Source: http://www.mein.rechnungsprofi.de/IchAG_info.htm
Timestamp: 2018-10-22 10:54:27+00:00

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Rechnungsprofi - Ich-AG,Existenzgründung, Hinweise zur Gründung einer Ich-AG, selbständig mit einer Ich-AG
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Seit dem 1.1.2003 besteht die Möglichkeit, den Weg in die Selbständigkeit mit der sogenannten "Ich-AG" zu beschreiten.
Die Gründung einer Ich-AG kann durch das Arbeitsamt neben der Beratung auch finanziell gefördert werden.
Diese finanzielle Förderung können Arbeitslose unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch nehmen.
Ich-AG" steht für ein Ein-Personen-Unternehmen oder eine "Familien-AG" mit selbständiger Tätigkeit nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit. Mit Beihilfen aus der Arbeitslosenversicherung wird die Gründung der Ich-AG unterstützt (Gründerzuschuss).
Das Wesen der Ich-AG:
Sie haben ein Gewerbe angemeldet und erfüllen die Voraussetzungen zur Ausübung dieses Gewerbes (z.B. Eintrag in die Handwerksrolle o.ä.)
Sie dürfen als Selbständiger ein voraussichtliches Arbeitseinkommen von 25.000 € im Jahr nicht übersteigen
Sie sind in der Rentenversicherung pflichtversichert, solange die finanzielle Förderung durch das Arbeitsamt läuft
Voraussetzung für eine finanzielle Förderung sind unter anderem:
Sie sind arbeitslos und bekommen Leistungen vom Arbeitsamt
Sie stellen einen Antrag beim Arbeitsamt VOR Aufnahme der Selbständigen Tätigkeit
Existenzgründer dürfen mitarbeitende Familienangehörige und fremde Arbeitnehmer beschäftigen
Dies schließt eine finanzielle Förderung aus:
Sie bekommen Überbrückungsgeld für diese Selbständigkeit
Ihr Arbeitseinkommen liegt voraussichtlich über 25.000 € im Jahr
Soviel können Sie bekommen:
Förderung für max. 3 Jahre (Förderung nur für Jahre mit Arbeitseinkommen unter 25.000 € !)
- 1. Jahr 600 €
- 2. Jahr 360 €
- 3. Jahr 240 €
Das Überbrückungsgeld als Alternative:
Dies müssen Sie bedenken:
Als Selbständiger unterliegen Sie grundsätzlich nicht der gesetzlichen Versicherungspflicht.
Sie können sich freiwillig in der Kranken- und Pflegeversicherung versichern, müssen dies aber nicht
Erhalten Sie eine finanzielle Förderung durch den Existenzgründungszuschuss, so sind Sie für den Zeitraum der
Förderung verpflichtend Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie erhalten von der gesetzlichen Rentenversicherung
eine Mitteilung über die zu entrichtenden Beiträge.
Bitte erkundigen Sie sich vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei Ihrem Rententräger
Als Selbständiger sind Sie verpflichtet, dem Finanzamt gegenüber eine Steuererklärung abzugeben
Als Selbständiger sine Sie ebenso verpflichtet, eine Buchführung zu machen, die den Mindestanforderungen genügt,
erkundigen Sie sich hierzu bei Ihrem Steuerberater oder beim Finanzamt selbst.
Förderung von Unternehmensberatungen für Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen:
Die Beratung von Existenzgründern, Selbständigen sowie kleinen und mittleren Unternehmen kann mit Zuschüssen gefördert werden.
So sieht z.B. die Beratungsförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft drei verschiedene Möglichkeiten vor:
Existenzgründungsberatung vor der Gründung mit einem Zuschuss von 50% (max. 1.500 EUR) der Beratungskosten
Existenzaufbauberatung innerhalb von zwei Jahren nach der Gründung ebenfalls mit einem Zuschuss von 50% (max. 1.500 EUR) der Beratungskosten
Allgemeine Unternehmensberatung mit einem Zuschuss von 40% (max. 3.000 EUR) der Beratungskosten
Checkliste für Existenzgründer:
Weitere Beschäftigungen neben der hauptberuflichen selbständigen Tätigkeit der Ich-AG werden für die Prüfung der Einkommenshöchstgrenze mit dem Einkommen der Haupttätigkeit zusammengerechnet.
