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Timestamp: 2019-07-19 21:40:11+00:00

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Freistatt – Endlich ein Film über Heimerziehung in Westdeutschland | Anja Röhl
Freistatt – Endlich ein Film über Heimerziehung in Westdeutschland
1. August 2015 ( 14 Kommentare )
Der Film „Freistatt“ ist ein hochsensibler Film. Der Film zeigt nach „Die unbarmherzigen Schwestern“, aus Irland, in dem sich die gequälten Kinder der Katholiken wiederfanden, nun endlich einen Film über Heimerziehung in Westdeutschland.
45 Jahr nach dem Verbot von Bambule kommt nun die Wahrheit doch ans Licht: Die Heimerziehung im Nachkriegswestdeutschand und dem des Kalten Krieges ist eine Eiterblase des Faschismus gewesen, hier haben sich alle Praktiken, die man bisher aus NS-Gefangenenlagern, und Erziehungsinstitutionen gewohnt war, vollständig erhalten und konserviert, hierin haben sich Altazis geflüchtet, bzw. hier haben sie wunderbar ungestört Arbeit gefunden.
Hier waren Brutalitäten, Hass, Ausbeutung und Folter gegen Kinder in 800.000 Fällen Normalität. Hier haben sich die Kinder nur noch durch Suicid zu helfen gewusst, hier haben wir das Ergebnis der „Erziehung zur Kaltblütigkeit und gegen das Mitleid“ konkret an einer Geschichte .
Diese Vorkommnisse liegen seit Jahrzehnten gründlich recherchiert und durch zig Augenzeugenberichte verifiziert in den Schubladen.
Deshalb hat es die RAF gegeben
Der Film „Freistatt“ ist eine Bombe und sie platzt einem im Gehirn. Man begreift plötzlich: Deshalb hat es die RAF gegeben. Die militanten 68-iger, sie hatten alle etwas mit Heimkindern zu tun. Sie hatten wie Bader und Ensslin mit ihnen gearbeitet, gelebt und von ihren Geschichten gehört, sie hatten, wie Ulrike Meinhof, zu ihnen geforscht, recherchiert, ihre Geschichten öffentlich gemacht, sie waren, wie manche von ihnen, selber in Heim- und Fürsorgeerziehung gewesen. Sie haben es nicht ertragen können, was da geschah!
Für drei Kinder ist hier kein Platz
Die Hauptperson, Wolfgang, ein etwa 14-jähriger Junge, gerät zufällig in ein „Erziehungsheim“, der neue Freund der Mutter sieht in ihm einen Rivalen, hasst ihn und die Mutter hat nicht gelernt, sich zu wehren. Als die Mutter von ihm ein Baby erwartet, sagt der Stiefvater: Für drei Kinder ist hier kein Platz und ruft das Erziehungsheim an. In einem geschlossenen Bus wird der Sohn nun abgeholt, die Leute reden nicht mit ihm, als er ihnen Kuchen anbieten will, sie reagieren überhaupt nicht. Im Radio läuft Beatles-Musik. Im Heim in der Nähe eines Moores begrüßt ihn freundlich ein Gärtner. Oben vergitterte Fenster. (Die Gärtner-Maskerade ist ein Trick des Heimleiters für die Leute vom Jugendamt, die die Kinder in den Wagen bringen, später wird Wolfgang in diesem Garten einmal beim verbotenen Ernten von Tomaten fast totgeprügelt.)
Nur durch Zufall nicht hineingeraten
Im weiteren Verlauf wird all das erzählt, was man hundertfach gehört und gelesen hat, aus Glücksstadt, vom Eichenhof, von anderen Heimen, fast eine Million Kinder betraf es, gezählt in den 70-er Jahren, nur durch Zufall bin ich dort nicht hineingeraten. Gedroht haben mir meine Eltern mehrfach damit. Alle Eltern taten es, überall in meinem Freundeskreis. Wir wussten was da läuft, es waren Kindergefängnisse. Schlimmer noch, denn im Gefängnis hatte man einen Anwalt, Besuchszeiten, staatliche Kontrollen, hier aber hatte man Wildwuchs, mit staatlicher Duldung, aber keinen Anwalt, nicht einmal Gesetze, gegen die man verstoßen hatte, es reichte der Anruf eines eifersüchtiger Stiefvaters, der einen aus dem Haus haben wollte.
