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Timestamp: 2018-09-19 10:33:28+00:00

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LG Berlin: Dynamische IP-Adressen sind nur unter besonderen Umständen „personenbezogene Daten“ – Dr. Damm und Partner | Rechtsanwälte & Fachanwälte
LG Berlin: Dynamische IP-Adressen sind nur unter besonderen Umständen „personenbezogene Daten“
LG Berlin, Urteil vom 31.01.2013, Az. 57 S 87/08
§ 3 BDSG, § 12 TMG, § 15 Abs. 1 TMG, § 88 Abs. 3 Satz 3 TKG
Das LG Berlin hat entschieden, dass das Datenpaket aus dynamischer IP-Adresse und Zeitpunkt des Internetzugriffs über diese IP-Adresse nicht zu den personenbezogenen Daten im Sinne von § 3 BDSG oder § 12 TMG gehört. Anders soll der Fall liegen, wenn nicht nur die dynamische IP-Adresse und Zugriffszeitpunkt bekannt ist, sondern auch die Bestimmung der Identität des Nutzers, etwa weil der Nutzer in einem Formular auf der Webseite seinen Vor- und Nachnamen oder seine E-Mail-Adresse angegeben hat (relativer Personenbezug). Zum Volltext der Entscheidung:
hat die Zivilkammer 57 des Landgerichts Berlin in Berlin – Mitte, Littenstraße 12-17, 10179 Berlin, auf die mündliche Verhandlung vom 31.01.2013 durch … für Recht erkannt:
Die Beklagte wird verurteilt, es zu unterlassen, die Internetprotokolladresse (IP-Adresse) des zugreifenden Hostsystems des Klägers, die im Zusammenhang mit der Nutzung öffentlich zugänglicher T elemedien der Beklagten im Internet – mit Ausnahme des Internetportals ..http://www.bmj.bund.de.. – übertragen wird, in Verbindung mit dem Zeitpunkt des jeweiligen Nutzungsvorganges über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorganges hinaus zu speichern oder durch Dritte speichern zu lassen,
– soweit die Speicherung nicht im Störungsfall zur Wiederherstellung der Verfügbarkeit des Telemediums erforderlich ist.
Die Beklagte betreibt eine Vielzahl allgemein zugänglicher Internetportale, auf denen aktuelle Informationen von Bundesbehörden und sonstigen Bundesorganen und – einrichtungen vorgehalten und für jedermann zum Abruf bereitgestellt sind. Dabei hält sie nach dem unbestrittenen Klägervortrag „bei den meisten Portalen“ jeden Zugriff auf ihre verschiedenen Informationsangebote in einer Protokolldatei fest. Auf diese Weise verfährt sie unstreitig jedenfalls bei den im Schriftsatz der Beklagten vom 22.03.2010 auf Seiten 21 bis 23 (BI. 124ft. I Band II d. A.), auf den Bezug genommen wird, aufgeführten Portalen.
In den Protokolldateien speichert sie – auch über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorganges hinaus ­
Die Beklagte verzichtet bei einigen der von ihr betriebenen Internetportale darauf, die IP- Adresse der jeweiligen Nutzer zu speichern. Auf die nicht abschließende Aufzählung im Schriftsatz des Klägers vom 26. März 2010 (BI. 166 I Band 11 d.A.) der einzelnen Behörden, die von der Speicherung der IP-Adressen absehen, wird Bezug genommen. Die Beklagte begründet dies damit, dass der „Angriffsdruck“ auf diese Seiten geringer sei.
