Source: http://tenhumbergreinhard.de/1933-1945-lager-1/1933-1945-lager-m/mauthausen.html
Timestamp: 2018-04-22 20:06:51+00:00

Document:
Sklavenarbeit in Mauthausen
Errichtung der Gaskammer und der Tötungsvorgang
Über den Bau der Gaskammer in Mauthausen und den Vorgang der Tötung durch Giftgas liegen Aussagen von beteiligten SS-Angehörigen und ehemaligen Häftlingen vor, die insbesondere im Strafverfahren beim Landgericht Hagen gegen Fassel und Roth gemacht wurden. Demnach wurde noch 1941 unter strengster Geheimhaltung mit dem Bau der Gaskammer im Keller zwischen Bunker und dem neuen Reviergebäude begonnen, unmittelbar angrenzend an den Exekutionsraum und unweit des zu dieser Zeit einzigen Krematoriumsofens unter dem Bunkergebäude, ein fensterloser Raum von ca. 3,80 m Länge und ca. 3,50 m Breite, zum Teil verfliest, mit zwei luftdicht abschließenden Türen, einem Heizaggregat, funktionierenden Duschköpfen und einer Abluftventilationsanlage, deren Verschluss von außen zu bedienen war. Aus einem angrenzenden kleinen Raum, Gaszelle genannt, in dem sich ein gasdicht verschließbarer Gaseinfüllapparat mit Gebläse befand, wurde das Gas durch ein Rohr eingeblasen, das an der Wandseite, also nicht sichtbar, einen etwa einen Meter langen Schlitz hatte.
Stand eine Vergasung an, so wurden die Schlüssel entweder von einem SS-Angehörigen der Dienststelle des Standortarztes dem Angeklagten Roth gebracht oder dieser holte sie selbst dort ab. Sodann befahl Roth einem der ihm unterstellten Häftlinge des Krematoriumskommandos, zumeist dem Zeugen Kanduth, einen Ziegelstein im Krematoriumsofen heiß zu machen. Den heißen Ziegelstein trug Roth auf einer Schaufel in die Gaszelle und legte ihn dort in das Gaseinfüllgerät, welches aus einem eisernen Kasten mit einem abnehmbaren Deckel bestand, der mittels Flügelschrauben und einer Abdichtung luftdicht verschlossen werden konnte. Der eingeführte heiße Ziegelstein diente dazu, das später eingefüllte, an Papierschnitzel gebundene Giftgas durch die aufsteigende Hitze schneller zu entbinden. In der Zwischenzeit wurden die Opfer über den Bunkerhof durch den Delinquenteneingang in den Umkleideraum der Vergasungsanlage geführt, wo sie sich zu entkleiden hatten. Danach mußten sie den nächsten Raum betreten, in dem mehrere SS-Dienstgrade standen, die weiße Ärztekittel trugen. Sie steckten den Opfern einen Holzspachtel in den Mund, um festzustellen, ob Goldzähne vorhanden waren War dies der Fall, erhielt der betreffende Häftling mit Farbstoff ein Kreuz auf die Brust oder auf den Rücken. Sodann wurden die Opfer durch den Geräteraum an der Gaszelle vorbei in die gekachelte, mit einer Brauseanlage versehene Gaskammer geführt. Hierbei wurde ihnen von SS-Angehörigen meist ausdrücklich erklärt, sie sollten jetzt geduscht werden. Um die Täuschung noch zu verstärken, wurden ihnen bevor sie die Gaskammer betraten, gelegentlich auch Seife und ein Handtuch ausgehändigt. In jedem Fall hatten die Opfer aufgrund der gesamten Umstände den Eindruck, als würden sie tatsächlich geduscht. Die Beweisaufnahme hat keinen Fall erbracht, daß die SS-Angehörigen hierbei einmal Zwang anwenden mußten. Da die Gaskammer nur die Ausmaße von 3, 50 m x 3,80 m hatte, also nur 13,30 qm groß war, die Gruppen der zu vergasenden Opfer aber vielfach zwischen 50 und 100 Personen zählten, mußten die Häftlinge zusammengepfercht werden, damit die zum Geräteraum offene Tür - die zur Genickschußhalle führende Tür der Gaskammer blieb ohnehin bis zum Ende einer Aktion zu - geschlossen werden konnte.
In der Zwischenzeit - entweder vor oder nach dem Hineinführen der Opfer in die Gaskammer - brachte der Lagerapotheker oder ein anderer dort tätiger SS-Mann das für die Vergasung bestimmte, in verschlossenen Dosen befindliche Giftgas Zyklon B. Je nach Größe der zu vergasenden Häftlingsgruppe wurde sodann in der Gaszelle eine oder auch zwei Dosen geöffnet und das in Papierschnitzel oder Filzdeckel gebundene Gas in das durch den zuvor hineingelegten Ziegelstein schon vorgewärmte Gaseinfüllgerät geschüttet. Nach Verschrauben des Deckels wurde ein ebenfalls in der Gaszelle angebrachter Ventilator eingeschaltet, der das Gas durch das Zuleitungsrohr in die Gaskammer drückte. Der Tod der jetzt das Giftgas einatmenden Opfer trat nicht schlagartig ein; er wurde vielmehr langsam und sehr qualvoll herbeigeführt.
Der eigentliche Tötungsvorgang dauerte bis zu 5 Minuten, bei einzelnen Aktionen sogar noch länger. Während dieser Zeit krümmten sich die schreienden Opfer und schlugen auch gegen die Gaskammertüren, bis sie, soweit überhaupt Platz vorhanden war, zusammenbrachen. Etwa 15 Minuten nach dem Einströmen des Gases in die Gaskammer überzeugte sich der Angeklagte Roth mit einem Blick durch das in der einen Tür befindliche Guckloch, daß sich kein Opfer in der Gaskammer mehr regte, und schaltete sodann den in dem Vorraum zwischen Umkleide- und Geräteraum angebrachten Ventilator ein, der das Gas durch einen Kamin aus der Gaskammer nach draußen absaugte. Dieser Entlüftungsvorgang dauerte bis zu drei Stunden. Anschließend öffnete Roth beide Türen der Gaskammer, in die er zunächst vorsichtig einen besonders präparierten Papierstreifen hineinhielt, um festzustellen, ob der Raum gasfrei war, und befahl dann den ihm unterstellten Häftlingen, die Leichen in den Kühlraum des Krematoriums zu schaffen. War die Gaskammer geräumt, mußten die dem Angeklagten unterstellten Häftlinge auf seinen Befehl die gesamte Vergasungsanlage reinigen und mit einem Desinfektionsmittel desinfizieren. Bevor die Leichen verbrannt wurden, wurde den Opfern weiblichen Geschlechts das lange Haupthaar geschoren und allen mit einem Farbkreuz versehenen Leichen die Goldzähne von SS-Lagerärzten gezogen.“
Quelle: Strafverfahren beim Landgericht Hagen gegen Fassel und Roth
Funkiontshäftlinge
Schreiber im Hauptlager
Pospischill Franz
Meixner Rudolf
I.Lagerschreiber
Durch geschickte Machenschaften gelang es Leitzinger schnell, die Häftlinge verschiedener Nationalitäten in Konflikt zu bringen, und somit innerhalb der Häftlingsgesellschaft eine solch überlegene Position einzunehmen, dass er der „König von Mauthausen“ genannt wurde.
