Source: https://alexandrina.eco-compliance.de/display/recht/Betriebsarzt+und+betrieblicher+Ersthelfer
Timestamp: 2019-02-22 06:38:07+00:00

Document:
Betriebsarzt und betrieblicher Ersthelfer - Rechtsbibliothek - eco COMPLIANCE
Betriebsarzt und betrieblicher Ersthelfer
Angelegt von Marion Capell, zuletzt geändert am Mär 13, 2015
§§ 2-4 Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention)
DGUV Vorschrift 2 (Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit)
DGUV Vorschrift 8 (Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit)
DGUV Information 204-022 (Erste Hilfe im Betrieb)
DGUV Information 202-089 (Erste Hilfe in Kindertageseinrichtungen)
ASR A 4.3 (Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe)
AMR 3.1 (Erforderliche Auskünfte/Informationsbeschaffung über die Arbeitsplatzverhältnisse)
§§ 5, 16 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
§ 6 Abs. 1 Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
§ 14 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
§ 12 Abs. 2a Biostoffverordnung (BioStoffV)
§ 11 Abs. 3 Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV)
§ 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch/SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen)
§ 21 Sozialgesetzbuch Siebtes Buch/SGB VII (Gesetzliche Unfallversicherung)
Sozialgesetzbuch Fünftes Buch/SGB V (Gesetzliche Krankenversicherung)
Der Unternehmer hat nach § 2 Abs. 1 ASiG Betriebsärzte zu bestellen, wenn dies im Hinblick auf
die Betriebsorganisation, insbesondere im Hinblick auf die Zahl und die Art der für den Arbeitsschutz und Unfallverhütung verantwortlichen Personen,
Zu den wesentlichen Aufgaben des Betriebsarztes zählt nach § 3 Absatz 1 ASiG die arbeitsmedizinische Beratung in Bezug auf die konkreten Verhältnisse am Arbeitsplatz und die Gesundheit der Beschäftigten. Die Beratung umfasst die Klärung der Wechselwirkungen zwischen Arbeit und Gesundheit sowie die arbeitsmedizinische Vorsorge. Der Betriebsarzt unterstützt den Unternehmer zudem unter anderem bei dessen Gefährdungsbeurteilungen und der Entwicklung geeigneter Schutzmaßnahmen insbesondere bei Tätigkeiten im Zusammenhang mit biologischen Arbeitsstoffen und Gefahrstoffen sowie bei Überschreiten der Auslösewerte für Lärm und Vibrationen.
Als betrieblicher Experte für Gesundheit kann der Betriebsarzt auch dem betrieblichen Gesundheitsmanagement, vor allem bei der Förderung betrieblicher Eingliederungsmaßnahmen, hilfreich zur Seite stehen.
So wie der Unternehmer verpflichtet ist, dem zur arbeitsmedizinischen Vorsorge beauftragten Arzt alle erforderlichen Auskünfte über die Arbeitsplatzverhältnisse, insbesondere den Anlass der jeweiligen Vorsorge und die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung, zu erteilen und die Begehung des Arbeitsplatzes zu ermöglichen, ist der Arzt verpflichtet, sich vor Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge die notwendigen Kenntnisse über die Arbeitsplatzverhältnisse zu verschaffen. (ArbMedVV, AMR 3.1).
Der Betriebsarzt muss – nachweisbar – an fachlichen Fortbildungsmaßnahmen (mindestens alle fünf Jahre) teilnehmen (§ 95d SGB V).
Nach § 26 der DGUV Vorschrift 1 muss der Unternehmer grundsätzlich dafür sorgen, dass für die Erste-Hilfe-Leistung mindestens
ein Ersthelfer bei zwei bis zu 20 anwesenden Versicherten zur Verfügung steht und
bei mehr als 20 anwesenden Versicherten - in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % der anwesenden Versicherten, - in sonstigen Betrieben 10 % der anwesenden Versicherten,
Ersthelfer vorhanden sind.
In Kindertageseinrichtungen bedarf es der DGUV Information 202-089 nach mindestens eines Ersthelfers je Gruppe.
Betrieblicher Ersthelfer kann nur sein, wer in Erster Hilfe ausgebildet ist.
Die Ausbildung zum Ersthelfer besteht aus dem Erste-Hilfe-Lehrgang (8 Doppelstunden/zwei Tage mit insgesamt 16 Unterrichtseinheiten).
HINWEIS: Ab 1. April 2015 wird der zeitliche Rahmen für die Grundausbildung auf einen Tag mit neun Unterrichtseinheiten verkürzt. Zudem erfolgt die Stoffvermittlung vermehrt mit Hilfe von Teilnehmerübungen, Ausbilderdemonstrationen und Fallbeispielen.
Erstmaßnahmen (Absichern des Unfallorts und Retten von Verletzten, Versorgung bei leichteren Verletzungen im Rahmen der Ersten Hilfe, psychische Betreuung z.B. in Form von Mut zusprechen)
Lebensrettende Sofortmaßnahmen (stabile Seitenlage bei Bewusstlosigkeit, Beatmung, Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Herzstillstand, Blutstillung, Schockbekämpfung)
Veranlassung notwendiger ärztlicher Versorgung (u.a. Organisation eines Transports zum Arzt)
Die Erste-Hilfe-Leistung ist als Nachweis für eventuelle Spätfolgen im Verbandbuch zu dokumentieren.
Um Ersthelfer zu bleiben, ist eine Fortbildung spätestens alle zwei Jahre in Form des sogenannten Erste-Hilfe-Training (4 Doppelstunden/acht Unterrichtseinheiten) erforderlich.
HINWEIS: Ab 1. April 2015 sind neun Unterrichtseinheiten zu absolvieren.
{"serverDuration": 158, "requestCorrelationId": "9db3356869f2e0a2"}

References: § 6

§ 14

§ 12

§ 11

§ 84

§ 21
 § 2
 § 3
 § 26