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Timestamp: 2020-08-12 06:13:04+00:00

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Bei der Planung und Ausführung für Transportrohrsysteme für gesundheitsschädigende Medien bzw. Doppelrohrsysteme, sind die Anforderungen der folgenden Normen, Richtlinien und Verordnungen zu beachten.
§ 19g WHG, Abschnitt 5 (Wasserhaushaltsgesetz)
„(5) Wassergefährdende Stoffe im Sinne der §§ 19g bis 19l sind feste, flüssige und gasförmige Stoffe,
die geeignet sind, nachhaltig die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers nachteilig zu verändern. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erlässt mit Zustimmung des Bundesrates allgemeine Verwaltungs-vorschriften, in denen die wassergefährdenden Stoffe näher bestimmt und entsprechend ihrer Gefährlichkeit eingestuft werden.
Absatz 1 und die §§ 19h bis 19l finden auf Anlagen zum Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silagesickersäften keine Anwendung.“
§ 19i WHG - Pflichten des Betreibers
„(1) Der Betreiber hat mit dem Einbau, der Aufstellung, Instandhaltung, Instandsetzung oder Reinigung von Anlagen nach § 19g Abs. 1 und 2, Fachbetriebe nach § 19l zu beauftragen, wenn er selbst nicht die Voraussetzungen des § 19l Abs. 2 erfüllt oder nicht eine öffentliche Einrichtung ist, die über eine dem § 19l Abs. 2 Nr. 2 gleichwertige Überwachung verfügt.
(2) Der Betreiber einer Anlage nach § 19g Abs. 1 und 2 hat ihre Dichtheit und die Funktionsfähigkeit der Sicherheitseinrichtungen, ständig zu überwachen. Die zuständige Behörde kann im Einzelfall anordnen, dass der Betreiber einen Überwachungsvertrag mit einem Fachbetrieb nach § 19l abschließt, wenn er selbst nicht die erforderliche Sachkunde besitzt oder nicht über sachkundiges Personal verfügt. Er hat darüber hinaus nach Maßgabe des Landesrechts Anlagen durch zugelassene Sachverständige, auf den ordnungsgemäßen Zustand überprüfen zu lassen, und zwar
(3) Die zuständige Behörde kann dem Betreiber Maßnahmen zur Beobachtung der Gewässer und des Bodens auferlegen, soweit dies zur frühzeitigen Erkennung von Verunreinigungen, die von Anlagen nach § 19g Abs. 1 und 2 ausgehen können, erforderlich ist. Sie kann ferner anordnen, dass der Betreiber einen Gewässerschutzbeauftragten zu bestellen hat; die §§ 21b bis 21g gelten entsprechend.“
§ 19l WHG - Fachbetriebe
„(1) Anlagen nach § 19g Abs. 1 und 2 dürfen nur von Fachbetrieben eingebaut, aufgestellt, instand gehalten, instand gesetzt und gereinigt werden; § 19i Abs. 1 bleibt unberührt. Die Länder können Tätigkeiten bestimmen, die nicht von Fachbetrieben ausgeführt werden müssen.
§3 VAwS (1) (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen)
Anlagen müssen so beschaffen sein und betrieben werden, dass
1. wassergefährdende Stoffe nicht austreten können; Anlagen müssen dicht, standsicher und gegen die zu erwartenden mechanischen, thermischen und chemischen Einflüsse hinreichend widerstandsfähig sein.
2. Undichtheiten aller Anlagenteile, die mit wassergefährdenden Stoffen in Berührung stehen, schnell und zuverlässig erkennbar sind;
3. austretende wassergefährdende Stoffe schnell und zuverlässig erkannt und zurückgehalten werden; im Regelfall müssen die Anlagen, sofern sie nicht doppelwandig und mit einem Leckanzeigegerät versehen sind, mit einem dichten und beständigen Auffangraum ausgerüstet werden. Auffangräume dürfen nur in Ausnahmefällen Abläufe haben, wenn sichergestellt ist, dass die im Schadensfall austretenden Stoffe zurückgehalten werden. Das Rückhaltevolumen muss dem bei Betriebsstörungen maximal freisetzbaren Volumen der Stoffe entsprechen. Einwandige unterirdische Behälter in Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Gasen und Flüssigkeiten sind unzulässig.
