Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/modistausbv
Timestamp: 2020-01-28 03:32:00+00:00

Document:
Der Ausbildungsberuf Modist/Modistin wird
gemäß § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe Nummer 21, Modisten, der Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung sowie
(2) Auszubildende, denen der Besuch eines nach landesrechtlichen Vorschriften eingeführten schulischen Berufsgrundbildungsjahres nach einer Verordnung gemäß § 27a Abs. 1 der Handwerksordnung oder gemäß § 29 Abs. 1 des Berufsbildungsgesetzes als erstes Jahr der Berufsausbildung anzurechnen ist, beginnen die betriebliche Ausbildung im zweiten Ausbildungsjahr.
Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen bezogen auf Arbeits- und Geschäftsprozesse vermittelt werden. Sie sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren sowie das Handeln im betrieblichen Gesamtzusammenhang einschließt. Diese in Satz 2 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 9 und 10 nachzuweisen.
Entwickeln und Gestalten von Modellentwürfen,
Herstellen von Filz- und Strohhüten,
Herstellen von Kopfbedeckungen aus anderen Materialien,
Ausgestalten von Kopfbedeckungen,
Herstellen von Unterformen,
Kopieren von Kopfbedeckungen,
(3) Der Prüfling soll in höchstens sieben Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht, durchführen sowie innerhalb dieser Zeit in höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Hierfür kommt insbesondere in Betracht:
Herstellen einer Kopfbedeckung mit Garnitur aus einer Filzstumpe oder einem Strohrohling.
Durch die Durchführung der Arbeitsaufgabe soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe planen, Arbeitsmittel festlegen, Skizzen erstellen und nutzen, Arbeitsabläufe dokumentieren, Ergebnisse kontrollieren und beurteilen, Grundsätze der Kundenorientierung sowie Anforderungen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit berücksichtigen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.
§ 10 Gesellenprüfung/Abschlussprüfung
(2) Der Prüfling soll im Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 21 Stunden drei Arbeitsaufgaben, die Kundenaufträgen entsprechen, durchführen und mit betriebsüblichen Unterlagen dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 30 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Für die Arbeitsaufgaben kommen insbesondere in Betracht:
Planen und Herstellen einer Kopfbedeckung aus Stroh nach eigenem Entwurf,
Herstellen einer Kopfbedeckung aus Filz nach Vorlage,
Herstellen einer genähten Kopfbedeckung aus textilen Flächen mit Unterform nach eigenem Entwurf.
Die Entwürfe sind dem Prüfungsausschuss zur Genehmigung vorzulegen. Durch die Durchführung der Arbeitsaufgaben und deren Dokumentation soll der Prüfling zeigen, dass er Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben selbständig und kundenorientiert planen und durchführen, dabei den Zusammenhang zwischen Gestaltung, Konstruktion sowie Verarbeitung und den Einsatz unterschiedlicher Werk- und Hilfsstoffe berücksichtigen, Arbeitsergebnisse kontrollieren, beurteilen sowie Maßnahmen zur Sicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz ergreifen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er Kundenaufträge und Reklamationen annehmen sowie fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgaben relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und die Vorgehensweise bei der Ausführung der Arbeitsaufgaben begründen kann. Die Bearbeitung der Arbeitsaufgaben einschließlich der Dokumentation ist mit 75 Prozent und das Fachgespräch mit 25 Prozent zu gewichten.
(3) Der Prüfling soll im Teil B der Prüfung in den Prüfungsbereichen Entwurf und Gestaltung, Planung und Fertigung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden. In den Prüfungsbereichen Entwurf und Gestaltung sowie Planung und Fertigung soll der Prüfling zeigen, dass er fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen, technologischen, mathematischen und zeichnerischen Inhalten analysieren, bewerten und lösen kann. Weiterhin soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung der Materialien planen, Werkzeuge und Maschinen zuordnen sowie qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann. Es kommen praxisbezogene Aufgaben insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
im Prüfungsbereich Entwurf und Gestaltung:
Entwerfen und Gestalten von Kopfbedeckungen, Erstellen von Entwurfsskizzen, Bearbeiten von Schnittteilen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er modische, historische, funktionale und technologische Gesichtspunkte sowie Kundenwünsche berücksichtigen kann;
Erstellen von Planungsunterlagen zur Fertigung und Ausgestaltung von Kopfbedeckungen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er Werkzeuge, Maschinen und Gestaltungstechniken auswählen, Materialbeschaffenheit berücksichtigen sowie Verarbeitungstechniken anwenden kann;
1. im Prüfungsbereich Entwurf und Gestaltung 120 Minuten,
1. Prüfungsbereich Entwurf und Gestaltung 40 Prozent,
2. Prüfungsbereich Planung und Fertigung 40 Prozent,
(7) Die Prüfung ist bestanden, wenn im Prüfungsteil A und im Prüfungsteil B jeweils mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden. In zwei der Prüfungsbereiche des Prüfungsteils B müssen mindestens ausreichende Leistungen, in dem weiteren Prüfungsbereich dürfen keine ungenügenden Leistungen erbracht worden sein.
