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Timestamp: 2016-10-24 08:55:05+00:00

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8C_496/2014 (21.11.2014)
8C_496/2014 � � Urteil vom 21. November 2014
gerichts Luzern vom 20. Mai 2014.
Der 1960 geborene A.________ war als Bauarbeiter der B.________ AG bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 15. Juni 2010 auf einer Baustelle von einem Ger�st 4,2 Meter in die Tiefe fiel. Die SUVA anerkannte ihre Leistungspflicht f�r die Folgen dieses Ereignisses. F�r die verbleibenden Unfallfolgen sprach die Anstalt dem Versicherten mit Verf�gung vom 28. August 2012 und Einspracheentscheid vom 11. M�rz 2013 ab 1. September 2012 eine Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 32 % und eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Einbusse von 20 % zu.
Die von A.________ hiegegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht Luzern mit Entscheid vom 20. Mai 2014 in dem Sinne gut, als es die Sache unter Bejahung der Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Ereignis vom 15. Juni 2010 und organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen zu weiteren Abkl�rungen an die SUVA zur�ckwies.
Mit Beschwerde beantragt die SUVA, es sei unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheides ihr Einspracheentscheid vom 11. M�rz 2013 zu best�tigen.
W�hrend A.________ auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Gesundheit auf eine Vernehmlassung.
1.1.�Das BGG unterscheidet in Art. 90 bis 93 zwischen End-, Teil- sowie Vor- und Zwischenentscheiden und schafft damit eine f�r alle Verfahren einheitliche Terminologie. Ein Endentscheid ist ein Entscheid, der das Verfahren prozessual abschliesst (Art. 90 BGG), sei dies mit einem materiellen Entscheid oder Nichteintreten, z.B. mangels Zust�ndigkeit. Der Teilentscheid ist eine Variante des Endentscheids. Mit ihm wird �ber eines oder einige von mehreren Rechtsbegehren (objektive und subjektive Klageh�ufung) abschliessend befunden. Es handelt sich dabei nicht um verschiedene materiellrechtliche Teilfragen eines Rechtsbegehrens, sondern um verschiedene Rechtsbegehren. Vor- und Zwischenentscheide sind alle Entscheide, die das Verfahren nicht abschliessen und daher weder End- noch Teilentscheid sind; sie k�nnen formell- und materiellrechtlicher Natur sein. Voraussetzung f�r die selbstst�ndige Anfechtbarkeit materiellrechtlicher Zwischenentscheide ist gem�ss Art. 93 Abs. 1 BGG zun�chst, dass sie selbstst�ndig er�ffnet worden sind. Erforderlich ist sodann alternativ, dass der angefochtene Entscheid einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (lit. a) oder dass die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (lit. b).
1.2.�Der angefochtene kantonale Entscheid vom 20. Mai 2014 stellt einen Zwischenentscheid dar. Da in ihm f�r die Beschwerdef�hrerin verbindlich festgehalten wurde, dass ein allf�lliger Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 15. Juni 2010 und den �ber den 1. September 2012 hinaus bestehenden organisch nicht hinreichend nachweisbaren Beschwerden ad�quat und damit rechtsgen�glich w�re, w�re die SUVA - k�nnte sie diesen Entscheid nicht vor Bundesgericht anfechten - unter Umst�nden gezwungen, eine ihres Erachtens rechtswidrige, leistungszusprechende Verf�gung zu erlassen. Diese k�nnte sie in der Folge nicht selber anfechten; da die Gegenpartei in der Regel kein Interesse haben wird, den allenfalls zu ihren Gunsten rechtswidrigen Endentscheid anzufechten, k�nnte der kantonale Vorentscheid nicht mehr korrigiert werden und w�rde zu einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil f�r den Versicherer f�hren (vgl. BGE 133 V 477 E. 5.2 S. 483 ff.). Auf die Beschwerde der SUVA ist somit einzutreten.
2.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 132 II 257 E. 2.5 S. 262; 130 III 136 E. 1.4 S. 140). Immerhin pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Streitig ist die H�he der Leistungsanspr�che des Versicherten in der Zeit ab 1. September 2012. Dabei ist letztinstanzlich nicht l�nger streitig, dass ihm alleine aufgrund der organisch nachweisbaren Befunde ab diesem Datum eine Rente bei einem Invalidit�tsgrad von 32 % und eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Einbusse von 20 % zustehen. Zu pr�fen ist indessen, ob die Unfallversicherung auch f�r allf�llige organisch nicht hinreichend nachweisbare Unfallfolgen Leistungen zu erbringen hat.
