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Timestamp: 2019-06-17 09:50:27+00:00

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BGH, 19.07.2016 - VI ZR 491/15 - dejure.org
https://dejure.org/2016,29366
BGH, 19.07.2016 - VI ZR 491/15 (https://dejure.org/2016,29366)
BGH, Entscheidung vom 19.07.2016 - VI ZR 491/15 (https://dejure.org/2016,29366)
BGH, Entscheidung vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15 (https://dejure.org/2016,29366)
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§ 249 Abs. 2 Satz 1 BGB, § 242 BGB, §§ 7, 18 StVG, § 115 VVG, § 249 BGB, § 134 BGB, § 2 Abs. 2 Satz 1, § 3 RDG, § 287 ZPO, § 287 Abs. 1 ZPO, § 562 Abs. 1, § 563 Abs. 1 Satz 1 ZPO
§ 249 Abs 2 S 1 BGB, § 287 ZPO, § 7 StVG, § 18 StVG, § 115 VVG
Schadensersatz bei Kfz-Unfall: Sachverständigenkosten als auszugleichender Vermögensnachteil; Darlegungslast des Geschädigten hinsichtlich der Höhe der Sachverständigenkosten
Darlegungslast des Geschädigten hinsichtlich der Höhe der Sachverständigenkosten
Keine Indizwirkung der Rechnung des Sachverständigen bei Schadensersatzabtretung
Zugehörigkeit der Kosten für die Begutachtung des bei einem Verkehrsunfall beschädigten Fahrzeugs zu den mit dem Schaden unmittelbar verbundenen Vermögensnachteilen
BGH überrascht erneut mit einer kritisch zu betrachtenden Entscheidung zu den abgetretenen Sachverständigenkosten mit Urteil vom 19.7.2016 - VI ZR 491/15 -.
Sachverständigenkosten zur Schadensfeststellung sind auszugleichender Vermögensschaden!
Verkehrsrecht - Schadensersatz bei Kfz-Unfall - Sachverständigenkosten als auszugleichender Vermögensnachteil
Sachverständigenkosten - auszugleichender Vermögensnachteil und Darlegungslast
Darlegungslast des Geschädigten zur Höhe der Sachverständigenkosten
Indizwirkung bei unbeglichener Sachverständigenrechnung abgelehnt - Einfaches Bestreiten der Schadenhöhe reicht aus
Anforderungen an die Darlegung von Sachverständigenkosten
Kurznachricht zu "Schätzung der Sachverständigenkosten bei Rechnungsausgleich durch Geschädigten - Anmerkung zum Urteil des BGH vom 19.07.2016" von RiAG Dr. Johannes Wittschier, original erschienen in: NJW 2016, 3363 - 3365.
NJW 2016, 3363
MDR 2016, 1378
NZV 2016, 573
VersR 2016, 1387
Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts ist im Rahmen der subjektbezogenen Schadensbetrachtung zwar nicht auf die Erkenntnismöglichkeiten des Erstzessionars, also des Sachverständigen, abzustellen, denn der Zessionar erwirbt die Forderung in der Form, wie sie zuvor in der Person des Zedenten bestand (vgl. Senatsurteil vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 22).
Auf die Revision der Beklagten hat der Senat das landgerichtliche Urteil insoweit aufgehoben, als zum Nachteil der Beklagten erkannt worden ist und im Umfang der Aufhebung die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Senatsurteil vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387).
Denn diese Kosten gehören zu den mit dem Schaden unmittelbar verbundenen und gemäß § 249 BGB auszugleichenden Vermögensnachteilen, soweit die Begutachtung zur Geltendmachung des Schadensersatzanspruchs erforderlich und zweckmäßig ist (vgl. nur Senatsurteil vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 10).
Insoweit ist auf das erste Senatsurteil in diesem Verfahren Bezug zu nehmen (vgl. Senatsurteil vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15 aaO Rn. 11).
Sie ist revisionsrechtlich nur daraufhin überprüfbar, ob der Tatrichter erhebliches Vorbringen der Parteien unberücksichtigt gelassen, Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Betracht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (vgl. Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, NJW 2016, 3363 Rn. 13;… vom 26. April 2016 - VI ZR 50/15, VersR 2016, 1133 Rn. 10 mwN).
Ein einfaches Bestreiten der Erforderlichkeit des ausgewiesenen Rechnungsbetrages zur Schadensbehebung reicht dann grundsätzlich nicht aus, um die geltend gemachte Schadenshöhe in Frage zu stellen (Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 18;… vom 22. Juli 2014 - VI ZR 357/13, VersR 2014, 1141 Rn. 16).
Zu Recht ist das Berufungsgericht davon ausgegangen, dass bei Fehlen der Indizwirkung der beglichenen Rechnung oder anderer gleich gewichtiger Indizien ein - hier erfolgtes - einfaches Bestreiten der Erforderlichkeit des ausgewiesenen Rechnungsbetrages grundsätzlich genügt, um die geltend gemachte Höhe in Frage zu stellen (…Senatsurteile vom 28. Februar 2017 - VI ZR 76/16, NJW 2017, 1875 Rn. 13; vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, NJW 2016, 3363 Rn. 18; jeweils mwN).
