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Timestamp: 2019-02-23 21:26:09+00:00

Document:
Hans Christoph Binder und Anna Margaretha Lebeisen
Genealogie Felix Christian Binder Genealogie Augustin Schlegel Abstammung der Maulbronner Esenwein aus Beutelsbach
Maximiliana Felicitas Binder (Tochter) Felix Christian Binder und Anna Maria Schneider Hans Christoph Binder und Anna Margaretha Lebeisen (Eltern)
Thomas Binder und Agnes Wild (Großeltern) Christoph Binder und Ursula Scheihing (Urgroßeltern) Christoph Binder und Gertrud Stadler (Ur-Urgroßeltern) Christoph Binder und Apollonia Hermann (Ur-Ur-Urgroßeltern) Georg Binder und Katharina Bainhardt (Ur-Ur-Ur-Urgroßeltern)
Familie Hans Christoph Binder und Anna Margaretha Lebeisen
Hans Christoph "Johann Christoph" Binder♦
Er wird in seinem Taufeintrag "Hans Christoph" genannt. In einzelnen von ihm verfassten Dokumenten unterschreibt er mit "Hans Christoph Binder" oder nur mit "Christoph Binder". In den meisten Unterlagen, die von anderen verfasst wurden, wird sein Name jedoch mit "Johann Christoph Binder" angegeben.
≈ 12.02.1636 in Balingen♦
KB Balingen, Ta 1577-1639, S. 818 und KB Balingen, Ta 1577-1639 (Renovatio 1825), S. 761.
+ unbekannt (zwischen 23.04.1686 und 19.11.1689, wahrscheinlich in St. Georgen)♦
Er trat am 23.04.1686 in den Ruhestand. Im Hochzeitseintrag seiner Tochter Agnes Margaretha vom 19.11.1689 wird er als "Johann Christoph Binder, Amtmann zu St. Jergen selig" angegeben (KB Stuttgart Stiftskirche, E 1669-1698, S. 386). Da die Kirchbücher von St. Georgen beim Franzoseneinfall 1704 während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701 – 1714) verloren gingen, kann über seinen Tod nichts Genaues gesagt werden.
Er war vor 1663 schon einige Jahre bei verschiedenen Stäben und Ämtern als Skribent tätig.♦
HStAS, A 284/19, Bü. 4, d, Nr. 4, S. 4 – in diesem Schreiben ist auch sein Vater erwähnt.
Im Laufe der Zeit hatte er bereits mehrmals erfolglos beim Herzog von Württemberg um eine Beamtenstelle gebeten. Nachdem er erfahren hatte, dass die Geistliche Verwaltung Calw umorganisiert werden sollte, bewarb er sich auf diese Stelle.♦
HStAS, A 284/19, Bü. 4, d, Nr. 3, S. 2.
Binder wird in seinem Hochzeitseintrag vom 25.05.1663 als "Verwalter zu Callw" bezeichnet,♦
KB Herrenberg, E 1655-1716, S. 441.
woraus geschlossen werden kann, dass er bereits bei besagter Verwaltung in Calw arbeitete, vermutlich als Skribent, weshalb er auch über die Veränderungen in Calw gut informiert war. Als die normalerweise bestehende Einheit von Vogtei und Geistlicher Verwaltung aufgelöst wurde und sich außerdem kein anderer wegen der geringen Besoldung auf die Stelle beworben hatte, wurde Binder, der wohl über ein gewisses Vermögen verfügte und über den – wie auch über seinen Vater – die württembergischen Kirchenräte positiv berichteten, zum 11.07.1663 zum Geistlichen Verwalter in Calw ernannt.♦
HStAS, A 284/19, Bü. 4, d, Nr. 4, S. 4 – vgl. auch HStAS, A 17, Bü. 15, Bl. 483r (= Fürstlich Württembergisches Dienerbuch 1608-1628, mit Ergänzungen bis etwa 1805) und Pfeilsticker, Walther: Neues württembergisches Dienerbuch. 2. Ämter, Klöster. Stuttgart 1963, § 2280 – bei Pfeilsticker ist als nächster Dienstort "Unterkirchheim" anstelle von Untertürkheim angegeben, mögliche Fehlerursache: auf Bl. 483r kann "Under Türckheimb" u.U. auch als "Under Kürchheimb" gelesen werden.
Ab 11.11.1666 war er als Reisiger Schultheiß♦
Reisiger Schultheiß = Ortsvorsteher, der für dienstliche Zwecke (z.B. Einsammeln von Abgaben, Grenzüberwachung, auch militärische Aufgaben) ein Pferd halten musste.
in Untertürkheim tätig.♦
HStAS, A 284/19, Bü. 4, d, "Deckblatt" und Pfeilsticker 2, § 2302.
Da er jedoch im Schwarzwald einige Güter besaß und der Geistliche Verwalter und Amtsschreiber von Alpirsbach, Besitzungen bei Untertürkheim hatte, baten sie darum, ihre Dienststellen tauschen zu dürfen.♦
HStAS, A 284/3, Bü. 45, Nr. 1, S. 1.
