Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4222.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:40:53+00:00

Document:
4.222 Rotasweiher-Degermoos
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Rotasweiher- Degermoos« vom 23. April 1993 (GBl. v. 12.07.1993, S. 370).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19.November 1991 (GBl. S.701), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12, ber. S. 116), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Wangen im Allgäu, Gemarkung Neuravensburg wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Rotasweiher-Degermoos«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 68 ha.
· Es umfaßt auf Gemarkung Neuravensburg die Flurstücke 171/1 teilweise (tw), 190 tw, 191-194, 197, 198, 200, 201/1 tw, 201/2, 210 tw, 212/1, 213 tw, 216, 218 tw, 1367, 1368/1, 1368/2, 1370, 1372/1 tw, 1377/1, 1377/2, 1377/3, 1378/2, 1378/8, 1378/9, 1378/12, 1378/14 tw, 1378/16, 1378/20, 1379/1 tw, 1380/1, 1380/3, 1380/4, 1380/5, 1380/7, 1380/8, 1380/9, 1381/1.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vorn 3. August 1992 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Ravensburg in Ravensburg und beim Bürgermeisteramt Wangen i. A. auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· ‑ Lebensraum und Rückzugsgebiet für eine artenreiche und teilweise hochgradig gefährdete Tier‑ und Pflanzenwelt,
· ‑ wichtiger Bestandteil des Gesamtmoorkomplexes Degermoos, der sich mit seinem Hochmoorkern in benachbartes bayerisches Gebiet weitererstreckt,
· ‑ wichtiger Bestandteil in dem Lebensraumverbund von Feuchtgebieten des württembergischen Allgäus,
· ‑ Zeugnis einer seit vielen Jahrhunderten gewachsenen und extensiv genutzten Kulturlandschaft.
12. im Schutzgebiet außer auf den in der Schutzgebietskarte gekennzeichneten Wegen zu reiten;
13. mit Luftfahrzeugen aller Art zu starten oder zu landen;
15. in Torfstichen zu baden;
a) bei der Jagd der Schutzzweck beachtet und gefördert wird,
b) Hochsitze nur als einfache Ansitzleitern aus naturbelassenen Rundhölzern im unbedingt notwendigen Umfang und unter Beachtung des Land Landschaftsbildes erlaubt sind und
c) jagdliche Einrichtungen (Hochsitze, Fütterungen) nicht in trittempfindlichen Bereichen oder besonders wertvollen Vegetationsbeständen eingerichtet werden dürfen;
2. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung mit der Maßgabe, daß im Naturschutzgebiet nur eine plenterartige Moorwaldbewirtschaftung zulässig ist und die Fichtenreinbestände auf den Flurstücken 1377/1, 1380/7 sowie 213 langfristig in einen standortgemäßen Moorwald umgewandelt werden;
a) die auf der Schutzgebietskarte schraffiert dargestellten Flächen in seitheriger Art und seitherigem Umfang bewirtschaftet werden können,
b) auf der außerhalb des Feuchtgebietes gelegenen, hängigen Teilfläche des Flst. 1378114 flüssiger Wirtschaftsdünger nicht zulässig ist,
c) auf der außerhalb des Feuchtgebietes gelegenen Teilfläche von Flst. 1367 zum Zwecke der Aushagerung bis zum Widerruf durch das Regierungspräsidium nur eine zweimähdige Nutzung ohne Düngung zulässig ist und
d) auf den übrigen Flächen eine Streuwiesennutzung nach dem 1. September oder nach Einzelvorgabe zulässig ist.
§ 4 der Verordnung über Anwendungsverbote für Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988 (BGBl. 1 S. 1196) in der jeweils geltenden Fassung bleibt unberührt;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtung einschließlich der Drainagen, deren ordnungsgemäßer Ablauf gewährleistet ist, jeweils in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung;
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dein Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2‑6 verbotenen Handlungen vornimmt.
TÜBINGEN, den 23. April 1993

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2

§ 4
 § 64
 § 4
 § 5