Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20050727_OGH0002_0030OB00249_04W0000_000&IncludeSelf=False
Timestamp: 2020-01-21 23:00:56+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze für 3Ob249/04w - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 6Ob86/63 5Ob177/65 5Ob7...
RS0017899
6Ob86/63; 5Ob177/65; 5Ob72/65; 8Ob271/65; 6Ob35/66; 5Ob345/66 (5Ob346/66, 5Ob347/66); 1Ob61/67 (1Ob62/67); 6Ob112/68; 5Ob268/68; 6Ob69/69; 1Ob141/69; 1Ob14/72; 7Ob146/72; 5Ob39/73; 1Ob62/73; 7Ob158/75; 4Ob44/75; 1Ob508/76; 3Ob546/76; 1Ob637/76; 5Ob550/76; 7Ob578/78; 2Ob570/78; 7Ob812/79; 1Ob739/80; 7Ob700/80; 4Ob110/81; 8Ob540/81; 4Ob409/81; 5Ob732/81; 4Ob71/84; 8Ob565/83; 1Ob13/85; 7Ob557/86; 7Ob522/87 (7Ob523/87); 4Ob362/85; 7Ob662/87; 9ObA513/88; 7Ob553/90; 2Ob568/91; 4Ob118/94; 3Ob567/95; 4Ob2094/96m; 4Ob1005/96; 7Ob2253/96s; 4Ob2195/96i; 7Ob2366/96h; 2Ob2133/96g; 4Ob339/97z; 2Ob305/97k; 2Ob99/98t; 9ObA83/98s; 1Ob120/98y; 2Ob172/99d; 9Ob93/99p; 6Ob202/00z; 9Ob156/01h; 3Ob146/01v; 6Ob251/02h; 3Ob234/04i; 7Ob222/04d; 7Ob19/05b; 3Ob249/04w; 6Ob157/05i; 6Ob56/06p; 6Ob102/06b; 7Ob243/07x; 9ObA40/07h; 6Ob279/07h; 4Ob28/09k; 4Ob105/12p; 2Ob92/11k; 4Ob197/13v; 3Ob122/14h; 1Ob74/17i; 4Ob142/17m; 8ObA44/19g
Vertragsergänzung: Sie hat nach der Übung des redlichen Verkehrs immer dann stattzufinden, wenn nicht eindeutig feststeht, was die Parteien in den im Vertrag nicht ausdrücklich vorgesehen Fällen gewollt hätten (SZ 26/194; siehe auch Gschnitzer in Klang 2. Auflage IV S 408/409 zu § 914 ABGB).
6 Ob 86/63
Entscheidungstext OGH 25.04.1963 6 Ob 86/63
Veröff: SZ 36/68 = RZ 1963,134 = JBl 1963,614
5 Ob 177/65
Entscheidungstext OGH 14.07.1965 5 Ob 177/65
8 Ob 271/65
Entscheidungstext OGH 19.10.1965 8 Ob 271/65
Veröff: SZ 38/164 = LwBetr 1966,113
6 Ob 35/66
Entscheidungstext OGH 10.02.1966 6 Ob 35/66
5 Ob 345/66
Entscheidungstext OGH 15.12.1966 5 Ob 345/66
Veröff: SZ 39/216
1 Ob 61/67
Entscheidungstext OGH 15.09.1967 1 Ob 61/67
6 Ob 112/68
Entscheidungstext OGH 24.04.1968 6 Ob 112/68
5 Ob 268/68
Entscheidungstext OGH 27.11.1968 5 Ob 268/68
6 Ob 69/69
Entscheidungstext OGH 26.03.1969 6 Ob 69/69
1 Ob 141/69
Entscheidungstext OGH 28.08.1969 1 Ob 141/69
Veröff: MietSlg 21261/43
1 Ob 14/72
Entscheidungstext OGH 15.03.1972 1 Ob 14/72
Veröff: SZ 45/29 = MietSlg 24042
7 Ob 146/72
Entscheidungstext OGH 28.06.1972 7 Ob 146/72
Beisatz: Hier: Servitutsbestellungsvertrag (T1)
5 Ob 39/73
Entscheidungstext OGH 28.03.1973 5 Ob 39/73
Beis wie T1; Veröff: NZ 1974,77
4 Ob 44/75
Entscheidungstext OGH 21.10.1975 4 Ob 44/75
Veröff: SozM IE,123 = IndS 1976 3,985 = JBl 1977,103
1 Ob 508/76
Entscheidungstext OGH 28.01.1976 1 Ob 508/76
Auch; Veröff: EvBl 1976/224 S 466
3 Ob 546/76
Entscheidungstext OGH 27.04.1976 3 Ob 546/76
Beisatz: Vertragsergänzung setzt voraus, dass beide Parteien den später eingetretenen Fall nicht bedacht haben. (T2)
1 Ob 637/76
Entscheidungstext OGH 30.06.1976 1 Ob 637/76