Binder wurde daraufhin am 14.08.1667 als Geistlicher Verwalter und Amtsschreiber in Alpirsbach vereidigt.♦
HStAS, A 284/3, Bü. 45, Nr. 1, S. 2 – in HStAS, A 17, Bü. 15, Bl. 278v steht, dass er bereits im März 1667 das Amt in Alpirsbach innegehabt hätte. Wie es zu dieser Angabe kam, lässt sich nicht nachvollziehen. Der 14.08.1667 wird als authentisch angesehen, zumal das Dokument, in dem die Bitte um einen Stellentausch vermerkt ist, vom 05.08.1667 datiert – laut Pfeilsticker 2, § 3358 und 3395 soll Binder auch Geistlicher Verwalter und Amtsschreiber in Hirsau gewesen sein, in den entsprechenden Quellen (HStAS, A 284/41/42 und HStAS, A 17, Bü. 15, Bl. 325v und 326r) ist er jedoch nicht erwähnt, zumal bei Pfeilsticker 2, § 3396 für den fraglichen Zeitraum selbst andere Personen angegeben sind.
Nachdem er dort 16 Jahre lang tätig war, bat er den Herzog um eine bessere Besoldung. In einem Brief vom 23.06.1683 an diesen beschrieb er die schlechte Bezahlung und Bedingungen der Stelle, hob seine Leistungen hervor und stellte die damit verbundenen Gefahren dar.♦
HStAS, A 284/3, Bü. 45, Nr. 2.
Da er auch weiterhin um eine bessere Stelle bemühte, wurde er, als die Stelle des Amtmanns und Klosterverwalters in St. Georgen freigeworden war, schließlich berücksichtigt. Auch diesmal bescheinigten ihm die Kirchenräte ein gutes Verhalten und gute Leistungen und schlugen dem Herzog vor, Binder auf die Stelle in St. Georgen zu ernennen,♦
HStAS, A 284/30, Bü. 27, q, Nr. 4, S. 2f.
was schließlich auch zum 27.05.1684 geschah.♦
HStAS, A 284/30, Bü. 27, q, Nr. 4, S. 1; HStAS, A 17, Bü. 15, Bl. 391v; HStAS, A 284/30, Bü. 27, q, "Deckblatt" (= St. Georgen: Klosterverwaltung und Forstverwaltung) und Pfeilsticker 2, § 3358.
Diese Stelle verrichtete er noch etwa zwei Jahre, bis er schließlich am 23.04.1686 in den Ruhestand trat.♦
HStAS, A 17, Bü. 15, Bl. 391v; HStAS, A 284/30, Bü. 27, q, "Deckblatt" und Pfeilsticker 2, § 3358.
Schreiben von Hans Christoph Binder an Herzog Eberhard III. von Württemberg vom 25. Juni 1663, Bewerbung um die Geistliche Verwaltung Calw
Quelle: HStAS, A 284/19, Bü. 4, d, Nr. 3
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Schreiben der Kirchenräte an Herzog Eberhard III. von Württemberg vom 26. Juni 1663 betreffs der Ernennung Hans Christoph Binders auf die Geistliche Verwaltung Calw, Antwort des Herzogs vom 30. Juni 1663, Trennung der Vogtei von der Geistlichen Verwaltung, Ernennung Binders zum 11. Juli 1663
Quelle: HStAS, A 284/19, Bü. 4, d, Nr. 4
Schreiben von Hans Christoph Binder, Geistlicher Verwalter, Amt- und Gegenschreiber des Klosters Alpirsbach, an Herzog Friedrich Karl,
Administrator von Württemberg, vom 23. Juni 1683, Bitte um bessere Besoldung, mit Beschreibung der Hintergründe
Quelle: HStAS, A 284/3, Bü. 45, Nr. 2
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Schreiben der Kirchenräte an Herzog Friedrich Karl, Administrator von Württemberg, vom 29. April 1684 betreffs
der Besetzung der Amtmannsstelle in St. Georgen, Ernennung von Hans Christoph Binder zum 27. Mai 1684
Quelle: HStAS, A 284/30, Bü. 27, q, Nr. 4
oo 25.05.1663 in Herrenberg♦
Anna Margaretha Lebeisen
≈ 08.01.1640 in Herrenberg♦
KB Herrenberg, Ta 1639-1653, S. 4.