4.1.�Im kantonalen Entscheid werden die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 und 3.2 S. 181), insbesondere bei psychischen Unfallfolgesch�den (BGE 115 V 133), zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
4.2.�
4.2.1.�Die Schwere des Unfalles bestimmt sich dabei nach dem augenf�lligen Geschehensablauf und nicht nach den Kriterien, welche bei der Beurteilung der Ad�quanz bei mittelschweren Unf�llen Beachtung finden. Zu pr�fen ist im Rahmen einer objektivierten Betrachtungsweise, ob der Unfall eher als leicht, als mittelschwer oder als schwer erscheint, wobei im mittleren Bereich gegebenenfalls eine weitere Differenzierung nach der N�he zu den leichten oder schweren Unf�llen erfolgt. Massgebend sind der augenf�llige Geschehensablauf mit den sich dabei entwickelnden Kr�ften, nicht jedoch Folgen des Unfalles oder Begleitumst�nde, die nicht direkt dem Unfallgeschehen zugeordnet werden k�nnen. Derartigen dem eigentlichen Unfallgeschehen nicht zuzuordnenden Faktoren ist gegebenenfalls bei den Ad�quanzkriterien Rechnung zu tragen. Dies gilt etwa f�r die - ein eigenes Kriterium bildenden - Verletzungen, welche sich die versicherte Person zuzieht, aber auch f�r - unter dem Gesichtspunkt der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalls zu pr�fende - �ussere Umst�nde, wie eine allf�llige Dunkelheit im Unfallzeitpunkt oder Verletzungs- resp. gar Todesfolgen, die der Unfall f�r andere Personen nach sich zieht (SVR 2008 UV Nr. 8 S. 26, U 2/07 E. 5.3.1). Immerhin k�nnen die erlittenen Verletzungen aber R�ckschl�sse auf die Kr�fte, die sich beim Unfall entwickelt haben, gestatten (SVR 2009 UV Nr. 57 S. 203, 8C_77/2009 E. 4.1.1).
4.2.2.�Gem�ss den unbestritten gebliebenen Feststellungen der Vorinstanz hatte der Versicherte am 15. Juni 2010 den Auftrag, auf einer Baustelle ein Schalungsgel�nder zu montieren. Dabei stand er nicht nur auf dem Beton, sondern auch auf der Verschalung. Vorg�ngig war von unten her an derselben Verschalung gearbeitet und ein Sicherheitselement entfernt worden. Die Verschalung vermochte den Versicherten nicht zu tragen und dieser st�rzte 4,2 Meter in die Tiefe.
4.2.3.�Praxisgem�ss werden St�rze aus einer H�he zwischen etwa zwei (vgl. Urteil U 410/00 vom 14. Februar 2002 E. 2c) und etwa vier Metern (vgl. Urteil 8C_316/2009 vom 8. Juni 2009) in die Tiefe noch als im engeren Sinne mittelschwere Unf�lle qualifiziert (vgl. auch Urteil 8C_584/2007 vom 9. September 2008 E. 4.1, U 3/03 vom 4. September 2003 E. 3.4 und U 41/06 vom 2. Februar 2007 E. 9); landet die versicherte Person auf den F�ssen, so ist selbst bei einer Sturzh�he von f�nf Metern nicht ein Unfall im Grenzbereich zu den schweren Ereignissen anzunehmen (vgl. Urteil U 11/07 vom 27. Februar 2008 E. 4.2.2). Der Versicherte verletzte sich bei seinem Sturz am Sprunggelenk und an der Lendenwirbels�ule. Daraus ist zu schliessen, dass der Aufprall auf den Boden jedenfalls nicht kopf�ber stattfand. Somit ist entgegen den Erw�gungen der Vorinstanz bei einer Sturzh�he von 4,2 Metern noch von einem im engeren Sinne mittelschweren Unfall auszugehen. Die Ad�quanz eines allf�lligen Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 15. Juni 2010 und allf�lligen organisch nicht hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen w�re damit lediglich dann zu bejahen, wenn eines der massgebenden Kriterien ausgepr�gt erf�llt w�re oder drei der Kriterien gegeben w�ren (vgl. Urteil 8C_897/2009 vom 29. Januar 2010 E. 4.5).
