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Timestamp: 2016-10-26 07:48:08+00:00

Document:
U 221/02 (23.09.2003)
Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft, Rechtsdienst ZDPA, Laupenstrasse 27, 3001 Bern, Beschwerdef�hrerin,
X.________ ist seit 1. Oktober 1968 bei der Polizeidirektion der Stadt Y.________ angestellt und in dieser Eigenschaft gegen Unf�lle bei den Berner Versicherungen (heute: Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft; nachfolgend: Allianz) versichert. Mitte Juli 1999 machte X.________ mit dem linken Arm beim Badmintonspiel eine br�ske Bewegung, worauf ein starker Schmerz im linken Oberarm und der Schulter auftrat (Unfallmeldung vom 2. M�rz 2000). Dr. med. H.________, Spezialarzt f�r Allgemeine Medizin, stellte eine Distorsion der linken Schulter im Sommer 1999 mit konsekutiver frozen shoulder fest (Arztmeldung vom 6. M�rz 2000). Auf Grund des Verdachts einer partiellen Supraspinatusruptur wurde eine MRI-Untersuchung am Medizinisch-Radiologischen Zentrum der Klinik F.________ veranlasst, welche ein subacromiales Impignement bei AC-Gelenksarthrose und Einengung des subacromialen Raumes, vor allem anterior mit diskreter Unterfl�chenl�sion des anterioren Randes der Infraspinatussehne, Unterfl�chenpartiall�sion der Supraspinatussehne, etwa 10 mm ab Ansatz am Tuberculum majus und diskreten Ver�nderungen des cranialen Randes der Subscapularissehne ergab (Bericht vom 12. April 2000). Mit Verf�gung vom 13. Juli 2000 lehnte die Allianz jegliche Leistungen ab. Nachdem der Krankenversicherer von X.________, die Swica Gesundheitsorganisation (heute: Swica Krankenversicherung AG; nachfolgend: Swica), Einsprache erhoben hatte, hielt die Allianz mit Einspracheentscheid vom 11. September 2000 an ihrer Auffassung fest.
Die Allianz f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, der kantonale Entscheid sei aufzuheben. Die Swica schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. X.________ und das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichten auf eine Vernehmlassung.
Streitig und zu pr�fen ist die Frage, ob die Allianz f�r die geltend gemachte unfall�hnliche K�rpersch�digung des Versicherten (Sehnenl�sion) leistungspflichtig ist.
3.1 Der Versicherte gibt an, er habe sich seine Schulterverletzung anl�sslich eines Badmintonspiels im Juli 1999 zugezogen. Allerdings hatte dies keine Arbeitsunf�higkeit zur Folge und er liess sich auch erst �ber sieben Monate nach dem geltend gemachten Ereignis erstmals �rztlich behandeln. Die in der Folge vorgenommenen Abkl�rungen endeten nicht in einer �bereinstimmenden Diagnose: W�hrend das Medizinisch-Radiologische Zentrum der Klinik F.________ auf eine Unterfl�chenl�sion der Infraspinatussehne bzw. eine Unterfl�chenpartiall�sion der Supraspinatussehne schloss, hielt Dr. med. S.________, Spezialarzt f�r orthop�dische Chirurgie, in der Krankengeschichte des Versicherten eine partielle Supraspinatussehnenruptur fest. Nach der Rechtsprechung fallen nicht alle Sehnenl�sionen (Risse, Zerrungen, Dehnungen) unter den Begriff von Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV, sondern nur die Sehnenrisse, wobei f�r die �bernahme von Leistungen bei partiellen Sehnenrissen erschwerte Nachweisforderungen in dem Sinne bestehen, dass deren Diagnose zweifelsfrei feststehen muss (BGE 114 V 306 Erw. 5c; vgl. auch Urteil F. vom 29. August 2000, U 441/99). Der erstbehandelnde Arzt, Dr. med. H.________, sch�tzte das Ereignis vom Juli 1999 mit einer M�glichkeit von weniger als 50 % als Ursache der aktuellen Schulterbeschwerden ein. Angesichts dieses langen, der unverz�glichen Meldepflicht von Art. 45 f. UVG zuwiderlaufenden Zeitablaufes zwischen dem geltend gemachten Ereignis und der erst noch nicht einheitlichen Diagnosestellung kann entgegen der Vorinstanz nicht davon ausgegangen werden, dass das nicht genauer datierbare Ereignis im Juli 1999 mit dem im Sozialversicherungsrecht erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b mit Hinweisen) kausal f�r die ab M�rz 2000 notwendigen �rztlichen Behandlungen war. Denn die Rechtsprechung verlangt, dass die f�r die Beeintr�chtigung gem�ss Art. 9 Abs. 2 UVV typischen Schmerzen nachgewiesenermassen unmittelbar im Anschluss an den als �usseren Faktor bezeichneten Lebenssachverhalt auftreten (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung bestimmtes Urteil H. vom 20. August 2003, U 17/03, Urteil S. vom 27. Juni 2001, U 127/00, sowie Urteil R. vom 27. Juni 2001, U 92/00).
3.2 Bei dieser Sachlage kann offen bleiben, ob die vom Medizinisch-Radiologischen Zentrum der Klinik F.________ diagnostizierte Unterfl�chenl�sion der Infraspinatussehne und die Unterfl�chenpartiall�sion der Supraspinatussehne bzw. die von Dr. med. S.________ festgehaltene partielle Supraspinatussehnenruptur den Begriff des Sehnenrisses gem�ss Art. 9 Abs. 2 lit. f UVV erf�llen und ob die Geschehnisse anl�sslich des Badmintonspiels im Juli 1999 dem Erfordernis eines unfall�hnlichen Ereignisses im Sinne der Rechtsprechung gen�gen.
4.1 Streitigkeiten zwischen Versicherungstr�gern �ber Leistungen aus Unfallfolgen f�r einen gemeinsamen Versicherten sind kostenpflichtig (BGE 126 V 192 Erw. 6 mit Hinweisen). Die Swica hat deshalb als unterliegende Partei die Gerichtskosten zu tragen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 135 OG).
4.2 Nach Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG darf im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde obsiegenden Beh�rden oder mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen in der Regel keine Parteientsch�digung zugesprochen werden. In Anwendung dieser Bestimmung hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht der SUVA und den privaten UVG-Versicherern sowie - von Sonderf�llen abgesehen - den Krankenkassen keine Parteientsch�digung zugesprochen, weil sie als Organisationen mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben zu qualifizieren sind (BGE 123 V 309 Erw. 10 mit Hinweisen).
Der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 3000.- wird der Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft zur�ckerstattet.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.

References: Art. 9
 Art. 45
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 135
 Art. 159
 Art. 135