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Timestamp: 2020-05-25 04:12:53+00:00

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Satzung über die dezentrale Entsorgung von abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen im Verbandsgebiet des Nord-Uckermärkischen Wasser- und Abwas...
Author: Benjamin Hofmeister
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Schmutzwasserbeseitigungssatzung der Samtgemeinde Fintel
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Satzung über die dezentrale Entsorgung von abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen im Verbandsgebiet des Nord-Uckermärkischen Wasser- und Abwasserverbandes (Schmutzwasserbeseitigungssatzung mobil)
Die Verbandsversammlung des Nord-Uckermärkischen Wasser- und Abwasserverbandes hat aufgrund der §§ 2, 3, 12 und 28 Abs. 2 Nr. 9 der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg (BbgKVerf) vom 18. Dezember 2007 (GVBl. I, S. 286), geändert durch Artikel 15 des Gesetzes vom 23. September 2008 (GVBl. I, S. 202, 207), der §§ 6 und 8 des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit im Land Brandenburg (GKG) in der Neufassung vom 28. Mai 1999 (GVBl. I S. 194), geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom 23. September 2008 (GVBl. I, S. 202, 206), der §§ 1, 2, 4, 5, 6 und 12 des Kommunalabgabengesetzes für das Land Brandenburg (KAG) vom 31. März 2004 (GVBl. I S. 174), zuletzt geändert durch das Vierte Gesetz zur Änderung des Kommunalabgabengesetzes für das Land Brandenburg vom 27. Mai 2009 (GVBl. I, S. 160) sowie der §§ 64, 66 und 68 des Brandenburgischen Wassergesetzes (BbgWG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Dezember 2004 (GVBl. I, S. 50), zuletzt geändert durch Artikel 11 des Gesetzes vom 7. Juli 2009 (GVBl. I, S. 262), in ihrer Sitzung am 17.02.2010 die nachfolgende Schmutzwasserbeseitigungssatzung mobil beschlossen:
Inhaltsverzeichnis §1 Allgemeines §2 Begriffsbestimmungen §3 Anschluss- und Benutzungsrecht §4 Anschluss- und Benutzungszwang §5 Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang §6 Benutzungsbedingungen §7 Ausführung, Betrieb und Unterhaltung der Grundstücksentwässerungsanlagen §8 Durchführung der Entsorgung §9 Mitteilungs-, Auskunfts- und Anzeigepflichten § 10 Kontrolle der Grundstücksentwässerungsanlagen und Betretungsrechte § 11 Haftung § 12 Sondervereinbarungen § 13 Ordnungswidrigkeiten § 14 Gebühren, Vergütung zusätzlicher Leistungen § 15 Anordnungen für den Einzelfall, Verwaltungszwang § 16 Inkrafttreten Anlage 1
§1 Allgemeines (1)
Der Nord-Uckermärkische Wasser- und Abwasserverband (im Folgenden: NUWA) betreibt zur Beseitigung des in seinem Entsorgungsgebiet anfallenden Schmutzwassers neben der zentralen öffentlichen Abwasserbeseitigungsanlage nach der Abwassersatzung Kanal eine rechtlich selbstständige öffentliche Einrichtung zur dezentralen Entsorgung der in abflusslosen Sammelgruben und in Kleinkläranlagen anfallenden Fäkalien (mobile Schmutzwasserbeseitigung) nach Maßgabe dieser Satzung. Die dezentrale Entsorgung der abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen bildet eine rechtliche und wirtschaftliche Einheit.
Die mobile Schmutzwasserbeseitigung nach Abs. 1 umfasst die Entleerung der Grundstücksentwässerungsanlagen und die Abfuhr von Schmutzwasser aus abflusslosen Sammelgruben und von Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen sowie die Behandlung und Beseitigung der Anlageninhalte nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik.
Die Organisation der mobilen Schmutzwasserbeseitigung bestimmt der NUWA im Rahmen der geltenden Gesetze und sonstigen rechtlichen Bestimmungen, unter Berücksichtigung seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit sowie der ihm obliegenden Schmutzwasserbeseitigungspflicht im eigenen Ermessen.
Zur Durchführung der mobilen Schmutzwasserbeseitigung kann sich der NUWA ganz oder teilweise der Leistungen und Anlagen Dritter bedienen.
Der NUWA führt ein Kataster über die im Verbandsgebiet vorhandenen Kleinkläranlagen und abflusslosen Sammelgruben.
§2 Begriffsbestimmungen (1)
Abwasser im Sinne dieser Satzung ist Schmutzwasser sowie das von Niederschlägen aus dem Bereich von bebauten oder befestigten Flächen gesammelt abfließende Wasser (Niederschlagswasser).
Schmutzwasser im Sinne dieser Satzung ist das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften veränderte und das bei Trockenwetter damit zusammen abfließende und gesammelte Wasser. Grund-, Quell-, Drain- sowie Niederschlagswasser gehören nicht zum Schmutzwasser im Sinne dieser Satzung.
Zur dezentralen öffentlichen Schmutzwasseranlage gehören alle Vorkehrungen und Einrichtungen für die Abfuhr, Behandlung und Beseitigung der Inhalte von abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen außerhalb der zu entwässernden Grundstücke, einschließlich der im Eigentum Dritter stehenden Einrichtungen und Anlagen, deren sich der NUWA bedient.
Grundstück im Sinne dieser Satzung ist unabhängig von der Eintragung im Liegenschaftskataster und im Grundbuch und ohne Rücksicht auf die Grundstücksbezeichnung jeder demselben Eigentümer gehörende räumlich zusammenhängende Teil der Grundfläche, der selbstständig baulich oder gewerblich genutzt werden kann (wirtschaftlicher Grundstücksbegriff).
Grundstücksentwässerungsanlagen sind alle Einrichtungen die der Sammlung, Speicherung, Prüfung, Ableitung und evtl. Vorbehandlung von Schmutzwasser auf dem Grundstück des Anschlussnehmers dienen. Dazu gehören insbesondere die abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen.