4. im Schadensfall anfallende Stoffgemische, die wassergefährdende Stoffe enthalten können, zurückgehalten werden können.
(3) Betriebsbedingt auftretende Tropfverluste, sind aufzufangen…“
§ 3 AwSV - Grundsätze (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffe)
„(1) Nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Kapitels werden Stoffe und Gemische, mit denen in Anlagen umgegangen wird, entsprechend ihrer Gefährlichkeit als nicht wassergefährdend oder in eine der folgenden Wassergefährdungsklassen eingestuft:
3. tierische Ausscheidungen nicht landwirtschaftlicher Herkunft, auch in Mischung mit Einstreu oder in verarbeiteter Form,
4. Silagesickersaft,
5. Silage oder Siliergut, bei denen Silagesickersaft anfallen kann,
6. Gärsubstrate landwirtschaftlicher Herkunft zur Gewinnung von Biogas sowie die bei der Vergärung anfallenden flüssigen und festen Gärreste,
7. aufschwimmende flüssige Stoffe, die nach Anlage 1 Nummer 3.2 vom Umweltbundesamt im Bundesanzeiger veröffentlicht worden sind, und Gemische, die nur aus derartigen Stoffen bestehen, sowie
8. feste Gemische, vorbehaltlich einer abweichenden Einstufung gemäß § 10.
1. Stoffe und Gemische, die dazu bestimmt sind oder von denen erwartet werden kann, dass sie als Lebensmittel aufgenommen werden, und
2. Stoffe und Gemische, die zur Tierfütterung bestimmt sind, mit Ausnahme von Siliergut und Silage, soweit bei diesen Silagesickersaft anfallen kann.
(4) Solange Stoffe und Gemische nicht nach Maßgabe dieses Kapitels oder nach § 66 eingestuft sind, gelten sie als stark wassergefährdend. Dies gilt nicht für Stoffe und Gemische, die unter Absatz 2 oder Absatz 3 fallen.“
Wassergefährdungsklassen WGK nach § 3 AwSV
Online Datenbank Rigoletto: Link für die Suche nach Stoffeinstufungen der WGK (UBA Umweltbundesamt Berlin)
Regelungsbereich der AwSV - Anforderungen an Anlagen
WGK 11 WGK 2
Schwach wassergefährdend Deutlich wassergefährdend
Tabelle: Wassergefährdungsklassen WGK nach § 3 AwSV
Erstellung eines statischen Nachweises (Betriebsbedingungen)
Zur Berechnung eines statischen Nachweises (Betriebsbedingungen) können Kunden den Online-Fragebogen und das Berechnungsprogramm des Doppelrohrherstellers nutzen, wie z. B. von Georg Fischer GmbH.
Bild 1: Eingaben vom Online-Fragebogen zur Erstellung eines statischen Nachweises
Bild 2: Online-Berechnung zur Erstellung eines statischen Nachweises
Auswahlkriterien bei der Werkstoffauswahl
Bei der Werkstoffauswahl sind folgende Kriterien zu beachten:
Einbaubedingungen und Umgebungseinflüsse
Chemische Widerstandsfähigkeit gegenüber den zu transportierenden Medien bzw. Stoffen
Verträglichkeit der Werkstoffe untereinander
ggf. Nachweis der Werkstoffeignung unter Einschluss von Klebstoffen, Dichtungsmaterialien, etc.
Witterungsbeständigkeit (UV-Beständigkeit) des Außenrohrs bei Verlegung im Freien
Für einen sicheren Betrieb sind folgende Kriterien von Bedeutung:
Separate Verbindungen von Innen- und Außenleitung, dadurch Kontrolle der Schweiß- oder Klebeverbindung unter Einhaltung der DVS-Schweißvorschriften und Kleberichtlinien des KRV.
Druckprobe der fertig gestellten Innenleitung vor dem Verschließen der Außenleitung, dadurch Leckage der Innenleitung sofort erkennbar, problemlose Leckortung.
Einteilung der Außenleitung mit Endfitting in Leckabschnitte, dadurch Eingrenzung der auslaufenden Flüssigkeit im Schadensfall und einfachere Leckortung.
Minimale Dimensionsunterschiede zwischen Innen- und Außenleitung, dadurch kleinere Außenleitung, kleinere Elektroschweißmuffen, kleinere Rohrschellen, weniger Platzbedarf, geringerer Montageaufwand.
