Source: http://www.landesrecht-hamburg.de/jportal/portal/page/bshaprod.psml?showdoccase=1&st=lr&doc.id=jlr-JagdPrVHArahmen&doc.part=X&doc.origin=bs
Timestamp: 2020-02-25 09:03:56+00:00

Document:
Vom 13. November 1979
Fundstelle: HmbGVBl. 1979, S. 327
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: zuletzt geändert durch Verordnung vom 3. August 2010 (HmbGVBl. S. 506)
Auf Grund des § 27 Nummer 2 des Hamburgischen Jagdgesetzes vom 22. Mai 1978(Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt Seite 162) wird verordnet:
(3) 1 Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und deren Stellvertreter werden von der zuständigen Behörde für die Dauer von vier Jahren bestellt. 2 Nach Ablauf ihrer Amtszeit führen sie ihr Amt bis zur Bestellung der neuen Mitglieder fort. 3 Vorschlagsberechtigt sind die Landesjägerschaft sowie die nach § 60 in Verbindung mit § 70 des Bundesnaturschutzgesetzes in Hamburg anerkannten Vereine. 3 Die Vorschläge sollen sich zu gleichen Teilen auf geeignete und befähigte Frauen und Männer beziehen.
(4) 1 Der Prüfungsausschuss wählt aus seiner Mitte mit Stimmenmehrheit den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter. 2 Ergibt sich auch bei einer Wiederholung der Wahl Stimmengleichheit, so bestimmt die zuständige Behörde den Vorsitzenden und den stellvertretenden Vorsitzenden.
(7) 1 Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind ehrenamtlich tätig. 2 Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung, deren Höhe von der Landesjägerschaft mit Zustimmung der zuständigen Behörde festgelegt wird.
(1) 1 Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Teil, einer Schießprüfung und einem mündlich-Praktischen Teil. 2 Der schriftliche Teil soll der Schießprüfung, die Schießprüfung muss dem mündlich-praktischen Teil vorausgehen.
Waffentechnik, Führung von Jagd- und Faustfeuerwaffen (Grundbegriffe der Jagdwaffenkunde und Jagdmunition, Ballistik, Jagdoptik), Handhabung und Pflege von Jagdwaffen und Fanggeräten, wichtige Vorschriften über den Umgang mit Waffen und Munition sowie über Notwehr und Notstand,
Kenntnis der Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, Wildbiologie (insbesondere Erkennungsmerkmale, Verhaltensweisen und Lebensräume der wichtigsten heimischen Wildarten, Ansprechen des Wildes, Erkennen und Bekämpfen von Wildseuchen und Wildkrankheiten),
Jagdbetrieb und jagdliche Praxis (insbesondere Aufstellung von Abschussplänen, Behandlung des erlegten Wildes unter Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen, Beurteilung der gesundheitlich unbedenklichen Beschaffenheit des Wildbretes, insbesondere auch hinsichtlich seiner Verwendung als Lebensmittel, Wildschadensverhütung),
Jagdhundehaltung und -führung,
Wildhege, Naturschutz und Artenschutz (Grundlagen des Tier- und Pflanzenartenschutzes, des Biotopschutzes und der Ökologie, Hegemaßnahmen einschließlich Biotopverbesserung und Reviergestaltung, Land- und Waldbau), Naturschutz- und Landschaftspflegerecht,
Jagdrecht, Waffenrecht, Tierschutzrecht, Wildbrethygieneverordnungen, Waldrecht, jagdrechtlich relevante Vorschriften des Wasserrechts und verwandter Rechtsbereiche.
(3) 1 Die Prüfungen werden mindestens einmal im Jahr abgehalten. 2 Die Prüfung ist nicht öffentlich. 3 Vertreter der zuständigen Behörde sowie ein bevollmächtigter Vertreter der Landesjägerschaft und ein bevollmächtigter Vertreter der nach § 60 in Verbindung mit § 70 des Bundesnaturschutzgesetzes anerkannten Vereine können bei der Prüfung anwesend sein. 4 Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann beim mündlich-praktischen Teil der Prüfung Zuhörer zulassen.
(5) 1 Über die Prüfung ist eine Niederschrift aufzunehmen. 2 In ihr sind der Verlauf der Prüfung, die Beurteilung der einzelnen Prüfungsleistungen und das Ergebnis der Prüfung festzuhalten. 3 Die Niederschrift ist von allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen. 4 Die Niederschrift ist mindestens fünf Jahre aufzubewahren.
(6) 1 Die Landesjägerschaft hat die Prüfungsteilnehmer für die Dauer der Prüfung gegen Haftpflicht und Unfall ausreichend zu versichern. 2 Die Haftpflichtversicherung muss den Anforderungen von § 17 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesjagdgesetzes genügen.
