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Timestamp: 2019-10-16 19:03:20+00:00

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BVerfG, 15.03.2000 - 1 BvL 16/96, 1 BvL 17/96, 1 BvL 18/96, 1 BvL 19/96, 1 BvL 20/96, 1... - dejure.org
BVerfG, 15.03.2000 - 1 BvL 16/96, 1 BvL 17/96, 1 BvL 18/96, 1 BvL 19/96, 1 BvL 20/96, 1 BvL 18/97
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BVerfG, 15.03.2000 - 1 BvL 16/96, 1 BvL 17/96, 1 BvL 18/96, 1 BvL 19/96, 1 BvL 20/96, 1 BvL 18/97 (https://dejure.org/2000,28)
BVerfG, Entscheidung vom 15.03.2000 - 1 BvL 16/96, 1 BvL 17/96, 1 BvL 18/96, 1 BvL 19/96, 1 BvL 20/96, 1 BvL 18/97 (https://dejure.org/2000,28)
BVerfG, Entscheidung vom 15. März 2000 - 1 BvL 16/96, 1 BvL 17/96, 1 BvL 18/96, 1 BvL 19/96, 1 BvL 20/96, 1 BvL 18/97 (https://dejure.org/2000,28)
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Gesetzliche Krankenversicherung - Rentner - Erwerbstätigkeit - Ausschluß - Vertrauensschutz - Übergangsfrist - Gleichheitsgebot
Zulassungsvoraussetzungen und Beitragsbemessung in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner
Regelung über Zugang zur Krankenversicherung der Rentner verfassungswidrig
Krankenversicherung der Rentner; teilweise Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Regelung
Zusammenfassung von "Die Krankenversicherung der Rentner und Rentenantragsteller" von Gerald Eilts, original erschienen in: NWB 2004, 1379 - 1394.
aerzteblatt.de (Meldung mit Bezug zur Entscheidung)
GKV-Beitragsrecht: Entlastung für freiwillig versicherte Rentner (Dtsch Arztebl 2002, 99)
BVerfGE 102, 68
NJW 2000, 2730
NZS 2000, 450
FamRZ 2000, 1356 (Ls.)
DB 2000, 1568
Die gesetzliche Krankenversicherung erfasst nach der gesetzlichen Typisierung jedenfalls die Personengruppen, die wegen ihrer niedrigen Einkünfte eines Schutzes für den Fall der Krankheit bedürfen, der durch Zwang zur Eigenvorsorge erreicht werden soll (vgl. BVerfGE 102, 68 ).
Sie werden unter Einsatz der Arbeitskraft erworben und haben Entgeltersatzcharakter (vgl. BVerfGE 102, 68 ).
Das Bundesverfassungsgericht hat indes aaO zutreffend darauf hingewiesen, dass das Gesetz in § 10 Abs. 3 SGB V mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze dieselbe Rechengröße zu Grunde legt, mit deren Hilfe es auch in § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V diejenigen erfasst, die auf Grund ihres niedrigen Einkommens zur Eigenvorsorge gezwungen werden (vgl insofern auch BVerfG SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 S 186 = BVerfGE 102, 68, 89).
Dem stehe die Verschärfung der Voraussetzungen der Pflichtversicherung als Rentnerin durch das Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) vom 21.12.1992 nicht entgegen, da die Neuregelung durch Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 - 1 BvL 16/96, ua - für verfassungswidrig erklärt worden sei.
Diese sind - zusammengefasst - auf die Vernehmung eines Sachverständigen für deutsche Linguistik, eines Sachverständigen für Rechtslogik sowie der am Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 (1 BvL 16/96, ua - BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42) beteiligten Richter des BVerfG zur Ermittlung des genauen Inhalts dieser Entscheidung gerichtet.
Anzuwenden ist vorliegend § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V in der Fassung des GRG vom 20.12.1988 (BGBl I 2477) sowie ab 1.4.2007 in der Fassung des GKV-WSG vom 26.3.2007 (BGBl I 378; hierzu 3.) , dessen Voraussetzungen die Klägerin erfüllt, ohne dass sie von den im Hinblick auf den Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42) geschaffenen Vertrauensschutzregelungen erfasst wurde (hierzu 4.) .
