Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F137-III-49%3Afr
Timestamp: 2016-10-22 02:01:36+00:00

Document:
137 III 499. Auszug aus dem Urteil der II. zivilrechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Y. (Beschwerde in Zivilsachen)
Art. 122 ss CC; mise en gage d'avoirs de pr�voyance professionnelle en vue d'acqu�rir la propri�t� d'un logement pour ses propres besoins. Principes et possibilit�s du partage r�ciproque des pr�tentions en mati�re de pr�voyance professionnelle lorsque l'�poux d�biteur a mis en gage son droit aux prestations de pr�voyance ou un montant � concurrence de sa prestation de libre passage en vue d'acqu�rir la propri�t� d'un logement pour ses propres besoins. Cas d'application d'une �quitable indemnit� au sens de l'art. 124 CC payable sous forme d'acomptes (consid. 2-4). Faits � partir de page 50
X. (Ehefrau), Jahrgang 1972, und Y. (Ehemann), Jahrgang 1968, heirateten 1996. Sie wurden Eltern zweier T�chter, geboren in den Jahren 1998 und 2001. Die Ehefrau besorgte w�hrend der Ehe zur Hauptsache den Haushalt der Familie und betreute die Kinder. Der Ehemann arbeitete als Verkaufsleiter im Aussendienst. Die Ehegatten trennten sich Ende November 2005. Mit Eingabe vom 1. Februar 2008 leitete der Ehemann das Scheidungsverfahren ein. Die Ehegatten beantragten gemeinsam die Scheidung. Das Kreisgericht K. schied die Ehe und regelte die Scheidungsfolgen. Streitig blieb der Anspruch der Ehefrau aus beruflicher Vorsorge gegen den Ehemann. Dessen Vorsorgeguthaben ist bei der Kantonalbank zur Absicherung von Hypotheken verpf�ndet, die eine Eigengutsliegenschaft (Wohnhaus) des Ehemannes belasten. Das Kreisgericht sprach X. (Beschwerdef�hrerin) eine Entsch�digung im Betrag der h�lftigen Austrittsleistung von Fr. 72'755.60 nebst Zins zu und verpflichtete Y. (Beschwerdegegner), die Entsch�digung in monatlichen Raten abzuzahlen. Beide Parteien erhoben je Berufung. Was die berufliche Vorsorge angeht, entschied das Kantonsgericht St. Gallen neu wie folgt:
Y. hat die St. Galler Kantonalbank j�hrlich, erstmals auf Ende 2010, um Zustimmung zur �bertragung von Austrittsleistungen im Umfang von Fr. 72'755.60 auf die Vorsorgeeinrichtung der Ehefrau zu ersuchen. Er hat X. �ber das Ergebnis seiner Anfrage, eine Aufhebung der Verpf�ndung des Vorsorgeguthabens oder einen Verkauf der Liegenschaft zu informieren.
Die Beschwerdef�hrerin hat dagegen Beschwerde erhoben. Das Bundesgericht heisst die Beschwerde gut und verpflichtet den Beschwerdef�hrer, der Beschwerdegegnerin [recte: den Beschwerdegegner, der Beschwerdef�hrerin] eine angemessene Entsch�digung gem�ss Art. 124 ZGB von Fr. 72'755.60 nebst Zins in monatlichen Raten zu bezahlen.