Abflusslose Sammelgruben sind Behälter zum schadlosen Sammeln des auf dem Grundstück anfallenden Schmutzwassers für die spätere Behandlung in einer Schmutzwasserbehandlungsanlage. In der abflusslosen Sammelgrube wird das Schmutzwasser keiner Behandlung unterzogen.
Kleinkläranlagen sind Anlagen zur Sammlung und Behandlung des auf dem Grundstück anfallenden häuslichen Schmutzwassers mit einem Schmutzwasserzufluss von
weniger 8 m³ je Tag. Das gereinigte Wasser wird je nach Genehmigung durch die zuständige Genehmigungsbehörde verbracht. (8)
Fäkalschlamm im Sinne dieser Satzung ist der Anteil des Schmutzwassers, der bei der Reinigung des Schmutzwassers in der Kleinkläranlage zurückgehalten wird.
Fäkalien sind das in abflusslosen Sammelgruben gesammelte Schmutzwasser
(10) Anschlussnehmer sind die Grundstückseigentümer. Ist ein Erbbaurecht bestellt, tritt der Erbbauberechtigte an die Stelle des Eigentümers. Bei Wohnungs- oder Teileigentum treten die Wohnungs- oder Teileigentümer an die Stelle des Grundstückseigentümers. Besteht für das Grundstück ein Nutzungsrecht, so tritt der Nutzer an die Stelle des Eigentümers. Nutzer sind die in § 9 des Sachenrechtsbereinigungsgesetzes vom 21. September 1994 (BGBI. I S. 2457) genannten natürlichen und juristischen Personen des privaten oder öffentlichen Rechts nach der weiteren Maßgabe des § 8 Abs. 2 Satz 6 KAG. Soweit sich die Vorschriften dieser Satzung auf Grundstückseigentümer beziehen, gelten die Regelungen für Erbbauberechtigte, Wohnungs- oder Teileigentümer und Nutzer i. S. d. § 9 Sachenrechtsbereinigungsgesetz entsprechend. Von mehreren dinglich Berechtigten ist jeder berechtigt und verpflichtet; sie haften als Gesamtschuldner. Hat ein Anschlussnehmer im Inland keinen Hauptwohnsitz, so hat er einen Zustellungsbevollmächtigten im Inland zu benennen. Unterlässt der Anschlussnehmer diese Benennung, kann der NUWA einen Zustellungsbevollmächtigten benennen.
§3 Anschluss- und Benutzungsrecht (1)
Jeder Eigentümer eines im Verbandsgebiet des NUWA liegenden Grundstücks ist vorbehaltlich der Einschränkungen dieser Satzung berechtigt, sein Grundstück nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage anzuschließen (Anschlussrecht).
Ist das Grundstück an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage angeschlossen, hat der Anschlussberechtigte nach Maßgabe dieser Satzung und unter Beachtung der technischen Vorschriften über den Bau und Betrieb von Grundstücksentwässerungsanlagen das Recht, die Entsorgung seiner Grundstücksentwässerungsanlage und die Übernahme von deren Inhalten vom NUWA zu verlangen (Benutzungsrecht).
Das Anschluss- und Benutzungsrecht erstreckt sich nur auf solche Grundstücke, die nicht an die zentrale öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage nach der Abwassersatzung Kanal angeschlossen sind. Maßgebender Zeitpunkt für das Ende des Anschlussund Benutzungsrechts, für die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage, ist die Abnahme des Anschlusses an die zentrale öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage.
Ein Anschluss- und Benutzungsrecht besteht nicht, wenn der Inhalt der Grundstücksentwässerungsanlage wegen seiner Art oder Menge über die Einleitbedingungen dieser Satzung hinausgeht oder aus technischen Gründen oder wegen des unverhältnismäßig hohen Aufwands nicht ohne Weiteres vom NUWA übernommen werden kann.
Das Benutzungsrecht nach Maßgabe der Abs. 2 bis 4 besteht auch für diejenigen, die das Grundstück aufgrund eines schuldrechtlichen Vertragsverhältnisses nutzen sowie für die qualifizierten Nutzer nach den Bestimmungen des Schuldrechtsanpassungsgesetzes. Seite 3 von 15
§4 Anschluss- und Benutzungszwang (1)
Jeder Anschlussberechtigte ist vorbehaltlich der Einschränkungen in dieser Satzung verpflichtet, sein Grundstück nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage anzuschließen, sobald auf dem Grundstück Schmutzwasser auf Dauer anfällt oder hierfür ein öffentliches Interesse besteht (Anschlusszwang). Dabei ist das Grundstück einschließlich der Bestandteile und etwaigen Zubehörs so herzurichten, dass die Übernahme und Abfuhr der Fäkalien und des Fäkalschlammes problemlos möglich ist. Dauernder Anfall von Schmutzwasser ist anzunehmen, sobald das Grundstück mit Gebäuden für den dauernden oder vorübergehenden Aufenthalt von Menschen oder für gewerbliche oder industrielle Zwecke bebaut ist oder mit der Bebauung des Grundstücks begonnen wurde.
Auf Grundstücken, die an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage angeschlossen sind, ist alles auf dem Grundstück anfallende Schmutzwasser ausnahmslos der abflusslosen Sammelgrube oder der Kleinkläranlage zuzuleiten; deren gesamter zu entsorgender Anlageninhalt ist ausschließlich dem NUWA zu überlassen und durch den NUWA oder seinen Beauftragten entsorgen zu lassen (Benutzungszwang).
Den Grundstücksentwässerungsanlagen ist kein Schmutzwasser zuzuführen, zu dessen Aufnahme sie bestimmungsgemäß nicht geeignet oder vorgesehen sind; es gelten die Bedingungen dieser Satzung in der jeweils geltenden Fassung.
