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Timestamp: 2016-10-26 13:30:41+00:00

Document:
2C_835/2011 (04.06.2012)
2C_835/2011
vertreten durch Rechtsanwalt Dominique Erhart,.
Mehrwertsteuer (1.Quartal 2005 - 4. Quartal 2008; Steuerpflicht, Ermessenseinsch�tzung),
Beschwerde gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Abteilung I, vom 5. September 2011.
X.________ (hienach: der Steuerpflichtige) unterh�lt als Einzelunternehmer einen Taxibetrieb, wozu er �ber eine Taxihalterbewilligung B des Kantons Basel-Stadt verf�gt. Nach dem Taxirecht des Kantons Basel-Stadt ist die Ben�tzung �ffentlicher Standpl�tze zum Aufnehmen von Fahrg�sten den Inhabern der Taxihalterbewilligung A vorbehalten. Inhaber einer Bewilligung B d�rfen �ffentliche Standpl�tze lediglich ansteuern, um ihre Kundschaft dort aussteigen zu lassen.
Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer (hienach: ESTV), trug den Steuerpflichtigen zun�chst mit Entscheid vom 30. November 2009 r�ckwirkend auf den 1. Januar 2005 ins Register der Mehrwertsteuerpflichtigen ein. Die geschuldete Steuer ermittelte sie ermessensweise, nachdem sich die buchhalterischen Aufzeichnungen des Steuerpflichtigen als unzureichend erwiesen hatten. So vermochte er f�r die Jahre 2003 bis 2008 zwar je eine �bersicht der erzielten Ertr�ge ("Erfolgsrechnung") sowie gewisse Kreditorenrechnungen vorzulegen, nicht aber die Fahrtenschreiber- und Kontrollkarten f�r die Jahre 2003 bis 2006. �berdies zeigte sich, dass der Steuerpflichtige davon abgesehen hatte, ein fachgerecht angelegtes, fortlaufend addiertes und periodisch saldiertes Kassabuch zu unterhalten.
C. F�r die Bemessung des Umsatzes zog die ESTV ihre lokalen Erfahrungszahlen heran, die auf einer Datenbank von 38 Personen mit einer Taxihalterbewilligung A in der Stadt Basel beruhen und zwischen Anfang 2000 und Ende 2001 erhoben worden waren. Den Mittelwert von Fr. 2.04 f�r unselbst�ndig erwerbende Taxifahrer erh�hte sie um einen Trinkgeldanteil von elf Rappen pro Kilometer. Damit ergab sich f�r den selbst�ndig erwerbenden Steuerpflichtigen ein Kilometeransatz von Fr. 2.15. F�r das Jahr 2007 legte die ESTV ihren Berechnungen eine Zahl von 41'777 gesch�ftlich zur�ckgelegten Kilometern zugrunde, w�hrend sie f�r das Jahr 2008 von 35'577 Kilometern ausging. Schliesslich multiplizierte sie den Kilometeransatz mit der Kilometerzahl und wandte in der Folge den Saldosteuersatz f�r Taxifahrer (5,2 Prozent) an.
Auf Einsprache des Steuerpflichtigen vom 24. Dezember 2009 erliess die ESTV am 8. Oktober 2010 einen Einspracheentscheid. Darin verlegte sie den Beginn der subjektiven Steuerpflicht auf den 1. Januar 2007 und setzte die geschuldete Mehrwertsteuer f�r die Jahre 2007 und 2008 auf Fr. 8'649.-- (nebst Zins) fest. Den durchschnittlichen Kilometeransatz von Fr. 2.15 hielt sie demgegen�ber aufrecht. Hiergegen gelangte der Steuerpflichtige mit Beschwerde vom 28. Oktober 2010 an das Bundesverwaltungsgericht. Dieses hiess die Beschwerde am 5. September 2011 im Sinne der Erw�gungen gut, hob den angefochtenen Einspracheentscheid auf und wies die Sache zur F�llung eines neuen Einspracheentscheids im Sinne der Erw�gungen an die ESTV zur�ck. Das Bundesverwaltungsgericht kam zum Schluss, der Kilometeransatz von Fr. 2.15 trage den Umst�nden ungen�gend Rechnung, da die Erfahrungszahlen auf Betrieben mit einer Taxihalterbewilligung A beruhten, wogegen der Steuerpflichtige lediglich �ber eine Taxihalterbewilligung B verf�ge.
Gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts f�hrt die ESTV mit Eingabe vom 7. Oktober 2011 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragt, das angefochtene Urteil vom 5. September 2011 sei aufzuheben und der Einspracheentscheid der ESTV vom 8. Oktober 2010 sei zu best�tigen.
W�hrend das Bundesverwaltungsgericht auf eine Stellungnahme verzichtet, beantragt der Steuerpflichtige die Abweisung der Beschwerde und die Best�tigung des angefochtenen Urteils.
1.2 Gegen Entscheide des Bundesverwaltungsgerichts auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht gegeben (Art. 82 lit. a i.V.m. Art. 83, Art. 86 Abs. 1 lit. a BGG). Die ESTV ist zur vorliegenden Beschwerde legitimiert (Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG).
1.3 In der Sache selbst ist im bundesgerichtlichen Verfahren die Frage strittig, ob ein durchschnittlicher Kilometeransatz von Fr. 2.15 begr�ndet ist oder ob, wie die Vorinstanz annimmt, ein solcher Ansatz im vorliegenden Fall zu pauschal sei, nachdem die ESTV die Bedeutung der konkreten Taxihalterbewilligung unber�cksichtigt lasse. Mit der Gutheissung der Beschwerde und der R�ckweisung der Sache h�tte die ESTV weitere Berechnungen bzw. erg�nzende Sachverhaltsabkl�rungen vorzunehmen. Die Aufgabe reicht �ber eine blosse, rein technische Umsetzung der oberinstanzlichen Anordnungen hinaus. Der R�ckweisungsentscheid stellt sich nicht als (Quasi)-Endentscheid, sondern als Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG dar (dazu Urteile 2C_705/2011 vom 26. April 2012 E. 1.3; 2C_645/2011 vom 12. M�rz 2012 E. 1.3.1). Die Anfechtbarkeit des selbst�ndig er�ffneten Zwischenentscheids ergibt sich daraus, dass der R�ckweisungsentscheid, der mit allgemeinen Vorgaben bez�glich der Ermittlung des Kilometeransatzes verbunden ist, die ESTV zu einer aus ihrer Optik unrichtigen Ermessenseinsch�tzung zwingen kann. Diese k�nnte sie aller Voraussicht nach nicht mehr anfechten, was praxisgem�ss einem nicht wieder gutzumachenden Nachteil rechtlicher Natur gleichkommt (so u.a. BGE 134 II 124 E. 1.3 S. 128; 133 II 409 E. 1.2 S. 412; 133 V 477 E. 5.2 S. 483 ff.). Damit sind die Voraussetzungen gem�ss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG erf�llt und ist das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. September 2011 selbst�ndig anfechtbar. Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben unter Vorbehalt des Nachfolgenden zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist grunds�tzlich einzutreten.
1.4 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde vorgebrachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann die Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen. Trotz Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft es, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG), an sich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
1.5 Im Streit liegt die ermessensweise Ermittlung der steuerbaren Ums�tze, die der Steuerpflichtige in den Jahren 2007 und 2008 mit seinem Taxibetrieb erzielte. Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 �ber die Mehrwertsteuer (MWSTG; SR 641.20) in Kraft getreten. Gem�ss Art. 112 Abs. 1 MWSTG sind die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen - namentlich jene gem�ss dem Bundesgesetz vom 2. September 1999 �ber die Mehrwertsteuer (aMWSTG; AS 2000 1300) - mit hier nicht interessierenden Ausnahmen weiterhin auf alle w�hrend ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverh�ltnisse anwendbar. Demgegen�ber ist verfahrensrechtlich das neue Recht gem�ss Art. 113 Abs. 3 MWSTG auf s�mtliche im Zeitpunkt des Inkrafttretens h�ngigen Verfahren anwendbar (zur Publ. vorgesehenes Urteil 2C_399/2011 vom 13. April 2012 E. 1.4).
