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Timestamp: 2018-12-19 16:04:32+00:00

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Antrag Berufsunfähigkeit: wie beantrage ich eine BU?
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Antrag Berufsunfähigkeit: hier erfahren Sie mehr über Strategien zu Beantragung und Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Mehr zur richtigen Konfiguration einer BU Versicherung lesen Sie auf unserer Seite Berufsunfähigkeitsversicherung Konfiguration und zur anschließenden Auswahl des passenden Anbieters / Tarifs auf unserer Seite Beste Berufsunfähigkeitsversicherung: Skoda, VW, Mercedes?
Ein wichtiger Hinweis vorab: viele Fragen rund um den Antrag auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind hier sehr detailliert beschrieben. Das könnte verführen zu versuchen, den Antrag Berufsunfähigkeit im “Do-it-yourself-Verfahren” selbst zu stellen. Tun Sie das besser nicht, der Teufel steckt im Detail! Nutzen Sie unsere professionelle Beratung – ohne Mehrkosten für Sie, die BU wird dadurch nicht teurer! Einen kostenlosen Beratungstermin (auch bundesweit per Webmeeting) können Sie per Klick auf das Kalendersymbol rechts oder über diesen Link einfach und schnell vereinbaren.
Antrag Berufsunfähigkeit – wie geht das?
Zunächst ist professioneller Rat im Vorfeld der Antragstellung wichtig zu Versorgungslücken, Versicherbarkeit, Anforderungen an eine gute BU, Auswahl des zu persönlichen Anforderungen / beruflicher Tätigkeit passenden leistungsstarken Tarifs (siehe Beste Berufsunfähigkeitsversicherung: Skoda, VW, Mercedes?), richtige “Konfiguration“ bezüglich Rentenhöhe, Laufzeit, Leistungsdynamik, Beitragsdynamik, usw..
Danach sind aber auch bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (Antrag Berufsunfähigkeit) einige wichtige Feinheiten zu beachten!
Wie beantrage ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Wichtige Aspekte beim Antrag Berufsunfähigkeit sind (hier die direkten Links):
Gesundheitsfragen bei Antrag Berufsunfähigkeit
Ärztliche Untersuchung bei Antrag Berufsunfähigkeit
Risikoprüfung bei Antrag Berufsunfähigkeit (mit Tipps zu Ausschluss, Zuschlag und Nachschauklausel)
Risikovoranfrage bei Antrag Berufsunfähigkeit
Warndatei / Schwarze Liste / Sonderwagnisdatei bei Antrag Berufsunfähigkeit
Antrag Berufsunfähigkeit: Gesundheitsfragen
Um spätere Diskussionen über die Verletzung von vorvertraglichen Anzeigepflichten gem. § 19 VVG zu vermeiden, sollten die im Antrag Berufsunfähigkeit gestellten Gesundheitsfragen sorgfältig, d.h. vollständig und korrekt beantwortet werden. Andernfalls kann die Gesellschaft später Leistungen verweigern oder vom Vertrag zurücktreten bzw. diesen kündigen oder anfechten.
Um bezüglich der Richtigkeit und Vollständigkeit der Gesundheitsangaben ganz auf Nummer Sicher zu gehen, kann die Einholung von Auskünften von Krankenkasse bzw. Krankenversicherung und behandelnden Ärzten (Einsichtsrecht nach § 630g BGB) sinnvoll sein. Besonders gesetzlich Versicherte können bei den (Abrechnungs-) Diagnosen in ihrer Krankenakte Überraschungen erleben und sollten den Arzt dann per Attest um Klarstellung bitten.
Mehr als gefragt muss allerdings auch nicht beantwortet werden! Sie müssen also keine Informationen preisgeben, die über den angegebenen Fragezeitraum (i.d.R. 5 Jahre für Krankheiten, Beschwerden, Arztbesuche und 10 Jahre für Operationen und Psychotherapie) hinausgehen.
Und wenn z.B. drei Gesellschaften bei ihren Gesundheitsfragen im Antrag Berufsunfähigkeit nicht nach “dauerhaften körperlichen Beeinträchtigungen” fragen, dann muss eine Kundin mit einer starken, in den letzten 5 Jahren jedoch behandlungs- und beschwerdefreien Skoliose dazu im Antrag Berufsunfähigkeit keine Angaben machen (und bekam so dank unserer Unterstützung die ersehnte BU Absicherung).
Manchmal ist es auch wichtig, auf die richtige Formulierung zu achten – dabei sind wir unseren Kunden gerne mit unseren Erfahrungen behilflich.
