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Timestamp: 2016-10-22 13:36:08+00:00

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2C_318/2010 (16.09.2010)
2C_318/2010
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 24. Februar 2010.
Der t�rkische Staatsangeh�rige X.________ wurde am ***1987 in St. Gallen geboren. Als Sohn einer in der Schweiz niedergelassenen T�rkin erhielt er die Niederlassungsbewilligung. Er wuchs in schwierigen Familienverh�ltnissen auf. Im Jahre 2001 wurde der Mutter die Obhut entzogen und X.________ wurde ein Beistand beigegeben. In der Folge lebte er in verschiedenen Pflegefamilien und Heimen, bis er im Jahre 2002 wieder bei seiner Mutter untergebracht wurde. Gem�ss unbestrittener Feststellung der Vorinstanz musste ihn die �ffentliche Schule ausschliessen und scheiterte auch der Besuch einer Privatschule nach kurzer Zeit. Er ging einigen Gelegenheitsjobs nach und lebte von der Arbeitslosen- und Sozialhilfe.
X.________ gab wiederholt zu Klagen Anlass:
- Am 20. Oktober 2004 verurteilte ihn die Jugendanwaltschaft St. Gallen wegen Raubs, mehrfacher Sachbesch�digung, mehrfachen geringf�gigen Verm�gensdelikten (Diebstahl) sowie �bertretung des Waffengesetzes zu einer Einschliessungsstrafe von einem Monat bedingt. Das Ausl�nderamt des Kantons St. Gallen verwarnte ihn deswegen am 9. Februar 2005 und stellte die Ausweisung in Aussicht, falls er sich k�nftig nicht in jeder Hinsicht klaglos verhalten werde. Es hielt zudem fest, dass er sich um eine Arbeitsstelle bem�hen m�sse und nicht l�nger von der Sozialhilfe abh�ngig bleiben k�nne.
- Am 17. Mai 2005 verurteilte ihn die Jugendanwaltschaft St. Gallen wegen F�hrens eines Motorfahrzeuges ohne entsprechenden F�hrerausweis, F�hrens eines nicht vorschriftgem�ssen Fahrzeuges, Nichttragen eines Schutzhelms sowie Nichtbeherrschen des Fahrzeuges infolge Beeintr�chtigung durch Radio, sprich Walkman, oder anderer Tonwiedergabeger�te zu einer Busse von Fr. 120.--.
- Am 11. Dezember 2006 verurteilte ihn das Untersuchungsamt St. Gallen wegen mehrfachen Diebstahls, mehrfacher Sachbesch�digung, mehrfachen geringf�gigen Verm�gensdelikten, mehrfachen Hausfriedensbruchs, mehrfacher Verletzung von Verkehrsregeln, mehrfachen pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall, F�hrens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs, mehrfacher Entwendung zum Gebrauch, mehrfachen Fahrens ohne F�hrerausweis, mehrfacher �bertretung des Bundesgesetzes �ber Bet�ubungsmittel, Missbrauch von Ausweisen und Schildern, Fahrens ohne Haftpflichtversicherung, Fahrens ohne Fahrzeugausweis oder Kontrollschilder, Fahrens in angetrunkenem Zustand und mehrfacher �bertretung des Bundesgesetzes �ber den Transport im �ffentlichen Verkehr zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bedingt und einer Busse von Fr. 200.--.
- Am 18. April 2008 verurteilte ihn das Bezirksgericht Z�rich wegen schwerer K�rperverletzung, Pornographie, Fahrens in fahrunf�higem Zustand, Fahrens ohne F�hrerausweis sowie mehrfacher �bertretung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz - unter Einbezug des Widerrufs der vorher bedingt ausgesprochenen Strafen - zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und einer Busse von Fr. 500.--. Er wurde in eine Einrichtung f�r junge Erwachsene eingewiesen und der Vollzug der Freiheitsstrafe wurde zu diesem Zweck aufgeschoben. Der Vollzug der am 31. M�rz 2008 vorzeitig angetretenen Massnahme dauert l�ngstens bis 17. August 2012.