Wunderworte, die ausreichten
Ungehorsam, Renitenz, Aufsässigkeit, Lügenhaftigkeit, Bummelei, Widersetzlichkeit, das waren die Wunderworte, die ausreichten. Bei Mädchen kam noch Unsittlichkeit hinzu. Da brauchte es keine Beweise, da reichten Behauptungen. Wehrte sich der Jugendliche, so bestätigte das die behaupteten Vorwürfe nur.
Prügeln mit stahlumwickeltem Gummiknüppel
Alles, was in dem Film vorkommt hat es gegeben, Schuhwichse in den Mund schmieren, Demütigungen innerhalb der Jungenhierarchie unter Duldung der Erzieher, Gruppenstrafen mit anschließendem Spießrutenprügeln des Verursachers durch die Kameraden, Gefügigmachen eines Opfers durch sexuelle Abhängigkeit, Fertigmachen durch Schwerstarbeit, Quälen durch Essen (die Erzieher nehmen sich normales Essen, die Kinder bekommen Abfälle), Schikanen, wie die ersten vier Wochen schwere Holzschuhetragen, strafendes Haarescheren bis auf die Haut, Prügeln mit einem stahlumwickelten Gummiknüppel, Tagelanges Einsperren im Karzer bei Wasser und Brot, „Hängen“, Aufhängen mit Seilen an den Schultergelenken, Suizid, nicht einen, ganze Wellen von Suiziden, wie in Glücksstadt, dass man 1975 schließen musste und den anderen 3000 Heimen.
In den Wald und sein eigenes Grab ausheben
Üblich waren auch Aufstände (Bambule genannt) mit anschließendem Straf-Totprügeln Einzelner, und am Ende: In den Wald und selber sein eigenes Grab ausheben, fesseln, hineinwerfen und von einem anderen Schüler eingraben lassen, dann weggehen. Lebendig begraben bis kurz vorm Tod. Da taucht dann der Gärtner- Direktor auf, der alles angeordnet hat, nun tritt er als Befreier auf das ist dann der Moment, wo er den Zögling vollständig gebrochen hat.
Bis ins Kleinste durchkomponiert
Alles das bestätigen zahllose Augenzeugenberichte seit den 70-iger Jahren. Nichts in dem Film ist übertrieben. Die Darsteller spielen durchweg sehr echt, leisten Großes. Der Regisseur hat sich Mühe gegeben. Sowohl beim Casting, als auch bei der Inszenierung der einzelnen Szenen, sie sind bis ins Kleinste durchkomponiert.
Bestrafungen aus den KZs übernommen
Die Hauptperson macht eine fatale Entwicklung durch, zuerst wehrt sich Wolfgang oft noch, selbst bei starker Übermacht des Gegners, auch setzt er sich für andere ein, lange dauert es, bis man ihn bricht und ganz scheint es nie zu gelingen. Die Bestrafungen, die dort üblich sind, erscheinen allesamt aus den KZs übernommen, nahtlos, selbst das „Antreten“, die Lieder (Moorsoldaten), die Arbeit (Torfstechen), die Unterbringung (Pritschen). Die Strafen sind oft nah am Tod: Wassertauchen, Gesicht ins Moor drücken, auf Hand treten, Hungern, Hängen lassen, das eigene Grab ausschaufeln. Die Todesnähe schafft die starke Angst.
