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Timestamp: 2020-07-10 17:09:30+00:00

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Kollektivvertrag Baugewerbe und Bauindustrie, Angestellte, gültig ab 1.5.2019 - WKO.at
Kollektivvertrag Baugewerbe und Bauindustrie, Angestellte, gültig ab 1.5.2019
für Angesellte
der Baugewerbe
vom 28. September 1948
Anhang zum Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie gültig ab 1.5.2019
Zusatzkollektivvertrag für Betriebsentsendungen ins Ausland
Anhang "Auslandsentsendung-Checkliste"
a) für Geschäftsführer von GmbH und Vorstandsmitglieder;
1. Die Bestimmungen dieses Kollektivvertrages treten mit 1. Mai 2019 in Kraft.
Das Ausmaß der Verkürzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit (bei bisher 40 Stunden 1 Stunde in jeder Woche) ist Mehrarbeit; diese Mehrarbeit wird auf das erlaubte Überstundenausmaß nicht angerechnet. Dieser Grundsatz gilt auch bei anderer Verteilung der Normalarbeitszeit. Für Mehrarbeit gebührt ein Zuschlag von 50%, wobei als Grundlage für die Berechnung der Mehrarbeit bzw. des Zuschlages 1/146 heranzuziehen ist.
Durch die Mehrarbeit darf mit Ausnahme jener Fälle, in denen eine längere als 9-stündige tägliche Normalarbeitszeit auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zulässig ist, eine tägliche Arbeitszeit von 9 Stunden nicht überschritten werden. Weiters darf durch die Mehrarbeit, ausgenommen bei Schichtarbeit, Einarbeitung in Verbindung mit Feiertagen gemäß § 4 Absatz 3 AZG und in Fällen einer längeren Normalarbeitszeit im Kollektivvertrag eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nicht überschritten werden. Für die Anordnung von Mehrarbeit gelten dieselben Bestimmungen wie für die Anordnung von Überstunden nach § 6 (2) AZG. Mehrarbeitsstunden sind im vor hinein anzuordnen und als solche zu bezeichnen; eine rückwirkende Bezeichnung ist unzulässig.
Die Bestimmungen der Arbeitszeiteinteilung "Ausdehnung der Normalarbeitszeit und Zeitausgleich gemäß § 6a" des Rahmenkollektivvertrages für Bauindustrie und Baugewerbe sind analog anzuwenden; d.h. insbesondere, dass innerhalb eines Ausgleichszeitraumes von höchstens 52 Wochen durch Zeitausgleich in ganzen Tagen eine durchschnittliche wöchentliche Normalarbeitszeit von 39 Stunden zu erreichen ist.
§ 6c Dekadenarbeit
5. Grundlage für die Berechnung der vor bezeichneten Überstunden ist 1/146 des Monatsgehaltes, für die Mehrarbeit gemäß § 6a Ziffer 5 bis 30. Juni 1994 1/169, ab 1. Juli 1994 1/146 des Monatsgehaltes.
Mit der Festsetzung obiger Überstundengrundlagen erscheinen alle über 12 Monatsgehälter hinausgehenden Sonderzahlungen für die Zwecke der Überstundenentlohnung bereits berücksichtigt.
Angestellte, bei denen sich das Schulorganisationsgesetz 1962 noch nicht auswirkt, haben zur Einreihung in die Gruppe A3,
wenn sie unter lit. a) und b) fallen, fünf Jahre,
wenn sie unter lit. c) fallen und eine nichttechnische Mittelschule absolviert haben, zwei Jahre, und
wenn sie unter lit. e) fallen, sechs Jahre Praxiszeit nachzuweisen.
Buchhalter sind Angestellte, die alle in der Finanz- und Betriebsbuchhaltung vorkommenden Arbeiten – ausgenommen die Jahresschlussbilanz – verrichten. In Betrieben jedoch, die ständig nicht mehr als fünf Angestellte beschäftigen, haben sie über Verlangen des Arbeitgebers auch die Jahresabschlussbilanz selbständig aufzustellen. Wird dieses Verlangen gestellt, ist der Angestellte in die Beschäftigungsgruppe A4 einzustufen.
