Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.02.2005&Aktenzeichen=IV%20ZR%20273/03
Timestamp: 2019-05-25 10:08:33+00:00

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BGH, 23.02.2005 - IV ZR 273/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,521
BGH, 23.02.2005 - IV ZR 273/03 (https://dejure.org/2005,521)
BGH, Entscheidung vom 23.02.2005 - IV ZR 273/03 (https://dejure.org/2005,521)
BGH, Entscheidung vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03 (https://dejure.org/2005,521)
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AGBG § 9; BGB a. F. § 307 Abs. 1 Satz 2; AVB f. Unfallvers. (AUB 94) § 7
Ablehnung des Versicherungsschutzes wegen Versäumung der vorgeschriebenen Frist für die ärztliche Feststellung einer Invalidität; Verantwortung des Versicherten eine dauerhafte Schädigung rechtzeitig ärztlich feststellen zu lassen; Anspruch auf Kapitalleistung wegen Invalidität bei dauernder Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit; Anforderungen an die Verständlichkeit und Klarheit von Versicherungsbedingungen; Transparenzgebot bei allgemeinen Versicherungsbedingungen
Formularmäßige Vereinbarung von Fristen für Leistungen aus der privaten Unfallversicherung
Fristenregelung des § 7 AUB 94 ist transparent
Allgemeine Geschäftsbedingungen: Wann liegt ein Verstoß gegen das Transparenzgebot vor? (IBR 2005, 1158)
BGHZ 162, 210
NJW 2005, 2927 (Ls.)
NJW-RR 2005, 902
MDR 2005, 991
VersR 2005, 639
Eine Klausel muss nicht nur in ihrer Formulierung für den durchschnittlichen Vertragspartner verständlich sein, sondern darüber hinaus die wirtschaftlichen Nachteile und Belastungen so weit erkennen lassen, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (…Senatsurteile vom 11. Juli 2012 - IV ZR 164/11, BGHZ 194, 39 Rn. 40;… vom 26. September 2007 - IV ZR 252/06, VersR 2007, 1690 Rn. 16; vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03, BGHZ 162, 210, 213 f. unter II 2; vom 8. Oktober 1997 - IV ZR 220/96, BGHZ 136, 394, 401 unter 3 b).
Der Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen ist nach den Grundsätzen von Treu und Glauben gehalten, Rechte und Pflichten seines Vertragspartners möglichst klar und durchschaubar darzustellen (BGHZ 162, 210, 213 f.).
Dabei kommt es auf die Verständnis- und Erkenntnismöglichkeiten eines typischerweise zu erwartenden Durchschnittskunden an, von dem die aufmerksame Durchsicht der Vertragsbedingungen, deren verständige Würdigung und die Berücksichtigung ihres erkennbaren Sinnzusammenhangs erwartet werden kann (BGHZ 112, 115, 118; 162, 210, 214; jeweils m.w.N.).
a) Danach ist der Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen gehalten, Rechte und Pflichten seines Vertragspartners möglichst klar und durchschaubar darzustellen und dabei auch die wirtschaftlichen Nachteile einer Regelung für die Gegenseite so deutlich zu machen, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (BGH, Urteile vom 28. Januar 2003 - XI ZR 156/02, BGHZ 153, 344, 352, vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03, BGHZ 162, 210, 213 f. …und vom 15. April 2010 - Xa ZR 89/09, WM 2010, 1237 Rn. 25).
Dieses verlangt vom Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen, dass die Rechte und Pflichten des Vertragspartners möglichst klar und durchschaubar dargestellt sind und die Klauseln darüber hinaus die wirtschaftlichen Nachteile und Belastungen so weit erkennen lassen, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (…Senatsurteile vom 26. September 2007 - IV ZR 252/06, VersR 2007, 1690 Rn. 16; vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03, BGHZ 162, 210, 213 f.; vom 8. Oktober 1997 - IV ZR 220/96, BGHZ 136, 394, 401).
