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Timestamp: 2016-10-22 05:26:28+00:00

Document:
6S.719/1999 (22.03.2000)
G.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Dr. Urs Oswald, Bahnhofstrasse 1, Postfach 31, Zurzach,
A.- 1) G.________ ist Verfasser von verschiedenen B�chern und Zeitschriftenbeitr�gen, in denen er im Wesentlichen die unter der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes planm�ssig durchgef�hrte Massenvernichtung von Millionen von Juden, insbesondere in eigens daf�r eingerichteten Gaskammern, in Abrede stellt und behauptet, dabei handle es sich um eine Erfindung zur politischen und finanziellen Erpressung des deutschen Volkes. Die B�cher und Zeitschriften wurden vor allem in der Schweiz und in Deutschland verbreitet. G.________ ver�ffentlichte ausserdem im Internet �ber Kanada bzw. Schweden eingespiesene, auch in der Schweiz abrufbare Texte. Er behauptet darin u.a., der Holocaust sei ein unbewiesener Mythos, der von den Juden dazu ben�tzt werde, in Europa politisch und finanziell Druck auszu�ben, und er weist auf seine verschiedenen Publikationen zum Thema sowie auf das gegen ihn (und seinen Verleger F.________) h�ngige Strafverfahren hin.
B.- 1) Das Bezirksgericht Baden verurteilte G.________ am 21. Juli 1998 wegen mehrfacher Rassendiskriminierung im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 und 4 StGB sowie wegen Beschimpfung gem�ss Art. 177 StGB zu einer (unbedingt vollziehbaren) Gef�ngnisstrafe von 15 Monaten sowie zu einer Busse von 8'000 Franken. In einzelnen Anklagepunkten sprach es ihn vom Vorwurf der Rassendiskriminierung frei.
Ausserdem wurden in Anwendung von Art. 58 StGB die beschlagnahmten Exemplare verschiedener B�cher und gest�tzt auf Art. 59 StGB aus dem Erl�s des Verkaufs der B�cher ein Pauschalbetrag von Fr. 10'000. -- eingezogen.
C.- G.________ f�hrt eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde mit dem Antrag, das Urteil des Obergerichts sei aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung (im Sinne seiner vollumf�nglichen Freisprechung) an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Zudem ersucht er um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.
1.- Die B�cher und Zeitschriftenbeitr�ge des Beschwerdef�hrers enthalten u.a. die folgenden Passagen.
Im Buch "Auschwitz - T�tergest�ndnisse und Augenzeugen des Holocausts", erschienen im Verlag Neue Visionen
"Wer sich nicht speziell mit diesem Thema (mit dem Holocaust) befasst hat, nimmt als selbstverst�ndlich an, dass f�r den millionenfachen Judenmord unter Hitler und die Existenz der Nazigaskammern eine F�lle von unwiderlegbaren Beweisen vorhanden ist. Bei n�herer Besch�ftigung mit diesem f�r unser Bewusstsein so hoch wichtigen Gebiet stellt der Beobachter jedoch rasch fest, dass dem keinesfalls so ist. Die Nationalsozialisten, so h�mmern die Medien uns unerm�dlich ein, h�tten irgendwann im Jahre 1941 ... die restlose Vernichtung aller in ihrem Machtbereich lebenden Juden beschlossen. Insgesamt f�nf bis sechs Millionen Juden seien dem V�lkermord bis zum Mai 1945 zum Opfer gefallen
... Da ein so gewaltiges Verbrechen wie die Ermordung mehrerer Millionen Menschen in Gaskammern zwangsl�ufig mit einem enormen administrativen Aufwand verbunden sein musste, w�rde man f�r die Judenausrottung logischerweise wahre Berge von dokumentarischen Belegen erwarten. In Tat und Wahrheit k�nnen sich die exterministischen (d.h. die Ausrottungsthese verfechtenden) Autoren nur auf eine Handvoll Dokumente st�tzen, deren Echtheit und korrekte Auslegung meist strittig ist
... Das Fazit zu ziehen ist jetzt eine Leichtigkeit: Die Zeugenaussagen enthalten nicht nur zahlreiche technische und naturwissenschaftliche Unm�glichkeiten, sie widersprechen sich auch gegenseitig in vielen Punkten. Die Schilderungen der �rtlichkeiten sind meist �usserst vage; elementare Angaben (Gr�sse der Gaskammern, Fassungsverm�gen, Hinweise darauf, ob die R�umungskommandos Gasmasken trugen usw. ) fehlen sehr oft auch bei Zeugen, die sich lange Zeit in der N�he der betreffenden R�umlichkeiten aufgehalten oder gar dort gearbeitet haben wollen
... Bei einem normalen, unpolitischen, nach rechtsstaatlichen Grunds�tzen ablaufenden Mordprozess w�rde man einen Angeklagten nie und nimmer auf der Grundlage solcher Augenzeugenberichte schuldig sprechen. Doch solche Augenzeugenberichte sind der Pfeiler, auf dem die in manchen Staaten strafrechtlich gesch�tzte 'offenkundige Tatsache' des Holocausts beruht
Im Beitrag "Wieviel Menschen starben in Auschwitz", erschienen in der Zeitschrift Aurora im Juli 1995, wird u.a. ausgef�hrt:
"In einigen Staaten der unfreien Welt ist das 'Leugnen' (der korrekte Ausdruck w�re 'Bestreiten') der Gaskammern von Auschwitz - unter 'Gaskammern' verstehen wir stets solche zur T�tung von Menschen - unter Strafe gestellt ... Dies muss jeden Denkenden misstrauisch stimmen. Es macht sich doch im Westen keiner strafbar, der die Existenz Gottes in Frage stellt - was ist das bloss f�r eine merkw�rdige Gesellschaft, in der die Gaskammern heiliger sind als Gott?
Allein schon die Tatsache, dass die an der Aufrechterhaltung der Gaskammerngeschichte Interessierten jede wissenschaftliche Erforschung des 'Holocausts' f�rchten wie der Teufel das Weihwasser, beweist, dass an der offiziellen Version etwas oberfaul sein muss. Der Tod von rund 170'000 in Auschwitz samt Nebenlagern registrierten H�ftlingen l�sst sich anhand der weitgehend erhaltenen Dokumente �ber den Lagerkomplex Auschwitz nachweisen ... Wer nun zus�tzlich zu diesen ca. 170'000 Toten Hunderttausende oder Millionen nichtregistrierter Vergaster postuliert, wird Folgendes erbringen m�ssen: Dokumentarische Beweise f�r seine Behauptungen. Beweise f�r die Existenz von HINRICHTUNGSGASKAMMERN wohlverstanden, nicht solche f�r die Existenz von Entlausungskammern oder Krematorien und auch keine Transportlisten, welche lediglich die Deportation von Menschen nach Auschwitz, nicht aber ihre dortige Vergasung belegen ..."
