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Timestamp: 2019-07-22 19:23:38+00:00

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BSG, 21.06.2005 - B 8 KN 9/04 R - dejure.org
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BSG, 21.06.2005 - B 8 KN 9/04 R (https://dejure.org/2005,522)
BSG, Entscheidung vom 21.06.2005 - B 8 KN 9/04 R (https://dejure.org/2005,522)
BSG, Entscheidung vom 21. Juni 2005 - B 8 KN 9/04 R (https://dejure.org/2005,522)
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Fremdrentenrecht - Spätaussiedler - Rücknahme eines rechtswidrigen nicht begünstigenden Verwaltungsaktes - maßgebliches Recht - zu Unrecht nicht erbrachte Sozialleistung - Zusammentreffen von eigener Rente mit Hinterbliebenenrente - Begrenzung der Entgeltpunkte - rückwirkende Rechtsänderung - Verfassungsmäßigkeit
Fremdrentenrecht - Spätaussiedler - Rücknahme eines rechtswidrigen nicht begünstigenden Verwaltungsaktes - maßgebliches Recht - Zusammentreffen von eigener Rente mit Hinterbliebenenrente - Begrenzung der Entgeltpunkte - rückwirkende Rechtsänderung - Verfassungsmäßigkeit
Zuerkennung von Witwenrente für anerkannte Spätaussiedler; Rentenberechnung durch fiktive Ermittlung der beim verstorbenen Ehegatten nach dem Fremdrentengesetz (FRG) zu berücksichtigenden Zeiten ermittelte Entgeltpunkte (EP); Änderung des § 22b FRG durch das Gesetz zur Sicherung der nachhaltigen Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Nachhaltigkeitsgesetz); Anspruch auf FRG-Witwenrente als eigentumsrechtliche Position; Unterschiedliche Behandlung von Vertriebenen bzw. Spätaussiedlern und den übrigen Deutschen hinsichtlich der Zuerkennung einer Hinterbliebenenrente; Kombinierte Anfechtungsklage und Verpflichtungsklage auf Erteilung eines Zugunstenbescheids nach § 44 Sozialgesetzbuch Zehntes Buch (SGB X); Begrenzung der Entgeltpunkte für FRG-Zeiten beim Zusammentreffen einer eigenen Rente mit einer Hinterbliebenenrente
SG Berlin, 11.10.2004 - S 15 KN 21/04
SG Berlin, 11.10.2004 - S 18 KN 21/04
Über die Rechtslage nach Verkündung des RVNG haben der 8. und der 5. Senat des BSG mit jeweils mehreren, im Wesentlichen übereinstimmenden Urteilen von Juni und Oktober 2005 entschieden (…BSG 8. Senat vom 21. Juni 2005, BSGE 95, 29 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 4; SozR 4-1300 § 44 Nr. 5; BSG 5. Senat vom 5. Oktober 2005, zB B 5 RJ 57/03 R; zu diesen Urteilen s Leopold, SGb 2005, 628, 632 Fn 61; Pflüger, RVaktuell 2005, 531;… Schaer, jurisPR-SozR 6/2006 Anm 4).
Insoweit berühren spätere, wenn auch rückwirkende Änderungen der Rechtslage die im Rahmen des § 44 SGB X erhebliche ursprüngliche Rechtswidrigkeit nicht (…vgl BSG 8. Senat Teilurteil vom 28. Mai 1997, SozR 3-2600 § 93 Nr. 3 S 17 - ebenfalls bei einer rückwirkenden "Klarstellung" durch den Gesetzgeber - mwN;… s ferner BSG 4. Senat vom 31. März 1998, SozR 3-2600 § 93 Nr. 8 S 83 ff; so zu § 22b FRG auch ausdrücklich BSG 8. Senat vom 21. Juni 2005, SozR 4-1300 § 44 Nr. 5 RdNr 5).
Nach Auffassung des Senats bewirkt die rückwirkende Rechtsänderung als solche auch noch nicht, dass die Sozialleistungen jetzt nicht mehr iS des § 44 Abs. 1 Satz 1 SGB X "zu Unrecht" nicht erbracht wurden (so jedoch BSG 8. Senat vom 21. Juni 2005, SozR 4-1300 § 44 Nr. 5 RdNr 8).
