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Timestamp: 2019-12-14 16:00:38+00:00

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Eltern für Kinder in Neuss – Informationen
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Mit den folgenden Verlinkungen möchten wir etwas zur Lektüre anregen. Die Schwerpunkte liegen unter anderem auf den Themen Sorgerecht, Inobhutnahmen, Umgang und die Arbeitsweise mancher Gerichte und Gutachter.
Inobhutnahme von Tobias Kucharz am 21.04.2016 – Tobias Kucharz aus Kaiserslautern, 11 Jahre alt, wurde mit Gewalt in seinem Zuhause "in Obhut" genommen, weil er sich geweigert hatte, zur Schule zu gehen. Seine Mutter, Brigitte Kucharz-Pulver, ist fassungslost. Tobias ältere Schwester wurde an der Stirn verletzt. Die Schwester von Frau Kucharz-Pulver wurde unter Druck gesetzt, man würde sie in Haft nehmen. Beteiligt waren laut Berichten von Freunden: Die Mitarbeiterinnen Frau Diehl und Frau Gina Samiez des Jugendamts Kaiserslautern und zwei Polizisten. Mehr hier.
Rechtsanwalt Michael Langhans organisiert eine Petition an das Land Rheinland-Pfalz. In zwei Heimen in katholischer Trägerschaft soll es zu Misshandlungen und/oder Missbrauch gekommen sein. Zuständig sind die Staatsanwaltschaften Frankenthal und Landau, die ihre Ermittlungen wohl schon eingestellt haben. Stand April 2016.
Der Verein "Eltern für Kinder in Deutschland (EfKiD)" wurde am 26.03.2016 in Bochum gegründet.
Die Antwort auf die Anfrage der Piratenfraktion im Rat der Stadt Köln vom 29.10.2015 liegt vor.
Unter anderem lautete die Anfrage: "Wie viele von diesen Kindern und Jugendlichen werden außerhalb von NRW und wie viele außerhalb von Deutschland untergebracht?" und die Antwort der Bürgermeisterin Henriette Reker lautete: "Spezielle Fallkonstellationen (z.B. besonderer Bedarf an psychiatrischer Unterstützung) bedingen in Einzelfällen die Unterbringung außerhalb NRWs, weil dort ein entsprechendes Angebot zur Verfügung steht." Hier fehlen Zahlen.
Es werden zumindest wenige Zahlen mit Stand Monatsende September 2015 genannt: Nach § 34 SGB VIII (vollstationäre Unterbringung in einer Einrichtung) sind insgesamt 1.141 Minderjährige und 203 Volljährige außerhalb ihrer Familie untergebracht, nach § 33 (Vollzeitpflege) 722 Minderjährige und 39 Volljährige. Es scheinen nicht die Kosten für alle Arten der Fremdunterbringung erfasst.
Die Kosten im Jahre 2014 für Maßnahmen nach § 42 SGB VIII (Inobhutnahme) betrugen 10,131 Millionen Euro, nach § 34 SGB VIII (Heimerziehung) 69,206 Millionen Euro (für Minderjährige) und 5,762 Millionen Euro (für Volljährige). Demzufolge scheinen nicht die Kosten für alle Arten der Fremdunterbringung erfasst. In der Presse kursierte auch die Angabe von 160 Millionen Euro für die Fremdunterbringung allein in Köln.
Hilferuf von Loulou-Sophie Jaber, 26.08.2015 – Eine leider typische Situation. Hier: Die Polizei (vier Fahrzeuge) und das Jugendamt Bremen versuchten die Inobhutnahme des Kindes in der Kindertagesstätte. Die Mutter war gerade dabei, ihren Sohn umzuziehen. Die Polizisten zogen die Waffen, um den Vater am Betreten der Kindertagesstätte zu hindern.
Kinder berichten aus dem Kinderheim Alpenblick in Görwihl, Landkreis Waldshut, auf Youtube veröffentlicht am 15.08.2015 – Diese Aufnahmen sind nicht nur authentisch, sondern auch repräsentativ für viele andere Kinderheime. Angeblich versuchten die Behörden, die Aufnahmen löschen zu lassen.
Beate Kelly, Malta, versucht eine Strafanzeige beim ICC: "Am 1. August 2015 habe ich aufgrund des Verdachts auf schwerwiegende und systemische Verbrechen an Kindern und Familien deutscher und internationaler Herkunft, Teil 1 in einer bis dato 34seitigen Klageschrift Anklage gegen die ersten Mitarbeiter deutscher Jugendämter, Familiengerichte und Beteiligte der Kinderhandelsindustrie vor dem International Criminal Court (ICC) in Den Haag erhoben. Aufgrund der Vielzahl der Fälle habe ich in meinem Antrag um Klageerweiterung gebeten." Mehr unter Archeviva.
Die Bürgerpartei GL stellte eine Ratsanfrage zur Situation der Fremdunterbringung von Kinder und Jugendlichen in Bergisch Gladbach. Das erschreckende Ergebnis war: Die Zahl der Inobhutnahmen hat sich von 2011 bis 2014 fast verdoppelt. Diese Stadt mit knapp über 100.000 Einwohnern gab im Jahre 2014 9,5 Millionen € für die Fremdunterbringung aus. Die Stadtverwaltung wusste unter anderem nicht zu sagen, wie viele Kinder und Jugendliche außerhalb des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen untergebracht sind. Weitere Nachfragen wurden angekündigt (Pressemitteilung vom 18.06.2015).
Erneute Anhörung im Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments zur Petition von Prof. Dr. Aris Christidis über Fehlverhalten von Jugendämtern in Deutschland, 05.05.2015. Rede von Christidis, unter anderem Antworten von MdEP Prof. Notis Marias, Griechenland und MdEP Edouard Martin, Frankreich. Hier soweit die gesamte Sitzung.
Christidis hat einen langen Kampf um und für seine Kinder hinter sich (Stellungnahme von Christidis, 19.01.2015). Christidis wandte sich mit einer Petition an den Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments (Juni 2008, Nr. 0938-081, beantwortet durch das Dokument 768165 vom 28.01.2010, Chairman: Marcin Libicki) und mit einer weiteren Petition an den Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments (29. September 2011, 079/2011), sowie an die Petitionsausschüsse des Deutschen Bundestags, des Hessischen Landtags und der Bremischen Bürgerschaft, um sich über die massive Benachteiligung seiner Kinder und seiner Person zu beschweren.
Mit Schreiben vom 27.03.2014 richtete er sich erneut an den Petitionsausschuss.
Mit Presseerklärung vom 01.04.2014 protestierte Christidis unter anderem gegen die Absetzung des Tagesordnungspunktes bei der Sitzung des Petitionsausschusses. MdEP Philippe Boulland, Frankreich, machte es möglich, dass Christidis am 01.04.2014 sprechen konnte (Rede von Christidis, Erwiderung von Christidis). Christidis befindet sich nach wie vor im Rechtsstreit gegen das Land Hessen (Stellungnahme vom 21.04.2015). Hierzu noch weiterführende Informationen.
Dokumentation zur Wegnahme von vier Kindern der Familie Stelling in Stade am 25.06.2014 – Beitrag von Tomek Gucze.
GAG-Tagung in Gießen, 06.09.2014: Die Richter und ihre Denker – Strukturen in der Justiz und im Gutachterwesen II: Teil 1: Prof. Aris Christidis, Teil 2: Franzjörg Krieg, Teil 3: Andrea Jacob, Teil 4: Prof. Dr. Dr. Klemens Dieckhöfer, Teil 5: Gustl Mollath, Teil 6: Prof. Dr. Georg Hörmann, Teil 7: Klaus-Uwe Kirchhoff, Teil 8: RA Thomas Saschenbrecker, Teil 9: Dr. habil. Werner Leitner.
Demonstration in Velbert, 31.05.2015 – der Verein mobilisierte 1.500 Demonstrationsteilnehmer nach Angaben der Polizei, nach eigenen Angaben 5.000.
Pressekonferenz zum Thema Fremdunterbringung und Gewalt durch Jugendämter im Vienna Marriott Hotel, Wien: Teil 1, Teil 2.
Kindesentzug durch das Jugendamt Eisenberg, 2013 – Einer von über 50.000 Zugriffen alljährlich. Das Kind wurde hier vom Vater weggerissen und zur Mutter gebracht. Durchgeführt auf Entscheidung des Jugendamtes des Saale-Holzland-Kreises zusammen mit der Polizei.
Bundestagspetition vom 22.01.2012 zu Qualitätsstandards von Gutachtern sowie Ablehnung mit Begründung, Zitat: "Die Erstellung eines Gutachtens mit familienpsychologischer Fragestellung erfordert eine entsprechende Sachkunde und Erfahrung des Gutachters. Der Ausschuss ist jedoch der Auffassung, dass die ärztliche bzw. psychotherapeutische Approbation kein hinreichendes Kriterium für diese Qualifikation ist. Vielmehr kann die notwendige Sachkunde und Erfahrung durchaus auch bei anderen Berufsgruppen mit hoher Qualifikation und Fachkunde vorhanden sein, z. B. bei entsprechend ausgebildeten und berufserfahrenen Psychologen oder Pädagogen, die nicht über eine Approbation für einen Heilberuf verfügen."
Bamberger Erklärung, verfasst auf dem internationalen Symposium "Deutsche Jugendämter und Europäische Menschenrechtskonvention" vom 20. und 21. Oktober 2007 in Bamberg, unter Leitung von Annelise Oeschger, Präsidentin der Konferenz der Internationalen Nichtregierungsorganisationen des Europarates, übergeben an bergab Anneliese Oeschger, Präsidentin der Konferenz der INGOs des Europarates die Bamberger Erklärung der Konferenz an Thomas Hammerberg, den Kommissar für Menschenrechte des Europarates, und an Marcin Libicki, als Vorsitzendem des Petitionsausschusses des Europäischen Parlaments.
Jugendliche unternehmen in der Nacht 7. auf den 8. Mai 1969 im Landesfürsorgeheim Glückstadt eine Rebellion – der Aufstand gegen die brutale "Fürsorge" wurde niedergeschlagen, nach Bericht von Neues Deutschland sogar unter Zuhilfenahme von Marinesoldaten der Bundeswehr. Erst 40 Jahre später erfolgt eine halbherzige Aufarbeitung in der Politik.
Kinder brauchen Kontakt. In: 3sat, 14.07.2016 – Kontaktabbruch zu Eltern mache Scheidungskinder krank, sagt Ursula Gresser. Die Medizinerin hat die sechs neuesten internationalen Studien zu dem Thema ausgewertet.
Polizei sucht nach 17-Jähriger und ihrem Baby. In: MoPo, 14.06.2016 – Die Polizei von Werdau-Leubnitz sucht nach Alice Engel, 17 Jahre alt, und ihrem Baby. Unberichtet bleibt, ob hier das Jugendamt Leubnitz eine Kindeswegnahme vornehmen wollte.
Mädchen aus Emden werden erneut vermisst. In: 13.06.2016 – Anastasia, Annika und Isabell Lutter aus Emden sind seit dem 10.05.2016 verschwunden. Sie sollten am folgenden Tag vom Jugendamt in einer Einrichtung untergebracht werden. Am 10.05.2016 wurden sie aufgegriffen. Der Mutter wurde das Sorgerecht entzogen. Am 12.05.2016 tauchten sie erneut unter.
Wie unbequeme Kläger mit fragwürdigen Gutachten mundtot gemacht werden als wahnsinnig abgestempelt. In: Report Mainz, Das Erste, 07.06.2016 – Lisa Hase möchte ihren Zahnarzt wegen eines Behandlungsfehlers in Haftung nehmen. Das Landgericht Göttingen lässt daraufhin von einem psychiatrischen Gutachter ihre Prozessfähigkeit überprüfen. Report Mainz befragt hierzu auch Frau Prof. Ursula Gresser nach ihrer Meinung.
