Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F11-09-2015-4A_178-2015
Timestamp: 2016-10-21 23:40:50+00:00

Document:
4A_178/2015 (11.09.2015)
4A_178/2015 � � Urteil vom 11. September 2015
A.a.�Der 1980 geborene A.________ (Kl�ger, Beschwerdef�hrer) hat mit der Versicherung B.________ AG (Beklagte, Beschwerdegegnerin) eine Einzel-Krankentaggeldversicherung nach VVG abgeschlossen.
A.b.�Am 25. Dezember 2009 erlitt A.________ bei einer t�tlichen Auseinandersetzung Kopf- und Gesichtsverletzungen. In der Folge wurde ihm eine Arbeitsunf�higkeit zu 100 % attestiert. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) erbrachte die gesetzlichen Versicherungsleistungen (�bernahme der Heilbehandlungskosten, Taggelder).
A.c.�Am 21. September 2010 meldete sich A.________ bei der Eidgen�ssischen Invalidenversicherung (IV) zum Leistungsbezug an. Mit Verf�gung vom 27. Januar 2014 verneinte die IV-Stelle Aargau einen invalidisierenden Gesundheitsschaden und entschied, A.________ habe keinen Anspruch auf Leistungen der Invalidenversicherung. Die dagegen erhobene Beschwerde von A.________ wies das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 16. Oktober 2014 ab.
A.d.�Mit Verf�gung vom 31. August 2011 stellte die SUVA ihre Leistungen per 30. September 2011 ein mit der Begr�ndung, die aktuell noch geltend gemachten Beschwerden seien organisch als Folge des Unfalls nicht erkl�rbar, weshalb die ad�quate Kausalit�t zu verneinen sei. Mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2011 hielt die SUVA an der Leistungseinstellung fest. Dagegen erhob A.________ Beschwerde, woraufhin sowohl das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 16. August 2012 als auch das Bundesgericht mit Urteil 8C_833/2012 vom 29. November 2012 die Leistungseinstellung best�tigten. Beide Instanzen kamen zum Schluss, bei A.________ l�gen keine organisch objektiv ausgewiesenen Unfallfolgen mehr vor, welche die �ber den 30. September 2011 hinaus beklagten Beschwerden erkl�ren w�rden.
A.e.�Mit Schadenanzeige vom 14. Oktober 2011 meldete sich A.________ bei der Versicherung B.________ AG zum Bezug von Leistungen aus der Einzel-Krankentaggeldversicherung an. Im Auftrag der Versicherung B.________ AG verfasste Dr. med. C.________, Facharzt FMH f�r Psychiatrie und Psychotherapie, auf der Grundlage der medizinischen Vorakten und einer Untersuchung von A.________ ein psychiatrisch-psychotherapeutisches Gutachten vom 1. Februar 2012. Gest�tzt auf dieses Gutachten verneinte die Versicherung B.________ AG mit Schreiben vom 21. Februar 2012 und vom 19. Juni 2012 einen Leistungsanspruch von A.________.
A.f.�Am 26. November 2013 verlangte A.________ von der Versicherung B.________ AG erneut die Zahlung von Krankentaggeldern und verwies dabei auf ein interdisziplin�res Gutachten des Zentrums D.________ vom 1. August 2013. Die Versicherung B.________ AG hielt mit Stellungnahme vom 13. Februar 2014 daran fest, dass kein Leistungsanspruch bestehe.
Am 14. M�rz 2014 erhob A.________ Klage beim Versicherungsgericht des Kantons Aargau und beantragte, die Versicherung B.________ AG sei zur Zahlung von Fr. 91'000.-- an ihn (bzw. an die Gemeinde Wettingen im Rahmen der Drittauszahlungserm�chtigung) zu verurteilen.
Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 25. M�rz 2015 beantragt A.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau sei aufzuheben und die Versicherung B.________ AG sei zur Zahlung von Fr. 91'000.-- an ihn (bzw. an die Gemeinde Wettingen im Rahmen der Drittauszahlungserm�chtigung) zu verurteilen.
