Source: https://www.wiwiweb.de/fachwirt-rechnungswesen/grundlegende-aspekte-des-rechnungswesens/bilanzierungs-und-bewertungsgrundsaetze.html
Timestamp: 2017-10-19 07:27:42+00:00

Document:
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze - wiwiweb.de
Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen - Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Kursangebot | Teil 1: Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen | Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
01. Was sind die wesentlichen Bestandteile eines Jahresabschlusses und welche Steuerpflichtigen sind verpflichtet, Bücher zu führen?
Bestimmte Steuerpflichtige (gewerbliche Unternehmer und Land- und Forstwirte) sind lt. § 141 Abgabenordnung verpflichtet Bücher zu führen und aufgrund jährlicher Bestandsaufnahmen Abschlüsse zu machen, wenn sie eine der folgenden Feststellungen erfüllen:
1. Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze, ausgenommen die Umsätze nach § 4 Nr. 8 bis 10 des Umsatzsteuergesetzes, von mehr als 600.000 €
im Kalenderjahr oder
2. selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert von mehr als
3. einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als
im Wirtschaftsjahr oder
4. einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als
Gemäß § 241a HGB sind Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 € Umsatzerlöse und 50.000 € Jahresüberschuss aufweisen, nicht verpflichtet, Bücher zu führen.
Während Einzelkaufleute und Personengesellschaften den Jahresabschluss nach § 242 HGB aufstellen, werden Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter verpflichtet, einen erweiterten Jahresabschluss zu erstellen:
02. Welchen Inhalt haben die Bestandteile des Jahresabschlusses und der Lagebericht?
Zusammengefasste Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital
Aktivseite: Vermögen
Passivseite: Eigenkapital und Verbindlichkeiten (Schulden)
GuV-Rechnung:
Gegenüberstellung der Erträge und Aufwendungen, zeitraumbezogene Darstellung der erfolgswirksamen Wertbewegungen des Geschäftsjahres
Ergänzung und Erläuterungen zur Bilanz und GuV; zu erläutern sind z. B.: Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten, Aufgliederung der Umsatzerlöse, angewandte Abschreibungsmethode
Darstellung des Geschäftsverlaufs (z. B. Investitionen, Kosten- und Umsatzentwicklung, Kapazitätsauslastung) und die Lage der Gesellschaft (z. B. Marktstellung, Auftragsbestand, Aussagen über Rentabilität, Liquidität, Finanzierung). Es muss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt werden.
03. Wie lauten die Vorschriften zur Jahresabschlusserstellung nach HGB?
Die Bilanz ist nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) zu erstellen,
in einer angemessenen Frist nach dem Stichtag,
in deutscher Sprache und in Euro sowie
Vermögen, Eigenkapital und Verbindlichkeiten sind gesondert auszuweisen und hinreichend aufzugliedern.
Eine Bilanz muss immer ausgeglichen sein!
04. Welche Grundsätze sind bei der Aufstellung eines Jahresabschlusses zu beachten?
Grundsatz der
§ 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB Alle Bilanzpositionen einer Schlussbilanz müssen mit ihren Wertansätzen in die Eröffnungsbilanz des nächsten Wirtschaftsjahres unverändert übernommen werden.
Grundsatz der Unternehmensfortführung (going concern)
§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB Es ist bei der Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit auszugehen, solange dem keine tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten entgegenstehen.
§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB Die in der Bilanz ausgewiesenen Vermögensgegenstände und Schulden müssen grundsätzlich einzeln bewertet werden. Ist aus praktischen Gründen eine Einzelbewertung nicht möglich, darf bei der Bilanzierung von Erleichterungen Gebrauch gemacht werden, die bei der Inventur (§ 240 Abs. 3 und 4 HGB) zugelassen sind.
