Source: https://www.bibukurse.de/bilanz-nach-handelsrecht/anschaffungs-herstellungskosten.html
Timestamp: 2020-01-21 10:57:08+00:00

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Anschaffungskosten & Herstellungskosten im HGB
Bilanz nach Handelsrecht - Anschaffungskosten & Herstellungskosten im HGB
Anschaffungskosten bei Tauschgeschäften
Erfolgswirksamer Zeitwertansatz
Erfolgsneutraler Zeitwertansatz
Übersicht zu den Bestandteilen der Herstellungskosten
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Video: Anschaffungskosten & Herstellungskosten im HGB
Wir bestimmen die Anschaffungskosten
bei entgeltlichem Erwerb und
bei Tauschgeschäften.
Für erworbene Vermögensgegenständen gilt das Prinzip, dass diese zu Anschaffungskosten zu aktivieren sind. Unter Anschaffungskosten versteht man nach § 255 I HGB folgende vier Positionen:
Kaufpreis (meistens, konkret bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen, ohne Mehrwertsteuer, d.h. netto)
abzgl. Anschaffungspreisminderungen
zzgl. nachträglichen Anschaffungskosten.
Hier klicken zum AusklappenEntscheidend ist, dass nur und ausschließlich Einzelkosten zu den Anschaffungskosten zählen (§ 255 I, 1 letzter Halbsatz, HGB). Das bedeutet insbesondere, dass Gemeinkosten (die also nicht einzeln dem Kostenträger zugeordnet werden können) nicht zu den Anschaffungskosten zählen. Hierunter fallen nach unserer Ansicht insbesondere die so genannten Boni, die nicht einzeln dem Vermögensgegenstand zuordenbar sind und daher nicht Bestandteil der Anschaffungskosten sein können.
Beachte zum Nichteinbezug der Vorsteuer auch § 9b EStG.
Kommen wir zu den einzelnen Positionen der Anschaffungskosten.
Ausgangspunkt der Anschaffungskosten bildet der Kaufpreis. Die meist anfallende Umsatzsteuer ist abzuziehen, sofern es sich um ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen handelt. Unternehmen, die die Mehrwertsteuer nicht abziehen dürfen, müssen daher den Bruttobetrag ansetzen und nicht den Nettobetrag. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass lediglich der Nettobetrag zum Zuge kommt und beim Kaufpreis daher die Mehrwertsteuer raus gerechnet werden muss.
Hier klicken zum AusklappenDie X-AG kauft eine Maschine zum Bruttopreis von 1.190 €.
Als Kaufpreis, der Ausgangspunkt für die Ermittlung der Anschaffungskosten ist, gilt damit lediglich 1.190 : 1,19 = 1.000 €.
Zum zweiten Punkt, den Anschaffungspreisminderungen.
Zu den Anschaffungspreisminderungen werden von vielen
Hier klicken zum AusklappenAuf die oben erwähnte Maschine zum Bruttowert von 1.190 € wird ein 10%-iger Rabatt gewährt. Wie hoch sind die Anschaffungspreisminderungen?
Hier klicken zum AusklappenAuf den Nettoverkaufspreis nach Rabatt bei der oben erwähnten Maschine wird ein Skonto von 2% bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen gewährt, ansonsten ist der Nettoverkaufspreis nach Rabatt innerhalb von 30 Tagen fällig. Wie hoch ist der Skonto?
Hier klicken zum AusklappenDa die Müller-AG langjähriger Kunde der X-AG ist, darf sie die oben erwähnte Maschine zusätzlich zum gewährten Rabatt von 10% abzüglich eines Treuebonus für langjährig gute Zusammenarbeit in Höhe von 5% beziehen.
Die Berechnungsgrundlage ist der Nettoanschaffungspreis in Höhe von 1.000 € abzüglich des Rabattes in Höhe von 100 € und abzüglich des Skontos in Höhe von 18 €. Dies ergibt einen Betrag in Höhe von 882 €. Der Bonus beträgt demnach 44,10 €.
Also: Bonus auf Nettoanschaffungspreis nach Rabatt und nach Skonto
Zu den Anschaffungsnebenkosten gehören nach § 255 I 1 HGB jene Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand in seinen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Hierzu zählen
Die Anschaffungsnebenkosten machen oftmals einen nicht unerheblichen Teil der Anschaffungskosten insgesamt aus. Auch sie sind grundsätzlich netto zu buchen (soweit die bilanzierende Unternehmung zum Vorsteuerabzug berechtigt ist).