2. In tats�chlicher Hinsicht steht fest, dass die Beschwerdef�hrerin gegen den Beschwerdegegner eine Forderung aus beruflicher Vorsorge von Fr. 72'755.60 hat und dass das Vorsorgeguthaben des Beschwerdegegners f�r das von den Parteien w�hrend der Ehe selbst genutzte Wohnhaus verpf�ndet ist. Das Kreisgericht hat die BGE 137 III 49 S. 51Teilvereinbarung der Parteien genehmigt, wonach die w�hrend der Ehe erworbenen BVG-Guthaben nach Gesetz aufzuteilen sind. Es ist davon ausgegangen, ohne die Zustimmung der Pfandgl�ubigerin, die verweigert werde, k�nne das Vorsorgeguthaben des Beschwerdegegners nicht geteilt und der Betrag von Fr. 72'755.60 nicht auf das Vorsorgekonto der Beschwerdef�hrerin �bertragen werden. Der Beschwerdegegner schulde der Beschwerdef�hrerin deshalb eine angemessene Entsch�digung, die auf Fr. 72'755.60 festzusetzen und in Raten abzuzahlen sei. Im kantonalen Berufungsverfahren haben die Parteien beantragt, auf die Abgeltung der Anspr�che aus beruflicher Vorsorge zu verzichten (Beschwerdegegner) bzw. die Ratenzahlungen abweichend festzusetzen (Beschwerdef�hrerin). Das Kantonsgericht ist davon ausgegangen, die Teilung des verpf�ndeten Vorsorgeguthabens sei m�glich, doch k�nne wegen der Verpf�ndung und der fehlenden Zustimmung der Pfandgl�ubigerin der Vorsorgeausgleich nicht geregelt werden. Die Parteien m�ssten deshalb das Scheidungsurteil erg�nzen lassen, sobald die Liegenschaft verkauft werde, die Verpf�ndung der Vorsorgeguthaben dahinfalle oder die Pfandgl�ubigerin einer �bertragung der Vorsorgeguthaben an die Beschwerdef�hrerin zustimme. In diesem Sinn hat das Kantonsgericht den Beschwerdegegner verpflichtet, sich um die Zustimmung der Pfandgl�ubigerin zu bem�hen und die Beschwerdef�hrerin zu informieren. Der Entscheid �ber das Prinzip der Teilung und �ber den Anspruch auf angemessene Entsch�digung f�llt in die sachliche Zust�ndigkeit des Scheidungsgerichts und nicht des Berufsvorsorgegerichts (vgl. BGE 136 V 225 E. 5.3 und E. 5.4 S. 227 ff.).
3.1 Die Art. 122 ff. ZGB regeln die Scheidungsfolgen betreffend "Berufliche Vorsorge" (Marginalie). Geh�rt ein Ehegatte oder geh�ren beide Ehegatten einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge an und ist bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten, so hat jeder Ehegatte Anspruch auf die H�lfte der nach dem Freiz�gigkeitsgesetz vom 17. Dezember 1993 (FZG; SR 831.42) f�r die Ehedauer zu ermittelnden Austrittsleistung des anderen Ehegatten (Art. 122 Abs. 1 ZGB). Stehen den Ehegatten gegenseitig Anspr�che zu, so ist nur der Differenzbetrag zu teilen (Art. 122 Abs. 2 ZGB). Ist bei einem oder bei beiden Ehegatten ein Vorsorgefall bereits eingetreten oder k�nnen aus andern Gr�nden Anspr�che aus der beruflichen Vorsorge, die w�hrend der Dauer der Ehe erworben worden sind, nicht geteilt werden, so ist eine angemessene Entsch�digung BGE 137 III 49 S. 52geschuldet (Art. 124 Abs. 1 ZGB). Bei beiden Anspruchsgrundlagen ist Art. 123 ZGB �ber "Verzicht und Ausschluss" (Marginalie) zu beachten (vgl. zum System des Vorsorgeausgleichs zuletzt: Urteil 5A_648/2009 vom 8. Februar 2010 E. 4.1, in: FamPra.ch 2010 S. 441 f.).
3.2 Mittel der beruflichen Vorsorge k�nnen f�r selbst genutztes Wohneigentum eingesetzt werden. Die M�glichkeit geht auf das Bundesgesetz vom 17. Dezember 1993 �ber die Wohneigentumsf�rderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge zur�ck, in Kraft getreten am 1. Januar 1995 (AS 1994 2372, 2378). Die einschl�gigen Bestimmungen finden sich in Art. 331d und Art. 331e OR sowie in Art. 30a-g des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1982 �ber die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG; SR 831.40). Sie unterscheiden zwischen der Verpf�ndung und dem Vorbezug.
