Source: http://soz-kult.web.fh-duesseldorf.de/weiterbildung/pspb
Timestamp: 2019-01-21 08:28:05+00:00

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FB SK > Weiterbildung > Psychosoziale Prozessbegleitung > Information
Am 01.03.2020 startet der zweite Durchlauf. Bewerbungen können ab dem 01.01.2019 eingereicht werden. Bewerbungsfristende ist der 30.09.2019.
Kostenlose Informationsveranstaltungen finden statt am 27.03.2019 ab 17:00 Uhr und am 03.09.2019 ab 18:00 Uhr. Sie können sich für diese Veranstaltungen formlos anmelden per E-Mail: weiterbildung.sk@hs-duesseldorf.de.
Seit Dezember 2017 ist die Arbeitsstelle Weiterbildung zertifiziert und Teilnehmer*innen können Bildungsurlaub für die Blockwoche (07.09. - 11.09.2020) bei ihrem Arbeitgeber beantragen.
Psychosoziale Prozessbegleitung ist die Möglichkeit, Opfern bzw. Verletzten von Straftaten eine psychosozial professionell ausgebildete Person während des Strafverfahrens an die Seite zu stellen.
Seit dem 01.01.2017 ist eine Beiordnung von Psychosozialen Prozessbegleiter*innen auf Staatskosten möglich.
Um als Psychosoziale*r Prozessbegleiter*in beigeordnet werden zu können, ist ein Abschluss einer vom Land anerkannten Aus- oder Weiterbildung erforderlich.
Die rechtlichen Grundlagen der Tätigkeit als Psychosoziale Prozessbegleitung sind in § 406g StPO, dem Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (PsychPbG), den Ausführungsgesetzen der Bundesländer zum PsychPbG und den daran anknüpfenden Verordnungen geregelt. Im Einzelnen werden dort festgelegt:
Die Grundsätze der Psychosozialen Prozessbegleitung,
die Anforderungen an die Qualifikationen der Psychosozialen Prozessbegleiterin/des Psychosozialen Prozessbegleiters und
Psychosoziale Prozessbegleitung ist Teil des bundesweit anerkannten Opferschutzes:
https://www.justiz.nrw/BS/opferschutz/psychosoz_prozessbegl/index.php
Psychosoziale Prozessbegleitung ist für jede*n Verletzte*n möglich, die Beiordnung auf Staatskosten jedoch nur in bestimmten Fällen:
Pflichtbeiordnungen
Das Gericht muss auf Antrag des oder der Verletzten gem. § 406g Abs. 3 S. 1 i.V.m. § 397a Abs. 1 Nr. 4 und 5 StPO einen oder eine Psychosoziale Prozessbegleiter*in beiordnen, wenn
eine rechtswidrige Tat gem. §§ 174 bis 182, 184i, 184j, 225, 221, 226, 226a, 232 bis 235, 237, 238 Abs. 2 und 3, 239a, 239b, 240 Abs. 4, 249, 250, 252, 255 oder 316a StGB vorliegt UND
der oder die Verletzte
unter 18 Jahre alt ist oder
seine oder ihre Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen kann.
Weitere Beiordnungsmöglichkeiten
Das Gericht kann auf Antrag des oder der Verletzten gem. § 406g Abs. 3 S. 1 i.V.m. § 397a Abs. 1 Nr. 1 bis 3 StPO einen oder eine Psychosoziale Prozessbegleiter*in beiordnen, wenn
die besondere Schutzbedürftigkeit der oder des Verletzten dies erfordert UND
der oder die Verletzte von einer der nachfolgenden Straftaten betroffen ist:
Verbrechen nach den §§ 177, 232 bis 232b und 233a StGB oder
eine Straftat nach 184j StGB und der Begehung dieser Straftat ein Verbrechen nach § 177 StGB zugrunde liegt oder
eine versuchten rechtswidrigen Tat nach §§ 211 und 212 StGB oder
Lebenspartner*in, Ehepartner*in, Eltern, Kinder oder Geschwister eines durch die rechtswidrige Tat Getöteten ist oder
ein Verbrechen nach den §§ 226, 226a, 234 bis 235, 238 bis 239b, 249, 250, 252, 255, 316a StGB, das bei ihm oder ihr zu schweren körperlichen oder seelischen Schäden geführt hat oder voraussichtlich führen wird.