Beisatz: Dabei sind die Interessen beider Vertragspartner zu berücksichtigen. (T3)
Veröff: SZ 49/86 = ImmZ 1976,318
2 Ob 570/78
Entscheidungstext OGH 09.01.1979 2 Ob 570/78
7 Ob 812/79
Entscheidungstext OGH 29.05.1980 7 Ob 812/79
Auch; Beisatz: Wenn die strittigen Punkte nicht erörtert wurden, hat sich die Ausfüllung von möglichen Vertragslücken nach ihrer Funktion in den Grenzen des für den anderen Vertragsteil erkennbar bekundeten rechtsgeschäftlichen Willens zu halten. Wären die nicht besprochenen Nebenpunkte nicht ganz üblich, so könnte der Vertrag insoweit nur aus dem Gesetz ergänzt werden. (T4)
1 Ob 739/80
Entscheidungstext OGH 26.11.1980 1 Ob 739/80
4 Ob 409/81
Entscheidungstext OGH 12.10.1982 4 Ob 409/81
5 Ob 732/81
Entscheidungstext OGH 18.01.1983 5 Ob 732/81
Beisatz: Hier: Schmiermittelbezugsvertrag (T5)
4 Ob 71/84
Entscheidungstext OGH 09.10.1984 4 Ob 71/84
Veröff: RdW 1985,254 = ZAS 1986,91 (Kerschner) = JBl 1986,197
1 Ob 13/85
Entscheidungstext OGH 17.04.1985 1 Ob 13/85
7 Ob 557/86
Entscheidungstext OGH 24.04.1986 7 Ob 557/86
4 Ob 362/85
Entscheidungstext OGH 16.06.1987 4 Ob 362/85
Beisatz: Hier: Ergänzung des Architektenhonorars (T6)
Veröff: WBl 1987,240 (Scolik)
7 Ob 662/87
Entscheidungstext OGH 29.10.1987 7 Ob 662/87
9 ObA 513/88
Entscheidungstext OGH 11.01.1989 9 ObA 513/88
Veröff: SZ 62/4
4 Ob 118/94
Entscheidungstext OGH 22.11.1994 4 Ob 118/94
Auch; Beisatz: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. (T7)
4 Ob 1005/96
Entscheidungstext OGH 30.01.1996 4 Ob 1005/96
7 Ob 2253/96s
Entscheidungstext OGH 04.12.1996 7 Ob 2253/96s
4 Ob 2195/96i
Entscheidungstext OGH 12.08.1996 4 Ob 2195/96i
Auch; Beis wie T7; Veröff: SZ 69/178
7 Ob 2366/96h
Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2366/96h
Auch; Beisatz: Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Parteien den zu entscheidenden Fall absichtlich oder deshalb nicht geregelt haben, weil sie an diesen überhaupt nicht gedacht haben. (T8)
Auch; Beisatz: Die maßgeblichen Auslegungskriterien müssen immer dem Vertrag selbst oder den ihn begleitenden maßgeblichen Umständen zu entnehmen sein. (T9)
2 Ob 305/97k
Entscheidungstext OGH 04.12.1997 2 Ob 305/97k
Vgl auch; Beisatz: Die ergänzende Vertragsauslegung hat nach dem hypothetischen Parteiwillen, also darnach, was redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten zu erfolgen. (T10)
Vgl auch; Beisatz: Als Behelf ergänzender Auslegung kommt dabei zunächst der hypothetische Parteiwille in Betracht; die Frage, was die Parteien gewollt hätten, wenn sie sich bei Vertragsabschluss die nunmehr offene Frage vorgelegt hätten, kann sich aus der Natur und dem Zweck des Vertrages oder anderen Umständen des Geschäftes beantworten. Hier: Sicherung des Existenzminimums der geschiedenen Ehegattin. (T11)
9 ObA 83/98s
Entscheidungstext OGH 20.05.1998 9 ObA 83/98s
1 Ob 120/98y
Entscheidungstext OGH 28.04.1998 1 Ob 120/98y