Zutreffend hat das Berufungsgericht weiter angenommen, dass der Geschädigte bzw. der Zessionar dann, wenn - wie im Streitfall - eine beglichene Rechnung mit Indizwirkung nicht vorliegt, konkrete Anhaltspunkte für die Bestimmung des Herstellungsaufwandes unter Berücksichtigung der speziellen Situation des Geschädigten vorzutragen hat (Senatsurteil vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 20).
Die Sittenwidrigkeit kann nicht damit begründet werden, dass der Beklagte unter Ausnutzung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur subjektbezogenen Schadensbetrachtung im Rahmen des § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB (…vgl. hierzu zuletzt BGH, Urteile vom 28. Februar 2017 - VI ZR 76/16, VersR 2017, 636 Rn. 12; vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, NJW 2016, 3363 Rn. 16 m.w.N.) mit dem Geschädigten ein das ortsübliche Honorar deutlich übersteigendes Honorar zu Lasten der letztlich erstattungspflichtigen Klägerin als Haftpflichtversicherer des Schädigers vereinbart hat.
Sein Anspruch ist auf Befriedigung seines Finanzierungsbedarfs in Form des zur Wiederherstellung objektiv erforderlichen Geldbetrages und nicht etwa auf Ausgleich von ihm bezahlter Rechnungsbeträge gerichtet (vgl. Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 15;… vom 11. Februar 2014 - VI ZR 225/13, VersR 2014, 474 Rn. 8;… vom 23. Januar 2007 - VI ZR 67/06, VersR 2007, 560 Rn. 13).
Denn Ziel der Schadensrestitution ist es, den Zustand wiederherzustellen, der wirtschaftlich gesehen der hypothetischen Lage ohne Schadensereignis entspricht (vgl. Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, aaO Rn. 15;… vom 15. September 2015 - VI ZR 475/14, aaO Rn. 10;… vom 9. Dezember 2014 - VI ZR 138/14, aaO Rn. 13;… vom 15. Oktober 2013 - VI ZR 528/12, aaO Rn. 18, jeweils mwN).
Der Geschädigte kann jedoch vom Schädiger nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB als erforderlichen Herstellungsaufwand nur die Kosten erstattet verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und notwendig bzw. angemessen erscheinen (vgl. Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, aaO Rn. 16;… vom 26. April 2016 - VI ZR 50/15, VersR 2016, 1133 Rn. 13;… vom 15. September 2015 - VI ZR 475/14, aaO Rn. 11;… vom 9. Dezember 2014 - VI ZR 138/14, aaO Rn. 14;… vom 15. Oktober 2013 - VI ZR 528/12, aaO Rn. 19).
Allerdings ist bei der Beurteilung, welcher Herstellungsaufwand erforderlich ist, auch Rücksicht auf die spezielle Situation des Geschädigten, insbesondere auf seine Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie auf die möglicherweise gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten zu nehmen (sog. subjektbezogene Schadensbetrachtung; vgl. Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, aaO Rn. 16;… vom 15. September 2015 - VI ZR 475/14, aaO Rn. 11 und 18;… vom 9. Dezember 2014 - VI ZR 138/14, aaO Rn. 14;… vom 15. Oktober 2013 - VI ZR 528/12, aaO Rn. 19, jeweils mwN; vom 6. November 1973 - VI ZR 27/73, BGHZ 61, 346, 348).
Hinsichtlich der Frage , welcher Geldbetrag zur Wiederherstellung objektiv erforderlich ist, genügt der Geschädigte regelmäßig seiner Darlegungslast durch Vorlage der - von ihm beglichenen (Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, aaO Rn. 18;… vom 26. April 2016 - VI ZR 50/15, aaO Rn. 12;… vom 15. September 2015 - VI ZR 475/14, aaO Rn. 19) - Rechnung des von ihm zur Schadensbeseitigung in Anspruch genommenen Fachunternehmens.
Sie ist revisionsrechtlich nur daraufhin überprüfbar, ob der Tatrichter erhebliches Vorbringen der Parteien unberücksichtigt gelassen, Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Betracht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (vgl. Senatsurteile vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 13;… vom 5. März 2013 - VI ZR 245/11, VersR 2013, 730 Rn. 14;… vom 8. Mai 2012 - VI ZR 37/11, VersR 2012, 917 Rn. 9 mwN).
Ein einfaches Bestreiten der Erforderlichkeit des ausgewiesenen Rechnungsbetrages zur Schadensbehebung reicht dann grundsätzlich nicht aus, um die geltend gemachte Schadenshöhe in Frage zu stellen (…Senatsurteile vom 24. Oktober 2017 - VI ZR 61/17, VersR 2018, 240 Rn. 19; vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 20;… vom 22. Juli 2014 - VI ZR 357/13, VersR 2014, 1141 Rn. 16).
