Source: http://wielandforschung.de/index.php/richtlinien
Timestamp: 2019-02-22 22:26:43+00:00

Document:
am Wieland-Forschungszentrum Oßmannstedt
1. Falschangaben wie
Erfinden, Verfälschen, Unterdrücken, Manipulieren relevanter Daten (Quellen, Belegen, Darstellungen oder Abbildungen) und die Auswahl und Zurückweisung unerwünschter Ergebnisse ohne Offenlegung
unrichtige Angaben zur wissenschaftlichen Leistung
2. Verletzung geistigen Eigentums anderer durch widerrechtliche Bezugnahme auf:
(2) Es ist strikte Ehrlichkeit im Hinblick auf die Beiträge von Partnern, Konkurrenten und Vorgängern zu wahren. Als Mit-Autoren dürfen nur diejenigen bezeichnet werden, die tatsächlich und wesentlich zur Konzeption, Erarbeitung (Analyse, Interpretation) des dokumentierten Forschungsergebnisses beigetragen und der Veröffentlichung zugestimmt haben. Arbeitsrechtliche Beziehungen zwischen den Beteiligten sind für die Begründung einer (Mit-)Autorschaft unerheblich.
(2) Die Ombudsperson arbeitet unabhängig, ist nicht weisungsgebunden und erfüllt die Aufgabe einer unparteiischen Schiedsperson. Sie soll über ausgeprägte Erfahrungen in der Durchführung von Forschungsprojekten und in der Heranbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses verfügen.
(3) Die Ombudsperson berät den Vorstand des Wieland-Forschungszentrums in grundsätzlichen Fragen guter wissenschaftlicher Praxis und kann dazu Empfehlungen aussprechen.
(4) Die Ombudsperson ist für alle Mitarbeiter des Wieland-Forschungszentrums zuständig. Sie berät diejenigen, die sie über ein mutmaßliches wissenschaftliches Fehlverhalten informieren. Jedes Mitglied des Wieland-Forschungszentrums hat Anspruch darauf, die Vertrauensperson innerhalb kurzer Frist persönlich zu sprechen. Die Vertrauensperson prüft die Hinweise summarisch auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Bedeutung, auf mögliche Motive und im Hinblick auf Möglichkeiten zur Ausräumung der Vorwürfe.
(4) Die Mitwirkung in einem Ombudsverfahren ist für die Mitarbeiter des Wieland-Forschungszentrums verbindlich und unterliegt nicht der freiwilligen Entscheidung des bzw. der Einzelnen.
(5) Die Ombudsperson kann auf der Basis der durch Prüfung aller vorgelegten Informationen und Stellungnahmen erlangten Erkenntnisse eine Empfehlung zur Konfliktbeilegung aussprechen. Eine solche Vereinbarung ist einschließlich einer Fristsetzung für die Umsetzung schriftlich zu fixieren.
(8) Liegt nach Prüfung aller vorgelegten Unterlagen und Stellungnahmen ein hinreichender Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten i. S. von § 2 dieser Satzung vor, so übergibt die Ombudsperson die Angelegenheit an den Vorstand des Wieland-Forschungszentrums. Vorstand und Ombudsmann besprechen den Fall mutmaßlichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens kollegial und nichtöffentlich und klären, ob wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt, um ggf. Empfehlungen für dessen Sanktionierung auszusprechen. Sie treffen ihre Beschlüsse mit einfacher Mehrheit; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des 1. Vorsitzenden des Wieland-Forschungszentrums. Vorstand und Ombudsmann können im Einzelfall weitere Personen als Experten hinzuziehen, so z. B. Ombudspersonen der Klassik Stiftung Weimar.