Am 24. Juli 2009 stellte das Ausl�nderamt St. Gallen X.________ den Widerruf der Niederlassungsbewilligung in Aussicht, wozu er am 7. Juli 2009 Stellung nahm. Mit Verf�gung vom 16. Juli 2009 widerrief das Ausl�nderamt St. Gallen die Niederlassungsbewilligung und ordnete an, dass X.________ nach seiner Entlassung aus der Massnahme die Schweiz zu verlassen habe.
X.________ rekurrierte gegen diese Verf�gung an das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen, welches den Rekurs mit Beschluss vom 26. Oktober 2009 abwies. Erfolglos beschwerte sich X.________ dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 16. April 2010 beantragt X.________, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 24. Februar 2010, soweit es die gestellten Rechtsbegehren abweise, sowie die Verf�gung des Ausl�nderamtes vom 16. Juli 2009 aufzuheben und dem Beschwerdef�hrer die Niederlassungsbewilligung zu belassen. Eventualiter sei die Sache mit der Anordnung, das Widerrufsverfahren bis nach Abschluss der Massnahme zu sistieren, zur neuen Entscheidung an das Ausl�nderamt zur�ckzuweisen. Subeventualiter sei das Ausl�nderamt anzuweisen, dem Beschwerdef�hrer eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen. Zudem stellt X.________ das Begehren, die unentgeltliche Prozessf�hrung zu bewilligen, auf die Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und ihm einen unentgeltlichen Rechtsbeistand f�r das vorliegende und das vorausgehende Rechtsmittelverfahren zu bestellen. Er r�gt die Verletzung von Bundesrecht und von Art. 8 EMRK sowie die rechtswidrige Erstellung des Sachverhaltes.
Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen, das Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen sowie das Bundesamt f�r Migration beantragen die Abweisung der Beschwerde.
1.1 Am 1. Januar 2008 hat das Bundesgesetz vom 16. Dezember 2005 �ber die Ausl�nderinnen und Ausl�nder (AuG; SR 142.20) das Bundesgesetz vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; BS 1 121) abgel�st. F�r den Widerruf der Niederlassungsbewilligung gilt demnach das neue Ausl�nderrecht, da dieses vor Er�ffnung des Widerrufsverfahrens in Kraft getreten ist.
1.2 Gegen Entscheide �ber den Widerruf der gem�ss Art. 34 Abs. 1 AuG unbefristeten Niederlassungsbewilligung ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig, weil grunds�tzlich ein Anspruch auf das Fortbestehen dieser Bewilligung gegeben ist (BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4). Anfechtungsobjekt ist jedoch ausschliesslich das Urteil des Verwaltungsgerichts. Soweit mit dem Rechtsmittel die Verf�gung des Ausl�nderamtes beanstandet wird, kann darauf nicht eingetreten werden (Devolutiveffekt; vgl. Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG).
1.3 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG).
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine rechtswidrige Erstellung des rechtserheblichen Sachverhalts.
Er macht geltend, die Vorinstanz habe in ihrem Entscheid zu Unrecht mehrfach auf das im Herbst 2009 gegen den Beschwerdef�hrer eingeleitete Strafverfahren Bezug genommen. Dies zumal das Verfahren aufgrund eines Urteils vom 23. M�rz 2010 mit einem Freispruch geendet habe. Dieser Einwand geht fehl. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass im Urteilszeitpunkt das fragliche Strafverfahren gegen den Beschwerdef�hrer eingeleitet worden war. Demzufolge hat die Vorinstanz diesbez�glich den Sachverhalt korrekt festgestellt. Die Frage, ob die Vorinstanz die fragliche Einleitung des Strafverfahrens richtig gew�rdigt und in ihren Entscheid einbezogen hat, stellt nicht ein Problem der Sachverhaltsermittlung dar, sondern beschl�gt die im Rahmen der Rechtsanwendung vorzunehmende Interessenabw�gung.
