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Timestamp: 2019-08-21 19:13:41+00:00

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BGH, 07.11.1975 - I ZR 31/74 - dejure.org
BGH, 07.11.1975 - I ZR 31/74
https://dejure.org/1975,1641
BGH, 07.11.1975 - I ZR 31/74 (https://dejure.org/1975,1641)
BGH, Entscheidung vom 07.11.1975 - I ZR 31/74 (https://dejure.org/1975,1641)
BGH, Entscheidung vom 07. November 1975 - I ZR 31/74 (https://dejure.org/1975,1641)
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Kostenlose Besichtigungsreise als Zugabe zum Immobilienverkauf - Auslegung des Begriffs "kostenlos" - Abhängigkeit der Erstattung der Reisekosten vom Abschluss eines Grundstückkaufvertrages - Beeinflussung der Kaufentschließung durch Zugaben von Nebenleistungen
MDR 1976, 468
GRUR 1976, 316
DB 1976, 330
Werbliche Maßnahmen, die nach Art, Umfang und Zweck einer unzulässigen Wertreklame zuzuordnen sind, können nicht mehr als handelsübliche Nebenleistung angesehen werden (…BGH, Urt. v. 30.6.1976 - I ZR 86/74, GRUR 1976, 704, 705 = WRP 1976, 553 - Meßbecher; vgl. auch Urt. v. 7.11.1975 - I ZR 31/74, GRUR 1976, 316, 317 = WRP 1976, 155 - Besichtigungsreisen II).
Bei der Übernahme der Erbbaurechte, deren Weiterverwertung beabsichtigt war, handelte es sich um den Bezug von "Waren" im Sinne der erwähnten Vorschrift (vgl. BGH GRUR 1976, 316, 317;… Fuhrmann aaO § 4 UWG Anm. II 4 a;… Baumbach/Hefermehl aaO § 2 UWG Rdn. 1).
Dabei ist es rechtlich zutreffend davon ausgegangen, daß der zugaberechtliche Begriff der Handelsüblichkeit im Interesse notwendiger Weiterentwicklung nicht eine allgemeine tatsächliche Übung voraussetzt, so daß auch neue Erscheinungsformen - ungeachtet ihrer fehlenden Verbreitung - schon dann als handelsüblich angesehen werden können, wenn sie sich nach den Anschauungen der beteiligten Verkehrskreise im Rahmen vernünftiger kaufmännischer Gepflogenheiten halten (BGH, Urt. v. 7.11.1975 - I ZR 31/74, GRUR 1976, 316, 318 = WRP 1976, 155 - Besichtigungsreisen II, st. Rspr.).
Der Warenbegriff dieser Verordnung umfaßt entsprechend ihrer Zielsetzung - ebenso wie der des UWG und der ZugabeVO (BGH GRUR 1976, 316, 317 - Besichtigungsreisen II, m.w.N.) - nicht nur bewegliche Sachen, sondern auch Immobilien wie Grundstücke und Eigentumswohnungen (KG WRP 1980, 263, 264; 414, 415; 694, 695; 1981, 464; OLG Stuttgart WRP 1981, 119, 120; 418, 419; Hanseatisches OLG Hamburg WRP 1981, 106; OLG Düsseldorf WRP 1981, 150; OLG Hamm WRP 1981, 354; Gelberg, Kommentar zur PreisangabenVO, § 1 Ziff. 3.1, Seite 16; derselbe, Gewerbearchiv 1979, 353, 355).
b) Ob die Beteiligung der Beklagten an den Fahrtkosten ungeachtet einer bisher fehlenden Verbreitung - sich im Rahmen der Entwicklung vernünftiger kaufmännischer Gepflogenheiten halten und deshalb auch als handelsüblich angesehen werden könnte (vgl. dazu BGH, Urt. v. 7.11.1975 I ZR 31/74, GRUR 1976, 316, 318 = WRP 1976, 155 - Besichtigungsreisen;… Urt. v. 22.11.1990 - I ZR 50/89, GRUR 1991, 329, 330 = WRP 1991, 225 - Family-Karte), bedarf vorliegend keiner Entscheidung.
BGH, 04.11.1977 - I ZR 11/76
Anbieten elektronischer Kleinrechengeräte über Warenhäuser und den Versandhandel …
Das angefochtene Urteil verneint aber des weiteren die Handelsüblichkeit des von der Klägerin für die Zehn-Stück-Packungen gewährten Mengenrabatts, wobei es - an sich zutreffend - von dem Rechtsgrundsatz ausgeht, daß Mißbräuche die Handelsüblichkeit nicht begründen können (BGH GRUR 1976, 316, 317 - Besichtigungsreisen II, für das Zugaberecht).
Denn handelsüblich im Sinne von § 7 RabG können nicht nur bestehende Übungen sein, sondern auch eine gesunde wirtschaftliche Fortentwicklung, die sich nach allgemeiner Auffassung der beteiligten Verkehrskreise im Rahmen vernünftiger Gepflogenheiten hält (BGH GRUR 1964, 409, 511 - Wagenwaschplatz; GRUR 1976, 316, 317 - Besichtigungsreisen II).
OLG Stuttgart, 27.01.1989 - 2 U 212/88
Auch die Ankündigung als "kostenfrei" spricht für den Charakter als Nebenleistung (vgl. BGH GRUR 1976, 316, 317 - Besichtigungsreisen II -).
Die Verwendung des Begriffes "kostenlos" kann zwar im Einzelfall ein i.S.d. § 1 Abs. 3 ZugabeVO unzulässiger Hinweis auf die Unentgeltlichkeit sein (BGH GRUR 1976, 316 - Besichtigungsreisen II -); dies hängt jedoch jeweils von den Umständen des Einzelfalles ab.
Soweit sich die Anmelderin demgegenüber darauf beruft, der Bundesgerichtshof habe ua in seinem "Besichtigungsreisen II" - Urteil (GRUR 1976, 316) den Abschluß eines Grundstückskaufvertrags mit dem Erwerb einer "Hauptware" gleichgesetzt, läßt sich eine entsprechende Beurteilung dem Markenrecht auch nur insoweit zugrundelegen, als diese mit den spezifischen Besonderheiten der amtlichen Klasseneinteilung in Einklang gebracht werden kann.
BGH, 24.02.1978 - I ZR 79/76
Verbot einer Gratisankündigung - Naturalrabatte zu gewerblichen Leistungen - …
Daß gerade die Verwendung des Wortes "kostenlos" in Werbeangaben die Vorstellung der Unentgeltlichkeit jedenfalls beim flüchtigen Leser hervorrufen kann, entspricht der Lebenserfahrung (vgl. BGH GRUR 1976, 314, 315 - Büro-Service-Vertrag; GRUR 1976, 316/317 - Besichtigungsreisen II; OLG Stuttgart GRUR 1975, 322, 323 - Hotelwerbung).
Unter dieser Voraussetzung scheidet aber ein Verstoß gegen § 1 Abs. 1 ZugabeVO aus (vgl. BGH v. 30.5.75 - I ZR 45/74 - "Büro-Service-Vertrag" - WRP 75, 721, 722; v. 7.11.75 - I ZR 31/74 - "Besichtigungsreisen II" - WRP 76, 155; BGH v. 2.3.73 - I ZR 16/72 - "Service-Set" - GRUR 1974, 402, 403).

References: BGH 
 § 4
 § 2
 § 1
 § 7
 BGH 
 § 1
 BGH 
 § 1
 BGH 
 BGH