Im Buch "Todesursache Zeitgeschichtsforschung", erschienen im Verlag Neue Visionen GmbH, Schweiz, August 1995, dargestellt in der Form einer Diskussion unter Sch�lern einer Abiturientenklasse, heisst es u.a.:
"... Wenn Berge von Schuhen ein Beweis f�r Massenmorde sind, dann m�ssen sich in jeder Schusterwerkstatt grauenhafte Dinge abgespielt haben
... Das Insektenvertilgungsmittel Zyklon B diente in vielen Konzentrationslagern zur Bek�mpfung der L�useplage. Durch die Laus wird eine furchtbare Seuche �bertragen, das Fleckfieber, dem Zehntausende von KZ-H�ftlingen zum Opfer gefallen sind. H�tte den Deutschen mehr Zyklon zur Verf�gung gestanden, so w�ren weniger H�ftlinge gestorben
... Berge von Schuhen, Brillen, Zahnb�rsten und Koffern mit Namen drauf, leere B�chsen eines Insektenvertilgungsmittels, mit dem L�use, Fl�he und Wanzen get�tet wurden, sowie sechs falsch gedeutete oder gef�lschte Fotos. Ist das nicht ein bisschen mager? ... Weil es keine echten Beweise f�r den Holocaust gibt, muss man uns notgedrungen falsche servieren, und zwar seit Jahrzehnten immer die gleichen, weil die Holocauster zum Erfinden neuer L�gen und F�lschungen meist viel zu faul sind. Nur der fleissige Pressac nimmt sich wenigstens noch die M�he, neuen Unsinn zu erfinden
... Was tischen die Verantwortlichen des Auschwitz-Museums diesen Hunderttausenden von Ahnungslosen in der Leichenhalle des KI auf? Eine unverfrorene, faustdicke L�ge!
... Ohne jeden Zweifel ist die Legende von der Judenausrottung in Gaskammern die gr�sste und erfolgreichste Propagandal�ge aller Zeiten
... Der zionistische R�uber- und Okkupantenstaat ist also grossenteils mit Bussgeldern f�r von den Zionisten erfundene Gaskammern aufgebaut worden. Nun muss die D-Mark auch weiterhin nach Israel rollen, damit dieses seine Terrorherrschaft in den geraubten arabischen Gebieten finanzieren kann
... Ohne Liquidierung des Holocausts gibt es keine Rettung; solange die Gaskammern stehen, k�nnen wir das Spinnennetz, das seit Jahrzehnten um uns gewoben wird, nicht zerreissen. Die Revisionisten k�mpfen somit nicht nur f�r die geschichtliche Wahrheit, nicht nur f�r die Ehre des verleumdeten deutschen Volkes, sondern f�r die Menschheit schlechthin
... Die drogens�chtigen Jugendlichen, die im Frankfurter Bahnhofsviertel auf �ffentlichen Toiletten krepieren; die Mafiabanden, die ungehindert erpressen, rauben und morden d�rfen; die Schulklassen mit 80% Ausl�nderanteil, in denen weder die deutschen noch die ausl�ndischen Kinder etwas Vern�nftiges mehr lernen k�nnen, weil sie keine gemeinsame Sprache haben; die 45j�hrigen Arbeitslosen in der Ex-DDR, die im Rahmen dieses Systems nie mehr eine Aussicht auf eine Besch�ftigung haben werden; die Millionen deutscher Obdachloser, von denen jeden Winter etliche Hundert auf den Strassen erfrieren, w�hrend ausl�ndischen Asylbetr�gern j�hrlich zweistellige Milliardenbetr�ge nachgeworfen werden; die Hunderttausende Jahr f�r Jahr in M�lltonnen landenden ver�tzten oder zerst�ckelten abgetriebenen Kinder - all dies sind die Folgen des Holocausts. Dergleichen gibt es nur in einer kranken Gesellschaft, und krank gemacht hat uns die L�ge von den Vernichtungslagern und den Gaskammern. Der Zionismus ist die Ideologie des Todes. Der Tod ist ein Meister aus Zion ..."
Guideon Burg Verlag, Basel, M�rz 1993, wird u.a. ausgef�hrt:
"Warum hat Elie Wiesel w�hrend seiner achtmonatigen Haft in Auschwitz und Birkenau von den Gaskammern nichts gesehen und nichts geh�rt? Warum schwieg die Welt zum Holocaust? Weil es den Holocaust nicht gab ... Da sammeln Fritz Berg und Fred Leuchter, Walter L�ftel und Germar Rudolf emsig Beweise daf�r, dass die Gaskammergeschichten nicht stimmen k�nnen. Sie berechnen, unter welchen Umst�nden man mit einem Dieselmotor eine Kohlenmonoxydkonzentration von 0,4% pro Kubikmeter Luft erreichen kann; sie messen Zyanidr�ckst�nde in M�rtelproben; sie rechnen aus, wie lange es bei winterlichen Temperaturen dauert, bis sich Zyklongranulate aufl�sen. Eigentlich war diese Fleissarbeit v�llig �berfl�ssig. Eigentlich gibt es einen viel schlagenderen Beweis daf�r, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat: NACH DEM KRIEG WAREN DIE JUDEN IMMER NOCH DA ..."
Das Buch "Der Holocaust auf dem Pr�fstand - Augenzeugenberichte versus Naturgesetze", erschienen im
Guideon Burg Verlag, Basel, August 1993, enth�lt u.a. die folgenden Passagen:
"Keine Tatsachen, sondern Propagandal�gen sind hingegen folgende Behauptungen:
So erfanden die Siegerm�chte ein Verbrechen, das in der Menschheitsgeschichte einzigartig dastand:
Den Holocaust, die systematische Vernichtung eines ganzen Volkes, vom Neugeborenen bis hin zur hundertj�hrigen Urgrossmutter, in Gaskammern
... Die Holocaustl�ge ist obsz�n. Sie stellt in ihrer erb�rmlichen Primitivit�t eine Beleidigung f�r jeden Denkf�higen dar, der die Fakten kennt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem die Zeitungen nicht �ber einen 'Holocaust-�berlebenden' berichten - h�tten die Deutschen die Juden wirklich ausrotten wollen, so h�tte kaum einer dieser Menschen den Mai 1945 noch erlebt
Der Beschwerdef�hrer ver�ffentlicht seine Behauptungen auch im Internet, so u.a. unter dem Titel "Auferlegung eines Schuldkomplexes: Die sozialen und politischen Auswirkungen der Holocaust-Kampagne auf das heutige Europa", worin zusammengefasst behauptet wird, der Holocaust sei ein unbewiesener Mythos, der nur von den Juden dazu ben�tzt werde, in Europa politisch und finanziell Druck auszu�ben. Der Beschwerdef�hrer ver�ffentlicht im Internet u.a. auch Ausz�ge und sinngem�sse Zusammenfassungen aus seinem Buch "Todesursache Zeitgeschichtsforschung".