3.2.1 F�r den Vorbezug sehen Art. 331e OR und Art. 30c BVG insbesondere vor, dass der Arbeitnehmer bzw. Versicherte von seiner Vorsorgeeinrichtung einen Betrag f�r Wohneigentum zum eigenen Bedarf geltend machen kann (Abs. 1), dass beim verheirateten Arbeitnehmer bzw. Versicherten der Bezug nur mit schriftlicher Zustimmung des Ehegatten zul�ssig ist (Abs. 5) und dass der Vorbezug als Freiz�gigkeitsleistung gilt und nach den Art. 122, 123 und 141 ZGB sowie Art. 22 FZG geteilt wird, wenn vor Eintritt eines Vorsorgefalls die Ehe geschieden wird (Abs. 6). F�r die vorbezogenen Mittel besteht namentlich im Falle einer Ver�usserung des Wohneigentums eine R�ckzahlungsverpflichtung gegen�ber der Vorsorgeeinrichtung (Art. 30d Abs. 1 BVG; Art. 331e Abs. 8 OR). Die R�ckzahlungsverpflichtung wird grundbuchlich sichergestellt (Art. 30e BVG; Art. 331e Abs. 8 OR).
3.2.2 Die im Wesentlichen gleiche Regelung gilt f�r die Verpf�ndung von Mitteln der beruflichen Vorsorge. Gem�ss Art. 30b BVG kann der Versicherte den Anspruch auf Vorsorgeleistungen oder einen Betrag bis zur H�he seiner Freiz�gigkeitsleistung nach Art. 331d OR verpf�nden. Der verwiesene Art. 331d OR sieht insbesondere vor, dass der Arbeitnehmer den Anspruch auf Vorsorgeleistungen oder einen Betrag bis zur H�he seiner Freiz�gigkeitsleistung f�r Wohneigentum zum eigenen Bedarf verpf�nden kann (Abs. 1), dass beim verheirateten Arbeitnehmer die Verpf�ndung nur mit schriftlicher Zustimmung des Ehegatten zul�ssig ist (Abs. 5) und dass BGE 137 III 49 S. 53Art. 30d-f BVG Anwendung finden, wenn das Pfand vor dem Vorsorgefall verwertet wird (Abs. 6).
3.2.3 Eine unterschiedliche Behandlung erfahren Vorbezug und Verpf�ndung von Mitteln der beruflichen Vorsorge auch im Scheidungsfall nicht. Der Vorbezug gilt als Freiz�gigkeitsleistung und wird nach Art. 122 ZGB geteilt (Art. 30c Abs. 6 BVG; Art. 331e Abs. 6 OR). Das bedeutet, dass der Vorbezug zur Austrittsleistung im Zeitpunkt der Scheidung hinzuzurechnen ist (vgl. BGE 132 V 332 E. 3 S. 333). Eine entsprechende Regelung fehlt f�r die Verpf�ndung von Mitteln der beruflichen Vorsorge und ist auch nicht erforderlich. Denn die blosse Verpf�ndung ver�ndert im Gegensatz zum Vorbezug die H�he des Vorsorgeguthabens nicht. Die zwar verpf�ndete, aber im Verm�gen der Vorsorgeeinrichtung unver�ndert vorhandene Austrittsleistung kann nach Art. 122 ZGB ermittelt werden, ohne dass es der Hinzurechnungen oder Sondervorschriften bed�rfte.
3.3 Trotz der gesetzlichen R�ckzahlungsverpflichtung und deren Sicherstellung kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Wohneigentum, in das vorbezogene oder verpf�ndete Mittel der beruflichen Vorsorge investiert wurden, an Wert verliert und dass das Pfand f�r Wohneigentum, das aus Mitteln der beruflichen Vorsorge gestellt wurde, zu Gunsten der Gl�ubiger verwertet wird.