(1) 1 Der Antrag auf Zulassung zur Prüfung ist schriftlich an die Landesjägerschaft zu richten.
2 Dem Antrag sind
ein Führungszeugnis, das nicht älter als sechs Monate sein darf,
der Nachweis einer theoretischen und praktischen Ausbildung,
bei Minderjährigen eine schriftliche Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters; die Übermittlung in elektronischer Form ist nicht zulässig.
eine schriftliche Erklärung des Bewerbers, ob, wann und wo er bereits an Jägerprüfungen ohne Erfolg teil genommen hat
(2) Über die Zulassung zur Prüfung entscheidet der Prüfungsausschuss.
der Antragsteller sechs Monate vor Beginn der Prüfung das sechzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat;
bei dem Antragsteller Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass er die erforderliche Zuverlässigkeit oder körperliche Eignung nicht besitzt;
der Antragsteller den Nachweis einer theoretischen und praktischen Ausbildung mit einer Mindestausbildungszeit von 120 Stunden nicht erbringt; Zeiten des Übungsschießens dürfen bei der Mindestausbildungszeit nicht berücksichtigt werden; die Ausbildung soll sich an den Grundsätzen einer naturnahen Jagd orientieren.
(2) 1 Beim Flintenschießen sind nach Festlegung durch den Prüfungsausschuss in jagdlicher Gewehrhaltung zehn bewegliche Ziele (Wurftauben-Trap oder Skeet- oder Kipphasen) zu beschießen. 2 Doppelschüsse sind zugelassen. 3 Es sind
beim Trapschießen die Tauben in wechselnder Höhe und Seitenrichtung zu werfen;
beim Skeetschießen insgesamt zehn Tauben von den Ständen eins bis sechs aus zu beschießen;
Kipphasen aus einer Entfernung von fünfunddreißig Meter zu beschießen.
(4) 1 Bei der Schießprüfung darf der Bewerber eigene Jagdwaffen mit beliebiger Visierung benutzen. 2 Für das Flintenschießen sind die Kaliber zwanzig bis zwölf, für das Büchsenschießen alle für Schalenwild erlaubten Kaliber und Laborierungen zugelassen. 3 Steht im Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg kein geeigneter Schießstand zur Verfügung, kann die Schießprüfung auch auf einem anderen behördlich zugelassenen Schießstand durchgeführt werden. 4 Sind Einhundertmeterstände nicht verfügbar, so kann auf Fünfzigmeterstände (verkleinerte Wildscheiben) ausgewichen werden.
(5) 1 Bei der Schießprüfung müssen mindestens zwei vom Vorsitzenden bestimmte Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein. 2 Die Schießprüfung kann beendet werden, sobald der Bewerber die Mindestleistungen nach § 8 Absatz 4 erreicht hat oder wenn feststeht, dass er die Mindestleistung nicht mehr erreichen kann.
(6) 1 Die Ergebnisse der Schießprüfung sind in einer Schießliste einzutragen, die von den anwesenden Mitgliedern des Prüfungsauschusses zu unterzeichnen ist. 2 Die Schießliste ist der Niederschrift über die Prüfung beizufügen.
(2) 1 Die Bewerber sollen in Gruppen von höchstens fünf Bewerbern geprüft werden. 2 Die Prüfung soll je Bewerber und Sachgebiet nicht länger als zehn Minuten dauern.
(3) 1 Es soll in zwei Prüfungsgruppen in Anwesenheit von mindestens zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses geprüft werden; der Vorsitzende oder stellvertretende Vorsitzende des Prüfungsausschusses ist abwechselnd bei den Prüfungen anwesend. 2 Wenn es die Zahl der Prüfungsteilnehmer zulässt, kann die Prüfung auch vom gesamten Prüfungsausschuss abgenommen werden.
beim Flintenschießen mindestens drei Wurftauben oder fünf Kipphasen getroffen und
beim Büchsenschießen mindestens fünfzig Prozent der größtmöglichen Ringzahl erzielt worden sind.
(1) 1 Hat der Bewerber den schriftlichen Teil der Prüfung oder die Schießprüfung nicht bestanden, so wird er von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausgeschlossen. 2 Ein nicht nach Absatz 2 ausgeschlossener Bewerber ist befugt, vor Ablauf von zwölf Monaten nach Zulassung zur Prüfung den nicht bestandenen schriftlichen Teil, die Schießprüfung oder den mündlich-praktischen Teil zu wiederholen.
Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung über die Jägerprüfung vom 3. Oktober 1967 (Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt Seite 292) außer Kraft.

References: § 27
 § 60
 § 70
 § 60
 § 70
 § 17
 § 8