4.3.�Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumst�nde oder besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles ist objektiv zu beurteilen und nicht auf Grund des subjektiven Empfindens bzw. Angstgef�hls der versicherten Person (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207, U 287/97 E. 3b/cc; Urteil U 56/07 vom 25. Januar 2008 E. 6.1). Zu beachten ist, dass jedem mindestens mittelschweren Unfall eine gewisse Eindr�cklichkeit eigen ist, welche somit noch nicht f�r eine Bejahung des Kriteriums ausreichen kann (vgl. Urteil 8C_39/2008 vom 20. November 2008 E. 5.2). Wie die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, ist das Kriterium vorliegend nicht erf�llt.
4.4.�Wie das kantonale Gericht ausf�hrlich und �berzeugend dargelegt hat, ist das Kriterium der ungew�hnlich langen Dauer der �rztlichen Behandlung zu verneinen. Der Beschwerdegegner bringt nichts vor, was zu einer abweichenden Betrachtungsweise Anlass geben w�rde.
4.5.�Der Versicherte gab am 25. August 2011 gegen�ber den �rzten des Spitals C.________ an, die Schmerzen im linken Fuss seien belastungsabh�ngig, in der Ruhe sei er praktisch beschwerdefrei. Dem Kreisarzt der SUVA berichtete er am 16. November 2011, Sitzen in entspannter Haltung w�rde zu keinen Schmerzen im R�ckenbereich f�hren. Es ist somit davon auszugehen, dass entspanntes Sitzen sowohl von Seiten des Fusses als auch von Seiten des R�ckens schmerzfrei m�glich ist. Wie die SUVA unter Hinweis auf das Urteil U 21/06 vom 30. August 2006 E. 4.5 zutreffend ausf�hrt, ist somit entgegen dem kantonalen Entscheid das Kriterium des k�rperlichen Dauerschmerzes nicht erf�llt.
4.6.�Aus der �rztlichen Behandlung und allf�lligen erheblichen Beschwerden kann nicht schon auf ein Erf�llen des Kriteriums des schwierigen Heilungsverlaufes und der erheblichen Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hierzu besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben. Auch unter der Ber�cksichtigung des Umstandes, dass es beim Versicherten im R�cken zu einem (zwischenzeitlich erfolgreich sanierten) Implantatbruch kam, ist dieses Kriterium vorliegend zu verneinen.
4.7.�Entgegen den Ausf�hrungen des Beschwerdegegners kann aus dem Implantatbruch auch nicht auf eine �rztliche Fehlbehandlung im Sinne des entsprechenden Kriteriums geschlossen werden.
4.8.�Was schliesslich die beiden Kriterien der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen und des Grades und der Dauer der physisch bedingten Arbeitsunf�higkeit betrifft, gilt festzustellen, dass selbst wenn diese bejaht werden k�nnten, sie jedenfalls nicht in ausgepr�gter Weise gegeben sind.
4.9.�Da mithin keines der massgeblichen Kriterien besonders ausgepr�gt vorliegt und selbst dann, wenn man zugunsten des Versicherten die beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen als erf�llt erachten w�rde, sind die Kriterien nicht in geh�ufter Weise gegeben, womit die Ad�quanz eines Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfallereignis vom 15. Juni 2010 und den �ber den 1. September 2012 hinaus anhaltend geklagten, organisch nicht im Sinne der Rechtsprechung hinreichend nachweisbaren Beschwerden, zu verneinen ist. Die SUVA hatte somit zu Recht ihre Leistungspflicht lediglich f�r die organisch hinreichend nachweisbaren Unfallfolgen bejaht; entsprechend ist ihre Beschwerde gutzuheissen und der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben.
Dem Ausgang der Verfahren entsprechend sind die Gerichtskosten dem Beschwerdegegner aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 20. Mai 2014 wird aufgehoben.

References: Art. 90
 Art. 93
 BGE 
 Art. 95
 BGE 
 BGE