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Timestamp: 2016-10-23 06:26:33+00:00

Document:
1A.132/1999 (25.01.2000)
1A.132/1999/boh
1P.358/1999
Ersatzrichter Seiler und Gerichtsschreiberin Gerber.
G.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt
Raffael J. Weidmann, Bundesplatz 16, Postfach 4747, Zug,
1.Nachbarschaft Oberaltstadt,
2.Nachbarschaft Unteraltstadt,
3.KirchenratderkatholischenKirchengemeinde Zug,
4.S.H.________undF. H.________,
5.M.A.________ und Y.A.________,
6.K.________,
7.B.________,
8.I.________,
9.C.________,
10.S.F.________ und H.F.________,
11.D.________,
12.J.E.________ und A.E.________,
Beschwerdegegner, alle vertreten durch Rechtsanwalt Jost M.
Frigo, Chamer Fussweg 11, Zug,
Stadtrat Zug,
RegierungsratdesKantons Zug,
VerwaltungsgerichtdesKantons Zug, Verwaltungsrechtliche
Baugesuch f�r den Einbau einer Bar
in der Altstadtzone von Zug, hat sich ergeben:
A.- G.________ ersuchte am 8. Oktober 1996 um die Baubewilligung f�r den Einbau einer Bar im Wohn- und Gesch�ftshaus Oberaltstadt 18 in Zug. Gegen das Bauvorhaben gingen 15 Einsprachen ein. Der Stadtrat von Zug erteilte am 18. November 1997 die Baubewilligung unter Abweisung der Einsprachen. Eine dagegen erhobene Verwaltungsbeschwerde der Einsprecher hiess der Regierungsrat des Kantons Zug am 8. Juli 1997 teilweise gut, indem der Bauherr verpflichtet wurde, bestimmte l�rmbegrenzende Massnahmen zu treffen. Im �brigen wies der Regierungsrat die Beschwerde ab, soweit er darauf eintrat.
B.-Zw�lf Einsprecher erhoben dagegen Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Zug.
Dieses erwog mit Urteil vom 22. April 1999, die Liegenschaft Oberaltstadt 18 liege in der Altstadtzone gem�ss kommunaler Bauordnung mit Zonenplan vom 4. Dezember 1994 (BO). � 50 Abs. 1 BO verweise auf das kommunale Altstadtreglement vom 11. Januar 1983 (AR). Nach � 2 AR sei die Altstadt in ihrer historischen Substanz zu erhalten. Es seien Wohnraum und Kleingewerbe unterzubringen. Diese Ziele sollen miteinander vertr�glich herbeigef�hrt werden, weshalb nur nicht st�rende Kleingewerbe zuzulassen seien. Das gelte gem�ss � 2 Abs. 2 AR in verst�rktem Masse in der inneren Altstadt. Eine Bar, bei welcher die mit L�rmimmissionen verbundene T�tigkeit schwergewichtig in der Nacht entfaltet werde, unterscheide sich wesentlich von nicht st�renden Kleingewerben. Erfahrungsgem�ss bringe der Betrieb einer Bar auch l�rmiges Verhalten von G�sten ausserhalb des Betriebes mit sich. Dem durch die Zonenordnung gew�hrleisteten raumplanerischen Immissionsschutz obliege die generelle Sorge f�r die Nachtruhe und das Wohlbefinden der Bev�lkerung. Der s�dliche Bereich der inneren Altstadt diene in besonderem Mass dem Wohnen. Diese Qualit�t k�nne durch einen einzigen n�chtlichen Barbetrieb empfindlich gest�rt werden. Das Umbauprojekt erweise sich in den konkreten �rtlichen Verh�ltnissen als unvereinbar mit dem Planungsziel, in der Altstadt einen Wohnanteil von 60% zu erhalten und durch Schaffung von Wohnraum eine Aufwertung und Belebung herbeizuf�hren. Es widerspreche daher dem Altstadtreglement. Anschliessend pr�fte das Verwaltungsgericht, ob das Vorhaben auch den bundesrechtlichen L�rmschutzvorschriften widerspreche, liess aber die Frage offen, da die Bewilligung schon gest�tzt auf das kommunale Baurecht zu verweigern sei. Dementsprechend hiess das Verwaltungsgericht die Beschwerde gut und hob die vorinstanzlichen Entscheide auf.
