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Timestamp: 2019-04-25 18:53:13+00:00

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Steuertip der Verdener Aller Zeitung | Steuerberater in Verden - Schladebusch & Bartling
Der Steuertip der Verdener Aller Zeitung
Alle Steuertipps vom Steuerberater Thomas Bartling, die in einem zweiwöchentlich
Rhythmus in der Verdener Aller Zeitung veröffentlicht werden.
Einkommensteuer: Zufluss von Arbeitslohn bei Wertguthabenkonten
Wertguthaben, auch Langzeitkonten oder Zeitwertkonten genannt, sind gute Instrumente zur flexibleren Gestaltung der Arbeitszeit. Sie folgen dem Gedanken, Arbeitnehmern die Möglichkeit zu eröffnen, einen Teil ihrer Arbeitszeit oder ihres Lohns längerfristig als Guthaben anzusparen und von diesem Guthaben eine finanziell abgepufferte und sozialversicherungsrechtlich geschützte Auszeit vom Beruf zu nehmen. Auch ist es möglich, die Arbeitszeit im Alter zu reduzieren oder früher und ohne Rentenabschläge aus dem Beruf auszuscheiden.
BFH: Verfassungsmäßigkeit von Nachzahlungszinsen zweifelhaft
Durch Beschluss des Bundesfinanzhofes (BFH) vom 25.04.2018 wird die Höhe der Nachzahlungszinsen im Sinne der Abgabenordnung (AO) zumindest ab dem Veranlagungszeitraum 2015 mit schwerwiegend verfassungsrechtlichen Zweifeln betrachtet. Gemäß § 238 AO erhält der Fiskus monatlich 0,5% bzw. jährlich 6% Nachzahlungszinsen sowohl für die Vollverzinsung als auch für Stundungs-, Hinterziehungs-, Prozess- und Aussetzungszinsen.
Vorauszahlungen: Zahlung bei Lastschrift
Wenn man seinen Gewinn anhand einer Einnah­men-Überschuss-Rechnung ermittelt, muss man kurze Zeit vor oder nach dem Jahreswechsel anfallende, regelmäßig wie­derkehrende Zahlungen dem Jahr zuordnen, zu dem sie wirtschaftlich gehören (nach § 11 EStG). In diesen Fällen ist dann nicht der Zahlungszeitpunkt maßgebend. 'Kurze Zeit' bedeutet einen Zeitraum von zehn Tagen vor Beginn oder nach Ende des Jahres (22.12. bis zum 10.01.). Man muss jedoch wissen, wann die Vorauszahlungen als abgeflossen gel­ten. Bei einer Überweisung ist immer wieder die Kontobelastung entscheidend.
Dauerbrenner: Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen
Zu einem absoluten Dauerbrenner bei der Einkommensteuer haben sich die haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen entwickelt. In den neuesten Urteilen zur Steuerermäßigung geht es u. a. um Alarmüberwachung, Erschließungsbeiträge und Glasfaseranschlüsse sowie die Abgrenzung von begünstigten Handwerkerleistungen und Neubaumaßnahmen. Alarmüberwachung: Das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg hatte vor kurzem folgenden Fall zu entscheiden: Eine Familie hatte einen Vertrag mit einer Sicherheitsfirma abgeschlossen.
Die Veräußerung eines unentgeltlich bestellten Erbbaurechts stellt kein privates Veräußerungsgeschäft dar. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuell veröffentlichten Urteil entschieden. Zum Hintergrund: Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne von § 23 Einkommensteuergesetz (EStG) sind steuerpflichtig. Diese umfassen gemäß § 23 EStG u.a.
BFH ändert Rechtsauffassung über Schenkungsteuerpflicht der vGA zugunsten einer nahestehenden Person
In drei Urteilen aus September 2017 hatte sich der Bundesfinanzhof (BFH) mit der Schenkungsteuerpflicht einer sog. verdeckten Gewinnausschüttung (vGA) zugunsten einer dem Gesellschafter der Kapitalgesellschaft nahestehenden Person auseinandergesetzt. Hintergrund: Zahlt eine GmbH an einen Gesellschafter ein überhöhtes Gehalt, einen überhöhten Kaufpreis oder eine überhöhte Miete, stellt sich die Frage, ob der unangemessene Teil der Vergütung eine Schenkung der GmbH darstellt.