Noch ein wichtiger Tipp: Schweigepflichtentbindung immer nur im Einzelfall, d.h. Sie werden immer informiert bevor die Gesellschaft bei einem Arzt nachfragt, um diesen dann einzeln von der Schweigepflicht zu entbinden. Sie sollten auch darauf bestehen, dass Sie diese Informationen selbst beibringen. Damit können Sie bzw. Ihr Berater Aussagen von Ärzten noch einmal überprüfen, bevor diese an die Gesellschaft weitergeleitet werden. Ärzte formulieren manchmal ungeschickt oder es werden Untersuchungen erwähnt, die so gar nicht stattgefunden haben. Das können Sie dann noch einmal in Rücksprache mit dem Arzt korrigieren lassen.
Zur Vorbereitung der Antragstellung mit einem Antrag Berufsunfähigkeit finden Sie hier als ausfüllbare PDF Dateien die Gesundheitsfragen einiger Anbieter, die insbesondere bei Akademikern vom Preis-/Leistungsverhältnis her häufig in die engere Wahl kommen:
Gesundheitsfragen BU Alte Leipziger ausfüllbar (09.2017)
Gesundheitsfragen BU HDI ausfüllbar (01.2018)
Gesundheitsfragen BU Volkswohl Bund (01.2018)
Für eine umfassendere Auflistung von Vorerkrankungen empfehlen wir die Verwendung des hier verlinkten Beiblatts für Gesundheitsfragen (mit Verweis auf die jeweilige Frageziffer). Für medizinische Details bitte die hier verlinkten medizinischen Zusatzerklärungen verwenden.
Besonders bei “frischeren” Vorerkrankungen, die noch nicht über einen längeren Zeitraum behandlungs- und beschwerdefrei sind, kann es sinnvoll sein, ein Attest des behandelnden Arztes mit einzureichen, wie unter Attest beschrieben.
Je nach Anbieter ist mit Antrag Berufsunfähigkeit für eine BU Rente von i.d.R. über 2.500 EUR pro Monat eine kurze ärztliche Untersuchung erforderlich. Die Untersuchung ist für Sie kostenlos, die Kosten dafür übernimmt die Gesellschaft – das Honorar für den Arzt ist allerdings nicht gerade fürstlich.
Der Umfang der ärztlichen Untersuchung ist je nach Anbieter unterschiedlich. In der Regel befragt der Arzt Sie zunächst anhand eines Fragebogens nach bestimmten Vorerkrankungen.
Im nächsten Teil folgt eine kurze ärztliche Untersuchung (Größe, Gewicht, Herz, Kreislauf, Blutdruck, Lunge, Skelett, Haut, etc.).
Mit einer Urin- und Blutuntersuchung wird überprüft, ob es bei Laborwerten Auffälligkeiten gibt. Deshalb sollten Sie zur Untersuchung unbedingt nüchtern gehen (wg. Zuckerwert – also Termin besser morgens vereinbaren) und in der Zeit davor auf Ernährung und Alkoholkonsum achten (wg. Cholesterin- und Leberwerten). Erst bei höheren BU Renten werden auch ein EKG und ein HIVer-Test angefordert.
Sie erhalten einen kostenlosen Gesundheitscheck
Für die Gesellschaft wird es im Fall einer späteren Berufsunfähigkeit schwieriger, Ihnen eine Anzeigepflichtverletzung (siehe § 19 VVG) zu unterstellen, da Sie ja komplett durchgecheckt wurden.
Wichtig: analog zur Rechtsprechung zur Rolle des Versicherungsvermittlers (OLG München 22.10.2010, 25 U 5827/07, OLG Dresden 19.11.2010, 7 U 1358/09) ist der Arzt bei der Untersuchung aus unserer Sicht als “Erfüllungsgehilfe” der Gesellschaft gem. § 278 BGB bzw. wie es der BGH in einer neueren Entscheidung (Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 10.05.2017 – IV ZR 30/16) formuliert als “passiver Stellvertreter” des Versicherers anzusehen, wenn der Arzt “auf Betreiben des Versicherers” beauftragt wurde (deshalb sollten Sie den Versicherer auch die Rechnung des Arztes bezahlen lassen!). Damit wird das Wissen des Arztes gem. BGH Rechtsprechung als “Auge und Ohr” der Gesellschaft zugerechnet. Lt. BGH gilt: “Was dem Arzt zur Beantwortung der vom Versicherer vorformulierten Fragen gesagt ist, ist dem Versicherer gesagt”. Selbst wenn der Arzt ihm bekannte Erkrankungen nicht oder verharmlosend dokumentiert, gelten diese als dem Versicherer bekannt, könnten also später nicht gem. § 19 VVG gegen den Kunden verwendet werden.