Die Beschwerde richtet sich gegen einen Endentscheid (Art. 90 BGG). Das Versicherungsgericht des Kantons Aargau hat als einzige kantonale Instanz im Sinne von Art. 7 ZPO und Art. 75 Abs. 2 lit. a BGG entschieden, weshalb die Beschwerde in verm�gensrechtlichen Angelegenheiten gem�ss Art. 74 Abs. 2 lit. b BGG unabh�ngig vom Erreichen der Streitwertgrenze nach Art. 74 Abs. 1 BGG zul�ssig ist (vgl. BGE 138 III 2 E. 1.2.2 S. 4 ff., 799 E. 1.1 S. 800). Die Beschwerdefrist ist eingehalten (Art. 100 Abs. 1 BGG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist unter Vorbehalt rechtsgen�gend begr�ndeter R�gen auf die Beschwerde einzutreten.
Der Beschwerdef�hrer r�gt, die Vorinstanz habe zu Unrecht auf das von Dr. med. C.________ erstellte Parteigutachten der Beschwerdegegnerin abgestellt und gest�tzt darauf als �berwiegend wahrscheinlich erachtet, dass ab 1. Oktober 2011 keine relevante Arbeitsunf�higkeit mehr bestanden habe.
2.1.�Der Vorinstanz lagen vier �rztliche Beurteilungen des gesundheitlichen Zustands des Beschwerdef�hrers und dessen Arbeits (un) f�higkeit vor. Dr. med. C.________ verfasste ein Gutachten im Auftrag der Beschwerdegegnerin. Darin kam er zum Schluss, eine relevante Arbeitsunf�higkeit lasse sich aus rein psychiatrisch-psychotherapeutischer Sicht nicht begr�nden. Pract. med. E.________ behandelte den Beschwerdef�hrer ab dem 17. Mai 2011 und hielt in einem Bericht vom 16. Mai 2012 fest, es sei dem Beschwerdef�hrer zumutbar, mit einem Arbeitsversuch von ein bis zwei Stunden in einer angepassten T�tigkeit im gesch�tzten, ruhigen Rahmen zu beginnen und den zeitlichen Umfang langsam zu steigern. Das Zentrum D.________ verfasste ein interdisziplin�res Gutachten vom 1. August 2013. Darin attestiert der psychiatrische Gutachter Dr. med. F.________ aufgrund einer posttraumatischen Belastungsst�rung seit Dezember 2009 eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit. Die IV-Stelle Aargau unterbreitete die Akten Dr. med. G.________. Dieser kam in einer konsiliarischen Aktenbeurteilung vom 13. November 2013 zum Schluss, der Beschwerdef�hrer weise eine Arbeitsf�higkeit von rund 40-50 % auf.
Die Vorinstanz w�rdigte die vorliegenden Gutachten und den Bericht. Sie erachtete als nachvollziehbar, dass Dr. med. C.________ beim Beschwerdef�hrer keine relevante Arbeitsunf�higkeit f�r gegeben erachtet habe. Darauf sei abzust�tzen; dies auch in W�rdigung des Umstands, dass es sich dabei um ein Parteigutachten handle. In dieser Hinsicht st�tzte sich die Vorinstanz auf BGE 125 V 351 E. 3b/dd S. 353, wonach der Umstand allein, dass eine �rztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht werde, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert rechtfertige. Die Vorinstanz stellte somit auf das Gutachten von Dr. med. C.________ ab und erachtete es als �berwiegend wahrscheinlich, dass der Beschwerdef�hrer ab 1. Oktober 2011 keine relevante Arbeitsunf�higkeit aufgewiesen habe. Damit habe dieser keinen Anspruch auf Leistung von Krankentaggeldern.
