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Timestamp: 2019-02-19 17:58:27+00:00

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BVerwG, 22.10.1992 - 5 C 11.89 - dejure.org
BVerwG, 22.10.1992 - 5 C 11.89
Anspruch eines Minderjährigen gegen seine Eltern auf Zahlung des Prozeßkostenvorschusses
Sozialhilfe - Therapiekosten - Behandlungskosten - Eingliederungsmaßnahmen
Kosten-Nutzen-Abwägung bei Eingliederungshilfe
Sozialhilfe; Kosten einer aufwendigen Autismustherapie
BVerwGE 91, 114
NJW 1993, 3009
NJW 1993, 3010
FamRZ 1993, 540 (Ls.)
DVBl 1993, 780
DÖV 1993, 667
Damit ist ihm nach § 39 Abs. 1 S. 1 i.V.m. § 4 Abs. 1 S. 1 BSHG Eingliederungshilfe zu gewähren, d.h. er hat einen Rechtsanspruch auf Sozialhilfe dem Grunde nach (vgl. BVerwG, Urt. v. 31.08.1966, BVerwGE 25, 28 u. v. 22.10.1992, BVerwGE 91, 114/115; Urt. d. Senats v. 20.12.1995 - 6 S 1458/93 - u. v. 31.01.1996 - 6 S 494/93;… Gottschick/Giese, BSHG, 9. Aufl., § 4 RdNr. 5;… Schellhorn/Jirasek/Seipp, BSHG, 14. Aufl., § 4 RdNr. 5), wenn die gesetzlichen Voraussetzungen zur Gewährung der Eingliederungshilfe bei ihm vorliegen.
Die Frage, ob dem Kläger Hilfe zu gewähren ist, ist daher aus Rechtsgründen zu bejahen (…zum "Ob" der Hilfegewährung vgl. BVerwG, Urt. v. 31.08.1966, BVerwGE 25, 28; v. 11.02.1982 - 5 C 85.80 -, FEVS 31, 221/224; v. 26.10.1989 - 5 C 30.86 -, FEVS 39, 93/96 sowie v. 22.10.1992, BVerwGE 91, 114/116).
Bei Eingliederungshilfemaßnahmen ist es dabei grundsätzlich ausgeschlossen, einen gesetzlich bestehenden Anspruch wegen der hohen Kosten nach dem Gedanken der Mittel-Zweck-Relation auszuschließen (vgl. BVerwG, Urt. v. 22.10.1992, BVerwGE 91, 114/115 und v. 31.08.1996, BVerwGE 25, 28/31).
Vielmehr gilt, daß in den Fällen, in denen die gesetzlichen Voraussetzungen der Eingliederungshilfe erfüllt sind, auf sie nach § 4 Abs. 1 S. 1 BSHG ein Rechtsanspruch besteht (vgl. BVerwG, Urt. v. 22.10.1992, a.a.O.).
Allerdings muß der sozialhilferechtliche Bedarf in einem an § 1 Abs. 2 BSHG orientierten angemessenen Verhältnis zum erreichbaren Erfolg der Eingliederungsmaßnahme stehen (vgl. BVerwG, Urt. v. 22.10.1992, a.a.O., S. 117).
Wie dargelegt, gilt vielmehr, daß ein Anspruch auf Eingliederungshilfe nicht wegen der hohen Kosten ausgeschlossen werden kann (vgl. BVerwG, Urt. v. 22.10.1992, BVerwGE 91, 114/115).
Desgleichen liegt hier kein unangemessenes Verhältnis zwischen dem sozialhilferechtlich anzuerkennenden Bedarf einerseits und dem erreichbaren Erfolg des Seminars andererseits (vgl. BVerwG, Urt. v. 22.10.1992, BVerwGE 91, 114/117).
Aus dem in dieser Norm verankerten Bedarfsdeckungsprinzip folgt, dass im Sozialhilferecht grundsätzlich der gesamte im konkreten Einzelfall anzuerkennende Hilfebedarf abzudecken ist (vgl. Urteile vom 22. Oktober 1992 - BVerwG 5 C 11.89 - BVerwGE 91, 114 und vom 30. September 1993 - BVerwG 5 C 49.91 - BVerwGE 94, 211).
Gefährdung des Erfolges der Eingliederungshilfe durch Heimwechsel, Übernahme von …
§ 3 Abs. 2 BSHG regelt das 'Wunschrecht' des Hilfesuchenden in bezug auf die Gestaltung der Hilfe; er betrifft das 'Wie' der Hilfeleistung und setzt deshalb begrifflich Alternativen der Bedarfsdeckung voraus ( vgl. BVerwGE 91, 114 ( 116)).