II. Lagerschreiber
Er wurde 1941 wegen Widerstandstätigkeit verhaftet. Nach einem Jahr Haft wurde er im Herbst 1942 nach Mauthausen deportiert. Als 2. Lagerschreiber war er hier unmittelbarer Zeuge der Verbrechen von Mauthausen. Nach dem Krieg war er der Verantwortliche des Bundesministeriums für Inneres für die Gedenkstätte Konzentrationslager Mauthausen
Pany Kunes
Im Sommer 1943 ersetzt der tschechische, kommunistische Gewerkschaftler Kunes Pany den „kriminellen“ Häftling Karl Weber, der nach dem Loibl-Pass überstellt wurde
Blockältester Block 22
Hrbek Franz
Asoziale, Deutsche und Österreicher, etwa
Wehrmachts-Angehörige
Holländer, vorwiegend jüdische Häftlinge
Homosexuelle-DR
Kriminelle: BVer
Kriminelle: SVer
Polen, darunter ca. 7000 polnische Juden
SU-Kriegsgefangene (mit den K-Häftlingen)
UdSSR-Bürger, als Zivilarbeiter geführt
Ungarn, vorwiegend Juden, registriert
Ungarn, vorwiegend Juden, nicht registriert
USA-Staatsbürger
Transport u. Aufnahmeformalitäten
Mord an norwegische Studenten
Bericht eines SS-Mannes
Gestern kamen zwanzig norwegische Studentinnen und Studenten im Alter von 14 bis 18 Jahren. Ich hatte Dienst. Zuerst wurden sie verhört, dann mussten sie sich im Kreis aufstellen. Der Hauptscharrführer kam und setzte einem nach dem anderen einen Elektroapparat an die Schläfe. Sie fielen tot um. Ein ganz junges hübsches Mädchen sah, dass sie an der Reihe war und rutschte auf den Knien zu dem SS-Mann und bat um ihr Leben. Sie sagte: „Ich möchte so gerne meine Eltern und meine Heimat wieder sehen, bitte, lassen Sie mich leben.“ Der SS-Mann gab ihr einen Fußtritt. Noch mal versuchte sie an ihn heranzukommen um ihn umzustimmen, aber vergebens. Er setzte auch ihr den Apparat an, und sie fiel tot um.“ Ich konnte dieses Erlebnis nicht verkraften.
Kugelerlaß
Diese Verordnung war als der »Kugelerlaß« bekannt. Kriegsgefangene, die in diese Kategorie »K« fielen und nach Mauthausen gebracht würden, wurden hingerichtet.
Betr.: Überstellung von Kriegsgefangenen an die Geheime Staatspolizei. In der Anlage wird die Bezugsverfügung 1) übersandt.
Für die Überstellung an die Gestapo ergeht nachstehende zusammenfassende Regelung:
1. a) Entsprechend den Bezugsverfügungen 2) und 3) hat der Lagerkommandant sowj. Kgf. bei Straftaten der Geheimen Staatspolizei zu überstellen und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen, wenn er nicht die Überzeugung gewinnt, daß seine Disziplinbefugnisse zur Sühnung der begangenen Straftaten ausreichen. Tatbericht entfällt.
b) Wiederergriffene sowj. Kgf. sind zunächst der nächsten Polizeidienststelle zur Feststellung zu übergeben, ob während der Flucht Straftaten be gangen worden sind. Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft erfolgt auf Antrag der Polizeidienststelle. (Abschn. A 6 der Bezugsverfügung 4) betr. Zusammenfassung aller Bestimmungen über den Arbeitseinsatz wiederergriffener und arbeitsverweigernder Kr.Gef.)
c) Wiederergriffene Kgf. sowj. Offz. sind der Gestapo zu übergeben und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen. (Abschn. A 1 der Bezugsverfügung 4.)
d) Arbeitsverweigernde und solche Kgf. sowj. Offz., die sich hetzerisch hervortun und dadurch nachteilig auf die Arbeitswilligkeit der übrigen sowj. Kgf. einwirken, sind von dem für sie zuständigen Stalag der nächsten Staatspolizeistelle zu übergeben und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen. (Abschn. C 1 der Bez. Verfg. 4 und Bez. Verfg. 5.)
e) Arbeitsverweigernde sowj. Kgf. Mannschaften als Rädelsführer und solche, die sich hetzerisch hervortun und dadurch [290] nachteilig auf die Arbeitswilligkeit der übrigen Kgf. einwirken, sind der nächsten Staatspolizeistelle zu übergeben und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen. (Abschn. C 2 der Bez. Verfg. 4.)
f) Sowj. Kgf. (Mannschaften und Offz.), die hinsichtlich ihrer politischen Einstellung vom Einsatzkdo. der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes ausgesondert wurden, sind vom Lagerkommandanten auf Ersuchen dem Einsatzkdo. zu überstellen und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen. (Bez. Verfg. 6.)
g) 1. Poln. Kgf. sind bei nachweislichen Sabotageakten an die nächste Staatspolizeistelle zu übergeben und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen. Entscheidung trifft der Lagerkommandant. Tatbericht entfällt. (Bez. Verf. 7.)
2. Einer Meldung von der Überstellung und der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft bei den unter Ziffer 1) dieser Verfügung genannten Fällen an Wkdo. VI, Abt. Kgf., bedarf es nicht.
3. Kgf. aller Nationen sind an die Geheime Staatspolizei zu überstellen und aus der Kriegsgefangenschaft zu entlassen, wenn hierzu ein besonderer Befehl des OKW oder Wkdo. VI, Abt. Kgf., ergeht.
4. Kgf., die der Teilnahme an illegalen Organisationen und Widerstandsbewegungen verdächtig sind, sind der Gestapo auf Antrag zu Vernehmungszwecken zu überlassen. Sie bleiben Kgf. und sind als solche zu behandeln. Die Überstellung an die Gestapo und ihre Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft hat nur auf Befehl des OKW oder des Wkdo. VI, Abt. Kgf., zu erfolgen.
Bei franz. und belg. Kriegsgef. und ital. Mil. Inter. ist vor Übergabe an die Gestapo zu Vernehmungszwecken – ggf. fernmündlich – die Zustimmung des Wehrkreiskdo. VI, Abteilung Kgf., einzuholen.