1.6 Die ESTV r�gt in der Sache die unrichtige Anwendung von Bundesrecht, so namentlich von Art. 60 aMWSTG (Sch�tzung nach pflichtgem�ssem Ermessen), Art. 12 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 �ber das Verwaltungsverfahren (VwVG; SR 172.021; Untersuchungsgrundsatz) und Art. 8 ZGB (Beweislast). In der ihr auferlegten Parteientsch�digung erblickt die ESTV eine weitere Bundesrechtsverletzung.
2.1 Die Mehrwertsteuer ist als Selbstveranlagungssteuer konzipiert (Art. 46 aMWSTG; zuvor schon Art. 38 Abs. 1 der Verordnung vom 22. Juni 1994 �ber die Mehrwertsteuer [aMWSTV; AS 1994 1464]). Als solche stellt sie hohe Anforderung an die steuerpflichtigen Personen, werden ihnen doch im Veranlagungsbereich wesentliche Aufgaben �bertragen. Nach der Praxis zu Art. 38 Abs. 1 aMWSTV und Art. 46 aMWSTG gilt, dass den steuerpflichtigen Personen die "volle und alleinige Verantwortung f�r die richtige und vollst�ndige umsatzsteuerrechtliche Behandlung der vorkommenden Gesch�ftsf�lle" obliegt (zuletzt Urteile 2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 2.5.2; 2C_350/2011 vom 17. Oktober 2011 E. 2.2, in: StR 67/2012 S. 75; 2C_554/2010 vom 21. September 2011 E. 4.1, in: StR 67/2012 S. 73; SANDRA KNOPP PISI, Das Selbstveranlagungsprinzip bei der Mehrwertsteuer, ASA 74 S. 389 ff., insb. 392). Die Aufgabe der ESTV beschr�nkt sich unter Herrschaft dieser beiden Erlasse auf den Bezug und die Kontrolle der Steuer im Hinblick auf deren Richtigkeit und Vollst�ndigkeit (auch dazu Urteil 2C_650/2011 vom 16. Februar 2012 E. 2.5.2; s.a. Urteil 2C_382/2007 vom 23. November 2007 E. 4.2, in: RF 63/2008 S. 290).
2.2.1 Aus dem Wesen als Selbstveranlagungssteuer erwachsen buchhalterische Aufgaben, so namentlich die Aufzeichnungspflicht im Sinne von Art. 58 Abs. 1 aMWSTG bzw. Art. 47 Abs. 1 aMWSTV. Danach hat die steuerpflichtige Person ihre Gesch�ftsb�cher ordnungsgem�ss zu f�hren und derart einzurichten, dass sich aus ihnen die f�r die Feststellung der Steuerpflicht sowie f�r die Berechnung der Steuer und der abziehbaren Vorsteuern massgebenden Tatsachen leicht und zuverl�ssig ermitteln lassen (Urteile 2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 3; 2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 3; BGE 126 II 443 E. 5 S. 450).