Zu den Arbeiten des Buchhalters gehören: Kontieren des Aufwandes, der Kosten und Erlöse gemäß dem Kontenplan, Führen der Kontokorrente, Abstimmen der Konten, Führen der Bau-, Sach- und Nebenkonten sowie der steuerlichen Aufzeichnungen, Erledigung des Mahn- und Zahlungsdienstes, Aufstellung und Weiterführung von Übersichten über Verbindlichkeiten und Forderungen, Bearbeiten und Verbuchen von allen Buchungsfällen, die eine Gruppe mehrerer Betriebsstätten (Sektoren) oder eine Arbeitsgemeinschaft betreffen.
Angestellte, bei denen sich das Schulorganisationsgesetz 1962 noch nicht auswirkt, haben zur Einreihung in die Gruppe A4,
wenn sie unter lit. a) oder b) fallen, 1 1/2 Jahre, und
wenn sie unter lit. d) fallen, 8 1/2 Jahre Praxiszeit nachzuweisen.
Ferialarbeitnehmer sind Personen, die keine Volontäre sind, und in Zeiten von Schulferien oder studienfreien Zeiten vorübergehend beschäftigt werden.
a) entweder die tatsächliche Dauer der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Beschäftigungsgruppe
Diese Bestimmung ist nur auf Arbeitsverhältnisse anzuwenden, die nicht dem BMSVG unterliegen:
Wird das Arbeitsverhältnis durch den Tod des Angestellten aufgelöst, so gebührt die nach § 23 Abs. 6 AngG gebührende Abfertigung nicht in der halben, sondern in der vollen Höhe.
Eine Dienstreise liegt vor, wenn der Arbeitnehmer im Auftrag des Arbeitgebers eine Arbeitsleistung auf einer Baustelle oder an einem anderen Ort ("sonstige Dienstreise") als dem Aufnahmeort erbringt.
bei Dienstreisen auf weit entfernte Baustellen in Höhe von 28,50 Euro;
bei Dienstreisen auf Baustellen außerhalb der politischen Gemeinde, in der weder der ständige Arbeitsplatz noch der Wohnort des Arbeitnehmers liegen, (auch wenn diese nicht weit entfernt sind) und die Dienstreise mehr als 11 Stunden dauert in Höhe von 28,50 Euro;
bei Dienstreisen auf Baustellen (auch wenn diese nicht weit entfernt sind) bei einer Dauer von mehr als 6 Stunden in Höhe von 15,50 Euro;
a. bei einer Dauer von mehr als 6 Stunden in Höhe von 15,50 Euro und
b. bei einer Dauer von mehr als 11 Stunden in Höhe von 28,50 Euro.
1. Ein Anspruch auf Verrechnung einer Fahrtkostenentschädigung für Kilometergeld im Zuge einer Dienstreise entsteht nur dann, wenn die Genehmigung zur Verrechnung eines Kilometergeldes vor Antritt der Dienstreise erteilt wird.
Das Kilometergeld dient zur Abdeckung des durch die Haltung des Kraftfahrzeuges und die Benützung entstehenden Aufwandes. Über das Kilometergeld hinaus besteht keinerlei Anspruch gegen den Arbeitgeber aus einer Benützung eines Motorfahrrades, Motorrades, sowie eines Personen- oder Kombinationskraftwagens.
§ 20a Fahrtkostenvergütung für Poliere
Ausgenommen sind reine Reisezeiten außerhalb der Normalarbeitszeit als Lenker eines Fahrzeuges im Zuge einer Dienstreise. Diese Reisestunden sind Arbeitsstunden, für welche pro Lenkstunde ein Betrag von 11,56 Euro je Stunde, maximal jedoch für drei Lenkstunden pro Reisetag, vergütet wird. Bei Beziehern einer Überstundenpauschale sind diese Lenkstunden durch die Überstundenpauschale abgegolten, wenn sie in Zeiten fallen, die durch die Überstundenpauschalvereinbarung abgedeckt sind.