Kassel: Polizei sucht Ulrike M. und ihre beiden 7 und 10 Jahre alten Kinder. In: Focus, 31.05.2016 – Um der Inobhutnahme durch das Jugendamt zu entgehen, lebte de Mutter Ulrike M. (48 Jahre) mit ihren 7 und 10 Jahre alten Töchtern ab September 2015 ohne festen Wohnsitz. Am 31.05.2016 gelang den Behörden in Kassel der Zugriff.
Straelen: Amt nimmt Mutter Söhne weg. In: Rheinische Post online, 21.05.2016 Die Mutter Katja Warnke aus Straelen, Kreis Kleve, erlebt am 26.05.2016, wie ohne Vorankündigung Schlüsseldienst, Angehörige der Polizei, Vertreter des Ordnungsamtes, des Jugendamtes und ein Gerichtsvollzieher die Wohnung stürmen. Sie wird auf den Boden gedrückt, mit Handschellen gefesselt, ihre zwei Kinder im Alter von vier Jahren und von sieben Monaten werden in die Fremdunterbringung verschleppt, ihre Aufenthaltsorte sind unbekannt.
Landeskartellamt prüft Arbeit des Duisburger Jugendamtes. In: WAZ, 25.05.2016 – Ein Träger der Jugendhilfe legt Beschwerde bei der Behörde ein. Unter anderem soll das Duisburger Jugendamt gegen Elternrechte und Wettbewerbsgesetze verstoßen (zum Beispiel Wahlfreiheit).
Neue Vorwürfe gegen Jugendhilfe-Einrichtungen. In: NDR, 03.05.2016 – Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft und die Piratenfraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag weisen auf Missstände hin. Zitat: "Heilpädagogische Kinder- und Jugendhilfe Dithmarschen" in Dörpling und das "Therapiezentrum Rimmelsberg" - speziell gegen die Wohngruppe "Hof Seeland" in Lindewitt (Kreis Schleswig-Flensburg). Brisant: Offenbar arbeiten zwölf ehemalige "Friesenhof"-Mitarbeiter jetzt in der Einrichtung in Dörpling. Die Methoden erinnern ebenfalls an Friesenhof.
Jugendbetreuer gesteht Missbrauch im Kinderheim. In: Hamburger Abendblatt, 12.04.2016 – Im Kinderheim Anderland in Boitze (Niedersachsen) missbrauchte der Heimleiter Wolfgang W. untergebrachte Jungen aus angeblichen Milieu-Familien (insbesondere aus Hamburg) jahrelang sexuell. Die Verbrechen werden vor der Jugendkammer des Landgerichts Lüneburg verhandelt.
Schwere Vorwürfe an Kinderheim in Silz: Jahrelange Misshandlungen und verschleppte Ermittlungen? In: Pfalz-Express, 24.03.2016 – Die gemeinnützige St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe GmbH, Sitz Ludwigshafen, betreibt die Jugendhilfeeinrichtung Maria Regina im südpfälzischen Silz und das St. Annastift in Ludwigshafen-Mundenheim. Ehemalige Heimkinder berichten über Psychoterror, Schläge und sexuellen Missbrauch – sowohl durch andere Kinder und Jugendliche als auch durch Mitarbeiter der Einrichtungen. Bereits 2014 war ein Junge geflohen. Das Unternehmen solle den Pfalz-Express gewarnt haben, hierzu etwas zu bringen. Die Betroffenen werden von Rechtsanwalt Michael Langhans vertreten. Mehr auf der Sonderseite hier.
Peter Brill soll Amt als Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss ruhen lassen. In: Schwerin Lokal, 14.04.2016 – Wegen des Missbrauchsskandals im Zusammenhang mit dem Verein "Power for Kids" ist die zuständige Schweriner Jugendamtsleiterin Caren Gospodarek-Schwenk zu befragen. Siehe hier. Laut Ratsmitglied Edda Raketta hätte der Vorsitzender des Jugendhilfeausschuss, Peter Brill, seine sechs weiteren Kollegen im Jugendhilfeausschuss hätte informieren müssen, nachdem ihm im Januar 2015 das erste Mal Missbrauchsvorwürfe bei Power for Kids bekannt geworden waren. Siehe hier.
Jugendamt prüft Kinderporno-Vorwurf gegen Kita-Chef. In: Westfälischer Anzeiger, 31.03.2016 – Der Leiter einer großen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Bielefeld sammelte Kinderpornografie und wurde zu 2.500 Euro Strafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld sah kein weiteres Problem. In seiner Führungsposition habe er ja keinen Kontakt zu den Kindern. Fünf Jahre später prüft nun das Landesjugendamt den Vorgang. Im Westfalen-Blatt ein ähnlicher Bericht hier.
Warum darf ein Kind nicht nach Hause zu seiner Familie? In: Mitteldeutscher Rundfunk, 01.03.2016 – Wie ein Jugendamt sich verbarrikadiert, wenn die Presse Fragen stellt.
Alltag mit Papa. In: Spiegel, 16.01.2016 – Jedes zweite Wochenende und einmal während der Woche. So selten sehen viele Trennungsväter ihre Kinder. Laut einer Schätzung des Deutschen Familiengerichtstages (DFGT) entscheiden die Gerichte in fast 95 Prozent der strittigen Fälle, dass der Nachwuchs seinen Lebensmittelpunkt bei der Mutter hat und der Vater nur ein "Umgangsrecht" bekommt. Der Europarat fordert in seiner Resolution 2079 (2015) vom 02.10.2015 ein gleichberechtigtes Modell.
Profit statt Kindeswohl. In: junge welt, 30.12.2015 – Studie: Zahl der Inobhutnahmen gegenüber 2005 nahezu verdoppelt. Fremdunterbringung und "Erziehungshilfen" sind ein Milliardengeschäft für freie Träger
Das Milliardengeschäft mit den Heimkindern. In: WELT, 28.12.2015 – So treten in Niedersachsen nur fünf sogenannte Verfahren zur Gefährdungseinschätzung pro tausend unter 18-Jährigen auf, während es in Mecklenburg-Vorpommern knapp 17 Fälle und im Stadtstaat Bremen sogar 23 Fälle sind. Auch die Kosten pro Fall variieren regional sehr stark.
Nach intensivpädagogischer Auslandsbetreuung "Paul" ist nun bei seinem neuen Vormund zuhause. In: Dorstener Zeitung, 29. Dezember 2015 – „Paul“, der aus Ungarn auf Grund der kritischen Fernsehberichterstattung zurückgeholt worden war, wurde auf Initiative der Pflegeeltern von Dr. Claudia Neumann, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in der Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie des St.-Alexius-Krankenhauses in Neuss, in sieben ein- bis zweistündigen Untersuchungseinheiten begutachtet. Ihr Ergebnis: Der Junge weist keinerlei Störungen auf, er ist überdurchschnittlich begabt und bedarf keiner Psychotherapie. Mutmaßlich, so der Pflegevater, hat einer nach dem anderen Behauptungen über das Kind weitestgehend übernommen, genauere Überprüfungen fanden wohl nicht statt.
Frau Mputu ist nicht mehr da. In: Kölner Stadtanzeiger, 18.12.2015 – René Mputu und seine Frau Wanda waren traumatisiert, seit man in ihren Sohn weggenommen hatten. Sie lebten seit zweineinhalb Jahren nichtsesshaft an Bussteig 5 am Breslauer Platz. Wanda Mputu brach dort zusammen und konnte nicht mehr gerettet werden.
Gesetzesentwurf der Bundesregierung vom 09.12.2015 – Der Entwurf sieht Mindeststandards bei der Qualifikation des Gutachters vor. Er sieht Geldstrafen vor, wenn der Gutachter bummelt.
Briefkastenphobie. Eva hat panische Angst vor ihrem Briefkasten. Wie geht sie damit um? In: bento, 16.12.2015 – Über den Fall einer Bürokauffrau, die ihre Kinder versorgen und einen Haushalt führen, aber nicht mehr den Briefkasten öffnen kann.
Katrin Langhans, Rainer Stadler: In fremden Händen. In: Süddeutsche Zeitung, Magazin, 11.12.2015 – Zitat: "Jugendämter greifen zunehmend in Familien ein und bringen Kinder in Heimen oder Pflegefamilien unter. Manche Entscheidungen der Ämter sind verheerend - und wer einmal in die Mühlen geraten ist, kommt so leicht nicht mehr heraus. Sechs Leidensgeschichten."
In den Fängen der Justiz. In: Vox, 14.11.2015 – vier Stunden Sendung auf Vox, unter anderem über den Prozess gegen einen Gutachter wegen des Vorwurfs des erwerbsmässigen Betrugs.
Viel Geld für viel Leid: Wie Gerichtsgutachter Familien zerstören. In: Plusminus, DasErste, 04.11.2015 – ein weiterer Beitrag über den Kinderhandel unter Beteiligung von Jugendhilfeträgern, Jugendämtern, Gerichten und insbesondere Gutachtern.
Auf Herdplatte gesetzt! Ehepaar bestreitet Misshandlung von Pflegekind. In: Abendzeitung München, 24.10.2015 – Landgericht Deggendorf. Der Körper des Jungen war so stark verbrannt, dass die Verbände anfangs nur unter Vollnarkose gewechselt werden können. Die Pflegemutter ist Kinderkrankenschwester von Beruf.
Alltag einer Familienrichterin: "Das macht mich traurig, fassungslos, hilflos, wütend". In: Spiegel, 15.10.2015 – über die Arbeitsüberlastung an den Familiengerichten.
Ermordete Jessica B. Eltern kämpfen um das Sorgerecht von Enkel Leon. In: BILD, 13.10.2015 - Die junge Mutter Jessica Bastian aus Frankfurt am Main wurde von ihrem Partner ermordet. Die Großeltern Caroline und Ralf Bastian kämpfen darum, ihren Enkel Leon großziehen zu können. Stattdessen hat das Jugendamt Leon in einem Heim (später: in einer Pflegefamilie untergebracht). Die Großeltern dürfen ihn nur Aufsicht sehen.
Pressemitteilung der IB Hochschule, 12.10.2015 – Zitat: "75 Prozent aller Gutachten in familienrechtlichen Streitigkeiten in Deutschland sind mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie der IB Hochschule, die dem ZDF-Magazin ‘Frontal 21’ exklusiv vorliegt (…). 'Diese Gutachten haben gravierende Mängel bei den Testverfahren und den Methoden der Gesprächsführung. Außerdem entsprechen sie nicht dem aktuellen Forschungsstand', erklärt Werner Leitner, Professor für Angewandte Psychologie, der für die Studie 272 Familienrechtsgutachten aus den Jahren 2013 und 2014 aus allen Bundesländern untersucht hat. Als Entscheidungsgrundlage für die Gerichte seien diese mangelhaften Gutachten überhaupt nicht geeignet. Trotzdem würden auf ihrer Grundlage vielen Eltern das Sorgerecht entzogen, ganze Familien zerrissen. 'Mit diesen mangelhaften Gutachten verdienen die Gutachter zwar viel Geld. Auf der Strecke bleibt aber das Wohl der Familien und der Kinder’, so Werner Leitner weiter."
Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht, 05.10.2015 – leider nur Empfehlungen.
Resolution 2079 (2015) des Europarats vom 02.10.2015 – Am 02.10.2015 fand eine Sitzung der parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg statt. In der Resolution werden alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, "in ihre Gesetze den Grundsatz der Doppelresidenz (Wechselmodell) nach einer Trennung einzuführen, und Ausnahmen ausschließlich auf Fälle von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung, oder häuslicher Gewalt einzuschränken", mit jener Zeitaufteilung, in der das Kind mit jedem Elternteil lebt, die entsprechend den Bedürfnissen und Interessen des Kindes angepasst ist. Die Resolution wurde mit 46 Stimmen dafür, 0 Gegenstimmen und 2 Abwesenden einstimmig verabschiedet und soll von den Mitgliedsstaaten ratifiziert werden. nichtamtliche Übersetzung, namentliche Abstimmung.
