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Timestamp: 2016-10-22 19:40:30+00:00

Document:
6S.206/2000 (14.08.2000)
6S.206/2000/bue
Wipr�chtiger und Gerichtsschreiber N�f.
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Filippo Noseda, Kantstrasse 14, Z�rich,
1. Staatsanwaltschaft des Kantons Thurgau
2. A.________, Beschwerdegegner,
(ungetreue Gesch�ftsbesorgung, Art. 158 StGB), hat sich ergeben:
A.- Mit Eingabe vom 8. M�rz 1999 erstatteten X.________ und mehrere weitere Personen gegen A.________ Strafanzeige wegen Verdachts ungetreuer Gesch�ftsbesorgung im Sinne von Art. 158 StGB und allenfalls weiterer sich im Strafverfahren ergebender Delikte. Sie warfen A.________ im Wesentlichen vor, er habe in seiner Eigenschaft als einzelzeichnungsberechtigter Pr�sident des Verwaltungsrats der Firma B.________ (nachfolgend AG) ein im Eigentum dieser Gesellschaft stehendes Oldtimer- Flugzeug Beechcraft am 27. Januar 1999 eigenm�chtig und pflichtwidrig zu einem viel zu niedrigen Preis (von Fr.
375'000.--) an die von ihm beherrschte Firma C.________ (nachfolgend GmbH) verkauft.
B.- Mit Verf�gung vom 5. August 1999 stellte das Bezirksamt Kreuzlingen die Strafuntersuchung gegen A.________ wegen ungetreuer Gesch�ftsbesorgung ein.
Die von den Anzeigeerstattern dagegen erhobene Beschwerde wurde von der Anklagekammer des Kantons Thurgau am 21. Dezember 1999 abgewiesen.
C.- X.________ f�hrt eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, der Entscheid der Anklagekammer sei aufzuheben und die Sache zur weiteren Untersuchung und zur Anklageerhebung an die zust�ndige Beh�rde zur�ckzuweisen.
D.- Die Anklagekammer des Thurgauer Obergerichts beantragt in ihrem Mitteilungsschreiben (Art. 274 BStP), auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, da sie versp�tet sei.
1.- Auf Grund der Angaben in der Abholungseinladung der Post ist unklar, ob der Beschwerdef�hrer den angefochtenen Entscheid am 26. Februar 2000 (Samstag) oder am 28. Februar 2000 (Montag) in Empfang genommen hat und an welchem Tag somit die 10-t�gige Anmeldefrist und die 20-t�gige Begr�ndungsfrist begonnen haben. Mit R�cksicht auf die Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers im Schreiben vom 10. April 2000 ist davon auszugehen, dass er den angefochtenen Entscheid erst am 28. Februar 2000 entgegengenommen hat. Damit ist die Beschwerde fristgerecht angemeldet und begr�ndet worden.
2.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde steht u.a. dem Gesch�digten zu, wenn er sich bereits vorher am Verfahren beteiligt hat und soweit sich der Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilforderung auswirken kann (Art. 270 Abs. 1 Satz 2 BStP).
a) Der Beschwerdef�hrer weist zur Begr�ndung seiner Beschwerdelegitimation darauf hin, dass er, wie der Beschuldigte, Mitglied des Verwaltungsrats und Aktion�r der AG sei. Zudem sei er Gl�ubiger der Gesellschaft, da er ihr ein Aktion�rsdarlehen gew�hrt habe. Infolge der Ver�usserung des Flugzeugs durch den Beschuldigten habe die AG kein namhaftes Aktivum mehr. Daher sei seine Darlehensforderung faktisch uneinbringlich. Somit stehe fest, dass sich der Entscheid im Strafverfahren auf die Beurteilung seiner Zivilforderung auswirken k�nne (Beschwerde S. 4 f.).
Diese Ausf�hrungen verm�gen die Legitimation des Beschwerdef�hrers nicht zu begr�nden.
b) Gesch�digter im Sinne des Strafprozessrechts und damit auch gem�ss Art. 270 Abs. 1 BStP ist derjenige, welchem durch das eingeklagte strafbare Verhalten unmittelbar ein Schaden zugef�gt wurde oder zu erwachsen drohte.
