Source: http://vaeternotruf.de/aktuell0110.htm
Timestamp: 2018-08-15 11:39:54+00:00

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Gebe mir Gott die Gelassenheit, das,
so zu akzeptieren, wie es ist,
und die Weisheit, den Unterschied zwischen beidem zu erkennen.
Querulant (lateinisch) - Mensch mit übermäßig stark ausgeprägtem Rechtsempfinden. Gegen tatsächliche oder vermeintliche öffentlich-rechtlich, politisch, religiöse u.a. Ungerechtigkeiten setzt er sich starrsinnig und selbstaufopfernd ein, wobei Anlaß und Verhalten in keinem vernünftigen Verhältnis stehen. Querulanten werden z.T. den Psychopathen zugerechnet. Häufig findet sich beim Querulanten eine mitunter weit zurückliegende tatsächlich erlittene Ungerechtigkeit.
Der deutsche Dramatiker und Erzähler Heinrich von Kleist, hat mit seiner Erzählung "Michael Kohlhaas" dem Querulanten ein literarisches Denkmal gesetzt.
Der Querulant ist ein Mensch, der tatsächlich einmal Ungerechtigkeit erlitten hat. Und wie in der Novelle von Kleist, eskaliert der Konflikt im Laufe der Zeit. Am Anfang hätte noch eine Entschuldigung von Seiten des rechtsverletzenden Person oder Behörde ausgereicht hätte, den Konflikt zu klären. Durch deren Weigerung und Sturrheit kommt es dazu, dass der sich in seinem Recht verletzte Mensch in einem Kampf begibt, von dem er annimmt, er würde ihm zu seinem Recht verhelfen.
Der Querulant hat ein berechtigtes Interesse. Durch die im Laufe der Zeit erlittenen Frustrationen kommt es bei ihm aber immer mehr zu einer Verhärtung und Verbitterung, so dass Aussenstehende nach einiger Zeit nicht mehr das Anliegen des Querulanten wahrnehmen, sondern nur noch seine Wut und Verbitterung. Auch der Querulant weiss möglicherweise bald nicht mehr, was ursprünglich seinem Interesse galt. Der Querulant ist ein verzweifelter Mensch, er hat schon viele Schlachten verloren. Sein größtes Handicap ist seine Unfähigkeit zur Trauer. Und weil er nicht trauern kann, kann er Dinge nicht loslassen, die vergangen und meist nicht mehr zu ändern sind. Der Vater, der sei drei Jahren erfolglos vor dem Familiengericht klagt, in der Hoffnung "Recht zu bekommen". Er hat schon viel verloren, was ihm auch kein Recht mehr wiederbringen kann.
Im Nationalsozialismus endete der Weg des Querulanten üblicherweise als Häftling im Konzentrationslager, während die passiven Mitläufer des Systems, Blockwart oder Denunziantin wurden und so am Tod von Millionen Menschen, z.B. den Juden mitschuldig wurden.
Zu DDR-Zeiten "kümmerte" sich das Ministerium für Staatssicherheit um Querulanten. Heute nach der Wende, nennt man nicht wenige dieser Querulanten anerkennend "Bürgerrechtler" und jede Partei, von links bis rechts, die etwas auf sich hält, hat wenigstens einen Vorzeigebürgerrechtler in ihren Reihen.
Bedauerlicherweise trägt auch im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland auch die heutige Rechtswirklichkeit und Behördenmentalität zur Entwicklung von Querulanten bei. Vielleicht kann man so den Spruch von Bärbel Bohley verstehen "Wir wollten Recht, und bekamen den Rechtsstaat."
Nun ist ein Rechtsstaat natürlich besser als ein Unrechtsstaat. Und doch kann man auch heute sagen, der Querulant ist (auch) ein Kind der Behörde. Hätte an der entscheidenden Stelle ein Beamter, Jugendamtsmitarbeiter oder Richter gesessen, der sich die Kommunikation mit schwierigen Klienten beherrscht, so wäre eine gute Chance entstanden, der Teufelskreis von Frustration, Wut, Angriff, Frustration aufzulösen. Doch in der Praxis geschieht oft das Gegenteil. Der Klient kommt mit einer bestimmten Missstimmung in die Behörde, die Behörde ist sein tatsächlicher oder imaginierter (z.B. infolge einer Übertragung) Feind. Der Beamte bekommt Angst und geht in die Konfrontation (Gegenübertragung), der Klient wird frustriert, wieder einmal hat ihn niemand verstanden.
Leider sind auch Psychologen und Sozialarbeiter oft nicht in der Lage die Situation von schwierig erscheinenden Klienten, angemessen zu erfassen, geschweige denn angemessen, deeskalierend zu reagieren. Dies kann an deren fehlender Souveränität, Stolz, Dünkel und Überheblichkeit liegen.
Eine moderne Behörde sollte sich dem Thema der Arbeit mit schwierigen Klienten offen und ehrlich stellen. In jeder Behörde muss es mindestens einen Mitarbeiter geben, der in der Arbeit mit schwierigen Klienten kompetent ist. Mitunter kann ein solcher Mitarbeiter Wunder bewirken und einen langandauernden Fall, an dem sich schon fünf Sozialarbeiterinnen verschlissen haben, zur Lösung bringen. Worte des Bedauern, des Verständnis, reichen da oft schon aus. Manchmal auch eine Entschuldigung. Und möglicherweise entpuppt sich der Querulant als ein angenehmer und sympathischer Mensch.
In der Bundesrepublik gibt es die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung, die Krankenversicherung und seit einiger Zeit nun auch die Pflegeversicherung.