C.- G.________ erhebt Verwaltungsgerichtsbeschwerde und staatsrechtliche Beschwerde an das Bundesgericht. Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt er, den Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzuheben; eventuell sei die Vorinstanz anzuweisen, das Bundesrecht, insbesondere das Umweltschutzgesetz, anzuwenden und die Baubewilligung neu zu beurteilen. Mit staatsrechtlicher Beschwerde beantragt er die Aufhebung des angefochtenen Entscheids.
D.- Die Nachbarschaft Oberaltstadt und Mitbeteiligte beantragen, auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten, eventuell sie abzuweisen, und die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen. Die Stadt Zug sowie die Baudirektion des Kantons Zug beantragen Gutheissung der beiden Beschwerden. Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug schliesst auf Abweisung. Das vom Bundesgericht gem�ss Art. 110 Abs. 1 OG zur Vernehmlassung eingeladene Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft �ussert sich zu den bundesrechtlichen Aspekten des L�rmschutzes, ohne einen konkreten Antrag zu stellen.
1.- a) Die beiden Beschwerden richten sich gegen dasselbe Urteil und betreffen die gleichen Parteien und den n�mlichen Sachverhalt. Es rechtfertigt sich, die Verfahren zu vereinigen (Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 24 BZP).
b) Im Folgenden ist zun�chst zu pr�fen, ob die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig und begr�ndet ist (E. 2). F�r die im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht behandelten R�gen ist anschliessend zu pr�fen, ob sie mit staatsrechtlicher Beschwerde geltend gemacht werden k�nnen und begr�ndet sind (E. 3).
2.- a) Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist unter Vorbehalt der Ausnahmen gem�ss Art. 99-102 OG zul�ssig gegen Verf�gungen, die sich auf �ffentliches Recht des Bundes st�tzen oder richtigerweise st�tzen sollten (Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG). Im vorliegenden Fall macht der Beschwerdef�hrer geltend, das Verwaltungsgericht habe das Bundesgesetz �ber den Umweltschutz vom 7. Oktober 1983 (SR 814. 01; USG) und die L�rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 (LSV; SR 814. 41) zu Unrecht nicht angewendet und seinen Entscheid zu Unrecht nur auf kommunales Recht gest�tzt. In diesem Zusammenhang r�gt er auch eine falsche und unvollst�ndige Sachverhaltsfeststellung. Diese R�gen k�nnen im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhoben werden (vgl. BGE 123 II 88 E. 1 S. 91 f., 74 nicht ver�ffentlichte E. 1 und E. 2 S. 76 f.; 121 II 72 E. 1 c und d S. 76 f.). Der Beschwerdef�hrer ist als Baugesuchsteller durch den angefochtenen Entscheid ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung (Art. 103 Abs. 1 lit. a OG). Auf die rechtzeitig erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist daher einzutreten.
b) Das Verwaltungsgericht pr�fte die Zul�ssigkeit des Bauvorhabens nach Bundesumweltrecht nicht abschliessend, weil es der Auffassung war, die Umnutzung des Ladenlokals in eine Bar mit Musikbetrieb sei schon nach der kommunalen Bau- und Zonenordnung (�� 2 und 20 Altstadtreglement) unzul�ssig. Dieses Vorgehen ist zul�ssig, sofern dem Altstadtreglement selbst�ndige Bedeutung gegen�ber dem Bundesumweltschutzrecht zukommt. Kann das Vorhaben schon gest�tzt auf selbst�ndiges kantonales bzw. kommunales Recht untersagt werden, so er�brigt sich die Frage, ob es bundesrechtlich zul�ssig w�re. Es ist somit zu pr�fen, ob das vom Verwaltungsgericht zugrunde gelegte kommunale Altstadtreglement mit dem Bundesrecht vereinbar ist und neben diesem eine selbst�ndige Bedeutung hat.
aa) Mit dem Inkrafttreten der bundesrechtlichen Umweltschutzbestimmungen hat das kantonale Recht betreffend den direkten Schutz vor Immissionen seine selbst�ndige Bedeutung verloren, soweit sich sein materieller Gehalt mit dem Bundesrecht deckt oder weniger weit geht; es hat sie aber dort behalten, wo es die bundesrechtlichen Normen erg�nzt oder - soweit erlaubt - versch�rft (BGE 120 Ib 287 E. 3c/aa S. 294; 118 Ia 112 E. 3b S. 114 f.; 118 Ib 590 E. 3a S. 595; 117 Ib 125 E. 3b S. 128; 114 Ib 214 E. 4a S. 220).