Der Beschwerdef�hrer hat einen Teil der vorstehend genannten Schriften vor dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB am 1. Januar 1995 verfasst. Diese B�cher wurden aber auch nach dem 1. Januar 1995 vor allem in der Schweiz und in Deutschland vertrieben.
2.- Nach Art. 261bis Abs. 4 StGB wird bestraft, wer �ffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Geb�rden, T�tlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenw�rde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert oder aus einem dieser Gr�nde V�lkermord oder andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet, gr�blich verharmlost oder zu rechtfertigen sucht.
a) Die Vorinstanz hat den Beschwerdef�hrer in Best�tigung des erstinstanzlichen Entscheids in Anwendung von Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB verurteilt. Zur Begr�ndung f�hrt sie (unter Hinweis auf BGE 121 IV 76 ff., 85) aus, "dass angesichts der vorhandenen zahlreichen Beweise das Bestreiten der Gaskammern und damit der zur Vergasung der Juden speziell eingerichteten Vernichtungslager einen wesentlichen Teil des Holocausts �berhaupt beschlage und damit das schwerwiegendste Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes, n�mlich die systematische Vergasung von Juden in Gaskammern" (angefochtenes Urteil S. 43/44). Das Bestreiten der Existenz von Gaskammern als Massent�tungsmittel stelle wegen der offenbaren Unrichtigkeit der Bestreitung ein Leugnen im Sinne des Gesetzes dar. Unerheblich sei, dass der Beschwerdef�hrer eine gewisse Anzahl Opfer nicht in Abrede stelle (so z.B. ca. 170'000 Tote in Auschwitz samt Nebenlagern im Aufsatz "Wieviel Menschen starben in Auschwitz"); denn bei der Gr�ssenordnung, um die es dem Beschwerdef�hrer gehe, handle "es sich um ein ganz anderes Problem als (bei) der auch der anerkannten Geschichtsschreibung innewohnenden Unsicherheit �ber die genaue Zahl der Opfer" (angefochtenes Urteil S. 44).
b) Der Beschwerdef�hrer wendet ein, er habe in keiner seiner Publikationen den Holocaust als solchen in Frage gestellt und �berhaupt nie negiert, dass die Nationalsozialisten auch an den Juden V�lkermord begangen haben. Er bestreite einzig den Einsatz von Gas bzw. von Gaskammern und stelle "die Anzahl von mehreren Millionen Opfern" in Frage. Sein Fall k�nne entgegen der Meinung der Vorinstanz nicht mit dem in BGE 121 IV 76 ff. beurteilten gleichgesetzt werden. Er stelle nicht einfach die Forderung nach einem einzigen Beweis f�r die Existenz von Gaskammern. Er habe vielmehr die Erkenntnisse der Wissenschaft kritisch qualifiziert �berpr�ft und sei aufgrund seiner Forschungsarbeit zu anderen Erkenntnissen gelangt, von deren Richtigkeit er �berzeugt sei. Unter diesen Umst�nden k�nne ihm nicht Leugnung, d.h. nicht ein Behaupten bzw. Bestreiten wider besseres Wissen, vorgeworfen werden, auch dann nicht, wenn seine Forschungsergebnisse falsch sein sollten. Der Beschwerdef�hrer macht sodann geltend, ihm k�nne auch nicht angelastet werden, dass er den V�lkermord gr�blich verharmlose, indem er die Opferzahlen in Frage stelle. "Die genaue Anzahl der Opfer" sei "in der Literatur stark umstritten". Die Vorinstanz selbst k�nne - wohl aus verst�ndlichen Gr�nden - "keine Zahlen nennen, die keinesfalls unterschritten werden d�rften". Ihm k�nne nicht gr�bliches Verharmlosen von V�lkermord angelastet werden, wenn er seinerseits Zahlen nenne und zu belegen versuche. "Jeder Mord, jeder V�lkermord" stelle "ein furchtbares Verbrechen dar, unabh�ngig von der Zahl der Opfer". Wenn Historiker derartige Opferzahlen zur Diskussion stellen, k�nne dies daher keinesfalls als Verharmlosung des V�lkermords qualifiziert werden.
c) Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB ist in dieser Formulierung vom Nationalrat als Erstrat in das Gesetz eingef�gt worden. Nach dem bundesr�tlichen Entwurf sollte bestraft werden, wer "aus einem dieser Gr�nde das Andenken von Verstorbenen verunglimpft". Gem�ss den Ausf�hrungen in der Botschaft wurde die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener "im Hinblick auf die Auschwitzl�ge in den Tatbestand aufgenommen". Damit sollen "die als wissenschaftlich getarnten Werke der sog. Revisionisten" erfasst werden, so die Behauptung, der Holocaust habe gar nicht stattgefunden; es habe keine Gaskammern gegeben; es seien nicht 6 Millionen Juden umgebracht worden, sondern viel weniger, und die Juden w�rden aus dem Holocaust wirtschaftliche Vorteile ziehen (Botschaft des Bundesrates, BBl 1992 III 269 ff., 314). In der Literatur wurde die im bundesr�tlichen Entwurf vorgeschlagene Formulierung betreffend die Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener als zu vage kritisiert und gefordert, das damit Gemeinte sei "konkret und pr�zise zum Ausdruck zu bringen, indem die Leugnung, gr�bliche Verharmlosung oder Rechtfertigung von V�lkermord oder anderen Verbrechen gegen die Menschlichkeit als Tathandlungen benannt werden" (Karl-Ludwig Kunz, Neuer Straftatbestand gegen Rassendiskriminierung - Bemerkungen zur bundesr�tlichen Botschaft, ZStrR 109/1992 S. 154 ff., 164). Diesem Vorschlag von Kunz sind der Nationalrat mit seiner Kommission und anschliessend der St�nderat ohne gr�ssere Diskussionen gefolgt (AB 1992 N 2650 ff., 2674 ff.; AB 1993 S 90 ff. 96 ff.).