Das bisherige Beschäftigungsverbot für Mitarbeiter wird rückwirkend zum 1. Januar 2003 aufgehoben. Die Zahl von Mitarbeitern (Aushilfen) ist nicht begrenzt. Die jährliche Einnahmengrenze sorgt für die entsprechende praktische Begrenzung. Vorher durften nur Familienmitglieder (so genannte Familien-AG) beschäftigt werden.
Vorteilsvergleich Überbrückungsgeld zu Existenz-Gründungszuschuss:
Das Überbrückungsgeld ist für Arbeitslose mit hohem Arbeitslosengeldanspruch attraktiver als die Förderung einer Ich-AG. Beim Überbrückungsgeld gibt es im Vergleich zur IchAG keine Grenzen und Beschränkungen beim Einkommen sowie der Beschäftigung von Mitarbeitern. Dafür muss der Existenzgründer die "Meinung" (Expertise) einer unabhängigen und fachlich versierten Organisation (z.B. Handelskammer) vorlegen, die die wirtschaftlichen Aussichten der Geschäftsidee positiv beurteilt.
Weitere zusätzliche Förderungen aus anderen "Töpfen" sind unschädlich.
Ich-AG und gesetzliche Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Unfallversicherung:
Gesetzliche Rentenversicherung: Die Gründer einer Ich-AG-Gründer sind versicherungspflichtig, so lange sie den Existenzgründungszuschuss beziehen. Auf Antrag kann bis zu drei Jahre nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit die Beitragszahlung auf ein Arbeitskommen entsprechend der halben monatlichen Bezugsgröße reduziert werden. Beträge mit Stand 2003: bei einem Beitragssatz von 19,5 Prozent monatlicher Beitrag von rund 230 Euro in den alten und rund 195 Euro in den neuen Bundesländern.
Gesetzliche Krankenversicherung: Eine freiwillige Versicherung ist zulässig. Basis: Als beitragspflichtige Einnahmen gelten das Sechzigstel der monatlichen Bezugsgröße. Beträge mit Stand 2003: rund 170 Euro bzw. rund 140 Euro (neue Bundesländer).
Gesetzliche Pflegeversicherung: Versicherungspflicht für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei privater Versicherung gegen Pflegebedürftigkeit kann Befreiung erfolgen. Beträge mit Stand 2003: rund 20 Euro.
Gesetzliche Unfallversicherung: Die Satzung der jeweiligen Unfallversicherungsträger bestimmt für Selbständige (so auch für Ich-Ags und Familien-Ags) den Versicherungsschutz.
Die Grenzen für die Buchführungspflicht (vereinfachte Gewinnermittlung) sind ausgedehnt worden.
Nach der Vereinfachungsregelung darf der Kleinunternehmer pauschal die Hälfte seiner Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abziehen. Der unter die Regelung fallende Steuerpflichtige muss lediglich seine Betriebseinnahmen einschließlich seiner Entnahmen aufzeichnen und wird von weitergehenden steuerlichen Aufzeichnungspflichten entlastet. Neben der vereinfachten Gewinnermittlung ist auch eine Vereinfachung der Handwerksordnung im Gespräch. Insbesondere sollen nur solche Gewerke in der Anlage A verbleiben, die wirklich "gefahrgeneigt" sind. Viele Gewerke sollen aus der Anlage A zur Handwerksordnung in die Anlage B verschoben werden, d.h. aus Handwerksberufen werden handwerksnahe Berufe, die keinen Meisterbrief erfordern. Für Berufe, die in der neuen Anlage C gelistet sind, soll nur noch Registrierungspflicht bestehen.