2.2.2 Welche Aufzeichnungen zur fortlaufenden Feststellung der einzelnen Verm�gensteile notwendiger- oder sinnvollerweise zu f�hren sind, h�ngt von der Art und Gr�sse des Betriebes ab. Die F�hrung eines Kassabuchs ist gerade auch f�r Kleinbetriebe unabdingbar. Wer �berwiegend Einnahmen aus formlos geschlossenen Vertr�gen erzielt, in der Regel bar bezahlt wird und nicht regelm�ssig Rechnungen oder zumindest Quittungen auszustellen hat, ist ohne Einschr�nkung zur F�hrung eines Kassabuches verpflichtet. Dieses bildet den Dreh- und Angelpunkt der Aufzeichnungen. Soll das Kassabuch f�r die Richtigkeit des erfassten Bargeldverkehrs Beweis erbringen, ist unerl�sslich, dass die Bareinnahmen und -ausgaben in ihm fortlaufend, l�ckenlos und zeitnah aufgezeichnet werden und durch Kassenst�rze regelm�ssig - in bargeldintensiven Betrieben t�glich - kontrolliert werden. Nur auf diese Weise ist gew�hrleistet, dass die erfassten Bareinnahmen den Gegebenheiten entsprechen. Die zentrale Bedeutung eines korrekt gef�hrten Kassabuches ist allen Steuerarten gleichermassen eigen (Urteile 2A.384/2003 vom 29. Januar 2004 E. 3 zur direkten Bundessteuer; 2A.657/2005 vom 9. Juni 2006 E. 3 zum harmonisierten kantonalen Steuerrecht; 2A.109/2005 vom 10. M�rz 2006 E. 2.2 zur Mehrwertsteuer).
2.3 Eine formell richtige Buchhaltung ist vermutungsweise auch materiell richtig (Urteil 2C_592/2007 vom 22. Januar 2008 E. 2.3). Im Umkehrschluss ist die ESTV nach Art. 60 aMWSTG, ebenso wie zuvor aufgrund von Art. 48 aMWSTV verpflichtet, eine pflichtgem�sse Sch�tzung der massgebenden Zahlen vorzunehmen, wenn entweder �berhaupt keine oder nur unvollst�ndige Aufzeichnungen vorliegen (Verstoss gegen die formellen Buchf�hrungsvorschriften) oder die ausgewiesenen Ergebnisse mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich nicht �bereinstimmen k�nnen (Verstoss gegen die materiellen Buchf�hrungsregeln; vgl. Urteile 2C_59/2011 vom 1. Juni 2011 E. 3.2, in: RF 66/2011 S. 799; 2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 3; 2C_170/2008 vom 30. Juli 2008 E. 4, in: StR 64/2009 S. 35). Insofern kn�pft das Mehrwertsteuerrecht an Art. 34 des Bundesrats-Beschlusses vom 29. Juli 1941 �ber die Warenumsatzsteuer (WUStB; AS 1941 793) an (BGE 105 Ib 181 E. 4a S. 184; Urteil 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3.2). Aus welchen Gr�nden die Aufzeichnungen unvollst�ndig oder unzuverl�ssig sind, spielt dabei keine Rolle (Urteile 2C_592/2007 vom 22. Januar 2008 E. 2.3 [Datenverlust zufolge Defekts der Festplatte]; 2C_426/2007 vom 22. November 2007 [Datenverlust wegen Diebstahls der Unterlagen], in: RDAF 2008 II S. 20, RF 63/2008 S. 289, ASA 77 S. 343; 2A.552/2006 vom 1. Februar 2007 E. 4.2 [Datenverlust aufgrund Nichtaufbewahrens der Unterlagen], in: RF 62/2007 S. 589). In allen diesen F�llen ist die ESTV verpflichtet, eine Ermessenseinsch�tzung vorzunehmen (BGE 105 Ib 181 E. 4a S. 184; Urteil 2A.297/2005 vom 3. Februar 2006 E. 3, in: ASA 76 S. 779).