Mutter ist mit Tochter weiterhin auf der Flucht. In: Bild, 07.09.2015 – Die Mutter Anne Diers floh am 06.09.2015 mit ihrer zehn Jahre alten Tochter und einer Freundin ihrer Tochter, die beide in einer Wohngruppe im Kinderdorf in Kürten, Bergisch Gladbach, untergebracht gebracht waren, bei einem Umgangstermin. Die Freundin der Tochter war schon nach einigen Stunden gefunden. Interpol wurde unverzüglich eingeschaltet und die nationale Presse informiert, samt Beschreibung des Aussehens und der Bekleidung. Die Mutter wurde mit ihrer Tochter in ihrem Heimatland Estland aufgegriffen (Stand 15.09.2015). Das Jugendamt Köln verlangt die Auslieferung der Tochter, gegen die Mutter soll wegen Kindesentziehung ermittelt werden. Mehr hier.
Jugendämter führten 2014 rund 124 000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder durch. – Zitat: "Von allen Verfahren bewerteten die Jugendämter 18 600 eindeutig als Kindeswohlgefährdungen („akute Kindeswohlgefährdung“). Dies ist gegenüber 2013 ein Anstieg um 8,2 %. Bei 22 400 Verfahren (+ 4,7 %) konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden („latente Kindeswohlgefährdung“). Der stärkste Anstieg (+ 9,8 %) betrifft 41 500 Fälle, in denen die Fachkräfte des Jugendamtes zu dem Ergebnis kamen, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber ein weiterer Hilfe- oder Unterstützungsbedarf vorlag. In fast ebenso vielen Fällen (41 600) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf festgestellt, allerdings mit einem geringeren Anstieg gegenüber 2013 von 6,1 %."
Schwere Vorwürfe gegen Betreuer in Kinderheim in Netphen-Salchendorf. In: WAZ, 10.09.2015 – 22 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren in Netphen-Salchendorf wurden am 07.09.2015 aus einem Heim für "schwer erziehbare Jugendliche" in privater Trägerschaft der „Kinderhilfe Siegen“ geholt. Es gab zwei Wohngruppen: in Netphen-Salchendorf und in Wilnsdorf-Anzhausen. Das Jugendamt des Kreises Siegen-Wittgenstein schaltete die Staatsanwaltschaft ein. Diese erklärte: "Es handelt sich um systematische Vorfälle, die völlig inakzeptabel sind und die das Wohl der Kinder massiv gefährdet haben."
75 Prozent aller Familiengutachten mangelhaft. In: Frontal 21, ZDF, 08.09.2015 – 75 Prozent aller Gutachten in familienrechtlichen Streitigkeiten in Deutschland sind mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie der IB-Hochschule Berlin, die dem ZDF-Magazin Frontal21 exklusiv vorliegt. Trotzdem wird auf der Grundlage solcher Studien vielen Eltern das Sorgerecht entzogen, werden ganze Familien auseinandergerissen.
Helena Fürst über Mißstände im Kinderheim. In: RTL, 26.07.2015 – Helena Fürst berichtete über Mißstände in einem Kinderheim, auch unter Zeugenaussagen ehemaliger Mitarbeiter. Betroffen: Kinder aus Berlin. Hierüber ist zu erfahren: "Aus der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft heißt es auf Anfrage, Berlin sei gar nicht zuständig gewesen – sondern Brandenburg, weil die betreffende Einrichtung dort angesiedelt sei. Die Beschwerde sei weitergeleitet worden, es habe deswegen zwei unangemeldete Kontrollbesuche in der Einrichtung gegeben, Missstände seien keine festgestellt worden. Die Mitarbeiter des Jugendamts hätten erklärt, sich nicht per se gegen die Rückholung der Kinder gestellt, sondern empfohlen zu haben, diese über einen gewissen Zeitraum zu strecken, um die erreichten pädagogischen Fortschritte nicht zu gefährden. Darauf hätten sich die Eltern nicht eingelassen und weitere Gespräche verweigert." Zum Beitrag selbst: "Eltern finden kaum rechtsanwaltliche Vertretung, wenn es gegen das Jugendamt geht. In hiesigen Fall haben die Kindseltern insgesamt 12 Anwälte konsultiert, die nicht gegen das Jugendamt ein Mandat annehmen wollten." Die Sendereihe von Helena Fürst wurde von RTL im August 2015 gestoppt.
Das Geschäft mit den Erziehungshilfen für Jugendliche. In: Deutschlandfunk, 23.07.2015 – "Also man muss sich ja sehr genau überlegen, welche Kriterien sind es denn, dass man sagt: Für dieses Kind ist es sehr geeignet, außerhalb seines eigenen Lebensumfeldes für eine Weile untergebracht zu werden." sagt Bernd Hemker, Geschäftsführer der Ombudschaft Jugendhilfe in Nordrhein-Westfalen. Ute Schäfer (SPD), Bildungsministerin von Nordrhein-Westfalen, räumt selbst ein: "Das Sozialgesetzbuch 8, ein Bundesgesetz, sieht keine gezielten Kontrollen für Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Ausland vor. Das ist ein Manko. Das muss dringend geheilt werden. Wir brauchen eine bessere Kontrolle im Inland und im Ausland. Wir brauchen auch die Möglichkeit, dass wir unangemeldet Besuche machen können und nicht nur anlassbezogen. 'Wir' damit meine ich jetzt allerdings die Landesjugendämter, die das wahrnehmen, brauchen Standards, sowohl im Inland als auch im Ausland."
Happy End um Zoe und Nika. In: Hanauer Anzeiger, 01.08.2015 – Den Eltern Mirja und Joachim B. aus Großauheim wollte das Jugendamt Hanau die die Kinder Zoe und Nika wegnehmen. Hintergrund war eine Fehldiagnose des Universitätsklinikums Heidelberg, die den Eltern ein Münchhausen-by-Proxy-Syndrom unterstellt hatte. Die Kinder leben bei der Familie. Es steht eine Schadensersatzklage an. Sie werden von Rechtsanwältin Anja Hrabowski aus Mutterstadt vertreten.
Vater als Pädophiler beschimpft und verprügelt. In: SZ, 11.07.2015 – Progrom gegen einen Vater. Ein 50 Jahre alter Vater aus Ingolstadt, der mit seiner 10 Jahre alten Tochter in Freising spazieren geht, wird von fünf Personen verfolgt, beschimpft und geschlagen. Beide hatten die Mutter begleitet, die in Freising einen IHK-Fortbildungskurs besuchte.
Die Jugendhilfe als Geschäftsmodell. In: WAZ, 10.07.2015 – Am Beispiel der Amtspersonen und Geschäftemacher Alfons Wissmann, Thomas Frings, Hans-Jürgen Meißner und anderen.
Fahrlässiges Gutachten an Uniklinik Mainz. Schmerzensgeld wegen Kindesentzug. In: SWR, 30.06.2015 – Das Elternpaar Stefanie und Kevin Diemer aus Mutterstadt fordert wegen der Wegnahme von zwei Kindern mindestens 80.000 Euro Schadensersatz von der Gutachterin und vorgeblichen Spezialistin für Kinder mit Gewalterfahrungen Dr. med. Bianca Navarro-Crummenauer, Rechtsmedizinisches Institut an der Universität Mainz. Sie hatte bestätigt, dass eine Misshandlung "äußerst wahrscheinlich" sei, ohne die Kinder je gesehen zu haben. Die Forensische Ambulanz für Opfer häuslicher Gewalt wurde "gerade wegen der Problematik zahlreicher nicht-diagnostizierter Misshandlungs- und Missbrauchsfälle" eingerichtet. Da steht man wohl schnell unter Erfolgsdruck. Beide Kinder müssen nun aufgrund ihres Traumas tatsächlich in die Behandlung. Das OLG Koblenz sprach die Gutachterin von der Haftung frei und sieht eher den Kreis in der Schuld hier. Anwälte: Anja Hrabowsky, Ariane Paulus.
Premiere des Kinofilms "Freistatt" in Diepholz, 25.06.2015 – Veranstaltung zusammen mit Marc Brummund, Regisseur, und Rüdiger Scholz, Leiter der "Jugendhilfe Bethel im Norden". Der Film steht stellvertretend für 3000 Heime dieser Art.
Die Allmacht der Jugendämter: Warum beim Umgangsrecht oft Willkür herrscht. In: Report, ARD, 23.06.2015 – Der ehemalige Familienrichter und jetzige Anwalt Jürgen Rudolph erklärt in Report Mainz: "Jugendämter torpedieren häufig gerichtliche Umgangsregelungen, setzen sich nicht dafür ein, dass Kinder zu beiden Elternteilen einen guten Umgang halten können. Sie bevorzugen 'Ruhe' und um diese zu erreichen, müsse ein Elternteil sich komplett zurückziehen."
Sorgerechtsstreit in Bonn: Vater: "Das Jugendamt hat mir nie eine Chance gegeben" In: General-Anzeiger Bonn, 01.06.2015 – Über einen merkwürdigen Jugendamtsfall aus Bonn, in dem das Jugendamt nichts Besseres zu tun hat, als den Vater zu bekämpfen, einschliesslich Hausverbot, da "der Vater seine Aktivitäten mit zahlreichen diskreditierenden und provozierenden schriftlichen Äußerungen fortgesetzt habe".
Pädophile in Berlin: Kindesmissbrauch mit Wissen der Jugendbehörde. In: Berliner Morgenpost, 31.05.2015 – In einem 1988 im Auftrag des Senates erstellten Gutachten zur Eignung Homosexueller als Pflegeeltern berichtet der Sexualwissenschaftler Helmut Kentler davon, wie er die Senatsverwaltung davon überzeugte, Pflegestellen bei pädophilen Männern einzurichten. "Es gelang mir, die zuständige Senatsbeamtin dafür zu gewinnen", heißt es in dem 156 Seiten umfassenden Gutachten des damaligen Hochschullehrers der Universität Hannover. "So kam es, dass bei den drei Hausmeistern regelrechte Pflegestellen eingerichtet wurden, und ich fand rasch drei Jungen, die bereit waren, hier einzuziehen. Sie waren zwischen 15 und 17 Jahre alt."
Wittener Jugendamt zahlte sogar Therapie in Namibia. In: WAZ, 05.05.2015 – Das Jugendamt von Witten, eine Mittelstadt im südlichen Ruhrgebiet, schickte neun Kinder ins Ausland, es handelte sich um Aufenthalte zwischen sechs und zwölf Monaten, „meistens in Spanien, dann Schweden, Estland, Polen, Italien und einmal in Namibia.“
Bochumer Jugendhilfe-Skandal - Vorwürfe gegen Life und Ratsmitglied Lichtenberger bestätigen sich. In: Huffington Post, 05.06.2015 – eine gelungene Zusammenfassung von Volker Steude.
Debatte um Elternrechte. Getrennt heißt nicht alleinerziehend. In: Süddeutsche Zeitung, 20.04.2015 – Kritik am "Alles-oder-Nichts"-Schema, nicht die gemeinsame Sorge. Ein Elternteil erzieht, meist die Mutter. Der andere zahlt, in der Regel der Vater.
Daheim, weg, daheim, wieder weg. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.04.2015 – Über ein Fall, bei dem das Jugendamt Frankfurt einer Mutter drei Kinder weggenommen hat.
