Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=24.11.2015&Aktenzeichen=5%20P%2013.14
Timestamp: 2019-05-26 20:44:37+00:00

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BVerwG, 24.11.2015 - 5 P 13.14 - dejure.org
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BVerwG, 24.11.2015 - 5 P 13.14 (https://dejure.org/2015,41771)
BVerwG, Entscheidung vom 24.11.2015 - 5 P 13.14 (https://dejure.org/2015,41771)
BVerwG, Entscheidung vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 (https://dejure.org/2015,41771)
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ArbGG § 93 Abs. 1, § ... 96 Abs. 1 Satz 2; BBesG §§ 27, 28; BPersVG § 75 Abs. 1 Nr. 1 und 2, § 76 Abs. 1 Nr. 1, § 83 Abs. 2; GG Art. 3 Abs. 1; ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2, § 256 Abs. 1, § 562 Abs. 1, § 563 Abs. 3
Beamte auf Lebenszeit; Beamte auf Probe; beamtenrechtlicher Einstellungsbegriff; Beamtenverhältnis; Begründung eines Beamtenverhältnisses; Besoldung; Bestimmtheit von Anträgen; Dienstrecht; Dienstrechtsneuordnungsgesetz; Dienststelle; Dienststellenleiter; Eingliederung; Eingruppierung; Einstellung; Einstellungsbegriff; Erfahrungsstufen; Ernennung; Erstfestsetzung von Erfahrungsstufen; Festsetzung von Erfahrungsstufen; Feststellungsantrag; Feststellungsinteresse; Gleichheitssatz; Globalantrag; Mitbestimmung; Mitbestimmungstatbestand; Personalrat; Personalvertretung; Tarifbeschäftigte; verfassungskonforme Auslegung; Wiederholungsgefahr.
§ 75 Abs 1 Nr 1 BPersVG, § 75 Abs 1 Nr 2 BPersVG, § 76 Abs 1 Nr 1 BPersVG, § 83 Abs 2 BPersVG, § 27 BBesG
VGH Hessen, 16.10.2014 - 21 A 99/14
BVerwGE 153, 254
NVwZ-RR 2016, 267
NZA-RR 2016, 219
Nach der Rechtsprechung des Senats zum Bundespersonalvertretungsgesetz unterfällt die Erstfestsetzung von Erfahrungsstufen (§§ 27, 28 des Bundesbesoldungsgesetzes ) nicht dem Mitbestimmungstatbestand der Einstellung im Sinne von § 76 Abs. 1 Nr. 1 des Bundespersonalvertretungsgesetzes (BPersVG), sondern stellt sich als eine Form der Eingruppierung dar, die der Gesetzgeber für die Gruppe der Beamtinnen und Beamten nicht der Mitbestimmung unterworfen hat (BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254).
Auch eine verfassungskonforme Korrektur des Auslegungsergebnisses sei nicht geboten (vgl. hierzu im Einzelnen: BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 -, BVerwGE 153, 254 ff.).
Hieraus lässt sich ohne weiteres die schon vom Bundesverwaltungsgericht gezogene Schlussfolgerung ableiten, der Gesetzgeber habe bewusst von der Einführung einer Mitbestimmung bei der besoldungsrechtlichen Einstufung bei den Beamten abgesehen (BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 -, BVerwGE 153, 254 Rn. 24; vgl. auch Hebeler, ZfPR 2016, 40).
Für den Begriff der beamtenrechtlichen "Einstellung" in § 78 Abs. 2 Nr. 1 LPersVG kommt es deshalb mangels entsprechender Hinweise des Gesetzgebers auf einen Sprachgebrauch an, dessen Begriffsinhalt insoweit das materielle Beamtenrecht vorgibt (vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 -, BVerwGE 153, 254 Rn. 22).
Ein solches ist unter dem Gesichtspunkt der Wiederholungsgefahr gegeben, wenn mit entsprechenden Fällen fortlaufend zu rechnen ist und der Beteiligte dem Antragsteller das Mitbestimmungsrecht grundsätzlich streitig macht (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 22. Juni 2005 - 6 P 8.04 - Buchholz 251.2 § 13 BlnPersVG Nr. 3 S. 10…, vom 27. Januar 2006 - 6 P 5.05 - Buchholz 251.4 § 86 HmbPersVG Nr. 12 Rn. 8…, vom 24. Juni 2014 - 6 P 1.14 - Buchholz 251.8 § 73 RhPPersVG Nr. 1 Rn. 8 und vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254 Rn. 12).
Im Personalvertretungsrecht ist davon auszugehen, dass der Normgeber grundsätzlich die Begriffe, die die einzelnen in der Vorschrift geregelten Mitbestimmungstatbestände bezeichnen, aus dem Beamtenrecht übernimmt, soweit sie die Mitbestimmungsbefugnis in Personalangelegenheiten der Beamten festlegen, und aus dem Tarifrecht, soweit die entsprechenden Befugnisse in Personalangelegenheiten der Tarifbeschäftigten bestimmt werden (stRspr, vgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254 Rn. 22 m.w.N.).
