Source: https://www.grundeinkommen.de/15/04/2008/aufruf-zur-beteiligung-an-der-woche-des-grundeinkommens-15-2192008.html
Timestamp: 2019-11-16 01:33:40+00:00

Document:
Aufruf zur Beteiligung an der „Woche des Grundeinkommens“, 15. – 21. September 2008 – Netzwerk Grundeinkommen
den nationalen Vorbereitungsgruppen – 15.04.2008 – Druckversion
Ziel ist es, möglichst viele interessierte BürgerInnen zur Diskussion einzuladen. Dabei soll es um einen offenen Dialog darüber gehen, wie soziale Sicherheit unter den Bedingungen des globalen, flexiblen Kapitalismus und des derzeitigen „workfare-Staates“ im 21. Jahrhundert entwickelt werden soll.
Aktuellen Umfragen zufolge bezweifelt der überwältigende Teil der Menschen, dass es in der Gesellschaft noch gerecht zugeht. Die Spaltung der Gesellschaft in eine abgehobene Elite von Reichen und eine wachsende Schicht der vom Wohlstand Ausgeschlossenen wird deutlich wahrgenommen. Führen wir die Diskussion, wie die kreativen Potenziale der Menschen und die vorhanden gesellschaftlichen Ressourcen sinnvoll genutzt werden können und Menschenwürde sowie gesellschaftliche Teilhabe für alle ermöglicht werden können!
Alle Veranstaltungen werden in einem gemeinsamen Veranstaltungskalender, über Internet und Flyer breit kommuniziert werden. VertreterInnen der Grundeinkommens-Netzwerke stehen gerne für Informationen und Veranstaltungen zur Verfügung.
Derzeit geplant: Vor-Konferenz zum Berliner Kongress, 13. oder 20.September 2008 in Wien; Podiumsdiskussion mit Ministerpräsident Dieter Althaus, Katja Kipping (MdB Die Linke), Wolfgang Strengmann-Kuhn (MdB Bündnis90/Grüne) und Werner Rätz (Attac) am 15. September in der Berliner URANIA sowie ein Dutzend weiterer Veranstaltungen in Berlin.
Rückmeldungen über geplante Veranstaltungen bitte an: für Österreich office@grundeinkommen.at , für Deutschland kontakt@grundeinkommen.de, für die Schweiz kontakt@bien-ch.ch
Erbeten sind Titel, Art der Veranstaltung, Termin, Ort, Kontakt sowie eine mehrzeilige Kurzbeschreibung.
Zwecks rechtzeitiger Bewerbung wird um Anmeldung der Veranstaltungen bis Anfang Juni gebeten.
DerKonsul schrieb am 27.04.2008, 18:12 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Der Vorschlag mit dem Grundeinkommen trifft den Nagel auf den Kopf! Nur sollten es doch wohl 800,- € sein, nicht nur 600. Es muss doch ausreichen, um nicht zu verhungern. Natürlich ist es richtig, dass ein Anreiz zur Erwerbstätigkeit noch vorhanden sein muss. Ergänzend möchte ich noch bemerken, dass es ein „Arbeitseinkommen“ im klassischen Sinn sowieso künftig nicht mehr geben wird. Die Produktionsprozesse werden immer weiter automatisiert und dazu wird immer weniger „menschliche Arbeitskraft“ benötigt. Der Mensch wird also immer mehr nur „Dienstleistungen“ erbringen, wovon er wahrscheinlich nicht immer leben kann. Deshalb ist das Grundeinkommen so enorm wichtig. Natürlich muss das Steuersystem auch den Ertrag automatisierter Produktionsprozesse abschöpfen, um es dann für eine Verteilung als Grundeinkommen nutzbar zu machen. Der Staat muss das politisch sichern. Kapitalgesellschaften, die sich dem Staat verweigern, müssen entweder mit Enteignung bedroht, oder (bei Standortwechsel ins Ausland) mit Importsteuern belegt werden. Wer sehr hohe „Strafsteuern“ oder Zölle bezahlen muss, kann seine Produkte in Deutschland nicht mehr gewinnbringend verkaufen. (eine Variante gegen NOKIA).
