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Timestamp: 2019-02-23 20:08:03+00:00

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BFH, 23.09.1988 - III R 182/84 - dejure.org
BFH, 23.09.1988 - III R 182/84
GewStG § 2 Abs. 1; GewStDV 1969 § 1 Abs. 1 (EStG 1984 § 15 Abs. 2); EStG § 13 Abs. 1 Nr. 1 Sätze 2 bis 4
Pensionsreitpferde - Pferdehaltung - Landwirtschaftliche Tierhaltung - Reitanlagen - Pferdeeinsteller - Reithalle
Pensionsreitpferdehaltung ist auch dann landwirtschaftliche Tierhaltung, wenn den Pferdeeinstellern Reitanlagen (einschl. Reithalle) zur Verfügung gestellt werden
BFHE 154, 364
BStBl II 1989, 111
Die Zuordnung zur landwirtschaftlichen Nutzung hängt bei solchen Tierbeständen grundsätzlich nur davon ab, ob die im Betrieb gehaltenen Tiere --gemessen am gesetzlichen Flächenschlüssel-- eine ausreichende Futtergrundlage haben (BFH-Urteil vom 23. September 1988 III R 182/84, BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111, unter II.2. der Gründe).
Daran ändern auch die Reitanlagen nichts; derartige Anlagen lassen --wie bereits entschieden wurde-- den landwirtschaftlichen Charakter der Pferdehaltung unberührt (BFH-Urteil in BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111, unter II.3.c der Gründe).
Denn dafür ist es unerheblich, zu welchen Zwecken Pferde gezogen oder gehalten werden (BFH-Urteil in BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111, unter II.2. der Gründe).
Zudem dient gerade auch die Verlagerung von der Nahrungsmittelproduktion auf andere Formen landwirtschaftlicher Bodennutzung, wie sie die Haltung von Reitpferden und Sportpferden darstellt, dem auch vom Gesetzgeber durch Stilllegungs- und Nichtvermarktungsprämien geförderten Strukturwandel in der Landwirtschaft (BFH-Urteil in BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111, unter II.2. der Gründe).
b) In Abgrenzung zum Betrieb der Land- und Forstwirtschaft liegt ein einheitlicher Gewerbebetrieb vor, wenn nach dem Gesamtbild der Verhältnisse die land- und forstwirtschaftliche Betätigung nur die untergeordnete Bedeutung einer Hilfstätigkeit hat und die gewerbliche Betätigung dem Betrieb das Gepräge gibt (BFH-Urteile vom 16. November 1978 IV R 191/74, BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246; vom 23. September 1988 III R 182/84, BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111; vom 8. November 2007 IV R 24/05, BFHE 219, 567, BStBl II 2008, 356).
Vielmehr unterfällt der Vorschrift auch die nicht mit einer Zucht verbundene Tierhaltung (BFH-Urteil vom 23. September 1988 III R 182/84, BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111).
Maßgeblich ist in diesem Zusammenhang lediglich, ob die im Betrieb gehaltenen Tiere --gemessen am gesetzlichen Flächenschlüssel-- eine ausreichende Futtergrundlage haben; dafür können die Eigentumsverhältnisse keine Rolle spielen (BFH-Urteil vom 23. September 1988 III R 182/84, BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111, unter II.2. der Gründe).
Eine Bodenbewirtschaftung kann bei der Pflanzenproduktion auch vorliegen, wenn nicht eigene sondern fremde Pflanzen aufgezogen werden (sog. Kostpflanzen) und eine Tierzucht und Tierhaltung muss sich nicht auf eigene, sondern kann sich auch auf fremde Tiere erstrecken, die untergebracht, verpflegt und betreut werden (Lohnaufzucht, Lohnmast und Lohnhaltung, vgl. z. B. BFH-Urteil vom 23. September 1998 III R 182/84, BStBl 1989, 111, vom 24. Januar 1989 VIII R 91/83, BStBl II 1989, 416 …und vom 29. März 1990 V R 34/89, BFH/NV 1992, 845;… Leingärtner/Ruffer, Kap. 57, Rz. 54; Klenk in Sölch/Ringleb, UStG, § 24 Rz 237).
