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Timestamp: 2020-04-06 15:24:57+00:00

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Zinsen als Betriebsausgabe abzugsfähig? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Zinsen als Betriebsausgabe abzugsfähig?
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Zinsaufwendungen eines Betriebs sind gemäß § 4 h Absatz 1 Satz 1 EStG grundsätzlich in Höhe des Zinsertrags abziehbar, jedoch darüber hinaus nur bis zur Höhe des verrechenbaren EBITDA, sog. Zinsschranke. Anknüpfungspunkt ist hier das steuerliche Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization = EBITDA). Das verrechenbare EBITDA ist dreißig Prozent des um die Zinsaufwendungen und um die nach § 6 Absatz 2 Satz 1 EStG abzuziehenden, nach § 6 Absatz 2a Satz 2 EStG gewinnmindernd aufzulösenden und nach § 7 EStG abgesetzten Beträge erhöhten und um die Zinserträge verminderten maßgeblichen Gewinns. Als abziehbare Zinsen ergibt sich daher die Summe aus Zinserträgen und verrechenbarem EBITDA bzw. die Summe aus Zinserträgen und 30 % des steuerbaren EBITDA.
Die obigen Ausführungen bilden nur den Grundsatz, d.h. nicht alle Zinsaufwendungen unterliegen der Zinsschranke. § 4 h Absatz 1 Satz 1 EStG gilt nicht, wenn der Betrag der Zinsaufwendungen, soweit er den Betrag der Zinserträge übersteigt, weniger als 3 Mio. Euro beträgt, sog. Kleinbetriebsklausel. Bestehen daher z.B. Zinsaufwendungen in Höhe von 4 Mio. Euro und Zinserträge in Höhe von 2,5 Mio. Euro, so sind die 4 Mio. Euro komplett im Veranlagungszeitraum abzugsfähig, da der negative Zinssaldo nur 1,5 Mio. Euro beträgt. Bei den 3 Mio. Euro handelt es sich um eine Freigrenze, d.h. wird diese erreicht oder überschritten, so unterliegen die gesamten Zinsen der Schrankenregelung. Eine weitere Ausnahme besteht, wenn der Betrieb nicht oder nur anteilmäßig zu einem Konzern gehört, sog. Konzernklausel. Die Zinsschranke gilt ferner nicht, wenn der Betrieb zwar zu einem Konzern gehört, aber seine Eigenkapitalquote am Schluss des vorangegangenen Abschlussstichtages gleich hoch oder höher ist als die des Konzerns, sog. Escape-Klausel. Ein Unterschreiten der Eigenkapitalquote des Konzerns um bis zu 2 Prozentpunkte ist gem. § 4 h Absatz 2 Satz 2 EStG unschädlich.
Was gilt beim Eigenkapitalvergleich?
Gemäß § 4 h Absatz 2 Satz 8 EStG sind die für den Eigenkapitalvergleich maßgeblichen Abschlüsse einheitlich nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) zu erstellen. Hiervon abweichend können Abschlüsse nach dem Handelsrecht eines Mitgliedstaats der Europäischen Union verwendet werden, wenn kein Konzernabschluss nach den IFRS zu erstellen und offen zu legen ist und für keines der letzten fünf Wirtschaftsjahre ein Konzernabschluss nach den IFRS erstellt wurde. Wurde der Jahresabschluss oder Einzelabschluss nicht nach denselben Rechnungslegungsstandards wie der Konzernabschluss aufgestellt, ist die Eigenkapitalquote des Betriebs in einer Überleitungsrechnung nach den für den Konzernabschluss geltenden Rechnungslegungsstandards zu ermitteln. Das Finanzamt kann hier die Einschaltung eines Prüfers verlangen.

References: § 4
 § 6
 § 6
 § 7
 § 4
 § 4
 § 4