2.4 Das Bundesgericht ist an eine Ermessenseinsch�tzung gebunden, wenn sie auf einer richtigen und vollst�ndigen Tatbestandsermittlung und auf einer sachgem�ssen Abw�gung der Gesamtheit der f�r die Veranlagung massgebenden Verh�ltnisse beruht. Es pr�ft derartige Sch�tzungen nur zur�ckhaltend und auf offensichtliche Fehler und Irrt�mer hin, wobei es der steuerpflichtigen Person obliegt, die Unrichtigkeit der Sch�tzung zu beweisen. Ist sie es, die Beschwerde ans Bundesgericht f�hrt, darf sie sich somit nicht darauf beschr�nken, die Kalkulationsgrundlagen der Ermessensveranlagung allgemein zu kritisieren; sie muss vielmehr nachweisen, dass die von der ESTV vorgenommene Sch�tzung offensichtlich unrichtig ist (vgl. etwa Urteile 2C_426/2008 vom 18. Februar 2009 E. 5.2, in: StR 64/2009 S. 605, ASA 79 S. 608; 2C_171/2008 vom 30. Juli 2008 E. 4.2; 2A.437/2005 vom 3. Mai 2006, E. 3.3, in: StR 61/2006 S. 819; 2A.109/2005 vom 10. M�rz 2006 E. 2.3 in: StR 61/2006 S. 558). Erhebt die ESTV die Beschwerde, wie dies vorliegend der Fall ist, kann sie mit Blick auf die R�gen, die der steuerpflichtigen Person in der spiegelbildlichen Situation zust�nden, geltend machen, das Bundesverwaltungsgericht habe zu Unrecht geschlossen, die Ermessensveranlagung sei offensichtlich unrichtig.
2.5 In seiner bisherigen Praxis befasste sich das Bundesgericht verschiedentlich mit der Mehrwertbesteuerung von Taxihaltern. In vier F�llen ging es um die ermessensweise Sch�tzung des Umsatzes von Inhabern der Taxihalterbewilligung A im Raum Lausanne. Im Urteil 2A.253/2005 vom 3. Februar 2006 E. 4, in: RF 61/2006 S. 556, RDAF 2007 II 318, StR 61/2006 S. 556 pr�fte das Bundesgericht erstmals die Zul�ssigkeit des "rendement kilom�trique moyen" und befand die Methode f�r zul�ssig. Der Kilometeransatz ab 1. Februar 2002 hatte Fr. 2.70 betragen. Zum gleichen Schluss kam es im Parallelurteil 2A.297/2005 vom 3. Februar 2006, in: ASA 76 S. 779. Im Urteil 2A.569/2006 vom 28. Februar 2007 E. 5, in: RF 62/2007 S. 591 hatte der Inhaber der Taxihalterbewilligung A die Vornahme einer externen Kontrolle der ESTV vereitelt. In der Folge ermittelte die ESTV den Umsatz sch�tzungsweise anhand des Kilometeransatzes von Fr. 2.70 ab 1. Februar 2002. Das Bundesgericht hiess Sch�tzmethode und Kilometeransatz erneut gut. Schliesslich erkl�rte es im Urteil 2C_429/2009 vom 9. November 2009 E. 5 den Ansatz des "rendement kilom�trique moyen" ein weiteres Mal f�r rechtens. In einem Fall betreffend die Stadt Z�rich billigte das Bundesgericht mit Urteil 2A.109/2005 vom 10. M�rz 2006 E. 4.3, in: StR 61/2006 S. 558, die kilometerbasierte Methode und es hiess einen Ansatz von Fr. 2.40 gut.
3.1 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, es w�re zwischen den beiden Typen von Bewilligungen zu unterscheiden gewesen. Es sei durchaus m�glich, dass "B-Taxis" im Vergleich zu "A-Taxis" mehr Leerfahrten aufwiesen. So d�rften Inhaber der Taxihalterbewilligung B zwar "in der Stadt G�ste aufladen, jedoch nicht auf den �ffentlichen Standpl�tzen auf diese warten". Sie m�ssten "zumindest aktiver als "A-Taxis' suchen" und k�nnten die Wartezeiten nicht in der Blauen Zone verbringen. Inhaber einer Taxihalterbewilligung B m�ssten vermehrt "leer" herumfahren, um Fahrg�ste zu finden. Das Kriterium der Bewilligungsart sei durchaus relevant f�r den Kilometerumsatz.
