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Timestamp: 2017-08-17 03:34:15+00:00

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Newsfeed | Anwaltskanzlei Hauß & Nießalla
Wir veröffentlichen an dieser Stelle Stellungnahmen und Informationen zu Themen und Entscheidungen, die uns und vielleicht auch Ihnen am Herzen liegen.
Top-Anwalt für Familienrecht!
Nach einer Umfrage des Nachrichtenmagazins Focus zählt Herr Rechtsanwalt Hauß (erneut) zu den Top-Anwälten Deutschlands im Bereich Familienrecht. Wenn das kein Grund zur Freude ist!
Familienrecht: Wechselmodell - rotes Tuch oder Chance? (zu BGH XII ZB 601/15 vom 1.2.17)
Kaum eine Frage des Familienrechts wird mit so viel Inbrunst, Emotion und Leidenschaft geführt, wie die Diskussion um das Wechselmodell. Nun hat der BGH entschieden, dass ein solches auch gegen den Willen eines Elternteils angeordnet werden kann, wenn es dem Kindeswohl am besten entspricht. Eingefleischte Gegner des Wechselmodells werden dem BGH vorwerfen, keine Kinder zu haben, zu wenig basisbezogen das Kindeswohl zu werten oder die aus dem Wechselmodell resultierenden Streitigkeiten als einen die Gerichte der ersten Instanzen überschwemmenden Tsunami zu menetekeln.
Kein Familienrechtler würde heute noch den Satz: „Kinder gehören zur Mutter“ formulieren. Trotzdem entspricht dies unserer Familientradition und unserem Vorverständnis. Man merkt es bei sich selbst. Da kommt eine Frau und berichtet, sie habe nach Streitigkeiten mit dem Mann die Wohnung verlassen und die beiden Kinder (5 und 7 Jahre alt) beim Mann zurückgelassen. Man wird skeptischer, aufmerksamer vielleicht sogar misstrauisch und achtet auf Zwischentöne. Umgekehrt wäre man in der Erwartungshaltung bestätigt und gelassen. Alles liefe nach „Drehbuch“.
Vor wenigen Tagen verbreitete die Presse die Meldung, Deutschlands Frauen trügen von allen OECD-Ländern den geringsten Teil zum Familieneinkommen bei. Das liegt an Vielem, aber auch daran, dass Kinder „Frauensache“ sind und diese sich für die Kinder opfern. Alles andere erregt Misstrauen. So wie auch das Doppelresidenz- oder Wechselmodell.
Viele im Zusammenhang mit dem Wechselmodell stehenden Fragen aus dem Sozial- und Steuerrecht sind nach wie vor ungeklärt. Auch weiss man nicht so ganz routiniert, wie der Unterhalt zu berechnen sei. Wenn beide Eltern hälftig betreuen, schmilzt dann die Barunterhaltspflicht, weil ja betreut wird (§ 1606 Abs. 3 S. 2 BGB)? Die Sparsamen unter uns fragen sich, ob die betreuungsbedingten Verdiensteinbußen und die Erfüllung der Barunterhaltsverpflichtung durch Betreuung (§ 1606 Abs. 3 S. 2 BGB) nun Schäubles schwarze Null gefährden.
All denen sei versichert: das Abendland wird nicht untergehen. Und die Kinder? Die verkraften ein Wechselmodell genauso gut oder schlecht wie eine übersorgende gluckenhafte Mutter, einen arbeitssüchtigen Vater oder umgekehrt. Sie leben auch in der intakten Familie mit unterschiedlichen Erziehungsstilen, die sie aus Kindergarten und Schule ohnehin gewohnt sind. Jedenfalls verkraften Kinder ein Wechselmodell besser als streitende Eltern, und sei es auch nur, sie stritten ums Besuchsrecht. Der BGH schreibt völlig zu Recht in die Entscheidung, dass das Wechselmodell höhere Anforderungen an Eltern und Kind stellt als das Alleinresidenzmodell.
Das Wechselmodell stellt aber auch hohe Anforderungen an die damit befassten Juristinnen und Juristen. Es wird in mehr Fällen praktiziert, als sie von der Rechtsprechung entschieden werden, weil es meist einvernehmlich gehandhabt wird, und solche Fälle beschäftigen nicht die Justiz. Da aber wo Eltern sich nicht einigen können, welches Modell der Kinderbetreuung sie nach der Trennung praktizieren wollen, haben Kinder das Recht darauf, dass wir uns als Juristen vorurteils- und vorverständnisfrei damit beschäftigen und Lösungen finden. Die Randprobleme Unterhalt, Sozial- und Steuerrecht werden wir doch wohl in den Griff bekommen. Juristinnen und Juristen waren immer kreativ. Wir sollten aber vermeiden, zu hohe Anforderungen an die vom BGH geforderte Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft der Eltern zu stellen und bei tatsächlichen Konflikten zu schnell das Wechselmodell als konkrete Falllösung aussondern. Wir würden den Rosenkrieger mit dem Residenzrecht adeln, falls wir nicht sehr genau analysieren, wer zündelt und zankt und damit dem Kind schadet.
