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Timestamp: 2019-07-15 19:19:51+00:00

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BGH, 26.11.2015 - III ZR 78/15 - dejure.org
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BGH, 26.11.2015 - III ZR 78/15 (https://dejure.org/2015,37880)
BGH, Entscheidung vom 26.11.2015 - III ZR 78/15 (https://dejure.org/2015,37880)
BGH, Entscheidung vom 26. November 2015 - III ZR 78/15 (https://dejure.org/2015,37880)
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§ 544 Abs. 7 ZPO, § 826 BGB, § 522 Abs. 2 Satz 1 ZPO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 278 BGB, § 543 Abs. 2 ZPO, § 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 544 Abs. 4 Satz 2 Halbsatz 2 ZPO
Schadensersatzanspruch aufgrund fehlerhafter Anlageberatung i.R.d. Beteiligung an einer Fondsgesellschaft
GG Art. 103 Abs. 1; BGB § 278
LG München I, 01.09.2014 - 35 O 25883/13
OLG München, 15.12.2014 - 13 U 3742/14
OLG München, 09.02.2015 - 13 U 3742/14
Dementsprechend ist in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs seit langem die Verpflichtung des Treuhandkommanditisten anerkannt, die Anleger über alle wesentlichen Punkte, insbesondere regelwidrige Auffälligkeiten der Anlage, aufzuklären, die ihm bekannt sind oder bei gehöriger Prüfung bekannt sein müssen und die für die von den Anlegern zu übernehmenden mittelbaren Beteiligungen von Bedeutung sind (…Senatsurteile vom 13. Juli 2006 - III ZR 361/04, NJW-RR 2007, 406 Rn. 9;… vom 29. Mai 2008 - III ZR 59/07, NJW-RR 2008, 1129 Rn. 8;… vom 6. November 2008 - III ZR 231/07, NJW-RR 2009, 329 Rn. 4;… vom 12. Februar 2009 - III ZR 90/08, NJW-RR 2009, 613 Rn. 8;… vom 23. Juli 2009 - III ZR 323/07, BeckRS 2009, 22724 Rn. 6;… vom 22. April 2010 - III ZR 318/08, WM 2010, 1017 Rn. 7;… vom 15. Juli 2010 - III ZR 321/08, WM 2010, 1537 Rn. 9 …und vom 12. Dezember 2013 - III ZR 404/12, WM 2014, 118 Rn. 11; Senatsbeschluss vom 26. November 2015 - III ZR 78/15, BeckRS 2015, 20464 Rn. 16;… BGH, Urteile vom 24. Mai 1982 aaO S. 144 …und vom 14. Januar 2002 - II ZR 40/00, NJW 2002, 1711 Rn. 13).
Genügt das Parteivorbringen diesen Anforderungen, so kann der Vortrag weiterer Einzeltatsachen nicht verlangt werden (vgl. Senat, Beschluss vom 26. November 2015 - III ZR 78/15, BeckRS 2015, 20464 Rn. 8;… BGH, Beschlüsse vom 1. Juni 2005 aaO;… vom 12. Juni 2008 aaO Rn. 6 f;… vom 31. Juli 2013 - VII ZR 59/12, NJW 2013, 3180 Rn. 11 …und vom 6. Februar 2014 - VII ZR 160/12, NJW-RR 2014, 456 Rn. 12).
Das Berufungsgericht hat die Substantiierungsanforderungen somit überspannt und es dadurch versäumt, den Sachvortrag des Klägers in der gebotenen Weise zur Kenntnis zu nehmen und den angebotenen Beweis zu erheben, was einen Verstoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG darstellt (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 5. November 2014 - III ZR 559/13, NJW-RR 2015, 125 Rn. 9 und vom 26. November 2015 - III ZR 78/15, BeckRS 2015, 20464 Rn. 9; BGH…, Beschluss vom 6. Februar 2014 - VII ZR 160/12, NJW-RR 2014, 456 Rn. 12).
Denn das Landgericht hat allein auf die gefestigte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs dazu abgestellt, dass eine Treuhandkommanditistin - unabhängig von dem Halten eigener Anteile - als Vertragspartnerin des Treuhandvertrages die Pflicht trifft, die künftigen Treugeber über alle wesentlichen Punkte aufzuklären, die für die zu übernehmende mittelbare Beteiligung von Bedeutung sind (vgl. BGH, Beschl. v. 26.01.2015, III ZR 78/15, Rz. 16 a.E. in einem die hiesige Beklagte und den hier streitgegenständlichen Fonds betreffenden Verfahren sowie die weiteren vom Landgericht auf Seite 9 des angefochtenen Urteils zitierten Entscheidungen des Bundesgerichtshofs).
5.1 Zum einen trifft die Behauptung der Beklagten, der Bundesgerichtshof habe in seiner Entscheidung vom 26.11.2015 (III ZR 78/15, Anlage A31) bestätigt, dass keine Prospektfehler vorliegen würden, nicht zu.
