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Timestamp: 2019-07-21 03:45:59+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1995, 2778 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 11.07.1995
BGH, 06.07.1995 - III ZR 145/94
https://dejure.org/1995,835
BGH, 06.07.1995 - III ZR 145/94 (https://dejure.org/1995,835)
BGH, Entscheidung vom 06.07.1995 - III ZR 145/94 (https://dejure.org/1995,835)
BGH, Entscheidung vom 06. Juli 1995 - III ZR 145/94 (https://dejure.org/1995,835)
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Amtspflichtverletzung - Vollziehung unrichtigen Steuerbescheids - Unrichtiger Gewinnfeststellungsbescheid - Finanzgerichtliche Klage - Verjährungsunterbrechung des - Amtshaftungsanspruchs
§ 839 BGB; § 852 BGB; § 209 BGB
Im Falle der Vollziehung eines unrichtigen Steuerbescheides kann der betroffene Steuerpflichtige Schadensersatz unter den Voraussetzungen der Amtshaftung geltend machen
BGB §§ 839, 852, 209
Amtspflichtverletzung durch Vollziehung eines unrichtigen Steuerbescheides; Unterbrechung der Verjährung durch Erhebung einer finanzgerichtlichen Klage
Amtshaftung; Verjährungsunterbrechung in Fällen amtspflichtwidriger Vollziehung eines unrichtigen Steuerbescheids
NJW 1995, 2778
MDR 1995, 1122
NVwZ 1995, 1245 (Ls.)
VersR 1995, 1190
WM 1995, 1959
BB 1995, 1663
DB 1995, 2113
Auch in der Erhebung einer an eine Frist nicht gebundenen finanzgerichtlichen Klage auf Feststellung der Nichtigkeit eines Gewinnfeststellungsbescheids, der Grundlage für die Vollziehung eines unrichtigen Einkommensteuerbescheids war, hat der Senat ein taugliches Mittel des Primärrechtsschutzes mit den angeführten verjährungsrechtlichen Wirkungen gesehen und zugleich ausgesprochen, hiervon sei die Frage zu trennen, ob sich aus der unterlassenen Anfechtung des Einkommensteuerbescheids Rechtsnachteile nach § 839 Abs. 3 BGB ergeben können (vgl. Senatsurteil vom 6. Juli 1995 - III ZR 145/94, NJW 1995, 2778, 2779).
Auch in der Erhebung einer finanzgerichtlichen Klage auf Feststellung der Nichtigkeit eines Gewinnfeststellungsbescheids hat der Senat ein taugliches Mittel des Primärrechtsschutzes mit den angeführten verjährungsrechtlichen Wirkungen gesehen (vgl. Senatsurteil vom 6. Juli 1995 - III ZR 145/94, NJW 1995, 2778, 2779).
Bei Amtshaftungsansprüchen hat der Bundesgerichtshof rechtmäßiges Alternativverhalten insbesondere berücksichtigt, wenn der Behörde ein Verfahrensfehler unterlaufen war und sie bei einem ordnungsgemäßen Verfahren zu der gleichen Entscheidung hätte kommen oder sofern sie selbst eine fehlende Rechtsgrundlage pflichtgemäß hätte schaffen müssen (vgl. BGHZ 63, 319, 325 f.; Senatsurteile vom 30. April 1959 - III ZR 4/58 - NJW 1959, 1316, 1317; vom 11. Juli 1963 - III ZR 44/62 - VersR 1963, 1175, 1176; vom 2. November 1970 - III ZR 173/67 - NJW 1971, 239; vom 6. Juli 1995 - III ZR 145/94 - NJW 1995, 2778, 2780;… Beschluß vom 26. September 1996 - III ZR 244/95 - UPR 1997, 71, 72 = BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Kausalität 10; s. auch BGH, Urteil vom 16. Juni 1988 - IX ZR 69/87 - WM 1988, 1454, 1456 f.).
a) Diese Rechtsfolge ergäbe sich ohne weiteres - unabhängig davon, ab wann die Verjährungsfrist hier zu laufen begann -, wenn auf den vorliegenden Sachverhalt die Grundsätze anwendbar wären, die der Senat zur verjährungsunterbrechenden Wirkung der Inanspruchnahme von Primärrechtsschutz entwickelt hat (vgl. BGHZ 95, 238, 242 f; 97, 97, 109 ff; 103, 242, 246 f; Urteil vom 6. Juli 1995 - III ZR 145/94 - NJW 1995, 2778 f).