Weiterbildungszertifikat „Psychosoziale Prozessbegleitung“
Warum ein Weiterbildungszertifikat
„Psychosoziale Prozessbegleitung“?
Verletzte von Straftaten haben ein Anrecht darauf, durch das Strafverfahren nicht erneut zum Opfer zu werden. Um das Strafverfahren mit seinen für Laien schwer verständlichen Abläufen erträglich zu gestalten, gibt es die Psychosoziale Prozessbegleitung. Diese steht dem Verletz­ten während des gesamten Verfahrens zur Seite und übernimmt eine Dolmetscher*innenfunktion.
Ziel der Psychosozialen Prozessbegleitung ist es, das Strafverfahren mit seinen Erfordernissen und Abläufen nicht zur zusätzlichen Belastung für den verletzten Menschen werden zu lassen. Seit dem 01.01.2017 ist nach dem neu in die Strafprozessordnung eingefügten § 406g eine Pflichtbeiordnung der psychosozialen Prozessbegleitung bei gleichzeitiger Übernahme der Kosten durch die Staatskasse vorgeschrieben.
Vor 2017 gab es eine Pflichtbeiordnung der Psychosozialen Prozessbegleitung und gleichzeitige Übernahme der Kosten durch die Staatskasse im Gesetz nicht. Durch das neue Gesetz hat sich die Lage spezieller Opfergruppen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, verbessert. Das dritte Opferrechtsreformgesetz (BT-Drs. 18/4621) sieht vor, dass Menschen, die als Psychosoziale Prozessbegleiter*innen beigeordnet werden, eine besondere Qualifikation besitzen, die in der Regel mit einem Weiterbildungszertifikat nachgewiesen werden muss. Die Arbeitsgruppe der Justizminister*innenkonferenz hat sowohl für die Psychosoziale Prozessbegleitung als auch für die Erteilung des Weiter­bildungszertifikats Mindeststandards vorgegeben. Diese wurden im Wesentlichen von dem PsychPbG sowie den jeweiligen Landesregelungen übernommen. Anhand der Hochrechnung von Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik ist damit zu rechnen, dass ein sehr hoher Bedarf an zertifizierten Prozessbegleiter*innen bestehen wird.
„Psychosoziale Prozessbegleitung“
Die Teilnehmer*innen an der Weiterbildung werden nach § 62 Abs. 2 HG NRW als Gasthörer*innen eingeschrieben. Die Teilnehmer*innen erhalten gem. § 62 Abs. 4 HG NRW Weiterbildungszertifikate. Bildungsurlaub ist möglich.
Die Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Weiterbildenden Studium und den Erhalt des Zertifikats sind in der Prüfungsordnung für das weiterbildende Zertifikatsstudium „Psychosoziale Prozessbegleitung“ an der Hochschule Düsseldorf geregelt.
Das Weiterbildende Zertifikatsstudium erstreckt sich über zwölf Monate. Es besteht aus zwanzig Präsenztagen, Selbststudium und paralleler Bearbeitung von Online-Fällen. Der Gesamtumfang beträgt 416 Stunden.
Das Angebot entspricht den Mindeststandards für Weiterbildungen – nach den Vorgaben des Berichtes der Arbeitsgruppe des Strafrechtsausschusses „Psychosoziale Prozessbegleitung“, eingerichtet aufgrund des Beschlusses der 83. Konferenz der Justizminister*innen im Juni 2012 und 2014 – zur „Psychosozialen Prozessbegleitung“ mit Berechtigung ein Weiterbildungszertifikat zu erteilen und den entsprechenden gesetzlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer. Das Weiterbildungszertifikat ist in der Regel Voraussetzung für die Beiordnung durch das Gericht.
Qualifizierter Abschluss in einem Studiengang (FH/Universität)
oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in diesen Bereichen mit fachspezifischer, wissenschaftlich anerkannter Zusatzausbildung
UND zweijährige Berufserfahrung.
