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Timestamp: 2019-02-22 08:23:16+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein OGrRatzNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ostufer des Großen Ratzeburger Sees" vom 2. März 2000 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ostufer des...
juris-Abkürzung: OGrRatzNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 02.03.2000
Fundstelle: GVOBl. 2000, 265
Gliederungs-Nr: 791-4-195
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ostufer des Großen Ratzeburger Sees"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ostufer des Großen Ratzeburger Sees" vom 2. März 2000 01.01.2003
Anlage 2 01.01.2003
(1) Der östliche Uferbereich des Großen Ratzeburger Sees zwischen Rothenhusen und Römnitz, die daran angrenzenden Wasserflächen und die landeinwärts gelegenen Waldflächen Seebruch und Steinort auf dem Gebiet der Stadt Ratzeburg und der Gemeinde Römnitz, Kreis Herzogtum Lauenburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Ostufer des Großen Ratzeburger Sees" unter Nummer 169 in das im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als oberste Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) In dem Naturschutzgebiet befinden sich natürliche Lebensräume im Sinne des Anhangs I und Tier- und Pflanzenarten des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42), darunter auch solche, die in den Anhängen als prioritär bezeichnet sind.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 231 ha groß und umfasst in den Gemarkungen Ratzeburg und Römnitz einen unterschiedlich breiten, dem Ostufer vorgelagerten Streifen der Wasserfläche des Großen Ratzeburger Sees, die angrenzenden Verlandungszonen sowie die Wälder Seebruch und Steinort einschließlich kleinerer, landwirtschaftlich genutzter Flächen.
(2) In den dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarten, Blatt 1 und 2, im Maßstab 1 :25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 bis 5, im Maßstab 1 :5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Oberste Naturschutzbehörde, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
-Untere Naturschutzbehörde -,
Bürgermeister der Stadt Ratzeburg,
Amtsvorsteher des Amtes Ratzeburg-Land,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus dem auf schleswig-holsteinischem Gebiet liegenden Teil des Ostufers des Großen Ratzeburger Sees zwischen der Wakenitz im Norden und dem Ortsrand von Römnitz im Süden mit breiten Verlandungsröhrichtzonen, Sumpfweidengebüschen und Quellbrüchen, einer an die Röhrichtzonen angrenzenden, unterschiedlich breiten Wasserfläche des Großen Ratzeburger Sees einschließlich der Utechter Bucht sowie die landeinwärts angrenzenden naturnahen Uferwälder Seebruch und Steinort mit zahlreichen Quellen, Tümpeln, Steilhängen und Bachschluchten einschließlich des Schwalkenbergsumpfes sowie wenigen, bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen westlich von Hohenleuchte und südlich des Waldes Steinort.
die ungestörte Entwicklung der geologischen und biologischen Prozesse in den Wäldern einschließlich der Bachschluchten, Quellen und Hänge,
die für Schleswig-Holstein seltenen Waldlebensgemeinschaften auf kalkreichen Standorten einschließlich ihrer Rand- und Übergangszonen zum See und zur Offenlandschaft mit zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten,
die ungestörte Bodenentwicklung auf zum Teil kalkreichen, mergeligen, zum Teil versauerten, nährstoffarmen Standorten,
das für Wasservögel regional bedeutende Ostufer des Großen Ratzeburger Sees als Brut-, Mauser- und Rastgebiet und
ungestörte Ruheräume im Bereich eines intensiver Erholungsnutzung unterliegenden Seeökosystems als Bindeglied des Schutzgebietssystems zwischen Wakenitz und Schaalsee
die Gewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren oder auf diesen Gewässern mit Eisfahrzeugen aller Art zu fahren; dies gilt nicht für Wasserfahrzeuge, die sich in Seenot oder sonst unmittelbar drohender Gefahr befinden und für Wasserfahrzeuge im Rettungseinsatz;
