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Timestamp: 2019-05-21 13:44:17+00:00

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BGH, 06.04.1987 - II ZR 101/86 - dejure.org
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BGH, 06.04.1987 - II ZR 101/86 (https://dejure.org/1987,943)
BGH, Entscheidung vom 06.04.1987 - II ZR 101/86 (https://dejure.org/1987,943)
BGH, Entscheidung vom 06. April 1987 - II ZR 101/86 (https://dejure.org/1987,943)
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Umwandlung einer Kommanditgesellschaft durch Aufgabe ihrer gewerblichen Tätigkeit in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts - Verminderung der Kreditbasis bei der Umwandlung - Haftung der Gesellschafter der Kommanditgesellschaft bzw. der Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - Haftung für künftige Kreditverlängerungen
Persönliche Haftung der Gesellschafter einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts trotz beschränkter Vollmacht des Geschäftsführers
Zur Rechtsscheinhaftung bei Umwandlung einer KG in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Rechtsfolgen der für den Geschäftspartner nicht erkennbaren Umwandlung einer Kommanditgesellschaft in eine BGB -Gesellschaft
NJW 1987, 3124
NJW-RR 1987, 1441 (Ls.)
ZIP 1987, 909
MDR 1987, 820
BB 1987, 1276
JR 1988, 149
trotz der in § 11 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages vereinbarten Beteiligung "zu Null an den materiellen Werten der Gemeinschaft" zivilrechtlich als Gesellschafterin der GbR anzusehen war (zur zivilrechtlichen Zulässigkeit einer sog. Nullbeteiligung vgl. z.B. Urteil des Bundesgerichtshofs vom 6. April 1987 II ZR 101/86, Betriebs-Berater 1987, 1276; Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 7. August 2003 27 O 228/03, juris; Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt vom 20. September 2012 20 W 264/12, Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht 2013, 338) --wovon die Verfahrensbeteiligten ebenso wie das FG ohne nähere Begründung ausgehen-- kann dahinstehen.
Diese im Vertragsarztrecht wurzelnden Besonderheiten übersieht der Kläger, wenn er sich auf Rechtsprechung des BGH (NJW 1987, 3124 ) und des Bundesarbeitsgerichts (NJW 1993, 2458 ) beruft, wonach die Gesellschafterstellung auch unabhängig davon angenommen werden könne, ob der Betroffene z.B. an Gewinn oder Vermögen der Gesellschaft beteiligt ist oder sein Stimmrecht vertraglich eingeschränkt worden ist.
Denn ein Gesellschafter kann zwar durch interne Regelungen im Gesellschaftsvertrag wertmäßig, insbesondere für Zwecke der Gewinnverteilung und Auseinandersetzung von der Beteiligung am Gesellschaftsvermögen ausgeschlossen werden; dies ändert jedoch nichts daran, dass dieser Gesellschafter als Mitglied der Personenverbindung dinglich Mitinhaber des der Gesellschaft zustehenden Gesamthandsvermögens ist (vgl. BGH NJW 1987, 3124;… Palandt/Sprau BGB, a.a.O., § 719 Rn. 1;… Ulmer/Schäfer, GbR/PartG 5. Aufl., § 718 Rn. 6 und § 719 Rn. 4;… Ring/Grziwotz/Niedostadek, Personengesellschaftsrecht, § 718 BGB Rn. 11).
Mit der Gesellschafterstellung ist es ohne weiteres vereinbar, dass ein Gesellschafter keine Einlage erbringt, am Gewinn und Verlust sowie am Gesellschaftsvermögen nicht beteiligt ist, sich sein Beitrag vielmehr auf die Geschäftsführung und seine Beteiligung am Geschäftsergebnis auf einen bestimmten Betrag beschränkt (vgl. nur BGH, Urteil vom 6. April 1987 - II ZR 101/86, ZIP 1987, 909, 910 f.;… K. Schmidt, Gesellschaftsrecht, 4. Aufl., § 47 III 1 b, S. 1381 f.;… Roth in Baumbach/Hopt, HGB, 36. Aufl., § 120 Rn. 23), wie es hier bei der Beteiligung der Klägerin an der Beklagten der Fall ist.
