Source: http://m.hensche.de/Urteile_Verlaengerte_Klagefrist_Befristung_Verlaengerte_Klagefrist_bei_Streit_um_Befristung_BAG_7AZR541-13_24.06.2015.html
Timestamp: 2017-10-21 16:00:55+00:00

Document:
Schlag­worte: Entfristungsklage, Befristung, Befristungskontrollklage
Akten­zeichen: 7 AZR 541/13
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 5.6.2012 - 8 Ca 6/12
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 8.4.2013 - 17 Sa 1018/12
hat der Sieb­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 24. Ju­ni 2015 durch den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Kiel als Vor­sit­zen­den, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Renn­pferdt und den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Was­kow so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Han­sen und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Gmo­ser für Recht er­kannt:
Die Re­vi­si­on des Klägers ge­gen das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 8. April 2013 - 17 Sa 1018/12 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ihr Ar­beits­verhält­nis auf­grund ei­ner ta­rif­ver­trag­li­chen Al­ters­gren­ze be­en­det wur­de so­wie über Wie­der­ein­stel­lung, Wei­ter­beschäfti­gung und Zah­lungs-, Ur­laubs- und Aus­kunfts­ansprüche des Klägers.
Der am 12. No­vem­ber 1947 ge­bo­re­ne Kläger ist seit dem 13. Au­gust 1990 bei der Be­klag­ten bzw. ih­rer Rechts­vorgänge­rin als Flug­zeugführer beschäftigt. In § 19 Abs. 1 des auf das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en an­wend­ba­ren Man­tel­ta­rif­ver­trags Nr. 1 für das Cock­pit­per­so­nal der Be­klag­ten und der C GmbH vom 1. Ja­nu­ar 2005 (im Fol­gen­den MTV Nr. 1) ist Fol­gen­des ge­re­gelt:
„Das Ar­beits­verhält­nis en­det - oh­ne dass es ei­ner Kündi­gung be­darf - mit Ab­lauf des Mo­nats, in dem der Mit­ar­bei­ter das 60. Le­bens­jahr voll­endet.“
Mit Schrei­ben vom 10. Fe­bru­ar 2006 kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis außer­or­dent­lich und hilfs­wei­se or­dent­lich. Da­ge­gen wand­te sich der Kläger mit sei­ner beim Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main un­ter dem Ak­ten­zei­chen - 8 Ca 1630/06 - er­ho­be­nen Kündi­gungs­schutz­kla­ge. Die Be­klag­te be­gründe­te die Kündi­gung mit dem Ver­dacht ei­nes ver­such­ten ge­mein­schaft­li­chen Dieb­stahls von Cham­pa­gner im Zu­sam­men­hang mit ei­nem Flug­ein­satz. Mit Ur­teil vom 8. Au­gust 2006 gab das Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main der Kündi­gungs­schutz­kla­ge statt und ver­ur­teil­te die Be­klag­te zur vorläufi­gen Wei­ter­be-
schäfti­gung des Klägers. Die Be­klag­te leg­te ge­gen die­se Ent­schei­dung beim Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richt Be­ru­fung ein (- 17 Sa 1687/06 -) und beschäftig­te den Kläger zunächst wei­ter.
Mit außer­ge­richt­li­chem Schrei­ben vom 17. Ja­nu­ar 2007 bat der Kläger persönlich bei der Be­klag­ten um Mit­tei­lung, ob die­se be­ab­sich­ti­ge, das Aus­tritts­al­ter für Pi­lo­ten auf 65 Jah­re fest­zu­le­gen. Er ver­band dies mit dem Hin­weis, die be­ste­hen­de Al­ters­gren­zen­re­ge­lung „dürf­te ge­gen das all­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­s­toßen“. Die Be­klag­te ant­wor­te­te mit Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007, in dem es aus­zugs­wei­se heißt:
Das ta­rif­li­che Aus­tritts­al­ter für Flug­zeugführer mit 60 Jah­ren ist nach wie vor gültig. ... So­fern die Ta­rif­part­ner sich auf kein an­de­res Er­geb­nis ei­ni­gen, wird sich da­her am Aus­tritts­al­ter zunächst nichts ändern.
Et­was an­de­res würde sich nur dann er­ge­ben, wenn die ta­rif­li­chen Ver­ein­ba­run­gen durch ein Ge­richt für un­wirk­sam erklärt würden. ... We­gen der noch feh­len­den Recht­spre­chung zu dem neu­en Ge­setz ist al­ler­dings nicht mit ei­ner schnel­len Ent­schei­dung zu rech­nen. ...
Es ist außer­dem an­zu­mer­ken, dass auch nach dem All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz Fälle vor­ge­se­hen sind, in de­nen ei­ne Al­ters­be­schränkung ge­recht­fer­tigt ist. Der Aus­gang des Rechts­streits ist so­mit un­ge­wiss.
Mit Ur­teil vom 19. Fe­bru­ar 2007 änder­te das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt das ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil vom 8. Au­gust 2006 im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren ab, wies die Kla­ge oh­ne Be­weis­auf­nah­me ab und ließ die Re­vi­si­on nicht zu. Zur Be­gründung nahm das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt ua. an, vom Kläger vor­ge­brach­te in­ter­ne Ab­spra­chen über ei­ne be­ab­sich­tig­te Be­zah­lung des Cham­pa­gners sei­en im Rah­men der Ver­dachtskündi­gung nicht vom Ar­beit­ge­ber zu wi­der­le­gen, son­dern im We­ge ei­nes - ggf. hilfs­wei­se - an­zu­brin­gen­den Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs vom Ar­beit­neh­mer gel­tend zu ma­chen. Der Kläger leg­te hier­ge­gen Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de beim Bun­des­ar­beits-
ge­richt ein. Seit dem 22. Fe­bru­ar 2007 wur­de er von der Be­klag­ten dar­auf­hin nicht wei­ter­beschäftigt.
Am 30. April 2007 er­hob der Kläger im vor­lie­gen­den Rechts­streit Kla­ge, mit der er von der Be­klag­ten zunächst nur die An­nah­me sei­nes An­ge­bots auf Wie­der­ein­stel­lung ab dem 13. Fe­bru­ar 2006 zu den bis­he­ri­gen Ar­beits­be­din­gun­gen, sei­ne Wei­ter­beschäfti­gung über den 13. Fe­bru­ar 2006 hin­aus zu die­sen Be­din­gun­gen, hilfs­wei­se die Wie­der­ein­stel­lung ab Kla­ge­zu­stel­lung, äußerst hilfs­wei­se den Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­trags oh­ne An­ga­be ei­nes Zeit­punk­tes be­gehr­te. In der Kla­ge­be­gründung mach­te der Kläger kei­ne Ausführun­gen zur ta­rif­li­chen Al­ters­gren­ze, son­dern nur zu der an­ge­spro­che­nen kündi­gungs­recht­li­chen Pro­ble­ma­tik. Der Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag wur­de in der Kla­ge nicht be­gründet. In die­sem vor­lie­gen­den Ver­fah­ren wies die Be­klag­te erst­in­stanz­lich mit Schrift­satz vom 21. Au­gust 2007 auf die ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­ze hin und wand­te ein, der Kläger könne kei­ne ta­rif­ver­trags­wid­ri­ge Wie­der­ein­stel­lung/ Wei­ter­beschäfti­gung ver­lan­gen. Der Kläger er­wi­der­te dar­auf mit Schrift­satz vom 2. Ok­to­ber 2007, ge­genwärtig ha­be er noch sämt­li­che man­tel­ta­rif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Wie­der­ein­stel­lung bei der Be­klag­ten, ins­be­son­de­re ha­be er die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze noch nicht er­reicht; die Be­klag­te ha­be ei­ne Viel­zahl von aus Al­ters­gründen aus­ge­schie­de­nen Cock­pit­mit­ar­bei­tern wie­der­ein­ge­stellt, er könne im­mer noch die Kla­ge für er­le­digt erklären und ent­spre­chen­de Scha­dens­er­satz­ansprüche gel­tend ma­chen.
Mit Be­schluss vom 16. Ok­to­ber 2007 setz­te das Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main den vor­lie­gen­den Rechts­streit bis zum rechts­kräfti­gen Ab­schluss des Kündi­gungs­schutz­ver­fah­rens aus. Am 12. No­vem­ber 2007 voll­ende­te der Kläger sein 60. Le­bens­jahr.
Mit Be­schluss vom 8. Mai 2008 hob der Sechs­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 19. Fe­bru­ar 2007 im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren auf die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de des Klägers we­gen Ver­let­zung recht­li­chen Gehörs auf und ver­wies den Rechts­streit un­ter An­wen­dung von § 72a Abs. 7 ArbGG zur er­neu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an die­ses zurück. Mit Ur­teil vom 6. Ok­to­ber 2008 wies das Hes­si-
sche Lan­des­ar­beits­ge­richt im er­neu­ten Be­ru­fungs­ver­fah­ren (- 17 Sa 881/08 -) nach Be­weis­auf­nah­me die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Frank­furt am Main vom 8. Au­gust 2006 zurück. Die hier­ge­gen von der Be­klag­ten ein­ge­leg­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de blieb er­folg­los.