Nur wenn Männer und Frauen Eltern werden, stehen sie plötzlich so gut wie ohne eine Unterstützung da. Der Staat speist beide zusammen mit 300 DM Kindergeld und 600 DM Erziehungsgeld ab. Den Rest müssen die Eltern dazuverdienen. Ganz klar, dass da der Papa sofort wieder malochen muss und Mama daheim das Kind hütet. Auf der anderen Seite werden Milliardenbeträge an das völlig überholte Ehegattensplitting verschwendet und rutschen die Beschäftigen im öffentlichen Dienst um so älter sie werden, was meist gleichbedeutend damit ist, dass die Kinder aus dem Haus sind (so überhaupt vorhanden) aller zwei Jahre in eine höhere Verdienstgruppe. Bei einem Ost-Beschäftigen BAT V a (Erzieherin) sind das bei einer 21 und einer 45 jährigen immerhin 1100 DM Bruttolohnunterschied. In der BAT III (Lehrer) schon 1800 DM. Und das nur dafür, dass man älter geworden ist. Leistungskriterien gibt es nicht.
Bei nur 1000 Lehrern ist das eine Summe pro Jahr von 21.600.000 DM (in Worten 21 Millionen DM) die fürs älter werden ausgegeben werden.
Hinzukommen Millionenbeträge die verheirateten Männern und Frauen beim sogenannten Ortszuschlag hinterhergeworfen werden. Der Witz bei der Sache, da sich der öffentliche Dienst weitestgehend aus Steuermitteln finanziert, bezahlen alle Steuerzahler/innen diese Ehesubventionen.
Auf alle öffentlich Beschäftigten hochgerechnet, dürfte die Zahl im Milliardenbereich liegen.
Um der Misere Kinder = Armutsrisiko, bzw. Maloche für den Vater entgegenzuwirken, wäre eine Familienversicherung eine geeignete Methode. wie in den anderen Versicherungen, wird hier ein bestimmter Prozentsatz von allen Arbeitnehmern, bzw. Selbstständigen einbehalten.
Mit den Einnahmen sollte insbesondere im ersten Lebensjahr des Kindes für alle Väter und Mütter ein angemessenes Familiengeld finanziert werden. Bei Nichtinanspruchnahme, z.B. durch einen desinteressierten Vater entfällt dessen Anteil ersatzlos.
Philipp, 30.10.01
Das Ehegattensplitting ist eine völlig antiquierte Steuersubvention für Ehepaare, in der der eine (meist der Mann) sehr viel verdient und der andere (meist die Frau) nichts oder sehr wenig.
Der Staat subventioniert dies jährlich mit Milliardengeschenken. Gleichzeitig fehlt ihm das Geld, für die Förderung von Vätern und Müttern, die für ihre Kinder sorgen. Mit lächerlichen 300 DM werden da die Eltern abgespeist. Getrenntlebende Väter sehen trotz ihrer Aufwendungen die sie für ihre Kinder erbringen meist nicht einmal davon etwas.
Wollen wir hoffen, dass die Regierungskoalition aus SPD und Grüne bald über ihren Schatten und die Interessen so manch eines Bundestagsabgeordneten aus ihren Reihen springen können und nicht erst dann, wenn 90 Prozent der Bevölkerung Rentner sind, die durch die restlichen 10 Prozent versorgt werden müssen.
Philipp 30.10.01
"Die Geburt anthropologisch betrachtet"
Sheila Kitzinger spannt einen großen Bogen von den Anfängen der Geburtshilfe bis in unsere heutige Zeit. Dabei wird deutlich, dass die Geburt immer ein gesellschaftlicher und kein medizinischer Prozess war.
in: "Deutsche Hebammenzeitschrift",
3/2001, S. 17-19
"Deutsche Hebammen Zeitschrift"
Elwin Staude Verlag, PF 510660, 30636 Hannover
Telefon 0511-651003
ISSN 0012-026 X
Nach einer Schätzung wurden in Deutschland im Jahr 2000 ca. 525 Millionen DM Prozesskostenhilfe und ca. 48 Millionen DM Beratungshilfe gewährt. Die Rückzahlungsquote lag bei ca. 15%. Genaue statistische Daten sollen nicht existieren.
zitiert nach "Die Zukunft des Rechtsberatungsgesetzes", Prof. Dr. Martin Henssler
in: "Anwaltsblatt", 10/2001, S. 526
Inzwischen setzt sich anscheinend auch in Anwaltskreisen die Erkenntnis durch, das das Rechtsberatungsgesetz völlig antiquiert ist und in dieser Form über kurz oder lang nicht mehr aufrechtzuerhalten sein wird. Prof. Dr. Martin Henssler beschäftigt sich in "Die Zukunft des Rechtsberatungsgesetzes", "Anwaltsblatt", 10/2001, S. 525-533 mit dem Thema und macht Vorschläge, wie ein reformiertes Rechtsberatungsgesetz aussehen könnte.
"Junge komm bald wieder..." Über Mütter und Söhne!
Deutschlandfunk DLF 26.10.01 Beginn 23.05 - 02.00
Mit Frau Vinken, Herr Koschorke, Prof. Dr. Gerhard Amendt
Wiederholung am 27. 10. 01 DRB
siehe auch unter www.dradio.de
Lange Nacht, Vorschau
Erfahrungsorientiertes Filmseminar mit Francesco Dragotto
In unserer Gesellschaft ist der Vater seit Generationen während der Schwangerschaft, der Geburt und der weiteren Entwicklung des Kindes wenig präsent.
Die Folgen dieser für alle Beteiligten unglücklichen Situation manifestieren sich nach Ansicht Francesco Dragottos in spezifischer Weise in allen Bereichen unseres Lebens.
Nach seiner Meinung sind übertriebener Individualismus, Gewalttätigkeit, passive Erwartungshaltung oder Identitätsprobleme Auswirkungen des fehlenden väterlichen Prinzips, die sich auch in Problemen des Einzelnen in seiner Partnerschaft manifestieren.
Partnerschaftliche Gefühle, wie: „ohne den anderen nicht leben zu können“, „ich brauche dich“, oder auch „ich brauche nichts und niemanden", sind Teil dieser problematischen Entwicklung.