Nach den allgemeinen Grunds�tzen der bundesstaatlichen Kompetenzaufteilung ist im Bereich nachtr�glich derogatorischer Bundeskompetenzen kantonales Recht nur unzul�ssig, soweit es dem eidgen�ssischen Recht widerspricht oder soweit dieses abschliessend ist (BGE 121 I 334 E. 4 S. 341; 119 Ia 378 E. 9 S. 386 f.; Ulrich H�felin/Walter Haller, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 4. Aufl. , Z�rich 1998, S. 130 f.). Soweit das Bundesrecht nicht abschliessend ist, bleibt kantonales Recht grunds�tzlich anwendbar. Es ist somit zu pr�fen, ob die auf den vorgesehenen Barbetrieb allenfalls anwendbaren eidgen�ssischen Umweltschutzvorschriften abschliessend sind.
bb) Der Schutz vor L�rmemissionen aus ortsfesten Anlagen wird durch das eidgen�ssische Umweltschutzrecht geregelt (Art. 11 ff., insbesondere Art. 25 USG, Art. 7 ff. LSV). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist auch der L�rm, der durch einen Gastwirtschaftsbetrieb verursacht wird, nach den eidgen�ssischen L�rmschutzvorschriften zu beurteilen. Zwar sind die Belastungsgrenzwerte nach Anhang 6 LSV nicht unmittelbar anwendbar auf L�rm, der �berwiegend durch menschliches Verhalten verursacht wird, doch sind diese L�rmimmissionen direkt nach Art. 15 USG zu beurteilen, wobei auch die Art. 19 und 23 USG zu ber�cksichtigen sind (Art. 40 Abs. 3 LSV; BGE 123 II 325 E. 4d S. 333-335; Urteil i.S. Th. vom 24. Juni 1997, publ. in URP 1997 495, E. 3). Dabei sind auch L�rmemissionen, die durch den bestimmungsgem�ssen Betrieb einer Anlage ausserhalb derselben verursacht werden, nach den Bestimmungen des eidgen�ssischen Umweltrechts zu beurteilen, wenn sie unmittelbar dem Betrieb zuzurechnen sind, so der L�rm von G�sten eines Restaurants, die sich auf der Restaurantterrasse oder in der unmittelbaren Umgebung befinden (BGE 123 II 74 E. 3b S. 79, 325 E. 4a/bb S. 327 f.; Urteil des Bundesgerichts i.S. Th. vom 24. Juni 1997, publ. in URP 1997 495, E. 2b/aa; vgl. auch BGE 125 II 129 E. 4 S. 132; 124 II 272 E. 2a S. 275; Robert Wolf, Umstrittenes L�rmschutzrecht: Alltagsl�rm - kantonale L�rmschutzvorschriften - Bestimmung von Empfindlichkeitsstufen im Einzelfall, URP 1994 S. 97-115, insbes. S. 104 f.). Dieser L�rm k�nnte durch Betriebsvorschriften gem�ss Art. 12 Abs. 1 lit. c USG reduziert werden, namentlich durch Einschr�nkungen der �ffnungszeiten (BGE 123 II 325 E. 4e S. 336).