Nach Be­stands­kraft des Ur­teils des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren führ­ten die Par­tei­en den vor­lie­gen­den - zwi­schen­zeit­lich aus­ge­setz­ten - Rechts­streit im Mai 2009 fort. Mit am 28. Ok­to­ber 2009 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nem Schrift­satz er­wei­ter­te der Kläger die Kla­ge im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren um ei­nen Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag, mit dem er die Un­wirk­sam­keit der Al­ters­be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 gel­tend mach­te.
Mit Be­schluss vom 10. No­vem­ber 2009 setz­te das Ar­beits­ge­richt Frank­furt am Main den Rechts­streit im Hin­blick auf den Vor­la­ge­be­schluss des Se­nats vom 17. Ju­ni 2009 (- 7 AZR 112/08 (A) - BA­GE 131, 113) zur Fra­ge der Wirk­sam­keit der auch im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren streit­ge­genständ­li­chen ta­rif­li­chen Al­ters­gren­ze aus. Nach der Ent­schei­dung des EuGH vom 13. Sep­tem­ber 2011 (- C-447/09 - [Prig­ge] Slg. 2011, I-8003) nahm der Kläger den Rechts­streit auf und er­wei­ter­te die Kla­ge um - vom Fort­be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses über den 30. No­vem­ber 2007 hin­aus abhängi­ge - Zah­lungs-, Ur­laubs- und Aus­kunfts­ansprüche.
Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze in § 19 Abs. 1 MTV Nr. 1 sei nach der Recht­spre­chung des EuGH un­wirk­sam, wes­halb das Ar­beits­verhält­nis nicht zum 30. No­vem­ber 2007 ge­en­det ha­be. Er ha­be die dreiwöchi­ge Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG durch die un­be­fris­tet ge­stell­ten Anträge auf Wie­der­ein­stel­lung und Wei­ter­beschäfti­gung aus der Kla­ge­schrift vom 30. April 2007 ein­ge­hal­ten. Je­den­falls ha­be er durch die­se die Kla­ge­frist für die Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge im Rah­men der verlänger­ten An­ru­fungs­frist nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 6 Satz 1 KSchG ana­log ge­wahrt. Der Kläger ha­be im Übri­gen auf­grund der Zu­sa­ge der Be­klag­ten im Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007 kei­nen Zwei­fel dar­an ha­ben müssen, dass die Be­klag­te sich rechts­kon­form ver­hal­ten und auch für sein Ver­trags­verhält­nis die höchst­rich­ter-
li­che Recht­spre­chung be­ach­ten wer­de. Er hat fer­ner - erst­mals im Ver­lauf des Be­ru­fungs­ver­fah­rens - den Stand­punkt ein­ge­nom­men, ihm ste­he auch auf­grund des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes ein An­spruch auf Wie­der­ein­stel­lung zu. Die Be­klag­te ha­be an­de­re Ar­beit­neh­mer nach Ab­lauf der Al­ters­be­fris­tung wei­ter­beschäftigt, die nicht recht­zei­tig Kla­ge er­ho­ben hätten.
1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, sein An­ge­bot auf Wie­der­ein­stel­lung ab dem 13. Fe­bru­ar 2006 zu den Ar­beits­be­din­gun­gen des bis­he­ri­gen Ar­beits­ver­trags vom 13. Au­gust 1990 als ver­ant­wort­li­cher Flug­zeugführer (Flug­ka­pitän) zu den Be­din­gun­gen und un­ter Bei­be­hal­tung der so­zia­len Be­sitzstände an­zu­neh­men;
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihn über den 13. Fe­bru­ar 2006 hin­aus zu den Be­din­gun­gen im An­trag zu 1. wei­ter­zu­beschäfti­gen;
3. hilfs­wei­se hier­zu, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihn als ver­ant­wort­li­chen Flug­zeugführer (Flug­ka­pitän) ab Zu­stel­lung der Kla­ge zu den ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen wie­der­ein­zu­stel­len, die er bis zum 13. Fe­bru­ar 2006 ar­beits­ver­trag­lich er­wor­ben hat­te;
6. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 17.405,73 Eu­ro brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 27. De­zem­ber 2007 zu zah­len;
7. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 211.945,56 Eu­ro brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus je­weils 17.662,13 Eu­ro brut­to seit dem 28. Ja­nu­ar 2008, 28. Fe­bru­ar 2008, 28. März 2008, 28. April 2008, 28. Mai 2008, 28. Ju­ni 2008, 28. Ju­li 2008, 28. Au­gust 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. Ok­to­ber 2008, 28. No­vem­ber 2008 und 28. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
7a die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 3.814,20 Eu­ro Ar­beit­ge­ber­an­teil pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus je­weils 317,85 Eu­ro seit dem 28. Ja­nu­ar 2008, 28. Fe­bru­ar 2008, 28. März 2008, 28. April 2008, 28. Mai 2008, 28. Ju­ni 2008, 28. Ju­li 2008, 28. Au­gust 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. Ok­to­ber 2008, 28. No­vem­ber 2008 und 28. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
7b die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 3.942,24 Eu­ro brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus ei­nem Be­trag von 328,52 Eu­ro seit dem 28. Ja­nu­ar 2008, 28. Fe­bru­ar 2008, 28. März 2008, 28. April 2008, 28. Mai 2008, 28. Ju­ni 2008, 28. Ju­li 2008, 28. Au­gust 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. Ok­to­ber 2008, 28. No­vem­ber 2008 und 28. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
8. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 2.649,32 Eu­ro brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 28. April 2008 zu zah­len;
9. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihm Aus­kunft zu er­tei­len über die An­zahl der durch­schnitt­li­chen mo­nat­li­chen Mehr­flug­stun­den in sei­ner Beschäfti­gungs­grup­pe in der Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2008 bis zum 31. De­zem­ber 2008, die­se ab­zu­rech­nen und die sich hier­aus er­ge­ben­den Net­to­beträge an ihn aus­zu­zah­len;
9a. hilfs­wei­se hier­zu, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 13.917,00 Eu­ro brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus je­weils ei­nem Be­trag von 1.159,75 Eu­ro seit dem 28. Ja­nu­ar 2008, 28. Fe­bru­ar 2008, 28. März 2008, 28. April 2008, 28. Mai 2008, 28. Ju­ni 2008, 28. Ju­li 2008, 28. Au­gust 2008, 28. Sep­tem­ber 2008, 28. Ok­to­ber 2008, 28. No­vem­ber 2008 und 28. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
10. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihm Aus­kunft zu er­tei­len über die An­zahl der durch­schnitt­li­chen Jah­res­mehr­flug­stun­den in sei­ner Beschäfti­gungs­grup­pe in der Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2008 bis zum 31. De­zem­ber
2008, die­se ab­zu­rech­nen und die sich hier­aus er­ge­ben­den Net­to­beträge an ihn aus­zu­zah­len;
10a. hilfs­wei­se hier­zu, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 3.827,18 Eu­ro brut­to zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 31. De­zem­ber 2008 zu zah­len;
11. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ei­nen Be­trag in Höhe von 17.662,13 Eu­ro va­ria­ble Vergütung Cock­pit zzgl. Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 28. April 2008 zu zah­len;
12. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, sei­nen Ur­laub für das Jahr 2008 fest­zu­set­zen und zu gewähren;
12a. hilfs­wei­se hier­zu, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 23.743,07 Eu­ro brut­to Ur­laubs­ab­gel­tung für das Jahr 2008 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat den Stand­punkt ein­ge­nom­men, die Be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 gel­te als wirk­sam. Der Kläger ha­be ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge nicht recht­zei­tig er­ho­ben.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers zurück­ge­wie­sen. Mit sei­ner Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sei­ne Anträge wei­ter. Die Be­klag­te be­an­tragt, die Re­vi­si­on zurück­zu­wei­sen.
I. Der als Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge zu ver­ste­hen­de Fest­stel­lungs­an­trag zu 5. ist un­be­gründet, da die Be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 gemäß § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 7 Halbs. 1 KSchG als rechts­wirk­sam gilt.
1. Der An­trag ist nach ge­bo­te­ner Aus­le­gung als Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag nach § 17 Satz 1 Tz­B­fG zulässig.
Der Kläger be­gehrt die Fest­stel­lung, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen ihm und der Be­klag­ten nicht auf­grund der ta­rif­li­chen Be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 be­en­det ist. Hier­bei han­delt es sich um ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge, für die es kei­nes be­son­de­ren Fest­stel­lungs­in­ter­es­ses be­darf (BAG 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 9). Dem An­trag fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis „als un­be­fris­te­tes Ar­beits­verhält­nis über den 30. No­vem­ber 2007 hin­aus fort­be­steht“, kommt da­ne­ben kei­ne ei­genständi­ge Be­deu­tung im Sinn ei­ner all­ge­mei­nen Fest­stel­lungs­kla­ge nach § 256 Abs. 1 ZPO zu. Die Be­klag­te hat sich nur auf ei­ne Wirk­sam­keit der Al­ters­gren­zen­be­fris­tung be­ru­fen. Des­halb kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Kläger zu­dem ei­ne - man­gels Fest­stel­lungs­in­ter­es­ses un­zulässi­ge - all­ge­mei­ne Fest­stel­lungs­kla­ge iSv. § 256 Abs. 1 ZPO er­he­ben woll­te.