Die Benutzungsberechtigten gem. § 3 haben auf Verlangen des NUWA oder seiner Beauftragten die erforderlichen Überprüfungen zur Einhaltung der Bestimmungen dieser Satzung zu dulden und zu unterstützen. Die Ordnungsverfahren des NUWA zur Durchsetzung des Anschluss- und Benutzungszwangs an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage sind nach Maßgabe der Verwaltungsgebührensatzung des NUWA kostenpflichtig; die Kosten sind von den zum Anschluss und zur Benutzung der dezentralen öffentlichen Schmutzwasseranlage Verpflichteten zu tragen.
Besteht ein Anschluss an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage, wird der NUWA den Anschluss an die zentrale öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage verlangen, sobald die entsprechenden Voraussetzungen nachträglich eintreten. Der Grundstückseigentümer erhält eine Mitteilung durch den NUWA mit der Aufforderung zum Anschluss seines Grundstückes an die zentrale öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage. Der Anschluss ist binnen dreier Monate nach Zugang der Mitteilung vorzunehmen. Sobald das Grundstück an die zentrale öffentliche Abwasserbeseitigungsanlage angeschlossen ist, hat der Grundstückseigentümer die abflusslose Sammelgrube oder Kleinkläranlage unverzüglich auf seine Kosten schadlos außer Betrieb zu setzen und so herzurichten, dass sie für die Aufnahme oder Ableitung von Schmutzwasser nicht mehr benutzt werden kann.
§5 Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang (1)
Vom Anschluss- oder Benutzungszwang für die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage kann auf Antrag des Pflichtigen dieser ganz oder zum Teil befreit werden, wenn und soweit der NUWA von der Abwasserbeseitigungspflicht freigestellt ist und der Anschluss oder die Benutzung aus besonderen Gründen auch unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Gemeinwohls unzumutbar ist. Der Antrag ist schriftlich unter Angabe der Gründe beim NUWA zu stellen. Seite 4 von 15
Die Befreiung oder Teilbefreiung kann befristet, unter Bedingungen, Auflagen und Widerrufsvorbehalt erteilt werden. Sie erlischt, sobald der NUWA hinsichtlich des freigestellten Grundstücks abwasserbeseitigungspflichtig wird. Die Kosten für das Antragsverfahren werden nach Maßgabe der Verwaltungsgebührensatzung des NUWA erhoben.
§6 Benutzungsbedingungen (1)
Die Einleitung in Grundstücksentwässerungsanlagen und in die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage muss den allgemein anerkannten Regeln der Technik sowie den Erfordernissen der gesetzlichen Regelungen entsprechen. Für die Benutzung der Grundstücksentwässerungsanlagen und der dezentralen öffentlichen Schmutzwasseranlage gelten die nachfolgenden Bedingungen.
In die Grundstücksentwässerungsanlagen darf nur häusliches oder damit vergleichbares Schmutzwasser eingeleitet werden. Von einer Einleitung sind insbesondere Stoffe (Feststoffe, Flüssigkeiten, Gase) ausgeschlossen, welche nach Art oder Menge a) Leben oder Gesundheit, der bei der Entleerung, Abfuhr, Behandlung und Beseitigung eingesetzten Personen gefährden oder die dazu eingesetzten Geräte und Fahrzeuge sowie die öffentlichen Schmutzwasseranlagen in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigen, beschädigen oder sonst nachteilig beeinflussen können; b) die Einhaltung der Überwachungswerte der durch den NUWA genutzten Kläranlagen oder die Einhaltung der Anforderungen der Einleitungserlaubnis gefährden; c) die Klärschlammbehandlung, -beseitigung oder -verwertung erschweren oder verteuern können; d) Gewässer nachteilig verändern können. Dieses Einleitverbot gilt insbesondere für - Niederschlags-, Grund-, Quell- und Drainagewasser; - Feststoffe jeglicher Art - auch in zerkleinerter Form - (z. B. mineralische oder schwer abbaufähige organische Stoffe, Schutt, Asche, Glas, Sand, Schlacke, Müll, Kehricht, Katzenstreu, Küchenabfälle, Schlachtabfälle, Borsten, Tierkörper, Schlempe, Trub, Trester und hefeartige Rückstände, Haut- und Lederreste, Zellstoffe, Textilien, Kunststoffe, grobes Papier); - Schlämme, Kunstharz, Latexreste, Lacke, Farben, Zement, Kalkhydrat, Gips, Mörtel, zunächst flüssige und später aushärtende Abfälle sowie Bitumen und Teer und deren Emulsionen; - feuergefährliche, zerknallfähige, giftige oder infektiöse Stoffe und Flüssigkeiten sowie gesundheitsschädliche Lösungsmittel (wie z. B. Benzin, Öl, organische Lösungsmittel, Medikamente, Pflanzenschutz- oder Düngemittel); - Schmutzwasser mit starkem Fett- oder Ölgehalt; - Säuren und Laugen (zulässiger pH-Bereich 6,5 – 9,5), Phosgen, Schwefelwasserstoff, Blausäure und Stickstoffwasserstoffsäure sowie deren Salze, Carbide, die Acetylen bilden; - Lösungsmittel, die chlorierte Kohlenwasserstoffe enthalten oder die Ölabscheidung verhindern; - radioaktive Stoffe; - flüssige und feste tierische Abgänge aus Stallungen, insbesondere Jauche, Gülle, Mist, Dung, Silagesickerstoffe, Blut und Molke; - Inhalte von Chemietoiletten; - farbstoffhaltiges Schmutzwasser, dessen Entfärbung in den vom NUWA genutzten Kläranlagen nicht möglich ist; - Schmutzwasser, das einem wasserrechtlichen Bescheid widerspricht;
Schmutzwasser, dessen chemische oder physikalische Eigenschaften die in der Anlage 1 zu dieser Satzung aufgeführten Grenzwerte bzw. Höchstkonzentrationen überschreiten; die Anlage ist Bestandteil dieser Satzung.