Eine Regelung hält deshalb einer Inhaltskontrolle nach dem Transparenzgebot auch dann nicht stand, wenn sie an verschiedenen Stellen in den Bedingungen niedergelegt ist, die nur schwer miteinander in Zusammenhang zu bringen sind, oder wenn der Regelungsgehalt auf andere Weise durch die Verteilung auf mehrere Stellen verdunkelt wird (Senatsurteil vom 23. Februar 2005 aaO S. 214).
a) Der Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen ist nach den Grundsätzen von Treu und Glauben gehalten, Rechte und Pflichten seines Vertragspartners möglichst klar und durchschaubar darzustellen (BGHZ 162, 210, 213 f.).
Sollte der neue Tatrichter die qualifizierte Nachrangabrede als in den Vertrag einbezogen ansehen, wird er die Wirksamkeit der Regelung am Transparenzgebot gemäß § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB (vgl. dazu BGH, Urteil vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03, BGHZ 162, 210, 213 f.; Urteil vom 24. März 2010 - VIII ZR 178/08, BGHZ 185, 96, 102 ff.; Urteil vom 20. Februar 2014 - IX ZR 137/13, NJW-RR 2014, 937, 939; Gehrlein, WM 2017, 1385, 1387 f.) und dem Verbot einer unangemessenen Benachteiligung nach § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB (vgl. dazu BGH, Urteil vom 12. März 1987 - VII ZR 37/86, BGHZ 100, 157, 162 ff.; Urteil vom 28. Januar 2003 - XI ZR 156/02, BGHZ 153, 344, 350 f.; Urteil vom 20. Februar 2014 - IX ZR 137/13, NJW-RR 2014, 937, 939; Gehrlein, WM 2017, 1385, 1388 f.) zu messen haben.
Danach ist der Verwender Allgemeiner Geschäftsbedingungen nach Treu und Glauben gehalten, die Rechte und Pflichten seines Vertragspartners möglichst klar und durchschaubar darzustellen; insbesondere müssen Nachteile und Belastungen so weit erkennbar werden, wie dies nach den Umständen gefordert werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03 -, BGHZ 162, 210).
Eine Regelung muss nicht nur aus sich heraus klar und verständlich sein; sie hält einer Inhaltskontrolle auch dann nicht stand, wenn sie an verschiedenen Stellen in den Bedingungen niedergelegt ist, die nur schwer miteinander in Zusammenhang zu bringen sind, oder wenn der Regelungsgehalt auf andere Weise durch die Verteilung auf mehrere Stellen verdunkelt wird (BGH, Urteil vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03 -, BGHZ 162, 210; Urteil vom 10. Oktober 2012 - IV ZR 10/11, BGHZ 195, 93).
BGH, 08.11.2012 - VII ZR 191/12
Allgemeine Geschäftsbedingungen eines Bauunternehmers: Wirksamkeit einer Klausel …
Dagegen ist der Verwender nicht verpflichtet, aus dem Gesetz oder aus der Rechtsnatur eines Vertrages folgende Rechte ausdrücklich zu regeln oder den Vertragspartner darüber zu belehren (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 23. Februar 2005 - IV ZR 273/03, BGHZ 162, 210; vom 5. November 1998 - III ZR 226/97, NJW 1999, 276; jeweils m.w.N.).
