Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-06-2011-6B_169-2011
Timestamp: 2016-10-22 13:27:31+00:00

Document:
6B_169/2011 (08.06.2011)
6B_169/2011
X._________, vertreten durch Rechtsanwalt Beat Cadosch,
X._________ ver�bte in der Zeit von Februar 2004 bis Februar 2007, mit einem Unterbruch von Oktober 2005 bis Ende Mai 2006, gemeinsam mit A._________ in Industrieliegenschaften insgesamt 70 (Einbruchs-)Diebst�hle. Die beiden M�nner erbeuteten dabei Bargeld und Sachen im Gesamtwert von �ber Fr. 300'000.-- und richteten einen Sachschaden von �ber Fr. 200'000.-- an. Mittels einer bei einem Einbruch beh�ndigten Kreditkarte erwarben sie am 18. August 2004 in mehreren Gesch�ften Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von zirka Fr. 3'000.--.
B.a Das Bezirksgericht Dietikon sprach X._________ mit Urteil vom 8. September 2009 des gewerbs- und bandenm�ssigen Diebstahls (Art. 139 Ziff. 1 i.V.m. Ziff. 2 und Ziff. 3 Abs. 1 StGB), der mehrfachen Sachbesch�digung mit einem grossen Schaden (Art. 144 Abs. 1 und Abs. 3 StGB), des mehrfachen Hausfriedensbruchs (Art. 186 StGB) sowie des mehrfachen Betrugs (Art. 146 Abs. 1 StGB) und der mehrfachen Urkundenf�lschung (Art. 251 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) schuldig und bestrafte ihn, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 107 Tagen, mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren.
Gegen dieses Urteil erhob die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis Berufung mit dem Antrag, X._________ sei in Best�tigung der erstinstanzlichen Schuldspr�che mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren zu bestrafen.
B.b Die I. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Z�rich stellte mit Urteil vom 6. Dezember 2010 fest, dass der erstinstanzliche Entscheid unter anderem in Bezug auf die Schuldspr�che in Rechtskraft erwachsen ist. Sie bestrafte X._________ mit einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten und ordnete an, dass der Vollzug der Strafe im Umfang von 20 Monaten unter Ansetzung einer Probezeit von 2 Jahren aufgeschoben und die Freiheitsstrafe im Umfang von 8 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 106 Tagen, vollzogen wird.
X._________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich sei aufzuheben und die Sache zur neuen Bestimmung der Strafe unter Gew�hrung des vollbedingten Vollzugs an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Eventuell habe das Bundesgericht eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten unter Gew�hrung des vollbedingten Vollzugs bei einer Probezeit von 2 Jahren auszusprechen. X._________ ersucht zudem um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
1.1 Die Vorinstanz setzt f�r den gewerbs- und bandenm�ssigen Diebstahl in 70 F�llen mit einem Deliktsbetrag von �ber Fr. 300'000.-- eine Einsatzstrafe im Bereich von 3 Jahren ein. Der mehrfachen Sachbesch�digung mit einem grossen Schaden im Betrag von �ber Fr. 200'000.-- tr�gt sie durch eine "merkliche" Erh�hung der Einsatzstrafe Rechnung. Demgegen�ber f�llt nach der Auffassung der Vorinstanz der mehrfache Hausfriedensbruch, der bei Gelegenheit der Einbruchsdiebst�hle ver�bt wurde, "nur in untergeordnetem Mass" ins Gewicht. Dem mehrfachen Betrug und der mehrfachen Urkundenf�lschung im Zusammenhang mit der Verwendung einer gestohlenen Kreditkarte tr�gt die Vorinstanz "moderat" straferh�hend Rechnung. Gem�ss den weiteren Erw�gungen der Vorinstanz weisen die pers�nlichen Verh�ltnisse des Beschwerdef�hrers keine Umst�nde auf, die sich wesentlich auf die Strafzumessung auswirken. Namentlich liege auch keine besondere Strafempfindlichkeit vor. Zudem seien weder die Vorstrafenlosigkeit des Beschwerdef�hrers noch dessen Wohlverhalten seit der Entlassung aus der Untersuchungshaft Ende Mai 2007 strafmindernd zu ber�cksichtigen.