Wird diese Verständigung unterlassen und erfolgte kein Austritt gem. § 23a Abs. 3 bzw. 4 AngG, kann der Arbeitnehmer bis zu vier Wochen nach einer nachgeholten Verständigung im obigen Sinn die Arbeit antreten (spätestens mit Ablauf des Anspruchs auf Kinderbetreuungsgeld idF BGBl I Nr. 103/2001) oder binnen zwei Wochen nach dieser Verständigung den Austritt erklären; in diesem Fall besteht Anspruch auf Abfertigung gem. § 23a Abs. 3 und 4 AngG, sofern nicht das BMVG Anwendung findet.
§ 24c Qualitätsprämie für Lehrlinge
§ 24d Anrechnung von Konzernvordienstzeiten
c. Höhe der Abfertigung "alt" (§ 23 AngG);
DI Michael Tomitz
abgeschlossen zwischen der Bundesinnung Bau und dem Fachverband der Bauindustrie einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft der Privatangestellten, Wirtschaftsbereich Bau, Wohnbau, anderseits, zur Abänderung bzw. Ergänzung des Kollektivvertrages für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie vom 28. September 1948, in der Fassung vom 1. Mai 2018.
I. Abänderung des Anhanges zum Kollektivvertrag
Der Anhang zum Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe vom 28. September 1948, in der Fassung vom 1. Mai 2018, wird abgeändert wie folgt:
1. Schichtarbeit laut § 7 (7) mit Geltung ab 1.5.2019 in € ...... 6,63
Gemäß § 10 Ziff. 3 des Kollektivvertrages für Angestellte:
Mindest-Brutto-Monatsgehälter
mit Geltung ab 1.5.2019 in €
A1 Hilfskräfte
im 1. und 2. Jahr 1.747,–
nach dem 2. Jahr 1.827,–
nach dem 4. Jahr 1.885,–
nach dem 6. Jahr 1.959,–
nach dem 8. Jahr 2.034,–
nach dem 10. Jahr 2.110,–
der Gruppenzugehörigkeit
im 1. und 2. Jahr 2.072,–
nach dem 2. Jahr 2.173,–
nach dem 4. Jahr 2.274,–
nach dem 6. Jahr 2.377,–
nach dem 8. Jahr 2.478,–
nach dem 10. Jahr 2.579,–
A3 Fachkräfte
im 1. und 2. Jahr 2.656,–
nach dem 2. Jahr 2.791,–
nach dem 4. Jahr 2.926,–
nach dem 6. Jahr 3.060,–
nach dem 8. Jahr 3.194,–
nach dem 10. Jahr 3.329,–
A4 Fachkräfte in gehobener Stellung
im 1. und 2. Jahr 3.784,–
nach dem 2. Jahr 3.983,–
nach dem 4. Jahr 4.187,–
nach dem 6. Jahr 4.382,–
nach dem 8. Jahr 4.585,–
nach dem 10. Jahr 4.783,–
A5 Leiter von Großbaustellen und Leiter selbständiger Abteilungen
im 1. und 2. Jahr 5.337,–
nach dem 2. Jahr 5.533,–
nach dem 4. Jahr 5.730,–
nach dem 6. Jahr 5.925,–
nach dem 8. Jahr 6.119,–
M1 Meister, Poliere und P1 Tiefbaupoliere
im 1. und 2. Jahr 3.100,–
nach dem 2. Jahr 3.221,–
nach dem 4. Jahr 3.341,–
nach dem 6. Jahr 3.461,–
nach dem 8. Jahr 3.578,–
nach dem 10. Jahr 3.699,–
M2 Meister, Poliere und P2 Tiefbaupoliere
im 1. und 2. Jahr 3.299,–
nach dem 2. Jahr 3.429,–
nach dem 4. Jahr 3.563,–
nach dem 6. Jahr 3.691,–
nach dem 8. Jahr 3.825,–
nach dem 10. Jahr 3.955,–
HP Meister, Poliere und OM Tiefbaupoliere
im 1. und 2. Jahr 3.660,–
nach dem 2. Jahr 3.807,–
nach dem 4. Jahr 3.956,–
nach dem 6. Jahr 4.101,–
nach dem 8. Jahr 4.248,–
nach dem 10. Jahr 4.394,–
Bei der Umreihung in die Beschäftigungsgruppe Obermeister sind Zeiten einer Tätigkeit als Obermeister vor Inkrafttreten des KV vom 21. März 1979 wie folgt zu berücksichtigen:
Es sind aus einer Tätigkeit als Obermeister so viele Beschäftigungsgruppenjahre in der Gruppe OM anzurechnen, dass der Angestellte das seiner bisherigen Einstufung entsprechende nächsthöhere Mindestbruttomonatsgehalt der Beschäftigungsgruppe Obermeister erhält.
