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Timestamp: 2019-05-27 00:38:36+00:00

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BGH, 12.06.1973 - VI ZR 163/71 - dejure.org
https://dejure.org/1973,55
BGH, 12.06.1973 - VI ZR 163/71 (https://dejure.org/1973,55)
BGH, Entscheidung vom 12.06.1973 - VI ZR 163/71 (https://dejure.org/1973,55)
BGH, Entscheidung vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71 (https://dejure.org/1973,55)
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Voraussetzungen für eine deliktische Haftung des Grundstücksbesitzers - Mitverschulden des Verletzten - Lösung des Konflikts im Dreiecksverhältnis zwischen Geschädigtem, Unternehmer und Zweitschädiger bei gestörter Gesamtschuld - "hinkender Gesamtschuldnerausgleich"
BGB § 426, § 254, § 840; RVO § 636
Inanspruchnahme eines außerhalb des Sozialversicherungsverhältnisses stehenden Zweitschädiger bei gesetzlichem Ausschluß der Haftung des mitverantwortlichen Unternehmers
BGHZ 61, 51
NJW 1973, 1648
VersR 1973, 836
DB 1973, 1695
In diesen Fällen kann der Geschädigte den nicht privilegierten Schädiger nur auf den Anteil des Schadens in Anspruch nehmen, mit dem dieser im Innenverhältnis zu dem freigestellten Mitschädiger belastet bliebe, wenn die Möglichkeit zum Innenausgleich nicht durch die Haftungsprivilegierung versperrt wäre (vgl. BGHZ 61, 51;… zuletzt Senatsurteil vom 17.02.1987 - VI ZR 81/86 = NJW 1987, 2669 = BGHR RVO § 636 Abs. - Arbeitnehmer 1).
Denn aufgrund der Haftungsprivilegierung der Streithelferin ist der mit der Klage geltend gemachte Anspruch des Geschädigten R. gegen die außerhalb des Sozialversicherungsverhältnisses stehenden Zweitschädiger, die Beklagten, von vornherein auf das beschränkt, was auf diese im Innenverhältnis endgültig entfiele, wenn die Schadensverteilung nach § 426 BGB nicht durch die Regelung des § 104 Abs. 1 Satz 1 SGB VII gestört wäre (vgl. Senatsurteil vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71, BGHZ 61, 51, 55).
Die Beschränkung der Haftung des Zweitschädigers beruht dabei auf dem Gedanken, daß einerseits die haftungsrechtliche Privilegierung nicht durch eine Heranziehung im Gesamtschuldnerausgleich unterlaufen werden soll, es aber andererseits bei Mitberücksichtigung des Grundes der Haftungsprivilegierung, nämlich der anderweitigen Absicherung des Geschädigten durch eine gesetzliche Unfallversicherung, nicht gerechtfertigt wäre, den Zweitschädiger den Schaden alleine tragen zu lassen (vgl. grundlegend Senatsurteil BGHZ 61, 51, 53 ff.).
Unter Berücksichtigung dieser Umstände hat der Senat den Zweitschädiger "in Höhe des Verantwortungsteils" freigestellt, der auf den Erstschädiger im Innenverhältnis entfiele, wenn man seine Haftungsprivilegierung hinwegdenkt (vgl. BGHZ 61, 51, 53 f.;… Urteil vom 24. Juni 2003 - VI ZR 434/01 - aaO).
