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Timestamp: 2019-11-12 01:14:13+00:00

Document:
Haben die Täter mit der Ausführung des verabredeten Verbrechens in der Weise begonnen, daß sie, um ihr Opfer vergewaltigen zu können, Schüsse auf dessen männlichen Begleiter abgegeben hatten, stehen versuchter Mord und versuchte Vergewaltigung in Tateinheit zueinander.
BGH - Urteil vom 11.04.1961
1 StR 65/61
StGB § 22, § 23, § 30 Abs. 2, § 52, § 177 Abs. 1, § 211 Abs. 1, Abs. 2;
BGH, Urteil vom 11.04.1961 - Aktenzeichen 1 StR 65/61
DRsp Nr. 1996/20681
Die Angeklagten wollten in der Nacht auf den 6. Juni 1960 drei ihnen unbekannte Mädchen auf der Heimkehr von einer Tanzveranstaltung im Walde abpassen und notfalls gewaltsam oder durch Drohungen den Geschlechtsverkehr erzwingen. Sie verabredeten für den Fall, daß die Mädchen von Burschen begleitet würden, zuerst den Begleiter anzugreifen und zu verjagen oder wehrlos zu machen, um sich dann der Mädchen zu bemächtigen. Als sie sahen, daß eines der Mädchen von einem Burschen auf dessen Motorrad mitgenommen wurde, fuhren sie rasch zu der für den Überfall vorgesehenen Stelle voraus und legten sich dort auf die Lauer. Sch hatte einen geladenen Revolver bei sich, den er hervorzog und seinem Komplicen zeigte. Beide waren sich darüber einig, daß Sch auf den Motorradfahrer schießen sollte. Als das Motorrad herangekommen war, schoß Sch mit vorgestrecktem Arm in Höhe des Fahrers unmittelbar vor das Motorrad. Ein zweiter Schuß, den er sofort darauf abdrückte, löste sich nicht. Anschließend gab er in unmittelbarer Folge noch zwei Schüsse in Richtung auf das Motorrad ab, dessen Fahrer ohne anzuhalten weiterfuhr. Kein Schuß traf. Anschließend gelang es drei weiteren nachkommenden Burschen, welche die Schüsse gehört hatten, die Angeklagten zu stellen, zu überwältigen und Sch den Revolver mit Munition abzunehmen.

References: BGH 
 § 22
 § 23
 § 30
 § 52
 § 177
 § 211