Diese schlagen sich regelmäßig im tatsächlich aufgewendeten Betrag nieder, nicht hingegen in der Höhe der vom Sachverständigen erstellten Rechnung als solcher (…vgl. Senatsurteile vom 24. Oktober 2017 - VI ZR 61/17, VersR 2018, 240 Rn. 19;… vom 28. Februar 2017 - VI ZR 76/16, VersR 2017, 636 Rn. 13; vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15, VersR 2016, 1387 Rn. 19;… vom 26. April 2016 - VI ZR 50/15, VersR 2016, 1133 Rn. 12;… vom 22. Juli 2014 - VI ZR 357/13, VersR 2014, 1141 Rn. 16, 19 und vom 6. November 1973 - VI ZR 27/73, BGHZ 61, 346, 347 f.).
Allerdings ist bei der Beurteilung, welcher Herstellungsaufwand erforderlich ist, auch Rücksicht auf die spezielle Situation des Geschädigten, insbesondere auf seine Erkenntnis- und Einflussmöglichkeiten sowie auf die möglicherweise gerade für ihn bestehenden Schwierigkeiten zu nehmen (…sog. subjektbezogene Schadensbetrachtung, vgl. BGH, Urteil v. 11.02.2014, a.a.O., Rz. 7;… BGH, Urteil v. 22.07.2014 - VI ZR 357/13, zit. nach juris Rz. 15;… BGH, Urteil v. 26.04.2016 - VI ZR 50/15, zit. nach juris, Rz. 11; BGH, Urteil v. 19.07.2016 - VI ZR 491/15, zit. nach juris, Rz. 16, jeweils m.w.Nw.;… BGH, Urteil v. 28.02.2017 - VI ZR 76/16, zit. nach juris, Rz. 12;… BGH, Urteil v. 24.10.2017 - VI ZR 61/17, zit. nach juris, Rz. 17).
Der Zessionar erwirbt die Forderung in der Form, wie sie zuvor in der Person des Zedenten bestand (vgl. BGH…, Urteil vom 28.02.2017 - VI ZR 76/16, zit. nach juris, Rz. 14; BGH, Urteil v. 19.07.2016 - VI ZR 491/15, zit. nach juris, Rz. 20).
Soweit in der Rechtsprechung die Auffassung vertreten wird, dass dem klagenden Sachverständigen bzw. dem Abrechnungsunternehmen - anders als dem Geschädigten - losgelöst von der subjektiven Betrachtungsweise ein tatsächlich überhöhtes Honorar nach § 242 BGB entgegenhalten werden könne, weil der klagende Sachverständige im Falle der Zahlung überhöhter Sachverständigenhonorare seitens der Beklagten das Geleistete sogleich als Schadensersatz zurückerstatten müsste ("dolo agit - Einrede"; vgl. OLG Dresden, Urteil v. 19.02.2014 - 7 U 111/12, zit. nach juris; offengelassen von BGH, Urteil v. 19.07.2016 - VI ZR 491/15, zit. nach juris, Rz. 20), führt dies im Streitfall nicht zu einem abweichenden Ergebnis.
a) Die Frage der Beweislastverteilung bei Abtretung einer nicht beglichenen Forderung eines Unfallsachverständigen hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 19. Juli 2016 - VI ZR 491/15 - entschieden.
Nichts anderes ergibt sich auch aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 19. Juli 2016 (VI ZR 491/15), auf die die Parteien hingewiesen worden sind.
Denn der Geschädigte ist grundsätzlich berechtigt, einen qualifizierten Gutachter seiner Wahl mit der Erstellung des Schadensgutachtens zu beauftragen (BGH, Urteil vom 19.07.2016 - VI ZR 491/15 - Rn. 15 unter juris m.w.N.).
Dabei muss der Geschädigte grundsätzlich keine Marktforschung nach dem honorargünstigsten Sachverständigen betreiben (BGH, Urteil vom 19.07.2016, a.a.O., Rn 16 unter juris m.w.N.).
Die Darlegungslast für die schadensrechtliche Erforderlichkeit der Sachverständigenkosten nach den dargestellten Grundsätzen und den Anforderungen von § 287 ZPO obliegt dem Geschädigten (BGH, Urteil vom 19.07.2016, a.a.O., Rn. 18 m.w.N.).
Hat der Geschädigte tatsächlich keinen Aufwand hierauf erbracht, fehlt es an der Indizwirkung der Rechnung (BGH, Urteil vom 19.07.2016, a.a.O., Rn. 19 unter juris).
AG Bad Urach, 30.01.2018 - 1 C 378/17
AG Halle/Saale, 11.05.2017 - 91 C 3540/16

References: § 249
 § 242
 § 115
 § 249
 § 134
 § 2
 § 3
 § 287
 § 287
 § 562
 § 563

§ 249
 § 287
 § 7
 § 18
 § 115

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 § 242
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