Diesbezüglich hat der erkennende Senat bereits tragend entschieden, dass aufgrund der Rechtsfolgenanordnung im Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 S 179 ff) § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V in der Fassung des GRG ab 1.4.2002 erneut anzuwenden war, weil der Gesetzgeber bis zum 1.4.2002 eine Neuregelung, mit welcher der vom BVerfG festgestellte Verfassungsverstoß behoben wurde, unterließ.
a) § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V in der Fassung des GSG war aufgrund des Beschlusses des BVerfG vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42; zum genauen Wortlaut des Tenors s auch BGBl I 1300) ab 1.4.2002 nicht mehr anwendbar.
b) Im Zeitraum 1.4.2002 bis 31.3.2007 bestimmte sich der Zugang zur KVdR aufgrund der Rechtsfolgenanordnung im Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 = BGBl I 1300) nach § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V in der Fassung des GRG.
So zeigte das BVerfG in der von der Klägerin - unvollständig - zitierten Passage der amtlichen Sammlung (BVerfGE 102, 68, 92) dem Gesetzgeber tatsächlich zwei Wege auf, eine verfassungskonforme Neuregelung vorzunehmen.
c) Die Unvereinbarkeitserklärung des § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V im Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 (aaO) erstreckte sich auch auf Personen, die im Zeitpunkt der Rentenantragstellung familienversichert waren.
d) Den auf die Ermittlung des genauen Umfangs der vom BVerfG durch den Beschluss vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 = BGBl I 1300) ausgesprochenen Unvereinbarkeit des § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V idF des GSG mit dem GG gerichteten Beweisanträgen der Klägerin musste der Senat in diesem Zusammenhang nicht nachgehen.
Der Versicherungspflicht der Klägerin als Rentnerin in der GKV unter gleichzeitigem Ausschluss von der Familienversicherung stehen auch einfach-rechtliche Vertrauensschutzregelungen, wie sie im Hinblick auf den Beschluss des BVerfG vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42) durch das 10. SGB V-ÄndG geschaffen wurden, nicht entgegen.
Darüber hinaus kommt ein Vertrauensschutz bezüglich der Rechtslage nach § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V in der Fassung des GSG schon deshalb nicht in Betracht, weil diese ihrerseits mit dem GG nicht vereinbar und eine Änderung in der erfolgten Weise aufgrund des Beschlusses des BVerfG vom 15.3.2000 (BVerfGE 102, 68 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 = BGBl I 1300) von Verfassungs wegen geboten war.
Ginge man dennoch von einer Vergleichbarkeit beider Gruppen aus, ist nach den zu Art. 3 Abs. 1 GG dargestellten Grundsätzen ein über eine reine Willkürkontrolle hinausgehender Prüfungsmaßstab anzulegen, weil die an den Rentenbezug anknüpfende Differenzierung personenbezogen ist (vgl auch BVerfGE 102, 68, 87 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 S 184) .
Der Ausschluss dieser Personen von der Pflichtversicherung in der GKV knüpft über die Dauer der Versicherung in der GKV während der Erwerbsphase in verfassungsrechtlich nicht zu beanstandender Weise typisierend an ein vermutetes geringeres Schutzbedürfnis während des Rentenbezugs und eine geringere Vorleistung im Sinne des Mittragens der Rentnerkrankenversicherung im Rahmen der solidarischen Umverteilung innerhalb der GKV an (vgl BVerfGE 102, 68, 89 ff = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42 S 186 f) .
Die beitragsrechtliche Berücksichtigung von laufenden Versorgungsbezügen verstößt nach der ständigen Rechtsprechung des BSG und des BVerfG auch nicht gegen das GG (…BSG, Urteile vom 18.12.1984, 12 RK 11/84, BSGE 58, 1 ff = SozR 2200 § 180 Nr. 23;… 12 RK 27/84, SozR 2200 § 180 Nr. 24;… 12 RK 33/83, SozR 2200 § 180 Nr. 21;… 12 RK 36/84, BSGE 58, 10 ff = SozR 2200 § 180 Nr. 25; 12 RK 42/83, USK 84231 und 12 RK 40/84, juris - Die Verfassungsbeschwerde gegen dieses Urteil wurde nicht zur Entscheidung angenommen;… vom 22.4.1986, 12 RK 49/83, USK 86175 und 12 RK 50/84, SozR 2200 § 180 Nr. 29;… vom 10.9.1987, 12 RK 49/83, BSGE 62, 136 = SozR 2200 § 180 Nr. 37;… vom 11.12.1987, 12 RK 3/86, SozR 2200 § 180 Nr. 38;… vom 10.6.1988, 12 RK 24/87, SozR 2200 § 180 Nr. 40;… vom 21.9.1993, 12 RK 39/91, SozR 3-2500 § 6 Nr. 6;… vom 30.3.1995, 12 RK 9/93, SozR 3-2500 § 229 Nr. 8;… 12 RK 29/94, SozR 3-2500 § 229 Nr. 7 und 12 RK 40/94, SozR 3-2500 § 229 Nr. 6;… BVerfG, Beschlüsse vom 6.12.1988, 2 BvL 18/84, BVerfGE 79, 223 ff = SozR 2200 § 180 Nr. 46 S 194 ff; vom 28.2.2008, 1 BvR 2137/06, DVBl 2008, 645 ff = Die Beiträge Beilage 2008, 161 ff; vom 15.3.2000, 1 BvL 16/96 ua, BVerfGE 102, 68, 95 = SozR 3-2500 § 5 Nr. 42).
