Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=10.03.2008&Aktenzeichen=2%20BvR%202077/05
Timestamp: 2020-05-31 00:32:52+00:00

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BVerfG, 10.03.2008 - 2 BvR 2077/05 - dejure.org
https://dejure.org/2008,1678
BVerfG, 10.03.2008 - 2 BvR 2077/05 (https://dejure.org/2008,1678)
BVerfG, Entscheidung vom 10.03.2008 - 2 BvR 2077/05 (https://dejure.org/2008,1678)
BVerfG, Entscheidung vom 10. März 2008 - 2 BvR 2077/05 (https://dejure.org/2008,1678)
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Rechtliche und tatsächliche Gleichbehandlung durch ein Steuergesetz aufgrund des Gleichheitssatzes; Besteuerung von Zinseinkünften; Beurteilung der Frage nach dem Bestehen eines Vollzugsdefizits; Auswirkungen eines strukturellen Vollzugsdefizits auf die ...
Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen die Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen in den Veranlagungszeiträumen 1994, 1995, 2000 und 2001
Besteuerung von Einkünften aus Kapitalvermögen in den VZ 1994, 1995, 2000 und 2001 verfassungsgemäß
Kapitalanlagen - BVerfG entscheidet zu den Einkünften aus Kapitalvermögen
GG Art. 3 Abs. 1, Art. 101 Abs. 1 Satz 2; EStG § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5, § 20 Abs. 1 Nr. 7
Die Besteuerung von positiven Kapitalerträgen war für 1994, 1995, 2000 und 2001 verfassungsgemäß
NJW 2008, 2637
WM 2008, 723
b) Ein erhöhtes Entdeckungsrisiko ergibt sich für die Einkünfte aus Gewerbebetrieb insbesondere dadurch, dass eine Außenprüfung ohne weitere Voraussetzung und nicht nur ausnahmsweise zulässig ist (vgl. § 193 Abs. 1 AO; so auch BVerfG-Entscheidungen vom 9. März 2004 2 BvL 17/02, BVerfGE 110, 94, BStBl II 2005, 56, unter C.III.3.a) dd) und vom 10. März 2008 2 BvR 2077/05, HFR 2008, 852, unter B.I.3.a) aa)).
Nähme der Beklagte gleichwohl nur sporadisch Überprüfungen vor, so würde dies im Übrigen allein nicht zur Verfassungswidrigkeit des BremTourAbgG führen, da es sich lediglich um einen nicht zur Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Regelung führenden Vollzugsmangel handeln würde (vgl. BVerfG, Urteile in BVerfGE 84, 239 , BStBl II 1991, 654 , juris Rz 111; vom 9. März 2004 2 BvL 17/02, BVerfGE 110, 94 , BStBl II 2005, 56 , juris Rz 64;… Nichtannahmebeschlüsse vom 10. Januar 2008 2 BvR 294/06, BFH/NV 2008, Beilage 2, 161, HFR 2008, 387, juris Rz 18; vom 10. März 2008 2 BvR 2077/05, HFR 2008, 852, NJW 2008, 2637, juris Rz 14; vom 7. Mai 2008 2 BvR 2392/07, HFR 2008, 1283, NJW 2008, 3205 , juris Rz 16; Beschluss vom 25. Februar 2008 2 BvL 14/05, BStBl II 2008, 651, HFR 2008, 756, juris Rz 29).
§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG in den Veranlagungszeiträumen seit 1994 verfassungsgemäß ist (BFHUrteil vom 7. September 2005 VIII R 90/04, BStBl. II 2006, 61; vgl. auch BVerfG Beschluss vom 10. März 2008 2 BvR 2077/05, HFR 2008, 852; Heuermann, StBP 2006, 31).
Auch aus den Regelungen des StraBEG vom 23. Dezember 2003 (BGBl I S. 2928) ergebe sich keine andere Beurteilung der Verfassungsmäßigkeit (BVerfG-Beschluss vom 10. März 2008 2 BvR 2077/05, WM 2008, 723, BFH-Urteil vom 7. September 2005 VIII R 90/04, BFHE 211, 183, BStBl II 2006, 61; vgl. für die Verfassungsmäßigkeit der Besteuerung von Spekulationseinkünften ab dem Jahr 1999 ferner BFH-Urteil vom 29. November 2005 IX R 49/04, BFHE 211, 330, BStBl II 2006, 178).
Anderenfalls wäre die Abschöpfung der durch Steuerhinterziehung erlangten Vorteile auf wenige seltene Ausnahmefälle aufgrund von dem Gesetzgeber zuzurechnender Verfahrensvorschriften begrenzt (vgl. BVerfG, Urteil vom 27. Juni 1991 2 BvR 1493/89, BVerfGE 84, 239; BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 10. März 2008 2 BvR 2077/05, HFR 2008, 852).
Er nahm Bezug auf die damals beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anhängigen Verfahren 2 BvR 2077/05 und 2 BvL 14/05.
Das BVerfG wies mit seinem Beschluss vom 25. Februar 2008 im Verfahren 2 BvL 14/05 (DVBl 2008, 652-655, HFR 2008, 756-758) den Vorlagebeschluss des Finanzgerichts Köln vom 22. September 2005 (10 K 1880/05, EFG 2005, 1878) als unzulässig zurück und nahm die zum Az. 2 BvR 2077/05 eingelegte Verfassungsbeschwerde mit Nichtannahmebeschluss vom 10. März 2008 nicht zur Entscheidung an.
Zur Gleichheitswidrigkeit führt nicht ohne weiteres die empirische Ineffizienz von Rechtsnormen, wohl aber das normative Defizit des widersprüchlich auf Ineffektivität angelegten Rechts (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 10.03.2008 2 BvR 2077/05, NJW 2008, 852).
100 Das BVerfG (Nichtannahmebeschluss vom 10.03.2008 2 BvR 2077/05, NJW 2008, 852) hat bestätigt, dass etwaige Erhebungsdefizite bei Auslandssachverhalten dem Gesetzgeber grundsätzlich nicht zuzurechnen sind, sofern er die ihm zumutbaren Vorkehrungen zur Durchsetzung des Steueranspruchs getroffen hat.

References: Art. 3
 Art. 101
 § 2
 § 20
 § 193

§ 20