Anlage (zu § 6)Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Modisten/zur Modistin
(Fundstelle: BGBl. I 2004, 583 - 587)
5 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen (§ 5 Nr. 5) a) Arbeitsaufträge annehmen und auf Umsetzbarkeit prüfen 4
b) Informationen und Bezugsquellen nutzen, Produkteigenschaften von Werk- und Hilfsstoffen vergleichen
c) Arbeitsplatz ergonomisch vorbereiten, Werk- und Hilfsstoffe, Arbeitsmittel und -geräte auswählen und bereitstellen
d) Arbeitsabläufe dokumentieren
e) Aufgaben im Team planen und bearbeiten, Ergebnisse der Zusammenarbeit im Team auswerten
6 Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken (§ 5 Nr. 6) a) Geräte zur Eingabe, Übertragung und Ausgabe von Daten nutzen 3
b) Organisations- und Bürokommunikationsmittel anwenden
c) Informationen beschaffen, auswerten und nutzen
7 Umgang mit Kunden (§ 5 Nr. 7) a) bei Kundengesprächen, insbesondere bei Beratung, Verkauf und Reklamation, mitwirken 6
b) Kunden über Leistungen des Betriebes informieren
c) Kopfweite ermitteln
8 Handhaben und Warten von Arbeitsgeräten, Werkzeugen und Maschinen (§ 5 Nr. 8) a) Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Maschinen, insbesondere nach Material und Arbeitstechnik, auswählen 6
b) Arbeitsgeräte und Werkzeuge vorbereiten und einsetzen
c) Maschinen einrichten, Zusatzeinrichtungen anbringen, Maschinen einsetzen
d) Arbeitsgeräte, Werkzeuge und Maschinen pflegen, Funktionen prüfen
e) Störungen erkennen, beheben, Störungsbeseitigung veranlassen
9 Entwickeln und Gestalten von Modellentwürfen (§ 5 Nr. 9) a) Anregungen aufnehmen, auswerten und umsetzen 5
b) Skizzen und Zeichnungen erstellen
c) Entwürfe, insbesondere von Garnituren mit unterschiedlichen Materialien, erarbeiten
10 Herstellen von Filz- und Strohhüten (§ 5 Nr. 10) a) Filzstumpen appretieren und mit Dampf behandeln, Strohrohlinge anfeuchten 16
b) Stumpen und Strohrohlinge zur Formgebung über Hutformen ziehen und trocknen, Strohhüte appretieren
c) Ränder bearbeiten, insbesondere zuschneiden und Blenden gestalten
d) Oberflächen bearbeiten
e) Gefährdungen durch lösemittelhaltige Stoffe und Gefahr von Verbrennungen erkennen, Schutzmaßnahmen ergreifen
11 Herstellen von Kopfbedeckungen aus anderen Materialien (§ 5 Nr. 11) a) Schnittteile zuordnen, Grundschnitte bestimmen 6
b) Schnittschablonen erstellen und handhaben
c) Werk- und Hilfsstoffe aus textilen Materialien nach Schnittmuster zuschneiden
d) Einlagestoffe befestigen
e) Schnittteile zusammenfügen
f) Kopfbedeckungen blocken
g) Vollfutter herstellen und einarbeiten
12 Ausgestalten von Kopfbedeckungen (§ 5 Nr. 12) a) Futterbänder einnähen 2
b) Standardgarnituren, insbesondere Bandgarnituren, befestigen
13 Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen (§ 5 Nr. 16) a) Ziele, Aufgaben und Bedeutung der betrieblichen Qualitätssicherung unterscheiden 4
b) Prüftechniken anwenden, Prüfergebnisse bewerten und dokumentieren
c) Werk- und Hilfsstoffe sowie Kopfbedeckungen unter Beachtung ihrer Eigenschaften lagern
d) Kopfbedeckungen für den Transport vorbereiten
e) Auswirkungen von Materialfehlern auf Verarbeitung und Produktqualität beurteilen
f) Endkontrolle anhand des Arbeitsauftrages durchführen, Ergebnisse dokumentieren
Lfd. Nr. Teil des Ausbildungsberufsbildes Fertigkeiten und Kenntnisse, die unter Einbeziehung selbständigen Planens, Durchführens und Kontrollierens zu vermitteln sind Zeitliche Richtwerte in Wochen im 2. und 3. Ausbildungsjahr
