Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.05.2015&Aktenzeichen=II%20ZR%20176%2F14
Timestamp: 2019-02-16 20:35:31+00:00

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BGH, 19.05.2015 - II ZR 176/14 - dejure.org
§ 241 Nr. 2 AktG, § ... 130 Abs. 1 AktG, § 130 Abs. 1 Satz 3 AktG, § 131 Abs. 5 AktG, § 245 Nr. 1 AktG, § 242 Abs. 1 AktG, § 241 Nr. 3 AktG, § 202 Abs. 2 Satz 1, Abs. 1 AktG, § 202 Abs. 3 Satz 1 AktG, § 139 BGB, § 242 Abs. 2 Satz 1 AktG, § 167 ZPO, § 130 Abs. 1, 2 Satz 1, Abs. 4 AktG, § 130 Abs. 1 Satz 1 AktG, AktG, § 130, § 130 Abs. 5 AktG, § 130 Abs. 3 AktG, § 415 Abs. 1 ZPO, § 286 ZPO, § 415 Abs. 2 ZPO, § 181 Abs. 1 Satz 2 AktG, § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG, § 71, § 71 Abs. 2, 8 AktG, § 71 AktG
§ 130 AktG, § 241 Nr 2 AktG, § 139 BGB
Beschlüsse in der Hauptversammlung einer nicht börsennotierten Aktiengesellschaft: Reichweite des Erfordernisses einer notariell aufgenommenen Niederschrift von Beschlussfassungen mit qualifizierter Mehrheit; Gesamtnichtigkeit eines Beschlusses über mehrere Satzungsänderungen
Formelle Voraussetzungen der Beschlussfassung in der Hauptversammlung einer nichtbörsennotierten Aktiengesellschaft
Beschränkung der notariellen Beurkundung von HV-Beschlüssen einer nichtbörsennotierten AG auf Beschlüsse mit qualifizierter Mehrheit
AktG §§ 130, 241 Nr. 2, 242 Abs. 2 S. 1, 71 Abs. 1 Nr. 8; BGB § 139
Notarielles Hauptversammlungsprotokoll bei nicht börsennotierter AG nur für Beschluss-gegenstände nötig, die qualifizierte Mehrheit verlangen; Teilbeurkundung; Gesamtnichtigkeit eines zusammenfassenden Beschlusses über mehrere Satzungsänderungen; Fristangabe bei Ermächti-gung des Vorstands zum Erwerb eigener Aktien erforderlich
Zur Trennbarkeit der Niederschrift über die Hauptversammlung einer nicht börsennotierten AG in beurkundungsbedürftige Beschlüsse und Beschlüsse, bei denen die durch den Aufsichtsratsvorsitzenden unterzeichnete Niederschrift genügt; zur Frage, wie sich die Nichtigkeit einer von mehreren in einem Beschluss zusammengefassten Satzungsänderungen auf die übrigen Satzungsänderungen auswirkt
AktG § 130; AktG § 241 Nr. 2; BGB § 139
Protokollierung der Hauptversammlung bei nicht börsennotierten Aktiengesellschaften
Auslegung von Beschlüssen, Beurkundungsmängel nach § 241 Nr. 2 AktG analog, Gesamtnichtigkeit, Hauptversammlung, Hauptversammlungsbeschluss, Heilung von Beurkundungsmängeln durch Eintragung ins Handelsregister, Nichtigkeitsgründe, Protokollierung, Teilbarkeit der Niederschrift, Verletzung von Bestimmungen über den Schutz von Gläubigern nach § 241 Nr. 3 Alt. 2 AktG analog, Verwirkung
Zur Beurkundung der Hauptversammlung einer nichtbörsennotierten AG
Niederschrift in vom Aufsichtsratsvorsitzenden unterzeichnete Abschnitte teilbar
Trennbarkeit der Niederschrift in notariell beurkundete und nicht notariell beurkundete Hauptversammlungsbeschlüsse
Niederschriften über Hauptversammlungen einer AG
Teilbarkeit des Hauptversammlungsprotokolls bei nichtbörsennotierten Aktiengesellschaften; Rechtsfolgen eines teilnichtigen Hauptversammlungsbeschlusses