Was nach der Rechtsprechung des Senats (BVerwGE 91, 114 (116); 94, 127 (130)) für die Anwendung von § 3 Abs. 2 BSHG gilt, nämlich eine Beschränkung des Wunschrechts durch den Mehrkostenvorbehalt nur nach Maßgabe der Möglichkeit, dem Hilfesuchenden anderweitig und kostengünstiger, jedoch nicht minder wirkungsvoll zu helfen, ist somit auch gültig, wenn einem Kostenübernahmebegehren die Regelung des § 93 Abs. 2 Satz 2 BSHG entgegengehalten werden soll.
Gleiches galt für ein weiteres Urteil vom 22.10.1992 (BVerwGE 91, 114, 115) .
Das "Wunschrecht" des § 3 Abs. 2 BSHG betrifft das "Wie" der Hilfeleistung durch einen Träger der Sozialhilfe; es setzt Alternativen der Bedarfsdeckung innerhalb dieses Sozialleistungssystems voraus (vgl. BVerwGE 91, 114 [116]; 94, 127 [130]) und begründet keine Befugnis, zwischen den Hilfen unterschiedlicher Sozialleistungssysteme zu wählen.
Die Bestimmung des § 9 Abs. 2 SGB XII regelt das Wunschrecht des Hilfesuchenden in Bezug auf die Gestaltung der Hilfe; sie setzt deshalb schon begrifflich gleich geeignete Alternativen der Bedarfsdeckung voraus (vgl. BVerwGE 91, 114, 116; 94, 127, 130; 97, 53, 57, 60;… Luthe in Hauck/Noftz, a.a.O., § 9 Rdnr. 17;… W. Schellhorn in Schellhorn/Schellhorn/Hohm, a.a.O., § 9 Rdnr. 25; Schiefer in Oestreicher, SGB II/SGB XII, § 9 SGB XII, Rdnrn. 51 f.), wobei insoweit den Träger der Eingliederungshilfe die objektive Beweislast treffen dürfte (…vgl. W. Schellhorn in Schellhorn/Schellhorn/Hohm, a.a.O., Rdnr. 26;… Wahrendorf in Grube/Wahrendorf, SGB XII, 3. Auflage, § 9 Rdnr. 30).
VGH Baden-Württemberg, 14.01.2003 - 9 S 2199/02
Integration Behinderter in allgemeine Schule - Autismus
Das hat auch das Bundesverwaltungsgericht jedenfalls für den Bereich der Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung anerkannt (BVerwG, Urt. vom 22.10.1992 - 5 C 11.89 -, BVerwGE 91, 114 ).
vgl. BVerwG, Urteil vom 2. September 1993 - 5 C 50.91 -, BVerwGE 94, 127 (130) = FEVS 44, 322 (325), und Urteil vom 22. Oktober 1992 - 5 C 11.89 -, BVerwGE 91, 114 (116) = FEVS 43, 181 (184).
VG Karlsruhe, 25.06.2002 - 5 K 2172/99
Eingliederungshilfe; Konduktive Förderung nach Petö
VG Kassel, 26.06.2007 - 7 E 2880/03
VG Karlsruhe, 26.06.2002 - 5 K 2172/99
Abgelehnte Eingliederungshilfe für konduktive Therapie nach Petö
VG Kassel, 23.01.2004 - 7 E 3667/98
LSG Berlin-Brandenburg, 01.03.2006 - L 23 B 1083/05
Sozialhilfe - Eingliederungshilfe - stationäre Einrichtung - Wahlrecht des …
SG Frankfurt/Oder, 24.09.2009 - S 7 SO 2/05
Kosten der Unterkunft - Suchthilfeverein - möblierter Wohnraum - Zweibettzimmer - …
OVG Nordrhein-Westfalen, 30.09.2004 - 16 B 1804/04
Sozialhilferechtliche Voraussetzungen eines Anspruchs auf Übernahme von …
VG Sigmaringen, 25.10.1999 - 7 K 584/98
Eingliederungshilfe für Integrationshelferin im Kindergarten

References: § 39
 § 4
 § 4
 § 4
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 § 1

§ 3
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 § 93
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 § 9
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