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Timestamp: 2019-12-15 15:13:15+00:00

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BGH, 17.11.1975 - II ZR 70/74 - dejure.org
BGH, 17.11.1975 - II ZR 70/74
https://dejure.org/1975,1658
BGH, 17.11.1975 - II ZR 70/74 (https://dejure.org/1975,1658)
BGH, Entscheidung vom 17.11.1975 - II ZR 70/74 (https://dejure.org/1975,1658)
BGH, Entscheidung vom 17. November 1975 - II ZR 70/74 (https://dejure.org/1975,1658)
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Schadensersatzpflicht einer Bank bei schuldhafter Verletzung einer sich aus der girovertraglichen Geschäftsverbindung ergebenden allgemeinen Schutzpflicht im Sinne des § 242 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) - Interventionspflicht einer Bank bei bestehender Möglichkeit der ...
WM 1976, 474
Aus einem Girovertrag ergibt sich für ein Kreditinstitut die Schutzpflicht, die Interessen seines Kunden zu wahren (BGH, Urteil vom 17. November 1975 - II ZR 70/74, WM 1976, 474).
Einen solchen Ausnahmefall hat die Rechtsprechung angenommen, wenn der beauftragten Bank der ersichtlich unmittelbar bevorstehende wirtschaftliche Zusammenbruch des Überweisungsempfängers oder der Empfangsbank bekannt ist (BGH, Urteile vom 9. März 1961 - II ZR 105/60, WM 1961, 510, 511, vom 29. Mai 1978 - II ZR 89/76, WM 1978, 588, 589 und vom 29. September 1986 - II ZR 283/85, WM 1986, 1409 f.), wenn unklar ist, ob die erteilte Weisung fortbesteht oder nicht (Senatsurteil vom 20. November 1990 - XI ZR 107/89, WM 1991, 57, 59, insoweit in BGHZ 113, 48 ff. nicht abgedruckt), oder wenn sich der Verdacht des Mißbrauchs der Vertretungsmacht durch einen Vertreter aufdrängen muß (BGH, Urteil vom 17. November 1975 - II ZR 70/74, WM 1976, 474).
Die Bank hat keine Prüfungspflicht, ob und inwieweit der Vertreter im Innenverhältnis gebunden ist, von einer nach außen unbeschränkten Vertretungsmacht nur begrenzten Gebrauch zu machen, es sei denn der Bank mußte sich der Verdacht eines beachtlichen Mißbrauchs der Vollmacht aufdrängen (Senat BGHZ 127, 239, 241 f. m.w.Nachw.; BGH, Urteil vom 17. November 1975 - II ZR 70/74, WM 1976, 474).
Drängt sich aber der Verdacht auf, daß der Vertreter seine Befugnisse in einer Weise mißbraucht, die sich leicht zum Nachteil der Gesellschaft auswirken könnte, ist die Bank verpflichtet, durch geeignete, sich in zumutbarem Rahmen haltende Maßnahmen die Interessen ihres Kunden wahrzunehmen (BGH, Urt. v. 17. November 1975 - II ZR 70/74, WM 1976, 474; v. 28. April 1992 - XI ZR 164/91, WM 1992, 1362, 1363; BGHZ 127, 239, 241).
Einen solchen Ausnahmefall hat die Rechtsprechung angenommen, wenn der beauftragten Bank der ersichtlich unmittelbar bevorstehende wirtschaftliche Zusammenbruch des Überweisungsempfängers oder der Empfangsbank bekannt ist (BGH ZIP 2004, 1742, 1743; BGH ZIP 1986, 1537 = WM 1986, 1409; BGH WM 1978, 588, 589; BGH WM 1961, 510, 511), wenn unklar ist, ob die erteilte Weisung fortbesteht oder nicht (BGH WM 1991, 57, 59), oder wenn sich der Verdacht des Missbrauchs der Vertretungsmacht durch einen Vertreter aufdrängen muss (BGH ZIP 2004, 1742, 1743; BGH WM 1976, 474;… vgl. zum Ganzen auch Staub-Canaris, HGB (Bankvertragsrecht), 4. Aufl., Rn 104 ff.).
OLG Koblenz, 28.04.2008 - 5 U 27/08
Haftung einer Bank für Veruntreuungen der Verfügungen eines …
Vor diesem Hintergrund war es auch nicht geboten (vgl. BGH WM 1976, 474 f.; BGH WM 1984, 730, 731; BGH NJW 1987, 317, 318), die Klägerinnen zu warnen.
Eine entsprechende Schutz- und Warnpflicht ist im Überweisungsverkehr dann anzunehmen, wenn sich der Verdacht des Missbrauchs der Vertretungsmacht aufdrängt (BGH, a.a.O. unter Hinweis auf BGH, WM 1976, 474).
Der Bundesgerichtshof hat § 242 BGB Schutzpflichten einer Bank entnommen (WM 1976, 474), dies freilich nur ausnahmsweise.
Verletzt sie diese Verpflichtung, sei es, dass sie vor dem sich aufdrängenden Verdacht die Augen verschließt, sei es durch schuldhafte Unterlassung der gebotenen Maßnahmen, macht sie sich schadensersatzpflichtig (vgl. BGH, Urteil vom 17.11.1975, Az. II ZR 70/74).
Diese Regelung kann jedoch auf die Auskunfts- und Aufklärungspflichten aus dem durch die Aufnahme von Vertragsverhandlungen begründeten gesetzlichen Schuldverhältnis keine Anwendung finden (…vgl. zu Nr. 10 AGB-Banken Baumbach/Duden/Hopt, HGB, 28. Aufl., (8) AGB-Banken Nr. 10 Anm. 3 B b; vgl. auch BGH, Urteil vom 17. November 1975 - II ZR 70/74, WM 1976, 474, wo die Anwendung von Nr. 10 AGB-Banken auf die aus einer bestehenden Geschäftsverbindung erwachsenden Pflichten abgelehnt wurde).
Aufgrund einer girovertraglichen Geschäftsverbindung kann eine Bank sogar verpflichtet sein zu prüfen, ob einzelne Maßnahmen des Geschäftsführers einer GmbH noch im Rahmen einer pflichtgemäßen Geschäftsführung liegen, und bei entsprechendem Verdacht Maßnahmen zum Schutze der Interessen der GmbH zu treffen (BGH Urteil vom 17. November 1975 - II ZR 70/74 = WM 1976, 474/75).
Auch insoweit ist der vorliegende Sachverhalt aber mit dem der Entscheidung des II. Zivilsenats vom 17. November 1975 (aaO) nicht vergleichbar; dort war der Geschäftsführer der GmbH von einem bestimmten Zeitpunkt an u.a. dazu übergegangen, sämtliche auf dem Firmenkonto eingehenden Beträge unmittelbar auf sein Privatkonto zu überweisen und auch die Tageseinnahmen aus den Ladengeschäften auf sein Konto einzuzahlen.
Hinweispflicht einer Bank auf ein objektiv vorliegendes Risiko eines Darlehens - …
BGH, 12.03.1984 - II ZR 78/83
Missbrauch der Vertretungsmacht - Besonderer Anlass zur Nachprüfung - …

References: § 242
 BGH 
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 § 242