§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB Die Vermögensgegenstände und Schulden sind vorsichtig zu bewerten, Ansatz auf der Aktivseite eher niedriger und auf der Passivseite eher höher. Nicht realisierte Gewinne dürfen nicht ausgewiesen werden (Realisationsprinzip). Nicht realisierte Verluste sind jedoch zu berücksichtigen (Imparitätsprinzip). (Ausnahme bei Umrechnung von auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger (§ 256a HGB))
§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB Aufwendungen und Erträge sind dem Geschäftsjahr zuzuordnen, in dem sie verursacht wurden.
§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB Es darf zwischen verschiedenen Bewertungsmöglichkeiten, die der Gesetzgeber zulässt, nicht willkürlich gewechselt werden.
05. Was bedeutet die „Maßgeblichkeit“ der Handelsbilanz für die Steuerbilanz?
Die Handelsbilanz wird erstellt unter der Beachtung handelsrechtlicher Vorschriften.
Für die Erstellung der Steuerbilanz gelten die steuerrechtlichen Vorschriften.
Die Wertansätze der Handelsbilanz sind grundsätzlich maßgebend für die Steuerbilanz . Dieser Maßgeblichkeitsgrundsatz erstreckt sich sowohl auf die Bilanzierung als auch auf die Bewertung .
Die folgende Übersicht zeigt anhand von Beispielen, dass
handelsrechtliche Aktivierungswahlrechte in der Steuerbilanz zu Aktivierungsgeboten führen und
handelsrechtliche Passivierungswahlrechte jedoch zu steuerlichen Passivierungsverboten führen.
Beispiele Handelsbilanz Steuerbilanz
Entgeltlich erworbener Geschäfts- und Firmenwert Aktivierungs gebot Aktivierungs gebot
Nicht entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens Aktivierungs wahlrecht Aktivierungs verbot
Nachholen unterlassener Reparaturen innerhalb von drei Monaten im folgenden Geschäftsjahr Passivierungs gebot Passivierungs gebot
Andere als im § 249 HGB aufgeführte Rückstellungen Passivierungs verbot Passivierungs verbot
Handels- und Steuerbilanz können übereinstimmen. In diesem Falle spricht man von der Einheitsbilanz .
06. Welche Wertansätze gelten für das Anlage- und Umlaufvermögen?
Gegenstand Bewertung
Anlagevermögen AK/HK
(Obergrenze) bei voraussichtlich dauernder Wertminderung
Abschreibungspflicht auf niedrigen beizulegenden Wert
Finanzanlagen; hier auch Wahlrecht bei vorübergehender Wertminderung Wahlrecht: Abschreibung auf Teilwert
Umlaufvermögen AK/HK
(Obergrenze) bei vorübergehender Wertminderung:
07. Wie sind die Haftungsverhältnisse in der Bilanz nach Handelsrecht darzustellen?
Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung und die Aufstellungsgrundsätze der Bilanz umfassen auch die Rechnungslegung der Haftungsverhältnisse. Nach Handelsrecht sind folgende Haftungsverhältnisse zu vermerken:
aus der Begebung und Übertragung von Wechseln
aus Bürgschaften
Wechsel- und Scheckbürgschaften
aus Gewährleistungsverträgen sowie Haftungsverhältnisse aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten.
Der § 251 HGB lässt zur Angabe der Haftungsverhältnisse ein Wahlrecht zu: Danach kann die Angabe in der Bilanz (auf der Passivseite) oder im Anhang erfolgen.
Nach § 240 Abs. 1 HGB muss jedes Wirtschaftsgut und jede Schuld einzeln bewertet werden .
Das bisher geltende handelsrechtliche Saldierungsverbot erhält durch die Ergänzung des § 246 Abs. 2 HGB eine Aufweichung. Vermögensgegenstände, die ausschließlich der Erfüllung von Schulden dienen, sollen mit diesen Schulden verrechnet werden.
Der allgemeine Bewertungsmaßstab sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten , wobei durch das BilMoG für zu Handelszwecken erworbene Finanzinstrumente (z. B. Aktien, Schuldverschreibungen, Optionsscheine, Swaps usw.) mit dem Verkehrswert anzusetzen sind.