Hier klicken zum AusklappenDie X-GmbH kauft einen Computer im Wert von 2000 €, sechs Monate nach Anschaffung wird zusätzlich eine Grafikkarte angeschafft und in den Computer eingebaut. Der Kaufpreis für die Grafikkarte beträgt 500 €. Muss diese einzeln aktiviert werden, oder erhöht sie als nachträgliche Anschaffungskosten die gesamten Anschaffungskosten des Computers?
Hier klicken zum AusklappenDie Anschaffungskosten einer gebrauchten Maschine liegen bei 30.000 €, ihr Restbuchwert bei 10.000 €. Ein Händler nimmt die Maschine mit 18.000 € in Zahlung, am Markt wäre sie für € 15.000 € zu verkaufen gewesen. Der empfohlene Preis für die neue Maschinen ist 25.000 €. Es erfolgt eine Zuzahlung von 4.000 €.
Es gibt drei unterschiedliche Methode, wie man mit einem Tausch handelsbilanziell umgeht. Steuerbilanziell ist nur einer hiervon zulässig:
Zeitwertansatz
Buchwertansatz.
In der Steuerbilanz ist ausschließlich der erfolgswirksame Zeitwertansatz möglich.
Die Anschaffungskosten des eingetauschten Gegenstandes bemessen sich aus dem Zeitwert der hingegebenen Maschine zzgl. der geleisteten Zuzahlung. Der Ansatz ist erfolgswirksam, da die Differenz aus (kalkulierten) Anschaffungskosten und Summe aus Restbuchwert und Zuzahlung als Ertrag verbucht wird.
Zeitwert der eingetauschten Maschine
Anschaffungskosten der neuen Maschine
Maschinen 19.000 an Kasse 4.000
Maschinen 10.000
SBE 5.000
Statt der erfolgswirksamen Buchung der 5.000 € ist es auch möglich, diese nicht „an Ertrag“, sondern „an Rücklagen“ zu buchen. Diese Alternative ist daher erfolgsneutral, die Anschaffungskosten sind insbesondere identisch zum erfolgswirksamen Zeitwertansatz.
Der Buchungssatz ist also
Rücklagen 5.000
Die Anschaffungskosten der neuen Maschine bemessen sich hier als Buchwert des hingegebenen Gegenstandes zzgl. der Zuzahlung. Man erhält daher Anschaffungskosten = 10.000 € + 4.000 € = 14.000 €. Der Buchungssatz lautet:
Maschinen 14.000 an Kasse 4.000
Der Buchwertansatz ist also insbes. erfolgsneutral, es werden lediglich Bestandskonten angesprochen, keine Erfolgskonten.
Hier klicken zum AusklappenWir fassen zusammen. Bei der Zeitwertmethode werden die Anschaffungskosten des neuen Gegenstandes nach Maßgabe des Zeitwerts des hingegebenen Gegenstandes zzgl. der Zuzahlung berechnet. Die erfolgswirksame Variante bucht die Differenz aus „Anschaffungskosten“ sowie „Summe aus Buchwert des hingegebenen Gegenstandes und Zuzahlung“ als sonstige betriebliche Erträge, die erfolgsneutrale bucht stattdessen Rücklagen. Bei der Buchwertmethode hingegen berechnen sich die Anschaffungskosten vielmehr als Buchwert des alten Gegenstandes zzgl. der Zuzahlung.
Im vorigen Abschnitt hatten wir über den Wert von Vermögensgegenständen gesprochen, die angeschafft wurden. Diese werden mit ihren Anschaffungskosten bewertet. Im jetzigen Abschnitt reden wir hingegen über Vermögensgegenstände, die selbst erstellt sind, dieser werden mit ihren Herstellungskosten bewertet.
Hier klicken zum AusklappenVerwechsle niemals die Begriffe Herstellungskosten und Herstellkosten. Der erste Begriff entstammt dem externen Rechnungswesen (= Jahresabschluss), letzterer, also der Begriff der Herstellkosten, ist vielmehr Teil des internen Rechnungswesens (= Kostenrechnung).
