Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=02.09.2015&Aktenzeichen=VI%20R%2032/13
Timestamp: 2020-02-19 06:17:30+00:00

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BFH, 02.09.2015 - VI R 32/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,39285
BFH, 02.09.2015 - VI R 32/13 (https://dejure.org/2015,39285)
BFH, Entscheidung vom 02.09.2015 - VI R 32/13 (https://dejure.org/2015,39285)
BFH, Entscheidung vom 02. September 2015 - VI R 32/13 (https://dejure.org/2015,39285)
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§ 28 Abs. 4 des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (... SGB V), § 33 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § 122 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 126 Abs. 2 FGO, § 33 Abs. 1, Abs. 3 EStG, § 33 Abs. 1 EStG, § 33 Abs. 2 Satz 1 EStG, § 33 EStG, § 33 Abs. 3 EStG, Art. 20 Abs. 1, Art. 3 Abs. 1, Art. 6 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG), § 31 Abs. 3 SGB V, § 61 Satz 1 SGB V, § 28 SGB V, § 61 Satz 2 SGB V, § 61 Satz 3 SGB V, § 61 SGB V, § 62 SGB V, § 62 Abs. 1 Satz 2 SGB V, § 62 Abs. 2 Sätze 5 und 6 SGB V, § 20 Abs. 2 SGB II, § 62 Abs. 2 Sätze 5, 6 SGB V, §§ 61, 62 SGB V, § 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG, § 163 der Abgabenordnung, § 135 Abs. 2 FGO
Art 1 Abs 1 GG, Art 3 Abs 1 GG, Art 6 Abs 1 GG, Art 20 Abs 1 GG, § 33 Abs 3 EStG 2002
Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen - und ihre Kürzung um eine zumutbare Belastung
Krankheitskosten samt Zuzahlungen als außergewöhnliche Belastungen
Außergewöhnliche Belastungen - Verfassungsmäßigkeit der Kürzung um zumutbare Belastung
Zumutbare Belastung mit Krankheitskosten bei hohem Einkommen
Kürzung von Krankheitskosten um zumutbare Belastung zulässig
Verfassungsmäßigkeit der Kürzung außergewöhnlicher Belastungen um zumutbare Belastung
aerztezeitung.de (Pressemeldung, 28.01.2016)
Krankheit senkt die Steuerlast nur begrenzt
Kein Verzicht auf Ansatz der zumutbaren Belastung bei Krankheitskosten
Kurznachricht zu "Außergewöhnliche Belastungen und Krankheitskosten" von RiBFH Prof. Dr. Stefan Schneider, original erschienen in: NWB 2016, 96 - 102.
Kurznachricht zu "§ 33 Abs. 3 EStG - eine verfassungswidrige Zumutung?" von Prof. Dr. Peter Bareis, original erschienen in: DStR 2017, 823 - 831.
Kurznachricht zu "Zumutbare Belastung - (kein) Ende der Diskussion?" von StB Dr. Heiko Haupt, original erschienen in: DStR 2016, 902 - 903.
BFH, 12.06.2013 - VI B 150/12
BVerfG, 23.11.2016 - 2 BvR 180/16
BFHE 251, 196
NJW 2016, 430
NZA 2016, 416
BStBl II 2016, 151
Bei den typischen und unmittelbaren Krankheitskosten wird die Außergewöhnlichkeit letztlich unwiderleglich vermutet und die Zwangsläufigkeit dieser Aufwendungen weder dem Grunde nach (stets aus tatsächlichen Gründen zwangsläufig) noch der Höhe nach (Angemessenheit und Notwendigkeit im Einzelfall) geprüft (zuletzt Senatsurteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, m.w.N.).
Die Kürzung der Krankheitskosten um die anzurechnende zumutbare Belastung dem Grunde nach stellt der Kläger auch nicht in Frage (zur Verfassungsmäßigkeit des Ansatzes der zumutbaren Belastung vgl. Senatsurteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Was der Staat dem Einzelnen voraussetzungslos aus allgemeinen Haushaltsmitteln zur Verfügung zu stellen hat, das darf er ihm nicht durch Besteuerung seines Einkommens entziehen (BVerfG-Beschlüsse vom 13. Februar 2008 2 BvL 1/06, BVerfGE 120, 125; vom 29. Mai 1990 1 BvL 20/84, 1 BvL 26/84, 1 BvL 4/86, BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 653; jeweils m.w.N.; Senatsurteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Beim Bundesfinanzhof (BFH) sei das Verfahren VI R 32/13 zur Frage anhängig gewesen, ob der Abzug von Krankheitskosten o.ä.