zu verurteilen, es zu unterlassen. die Internetprotokolladresse (IP-Adresse) des zugreifenden Hostsystems des Klägers, die im Zusammenhang mit der Nutzung öffentlich zugänglicher Telemedien der Beklagten im Internet – mit Ausnahme des Internetportals – übertragen wird über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorgangs hinaus zu speichern oder durch Dritte speichern zu lassen, soweit die Speicherung nicht im Störungsfall zur Wiederherstellung der Verfügbarkeit des Telemediums erforderlich ist,
sie zu verurteilen, es zu unterlassen, die Internetprotokolladresse (IP-Adresse) des zugreifenden Hostsystems des Klägers, die im Zusammenhang mit der Nutzung öffentlich zugänglicher Telemedien der Beklagten im Internet – mit Ausnahme des Internetportals – übertragen wird in Verbindung mit dem Zeitpunkt des jeweiligen Nutzungsvorgangs über das Ende des jeweiligen Nutzungsvorgangs hinaus zu speichern oder durch Dritte speichern zu lassen, soweit die Speicherung nicht im Störungsfall zur Wiederherstellung der Verfügbarkeit des Telemediums erforderlich ist,
Die Speicherung der IP-Adressen sei zur Gewährleistung und Aufrechterhaltung der IT- Sicherheit und der Funktionsfähigkeit der Telemedien- und Telekommunikationsnetze der Beklagten erforderlich. Zur Erkennung und Abwehr von sog. DOS-Angriffen („denial of service“, d.h. ein Lahmlegen der T elekommunikationsinfrastruktur durch gezieltes und koordiniertes Fluten einzelner Webserver mit einer Vielzahl von Anfragen) setze die Beklagte ein Anomalisierungserkennungssystem ein, bei dem bestimmte Kennzahlen des normalen Datenverkehrs aufgezeichnet und Abweichungen als mögliche Angriffe eingestuft würden. Zur Anomalieerkennung müssten insbesondere die IP-Adressen über einen gewissen Zeitraum gesichert und ausgewertet werden, da sich Anomalien erst in einer Rückschau erkennen ließen. Diese Analyse könne mehrere Wochen dauern (BI. 129 – 134/ Band II d. A).
Prozessfähigkeit der Beklagten
Bestimmtheit der Anträge
Anwendbarkeit der §§ 11 ff. TMG
In der Literatur wird „Bestimmtheit“ angenommen, wenn sich die Daten direkt auf eine bestimmte Person beziehen, wenn sie also einen unmittelbaren Rückschluss auf die Identität einer Person zulassen. „Bestimmbarkeit“ wird angenommen, wenn die konkrete Person nicht allein durch die Daten identifiziert, jedoch mit Hilfe anderer Informationen und Zusatzwissen ein Personenbezug hergestellt werden kann (Krüger, Maucher, MMR 2011,433 ff., 434).
Auf dieser Grundlage ist allgemein anerkannt, dass die IP-Adresse in der Hand des Zugangsanbieters („Acces-Provider“), der über die Bestands- und Vertragsdaten seiner Kunden und über die seinen Kunden für den jeweiligen Internetzugriff zugewiesenen IP-Adresse verfügt, ein personenbezogenes Datum ist (Urteil des BVerfG vom 02.03.2010 zur Vorratsdatenspeicherung, 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08, zit. nach juris; Urteil des BGH vom 12.05.2010, I ZR 121/08, zit. nach juris; Urteil des BGH vom 13.01.2011, 111 ZR 146/10, zit. nach juris).
Ob das auch für einen Internetseitenbetreiber gilt, der über Personaldaten der Nutzer in der Regel nicht verfügt, ist noch nicht höchstrichterlich entschieden. Die Antwort richtet sich nach der Auslegung des Begriffs „bestimmbar“.
Insoweit gibt es zwei Ansätze. Nach dem absoluten Verständnis reicht es aus, dass irgendein Dritter, beispielsweise der Zugangsanbieter, über das notwendige Zusatzwissen zur Herstellung des Personenbezugs verfügt. Auf die Möglichkeiten der die Daten verarbeitenden Stelle, an dieses Zusatzwissen zu gelangen, kommt es danach nicht an. Nach diesem Verständnis ist in der Konsequenz das „gesamte Weltwissen“ einzubeziehen.