Vgl auch; Beisatz: Unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks sowie unter Heranziehung der Verkehrssitte ist dabei zu prüfen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten. (T12)
2 Ob 172/99d
Entscheidungstext OGH 24.06.1999 2 Ob 172/99d
Vgl auch; Beisatz: Hier: Vertrag über den Transport behinderter Kinder. (T13)
9 Ob 93/99p
Entscheidungstext OGH 01.09.1999 9 Ob 93/99p
6 Ob 202/00z
Entscheidungstext OGH 30.08.2000 6 Ob 202/00z
Beis wie T10; Beis wie T12; Beisatz: Hier: Kaufvertrag hinsichtlich Geschäftsanteilen. (T14)
9 Ob 156/01h
Entscheidungstext OGH 24.10.2001 9 Ob 156/01h
Auch; Beis wie T2; Beisatz: Im Rahmen der ergänzenden Vertragsauslegung ist zu fragen, was redliche Parteien vereinbart hätten, wenn sie den nicht bedachten Fall berücksichtigt hätten beziehungsweise was nach der Übung des redlichen Verkehrs als ergänzende Regelung angenommen werden muss. (T15)
3 Ob 146/01v
Entscheidungstext OGH 20.11.2001 3 Ob 146/01v
Auch; Beisatz: Selbst wenn man von der Notwendigkeit einer Regelung ausgeht, greift in einem solchen Fall primär das dispositive Recht ein, dessen Zweck es gerade ist, für im Vertrag nicht geregelte Fragen Regeln zur Verfügung zu stellen. (T16)
Beisatz: Tatsachenfeststellungen darüber, was die Vertragsparteien vereinbart hätten, hätten sie den nicht geregelten Fall bedacht, sind nicht zu treffen. Eine solche Frage ist bereits die nach einem hypothetischen (also bloß zu vermutenden) Willen. (T17)
6 Ob 251/02h
Entscheidungstext OGH 07.11.2002 6 Ob 251/02h
Vgl auch; Beis ähnlich wie T7; Beis wie T10
Auch; Beis wie T3; Beis wie T7; Beis wie T10
7 Ob 19/05b
Entscheidungstext OGH 25.05.2005 7 Ob 19/05b
3 Ob 249/04w
Entscheidungstext OGH 27.07.2005 3 Ob 249/04w
6 Ob 157/05i
Entscheidungstext OGH 25.08.2005 6 Ob 157/05i
Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T18)
6 Ob 56/06p
Entscheidungstext OGH 06.04.2006 6 Ob 56/06p
Beisatz: Notwendige Voraussetzung ist eine „Vertragslücke", die allerdings auch erst durch die spätere Entwicklung entstehen kann. (T19)
6 Ob 102/06b
Entscheidungstext OGH 27.04.2006 6 Ob 102/06b
Auch; Beisatz: Hier: Auslegung eines Versicherungsvertrages (Pkt 2 Bedingungen der Ausfallsversicherung für gerichtlich bestimmte Ansprüche aus Körperschäden.) (T20)
Beisatz: Bei Verfassung der betreffenden Klausel wurde die Möglichkeit der Fällung eines Versäumungsurteils gegen den Schädiger offenbar nicht bedacht. (T21)
9 ObA 40/07h
Entscheidungstext OGH 07.02.2008 9 ObA 40/07h
4 Ob 105/12p
Entscheidungstext OGH 10.07.2012 4 Ob 105/12p
Auch; Auch Beis wie T7; Veröff: SZ 2012/81
Vgl auch; Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T22)
3 Ob 122/14h
Entscheidungstext OGH 18.02.2015 3 Ob 122/14h
Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T23)
Auch; Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vgl RS0017758). (T24)
8 ObA 44/19g
Entscheidungstext OGH 29.08.2019 8 ObA 44/19g
ECLI:AT:OGH0002:1963:RS0017899
JJR_19630425_OGH0002_0060OB00086_6300000_001
Rechtssatz für 6Ob594/78 4Ob523/78 7Ob...
