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Timestamp: 2018-07-23 05:45:45+00:00

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#1 | Ein Land spart sich tot! 20.02.2012 17:27
Wie man derzeit mit den Normalbürgern in Griechenland umgeht ist kaum zielführend, anstatt aus der schrecklichen Situation der brachliegenden Wirtschaft herauszukommen, wird das gnadenlose Sparen das Land und die Menschen dort noch weiter in die Knie zwingen.
Anstatt nun andauernd Geld in den griechischen Staat und die Bankenwirtschaft dort zu stecken bedürfte es meinem dafürhalten ganz andere Programme um dort alles wieder in Gang zu bringen!
Meiner Meinung nach könnte ein für ein Jahr befristetes bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Griechen von sagen wir mal 800 Euro, zwei Dinge bewirken.
1. Stopp der Verarmung breiter Bevölkerungsschichten in Griechenland.
2. Ankurbelung der Binnenwirtschaft und damit auch die Schaffung von Arbeitsplätzen.
Die Kosten hierfür wären überschaubar und der Effekt für die griechische Wirtschaft enorm, zumal das Geld in hohem Maße im Land für Güter, vorwiegend wohl Lebensmittel, aus Griechenland ausgegeben würden.
Bei aktuell knapp 11 Mio. Einwohner wären das rund 105 Mrd Euro für ein Jahr.
Ich bin mir sehr sicher, dass nach einem Jahr bereits die Wirtschaft wieder auf Vordermann sein könnte. Vorausgesetzt natürlich die Sache wäre mit entsprechenden Maßnahmen und Veränderungen in der Staats- und Finanzorganisation verbunden.
Zudem könnte man das Ganze auch als Studie zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen sehen, vielleicht sogar ein Modell für alle europäische Staaten.
#2 | So funktioniert bedingungsloses Grundeinkommen 20.02.2012 21:14
Götz W. Werner, Gründer der dm Drogerie Marktkette erklärt das bedingungslose Grundeinkommen hier:
http://www.unternimm-die-zukunft.de/de/z...efasst/prinzip/
#3 | Das soziale Experiment - bedingungsloses Grundeinkommen 20.02.2012 21:39
Im namibischen Dorf Otjivero wurde vor 4 Jahren das Experiment bedingungsloses Grundeinkommen gewagt. Mit großem Erfolg, aber leider mag die Regierung Namibias das Experiment nicht fortführen.
Hintergründe hier: http://www.brandeins.de/online-extras/wa...in-namibia.html
In Namibia landesweit ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen würde gerade mal 3% des Bruttosotialproduktes ausmachen!
Quelle: http://www.taz.de/!50521/
#4 | Der Irrtum beim bedingungslosem Grundeinkommen 26.02.2012 23:31 (zuletzt bearbeitet: 26.02.2012 23:45)
Norbert Blüm nennt es “Wahnsinn mit Methode” und wer das Modell des “bedingungslosen Grundeinkommens” konsequent zu Ende denkt, kann zu keinem anderen Ergebnis kommen.
Was auf den ersten Blick einfach, großzügig und sozial gerecht erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als eine politische Mogelpackung, die mehr Gerechtigkeit bloß vortäuscht.
Das „Grundeinkommen“ eignet sich nicht, um die tiefe Wohlstandskluft in der Gesellschaft nicht weiter zu vertiefen, und damit ist es ungeeignet, um positive wirtschaftliche Impulse im Fall der Eurokrise wie z.B. in Griechenland zu setzen. Letztlich würde das Grundeinkommen als ein Kombilohn für alle wirken. Weil das Existenzminimum seiner Bezieher formal gesichert wäre, könnten diese noch schlechter entlohnte Jobs annehmen, wodurch den Unternehmen mehr preiswerte Arbeitskräfte zur Verfügung stünden und die Gewinne noch stärker steigen würden.