Eine Analyse der wesentlichen Stimmen in Rechtsprechung und Literatur ergibt, dass im Ergebnis immer auf den relativen Begriff abgestellt wird, indem die Frage gestellt wird, ob und wie die Zuordnung für die verarbeitende Stelle mittels anderer Daten möglich ist. So wird darauf abgestellt, ob der Personenbezug „ohne großen Aufwand“ (Amtsgericht Berlin-Mitte, Urteil vom 27.03.2007, 5 C 314/06, zit. nach juris; Arbeitskreis Medien; Orientierungshilfe zum Umgang mit personenbezogenen Daten bei Internetdiensten, Abschnitt 3.1, abrufbar unter: http.llwww.datenschutz.hessen.de/_old_contentltb31/k25p03.htm). „mit normalen Mitteln“ (Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg vom 03.11.2010, 5 W 126/10, zit. nach juris) oder „mit den normalerweise zur Verfügung stehenden Kenntnissen und Hilfsmitteln und ohne unverhältnismäßigen Aufwand“ (AG München, Urteil vom 30.09.2008, 133 C 5677/08, Rn. 22 – 24, zit. nach juris) möglich ist. Die Artikel-29-Datenschutzgruppe geht in ihrer Stellungnahme 4/2007, Seite 17/18, davon aus, dass die rein hypothetische Möglichkeit nicht reiche, wenn sie nicht bestehe oder vernachlässigbar sei, wobei alle relevanten Kontextfaktoren zu berücksichtigen seien.
§ 15 Abs. 4 TMG
Dies ist unstreitig, nachdem der Kläger konkrete Internetportale der Beklagten benannt hat, bei denen sie darauf verzichtet, die IP- Adresse der jeweiligen Nutzer zu speichern (vgl. die Aufzählung der einzelnen Webseiten im Schriftsatz des Klägers vom 26. März 2010 (BI. 166 / Band 11 d. A). Dies hat die Beklagte mit Schriftsatz vom 28.06.2010 (BI. 35 ff / Band 111 d. A) zwar pauschal bestritten und vorgetragen, dass „etwa“ das Bundeskriminalamt keine IP-Adressen von Besuchern seiner Webseiten speichere, dass jedoch das Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik als IT-Dienstleister aus dem Geschäftsbereich des Finanzministeriums die Webseiten des Bundeskriminalamtes hoste und die IP-Adressen speichere. „Einige Behörden der Bundesverwaltung“ hätten den Betrieb von Webservern auch an private Dienstleister ausgelagert, bei denen „davon auszugehen“ sei, dass sie eine Speicherung von IP-Adressen vornähmen (BI. 42f. Band 111 d. A). Jedoch trifft die Beklagte in diesem Zusammenhang eine sekundäre Darlegungslast, da nur sie einen Einblick in die Speicherpraxis ihrer Behörden hat. Dieser Darlegungslast hat sie mangels substantiierten Vortrags, dass bei den vom Kläger konkret benannten Portalen die IP-Adresse von Externen gespeichert werde, nicht genüge getan. Hinzu kommt, dass der Kläger im Schriftsatz vom 01.10.2010 (BI. 61ff. / Band 111 d. A) auf eine Erklärung des Bundesdatenschutzbeauftragten aus dem Jahr 2008 Bezug nimmt, nach der mehrere der genannten Anbieter ausdrücklich erklärt hätten, keinen externen Serverbetreiber einzuschalten. Dies wiederum hat die Beklagte nicht bestritten, was bedeutet, dass sie ihr (ohnehin unsubstantiiertes) „Bestreiten“ nicht aufrecht erhält.
Soweit die Beklagte sich darauf beruft, dass sie auch Telekommunikationsleistungen anbiete, die sie ihren Behörden und Dienststellen zur Nutzung zur Verfügung stelle, weshalb sie Gefahren für ihre IT-Systeme abwehren müsse, führt dies nicht zur Anwendbarkeit des § 100 TKG. Es mag sein, dass die Beklagte gegenüber ihren Behörden und Dienststellen auch Telekommunikationsdienste anbietet. Jedoch stellt dies kein geschäftsmäßiges Erbringen von Telekommunikationsdiensten im Sinne von § 3 Nr. 10 TKG dar, da das Angebot nicht Dritten außerhalb der Behörden zur Verfügung steht. Darüber hinaus gibt § 100 Abs. 1 TKG nach seinem Wortlaut und Sinn und Zweck nur Eingriffsbefugnisse gegenüber den Teilnehmern und Nutzern der Telekommunikationsdienstleistungen und nicht den Nutzern anderer (Telemedien-) Dienstleistungen, um die es vorliegend geht. Der Begriff des „Nutzers“ ist in § 3 Nr. 14 TKG legaldefiniert als eine Person, die einen Telekommunikationsdienst in Anspruch nimmt. Dies ist der Kläger auch nach dem Sachvortrag der Beklagten nicht.