2.2.�Dagegen bringt der Beschwerdef�hrer vor, beim Gutachten von Dr. med. C.________ handle es sich nicht um ein neutrales Gutachten, sondern um ein Parteigutachten. Ein solches gelte zivilprozessual als blosse Parteibehauptung, nicht aber als Beweismittel, was das Bundesgericht in BGE 132 III 83 E. 3.4 festgehalten habe. Die von der Vorinstanz zitierte sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung sei weder direkt noch analog anwendbar, weil die Beschwerdegegnerin nicht als eine mit hoheitlicher Gewalt ausgestattete Verwaltungsbeh�rde zur Neutralit�t verpflichtet sei und den notwendigen Sachverhalt auch nicht von Amtes wegen abzukl�ren habe. Vielmehr nehme sie als Privatversicherin schon bei der Sachverhaltsermittlung ihre Parteiinteressen wahr. Es sei offensichtlich unhaltbar, dass sich die Vorinstanz auf eine blosse Parteibehauptung ohne Beweiswert st�tze.
Die Beschwerdegegnerin macht demgegen�ber geltend, die Vorinstanz habe richtig festgehalten, dass am Beweiswert des Privatgutachtens nicht allein deshalb zu zweifeln sei, weil es von einer Partei eingeholt worden sei. Die Beschwerdegegnerin verweist auf das Urteil des Bundesgerichts 4A_505/2012 vom 6. Dezember 2012, das auch auf (den vorinstanzlich zitierten) BGE 125 V 351 hinweise.
2.3.�In BGE 125 V 351 hat das Bundesgericht was folgt ausgef�hrt: Was Parteigutachten anbelangt, rechtfertigt der Umstand allein, dass eine �rztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (E. 3b/dd S. 353). Auch ein Parteigutachten enth�lt mithin �usserungen eines Sachverst�ndigen, welche zur Feststellung eines medizinischen Sachverhalts beweism�ssig beitragen k�nnen (E. 3c S. 354). Daraus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder von einem Unfallversicherer nach dem vorgegebenen Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzt. Es verpflichtet indessen - wie jede substanziiert vorgetragene Einwendung gegen ein solches Gutachten - den Richter, den von der Rechtsprechung aufgestellten Richtlinien f�r die Beweisw�rdigung folgend, zu pr�fen, ob es in rechtserheblichen Fragen die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder vom Unfallversicherer f�rmlich bestellten Gutachters derart zu ersch�ttern vermag, dass davon abzuweichen ist.
Diese Rechtsprechung hat ihren Ursprung beim (damaligen) Eidgen�ssischen Versicherungsgericht (vgl. LUCREZIA GLANZMANN, Der Beweiswert medizinischer Erhebungen im Zivil-, Straf- und Sozialversicherungsprozess, AJP 2005 S. 77). Die in BGE 125 V 351 enthaltenen Erw�gungen wurden bis heute denn auch prim�r in Urteilen der beiden sozialversicherungsrechtlichen Abteilungen best�tigt (vgl. etwa Urteile 9C_49/2014 vom 29. Oktober 2014 E. 4.1; 8C_892/2013 vom 27. M�rz 2014 E. 5.3.2), fanden aber auch Eingang in Urteile anderer Abteilungen (vgl. etwa BGE 137 II 266 E. 3.2 S. 270 f.; Urteil 4A_505/2012 vom 6. Dezember 2012 E. 3.6).
Gleichzeitig hat das Bundesgericht immer wieder best�tigt, dass Parteigutachten nicht die Qualit�t von Beweismitteln, sondern von blossen Parteibehauptungen beizumessen ist (BGE 140 III 24 E. 3.3.3 S. 29; 140 III 16 E. 2.5 S. 24; 139 III 305 E. 5.2.5 S. 319; 135 III 670 E. 3.3.1 S. 677; 132 III 83 E. 3.6 S. 88 f.).
2.4.�Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin st�tzen sich auf BGE 125 V 351 und erachten das Abst�tzen auf das von der Beschwerdegegnerin eingeholte Privatgutachten von Dr. med. C.________ als zul�ssig, w�hrend der Beschwerdef�hrer mit Hinweis auf die ebenfalls publizierte Rechtsprechung, wonach Parteigutachten blosse Parteibehauptungen seien, das Vorgehen der Vorinstanz als unzul�ssig erachtet. Es besteht daher Anlass zur Klarstellung, was in Verfahren nach der ZPO gilt, die f�r Streitigkeiten aus der Zusatzversicherung zur sozialen Krankenversicherung (auch vor den Versicherungsgerichten) die massgebliche Verfahrensordnung bildet (BGE 138 III 558 E. 3.2 S. 561).