(9) Sie entscheiden, ob das Verfahren einzustellen und wie die beschuldigte Person zu rehabilitieren oder ob ein wissenschaftliches Fehlverhalten hinreichend erwiesen ist. Im letzteren Fall legen sie die zu treffenden Maßnahmen fest. Es ist zu klären, ob und inwieweit andere Wissenschaftler (frühere und mögliche Kooperationspartner, Koautoren), wissenschaftliche Einrichtungen, wissenschaftliche Zeitschriften und Verlage (bei Publikationen), Fördereinrichtungen und/oder Wissenschaftsorganisationen, Standesorganisationen, Fachgesellschaften, Ministerien und/oder die Öffentlichkeit benachrichtigt werden sollen oder müssen und ob arbeits-, zivil-, strafrechtliche oder ordnungsrechtliche Maßnahmen mit den entsprechenden Verfahren einzuleiten sind (s. Anlage: Mögliche Konsequenzen wissenschaftlichen Fehlverhaltens).
Nicht abschließende Übersicht über mögliche Konsequenzen bei wissenschaftlichem Fehlverhalten:
2. Akademische Konsequenzen (Benachrichtigung der Hochschule, die den akademischen Grad verliehen hat, sofern das wissenschaftliche Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Erwerb der akademischen Qualifikation gestanden hat).
3. Zivilrechtliche Konsequenzen
Herausgabeansprüche gegen den Betroffenen, etwa auf Herausgabe von entwendetem wissenschaftlichen Material;
Beseitigungs- und Unterlassungsansprüche insbesondere aus dem Urheberrecht;
Schadensersatzansprüche des Wieland-Forschungszentrums oder Dritter bei Personenschäden, Sachschäden oder dergleichen.
4. Rückforderungsansprüche nach Zivil- oder Verwaltungsrecht (z. B. bezogen auf Stipendien, Drittmittel, haushaltsrechtliche Zuwendungen).
5. Straf- oder ordnungswidrigkeitenrechtliche Konsequenzen, z. B. bei
Verletzung des persönlichen Lebens- und Geheimbereichs (§ 202a StGB: Ausspähen von Daten, § 204 StGB: Verwertung fremder Geheimnisse);
Vermögensdelikten (§ 242 StGB: Diebstahl; § 246 StGB: Unterschlagung; § 263 StGB: Betrug; § 264 StGB: Subventionsbetrug; § 266 StGB: Untreue);
Urkundenfälschung (§ 267 StGB: Urkundenfälschung);
Sachbeschädigung (§ 303 StGB: Sachbeschädigung; § 303a StGB: Datenveränderung); Urheberrechtsverletzungen (§ 106 Urheberrechtsgesetz: Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke).
6. Widerruf von wissenschaftlichen Publikationen, Information der Öffentlichkeit bzw. der Medien:
Wissenschaftliche Publikationen, die aufgrund wissenschaftlichen Fehlverhaltens fehlerbehaftet sind, sind zurückzuziehen, soweit sie noch unveröffentlicht sind, und richtigzustellen, soweit sie veröffentlicht sind (Widerruf); Kooperationspartner sind, soweit notwendig, in geeigneter Form zu informieren. Hierbei soll im Vorfeld eine Beratung durch die Ombudsperson erfolgen. Grundsätzlich sind dazu die Autorinnen und Autoren und die beteiligten Herausgeber verpflichtet; werden diese nicht tätig, leitet das Wieland-Forschungszentrum die ihm möglichen geeigneten Maßnahmen ein.
Wurde wissenschaftliches Fehlverhalten festgestellt, unterrichtet das Wieland-Forschungszentrum andere betroffene Forschungseinrichtungen bzw. Wissenschaftsorganisationen. In begründeten Fällen kann auch die Informierung von Berufsorganisationen oder wissenschaftlichen Fachgesellschaften angebracht sein.
Das Wieland-Forschungszentrum kann insbesondere zur Wahrung des Vertrauens in seine wissenschaftliche Redlichkeit bzw. zur Wiederherstellung seines gefährdeten wissenschaftlichen Rufes (bzw. des Rufes eines Mitarbeiters) verpflichtet sein, betroffene Dritte und die Öffentlichkeit zu informieren. Das Einverständnis der oder des jeweils Betroffenen ist anzustreben.

References: § 2
 § 204
 § 246
 § 263
 § 264
 § 266
 § 303