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Timestamp: 2016-10-27 06:56:25+00:00

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6B_352/2007 (11.10.2007)
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Valentin Landmann,
Das Obergericht des Kantons Bern, III. Strafkammer, befand Z.________ am 16. M�rz 2007 der Freiheitsberaubung und Entf�hrung, der mehrfachen qualifizierten Vergewaltigung und der mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind, (teilweise) gemeinsam begangen mit A.________, X.________, Y.________ und einem weiteren unbekannten T�ter in der Zeit von Ende Juni 2003 bis zum 3. Juli 2003 zum Nachteil von B.________, geb. 23. Mai 1988, f�r schuldig und verurteilte ihn zu einer Zuchthausstrafe von 4 1/2 Jahren, unter Anrechnung der erstandenen Untersuchungshaft von 511 Tagen.
Z.________ f�hrt Beschwerde in Strafsachen mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Bern, III. Strafkammer, vom 16. M�rz 2007 sei aufzuheben, und er sei freizusprechen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
X.________ - ein Bruder des Beschwerdef�hrers - und A.________ sprachen B.________ Ende Juni 2003 in der N�he des Bahnhofs Laufen an und zogen sie anschliessend unter Schl�gen, Zerren und Ziehen in den Zug nach Del�mont hinein. Im Zug schlugen X.________ und A.________ B.________ mehrmals und versuchten sie zu k�ssen. Am Bahnhof in Del�mont stiessen der Beschwerdef�hrer und sein Bruder Y.________ mit dem Auto dazu. Der Beschwerdef�hrer, X.________, Y.________ und A.________ brachten B.________ alsdann gewaltsam, d.h. unter Verabreichung von Schl�gen und Ziehen an den Haaren, mit dem Auto nach Biel in die Wohnung von X.________. Dort hielten die vier und eine weitere unbekannte Person B.________ gewaltsam und gegen deren Willen fest. Der Beschwerdef�hrer, X.________, Y.________, A.________ und die unbekannte weitere Person vergewaltigten B.________ mehrfach, unter wiederholter Zuf�gung von Schl�gen, Ziehen an den Haaren, Zerreissen der Unterw�sche und Vornahme von Beschimpfungen. Insgesamt n�tigte der Beschwerdef�hrer B.________ ca. vier Mal zur Duldung des Beischlafs. Am 3. Juli 2003 gelang B.________ schliesslich via Badezimmerfenster und Balkon die Flucht zur Busstation, von wo sie per Bus den Bahnhof Biel erreichte.
Der Beschwerdef�hrer wirft dem Obergericht willk�rliche Sachverhaltsfeststellung vor.
3.1 Das Bundesgericht ist an die Feststellung des Sachverhalts grunds�tzlich gebunden (Art. 105 BGG). Diese kann nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Bei der R�ge der offensichtlich unrichtigen Feststellung des Sachverhalts handelt es sich genau genommen ebenfalls um eine Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG, n�mlich um eine Verletzung des Willk�rverbots (vgl. Botschaft des Bundesrates vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 S. 4338 f.). Hieraus folgt die Obliegenheit des Beschwerdef�hrers, diese substantiiert und detailliert zu r�gen (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG).