Selbst wenn die Beklagte auch oder nur vertraglich haftete, käme es für die Beurteilung der Frage, was auf sie als "außenstehende" Zweitschädigerin im Innenverhältnis zu ihren Mitarbeitern (privilegierte Erstschädiger) entfiele, wenn die Schadensverteilung nicht durch eine sozialversicherungsrechtliche Haftungsprivilegierung gestört wäre, maßgeblich auf die Zuständigkeit für die Schadensverhütung und damit auf das Gewicht ihres Beitrags an der Schadensentstehung an (vgl. Senatsurteile vom 23. Januar 1990 - VI ZR 209/89, BGHZ 110, 114, 119 ff.; vom 17. Februar 1987 - VI ZR 81/86, NJW 1987, 2669, 2670; vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71, BGHZ 61, 51 Ls. und Rn. 12, 15: " Der Konflikt entsteht letztlich durch ein Zusammentreffen der beiden grundsätzlich unterschiedlichen Unfallhaftungssysteme der Sozialversicherung und des deliktischen (oder anderen) Haftpflichtrechts.
Dieses Ergebnis folgt vielmehr bereits aus der Bestimmung des § 254 BGB, nach der sich die Verteilung des Schadens im Innenverhältnis mehrerer Ersatzpflichtiger richtet (vgl. Senatsurteil vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71, BGHZ 61, 51 Ls. und Rn. 12; BGH…, Urteil vom 18. November 2014 - KZR 15/12, BGHZ 203, 193 Rn. 41;… vom 10. Juli 2014 - III ZR 441/13, NJW 2014, 2730 Rn. 21;… Palandt/Grüneberg, BGB, 76. Aufl., § 426 Rn. 14), ebenso wie aus dem allgemeinen Grundsatz, wonach derjenige, der eine Pflicht verletzt hat, sich im Innenausgleich nicht mit Erfolg darauf berufen kann, in der Erfüllung eben dieser Pflicht nicht genügend überwacht worden zu sein (Senatsurteile vom 11. November 2003 - VI ZR 13/03, BGHZ 157, 9, 17; vom 10. Mai 2005 - VI ZR 366/03, VersR 2005, 1087, 1088;… Palandt/Grüneberg, aaO).
In einem Fall wie dem vorliegenden ist jedoch in erster Linie § 836 Abs. 1 BGB i. V. m. § 837 BGB als Anspruchsgrundlage in Betracht zu ziehen (vgl. Senatsurteil vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71 - VersR 1973, 836, 837 m. w. N.).
a) Ein Baugerüst ist ein mit einem Grundstück verbundenes Werk im Sinne des § 836 BGB (vgl. Senatsurteile vom 21. April 1959 - VI ZR 74/58 - VersR 1959, 694, 695 und vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71 - aaO; so auch schon RG JW 1910, 288), das der Gerüstersteller i. S. d. § 837 BGB auf dem Baugrundstück besitzt.
Vielmehr reicht es aus, daß die Verletzung mit dem Durchbrechen des Bretts in ursächlichem Zusammenhang steht und sich als eine bei gewöhnlichem Geschehensablauf eintretende Unfallfolge darstellt (vgl. Senatsurteile vom 8. März 1960 - VI ZR 59/59 - VersR 1960, 426, 427 und vom 12. Juni 1973 - VI ZR 163/71 - aaO m. w. N.).
BGH, 01.12.1981 - VI ZR 219/80
OLG Stuttgart, 02.11.1999 - 10 U 103/99
Haftungsbeschränkung nach SGB VII
OLG Koblenz, 26.10.1999 - 1 U 974/98
Haftung bei Sturz von einem Baugerüst
OLG Nürnberg, 06.02.1991 - 4 U 3310/90
Verkehrssicherungspflicht: Fassadengerüst
BGH, 02.04.1974 - VI ZR 193/72
Sorgfaltspflicht - Verrichtungsgehilfe - Angestelltenschutz - Verantwortliche …
BGH, 14.06.1976 - VI ZR 178/74
Haftungsprivileg - Innenausgleich - Freistellung - Ausgleichspflichtig
OLG Düsseldorf, 08.06.1990 - 22 U 21/90
Voraussetzungen des Anspruchs auf Schmerzensgeld; Anforderungen an das Bestreiten …

References: § 426
 § 254
 § 840
 § 636
 § 636
 § 426
 § 104
 § 254
 § 426
 § 836
 § 837
 § 836
 § 837