Das Finanzgericht (FG) Köln hat in einem aktuell veröffentlichten Urteil entschieden, dass die Kosten für einen Dienstwagen auch dann als Betriebsausgaben abzugsfähig sind, wenn dieser dem Ehegatten im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses (Minijob) überlassen wird. Folgender Sachverhalt lag zugrunde: Der Kläger beschäftigte seine Ehefrau im Rahmen eines Minijobs als Büro-, Organisations- und Kurierkraft für 400 Euro monatlich. Er überließ seiner Frau hierfür einen PKW, den sie auch privat nutzen durfte.
Privates Veräußerungsgeschäft: Bezahlen mit Bitcoins
Bei der Kryptowährung Bitcoin handelt es sich um eine unregulierte und von staatlichen Institutionen und Kreditinstituten unabhängige „Ersatzwährung“, die starken Kursschwankungen unterliegt. Der Kurs richtet sich allein nach Angebot und Nachfrage, daher stellen Bitcoins auch Spekulationsobjekte dar und bei einem Kurssturz drohen hohe finanzielle Verluste. An das Finanzministerium Hamburg ist in diesem Zusammenhang die Frage herangetragen worden, wie Gewinne (oder Verluste) aus der Veräußerung von Bitcoins ertragsteuerlich zu behandeln sind.
Zahlungen des Franchisenehmers für Werbung sofort abziehbare BA
Das Finanzgericht (FG) Köln hat in einem aktuellen Fall entschieden, dass die Zahlungen eines Franchisenehmers für laufende überregionale Werbeleistungen wie beispielsweise Kino- oder Fernsehwerbung, Handzettelaktionen oder Plakatwerbung, nicht als geleistete Anzahlungen zu aktivieren sind, sondern als Betriebsausgabe sofort abzugsfähig sind. Strittig war zwischen den Parteien der Abzug der Beiträge für überregionale Werbung eines Franchisenehmers, die dieser aufgrund des Franchisevertrages mit der einer Firma F-KG in monatlichen Raten an die F-GmbH leistete.
Lohnsteuer: Neues BMF-Schreiben zur Anrufungsauskunft
Insofern man als Unternehmer oder Steuerpflichtiger wissen möchte, wie das Finanzamt einen bestimmten Sachverhalt mit weitreichenden steuerlichen Konsequenzen beurteilen wird, kann man vor Durchführung der Maßnahme einen Antrag auf sog. verbindliche Auskunft nach § 89 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) stellen. Allerdings nimmt die Finanzverwaltung für diese Dienstleistung zum Teil nicht unerhebliche Gebühren. Neben dieser verbindlichen Auskunft gibt es jedoch auch noch die sog. Anrufungsauskunft nach § 42e des Einkommensteuergesetzes (EStG) für den Bereich der Lohnsteuer.
Wann muss ein Arbeitnehmer mit Nebeneinkünften eine Steuererklärung abgeben?
Erzielt der Steuerpflichtige Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen wurde, und hat er noch Nebeneinkünfte (z.B. aus Vermietung und Verpachtung), dann ist er unter Umständen zur Veranlagung verpflichtet, d.h. zur Abgabe einer Steuererklärung. Dies ist immer der Fall, wenn die Nebeneinkünfte mehr als 410 Euro betragen. Nebeneinkünfte sind Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (z. B. Vermietungseinkünfte), aber auch Progressionseinkünfte (z. B. Arbeitslosengeld, Kranken-geld, Elterngeld). Positive und negative Einkünfte sind hierbei zu verrechnen.