Gutachten mangelhaft. In: 3sat, 16.04.2015 – Zitat: Anhand von Fallbeispielen aus Familien- und Strafprozessen beantwortet die 3sat-Wissenschaftsdokumentation zentrale Fragen rund um Gutachter, ihre Arbeitsmethoden und ihre erstaunliche Macht bei Gericht.
Langenfeld Amt schickt schwierige Jugendliche ins Ausland. In: Rheinische Post, 12.06.2015 – Fallbeispiel Langenfeld: Angeblich überforderte Eltern, Unterbringung von Jugendlichen im Ausland.
Die Gutachterrepublik. In: Die Story im Ersten, DasErste, 01.06.2015 – Zitat: "Häufig werden Gutachter eingesetzt, um Interessen zu verfolgen – oft von Institutionen, meist gegen den Einzelnen. Und wer den Gutachter auf seiner Seite hat, hat gute Chancen, seine Interessen durchzusetzen – ob vor Gericht oder in staatlichen Institutionen. Experten sprechen von sogenannten 'Gefälligkeitsgutachten'."
Mit Kindern Kasse machen: Auslandsmaßnahmen außer Kontrolle. In: Die Story, WDR, 01.06.2015 – Hunderte Kinder und Jugendliche werden von deutschen Jugendämtern Jahr für Jahr ins Ausland geschickt, in sogenannte "intensivpädagogische Maßnahmen". Doch viel zu oft stecken dahinter vor allem die Geschäftsinteressen privater Träger.
Mit Kindern Kasse machen? Wie Heimkinder ins Ausland verbracht werden. In: Monitor, DasErste, 30.04.2015 – "Wenn das Jugendamt einschreitet und Kinder aus Familien heraus nimmt, schlägt die Stunde der privaten Träger, die sich um die Unterbringung der Jugendlichen kümmern sollen. Ein riesiger Markt, der offenbar kaum kontrolliert wird und der ganz neue Geschäftsmodelle schafft. Monitor-Recherchen decken ein System auf, in dem Jugendliche in dubiosen Einrichtungen im Ausland eher verwahrt statt pädagogisch betreut werden, während die Verantwortlichen in Deutschland dafür öffentliche Gelder kassieren."
Das Wohl des Kindes – wie Eltern und Jugendämter im Konfliktfall streiten. In: Zur Sache. Rhein-Neckar-Fernsehen, 29.03.2015 – alle Seiten bei der Kindeswegnahme stellen ihre Positionen vor (1. Andrea Kuwalewsky, Mutter, vier Kinder, Polizeibeamtin; 2. Thomas Saschenbrecker, Rechtsanwalt; 3. Stefanie Jansen, Jugendamt Rhein-Neckar-Kreis; 4. Norbert Braun, Psychologe, Leiter psychologische Beratungsstelle Neckargemünd; 5. Andreas Brilla, Richter, Familiengericht Mannheim; 6. Harald Bürg, Moderator RNF).
Großeltern gegen Jugendamt Die Familie muss weg. In: taz, 23.03.2015 – "Nirgends werden so viele Kinder in Heimen und Pflegefamilien untergebracht wie in Bremen." Über den einsamen Kampf der Familie Orlowski.
Heimunterbringung in Köln Geschäfte auf dem Rücken von Kindern? In: Kölner Stadtanzeiger, 27.02.2015 – Man habe es mittlerweile mit einer regelrechten „Industrie“ zu tun, so die Kritik, die auch der nicht unumstrittene Berliner Ex-Bezirksbürgermeister und Buchautor Heinz Buschkowsky äußerte.
Mit Kindern Kasse machen. Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird. In: Story im Ersten, DasErste, 23.02.2015 – Jeden Tag werden im Durchschnitt 100 Kinder und Jugendliche aus ihren Familien genommen und in Einrichtungen untergebracht. Diese "Inobhutnahmen“ sind seit 2005 um 64 Prozent gestiegen.
Stellungnahme des Landesjugendamts Rheinland zu den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts zur Entziehung der elterlichen Sorge, 28.02.2015 – unter anderem soll entsprechend den Vorgaben des § 37 Abs. 1 SGV VIII darauf hingewirkt werden, dass die Rückkehroption erhalten bleibt.
Jugendamt-Odyssee. Der größte Fehler seines Lebens. In: FAZ, 11.02.105 – Eine Geschichte über die Allmacht der Ämter.
Öffentliche Hand gab 2013 rund 35,5 Milliarden Euro für Kinder- und Jugendhilfe aus. Statistisches Bundesamt. Pressemitteilung Nr. 026 vom 23.01.2015 – es ist ein Markt entstanden.
Fehlerhafte familienpsychologische Gutachten. In: Fakt, Das Erste, 20.01.2015 – Interview mit Prof. Dr. Werner Leitner, IB Hochschule Berlin.
Zum Tod von Prof. Wolfgang Klenner. – mehr zur Person hier.
Jugendamt und Sorgerecht: Warum ohne seine Tochter? In: FAZ, 03.12.2014 – Zitat: "Das Bundesverfassungsgericht klopft psychologischen Gutachtern auf die Finger. Damit stärkt es Eltern den Rücken, denen das Jugendamt ohne Not ein Kind wegnehmen will. Ein Fall statuiert ein Exempel."
Norbert Blüm bei Markus Lanz über Gutachten. In: Markus Lanz, ZDF, 23.10.2014 – Zitat: "Bei Gutachten beim Familiengericht gibt es keine Qualifikationsanforderungen. (...) Es gibt eine Untersuchung, ganz junge Untersuchung, der Fernuniversität Hagen. 50 % der Gutachten, in zwei Jahren überprüft, an vier Gerichtsorten, 50 % waren falsch, waren fehlerhaft. (...) Und der Richter versteckt sich gerne hinter den Gutachten. So kann das nicht bleiben, ich meine, so kann das einfach nicht bleiben, denn dann verlieren die Bürger das Vertrauen in den Rechtsstaat. (...) aber ich sage, das System ist verlottert. (...) Eher wird ein Mensch vom Blitz erschlagen, als dass ein Richter zurücktreten muss. Das hat ein Richter gesagt, nicht ich. Und haben Sie schon mal gehört, dass ein Richter wegen einem Fehler, einem eklatanten Fehler... ?" Blüm ist Autor des Buchs "Einspruch! Wider die Willkür an deutschen Gerichten" aus dem Jahre 2014.
Wenn Gerichtsgutachten Familien zerstören. In: WDR, 13.10.2014 – Der Psychologe Prof. Stefan Stürmer von der Fernuni Hagen hat dazu eine Studie herausgegeben. Berichtet wird im ersten Teil des Fünfteilers "Mut gegen die Macht" über Fälle, bei denen Gutachten nachgewiesenermaßen gravierende Mängel aufweisen, die zu hanebüchenen Urteilen führen und ganze Familien zerstören. Nur mit Mut und Durchhaltewillen können Eltern dagegen vorgehen, denn die Gutachter haben vor Gericht viel Macht. Doch ob sie überhaupt für diese wichtige Aufgabe qualifiziert sind, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Auch kontrolliert werden die Gutachter von niemandem. Bonusmaterial: Interview mit dem ehemaligen Richter Elmar Bergmann, Krefeld.
Das Kind ist weg! Mangelhafte Gutachten, fragwürdige Urteile: In: Die Story, MDR Fernsehen, 15.10.2014 – Über das Sorgerecht für ein Kind entscheidet das Familiengericht meist auf der Grundlage familienpsychologischer Gutachten. Dabei folgen die Richter fast immer deren Empfehlungen – und genau hier liegt das Problem: Denn mindestens jedes zweite Gutachten ist fehlerhaft, kritisieren Wissenschaftler seit langem. Info.
Für deutsche Jugendämter existieren keine Migrantenkinder. In: Deutsch-Türkische Zeitung, 09.10.2014 – Kamil Altay, der Vorsitzende des Vereins Umut Yıldızı (Hoffnungsstern) forderte die 16 Landesparlamente und den Bundestag auf, die Praxis der Jugendämter bei der Fremdunterbringung zu reformieren.
Der UNO-Menschenrechtsrat verabschiedete am 25.06.2014 die Resolution zum Schutz der Familie (A/HRC/26/L.20/Rev.1). Die Resolution wurde mit 26 gegen 14 Stimmen angenommen. Abstimmung. Für die Familien-Resolution stimmten: Äthiopien, Algerien, Benin, Botswana, Burkina Faso, China, Elfenbeinküste, Gabon, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kenia, Kongo, Kuwait, Malediven, Marokko, Namibia, Pakistan, Philippinen, Russland, Saudi-Arabien, Sierra Leone, Südafrika, Venezuela, Vereinigte Arabische Emirate, Vietnam. Dagegen stimmten: Chile, Deutschland, Estland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, Montenegro, Österreich, Rumänien, Südkorea, Tschechien, USA. Enthaltungen: Argentinien, Brasilien, Costa Rica, Mazedonien, Mexiko, Peru. Nicht teilgenommen: Kuba. Insbesondere Deutschland kritisierte in der öffentlichen Sitzung des Menschenrechtsrates, die Resolution verfehle die Anerkennung für "singe-parent households, child-headed-families, joint-families, extended families, families without children, intergenerational families, and other forms" und stimmte daher mit "nein". Damit sollte laut einer Stellungnahme des Auswärtigen Amts "sichergestellt werden, dass in der Diskussion um die Menschenrechte in der Familie keine Lebensform, zum Beispiel auch solche von lesbischen, schwulen, bisexuellen, Transgender- oder intersexuellen Personen, benachteiligt wird."
Gert Postel: Ich war ein Hochstapler unter Hochstaplern! Vortrag in Salzburg. 15.04.2014 – mittlerweile gibt es eine eigene Fangruppe für den gelernten Briefträger Gert Postel, der als Oberarzt in der Psychiatrie begann und Chefarzt wurde, hierbei stets gelobt.
Annette Kreikenbohm: Wittener Vater kämpft um Sorgerecht für Sohn. In: WAZ, 28.03.2014 – In einem Zwischenbericht in einer Familiensache am Amtsgericht Dortmund (Jugendamt Witten) beschreibt die Gutachterin, dass sich der 11 Jahre Junge in einem Loyalitätskonflikt gegenüber den Eltern befindet. Um seinen Willen in neutraler Umgebung überprüfen zu können, sollte er in einer so genannten Diagnosegruppe untergebracht werden. Es wurde ein Schulwechsel notwendig, laut Aussage des Vaters kommt sein Sohn in der Wohngruppe mit Alkohol und Drogen in Kontakt. Er sei schon bedroht worden, habe inzwischen selbst gestohlen und einen Zigarettenautomaten manipuliert. Rechtsanwalt Michael Titze, Dortmund.
Großmutter kämpft um ihre Enkelkinder: Protest vor dem Jugendamt. In: Hessische Niedersächsische Allgemeine, 10.04.2014 – Die Psychologin und Gutachterin Andrea Jacob nahm gerade zu einer Petition gegen die Inobhutnahmen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Brüssel Stellung, als das Jugendamt von Hann. Münden ihre Enkelkinder im Alter von zehn, acht und zwei Jahren in Obhut nahm. Zufall?
Alle Kinder entzogen: Hat das Jugendamt überreagiert? In: Spiegel online, 06.01.2014 – Spiegel online berichtet über die Familie Dammermann, der das Jugendamt Kamen alle Kinder wegnahm.
Gutachter: Die heimlichen Richter. In: Panorama, Nr. 773, NDR, 31.10.2013 – Zitat Elmar Bergmann, ehemaliger Familienrichter, über einen begutachteten Fall: "Dieses Gutachten würde ich als Richter nicht bezahlen. Die würde von mir keinen Cent kriegen. Sie hat Tests angewendet, die nicht valide sind. Auf der anderen Seite hat sie für die Erziehungsfähigkeit Tests nicht angewendet, die sehr gut sind, woraus man wirklich Schlüsse ziehen kann. Dann hat sie Leute befragt, die überhaupt mit der Sache nicht viel zu tun haben, und deren Meinung nicht interessiert, auf dieser Meinung hat sie aber ihre Empfehlung aufgebaut, das geht gar nicht." (Skript).