Das ist in der Regel der Tr�ger des Rechtsgutes, welches durch die fragliche Strafbestimmung vor Verletzung oder Gef�hrdung gesch�tzt werden soll (BGE 120 Ia 220 E. 3b; 120 IV 154 E. 3c/cc S. 159; 117 Ia 135 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen). Durch die dem Beschuldigten zur Last gelegte ungetreue Gesch�ftsbesorgung (Art. 158 StGB), angeblich begangen dadurch, dass er ein der AG geh�rendes Flugzeug eigenm�chtig und pflichtwidrig zu einem viel zu niedrigen Preis verkauft habe, ist allein allenfalls die AG unmittelbar gesch�digt worden. Das Flugzeug stand im Eigentum der AG, und allein f�r deren Verm�gen hatte der Beschuldigte in seiner Eigenschaft als Verwaltungsratspr�sident zu sorgen. Unerheblich ist, dass infolge der behaupteten Aush�hlung der AG durch den Verkauf des Flugzeugs eine Forderung des Beschwerdef�hrers gegen die AG angeblich faktisch uneinbringlich geworden ist.
F�r das Verm�gen des Beschwerdef�hrers hatte der Beschuldigte nicht zu sorgen.
Der Beschwerdef�hrer ist daher mangels Gesch�digteneigenschaft nicht zur eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Einstellung der Untersuchung wegen der behaupteten ungetreuen Gesch�ftsbesorgung legitimiert.
Anders verhielte es sich allenfalls, wenn etwa die Straftat der Gl�ubigersch�digung durch Verm�gensminderung (Art. 164 StGB) zur Anzeige gebracht und ein diesbez�gliches Strafverfahren eingestellt worden w�re. Dies ist indessen nicht der Fall. Ein Verfahren wegen dieser Straftat fiel schon mangels Konkurser�ffnung ausser Betracht.
c) Der Beschwerdef�hrer macht zur Frage der Legitimation "am Rande" allerdings noch Folgendes geltend (Beschwerde S. 6): Er habe, nachdem er von der Ver�usserung des Flugzeugs erfahren habe, versucht, als Vertreter der AG deren direkten Schaden geltend zu machen. Er sei jedoch nur kollektiv mit dem Beschuldigten f�r die AG zeichnungsberechtigt. Daher h�tten die Aktion�re sich zusammengeschlossen und versucht, den Beschuldigten abw�hlen zu lassen. Dieser habe aber die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung zu diesem Zwecke von der Genehmigung des Kaufvertrags betreffend das Flugzeug abh�ngig gemacht. Daher h�tten der Beschwerdef�hrer und die anderen Betroffenen die richterliche Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung gest�tzt auf Art. 699 Abs. 3 und 4 OR beantragt. Dieses Gesuch sei aber vom Bezirksgericht Kreuzlingen aus unerkl�rlichen Gr�nden abgewiesen worden, sodass die Handlungsf�higkeit der Gesellschaftsorgane bis heute nicht habe wiederhergestellt werden k�nnen. Somit sei der Beschwerdef�hrer zurzeit der Einzige, der die Einstellung des Strafverfahrens anfechten k�nne.
Daraus ergibt sich indessen nicht, dass der Beschwerdef�hrer in seiner Eigenschaft als Gl�ubiger der AG zur eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens wegen ungetreuer Gesch�ftsbesorgung legitimiert sei. Fragen k�nnte man sich allenfalls, ob in der geschilderten Situation der Beschwerdef�hrer in seiner Eigenschaft als kollektivzeichnungsberechtigtes Verwaltungsratsmitglied im Namen der AG den Entscheid der Vorinstanz mit eidgen�ssischer Nichtigkeitsbeschwerde anfechten k�nnte. Der Beschwerdef�hrer hat die Beschwerde aber nicht im Namen der AG, sondern in eigener Person, als Gl�ubiger der AG, erhoben.
Wie es sich damit im Einzelnen verh�lt, kann jedoch dahingestellt bleiben. Insbesondere kann mithin auch offen bleiben, ob in einer Konstellation, in welcher ein Strafverfahren gegen den einzelzeichnungsberechtigten Verwaltungsratspr�sidenten einer AG wegen eines angeblichen Verm�gensdelikts zu deren Nachteil eingestellt wird, das andere, bloss kollektivzeichnungsberechtigte Verwaltungsratsmitglied allein f�r die angeblich gesch�digte AG eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Verfahrenseinstellung erheben kann.
