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Timestamp: 2020-01-26 14:22:55+00:00

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Bilanzierung (Stand 1999) | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
Bilanzierung (Stand 1999)
T G Tatjana Gänßler (Autor)
I Vorlesungsprogramm
II Literaturhinweise:
2. Aufgabe und Inhalt des Jahresabschlusses
IV ProblemstellungderBilanzierung
1. Ansatzproblem
2. Bewertungsproblem
(1) Bilanzzusammenhangsprinzip ( § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB)
(2) Fortführungsprinzip ( § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB)
(3) Abschlußstichtag- und Einzelbewertungsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB)
(4) Vorsichtigkeitsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB)
(5) Periodisierungsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB)
(6) Methodenstetigkeitsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 6 HGB)
3. Gliederungsproblem
(1) Bei Durchbrechung der Darstellungsstetigkeit (§ 265 Abs. 1 Satz 2 HGB)
(2) Gliederungsergänzungen bei Vorschriftenkonkurrenz (§ 265 Abs. 4 HGB)
(3) Mitzugehörigkeitsvermerk (§ 265 Abs. 3 HGB)
(4) Anlagegitter / Anlagespiegel (§ 268 Abs. 2 HGB)
(5) Sonderausweis von Abschreibungen (§ 277 Abs. 3 Satz 1 HGB)
(6) Steueraufgliederung (§ 285 Nr. 5 HGB)
V Bilanzauffassungen
1. Bilanzauffassungen im Überblick
2. Dynamische Bilanz von Eugen Schmalenbach (1873 - 1955)
3. Statische Bilanzauffassung von Rieger
4. Totale Bilanzauffassung von Le´ Coutre
Bilanzgliederung nach Le´ Coutre (verkürzt)
5. Organische Bilanzauffassung von F. Schmidt von 1929
VI Grundbegriffe der Bilanzierung
1. Formalaufbau der Bilanz
2. Arten der Bilanzen
3. Aufgaben der Bilanz
(1) Schutz der Gläubiger
(2) Schutz der Gesellschafter
(3) Schutz der vertraglich am Gewinn beteiligter Arbeitnehmer
(4) Der Schutz der Finanzbehörden
(5) Korrektur der Steuerbemessungsgrundlage
(6) Der Schutz der am Betriebe interessierten Öffentlichkeit
(7) Der Schutz des Betriebes vor plötzlichem wirtschaftlichen Zusammenbruch
4. Grundsätze der Bilanzierung
(1) Der Jahresabschluß hat den GoB zu entsprechen (§ 243 Abs. 1 HGB)
(2) Die Generalnorm für Kapitalgesellschaften (§ 264 Abs. 2 HGB)
(3) Klarheit und Übersichtlichkeit (§ 243 Abs. 2 HGB)
(4) Bilanzwahrheit (nicht kodifiziert)
(5) Einhalten der Aufstellungsfristen
2. Grundsätze der Bilanzierung dem Grunde nach
(1) Bilanzidentität (§ 252 Abs. 1 Nr.1 HGB)
(2) Vollständigkeit (§ 246 Abs. 1 HGB)
(3) Verrechnungsverbot (§ 246 Abs. 2 HGB)
(4) Darstellungsstetigkeit (§ 265 Abs. 1 HGB)
3. Grundsätze der Höhe nach
(1) Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB)
(2) Einzelbewertung (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB)
(3) Vorsichtigkeitsprinzip ( § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB)
(4) Anschaffungskostenprinzip (§ 253 HGB)
(5) Periodenabgrenzung (§ 252 Abs. 1 Nr. 5 HGB)
(6) Bewertungsstetigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr.6 HGB)
(7) Methodenbestimmtheit
(8) Willkürfreiheit
(9) Wesentlichkeit
4. Zusätzliche Grundsätze für Kapitalgesellschaften
(1) Gliederungskontinuität (§ 265 Abs. 1 HGB)
