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Timestamp: 2018-01-16 11:14:28+00:00

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OLG-SCHLESWIG - 06.06.2008, 2 W 76/08 - JuraForum.de
OLG-SCHLESWIG – Aktenzeichen: 2 W 76/08
Beschluss vom 06.06.2008
Leitsatz: Kosten, die das Mahngericht an sich in den Mahnbescheid und/oder Vollstreckungsbescheid hätte aufnehmen müssen, sind von diesem - und nicht vom fiktiven Prozessgericht - zu ergänzen.
Vorschriften: § 36 Abs. 1 Nr. 6 ZPO, § 104 Abs. 1 Satz 1 ZPO, § 690 Abs. 1 Nr. 3 ZPO, § 690 Abs. 1 Nr. 5 ZPO, § 699 Abs. 3 Satz 1 ZPO
Stichworte: Mahnbescheid, Vollstreckungsbescheid, Kosten
Verfahrensgang: AG Schwarzenbek, 2 C 185/08 vom 22.04.2008
AG Schleswig, 07-2814097-01-N
90 + Se ch_s =
OLG-SCHLESWIG – Urteil, 1 U 175/06 vom 06.06.2008
1. "Baugeld" im Sinne des § 1 BauFordSiG darf auch zur Erfüllung von Geldforderungen öffentlich-rechtlicher Gläubiger verwendet werden, denen Leistungen zugrunde liegen, die unmittelbar der "Herstellung des Baus" dienen. Dabei ist unerheblich, ob die öffentlich-rechtlichen Leistungen auf dem Baugrundstück selbst erbracht worden sind.
2. Öffentlich-rechtliche Verwaltungsgebühren können analog § 1 Abs. 1 BauFordSiG unter Verwendung von "Baugeld" erfüllt werden, es sei denn, ihnen fehlt ein direkter Baubezug.
3. Baugenehmigungsgebühren sind ansatzfähige Kosten der Herstellung des Baus. Ohne eine Baugenehmigung kann eine Herstellung des Baus von vornherein nicht erfolgen; die Kosten sind erforderlich, um eine rechtmäßige Bauausführung zu ermöglichen.
4. Auszahlungen des Baugeldes sind auch bei einem zum Vorsteuerabzug berechtigten Bauherr einschließlich der Umsatzsteuer dem "Baugeldkonto" anzulasten.
5. Kosten der "Herstellung des Baus" müssen sich nicht notwendig "gegenständlich" in einem einzelnen Bauteil niederschlagen; sie können auch die Planung, Vermessung, Prüfstatik und Bauleitung sowie den Um- oder Ausbaus schon errichteter Gebäude bzw. von Gebäuden, an die Anschlüsse herzustellen sind, umfassen.
6. Eine (haftungsbegründende, auch bedingt) vorsätzliche Verletzung der Pflicht zur Verwendung von Baugeld für die Herstellung des Baus scheidet aus, wenn sich der Bauherr über die Zuordnung bestimmter Forderungen zu den Baukosten geirrt hat. Dies gilt gleichermaßen unter dem Aspekt eines Verbots- wie eines Tatbestandsirrtums.
OLG-SCHLESWIG – Urteil, 5 U 24/08 vom 05.06.2008
OLG-SCHLESWIG – Beschluss, 8 WF 64/06 vom 28.05.2008
Soweit für die Bestimmung des Streitwerts in Ehesachen nach § 48 Abs. 3 GKG die Einkommensverhältnisse der Parteien zu berücksichtigen sind, ist auch das Arbeitslosengeld II heranzuziehen.
OLG-SCHLESWIG - 06.06.2008, 2 W 76/08 © JuraForum.de — 2003-2018

References: § 36
 § 104
 § 690
 § 690
 § 699
 § 1
 § 1
 § 48