Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=16.05.2018&Aktenzeichen=XI%20R%2028/16
Timestamp: 2020-04-09 23:23:51+00:00

Document:
BFH, 16.05.2018 - XI R 28/16 - dejure.org
https://dejure.org/2018,22455
BFH, 16.05.2018 - XI R 28/16 (https://dejure.org/2018,22455)
BFH, Entscheidung vom 16.05.2018 - XI R 28/16 (https://dejure.org/2018,22455)
BFH, Entscheidung vom 16. Mai 2018 - XI R 28/16 (https://dejure.org/2018,22455)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2018,22455) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 164 der Abgabenordnung, § ... 4 Nr. 12 Buchst. a des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § 14c UStG, § 68 der Finanzgerichtsordnung (FGO), § 17 Abs. 1 UStG, § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG, § 4 Nr. 12 Buchst. a UStG, § 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, § 14c Abs. 1 UStG, § 17 Abs. 1 Satz 1 UStG, Art. 203 der Richtlinie 2006/112/EG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO, § 14c Abs. 1 Satz 2, § 68 FGO, § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG, § 14 Abs. 2 UStG, § 2 Abs. 1 Satz 1 UStG, § 4 Abs. 12 Satz 2 UStG, § 14 Abs. 6 Nr. 5 UStG, § 31 Abs. 5 Satz 1 Buchst. b der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV), § 14 UStG, § 31 Abs. 5 Sätze 2 und 3 UStDV, § 17 UStG, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, Abschn. 14.1. Abs. 4 Satz 2 UStAE, § 14 Abs. 3 UStG, § 135 Abs. 1 FGO
Umsatzsteuer | Wer eine überhöht ausgewiesene USt berichtigen will, muss die Differenz zuvor erstatten
Berichtigung eines unrichtigen Umsatzsteuerausweises - und die vereinnahmte Umsatzsteuer
Unrichtiger Steuerausweis - und die Voraussetzungen der Berichtigung
Umsatzsteuerliche Organschaft - und die Abrechnung mit unrichtigem Steuerausweis
Rückzahlung der vereinnahmten Umsatzsteuer in den Fällen des § 14c Abs. 1 UStG
Falscher Mehrwertsteuerausweis - Muss die Differenz zurückgezahlt werden?
Entsprechende Anwendung des § 17 UStG
UStG § 14c Abs 1
Rechnungsberichtigung, Rückzahlung
Kurznachricht zu "Berichtigung beim unrichtigen Steuerausweis setzt Rückzahlung der Umsatzsteuer an Rechnungsempfänger voraus - Anmerkung zum Urteil des BFH vom 16.05.2018" von RiBFH Andreas Treiber, original erschienen in: DStR 2018, 1663 - 1669.
Kurznachricht zu "Berichtigung der Steuer nach § 14c Abs. 1 UStG nur mit Rückzahlung an den Leistungsempfänger" von Dr. Hans-Martin Grambeck und Marc-Oliver Albrecht, original erschienen in: UR 2018, 865 - 870.
BFHE 261, 451
NZI 2018, 813
DB 2018, 1964
f) Abweichendes ergibt sich entgegen der Auffassung des FA auch nicht aus dem BFH-Urteil vom 16. Mai 2018 XI R 28/16 (BFH/NV 2018, 1048).
Denn das BFH-Urteil in BFH/NV 2018, 1048 betrifft die Auslegung von § 14c Abs. 1 Satz 2 UStG, der anders als § 13b UStG auf § 17 UStG verweist.
Zudem führte das Bundesministerium der Finanzen in dem genannten Schreiben aus, dass der Unternehmer, der sich für einen bereits getätigten Umsatz auf die Grundsätze des Urteils des Bundesfinanzhofs berufe und davon abweichend in einer Rechnung Umsatzsteuer ausgewiesen habe, zwar diese nach § 14c Abs. 1 UStG schulde (vgl. zur Anwendbarkeit von § 14c Abs. 1 UStG auf Fälle des gesonderten Steuerausweises bei Umsatzsteuerfreiheit: BFHE 261, 451 Rn. 36 mwN [zu § 14 Abs. 2 UStG 1993/1999]; Abschn. 14c.1. Abs. 1 Satz 4 Alt. 1 und Satz 5 Nr. 3 UStAE), die Rechnung aber bei Behandlung des Umsatzes als steuerfrei gemäß § 31 Abs. 5 Satz 1 Buchst. b Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV) berichtigen könne.
Hat die Beklagte zudem sämtliche Rechnungen wie hier ohne einen gesonderten Steuerausweis im Sinne des § 14c Abs. 1 UStG gestellt, würden diese Korrekturen nicht einmal davon abhängen, dass sie den vom Finanzamt verlangten Umsatzsteuerbetrag zuvor jeweils an ihre Vertragspartner zurückgezahlt hätte (so dagegen im Fall des gesonderten Steuerausweises: BFHE 261, 451 Rn. 49 ff.; Abschn. 14c.1. Abs. 5 Satz 4, Beispiel Satz 1 bis 3 UStAE).
Daher hat die Beklagte erst durch ihre Rechnungstellung eine Umsatzsteuerpflicht gemäß § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG begründet und schuldet (nur) aus diesem Grund den "Mehrbetrag", hier also die gesamte in Rechnung gestellte Umsatzsteuer gemäß § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG (so auch BFHE 261, 451 Rn. 36).
Voraussetzung für eine wirksame Berichtigung gegenüber dem Finanzamt und damit die Entstehung eines Rückzahlungsanspruchs gemäß § 37 Abs. 2 AO ist dabei (in Abgrenzung zu den Fällen von Festpreisabreden: vgl. Beispiel in Abschn. 14c.1 Abs. 5 Beispiel Satz 4 und 5 UStAE) allerdings, dass der Unternehmer, der den zu hoch ausgewiesenen Rechnungsbetrag bereits vereinnahmt hat, zuvor einen von seinem Vertragspartner letztlich nicht mehr geschuldeten Betrag an diesen zurückzahlt (BFHE 261, 451 Rn. 49, 54 f.; Abschn. 14c.1 Abs. 5 Satz 4, Beispiel Satz 1 bis 3 UStAE).
Für diese Innenumsätze schuldet der Kläger auch keine Umsatzsteuer gemäß § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG, weil Abrechnungen über solche Umsätze mit gesondertem Steuerausweis keine tauglichen Rechnungen i.S. des § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG sind (vgl. BFH-Urteil vom 16.05.2018 - XI R 28/16, BFHE 261, 451, Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung --HFR-- 2018, 829, Rz 67).
Nach einem Hinweis auf das Senatsurteil vom 16.05.2018 - XI R 28/16 (BFHE 261, 451, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2018, 1663) hat der Kläger ausgeführt, dieses Urteil habe in der Literatur Kritik erfahren.
FG Köln, 25.09.2018 - 8 K 3212/15

References: § 164
 § 14
 § 68
 § 17
 § 2
 § 4
 § 14
 § 14
 § 17
 Art. 203
 § 126
 § 14
 § 68
 § 14
 § 14
 § 2
 § 4
 § 14
 § 31
 § 14
 § 31
 § 17
 § 15
 § 14
 § 135
 § 14
 § 17
 § 14
 § 14
 § 14
 § 13
 § 17
 § 14
 § 14
 § 14
 § 31
 § 14
 § 14
 § 14
 § 37
 § 14
 § 14