Innenleitung wird mit aufgeklemmten Distanzhaltern in die Außenleitung eingeschoben, keine vorgefertigte Doppelrohrleitung, Rohre auch als Einfachleitung verwendbar
Verarbeitung weitgehend mit Standard-Schweißmaschinen
Einfache Verlegung der Doppelrohrleitung an unzugänglichen Stellen, in Schächten und an Decken durch werkzeuglose Verbindung mit klebbarer Innenleitung
Festpunktmontage mit statischem Nachweis, die auftretenden Kräfte und Spannungen werden vom Hersteller errechnet und an Bogen, T-Stücken und Armaturen durch Festpunktrohrschellen gehalten. Der Festpunkt für die Innenleitung ist durch Abstützringe bereits in jedem Fitting eingebaut. Die Betriebsbedingungen wie z. B. Druck, Temperatur, Medium werden über den Fragebogen „Statischer Nachweis“ abgefragt, sollten die berechneten Spannungen auf der Rohrleitung zu groß sein, müssen evtl. Betriebsbedingungen oder der Werkstoff geändert werden.
Die Ausdehnung im Rohrleitungsverlauf muss nicht berücksichtigt werden, es sind keine zusätzlichen Ausdehnungsbogen und Biegeschenkel notwendig.
Wichtige Auswahlkriterien für ein sicheres Doppelrohrsystem
DIB-Zulassung (Deutsches Institut für Bauzulassung) (abZ: Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung/aBG: allgemeine Bauartgenehmigung) als Qualitätsmerkmal
Prüfung durch externe Sachverständige von Maßhaltigkeit, Oberflächenbeschaffenheit, Kennzeichnung, Zeitstandsinnendruckversuche usw.
Die Anwendbarkeit im Sinne der Landesbauordnung ist nachgewiesen
Werkstoffe sind für Flüssigkeiten nach der DIBt-Medienliste 40 freigegeben (Medienlisten 40 für Behälter, Auffangvorrichtungen und Rohre aus Kunststoff)
Kein gesonderter Nachweis auf Beständigkeit und Dichtigkeit erforderlich, was die TÜV-Abnahme erleichtert
Einhaltung der Schweißrichtlinien vom DVS 2207 (Deutscher Verband für Schweißtechnik) und der Klebeanleitung für Druckrohrleitungsbau vom DVS 2204-4 und KRV (Kunststoffverband e.V., Bonn)
Rohrleitungssysteme aus geprüften Standardkomponenten
DIN EN ISO 15493 ABS, PVC-U, PVC-C
DIN EN ISO 15494 PE, PP, Pb
DIN EN ISO 10931 PVDF
Werkstoffe mit allgemein bauaufsichtlicher Zulassung abZ/ allgemeiner Bauarten Genehmigung aBG, DIBT
Passende doppelwandige Armaturen (gleicher Werkstoff)
Einhaltung von Schweiß- und Kleberichtlinien bei der Verbindungstechnik
Nachweis der Materialbeständigkeit nach Betriebsbedingungen (z. B. Werkstoffe sind für Flüssigkeiten nach der DIBt-Medienliste 40 freigegeben)
Berechnungsprogramm für die Auslegung (statischer Nachweis)
Mechanische Trennung, Reparaturmöglichkeit (z. B. radiale Ausbaumöglichkeit der Armatur)
Innen- und Außenleitung aus Standard-Einzelrohrleitungen, die mit Distanzhaltern ineinander geschoben werden
Rohrleitungswerkstoff für Innenrohr dauerhaft medienbeständig
Separate Verbindung von Innen- und Außenleitung
Bekannte, bewährte Verbindungstechniken mit Standard-Schweißmaschinen
Visuelle Kontrolle der Rohrverbindungen während der Herstellung
Montageanleitungen, Schulungen, Ausbildung
Druckprobe der medienführenden Innenleitung vor dem Verschließen der Außenleitung
Einteilung der Außenleitung mit Endfitting in Leckageabschnitte
Leckageüberwachungs-Anschlüsse
Ausreichende Belastungsdauer (siehe Mindeststandzeit für Doppelrohrleitungen nach DVS 2210-2) im Havariefall
Bilder 3.1, 3.2 und 3.3: Checkliste für die Auswahl von Doppelrohrsysteme

References: § 19

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§3

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 § 10
 § 66
 § 3
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