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Timestamp: 2020-04-01 20:49:45+00:00

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https://dejure.org/2014,20885
BFH, 29.04.2014 - VIII R 9/13 (https://dejure.org/2014,20885)
BFH, Entscheidung vom 29.04.2014 - VIII R 9/13 (https://dejure.org/2014,20885)
BFH, Entscheidung vom 29. April 2014 - VIII R 9/13 (https://dejure.org/2014,20885)
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EStG §§ 32d Abs. 1, 2 Satz 1 Nr. 1 lit. a, 20 Abs. 1 Nr. 7; AO § 15; GG Art. 6 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1; AStG § 1 Abs. 2; InsO § 138; UStG § 10 Abs. 5 Nr. 1
Anwendung des Abgeltungsteuersatzes bei Kapitalerträgen aus Darlehen zwischen Angehörigen im Sinne des § 15 AO
aa) Bei dem Begriff "nahe stehende Person" in § 32d Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 Buchst. b Satz 2 EStG handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff, der normspezifisch für Zwecke des § 32d Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 EStG auszulegen ist (vgl. ausführlich BFH-Urteile vom 29.04.2014 - VIII R 9/13, BFHE 245, 343, BStBl II 2014, 986, Rz 19-21, und vom 14.05.2014 - VIII R 31/11, BFHE 245, 531, BStBl II 2014, 995, Rz 12-14).
Dies steht nach Einschätzung des Bundesfinanzhofs (BFH), der sich der erkennende Senat anschließt, dem rechtsstaatlichen Erfordernis nach Normenbestimmtheit nicht entgegen, da unüberwindliche Auslegungsprobleme nicht ersichtlich sind (BFH-Urteil vom 29.04.2014 VIII R 9/13, BFHE 245, 343 , BStBl II 2014, 986 ).
Der Begriff der "nahestehenden Person" ist daher unter Berücksichtigung des Willens des Gesetzgebers auszulegen (BFH-Urteil vom 29.04.2014 VIII R 9/13, BFHE 245, 343 , BStBl II 2014, 986 ).
Eine solche weite Auslegung des gesetzlichen Tatbestands widerspricht jedoch dem Willen des Gesetzgebers, den er in der Gesetzesbegründung zu § 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG zum Ausdruck gebracht hat (BFH-Urteil vom 29.04.2014 VIII R 9/13, BFHE 245, 343 , BStBl II 2014, 986 ).
Zudem wird die Einkommensteuer vom Grundsatz der Individualbesteuerung beherrscht, sodass eine Gesamtbetrachtung der Steuerbelastung und Steuerentlastung verschiedener Steuerpflichtiger in der Regel allenfalls dann gerechtfertigt sein kann, wenn ein Missbrauchstatbestand erfüllt ist (BFH-Urteil vom 29.04.2014 VIII R 9/13, BFHE 245, 343 , BStBl II 2014, 986 ).
Zu der Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen von einer Beherrschung einer natürlichen Person ausgegangen werden kann, hat der BFH in seinem Urteil vom 29.04.2014 ( VIII R 9/13, BFHE 245, 343 , BStBl II 2014, 986 ) ausgeführt, dass grundsätzlich jede -also auch eine natürliche- Person beherrscht werden könne.
§ 32d Abs. 1 EStG, § 32d Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a und b EStG

References: § 15
 Art. 6
 Art. 3
 § 1
 § 138
 § 10
 § 15
 § 32
 § 32
 § 32

§ 32
 § 32