Die unter Hitler erzogene Jugend
Die Erzieher sind Sadisten in unterschiedlichen Ausprägungen, auch das sehr fein justiert, nicht gröbschlächtig, nein, einfach die unter Hitler erzogene Jugend, alt geworden, sie leben das, was man ihnen beigebracht hat.
Wolfgang verliert das Vertrauen in die Menschheit. Als er entlassen wird und wieder zuhause vor die Tür gesetzt wird, flieht er, als er sein zweijähriges Geschwisterchen sieht, dass ihm fremd ist, seiner Mutter und Schwester kann er nicht einmal Guten Tag sagen, stattdessen schnorrt er seine alten Freunde nach Geld an, schlägt einen aus nichtigem Anlass nieder, haut ab in irgendeinem Zug, in irgendeine Richtung. Weg, nur weg. Freiheit! Fürs Leben geschädigt.
Entschädigungen? Müssen umständlich beantragt werden
Abspann: 800.000 Kinder und Jugendliche sind betroffen gewesen, 3000 solche Folterheime hat es allein in Westdeutschland und Westberlin gegeben. Sie hätten ab 2010 Entschädigungen zugesprochen bekommen. Falsch: Sie müssen sie beantragen. Nur nach Ausfüllen eines seitenlangen Konvoluts, wo alles offengelegt werden muss. Viele scheuen sich, nochmal ausziehen vor demselben Staat, der ihnen das alles angetan hat? Beschreiben, wie lange man süchtig war, welche Ausbildungen man nicht geschafft hat, wie oft man wegen Körperverletzung einsaß? Dann erklären müssen, dass alles dadurch kam, wo sie doch seit der frühesten Kindheit ihnen immer von „Anlage“ sprachen? Bis man es schon selber glaubte?
Viele ehemalige Heiminder schaffen sich die Entschädigungen nicht einzuholen, viel zu desolat sind oftmals ihre Lebensverhältnisse. Und dann: Was sollen die auch nach so vielen Jahren noch wieder gutmachen können?
Erzieher: Ausgemusterte Soldaten
Betreuer: Ausgemusterte Soldaten, Gescheiterte, ehemalige Krankenpfleger, Totengräber und im Schnellverfahren ausgebildete „Erzieher“, die unter der Pädagogik Hitlers groß wurden, die da lautete: Sie werden nicht mehr frei, ihr ganzes Leben lang nicht. Eine historische Ära zieht sich, auch nach deren Ende, immer noch 30 weitere Jahre lang hin, die unter dieser Ägide Aufgewachsenen haben die Gewalt, die Angst, die Vorbilder und Werte der sie einst Quälenden in ihr Unterbewusstsein übernommen und… geben sie weiter.
Es gibt 14 Kommentare für "Freistatt – Endlich ein Film über Heimerziehung in Westdeutschland"
18. November 2015 um 07:40
ANFANG DES ZITATS DER OFFIZIELLEN EINLADUNG.
Der preisgekrönte FILM „FREISTATT“ von Marc Brummund erzählt in eindrucksvoller Form vom Schicksal der Heimkinder in Freistatt in den 60-70iger-Jahren. Seit der ersten Kinovorführung im Juni diesen Jahres haben wir intensive Diskussionen mit ehemaligen Heimkindern, deren Angehörigen und vielen interessierten Menschen führen können. Diesen Weg möchten wir weiter gehen, weil er für die Vergangenheitsbewältigung wichtig ist. Wir freuen uns, Sie bei unserer Diskussionsrunde in der Freistätter Kirche am
ENDE DES ZITATS DER OFFIZIELLEN EINLADUNG.
Die Freistätter-Webseite http://www.wohnungslos.info/ bleibt jedoch von den heute für FREISTATT verantwortlichen Leuten weiterhin für Australien gesperrt; und ich selbst habe den FILM „FREISTATT“, hier in Australien (wo ich seit dem 24. März 1964 ansässig bin), bisher auch nicht sehen können/dürfen.