Sie müssen kurz zum Arzt (der eigentlich Check sollte nicht länger als 15 Minuten dauern).
Ggf. können bei der Untersuchung noch bislang unentdeckte Erkrankungen oder Anomalien festgestellt werden.
Bei der ärztlichen Untersuchung sind Gesundheitsfragen i.d.R. zeitlich unbefristet!
Wichtige Praxistipps zur ärztlichen Untersuchung:
Vermeidung ärztliche Untersuchung / Aufteilung BU Rente: eine Untersuchung kann ggf. vermieden werden (z.B. mangels Zeit, wegen befürchteten negativen Befunden oder aufgrund des unbeschränkten Fragezeitraums), indem Sie:
entweder a) die gewünschte Berufsunfähigkeitsrente auf zwei Anbieter aufteilen (= 2x Antrag Berufsunfähigkeit). Manche Anbieter stellen bei der ärztlichen Untersuchung auf die gesamte BU Absicherung ab, d.h. sie berücksichtigen auch bei einem anderen Anbieter bestehende oder beantragte Berufsunfähigkeitsrenten. Eine Lösung kann dann eine zeitlich versetzte Beantragung sein, d.h. der Anbieter, der nach anderen BU Renten fragt, wird einen Tag früher beantragt. Die Kosten werden hierbei geringfügig höher, da die sog. “Stückkosten” (je nach Anbieter um die 50 EUR p.a.) doppelt anfallen.
oder b) zunächst die untersuchungsfreie BU Rente sichern. Zur Vermeidung aller Eventualitäten kann es sinnvoll sein, zunächst die BU in einer Höhe zu beantragen, in der keine ärztliche Untersuchung erforderlich wird (je nach Anbieter z.B. 2.500 EUR) und die bis zur gewünschten Rentenhöhe (i.d.R. das Nettoeinkommen) fehlende zusätzliche BU Rente (z.B. weitere 1.000 EUR) dann unverzüglich nach Policierung des ersten Antrags mit einem erneuten Antrag beim gleichen Anbieter aufzustocken – nur für diesen zusätzlichen Baustein wird dann eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Allerdings gilt der oben beschriebene “Schutz” der ärztlichen Untersuchung dann auch nur für diesen zweiten BU Teil. Die Kosten werden geringfügig erhöht, da die sog. “Stückkosten” (je nach Anbieter um die 50 EUR p.a.) doppelt anfallen.
Timing: stellen Sie erst den Antrag Berufsunfähigkeit, dann haben Sie direkt vorläufigen Versicherungsschutz. Das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung können Sie auch noch später nachreichen. Die Gesellschaften warten hier i.d.R. einige Wochen ab, liegt das Ergebnis dann immer noch nicht vor, wird der Antrag (i.d.R. nach einer Erinnerung) abgelehnt.
Achtung: wenn zwischen Antragstellung und Policierung mehrere Wochen liegen, wird häufig noch einmal eine Bestätigung gefordert, dass der Gesundheitszustand seit Antragstellung unverändert ist. Also vermeiden Sie in der Zwischenzeit unnötige Arztbesuche!
Fragezeiträume: Oft sind die Fragen bei der ärztlichen Untersuchung zeitlich nicht begrenzt. Bei der Risikoprüfung werden i.d.R. analog zum Antrag Berufsunfähigkeit aber nur die Erkrankungen in den jeweiligen Fragezeiträumen berücksichtigt (z.B. letzte 5 Jahre: Krankheiten, Störungen, Beschwerden bezüglich aufgelisteter Bereiche sowie Operationen und Krankenhaus, letzte 10 Jahre: Psyche). Insofern kann man versuchen, die Antwort auf diese Zeiträume zu beschränken (wir verwenden z.B. bei manchen Gesellschaften einen entsprechenden Stempel auf dem Formular), um Missverständnisse zu vermeiden.