Die Nichtigkeitsbeschwerde ist aus nachstehenden Gr�nden ohnehin abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
3.- a) Der Verkehrswert des Flugzeugs wurde im Gutachten des beh�rdlich bestellten Sachverst�ndigen auf Fr. 195'000.-- gesch�tzt. Die Vorinstanz erachtete dieses Gutachten als durchaus schl�ssig. Selbst wenn im Weiteren zwei Parteigutachten im Sinne einer Gesamtbewertung mitber�cksichtigt w�rden, erg�be sich aus den drei Gutachten ein Durchschnittswert von rund Fr. 360'000.--. Der vom Beschuldigten bzw. von dessen GmbH effektiv bezahlte Preis von Fr. 375'000.-- stelle damit einen vertretbaren Mittelwert dar (angefochtener Entscheid S. 10). Damit sei das Tatbestandsmerkmal der Verm�genssch�digung im Sinne von Art. 158 Ziff. 1 StGB zum Nachteil der AG nicht erstellt, sei es doch des Weiteren der �bereinstimmende Wille des gesamten Verwaltungsrats gewesen, das Flugzeug so bald als m�glich zu verkaufen, weshalb der Hinweis des Beschwerdef�hrers auf entgangene Eink�nfte bzw. Gewinne aus dem Betrieb des Flugzeugs nicht nachvollziehbar sei.
Zudem sei der Darstellung des Beschuldigten, wonach sich wegen der Gefahr der Beschlagnahmung des Flugzeugs aus gewissen Gr�nden ein Sicherungsverkauf aufgedr�ngt habe, vom Beschwerdef�hrer nicht widersprochen worden. Ebenso sei unbestritten geblieben, dass gem�ss dem Kaufvertrag der AG ein R�ckkaufsrecht und den Aktion�ren ein Anteil an einem allf�lligen Mehrerl�s im Falle der Weiterver�usserung des Flugzeugs durch die GmbH zustehe. Insgesamt sei daher eine ungetreue Gesch�ftsbesorgung des Beschuldigten nicht ausgewiesen, weshalb das Bezirksamt das Strafverfahren zu Recht eingestellt habe (angefochtener Entscheid S. 10/ 11).
b) Die Feststellung der Vorinstanz betreffend den Verkehrswert (Marktwert) des Flugzeugs ist tats�chlicher Natur und daher f�r den Kassationshof im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde verbindlich.
Dies wird denn auch in der Beschwerde (S. 14) anerkannt.
Demnach ist der im Kaufvertrag festgelegte Preis nicht zu niedrig.
4.-a) Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die AG sei gleichwohl gesch�digt worden. Zur Begr�ndung f�hrt er im Wesentlichen Folgendes aus (Nichtigkeitsbeschwerde S. 11 ff.): Gem�ss dem Kaufvertrag vom 27. Januar 1999 sei der Kaufpreis von Fr. 375'000.-- nicht bar bezahlt, sondern durch �bernahme der pfandrechtlich gesicherten Schuld der AG gegen�ber der UBS beglichen worden. Dabei handle es sich um eine Schuld aus Investitionskredit, welchen die UBS seinerzeit der AG gew�hrt habe. Zur Sicherstellung dieses Investitionskredits sei ein Pfandrecht am Flugzeug in das Luftfahrzeugbuch eingetragen worden. Nachdem die UBS vom Verkauf des Flugzeugs Kenntnis erhalten habe, habe sie die AG mit Schreiben vom 2. M�rz 1999 ausdr�cklich darauf aufmerksam gemacht, dass diese durch den Verkauf des Flugzeugs nicht aus der Schuldpflicht entlassen werde und weiterhin f�r das gesamte Kreditengagement mit s�mtlichen �brigen Sicherheiten hafte. Infolge dieser auf Art. 35 des Bundesgesetzes �ber das Luftfahrzeugbuch (SR 748. 217.1) gest�tzten Erkl�rung der UBS, die AG als Schuldnerin beibehalten zu wollen, hafte die AG - trotz der rein internen �bernahme der pfandrechtlich gesicherten Schuld durch die GmbH - nach wie vor f�r die Schuld. Dass die UBS die AG als Schuldnerin beibehalten wollte, sei nicht erstaunlich, da einerseits die GmbH ein Stammkapital von lediglich Fr. 20'000.-- aufweise und andererseits die Passiven des Beschuldigten, der die GmbH beherrsche, gem�ss dessen Steuererkl�rung die Aktiven um ca. Fr. 1'000'000.-- �berstiegen.