2. Der Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag ist - wie das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend an­ge­nom­men hat - un­be­gründet. Die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses des Klägers zum 30. No­vem­ber 2007 gilt gemäß § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 7 Halbs. 1 KSchG als rechts­wirk­sam. Der Kläger hat we­der in­ner­halb von drei Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge er­ho­ben noch durch sei­ne bis da­hin an­ge­brach­ten Anträge die Kla­ge­frist für die ge­gen die Be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 ge­rich­te­te Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge im Rah­men der verlänger­ten An­ru­fungs­frist gemäß § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 6 KSchG ana­log ge­wahrt.
a) Will ein Ar­beit­neh­mer gel­tend ma­chen, dass die Be­fris­tung sei­nes Ar­beits­ver­trags rechts­un­wirk­sam ist, so muss er in­ner­halb von drei Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten En­de des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags Kla­ge beim Ar­beits­ge­richt auf Fest­stel­lung er­he­ben, dass das Ar­beits­verhält­nis auf­grund der Be­fris­tung nicht be­en­det wor­den ist, § 17 Satz 1 Tz­B­fG. Ei­ne sol­che Kla­ge hat der Kläger bis drei Wo­chen nach Ab­lauf des 30. No­vem­ber 2007 nicht er­ho­ben. Er
hat die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses erst mit sei­nem am 28. Ok­to­ber 2009 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen An­trag an­ge­grif­fen.
aa) Im Fall ei­ner ver­ein­bar­ten Ka­len­der­be­fris­tung ist ei­ne Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge dann er­ho­ben, wenn aus dem Kla­ge­an­trag, der Kla­ge­be­gründung oder den sons­ti­gen Umständen bei Kla­ge­er­he­bung zu er­ken­nen ist, dass der Kläger gel­tend ma­chen will, sein Ar­beits­verhält­nis ha­be nicht durch die zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt ver­ein­bar­te Be­fris­tung zu dem in die­ser Ver­ein­ba­rung vor­ge­se­he­nen Ter­min ge­en­det. Da­bei sind an die Form der Kla­ge­er­he­bung kei­ne zu stren­gen An­for­de­run­gen zu stel­len. Ein (an­gekündig­ter) Kla­ge­an­trag ist als Pro­zess­hand­lung eben­so aus­le­gungsfähig wie ei­ne pri­va­te Wil­lens­erklärung. Aus­ge­hend vom An­trags­wort­laut ist der geäußer­te Par­tei­wil­le maßgeb­lich, wie er aus dem Be­geh­ren, der Be­gründung und sons­ti­gen Umständen bei Er­he­bung der Kla­ge er­kenn­bar wird. Folgt aus dem Ge­samt­zu­sam­men­hang zwei­fels­frei, dass sich der Kläger ge­gen ei­ne kon­kre­te Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung wen­det, genügt dies für die An­nah­me ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge iSv. § 17 Satz 1 Tz­B­fG (BAG 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 15; 2. Ju­ni 2010 - 7 AZR 85/09 - Rn. 10). Zur Aus­le­gung der ent­spre­chen­den Pro­zes­serklärung ist auch das Re­vi­si­ons­ge­richt be­fugt (BAG 10. De­zem­ber 2014 - 7 AZR 1009/12 - Rn. 17; 15. Mai 2013 - 7 AZR 665/11 - Rn. 32, BA­GE 145, 142).
bb) Da­nach hat der Kläger mit den von ihm bis zum Ab­lauf von drei Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten Ver­trags­en­de (21. De­zem­ber 2007) al­lein an­gekündig­ten Anträgen aus der Kla­ge­schrift vom 30. April 2007 kei­nen Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag nach § 17 Satz 1 Tz­B­fG ge­stellt.
(1) Mit den in der Kla­ge­schrift haupt- bzw. hilfs­wei­se an­gekündig­ten (drei)Wie­der­ein­stel­lungs­anträgen be­gehrt der Kläger sinn­gemäß die Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner auf das Zu­stan­de­kom­men ei­nes Ar­beits­ver­trags ge­rich­te­ten Wil­lens­erklärung gemäß § 894 ZPO. Der Kläger möch­te mit die­sen Anträgen er­rei­chen, dass ein Ar­beits­verhält­nis zu Stan­de kommt. Be­reits dies schließt es aus, den Anträgen ei­nen auf die Kon­trol­le der Be­en­di­gung ei­nes be­reits be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses ge­rich­te­ten In­halt bei­zu­mes­sen.
(2) Auch der in der Kla­ge­schrift an­gekündig­te Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag ist nicht auf die Kon­trol­le der zum 30. No­vem­ber 2007 ver­ein­bar­ten Be­fris­tung ge­rich­tet. Es han­delt sich bei ihm um ei­ne auf tatsächli­che Beschäfti­gung ge­rich­te­te Leis­tungs­kla­ge, die we­der nach dem An­trags­wort­laut noch dem sich aus sei­ner Be­gründung er­ge­ben­den Par­tei­wil­len auf ei­ne be­ab­sich­tig­te Be­fris­tungs­kon­trol­le hin­deu­tet.
(3) Auch die sons­ti­gen Umstände bei Kla­ge­er­he­bung bzw. die in­halt­li­chen Ausführun­gen des Klägers zur Be­gründung der bis zum Ab­lauf der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist an­ge­brach­ten Anträge las­sen nicht er­ken­nen, dass der Kläger mit ih­nen die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 im We­ge ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge nach § 17 Satz 1 Tz­B­fG an­ge­grif­fen hat. Die Er­he­bung der Wie­der­ein­stel­lungs­kla­ge er­folg­te mit der Be­gründung, der Kläger sei vom Lan­des­ar­beits­ge­richt im Kündi­gungs­schutz­pro­zess auf ein Wie­der­ein­stel­lungs­ver­fah­ren ver­wie­sen wor­den.
b) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass der Kläger die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung auch nicht im Rah­men der verlänger­ten An­ru­fungs­frist nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. ei­ner ent­spre­chen­den An­wen­dung von § 6 Satz 1 KSchG durch den vor­lie­gen­den nach Ab­lauf der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist an­gekündig­ten Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag recht­zei­tig gel­tend ge­macht hat.
aa) Die ent­spre­chen­de An­wen­dung des § 6 Satz 1 KSchG nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG hat zum ei­nen zur Fol­ge, dass der Ar­beit­neh­mer bis zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung ers­ter In­stanz die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung aus an­de­ren Gründen als den­je­ni­gen gel­tend ma­chen kann, die er in­ner­halb der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist be­nannt hat. Auch im Be­fris­tungs­kon­troll­recht muss der Ar­beit­neh­mer al­le an­de­ren Un­wirk­sam­keits­gründe grundsätz­lich im ers­ten Rechts­zug gel­tend ma­chen. Ei­ne an­de­re Würdi­gung als im Kündi­gungs­schutz-recht ist we­gen des iden­ti­schen Zwecks der Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG und der ent­spre­chen­den An­wen­dung der verlänger­ten An­ru­fungs­frist nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG, § 6 Satz 1 KSchG nicht ge­bo­ten (vgl. hier­zu BAG 4. Mai 2011 - 7 AZR 252/10 - Rn. 16, BA­GE 138, 9; 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 21).
bb) Die ent­spre­chen­de An­wen­dung des § 6 Satz 1 KSchG nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG hat zum an­de­ren zur Fol­ge, dass die Rechts­un­wirk­sam­keit ei­ner kon­kre­ten Be­fris­tung nicht nur durch ei­ne den An­for­de­run­gen des § 17 Satz 1 Tz­B­fG ent­spre­chen­de Kla­ge in­ner­halb von drei Wo­chen nach dem ver­ein­bar­ten En­de des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags gel­tend ge­macht wer­den kann. Die Kla­ge­frist kann auch da­durch ge­wahrt sein, dass der Ar­beit­neh­mer bis zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung ers­ter In­stanz ei­nen Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag stellt und er in­ner­halb der Drei­wo­chen­frist auf an­de­rem Weg ge­richt­lich gel­tend ge-macht hat, dass die nach die­sem An­trag streit­ge­genständ­li­che Be­fris­tung rechts­un­wirk­sam ist (BAG 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 22).