Zu den Herstellkosten (Kostenrechnung) gehören
Materialkosten, d.h. Materialeinzelkosten und -gemeinkosten
Diese werden im weiteren Verlauf nicht weiter erläutert, da die Herstellkosten Bestandteil der Kostenrechnung sind.
Zu den Herstellungskosten gehören nach § 255 II HGB bestimmte
Pflichtbestandteile (nämlich die Einzelkosten eines Vermögensgegenstandes) und
Wahlbestandteile.
Zu den Pflichtbestandteilen gehören die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung (§ 255 II, 2 HGB). Bei den Sondereinzelkosten der Fertigung handelt es sich um auftragsabhängige Größen, nicht stückabhängige Größen.
Hier klicken zum AusklappenEin wichtiges Beispiel für Sondereinzelkosten der Fertigung sind Spezialwerkzeuge.
Weitere Pflichtbestandteile sind Materialgemeinkosten, Fertigungsgemeinkosten sowie der Werteverzehr des Anlagvermögens.
Weiterhin existieren Wahlbestandteile, die in die Herstellungskosten einbezogen werden dürfen, aber nicht müssen. Hierzu gehören (§ 255 II 3 HGB)
Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend.
All jene Gegenstände dürfen einbezogen werden in die Herstellungskosten, müssen es aber nicht. Insofern handelt es sich hier um Bewertungswahlrechte (keine Ansatzwahlrechte!). Interessant ist die Formulierung in § 255 II 3 HGB. Hier spricht das Gesetz davon, dass Kosten der allgemeinen Verwaltung etc. einberechnet werden "dürfen", insofern besteht ein Bewertungswahlrecht auf jene Positionen. Insbesondere nicht unmittelbar verständlich ist die Formulierung über die Fremdkapitalzinsen in § 255 III HGB. So spricht Satz 1 davon, dass Zinsen für Fremdkapital nicht zu den Herstellungskosten gehören. Im nächstem Atemzug, nämlich in Satz 2, wird diese Aussage aber relativiert, wenn nicht sogar zurückgenommen, da Zinsen für Fremdkapital, das zur Finanzierung der Herstellung eines Vermögensgegenstandes verwendet wird, angesetzt werden dürfen, wenn sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Ein explizites Verbot des Einbezugs in die Herstellungskosten enthält § 255 II 4 HGB, nach dem Forschungs- und Vertriebskosten nicht einbezogen werden dürfen.
Für die selbstgeschaffenenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens kommt es zu einer Trennung in die
Forschungsphase und die
Die Kosten der Forschungsphase dürfen nicht aktiviert werden (§ 255 IIa S. 1 Umkehrschluss HGB), jene der Entwicklungsphase hingegen müssen aktiviert werden. Ist eine Trennung in die beiden Phasen nicht möglich, so ist eine Aktivierung komplett nicht möglich.
Hier klicken zum AusklappenHerstellungskosten:
Die einzelnen Bestandteile, sowohl Pflicht- als auch Wahlbestandteile, enthält nochmals folgende Übersicht:
+ Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist
= handelsrechtliche Untergrenze der Herstellungskosten
+ Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs
+ Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung
+ Zinsen für Fremdkapital, soweit auf den Zeitraum der Herstellung entfallend und soweit das Fremdkapital zur Finanzierung der Herstellung des Vermögensgegenstandes verwendet wird
= handelsrechtliche Obergrenze der Herstellungskosten
Ein Ansatzverbot besteht für die Vertriebskosten.
Die Höhe der Herstellungskosten beträgt also mindestens die Untergrenze und höchstens die Obergrenze.
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Unter Anschaffungskosten versteht man folgende vier Positionen:
Kaufpreis (meistens ohne Mehrwertsteuer, d.h. netto)
+ nachträglichen Anschaffungskosten.
Wo sind Anschaffungskosten bei entgeltlichem Erwerb gesetzlich geregelt?
§ 252 II HGB
Nur Gemeinkosten zählen zu den Anschaffungskosten
Sowohl Einzelkosten als auch Gemeinkosten zählen zu den Anschaffungskosten
Ausschließlich Einzelkosten zählen zu den Anschaffungskosten

References: § 255
 § 9
 § 255
 § 255
 § 255
 § 255
 § 255

§ 252