3.3.1 Im Umfang des eingetretenen Verlustes fallen die vorbezogenen oder verpf�ndeten Betr�ge aus dem System der beruflichen Vorsorge heraus. Sie sind f�r die Vorsorge verloren und bei der Ermittlung der zu teilenden Austrittsleistung gem�ss Art. 122 ZGB nicht mehr zu ber�cksichtigen. Der Verlust ist von beiden Ehegatten gemeinsam (im Normalfall je h�lftig) zu tragen, namentlich weil das w�hrend der Ehe mit Hilfe des Vorbezugs oder der Verpf�ndung erworbene Wohneigentum in der Regel als gemeinsame Wohnung der Ehegatten dient und diese Finanzierung des einen Ehegatten nur mit Zustimmung des anderen Ehegatten m�glich ist (vgl. BGE 132 V 332 E. 4.2-4.4 S. 333 ff.; BGE 135 V 436 E. 3.3 S. 440 mit Hinweisen).
3.3.2 Nach der Lehre gelten die Grunds�tze nicht nur f�r den Fall des im Zeitpunkt der Scheidung tats�chlich eingetretenen Wertverlustes, sondern auch f�r den im Zeitpunkt der Scheidung absehbaren Wertverlust. Bei einem absehbaren Wertverlust des Wohneigentums ist nur derjenige Teil des Vorbezugs zur teilbaren Austrittsleistung hinzuzurechnen, der im Falle einer Ver�usserung an die Vorsorgeeinrichtung zur�ckbezahlt werden m�sste. Die Bestimmung dieses hypothetischen Erl�ses, d.h. des Wertes des Wohneigentums BGE 137 III 49 S. 54abz�glich der hypothekarisch gesicherten Schulden (vgl. Art. 30d Abs. 5 BVG), bzw. des Wertverlustes wird regelm�ssig eine Sch�tzung des Wohneigentums im Rahmen der Scheidung erforderlich machen (vgl.ANDREA B�DER FEDERSPIEL, Wohneigentumsf�rderung und Scheidung, 2008, N. 614 S. 299 f. mit Hinweisen).
3.3.3 Die Frage des absehbaren Wertverlustes stellt sich in gleicher Weise bei der Verpf�ndung von Mitteln der beruflichen Vorsorge. Die Bewertung des Wohneigentums zeigt, ob und in welchem Umfang das Pfand beansprucht werden d�rfte. Der Betrag, der nach der absehbaren Pfandverwertung und der Verteilung des Erl�ses �brig bleibt, geh�rt zum Vorsorgeguthaben.
3.4 Ist ein vollst�ndiger Wertverlust weder tats�chlich eingetreten noch absehbar, kann die Berechnung gem�ss Art. 122 ZGB ergeben, dass der Ehegatte, der Mittel der beruflichen Vorsorge f�r Wohneigentum zum eigenen Bedarf vorbezogen oder verpf�ndet hat, gegen�ber dem anderen Ehegatten ausgleichspflichtig ist. Es stellt sich die Frage nach der Durchf�hrung der Teilung.
3.4.1 Das vorbezogene Kapital gilt im Falle einer Scheidung vor Eintritt des Vorsorgefalls zwar kraft Gesetzes als Freiz�gigkeitsleistung, ist aber in Wirklichkeit im Wohneigentum investiert und steht deshalb nicht in Form eines Vorsorgeguthabens bzw. einer Austrittsleistung zur Verf�gung (BGE 136 V 57 E. 3.2 S. 59 f.). Die Durchf�hrung der Teilung kann deshalb Schwierigkeiten bereiten.
