Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20108/08
Timestamp: 2019-03-24 14:07:19+00:00

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BGH, 14.01.2010 - VII ZR 108/08 - dejure.org
BGB §§ 633 Abs. 3 a. F., 637 Abs. 3
§ 633 Abs 3 BGB, § 637 Abs 3 BGB
Gewährleistung beim Bauvertrag: Anspruch auf Rückzahlung des Vorschusses auf die Mängelbeseitigungskosten im Falle des zweckentsprechenden Verbrauchs nach Ablauf einer angemessenen Frist
Vorschussrückforderung bei fehlender Durchführung der Mängelbeseitigung; Rückforderungsanspruch i.R.e. Mängelbeseitigung bei fehlender Einhaltung einer angemessenen Frist; Anforderungen an die Bestimmung einer angemessenen Frist i.R.e. Mängelbeseitigung; Voraussetzungen der Vorschussrückzahlung bei Verbrauch des Vorschusses
BGB § 633 Abs. 3 a.F., § 637 Abs. 3
Bei Nichtdurchführung der Mängelbeseitigung kann der Auftragnehmer den dafür gezahlten Vorschuss zurückfordern
Kostenvorschuss für Mängelbeseitigung; unangemessene Verzögerung der Mängelbeseitigung durch Auftraggeber; Vorschuss-Rückzahlung; Aufgabe der Mängelbeseitigungsabsicht; Bauvertrag; Werkvertrag; Frist zur Mängelbeseitigung
BGB § 633 Abs. 3 (a.F.); BGB § 637 Abs. 3
Vorschuss auf die Mängelbeseitigungskosten: Rückforderung
Vorschuss auf Mangelbeseitigungskosten: Rückzahlungspflicht des Auftraggebers?
Rückforderung eines Vorschusses bei Nichtdurchführung der Mängelbeseitigung
Rückforderung von Vorschüssen zur Mängelbeseitigung
Rückforderung eines Vorschusses: Aufrechenbar mit Schadensersatzanspruch! (IBR 2010, 136)
Kann ein Vorschuss zur Mängelbeseitigung zurückgefordert werden? (IBR 2010, 134)
Innerhalb welcher Frist muss Bauherr Vorschuss für Mängelbeseitigung verwenden? (IBR 2010, 135)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 14.1.2010 - VII ZR 108/08 (Rückforderung eines Vorschusses: Aufrechenbar mit Schadensersatzanspruch!)" von RA/FA Bau- und Architektenrecht Dr. Alfons Schulze-Hagen, original erschienen in: IBR 2010, 136 - 136.
LG Osnabrück, 23.11.2007 - 3 O 1694/07
OLG Oldenburg, 17.04.2008 - 8 U 2/08
BGHZ 183, 366
NJW 2010, 1192
MDR 2010, 379
NZBau 2010, 233
VersR 2011, 278
BauR 2010, 614
ZfBR 2010, 350
Denn der Architekt verhielte sich treuwidrig im Sinne des § 242 BGB, wenn er einen Honoraranspruch durchsetzen wollte, obwohl er verpflichtet wäre, das Erlangte sofort wieder herauszugeben (vgl. zum dolo-agit-Einwand BGH…, Urteil vom 9. Februar 2012 - VII ZR 31/11, BGHZ 192, 305 Rn. 17; Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366 Rn. 23; jeweils m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann der Auftraggeber für die nach § 13 Nr. 5 Abs. 2 VOB/B (2000) zur Beseitigung der Mängel erforderlichen Aufwendungen Vorschuss verlangen (vgl. BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08 Rn. 12, BGHZ 183, 366).
Es ist auch dann grundsätzlich gerechtfertigt, den Rückforderungsanspruch entstehen zu lassen (vgl. BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
Eine Klage auf Rückforderung des gezahlten Vorschusses kann Erfolg versprechend sein, wenn eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung abgelaufen ist (vgl. dazu BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
Der Senat hat mit Urteil vom gleichen Tage in der Sache VII ZR 108/08 (zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt) Ausführungen dazu gemacht, wie eine angemessene Frist zu ermitteln ist.
Der Anspruch der Klägerin auf Kostenvorschuss zur Mängelbeseitigung ergibt sich aus § 633 Abs. 3 BGB a. F. in Verbindung mit Richterrecht (vgl. BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366, juris Rn. 12 m.w.N.;… Palandt/Sprau, BGB 61. Aufl., § 633 Rn. 9).