(1) Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Kündi­gungs­schutz­recht kommt ei­ne ent­spre­chen­de An­wen­dung des § 6 KSchG in Be­tracht, wenn der Ar­beit­neh­mer mit ei­ner Leis­tungs­kla­ge aus der Un­wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung fol­gen­de Lohn­ansprüche oder sei­ne Wei­ter­beschäfti­gung für ei­nen Zeit­raum nach Zu­gang der Kündi­gung in­ner­halb von drei Wo­chen ge­richt­lich gel­tend ge­macht hat (BAG 26. Sep­tem­ber 2013 - 2 AZR 682/12 - Rn. 35, BA­GE 146, 161; 23. April 2008 - 2 AZR 699/06 - Rn. 23 mwN). Zweck des § 4 KSchG ist es, frühzei­tig Rechts­klar­heit und Rechts­si­cher­heit zu schaf­fen. § 6 KSchG will dem­ge­genüber den - häufig rechts­un­kun­di­gen - Ar­beit­neh­mer vor ei­nem unnöti­gen Ver­lust sei­nes Kündi­gungs­schut­zes aus rein for­ma­len Gründen schützen. Dem­ent­spre­chend ist es nach §§ 4, 6 KSchG er­for­der­lich, aber auch aus­rei­chend, dass der Ar­beit­neh­mer durch ei­ne recht­zei­ti­ge An­ru­fung des Ar­beits­ge­richts sei­nen Wil­len, sich ge­gen die Wirk­sam­keit ei­ner Kündi­gung weh­ren zu wol­len, genügend klar zum Aus­druck bringt. Die­ser Wil­le des Ar­beit­neh­mers, ei­ne Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses nicht zu ak­zep­tie­ren und das Ar­beits­verhält­nis auch in Zu­kunft fort­set­zen zu wol­len, kann während der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist auch auf an­de­re Wei­se als durch ei­nen aus­drück­li­chen, auf ei­ne be­stimm­te Kündi­gung ge­rich­te­ten Kla­ge­an­trag für den Kündi­gen­den hin­rei­chend klar zum Aus­druck kom­men, bei­spiels­wei­se in­dem der Ar­beit­neh­mer ei­ne Leis­tungs­kla­ge er­ho­ben hat, de­ren An­spruch zwin­gend die Un­wirk­sam­keit der aus­ge­spro­che­nen Kündi­gung vor­aus­setzt (vgl. BAG
23. April 2008 - 2 AZR 699/06 - Rn. 24 mwN; 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 23). Die­sem Re­ge­lungs­zweck dient § 6 Satz 1 KSchG auch nach No­vel­lie­rung des Kündi­gungs­schutz­ge­set­zes durch das Ar­beits­markt­re­form­ge­setz vom 24. De­zem­ber 2003 (BGBl. I S. 3002 [am 1. Ja­nu­ar 2004 in Kraft ge­tre­te­nes KSchG nF]; BAG 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 24).
(2) Auf die­se ent­spre­chen­de An­wen­dung der verlänger­ten An­ru­fungs­frist von § 6 Satz 1 KSchG nF er­streckt sich die in § 17 Satz 2 Tz­B­fG an­ge­ord­ne­te ent­spre­chen­de An­wen­dung der Vor­schrift. We­gen des iden­ti­schen Zwecks der Kla­ge­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG und der ent­spre­chen­den An­wen­dung der verlänger­ten An­ru­fungs­frist nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG, § 6 KSchG ver­bie­tet sich bei der ent­spre­chen­den An­wen­dung von § 6 Satz 1 KSchG nF im Be­fris­tungs­kon­troll­recht ei­ne an­de­re Würdi­gung als im Kündi­gungs­schutz­recht (ausführ­lich BAG 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 24; zu § 6 KSchG in der bis zum 31. De­zem­ber 2003 gel­ten­den Fas­sung eben­so BAG 16. April 2003 - 7 AZR 119/02 - zu I 3 b der Gründe, BA­GE 106, 72).
cc) Nach die­sen Grundsätzen ist bei der vor­lie­gen­den Fall­kon­stel­la­ti­on nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 6 Satz 1 KSchG (ent­spre­chend) die Drei­wo­chen­frist des § 17 Satz 1 Tz­B­fG nicht ge­wahrt.
(1) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass der Kläger mit den in der Kla­ge­schrift haupt- bzw. hilfs­wei­se an­gekündig­ten Wie­der­ein­stel­lungs­anträgen zu 1., 3. und 4. nicht „auf an­de­re Wei­se“ hin­rei­chend klar zum Aus­druck ge­bracht hat, sich ge­gen die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses zum 30. No­vem­ber 2007 weh­ren zu wol­len. Der Kläger be­gehrt mit die­sen das Zu­stan­de­kom­men ei­nes Ar­beits­ver­trags zu ab­ge­stuf­ten kon­kre­ten Zeit­punk­ten, nämlich mit dem Haupt­an­trag zum 13. Fe­bru­ar 2006, mit dem Hilfs­an­trag zu 3. zum Zeit­punkt der Kla­ge­zu­stel­lung und mit dem Hilfs­an­trag zu 4., wie vom Kläger in der Ver­hand­lung vor dem Se­nat bestätigt, zum Zeit­punkt der Rechts­kraft des Ur­teils. Ob das be­gehr­te - ggf. zu Stan­de kom­men­de - Ar­beits­verhält­nis durch Be­fris­tungs­ab­lauf en­den wird oder ein während des Ver­fah­rens mögli­cher­wei­se noch be­ste­hen­des Ar­beits­verhält­nis ge­en­det
hat, ist kei­ne bei der An­spruchsprüfung zu be­ant­wor­ten­de Vor­fra­ge. Der Er­folg der Anträge setzt le­dig­lich die Ver­pflich­tung der Be­klag­ten vor­aus, ein auf den Ab­schluss des Ar­beits­ver­trags ge­rich­te­tes An­ge­bot des Klägers mit Wir­kung zu den je­weils ge­nann­ten Zeit­punk­ten an­zu­neh­men. Mit ih­nen wird des­halb die Un­wirk­sam­keit ei­ner et­wai­gen Be­fris­tung nicht „auf an­de­re Wei­se“ gel­tend ge­macht, un­abhängig da­von, ob der Zeit­punkt des Zu­stan­de­kom­mens des be­gehr­ten Ar­beits­verhält­nis­ses vor oder nach Ab­lauf der Be­fris­tung liegt.
(2) Glei­ches gilt bei der hier ge­ge­be­nen Fall­kon­stel­la­ti­on für den zu 2. an­gekündig­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag.
(a) Al­ler­dings kann nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Kündi­gungs­recht ein Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag ei­nen Kla­ge­an­trag dar­stel­len, der den Wil­len des Ar­beit­neh­mers, ei­ne Be­en­di­gung sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses durch ei­ne aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung nicht zu ak­zep­tie­ren, hin­rei­chend klar zum Aus­druck bringt (vgl. BAG 23. April 2008 - 2 AZR 699/06 - Rn. 24 mwN; vgl. auch 26. Sep­tem­ber 2013 - 2 AZR 682/12 - Rn. 35, 41, BA­GE 146, 161). Ent­spre­chen­des gilt im Fal­le der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses durch späte­ren Be­fris­tungs­ab­lauf (vgl. BAG 15. Mai 2012 - 7 AZR 6/11 - Rn. 23 f.). Ein an­ge­brach­ter Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag be­wirkt al­ler­dings nicht zwangsläufig ei­ne ge­richt­li­che Gel­tend­ma­chung der Un­wirk­sam­keit ei­nes nach­fol­gend auf­tre­ten­den Be­en­di­gungs­tat­be­stan­des „auf an­de­re Wei­se“. Die un­ter­schied­li­chen Schutz­zwe­cke der § 4 KSchG, § 17 Satz 1 Tz­B­fG - ra­sche Rechts­klar­heit - ei­ner­seits und des § 6 KSchG - Schutz des Ar­beit­neh­mers vor Ver­lust des Be­stands­schut­zes aus rein for­ma­len Gründen - an­de­rer­seits ver­bie­ten ei­ne sche­ma­ti­sche Be­ur­tei­lung der­ge­stalt, dass je­der an­ge­brach­te Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag au­to­ma­tisch nach­fol­gend auf­tre­ten­de Be­en­di­gungs­tat­bestände er­fasst. Ent­schei­dend sind stets die Umstände des Ein­zel­falls. In der Ent­schei­dung vom 23. April 2008 (- 2 AZR 699/06 -) hat der Zwei­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts die Frist­wah­rung im Rah­men der ent­spre­chen­den An­wen­dung des § 6 Satz 1 KSchG be­jaht für ei­ne Fall­kon­stel­la­ti­on, in der ei­ne er­neu­te in­halt­lich iden­tisch for­mu­lier­te und mit glei­chem Vor­wurf be­gründe­te (frist­lo­se) Kündi­gung ei­nen Tag nach An­brin­gung des auf ei­ne we-
ni­ge Ta­ge zu­vor mit Aus­lauf­frist aus­ge­spro­che­ne Kündi­gung be­zo­ge­nen punk­tu­el­len Kündi­gungs­schutz- und Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trags aus­ge­spro­chen wor­den war. Dies wur­de da­mit be­gründet, auch aus die­sem An­trag wer­de die In­ten­ti­on des Klägers hin­rei­chend deut­lich, sich zu­min­dest grundsätz­lich ge­gen sol­che Be­en­di­gungs­erklärun­gen zu wen­den, die auf die­sel­ben Gründe gestützt wer­den und das Ar­beits­verhält­nis so­gar zu ei­nem deut­lich frühe­ren Zeit­punkt be­en­den soll­ten. Et­was an­de­res könne gel­ten, wenn der Ar­beit­ge­ber ei­ne zwei­te Kündi­gung aus an­de­ren Kündi­gungs­gründen oder zu ei­nem an­de­ren, deut­lich späte­ren Be­en­di­gungs­ter­min erklärt (BAG 23. April 2008 - 2 AZR 699/06 - Rn. 25). Auch in der Ent­schei­dung vom 26. Sep­tem­ber 2013 (- 2 AZR 682/12 - Rn. 41, aaO) hat der Zwei­te Se­nat of­fen­ge­las­sen, ob die Kla­ge­frist im dor­ti­gen Fall durch den anfäng­lich er­ho­be­nen Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag ge­wahrt war.