RS0017758
6Ob594/78; 4Ob523/78; 7Ob700/80; 4Ob569/81; 8Ob565/83; 6Ob643/85; 1Ob537/86; 14Ob105/86; 8Ob609/86; 4Ob362/85; 3Ob502/87; 1Ob572/88; 6Ob736/88; 1Ob573/90; 1Ob682/89 (1Ob683/89); 6Ob6/90; 8Ob627/89; 7Ob613/90; 7Ob1657/92; 1Ob573/93; 3Ob502/94; 3Ob513/94; 1Ob533/95; 8ObA269/94; 10Ob515/95; 4Ob2094/96m; 4Ob595/95; 7Ob2253/96s; 4Ob2195/96i; 3Ob534/95; 7Ob2044/96f; 2Ob2133/96g; 8ObA380/97h; 4Ob303/00p; 4Ob73/03v; 9ObA65/04f; 3Ob234/04i; 10Ob23/04m; 9Ob62/04i; 7Ob222/04h; 3Ob249/04w; 2Ob98/03f; 6Ob157/05i; 6Ob172/05w; 1Ob143/06w; 8Ob163/06p; 4Ob151/07w; 9ObA40/07h; 4Ob248/07k; 2Ob12/08s; 6Ob279/07h; 2Ob48/08k; 4Ob28/09k; 9ObA121/08x; 1Ob233/09k; 6Ob220/09k; 4Ob199/10h; 7Ob141/11b; 4Ob137/11t; 4Ob105/12p; 6Ob191/12z; 2Ob92/11k; 4Ob197/13v; 3Ob122/14h; 3Ob94/15t; 8Ob121/15z; 5Ob166/15w; 8ObA95/15a; 9ObA28/16g; 6Ob58/16x; 4Ob142/17m; 2Ob102/18s; 8ObA44/19g
Treten nach Abschluss des Geschäftes Konfliktsfälle auf, die von den Parteien nicht bedacht und daher auch nicht ausdrücklich geregelt wurden, dann ist unter Berücksichtigung der übrigen Vertragsbestimmungen und des von den Parteien verfolgten Zwecks zu fragen, welche Lösung redliche und vernünftige Parteien vereinbart hätten.
