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Timestamp: 2018-06-21 10:33:31+00:00

Document:
Fragen zum außerordentlichen Kommunionspender - Seite 7 - Kreuzgang
Beitrag von PigRace » Dienstag 23. Oktober 2012, 21:30
ich habe eine Frage, die ich nach bestem Wissen versucht habe, mir selbst zu beantworten. Allerdings zögere ich, ob ich die richtige Antwort gefunden habe und würde Euch gerne um Eure Meinung fragen. Vielen lieben Dank für Eure Hilfe!
In nahezu jeder Messe nach dem NOM die ich kenne, gibt es immer einen oder mehrere Laien als a.o. Kommunionspender.
Ist das "normal" bzw. rechtens?
100. Fehlt ein beauftragter Akolyth, können zum Altardienst und zur Hilfe für den Priester und den Diakon Laien bestimmt werden, die das Kreuz, die Kerzen, das Rauchfaß, das Brot, den Wein und das Wasser tragen; sie können auch als außerordentliche Spender zum Austeilen der heiligen Kommunion bestimmt werden.85
85. Vgl. HL. KONGR. FÜR DIE SAKRAMENTENORDNUNG, Instr. Immensae caritatis, 29. Januar 1973, Nr. 1: AAS 65 (1973) 265-266; Codex Iuris Canonici, can. 230 § 3.
Instruktion „Der Beweis unermeßlicher Liebe“ (1973)
Es gibt verschiedene Anlässe, bei denen der Mangel an Kommunionspendern offenkundig wird: während der Messe, wenn die Zahl der Mitfeiernden groß ist oder wenn dem Zelebranten die Austeilung der Kommunion besonders schwer fällt; außerhalb der Messe, wenn es weite Entfernungen schwierig machen, die heilige Kommunion Gläubigen zu bringen, besonders als Wegzehrung für Kranke in Todesgefahr, oder wenn die Zahl der Kranken, vor allem in Krankenhäusern u. dgl., mehrere Spender erfordert.
can. 230, § 1: Männliche Laien, die das Alter und die Begabung haben, die durch Dekret der Bischofskonferenz dafür bestimmt sind, können durch den vorgeschriebenen liturgischen Ritus für die Dienste des Lektors und des Akolythen auf Dauer bestellt werden, […].
§2: Laien können aufgrund einer zeitlichen begrenzten Beauftragung bei liturgischen Handlungen die Aufgabe des Lektors erfüllen, ebenso können alle Laien die Aufgaben des Kommentators, des Kantors oder andere Aufgaben nach Maßgabe des Rechtes wahrnehmen.
§3: Wo es ein Bedarf der Kirche nahelegt, weil für diese Dienste Beauftragte nicht zur Verfügung stehen, können auch Laien, selbst wenn sie nicht Lektoren oder Akolythen sind, nach Maßgabe der Rechtsvorschriften bestimmte Aufgaben derselben erfüllen, nämlich den Dienst am Wort, die Leitung liturgischer Gebete, die Spendung der Taufe und die Austeilung der heiligen Kommunion.
Art. 8, § 2, Abs. 3:
[…] Um keine Verwirrung zu stiften, sind einige Praktiken zu vermeiden und abzuschaffen, die seit einiger Zeit in manchen Teilkirchen aufgekommen sind, wie etwa:
der Kommunionempfang der Kommunionspender, als ob sie Konzelebranten wären
der gewohnheitsmäßige Einsatz von außerordentlichen Kommunionspendern in der heiligen Messe unter willkürlicher Ausweitung des Begriffs der „zahlreichen Teilnahme“.
Partikulargesetze und geltendes Gewohnheitsrecht, die diesen Normen entgegenstehen, sowie etwaige Befugnisse, die der Heilige Stuhl oder irgendeine andere ihm untergebene Autorität „ad experimentum“ gewährt hat, sind widerrufen.
Der Papst hat die vorliegende Instruktion am 13. August 1997 „in forma specifica“ approbiert und deren Promulgation angeordnet.