Weiter bringt er vor, indem die Vorinstanz gegen den Beschwerdef�hrer zahlreiche angebliche strafrechtliche Vergehen anf�hre und geltend mache, er habe sich Erpressungen und Drohungen gegen seine Mutter zuschulden kommen lassen, habe sie die Unschuldsvermutung verletzt. Auch dieses Vorbringen dringt nicht durch. Bez�glich der Verfehlungen gegen�ber seiner Mutter ergibt sich aus dem angefochtenen Urteil nicht, dass diese f�r den Schluss der Vorinstanz, der Beschwerdef�hrer habe in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz verstossen und sei weder willens noch f�hig, sich in die geltende Rechtsordnung einzuf�gen, relevant waren. Was die weiteren angeblichen zahlreichen strafrechtlichen Vergehen anbelangt, hat die Vorinstanz festgestellt, die �ffentliche Schule sei wegen zahlreicher Vorkommnisse (sexuelle �bergriffe, Drohungen und T�tlichkeiten) nicht mehr bereit gewesen, ihn wieder aufzunehmen. Diese vorinstanzliche Feststellung st�tzt sich auf eine entsprechende Aktennotiz der Jugendanwaltschaft St. Gallen. Der Beschwerdef�hrer legt nicht dar, inwiefern sie unzutreffend sein sollte, sei es, dass er nicht von der �ffentlichen Schule ausgeschlossen worden sei, sei es, dass daf�r andere Gr�nde massgebend gewesen w�ren. Entgegen seiner Meinung gen�gt es nicht, sich auf die Unschuldsvermutung zu berufen und daraus zu folgern, mangels Verurteilung m�sse davon ausgegangen werden, er habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Auf keinen Fall kann aufgrund eines derartigen pauschalen Vorbringens geschlossen werden, die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz sei offensichtlich unrichtig.
Der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt ist demnach f�r das Bundesgericht verbindlich.
2.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt sodann, die Vorinstanz habe sein rechtliches Geh�r verletzt, indem sie festgestellt habe, er �bersehe Bussen der SBB, die er w�hrend des Massnahmevollzuges erwirkt habe und die zu bezahlen er sich weigere. Diese R�ge ist unbegr�ndet. Die Feststellung der Vorinstanz st�tzt sich auf ein Sitzungsprotokoll des Massnahmenvollzuges von Uitikon vom 23. Juni 2009, welches vom Rechtsvertreter des Beschwerdef�hrers selber im Rahmen der Rekurserg�nzung am 4. September 2009 beim Sicherheits- und Justizdepartement des Kantons St. Gallen eingereicht wurde. Es ist daher nicht nachvollziehbar, inwiefern das rechtliche Geh�r des Beschwerdef�hrers durch diese Feststellung verletzt worden w�re.
3.1 Nach Art. 63 Abs. 2 AuG kann die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufh�lt, nur widerrufen werden, wenn er in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gef�hrdet oder die innere oder �ussere Sicherheit gef�hrdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG) oder wenn er zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde oder gegen ihn eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder Art. 61 StGB angeordnet wurde (Art. 62 lit. b AuG). Nach Art. 80 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 �ber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst�tigkeit (VZAE; SR 142.201) liegt ein Verstoss gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung unter anderem insbesondere vor bei einer Missachtung von gesetzlichen Vorschriften und beh�rdlichen Verf�gungen (Abs. 1 lit. a) sowie bei mutwilliger Nichterf�llung der �ffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Verpflichtungen (Abs. 1 lit. b). Auch eine Summierung von Verst�ssen, die f�r sich genommen f�r einen Widerruf nicht ausreichten, kann einen Bewilligungsentzug rechtfertigen, wenn die betroffene Person mit ihrem (negativen) Verhalten objektiv zeigt, dass sie auch k�nftig weder willens noch f�hig ist, sich in die geltende Rechtsordnung einzuf�gen (vgl. ANDREAS Z�ND/LADINA ARQUINT HILL, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Ausl�nderrecht, Bern 2009, 2. Auflage, S. 326 f. N. 8.29). Ist eine Massnahme begr�ndet, aber den Umst�nden nicht angemessen, so kann die betroffene Person nach Art. 96 Abs. 2 AuG unter Androhung dieser Massnahme verwarnt werden.