7. Januar 2016 um 08:00
17. Januar 2016 um 07:23
Wichtig hierbei ist, das die Ehemaligen mitarbeiten und sich bemühen ihre Unterlagen und anderweitiges Material, das zur Klageerhebung wichtig ist – dem juristisch-wissenschaftlichen Team – zur Verfügung (z. B. Kopien) [zu] stellen. – Es fallen bis zum gerichtlichen Abschlußbescheid keine Kosten an. Bei Erfolg der Klage ist ein tariflich vertraglich vereinbartes Honorar an das außerhalb des Vereins arbeitende Team zu zahlen. – Der VEH e.V. – um allen Gerüchten vorzubeugen – wird keine Zahlungen erhalten. Er ist und bleibt nur Vermittler!
19. Januar 2016 um 08:07
Ehemalige Heimkinder, die diese – wir meinen wirklich großartigen Angebote – von Jurist und Psychologin aufnehmen wollen, werden gebeten, sich beim Vorstand des VEH e.V. zu melden. Am besten unter den E-Mail-Adressen von Dirk Friedrich d.friedrich@veh-ev.eu oder Heidi Dettinger h.dettinger@veh-ev.eu[color=#000040], notfalls auch telefonisch bei Heidi Dettinger unter 05032-964647. Sie werden von uns dann an Juristen bzw. Gutachterin weitervermittelt.
27. Januar 2016 um 06:52
Ich, und mehr als eine Millionen deutsche Mädchen und Jungen – Kinder und Jugendliche jeden Alters – haben diese Art der Erziehung der alten Garde der meistens unausgebildeten und völlig untauglichen ‘Erzieher’ und ‘Erzieherinnen’, in diesen totalen Institutionen, an Leib und Seele gespürt und erlitten (das war die gewollte institutionelle Erziehung im Christlichen Abendlande!). „Über eine Millionen“ bezieht sich allein auf Westdeutschland! – In der DRR waren es nochmals ungefähr eine halbe Millionen (das war die von der kommunistischen Elite gewollte institutionelle Erziehung!). Und das weitgehende Schweigen der Gesellschaft zu diesen Erziehungsmethoden war auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze OHRENBETÄUBEND!
Aus meinem damaligen Wunsch Architekt zu werden, ist leider nach meinen Erziehungsheim-Erfahrungen in nachkriegsdeutschen ‘Heimen’ und ‘Anstalten’, und meiner Auswanderung nach Australien mit 17½ Jahren (1964), um diesem Unrecht und Leid in Deutschland zu entkommen, nichts geworden. Akademiker bin ich also nicht; just vielseitiger Handwerker im Baugewerbe ( „Jack of all trades, master of none.“, sagen wir hier in Australien ).
Ich hoffe, das heute tätige Erzieherinnen und Erzieherinnen und auch die noch auszubildenden Pädagoginnen und Pädagogen, denen man zukünftig die öffentliche Betreuung von Kindern und Jugendlichen anvertraut aus meiner Geschichte und meinen Beiträgen in diesem Forum – sowohl wie auch anderswo im Internet – etwas lernen können und dadurch zu einer besseren Welt beitragen können. – Mag es ebenso verhindern, dass was all den damaligen Opfern in Deutschland in OST und WEST, in ihrer Minderjährigkeit wiederfahren ist, heute nicht wieder geschieht. – Jeder kann sein Bestes tun dazu beizutragen, dass es sich nie wieder wiederholt!
13. Februar 2016 um 08:54
Ich verbreite gerade Folgendes dazu ÜBERALL im Internet:
Schweizer ex-Heimkind vor Einzelrichter am EGMR / ECHR.
am Menschenrechtsgerichtshof !!
EGMR = Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg ( auf französischem Boden ).
ECHR = European Court of Human Rights in Strasbourg ( on French soil ).