Das Bundespersonalvertretungsgesetz wie auch die Landespersonalvertretungsgesetze übernehmen grundsätzlich die Begriffe, die die einzelnen in der Vorschrift geregelten Mitbestimmungstatbestände bezeichnen, aus dem Beamtenrecht, soweit sie die Mitbestimmungsbefugnis in Personalangelegenheiten der Beamten festlegen, und aus dem Tarifrecht, soweit die entsprechenden Befugnisse in Personalangelegenheiten der Tarifbeschäftigten bestimmt werden (stRspr, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 3. Juli 1990 - 6 P 10.87 - Buchholz 250 § 76 BPersVG Nr. 18 S. 9, vom 12. September 2002 - 6 P 11.01 - Buchholz 251.2 § 86 BlnPersVG Nr. 4 S. 2 und vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254 Rn. 22; ebenso BAG, Beschluss vom 15. August 2012 - 7 ABR 6/11 - PersV 2013, 145).
Fehlen solche Anhaltspunkte, ist grundsätzlich auf die dienstrechtliche Definition abzustellen (BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254 Rn. 22 m.w.N.).
Dies könnte zwar als Indiz dafür gewertet werden, dass er dem Personalrat insoweit keine Beteiligungsrechte einräumen wollte (vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254 Rn. 25).
Zweck der Mitbestimmung bei Einstellungen nach § 75 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG ist hingegen der kollektive Schutz der in der Dienststelle bereits tätigen Beschäftigten und ihrer hierbei zu berücksichtigenden Interessen (BVerwG 24.11.2015 - 5 P 13/14 - NZA-RR 2016, 219).
Die bei Beamten auf Probe vorzunehmende erstmalige Festsetzung von Erfahrungsstufen (§§ 27, 28 BBesG-ÜfBE) unterfällt dem Mitbestimmungstatbestand der Einstellung im Sinne von § 88 Nr. 1 PersVG Berlin (vgl. auch VG Berlin, Beschluss vom 20. März 2012 - VG 61 K 4.12 PVL - für die Versetzung; a. A. BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - BVerwG 5 P 13.14 - zu § 76 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG).
Während im Beamtenrecht unter Einstellung nur die Begründung eines Beamtenverhältnisses im Wege der Ernennung begriffen wird (vgl. auch § 5 Abs. 1 Berliner Laufbahngesetz und § 8 Abs. 1 Nr. 1 Beamtenstatusgesetz), verstehen nicht nur das Berliner Personalvertretungsgesetz, sondern auch andere Landespersonalvertretungsgesetze den Begriff der Einstellung auch dahingehend, dass er die Eingruppierung der zur Einstellung vorgesehenen Personen erfasst (vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015, a.a.O., Rn. 16).
Zwar ist grundsätzlich davon auszugehen, dass sich der Gesetzgeber des Personalvertretungsrechts auf den dienstrechtlichen Begriffsinhalt bezieht, wenn er Begriffe aus dem Dienstrecht verwendet, und ist beamtenrechtlich unter Einstellung nur die Ernennung unter Begründung eines Beamtenverhältnisses zu verstehen, während besoldungsrechtliche Fragen wie die Erstfestsetzung der Erfahrungsstufen nicht Gegenstand der Ernennung im beamtenrechtlichen Sinn sind (vgl. dazu BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - BVerwG 5 P 13.14 -, juris Rn. 22 f. zum Mitbestimmungstatbestand des § 76 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG).
Daher ist weder die jüngste Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach die bei Beamtinnen und Beamten auf Probe oder auf Lebenszeit vorzunehmende Erstfestsetzung von Erfahrungsstufen nicht dem Mitbestimmungstatbestand der Einstellung im Sinne von § 76 Abs. 1 Nr. 1 BPersVG unterfällt (vgl. BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 a.a.O.) noch die Rechtsprechung des OVG Sachsen-Anhalt zum dortigen Personalvertretungsgesetz (Urteil vom 10. Dezember 2014 - 1 L 53.13) auf das Berliner Personalvertretungsgesetz übertragbar.
Die Eingruppierung ist als Akt strikter Rechtsanwendung ausgestaltet (…vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 15. Mai 2012 - 6 P 9.11 - Buchholz 251.4 § 87 HmbPersVG Nr. 3 Rn. 14 und vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254 Rn. 27).
Beamtenrechtlich ist unter Einstellung allein eine Ernennung unter Begründung eines Beamtenverhältnisses zu verstehen, während besoldungsrechtliche Fragen wie früher die Festsetzung des Besoldungsdienstalters und jetzt die Erstfestsetzung von Erfahrungsstufen nicht Gegenstand der Ernennung im beamtenrechtlichen Sinne und ebenso wenig im Sinne des gleichgelagerten personalvertretungsrechtlichen Einstellungsbegriffs sind (BVerwG, Beschluss vom 24. November 2015 - 5 P 13.14 - BVerwGE 153, 254, Rn. 22 f.).

References: § 93
 § 75
 § 76
 § 83
 Art. 3
 § 253
 § 256
 § 562
 § 563

§ 75
 § 75
 § 76
 § 83
 § 27
 § 76
 § 78
 § 13
 § 86
 § 73
 § 76
 § 86
 § 75
 § 88
 § 76
 § 5
 § 8
 § 76
 § 76
 § 87