3.2 Der Beschwerdef�hrer wurde 1987 in der Schweiz geboren und lebt seither hier, wobei er �ber eine Niederlassungsbewilligung verf�gt. Er h�lt sich somit seit mehr als 15 Jahren ordnungsgem�ss in der Schweiz auf, weshalb nur die in Art. 63 Abs. 2 AuG aufgef�hrten Widerrufsgr�nde in Frage kommen.
Die Feststellung der Vorinstanz, der Widerrufsgrund nach Art. 62 lit. b AuG sei aufgrund der Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren, ausgesprochen am 18. April 2008, gegeben, ist zutreffend. Ebenso ist die Annahme der Vorinstanz, der Beschwerdef�hrer habe in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG) verstossen, nicht zu beanstanden. Der Beschwerdef�hrer kam seit 2004 immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Die Vorinstanz stellte zu Recht fest, der Beschwerdef�hrer habe trotz fr�herer Verurteilung, trotz laufenden Probezeiten und ungeachtet der ausdr�cklichen Verwarnung des Ausl�nderamtes fortgefahren, die Rechtsordnung in immer schwerwiegender Art zu missachten. Ihre Schlussfolgerung, der Beschwerdef�hrer habe gezeigt, dass er auch k�nftig weder willens noch f�hig sei, sich in die geltende Rechtsordnung einzuf�gen, ist folgerichtig. Daran vermag der Einwand des Beschwerdef�hrers, er habe die Delikte in jugendlichem Alter und als junger Erwachsener begangen, nichts zu �ndern. Als er seine schwerste Gewalttat beging, f�r die er zu einer mehrj�hrigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde, war er immerhin bereits zwanzig Jahre alt. Auch seine Behauptungen, er habe erhebliche Fortschritte in seinem Verhalten gemacht und die Massnahme verlaufe positiv, f�hren zu keinem anderen Schluss. Entgegen seiner Meinung hat die Vorinstanz den Umstand, dass gegen ihn w�hrend dem Massnahmevollzug ein Strafverfahren eingeleitet wurde und er in Sicherheitshaft genommen wurde, zu Recht mit ber�cksichtigt und zu seinen Ungunsten gew�rdigt. Zwar bringt er vor, das fragliche Strafverfahren habe mit einem Freispruch geendet und seine Unschuld sei damit festgestellt worden. Diese Ausf�hrungen sind jedoch so nicht zutreffend und lassen ein teilweise fehlendes Unrechtsbewusstsein vermuten. Richtig ist, dass der Beschwerdef�hrer vom Bezirksgericht B�lach am 24. M�rz 2010 vom Vorwurf der N�tigung freigesprochen wurde. Was den Vorwurf von Sachbesch�digung, Drohung, Hausfriedensbruch sowie T�tlichkeit betrifft, wurde im besagten Urteil jedoch lediglich vom R�ckzug des Strafantrages Vormerk genommen. Aufgrund der Aussagen des Beschwerdef�hrers anl�sslich der polizeilichen Einvernahme vom 29. Oktober 2009 - wonach er trotz Anwesenheit seiner Ex-Freundin gegen deren Willen durch ein Fenster in deren Wohnung eingestiegen war und dabei einen Rollladen besch�digte - darf ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass er den objektiven Tatbestand zumindest der Sachbesch�digung und des Hausfriedensbruchs erf�llt hat.