(2) Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr (§ 265 Abs. 2 HGB)
(3) Mitzugehörigkeit (§ 265 Abs. 3 HGB)
(4) Mindestgliederungsschema (§ 266 HGB)
(5) Abweichungen vom Mindestgliederungsschema (§ 265 HGB)
VII Ansatzvorschriften
1. Bilanzierungspflicht
(1) Aktivierungsgrundsätze
b) Vollständigkeitsprinzip § 243
c) Objektivierungsprinzip § 248
d) Prinzip wirtschaftlicher Zugehörigkeit § 39 AO
e) Aktive Rechnungsabgrenzung (RAP) §§ 250 und 252 HGB
(2) Passivierungsgrundsätze
b) Wirtschaftliche Betrachtungsweise
c) Drohverlustrückstellung
d) Rückstellung für unterlassene Instandhaltung und Abraumbeseitigung
e) andere Aufwandsrückstellungen
f) Pensionsrückstellungen
g) Haftungsverhältnisse
2. Bilanzierungsfähigkeit auf der Aktivseite
(1) Wirtschaftsgüter § 247 Abs. 2 HGB
(2) Zeitpunkt und Problem der Eigentumsfrage
(3) Herstellungs- oder Erhaltungsaufwand
(4) Immaterielle Anlagewerte
(5) Firmenwerte
® gem. § 248 Abs. 2 Bilanzierungsverbot / unentgeltlich erworben
(6) Zeitliche Abgrenzung von Aufwendungen und Erträgen
(7) Disagio
3. Bilanzierungsfähigkeit auf der Passivseite
(1) Rückstellungen
Rückstellungen ® Zusammenfassung
(2) Rücklagen
(3) Sonderposten mit Rücklageanteil
VIII Bewertung
1. Bewertungsvorschriften
(1) AllgemeineBewertungsprinzipien
a) Bilanzzusammenhangsprinzip
b) Fortführungsprinzip
c) Abschlußstichtags- und Einzelbewertungsprinzip
d) Vorsichtigkeitsprinzip
e) Periodisierungsprinzip
f) Methodenstetigkeitsprinzip
(2) Gründe für das Bewertungsproblem in der Bilanz
(3) Einzelne Bewertungsmöglichkeiten
a) Marktpreisbezogene Einzelbewertung
b) Ertragsabhängige Einzelbewertung
d) Ertragsabhängige Gesamtbewertung
(4) Handelsrechtliche Bewertungsvorschriften
a) Handelsrechtliche Bewertung des Anlage- und des Umlaufvermögens
b) handelsrechtliche Bewertung von Passivposten
(5) Steuerrechtliche Bewertungsvorschriften
a) Abnutzbare Anlagegüter
b) Nicht abnutzbare Güter des Anlagevermögens
c) Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens
d) Wertaufholung
f) Entnahmen und Einlagen
3. Bilanzierung nach den Bewertungsmaßstäben
(1) Die Anschaffungskosten
(2) Herstellungskosten
(3) Der aus dem Markt - oder Börsenpreis abgeleitete Wert
(4) Der am Bilanzstichtag beizulegende Wert
(5) Der Teilwert
(1) gewogener Durchschnitt
(2) Verbrauchsfolgeverfahren
a) WP-Handbuch 1996 Band 1 und 2 (98)
11. Auflage 1996 IDW-Verlag
b) Moxter, Adolf
Bilanzlehre, Einführung in das neue Bilanzrecht Band 2 4. Auflage, Gabler Verlag
c) Schmalenbach, Eugen Dynamische Bilanz
13. Auflage , Westdeutscher Verlag 1962
d) Rieger, W.
3. Auflage, Erlangen 1964
e) Schmidt, Fritz
4. Auflage, Gabler Verlag
f) Wöhe, Günther
Einführung in die allgemeine BWL ab. 17. Auflage, Vahlen Verlag
g) Wöhe, Günther Bilanzierung und Bilanz
8. Auflage, Vahlen Verlag
h) HGB ab 32. Auflage
Abs. 1 Pflicht zur Aufstellung der Bilanz zu Beginn eines Handelsgewerbes und zum Schluß jedes Geschäftsjahres
Abs. 2 Pflicht zur Aufstellung einer GuV-Rechnung Abs. 3 Bilanz und GuV bilden den Jahresabschluß
Abs. 1 Pflicht zur Erweiterung des Jahresabschlusses mit dem Anhang und dem Lagebericht bei Kapitalgesellschaften
Abs. 2 Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendem Bildes.