Als Mann und Frau geboren werden: Utopie einer Partnerschaft?
In der Seminarreihe werden die Auswirkungen des fehlenden väterlichen Prinzips auf Beziehungs-Strukturen und die Entwicklungs-möglichkeiten in einer Partnerschaft in den Mittelpunkt gestellt.
Es werden ausgewählte Spielfilme gezeigt, die sinnlich erfahrbar und emotional berührend die Problematik in partnerschaftlichen Strukturen verdeutlichen.
Im Anschluß an die Filmvorführung findet unter Leitung von Francesco Dragotto eine Gruppe statt, in der die durch den Film angesprochenen Themen vertiefend bearbeitet werden.
Die Arbeit in der Gruppe soll dazu anregen, die eigenen Beziehungs- und Lebensmuster zu sehen aus einem anderen Blickwinkel und vielleicht notwendige Veränderungen zu wagen.
Der italienische Psychologe
Dr. Francesco Dragotto ist Leiter der Europäischen Schule für Orgonomie (SEOR) in Rom. Er gehört zu den erfahrendsten Körperthe-rapeuten Europas. In seiner langjährigen therapeutischen Tätigkeit entwickelte er eine eigene Therapierichtung: den Energetischen Funktionalismus (eine Weiterentwicklung der Vegetotherapie nach Reich).
In Italien arbeitet er zudem an Gesetzesvorlagen mit, die vor allem der Verbesserung der frühkindlichen Situation dienen (z.B. Einrichtung von Geburtshäusern, Urlaubsanspruch für Väter nach der Geburt eines Kindes etc.).
Im Mai 2000 wurde das Berliner Institut für Energetischen Funktionalismus gegründet, in dem er seither regelmäßig Seminare leitet.
Ein erfahrungsorientiertes
Filmseminar mit
Institut für Energetischen
Körpertherapiezentrum Lichterfelde
Beginn 19 h, Ende voraussichtlich 23.00h
Filmabend mit Diskussion: DM 30/Abend
Bei Teilnahme an der
anschließenden Gruppe: DM 40/Abend
Susanne Stinshoff 030-84419824
Energetischen Funktionalismus
von S-Botanischer Garten
von S/U-Rathaus Steglitz
mit dem Bus 185
Deutschen Väter zu Unrecht Umgang verboten= Straßburg (dpa) -
Deutsche Gerichte haben drei Vätern zu Unrecht den Umgang mit ihren unehelichen Kinder verweigert. Das entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg am Donnerstag. Die Richter sahen in dem Entzug des Besuchsrechts einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention. Die Kläger hatten argumentiert, sie dürften als unverheiratete Väter nicht schlechter gestellt werden als geschiedene Väter. Die Bundesrepublik Deutschland muss den Beschwerdeführern nun eine Entschädigung von insgesamt 143 000 Mark zahlen.
Der Gerichtshof wies in seinem Urteil darauf hin, dass den Klägern das Besuchsrecht vor der Reform des Familienrechts im Juli 1998 verweigert worden war. Seitdem wird auch unverheirateten Eltern ein Besuchsrecht für die gemeinsamen Kinder zugestanden. Nach Auffassung der Richter hätten aber die deutschen Gerichte schon vor dieser Reform auf Grund der bestehenden Gesetze anders entscheiden müssen. Außerdem bemängelten die Richter, dass bei den drei Fällen die Kinder nicht direkt gehört oder nur oberflächliche Beobachtungen eines Psychologen bei der Verhandlung vorgelegt wurden.
dpa jl xx hi 111556 Okt 01
vaeternotruf.de:
In Deutschland ist der EGMR in Familienrechtssachen die letzte Instanz. Binnen nur 15 Monaten hat dieser mit Entscheidungen vom 13.07.2000 und vom 11.10.2001 jetzt in vier Fällen in deutsche Familienrechtsverfahren zum Schutz der Menschenrechte korrigierend eingreifen müssen und vorausgegangene innerdeutsche Gerichtsentscheidungen zu Fall gebracht. - Eine schallende Ohrfeige für die Deutsche Justiz und den deutschen Gesetzgeber. DM 190.584 hat die Bundesrepublik Deutschland an Schadensersatz und Kostenerstattungen an die Beschwerdeführer zu bezahlen. Die Zeche zahlt allerdings der deutsche Steuerzahler.
http://www.echr.coe.int/Eng/Press/PressReleases.htm
http://www.echr.coe.int/Eng/Press/2001/Oct/Sahin+Sommerfeld+Hoffmannjud.htm
http://www.echr.coe.int/Eng/Press/2000/Jul_Aug/Elsholz%20jud%20epress.htm
http://www.vafk.de/news/bvgvb.htm
Unter Double-Bind versteht man ein Interaktionsmuster bei dem eine Person (z.B. die Mutter) der anderen Person (z.B. dem Kind) gleichzeitig zwei Botschaften übermittelt. So z.B. die verbale Äußerung an das Kind "Du darfst deinen Vater jederzeit besuchen" und eine nonverbale (z.B. körperlich wahrnehmbare oder durch den Tonfall der Stimme) zweite Botschaft "Ich bin aber ganz unglücklich / böse etc. wenn du deinen Vater sehen willst".
Das Kind kommt dadurch in die Situation seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr zu trauen, da es sich normalerweise nicht wie ein Erwachsener in der Lage befindet, bei der Mutter nachzufragen, wie sie ihre Äußerung denn nun gemeint habe.
Bei Umgangsvereitelungen finden sich sehr häufig Double-Bind Interaktionsmuster zwischen vereitelnden Elternteil und Kind.
Anhaltenden Double-Bind-Botschaften können beim Adressaten zu Schizophrenie führen.
