Source: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=30&t=12380
Timestamp: 2019-02-16 04:31:17+00:00

Document:
Gewerblich brauen in Gaststätte - hobbybrauer.de
Gewerblich brauen in Gaststätte
Beitrag von Heiko76 » Montag 30. Januar 2017, 16:44
Was brauch man eigentlich alles um gewerblich Bier brauen zu dürfen und zu verkaufen?
Und welche Behördlichen Kosten fallen an?
Ich denke mal das ab den ersten Liter der Zoll Geld haben will und man muss ab den ersten Liter auch Steuern bezahlen.
Die Braustätte muss von Vetärinäramt abgenommen werden.
Wir haben ein Kaffee mit Mittagsessen und dem entsprechend auch eine Gastroküche und wir haben eine Milchverarbeitung ,
wo Jogurt,Quark und Frischkäse produziert wird, aber nur an 4-5Tagen die Woche.
Wir hatten mit mehreren Kollegen schon die Idee einer eigenen Brauerei, b.z.w. eigenes Bier halt.
Ich könnte mir für´s erste so vorstellen in der 50l. Klasse verschiedene Biersorten zu brauen und sehen wie es bei den Kunden ankommt.
Was meint Ihr, was habe ich vergessen und was darf man nicht vergessen?
Wie schwer ist es mit so einer kleine gewerblichen Brauerei in gang zu kommen?
Beitrag von §11 » Montag 30. Januar 2017, 16:50
das Thema ist relativ complex. Du hast aber beste Voraussetzungen da du eh schone einen Lebensmittelbetrieb hast. D.h. das Veterinaeramt/ Lebensmittelueberwachung sollte hier nichts dagegen sagen koennen. Um eine Begehung wirst du wahrscheinlich aber trotzdem nicht drum rum kommen. Bei uns haben sie die bestehende und genehmigte Brauerei erneut begutachtet, weil wir eine neue Marke angemeldet haben
Sonst wuerde ich mich mit dem Zoll (HZA) mal auseinandersetzen ob sie in dieser Groesse ein Zolllager haben wollen oder ob du das Bier einfach bei Herstellung (und eben nicht bei Entnahme aus dem Zolllager) versteuerst.
Willst du das Bier nur in der eigenen Gaststaette ausschenken oder auch in Flaschen verkaufen?
Beitrag von Flothe » Montag 30. Januar 2017, 16:51
auch dieses Thema wurde hier schon häufig diskutiert.
Ich nehme an, dass du es schon mal etwas leichter haben wirst, da du über eine kleine Gaststätte verfügst. Gasthausbrauereien gibt es ja viele.
Das mit der Molekerei könnte allerdings ein Problem sein: Stichwort Lactobacillus. Hier wirst du höllisch aufpassen müssen, dass du dir keine Infektion holst, die dein Bier sauer macht. Beide Bereiche (Brauerei und Molkerei) sollten strikt voneinander getrennt sein. Hier kannst du also nicht den Vorteil nutzen, dass du mit der Molkerei schon deckenhoch gefließte Räumlichkeiten mit Bodenablauf hast. Das ist aber wiederum auch eine Voraussetzung für eine gewerbliche Brauerei. Lies dich mal ins Thema ein :)
Beitrag von Heiko76 » Montag 30. Januar 2017, 17:09
§11 hat geschrieben: Hallo Heiko,
das Thema ist relativ complex..........
Ja weiss ich, habe auch schon hier und da gelesen und mir ist die lust vergangen.
Deswegen wollte ich erstmal so paar Eckdaten und gedanken von denen die sich damit schon beschäftigt haben!
§11 hat geschrieben: Bei uns haben sie die bestehende und genehmigte Brauerei erneut begutachtet, weil wir eine neue Marke angemeldet haben
Ja... was soll man dazu sagen! Aber bei Uns kommen auch immer mal Kontrolleure und am liebsten am Freitag bei guten Wetter.
§11 hat geschrieben: Sonst wuerde ich mich mit dem Zoll (HZA) mal auseinandersetzen ob sie in dieser Groesse ein Zolllager haben wollen oder ob du das Bier einfach bei Herstellung (und eben nicht bei Entnahme aus dem Zolllager) versteuerst.
Oh das mit dem Zolllager ist so eine Info auf die ich gewartet habe
Naja, zum einen im Kaffee(Gaststätte) aber auch im Hofladen evtl. verkaufen. Und grosser teil sicher in Flaschen da ich nicht glaube das ein Fass lohnen würde, vor allen nicht bei X Sorten.