Die strengeren Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften werden mit der Haftungsbeschränkung gegenüber den Gläubigern begründet.
Aufgabe: 1. Rechenschaftslegung, Informationsbedarf
(Vermögens-, Finanz-, Ertragslage)
Tätigkeiten der Bilanzierung: - Aufstellungsgrundsätze
IV Problemstellung der Bilanzierung
Welche Vermögens - und Schuldenwerte müssen, können, sollen bilanziert werden und welche dürfen nicht bilanziert werden.
Abs. 1 Vollständigkeit der Vermögenswerte
Abs. 2 Verrechnungsverbot
Abs. 1 Anlage- und Umlaufvermögen, Eigenkapital und Schulden gesondert ausweisen und aufgliedern
Abs. 2 Anlagevermögen : 12 Monate im Betrieb
Abs. 3 Passivposten für Steuern = Sonderposten mit Rücklageanteil
§ 248 HGB Bilanzierungsverbot
§ 250 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB Bilanzierungswahlrecht
§ 250 Abs. 3 HGB Disagio Passivseite:
§ 249 Abs. 1 HGB ungewisse Verbindlichkeiten
vergleiche VII 1. Aktivierungsgrundsätze
" Die Wertansätze in der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres müssen mit denen der Schlußbilanz des vorhergehenden Geschäftsjahres übereinstimmen. "
" Bei der Bewertung ist von der Fortführung der Unternehmertätigkeit auszugehen, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. "
" Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Abschlußstichtag einzeln zu bewerten. "
Nach dem Abschlußstichtagprinzip ist maßgeblich der Wert an dem Tage, für welchen die Aufstellung stattfindet, also nicht etwa den Wert am Bilanzerstellungstag oder an anderen Stichtagen.
" Es ist vorsichtig zu bewerten, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlußstichtag entstanden sind, zu berücksichtig en, selbst wenn diese erst zwischen dem Abschlußstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekanntgeworden sind; Gewinne sind nur zu berücksichtigen, wenn sie am
Abschlußstichtag realisiert sind. "
“ Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahrs sind unabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluß zu berücksichtigen.”
“ Die auf den vorhergehenden Jahresabschluß angewandten Bewertungsmethoden sollen beibehalten werden.”
Der Sinn und Zweck des Prinzips stetiger Bewertungsmethoden liegt in der Bewertungsobjektivierung; es soll verhindert werden, daß der Bilanzierende den Jahresgewinn durch einen beliebigen Wechsel der Bewertungsmethode beeinflußt.
Handelsbilanz: nach den handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften aufgestellte Bilanz Steuerbilanz: nach den steuerrechtlichen Bewertungsvorschriften aufgestellte Bilanz
In der Handelsbilanz ausgewiesene Werte für die Vermögensteile und Schulden sind zugleich verbindlich für die dem Finanzamt einzureichende Steuerbilanz, sofern die steuerlichen Vorschriften keine andere Bewertung zwingend vorschreiben.
nach § 266 Abs. 2 und Abs. 3 HGB
(das sofort verfügbare Kapital steht meist unten)
Grundsatz der Darstellungsstetigkeit: Die “Form der Darstellung, insbesondere die Gliederung” aufeinanderfolgender Bilanzen und GuV “ist beizubehalten, soweit nicht in Ausnahmefällen wegen besonderer Umstände Abweichungen erforderlich sind.” (§ 265 Abs. 1 Satz 1 HGB)
Diese Darstellungsstetigkeit hat den Sinn, die Vergleichbarkeit aufeinanderfolg ender Jahresabschlüsse zu sichern; das Gesetz betont den Grundsatz der Darstellungsstetigkeit dadurch, daß Abweichungen im Anhang nicht nur “anzugeben”, sondern auch “zu begründen” sind. ( § 265 Abs. 1 Satz 2 HGB)
Bei Unternehmen mit “mehreren Geschäftszweigen” und Maßgeblichkeit von “verschiedenen Gliederungsvorschriften” ist der Jahresabschluß “nach der für einen Geschäftszweig vorgeschriebenen Gliederung aufzustellen und nach der für die anderen Geschäftszweige vorgeschriebenen Gliederung zu ergänzen.” (§ 265 Abs. 4 Satz 1 HGB)
Wenn “ ein Vermögensgegenstand oder eine Schuld unter mehrere Posten der Bilanz” fällt, muß die Mitzugehörigkeit “bei den Posten, unter dem der Ausweis erfolgt ist”, vermerkt oder im Anhang angegeben werden, “wenn dies zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschluß erforderlich ist.” (§ 265 Abs. 3 Satz 1 HGB)
Für “eigene Anteile” sieht das Gesetz jedoch ausdrücklich vor, daß sie “unabhängig von ihrer Zweckbestimmung nur unter dem dafür vorgesehenen Posten im Umlaufvermögen ausgewiesen werden” dürfen (§ 265 Abs. 3 Satz 2 HGB).
