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Timestamp: 2019-07-17 11:44:02+00:00

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BGH, 19.10.1988 - IVb ZR 10/88 - dejure.org
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BGH, 19.10.1988 - IVb ZR 10/88 (https://dejure.org/1988,574)
BGH, Entscheidung vom 19.10.1988 - IVb ZR 10/88 (https://dejure.org/1988,574)
BGH, Entscheidung vom 19. Januar 1988 - IVb ZR 10/88 (https://dejure.org/1988,574)
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Entscheidung eines Einzelrichters in der Berufungsverhandlung durch streitiges Urteil - Möglichkeit eines Widerrufs des zunächst erteilten Einverständnisses einer Partei in der Schlussverhandlung - Wesentliche Änderung der Prozesslage bei der Rückübertragung des Rechtsstreits vom Einzelrichter auf die Zivilkammer - Voraussetzungen eines absoluten Revisionsgrundes
Zum Widerruf des Einverständnisses mit der Einzelrichterentscheidung in der Berufungsinstanz
BGHZ 105, 270
NJW 1989, 229
MDR 1989, 242
FamRZ 1989, 164
Bei beiderseitiger Revision führt zwar die ordnungsgemäße Besetzungsrüge einer der Parteien zur Aufhebung des Berufungsurteils in vollem Umfang (BGH, Urteil vom 19. Oktober 1988 - IVb ZR 10/88, BGHZ 105, 270, 276;… Musielak/Ball, aaO, § 547 Rn. 6).
Die (Selbst-)Bestellung zum konsentierten Richter steht sodann im pflichtgemäßen Ermessen des Richters (…vgl. dazu (ausführlich) Pahlke, DB 1997, S. 2454 ff.;… Koch in: Gräber, FGO Kommentar 4. Auflage, § 79 a Rz. 17;… Ortloff in: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO Kommentar, Stand Mai 1997, § 87 a Rn. 44; BGH, Urteil vom 19. Oktober 1988 - IVb ZR 10/88 - BGHZ 105, S. 270 zu § 524 Abs. 4 ZPO); Teile der Literatur, die unter Berufung auf BVerfGE 8, 248 die Zuständigkeit des konsentierten Einzelrichters für einen Vorlagebeschluß an das Bundesverfassungsgericht bejahen, erörtern die Frage des Ermessens nicht.
Der Berichterstatter hat sich somit an die Stelle des nach den allgemeinen Regelungen (§§ 29, 30, 31 Abs. 1, 153 Abs. 3 Satz 1 SGG iVm dem jeweils maßgeblichen Geschäfts- und Mitwirkungsplan) zur Entscheidung berufenen Senats gesetzt und den Beteiligten den gesetzlichen Richter entzogen (so zu § 524 ZPO aF auch BGH vom 19.10.1988 - IVb ZR 10/88 - BGHZ 105, 270, 276).
Es bleibt den Parteien überlassen, ihr bisheriges Einverständnis mit einer zweitinstanzlichen Entscheidung durch den Einzelrichter nach der Zurückverweisung der Sache zu widerrufen (vgl. BGHZ 105, 270, 275).
Das Verschlechterungsverbot tritt danach beispielsweise zurück, wenn Verfahrensvorschriften verletzt wurden, die eine Wiederaufnahme begründeten (BGH, Urteil vom 19. Oktober 1988 - IV b ZR 10/88, BGHZ 105, 270, 276; Urteil vom 18. Dezember 1985 - IV b ZB 677/81, NJW 1986, 1494, 1496).
Soweit in diesem Zusammenhang zur Rechtfertigung der Aufhebung eines Urteils über den Umfang seiner Anfechtung hinaus angeführt wird, dass sich die Bindung des Rechtsmittelgerichts an die Anträge der Parteien nur auf die Entscheidung zur Sache selbst bezieht (vgl. BGH, Urteil vom 19. Oktober 1988 - IV b ZR 10/88, BGHZ 105, 270, 276; Urteil vom 22. Dezember 1965 - Ib ZR 143/64, MDR 1966, 400), vermag dies allein eine weitergehende Aufhebungskompetenz nicht zu legitimieren.
Das ist anzunehmen, wenn der Partei ein Festhalten an der Einverständniserklärung nicht mehr zugemutet werden kann, weil sich etwa seit der Erklärung der entscheidungserhebliche Sachverhalt oder die für die Urteilsfällung maßgebliche materielle Rechtslage wesentlich geändert hat (vgl. BVerwG, B.v. 14.2.2003 - 4 B 11/03 - NVwZ-RR 2003, 460/461; BGH, U.v. 19.10.1988 - IVb ZR 10/88 - BGHZ 105, 270/274; BT-Drs. 7/2729 S. 55;… Wagner in Münchener Kommentar zur Zivilprozessordnung, 4. Aufl. 2013, § 128 Rn. 31).
Ob eine wesentliche Änderung vorliegt, richtet sich nach objektiven Voraussetzungen, nicht nach der subjektiven Sicht der Parteien (vgl. BGH, U.v. 19.10.1988 - IVb ZR 10/88 - BGHZ 105, 270/275; OLG Frankf., U.v. 6.11.2000 - 16 U 139/99 - OLGR Frankfurt 2001, 27;… Geiger in Eyermann, VwGO, § 101 Rn. 7).
Diese Auffassung steht im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 19. Oktober 1988, - IVb ZR 10/88 -, BGHZ 105, 270 [273 ff.]) zu der dem § 87 a Abs. 2 und 3 VwGO entsprechenden Vorschrift des § 524 Abs. 4 ZPO.
Ob der Widerruf der Einverständniserklärung ausnahmsweise dann zulässig ist, wenn sich die Prozesslage nach Abgabe der Erklärung wesentlich geändert hat (vgl. BGH, Urteil vom 19. Oktober 1988, - IVb ZR 10/88 -, BGHZ 105, 270 [274 f.]) bedarf hier keiner Erörterung, weil ein solcher Fall nicht vorliegt.
Im Grundsatz ist dagegen bei Vorliegen absoluter Revisionsgründe eine Zurückverweisung vorzunehmen (vgl zB BSGE 4, 281, 288;… BSGE 63, 43, 45 = SozR 2200 § 368a Nr. 21 S 75;… BSGE 75, 74, 77 = SozR 3-2500 § 33 Nr. 12 S 45; s auch zB BGHZ 105, 270, 276;… BSGE 82, 150, 156 f = SozR 3-1500 § 60 Nr. 4 S 19; BVerwGE 102, 7, 11 mwN).
Im Grundsatz ist bei Vorliegen absoluter Revisionsgründe eine Zurückverweisung vorzunehmen (vgl zB BSGE 4, 281, 288;… in SozR nur Leitsätze abgedruckt;… BSGE 63, 43, 45 = SozR 2200 § 368a Nr. 21 S 75;… vgl ferner BSGE 75, 74, 77 = SozR 3-2500 § 33 Nr. 12 S 45; s auch zB BGHZ 105, 270, 276; BVerwGE 102, 7, 11 mwN).
BVerwG, 25.10.1996 - 11 B 73.96
Verwaltungsprozeßrecht - Unwiderruflichkeit des Einverständnisses mit einer …
BGH, 12.05.2005 - VII ZR 161/04
OLG Frankfurt, 06.11.2000 - 16 U 139/99
Berufungsverfahren: Widerruf des Einverständnisses mit der …

References: § 547
 § 79
 § 87
 § 524
 § 524
 BGH 
 § 128
 § 101
 § 87
 § 524
 § 368
 § 33
 § 60
 § 368
 § 33