3.4.2 Die Lage zeigt sich nicht wesentlich anders bei der Verpf�ndung von Mitteln der beruflichen Vorsorge. Das verpf�ndete Kapital befindet sich zwar bei der Vorsorgeeinrichtung. F�r die Barauszahlung der Freiz�gigkeitsleistung, f�r die Auszahlung der Vorsorgeleistung und auch f�r die �bertragung eines Teils der Freiz�gigkeitsleistung infolge Scheidung auf eine Vorsorgeeinrichtung des anderen Ehegatten ist jedoch die schriftliche Zustimmung des Pfandgl�ubigers erforderlich, soweit die Pfandsumme betroffen ist. Dieses Zustimmungserfordernis ist in Art. 9 Abs. 1 der Verordnung vom 3. Oktober 1994 �ber die Wohneigentumsf�rderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge (WEFV; SR 831.411) ausdr�cklich vorgesehen. Verweigert der Pfandgl�ubiger die Zustimmung, kann die Erf�llung des Anspruchs, der dem anderen Ehegatten gem�ss Art. 122 ZGB zusteht, unter Umst�nden Schwierigkeiten bereiten.
3.4.3 In BGE 135 V 324 hat das Bundesgericht anhand der Lehre verschiedene M�glichkeiten aufgezeigt, wie die Forderung des BGE 137 III 49 S. 55ausgleichsberechtigten Ehegatten durch den Ehegatten, der seine Mittel der beruflichen Vorsorge f�r Wohneigentum zum eigenen Bedarf vorbezogen hat, getilgt werden kann. Ausgangspunkt bildet dabei die Annahme, dass der ausgleichspflichtige Ehegatte Eigent�mer der Liegenschaft bleibt, f�r die der Vorbezug verwendet wurde. Es bestehen unter anderem folgende M�glichkeiten: (1.) Wurden nicht s�mtliche Mittel der beruflichen Vorsorge vorbezogen, ist die Ausgleichsforderung des anderen Ehegatten durch die noch vorhandene Freiz�gigkeitsleistung zu tilgen. (2.) Verf�gt der ausgleichspflichtige Ehegatte �ber gen�gend Verm�gen, kann er den geschuldeten Betrag an seine Vorsorgeeinrichtung zur�ckbezahlen, die den Anspruch des anderen Ehegatten durch �bertragung einer Freiz�gigkeitsleistung erf�llt. (3.) Erw�hnt wird die M�glichkeit, durch Gestaltungsurteil dem ausgleichsberechtigten Ehegatten die bedingte Forderung auf vorzeitige R�ckzahlung des Vorbezugs ganz oder teilweise zu �bertragen. (4.) Ist zwischen den Ehegatten eine vertragliche Einigung erzielbar, kann die F�lligkeit der Forderung, die dem ausgleichsberechtigten Ehegatten zusteht, f�r eine bestimmte Zeitspanne aufgeschoben werden, wobei die Forderung durch ein Grundpfand auf dem Wohneigentum zu sichern ist und die Vorsorgeeinrichtungen beider Ehegatten in die Vereinbarung einbezogen werden m�ssen. (5.) Ist eine vertragliche Einigung ausgeschlossen und verf�gt der ausgleichspflichtige Ehegatte �ber keine finanziellen Mittel, um den Anspruch des anderen Ehegatten aus beruflicher Vorsorge unverz�glich zu erf�llen, verbleibt nur mehr als L�sung, dass das Gericht die Teilung des Vorbezugs verweigert (Art. 123 Abs. 2 ZGB) und dem ausgleichsberechtigten Ehegatten eine angemessene Entsch�digung (Art. 124 Abs. 1 ZGB) in der H�he der geschuldeten Austrittsleistung zuspricht, die der ausgleichspflichtige Ehegatte in Raten abzuzahlen hat (vgl. BGE 135 V 324 E. 5.2.1 S. 329 ff. mit Hinweisen). Die f�r den Vorbezug aufgezeigten L�sungen k�nnen auf die Verpf�ndung �bertragen werden, wobei die besondere Rechtsnatur des Pfandes zu ber�cksichtigen ist, namentlich das Zustimmungserfordernis des Gl�ubigers, weil das Pfand das Recht als Ganzes belastet, selbst wenn es betragsm�ssig begrenzt sein kann.
