Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/verbrauchssteuern/keine-kernbrennstoffsteuer-brennelementesteuer-3123553
Timestamp: 2019-11-20 10:03:21+00:00

Document:
Kei­ne Kern­brenn­stoff­steu­er (Brenn­ele­men­te­steu­er) – zumin­dest nicht für den Bund | Rechtslupe
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz rück­wir­kend für nich­tig erklärt.
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz vom 08.12 2010 1, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 240 der Zehn­ten Zustän­dig­keits­an­pas­sungs­ver­ord­nung vom 31.08.2015 2, ist mit Arti­kel 105 Absatz 2 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 106 Absatz 1 Num­mer 2 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar und nich­tig.
Außer­halb der durch das Grund­ge­setz vor­ge­ge­be­nen Kom­pe­tenz­ord­nung haben Bund und Län­der kein Steu­er­er­fin­dungs­recht. Da sich die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht dem Typus der Ver­brauch­steu­er im Sin­ne des Art. 106 GG zuord­nen lässt, fehl­te dem Bun­des­ge­setz­ge­ber, wie das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nun ent­schie­de­nen hat, die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für den Erlass des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes (Kern­brStG).
Für die in Art. 105 und Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten ver­wen­det das Grund­ge­setz Typus­be­grif­fe.
Inner­halb der durch Art. 105 und Art. 106 GG vor­ge­ge­be­nen, weit zu inter­pre­tie­ren­den Typus­be­grif­fe steht es dem Gesetz­ge­ber offen, neue Steu­ern zu "erfin­den".
Die Zuwei­sung von Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen an Bund und Län­der durch Art. 105 GG in Ver­bin­dung mit Art. 106 GG ist abschlie­ßend. Ein über den Kata­log der Steu­er­ty­pen des Art. 106 GG hin­aus­ge­hen­des all­ge­mei­nes Steu­er­er­fin­dungs­recht lässt sich aus dem Grund­ge­setz nicht her­lei­ten.
Die Besteue­rung des unter­neh­me­ri­schen Ver­brauchs eines rei­nen Pro­duk­ti­ons­mit­tels ist mit einem gesetz­ge­be­ri­schen Kon­zept, im Wege der Ver­brauch­steu­er auf die pri­va­te Ein­kom­mens­ver­wen­dung Zugriff zu neh­men, regel­mä­ßig nicht zu ver­ein­ba­ren.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er ist kei­ne Ver­brauch­steu­er im Sin­ne des Art. 106 Abs. 1 Num­mer 2 GG.
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz (Kern­brStG)
Die Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs
Die Auf­fas­sung der Finanz­ge­rich­te Baden-Würt­tem­berg und Mün­chen
Euro­pa­rechts­kon­for­mi­tät der Kern­brenn­stoff­steu­er
Die Finanz­ver­fas­sung des Bun­des
Kein Steu­er­er­fin­dungs­recht des Bun­des
Kern­brenn­stoff­steu­er als Ver­brauch­steu­er?
Fol­gen der for­mel­len Grund­ge­setz­wid­rig­keit des Kern­brStG
Abwei­chen­de Mei­nung der Ver­fas­sungs­rich­ter Huber und Mül­ler
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz (Kern­brStG)[↑]
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz (Kern­brStG) vom 08.12 2010 wur­de vom Bun­des­tag am 28.10.2010 ver­ab­schie­det. Der Bun­des­rat beschloss in sei­ner Sit­zung am 26.11.2010, einen Antrag gemäß Art. 77 Abs. 2 GG nicht zu stel­len 3.
Zur Ziel­set­zung und Not­wen­dig­keit des Geset­zes ist dem Gesetz­ent­wurf der Frak­tio­nen der CDU/​CSU und der FDP Fol­gen­des zu ent­neh­men 4:
Die Haus­halts­kon­so­li­die­rung des Bun­des erfor­dert die Erschlie­ßung zusätz­li­cher Ein­nah­me­quel­len. Dazu soll eine neue Steu­er auf die Ver­wen­dung von Kern­brenn­stof­fen erho­ben wer­den. Das Auf­kom­men soll ohne Zweck­bin­dung dem all­ge­mei­nen Haus­halt zur Ver­fü­gung ste­hen.
Der Bund hat gemäß Atom­ge­setz Anla­gen zur End­la­ge­rung radio­ak­ti­ver Abfäl­le ein­zu­rich­ten. Nach dem Ver­ur­sa­cher­prin­zip wer­den die Kos­ten der Errich­tung, des Betriebs und der Still­le­gung von Anla­gen durch die Abfall­ver­ur­sa­cher der Pri­vat­wirt­schaft und der öffent­li­chen Hand ent­spre­chend ihres Anteils an der Abfall­men­ge refi­nan­ziert. Die Kos­ten für den Wei­ter­be­trieb und die Still­le­gung der Schacht­an­la­ge Asse II trägt nach § 57b Absatz 1 Satz 3 des Atom­ge­set­zes aus­schließ­lich der Bund. Die Erträ­ge aus der Steu­er sol­len vor dem Hin­ter­grund der not­wen­di­gen Haus­halts­kon­so­li­die­rung auch dazu bei­tra­gen, die hier­aus ent­ste­hen­de Haus­halts­be­las­tung des Bun­des zu ver­rin­gern.
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz trat am 1.01.2011 in Kraft (§ 13 Kern­brStG). Danach unter­lag Kern­brenn­stoff, der zur gewerb­li­chen Erzeu­gung von elek­tri­schem Strom ver­wen­det wur­de, der Besteue­rung (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Kern­brStG). Bei der Steu­er han­del­te es sich nach Auf­fas­sung des Gesetz­ge­bers um eine "Ver­brauch­steu­er im Sinn der Abga­ben­ord­nung" (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Kern­brStG). Steu­er­schuld­ner waren die Betrei­ber von Kern­kraft­wer­ken (vgl. § 5 Abs. 2 i.V.m. § 2 Nr. 6 Kern­brStG).
Die Kern­brenn­stoff­steu­er war als Anmel­de­steu­er kon­zi­piert. Die Steu­er­schuld­ner hat­ten für Kern­brenn­stoff, für den die Steu­er ent­stan­den war, bis zum 15. Tag des fol­gen­den Monats eine Steu­er­erklä­rung abzu­ge­ben und dar­in die Steu­er selbst zu berech­nen (§ 6 Abs. 1 Kern­brStG). Die Steu­er ent­stand dadurch, dass ein Brenn­ele­ment oder ein­zel­ne Brenn­stä­be in einen Kern­re­ak­tor erst­mals ein­ge­setzt wur­den und eine sich selbst­tra­gen­de Ket­ten­re­ak­ti­on aus­ge­löst wur­de (§ 5 Abs. 1 Kern­brStG). Das Gesetz war auf Besteue­rungs­vor­gän­ge anzu­wen­den, bei denen die sich selbst­tra­gen­de Ket­ten­re­ak­ti­on vor dem 1.01.2017 aus­ge­löst wur­de (§ 12 Kern­brStG). Die Steu­er betrug für ein Gramm Kern­brenn­stoff ein­heit­lich 145 Euro (§ 3 Kern­brStG).
Zu Beginn des Jah­res 2011 gab es bun­des­weit 17 Kern­kraft­wer­ke, die von vier Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men und ihren Betrei­ber­ge­sell­schaf­ten betrie­ben wur­den 5. Nach Inkraft­tre­ten des Drei­zehn­ten Geset­zes zur Ände­rung des Atom­ge­set­zes vom 31.07.2011 6 waren im Steuerge­biet ins­ge­samt noch neun Kern­kraft­wer­ke in Betrieb. Seit Ende Juni 2015 befin­det sich das im Aus­gangs­ver­fah­ren streit­ge­gen­ständ­li­che Kern­kraft­werk G. dau­er­haft im Nicht­leis­tungs­be­trieb; somit sind aktu­ell bun­des­weit acht Kern­kraft­wer­ke am Netz, die von drei Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men und ihren Betrei­ber­ge­sell­schaf­ten betrie­ben wer­den.
Die Steu­er­ein­nah­men aus der Kern­brenn­stoff­steu­er betru­gen für den Bun­des­haus­halt im Jah­re 2011 922 Mil­lio­nen Euro, im Jah­re 2012 1.577 Mil­lio­nen Euro, im Jah­re 2013 1.285 Mil­lio­nen Euro, im Jah­re 2014 708 Mil­lio­nen Euro, im Jah­re 2015 1.371 Mil­lio­nen Euro und im Jah­re 2016 422 Mil­lio­nen Euro, in der Sum­me mit­hin 6, 285 Mil­li­ar­den Euro 7.
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz lau­te­te in sei­nen wesent­li­chen Bestim­mun­gen:
§ 1 Steu­er­ge­gen­stand, Steuerge­biet
(1) 1Kern­brenn­stoff, der zur gewerb­li­chen Erzeu­gung von elek­tri­schem Strom ver­wen­det wird, unter­liegt im Steuerge­biet der Kern­brenn­stoff­steu­er. 2Die Kern­brenn­stoff­steu­er ist eine Ver­brauch­steu­er im Sinn der Abga­ben­ord­nung.
(2) Steuerge­biet ist das Gebiet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ohne das Gebiet von Büsin­gen und ohne die Insel Hel­go­land.
Im Sinn die­ses Geset­zes ist:
Kern­brenn­stoff:
auch in Ver­bin­dun­gen, Legie­run­gen, kera­mi­schen Erzeug­nis­sen und Mischun­gen;
Brenn­ele­ment: aus einer Viel­zahl von Brenn­stä­ben mon­tier­te Anord­nung, in der der Kern­brenn­stoff im Kern­re­ak­tor ein­ge­setzt wird;
Brenn­stab: geo­me­tri­sche Form, in wel­cher der Kern­brenn­stoff, umman­telt mit Hüll­ma­te­ri­al, im Kern­re­ak­tor ein­ge­setzt wird;
Ket­ten­re­ak­ti­on: Pro­zess, bei dem Neu­tro­nen durch Spal­tung von Kern­brenn­stof­fen wei­te­re Neu­tro­nen frei­set­zen, die wie­der zur Spal­tung von wei­te­rem Kern­brenn­stoff füh­ren;
Kern­re­ak­tor: geo­me­tri­sche Anord­nung von Brenn­ele­men­ten bezie­hungs­wei­se Brenn­stä­ben sowie ande­ren tech­ni­schen Kom­po­nen­ten in einer Art, dass dort eine sich selbst­tra­gen­de, kon­trol­lier­te Ket­ten­re­ak­ti­on statt­fin­den kann;
Betrei­ber: der­je­ni­ge, der Inha­ber einer Geneh­mi­gung zum Betrieb einer Anla­ge zur Spal­tung von Kern­brenn­stoff zur gewerb­li­chen Erzeu­gung von Elek­tri­zi­tät ist.
§ 3 Steu­er­ta­rif
Die Steu­er für ein Gramm Plu­to­ni­um 239, Plu­to­ni­um 241, Uran 233 oder Uran 235 beträgt 145 Euro.
§ 4 Pflich­ten des Betrei­bers
(1) 1Wer eine Anla­ge zur Spal­tung von Kern­brenn­stof­fen zur gewerb­li­chen Erzeu­gung von Elek­tri­zi­tät betreibt, hat dies dem zustän­di­gen Haupt­zoll­amt unver­züg­lich anzu­mel­den. 2Das Haupt­zoll­amt erteilt dem Betrei­ber einen schrift­li­chen Nach­weis über die Anmel­dung.
§ 5 Ent­ste­hung der Steu­er, Steu­er­schuld­ner
(1) 1Die Steu­er ent­steht dadurch, dass ein Brenn­ele­ment oder ein­zel­ne Brenn­stä­be in einen Kern­re­ak­tor erst­mals ein­ge­setzt wer­den und eine sich selbst­tra­gen­de Ket­ten­re­ak­ti­on aus­ge­löst wird. 2Der Aus­tausch nach­weis­lich defek­ter Brenn­stä­be führt nicht zur Steu­er­ent­ste­hung.
(2) Steu­er­schuld­ner ist der Betrei­ber.
§ 6 Steu­er­an­mel­dung, Fäl­lig­keit der Steu­er
(1) 1Der Steu­er­schuld­ner hat für Kern­brenn­stoff, für den die Steu­er nach § 5 Absatz 1 ent­stan­den ist, bis zum 15. Tag des fol­gen­den Monats eine Steu­er­erklä­rung abzu­ge­ben und dar­in die Steu­er selbst zu berech­nen (Steu­er­an­mel­dung). 2Die Steu­er, die in einem Monat ent­stan­den ist, ist am 25. Tag des fol­gen­den Monats fäl­lig.
(2) 1Für die Steu­er, die in der Zeit vom 01. bis 18.12 ent­stan­den ist, hat der Steu­er­schuld­ner bis zum 22.12 eine Steu­er­an­mel­dung abzu­ge­ben. 2Die Steu­er wird am 22.12 fäl­lig. 3Für die Steu­er, die in der Zeit vom 19. bis 31.12 ent­stan­den ist, gilt Absatz 1 sinn­ge­mäß.
(3) Für die nach § 5 ent­ste­hen­de Steu­er kann das Haupt­zoll­amt im Vor­aus Sicher­heit ver­lan­gen, wenn Anzei­chen für eine Gefähr­dung der Steu­er erkenn­bar sind.
§ 9 Zustän­di­ges Haupt­zoll­amt
Unbe­scha­det der Bestim­mun­gen des § 27 der Abga­ben­ord­nung ist für den Anwen­dungs­be­reich die­ses Geset­zes das Haupt­zoll­amt ört­lich zustän­dig, von des­sen Bezirk aus die in den ein­zel­nen Vor­schrif­ten jeweils bezeich­ne­te Per­son ihr Unter­neh­men betreibt. 2Für Unter­neh­men, die von einem Ort außer­halb des Steuerge­biets betrie­ben wer­den, ist das Haupt­zoll­amt ört­lich zustän­dig, in des­sen Bezirk sie erst­mals steu­er­lich in Erschei­nung tre­ten.
§ 12 Anwen­dungs­vor­schrift
Das Gesetz ist auf Besteue­rungs­vor­gän­ge anzu­wen­den, bei denen die sich selbst­tra­gen­de Ket­ten­re­ak­ti­on vor dem 1.01.2017 aus­ge­löst wur­de.
§ 13 Inkraft­tre­ten
Die­ses Gesetz tritt am 1.01.2011 in Kraft.
Die Kraft­werks­be­trei­be­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens, ein Ener­gie­kon­zern, setz­te Brenn­ele­men­te in den Reak­tor eines von ihr betrie­be­nen Kern­kraft­werks ein und lös­te am 16.06.2011 in die­sem eine sich selbst­tra­gen­de Ket­ten­re­ak­ti­on aus. Die Brenn­stä­be ent­hiel­ten ins­ge­samt 664.466 Gramm Uran 235. Sie reich­te gemäß § 6 Abs. 1 Kern­brStG beim Haupt­zoll­amt Han­no­ver unter dem 8.07.2011 eine Steu­er­an­mel­dung ein, in der sie anhand der Gesamt­men­ge des ver­wen­de­ten Kern­brenn­stof­fes einen Steu­er­be­trag in Höhe von 96.347.570 € errech­ne­te, den sie an das Haupt­zoll­amt abführ­te.
Am 12.07.2011 erhob die Kraft­werks­be­trei­be­rin beim Finanz­ge­richt Ham­burg 8 Sprung­kla­ge gegen die Steu­er­an­mel­dung vom 08.07.2011. Auf­grund der feh­len­den Zustim­mung des Haupt­zoll­am­tes wur­de die Kla­ge gemäß § 45 Abs. 1 Satz 1 FGO als Ein­spruch behan­delt, den das Haupt­zoll­amt mit Ein­spruchs­ent­schei­dung vom 16.11.2011 als unbe­grün­det zurück­wies.
Nach­dem das Finanz­ge­richt Ham­burg auf den Antrag der Kraft­werks­be­trei­be­rin auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz die Voll­zie­hung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Steu­er­an­mel­dung ohne Sicher­heits­leis­tung wegen ernst­haf­ter Zwei­fel an der for­mel­len Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes auf­ge­ho­ben hat­te 9, lehn­te der Bun­des­fi­nanz­hof im Beschwer­de­ver­fah­ren den Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz unter Hin­weis dar­auf ab, dass im Streit­fall die Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes in der prak­ti­schen Aus­wir­kung einem einst­wei­li­gen Außer­kraft­set­zen des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes gleich­kä­me 10.
Die Kraft­werks­be­trei­be­rin erhob am 30.11.2011 Kla­ge 11 mit dem Antrag, die Steu­er­an­mel­dung vom 08.07.2011 sowie die Ein­spruchs­ent­schei­dung vom 16.11.2011 auf­zu­he­ben. Nach münd­li­cher Ver­hand­lung am 29.01.2013 hat das Finanz­ge­richt mit Beschluss des­sel­ben Tages das Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge vor­ge­legt, ob das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz vom 08.12 2010 mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar und des­halb ungül­tig ist 12.
Im Aus­gangs­ver­fah­ren wie­der­hol­te die Kraft­werks­be­trei­be­rin ihren Antrag auf Auf­he­bung der Voll­zie­hung der Kern­brenn­stoff­steu­er­an­mel­dung, wel­cher vor dem Finanz­ge­richt – unter Zulas­sung der Beschwer­de zum Bun­des­fi­nanz­hof – zunächst Erfolg hat­te 13. Auf die Beschwer­de des Haupt­zoll­am­tes Han­no­ver hob der Bun­des­fi­nanz­hof die­se Ent­schei­dung auf und ver­sag­te (erneut) die Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes 14.
Das Finanz­ge­richt hat sei­nen Vor­la­ge­be­schluss 12 wie folgt begrün­det:
Die Kern­brenn­stoff­steu­er sei als Steu­er im Sin­ne des Grund­ge­set­zes zu betrach­ten, für die dem Bund die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz feh­le.
Weil eine Zustim­mung des Bun­des­ra­tes zum Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz nicht vor­lie­ge, kön­ne die Prü­fung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des nach Art. 105 Abs. 2, 1. Alt. in Ver­bin­dung mit Art. 106 GG auf die Steu­ern und Steu­er­ar­ten beschränkt wer­den, für die das Grund­ge­setz dem Bund die allei­ni­ge Ertrags­kom­pe­tenz zuwei­se. Andern­falls wäre das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz schon wegen des Feh­lens der Bun­des­rats­zu­stim­mung ver­fas­sungs­wid­rig.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er sei kei­ne her­kömm­li­che Ver­brauch­steu­er im Sin­ne der finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Kom­pe­tenz­re­geln und ent­spre­che auch nicht dem Typus einer Ver­brauch­steu­er. Ein typus­prä­gen­des Merk­mal von Ver­brauch­steu­ern sei – auch nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Ham­bur­gi­schen Spiel­ge­rä­te­steu­er, dass sie die Ein­kom­mens­ver­wen­dung, also pri­va­te Kon­su­men­ten, besteu­er­ten. Im Fal­le der indi­rek­ten Besteue­rung durch Erhe­bung der Steu­er beim Lie­fe­ran­ten oder Her­stel­ler sei daher Vor­aus­set­zung, dass die­se auf Abwäl­zung auf den pri­va­ten Kon­su­men­ten ange­legt sei.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er wei­che in vie­ler­lei Hin­sicht von den Merk­ma­len her­kömm­li­cher Ver­brauch­steu­ern ab; ins­be­son­de­re zie­le sie nicht auf die Belas­tung pri­va­ter Kon­su­men­ten. Deren Belas­tung kön­ne nur über den unter Ein­satz der besteu­er­ten Kern­brenn­stof­fe erzeug­ten elek­tri­schen Strom (Atom­strom) erfol­gen. Tat­säch­lich tre­te eine Belas­tung jedoch nicht ein und sei auch durch das Gesetz nicht inten­diert. Der Umstand, dass in Deutsch­land der gesam­te erzeug­te Strom – unab­hän­gig von etwai­gen Sub­ven­tio­nen für sei­ne Erzeu­gung – zu im Wesent­li­chen glei­chen Bedin­gun­gen ver­mark­tet, die Kern­brenn­stoff­steu­er aber allein bei der Erzeu­gung von Atom­strom erho­ben wer­de, schlie­ße per se aus, dass es zu einer ver­brauch­steu­er­li­chen Belas­tung von pri­va­ten Kon­su­men­ten kom­me. Der Blick auf den Strom­markt bestä­ti­ge die­se Ein­schät­zung. Die Geset­zes­be­grün­dung und die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes beleg­ten eben­falls, dass die Kern­brenn­stoff­steu­er von vorn­her­ein nicht auf die Belas­tung pri­va­ter Kon­su­men­ten, son­dern auf die Abschöp­fung von Gewin­nen der Kern­kraft­werk­be­trei­ber zie­le. Zwar habe der Gesetz­ge­ber grund­sätz­lich einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, zumal ihm der eher vage Ver­brauch­steu­er­be­griff des Grund­ge­set­zes, der auch die Erhe­bung von Steu­ern auf in der Pro­duk­ti­on ein­ge­setz­te Güter umfas­sen kön­ne, kei­ne star­ren Gren­zen set­ze, was in der Recht­spre­chung etwa durch die Ver­wen­dung des Begriffs der kal­ku­la­to­ri­schen Abwäl­zung zum Aus­druck kom­me. Im Nor­mal­fall möch­ten die weit gefass­te kal­ku­la­to­ri­sche Abwälz­bar­keit und der Umstand, dass das Unter­neh­men, bei dem eine Waren­steu­er erho­ben wer­de, mit Gewinn arbei­te, Indi­zi­en dafür sein, dass die Steu­er­last letzt­lich den Kon­su­men­ten errei­che. Hier­von kön­ne bei der Kern­brenn­stoff­steu­er indes nicht aus­ge­gan­gen wer­den. In der Kern­brenn­stoff­steu­er sei eine Steu­er zu sehen, die dar­auf ange­legt sei, den jewei­li­gen Kraft­werk­be­trei­ber end­gül­tig mit dem größ­ten Teil der erho­be­nen Kern­brenn­stoff­steu­er zu belas­ten. Die­se Belas­tung erfol­ge mit­tels eines besteu­er­ten Guts, des Kern­brenn­stoffs, das nicht im Rah­men einer Ein­kom­mens­ver­wen­dung und schon gar nicht pri­vat ver­braucht, son­dern zum Zwe­cke der Ein­kom­mens­er­zie­lung durch das Pro­du­zie­ren von Strom genutzt wer­de. Die Steu­er belas­te den Kern­kraft­werk­be­trei­ber mit­hin plan­mä­ßig direkt als Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men und stel­le sich wirt­schaft­lich als eine Pro­duk­ti­ons­steu­er dar, die gera­de nicht dar­auf abzie­le, einen Kon­su­men­ten indi­rekt über das erzeug­te Pro­dukt zu belas­ten.
Der Bund habe auch kei­ne sons­ti­ge Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz. Über die im Bereich der in Art. 105 Abs. 2 und Art. 106 GG genann­ten Steu­ern – zu denen die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht gehö­re – hin­aus kön­ne eine kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des, die sich an den all­ge­mei­nen Vor­ga­ben des Art. 72 Abs. 2 GG zu ori­en­tie­ren habe, da Art. 105 Abs. 2 GG ohne Ein­schrän­kun­gen auf die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG ver­wei­se, nur ange­nom­men wer­den, soweit man über den Begriff der übri­gen Steu­ern ein all­ge­mei­nes unbe­grenz­tes Steu­er­er­fin­dungs­recht des Bun­des begrün­den kön­ne. Indes sei ein sol­ches Steu­er­er­fin­dungs­recht nicht gege­ben; ande­ren­falls bedür­fe eine neu erfun­de­ne Steu­er zumin­dest der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes, an der es beim Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz feh­le.
Die Fra­ge der Gül­tig­keit des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes sei für die Ent­schei­dung über die anhän­gi­ge Kla­ge erheb­lich. Die ange­foch­te­ne Steu­er­an­mel­dung ent­spre­che den Rege­lun­gen im Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz. Im Fal­le der Gül­tig­keit des Geset­zes sei die Kla­ge nach natio­na­lem Recht ohne Wei­te­res abzu­wei­sen. Ver­sto­ße das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz hin­ge­gen gegen das Grund­ge­setz und wer­de es des­we­gen, weil auch die Mög­lich­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung erkenn­bar nicht bestehe, für ungül­tig erklärt, sei der Kla­ge statt­zu­ge­ben.
Die Bun­des­re­gie­rung hat bereits Zwei­fel an der Zuläs­sig­keit der finanz­ge­richt­li­chen Vor­la­ge, hält sie jeden­falls für unbe­grün­det.
Der Vor­la­ge­be­schluss sei in sich wider­sprüch­lich: Einer­seits stel­le das Finanz­ge­richt auf die Abwäl­zung der Kern­brenn­stoff­steu­er als ent­schei­den­des typus­be­stim­men­des Merk­mal ab, ande­rer­seits habe es kei­ne hin­rei­chen­de Sach­ver­halts­auf­klä­rung zu die­sem ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Punkt vor­ge­nom­men. Es set­ze sich zwar mit der zen­tra­len Figur der kal­ku­la­to­ri­schen Abwäl­zung aus­ein­an­der, wie sie vor allem in der "Öko­steu­er­ent­schei­dung" des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ent­wi­ckelt und kon­kre­ti­siert wor­den sei. Um die Fra­ge des Gelin­gens oder Schei­terns einer sol­chen kal­ku­la­to­ri­schen Abwäl­zung wirk­lich beur­tei­len zu kön­nen, hät­te das vor­le­gen­de Gericht aber die Kal­ku­la­ti­ons­grund­la­gen bei der Pro­duk­ti­on von Atom­strom eru­ie­ren müs­sen. Dies sei trotz eines ent­spre­chen­den Beweis­an­trags des Haupt­zoll­am­tes Han­no­ver im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren unter­blie­ben. Die Kraft­werks­be­trei­be­rin habe nicht sub­stan­ti­iert zu den kal­ku­la­to­ri­schen Grund­la­gen der Strom­pro­duk­ti­on in Kern­kraft­wer­ken vor­ge­tra­gen. Wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­che, von der Kraft­werks­be­trei­be­rin in Auf­trag gege­be­ne Par­tei­gut­ach­ten zur Strom­preis­bil­dung an der Strom­bör­se könn­ten die­ses Defi­zit in der Ermitt­lung des ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Sach­ver­halts nicht kom­pen­sie­ren, weil die­se eine gänz­lich ande­re Fra­ge­stel­lung zum Gegen­stand hät­ten.
Der Bund habe die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz; das Gesetz ver­sto­ße auch im Übri­gen nicht gegen das Grund­ge­setz.
Dem Steu­er­ge­setz­ge­ber ste­he bei der Aus­wahl des Steu­er­ge­gen­stan­des prin­zi­pi­ell ein wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum zu, so dass die Kom­pe­tenz­be­grif­fe des Art. 105 und des Art. 106 GG hin­rei­chend offen aus­ge­legt wer­den müss­ten. Der dem­nach weit zu ver­ste­hen­de Ver­brauch­steu­er­be­griff des Grund­ge­set­zes müs­se nicht stra­pa­ziert wer­den, um auch die Kern­brenn­stoff­steu­er zu erfas­sen. Die Kern­brenn­stoff­steu­er ent­spre­che viel­mehr dem Phä­no­ty­pus einer Ver­brauch­steu­er: Sie knüp­fe tat­be­stand­lich an den Ver­brauch von Waren an, indem das erst­ma­li­ge Ein­brin­gen von Brenn­ele­men­ten und das Aus­lö­sen einer sich selbst­tra­gen­den Ket­ten­re­ak­ti­on die Steu­er ent­ste­hen las­se. Die Kern­brenn­stoff­steu­er füh­re zudem nicht zu einer "Gewinn­ab­schöp­fung"; die­se sei weder die Inten­ti­on des Gesetz­ge­bers gewe­sen, noch wer­de ein sol­ches Ziel mit der Steu­er erreicht. Kern­brenn­stof­fe sei­en über­dies geeig­ne­te Gegen­stän­de einer Ver­brauchs­be­steue­rung. Kern­brenn­stof­fe, die durch den Ein­satz in Atom­kraft­wer­ken che­misch-phy­si­ka­lisch umge­wan­delt wür­den, unter­lä­gen auf­grund der spe­zi­fi­schen von ihnen aus­ge­hen­den Gefah­ren zwar zahl­rei­chen Restrik­tio­nen und sei­en als Pro­duk­ti­ons­gü­ter nicht Waren des täg­li­chen Bedarfs. Die­se Gesichts­punk­te erklär­ten sich jedoch aus der Natur der Sache und hät­ten kei­nen Ein­fluss auf die Eig­nung der Kern­brenn­stof­fe als Gegen­stand einer Ver­brauchs­be­steue­rung. Die Eigen­tums­ver­hält­nis­se an den ein­ge­setz­ten Kern­brenn­stof­fen wie auch Ein­schrän­kun­gen bei der frei­en Han­del­bar­keit von Kern­brenn­stof­fen und die Beson­der­heit der Erhe­bungs­tech­nik sei­en ohne jede Rele­vanz. Der Annah­me einer Ver­brauch­steu­er ste­he auch nicht ent­ge­gen, dass es sich bei den Kern­brenn­stof­fen um Pro­duk­ti­ons­gü­ter han­de­le. Die aus­schließ­li­che Belas­tung kon­sum­fä­hi­ger Güter gehö­re nicht zu den prä­gen­den Merk­ma­len einer Ver­brauch­steu­er. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt habe in der "Öko­steu­er­ent­schei­dung" über­dies grund­sätz­lich aner­kannt, dass auch der "unter­neh­me­ri­sche" Ver­brauch von Ver­brauch­steu­ern erfasst wer­den kön­ne.