Gemäß § 268 Abs. 2 HGB ist für die “einzelnen Posten des Anlagevermögens” und für die Ingangsetzungs- und Erweiterungsaufwendungen “ in der Bilanz oder im Anhang” darzustellen, wie sich diese Posten entwickelt haben. Anzugeben sind:
1. die “gesamten Anschaffungs- und Herstellkosten
2. die “Zugänge” des Geschäftsjahrs
3. die “Abgänge” des Geschäftsjahrs
4. die “Umbuchungen” des Geschäftsjahrs
5. die ”Zuschreibungen” des Geschäftsjahrs
6. Die “Abschreibungen in Ihrer gesamten Höhe”
7. die “Abschreibungen des Geschäftsjahrs”
Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen sowie künftige Wertminderungen antizipierende freiwillige Abschreibungen auf das Umlaufvermögen sind entweder jeweils in der GuV auszuweisen “oder im Anhang anzugeben.” (§ 277 Abs. 3 Satz 1 HGB)
Im Anhang ist anzugeben, “in welchem Umfang die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und das außerordentliche Ergebnis belasten (§ 285 Nr. 6 HGB).
Anfang der 20er Jahre, aus der sogenannten Privatlehre, entstanden.
(1) monistische Bilanz
(Stichtagsbetrachtung der Vermögens- und Schuldenwerte sowie der GuV)
a) Statische Bilanz nach Rieger
b) Dynamische Bilanz nach Schmalenbach
(2) dualistische Bilanz
(Zeitraumbetrachtung; Gewinnermittlung im Zusammenhang mit der Ermittlung von Vermögen und Kapital)
a) Organische Bilanz nach F. Schmidt
b) Totale Bilanz nach Le´ Coutre
Nach dynamischer Auffassung ist die Erfolgsermittlung als Hauptaufgabe der Bilanz anzusehen . Der vergleichbare Periodenerfolg wird als Maßstab der Wirtschaftlichkeit betrachtet. Der Erfolg ist die Differenz zwischen aufwand und Leistung (Ertrag). Der Aufwand wird an den Ausgaben, die Leistung an den Einnahmen gemessen. Leistung des Betriebes ist der Wert der von ihm geschaffenen Güter und Dienste, Aufwand ist de Wert für Güter und Dienste, die bei der Erstellung der betrieblichen Leistung verbraucht bzw. umgeformt worden sind.
Würden die Gesamtlebensdauer des Betriebes und die Bilanzperiode übereinstimmen, so würde in einer solchen Totalperiode jeder Aufwand zu einer Ausgabe und jeder Ertrag zu einer Einnahme führen. Die Totalerfolgsrechnung würde eine reine Einnahmen- und Ausgabenrechnung.