Am 16. Mai 1938 nahm die SS den Steinbruch Mauthausen mit 30 Zivilarbeitern in Betrieb.
Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen begann mit der Gründung einer GmbH durch die SS.
Am 29. April 1938, kurz nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich, wurde in Berlin die „Deutsche Erd- und Steinwerke, GmbH“ (DEST) gegründet. Für die DEST war es seit ihrer Gründung von Vorteil, dass die Hauptverwaltung aller Konzentrationslager bis zum 16. März 1942 erst beim SS-FHA („SS-Führungshauptamt“) und ab dem 19. März 1942 beim WVHA („SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt“) lag, einem der Hauptämter der SS.
Am 18. August 1938 fand die endgültige Übergabe der Steinbrüche an die DEST statt.
Häftlingsstand Hauptlager mit allen Außenlagern
Am 27.09.1939 trifft ein Transport mit ? "Häftlingen" (die genaue Anzahl ist nicht bekannt) vom KL Dachau kommend im KL Mauthausen ein.
Am 15.04.1940 treffen mit einem Transport 300 „Häftlinge“ aus dem Konzentrationslager Buchenwald im Konzentrationslager Mauthausen ein. Von den 300 Männern sind 27 „Vorbeugehäftlinge“, 27 „Homosexuelle“, 89 „Arbeitsscheue Reich“, 1 „Wehrmachtsangehöriger“, 13 „Wehrunwürdige“ und 143 „Polen“.
Den ersten Krematoriumsofen in Mauthausen, der ab 5. Mai 1940 verwendet wurde, lieferte die Firma Kori. Im Untergeschoß des Lagergefängnisses entstand ein eigener Krematoriumsbereich mit einem stationären koksbetriebenen Einmuffelofen, Kokskeller, Leichenkühlraum, Sezierraum und Personalräumen.
Am 25. Juli 1940 kündigte Topf & Söhne der Bauleitung in Mauthausen die Lieferung fahrbarer
Verbrennungsanlagen an. Für den Fall, dass der Ofen in Gusen sehr dringend benötigt würde, schlug die Firma der Bauleitung einen Tausch mit dem bereits hergestellten identischen Krematoriumsofen des KL Dachau vor, der wegen Ölmangels dort nicht in Betrieb gehen konnte. In Dachau sollte stattdessen ein koksbeheizter Ofen gebaut werden.
etwa 15 900 Häftlinge
am 10.03.1941 treffen mit einem Transport 150 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau im Konzentrationslager Mauthausen ein
am 22.06.1941 treffen mit einem Transport 42 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau im Konzentrationslager Mauthausen ein
am 27.06.1941 treffen mit einem Transport 5 "Häftlinge" aus dem KL Auschwitz im KL Mauthausen ein. In dem Transport befindet sich der am 04.01.1899 geborene "Häftling" Bicz Boleslaw (Häftlingsnummer 1471). Bicz steht im Verdacht am 06.07.1940 dem "Häftling" Wiejowski Tadeusz bei seiner Flucht geholfen zu haben.
Schreiben des Gendarmerieposten Mauthausen an den Landrat des Kreises Perg.
Die Landwirtin Eleonore Gusenbauer erstattet folgende Anzeige
Im Konzentrationslager Mauthausen werden auf der Arbeitsstätte im Wienergraben wiederholt Häftlinge erschossen, von denen die schlecht getroffenen noch längere Zeit leben und so neben den Toten Stunden und sogar Halbtage lang liegen bleiben.
Mein Anwesen liegt auf einer Anhöhe nächst dem Wienergraben und so ist man oft ungewollt Zeuge von solchen Untaten. Ich bin ohnehin kränklich und solches Ansehen nimmt meine Nerven derart in Anspruch, dass ich dies nicht auf die Dauer ertragen kann. Ich bitte um Veranlassung, dass solche unmenschlichen Handlungen unterbleiben bzw. dort gemacht werden, wo man es nicht sieht.
11 135 Häftlinge
am 11.02.1942 treffen mit einem Transport 168 "Häftlinge" (darunter 11 Polen) vom Konzentrationslager Dachau im Konzentrationslager Mauthausen ein
am 16.02.1942 treffen mit einem Transport 41 "Häftlinge" (darunter 6 Polen) vom Konzentrationslager Dachau im Konzentrationslager Mauthausen ein
vier slowenische Frauen werden gemeinsam mit 48 männlichen Häftlingen im Lager erschossen. Diese Frauen sind die ersten belegbaren weiblichen Häftlinge in Mauthausen. Sie wurden der Zugehörigkeit zu jugoslawischen PartisanInnen beschuldigt und als Geiseln erschossen.
Am 09.05.1942 werden 208 sowjetische Kriegsgefangene vergast
am 05.06.1942 treffen mit einem Transport 93 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Dachau im Konzentrationslager Mauthausen ein
Am 27.08.1942 werden mit einem Transport 2 "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Mauthausen zum Konzentrationslager Auschwitz überstellt. Die beiden "Häftlinge" werden mit den Häftlingsnummern 61836 u. 61837 ins KL übernommen.
Auf Befehl des SS-Reichsführers Heinrich Himmler wurden nach Aussage des Kriminalrats Heinz Pannwitz 261 Angehörige und Freunde der Bewohner von Lidice am 24. Oktober 1942 im Konzentrationslager Mauthausen vergast, darunter 130 Frauen und viele Kinder.
Eine Augenärztin soll den verletzten Attentäter Kubiš behandelt haben und ein 14-jähriges Mädchen wurde der Fluchthilfe beschuldigt (sie hätte angeblich das Fluchtfahrrad eines Attentäters beseitigt).
Sie sind in Gruppen hintereinander, die Frauen von den Männern getrennt, in der Gasanlage durch Gas getötet worden.
Die Tschechen wurden einige Tage vor ihrer Tötung in Zivilkleidung in das KL Mauthausen eingeliefert und zum größten Teil, insbesondere die Frauen, von denen einige schwanger waren, im Bunker untergebracht.