( detaillierte Erklärung zum EGMR in Strassburg @ http://www.coe.int/en/web/portal/gerichtshof-fur-menschenrechte )
( detailed explanation of the ECHR in Strasbourg @ http://www.echr.coe.int/Pages/home.aspx?p=home )
In Deutsch wird von manchen Leuten Strassburg auch so geschrieben: Straßburg.\
Offizielle Sprachen vor diesem Gerichtshof sind Englisch und Französisch !!
Bericht zur Gerichtsverhandlung vor einem Einzelrichter des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg in Bezug auf den Fall eines Ehemaliges Heimkindes aus der Schweiz, der in einem katholischen Heim misshandelt und missbraucht wurde.
Medienbericht aus der Schweiz = Media Report from Switzerland
@ http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kantonthurgau/tz-tg/Klage-in-Missbrauchsfall-kam-zu-spaet;art123841,4512027
ANFANG DES ZITATS AUS DEM MEDIENBERICHT.
Thurgauer Zeitung: 4. Februar 2016, 18:32 Uhr
Klage in Missbrauchsfall kam zu spät
[ meinte der Einzelrichter am EGMR in Strassburg kürzlich ]
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Beschwerde von Walter Nowak abgewiesen. Der körperliche und sexuelle Missbrauch im [katholischen] Kinderheim Fischingen liege über 40 Jahre zurück und sei damit verjährt. Nowaks Anwalt bemängelt inhaltliche Fehler im Urteil aus Strassburg.
«Wir sind sehr enttäuscht», sagt Philip Stolkin. Der Züricher Anwalt vertritt Walter Nowak bei der Klage gegen das ehemalige Kinderheim des Klosters Fischingen. Nowak beklagt, dort zwischen 1962 und 1972 körperlich und sexuell missbraucht worden zu sein. Das Bundesgericht wies die Klage wegen Verjährung ab. Jetzt argumentiert der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gleich. Angebliche Misshandlungen könnten nach 40 Jahren nicht mehr verfolgt werden. «Die Verjährung ist nicht mehr als Täterschutz», sagt Stolkin.
Bei einem ähnlichen Fall gab der EGMR Louise O’Keeffe im Jahr 2014 Recht. Sie war Anfang der 70er-Jahre an einer katholischen Schule von ihrem Lehrer wiederholt sexuell missbraucht worden. Im Fall seines Mandanten habe das Gericht indes «mutlos» geurteilt, sagt Stolkin. Einen Grund dafür sieht er im zunehmenden Druck, der auf Strassburg ausgeübt werde. Er kritisiert das Urteil auch, weil es sich um Taten handle, die in den Bereich der Grundrechte fielen und nicht verjährbar seien.
«Das stimmt einfach nicht»
Zusätzlich bemängelt Stolkin «inhaltliche Fehler». Strassburg argumentiert: Weil bei Nowak bereits 1992 psychische Probleme und Rückenschmerzen diagnostiziert wurden, hätte er früher klagen können. «Das stimmt einfach nicht», sagt Stolkin. Zum damaligen Zeitpunkt habe Nowak den Grund für seine Leiden noch nicht gekannt. Erst als er 2011 in eine andere Wohnung gezogen ist, sei die Erinnerung zurückgekommen – neben dem Haus stand ein Kirchturm, der ähnlich aussah wie der in Fischingen.
Auf dieser Grundlage möchte Stolkin den Fall vor die Große Kammer des EGMR bringen. Er hat jetzt allenfalls drei Monate Zeit, um einen Antrag zu formulieren. Fünf Richter werden dann beurteilen, ob sie dem Antrag stattgeben. In der Großen Kammer würden dann insgesamt 14 Richter das Urteil fällen. Bis es soweit ist, könnten zwei bis drei Jahre vergehen.