Weil sich das »Solidarische Bürgergeld« gegen Mindestlöhne richtet und die Flexibilität hin zu noch niedrigeren Verdiensten erhöhen soll, damit auch Geringqualifizierte mit seiner Hilfe von »marktgerechten« Löhnen leben können, vermehrt es die Armut von prekär Beschäftigten. Denn sie müssen sich vom Staat alimentieren lassen, während der das Lohndumping von Unternehmen mit Steuergeldern subventioniert.
Es ist durchaus zu verstehen, wenn sich Menschen, denen es wirtschaftlich schlecht geht und die in totaler Unsicherheit leben, an eine solche Idee wie das bedingungslose Grundeinkommen klammern. Die Europakrise lässt sich damit aber nicht lösen!
Die Steuereinnahmen Griechenlands belaufen sich auf 60 Mrd. Euro, mit fallender Tendenz. Dem würden 105 Mrd. p.a. Ausgaben für das Grundeinkommen gegenüberstehen. Die Steuern müssten demnach um mehr als 50 Prozent erhöht werden. Nun kann man das auf die Weise tun, dass die Einkommenssteuern nur für die höheren Einkommen erhöht werden, sodass der Teil der Bevölkerung, der tatsächlich vom Grundeinkommen lebt, nicht auch noch an der Finanzierung des Grundeinkommens für den Teil beteiligt wird, der das Grundeinkommen gar nicht braucht.
Vorsorglich haben aber schon einmal einige Befürworter des Grundeinkommens, wie Götz Werner, der Gründer und ehemalige Geschäftsführer der Drogeriekette DM, die Mehrwertsteuer zur Finanzierung ins Spiel gebracht. Folglich werden sich die Preise all der von der Mehrwertsteuer erfassten Güter entsprechend deutlich erhöhen. Das hätte nicht nur eine grandiose Steuerflucht in die Schwarzarbeit zur Folge, sondern sorgt nun auch dafür, dass die Einkommen in noch nie dagewesener Weise von unten nach oben umverteilt werden. Jetzt zahlen ja diejenigen, die wirklich bedürftig sind, über die Mehrwertsteuer kräftig mit an diejenigen, die das Grundeinkommen gar nicht brauchen.
Die Agitation für das Grundeinkommen lenkt ab von der notwendigen politischen Arbeit einer kompetenten Wirtschaftspolitik nach dem Vorbild von Keynes. Die den Menschen Arbeitsplätze und alternative Arbeitsplätze schafft.
Im Jahr 1936 formulierte der große britische Ökonom Sir John Maynard Keynes (1883-1946) es so: „Die hervorstechenden Fehler der Wirtschaftsgesellschaft, in der wir leben, sind ihr versagen, für Vollbeschäftigung zu sorgen, und ihre willkürliche und ungerechte Verteilung des Reichtums und der Einkommen.“ Damit hier eine potenzielle und immanent auftretende kapitalistische Krise aber nicht entartet, muss der Staat mit kreditfinanzierten Ausgabenprogrammen und die Notenbank mit einer expansiven Geldpolitik den konjunkturellen Abschwung auffangen und ein Abgleiten in eine womöglich tiefe Stagnation bzw. Depression mit verheerenden Folgen verhindern.
Die Wirtschaftsleistung der Südeuropäischen Länder durch eine deutsche Sparpolitik in eine tiefe Rezession abdriften zu lassen, bei der die Armut um sich greift und die Schulden weiter steigen, ist verantwortungslos und mündet letztlich in eine Katastrophe.
Die Bundesrepublik erzielte einen außergewöhnlichen Erfolg, spendiert von den USA. „Seine heutige finanzielle Stabilität verdankt Deutschland Amerika, das nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg auf viel Geld verzichtet hat“, sagt Albrecht Ritschl, Wirtschaftshistoriker an der London School of Economics. Zum einen ging es 1953 um die Regelung der Vorkriegsschulden im Ausland, die zum großen Teil aus nicht geleisteten Reparationszahlungen nach dem Ersten Weltkrieg bestanden.