Einkommensteuer: Abzugsfähigkeit von Schulgeldzahlungen
In einem aktuell veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhof (BFH) wurde entschieden, dass der Sonderausgabenabzug für Schulgeld beim Besuch von Privatschulen nicht voraussetzt, dass die zuständige Schulbehörde in einem Grundlagenbescheid bescheinigt, dass die Privatschule ordnungsgemäß auf einen anerkannten Schul- oder Berufsabschluss vorbereitet. Führt eine Privatschule nicht zu einem anerkannten Schul- oder Berufsabschluss, sondern bereitet sie lediglich auf einen solchen vor, muss nachgewiesen werden, dass sie eine ordnungsgemäße Vorbereitung gewährleistet.
Verzichtet ein gesetzlicher Erbe gegenüber seinen Geschwistern auf seinen künftigen Pflichtteilsanspruch gegen Abfindung, so fällt die gezahlte Abfindung unter die für Geschwister geltende Steuerklasse II und nicht unter die im Verhältnis von Eltern zu Kindern günstigere Steuerklasse I. Damit hat der Bundesfinanzhof (BFH) seine Rechtsprechung geändert. Der Verzicht des gesetzlichen Erben auf einen Pflichtteilsanspruch gegen Abfindung unterliegt der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Erfolgt der Verzicht vor dem Tod des künftigen Erblassers, wird die Abfindung als Schenkung behandelt.
Einkommensteuer: Begünstigung von Zweit- und Ferienwohnungen
Im März dieses Jahres berichteten wir bereits über das Thema privates Veräußerungsgeschäft und Spekulationsfrist bei Zweit-/Ferienwohnungen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat jetzt aktuell ganz im Sinne der Eigentümer entschieden. Kurz zum Hintergrund: Verkaufen Sie eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach der Anschaffung bzw. Fertigstellung, ist ein evtl.
Einkommensteuer | Musterklage zu Straßenausbaubeiträgen
Der Bund der Steuerzahler (BdSt) lässt mit einer neuen Musterklage prüfen, ob Hauseigentümer die Erschließungsbeiträge für den Straßenausbau von der Steuer absetzen dürfen und unterstützt das Gerichtsverfahren eines Ehepaars aus Brandenburg. Umstritten ist, ob die Erschließungsbeiträge, die Anwohner für die Erneuerung einer Gemeindestraße zahlen müssen, als Handwerkerleistungen in der Einkommensteuererklärung abgesetzt werden können, wenn die Maßnahme von der öffentlichen Hand erbracht und per Bescheid abgerechnet wird.
Kassenführung: Erstellung einer Verfahrensdokumentation
Bereits mit Schreiben aus dem Jahr 2014 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) die Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff – kurz GoBD – erlassen. Diese gewinnen besondere Relevanz, weil der Bundesfinanzhof (BFH) die Rechte der Betriebsprüfung zuletzt mehrfach gestärkt hat. So lässt er den Zugriff der Finanzverwaltung auf Warenwirtschaftssysteme zu und hält Verfahrensdokumentationen im Zusammenhang mit der Kassenführung für erforderlich.
Macht ein Unternehmer seinen Geschäftsfreunden Geschenke und übernimmt er für sie deren Steuer pauschal in Höhe von 30%, so ist die von ihm gezahlte Pauschalsteuer nicht als Betriebsausgabe abziehbar, wenn entweder das Geschenk mehr als 35 € wert ist oder wenn es zusammen mit der Pauschalsteuer den Betrag von 35 € überschreitet. Geschenke an Geschäftsfreunde sind in der Regel nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn ihre Anschaffungs- oder Herstellungskosten pro Empfänger und Jahr mehr als 35 € betragen.
Der Gesetzgeber hat im Juni 2017 das „Gesetz gegen schädliche Steuerpraktiken im Zusammenhang mit Rechteüberlassungen“ sowie das Gesetz zur Bekämpfung der Steuerumgehung und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften verabschiedet. Nachfolgend die wichtigsten Neuregelungen: Neben der Abziehbarkeit von Aufwendungen für Rechte und Lizenzen sowie der Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen betrifft es auch einen Bereich, der für viele Unternehmen Bedeutung hat, nämlich die Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWG).

References: § 238
 § 11
 § 23
 § 23
 § 89
 § 42