Die Auslegung durch den vorlegenden Senat stimmt im Ergebnis mit der Auslegung überein, die der 8. Senat (zB im Urteil vom 21. Juni 2005, SozR 4-1300 § 44 Nr. 5 RdNr 7) den Vorschriften des § 44 Abs. 1 SGB X iVm § 22b Abs. 1 Satz 1 FRG in der Fassung des Art. 9 Nr. 2 RVNG gegeben hat.
bb) Der Senat vermag sich auch nicht der Rechtsansicht des 8. und des 5. Senats des BSG in deren Urteilen vom Juni und Oktober 2005 (…BSG 8. Senat vom 21. Juni 2005, zB BSGE 95, 29 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 4; SozR 4-1300 § 44 Nr. 5; BSG 5. Senat vom 5. Oktober 2005, zB B 5 RJ 57/03 R) anzuschließen.
Denn diese Frage beantworte sich nach der materiellen Rechtslage, wie sie sich für den im März 1998 entstandenen Rentenanspruch der Klägerin zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Überprüfungsentscheidung ergebe (vgl BSG Urteil vom 21. Juni 2005 - B 8 KN 1/05 R und B 8 KN 9/04 R).
Über die Rechtslage nach Verkündung des RVNG haben der 8. und der 5. Senat des BSG mit jeweils mehreren, im Wesentlichen übereinstimmenden Urteilen von Juni und Oktober 2005 entschieden (…BSG 8. Senat vom 21. Juni 2005, zB BSGE 95, 29 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 4; SozR 4-1300 § 44 Nr. 5; BSG 5. Senat vom 5. Oktober 2005, B 5 RJ 57/03 R; zu diesen Urteilen s Leopold, SGb 2005, 628, 632 Fn 61; Pflüger, RVaktuell 2005, 531;… Schaer, jurisPR-SozR 6/2006 Anm 4).
d) Soweit die Beklagte in ihrer Revisionserwiderung weiter meint, nach dem Urteil des Senats vom 23.9.2003 (…B 4 RA 54/02 R, SozR 4-8855 § 2 Nr. 1) sei die Rechtslage unklar und verworren gewesen, weil die Verwaltungspraxis und die Instanzgerichte dieser Entscheidung nicht gefolgt seien, verkennt sie, dass allein daraus, dass die Rechtsprechung eines obersten Gerichtshofes des Bundes, mit der die Anwendung und Auslegung einer Norm (hier: § 2 Abs. 1 Satz 1 DbAG idF des Art. 3 AAÜG-ÄndG) geklärt wird, die aber von der Verwaltung und einigen Instanzgerichten nicht akzeptiert wird, keine unklare und verworrene Rechtslage herbeiführt (…hierzu auch Vorlagebeschlüsse des 13. Senats vom 29.8.2006 - B 13 RJ 47/04 R, RdNr 80 ff, B 13 RJ 8/05 R, RdNr 81 ff und B 13 R 7/06 R, RdNr 83 ff in Abgrenzung zur Rechtsprechung des 8. Senats vom 21.6.2005, BSGE 95, 29 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 4; SozR 4-1300 § 44 Nr. 5 und des 5. Senats vom 5.10.2005, B 5 RJ 57/03 R).
Eine solche Argumentation verkennt, dass allein daraus, dass die Rechtsprechung eines obersten Gerichtshofes des Bundes, mit der die Anwendung und Auslegung einer Norm (hier: § 2 Abs. 1 Satz 1 DbAG idF des Art. 3 AAÜG-ÄndG) geklärt wird, die aber von der Verwaltung und einigen Instanzgerichten nicht akzeptiert wird, keine unklare und verworrene Rechtslage herbeiführt (…hierzu auch Vorlagebeschlüsse des 13. Senats vom 29.8.2006 - B 13 RJ 47/04 R, RdNr 80 ff, B 13 RJ 8/05 R, RdNr 81 ff und B 13 R 7/06 R, RdNr 83 ff in Abgrenzung zur Rechtsprechung des 8. Senats vom 21.6.2005, BSGE 95, 29 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 4; SozR 4-1300 § 44 Nr. 5 und des 5. Senats vom 5.10.2005, B 5 RJ 57/03 R).