Ent­ge­gen den Aus­füh­run­gen im Vor­la­ge­be­schluss sei in den Geset­zes­ma­te­ria­li­en weder behaup­tet wor­den, die Kern­brenn­stoff­steu­er sei nicht abwälz­bar, noch hät­te eine sol­che Behaup­tung – wäre sie denn erfolgt – not­wen­dig durch­schla­gen­de Wir­kung auf die ver­fas­sungs­recht­li­che Prü­fung die­ser Steu­er. Aus kei­ner Text­stel­le in der Geset­zes­be­grün­dung erge­be sich, dass die Abwäl­zung kate­go­risch aus­ge­schlos­sen sei; es wer­de ledig­lich ver­mu­tet, dass die Abwäl­zung nicht in jedem Fall gelin­gen wer­de. Die direk­te Abwäl­zung auf die End­ab­neh­mer wer­de damit nicht grund­sätz­lich infra­ge gestellt. Zudem näh­men die Geset­zes­ma­te­ria­li­en die Mög­lich­keit der nicht preis­er­hö­hen­den, rein kal­ku­la­to­ri­schen Abwäl­zung in der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Gestalt impli­zit auf.
Es sei auch weder ersicht­lich noch dar­ge­tan, dass die Abwälz­bar­keit recht­lich und tat­säch­lich aus­ge­schlos­sen sei. Abge­se­hen davon, dass nicht ein­mal die Kraft­werks­be­trei­be­rin die Mög­lich­keit einer – wenn auch gerin­gen – Abwälz­bar­keit bestrei­te, las­se ihre Argu­men­ta­ti­on hin­sicht­lich der Strom­preis­bil­dung außer Acht, dass das Ver­fah­ren an den Strom­bör­sen nur einen Teil der Strom­ver­käu­fe abbil­de und ande­re End­ab­neh­mer von Strom direk­te Ver­trä­ge mit Kraft­werk­be­trei­bern geschlos­sen hät­ten. Inso­fern gestal­te sich der Preis­bil­dungs­me­cha­nis­mus wesent­lich kom­ple­xer als von dem Finanz­ge­richt und der Kraft­werks­be­trei­be­rin dar­ge­stellt, zumal dabei die Markt- und Preis­bil­dungs­macht der oli­go­po­lis­tisch agie­ren­den, Kern­kraft­wer­ke betrei­ben­den Ener­gie­kon­zer­ne, die rund 80 Pro­zent der kon­ven­tio­nel­len Strom­erzeu­gung kon­trol­lier­ten, gänz­lich unbe­rück­sich­tigt sei.
Hin­zu kom­me, dass die preis­er­hö­hen­de Abwäl­zung kein kon­sti­tu­ti­ves Merk­mal einer Ver­brauch­steu­er sei. Nach der "Öko­steu­er­ent­schei­dung" kön­ne sich die Abwäl­zung auf End­ver­brau­cher auch so gestal­ten, dass sich das für die Her­stel­lung von End­pro­duk­ten ein­ge­setz­te Gut samt der auf ihm lie­gen­den Ver­brauch­steu­er­be­las­tung nur mit­tel­bar im Preis des End­pro­duk­tes nie­der­schla­ge. In der Ent­schei­dung zur Spiel­ge­rä­te­steu­er habe das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über­dies fest­ge­stellt, dass die kal­ku­la­to­ri­sche Abwäl­zung zumin­dest so lan­ge gege­ben sei, wie das Unter­neh­men noch Gewinn erzie­le. Dies sei bei den Betrei­ber­ge­sell­schaf­ten von Kern­kraft­wer­ken und ins­be­son­de­re bei der Kraft­werks­be­trei­be­rin der Fall, zumal Letz­te­re aus­weis­lich des Pro­to­kolls über die öffent­li­che Sit­zung vor dem Finanz­ge­richt am 29.01.2013 erklärt habe, dass die streit­ge­gen­ständ­li­chen Kern­kraft­wer­ke zur­zeit wirt­schaft­lich betrie­ben wür­den.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er sei über­dies kei­ne ört­li­che Ver­brauch­steu­er im Sin­ne von Art. 105 Abs. 2a GG. Das Besteue­rungs­gut, der Kern­brenn­stoff, sei nicht orts­fest, son­dern beweg­lich. Das Ein­brin­gen in den Kern­re­ak­tor, um eine Ket­ten­re­ak­ti­on aus­zu­lö­sen, sei steu­er­tech­nisch ledig­lich tat­be­stands­aus­lö­send. Eine "ört­li­che Radi­zie­rung" der Steu­er sei damit nicht gege­ben.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er sei dar­über hin­aus kei­ne "anlass­be­zo­ge­ne Kon­zes­si­ons­ge­bühr" oder "para­fis­ka­li­sche Son­der­ab­ga­be".
Der Umstand, dass die Kern­brenn­stoff­steu­er wegen ihrer gewinn­min­dern­den Wir­kung das Lan­des­steu­er­sub­strat min­de­re, sei kom­pe­tenz­recht­lich irrele­vant. Mit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen auf die Lan­des­steu­er­ein­nah­men sei­en ange­sichts der gegen­sei­ti­gen Ver­flech­tun­gen im Ein­nah­men­be­reich von Bund und Län­dern kei­ne Beson­der­heit. Art. 105 Abs. 3 GG stel­le allein auf die posi­ti­ve finanz­ver­fas­sungs­recht­li­che Ertrags­ho­heit ab. Selbst im aty­pi­schen, weil finanz­ver­fas­sungs­recht­lich nicht vor­ge­zeich­ne­ten Fall der Ver­stei­ge­rungs­er­lö­se aus den UMTS-Lizen­zen sei eine Betei­li­gung der Län­der an den sei­ner­zeit gewal­ti­gen Sum­men ver­neint wor­den. Dies müs­se erst recht im Zusam­men­hang mit Steu­ern im Zehn­ten Abschnitt des Grund­ge­set­zes gel­ten, stel­le die­ser mit Art. 106 Abs. 3 und 4 GG doch ein Instru­ment zur Ver­fü­gung, um gege­be­nen­falls auf Ver­schie­bun­gen zu reagie­ren.
Schließ­lich ver­sto­ße das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz weder gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG noch gegen die Eigen­tums­ga­ran­tie aus Art. 14 Abs. 1 und 2 GG; es han­de­le sich auch nicht um ein ver­bo­te­nes Ein­zel­fall­ge­setz.
Die Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs[↑]
Der VII. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt des Bun­des­fi­nanz­hofs hat in sei­ner Stel­lung­nah­me dar­auf hin­ge­wie­sen, dass er sich mit den vom Finanz­ge­richt Ham­burg­auf­ge­wor­fe­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen zur Kern­brenn­stoff­steu­er inhalt­lich bis­lang nicht befasst, son­dern ledig­lich die in die­sem Zusam­men­hang gestell­ten Anträ­ge auf Auf­he­bung der Voll­zie­hung der Kern­brenn­stoff­steu­er-Anmel­dung abge­lehnt habe.
Die Fra­ge, ob eine beson­de­re Ver­brauch­steu­er auch in der Pro­duk­ti­on ver­wen­de­te Waren belas­ten kön­ne, habe der Bun­des­fi­nanz­hof bereits 1984 dahin ent­schie­den, dass es kei­nen Rechts­satz gebe, der das Anknüp­fen einer Ver­brauch­steu­er an einen typi­schen Roh­stoff ver­bie­te. Daher gehö­re die aus­schließ­li­che Belas­tung kon­sum­fä­hi­ger Güter nicht zu den prä­gen­den Merk­ma­len einer Ver­brauch­steu­er. Mit die­ser Begrün­dung habe der Bun­des­fi­nanz­hof die Erhe­bung einer beson­de­ren Ver­brauch­steu­er auf nicht genuss­fä­hi­ge und in der Kos­me­tik­in­dus­trie ver­wen­de­te tech­ni­sche Alko­ho­le (ins­be­son­de­re Pro­pa­nol und Metha­nol) für zuläs­sig erach­tet.
Hin­sicht­lich der vom Finanz­ge­richt Ham­burg infra­ge gestell­ten Abwälz­bar­keit der Kern­brenn­stoff­steu­er als unab­ding­ba­res Merk­mal einer Ver­brauch­steu­er ver­tre­te der Bun­des­fi­nanz­hof in stän­di­ger Recht­spre­chung die Auf­fas­sung, dass die blo­ße Mög­lich­keit der Abwäl­zung der Steu­er genü­ge, so dass dem Steu­er­schuld­ner nicht in jedem Fall Gewähr gebo­ten wer­den müs­se, dass er die Ver­brauch­steu­er tat­säch­lich abwäl­zen kön­ne. Im Hin­blick auf die infol­ge eines For­de­rungs­aus­falls miss­lun­ge­ne Abwäl­zung der Steu­er­last im Han­del mit ver­steu­er­tem Mine­ral­öl habe er geur­teilt, dass sich die Abwäl­zung der Steu­er außer­halb des steu­er­recht­lich gere­gel­ten Bereichs voll­zie­he. Sie erfol­ge in der Form, dass der Gegen­wert der beim Über­gang in den frei­en Ver­kehr erho­be­nen Steu­er kal­ku­la­to­risch in den Preis der Ware ein­ge­he und beim Wei­ter­ver­kauf als Preis­be­stand­teil wei­ter­ge­ge­ben wer­de. Damit sei das Risi­ko der Abwäl­zung der Steu­er als Preis­be­stand­teil aus dem steu­er­recht­li­chen Bereich aus­ge­schie­den und in den Bereich des all­ge­mei­nen kauf­män­ni­schen Risi­kos ein­be­zo­gen wor­den.
In einer wei­te­ren Ent­schei­dung habe der Bun­des­fi­nanz­hof aus­ge­führt, die beson­de­ren Ver­brauch­steu­ern sei­en zwar auf Abwäl­zung der Steu­er­last auf den Ver­brau­cher als den eigent­li­chen Belas­tungs­trä­ger ange­legt; nach der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung gehö­re zum Begriff der Ver­brauch­steu­er jedoch nicht die recht­li­che Gewähr, dass der Steu­er­schuld­ner stets den von ihm ent­rich­te­ten Betrag von der Per­son ersetzt erhal­te, die nach der Kon­zep­ti­on des Gesetz­ge­bers letzt­lich die Steu­er tra­gen sol­le. Auch bei einem Miss­lin­gen der Abwäl­zung im Ein­zel­fall wan­de­le sich die Steu­er nicht zu einer dem Grund­satz der Besteue­rung nach der wirt­schaft­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit wider­spre­chen­den und ver­fas­sungs­recht­lich zu bean­stan­den­den Unter­neh­men­steu­er.
Die Auf­fas­sung der Finanz­ge­rich­te Baden-Würt­tem­berg und Mün­chen[↑]
Das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg hat zunächst her­aus­ge­stellt, dass sich der für die Kern­brenn­stoff­steu­er zustän­di­ge Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bis­lang nur im Rah­men des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes mit der The­ma­tik befasst habe. Aus die­sem Grund kön­ne es sich nicht abschlie­ßend zum Aus­gangs­ver­fah­ren posi­tio­nie­ren. In den bei­den im Rah­men des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes ergan­ge­nen Beschlüs­sen habe das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, anders als zuvor die Finanz­ge­rich­te Ham­burg und Mün­chen, die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die von den Antrag­stel­lern vor­ge­tra­ge­nen Ein­wen­dun­gen nicht hin­rei­chend gewich­tig sei­en, um ernst­li­che Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der ange­foch­te­nen Steu­er­fest­set­zun­gen zu begrün­den. Die den Fest­set­zun­gen zugrun­de­lie­gen­den Vor­schrif­ten des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes stün­den bei sum­ma­ri­scher Prü­fung sowohl mit den Rege­lun­gen des Grund­ge­set­zes als auch mit den Vor­ga­ben des Uni­ons­rechts in Ein­klang. Ins­be­son­de­re begeg­ne die Ein­ord­nung der Kern­brenn­stoff­steu­er als Ver­brauch­steu­er im Sin­ne des Art. 106 GG kei­nen durch­grei­fen­den Beden­ken; auf der Grund­la­ge der Art. 105 Abs. 2, 106 Abs. 1 Num­mer 2 GG habe eine Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des zum Erlass des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes bestan­den.
Das Finanz­ge­richt Mün­chen hat sich in sei­ner Stel­lung­nah­me aus­schließ­lich zum Ablauf der dort anhän­gi­gen (Eil-)Verfahren geäu­ßert und den Inhalt der im einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ergan­ge­nen Beschlüs­se skiz­ziert. In die­sen Ver­fah­ren habe der zustän­di­ge 14. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt des Finanz­ge­richts Mün­chen die Voll­zie­hung der ihm zur Ent­schei­dung vor­lie­gen­den Steu­er­an­mel­dun­gen jeweils auf­ge­ho­ben. Die­sen Ent­schei­dun­gen lägen ernst­li­che Zwei­fel an der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des gemäß Art. 106 Abs. 1 Num­mer 2 GG und damit an der for­mel­len Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes zugrun­de. Die­se Zwei­fel stütz­ten sich ins­be­son­de­re auf die Begrün­dung zum Ent­wurf eines Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes 15, die das Finanz­ge­richt Mün­chen dahin­ge­hend ver­stan­den habe, dass von Beginn des Gesetz­ge­bungs­ver­fah­rens an eine Abwäl­zung der Kern­brenn­stoff­steu­er – wenn über­haupt – nur in sehr gerin­gem Umfang für mög­lich gehal­ten wor­den sei.
Die Vor­la­ge ist zuläs­sig (Art. 100 Abs. 1 GG, § 13 Nr. 11, §§ 80 ff. BVerfGG).
Das Finanz­ge­richt Ham­burg hat sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ange­wen­de­ten Nor­men des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes in einer den Erfor­der­nis­sen des § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG genü­gen­den Wei­se dar­ge­tan.
Im Hin­blick auf den Vor­la­ge­ge­gen­stand muss das Gericht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fungs­maß­stab benen­nen und die für sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit maß­ge­ben­den Erwä­gun­gen nach­voll­zieh­bar und erschöp­fend dar­le­gen 16. Es hat sich im Ein­zel­nen mit der Rechts­la­ge aus­ein­an­der­zu­set­zen, auf nahe lie­gen­de tat­säch­li­che und recht­li­che Gesichts­punk­te ein­zu­ge­hen und die in Schrift­tum und Recht­spre­chung – ins­be­son­de­re der­je­ni­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts – ent­wi­ckel­ten, für die vor­ge­leg­te Fra­ge bedeut­sa­men Rechts­auf­fas­sun­gen eben­so zu ver­ar­bei­ten wie die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der betref­fen­den Norm 17. Dabei hat es die aus sei­ner recht­li­chen Sicht zur Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Norm erfor­der­li­chen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen zu tref­fen und in sei­nen Vor­la­ge­be­schluss auf­zu­neh­men 18. § 80 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG ver­pflich­tet das vor­le­gen­de Gericht jedoch nicht, auf jede denk­ba­re Rechts­auf­fas­sung ein­zu­ge­hen 19.
Das Finanz­ge­richt Ham­burg hat den für sei­ne recht­li­che Beur­tei­lung erfor­der­li­chen Sach­ver­halt mit­ge­teilt und sei­ne Über­zeu­gung von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der zur Prü­fung gestell­ten Nor­men des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes unter Berück­sich­ti­gung des atom­po­li­ti­schen Hin­ter­grun­des, der Gesetz­ge­bungs­ge­schich­te und Her­aus­ar­bei­tung der in der Recht­spre­chung und im Schrift­tum ver­tre­te­nen Auf­fas­sun­gen umfas­send und plau­si­bel begrün­det, wobei es auch abwei­chen­de Ansich­ten – ins­be­son­de­re die des Finanz­ge­richts Baden-Würt­tem­berg 20 – in den Blick genom­men hat. Dar­über hin­aus hat es einen Abgleich der Kern­brenn­stoff­steu­er mit den her­kömm­lich gere­gel­ten Ver­brauch­steu­ern vor­ge­nom­men und auf die­ser Grund­la­ge unter Her­an­zie­hung der Geset­zes­ma­te­ria­li­en zum Finanz­ver­fas­sungs­recht, der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung und vor allem der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts den für ihn maß­geb­li­chen finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Ver­brauch­steu­er­be­griff defi­niert; in die­sem Zusam­men­hang hat es sich auch mit dem Merk­mal der Abwälz­bar­keit der Steu­er aus­ein­an­der­ge­setzt, sein Vor­lie­gen in Bezug auf die Kern­brenn­stoff­steu­er indes ver­neint.
Dem Vor­la­ge­be­schluss ist fer­ner mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit zu ent­neh­men, dass die Vor­la­ge­fra­ge ent­schei­dungs­er­heb­lich ist, weil das Finanz­ge­richt im Fal­le der Gül­tig­keit der für ver­fas­sungs­wid­rig gehal­te­nen Rechts­vor­schrif­ten zu einem ande­ren Ergeb­nis käme als im Fal­le ihrer Ungül­tig­keit 21. Dabei kommt es für die Beur­tei­lung der Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit einer zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung gestell­ten Norm maß­geb­lich auf den Rechts­stand­punkt des vor­le­gen­den Gerichts an, sofern die­ser nicht offen­sicht­lich unhalt­bar ist 22 oder es sich um eine ver­fas­sungs­recht­li­che Vor­fra­ge han­delt 23.
Aus den Aus­füh­run­gen des Finanz­ge­richts ergibt sich, dass die Ent­schei­dung des Aus­gangs­ver­fah­rens bei Gül­tig­keit des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes anders aus­fie­le als bei sei­ner Ungül­tig­keit. Das Pro­zess­ziel der Kraft­werks­be­trei­be­rin – die Auf­he­bung der Steu­er­an­mel­dung – kann nur bei einer Nich­tig­keits­er­klä­rung des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes, nicht aber über alter­na­ti­ve Ent­schei­dungs­mög­lich­kei­ten des vor­le­gen­den Gerichts erreicht wer­den.
Der Umstand, dass das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz nur auf sol­che Besteue­rungs­vor­gän­ge anzu­wen­den ist, bei denen die sich selbst­tra­gen­de Ket­ten­re­ak­ti­on vor dem 1.01.2017 aus­ge­löst wur­de (§ 12 Kern­brStG), steht der Zuläs­sig­keit der Vor­la­ge nicht ent­ge­gen. Es ist für den im Aus­gangs­ver­fah­ren rele­van­ten Zeit­raum wei­ter­hin ent­schei­dungs­er­heb­lich und eine Erle­di­gung des Aus­gangs­ver­fah­rens nicht ein­ge­tre­ten 24.
Euro­pa­rechts­kon­for­mi­tät der Kern­brenn­stoff­steu­er[↑]
Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat die Kon­for­mi­tät des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes mit dem Uni­ons­recht bestä­tigt 25. Ein mög­li­cher Ver­stoß des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes gegen Uni­ons­recht steht sei­ner Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit im Aus­gangs­ver­fah­ren somit nicht ent­ge­gen 26.
Die Finanz­ver­fas­sung des Bun­des[↑]
Die Finanz­ver­fas­sung des Grund­ge­set­zes ist Eck­pfei­ler der bun­des­staat­li­chen Ord­nung. Sie soll eine Finanz­ord­nung sicher­stel­len, die den Gesamt­staat und die Glied­staa­ten am Gesamt­ertrag der Volks­wirt­schaft ange­mes­sen betei­ligt. Bund und Län­der müs­sen im Rah­men der ver­füg­ba­ren Gesamt­ein­nah­men so aus­ge­stat­tet wer­den, dass sie die Aus­ga­ben leis­ten kön­nen, die zur Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben erfor­der­lich sind 27.
a)) Die grund­ge­setz­li­che Finanz­ver­fas­sung, wie sie in den Art. 104a ff. GG zum Aus­druck kommt, bil­det eine in sich geschlos­se­ne Rah­men- und Ver­fah­rens­ord­nung und ist auf For­men­klar­heit und For­men­bin­dung ange­legt. Die­se Prin­zi­pi­en erschöp­fen sich nicht in einer ledig­lich for­ma­len Bedeu­tung. Sie sind selbst Teil der funk­ti­ons­ge­rech­ten Ord­nung eines poli­tisch sen­si­blen Sach­be­reichs und ver­wirk­li­chen damit ein Stück Gemein­wohl­ge­rech­tig­keit. Zugleich för­dern und ent­las­ten sie den poli­ti­schen Pro­zess, indem sie ihm einen fes­ten Rah­men vor­ge­ben. Für Ana­lo­gie­schlüs­se, die not­wen­dig zu einer Erwei­te­rung oder Auf­wei­chung die­ses Rah­mens füh­ren wür­den, ist in die­sem Bereich kein Raum 28.
Der strik­ten Beach­tung der finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Zustän­dig­keits­be­rei­che von Bund und Län­dern kommt eine über­ra­gen­de Bedeu­tung für die Sta­bi­li­tät der bun­des­staat­li­chen Ver­fas­sung zu. Weder der Bund noch die Län­der kön­nen über ihre im Grund­ge­setz fest­ge­leg­ten Kom­pe­ten­zen ver­fü­gen; ein­fach­ge­setz­li­che Kom­pe­tenz­ver­schie­bun­gen zwi­schen Bund und Län­dern wären auch nicht mit Zustim­mung der Betei­lig­ten zuläs­sig 29. Bei der Ertrags­ver­tei­lung der Steu­ern han­delt es sich gemein­sam mit der Ver­tei­lung der Gesetz­ge­bungs- und Ver­wal­tungs­kom­pe­ten­zen um eine zen­tra­le Fra­ge der poli­ti­schen Macht­ver­tei­lung in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land 30. Unsi­cher­hei­ten in der Ertrags­zu­ord­nung wür­den in die­sem Kon­text zu erheb­li­chen Ver­wer­fun­gen im Bereich der Befrie­dungs­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung füh­ren.
Über ihre Ord­nungs­funk­ti­on hin­aus ent­fal­tet die Finanz­ver­fas­sung eine Schutz- und Begren­zungs­funk­ti­on, die es dem ein­fa­chen Gesetz­ge­ber unter­sagt, die ihm gesetz­ten Gren­zen zu über­schrei­ten 31. Die­se Schutz­wir­kung ent­fal­tet die Finanz­ver­fas­sung auch im Ver­hält­nis zum Bür­ger, der dar­auf ver­trau­en darf, nur in dem durch die Finanz­ver­fas­sung vor­ge­ge­be­nen Rah­men belas­tet zu wer­den 32.
Die Bestim­mun­gen über das Finanz­we­sen in den Art. 104a ff. GG regeln unter ande­rem die Gesetz­ge­bungs, Ertrags- und Ver­wal­tungs­kom­pe­tenz für das Finan­zie­rungs­mit­tel der Steu­er.
a)) Art. 105 GG begrün­det als spe­zi­el­le finanz­ver­fas­sungs­recht­li­che Norm die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen des Bun­des und der Län­der für den Bereich der Steu­ern 33. Inner­halb sei­nes Anwen­dungs­be­reichs geht er den all­ge­mei­nen Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen der Art. 70 ff. GG vor 34.
GG betrifft die ver­ti­ka­le Steu­er­ertrags­auf­tei­lung im Ver­hält­nis des Bun­des zur Län­der­ge­samt­heit. Er weist die Erträ­ge bestimm­ter Steu­ern ent­we­der dem Bund (Art. 106 Abs. 1 GG), den Län­dern (Art. 106 Abs. 2 GG) oder Bund und Län­dern gemein­schaft­lich (Art. 106 Abs. 3 GG) zu 35. Die finanz­ver­fas­sungs­recht­li­che Ertrags­ho­heit und die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für Steu­ern sind mit­hin jeweils geson­dert gere­gelt und fol­gen ande­ren Grund­sät­zen, als dies für nicht­steu­er­li­che Abga­ben im Bereich der all­ge­mei­nen Sach­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen der Art. 70 ff. GG der Fall ist.
Die ein­zel­nen Steu­ern und Steu­er­ar­ten der Art. 105 und Art. 106 GG sind Typus­be­grif­fe. Ihre typus­bil­den­den Unter­schei­dungs­merk­ma­le sind dem tra­di­tio­nel­len deut­schen Steu­er­recht zu ent­neh­men. Neue Steu­ern sind dar­auf­hin abzu­glei­chen, ob sie dem Typus einer her­kömm­li­chen Steu­er ent­spre­chen. Inner­halb der durch Art. 105 und Art. 106 GG vor­ge­ge­be­nen Typus­be­grif­fe ver­fügt der Gesetz­ge­ber über eine weit­ge­hen­de Gestal­tungs­frei­heit.
Für die in Art. 105 und Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten ver­wen­det das Grund­ge­setz Typus­be­grif­fe. Zur Fest­stel­lung der Merk­ma­le, die den betref­fen­den Typus kenn­zeich­nen, ist auf den jewei­li­gen Nor­mal- oder Durch­schnitts­fall abzu­stel­len; Merk­ma­le, die sich als blo­ße Ein­zel­fal­lerschei­nun­gen dar­stel­len, sind bei der Typus­bil­dung aus­zu­schei­den. Es ist zudem nicht erfor­der­lich, dass stets sämt­li­che den Typus kenn­zeich­nen­de Merk­ma­le vor­lie­gen. Die­se kön­nen viel­mehr in unter­schied­li­chem Maße und ver­schie­de­ner Inten­si­tät gege­ben sein; je für sich genom­men haben sie nur die Bedeu­tung von Anzei­chen oder Indi­zi­en. Maß­geb­lich ist das durch eine wer­ten­de Betrach­tung gewon­ne­ne Gesamt­bild 36.
Bei den Ein­zel­steu­er­be­grif­fen der Art. 105 und Art. 106 GG kommt es für die Typus­bil­dung auf die Sicht des tra­di­tio­nel­len deut­schen Steu­er­rechts an 37. Es sind die­je­ni­gen Merk­ma­le zu ermit­teln, die eine Steu­er oder Steu­er­art nach dem her­kömm­li­chen Ver­ständ­nis typi­scher­wei­se auf­weist und – mit Blick auf die abgren­zen­de Funk­ti­on der Ein­zel­steu­er­be­grif­fe – zu ihrer Unter­schei­dung von ande­ren Steu­ern oder Steu­er­ar­ten not­wen­dig sind 38.
Neue Steu­ern sind auf ihre Kon­gru­enz mit den aus her­ge­brach­ter Sicht typus­prä­gen­den Merk­ma­len der Ein­zel­steu­er­be­grif­fe der Art. 105 und Art. 106 GG zu prü­fen. Ent­spre­chen sie nicht allen Typus­merk­ma­len einer Ein­zel­steu­er, sind Bedeu­tung und Gewicht der ein­zel­nen Merk­ma­le sowie der Grad an Abwei­chung zu bestim­men und danach in eine Gesamt­wer­tung ein­zu­be­zie­hen; auf die­ser Grund­la­ge ist zu ent­schei­den, ob im Ergeb­nis eine Über­ein­stim­mung mit dem Typus anzu­neh­men ist.