Peter Lembrecht schrieb am 02.05.2008, 16:54 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
In den täglichen Nachrichten wird ständig von steigenden Beschäftigtenzahlen und sogar von möglicher Vollbeschäftigung schwadroniert. ( Wie einst in der DDR! ) Vielleicht auch, um die Diskussion über die Notwendigkeit wirklicher Reformen bis hin zur Einführung eines Grundeinkommens zu unterbinden? - Wo doch die bisherigen Reformen auf dem Arbeitsmarkt so tolle Erfolge gebracht haben. - Dabei gelten heute z. B. auch alle Minijobber als "beschäftigt". Weiter möchte ich diese unverschämten Lügen nicht kommentieren! Vor dem Hintergrund derartiger "Erfolgsmeldungen" erscheint es mir vielmehr dringend an der Zeit zu sein, das Thema "bedingungslose Grundeinkommen" aus einigen elitären akademischen Zirkeln hinaus in eine breite politische Diskussion zu tragen! Dabei sollten nicht nur die verschiedenen Modelle eines Grundeinkommens sowie deren Machbarkeit und Finanzierbarkeit zur Sprache gebracht werden. Vielmehr sollte von Anfang an klar gesagt werden, wer die Gewinner und die Verlierer bei einer Einführung eines BGE wären. Nur im Rahmen eines möglichst auf breiter Basis geführten gesellschaftlichen Diskurses lassen sich die Argumente der vermeintlichen Verlierer - z. b. Beschäftigte der Steuerverwaltung und der Arbeitsagenturen, gesetzliche Krankenkassen, Gewerkschaften, gewisse Unternehmen, die dann wohl deutlich größere Probleme hätten billige Arbeitskräfte zu rekrutieren, etc. - als lobbygesteuert entkräften.
Rainer Mandler schrieb am 04.05.2008, 11:24 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Ich möchte mich dem Vorschreiber anschließen und schlage vor, dass während der Woche des Grundeinkommens die einfachen Menschen auf den Podien diskutieren sollten. Michel Huber und Lieschen Müller müssten mal zu Wort kommen. Die Ansichten der Politiker und "Promies" kennt man eh schon zu Genüge. Rainer
Dirk Dietrich schrieb am 08.05.2008, 15:42 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Claudia schrieb am 23.05.2008, 10:04 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Dieter Pütter schrieb am 01.06.2008, 10:12 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Bei Diskussionen über das Grundeinkommen wird oft argumentiert, daß die Finanzierung nicht auf Dauer gesichert sein kann. Mein Vorschlag: Grund/Boden sind nicht vermehrbar, er gehört im Prinzip der Gemein- schaft/allen Menschen. Warum ändert man nicht das Grundgesetz dahingehend, daß bei Grund- stücksverkäufen die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis abgeschöpft und der Grund- einkommenskasse zugeführt wird ?
Beatrix Gräfin von P schrieb am 05.06.2008, 17:50 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Als ehemalige Sozialarbeiterin für Asylbewerber sollten auch diese meine ehemaligen Schützlinge bedacht werden. Zur Zeit betreue ich noch eine Migratenfamilie mit vier Kindern. Der Mann ist gehbehindert und arbeitet in einer Pizzeria für ca 1000 € im Monat nur um hier bleiben zu können. Des weiteren muss das Problem von Neid und Eifersucht verstärkt in den Blick genommen werden. Denn allein in dem jeder das Gleiche erhält sind diese Gefühle noch nicht bereinigt und aus der Welt geschaffen. Bei wem sich einmal das Gefühl für Ungerechtigkeit eingeschlichen hat und die Seele vergiftet hat, der ist mit einer materiellen Befriedigung seiner Bedürfnisse nicht zu beruhigen geschweige, denn es aufzulösen. Trotzdem ist genau mit dem bedingungslosen Grundeinkommen die Chance gegeben diese verletzten Gefühle anzusehen und ausheilen zu lassen.