2.5.1.�Nach Art. 168 Abs. 1 ZPO sind als Beweismittel zul�ssig: Zeugnis (lit. a), Urkunde (lit. b), Augenschein (lit. c), Gutachten (lit. d), schriftliche Auskunft (lit. e) sowie Parteibefragung und Beweisaussage (lit. f). Diese Aufz�hlung ist abschliessend; im Zivilprozessrecht besteht insofern ein�
numerus clausus�der Beweismittel (Urteil 5A_957/2012 vom 28. Mai 2013 E. 2; Botschaft vom 28. Juni 2006 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, BBl 2006 7320 Ziff. 5.10.3). Vorbehalten bleiben nach Art. 168 Abs. 2 ZPO lediglich die Bestimmungen �ber Kinderbelange in familienrechtlichen Angelegenheiten. In seiner Botschaft zur ZPO gesteht der Bundesrat zu, dass eine abschliessende Aufz�hlung zul�ssiger Beweismittel auf den ersten Blick den Kernprinzipien des Beweisrechts (Recht auf Beweis, freie Beweisw�rdigung nach Art. 157 ZPO) zu widersprechen scheint; die Rechtssicherheit und das Gebot eines fairen Verfahrens gebieten jedoch eine klare Aussage des Gesetzes dar�ber, wie, wann und mit welchen Mitteln Beweis zu f�hren sei (Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7320 Ziff. 5.10.3).
2.5.2.�Aus dem Begriff "Gutachten" (Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO) alleine l�sst sich noch nicht ableiten, ob darunter auch ein Privatgutachten zu subsumieren ist. Systematisch sind indessen Art. 183 ff. ZPO zu ber�cksichtigen, die das Gutachten als Beweismittel n�her regeln. Nach Art. 183 Abs. 1 Satz 1 ZPO kann�
das Gericht�auf Antrag einer Partei oder von Amtes wegen bei einer oder mehreren sachverst�ndigen Personen ein Gutachten einholen (Hervorhebung hinzugef�gt). Aus der Gesetzessystematik wird mithin klar, dass Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO einzig vom Gericht eingeholte Gutachten als Beweismittel zul�sst.
Diese Auslegung wird gest�tzt von den Materialien. Neben dem gerichtlich bestellten Gutachten (Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO) sah der Vorentwurf explizit auch das Privatgutachten vor (Art. 182 des Vorentwurfs von 2003 zur Schweizerischen Zivilprozessordnung). Aufgrund der Kritik in der Vernehmlassung wurde in der Folge auf dieses Beweismittel verzichtet; Privatgutachten bleiben nach der Botschaft zwar zul�ssig, aber nicht als Beweismittel, sondern nur als Parteibehauptungen (Botschaft zur ZPO, BBl 2006 7325 Art. 180-185).