Inner­halb der durch Art. 105 und Art. 106 GG vor­ge­ge­be­nen Typus­be­grif­fe steht es dem Gesetz­ge­ber offen, neue Steu­ern zu "erfin­den" und bestehen­de Steu­er­ge­set­ze zu ver­än­dern 39. Ände­run­gen bestehen­der Steu­er­ge­set­ze oder die Erschlie­ßung neu­er Steu­er­quel­len sind unter dem Blick­punkt der Zustän­dig­keits­ver­tei­lung zumin­dest so lan­ge nicht zu bean­stan­den, wie sie sich im Rah­men der her­kömm­li­chen Merk­ma­le der jewei­li­gen Steu­ern hal­ten 40.
Die Zuwei­sung von Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen an Bund und Län­der durch Art. 105 GG in Ver­bin­dung mit Art. 106 GG ist abschlie­ßend. Außer­halb der durch die Finanz­ver­fas­sung in Art. 104a ff. GG vor­ge­ge­be­nen Kom­pe­tenz­ord­nung besteht kei­ne Befug­nis von Bund oder Län­dern, Steu­er­ge­set­ze zu erlas­sen.
Der Bund hat gemäß Art. 105 Abs. 2 1. Halb­satz GG – über die aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die in Art. 105 Abs. 1 GG genann­ten Zöl­le und Finanz­mo­no­po­le hin­aus – die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die "übri­gen Steu­ern", wenn ihm das Auf­kom­men die­ser Steu­ern ganz oder zum Teil zusteht oder die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG vor­lie­gen.
Unter den "übri­gen Steu­ern" sind aus­schließ­lich die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten zu ver­ste­hen. Der ein­fa­che Gesetz­ge­ber darf nur sol­che Steu­ern ein­füh­ren, deren Ertrag durch Art. 106 GG dem Bund, den Län­dern oder Bund und Län­dern gemein­schaft­lich zuge­wie­sen wird 41. Ein frei­es Steu­er­er­fin­dungs­recht gewährt ihm Art. 105 Abs. 2 GG nicht, unge­ach­tet des Umstan­des, dass die Norm kein aus­drück­li­ches Ver­bot der Steu­er­er­fin­dung ent­hält 42. Die Ent­ste­hungs­ge­schich­te von Art. 105 Abs. 2 GG ist inso­weit zwar ambi­va­lent. Für die­se Aus­le­gung spre­chen jedoch sys­te­ma­ti­sche und teleo­lo­gi­sche Erwä­gun­gen.
Die Geschich­te des Finanz­re­form­ge­set­zes vom 12.05.1969 43, das Grund­la­ge für die heu­ti­ge Finanz­ver­fas­sung ist, lässt jeden­falls kei­nen zwin­gen­den Schluss auf das Bestehen eines all­ge­mei­nen Steu­er­er­fin­dungs­rechts zu 44.
Wesent­li­ches Ziel des Finanz­re­form­ge­set­zes vom 12.05.1969 war es, "ein mög­lichst dau­er­haf­tes und über­schau­bar gestal­te­tes Sys­tem zu schaf­fen, das eine Anpas­sung an den sich ändern­den Mit­tel­be­darf der ein­zel­nen Ebe­nen gewähr­leis­tet und so ange­legt ist, dass unnö­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Bund und Län­dern ver­mie­den wer­den" 45. Es wur­den tief­grei­fen­de Ände­run­gen der Finanz­ver­fas­sung umge­setzt, die unter ande­rem die Rege­lung der Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit durch Art. 105 Abs. 2 GG a.F. (1955) betra­fen. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt 46 hat­te Art. 105 Abs. 2 GG a.F. (1955) noch eine sehr weit­ge­hen­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz der Län­der ent­nom­men. Art. 105 Abs. 2 GG in sei­ner neu­en Fas­sung soll­te dem Bund nun­mehr eine weit­ge­hen­de kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz sicher­stel­len 47. Dem Gesetz­ent­wurf ist zu ent­neh­men, dass der Bund für alle Steu­ern, für die er nicht die aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bung hat, die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bung erhält, "wenn ihm das Auf­kom­men die­ser Steu­ern ganz oder zum Teil zusteht oder die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG vor­lie­gen" 48.
Kein Steu­er­er­fin­dungs­recht des Bun­des[↑]
Soweit der Gesetz­ent­wurf ein Steu­er­er­fin­dungs­recht der Län­der erwähnt, in das der Bund – soll­te es die Her­stel­lung gleich­wer­ti­ger Lebens­ver­hält­nis­se im Bun­des­ge­biet oder die Wah­rung der Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit erfor­der­lich machen – ein­tre­ten kön­ne 49, deu­tet dies nur auf den ers­ten Blick dar­auf hin, dass der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber von einem finanz­ver­fas­sungs­recht­lich nicht begrenz­ten Steu­er­er­fin­dungs­recht der Län­der aus­ging, in das der Bund unter den Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG ein­tre­ten kann 50: " Durch die von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­schla­ge­ne Fas­sung des Arti­kels 105 Abs. 2 GG wird das Steu­er­er­fin­dungs­recht der Län­der nicht besei­tigt. Der Bund kann jedoch, wenn eine von den Län­dern erfun­de­ne Steu­er wegen der Ein­heit­lich­keit der Lebens­ver­hält­nis­se not­wen­di­ger­wei­se bun­des­ein­heit­lich gere­gelt wer­den muss, das kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­recht wahr­neh­men. […] "
Denn eine sol­che Blick­ver­en­gung allein auf die inten­dier­te umfas­sen­de Bun­des­zu­stän­dig­keit und ein­zel­ne Aus­schnit­te und Begriff­lich­kei­ten der Geset­zes­be­grün­dung gäbe das Gesamt­bild nur unvoll­stän­dig wie­der.
Es lässt sich bereits nicht fest­stel­len, ob der dama­li­ge (ver­fas­sungs­än­dern­de) Gesetz­ge­ber den Begriff des "Steu­er­er­fin­dungs­rechts" über­haupt im Sin­ne eines über die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten hin­aus­ge­hen­den Steu­er­er­fin­dungs­rechts ver­stan­den hat und er nicht ledig­lich auf die Mög­lich­keit der Erschlie­ßung neu­er Steu­er­quel­len und die Ände­rung bestehen­der Steu­er­ge­set­ze inner­halb der jewei­li­gen Typus­be­grif­fe des Art. 106 GG ver­wei­sen woll­te 51. Eine Defi­ni­ti­on des "Steu­er­er­fin­dungs­rechts" oder sons­ti­ge Hin­wei­se, was mit dem Begriff im Ein­zel­nen gemeint sein soll­te, ent­hält die Geset­zes­be­grün­dung jeden­falls nicht. Auch in spä­te­ren Jah­ren ist im (ein­fa­chen) Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren der Begriff des "Steu­er­er­fin­dungs­rechts" typus­be­zo­gen ver­wen­det wor­den, so etwa im Bericht des Finanz­aus­schus­ses zum Ent­wurf des Mine­ral­öl- und Brannt­wein­steu­er-Ände­rungs­ge­set­zes 1981 52.
Zwei­fel dar­an, dass ein Steu­er­er­fin­dungs­recht außer­halb des Sys­tems der Ertrags­ver­tei­lung in Art. 106 GG gemeint war, erge­ben sich wei­ter dar­aus, dass der Gesetz­ge­ber für das Finanz­ver­fas­sungs­ge­setz vom 23.12 1955 53 der Auf­fas­sung war, die ver­fas­sungs­po­li­ti­sche Bedeu­tung, die das Grund­ge­setz der Ver­tei­lung der bun­des­staat­li­chen Steu­er­ertrags­ho­heit bei­mes­se, las­se es nicht zu, "die Zutei­lung der Ein­nah­men aus künf­ti­gen Steu­ern der ein­fa­chen Bun­des­ge­setz­ge­bung zu über­las­sen" 54. In die­sem Zusam­men­hang war mit Art. 106d GG eine – spä­ter im Ver­mitt­lungs­aus­schuss nicht wei­ter­ver­folg­te – Rege­lung für noch unver­teil­te künf­ti­ge Steu­ern erwo­gen wor­den 55. Bei der Annah­me eines Steu­er­er­fin­dungs­rechts hin­sicht­lich unver­teil­ter Steu­ern wäre auf die­ser Grund­la­ge eine ver­fas­sungs­recht­li­che Zuwei­sung nicht nur nahe­lie­gend, son­dern zwin­gend erfor­der­lich gewe­sen. Eine Aus­ein­an­der­set­zung mit die­ser Fra­ge­stel­lung ent­hält die Geset­zes­be­grün­dung des Finanz­re­form­ge­set­zes vom 12.05.1969 43 indes nicht.
Ohne eine sol­che ver­fas­sungs­recht­li­che Zuwei­sung wider­sprä­che 56 ein über die in Art. 106 GG genann­ten Steu­ern hin­aus­ge­hen­des Steu­er­er­fin­dungs­recht von Bund und Län­dern über­dies den in der Begrün­dung aus­drück­lich wie­der­ge­ge­be­nen Zie­len des Finanz­re­form­ge­set­zes vom 12.05.1969 43, ein dau­er­haf­tes und über­schau­bar gestal­te­tes Steu­er­ver­tei­lungs­sys­tem zu schaf­fen, das ent­spre­chend der finan­zi­el­len Bedeu­tung der Auf­ga­ben und unter Ver­mei­dung von Ver­tei­lungs­kon­flik­ten das Ver­hält­nis zwi­schen Steu­er­be­darf und Steu­er­ein­nah­men bei Bund und Län­dern mög­lichst im Zustand des Gleich­ge­wichts erhält 57.
Die Geset­zes­ma­te­ria­li­en beinhal­ten kei­ne Auf­lö­sung die­ses "Norm- und Zielkonflikt[es]" 58 zwi­schen einer ange­streb­ten umfas­sen­den steu­er­li­chen Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit des Bun­des unter den Vor­aus­set­zun­gen des Art. 105 Abs. 2 2. Halb­satz GG und der Befrie­dungs­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung. In der Stel­lung­nah­me des Bun­des­ra­tes 59 fin­det sich zwar noch Wider­spruch gegen den neu­ge­fass­ten Art. 105 Abs. 2 GG, da "die Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis der Län­der auf dem Gebiet des Steu­er­rechts im Ergeb­nis besei­tigt" 60 wer­de. Der Rechts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges hat die­se Beden­ken jedoch – erneut ohne Pro­ble­ma­ti­sie­rung des auf­ge­zeig­ten Kon­flikts – nicht auf­ge­grif­fen 61. In der Dar­le­gung der Grün­de für die Ein­be­ru­fung des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses durch den Bun­des­rat 62 fin­den sich wei­te­re Beden­ken gegen die Neu­fas­sung des Art. 105 Abs. 2 GG jeden­falls nicht mehr. Dem­entspre­chend wur­de Art. 105 Abs. 2 GG in der Fas­sung des Regie­rungs­ent­wurfs unver­än­dert in den Beschluss des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses über­nom­men 63. Ange­sichts des­sen kann allein aus der Erwäh­nung eines "Steu­er­er­fin­dungs­rechts" 64 für die Län­der, das der Bund unter den Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG für sich in Anspruch neh­men kön­ne, nicht der Schluss gezo­gen wer­den, der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber sei von einem all­ge­mei­nen, über den finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Kata­log der Steu­er­ty­pen hin­aus­ge­hen­den Steu­er­er­fin­dungs­recht aus­ge­gan­gen.
Sys­te­ma­ti­sche Grün­de spre­chen gegen ein sol­ches Steu­er­er­fin­dungs­recht. Die Ertrags­ho­heit für sol­che Steu­ern blie­be offen. Sie ist Art. 105 f. GG nicht zu ent­neh­men und lässt sich auch nicht aus Art. 30 GG her­lei­ten.
Die Art. 105 f. GG schwei­gen über die Ertrags­ho­heit für nicht in Art. 106 GG auf­ge­führ­te Steu­er­ar­ten.
Die Lösung kann nicht dar­in lie­gen, nach Art einer "Nähe­rungs­me­tho­dik" den "frei schwe­ben­den" Ertrag der­je­ni­gen Steu­er oder Steu­er­art im Sin­ne des Art. 106 GG zuzu­ord­nen, der die erfun­de­ne Steu­er am ähn­lichs­ten ist 65. Die­se Metho­de ver­sagt immer dann, wenn sich eine "ähn­li­che" Steu­er nicht fin­den lässt, weil sie im Kata­log des Art. 106 GG nicht auf­ge­führt ist 66, und führt letzt­lich zu einer unzu­läs­si­gen Ent­gren­zung der Typus­be­grif­fe.
Eine Ertrags­ho­heit als Annex zur Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit aus Art. 105 Abs. 2 GG kommt eben­falls nicht in Betracht 67. Sie ver­bie­tet sich bereits des­halb, weil im Bereich der steu­er­li­chen Finanz­ver­fas­sung – anders als im Bereich der nicht­steu­er­li­chen Abga­ben – die Ertrags­ho­heit gera­de nicht gene­rell der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz folgt 68.
Es kann des­halb auch nicht Auf­ga­be des ein­fa­chen Gesetz­ge­bers sein, den Steu­er­ertrag zu ver­tei­len; Art. 105 f. GG stellt die Ertrags­ver­tei­lung nicht zur Dis­po­si­ti­on des Bun­des­ge­setz­ge­bers 69. Er ist viel­mehr auf die Ein­füh­rung sol­cher Steu­ern beschränkt, die unter den Kata­log des Art. 106 GG sub­su­mier­bar sind 70. Er ist nur inso­weit frei in der Neu­ge­stal­tung des Steu­er­sys­tems, als die Ertrags­ho­heit, wie sie in der Ver­fas­sung vor­ge­se­hen ist, durch eine Erhe­bung von Steu­ern nicht ver­än­dert oder unter­lau­fen wird 71.
Andern­falls müss­te jeden­falls sicher­ge­stellt sein, dass bei der Zuwei­sung des Ertrags einer neu erfun­de­nen Steu­er die Inter­es­sen der Län­der gewahrt blei­ben. Art. 105 f. GG sehen jedoch das Erfor­der­nis einer Zustim­mung des Bun­des­ra­tes außer­halb des Anwen­dungs­be­reichs von Art. 105 Abs. 3 GG, das heißt gera­de in den Fäl­len, in denen der Ertrag aus­schließ­lich dem Bund zuflie­ßen soll, nicht vor 72. Dass es sich dabei um ein redak­tio­nel­les Ver­se­hen des Ver­fas­sungs­ge­bers han­del­te, ist nicht ersicht­lich. Die Beschrän­kung von Art. 105 Abs. 3 GG spricht viel­mehr dafür, dass eine Zuwei­sung des Steu­er­ertrags durch den ein­fa­chen Gesetz­ge­ber in der Finanz­ver­fas­sung nicht vor­ge­se­hen ist.
Es blie­be des­halb nur der Weg einer Ergän­zung des Art. 106 GG im Wege des ver­fas­sungs­än­dern­den Geset­zes 73, um die Ertrags­ho­heit für "frei schwe­ben­de Steu­er­erträ­ge" 74 einer (nach­träg­li­chen) Rege­lung zuzu­füh­ren. Die­ser Ver­fas­sungs­vor­be­halt ist nicht etwa des­halb ent­behr­lich, weil der ein­fa­che Gesetz­ge­ber bei allen Besteue­rungs­ent­schei­dun­gen ohne­hin dar­auf ach­ten muss, dass das grund­ge­setz­lich ange­leg­te Ver­tei­lungs­sys­tem kei­nen Scha­den nimmt 75. Denn es steht dem ein­fa­chen Gesetz­ge­ber von vorn­her­ein nicht zu, den Kata­log des Art. 105 und Art. 106 GG (mit­tel­bar) zu erwei­tern, indem er den ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber in die Situa­ti­on bringt, im Anschluss an die ein­fach­ge­setz­li­che Ein­füh­rung einer neu­en Steu­er die Ver­fas­sungs­la­ge ent­spre­chend anpas­sen und die Ertrags­ho­heit im Nach­gang regeln zu müs­sen. Es bestün­de über­dies kei­ne Pflicht des ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­bers, auf die ein­fach­ge­setz­li­che Ein­füh­rung sol­cher Steu­ern ent­spre­chend zu reagie­ren 76, so dass nicht gewähr­leis­tet wäre, dass der "frei schwe­ben­de" Ertrag aus neu­en Steu­ern dem Bund oder den Län­dern im Nach­hin­ein tat­säch­lich zuge­wie­sen wür­de.
Eine gene­rel­le Ertrags­ho­heit der Län­der für eine vom Bund erfun­de­ne Steu­er aus Art. 30 GG her­zu­lei­ten, ist aus sys­te­ma­ti­schen Erwä­gun­gen eben­falls aus­ge­schlos­sen 77.
GG bestimmt für die dort auf­ge­führ­ten Steu­er­ar­ten nicht nur die Ertrags­ho­heit des Bun­des, son­dern auch Ertrags­ho­hei­ten der Län­der und Gemein­den (vgl. Art. 106 Abs. 2, 3, 5, 5a, 6 GG). Die­se Rege­lun­gen wären nicht erklär­bar – son­dern offen­kun­dig über­flüs­sig, stün­de den Län­dern über Art. 30 GG der Ertrag sämt­li­cher Steu­ern ohne­hin zu. Es hät­te genügt, in Art. 106 GG – als Aus­nah­me­fall von der gene­rel­len Län­der­ertrags­ho­heit – die Ertrags­ho­heit des Bun­des zu defi­nie­ren 78. Der aus­drück­li­chen Auf­zäh­lung der Län­der- und Gemein­de­er­trä­ge in Art. 106 GG kann des­halb nur die Bedeu­tung zukom­men, die Anwen­dung des Art. 30 GG im Bereich der Ertrags­ho­heit ins­ge­samt aus­zu­schlie­ßen 79.
Eine auf Basis des Art. 30 GG zuge­ord­ne­te Steu­er wür­de über­dies in Kon­kur­renz zu den in den Art. 105 und 106 GG gere­gel­ten Steu­ern und deren Ertrags­ver­tei­lung tre­ten, ohne dass ver­läss­li­che Kri­te­ri­en für eine Abgren­zung erkenn­bar wären. In Betracht käme allein eine (ent­spre­chen­de) Anwen­dung des Gleich­ar­tig­keits­ver­bots aus dem Bereich der kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bung (Art. 105 Abs. 2 i.V.m. Art. 72 Abs. 1 GG) und des Art. 105 Abs. 2a GG. Umfang und Vor­aus­set­zun­gen des Gleich­ar­tig­keits­ver­bots sind aller­dings sowohl im Rah­men des Art. 105 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit Art. 72 Abs. 1 GG als auch im Rah­men der – teil­wei­se – eigen­stän­di­gen Begriffs­be­stim­mung in Art. 105 Abs. 2a GG umstrit­ten. Das Gleich­ar­tig­keits­ver­bot ist zudem auf bereits exis­ten­te Steu­er­ge­set­ze zuge­schnit­ten. So nimmt Art. 72 Abs. 1 GG dar­auf Bezug, dass von einer Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit bereits Gebrauch gemacht wor­den ist, und Art. 105 Abs. 2a GG auf die Gleich­ar­tig­keit mit "gere­gel­ten" Steu­ern. Im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang wäre aber – letzt­lich kon­tu­ren­los – nicht nur zu gere­gel­ten, son­dern auch zu inner­halb der jewei­li­gen Steu­er­ar­ten ledig­lich regel­ba­ren (aber noch nicht gesetz­lich gere­gel­ten) Steu­ern abzu­gren­zen.
Schließ­lich spre­chen auch, bte­leo­lo­gi­sche Gesichts­punkte­Kern­brenn­stoff­steu­er als Steu­er
Die Kern­brenn­stoff­steu­er ist eine Steu­er im finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Sin­ne. Sie ent­spricht aber nicht dem Typus einer Ver­brauch­steu­er im Sin­ne des Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG.
Steu­ern sind öffent­li­che Abga­ben, die als Gemein­last ohne indi­vi­du­el­le Gegen­leis­tung ("vor­aus­set­zungs­los") zur Deckung des all­ge­mei­nen Finanz­be­darfs eines öffent­li­chen Gemein­we­sens erho­ben wer­den 80.
Sie unter­schei­den sich einer­seits von den Vor­zugs­las­ten, nament­lich von Gebüh­ren und Bei­trä­gen, die als Gegen­leis­tung für staat­li­che Leis­tun­gen erbracht wer­den 81. Gebüh­ren und Bei­trä­ge wer­den erho­ben, um einen Auf­wand der öffent­li­chen Hand wei­ter­zu­ge­ben oder um die Vor­tei­le des­je­ni­gen, dem eine öffent­li­che Leis­tung gewährt wird, ganz oder teil­wei­se abzu­schöp­fen 82. Dabei ist der Begriff der öffent­li­chen Leis­tung weit zu ver­ste­hen. Eine öffent­li­che Leis­tung liegt etwa bereits dann vor, wenn Ein­zel­nen die Nut­zung eines der Bewirt­schaf­tung unter­lie­gen­den Gutes der All­ge­mein­heit eröff­net wird, weil hier­durch ein Son­der­vor­teil gegen­über all denen ver­mit­telt wird, die das betref­fen­de Gut nicht oder nicht in glei­chem Umfang nut­zen dür­fen 83.
Ande­rer­seits sind die Steu­ern von den Son­der­ab­ga­ben abzu­gren­zen, denen eben­falls kei­ne unmit­tel­ba­re Gegen­leis­tung gegen­über steht. Die Son­der­ab­ga­be unter­schei­det sich von der Steu­er dadurch, dass sie die Abga­ben­schuld­ner über die gemei­ne Steu­er­pflicht hin­aus mit Abga­ben belas­tet, ihre Kom­pe­tenz­grund­la­ge in einer Sach­ge­setz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit sucht und das Abga­be­auf­kom­men einem Son­der­fonds vor­be­hal­ten ist 84. Son­der­ab­ga­ben sind vor die­sem Hin­ter­grund dop­pelt recht­fer­ti­gungs­be­dürf­tig, weil sie in Kon­kur­renz zur Steu­er ste­hen und ihr Auf­kom­men nicht in den all­ge­mei­nen Haus­halt fließt, son­dern der Finan­zie­rung beson­de­rer Auf­ga­ben dient 85.
Für die Qua­li­fi­zie­rung einer Abga­be als Steu­er oder nicht­steu­er­li­che Abga­be ist die Aus­ge­stal­tung des betref­fen­den Geset­zes 86 maß­geb­lich. Die Ein­ord­nung der Abga­be rich­tet sich nicht nach ihrer gesetz­li­chen Bezeich­nung, son­dern nach ihrem tat­be­stand­lich bestimm­ten, mate­ri­el­len Gehalt 87. Einer Qua­li­fi­ka­ti­on als "Steu­er" steht ins­be­son­de­re nicht ent­ge­gen, dass das Gesetz nur einen eng begrenz­ten Kreis von Steu­er­pflich­ti­gen betrifft 88.
Nach die­sen Maß­stä­ben ist die Kern­brenn­stoff­steu­er eine Steu­er im finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Sin­ne, denn sie ist ohne indi­vi­du­el­le Gegen­leis­tung zur Deckung des all­ge­mei­nen Finanz­be­darfs erho­ben wor­den.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er ist kei­ne Son­der­ab­ga­be. Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung soll­te das Auf­kom­men der Kern­brenn­stoff­steu­er ohne Zweck­bin­dung in den all­ge­mei­nen Haus­halt flie­ßen 4 und dort zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung ver­wen­det wer­den 89. In die­sem Zusam­men­hang wur­de berück­sich­tigt, dass der Haus­halt auch durch die Kos­ten für den Wei­ter­be­trieb und die Still­le­gung der Schacht­an­la­ge Asse II belas­tet sei, die allei­ne der Bund zu tra­gen habe 89.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er erfüllt auch nicht die Vor­aus­set­zun­gen einer Vor­zugs­last. Sie ist ins­be­son­de­re nicht aus­schließ­lich als öko­no­mi­sche Kom­pen­sa­ti­on für den von den Betrei­bern der Kern­kraft­wer­ke aus der Lauf­zeit­ver­län­ge­rung gezo­ge­nen Son­der­vor­teil im Sin­ne einer "anlass­be­zo­ge­nen Kon­zes­si­ons­ge­bühr" auf­zu­fas­sen.
Eine der­ar­ti­ge Ver­knüp­fung mag der gesetz­ge­be­ri­sche Hin­ter­grund des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes aller­dings zunächst nahe­le­gen. So sprach der Koali­ti­ons­ver­trag 90 in die­sem Kon­text von einem "Vor­teils­aus­gleich". Zudem bestand in der Debat­te über die Anträ­ge eini­ger Abge­ord­ne­ter zur Ein­füh­rung einer "Brenn­ele­men­te­steu­er" ein frak­ti­ons­über­grei­fen­der Kon­sens 91, dass Gewin­ne der Kern­kraft­werk­be­trei­ber besteu­ert wer­den soll­ten, die teil­wei­se auf die Strom­preis­stei­ge­run­gen auf­grund der Belas­tun­gen für CO2-emit­tie­ren­de Strom­erzeu­ger, teil­wei­se auf die Lauf­zeit­ver­län­ge­rung und teil­wei­se auf Sub­ven­tio­nen zurück­ge­führt wur­den. Ins­be­son­de­re der mit "Brenn­ele­men­te­steu­er – Wind­fall Pro­fits der Atom­wirt­schaft abschöp­fen" über­schrie­be­ne SPD-Antrag mach­te in sei­ner Begrün­dung deut­lich, dass Bemes­sungs­grund­la­ge einer sol­chen "Brenn­ele­men­te­steu­er" einer­seits die Kos­ten des Bun­des für die Still­le­gung und den Rück­bau kern­tech­ni­scher Anla­gen ein­schließ­lich der End­la­ge­rung radio­ak­ti­ver Abfäl­le und ande­rer­seits die Mit­nah­me­ge­win­ne der Anla­gen­be­trei­ber infol­ge der Strom­preis­er­hö­hun­gen nach Ein­füh­rung des CO2-Emis­si­ons­han­dels sein soll­ten 92.
In der wei­te­ren Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes fin­det sich der Gedan­ke einer Gewinn­ab­schöp­fung indes nicht wie­der. In der Begrün­dung des Refe­ren­ten­ent­wurfs zur Ziel­set­zung und Not­wen­dig­keit des Geset­zes erfolg­te zwar noch ein Hin­weis auf die Stei­ge­rung von Gewinn­mar­gen der Kern­kraft­werk­be­trei­ber auf­grund des CO2-Emis­si­ons­han­dels 93. Die­ser Pas­sus ist in dem nach­fol­gen­den Gesetz­ent­wurf jedoch nicht mehr ent­hal­ten. Dort heißt es – wie zuvor auch im Refe­ren­ten­ent­wurf – ledig­lich, die Bun­des­re­gie­rung wer­de über alle Fra­gen einer zukünf­ti­gen Ener­gie­ver­sor­gung und damit auch über län­ge­re Lauf­zei­ten der Kern­kraft­wer­ke im Rah­men der Erar­bei­tung eines zukünf­ti­gen Ener­gie­kon­zepts ent­schei­den und dabei im Hin­blick auf alle den Betrieb von Kern­kraft­wer­ken betref­fen­den Maß­nah­men eine Gesamt­be­trach­tung durch­füh­ren sowie die Höhe der Steu­er im Kon­text aller Maß­nah­men über­prü­fen.
Das spricht gegen eine Kop­pe­lung der Kern­brenn­stoff­steu­er an die durch die Lauf­zeit­ver­län­ge­rung bezie­hungs­wei­se auf­grund der durch den CO2-Emis­si­ons­han­del gene­rier­ten (Mitnahme-)Gewinne. Statt des­sen ist das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz als fis­ka­li­sches Instru­ment zur Haus­halts­sa­nie­rung zu begrei­fen, wäh­rend die Mehr­ein­nah­men aus der Abschöp­fung von Zusatz­ge­win­nen aus der Lauf­zeit­ver­län­ge­rung sowie ab dem Jah­re 2013 die Mehr­ein­nah­men aus der Ver­stei­ge­rung der Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­te als Grund­la­ge für die Finan­zie­rung des Ener­gie- und Kli­ma­fonds nach Maß­ga­be eines zuvor zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und den Kern­kraft­werk­be­trei­ber­ge­sell­schaf­ten geschlos­se­nen För­der­fonds­ver­trags die­nen soll­ten 94. Somit war das ener­gie­be­zo­ge­ne Finanz­kon­zept der Bun­des­re­gie­rung sowohl auf Haus­halts­kon­so­li­die­rung durch das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz als auch auf "Son­der­ge­winn­ab­schöp­fung" durch den Ener­gie- und Kli­ma­fonds ange­legt.