5.4 Soweit sich die Beklagte auf die Entscheidung des OLG München vom 09.02.2015, (13 U 3742/14) bezieht, wurde diese vom Bundesgerichtshof aufgehoben (Beschl. v.26.11.2015, III ZR 78/15).
Stellt man hingegen darauf ab, dass sich aus den unterschiedlichen Vertragsverhältnissen - Treuhandvertrag einerseits, Gesellschaftsvertrag andererseits - jeweils eigene Aufklärungspflichten ergeben können (so insbesondere BGH, Beschluss vom 26.11.2015, III ZR 78/15, juris Tz. 16, wohl auch BGH…, Urteil vom 14.05.2012, II ZR 69/12, NJW-RR 2012, S. 1316, 1318 Tz. 17 f. und BGH…, Urteil vom 20.03.2006, II ZR 326/04, DStR 2006, S. 1003, 1004), könnte zwar die Pflichtverletzung aus der treuhänderischen Tätigkeit versichert sein.
Soweit sich ein Schadensersatzanspruch der Klagepartei auch aus der Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten aus dem Treuhandvertrag ergeben könnte (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 26.11.2015, III ZR 78/15, juris Tz. 16), fehlt es bereits an einem rechtskräftigen Urteil oder einem Anerkenntnis i. S. des § 154 Abs. 1 VVG a.F, so dass die Klagepartei mangels Fälligkeit keine Zahlung verlangen kann (vgl. BGH, Urteil vom 17.03.2004, IV ZR 268/03, juris Tz. 11).
Ein Treuhandkommanditist, der auch eigene Anteile an der Gesellschaft hält, haftet bei einer Verletzung der Aufklärungspflicht gegenüber den Anlagegesellschaftern wie ein Gründungsgesellschafter, vgl. BGH, Beschluss vom 26.11.2015, Az. III ZR 78/15.
Auch als Treuhänderin hat sie die vorvertragliche Pflicht, die künftigen Treugeber über alle wesentlichen Punkte, insbesondere regelwidrige Auffälligkeiten aufzuklären, die für die zu übernehmende mittelbare Beteiligung von Bedeutung sind und die ihr bekannt waren oder bei gehöriger Prüfung bekannt sein mussten, vgl. Bundesgerichtshof, Beschluss vom 26.11.2015, Az. III ZR 78/15, Urteil vom 12.12.2013, Az. III ZR 404/12 und Urteil vom 26.11.2015, Az. III ZR 78/15.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes hat ein Treuhandgesellschafter - unabhängig von einer eigennützigen Beteiligung - grundsätzlich die Pflicht, die künftigen Treugeber über alle wesentlichen Punkte aufzuklären, die für die zu übernehmende mittelbare Beteiligung von Bedeutung sind, insbesondere über regelwidrige Auffälligkeiten zu informieren (ständige Rechtsprechung seit BGH Urteil vom 24.05.1982, II ZR 124/81; z.B. BGH Urteil vom 24.07.2003, III ZR 390/02;… BGH Urteil vom 29.05.2008, III ZR 59/07, Rn. 8;… BGH Urteil vom 6.11.2008, III ZR 231/07, Rn. 4;… BGH Urteil vom 12.02.2009, III ZR 90/08, Rn. 8;… BGH Urteil vom 22.04.2010, III ZR 318/08, Rn. 7 f;… BGH Urteil vom 15.07.2010, III ZR 321/08, Rn. 9; BGH Urteil vom 12.12.2013, III ZR 404/12; vgl. BGH Urteil vom 26.11.2015, III ZR 78/15, Rz. 16 jeweils zitiert nach juris).
Dass es sich um zwei selbständige, voneinander unabhängige Haftungsgrundlagen handelt, stellte der Bundesgerichtshof in einem Verfahren, das nach der Sachverhaltsdarstellung entweder sich ebenfalls gegen die hiesige Beklagte richtete oder zumindest einen gleichliegenden Fall betraf, nochmals klar (BGH Urteil vom 26.11.2015, III ZR 78/15).
Es fehlt, soweit sich der vom Kläger geltend gemachte Schadensersatzanspruch aus der Verletzung von Aufklärungspflichten aus dem Treuhandvertrag ergeben könnte (vgl. dazu BGH, Beschluss vom 26. November 2015, III ZR 78/15, juris Rn. 16), an einem rechtskräftigen Urteil oder einem Anerkenntnis im Sinne des § 154 Abs. 1 VVG a. F., denn die vom Insolvenzverwalter ausgesprochene Anerkennung des Klageanspruchs zur Tabelle hat nicht die Wirkung eines Anerkenntnisses im Sinne des § 154 Abs. 1 VVG a. F.

References: § 544
 § 826
 § 522
 Art. 103
 § 278
 § 543
 § 543
 § 544
 Art. 103
 § 278
 Art. 103
 § 154
 BGH 
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 § 154
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