Kurznachricht zu "Gemischte Protokollierung der Hauptversammlung einer nichtbörsennotierten AG" von Notar Dr. Hartmut Wicke, original erschienen in: DB 2015, 1770 - 1771.
LG Mühlhausen, 20.06.2013 - 1 HKO 67/12
BGHZ 205, 319
ZIP 2014, 2136
ZIP 2015, 1429
MDR 2015, 1082
DNotZ 2015, 704
WM 2015, 1417
BB 2015, 1807
DB 2015, 1708
NZG 2015, 867
Werden in einem Beschluss mehrere Gegenstände zusammengefasst und ist einer der Gegenstände nichtig, so sind die weiteren Gegenstände ebenfalls nichtig, wenn ein innerer Zusammenhang zwischen den Gegenständen gegeben ist (so BGHZ 205, 319 für Satzungsänderungen).
Insoweit kommt es auf den mutmaßlichen Willen der Hauptversammlung an, der grundsätzlich durch Auslegung des Beschlusses zu ermitteln ist (BGHZ 205, 319 mit weiteren Nachweisen).
Es kommt daher nicht darauf an, ob ein Aktionär gerade wegen der nichtigen Bestimmung trotz Bedenken gegen einen anderen Teil für den Beschlussantrag gestimmt hat (zum Ganzen vgl. BGHZ 205, 319, zitiert nach juris Rn. 30 ff.).
Etwas anderes könnte zwar gelten, wenn die verschiedenen Beschlussgegenstände nichts miteinander zu tun hätten (vgl. BGHZ 205, 319, zitiert nach juris Rn. 34).
Wenn diese Auslegung kein hinreichend eindeutiges Ergebnis bringt, führt die gesetzliche Hilfsregel zur Gesamtnichtigkeit des Hauptversammlungsbeschlusses (vgl. BGH, Urteil vom 19.05.2015 - II ZR 176/14, BGHZ 205, 319, Rn. 30 bei juris;… Urteil vom 15.11.1993 - II ZR 235/92, BGHZ 124, 111, 122, Rn. 31, 33 bei juris; Urteil vom 25.01.1988 - II ZR 148/87, AG 1988, 139;… OLG Hamm AG 2008, 506, Rn. 20 bei juris;… Hüffer/Koch, AktG, 12. Aufl., § 241 Rn. 33;… Bayer in: MünchKomm-AktG, 4. Aufl., § 203 Rn. 169;… Hüffer/Schäfer in: MünchKomm-AktG, 4. Aufl., § 241 Rn. 91; vgl. OLG Frankfurt NZG 2012, 351).
Maßgebliches Auslegungskriterium für die Ermittlung des mutmaßlichen Willens der Hauptversammlung sind nicht die subjektiven Vorstellungen der einzelnen Aktionäre, vielmehr, ob nach dem Beschlussinhalt ein innerer Zusammenhang zwischen den Beschlussgegenständen besteht oder hergestellt ist (BGH, Urteil vom 19.05.2015 - II ZR 176/14, BGHZ 205, 319, Rn. 32-33 bei juris).
Entsprechend hat die Rechtsprechung für den Fall, dass sich aus der Formulierung des Hauptversammlungsbeschlusses wie auch des dazu gegebenen Vorstandsberichts Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Schaffung genehmigten Kapitals auch ohne einen Bezugsrechtsausschluss zustande gekommen wäre, angenommen, dass die Nichtigkeit eines Bezugsrechtsausschluss nicht zugleich die Nichtigkeit der Schaffung des genehmigten Kapitals bewirkt (vgl. BGH, Urteil vom 19.05.2015 - II ZR 176/14, BGHZ 205, 319, Rn. 33 bei juris;… Urteil vom 19.04.1982 - II ZR 55/81, BGHZ 83, 319, Rn. 25 bei juris).

References: § 241
 § 130
 § 131
 § 245
 § 242
 § 241
 § 202
 § 202
 § 139
 § 242
 § 167
 § 130
 § 130
 § 130
 § 130
 § 130
 § 415
 § 286
 § 415
 § 181
 § 71
 § 71
 § 71
 § 71

§ 130
 § 241
 § 139
 § 139
 § 130
 § 241
 § 139
 § 241
 § 241
 § 241
 § 203
 § 241