Die ver­trag­li­che Rege­lung in § 2 Abs. 2 des För­der­fonds­ver­trags steht die­sem Neben­ein­an­der von Kern­brenn­stoff­steu­er einer­seits und Ener­gie- und Kli­ma­fonds ande­rer­seits nicht ent­ge­gen. Danach soll­te sich zwar die Vor­aus­leis­tung auf den För­der­bei­trag jähr­lich um den­je­ni­gen Betrag min­dern, der das jähr­li­che Auf­kom­men der Kern­brenn­stoff­steu­er oder einer ähn­li­chen Steu­er von 2, 3 Mil­li­ar­den Euro über­stie­gen hat. Ent­spre­chen­des gilt für die gesetz­li­che Rege­lung in § 4 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 EKFG in der Fas­sung vom 08.12 2010, der zufol­ge das Son­der­ver­mö­gen unter ande­rem aus dem das jähr­li­che Auf­kom­men von 2, 3 Mil­li­ar­den Euro der Kern­brenn­stoff­steu­er über­stei­gen­den Betrag finan­ziert wer­den soll­te. Abge­se­hen davon, dass ein Steu­er­auf­kom­men von 2, 3 Mil­li­ar­den Euro ohne­hin zu kei­nem Zeit­punkt über­schrit­ten wur­de, hob der Gesetz­ge­ber im Hin­blick dar­auf, dass auf­grund des von der Bun­des­re­gie­rung beschlos­se­nen beschleu­nig­ten Aus­stiegs aus der Kern­ener­gie wei­te­re Zah­lun­gen aus dem För­der­fonds­ver­trag an den Ener­gie- und Kli­ma­fonds nicht zu erwar­ten waren, die auf das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz rekur­rie­ren­den Vor­schrif­ten des EKFG bereits ein hal­bes Jahr nach des­sen Inkraft­tre­ten wie­der auf 95. Somit ist es über den Ener­gie- und Kli­ma­fonds zu kei­ner rele­van­ten Kop­pe­lung zwi­schen Lauf­zeit­ver­län­ge­rung und Kern­brenn­stoff­steu­er gekom­men.
Kern­brenn­stoff­steu­er als Ver­brauch­steu­er?[↑]
Die Kern­brenn­stoff­steu­er ent­spricht nicht dem Typus der Ver­brauch­steu­er gemäß Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG.
Der Begriff der Ver­brauch­steu­er wird im Grund­ge­setz nicht defi­niert. Er ist als Typus­be­griff weit zu ver­ste­hen. Die Ver­brauch­steu­ern sind von den Unter­neh­men­steu­ern abzu­gren­zen, die nicht die Ein­kom­mens­ver­wen­dung, son­dern die Ein­kom­mens­er­zie­lung zum Aus­gangs­punkt neh­men. Bei der Ver­brauch­steu­er han­delt es sich im Regel­fall um eine indi­rek­te Steu­er, die beim Her­stel­ler erho­ben wird und auf eine Abwäl­zung auf den (End-)Verbraucher ange­legt ist. Der Typus­be­griff der Ver­brauch­steu­er erfor­dert zudem den Ver­brauch eines Gutes des stän­di­gen Bedarfs. Fer­ner knüp­fen Ver­brauch­steu­ern regel­mä­ßig an den Über­gang des Ver­brauchs­gu­tes aus einem steu­er­li­chen Nexus in den steu­er­lich nicht gebun­de­nen all­ge­mei­nen Wirt­schafts­ver­kehr an. Nach die­sen Maß­stä­ben ist die Kern­brenn­stoff­steu­er kei­ne Ver­brauch­steu­er.
Das Grund­ge­setz ent­hält, eben­so wie die Reichs­ver­fas­sun­gen von 1871 und 1919, aus denen der Typus der Ver­brauch­steu­er ledig­lich über­nom­men wur­de, kei­ne Defi­ni­ti­on der Ver­brauch­steu­er. Die Mate­ria­li­en des Par­la­men­ta­ri­schen Rates von 1948/​1949 geben gleich­falls kei­nen nähe­ren Auf­schluss dar­über, was der Ver­fas­sungs­ge­ber unter einer Ver­brauch­steu­er ver­stan­den hat. Anhalts­punk­te dafür gibt erst­mals die Geset­zes­be­grün­dung des Finanz­ver­fas­sungs­ge­set­zes vom 23.12 1955 53. Dort fin­det sich fol­gen­de Begriffs­be­stim­mung für die Ver­brauch­steu­er 96, die in der spä­te­ren Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts auf­ge­grif­fen wur­de 97:
Die Kri­te­ri­en die­ses von der Gesetz­ge­bung als gege­ben vor­aus­ge­setz­ten Begriffs müs­sen den Merk­ma­len der Steuer[n] ent­nom­men wer­den, die seit jeher unter die­sen Begriff sub­su­miert wor­den sind. Ver­brauch­steu­ern sind danach Steu­ern, die den Ver­brauch ver­tret­ba­rer, regel­mä­ßig zum bal­di­gen Ver­zehr oder kurz­fris­ti­gen Ver­brauch bestimm­ter Güter des stän­di­gen Bedarfs belas­ten und die auf Grund eines äußer­lich erkenn­ba­ren Vor­gangs (z. B. Über­gang in den Wirt­schafts­ver­kehr) von dem­je­ni­gen als Steu­er­schuld­ner erho­ben wer­den, in des­sen Sphä­re sich der Vor­gang ver­wirk­licht; die Steu­er wird wirt­schaft­lich regel­mä­ßig nicht vom Steu­er­schuld­ner, son­dern im Wege der Über­wäl­zung vom End­ver­brau­cher getra­gen.
Die Ent­schei­dung, ob eine bestimm­te Steu­er den Ver­brauch­steu­ern zuzu­rech­nen ist, bleibt eine Fra­ge der Aus­le­gung. Unter Art. 106a Nr. 2 fal­len fol­gen­de Ver­brauch­steu­ern:
Tee­steu­er
Zucker­steu­er
Salz­steu­er
Mine­ral­öl­steu­er
Koh­len­ab­ga­be
Schaum­wein­steu­er
Essig­säu­re­steu­er
Zünd­wa­ren­steu­er
Leucht­mit­tel­steu­er
Spiel­kar­ten­steu­er
Süß­stoff­steu­er
Die Typus­be­grif­fe der Art. 105 und 106 GG – und damit auch der Typus der Ver­brauch­steu­er – sind weit zu inter­pre­tie­ren. Die restrik­ti­ve Aus­le­gung des Kata­logs des Art. 106 GG und sei­ner Typus­be­grif­fe birgt vor dem Hin­ter­grund der Ver­nei­nung eines all­ge­mei­nen Steu­er­er­fin­dungs­rechts die Gefahr einer Erstar­rung der finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Kom­pe­tenz­ver­tei­lung und ist des­halb mit einer hin­rei­chend fle­xi­blen Finanz­ver­fas­sung nicht ver­ein­bar 98.
Der Begriff der Ver­brauch­steu­er im Sin­ne des tra­di­tio­nel­len deut­schen Steu­er­rechts umfasst zwar nicht nur Steu­ern auf Güter des "letz­ten" Ver­brauchs, das heißt die Belas­tung des Ver­brauchs im pri­va­ten Haus­halt, son­dern betrifft auch den pro­duk­ti­ven Bereich 99.
Die Ver­brauch­steu­ern sind aber von den Unter­neh­men­steu­ern abzu­gren­zen, die nicht die Ein­kom­mens­ver­wen­dung durch den Erwerb von Waren, son­dern die Ein­kom­mens­er­zie­lung zum Aus­gangs­punkt neh­men. Die Trenn­li­nie ist dem­nach bei der Anknüp­fung an den Gewinn der Unter­neh­mer einer­seits und der Ein­kom­mens­ver­wen­dung der End­ver­brau­cher ande­rer­seits zu zie­hen 100: Eine Steu­er, die gezielt auf den unter­neh­me­ri­schen Gewinn oder einen typi­sie­rend ver­mu­te­ten unter­neh­me­ri­schen Gewinn zugreift anstatt auf die Ein­kom­mens­ver­wen­dung, ist nicht als Ver­brauch­steu­er, son­dern als Unter­neh­men­steu­er ein­zu­ord­nen 101.
Die­se Unter­schei­dung zwi­schen (pri­va­ter) Ein­kom­mens­ver­wen­dung und unter­neh­me­ri­scher Ein­kom­mens­er­zie­lung ist für das finanz­ver­fas­sungs­recht­li­che "Ver­tei­lungs­ge­fü­ge" 102 von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung. Art. 106 GG ver­teilt unter ande­rem das Auf­kom­men der Ver­brauch­steu­ern (Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG), das aus­schließ­lich dem Bund zuge­wie­sen ist, wäh­rend das Auf­kom­men bestimm­ter Steu­ern auf die Ein­kom­men- bezie­hungs­wei­se Gewinn­erzie­lung Bund und Län­dern gemein­sam zusteht (vgl. Art. 106 Abs. 3 S. 1 GG).
Die Ver­brauch­steu­ern ste­hen in Par­al­le­le zu den Auf­wand­steu­ern 103, die eben­falls auf die in der Ein­kom­mens­ver­wen­dung für den per­sön­li­chen Lebens­be­darf zum Aus­druck kom­men­de wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit abstel­len; in der Absicht der Besteue­rung pri­va­ter Ein­kom­mens­ver­wen­dung liegt das wesent­li­che Merk­mal der Auf­wand­steu­ern 104. Für die Auf­wand­steu­er hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits klar­ge­stellt, dass das Merk­mal der "Ein­kom­mens­ver­wen­dung" in ers­ter Linie zur Abgren­zung von den Ein­kom­mens­ent­ste­hungs­steu­ern dient 105.
Ver­brauch­steu­ern sind im Regel­fall indi­rek­te Steu­ern. Sie wer­den zwar auf der Ebe­ne des Ver­tei­lers oder Her­stel­lers des ver­brauch­steu­er­ba­ren Gutes erho­ben 106. Steu­er­schuld­ner und Steu­er­trä­ger – das heißt die (natür­li­che oder juris­ti­sche) Per­son, die die Steu­er­last im wirt­schaft­li­chen Ergeb­nis trägt – sind jedoch nicht iden­tisch. Viel­mehr ist die Steu­er auf eine Abwäl­zung auf den End­ver­brau­cher ange­legt, mit der Fol­ge, dass die Unter­neh­mer als Steu­er­schuld­ner von der Steu­er­last wirt­schaft­lich ent- und die pri­va­ten Ver­brau­cher als Steu­er­trä­ger wirt­schaft­lich belas­tet wer­den. Ver­brauch­steu­ern sol­len die in der Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­wen­dung zu Tage tre­ten­de steu­er­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit des End­ver­brau­chers abschöp­fen 107.
Ob mit der (indi­rek­ten) Besteue­rung die Ein­kom­mens­ver­wen­dung des Ver­brau­chers getrof­fen wer­den soll, beur­teilt sich nach dem Rege­lungs­an­lie­gen des Geset­zes. Die Moti­va­ti­on des Unter­neh­mers ist dem­ge­gen­über nicht ent­schei­dend. Da er regel­mä­ßig bestrebt sein wird, sämt­li­che Steu­ern auf den Kon­su­men­ten abzu­wäl­zen, kann sein Wil­le für die Fra­ge, ob der Typus einer Ver­brauch­steu­er gege­ben ist, nicht maß­stabs­bil­dend sein.
Ob dem Gesetz die "Idee" 108 oder das "Kon­zept" 109 einer Abwälz­bar­keit der Steu­er zugrun­de liegt, ist nach der sub­jek­ti­ven Ziel­set­zung des Gesetz­ge­bers, dem objek­ti­ven Rege­lungs­ge­halt des betref­fen­den Geset­zes und etwai­gen flan­kie­ren­den Maß­nah­men zu beur­tei­len 110. Neben den Geset­zes­ma­te­ria­li­en sind dabei alle objek­tiv fest­stell­ba­ren Indi­zi­en in den Blick zu neh­men.
Ein Indiz dafür, dass die Steu­er auf Abwälz­bar­keit ange­legt ist, kann ins­be­son­de­re die nach den Umstän­den gege­be­ne tat­säch­li­che Abwälz­bar­keit der Steu­er sein. Dies bedeu­tet, dass für den steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­mer grund­sätz­lich die Mög­lich­keit besteht, den von ihm geschul­de­ten Steu­er­be­trag wirt­schaft­lich auf die End­ver­brau­cher abzu­wäl­zen.
Die Abwälz­bar­keit hat aller­dings dann kei­ne Indi­zwir­kung, wenn sich ein gegen­tei­li­ger Wil­le des Gesetz­ge­bers posi­tiv fest­stel­len lässt. Eine tat­säch­lich gege­be­ne Abwälz­bar­keit, die der Inten­ti­on des Gesetz­ge­bers wider­spricht, ist ohne Belang 111.
Ande­rer­seits ist nicht not­wen­dig, dass die Mög­lich­keit einer Abwäl­zung in jedem Ein­zel­fall besteht; auch eine recht­li­che Gewähr dafür, dass dem Unter­neh­mer eine Abwäl­zung tat­säch­lich gelingt, ist nicht erfor­der­lich. Aus­rei­chend ist eine kal­ku­la­to­ri­sche Abwälz­bar­keit. Dies bedeu­tet, dass für den steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­mer gene­rell die Mög­lich­keit besteht, den von ihm geschul­de­ten Steu­er­be­trag in die Kal­ku­la­ti­on sei­ner Selbst­kos­ten ein­zu­set­zen und hier­nach die zur Auf­recht­erhal­tung der Wirt­schaft­lich­keit sei­nes Unter­neh­mens geeig­ne­ten Maß­nah­men – Preis­er­hö­hung, Umsatz­stei­ge­rung oder Sen­kung der sons­ti­gen Kos­ten – zu tref­fen 112.
Wird das mit einer Ver­brauch­steu­er belas­te­te Gut pro­duk­tiv ver­wen­det, ist der im Typus der Ver­brauch­steu­er ange­leg­ten Abwäl­zungs­mög­lich­keit bereits dann Genü­ge getan, wenn der zunächst belas­te­te gewerb­li­che Ver­brau­cher jeden­falls grund­sätz­lich nicht gehin­dert ist, die Ver­brauch­steu­er­be­las­tung in den Preis für das von ihm her­ge­stell­te Pro­dukt ein­zu­stel­len und so sei­ner­seits die Steu­er­last als Preis­be­stand­teil über eine oder meh­re­re Han­dels­stu­fen auf den pri­va­ten End- oder Letzt­ver­brau­cher abzu­wäl­zen. Dabei ist es uner­heb­lich, ob die wirt­schaft­li­che Abwäl­zung der Ver­brauch­steu­er­last für ihn tat­säch­lich rea­li­sier­bar ist 113. Die Vor­aus­set­zung einer kal­ku­la­to­ri­schen Abwälz­bar­keit ist zumin­dest so lan­ge gege­ben, wie der Umsatz nicht nur den Steu­er­be­trag und die sons­ti­gen not­wen­di­gen Unkos­ten deckt, son­dern in der Regel sogar noch Gewinn abwirft 114.
Aller­dings kann der Ein­satz eines besteu­er­ten Gegen­stan­des selbst dann noch Gewinn abwer­fen, wenn gera­de die durch die Ver­brauch­steu­er begrün­de­ten Kos­ten­po­si­tio­nen nicht abge­wälzt wer­den kön­nen. Das Merk­mal der kal­ku­la­to­ri­schen Abwälz­bar­keit hat in die­sem Fall nicht nur für den Typus einer Ver­brauch­steu­er Bedeu­tung, son­dern ist auch auf mate­ri­el­ler Ebe­ne erheb­lich 115. Dort sichert es die Besteue­rung nach dem Leis­tungs­fä­hig­keits­prin­zip im Ein­zel­fall. Da Ver­brauch­steu­ern an die Leis­tungs­fä­hig­keit der wirt­schaft­lich hier­von betrof­fe­nen Kon­su­men­ten und nicht an die des recht­li­chen Steu­er­schuld­ners anknüp­fen sol­len 116, ist immer dann, wenn eine Abwäl­zung der Steu­er durch den recht­li­chen Steu­er­schuld­ner auf den Kon­su­men­ten wirt­schaft­lich im Ein­zel­fall nicht mög­lich ist, die mate­ri­el­le Fra­ge der Besteue­rung nach dem Leis­tungs­fä­hig­keits­prin­zip auf­ge­wor­fen.
Auf die Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit nach Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG hat dies jedoch kei­ne Aus­wir­kung. Die Finanz­ver­fas­sung und ihre Kom­pe­tenz­ord­nung ver­fol­gen – man­gels erkenn­ba­rer Vor­ga­ben – nicht das Ziel, mate­ri­el­len Grund­rechts­schutz zu gewähr­leis­ten. Ver­let­zun­gen von Grund­rech­ten, ins­be­son­de­re des Grund­sat­zes der Besteue­rung nach der indi­vi­du­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit, spie­len für das Vor­lie­gen einer Ver­brauch­steu­er und einer Bun­des­kom­pe­tenz daher kei­ne Rol­le 117.
Der Typus einer Ver­brauch­steu­er erfor­dert fer­ner den Ver­brauch eines Gutes, das der Befrie­di­gung eines stän­di­gen pri­va­ten Bedarfs dient. Der wei­te Gestal­tungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers bei der Aus­wahl der Steu­er­ge­gen­stän­de ist inso­weit typus­be­dingt ein­ge­schränkt.
Dabei kommt es nicht auf einen – im Ein­zel­fall nicht kon­trol­lier­ba­ren – tat­säch­li­chen Ver­brauch an, son­dern dar­auf, ob der Besteue­rungs­ge­gen­stand zum Ver­brauch bestimmt ist 118. Ein Ver­brauch ist jeden­falls dann anzu­neh­men, wenn der Besteue­rungs­ge­gen­stand nach Abschluss des kon­kre­ten Ver­wen­dungs­vor­gangs nach dem Sinn und Zweck des Geset­zes ver­brauch­steu­er­recht­lich als nicht mehr exis­tent ange­se­hen 119 oder funk­ti­ons- und wert­los wer­den soll 120.
Fer­ner neh­men die her­kömm­li­chen Ver­brauch­steu­ern typi­scher­wei­se Güter des stän­di­gen pri­va­ten Bedarfs zum Aus­gangs­punkt. Soweit eini­ge der tra­dier­ten Ver­brauch­steu­ern – wie etwa die Spiel­kar­ten­steu­er 121 – die­sem Kri­te­ri­um nicht ent­spre­chen, lie­gen nicht typus­be­stim­men­de Ein­zel­fäl­le vor. Hin­ge­gen ist es für die her­kömm­li­chen Ver­brauch­steu­ern nicht typus­bil­dend, an "Genuss­mit­tel" anzu­knüp­fen. Zwar hat­te die Mehr­zahl der tra­di­tio­nel­len Ver­brauch­steu­ern Genuss­mit­tel zum Gegen­stand, jedoch gibt es in nen­nens­wer­ter Zahl abwei­chen­de Bei­spie­le, wie fol­gen­de, auch in der Geset­zes­be­grün­dung 96 des Finanz­ver­fas­sungs­ge­set­zes vom 23.12 1955 53 auf­ge­führ­te Ver­brauch­steu­ern bele­gen: die Mine­ral­öl­steu­er, die Koh­len­ab­ga­be, die Zünd­wa­ren­steu­er, die Leucht­mit­tel­steu­er und die Spiel­kar­ten­steu­er.
Schließ­lich set­zen Ver­brauch­steu­ern regel­mä­ßig den Über­gang des Ver­brauchs­gu­tes aus einem steu­er­li­chen Nexus in den steu­er­lich nicht gebun­de­nen all­ge­mei­nen Wirt­schafts­ver­kehr vor­aus, ohne aber – wie die Ver­kehr­steu­ern – im Tat­be­stand bei­de Sei­ten, ins­be­son­de­re bei­de Ver­trags­part­ner, zu erfas­sen 122.
Dem liegt die Erkennt­nis zugrun­de, dass spä­tes­tens ab der Wei­ma­rer Zeit eine Üblich­keit bestand, für die Steu­er­ent­ste­hung an das Ver­brin­gen eines End­pro­duk­tes in den frei­en Wirt­schafts­ver­kehr anzu­knüp­fen. Dies betraf ins­be­son­de­re die Ver­brauch­steu­er auf Bier, Essig­säu­re, Koh­len, Leucht­mit­tel, Mine­ral­öl, Mine­ral­was­ser, Schaum­wein, Spiel­kar­ten, Süß­stoff, Tabak, Wein, Zucker und Zünd­wa­ren.
Der Typus der Ver­brauch­steu­ern umfasst danach Steu­ern, die nach ihrem Rege­lungs­kon­zept den Ver­brauch bestimm­ter Güter des stän­di­gen Bedarfs durch den pri­va­ten End­ver­brau­cher belas­ten sol­len und auf Grund eines äußer­lich erkenn­ba­ren Vor­gangs – regel­mä­ßig das Ver­brin­gen des Ver­brauchs­gu­tes in den all­ge­mei­nen Wirt­schafts­ver­kehr – von dem­je­ni­gen als Steu­er­schuld­ner erho­ben wer­den, in des­sen Sphä­re sich der Vor­gang ver­wirk­licht.
Nach die­sen Maß­stä­ben ist die Kern­brenn­stoff­steu­er – trotz des gebo­te­nen wei­ten Ver­ständ­nis­ses ihres Typus – kei­ne Ver­brauch­steu­er. Sie ist nach der Kon­zep­ti­on des Gesetz­ge­bers bereits nicht auf eine Abwäl­zung auf die pri­va­ten Ver­brau­cher ange­legt. Die Kern­brenn­stoff­steu­er besteu­ert zudem ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel. Beson­de­re Umstän­de, aus denen im Ein­zel­fall trotz der steu­er­li­chen Anknüp­fung an ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel den­noch auf das Vor­lie­gen einer Ver­brauch­steu­er geschlos­sen wer­den könn­te, sind für die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht gege­ben. Schließ­lich erfüllt die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht das Typus­merk­mal der Anknüp­fung an ein Gut des stän­di­gen pri­va­ten Bedarfs. Die gebo­te­ne Gesamt­be­trach­tung führt zu dem Ergeb­nis, dass sie nicht mehr unter den Typus der Ver­brauch­steu­er ein­ge­ord­net wer­den kann.
Die Geset­zes­ma­te­ria­li­en über die Ein­füh­rung der Kern­brenn­stoff­steu­er spre­chen gegen eine Ziel­set­zung des Gesetz­ge­bers, für die Besteue­rung an die Ein­kom­mens­ver­wen­dung der pri­va­ten Ver­brau­cher anzu­knüp­fen. Er geht in der Geset­zes­be­grün­dung nicht von einer Stei­ge­rung der Strom­kos­ten für Bund, Län­der und Gemein­den aus, da nach sei­ner Auf­fas­sung eine "Über­wäl­zung der den Strom­erzeu­gern ent­ste­hen­den zusätz­li­chen Kos­ten nur in gerin­gem Umfang mög­lich sein wird" 89: Strom­preis­er­hö­hun­gen gehen von der Kern­brenn­stoff­steu­er nur inso­weit aus, wie die Steu­er­be­las­tung auf Strom­kun­den über­wälzt wer­den kann. Grund­sätz­lich ist die voll­stän­di­ge Über­wäl­zung der Steu­er­last mög­lich. Da Strom aus Kern­kraft­wer­ken auf­grund der bis­her gerin­gen Erzeu­gungs­kos­ten im Regel­fall kei­nen Ein­fluss auf die Strom­preis­bil­dung an den Bör­sen (sog. merit-order) hat, wird ange­nom­men, dass die erhöh­ten Kos­ten der Kern­kraft­wer­ke allen­falls gele­gent­lich und für kur­ze Zeit­räu­me auf die Preis­bil­dung am Strom­markt durch­schla­gen wer­den. Die Ein­kaufs­prei­se an den Strom­bör­sen bil­den einen Bestand­teil der Kal­ku­la­ti­on der Ver­brau­cher­prei­se der Ener­gie­an­bie­ter. In die Ver­brau­cher­prei­se gehen jedoch nicht nur die Strom­prei­se an den Bör­sen, son­dern auch die Netz­nut­zungs­ent­gel­te, die Umla­gen des Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Geset­zes, des Kraft-Wär­me-Kopp­lungs­ge­set­zes sowie Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben, Strom­steu­er und Mehr­wert­steu­er ein. Für die Ver­brau­cher sind daher allen­falls rela­tiv gerin­ge Erhö­hun­gen des End­ab­neh­mer­prei­ses für Strom zu erwar­ten. Über eine even­tu­el­le Über­wäl­zung auf Indus­trie­kun­den, deren Prei­se ver­trag­lich ggf. nicht an die Bör­sen­prei­se gebun­den sind, lie­gen kei­ne Infor­ma­tio­nen vor. Unmit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen, die sich in den Ein­zel­prei­sen, dem all­ge­mei­nen Preis­ni­veau oder dem Ver­brau­cher­preis­ni­veau nie­der­schla­gen könn­ten, sind damit kaum zu erwar­ten.
Auch die Annah­me des Gesetz­ge­bers, die Unter­neh­men wür­den durch die Kern­brenn­stoff­steu­er mit "bis zu 2, 3 Mil­li­ar­den Euro" 4 belas­tet wer­den, weist in die­sel­be Rich­tung. Die­se Sum­me ist iden­tisch mit dem damals kal­ku­lier­ten Steu­er­auf­kom­men 123. Aus den wei­te­ren Geset­zes­ma­te­ria­li­en ergibt sich nichts ande­res, ins­be­son­de­re nicht aus dem Hin­weis, die voll­stän­di­ge Abwäl­zung der Steu­er­last sei "[g]rundsätzlich […] mög­lich" 124. Dies wird durch die eige­ne Fest­stel­lung des Gesetz­ge­bers, eine Abwäl­zung wer­de im maß­geb­li­chen 109 Regel­fall nicht gelin­gen, wider­legt. Wäre eine Belas­tung der Ver­brau­cher – die ein­zig über den Preis für den an sie abge­ge­be­nen Strom erfol­gen kann – gewollt gewe­sen, hät­te es, wie das vor­le­gen­de Gericht zu Recht her­vor­hebt 125, zudem nahe gele­gen, dafür an die mit den Kern­brenn­stof­fen pro­du­zier­te und an die Ver­brau­cher abge­ge­be­ne Strom­men­ge statt an das Ein­set­zen der Brenn­ele­men­te oder ‑stä­be in einen Kern­re­ak­tor und das Aus­lö­sen einer sich selbst­tra­gen­den Ket­ten­re­ak­ti­on (§ 5 Abs. 1 Kern­brStG) und damit einen Vor­gang weit außer­halb der Sphä­re der Ver­brau­cher anzu­knüp­fen.
Auf Ein­zel­hei­ten der (kal­ku­la­to­ri­schen) Abwälz­bar­keit der Kern­brenn­stoff­steu­er kommt es daher nicht mehr an. Ins­be­son­de­re sind ihre Aus­wir­kun­gen auf die Ren­ta­bi­li­tät von Kern­re­ak­to­ren in die­sem Zusam­men­hang ohne Belang.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er besteu­ert zudem ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel. Eine ent­spre­chen­de Anknüp­fung ist bei einer Betrach­tung der her­kömm­li­chen Ver­brauch­steu­ern nicht typus­ge­recht. Die Besteue­rung rei­ner Pro­duk­ti­ons­mit­tel ist auch des­halb typus­fremd, weil dar­in kein Zugriff auf die pri­va­te Ein­kom­mens­ver­wen­dung liegt.
