Source: http://www.soz.tu-berlin.de/fileadmin/i62/STUDIENORDNUNG_f_r_den_Magisterstudiengang.html
Timestamp: 2017-09-19 11:46:12+00:00

Document:
STUDIENORDNUNG für den Magisterstudiengang Soziologie (vom 10.6.1987)
§ 1 - Studienfachberatung
§ 2 - Sprachkenntnisse
§ 3 - Studiengebiete
§ 4 - Gliederung des Grundstudiums (Haupt- oder Nebenfach)
§ 5 - Zwischenprüfung
§ 6 - Gliederung des Hauptstudiums
Die Studienfachberatung für Hauptfachstudenten dient der Studienorientierung und der Beratung zur Wahl der Nebenfächer bzw. des zweiten Hauptfaches. Sie wird von allen hauptamtlichen Lehrkräften durchgeführt.
Die erstmalige Teilnahme an der Studienfachberatung während der ersten zwei Semester ist für Hauptfachstudenten obligatorisch und wird durch eine Bescheinigung bestätigt, die bei der Anmeldung zur Zwischenprüfung vorzulegen ist.Eine zweite Beratung ist obligatorisch, wenn Veranstaltungen im Wahlpflichtbereich gemäß § 4 (1) 2.4 gewählt werden.
Studenten mit dem Nebenfach Soziologie wird empfohlen, die Studienberatung ebenfalls in Anspruch zu nehmen, damit sie eine sinnvolle Auswahl aus dem Lehrangebot vornehmen können.
Im Studium der Soziologie sind englische Sprachkenntnisse Vorausgesetzt, damit u.a. die Lektüre englischsprachiger Texte in den Lehrveranstaltungen möglich ist. Französischkenntnisse werden mindestens bei Promotionsabsicht - empfohlen.
Studenten, die nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen, wird dringend empfohlen, diese im Rahmen entsprechender Kurse (z.B. des Zentralinstituts für Moderne Sprachen der Technischen Universität Berlin - ZEMS/TUB) zu erwerben.
Die Studiengebiete gliedern das Fachgebiet und bilden den Rahmen der Lehrveranstaltungen.
Wird Soziologie als Hauptfach gewählt, so sind Lehrveranstaltungen aus allen Studiengebieten zu belegen.
Einführung in die ideengeschichtlichen Grundlagen und die theoretischen Grundströmungen und wesentlichen Positionen der Soziologie. - Vertiefung durch kritische Gegenüberstellung theoretischer Ansätze mit ihren Vor- und Nachteilen, insbesondere hinsichtlich ihrer Eignung zur Durchleuchtung gesellschaftlicher Problemfelder.
Soziologie ist eine erfahrungswissenschaftliche Disziplin. Sozialwissenschaftliches Denken weist sich durch Reflexion und intersubjektive Nachvollziehbarkeit von Methoden aus, mit denen
Begriffe und Theorien konstruiert, auf ihre logische Konsistenz hin untersucht und auf empirische Phänomene bezogen werden,
geeignete Informationen ("Daten") beschafft und so analysiert werden, daß mit ihnen theoretische Aussagen überprüft und neue Hypothesen formuliert werden können.
Das Studium der Soziologie vermittelt einerseits grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten zur Anwendung dieser Methoden, andererseits wissenschaftstheoretische und wissenschaftssoziologische Gesichtspunkte zu ihrer kritischen Einschätzung.
Am Institut liegt der Schwerpunkt in Lehre und Forschung auf den folgenden zwei Gebieten:
Technik- und Industriesoziologie
Techniksoziologie begreift technische Geräte und Verfahren als Elemente gesellschaftlicher Verhältnisse, diese sind sowohl deren Produkt als auch ein Element ihrer Verursachung, zugleich Bestandteile von sozialen Systemen und Handlungszusammenhängen. Sie analysiert die Entstehungsbedingungen bestimmter technischer Problemlösungen, wie auch deren Folgen für soziale und gesellschaftliche Strukturen und diese, indem sie ihre technischen Elemente einbezieht.
