Source: https://xn--rabro-mva.de/zum-sachmangel-bei-fehlerhafter-herkunftszuordnung-eines-kunstwerks-in-einem-auktionskatalog/
Timestamp: 2019-02-19 20:39:10+00:00

Document:
Zum Sachmangel bei fehlerhafter Herkunftszuordnung eines Kunstwerks in einem Auktionskatalog | Rechtsanwaltskanzlei Skwar
← Zu den wettbewerbsrechtlichen Grenzen für die Abwerbung von Mitarbeitern
Ok-Vermerk des Sendeberichtes eines Telefaxes begründet keinen Anscheinsbeweis des Zugangs einer Kündigung des Versicherungsvertrages →
OLG Frankfurt am Main — Urteil vom 03.05.2018 – 19 U 188/15
Ein Verkäufer, der sich hinsichtlich der Herkunftszuordnung entgegen einer schriftlich publizierten Einschätzung eines Experten auf mündliche Angaben anderer Sachverständiger verlässt, handelt arglistig im Rechtssinne, wenn er die Herkunftszuordnung des Experten in seiner Katalogbeschreibung ohne Einschränkung als, ‚fälschlich zugeschrieben‘ bezeichnet, ohne die ihm zugetragenen gegenteiligen mündlichen Angaben hinlänglich kritisch überprüft zu haben.
gegen Rückgabe und Rückübereignung der im Jahre 2008 gemäß „Rechnung/Lieferschein Nr. …“ als Werk Carl Philipp Fohrs verkauften Zeichnung „Bildtitel1“, „Tuschfederzeichnung in Grauschwarz und Grau über Bleistift 1812“.
In ihrem Verkaufskatalog habe die Beklagte dann aber weder offengelegt, dass die „fälschliche“ Zuschreibung des Werks zu Rottmann durch SV2 erfolgt sei, noch, dass sie diesen niemals wegen dessen angeblichen Fehlers konsultiert habe. Ebenfalls nicht offengelegt habe sie die ihr bekannten Ausführungen SV1s aus dessen Aufsatz von 2001 über die Motivgleichheit in den Jugendwerken Fohrs und Rottmanns. Die Fachwelt, namentlich die ausgewiesenen Experten SV2 und SV1, habe 2008 nicht an der Urheberschaft Rottmanns gezweifelt, sondern sei von ihr überzeugt gewesen; das habe der Geschäftsführer der Beklagten auch gewusst und dem Kläger gleichermaßen verschwiegen.
Was ihre Gutgläubigkeit angehe, sei es Sache der Beklagten gewesen, darzulegen und zu beweisen, aufgrund welcher Umstände sie davon ausgegangen sei, der Kläger habe Kenntnis von dem Mangel gehabt. Ob der Geschäftsführer der Beklagten „glaubhaft“ angegeben habe, seiner Auffassung nach enthielten die beiden zitierten Aufsätze nur abstrakte Ausführungen die Händescheidung zwischen Fohr und Rottmann, sei in diesem Zusammenhang irrelevant. Vielmehr komme es auf den objektiven Inhalt der Aufsätze an, der von den Angaben der Beklagten indes abweiche. So habe SV2 die streitgegenständliche Arbeit konkret Rottmann zugeschrieben, SV1 habe auf diese Ausführungen SV2s unmittelbar Bezug genommen. Auch aus dem Schreiben SV1s vom 27.06.2015 ergebe sich, dass er und SV2 sich konkret mit der Urheberschaft Rottmanns und der fehlenden Urheberschaft Fohrs an der „Bildtitel1“ befasst hätten. Soweit es sich bei dem Motiv der „Bildtitel1“ um ein bekanntes Motiv Carl Philipp Fohrs aus dessen „Skizzenbuch der Neckargegend“ handele, sei es dem Kläger 2008 unbekannt gewesen, dass Rottmann 1812 „nach Fohr“ gezeichnet habe.