Kern­brenn­stof­fe sind einer kon­sum­ti­ven Nut­zung durch pri­va­te End­ver­brau­cher nicht zugäng­lich. Die her­kömm­li­chen Ver­brauch­steu­ern haben aber nur aus­nahms­wei­se an rei­ne Pro­duk­ti­ons­mit­tel ange­knüpft.
Aller­dings ist nahe­zu jedes besteu­er­te Gut zumin­dest "auch" in einem Pro­duk­ti­ons­pro­zess nutz­bar und eine kon­se­quen­te Tren­nung von Pro­duk­tiv- und Kon­sum­ti­ons­ver­brauch durch den Steu­er­ge­setz­ge­ber daher kaum mög­lich 126. Vor die­sem Hin­ter­grund wur­den Steu­ern auf "auch" kon­sum­tiv nutz­ba­re Pro­duk­ti­ons­mit­tel im tra­di­tio­nel­len deut­schen Ver­brauch­steu­er­recht als Ver­brauch­steu­ern ein­ge­ord­net; das Anknüp­fen an ein Pro­duk­ti­ons­mit­tel war in die­sem Zusam­men­hang nicht grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen 127.
Für das tra­di­tio­nel­le deut­sche Ver­brauch­steu­er­recht lässt sich für die Zeit bis zum 23.12 1955 – dem Zeit­punkt des Erlas­ses des Finanz­ver­fas­sungs­ge­set­zes 128 und der in sei­nen Geset­zes­ma­te­ria­li­en 96 ent­hal­te­nen Defi­ni­ti­on von Ver­brauch­steu­ern – der Typus einer an rei­ne Pro­duk­ti­ons­mit­tel anknüp­fen­den Ver­brauch­steu­er als Regel­fall jedoch nicht fest­stel­len. Die Ver­brauch­steu­ern nah­men viel­mehr typi­scher­wei­se Güter zum Aus­gangs­punkt, die einer "auch" kon­sum­ti­ven Nut­zung zugäng­lich waren, wäh­rend die Anknüp­fung an einer kon­sum­ti­ven Nut­zung nicht fähi­ge Pro­duk­ti­ons­mit­tel einen Son­der­fall dar­stell­te.
Den im Kai­ser­reich erho­be­nen Steu­ern lag noch kei­ne ein­heit­li­che, in sich abge­schlos­se­ne Sys­te­ma­tik zugrun­de. Aller­dings ist eine Ent­wick­lung weg von der Besteue­rung von Pro­duk­ti­ons­mit­teln erkenn­bar. Dies wird etwa für die Mai­sche­be­steue­rung (vgl. § 1 des Geset­zes wegen Erhe­bung der Brau­steu­er in der Fas­sung vom 31.05.1872 129) deut­lich: Die­se knüpf­te zwar ursprüng­lich an ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel an, die Steu­er wur­de aller­dings zum Ende des Kai­ser­rei­ches durch die Bier­steu­er 130) ersetzt, die nicht mehr ein Pro­duk­ti­ons­mit­tel, son­dern das – zum pri­va­ten Kon­sum nutz­ba­re – End­pro­dukt zum Anknüp­fungs­punkt nahm. Maß­geb­lich für die Besteue­rung war zudem nicht mehr die blo­ße Her­stel­lung, son­dern ein Inver­kehr­brin­gen des Pro­dukts, das ange­nom­men wur­de, "sobald das Bier aus der Braue­rei ent­fernt oder inner­halb der Braue­rei getrun­ken wird" (§§ 1 und 8 des Bier­steu­er­ge­set­zes in der Fas­sung vom 26.07.1918 131).
Die­se Ver­schie­bung in der Art des steu­er­li­chen Zugriffs zeigt sich in wei­te­ren Bei­spie­len zum Ende des Kai­ser­rei­ches: Die Zucker­steu­er knüpf­te ab 1891 nicht mehr an die Ver­ar­bei­tung von rohen Rüben, son­dern an das Inver­kehr­brin­gen des Zuckers an (vgl. §§ 1 und 3 des Geset­zes, die Besteue­rung des Zuckers betref­fend, in der Fas­sung vom 31.05.1891 132). Auch die ab 1902 erho­be­ne Schaum­wein­steu­er wur­de ver­gleich­bar erho­ben (vgl. §§ 1 und 3 Schaum­wein­steu­er­ge­setz in der Fas­sung vom 09.05.1902 133).
Die Ände­run­gen in der Wei­ma­rer Repu­blik gin­gen eben­falls in die­se Rich­tung: Es wur­de nicht mehr an die Pro­duk­ti­on und Mate­ri­al­ver­wen­dung ange­knüpft, son­dern an das Ver­brin­gen eines End­pro­duk­tes in den frei­en Ver­kehr. Die ab 1930 erho­be­ne Brannt­wein­er­satz­steu­er (Art. 1 Nr. 1 des Geset­zes zur Ände­rung des Geset­zes über das Brannt­wein­mo­no­pol vom 15.04.1930 134) knüpf­te zwar an einen bevor­ste­hen­den Pro­duk­ti­ons­pro­zess an, betraf aller­dings "auch" kon­sum­tiv nutz­ba­re Güter. Auch spä­te­re Steu­ern hat­ten jeden­falls der "auch" kon­sum­ti­ven Nut­zung fähi­ge Güter zum Gegen­stand. Bestä­tigt wird die­ser Befund durch die Geset­zes­be­grün­dung des Finanz­ver­fas­sungs­ge­set­zes vom 23.12 1955 96. Den "seit jeher" als Ver­brauch­steu­er klas­si­fi­zier­ten Steu­ern ent­nahm die­se erkenn­bar kei­ne Anknüp­fung an rei­ne Pro­duk­ti­ons­mit­tel, son­dern stell­te auf den "Ver­brauch ver­tret­ba­rer, regel­mä­ßig zum bal­di­gen Ver­zehr oder kurz­fris­ti­gen Ver­brauch bestimm­ter Güter des stän­di­gen Bedarfs" ab.
Wird die Zeit nach Inkraft­tre­ten des Finanz­ver­fas­sungs­ge­set­zes im Jah­re 1955 in den Blick genom­men, ergibt sich kein ande­res Bild 135. Die Ände­run­gen der Schnupf­ta­bak­steu­er und die Anknüp­fung an Roh­ta­bak (1957) und damit an einen Roh­stoff waren jeweils gesetz­lich mit einem kon­kre­ten End­ver­brauchs­gut ver­bun­den, wel­ches das eigent­li­che Ziel der Besteue­rung bil­de­te (Schnupf- bzw. Kau­ta­bak). Zudem betraf die Steu­er ein "auch" kon­sum­tiv nutz­ba­res Gut. Mit der Neu­fas­sung des Tabak­steu­er­ge­set­zes im Jah­re 1980 wur­de die Besteue­rung von Kau- und Schnupf­ta­bak wie­der an das Sys­tem der übri­gen Tabak­wa­ren ange­passt (vgl. § 1 Abs. 1 Zif­fer 1, § 7 Abs. 1 des Tabak­steu­er­ge­set­zes [TabStG 1980] in der Fas­sung vom 13.12 1979 136). Die Ände­rung des Geset­zes über das Brannt­wein­mo­no­pol im Jahr 1978 (vgl. Art. 1 Zif­fer 27 [§ 103a] des Geset­zes zur Ände­rung des Geset­zes über das Brannt­wein­mo­no­pol vom 13.11.1979, BGBl I S.1937) betraf end­ver­brauchs­fä­hi­ge Güter. Fer­ner war nur ein Rand­be­reich der Besteue­rung betrof­fen; die­se war erneut gesetz­lich mit der Her­stel­lung eines end­ver­brauchs­fä­hi­gen Guts ver­knüpft. Es soll­ten Umge­hun­gen dadurch ver­hin­dert wer­den, dass auch Ersatz­stof­fe zum Anknüp­fungs­punkt der Steu­er genom­men wur­den; maß­geb­lich soll­te die Anknüp­fung an Spi­ri­tuo­sen blei­ben 137.
Aus der seit dem Jah­re 1981 gel­ten­den Besteue­rung eini­ger tech­ni­scher Alko­ho­le (vgl. Art. 2 Zif­fer 7 [§ 103b] des Mine­ral­öl- und Brannt­wein­steu­er-Ände­rungs­ge­set­zes 1981 [MinöB­rannt­wStÄndG 1981] vom 20.03.1981 138) zur Her­stel­lung von Riech- und Schön­heits­mit­teln folgt nichts ande­res. Danach unter­la­gen auch die Alko­hol­ar­ten Propanol‑1 und Propanol‑2 sowie Metha­nol, "wenn sie zu Riech- und Schön­heits­mit­teln ver­ar­bei­tet wer­den", der Brannt­wein­steu­er. Die Steu­er ent­stand "mit dem Beginn der Ver­ar­bei­tung zu Riech- und Schön­heits­mit­teln"; Steu­er­schuld­ner war der Inha­ber des Ver­ar­bei­tungs­be­triebs. Die Brannt­wein­steu­er bezog sich inso­weit auf rei­ne, kei­ner kon­sum­ti­ven Nut­zung fähi­ge Pro­duk­ti­ons­mit­tel. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in die­sem Zusam­men­hang § 103b des Geset­zes über das Brannt­wein­mo­no­pol für kom­pe­tenz­ge­mäß im Sin­ne des Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG erach­tet 139. Die gegen § 103b des Geset­zes über das Brannt­wein­mo­no­pol gerich­te­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­den wur­den durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men 140. Auch in einer wei­te­ren Ent­schei­dung vom 02.05.1985 141 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Ein­wän­de gegen das Mine­ral­öl- und Brannt­wein­steu­er-Ände­rungs­ge­setz vom 20.03.1981 138 erho­ben, ins­be­son­de­re kei­nen Kom­pe­tenz­ver­stoß erkannt.
Aller­dings lag in Bezug auf den steu­er­li­chen Tat­be­stand ein nicht typus­bil­den­der Ein­zel­fall vor. Ziel des Geset­zes war es, das Sub­sti­tut eines durch die Brannt­wein­steu­er erfass­ten Alko­hols zu besteu­ern und die ein­heit­li­che Erfas­sung einer Waren­grup­pe ein­schließ­lich von Ersatz­stof­fen zu gewähr­leis­ten, um auf die­se Wei­se die Ein­heit­lich­keit der Besteue­rung sicher­zu­stel­len. In einem sol­chen Fall kann eine Besteue­rung von Pro­duk­ti­ons­mit­teln aus­nahms­wei­se als typus­ge­recht ange­se­hen wer­den 142. Dies dient ins­be­son­de­re dem Schutz des Besteue­rungs­auf­kom­mens vor dem steu­er­um­ge­hen­den Ersatz der besteu­er­ten Güter durch funk­ti­ons­glei­che, aber unbe­steu­er­te Sub­sti­tu­te. Zudem lag den genann­ten Ent­schei­dun­gen ein Sach­ver­halt zugrun­de, in wel­chem der besteu­er­te Roh­stoff in dem End­ver­brauchs­pro­dukt noch kör­per­lich vor­han­den war. Eine vor­be­halt­lo­se Aus­sa­ge, dass die Besteue­rung rei­ner Pro­duk­ti­ons­mit­tel typus­kon­gru­ent ist, ent­hal­ten damit weder die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts noch die Aus­füh­run­gen des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses 143 oder des Bun­des­fi­nanz­hofs 144.
Nichts ande­res folgt aus der – ver­fas­sungs­ge­mä­ßen 145 – "Öko­steu­er" 146. Die­se betraf von vorn­her­ein kei­ne aus­schließ­lich pro­duk­tiv nutz­ba­ren Güter. Besteu­ert wur­den elek­tri­scher Strom und Steu­er­ge­gen­stän­de des Mine­ral­öl­steu­er­ge­set­zes und damit Güter, die "auch" einer kon­sum­ti­ven Nut­zung zugäng­lich sind.
Die Besteue­rung rei­ner Pro­duk­ti­ons­mit­tel ist auch des­halb typus­fremd, weil dar­in kein ziel­ge­rich­te­ter Zugriff auf die pri­va­te Ein­kom­mens­ver­wen­dung liegt.
Im Fal­le der Besteue­rung zumin­dest auch kon­sum­tiv nutz­ba­rer Güter kann eine sol­che Anknüp­fung noch bejaht wer­den, weil es hier regel­mä­ßig (auch) das Ziel bleibt, pri­mär – und nicht nur "irgend­wie" am Ende einer Han­dels­ket­te – den pri­va­ten Ver­brauch zu besteu­ern. Ob inso­weit Vor­aus­set­zung ist, dass die Belas­tung der Pro­duk­ti­on ledig­lich eine unter­ge­ord­ne­te oder sogar zwangs­läu­fi­ge "Neben­er­schei­nung" 147 der Besteue­rung des pri­va­ten Ver­brauchs ist, kann dahin­ste­hen, da die Kern­brenn­stoff­steu­er ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel besteu­ert.
Die Besteue­rung des unter­neh­me­ri­schen Ver­brauchs eines rei­nen Pro­duk­ti­ons­mit­tels ist mit einem gesetz­ge­be­ri­schen Kon­zept, im Wege der Ver­brauch­steu­er auf die pri­va­te Ein­kom­mens­ver­wen­dung Zugriff zu neh­men, hin­ge­gen nicht mehr zu ver­ein­ba­ren 148. Die­ses setzt die geziel­te Besteue­rung gera­de des pri­va­ten Ver­brauchs vor­aus 149, weil ande­ren­falls mit der Anknüp­fung an einen Pro­duk­ti­ons­schritt oder ein Pro­duk­ti­ons­mit­tel ein hier­aus typi­sie­rend ange­nom­me­ner unter­neh­me­ri­scher Gewinn und nicht eine pri­va­te Ein­kom­mens­ver­wen­dung die Grund­la­ge der Besteue­rung wäre 150.
Ein gewerb­li­cher Ver­brauch ist grund­sätz­lich kein geeig­ne­ter Anknüp­fungs­punkt für eine Ver­brauch­steu­er. Ist die Steu­er ledig­lich dar­auf ange­legt, den End­ver­brau­cher wirt­schaft­lich "irgend­wie" zu tref­fen, kann die rand­schar­fe Abgren­zung zwi­schen einer Besteue­rung der Ein­kom­mens­er­zie­lung einer­seits und einer Besteue­rung der Ein­kom­mens­ver­wen­dung ande­rer­seits nicht gelin­gen. Durch den steu­er­li­chen Zugriff auf den Ver­brauch eines Gutes auf einer Vor­stu­fe des Pri­vat­kon­sums lässt sich eine Besteue­rung der Ein­kom­mens­ver­wen­dung des End­ver­brau­chers nicht ziel­ge­nau errei­chen. Die Tat­sa­che, dass das besteu­er­te Gut dazu dient, ein ande­res, für den End­ver­brau­cher gedach­tes Gut her­zu­stel­len, ist zur not­wen­di­gen Abgren­zung von Ver­brauch­steu­ern zu ande­ren Steu­er­ty­pen nicht geeig­net.
Beson­de­re Umstän­de, aus denen im Ein­zel­fall trotz der steu­er­li­chen Anknüp­fung an ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel den­noch auf das Vor­lie­gen einer Ver­brauch­steu­er geschlos­sen wer­den könn­te, sind für die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht gege­ben.
Ins­be­son­de­re sind kei­ne sons­ti­gen Indi­zi­en für ein Anknüp­fen der Besteue­rung an die pri­va­te Ein­kom­mens­ver­wen­dung erkenn­bar. Es muss auch nicht zwin­gend des­halb an ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel ange­knüpft wer­den, um Umge­hungs- oder Aus­weich­ver­hal­ten aus­zu­schlie­ßen.
Ein Hin­weis, dass auf die Ein­kom­mens­ver­wen­dung zuge­grif­fen wer­den soll, könn­te in dem kör­per­li­chen Vor­han­den­sein des besteu­er­ten Roh­stoffs im End­pro­dukt für den pri­va­ten Kon­sum zu sehen sein 151. Ein sol­ches kör­per­li­ches Vor­han­den­sein könn­te eine hin­rei­chen­de Ver­bin­dung zwi­schen dem besteu­er­ten Gut und dem pri­va­ten Ver­brauch als Aus­druck der Ein­kom­mens­ver­wen­dung her­stel­len und die Annah­me recht­fer­ti­gen, der Gesetz­ge­ber habe den pri­va­ten Ver­brauch besteu­ern wol­len und die Anknüp­fung an den Pri­vat­kon­sum ledig­lich auf eine Vor­stu­fe ver­la­gert.
Die besteu­er­ten Kern­brenn­stof­fe fin­den aller­dings kei­nen kör­per­li­chen Ein­gang in den pro­du­zier­ten elek­tri­schen Strom als das für den pri­va­ten Ver­brauch allein in Betracht kom­men­de End­ver­brauchs­gut. Die Ver­brauchs­gü­ter des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes (vgl. § 1 Abs. 1 i.V.m. § 2 Nr. 1 Kern­brStG: Uran und Plu­to­ni­um) sind in dem her­ge­stell­ten bezie­hungs­wei­se abge­ge­be­nen Strom nicht phy­sisch ent­hal­ten. Allen­falls fin­det sich dort – nach einem auf­wen­di­gen Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess – das in den vor­ge­nann­ten Ele­men­ten ent­hal­te­ne ener­ge­ti­sche Poten­ti­al wie­der. Nicht die­ses unter­liegt aber der Besteue­rung durch die Kern­brenn­stoff­steu­er, son­dern das Ein­set­zen der Brenn­ele­men­te oder ‑stä­be in einen Kern­re­ak­tor (§ 5 Kern­brStG), unab­hän­gig von der tat­säch­lich erziel­ten Ener­gie­aus­beu­te. Zudem war der abge­ge­be­ne elek­tri­sche Strom nicht das Ziel der Kern­brenn­stoff­steu­er; von einer – etwa aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den bei der Steu­er­erhe­bung erfolg­ten – Ver­la­ge­rung der Besteue­rung des Stroms auf eine Vor­stu­fe kann daher kei­ne Rede sein 152.
Es muss­te auch nicht zwin­gend des­halb an ein rei­nes Pro­duk­ti­ons­mit­tel ange­knüpft wer­den, weil die Ein­be­zie­hung ein­zel­ner Güter zur Wah­rung einer geschlos­se­nen Besteue­rung bestimm­ter Waren­grup­pen im Rah­men einer ansons­ten sys­tem­ge­rech­ten Steu­er not­wen­dig war, ins­be­son­de­re zum Schutz des Besteue­rungs­auf­kom­mens vor dem Ersatz der Waren, die für die Besteue­rung zum Aus­gangs­punkt genom­men wer­den, durch funk­ti­ons­glei­che, aber unbe­steu­er­te Sub­sti­tu­te.
Die Kern­brenn­stoff­steu­er zielt nicht auf die Besteue­rung ein­zel­ner Sub­sti­tuts­gü­ter zur Wah­rung einer geschlos­se­nen Besteue­rung bestimm­ter Waren­grup­pen im Rah­men einer ansons­ten sys­tem­ge­rech­ten Steu­er. Zwar unter­lie­gen auch ande­re Roh­stof­fe zur Ener­gie­ge­win­nung dem Zugriff durch Ver­brauch­steu­ern. Eine geschlos­se­ne Besteue­rung der Ener­gie­trä­ger, in die sich die Kern­brenn­stoff­steu­er ein­fü­gen lie­ße, ist jedoch nicht fest­zu­stel­len. Im Bereich der Ener­gie­trä­ger­be­steue­rung ver­folgt die Besteue­rung oft­mals das Ziel der Ver­hal­tens­steue­rung und nicht aus­schließ­lich fis­ka­li­sche Zwe­cke. Daher ist steu­er­lich von vorn­her­ein kei­ne Ver­gleich­bar­keit der ein­zel­nen Ener­gie­trä­ger gege­ben.
Zudem dient die Besteue­rung von Kern­brenn­stof­fen nicht dem Schutz des Besteue­rungs­auf­kom­mens einer bestehen­den Steu­er vor einer Umge­hung mit­tels Sub­sti­tu­ten der besteu­er­ten Güter, son­dern der eigen­stän­di­gen Beschaf­fung von Haus­halts­mit­teln 153.
Schließ­lich erfüllt die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht das Typus­merk­mal der Anknüp­fung an ein Gut des stän­di­gen pri­va­ten Bedarfs. Zudem ist ein frei­er Waren­ver­kehr von Kern­brenn­stof­fen auf­grund ihrer Gefähr­lich­keit aus­ge­schlos­sen. Die Kern­brenn­stoff­steu­er knüpft dem­ge­mäß in § 5 Abs. 1 Kern­brStG nicht an den Realakt des Ver­brin­gens des Besteue­rungs­gu­tes aus einem steu­er­li­chen Nexus in den all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­kehr an, son­dern an den Realakt des erst­ma­li­gen Ein­set­zens der Brenn­stä­be in einen Kern­re­ak­tor und das Aus­lö­sen einer sich selbst­tra­gen­den Ket­ten­re­ak­ti­on. Dar­in liegt eine wei­te­re Abwei­chung vom Steu­er­ty­pus der Ver­brauch­steu­er.
Die gebo­te­ne Gesamt­be­trach­tung führt zu dem Ergeb­nis, dass die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht mehr unter den Typus der Ver­brauch­steu­er ein­ge­ord­net wer­den kann. Sie erfüllt bereits das zen­tra­le Typus­merk­mal einer Besteue­rung der pri­va­ten Ein­kom­mens­ver­wen­dung nicht und ist auf­grund der Besteue­rung eines rei­nen Pro­duk­ti­ons­mit­tels – auch im Hin­blick dar­auf, dass Ver­brauch­steu­ern übli­cher­wei­se an Güter des stän­di­gen Bedarfs anknüp­fen – typus­fremd. Im Fal­le der Besteue­rung eines rei­nen Pro­duk­ti­ons­mit­tels, das sich nicht im End­ver­brauchs­gut kör­per­lich wie­der­fin­det, hat die Abgren­zung zwi­schen der Besteue­rung der pri­va­ten Ein­kom­mens­ver­wen­dung der End­ver­brau­cher und der Besteue­rung unter­neh­me­ri­scher Tätig­keit ent­schei­den­de Bedeu­tung für den Ver­brauch­steu­er­ty­pus. Trotz des gebo­te­nen wei­ten Ver­ständ­nis­ses bei der Bestim­mung der Ein­zel­steu­er­be­grif­fe der Art. 105 und 106 GG kommt dem­ge­gen­über den Gesichts­punk­ten, dass die Kern­brenn­stof­fe bei ihrem Ein­satz wirt­schaft­lich auf­ge­zehrt und damit im Sin­ne des Ver­brauch­steu­er­be­griffs "ver­braucht" wer­den und dass es nicht zum Typus von Ver­brauch­steu­ern gehört, allein Genuss­mit­tel zu besteu­ern, kein aus­rei­chen­des Gewicht zu, um den­noch eine Ver­brauch­steu­er anneh­men zu kön­nen.
Fol­gen der for­mel­len Grund­ge­setz­wid­rig­keit des Kern­brStG[↑]
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz vom 08.12 2010 154, zuletzt geän­dert durch Art. 240 der Zehn­ten Zustän­dig­keits­an­pas­sungs­ver­ord­nung vom 31.08.2015 155, ist mit Art. 105 Abs. 2 GG in Ver­bin­dung mit Art. 106 Abs. 1 Num­mer 2 GG unver­ein­bar und nich­tig. Dem Bun­des­ge­setz­ge­ber fehl­te die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz zu sei­nem Erlass.
Der Ver­stoß des Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­set­zes gegen Art. 105 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG führt vor­lie­gend zur Nich­tig­erklä­rung (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 BVerfGG) des Geset­zes und nicht nur zur Fest­stel­lung der Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 79 Abs. 1 und § 31 Abs. 2 BVerfGG). Eine blo­ße Unver­ein­bar­keits­er­klä­rung hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zwar wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men, ins­be­son­de­re Steu­er- und Abga­ben­ge­set­zen, aus­ge­spro­chen. Die Not­wen­dig­keit einer ver­läss­li­chen Finanz- und Haus­halts­pla­nung sowie einer ent­spre­chen­den Finanz- und Haus­halts­wirt­schaft kann es hier gebie­ten, von einer Rück­wir­kung der Ent­schei­dung abzu­se­hen 156, da der rück­wir­ken­den Neu­be­mes­sung staat­li­cher Ein­nah­men kei­ne Mög­lich­keit zur Neu­be­mes­sung der Aus­ga­ben ent­ge­gen­stün­de. Hier­aus wür­de eine erheb­li­che Gefähr­dung der peri­odisch erfol­gen­den staat­li­chen Finanz­pla­nung und ‑sta­bi­li­tät und eine Ent­las­tung aktu­el­ler und ver­gan­ge­ner Steu­er­zah­ler zu Las­ten künf­ti­ger Steu­er­zah­ler fol­gen. Die Not­wen­dig­keit einer ver­läss­li­chen Finanz- und Haus­halts­pla­nung steht einer Rück­wir­kung der Ent­schei­dung aller­dings nicht stets ent­ge­gen 157 und kann nur Gel­tung bean­spru­chen, wenn der Gesetz­ge­ber sich auf sei­ne Finanz- und Haus­halts­pla­nung ver­las­sen durf­te. Dies war im Hin­blick auf die von Anfang an mit erheb­li­chen finanz­ver­fas­sungs­recht­li­chen Unsi­cher­hei­ten belas­te­te Kern­brenn­stoff­steu­er nicht der Fall.
Abwei­chen­de Mei­nung der Ver­fas­sungs­rich­ter Huber und Mül­ler[↑]
Die Rich­ter am Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt Huber und Mül­ler haben dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein dis­sen­ting vote bei­gefügt:
Soweit die Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz für ver­fas­sungs­wid­rig hält, stim­men sie dem zwar im Ergeb­nis, nicht jedoch in der Begrün­dung zu. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit hat der Bund durch­aus die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz zur Erfin­dung neu­er, nicht in Art. 106 GG auf­ge­führ­ter Steu­ern. Sol­che Geset­ze bedür­fen jedoch der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes. Da die­se hier nicht erteilt wor­den ist, ist das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz nich­tig.
Die Auf­fas­sung das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit, die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des im Steu­er­recht auf die in Art. 106 GG genann­ten Steu­er­ty­pen zu beschrän­ken, ver­mag nicht zu über­zeu­gen. Ob eine Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz im Bereich des Steu­er­rechts besteht, bemisst sich aus­schließ­lich nach Art. 105 GG. Dort zuge­wie­se­ne Befug­nis­se wer­den nicht durch Art. 106 GG kon­di­tio­niert. Der Aus­schluss eines so genann­ten Steu­er­er­fin­dungs­rechts lässt sich auch nicht mit der The­se von der Schutz- und Garan­tie­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung begrün­den. Bei der Zuwei­sung der Ertrags­ho­heit hat der Steu­er­ge­setz­ge­ber aller­dings den Vor­rang der Ver­fas­sung zu beach­ten und darf sich mit Art. 106 GG nicht in Wider­spruch set­zen.
GG ent­hält eine Rege­lung über die Ver­tei­lung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen im Bereich des Steu­er­rechts, die sich im Ver­hält­nis zu den all­ge­mei­nen Regeln der Art. 73 f. GG als spe­zi­el­le­re Rege­lung dar­stellt. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit lässt sich der Bestim­mung nicht ent­neh­men, dass sich die­se Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit auf die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern beschränkt. Dafür spre­chen weder der Wort­laut der Norm noch sys­te­ma­ti­sche, teleo­lo­gi­sche und ent­ste­hungs­ge­schicht­li­che Grün­de.
Nach Art. 105 Abs. 1 GG hat der Bund die aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz über Zöl­le und Finanz­mo­no­po­le, wäh­rend die aus­schließ­li­che Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für ört­li­che Ver­brauch- und Auf­wand­steu­ern nach Art. 105 Abs. 2a GG bei den Län­dern liegt. Für die übri­gen Steu­ern ist Art. 105 Abs. 2 GG maß­geb­lich. Hier­nach hat der Bund eine kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz, wenn ihm das Auf­kom­men die­ser Steu­ern ganz oder zum Teil zusteht oder die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG vor­lie­gen. Art. 105 Abs. 2 GG unter­wirft die "übri­gen Steu­ern" damit der kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bung des Bun­des.