Pathologische Befunde: es kommt vor, dass der Arzt bei der ärztlichen Untersuchung Auffälligkeiten bzw. Erkrankungen feststellt (z.B. pathologisch erhöhte Leberwerte), die bei Beantragung der BU / Antrag Berufsunfähigkeit problematisch sein können. In einem solchen Fall kann es sinnvoll sein, die ursprünglich beantragte Höhe der Berufsunfähigkeitsrente im Antrag Berufsunfähigkeit nachträglich unter den Schwellenwert für eine ärztliche Untersuchung zu reduzieren (z.B. auf 2.500 EUR). Damit interessiert sich die Gesellschaft nicht mehr für das Untersuchungsergebnis und Sie müssen dieses auch nicht ungefragt “nachmelden”. Die (überschaubaren) Kosten für die Untersuchung tragen Sie in diesem Fall selbst (sofern der Arzt diese nicht über die Krankenversicherung als Vorsorgeuntersuchung abrechnet). Problematisch kann hier sein, wenn die Gesellschaft ausnahmsweise doch noch Nachfragen hat und dabei eine Bestätigung verlangt, dass der Gesundheitszustand seit Antragstellung unverändert ist – dann wäre die zwischenzeitlich erfolgte Untersuchung ggf. anzugeben. Daher ist hier besonders darauf zu achten, den Antrag sorgfältig und vollständig auszufüllen, um die Wahrscheinlichkeit von Nachfragen zu verringern.
Private Krankenversicherung: wollen Sie in die private Krankenversicherung wechseln kann es empfehlenswert sein, zunächst die PKV abzuschließen und erst danach für die BU zum Arzt zu gehen. Ansonsten müssten Sie die ärztliche BU-Untersuchung im PKV Antrag angeben – und auch dabei eventuell festgestellte krankhafte Befunde!
Versand des Untersuchungsergebnisses: das Ergebnis der Untersuchung sollte der Arzt unbedingt an Sie und nicht direkt an die Gesellschaft schicken! Wenn Sie uns dann die Ergebnisse zukommen lassen, können wir diese noch einmal kurz für Sie überprüfen (u.a. Vollständigkeit, keine unnötig dramatisierenden Formulierungen, keine für die BU kritischen Befunde) bevor wir sie an die Gesellschaft weiterleiten. Dieses empfohlene Vorgehen ist auf unseren Formularen auch für den Arzt deutlich erkennbar per “Stempel” beschrieben.
Untersuchungsgrenzen und Muster ärztliche Untersuchung
Hier einige Daten und Formulare zu ausgewählten Gesellschaften, die bei Akademikern häufig ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Bitte kontaktieren Sie uns vor der Verwendung dieser Formulare um sicherzustellen, dass das verwendete Formular zum Antrag passt und noch aktuell ist – ansonsten werden die Kosten der Untersuchung von der Gesellschaft ggf. nicht übernommen! Weitere Formulare auf Anfrage.
Alte Leizpiger
BU Rente bis 2.500 EUR: nur Risikofragen im Antrag Berufsunfähigkeit, erst ab Eintrittsalter 51 Untersuchungsbericht (B-Bericht)
BU Rente 2.501 bis 3.500 EUR: Untersuchungsbericht (B-Bericht)
BU Rente 3.501 bis 4.500 EUR: großer Untersuchungsbericht (Bplus)
BU Rente 4.501 bis 7.500 EUR: großer Untersuchungsbericht (Bplus) und Kreislaufspezialuntersuchung mit Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe und nach Belastung Herz- und Kreislaufuntersuchung (HU)
BU Rente ab 7.501 EUR: großer Untersuchungsbericht (Bplus) und Kreislaufspezialuntersuchung mit Elektrokardiogramm (EKG) in Ruhe und nach Belastung inkl. Doppler-Echokardiographie Herz- und Kreislaufuntersuchung (HUplus) (bei Rauchern mit Spirometrie, ab Eintrittsalter 50 mit Carotisdoppler)
Hier eine Grafik mit den von BU-Rente und Alter abhängigen aktuellen (03/2015) Untersuchungsgrenzen für eine Berufsunfähigkeitsvorsorge der Allianz:
In dem hier verlinkten Formular “Ärztliches Zeugnis Ärztliche Untersuchung Canada LifeÄrztliches Zeugnis E0105Z0” sind dann auf S. 3 die entsprechenden Kreuze zu setzen. Bei einer 50-jährigen mit einer gewünschten BU-Rente von 4.000 EUR wären auf S. 3 also zusätzlich die Felder 2 und 8 anzukreuzen.