Beitrag von Heiko76 » Montag 30. Januar 2017, 17:14
Flothe hat geschrieben: Das mit der Molekerei könnte allerdings ein Problem sein: Stichwort Lactobacillus. Hier wirst du höllisch aufpassen müssen, dass du dir keine Infektion holst, die dein Bier sauer macht. Hier kannst du also nicht den Vorteil nutzen, dass du mit der Molkerei schon deckenhoch gefließte Räumlichkeiten mit Bodenablauf hast.
Dir auch danke für die info über die gefahr was von einer Molkerei ausgeht! Genau das war meine frage von der ich noch nicht wusste!
Beitrag von §11 » Montag 30. Januar 2017, 17:17
der Unterschied zwischen Fass und Flasche ist vor allem das Etikett. Fassbier in deiner Gasstaette benoetigt kein Etikett, Flaschenbier schon und dafuer gibt es ebenfalls Auflagen. Dazu gibt es ein Dokument von Dario, das auch hier im Forum liegt wiki/lib/exe/fetch.php/dokumente:bier-e ... altung.pdf
Mit dem Zollager ist halt so eine Sache. Wenn du dein Bier immer verkauft bekommst, dann hast du halt nicht den Stress eine Zolllagers mit entsprechender Buchhaltung. Wenn du Bier vernichtest, weil du es nicht verkauft bekommst ist es mit Zollager leichter, weil das Bier im Zolllager unversteuert lagert.
Beitrag von Alt-Phex » Montag 30. Januar 2017, 17:28
Eines vorweg, für wöchentlich 50L lohnt sich der ganze Aufriss nicht.
Du kannst auch nicht einfach ein selbstgemaltes Etikett benutzen.
Für gewerbliche Brauer gibt es da auch entsprechende Auflagen was
alles auf das Etikett drauf muss und vorallem wie.
Wenn du in Bayern wohnst wird es schnell eng mit "Spezialitäten"
die nicht so dem RHG / BierStG entsprechen. Anderswo braucht
es normalerweise auch eine Ausnahmegenehmigung wenn du z.b.
mit deiner Rohfrucht brauen willst. Auch die Karbonisierung mit
Zucker geht dann nicht, du wirst Speise benutzen müssen. usw.
Es stürzen sich da viele rein ohne wirklich zu wissen was sie tun.
Bist du so Sattelfest die Biere auch möglichst immer gleich zu
brauen ? - Das wird die Kundschaft schon erwarten, wenns denn
Beitrag von Heiko76 » Montag 30. Januar 2017, 18:07
Fassbier in deiner Gasstaette benoetigt kein Etikett, Flaschenbier schon und dafuer gibt es ebenfalls Auflagen.
Danke für die PDF !
Hatte ich mir aber schon gedacht, das prozedere hatten wir schon bei den Etiketten der Eierschachteln!
Wenn du dein Bier immer verkauft bekommst, dann hast du halt nicht den Stress eine Zolllagers mit entsprechender Buchhaltung.
Da bin ich ja berruhigt! soll eigentlich nicht viel überproduziert werden!
Also ich weiss das es nicht viel ist, aber ab wann lohnt es denn? Und Warum?
Anderswo brauchtes normalerweise auch eine Ausnahmegenehmigung wenn du z.b.
mit deiner Rohfrucht brauen willst.
Wieso Rohfrucht?
Bist du so Sattelfest die Biere auch möglichst immer gleich zubrauen ?
- Das wird die Kundschaft schon erwarten, wenns denn schmeckt.
Naja, mit meinen "Mundschenk" bekomme ich das schon hin!
Aber ich denke schon einigermassen und bis zum ersten verzehr der Kundschaft nochmehr.
Ausserdem sind wir hier eine Biohof und man würde Biobier brauen.
Am besten mit Getreide aus eigenen Anbau, aber das ist nicht als erstes wichtig, sondern das man Bio Zutaten aussucht und das es Handgemacht ist ist viel wichtiger.
So mögen die Kunden auch lieber Brötchen die immer anders aussehen und nicht alle 200Brötchen 100% gleich!
Beitrag von §11 » Montag 30. Januar 2017, 18:17
Weil in Bayern und BaWue das vorl. Biergesetzt wesentlich strenger ausgelegt wird. In anderen Bundeslaendern gibt es Ausnahmen die man zwar auch erst einholen muss, aber die gewaehrt warden. Allerdings darf Zucker in OG Bieren verwendet warden.
Beitrag von Scheibelhund » Montag 30. Januar 2017, 18:36
Wenn man das Bier in Anwesenheit des Gastes in Flaschen zum Mitnehmen abfüllt entfallen die Vorschriften für Etiketten. Das erleichtert die Sache ungemein, vor allem wenn man mehrere Sorten hat, für die man immer wieder neue Etiketten bräuchte.