gegen Rückgabe der im Jahre 2008 gemäß „Rechnung/Lieferschein Nr. …“ als Werk Carl Philipp Fohrs verkauften Zeichnung „Bildtitel1“, „Tuschfederzeichnung in Grauschwarz und Grau über Bleistift 1812“, sowie
Dieser rechtlichen Beurteilung steht nicht entgegen, dass es sich bei der vorliegenden Zeichnung um ein innerhalb der Fachwelt längere Zeit streitig zugeordnetes Kunstwerk handelt und gar nur einer bestimmten Stilepoche oder Malerklasse statt einem konkreten Künstler zuzurechnen wäre. Denn die seitens der Beklagten verwendete Katalogbeschreibung übt sich gerade nicht in Zurückhaltung der vorgenannten Art, sondern benennt einen konkreten Künstler und bezeichnet die alternativ in Betracht gezogene Urheberschaft Carl Rottmanns ausdrücklich als „fälschlich […] zugeschrieben“.
cc) Nach dem gesamten Inhalt der Verhandlung und dem Ergebnis der Beweisaufnahme steht es zur freien Überzeugung des Senats fest (§ 286 Abs. 1 ZPO), dass „Bildtitel1“ nicht der Hand Carl Philipp Fohrs entstammt.
(1) Der Sachverständige schließt sich hinsichtlich der Einordnung der Zeichnung als stilistische Spätform – nämlich als ein eher in die 1790er Jahre zu datierendes, von einem empfindsamen ausklingenden Hollandismus im Sinne des endenden deutschen Louis-Seize-Stils bestimmtes Blatt -, die der Schülerschaft von (sehr) jungen Nachwuchskräften bei Friedrich Rottmann entstammt, der aus seiner Sicht plausiblen Einschätzung anderen Experten – namentlich SV4, SV5, SV2 und SV1 – an (Bl. 436 d.A.). Hiermit stimme auch die auf der Zeichnung aufgebrachte Datierung „1812“ überein (Bl. 435, 534 d.A.), die sich materialorientiert jedenfalls insoweit bestätigen ließe, als das verwendete Velinpapier in Deutschland erstmals 1783 Verwendung gefunden habe und zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann von mehr Firmen produziert worden sei; darüber hinaus sei die Datierung „1812“ unter Verwendung derselben Rußtusche geschrieben worden, die auch für die Zeichnung verwendet worden sei (Bl. 435 d.A.).
Eine nachvollziehbare Übereinstimmung mit dem Jugendwerk Carl Philipp Fohrs vermochte der Sachverständige demgegenüber in stilistischer Hinsicht überzeugend nicht zu erkennen. Für Fohr sei es kennzeichnend, dass er die überkommene akademische Zeichenweise origineller, differenzierter und innovativer, ästhetisch „sperriger“ weiterentwickelt habe, so dass in grundlegender Weise typisch für ihn – auf die aus seiner Sicht prägnante Ausdrucksweise SV2s zurückgreifend – ein „Detailreichtum“ sei, das auf einer „höchst variablen Linienführung“ beruhe, im Unterschied zur „durchgehenden Schraffurtechnik“ Carl Rottmanns. Auch bei der vorliegenden Zeichnung sei aber eine bloße Homogenität der Strichführung augenfällig, die gerade nicht vergleichbar mit Fohrs „höchst sensibler, ungemein detailreicher, mit feinsten Mischungen der Tusche arbeitenden Zeichenweise“ sei, die bei seinen frühen Zeichnungen generell zu erkennen sei (Bl. 436 f. d.A.).
Die gegen diese fundierte und wenngleich eher knapp, so doch prägnant und anhand gezielter Details begründete, insgesamt überzeugende Einschätzung vorgebrachten Einwände der Beklagten hat der Sachverständige stichhaltig zu entkräften vermocht. Insbesondere hat er zunächst die Kürze seiner stilistischen Einschätzung erläutert, die zum einen seinem Verweis auf die grundlegenden Beschreibungen durch SV2 geschuldet war, nicht zuletzt aber auch dem Umstand, dass „Kennerschaft bei Zuschreibungsfragen der vorliegenden Art sprachlich diffizil zu formulieren“ und für Außenstehende – wie Juristen – oft schwierig in „Argumentationsketten zu übersetzen“ seien. Wenn die Beklagte daher meint, dass nach wie vor „das sprachliche Feuerwerk“ des Sachverständigen nicht von einer „Stellungnahme zur eigentlichen Sachfrage begleitet“ werde, geht dies an der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den jeweiligen Stilbeschreibungen zu Fohr und Rottmann auf der Grundlage einer Inaugenscheinnahme der streitgegenständlichen Zeichnung und der hierbei festzustellenden Zeichenweise durch das kunsthistorisch geschulte Auge des Sachverständigen vorbei.