Als sie am Tage der Exekution gruppenweise zunächst in den Umkleideraum und danach in den dahinter liegenden Vorraum der Gasanlage geführt und hier von SS-Angehörigen in weißen Ärztekitteln auf Goldzähne hin untersucht wurden, waren sie völlig ahnungslos. Sie gingen deshalb teilweise sogar lachend und in jedem Fall im Glauben, jetzt geduscht zu werden, in die Gaskammer. Nur eine Gruppe erkannte im letzten Augenblick, als die Tür zur Gaskammer gerade geschlossen war, weshalb man sie wirklich hierher gebracht hatte, und brachte diese Kenntnis durch die Rufe ,Meuchelmörder’ und durch gleichzeitiges verzweifeltes Schlagen gegen die Gaskammertüren zum Ausdruck. Die gesamte Tötungsaktion dauerte weit über 24 Stunden. Nach Abschluß der Vergasung und nach Verbringen aller Leichen in den Leichenkühlraum wurden den Leichen, die Farbkreuze auf der Brust oder dem Rücken aufwiesen, die Goldzähne ausgebrochen und den weiblichen Opfern das lange Haupthaar geschoren. Die Vergasungsaktion war wegen der Vielzahl der Opfer und der langen Dauer ihrer Durchführung selbst für die im Umgang mit Leichen schon abgestumpften Häftlinge des Leichenträger- und Krematoriumskommandos besonders schrecklich.“
Am Abend des 10.06.1942 erreicht ein Transport mit 850 Polen, 100 Tschechen (Klassifiziert als Strafgefangene "BV") u. 50 Deutsche u. Russen vom KL Auschwitz kommend das KL Mauthausen
Die ersten Zwangsprostituierten für die Häftlingsbordelle in Mauthausen und Gusen treffen aus Ravensbrück. Diese Häftlingsfrauen bleiben bis zur Errichtung des Frauenkonzentrationslagers Mauthausen (F-KLM) dem KL Ravensbrück zugeteilt und hatten eine Ravensbrücker Häftlingsnummer. Erst am 15.09.1944 wurden sie, gemeinsam mit den anderen Frauen aus den Ravensbrücker Nebenlagern in Österreich, in den Häftlingsstand von Mauthausen übernommen und bekamen eine Mauthausen Nummer zugeteilt.
am 08.07.1942 treffen mit einem Transport 700 "Häftlinge" aus dem KL Auschwitz im KL Mauthausen ein
Am 19.09.1942 trifft mit einem Transport der am 05.04.1877 in Frankenreuth / Waidhau geborene Kupfer Moritz im KL Mauthausen ein. Er war vom Polizeigefängnis Wiesbaden Albrechtstraße 29 überstellt worden. Nach seiner Übernahme ins KL Mauthausen erhielt er die Häftlingsnummer 12938. Er ist laut Sterbeurkunde am 24. September 1942 um 13:10 Uhr "verstorben" (ermordet). Die Kommandantur von Mauthausen teilte Frau Kupfer mit, er sei an einem Herzschlag gestorben, zweifellos eine fiktive Todesursache. Seine Leiche wurde zwei Tage später eingeäschert. Claire Kupfer stellte 1947 einen Rentenantrag. Seit 1955 erhielt sie monatlich rd. 300 DM Witwenrente. Moritz Kupfer war bis 1933 Direktor der Bayerischen Spiegel- und Spiegelglasfabriken in Fürth
14 000 Häftlinge
Am 26. Januar 1943 werden fünfzehn tschechische Frauen in der Gaskammer von Mauthausen ermordet.
Am 14. März 1943 wurden die ersten 684 kranken Häftlinge des Sonderreviers in das ehemalige „Russenlager“, nun als „Krankenlager“ („Sanitätslager“) bezeichnet , überstellt. Anfänglich bestand es aus vier Pferdestallbaracken und wurde sukzessive auf zehn Baracken ausgebaut. Es lag zwischen der Zufahrtsstraße zum Hauptlager, dem SS-Sportplatz und oberhalb der Abhänge des Steinbruchs etwa 500 m vom Stammlagerbereich entfernt und war von einem doppelten Stacheldrahtzaun mit sechs Wachtürmen umgeben, die sich außerhalb der Umzäunung befanden. Flächenmaß des „Krankenlagers“: rund 8.000 qm.. Die hölzernen Pferdestallbaracken waren 40,76 Meter lang und 9,56 m breit. Beidseits an den Enden große Eingangstüren, beiderseits des gebrochenen Daches in der gesamten Länge ca. 40 cm hohe Fenster. In den einzelnen Baracken waren weder Fließwasser noch WC-Anlagen installiert. Die Lüftung erfolgte im Sommer und Winter durch Öffnung beider Türen. Zwischen den beiden Reihen der Krankenbaracken stand ein enges, langezogenes Steingebäude mit „Waschraum“, Toilettenanlagen, Leichenkammer.
Am 31. März 1943, wurden vor den Augen Heinrich Himmlers 1000 holländische Juden im Steinbruch aus einer Höhe von über 50 Metern hinuntergeworfen. Die SS nannte sie 'Fallschirmspringer'. Das braune Volk amüsierte sich!
Mit Wirkung vom 26.04.1943 wird der SS-Oscha. Hans Reddehase vom SS.-T.-Sturmbann Konzentrationslager Mauthausen zum SS-Wachkommando SS-Sonderlager Hinzert versetzt.Vom SS-Wachkommando SS-Sonderlager Hinzert wird mit gleicher Wirkung SS-Scha. Ernst Mieseler als Ersatzmann zum SS.-T.-Sturmbann Konzentrationslager Mauthausen versetzt.
am 17.10.1943 werden in einem Transport 849 "Häftlinge" vom Konzentrationslager Mauthausen zum Konzentrationslager Buchenwald transportiert.
Mit diesem Transport werden 63 "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Mauthausen (Stammlager) zum Außenlager Ebensee in das provisorische Lager der „alten Weberei“ (ehemaliges industrielles Großbetriebsgebäude der Pottendorfer-Felixdorfer Spinnerei und Weberei) überstellt
Mit diesem Transport werden ? "Häftlinge" aus dem Konzentrationslager Mauthausen (Stammlager) zum Außenlager Ebensee in das provisorische Lager der „alten Weberei“ (ehemaliges industrielles Großbetriebsgebäude der Pottendorfer-Felixdorfer Spinnerei und Weberei) überstellt
25 607 Häftlinge
Am 05.01.1944 wird der am 11.11.1912 in Morschen geborene Russe Stefaniw Nikolaj (Häftlings Nu. 38 767) ins Lager Mauthausen übernommen. Stefaniw Nikolaj wurde am 05.01.1944 vom KL Mauthausen (Kommando Klagenfurt-Lendorf) rücküberstellt. Stefaniw Nikolaj "verstirbt" in Mauthausen am 06.07.1944.
Am 27. Januar 1944 werden sechs tschechische Frauen in der Gaskammer von Mauthausen ermordet.
72 392 männliche und 959 weibliche Häftlinge
ein Mann namens Nelson Bernard Paris wird in einer Gruppe von vierzehn Männern hingerichtet, darunter auch amerikanische Offiziere. SS-Obersturmführer Altfuldisch Johann (Hans), Niedermayer, Riegler und Eigruber nahmen an den Hinrichtungen teil.