Unfreiwillig in der Psychiatrie – was tun? Horror Zwangseinweisung: "Es gibt viele Mollaths" – Jedes Jahr werden rund 200.000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen. Claudia Mühlhölzl wurde nach Ärger mit dem Vermieter und Ärger mit dem Gericht in die Psychiatrie (Inn-Salzach-Klinik in Wasserburg) verschleppt.
Sorgerechts-Drama: Familie flüchtet vor dem Jugendamt. In: RTL, 06.10.2013 – Die Familie Schandorff aus Worpswede flieht vor dem Jugendamt nach Polen, nachdem die 13-jährige Antonya unter einem Vorwand vom Jugendamt direkt aus der Schule in ein Heim gebracht worden war. Antonya war im Kinderhaus Marbede in Visselhövede untergebracht worden. Das war Antonyas erstes Video. Auf bewusst.tv gibt es ein Interview mit Antonya: Interview am 28.08.2013. Im Februar 2014 fuhren TheStudebaker1955 und Beata P. zum OLG Celle wegen der Verhandlung, Dokumentation. Zum Teil wurde gegen Vlogger von Okitalk vorgegangen. Hierzu positioniert sich Antonya hier: Stellungnahme. Anwalt der Familie ist Markus Matuschczyk.
Umstrittenes Gutachten: Mutter verliert ihre Kinder. In: Nürnberger Land, 27.09.2013 – Die Mutter Christa Berger (31) sei depressiv und emotional instabil, sagt der vom Amtsgericht Hersbruck bestellte Gutachter. Unmittelbar später nimmt ihr ein Sondereinsatzkommando der Polizei die Kinder weg. Das Baby gibt man ihr zurück, das ältere Kind nicht... Andere Ärzte sehen den Zustand der Mutter übrigens anders.
Kindeswohl: wenn Eltern am Amt verzweifeln. In: Panorama 3, Das Erste, 17.09.2013 – Aus Angst etwas zu übersehen nimmt das Jugendamt Kinder mittlerweile sehr schnell aus ihren Familien. Vielleicht zu schnell - Zweifel am Vorgehen sind angebracht.
Sorgerechtsentzug nach umstrittenem Gutachten. In: Exakt, MDR, 11.09.2013 – unter anderem über den Fall von Claudia Renneberg und über die fragwürdige Rolle des Prof. Dr. Dr. Thomas Schott. hier noch ein Artikel im Spiegel, 26.05.2014.
Kinder! Liebe! Hoffnung! Ein dramatisches Jahr mit einer Patchwork-Familie. In: ARD/SWR, 18.06.2013 – Eine 90-minütige Dokumentation über eine Patchworkfamilie. Alles scheint in Ordnung. Aber der Umgang von vier Kindern mit ihrer leiblichen Mutter Gönke G. wird ausgesetzt, weil sich der Vater gestresst fühlt... auch nach seinem Tode sollen die Kontakte kurz gehalten werden.
Türkische Eltern wehren sich. In: taz, 21.05.2013 – Die Jugendämter nehmen zu viele Kinder aus ihren Familien, sagt der Türkische Elternbund Hamburg. Unterstützung kommt vom EU-Petitionsausschuss.
Seltsame Entscheidung des Meißner Jugendamtes. Junge soll ins Heim, obwohl Papa ihn will. In: Bild, 01.05.2013 – Lars Paul, 25 Jahre alt, darf seinen Sohn nicht zu sich nehmen, nachdem die Mutter wegen gesundheitlicher Probleme den Sohn nicht versorgen kann. Lieber führt das Jugendamt Meißen das Kind einem Kinderheim zu.
Ohne Erbarmen: Wie Gewaltopfer von Behörden schikaniert werden. In: Panorama, Das Erste. 26.03.2013 – Dort, wo Menschen tatsächlich von Gewalt betroffen sind und Anerkennung und Unterstützung brauchen, ist das Interesse des Staates reichlich gering.
In: SpiegelTV, RTL, 11.02.2013 – Die Mutter Daniela Sievers hat Krebs. Das Jugendamt Kamen reagiert auf seine Weise und nimmt der Mutter ihr Kinder weg und brachten es in eine Jugendhilfe-Einrichtung. Daniela Sievers klagte gegen die Entscheidung des Jugendamtes und bekam Recht. Sie bekam nicht nur ihre Kinder zurück, in Zukunft wird die alleinerziehende Mutter von einem Familienhelfer und einem Psychologen unterstützt (24.02.2013).
Kinderhilfe-Chef entsetzt über Hamburger Jugendamt. In: stern, 28.11.2012 – Zitat Georg Ehrmann: "In der Jugendhilfe kann jedes Jugendamt machen, was es will. Und noch dazu übertragen die Jugendämter Aufgaben an freie Träger, die dann auch wieder weitgehend machen, was sie wollen, weil sie nicht ausreichend kontrolliert werden."
Spatzennest-Leiter wegen Missbrauchs zu Haft verurteilt. In: FAZ, 14.11.2012 – Aufgrund der Vorwürfe zweier zwielichtiger Kinderärzte in Verbindung mit Wildwasser, 1994, wurden im Rahmen der Wormser Prozesse viele Familien zerstört. Trotz der Freisprüche der Eltern blieben auf Veranlassung des Jugendamtes manche Kinder im Kinderheim "Spatzennest" im pfälzischen Ramsen, wo sie von den Pädagogen weiter gegen ihre Eltern aufgewiegelt wurden (Missbrauchssuggestionen, deformierende Betreuung, so Prof. Uwe Jopt). An manchen Kindern verging sich der Heimleiter sexuell. Uwe Jopt ist ein renommierter Experte.
Pflegemutter darf nach Misshandlung Kinder behalten. In: Rhein-Zeitung, 29.07.2012 – Zitat: "Die Pflegekinder, acht im Laufe der Jahre, von denen zeitweise fünf mit den eigenen drei Kindern des Paares unter einem Dach lebten, hätten Schläge mit Kleiderbügeln und Kochlöffeln bekommen. Tritte und Faustschläge seien an der Tagesordnung gewesen, ein Kind habe sein Erbrochenes essen müssen. Sie selbst sei mit 14 Jahren wegen eines schlechten Zeugnisses von der Pflegemutter massivst mit einem Kleiderbügel zusammengeschlagen worden. Dieses Ereignis aus dem Jahr 2007 brachte den Fall damals ins Rollen. Die Pflegetochter vertraute sich Außenstehenden an, das Jugendamt in Altenkirchen wurde in den Fall eingeschaltet, die Pflegemutter 2009 verurteilt. Das Jugendamt nimmt wie folgt Stellung dazu, warum in der Familie noch bis heute Pflegekinder leben: 'Es wurde damals ein familienpsychologisches Sachverständigengutachten erstellt. Es besagt, dass es keinerlei Bedenken dagegen gab, die Kinder in der Familie verbleiben zu lassen', so eine Mitarbeiterin wörtlich."
Handelsware Kind. Frontal, ZDF, 05.06.2012 – Über die "Geschäfte unter dem Mantel der Wohltätigkeit": Kinder sterben unter Betreuung der Jugendämter. Skript.
Geschlossene Heime: Geschäfte mit Schwererziehbaren. In: Frontal, ZDF, 24.04.2012 – Zitat: "Fast sämtliche solcher Heime in Deutschland haben private Betreiber. Für manche auch eine Aufforderung, lohnende Geschäfte zu machen". Manuskript der Sendung.
Attacken in Hamburgs Jugendämtern nehmen zu. In: Welt, 24.02.2014 – Offensichtlich fühlen sich immer mehr Menschen durch die Jugendämter nicht mehr geholfen.
Tausende Missbrauchsfälle in Behindertenheimen. In: Report Mainz, ARD, 14.02.2012 – mehr dazu hier.
Nach Methadon-Tod von elfjähriger Chantal. Jugendamt entlässt zuständige Leiterin. In: Rheinische Post, 16.01.2012 – Ein Mädchen wurde vom Hamburger Jugendamt bei drogenabhängigen Pflegeeltern untergebracht. Es starb an Methadon. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelte gegen das zuständige Jugendamt und den Betreuungsverein.
Sorgerecht. EU-Parlament irritiert über deutsche Jugendämter. In: FAZ, 24.11.2011 – Zitat: "Der Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments ist irritiert über Deutschlands Umgang mit einigen strittigen Sorgerechtsfällen".
"Die Träger bewilligen sich das Geld selbst". In: Tagesspiegel, 22.08.2011 – Zitat: Heinz Buschkowsky, Bürgermeister Neukölln: "Die Reaktion ist, alles zu bewilligen, was die Dienstleister empfehlen. Das eine gerade bewilligte Maßnahme vielleicht 25 000 bis 50 000 Euro kostet, hat dabei keine Priorität."
Kindes-Entzug. "Eine immerzu blutende Wunde". In: Süddeutsche Zeitung, 19.05.2010 – Jedes Jahr trennen sich etwa 150.000 Paare mit minderjährigen Kindern. Bricht der Kontakt zum Nachwuchs ab, kann die Gesundheit der Eltern erheblich leiden. Ein Vater: "Es ist, als ob sich eine große, graue Staubdecke über dein Leben zieht. Nichts ist mehr, wie es war - die Farben, die Töne, alles ist anders."
Viola Fechner und das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg. In: MDR, 05.03.2010 – Kindesentzug. Gründe wurden nicht genannt, Akteneinsicht nicht gewährt.
Im Jugendamt arbeiten wohlmeinende Laien. Prof. Uwe Jopt über Kinder, Jugendhilfe und Gerichte. In: Westfalen-Blatt, 23./24.05.2009 – Zitat: "In Jugendämtern arbeiten sehr vielewohlmeinende Dilettanten. Das möchte ich nicht boshaft, sondern kritisch verstanden wissen. Viele haben an der Fachhochschule Sozialpädagogik studiert und werden dann mit der verantwortungsvollsten Aufgabe betraut, die es überhaupt in einer Stadt- oder Kreisverwaltung gibt: Über die Zukunft von Kindern zu entscheiden. Dafür aber fehlt diesen Menschen jede kinderpsychologische Ausbildung."
Notfall Kindeswohl: ein Jugendamt gewährt Einblick. In: WDR, 20.08.2008 – ein Bericht über den ASD in Bad Ems, Rheinland-Pfalz, begleitet von einem Filmteam des SWR.
Leben mit ADHS. Zappelphilipp und Traumsuse. In: spiegel.tv, 29.08.2008 – Etwa fünf Prozent aller Kinder leiden an dieser Krankheit. In dem Beitrag erzählen Kinder, Jugendliche und Eltern von ihrem Leben mit ADHS. Zusammen mit Therapeuten, Lehrern und Ärzten werden Schulkonzepte und Therapien vorgestellt.
Gutachter im Zwielicht. In: Kontrovers – Das Politikmagazin, BR, 10.10.2007 – Von den umstrittenen Gutachten des Cornelius Schott, der im Einzelfalle bis zu 150.000 Euro Schadensersatz für seinen Unfug bezahlen musste. Trotzdem wurde er auch 2015 noch von der bayerischen Polizei weiterbeschäftigt.