BGH, 24.05.2006 - IV ZR 263/03
Umfang der Ersatzpflicht der Mehrwertsteuer bei einem Verkehrsunfallschaden in …
BGH, 20.06.2012 - IV ZR 39/11
Private Unfallversicherung: Wirksamkeit der Fristenregelung für die ärztliche …
BGH, 07.03.2007 - IV ZR 137/06
Voraussetzungen des Anspruchs auf Invaliditätsleistungen in der privaten …
BGH, 13.01.2016 - IV ZR 38/14
Zur Unwirksamkeit zweier Klauseln betreffend die Kostenüberschussbeteiligung der …
BGH, 30.11.2005 - IV ZR 154/04
Berufung des Versicherers auf die nicht rechtzeitige Feststellung der Invalidität …
OLG Saarbrücken, 13.01.2016 - 5 U 13/15
Adressat für Hinweise auf Fristen bei der Versicherung für fremde Rechnung
OLG Celle, 05.03.2009 - 8 U 193/08
Unfallversicherung: Wirksamkeit der Fristenregelung zur ärztlichen Feststellung …
OLG Koblenz, 29.05.2009 - 10 U 1297/08
Private Haftpflichtversicherung eines Wohnraummieters: Risikoausschlussklausel …
LG Dortmund, 13.01.2011 - 2 O 325/10
Anspruch auf Invaliditätsleistung im Falle des Nichterfolgens der ärztlichen …
OLG Hamm, 16.02.2007 - 20 U 219/06
Unfallversicherung: Ärztliche Feststellung der Invalidität - Einhaltung der …
OLG Köln, 12.05.2009 - 20 U 31/09
Anforderungen an die Transparenz einer Fristenregelung in Allgemeinen …
OLG Düsseldorf, 27.01.2009 - 4 U 64/08
Voraussetzungen der Eintrittspflicht des privaten Unfallversicherers; …
OLG Düsseldorf, 13.07.2009 - 4 U 60/09
OLG Karlsruhe, 15.01.2009 - 12 U 167/08
Private Unfallversicherung: Erfordernis einer fristgerechten ärztlichen …
LAG Düsseldorf, 06.04.2009 - 14 Sa 1415/08
Anrechnung einer Unfallrente auf das Ruhegeld nach der Leistungsordnung des …
BGH, 18.02.2009 - IV ZR 11/06
Zurückweisung der Nichtzulassungsbeschwerde betreffend die ärztliche …
LG Hamburg, 30.07.2008 - 302 O 436/07
Private Unfallversicherung: Vereinbarung der nicht im Versicherungsschein …
OLG Karlsruhe, 24.10.2014 - 9 U 3/13
Unfallversicherung: Vertrauensschutz bei einer nicht fristgerechten ärztlichen …
LG Dortmund, 28.08.2008 - 2 S 16/08
Wirksamkeit einer bei Überschreitung der im Versicherungsantrag angegebenen …
LG Kiel, 28.10.2011 - 5 O 117/11
Allgemeine Geschäftsbedingungen: Unterlassungsanspruch eines rechtsfähigen …
BGH, 12.06.2008 - IX ZR 28/08
Zurückweisung eines Prozesskostenhilfeantrags für die Durchführung einer …
BGH, 30.11.2005 - IV ZR 260/04
Anforderungen an die Einhaltung des Transparenzgebots in der privaten …
OLG Hamm, 04.11.2015 - 20 U 188/15
AUB; private Unfallversicherung; Invaliditätsfrist; Belehrung; Frist
OLG Hamm, 23.11.2005 - 20 U 183/05
OLG Koblenz, 03.07.2015 - 10 U 1299/14
LG Berlin, 08.07.2015 - 23 O 120/13
Private Unfallversicherung: Leistungsausschluss nach Ablauf der …
LG Dortmund, 22.08.2012 - 2 O 454/10
Notwendigkeit einer ausdrücklichen Bestimmung im Versicherungsschein für die …
OLG Dresden, 03.05.2018 - 4 U 443/18
Inhaltskontrolle der Allgemeinen Versicherungsbedingungen in der privaten …
LG Limburg, 11.08.2011 - 2 O 502/10
LG Bamberg, 15.01.2008 - 1 HKO 16/07
Allgemeine Geschäftsbedingungen: Wirksamkeit des Schriftformerfordernisses für …
LG Wiesbaden, 07.04.2011 - 2 O 256/10
LG Cottbus, 04.12.2008 - 6 O 160/08

References: § 9
 § 307
 § 7
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 § 307
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