Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=08.03.2002&Aktenzeichen=1%20BvR%201974/96
Timestamp: 2019-06-20 02:28:34+00:00

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BVerfG, 08.03.2002 - 1 BvR 1974/96 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2348
BVerfG, 08.03.2002 - 1 BvR 1974/96 (https://dejure.org/2002,2348)
BVerfG, Entscheidung vom 08.03.2002 - 1 BvR 1974/96 (https://dejure.org/2002,2348)
BVerfG, Entscheidung vom 08. März 2002 - 1 BvR 1974/96 (https://dejure.org/2002,2348)
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Anschlußsatzung
Art. 2 Abs. 1 GG, Zwangsmitgliedschaft in einer Kammer (öffentlich-rechtlichen Körperschaft), hier: Verfassungswidrigkeit einer "Anschlußsatzung" (Unterwerfung unter die Satzungsgewalt einer anderen Kammer) (Anm.: Ausführungen des BVerfG nicht entscheidungstragend iSv § 31 BVerfGG);
§ 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG, Subsidiarität der Verfassungsbeschwerde (hier: unterlassener hilfsweiser Feststellungsantrag vor den Verwaltungsgerichten)
Satzungsautonomie ermächtigt nicht zum Erlass einer Anschlusssatzung unter Verzicht auf Partizipationsrecht - "Satzung über den Anschluss der Angehörigen der brandenburgischen Landeszahnärztekammer an das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin" mit Art 2 Abs 1 GG unvereinbar
Verfassungsbeschwerde - Zahnarzt - Landeszahnärztekammer - Pflichtmitgliedschaft - Versorgungswerk - Grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung
VG Frankfurt/Oder, 14.12.1993 - 2 D 404/92
OVG Brandenburg, 31.08.1995 - 2 (4) A 26/94
NJW 2002, 3695 (Ls.)
NVwZ 2002, 851
DVBl 2002, 835
Zudem sei zu berücksichtigen, dass mit dem Neunten Änderungsgesetz Konsequenzen aus dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 8. Februar 2002 - 1 BvR 1974/96 - gezogen worden seien, indem die Beteiligung der Kammermitglieder anderer Länder über § 4 b Abs. 4 BerlKaG n. F. sichergestellt werde.
13 aa) Der Kläger meint, das angefochtene Urteil weiche von dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 8. März 2002 1 BvR 1974/96 (NVwZ 2002, 851) ab.
Dementsprechend habe das Bundesverfassungsgericht die Satzung über den Anschluss der Kammerangehörigen der Landeszahnärztekammer Brandenburg an das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin als mit Art. 2 Abs. 1 GG unvereinbar erklärt (BVerfG vom 8.3.2002, NVwZ 2002, 851).
Somit wird deutlich, dass gerade kein Anschluss der Steuerberater an das Versorgungswerk der Anwälte stattgefunden hat, im Rahmen dessen die Mitglieder der bayerischen Steuerberaterkammern auf ihre Partizipationsrechte verzichtet haben, was vom Bundesverfassungsgericht in der vom Kläger zitierten Entscheidung vom 8.3.2002 (NVwZ 2002, 851) beanstandet worden ist.
Hervorzuheben ist insoweit die Gewährleistung der Einflussnahme der Kammermitglieder auf die Aktivitäten des jeweiligen Versorgungswerkes, die - nach Maßgabe der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 8. März 2002 -1 BvR 1974/96 (s. juris, Rndr. 14) - in § 4 b Abs. 4 Satz 2 des Berliner Kammergesetzes auch nach dem Anschluss an ein bestehendes Versorgungswerk sichergestellt ist, bei Privatversicherungen hingegen fehlt.
Diese würde etwa verfehlt, wenn keine maßgebliche Mitwirkung in dem die Satzungsgewalt ausübenden Organ möglich wäre (BVerfG, Beschl. v. 8.3.2002, NVwZ 2002, 851, 852), was vorliegend nicht der Fall ist.
vgl. BVerfG, Beschluss vom 8. März 2002 - 1 BvR 1974/96 -, DVBl. 2002, 835 (Zahnärztekammer Brandenburg).
Aus den Prinzipien des Rechtsstaats und der Demokratie folgt, dass das Ausgehen der Staatsgewalt vom Volk auch im Rahmen der Selbstverwaltung praktisch wirksam bleiben muss und der Gesetzgeber zudem sicherzustellen hat, dass sich die Entscheidungen der Selbstverwaltungskörperschaft als Ergebnis eines demokratischen Willensbildungsprozesses im Innern darstellen - dies auch zu dem Zweck, den in der Zwangsmitgliedschaft liegenden Eingriff durch Beteiligungsrechte zu kompensieren (BVerfG, Beschluss vom 8. März 2002 - 1 BvR 1974/96 - juris Rn. 12;… Beschluss vom 5. Dezember 2002, a.a.O. Rn. 144 f., 148, 160;… Beschluss vom 13. Juli 2004, a.a.O. Rn. 148 f.).

References: Art. 2
 § 31

§ 90
 § 4
 Art. 2
 § 4