Vergleiche "Abenteuer Kommunikation. Bateson, Perls, Satir, Erickson und die Anfänge des Neurolinguistischen Programmierens (NLP)", Wolfgang Walker, Klett-Cotta
Familienrichter - je höher, desto dünner die Luft?
Familienrichter kann jeder/jede werden, der/die eine abgeschlossene juristische Ausbildung besitzt und seit einem Jahr als Richter/in tätig ist. Spezielle psychologische/familiendynamische Kenntnisse und Kommunikationskompetenzen werden nicht verlangt. Die Wahrnehmung von Supervision für Richter/innen ist nicht vorgesehen. Fachliches Standards, wie in anderen Berufsgruppen, die mit Kindern zu tun haben, z.B. bei Verfahrenspflegern, gibt es nicht. Begründet wird dies mit der Unabhängigkeit der Richterschaft. So verwundert es nicht, dass es bei einigen Richtern/Richterinnen zu eklatanten Fehlentscheidungen kommt. Vielleicht haben auch einige Familienrichter/innen sich etwas anderes unter ihrem Beruf vorgestellt, die einen wollten damit vielleicht ihr eigenes als Kind erlittenes Trennungstrauma aufarbeiten, die anderen wollten Spezialisten für Ehegattenunterhalt werden, weil ihnen das Rechnen in der Schule immer so viel Spaß gemacht hat. Und nun haben sie es auf einmal mit soviel Emotion und praktischer Psychologie zu tun. Da hilft auf Dauer nur eins, entweder sich mit dem bisher so ungeliebten Thema anzufreunden oder den Beruf zu wechseln und z.B. Fachanwalt für Familienrecht werden, denn der ist ja schließlich nicht für das Kindeswohl verantwortlich.
Die Richter, die sich mit Familienrecht / Kindschaftsrecht an den Oberlandesgerichten oder gar im Bundesgerichtshof oder dem Bundesverfassungsgericht geschäftigen, sind, so sollte man meinen, besonders kompetente Richter, sonst wären sie ja nicht dort. So weit die Theorie, der Gedanke hat was. Nun ist es aber so, dass man eine gehörige Anzahl von Dienstjahren auf dem Buckel haben muss und außerdem wohl auch eine gewisse Fähigkeit, mit dem Zeitgeist konform zu gehen, um in diese Position berufen zu werden. Da liegt es nahe, dass ein solcherart qualifizierter Richter wohl eher traditionell-konservativ eingestellt ist. In etwas verschärfterer Form hat man das in der DDR erlebt, wo überwiegend alte Männer in den Entscheidungspositionen saßen und darüber befanden, was Recht und was Unrecht ist. Der Unterschied der BRD zur DDR besteht allerdings gottlob darin, das man sich heutzutage über solche Eigentümlichkeiten öffentlich äußern kann. Oder um es mit einem Witz aus DDR-Zeiten zu sagen:
Was ist der Unterschied zwischen Adenauer und Ulbricht?
Adenauer sammelt Witze, die die Leute über ihn machen.
Ulbricht sammelt die Leute, die Witze über ihn machen.
Wenn es zutrifft, dass die Richterschaft im allgemeinen von unten nach oben immer konservativer wird, dürfte es auch nicht verwundern, wenn die Richter der unteren Ebene im vorauseilenden Gehorsam, bzw. vermutend, dass die von ihnen, den veränderten gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragenden Entscheidungen ohnehin vom Obergericht aufgehoben werden, sie gleich eine solche Entscheidung "vorausschauend" vermeiden.
So kann es zu dem Paradox kommen, dass die obergerichtliche Rechtssprechung der gesellschaftlichen Entwicklung um 15 Jahre hinterherhinkt (siehe das letzte BGH-Urteil zum §1626a BGB) und dabei auch noch ungeniert vom "Kindeswohl" spricht", und die Fachöffentlichkeit oder gar die Öffentlichkeit weitestgehend sprachlos zuschaut. Da auch der Bundestag als Gesetzgeber in vielen Dingen der gesellschaftlichen Entwicklung hinterherhinkt gibt es wohl nur einen Weg, um überfällige Entscheidungen, wie z.B. die zur Verfassungswidrigkeit des §1626a BGB (Diskriminierung nichtehelicher Kinder und ihrer Väter) voranzubringen, der politische Druck auf die politisch Verantwortlichen und die Herstellung von Öffentlichkeit über die Medien, Internet, Verbände, etc.
Philipp, 24.10.01
Vorsitzender Richter am OLG Dr. Stefan Motzer, Stuttgart
In dem ansonsten informativen Aufsatz über die aktuellen Entwicklungen im Kindschaftsrecht, präsentiert OLG Richter Stefan Motzer seine folgende Rechtsauffassung. Dass diese nicht mit der Verfassung übereinstimmt und schon gar nicht mit der Meinung von www.vaeternoruf.de liegt auf der Hand.
Schön dass Dr. Motzer wenigstens noch ein bisher unbekanntes Argument präsentiert, dass die Absurdität von 1626a BGB zeigt. Man kann daraus aber auch Schlußfolgerungen ziehen wie Christina Schenk, familienpolitische Sprecherin der PDS-Bundestagsfraktion, die auch verheirateten Vätern nur das Sorgerecht mit Zustimmung der Mutter geben will.
"Positive" Diskriminierung
Frau muss sein - Mann nicht
im Landesrichtergesetz von Schleswig-Holstein findet sich ein Passus, der besagt, dass bei Vorschlägen zur Wahl eines Präsidenten / einer Präsidentin für das Landgericht durchaus drei Frauen und kein Mann auf der Vorschlagsliste stehen können, aber nicht umgekehrt nur drei Männer und keine Frau. Wollen wir nicht hoffen, dass diese Vorschrift Schule macht.
vaeternotruf.de, 24.10.01
"Verfahrenspflegschaft - ein Positionspapier des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV)"
in: "Kind-Prax", 3/2001, S. 86-88
Da sich der VAMV im Gegensatz zu seinem Pendant, dem Väteraufbruch für Kinder e.V. erheblicher finanzieller Zuwendungen seitens des Bundesfamilienministerium erfreuen kann, verwundert es nicht, dass das Positionspapier offensichtlich von einem Profi und Verfahrenspfleger(in)? ausgearbeitet ist. Dem Väteraufbruch wären auch solche finanziellen Zuwendungen zu wünschen, damit er in die Lage versetzt wird, aus der Sicht der getrenntlebenden Väter fachlich fundierte Stellungnahmen erarbeiten zu lassen.
