Source: http://reichstadt.eu/EnEVAn01.htm
Timestamp: 2018-11-16 04:01:39+00:00

Document:
Integratio Forum - EnEV, Anhang 1
1. Höchstwerte des Jahres-Heizenergiebedarfs Q (zu § 3 Abs.1)
Höchstwerte des auf das beheizte Bauwerksvolumen Ve oder die Gebäudenutzfläche AN bezogenen Jahres-Heizenergiebedarfs in Abhängigkeit vom Verhältnis A/Ve
Jahres-Heizenergiebedarf Q' abhängig vom beheizten Gebäudevolumen Ve
in kWh/(m3·a)
Jahres-Heizenergiebedarf Q'' abhängig von der Gebäudenutzfläche AN 1)
in kWh/(m2·a)
1) Die auf die Gebäudenutzfläche AN bezogenen Höchstwerte gelten ausschließlich bei Gebäuden mit Raumhöhen bis einschließlich 2,60 m.
1.1 Ermittlung von Zwischenwerten
Spalte 2: Q' = 8,28 + 22,59 · A/Ve in kWh/(m3·a)
Spalte 3: Q'' = 25,88 + 70,59 · A/Ve in kWh/(m2·a)
1.2 Berücksichtigung der Warmwasserbereitung bei Wohngebäuden
Bei Wohngebäuden, bei denen die Warmwasserbereitung aus Anlagen erfolgt, die mit der Heizungsanlage verbunden sind oder bei denen Verteilnetze für mehrere Wohnungen betrieben werden, ist der Energiebedarf für Warmwasser in der Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs zu berücksichtigen.
Bei diesen Gebäuden dürfen die Höchstwerte
nach Tabelle 1 Spalte 2 um 7,5 + 3,4 · (A/Ve) kWh/(m3·a) sowie die Höchstwerte
nach Tabelle 1 Spalte 3 um 7,5 + 3,4 · (A/Ve) / 0,32 kWh/(m3·a) überschritten werden.
Der Energiebedarf der Warmwasserbereitung in von Satz 1 abweichenden Wohngebäuden ist bei dem Rechenverfahren nach 2.1 nicht zu berücksichtigen. Bei diesen Wohngebäuden ist im Energiebedarfsausweis nach § 13 als Energiebedarf für die Warmwasserbereitung 4 kWh/(m3·a) und als Primärenergiebedarf für die Warmwasserbereitung 12 kWh/(m3·a) anzugeben.
1.3.1 Wärmeübertragende Umfassungsfläche A eines Gebäudes
Die wärmeübertragende Umfassungsfläche A eines Gebäudes ist nach Anhang B der DIN EN ISO 13789 : 1997, Fall "Außenabmessung", zu ermitteln. Die zu berücksichtigenden Flächen sind die äußere Begrenzung einer abgeschlossenen beheizten Zone.
Außerdem ist die Festlegung der wärmeübertragenden Umfassungsfläche A gemäß DIN EN 832: 1998 so zu treffen, daß ein dort beschriebenes Ein-Zonen-Modell entsteht, das mindestens die beheizten Räume einschließt.
1.3.2 Beheiztes Gebäudevolumen Ve
Das beheizte Gebäudevolumen Ve ist das Volumen, das von der nach Nr. 1.3.1 ermittelten wärmeübertragende Umfassungsfläche A umschlossen wird.
1.3.3 A/Ve-Werte
Das Verhältnis A/Ve ist die errechnete wärmeübertragende Umfassungsfläche nach Nr. 1.3.1 bezogen auf das beheizte Gebäudevolumen nach Nr. 1.3.2 .