Die Vorinstanz ber�cksichtigt unter dem Titel des Nachtatverhaltens, dass der Beschwerdef�hrer von sich aus gest�ndig war und mehr Delikte zugab, als ihm vermutlich h�tten nachgewiesen werden k�nnen, dass er die Einsicht zeigte, einen grossen Fehler begangen zu haben, und sich bei den Gesch�digten entschuldigte und Schadenersatz im Rahmen seiner M�glichkeiten versprach. Dieses positive Nachtatverhalten rechtfertigt nach der Auffassung der Vorinstanz eine Strafreduktion "um etwa einen Drittel". Wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots ist die Strafe nach der Ansicht der Vorinstanz weiter zu reduzieren, und zwar "ungef�hr im Umfang eines Viertels".
Im Ergebnis erachtet die Vorinstanz eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten als angemessen.
1.2 Der Beschwerdef�hrer h�lt die von der Vorinstanz angenommene Einsatzstrafe von 3 Jahren f�r den gewerbs- und bandenm�ssigen Diebstahl f�r nachvollziehbar. Seines Erachtens sind auch die Strafreduktionen um einen Drittel zufolge positiven Nachtatverhaltens und um einen weiteren Viertel wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots angemessen.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, dass die Vorinstanz die neben dem gewerbs- und bandenm�ssigen Diebstahl bei der Strafzumessung gem�ss dem Asperationsprinzip zu ber�cksichtigenden weiteren Straftaten in �berschreitung ihres Ermessens zu stark zu seinen Lasten gewichtet habe. Rechne man die von der Vorinstanz gew�hrten Strafreduktionen von einem Drittel und von einem Viertel, insgesamt also sieben Zw�lftel, auf die tats�chlich ausgef�llte Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten hoch, so ergebe sich f�r s�mtliche Taten eine hypothetische Einsatzstrafe (gemeint wohl: eine hypothetische Gesamtstrafe) von rund 5� Jahren. Die Vorinstanz habe mithin die von ihr angenommene Einsatzstrafe von 3 Jahren f�r den banden- und gewerbsm�ssigen Diebstahl zufolge der hinzukommenden Straftaten (mehrfache Sachbesch�digung mit grossem Schaden, mehrfacher Hausfriedensbruch, mehrfacher Betrug und mehrfache Urkundenf�lschung) faktisch um rund 2� Jahre erh�ht. Dies sei bei der gebotenen Ber�cksichtigung des Asperationsprinzips deutlich zu viel. Bei Einbruchsdiebst�hlen gehe die Sachbesch�digung notwendigerweise mit dem Diebstahl einher und sei der Hausfriedensbruch zumal in Industrieliegenschaften von v�llig untergeordneter Bedeutung. Die Schuldspr�che wegen mehrfachen Betrugs und mehrfacher Urkundenf�lschung betr�fen die Verwendung einer gestohlenen Kreditkarte an einem einzigen Tag mit einem Deliktsbetrag von lediglich rund Fr. 3'000.---. In Anbetracht der Umst�nde h�tte nach der Meinung des Beschwerdef�hrers die Einsatzstrafe von 3 Jahren f�r den banden- und gewerbsm�ssigen Diebstahl zufolge der hinzukommenden weiteren Straftaten um h�chstens 1 Jahr auf 4 Jahre erh�ht werden d�rfen. Unter Ber�cksichtigung der ihm von der Vorinstanz zu Recht gew�hrten Strafreduktionen um einen Drittel (wegen des positiven Nachtatverhaltens) und um einen Viertel (wegen Verletzung des Beschleunigungsgebots) ergebe sich eine Freiheitsstrafe von weniger als 2 Jahren, bei welcher der vollbedingte Vollzug m�glich sei.