3.2 Der Beschwerdef�hrer wiederholt �ber weite Strecken einzig seine bereits im kantonalen Verfahren erhobenen Tatsachenbehauptungen und stellt der Beweisw�rdigung des Obergerichts lediglich seine eigene Sicht der Dinge gegen�ber, ohne zu er�rtern, inwiefern der Entscheid (auch) im Ergebnis verfassungswidrig sein sollte. Seine Vorbringen ersch�pfen sich mithin weitgehend in einer unzul�ssigen appellatorischen Kritik am angefochtenen Urteil und gen�gen folglich den Begr�ndungsanforderungen gem�ss Art. 106 Abs. 2 BGG nicht. Insoweit kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
4.1 Der Beschwerdef�hrer h�lt der Vorinstanz eine willk�rliche Beweisw�rdigung (Art. 9 BV) sowie einen Verstoss gegen den Grundsatz "in dubio pro reo" (Art. 32 Abs. 1 BV) vor, da sie die Aussagen von B.________ willk�rlich als glaubhafter als seine Bestreitungen eingestuft habe. Die Schilderungen von B.________ seien widerspr�chlich und voller Strukturbr�che. Insbesondere habe B.________ einzig den ersten Geschlechtsverkehr mit X.________ detailliert wiedergegeben, alle weiteren angeblichen Vergewaltigungen dagegen nur sehr vage beschrieben. Ihre Geschichte zum Fluchtweg sei ebenso wenig glaubhaft wie ihre Behauptung, es sei eine f�nfte Person an den Delikten beteiligt gewesen. Gerade angesichts des kulturellen Hintergrunds von B.________ sei die angebliche Gleichg�ltigkeit ihrer Familie schlicht nicht nachvollziehbar. Ungeachtet dieser H�ufung von Unstimmigkeiten bzw. widerspr�chlichen Aussagen von B.________ den Sachverhalt als erstellt anzusehen und einen Schuldspruch zu f�llen, bedeute einen Verstoss gegen Art. 9 BV und verletze die Unschuldsvermutung.
4.2.1 Willk�r im Sinne von Art. 9 BV liegt nach st�ndiger bundesgerichtlicher Rechtsprechung einzig vor, wenn der angefochtene Entscheid auf einer schlechterdings unhaltbaren oder widerspr�chlichen Beweisw�rdigung beruht bzw. im Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 129 I 173 E. 3.1 mit Hinweisen). Dass das angefochtene Urteil mit der Darstellung des Beschwerdef�hrers nicht �bereinstimmt oder eine andere L�sung oder W�rdigung vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, gen�gt praxisgem�ss f�r die Begr�ndung von Willk�r nicht (BGE 131 IV 100 nicht publ. E. 4.1; 127 I 54 E. 2b mit Hinweisen).
4.2.2 Als Beweisw�rdigungsregel besagt der aus der Unschuldsvermutung (Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK) abgeleitete Grundsatz "in dubio pro reo", dass sich das Strafgericht nicht von einem f�r die angeklagte Person ung�nstigen Sachverhalt �berzeugt erkl�ren darf, wenn bei objektiver Betrachtung Zweifel bestehen, ob sich der Sachverhalt so verwirklicht hat. Inwiefern dieser Grundsatz verletzt ist, pr�ft das Bundesgericht unter dem Gesichtspunkt der Willk�r, d.h. es greift nur ein, wenn das Sachgericht die angeklagte Person verurteilte, obgleich bei objektiver W�rdigung des Beweisergebnisses offensichtlich erhebliche bzw. schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an deren Schuld fortbestanden. Bloss abstrakte und theoretische Zweifel sind nicht massgebend, weil solche immer m�glich sind und absolute Gewissheit nicht verlangt werden kann (BGE 127 I 38 E. 2 und 4 mit Hinweisen).
4.3 Die entscheidende Frage bei der Beurteilung der Glaubhaftigkeit von Aussagen von Verfahrensbeteiligten ist, ob die aussagende Person unter Ber�cksichtigung der Umst�nde, der intellektuellen Leistungsf�higkeit und der Motivlage eine solche Aussage auch ohne realen Erlebnishintergrund machen k�nnte (BGE 129 I 49 E. 5; 128 I 81 E. 2, je mit weiteren Hinweisen).