Es sollte keinen regelmäßigen Einsatz von a.o. Kommuniospendern geben.
Ich bin ja kein Theologe, sondern nur ganz normaler Katholik. Daher kann es ja gut sein, daß ich nicht von dem Dokument/Beschluß weiß, der evt. die Instruktion von 1997 außer Kraft setzte. Auf welcher rechtlichen Grundlage - wenn ich mal bösartigen Ungehorsam in einigen wenigen Fällen außer Acht lasse - ruht denn nun der so weitverbreitete Einsatz von außerordentlichen Kommunionspendern...??
PS: Ich hätte natürlich auch die Pfarrer direkt fragen können. Doch wollte ich erst mal nicht als "Nobody" so altklug daherkommen...
Beitrag von Seraphina » Dienstag 23. Oktober 2012, 21:38
Also meines Wissens sollte es nur Kommunionhelfer geben, wenn es halt nicht anders geht...warum es die trotzdem ständig gibt...tja, wahrscheinlich weil sich keiner darum kümmert, dass solche Vorschriften eingehalten werden...
Beitrag von taddeo » Dienstag 23. Oktober 2012, 21:52
Hallo PigRace,
nachdem ich selber außerordentlicher Kommunionspender bin, kann ich Dir bestätigen, daß Deine Schlußfolgerung tatsächlich vollkommen richtig ist: "Es sollte keinen regelmäßigen Einsatz von a.o. Kommuniospendern geben."
ALLE einschlägigen Dokumente sind da völlig auf einer Linie.
Wenn das zur Regel geworden ist, dann ist das folglich nicht rechtens - aber "normal" ist es mittlerweile einfach durch Gewohnheit geworden. Darüber kann man sich ärgern, aber man muß es zunächst mal als Tatsache zur Kenntnis nehmen. Das Problem dabei ist und war, daß der Kommunionhelfer als gleichwertiges bzw. "höheres" Amt mit dem Lektor (und auch Kantor, wo vorhanden) gesehen wird. Dabei wurde und wird schlichtweg ignoriert, daß Lektor und Kantor tatsächlich für jede Liturgie als wünschenswert gefordert sind, während der Kommunionhelfer ausschließlich eine Notfunktion haben sollte. Die kirchliche Obrigkeit war an dieser Entwicklung nicht unschuldig, und man kann in vielen Fällen durchaus von Absicht ausgehen, daß Priester und Bischöfe auf diese Weise ihren Job ideologisch "entsakralisieren" wollten.
Beitrag von ChrisCross » Dienstag 23. Oktober 2012, 21:55
Gibt es eigentlich einen Richtwert für die Zeit, ab der es sinnvoll ist zur Vermeidung der Verzögerung der Messe auch außerordentliche Kommunionspender einzusetzen?
Beitrag von taddeo » Dienstag 23. Oktober 2012, 21:58
ChrisCross hat geschrieben: Gibt es eigentlich einen Richtwert für die Zeit, ab der es sinnvoll ist zur Vermeidung der Verzögerung der Messe auch außerordentliche Kommunionspender einzusetzen?
Nein, nirgends. Das ist ja eine der Ursachen für den Mißbrauch.
Beitrag von ChrisCross » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:09
Dabei hielte ich eine längere Zeit garnicht einmal für besonders schlimm. Immerhin könnte man die Zeit auch zur Anbetung nutzen. Vielleicht ließe sich die Zeit auch verkürzen, indem die Kirchgänger häufiger nur geistig kommunizieren würden, Wochentagsmessen und andere Gelegenheiten zum Kommunionempfang gibt es ja noch immer. Manchem wäre da auch sicherlich bei der Frömmigkeit und beim Glauben gedient, wenn er den Herrn erst einmal häufiger von Ferne betrachtete, und nicht meinte, es handle sich um ein Mahl, an dem alle teilnehmen müssten.
Beitrag von Seraphina » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:21
ChrisCross hat geschrieben: Dabei hielte ich eine längere Zeit garnicht einmal für besonders schlimm.