Darüber hinaus kann Vorschuss nur verlangen, wer auch die Absicht hat, die vorhandenen Mängel tatsächlich im Wege der Selbstvornahme zu beseitigen (vgl. BGH, Urteil vom 14.01.2010 - VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366, 370).
Da der Vorschuss aber nichts Endgültiges darstellt, sondern abgerechnet werden muss (BGH…, Urteil vom 25. September 2008 - VII ZR 204/07, NJW 2009, 60, 61 Rn. 7), muss der Auftraggeber deshalb seine Aufwendungen für die Mängelbeseitigung nachweisen, über den erhaltenen Kostenvorschuss Abrechnung erteilen und den für die Mängelbeseitigung nicht in Anspruch genommenen Betrag zurückerstatten (BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366, 370 Rn. 13).
Dieser Anspruch ist kein Bereicherungsanspruch, sondern ein ebenfalls aus Treu und Glauben entwickelter Anspruch aus dem Vertragsverhältnis (BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366, 370 Rn. 13).
Maßgeblich für das Entstehen des Rückforderungsanspruchs ist der Wegfall des mit der Vorschusszahlung verbundenen Zweckes (BGH, Urteil vom 14. Januar 2010 - VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366, 371 Rn. 15).
Nach der vom Landgericht ausführlich dargelegten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGHZ 183, 366 ) kann ein Rückforderungsanspruch entstehen, wenn der Auftraggeber die Mängelbeseitigung nicht binnen angemessener Frist durchführt.
Dahinter steht das Interesse des Auftragnehmers an einer endgültigen Abrechnung in angemessener Frist (BGHZ 183, 366 , Rn 20 bei [...]).
Treuwidrig verhält sich, wer einen Leistungsanspruch durchsetzt, obwohl er verpflichtet ist, das Erlangte sofort wieder herauszugeben (BGHZ 183, 366 , Rn 23 bei [...]).
Der Bundesgerichtshof hat eine Frist von 1 1/2 Jahren als relativ kurz bezeichnet (BGHZ 183, 366 , Rn 29 bei [...]).
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Auftraggeber seinen Willen aufgegeben hat, den Vorschuss für die Beseitigung der Mängel zu verwenden (BGH BauR 1984, 406; BGH BauR 2010, 614).
Unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 14.01.2010, VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366) sei hier von einem im Zeitpunkt der Klageerhebung bereits fälligen Rückzahlungsanspruch der Kläger auszugehen.
Ein Rückforderungsrecht des Vorschussleistenden kann sich im Wege der Auslegung des Prozessvergleichs auch als aus Treu und Glauben (§ 242 BGB) entwickelter Anspruch ergeben (vgl. BGH, Urteil vom 14.01.2010, VII ZR 108/08, BGHZ 183, 366, dort Rn 13 mwN;… vgl. auch Vygen/Joussen, Bauvertragsrecht nach VOB und BGB, 5. Auflage -, Rn 1386 mwN), wobei maßgeblich für das Entstehen des Rückforderungsanspruchs der Wegfall des mit der Vorschusszahlung verbundenen Zwecks ist (…vgl. BGH, a.a.O., dort Rn 15 ff.).
Der Anwendung von Bereicherungsrecht steht dabei nicht entgegen, dass die überwiegende Ansicht in Rechtsprechung und im Schrifttum einen Rückforderungsanspruch grundsätzlich allein nach Werkvertragsrecht (§ 637 Abs. 3 BGB) beurteilt und Bereicherungsrecht für unanwendbar hält (vgl. BGH, BauR 2010, 614 Rdnr. 13;… Krause-Allenstein, in: Kniffka u.a., Bauvertragsrecht (1. Aufl.), § 637 Rdnr. 83;… Pastor, in: Werner/Pastor, Der Bauprozess (15. Aufl.), Rdnr. 2132).
OLG Frankfurt, 06.10.2016 - 13 U 96/14
Voraussetzungen eines Vorschussanspruchs nach § 637 III BGB
OLG Köln, 30.11.2010 - 15 U 77/10
Freistellungsanspruch trotz Aufrechnung

References: § 633
 § 637
 § 633
 § 637
 § 633
 § 637
 BGH 
 § 242
 § 13
 § 633
 § 633
 BGH 
 BGH 
 § 637
 § 637