Ich mache das so und hab ein Etikett "Thekenabfüllung"
Beitrag von Heiko76 » Montag 30. Januar 2017, 18:53
Nagut, da ist die frage wie es in Schwerin aussieht!
Also doch Zucker in OG Bier?
Bei uns im Laden bringen manche auch ihre eigene Milchkanne mit und füllen es sich sebst ab die Milch!
Aber was ist den das problem am Etikett? muss da nicht einfach nur ein anderes MHD drauf?
Die Sorte bleibt doch.
Ich meine 5 Sorten gleich 5 Etiketten und MHD drauf stempeln und gut!?
Beitrag von philipp » Montag 30. Januar 2017, 19:53
Heiko76 hat geschrieben: Ich meine 5 Sorten gleich 5 Etiketten und MHD drauf stempeln und gut!?
Wenn du den Alkoholgehalt reproduzierbar hinbekommst, ja.
Wegen des Zollagers: Ich habe auch aus einigen Kleinstbrauerein gehört, dass sie quasi das Gärfass bzw. die Lagerfässer zum Zollager machten. D.h. du musst das Bier beim abfüllen auf KEGs oder Flaschen verzollen.
- Ungenießbare Sude können leichter (unter Zollaufsicht) vernichtet werden.
- Die Biersteuern fallen trotzdem erst unmittelbar vor der Nutzung an - du musst sie nicht 1-3 Monate vorstrecken.
Beitrag von Dr Huppertz » Montag 30. Januar 2017, 20:53
1. Su brauchst keine bis zur Decke gefleisten Wände und auch keinen Bodenablauf, das ist quatsch.
2. Wenn Du kein Zolllager hast, kannst Du keine ermäßigte Biersteuer für Klein Brauereien ziehen, dann musst Du den vollen Betrag abführen, ist nicht viel, läppert sich aber. Du kannst wie bereits gesagt, Deinen Braukessel zum Zollager machen, bei Bedarf PM, dann sende ich Dir eine Mail, in der der Zoll uns das ganze vorschlägt.
3. Etiketten ist nicht schwerk, durchlesen, umsetzen, so viel ist das nicht. Lese dazu auch bei Google zum Stichwort Mehrweg.
4. Was sich lohnt und was nicht, entscheidet auch zuneinem großen Teil der Entusiasmus. Aber mit 50l machst Du Werbung für Dich, wenn Du Glück hast +-0, das, musst Du aber entscheiden und kalkulieren, das kann Dir keiner abnehmen.
Unterm Strich, alles machbar, alles halb so wild, lass Dich nicht ins Bockshorn jagen, Dunhasst ja im Prinzip schon alles da, wenn es nichtbtaugt, lässt es halt wieder sein, dqs Risiko scheint mir gehen Null zu tendieren.
Beitrag von docpsycho » Montag 30. Januar 2017, 21:12
was die Lactos angeht würde ich mir kaum Gedanken machen, die mögen keine Alphasäure. Was nicht heißt das man die beiden Arbeitsstätten nicht vielleicht doch aus hygienischen Gründen trennen möchte.
Beitrag von Flothe » Montag 30. Januar 2017, 21:30
Dr Huppertz hat geschrieben: 1. Su brauchst keine bis zur Decke gefleisten Wände und auch keinen Bodenablauf, das ist quatsch.
Okay. Muss ja zugeben, dass ich auch nur angelesenes Wissen weitergegeben habe. Ganz gebe ich mich aber noch nicht geschlagen Hab hier schon in mehreren Berichten gelesen, von Leuten, die auch mit ihrere Kleinbrauerei gewerblich geworden sind, dass das Gesundheitsamt/Veterinäramt einen Bodenablauf und hoch gefließte Wände gefordert hat. Was man aber auch immer wieder ließt, ist, dass die örtlichen Ämter sehr unterschiedlich entscheiden. Teilweise sogar die unterschiedlichen Amtsleute. Da kann man vielleicht auch Glück haben, und man braucht solche Um-/Einbauten nicht.
Ganz davon abgesehen, ist es natürlich ab einem gewissen Ausschlagvolumen einfach praktisch, wenn man solche Einrichtungen hat.
docpsycho hat geschrieben: was die Lactos angeht würde ich mir kaum Gedanken machen, die mögen keine Alphasäure. Was nicht heißt das man die beiden Arbeitsstätten nicht vielleicht doch aus hygienischen Gründen trennen möchte.