Inken Jakobi, Barbara Dickmann: Im Zweifel gegen die leiblichen Eltern. Wer kontrolliert das Jugendamt? In: Mona Lisa, RTL, 16.05.2004 – Beschreibung der Sendung, Zitat Dr. Christian Wolff, Gutachter für Familienrecht: "Es wird vom Jugendamt recherchiert, ohne das Wissen der Eltern. Es wird ein Gutachter eingesetzt. Die Kinder werden plötzlich und ohne Ankündigung aus der Familie gerissen und an einen unbekannten Ort gebracht". Zitat von Prof. Dr. Wolfgang Jopt, Psychologe Universität Bielefeld, gerichtlicher Sachverständige für Familien- und Strafrecht: "Faktisch haben die Jugendämter keinen Kontrolleur außer ihrem Dienstvorgesetzten. (...) Hier wird mit einer Flapsigkeit und Vorschnelligkeit Kinder von ihren Kindern getrennt, dass ich ohne Not davon spreche – in Einzelfällen (bezogen auf die Not) – dass hier staatlicher Kinderklau stattgefunden hat. (...) Es muss zu tun haben mit dem Geist von Nienstedt und Westermann, die überall vermitteln, dass Eltern verwirkt haben, wenn ihre Kinder in Not geraten sind und dass man dann schauen muss, wie man für diese Kinder schnellstmöglich dauerhaft Ersatzeltern bekommt. Und die leiblichen Eltern stören nur, sind quasi Bedrohung für die weitere Entwicklung des Kindes, die man fernhalten muss." Nienstedt und Westermann prägten den Begriff der "Neubeelterung".
Jugendliche: Straßenbau und Prügel. In: Spiegel, 13.01.1997 – Auslandsunterbringung und Netzwerk krimineller Jugendhelfer: In Berlin und Schleswig-Holstein versuchen Staatsanwälte schon seit 1994, zweifelhafte Geschäfte im Bereich der vom Staat mit jährlich rund 30 Milliarden Mark subventionierten Jugendhilfe aufzudecken. Die Gewinnspannen im pädagogischen Umgang mit den 80.000 deutschen Heimkindern sind groß und verleiten nach den Erkenntnissen der Justiz zum Betrug.
Joachim Holtz: Keine Bambule im Birkenhof. In: Die Zeit, 07.07.1978 – Bericht über Birkenhof in Hannover
OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 20.01.2016, Az. 5 WF 20/16: „Im Überprüfungsverfahren nach § 166 Abs. 3 FamFG kommt die Bewilligung von Verfahrenskostenhilfe nicht in Betracht.“
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 20.01.2016, Az. 1 BvR 2742/15 – In dieser Sache bekommt die Klägerin recht, die sich gegen die Zurückweisung ihres Antrags auf Rückübertragung der elterlichen Sorge für ihre beiden Kinder ihrer Kinder wandte. Zitat: "Eine Trennung des Kindes von seinen Eltern gegen deren Willen stellt den stärksten Eingriff in das Elterngrundrecht dar. Art. 6 Abs. 3 GG erlaubt diesen Eingriff nur unter strengen Voraussetzungen. Eine Trennung des Kindes von seinen Eltern ist nach Art. 6 Abs. 3 GG allein zu dem Zweck zulässig, das Kind vor nachhaltigen Gefährdungen zu schützen und darf nur unter strikter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit erfolgen."
Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 25.11.2015, Az. 2 WF 191/15 – Die Gründe, die zur Versagung eines Umgangsrechts geführt haben, genügen für sich allein nicht zur Rechtfertigung der Ablehnung eines Auskunftsanspruchs nach § 1686 S. BGB. Eine Ablehnung kommt jedoch in Betracht, sofern sich aus objektiven Umständen ergibt, dass der auskunftsberechtigte Elternteil mit den über das Kind erbetenen Auskünften missbräuchliche Ziele verfolgt.
OLG Hamm, Beschluss vom 22.06.2015, Az. 4 UF 16/15 – Allein der Wille einer Jugendlichen, nicht im Haushalt der Kindeseltern leben zu wollen, rechtfertigt keinen Sorgerechtsentzug im Wege der einstweiligen Anordnung.
Amtsgericht Nördlingen, Beschluss vom 24.08.2015, Az. 001 F 101/14 – Wenn alleine auf eine Gefährdung durch psychische Erkrankung begründete Inobhutnahme durch ein fachpsychiatrisches Gutachten aus der Welt geschafft wird, dann auch kein Grund mehr für weitere ausforschende Beweisaufnahmen besteht. Anwalt: Michael Langhans, Donauwörth.
Brandenburgisches Oberlandesgericht 4. Senat für Familiensachen, Beschluss vom 03.08.2015, Az. 13 UF 50/15 – Wenn es dazu kommt, dass ein nicht ehelicher Vater einen Antrag auf das gemeinsame Sorgerecht stellen muss, impliziert das einen Konflikt um die Sorgerechtsfrage zwischen den Eltern. Andernfalls würde die gemeinsame Sorge durch eine entsprechende Erklärung beim zuständigen Jugendamt herzustellen und es würde gar kein involviertes Gericht benötigt. Dann jedoch – im Falle eines solchen Antrages – auf die Uneinigkeit der Eltern abzustellen und den Antrag mit dieser Begründung abzuweisen, führt die Möglichkeit, einen solchen Antrag zu stellen, ad absurdum und hebelt quasi die Gesetzesnovellierung aus. Kommentar.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 29. Juli 2015, Aktenzeichen 1 BvR 1468/15 – Dem Familiengericht stehen weder gegenüber dem Jugendamt noch gegenüber freien Jugendhilfeträgern die Kompetenz zur Anordnung der Begleitung von Umgangskontakten zu. Rechtsanwalt: Thomas Saschenbrecker.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 08.07.2015, Az. XII ZB 600/14 – Ein einfaches Attest des behandelnden Arztes ist nicht zulässig für die psychiatrische Zwangsbehandlung eines Patienten. Zuvor ist förmlich ein Sachverständiger zurate zu ziehen.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 24.06.2015, Az. 1 BvR 486/14 – Der Gesetzgeber überschreitet seinen verfassungsrechtlichen Gestaltungsspielraum nicht dadurch, dass er die Anordnung paritätischer Betreuung nicht als Regelfall vorsieht. Die Einbeziehung aller Eltern in den Schutzbereich des Art. 6 II GG bedeutet nicht, dass allen Müttern und Vätern stets die gleichen Rechte im Verhältnis zu ihrem Kind eingeräumt werden müssen. Es ist verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn die Anordnung einer paritätischen Betreuung unter Hinweis auf im Einzelnen dargelegte erhebliche Kommunikationsschwierigkeiten sowie eine nachvollziehbar prognostizierte weitere Steigerung des hohen Konfliktpotenzials der Eltern als nicht dem Kindeswohl entsprechend abgelehnt wird.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 22.05.2014, Az. 1 BvR 2882/13 – Eine Trennung des Kindes von seinen Eltern als stärkster Eingriff in das Elternrecht unterliegt strenger verfassungsrechtlicher Kontrolle. Die Trennung ist nur zu dem Zweck zulässig, das Kind vor nachhaltigen Gefährdungen zu schützen, und darf nur unter strikter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit erfolgen. Dabei sind sowohl an die Kindeswohl- als auch an die Verhältnismäßigkeitsprüfung spezifische Anforderungen zu stellen, wenn die Sorgerechtsentziehung hinsichtlich eines bereits in einer Pflegefamilie untergebrachten Kindes in Streit steht, dessen Rückführung die Ursprungseltern zu sich begehren.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 13.05.2015, Az. IX ZA 10/15 – Das Gesetz sieht im Prozesskostenhilfeverfahren die Möglichkeit der Rechtsbeschwerde nicht allgemein vor (§ 127 Abs. 2 Satz 1, § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZPO). Sie ist daher nur bei ausdrücklicher Zulassung durch das Beschwerdegericht statthaft (§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO). Gegen die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde findet – anders als bei der Revision – auch keine Nichtzulassungsbeschwerde statt.
Bundesverfassungsgericht, 25.04.2015, Az. 1 BvR 3326/14 – Ein gegen den ernsthaften Widerstand des Kindes erzwungener Umgang kann unter Umständen mehr Schaden verursachen als nutzen, selbst wenn der Widerstand auf einer bewussten oder unbewussten Beeinflussung beruht.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 25.04.2015, Az. 1 BvR 3326/14 – Da es nicht gelang einen Umgangspfleger für den begleiteten Umgang des Vaters mit seinem Sohn zu finden, muss es reichen, wenn der Vater ihm einmal im Monat einen Brief schreibt. Mehr Post bleibt untersagt.
Bundesverfassungsgericht, 16.04.2014 Az. 1 BvR 3360/13Dem Bundesverfassungsgericht obliegt grundsätzlich nur die Kontrolle, ob die angegriffene Entscheidung Auslegungsfehler erkennen lässt, die auf einer unrichtigen Auffassung von der Bedeutung eines Grundrechts. Dies gilt bei der Überprüfung von sorgerechtlichen Entscheidungen bei Trennung und Scheidung gemäß § 1671 BGB.
Bundesgerichtshof, 18. März 2015, Az. XII ZB 424/14 Eine Beschwerdeschrift ist in schriftlicher Form eingereicht, sobald bei dem Gericht, dessen Beschluss angefochten wird, ein Ausdruck der als Anhang einer elektronischen Nachricht übermittelten, die vollständige Beschwerdeschrift enthaltenden PDF-Datei vorliegt. Ist die Datei durch Einscannen eines von dem Beschwerdeführer oder seinem Bevollmächtigten handschriftlich unterzeichneten Schriftsatzes hergestellt, ist auch dem Unterschriftserfordernis des § 64 Abs. 2 Satz 4 genügt.
Bundesverfassungsgericht, Entscheidung vom 24.02.2015, Az. 1 BvR 472/14 – Mütter müssen den den Scheinvätern keine Auskunft darüber geben, wer als Erzeuger ihres Kindes in Frage kommt. Dementsprechend haben Scheinväter gegen den Willen der Mutter derzeit keine Chance, den tatsächlichen Vater für jahrelang gezahlte Unterhaltsleistungen in Regress zu nehmen.
Landgericht Würzburg, 05.02.2015 – Bei Umgangsverweigerung: "Schmerzensgeld als billige Entschädigung in Geld kann nach § 253 Abs. 2 BGB nur gefordert werden, wenn wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten ist." Zwar konnte liess sich wohl keine Gesundheitsschädigung erkennen, aber der Kläger sollte psychiatrisiert werden, siehe hier.
Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 03.02.2015, Az. 14 UF 135/14 – Einem medizinisch oder psychologisch zu begutachtenden Beteiligten ist bei einem Untersuchungstermin bzw. Explorationsgespräch des Sachverständigen die Anwesenheit einer Begleitperson ohne Äußerungs- bzw. Beteiligungsrecht zu gestatten (Anschluss an OLG Zweibrücken FamRZ 2000, 1441; LSG Rheinland-Pfalz NJW 2006, 1547).
Verfassungsgericht Brandenburg, Beschluss vom 24.01.2014, Az. VfGBbg 13/13 – Die Trennung eines Kindes von seinen Eltern ist nur dann mit der Landesverfassung vereinbar, wenn die Voraussetzungen des Art. 27 Abs. 5 LV vorliegen und strenge Verhältnismäßigkeitsanforderungen beachtet werden.
Internationaler Gerichtshof für Menschenrechte, Fifth section, Case of Kuppinger v. Germany (Application no. 62198/11), judgement Strassbourg, 15.01.2015 – 1. Eine überlange Verfahrensdauer führt zu einer fortschreitenden Entfremdung des/der Kindes/Kinder gegenüber seinen Bezugspersonen. 2. Sobald sich abzeichnet, dass sich die Parteien nicht einigen können muss ein Gericht alle Möglichkeiten ausschöpfen um das Verfahren zu beschleunigen. 3. Um Verzögerungen zu vermeiden muss ein(e) Verfahrenspfleger(in) bereits bei Beginn eines Verfahrens bestellt werden. 4. Der EGMR rügt, dass Deutschland Betroffenen keine Rüge- bzw. Beschwerdemöglichkeit wegen überlanger Verfahrensdauer einräumt (vgl. auch: Sürmeli/Deutschland, FamRZ 2007, 1449 mit Anm. Rixe, S. 1453 ff.; Rumpf/Deutschland, FamRZ 2010, 1965 mit Anm. Rixe). 5. Der EGMR stellte in seinem Urteil einstimmig eine Verletzung von Artikel 8 und eine Verletzung von Artikel 13 in Verbindung mit Artikel 8 EMRK fest. 6. Sie sprachen dem Vater des heute zwölfjährigen Kindes nach Art. 41 EMRK 15.000 Euro Entschädigung zu.
