Source: https://www.flugrechte.eu/10883/flugzeitverl%C3%A4ngerung-mallorca-stunden-durch-flugumbuchung
Timestamp: 2020-07-11 04:54:00+00:00

Document:
Flugzeitverlängerung Mallorca um 7 Stunden durch Flugumbuchung - FLUGGASTRECHTE
Flugänderung um 12 Stunden nach hinten
Muss man sich damit abfinden, dass ein Reiseveranstalter der eine eigene Airline betreibt, den Direktflug nach der Niki Insolvenz zum Flug mit Zwischenlandung umbucht, obwohl die Airline immer noch den Direktflug zu extrem hohen Kosten verkauft. Der Reisezeit verlängert sich um ca. 5 Stunden mit Kind. Danke im Voraus!
Gefragt 30, Jan 2018 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
Bearbeitet 30, Jan 2018 von admin
So wie ich das verstehe haben Sie eine Pauschalreise gebucht. Bei Pauschalreisen ergeben rechtliche Möglichkeiten regelmäßig aus dem deutschen Pauschalreiserecht welches in den §§651 a ff. geregelt ist.
Der Flug wurde nun dahingehend geändert, dass sich nun aus dem Direktflug eine Verbindung mit Umsteigen ergibt. Außerdem verlängert sich die Flugzeit um 5h.
Wenn es um solche Änderungen geht könnte ein Anspruch auf eine Reisepreisminderung in Betracht kommen, vgl. §651 d BGB. Liegt ein erheblicher Reisemangel vor, so hat der jeweilige Reiseveranstalter gemäß §651 c BGB. Denn der Veranstalter hat die Reise zu erfüllen, dass diese in ihrer Gesamtheit ohne große Mängel abläuft. Er muss auch für Fehler seiner Erfüllungsgehilfen, wie bspw. die Luftfahrtgesellschaft haften.
Allerdings muss man dahingehend abgrenzen, ob es sich nur um einen unerheblichen Reisefehler handelt.
Es ist wichtig den „Mangel“ dem Veranstalter auch unverzüglich anzuzeigen, es sei denn er weiß bereits davon, wovon in Ihrem Fall durchaus ausgehen kann. Dann hat der Reiseveranstalter die Möglichkeit diesen „Mangel“ zu beseitigen und die Reiseleistung in gleichwertiger oder höherer Leistung zu erbringen.
Ob in Ihrem Fall jetzt tatsächlich von einem Mangel auszugehen ist, ist nicht so einfach zu beantworten. Dazu folgende Urteile zur Veranschaulichung:
LG Bonn, Urt. v. 07.03.01, Az.: 5 S 165/00 (der Volltext lässt sich bei Google finden: „reise-recht-wiki 5 S 165/00“)
AG Hamburg-Altona, Urteil vom 12.07.2000, Az. 318c C 128/00 (der Volltext lässt sich bei Google finden“ reise-recht-wiki.de 318c C 128/00“)
Ob die 5 h längere Beförderung jetzt schon so erheblich sind ist fraglich. Ich kann Ihnen da nur raten, dass Sie sich da Nochmal mit dem Veranstalter in Verbindung setzen und ihre Problematik schildern.
In jedem Fall haben Sie aber die Möglichkeit vom Reisevertrag zurück zu treten. Dies ergibt sich aus §651 i BGB:
Beantwortet 31, Jan 2018 von NatalieS (15,270 Punkte)
Sie haben eine Pauschalreise gebucht, und bist darüber informiert worden, dass der Flug nun eine Zwischenlandung beinhaltet und sich um 7 Stunden verlängert. Sie fragen sich nun, ob Sie deshalb Ansprüche geltend machen können, und wenn ja, gegenüber wem.
Bei einer Pauschalreise kommen möglichen Ansprüche aus den §§ 651 a - m BGB in Betracht.
Es könnte sein, dass die zeitliche Verschiebung um 7 Stunden einen solchen Mangel begründen kann. Solche möglichen Änderungen behalten sich Reiseveranstalter manchmal in den geschlossenen Reiseverträgen vor, sodass sie frei sind solche Verschiebungen vorzunehmen. Dies ist aber unzulässig:
Zu Verschiebungen können diese Urteil helfen:
Diesen Urteilen entnehme ich, dass es nicht nur auf die Verschiebung selbst ankommt, sondern auch darauf, wie lang die Reise an sich gehen sollte. Eine 12-stündige Verschiebung bei einer 4 Tage Reise ist diesen Urteilen nach gravierender als beispielsweise bei einer 12 Tage Reise.
Es ist also nicht immer ganz eindeutig, ab wann eine Verlegung der Flugzeiten einen Reisemangel begründet. Dieses muss für jeden Einzelfall analysiert werden. Zwar ist in lhrem Fall die vom OLG Düsseldorf gesetzte zeitliche Grenze von 8 Stunden nicht überschritten, durch den Zwischenstopp kann vielleicht dennoch ein Reisemangel vorliegen.