Crazy Bologna schrieb am 16.06.2008, 00:51 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Zum Thema Grundeinkommen, oder auch Grundrente. Wie schon an anderer Stelle erwähnt wird es immer weniger Arbeit geben durch die Automatisierung von Arbeitsprozessen. Das heißt, die Automaten/Roboter/Maschinen müssen "Steuern" zahlen. Und eigentlich könnte es so für die Menschen gemütlicher werden. Nicht der ist arbeitscheu, der nicht arbeitet, weil die Maschinen ihm die Arbeit wegenommen haben, er ist auch nicht selber schuld, wenn er keine Arbeit findet, nein, es muss gesagt werden: "Weil die Maschinen Deine Arbeit jetzt ausführen, kannst Du Dich mehr der Muße widmen". Diesen im klassischen Sinne "Arbeitsfaulen", ein anachronistischer Begriff, muss die Gestaltung ihrer Muße beigebracht und nicht muss Ihnen ein schlechtes Gewissen gemacht werden. Unsere Gesellschaft hinkt irgendwie im Kopf hinter der Realität her. Die Suche nach der nicht mehr vorhandenen Arbeit ist grotesk, denn wie kann ich finden, was es nicht mehr gibt. Da hilft kein Arbeitsamt und die ArGe schon gar nicht. Das erfahren doch Tausende in den Ämtern täglich. Das traurige Verlassen des Arbeitsamtes, weil wieder keine Arbeit zu finden war, entsteht nur, weil man belogen wird. Über die Tatsache belogen wird, dass es nicht mehr gibt was das Amt behauptet zu verwalten. Arbeit. Sollen wir die Maschinen zerschlagen, nur um wieder um sieben an der Drehbank zu stehen, damit die Einkommenssicherheit wieder stimmt? Nein, die Maschinen haben gefälligst kräftig Steuern abzudrücken, und den Menschen soll man sagen, geht nach Hause und macht es euch gemütlich. Pflanzt ein wenig Gemüse in eure Gärten, kümmert euch um eure Kinder, damit sie zufriedene Humanisten werden und schmeißt euer Grundeinkommen nicht für Blödsinn raus. Fresst und sauft euch nicht fett, und langweilt euch nicht, weil ihr keine Arbeit mehr habt, die es nicht mehr gibt. Und lasst euch nicht mehr einreden, dass jeder seines Glückes Schmied und jeder selber Schuld sei. DIES SAGT CRAZY BOLOGNA
Martin schrieb am 19.06.2008, 15:42 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Bei all der Diskussion um geschönte (manipulierte) Statistiken aus Nürnberg, Massen-Verdummungs-TV, ignorante Politiker und dergleichen mehr stelle ich mir nur eine Frage: Wieso nehmen so wenige Menschen das Heft des Handelns in die Hand? Wieso lassen sich das so viele gefallen? Wieso wird nur im stillen Kämmerlein seiner Wut Luft gemacht? Auch wenn das jetzt mehr als eine war, ändert das nichts an meinem Frust, der zuweilen in Wut und Ohnmacht umschlägt. Wieso haben Videos auf Online-Plattformen, in denen die Auszüge bestimmter Menschen aus fernsehgerecht hergerichteten Wohncontainern gezeigt werden, so unendlich viele Klicks, während die von solch herausragenden Kabarettisten wie Schramm, Schmickler oder auch Malmsheimer in weit geringerem Maße beachtet werden? Vielleicht weil sie in ihren Beiträgen die Sache auf den Punkt bringen? Beispiele gibt es so viele: Ob die allgemeine Lobhudelei auf unseren "nationalen Grüßaugust" (Schramm), der in seinem Leben sicher schon genug Möglichkeiten hatte, entscheidende Weichen in Sachen Gerechtigkeit zu stellen, aber jetzt lieber nur davon redet. Oder die immense Zustimmung der Bevölkerung für unsere Kanzlerin. Sicherlich sind unsere Probleme weitaus geringer als die derer, die in Südostasien oder Lateinamerika hausen müssen. Aber wieso lassen wir die zunehmende Ungerechtigkeit hier bei uns soviel Raum? Wo ist der Aufschrei der Massen? Ich freue mich auf die Woche im September. Sie ist eine gute Gelegenheit, unsere Idee in die Öffentlichkeit zu tragen. Nicht nachlassen!!