Kammergericht Berlin, Entscheidung vom 12.02.2015, Az. 13 WF 203/14 – Eine gerichtliche Umgangsregelung, durch die der Umgang positiv geregelt wird, enthält stets das konkludente Gebot an den Umgangsberechtigten, sich außerhalb der festgelegten Umgangszeiten eines Kontaktes zum Kind zu enthalten; diese Verpflichtung ist mit Ordnungsmitteln durchsetzbar.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 19.11.2014, Az. 1 BvR 1178/14 – Entziehung der elterlichen Sorge oder wesentlicher Teile der elterlichen Sorge wie die des Aufenthaltsbestimmungsrechts kommt nur dann in Betracht, wenn das elterliche Fehlverhalten ein solches Ausmaß erreicht, dass das Kind bei den Eltern in seinem körperlichen, geistigen oder seelischen Wohl nachhaltig gefährdet wäre. Kommentar des BVerG. In diesem Falle wurde der Vater aus Ghana von der Gutachterin in Punkten negativ bewertet, die nicht Teil der Fragestellung waren. Die Richter wiederum ordneten das Gutachten nur "ansatzweise eigenständig" ein unterzogen es nicht einer zwingenden "rechtlichen Würdigung".
OVG Saarlouis, Beschluss vom 04.08.2014, Az. 1 B 283/14 – Die Verpflichtung gemäß § 18 Abs. 3 S. 4 SGB VIII umfasst auch die Aufgabe des begleiteten Umgangs und kann unter Berücksichtigung der sozialrechtlichen Gewährleistungspflicht des § 79 Abs. 2 SGB VIII auch die Pflicht des Jugendhilfeträgers einschließen, seine Mitwirkungsbereitschaft bei begleiteten Umgangskontakten gemäß § 1684 Abs. 4 S. 3 BGB vor dem Familiengericht zu erklären.
OLG Saarbrücken, Beschluss vom 08.09.2014, Az 6 UF 70/14 – Intrigen gegen den anderen Elternteil können zum Verlust des Sorgerechts führen.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 24.04.2014, Az. 1 BvR 2926/13 – Der Schutz der Familie nach Art. 6 Abs. 1 GG schließt familiäre Bindungen zwischen nahen Verwandten ein, insbesondere zwischen Großeltern und ihrem Enkelkind. Der grundrechtliche Schutz umfasst das Recht naher Verwandter, bei der Entscheidung über die Auswahl eines Vormunds oder Ergänzungspflegers in Betracht gezogen zu werden. Hier noch ein Kommentar auf Focus.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 22.05.2014, Az. 1 BvR 2882/13 – Die Gerichte haben bei der Auswahl eines Vormundes das persönliche Umfeld der Parteien auf geeignete Vormünder aus dem Kreis der Verwandten und Verschwägerten zu untersuchen. Dabei ist dezidiert und im Einzelnen aufzuführen, warum dieser Personenkreis ungeeignet ist. Nur wenn diese Prüfung ohne geeignete Person ausgeht kann das Gericht einen Vormund einsetzen, welcher nicht aus dem familiären Umfeld stammt. Wird diese Überprüfung nicht vorgenommen, so verletzt dies die betroffenen Eltern unmittelbar in Ihrem Grundrecht aus Art. 6 II GG: Die Normen der §§ 1773 in Verbindung mit 1779 BGB und besonders die Auswahlregel des § 1779 II BGB sind verfassungskonforme Konkretisierungen des Art 6 II GG. Sie sind daher einzuhalten. Ferner wird betont, dass eine Rückkehr zu den Eltern auch nach längerer Fremdunterbringung grundsätzlich möglich bleiben muss. Anwalt: Heinrich Michael Roth.
OLG Hamm, Beschluss vom 16.05.2014, Az. 2 UF 51/14 – Der Umgangspfleger ist gem. § 1684 Abs. 3 Satz 4 BGB berechtigt, bei Meinungsverschiedenheiten der Eltern über die Umgangsmodalitäten, insbesondere über den Ort des Umgangs, den Ort der Übergabe und erforderliche Nachholtermine zu entscheiden. Das schließt jedoch nicht die Befugnis ein, auch über seinen Umfang, insbesondere die Häufigkeit und die Dauer der Umgangskontakte zu entscheiden. Diese Aufgabe obliegt gem. § 1684 Abs. 3 Satz 1 BGB ausschließlich dem Gericht. Es muss daher den Umgang abschließend regeln und darf diese Aufgabe insbesondere nicht ganz oder teilweise in die Hände eines Dritten legen, soweit das Gesetz diese Möglichkeit nicht ausdrücklich eröffnet. Kommentar.
Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, 2. Senat für Familiensachen, 14.04.2014, Az. 10 UF 19/14 – Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts bei Kindeswohlgefährdung – Voraussetzungen für einstweilige Anordnung. Ein Entzug des Aufenthaltsbestimmungsrechts nach den §§ 1666, 1666a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB ) kommt nur bei akuten und unmittelbar bestehenden bzw. unmittelbar bevorstehenden erheblichen Gefährdungen des Kindeswohls in Betracht, bei denen ein Hauptsacheverfahren nicht abgewartet werden kann. Eine "vorsorgliche" Entziehung des Aufenthaltsbestimmungsrechts ist unzulässig. Für ein sofortiges Eingreifen des Jugendamtes in Gefahrensituationen stellt § 42 des Sozialgesetzbuchs Achtes Buch (SGB VIII) eine ausreichende Rechtsgrundlage dar.
OLG Schleswig, 07.04.2014, Az. 15 UF 140/13 – Kein gemeinsames Sorgerecht: Das Gericht führte aus, dass die andauernde Kommunikationsstörung zwischen den Eltern die Prognose nahe läge, dass sie künftige Entscheidungen nicht ohne Beeinträchtigung des Kindes treffen könnten. Der Verfahrensbeistand und das Jugendamt hätten festgestellt, dass das Kind unter den fortwährenden Streitigkeiten der Eltern zum Umgang und über Erziehungsfragen leide.
Bundesgerichtshof, 12. Zivilsenat, 19.02.2014, Az. XII ZB 165/13 – Gegen das Jugendamt, das in seiner Eigenschaft als Amtsvormund an einem gerichtlich gebilligten Umgangsvergleich beteiligt ist, kann im Fall der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld festgesetzt werden. Das Jugendamt kann als Verpflichteter einer vollstreckbaren Umgangsvereinbarung eine Vollstreckung nur abwenden durch den detaillierten Vortrag und Nachweis seiner Bemühungen, das Kind und ggf. die Pflegeltern für die Durchführung der vereinbarten Umgangskontakte zu motivieren und dabei zu unterstützen.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 24.07.2013, Az. 1BvR 444/14 und 1 BvR 527/13 – Grundsätze bei der strafrechtlichen Beurteilung öffentlicher Kritik an öffentlichen Stellen: Das Recht, Maßnahmen der öffentlichen Gewalt ohne Furcht vor staatlichen Sanktionen auch scharf kritisieren zu können, gehört zum Kernbereich der Meinungsfreiheit gehört und ist bei der Abwägung besonders zu berücksichtigen. Zitat: "Der Begriff der Schmähkritik ist vor dem Hintergrund, dass es nach der verfassungsrechtlichen Systematik bei im Einzelfall gegenüberstehenden Grundrechtspositionen grundsätzlich einer Abwägung zwischen diesen verschiedenen Grundrechtspositionen unter Berücksichtigung aller wesentlicher konkreter Umstände bedarf, eng definiert. Eine überzogene oder gar ausfällige Kritik macht eine Äußerung für sich genommen noch nicht zur Schmähung. Hinzutreten muss vielmehr, dass bei der Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund steht. Die Äußerung muss jenseits auch polemischer und überspitzter Kritik in der persönlichen Herabsetzung bestehen."
Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 12.07.2013, Az. 2 UF 227/12 – Im Rahmen der §§ 1666, 1666a BGB ist stets zu beachten, dass kein Kind Anspruch auf „Idealeltern“ und optimale Förderung hat und sich die staatlichen Eingriffe auf die Abwehr von Gefahren beschränken. Für die Trennung der Kinder von den Eltern oder einem Elternteil ist es daher nicht ausreichend, dass es andere Personen oder Einrichtungen gibt, die zur Erziehung und Förderung besser geeignet sind. Vielmehr gehören die Eltern und deren gesellschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich zum Schicksal und Lebensrisiko eines Kindes.
Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 14.05.2013, Az. 25 W 94/13 – Gewährung eines Kostenvorschusses an den PKH-Anwalt für ein Privatgutachten seines Mandanten. Anwalt: Peter Gaidzik.
Brandenburgisches OLG, Beschluss vom 25.04.2013, Az. 9 UF 36/13 – Unter andere sagen die Richter: "Das Amtsgericht muss dringend daran erinnert werden, dass das elterliche Sorgerecht und insbesondere die §§ 1666, 1666 a BGB kein Instrument zur Disziplinierung schwieriger, vielleicht eher konfrontativ und weniger kooperativ, vielleicht auch – etwa mit der Herstellung einer aufdringlichen Medienöffentlichkeit ohne Rücksicht auf die involvierten Kinder – ungeschickt agierender sorgeberechtigter Eltern ist."
Oberlandesgericht Dresden, Urteil vom 30.04.2013, Az. 1 U 1306/10 – Erzwungener Elternverlust traumatisiert und ist psychische Misshandlung, die zivilrechtliche (und strafrechtliche) Relevanz hat. Ein damals einjähriges Kind erhielt 7000 € Schmerzensgeld, weil es Opfer eines schuldhaft pflichtwidrigen Handelns des Jugendamtes geworden war, das es sechs Tage lang in einer Pflegefamilie untergebracht hat.
OLG Saarbrücken, 19.04.2013, Az. 6 WF 65/13 – Hat das Familiengericht eine Umgangsregelung getroffen und hält einer der Beteiligten sich nicht daran, so kann gegen den renitenten Elternteil ein Ordnungsgeld verhängt werden. Dies setzt aber eine präzise gefasste gerichtliche Entscheidung voraus.
OLG Saarbrücken, Beschluss vom 23.01.2013, Az. 6 UF 20/13 – Das Recht auf Umgang schliesst das Recht auf Übernachtungen des Kindes mit ein.
Verfassungsgerichtshof des Freistaats Sachsen, Beschluss vom 19.07.2012, Az. Vf. 68-IV-11 – Erzwungener Elternverlust traumatisiert und ist psychische Misshandlung, die zivilrechtliche (und strafrechtliche) Relevanz hat. Das Gericht bleibt "... daher bei der Feststellung, wie sie auch das Landgericht München in einem klägerseits zitierten Urteil vom 07.01.2009 (Az: 9 O 20622/06) getroffen hat, dass das Herausreißen des Kindes aus der familiären Umgebung und die nahezu vollständige Trennung des Kleinkindes von seinen Eltern mutmaßlich zum Schlimmsten gehört, was dem Kind aus seiner subjektiven Kleinkindsicht heraus widerfahren kann." Rechtsanwalt: Ralf Heinrichs.