1.3 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist der Sachrichter - unter Vorbehalt gewisser Ausnahmen (insbesondere bei der retrospektiven Konkurrenz im Sinne von Art. 49 Abs. 2 StGB, siehe BGE 118 IV 119 E. 2; 132 IV 102 E. 8.3) - nicht verpflichtet, in Zahlen oder Prozenten anzugeben, in welchen Ausmassen er einzelne Strafzumessungsgr�nde straferh�hend oder strafmindernd ber�cksichtigt. Es ist daher bundesrechtlich nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz nicht in Zahlen oder Prozenten angibt, in welchem Umfang sie den nach dem Asperationsprinzip gem�ss Art. 49 Abs. 1 StGB zu ber�cksichtigenden weiteren Taten des Beschwerdef�hrers straferh�hend Rechnung tr�gt, sondern stattdessen erw�gt, die mehrfache Sachbesch�digung mit einem grossen Schaden sei "merklich", der mehrfache Hausfriedensbruch "nur in untergeordnetem Mass" und der mehrfache Betrug und die mehrfache Urkundenf�lschung "moderat" straferh�hend zu ber�cksichtigen. Es w�re demzufolge bundesrechtlich auch nicht notwendig gewesen, dass die Vorinstanz in Zahlen beziehungsweise in Prozenten angibt, in welchem Ausmass sie dem positiven Nachtatverhalten des Beschwerdef�hrers und der Verletzung des Beschleunigungsgebots strafmindernd Rechnung tr�gt.
1.4 Aus den im angefochtenen Urteil genannten Zahlen und Prozenten - Einsatzstrafe von rund 3 Jahren, Strafreduktion um rund einen Drittel beziehungsweise einen Viertel, Ausf�llung einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten - ergibt sich nach den insoweit zutreffenden Ausf�hrungen des Beschwerdef�hrers in der Tat, dass die Vorinstanz ihn f�r die Gesamtheit der ihm angelasteten Straftaten ohne Ber�cksichtigung des positiven Nachtatverhaltens und der Verletzung des Beschleunigungsgebots zu einer Gesamtstrafe von rund 5� Jahren verurteilt h�tte, dass mit anderen Worten die Vorinstanz die von ihr angenommene Einsatzstrafe von rund 3 Jahren f�r den gewerbs- und bandenm�ssigen Diebstahl zufolge der weiteren Straftaten der mehrfachen Sachbesch�digung mit einem grossen Schaden, des mehrfachen Hausfriedensbruchs sowie des mehrfachen Betrugs und der mehrfachen Urkundenf�lschung tats�chlich um rund 2� Jahre erh�ht hat.
Ob in Anbetracht der konkreten Umst�nde und bei der gebotenen Beachtung des Asperationsprinzips (Art. 49 Abs. 1 StGB) die Erh�hung der Einsatzstrafe von rund 3 Jahren um 2� Jahre noch im weiten sachrichterlichen Ermessen liegt und bundesrechtskonform ist, kann vorliegend dahingestellt bleiben. Auch wenn man die Frage verneinen wollte, w�re die Beschwerde abzuweisen, da die von der Vorinstanz ausgef�llte Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten aus nachstehenden Gr�nden jedenfalls im Ergebnis, was hier massgebend ist, vor Bundesrecht standh�lt.
1.5 Anstelle der von der Vorinstanz f�r den gewerbs- und bandenm�ssigen Diebstahl in 70 F�llen mit einem Deliktsbetrag von �ber Fr. 300'000.-- im Zeitraum von Februar 2004 bis Februar 2007 angenommenen Einsatzstrafe von rund 3 Jahren h�tte ohne Verletzung von Bundesrecht auch eine merklich h�here Einsatzstrafe ausgef�llt werden k�nnen. Anstelle der von der Vorinstanz unter den Gesichtspunkten des positiven Nachtatverhaltens und der Verletzung des Beschleunigungsgebots vorgenommenen Strafreduktionen um etwa einen Drittel respektive einen Viertel h�tten ohne Verletzung von Bundesrecht auch etwas geringf�gigere Strafreduktionen in Betracht gezogen werden k�nnen. Bei Ausf�llung einer Freiheitsstrafe von 28 Monaten gem�ss dem angefochtenen Urteil w�ren bei dieser Betrachtungsweise die nach dem Asperationsprinzip zu ber�cksichtigenden Straftaten um deutlich weniger als 2� Jahre straferh�hend ber�cksichtigt worden. Auch wenn die Vorinstanz die weiteren Straftaten allenfalls zu stark zu Lasten des Beschwerdef�hrers gewichtet haben mag, ist die von ihr ausgef�llte Freiheitsstrafe von 28 Monaten somit im Ergebnis bundesrechtlich nicht zu beanstanden.
