Source: http://www.alharamclub.com/umgang-mit-waffen-und-munition-das-waffengesetz-teil-3/
Timestamp: 2019-10-14 04:02:29+00:00

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Published March 19, 2019 · Updated March 5, 2019
§ 20 WaffG Erwerb und Besitz von Schusswaffen durch
Erwerber infolge eines Erbfalles
46 Welche Besonderheiten gilt es in einem Erbfall zu beachten?
Hier sind im Gegensatz zu den üblichen Regelungen die Fristen zur Beantragung der AussteUung einer WBK oder zum Eintrag in eine bereits vorhandene WBK auf einen Monat erweitert. Dies gilt ab dem Zeitpunkt der Annahme des Erbes bzw. dem Erwerb der Schusswaffe. In einem Erbfall ist eine Erlaubnis dann zu erteilen, wenn der Erblasser der berechtigte Besitzer der Waffen war und der Antragsteller (Erbe) zuverlässig und persönlich geeignet ist.
47 Wie definiert der Gesetzgeber den Begriff der Schießstätte?
Schießstätten sind ortsfeste und ortsveränderliche Anlagen, die ausschließlich oder neben anderen Zwecken dem Schießsport oder sonstigen Schießübungen mit Schusswaffen, der Erprobung von Schusswaffen oder dem Schießen mit Schusswaffen zur Belustigung dienen.
48 Ist für das Schießen mit einer Schusswaffe auf einer behördlich genehmigten Schießstätte eine Erlaubnis erforderlich?
Nein! Nur derjenige, der außerhalb von Schießstätten mit einer Schusswaffe schießen will, bedarf grundsätzlich der Erlaubnis der zuständigen Behörde.
49 Wie ist das Schießen auf Schießstätten durch Minderjährige geregelt?
Grundsätzlich gilt für alle nachfolgend aufgeführten Fälle, dass diese ausschließlich unter der Obhut von verantwortlichen und geeigneten Aufsichtspersonen erfolgen dürfen:
– von Kindern ab 12 und unter 14 Jahren dürfen lediglich Druckluft- und Federdruckwaffen sowie C02-Waffen verwendet werden
– Jugendliche nach Vollendung des 14. bis zum 16. Lebensjahr dürfen mit allen anderen Waffen schießen, sofern sie das schriftliche Einverständnis ihrer Sorgeberechtigten besitzen oder diese anwesend sind.
Jugendliche in der Ausbildung zum Jäger dürfen, abweichend von den o.g. Regelungen, während dieser Ausbildung mit Jagdwaffen schießen, wenn sie das 14. Lebensjahr vollendet haben und sowohl der Sorgeberechtigte als auch der Ausbildungsleiter ihr schriftliches Einverständnis dazu erklärt haben.
§ 34 WaffG Überlassen von Waffen und Munition
50 Wann wird jemandem von einem anderen eine (Jagd-)Waffe überlassen?
Eine Waffe (oder auch Munition) überlässt, wer die tatsächliche Gewalt darüber einem anderen einräumt.
51 Wem dürfen Waffen und Munition überlassen werden?
Waffen oder Munition dürfen nur berechtigten Personen überlassen werden. Die Berechtigung muss offensichtlich sein oder nachgewiesen werden.
§ 36 WaffG Aufbewahrung von Waffen oder Munition
52 Welche Bestimmungen gibt es zur Waffenaufbewahrung?
§ 36 des Waffengesetzes (WaffG) und der Abschnitt 5 (§§ 13 und 14) der Waffengesetz-Verordnung (AWaffV) bedeuten für den Jäger und Waffenbesitzer ein Kernstück der neuen Waffengesetzgebung, in ihnen ist die Aufbewahrung von Waffen und Munition gegenüber dem alten Waffengesetz neu geregelt. Grundsätzlich gilt, dass
– der Waffenbesitzer seine Waffen und Munition so verwahren muss, dass Dritte sie nicht unbefugt an sich nehmen oder diese abhanden kommen können.
– die Verwahrung in einem definierten Sicherheitsbehältnis erfolgen muss
– der Schusswaffen- bzw. Munitionsbesitzer der zuständigen Behörde gegenüber nachweispflichtig ist, ob er die geforderten Schutzmaßnahmen getroffen hat.
– wenn begründete Zweifel an der sicheren Aufbewahrung bestehen, die Behörde vom Besitzer Zutritt zum Ort der Aufbewahrung verlangen kann
– Wohnräume (nur) zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit auch gegen den Willen des Inhabers betreten werden dürfen.
– Die Jagd während der Nacht ist in der Regel in Deutschland verboten. Es gibt aber viele Länder wo Sie gerne nachtsüber jagen gehen können. Nachtjagd war nie so einfach mit den neuen Wärmebildkameras von Leupold mit Beacon-Mode und HD Auflösung
53 Wie ist die Unterbringung der Waffen genau geregelt?