Die im Hausgebrauch üblichen Wasch- und Reinigungsmittel und dergleichen dürfen nur im Rahmen sachgerechter Verwendung eingeleitet werden. Verboten ist insbesondere die Einleitung von Feststoffen (wie Küchenabfälle, Textilien o. ä.) auch soweit sie in Abfallzerkleinerern behandelt worden sind. (3)
Es ist unzulässig, entgegen den allgemein anerkannten Regeln der Technik, Schmutzwasser zu verdünnen oder zu vermischen, um die Einhaltung von Grenzwerten bzw. Höchstkonzentrationen zu erreichen. Dies gilt nicht in Bezug auf den Parameter Temperatur.
Gelangen Stoffe, für die ein Einleitverbot nach Abs. 2 besteht, in die Grundstücksentwässerungsanlage oder in die öffentliche Schmutzwasseranlage oder ist dies zu befürchten, so haben die Anschlussnehmer und die Verursacher den NUWA unverzüglich zu unterrichten.
Ist damit zu rechnen, dass das anfallende Schmutzwasser nicht den Anforderungen der vorstehenden Regelungen entspricht, sind die Anschlussnehmer verpflichtet, geeignete Vorbehandlungsanlagen zu erstellen oder Rückhaltungsmaßnahmen zu ergreifen. Insbesondere Eigentümer von Grundstücken, auf denen Leichtflüssigkeiten, wie z. B. Benzin, Benzol, Öle oder Fette, in das Schmutzwasser gelangen können, haben Vorrichtungen zur Rückhaltung dieser Stoffe (Abscheider) zu betreiben. Das dabei anfallende Abscheidegut ist unverzüglich nach den abfallrechtlichen Vorschriften nachweislich zu entsorgen. Die Nachweise sind auf Verlangen des NUWA vorzulegen. Es darf der öffentlichen Schmutzwasseranlage nicht zugeführt werden.
Der NUWA ist jederzeit berechtigt, Schmutzwasseruntersuchungen vorzunehmen. Die Kosten für diese Untersuchungen haben die Anschlussnehmer zu tragen, soweit dabei ein Verstoß gegen die Abs. 1 bis 5 festgestellt wird; andernfalls trägt der NUWA die Kosten. Gelangen von einem Grundstück Stoffe oder Schmutzwässer unter Verstoß gegen die Abs. 1 bis 5 in die öffentliche Schmutzwasseranlage, ist der NUWA berechtigt, die dadurch entstehenden Schäden auf Kosten des Anschlussnehmers zu beseitigen.
Der NUWA kann die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um das Einleiten von Schmutzwässern oder das Einbringen von Stoffen zu verhindern, welche die Bedingungen der Abs. 1 bis 5 nicht einhalten. Der NUWA ist insbesondere berechtigt, Auflagen und Bedingungen für eine weitere Benutzung der öffentlichen Schmutzwasseranlage zu erteilen oder die Benutzung ganz, teilweise oder vorübergehend zu untersagen. Die Ausübung des Benutzungsrechtes kann auch untersagt werden, wenn der Benutzungsberechtigte wiederholt gegen Bestimmungen dieser Satzung oder gegen Auflagen verstößt oder Bedingungen des NUWA nicht erfüllt.
Der NUWA kann auf schriftlichen Antrag befristet, unter Bedingungen, Auflagen und unter dem Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs Befreiungen von den Anforderungen der Abs. 2 bis 5 erteilen, wenn sich anderenfalls eine nicht beabsichtigte Härte für den Verpflichteten ergäbe und Gründe des öffentlichen Wohls der Befreiung nicht entgegenstehen. Die Kosten für das Antragsverfahren werden nach Maßgabe der Verwaltungsgebührensatzung des NUWA erhoben.
§7 Ausführung, Betrieb und Unterhaltung der Grundstücksentwässerungsanlagen (1)
Jedes Grundstück, das gemäß dieser Satzung an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage anzuschließen ist, ist vom Grundstückseigentümer mit einer Grundstücksentwässerungsanlage zu versehen, die entsprechend den hierfür geltenden Bestimmungen dieser Satzung, den besonderen Anforderungen des Bau- und Wasserrechts und nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zu errichten, zu betreiben, zu unterhalten und zu ändern ist. Ihr Zustand muss ein sicheres und gefahrloses Entsorgen gewährleisten. Der NUWA kann auf schriftlichen Antrag Ausnahmen für zwei oder mehrere Grundstücke mit einer gemeinsamen Grundstücksentwässerungsanlage zulassen.
Die Grundstücksentwässerungsanlagen und die Zuwegungen sind so zu errichten, dass die Anlagen durch den NUWA und seine Beauftragten entsorgt und überwacht werden können. Die Anlagen müssen frei zugänglich und über eine verkehrssichere Zuwegung für die eingesetzten Entsorgungsfahrzeuge mit einer Achslast von bis zu 12 t erreichbar sein. Ihre Abdeckungen müssen dauerhaft, verkehrssicher und durch eine Person zu öffnen sein. Der Bau der Anlage hat so zu erfolgen, dass eine Schlauchlänge von 10 m nicht überschritten wird. Abflusslose Sammelgruben sind auf ein Nutzvolumen vom mindestens 6 m³ auszulegen. Der dauerhafte Betrieb von abflusslosen Sammelgruben < 6 m³ bedarf einer gesonderten Zustimmung des NUWA.
Entsprechen vorhandene Grundstücksentwässerungsanlagen nicht oder nicht mehr den Anforderungen nach Abs. 1 und 2, so haben sie die Grundstückseigentümer auf eigene Kosten entsprechend anzupassen und in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Für den Umfang der Anpassungs- und Sanierungsmaßnahmen ist der Zeitpunkt der Erstellung der öffentlichen zentralen Schmutzwasseranlage angemessen zu berücksichtigen. Auf Verlangen des NUWA haben die Anschlussnehmer die Erfüllung dieser Bestimmungen nachzuweisen und festgestellte Mängel, die einer ordnungsgemäßen Entsorgung entgegenstehen, auf eigene Kosten umgehend zu beseitigen.