Jedenfalls hat der Kläger die landwirtschaftlichen Dienstleistungen als landwirtschaftlicher Erzeuger nur mit einem normalen Ausrüstungsbestand erbracht, wie dieser für Lohnmastbetriebe betriebstypisch ist (vgl. zur Lohnaufzucht, Lohnmast und Lohnhaltung BFH-Urteil vom 23. September 1998 III R 182/84, BStBl. 1989, 111, vom 24. Januar 1989 VIII R 91/83, BStBl. II 1989, 416 …und vom 29. März 1990 V R 34/89, BFH/NV 1992, 845;… Leingärtner/Ruffer, Kap. 57, Rz. 54;… Klenk in Sölch/Ringleb, UStG, § 24 Rz. 237).
FG Niedersachsen, 22.11.2006 - 2 K 414/01
Verkauf von Kaninchenblut als landwirtschaftliche Tätigkeit
Überdies ist - zusätzlich zu den angestellten Erwägungen - zu bedenken, das die Art und Weise der Weiterverwertung der vom Landwirt veräußerten Produkte beim Abnehmer grundsätzlich unbeachtlich ist (vgl. auch BFH v. BFH v. 23.09.1988 - III R 182/84 BStBl 1989 II S. 111 zur Pensionsreitpferdehaltung), wenn dem Grunde nach - wie im Streitfall - eine planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens zur Erzeugung und Verwertung von lebenden Tieren, also eine landwirtschaftliche Tätigkeit, vorliegt und keine wesentliche Weiterverarbeitung - im Rahmen einer zweiten Verarbeitungsstufe - erfolgt.
Dies gilt jedenfalls für Tierarten, die, wie insbesondere Pferde (vgl. BFH v. 23.09.1988, III R 182/84 BStBl 1989 II S. 111) und Kaninchen, typischerweise in landwirtschaftlichen Betrieben gehalten werden (vgl. Anlage 1 zu § 51 des Bewertungsgesetzes sowie R 124a EStR 2003 und oben).
Die landwirtschaftliche Tierhaltung hängt dann grundsätzlich nur davon ab, ob die im Betrieb gehaltenen Tiere - gemessen am gesetzlichen Flächenschlüssel - eine ausreichende Futtergrundlage haben (BFH v. 23.09.1988, III R 182/84 BStBl 1989 II S. 111).
Ist aber die Art und Weise der Weiterverwertung der vom Landwirt veräußerten Produkte grundsätzlich unbeachtlich (vgl. auch BFH v. 23.09.1988, III R 182/84, BStBl. II 1989, 101) zur Einordnung bei Reitpferden), kann es nicht relevant sein, ob S Schlachtkaninchen oder Zuchtkaninchen veräußert hat.
BFH, 24.01.1989 - VIII R 91/83
Vermietung von Pferden zu Reitzwecken - ohne Zusatzleistungen - kann …
Von dieser Auffassung sind auch der IV. Senat im Urteil vom 16. November 1978 IV R 191/74 (BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246) und der V.Senat des BFH im Urteil vom 16. Juli 1987 V R 22/78 (BFHE 151, 204, BStBl II 1988, 83) sowie der III.Senat im Urteil vom 23. September 1988 III R 182/84 (BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111) ausgegangen.
Der Bereich der Landwirtschaft wird allerdings überschritten, wenn weitere, nicht der Landwirtschaft zuzurechnende Dienstleistungen und Tätigkeiten hinzukommen und als Schwerpunkt der betrieblichen Betätigung dieser das Gepräge geben; unter diesen Umständen kann weder ein landwirtschaftlicher Betrieb angenommen werden, noch sind landwirtschaftliche Einkünfte oder Umsätze gegeben (BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246; BFHE 151, 204, BStBl II 1988, 83; BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111; ferner vom 29. Oktober 1987 VIII R 272/83, BFHE 151, 408, 410, BStBl II 1988, 264).
