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Timestamp: 2018-10-16 12:03:22+00:00

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Fort- und Weiterbildungsordnung der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz (FuW-O)
Die Vertreterversammlung der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz hat am 20. Oktober 2016 gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 2 IngKaG folgende Fort- und Weiterbildungsordnung beschlossen:
§ 1 Fortbildung
§ 2 Umfang der Fortbildung
§ 3 Nachweis der Fortbildung
§ 4 Überprüfung der Fortbildung
§ 5 Ahndung von Verstößen gegen die Fortbildungsverpflichtung
§ 6 Anerkennung von Fortbildungsmaßnahmen
§ 7 Ergänzende Vorschriften
§ 8 Gebühr
Das Vertrauen der Auftraggeber und der Öffentlichkeit gegenüber Ingenieurinnen und Ingenieuren gründet sich u. a. darauf, dass technisches Fachwissen durch qualifizierte Ausbildung und Berufsausübung gegeben ist. Dies bedeutet, dass die Ingenieurinnen und Ingenieure fachliche Kompetenz in der täglichen Arbeit und durch berufsbegleitendes Weiterlernen, durch Fortbildung, kontinuierlich aktualisieren und festigen müssen. Nach § 36 Abs. 2 Nr. 4 des Ingenieurkammergesetzes haben sich Mitglieder der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz beruflich fortzubilden und sich über die für die Berufsausübung geltenden Bestimmungen zu unterrichten. Der Gesetzgeber hat damit die Bedeutung der Qualitätssicherung im Zusammenhang mit der Erbringung von Ingenieurleistungen besonders hervorgehoben. Die nachstehenden Regelungen sollen diese gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtung näher ausgestalten.
(1) Mitglieder der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz (nachfolgend: Mitglieder) haben sich gem. § 36 Abs. 2 Nr. 4 des Ingenieurkammergesetzes beruflich fortzubilden und sich über die für die Berufsausübung geltenden Bestimmungen zu unterrichten. Die Unterlassung der Fortbildung stellt einen Verstoß gegen die Berufspflichten der Ingenieurin oder des Ingenieurs dar.
(2) Durch die Fortbildung soll unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse neuer ingenieurtechnischer Verfahren und der allgemein anerkannten Regeln der Technik das zum Erhalt und zur Fortentwicklung der Ingenieurkompetenz notwendige Wissen vermittelt werden. Fortbildung soll sowohl fachspezifische als auch interdisziplinäre und fachübergreifende Kenntnisse umfassen. Die ingenieurspezifische Fortbildung beinhaltet auch die Verbesserung kommunikativer, sozialer, betriebswirtschaftlicher Kompetenzen sowie die Aneignung von Grundkenntnissen in einschlägigen Rechtsthemen. Die ingenieurspezifische Fortbildung schließt außerdem Methoden der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements ein.
(3) Jedes Mitglied ist frei in der Wahl der individuellen Fortbildung, sofern sich aus den nachfolgenden Vorschriften nicht etwas anderes ergibt. Zur Fortbildung gehören auch andere Formen wie z.B. das Studium von Fachliteratur; diese treten neben den Umfang, der in dieser Vorschrift festgelegt ist. Erfolgt die Fortbildung durch eine dozierende Tätigkeit, wird eine Maßnahme mit demselben Inhalt innerhalb einer Fortbildungsperiode nur einmal angerechnet.
(4) Von der Pflicht zur Fortbildung sind Mitglieder ausgenommen, die nicht als Ingenieurin oder Ingenieur berufstätig sind.
(1) Innerhalb eines Kalenderjahres sind von den Mitgliedern der Ingenieurkammer mindestens 8 Fortbildungspunkte nachzuweisen. Die Mitglieder haben sich selbst zu vergewissern, dass die besuchten Veranstaltungen von der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz zum Nachweis der Fortbildungsverpflichtung anerkannt sind. (2) Die Fortbildungspunkte werden durch die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz festgelegt und richten sich nach Inhalt und Dauer. Als Orientierung gilt etwa 1 Fortbildungspunkt pro 45 Minuten qualifiziertem Veranstaltungsinhalt. Die tatsächliche Fortbildungspunktezahl für die Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung kann nur von der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz festgelegt werden.
(3) Ist ein Mitglied durch die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz
in eine aufgrund eines Bundes- oder Landesgesetzes zu führende Liste oder
staatlich (nach Bauordnungsrecht) anerkannter Sachverständiger oder
öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger oder
bauvorlageberechtigt,
hat es sich in jeder dieser oder damit zusammenhängenden Qualifikationen oder Fachgebiete innerhalb eines Kalenderjahres mit mindestens 4 Fortbildungspunkten fortzubilden, die auf die Fortbildungspunkte gem. Absatz 1 angerechnet werden.