Quelle: Wie Griechenland bei der Rettung Deutschlands half
1.	Pleitewelle rollt durch Südeuropa
Die Krise spaltet Europa in zwei Teile – auch bei den Unternehmensinsolvenzen. Während die Zahlen in Deutschland, Frankreich oder Dänemark rückläufig sind, nehmen Firmenpleiten in Staaten wie Italien oder Spanien drastisch zu. Am schlimmsten trifft es griechische Unternehmer. [...]
Quelle: Pleitewelle rollt durch Südeuropa
2.	Wie wir Griechenland zerstören
Quelle: Wie wir Griechenland zerstoren
#5 | RE: Der Irrtum beim bedingungslosem Grundeinkommen 29.02.2012 17:17 (zuletzt bearbeitet: 02.03.2012 13:39)
Finde ich etwas witzig, dass ausgerechnet Du dich auf Norbert - die Renten sind sicher - Blüm berufst (sind die Renten sicher?)!
Aber immerhin ließ mich das diesen Artikel im Internet finden, dort kam Norbert Blüm und weitere Teilnehmer eines Podiums zur folgenden Erkenntnis:
Ein gesichertes Grundeinkommen kann ein Anstoß dafür sein, dass Menschen einen Weg aus der Armut finden. Darin waren sich die Teilnehmer eines Podiums zum gesicherten Grundeinkommen beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München einig. Als Anstöße für eine Debatte über den Sinn des Grundeinkommens dienten als Beispiele ein vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ in einem Dorf in Namibia gefördertes Modellprojekt, bei dem zwei Jahre lang jeder Einwohner 100 Dollar im Monat erhielt, sowie ein Projekt zur Unterstützung von Familien in Sao Paulo.
...weiter steht dort: Sowohl der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm als auch der Vorstand Sozialpolitik beim Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, Kerstin Griese, waren sich einig, dass das Modell des bedingungslosen Grundeinkommens nicht auf Deutschland übertragbar sei. Griese würdigte das Projekt in Namibia, sah aber für Deutschland den Sozialstaat als geeignetes Modell. Ihn gelte es zu verbessern, etwa mit Mindestlöhnen oder Bildung. Das bedingungslose Grundeinkommen überschätze die Rolle des Geldes, sagte Griese.
...aber auch: Auch Blüm gestand zu, dass Maßnahmen wie die in Namibia in manchen Situationen als Anschub nötig seien. In der Gerechtigkeitsdebatte dürfe jedoch nicht das Recht auf Arbeit und der gerechte Lohn vergessen werden. „Arbeitslose soll man nicht mit Almosen abspeisen“, mahnte Blüm. In der Welt gebe es genug Arbeit, fügte er hinzu -und kritisierte entschieden die gigantische globale Umverteilung, die es gegenwärtig gebe. „Lasst Euch nicht vom Grundeinkommen beruhigen“, sagte Blüm.
...Der namibische Bischof Zephania Kameeta entgegnete mit dem grundlegenden Wandel, den das bedingungslose Grundeinkommen(Basic Income Grant, BIG), für das Dorf Otjivero mit etwa 1.100 Einwohnern gebracht hatte: Zwei Jahre hatten alle Einwohner unter 60 Jahren umgerechnet etwa zehn Euro im Monat erhalten. Dies sei für die Bewohner ein Weg aus der Armutsfalle gewesen, betonte Kameeta. Seien vor Beginn des Projekts 40 Prozent der Kinder nicht mehr zur Schule gegangen, weil sie Hunger litten, habe sich diese Zahl auf Null reduziert.
Vor dem Programm, das von der Regierung vorgeschlagen worden war, hätten die Menschen laut Kameeta unter Hunger und Armut gelitten. Danach hätten sie mit dem Geld Kleinunternehmen gegründet. Sie konnten sich Haushaltsutensilien kaufen und Schuluniformen für ihre Kinder. „Das Leben in dem Dorf hat sich grundsätzlich geändert“, sagte der Bischof. Er hoffe nun, dass trotz der Widerstände von Weltbank und Internationalem Währungsfonds das Modell auf das ganze Land ausgedehnt werden kann. Schließlich liege die Arbeitslosigkeit in Namibia bei 51 Prozent.