Der Gesetzgeber schreibt die Unterbringung von Waffen in einem Sicherheitsbehältnis gemäß der Norm DIN/EN 1143-1 Widerstandsgrad 0 oder einer Norm mit gleichem Schutzniveau eines anderen EWR-Mitgliedsstaates vor. Als gleichwertig bzw. ausreichend angesehen werden jedoch unter bestimmten Vorraus-setzungen auch Behältnisse der Widerstandsgrade B oder A nach VDMA 24992. Die AWaffV legt hierzu die Bedingungen fest (s. Tabelle)
Widerstandsgrad Das darf aufbewahrt werden
Waffenraum, der dem Stand der Technik entspricht oder I (DIN/EN 1143-1) > 10 Kurzwaffen
> 10 Langwaffen
+ zugehörige Munition
0 (DIN/EN 1143-1) ohne zus. Innenfach B (VDMA 24992) mit zus. Innenfach wenn je > 200kg Bis 10 Kurzwaffen
zugehörige Munition
0 (DIN/EN 1143-1) ohne zus. Innenfach oder B (VDMA 24992) mit zus. Innenfach wenn je < 200kg bis 5 Kurzwaffen
A (VDMA 24992) mit Innenfach B bis 5 Kurzwaffen
0 (DIN/EN 1143-1) ohne zus. Innenfach oder B (VDMA 24992) oder 1 x A (VDMA 24992) je 10 Langwaffen, mit Innenfach für zugehörige Munition, oder ohne Innenfach, dann nur für nicht zugehörige Munition > 10 Langwaffen
A (VDMA 24992) und Innenfach bis 10 Langwaffen
Stahlblechbehältnis ohne Klassifizierung – Munition
§ 37 WaffG Anzeigepflichten
54 Was bedeutet die waffenrechtliche Anzeigepflicht und in welchen Fällen ist sie gegeben?
Wer erlaubnispflichtige Waffen oder Munition beim Tode eines Waffenbesitzers, als Finder, als Insolvenz- oder Zwangsverwalter, Gerichtsvollzieher oder in ähnlicher Weise oder Funktion in Besitz nimmt, muss dies der zuständigen Behörde unverzüglich anzeigen. Die Behörde kann solche Waffen und Munition sicherstellen, ihre Unbrauchbarmachung anordnen oder sie einem Berechtigten überlassen.
Gleichfalls besteht eine unverzügliche Anzeigepflicht, wenn erlaubnispflichtige Waffen, Munition oder die entsprechenden Erlaubnisurkunden abhanden kommen. In diesem Fall erfolgt eine Unterrichtung der örtlichen Polizeidienststelle zur weiteren polizeilichen Ermittlung.
Auch die Unbrauchbarmachung oder Zerstörung einer Waffe muss der zuständigen Behörde angezeigt werden. Hier besteht jedoch eine zweiwöchige Frist.
55 Wann ist eine Schusswaffe abhanden gekommen?
Wenn der Inhaber der tatsächlichen Gewalt (Besitzer) den unmittelbaren Besitz ohne seinen Willen verloren hat (RGZ 101, 224).
56 Wie wird der Begriff „unverzüglich“ definiert?
Unverzüglich bedeutet hier, dass der Anzeigenpflicht binnen einer Woche nach Kenntniserlangung genügt werden muss.
57 Wie kann der Ausweispflicht genüge getan werden?
Wer eine Waffe führt, muss:
– seinen Personalausweis oder Pass
– seine Waffenbesitzkarte (bei erlaubnispflichtigen Waffen) und
– als Jäger seinen Jagdschein
mitführen und diese auf Verlangen auch vorweisen können.
58 Wer darf bei öffentlichen Veranstaltungen Waffen führen?
Das Führen von Waffen bei öffentlichen Vergnügungen, Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen, Ausstellungen, Märkten und anderen öffentlichen Veranstaltungen ist grundsätzlich für jederman untersagt. Dies gilt insbesondere für Schusswaffen und Hieb- und Stoßwaffen
Ausnahmen können nur in sehr begrenztem Umfang durch die Behörde genehmigt werden.
§5 55 – 57 WaffG Ausnahmen für oberste Bundes- und Landesbehörden, Bundeswehr, Polizei, erheblich gefährdete Hoheitsträger und Personen des öffentl. Lebens und Staatsgäste; Kriegswaffen
59 Welche Ausnahmen für den Geltungsbereich des Gesetzes gibt es? Das WaffG ist nicht anzuwenden auf die obersten Bundes- und Landesbehörden, die Bundesbank, die Bundeswehr, die in Deutschland stationierten ausländischen Streitkräfte, die Polizeibehörden des Bundes und der Länder und die Zollverwaltung.
Für Personen, die aufgrund hoheitlicher Aufgaben oder als Personen des öffentlichen Lebens erheblich gefährdet sind und für Staatsgäste können Sonderregelungen getroffen werden.
Das Gesetz umfasst nicht Kriegswaffen i.S. des Kriegswaffenkontrollgesetzes.
Umgang mit Waffen und Munition – Teil 1 und 2
Bildquelle: jaeger-werden.de/jagdforum
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References: § 20

§ 34

§ 36

§ 36

§ 37

§5