1.3.4 Gebäudenutzfläche AN
Die Gebäudenutzfläche AN wird für Gebäude, deren lichte Raumhöhe 2,60 m nicht überschreitet, wie folgt ermittelt: AN = 0,32 · Ve
2 Rechenverfahren zur Ermittlung der Werte des zu errichtenden Gebäudes
2.1 Berechnung des Jahres-Heizenergiebedarfs Q
2.1.1 Der Jahres-Heizenergiebedarf Q für Gebäude ist nach DIN EN 832 : 1998 wie folgt zu ermitteln:
Q = Qh + Qw + Qt - Qr oder Q = Qh - (Ah + Ah el) + Qw - (Aw + Aw el) - Qr
der Jahres-Heizwärmedarf
die Wärmeverluste des Heizsystems und des Systems zur Warmwasserbereitung einschließlich des Energiebedarfs für Pumpen, Ventilatoren, Brennstoffvorwärmung, Begleitheizungen und sämtliche anderen Einrichtungen, die für den Betrieb der Heizungs-, raumlufttechnischen und zur Warmwasserbereitung dienenden Anlagen benötigt werden
der Nutz-Wärmebedarf für die Warmwasserbereitung, der für Wohngebäude mit 4 kWh/(m3·a) und für andere Gebäude mit 0 kWh/(m3·a) anzusetzen ist; schließt die Auslauf- und Auskühlverluste der Stichleitungen zu den Zapfstellen ein
vom Heizsystem oder Zusatzeinrichtungen aus der Umwelt genommene Wärme; sie ist nur insoweit zu berücksichtigen, als dies nicht bei der Errnittlung der Aufwandszahlen erfolgt ist (Ah oder Aw < 1)
die thermische Aufwandszahl der Heizungsanlage bei der Bereitstellung der Heizwärme
die elektrische Aufwandszahl der Heizungsanlage bei der Bereitstellung der Heizwärme
die thermische Aufwandszahl der Einrichtungen zur Warmwasserbereitstellung
die elektrische Aufwandszahl der Einrichtungen zur Warmwasserbereitstellung
2.1.2 Der Jahres-Primärenergiebedarf ist aus dem Jahres-Heizenergiebedarf zu ermitteln, indem die zur Deckung des Jahres-Heizenergiebedarf jeweils eingesetzten Energiearten mit Primärenergie-Aufwandszahlen multipliziert werden, die aus den Regeln der Technik zu entnehmen sind.
2.2 Berechnung des Jahres- Heizwärmebedarfs Qh
Der Jahres-Heizwärmebedarf Qh ist nach dem Monatsbilanzverfahren oder dem Heizperiodenbilanzverfahren nach DIN EN 832 : 1998 in Verbindung mit DIN V 4108 - 6: 1999-00 zu ermitteln. Bei Verwendung des Monatsbilanzverfahren ist eine Nachtabschaltung von 8,0 h anzunehmen. Bei Verwendung des Heizperiodenbilanzverfahrens ist der auf der Gradtagszahl basierende Faktor F Gt mit 72 und die Dauer der Heizperiode mit tx = 190 d anzusetzen.
Für das Rechenverfahren nach Nr. 2 sind die Klimadaten für den mittleren Standort und die einschlägigen Randbedingen nach DIN V 4108 - 6: 1999-00 sowie die nachstehenden Randbedingungen zugrundezulegen.
Tabelle 2: Randbedingungen
mittlere Gebäude-
i = 23 °C
für Gebäude nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 9
i = 19 °C
für andere Gebäude nach § 1 Abs. 1 Satz 1
n = 0,70 h-1
Bei Nachweis der ausreichenden Dichtheit der Gebäudehülle nach Anhang 4 gilt:
bei freier Lüftung / Fensterlüftung
n = 0,60 h-1
bei Abluftanlagen gemäß Nr. 4 *)
0,60 h-1
bei einem Anlagenluftwechsel nAnl > 0,50 h-1
bei einem Anlagenluftwechsel nAnl > 0,30 bis 0,50 h-1
bei einem Anlagenluftwechsel nAnl > 0,25 bis 0,29 h-1, der als Bedarfslüftung (selbstätige, nutzungsabhängige Regelung) bereitgestellt wird
bei Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung gemäß Nr. 4 *)
n = nAnl (1- V ) + nx
Nutzungsfaktor des Luft / Luft-Wärmerückgewinnungssystems
zusätzlicher Luftwechsel nach DIN EN 832 nx ist mit 0,20 h-1 anzusetzen
bei sonstigen Zu- und Abluftanlagen (auch solchen mit Wärmerückgewinnung, die den Anforderungen nach Nr. 4 nicht entsprechen)
0,70 h-1
mittlerer interner
Wärmegewinn Qi
i = qi · AN
bei Wohngebäuden mit dezentraler Warmwasserbereitung:
qi = 4,5 W/m2
bei anderen Wohngebäuden:
qi = 5 W/m2
bei Büro- und Verwaltungsgebäuden:
qi = 6 W/m2
bei allen weiteren Gebäuden:
qi = 5 W/m2, soweit hierfür in Regeln der Technik nicht andere Werte festgelegt sind.