Hier möchte ich dir ausgesprochen widersprechen!
Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde keineswegs wie ein Kombilohn wirken sondern genau das Gegenteil erreichen. Da es ja zu einem, wen auch niedrigem, Lebensstandard reichen würde, wäre der Druck zur Annahme solcher Arbeitsstellen schlicht nicht mehr da. Dies wiederum würde bewirken, dass für solche Arbeitsverhältnisse praktisch keine Kräfte mehr bereitständen. Was letztlich dazu führen würde, dass es nur noch solche gäbe die einen gewissen Grad an vernünftiger Entlohnung und anständiger sozialer Absicherung hätten. Man würde Quasi durch ein bedingungsloses Grundeinkommen unsittliche Arbeitsverhältnisse abschaffen.
Ob es eine Möglichkeit zur Lösung der Europakrise wäre ließe sich in Griechenland vorzüglich erproben. Es sind auch nicht nur Menschen denen es schlecht geht oder in Unsicherheit leben, die ein bedingungsloses Grundeinkommen gut finden. Für mich besticht in erster Linie die Entstigmatisierung der Menschen die seither auf Hartz IV oder sonstige Sozialleistungen angewiesen sind. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Schuluniform in einigen Ländern, hierdurch werden Kinder armer Eltern entstigmatisiert in dem niemand die soziale Herkunft des einzelnen Kind an der Kleidung festmachen kann. Durchaus ein Problem auf unseren Schulen wo Kinder auf Grund ihrer nicht so trendigen Kleidung schon auch mal gemobbt und hiermit auch stigmatisiert werden.
So einfach lässt sich das nicht rechnen, ein bedingungsloses Grundeinkommen würde ja jegliche sonstige Sozialleistung hinfällig machen. Also Arbeitslosenhilfe, Sozialhilfe, Kindergeld usw.
Eine gewisser Teil ließe sich sicher auch vom exorbitant hohen Militärhaushalt Griechenlands (5,5 Mrd.Euro 2011) abzweigen.
Es hat schon etwas Gschmäckle wen Deutschland deutsche Rüstungsexporte nach Griechenland in Milliardenhöhe über die Milliardenhilfen letztlich selbst bezahlt.
Dies lässt sich vorzüglich über unterschiedliche Steuersätze, wie es sie ja bereits gibt, steuern. Lebensmittel könnte man bei 7% belassen. Die "FDP-Hotelsteuer" könnte wieder hoch gesetzt werden und neben dem normalen Steuersatz von derzeit 19% gäbe es halt noch einen entsprechend höheren für Luxusartikel. So macht es übrigens Schweden auch.
#6 | RE: Der Irrtum beim bedingungslosem Grundeinkommen 03.03.2012 17:31 (zuletzt bearbeitet: 22.05.2012 20:52)
Die Finanzkrise 2008 hat gezeigt, dass die gesetzl. Rente im Vergleich zur kapitalgedeckten Rente deutlich sicherer ist. Der Zusammenbruch der Finanzmärkte bedrohte nicht nur die reale Wirtschaft, Kreditversorgung und Beschäftigung oder in Börsenpapieren angelegtes Sparkapital. In Ländern mit vorherrschend kapitalgedeckten Renten, wie den USA oder Großbritannien, gefährdete die Krise zunehmend auch das Rentenniveau insgesamt.
Mit dem Zitat von Blüm „die Rente ist sicher“ wollte er das notwendige Vertrauen in die gesetzl. Rentenversicherung schaffen, was von den Lobbyisten aus der Versicherungswirtschaft zusammen mit (gekauften) Vertretern aus der Politik und Wissenschaft sowie Riester und Rürup versucht wird systematisch zu zerstören. Blüm zeigt hinsichtlich der Sozialstaatlichkeit den notwendigen Weitblick.