d) aa) Der Beschwerdef�hrer bestreitet in seinen Schriften u.a. den Einsatz von Gas bzw. von Gaskammern zur Vernichtung von Menschen durch das nationalsozialistische Regime. Dies ist schon f�r sich allein eine gr�bliche Verharmlosung des Holocausts, u.a. deshalb, weil gerade auch die (historisch einmalige) systematische Vergasung von Juden in Gaskammern das nationalsozialistische Regime von anderen Terror-Herrschaften unterscheidet (vgl. dazu BGE 121 IV 76 E. 2b/cc S. 85) und die Gaskammern nicht zuletzt aus diesem Grunde von gewissen Kreisen u.a. zum Zwecke der Beleidigung der Juden bestritten werden. Zudem erscheint die systematische Vergasung von Juden in Gaskammern schon f�r sich allein als ein besonderes "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB.
bb) Der Beschwerdef�hrer stellt nicht nur die Existenz von Gaskammern zur Massenvernichtung von Menschen in Abrede, sondern er bestreitet auch die allgemein angenommene Zahl von rund 6 Millionen ermordeten Juden bzw. "die Anzahl von mehreren Millionen Opfern" �berhaupt. Er behauptet gelegentlich, "der Tod von rund 170'000 in Auschwitz samt Nebenlagern registrierten H�ftlingen" lasse sich "anhand der weitgehend erhaltenen Dokumente �ber den Lagerkomplex Auschwitz nachweisen" (so im Beitrag "Wieviel Menschen starben in Auschwitz"), und er geht offenbar davon aus, dass insgesamt einige Hunderttausend Menschen in Lagern starben. "Zehntausende von KZ-H�ftlingen" seien dabei dem "Fleckfieber" zum Opfer gefallen, welche "furchtbare Seuche" durch "die Laus" �bertragen werde, deren Bek�mpfung "das Insektenvertilgungsmittel Zyklon B" gedient habe, welches aber nicht in ausreichender Menge zur Verf�gung gestanden habe (so u.a. im Buch "Todesursache Zeitgeschichtsforschung"). Durch derartige �usserungen, mit denen bloss einige Hunderttausend Tote "anerkannt" werden, wird der V�lkermord an den Juden im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB geleugnet oder jedenfalls in tatbestandsm�ssiger Weise gr�blich verharmlost. Der Einwand des Beschwerdef�hrers, es liege nicht einmal eine Verharmlosung vor, da er ja den V�lkermord als solchen nicht negiere und jeder V�lkermord, unabh�ngig von der Zahl der Opfer, ein furchtbares Verbrechen sei, erscheint mit R�cksicht auf die Texte des Beschwerdef�hrers, die angesichts der Bezeichnung der Juden als "Ungeziefer" durch Repr�sentanten des nationalsozialistischen Regimes �brigens besonders perfide sind, als pure Heuchelei. Es ist als wahr bewiesen, dass unter der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes mehrere Millionen Juden ermordet wurden, zu einem erheblichen Teil durch Vergasung. Nach weit verbreiteten, durch zahllose Beweise fundierten Sch�tzungen sind rund 6 Millionen Juden ermordet worden, wovon auch der Gesetzgeber ausgeht (siehe die Botschaft, S. 314). Der Kassationshof hat sich im �brigen nicht auf Diskussionen �ber die genauen Zahlen von Toten, Ermordeten und Vergasten im Einzelnen einzulassen, und er hat auch nicht, quasi im Sinne von "Grenzwerten", festzulegen, welche "Mindestzahlen" in �usserungen �ber die Opferzahlen bei Strafe keinesfalls "unterschritten" werden d�rfen. Ob die Behauptung einer von der Zahl von 6 Millionen abweichenden, kleineren Zahl eine strafbare gr�bliche Verharmlosung von V�lkermord im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 2. Satzteil StGB ist, h�ngt im �brigen nicht allein vom Ausmass der Abweichung ab, sondern entscheidet sich aufgrund der gesamten Umst�nde, wozu auch etwa geh�rt, wer in welchem Zusammenhang, zu welchen Zwecken, mit welcher Begr�ndung, in welcher Art und Weise die These vertritt, es seien weniger Juden ermordet worden, als allgemein angenommen werde. Die Bestreitung der Zahl von rund 6 Millionen ermordeten Juden kann, unabh�ngig vom Ausmass der Abweichung, je nach den Umst�nden, den �ffentlichen Frieden und die Menschenw�rde der Juden in �hnlicher Weise beeintr�chtigen wie etwa die Leugnung der Gaskammern oder des Holocausts schlechthin. Andererseits bleiben F�lle denkbar, bei denen selbst die Behauptung einer erheblich kleineren Zahl von Ermordeten, obschon sie objektiv als gr�bliche Verharmlosung im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 2. Satzteil StGB qualifiziert werden muss, nicht strafbar ist, weil der durch die Behauptung einer viel kleineren Zahl von ermordeten und vergasten Menschen entstehende Verdacht des Handelns "aus einem dieser Gr�nde", d.h. aus rassistischen bzw. antisemitischen Gr�nden, sich mit R�cksicht auf die konkreten Umst�nde des Einzelfalles widerlegen l�sst. Wie es sich damit im Einzelnen verh�lt, muss hier aber nicht entschieden werden, da es dem Beschwerdef�hrer nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse geht, sondern um etwas ganz Anderes; er bestreitet zum einen schon "die Anzahl von mehreren Millionen Opfern" und zum andern die Existenz von Gaskammern zur Massenvernichtung sowie den Holocaust schlechthin, welcher eine Erfindung der Juden bzw. der "Zionisten" sei.
e) aa) Unbegr�ndet ist auch der Einwand des Beschwerdef�hrers, dass er aufgrund seiner Forschungsarbeiten von der Richtigkeit seiner Erkenntnisse �berzeugt sei und ihm daher, selbst wenn seine Erkenntnisse falsch sein sollten, nicht vorgeworfen werden k�nne, er habe seine �usserungen wider besseres Wissen getan.