Die analoge Anwendung von § 100 TKG auf den Anbieter von Telemediendienstleistungen ist ausgeschlossen, da es sich bei § 15 TMG um eine abschließende Regelung handelt. Eine Regelungslücke liegt nicht vor. Dies ergibt sich zum einen eindeutig aus dem Wortlaut des § 15 Abs. 1 TMG: „Der Diensteanbieter … darf personenbezogene Daten eines Nutzers nur erheben und verwenden, …“. Zu anderen folgt dies daraus, dass der Gesetzentwurf ursprünglich vorsah, in § 15 Abs. 9 TMG eine dem § 100 TKG inhaltlich entsprechende Regelung aufzunehmen, was jedoch ersatzlos gestrichen wurde.
§ 904 BGB analog
§ 5 BSIG
keine Beschränkung auf zweiten Hilfsantrag
Der Unterlassungsanspruch des Klägers gegen die Beklagte bezieht sich auf sämtliche von der Beklagten betriebenen Internetportale mit Ausnahme desjenigen des BMJ, ohne dass diese im Tenor konkret zu bezeichnen wären. Der Anspruch erstreckt sich zum einen auch auf die Portale, bei denen die IP-Adresse nicht gespeichert wird, da bei diesen die Beklagte von ihrer bisherigen Übung jederzeit wieder abweichen könnte. Zum anderen erfasst der Anspruch auch Portale, die in der nicht abschließenden Aufzählung im Schriftsatz der Beklagten vom 22. März 2010, dort Seite 21 – 23 (BI. 124 ff. / Band“ d. A.), gegebenenfalls nicht aufgeführt sind. Drittens wird die Beklagte zukünftig mit Sicherheit neue Seiten und Telemedienangebote kreieren, hinsichtlich derer auch ein Unterlassungsanspruch des Klägers besteht.
Kein weitergehender Unterlassungsanspruch
kein Anspruch des Klägers als anonymer Surfer
Sachliches oder persönliches Verhältnis einer Person
In dieser Entscheidung ging es um die Haftung des dortigen Beklagten für einen Urheberrechtsverstoß, der erwiesenermaßen nicht von ihm, jedoch von seinem (ungesicherten) WLAN-Anschluss aus durch einen unbekannten Dritten, gegen den dortigen Kläger verübt worden ist. Die IP-Adresse des beklagten Anschlussinhabers wurde von einem privaten Unternehmen, das den Musiktitel des Urheberrechtsträgers im Internet für diesen überwacht hatte, festgestellt. Die Identität des Beklagten als Anschlussinhaber wurde von der Staatsanwaltschaft ermittelt durch Einholung einer Auskunft vom Zugangsanbieter nach strafprozessualen Befugnissen. Der BGH hat die Haftung des Anschlussinhabers auf Schadensersatz verneint. Zwar treffe den Anschlussinhaber eine sekundäre Darlegungslast dahingehend, dass er selbst nicht der Handelnde war, jedoch habe der Beklagte dieser·im konkreten Fall genüge getan. Eine Zurechnung der Handlung des Täters zum Beklagten hat der BGH aus rechtlichen Gründen abgelehnt und dies begründet wie folgt: „die IP-Adresse … ist keinem konkreten Nutzer zugeordnet, sondern nur einem Anschlussinhaber, der grundsätzlich berechtigt ist, beliebigen Dritten Zugriff auf seinen Internetanschluss zu gestatten. Die IP-Adresse gibt deshalb bestimmungsgemäß keine zuverlässige Auskunft über die Person, die zu einem konkreten Zeitpunkt einen bestimmten Internetanschluss nutzt. Damit fehlt die Grundlage dafür, den Inhaber eines WLAN-Anschlusses im Wege einer unwiderleglichen Vermutung so zu behandeln, als habe er selbst gehandelt“. Hintergrund der Entscheidung ist die Abgrenzung von dem Fall, in dem der Inhaber eines Mitgliedskontos bei Ebay sein Konto nicht hinreichend vor Zugriffen Dritter gesichert hat und sich so behandeln lassen muss, als habe er selbst gehandelt. Der Unterschied besteht darin, dass der Inhaber eines WLAN-Anschlusses beliebigen Dritten die Nutzung des Anschlusses erlauben darf, ohne für diese die deliktische Verantwortung zu übernehmen.