Die Bayerische differenziert nach Alter: bis einschließlich 45/ab 46 und verlangt schon ab 2.701 EUR BU das volle Untersuchungsprogramm:
BU Rente bis 2.500 EUR (ab Alter 46: 2.000 EUR): nur Gesundheitsfragen / Risikofragen des Antrags (Erklärung der zu versichernden Person)
BU Rente 2.501 bis 2.700 EUR (ab Alter 46: 2.001 bis 2.200 EUR): Ärztliches Zeugnis einschließlich Labor (HbA1c, Cholesterin, Gamma-GT, HIV-Antikörper), Cotinintest bei BU-Nichtrauchertarif
BU Rente ab 2.701 EUR (ab Alter 46: 2.201 EUR): Ärztliches Zeugnis einschließlich Labor (HbA1c, Cholesterin, Gamma-GT, HIV-Antikörper), Cotinintest bei BU-Nichtrauchertarif und zusätzlich per Auftrag ergänzende Untersuchung:
– weitere Laborwerte: Vollständiges Blutbild einschließlich Differentialblutbild, Triglyzeride, SGPT, Serum-Bilirubin, Kreatinin, Harnsäure, Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, CHE oder Quickwert
– EKG (Ergometrie) mit laufenden Blutdruckkontrollen
Hier eine Grafik mit den von BU-Rente und Alter abhängigen aktuellen (05/2016) Untersuchungsgrenzen für eine Berufsunfähigkeitsvorsorge der Canada Life:
In dem hier verlinkten Formular “Ärztliche Untersuchung” (bzw. gleichbedeutend “Ärztliches Zeugnis”) sind dann auf S. 1 die entsprechenden Kreuze zu setzen, d.h.
Bis Alter 44 bei einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von:
bis 2.500 EUR: nur Risikofragen im Antrag
2.501 bis 3.500 EUR: Hausarztbericht (bislang nur auf Anfrage im Einzelfall verfügbar), letztlich ähnlich wie Ärztliches Zeugnis
3.501 bis 5.000 EUR: M-Check oder Ärztliches Zeugnis (dort bitte “Labor Honorar 40 €” ankreuzen) mit Zusatzformular Laboruntersuchung.
über 5.000 EUR: M-Check oder Ärztliches Zeugnis (dort bitte ankreuzen “Labor Honorar 40 €” + Nichtraucher “Cotinin Honorar 40 €” + “HIV Honorar 30 €”) mit Zusatzformular Laboruntersuchung mit HIV-Antikörpertest.
Alter 45 bis 54 bei einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von:
bis 2.000 EUR: nur Risikofragen im Antrag
2.001 bis 3.500 EUR: Hausarztbericht (bislang nur auf Anfrage im Einzelfall verfügbar), letztlich ähnlich wie Ärztliches Zeugnis
3.501 bis 5.000 EUR: M-Check oder Ärztliches Zeugnis (dort bitte “Labor Honorar 40 €” ankreuzen) mit Laboruntersuchung.
über 5.000 EUR: Ärztliches Zeugnis (dort bitte ankreuzen “Labor Honorar 40 €” + Nichtraucher “Cotinin Honorar 40 €” + “HIV Honorar 30 €” + “EKG 50 €”) mit Zusatzformularen Laboruntersuchung mit HIV-Antikörpertest und Elektrokardiographische Untersuchung (EKG).
Ab Alter 55 bei einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von:
bis 1.500 EUR: nur Risikofragen im Antrag
1.501 bis 3.500 EUR: Hausarztbericht (bislang nur auf Anfrage im Einzelfall verfügbar), letztlich ähnlich wie Ärztliches Zeugnis
über 3.501 EUR: Ärztliches Zeugnis (dort bitte ankreuzen “Labor Honorar 40 €” + Nichtraucher “Cotinin Honorar 40 €” + “HIV Honorar 30 €” + “EKG 50 €”) mit Zusatzformular Laboruntersuchung mit HIV-Antikörpertest und Elektrokardiographische Untersuchung (EKG).
BU Rente bis 2.000 EUR (bzw. seit 9/2013 bis zum 35. Lebensjahr bis 2.500 EUR): nur Risikofragen im Antrag Berufsunfähigkeit
BU Rente 2.001 bis 2.500 EUR: Beiblatt Ärztliche Untersuchungen (bitte Risikostufe 1 ankreuzen), Ärztlicher Befundbericht des Hausarztes (ohne Untersuchung) bzw. falls kein Hausarzt Ärztliches Zeugnis Teil I eines Internisten
BU Rente 2.501 bis 3.000 EUR: zusätzlich Ärztliches Zeugnis Teil II (mit HIV-Test und Laborwerten, siehe Beiblatt Ärztliche Untersuchungen – bitte Risikostufe 2 ankreuzen)
Rente ab 3.001 EUR: zusätzlich aktuelles Ruhe- / Belastungs-EKG (siehe Beiblatt Ärztliche Untersuchungen – bitte Risikostufe 3 ankreuzen)
WICHTIG: bitte verwenden Sie die Formulare ausschließlich in Abstimmung mit uns um sicherzustellen, dass diese aktuell sind, zu Ihrer Situation passen und die Kosten dann auch wirklich von der Gesellschaft übernommen werden!