Wenn fortan nur noch (Plato) IBU-bomben das künftige Schweriner Brauhaus verlassen, möchte ich nichts gesagt haben Aber wehe es ist mal ein Weizen mit 11 (Plato) IBU dabei. In einer Molkerei, die schon seit Jahr und Tag als solche genutzt wird, herrscht eine ganz eigene Mikrobiologie. So wie auch in jeder Brauerei. Da braucht man die Agarplatte wahrscheinlich nur 10 min offen hinlegen und hat seinen Lacto-Stamm eingefangen. Die Luft, die Wände, irgendwelche feuchten Ritzen, alles ist voll mit den Viechern. Was ja für den jeweiligen Einsatzzweck auch nicht schlimm und gefährlich ist. Man sollte es meiner Meinung nach halt nicht vermischen. Aber in dem Punkt sind wir ja beieinander.
EDIT: Habe ich Plato geschrieben? Ich meinte natürlich IBU
Zuletzt geändert von Flothe am Montag 30. Januar 2017, 23:00, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von philipp » Montag 30. Januar 2017, 22:12
Flothe hat geschrieben: Hab hier schon in mehreren Berichten gelesen, von Leuten, die auch mit ihrere Kleinbrauerei gewerblich geworden sind, dass das Gesundheitsamt/Veterinäramt einen Bodenablauf und hoch gefließte Wände gefordert hat.
Als Auflage oder bei einer Beratung für einen Umbau empfohlen? Das ist ein deutlicher Unterschied.
Unter'm Strich kommt es darauf an, dass du den Leuten zeigst, dass du den Raum leicht sauber halten kannst und das nicht, weil es sehr kompliziert ist, schleifen lässt. Bei hoch gefliesten Wänden und Bodenablauf ist das einfach realisierbar: Schlauch rein, abziehen, fertig.
Aber die Küche hier ist ja schon abgenommen. Also sollte das wohl kein Problem darstellen, wenn die nicht irgendwie noch unter Bestandsschutz fällt und das Amt die Gelegenheit dann gleich nutzt...
Ich würde, wenn du es ernst meinst, die Ämter einfach mal durchtelefonieren. Bloß erstmal nichts schriftliches, das kannst du immer noch fixieren, wenn die Antworten positiv ausfallen. Am Telefon kann man Tipps, wie man diverse Dinge erstmal anders handhaben kann, einfacher nahelegen. (So eine Möglichkeit, den Sudkessel oder das Lagerfass zum Steuerlager zu machen, wird man dir eher nicht schriftlich aus dem heiteren Himmel vorschlagen...).
Ernsthaft, du befindest dich da in einer Traumposition.
Beitrag von Griller76 » Montag 30. Januar 2017, 22:15
Ich habe hier im Forum gelesen, dass vor Kurzem eine Kleinbrauerei schließen musste, da sie in einer alten Molkerei produzierten und das Problem zwischen Bier und Milchsäurebakterien nicht in den Griff bekommen haben trotz vorheriger Reinigung der Räume. Besonders Rotschmiere scheint dem Bier zuzusetzen. Dahingehend muss man unbedingt aufpassen und sollte in von der Molkerei getrennten Räumlichkeiten produzieren.
Beitrag von Flothe » Montag 30. Januar 2017, 22:52
Griller76 hat geschrieben: Ich habe hier im Forum gelesen, dass vor Kurzem eine Kleinbrauerei schließen musste, da sie in einer alten Molkerei produzierten und das Problem zwischen Bier und Milchsäurebakterien nicht in den Griff bekommen haben trotz vorheriger Reinigung der Räume. Besonders Rotschmiere scheint dem Bier zuzusetzen. Dahingehend muss man unbedingt aufpassen und sollte in von der Molkerei getrennten Räumlichkeiten produzieren.
Ganz ähnliches habe ich auch gehört, beim Brauerstammtisch. Wollte es aber hier nicht als"Quelle" angeben, ist mehr hörensagen. Bestätigt aber meine Ansicht
Beitrag von flying » Montag 30. Januar 2017, 22:56
Ich kannte mal einen dänischen Brauer der hatte in einer ehemaligen Molkerei seine 10 hL- Brauerei untergebracht. Der Molkereibetrieb war auch schon lange her. War alles neu gemacht, getüncht, verputzt usw. Fast alle seine Biere wurden sauer. Ein Jahr später war die Brauerei wieder dicht..
Beitrag von Heiko76 » Mittwoch 1. Februar 2017, 14:17
Der Vermarkter ist auch schon mal begeistert von der Idee!
Jetzt stellt sich mir nur die frage der Flaschen reinigung??
Ich für mich kann es ja voll vertreten das ich die Flaschen in der Badewanne einweiche und Vorspüle und Etiketten ab machen.
Danach kommen die ja in die Geschirrspülmaschine und sie sind sauber!
Aber was verlagt/erwartet irgendein Amt von gew.Bierflaschen?