Falls ein Reisemangel tatsächlich vorliegt, kann der Reisepreis gemindert werden.
Beantwortet 1, Feb 2018 von Stephan (17,130 Punkte)
Bearbeitet 31, Jan 2018 von Stephan
bei dem gebuchten Direktflug nach Mallorca kam es durch eine Flugumbuchung zu einer Zeitverlängerung um 5 Stunden. Zwar ist ein Direktflug mit derselben Airline vorliegend, jedoch zu einem höheren Preis. Sie fragen sich nun, ob Sie die Flugzeitverlängerung akzeptieren und wie beschrieben hinnehmen müssen.
In dieser Hinsicht ist es notwendig zu wissen, dass bei einer vorliegenden Pauschalreise (was ich bei Ihrer Situation davon ausgehe) der Reiseveranstalter gemäß § 651 c Abs.1 BGB verpflichtet ist die Reise so zu erbringen, dass sie die zugesicherten Eigenschaften besitzt und nicht mit Fehlern behaftet ist, die den Wert oder die Tauglichkeit zu dem gewöhnlichen oder nach dem Vertrag vorausgesetzten Nutzen aufheben oder mindern.
Diesbezüglich sollte die Insolvenz von Niki nicht von großer Bedeutung sein. Denn der Reiseveranstalter hat in solchen Fällen dafür zu sorgen, dass der Reisende das Reiseziel mit einer anderen Airline verwirklicht. Dabei dürfen die Änderungen die gebuchte Reise nicht in erheblichen Maßen beeinträchtigen. In Ihrem Fall kam es zu einer Verlängerung um 5 Stunden.
Fraglich hierbei ist, ob diese Änderung als erhebliche Beeinträchtigung bzw. als Mangel angesehen werden kann. Denn nur bei einem vorliegenden Mangel könnte eine Kündigung gemäß § 651 e BGB oder eine Reisepreisminderung gemäß § 651 d BGB in Betracht kommen.
Ob in Ihrem Fall ein Mangel bezüglich der Flugzeitverlängerung um 5 Stunden vorliegt, finde ich meiner Meinung nach umstritten. Denn nach der Rechtsprechung liegt ein Mangel nur dann vor, wenn sich die Ankunft auf den nächsten Tag verschiebt und dadurch die Nachtruhe des Reisenden mehr als unerheblich verkürzt wird.
Zur Veranschaulichung dazu, können Sie sich das Urteil im Volltext durchlesen : AG Duisburg, Urteil vom 27.10.2005, Az.: 53 C 5163/04 (bei Google einfach suchen mit ,,AG Duisburg 45 C 367/05 Reise-Recht-Wiki.de“)
Weiterhin können Sie sich folgende Urteile zur Präzisierung anschauen:
AG Bonn, Urteil vom 27.06.1996, Az.18 C 14/96 ( bei Google einfach suchen mit ,, AG Bonn 18 C 14/96“)
Nach Amtsgericht begründet die Vorverlegung des Hinflugs im Rahmen einer Pauschalflugreise um fünf Stunden keinen Mangel. Der Kläger hatte gegen die Beklagte keinen Anspruch auf Minderung des Reisepreises, da ein zur Minderung berechtigter Mangel gem. §§ 651 d, 651 c BGB nicht vorlag.
BGH, Urteil vom 17.04.2012, Az.X ZR 76/11 ( das Urteil können Sie im Volltext im Internet finden. Einfach googlen: ,,Reise-Recht-Wiki.de BGH Az.X ZR 76/11)
In diesem Fall stellte die Vorverlegung eines Rückfluges keinen erheblichen Reisemangel dar. Jedoch kann der Reisende gem.§ 651 c Abs.3 Satz 1 BGB den Ersatz der Aufwendung verlangen, die er erbringen musste, um einem Reisemangel selbst abzuhelfen, wenn er zuvor vom Reiseveranstalter erfolglos Abhilfe innerhalb einer angemessenen Frist verlangt hat.
AG Hamburg, Urt. v. 02.09.2010, Az: 8B C 194/10 ( bei Google einfach suchen mit ,,AG Hamburg 8B C 194/10 Reise-Recht-Wiki.de“)
Nach Amtsgericht Hamburg sei in einer mehrstündigen Verspätung eine Schlechtleistung des Veranstalters zu sehen, die eine 10%ige Minderung des Reise-Tagespreises begründe.
Ich hoffe, dass diese Informationen Ihnen behilflich sein können und wünsche Ihnen trotzdem eine schöne Reise.
Beantwortet 1, Feb 2018 von AeroDelta (1,060 Punkte)
Bearbeitet 31, Jan 2018 von AeroDelta

References: §651
 §651
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 § 651
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 BGH