Zur Feststellung des bisherigen und des nächsthöheren Mindestbruttomonatsgehaltes ist die ab 1. Mai 2015 geltende Gehaltstabelle heranzuziehen.
3. Erhöhung der Ist-Gehälter
Bei jenen Angestellten, die höhere als die im Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie festgelegten Gehälter beziehen, ist deren bisheriges Gehalt um den Differenzbetrag zu erhöhen, der sich aus dem bisherigen kollektivvertraglichen Gehalt (1.5.2018) und den entsprechenden Sätzen des Kollektivvertrages vom 1.5.2019 ergibt.
4. Lehrlingsentschädigung für kaufmännische und bautechnische Zeichnerlehrlinge
Gemäß § 10 Ziff. 4 des Kollektivvertrages für Angestellte
im 1. Lehrjahr 760,–
im 2. Lehrjahr 976,–
im 3. Lehrjahr 1.212,–
im 4. Lehrjahr 1.441,–
Ferialpraktikanten pro Monat mit Geltung ab 1.5.2019 in € ...... 1.025,–
6. Erschwerniszulagen
Im Abs. 2 beträgt die Zulage je Arbeitsstunde bei einer Beschäftigung
a) unter Tag (in Stollen, Tunnels und in oben geschlossenen Kanälen) ...... 2,20
b) in Höhen von 800 bis 1200 m ................ 1,66
in Höhen von mehr als 1200–1600 m ...... 2,20
in Höhen von mehr als 1600–2000 m ......, 2,67
sofern die Baustelle bis 200 m über einer geschlossenen Wohnsiedlung liegt ..... 1,36
in Höhen von mehr als 2000 m ...... 3,87
sofern die Baustelle bis 200 m über einer geschlossenen Wohnsiedlung liegt ..... 1,96
bis zu 0,5 kg pro cm² Überdruck ........ 4,45
bis zu 1,0 kg pro cm² Überdruck ........ 6,68
bis zu 1,5 kg pro cm² Überdruck ........ 8,90
bis zu 2,0 kg pro cm² Überdruck ...... 12,23
bis zu 2,5 kg pro cm² Überdruck ...... 21,16
bis zu 3,0 kg pro cm² Überdruck ...... 28,93
Die im Abschnitt I dieses Kollektivvertrages angeführten Bestimmungen treten, sofern kein anderer Inkrafttretungszeitpunkt bestimmt ist, mit 1. Mai 2019 in Kraft.
Die Bundesinnung der Baugewerbe und der Fachverband der Bauindustrie sowie die Gewerkschaft der Privatangestellten, Sektion Industrie und Gewerbe, kamen überein, die nachfolgende Empfehlung zu vertreten:
Die Bundesinnung der Baugewerbe und der Fachverband der Bauindustrie empfehlen ihren Mitgliedern, zwecks Absicherung ihrer aufsichtsführenden Angestellten (Bauleiter, Sicherheitsingenieure, Meister, Poliere, Maschinenmeister usw.) gegen Heranziehung zur Haftung bei Überschreiten der Deckungssummen der betrieblichen Haftpflichtversicherung anläßlich eines Schadenereignisses die von der Gewerkschaft der Privatangestellten, Sektion Industrie und Gewerbe, mit mehreren Versicherungsanstalten als Rahmenvertrag abgeschlossene Zusatzhaftpflichtversicherung abzuschließen. Die derzeitige Prämie hiefür beträgt pro Jahr S 480,–.
