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Timestamp: 2020-07-03 18:17:08+00:00

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PKH für das Wiederaufnahmeverfahren | Rechtslupe
PKH für das Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren
Ins­be­son­de­re besteht für die Antrag­stel­lung ‑unge­ach­tet der Rege­lung des § 62 Abs. 4 FGO- kein Ver­tre­tungs­zwang [1].
Nach § 142 Abs. 1 FGO i.V.m. § 114 ZPO erhält ein Betei­lig­ter, der nach sei­nen per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen die Kos­ten der Pro­zess­füh­rung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten auf­brin­gen kann, auf Antrag PKH, wenn die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet und nicht mut­wil­lig erscheint. Die Rechts­ver­fol­gung ver­spricht hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg, wenn für des­sen Ein­tritt bei sum­ma­ri­scher Prü­fung eine gewis­se Wahr­schein­lich­keit besteht [2].
Wird PKH für die Durch­füh­rung eines Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­rens nach § 134 FGO i.V.m. §§ 578 ff. ZPO bean­tragt und wird ‑wie hier- nicht zugleich inner­halb der Frist nach § 586 ZPO durch eine vor dem BFH pos­tu­la­ti­ons­fä­hi­ge Per­son oder Gesell­schaft (vgl. § 585 ZPO i.V.m. § 62 Abs. 4, Abs. 2 Satz 1 FGO) der Wie­der­auf­nah­me­an­trag gestellt [3], kann die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung nur dann Aus­sicht auf Erfolg haben, wenn damit zu rech­nen ist, dass dem Antrag­stel­ler wegen unver­schul­de­ter Ver­säu­mung der Frist Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand (§ 56 Abs. 1 FGO) zu gewäh­ren ist. Das ist nur dann der Fall, wenn der Antrag­stel­ler inner­halb der Frist alle erfor­der­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für eine posi­ti­ve Ent­schei­dung über sei­nen Antrag schafft. Ins­be­son­de­re muss er das Streit­ver­hält­nis unter Anga­be der Beweis­mit­tel ‑in zumin­dest lai­en­haf­ter Wei­se- dar­stel­len und dar­le­gen, dass die Vor­aus­set­zun­gen für einen Nich­tig­keits- oder Resti­tu­ti­ons­grund i.S. der §§ 579 f. ZPO gege­ben sein könn­ten.
Nach die­sen Maß­stä­ben konn­te dem Antrag­stel­ler in dem vor­lie­gend ent­schie­de­nen Fall PKH nicht bewil­ligt wer­den. Die von ihm ange­streb­te Wie­der­auf­nah­me des Ver­fah­rens nach § 134 FGO i.V.m. §§ 578 ff. ZPO bie­tet bei der gebo­te­nen sum­ma­ri­schen Prü­fung kei­ne hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg. Die Zuläs­sig­keit eines Nich­tig­keits- oder Resti­tu­ti­ons­an­trags erfor­dert die schlüs­si­ge Behaup­tung eines Nich­tig­keits- oder Resti­tu­ti­ons­grun­des i.S. des § 579 Abs. 1 bzw. § 580 ZPO [4]. Weder aus dem Vor­brin­gen des Antrag­stel­lers im Schrift­satz vom 13.11.2014 noch aus der Vor­ent­schei­dung [5] oder dem sons­ti­gen Akten­in­halt las­sen sich hin­rei­chen­de Anhalts­punk­te erken­nen, dass Grün­de für ein Wie­der­auf­nah­me­ver­fah­ren vor­lie­gen könn­ten.
Soweit der Antrag­stel­ler dar­auf ver­weist, dass das Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg im Ver­fah­ren 2 K 9312/​05 B fest­ge­stellt habe, dass die GbR ‑mög­li­cher­wei­se- nicht exis­tent gewe­sen sei, begrün­det dies kei­nen Nich­tig­keits­grund i.S. des § 579 ZPO. Die in die­ser Norm enu­me­ra­tiv beschrie­be­nen Wie­der­auf­nah­me­grün­de im Wege der Nich­tig­keits­kla­ge sind abschlie­ßend [6]. So ermög­licht die Nich­tig­keits­kla­ge bei beson­ders schwer­wie­gen­den Pro­zess­ver­stö­ßen eine erneu­te Prü­fung einer rechts­kräf­tig abge­schlos­se­nen Sache. Rechts- und Tat­sa­chen­feh­ler ‑wie die im Streit­fall behaup­te­te Nicht­exis­tenz der GbR- gehö­ren indes nicht zu den vom Geset­zes­ka­ta­log erfass­ten Wie­der­auf­nah­me­grün­den. Im Übri­gen hat das Finanz­ge­richt im Ver­fah­ren 2 K 9312/​05 B die Nicht­exis­tenz der GbR auch nur hin­sicht­lich der geson­der­ten und ein­heit­li­chen Fest­stel­lung der Besteue­rungs­grund­la­gen fest­ge­stellt; hin­sicht­lich der ‑hier strei­ti­gen Umsatz­steu­er- hat es jedoch, ohne auf die mate­ri­el­le Rechts­la­ge ein­zu­ge­hen, durch Pro­zes­s­ur­teil ent­schie­den.
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 10. Dezem­ber 2014 – V S 32/​14 (PKH)
z.B. BFH, Beschluss vom 15.04.2014 – V S 5/​14 (PKH), BFH/​NV 2014, 1381, unter Rz 3, m.w.N.[↩]
BFH, Beschluss in BFH/​NV 2014, 1381, unter Rz 5, m.w.N.[↩]
zum Ver­tre­tungs­zwang, vgl. BFH, Beschluss vom 26.06.2003 – III K 1/​03, BFH/​NV 2003, 1436, unter II. 1.[↩]
BFH, Beschluss in BFH/​NV 2009, 1125, unter II.B., Rz 15[↩]
BFH, Beschluss in BFH/​NV 2006, 76[↩]
Gräber/​Stapperfend, Finanz­ge­richts­ord­nung, 7. Aufl., § 134 Rz 5, m.w.N.[↩]
Ver­fah­rens­män­gel – und das mut­wil­li­ge Rechts­mit­tel Gemäß § 114 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 142 Abs. 1 FGO ist die Rechts­ver­fol­gung mut­wil­lig, wenn eine Par­tei, die kei­ne Pro­zess­kos­ten­hil­fe bean­sprucht, bei ver­stän­di­ger…
Die abge­lehn­te Pro­zess­kos­ten­hil­fe – Anhö­rungs­rü­ge und… Eine gegen den ableh­nen­den PKH, Beschluss gerich­te­te Anhö­rungs­rü­ge ist für den Ablauf der Frist zur Stel­lung des Wie­der­ein­set­zungs­an­trags ohne Ein­fluss, wenn der Klä­ger die Kla­ge­er­he­bung…
BundesfinanzhofFinanzgerichtsverfahrenPKHPKH-AntragPostulationsfähigkeitProzesskostenhilfeWiederaufnahmeverfahren

References: § 62
 § 142
 § 114
 § 134
 § 586
 § 585
 § 62
 § 134
 § 579
 § 580
 § 579
 § 134
 § 114
 § 142