2.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er habe nicht nur ein umfangreiches Gest�ndnis abgelegt, sondern dar�ber hinaus auch Einsicht und Reue gezeigt und diese auch dadurch bekundet, dass er sich seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft Ende Mai 2007 wohl verhalten habe. All diese Umst�nde h�tten unter dem Gesichtspunkt des Nachtatverhaltens zus�tzlich strafmindernd ber�cksichtigt werden m�ssen, was die Vorinstanz zu Unrecht unterlassen habe. Dass das Bekunden von Reue strafmindernd zu ber�cksichtigen sei, ergebe sich auch aus Art. 48 lit. d StGB, wonach das Gericht die Strafe mindert, wenn der T�ter aufrichtige Reue bet�tigt, namentlich den Schaden, soweit es ihm zuzumuten war, ersetzt hat.
2.2 Die Vorinstanz h�lt fest, der Beschwerdef�hrer habe unaufgefordert erkl�rt, er wolle "einige Sache loswerden" und "einige Dinge hinter sich lassen", und er habe eingesehen, einen "grossen Fehler" begangen zu haben. Er habe sich allerdings zum Zeitpunkt der Schlusseinvernahme am 9. Dezember 2008 weder bei den Gesch�digten entschuldigt noch bereits Schadenersatz geleistet, doch habe er sich in seinem Schlusswort im erstinstanzlichen Verfahren bei den Gesch�digten entschuldigt und bekr�ftigt, sein M�glichstes tun zu wollen, um den angerichteten Schaden zu begleichen. Die Vorinstanz erw�gt, dass unter dem Gesichtspunkt des Nachtatverhaltens ein Gest�ndnis, kooperatives Verhalten eines T�ters bei der Aufkl�rung von Straftaten sowie Einsicht und Reue in der Regel strafmindernd wirken und dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 121 IV 202 E. II/2d/cc) ein positives Nachtatverhalten zu einer Strafreduktion im Bereich von einem F�nftel bis zu einem Drittel f�hren kann. Aus diesen Erw�gungen ergibt sich, dass die Vorinstanz entgegen den Einw�nden in der Beschwerde nicht nur das Gest�ndnis des Beschwerdef�hrers, sondern auch dessen Einsicht und Reue unter dem Gesichtspunkt des positiven Nachtatverhaltens strafmindernd ber�cksichtigt hat. Dass der Beschwerdef�hrer sich seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft Ende Mai 2007 wohl verhalten hat, ist nach der zutreffenden Auffassung der Vorinstanz nicht zus�tzlich strafmindernd zu ber�cksichtigen.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz verletze Bundesrecht, indem sie ihm keine strafmindernd zu ber�cksichtigende Strafempfindlichkeit zubillige.