Wir haben ein Gastro gischirrspüler in der Gastroküchen mit so 6min Programm schätze ich, aber reicht das oder muss man immer neue Flaschen nehmen?
Unsere Jogurtgläser werden auch in einen grossen Waschbecken eingeweicht und von Etiketten befreit und dort in den Gastrospüler!
Beitrag von christianf » Mittwoch 1. Februar 2017, 14:19
Mit einer normalen (Gastro-) Spülmaschine kommt man in Bierflaschen nicht rein. Vielleicht gibt es spezielle Einsätze dafür.
Beitrag von tacitus » Mittwoch 1. Februar 2017, 14:27
AVAP Flaschenspüler,....
das geht,...
ist für Haushaltsgeschirrspüler, für genauere Infos Suche nützen oder Tante Google fragen,..
Beitrag von Blancblue » Mittwoch 1. Februar 2017, 14:33
Dieses Seminar könnte für dich genau das Richtige sein:
https://www.doemens.org/uploads/tx_semi ... gen_01.pdf
Beitrag von Felix83 » Mittwoch 1. Februar 2017, 14:59
Jetzt mal ne ganz blöde Frage meinerseits, nicht hauen!
Muss man nicht ein Braummeister sein oder angestellt haben, um Bier gewerblich zu verkaufen? Man muss doch z.B. auch Bäckermeister sein, um ne Bäckerei zu betreiben, oder?
Beitrag von Blancblue » Mittwoch 1. Februar 2017, 15:04
Nein, die Meisterpflicht gilt für das Brauereigewerbe nicht mehr.
Beitrag von §11 » Mittwoch 1. Februar 2017, 15:23
Die Frage ist ob du dir das antun willst? Was wenn doch "etwas" ist?
Ich wuerde dir zu Neuglas raten. Das kostet dich je Flasche etwa 15ct. Davon bekommst du 8ct als Pfand wieder, also must du im Grunde 7ct davon auf den Preis umlegen. Eine andere Moeglichket waere es zu schauen ob du in der Naehe eine Brauerei findest die dich nicht als Konkurenten ansehen. Eventuel kannst du denen ja Anbieten ihr Bier in deinem Laden auch zu verkaufen (past natuerlich nur wenn auch das Bier in dein Konzept past). Dann koenntest du gereinigte Flaschen von der Brauerei beziehen. Nur mal den Gedanken weiter gesponnen. Du machst Weissbier, IPA und ein Stout (weil Obergaerig) und nimmst deren UG Bier mit in den Laden. Dann findet Ihr eine Einigung fuer die Leerflaschen (was weiss ich, Pfand + 2ct oder so)
Das ist ja der ganze Wahnsinn. Ein Friseur braucht zum Haare schneiden einen Meister, ein Maler braucht einen Meister um selbsstaendig zu warden. Aber ein Brauer, der Lebensmittel herstellt braucht diese 2 stuendige Unterweisung im Infektionsschutzgesetz und das wars.......
Beitrag von Heiko76 » Mittwoch 1. Februar 2017, 15:47
§11 hat geschrieben: Die Frage ist ob du dir das antun willst? Was wenn doch "etwas" ist?
Ich wuerde dir zu Neuglas raten.......
Ja, macht vielleicht eher sinn, aber wo wird man das benutzte leergut los?
Wir wollen ja ein höherpreisiges Bioprodukt herstellen und daher werden die 7ct. sicher auch mit drin sein!
Wobei ich die Neuflaschen auch spülen würde !!!
Darf man nun Rohweizen verwenden??
Einer sagte mal ja und einer Nein!?
Beitrag von §11 » Mittwoch 1. Februar 2017, 15:51
Bei Neuglas reicht aber ausspuelen. Die gebrauchten Flaschen kannst du natuerlich dem Pfandkreislauf wieder zufuehren. Nimmt ja jeder Automat an. Ich meine du koenntest ja auch auf Etikett schreiben das die Leute die Flaschen nach dem Trinken spuelen sollen. Wenn dann saubere Flaschen zurueck kommen wuerde ich die in die Maschine packen und halt die sehr versifften (Schimmel etc.) als Leergut "weiterreichen".
Ich weiss nicht in welchem Bundesland deine Brauerei sein wird. Rohfrucht bedarf einer Ausnahmegenehmigung, die du in Bayern und BaWue nicht bekommst.
Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 1. Februar 2017, 15:56
Nein, du darfst keine Rohfrucht verwenden. Nur mit Ausnahmegenehmigung.
Es gibt wohl einige die gegen das BierStG verstossen, ohne Genehmigung, und
es dann einfach "Brauspezialität" nennen. Solange keiner klagt passiert nichts.