"Leugnen" bedeutet, "(etwas, was einem zur Last gelegt oder in Bezug auf seine Person behauptet wird) f�r nicht zutreffend oder bestehend erkl�ren" sowie "(etwas Offenkundiges wider besseres Wissen) f�r unwahr oder nicht vorhanden erkl�ren und nicht gelten lassen" (Duden, Deutsches Universalw�rterbuch). "Leugnen" in diesem Sinne meint somit ein Behaupten bzw. Bestreiten wider besseres Wissen. Der Begriff des "Leugnens" in Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB ist indessen weiter. Dies ergibt sich schon daraus, dass die Bestimmung alternativ auch das "gr�bliche Verharmlosen" von V�lkermord unter Strafe stellt. In diesem Begriff ist aber das Erfordernis des Handelns "wider besseres Wissen" nicht enthalten. Es w�re wenig sinnvoll, wenn das gr�bliche Verharmlosen von V�lkermord schon bei Eventualvorsatz, das Bestreiten von V�lkermord aber nur bei Handeln "wider besseres Wissen" strafbar w�re. Zwar mag allenfalls derjenige, welcher den V�lkermord an den Juden durch das nationalsozialistische Regime bestreitet oder gr�blich verharmlost, angesichts der Offenkundigkeit dieser historischen Tatsache gleichsam zwangsl�ufig "wider besseres Wissen" handeln. Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB stellt indessen das Leugnen und das gr�bliche Verharmlosen von V�lkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schlechthin unter Strafe, mithin auch von solchen Verbrechen, die weniger offenkundig bzw. allgemein bekannt sind als die Vernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Regime. Da die Bestimmung im Unterschied zu verschiedenen anderen Bestimmungen des Strafgesetzbuches (Art. 174, 303, 304 StGB) nicht ausdr�cklich ein Handeln "wider besseres Wissen" voraussetzt, gen�gt nach den allgemeinen Regeln
Eventualvorsatz in Bezug auf die inhaltliche Unrichtigkeit der �usserung. Aus der Verwendung des Begriffs "leugnen" kann mithin nicht das Erfordernis eines Handelns wider besseres Wissen abgeleitet werden. Die Verwendung des Begriffs "leugnen" l�sst sich damit erkl�ren, dass bei der Schaffung von Art. 261bis StGB die Begriffe "Auschwitzl�ge" bzw. "Auschwitz-Leugnung" f�r die Bestreitung des Holocausts bereits g�ngig waren.
Bei diesem Ergebnis muss nicht gepr�ft werden, ob in Bezug auf das Bestreiten der Massenvernichtung der Juden durch das nationalsozialistische Regime F�lle denkbar sind, in denen der T�ter nicht wider besseres Wissen handelt.
bb) Der Beschwerdef�hrer nahm die Unrichtigkeit seiner Behauptungen zum Thema Holocaust offensichtlich zumindest in Kauf und handelte damit jedenfalls mit Eventualvorsatz. Daran �ndert nichts, dass er angeblich aufgrund seiner Forschungsarbeiten von der Richtigkeit seiner Thesen �berzeugt ist. Die Ausf�hrungen, mit denen er auf Ungenauigkeiten und Widerspr�che in den von ihm analysierten Zeugnissen hinweist und vorrechnet, dass die Massenvernichtung, so wie sie nach allgemeiner Auffassung stattgefunden hat, schon rein technisch unm�glich sei, sind eine pseudo-wissenschaftliche Scheinargumentation. Die "Beweisf�hrung" ist nur vorgeschoben. Dies ergibt sich ohne weiteres beispielsweise schon daraus, dass der Beschwerdef�hrer das emsige Sammeln von Beweisen durch ihn und andere als eigentlich v�llig �berfl�ssig beklagt und festh�lt: "Eigentlich gibt es einen viel schlagenderen Beweis daf�r, dass der Holocaust nicht stattgefunden hat: NACH DEM KRIEG WAREN DIE JUDEN IMMER NOCH DA ..." (so im Buch "Der Holocaust-Schwindel - Vom Werden und Vergehen des Jahrhundertbetruges").
f) Der Beschwerdef�hrer hat somit in seinen Schriften mehrfach V�lkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sinne von Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB vors�tzlich geleugnet und gr�blich verharmlost. Dass weitere Tatbestandsmerkmale dieser Bestimmung nicht erf�llt seien, behauptet er nicht und ist auch nicht ersichtlich.
3.- Nach Art. 261bis Abs. 2 StGB wird bestraft, wer �ffentlich Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Angeh�rigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind.
a) Gem�ss den Ausf�hrungen der Vorinstanz besteht die These des Beschwerdef�hrers bzw. der "Revisionisten" "nicht allein in der Negierung der Existenz von Gaskammern als Massent�tungsmittel, sondern in der damit implizierten Verneinung des Holocausts, verbunden mit dem Vorwurf an die Juden, diese L�gen gezielt f�r ihre Macht- und Geldanspr�che einzusetzen" (angefochtenes Urteil S. 41). Diese These ist nach der Auffassung der Vorinstanz eine "Ideologie" im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB. Die Elemente des "Ideologie"-Begriffs etwa im Sinne der Definition im "Grossen Brockhaus" seien erf�llt. Angesichts der Offensichtlichkeit des Beweises f�r den umfassenden Holocaust (vgl. BGE 121 IV 85) sei das wesentliche Definitionsmerkmal der Diskrepanz zwischen vorgegebener Wahrheit und effektiver Wirklichkeit erf�llt. Zudem k�nne das fragliche Gedankengut der "Revisionisten" ohne weiteres als Denksystem oder zumindest als wesentlicher Teil eines Denksystems betrachtet werden. Diese Ideologie ist gem�ss den weiteren Ausf�hrungen im angefochtenen Urteil auf die Herabsetzung der Juden im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB gerichtet. Da auch die �brigen objektiven Tatbestandsmerkmale erf�llt seien und der Beschwerdef�hrer vors�tzlich gehandelt habe, sei dessen erstinstanzliche Verurteilung wegen Verbreitens einer Ideologie im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB zu best�tigen.
b) Der Beschwerdef�hrer wirft der Vorinstanz vor, sie setze sich mit der Definition des in Art. 261bis Abs. 2 StGB verwendeten "Ideologie"-Begriffs �berhaupt nicht auseinander. Jedenfalls sei eine Theorie nicht schon dann eine Ideologie, wenn sie von der Wirklichkeit abweiche. Der Ideologie-Begriff gehe zweifellos weiter. Unter Ideologie sei ein ganzes Denksystem, eine Weltanschauung zu verstehen. Der von ihm vertretene so genannte Revisionismus k�nne keinesfalls als umfassendes Denksystem oder gar als Weltanschauung eingestuft werden. Revisionismus sei nichts anderes als das Bestreben von Historikern, bestimmte Teile der Geschichte kritisch zu �berpr�fen. Revisionismus in diesem Sinne sei somit keine Ideologie, sondern nichts anderes als die Pflicht eines jeden Geisteswissenschafters und Naturwissenschafters, angeblich unwiderlegbare Thesen immer wieder zu hinterfragen.