Ne, ich finde es viel schlimmer, dass es häufig so ist, dass man meint, jede noch so kurze Zeit der Stille mit irgendeinem Lied oder Gedicht zu füllen...
Beitrag von ChrisCross » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:31
Das sollte man sich natürlich auch dringlichst abgewöhnen.
Beitrag von Protasius » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:37
ChrisCross hat geschrieben: Das sollte man sich natürlich auch dringlichst abgewöhnen.
Wenn ich an der Orgel bin, haben die Kommunikanten i.d.R. einige Zeit zur Danksagung unter Orgelspiel und dann einen Moment der Stille - ich brauche schließlich auch Zeit, um mein Notenpult von Literatur zu räumen und das Orgelbuch zum Gotteslob zum Danksagungslied aufzuschlagen. Bei einem Festtag in der Fastenzeit bin ich nach der Messe auch positiv auf diese Stille angesprochen worden.
Beitrag von Seraphina » Dienstag 23. Oktober 2012, 22:49
Sollte es viel häufiger geben
Nachdem ich ne Woche in Blankenheim war mit der FSSP, hab ich hinterher erst gemerkt, wie unandächtig diese "Nicht-Stille-Pausen" im NOM sind...
Beitrag von PigRace » Mittwoch 24. Oktober 2012, 09:14
Vielen Dank für die Anworten bisher!
Auch thx an die Moderation, den Strang an einen existierenden älteren gefügt zu haben. Hatte ich bei der Suchfunktion wohl übersehen... Werde mir diesen gleich mal durchlesen...
Beitrag von Amigo » Sonntag 9. Dezember 2012, 10:20
Kleiner Erlebnisbericht zum Thema:
Ich habe auf Aufforderung unseres Pfarrers (IMHO ein extrem guter Seelsorger, der sowohl den liturgischen Vorgaben Roms und der Diözese als auch den Anforderungen seiner Schäfchen bestens gerecht wird) den "Kommunionspender-Kurs" besucht, weil ich als Kantor gelegentlich in größeren Messen tätig bin, wo dann (ja, aus den offiziell dafür vorgesehenen Gründen) ao Kommunionspender notwendig sind. Da er mich dann schon ein oder zwei Mal angesichts unerwarteter Kommunikantenmassen zB bei einer Firmung "ad hoc zur Kommunionspendung eingeteilt" hat und ich mit dieser Situation doch ein eher ungutes Gefühl hatte, war's die offensichtliche Lösung, die Beauftragung zu diesem Dienst hochoffiziell einzuholen.
In diesem eintägigen Kurs mit ca. 30 Teilnehmer/innen wurde natürlich "geübt" und auch einige Grundlagen zum Sakrament wiederholt. Dass der Hauptvortragende (ein Priester) nebenbei wie ein Rohrspatz auf den Papst geschimpft hat , war verzichtbar, aber zu erwarten, denn dafür ist er bekannt; der zweite Hauptvortragende, ein Ständiger Diakon, machte die Sache aber sehr würdig und trotzdem praxisnah.
Was mich allerdings "unerwartet" gestört hat: Dass im Kurs kein Wort zu mE nicht ganz irrelevanten Fragen wie "wie soll ein ao Kommunionspender im Fall von Hostienraub vorgehen" oder "hat es einen ao Kommunionspender zu kümmern, wenn ein Priester offensichtlich ungültige Materien zur Konsekration verwendet" vorgesehen war. Auf meine diesbezüglichen Fragen bekam ich zunächst mal einen schiefen Blick und auf letzteres den Vorwurf von "magischem Sakramentenverständnis" (also quasi "die Frage stellt sich nicht, die Konsekration ist eine Frage des Willens Gottes und hat doch um Himmels Willen nichts damit zu tun, was da auf der Hostienschale liegt"). Habe mir weitere Argumente verkniffen, aber was daraus gelernt.
