Source: https://www.bag-urteil.com/23-03-2011-5-azr-112-10/
Timestamp: 2019-03-18 22:31:36+00:00

Document:
﻿ ﻿ BAG – 5 AZR 112/10 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 23.03.2011, 5 AZR 112/10
Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 30. September 2009 – 2 Sa 1209/08 – insoweit aufgehoben, als es die Berufung der Beklagten zurückgewiesen hat.
Auf die Berufung der Beklagten wird das Urteil des Arbeitsgerichts Siegen vom 16. April 2008 – 2 Ca 1563/07 – in Ziff. 1 abgeändert und die Klage insoweit abgewiesen.
5 AZR 112/10 > Rn 1
5 AZR 112/10 > Rn 2
Der Arbeitgeber zahlt einen Zuschuß zur vermögenswirksamen Leistung und zwar bei Vollzeitbeschäftigung DM 13,– mtl., bei Teilzeitbeschäftigung, ab 20 Stunden wöchentlich, jedoch nicht vollbeschäftigt, DM 6,50 mtl., falls der/die Mitarbeiter/in einen Antrag auf Überweisung von vermögenswirksamer Leistung vorlegt.
5 AZR 112/10 > Rn 3
Zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen vereinbarte die Klägerin – wie nahezu alle Beschäftigten – unter dem 10. Juni 1998 mit der damaligen Betriebsinhaberin folgende Ergänzung zum Arbeitsvertrag (im Folgenden: Ergänzungsvereinbarung):
5 AZR 112/10 > Rn 4
5 AZR 112/10 > Rn 5
die Beschäftigten der Mitglieder eines Mitgliedsverbandes der VKA im Tarifgebiet West durchschnittlich 38,5 Stunden wöchentlich (…).
5 AZR 112/10 > Rn 6
5 AZR 112/10 > Rn 7
5 AZR 112/10 > Rn 8
Die Klägerin hat – soweit für die Revision von Belang – zuletzt beantragt,
5 AZR 112/10 > Rn 9
5 AZR 112/10 > Rn 10
5 AZR 112/10 > Rn 11
5 AZR 112/10 > Rn 12
5 AZR 112/10 > Rn 13
1. Zwischen den Parteien steht in der Revisionsinstanz außer Streit, dass sich nach der Tarifsukzession im öffentlichen Dienst (vgl. dazu BAG 16. Dezember 2009 – 5 AZR 888/08 – Rn. 18 ff., AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 73 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 44; 9. Juni 2010 – 5 AZR 498/09 – Rn. 20 ff., AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 82; 10. November 2010 – 5 AZR 633/09 – Rn. 16 ff., ZTR 2011, 150, jeweils mwN) die Vergütung der Klägerin nach dem TVöD-K richtet und sie demgemäß auch die in § 15 Abs. 2.1 TVöD-K geregelte Zulage beanspruchen kann.
5 AZR 112/10 > Rn 14
5 AZR 112/10 > Rn 15
a) Bei der Ergänzungsvereinbarung handelt es sich um eine Allgemeine Geschäftsbedingung (§ 305 Abs. 1 Satz 1 und Satz 2 BGB). Dafür begründet das äußere Erscheinungsbild eine tatsächliche Vermutung (vgl. BAG 1. März 2006 – 5 AZR 363/05 – Rn. 20 ff., BAGE 117, 155; 24. September 2008 – 6 AZR 76/07 – Rn. 18, BAGE 128, 73), der keine der Parteien entgegengetreten ist. Allgemeine Geschäftsbedingungen sind nach ihrem objektiven Inhalt und typischen Sinn einheitlich so auszulegen, wie sie von verständigen und redlichen Vertragspartnern unter Abwägung der Interessen der normalerweise beteiligten Verkehrskreise verstanden werden, wobei die Verständnismöglichkeiten des durchschnittlichen Vertragspartners des Verwenders zugrunde zu legen sind (zum Auslegungsmaßstab vgl. BAG 19. März 2008 – 5 AZR 429/07 – Rn. 24 mwN, BAGE 126, 198). Dabei kann das Revisionsgericht die Auslegung uneingeschränkt selbst vornehmen (vgl. BAG 26. September 2007 – 5 AZR 808/06 – Rn. 13, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 58 = EzA BGB 2002 § 305c Nr. 13).
5 AZR 112/10 > Rn 16
5 AZR 112/10 > Rn 17
aa) Den Begriff der „monatlichen Vergütung“ in Satz 2 der Ergänzungsvereinbarung haben die Parteien nicht selbst definiert oder näher konkretisiert. Er umfasst deshalb entsprechend dem allgemeinen Sprachgebrauch alle finanziellen Leistungen, die der Arbeitsvertrag oder das dort in Bezug genommene tarifliche Regelungswerk als monatlich zahlbare Gegenleistung für die von der Klägerin erbrachte Arbeitsleistung vorsieht (BAG 16. Dezember 2009 – 5 AZR 888/08 – Rn. 41, AP TVG § 1 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 73 = EzA TVG § 3 Bezugnahme auf Tarifvertrag Nr. 44). Insoweit entsprach es dem bei der Auslegung Allgemeiner Geschäftsbedingungen ebenfalls maßgeblichen übereinstimmenden Verständnis der Parteien (vgl. dazu BAG 15. September 2009 – 3 AZR 173/08 – Rn. 27 mwN, AP BGB § 611 Ausbildungsbeihilfe Nr. 42 = EzA BGB 2002 § 611 Ausbildungsbeihilfe Nr. 13) zurzeit der Anlehnung der Vergütung an den BAT, dass die gesamte monatliche Vergütung in Gestalt nicht nur der Grundvergütung, sondern auch des Ortszuschlags und der allgemeinen Zulage gekürzt zu zahlen war.
5 AZR 112/10 > Rn 18
5 AZR 112/10 > Rn 19
5 AZR 112/10 > Rn 20
5 AZR 112/10 > Rn 21
5 AZR 112/10 > Rn 22
anteilige Kürzung wegen Teilzeitbeschäftigung,

References: § 1
 § 3
 § 1
 § 15
 § 1
 § 305
 § 1
 § 3
 § 611
 § 611