2.5.3.�Nach einem Teil der Lehre sollen Privatgutachten dem Gericht als Urkunden i.S.v. Art. 168 Abs. 1 lit. b und Art. 177 ff. ZPO eingereicht werden d�rfen (ANDREAS BINDER/ROMAN S. GUTZWILER, Das Privatgutachten - eine Urkunde gem�ss Art. 177 ZPO, ZZZ 2013 S. 171 ff.; DAVID HOFMANN/CHRISTIAN L�SCHER, Le Code de proc�dure civile, 2. Aufl. 2015, S. 149; THOMAS WEIBEL, in: Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 3 f. zu Art. 177 ZPO; wohl auch HANS SCHMID, Kurzkommentar ZPO, 2. Aufl. 2014, N. 18 zu Art. 183 ZPO). Entgegen dieser Ansicht ist es nicht m�glich, ein Privatgutachten unter dem Titel der Urkunde doch noch als Beweismittel f�r die inhaltliche Richtigkeit der im Gutachten enthaltenen Aussagen in das Verfahren einzubringen. Denn der Gesetzgeber lehnte das Privatgutachten als Beweismittel i.S.v. Art. 168 Abs. 1 ZPO allgemein und nicht nur als Gutachten i.S.v. Art. 168 Abs. 1 lit. d ZPO ab (in diesem Sinn auch DAVID R�ETSCHI, Das Parteigutachten unter der neuen ZPO, Unter Ber�cksichtigung der geografischen Marke, in: Festschrift f�r J. David Meisser zum 65. Geburtstag, 2012, S. 16 f.; SVEN R�ETSCHI, in: Berner Kommentar, 2012, N. 35 zu Art. 183 ZPO; FRANZ M�LLER/SIMON ZINGG, Der Beizug von Sachverst�ndigen im Zivilprozess aus anwaltlicher Sicht, in: ZBJV 2009, S. 651 Fn. 87; vgl. auch ANNETTE DOLGE, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2013, N. 12 zu Art. 177 ZPO; KILIAN PERROULAZ, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, 2010, N. 4 zu Art. 183 ZPO; differenzierend PHILIPPE SCHWEIZER, in: Code de proc�dure civile comment�, 2011, N. 4 zu Art. 177 ZPO).
2.6.�Im Zivilprozess stellt ein Privatgutachten somit kein Beweismittel dar. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin gilt mithin die sozialversicherungsrechtliche Rechtsprechung nach BGE 125 V 351 unter dem Anwendungsbereich der ZPO nicht. Vielmehr ist die vom Beschwerdef�hrer angerufene Rechtsprechung anwendbar, wonach Parteigutachten nicht die Qualit�t von Beweismitteln, sondern von blossen Parteibehauptungen beizumessen ist (BGE 140 III 24 E. 3.3.3 S. 29; 140 III 16 E. 2.5 S. 24; 139 III 305 E. 5.2.5 S. 319; 135 III 670 E. 3.3.1 S. 677; 132 III 83 E. 3.6 S. 88 f.). Allerdings ist zu beachten, dass nur Tatsachenbehauptungen bewiesen werden m�ssen, die ausdr�cklich bestritten sind. Bestreitungen sind so konkret zu halten, dass sich bestimmen l�sst, welche einzelnen Behauptungen des Kl�gers damit bestritten werden (BGE 117 II 113 E. 2 S. 113); die Bestreitung muss ihrem Zweck entsprechend so konkret sein, dass die Gegenpartei weiss, welche einzelne Tatsachenbehauptung sie beweisen muss (BGE 115 II 1 E. 4 S. 2). Der Grad der Substanziierung einer Behauptung beeinflusst insofern den erforderlichen Grad an Substanziierung einer Bestreitung; je detaillierter einzelne Tatsachen eines gesamten Sachverhalts behauptet werden, desto konkreter muss die Gegenpartei erkl�ren, welche dieser einzelnen Tatsachen sie bestreitet. Je detaillierter mithin ein Parteivortrag ist, desto h�her sind die Anforderungen an eine substanziierte Bestreitung. Diese sind zwar tiefer als die Anforderungen an die Substanziierung einer Behauptung (vgl. BGE 117 II 113 E. 2 S. 113 f.; HANS PETER WALTER, in: Berner Kommentar, 2012, N. 204 zu Art. 8 ZGB; J�RGEN BR�NNIMANN, in: Berner Kommentar, 2012, N. 15 zu Art. 150 ZPO); pauschale Bestreitungen reichen indessen nicht aus. Erforderlich ist eine klare �usserung, dass der Wahrheitsgehalt einer bestimmten und konkreten gegnerischen Behauptung infrage gestellt wird (HANS PETER WALTER, a.a.O., N. 191 zu Art. 8 ZGB).