Soweit die Beklagte auf ein von ihr eingeholtes Schriftgutachten (Bl. 487 ff. d.A.) verweist, wies der Sachverständige zutreffend darauf hin, dass der auf der Zeichnung befindliche Text „Bildtitel1. September 1812.“ ausweislich des Privatgutachtens zum einen schon gar nicht sicher Carl Philipp Fohr zuzuordnen sei, zum anderen aber auch ergänzend bemerkt, dass derartige Beschriftungen gar nicht stets durch den Urheber der jeweiligen Zeichnung erfolgt seien (Bl. 535 d.A.), weshalb für den Senat weder Existenz noch Inexistenz einer solchen Beschriftung höherer auch nur indizieller Beweiswert zukommt, der innerhalb der Beweiswürdigung gegenüber dem Zeichenstil durchgreifende Bedeutung beigemessen werden könnte.
(2) Es kommt hinzu, dass es sich bei der Beurteilung durch den Sachverständigen, was ihre Überzeugungskraft eigenständig stützt, auch nicht etwa um eine singuläre Einschätzung handelt, der maßgebliche Forschung entgegenstünde, und die daher noch ausführlicherer Begründung bedürfte. Vielmehr verweist der Sachverständige im Gegenteil nachvollziehbar auf andere Stimmen der Fachliteratur, die seine Einschätzung sowohl im Hinblick auf das generelle stilistische Verhältnis Fohr – Rottmann teilen, wie auch im Hinblick auf die konkrete Herkunftszuordnung der „Bildtitel1“.
So beschrieb in einem 1998 publizierten Beitrag (Bl. 38 ff. d.A.) SV2 die Zeichenweise Rottmanns als stark von der Fohrs beeinflusst, wie u.a. die Zeichnung „Bildtitel1“ zeige – die bei SV2 als Abbildung 3 mit „Carl Rottmann, Bildtitel1, 1812“ beschrieben wird (Bl. 40 f. d.A.). SV2 bezieht sich im Zusammenhang hiermit auf einen Beitrag SV5s, die – hinsichtlich einer anderen Zeichnung, jedoch übereinstimmend mit der vergleichenden Kennzeichnung des stilistischen Vermögens beider Künstler durch SV2 – von ‚gewissen Schwächen gegenüber der Fohr-Zeichnung‘ sprach, aufgrund derer sie vermutetet, dass es sich bei dieser anderen Zeichnung „um eine Kopie Rottmanns nach Fohr“ handele (Bl. 41 d.A.). Konkret wiederum bezogen auf die „Bildtitel1“ macht SV2 dann „eine gröbere, ungelenkere und damit frühere zeichnerische Stufe“ noch innerhalb des Jugendwerks Rottmanns selbst aus (Bl. 42 d.A.). Dieses Gefälle im künstlerischen Vermögen beider Maler weiterhin betonend, bewertet SV2 denn auch die weitere Entwicklung in Rottmans Werk als eine Umdeutung von ‚Fohrs höchst sensibler, ungemein detailreicher, mit feinsten Mischungen der Tusche arbeitenden Zeichenweise‘, bei der „Fohrs Detailreichtum“ verloren gehe (Bl. 43 d.A.).
Nicht anders als SV2 beschrieb dann auch SV1 in einem 2001 erschienen Beitrag (Bl. 19 ff. d.A.) Fohr als den begabteren der beiden Künstler, an dem sich Rottmann orientierte, dessen Strichbild gegenüber dem lebendigen Strichbild bei Fohr geradezu schematisch und starr anmute, während Fohr über eine differenzierte, in Richtung und Stärke wechselnde Federführung verfüge, die in einzelnen Motiven lebhaftes Licht- und Schattenspiel entstehen lasse, wo Rottmann mit schematisch fortfahrender Schraffur arbeite. Was die Einordnung konkret des streitgegenständlichen Werks betrifft, ist zwischen den Parteien darüber hinaus unstreitig, dass es schließlich auch durch SV1 Fohr zugeordnet wurde, auch wenn SV1 seine Einschätzung nicht publiziert, sondern schriftlich nur durch Schreiben an den Kläger vom 27.06.2015 (Bl. 208 f. d.A.) geäußert hat, dies jedoch eigenen Angaben zufolge als Ergebnis intensiver Diskussionen mit SV2 bereits 1998, nachdem SV1 zunächst – etwa 1995 – mündlich einen anderen Standpunkt vertreten hatte. Übereinstimmend hiermit gelangte schließlich denn auch SV6 zu der Einschätzung, dass es sich bei der „Bildtitel1“ nicht um ein Werk Fohrs handelte.