Das bedeutet aber nicht zwingend, dass Emissionen ausschliesslich nach Bundesumweltrecht begrenzt werden d�rfen. Nach Art. 65 Abs. 2 USG d�rfen die Kantone keine neuen Immissionsgrenzwerte, Alarmwerte oder Planungswerte festlegen. Derartige quantitative Immissionsbeschr�nkungen der Kantone sind damit nicht mehr zul�ssig (BGE 117 Ib 125 E. 3b S. 128; 116 Ib 175 E. 1b/bb S. 179 mit Hinweisen). Doch wird dadurch selbst�ndiges kantonales Recht, welches den Schutz vor Immissionen bezweckt oder bewirkt, nicht generell unzul�ssig. Es gibt zahlreiche Gesetzgebungsbereiche, die in der Zust�ndigkeit der Kantone liegen und nebst anderem auch der Begrenzung der Umweltbelastung dienen, ohne dass das entsprechende kantonale Recht deswegen als blosses unselbst�ndiges Ausf�hrungsrecht zum Umweltschutzgesetz zu betrachten w�re (vgl. BGE 125 I 182 E. 2d/ff. S. 190; 121 I 334 E. 7 S. 346; 119 Ia 378 E. 9b S. 388 f.; Theodor Loretan, Kommentar USG, N. 27 zu Art. 44a). Insbesondere dient auch die Raumplanung dem Schutz der Wohnlichkeit vor negativen Auswirkungen (Art. 1 Abs. 2 Bst. b, Art. 3 Abs. 3 Bst. b und Art. 6 Abs. 2 Bst. c RPG; Loretan, a.a.O., N. 27 f. zu Art. 44a). Kantonale raumplanerische Massnahmen k�nnen daher zur Begrenzung der Umweltbelastung eingesetzt werden (BGE 123 I 175 E. 3b/ee S. 185 und E. 3f S. 189 f.; Andr� Schrade/Theodor Loretan, Kommentar USG, N. 10 zu Art. 12). Das hat nicht zur Folge, dass das ganze Raumplanungsrecht, soweit es dem Schutz vor sch�dlichen oder l�stigen Einwirkungen dient, zu unselbst�ndigem Ausf�hrungsrecht zum Bundesverwaltungsrecht wird (Pierre Tschannen, Kommentar RPG, N. 10 zu Art. 3). St�dtebauliche Nutzungsvorschriften des kantonalen und kommunalen Rechts haben weiterhin selbst�ndigen Gehalt, soweit sie die Frage regeln, ob eine Baute oder Anlage nach den raumplanerischen Grundlagen am vorgesehenen Ort erstellt und ihrer Zweckbestimmung �bergeben werden darf. Dies gilt auch, wenn die f�r den Charakter eines Quartiers wesentlichen Nutzungsvorschriften mittelbar dem Schutz der Nachbarn vor �belst�nden verschiedenster Art dienen. So k�nnen etwa st�rende Bauten und Betriebe, die mit dem Charakter einer Wohnzone unvereinbar sind, durch kommunales oder kantonales Recht untersagt werden, auch wenn die L�rmemissionen, zu denen sie f�hren, bundesrechtliche Schranken nicht �berschreiten (BGE 118 Ia 112 E. 1b S. 115; 118 Ib 590 E. 3a S. 595; 117 Ib 147 E. 2d/cc S. 153; 116 Ia 491 E. 1a S. 493; 116 Ib 175 E. 3b S. 183 f.; 114 Ib 214 E. 5 S. 222 f.; Walter Haller/Peter Karlen, Raumplanungs-, Bau- und Umweltrecht, Band I, 3. Aufl. , Z�rich 1999, S. 153 Rz. 551). Ebenso ist der allgemeine Schutz der Nachtruhe nach wie vor durch kantonales oder kommunales Recht geregelt: Dieses kann nicht nur polizeiliche Massnahmen gegen st�rende Benutzer der Anlage vorsehen (BGE 123 II 74 E. 5c S. 87) und die n�chtlichen Schliessungszeiten bestimmen (BGE 119 Ia 378 E. 9b S. 388 f.), sondern auch Betriebe verbieten, die - wie etwa ein Dancing - abends und nachts zu Ruhest�rungen f�hren und deshalb mit der in einer Zone angestrebten Wohnnutzung unvertr�glich erscheinen (BGE 118 Ia 112 E. 1b S. 115; 116 Ia 491 E. 1a S. 493).
