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Timestamp: 2019-04-18 16:28:52+00:00

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Atypisch Stille Gesellschaft an GmbH: Gewerbesteuer-Freibetrag nutzen!
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Die atypisch stille Gesellschaft an der GmbH ist wohl eins der attraktivsten Gestaltungsinstrumente im Steuerrecht. Nicht nur die atypisch stille Beteiligung bietet dem Gesellschafter die Vorteile eines Mitunternehmers, sondern auch die Gesellschaft selbst spart bares Geld. Dazu zeigen wir hier, wie Sie den Gewerbesteuer-Freibetrag bei einer atypisch stillen Gesellschaft nutzen.
Die atypisch stille Gesellschaft bietet Vorteile insbesondere bei der Gewerbesteuer
1. Gewerbesteuer sparen mit der atypisch stillen Gesellschaft
Während wir bei der typisch stillen Beteiligung noch auf gewerbesteuerliche Nachteile stoßen, bietet uns die GmbH & Atypisch Still erheblich mehr. Sofern die typisch stille Beteiligung dem Privatvermögen anzuerkennen ist, werden die erzielten Gewinnanteile gem. § 8 Abs. 1c GewStG dem Gewerbeertrag hinzugerechnet. Obgleich hierdurch bereits eine Steuerlast entstehen kann, besteht für den typisch still Beteiligten die Gefahr der Doppelbelastung. Denn die Gewerbesteuer betrachtet das Halten der Beteiligung im Betriebsvermögen als weiteren, zu beurteilenden Sachverhalt.
Allerdings betreffen uns diese negativen Tatsachen nicht. Denn durch die Wahl zur GmbH & Atypisch Still, erfahren wir die durchweg positiven Auswirkungen einer stillen Gesellschaft. Obwohl das Gesetz den Kapitalgesellschaften gem. § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG einen Freibetrag in Höhe von EUR 24.500,00 verwehrt, kann sich die GmbH & Atypisch Still diesen anrechnen. Als Gewerbesteuerschuldner betrachtet man die GmbH. Wohingegen die atypisch stille Gesellschaft selbst nicht gewerbesteuerpflichtig ist. Jedoch bezieht sich diese, auf Grund der vorliegenden Mitunternehmerschaft, in die Gewerbesteuererklärung mit ein. Immerhin erfährt die Atypisch stille Gesellschaft hierdurch eine personengesellschaftliche Behandlung. Dadurch agiert die GmbH ausschließlich nur noch als Adressat. Sie führt die Abgabe im Namen der GmbH & Atypisch Still durch. Folglich wird der GmbH & Atypisch Still auf Grund der atypisch stillen Beteiligung der Freibetrag gem. § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG angerechnet.
2. Berechnung der Gewerbesteuerersparnis
Einkommen vor Gewerbesteuer in Höhe von EUR 500.000,-
Ausgezahlte Gewinnanteil für den atypisch stillen Gesellschafter in Höhe von EUR 100.000,-, berücksichtigt als Betriebsausgabe
Gewerbesteuerhebesatz 450 %
GmbH (reine KapG) GmbH & Atypisch Still
(KapG mit atypisch stiller Beteiligung)
Vorläufiges Einkommen der GmbH EUR 600.000,- EUR 500.000,-
+ Gewinnanteil atypisch stiller Gesellschafter EUR – EUR 100.000,-
gem. § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr.1 GewStG EUR – EUR 24.500,-
= Gewerbeertrag EUR 600.000,- EUR 575.500,-
X 3,5 % Gewerbesteuermesszahl gem. § 11 Abs. 2 GewStG EUR 21.000,- EUR 20.142,50
X 450 % Hebesatz
= Gewerbesteuerbelastung EUR 94.500,- EUR 90.641,25
Folglich beträgt die Ersparnis durch die Wahl der Rechtsform GmbH & Atypisch Still in unserer Beispielrechnung EUR 3.858,75.
3. Vorteile des atypisch stillen Gesellschafters
Des Weiteren erfährt auch der atypisch stille Gesellschafter Vorteile. Durch die atypisch stille Beteiligung rechnen sich die Einkünfte des Gesellschafters den Einkünften aus Gewerbebetrieb gem. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG zu. Immerhin entfaltet dieser die Initiative und das Risiko eines Mitunternehmers. Somit wird diesem auch die Steuerermäßigung gem. § 35 EStG in Höhe des 3,8 fachen des Gewerbesteuermessbetrages zu Teil.
Atypisch stiller Gesellschafter mit 50 % – Beteiligung
Gewerbesteuermessbetrag (siehe Beispielrechnung) EUR 20.142,50
x 3,8 facher-Wert EUR 76.541,50
Anteil gemäß Beteiligungsquote EUR 38.270,75
Auf die persönliche Einkommensteuer des atypisch stillen Gesellschafters anrechenbar.
4. GmbH & Atypisch Still – Großer Aufwand?
Zwar bietet uns die GmbH & Atypisch Still fast ausschließlich Vorteile, jedoch ist auch der Aufwand nicht unbeachtlich. Einerseits sind sowohl die Handels- als auch die Steuerbilanz für die GmbH als Außengesellschaft zu erstellen. Anderseits sind aber auch die jeweiligen Steuererklärungen wie beispielsweise die gesonderte und einheitliche Feststellungserklärung und die Gewerbesteuererklärung für die GmbH & Atypisch Still als Innengesellschaft anzufertigen. Entgegen des reinen Innenverhältnisses der stillen Gesellschaft, bedarf diese ebenfalls einer eigenen steuerlichen Erfassung und einer Steuernummer. Außerdem ist neben dem Gesellschaftsvertrag zur Gründung nicht zu vergessen, dass hinsichtlich der fiktiven Übertragung des Geschäftsbetriebs, auch ein Buchwertantrag gem. § 24 Abs. 2 UmStG zu stellen ist. Folglich ist eine kompetente und fachlich fundierte Betreuung von großer Bedeutung.
Steuerberater für die stille Gesellschaft
Erstellung von Gesellschaftsverträgen für die GmbH und die stille Gesellschaft
Anträge auf Steuerneutralität
Erstellung der laufenden Finanzbuchhaltung für GmbH und GmbH & Still
Anfertigung von Lohnabrechnungen der Mitarbeiter

References: § 8
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 15
 § 35
 § 24