Da die Einzelbewertung in den Unternehmen oft zu erheblichen organisatorischen Aufwand führen kann (z. B. schwankende Einkaufspreise), sind bestimmte Vereinfachungsmethoden in der Bewertung für diese Fälle zulässig. Das sind die Gruppen- oder Sammelbewertung, die Festwertbewertung, die Durchschnittsbewertung und die Bewertung nach der Verbrauchsfolge.
09. Wie werden die Anschaffungskosten nach Handels- und Steuerrecht ermittelt?
Laut § 255 Abs. 1 HGB gehören zu den Anschaffungskosten sämtliche Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen:
(Frachten, Provisionen, Versicherungen, Montage)
– Anschaffungspreisminderungen
(Skonti, Rabatte, Boni, Preisnachlässe)
+/– Nachträgliche Anschaffungskosten
Der steuerliche Anschaffungskostenbegriff stimmt mit dem handelsrechtlichen überein .
Die anrechenbare Vorsteuer gehört nicht zu den Anschaffungskosten (bei vorsteuerabzugsberechtigten Steuerpflichtigen).
10. Welche Wertansätze gelten für die Herstellungskosten nach Handels- und Steuerrecht ?
Die Bewertung der Herstellungskosten wird bei allen selbst hergestellten aktivierungspflichtigen Vermögensgegenständen verlangt. Bei der Bewertung gibt es für das Handels- und Steuerrecht unterschiedliche Ansatzgrenzen, die in der Übersicht dargestellt sind:
Kostenart Bewertung nach
Handelsbilanz Steuerbilanz
+ Fertigungseinzelkosten Pflicht Pflicht
Materialgemeinkosten Pflicht
→ Untergrenze Pflicht
→ Untergrenze
+ Werteverzehr des Anlagevermögens
Allgemeine Verwaltungskosten Wahlrecht
→ Obergrenze Pflicht
+ Aufwendungen für soziale Einrichtungen
+ Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge
+ Fremdkapitalzinsen: Nur, wenn für die Finanzierung dieses Vermögensgegenstandes verwendet und nur für den Zeitraum der Herstellung (§ 255 Abs. 3 HGB).
Vertriebskosten Verbot
Nach R 6.3 Abs. 1 EStÄR 2012 sind in die Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes auch Teile der angemessenen Kosten der allgemeinen Verwaltung, der angemessenen Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für die betriebliche Altersversorgung (vgl. R 6.3 Abs. 3 EStR) einzubeziehen.
Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder wird es nicht beanstandet, wenn bis zur Verifizierung des damit verbundenen Erfüllungsaufwandes, spätestens aber bis zu einer Neufassung der Einkommensteuerrichtlinien, bei der Ermittlung der Herstellungskosten nach der Richtlinie R 6.3 Abs. 4 EStR 2008 verfahren wird.
11. Wann wird nach dem Börsen- oder Marktpreis, dem beizulegenden Wert und dem steuerlichen Teilwert bewertet?
Börsen- oder Marktpreis:
Bewertung der Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens , wenn der Preis am Bilanzstichtag auch tatsächlich festgestellt worden und niedriger als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist.
Beizulegender Wert:
Bewertung der Vermögensgegenstände des Anlage- und Umlaufvermögens , wenn für die Bewertung der Beschaffungsmarkt maßgeblich (Wiederbeschaffungswert) und dieser Wert niedriger als die Anschaffungs- oder Herstellungskosten ist.
Steuerlicher Teilwert:
Im Steuerrecht ist eine abweichende Bewertung nur auf den niedrigeren Teilwert möglich. Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG handelt es sich um den Wert, den ein Erwerber eines ganzen Betriebes im Rahmen des Gesamtkaufpreises für das einzelne Wirtschaftsgut bei Fortführung des Betriebes ansetzen würde.
Der Teilwert kann nur geschätzt werden.
Er kommt auch bei der Bewertung von Einlagen und Entnahmen infrage.
12. Wie werden die abnutzbaren Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens grundsätzlich nach Handels- und Steuerrecht bewertet ?
§ 253 Abs. 1 HGB Steuerrecht
§ 6 Abs. Nr. 1 EStG
vermindert um die Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem an deren Stelle tretenden Wert ,
vermindert um die
13. Welche Methoden werden bei der planmäßigen Abschreibung unterschieden?
Voraussetzungen für die Abschreibungen sind:
abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens,
die der Abnutzung unterliegen,
der Erzielung von Einkünften dienen und
deren Nutzungsdauer mehr als ein Jahr beträgt.
Da der Gesetzgeber inzwischen mehrfach die zulässigen AfA-Methoden geändert hat, wird nachfolgend ein Überblick über den derzeit gültigen Stand gegeben; die degressive Methode ist im Steuerrecht zzt. nicht zugelassen . Dies kann sich jedoch erneut ändern, da die Methoden/Verfahren der Abschreibung jederzeit im Wege der Verordnung geändert werden können:
AfA-Methoden – Stand: Frühjahr 2016
1. Leistungs-AfA
2. GWG:
– AK bis 410 €: Wahlrecht:
Einstellung in GWG-Pool
Abschreibung über die Laufzeit
– AK bis 1.000 €: Wahlrecht:
Das Wahlrecht über Poolbildung oder Sofortabschreibung bzw. Abschreibung über die Laufzeit darf innerhalb eines Jahres nur einheitlich ausgeübt werden.
Methoden der planmäßigen Abschreibung
§ 7 Abs. 1 EStG gleichmäßige Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (minus evtl. Restwert) nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (ND) Abschreibungsbetrag = Anschaffungswert – RestwertNutzungsdauer
§ 7 Abs. 2 EStG nur für bewegliche Wirtschaftsgüter; gilt nur im Handelsrecht, nicht im Steuerrecht. Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in fallenden Jahresbeträgen durch den Ansatz eines unveränderten Prozentsatzes vom jeweiligen Buchwert, Abschreibungsbetrag = Buchwert • Abschreibungssatz100
wobei dieser das 2,5-fache der linearen AfA und 25 % nicht übersteigen darf. Ein Wechsel von der degressiven zur linearen AfA kann erfolgen – umgekehrt nicht.
Satz 5 EStG nur für bewegliche Wirtschaftsgüter Absetzung für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung nach der Leistung (Beispiel Maschinen oder Fuhrpark); das Verfahren muss begründet werden. Abschreibungsbetrag = Anschaffungskosten • Ist-Leistung/a.Soll-Gesamtleistung
14. Wer legt die Nutzungsdauer für die einzelnen Wirtschaftsgüter fest?
schreibt planmäßige Abschreibungen vor. Der Plan muss die Anschaffungs- und Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen die Wirtschaftsgüter voraussichtlich genutzt werden können (§ 253 Abs. 3 Satz 2 HGB).
Für den entgeltlich erworbenen Geschäfts- und Firmenwert gilt nach BilMoG eine Nutzungsdauer von fünf Jahren . Entscheidet sich der Unternehmer für eine andere Nutzungsdauer hat er dies im Anhang zu erläutern (§ 285 Nr. 13 HGB).
sind die lineare Abschreibung, die Leistungsabschreibung und Sonderabschreibungen zulässig.
Für den entgeltlich erworbenen Geschäfts- und Firmenwert gilt eine Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren (§ 7 Abs. 1 Satz 3 EStG) – abweichende Abschreibung für Handels- und Steuerrecht.
Für Gebäude und selbstständige Gebäudeteile (unbewegliche Wirtschaftsgüter) ist in dem Sinne keine Nutzungsdauer vorgeschrieben, sondern es gelten hierfür gesetzliche Abschreibungssätze , § 7 Abs. 4 und 5 EStG.
Ansonsten gelten die vom Bundesminister für Finanzen amtlichen AfA-Tabellen . Sie sind nach verschiedenen Wirtschaftszweigen gegliedert und geben Anhaltslie für die Schätzung der Nutzungsdauer der einzelnen Wirtschaftsgüter.
15. Wann und warum werden Ansparabschreibungen vorgenommen?
Die Ansparabschreibung (neu: Investitionsabzugsbetrag) stellt eine Abschreibungsmöglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) dar. Die nachfolgende Übersicht zeigt das neue Recht:
Ansparabschreibung – Investitionsabzugsbetrag (neues Recht)
Betriebsvermögen ,
Bilanzierende 235.000 €
Gewinn ,
Einnahmen-Überschussrechnung 100.000 €
Rücklagenhöchstbetrag/ Investitionsabzugsbetrag 200.000 €
Sonderabschreibungen max. 20 % der um den Abzugsbetrag verminderten Anschaffungskosten
Begünstigte Wirtschaftsgüter bewegliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter, die ausschließlich oder fast ausschließlich betrieblich gebraucht werden