+ unbekannt (nach 27.05.1684, wahrscheinlich in St. Georgen)♦
In den Todesregistern von Alpirsbach ist ihr Tod nicht eingetragen. Wegen des Verlustes der Kirchenbücher und auch anderer Quellen von St. Georgen (vgl. Anm. zum Tod ihres Ehemannes) kann auch über ihr weiteres Schicksal keine Aussage getroffen werden
Tochter von Daniel Lebeisen (* vor 1613, + nach 16.08.1672), 1638 bis 1663 Stifts- und Geistlicher Verwalter in Herrenberg, und Anna Margretha N.N. (* um 1617, + 16.08.1672 in Herrenberg)♦
KB Herrenberg, Ta 1558-1638, S. 412 und 414 sowie KB Herrenberg, Ta 1639-1653, S. 4, 21, 23, 34 und 45; vgl. Pfeilsticker 2, § 2420 und Georgii-Georgenau, Eberhard Emil von (Hrsg.): Fürstlich Württembergisch Dienerbuch vom IX. bis zum XIX. Jahrhundert. Stuttgart 1877, S. 454. – Die Mutter heißt in allen Taufeinträgen ihrer Kinder "Margretha", lediglich im Eintrag von 08.01.1640 und in ihrem eigenen Todeseintrag (KB Herrenberg, To 1631-1717, S. 119) wird sie "Anna Margretha" genannt.
1Agnes Margaretha Binder
* unbekannt (vor 1668, wahrscheinlich in Calw, evtl. in Untertürkeim)♦
Sie wird am 11.12.1682 in Alpirsbach als Patin genannt (KB Alpirsbach, Ta 1663-1731, Bl. 30r), war zu dem Zeitpunkt also mindestens 14 Jahre alt. Im Alpirsbacher Taufregister ist sie 1667/68 nicht eingetragen. Die Taufregister von Calw sind erst ab 1692, die Kirchenbücher von Untertürkeim erst ab 1694 überliefert. Auch hier sind kriegsbedingte Verluste (Franzoseneinfall während des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1688 – 1697) anzunehmen.
+ unbekannt (nach 02.02.1718)
oo 19.11.1689 in Stuttgart mit Johann Belling♦
KB Stuttgart Stiftskirche, E 1669-1698, S. 386.
(* 02.12.1654 Cannstatt, + 02.02.1718 Scharnhausen), ab 1684 Vikar in Kaltenwesten,♦
Kaltenwesten = bis zum 27.08.1884 Name von Neckarwestheim.
ab 1685 Pfarrer in Hausen ob Verena, ab 1690 in Uhlbach, 1698 bis 1716 in Scharnhausen.
Nach dem Tod ihres Mannes scheint Agnes Margaretha von Scharnhausen weggezogen zu sein, evtl. hat sie an einem anderen Ort erneut geheiratet.♦
Vgl. www.wkgo.de/personen/suchedetail?sw=gnd:GNDPFB459 (= Württembergische Kirchengeschichte Online: Pfarrerbuch Herzogtum Württemberg, Ordnungsnr. 460, Aufruf 08.05.2018) – keine Inventuren und Teilungen von Johann Belling oder seiner Ehefrau im Stadtarchiv Ostfildern gefunden (Überlieferungslücke!), keinen Todeseintrag von Agnes Margaretha zwischen 1709 und 1742 in den Totenregistern von Scharnhausen, kein Eintrag über eine zweite Ehe von ihr zwischen 1718 und 1743 im Eheregister von Scharnhausen.
2Felix Christian Binder
≈ 15.11.1668 in Alpirsbach (Zwilling)
3Felicitas Christina Binder
▭ 04.12.1668 in Alpirsbach♦
KB Alpirsbach, Ta 1663-1731, Bl. 11v bzw. KB Alpirsbach, To 1664-1669, S. 8.
4Maria Salome Binder
≈ 24.10.1670 in Alpirsbach
▭ 11.03.1671 in Alpirsbach♦
KB Alpirsbach, Ta 1663-1731, Bl. 14r bzw. KB Alpirsbach, To 1669-1687, S. 70.
5ein totgeborenes Mädchen
▭ 26.04.1672 in Alpirsbach♦
KB Alpirsbach, To 1669-1687, S. 71.
6Maria Katharina Binder
≈ 07.05.1673 in Alpirsbach♦
KB Alpirsbach, Ta 1663-1731, Bl. 16r.
7Georg Thomas Binder
≈ 15.10.1675 in Alpirsbach
+ 30.01.1676 in Alpirsbach♦
KB Alpirsbach, Ta 1663-1731, Bl. 19v bzw. KB Alpirsbach, To 1669-1687, S. 75.
8Juliana Sophia Binder
≈ 16.02.1677 in Alpirsbach♦
KB Alpirsbach, Ta 1663-1731, Bl. 21r.
oo 17.02.1705 in Scharnhausen mit Wilhelm Sontag (* vor 1685, + unbekannt), Sohn von Michael Sontag (+ nach 17.02.1705), Bäcker in Eningen unter Achalm.♦
KB Scharnhausen, E 1611-1743, oSz (17.02.1705).
Ob sich die Eheleute von einem Besuch Juliana Sophias bei ihrer Schwester Agnes Margaretha, der Ehefrau des Scharnhausener Pfarrers, kannte oder ob Juliana Sophia nach dem Tod der Eltern bei ihrer Schwester in Scharnhausen wohnte, ist unklar.

References: § 2280
 § 2302
 § 3358
 § 3396
 § 3358
 § 3358
 § 2420