3.2 Die ESTV tr�gt in ihrer Beschwerde vor, im Kilometeransatz von Fr. 2.15 sei bereits eine Leerfahrtenquote von 56,53 % ber�cksichtigt. Nach ihren eigenen Abkl�rungen liege der Anteil der Leerfahrten im Fall von Inhabern der Taxihalterkonzession B in Basel bei rund 50 %. Eine solche Quote ergebe sich, wenn der Fahrgast beispielsweise vom Flughafen an den Bahnhof SBB in Basel gef�hrt werde, worauf das Taxi ohne Passagier an den Ausgangspunkt zur�ckkehre. Das suchende Herumfahren des Chauffeurs, in der Fachsprache als "Wischen" bezeichnet, m�sse unber�cksichtigt bleiben, da das Befahren der Strasse ohne konkretes Fahrziel ohnehin unzul�ssig sei. Beim Steuerpflichtigen l�gen keine besonderen Umst�nde vor, die im Rahmen der Leerfahrtenquoten zu ber�cksichtigen gewesen w�ren. Generell herrsche in der Stadt Basel ein �berangebot an Taxis, was f�r die Chauffeure lange Wartezeiten mit sich bringe. In der Stadt Basel verf�gten nur 4,5 % der Taxihalter �ber eine Bewilligung vom Typ B. Best�nden hinsichtlich der Leerfahrtenquote keine Unterschiede zwischen Haltern der beiden Typen, sei ihr, der ESTV, bei ihrer Sch�tzung kein (erheblicher) Fehler unterlaufen. Folglich habe die Vorinstanz ihr eigenes Ermessen zu Unrecht an die Stelle jenes der ESTV gesetzt.
3.3 Der Steuerpflichtige l�sst in seiner Vernehmlassung ausf�hren, die Bewilligungsart sei f�r die pflichtgem�sse Sch�tzung durchaus ein massgebendes Kriterium. Damit die angewandten Erfahrungszahlen als repr�sentativ bezeichnet werden k�nnten, h�tte die ESTV beachten m�ssen, dass der Steuerpflichtige eine Bewilligung vom Typ B besitze.
4.1 An der Notwendigkeit einer Sch�tzung von Amtes wegen bestehen keine Zweifel. Das Kassabuch war mit den Worten der Vorinstanz als "schwer mangelhaft" zu bezeichnen, zumal ohnehin fraglich sei, ob es "nicht nachtr�glich erstellt worden ist". Der Datenbank, auf die sich die ESTV st�tzte, liegen 38 Datens�tze aus den Jahren 2001 und 2002 von Taxibetrieben in Basel zugrunde. Darin sind "alle Arten von Fahrten" enthalten, so namentlich "Flughafen, Kundenkarte, Kreditfahrten, Chemie". Die ESTV gelangt zu einem durchschnittlichen Kilometeransatz von Fr. 2.04 f�r unselbst�ndig erwerbende Taxichauffeure, wobei die Grenzwerte bei Fr. 1.63 und Fr. 2.47 liegen, was einer Streuung von rund plus/minus 20 % entspricht. Die bundesgerichtlich gebilligten durchschnittlichen Kilometerans�tze f�r unselbst�ndig erwerbende Taxifahrer, deren Arbeitgeber �ber eine Taxihalterbewilligung A verf�gt, betragen im fraglichen Zeitraum in Z�rich Fr. 2.40, in Lausanne Fr. 2.50 bzw. 2.70 (ab 1. Februar 2002; vorne, E. 2.5). In der Region Genf bewegen sich die durchschnittlichen Kilometerans�tze bei Fr. 2.00 (1. August 2003 bis Ende 2004), Fr. 2.20 (2005) und Fr. 2.40 (2006; dazu das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A-281/2009 vom 14. Oktober 2010 E. 6.2.2).