Fliegst du auf, z.b. weil ein Konkurrent dir ans Bein piseln will, dann kann das
hohe Geld Strafen nach sich ziehen.
Vieleicht solltest du dich doch besser tiefer mit der Materie beschäftigen,
bevor du völlig naiv einsteigst und dann hohe Bußgelder abdrücken darfst.
Zum gewerblichen Brauen fehlen dir einfach noch die Grundkenntnisse.
Ist nicht böse gemeint, eher als gutgemeinte Warnung zu verstehen.
Beitrag von Heiko76 » Mittwoch 1. Februar 2017, 17:25
Alt-Phex hat geschrieben: Nein, du darfst keine Rohfrucht verwenden. Nur mit Ausnahmegenehmigung.
Okay, aber wo erfährt man das, wer ist dafür zuständig?
Naja, ich beschäftige mich ja damit. Aber das problem ist ja auch das ich es ja nicht alleine machen würde!
Wir währen ja mindestens zu Zweit und der andere währe der Geschäftsmann und ich der Brauer.
Vielleicht in einer Gbr oder erstmal ich als Angestellter oder wie auch immer.
Zumindest würde ich höchstwahrscheinlich nicht der mit dem Papierkram sein und daher
frage ich hier und möchte meinen zuständigen Partner den drauf hinweisen, ob er das und das schon beachtet hat!?
Dafür brauche ich halt die ein oder andere Info von Euch!
Beitrag von §11 » Mittwoch 1. Februar 2017, 17:43
Das regelt das vorlaeufige Biergesetz. Paragraph 9 Abs. 7 und ist Laendersache
http://archiv.jura.uni-saarland.de/BGBl ... 400.1.HTML
Beitrag von merlin88 » Mittwoch 1. Februar 2017, 18:44
Such dir doch nen Studenten der das studiert oder nen Brauer auf 450€ Basis.
Jedes "Lehrgeld" was du bezahlen musst ist teuerer als ne vernünftige Beratung.
Auch wenn du deine Zeit rechnest die du für Internet Recherche aufwendest, gerade wenn du schon nen laufenden Gewerbebetrieb hast.
Beitrag von Flothe » Mittwoch 1. Februar 2017, 19:36
merlin88 hat geschrieben: Such dir doch nen Studenten der das studiert oder nen Brauer auf 450€ Basis.
Ich weiß ja jetzt nicht wie es auf dem Arbeitsmarkt für Brauer aussieht, würde aber mal stark vermuten, dass sich ein gelernter Brauer nicht für einen 450 € in einer Start-Up Brauerei hergibt
Heiko76 hat geschrieben: Naja, ich beschäftige mich ja damit. Aber das problem ist ja auch das ich es ja nicht alleine machen würde!
Darf ich an der Stelle mal ganz ketzerisch fragen, ob dein künftiger Partner Ahnung vom Bierbrauen hat? Bzw. darf ich direkt mal hinterherfragen, wie viel Ahnung du eigentlich vom Bierbrauen hast?
Ehrliche Meinung: Sich einen Mundschenk kaufen und 4 Wochen im Hobbybrauer-Forum einlesen reicht da nicht. Das reicht ja noch nicht mal, um ein guter Hobbybrauer zu sein. Wie soll es da für gewerblich reichen? Es geht ja auch nicht nur ums Hintergrundwissen, welches natürlich profund sein sollte, sondern vor allem um die Erfahrung. Hier im Forum haben sich schon einige Leute selbstständig gemacht. Meistens waren das aber Leute, die schon viele Jahre das Hobby betrieben haben. Und ich würde jetzt auch mal mutmaßen, dass das die erfolgreicheren Gründer waren.
Du hast uns um Rat gebeten, das ist meiner: Eigne dir ein tiefes Wissen um die Prozesse und noch mehr Erfahrung an. Dann geh nochmal in dich, berate dich mit deinem Geschäftspartner und Gründe eine kleine Brauerei, wenn du das dann noch möchtest.
Falls ich dich jetzt total falsch eingeschätzt habe, und du das alles schon kannst, dann verzeihe mir meine eventuell harschen Worte
Allzeit gut Sud und viel Erfolg bei der Gründung
Beitrag von §11 » Mittwoch 1. Februar 2017, 19:42
Ganz ehrlich, ich sehe das hier nicht so kritisch mit dem Wissen. Warum? Das groesste Problem das wohl alle Brauer haben die ihr Bier verkaufen ist der Absatz. Der ist hier aber gegeben.
Da wir hier von einer Menge von 50 Liter redden, ist es im Endeffekt so das die Menge halt verkauft wird, die ja als Hobby eh erzeugt warden wuerden. Also auch egal und die Erfahrung waechst mit jedem Sud.
