Source: http://www.internationales-steuerrecht.de/urteil_BFH_I_R_4_13.htm
Timestamp: 2020-04-10 05:26:51+00:00

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Tatbestands- und VerfassungsmÃ¤ÃŸigkeit von Â§ 50d Abs. 10 EStG 2002/2009 und der dazu ergangenen Ãœbergangsvorschriften
1. ErhÃ¤lt ein in Italien ansÃ¤ssiger Gesellschafter einer deutschen Personengesellschaft Zinsen fÃ¼r ein von ihm der Gesellschaft gewÃ¤hrtes Darlehen, so kÃ¶nnen diese Zinsen nach dem DBA-Italien 1989 in Deutschland nicht als gewerbliche Gewinne besteuert werden (BestÃ¤tigung der stÃ¤ndigen Spruchpraxis). Ein deutsches Besteuerungsrecht kann sich insoweit aber infolge der in Â§ 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 angeordneten Umqualifizierung von SondervergÃ¼tungen i.S.v. Â§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbs. 2 EStG (1997) in abkommensrechtliche Unternehmensgewinne ergeben, wenn der Gesellschafter Ã¼ber keine anderweitige BetriebsstÃ¤tte verfÃ¼gt (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 8.9.2010 â€“ I R 74/09, BFHE 231, 84, und FortfÃ¼hrung des Senatsurteils vom 12.6.2013 â€“ I R 47/12, BFHE 242, 107). Gleiches ergibt sich nunmehr aus Â§ 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2009 i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG.
2. Eine sog. MitunternehmerbetriebsstÃ¤tte wird jedenfalls nicht durch die bloÃŸe Verwaltung eines Darlehens begrÃ¼ndet (BestÃ¤tigung des Senatsurteils vom 12.6.2013 â€“ I R 47/12, BFHE 242, 107).
3. Es wird eine Entscheidung des BVerfG darÃ¼ber eingeholt,
a) ob Â§ 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 gegen Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 3 und Art. 25 GG verstÃ¶ÃŸt, weil hierdurch VergÃ¼tungen i.S.d. Â§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbs. 2 EStG (1997) â€“ hier Zinsen fÃ¼r ein Gesellschafterdarlehen â€“ fÃ¼r Zwecke der Anwendung eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ausschlieÃŸlich als Unternehmensgewinne gelten, obwohl das Besteuerungsrecht fÃ¼r die VergÃ¼tungen in einem solchen Abkommen vÃ¶lkerrechtlich dem anderen Vertragsstaat als dem AnsÃ¤ssigkeitsstaat des ZahlungsempfÃ¤ngers zugewiesen wird (hier nach Art. 11 Abs. 1 DBA-Italien 1989) und Deutschland lediglich ein Quellensteuerrecht zusteht (hier nach Art. 11 Abs. 2 DBA-Italien 1989);
b) ob in gleicher Weise Â§ 50d Abs. 10 Satz 1 EStG 2009 i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG gegen Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 20 Abs. 3 und Art. 25 GG verstÃ¶ÃŸt, weil hierdurch eine VergÃ¼tung i.S.d. Â§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbs. 2 EStG (1997) fÃ¼r Zwecke der Anwendung des Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung ebenfalls ausschlieÃŸlich als Teil des Unternehmensgewinns des vergÃ¼tungsberechtigten Gesellschafters gilt;
c) ob Â§ 52 Abs. 59a Satz 8 EStG 2002 i.d.F. des JStG 2009 (nunmehr Â§ 52 Abs. 59a Satz 11 EStG 2002 i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG) und Â§ 52 Abs. 59a Satz 10 EStG 2009 i.d.F. des AmtshilfeRLUmsG wegen VerstoÃŸes gegen das RÃ¼ckwirkungsverbot (Art. 20 Abs. 3 GG) verfassungswidrig sind.
Download BFH, Beschl. v. 11.12.2013 â€“ I R 4/13
Verlag Dr. Otto Schmidt vom 07.03.2014 14:34

References: Art. 2
 Art. 20
 Art. 25
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 2
 Art. 20
 Art. 25