Weder der Beschuldigte noch die von ihm beherrschte GmbH h�tten je Abschlagszahlungen an die UBS geleistet, und die (interne) Schuld�bernahme sei somit leerer Buchstabe geblieben. Infolge der Ver�usserung des Flugzeugs habe die AG zum einen ihr einziges namhaftes Aktivum verloren und sei es ihr zum anderen verunm�glicht, durch den Betrieb des Flugzeugs ein Einkommen zu erwirtschaften. Daher k�nne sie selbst kleinere Verbindlichkeiten nicht mehr erf�llen. Deswegen habe die UBS am 15. April 1999 sowohl den durch das Flugzeug pfandrechtlich gesicherten Investitionskredit als auch den Betriebskredit gek�ndigt. Die AG werde von weiteren Gl�ubigern bedr�ngt. Sie sei somit einerseits nicht mehr Eigent�merin des Flugzeugs, doch seien ihr andererseits alle Passiven unver�ndert geblieben. An dieser Sachlage �ndere das im Kaufvertrag vorgesehene "Vorkaufsrecht" der AG nichts. Denn zum einen m�sste die AG die Aus�bung dieses Rechts finanzieren, und zum anderen habe die UBS bereits die Betreibung gegen die AG eingeleitet, sodass mit einer Zwangsverwertung des als Pfand dienenden Flugzeugs zu rechnen sei.
Der Beschwerdef�hrer sieht somit in seiner Nichtigkeitsbeschwerde die dem Beschuldigten zur Last gelegte pflichtwidrige Sch�digung der AG im Wesentlichen darin, dass gem�ss dem Kaufvertrag der - nach den verbindlichen tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz nicht zu niedrige - Kaufpreis durch Schuld�bernahme zu begleichen war, welcher die UBS in der Folge aber, was auch nicht erstaunlich sei, gest�tzt auf Art. 35 des Bundesgesetzes �ber das Luftfahrzeugbuch nicht zugestimmt habe, sodass die AG weiterhin Schuldnerin geblieben sei mit allen m�glichen daraus sich ergebenden Folgen.
b) Dieser Vorwurf war allerdings in der Strafanzeige vom 8. M�rz 1999 (UA p.1 ff.) noch nicht erhoben worden, doch warf der Beschwerdef�hrer in seiner Eingabe an das Bezirksamt vom 20. April 1999 (UA p. 284 ff.) unter Hinweis auf das ihm inzwischen bekannt gewordene Schreiben der UBS vom 2. M�rz 1999 an die AG dem Beschuldigten vor, dieser habe durch seine Machenschaften die Aktiven der AG vermindert, w�hrend die Passiven unver�ndert geblieben seien, wodurch er der AG einen Schaden in der H�he der Hypothekarverschuldung zugef�gt habe (UA p. 286).
c) Der Standpunkt des Beschwerdef�hrers, dass der AG bereits deshalb ein Schaden entstanden sei, weil die UBS sie nicht aus der Schuldpflicht entlassen habe, wurde von der Untersuchungsbeh�rde nicht geteilt. Es bestehe ein Vertrag zwischen der AG und der GmbH betreffend die �bernahme der Schuld gegen�ber der UBS, welcher durchgesetzt werden k�nne. Die UBS habe gem�ss dem Bundesgesetz �ber das Luftfahrzeugbuch das Recht zu erkl�ren, dass sie den bisherigen Schuldner nicht aus der Schuldpflicht entlassen, sondern beibehalten wolle. Darauf habe die GmbH keinen Einfluss gehabt (erstinstanzliche Einstellungsverf�gung S. 6).
d) Der Auffassung der ersten Instanz, die AG k�nne die im Kaufvertrag vereinbarte Zahlung des Kaufpreises durch Schuld�bernahme durch die GmbH gerichtlich durchsetzen, hielt der Beschwerdef�hrer in seiner kantonalen Beschwerde entgegen, dass ein allf�lliges Urteil zugunsten der AG diese nicht von ihrer Verbindlichkeit befreien und die UBS nicht binden w�rde. Abgesehen davon fehlten der AG gerade auch wegen des Verhaltens des Beschuldigten die finanziellen Mittel zu einem solchen Prozess. Unzutreffend sei sodann die Ansicht der Untersuchungsbeh�rde, dass der Beschuldigte bzw. die GmbH keinen Einfluss auf die Entscheidung der UBS gehabt h�tten. In Anbetracht der finanziellen Situation der GmbH und des sie beherrschenden Beschuldigten habe dieser nicht davon ausgehen k�nnen, dass die UBS einem Schuldnerwechsel zustimmen w�rde, zumal die GmbH keine Erfahrungen mit Flugzeugen habe (Beschwerde an die Vorinstanz S. 10 f.).
e) Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid mit diesen Fragen nicht ausdr�cklich auseinander gesetzt. Sie hat nicht erkennbar gepr�ft, ob der Beschuldigte sich allenfalls dadurch der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung schuldig gemacht haben k�nnte, dass er f�r die AG als Verk�uferin des Flugzeugs einen Kaufvertrag unterzeichnete, wonach die GmbH als K�uferin den vereinbarten - nicht zu niedrigen - Kaufpreis durch �bernahme der pfandgesicherten Schuld gegen�ber der UBS beglich, wobei das Risiko bestand, dass die UBS entsprechend Art. 35 des Bundesgesetzes �ber das Luftfahrzeugbuch erkl�ren k�nnte, dass sie die AG als Schuldnerin beibehalten wolle, welches Risiko sich denn auch verwirklicht hat. Die Vorinstanz hat auch nicht gepr�ft, ob dies unter dem Gesichtspunkt von Art. 158 StGB u.a. allenfalls deshalb unerheblich sei, weil entsprechend den Erw�gungen in der erstinstanzlichen Einstellungsverf�gung die AG die vertraglich vereinbarte Schuld�bernahme durch die GmbH gerichtlich durchsetzen k�nnte und/oder weil der Beschuldigte bzw.
die GmbH keinen Einfluss auf die Entscheidung der UBS gehabt habe.
Insoweit liegt somit kein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid im Sinne von Art. 268 BStP vor. Der Beschwerdef�hrer h�tte daher, und zwar mit staatsrechtlicher Beschwerde, r�gen m�ssen, dass die Vorinstanz sich mit diesen Fragen, die er in der Beschwerde gegen die erstinstanzliche Einstellungsverf�gung aufgeworfen hatte, zu Unrecht nicht befasst habe. Diese R�ge hat er nicht erhoben.
Es kann indessen nicht ausgeschlossen werden, dass die Vorinstanz die diesbez�glichen Erw�gungen der ersten Instanz stillschweigend �bernommen hat. Daf�r k�nnte sprechen, dass die Frage, ob die AG allenfalls infolge Nichtentlassung aus der Schuldpflicht im Sinne von Art. 158 StGB gesch�digt worden sei, im kantonalen Verfahren eher ein Randproblem war. Hauptgegenstand des kantonalen Verfahrens war die Frage, welchen Wert das Flugzeug gehabt und ob der Beschuldigte es zu einem zu tiefen Preis verkauft habe.
Wie es sich damit verh�lt, kann jedoch dahingestellt bleiben. Die erste Instanz hat aus nachstehenden Gr�nden mit Recht erkannt, die AG sei auch nicht dadurch im Sinne von Art. 158 StGB gesch�digt worden, dass sie von der Bank nicht von der Schuldpflicht entlassen worden ist.
f) �bernimmt der Erwerber eines verpf�ndeten Luftfahrzeugs die Schuldpflicht, so gibt das Eidgen�ssische Luftamt dem Gl�ubiger davon Kenntnis. Der fr�here Schuldner wird frei, wenn der Gl�ubiger diesem nicht binnen Jahresfrist schriftlich erkl�rt, ihn beibehalten zu wollen (Art. 35 des Bundesgesetzes �ber das Luftfahrzeugbuch; SR 748. 217.1). Diese Bestimmung entspricht im Wesentlichen der Regelung im Fall der �bernahme der Schuldpflicht f�r die Pfandforderung bei der Ver�usserung eines mit einer Grundpfandverschreibung belasteten Grundst�cks (Art. 832, 834 ZGB). Wer einem Schuldner verspricht, seine Schuld zu �bernehmen, verpflichtet sich, ihn von der Schuld zu befreien, sei es durch Befriedigung des Gl�ubigers oder dadurch, dass er sich an seiner Statt mit Zustimmung des Gl�ubigers zu dessen Schuldner macht (Art. 175 Abs. 1 OR; interne Schuld�bernahme). Der Eintritt eines Schuld�bernehmers in das Schuldverh�ltnis an Stelle und mit Befreiung des bisherigen Schuldners erfolgt durch Vertrag des �bernehmers mit dem Gl�ubiger (Art. 176 Abs. 1 OR; externe Schuld�bernahme). Der Schuldner kann den �bernehmer zur Erf�llung der sich aus dem Schuld�bernahmevertrag ergebenden Pflicht anhalten, wenn er seinerseits seinen Verpflichtungen gegen�ber dem �bernehmer nachgekommen ist, die dem Schuld�bernahmevertrag zugrunde liegen (vgl. Art. 175 Abs. 2 OR). Unter dieser Voraussetzung kann der Schuldner vom �bernehmer verlangen, dass dieser den Gl�ubiger befriedige. Hief�r ist die Zustimmung des Gl�ubigers nicht erforderlich, es handle sich denn um eine pers�nlich zu erf�llende Schuld.