Arbeitsrecht: Kündigungsschutz für Schwerbehinderte erheblich verbessert
Seit dem 30.12.2016 genießen Schwerbehinderte in Betrieben mit einer Schwerbehindertenvertretung eine wesentliche Verbesserung Ihres Kündigungsschutzes: War bislang das Übergehen der Schwerbehindertenvertretung vor dem Ausspruch der Kündigung eines Arbeitnehmers im Ergebnis sanktionslos, ist jetzt eine Kündigung ohne vorherige Anhörung der Schwerbehindertenvertretung gemäß § 95 Abs. 2 Satz 3 SGB IX unwirksam.
Familienrecht: Versorgungsausgleich
Rechtswidrige Umsetzung von Versorgungsausgleichsentscheidungen - der Einfallsreichtum der Versorgungsträger.
Zur rechtswidrigen Rentenkürzung der Zusatzversorgungskasse in alten Versorgungsausgleichsfällen.
Elternunterhalt: Vorfahrt für Kinder - der BGH stärkt Familien
Zur Entscheidung des Bundesgerichtshof vom 09.03.2016 – XII ZB 693/14 -
Familienrecht: Surf-Empfehlung
Eine schöne Wissenssammlung rund um das Thema Scheidung finden Sie auf der Webseite www.scheidung.org, welche wir Ihnen hiermit ans Herz legen möchten!
Familienrecht: Mütterrente und Versorgungsausgleich
Die Mütterrente wird Auswirkungen auf den Versorgungsausgleich haben und zu Handlungsbedarf führen. Informieren Sie sich hier.
Elternunterhalt - Änderungen zum 1.1.2015
Zum 1.1.2015 wurden die Selbstbehalte im Elternunterhalt angehoben. Der "Selbstbehalt" ist der Betrag, der dem unterhaltspflichtigen Kind mindestens verbleiben muss. Ab dem 1.1.2015 beträgt der Sockelselbstbehalt für ein allein lebendes Kind 1.800 € und für Verheiratete 3.240 €.
Die Selbstbehalte sind als "dynamische Selbstbehalte" konzipiert. Dem unterhaltspflichtigen Kind und seiner Familie verbleiben weiter ca. 50 Prozent des über den Selbstbehalt hinausgehenden Einkommens. In den meisten Fällen ergibt sich eine um etwa 100 € verminderte Leistungspflicht gegenüber dem Jahr 2014. Unterhaltspflichtige Kinder sollten daher, soweit noch nicht geschehen, vom Sozialhilfeträger eine Neuberechnung ihrer Unterhaltspflicht verlangen.
Aber Vorsicht: Wenn mehr verdient wird als zu der Zeit der Festlegung des Unterhalts oder bei Wegfall einer Unterhalts- oder Darlehenspflicht, kann sich der zu leistende Unterhalt auch erhöhen. Niemand ist verpflichtet, höheres unterhaltspflichtiges Einkommen von sich aus dem Sozialhilfeträger zu melden. Verlangt man aber Neuberechnung, wird man nicht umhinkommen, auch eine neue Auskunft zu erteilen.
Im Einzelnen ist nicht die Berechnung, sondern die Ermittlung des anrechenbaren Einkommens schwierig. Weil die Sozialhilfeträger bei den Unterhaltspflichtigen nicht aktiv nach abzugsfähigen Positionen fragen, werden vielfach überhöhte Unterhaltsbeträge verlangt und - im Vertrauen auf die Richtigkeit der Berechnung durch den Sozialhilfeträger - auch bezahlt.
Rückforderung überzahlten Unterhalts: Überzahlter Unterhalt kann von den betroffenen Kindern vielfach vom Sozialhilfeträger zurückgefordert werden. Wer also jahrelang zu viel Unterhalt gezahlt hat, weil er auf die Richtigkeit einer Berechnung des Sozialhilfeträger vertraut hat, kann die Überzahlung in bestimmten Fällen zurückverlangen. Wir haben dies mehrfach mit Erfolg durchgesetzt.

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 95
 BGH