Klage im Thurgau
Im Thurgau ist eine Klage am Verwaltungsgericht hängig. Sie ist jedoch sistiert. Denn Stolkin und Nowak warten auf den Ausgang der [schweizerischen] Wiedergutmachungs-Initiative. Die Initiative gibt es seit 2014, als nächstes berät das Parlament darüber. Die Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplazierungen, also auch Heimkinder wie Walter Nowak, sollen dabei insgesamt 500 Millionen Franken erhalten. Nowak fordert 1,4 Millionen Franken Entschädigung. Bei einem durchschnittlichen Gehalt von 5800 Franken verteilt auf 20 Jahre seien sie auf diesen Betrag gekommen, sagt Stolkin. Derzeit lebt Novak von der IV-Rente. 1995 ist bei ihm offiziell die Invalidität festgestellt worden als Folge des Missbrauchs in seiner Kindheit.
ENDE DES ZITATS AUS DEM MEDIENBERICHT.
QUELLE: Thurgauer Zeitung: 4. Februar 2016, 18:32 Uhr @ http://www.thurgauerzeitung.ch/ostschweiz/thurgau/kantonthurgau/tz-tg/Klage-in-Missbrauchsfall-kam-zu-spaet;art123841,4512027
Walter Nowak (seinen Freunden bekannt als: Walter Walo Nowak) fügt am 4. Februar 2016, um 20:06 Uhr (MEZ/CET) auf der Facebook-Seite des Vereins Ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH e.V.) folgenden diesbezüglichen Kommentar hinzu:
ANFANG DES ZITATS DER MESSAGE VON WALTER NOWAK.
Wie ich unlängst hier gepostet habe, wurde meine erste Klage am Gerichtshof für Menschenrechte wegen Verjährung abgelehnt. Aber ich gehe in Berufung wegen Formfehler. Ich tue das aber ohne Hass, Wut oder sonstigen negativen Motiven, im Gegenteil. Ich fahre weiter, weil ich als Betroffener den heutigen Kindern das schuldig bin. Ohne unsere Aufklärungen würde die ganze Thematik noch immer totgeschwiegen. Es kann nicht sein, dass in jüngster Vergangenheit und auch heute noch solche Verbrechen an den Schwächsten unserer Gesellschaft, den Kindern und den Frauen, mit Minimalkonsequenzen verübt werden kann. Es wird mir aber sicherlich gesundheitlich nicht schaden, weil nur das Aufgeben wäre für mich ein Riesenproblem. Es ist mir ein Anliegen mitzuhelfen, dass diese Welt wieder ein bißchen menschlicher wird.
[ ein Herz als Emoticon ] Namaste.
ENDE DES ZITATS DER MESSAGE VON WALTER NOWAK.
QUELLE: https://de-de.facebook.com/VEHeV / https://web.facebook.com/photo.php?fbid=1024708087594494&set=a.112876785444300.12891.100001659364928&type=3&fref=nf
Zur Erinnerung um was es in dem irischen Fall Louise O´Keeffe vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ging und geht, siehe, u.a., das EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM-Forum @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=22&t=73 und, u.a., ebenso im gleichen Forum auch das aktuelle Urteil in diesem Fall Louise O´Keeffe vor dem EGMR in deutscher Sprache @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=867#p867
Es gibt auch ein Audio über die Leidensgerschichte von Walter Nowak. Siehe SWR2 Tandem @ http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/tandem/walter-nowak-will-rechenschaft-fuer-seine-kindheit-die-kirche-soll-mich-fuerchten/-/id=8986864/did=15461442/nid=8986864/1k8m0g5/index.html (Länge 24 Min. und 35 Sek.); und es gibt auch eine schriftliche Ausführung dieses Programms @ http://www.swr.de/-/id=15281214/property=download/nid=8986864/mc5q0g/swr2-tandem-20150506-1005.pdf (189,4 KB; ingesamt 14 Seiten); beide unter der Überschrift: »Die Kirche soll mich fürchten!« – »Walter Nowak will Rechenschaft für seine Kindheit«