(Anm.: also auch gebrauchte )
Investitionsbeschreibung Benennung der Funktion des Wirtschaftsgutes ist ausreichend; Angabe der Höhe der geplanten Investition ist zwingend; Anschaffungsjahr ist nicht erforderlich.
Investitionsfrist 3 Jahre
geplante Investition unterbleibt rückwirkende Auflösung des Abzugsbetrages auch bei Bestandskraft und Zinsen nach § 233 a AO
Sonderregelungen für Existenzgründer entfallen
Berechnung 40 % der AK/HK
Die Bildung des Investitionsabzugsbetrages erfolgt außerbilanziell.
16. Unter welchen Voraussetzungen können Sonderabschreibungen vorgenommen werden?
Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die im Jahr der Anschaffung oder Herstellung zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden und mindestens ein Jahr in der inländischen Betriebsstätte des Betriebes verbleiben, kann neben der Abschreibung eine Sonderabschreibung von bis zu 20 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden .
17. Wann ist ein Wirtschaftsgut geringwertig und wie wird es abgeschrieben?
Ein geringwertiges Wirtschaftsgut muss selbstständig nutzbar, beweglich und abnutzbar sein. Für die Abschreibungsmöglichkeiten gibt es laut Steuerrecht 2 Wahlrechte:
Die Anschaffungs- und Herstellungskosten (vermindert um die Vorsteuer) betragen zwischen 150 € und 1.000 €. Liegen die Voraussetzungen vor, wird nach § 6 Abs. 2 Satz 1 EStG jährlich ein Sammelposten (Pool) eingerichtet, der einheitlich über 5 Jahre abgeschrieben wird. Falls ein Wirtschaftsgut ausscheidet, wird dieser Sammelposten nicht wertberichtigt. Dieser Sammelposten muss bei Wahl dieser Methode jedes Jahr neu angelegt und abgeschrieben werden.
Der Steuerpflichtige kann einen Sofortabzug bei selbstständig nutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens vornehmen, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten 410 € nicht übersteigen. Für diese Wirtschaftsgüter, deren Wert 150 € übersteigt, ist eine Erfassung in einem laufend zu führenden Verzeichnis vorgeschrieben. Alle abnutzbaren, beweglichen Wirtschaftsgüter, die in der Anschaffung bzw. Herstellung die 150 €-Grenze unterschreiten, können sofort als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.
Das Wahlrecht kann für alle in einem Wirtschaftsjahr angeschafften, hergestellten oder eingelegten Wirtschaftsgüter nur einheitlich ausgeübt werden.
18. Was beinhaltet das Imparitätsprinzip?
Das Imparitätsprinzip gehört zu dem Grundsatz der Vorsicht (Gläubigerschutz). Danach sind bei der Bewertung alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, zu berücksichtigen. Das Imparitätsprinzip wird durch die Bewertungsvorschriften im HGB (§§ 252 ff.) ergänzt.
19. Wie wird das Anlagevermögen bewertet?
Für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens gilt das gemilderte Niederstwertprinzip. Das bedeutet, dass für die Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer dauernden Wertminderung unterliegen, der niedrigere Wert in der Bilanz auszuweisen ist (§ 253 Abs. 3 HGB). Bei Finanzanlagen können außerplanmäßige Abschreibungen auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung vorgenommen werden.
20. Nach welchem Prinzip wird das Umlaufvermögen bewertet?
Für das Umlaufvermögen gilt grundsätzlich das strenge Niederstwertprinzip . Nach § 253 Abs. 4 HGB sind Börsen- oder Marktpreise, oder wenn diese nicht festzustellen sind, der beizulegende Wert anzusetzen, wenn diese am Abschlussstichtag unter die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gesunken sind. Dieser Pflichtansatz gilt wegen der Maßgeblichkeit auch für die Steuerbilanz.
21. Nach welchen Methoden kann das Umlaufvermögen bewertet werden?
Wie bereits in Frage 08. erwähnt, ist in vielen Unternehmen eine Einzelbewertung nicht möglich. Für diese Fälle sind bestimmte Verfahren der Bewertungsvereinfachung zugelassen:
Festwertbewertung Sachanlagevermögen, sowie Roh-, Hilfs-, Betriebsstoffe, deren Bestand keinen oder nur sehr geringen Schwankungen unterliegen, die regelmäßig ersetzt werden und im Gesamtwert für das Unternehmen von nachrangiger Bedeutung sind. § 240 Abs. 3 HGB
Durchschnittsbewertung Gleichartige Vermögensgegenstände des Vorratsvermögens sowie andere gleichartige oder annähernd gleichwertige bewegliche Vermögensgegenstände, bei denen sich die Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht einwandfrei feststellen lassen . § 240 Abs. 2 HGB
Verbrauchsfolgeverfahren Hier wird unterstellt, dass bei gleichartigen Vermögensgegenständen des Vorratsvermögens, die zuerst oder die zuletzt angeschafften oder hergestellten Vermögensgegenstände zuerst verbraucht oder veräußert werden:
Diese Verbrauchsfolgen sind nur anwendbar, wenn sie den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung entsprechen
Bei den Forderungen gilt das strenge Niederstwertprinzip . Bei den Abschreibungen der Forderungen spricht man von Wertberichtigungen . Forderungen werden hinsichtlich ihrer Einbringlichkeit geprüft und in Gruppen eingeteilt:
einwandfreie Forderungen , deren Eingang festzustehen scheint
zweifelhafte Forderungen (dubiose) mit erkennbaren Ausfallrisiko
uneinbringliche Forderungen , die nicht einzutreiben sind – Sofortabschreibung.
22. Was bedeuten das Beibehaltungswahlrecht und das Wertaufholungsgebot?
Liegt der Wert eines Wirtschaftsgutes am Ende des laufenden Geschäftsjahres über dem des Vorjahres, so besteht nach § 253 Abs. 5 HGB die Pflicht, auf den höheren Wert zuzuschreiben. Ein niedrigerer Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes ist beizubehalten.
Im Steuerrecht (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG) darf der niedrigere Teilwert beibehalten werden.
23. Was ist die Aufgabe der aktiven Rechnungsabgrenzung und wie wird sie bilanztechnisch behandelt ?
Nach den Bewertungsvorschriften im Handelsrecht § 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB sind Aufwendungen unabhängig von den Zeitlien der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zu berücksichtigen. Diese Aufwendungen (z. B. Mieten, Zinsen, Versicherungen, KFZ-Steuern), die im laufenden Jahr bezahlt, aber ganz oder zum Teil in das folgende oder spätere Wirtschaftsjahr fallen, werden abgegrenzt und in der Bilanz als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt.
Die KFZ-Versicherung in Höhe von 1.200 € für ein Jahr wird am 01.10. bezahlt:
Buchungen am 01.10.:
KFZ-Versicherung (Aufwand) 300 €
ARA 900 €
an Bank 1.200 €
Die Auflösung des Abgrenzungsposten erfolgt im Folgejahr:
KFZ-Versicherung (Aufwand) 900 €
an ARA 900 €
24. Welche handelsrechtlichen und steuerlichen Vorschriften gelten für die Einstellung eines aktiven Rechnungsabgrenzungspostens?
Die handelsrechtliche Verpflichtung ergibt sich aus § 250 Abs. 1 Satz 1 HGB, die steuerrechtliche aus § 5 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG.
Eine Ausnahme ist im Handelsrecht im § 250 Abs. 3 dargestellt: Für ein Damnum/Disagio gilt es, ein Wahlrecht auszuüben, d. h. es darf für diese Finanzierungskosten ein Aktivposten eingestellt werden.
Im Steuerrecht gilt dieses Wahlrecht nicht. Hier muss abgegrenzt werden.
25. Welche Fälle der zeitlichen Abgrenzung werden unterschieden?
Fälle der zeitlichen Abgrenzung
Abgrenzung altes Jahr neues Jahr Buchung über Konto Wirkung
(lat. vorwegnehmen) Ertrag Einnahme → Sonstige Forderungen Erfolg ↑
Aufwand Ausgabe → Sonstige Verbindlichkeiten Erfolg ↓
(lat. übertragen) Einnahme Ertrag → Passive Rechnungsabgrenzung Ertrag ↓
Ausgabe Aufwand → Aktive Rechnungsabgrenzung Aufwand ↓

References: § 141
 § 4
 § 241
 § 242

§ 252

§ 252

§ 252

§ 252

§ 252

§ 252
 § 249
 § 251
 § 240
 § 246
 § 255
 § 6

§ 253

§ 6

§ 7

§ 7
 § 7
 § 233
 § 6
 § 253
 § 240
 § 240
 § 253
 § 252
 § 250
 § 5
 § 250