Tatsächlich wird jedoch die Gesamtlebensdauer eines Betriebes (Totalperiode) in Geschäftsjahre (Teilperioden) zerlegt, da erstens eine Totalrechnung für die betriebliche Disposition zu spät kommt und zweitens ein gesetzlicher Zwang zur Aufstellung einer Jahresbilanz besteht. Das hat zur Folge, daß am Bilanzstichtag nicht alle Geschäftsvorfälle beendet sind, d.h. daß nicht alle Geschäftsvorfälle zu Ausgaben bzw. Einnahmen geführt haben, sondern Ausgaben und Aufwand sowie Einnahmen und Ertrag zeitlich auseinanderfallen. Es ergeben sich also Differenzen zwischen Einnahmen- und Ausgabenrechnung (Erfolgsrechnung), weil z.B. nicht alle vom Betrieb beschafften Sachgüter, in der Abrechnungsperiode verbraucht bzw. umgeformt, sondern Teile davon gelagert und erst in späteren Perioden zu Aufwand werden, oder weil produzierte Güter nicht in der Periode ihrer Erstellung zu Einnahmen führen.
Diese sogenannten “schwebenden Geschäfte” werden neben dem Kapital und den liquiden Mitteln in die Bilanz aufgenommen, wo sie so lange erscheinen bis sie “ausgelöst” werden.
Die in der Bilanz gespeicherten zukünftigen Aufwendungen und Erträge bzw. Ausgaben und Einnahmen hat Schmalenbach folgendermaßen gegliedert:
- keine in sich geschlossene Bewertungslehre
- Gemeinwirtschaftliche Wirtschaftlichkeit
- Kreditgeschäft: Vermögenswerte, die noch nicht verbraucht wurden
Nach Rieger ist die Bilanz eine reine Geldrechnung, sie enthält die zukünftigen Einnahmen und Ausgaben. Erst am Ende der Lebenszeit einer Unternehmung, also bei der Liquidation, wenn alle Werte wieder zu Geld geworden sind, läßt sich der richtige Erfolg als Totalerfolg, als Differenz zwischen Geldeinsatz (Anfangskapital spätere Einlagen) und Gelderlös (Endkapital Entnahmen, d.h. Gewinnausschüttungen oder Kapitalrückzahlungen) ermitteln. Jeder Zwischenabschluß ist eine Fiktion, da er einen willkürlichen Schnitt durch betriebliche Zusammenhänge darstellt und an einem Zeitpunkt erfolgt, an dem nach nicht alle Güter wieder zu Geld geworden sind. Aus dem Gesagten wird ersichtlich, daß Rieger den Grundsatz der nominellen Kapitalerhaltung vertritt:
- stabiler Geldwert
- stabiler Wert bei Anschaffungs- oder Herstellkosten
- Bewertung ist eine Antipation (Vorwegnahme) des geldlichen Ende eines Wirtschaftsgutes
Le´ Coutre stellt fest:
“... die Schaffung wirtschaftlich wirklich brauchbarer Bilanzen ist nur möglich, wenn bei der Bilanzaufstellung nicht nur ein jeweiliger Einzelzweck, sondern auch die naturgegebenen betriebsorganisatorischen Allgemeinzwecke der Bilanzen, ihr Wesen nach Inhalt und Form und ihre betrieblichen Beziehungen lückenlos beachtet werden.
Die Bilanz soll folgenden Zwecken dienen:
- Betriebserkenntnis und Betriebsübersicht
- der Betriebsführung, insbesondere der Disposition
- der Betriebsergebnisfeststellung
- der Betriebsüberwachung
- der Rechenschaftslegung
(bewertet wird prinzipiell zu Anschaffungswerten)
Die Probleme der Bewertung treten hinter der Gliederungslehre zurück. Die Gliederung der Bilanzen muß so erfolgen, daß sie Einblicke für die Betriebsführung, Disposition, Verwaltung und Kontrolle gewährt.
Le´ Coutre unterscheidet zwischen:
(1) Kapitalbestandsbilanzen, deren Aktiva das Sachkapital und deren Passiva das Finanzkapital darstellen. Die totale Bilanz ist also grundsätzlich eine Kapitaldispositionsrechnung.
(2) Kapitalbewegungsbilanzen, die als
a) Umsatzbilanzen den Umsatz der Bestände verzeichnen, als
b) Leistungsbilanzen den Kapitalverzehr (Aufwand und Kosten) dem Kapitalersatz (Erlös und Erträge) gegenüberstellen, und als
c) Erfolgsbilanzen den Kapitalzuwachs (Gewinn) und die Kapitalvernichtung (Verlust) zeigen.
