Source: http://www.kontrolldienst-sts.ch/html/index.php/de/informationen/aktuelles
Timestamp: 2018-01-22 08:02:25+00:00

Document:
Neue Transportrichtlinien ab 01.03.2018 (Deutsch / Französisch)
Der Kontrolldienst des Schweizer Tierschutz STS hat in Zusammenarbeit mit den wichtigsten Schweizerischen Nutztierlabel neue Richtlinien für den Transport von Labeltieren herausgegeben. Die Richtlinien gelten für Gross- und Kleinviehtransporte der Label Coop: Naturafarm, IP-SUISSE, Bio Suisse, Mutterkuh Schweiz: Natura-beef / Natura-Veal / SwissPrimBeef und Migros: Weide-Beef / Bio-Weide-Beef.
Die neue Version der Richtlinie für Labeltiertransporte ersetzt diejenige vom 01.03.2016 und steht per sofort HIER zum Download bereit.
Die alte Version können sie bei Bedarf hier herunterladen: Deutsch / Französisch
Im Wesentlichen wurden Anpassungen an neue gesetzlichen Grundlagen vorgenommen und die bisher separaten Anforderungen an 3-stöckige Transportfahrzeuge in die Richtlinien integriert. Ausserdem wurden einzelne bereits bestehende Formulierungen präzisiert, um Fehlinterprätationen vorzubeugen und einzelne Punkte aus der langjährigen Kontrollpraxis festgehalten.
Neu ist, dass insbesondere Flächenabzüge für sehr schräge Flächen und ungenügend hohe Bereiche der Ladeflächen nun auch für ein- und zweistöckige Fahrzeuge gelten. Neu ist ebenfalls eine Verschärfung der Beurteilungen bei falschen Zeitangaben auf den Begleitdokumenten und bei vermeidbaren Transportverzögerungen.
Art. 1.7: Vorläufige Neudefinition der Gewerbsmässigkeit aufgrund von Definitionen von BLV und VSKT aufgenommen unter weitgehender Beibehaltung der bisherigen Kriterien für Labeltiere.
Art. 2.8: Klarere Formulierung betreffend Abschlussgatter an Heck- und Seitenöffnungen inkl. Definition der Höhe
Art. 2.8: Streichung der Ausnahme für Abschlussgatter bei angebundenen Tieren gemäss Fachinfo des BLV
Art. 2.12: Neudefinition der Leistung des Lüftungssystems bei dreistöckkigen Fahrzeugen gemäss EU-Regelung
Art. 2.16: Ergänzung Abzüge zur Ladebodenfläche gemäss bisherigem 3-Stöcker-Zusatzblatt (Radkästen, Rinnen, schräge Böden, ungenügende Minimalhöhe, feste Einbauten). Gilt nun für alle Fahrzeuge.
Art. 3.9: Stufenhöhe angepasst gemäss Fachinformation BLV. Bisherige Regelung Schweine als Empfehlung bleibt bestehen.
Art. 3.15:6: Absperren von schrägen Böden (>10°) gemäss bisherigem 3-Stöcker Zusatzblatt. Gilt nun für alle Fahrzeuge (Ausnahme für bestehende Fahrzeuge).
Art. 3.18:2: Absperren von zu niedrigen Abteilbereichen gemäss bisherigem 3-Stöcker Zusatzblatt. Gilt nun für alle Fahrzeuge (Ausnahme für bestehende Fahrzeuge).
Art. 4.3:2: Anpassung der Formulierungen an neue gesetzliche Vorgaben. Bei fehlenden oder falschen Zeitangaben im BGD neu → schwere Beanstandung
Art. 4.6: Bei Transportverzögerungen neu → schwere Beanstandung
Basel, 16. September 2016
Als Folge einer fehlgeleiteten Agrarpolitik wird Melken, trotz enormer Produktivitätsfortschritte in den Ställen, für immer mehr Bauern unrentabel. Gleichzeitig leiden Kühe und Kälber unter den Effizienzsteigerungen. In dieser für die Landwirte und die Kühe gleichermassen desolaten Situation fordert der Schweizer Tierschutz STS ein Umdenken in der Milchviehhaltung und -zucht sowie einen fairen Milchpreis.