BFH, 13.08.1996 - II R 41/94
Anspruch eines Landwirts auf Bewertung der an den Pächter verpachteten …
Daß durch die Haltung der Polopferde vor allem die Freizeitgestaltung der Clubmitglieder gefördert werde, stehe -- wie der Bundesfinanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 23. September 1988 III R 182/84 (BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111) ausdrücklich entschieden habe -- dem landwirtschaftlichen Charakter der Reitpferdehaltung nicht entgegen.
Zur Land- und Forstwirtschaft gehören auch die Zucht und Haltung von Tieren der in Anlage 1 zu § 51 BewG aufgeführten Art, sofern der Betrieb ihnen -- gemessen am gesetzlichen Flächenschlüssel -- eine ausreichende Futtergrundlage bietet (vgl. z. B. BFH-Urteil vom 23. September 1988 III R 182/84, BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111) und es sich bei der Tierhaltung um eine typische landwirtschaftliche Betätigung handelt.
Entgegen der Auffassung der Klägerin steht dieser Beurteilung auch nicht die BFH-Entscheidung in BFHE 154, 364, BStBl II 1989, 111 entgegen.
Deshalb ist auch das Unterstellen und Füttern fremder Pferde gegen Entgelt regelmäßig als Tierhaltung im Sinne des 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG anzusehen (BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl. II 1979, 246, undvom 23. September 1988 III R 182/84, BFHE 154, 364, BStBl. II 1989, 111).
Der landwirtschaftliche Charakter der Pferdepensionshaltung wird auch nicht dadurch in Frage gestellt, dass diese vor allem die Freizeitgestaltung der Pferdebesitzer fördert (BFH-Urteil in BFHE 154, 364, BStBl. II 1989, 111).
Die Annahme eines Gewerbebetriebs kommt erst dann in Betracht, wenn neben dem Unterstellen und Füttern fremder Pferde gegen Entgelt weitere nicht nur unbedeutende Dienstleistungen und Tätigkeiten erbracht werden, die nicht zur Landwirtschaft gehören, die Tätigkeiten derart miteinander verflochten sind, dass nach der Verkehrsauffassung ein einheitlicher Betrieb anzunehmen ist, und nach dem Gesamtbild der Tätigkeit deren gewerblicher Charakter überwiegt (BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl. II 1979, 246, unter 3.;vom 16. Juli 1987 V R 22/78, BFHE 151, 204, BStBl. II 1988, 83; in BFHE 154, 364, BStBl. II 1989, 111); dies ist namentlich dann der Fall, wenn der Schwerpunkt des Betriebs auf der Erteilung von Reitunterricht liegt (BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl. II 1979, 246, und in BFHE 151, 204, BStBl. II 1988, 83).
FG Münster, 23.05.2005 - 7 K 5673/02
Anbieten der Unterbringung von Pensionspferden als Dienstleistung im Sinne von § …
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs - BFH - (Urteil vom 23.09.1988 Az. III R 182/84, BStBl. II 1989, 111) gehöre zur Landwirtschaft auch die Pensionspferdehaltung.
Nach der Rechtsprechung des BFH (BStBl. II 1989, 111 und BStBl. II 1989, 416), der der Senat folgt, ergibt sich, dass die Haltung von Pensionspferden der Landwirtschaft zuzurechnen ist, soweit sich die Tierhaltung im Rahmen der vorhandenen Futtergrundlage hält und die nicht zur Landwirtschaft gehörenden Dienstleistungen nur unwesentlicher Natur sind.
FG Düsseldorf, 02.03.2016 - 7 K 3227/15
Voraussetzungen für die Ansetzung von Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft
BFH, 23.01.1992 - IV R 19/90
BFH, 26.03.1992 - IV R 22/91
Begriff der gewerblichen Tierzucht oder Tierhaltung
FG Niedersachsen, 14.02.2001 - 12 K 836/96
Eigenständiger Gewerbebetrieb aufgrund Lohnarbeiten eines Gesellschafters einer …
FG Bremen, 26.10.1995 - 395018K 5
Bewertung einer Reithalle und Voltigierhalle; Getrennte Bewertung als …

References: § 2
 § 1
 § 15
 § 13
 § 24
 § 24
 § 51
 § 51