3.3 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung muss - wie erw�hnt - verh�ltnism�ssig sein. Es ist eine sorgf�ltige Pr�fung des Einzelfalles vorzunehmen (BBl 2002 3810 zu Art. 62). Insoweit haben die zust�ndigen Beh�rden namentlich die �ffentlichen Interessen und die pers�nlichen Verh�ltnisse sowie den Grad der Integration der betroffenen Ausl�nder zu ber�cksichtigen (Art. 96 AuG).
3.3.1 Die Vorinstanz hat richtig festgestellt, dass Ausgangspunkt und Massstab der fremdenpolizeilichen G�terabw�gung in erster Linie die Schwere des Verschuldens ist, das sich in der Dauer der Freiheitsstrafe niederschl�gt. Sie hat zudem mit �berzeugender Begr�ndung, auf welche verwiesen werden kann, dargelegt, dass die Schwere der begangenen Straftaten und die Schuld des Beschwerdef�hrers als ausserordentlich schwer zu erachten sind. Die Vorinstanz hat im Weiteren - entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers - eine sorgf�ltige Interessenabw�gung vorgenommen und zu Recht erkannt, f�r den Verbleib des Beschwerdef�hrers in der Schweiz spreche einzig der Umstand, dass er hier geboren sei. Sodann stellte sie fest, es best�nden weder besondere pers�nliche noch berufliche oder andere Bindungen zur Schweiz, die �ber eine normale Integration hinausgehen. Auch dieser Feststellung ist zuzustimmen. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers f�hrt der Umstand, dass er sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat, nicht automatisch zur Annahme einer vollst�ndigen Verwurzelung. Vielmehr trifft zu, dass der Beschwerdef�hrer, obwohl er hier geboren sowie aufgewachsen ist und schweizerdeutsch spricht, �ber keine vertiefte soziale Beziehungen verf�gt und weder die obligatorische Schule vollendet, noch - von ein paar Gelegenheitsjobs abgesehen - in Freiheit je ernsthaft gearbeitet hat. Zudem wird der Schluss der Vorinstanz bekr�ftigt durch die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer w�hrend seines ganzen Aufenthaltes durchwegs negativ auffiel und mit seiner wiederholten Straff�lligkeit eine gleichg�ltige Haltung der hiesigen Rechtsordnung gegen�ber bezeugte.
3.3.2 Die Vorinstanz legt dar, dass der Beschwerdef�hrer sein Heimatland von Ferienaufenthalten her kennt, t�rkisch spricht und Verwandte in der T�rkei hat. Sie schliesst daraus, dem ledigen und kinderlosen Beschwerdef�hrer, der im sp�testen Zeitpunkt der Entlassung aus der Massnahme 25 Jahre alt sein werde, sei es somit zumutbar, die Schweiz zu verlassen und in seinem ihm nicht v�llig unbekannten Heimatland, wo er Verwandte habe, mit bis dann erworbenen Kenntnissen im Malerberuf sowie einem gewissen Einsatz Fuss zu fassen. Diese Einsch�tzung ist nicht zu beanstanden, auch wenn der Beschwerdef�hrer vortr�gt, er spreche nur noch schlecht und l�ckenhaft t�rkisch und zu den Verwandten bestehe heute keinerlei Kontakt. Es ist nicht ersichtlich, weshalb es dem Beschwerdef�hrer nicht m�glich sein sollte, seine Kenntnisse der t�rkischen Sprache bis zum Abschluss der Massnahme zu verbessern sowie mit seinen Verwandten in der T�rkei Kontakt aufzunehmen. Selbst wenn der Beschwerdef�hrer am Verbleib in der Schweiz sehr interessiert sein mag, besteht damit nicht ein derart gewichtiges privates Interesse, das das sehr erhebliche �ffentliche Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdef�hrers zu �berwiegen verm�chte.