Die Vorinstanz hat dargelegt, weshalb sie die Aussagen von B.________ im Kernbereich als glaubhaft beurteilt. Vorab spr�chen sowohl die Entstehungsgeschichte, d.h. der Umstand, dass sich B.________ erst rund zwei Jahre nach dem Vorfall zur Anzeige entschlossen habe, als auch die zuf�llige Art und Weise der Identifizierung des Beschwerdef�hrers gegen eine Falschbeschuldigung. Insbesondere untermauerten eine Vielzahl von Realit�tskennzeichen den Schluss auf die Glaubhaftigkeit der Aussagen von B.________: Hinzuweisen sei namentlich auf ihre heftige Reaktion bzw. starke emotionale Beteiligung, als sie den Beschwerdef�hrer und die weiteren mutmasslichen Mitbeteiligten erstmals wieder gesehen habe. Eindr�cklich sei ihre Schilderung der empfundenen Gef�hle - Angst, Ekel, Wut - und Schmerzen. Auch wirke ihre wenig strukturierte und sprunghafte Erz�hlweise durchaus authentisch. Auffallend sei des Weiteren der hohe Detailgrad ihrer Aussagen, ihre Hinweise auf gewisse Komplikationen und das Einr�umen eigenen Fehlverhaltens. Insgesamt seien in den Schilderungen von B.________ keinerlei Strukturbr�che auszumachen. Ferner belegten die Aussagen von Personen aus dem Umfeld von B.________, dass sie unmittelbar nach den Vorf�llen �ber das Geschehene gesprochen, aber aus Angst, dass ihre Familie davon erfahren k�nnte, vorerst von einer Anzeige abgesehen habe. Dies erkl�re auch, weshalb sie sich nach den Taten trotz Schmerzen keiner �rztlichen Behandlung unterzogen habe. Die vorhandenen Unstimmigkeiten und Widerspr�che in den Ausf�hrungen von B.________ liessen sich allesamt durch den Zeitablauf, die Schwere ihrer Traumatisierung sowie die einsetzenden Verarbeitungs- und Verdr�ngungsmechanismen plausibel erkl�ren. Aufgrund der Traumatisierung sei ohne weiteres nachvollziehbar, dass die erste Vergewaltigung am Detailliertesten im Ged�chtnis von B.________ haften geblieben sei und dass sie die vorhandenen Fluchtwege vorerst nicht wahrgenommen habe bzw. ihr der Fluchtgedanke erst sp�ter gekommen sei. Nicht entscheidend ins Gewicht falle �berdies, dass der Bus - entgegen ihren Aussagen - vom Balkon der Wohnung aus nicht erkennbar sei, denn aufgrund ihrer sprunghaften Erz�hlweise m�ssten der Sprung vom Balkon und das Erblicken des Busses zeitlich nicht unbedingt zusammenfallen. Ferner sei auch nicht einsichtig, weshalb B.________ die Beteiligung einer weiteren Person erfunden haben sollte. Schliesslich mute es auf den ersten Blick zwar in der Tat etwas eigent�mlich an, dass die damals 15-j�hrige B.________ w�hrend mehreren Tagen ohne Kontakt von zu Hause abwesend sein konnte, ohne dass ihre Eltern eine Vermisstmeldung erstatteten. Tatsache sei aber, dass B.________ im Jahr 2004 (ebenfalls) insgesamt vier Tage ohne Nachricht dem Elternhaus fernbleiben konnte, bis sie von ihrem Vater als vermisst gemeldet worden sei.
4.4 Die Vorinstanz hat sich eingehend mit den Aussagen s�mtlicher Beteiligter auseinandergesetzt und aufgezeigt, dass insbesondere diverse Realit�tskriterien f�r die Glaubhaftigkeit der Schilderung von B.________ sprechen (vgl. hierzu Max Steller/Renate Volbert, Glaubw�rdigkeitsbegutachtung, in: Max Steller/Renate Volbert (Hrsg), Psychologie im Strafverfahren, ein Handbuch, S. 15 ff.; Armin Nack, Glaubw�rdigkeit und Glaubhaftigkeit, Kriterien zur Pr�fung, ob eine Auskunftsperson l�gt, in: Kriminalistik 4/1995, S. 257 ff.). Die W�rdigung im angefochtenen Urteil, die Angaben von B.________ seien im Kernbereich insgesamt konstant und die vorhandenen Unstimmigkeiten seien aufgrund des Zeitablaufs, der Traumatisierung sowie gewisser Verarbeitungs- und Verdr�ngungsmechanismen durchaus verst�ndlich, ist nicht schlicht unhaltbar. Vorliegend bestehen keine offensichtlich erheblichen bzw. schlechterdings nicht zu unterdr�ckenden Zweifel an der Schuld des Beschwerdef�hrers.
Die Beschwerde ist demnach vollumf�nglich abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).

References: Art. 95
 Art. 95
 Art. 106
 Art. 106
in dubio
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 6
in dubio