3.5 Es stellt sich abschliessend die Frage, ob der Vorsorgeausgleich in Anbetracht der Schwierigkeiten, die die Durchf�hrung der Teilung bereiten kann, in ein Erg�nzungs- oder Nachverfahren verwiesen werden darf. Einer derartigen Verweisung steht der Grundsatz BGE 137 III 49 S. 56der Einheit des Scheidungsurteils entgegen, wonach das mit der Scheidung befasste Gericht auch f�r die Regelung aller sich aus der Scheidung ergebenden Nebenfolgen ausschliesslich zust�ndig ist und hier�ber im gleichen Verfahren zu entscheiden hat. Die einzige Ausnahme vom Grundsatz betrifft die g�terrechtliche Auseinandersetzung, die in ein separates Verfahren verwiesen werden kann, soweit die Regelung der anderen Scheidungsfolgen nicht von ihrem Ergebnis abh�ngt (BGE 134 III 426 E. 1.2 S. 429; vgl. Art. 283 der k�nftigen Schweizerischen Zivilprozessordnung, AS 2010 1806, SR 272). Im Bereich des Vorsorgeausgleichs besteht zwar eine gesetzliche Durchbrechung des Grundsatzes, wenn sich die Ehegatten �ber die Teilung der Austrittsleistungen nicht einigen, doch entscheidet das Gericht in diesem Fall wenigstens �ber das Teilungsverh�ltnis, bevor es die Sache an das nach dem Freiz�gigkeitsgesetz zust�ndige Gericht �berweist (Art. 142 ZGB; vgl. BGE 135 V 232 E. 2.3 S. 235). Erg�nzungs- und Nachverfahren k�nnten allenfalls in Betracht fallen, wenn der im Scheidungsurteil geregelte Ausgleich der beruflichen Vorsorge sich im Nachhinein als unvollst�ndig erweist (vgl. BGE 129 III 481 E. 3.6.3 S. 492 f.). Eine Verweisung des Vorsorgeausgleichs insgesamt aber erscheint im Grundsatz als unzul�ssig und hier mit R�cksicht auf die gezeigten L�sungsm�glichkeiten auch nicht als unabdingbar. Eine Ausnahme w�re allenfalls in Betracht zu ziehen, wenn einerseits die erforderlichen Informationen �ber bestehende Vorsorgeguthaben kaum bzw. gar nicht erh�ltlich gemacht werden k�nnen und andererseits der Vorsorgeausgleich den nachehelichen Unterhalt (Art. 125 Abs. 2 Ziff. 8 ZGB) nicht beeinflussen kann und durch weitere Abkl�rungen die Scheidung verz�gert w�rde (vgl. den kantonalen Entscheid, in: FamPra.ch 2006 S. 426).
4.1 In tats�chlicher Hinsicht steht unangefochten fest, dass w�hrend der Ehe beide Beschwerdeparteien einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge angeh�rt haben und bei keinem Ehegatten ein Vorsorgefall eingetreten ist. Die zu teilenden Austrittsleistungen haben Fr. 3'570.90 f�r die Beschwerdef�hrerin und Fr. 149'082.12 f�r den Beschwerdegegner betragen, insgesamt Fr. 152'653.02. Davon steht den Beschwerdeparteien die H�lfte zu (Fr. 76'326.51). Nach Abzug ihrer Austrittsleistung (Fr. 3'570.90) bel�uft sich der Anspruch der Beschwerdef�hrerin aus beruflicher Vorsorge auf Fr. 72'755.60. Es handelt sich dabei um den Differenzbetrag zwischen den BGE 137 III 49 S. 57Austrittsleistungen beider Beschwerdeparteien und nicht, wie das Kantonsgericht angenommen hat, um die H�lfte der w�hrend der Ehe erworbenen Austrittsleistungen des Ehemannes.