Hannes Schindler schrieb am 03.08.2008, 19:08 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Ich hatte 1986 meine Diplomarbeit zum garantierten Grundeinkommen geschrieben. Das Thema war da schon etwas auf dem absteigenden Ast. Ich hatte damals prophezeit, dass in der Idee so ein Potential steckt, dass sie untergründig überleben und gestärkt wieder auftauchen wird. Inzwischen habe ich längere Zeit in Afrika gelebt und würde eher eine Art bedarfsorientierter Mindestabsicherung befürworten. Warum soll denn das Grundeinkommen bedingungslos sein? Das Argument mit der Schwierigkeit der Überprüfung rechtfertigt nicht die Ungerechtigkeit, wenn zu im Übermass vorhandenen Vermögen und Einkommen noch ein Grundeinkommen hinzu gezahlt werden soll.
Lawrence schrieb am 03.08.2008, 19:45 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Unvermeidbarer Entwicklungsprozess Unter einem kapitalistischen System kann man die Arbeitslosigkeit ebenso wie die Armut nicht vermeiden! Im Kapitalismus wird die Schere zwischen arm und reich immer größer. Wer ein solches System beibehalten will, muss auch verstehen, dass die Wirtschaft tatsächlich die Menschheitsproduktivität überholt hat. Deshalb muss der Mensch immer belohnt werden, und zwar durch ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Martin Karrer schrieb am 03.08.2008, 21:34 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Das Grundeinkommen sollte, mindestens, nach der Berechnung des Netto-Bezugs von allein stehenden Ausgleichszulagenempfängern/Innen, somit auf der Höhe der Armutsgrenze + 1 Cent des jeweiligen Landes liegen. Für Österreich wäre dies momentan aufgeteilt auf 12 Monate: 838,82 € + 1 Cent. Wenn dies der Fall wäre, dann würde es auch per Definition keine Armut mehr geben, sondern Wohlstand. http://www.familienverband.at/sites/armutsgrenze.php
Rudolf Beckert schrieb am 04.08.2008, 09:10 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
An Herrn Werner habe ich im Juni 08 folgenden Brief geschrieben, jedoch leider bis heute keine Antwort erhalten. 60 000 000 Bürger ab 18 Jahren erhielten im Monat 800 Euro, 20 000 000 Bürger bis 18 Jah-re erhielten im Monat 400 Euro, das wären im Jahr gesamt 672 Milliarden Euro. Der Bundeshaushalt 2008 beträgt 271 Mrd. Euro Woher kommt die fehlende Summe??? Man kommt nicht darum herum, alles zu berechnen. Mit freundlichen Grüßen R. Beckert 88250 Weingarten
Michael Klockmann schrieb am 05.08.2008, 01:25 UhrDirektlink zu diesem Kommentar
Ja, in der Tat, bei diesen exorbitanten Geldbeträgen wird einem immer ganz schwindelig, es vergeht einen Hören und Sehen und die Fähigkeit zum klaren Denken schwindet dahin... Schon aus diesem Grund ist es empfehlenswert, grundsätzlich pro Mensch, pro Monat zu rechnen, das macht die Sache gleich viel handhabbarer. Also, mit den 800 Euros pro Erwachsenem kann man gut rechnen, die sind sowohl realistisch als auch armutsfest. Auch die 400 pro Kind gehen in Ordnung. In meinem privaten BGE-Modell erfolgt der Wechsel zum vollen BGE allerdings unabhängig von der Volljährigkeit bei der Gründung eines eigenen Haushalts und die anderen 400 kommen im Alter statt der heutigen Rente noch