Er verteidigt aktiv die gesetzl. Rente und schrieb an Riester in einem Kommentar: „Es gibt bei der Riester-Rente nur einen Gewinner. Gewinner sind nicht die Beitragszahler. Deren Gesamtbelastung durch die Alterssicherung wird höher, als sie beim alten Rentenbeitrag gestiegen wäre. Gewinner sind auch nicht die Rentner. Deren Rente wird niedriger ausfallen als ohne Riester-Reform. Sieger sind Allianz & Co. Für die ist die Riester-Rente ein Bombengeschäft, und deshalb jubeln ihre Helfer und das Zentralorgan für Volksverdummung: die BILD-Zeitung.“
Blüm zeigt sich als kompetenter Kämpfer für das Sozialstaatsprinzip, und somit habe ich keine Probleme ihn beim bedingungslosen Grundeinkommen (bGE) zu zitieren, selbst wenn Du es als witzig empfindest.
Die deutsche Diskussion um Griechenland ist gespenstisch. Noch immer wird so getan, als ob, erstens, das Land das einzige in Europa mit Schwierigkeiten sei und es, zweitens, allein durch eigene Schludrigkeit in diese Schwierigkeiten geraten sei und, drittens, Griechenland nur ein Problem mit seinen öffentlichen Haushalten habe. Alle drei Vermutungen sind grundfalsch. Ganz Südeuropa einschließlich Frankreichs hat ein ähnliches Problem.
Erst als die Griechen in die Hände der Spekulanten geraten sind, die auf die Pleite Griechenlands gewettet haben, kamen die Südeuropäischen Länder in Bedrängnis.
Schuld an der höheren Verschuldung der Euroländer war die Finanzkrise 2008, zur Vermeidung des Einbruchs der Weltwirtschaft und Stabilisierung des Finanzsystems. So haben sich die Schulden von Irlands im Verhältnis zum BIP vervierfacht, die Spaniens verdoppelt, in Portugal und Griechenland sind sie um 50, in Deutschland um 20 Prozent gestiegen. Vor allem die Zinskosten sind es, die ein Land an den Rand der Zahlungsunfähigkeit treiben können. Die Akteure der Finanzmärkte, die den Zinssatz bestimmen, haben die Staatsverschuldung für sich genutzt und spekulieren gegen die Länder, dies zeigt die Griechenlandkrise. Japan zahlt trotz einer 200-prozentigen Verschuldung seit Jahr und Tag ein Prozent Zinsen.
Mit eiserner Hand zwingt die EU Griechenland von einem Sparpaket ins nächste. Unter der Führung unserer unbarmherzigen Kanzlerin fordern wir immer weitere Privatisierungen und Lohnkürzungen, den Verkauf von öffentlichem Eigentum und den fortgesetzten Abbau von Stellen im öffentlichen Dienst oder drastische Kürzungen.
Die Folgen aus dem Spardiktat sind, dass eine Pleitewelle durch Südeuropa rollt. Die Krise spaltet Europa in zwei Teile – auch bei den Unternehmensinsolvenzen. Während die Zahlen in Deutschland, Frankreich oder Dänemark rückläufig sind, nehmen Firmenpleiten in Staaten wie Italien oder Spanien drastisch zu. Am schlimmsten trifft es griechische Unternehmer.
In einer durch das Spardiktat herbeigeführten wirtschaftlichen tiefen Rezession, würde die Einführung des Grundeinkommens Griechenlands weiter zu einer Transferunion degradieren, ähnlich wie der deutsche Osten, ohne dass die Menschen eine echte Chance haben ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbst bestreiten zu können. An dieser Situation ändert das bGE grundsätzlich nichts. Den Lohnsenkungswettbewerb durch das bGE auffangen zu wollen ist utopisch.
Diese Art von Lohnsenkungswettbewerb ist das wahre Gespenst von Berlin und hat in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts die große Krise ausgelöst.