4.2 Das Kantonsgericht hat auf die Feststellung des Kreisgerichts verwiesen, wonach der Beschwerdegegner sein gesamtes Vorsorgeguthaben f�r Wohneigentum zum eigenen Bedarf verpf�ndet hat. Die Feststellung trifft zu und ist unangefochten. Der Vollst�ndigkeit halber kann erg�nzt werden, dass die Beschwerdef�hrerin die "Verpf�ndungs-Mitteilung" an die Vorsorgeeinrichtung wie auch den "Rahmenvertrag f�r Darlehen" mitunterzeichnet hat. Gem�ss Rahmenvertrag ist das von der Kantonalbank gew�hrte Darlehen von Fr. 650'000.- durch zwei Inhaberschuldbriefe �ber Fr. 220'000.- (1. Rang) und �ber Fr. 450'000.- (2. Rang), lastend auf der Eigengutsliegenschaft des Beschwerdegegners, sowie durch die Verpf�ndung aller Anspr�che auf Fr. 100'000.- aus einer gebundenen Vorsorgepolice, auf Fr. 100'000.- aus einer Lebensversicherungspolice und auf das gesamte Pensionskassen-Guthaben des Beschwerdegegners gesichert. In ihrer Durchf�hrbarkeitserkl�rung vom 23. April 2009 hat die Vorsorgeeinrichtung darauf aufmerksam gemacht, dass der Beschwerdegegner seine Freiz�gigkeitsleistung und die versicherten Leistungen f�r Wohneigentum zum eigenen Bedarf verpf�ndet habe und dass sie sich verpflichtet habe, vor der Auszahlung der verpf�ndeten Leistungen die Zustimmung des Pfandgl�ubigers einzuholen.
4.3 Die entscheidende Frage, ob ein Wertverlust, d.h. die Verwertung der verpf�ndeten Vorsorgeguthaben absehbar sei, hat das Kantonsgericht nicht beantwortet und als unklar bezeichnet. Es ist davon ausgegangen, �ber den Vorsorgeausgleich k�nne derzeit nicht entschieden werden, weil die Pfandgl�ubigerin wiederholt die Zustimmung zur �bertragung eines Teils des Vorsorgeguthabens an die Beschwerdef�hrerin verweigert habe und sich die beteiligte Vorsorgeeinrichtung nicht bereit erkl�rt habe, eine bedingte Anweisung entgegenzunehmen. Die Ehegatten m�ssten das Urteil erg�nzen lassen, sobald die Liegenschaft verkauft werde, die Verpf�ndung der Vorsorgeguthaben dahinfalle oder die Pfandgl�ubigerin einer �bertragung der Vorsorgeguthaben an die Beschwerdef�hrerin zustimme. Die Beschwerdef�hrerin erblickt in dieser Verweisung des Vorsorgeausgleichs in ein Nachverfahren zu Recht eine Verletzung von Bundesrecht. Es besteht kein Grund, eine Ausnahme vom Grundsatz der Einheit des Scheidungsurteils zuzulassen. S�mtliche Unterlagen BGE 137 III 49 S. 58f�r die Beurteilung des Vorsorgeausgleichs liegen vor (E. 3.5 hiervor).