Antrag Berufsunfähigkeit: Risikoprüfung
Bei der sog. “Risikoprüfung” durch spezialisierte Risikoprüfer der einzelnen Gesellschaften wird geprüft, ob die Gesundheit des Antragstellers ein normales Risiko darstellt, dann erfolgt eine sog. “Normalannahme” ohne Einschränkungen).
Kommt der Risikoprüfer zu dem Schluss, dass der Antragsteller aufgrund von Vorerkrankungen ein im Vergleich zu gesunden Menschen erhöhtes Risiko aufweist, berufsunfähigkeit zu werden, dann bestehen folgende Entscheidungsmöglichkeiten:
Ausschluss für medizinisch abgrenzbare Themen (z.B. für ein lädiertes Knie)
Risikozuschlag (je nach Risiko zwischen 30 und 100% des Beitrags)
Ablehnung des Antrags Berufsunfähigkeit
In der hier verlinkten Übersicht Diagnosen der Canada Life erhalten Sie mittels farbiger Pfeile einen ersten (unverbindlichen) Eindruck, wie sich dort bestimmte Diagnosen in der Risikoprüfung je nach Vertragsart auswirken.
Je nach Höhe der beantragten Berufsunfähigkeitsrente (oft ab 2.000 EUR p.m.) muss der Risikoprüfer sich bei seiner Entscheidung zusätzlich mit dem Rückversicherer abstimmen.
Häufig kommen die Risikoprüfer verschiedener Gesellschaften bei identischen Sachverhalten zu ähnlichen Ergebnissen (insbesondere wenn der Rückversicherer der gleiche ist). In manchen Fällen ist jedoch bei einer Gesellschaft gerade noch eine Normalannahme möglich, während eine andere Gesellschaft das Risiko komplett ablehnt.
Wichtig: falls ein Ausschluss oder Zuschlag unvermeidbar ist, sollte dieser so konkret wie möglich formuliert werden, z.B. sollte ein Ausschluss wegen Rückenbeschwerden nicht für Unfälle, Tumore oder Infektionskrankheiten gelten (siehe dazu mein hier verlinktes Formular zum Leistungsausschluss bei BU). Solche eng gefassten Ausschluss-Formulierungen bieten die Gesellschaften oft nicht von sich aus an, sondern erst auf Nachfrage eines entsprechend spezialisierten Beraters.
Verbessert sich der Gesundheitszustand später wieder, kann der Kunde gem. § 41 VVG jederzeit die Reduzierung eines Risikozuschlags verlangen. Günstiger ist wenn es gelingt dem Risikoprüfer schon bei Antragstellung eine vertraglich garantierte “Nachschauklausel” abzuringen, d.h. wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraums (oft 2 Jahre) nichts mehr “nachkommt” (z.B. keine weiteren Rückenbeschwerden) und ggf. noch ein Arzt bestätigt, dass kein erhöhtes Risiko mehr besteht, bestehen gute Chancen auf den nachträglichen Entfall von Ausschluss oder Zuschlag.
Antrag Berufsunfähigkeit: Risikovoranfrage
Aufgrund langjähriger Erfahrung können wir bei einer Reihe gesundheitlicher Themen selbst ganz gut einschätzen, ob und zu welchen Konditionen eine BU Versicherung möglich ist. Dank guter direkter Drähte zu den Risikoprüfern vieler Gesellschaften erhalten wir unter “Umgehung” des Dienstweges oft eine schnelle Einschätzung per Telefon.
Bleibt dennoch unsicher, wie Gesellschaften mit bestimmen Vorerkrankungen umgehen, ist eine schriftliche “Risikovoranfrage” der offizielle Weg zur Prüfung der medizinischen Versicherbarkeit. Die Risikoprüfer der Gesellschaften beantworten eine solche Risikovoranfrage (“RVA”) aufgrund der vorliegenden (möglichst aussagekräftigen!) medizinischen Daten mit einem “Votum“, d.h. einer Einschätzung, ob und zu welchen Bedingungen (s.o.) der Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung angenkommen werden kann.
Die Entscheidung der Risikoprüfer steht formell zwar meistens unter dem Vorbehalt der abschließenden Prüfung durch Gesellschaft und Rückversicherer, hat in der Praxis jedoch eine gewisse Verbindlichkeit.
