Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=10.10.1985&Aktenzeichen=IV%20B%2030/85
Timestamp: 2020-01-23 11:55:07+00:00

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BFH, 10.10.1985 - IV B 30/85 - dejure.org
https://dejure.org/1985,683
BFH, 10.10.1985 - IV B 30/85 (https://dejure.org/1985,683)
BFH, Entscheidung vom 10.10.1985 - IV B 30/85 (https://dejure.org/1985,683)
BFH, Entscheidung vom 10. Januar 1985 - IV B 30/85 (https://dejure.org/1985,683)
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FGO § 48 Abs. 1 Nr. 3; EStG 1977 § 4, § 5, § 15 Abs. 1 Nr. 2
Gewinnfeststellung - Atypisch stille Gesellschaft - Klagebefugnis - Gewinnerzielungsabsicht - Leugnung - Verlustfeststellung - Bilanzierung - Haftungslose Darlehn - Verteilung rückgängig gemachter Aufwendungen
Zur Klagebefugnis gegen Gewinnfeststellung für atypisch stille Gesellschaft; zur Frage der Gewinnerzielungsabsicht; zur Bilanzierung sog. haftungsloser Darlehen und zur Verlustverteilung
BFHE 144, 395
BB 1986, 1971
BStBl II 1986, 68
Sie verkennt darüber hinaus, dass Verbindlichkeiten, die nur aus künftigen Gewinnanteilen zu tilgen sind, mangels wirtschaftlicher Verursachung weder in der Handels- noch in der Steuerbilanz ausgewiesen werden dürfen (Beschluss des Großen Senats des BFH vom 10. November 1980 GrS 1/79, BFHE 132, 244, BStBl II 1981, 164, zu Abschn. C. I. 5.; BFH-Beschluss vom 18. Oktober 1989 IV B 149/88, BFHE 158, 426, BStBl II 1990, 71) und die Rechtsprechung im Falle des Betriebserwerbs gegen Vergütungen dieser Art nur mit Rücksicht darauf deren Passivierungspflicht annimmt, weil andernfalls der Zugang der entgeltlich erworbenen und aktivierungspflichtigen Wirtschaftsgüter mit dem Ausweis einer Gewinnerhöhung beim Erwerber einherginge und die Grundsätze der periodengerechten Aufwandsabgrenzung verletzt würden (BFH-Entscheidungen vom 18. Januar 1989 X R 10/86, BFHE 156, 110, BStBl II 1989, 549; vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68; vom 17. Dezember 1964 IV 378/61 U, BFHE 81, 471, BStBl III 1965, 170, jeweils m.w.N.;… zu § 5 Abs. 2a EStG n.F. vgl. Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 5 Rz. 315).
b) Der Passivierung der Verbindlichkeit im Streitfall steht auch nicht die Rechtsprechung des BFH entgegen, wonach Verbindlichkeiten, die nur aus künftigen Gewinnen zu tilgen sind, nicht passiviert werden dürfen (vgl. etwa Urteil vom 14. Juni 1994 VIII R 37/93, BFHE 176, 10, BStBl II 1995, 246; Beschluss vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68, m.w.N.).
Es handelt sich um ein so genanntes "haftungsloses Darlehen" (…vgl. Lambrecht in Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, Einkommensteuergesetz, 2004, § 5 Rn. D 400, Stichwort "Haftungslose Verbindlichkeiten"; vgl. dazu auch BFH-Beschluss in BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68; BFH-Urteil vom 19. Februar 1981 IV R 112/78, BFHE 133, 368, BStBl II 1981, 654).
Für diese Absicht spricht neben dem glaubhaften Vortrag des Klägers (zur Bedeutung der Darlegung der Gewinnerzielungsabsicht vgl. BFH-Beschluß vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68), daß der Kläger 1989 und 1990 das Darlehen in nennenswertem Umfang getilgt und, daß die GmbH in den Jahren 1990 und 1991 Ausschüttungen vorgenommen hat, die die vom Kläger aufgewendeten Schuldzinsen überstiegen haben.
Im hier zu beurteilenden Fall wäre es in der Tat "widerstreitend" i. S. der amtlichen Überschrift des § 174 AO 1977, wenn der Kläger wegen der auf die Verhältnisse des Streitjahres gestützten Annahme der Einkunftserzielungsabsicht die Änderung der Steuerfestsetzungen für die Jahre, in denen ein Werbungskostenüberschuß aufgetreten ist, zu seinen Gunsten erreicht hat, der Einnahmeüberschuß im Streitjahr dagegen einkommensteuerrechtlich unbeachtet bleiben müßte (ähnlich BFH-Beschluß in BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68 zum späteren Leugnen der Gewinnerzielungsabsicht trotz früher erlangter Verlustfeststellungen; vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 131, 429, BStBl II 1981, 101, 103 unter 1. c der Gründe).
b) Die Prüfung ergibt sich nicht schon aufgrund der Ausführungen des BFH-Beschlusses vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85 (BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68).