cc) Vorliegend st�tzt das Verwaltungsgericht die Verweigerung des Gesuchs nicht auf kantonalrechtliche, gegen�ber dem Bundesrecht strengere Belastungsgrenzwerte (die gem�ss Art. 65 Abs. 2 USG unzul�ssig w�ren), sondern darauf, ein Barbetrieb sei mit dem durch das Raumplanungs- und Baurecht festgelegten Charakter des Gebiets und mit der Wohnnutzung der Altstadt nicht vereinbar. Es begr�ndet dies nicht damit, dass der Betrieb der Anlage selber zu �berm�ssigen Immissionen f�hre, sondern damit, dass eine Bar erfahrungsgem�ss auch l�rmiges Verhalten von G�sten ausserhalb des Betriebes mit sich bringe, welches bei den engen r�umlichen Verh�ltnissen im s�dlichen Teil der inneren Altstadt besonders st�rend in Erscheinung treten m�sste, namentlich auch auf dem Vorplatz; dieser sei �ffentlicher Boden, wo Ruhe zu schaffen nicht Aufgabe und Zust�ndigkeit des Betriebsinhabers, sondern des Baurechts sei. Das trifft zu: Die vorsorglichen Emissionsbegrenzungen gem�ss Art. 11 Abs. 1 werden in erster Linie durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt, wobei gem�ss Art. 7 Abs. 1 USG nur diejenigen Einwirkungen erfasst werden, die durch den Betrieb einer Anlage im Sinne von Art. 7 Abs. 7 USG erzeugt werden (BGE 123 II 74 E. 3a S. 78). Die Emissionsbegrenzungen nach Art. 7 ff. LSV beziehen sich nur auf Emissionen, die aus einer ortsfesten Anlage stammen, und die anzuordnenden Massnahmen k�nnen nur solche sein, die sich an den Anlageinhaber richten (Schrade/Loretan, a.a.O., N. 10, 14 ff. und 18 zu Art. 11). Von diesem k�nnen indessen nur Massnahmen verlangt werden, die �berhaupt in seinem Einflussbereich liegen (BGE 123 II 337 E. 7b S. 354). Dazu geh�rt auch etwa die Bewirtschaftung eines zum Betrieb geh�renden Parkplatzes (BGE 125 II 129 E. 8b S. 143). Hingegen liegt das Verhalten von Personen auf �ffentlichem Grund nicht im Einflussbereich des Restaurantinhabers, auch wenn es sich um Personen handelt, die vorher sein Lokal besucht haben. Solche zus�tzlichen, nicht unmittelbar mit dem Betrieb zusammenh�ngenden Immissionen sind nicht - oder jedenfalls nicht ausschliesslich - durch Massnahmen gem�ss USG, sondern mit raumplanerischen Massnahmen zu begrenzen (Schrade/Loretan, a.a.O., N. 17a zu Art. 11).
dd) Das kommunale Altstadtreglement, auf welches das Verwaltungsgericht die Verweigerung der Bewilligung st�tzte, dient somit nicht spezifisch der L�rmbegrenzung, welche aus Anlagen im Sinne von Art. 7 Abs. 7 USG stammen, sondern generell der Erhaltung der Wohnqualit�t der Altstadt. Es hat neben dem Bundesumweltrecht eine selbst�ndige Bedeutung. Dann aber liegt in der Versagung der Baubewilligung gest�tzt auf das Altstadtreglement keine Bundesrechtsverletzung, auch wenn dem Vorhaben im Lichte des Bundesumweltrechts nichts entgegenstehen w�rde.
c) Damit erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als unbegr�ndet.
3.-a) Kommt dem kommunalen Altstadtreglement neben Bundesumweltrecht selbst�ndige Bedeutung zu, so kann die willk�rliche Auslegung und Anwendung dieses Reglements nur im Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde geltend gemacht werden (BGE 123 II 359 E. 1a/bb S. 361 mit Hinweis; 114 Ib 214 E. 5 S. 223). Der Beschwerdef�hrer ist als abgewiesener Gesuchsteller zur Beschwerde legitimiert (Art. 88 OG). Auf die staatsrechtliche Beschwerde ist daher einzutreten.