Beitrag von iustus » Sonntag 9. Dezember 2012, 12:18
Amigo hat geschrieben: Dass im Kurs kein Wort zu mE nicht ganz irrelevanten Fragen wie "wie soll ein ao Kommunionspender im Fall von Hostienraub vorgehen"
Diese Frage ist in der Tat alles andere als irrelevant. Und die Kommunionspender (außerordentliche wie ordentliche) tun in Fällen, in den die Hostien nicht an Ort und Stelle konsumiert, sondern mitgenommen werden, das, was sie dazu gelernt haben: nix.
Beitrag von Protasius » Sonntag 9. Dezember 2012, 15:15
Dazu hab ich auf den Klosterneuburger Marginalien gestern was gelesen:
Der Herr Alipius hat geschrieben: Kommunions-Empfang als Freestyle
Nachdem ich ja nun mittlerweile während nicht weniger Messen den Leib Christi an die Gläubigen ausgeteilt habe, hier mal in loser Reihenfolge meine 5 TOP-Kandidaten für die Kommunionsempfangs-Gruselliste:
Die "Ich hätte das gerne zum Mitnehmen"-Truppe: Umschließt den Leib Christi nach Empfang fest mit der Hand, dreht sich um und marschiert davon. Circa 95% der "To go"-Meute kommunizieren nach einer variierenden Zahl zurückgelegter Meter. Ich muß aber leider auch immer wieder mal hinterherspurten (ich laß die natürlich nicht aus den Augen, bis ich nicht sicher sein kann, daß sie kommuniziert haben), mir die geöffnete Hand zeigen lassen und im Ernstfall "Kommunizieren! Jetzt!" knurren, ein Befehl, dem dann glücklicherweise ohne Widerrede und mit leicht geweiteten Augen und zitternder Hand nachgekommen wird
Beitrag von Pilgerer » Sonntag 9. Dezember 2012, 16:07
Amigo hat geschrieben: Und die Kommunionspender (außerordentliche wie ordentliche) tun in Fällen, in den die Hostien nicht an Ort und Stelle konsumiert, sondern mitgenommen werden, das, was sie dazu gelernt haben: nix.
Was sind "ordentliche" Kommunionspender?
Beitrag von iustus » Sonntag 9. Dezember 2012, 16:27
http://www.vatican.va/roman_curia/congr ... tel%2VIII
Aufgrund der heiligen Weihe sind Bischof, Priester und Diakon die ordentlichen Spender der heiligen Kommunion, denen es deshalb zukommt, bei der Feier der heiligen Messe den christgläubigen Laien die Kommunion auszuteilen.
Beitrag von Pilgerer » Montag 10. Dezember 2012, 15:35
Welche Alternativen zu ao. Kommunionspendern gibt es, falls es an ordentlichen mangelt? Mal angenommen, es gibt nur einen Priester und tausend Messeteilnehmer: was wäre ohne ao. Kommunionspender zu tun?
Beitrag von taddeo » Montag 10. Dezember 2012, 15:42
Pilgerer hat geschrieben: Welche Alternativen zu ao. Kommunionspendern gibt es, falls es an ordentlichen mangelt? Mal angenommen, es gibt nur einen Priester und tausend Messeteilnehmer: was wäre ohne ao. Kommunionspender zu tun?
In diesem Fall kann und darf der Priester einen oder mehrere der anwesenden Gläubigen ad hoc bitten, diese Aufgabe zu übernehmen.
Beitrag von Protasius » Montag 10. Dezember 2012, 16:27
Die dann im übrigen ebenfalls zu außerordentlichen Kommunionspendern werden. Der Unterschied zu den von dir angesprochenen außerordentlichen Spendern ist lediglich die fehlende dauerhafte Beauftragung und die gleichfalls fehlende Ausbildung.
Beitrag von Maurus » Montag 10. Dezember 2012, 16:27
Dafür gibts sogar ein Formular im Messbuch. Leider wird das kaum benutzt . Dabei wäre das eine echte Chance, die Bedeutung dieses Dienstes hervorzuheben, wenn der Priester angesichts der Gläubigenschar erklärte, dass er nun einige Kommunionhelfer feierlich für den Einzelfall beauftragen werde.