Aus dem Tagebuch von Josef Radgeb, Pfarrer von Allerheiligen (12 km nordöstlich von Mauthausen)
400 Gefangene sollen in Mauthausen ausgebrochen sein. Der Volkssturm geht herum und steht herum. Manche haben ein Gewehr. Die Gefangenen werden wie Schwerverbrecher gejagt. Sind ohne Schuhe geflohen. Drei Tage hatten sie nichts zu essen. In den Wäldern hört man immer schießen. Die Leute fürchten sich und geben nichts, obwohl sie doch keine Schwerverbrecher sind und niemandem etwas getan haben. Vor lauter Feigheit gibt es kein Erbarmen, und auch unsere Leute machen es zum Teil der SS nach, die ohne Erbarmen jeden niederknallt, der erwischt wird.Man läßt sie dann einfach liegen. Mögen sie leben, wie lange noch?
Die Toten werden auf den Weg geworfen. Volkssturmmänner, die Gefangene einbringen, werden beschimpft, daß sie diese nicht sogleich erschlagen haben.
In der Nacht zum 16.02.1945 wird der sowjetische Armeegeneral Karbyschew zusammen mit etwa 200 Häftlingen im Freien mit kaltem Wasser übergossen. Alle starben an den Folgen dieser Folter.
Am 19. Februar 1945 werden drei tschechische Frauen gemeinsam mit 66 Männern in der Gaskammer ermordet.
Am 23. März 1945 werden acht tschechische Frauen in der Gaskammer ermordet.
84 472 männliche und 1 043 weibliche Häftlinge
Am 09.03.1945 erreicht ein Transport mit 1 799 Frauen, vorwiegend Französinnen, Belgierinnen und Holländerinnen aus dem Konzentrationslager Ravensbrück kommend das Konzentrationslager Mauthausen. Der Transport hat Ravensbrück am 09.03.1945 verlassen. Unter den Belgierinnen befand sich das 16-jährige Mädchen Lucienne Rombaud mit ihrer Mutter aus Antwerpen. Die Rombauds lebten auf einem belgischen Kanalschiff und transportierten Waffen für die Widerstandsbewegung.
Am 23. März 1945 sind wenigstens 68 männliche Häftlinge unter Mitwirkung Roths in der Gaskammer getötet worden. Nach dieser während der Nacht durchgeführten Aktion haben sich die daran beteiligten SS-Männer, von denen einer vor seinem Weggang seinen Karabiner ohne Schloß im Krematorium zurückließ, entweder im Bunker oder in der Unterführerkantine unter Alkohol gesetzt. Anschließend hat der betrunkene Roth seinen Rausch in seinem Dienstzimmer im Krematorium ausgeschlafen. Dagegen kann nicht sicher festgestellt werden, ob außer den 68 männlichen Häftlingen bei dieser Aktion auch noch 8 Tschechinnen in der Gaskammer umgebracht worden sind
Am 20. März 1945 wurde der Bahnhof Amstetten, wo neben Männern auch 500 weibliche Häftlinge bei Bauarbeiten eingesetzt waren, von amerikanischen Fliegern bombardiert und beschossen.
Infolge dieses Angriffes sind viele Männer und eine Frau getötet und sehr viele Häftlinge verletzt worden. Am 23. März 1945 sollten die Frauen vom Lager Mauthausen wieder nach Amstetten ausrücken, was die Frauen jedoch verweigerten.
Und als der Schutzhaftlagerführer, Georg Bachmayer, zu den Frauen (Block 18) kam, erklärte eine aus mehreren Französinnen und einer Engländerin zusammengesetzte Delegation, sie sei beauftragt ihm mitzuteilen, dass die Frauen wegen der dauernden Bombardements von Amstetten nicht bereit seien, dorthin wieder auszurücken. Einen solchen Widerspruch hatte es noch nicht gegeben! Eine solche Auflehnung hatte Bachmayer noch nicht erlebt. Rot angelaufen befahl er die Überstellung der ganzen Delegation ins Lagergefängnis. Er bestand jedoch nicht mehr aufs Ausrücken der Frauen. Infolge der Fürsprache der Häftlinge der Lagerschreibstube bei SS Hauptsturmführer Bachmayer wurden die Frauen noch am gleichen Tage aus dem Gefängnis entlassen. Dies war die erste offene und erfolgreiche Arbeitsverweigerung im KZ Mauthausen.
Am 27. März 1945 zählten zum Personalstand des KZ Mauthausen 9808 Mann, von denen ein Teil zu Kampfeinheiten abkommandiert worden war, und ca. 65 weibliche Aufseherinnen.
Am 8. April 1945 sind 235 Tschechen, darunter mindestens 30 Frauen, in Gruppen hintereinander, die Frauen von den Männern getrennt, in der Gasanlage durch Gas getötet worden.
Die Opfer, die auffallend gute Zivilkleidung trugen, sind sämtlich erst am Tage ihrer Exekution in einem geschlossenen Transport ohne Begleitpapiere in das KL Mauthausen eingeliefert worden. Sie mußten sich vor der politischen Abteilung aufstellen und wurden hier von den Häftlingen Cuhel und Rozehnal, die zum
Aufnahmekommando gehörten, abgezählt. Unterdessen berieten die SS-Führer des Lagers unter Führung des Kommandanten Ziereis, was mit den Tschechen zu geschehen sei. Da die Transportpapiere fehlten, war man sich unsicher und entschloß sich erst nach längerer Diskussion, alle Tschechen in der Gaskammer zu töten.
Die Häftlinge Rozehnal und Cuhel, die sich zeitweilig etwas von ihren wartenden Landsleuten entfernt und unbemerkt Ausschnitte des Gespräches der SS-Führer mitangehört hatten, mußten daraufhin die weiteren Aufnahmeformalitäten einstellen. Anschließend wurden die ahnungslosen Opfer weggeführt und gruppenweise vergast.
Die Beteiligung Roths an dieser Vergasung ergibt sich aus seiner eigenen Einlassung, nach der nämlich kurz vor Ende des Krieges ein großer Transport von etwa 200 Männern, die Zivilkleidung getragen hätten, unter seiner Mitwirkung vergast worden ist. Nach dem Ergebnis der Vernehmung gibt es keinem Zweifel, daß diese Aktion mit der von Rozehnal und Cuhel bekundeten Vergasung der 235 Tschechen am 8. April 1945 identisch ist.“
am 18. April 1945 wird der Häftling Richard Bernaschek im Konzentrationslager Mauthausen vom SS-Oberscharführer Josef Niedermeier durch einen Genickschuss ermordet. Seine Familie erhielt eine zynische Beileidsmitteilung der Lagerleitung mit der Sterbeurkunde, auf der als Todesursache Lungenentzündung verzeichnet war.