3.1 Die erste Instanz verurteilte den Beschwerdef�hrer zu einer vollbedingten Freiheitsstrafe von 2 Jahren. Sie erwog, dass dieses Strafmass unter der eigentlich schuldad�quaten Sanktion liege, aber nicht geradezu unvertretbar sei, weshalb es unter Einbezug spezialpr�ventiver Gesichtspunkte gerechtfertigt erscheine, die Freiheitsstrafe auf ein Mass herabzusetzen, das die mit dem Strafvollzug zwangsl�ufig verbundenen Folgen - zumindest im Falle der Bew�hrung des Beschwerdef�hrers w�hrend der Probezeit - ausschliesse. Zur Begr�ndung f�hrte die erste Instanz unter Hinweis auf BGE 129 IV 161 E. 4.2 aus, dass das Strafrecht in erster Linie nicht der Vergeltung, sondern der Verbrechensverh�tung diene, weshalb Sanktionen, die eher die Besserung oder Heilung des T�ters gew�hrleisten, prim�r zu verh�ngen und Sanktionen, die dem Anliegen der Verbrechensverh�tung zuwiderlaufen, m�glichst zu vermeiden seien. Die erste Instanz verwies auf Art. 47 Abs. 1 StGB, wonach das Gericht bei der Strafzumessung auch die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters zu ber�cksichtigen hat. Somit sei abzukl�ren, ob angesichts der pers�nlichen Verh�ltnisse des T�ters der Vollzug der Freiheitsstrafe nicht der angestrebten Resozialisierung als Ziel des Strafvollzugs zuwiderlaufe. Die erste Instanz erwog unter Hinweis auf BGE 134 IV 17 E. 3.4, der Umstand, dass der Verurteilte durch die Verb�ssung einer Freiheitsstrafe aus einem positiven Umfeld herausgerissen w�rde, k�nne sich deshalb im einzelnen Fall strafmindernd auswirken und zur Folge haben, dass die auszuf�llende Strafe unter der schuldangemessenen Strafe liege. Bezogen auf den konkreten Fall hielt die erste Instanz in ihrem Urteil vom 8. September 2009 fest, dass der Beschwerdef�hrer sich seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft nichts mehr habe zu Schulden kommen lassen, dass er seit August 2007 aufgrund eigener Anstrengungen eine feste Arbeitsstelle als Systemadministrator habe und sich beruflich weiterentwickeln wolle, dass er seit l�ngerer Zeit in einer festen Beziehung lebe und plane, mit seiner Freundin eine Familie zu gr�nden. H�tte der Beschwerdef�hrer die vollst�ndige Verb�ssung einer l�ngeren Freiheitsstrafe zu gew�rtigen, w�rde er aus dieser vorteilhaften und erfolgversprechenden Entwicklung herausgerissen. Einerseits w�rde sich der Strafvollzug insbesondere auf die berufliche Integration des Beschwerdef�hrers �usserst negativ auswirken, da er diesfalls zweifelsohne seine Stelle verlieren w�rde, und andererseits w�rde sich eine unbedingte Strafe auch im �brigen Lebensumfeld des Beschwerdef�hrers nachteilig niederschlagen.
3.2 Auch die Vorinstanz vertritt unter Berufung auf BGE 134 IV 17 E. 3.4 die Auffassung, der Umstand, dass der Verurteilte durch die Verb�ssung einer Freiheitsstrafe aus einem g�nstigen Umfeld herausgerissen werde, k�nne sich strafmindernd auswirken und zur Folge haben, dass die auszuf�llende Sanktion unter der schuldangemessenen Strafe liegt. Als Konsequenz dieser folgenorientierten �berlegungen habe sich der Richter, der eine Freiheitsstrafe im Bereich der Grenzen f�r den vollbedingten Vollzug (24 Monate), den teilbedingten Vollzug (36 Monate) oder f�r die Halbgefangenschaft (1 Jahr) ins Auge fasse, die Frage zu stellen, ob eine Strafe, welche diese Grenze nicht �berschreitet, noch vertretbar ist. Nach der Ansicht der Vorinstanz kommt ein Unterschreiten der schuldangemessenen Strafe nur in besonderen F�llen und in einem begrenzten Ausmass in Frage. Namentlich d�rfe der durch die Festlegung der vorgenannten Grenzen zum Ausdruck gebrachte gesetzgeberische Wille nicht durch die einseitige Ber�cksichtigung eines einzigen Strafzumessungselements umgangen werden. Genau einen solchen Eindruck erwecke aber das erstinstanzliche Urteil, aus welchem sich nicht ergebe, wie hoch die schuldangemessene Strafe nach der Einsch�tzung der ersten Instanz w�re. Bezogen auf den konkreten Fall h�lt die Vorinstanz unter Hinweis auf die Aussagen