Schon dem Wort­laut lässt sich nicht ent­neh­men, dass damit aus­schließ­lich die in Art. 106 GG auf­ge­lis­te­ten Steu­ern gemeint sein soll­ten. Im all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch kommt dem Begriff "übrig" eine umfas­sen­de Auf­fang­funk­ti­on zu. Er ist gleich­be­deu­tend mit "ver­blei­bend", "rest­lich" oder "als Rest noch vor­han­den" 158. Aus­schließ­lich in die­ser Bedeu­tung wird er auch an ande­rer Stel­le des Grund­ge­set­zes ver­wen­det 159. Auf­schluss­reich ist inso­weit ins­be­son­de­re der Ver­gleich mit Art. 108 GG (Finanz­ver­wal­tung), des­sen Abs. 2 Satz 1 eben­falls den Begriff der "übri­gen Steu­ern" ver­wen­det und damit – nach ein­hel­li­ger Auf­fas­sung – sämt­li­che Steu­er­ar­ten erfasst, die nicht in Art. 108 Abs. 1 Satz 1 GG aus­drück­lich erwähnt sind 160.
Die Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit setzt sich mit dem Wort­sinn des Begriffs "übrig" nicht aus­ein­an­der, son­dern beschränkt sich auf die mit sys­te­ma­ti­schen, teleo­lo­gi­schen und his­to­ri­schen Argu­men­ten unter­leg­te Behaup­tung, unter "übri­gen Steu­ern" sei­en aus­schließ­lich die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten zu ver­ste­hen. Damit über­geht sie den Wort­laut von Art. 105 Abs. 2 GG, der kei­ner­lei Bezug­nah­me auf Art. 106 GG ent­hält. Hät­te der Ver­fas­sungs­ge­ber bezie­hungs­wei­se der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber eine Beschrän­kung der Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis­se auf die in Art. 106 GG genann­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten gewollt, hät­te er dies durch eine ent­spre­chen­de For­mu­lie­rung in Art. 105 Abs. 2 GG zum Aus­druck brin­gen kön­nen. Zu Recht ist das Feh­len einer aus­drück­li­chen Ver­wei­sung in Art. 105 Abs. 2 GG auf Art. 106 GG daher als "sehr bered­tes Schwei­gen" des Ver­fas­sungs­tex­tes qua­li­fi­ziert wor­den 161.
Das vor­ste­hend dar­ge­leg­te Ver­ständ­nis des Begriffs "übri­ge Steu­ern" wird auch durch die Sys­te­ma­tik des Grund­ge­set­zes gestützt. Abwei­chend von der sons­ti­gen Glie­de­rung nach Orga­nen und Funk­tio­nen ist die Finanz­ver­fas­sung als Quer­schnitts­ma­te­rie in einem eige­nen Abschnitt (X.) über­grei­fend gere­gelt. Dies zeigt, dass der Ver­fas­sungs­ge­ber den Anspruch hat­te, die Mate­rie in die­sem Abschnitt ein­heit­lich und abschlie­ßend zu regeln. Eine ent­spre­chen­de Inten­ti­on des Finanz­re­form­ge­set­zes vom 12.05.1969 (Ein­und­zwan­zigs­tes Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes, Finanz­re­form­ge­setz vom 12.05.1969 43) lässt sich dem damals neu in das Grund­ge­setz auf­ge­nom­me­nen Art. 105 Abs. 2a GG ent­neh­men, der als lex spe­cia­lis und Bereichs­aus­nah­me zu Art. 105 Abs. 2 GG kon­zi­piert ist. Vor die­sem Hin­ter­grund muss Art. 105 GG als abschlie­ßen­de Rege­lung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen für das mate­ri­el­le Steu­er­recht begrif­fen wer­den 162.
Dies steht auch nicht im Wider­spruch zur Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, soweit die­ses in meh­re­ren Ent­schei­dun­gen ein all­ge­mei­nes Abga­ben­er­fin­dungs­recht des Staa­tes ver­neint hat 163. Die­se Ent­schei­dun­gen betra­fen aus­schließ­lich nicht­steu­er­li­che Abga­ben 164. Nur in die­sem Kon­text – als Aus­schluss einer belie­bi­gen Erfin­dung von außer­steu­er­li­chen Abga­ben, ins­be­son­de­re Son­der­ab­ga­ben – machen die Hin­wei­se auf den "nume­rus clau­sus" der Leis­tungs­pflich­ten der Art. 105 f. GG 165 und die "For­men­klar­heit und For­men­bin­dung" 166 der Finanz­ver­fas­sung Sinn. Soweit die Recht­spre­chung eine Ein­nah­me­n­er­schlie­ßung "außer­halb des von der Finanz­ver­fas­sung erfass­ten Bereichs" abge­lehnt hat 167, bezog sich dies durch­gän­gig auf nicht­steu­er­li­che Abga­ben, die dem Régime der Art. 105 ff. GG gera­de nicht unter­fal­len soll­ten. Das betraf unter ande­rem eine Berufs­aus­bil­dungs­ab­ga­be zur För­de­rung des Ange­bots an Aus­bil­dungs­plät­zen 168, eine rück­zahl­ba­re Abga­be zur Woh­nungs­bau­för­de­rung 169, eine Abschöp­fungs­ab­ga­be zur Rück­ab­wick­lung fehl­ge­lei­te­ter Sub­ven­tio­nen 170, Ent­gel­te für Was­ser­ent­nah­men 171, Rück­mel­de­ge­büh­ren an Uni­ver­si­tä­ten 172, eine Abga­be zur Finan­zie­rung von Aus­bil­dungs­ver­gü­tun­gen in der Alten­pfle­ge 173, eine Abga­be zur Finan­zie­rung der Kos­ten staat­li­cher Abfall­rück­füh­rung 174, eine Abga­be von Unter­neh­men der Land- und Ernäh­rungs­wirt­schaft nach dem Absatz­fonds­ge­setz 175 und eine Son­der­ab­ga­be zur Holz­ab­satz­för­de­rung 176. Die hier­bei ange­leg­ten stren­gen Maß­stä­be hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt des­halb mit dem Hin­weis auf die Begren­zungs­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung gerecht­fer­tigt 177, um eine Erwei­te­rung der Abga­ben­be­las­tung der Bür­ger unter Rück­griff auf die all­ge­mei­nen Sach­kom­pe­ten­zen der Art. 70 ff. GG unter Umge­hung der Finanz­ver­fas­sung zu ver­hin­dern. Dar­um geht es hier jedoch gera­de nicht.
Auch Sinn und Zweck der Finanz­ver­fas­sung spre­chen für die Aner­ken­nung einer kon­kur­rie­ren­den Steu­er­er­fin­dungs­kom­pe­tenz nach Art. 105 Abs. 2 GG.
Ziel der Finanz­ver­fas­sung ist es, die finan­zi­el­len Grund­la­gen für eine wirk­sa­me Erfül­lung der öffent­li­chen Auf­ga­ben in Bund, Län­dern und Gemein­den zu schaf­fen. Im Rah­men der Finanz­re­form des Jah­res 1969 und ihrem Leit­ge­dan­ken eines koope­ra­ti­ven Föde­ra­lis­mus soll­te der grund­ge­setz­li­chen Ver­pflich­tung zur Wah­rung der Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit sowie zur För­de­rung der Ein­heit­lich­keit der Lebens­ver­hält­nis­se im Bun­des­ge­biet durch annä­hernd gleich­mä­ßi­ge öffent­li­che Leis­tun­gen, eine gleich­mä­ßi­ge Steu­er­be­las­tung im Bun­des­staat und durch die Ver­hin­de­rung von Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen durch regio­nal abwei­chen­de Steu­er­re­ge­lun­gen und unein­heit­li­che Steu­er­be­las­tung Rech­nung getra­gen wer­den 178. Zur Errei­chung die­ses Ziels wur­de dem Bund in Art. 105 GG eine weit­ge­hen­de kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis auf dem Gebiet der Steu­ern ein­ge­räumt. Dabei ging der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber davon aus, dass mit den in Art. 105 Abs. 2 GG auf­ge­führ­ten Steu­er­ar­ten alle denk­ba­ren Steu­ern erfasst sind, deren ein­heit­li­che Gestal­tung für die Wah­rung der Rechts- und Wirt­schafts­ein­heit erfor­der­lich sein könn­te 179.
Die mit dem Finanz­re­form­ge­setz vom 12.05.1969 43 ein­her­ge­hen­de Ablö­sung der ursprüng­lich abschlie­ßen­den, das heißt enu­me­ra­ti­ven Fest­le­gung der Steu­er­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen des Bun­des wur­de als erfor­der­lich betrach­tet, um das Steu­er­sys­tem anpas­sen und fort­ent­wi­ckeln zu kön­nen, ohne dass es dafür stets einer Ver­fas­sungs­än­de­rung bedarf. Durch die­se Fle­xi­bi­li­sie­rung soll­te einem Erstar­ren des Rege­lungs­ge­fü­ges im gegen­stands­not­wen­dig dyna­mi­schen Feld des Steu­er­rechts vor­ge­beugt wer­den 180.
Zwar soll­te mit dem Finanz­re­form­ge­setz vom 12.05.1969 43 auch ein dau­er­haf­tes und über­schau­bar gestal­te­tes Steu­er­ver­tei­lungs­sys­tem geschaf­fen wer­den, das ent­spre­chend der finan­zi­el­len Bedeu­tung der Auf­ga­ben das Ver­hält­nis zwi­schen Steu­er­be­darf und Steu­er­ein­nah­men bei Bund und Län­dern mög­lichst im Zustand des Gleich­ge­wichts erhält 181 und unnö­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Bund und Län­dern zu ver­mei­den hilft 182. Eine Ver­stei­ne­rung der Steu­er­quel­len war jedoch nicht beab­sich­tigt und ist – wie nicht zuletzt die deut­li­che Aus­wei­tung der Son­der­ab­ga­ben aller Art zeigt – auch gar nicht mög­lich. Die Begrün­dung des Finanz­re­form­ge­set­zes vom 12.05.1969 bekennt sich aus­drück­lich dazu, dass Ziel der Reform eine beweg­li­che Anpas­sung der Steu­er­ver­tei­lung an die wech­seln­den Finanz­be­dürf­nis­se der ver­schie­de­nen Auf­ga­ben­trä­ger (Bund, Län­der und Gemein­den) im Rah­men einer vor­aus­schau­en­den, in sich abge­wo­ge­nen Gesamt­pla­nung ist 183.
Die vom ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber ange­streb­te Fle­xi­bi­li­tät wür­de durch eine Begren­zung der Steu­er­ge­setz­ge­bungs­be­fug­nis­se auf die in Art. 106 GG genann­ten Steu­er­ar­ten ver­fehlt. Umge­kehrt ver­mag sie – wie nicht zuletzt der vor­lie­gen­de Fall und die Über­le­gun­gen das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit zum "klei­nen Steu­er­er­fin­dungs­recht" oder der Streit um die Ver­tei­lung der UMTS-Lizen­zen 184 zei­gen – auch kei­ne nach­hal­ti­gen und dau­er­haf­ten Ver­hält­nis­se sicher­zu­stel­len. Aus­ein­an­der­set­zun­gen über die Reich­wei­te von Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen im Bereich der kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bung sind im Übri­gen sys­tem­im­ma­nent und kei­nes­wegs auf den Bereich der Steu­ern beschränkt. Das damit ver­bun­de­ne Kon­flikt­po­ten­zi­al wird zudem durch das Erfor­der­nis einer Zustim­mung des Bun­des­ra­tes ent­schärft. Das gilt auch für den per­hor­res­zier­ten "Wett­lauf der Steu­er­er­fin­dun­gen" 185, dem dar­über hin­aus der Vor­rang der Ver­fas­sung ent­ge­gen­steht.
Schließ­lich spricht die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Art. 105 f. GG eher für die hier ver­tre­te­ne Inter­pre­ta­ti­on. In der ursprüng­li­chen Fas­sung des Grund­ge­set­zes vom 23.05.1949 waren die Gegen­stän­de der kon­kur­rie­ren­den Steu­er­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des in Art. 105 Abs. 2 GG noch enu­me­ra­tiv auf­ge­lis­tet. Für die­se alte Rechts­la­ge vor dem Finanz­re­form­ge­setz vom 12.05.1969 hat­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ein Steu­er­er­fin­dungs­recht der Län­der aus Art. 70 GG aus­drück­lich aner­kannt und sich damit bereits gegen die Vor­stel­lung von einer abschlie­ßen­den Natur der Finanz­ver­fas­sung aus­ge­spro­chen 186. Die Auf­zäh­lung mög­li­cher Steu­er­ar­ten in Art. 105 Abs. 2 GG wur­de gera­de nicht als abschlie­ßend ver­stan­den, die The­se von der Voll­stän­dig­keit des Steu­er­ka­ta­lo­ges ver­wor­fen 187.
Dar­an hat sich durch das Finanz­re­form­ge­setz vom 12.05.1969 43 nichts Grund­le­gen­des geän­dert. Zwar wur­de durch die­ses Gesetz die zuvor bestehen­de Beschrän­kung der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen des Bun­des in Art. 105 Abs. 2 GG auf bestimm­te Steu­er­ar­ten auf­ge­ho­ben. Damit soll­te ins­be­son­de­re die bis dahin umstrit­te­ne Zustän­dig­keit des Bun­des für das all­ge­mei­ne Steu­er­recht ein­deu­tig fest­ge­legt wer­den 188, wobei der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber davon aus­ging, dass es sach­lich nicht begrün­det sei, die Gesetz­ge­bung des Bun­des auf bestimm­te Steu­er­ka­te­go­ri­en zu beschrän­ken. Für die Not­wen­dig­keit bun­des­ein­heit­li­cher Gesetz­ge­bung könn­ten nur die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 72 Abs. 2 GG maß­geb­lich sein 189.
Das schon zuvor aner­kann­te Steu­er­er­fin­dungs­recht der Län­der soll­te durch die Neu­fas­sung des Art. 105 Abs. 2 GG jedoch nicht besei­tigt oder beschränkt wer­den. Viel­mehr wur­de des­sen Fort­be­stand aus­drück­lich betont 190.
Soweit die Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit dem­ge­gen­über dar­auf ver­weist, der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber sei mög­li­cher­wei­se bereits bei Erlass des Finanz­ver­fas­sungs­ge­set­zes vom 23.12 1955 53 der Auf­fas­sung gewe­sen, dass den Län­dern ein all­ge­mei­nes Steu­er­er­fin­dungs­recht nicht zuste­he, ver­mag dies nicht zu über­zeu­gen. Zwar fin­det sich in der dama­li­gen Geset­zes­be­grün­dung die von das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit zitier­te Fest­stel­lung, die ver­fas­sungs­po­li­ti­sche Bedeu­tung, die das Grund­ge­setz der Ver­tei­lung der Steu­er­ertrags­ho­heit bei­mes­se, las­se es nicht zu, die Zutei­lung der Ein­nah­men aus künf­ti­gen Steu­ern dem ein­fa­chen Bun­des­ge­setz­ge­ber zu über­las­sen. Damit wur­de aller­dings ledig­lich die – spä­ter nicht wei­ter­ver­folg­te – For­de­rung begrün­det, dass das Finanz­aus­gleichs­ge­setz nach Art. 107 GG auch die Grund­sät­ze über die Ver­tei­lung sol­cher Steu­ern nor­mie­ren soll­te, die nach sei­ner Ver­ab­schie­dung neu ein­ge­führt wer­den 191. Inso­weit setzt die zitier­te Pas­sa­ge die Mög­lich­keit der Ein­füh­rung neu­er Steu­ern und damit den Bestand eines Steu­er­er­fin­dungs­rechts gera­de vor­aus. Nichts ande­res ergibt sich auch aus dem Hin­weis das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit auf die Bera­tun­gen des Finanz­aus­schus­ses zum Ent­wurf eines Mine­ral­öl- und Brannt­wein­steu­er-Ände­rungs­ge­set­zes 1981. Die dor­ti­ge Fest­stel­lung, dass dem Bund ein Steu­er­er­fin­dungs­recht hin­sicht­lich des Ver­brauch­steu­er­be­griffs des Art. 106 GG zuste­he 192, schließt den Bestand sons­ti­ger Steu­er­er­fin­dungs­rech­te von Bund und Län­dern nicht aus.
Mit der Finanz­re­form 1969 soll­te dem Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit zuge­wie­sen wer­den, soweit eine von den Län­dern "erfun­de­ne" Steu­er wegen der Ein­heit­lich­keit der Lebens­ver­hält­nis­se bun­des­ein­heit­lich gere­gelt wer­den muss 193. Dies wird durch die Erklä­rung des Rechts­aus­schus­ses des Deut­schen Bun­des­ta­ges bei der unver­än­der­ten Über­nah­me der im Regie­rungs­ent­wurf ent­hal­te­nen Fas­sung des Art. 105 Abs. 2 GG bestä­tigt, dass "eine umfas­sen­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz des Bun­des im Inter­es­se der Gleich­mä­ßig­keit der Besteue­rung und einer wei­te­ren Ver­ein­heit­li­chung des Steu­er­rechts not­wen­dig ist" und dass "der Bund grund­sätz­lich für alle Steu­ern das kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­recht besitzt" 194. Dar­aus lässt sich der gesetz­ge­be­ri­sche Wil­le ent­neh­men, nicht nur das Steu­er­er­fin­dungs­recht der Län­der nicht in Fra­ge zu stel­len, son­dern auch dem Bund mit der Auf­fang­klau­sel des Art. 105 Abs. 2 GG die Erschlie­ßung neu­er Steu­er­ar­ten grund­sätz­lich zu erlau­ben.
Die­ses Ver­ständ­nis fin­det sich auch in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. In einem Beschluss vom 12.10.1978 zur lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lung einer neu­en, als Steu­er ein­ge­ord­ne­ten Abga­ben­art, hat die­ser eine kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz aus Art. 105 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit Art. 72 Abs. 1 GG abge­lei­tet, ohne die Abga­ben­re­ge­lung einer der in Art. 106 GG aus­drück­lich auf­ge­führ­ten Steu­er­ty­pen zuord­nen zu kön­nen oder auf die­se Bestim­mung auch nur Bezug zu neh­men 195. Die schles­wig-hol­stei­ni­sche Abga­be wegen Ände­rung der Gemein­de­ver­hält­nis­se hat­te inso­weit Bestand 196.
Die "Steu­er­er­fin­dungs­be­fug­nis" nach Art. 105 GG wird nicht durch Art. 106 GG ein­ge­schränkt. Zum Gegen­stand der Steu­er­ge­setz­ge­bung gehört – vor­be­halt­lich der Vor­ga­ben von Art. 106 GG – auch die Zuwei­sung der Steu­er­ertrags­ho­heit.
GG unter­schei­det sich in sei­ner Funk­ti­on grund­le­gend von Art. 106 GG. Wäh­rend Art. 105 GG die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen im Bereich des Steu­er­rechts zuord­net, dient Art. 106 GG der Ver­tei­lung des gesamt­staat­li­chen Steu­er­auf­kom­mens zwi­schen Bund, Län­dern und Gemein­den. War­um die Ver­tei­lung des Auf­kom­mens der in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern und Steu­er­ar­ten zu einer Beschnei­dung der Rege­lungs­kom­pe­ten­zen des Steu­er­ge­setz­ge­bers gemäß Art. 105 GG füh­ren soll, erschließt sich ange­sichts der unter­schied­li­chen Rege­lungs­ge­gen­stän­de bei­der Vor­schrif­ten nicht.
Wür­de man die Ver­tei­lung der Steu­er­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen in Art. 105 GG nur auf die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern bezie­hen, käme die­ser Vor­schrift eine Begren­zungs- und Garan­tie­funk­ti­on in dem Sin­ne zu, dass ande­re Steu­ern nicht erho­ben wer­den könn­ten 197. Dies wider­sprä­che – wie dar­ge­legt – nicht nur dem Wil­len des ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­bers, der das "Steu­er­er­fin­dungs­recht" der Län­der mit dem Finanz­re­form­ge­setz vom 12.05.1969 aus­drück­lich bestä­tigt hat, son­dern auch der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts 198. Es wider­sprä­che aber auch der Staats­pra­xis, weil der Kata­log des Art. 106 GG selbst bei wei­ter Aus­le­gung der dort ver­wen­de­ten Begrif­fe nicht sämt­li­che denk­ba­ren Steu­ern und Steu­er­ar­ten erfasst 199. Eine Begren­zung des gesam­ten Steu­er­we­sens auf die vom Ver­fas­sungs­ge­ber vor­ge­fun­de­nen und in Art. 106 GG nie­der­ge­leg­ten Steu­er­ar­ten ist dem Sys­tem der Finanz­ver­fas­sung fremd 200.
Es kann auch nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber mit der Neu­re­ge­lung des Art. 106 GG zugleich eine Beschnei­dung zumin­dest der Steu­er­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen von Bund und Län­dern ange­strebt hat. Ziel der Neu­re­ge­lung des Art. 106 GG war viel­mehr, vor allem durch die Ein­be­zie­hung der Umsatz­steu­er in die Ver­bund­mas­se und die gleich­mä­ßi­ge Auf­tei­lung von Ein­kom­mens- und Umsatz­steu­er einen umfas­sen­den Steu­er­ver­bund zu errei­chen, so dass die unter­schied­li­che Ent­wick­lung des Auf­kom­mens die­ser Steu­ern nicht zu ein­sei­ti­gen Begüns­ti­gun­gen oder Belas­tun­gen des Bun­des oder der Län­der führt 201. Damit soll­te eine Befrie­dung der Finanz­be­zie­hun­gen zwi­schen Bund und Län­dern erreicht und die Grund­la­ge für ein dau­er­haf­tes und über­schau­ba­res Steu­er­sys­tem geschaf­fen wer­den, das eine beweg­li­che Anpas­sung der Steu­er­ver­tei­lung an die wech­seln­den Finanz­be­dürf­nis­se von Bund, Län­dern und Gemein­den ermög­li­chen soll­te 202. Ein­schrän­kun­gen der Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­kei­ten hin­sicht­lich der Ein­füh­rung neu­er, bezie­hungs­wei­se der Abschaf­fung oder Ände­rung bestehen­der Steu­ern waren hin­ge­gen nicht Gegen­stand der Rege­lung des Art. 106 GG.
Die Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit betont dem­ge­gen­über die vom ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber ange­streb­te Befrie­dungs­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung als Ziel der Finanz­re­form 1969. Sie set­ze vor­aus, dass Ver­schie­bun­gen im Steu­er­auf­kom­men unter­blie­ben und das Ver­hält­nis zwi­schen Steu­er­be­darf und Steu­er­ein­nah­men bei Bund und Län­dern mög­lichst im Zustand des Gleich­ge­wichts erhal­ten blie­be.
Dies lässt frei­lich bereits außer Betracht, dass schon die Inan­spruch­nah­me der unstrei­tig bestehen­den Rege­lungs­kom­pe­ten­zen des Bun­des und der Län­der hin­sicht­lich der in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten Steu­ern zu wesent­li­chen Ver­schie­bun­gen im Steu­er­auf­kom­men und der Steu­er­ver­tei­lung zwi­schen Bund und Län­dern füh­ren kann. Zwar legt Art. 106 GG wesent­li­che Steu­er­ar­ten fest, inner­halb die­ser jedoch weder die Anzahl der Steu­ern noch deren Gestal­tung und Höhe, so dass die Vor­stel­lung von einem sta­bi­len und aus­ge­wo­ge­nen, ver­fas­sungs­kräf­tig ver­an­ker­ten Ver­tei­lungs­sys­tem nicht über­zeugt 203. Dass dem Steu­er­ge­setz­ge­ber bezüg­lich der in Art. 106 GG genann­ten Steu­er­ar­ten eine sehr weit­rei­chen­de Gestal­tungs­frei­heit ver­bleibt, gesteht die Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit aus­drück­lich zu. Dies ist aber mit der Vor­stel­lung, Art. 106 GG gewähr­leis­te eine dau­er­haf­te und gleich­ge­wich­ti­ge Steu­er­ver­tei­lung zwi­schen Bund und Län­dern, nicht ver­ein­bar.
Auch der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber ging erkenn­bar nicht davon aus, dass mit der Neu­re­ge­lung der Art. 105 und Art. 106 GG ein abschlie­ßen­des Sys­tem der Steu­er­ver­tei­lung geschaf­fen wer­den konn­te, das ein­fach­ge­setz­li­cher Nach­jus­tie­run­gen weder bedarf noch zugäng­lich ist. Ange­strebt war viel­mehr eine Reform, die eine beweg­li­che Anpas­sung der Steu­er­ver­tei­lung an die wech­seln­den Finanz­be­dürf­nis­se der ver­schie­de­nen Auf­ga­ben­trä­ger ermög­li­chen soll­te 202. Dabei stellt sich das bei der Ver­tei­lung der Umsatz­steu­er­an­tei­le zwi­schen Bund und Län­dern nach Art. 106 Abs. 3 Satz 3 und Satz 4 GG ange­wand­te Deckungs­quo­ten­ver­fah­ren als "fle­xi­bles Ele­ment des Steu­er­ver­tei­lungs­sys­tems" 204 dar, auf des­sen Grund­la­ge den in den jewei­li­gen Haus­hal­ten ver­an­schlag­ten Ein­nah­men und Aus­ga­ben durch Aus­gleichs­an­sprü­che und ‑ver­pflich­tun­gen Rech­nung getra­gen wer­den soll. Zeich­net sich das von Art. 106 GG geschaf­fe­ne Sys­tem der Ertrags­ver­tei­lung somit gera­de durch das Feh­len fes­ter Ver­tei­lungs­er­geb­nis­se aus, so steht auch bei Hin­zu­tre­ten neu­er Steu­er­ar­ten und ‑erträ­ge nicht die Ent­ste­hung von ver­fas­sungs­recht­lich nicht gewoll­ten und nicht kor­ri­gier­ba­ren Ertrags­un­gleich­ge­wich­ten zu befürch­ten. Im Fal­le der­ar­ti­ger Ver­schie­bun­gen im Steu­er­auf­kom­men ist viel­mehr eine Neu­be­stim­mung der Umsatz­steu­er­an­tei­le nach Maß­ga­be des Art. 106 Abs. 3 Satz 3 und Satz 4, Abs. 4 GG vor­zu­neh­men 205. War­um dies "kei­ne ange­mes­se­ne Lösung" dar­stel­len soll, ist nicht ersicht­lich, da es sich inso­weit um einen im Kern jus­ti­zia­blen Anspruch von Bund und Län­dern han­delt.
Hin­zu kommt, dass das Zustim­mungs­er­for­der­nis des Bun­des­ra­tes einen ein­sei­ti­gen und nicht abge­stimm­ten Zugriff des Bun­des auf das Steu­er­auf­kom­men eben­so ver­hin­dern dürf­te wie einen "Wett­lauf der Steu­er­er­fin­dun­gen" 185. Dabei kann auch nicht auf eine die ein­sei­ti­ge Durch­set­zung von Bun­des­in­ter­es­sen ermög­li­chen­de Unter­schied­lich­keit der Län­der­in­ter­es­sen ver­wie­sen wer­den; viel­mehr ist davon aus­zu­ge­hen, dass bei der Ein­füh­rung neu­er Steu­ern durch den Bund ein im föde­ra­len Kon­text sonst nicht selbst­ver­ständ­li­cher Gleich­klang der Lan­des­in­ter­es­sen vor­liegt.
Von Art. 105 GG gedeckt ist – soweit ihr wegen des Vor­rangs der Ver­fas­sung Art. 106 GG nicht ent­ge­gen­steht – auch die Zuwei­sung der Ertrags­ho­heit 206. Dem inso­weit bestehen­den Rege­lungs­be­darf kann nicht nur durch den ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber ent­spro­chen wer­den 207, son­dern auch durch den ein­fa­chen Gesetz­ge­ber.