Beitrag von Pilgerer » Montag 10. Dezember 2012, 16:47
Können auch Frauen diese Rolle übernehmen?
Wenn der Priester auf die außerordentlichen Kommunionspender verzichtet: Könnte er auch die Messe bis mittags verlängern oder - um es kurz zu machen - manche leer ausgehen lassen? Ohnehin gibt es ja keine unendliche Menge an Hostien, sodass die Möglichkeiten zur Kommunion endlich sind.
Beitrag von Protasius » Montag 10. Dezember 2012, 17:26
Im Prinzip kann die Kommunionausteilung an das Volk unterbleiben, sofern der die Messe zelebrierende Priester kommuniziert. Das war früher im Hochamt durchaus üblich, als noch Nüchternheit ab Mitternacht Vorraussetzung für den Kommunionempfang war; die Kommunion wurde dann nur in der Frühmesse gespendet, mit Ausnahme der Generalkommunion an Ostern und Weihnachten.
Ich habe auch gerade einen Blick in die Grundordnung des Römischen Messbuches geworfen.
Grundordnung des Römischen Messbuches hat geschrieben: Die Kommunionriten
80. Da die Eucharistiefeier das österliche Mahl ist, ist es angebracht, dass die in rechter Weise disponierten Gläubigen nach der Weisung des Herrn seinen Leib und sein Blut als geistliche Speise empfangen. Darauf sind die Brotbrechung und die anderen vorbereitenden Riten ausgerichtet, wodurch die Gläubigen zur Kommunion unmittelbar hingeführt werden.
Eine verpflichtende Vorschrift zur Kommunion des Volkes vermag ich daraus nicht zu ersehen.
Beitrag von Juergen » Montag 10. Dezember 2012, 17:45
Protasius hat geschrieben: Im Prinzip kann die Kommunionausteilung an das Volk unterbleiben, sofern der die Messe zelebrierende Priester kommuniziert. Das war früher im Hochamt durchaus üblich, als noch Nüchternheit ab Mitternacht Vorraussetzung für den Kommunionempfang war; die Kommunion wurde dann nur in der Frühmesse gespendet, mit Ausnahme der Generalkommunion an Ostern und Weihnachten..
Früher gingen ja auch nur wenige Leute zur Kommunion. Das hatte nicht nur den Grund im Nüchternheitsgebot.
Die Tabelle hatte ich ja vor einiger Zeit schon gepostet:
Beitrag von kephas » Montag 10. Dezember 2012, 19:24
Protasius hat geschrieben: Eine verpflichtende Vorschrift zur Kommunion des Volkes vermag ich daraus nicht zu ersehen.
Im NO ist die Kommunion der Gläubigen laut Messbuch Bestandteil der Messe. Daher kann man sie nicht ausfallen lassen.
Beitrag von Linus » Montag 10. Dezember 2012, 20:21
Pilgerer hat geschrieben: Ohnehin gibt es ja keine unendliche Menge an Hostien, sodass die Möglichkeiten zur Kommunion endlich sind.
Wenn das absehbar ist, kann der Priester ja die Hostien brechen. Hier in St. Peter bisweilen üblich. (v.a wenn nur noch eine handvoll Kommunikanten warten, da zahlt sich der Gang zum Tabernakel nicht aus.)
Beitrag von Mirjanin » Sonnabend 28. Dezember 2013, 08:15
Letztens besuchte ich eine Sonntagsmesse der hiesigen Katholischen Gemeinde und da verteilte ein engagierter Laie neben (!) dem Priester die konsekrierte Hostie. Der Mann mag die besten Intentionen haben, aber das Geschehene wirkte sehr wenig ehrfürchtig auf mich. Auf meine Frage an Katholiken nach dem Gottesdienst hieß es, dies sei normal und meistens würde die Pastoralassistentin dies neben dem Priester übernehmen.