Diese Vorschrift differenziert bei der Ermittlung der zumutbaren Belastung nicht zwischen Krankheitskosten und anderen Aufwendungen, die als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind; der Wortlaut ist insoweit eindeutig (vgl. BFH-Urteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, Rz 13).
Ob dieses Leistungsniveau grundsätzlich in jedem Fall eine das Existenzminimum quantifizierende Vergleichsebene darstellt (so BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, Rz 19), kann der erkennende Senat daher offenlassen.
Solange allerdings der tatsächliche Umfang der von den Steuerpflichtigen erbrachten Aufwendungen für die Zuzahlungen der Höhe nach nicht geeignet ist, dieses Existenzminimum zu tangieren, hält der erkennende Senat eine Einschränkung der zumutbaren Belastung von Verfassungs wegen nicht für geboten (ebenso BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, Rz 27).
Außergewöhnliche Belastung, Zwangsläufigkeit, Krankheitskosten, Zumutbare …
vom 2. September 2015 - VI R 32/13 -,.
b) Der BFH hat mit Urteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151 (m. abl. Anmerkung von Karrenbrock/Petrak, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2016, 47; Verfassungsbeschwerde eingelegt unter Az. 2 BvR 180/16) entschieden, dass es von Verfassungs wegen nicht geboten sei, bei der einkommensteuerrechtlichen Berücksichtigung von Krankheitskosten auf den Ansatz der zumutbaren Belastung zu verzichten.
Das BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151 nennt insoweit zutreffend Aufwendungen für Zahnreinigung, Laboratoriumsmedizin und Zweibettzimmerzuschläge in einer Klinik; diese gehören ebenfalls nicht zum Existenzminimum.
Der Senat muss auch nicht entscheiden, ob im Falle einer Unterschreitung des Grundfreibetrags durch Zuzahlungen von Verfassungs wegen anderes gilt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 196, Rz 27; Blümich/K. Heger, EStG, § 33 Rz 134; Schmidt/Loschelder, EStG, 35. Aufl., § 33 Rz 28; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 15. Aufl., § 33 Rz 48).
Das sozialhilferechtliche Leistungsniveau umfasst keine zuzahlungsfreie Krankenversorgung (Bestätigung des Senatsurteils vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Vom Anwendungsbereich des § 33 EStG ausgeschlossen sind dagegen die üblichen Aufwendungen der Lebensführung, die in Höhe des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind (BFH-Urteile vom 29. September 1989 III R 129/86, BFHE 158, 380, BStBl II 1990, 418; vom 18. Juni 2015 VI R 68/14, BFHE 250, 166, BStBl II 2015, 803, und vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
aa) Nach dem Prinzip der Steuerfreiheit des Existenzminimums hat der Staat das Einkommen des Bürgers insoweit steuerfrei zu stellen, als dieser es zur Schaffung der Mindestvoraussetzungen eines menschenwürdigen Daseins für sich und seine Familie benötigt (BFH-Urteile in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, und in BFHE 258, 53, BStBl II 2017, 949; BFH-Beschluss in BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259).
Zu diesem einkommensteuerrechtlich zu verschonenden Existenzminimum gehören grundsätzlich auch Aufwendungen des Steuerpflichtigen für die Kranken- und Pflegeversorgung (Senatsurteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Für die Bemessung des freizustellenden existenznotwendigen Aufwands der Höhe nach ist auf das sozialhilferechtlich gewährleistete Leistungsniveau als eine das Existenzminimum quantifizierende Vergleichsebene abzustellen (Senatsurteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Nach der Entscheidung des BFH vom 2. September 2015 VI R 32/13 (BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151) im Anschluss an den BVerfG-Beschluss vom 13. Februar 2008 2 BvL 1/06 (BVerfGE 120, 125) seien Krankheitskosten des Steuerpflichtigen im Rahmen des sozialhilferechtlichen Versorgungsniveaus unabhängig vom individuellen Grenzsteuersatz und dem nach Abzug der zumutbaren Belastung verbleibenden Einkommen von der Einkommensteuer freizustellen.