Neu zu errichtende Grundstücksentwässerungsanlagen sind im Rahmen und nach Maßgabe des brandenburgischen Bauordnungsrechts von der zuständigen Bauordnungsbehörde unter Beachtung der Stellungnahme der unteren Wasserbehörde genehmigungspflichtig.
Die Errichtung oder Änderung einer Grundstücksentwässerungsanlage haben die Anschlussnehmer dem NUWA zwei Wochen vor Beginn der Maßnahme schriftlich anzuzeigen. Sofern eine Genehmigungspflicht besteht, sind dem NUWA gleichzeitig die genehmigten Bauunterlagen einzureichen. Der NUWA und seine Beauftragten sind berechtigt, die Arbeiten jederzeit zu überprüfen.
Die Grundstücksentwässerungsanlage ist nach ihrer Errichtung vom Grundstückseigentümer auf eigene Kosten nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik (insbesondere der DIN EN 1610) auf Dichtheit überprüfen zu lassen. Über das Ergebnis der Dichtheitsprüfung ist eine Bescheinigung auszustellen, welche einen Bestandsplan und einen Prüfbericht beinhaltet. Die Bescheinigung ist dem NUWA vorzulegen.
Die Inbetriebnahme der Grundstücksentwässerungsanlage ist dem NUWA durch den Anschlussnehmer binnen eines Monats schriftlich anzuzeigen.
§8 Durchführung der Entsorgung (1)
Die Entsorgung der abflusslosen Sammelgruben und Kleinkläranlagen hat ausschließlich durch den NUWA oder ein vom ihm beauftragtes Entsorgungsunternehmen zu erfolgen. Ein nicht vom NUWA für die Entsorgung zugelassenes Entsorgungsunternehmen darf im Verbandsgebiet des NUWA nicht tätig werden. Die Entsorgung ist unter Beachtung der DIN-Normen, ATV-Standards und Herstellerhinweise durchzuführen und erfolgt nach Bedarf, mindestens jedoch einmal jährlich; sie soll bis zum 31.10. des jeweiligen Jahres vorgenommen sein.
Bei Kleinkläranlagen erfolgt die Entsorgung nach Bedarf, jedoch mindestens einmal jährlich, soweit nicht der Grundstückseigentümer rechtzeitig nachweist, dass nach den einschlägigen technischen Normen (z. B. DIN 4261) eine weniger häufige Entsorgung technisch und rechtlich zulässig und ausreichend ist. Weitergehende rechtliche Verpflichtungen bleiben unberührt.
Die Benutzungsberechtigten haben die Entleerung ihrer Grundstücksentwässerungsanlagen so rechtzeitig beim NUWA zu beantragen, dass die Anlage bis zum Entsorgungstermin noch weiter genutzt werden kann; für eine abflusslose Sammelgrube muss eine Frist von mindestens drei Werktagen bis zum Entsorgungstermin verbleiben. Kann eine erforderliche Entleerung nicht rechtzeitig durchgeführt werden, haben die Benutzungsberechtigten die Schmutzwassereinleitung in die Grundstücksentwässerungsanlage unverzüglich zu unterlassen bzw. zu minimieren. Auch ohne vorherigen Antrag kann der NUWA die Grundstücksentwässerungsanlagen entsorgen, wenn besondere Umstände eine Entsorgung erfordern oder die Voraussetzungen für die Entsorgung vorliegen und ein Antrag auf Entsorgung unterbleibt.
Der NUWA oder der von ihm beauftragte Dritte bestimmt den genauen Zeitpunkt, die Art und Weise und den Umfang der Entsorgung.
Zum Entsorgungstermin haben die Anschlussnehmer die Grundstücksentwässerungsanlage freizulegen und die ungehinderte Zufahrt zu gewähren (§ 7 Abs. 2) sowie das Betreten und Befahren des Grundstücks zum Zwecke der Entsorgung zu ermöglichen. Dazu gehört auch die erforderliche Schnee- und Eisbeseitigung sowie das Abstumpfen der für die Entsorgung benötigten Bereiche bei überfrierender Nässe oder Glätte. Durch den Anschlussnehmer sind die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der NUWA oder der von ihm beauftragte Dritte ungehindert die Grundstücksentwässerungsanlage öffnen kann. Kann der Anlageninhalt zu diesem Termin aus Gründen, die ein Benutzungsberechtigter zu vertreten hat, nicht übernommen werden, sind dem NUWA zusätzlich für jede vergebliche Anfahrt die dadurch entstandenen Aufwendungen zu erstatten.
Die Grundstücksentwässerungsanlage ist durch die Benutzungsberechtigten nach der Entleerung unter Beachtung der Betriebsanleitung, der DIN-Vorschriften und der wasserrechtlichen Erlaubnis wieder in Betrieb zu nehmen.
Der Inhalt der Grundstücksentwässerungsanlagen geht mit der Aufnahme in das Entsorgungsfahrzeug in das Eigentum des NUWA über. Der NUWA ist nicht verpflichtet, darin nach verlorenen Gegenständen zu suchen oder suchen zu lassen. Aufgefundene Wertgegenstände werden als Fundsache behandelt.
§9 Mitteilungs-, Auskunfts- und Anzeigepflichten (1)
Die Grundstückseigentümer haben dem NUWA vorhandene Kleinkläranlagen und abflusslose Sammelgruben anzuzeigen. Die für die Genehmigung derartiger Grundstücksentwässerungsanlagen geltenden baurechtlichen und wasserrechtlichen Vorschriften bleiben unberührt.
Der Anzeige sind die bau- und wasserrechtlichen Genehmigungen, Prüfbescheide und Dichtheitsnachweise beizufügen. Die Information hat sich auf den Rauminhalt der abflusslosen Sammelgrube zu erstrecken. Bei Kleinkläranlagen ist die Bauart, das Fassungsvermögen sowie die Art der Schmutzwasserbehandlung und -einleitung anzugeben.