6 Ob 594/78
Entscheidungstext OGH 18.05.1978 6 Ob 594/78
4 Ob 523/78
Entscheidungstext OGH 13.06.1978 4 Ob 523/78
4 Ob 569/81
Entscheidungstext OGH 15.12.1981 4 Ob 569/81
6 Ob 643/85
Entscheidungstext OGH 17.10.1985 6 Ob 643/85
1 Ob 537/86
Entscheidungstext OGH 28.05.1986 1 Ob 537/86
Veröff: JBl 1986,721
14 Ob 105/86
Entscheidungstext OGH 01.07.1986 14 Ob 105/86
Auch; Beisatz: Hier: Arbeitsvertrag - Entgelt (T1)
8 Ob 609/86
Entscheidungstext OGH 23.10.1986 8 Ob 609/86
Beisatz: Hier: Ergänzung des Architektenhonorars. (T2)
3 Ob 502/87
Entscheidungstext OGH 07.10.1987 3 Ob 502/87
1 Ob 572/88
Entscheidungstext OGH 15.06.1988 1 Ob 572/88
6 Ob 736/88
Entscheidungstext OGH 23.02.1989 6 Ob 736/88
Veröff: MietSlg XLI/10
1 Ob 682/89
Entscheidungstext OGH 13.12.1989 1 Ob 682/89
Auch; Veröff: WBl 1990,149
1 Ob 573/90
Entscheidungstext OGH 21.05.1990 1 Ob 573/90
6 Ob 6/90
Entscheidungstext OGH 26.04.1990 6 Ob 6/90
8 Ob 627/89
Entscheidungstext OGH 30.10.1990 8 Ob 627/89
7 Ob 613/90
Entscheidungstext OGH 11.10.1990 7 Ob 613/90
7 Ob 1657/92
Entscheidungstext OGH 26.11.1992 7 Ob 1657/92
1 Ob 573/93
Entscheidungstext OGH 22.06.1993 1 Ob 573/93
3 Ob 502/94
Entscheidungstext OGH 15.12.1993 3 Ob 502/94
3 Ob 513/94
Entscheidungstext OGH 25.05.1994 3 Ob 513/94
Auch; Veröff: ImmZ 1994,487
8 ObA 269/94
Entscheidungstext OGH 27.04.1995 8 ObA 269/94
Auch; Beisatz: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. Dafür kommen vor allem der hypothetische Parteiwille, die Übung des redlichen Verkehrs sowie Treu und Glauben in Frage. (T3)
4 Ob 595/95
Entscheidungstext OGH 25.06.1996 4 Ob 595/95
Auch; Beis wie T3; Beisatz: Die Frage, was die Parteien gewollt hätten, hätten sie für sie unvorhersehbare Entwicklungen bedacht, kann sich aus der Natur und dem Zweck des Vertrages, aus Vorverhandlungen oder anderen "Umständen des Geschäftes" beantworten. (T4)
Auch; Veröff: SZ 69/178
3 Ob 534/95
Entscheidungstext OGH 10.05.1995 3 Ob 534/95
7 Ob 2044/96f
Entscheidungstext OGH 12.02.1997 7 Ob 2044/96f
Vgl auch; Beisatz: Hier: Erbteilungsübereinkommen. (T5)
Auch; Beisatz: Unbefristete unentgeltliche Überlassung eines vom nunmehr entlassenen Arbeitnehmer entwickelten und ausschließlich von ihm bedienbaren wichtigen Computerprogramms ohne entsprechende Regelung der Auflösung des Vertragsverhältnisses. (T6)
4 Ob 303/00p
Entscheidungstext OGH 28.11.2000 4 Ob 303/00p
Vgl auch; Beis wie T3 nur: Haben die Vertragschließenden den eingetretenen Problemfall nicht geregelt, so ist der Vertrag ergänzend auszulegen. (T7)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Die Suche nach einer angemessenen Regelung hat sich daran zu orientieren, was redliche und vernünftige Parteien bei angemessener Berücksichtigung der Interessen beider Teile vereinbart hätten, wenn sie sich bei Vertragsschluss der Ungültigkeit der von ihnen gewollten Zinsanpassungsklausel bewusst gewesen wären. (T8)
9 ObA 65/04f
Entscheidungstext OGH 26.05.2004 9 ObA 65/04f
Vgl auch; Beis wie T7; Beis wie T8; Beisatz: Als Behelf ergänzender Auslegung kommt zunächst die Frage nach dem hypothetischen Parteiwillen in Betracht. (T9)
Vgl auch; Beis wie T8; Veröff: SZ 2005/46
Vgl auch; Beis wie T8; Beis wie T9; Beisatz: Es muss die subjektive Äquivalenz zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gewahrt bleiben. (T10)
7 Ob 222/04h
Entscheidungstext OGH 20.04.2005 7 Ob 222/04h
