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Timestamp: 2020-07-14 03:24:31+00:00

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"auktionshaus" frage im Forum für Computer- und Onlinerecht
"auktionshaus" frage
Registriert: 17.02.12, 19:17
Beitrag von Hoshi36 » 17.02.12, 19:25
ich hätte eine wichtige frage und weiß nicht mehr was ich tun soll.
ich habe einen artikel verkauft der definitiv in ordnung war, da ich ihn vor dem versenden noch eingehend geprüft habe.
nun nach dem ankommen des artikels hatte mir der käufer eine mail geschrieben dass der artikel angeblich defekt sei und er deshalb sein geld zurück möchte. er hat mir mit zivilrechtlichen und privaten problemen gedroht. so nenne ich es jetzt mal.
Beitrag von Richard Gecko » 17.02.12, 21:08
Wenn die Sache in Ordnung verschickt wurde, aber defekt ankam, dann ist sie auf dem Transportweg kaputtgegangen. Dafuer gibt es zwei Moeglichkeiten, der Transporteur hat nicht aufgepasst, oder der Versender schlecht verpackt. Im ersten Fall zahlt die Transportversicherung, im zweiten der Sender.
Falls kein versicherter Versand vereinbart war und korrekt verpackt wurde, zahlt der Empfaenger den Schaden.
Registriert: 25.08.07, 23:50
Beitrag von Elradon » 18.02.12, 11:17
Richard Gecko hat geschrieben: Falls kein versicherter Versand vereinbart war und korrekt verpackt wurde, zahlt der Empfaenger den Schaden.
Also nehmen wir an, dass die Privatkauf und Gewährleistung nicht ausgeschlossen wurde und die Sendung auf dem Weg kaputt oder unter geht, muss der Verkäufer doch Nacherfüllen oder § 275. Jedenfalls muss der Käufer nicht zahlen, wenn er keine Ware bekommt. Ob versicherter oder nicht versicherter Versand mag höchstens für Verkäufer einen Unterschied machen, ob er auf den Kosten sitzen bleibt. Aber auch hier sollte normal Schadensersatz Verkäufer -> Transporteur über 280 ff gehn.
Kurz zur Feststellung: Schickschuld und damit Erfolgs-/Erfüllungsort bei Käufer.
Beitrag von ratio legis » 18.02.12, 11:51
Elradon hat geschrieben: Also nehmen wir an, dass die Privatkauf und Gewährleistung nicht ausgeschlossen wurde und die Sendung auf dem Weg kaputt oder unter geht, muss der Verkäufer doch Nacherfüllen oder § 275. Jedenfalls muss der Käufer nicht zahlen, wenn er keine Ware bekommt. Ob versicherter oder nicht versicherter Versand mag höchstens für Verkäufer einen Unterschied machen, ob er auf den Kosten sitzen bleibt. Aber auch hier sollte normal Schadensersatz Verkäufer -> Transporteur über 280 ff gehn.
Wo steht, dass die Gewährleistung nicht ausgeschlossen wurde? Der Verkäufer handelte wohl privat. Dann hätte er seine Leistungspflicht erfüllt, wenn er eine vertragsgemäße Ware an den Transporteur übergeben hat (§ 447 Abs. 1 BGB). Weiterhin müsste der Käufer beweisen, dass die Ware bereits vor Gefahrenübergang mangelhaft war.
Wenn der Sachverhalt hier ernsthaft diskutiert werden soll, muss der Fragensteller noch einige Details hinzufügen...
Zuletzt geändert von ratio legis am 18.02.12, 12:12, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von Elektrikör » 18.02.12, 12:09
Hoshi36 hat geschrieben: ... und privaten problemen gedroht. so nenne ich es jetzt mal.
Gib mir das Geld oder ich hau dir auf´s Maul?
Beitrag von Elradon » 18.02.12, 12:24
Bezüglich des Ausschlusses: Das steht nirgends, darum eine Annahme, die ich getroffen habe, weil der Ausschluss eben ein positiver Zusatz ist, den jemand, der sich damit beschäftigt hat, wohl auch in das Thema aufgenommen hätte.
Mit § 447 hast du allerdings recht (zumindest, sofern nicht speziell ein Leistungsort bestimmt wurde). Die Norm hatte ich auch im Kopf, allerdings dachte ich Erfolgs = Erfüllungsort. Aber es ist ja Leistungs = Erfüllungsort. Darum schickt der Verkäufer nicht an den Leistungs / Erfüllungsort (bei Schickschuld Ort des Verkäufers), sondern an den Erfolgsort (Ort des Käufers). Darum Anwendung § 447.
Zuletzt geändert von Elradon am 18.02.12, 19:28, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von spraadhans » 18.02.12, 16:20
Es handelt sich um den klassischen Versendungskauf, wie kommen sie auf die Anwendung von § 446 BGB, der die Übergabe der Kaufsache voraussetzt?
Beitrag von Elradon » 18.02.12, 19:29
§ 447 war gemeint, ich bitte um Entschuldigung.

References: § 275
 § 275
 § 447
 § 447
 § 446

§ 447