Die Anschlussnehmer sind darüber hinaus verpflichtet, dem NUWA alle zur Durchführung dieser Satzung erforderlichen Auskünfte unverzüglich zu erteilen, sowie die zum Nachweis erforderlichen Unterlagen zur Einsichtnahme zu überlassen. Kommt ein Anschlussnehmer dieser Pflicht nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig nach, ist der NUWA berechtigt, die erforderlichen Auskünfte und Unterlagen auf Kosten des Anschlussnehmers einzuholen und zu beschaffen.
Jeder Wechsel der Rechtsverhältnisse am Grundstück – auch ohne Eintragung im Grundbuch – ist dem NUWA bzw. dessen Beauftragten sowohl vom bisherigen Pflichtigen als auch vom Rechtsnachfolger innerhalb eines Monats schriftlich anzuzeigen. Dies gilt auch bei Schenkungen und in Erbfällen. Kommt der bisherige Pflichtige dieser Verpflichtung nicht, nicht richtig oder nicht fristgerecht nach, haftet er bis zum Eingang der Anzeige des Wechsels beim NUWA bzw. dessen Beauftragten gesamtschuldnerisch neben dem Rechtsnachfolger.
Die Benutzungsberechtigten haben Betriebsstörungen oder Mängel an der Grundstücksentwässerungsanlage dem NUWA unverzüglich mündlich oder fernmündlich – anschließend zudem schriftlich – mitzuteilen.
Gelangen gefährliche oder schädliche Stoffe in eine der öffentlichen Schmutzwasseranlagen, so ist der NUWA unverzüglich zu unterrichten.
Entfallen für das Grundstück die Voraussetzungen des Anschlusszwangs (§ 4), so hat der Grundstückseigentümer dies dem NUWA unverzüglich schriftlich mitzuteilen.
§ 10 Kontrolle der Grundstücksentwässerungsanlagen und Betretungsrechte (1)
Der NUWA und dessen Beauftragte können nach vorheriger Anmeldung an Ort und Stelle ermitteln. Die nach § 9 zur Auskunft verpflichteten Personen haben dies zu ermöglichen und in dem erforderlichen Umfang zu unterstützen. Die Pflichtigen haben den mit einem Ausweis versehenen Mitarbeitern oder Beauftragten des NUWA den ungehinderten Zutritt zu den in Frage kommenden Teilen des Grundstücks, den Grundstücksentwässerungsanlagen und allen Schmutzwasseranfallstellen zu gewähren und hierzu insbesondere auch das Betreten und Befahren des Grundstücks zu dulden. Zur Beseitigung von Störungen und Mängeln ist der sofortige und ungehinderte Zutritt zu gewähren. Die Mitarbeiter oder Beauftragten des NUWA sind berechtigt, notwendige Maßnahmen anzuordnen. Die Kosten hierfür tragen die Grundstückseigentümer; für deren Erhebung gilt die Verwaltungsgebührensatzung des NUWA.
Alle Teile der Grundstücksentwässerungsanlage müssen jederzeit zugänglich sein. Revisionsöffnungen und Schachtdeckel sind nicht zu verdecken oder zu verschütten.
Bereits bestehende und noch nicht nach § 7 Abs. 6 überprüfte Grundstücksentwässerungsanlagen sind bei einer Änderung der Anlage, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2015 vom Grundstückseigentümer auf eigene Kosten gemäß DIN EN 1610 bzw. DIN 1986 Teil 30 durch einen nachgewiesen Sachkundigen auf Dichtheit überprüfen zu lassen. Führen Grundstücksentwässerungsanlagen auch über fremde Grundstücke, so ist derjenige zur Dichtheitsprüfung verpflichtet, dessen Schmutzwasser durchgeleitet wird. Die Eigentümer und Berechtigten der Grundstücke, in denen Leitungen verlaufen, haben die Dichtheitsprüfungen und damit einhergehende Maßnahmen zu dulden. Die Dichtheitsprüfungen nach § 7 Abs. 6 bzw. nach Satz 1 sind in Abständen von höchstens zwanzig Jahren zu wiederholen. Die Bescheinigung über das Ergebnis der Prüfung ist von den Eigentümern aufzubewahren und dem NUWA auf Verlangen vorzulegen.
Abweichend von Abs. 3 Satz 1 sind noch nicht nach § 7 Abs. 6 überprüfte Grundstücksentwässerungsanlagen spätestens bis zum 31. Dezember 2010 überprüfen zu lassen, soweit sie sich auf Grundstücken in Wasserschutzgebieten der Schutzzonen II, III oder III A befinden oder wenn sie der Ableitung gewerblichen bzw. industriellen Schmutzwassers dienen. Die Dichtheitsprüfungen dieser Grundstücksentwässerungsanlagen sind abweichend von Abs. 3 Satz 4 in Abständen von höchstens fünf Jahren zu wiederholen.
Bei begründeten Zweifeln an der Funktionsfähigkeit oder Dichtheit der Grundstücksentwässerungsanlage ist der NUWA berechtigt, eine Dichtheitsprüfung bereits vor Ablauf der in Abs. 3 und Abs. 4 genannten Fristen zu fordern. Der NUWA setzt dem Grundstückseigentümer zu deren Durchführung eine angemessene Frist. Wird bei dieser Überprüfung die Dichtheit der Grundstücksentwässerungsanlage nachgewiesen, trägt der NUWA die Kosten der Überprüfung, andernfalls verbleibt es bei der Kostentragungspflicht des Grundstückseigentümers.
§ 11 Haftung (1)
Die Anschlussnehmer haften für Schäden in Folge unsachgemäßer Benutzung oder mangelhaften Zustands ihrer Grundstücksentwässerungsanlagen oder deren Zuwegungen sowie für Schäden in Folge einer nicht rechtzeitigen Anzeige einer erforderlichen Entsorgung oder einer nicht rechtzeitigen Benachrichtigung über eine nicht erfolgte Entsorgung. In gleichem Umfang haben sie den NUWA und die vom ihm Beauftragten von Ersatzansprüchen freizustellen, die Dritte wegen solcher Schäden geltend machen.