Da die öffentliche Hand in diesem Fällen ohnehin damit rechnen muß, daß der Geschädigte nach erfolglosem - und erst recht nach erfolgreichem - verwaltungsgerichtlichen Vorgehen auch noch Amtshaftungsansprüche erhebt, erscheint es gerechtfertigt, der Inanspruchnahme verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutzes verjährungsunterbrechende Wirkung auch für die Geltendmachung des zivilrechtlichen Amtshaftungsanspruchs zuzuerkennen (vgl. etwa Senatsurteil vom 6. Juli 1995 aaO).
Demgegenüber weist die Revision zu Recht darauf hin, daß bei Anwendung des § 270 Abs. 3 ZPO darauf abzustellen ist, ob nach Ablauf der einzuhaltenden Frist, also hier ab dem 31. Dezember 1998, eine erhebliche Verzögerung eingetreten ist (vgl. BGH, Urteil vom 27. Mai 1993 - I ZR 100/91 - NJW 1993, 2320; Senatsurteil vom 6. Juli 1995 - III ZR 145/94 - NJW 1995, 2778, 2780).
BGH, 11.12.1997 - III ZR 52/97
Auslegung einer gemeindlichen Abwasser- und Regenwasserkanalisation
a) Bei dem Einwand "rechtmäßigen Alternativverhaltens" geht es um die der Bejahung des Kausalzusammenhangs nachfolgende Frage, inwieweit einem Schadensverursacher die Folgen seines pflichtwidrigen Verhaltens bei wertender Betrachtung billigerweise zugerechnet werden können (Senatsurteil vom 6. Juli 1995 - III ZR 115/94 - BGHR BGB § 839 Abs. 1 Satz 1 Kausalität 9 m.w.N.).
BGH, 29.02.1996 - IX ZR 180/95
Verjährung des Regreßanspruchs gegen den Steuerberater
Dies gilt auch dann, wenn vor dem Finanzgericht die Feststellung der Nichtigkeit eines Steuerbescheids begehrt wurde (BGH, Urt. v. 6. Juli 1995 - III ZR 145/94, WM 1995, 1959, 1960).
Der Betroffene soll, ehe er Schadensersatz wegen Amtspflichtverletzung geltend macht, sich zunächst gegen das beanstandete Verwaltungshandeln selbst wenden und versuchen, auf diesem Wege Abhilfe zu erreichen (BGHZ 95, 238, 242; 103, 242, 247; BGH, Urt. v. 6. Juli 1995 - III ZR 175/94, NJW 1995, 2778, 2779).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs handelt es sich beim Einwand des rechtmäßigen Alternativverhaltens grundsätzlich nicht um einen bloßen Teilaspekt der - sei es auch hypothetischen - Kausalität, sondern um die der Bejahung des Kausalzusammenhangs nachfolgende Frage, inwieweit einem Schadensverursacher die Folgen seines pflichtwidrigen Verhaltens bei wertender Betrachtung billigerweise zugerechnet werden können (BGHZ 96, 157 [172]; BGH NJW 1995, 2778 [2780]; BGH NJW 1998, 1307 [1308];… Staudinger/Wurm, BGB, [2007], § 839 Rn. 231).
In solchen Fällen kann sich die Behörde darauf berufen, bei ordnungsgemäßem Verfahren hätte eine gleichlautende behördliche Entscheidung ergehen müssen (BGHZ 96, 157 [171]; BGH NJW 1995, 2778 [2780];… Staudinger/Wurm, BGB, [2007], § 839 Rn. 231 mit weiteren Nachweisen zu der nicht ganz einheitlichen Rechtsprechung).
BGH, 17.09.2008 - III ZR 129/07
Verjährung unerlaubter Handlungen
Das Berufungsgericht hat in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des Senats der Inanspruchnahme des Primärrechtsschutzes verjährungsunterbrechende Wirkung grundsätzlich auch bezüglich der zivilrechtlichen Geltendmachung des Amtshaftungsanspruchs zuerkannt (Senatsurteile, BGHZ 138, 247, 250 f; vom 6. Juli 1995 - III ZR 145/94 - NJW 1995, 2778, 2779 unter I. 3. a); Senatsbeschluss vom 12. Oktober 2006 aaO Rn. 31; jeweils m.w.N.).