Der Beitrag eines Gesellschafters kann grundsätzlich jede Art von Leistung sein, die er zur Förderung des gemeinsamen Zweckes im Gesellschaftsvertrag versprochen hat, also insbesondere - auch wiederholte - Geld-, Dienst- oder Werkleistungen (BGH DB 1980, 731; BGH NJW 1987, 3124;… Palandt/Sprau, aaO, § 706 RdNr 4 mwN) .
Die Grenze der zulässigen Regelung wird lediglich dann überschritten, wenn in die Rechtsstellung des entsprechenden Gesellschafters unmittelbar eingegriffen wird (vgl. vgl. BGH NJW 1987, 3124 ff.;… Baumbach/Hopt a. a. O.).
Wenngleich Stimmrechtsausschlüsse gesellschaftsvertraglich vereinbart werden können (…Baumbach/Hopt § 119 HGB, Rdnr. 12 f.), ist nicht zu verkennen, dass die Grenze der zulässigen Regelung dann überschritten ist, wenn in die Rechtsstellung des entsprechenden Gesellschafters unmittelbar eingegriffen wird (vgl. vgl. BGH NJW 1987, 3124 ff.;… Baumbach/Hopt a. a. O.).
Nach ständiger Rechtsprechung können die Mitglieder einer BGB-Gesellschaft ihre Haftung auf das Gesellschaftsvermögen auch in der Weise begrenzen, daß die Vertretungsmacht des geschäftsführenden Gesellschafters (§ 714 BGB) gesellschaftsvertraglich entsprechend beschränkt wird und diese Beschränkung der Vertretungsmacht - zumindest nach einer Prüfung - für Dritte erkennbar ist (so schon RGZ 63, 62, 65; 90, 173, 176; 155, 75, 87; fortgeführt von BGHZ 61, 59, 67; 113, 216, 219;… BGH, Urt. v. 10.05.1971 - II ZR 177/68, NJW 1971, 1698;… Urt. v. 02.04.1979 - II ZR 141/78, NJW 1979, 2304, 2306; Urt. V. 25.10.1984 - VII ZR 2/84, NJW 1985, 619 = ZfBR 1985, 34, 35; Urt. v. 06.04.1987 - II ZR 101/86, NJW 1987, 3124, 3125;… Urt. v. 08.12.1988 - VII ZR 242/87, WM 1989, 377, 379;… Urt. v. 12.03.1990 - II ZR 312/88, NJW-RR 1990, 867;… ebenso die herrschende Meinung im Schrifttum, vgl. MünchKomm/Ulmer, 2. Aufl. 1984, § 714 Rdn. 32 ff. m.w.N.).
a) In der Rechtsprechung (BGH, Urteile vom 25. Oktober 1984 - VII ZR 2/84 = WM 1985, 56, 57 unter 1, 2; vom 6. April 1987 - II ZR 101/86 = WM 1987, 689, 690 unter 4. = BGHR BGB § 714 Vertretung 1;… vom 8. Dezember 1988 - VII ZR 242/87 = WM 1989, 377, 379 unter II 1. = BGHR BGB § 427 Bauherrengesellschaft 2) und Literatur (…z.B. MünchKomm/Ulmer § 714 Rdnr. 24, 32, 33; Kornblum, Die Haftung der Gesellschafter für Verbindlichkeiten von Personengesellschaften, 1972, Seite 47 ff) ist anerkannt, daß die Gesellschafter einer BGB-Gesellschaft im Gesellschaftsvertrag die Vollmacht der vertretungsberechtigten Gesellschafter dahin begrenzen können, für sie nur Verpflichtungen mit einer auf das Gesellschaftsvermögen beschränkten Haftung einzugehen.
b) Der Beklagten wäre mangels Schutzbedürftigkeit eine Berufung auf den von der Klägerin geschaffenen Rechtsschein nur versagt, wenn sie wegen der an den Anlagen der Überweisung vorgenommenen Veränderungen hätte Nachforschungen bei der Klägerin anstellen müssen (vgl. insoweit BGH, Urteil vom 6. April 1987 - II ZR 101/86 = NJW 1987, 3124, 3126;… Baumbach/Duden/Hopt, HGB 28. Aufl. § 5 Anm. 2 D).
BGH, 08.12.1988 - VII ZR 242/87

References: § 11
 BGH 
 BGH 
 § 719
 § 718
 § 719
 § 718
 § 47
 § 120
 BGH 
 § 706
 BGH 
 § 119
 BGH 
 § 714
 § 714
 § 427
 § 714
 § 5