Modul 1 – Recht
In dem Modul werden die relevanten strafrechtlichen Abläufe sowie für Verletzte sonstigen relevanten rechtlichen Regelungen dargestellt. Insbesondere werden die Grundlagen für die für das Zertifikat erforderlichen zwei Prozessdokumentationen vermittelt.
Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk (emer.) – Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Strafverteidigung.
Gastreferenten*innen:
Rechtsanwält*wältin, insbesondere Nebenklagevertretungen für Verletzte
Dr. Beate Daber – Fachpsychologin für Forensische Aussagepsychologie.
Modul 2 – Viktimologie
In dem Modul werden die wesentlichen Erkenntnisse der Opferforschung vermittelt. Welche Opferbedürfnisse und Bewältigungsstrategien gibt es? Wie können sekundäre Viktimisierungen (erneute Opferwerdungen) durch das Strafverfahren vermieden werden?
Prof. Dr. Gaby Temme – Juristin & Diplom-Kriminologin, Hochschule Düsseldorf.
Reinhild Beermann – Dipl. Sozialarbeiterin, Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), Vorstand Bundesverband Psychosoziale Prozessbegleitung, Zornröschen – Fachberatungsstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen
Prof. Dr. Irene Dittrich – Studiengangsleiterin Pädagogik der Kindheit und Familienbildung,
Dagmar Freudenberg – Staatsanwältin a.D., ehemalige Leiterin der Fachstelle Opferschutz im Niedersächsischen Justizministerium, Landespräventionsrat.
EKHK a. D. Jürgen Neerhut – langjähriger Ermittler bei Tötungsdelikten.
Prof. Dr. Rita Bley – Kriminalwissenschaften, Fachbereich Polizei, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg - Vorpommern.
Modul 3 – Forensische Psychologie & Psychotraumatologie
Das Modul setzt sich aus psychologischer und medizinischer Sicht mit den zentralen Fragen auseinander, welche Herausforderungen Opferwerdung und Traumatisierung durch Straftaten für die Verletzten darstellen. Ein zentraler Aspekt wird die Klärung der Problematik der Aussagekraft von Zeugen*innenaussagen sein. Ein Aspekt davon ist die Gefahr, inwieweit psychologisch sinnvolle Stabilisierungstechniken für den*die Verletzte*n im Strafverfahren dazu führen können, dass die Aussage des*der Verletzten als Zeuge*in unzulässig verzerrt wird.
Hauptreferenten*innen:
Prof. Dr. Denis Köhler – Dipl.-Psychologe, Hochschule Düsseldorf.
Ulrike Schultheis – Chefärztin der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des St. Vinzenz-Hospital in Haselünne, EMDR-Therapeutin.
Modul 4 – Theorie & Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung
In dem Modul werden die relevanten Aspekte der Umsetzung der Psychosozialen Prozessbegleitung in der Praxis verdeutlicht. Insbesondere wird es darum gehen, die Frage der eigenen Haltung zu klären und klare Abgrenzungen zur Opferberatung vorzunehmen.
Andrea Behrmann – Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), 1. Vorsitzende des Bundesverbandes Psychosoziale Prozessbegleitung, Violetta – Fachberatungsstelle für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen.
PD Dr. Iris Stahlke – Dipl.-Psychologin, Psychosoziale Prozessbegleiterin (RWH), 2. Vorsitzende des Bundesverbandes Psychosoziale Prozessbegleitung.
Friesa Fastie – Dipl. Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin, Leiterin des Mädchen-Wohnprojektes Potse, Berlin. 2006 - 2013, Institutsleiterin bei RECHT WÜRDE HELFEN.
Modul 5 – Abschluss- und Prüfungsmodul
Das Abschluss- und Prüfungsmodul besteht aus zwei Prozessdokumentationen und einer Abschlussarbeit.​
Für die Verleihung des Zertifikates sind der Abschluss der einzelnen Module, zwei Prozessdokumentationen und eine bestandene Hausarbeit erforderlich.
Weitere Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Module ist die aktive online-Fallbearbeitung. Nähere Informationen werden am ersten Präsenztag gegeben.
Die Online-Fallbearbeitung findet anhand kleiner Praxisfälle über die gesamte Zeit des Weiterbildenden Studiums (mit einer Urlaubsunterbrechung) statt. Die Prozessdokumentationen müssen anhand eines Leitfadens erstellt und schriftlich abgegeben werden. Es erfolgt jeweils eine dezidierte Nachbesprechung.