Dass die Zustän­dig­keit des Steu­er­ge­setz­ge­bers nicht auch die Rege­lung der Ertrags­ver­tei­lung beinhal­ten soll, ist nicht nach­voll­zieh­bar. Neben der Rege­lung von Steu­er­tat­be­stand, Steu­er­schuld­ner und Steu­er­ta­rif ist auch die Bestim­mung des Steu­er­gläu­bi­gers und des Ertrags­zu­stän­di­gen ein unver­zicht­ba­rer Bestand­teil steu­er­recht­li­cher Rege­lun­gen. Die ein­schlä­gi­gen Rege­lun­gen mögen durch höher- oder vor­ran­gi­ges Recht gebro­chen oder über­la­gert wer­den; an ihrer Zuord­nung zum Steu­er­recht ändert dies jedoch nichts. Dem lässt sich nicht ent­ge­gen­hal­ten, dass der ver­fas­sungs­än­dern­de Gesetz­ge­ber bereits bei der Finanz­re­form 1955 die Rege­lung der Ertrags­ver­tei­lung dem ver­fas­sungs­än­dern­den Gesetz­ge­ber habe vor­be­hal­ten wol­len, denn die damals ange­streb­te Rege­lung einer Ver­tei­lung der Erträ­ge künf­tig neu ein­ge­führ­ter Steu­ern im Rah­men von Art. 107 GG wur­de nicht wei­ter­ver­folgt.
Eben­so wenig ver­mag der Hin­weis zu über­zeu­gen, dass der ein­fa­che Gesetz­ge­ber kei­nen Zugriff auf das Ertrags­ver­tei­lungs­sys­tem des Art. 106 GG habe. Aus dem Bestand ver­fas­sungs­recht­li­cher Ertrags­ver­tei­lungs­re­ge­lun­gen für bestimm­te Steu­ern kann nicht auf den Bestand eines Ver­fas­sungs­vor­be­hal­tes für die Ertrags­ver­tei­lung dort nicht erfass­ter Steu­ern geschlos­sen wer­den; Art. 106 GG ist viel­mehr als ver­fas­sungs­kräf­ti­ge Spe­zi­al­re­ge­lung für die Ertrags­ver­tei­lung der dort auf­ge­führ­ten Steu­er­ar­ten ein­zu­ord­nen, steht einer ein­fach­ge­setz­li­chen Fest­le­gung der Auf­kom­mens­ver­tei­lung der übri­gen Steu­ern durch den jewei­li­gen Steu­er­ge­setz­ge­ber aber auf­grund sei­nes nicht abschlie­ßen­den Cha­rak­ters nicht ent­ge­gen. Dafür spricht nicht zuletzt, dass Art. 106 Abs. 3 Satz 3 und Abs. 4 GG selbst einen Rege­lungs­auf­trag an den ein­fa­chen Gesetz­ge­ber nach Maß­ga­be der Grund­sät­ze des Art. 106 Abs. 3 Satz 4 GG ent­hält.
Der ein­fa­che Gesetz­ge­ber kann bei Ein­füh­rung einer neu­en, nicht dem Kata­log des Art. 106 GG unter­fal­len­den Steu­er somit auch über deren Ertrags­zu­wei­sung ent­schei­den. Zwi­schen Steu­er­ge­setz­ge­bung und Ertrags­zu­wei­sung besteht ein so enger sach­li­cher Zusam­men­hang, dass eine Mate­rie sinn­vol­ler­wei­se nicht ohne die ande­re gere­gelt wer­den kann. Die Ertrags­ho­heit ist der gesetz­li­chen Inan­spruch­nah­me einer Steu­er­quel­le daher im Grun­de imma­nent 208. Die Zuord­nung der Ertrags­ver­tei­lung als inte­gra­ler Teil der Steu­er­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz trägt der Ein­heit der Finanz­ver­fas­sung Rech­nung und erüb­rigt den sys­tem­wid­ri­gen Rück­griff auf die all­ge­mei­nen Kom­pe­tenz­ver­tei­lungs­re­geln der Art. 30, Art. 70 GG 209.
Dass es dabei gege­be­nen­falls zu einem Aus­ein­an­der­fal­len von Gesetz­ge­bungs- und Ertrags­ho­heit kom­men kann, ist in Art. 105 GG ange­legt und fin­det sich auch in ande­ren Berei­chen 210. Selbst in den Fäl­len einer voll­stän­di­gen Ertrags­zu­wei­sung an die Län­der, wie bei der Ver­mö­gens- (Art. 106 Abs. 2 Nr. 1 GG), Erb­schafts- (Art. 106 Abs. 2 Nr. 2 GG) oder Bier­steu­er (Art. 106 Abs. 2 Nr. 4 GG) sieht das Grund­ge­setz vor, dass die Belas­tungs­ent­schei­dung vom Bund getrof­fen wird, weil nur der Bund die Ein­heit­lich­keit der Lebens­ver­hält­nis­se in ganz Deutsch­land garan­tie­ren kann. Nur er kann und muss – etwa über sei­ne Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis­se nach Art. 106 Abs. 3 Satz 3, Abs. 4 Satz 1, Abs. 5 Satz 2 GG oder den Bund-Län­der-Finanz­aus­gleich gemäß Art. 107 GG – auf Ver­schie­bun­gen im Ver­hält­nis der Ein­nah­men und Aus­ga­ben des Bun­des und der Län­der reagie­ren 211.
Auch die zur Begrün­dung einer Beschrän­kung der Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis­se gemäß Art. 105 Abs. 2 GG gel­tend gemach­te Vor­stel­lung von der indi­vi­du­al­schüt­zen­den Garan­tie­funk­ti­on der Finanz­ver­fas­sung fin­det in Wort­laut, Sys­te­ma­tik, Telos und Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Art. 105 f. GG kei­ne Stüt­ze. Letzt­lich han­delt es sich dabei um eine Zweck­schöp­fung, die einen unbe­grenz­ten Steu­er­zu­griff des Staa­tes auf grund­recht­lich geschütz­te Inter­es­sen der Steu­er­pflich­ti­gen ver­mei­den und die Schwie­rig­kei­ten, die mate­ri­el­len Grund­rech­te inso­weit zu ent­fal­ten 212, kom­pen­sie­ren soll. Bei Art. 105 und Art. 106 GG han­delt es sich jedoch um staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­che Rege­lun­gen ohne eige­nen mate­ri­el­len Gehalt 213. Einen Schutz vor über­mä­ßi­ger Steu­er­be­las­tung des Bür­gers könn­ten die­se Bestim­mun­gen schon des­halb nur ein­ge­schränkt bie­ten, weil sie zum einen kei­ne Ober­gren­zen für die Sät­ze der auf­ge­führ­ten Steu­ern ent­hal­ten, zum ande­ren durch die Ver­wen­dung weit gefass­ter Begrif­fe in Art. 106 GG (z.B. "Ver­brauch­steu­ern") aber auch kei­ne effek­ti­ve Begren­zungs­wir­kung ent­fal­ten. Art. 106 GG begrenzt weder die Zahl der Steu­ern im Rah­men der dort auf­ge­führ­ten Steu­er­ty­pen, noch die Höhe der Steu­er­sät­ze oder der dadurch ver­ur­sach­ten Gesamt­be­las­tung. Die Rege­lung zielt zudem nicht auf eine indi­vi­du­al­schüt­zen­de Beschrän­kung des Zugriffs des Steu­er­ge­setz­ge­bers auf die finan­zi­el­len Res­sour­cen des Bür­gers, son­dern auf die Ver­tei­lung staat­li­cher Ein­nah­men. Effek­ti­ven Belas­tungs­schutz für den Bür­ger kann die­se Finanz­ver­tei­lungs­re­ge­lung nicht gewäh­ren 214.
Die­sem Ver­ständ­nis ent­spricht auch die in der Recht­spre­chung beid­as Bun­des­ver­fas­sungs­ge­rich­te unum­strit­te­ne Inter­pre­ta­ti­on der all­ge­mei­nen Kom­pe­tenz­re­geln der Art. 73 f. GG. Auch dort wird der Schutz des Bür­gers vor zu weit­ge­hen­den gesetz­ge­be­ri­schen Ein­grif­fen nicht im Wege der restrik­ti­ven Aus­le­gung von Kom­pe­tenz­nor­men, son­dern durch die pro­ze­du­ra­len und mate­ri­el­len Garan­tie­ge­hal­te der Grund­rech­te sicher­ge­stellt 215. So bedarf etwa jede Steu­er im Hin­blick auf die mate­ri­el­len Gewähr­leis­tun­gen der Grund­rech­te (ins­be­son­de­re Art. 3 Abs. 1; Art. 12; Art. 14; Art. 2 Abs. 1 GG) der Recht­fer­ti­gung.
Die­se ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben ent­fal­ten Steue­rungs- und Kon­troll­funk­ti­on, hegen den Steu­er­ge­setz­ge­ber im Hin­blick auf Steu­er­er­fin­dun­gen ein und gewähr­leis­ten dadurch den Schutz der Bür­ger vor über­mä­ßi­ger Abga­ben­be­las­tung. Jede Steu­er muss nicht nur den for­ma­len Anfor­de­run­gen des Grund­ge­set­zes (Gesetz­mä­ßig­keit und Bestimmt­heit) genü­gen, son­dern auch und gera­de den mate­ri­el­len Maß­stä­ben der Grund­rech­te. Dazu gehö­ren ins­be­son­de­re die Prin­zi­pi­en der Leis­tungs­fä­hig­keit 216, der Fol­ge­rich­tig­keit 217, der Las­ten­gleich­heit 218, des Schut­zes des Exis­tenz­mi­ni­mums 219, des Ver­bots der Benach­tei­li­gung von Ehe und Fami­lie 220, des Ver­bots der Erdros­se­lungs­steu­er 221 und der eigen­tums­scho­nen­den Besteue­rung 222. Die hier­durch dem steu­er­er­fin­den­den Gesetz­ge­ber auf­er­leg­ten Gren­zen unter­lie­gen der Über­prü­fung durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt und sind im Ergeb­nis auch wir­kungs­vol­ler als die ver­meint­li­che Schutz- und Garan­tie­funk­ti­on der Art. 105 f. GG.
Der Vor­rang der Ver­fas­sung bin­det den Steu­er­ge­setz­ge­ber schließ­lich an die Rege­lun­gen über die Auf­tei­lung des Steu­er­ertrags in Art. 106 GG. Danach ist ihm die Ent­schei­dung über die Ertrags­ver­tei­lung für die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten, bei wei­tem bedeut­sams­ten Steu­er­ar­ten ent­zo­gen.
Die Inan­spruch­nah­me der kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz zur Ein­füh­rung neu­er Steu­ern durch den Bund erfor­dert jedoch nach Art. 105 Abs. 3 GG die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes, wenn er mit der Erschlie­ßung der neu­en Steu­er­quel­le zugleich die Ertrags­ho­heit in Anspruch nimmt. Der schein­bar auf den Län­dern oder den Gemein­den (Gemein­de­ver­bän­den) bereits zuflie­ßen­de Steu­ern begrenz­te Wort­laut des Art. 105 Abs. 3 GG erweist sich inso­weit als zu eng.
Zwar knüpft der Wort­laut des Art. 105 Abs. 3 GG die Zustim­mungs­pflicht des Bun­des­ra­tes an die Vor­aus­set­zung, dass das Steu­er­auf­kom­men ganz oder zum Teil den Län­dern oder den Gemein­den (Gemein­de­ver­bän­den) zufließt. Das kann so ver­stan­den wer­den, dass die Norm ein bestehen­des Steu­er­auf­kom­men vor­aus­setzt. Sie wür­de dann – jen­seits des Art. 106 GG – nur auf sol­che Fäl­le Anwen­dung fin­den, in denen die Län­der, wie etwa bei der Abga­be wegen Ände­rung der Gemein­de­ver­hält­nis­se in Schles­wig-Hol­stein, bereits von ihrer "Steu­er­er­fin­dungs­kom­pe­tenz" Gebrauch gemacht haben, nicht hin­ge­gen auf neu ein­zu­füh­ren­de Steu­ern, die eine Auf­kom­mens­zu­wei­sung aus­schließ­lich an den Bund vor­se­hen. Ein sol­ches Ver­ständ­nis ist jedoch nicht zwin­gend. Viel­mehr kann Art. 105 Abs. 3 GG auch so ver­stan­den wer­den, dass er den Län­dern poten­ti­ell – das heißt vor­be­halt­lich einer bun­des­ge­setz­li­chen Inter­ven­ti­on gemäß Art. 72 Abs. 1 und Abs. 2 GG – zuste­hen­de Steu­er­auf­kom­men erfasst. Dafür spre­chen sowohl sys­te­ma­ti­sche als auch teleo­lo­gi­sche Erwä­gun­gen.
Die sys­te­ma­ti­sche Stel­lung von Art. 105 Abs. 3 GG spricht zunächst gegen eine Beschrän­kung auf die in Art. 106 GG auf­ge­führ­ten oder schon in Wir­kung gesetz­ten Steu­ern. Andern­falls wäre das in Art. 106 Abs. 3 Satz 3, Abs. 4 Satz 2, Abs. 5 Satz 2, Abs. 6 Satz 5 GG vor­ge­se­he­ne Zustim­mungs­er­for­der­nis des Bun­des­ra­tes für die Rege­lung der Ertrags­ver­tei­lung bei der Umsatz- und Ein­kom­men­steu­er über­flüs­sig und Art. 105 Abs. 3 GG nur eine sub­si­diä­re Auf­fang­re­ge­lung für die übri­gen bun­des­ge­setz­li­chen Lan­des­steu­ern in Art. 106 Abs. 2 GG. Eine sol­che Inter­pre­ta­ti­on ist nicht aus­ge­schlos­sen, ange­sichts der zahl­rei­chen spe­zi­ell in Art. 106 GG gere­gel­ten Zustim­mungs­er­for­der­nis­se jedoch auch nicht nahe­lie­gend.
Ins­be­son­de­re teleo­lo­gi­sche Erwä­gun­gen spre­chen aber dafür, das Zustim­mungs­er­for­der­nis auch auf die erst­ma­li­ge bun­des­ge­setz­li­che Zuwei­sung eines Steu­er­ertrags an den Bund zu erstre­cken. Sinn und Zweck des Art. 105 Abs. 3 GG ist es, die mate­ri­el­len Inter­es­sen der Län­der im Hin­blick auf die Auf­tei­lung des Steu­er­auf­kom­mens zwi­schen Bund und Län­dern zu wah­ren 223. Sie sol­len ins­be­son­de­re vor einer Aus­zeh­rung ihrer finan­zi­el­len Grund­la­gen und ihrer Steu­er­quel­len geschützt wer­den 224. Mate­ri­el­le Inter­es­sen der Län­der sind aber nicht nur dann berührt, wenn Ände­run­gen an der Auf­kom­mens­ver­tei­lung der ihnen oder den Gemein­den ganz oder zum Teil bereits zuge­wie­se­nen Steu­ern vor­ge­nom­men wer­den, son­dern erst recht, wenn eine neue Steu­er­quel­le erschlos­sen und den Län­dern eine Betei­li­gung dar­an vor­ent­hal­ten wird. Auch bei einem gesetz­ge­be­ri­schen Zugriff auf neue, in Art. 106 GG nicht auf­ge­führ­te Steu­ern und die Rege­lung ihrer Auf­kom­mens­ver­tei­lung wird das Gesamt­ge­fü­ge der Steu­er­ertrags­ver­tei­lung zwi­schen Bund und Län­dern berührt. Zudem hängt es letzt­lich vom Zufall ab, ob die Län­der eine poten­zi­el­le Steu­er­quel­le vor einem Zugriff des Bun­des bereits gesetz­lich erschlos­sen haben oder ob dies noch nicht gesche­hen ist. Da ihre finan­zi­el­len Inter­es­sen in bei­den Fäl­len glei­cher­ma­ßen beein­träch­tigt wer­den kön­nen, kann das Zustim­mungs­er­for­der­nis des Bun­des­ra­tes davon nicht abhän­gen. Es wäre sinn­wid­rig, wenn einer­seits bei einer Tei­lung des Ertra­ges einer neu ein­ge­führ­ten Steu­er die Wahr­neh­mung der Län­der­in­ter­es­sen im Wege der Zustim­mungs­be­dürf­tig­keit garan­tiert wäre, bei einer voll­stän­di­gen Vor­ent­hal­tung des Steu­er­auf­kom­mens eine der­ar­ti­ge Wahr­neh­mung der Län­der­in­ter­es­sen jedoch ent­fie­le.
Über den Wort­laut hin­aus erfasst das Zustim­mungs­er­for­der­nis des Art. 105 Abs. 3 GG dem­nach auch Fäl­le, in denen der Bund kraft sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­be­fug­nis nach Art. 105 Abs. 2 GG erst­mals ein Steu­er­auf­kom­men für sich in Anspruch nimmt und dadurch die Län­der aus­schließt. Solan­ge und soweit der Bund von sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz nach Art. 105 Abs. 2 GG kei­nen Gebrauch gemacht hat, steht der steu­er­ge­setz­ge­be­ri­sche Zugriff auf die neu zu erschlie­ßen­de Steu­er­quel­le poten­zi­ell auch den Län­dern zu. Die­se Zugriffs­mög­lich­keit wird ihnen durch eine "Steu­er­er­fin­dung" des Bun­des für die betrof­fe­ne Steu­er­quel­le genom­men. Einer lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lung steht fort­an Art. 72 Abs. 1 GG ent­ge­gen. Hier­durch wer­den die finan­zi­el­len Inter­es­sen der Län­der, deren Schutz Art. 105 Abs. 3 GG zu die­nen bestimmt ist, unmit­tel­bar betrof­fen. Dem muss durch eine Erstre­ckung des Zustim­mungs­er­for­der­nis­ses auf die­se Fäl­le Rech­nung getra­gen wer­den.
Nach die­sen Maß­stä­ben hat der Bund zwar die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für die Kern­brenn­stoff­steu­er. Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz wur­de jedoch nicht mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes erlas­sen und ist daher for­mell ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig.
Der Bund hat für die Kern­brenn­stoff­steu­er eine Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz. Die­se ergibt sich – wenn man mit das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mehr­heit zu Recht davon aus­geht, dass die Kern­brenn­stoff­steu­er nicht als Ver­brauch­steu­er im Sin­ne von Art. 106 Abs. 1 Nr. 2 GG ein­ge­ord­net wer­den kann – aus Art. 105 Abs. 2 GG. Die Kern­brenn­stoff­steu­er fällt weder unter Art. 105 Abs. 1 GG noch unter Art. 105 Abs. 2a GG.
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz ist den­noch ver­fas­sungs­wid­rig, da es an der nach Art. 105 Abs. 3 GG erfor­der­li­chen Zustim­mung des Bun­des­ra­tes fehlt.
Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz wur­de als Ein­spruchs­ge­setz erlas­sen, hät­te aber nach Art. 105 Abs. 3 GG der Zustim­mung des Bun­des­ra­tes bedurft. Man­gels Ein­hal­tung die­ser ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben ist das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz auch nach unse­rer Ansicht for­mell ver­fas­sungs­wid­rig und somit nich­tig.
Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 13. April 2017 – 2 BvL 6/​13
Kei­ne Kern­brenn­stoff­steu­er (Brenn­ele­men­te­steu­er) –… Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz rück­wir­kend für nich­tig erklärt. Das Kern­brenn­stoff­steu­er­ge­setz vom 08.12 2010 225, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 240 der Zehn­ten…
BGBl. I Sei­te 1804[↩]
BGBl. I Sei­te 1474[↩]
BR-Drs. 687/​10, S. 1[↩]
BT-Drs. 17/​3054, S. 5[↩][↩][↩]
BT-Drs. 17/​3054, S. 2, 6[↩]
BGBl I S. 1704[↩]
vgl. Sta­tis­ti­sches Bun­des­amt [Desta­tis], Umwelt­schutz­maß­nah­men – Gesamt­auf­kom­men aus umwelt­be­zo­ge­nen Steu­ern, abruf­bar unter: https://www.destatis.de; und BMF, Monats­be­richt Janu­ar 2017, abruf­bar unter http://www.bundesfinanzministerium.de[↩]
FG Ham­burg – 4 K 124/​11[↩]
FG Ham­burg, Beschluss vom 16.09.2011 – 4 V 133/​11[↩]
BFHE 236, 206[↩]
FG Ham­burg – 4 K 270/​11[↩]
FG Ham­burg, Beschluss vom 29.01.2013 – 4 K 270/​11[↩][↩]
FG Ham­burg, Beschluss vom 11.04.2014 – 4 V 154/​13[↩]
BFHE 247, 182[↩]
BT-Drs. 17/​3054, S. 1 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 78, 165, 171 f.; 86, 71, 77 f.; 88, 70, 74; 88, 198, 201; 93, 121, 132; 127, 335, 356; 131, 88, 117 f.[↩]
vgl. etwa BVerfGE 65, 308, 316; 76, 100, 104; 77, 259, 262; 125, 175, 220; 127, 335, 356; 131, 88, 118[↩]
BVerfGE 77, 308, 328; 80, 68, 71; BVerfGK 15, 447, 452 f.[↩]
BVerfG, Beschluss vom 11.01.2012 – 11 V 2661/​11 32 ff. und Beschluss vom 11.01.2012 – 11 V 4024/​11 31 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 7, 171, 173 f.; 47, 146, 154; 48, 396, 399 f.; 90, 145, 170; 131, 1, 15; 131, 88, 117; 133, 1, 10 f. Rn. 35; 135, 1, 10 f. Rn. 28[↩]
vgl. BVerfGE 7, 171, 175; 57, 295, 315; 105, 61, 67; 121, 233, 237; 126, 77, 97; 129, 186, 203; 131, 1, 15; 133, 1, 10 f. Rn. 35; 135, 1, 10 f. Rn. 28; 138, 1, 15 Rn. 35; 141, 1, 11 Rn. 22[↩]
vgl. BVerfGE 48, 29, 38; 67, 26, 35; 69, 150, 159; 78, 165, 172; 89, 144, 152; 131, 1, 15[↩]
vgl. hier­zu BVerfGE 47, 46, 64; 123, 1, 14[↩]
EuGH, Urteil vom 04.06.2015 – C‑5/​14, Rn. 40 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 106, 275, 295; 110, 141, 155; 116, 202, 214; BVerfGK 14, 429, 433[↩]
vgl. BVerfGE 32, 333, 338; 55, 274, 300; 78, 249, 266 f.; 93, 319, 342; 101, 141, 147; 105, 185, 194; 108, 1, 15; 108, 186, 214 f.[↩]
vgl. BVerfGE 67, 256, 288 f.; 105, 185, 193 f.[↩]
vgl. BVerfGE 4, 115, 139; 32, 145, 156; 39, 96, 109; 55, 274, 300 f.; 105, 185, 194[↩]
vgl. BVerfGE 55, 274, 301[↩]
vgl. BVerfGE 34, 139, 146; 55, 274, 302; 67, 256, 288 ff.; 93, 319, 342 f.; 108, 186, 215; 123, 132, 141; 124, 348, 364; 132, 334, 349 Rn. 47 f.; 137, 1, 17 Rn. 38; BVerfG, Beschluss vom 17.01.2017 – 2 BvL 2/​14 62 f.[↩]
vgl. BVerfGE 67, 256, 288 f.; 108, 1, 16; 108, 186, 215; 123, 132, 141; 132, 334, 349 Rn. 48; BVerfG, Beschluss vom 17.01.2017 – 2 BvL 2/​14 63[↩]
BVerfGE 108, 1, 13; 108, 186, 212; 113, 128, 145; BVerfGK 15, 168, 173[↩]
vgl. BVerfGE 3, 407, 434 ff.; 4, 7, 13; 67, 256, 275 f.; 105, 185, 193 f.[↩]
BVerfGE 72, 330, 383 f.[↩]
BVerfG, Beschluss vom 20.05.1996 – 1 BvR 21/​96 7 [für ein­fach­ge­setz­li­che Typus­be­grif­fe]; ähn­lich Wank, Die juris­ti­sche Begriffs­bil­dung, 1985, S. 123 ff.; Strahl, Die typi­sie­ren­de Betrach­tungs­wei­se im Steu­er­recht, 1996, S. 216 ff.; Jaco­bi, Metho­den­leh­re der Norm­wir­kung, 2008, S. 45; Werns­mann, NVwZ 2011, S. 1367, 1368[↩]
BVerfGE 7, 244, 252; 14, 76, 91; 26, 302, 309; 31, 314, 332; 110, 274, 296; 123, 1, 16; vgl. auch BVerfGE 16, 306, 317[↩]
vgl. zu letz­te­rem Förs­ter, Die Ver­brauch­steu­ern, 1989, S. 22[↩]
BVerfGE 31, 8, 19; vgl. auch BVerfGE 27, 375, 383[↩]
vgl. BVerfG 31, 8, 19[↩]
vgl. FG Mün­chen, Beschluss vom 04.10.2011 – 14 V 2155/​11 45, 52; Birk/​Förster, DB Bei­la­ge Nr. 17 zum Heft 30 1985, S. 1, 10; Ossenbühl/​Di Fabio, StuW 1988, S. 349, 351 f.; Förs­ter, Die Ver­brauch­steu­ern, 1989, S. 39; Vogel, in: Fest­schrift für Klaus Tip­ke, 1995, S. 93, 94 f.; Jobs, Steu­ern auf Ener­gie als Ele­ment einer öko­lo­gi­schen Steu­er­re­form, 1999, S. 167; Vogel, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IV, 2. Aufl.1999, § 87 Rn. 32; Vogel/​Walter, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 14, Art. 105 Rn. 66 [2004]; Mül­ler-Fran­ken, in: Ber­li­ner Kom­men­tar, Art. 105 Rn.206 [2008]; Kyrill‑A. Schwarz, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl.2010, Art. 106 Rn. 17; Waldhoff/​von Aswe­ge, Kern­ener­gie als "gol­de­ne Brü­cke"?, 2010, S. 11 f.; Mar­ti­ni, ZUR 2012, S. 219, 225 f.; Wald­hoff, ZfZ 2012, S. 57, 59; Werns­mann, ZfZ 2012, S. 29, 30; Eiling, Ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben an die Ein­füh­rung neu­er Ver­brauch­steu­ern, 2014, S. 67; Gär­ditz, ZfZ 2014, S. 18, 19; Klo­e­pfer, Finanz­ver­fas­sungs­recht, 2014, S. 137; Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, GG, 14. Aufl.2016, Art. 106 Rn. 2; a.A. Bro­der­sen, in: Fest­schrift für Ger­hard Wacke, 1972, S. 103, 113 ff.; Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828; Wie­land, Die Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben, 1991, S. 290; Häde, Finanz­aus­gleich, 1996, S. 163 ff.; Söhn, in: Fest­schrift für Klaus Stern, 1997, S. 587, 599 ff.; Jarass, Nicht­steu­er­li­che Abga­ben und len­ken­de Steu­ern unter dem Grund­ge­setz, 1999, S. 17 ff.; Heun, in: Drei­er, GG, 2000, Art. 105 Rn. 33, Art. 106 Rn. 14; Wendt, in: Isensee/​Kirchhof, HStR VI, 3. Aufl.2008, § 139 Rn. 29 ff.; van Heek, in: van Heek/​Lehmann, Die Kern­brenn­stoff­steu­er als "Ver­brauch­steu­er"?, 2012, S. 34; Schmidt, StuW 2015, S. 171, 174 f.[↩]
vgl. hier­zu Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828; Möckel, Umwelt­ab­ga­ben zur Öko­lo­gi­sie­rung der Land­wirt­schaft, 2006, S. 221[↩]
BGBl I S. 359[↩][↩][↩][↩][↩][↩][↩]