Beschlagwortet mit LABELS/TAGS: Ehemalige Heimkinder, Ehemaliges Heimkind, Heimkind, ex-Heimkind, Schweizer ex-Heimkind, Walter Nowak, Einzelrichter am EGMR / single judge of ECHR, EGMR, ECHR, EGMR in Strassburg, ECHR in Strasbourg, Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, European Court of Human Rights, Strassburg, Straßburg, Strasbourg, Offizielle Sprachen vor diesem Gerichtshof sind Englisch und Französisch, Einzelrichter des EGMR, Ehemaliges Heimkindes aus der Schweiz, in einem katholischen Heim misshandelt und missbracht, Fischingen, katholischen Kinderheim Fischingen, Kinderheim Fischingen, Schweiz, Klage in Missbrauchsfall, Klage in Missbrauchsfall kam zu spät, verjährt, Zürcher Anwalt Philip Stolkin, Anwalt Philip Stolkin, Philip Stolkin, zwischen 1962 und 1972 körperlich und sexuell missbraucht, Bundesgericht wies die Klage wegen Verjährung ab, Louise O’Keeffe, Louise O’Keeffe im Jahr 2014, Recht, wiederholt sexuell missbraucht, Fall vor die Große Kammer des EGMR bringen, Fünf Richter werden dann beurteilen, in der Großen Kammer würden dann insgesamt 14 Richter das Urteil fällen, schweizerischen Wiedergutmachungs-Initiative, als nächstes berät das Parlament darüber, Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplazierungen, Heimkinder wie Walter Nowak, Nowak fordert 1,4 Millionen Franken Entschädigung, Thurgauer Zeitung, Katharina Brenner, Walter Walo Nowak, Verein ehemaliger Heimkinder e.V., VEH e.V., erste Klage am Gerichtshof für Menschenrechte wegen Verjährung abgelehnt, gehe in Berufung wegen Formfehler, irischen Fall Louise O´Keeffe, EHEMALIGE-HEIMKINDER-TATSACHEN.COM, das aktuelle Urteil in diesem Fall Louise O´Keeffe vor dem EGMR in deutscher Sprache, http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?p=867#p867, Louise O’Keeffe gegen Irland EuGMR 027 (2014), Leidensgerschichte von Walter Nowak, SWR2 Tandem, Die Kirche soll mich fürchten, Walter Nowak will Rechenschaft für seine Kindheit,
29. Februar 2016 um 08:15
UPDATE zu dem schweizerischen Fall vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Strassburg:
Die Schweiz ratifizierte die am 04.11.1950 in Rom vom *Europarat* unterzeichnete und am 03.09.1953 allgemein in Kraft tretende Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) erst am 28.11.1974 !!
Ehemaliges Heimkind, Walter Nowak, der sich als Kind ohne sein Hinzutun als Schutzbefohlener in der Obhut des Schweizer Staates befand, jedoch, verließ das katholische Kinderheim in Fischingen, in das ihn der Schweizer Staat gegeben hatte, wo er von den Betreibern und ihren Helfershelfern misshandelt und missbraucht wurde, schon im Jahre 1972.
Walter Nowak war in diesem Heim von 1962 bis 1972.
Hatte der Schweizer Staat deshalb, während diesem Zeitraum, etwa keine Aufsichtspflicht über das Heim und keine Schutzpflicht über sein, des Staates, Mündel ??
War der Schweizer Staat nicht schon gemäß seiner Bundesverfassung grundsätzlich zur Achtung der Menschenrechte und der Menschwürde in Bezug auf alle Personen im Lande verpflichtet ??
3. März 2016 um 00:12
Spielfilm „SPOTLIGHT“ startete 25.02.2016 in deutschen Kinos!
„SPOTLIGHT“ wins Best Picture at 2016 Oscars!
„SPOTLIGHT“ hat Besten Film bei den 2016 Oscars gewonnen!
Und von den vorhergehenden Tagen, hier noch eine sehr gute Rezension zu diesem Film von DW – Deutsche Welle:
»Oscar-verdächtig: „Spotlight“ auf Missbrauch in der katholischen Kirche« @ http://www.dw.com/de/oscar-verd%C3%A4chtig-spotlight-auf-missbrauch-in-der-katholischen-kirche/a-19072649
Und siehe auch noch »Gab es ein System?« (vom 19.02.2016) @ http://kiz-online.de/content/gab-es-ein-system.