Zum Abschluss dieser Zusatzhaftpflichtversicherung wäre mit der Gewerkschaft der Privatangestellten, Sektion Industrie und Gewerbe, Verbindung aufzunehmen.
vom 1.5.2011 in der Fassung vom 1.11.2011
abgeschlossen zwischen der Bundesinnung Bau und dem Fachverband der Bauindustrie einerseits und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund, Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck Journalismus, Papier, Wirtschaftsbereich Bau, Wohnbau, andererseits.
Dieser Zusatzkollektivvertrag gilt für alle Angestellten, die dem Kollektivvertrag für Bauindustrie und Baugewerbe unterliegen.
Er ist für alle Entsendungen, die nach dem 1.5.2011 beginnen, anzuwenden und gilt auf unbestimmte Zeit.
§ 2 Betriebsentsendung ins Ausland
Eine Betriebsentsendung ins Ausland liegt vor, wenn der Angestellte im Auftrag des Arbeitgebers eine Arbeitsleistung an einem Ort außerhalb des österreichischen Staatsgebiets erbringt, sofern der Einsatz an diesem auswärtigen Ort länger als 30 Tage dauert und der Angestellte nicht täglich an seinen Wohnort zurückkehrt. Heimfahrten an arbeitsfreien Tagen unterbrechen die Frist von 30 Tagen nicht.
§ 3 Vorbereitung der Entsendung ins Ausland
1. Entsendevereinbarung
Vor der Entsendung eines Mitarbeiters ins Ausland muss das Einvernehmen zwischen dem Arbeitgeber und dem zu entsendenden Angestellten über die Umstände der Entsendung hergestellt werden. Der diesem Zusatzkollektivvertrag beiliegende Anhang („Auslandsentsendung-Checkliste“) wird von den Sozialpartnern zur Anwendung empfohlen.
2. Behördliche Bewilligungen
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die für die Tätigkeit des Angestellten im Einsatzland erforderlichen behördlichen und sonstigen Bewilligungen auf seine Kosten einzuholen. Für den Fall, dass sich aufgrund fehlender Bewilligungen ein verspäteter Zeitpunkt des Auslandseinsatzes ergibt, hat der Arbeitgeber dem Angestellten die frustrierten Kosten zu ersetzen.
Der Angestellte ist verpflichtet, am Erlangen der erforderlichen Bewilligungen im notwendigen Ausmaß mitzuwirken.
Abweichend von diesen Bestimmungen, ist der Angestellte verpflichtet, auf eigene Kosten ein amtliches Reisedokument (Reisepass) rechtzeitig zu beschaffen.
Der Angestellte soll sich den vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen, Impfungen und dergleichen unterziehen, wobei der Arbeitgeber entsprechende Information, Unterstützung und den notwendigen Kostenersatz gewährt.
§ 4 Auslandseinsatz
1. Beginn und Ende der Entsendung
Die Entsendung beginnt – sofern nicht anders vereinbart – mit dem Tag der Anreise ins Einsatzland. Die Entsendung endet mit dem letzten Einsatztag im Einsatzland, wobei Zeiten der Vorbereitung der unmittelbaren Rückreise und die Rückreise selbst zur Entsendung zählen. Allenfalls vereinbarte Heimfahrten nach Österreich unterbrechen die Entsendung nicht.
2. Verhalten während des Auslandseinsatzes
Der Angestellte ist während seines Auslandseinsatzes verpflichtet, die Gesetze, Vorschriften, Sitten und Gebräuche des Einsatzlandes zu beachten und die Interessen des Arbeitgebers durch sein betriebliches und außerbetriebliches Verhalten nicht zu beeinträchtigen.
