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Timestamp: 2019-11-13 04:50:41+00:00

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Gartenbepflanzung – Abstand zum Zaun - recht.de
Gartenbepflanzung – Abstand zum Zaun
Beitrag von tony » 29.10.19, 13:57
man stelle sich folgende theoretische Situation vor:
Die Gärten von zwei Einfamilienhäusern sind durch einen Maschendrahtzaun getrennt. Auf beiden Seiten gibt es dichte Bepflanzung. Nachbar 1 hält bei der dichten Bepflanzung einen Abstand zum Zaun. Nachbar 2 lässt seine Pflanzen und Büsche bis an den Zaun wachsen.
Nach rund 25 Jahren beginnt Nachbar 1 dies zu monieren und verlangt einen Abstand. Die Bepflanzung sei dementsprechend zu verändern. Nachbar 2 kommt dem nach und lässt seine Pflanzen entsprechend stutzen. Der so entstandene "Abstandsstreifen" von ca. 30 cm genügt Nachbar 1 aber nicht. Er verweist auf den gesetzlich vorgeschriebenen Abstand von 50 cm (?) und dass nachzubessern sei.
Frage: Wie ist in so einem Fall die Rechtslage? Gibt es bei solchen Dingen eine Art Gewohnheitsreicht, da Nachbar 1 die Bepflanzung über so viele Jahre gedudelt bzw. nicht moniert hat? (Und Nachbar 2 seine plötzliche Forderung ja auch erstmal erfüllte)
Beitrag von fragenfueralle » 29.10.19, 15:12
Beim Nachbaschaftsrecht kommt es auf das Bundesland an, das müsste noch angegeben werden.
Die Abstände der Pflanzungen zur Grenze des Nachbarn werden von Stamm-Mitte gemessen. Evtl. muss dann gar nicht gestutzt werden, nur weil Zweige Richtung Zaun wachsen.
Beitrag von Froggel » 29.10.19, 15:32
Der Abstand wird am Erdboden von der Mitte des Baumes oder des Strauches bis zur Grenze gemessen. Es gilt nicht! die Lücke zwischen Heckenzweigen und Zaun. Wenn man es möchte, kann man die Hecke durchaus bis zum Zaun wachsen lassen, nur nicht darüber hinaus. Da hat der Nachbar auch kein Mitbestimmungsrecht, allerdings macht man ja vieles um des lieben Friedens Willen.
Die Grenzabstände sind landesrechtlich festgelegt. Der Anspruch auf Einhaltung kann allerdings auch verjähren. Wenn ein Nachbar sich 25 Jahre lang nicht daran gestört hat bzw. sich vielleicht dran gestört, aber nicht dazu geäußert hat, ist der Anspruch auf jeden Fall verjährt. Im Allgemeinen tritt die Verjährung nach fünf Jahren ein, aber auch das findet sich im Nachbarrecht der jeweiligen Länder.
Beitrag von tony » 29.10.19, 15:37
Danke @fragenfueralle und @froggel für die hilfreichen Antworten!
Im beschriebenen Fall würde es um Hessen gehen.
Beitrag von tony » 29.10.19, 15:52
"(1) Einzelne Bäume, Sträucher und Rebstöcke, die den Grenzabstand nach den §§ 38 und 40, und Hecken, die den Grenzabstand nach § 39 Abs. 1 Nr. 3 und § 40 nicht einhalten, sind auf Verlangen des Nachbarn zu beseitigen. Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Nachbar nicht bis zum Ablauf des dritten auf das Anpflanzen oder die Errichtung folgenden Kalenderjahres Klage auf Beseitigung erhoben hat. Bei Bäumen, Sträuchern und Rebstöcken, die zunächst als Heckenbestandteil gezogen wurden, beginnt die Frist zu dem Zeitpunkt, zu dem die Anpflanzung das Erscheinungsbild einer Hecke verliert. Bei wild gewachsenen Pflanzen beginnt die Frist zu dem Zeitpunkt, zu dem das Vorhandensein der Pflanzen für den Nachbarn erkennbar wird.
(2) Hecken, die den Grenzabstand nach § 39 Abs. 1 Nr. 1 und 2 und § 40 nicht einhalten, sind auf Verlangen des Nachbarn auf die zur Einhaltung des Grenzabstandes erforderliche Höhe zurückzuschneiden. Die Verpflichtung zum Rückschnitt muss nur in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 15. März erfüllt werden. Für den Anspruch auf Rückschnitt gilt Abs. 1 Satz 2 entsprechend mit der Maßgabe, dass die Frist zu dem Zeitpunkt beginnt, zu dem die Hecke den erforderlichen Abstand unterschreitet."