so aber Mey­er, DÖV 1969, S. 261, 262; Bach, StuW 1995, S. 264, 271; Söhn, in: Fest­schrift für Klaus Stern, 1997, S. 587, 599; van Heek, in: van Heek/​Lehmann, Die Kern­brenn­stoff­steu­er als "Ver­brauch­steu­er"?, 2012, S. 30 f.[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 11 f., Ziff. 12[↩]
BVerfGE 14, 76, 90 f.; 16, 64, 78 f.[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 32, Ziff. 127, 128 f.[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 32, Ziff. 128[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 32 f., Ziff. 128 und 131[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 94[↩]
vgl. etwa Hidi­en, in: Bon­ner Kom­men­tar, GG, Art. 106 Rn. 1363 [Novem­ber 2002][↩]
vgl. BT-Drs. 9/​167, S. 6; ähn­li­che Begriffs­ver­wen­dung in der Recht­spre­chung, vgl. etwa BVerw­GE 143, 301, 309 f. Rn. 25[↩]
BGBl I S. 817[↩][↩][↩][↩]
vgl. BT-Drs. II/​480, S. 40, Ziff. 43; vgl. unten Rn. 84[↩]
vgl. BT-Drs. II/​480, S. 110, Ziff. 164 und S. 229; ähn­lich auch der Schrift­li­che Bericht des Aus­schus­ses für Finanz- und Steu­er­fra­gen des Bun­des­ta­ges, BT-Drs. II/​960, S. 3[↩]
vgl. Breu­er, DVBl 1992, S. 485, 490; Hidi­en, in: Bon­ner Kom­men­tar, GG, Art. 106 Rn. 1363 [Novem­ber 2002][↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 11 f., Ziff. 12 und S. 33, Ziff. 134[↩]
Hidi­en, in: Bon­ner Kom­men­tar, Bd. 15, Art. 106 Rn. 1363 [Novem­ber 2002][↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 85 ff.[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 87[↩]
BT-Drs. V/​3605, S. 8[↩]
BT-Drs. V/​3826, S. 4 f.[↩]
BT-Drs. V/​3896, S. 4 [Anla­ge 1][↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 33 und S. 94[↩]
vgl. Fischer-Mens­hau­sen, DÖV 1956, S. 161, 164[↩]
so auch Fischer-Mens­hau­sen, DÖV 1956, S. 161, 164[↩]
a.A. Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828; Söhn, in: Fest­schrift für Klaus Stern, 1997, S. 587, 600 f.[↩]
Rn. 63[↩]
Vogel, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IV, 2. Aufl.1999, § 87 Rn. 32; Waldhoff/​von Aswe­ge, Kern­ener­gie als "gol­de­ne Brü­cke"?, 2010, S. 11[↩]
Starck, StuW 1974, S. 271, 276[↩]
vgl. Ossenbühl/​Di Fabio, StuW 1988, S. 349, 351 f.[↩]
a.A. Fischer-Mens­hau­sen, in: Münch/​Kunig, GG, Bd. 3, 3. Aufl.1996, Art. 105 Rn. 27; ähn­lich: Sel­mer, Steu­er­inter­ven­tio­nis­mus und Ver­fas­sungs­recht, 1972, S. 154 f.; Heun, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 105 Rn. 44[↩]
Maunz, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 106 Rn.20 [1978]; vgl. auch Förs­ter, Die Ver­brauch­steu­ern, 1989, S. 34; Mül­ler-Fran­ken, in: Ber­li­ner Kom­men­tar, Art. 105 Rn.206 [2008]; Seer, DStR 2012, S. 325, 330[↩]
vgl. etwa: Klo­e­pfer, Finanz­ver­fas­sungs­recht, 2014, S. 137[↩]
vgl. Jarass, Nicht­steu­er­li­che Abga­ben und len­ken­de Steu­ern unter dem Grund­ge­setz, 1999, S. 17[↩]
so aber Tip­ke, Die Steu­er­rechts­ord­nung, Bd. 3, 1993, S. 1095; der­sel­be, BB 1994, S. 437, 442[↩]
so auch Stern, in: Das Staats­recht der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Bd. II, 1980, S. 1119; Förs­ter, Die Ver­brauch­steu­ern, 1989, S. 34 f.; Vogel/​Walter, in: Bon­ner Kom­men­tar, Art. 105 Rn. 66 [Juli 2004]; Wald­hoff, VVDStRL, Bd. 66, 2006, S. 216, 243; Eiling, Ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben an die Ein­füh­rung neu­er Ver­brauch­steu­ern, 2014, S. 65 f.; Sei­ler in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 105 Rn. 123 [2015]; a.A.: Wie­land, Die Kon­zes­si­ons­ab­ga­ben, 1991, S. 291 f.; Häde, Finanz­aus­gleich, 1996, S. 164 f.; van Heek, in: van Heek/​Lehmann, Die Kern­brenn­stoff­steu­er als "Ver­brauch­steu­er"?, 2012, S. 33[↩]
vgl. Vogel/​Walter, in: Bon­ner Kom­men­tar, Art. 105 Rn. 66 [Juli 2004][↩]
Vogel/​Walter, in: Bon­ner Kom­men­tar, Art. 105 Rn. 66 [Juli 2004][↩]
vgl. BVerfGE 49, 343, 353; 110, 274, 294; 124, 235, 243; 124, 348, 364; 137, 1, 17 Rn. 41[↩]
BVerfGE 93, 319, 343 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 93, 319, 345 f.[↩]
BVerfGE 101, 141, 148[↩]
vgl. statt vie­ler Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, GG, 14. Aufl.2016, Art. 105 Rn. 9 m.w.N.[↩]
vgl. BVerfGE 7, 244, 256; 49, 343, 352 f.; 92, 91, 114; 137, 1, 17 Rn. 40[↩]
BVerfGE 108, 1, 13; 108, 186, 212; 110, 370, 384; 113, 128, 145 f.; 122, 316, 333; 124, 348, 364; 137, 1, 17 Rn. 40[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 08.03.1995 – II R 57/​93 34[↩]
BT-Drs. 17/​3054, S. 1 und S. 5[↩][↩][↩]
Wachs­tum. Bil­dung. Zusam­men­halt. Koali­ti­ons­ver­trag zwi­schen CDU, CSU und FDP, 17. Legis­la­tur­pe­ri­ode, S. 29, abruf­bar unter http://www.bmi.bund.de[↩]
vgl. Plen­Prot 17/​55, S. 5602 [B] f., S. 5605 [B] f., S. 5607 [A], S. 5614 [B] f., S. 5616 [D], S. 5619 [B] f., S. 5620 [B][↩]
vgl. BT-Drs. 17/​2410, S. 1 und S. 3[↩]
vgl. Refe­ren­ten­ent­wurf vom 03.08.2010[↩]
vgl. die Begrün­dung zum Ent­wurf des Geset­zes zur Errich­tung eines Son­der­ver­mö­gens "Ener­gie- und Kli­ma­fonds" [EKFG], BT-Drs. 17/​3053, S. 1; fer­ner BT-Drs. 17/​3405, S. 1[↩]
vgl. Gesetz zur Ände­rung des Geset­zes zur Errich­tung eines Son­der­ver­mö­gens "Ener­gie- und Kli­ma­fonds" – EKFG-ÄndG vom 29.07.2011, BGBl I S. 1702; Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung des Geset­zes zur Errich­tung eines Son­der­ver­mö­gens "Ener­gie- und Kli­ma­fonds", BT-Drs. 17/​6075 und der Bun­des­re­gie­rung, BT-Drs. 17/​6252, neu, sowie die dies­be­züg­li­che Beschluss­emp­feh­lung und den Bericht des Haus­halts­aus­schus­ses, BT-Drs. 17/​6356[↩]
BT-Drs. II/​480, S. 107 f., Ziff. 160[↩][↩][↩][↩]
vgl. BVerfGE 98, 106, 123 f.[↩]
so bereits Förs­ter, Die Ver­brauch­steu­ern, 1989, S. 38 f.; Hart­mann, DStZ 2012, S.205, 206; Wald­hoff, ZfZ 2012, S. 57, 58 ff.[↩]
BVerfGE 110, 274, 296[↩]
Hey, in: Tipke/​Lang, Steu­er­recht, 22. Aufl.2015, § 7 Rn. 22[↩]
vgl. Seer, in: Tipke/​Lang, Steu­er­recht, 22. Aufl.2015, § 2 Rn. 47[↩]
Mar­ti­ni, ZUR 2012, S. 219, 225[↩]
FG Ham­burg, Beschluss vom 29.01.2013 – 4 K 270/​11 255; Lang, in: DStJG, Bd. 15 [1993], Umwelt­schutz im Abga­ben- und Steu­er­recht, S. 115, 135; Eng­lisch, in: Fest­schrift für Paul Kirch­hof, Bd. 2, 2013, § 190 Rn. 10; vgl. auch Schmöl­ders, Zur Begriffs­be­stim­mung der Ver­brauch­steu­ern, 1955, S. 26[↩]
BVerfGE 16, 64, 74; 49, 343, 354; 123, 1, 15[↩]
BVerfGE 65, 325, 346 f.; fer­ner BVerfGE 49, 343, 356 f.[↩]
vgl. nur BT-Drs. II/​480, S. 107 f., Ziff. 160; BVerfGE 98, 106, 124[↩]
BVerfGE 31, 8, 20; 98, 106, 124; 110, 274, 297 f.; BFHE 141, 369, 375; Schmöl­ders, Zur Begriffs­be­stim­mung der Ver­brauch­steu­ern, 1955, S. 83 f.; F. Kirch­hof, Die steu­er­li­che Dop­pel­be­las­tung der Ziga­ret­ten, 1990, S. 31; Lang, in: DStJG, Bd. 15 [1993], Umwelt­schutz im Abga­ben- und Steu­er­recht, S. 115, 134 ff.; Arndt, Rechts­fra­gen einer deut­schen CO²-Ener­gie­steu­er ent­wi­ckelt am Bei­spiel des DIW-Vor­schla­ges, 1995, S. 63 f.; Jatz­ke, Das Sys­tem des deut­schen Ver­brauch­steu­er­rechts, 1997, S. 87; Herdegen/​Schön, Öko­lo­gi­sche Steu­er­re­form, Ver­fas­sungs­recht und Ver­kehrs­ge­wer­be, 2000, S. 28 f.; Weber-Grel­let, Steu­ern im moder­nen Ver­fas­sungs­staat, 2001, S. 97; Wald­hoff, in: Henneke/​Pünder/​Waldhoff, Recht der Kom­mu­nal­fi­nan­zen, 2006, § 13 Rn. 2; P. Kirch­hof, in: Isensee/​Kirchhof, HStR V, 3. Aufl.2007, § 118 Rn. 247; Schaum­burg, in: Fest­schrift für Wolf­gang Reiß, 2008, S. 25, 37 f.; Jach­mann, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl.2010, Art. 105 Rn. 56; Drüen, ZfZ 2012, S. 309, 315; Mar­ti­ni, ZUR 2012, S. 219, 222; Desens, in: Fest­schrift für Paul Kirch­hof, Bd. 2, 2013, § 189 Rn. 21; Seer, in: Tipke/​Lang, Steu­er­recht, 22. Aufl.2015, § 2 Rn. 47[↩]
BVerfGE 14, 76, 96[↩]
BVerfGE 110, 274, 298[↩][↩]
vgl. BVerfGE 91, 186, 203[↩]
vgl. FG Ham­burg, Vor­la­ge­be­schluss vom 29.01.2013 – 4 K 270/​11 408 f.; Jobs, Steu­ern auf Ener­gie als Ele­ment einer öko­lo­gi­schen Steu­er­re­form, 1999, S. 216; Herdegen/​Schön, Öko­lo­gi­sche Steu­er­re­form, Ver­fas­sungs­recht und Ver­kehrs­ge­wer­be, 2000, S. 28 f.; Seer, DStJG 23 [2000], S. 87, 116; Drüen, ZfZ 2012, S. 309, 319 f.; Mar­ti­ni, ZUR 2012, S. 219, 224; Seer, DStR 2012, S. 325, 332 f.; Gär­ditz, ZfZ 2014, S. 18, 20 f.[↩]
BVerfGE 31, 8, 20; 110, 274, 295; 123, 1, 35[↩]
BVerfGE 110, 274, 295 f.[↩]
vgl. BVerfGE 31, 8, 20[↩]
vgl. BVerfGE 123, 1, 16 ff. und 35 ff.; vgl. auch BVerfGE 135, 126, 142 Rn. 46; BVerfGK 17, 44, 48 f.; FG Ham­burg, Vor­la­ge­be­schluss vom 29.01.2013 – 4 K 270/​11 255; Lang, in: DStJG, Bd. 15 [1993], Umwelt­schutz im Abga­ben- und Steu­er­recht, S. 115, 137; Mar­ti­ni, ZUR 2012, S. 219, 224; Eiling, Ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben an die Ein­füh­rung neu­er Ver­brauch­steu­ern, 2014, S. 85[↩]
vgl. Hey, in: Tipke/​Lang, Steu­er­recht, 22. Aufl.2015, § 7 Rn.20[↩]
BVerfGE 123, 1, 17; 135, 126, 142 Rn. 46; BVerfGK 17, 44, 48 f.[↩]
Bon­gartz, in: Bon­gart­z/­Schrö­er-Schal­len­berg, Ver­brauch­steu­er­recht, 2. Aufl.2011, Rn. C 6; Eiling, Ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben an die Ein­füh­rung neu­er Ver­brauch­steu­ern, 2014, S. 105[↩]
BFHE 212, 340, 344[↩]
BVerfGE 98, 106, 124[↩]
vgl. das Spiel­kar­ten­steu­er­ge­setz vom 10.09.1919, RGBl S. 1643[↩]
BVerfGE 16, 64, 74; 98, 106, 124[↩]
vgl. BT-Drs. 17/​3054, S. 1[↩]
vgl. BT-Drs. 17/​3054, S. 5[↩]
Vor­la­ge­be­schluss vom 29.01.2013 – 4 K 270/​11 456[↩]
vgl. Birk/​Förster, DB zum Heft 30 1985, S. 1, 4[↩]
BT-Drs. 9/​167, S. 6; BVerfGE 110, 274, 296; BFHE 141, 369, 372 f.[↩]
BGBl I S. 817[↩]
RGBl S. 153[↩]
vgl. das Bier­steu­er­ge­setz in der Fas­sung vom 26.07.1918 ((RGBl S. 863[↩]
RGBl S. 863[↩]
RGBl S. 295[↩]
RGBl S. 155[↩]
RGBl I S. 138[↩]
vgl. Eng­lisch, in: Fest­schrift für Paul Kirch­hof, Bd. 2, 2013, § 190 Rn. 6[↩]
BGBl I S. 2118[↩]
BT-Drs. 8/​2319, S. 8 f.[↩]
BGBl I S. 301[↩][↩]
BFHE 141, 369 unter Bezug­nah­me auf BT-Drs. 9/​167, S. 6[↩]
BVerfG, Beschluss des Vor­prü­fungs­aus­schus­ses vom 17.09.1985 – 1 BvR 1260/​84, DStZ/​E 1985, S. 334; Beschluss des Vor­prü­fungs­aus­schus­ses vom 17.09.1985 – 1 BvR 1261/​84, Infor­ma­ti­on StuW 1985, S. 575[↩]
BVerfG, Beschluss des Vor­prü­fungs­aus­schus­ses vom 02.05.1985 – 2 BvR 285/​85, DB 1985, S. 1569, 1570[↩]
vgl. mit ähn­li­cher Argu­men­ta­ti­on BVerfGE 137, 350, 362 Rn. 30 zur Luft­ver­kehr­steu­er und BVerfGE 27, 375, 383 f. zu Nach­steu­ern[↩]
BT-Drs. 9/​167, S. 6[↩]
BFHE 141, 369, 373[↩]
BVerfGE 110, 274[↩]
vgl. Gesetz zum Ein­stieg in die öko­lo­gi­sche Steu­er­re­form vom 24.03.1999, BGBl I S. 378[↩]
Förs­ter, Die Ver­brauch­steu­ern, 1989, S. 63 und S. 102 f.; vgl. auch Zit­zels­ber­ger, BB 1995, S. 1769, 1776[↩]
vgl. Jatz­ke, Das Sys­tem des deut­schen Ver­brauch­steu­er­rechts, 1997, S. 87; Herdegen/​Schön, Öko­lo­gi­sche Steu­er­re­form, Ver­fas­sungs­recht und Ver­kehrs­ge­wer­be, 2000, S. 28; Weber-Grel­let, Steu­ern im moder­nen Ver­fas­sungs­staat, 2001, S. 97; Gär­ditz, ZfZ 2012, 18, 20; Seer, DStR 2012, S. 325, 330 ff.[↩]
vgl. Lang, in: DStJG, Bd. 15 [1993], Umwelt­schutz im Abga­ben- und Steu­er­recht, S. 115, 137; Jach­mann, in: v. Mangoldt/​Klein/​Starck, GG, Bd. 3, 6. Aufl.2010, Art. 105 Rn. 56[↩]
vgl. Zit­zels­ber­ger, BB 1995, S. 1769, 1776; Schaum­burg, in: Fest­schrift für Wolf­gang Reiß, 2008, S. 25, 42; Seer, in: Tipke/​Lang, Steu­er­recht, 22. Aufl.2015, § 2 Rn. 6[↩]
Drüen, ZfZ 2012, S. 309, 316; vgl. iden­tisch: BT-Drs. 9/​167, S. 6 und BFHE 141, 369, 373; ähn­lich auch: Köck, JZ 1991, S. 692, 697; Breu­er, DVBl.1992, S. 485, 490; Fran­ke, StuW 1994, S. 26, 31; Bach, StuW 1995, S. 264, 272; Herdegen/​Schön, Öko­lo­gi­sche Steu­er­re­form, Ver­fas­sungs­recht und Ver­kehrs­ge­wer­be, 2000, S. 30 f.; Eiling, Ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­li­che Vor­ga­ben an die Ein­füh­rung neu­er Ver­brauch­steu­ern, 2014, S. 107 ff.[↩]
so auch EuGH, Urteil vom 04.06.2015 – C‑5/​14 65 ff.[↩]
vgl. BT-Drs. 17/​3054 S. 1 und S. 5[↩]
BGBl I S. 1474[↩]
BVerfGE 72, 330, 422; 87, 153, 178 ff.; 93, 121, 148; 105, 73, 134; 111, 191, 224 f.; 117, 1, 70[↩]
vgl. BVerfGE 122, 210, 246; 126, 268, 285 f.[↩]
Duden, Deut­sches Uni­ver­sal­wör­ter­buch, 5. Aufl.2003, S. 1634[↩]
im Ein­zel­nen: Art. 13 Abs. 7; Art. 23 Abs. 5 Satz 1; Art. 29 Abs. 6 Satz 2; Art. 35 Abs. 3 Satz 2; Art. 36 Abs. 1 Satz 2; Art. 87b Abs. 2 Satz 1; Art. 91 Abs. 2 Satz 2; Art. 93 Abs. 1 Nr. 5; Art. 106 Abs. 7 Satz 2; Art. 108 Abs. 2; Art. 114 Abs. 2 Satz 3; Art. 135 Abs. 5 GG[↩]
vgl. Heint­zen, in: Münch/​Kunig, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 108 Rn. 23; Heun, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 108 Rn. 14; Kemm­ler, in: Schmidt-Bleib­treu/K­lein, GG, 13. Aufl.2014, Art. 108 Rn. 9; Maunz, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 108 Rn. 33, Sep­tem­ber 2016; Pieroth, in: Jarass/​Pieroth, GG, 14. Aufl.2016, Art. 108 Rn. 4[↩]
vgl. Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828[↩]
Heint­zen, in: Münch/​Kunig, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 105 Rn. 9; Hen­ne­ke, in: Schmidt-Bleib­treu/K­lein, GG, 13. Aufl.2014, Art. 105 Rn. 22; Sei­ler, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 105 Rn. 116 ff., Sep­tem­ber 2016; Vogel/​Walter, in: Bon­ner Kom­men­tar zum GG, Bd. 14, Art. 105 Rn. 61 f., Juli 2004; vgl. auch BT-Drs. V/​2861, S. 94 f.[↩]
BVerfGE 55, 274, 300 f.; 67, 256, 282 ff.; 78, 249, 266 f.; 93, 319, 342 ff.; 108, 1, 16; 108, 186, 214 ff.; 113, 128, 145 ff.; 122, 316, 333 ff.; 123, 132, 140 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 113, 128, 145 ff.[↩]
BVerfGE 67, 256, 286[↩]
BVerfGE 67, 256, 288 f.; 105, 185, 193 f.[↩]
BVerfGE 55, 274, 300 f.; 78, 249, 266 f.[↩]
BVerfGE 55, 274, 300 f.[↩]
BVerfGE 67, 256, 282 ff.[↩]
BVerfGE 78, 249, 266 f.[↩]
BVerfGE 93, 319, 342 ff.[↩]
BVerfGE 108, 1, 15 ff.[↩]
BVerfGE 108, 186, 212 ff.[↩]
BVerfGE 113, 128, 145 ff.[↩]
BVerfGE 122, 316, 333 ff.[↩]
BVerfGE 123, 132, 140 ff.[↩]
vgl. zuletzt BVerfGE 122, 316, 333 ff.; 123, 132, 140[↩]
vgl. Begrün­dung des unver­än­dert über­nom­me­nen Regie­rungs­ent­wurfs, BT-Drs. V/​2861, S. 11, Tz. 8, 10, 11[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 32, Tz. 127[↩]
vgl. Heun, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 105 Rn. 33; Schmidt, StuW 2015, S. 171, 175[↩]
Begrün­dung des unver­än­dert über­nom­me­nen Regie­rungs­ent­wurfs, BT-Drs. V/​2861, S. 33, Tz. 134[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 11 f., Tz. 12[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 33, Tz. 134; zum Kon­zept der Her­stel­lung von Dau­er­haf­tig­keit durch Fle­xi­bi­li­tät vgl. Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828[↩]
vgl. BVerfGE 105, 185 ff.[↩]
vgl. Seer, DStR 2012, S. 325, 330[↩][↩]
vgl. BVerfGE 14, 76, 91; 16, 64, 77 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 16, 64, 78 f.[↩]
Begrün­dung des unver­än­dert über­nom­me­nen Regie­rungs­ent­wurfs, BT-Drs. V/​2861, S. 32 f., Tz. 127 ff., S. 52 f., Tz. 305 ff.[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 32, Tz. 127 f.[↩]
BT-Drs. V/​2861, S. 33, Tz. 131[↩]
vgl. BT-Drs. II/​480, S. 40, Tz. 43[↩]
vgl. BT-Drs. 9/​167, S. 6[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 94 f.[↩]
Stel­lung­nah­me des Rechts­aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges, BT-Drs. V/​3605, S. 6 f.[↩]
BVerfGE 49, 343, 354[↩]
vgl. BVerfGE 49, 343, 354[↩]
vgl. Vogel, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IV, 1. Aufl.1990, § 87 Rn. 32[↩]
BVerfGE 14, 76, 91; 16, 64, 78 f.; 49, 343, 354, 359[↩]
vgl. Brock­mey­er, in: Schmidt-Bleib­treu/K­lein, 11. Aufl.2008, Art. 106 Rn. 7 f.; Fischer-Mens­hau­sen, in: Münch/​Kunig, GG, Bd. 3, 3. Aufl.1996, Art. 106 Rn. 14a; Heun, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 106 Rn. 14, 45; Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828; Sel­mer, Steu­er­inter­ven­tio­nis­mus und Ver­fas­sungs­recht, 1972, S. 154 f.; Wendt, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IV, 1. Aufl.1990, § 104 Rn. 29 f.; vgl. auch BVerfGE 49, 343, 354[↩]
vgl. BVerfGE 16, 64, 78[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 33, Tz. 135[↩]
vgl. BT-Drs. V/​2861, S. 33, Tz. 134[↩][↩]
vgl. Möckel, DÖV 2012, S. 265, 267[↩]
Hen­ne­ke, in: Schmidt-Bleib­treu/K­lein, GG, 13. Aufl.2014, Art. 106 Rn. 70[↩]
vgl. inso­weit auch BVerfGE 105, 185, 194 f.[↩]
vgl. Fischer-Mens­hau­sen, in: Münch/​Kunig, GG, Bd. 3, 3. Aufl.1996, Art. 106 Rn. 14a; Heun, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 105 Rn. 44; Oster­loh, NVwZ 1991, S. 823, 828; Sel­mer, Steu­er­inter­ven­tio­nis­mus und Ver­fas­sungs­recht, 1972, S. 154 f.; Wendt, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IV, 1. Aufl.1990, § 104 Rn. 29 f.[↩]
so aber Tip­ke, Die Steu­er­rechts­ord­nung, Bd. III, 1. Aufl.1993, S. 1095[↩]
Wendt, in: Isensee/​Kirchhof, HStR IV, 1. Aufl.1990, § 104 Rn. 29[↩]
so aber Häde, Finanz­aus­gleich, 1996, S. 164 f.; Schmidt, StuW 2015, S. 171, 177[↩]
vgl. z.B. die Steu­er­ar­ten in Art. 106 Abs. 2 GG; Schmidt, StuW 2015, S. 171, 177[↩]
zu Letz­te­rem vgl. Schmidt, StuW 2015, S. 171, 177[↩]
vgl. BVerfGE 93, 121, 136 ff.; 115, 97, 110 ff.[↩]
vgl. BVerfGE 123, 1, 17; Heint­zen, in: Münch/​Kunig, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 105 Rn. 39; Sei­ler, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 105 Rn. 125, Sep­tem­ber 2016; Tip­ke, BB 1994, S. 437, 439 ff.[↩]
vgl. Möckel, DÖV 2012, S. 265, 268 f.[↩]
vgl. BVerfGE 4, 7, 15; 55, 274, 302; zuletzt BVerfG, Beschluss vom 07.03.2017 – 1 BvR 1314/​12[↩]
vgl. BVerfGE 6, 55, 67, 69; 8, 51, 68 f.; 9, 237, 243; 13, 290, 297; 14, 34, 41; 27, 58, 64; 32, 333, 339; 36, 66, 72; 43, 108, 118 ff.; 47, 1, 29; 55, 274, 302; 61, 319, 343 ff.; 66, 214, 223; 68, 143, 152 f.; 82, 60, 86 f.; 117, 1, 30 f.; 122, 210, 230 f.[↩]
BVerfGE 84, 239, 271; 93, 121, 136; 99, 88, 95; 99, 280, 290; 101, 132, 138; 101, 151, 155; 105, 73, 125 f.; 107, 27, 46 f.; 117, 1, 30 f.; 122, 210, 231[↩]
BVerfGE 35, 324, 335; 84, 239, 268 ff.[↩]
BVerfGE 82, 60, 85 f.[↩]
BVerfGE 99, 216, 231 ff.[↩]
BVerfGE 19, 119, 128 f.; 23, 288, 315; 27, 111, 131; 30, 250, 271 f.; 50, 57, 104 ff.; 63, 343, 368; 68, 287, 310 f.; 70, 219, 230; 78, 214, 230; 78, 232, 243; 82, 159, 190; 87, 153, 169; 95, 267, 300; 105, 17, 32; 115, 97, 115[↩]
vgl. BVerfGE 93, 121, 138; 115, 97, 114[↩]
BVerfGE 14, 197, 220[↩]
Heint­zen, in: Münch/​Kunig, GG, Bd. 2, 6. Aufl.2012, Art. 105 Rn. 56; Heun, in: Drei­er, GG, Bd. 3, 2. Aufl.2008, Art. 105 Rn. 43 f.[↩]
AtomsteuerBrennelementesteuerGesetzgebungszuständigkeitKernbrennstoffsteuerVerbrauchsteuer

References: Art. 106
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 106
 Art. 106
 Art. 77
 § 57
 § 5
 § 2

§ 1

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6
 § 5
 § 5

§ 9
 § 27

§ 12

§ 13
 § 6
 § 45
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 72
 Art. 105
 Art. 72
 Art. 105
 Art. 106
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 Art. 105
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 Art. 3
 Art. 14
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 106
 § 13
 § 80
 § 80
 Art. 104
 Art. 104
 Art. 105
 Art. 70
 Art. 70
 Art. 105
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 Art. 105
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 Art. 105
 Art. 106
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 Art. 104
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 Art. 72
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 Art. 30
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 § 2
 § 4
 Art. 106
 Art. 106
 Art. 105
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 § 1
 § 1
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 Art. 1
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 § 103
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 § 103
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 § 87
 Art. 105
 Art. 105
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 Art. 105
 Art. 106
 § 139
 Art. 106
 Art. 106
 Art. 106
 § 87
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 § 7
 § 2
 § 190
 § 13
 § 118
 Art. 105
 § 189
 § 2
 § 7
 § 190
 Art. 105
 § 2
 Art. 13
 Art. 23
 Art. 29
 Art. 35
 Art. 36
 Art. 87
 Art. 91
 Art. 93
 Art. 106
 Art. 108
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 Art. 135
 Art. 108
 Art. 108
 Art. 108
 Art. 108
 Art. 108
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 105
 § 87
 Art. 106
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 Art. 106
 § 104
 Art. 106
 Art. 106
 Art. 105
 § 104
 § 104
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 Art. 105
 Art. 105
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