Eine von Verbraucherschützern oft empfohlene “anonyme Risikovoranfrage” ist nur manchmal sinnvoll, da ein positives Ergebnis dann nicht eindeutig einem späteren Antrag zugeordnet werden kann. Die meisten Gesellschaften bearbeiten z.B. Risikovoranfragen ohne Nennung von Namen und Geburtsdatum nicht. So wollen sie auch vermeiden, dass Voranfragen wiederholt gestellt werden und dabei unterschiedliche Bearbeiter zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen bzw. die Angaben so lange angepasst oder “getuned” werden, bis eine Annahme erfolgt.
Eine Risikovoranfrage darf von der Gesellschaft nach dem Bundesdatenschutzgesetz nur für einen sehr kurzen Zeitraum gespeichert und nicht an andere Stellen übermittelt werden – ansonsten würde sie sich strafbar machen. Zur Klarstellung beinhalten unsere Anfragen einen entsprechenden von einem Datenschutzexperten formulierten Hinweis. Sofern sich Gesellschaften an geltendes Datenschutzrecht halten, ist eine anonyme Risikovoranfrage deshalb nicht wirklich erforderlich. Bestehen diesbezüglich Zweifel kann je nach Einzelfall (z.B. bei einer gerade noch innerhalb des Abfragezeitraums liegenden Erkrankung, die in wenigen Monaten gar nicht mehr anzugeben wäre), eine Pseudonymisierung beim Antrag Berufsunfähigkeit sinnvoll sein. Den Unterschied zwischen pseudonymisiert und anonym erklären wir Ihnen gerne im Beratungsgespräch.
Mit diesem Formular zur Risikovoranfrage (Berufsunfähigkeit) können wir die Versicherbarkeit für Sie recherchieren – bitte senden Sie uns dazu auch die enthaltene Datenschutzerklärung unterzeichnet zurück. Die Datenschutzerklärung wird nicht an die Versicherer weitergegeben – damit haben die Gesellschaften keine Rechtsgrundlage für die Speicherung Ihrer Daten über die Bearbeitung der Risikovoranfrage hinaus bzw. um diese an die sog. “Warndatei” (HIS) zu melden. Für eine genauere/umfassendere Auflistung von Vorerkrankungen empfehlen wir die Verwendung des hier verlinkten Beiblatts für Gesundheitsfragen. Für medizinische Details bitte die hier verlinkten medizinischen Zusatzerklärungen verwenden. Wichtig: diesen Service bieten wir nur nach vorheriger ausführlicher Beratung zur Absicherung gegen Berufsunfähigkeit an (persönlich, telefonisch oder per Webmeeting)!
Vorteil einer Risikovoranfrage: das Ergebnis ist unverbindlich – bei erneuter Antragstellung bei einer anderen Gesellschaft müssen hierzu keine Angaben gemacht werden. Wird dagegen ein richtiger Antrag abgelehnt, kann dies je nach Fragestellung anzugeben sein. Auf die Entscheidung der Risikoprüfer anderer Gesellschaften hat eine solche Ablehung meistens keinen Einfluss – jede Gesellschaft entscheidet nach ihren eigenen Kriterien, auch wenn diese meistens nicht sehr stark voneinander abweichen. Dennoch kann eine Ablehnung dazu führen, dass Vorerkrankungen die später eigentlich schon “verjährt” wären – also nicht mehr in einem z.B. 5-jährigen Fragezeitraum der Gesundheitsfragen liegen – aufgrund einer zwischenzeitlich erfolgten Ablehnung doch noch anzugeben sind. Viele Gesellschaften beteiligen sich inzwischen allerdings nicht mehr an der sog. “Warndatei” (s.u.), dann ist für andere Gesellschaften i.d.R. nicht nachweisbar, ob eine erfolgte Ablehnung korrekt angegeben wurde oder nicht.
Vorteil einer direkten Antragstellung: hier besteht sofort “vorläufiger Versicherungsschutz“, d.h. wird der Antragsteller nach Antragstellung und vor Policierung berufsunfähig, erhält er je nach Gesellschaft eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente ein Höhe von 1.000 bis 1.750 EUR. “Richtige” Anträge werden i.d.R. auch deutlich schneller bearbeitet als Risikovoranfragen! Prinzipiell ist es auch möglich, mehrere Anträge parallel zu stellen und Anträge, die nur mit Ausschluss oder Zuschlag angenommen werden, dann zu widerrufen. Wegen des deutlichen Mehraufwands für alle Beteiligten und Problemen bei der versicherbaren Berufsunfähigkeitsrente (bereits gestellte Anträge werden hier abgezogen) ist dies jedoch nur in Ausnahmefällen empfehlenswert.