Indem die Vorinstanz den Revisionismus als Ideologie im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB qualifiziere, verletze sie Bundesrecht. Selbst wenn die von ihm aufgestellten Thesen von vornherein falsch w�ren, d�rfte er daher nicht gem�ss Art. 261bis Abs. 2 StGB verurteilt werden. Da er somit keine "Ideologie" im Sinne dieser Bestimmung verbreitet habe, er�brigten sich Ausf�hrungen zu den weiteren Elementen dieser Tatbestandsvariante.
c) Es muss vorliegend nicht gepr�ft werden, was unter dem Revisionismus bzw. dem sog. "Revisionismus" - mit oder ohne Anf�hrungszeichen - in der Vergangenheit verstanden worden ist und darunter heute zu verstehen ist. Es muss auch nicht gepr�ft werden, ob der Revisionismus in diesem oder jenem Sinne eine Ideologie ist.
Strafrechtlich relevant ist allein, was unter dem Begriff der "Ideologie" im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB zu verstehen ist und ob die Gegenstand des Verfahrens bildenden �usserungen bzw. das damit zum Ausdruck gebrachte Gedankengut eine "Ideologie" in diesem strafrechtlichen Sinne sind.
d) aa) Der "Ideologie"-Begriff ist vieldeutig. Unter "Ideologie" wird etwa verstanden ein "an eine soziale Gruppe, eine Kultur oder �hnliches gebundenes System von Weltanschauungen, Grundeinstellungen und Wertungen" sowie eine "politische Theorie, in der Ideen der Erreichung politischer und wirtschaftlicher Ziele dienen (besonders in totalit�ren Systemen)" (Duden, Deutsches Universalw�rterbuch). "Ideologie" ist ein in der franz�sischen Philosophie gebildeter theoretischer, dann auch in den allgemeinen Sprachgebrauch aufgenommener Begriff, "der in w�rtlicher Entsprechung zun�chst Wissenschaft von den Ideen, dann aber auch System oder Menge von Ideen, schliesslich die Anordnung und das Hervorbringen von Vorstellungen zur Interpretation der Welt in einer bestimmten (z.B. interessegeleiteten und damit verf�lschenden) Sichtweise bedeutet" (Brockhaus-Enzyklop�die). Der Begriff "Ideologie" hat im allgemeinen Sprachgebrauch "eine negative F�rbung, insoweit als unter Ideologie eine unbegr�ndete, willk�rliche oder durch Interesse verzerrte, keineswegs also allgemein g�ltige (gar 'richtige') Deutung der Wirklichkeit im Lichte des jeweils eigenen (also partikularen) Ideensystems verstanden wird" (Brockhaus- Enzyklop�die). In diesem Sinne wird der Begriff der "Ideologie" auch von verschiedenen Kommentatoren von Art. 261bis StGB verstanden. "Ideologie" sei "eine Wertposition bzw. eine Weltanschauung, die einerseits - ohne dies zuzugeben - partikularistisch den Eigennutz der Vertreter der entsprechenden Ideologie repr�sentiert, andererseits auf Grundpositionen fusst, die der Diskussion und damit auch der demokratischen �berpr�fung bzw. Falsifizierung entzogen sind" (Niggli, Rassendiskriminierung, 1996, N 804, unter Berufung auf J�rgen Habermas, Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt a.M. 1988). "Ideologie" wird insoweit verstanden als "scheinwissenschaftliche Lehre ..., die von gesellschaftspolitischen Interessen vorbestimmt wird" (Peter M�ller, Die neue Strafbestimmung gegen Rassendiskriminierung - Zensur im Namen der Menschenw�rde? ZBJV 130/1994 S. 241 ff., 254). Umstritten ist, ob erst ein eigentliches Gedankengeb�ude eine "Ideologie" im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB sei (in diesem Sinne z.B. Fredi H�nni, Die schweizerische Anti-Rassismus-Strafnorm und die Massenmedien, Diss. Bern 1997, S. 119) oder ob hief�r auch schon einige wenige Ideen ausreichen (in diese Richtung z.B. Alexandre Guyaz, L'incrimination de la discrimination raciale, Diss. Lausanne 1997, S. 262).
bb) Art. 261bis Abs. 2 StGB entspricht im Wesentlichen Art. 261bis Abs. 2 des bundesr�tlichen Entwurfs. Aus der Botschaft des Bundesrates und aus den Protokollen der Verhandlungen der Eidgen�ssischen R�te geht nicht hervor, was der Gesetzgeber unter dem darin enthaltenen Begriff der "Ideologie" versteht. Gem�ss den Ausf�hrungen in den Materialien geh�ren die Abs�tze 1 bis 3 von Art. 261bis StGB zusammen (Botschaft des Bundesrates, BBl 1992 III 269 ff., 310, 312). Sie erfassen die "rassistische Hetze" (Botschaft, S. 312), die "Rassenhetze in den verschiedenen denkbaren Formen" (AB 1993 S 90 ff., 96, Votum des Berichterstatters Zimmerli). "Abgesehen von eigentlichen Propagandaaktionen im landl�ufigen Sinne, die Absatz 3 unter Strafe stellt, ist mit den Tatbestandsvarianten von Absatz 1 und Absatz 2 die rassistische Propaganda im weiteren Sinne erfasst, d.h. die Einwirkung auf ein unbestimmt zahlreiches Publikum mit dem Ziel, dieses gegen bestimmte Personen oder Gruppen von Personen aufzuhetzen" (Botschaft, S. 312). "In Abschnitt 1 wird das einfache Aufrufen zur Rassenhetze als strafbar erkl�rt. In Abschnitt 2 besch�ftigt man sich mit einer subtileren Form der Aufhetze, die mit vermehrtem gedanklichen Aufwand verbunden ist, und Abschnitt 3 besch�ftigt sich mit Aktionen, die gleichsam auf einem h�heren organisatorischen Standard erfolgen, die also systematisch geplant werden und deshalb m�glicherweise auch wirksamer sind als das einfache Aufhetzen einer Einzelperson" (AB 1993 S 96, Votum des Berichterstatters Zimmerli). Die Botschaft h�lt fest, dass die Regelung der rassistischen Propaganda im weiteren Sinne in Abs. 1 bis 3 des bundesr�tlichen Entwurfs im Vergleich zu Ziff. 1 des Vorentwurfs etwas gestrafft und pr�zisiert worden sei. Die "Ideen und Auffassungen" im Sinne des Vorentwurfs wurden zu "Ideologien". Laut Botschaft soll damit ausgedr�ckt werden, dass zur Erf�llung des Tatbestands ein planm�ssiges und gezieltes Handeln geh�rt. Nicht jede Unmuts�usserung gegen�ber Fremden soll strafbar sein, sondern die systematische Herabsetzung und Verleumdung (Botschaft, S. 312).