Kommt ein Benutzungsberechtigter seinen Verpflichtungen aus dieser Satzung nicht, nicht rechtzeitig oder nicht ausreichend nach und ergeben sich hieraus für den NUWA Mehraufwendungen oder zusätzliche bzw. besondere Leistungen, ist der Benutzungsberechtigte zum Ersatz verpflichtet. Mehrere Verpflichtete haften als Gesamtschuldner.
Kann die in dieser Satzung vorgesehene Entsorgung wegen Betriebsstörungen, unabwendbarer Naturereignisse, insbesondere Hochwasser, Frost, Schneeschmelze oder überdurchschnittlich hohe Niederschläge usw., oder wegen höherer Gewalt, Streik oder ähnlicher Gründe sowie wegen behördlicher Anordnungen nicht oder nicht rechtzeitig durchgeführt werden, haben die Benutzungsberechtigten keinen Anspruch auf Schadensersatz oder Ermäßigung der Benutzungsgebühren.
Im Übrigen haftet der NUWA für etwaige Schäden, die unverzüglich anzuzeigen sind, für sich und seine Erfüllungsgehilfen – gleich aus welchem Rechtsgrund, einschließlich unerlaubter Handlung – nur dann, wenn einer Person, deren sich der NUWA zur Erfüllung seiner Aufgaben und Pflichten bedient, Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt.
§ 12 Sondervereinbarungen (1)
Ist der Grundstückseigentümer oder sonstige Berechtigte und Verpflichtete nach dieser Satzung nicht zum Anschluss oder zur Benutzung berechtigt oder verpflichtet, so kann der NUWA durch Vereinbarung ein besonderes Benutzungsverhältnis begründen.
Für dieses Benutzungsverhältnis gelten die Bestimmungen dieser Satzung sowie dessen sonstiges Ortsrecht entsprechend. Abweichend davon kann in der Sondervereinbarung anderes bestimmt werden, wenn dies sachgerecht oder im öffentlichen Interesse erforderlich ist.
§ 13 Ordnungswidrigkeiten (1)
Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig seinen Mitteilungs-, Auskunfts-, Anzeigepflicht oder Benachrichtigungspflichten aus § 6 Abs. 4, § 7 Abs. 5 oder Abs. 7, § 8 Abs. 3 oder § 9 dieser Satzung nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig nachkommt. Ordnungswidrig handelt auch, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer aufgrund dieser Satzung ergangenen vollziehbaren Anordnung zuwiderhandelt. Ordnungswidrig handelt ferner, wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen a) § 4 Abs. 1 sein Grundstück nicht oder nicht rechtzeitig an die dezentrale öffentliche Schmutzwasseranlage anschließen lässt; b) § 4 Abs. 2 nicht alles auf dem Grundstück anfallende Schmutzwasser der abflusslosen Sammelgrube oder Kleinkläranlage zuleitet; c) § 4 Abs. 2 nicht den gesamten Anlageninhalt ausschließlich dem NUWA überlässt oder die Grundstücksentwässerungsanlage nicht ausschließlich durch den NUWA oder seine Beauftragten entsorgen lässt; d) § 4 Abs. 3 oder § 6 der Grundstücksentwässerungsanlage Schmutzwasser zuführt, zu dessen Aufnahme sie bestimmungsgemäß nicht geeignet oder vorgesehen ist, Schmutzwasser oder Stoffe einleitet, die einem Einleitverbot unterliegen oder Schmutzwasser einleitet, das einen vorgegebenen Grenzwert bzw. eine Höchstkonzentration nach Anlage 1 überschreitet; e) § 4 Abs. 4 Überprüfungen nicht duldet oder nicht unterstützt; f) § 4 Abs. 5 die abflusslose Sammelgrube oder Kleinkläranlage nicht unverzüglich außer Betrieb setzt, sobald das Grundstück an die zentrale öffentliche Abwasserbehandlungsanlage angeschlossen ist; g) § 5 oder § 6 Abs.8 den mit einer erteilten Befreiung, Teilbefreiung oder Genehmigung festgelegten Bedingungen oder Auflagen zuwider handelt; h) § 7 Abs. 1 die Grundstücksentwässerungsanlage nicht nach den Bestimmungen dieser Satzung oder nicht nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet, betreibt, unterhält oder ändert; i) § 7 Abs. 2 bei der Errichtung einer abflusslosen Sammelgrube das festgelegte Nutzvolumen nicht einhält; j) § 7 Abs. 3 Mängel nicht auf Verlangen des NUWA beseitigt; Seite 11 von 15
k) § 8 Abs. 1 im Verbandsgebiet des NUWA als Entsorgungsunternehmen tätig wird, ohne vom NUWA dafür zugelassen zu sein; l) § 8 Abs. 1 oder Abs. 2 seine Grundstücksentwässerungsanlage nicht mindestens einmal jährlich durch den NUWA oder ein von ihm beauftragtes Entsorgungsunternehmen entsorgen lässt; m) § 8 Abs. 3 eine notwendige Entleerung seiner Grundstücksentwässerungsanlage nicht oder nicht rechtzeitig beantragt; n) § 8 Abs. 5 oder § 10 Abs. 1 den Mitarbeitern oder Beauftragten des NUWA nicht ungehindert Zutritt zur Grundstücksentwässerungsanlage und allen Schmutzwasseranfallstellen gewährt, insbesondere das Betreten oder Befahren des Grundstücks nicht ermöglicht oder nicht duldet; o) § 8 Abs. 6 die Grundstücksentwässerungsanlage nicht wieder in Betrieb nimmt; p) § 9 Abs. 3 die zum Nachweis erforderlichen Unterlagen nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig zur Einsichtnahme zu überlässt; q) § 10 seine Grundstücksentwässerungsanlage nicht, nicht innerhalb der dort genannten Fristen oder nicht innerhalb der vom NUWA gesetzten (§ 10 Abs. 5) Frist nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik auf Dichtheit überprüfen lässt oder die Bescheinigung über das Ergebnis der Prüfung dem NUWA nicht auf Verlangen vorlegt; r) § 10 Abs. 1 Ermittlungen des NUWA oder dessen Beauftragter nicht ermöglicht oder nicht in dem erforderlichen Umfang unterstützt; (2)
Die Ordnungswidrigkeiten können in den Fällen des Abs. 1 Satz 1 mit einer Geldbuße bis zu 10.000,00 € und in allen übrigen Fällen mit einer Geldbuße bis zu 50.000,00 € geahndet werden. Die Geldbuße soll den wirtschaftlichen Vorteil, den der Täter aus der Ordnungswidrigkeit gezogen hat, übersteigen. Reicht der in Satz 1 genannte Betrag hierzu nicht aus, so kann er überschritten werden.