3.3.3 Es trifft zu, dass gem�ss der Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte (EGMR) auch in gewissen F�llen massiver Straff�lligkeit die privaten Interessen die �ffentlichen Interessen an einer Fernhaltung zu �berwiegen verm�gen. Aufgrund der vorliegenden Umst�nde kann der Beschwerdef�hrer jedoch aus dieser Rechtsprechung nichts zu seinen Gunsten ableiten.
Soweit er sich auf die Urteile des EGMR in Sachen Emre gegen die Schweiz vom 22. Mai 2008 (Beschwerde Nr. 42034/04) sowie Maslov gegen �sterreich vom 23. Juni 2008 (Beschwerde Nr. 1638/03) beruft, hat das Verwaltungsgericht im angefochtenen Urteil bereits eingehend dargelegt, dass die dort zu beurteilenden Verh�ltnisse in entscheidenden Punkten anders lagen. Es kann diesbez�glich auf die vorinstanzlichen Erw�gungen verwiesen werden. Aber auch den weiteren, vom Beschwerdef�hrer zitierten F�llen liegen Verh�ltnisse zugrunde, die sich in entscheidwesentlichen Punkten vom vorliegenden Sachverhalt unterscheiden: Im Fall Moustaquim gegen Belgien vom 18. Februar 1991 (Beschwerde Nr. 12313/86) beging der Beschwerdef�hrer seine Delikte bevor er 18 Jahre alt war und innerhalb von lediglich elf Monaten. Zwischen seiner letzten Verurteilung und dem Ausweisungsentscheid verstrichen �ber drei Jahre, was vom EGMR als relativ lang bezeichnet wurde, und der Beschwerdef�hrer lebte w�hrend ungef�hr 23 Monaten in Freiheit. Zudem hielt der Gerichtshof fest, alle seine nahen Verwandten w�rden seit langem in Belgien wohnen und eines der �lteren Geschwister habe die belgische Staatsb�rgerschaft erworben. Im Fall Beldjoudi gegen Frankreich vom 26. M�rz 1992 (Beschwerde Nr. 12083/86) hatte der Beschwerdef�hrer �ber vierzig Jahre in Frankreich gelebt. Der Gerichtshof hielt fest, er scheine ausser seiner Staatsb�rgerschaft keinerlei Beziehungen zu Algerien zu haben und kein Arabisch zu sprechen. Seine Ehefrau sei Franz�sin, Tochter franz�sischer Eltern, in Frankreich geboren und habe immer dort gelebt. Wenn sie gezwungen w�re, ihrem Ehemann zu folgen, m�sste sie sich voraussichtlich in Algerien niederlassen, einem Staat, dessen Sprache sie wahrscheinlich nicht kenne, was ihr grosse Schwierigkeiten bereiten w�rde und wof�r praktische und eventuell sogar rechtliche Hindernisse bestehen w�rden. Im Fall Nasri gegen Frankreich vom 21. Juni 1995 (Beschwerde Nr. 19465/92) handelte es sich um einen geh�rlosen Beschwerdef�hrer, welcher ein Minimum an psychologischem und sozialem Gleichgewicht lediglich innerhalb seiner Familie erhalten konnte, wobei die Familienangeh�rigen franz�sische Staatsangeh�rige ohne n�here Bindungen zu Algerien waren. Der Gerichtshof ging zudem davon aus, dass der Beschwerdef�hrer kein Arabisch verstand. Im Fall Radovanovic gegen �sterreich vom 22. April 2004 (Beschwerde Nr. 42703/98) war entscheidend, dass der Beschwerdef�hrer einerseits die ihm vorgeworfenen Delikte als Jugendlicher - im Alter von 18 Jahren - ver�bte und die unbedingte Gef�ngnisstrafe auf bloss sechs Monate lautete, w�hrend 24 Monate bei einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben wurden, sowie dass er andererseits bei seiner Familie wohnte und keine Verwandten in Serbien und Montenegro hatte.