Am 19. April 1945 fand in Mauthausen die letzte Hitler-Geburtstagsfeier der SS-Führer statt. Bei dieser Gelegenheit gab der Lagerkommandant Ziereis bekannt, dass die Häftlinge den britischen und amerikanischen Truppen übergeben werden sollen, jedoch seien die vielen Kranken ein Problem und müssten daher beseitigt werden. 3 000 Kranke sollten sofort im Lager III konzentriert und in der Gaskammer ermordet werden. Gleiches sollte mit den Kranken in Gusen I, Gusen II und Ebensee geschehen.
Als diese Nachricht am 20.04.1945 im Krankenlager bekannt wurde, begannen zahlreiche Aussprachen zwischen Offizieren und SS-Ärzten auf der einen und Häftlingen und Schreibern der Lagerschreibstube auf der anderen Seite. Man versuchte die Verlegung der Kranken zu verhindern, doch die Überstellung von etwa 1 400 Alten und Körperschwachen konnte nicht verhindert werden. Manche Funktionäre des Krankenlagers sabotierten den Abtransport der selektierten Häftlinge.
Am Tag der Überstellung besorgte der 1. Lagerschreiber Kurt Pany in der Schlosserei einen Nachschlüssel für das Lager III, der 2. Lagerschreiber ging zum Blockältesten Franz Hrbek auf Block 22 und kündigte ihm an, dass er Kranke aus dem Lager III bekomme, die er in der Früh wieder ins Krankenlager zurückbringen müsse. Nachts betraten die beiden Lagerschreiber das Lager III und wollten 20-30 Häftlinge in den Block 22 überstellen, es waren vorwiegend Italiener, die jedoch nicht bereit waren, mit den beiden Häftlingsfunktionären mitzugehen. Über Vermittlung des Wiener Häftlings Josef Kohl wurde der italienische Kommunist Giuliano Paietta aus dem Krankenlager geholt, mit dessen Hilfe es in der Folge möglich war, Häftlinge aus dem Lager III in den Block 22 zu bringen. Während der SS-Oberscharführer Karl Giessriegl Häftlinge auswählte und in die Gaskammer führte, haben Schreiber wiederholt Häftlinge aus dem Lager III in den Block 22 geschmuggelt.
Der ehemalige Häftling Hans Martin berichtete dem Gericht in Dachau, dass er am 20. April 1945 von der SS den Befehl erhielt, alle Papiere des Standortarztes zu verbrennen. Darunter waren auch die Totenbücher, sieben enthielten die Namen der Toten von Mauthausen und den Außenlagern, fünf die Namen von Gusen und eines verzeichnete die verstorbenen Kriegsgefangenen. Das gesamte Material — es umfasste Einzelakten zu ca. 72.000 Toten — war aber so umfangreich, dass es acht Tage dauerte, es im Krematorium zu verbrennen. In diesem Durcheinander gelang es Martin, die Totenbücher zu verstecken.
Am 23.04.1945 wurden mehr als 600 Häftlinge, Polen, Franzosen, Spanier, Italiener und anderer Nationalität im Block Nr. 30, Zimmer ,A’ vergast. Den Befehl zur Vergasung gaben der Lagerführer Fritz Seidler und der Rapportführer Kilermann mit Wissen des Arztes Dr. Vetter.
am 25. April 1945 starben im Lager 1 131 Personen
753 politische Häftlinge verschiedener Nationalität
2 Zigeuner
78 sowjetische Kriegsgefangene
5 Asoziale
26 kriminelle
Am 24.04.1945 wird der Marokkaner Mohamed Bouayad in der Gaskammer des KL Mauthausen ermordet.
Am 28. April 1945 sind 33 österreichische, fünf polnische, vier kroatische Häftlinge und ein österreichischer Häftling mit englischer Staatsbürgerschaft in der Gaskammer getötet worden. An dieser Aktion, einer der letzten Vergasungen vor dem Abrücken der SS aus Mauthausen hat der Kommandoführer des Krematoriums, SS-Hauptscharführer Martin Roth mitgewirkt.
Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von Kommunisten und Sozialdemokraten aus dem Raum Wels in Oberösterreich, die Anfang September 1944 von der Gestapo in Linz in das KL Mauthausen eingeliefert worden war. Die übrigen Angehörigen dieser sogenannten ,Welser Gruppe’ sind bereits kurze Zeit nach der Einlieferung im Steinbruch, Wiener Graben’ umgebracht worden. Diese Feststellungen beruhen auf dem Geständnis des SS-Hauptscharführer Martin Roth, der seine Teilnahme an dieser Vergasung zugegeben hat.
Dietl Richard * 03.08.1911 Wels
einziger der von den Machthabern des KZ Mauthausen zum Tode verurteilten dem die Flucht und damit das Überleben gelang
Auinger Johann
Bala Jozef
Breitwieser Josef
Bricevac Martin
Chmielenski Anton
Condic Nikola
Grochot Mieczysław
Hirsch Wenzel
Jankowski Jozef
Jelacic Anton
Lepschy Josef
Loy Karl
Maritschnegg Franz
Mischka Karl
Obermayr Heinrich
Pensl Otto
Pesendorfer Josef
Plaichner Fritz
Pollhammer Stefan
Reindl Karl
Trappel Karl
Truckendanner Franz
Zekan Ivan
Zelger Willibald
* 30.11.1892
* 11.01.1923
* 30.04.1893
* 23.02.1887
* 11.11.1910
* 30.10.1902
* 20.05.1920
* 09.08.1885
* 31.03.1910
* 21.09.1905
* 09.07.1900
* 28.06.1905
* 20.01.1910
* 06.03.1900
* 13.06.1914
* 10.05.1898
* 16.01.1901
* 28.11.1895
* 10.01.1907
* 15.06.1901
* 12.12.1906
* 20.02.1913
* 09.02.1897
* 16.12.1889
* 24.05.1908
* 23.11.1904
* 28.12.1896
* 08.06.1915
Arzano (Dalmatien)
Ochmanow (Kleinpolen/Malopolska)
Unter-Moldau
Edt-Lambach
Am 29.04.1945 erreicht ein Evakuierungstransport mit 1000 (2200) weiblichen Häftlingen in offenen Güterwagen aus dem Konzentrationslager Flossenbürg (Aussenlager Freia GmbH Freiberg) kommend das Konzentrationslager Mauthausen. (der ursprüngliche Weg zum Hauptlager Flossenbürg war von den Allierten versperrt) Der Transport hat Freiberg in der Nacht vom 13. auf den 14.04.1945 verlassen.
mindestens 64 800 männliche und 1 734 weibliche Häftlinge
Rotkreuzeinsatz 12.06. – 29.06.1945
Bericht von Marga Dürst:
Unsere 17-tägige 2. Reise führte uns über Kreuzlingen – Bludenz – Arlberg – Linz
nach Mauthausen. Das Motto dieses Lagers lautete „Vernichtung durch Arbeit – Rückkehr nicht erwünscht“.