"Alles o.k. mit dem Kindeswohl?
ein Plädoyer für eine Reform der Reform des Kindschaftsrechts"
Günther Rexilius
in: "Kind-Prax", 4/2001, S. 112-117
Im Gegensatz zu den Roll-back-Argumentationen a-la Anita Heiliger, Christina Schenk und Anhang, die gerne die Mütterprivilegien und deren Alleinvertretungsansprüche von vor der Kindschaftsrechtsreform von 1998 restaurieren wollen, kritisiert Rexilius das derzeitige Familienrecht und die dazugehörige Fachpraxis, die elterliche Sorge als ein Recht versteht, das je nach Bedarf einem Elternteil abgesprochen werden kann, nicht aber dass elterliche Sorge bedeutet für das Kind vom Zeitpunkt der Zeugung an Sorge zu tragen. Konsequent zu Ende gedacht heißt dass, dass es die Aufgabe der Professionellen ist, dafür in Krisensituationen und bei Beeinträchtigung der Eltern dafür zu sorgen, dass diese ihre Verantwortungskompetenz wiedererlangen. Wir meinen, dass diese Sichtweise konsequenterweise erfordert, diejenigen Paragrafen im Kindschafts- und Familienrecht zu streichen, bei denen Eltern das "Sorgerecht entzogen werden kann, sei es beim "normalen" Elternkonflikt oder bei "Gefährdung des Kindeswohls". Von dem grundgesetzwidrigen Skandal, dass nichteheliche Kinder nach 1626a BGB nach wie vor kein Anrecht auf elterliche Sorge durch ihren Vater haben, mal ganz abgesehen.
Statt dessen muß zukünftig bei einer Beinträchtigung der elterlichen Verantwortungsbefähigung auf die Möglichkeit des Ruhens der elterlichen Sorge nach 1674 BGB zurückgegriffen werden. Parallel dazu hätte die öffentliche Jugendhilfe geeignete Hilfen anzubieten, um die Eltern nach Möglichkeit bei der Wiedererlangung der elterlichen Verantwortungsbefähigung zu unterstützen.
Rexilius zeigt weiter auf, welche wichtige Rolle psychologischen Sachverständigen zukommen sollte und welche Anforderungen diese genügen sollten, nämlich ein systemisches, dialektisches und historisches Selbstverständnis zu besitzen und über psychotherapeutische und familientherapeutische Kompetenzen zu verfügen. Ein Diplom in Psychologie zu besitzen oder Nervenarzt oder Neurologe zu sein befähigt noch lange nicht, als Gutachter in familienrechtlichen Verfahren aufzutreten, in dem es um psycho-soziale Konfliktmuster geht.
vaeternotruf.de 16.10.01
Wolfgang Rexilius ist Diplom-Psychologe, Privatdozent an der Universität Wuppertal, praktisch tätig als Psychotherapeut, Familientherapeut und Sachverständiger
Ausgewählte Richter und Richterinnen
Richter am bayerischen Oberlandesgericht - Dr. Werner Vitzthum
Vorsitzender Richter am Kammergericht Berlin - W. Becker
Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Brandenburg - W. Schael
Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf - H. Scholz
Richter am Oberlandesgericht Frankfurt/Main - J. Junckers
Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Hamburg - P. Schutz
Richterin am Oberlandesgericht Hamburg - R. Rüter-Czekay
Richter am Oberlandesgericht Hamm - J. Rogner
Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Naumburg - Dr. P. Friederici
Richter am Oberlandesgericht Nürnberg - K. Riegner
Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Saarbrücken - Dr. F.J. Kockler
"Die belastete Mutter-Kind-Beziehung"
Diagnostik der belasteten Mutter-Kind-Beziehung, Wie wird die subjektive Wahrnehmung der Beziehung "gemessen", Therapie der belasteten Mutter-Kind-Beziehung, Wo ist der Vater bei der belasteten Mutter-Kind-Beziehung
in: "Kinderkrankenschwester", 1/2001; S. 3-7
Deskriptoren: Familie, Mutter-Kind,
"Kinderkrankenschwester"
Organ des Fachausschusses Kinderkrankenpflege der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V.
Redaktion: Lutherstraße 53-55, 47805 Krefeld
Tel 02151-500081
ISSN 0723-2276
Regie: Francine Zuckermann & Paula Fleck, Canada 2000, 15 min, 35 mm, engl. Originalfassung
Leidenschaftlich und poetisch durch Rückblenden erzählt, zeig Passengers die Verarbeitung einer Tochter-Vater-Beziehung. am Tag seines Begräbnisses erinnert sie sich seiner Liebe, seines Verständnisses und findet Klarheit bezüglich ihrer sexuellen Identität.
Passengers - Jeff Crawford, Canadian Filmmaker Distribution Centre, Suite 220, 37 Hanna Ave. , Toronto, ON, Canada, M6K1W8, fon: 4165880725, Fax: 4165887956, cfmdc@cfmdc.org
Lesbenfilmfestival mit Film zum Thema Tochter-Vater
Auf den ersten Blick kann es schon verwundern, wenn auf dem diesjährigen Berliner Lesbenfilmfestival ein "positiver" Film zum Thema Vater gezeigt wird. "Passengers" von Francine Zuckermann ist eine wehmütige und intensive Liebeserklärung einer Tochter an ihren Vater.