4.4 Entscheidend ist zun�chst, ob und in welchem Umfang ein Verlust der verpf�ndeten Vorsorgeguthaben absehbar ist (E. 3.3 hiervor). Die Beschwerdef�hrerin bestreitet eine �berschuldung der Liegenschaft des Beschwerdegegners. Es kann erg�nzt werden, dass keine der Parteien im kantonalen Berufungsverfahren eine gutachterliche Sch�tzung des Liegenschaftswertes beantragt hat. Abzustellen ist auf die betreibungsamtliche Sch�tzung und die bankinterne Sch�tzung, auf die das Kantonsgericht verwiesen hat. Gem�ss der bankinternen Sch�tzung vom 19. Dezember 2008 betr�gt der Verkehrswert des Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und zwei Garagen, Eigentum des Beschwerdegegners, Fr. 700'000.-. Die betreibungsamtliche Sch�tzung vom 22. September 2008 lautet auf Fr. 617'655.- bei im Lastenverzeichnis verzeichneten grundpfandlich gesicherten Forderungen von Fr. 654'680.-. Auf Grund der beiden Verkehrswertsch�tzungen kann willk�rfrei davon ausgegangen werden, dass das verpf�ndete Vorsorgeguthaben im Betrag der w�hrend der Ehe angesparten Austrittsleistung von rund Fr. 150'000.- im Falle einer Verwertung nicht oder nur bis zur H�lfte in Anspruch genommen werden w�rde. Unter Willk�rgesichtspunkten ist somit ein Verlust des Vorsorgeguthabens, der die vom Beschwerdegegner der Beschwerdef�hrerin geschuldeten Fr. 72'755.60 nebst Zins erfasste, nicht absehbar. Entgegen der Annahme des Beschwerdegegners kommt es in diesem Zusammenhang auf seine weiteren Schuldverpflichtungen nicht an, ist doch sein Vorsorgeguthaben ausschliesslich f�r das Wohneigentum verpf�ndet und haftet f�r andere Schulden nicht.
4.5 Die M�glichkeiten, wie der Beschwerdegegner den Anspruch der Beschwerdef�hrerin aus beruflicher Vorsorge erf�llen k�nnte, sind beschr�nkt, zumal das gesamte Vorsorgeguthaben verpf�ndet ist, frei verf�gbare Mittel nicht vorhanden sind, eine Einigung der Parteien irgendwelcher Art nicht zustande gekommen ist und eine Ver�nderung im Vorsorgeguthaben mangels Zustimmung der Pfandgl�ubigerin und der Vorsorgeeinrichtung ausser Betracht f�llt. In Frage kommt nur mehr eine angemessene Entsch�digung in Raten gem�ss Art. 124 Abs. 1 ZGB (E. 3.4.3 hiervor). Die L�sung steht zwar nicht im Vordergrund und geht den anderen M�glichkeiten nach, l�sst sich aber auf den Gesetzeswortlaut st�tzen, wonach eine angemessene Entsch�digung nicht nur geschuldet ist, wenn bei BGE 137 III 49 S. 59einem oder beiden Ehegatten ein Vorsorgefall bereits eingetreten ist, sondern weitergehend im Sinne eines Auffangtatbestandes auch dann, wenn - wie hier - aus andern Gr�nden Anspr�che aus der beruflichen Vorsorge, die w�hrend der Ehe erworben worden sind, nicht geteilt werden k�nnen.
135 V 324,
136 V 225,
135 V 232,
Art. 331d und Art. 331e OR,
art. 124 CC suite... ,
Art. 122 Abs. 2 ZGB,
Art. 331e OR,
Art. 30c BVG,
Art. 30d-f BVG,
Art. 125 Abs. 2 Ziff. 8 ZGB

References: Art. 122
 Art. 124
 BGE 
 BGE 
 Art. 122
 BGE 
 Art. 123
 Art. 331
 Art. 331
 Art. 30
 Art. 331
 Art. 30
 Art. 122
 Art. 22
 Art. 331
 Art. 331
 Art. 30
 Art. 331
 Art. 331
 BGE 
 Art. 122
 Art. 331
 BGE 
 Art. 122
 Art. 122
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 30
 Art. 122
 Art. 9
 Art. 122
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 283
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 124
 BGE 

Art. 331
 Art. 331

art. 124

Art. 122

Art. 331

Art. 30

Art. 30

Art. 125