Es gab ca. 150 000 Opfer in diesem Lager. Das Lager wurde am 5. Mai durch die 11. US-Division befreit. Schon kurz nach dem Start in Kreuzlingen war durch die grossen Flüchtlingsbewegungen in Österreich kein Durchkommen mehr möglich. Es war wohl wieder spät nachts als wir eine Gelegenheit zum Schlafen suchten. Ich erinnere mich noch gut, dass wir 2 Krankenschwestern im Bett mit einer Bäuerin schlafen mussten. Die eher schmutzige, graue Bettdecke ging uns bis zur Nase. Die Bäuerin in der Mitte und wir zwei Kameradinnen je am Rand. Morgen wurde es trotz allem. Weiter ging es durch die engen Gassen des Städtchen Bludenz. Wir gerieten in einen Bombenangriff. Ein brennendes Flugzeug stürzte neben uns in die Häuser. Ich sass neben dem Fahrer.
Trotz allem kamen wir heil bis zum Arlberg-Tunnel, wo wir im Tunnel Schutz suchten bis zum neuen Tag. Am viel kleineren Konzentrationslager Gusen vorbei trafen wir wieder nachts in Mauthausen ein. In Mauthausen fanden wir auch Frauen und Kinder vor. Unsere Lastwagen wurden mit kranken Männern beladen. Frauen und Kinder waren nie dabei. Den Lastwagenfahrern wurde verboten auf der Rückreise Liechtenstein zu passieren. In der Not musste ich den Lastwagen bis an die Schweizer Grenze fahren. Ein ungutes Gefühl bewegt mich noch heute.
Zeuge François Boix im Nürnberger Prozeß
Die Ankunft der ersten Kriegsgefangenen erfolgte im Jahre 1941. Man hatte die Ankunft von zweitausend russischen Kriegsgefangenen angekündigt. Es handelte sich um russische Kriegsgefangene. Man hat dieselben Vorsichtsmaßnahmen getroffen wie beim Eintreffen der republikanischen spanischen Kriegsgefangenen im Lager. Es wurden überall um die Baracken herum Maschinengewehre aufgestellt, und man bereitete sich auf das Schlimmste vor. Sobald die Kriegsgefangenen im Lager eingetroffen waren, sah man, daß sie sich in einem sehr schlechten Zustand befanden; sie konnten nicht einmal mehr hören. Sie waren menschliche Wracks. Da waren sie in Baracken – eintausendsechshundert Mann pro Baracke – untergebracht. Man muß dabei bedenken, daß es sich um Baracken mit einer Breite von sieben Metern und einer Länge von fünfzig Metern handelte. Die wenigen Kleidungsstücke, die sie noch bei sich hatten, wurden ihnen weggenommen. Sie durften nur eine Unterhose und ein Hemd behalten. Man muß sich vergegenwärtigen, daß sich dies im Monat November ereignete. In Mauthausen herrschte eine Kälte von mindestens zehn Grad unter Null.
Die ersten Jugoslawen kamen im Jahre 1939 ins Lager zur Zeit der Niederlage Polens. Sie haben dieselbe Behandlung wie alle anderen erfahren. Zu dem Zeitpunkt gab es dort nur deutsche Kriminelle, die damals mit der Vernichtungsarbeit begannen. Zehntausende von Polen sind dort unter den schlimmsten Verhältnissen gestorben. Aber was besonders beachtet werden muß, ist die Stellung der Jugoslawen. Die Jugoslawen kamen anfänglich in Transporten an, trugen Zivilkleider, und wurden dann, sozusagen, legal erschossen. Die SS-Leute setzten hierfür sogar die Stahlhelme auf und erschossen sie immer zu zweien. Der erste Transport bestand aus einhundertfünfundsechzig, der zweite aus einhundertachtzig, und dann waren die Gruppen kleiner: fünfzehn, fünfzig, sechzig, dreißig, und sogar Frauen waren dabei. Ich bitte zu beachten, daß unter den vier Frauen, die erschossen wurden – und das war der einzige Fall in den Deportiertenlagern – einige ihren Mördern ins Gesicht spuckten, bevor sie starben.
Die Jugoslawen haben gelitten wie nur wenige Menschen gelitten haben. Ihre Lage kann nur mit derjenigen der Russen verglichen werden. Bis zum Ende wurden sie mit allen Mitteln gefoltert.
Massakrierung von russischen Kriegsgefangenen
Im Jahre 1943 gab es einen Transport von Offizieren. Am selben Tage, an dem sie ankamen, begann der Massenmord mit allen Mitteln. Es scheint aber, daß bezüglich dieser Offiziere ein Befehl von oben kam, des Inhalts, daß etwas Außergewöhnliches zu tun sei.
Man führte sie zum Steinbruch hinunter, ließ sie aber nur kleine Steine zu vieren tragen und dabei photographierte sie der Dienststellenleiter, Oberscharführer Paul Ricken, mit seiner Leica ununterbrochen. Er machte ungefähr achtundvierzig Aufnahmen. Diese Aufnahmen wurden von mir entwickelt, und je fünf Abzüge in der Größe 13 × 18 wurden mit den Negativen zusammen – es ist schade, daß ich diese Negative nicht wie die anderen stehlen konnte – nach Berlin geschickt.
Es gab eine Baracke, Baracke 20 genannt. Diese Baracke war im Innern des Lagers, und trotz elektrisch geladener Stacheldrähte, die um das ganze Lager herumliefen, gab es dort noch einmal eine Mauer mit elektrisch geladenen Drähten.
Der Erkennungsdienst mußte sie photographieren. Man hielt ein Schild mit einer Nummer vor ihre Brust, und diese Nummer begann bei 3000 und einiges. Es gab eine Nummer, die einer elf glich, zwei blaue Striche, und die Zahlen fingen bei 3000 an und hörten mit ungefähr 7000 auf. Der Photograph war damals SS-Unterscharführer Hermann Schinlauer. Er stammte aus der Gegend von Berlin, oberhalb Berlins, ich erinnere mich nicht mehr an den Namen. Jener hatte den Befehl, diese Photographien selbst zu entwickeln und alles selbst zu machen. Aber wie alle SS-Leute des inneren Lagerdienstes waren das Menschen, die nichts verstanden. Sie brauchten immer Gefangene, um ihre Arbeit zu machen. Aus diesem Grunde brauchte er mich zum Entwickeln der Filme. Ich war es, der die Vergrößerungen 5 × 7 anfertigte. Sie wurden an den Obersturmführer Karl Schulz in Köln geschickt; das war der Chef der Politischen Abteilung. Er empfahl mir, niemandem etwas davon zu erzählen, daß wir diese selbst entwickelten, sonst würden wir sofort liquidiert. Ohne Rücksicht auf die Folgen habe ich es allen meinen Kameraden erzählt, damit, wenn es einem von uns gelänge, wegzukommen, er es der Welt weitersagen könnte.