Diese Entscheidung enthält keine Aussage dazu, ob es sich bei der IP-Adresse um ein personenbezogenes Datum handelt oder nicht. Es geht nur um die Frage der Zurechnung einer Verletzungshandlung zu dem Inhaber des Anschlusses, von dem aus gehandelt worden ist. Der Satz in dem Urteil des Bundesgerichtshofs „IP-Adresse lässt bestimmungsgemäß keine zuverlässige Auskunft über die Person des Nutzers zu einem bestimmten Zeitpunkt zu“ ist nur in diesem Zusammenhang zu verstehen.
Bedingungen der legalen Kenntniserlangung durch die Beklagte
Bei dem Zugangsanbieter vorhandene Zusatzinformationen
Kenntnisnahme durch die Beklagte
– Die Beklagte kann unter bestimmten Voraussetzungen auch gemäß § 101 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, Abs. 9 UrhG als Betroffene einer Urheberechtsverletzung und Inhaberin eines zivilrechtlichen Auskunftsanspruches von dem Zugangsanbieter Auskunft verlangen. Zwar erscheint eine Konstellation schwer vorstellbar, in der ein Nutzer öffentlicher Internetseiten der Beklagten einen Urheberechtsverstoß zu deren Lasten begeht. Diese zivilrechtliehe Auskunftsrecht steht aber ähnlich wie die Datenerhebung gem. § 100 g StPO durch Ermittlungsbehörden (s.o.) unter einem „Richtervorbehalt“, sofern die Auskunft nur unter Verwendung von Verkehrsdaten erteilt werden kann, § 101 Abs. 9 UrhG, denn dann ist eine vorherige richterliche Anordnung durch das ausschließlich zuständige Landgericht erforderlich, das über die Zulässigkeit der Verwendung von Verkehrsdaten zu befinden hat. Mithin hat es auch das Vorliegen der Voraussetzungen eines Auskunftsanspruchs, nämlich eine Urheberechtsverletzung in gewerblichem Ausmaß i.S.v. § 101 Abs. 1 UrhG festzustellen.
Gefahr der Ermittlung gegen Unbeteiligte
In gleicher Weise ist nicht ersichtlich, weshalb vorliegend die Identifizierung von Anschlussinhabern unmöglich gemacht werden sollte, weil theoretisch ein Unbeteiligter verdächtigt werden könnte. Die Gefahr der Verdächtigung eines Unbeteiligten im Rahmen einer mit technischen Mitteln durchgeführten IP-Nummern-Zuordnung ist jedenfalls nicht größer als in der „realen“ Welt außerhalb des Internets, in der Beschuldigte beispielsweise aufgrund von Zeugenaussagen einer Straftat verdächtigt werden.
Auf die Entscheidung hingewiesen hat Reto Mantz / Retrosphere (hier).

References: § 3
 § 12
 § 15
 § 88
 § 3
 § 12
 BGH 
 BGH 

§ 15
 § 100
 § 3
 § 100
 § 3
 § 100
 § 15
 § 15
 § 15
 § 100

§ 904

§ 5
 BGH 
 BGH 
 § 101
 § 100
 § 101
 § 101