Weshalb und auf welcher fachlichen Grundlage abweichend hiervon SV4 die Zuordnung der Zeichnung zu Rottmann bei SV2 für ein Versehen befunden haben soll, erschließt sich dem Senat nicht, muss mangels hierzu vorgetragener Anknüpfungstatsachen sowie des Umstands, dass SV4 verstorben ist, aber auch auf sich beruhen. Soweit die Beklagte darüber hinaus hinsichtlich der Einordnung der „Bildtitel1“ als Zeichnung Fohrs auf SV7 verweist, hat der Sachverständige – im Nachgang unwidersprochen – klargestellt, dass die entsprechende Textpassage im Katalog „Natur als Kunst“ von 2013 (Bl. 216 d.A.) nicht von SV7, sondern von SV8 stammt, der zwar eine Zuordnung der „Bildtitel1“ zu Fohr vornimmt, dies jedoch lediglich auf der Grundlage des Katalogs der Beklagten von 2008.
c) Einem Rücktritt des Klägers stand eine Verjährung seiner Mängelansprüche nicht entgegen, da sich diese im vorliegenden Fall nach § 438 Abs. 3 Satz 1 BGB richtet und die deshalb gemäß § 195 BGB drei Jahre betragende Verjährungsfrist gemäß § 199 Abs. 1 BGB erst mit Schluss des Jahres 2011 zu laufen begann, aufgrund am 19.12.2014 unter Gerichtskostenvorschusszahlung eingereichter, aufgrund Verfügung vom 13.01.2018 am 22.01.2015 und damit „demnächst“ im Sinne von § 167 ZPO zugestellter Klage jedoch in ihrem Ablauf gemäß § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB gehemmt wurde.
Zwar handelt mangels Vorsatzes grundsätzlich, wie die Berufung im Ausgangspunkt zutreffend ausführt, nicht arglistig, wer gutgläubig unrichtige Angaben macht, mag auch der gute Glaube auf Fahrlässigkeit oder selbst auf Leichtfertigkeit beruhen. Zur Arglist ist umgekehrt aber auch nicht notwendig das Wissen erforderlich, dass die angegebene Tatsache nicht der Wahrheit entspricht. Arglist ist vielmehr schon dann anzunehmen, wenn der Verkäufer ohne tatsächliche Grundlage unrichtige Angaben über die Mängelfreiheit oder über wesentliche Eigenschaften der Kaufsache macht, die geeignet sind, den Kaufentschluss des Käufers mit zu beeinflussen (vgl. insbesondere BGH, Urteil vom 18.03.1981, VIII ZR 44/80, Rn. 13, vom 27.09.2017, VIII ZR 271/16, Rn. 46, und vom 22.04.2016, 22.04.2016, V ZR 23/15, Rn. 21 f.). Denn in diesem Fall erübrigt sich aus der Sicht des Käufers eine weitere Überprüfung, weil er davon ausgehen darf, dass der Verkäufer seine Erklärungen nicht „ins Blaue hinein“ abgibt. Der die Arglist begründende Vorwurf gegenüber dem Verkäufer liegt in einem solchen Fall mithin in dem Umstand, dass der Erklärende, obschon ihm bewusst ist, dass ihm die zur sachgemäßen Beantwortung erforderliche Kenntnis fehlt, diesen Umstand gleichwohl gegenüber dem anderen Teil verschweigt (vgl. BGH, Urteil vom 18.03.1981, VIII ZR 44/80, Rn. 14).