Parteibehauptungen, denen ein Privatgutachten zugrunde liegt, werden meist besonders substanziiert sein. Entsprechend gen�gt eine pauschale Bestreitung nicht; die Gegenpartei ist vielmehr gehalten zu substanziieren, welche einzelnen Tatsachen sie konkret bestreitet. Wird jedoch eine Tatsachenbehauptung von der Gegenpartei substanziiert bestritten, so verm�gen Parteigutachten als reine Parteibehauptungen diese allein nicht zu beweisen (vgl. BGE 132 III 83 E. 3.5 S. 88). Als Parteibehauptungen m�gen sie allenfalls zusammen mit - durch Beweismittel nachgewiesenen - Indizien den Beweis zu erbringen. Werden sie aber nicht durch Indizien gest�tzt, so d�rfen sie als bestrittene Behauptungen nicht als erwiesen erachtet werden. Dies hat die Vorinstanz verkannt, wenn sie vorliegend ein Privatgutachten als Beweismittel zugelassen und einzig gest�tzt auf dieses Gutachten als bewiesen erachtet hat, dass der Beschwerdef�hrer im zu beurteilenden Zeitraum arbeitsf�hig gewesen sei. Damit hat sie nach dem Gesagten Art. 168 Abs. 1 ZPO verletzt. Die R�ge des Beschwerdef�hrers erweist sich mithin als begr�ndet.
Das vorinstanzliche Urteil enth�lt auch eine Eventualbegr�ndung. Nachdem die Hauptbegr�ndung der �berpr�fung nicht standh�lt, ist nachfolgend daher auf die R�gen einzugehen, die der Beschwerdef�hrer gegen die Eventualbegr�ndung vorbringt. Die Vorinstanz hat im Rahmen dieser Eventualbegr�ndung ausgef�hrt, der Beschwerdef�hrer h�tte auch bei Bejahung einer weiterhin bestehenden Arbeitsunf�higkeit keinen Anspruch auf Taggeldleistungen, weil er seine Schadenminderungspflicht nach Ziff. 3.7 der Allgemeinen Versicherungsbedingungen und Art. 61 VVG verletzt habe.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung seines rechtlichen Geh�rs. Er habe nicht ahnen k�nnen, dass die Vorinstanz die Klage schliesslich mit dem Vorwurf der Verletzung der Schadenminderungspflicht abweisen w�rde. Gerade weil die Beschwerdegegnerin in der Duplik keine konkreten Vorw�rfe hinsichtlich der Mitwirkung an der Behandlung erhoben habe, sei es f�r den Beschwerdef�hrer auch nach Erhalt der Duplik nicht vorhersehbar gewesen, dass sich die Vorinstanz auf diesen Standpunkt stellen k�nnte. Die Vorinstanz begr�nde mithin die Klageabweisung gest�tzt auf einen Sachverhalt, der im vorangegangenen Verfahren nicht zur Sprache gekommen sei, auf den sich keine Partei berufen habe und dessen Erheblichkeit die Parteien im konkreten Fall auch nicht h�tten voraussehen k�nnen. Deshalb w�re die Vorinstanz verpflichtet gewesen, vor Erlass des Urteils den Parteien Gelegenheit zu geben, zum Vorwurf, der Beschwerdef�hrer habe sich der zumutbaren Behandlung entzogen und habe dadurch seine Heilung verz�gert, Stellung zu nehmen.
3.2.�Die Parteien haben Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 53 Abs. 1 ZPO). Dieser Anspruch ist auch grundrechtlich gew�hrleistet (Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 6 Ziff. 1 EMRK); er dient der Sachaufkl�rung und garantiert den Verfahrensbeteiligten ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht (BGE 140 I 99 E. 3.4 S. 102; 137 II 266 E. 3.2 S. 270). Sie haben insbesondere Anspruch auf �usserung zur Sache vor F�llung des Entscheids, auf Abnahme ihrer erheblichen, rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweise und auf Mitwirkung an der Erhebung von Beweisen oder zumindest auf Stellungnahme zum Beweisergebnis (BGE 140 I 99 E. 3.4 S. 102 f.; 135 II 286 E. 5.1 S. 293; 134 I 140 E. 5.3 S. 148). Voraussetzung daf�r sind gen�gende Kenntnisse �ber den Verfahrensverlauf, weshalb die Parteien in geeigneter Weise �ber die entscheidwesentlichen Vorg�nge und Grundlagen vorweg orientiert werden m�ssen (BGE 140 I 99 E. 3.4 S. 103). Die Parteien eines Verfahrens haben das Recht, sich zu rechtserheblichen Sachverhaltsvorbringen zu �ussern, auf welche zu ihrem Nachteil abgestellt wird (BGE 139 II 489 E. 3.3 S. 496; 137 IV 33 E. 9.2 S. 48 f.; 136 V 351 E. 4.4 S. 355 f.).