Zu gutter letzt, ob das Bier gut ist und sich verkauft, entscheidet zu letzt der Kunde. Da baer die Brauerei nur eine zusaetzliche Saeule im Hofladen ist, sehe ich hier das Risiko als relative gering an, zu mal ja das meiste auch fuer's Hobby gebraucht wird.
Beitrag von Heiko76 » Mittwoch 1. Februar 2017, 20:26
Ja, finde ich okay dein einwand! der Kollege ist eher der Vermakter und Eventmanager, das kann Der !
Und ich bin gelernter Bäcker und habe auch schon Käse gemacht.
Was ich gelernt habe ist, das man ordentlich arbeiten muss.
Im falle der Brauer´s muss man die Rasten strickt einhalten und hygiene massnahmen und sonstiges.
Ich führe Brauprotokoll und optimiere bei den nächsten gleichen Rezept .
Man muss einfach einen Leitfaden haben und alles gewissenhaft machen, genau das gilt aber auch für die Käseherstellung und Backwaren und vieles anderes!
Ich denke auch eher wie Du! Vor allen weil unsere Kunden auch drauf achten wo es herkommt und was drin ist.
Beitrag von Flothe » Mittwoch 1. Februar 2017, 20:32
§11 hat geschrieben: Ganz ehrlich, ich sehe das hier nicht so kritisch mit dem Wissen. Warum? Das groesste Problem das wohl alle Brauer haben die ihr Bier verkaufen ist der Absatz. Der ist hier aber gegeben.
Bin vielleicht zu wissenschaftlich geprägt, zu zaghaft, was weiß ich. Ich lese hier seit 1.5 Jahren mit, lese Bücher, Paper, etc. und würde es mir, Stand jetzt, nicht zutrauen gewerblich zu brauen. Habe natürlich auch wirtschaftlich keine so günstige Ausgangslage. Wenn es ohne wirtschaftliches Risiko möglich ist mit der Produktion zu starten, dann kann Heiko es ja einfach machen. Der Erfolg wird ihm dann Recht geben, oder eben nicht
Beitrag von philipp » Mittwoch 1. Februar 2017, 20:34
§11 hat geschrieben: Ganz ehrlich, ich sehe das hier nicht so kritisch mit dem Wissen. Warum?
Weil er so gut wie nichts investieren muss.
Im Gegensatz zu anderen Projekten, wo blauäugig Kredite aufgenommen und Räume angemietet und umgebaut werden ist das hier ein "lustiger Testballon" (nicht böse gemeint).
Es geht hier auch gar nicht darum, einen Haupterwerb aufzubauen.
Also: Im schlimmsten Fall 1000 oder 2000€ in den Sand gesetzt? So what. Die Töpfe kann man nachher wieder verkaufen. Heiztechnik, Fliesen und co ist ja alles schon vor Ort.
Mach doch die ersten paar Sude mal in KEGs für den Vor-Ort-Ausschank als "Besonderheit". Dann erwarten die Kunden nichts Regelmäßiges. Sollte sich eine Milchsäureinfektion anbahnen, kann man immer noch gucken. Wenn du die KEGs aber nach der NG gut kühlst, kann das alles im Rahmen bleiben.
Bei einem Flaschenverkauf muss sich das Bier 1-6 Monate auch bei Zimmertemperatur halten, da würde ich erst auf Nummer sicher gehen. (Wenn der Ruf kaputt ist, will niemand mehr dein Bier).
Beitrag von §11 » Mittwoch 1. Februar 2017, 21:00
Eben. Wenig Risiko.
Mit der Haltbarkeit, es gibt viele Haus- und Hofbrauereien die geben 3 Monate Haltbarkeit. Das past auch, hier ist ja keine weitere Station im Handel mehr, die Leute kaufen regional direct in der Brauerei. Da reichen 3 Monate dicke!
Bin vielleicht zu wissenschaftlich geprägt, zu zaghaft, was weiß ich.
Da bin vielleicht ich als Dipl.- Ing. fuer Brauwesen und Getraenketechnologie zu wissenschaftlich gepraegt um mir darum keinen Kopf zu machen. Wo ist denn das Risiko finanziell?
@ Heiko: Mit deiner Unternehmenshaftpflicht must du noch redden
Beitrag von Alt-Phex » Donnerstag 2. Februar 2017, 00:25
§11 hat geschrieben: Mit der Haltbarkeit, es gibt viele Haus- und Hofbrauereien die geben 3 Monate Haltbarkeit.
Schreib 4 Wochen drauf, ist ja ein Frischeprodukt. Machen die Hausbrauereien hier alle so.