Aktuelle Umfrageresultate* bestätigen den Lösungsansatz bzw. die Forderungen des Schweizer Tierschutz STS: Eine grosse Mehrheit der Befragten wäre demnach bereit im Laden 50 Rappen mehr pro Liter Milch zu bezahlen (also rund CHF 2.-), unter der Bedingung, dass die 50 Rappen den Bauern zugute kämen, wenn diese ihren Kühen viel Weide und Auslauf und einheimisches Futter ohne Gentechnik anbieten.
Mehr als 4 Milliarden Liter Milch melken Schweizer Bauern in einem Jahr (Agrarbericht 2015). In den vergangenen 30 Jahren unternahmen Landwirte alles, um die von Ökonomen angemahnte Produktivitätssteigerung und die Kostensenkungen zu erreichen. So setzte man auf einseitige Hochleistungszucht und konnte die pro Kuh erzeugte jährliche Milchmenge von 4'500 auf 7’000 Liter steigern. Obwohl der Kuhbestand zwischen 1985 und 2015 um 30% abnahm, von 860'000 auf 590'000 Tiere, stieg die Gesamtmilchproduktion um 10%. Das heisst: Die Produktivität je Milchkuh stieg um 60%! Lieferte 1985 ein Durchschnittsbetrieb 52'000 Liter Milch im Jahr ab, sind es heute 140’000 Liter. Die Hälfte der Milchbauern wurde verdrängt, damit die verbliebenen mehr und noch billiger produzieren konnten. Genutzt hat es den Bauern nichts. Der aktuelle durchschnittliche Milchpreis von rund 50 Rappen je Liter deckt die Kosten bei weitem nicht mehr.
Profiteure waren und sind hingegen die milchverarbeitende Industrie und der Handel. Blieben vor 30 Jahren von einem Konsumentenfranken beim Kauf von Pastmilch im Laden dem Bauern 60%, sind es heute nur mehr etwa 33%.
Industrie und Handel gelingt es, immer mehr in die eigene Tasche zu stecken. Der Konsument hingegen bezahlt rund CHF 1.50 für einen Liter Pastmilch – damals wie heute.
Für Kühe, Rinder und Kälber bedeuten die Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen häufig nichts Gutes. Bei grossen Schweizer Milchbetrieben wird zunehmend – wie im Ausland – auf Weidegang verzichtet und ganzjährige Stallhaltung praktiziert. Durch die extremen Milchleistungen sinkt die Nutzungsdauer der Kühe während der Einsatz von Antibiotika steigt.
Männliche Kälber solch einseitiger Milchrassen können kaum mehr rentabel gemästet werden und werden deshalb häufig «entsorgt». Und weil Hochleistungskühe wenig Fleisch ansetzen, fehlen in der Schweiz abertausende Tonnen Kuhfleisch, mit dem Resultat, dass dieses aus dem Ausland importiert werden muss.
* Umfrage «Milchkuhhaltung in der Schweiz»; durchgeführt vom Marktforschungsinstitut DemoSCOPE im Auftrag des Schweizer Tierschutz STS; August 2016; 1035 Befragte in der gesamten Schweiz
Resultate STS-Umfrage «Milchkuhhaltung in der Schweiz» und mehr Information zum Thema online unter www.tierschutz.com/nutztiere/milchproduktion
STS Medienmitteilung: Tierwohl statt unfaire Billigmilch
STS Medienmitteilung: Delikatessen aus der Folterkammer
STS Stellungnahme: Anhörung «Landwirtschaftliches Verordnungspaket 2016»
STS Medienmitteilung: Tierausstellungen 2015: Viel Stress für Tiere
«Hornkuh»-Initiative / Stellungnahme STS

References: Art. 1

Art. 2

Art. 2

Art. 2

Art. 2

Art. 3

Art. 3

Art. 3

Art. 4

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