Hier ist Art. 3 Abs. 1 GG verletzt, wenn sich für eine Ungleichbehandlung kein in angemessenem Verhältnis zu dem Grad der Ungleichbehandlung stehender Rechtfertigungsgrund finden lässt (vgl. BVerfGE 102, 68 ).
Das Bundesverfassungsgericht hat bereits in seiner Entscheidung vom 15. März 2000 (vgl. BVerfGE 102, 68 ) darauf hingewiesen, dass die durch § 248 SGB V alter Fassung begründete unterschiedliche beitragsrechtliche Belastung der Versorgungsbezüge bei Pflichtversicherten, welche nur den halben Beitrag zahlten, und den mit dem vollen Beitrag belasteten freiwillig Versicherten einer Überprüfung bedürfe.
Das Bundesverfassungsgericht hat schon bei der Beanstandung von § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V in der Fassung des GSG die Erhöhung der Beitragslast bei den versicherungspflichtigen Rentnern als eine Möglichkeit zur Beseitigung der verfassungswidrigen Ungleichbehandlung bezeichnet (vgl. BVerfGE 102, 68 ).
Auch wenn man berücksichtigt, dass sich die Regelung in § 17 Abs. 3 Satz 2 TVöD-AT auf die grundrechtlich geschützte Freiheit, Elternzeit zu beanspruchen, auswirken kann, und deshalb einen Rechtfertigungsgrund verlangt, der im angemessenen Verhältnis zum Grad der Ungleichbehandlung steht (vgl. BVerfG 15. März 2000 - 1 BvL 16/96 ua. - BVerfGE 102, 68, 87) , begünstigt die Regelung in § 17 Abs. 3 Satz 1 Buchst. b TVöD-AT unter Berücksichtigung der Einschätzungsprärogative der Tarifvertragsparteien Arbeitsunfähige nicht gleichheitswidrig gegenüber den Beschäftigten, die nach einer Elternzeit ihre Tätigkeit wieder aufnehmen.
Teilweise wird auch von einem sog. rechtsstaatlichen Kontinuitätsgebot gesprochen (vgl. BVerfG-Urteil vom 27. Juni 1991 2 BvR 1493/89, BVerfGE 84, 239, 285; BVerfG-Beschluss vom 15. März 2000 1 BvL 16, 17, 18, 19, 20/96 und 18/97, BVerfGE 102, 68, 97; P. Kirchhof, StuW 2000, 221, 222, 224, 227; A. Leisner, StuW 1998, 254, 258, und in: Kontinuität als Verfassungsprinzip, 2002, 465 ff., 477 ff.).
a) An die Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung sind nicht die besonderen Anforderungen zu stellen, die maßgeblich sind, wenn der Gesetzgeber das Vertrauen in den Fortbestand einer befristeten Übergangsvorschrift enttäuscht, die er aus Vertrauensschutzgründen erlassen hat, und die er vor Ablauf der ursprünglichen Frist zu Lasten der Berechtigten beseitigt (vgl. dazu BVerfGE 102, 68 [97]).
BSG, 26.05.2004 - B 12 KR 1/04 B
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LSG Nordrhein-Westfalen, 25.09.2003 - L 5 KR 8/03
LSG Nordrhein-Westfalen, 21.08.2003 - L 16 KR 287/02
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LSG Nordrhein-Westfalen, 31.10.2002 - L 5 KR 81/02
LSG Berlin, 10.12.2002 - L 9 B 144/02
SG Koblenz, 01.07.2003 - S 2 KR 118/01
SG München, 05.11.2002 - S 18 KR 497/00
SG Nürnberg, 26.06.2003 - S 7 KR 146/03
SG Gießen, 16.06.2003 - S-21/KR 155/03

References: § 10
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 Art. 3
 § 5
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 § 180
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 § 6
 § 229
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 § 180
 § 5
 Art. 3
 § 248
 § 5
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