(1) Die Fortbildung erfolgt durch die Teilnahme an nach Maßgabe dieser Ordnung anerkannten Fortbildungsmaßnahmen.
(2) Ein Mitglied weist die Teilnahme an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme durch eine Bescheinigung eines Fortbildungsträgers nach. Die Bescheinigung ist nur auf Anforderung der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz vorzulegen.
(1) Anhand einer Stichprobe bei jährlich mindestens 10 Prozent der Mitglieder wird überprüft, dass der Mindestumfang der Fortbildung erreicht worden ist.
(2) Hat ein Mitglied die Fortbildungspflicht nicht erfüllt, ist es verpflichtet, die Fortbildungsmaßnahmen innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach Aufforderung zum Nachweis der erforderlichen Fortbildungspunkte nachzuholen. Zusätzlich hat das Mitglied in den drei Folgejahren die Pflicht, unaufgefordert die Erfüllung der Fortbildungspflicht nachzuweisen.
(3) Unabhängig davon kann die Kammer bei konkreten Anhaltspunkten im Einzelfall prüfen, ob ein Mitglied seine Fortbildungspflicht erfüllt hat.
(1) Weist ein Mitglied die nach dieser Ordnung erforderliche Fortbildung nicht oder nicht vollständig vor Ablauf der Frist des § 4 Abs. 2 Satz 1 nach, stellt dieses Verhalten eine Berufspflichtverletzung nach § 36 Abs. 2 Nummer 4 IngKaG i.V.m. § 1 Abs. 1 Satz 2 FuW-O dar.
Eine Berufspflichtverletzung liegt auch dann vor, wenn ein Mitglied der Verpflichtung nach § 4 Abs. 2 Satz 2 nicht nachkommt.
(2) Liegt eine Berufspflichtverletzung im Sinne des Abs. 1 vor, ist die Kammer verpflichtet sowie berechtigt, auf die Einhaltung der Fortbildungsverpflichtung als Berufspflicht hinzuwirken.
Der Vorstand der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz kann hierbei ein Rügeverfahren nach § 37 IngKaG gegen das eine Berufspflicht verletzende Mitglied durchführen oder ein Ehrenverfahren nach § 39 IngKaG einleiten.
(3) Vor der Durchführung eines Rügeverfahrens oder der Einleitung eines Ehrenverfahrens ist das Mitglied anzuhören.
(4) Wird ein Ehrenverfahren eingeleitet, kann der Ehrenausschuss gem. § 40 Abs. 1 Nummer 2 IngKaG je nach Schwere des Verstoßes eine Geldbuße bis zu 30.000,00 Euro verhängen. Die Geldbuße soll für jeden Fall des Verstoßes gegen die Fortbildungsverpflichtung aber mindestens 1.000,00 Euro betragen.
Gleichzeitig können im Rahmen des Ehrenverfahrens je nach Schwere der Berufspflichtverletzung auch andere Maßnahmen im Sinne des § 40 IngKaG verhängt werden.
(1) Fortbildungsmaßnahmen der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz gelten als anerkannt i.S. dieser Ordnung.
(2) Fortbildungsmaßnahmen anderer Fortbildungsträger bedürfen der Anerkennung durch die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz. Die Anerkennung ist durch den Fortbildungsträger rechtzeitig, in der Regel sechs Wochen vor der Maßnahme, schriftlich zu beantragen. Hierzu wird ein Muster bereitgestellt.
(3) Der Antrag muss mindestens folgende Angaben über die Fortbildungsmaßnahme enthalten:
inhaltlicher und zeitlicher Ablauf
Name, Qualifikation und Befähigung der Referentinnen oder Referenten sowie des Fortbildungsträgers.
(4) Der Fortbildungsträger verpflichtet sich mit der Antragstellung, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Skript zur Verfügung zu stellen, in dem die Inhalte der Fortbildungsmaßnahme enthalten sind.
(5) Der Fortbildungsträger verpflichtet sich mit der Antragstellung, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach Abschluss der Maßnahme Teilnahmebescheinigungen auszustellen, aus denen mindestens Thema, Datum, Ort und Zeitaufwand der Fortbildungsveranstaltung hervorgeht.
(6) Für den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen, für die keine Anerkennung entsprechend Abs. 2-5 vorliegt, können von der Ingenieurkammer Fortbildungspunkte entsprechend § 2 Abs. 2 vergeben werden.
Zur Ausgestaltung dieser Ordnung kann die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz Richtlinien erlassen.
Die Ingenieurkammer hat das Recht, Gebühren für die Anerkennung nach §§ 6 und 7 zu erheben. Näheres regelt die Kostenordnung.
Die Fort- und Weiterbildungsordnung der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz tritt am Tag nach der Veröffentlichung im Deutschen Ingenieurblatt - Regionalausgabe Rheinland-Pfalz - in Kraft. Gleichzeitig tritt die Satzung vom 08.04.2014 außer Kraft.

References: § 22

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8
 § 36
 § 36
 § 4
 § 36
 § 1
 § 4
 § 37
 § 39
 § 40
 § 40
 § 2