Für das Verfahren gelten die Vorschriften des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) in der jeweils geltenden Fassung. Zuständige Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 OWiG ist der Verbandsvorsteher des NUWA.
§ 14 Gebühren, Vergütung zusätzlicher Leistungen (1)
Für die Benutzung der dezentralen öffentlichen Schmutzwasseranlage sowie Vorhalteleistungen des NUWA werden Gebühren erhoben. Diese werden in einer Gebührensatzung geregelt.
Die Vergütung zusätzlicher und besonderer Leistungen sowie Mehraufwendungen des NUWA und seiner Beauftragten wird ebenfalls in der Gebührensatzung geregelt.
Für die Verwaltungshandlungen des NUWA nach dieser Satzung, insbesondere für Anschluss- und Benutzungsverfügungen sowie für Genehmigungen und die Bearbeitung von Befreiungsanträgen, werden Verwaltungsgebühren auf Grundlage einer gesonderten Verwaltungsgebührensatzung erhoben.
§ 15 Anordnungen für den Einzelfall, Verwaltungszwang (1)
Der NUWA kann zur Durchführung der nach dieser Satzung bestehenden Verpflichtungen Anordnungen für den Einzelfall treffen. Seite 12 von 15
Für den Fall, dass die Vorschriften dieser Satzung nicht befolgt werden oder gegen sie verstoßen wird, können durch den NUWA nach Maßgabe des Verwaltungsvollstreckungsgesetzes für das Land Brandenburg (VwVGBbg) in der jeweils geltenden Fassung sowie des Ordnungsbehördengesetzes (OBG) Handlungen, Duldungen oder Unterlassungen im Wege des Verwaltungszwangsverfahrens durchgesetzt werden.
§ 16 Inkrafttreten Diese Satzung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Prenzlau, den 18.02.2010
Einleitung von Schmutzwasser ist nicht zulässig, wenn folgende Grenzwerte überschritten werden: 1. Allgemeine Parameter a) CSB b) Temperatur c) pH-Wert d) Absetzbare Stoffe - nach 0,5 Stunden Absetzzeit e) Leitfähigkeit 2. Schwerflüchtige lipophile Stoffe (nach DIN 38409 Teil 17)
9.000 35 6,5 - 9,0 200 4.000
mg/l °C ml/l µS/cm
3. Kohlenwasserstoffe 50 mg/l a) direkt abscheidbar (DIN 38409 Teil 19) 50 mg/l b) Kohlenwasserstoffe, gesamt (DIN 38409 Teil 18) 20 mg/l c) adsorbierbare organische Halogenverbindungen (AOX) 0,5 mg/l d) Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) als Summe aus Trichlorethen, Tetrachlorethen,1,-1-,1-Trichlorethan, Dichlormethan, gerechnet als Chlor (Cl) 0,5 mg/l 4. Organische halogenfreie Lösungsmittel Mit Wasser ganz oder teilweise mischbar und biologisch abbaubar: 5. Anorganische Stoffe (gelöst und ungelöst) a) Antimon b) Arsen c) Barium d) Blei e) Cadmium f) Chrom g) Chrom-VI h) Kobalt i) Kupfer j) Nickel k) Selen l) Silber m) Quecksilber n) Zinn o) Zink 6. Anorganische Stoffe (gelöst) a) Stickstoff aus Ammonium und Ammoniak b) Stickstoff aus Nitrit c) Cyanid, gesamt d) Cyanid, leicht freisetzbar e) Sulfat f) Sulfid g) Fluorid h) Phosphorverbindungen 7. Organische Stoffe a) wasserdampfflüchtige halogenfreie Phenole
(Sb) (As) (Ba) (Pb) (Cd) (Cr) (Cr) (Co) (Cu) (Ni) (Se) (Ag) (Hg) (Sn) (Zn)
0,5 0,5 5,0 1,0 0,3 1,0 0,2 2,0 0,5 1,0 1,0 0,5 0,05 5,0 5,0
(NH4+N+NH3-N) (NO2-N) (CN)
200 10 20 1 600 2 50 70
b) Farbstoffe nur in einer so geringen Konzentration, dass der Vorfluter nach Einleitung des Ablaufs einer mechanisch-biologischen Kläranlage visuell nicht mehr gefärbt erscheint. 8. Spontan Sauerstoff verbrauchende Stoffe
9. PFT – Perfluorierte Tenside 300 ng/l Summe aus Einzelsubstanzen Perfluoroctansulfonsäure – PFOS und Perfluoroctansäure – PFOA Höhere Konzentrationen im Schmutzwasser bedürfen einer Vorbehandlung oder bei der Einleitung in die öffentliche Schmutzwasseranlage der einzelvertraglichen Regelung mit dem NUWA.
Report "(Schmutzwasserbeseitigungssatzung mobil)"

References: §1
 §2
 §3
 §4
 §5
 §6
 §7
 §8
 §9
 § 10
 § 11
 § 12
 § 13
 § 14
 § 15
 § 16

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 § 36

§ 14

§ 15

§ 16