(b) Da­nach lässt die Würdi­gung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, dass der Kläger durch die Ankündi­gung des Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trags zu 2. in der Kla­ge­schrift vom 30. April 2007 sei­nen Wil­len, sich ge­gen die Wirk­sam­keit der am 30. No­vem­ber 2007 ab­lau­fen­den Be­fris­tung weh­ren zu wol­len, nicht hin­rei­chend klar zum Aus­druck ge­bracht hat, kei­nen Rechts­feh­ler er­ken­nen.
(aa) Der Kläger hat den ge­mein­sam mit den Wie­der­ein­stel­lungs­anträgen an­ge­brach­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag we­der in der Kla­ge­schrift noch in den wei­te­ren Schriftsätzen bis zum Ab­lauf der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist ge­son­dert be­gründet. Er be­gehrt an­knüpfend an den Zeit­punkt, zu dem die rück­wir­ken­de Wie­der­ein­stel­lung mit dem An­trag zu 1. gel­tend ge­macht wird, sei­ne Wei­ter­beschäfti­gung „über den 13. Fe­bru­ar 2006 hin­aus“ zu den „im An­trag zu 1. ge­nann­ten Be­din­gun­gen“. Des­halb spricht ei­ni­ges dafür, den vom Kläger ge­stell­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag als un­ech­ten Hilfs­an­trag zu ver­ste­hen, über den nur un­ter der Vor­aus­set­zung zu ent­schei­den ist, dass er mit dem Wie­der­ein­stel­lungs­an­trag ob­siegt. Zu­dem ver­langt der Kläger sei­ne Wei­ter­beschäfti­gung bei wört­li­chem Verständ­nis („zu den im An­trag zu 1. ge­nann­ten Be­din­gun­gen“) un­ter Ein­be­zie­hung der be­ste­hen­den Al­ters­gren­zen­re­ge­lung. Da­nach hätte der Kläger mit dem Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag be­reits kei­ne Kla­ge er­ho-
ben, de­ren An­spruch zwin­gend die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung zum 30. No­vem­ber 2007 vor­aus­setzt.
(bb) Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht dar­aus, dass der Kläger den Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag zu 2. über den Zeit­punkt des Er­rei­chens der Al­ters­gren­ze am 30. No­vem­ber 2007 hin­aus auf­recht­er­hal­ten hat. Ab die­sem Zeit­punkt er­wuchs zwar der Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses und da­mit die Wirk­sam­keit der Be­fris­tung ob­jek­tiv zur Vor­fra­ge für den Er­folg des An­trags, da die Ver­pflich­tung zur Beschäfti­gung ein be­ste­hen­des Ar­beits­verhält­nis vor­aus­setzt. Dies genügte aber im Streit­fall nicht, um den Wil­len des Klägers, sich ge­gen die Wirk­sam­keit der am 30. No­vem­ber 2007 ab­lau­fen­den Be­fris­tung weh­ren zu wol­len, hin­rei­chend klar zum Aus­druck zu brin­gen.
(aaa) Das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren war we­der durch den na­hen­den Be­fris­tungs­ab­lauf noch durch ei­nen an­de­ren ak­tu­ell auf­ge­tre­te­nen Be­en­di­gungs­tat-be­stand aus­gelöst, son­dern hat­te über den Ab­lauf der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist hin­aus ei­nen von der Wirk­sam­keit kon­kre­ter Be­en­di­gungs­tat­bestände los­gelösten Streit zum Ge­gen­stand. Die Kla­ge wur­de zunächst al­lein des­halb er­ho­ben, weil der Kläger vom Lan­des­ar­beits­ge­richt im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren in der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 19. Fe­bru­ar 2007 auf ei­ne gel­tend zu ma­chen­de Wie­der­ein­stel­lung ver­wie­sen wor­den war. Als Re­ak­ti­on auf die­sen Hin­weis hat er in der Kla­ge­schrift vom 30. April 2007 dar­ge­legt, der Ver­dacht der ver­such­ten Un­ter­schla­gung des Cham­pa­gners sei nicht halt­bar und des­halb stünde ihm un­ter Berück­sich­ti­gung von § 242 BGB ein Wie­der­ein­stel­lungs- so­wie dar­an an­knüpfend ein Wei­ter­beschäfti­gungs­an­spruch zu. Da der hier strei­ti­ge Be­fris­tungs­ab­lauf erst sie­ben Mo­na­te nach Kla­ge­er­he­bung ein­trat, war bis da­hin oh­ne Hin­zu­tre­ten wei­te­rer Umstände ein auf die ge­richt­li­che Gel­tend­ma­chung der Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung ge­rich­te­ter Wil­le durch den hier ge­stell­ten Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag nicht er­kenn­bar.
(bbb) Es la­gen ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Re­vi­si­on auch kei­ne wei­te­ren Umstände vor, die dar­auf schließen las­sen, dass sich der Kläger mit dem Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag ge­gen die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags zum
30. No­vem­ber 2007 wen­den woll­te. Der Kläger hat die streit­ge­genständ­li­che ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­ze we­der in der Kla­ge­schrift über­haupt erwähnt noch er­gibt sie sich aus bei­gefügten An­la­gen. Auf ei­ne et­wai­ge Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung ist bis zum Ab­lauf des 21. De­zem­ber 2007 auch an an­de­rer Stel­le im Ver­fah­ren von Sei­ten des Klägers nicht ver­wie­sen wor­den. Der Kläger nahm selbst den erst­in­stanz­li­chen Ein­wand der Be­klag­ten, er könne im An­schluss an die ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­ze kei­ne Wie­der­ein­stel­lung und Wei­ter­beschäfti­gung ver­lan­gen, nicht zum An­lass, sich auf die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung zu be­ru­fen. Viel­mehr hat er nur gel­tend ge­macht, dass noch sämt­li­che man­tel­ta­rif­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Wie­der­ein­stel­lung bei der Be­klag­ten zur Verfügung stünden, ins­be­son­de­re ha­be er die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze noch nicht er­reicht. So­weit die Be­klag­te ver­su­che, Cock­pit­mit­ar­bei­ter, die die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze über­schrit­ten ha­ben, zu re­ak­ti­vie­ren, sei dies für ihn auch möglich. Soll­te dies per Zeit­ab­lauf auf­grund der Wei­ge­rung der Be­klag­ten, ihn ein­zu­stel­len, nicht mehr ge­ge­ben sein, könne er im­mer noch die Kla­ge für er­le­digt erklären und ent­spre­chen­de Scha­dens­er­satz­ansprüche gel­tend ma­chen. Die­se Ausführun­gen las­sen nicht er­ken­nen, dass der Kläger die Al­ters­gren­ze für un­wirk­sam hielt, son­dern spre­chen eher für de­ren Zu­grun­de­le­gung als wirk­sam.
(ccc) Auch der Um­stand, dass der Kläger ge­genüber der Be­klag­ten vor Kla­ge­er­he­bung mit Schrei­ben vom 17. Ja­nu­ar 2007 sinn­gemäß gel­tend ge­macht hat­te, die be­ste­hen­de Al­ters­gren­zen­re­ge­lung ver­s­toße ge­gen das AGG, ver­mag dar­an nichts zu ändern. Für die Wah­rung der Kla­ge­frist gemäß § 17 Satz 2 Tz­B­fG iVm. § 6 Satz 1 KSchG ana­log ist in je­dem Fall er­for­der­lich, dass der Wil­le, sich ge­gen die Wirk­sam­keit ei­ner Be­fris­tung weh­ren zu wol­len, ge­richt­lich gel­tend ge­macht wird. Der im Ja­nu­ar 2007 un­mit­tel­bar zwi­schen den Par­tei­en geführ­te vor­pro­zes­sua­le Schrift­ver­kehr fand we­der in der Kla­ge­schrift vom 30. April 2007 noch an an­de­rer Stel­le im Ver­fah­ren bis zum Ab­lauf des 21. De­zem­ber 2007 Erwähnung.