*) Der Anlagenluftwechsel nach den Zeilen 2b) und 2c) ist hier als zeitlicher und räumlicher Mittelwert definiert. Betriebsweisen, die für die Abfuhr kurzzeitig erhöhter Luftbelastungen vorübergehend einstellbar sind, bleiben unberücksichtigt.
3.1 Beheiztes Luftvolumen V
Das beheizte Luftvolumen V ist nach DIN EN 832 :1998 zu ermitteln. Vereinfacht darf es wie folgt berechnet werden:
V = 0,76 · Ve bei Gebäuden bis zu 3 Vollgeschossen mit nicht mehr als 2 Wohnungen
V = 0,80 · Ve in den übrigen Fällen
Zulässige Möglichkeiten zur Berücksichtigung von Wärmebrücken bei der Ermittlung des Jahres-Heizwärmebedarfs:
Ohne weiteren Nachweis darf die Berücksichtigung dadurch erfolgen, daß für die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche die Wärmedurchgangskoeffizienten um DUWB = 0, 10 W/(m2·K) erhöht werden.
Werden die Regelkonstruktionen nach einschlägigen Regeln der Technik eingehalten, darf die Berücksichtigung dadurch erfolgen, daß für die gesamte wärmeübertragende Umfassungsfläche die Wärmedurchgangskoeffizienten um DUWB = 0,05 W/(m2·K) erhöht werden.
Ein genauer Nachweis der Wärmebrücken nach DIN EN ISO 10 211-1: 1995 und DIN EN ISO 10 211-2: 1998 ist zulässig.
3.3 Ermittlung der solaren Wärmegewinne bei Fertighäusern und bei Gebäuden, die nach Wiederverwendungsprojekten errichtet werden.
Werden Gebäude nach Plänen errichtet, die für mehrere Gebäude an verschiedenen Standorten erstellt worden sind, dürfen bei der Berechnung nach Nr. 2 die solaren Gewinne so ermittelt werden, als wären alle Fenster dieser Gebäude nach Osten oder Westen orientiert.
3.4 Gebäudetrennwände bei aneinandergereihter Bebauung
Bei der Berechnung nach Nr. 2 werden Gebäudetrennwände
zwischen Gebäuden mit normalen Innentemperaturen als nicht wärmedurchlässig angenommen und bei der Ermittlung der Werte A und A/Ve nicht berücksichtigt,
zwischen Gebäuden mit normalen Innentemperaturen und Gebäuden mit niedrigen Innentemperaturen bei der Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten mit einem Temperatur-Korrekturfaktoren FU nach DIN V 4108 - 6: 1999-00 gewichtet und
zwischen Gebäuden mit normalen Innentemperaturen und Gebäuden mit wesentlich niedrigeren Innentemperaturen im Sinne von DIN 4108 - 2: 1999-00 bei der Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten mit einem Temperatur-Korrekturfaktoren FU = 0,5 gewichtet.
Werden beheizte Teile eines Gebäudes (z.B. bauliche Erweiterungen nach § 7 Abs. 3 ) getrennt berechnet, gilt Satz 1 Buchstabe a) sinngemäß für die Trennflächen zwischen den Gebäudeteilen.
Ist die Nachbarbebauung bei aneinandergereihter Bebauung nicht gesichert, müssen die Trennwände mindestens den Mindestwärmeschutz nach § 6 Abs. 5 aufweisen.
4 Voraussetzungen für die Anrechnung mechanisch betriebener Lüftungsanlagen
Bei dem im Rahmen der Berechnung nach Nr. 2 zu ermittelnden spezifischen Lüftungswärmeverlust HV ist eine Anrechnung der Wärmerückgewinnung oder einer regelungstechnisch verminderten Luftwechselrate nach Tabelle 2 Zeilen 2 b) und 2 c) dieses Anhangs nur zulässig, wenn
die Anforderungen an die Dichtheit des Gebäudes nachgewiesen werden und
in der Lüftungsanlage die Zuluft nicht unter Einsatz von elektrischer oder aus fossilen Brennstoffen gewonnener Energie gekühlt wird.
Wird nur ein Teil eines Gebäudes mit Lüftungsanlagen ausgestattet, so beschränkt sich die Anrechnung nach Satz 1 entsprechend dem Verhältnis des beheizten Luftvolumens dieses Gebäudeteils zum beheizten Luftvolumen des Gebäude insgesamt.