Daraus folgt im Umkehrschluss, dass die vor dem 1. Januar 2002 übergesiedelten Berechtigten weiterhin die der früheren Verwaltungspraxis entsprechende "Hinterbliebenenrente nach einer fiktiven FRG-Rente des Verstorbenen" (so BT-Drucks 14/4595 S 78 zu Art. 11 Nr. 1 = § 14a FRG) erhalten (…vgl BSG, Urteile vom 7. Juli 2004 - B 8 KN 10/03 R - BSGE 93, 85 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 2 jeweils RdNr 17 f und vom 21. Juni 2005 - B 8 KN 1/05 R und B 8 KN 9/04 R - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Diese Vorschrift haben die anderen Rentensenate des BSG dahin ausgelegt, dass sie - entgegen der Auffassung der Beklagten und des LSG - beim Zusammentreffen einer eigenen Rente des Berechtigten mit einer Hinterbliebenenrente die FRG-Anteile der Hinterbliebenenrente nicht einbezieht (…Urteile vom 30. August 2001 - B 4 RA 118/00 R - BSGE 88, 288 = SozR 3-5050 § 22b Nr. 2, vom 11. März 2004 - B 13 RJ 44/03 R - BSGE 92, 248 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 1, - B 13 RJ 52/03 R und B 13 RJ 56/03 R - jeweils nicht veröffentlicht …sowie vom 7. Juli 2004 - B 8 KN 10/03 R - BSGE 93, 85 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 2 und vom 21. Juni 2005 - B 8 KN 1/05 R und B 8 KN 9/04 R - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Aus Sicht des Gesetzgebers bestand hierfür von vornherein auch kein Bedarf, denn die zu § 22b Abs. 1 Satz 1 FRG aF ergangenen Verwaltungsakte der Rentenversicherungsträger entsprachen regelmäßig bereits - wie auch hier - der Neufassung dieser Vorschrift, weil sich die Träger der Rechtsprechung des 4. Senats des BSG vom 30.8.2001 (…BSGE 88, 288 = SozR 3-5050 § 22b Nr. 2) , des 8. Senats des BSG vom 7.7.2004 (…BSGE 93, 85 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 2) und vom 21.6.2005 (SozR 4-1300 § 44 Nr. 5) sowie des erkennenden Senats vom 11.3.2004 (…ua BSGE 92, 248 = SozR 4-5050 § 22b Nr. 1) nicht angeschlossen hatten; nach dieser Rechtsprechung sollte die Begrenzung auf insgesamt 25 EP in § 22b Abs. 1 Satz 1 FRG aF keine Anwendung finden, wenn ein Begünstigter neben einem Anspruch auf Rente aus eigener Versicherung einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente hatte.
Das BSG hat allerdings in den Urteilen vom 21. Juni 2005 (B 8 KN 1/05 R, B 8 KN 10/04 R und B 8 KN 9/04 R) klargestellt, dass § 22 b Abs. 1 Satz 1 FRG a. F. entgegen der Ansicht der Beklagten die in einer Rente für FRG-Zeiten zugrunde zu legenden persönlichen Entgeltpunkte nicht in der Weise zu begrenzen sind, dass die Höchstgrenze nach dieser Vorschrift von 25 persönlichen Entgeltpunkten auch für den Fall des Zusammentreffens einer Rente aus eigener Versicherung mit einer Hinterbliebenenrente gilt, wenn für beide Renten FRG-Zeiten berücksichtigt sind.
Dies ist vorliegend der Fall, denn § 22 b Abs. 1 Satz 1 FRG n. F. ist rückwirkend zum 07. Mai 1996 ersetzt worden (so BSG, Urteile vom 21. Juni 2005 - B 8 KN 9/04 R, B 8 KN 10/04 R und B 8 KN 1/05 R).
Die Ungleichbehandlung der Klägerin gegenüber solchen Hinterbliebenen, deren Renten auf anrechenbaren Zeiten nach dem SGB VI beruhen, ist dadurch gerechtfertigt, dass ihrer Rente im Unterschied zu deren Rente keine Beiträge zur bundesdeutschen Rentenversicherung zugeordnet werden können und damit deren Gewährung ausschließlich aus sozialstaatlichen Gründen erfolgt (vgl. BSG, Urteile vom 21. Juni 2005, a.a.O.).
Die Bildung schutzwürdigen Vertrauens ist regelmäßig auch ab einem Gesetzesbeschluss über eine Rechtsänderung nicht mehr möglich (so BSG, Urteile vom 21. Juni 2005, a.a.O. unter Hinweis auf die entsprechende Rechtsprechung des BVerfG).
Der Senat schließt sich den Urteilen des BSG vom 21. Juni 2005 (B 8 KN 9/04 R, B 8 KN 1/05 R und B 8 KN 10/04 R) und vom 05. Oktober 2005 (B 5 RJ 57/03 R, B 5 RJ 39/04 R) aus den dort genannten Gründen, die er für überzeugend hält, an.
BSG, 26.06.2006 - B 13 R 153/06 B
LSG Bayern, 11.04.2006 - L 6 R 387/04
Zahlung von großer Witwenrente für eine Spätaussiedlerin aus Versicherungszeiten …
LSG Bayern, 14.11.2005 - L 16 B 511/05
Pflicht der Ehefrau eines Versicherungsnehmers zur Beitragszahlung an die …

References: § 22
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 § 93
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 Art. 9
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 § 2
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 Art. 3
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 Art. 11
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