3.3.�Die Beschwerdegegnerin hat - erst in der Duplik - Art. 61 VVG und das (theoretische) Bestehen einer Schadenminderungspflicht zwar erw�hnt. Dies geschah indes unter dem Titel "Zum Begriff der Arbeitsunf�higkeit" und diente der Begr�ndung daf�r, dass die Praxis zur �berwindbarkeit chronischer Schmerzst�rungen vorliegend anwendbar sei. Wie der Beschwerdef�hrer zu Recht vorbringt, hat die Beschwerdegegnerin keine konkreten Vorw�rfe hinsichtlich der Mitwirkung an der Behandlung erhoben. Selbst die Beschwerdegegnerin gibt in ihrer Vernehmlassung sinngem�ss an, dass die Schadenminderungspflicht insofern kein Thema gewesen sei, als sie einen Leistungsanspruch mangels Arbeitsunf�higkeit verneint habe. Es habe f�r sie folglich keine Veranlassung gegeben, den Beschwerdef�hrer zur Einhaltung seiner Schadenminderungspflicht anzuhalten. Da eine Verletzung der Schadenminderungspflicht des Beschwerdef�hrers somit im vorinstanzlichen Verfahren nicht erwogen wurde und die Parteien keinen Anlass hatten, sich dazu zu �ussern, w�re vor der Abweisung der Klage mit dieser (Eventual-) Begr�ndung eine vorg�ngige Anh�rung der Parteien und insbesondere des Beschwerdef�hrers angezeigt gewesen. Indem die Vorinstanz dies unterliess, verletzte sie das rechtliche Geh�r des Beschwerdef�hrers. Eine Heilung dieser Geh�rsverletzung kommt im bundesgerichtlichen Verfahren nicht in Betracht (vgl. BGE 137 I 195 E. 2.3.2 S. 197 f. und E. 2.7 S. 199 mit Hinweisen).
Nach dem Dargelegten ist die Beschwerde teilweise gutzuheissen, das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 17. Februar 2015aufzuheben und die Sache zur Erg�nzung des Sachverhalts und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die Vorinstanz hat dabei entweder die Beweisw�rdigung erneut vorzunehmen unter Ber�cksichtigung der zum Privatgutachten dargelegten Grunds�tze (Hauptbegr�ndung) oder sie hat den Parteien das rechtliche Geh�r zur Frage der Verletzung der Schadenminderungspflicht zu gew�hren (Eventualbegr�ndung).
Der Beschwerdef�hrer dringt mit seinen Begehren nur teilweise durch. Da zum jetzigen Zeitpunkt zudem noch ungewiss ist, in welchem Umfang er in der Sache obsiegen wird, erscheint es gerechtfertigt, die Kosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdef�hrer eine reduzierte Parteientsch�digung auszurichten; da die Beschwerdegegnerin nicht anwaltlich vertreten ist, hat sie keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 133 III 439 E. 4 S. 446 mit Hinweis).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 17. Februar 2015 wird aufgehoben. Die Sache wird zur Erg�nzung des Sachverhalts und neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'500.-- werden den Parteien je zur H�lfte auferlegt.

References: Art. 7
 Art. 75
 Art. 74
 Art. 74
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 168
 Art. 168
 Art. 157
 Art. 183
 Art. 183
 Art. 168
 Art. 180
 Art. 168
 Art. 177
 Art. 177
 Art. 177
 Art. 183
 Art. 168
 Art. 168
 Art. 183
 Art. 177
 Art. 183
 Art. 177
 BGE 
 BGE 
 Art. 8
 Art. 150
 Art. 8
 BGE 
 Art. 168
 Art. 61
 Art. 6
 Art. 61
 BGE 
 BGE