Und vor mehr als einer Woche schon hatten wir auch diese Filmrezenzion *Journalisten-Recherche-Drama zu Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche* @ https://www.freitag.de/autoren/hest/das-team-ist-der-star
Nach dem Oscars-ausgezeichneten SPIELFILM „SPOTLIGHT“, der die Welt hat aufwachen lassen.
Jetzt brauchen wir nur noch UNBEDINGT sobald wie möglich einen Blockbuster-SPIELFILM, der – als Beispiel und Vorbild – die Geschichte der Australian „Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse“ darstellt und erzählt
Offizielle Webseite der Australian „Royal Commission into Institutional Responses to Child Sexual Abuse“ (in Englisch) @ https://www.childabuseroyalcommission.gov.au/
3. August 2016 um 05:12
Ein damals ungefähr 45-jähriger Freistätter Erzieher (ev. Pfarrer), der DIE IN FREISTATT BEGANGENEN VERBRECHEN auch schon damals als solche erkannte, und sich weigerte mitzumachen, meldet sich zu Wort :
Bezüglich den VERBRECHEN in der Bethel-eigenen Jugendwohlfahrts- und Erziehungsanstalt FREISTATT – der jetzigen TOURISTEN-ATTRAKTION „FREISTATT“ / „BETHEL IM NORDEN“
ANFANG EINES ZITATS EINES DIESBEZÜGLICHEN ARCHIVIERTEN LESERKOMMENTARS AUS DEM JAHRE 2008.
„VERBRECHEN IM NAMEN DER KIRCHE“
ANFANG DER ÄUSSERUNG EINES DIREKT INVOLVIERTEN ZEITZEUGENS.
„Mit Überraschung und mit einem Gefühl der Scham nahm ich Ihren Artikel vom 16. September über die Misshandlung von Kindern in kirchlichen Heimen zur Kenntnis.
Die geschilderten Ereignisse kann ich nur bestätigen, denn auf Votum meines damaligen Militärbischofs wurde ich 1968 für eine kurzfristige Tätigkeit in eins der genannten Heime entsandt. Die Behandlung der dort untergebrachten Jugendlichen kann man kaum wiedergeben.
Ich schäme mich, nicht schärfer und lauter protestiert zu haben.“
ENDE DER ÄUSSERUNG EINES DIREKT INVOLVIERTEN ZEITZEUGENS.
Dieser altgewordene Kirchenmann muß sich fragen lassen, warum er in diesen vierzig Jahren nie einen Weg gesucht hat, DAS VERSCHWEIGEN [ DIESER VERBRECHEN IN FREISTATT ] aufzubrechen.
ENDE EINES ZITATS EINES DIESBEZÜGLICHEN ARCHIVIERTEN LESERKOMMENTARS AUS DEM JAHRE 2008.
QUELLE: Rubrik „Zeitungsberichte“ @ http://www.spurensuche-meinung-bilden.de/index.php?id=4&topic=10&key=2
21. September 2016 um 12:16
9. November 2016 um 23:49
Stiftung für [behinderte] Heimkinder soll gegründet werden (hieß es Mitte November 2015). — Diese Stiftung ist jetzt (September 2016) gegründet worden und es gibt jetzt auch eine Webseite dafür.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat gerade (Mitte September 2016) folgende informative Webseite zu diesem Thema »Stiftung „Anerkennung und Hilfe“« eingerichtet.
22. Januar 2017 um 06:50
Nur so viel zum Film FREISTATT der kürzlich erstmalig auch im deutschen Fernsehen (ARD) erschien.
‹ Golem in der Neuköllner Oper — Flüchtlingsreise im Heimathafen Neukölln: Das Herz der Finsternis ›

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