Vgl auch; Beisatz: Ungeachtet der Unredlichkeit aller Beteiligten bei der Steuerhinterziehung kommt es auf die fiktive Absicht redlicher Parteien an, was sie für den nicht vorbedachten Fall vereinbart hätten. (T11)
1 Ob 143/06w
Entscheidungstext OGH 19.12.2006 1 Ob 143/06w
Beisatz: Hier haben sich die Parteien - offensichtlich in der irrigen Annahme deren Weitergeltung - den AAB („Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftstreuhänder") unterworfen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Parteien auch in Kenntnis des „Außerkrafttretens" der AAB deren (jeweiligen) Inhalt zum Inhalt des Auftragsverhältnisses machen wollten. Die AAB sind daher „kraft Vereinbarung" auf das Vertragsverhältnis anwendbar. (T12)
Auch; Beis ähnlich wie T8; Beis wie T9
4 Ob 248/07k
Entscheidungstext OGH 11.03.2008 4 Ob 248/07k
2 Ob 12/08s
Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 12/08s
9 ObA 121/08x
Entscheidungstext OGH 30.09.2009 9 ObA 121/08x
1 Ob 233/09k
Entscheidungstext OGH 29.01.2010 1 Ob 233/09k
Auch; Beisatz: Hier: Der VIBOR (Vorgänger des Euribor) wird in ständiger Rechtsprechung zur Vertragsauslegung qua hypothetischem Parteiwillen herangezogen. (T13)
Auch; Beisatz: Zweck einer vertraglichen Dokumentationspflicht. (T14)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Schadenersatzforderung des Werkbestellers gegen den Werkunternehmer wegen einer Mietzinsminderung durch den Mieter aufgrund einer behaupteten Mangelhaftigkeit des Werks/Mietgegenstands. (T15)
6 Ob 191/12z
Entscheidungstext OGH 15.10.2012 6 Ob 191/12z
Veröff: SZ 2012/81
Beisatz: Hier: Ergänzende Auslegung eines Schiedsrichtervertrags hinsichtlich des Vergütungsanspruchs bei vorzeitiger Vertragsbeendigung. (T16)
Auch; Beisatz: Darauf, ob den Parteien das Eintreten des Konflikts vorhersehbar war, kommt es für die Bejahung der ergänzenden Vertragsauslegung nicht an. (T17)
3 Ob 94/15t
Entscheidungstext OGH 19.08.2015 3 Ob 94/15t
8 Ob 121/15z
Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 121/15z
Beisatz: Hier: Auslegung der in einem Spaltungsvertrag übernommenen Verpflichtung zum Ersatz der Aktivbezüge der bei der übernehmenden Gesellschaft verwendeten Bundesbeamten. (T18)
8 ObA 95/15a
Entscheidungstext OGH 29.03.2016 8 ObA 95/15a
Auch; Beis ähnlich wie T8; Beisatz: Hier: Zur zeitlichen Befristung der Möglichkeit, Schilling‑Briefmarken bei der Österreichischen Post AG in Euro‑Briefmarken umzutauschen. (T19)
Beisatz: Ergänzende Vertragsauslegung kann in zwei Fällen Platz greifen: Einerseits ist der Vertrag zu ergänzen, wenn feststeht, dass der schriftliche Vertragsinhalt die Absicht der Parteien nicht richtig wiedergibt. Andererseits im Fall einer nachträglich hervorgekommenen, planwidrigen Unvollständigkeit des Vertrags (Vertragslücke, vgl RS0017758). (T20)
ECLI:AT:OGH0002:1978:RS0017758
JJR_19780518_OGH0002_0060OB00594_7800000_001
Rechtssatz für 6Ob696/88 8Ob566/89 (8Ob...
RS0070085
6Ob696/88; 8Ob566/89 (8Ob567/89); 6Ob515/96; 5Ob106/99w; 10Ob24/03g; 3Ob249/04w
MRG §21 Abs3
Aus dem Wesen der Betriebskostenpauschalraten als Abschlagszahlungen auf die zu erstattenden Betriebskosten, deren Höhe im Gesetz festgelegt wird, folgt, dass der Mieter - sind diese Pauschalraten aus welchem Grunde immer bisher nicht oder nicht vollständig entrichtet worden - nach Ablauf der für die Abrechnung bestimmten Frist nur mehr die Erstattung der tatsächlich in dem zur Beurteilung stehenden Kalenderjahr aufgelaufenen Betriebskosten schuldet.
