Source: http://versandhandelsrecht.de/2015/06/widerrufsrecht/verlaengerung-der-widerrufsfrist-auf-einen-monat-zulaessig/
Timestamp: 2018-10-16 08:16:54+00:00

Document:
Verlängerung der Widerrufsfrist auf einen Monat zulässig - Versandhandelsrecht.de
Verlängerung der Widerrufsfrist auf einen Monat zulässig
4. Juni 2015 | Von Helena Golla (Haupt) | Kategorie: Aktuelles, News, Widerrufsrecht
Die freiwillige Verlängerung der Widerrufsfrist auf einen Monat in der Widerrufsbelehrung ist zulässig. Dies entschied das OLG Frankfurt mit Beschluss vom 07.05.2015.
Die Widerrufsfrist beträgt grundsätzlich 14 Tage. Dies ist in § 355 Abs. 2 BGB eindeutig geregelt. Auch die Muster-Widerrufsbelehrung sieht eine Widerrufsfrist von 14 Tagen vor. Dort heißt es:
Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.“
Ein Monat Widerrufsfrist möglich
Das OLG Frankfurt hat nun entschieden, dass eine freiwillige Verlängerung der Widerrufsfrist in der Widerrufsbelehrung möglich ist. Insbesondere würde die Widerrufsbelehrung durch die Abänderung des Belehrungstextes in Bezug auf die Länge der Widerrufsfrist nicht unrichtig und sei mit den Vorgaben der §§ 312d I, 312g BGB i.V.m. Art. 246a II Nr. 1 EGBGB vereinbar. Das Gericht führt hierzu aus:
Wie das Landgericht mit zutreffender Begründung angenommen hat, enthält die Widerrufsbelehrung das an den Vertragspartner gerichtete Angebot, die gesetzliche Widerrufsfrist von 14 Tagen auf einen Monat zu verlängern. Nimmt der Verbraucher dieses Angebot an, beträgt die Widerrufsfrist tatsächlich einen Monat. Insbesondere kann es keinem Zweifel unterliegen, dass sich der Verwender der streitgegenständlichen Widerrufsbelehrung gegenüber dem Käufer nicht darauf berufen könnte, die Widerrufsfrist betrage nach dem Gesetz nur vierzehn Tage. Die über das Widerrufsrecht erteilte Belehrung ist damit richtig.
Bislang war unklar, ob bzw. wie Händler ihren Kunden freiwillig (oder zur Erfüllung der Vorgaben einiger Plattformen) eine längere Widerrufsmöglichkeit einräumen können.
Die Veränderung der gesetzlichen Muster-Widerrufsbelehrung birgt dabei immer das Risiko, dass man sich nicht mehr auf die gesetzliche Vermutung berufen kann, dass die Muster-Widerrufsbelehrung sämtliche rechtlichen Anforderungen erfüllt.
Nun hat das OLG Frankfurt entschieden, dass es Händlern möglich ist, ihren Kunden durch die Veränderung des Belehrungstextes eine längere Widerrufsmöglichkeit einzuräumen.
Es bleibt jedoch abzuwarten, ob sich andere Gerichte dieser Entscheidung anschließen.
Musterverfahren Widerrufsbelehrung im Printwerbemittel I. Instanz
BGH zur korrekten Anschrift in der Widerrufsbelehrung
EuGH Identitätsangaben bei Marktplatzwerbung
LG Nürnberg-Fürth: Ware nach Widerruf nicht gebraucht
Zu Garantie, Gewährleistung und Produkthaftung
Widerrufsrecht im Fall der Vertretung
Rechtstipps zum Räumungsverkauf und Sonderverkauf
Erfüllungsort im Versandhandel
Rücksendung nur in Originalverpackung?
Kleingedrucktes AGB und Schriftgröße
Verkauf des eBay-Shops bzw. des Amazon-Verkäufer-Kontos möglich?
BGH Falscher Preis bei eBay oder im Shop
Datenschutzrechtliche Pflichten von Unternehmen
Schlagworte: Widerrufsbelehrung, Widerrufsfrist, Widerrufsrecht
Newsletter-Abo jetzt!
Tipps, Nachrichten, Urteile und aktuelle Entwicklungen im Werberecht und Wirtschaftsrecht werden hier als Rechtsinformationen für Versand und Handel, kurz alle, die werben und verkaufen, aufbereitet. Natürlich können Sie sich auch als Verbraucher informieren.
Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns: mail@versandhandelsrecht.de
Rolf Becker und das Team von Versandhandelsrecht
Kategorien Kategorie auswählen Abmahnung (71) AGB (35) Aktuelles (259) Datenschutzrecht (29) Direktmarketing (27) Emailwerbung (17) Fernabsatzrecht (136) Foren-Presse (7) Garantie-Gewährleistung (11) Gutscheine (8) Heilmittelwerberecht (2) Impressum (11) Jugendschutz (3) Kennzeichnungspflichten (31) Kundenbewertungen (9) Markenrecht (18) News (260) Preisangaben (29) Social Media (14) Sonderbeitrag (3) Sonderbeitrag2 (1) Telefonwerbung (13) Testwerbung (12) Textilkennzeichnung (1) Urheberrecht (16) Verkaufsaktionen (19) Verkaufsplattformen (45) Werbung (89) Widerrufsrecht (40) Wirtschaftsrecht (15)
Zurückliegende Beiträge
Zurückliegende Beiträge Monat auswählen Oktober 2018 (1) September 2018 (7) August 2018 (2) Juni 2018 (2) Mai 2018 (2) April 2018 (5) März 2018 (5) Februar 2018 (5) Januar 2018 (6) Dezember 2017 (5) November 2017 (5) Oktober 2017 (3) September 2017 (4) August 2017 (4) Juli 2017 (5) Juni 2017 (5) Mai 2017 (6) April 2017 (5) März 2017 (4) Februar 2017 (5) Januar 2017 (4) Dezember 2016 (5) November 2016 (5) Oktober 2016 (5) September 2016 (5) August 2016 (4) Juli 2016 (5) Juni 2016 (5) Mai 2016 (5) April 2016 (5) März 2016 (5) Februar 2016 (5) Januar 2016 (7) Dezember 2015 (9) November 2015 (6) Oktober 2015 (6) September 2015 (6) August 2015 (6) Juli 2015 (7) Juni 2015 (8) Mai 2015 (8) April 2015 (6) März 2015 (6) Februar 2015 (4) Januar 2015 (8) Dezember 2014 (4) November 2014 (3) Oktober 2014 (4) September 2014 (4) August 2014 (2) Juli 2014 (9) Juni 2014 (23) Mai 2014 (1) März 2014 (5) Februar 2014 (5) Januar 2014 (1) Dezember 2013 (1) November 2013 (3) Oktober 2013 (4) September 2013 (3) August 2013 (8) Juli 2013 (8) Juni 2013 (4) Mai 2013 (6) April 2013 (10) März 2013 (4) Februar 2013 (7) Januar 2013 (3) Dezember 2012 (4) November 2012 (4) Oktober 2012 (3) Juli 2012 (1) März 2012 (1) Januar 2012 (1) Dezember 2011 (4) November 2011 (4) Oktober 2011 (2) September 2011 (2) August 2011 (3) Juli 2011 (2) Juni 2011 (4) Mai 2011 (16) April 2011 (5) März 2011 (2) Februar 2011 (8) Januar 2011 (12) März 2010 (1) Februar 2010 (2) Januar 2010 (1)
Abmahnung AGB amazon Angebot BGH Datenschutz Datenschutzhinweise Datenschutzrecht E-Mail-Adresse ebay Einwilligung Facebook Fernabsatz Garantien Gewährleistung Gutschein Haftung Händler Identitätsangabe Impressum Information Informationspflicht Irreführung Kennzeichnung Lebensmittel Lieferangaben Meinungsäußerung OLG Online-Vertrieb Preisbindung Preiswerbung Telefonwerbung Testergebnis Testwerbung Urheberrechtsverletzung Urteil UWG Verkaufsförderung Versandhandel VRRL Warenbezeichnung Werbung Widerrufsbelehrung Widerrufsrecht Zahlungsarten
OLG Frankfurt zu der Bewerbung eines Sirups mit „Holunderblüte“
Lebensmittel müssen mit Hinweisen zur Aufbewahrung bzw. Verwendung versehen werden
EuGH: Zertifizierung des Online-Shops für den Verkauf von Bio-Produkten erforderlich
Arzneimittel darf nicht mit „wirkungsvoll“ oder „effektiv“ beworben werden
Traubenzucker darf nicht mit gesundheitsbezogenen Angaben beworben werden
© 2018 Versandhandelsrecht.de | Powered by WordPress

References: § 355
 Art. 246

BGH 

EuGH 

BGH 
 BGH