die auf den Schutzzweck ausgerichteten Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen, insbesondere die Walderhaltungs- und Waldpflegemaßnahmen auf den Flächen im Eigentum des Zweckverbandes Schaalsee-Landschaft und der kommunalen Gebietskörperschaften sowie auf den von juristischen Personen des Privatrechtes für Zwecke des Naturschutzes bei Inkrafttreten dieser Verordnung erworbenen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde; für die Waldflächen entfallen die Bewirtschaftungsvorschriften des § 8 Abs. 1 bis 3 des Landeswaldgesetzes, soweit diese dem Schutzzweck entgegenstehen;
die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes
des Flurstückes 23/12 in der Flur 1, Gemarkung Römnitz, in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang bis zum 30. September 2009; danach gelten für dieses Flurstück die Bestimmungen des Buchst. b;
des Flurstückes 18/4 in der Flur 1, Gemarkung Römnitz, als Grünland; nicht zulässig ist es, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, umzubrechen, zu düngen oder Pflanzenschutzmittel oder Klärschlamm auf diesen Flächen auszubringen;
die Jagd auf Wasserwild und die Fallenjagd mit Totschlagfallen auszuüben und
geschlossene Hochsitze und Fütterungseinrichtungen zu errichten sowie Wildäcker anzulegen;
die ordnungsgemäße Ausübung der erwerbsmäßigen Fischerei im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes und des § 3 Abs. 1 des Landesfischereigesetzes; nicht zulässig ist es,
die Fischerei mit Reusen ohne Otterschutzgitter und
die Fischerei in der in der Übersichtskarte Blatt 1 und in der Abgrenzungskarte Blatt 1 kariert dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Gewässersperrzone zwischen Rothenhusen und Utecht in der Zeit vom 1. April bis zum 31. August eines jeden Jahres auszuüben;
der Fischfang mit der Handangel vom Boot aus in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang; nicht zulässig ist die Ausübung des Fischfanges in der unter Nummer 9 Buchst. a genannten Gewässersperrzone;
die erforderlichen Maßnahmen zur Unterhaltung und Sicherung der Wege und der Brücken unter Beachtung des § 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes; nicht zulässig ist die Verwendung von wassergefährdenden, auswasch- oder auslaugbaren Materialien;
die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung und Unterhaltung der Abwasserleitung von Kalkhütte nach Römnitz;
das Baden im Großen Ratzeburger See von den genehmigten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Badestellen aus; die Benutzung von Badebooten, Luftmatratzen und Badeflößen ist nicht gestattet;
das Befahren der zum Naturschutzgebiet gehörenden Wasserfläche mit muskelbetriebenen Wasserfahrzeugen, jedoch nicht näher als 50 Meter vor der Vorderkante der Röhrichtzone, bei vegetationsfreien Ufern 50 Meter vor der Uferlinie; nicht befahren werden darf die in der Übersichtskarte Blatt 1 und in der Abgrenzungskarte Blatt 1 kariert dargestellte und in der Örtlichkeit gekennzeichnete Gewässersperrzone zwischen Rothenhusen und Utecht;
das Eislaufen und das Fahren mit Eisfahrzeugen ohne Motorkraft auf dem zum Naturschutzgebiet gehörenden Teil des Großen Ratzeburger Sees;
das kurzzeitige Anlanden am Tage mit muskelbetriebenen Wasserfahrzeugen an der in der Übersichtskarte Blatt 1 und in der Abgrenzungskarte Blatt 3 dargestellten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Anlandestelle bei Hoheleuchte; Berechtigte im Sinne dieser Bestimmung dürfen die parallel zum Ufer verlaufende Gewässersperrzone zum Erreichen der Anlandestelle auf kürzestem Wege durchfahren;
die Nutzung der Wasserentnahmestelle am Ufer des Großen Ratzeburger Sees westlich von Hoheleuchte in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
Maßnahmen zum Schutz und zur Pflege der im Denkmalbuch eingetragenen Kulturdenkmale, die die Denkmalschutzbehörden im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde durchführen oder durchführen lassen;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt oder durchführen lässt; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale ist § 16 Abs. 9 des Landesnaturschutzgesetzes zu beachten.
(2) Die untere Naturschutzbehörde kann von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11, 12 und 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ostufer des Großen Ratzeburger Sees" vom 12. August 1995 (GVOBl. Schl.-H. S. 316), geändert gemäß Landesverordnung vom 24. Oktober 1996 (GVOBl. Schl.-H. S. 652), außer Kraft.

References: § 8
 § 7
 § 7
 § 3
 § 12
 § 16
 § 4
 § 54
 § 4