Die Gliederung der statischen und noch stärker der totalen Bilanz führt dazu, daß die Vermögenswerte nicht mehr allein nach ihren Arten und nach ihrer Liquidierbarkeit angeordnet werden, wie das z.B. in einer nach handelsrechtlichen Gliederungsvorschriften erstellten Handelsbilanz und der daraus abgeleiteten Steuerbilanz der Fall ist, sondern das einzelne Vermögensarten je nach ihrem Verwendungszweck auf verschiedene Vermögensgruppen aufgeteilt werden. Ein Teil der Gebäude, Maschinen, Wertpapiere usw. kann im Betriebsvermögen, ein anderer Teil im Sicherungs -, Verwaltungs- oder Überschußvermögen erscheinen.
Die Bewertung erfolgt in der totalen Bilanz grundsätzlich zum Anschaffungswert. Das Bruttoprinzip ist ausnahmslos anzuwenden, alle Bewertungen sind über Wertberichtigungsposten vorzunehmen (indirekte Abschreibungen). Die Bildung stiller Reserven wird abgelehnt.
Schmidt stellt der Bilanz zwei Aufgaben: die richtige Feststellung des Erfolges und des Vermögens. Der Akzent liegt bei seiner Theorie auf der Bewertungsfrage. Die Bezeichnung “organisch” soll ausdrücken, daß der einzelne Betrieb bei der Ermittlung der Bilanzwerte in den organischen Gesamtzusammenhang der Volkswirtschaft gestellt werden muß.
Das Hauptanliegen der organischen Bilanztheorie ist die Eliminierung aller Geldwertänderungen. Die Gewinnermittlung und die Bewertung der Wirtschaftsgüter haben so zu erfolgen, daß nicht nur eine Erhaltung des Kapitals, sondern auch der realen Vermögenssubstanz erreicht wird. Deshalb ist es erforderlich, echte Gewinne von Scheingewinnen und echte Verluste von Scheinverlusten zu trennen. Ein echter Gewinn ist nur dann entstanden, wenn der Verkaufspreis einer Ware höher ist als der Wiederbeschaffungspreis am Verkaufstage. Ist der Wiederbeschaffungspreis am Verkaufstage höher als der Anschaffungspreis ist die Differenz ein Scheingewinn.
Echte Gewinne und Verluste entstehen also nur durch Umsatz, während Preisänderungen zu Scheingewinnen oder -verlusten führen. “Gewinn kann nur sein”, schreibt Schmidt, “was über den Tagesbeschaffungswert der Kostenmengen des Umsatztages hinaus erzielt wird.”
Weder die Volkswirtschaft noch Betriebe können Gewinne erzielen, wenn nicht die Erlöse erlauben ein Mehr an Kostenmengen über die verbrauchten hinaus zu bezahlen. Damit ist gleichzeitig gesagt, daß eine bloße Wertänderung der Kostenteile niemals Gewinn aus der Betätigung des Betriebes sein kann, sondern im Rahmen einer besonderen Rechnung für die Wertänderung am ruhenden Vermögen auszuweisen ist.
(1) Bilanzschema kleiner Kapitalgesellschaften
>geringer Aussagewert
(2) Bilanzschema mittelgroßer Kapitalgesellschaften
Pflicht zur Aufstellung der Bilanz nach dem vollständigen Gliederungsschema gem. § 266 Abs. 2 und 3 HGB.
Möglichkeit der Veröffentlichung der Bilanz in Kurzform.
(3) Bilanzschema großer Kapitalgesellschaften
Pflicht zur Aufstellung und Veröffentlichung der Bilanz nach dem vollständigen Gliederungsschema gem. § 266 Abs. 2 und 3 HGB
- Ermöglicht tiefen Einblick in die Vermögens- und Finanzlage des Unternehmens.
V103683
Tatjana Gänßler (Autor), 1999, Bilanzierung (Stand 1999), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103683
Konsequenzen für die Bilanzierung von...

References: § 252
 § 252
 § 252
 § 243
 § 248
 § 39
 § 247
 § 248

§ 248

§ 250

§ 250

§ 249
 § 266
 § 265
 § 268
 § 266
 § 266