Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211916
Timestamp: 2018-04-24 12:16:42+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Rangsdorfer See“
(GVBl.II/98, [Nr. 15], S.382)
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Rangsdorf, Glienick, Großschulzendorf und Jühnsdorf im Landkreis Teltow-Fläming werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Rangsdorfer See".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 670 Hektar. Es umfaßt folgende Flächen in den Gemarkungen
Rangsdorf Flur 1 Flurstücke 7 (verlandender Seeanteil südlich der Autobahn), 41/6 (als Teilfläche zur südlichen Verlängerung der östlichen Flurstücksgrenze von Flurstück 44), 42, 43, 44, 45, 46;
Flur 2 Flurstücke 2 bis 55, 57, 58;
Flur 3 Flurstücke 63 bis 69;
Glienick Flur 3 Flurstücke 214, 215, 216/1, 216/2, 216/3, 216/4, 218 bis 228, 229/1, 229/2, 230 bis 301, 375 bis 433, 434/1, 434/3, 434/4, 435/1, 435/2, 435/3, 435/4, 436, 437 (Teilfläche nördlich vom Kassiner Weg), 458 bis 491;
Groß-Schulzendorf Flur 3 Flurstücke 3 (Teilfläche Graben östlich der Jühnsdorfer Landstraße), 49 (Teilfläche Graben, parallel der Landstraße nach Jühnsdorf, nördlich des Flurstücks 113/1), 50 bis 105, 106/1, 106/2, 107 bis 112;
Gemarkung Jühnsdorf Flur 4 Flurstücke 27, 28, 31;
Flur 5 Flurstücke 2/1, 2/2, 2/3, 3/1, 3/2, 4 bis 7, 8/1, 8/2, 9 bis 33, 35, 36, 38 bis 56, 57/2.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in topographischen Karten im Maßstab 1:10.000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand der Linie. Die Karten können beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei dem Landkreis Teltow-Fläming, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
als Brut- und Nahrungsgebiet bestandsbedrohter und gefährdeter Vogelarten sowie als Lebensraum für Säugetiere der Gewässer und ihrer Ufer;
als bedeutender Rastplatz für nordische Gänse;
als Standort seltener in ihrem Bestand bedrohter Pflanzengesellschaften insbesondere von armen Feuchtwiesen (Molinion), ausgedehnteren Röhricht- und Großseggengesellschaften (Phragmition und Magnocaricion) und Bruchwaldgesellschaften (Alnion);
als Standort geschützter und in Brandenburg vom Aussterben bedrohter und gefährdeter Pflanzenarten;
als repräsentativer Ausschnitt der Niederungslandschaft der Nuthe-Notte-Niederung und als wichtiger Bestandteil des regionalen Biotopverbundes.
nichtmotorbetriebene Wasserfahrzeuge aller Art, einschließlich Luftmatratzen, innerhalb der Schulzendorfer Bucht und eines 100 Meter breiten Streifens vom Ufer zu benutzen sowie motorbetriebene Wasserfahrzeuge innerhalb des Naturschutzgebietes zu benutzen;
zu baden, zu tauchen oder Eisflächen innerhalb der Schulzendorfer Bucht und eines 100 Meter breiten Streifens vom Ufer zu betreten;
Wiesen, Weiden oder sonstiges Grünland dauerhaft in Ackerland umzuwandeln;
Schmutzwasser, Gülle, mineralischen Dünger über 60 Kilogramm Reinnährstoff je Düngerart pro Hektar und Jahr, Gärfutter oder Klärschlamm auszubringen, einzuleiten, zu lagern oder abzulagern; die §§ 4 und 5 der Klärschlammverordnung bleiben unberührt;
Pflanzenschutzmittel auf Grünland anzuwenden;
die Düngung von Grünland auf 60 Kilogramm pro Hektar Reinstickstoff beschränkt bleibt,
die Beweidung von Grünland mit nicht mehr als 1,5 Großvieheinheiten pro Hektar erfolgt,
die Verbote des § 4 Abs. 2 Nr. 20 und 23 gelten;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung mit der Maßgabe, daß bei der Wiederaufforstung die Verwendung von fremdländischen Baumarten verboten ist;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße Ausübung der fischereiwirtschaftlichen Flächennutzung mit der Maßgabe, daß
Fanggeräte und Fangmittel so einzusetzen oder auszustatten sind, daß ein Einschwimmen und eine Gefährdung des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist,
die Elektrofischerei im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde und der zuständigen Fischereibehörde erfolgt;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß aa) die Jagd in der Zeit vom 1. März bis 30. Juni eines jeden Jahres ausschließlich vom Ansitz aus erfolgt, ab) Fuchs und Schwarzwild intensiv bejagt werden, ac) die Wasservogeljagd verboten ist,
die Anlage von Kirrungen außerhalb von Feuchtwiesen,
die Anlage von Wildäckern außerhalb von Grünlandflächen;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und rechtmäßig bestehender Anlagen, einschließlich der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege, im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde mit der Maßgabe, daß Grundräumungen der Gräben nur zwischen dem 1. September und 31. Oktober und die Mahd der Grabenränder nur zwischen dem 15. Juli und 31. Oktober eines Jahres erfolgen. Der Herstellung eines Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
Die jährliche Mahd der nach § 32 Abs. 1 Ziff. 1 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes geschützten Feuchtwiesen einschließlich Flächenberäumung soll nach Vorgabe der unteren Naturschutzbehörde durchgeführt werden;
Eine Zielstärkennutzung sowie eine verstärkte Berücksichtigung der potentiellen natürlichen oder natürlichen Vegetation soll erfolgen.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Abs. 2 Nr. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 in Verbindung mit § 5 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(1) Der Erlaß von Behandlungsrichtlinien zur Ausführung des Schutzzwecks und die Duldung von Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege richten sich nach den §§ 29 und 68 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes.
Potsdam, den 27. April 1998

References: § 2
 § 4
 § 11
 § 11
 § 32
 § 73
 § 4
 § 5