b) Der Beschwerdef�hrer r�gt verschiedentlich eine Verletzung des Willk�rverbots (Art. 4 aBV; inzwischen: Art. 9 BV). Es sei willk�rlich, wenn das Verwaltungsgericht die rechtsg�ltige innere Altstadtzone weiter unterteile; ferner ber�cksichtige das Gericht nicht, dass sich in der inneren Altstadt mehrere Restaurants und Bars bef�nden, und dass bereits ein Grundl�rm durch Menschen und Glockengel�ut vorhanden sei. Willk�rlich sei sodann, innerhalb der gleichen Altstadtzone Restaurants und Bars an gewissen Orten zuzulassen und an anderen verbieten zu wollen. F�r die Nutzungsart sei - anders als f�r die bauliche Gestaltung - keine einzelfallweise Betrachtung zul�ssig. Die Altstadt geh�re zur Kernzone, in der m�ssig st�rende Betriebe zul�ssig seien. Dementsprechend sei die innere Altstadt der Empfindlichkeitsstufe III gem�ss L�rmschutzverordnung zugewiesen. Die Nichtber�cksichtigung dieses Umstandes sei willk�rlich. Ebenso sei es willk�rlich, dass das Verwaltungsgericht zur Auslegung von � 20 AR den � 44 Abs. 2 BO nicht herangezogen habe und sich nicht mit der Auffassung des Regierungsrates auseinander gesetzt habe, Restaurants seien �ffentlich zug�ngliche Lokale. Auch verkenne das Verwaltungsgericht, dass an der Bar ein �ffentliches Interesse bestehe.
c) Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, sondern erst dann, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Willk�r liegt sodann nur vor, wenn nicht bloss die Begr�ndung eines Entscheides, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 123 I 1 E. 4a S. 5 mit Hinweisen).
d) Die Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts zur zul�ssigen Nutzung in der Altstadtzone (E. 2 S. 9 ff. des angefochtenen Entscheids) beziehen sich auf die ganze innere Altstadt. Das betrifft insbesondere die allgemeinen Ausf�hrungen zum Begriff des nicht st�renden Kleingewerbes. Freilich pr�ft dann das Gericht die Auswirkungen einer Bar auf die konkrete Umgebung und f�hrt dabei aus, dass der s�dliche Teil der inneren Altstadt mehr als in anderen Teilen vom Wohnen gepr�gt sei und dass diese Qualit�t durch einen einzigen n�chtlichen Betrieb empfindlich gest�rt werden k�nne. Das Gericht hat damit aber nicht unzul�ssigerweise eine weitere Unterteilung der rechtsg�ltigen Zonierung vorgenommen, sondern es hat einfach auf die konkreten Umst�nde des Einzelfalls abgestellt und das Vorhaben im Lichte seiner Umgebung beurteilt. Das kann nicht als willk�rlich bezeichnet werden.
e) Das Verwaltungsgericht hat sich zwar nicht ausdr�cklich damit auseinander gesetzt, dass sich in der inneren Altstadt mehrere Bars und Restaurants befinden. Es hat jedoch erwogen, das Altstadtreglement verbiete keineswegs Restaurants, Hotels oder Bars. Doch sei gem�ss � 2 AR das Gesamtbild der Altstadt zu erhalten, wobei auch die gewachsene, differenzierte Struktur zu ber�cksichtigen sei. Die Unterschiedlichkeit in der Massst�blichkeit und inneren Struktur verbiete es, die Zul�ssigkeit eines Bauvorhabens ohne Ber�cksichtigung dieser Struktur aus dem Bestehen einer anderen Baute im Altstadtgebiet zu begr�nden.
� 2 AR lautet:
1. Die Altstadt ist in ihrem Gesamtbild, ihrer Massst�blichkeit und inneren Struktur sowie - wo immer m�glich - in ihrer historischen Substanz zu erhalten. Die st�dtebauliche und architektonische Eigenart und Qualit�t ist zu bewahren oder wiederherzustellen. Zweckm�ssige Massnahmen, wie die Schaffung von L�den und Wohnraum (insbesondere f�r Wohnungen mit drei und mehr Zimmern) sowie die Unterbringung von Kleingewerbe, sollen eine Aufwertung und Belebung herbeif�hren.
2. In der inneren Altstadt, die eine in sich besonders geschlossene Einheit darstellt, gelten die Bestimmungen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung in verst�rktem Masse.