Beitrag von ktown » 30.10.19, 07:55
29.10.19, 13:57
Nachbar 1 hält bei der dichten Bepflanzung einen Abstand zum Zaun. Nachbar 2 lässt seine Pflanzen und Büsche bis an den Zaun wachsen.
Was nicht ausschließt, dass Nachbar 2 auch die Abstände einhält.
Im Übrigen kann man dem uneinsichtigen Nachbar 1 dann auch noch den §43 NachbG unter die Nase halten.
Der Anspruch ist ausgeschlossen, wenn der Nachbar nicht bis zum Ablauf des dritten auf das Anpflanzen oder die Errichtung folgenden Kalenderjahres Klage auf Beseitigung erhoben hat. 3Bei Bäumen, Sträuchern und Rebstöcken, die zunächst als Heckenbestandteil gezogen wurden, beginnt die Frist zu dem Zeitpunkt, zu dem die Anpflanzung das Erscheinungsbild einer Hecke verliert. 4Bei wild gewachsenen Pflanzen beginnt die Frist zu dem Zeitpunkt, zu dem das Vorhandensein der Pflanzen für den Nachbarn erkennbar wird.
Beitrag von ralph12345 » 01.11.19, 09:57
1.mit Hecken über 2 m Höhe 0,75 m,
2.mit Hecken bis zu 2 m Höhe 0,50 m,
3.mit Hecken bis zu 1,2 m Höhe 0,25 m.
Ich glaube, im Interesse des lieben Friedens willen ist es selten ratsam, mit Verjährung zu kommen, frei nach dem Motto - zu spät, Pech gehabt. Außer man redet davon einen alten, großen Baum fällen zu müssen. Aber eine Hecke schneidet man doch eh.
Beitrag von ktown » 01.11.19, 10:56
Hier ist aber nicht von einer Hecke die Rede und wenn man 25 Jahre nicht miteinander darüber reden kann, dann braucht man es jetzt auch nicht.
Beitrag von Froggel » 01.11.19, 15:02
Aber eine Hecke schneidet man doch eh.
Wie Büsche im Allgemeinen. Trotzdem ist nicht einzusehen, warum der Buschbesitzer diese (fast) bis an den Stamm heran schneiden soll. Das wäre mit oder ohne Verjährung Quatsch und ist vom Gesetz her auch so nicht gewollt. Dass er bereits die Büsche bereits so gekürzt hat, dass zwischen Zaun und Buschwerk ein Abstand von 30 cm besteht, kann man bereits als guten Willen betrachten. Verpflichtet ist er aber dazu nicht.
Beitrag von ralph12345 » 04.11.19, 08:32
Einzelne Sträucher müssen einen Grenzabstand Stamm-Grenze von 50cm haben, starkwüchsige Arten 1m. Da sind dann in Hessen offenbar sowohl die Höhe als auch der Wuchs Richtung Nachbarn egal. (§38 NRG)
https://justizministerium.hessen.de/sit ... ternet.pdf
Der Verweis auf die Hecke deshalb, weil Büsche gerne mal zusammen wachsen und dann eigentlich optisch als Hecke daher kommen. Ob das hier der Fall ist, weiß ich nicht. Bei Hecken passt man die Höhe dem Abstand Stamm-Zaun an, dieser 30cm Schutzstreifen ist im Gesetz nicht vorgesehen.
Bevor man da also auf Verjährung pocht, sollte man gucken, ob das überhaupt nötig ist, ob der Nachbar Forderungen stellt, die nicht vom Gesetz gedeckt sind oder ob man die Pflanzung vielleicht in der Höhe anpasst.
Beitrag von Dummerchen » 05.11.19, 06:50
Einzelne Sträucher müssen einen Grenzabstand Stamm-Grenze von 50cm haben, starkwüchsige Arten 1m.
Wie kommst du auf diese Abstände? In der von dir verlinkten Broschüre stehen anderen, nämlich die, die du vor einigen Tagen bereits zitiert hattest.
Beitrag von ktown » 05.11.19, 07:14
05.11.19, 06:50
Guckst du §38 Abs. 1 Pkt 3. NachbG.
Aber weder Hecke noch Sträucher erfüllen hier noch die 3 Jahresfrist. Bei 25 Jahren kann er rumhüpfen wie ein Rumpelstilzchen. Da kommt er 22 Jahre oder mind. 3 Jahre zuspät.
Beitrag von Dummerchen » 06.11.19, 17:35
05.11.19, 07:14
Ich war irgendwie bei Hecke, aber der TE sprach von Sträuchern. My Bad.
Beitrag von ralph12345 » 07.11.19, 09:20

References: § 39
 § 40
 § 39
 § 40
 §43
 §38