Industriesoziologie behandelt Entwicklung und Struktur sozialer Verbände in den Bereichen der Produktion, der Dienstleistungen und der Verwaltung. Sie analysiert den historisch-gesellschaftlich bestimmten Rahmen, der sie institutionell bedingt, die ökonomisch-sozialen Determinanten und Konsequenzen der eingesetzten Technik und der zugrunde gelegten Organisationsprinzipien, die gesellschaftliche und individuelle Bedeutung von Arbeit und Beruf sowie die Entwicklung ihrer Bedingungen und Inhalte.
Bevölkerungs-, Planungs- und Siedlungssoziologie
Bevölkerungssoziologie befaßt sich mit den gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Bedingungen und Konsequenzen demographischer Prozesse und Strukturen, also der Bevölkerungsentwicklung und -verteilung, den ihnen zugrunde liegenden Entscheidungen und den entstehenden Verhältnissen. Sie baut auf der Familiensoziologie auf.
Planungssoziologie beschäftigt sich mit den Entscheidungsprozessen und ihren Zielsetzungen, die zweckorientiert bestehende soziale und räumliche Umwelten verändern wollen und damit in die Lebensbedingungen der Menschen eingreifen. Der Konflikt zwischen den Betroffenen, gesellschaftlichen Erfordernissen und administrativen oder künstlerischen Intentionen ist ihr Thema. Deshalb analysiert sie insbesondere die sozialen Folgen von Planungsmaßnahmen und behandelt Modelle zu ihrer Berücksichtigung im Vorfeld definitiver Entscheidungen.
Siedlungssoziologie beschreibt und erklärt die gesellschaftliche und soziale Nutzung kulturell geprägter und baulich-technisch ausgestatteter Gebiete. Diese bilden den "Raum", in dem Individuen leben, den sie in Wahrnehmung, der Aneignung, Verwendung und Ausbeutung prägen und der eine ihrer Lebensbedingungen bildet. Das Leben in sozialen Räumen ist gesellschaftlich bedingt und vermittelt. Der gesellschaftliche Entstehungs-, Entwicklungs- und Wirkungszusammenhang bestimmter Siedlungsformen ist Gegenstand der Analyse.
Andere spezielle Soziologien
Werden in weiteren Lehrveranstaltungen behandelt, so daß sich Studenten im Rahmen des Studiengangs mit denen von ihnen behandelten Problemen vertraut machen können, Hierzu können auch Lehrveranstaltungen anderer Institute der Technischen Universität Berlin sowie der Freien Universität Berlin und der Hochschule der Künste Berlin besucht werden.
Das Grundstudium umfaßt im Hauptfach Soziologie Lehrveranstaltungen im Umfang von 40 Semesterwochenstunden (SWS), die durch Leistungsnachweise oder Teilnahmescheine zu belegen sind. Es sind insgesamt 8 Leistungsnachweise zu erwerben, davon
drei in "Allgemeiner Soziologie" (davon je einer in den Lehrveranstaltungen 1. 1 oder 1.2 sowie einer in 1.3)
drei innerhalb der "Methodenlehre" und
zwei in "Speziellen Soziologien".
1. Allgemeine Soziologie
1.1 Vorlesung Grundlagen der Soziologie 4 SWS
1.2 Klassiker der Soziologie 2 SWS
1.3 Grundkurs Soziologie 4 SWS (Einführung in das Studium anhand exemplarischer Gegenstandbereiche, zwei Semester und je 2 SWS Tutorium)
1.4 Grundlagen der Sozialisationstheorie 2 SWS (Theorie der Vergesellschaftung)
1.5 Einführung ausgewählter Problembereiche in soziologischer Bearbeitung 4 SWS (zwei Semester = 2 x 2 SWS)
2. Methodenlehre 12 SWS
2.1 Methodenlehre I: Datenerhebung
2.2 Methodenlehre II: Deskriptivstatistik und Datenanalyse
2.3 Methodenlehre III: Inferenzstatistik und Datenanalyse
3. Spezielle Soziologien
Vorlesungen und Proseminare 6 SWS
In jedem der zwei Schwerpunktgebiete (siehe § 3 (3), 1 + 11) sind Veranstaltungen zu belegen