drauf, machte also 1200 BGE-Rente. Zu einem gegebenen Zeitpunkt gleich viel Kinder und RentnerInnen gesetzt (ein lustiger demografischer Faktor, oder?) bekommt also die gesamte Bevölkerung 800 Euro BGE monatlich, macht bei 83 333 333 BundesbürgerInnen im Jahr noch etwas exorbitantere 800 Mrd. Euro. Beachte hier den methodischen Kniff, mit dem sich jede dieser exorbitanten Geldberge in ein anschauliches Format herunterbrechen läßt: Die Bevölkerungzahl liegt natürlich NICHT ganz bei exakt 83 333 333, aber fast, und mit 12 Monaten multipliziert kommen wir genau auf eine Milliarde. Wenn also heute in der Zeitung steht, daß die Strombeihilfen für Arme jährlich unvorstellbare 100 000 000 Euro verschlingen würden, weiß ich sofort: ich bin mit 10 Cent pro Monat dabei, also rauch ich doch ne Zigarette weniger und bin dafür! Aber zurück zu den 800 Mrd., also 800 Euro pro Person und Monat. Das ist nun noch aus zwei anderen Gründen alles andere als exorbitant: 1. Ist der Bundeshaushalt in diesem Zusammenhang ohne Belang, das vielmehr für den Vergleich interessante bundesrepublikanische Sozialbudget hingegen lag 2007 schon bei 707 Euro pro Person und Monat, die Differenz zwischen heutigem Sozialstaatsvolumen und BGE schmilzt gleich auf überschaubare 93 Euro zusammen. Heute verschlingt eine allerdings überflüssige Sozialbürokratie und Arbeitslosenquälindustrie noch etwa 25 Euro des Sozialbudgets und auch das BGE käme ja nicht mit exakt Null Verwaltungskosten aus, also müßten auf die 93 Euro noch mal vielleicht 30 drauf (Quelle: http://www.bmas.de/coremedia/generator/26872/property=pdf/2008__07__08__sozialbudget__2007.pdf) 2. Die leidige Frage, "Wer soll das bezahlen?" beantwortet sich ganz einfach: Die, die viel verdienen. Faustformel: Die Hälfte vom heutigen Einkommen. Für jeden Bundesbürger gilt also: Halbes Einkommen in den Topf, 800 raus. Das ist, nebenbei bemerkt, nichts anderes als die denkbar einfachste Steuerprogressionsformel. Dass die Nettozahler soviel reintun müssen, wie die Nettoempfänger erhalten, versteht sich schon fast von selbst, aber die tatsächlich umgeschichteten Beträge sind viel viel kleiner als die 800 Euro, weil bei allen Einkommensbeziehern ja nur verrechnet wird. Und auch bei Kindern muß ja vom BGE das entfallende Kindergeld gegengerechnet werden. Also, alles halb so wild. Und außerdem: Für die meisten Brötchenverdiener ist das nur auf den ersten Blick ein schlechtes Geschäft, denn von der neu gewonnenen sozialen Sicherheit mal abgesehen, bräuchten sie, jedenfalls was das existenzielle angeht, nicht mehr für "Frau und Kind" aufkommen, die kriegen ja ihr eigenes BGE. Dieses Aufgehen von Alimenten und familieninternen Transfers im BGE ist übrigens der weithin mißachtete, eigentlich geniale Kern des (individuellen!) BGE. Die meisten Transfers fließen materiell nur mäßig reichlicher, nur eben formell völlig anders. Der wesentliche, tatsächlich neue Finanzstrom ginge übrigens von gut verdienenden Singles hin zu den Kindern armer Familien... Daher kommt also die fehlende Summe. Und mit neun Nullen weniger rechnet es sich doch gleich viel besser oder?

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