OLG Koblenz, 25.08.2003 - 13 U 931/01
BGH, 11.07.1995 - XI ZR 28/95
https://dejure.org/1995,1705
BGH, 11.07.1995 - XI ZR 28/95 (https://dejure.org/1995,1705)
BGH, Entscheidung vom 11.07.1995 - XI ZR 28/95 (https://dejure.org/1995,1705)
BGH, Entscheidung vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95 (https://dejure.org/1995,1705)
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Darlehnsrückzahlung - Disagio
Berechnung des wegen vorzeitiger Darlehensrückzahlung zu erstattenden Disagios nur für den Zinsfestschreibungszeitraum
BGB § 157, § 607, § 812
Berechnung der anteiligen Erstattung eines Disagios wegen vorzeitiger Darlehensrückzahlung
Darlehensvertrag; Erstattung eines Disagios bei vorzeitiger Darlehensrückzahlung
Berechnung des anteilig zu erstattenden Disagios bei vorzeitiger Darlehensrückzahlung
ZIP 1995, 1505
MDR 1995, 1131
WM 1995, 1617
BB 1995, 2028
DB 1995, 2060
BGH, 14.09.2004 - XI ZR 11/04
Rechtsfolgen der Ermäßigung des Zinssatzes wegen unvollständiger Angabe des …
Ob Entgelte als von § 6 Abs. 2 Satz 2 VerbrKrG erfaßte laufzeitabhängige Zinsen oder als laufzeitunabhängige und damit von dieser Vorschrift nicht erfaßte Kosten einzuordnen sind, ist im Einzelfall im Wege der Auslegung zu ermitteln (Senat, BGHZ 111, 287, 288 und Urteil vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95, WM 1995, 1617).
Sie liegen deutlich über den bei einer Darlehensgewährung entstehenden laufzeitunabhängigen Kosten (vgl. Senat, BGHZ 111, 287, 292 f. und Urteil vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95, WM 1995, 1617).
Die notwendige Vertragsauslegung (BGHZ 111, 287, 288; Senatsurteil vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95, WM 1995, 1617) ergibt, daß das Disagio als integraler Bestandteil der Zinskalkulation anzusehen ist.
Deshalb ist nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats bei nicht subventionierten Darlehen das Disagio in der Regel als laufzeitabhängiger Ausgleich für den vertraglich vereinbarten niedrigeren Nominalzinssatz und damit als Teil des Entgelts für die Überlassung der Kapitalnutzung sowie integraler Bestandteil der Zinskalkulation anzusehen (BGHZ 111, 287, 290 f.; 133, 355, 358 f.; Senatsurteile vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95, WM 1995, 1617, vom 27. Januar 1998 - XI ZR 158/97 aaO und vom 9. November 1999 - XI ZR 311/98, WM 1999, 2547, 2548).
BGH, 14.09.2004 - XI ZR 10/04
BGH, 14.09.2004 - XI ZR 12/04
Zwar kann der Darlehensnehmer, wenn es zu einer Verkürzung der Darlehenslaufzeit kommt, die für einen längeren Zeitraum vereinbarte Zinsbegrenzungsgebühr entsprechend der zur Disagiorückerstattung bei vorzeitiger Darlehenstilgung entwickelten Grundsätze (vgl. BGH, Urteil vom 27. Januar 1998 - XI ZR 158/97; Urteil vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95; Urteil vom 12. Oktober 1993 - XI ZR 11/93; Urteil vom 29. Mai 1990 - XI ZR 231/89) regelmäßig (zu Ausnahmen vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 1996 - XI ZR 283/95) anteilig gemäß § 812 Abs. 1 Satz 2 Fall 2 BGB zurückfordern.
Es ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Zweifel als laufzeitabhängiger Ausgleich für einen niedrigeren Nominalzins anzusehen und bei vorzeitiger Vertragsbeendigung vom Darlehensgeber anteilig zurückzuzahlen (Senatsurteile vom 29. Mai 1990 - XI ZR 231/89, BGHZ 111, 287, 289 f., vom 12. Mai 1992 - XI ZR 258/91, WM 1992, 1058, 1059, vom 12. Oktober 1993 - XI ZR 11/93, WM 1993, 2003 f., vom 11. Juli 1995 - XI ZR 28/95, WM 1995, 1617, vom 8. Oktober 1996 - XI ZR 283/95, BGHZ 133, 355, 358 f. und vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308).
Ob Entgelte als von § 6 Abs. 2 Satz 2 VerbrKrG erfasste laufzeitabhängige Zinsen oder als laufzeitunabhängige und damit von dieser Vorschrift nicht erfasste Kosten einzuordnen sind, ist zwar im Einzelfall im Wege der Auslegung zu ermitteln (vgl. BGHZ 111, 287, 288; BGH WM 1995, 1617).
Zum anderen lässt sich ein Auszahlungsverlust von 10% mit dem einmaligen Aufwand der Klägerin bei der Darlehensgewährung nicht rechtfertigen, nachdem dieser Betrag deutlich über den bei einer Darlehensgewährung entstehenden laufzeitunabhängigen Kosten liegt (vgl. BGHZ 111, 287, 292f; BGH WM 1995, 1617).

References: § 839
 § 852
 § 209
 § 839
 § 839
 § 270
 § 839
 BGH 
 BGH 
 § 839
 BGH 
 § 839
 § 157
 § 607
 § 812
 § 6
 § 812
 § 6
 BGH 
 BGH