1 Planen und Vorbereiten von Arbeitsabläufen (§ 5 Nr. 5) a) Arbeitsschritte unter Berücksichtigung betrieblicher Abläufe und Auftragsunterlagen festlegen, Liefertermine beachten 3
b) Werk- und Hilfsstoffe nach Einsatzmöglichkeiten unterscheiden, Arbeitstechnik und -material festlegen
c) Qualität und Preise von Werk- und Hilfsstoffen vergleichen; Produktinformationen beurteilen 5
d) Aufgaben zeit- und kostenorientiert durchführen
2 Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken (§ 5 Nr. 6) a) Daten beschaffen, auswerten, bearbeiten und weiterleiten 2
b) Daten pflegen und sichern, Vorschriften des Datenschutzes anwenden
3 Umgang mit Kunden (§ 5 Nr. 7) a) Termine mit Kunden abstimmen 3
b) Entwürfe und Modelle präsentieren
c) Verkaufsflächen dekorieren und gestalten
d) Kundengespräche führen, insbesondere Kundenwünsche ermitteln, mit dem betrieblichen Leistungsangebot vergleichen und daraus Vorgehensweisen für die Kundenberatung ableiten 5
e) Reklamationen aufnehmen und bearbeiten
4 Entwickeln und Gestalten von Modellentwürfen (§ 5 Nr. 9) a) Umsetzbarkeit von Entwürfen prüfen, Mustervorlagen erstellen 4
b) Entwürfe unter Berücksichtigung der Farben- und Formenlehre sowie der Materialien erarbeiten
c) Entwürfe nach modischen, historischen, funktionalen und technologischen Gesichtspunkten gestalten und ausarbeiten 12
d) Entwürfe kundenbezogen ausarbeiten
5 Herstellen von Filz- und Strohhüten (§ 5 Nr. 10) a) Oberflächen veredeln 7
b) Ränder von Hand ziehen
6 Herstellen von Kopfbedeckungen aus anderen Materialien (§ 5 Nr. 11) a) Materialbeschaffenheit beim Legen und Schneiden, insbesondere Muster, Fadenlauf und Strichrichtung, berücksichtigen 3
b) Materialien miteinander kombinieren
c) Schnitte abnehmen, Grundschnitte herstellen 10
d) Schnittmuster abändern
e) Pelze und Leder zuschneiden und verarbeiten
7 Ausgestalten von Kopfbedeckungen (§ 5 Nr. 12) a) Garnituren fertigen und befestigen 6
b) Hüte in Form bügeln, insbesondere Fassonbügeln sowie mit Knicken und Vertiefungen 10
c) Gestaltungstechniken, insbesondere Nähen, Kleben, Schneiden und Drapieren, anwenden
8 Herstellen von Unterformen (§ 5 Nr. 13) a) Unterformen, insbesondere aus Vliesstoffen, Mull, Etamin sowie Steiftüll und Draht, herstellen und beziehen 3
b) Unterformen nach Verwendungszweck appretieren
9 Kopieren von Kopfbedeckungen (§ 5 Nr. 14) a) Maße anhand von Bild- und Modellvorlagen 4
b) Kopfbedeckungen nach Bildvorlagen, insbesondere nach gestalterischen und technischen Gesichtspunkten, anfertigen 14
c) Kopfbedeckungen nach Modellvorlagen anfertigen
10 Aufarbeiten und Ändern von Kopfbedeckungen (§ 5 Nr. 15) a) Kopfbedeckungen reinigen, auffrischen und färben 2
b) schadhafte Stellen ausbessern
c) Kopfbedeckungen, insbesondere nach modischen Gesichtspunkten, ändern und umarbeiten 6
11 Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen (§ 5 Nr. 16) a) Arbeitsabläufe auf Einhaltung der Vorgaben kontrollieren, Qualitätsmerkmale feststellen sowie Qualitätsausfall prüfen 5
b) Ursachen von Qualitätsabweichungen feststellen, Korrekturen und Vorbeugungsmaßnahmen durchführen
c) zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsabläufen beitragen
2004, 580: BGBl I

References: § 25
 § 27
 § 29
 § 1

§ 10
 § 6