Erforderlich ist aber, dass die Schuld f�llig ist. Der zur Befriedigung des Gl�ubigers alternative Eintritt des �bernehmers in das Schuldverh�ltnis bedarf demgegen�ber der Zustimmung des Gl�ubigers, sei es dadurch, dass dieser mit dem �bernehmer einen Vertrag im Sinne von Art. 176 OR abschliesst, oder dadurch, dass der Gl�ubiger nicht innert der im Spezialgesetz geregelten Frist eine Beibehaltungserkl�rung abgibt. Auf diese Zustimmung des Gl�ubigers zum Eintritt des �bernehmers in das Schuldverh�ltnis unter Befreiung des Schuldners haben allerdings weder der Schuldner noch der �bernehmer einen Anspruch.
Aus diesem Grunde unter anderem sieht Art. 175 Abs. 3 OR vor, dass der alte Schuldner vom neuen Sicherheit verlangen kann, wenn die Befreiung unterbleibt. Der vom Gl�ubiger beibehaltene Schuldner hat somit aus dem internen Schuld�bernahmevertrag gem�ss Art. 175 OR verschiedene Anspr�che gegen den Schuld�bernehmer, deren Art (Zahlung an den Gl�ubiger, Leistung von Sicherheit) u.a. davon abh�ngt, ob die Schuld bzw. eine Teilschuld (Raten, Zinsen) f�llig ist oder nicht. Soweit ein vom Gl�ubiger beibehaltener Pfandschuldner im Besonderen Zahlungen an den Gl�ubiger leistet, tritt er zudem im Umfang seiner Zahlungen in die Gl�ubigerrechte ein. Was in diesem Sinne in BGE 60 II 178 ff., 190 in Ausf�llung einer Gesetzesl�cke f�r den vom Grundpfandgl�ubiger gem�ss Art. 832 Abs. 2 ZGB beibehaltenen Pfandschuldner bei Ver�usserung eines Grundst�cks unter �berbindung der Schuldpflicht entschieden worden ist, muss entsprechend f�r den vom Gl�ubiger gem�ss Art. 35 Abs. 2 des Bundesgesetzes �ber das Luftfahrzeugbuch als Pfandschuldner beibehaltenen Verk�ufer eines Luftfahrzeugs gelten, zumal in der Botschaft zum Bundesgesetz �ber das Luftfahrzeugbuch insoweit auf die Regeln von Art. 832 und 834 ZGB verwiesen wird (s. BBl 1959 I 452 ff., 469). Dem vom Gl�ubiger beibehaltenen Schuldner im Allgemeinen und Pfandschuldner im Besonderen stehen somit verschiedene Anspr�che gegen den Schuld�bernehmer zu (s. zum Ganzen Spirig, Z�rcher Kommentar, N 190 f., 205 vor Art. 175 bis 183 OR, N 70 ff., 120 zu Art. 175 OR, N 31, 54 f. zu Art. 183 OR; A. Troller, Die Zwangsvollstreckung f�r das Schuldbefreiungsversprechen, SJZ 1942/43 S. 409 ff.).