Wenn man dem Thema Homosexualität jedoch unkonventionell gegenüber steht und es nicht nur als sexuelle Anziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen versteht, sondern auch eine sexuelle Grenzziehung zum jeweils anderen Geschlecht, wird man sich nicht wundern über die Wichtigkeit des Themas Vater für Lesben.
Gezeigt wurde der Film am Freitag, den 12.10.01 um 16 Uhr im Arsenal im Filmhaus am Potsdamer Platz
Focus vom 8.10.01
mit einem dreiseitigen Aufsatz "Die Ohnmacht der Väter. Männer machen mobil - noch können Ex-Frauen ihnen nach der Trennung ihre Kinder ungestraft vorenthalten.
"Die schwarzweiße Welt der Borderline-Persönlichkeit"
zitiert nach Kreismann/Straus:
"Der Name verführt zur Annahme, bei diesem Syndrom handle es sich um eine harmlose psychische Erkrankung, gewissermaßen an der "Grenzlinie" zu den ernsteren Geisteskrankheiten wie Paranoia, Schizophrenie usw.. - Diese Annahme ist unrichtig.
Wohl wurde erkannt, daß diese Krankheit, die sich nur schwer behandeln läßt, sehr bösartig ist. Oftmals als "Psychopathie", als Phänomen der "Paranoia" oder "Neurose" beschrieben, wurde jedoch beobachtet, daß diese Patienten viel kränker waren als die Neurotiker.
Erst 1980, nochmals verbessert 1987 wurde der American Psychiatric Association ein Kriterienkatalog erstellt, das sog. DSM III-R, anhand dessen sich die Borderline-Persönlichkeit heute ziemlich eindeutig diagnostizieren läßt.
Acht Kriterien wurden aufgestellt und ausführlich beschrieben, von denen fünf vorhanden sein müssen um eine eindeutige Diagnose zu treffen.
1. ist ein fehlendes Selbstwertgefühl ein primäres Charakteristikum der Borderline-Symptomatik (damit verwandt ist auch die narzistische Persönlichkeitsstörung): u.a. affektive Instabilität, mangelnde Impulskontrolle, intensive emotionale Beziehungen, die erhebliche Auswirkungen auf die Fähigkeit eines Betroffenen haben, interpersonale Kontakte aufzunehmen und aufrechtzuerhalten.
2. unerwartet auftretende Stimmungsschwankungen, unkontrollierte Zornausbrüche, unbeständige und unangemessen intensive zwischenmenschliche Beziehungen, häufiger Wechsel des sozialen Umfeldes.
3. das fehlen einer grundlegenden Selbstidentität: (längere Zeiten von Zufriedenheit und Harmonie sind dem Betroffenen fremd; er wird von einer chronischen Leere zerfressen.)
Wenn die Borderline-Persönlichkeit ein Stimmungstief im Griff hat, ist sie mitunter äußerst destruktiv gegen andere, sieht sich selbst dabei aber stets als ein Opfer.
Er empfindet und erzeugt Selbstmitleid, aber zeigt kein Mitleid für andere.
4. ist der Borderleiner emotional gesehen wie ein Kind, er kann menschliche Widersprüche und Ambivalenzen nicht wahrnehmen oder tolerieren. seine Welt ist wie die eines Kindes in Helden und Bösewichte eingeteilt (Wir, die Guten und die anderen, die bösen Feinde.)
5. muß die Borderline-Persönlichkeit ihr eindimensionales Denken drastisch umstrukturieren, wenn ein idealisierter Mensch zur Enttäuschung wird (was früher oder später immer geschieht). Aus dem Idol wird der gehaßte Feind.
Diese Art von Verhalten, die als "Spaltung" bezeichnet wird, ist der primäre Verteidigungsmechanismus, den die Borderline-Persönlichkeit anwendet
6. ist für die Borderline-Persönlichkeit charakteristisch, sich hin und her zu bewegen, wobei sie einen Gefühlszustand völlig vergißt, wenn sie sich in einem anderen befindet.
Hier hingegen besitzt der gesunde Mensch die Befähigung zur "Ambivalenz", er kann zwei sich widersprechende Gefühlszustände kausal zueinander bewerten und erfahren.
7. repräsentiert der Borderline-Kranke zwei parallel existierende Persönlichkeiten, kann von einer zur anderen und wieder zurück wechseln. Dies geschieht unvermutet, von einem Moment zum anderen. In einer Stunde vom Zorn erfüllt, in der nächsten von Ruhe, hat der Kranke meistens keine Ahnung, warum er zu solchem Zorn getrieben wurde.
8. kann die Unfähigkeit die Ursachen dafür zu erkennen zu immer größeren (Selbst)Haß führen. Diesen Haß projiziert der Kranke auf andere. Vergleichbar mit der paranoiden Projektion: i.S.v. Verfolgungs - und Beschuldigungswahn: was der andere tut oder nicht tut wird als gegen einen selbst interpretiert.
Sachverständige für Entwicklungsfragen sind sich einig, daß Kinder, die mit familiärer Unruhe, Instabilität aufwachsen, ein viel größeres Risiko laufen, in der Jugend oder im Erwachsenenalter unter emotionalen oder psychischen Problemen zu leiden.
Zudem sind die Kinder unter derartigen Umständen in Gefahr Streß, Schuldgefühle oder ein niedriges Selbstwertgefühl zu entwickeln, alles Merkmale, die mit Borderline Persönlichkeitsstörungen in Verbindung stehen.
Diese instabilen Beziehungen werden in die Pubertät und das Erwachsenenalter übertragen, so daß Bindungen später meist ebenfalls nur von kurzer Dauer sind.
Es fällt dem Borderline-Kranken äußerst schwer, die optimale psychische Distanz zu anderen Menschen abzumessen. als Ausgleich wechselt das Verhalten von klammernder Abhängigkeit zu zorniger Manipulation, von Dankbarkeitsergüssen zu irrationalen Haß.