(ddd) So­weit die Re­vi­si­on ausführt, die Par­tei­en sei­en nach der Ab­wei­sung der Kla­ge durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt im Kündi­gungs­schutz­ver­fah­ren von der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses aus­ge­gan­gen, sagt dies darüber, ob
der Kläger mit dem vor­lie­gen­den Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag die Un­wirk­sam­keit der Be­fris­tung ge­richt­lich gel­tend ge­macht hat, nichts aus. Die kla­ge­ab­wei­sen­de Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts im ers­ten Be­ru­fungs­ver­fah­ren im Kündi­gungs­schutz­pro­zess war im Übri­gen nicht rechts­kräftig. Un­zu­tref­fend ist auch der Ein­wand der Re­vi­si­on, die vor­lie­gen­den Anträge sei­en (des­halb) die ein­zi­ge Möglich­keit ge­we­sen, die Be­fris­tungs­kon­trol­le über­haupt ge­richt­lich gel­tend zu ma­chen. Es stand dem Kläger frei, Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge zu er­he­ben. Dies war ihm nicht da­durch ver­wehrt, dass das Ar­beits­ge­richt den Rechts­streit mit Be­schluss vom 16. Ok­to­ber 2007 auf­grund des vor­greif­li­chen Kündi­gungs­schutz­ver­fah­rens gemäß § 148 ZPO aus­ge­setzt hat­te. Zwar wäre während der Aus­set­zung des Rechts­streits ei­ne Kla­ge­er­wei­te­rung im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren nach § 249 Abs. 2 ZPO ge­genüber der Be­klag­ten oh­ne recht­li­che Wir­kung ge­we­sen. Der Kläger hätte aber ge­son­dert Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge er­he­ben können.
dd) Der Ein­wand der Re­vi­si­on, das Ar­beits­ge­richt sei sei­ner Hin­weis­pflicht auf die Präklu­si­ons­vor­schrift des § 6 Satz 1 KSchG nicht nach­ge­kom­men, geht fehl. Der Be­fris­tungs­kon­troll­an­trag wur­de vom Kläger noch in ers­ter In­stanz - wenn­gleich außer­halb der dreiwöchi­gen Kla­ge­frist - ge­stellt.
c) Es ist der Be­klag­ten nicht auf­grund ih­rer Ausführun­gen im Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007 gemäß § 242 BGB ver­wehrt, sich auf die Versäum­ung der Frist des § 17 Tz­B­fG zu be­ru­fen. Zwar kann ei­ne un­zulässi­ge Rechts­ausübung vor­lie­gen, wenn die Untätig­keit der An­spruch stel­len­den Par­tei durch ein Ver­hal­ten der Ge­gen­par­tei ver­an­lasst wor­den ist (vgl. BAG 19. No­vem­ber 2014 - 5 AZR 121/13 - Rn. 36; 13. De­zem­ber 2007 - 6 AZR 222/07 - Rn. 32 mwN, BA­GE 125, 216). Die Be­klag­te hat mit ih­ren Ausführun­gen im Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007 den Kläger aber we­der von der Er­he­bung ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ab­ge­hal­ten noch ob­jek­tiv den Ein­druck er­weckt, die­ser könne dar­auf ver­trau­en, die Un­wirk­sam­keit der ta­rif­li­chen Al­ters­gren­ze wer­de von die­ser auch oh­ne frist­ge­rech­te Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ak­zep­tiert. Die Be­klag­te hat le­dig­lich zum Aus­druck ge­bracht, dass sich das Aus­tritts­al­ter ändern kann, wenn die ta­rif­li­che Al­ters­gren­ze ge­richt­lich für un­wirk­sam erklärt wird. Sie hat
auch an kei­ner Stel­le des Schrei­bens vom 30. Ja­nu­ar 2007 erklärt, der Kläger sol­le bis zu ei­ner rechts­kräfti­gen Ent­schei­dung ab­war­ten.
II. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat im Er­geb­nis zu­tref­fend er­kannt, dass der auf die Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur An­nah­me sei­nes Wie­der­ein­stel­lungs­an­ge­bots ge­rich­te­te Haupt­an­trag des Klägers zu 1. un­be­gründet ist.
1. Der An­trag ist - nach ge­bo­te­ner Aus­le­gung - zulässig. Er ist ins­be­son­de­re hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.
a) Der Kläger be­gehrt mit ihm ei­ne Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner An­nah­me­erklärung nach § 894 Satz 1 ZPO und da­mit das endgülti­ge Zu­stan­de­kom­men ei­nes Ar­beits­ver­trags mit der Be­klag­ten, wel­ches er mit übe­rein­stim­men­den Wil­lens­erklärun­gen - An­trag und An­nah­me (§§ 145 bis 147 BGB) - er­wir­ken möch­te. Die auf Ab­ga­be der An­nah­me­erklärung ge­rich­te­te Kla­ge ent­spricht dem Re­gel­fall des mit ei­ner sog. Wie­der­ein­stel­lungs­kla­ge be­kun­de­ten Wil­lens des Ar­beit­neh­mers. So ist auch der Wie­der­ein­stel­lungs­an­trag im vor­lie­gen­den Fall zu ver­ste­hen. Be­reits in der ent­spre­chen­den An­trag­stel­lung ist re­gelmäßig die Ab­ga­be des An­ge­bots des Ar­beit­neh­mers zu se­hen (vgl. BAG 13. Ju­ni 2012 - 7 AZR 669/10 - Rn. 27; 19. Fe­bru­ar 2003 - 7 AZR 67/02 - zu III 1 der Gründe, BA­GE 105, 161).
b) Der An­trag ist hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Der Kläger be­gehrt mit die­sem An­trag aus­drück­lich ei­ne rück­wir­ken­de Wir­kung der Ab­ga­be der An­nah­me­erklärung (zum 13. Fe­bru­ar 2006). Die we­sent­li­chen Ver­trags­be­stand­tei­le, ins­be­son­de­re die Art der Tätig­keit, sind durch den Zu­satz „zu den Ar­beits­be­din­gun­gen des bis­he­ri­gen Ar­beits­ver­trags vom 13. Au­gust 1990 als ver­ant­wort­li­cher Flug­zeugführer (Flug­ka­pitän)“ hin­rei­chend kon­kret be­zeich­net. Zwar ist nicht er­kenn­bar, dass es zwi­schen den Par­tei­en ei­nen Ar­beits­ver­trag gibt, der das Da­tum des 13. Au­gust 1990, dem Tag des Be­ginns des Ar­beits­verhält­nis­ses, trägt. Die Aus­le­gung des Vor­brin­gens des Klägers er­gibt aber, dass er ein Ar­beits­verhält­nis be­gehrt, das den Re­ge­lun­gen des bis­he­ri­gen Ar­beits­verhält­nis­ses, wie im ursprüng­li­chen Ar­beits­ver­trag vom 25. Ju­li 1990
ver­ein­bart, ent­spricht. Die­ser Ver­trag war als An­la­ge im Kündi­gungs­schutz­vefah­ren bei­gefügt, sein In­halt ist zwi­schen den Par­tei­en nicht strei­tig.
c) Kei­ne Be­den­ken be­ste­hen auch da­ge­gen, dass die Wie­der­ein­stel­lungs­kla­ge erst­mals in der Be­ru­fungs­in­stanz auf den ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gestützt wird. In­so­weit liegt ei­ne Er­wei­te­rung des Streit­ge­gen­stan­des in der Be­ru­fungs­in­stanz vor, die der Se­nat sei­ner Ent­schei­dung zu­grun­de zu le­gen hat. Das Ein­brin­gen ei­nes wei­te­ren Streit­ge­gen­stan­des stellt ei­ne Kla­geände­rung nach § 263 ZPO dar bzw. steht ei­ner sol­chen gleich (vgl. BAG 21. April 2009 - 3 AZR 285/07 - Rn. 20; 6. De­zem­ber 2001 - 2 AZR 733/00 - zu B I 1 der Gründe). Das ist in der Be­ru­fungs­in­stanz un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des § 533 ZPO zulässig. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner Kla­geände­rung in der Be­ru­fungs­in­stanz nach § 533 ZPO still­schwei­gend be­jaht und über den An­trag sach­lich ent­schie­den. Das ist in der Re­vi­si­ons­in­stanz nicht mehr zu über­prüfen (vgl. BAG 25. Ju­ni 2014 - 7 AZR 847/12 - Rn. 20, BA­GE 148, 299; 21. April 2009 - 3 AZR 674/07 - Rn. 15).
2. Der An­trag zu 1. ist un­be­gründet, weil die Be­klag­te nicht ver­pflich­tet ist, die vom Kläger be­gehr­te An­nah­me­erklärung ab­zu­ge­ben.