des Beschwerdef�hrers fest, dass dieser seine Arbeitsstelle als Systemadministrator auf Anfang Juni 2010 gek�ndigt habe, da er keine Entwicklungsm�glichkeiten gesehen habe, dass es im IT-Bereich zurzeit nicht schwierig sei, eine Anstellung zu bekommen, dass er momentan drei Stellen in Aussicht habe, dass er mit seiner Freundin in einer gemeinsamen Wohnung lebe und gerne eine Familie gr�nden w�rde. Nach der Auffassung der Vorinstanz ergeben sich daraus keine Umst�nde, welche sich wesentlich auf die Strafzumessung auswirken w�rden. Namentlich liege auch keine besondere Strafempfindlichkeit vor, welche als aussergew�hnlicher Umstand �ber die mit einer l�ngeren Freiheitsstrafe notwendigerweise verbundene H�rte hinausgehen w�rde und entsprechend strafmindernd zu ber�cksichtigen w�re. Ein drohender Stellenverlust als Folge einer Freiheitsstrafe sei f�r sich allein ohnehin nicht strafmindernd zu ber�cksichtigen. Die Vorinstanz erw�gt im Weiteren, dass der Beschwerdef�hrer die auszuf�llende, teilbedingte Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 4 Monaten mit einem zu vollziehenden Anteil von weniger als 12 Monaten in Halbgefangenschaft verb�ssen kann, somit nicht aus seinem g�nstigen Umfeld herausgerissen wird und die Arbeitsstelle, die er nach seinen glaubhaften Aussagen bald antreten kann, nicht verliert. Ein besonderer Fall, der das Unterschreiten der schuldangemessenen Strafe rechtfertigen w�rde, liege demnach nicht vor.
3.3 Der Beschwerdef�hrer wendet ein, Art. 47 Abs. 1 StGB postuliere klar, dass bei der Strafzumessung auch die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters zu ber�cksichtigen ist. Die Auffassung der Vorinstanz, dass unter diesem Gesichtspunkt nur aussergew�hnliche Umst�nde strafmindernd zu ber�cksichtigen seien, verstosse gegen Bundesrecht, da Art. 47 Abs. 1 StGB keine derart einschr�nkende Auslegung zulasse. Die Vorinstanz scheine gedanklich an die Rechtsprechung des Bundesgerichts zum fr�heren Recht anzukn�pfen, gem�ss welcher eine strafmindernd zu ber�cksichtigende Strafempfindlichkeit nur in Betracht gekommen sei, wenn der T�ter aus besonderen Gr�nden wie Alter, Krankheit oder Haftpsychosen besonders empfindlich ist. Diese Rechtsprechung k�nne jedoch seit dem Inkrafttreten des neuen Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuches am 1. Januar 2007 nicht mehr allein massgebend sein, da Art. 47 Abs. 1 StGB ohne Einschr�nkung vorschreibe, dass die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters zu ber�cksichtigen ist. Seine Strafempfindlichkeit ergebe sich haupts�chlich aus dem Umstand, dass er seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft im Mai 2007 alles daran gesetzt habe, nach 3-j�hriger Phase als Straft�ter wieder ins legale Leben zur�ckzufinden, und dabei eine komplette Kehrtwende vollzogen habe. Die erste Instanz habe denn auch die von ihr ausgef�llte vollbedingte Freiheitsstrafe von 2 Jahren zutreffend auch damit begr�ndet, dass Sanktionen zu vermeiden sind, welche einen Verurteilten aus einer g�nstigen Entwicklung herausreissen. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, im Falle einer Verurteilung zu einer 2 Jahre �bersteigenden und damit nur teilbedingten Freiheitsstrafe s�he er sich nach �ber 4-j�hrigen erfolgreichen Wiedereingliederungsbem�hungen aus heiterem Himmel erneut mit dem Gef�ngnis konfrontiert. Seine besondere Strafempfindlichkeit liege darin begr�ndet, dass ein Strafvollzug nach dem zwischenzeitlich vollzogenen Turnaround tats�chlich eine grosse Belastung und unter Umst�nden auch Gef�hrdung darstelle, entspreche es doch klarerweise einer Ausnahme, dass ein langj�hriger Delinquent bei seiner gerichtlichen Verurteilung einen mit dem Beschwerdef�hrer vergleichbaren positiven Lebenswandel vollzogen habe. Es liege somit eine besondere Strafempfindlichkeit vor, die zwingend strafmindernd zu ber�cksichtigen sei, womit die Ausf�llung einer vollbedingten Strafe von h�chstens 24 Monaten ohne weiteres m�glich sei.