Der Angestellte ist nach den jeweils geltenden Bestimmungen bei der Sozialversicherung anzumelden. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, möglichst lange eine Sozialversicherungspflicht in Österreich zu erwirken.
4. Erkrankung oder Unfall im Einsatzland
Im Falle einer Erkrankung ist der Vorgesetzte unverzüglich zu verständigen. Ebenso ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit unverzüglich dem Vorgesetzten mitzuteilen.
Sofern die erforderliche medizinische Versorgung im Einsatzland nicht gewährleistet ist, sorgt der Arbeitgeber auf seine Kosten für einen Rücktransport des Angestellten.
Ist die ärztliche Behandlung oder Unterbringung in einem Krankenhaus notwendig, so übernimmt der Arbeitgeber als Ausfallshaftung jene Kosten, die im Einsatzland anfallen und nicht von einem anderen Kostenträger erstattet werden. Der Arbeitgeber muss allerdings keine Kosten für Leistungen übernehmen, die vom österreichischen Krankenversicherungsträger nicht getragen werden (z. B. Kosten für Zahnkronen, Brillen, etc). Das Recht auf Rückforderung aus der Übernahme dieser Kosten geht auf den Arbeitgeber über.
Bei einer voraussichtlich länger dauernden Arbeitsunfähigkeit wird die vorzeitige Rückberufung im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt veranlasst.
5. Tod des Angestellten
Verstirbt der Angestellte während des Auslandseinsatzes, übernimmt der Arbeitgeber die erforderlichen Kosten für die Rückführung und ist auf Verlangen der Hinterbliebenen bei der administrativen Abwicklung behilflich.
Im Falle einer persönlichen Gefährdung des Angestellten am Einsatzort durch Ereignisse wie z. B. Krieg oder innenpolitische Unruhen ist der Angestellte berechtigt, die Heimreise anzutreten. Vor Antritt der Heimreise ist nach Möglichkeit das Einvernehmen mit dem Arbeitgeber herzustellen; bei Gefahr im Verzug genügt die nachträgliche Mitteilung.
Wird der Angestellte an der Erbringung der Arbeitsleistung sowie an der Heimreise gehindert, gebührt ihm der festgelegte Auslandsbezug weiter.
7. Beförderungsmittel für Reisen zwischen Heimatland und Einsatzland
Die Wahl des Beförderungsmittels und die Festlegung der Reiseroute obliegen dem Arbeitgeber, wobei dieser die Interessen des Angestellten zu berücksichtigen hat.
8. Unterkunft am Einsatzort
Der Arbeitgeber stellt dem Angestellten eine angemessene Unterkunft am Einsatzort kostenlos bei.
Der Angestellte hat zur Geltendmachung der in den Z 7 und 8 beschriebenen Ansprüche umgehend die entsprechenden Belege dem Arbeitgeber vorzulegen, der diese bei der nächstmöglichen Abrechnung zu berücksichtigen hat.
Die Ansprüche verfallen innerhalb von drei Monaten ab dem Entstehen. Ist der Angestellte unverschuldet an der Geltendmachung verhindert, verfällt der Erstattungsanspruch innerhalb von zwei Monaten nach dem Wegfall der Verhinderung.
10. Dienstreisen im Einsatzland
Für Dienstreisen im Einsatzland gelten die Bestimmungen der §§ 16 bis 22 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie mit folgenden Modifikationen:
a. An die Stelle des Aufnahmeorts und des Wohnort des Arbeitnehmers tritt der Ort (Gemeinde), an den die Entsendung erfolgt.
b. Eine Dienstreise im Einsatzland liegt vor, wenn der Arbeitnehmer im Auftrag des Arbeitgebers eine Arbeitsleistung an einem anderen Ort als dem Ort der Entsendung erbringt.
c. Ein Anspruch auf ein zusätzliches Taggeld gebührt nicht. Führt die Dienstreise jedoch in einen anderen Staat (als das Einsatzland), ist das allenfalls im Entsendevertrag vereinbarte Taggeld entsprechend zu erhöhen.