6 Ob 696/88
Entscheidungstext OGH 24.11.1988 6 Ob 696/88
Veröff: WoBl 1989,72 (Würth)
8 Ob 566/89
Entscheidungstext OGH 19.04.1989 8 Ob 566/89
Auch; nur: Betriebskostenpauschalraten als Abschlagszahlungen auf die zu erstattenden Betriebskosten, deren Höhe im Gesetz festgelegt wird. (T1) Beisatz: Der Zweck der Betriebskostenpauschalverrechnung ist nur der, den Vermieter von der Vorfinanzierung überwälzbarer Betriebskosten zu entlasten, ohne den Mieter über Gebühr zu belasten. (T2)
6 Ob 515/96
Entscheidungstext OGH 26.04.1996 6 Ob 515/96
5 Ob 106/99w
Entscheidungstext OGH 27.04.1999 5 Ob 106/99w
Vgl auch; Veröff: SZ 72/79
10 Ob 24/03g
Entscheidungstext OGH 18.11.2003 10 Ob 24/03g
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0070085
JJR_19881124_OGH0002_0060OB00696_8800000_001
Rechtssatz für 5Ob101/91 6Ob579/92 5Ob...
RS0070097
5Ob101/91; 6Ob579/92; 5Ob2122/96m; 10Ob24/03g; 3Ob249/04w; 5Ob228/18t
Mit den Pauschalraten werden keine Akontozahlungen geleistet, sondern Teile des gesetzlichen Mietzinses beglichen.
5 Ob 101/91
Entscheidungstext OGH 12.11.1991 5 Ob 101/91
Veröff: SZ 64/155 = ImmZ 1992,74 = WoBl 1992,83 (Würth / Call)
6 Ob 579/92
Entscheidungstext OGH 29.10.1992 6 Ob 579/92
5 Ob 2122/96m
Entscheidungstext OGH 12.06.1996 5 Ob 2122/96m
Beisatz: Sie werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, also nicht "entgegen den Bestimmungen der §§ 15 bis 26 MRG geleistet beziehungsweise vereinnahmt", solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. Vor diesem Zeitpunkt beginnt die dreijährige Verjährungsfrist des § 27 Abs 3 dritter Satz MRG nicht zu laufen. (T1)
Beis wie T1 nur: Sie werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. (T2)
Beis wie T1 nur: Sie werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. (T3); Beisatz: BK sind aber nicht Teile des Hauptmietzinses. (T4)
5 Ob 228/18t
Entscheidungstext OGH 13.12.2018 5 Ob 228/18t
ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0070097
JJR_19911112_OGH0002_0050OB00101_9100000_003
Rechtssatz für 5Ob43/91 6Ob579/92 5Ob2...
RS0070107
5Ob43/91; 6Ob579/92; 5Ob2122/96m; 3Ob249/04w; 5Ob133/11m; 5Ob228/18t
Bei der Pauschalvorschreibung handelt es sich um selbständige gesetzliche Mietzinsbestandteile, deren Höhe von den tatsächlich im Vorschreibungsjahr dem Vermieter entstehenden Betriebskosten unabhängig ist. Diese Unabhängigkeit der Pauschalraten von der tatsächlichen Höhe der im Jahr der durchgeführten Pauschalvorschreibung aufgelaufenen Betriebskosten geht so weit, dass Schuldner der Pauschalraten als gesetzlicher Mietzinsbestandteile die Mieter der betreffenden Mietgegenstände im Zeitpunkt der Vorschreibung der Pauschalraten sind, wogegen Schuldner beziehungsweise Gläubiger des sich im Falle der Pauschalvorschreibung aus der bis 30.06. des folgenden Jahres vom Vermieter zu erstellenden Abrechnung nach § 21 Abs 3 vorletzter und letzter Satz MRG ergebenden Fehlbetrages beziehungsweise Überschusses diejenigen Personen sind, die zu dem der Abrechnung folgenden zweiten Zinstermin Mieter dieser Mietgegenstände sind. Es handelt sich daher bei den Pauschalraten gerade um keine Akontierung auflaufender Betriebskosten.