Wichtig: zum Jahresende werden aufgrund des hohen Arbeitsanfalls Risikovoranfragen von vielen Gesellschaften entweder gar nicht oder nur mit mehrwöchiger Verzögerung bearbeitet! Ein weiter Grund, mit dem Antrag Berufsunfähigkeit nicht bis auf den letzten Drücker zu warten.
Warndatei / Schwarze Liste / Sonderwagnisdatei / HIS
Wird ein Antrag Berufsunfähigkeit aus medizinischen Gründen abgelehnt, erfolgt je nach Gesellschaft ein Eintrag in einer Warndatei / Schwarzen Liste / Sonderwagnisdatei (Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft – “HIS”), daher sollte gut überlegt werden, ob direkt ein Antrag Berufsunfähigkeit (Vorteil: vorläufiger Versicherungsschutz) oder zunächst eine unverbindliche Risikovoranfrage gestellt wird.
Gut zu wissen: einige Gesellschaften wie z.B. Alte Leipziger, Canada Life (für Schwere Krankheiten Vorsorge), InterRisk, Universa, Volkswohl Bund, WWK und Zurich nehmen an HIS nicht teil. Dennoch fragen einige Gesellschaften bei Antragstellung nach bereits abgelehnten Anträgen und wollen dazu dann auch Details wissen, die man sonst ggf. gar nicht mehr anzugeben bräuchte.
Hier die offizielle Aussage der Alten Leipziger dazu: “Die ALTE LEIPZIGER Leben hat sich dazu entschieden, im Privat Einzelgeschäft (scp) an diesem neuen Informationssystem bis zur fakultativen Rückversicherungsgrenze nicht mehr teilzunehmen. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass nur ganz selten Ergebnisse aus einer Treffermeldung zu Erkenntnissen geführt haben, die unser Haus noch nicht kannte. Somit werden auch bei der Antragsprüfung festgestellte Erschwerungen und Ablehnungen künftig nicht mehr eingetragen.”.
Die Zurich schreibt: “wir haben uns innerhalb unserer Verwaltung bzgl. der medizinischen Voranfragen dazu entschlossen, diese aufgrund der geringen Rückläuferquote nicht mehr einschätzen zu lassen. Insofern Sie jedoch absolute Einzelfälle bzw. Voranfragen bereits auf dem Antrag aufgenommen uns vorlegen, werden wir diese dann entsprechend durch unsere Fachabteilung medizinisch einschätzen. Aufgrund der nicht mehr vorhandenen Wagnisdatei (Datenschutzbestimmungen), stellt eine Anfrage über einen Antrag inkl. der Unterschrift des Kunden keine Problematik auf die Annahmepolitik anderer Gesellschaften dar. ”
Ggf. können Sie bei der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH, die HIS inzwischen betreibt, über eine Selbstauskunft in Erfahrung bringen, welche Daten dort zu Ihrer Person gespeichert sind.
Antrag Berufsunfähigkeit – Fazit
Wie Sie meinen vorstehenden Ausführungen entnehmen können, ist das Thema Antrag Berufsunfähigkeit durchaus komplex. Nutzen Sie für die Antragstellung bei Ihrem Antrag Berufsunfähigkeit auf Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung deshalb unbedingt unsere professionelle Beratung!
Parallel sollten Sie überlegen, ob für Sie der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung Sinn macht (vor Antrag Berufsunfähigkeit!), um sich bei eventuellen Streitigkeiten im Fall einer Berufsunfähigkeitabzusichern, siehe dazu unseren Beitrag Rechtsschutz Berufsunfähigkeit “Safe-Card”.
Antrag auf BU-Leistungen
Diese Seite beschreibt nicht, wie Sie strategisch am besten vorgehen sollten, um im (drohenden) Fall einer Berufsunfähigkeit Leistungen aus einer bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherung zu beantragen. Auch hierbei sollten Sie sich unbedingt von Anfang an von einem Fachmann beraten lassen! Dazu empfehlen wir Ihnen gerne ausgewiesene Experten aus unserem Netzwerk. Senden Sie uns dazu einfach eine kurze Mail.
Zögern Sie nicht und stellen Sie uns ihre Frage zum Thema Antrag Berufsunfähigkeit (BU)

References: § 19
 § 630
 § 19
 § 278
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 19
 § 41