Diese Bemerkungen in der Botschaft sprechen daf�r, dass der Gesetzgeber in Art. 261bis Abs. 2 StGB von einem relativ weiten "Ideologie"-Begriff ausgeht.
cc) Die Auschwitz-Leugnung in den verschiedensten Variationen und insbesondere auch in der qualifizierten Form der Behauptung, "Auschwitz" bzw. die Gaskammern seien eine Erfindung der Juden, die dazu diene, Deutschland und die Welt finanziell und politisch zu erpressen etc. , ist zu einem eigentlichen Vehikel f�r neuere rechtsextremistische und antisemitische Str�mungen geworden.
Es ist indessen fraglich, ob die (qualifizierte) Auschwitz-Leugnung schon als solche eine "Ideologie" im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB ist oder immerhin dann, wenn sie auf einer scheinwissenschaftlichen "Beweisf�hrung" gr�ndet, und ob somit die (qualifizierte) Auschwitz-Leugnung nicht allein nach Art. 261bis Abs. 4 2. Halbsatz StGB, sondern auch gem�ss Art. 261bis Abs. 2 StGB strafbar ist. Wie es sich damit verh�lt, kann jedoch dahingestellt bleiben.
dd) Der Beschwerdef�hrer behauptet u.a., dass der angeblich von den Juden bzw. von den "Zionisten" erfundene Holocaust f�r manches Ungl�ck in Deutschland und in der Welt verantwortlich sei, f�r die Drogensucht, die Mafia, die Arbeitslosigkeit, die Abtreibung etc. (so im Buch "Todesursache Zeitgeschichtsforschung"). "Ohne Liquidierung des Holocausts gibt es keine Rettung; solange die Gaskammern stehen, k�nnen wir das Spinnennetz, das seit Jahrzehnten um uns gewoben wird, nicht zerreissen. Die Revisionisten k�mpfen somit nicht nur f�r die geschichtliche Wahrheit, nicht nur f�r die Ehre des verleumdeten deutschen Volkes, sondern f�r die Menschheit schlechthin ... und krankgemacht hat uns die L�ge von den Vernichtungslagern und den Gaskammern. Der Zionismus ist die Ideologie des Todes. Der Tod ist ein Meister aus Zion ..." (so im genannten Buch). Der Beschwerdef�hrer verbreitet damit die These von einer j�dischen bzw. "zionistischen" Verschw�rung gegen das christliche Abendland, deren Symbol er in der angeblichen Erfindung des Holocausts und der Gaskammern sieht. Diese Verschw�rungstheorie jedenfalls ist eine "Ideologie" im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 StGB, und diese Ideologie ist offensichtlich im Sinne dieser Bestimmung auf die systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Juden gerichtet.
4.- a) Der Beschwerdef�hrer hat das Buch "Auschwitz - T�tergest�ndnisse und Augenzeugen des Holocausts" vor dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB am 1. Januar 1995 verfasst. Die Vorinstanz hat ihn gleichwohl auch wegen der in diesem Buch enthaltenen �usserungen in Anwendung von Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Halbsatz StGB verurteilt, da das fragliche Buch auch nach dem 1. Januar 1995 mit seinem Einverst�ndnis vertrieben worden ist. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, damit habe die Vorinstanz Bundesrecht verletzt. Seine Verurteilung gr�nde letztlich doch auf der Annahme einer Garantenpflicht, f�r die es im Gesetz aber keine Grundlage gebe. Der Einwand ist unbegr�ndet.
b) aa) Das Verfassen eines tatbestandsm�ssige �usserungen im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 und/oder Abs. 4 2. Halbsatz StGB enthaltenden Buches und dessen Verbreitung sind lediglich verschiedene Stufen der Ausf�hrung der Tat, welche im Verbreiten einer auf Herabsetzung oder Verleumdung gerichteten Ideologie (Abs. 2) bzw. in der �ffentlichen Leugnung des Holocausts etc. (Abs. 4 2. Halbsatz) besteht (vgl. auch BGE 125 IV 206 E. 3c). Indem der Beschwerdef�hrer auch nach dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB mit der Verbreitung des von ihm vor dem Inkrafttreten dieser Strafbestimmung verfassten Buches einverstanden war, hat er mit Wissen und Willen an der Tatausf�hrung mitgewirkt.
bb) Im �brigen hat der Beschwerdef�hrer unstreitig auch nach dem Inkrafttreten von Art. 261bis StGB B�cher und Zeitschriftenbeitr�ge verfasst, die vergleichbare tatbestandsm�ssige �usserungen enthalten, und diese B�cher teilweise selbst an Dritte versandt. Unter diesen Umst�nden erscheint sein Einwand tr�lerisch.
5.- a) Der Beschwerdef�hrer hat im November 1996 ein Exemplar seines im August 1995 erschienenen Buches "Todesursache Zeitgeschichtsforschung" unaufgefordert an A.________, Ordinarius f�r Neues Testament an der Universit�t Basel, gesandt, versehen mit der folgenden Widmung (s. erstinstanzliches Urteil S. 143/144):
"F�r Professor A.________, damit er k�nftig Christus und nicht dessen Widersachern diene
Die Vorinstanz hat den Beschwerdef�hrer in Best�tigung des erstinstanzlichen Entscheides wegen dieser �usserung der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB schuldig gesprochen (angefochtenes Urteil S. 46 ff.; erstinstanzlicher Entscheid S. 143 ff.).
b) Der Beschwerdef�hrer macht wie schon im kantonalen Verfahren geltend, die fragliche �usserung sei kein Angriff auf die ethische Integrit�t des Kl�gers, sondern beziehe sich ausschliesslich auf dessen berufliche T�tigkeit. Es liege in der Natur der Sache, dass eine Kritik an der beruflichen T�tigkeit vom Betroffenen auch stets als pers�nliche Beleidigung empfunden werde. Der Einwand ist unbegr�ndet.
c) Gem�ss den Ausf�hrungen im erstinstanzlichen Entscheid (S. 146), auf die im angefochtenen Urteil (S. 48) verwiesen wird, ist der Kl�ger (reformierter) Christ, Ordinarius f�r Neues Testament an der Universit�t Basel und Pr�sident der christlich-j�dischen Arbeitsgemeinschaft der Sektion Basel. Durch die inkriminierte �usserung wurde dem Beschwerdef�hrer nach den zutreffenden Ausf�hrungen im erstinstanzlichen Urteil (S. 146) unterstellt, es mangle ihm an Pflichtgef�hl und Verantwortungsbewusstsein, indem er nicht Christus, wie es sich f�r einen christlichen Theologen geh�re, diene, sondern dessen Widersachern, mithin nicht Diener der eigenen Religion, sondern einer anderen sei. Damit wurde der Beschwerdef�hrer nicht nur in seiner Stellung als Berufsmann, sondern auch in seiner ethischen Integrit�t als Christ und Mensch verletzt. Gerade in diesem Bereich ist eine Trennung praktisch nicht m�glich.