4.2 Angaben f�r die Inhaber von Taxihalterbewilligungen B im Raum Basel fehlen. Freilich betr�gt ihr Anteil gem�ss den Erhebungen der ESTV, die in der Vernehmlassung des Steuerpflichtigen nicht ausdr�cklich bestritten werden, bloss 4,5 % (vorne, E. 3.2). Insofern kann im Rahmen einer Ermessensveranlagung kaum verlangt werden, dass die verh�ltnism�ssig kleine Menge der Inhaber der Bewilligung B zur Ermittlung des Kilometeransatzes heranzuziehen sei. Der Steuerpflichtige tr�gt in seiner Vernehmlassung vor, die Beh�rde habe im Rahmen der ihr obliegenden Untersuchungsmaxime (Art. 12 VwVG) "in zumutbarem Rahmen Ausk�nfte, Nachweise und Belege bei Dritten" einzuholen. Altrechtlich war die Mehrwertsteuer allerdings als recht strikte Selbstveranlagungssteuer konzipiert. Dementsprechend beschr�nkte sich die Aufgabe der ESTV auf den Bezug und die Kontrolle der Steuer im Hinblick auf deren Richtigkeit und Vollst�ndigkeit. Mit Recht geht die Vorinstanz davon aus, dass die ESTV ihrer Untersuchungspflicht gen�gt habe.
4.3 Kommt es zu einer Einsch�tzung nach pflichtgem�ssem Ermessen, hat die Steuerbeh�rde von Amtes wegen alle Unterlagen zu ber�cksichtigen, die "ihr zur Verf�gung stehen" (Urteil 2C_441/2008 vom 30. Januar 2009 E. 2.2). Sie hat alle Umst�nde zu beachten, von denen sie Kenntnis hat. Die Veranlagung von Amtes wegen ist nach pflichtgem�ssem Ermessen vorzunehmen, sodass die steuerpflichtige Person m�glichst entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsf�higkeit eingesch�tzt wird. Wohl hat die Steuerbeh�rde eine vorsichtige Sch�tzung anzustellen, doch ist sie nicht verpflichtet, im Zweifelsfall die f�r die steuerpflichtige Person g�nstigste Annahme zu treffen. Im Gegenteil soll vermieden werden, dass die steuerpflichtige Person, die ihren Mitwirkungspflichten gen�gt hat, h�here Steuern zu bezahlen hat als derjenige, bei dem eine Nachpr�fung aus Gr�nden unm�glich ist, die er zu vertreten hat. Die Verletzung von Verfahrenspflichten darf sich nicht lohnen (Urteile 2C_441/2008 vom 30. Januar 2009 E. 2.2 ; 2A.53/2003 vom 13. August 2003 E. 4.1, in: NStP 57 S. 139 ff., insb. 144; A.74/1987 vom 30. Oktober 1987 E. 3b, in: ASA 58 S. 673 f. mit Hinweisen).
4.4 Im Brennpunkt der vorinstanzlichen �berlegungen steht die Leerfahrtenquote. Die Taxihalterbewilligung B nach dem Recht des Kantons Basel-Stadt schliesst aus, an �ffentlichen Standpl�tzen Fahrg�ste aufzunehmen, nicht aber aussteigen zu lassen. Daraus folgert die Vorinstanz, Inhaber einer Taxihalterbewilligung B m�ssten vermehrt "leer" herumfahren, sich also im Suchverkehr bewegen, um Fahrg�ste zu finden. Sie m�ssten sich "zumindest aktiver" als ihre Kollegen mit einer Bewilligung A um Kunden bem�hen (E. 3.1). Nach der Meinung der ESTV trifft dies nicht zu. Mit Blick auf die Kognition, die in derartigen Verfahren herrscht, muss es f�r das Bundesgericht darauf ankommen, ob die Ermessenseinsch�tzung auf einer richtigen und vollst�ndigen Tatbestandsermittlung und auf einer sachgem�ssen Abw�gung der Gesamtheit der f�r die Veranlagung massgebenden Verh�ltnisse beruht. Dementsprechend pr�ft es derartige Sch�tzungen nur zur�ckhaltend und auf offensichtliche Fehler und Irrt�mer hin (vorne, E. 2.4).