4. Wahlbereich 6 SWS Vertiefung und Ergänzung, u.a. für spezielle Soziologien gem. § 3 (3).
Das Grundstudium umfaßt im Nebenfach Soziologie Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 20 Semesterwochenstunden (SWS). Es sind mindestens vier Leistungsnachweise zu erwerben, davon je einer in "Allgemeiner Soziologie" und "Methodenlehre".
1.2 Klassiker der Soziologie und/oder 4 SWS ausgewählte Problembereiche gem. § 4, 1.5
1.3 Grundlagen der Sozialisationstheorie 2 SWS
2.Methodenlehre 4 SWS
3. Wahlbereich 6 SWS
Vertiefung und Ergänzung durch Wahl vonVeranstaltungen aus dem Angebot für das Grundstudium im Hauptfach Soziologie siehe § 4 (1).
Durch die Zwischenprüfung soll der Kandidat nachweisen, daß er sich Kenntnisse und Fähigkeiten angeeignet hat, die erforderlich sind, um das weitere Studium zu betreiben.
Der Abschluß des Grundstudiums erfordert die in § 6 (1) vorgesehenen Leistungsnachweise. Von den in Methodenlehre zu erbringenden drei Leistungsnachweisen müssen zwei im Grundstudium, einer kann im Hauptstudium erworben werden.
Die Zwischenprüfung beginnt in der Regel am Schluß des vierten Semesters. Sie wird in jedem der vorn Kandidaten gewählten Fächer (entweder zwei Hauptfächer oder ein Hauptfach und zwei (Nebenfächer) gesondert abgelegt.
Die Zwischenprüfung wird in jedem Fach in der Regel am Ende des Grundstudiums abgelegt. Die Zwischenprüfung besteht aus einer Klausur in jedem Hauptfach und einer mündlichen Prüfung in jedem Fach.
Die Zwischenprüfung eines Fachs ist bestanden, wenn Klausur und mündliche Prüfung jeweils mit "ausreichend" bewertet wurden.
Das Hauptstudium umfaßt im Hauptfach Soziologie Lehrveranstaltungen im Umfang von insgesamt 40 Semesterwochenstunden (SWS).
Es sind sechs Leistungsnachweise aus den genannten Bereichen zu erbringen.
1.1 Allgemeine Soziologie 4 SWS
1.2 Wissenschaftstheorie 2 SWS
1.3 Methodenlehre 2 SWS
1.4 Technik- und Industriesoziologie 2 SWS
1.5 Planungs- und Siedlungssoziologie 2 SWS
2. Wahlpflichtbereich 14 SWS
2.1 Allgemeine Soziologie
2.2 Technik- und Industriesoziologie
2.3 Planungs- und Siedlungssoziologie
2.4 Andere Gebiete (nach Studienfachberatung)
3. Wahlbereich 14 SWS Lehrveranstaltungen, die der Vertiefung des Angebots aus dem Wahlpflichtbereich und der Vorbereitung auf die Magisterprüfung dienen, Mitarbeit in Forschungsprojekten, Oberseminare etc.
Das Hauptstudium umfaßt im Nebenfach Soziologie Lehrveranstaltungen im Umfang von 20 Semesterwochenstunden aus dem Angebot für das Studium im Hauptfach Soziologie.
Es sind vier Leistungsnachweise zu erbringen. Die Stunden teilen sich wie folgt auf:
1. Pflichtbereich: Allgemeine Soziologie 4 SWS
2. Wahlpflichtbereich: siehe § 6 (1) 2. 10 SWS
3. Wahlbereich: siehe § 6 (1) 3. 6 SWS

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6
 § 4
 § 3
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 § 4
 § 6
 § 6
 § 6