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Timestamp: 2019-05-25 10:49:27+00:00

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Juli 2016 Hessen/Niedersachsen - ZR I - Jura One | Individuelle Examensvorbereitung
b) Bzgl. eines Anwartschaftsrechts
aa) Ursprünglich
Ursprünglich hat der V aufgrund der Kaufvertrages unter Eigentumsvorbehalt das Eigentum aufschiebend bedingt übertragen bekommen, § 158 I BGB. Da der V den Kaufpreis nur anteilig gezahlt hatte, hatte der V – nur, aber immerhin – ein Anwartschaftsrecht.
bb) Erwerb des Anwartschaftsrechts des S von V, § 929 S. 1 BGB analog
-> Auslegung, §§ 133, 157 BGB („Überlasse Dir die Rechte“)
dd) Berechtigung des V bzgl. des Anwartschaftsrechts
S hat bzgl. des Anwartschaftsrechts kein Geschäft des V, sondern ein eigenes getätigt.
(-); Arg.: Kein EBV im Verhältnis zu V zum Zeitpunkt der Weiterveräußerung an F.
(+); Arg.: Keine Sperrwirkung des EBV gem. § 993 I BGB a.E. mangels EBV (s.o.)
(-); Arg.: V nicht Eigentümer und auch nicht mehr Anwartschaftsberechtigter
C. Erlösherausgabe
(-); Arg.: Kein fremdes Geschäft (s.o.)
Hier: Übereignung an F, §§ 929 ff. BGB
b) Nichtberechtigung des S
Hier: S war nicht Eigentümer
aa) Bzgl. des Eigentums
Hier: H = Berechtigter zum Zeitpunkt der Weiterveräußerung an F
bb) Bzgl. des Anwartschaftsrechts
Hier: S selbst = Berechtigter
(-); Arg.: V nicht Anspruchsberechtigter
D. Wertersatz, §§ 530 I, 531 I, II, 812 I 2 1. Fall, 818 II BGB
Hier: Besitz und Anwartschaftsrecht
II. Durch Leistung des V (+)
Hier: Schenkungsvertrag, §§ 516 ff. BGB
(+); Arg.: Formfehler gem. § 518 II BGB geheilt.
Hier: Aussageverhalten des Sohnes trotz offensichtlichen Aussageverweigerungsrechts, § 55 StPO, und Weiterveräußerung des E-Bikes an F trotz anderslautender Anweisung des V wohl ausreichende Widerrufsgründe (letzteres könnte wohl auch unter dem Aspekt des § 527 BGB gewürdigt werden – a.A. jeweils vertretbar).
Hier: Nicht möglich, daher Wertersatz, § 818 II BGB
-> § 818 III BGB (-); Arg.: Bösgläubigkeit des S, § 819 IV BGB.
Frage 2: O gegen U auf Herausgabe
II. Eigentum des O
1. Ursprünglich: H (s.o.)
2. Eigentumserwerb des V von H, § 929 S. 1 BGB
(-); Arg.: § 158 I BGB (s.o.)
3. Eigentumserwerb des S von V, § 929 S. 1 BGB
(-); Arg.: die Einigung bezog sich wohl von vornherein nur auf das Anwartschaftsrecht („Rechte überlassen“). Selbst wenn die Einigung (auch) die Eigentumsübertragung zum Gegenstand gehabt haben sollte, so würde die Eigentumsübertragung an der fehlenden Berechtigung des V bzw. der Bösgläubigkeit des S scheitern.
4. Eigentumserwerb des F von S, § 929 S. 1 BGB
-> Besitz des S, § 1006 I BGB (+)
cc) Gutgläubigkeit, § 932 II BGB
(-); Arg.: F kennt die Hintergründe.
5. Eigentumserwerb des O von F, §§ 929 S. 1, 930 BGB
-> Vereinbarung eines Besitzmittlungsverhältnisses, § 868 BGB (+)
e) Gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten, §§ 930, 933 BGB
-> Besitz des F, § 1006 BGB (+)
-> Übergabe, § 933 BGB (-)
6. Eigentumserwerb des T von S, § 929 S. 1 BGB
aa) Vollständiger Besitzverlust des S (+)
bb) Unmittelbarer Besitzerwerb des T
Hier: Unmittelbarer Besitzerwerb der Geheißperson U ausreichend
cc) Zur Vollziehung (+)
(-); Arg.: T bösgläubig.
7. Eigentumserwerb des U von T, § 929 S. 1 BGB
Hier: S = Geheißperson des T
-> Besitz des T, § 1006 I BGB (-); aber: Besitz der Geheißperson ausreichend
cc) Gutgläubigkeit des U, § 932 II BGB (+)
dd) Kein Abhandenkommen, § 935 BGB (+)
8. Eigentumsverlust des U (und Eigentumserwerb des O) durch Erstarken des Anwartschaftsrecht zum Vollrecht, § 161 I BGB
a) O als Inhaber des Anwartschaftsrechts
aa) Ursprünglich: V
bb) Erwerb des Anwartschaftsrechts des S von V
cc) Erwerb des Anwartschaftsrechts des F von S, § 929 S. 1 BGB (analog)
Hier: Einigung eigentlich bzgl. des Eigentums, aber: „Anwartschaftsrecht wesensgleiches Minus zum Vollrecht“, §§ 133, 157, 140 BGB
(4) Berechtigung des S bzgl. des Anwartschaftsrechts (+)
dd) Erwerb des Anwartschaftsrechts des O von F, §§ 929 S. 1, 930 BGB (analog)
(+); Arg.: „Wesensgleiches Minus“
(2) Übergabesurrogat (+)
(4) Berechtigung des F bzgl. des Anwartschaftsrechts (+)
ee) Erwerb des Anwartschaftsrechts des T von S, § 929 S. 1 BGB (analog)
(4) Berechtigung des S bzgl. des Anwartschaftsrechts (-)
(5) Gutgläubiger Erwerb des Anwartschaftsrechts, §§ 929 S. 1, 932 BGB (analog)
(-); Arg.: U kennt „Gesamtumstände“
b) Voraussetzungen des § 161 I BGB
aa) Verfügung unter aufschiebender Bedingung
Hier: Übereignung von H an V aufschiebend bedingt, § 158 I BGB
bb) Verfügung während der Schwebezeit
Hier: Übereignung T an U
cc) Bedingungseintritt
Hier: Zahlung der letzten Rate von V an H
dd) Vereitelungswirkung
(+); Arg.: Die Verfügung des T an U, würde, wenn sie wirksam wäre, den Eigentumserwerb des O, bei dem das Anwartschaftsrecht inzwischen angesiedelt ist (s.o.), vereiteln.
ee) Kein gutgläubiger lastenfreier Erwerb des U, §§ 161 III, 932 ff. BGB
(-); Arg.: § 936 I BGB analog (nicht: § 936 III BGB)
9. Ergebnis: (-)
Bereicherungsrecht,	Deliktsrecht,	Sachenrecht 1,	Zivilrecht

References: § 158
 § 929
 § 993
 § 518
 § 55
 § 527
 § 818
 § 818
 § 819
 § 929
 § 158
 § 929
 § 929
 § 1006
 § 932
 § 868
 § 1006
 § 933
 § 929
 § 929
 § 1006
 § 932
 § 935
 § 161
 § 929
 § 929
 § 161
 § 158
 § 936
 § 936