Source: https://www.zifferdrei.de/archiv/ausgabe-16/basistarif-standardtarif-und-notlagentarif
Timestamp: 2020-04-06 15:13:59+00:00

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Abrechnung In der PKV gibt es verschiedene gesetzlich verankerte Sozialtarife. Unser Überblick erläutert, was bei der Behandlung von Patienten in diesen Versicherungstarifen und der Honorarabrechnung zu beachten ist. Die nachfolgenden Ausführungen gelten nur für ambulante und belegärztliche Leistungen.
Der Standardtarif ist durch § 257 SGB V alter Fassung der erste branchenübliche Versicherungstarif und gilt seit Einführung des Basistarifs nur noch für langjährige Versicherte. Die Leistungen im Standardtarif sind vergleichbar mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, aber nicht damit identisch. In dem jeweiligen Tarif ist vertraglich festgelegt, in welchem Umfang die Versicherung die Kosten für die einzelnen Leistungsarten erstattet. Die für den Standardtarif geltenden Faktoren sind: Die Rechnung darf höchstens mit dem 1,8-fachen des Gebührensatzes GOÄ für ärztliche Leistungen angesetzt sein, für medizinisch-technische Leistungen mit dem 1,38-fachen und für Laborleistungen mit dem 1,16-fachen Satz. Für Privatärzte gilt formal gesehen noch die Regelung des § 5b GOÄ, wonach die Faktoren 1,7-fach, 1,3-fach bzw. 1,1-fach anzusetzen sind. Auch hier empfiehlt es sich, sich vor der Leistungserbringung den Versicherungsnachweis vorlegen zu lassen.
Der Notlagentarif wurde im August 2013 gemäß § 153 des Versicherungsaufsichtsgesetzes eingeführt. Versicherungsnehmer sind Nichtzahler von Versicherungsprämien. Der Notlagentarif sieht ausschließlich die Aufwendungserstattung für Leistungen vor, die zur Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft erforderlich sind. Abweichend davon sind für versicherte Kinder und Jugendliche zudem insbesondere Aufwendungen für Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nach gesetzlich eingeführten Programmen und für Schutzimpfungen, die die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut gemäß § 20 Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes empfiehlt, zu erstatten. Gemäß § 75 Abs. 3a SGB V haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie die Kassenärztlichen Vereinigungen auch die ärztliche Versorgung für die im Notlagentarif nach § 153 des Versicherungsaufsichtsgesetzes Versicherten mit den in diesen Tarifen versicherten ärztlichen Leistungen sicherzustellen. Soweit nichts anderes geregelt ist, werden die Leistungen nach den Gebührensätzen des Standardtarifes vergütet.

References: § 257
 § 5
 § 153
 § 20
 § 75
 § 153