Mit dem Zweiten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt wurde ab 01. Januar 2003 ein Anspruch auf einen Existenzgründungszuschuss zur Förderung der so genannten "Ich- AG" bzw. "Familien AG" mit nachstehendem Wortlaut in das Sozialgesetzbuch Drittes Buch - Arbeitsförderung - (SGB III) eingefügt:
§ 421 l
(1) Arbeitnehmer, die durch Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit die Arbeitslosigkeit beenden, haben Anspruch auf einen monatlichen Existenzgründungszuschuss. Der Zuschuss wird geleistet, wenn der Existenzgründer
1. in einem engem zeitlichen Zusammenhang mit der Aufnahme der selbständigen Tätigkeit Entgeltersatzleistungen nach diesem Buch bezogen hat oder eine Beschäftigung ausgeübt hat, die als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme oder Strukturanpassungsmaßnahme gefördert worden ist,
2. nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit Arbeitseinkommen nach § 15 des Vierten Buches erzielen wird, das voraussichtlich 25 000 Euro im Jahr nicht überschreiten wird und
3. keinen Arbeitnehmer oder nur mitarbeitende Familienangehörige beschäftigt.
(2) Der Zuschuss wird bis zu drei Jahre erbracht und wird jeweils längstens für ein Jahr bewilligt. Er beträgt im ersten Jahr nach Beendigung der Arbeitslosigkeit monatlich 600 Euro, im zweiten Jahr monatlich 360 Euro und im dritten Jahr monatlich 240 Euro. Vor einer erneuten Bewilligung des Zuschusses hat der Existenzgründer das Vorliegen der Voraussetzungen nach Absatz 1 darzulegen. Liegen die Voraussetzungen für ein Ruhen des Anspruchs bei Sperrzeit nach § 144 oder Säumniszeit nach § 145 dieses Buches vor, verkürzt sich die Dauer der Förderung entsprechend der Dauer der Sperrzeit oder der Dauer der Säumniszeit unter Berücksichtigung der bereits verstrichenen Sperr- bzw. Säumniszeiten.
(3) Überschreitet das Arbeitseinkommen im Jahr 25 000 Euro, so kann nach Ablauf des bewilligten Zeitraums der Zuschuss nicht mehr erbracht werden. Arbeitsentgelt nach § 14 des Vierten Buches, das im gleichen Zeitraum erzielt wird, wird bei der Ermittlung der für die Förderung maßgeblichen Obergrenze einbezogen.
(4) Der Zuschuss ist ausgeschlossen, wenn die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit durch Überbrückungsgeld nach § 57 gefördert wird.
(6) Die Bundesanstalt für Arbeit wird ermächtigt, durch Anordnung das Nähere über Voraussetzungen, Umfang und Verfahren der Förderung zu bestimmen.
Mit der Einführung des Existenzgründungszuschusses ist eine Empfehlung der Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" im Arbeitsförderungs- und Sozialversicherungs-recht umgesetzt worden.
Die Bundesregierung beabsichtigt, einen weiteren Gesetzentwurf für Gründerinnen und Gründer einer "Ich-AG" und für Kleingewerbetreibende ("Small Business Act") vorzulegen.
Dieser wird Regelungen
- zur pauschalen Besteuerung
- zu vereinfachten Buchführungspflichten
- zur Vereinfachung der Handwerksordnung
Alternativ zum Existenzgründungszuschuss kann die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit wie bisher durch Gewährung eines Überbrückungsgelds (§ 57 SGB III) unterstützt werden. Beide Leistungen der Arbeitsförderung werden nicht zugleich gewährt. Sie verfolgen spezifische Leistungszwecke und besitzen unterschiedliche Fördervoraussetzungen.
Die Förderung muss vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit bei dem Arbeitsamt beantragt werden, in dessen Bezirk der Existenzgründer seinen Wohnsitz hat. Dort können auch weitergehende Informationen eingeholt werden.
Bezieher eines Existenzgründungszuschusses werden versicherungspflichtig in der Rentenversicherung so lange sie diese Leistung erhalten. Die Bewilligung der Leistung melden die Arbeitsämter dem zuständigen Renteversicherungsträger.
Den Gründerinnen und Gründern einer "Ich-AG" wird darüber hinaus die Möglichkeit einer freiwilligen Mitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung eingeräumt,
Nähere Auskünfte dazu erteilen die jeweils zuständigen Sozialversicherungsträger.

References: § 421
 § 15
 § 144
 § 145
 § 14
 § 57