Letztlich führt kein Weg an einer vernünftigen europäische Wirtschaftspolitik vorbei, die den Menschen Arbeitsplätze und alternative Arbeitsplätze schafft, wie der Ökonom John Maynard Keynes einfordert. Eine Studie des IWF besagt, dass Haushalte nur durch wirtschaftliches Wachstum zu konsolidieren sind und nicht durch eine Rezession, wie so oft von deutschen Ökonomen vertreten wird. Kein Land kann durch Sparen den Haushalt sanieren!
Griechenland war vor der Krise äußerst erfolgreich mit seiner Wirtschaft insgesamt; es hat zum Beispiel in den vergangenen zehn Jahren wesentlich mehr in Maschinen und Ausrüstungen investiert als irgendein anderes Land der Eurozone. Hier gilt es anzuknüpfen, um gesundes und vernünftiges Wirtschaftswachstum zu generieren zu können und damit die Schulden zurückzubezahlen, analog Deutschland nach der Nachkriegszeit, wo alle Zeichen auf wachstumsförderliche Maßnahmen gestellt waren.
Im Zeitgeist des deutschen Wirtschaftswunder war der Gedanke des bedingungslosen Grundeinkommen kaum präsent, weil es eben schlicht weg nicht notwendig war. Erst die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich und der Kahlschlag in den sozialen Sicherungssystemen hat das bGE in den letzten Jahren wieder populär gemacht. Es spricht auch für die Einfalt vieler Medien, dass sie so etwas nachplappern und weder ernsthaft nachfragen noch den Versuch eigenen Nachdenkens machen. Besonders traurig ist schließlich, dass sich sogar viele von denen, die ansonsten die Gutmenschen spielen und die Verteilungsfrage wie eine Monstranz vor sich hertragen, auf die Propaganda hereinfallen, weil sie glauben wollen, der Vorschlag sei der Weg zum Glück und das Ende der schrecklichen Erwerbsarbeit.
sollte die Idee tatsächlich politikmächtig werden, sollte es reale politische Schritte in Richtung auf ein bGE geben, dann würde sehr schnell deutlich, dass die Neoliberalen da die harten Fakten setzen, während die Linken bloß die Illusionen beisteuern, die für’s öffentliche Marketing nützlich sind.
Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sprach sich gegen Kombilöhne aus. Vorsitzender Frank Bsirske sagte: „Es hat sich schon in der Vergangenheit gezeigt, dass Kombilöhne jedweder Art von den Arbeitgebern genutzt werden, die Tariflöhne zu drücken. Sie können ja damit rechnen, dass der Staat und damit der Steuerzahler die Lohnsenkung auffängt und einen Rest drauflegt.“
Das wirft natürlich die Frage auf, wofür wir stattdessen sind, um uns aus dem Elend von Hartz IV, Massenerwerbslosigkeit und Prekarisierung zu erlösen. Die Antworten darauf sind natürlich viel komplexer als der eingebildete Schlag durch den Gordischen Knoten, der mit dem bGE vorgetäuscht wird. Dessen Anziehungskraft kommt eben auch daher, dass damit eine einfache Antwort auf ziemlich komplexe Fragen der Erwerbsgesellschaft und der sozialen Sicherung suggeriert wird. Wer an das bGE glaubt, kann sich der Mühe enthoben fühlen, sich durch das Dickicht des Arbeits- und Sozialrechts hindurchschlagen zu müssen.
Quelle: Bedingungsloses Grundeinkommen?
Siehe auch: http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/...Buergergeld.pdf
#7 | Die wahren Ursachen der griechischen Tragödie 08.03.2012 15:36 (zuletzt bearbeitet: 08.03.2012 15:37)
Mehr von Norbert Häring bei:
http://www.handelsblatt.com/politik/oeko...ie/3356102.html
http://www.jungewelt.de/2012/02-27/024.php
Quelle: http://umweltbrief.org/neu/html/umweltbr...Umwelt-Finanzen
Weltweit erste Photovoltaik-Vollversorgung »
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Erstellt im Forum Politik von Der Aufklärer 0 25.04.2013 07:13
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