3.4.1 Gem�ss Art. 47 Abs. 1 StGB bemisst das Gericht die Strafe nach dem Verschulden des T�ters (Satz 1). Es ber�cksichtigt das Vorleben und die pers�nlichen Verh�ltnisse sowie die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters (Satz 2). Art. 47 Abs. 2 StGB bezeichnet die Umst�nde, nach welchen sich das Verschulden bestimmt. Im fr�heren Recht war die allgemeine Strafzumessungsregel weniger detailliert umschrieben. Art. 63 aStGB sah vor, dass der Richter die Strafe nach dem Verschulden des T�ters zumisst; er ber�cksichtigt die Beweggr�nde, das Vorleben und die pers�nlichen Verh�ltnisse des Schuldigen. Das neue Recht sieht im Unterschied zum alten ausdr�cklich vor, dass der Richter auch die Wirkung der Strafe auf das Leben des T�ters zu ber�cksichtigen hat. Damit hat sich aber in der Sache im Vergleich zum alten Recht nichts ge�ndert.
3.4.2 Der Vollzug einer l�ngeren Freiheitsstrafe bringt es zwangsl�ufig mit sich, dass der Betroffene aus seiner Umgebung und damit allenfalls aus einem g�nstigen beruflichen und/oder famili�ren Umfeld herausgerissen wird. Als unmittelbare gesetzm�ssige Folge einer unbedingten Freiheitsstrafe muss dies nur bei aussergew�hnlichen Umst�nden strafmindernd ber�cksichtigt werden. Solche besonderen Umst�nde sind vorliegend nicht gegeben.
Eine Freiheitsstrafe von 24 Monaten, bei welcher ein vollbedingter Vollzug noch m�glich w�re, liegt deutlich unter der dem Verschulden des Beschwerdef�hrers angemessenen Strafe und ist daher auch unter Ber�cksichtigung spezialpr�ventiver �berlegungen nicht mehr vertretbar. Sie f�llt deshalb ausser Betracht. Hinzu kommt, dass die von der Vorinstanz ausgef�llte Strafe von 2 Jahren und 4 Monaten gem�ss der Anordnung der Vorinstanz lediglich im Umfang von 8 Monaten, unter Anrechnung der Untersuchungshaft von 106 Tagen, zu vollziehen ist und dass diese Strafe, wie auch die Vorinstanz in ihren Urteilserw�gungen festh�lt, gem�ss Art. 77b StGB in der Form der Halbgefangenschaft vollzogen werden kann.
Der Beschwerdef�hrer ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Seine finanzielle Bed�rftigkeit ist ausgewiesen, und die Beschwerde war nicht von vornherein aussichtslos. Das Gesuch ist daher gutzuheissen. Der Beschwerdef�hrer hat somit keine Kosten zu tragen. Seinem Vertreter, Rechtsanwalt Beat Cadosch, ist eine Entsch�digung aus der Bundesgerichtskasse auszurichten.
Dem Vertreter des Beschwerdef�hrers, Rechtsanwalt Beat Cadosch wird eine Entsch�digung von Fr. 3'000.-- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.

References: Art. 49
 BGE 
 Art. 49
 Art. 48
 BGE 
 Art. 47
 BGE 
 BGE 
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 63
 Art. 77