Umso schneller trinken die Kunden das Bier und müssen neues kaufen. Was natürlich nicht
der Grund ist, warum das hier so gemacht wird.
Beitrag von Scheibelhund » Donnerstag 2. Februar 2017, 03:48
Wenn ich mein an der Theke abgefülltes Bier verkaufe, werde ich auch immer nach der Haltbarkeit gefragt. Ich versteh einfach nicht warum. Oder ist jemand schon mal zum Metzger gegangen und hat dann die Wurst erst kurz vor dem Verschimmeln gegessen?
Beitrag von philipp » Donnerstag 2. Februar 2017, 08:08
Scheibelhund hat geschrieben: Wenn ich mein an der Theke abgefülltes Bier verkaufe, werde ich auch immer nach der Haltbarkeit gefragt.
An der Theke abgefülltes Bier hat hier bei den Hausbrauereien eine angegebene Haltbarkeit von 2-3 Tagen. "Bitte auch bis dahin in den Kühlschrank stellen."
Beitrag von Bierjunge » Donnerstag 2. Februar 2017, 08:29
Das Problem ist halt, das sicher auch viele an der Theke gefüllte Growler als gutgemeintes Mitbringsel verschenkt werden, und dann spätestens der Empfänger nicht versteht, dass es sich um ein Frischeprodukt handelt und es u.U. erstmal wochenlang in die Speisekammer stellt, bevor er Gelegenheit findet, sich der 2 Liter anzunehmen.
Und hier noch ein Selbstzitat aus dem Alten Forum:
Wir hatten nach dem Doemens-Seminar noch beim Hirschen über den Irrsinn des MHD geplaudert. Vor allem, wenn die Brauereien vom Handel gezwungen werden, abgelaufenes Rückbier wieder zurückzunehmen. Bei welchem Lebensmittel gibt es vergleichbaren Blödsinn?
Bier ist ein Frischeprodukt und hatte die Brauerei in einwandfreiem Zustand verlassen. Wenn der Handel es nicht rechtzeitig losbringt -> sein Problem. Sollte man meinen.
Wenn der atlantische Fisch beim oberbayrischen Händler vergammelt, ist da der Händler schuld, oder der Fischer?
Man stelle sich vor, man brächte den stinkerten Fisch nach Monaten wieder zum bretonischen Fischer zurück, der Fisch tauge nichts, und wolle stattdessen einen Frischen haben. Was erzählt einem der Fischer wohl dann?
Warum habe ich gerade ein ausgeprägtes Asterix-déja-vu?
Beitrag von philipp » Donnerstag 2. Februar 2017, 09:21
Den Blödsinn gibt es auch bei Zeitschriften.
Und immer öfter bei vermieteten Regalflächen im Supermarkt. Lindt macht das.
Beitrag von Heiko76 » Donnerstag 2. Februar 2017, 17:14
Alt-Phex hat geschrieben: Schreib 4 Wochen drauf, ist ja ein Frischeprodukt. Machen die Hausbrauereien hier alle so.
Aber ab welchen Moment?
Bis jetzt gehe ich von 2 Wochen Gärung im Fass
2 Wochen Gärung in der Flasche und 2 Wochen reifung in der Flasche aus.
Sind also 4Wochen in der Flasche wobei manche Sude mir erst nach 6Wochen in der Flasche schmecken.
Beitrag von hoggel1 » Donnerstag 2. Februar 2017, 17:21
Beitrag von Heiko76 » Donnerstag 2. Februar 2017, 17:24
Aha... also ab 8Wochen in der Flasche!
Beitrag von hoggel1 » Donnerstag 2. Februar 2017, 19:08
Beitrag von Heiko76 » Donnerstag 2. Februar 2017, 19:16
hoggel1 hat geschrieben: ich würde das Bier erst reifen lassen und wenn du meinst, es ist in Ordnung ettiketieren. Dann kannst du die Zeit anpassen. Wenn du dir für jede Biersorte eine Kronkorkenfarbe aussuchst, kommst du auch nicht durcheinander.
Das ist clever! Wieviel Farben gibt es ?
Beitrag von floflue » Donnerstag 2. Februar 2017, 19:26
Wenn ich mich gerade bei Amihopfen nicht verzählt habe, hat Amihopfen 17 verschiedene Farben
Beitrag von Heiko76 » Donnerstag 2. Februar 2017, 19:41
floflue hat geschrieben: Wenn ich mich gerade bei Amihopfen nicht verzählt habe, hat Amihopfen 17 verschiedene Farben
17 x mind. 2verschiedene Flaschen = 34 Sorten

References: §11

§11

§11

§11
 §11
 §11
 §11

§11
 §11
 §11
 §11

§11

§11
 §11

§11