Vom Anwendungsbereich des § 33 EStG ausgeschlossen sind dagegen die üblichen Aufwendungen der Lebensführung, die in Höhe des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind (vgl. u.a. BFH-Urteile vom 29. September 1989 III R 129/86, BFHE 158, 380, BStBl II 1990, 418; vom 18. Juni 2015 VI R 68/14, BFHE 250, 166, BStBl II 2015, 803; vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Der Senat folgt den BFH-Entscheidungen in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151 und vom 29. September 2016 III R 62/13 (BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259), nach denen es aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht geboten ist, auf den Ansatz einer zumutbaren Belastung bei Krankheitskosten generell zu verzichten.
bb) Nach dem Prinzip der Steuerfreiheit des Existenzminimums hat der Staat das Einkommen des Bürgers insoweit steuerfrei zu stellen, als dieser es zur Schaffung der Mindestvoraussetzungen eines menschenwürdigen Daseins für sich und seine Familie benötigt (vgl. BFH-Urteile in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151; in BFHE 255, 252, BStBl II 2017, 259).
Zu diesem einkommensteuerrechtlich zu verschonenden Existenzminimum gehören grundsätzlich auch Aufwendungen des Steuerpflichtigen für die Kranken- und Pflegeversorgung (BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Für die Bemessung des freizustellenden existenznotwendigen Aufwands dieser Aufwendungen der Höhe nach ist auf das sozialhilferechtlich gewährleistete Leistungsniveau als eine das Existenzminimum quantifizierende Vergleichsebene abzustellen (BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
BFH, 29.11.2017 - X R 3/16
Selbst getragene Krankheitskosten können nicht beim Sonderausgabenabzug …
a) § 33 EStG differenziert bei der Ermittlung der zumutbaren Belastung nicht zwischen Krankheitskosten und anderen Aufwendungen, die als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind; der Wortlaut ist insoweit eindeutig (vgl. BFH-Urteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151, Rz 13).
Der hiernach vorzunehmende Abzug einer zumutbaren Belastung auch bei Krankheitskosten ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. dazu u.a. BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151; die hiergegen gerichtete Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen, BVerfG-Beschluss vom 23. November 2016 2 BvR 180/16; s.a. Senatsurteil in BFHE 254, 536, BStBl II 2017, 55, Rz 34 ff.).
FG Baden-Württemberg, 25.01.2016 - 6 K 864/15
Kürzung der abziehbaren Vorsorgeaufwendungen um volle Beitragsrückerstattung …
Die Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung hat der BFH im Urteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, DStR 2016, 43 bestätigt.
cc) Gegen den Ansatz einer zumutbaren Belastung, wie ihn § 33 Abs. 3 EStG vorsieht, bestehen auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken (BFH-Urteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
Die Kosten für das Implantat sowie für die Sehhilfe sind dabei nicht dem einkommensteuerlichen Existenzminimum zuzuordnen, da beide Leistungen das sozialversicherungsrechtliche Leistungsniveau übersteigen (vgl. BFH-Urteil vom 2. September 2015 VI R 32/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151).
FG Sachsen-Anhalt, 29.10.2013 - 5 K 1542/10
Fahrtkosten für Besuchsfahrten zur pflegebedürftigen Mutter keine …
LSG Baden-Württemberg, 08.12.2017 - L 4 KR 2391/17
Sozialgerichtliches Verfahren - Berufung - Zulassungsvoraussetzung - …

References: § 28
 § 33
 § 122
 § 126
 § 33
 § 33
 § 33
 § 33
 § 33
 Art. 20
 Art. 3
 Art. 6
 § 31
 § 61
 § 28
 § 61
 § 61
 § 61
 § 62
 § 62
 § 62
 § 20
 § 62
 § 32
 § 163
 § 135
 § 33
 § 33
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 § 33
 § 33