Meine Frage: Ist dies eine lokale Extravaganz oder wird dies in der RKK allgemein so gehandhabt?
Beitrag von Lilaimmerdieselbe » Sonnabend 28. Dezember 2013, 08:43
In Deutschland kommt es bei gut besuchten Sonntagsmessen jedenfalls häufig vor.
Ob der Laie dabei neben dem Priester steht, hängt nach meinem Eindruck lediglich von den architektonischen Voraussetzungen der Kirche ab.
Beitrag von Protasius » Sonnabend 28. Dezember 2013, 10:20
Mirjanin hat geschrieben: Letztens besuchte ich eine Sonntagsmesse der hiesigen Katholischen Gemeinde und da verteilte ein engagierter Laie neben (!) dem Priester die konsekrierte Hostie. Der Mann mag die besten Intentionen haben, aber das Geschehene wirkte sehr wenig ehrfürchtig auf mich. Auf meine Frage an Katholiken nach dem Gottesdienst hieß es, dies sei normal und meistens würde die Pastoralassistentin dies neben dem Priester übernehmen.
Die Frage nach der mangelnden Ehrfurcht erschließt sich mir zwar nicht, wenn der Kommunionhelfer dasselbe tut wie der Priester, aber sei's drum:
Die kirchenrechtliche Situation ist folgende: Ordentliche Spender der Kommunion sind Priester und Diakone. In besonderen Fällen - etwa einem so großen Zulauf an Volk, daß die Kommunionspendung die Messe ungebührlich in die Länge ziehen würde - können auch Laien damit beauftragt werden als außerordentliche Kommunionspender zu dienen.
In der Praxis sieht es in Deutschland derzeit so aus, daß diese Ausnahme zur Regel geworden ist.
Beitrag von martin v. tours » Sonnabend 28. Dezember 2013, 13:43
Und manchmal ist es leider auch so, das der Priester die Kommunion gar nicht austeilt, sich hinsetzt und seine Kommunionhelfer austeilen lässt. Das habe ich schon mehrfach erlebt.
So furchtbar ich das persönlich finde, so kann man vielen Kommunionhelfern keinen Vorwurf machen. Sie haben es nicht anders gelernt.
Beitrag von taddeo » Sonnabend 28. Dezember 2013, 13:50
martin v. tours hat geschrieben: Und manchmal ist es leider auch so, das der Priester die Kommunion gar nicht austeilt, sich hinsetzt und seine Kommunionhelfer austeilen lässt. Das habe ich schon mehrfach erlebt.
Ein Kommunionhelfer soll das tun, was ihm der Zelebrant aufträgt.
Natürlich ist es nicht richtig, wenn sich Herr Celebrans hinsetzt, statt selber die Kommunion auszuteilen, und das stattdessen die Laien machen läßt. Aber der Kommunionhelfer sollte da auch keinen Eklat provozieren, indem er dem Priester das Ziborium in die Hand drückt und sagt "da, mach Du". Es ist ein Dienst, in dem es nicht auf eigene Befindlichkeiten ankommen sollte.
Ob es sinnvoll ist, den Priester mal unter vier Augen drauf hinzuweisen, daß man sich bei dieser Praxis nicht wohlfühlt, weil sie gegen alle Regeln ist, das hängt vom Einzelfall ab.
Beitrag von ad_hoc » Sonnabend 28. Dezember 2013, 13:59
...und von der Bereitschaft zur heiligen Frechheit.
Beitrag von Vir Probatus » Montag 30. Dezember 2013, 06:53
Üblicherweise teilen doch Priester & Kommunionhelfer gemeinsam aus, auf getrennten Seiten.
Die Frage ist dann, was macht der, der zuerst fertig ist: Er geht hinüber zu dem, der noch nicht fertig ist.
Das ist doch normal oder nicht ?
Und man sollte auch Rücksicht nehmen auf die gebrechlichen Priester, die sich dann hinsetzen (müssen).

References: § 3
 § 1

§2

§3

Art. 8
 § 2