d. Ein Anspruch auf Nächtigungsvergütung (§ 18) besteht auch dann, wenn der Arbeitgeber für dieselbe Nacht die Kosten der Quartiervorhaltung für das Quartier am Ort der Entsendung übernimmt.
e. Die Heimfahrtsregelung (§ 19) kommt nicht zur Anwendung. Der Angestellte ist jedoch berechtigt, die allenfalls im Entsendevertrag vereinbarte Heimfahrt nach Österreich am Ende einer Dienstreise im Einsatzland vom Ziel der Dienstreise aus (anstelle vom Ort der Entsendung aus) anzutreten.
§ 5 Arbeitsrechtliche Bestimmungen
Die Arbeitszeit im Einsatzland richtet sich nach den jeweiligen betrieblichen Baustellenerfordernissen unter Berücksichtigung der landesspezifischen Sonn- und Feiertagsbestimmungen.
Anstelle der Bestimmung des § 15 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie tritt folgende Bestimmung:
Die Entgelte gemäß § 7 Absatz 2 und 3 (Überstunden), sowie Zulagen gemäß § 14 (Erschwerniszulagen) sowie eine allfällige besondere Vergütung für die Dauer des Auslandsaufenthalts können als Pauschalbetrag festgesetzt werden.
Wird ein derartiger Pauschalbetrag vereinbart, ersetzt dieser für die Dauer der Auslandsentsendung einen allenfalls nach § 15 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie vereinbarten Pauschalbetrag.
Dem Mitarbeiter ist die nach den österreichischen Rechtsvorschriften vorgesehene Schutzbekleidung und -ausrüstung zur Verfügung zu stellen, sofern die Rechtsordnung des Einsatzlandes nicht zwingend einen höheren Standard verlangt.
§ 6 Regelung nach dem Auslandseinsatz
Nach der Rückkehr aus dem Ausland wird dem Angestellten eine Aufgabe übertragen, die seiner bisherigen Tätigkeit im Inland mindestens vergleichbar ist. Eine möglicherweise anspruchsvollere Tätigkeit während des Auslandseinsatzes begründet jedoch keine Ansprüche hinsichtlich des Einsatzes nach Rückkehr des Arbeitnehmers.
Die Bestimmung des § 27 Kollektivvertrag für Angestellte der Baugewerbe und der Bauindustrie findet sinngemäß auch auf diesen Zusatzkollektivvertrag Anwendung.
"Auslandsentsendung-Checkliste"
Reise ­
Reisezeit ­
Verkehrsmittel ­
Häufigkeit ­
Unterkunft ­
Unterbringungsstandard ­
Ausstattung ­
Betriebskosten ­
Weg zum Arbeitsplatz (Verkehrsmittel)
Firmenrelevante Post (Gehaltsabrechnung)
Direkter Vorgesetzter im Einsatzland
Interkulturelle Vorbereitung: Einschulung, Einweisung, Kurse
Medizinische Versorgung ­
Ambulanzflug ­
Ärztliche Versorgung (ambulant/stationär) ­
Höhere Gewalt: siehe § 4 Abschn 6 ZKV Auslandsentsendung
Arbeitszeit, Urlaubsverbrauch, Feiertage
Arbeitsschutz und Sicherheit ­
siehe § 5 Abschn 3 ZKV Auslandsentsendung ­
Rechtsschutz (z. B. bei Arbeitsunfällen Dritter)
Private Kommunikation: Nutzung von Mobiltelefon und Internet
Bezugsgestaltung
Ansprechpartner für Beratungen über das Einsatzland
Sozialversicherung ­
Krankenversicherung ­
Unfallversicherung ­
Pensionsversicherung ­

References: § 4
 § 6
 § 6

§ 6
 § 6
 § 23

§ 20
 § 23
 § 23

§ 24

§ 24
 § 7
 § 10
 § 10

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5
 § 15
 § 7
 § 14
 § 15

§ 6
 § 27
 § 4
 § 5