Die bei der Anrechnung der Wärmerückgewinnung anzusetzenden Kennwerte der Lüftungsanlagen sind nach anerkannten Regeln der Technik zu bestimmen oder aus allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen der verwendeten Produkte zu entnehmen.
Es muß sichergestellt sein, daß die aus der Abluft rückgewonnene Wärme im Verhältnis zu der vom Heizsystem bereitgestellten Wärme vorrangig genutzt wird.
5 Vereinfachtes Verfahren für Wohngebäude nach § 3 Abs.5
5.1 Einteilung der Heizungsanlagen nach Ausstattungsgrad
Es werden drei verschiedene Ausführungen der Anlagentechnik unterschieden, die mindestens den folgenden Anforderungen (Ausstattungs- und Betriebsmerkmale) genügen müssen:
Tabelle 3 Heizungsanlagen
Ausführung der Heizungs-anlage
Verteilnetz für Wärme und Warmwasser
Regelung im Raum
mittl. Heiz-wasser-temperatur in °C
Niedertempera-tur-Heizkessel
zentral über Heizkessel oder dezentral elek-trisch
maximal 15 m in Außen-wandschlitzen
nicht in Außen-bauteilen
Brennwertkessel oder Fernwärme-übergabestation
Solaranlage mit Nachheizung
Pl-Regler
zentral über Wärmepumpe oder dezentral elektrisch
Für alle in Tabelle 3 genannten Ausführungen gilt folgende gemeinsame Anforderung:
Das Wärme- und Warmwasser-Verteilnetz ist innerhalb des wärmegedämmten Gebäudevolumens zu verlegen und vollständig nach Anhang 5 Tabelle 2 Zeile 1 bis 4 zu dämmen.
5.2 Anforderungen an die Außenbauteile
In Abhängigkeit der nach Nr. 5.1 gewählten Ausführung der Anlagentechnik und dem Dichtheitsnachweis nach Anhang 4 Nr. 2 dürfen die Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenbauteile nach Tabelle 4 nicht überschritten werden. Der Einfluß von Wärmebrücken ist durch Anwendung von Regelkonstruktionen nach DIN 4108 Beiblatt 2 : 1998 zu reduzieren.
Tabelle 4: Begrenzung des Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenbauteilen
Ausführung der Heizungs-anlage gemäß Nr. 5.1
Dichtheits-nachweis
Maximale Wärmedurchgangskoeffizienten der Außenbauteile [W/(m2 · K)]
Fenster, Dachfenster, Fenstertüren, Außentüren
Oberste Ge-schoßdecken, Dächer und Dachschrägen
Reihen-Mittelhäuser
Reihen-Endhäuser
Für Abseitenwände sowie untere Decken gegen Außenluft gelten die Anforderungen der Spalte 6. Der Gesamtenergiedurchlaßgrad der eingesetzten Verglasungen darf 0,62 nicht unterschreiten. Im Falle des Reihenendhauses darf der Wärmedurchgangskoeffizient für die Außenwände aus den Werten für die Giebelwand sowie den anderen Wandflächen gemittelt werden.
5.3 Berechnung des Fensterflächenanteils
Der Fensterflächenanteil f nach § 3 Abs. 5 ist wie folgt zu ermitteln:
Ist ein Dachgeschoß zu Wohnzwecken ausgebaut, so ist die Fläche aller Fenster der Dachwohnung in die Fläche AW, und die Fläche der Dachschrägen in die Fläche AAW einzubeziehen.
5.4 Bestimmung des Jahres-Heizenergiebedarfs und des Jahres-Primärenergiebedarfs
Auch für Gebäude, bei denen das vereinfachte Verfahren angewandt wird, ist das Verhältnis A/Ve nach Nr. 1.3.3 und die sich für dieses Verhältnis A/V, nach Nr. 1.1 und 1.2 ergebenden Höchstwerte für den Jahres-Heizenergiebedarf und den Jahres-Primärenergiebedarf zu bestimmen. Diese Werte entsprechen bei Ausführung dieser Gebäude nach Nr. 5.1 und 5.2 dem Jahres-Heizenergiebedarf und dem Jahres-Primärenergiebedarf für das jeweilige Gebäude und sind nach Maßgabe der nach § 13 Abs. 2 zu erlassenden Allgemeinen Verwaltungsvorschrift im Energiebedarfsausweis aufzuführen.

References: § 3
 § 13
 § 1
 § 1
 § 7
 § 6
 § 3
 § 3
 § 13