3.3.4 Zusammenfassend ist festzuhalten, dass die Vorinstanz im vorliegenden Fall zu Recht erkannt hat, bei einer Gesamtw�rdigung des Verhaltens des Beschwerdef�hrers sei das �ffentliche Interesse an seiner Fernhaltung h�her zu gewichten als sein pers�nliches Interesse an einem Verbleib in der Schweiz. Dementsprechend ist sowohl sein Hauptantrag auf Aufhebung des Urteils der Vorinstanz, soweit dieses die gestellten Rechtsbegehren abweise, als auch sein Subeventualantrag, wonach das Ausl�nderamt anzuweisen sei, ihm eine Aufenthaltsbewilligung zu erteilen, abzuweisen.
3.4 Der Beschwerdef�hrer beantragt eventualiter die R�ckweisung der Sache an das Ausl�nderamt mit der Anordnung, das Widerrufsverfahren sei bis nach Abschluss der Massnahme zu sistieren.
Dieses Begehren ist ebenfalls abzuweisen. Die Vorinstanz hat sich damit im angefochtenen Entscheid bereits ausf�hrlich auseinandergesetzt und unter Verweis auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung dargelegt, dass es im vorliegenden Fall keine Rechtsverletzung darstelle, wenn schon zu einem fr�heren Zeitpunkt und nicht erst nach der Entlassung aus dem Straf- bzw. Massnahmenvollzug �ber die Ausweisung entschieden werde. Insbesondere hat sie dabei auch dargelegt, dass das - vor Bundesgericht erneut vorgebrachte - Argument, eine sp�tere Entscheidung w�rde dem Beschwerdef�hrer Gelegenheit geben, seine Therapie weiterzuf�hren und sein Wohlverhalten unter Beweis zu stellen, keine ausschlaggebende Rolle spielen kann. Den Ausf�hrungen der Vorinstanz ist vollumf�nglich zuzustimmen und es kann auf die entsprechenden Erw�gungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden, insbesondere auf die unbestritten gebliebene Feststellung, dass der Beschwerdef�hrer seit Einweisung in die geschlossene Abteilung am 31. M�rz 2008 bereits zweimal wegen T�tlichkeiten mit einem Disziplinararrest bestraft werden musste. Erg�nzend zu ber�cksichtigen ist sodann, dass der Beschwerdef�hrer im Jahre 2009 - gem�ss seinen eigenen Aussagen - zulasten seiner Ex-Freundin den objektiven Tatbestand der Sachbesch�digung und des Hausfriedensbruchs erf�llt hat, selbst wenn dies infolge R�ckzugs der Strafanzeige nicht zu einer Verurteilung f�hrte (vgl. E. 3.2).
4.1 Nach dem Dargelegten ist der Widerruf der Niederlassungsbewilligung bundesrechts- und konventionskonform. Die Beschwerde erweist sich damit als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
4.2 Dem Verfahrensausgang entsprechend h�tte der Beschwerdef�hrer grunds�tzlich die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Er hat aber um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung ersucht. Die Bed�rftigkeit des Beschwerdef�hrers erscheint als offensichtlich. Angesichts der differenzierten Rechtsprechung des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte insbesondere in Bezug auf Ausl�nder der zweiten Generation musste der Beschwerdef�hrer auch nicht von vornherein davon ausgehen, seine Rechtsbegehren seien aussichtslos. Dem Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung ist daher stattzugeben( vgl. Art. 64 BGG).
2.2 Rechtsanwalt Bernhard J�si, Z�rich, wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren als unentgeltlicher Rechtsbeistand eingesetzt und aus der Bundesgerichtskasse mit Fr. 2'500.-- entsch�digt.

References: Art. 8
 Art. 34
 Art. 86
 Art. 63
 Art. 64
 Art. 61
 Art. 80
 Art. 96
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 62
 EGMR 
 EGMR 
 Art. 64