Dass der Tatbestand der Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB aus irgendwelchen weiteren Gr�nden nicht erf�llt sei, macht der Beschwerdef�hrer selbst nicht geltend.
6.- Der Beschwerdef�hrer ersucht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Das Gesuch ist abzuweisen, da die Nichtigkeitsbeschwerde von vornherein aussichtslos war. Demnach hat der Beschwerdef�hrer die Gerichtsgeb�hr von Fr. 800. -- zu tragen.
7.- A.________ hat sich in seiner Vernehmlassung zur eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde nicht nur zur Verurteilung des Beschwerdef�hrers wegen Beschimpfung gem�ss Art. 177 StGB, sondern auch und vor allem zu dessen Verurteilung wegen Rassendiskriminierung im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Satzteil StGB ge�ussert. Er begr�ndet dies damit, dass die Zivilklage wegen Beschimpfung im engen sachlichen Zusammenhang mit dem Straftatbestand von Art. 261bis StGB stehe. Dies nicht nur, weil der Beschwerdef�hrer ihm ein den Tatbestand von Art. 261bis StGB erf�llendes Buch unaufgefordert zugesandt habe, sondern auch und vor allem, weil die von den kantonalen Instanzen als Beschimpfung gewertete Widmung "Ausfluss des rassistischen und antisemitischen Denksystems" des Beschwerdef�hrers sei (Vernehmlassung S. 2).
a) Gesch�digte im Sinne des Strafprozessrechts ist diejenige Person, welcher durch das eingeklagte strafbare Verhalten unmittelbar ein Schaden zugef�gt wurde oder zu erwachsen drohte. Das ist in der Regel der Tr�ger des Rechtsgutes, welches durch die fragliche Strafbestimmung vor Verletzung oder Gef�hrdung gesch�tzt werden soll (BGE 120 Ia 220 E. 3b; 120 IV 154 E. 3c/cc S. 159; 117 Ia 135 E. 2a mit zahlreichen Hinweisen). Bei Strafbestimmungen, die nicht prim�r Individualrechtsg�ter sch�tzen, gelten nur diejenigen Personen als Gesch�digte, welche durch diese Delikte tats�chlich in ihren Rechten beeintr�chtigt wurden, sofern diese Beeintr�chtigung unmittelbare Folge der tatbestandsm�ssigen Handlung ist (BGE 120 Ia 220 E. 3b; 119 Ia 342 E. 2b; 117 Ia 135 E. 2a, je mit Hinweisen).
Der Kassationshof hat in BGE 125 IV 206 E. 2b signalisiert, dass eine Einzelperson, wenn �berhaupt, nur in seltenen Ausnahmef�llen in Bezug auf die Rassendiskriminierung im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Satzteil StGB als Gesch�digte betrachtet werden k�nnte. Die Frage musste jedoch nicht weiter gepr�ft werden, da in jenem Fall auf die Nichtigkeitsbeschwerde des Y. schon aus andern Gr�nden nicht einzutreten war. Auch im vorliegenden Verfahren muss nicht gepr�ft werden, ob und gegebenenfalls unter welchen Voraussetzungen eine Einzelperson Gesch�digte in Bezug auf die Straftat der Rassendiskriminierung in den Tatbestandsvarianten von Art. 261bis Abs. 2 StGB (Verbreitung von rassendiskriminierenden Ideologien) und von Art. 261bis Abs. 4 2. Satzteil StGB (Leugnung von V�lkermord etc. ) sein kann.
A.________ ist (reformierter) Christ, Ordinarius f�r Neues Testament und Pr�sident der christlich-j�dischen Arbeitsgemeinschaft der Sektion Basel. Er ist in diesen Eigenschaften und Positionen weder Tr�ger der durch Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Satzteil StGB gesch�tzten Rechtsg�ter noch von den fraglichen Straftaten unmittelbar betroffen. Da er somit insoweit nicht Gesch�digter im strafprozessrechtlichen Sinne ist, ist er auch nicht befugt, in seiner Vernehmlassung zur Verurteilung des Beschwerdef�hrers wegen Rassendiskriminierung gem�ss Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Satzteil StGB Stellung zu nehmen.
b) Wohl ist die Widmung, wie das fragliche Buch und dessen unaufgeforderte Zustellung an A.________, Ausdruck des rassistischen und antisemitischen Gedankenguts des Beschwerdef�hrers und besteht insoweit ein tats�chlicher Zusammenhang. Ob die Widmung als Beschimpfung im Sinne von Art. 177 StGB zu qualifizieren ist, kann indessen unabh�ngig von der Antwort auf die Frage entschieden werden, ob die im fraglichen Buch enthaltenen �usserungen tatbestandsm�ssig im Sinne von Art. 261bis Abs. 2 und Abs. 4 2. Satzteil StGB sind. Daher ist es entgegen der Meinung von A.________ nicht notwendig, dass er sich auch zu diesen Tatbest�nden �ussert.
c) Demnach hat A.________ nur insoweit einen Anspruch auf Entsch�digung im bundesgerichtlichen Verfahren, als er sich in seiner Vernehmlassung zur Verurteilung des Beschwerdef�hrers wegen Beschimpfung gem�ss Art. 177 StGB �ussert.
Die auf Fr. 500. -- festgelegte Entsch�digung wird A.________ aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet.
Der Beschwerdef�hrer wird verpflichtet, der Bundesgerichtskasse hief�r im Betrag von Fr. 500. -- Ersatz zu leisten (Art. 278 Abs. 3 BStP).
3.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 800. -- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
4.- A.________ wird eine Entsch�digung von Fr. 500. -- aus der Bundesgerichtskasse ausgerichtet. Der Beschwerdef�hrer wird verpflichtet, der Bundesgerichtskasse hief�r im Betrag von Fr. 500. -- Ersatz zu leisten.
5.- Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, der Staatsanwaltschaft und dem Obergericht des Kantons Aargau, der Bundesanwaltschaft sowie A.________ schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 261
 Art. 177
 Art. 58
 Art. 59
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 BGE 
 BGE 
 Art. 261
 BGE 
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 BGE 
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 BGE 
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 177
 Art. 177
 Art. 177
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 BGE 
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 261
 Art. 177
 Art. 261
 Art. 177