4.5 Mit einem Kilometeransatz von Fr. 2.04, erh�ht um den Trinkgeldzuschlag, der vom Steuerpflichtigen nicht explizit bestritten wird, bewegt sich die Einzelfallsch�tzung im Median der statistischen Erhebungen. Folgt man der ESTV, ergibt sich f�r die beiden Bewilligungstypen eine �hnliche Leerfahrtenbilanz von rund 56 %. Ein solcher Schluss erscheint jedenfalls nicht als unhaltbar. Der Steuerpflichtige h�tte nachzuweisen gehabt, dass und inwiefern diese Annahme offensichtlich unrichtig ist (E. 2.4). Er beschr�nkt sich darauf, in allgemeiner Weise zu kritisieren, der Kilometeransatz sei zu hoch, u.a. mit dem Argument, dass Inhaber einer Taxihalterbewilligung B oft den wenig lukrativen Flughafendienst besorgten. Inwieweit dies zu einem h�heren Leerfahrtenanteil f�hren sollte, ist nicht ersichtlich, d�rfte doch dabei entweder die Hin- oder die R�ckfahrt besetzt sein. Im Einklang mit dem Steuerpflichtigen hat die Vorinstanz entscheidend darauf abgestellt, dass die "B-Taxis" vermehrt leer herumf�hren, um G�ste zu finden. Wie die ESTV mit Recht vorbringt, ist dies jedoch aufgrund von � 18 der Verordnung [des Kantons Basel-Stadt] vom 3. Dezember 1996 zum Taxigesetz (SG 563.210) unzul�ssig, weshalb das angebliche Herumfahren auch steuerlich nicht zu ber�cksichtigen ist. Dementsprechend ist es auch folgerichtig, den Steuerpflichtigen, der anhand ordnungsgem�ss gef�hrter Unterlagen seine Situation h�tte dokumentieren k�nnen, wie den statistischen Durchschnitt zu besteuern. �ber den Kilometeransatz hinaus ist in einem zweiten Schritt zu pr�fen, ob auch der Gesamtumsatz als plausibel erscheint. Im Jahr 2007 ergibt sich ein solcher von Fr. 89'820.55 (41'777 km zu Fr. 2.15), im Folgejahr von Fr. 76'490.55 (35'577 km zu Fr. 2.15). Dies d�rfte unter Ber�cksichtigung der herk�mmlichen Kostenstruktur zu einem zutreffenden Einkommen f�hren. Es liegen keine Anhaltspunkte vor, weshalb der Steuerpflichtige unterdurchschnittliche Gewinnverh�ltnisse haben sollte. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die von der ESTV angestellte Sch�tzung plausibel und im Einklang mit der bisherigen bundesgerichtlichen Rechtsprechung.
Bei diesem Ergebnis erweist sich die Beschwerde der ESTV als begr�ndet, sodass sie gutzuheissen ist. Die Pr�fung der weiteren R�gen - namentlich betreffend den Untersuchungsgrundsatz (Art. 12 VwVG), die Beweislast (Art. 8 ZGB) und die Parteientsch�digung - er�brigt sich. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Steuerpflichtige, der unterliegt, kostenpflichtig. Ihm sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens aufzuerlegen (Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG). Der obsiegenden ESTV ist keine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird gutgeheissen, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 5. September 2011 aufgehoben und der Einspracheentscheid der ESTV vom 8. Oktober 2010 wird best�tigt. Die Sache wird zur Neuregelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen an das Bundesverwaltungsgericht zur�ckgewiesen.

References: Art. 83
 Art. 86
 Art. 93
 BGE 
 Art. 93
 Art. 95
 Art. 112
 Art. 113
 Art. 60
 Art. 12
 Art. 8
 Art. 38
 Art. 38
 Art. 46
 Art. 58
 Art. 47
 BGE 
 Art. 60
 Art. 48
 Art. 34