Die Rechtslage ist insoweit nicht anders als bei einer Innengesellschaft ohne Gesellschaftsvermögen, die mit ihrer Auflösung voll beendet ist (BFH-Urteil vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68).
dd) Der BFH hat allerdings mehrfach entschieden, daß Verbindlichkeiten, die nur aus künftigen Gewinnen zu tilgen sind, nicht passiviert werden dürfen (Entscheidungen vom 18. Juni 1980 I R 72/76, BFHE 131, 303, BStBl II 1980, 741; vom 10. November 1980 GrS 1/79, BFHE 132, 244, 254, BStBl II 1981, 164, 169; vom 19. Februar 1981 IV R 112/78, BFHE 133, 368, BStBl II 1981, 654, 658; vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68).
Kommt das für die Veranlagung der Untergesellschaft zuständige FA A zu dem Ergebnis, dass auf ein zum Erwerb der Beteiligung aufgenommenes Darlehen § 5 Abs. 2a EStG anwendbar ist, d.h., dass die Rückzahlungsverpflichtung nur zu erfüllen ist, soweit künftig "Einnahmen und Gewinne" anfallen, und dass auf derartige Darlehen nicht (weiterhin) die Rechtsprechung anzuwenden ist, derzufolge beim Erwerb von Einzelwirtschaftsgütern und von Betrieben gegen umsatz- und gewinnabhängige Verpflichtungen ein Passivposten zu bilden ist (vgl. BFH-Entscheidungen vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68, unter 2.c der Gründe, und vom 14. Mai 2002 VIII R 8/01, BFHE 199, 198, BStBl II 2002, 532, unter II.2.c cc der Gründe;… Schmidt/Weber-Grellet, a.a.O., § 5 Rz 315; Blümich/Schreiber, § 5 EStG Rz 758; zweifelnd Wendt, Steuerberater Jahrbuch 2003/2004, 247, 259 oben), so ist im Bereich des Sonderbetriebsvermögens II der Obergesellschaft bei der Untergesellschaft an Stelle einer Verbindlichkeit ein Ertrag auszuweisen.
Mehr- oder Mindergewinne, die sich aufgrund abweichender Berechnungen der Finanzbehörde gegenüber der von den Gesellschaftern beschlossenen Bilanz ergeben, sind grundsätzlich nach dem bestehenden Gewinnverteilungsschlüssel auf die Gesellschafter zu verteilen (BFH-Beschlüsse vom 10. November 1980 GrS 1/79, BFHE 132, 244, BStBl II 1981, 164, 168; vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68, 70;… Urteil vom 7. Mai 1987 IV R 33/85, BFH/NV 1987, 775).
Der BFH hat allerdings mehrfach ausgesprochen, daß Verbindlichkeiten, die nur aus künftigen Gewinnen zu tilgen sind, einkommensteuerrechtlich nicht passiviert werden dürfen (BFH-Entscheidungen vom 18. Juni 1980 I R 72/76, BFHE 131, 303, 306, BStBl II 1980, 741; vom 10. November 1980 GrS 1/79, BFHE 132, 244, 254, BStBl II 1981, 164, 169; vom 19. Februar 1981 IV R 112/78, BFHE 133, 368, BStBl II 1981, 654, 658; vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68).
In der Entscheidung in BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68 hat der Senat die auch im damaligen Verfahren umstrittene Frage offengelassen, da jedenfalls wegen Wegfalls der Gewinnaussichten für die Gesellschaft insgesamt das negative Kapitalkonto des atypischen stillen Gesellschafters gewinnerhöhend aufgelöst werden mußte.
Hieran ändert es nichts, dass der in § 5 Abs. 2a EStG i.d.F. des StBereinG 1999 kodifizierte Grundsatz --jedenfalls in Bezug auf die im Streitfall relevante Beschränkung auf die Bedienung aus künftigen Gewinnen-- bereits vorher als allgemeiner Bilanzierungsgrundsatz geltendem Recht entsprach (vgl. etwa BFH-Urteil vom 14. Juni 1994 VIII R 37/93, BFHE 176, 10, BStBl II 1995, 246; BFH-Beschluss vom 10. Oktober 1985 IV B 30/85, BFHE 144, 395, BStBl II 1986, 68).
BFH, 02.10.1990 - VIII R 118/85
Hinzutreten eines weiteren Beteiligten in der mündlichen Verhandlung als …
BFH, 09.04.1987 - IV S 11/86
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BFH, 10.10.1988 - IV S 18/86
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BFH, 06.05.1986 - III S 7/84
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References: § 48
 § 4
 § 5
 § 15
 § 5
 § 5
 § 5
 § 174
 § 5
 § 5
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