Es be­steht kei­ne Grund­la­ge für ei­ne Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, den Kläger rück­wir­kend zum 13. Fe­bru­ar 2006 zu den ursprüng­li­chen ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen wie­der­ein­zu­stel­len. Die den An­trag auslösen­de kündi­gungs­recht­li­che Fra­ge­stel­lung hat sich, nach­dem das Lan­des­ar­beits­ge­richt im er­neu­ten Be­ru­fungs­ver­fah­ren nach Zurück­ver­wei­sung durch das Bun­des­ar­beits­ge­richt (- 17 Sa 881/08 -) durch Ur­teil vom 6. Ok­to­ber 2008 der Kündi­gungs­schutz­kla­ge rechts­kräftig statt­ge­ge­ben hat­te, er­le­digt. Das Ar­beits­verhält­nis des Klägers be­stand da­mit un­strei­tig über den 13. Fe­bru­ar 2006 hin­aus bis zum 30. No­vem­ber 2007 fort. We­der enthält das Schrei­ben der Be­klag­ten vom 30. Ja­nu­ar 2007 ei­ne ver­trag­li­che Zu­sa­ge, den Kläger rück­wir­kend zum 13. Fe­bru­ar 2006 ein­zu­stel­len, noch hat der Kläger ei­nen sol­chen An­spruch nach dem ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz. Der Kläger be­haup-
tet nicht, die Be­klag­te ha­be an­de­re Ar­beit­neh­mer rück­wir­kend zu ei­nem Zeit­punkt vor Ab­lauf der Al­ters­gren­zen­be­fris­tung „wie­der­ein­ge­stellt“.
III. Der Wei­ter­beschäfti­gungs­an­trag zu 2. ist eben­falls un­be­gründet. Die Wei­ter­beschäfti­gungs­ver­pflich­tung der Be­klag­ten setzt je­den­falls ein be­ste­hen­des Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en vor­aus. Die­se Vor­aus­set­zung ist nicht erfüllt.
IV. Auch der mit der Ab­wei­sung der Anträge zu 1. und 2. zur Ent­schei­dung an­fal­len­de Hilfs­an­trag zu 3. ist un­be­gründet.
1. Der An­trag ist aus den im We­sent­li­chen glei­chen Erwägun­gen wie der An­trag zu 1. zulässig. Auch mit die­sem An­trag be­gehrt der Kläger bei ge­bo­te­ner Aus­le­gung ei­ne Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner An­nah­me­erklärung nach § 894 Satz 1 ZPO und da­mit das endgülti­ge Zu­stan­de­kom­men ei­nes Ar­beits­ver­trags mit der Be­klag­ten. Die­ses soll nach dem An­trags­wort­laut eben­falls rück­wir­kend, im Ge­gen­satz zum An­trag zu 1. aber erst mit Kla­ge­zu­stel­lung, hier al­so zum 18. Mai 2007, zu Stan­de kom­men.
2. Der An­trag ist je­doch un­be­gründet. Es be­steht eben­so wie für den An­trag zu 1. kei­ne Grund­la­ge für ei­ne Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, den Kläger rück­wir­kend zum Zeit­punkt der Kla­ge­zu­stel­lung im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren zu den ursprüng­li­chen ar­beits­ver­trag­li­chen Be­din­gun­gen wie­der­ein­zu­stel­len. Das Ar­beits­verhält­nis des Klägers be­stand oh­ne­hin über die­sen Zeit­punkt hin­aus fort.
V. Sch­ließlich ist auch der mit der Ab­wei­sung des ers­ten Hilfs­an­trags zu 3. zur Ent­schei­dung an­fal­len­de wei­te­re Hilfs­an­trag zu 4. un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass die Be­klag­te dem Kläger kei­ne Wie­der­ein­stel­lungs­zu­sa­ge er­teilt und der Kläger kei­nen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruch un­ter dem Ge­sichts­punkt des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes hat.
1. Der An­trag ist zulässig. Bei ge­bo­te­ner Aus­le­gung be­gehrt der Kläger - trotz des miss­verständ­li­chen An­trags­wort­lauts - wie im Re­gel­fall der Wie­der­ein­stel­lungs­kla­ge die Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner An­nah­me­erklärung nach § 894 Satz 1 ZPO, wo­bei das an­zu­neh­men­de An­ge­bot des Klägers in der Er­he­bung der vor­lie­gen­den Kla­ge liegt. Der An­trag ist auch hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO. Zwar be­nennt der Kläger in die­sem Hilfs­an­trag kei­nen kon­kre­ten Zeit­punkt mehr, zu dem der Ar­beits­ver­trag zu Stan­de kom­men soll. Da­her ist un­ter Zu­grun­de­le­gung des ge­setz­li­chen Re­gel­falls des § 894 Satz 1 ZPO da­von aus­zu­ge­hen, dass der Ar­beits­ver­trag mit der Ab­ga­be der An­nah­me­erklärung, al­so mit Rechts­kraft des Ur­teils zu Stan­de kom­men soll. Die­ses Verständ­nis hat der Kläger in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Se­nat bestätigt.
2. Der An­trag ist un­be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend er­kannt, dass die Be­klag­te nicht ver­pflich­tet ist, das An­ge­bot des Klägers, mit ihm ei­nen Ar­beits­ver­trag ab­zu­sch­ließen, an­zu­neh­men.
a) Die Be­klag­te hat dem Kläger in ih­rem Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007 kei­ne ver­trag­li­che Zu­sa­ge er­teilt, ihn über den Ab­lauf der ta­rif­li­chen Al­ters­gren­ze hin­aus zu beschäfti­gen bzw. ihn ggf. zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt wie­der­ein­zu­stel­len.
aa) Das Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007 enthält aty­pi­sche Erklärun­gen der Be­klag­ten, de­ren Aus­le­gung durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt in der Re­vi­si­ons­in­stanz nur dar­auf über­prüft wer­den kann, ob das Be­ru­fungs­ge­richt Aus­le­gungs­re­geln ver­letzt hat oder ge­gen Denk­ge­set­ze und Er­fah­rungssätze ver­s­toßen, we­sent­li­che Tat­sa­chen un­berück­sich­tigt ge­las­sen oder ei­ne ge­bo­te­ne Aus­le­gung un­ter­las­sen hat (vgl. BAG 20. Au­gust 2014 - 7 AZR 924/12 - Rn. 50; 15. April 2014 - 3 AZR 435/12 - Rn. 18; 25. April 2013 - 8 AZR 453/12 - Rn. 23). Die­se Maßstäbe gel­ten auch, wenn es um die Fra­ge geht, ob über­haupt ei­ne Wil­lens­erklärung vor­liegt (BAG 20. Au­gust 2014 - 7 AZR 924/12 - Rn. 50; 4. De­zem­ber 1986 - 2 AZR 33/86 - zu II 1 der Gründe).
bb) Die durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung hält die­ser ein­ge­schränk­ten Über­prüfung stand. Es hat an­ge­nom­men, die Be­klag­te ha­be mit ih­rem Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar 2007 kei­ne Wei­ter­beschäfti­gungs­zu­sa­ge er­teilt, son­dern viel­mehr zu er­ken­nen ge­ge­ben, bis zu ei­ner endgülti­gen ge­richt­li­chen Ent­schei­dung die ta­rif­ver­trag­li­che Al­ters­gren­ze ge­ra­de wei­ter an­wen­den zu wol­len. Sie ha­be nicht erklärt, den Kläger auch für den Fall der Nicht­er­he­bung ei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ggf. nachträglich so zu stel­len, als sei das Ar­beits­verhält­nis nicht be­en­det. Es ist we­der er­sicht­lich noch mit der Re­vi­si­on gel­tend ge­macht wor­den, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt da­mit Aus­le­gungs­re­geln ver­letzt oder ge­gen Denk­ge­set­ze bzw. Er­fah­rungssätze ver­s­toßen hat. Zwar hat die Be­klag­te an­ge­ge­ben, et­was an­de­res (als die An­wen­dung der zu die­sem Zeit­punkt gel­ten­den ta­rif­li­chen Al­ters­gren­ze) würde sich (nur) dann er­ge­ben, wenn die ta­rif­li­chen Ver­ein­ba­run­gen durch ein Ge­richt für un­wirk­sam erklärt würden. Da­mit hat die Be­klag­te aber nicht erklärt, die Un­wirk­sam­keit der ta­rif­li­chen Al­ters­gren­ze wer­de von ihr auch oh­ne frist­wah­ren­de Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge ak­zep­tiert. Es gibt auch kei­nen An­halts­punkt dafür, dass das Lan­des­ar­beits­ge­richt die vom Kläger ge­nann­ten Be­gleit­umstände des Schrei­bens vom 30. Ja­nu­ar 2007 nicht berück­sich­tigt hat.