Die von der Bank als Pfandschuldnerin beibehaltene AG ist angesichts der ihr zustehenden Anspr�che gegen die GmbH aus dem internen Schuld�bernahmevertrag nicht grunds�tzlich schlechter gestellt als ein Verk�ufer, der nach �bereignung der Sache eine Kaufpreisforderung gegen den K�ufer aus Kaufvertrag erwirbt. Die verschiedenen Anspr�che aus dem Befreiungsversprechen gem�ss Art. 175 OR sind nicht weniger wert als der Anspruch auf Kaufpreiszahlung aus dem Kaufvertrag. Im einen wie im anderen Fall kann eine unter dem Gesichtspunkt der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung strafrechtlich relevante Verm�genssch�digung dann in Betracht fallen, wenn der Anspruch gegen den Schuld�bernehmer bzw. gegen den K�ufer wegen dessen finanziellen Verh�ltnissen erheblich gef�hrdet und daher im Wert vermindert ist. Dass und inwiefern dies vorliegend der Fall sei, hat der Beschwerdef�hrer im kantonalen Untersuchungsverfahren nicht dargetan. Eine Verm�genssch�digung im Sinne von Art. 158 StGB ist nicht schon deshalb gegeben, weil der Gl�ubiger den Schuldner und Verk�ufer der Pfandsache nicht aus dem Schuldverh�ltnis entl�sst.
5.- a) Der Beschwerdef�hrer macht geltend, f�r den Fall der Verneinung eines Verm�gensschadens liege jedenfalls Versuch der ungetreuen Gesch�ftsbesorgung vor. Der Beschuldigte sei n�mlich, wie sich aus seiner Aussage anl�sslich der polizeilichen Einvernahme vom 11. M�rz 1999 (UA p. 96 ff., 99) ergebe, auf Grund entsprechender Angebote von Interessenten selber von einem Marktwert des Flugzeugs von ca. Fr. 420'000.-- bis Fr. 500'000.-- ausgegangen.
Der Einwand ist unzul�ssig. Die Frage, von welchem Wert des Flugzeugs der Beschuldigte selbst ausging, ist eine Tatfrage, �ber die im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht zu befinden ist.
b) Der Beschwerdef�hrer macht schliesslich geltend, der Beschuldigte habe nie die Absicht gehabt, die Schuld gegen�ber der Bank tats�chlich zu �bernehmen. Dies gehe aus einem Schreiben des Beschuldigten vom 30. Juni 1999 hervor, worin er den Beschwerdef�hrer aufgefordert habe, eine per 30. Juni 1999 f�llige Raten- und Zinszahlung an die Bank zu leisten (Beschwerdebeilage 4).
In der Beschwerdeschrift vom 30. August 1999 an die Vorinstanz wurde das Schreiben des Beschuldigten vom 30. Juni 1999 nicht erw�hnt. Der Hinweis darauf in der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde ist damit neu und deshalb unzul�ssig.
Ob der Beschuldigte bzw. die von ihm beherrschte GmbH tats�chlich nie die Absicht gehabt habe, die AG von ihrer Schuld gegen�ber der Bank zu befreien, ist im �brigen eine Tatfrage, die im Verfahren der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht zu pr�fen ist. Abgesehen davon hat sich die GmbH durch den Kaufvertrag vom 27. Januar 1999 zur �bernahme der Pfandschuld verpflichtet. Das zitierte Schreiben vom 30. Juni 1999 zwingt nicht zur Schlussfolgerung, der Beschuldigte habe schon im Zeitpunkt des Abschlusses des Kaufvertrags in Tat und Wahrheit nicht den Willen gehabt, die AG von ihrer Schuld gegen�ber der Bank zu befreien. Das zitierte Schreiben kann auch mit dem Spannungsverh�ltnis erkl�rt werden, welches u.a. gerade auch durch den dem Beschuldigten zur Last gelegten Verkauf des Flugzeugs versch�rft wurde.
6.- Die eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde ist somit abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer die bundesgerichtlichen Kosten zu tragen. Dem Beschwerdegegner ist keine Entsch�digung zuzusprechen, da ihm im bundesgerichtlichen Verfahren keine Umtriebe entstanden sind.
3.- Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft und der Anklagekammer des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.
--------- Lausanne, 14. August 2000

References: Art. 158
 Art. 158
 Art. 270
 Art. 699
 Art. 158
 Art. 35
 Art. 35
 Art. 35
 Art. 158
 Art. 268
 Art. 158
 Art. 158
 Art. 175
 Art. 176
 Art. 175
 Art. 175
 BGE 
 Art. 832
 Art. 35
 Art. 832
 Art. 175
 Art. 175
 Art. 183
 Art. 175
 Art. 158