Die Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts stehen jedenfalls nicht in krassem Widerspruch zu dieser Norm. Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers spricht das Reglement nicht nur von der baulichen Gestaltung, sondern auch von der inneren Struktur und der st�dtebaulichen Eigenart. Es ist nicht willk�rlich, darunter auch die Nutzungsart in einem bestimmten Quartier zu verstehen. Der Umstand, dass bereits ruhest�rende Betriebe vorkommen und ein Grundteppich an L�rm vorhanden ist, bedeutet nicht, dass es generell willk�rlich w�re, weitere ruhest�rende Betriebe zu verbieten. Zudem hatte das Verwaltungsgericht nicht konkret andere Betriebe zu beurteilen, so dass ihm nicht vorgeworfen werden kann, es habe ungleiche Massst�be angewendet.
f) Die R�ge, das Verwaltungsgericht habe verkannt, dass gem�ss Bauordnung m�ssig st�rende Betriebe in der Altstadt zul�ssig seien, ist unbehelflich. Das Verwaltungsgericht hat erwogen, das Altstadtreglement gehe als lex specialis der Bauordnung vor, wo es andere Bestimmungen enthalte. Der Beschwerdef�hrer tut nicht dar, inwiefern diese Auffassung willk�rlich sein soll. Demgem�ss ist es auch nicht willk�rlich, wenn das Verwaltungsgericht davon ausgeht, nach � 20 AR seien nur nicht st�rende Kleingewerbe zul�ssig. Selbst wenn auch m�ssig st�rende Betriebe zugelassen werden sollten, w�rde sich im Ergebnis nichts �ndern, denn das Verwaltungsgericht hat erwogen, der Betrieb einer Bar w�rde in den konkreten Verh�ltnissen besonders st�rend in Erscheinung treten. Unbehelflich ist der Einwand des Beschwerdef�hrers, die Bar weise keine Aussenbestuhlung auf, werde nur innerhalb des Geb�udes betrieben und stelle deshalb kein st�rendes Gewerbe dar. Denn das Verwaltungsgericht hat das Gesuch nicht deshalb abgewiesen, weil der L�rm der Bar selber st�rend sei, sondern weil das mit dem Betrieb der Bar verbundene l�rmige Verhalten der G�ste ausserhalb der Bar st�rend sei. Der Beschwerdef�hrer tut nicht dar, inwiefern diese Annahme willk�rlich sein soll. Sie entspricht im Gegenteil der allgemeinen Lebenserfahrung.
g) Die R�ge, das Verwaltungsgericht habe das Vorhaben nicht im Lichte der Empfindlichkeitsstufe III gem�ss LSV gepr�ft, ist gleichbedeutend mit der R�ge der Nichtanwendung von Bundesrecht, �ber die bereits im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde entschieden worden ist (vgl. oben, E. 2).
h) Mit dem Begriff des �ffentlich zug�nglichen Lokals hat sich das Verwaltungsgericht auseinander gesetzt (S. 11 des angefochtenen Entscheids) und ist dabei zum Ergebnis gekommen, der Begriff sei im gleichen Sinne zu verstehen wie derjenige des nicht st�renden Kleingewerbes. Das kann nicht als willk�rlich bezeichnet werden.
i) Schliesslich ist es nicht willk�rlich, ein �ffentliches Interesse an der fraglichen Bar zu verneinen. Ein Restaurationsbetrieb dient in erster Linie dem privaten Interesse seines Betreibers. Selbst wenn das grunds�tzliche Vorhandensein von Bars als �ffentliches Interesse zu qualifizieren w�re, so k�nnte es jedenfalls nicht als willk�rlich erscheinen, das �ffentliche Interesse an der Wahrung der Nachtruhe als �berwiegend zu beurteilen.
4.- Damit erweisen sich beide Beschwerden als unbegr�ndet und sind abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdef�hrer aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG). Dieser hat zudem den privaten Beschwerdegegnern f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 159 Abs. 2 OG).
1.- Die Beschwerden werden abgewiesen.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von gesamthaft Fr. 4'000. -- wird dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
3.- Der Beschwerdef�hrer hat die Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit gesamthaft Fr. 4'000. -- zu entsch�digen.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien, dem Stadtrat Zug, dem Regierungsrat und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Verwaltungsrechtliche Kammer, sowie dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 110
 Art. 24
 Art. 99
 Art. 5
 BGE 
 Art. 25
 Art. 7
 Art. 15
 Art. 19
 BGE 
 BGE 
 Art. 12
 Art. 65
 BGE 
 Art. 44
 Art. 3
 Art. 6
 Art. 44
 Art. 12
 Art. 3
 Art. 65
 Art. 11
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 7
 Art. 9
 Art. 153
 Art. 153