b) Der Kläger kann die be­gehr­te Wie­der­ein­stel­lung auch nicht dar­auf stützen, die Be­klag­te ha­be an­de­re Ar­beit­neh­mer, die nicht recht­zei­tig Kla­ge er­ho­ben ha­ben, nach Ab­lauf der Al­ters­gren­zen­be­fris­tung wei­ter­beschäftigt. Da­bei kann da­hin­ste­hen, ob der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz über­haupt ge­eig­net ist, nach ei­nem Be­fris­tungs­ab­lauf ei­nen An­spruch auf Ab­schluss ei­nes wei­te­ren - be­fris­te­ten oder un­be­fris­te­ten - Ar­beits­ver­trags zu be­gründen (of­fen­ge­las­sen von BAG 13. Au­gust 2008 - 7 AZR 513/07 - Rn. 22, BA­GE 127, 239; vgl. auch 21. Sep­tem­ber 2011 - 7 AZR 150/10 - Rn. 42; be­ja­hend: KR-Ba­der 10. Aufl. § 17 Tz­B­fG Rn. 84; ver­nei­nend: APS/Back­haus 4. Aufl. § 15 Tz­B­fG Rn. 112; ErfK/Preis 15. Aufl. § 611 BGB Rn. 311). Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu­tref­fend an­ge­nom­men, dass der Kläger be­reits die Vor­aus­set­zun­gen ei­nes et­wai­gen Wie­der­ein­stel­lungs­an­spruchs auf Grund­la­ge des ar­beits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes nicht dar­ge­legt hat.
aa) Der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ge­bie­tet es dem Ar­beit­ge­ber, sei­ne Ar­beit­neh­mer oder Grup­pen sei­ner Ar­beit­neh­mer, die sich in ver­gleich­ba­rer La­ge be­fin­den, bei An­wen­dung ei­ner von ihm selbst ge­ge­be­nen Re­gel gleich zu be­han­deln. Ver­bo­ten sind so­wohl die sach­frem­de Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer in­ner­halb ei­ner Grup­pe als auch die sach­frem­de Grup­pen­bil­dung (BAG 12. Au­gust 2014 - 3 AZR 764/12 - Rn. 23; 13. Au­gust 2008 - 7 AZR 513/07 - Rn. 21, BA­GE 127, 239). Ei­ne sach­frem­de Grup­pen­bil­dung liegt vor, wenn der Ar­beit­ge­ber Vergüns­ti­gun­gen nach ei­nem all­ge­mei­nen Prin­zip gewährt, in­dem er be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen oder Zwe­cke fest­legt. Die Bes­ser­stel­lung ge­genüber an­de­ren Ar­beit­neh­mern muss nach ei­nem oder meh­re­ren Kri­te­ri­en vor­ge­nom­men wer­den, die bei al­len Begüns­tig­ten vor­lie­gen (vgl. et­wa BAG 12. Au­gust 2014 - 3 AZR 764/12 - Rn. 23; 21. Au­gust 2012 - 3 AZR 81/10 - Rn. 25). Der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ver­bie­tet al­ler­dings nur die Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer aus sach­frem­den Gründen ge­genüber an­de­ren Ar­beit­neh­mern in ver­gleich­ba­rer La­ge; er ver­hin­dert nicht die Begüns­ti­gung ein­zel­ner Ar­beit­neh­mer (vgl. et­wa BAG 13. Fe­bru­ar 2002 - 5 AZR 713/00 - zu II 1 der Gründe mwN). Stellt der Ar­beit­ge­ber ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer un­abhängig von abs­trak­ten Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len in Ein­z­elfällen bes­ser, fin­det der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz kei­ne An­wen­dung. Er­folgt die Begüns­ti­gung un­abhängig von abs­trak­ten Merk­ma­len in Ein­z­elfällen, können sich an­de­re Ar­beit­neh­mer hier­auf des­halb zur Be­gründung gleich­ar­ti­ger Ansprüche nicht be­ru­fen (vgl. et­wa BAG 12. Au­gust 2014 - 3 AZR 764/12 - Rn. 23; 21. Au­gust 2012 - 3 AZR 81/10 - Rn. 24; 23. Au­gust 2011 - 3 AZR 650/09 - Rn. 39, BA­GE 139, 69). Der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ist an­wend­bar, wenn der Ar­beit­ge­ber Leis­tun­gen nach ei­nem all­ge­mei­nen ge­ne­ra­li­sie­ren­den Prin­zip gewährt, in­dem er be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen oder Zwe­cke für die Leis­tung fest­legt. Nicht an­wend­bar ist der ar­beits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, wenn Leis­tun­gen oder Vergüns­ti­gun­gen in­di­vi­du­ell ver­ein­bart wer­den. Das be­ruht dar­auf, dass die Ver­trags­frei­heit Vor-rang vor dem Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ge­nießt (vgl. auch BAG 21. Sep­tem­ber 2011 - 7 AZR 150/10 - Rn. 42). Sach­fremd ist ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung, wenn es für die un­ter­schied­li­che Be­hand­lung kei­ne bil­li­gens­wer­ten Grün-
de gibt. Liegt ein sach­li­cher Grund für ei­ne Un­gleich­be­hand­lung nicht vor, kann der über­g­an­ge­ne Ar­beit­neh­mer ver­lan­gen, nach Maßga­be der all­ge­mei­nen Re­ge­lung be­han­delt zu wer­den (vgl. BAG 13. Au­gust 2008 - 7 AZR 513/07 - Rn. 21, aaO).
bb) Der Kläger hat be­reits kei­ne Bil­dung ei­ner Grup­pe begüns­tig­ter Ar­beit­neh­mer durch die Be­klag­te dar­ge­legt. Es fehlt an aus­rei­chen­dem Vor­brin­gen da­zu, dass die Be­klag­te nach ei­nem all­ge­mei­nen Prin­zip ei­ne be­stimm­te Grup­pe von Ar­beit­neh­mern in ver­gleich­ba­rer Stel­lung trotz der Un­wirk­sam­keit der Al­ters­be­fris­tung bei ver­späte­ter bzw. un­ter­blie­be­ner Kla­ge­er­he­bung wei­ter­beschäftigt bzw. wie­der­ein­ge­stellt hat. Zunächst hat der Kläger - von der Be­klag­ten be­strit­ten - pau­schal vor­ge­tra­gen, die Be­klag­te ha­be Kol­le­gen nach Ab­lauf der Al­ters­be­fris­tung wei­ter­beschäftigt, die nicht recht­zei­tig Kla­ge er­ho­ben ha­ben. Die­se An­ga­be lässt nicht er­ken­nen, nach wel­chem all­ge­mei­nen Prin­zip die Be­klag­te wel­che Grup­pe von Ar­beit­neh­mern begüns­tigt. Der Kläger be­haup­tet nicht et­wa, die Be­klag­te ha­be al­le von der Al­ters­gren­zen­re­ge­lung be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer bzw. Pi­lo­ten oder ei­ne sonst ab­grenz­ba­re Ar­beit­neh­mer­grup­pe trotz un­ter­blie­be­ner (recht­zei­ti­ger) Kla­ge­er­he­bung wie­der­ein­ge­stellt oder wei­ter­beschäftigt. Auch aus den vom Kläger be­nann­ten Ein­z­elfällen lässt sich kein durch die Be­klag­te an­ge­wand­tes all­ge­mei­nes Prin­zip nach be­stimm­ten fest­ge­leg­ten Vor­aus­set­zun­gen ent­neh­men, das ei­ne sach­wid­ri­ge Schlech­ter­stel­lung ge­ra­de des Klägers er­ken­nen ließe. Den ge­nann­ten Fällen lie­gen an­de­re Sach­ver­hal­te zu­grun­de als beim Kläger. Zu­dem un­ter­schei­den sich die dar­ge­leg­ten Sach­ver­hal­te auch un­ter­ein­an­der in maßgeb­li­chen Punk­ten. Das hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt zu­tref­fend gewürdigt.
VI. Die mit den Anträgen zu 6. bis 12a. gel­tend ge­mach­ten Ansprüche er­stre­cken sich auf den Zeit­raum nach dem 30. No­vem­ber 2007 und be­ste­hen nicht, weil das Ar­beits­verhält­nis zum 30. No­vem­ber 2007 en­de­te. Auch in­so­weit ist die Kla­ge da­her un­be­gründet.
VII. Der Kläger hat nach § 97 Abs. 1 ZPO die Kos­ten sei­ner er­folg­lo­sen Re­vi­si­on zu tra­gen.
zur Übersicht 7 AZR 541/13

References: § 19
 § 72
 EuGH 
 § 19
 EuGH 
 § 17
 § 17
 § 6
 § 17
 § 7
 § 17
 § 256
 § 256
 § 17
 § 7
 § 17
 § 6
 § 17
 § 17
 § 17
 § 894
 § 17
 § 17
 § 6
 § 6
 § 17
 § 17
 § 17
 § 6
 § 6
 § 17
 § 17
 § 6
 § 4
 § 6
 § 6
 § 6
 § 17
 § 17
 § 17
 § 6
 § 6
 § 6
 § 17
 § 6
 § 17
 § 4
 § 17
 § 6
 § 6
 § 242
 § 17
 § 6
 § 148
 § 249
 § 6
 § 242
 § 17
 § 253
 § 894
 § 253
 § 263
 § 533
 § 533
 § 894
 § 894
 § 253
 § 894
 § 17
 § 15
 § 611
 § 97