5 Ob 43/91
Entscheidungstext OGH 26.11.1991 5 Ob 43/91
Veröff: WoBl 1992,111 (Würth)
Vgl auch; Beisatz: Die Pauschalraten werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, also nicht "entgegen den Bestimmungen der §§ 15 bis 26 MRG geleistet beziehungsweise vereinnahmt", solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. Vor diesem Zeitpunkt beginnt die dreijährige Verjährungsfrist des § 27 Abs 3 dritter Satz MRG nicht zu laufen. (T1)
Beis wie T1 nur: Die Pauschalraten werden als solche - ohne Rücksicht auf die spätere Abrechnung - geschuldet, solange die Voraussetzungen des § 21 Abs 3 MRG für die Jahrespauschalverrechnung erfüllt sind. Folgerichtig kann im Rahmen der Jahrespauschalverrechnung ein aus der Einhebung gesetzlich nicht vorgesehener "Betriebskosten" resultierender Rückforderungsanspruch grundsätzlich erst mit der Abrechnung (beziehungsweise nach § 21 Abs 3 vorletzter Satz MRG zum übernächsten Zinstermin) entstehen. (T2); Beisatz: BK sind aber nicht Teile des Hauptmietzinses. (T3); Beisatz: Die Vorlage der Abrechnung kann durch jeden Mieter iSd § 20 Abs 4 MRG im außerstreitigen Verfahren (§§ 37 ff MRG) ausschließlich gegenüber dem jeweiligen Vermieter erzwungen werden, ebenso im Falle eines BK-Überschusses die Rückforderung durch den Mieter. Die Abrechnung und die Rückzahlung eines BK-Überschusses an den/die Mieter hat somit bei einem Vermieterwechsel der zu erbringen, der in diesem Zeitpunkt Vermieter ist und nicht der vormalige Vermieter. (T4)
5 Ob 133/11m
Entscheidungstext OGH 25.08.2011 5 Ob 133/11m
Auch; nur: Es entspricht einhelliger höchstgerichtlicher Rechtsprechung, dass die (rechtmäßig vorgeschriebene) Pauschalrate ein selbständiger gesetzlicher Mietzinsbestandteil ist, der ohne Rücksicht auf eine spätere Abrechnung geschuldet wird und nicht eine Akontierung laufender Betriebskosten. (T5); Bem: Mit ausführlicher Darstellung der Lehre und Rechtsprechung. (T6)
nur: Bei der Pauschalvorschreibung handelt es sich um selbständige gesetzliche Mietzinsbestandteile. (T7)
ECLI:AT:OGH0002:1991:RS0070107
JJR_19911126_OGH0002_0050OB00043_9100000_002
Rechtssatz für 3Ob249/04w
RS0120151
3Ob249/04w
MRG §6 Abs2
Die Vollstreckung eines Auftrags an den Vermieter zur Durchführung von Erhaltungsarbeiten und Verbesserungsarbeiten nach § 6 MRG erfolgt ausschließlich durch Bestellung eines Zwangsverwalters. Die Verwaltung (Zwangsverwaltung) nach § 6 Abs 2 leg. cit. unterscheidet sich von der nach §§ 97 bis 132 EO nicht nur durch ein anderes Verfahren, sondern auch ein anderes Ziel, nämlich die Durchführung der Arbeiten. Dass der bestellte Zwangsverwalter auch die übrige Verwaltung des Hauses, insbesondere auch das Mietzinsinkasso, übernimmt, soll vor allem Störungshandlungen hintanhalten.
ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0120151
JJR_20050727_OGH0002_0030OB00249_04W0000_001

References: § 914
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 §21
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