Prüfungsordnung PSPB
Modul 1 - Recht
Modul 2 - Viktimologie
Modul 3 - Forensische Psychologie & Psychotraumatologie
Modul 4 - Theorie & Praxis der Psychosozialen Prozessbegleitung
Modul 5 - Abschluss & Prüfung
Prä​senztage* ​ ​ ​ ​Uhrzeit Inhalte ​Referenten*innen
​ 1 ​KW 10 ​Samstag 07.03.2020​ ​10:00 – 18:00
​Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk
KW 12 ​Freitag ​20.03.2020 ​11:00 – 19:00 Modul 2
​Prof. Dr. Gaby Temme
​3 ​Samstag ​21.03.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 1 ​Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk
​Freitag ​24.04.2020 ​11:00 – 19:00 ​Modul 2 Prof. Dr. Gaby Temme
​5 ​Samstag ​25.04.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 1 ​Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk
​ 6 ​
​Freitag ​15.05.2020 ​11:00 – 19:00 ​Modul 3 ​Ulrike Schultheis
​7 ​Samstag ​16.05.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 3 ​Prof. Dr. Denis Köhler
​Freitag ​19.06.2020 ​11.00 – 19.00 ​Modul 2 ​Prof. Dr. Gaby Temme
9​ ​Samstag ​20.06.2020 0​9.00 – 17.00 ​Modul 1 ​Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk
(Block-
woche) ​Montag ​07.09.2020 ​11:00 – 19:00 ​Modul 4 Andrea Behrmann
​11 ​Dienstag ​08.09.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 4 Andrea Behrmann
​12 ​Mittwoch ​09.09.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 1 Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk
​13 ​Donnerstag ​10.09.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 4 ​Friesa Fastie
​14 ​Freitag ​11.09.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 4 ​Friesa Fastie
​Freitag ​13.11.2020 ​11:00 – 19:00 Modul 1
Modul 4 ​Prof. Dr. Klaus Riekenbrauk
​16 ​Samstag ​14.11.2020 ​09:00 – 17:00 ​Modul 4 ​Andrea Behrmann
​Freitag ​15.01.2021 ​11:00 – 19:00 ​Modul 1 ​Prof. Dr. Gaby Temme
​18 ​Samstag ​16.01.2021 ​09:00 – 17:00 ​Modul 4 ​PD Dr. Iris Stahlke
​19 ​
​Freitag 19.02.2021 ​11:00 – 19:00 ​Modul 4 ​Andrea Behrmann
​20 ​Samstag ​20.02.2021 ​09:00 – 17:00 ​Modul 1
Pausenzeiten: 30 Minuten nach 1,5 Stunden, Mittagspause: 60 Minuten
Innerhalb der Blockwoche finden zwei freiwillige Abendtermine für Interessierte zur Reaktivierung des wissenschaftlichen Schreibens für die Hausarbeit statt.
* Bei kurzfristigen krankheitsbedingten Ausfällen von Referenten*innen können Wechsel der Module untereinander erfolgen, um Terminsicherheit zu gewährleisten.
PSPB Präsenztage zum Ausdrucken 2020-2021.pdf
Der zweite Durchlauf des Zertifikatsstudiums "Psychosoziale Prozessbegleitung" beginnt am 01.03.2020.
Bewerbungen sind möglich ab 01.01.2019.
Bewerbungsfrist endet am 30.09.2019.
Bestätigung des qualifizierten Abschlusses (s.o.)
Nachweis der besonderen persönlichen Eignung durch einen ausführlichen tabellarischen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben (ca. 700 Wörter).
Die Teilnehmer*innenzahl
beträgt 25 Personen.
3.100,-- Euro
Bildungsschecks und Bildungsgutscheine können wir leider nicht akzeptieren.
Yasemin Ismail
Tel: 0211 – 4351 3440
Fax: 0211 – 435112620
dienstags von 11:00 – 12:30 Uhr.
Zuletzt geändert am 08.01.2019 16:44

References: § 406
 § 406
 § 397
 § 406
 § 397
 § 177
 § 406
 § 62
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