Russen im Block 20 (Fluchtversuch)
Die Russen betraten das Lager nicht unmittelbar. Diejenigen, die nicht sofort vergast wurden, gingen direkt in die Baracke 20. Selbst der Blockführer des inneren Lagers durfte dort nicht hinein. Sie kamen in mehreren kleinen Transporten von je fünfzig und sechzig Mann in der Woche und man konnte immer die Rauferei von innen heraushören.
Der Lagerkommandant, Franz Ziereis, gab an diesem Tage durch Radio den Befehl an alle Zivilisten, bei der Liquidierung der aus dem Konzentrationslager entflohenen russischen Verbrecher mitzuhelfen. Er erklärte, daß derjenige, der den Nachweis erbringen könne, daß er einen von diesen Menschen umgebracht habe, eine beträchtliche Menge von Marken erhalten werde. Deshalb machten sich alle Nazi-Partisanen in Mauthausen an diese Aufgabe. Es gelang ihnen, mehr als sechshundert Entflohene zu erschlagen, zumal manche Russen nicht in der Lage waren, sich mehr als zehn Meter weit fortzuschleppen.
Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 1a Vr 277/45
KZ-Mauthausen-Prozess
Volksgerichtsverfahren gegen: Ludwig Wetchy
empfindlicher Misshandlung von Insassen des KZ Mauthausen (in mehreren Fällen mit Todesfolge) im Zeitraum Mai 1944 bis April 1945 unter Ausnützung seiner dienstlichen Gewalt als SS-Hauptscharführer
10.04.1946: Einstellung des Verfahrens wegen § 11 VG gemäß § 109 StPO [Erklärung der Staatsanwaltschaft: kein Grund zur weiteren gerichtlichen Verfolgung]. Zurücklegung der Anzeige wegen § 171 StG (Abnahme von Schmuckstücken) gemäß § 90 StPO.
Am 31.05.1946 wurde Wetchy wegen § 3/2 KVG zu 3 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 5b Vr 7082/46
Volksgerichtsverfahren gegen: Paul Göbel
§ 3/1 KVG (Quälerei und Misshandlung mit ernsten gesundheitlichen Folgen)
Misshandlung von Mithäftlingen unter Ausnützung dienstlicher Gewalt als Blockältester (Kapo) im KZ Mauthausen zwischen 1939 und 1942.
12.12.1946: Anklageerhebung wegen § 3/1 KVG.
27.02.1947: Verurteilung des Angeklagten wegen § 3/1 KVG zu 3 Jahren schweren Kerkers.
Am 20.06.1947 übergaben die Sowjets das ehemalige Lager Mauthausen an die Republik Österreich.
Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 12 Vr 3071/46
KZ-Mauthausen-Prozess (auch Nebenlager Lungitz)
Volksgerichtsverfahren gegen: Rudolf Zlesak
Quälerei und Misshandlung (in mehreren Fällen mit Todesfolge) sowie Beteiligung an Morden (dabei handelte es sich um sog. Hinrichtungen, welche durch Erhängen von Häftlingen durchgeführt wurden) als Capo im KZ Mauthausen bzw. im Nebenlager Lungitz des KZ Mauthausen in den Jahren 1938 bis 1945
Am 28.02.1948 wurde Zlesak zu 3 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 11c Vr 3470/46
Oberösterreich (Mauthausen)
Volksgerichtsverfahren gegen: Karl Glanner (SS-Unterscharführer)
Ermordung (v.a. jüdischer Häftlinge) und Misshandlung von Häftlingen des KZ Mauthausen im Zeitraum Herbst 1940 bis Januar 1943 unter Ausnützung seiner dienstlichen Gewalt als Angehöriger der Wachmannschaft
Am 21.06.1948 wurde Glanner zu 2 1/2 Jahren schweren Kerkers verurteilt.
Der ehemalige Häftlings-Kapo auf Block 4, Franz Steurer wird vom Volksgericht Wien wegen Quälerei und Misshandlung mit Todesfolge (§§ 3/1 und 3/2 KVG) zu lebenslänglichem schweren Kerker verurteilt (LG Wien Vg 1i Vr 4845/48). Am 23.08.1957 erfolgte die Nachsehung der Reststrafe durch den Bundespräsidenten der Republik Österreich.
Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 8e Vr 523/55
Arisierungsprozess
Volksgerichtsverfahren gegen: Johann (Hans) Feichtinger
alias Hans Rinnerthaler
§ 11 VG (Handlungen aus besonders verwerflicher Gesinnung), § 3 KVG (Quälerei und Misshandlung), § 6 KVG (Arisierung) und § 7 KVG (Denunziation)
Folgende Verbrechen wurden dem Beschuldigten vorgeworfen:
Aufbewahrung von Waffen und Sprengstoff für die SA.
Misshandlung von KZ-Häftlingen in Dachau und Mauthausen als Angehöriger der Waffen-SS.
Arisierung der Firma Suwewerk, Sportartikel- und Metallwarenfabrik, Wien XV, Flachgasse 35-41 im Jahre 1943. Geschädigter: Si(e)gmund Werner.
Misshandlung von ArbeiterInnen der Firma Suwewerk.
Denunziation des Franzosen Henri Lemanach und weiterer namentlich nicht bekannter ArbeiterInnen wegen Arbeitsverweigerung.
07.06.1947: Unterbrechung des Verfahrens gemäß § 412 StPO.
24.05.1955: Fortsetzung des Verfahrens unter Vg 8e Vr 523/55.
15.06.1955: Einstellung des Verfahrens gemäß § 109 StPO.
Johann Feichtinger, der nach dem Krieg für tot erklärt wurde, lebte bis Ende der sechziger Jahre unter dem Namen Hans Rinnerthaler in Bayern. Nach Bekanntwerden seiner wahren Identität beging er Anfang November 1969 Selbstmord.
Aktenzahl des Gerichts (Geschäftszahl): LG Wien Vg 8e Vr 137/54
Volksgerichtsverfahren gegen: Josef Kohl
Der Beschuldigte war Schreiber im Krankenrevier des KZ Mauthausen und soll an der Ermordung von Häftlingen durch Verabreichung von Injektionen beteiligt gewesen sein.
29.11.1955: Einstellung des Verfahrens gegen Kohl
wg.§ 1 KVG gemäß § 90 StPO (Zurücklegung der Anzeige).
Das gegenständliche Verfahren enthält Abschriften aus dem Verfahren
Vg 5b Vr 7082/46 (gegen Paul Göbel u. a.)
+ 22.04.2002 Minden	 dep. Sommer 1942 Minden - Ghetto Theresienstadt

References: § 11
 § 109
 § 171
 § 90
 § 3

§ 3
 § 3
 § 3

§ 11
 § 3
 § 6
 § 7
 § 412
 § 109
 § 90