Von Relevanz für die Beklagte konnten daher allein ihre eigene Expertise bzw. diejenige der Kunsthistoriker SV4, SV5 und SV7 – mit Rücksicht auf die Ausführungen des Sachverständigen gemeint wohl SV8, mit dem die Beklagte allerdings gesprochen zu haben selbst nicht behauptet – sein, was aber nichts daran ändert, dass rein mündliche Expertisen aus den dargelegten Gründen ersichtlich unzureichende Grundlagen für die Katalogbeschreibung der Beklagten waren, die die Urheberschaft Fohrs demgegenüber aber nicht nur als „möglich“ oder „wahrscheinlich“ bezeichnete, sondern als völlig fraglos darstellte. Dass es sich bei der publizierten Zuordnung zu Fohr durch SV2 gar um ein unplausibles Fehlurteil handelte, wie die Beklagte mit der SV4 zugeschriebenen Formulierung „Versehen“ Glauben machen will, ist gerade nicht ersichtlich; vielmehr bezieht sich auch der Sachverständige weiterhin auf dessen Einschätzungen als bis heute „grundlegend“.
Der Senat verkennt bei dieser Beurteilung nicht, dass ein Kunsthändler hinsichtlich der Echtheit der von ihm angebotenen Kunstwerke typischerweise ein erhebliches Risiko trifft, weil er regelmäßig schon angesichts eines häufigen Eigentumswechsels gar nicht in der Lage ist, durch zumutbare eigene Nachforschungen Sicherheit über die Echtheit des Werks zu erlangen (vgl. bereits BGH, Urteil vom 15.01.1975, VIII ZR 80/73, Rn. 15; ferner BGH, Urteil vom 13.02.1980, VIII ZR 26/79, Rn. 20 ff.). Dass weitergehende Nachforschungen auch im vorliegenden nicht zumutbar gewesen seien, behauptet die Beklagte indes selbst nicht; ihr eigenes Verhalten vor Erstellung des Katalogs spricht denn auch dagegen. Entscheidend ist jedoch, dass selbst derjenige, der keine hinlängliche Gewissheit haben kann, eine solche Gewissheit gegenüber seinen Kaufinteressenten auch nicht vorgeben darf. Eben dies hat die Beklagte jedoch mit ihrer apoditkischen Formulierung „dort fälschlich Carl Rottmann zugeschrieben“ getan und dies mit ihrem allgemeinen Hinweis, ihre Katalogbeschreibung „nach bestem Wissen und Gewissen“ erstellt zu haben, zusätzlich verstärkt.
bb) Begründete Zweifel des Klägers an der Zuordnung zu Fohr erlangte der Kläger frühestens im Dezember 2011 aufgrund der Einschätzung von SV1, das Blatt stamme eher von Rottmann, so dass die Verjährung frühestens mit Ablauf dieses Jahres einsetzte. Eine vorherige Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis des Klägers ist weder nachvollziehbar vorgetragen noch ersichtlich, weshalb Ansprüche des Klägers zugleich nicht an § 442 Abs. 1 BGB scheitern. Insbesondere musste die Angabe im Verkaufskatalog der Beklagten den Kläger nicht veranlassen, nähere Erkundigungen zur Urheberschaft einzuholen. Denn im Katalog war die Zuschreibung zu Rottmann für einen Leser eindeutig als „fälschlich“ deklariert worden.
Erhebliches Fachwissen des Klägers hat die Beklagte zwar behauptet, aber weder substantiiert dargetan noch auch nur konkrete Anknüpfungstatsachen benannt, aufgrund derer der Kläger zu einer vergleichbaren wissenschaftlichen Einschätzung hätten gelangen können bzw. auch nur die Fehlerhaftigkeit der – kunsthistorische Absicherung in Anspruch nehmenden – Katalogbeschreibung hätte erkennen müssen. Die vage gehaltene Formulierung, der Kläger besitze eine ‚beachtliche Bibliothek zu Kunstwerken der deutschen Romantik‘, reduziert sich bei dieser Sachlage auf eine bloße Vermutung 2008 bereits vorhandenen Fachwissens, die zudem allgemein gehalten bleibt und sich nicht auf die konkrete Zeichenweise von Fohr einerseits und Rottmann andererseits bezieht.
Dieser Beitrag wurde unter Zivilrecht abgelegt und mit Auktion Sachmangel verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

References: § 438
 § 195
 § 199
 § 167
 § 204
 § 442