Die Borderline-Persönlichkeit ist im Kern bindungsunfähig, sie bemüht sich an einem Tag um einen Mann (Frau), um ihn am nächsten Tag abzuservieren. Längere Bindungen, - die meistens in Wochen oder Monaten gemessen werden statt in Jahren - sind meistens turbulent und von Zorn, Verwunderung und Erregung erfüllt.
In der professionellen und psychiatrischen Praxis ist es üblich, wenn auch nicht immer hilfreich, Begriffe für bestimmte "psychische Erkrankungen" zu verwenden, so z.B. Depression, Schizophrenie, Borderline-Syndrom, Psychose, manisch-depressiv u.ä..
Die Neurosen werden nicht zu den "psychischen Erkrankungen" gerechnet. Neurotisch ist jeder Mensch mehr oder weniger, Psychoanalytiker, Familienrichter und Jugendamtsmitarbeiter/innen und Gutachter/innen eingeschlossen.
Die Verwendung von Begriffen geschieht aus dem Bedürfnis der Professionellen nach (schneller) Orientierung (Diagnostik) und im besten Fall mit dem Ziel der richtigen Intervention. Die Verwendung von Begriffen ist auf Grund ihres zuschreibenden Charakters nicht ganz unkritisch, andererseits scheint man zur Zeit wohl ohne sie nicht auszukommen.
Psychische " Erkrankungen" können zum einen "Ursache" von Partnerschafts-, Trennungs-, Umgangs- und Sorgerechtskonflikten sein. Zum anderen wirken die genannten Konflikte auf die psychische Stabilität, bzw. Instabilität der beteiligten Personen, bzw. den Familienmitgliedern und können bei entsprechender Intensität bzw. geringer Belastbarkeit der Beteiligten "Ursache" psychischer Erkrankungen sein. Im systemischen Denken gibt es keine "Ursachen". Trotzdem gibt es natürlich Entstehungsgeschichten psychischer Erkrankungen.
Langanhaltende Umgangsvereitelungen, bei denen kein realer und wichtiger Hintergrund für die Unterbindung des Umganges zu finden ist weisen nicht selten auf eine psychische Erkrankung des umgangsvereitelnden Elternteils hin. Bei den beteiligten Professionellen scheint dabei nicht selten die Neigung zu bestehen, sich in das Ausgrenzungsverhalten des vereitelnden Elternteils einbinden zu lassen. Vielleicht in der bewußten oder unbewußten Absicht, diesen Elternteil durch die Belassung des vollen Zugriffs auf das Kind psychisch stabilisieren zu wollen. Dahinter steckt bestenfalls die Absicht damit "den Kindern etwas gutes tun wollen".
Da die Langzeitwirkungen der Betreuung von Kindern durch psychisch kranke Mütter oder Väter erst nach Jahren oder gar nach Jahrzehnten deutlich werden (so sind Sexualstraftäter häufig bei psychisch instabilen übergriffigen Müttern groß geworden - und es wäre interessant, einmal die "Entwicklungskarrieren" zurückzuverfolgen, woran aber bei Forschung und Politik kein Interesse zu bestehen scheint, statt dessen wird populistisch und vulgärfeministisch nach mehr und härteren Strafen gerufen oder Männer im Block denunziert), kann es sein, dass aktuell kein Handlungsbedarf von Seiten der Professionellen gesehen wird.
Zitat einer Jugendamtsmitarbeiterin zum Hinweis eines Vaters auf eine mögliche psychische Erkrankung einer Muter: "Was meinen sie, was wäre, wenn wir jeder psychisch kranken Mutter das Kind wegnehmen würden?" Womit sie nicht ganz unrecht hat, nur darf das nicht dazuführen, dass psychisch kranke Mütter ungehindert durch staatliche Kindeswohlwächter/innen den Vater ausgrenzen dürfen und dem Kind somit die Möglichkeit nehmen, außerhalb der belasteten Mutter-Kind-Beziehung stabilisierende und zur Identitätsentwicklung beitragende Beziehungen zu haben.
Philipp, 8.10.01
"Eingriffe in die elterliche Sorge wegen psychischer Erkrankungen der Sorgeberechtigten"
Ines Uphoff
in: "Recht & Psychiatrie", 1/2001, S. 11-13
"Recht und Psychiatrie" (R & P)
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Kreismann/Straus: "Ich hasse dich - verlaß mich nicht, Die schwarzweiße Welt der Borderlinepersönlichkeit", Kösel, München 1992
Gruen, A. : "Der Verrat am Selbst", dtv 1993
Wardetzki, B. : "Weiblicher Narzißmus", Kösel, München 1994
Strauss, K. : "Neue Konzepte zum Borderline-Syndrom, Stationäre Behandlung nach den Methoden der Transaktionsanalyse", Junferman, Paderborn 1994
Rohde-Dachser, Ch. : "Das Borderline-Syndrom", Verlag Hans Huber, Bern 1995
Der zuständige 12. Familiensenat des Bundesgerichtshofs machte in jüngster Zeit durch zwei rückwärtsweisende Urteile auf sich aufmerksam
- Gemeinsames Sorgerecht verheirateter Eltern (XII. ZS, Beschluß v. 29.9.1999 - XII ZB 3/99)
- Bestätigung der Diskriminierung nichtverheirateter Väter und ihrer Kinder beim Sorgerecht XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofes, 4.April 2001).
Nach den Worten des XII. Zivilsenats ist die stärkere Stellung der Frau gerechtfertigt, "zumal die Mutter naturgegeben mit der Geburt die Hauptverantwortung für das Wohl des Kindes trägt". Was das mit einem achtjährigen Sohn zu tun hat, der mit Sicherheit nicht mehr die Brust der Mutter braucht, ja wo man sogar von Missbrauch sprechen muss, wenn ihm die Mutter diese noch geben würde, diese Antwort bleibt der BGH schuldig. Aber vielleicht sind die Herren und Damen, die dort "Recht sprechen" psychologisch gesehen noch immer an der Brust ihrer eigenen Mutter hängen geblieben. Wer sollte nicht Verständnis für ihre Urteilsfindung haben.
So ganz nebenbei stellen sich die Mitglieder des 12. Zivilsenates gegen eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (FamRZ 1996, 343-44) in der dieser eine Zuweisung der Erziehung und Pflege der Kinder in erster Linie an die Mütter als nicht vereinbar mit Art. 3 II GG erklärt.
Doch trotz BGH wird es nicht 100 Jahre dauern wie beim Fall der Mauer des Genossen Honecker, dass die Diskriminierung nichtverheirateter Väter und ihrer Kinder auch den Weg der Mauer geht - in den Abfalleimer der Geschichte.
Philipp, 6.10.01
Vaterschaft heute. Klischees und soziale Wirklichkeit
Michael Matzner (1998)
Frankfurt (campus). DM 38,80
"Die Debatten in Wissenschaft und Öffentlichkeit um die Kompetenzen und die Verantwortlichkeiten von Vätern sind häufig von Vorurteilen geprägt. Unter Auswertung einer Vielzahl empirischer Daten setzt sich der Autor mit der Lebenslage von verheirateten, geschiedenen und alleinerziehenden Vätern auseinander. Gängige Behauptungen und Thesen über die elterliche Arbeitsteilung, die Situation und das Verhalten von Vätern werden auf ihre Richtigkeit hin überprüft" (Klappentext)
Herr (Frau) Richter - was spricht er (sie)?
"Die Richter sind unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen", so heißt es in Artikel 97 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. So weit, so gut. In der Praxis wird diese schöne Erklärung nicht selten zur Absichtserklärung degradiert. So z.B. wenn ein Vater das Umgangsrecht einklagt und nach 6 Jahren noch immer keine Entscheidung in erster Instanz hat und der Eindruck aufkommt, als ob im zuständigen Gericht Schnecken auf den Richterstühlen sitzen.
Nicht selten entsteht auch der Eindruck, dass bestimmte Familienrichter/innen bei Fällen von Umgangsvereitelung vor der boykottierenden Mutter sitzen wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange und man gar nicht mehr weiß, wer denn eigentlich der Richter / die Richterin ist, die Mutter oder der Herr / die Dame in der schwarzen Robe. Man kann sich das eigentlich nur so erklären, dass solche Richter/innen sich bezüglich der boykottierenden Mutter in der Rolle eines Kleinkindes fühlen und sie die Mutter mit ihrer eigenen Mutter, vor der sie eine frühkindlich geprägte Angst haben, verwechseln (projizieren). So kommt es zu dem Paradox, dass der /die Richter/in die Kraft ihres Amtes die Macht zur Entscheidung haben, die Macht an die boykottierende Mutter abgeben, die wiederum ein gutes Gespür für psychologisch begründete Machtverhältnisse hat.
Die richterliche Unabhängigkeit, die im Kern natürlich notwendig und begrüßenswert ist, birgt die Gefahr, dass psychisch instabile Richter/innen zum einen in Selbstherrlichkeit verbunden mit völliger unkritischer und unreflektierter Haltungen gegenüber ihrer eigenen Arbeitsweise verfallen und zum anderen Entscheidungen treffen (oder eben nicht treffen) die gar nicht vom vorliegenden Sachverhalt geprägt sind, sondern von ihren eigenen ungeklärten Beziehungsdynamik zu den beteiligten Parteien.
Helfen kann da Supervision für die Richter/innen auf der einen Seite und Öffentlichkeitsarbeit, so wie sie z.B. von vaeternotruf.de und anderen Väterinitiativen betrieben wird und eine gute Betroffenenlobby vor Ort auf der anderen. An beiden mangelt es leider häufig, da Richter/innen in ihrer Machtvollkommenheit sich nicht mit ihren eigenen Schwächen beschäftigen wollen und die betroffenen Väter sich häufig in Selbstmitleid üben, statt sich den Dingen zu widmen, die zu benennen und zu verändern sind.
Philipp, 2.10.01
Familienrichter - Qualifizierung überflüssig?
"Für Richterinnen und Richter der Familiengerichte sieht das Gesetz, trotz eindringlicher Forderungen auch des Bundesverfassungsgerichts, keinerlei (Sonder-)Qualifikation bzw. begleitende berufliche Fortbildung vor. Und selbst für die neu geschaffene Rechtsfigur des Verfahrenspflegers .. bleibt es leider bei der unzureichenden (bloßen) Institutionalisierung, ohne dass der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung getragen hat, dass innerhalb des kindschaftsrechtlichen Systems mangelhaft qualifizierte Personen in der Regel mehr Schaden anrichten, als sie Positives zu leisten vermögen."
in: "Hilfe oder Eingriff. Verfassungsrechtliche Überlegungen zum Verhältnis von staatlichen Wächteramt und Jugendhilfe", Zentralblatt für Jugendrecht", 2/2000, S. 41-50
"Beziehung und Erziehung in der frühen Kindheit"
2.-3.11.01 in Berlin
Infos unter: post@liga-kind.de
"Die Verantwortung der Jugendhilfe zur Sicherung des Kindeswohls"
29.-30.11.01 in Berlin
Programme, Infos unter agfj@vfk.de
Mütterlichkeit und Väterlichkeit in West und Ost
Dokumentation einer Tagung in Zusammenarbeit mit Katrin Rohnstock
Heinrich-Böll-Stiftung 1999
Deskriptoren: Familie Väter Mütter

References: EGMR 
 §1626
 §1626
 BGH 
 Art. 3
 BGH