Verwaltungsgericht Aachen, Urteil vom 27.06.2012, Az. 8 K 1026/08 – 1. Das Recht auf Einsichtnahme in beim Jugendamt geführte Akten beurteilt sich abhängig von der Art der Akte bzw. der Aktenbestandteile. 2. Das Rechtsschutzbedürfnis für eine Klage vor dem VG auf Einsichtnahme in die Jugendamtsakten entfällt nicht dadurch, dass die Klägerin als Beteiligte im familiengerichtlichen Verfahren ein Recht auf Einsicht in die familiengerichtlichen Akten hat. 3. Zu den Voraussetzungen einer Akteneinsicht nach den § 65 und § 68 SGB VIII.
OLG Brandenburg, Beschluss vom 31.05.2012, Az. 9 UF 6/12 – Eltern haben einen Anspruch auf eine inhaltlich nachvollziehbare Umgangsregelung. Eine Festlegung des Umgangs darf nicht hinausgezögert werden dürfe, nur weil man nicht feststellen könne, ob der Umgang dem Wohl des Kindes diene. wenn das Familiengericht für längere Zeit den Umgang ausschliessen wolle, so müsse dieses begründet werden. Das Kind hat ein verfassungsrechtlich geschützen Umgang mit beiden Elternteilen. Ein Umgangsausschluss kann nur dann angeordnet werden, wenn eine Gefährdung des Kindeswohls erkennbar ist und dieser nur durch einen Umgangsauschluss vorgebeugt werden könne.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 08.03.2012, Az. 1 BvR 206/12 – Die gerichtliche Entziehung des Sorgerechts und Trennung des Kindes von den Eltern verletzt letztere in ihrem Elternrecht aus Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG, wenn das Gericht sich nicht hinreichend damit auseinandergesetzt hat, ob mildere Mittel zur Verfügung standen, die ebenso geeignet gewesen wären, die festgestellte Gefährdung von dem Kind abzuwenden. Wenn Eltern das Sorgerecht für ihre Kinder entzogen und damit zugleich die Aufrechterhaltung der Trennung der Kinder von ihnen gesichert werden soll, darf dies zudem nur unter strikter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit erfolgen.
OLG Düsseldorf, 8. Familiensenat, Beschluss vom 09.03.2011, Az. 8 UF 189/10 – Das OLG Düsseldorf sagt: Wechselmodell nur mit Zustimmung beider Eltern.
VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 17.11.2011, Az. 12 S 2823/08 – Eine am jugendhilferechtlichen Bewilligungsverfahren nicht beteiligte Person hat im Falle ihrer Heranziehung zu einem Kostenbeitrag nach den §§ 91 ff. SGB VIII die Möglichkeit, Einwendungen gegen die Rechtmäßigkeit der bewilligten Jugendhilfemaßnahme vorzubringen.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 26.10.2011, Az. XII ZB 247/11 – Bundesgericht schränkt Heimunterbringung zur Durchsetzung des Umgangsrechts ein.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 17.02.2010, Az. XII ZB 68/09 – Psychologische Gutachten sind nicht erzwingbar. Verweigert in Verfahren nach § 1666 BGB ein Elternteil die Mitwirkung an der Begutachtung, kann dieses Verhalten nicht nach den Grundsätzen der Beweisvereitelung gewürdigt werden.
Kammergericht Berlin, Beschluss vom 18.06.2010, Az. 19 UF 22/10 – Die maßgebenden Rechtsvorschriften, die eine Entziehung des Sorgerechts rechtfertigen würden, sind vielmehr §§ 1666, 1666 a BGB. Danach ist die Entziehung des Sorgerechts, mit der eine Trennung des Kindes von einem Elternteil verbunden ist, nur zulässig, wenn dies zur Abwehr einer Gefährdung des Kindeswohls erforderlich und der Gefahr auf andere Weise nicht begegnet werden kann. Die vom Amtsgericht beschlossene Entziehung der gesamten Personensorge setzt gemäß § 1666 a Abs. 2 BGB voraus, dass andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder ersichtlich zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen.
Kammergericht Berlin, Beschluss vom 20.03.2009, Az. 17 UF 2/09 – Großeltern haben Recht auf Umgang mit dem Enkelkind. Regelmäßiger Kontakt zu Großeltern dient dem Kindeswohl.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Urteil vom 03.12.2009, Entscheidung Zaunegger gegen Deutschland, Individualbeschwerde Nr. 22028/04 – Der lange Weg des Horst Zaunegger, Erfolg nach zehn Jahren Rechtsstreit. Rechtsanwalt: Georg Rixe. Hierzu auch Fernsehbeitrag.
Bundesgerichtshof, Beschluss vom 27. Oktober 2010, Az. 2 StR 331/10 – Unterschriftenpflicht im Strafrecht: "Voraussetzung ist aber stets, dass sich der Vorsitzende ernsthaft darum bemüht hat, dem in § 275 Abs. 2 Satz 1 StPO formulierten Gebot, dass das Urteil von allen mitwirkenden Berufsrichtern zu unterschreiben ist, Geltung zu verschaffen." Vergleiche hierzu auch: "§ 315 ZPO Unterschrift der Richter. (1) Das Urteil ist von den Richtern, die bei der Entscheidung mitgewirkt haben, zu unterschreiben. (...)"
OLG Köln, Beschluss vom 13.12.2007, Az. 4 UF 93/07 – Streiten sich die Eltern bereits seit Jahren in einer Vielzahl von gerichtlichen Verfahren über Umgangs- und Sorgerechtsfragen ... kann es nicht bei der gemeinsamen Sorge der zerstrittenen Eltern verbleiben.
OLG Stuttgart, Beschluss vom 14.03.2007, Az. 16 UF 13/07 – Für die Anordnung des Wechselmodells gegen den Willen eines Elternteils enthalten die gesetzlichen Bestimmungen über das Sorgerecht keine Ermächtigungsgrundlage.
Landgericht Berlin, Urteil vom 07.11.2006, Az. 16 0 940/05 – Der Gutachter Klaus Schneider klagte gegen seinen ihn zitierenden Kritiker Peter Thiel wegen "Urheberechtsverletzung und Schadensersatz wegen vorsätzlich sittenwidriger Schädigung und Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechts". Thiel gewann.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.12.2005, Az. XII ZR 126/03 – Ein Wechselmodel liegt nicht mehr vor, wenn sich das Kind nur an 13 Tagen im Monat beim Vater aufhält. Daraus ergibt sich eine anteilige Barunterhaltungspflicht.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, 08.04.2004, Haase gegen Deutschland, Individualbeschwerde Nr. 11057/02 – Geltendmachung einer Verletzung von Art. 8 Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) durch die Entziehung des elterlichen Sorgerechts für vier Kinder und drei Kinder aus erster Ehe sowie das Verbot des Umgangs mit allen Kindern; Anforderungen an die Erschöpfung des innerstaatlichen Rechtswegs im Lichte des Art. 35 EMRK; Erörterung der Notwendigkeit eines Sorgerechtsentzugs in einer demokratischen Gesellschaft im Rahmen der Rechtfertigung eines Eingriffs in das Recht auf Achtung des Familienlebens; Möglichkeit einer Verletzung der Menschenrechte trotz einer nationalen Entscheidung zu Gunsten des Beschwerdeführers bei fehlender aufschiebender Wirkung; Zusammensein von Elternteil und Kind als ein grundlegender Bestandteil des Familienlebens; Voraussetzungen an die staatliche Inobhutnahme eines neugeborenen Kindes; Voraussetzungen der Trennung von Kindern von der Familie gegen den Willen der Erziehungsberechtigten." Die Bundesrepublik wurde dazu verurteilt, Familie Haase ein Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 53.000 Euro zu erstatten. Zu den Gutachtern zählten Ralf Grigoleit, Rheine, und Prof. Dr. Marie-Luise Kluck, Mülheim, die von Prof. Dr. Wolfgang Klenner sehr kritiert werden, siehe diesen Kommentar.
Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), 3. Sektion, Urteil vom 26.02.2004, Az. 74969/01 – Der Fall von Kazim Görgülü. Die Verweigerung des Sorge- und Umgangsrechts verletzt Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Wegen der Beschränkung des Umgangsrechts sprach der Gerichtshof dem Beschwerdeführer auch eine Entschädigung für den erlittenen immateriellen Schaden in Höhe von 15.000 € zu. Mehr hier.
Bundesverfassungsgericht, Urteil vom 29.01.2003, Az. 1 BvL 20/99 – Zitat: "Das Kindeswohl verlangt, dass das Kind ab seiner Geburt eine Person hat, die für das Kind rechtsverbindlich handeln kann. Angesichts der Unterschiedlichkeit der Lebensverhältnisse, in die nichteheliche Kinder hineingeboren werden, ist es verfassungsgemäß, das nichteheliche Kind bei seiner Geburt sorgerechtlich grundsätzlich der Mutter zuzuordnen." Der Kläger, Christian Gampert, nimmt noch einmal hier Stellung.
Oberlandesgericht Hamm, Beschluss vom 24.09.2002, Az. 1 UF 72/02 – Vergangene gute und intensive Beziehungen zwischen Enkelkind und Großeltern begründen in erheblicher Weise ein Umgangsrecht der Großeltern.
Straßburg, Entscheidung vom 26.02.2002, Kutzer gegen Deutschland, Application no. 46544/99 – Ein Fall von sieben in Obhut genommenen Kindern, darunter ein Neugeborenes. Zitat: "Das Gericht erinnert daran, dass allein die Tatsache, dass ein Kind in einem Rahmen aufwachsen könnte, der seiner Entwicklung förderlicher wäre, keine Rechtfertigung dafür ist, es mit Gewalt von einen biologischen Eltern zu trennen." Hierzu eine Pressebeitrag und eine Stellungnahme des Vereins Väter für Kinder.
Oberlandesgericht Köln, Beschluss vom 28.11.1996, Az. 16 Wx 209/96 – Das Umgangsrecht der Eltern mit ihrem leiblichen Kind kann nur dann vollständig ausgeschlossen werden, wenn dies als äußerste Maßnahme zur Abwendung einer konkreten Gefährdung der körperlichen oder geistig-seelischen Entwicklung des Kindes unabwendbar ist und keine anderen Mittel zum Schutze des Kindes verfügbar sind. Die gerichtliche Entscheidung muss diese Prüfung nachvollziehbar darlegen.
Landgericht Zweibrücken, Urteil vom 03.06.1996, Az. 4 T 29/96 – Der unbestimmte Rechtsbegriff "Kindeswohl" ist so auszulegen, dass es nicht zu einem Verstoß gegen die EMRK kommt. Danach wird den Vorgaben der Art. 8 und 14 EMRK dadurch Rechnung zu tragen sein, dass ein Umgangsrecht des nichtehelichen Vaters grundsätzlich nur dann völlig zu versagen ist, wenn dies zur psychischen Gesundheit des Kindes notwendig und im übrigen auch verhältnismäßig ist (vgl. Art. 8 Abs. 2 EMRK).
Oberlandesgericht München, Urteil vom 27.05.1993, Az. 1 U 6228/92 – Eine Mutter nimmt aufgrund einer fehlerhaften Beugehaft in einer Unterhaltssache den Richter in Amtshaftung, 1.500 DM Schmerzensgeld.
Bundesverfassungsgericht, Entscheidung vom 19.10.1982, Az. 2 BvF 1/81 – "Das Staatshaftungsgesetz vom 26. Juni 1981 (Bundesgesetzbl. I S. 553) ist mit Artikel 70 des Grundgesetzes unvereinbar und daher nichtig." Die Entscheidung führte zur Ablösung der Staatshaftung aus dem Deutschen Reich und zum heutigen Paragrafen § 839 BGB Haftung bei Amtspflichtverletzung. Hierzu ein paar Gedanken von Norbert Knobloch zur späterem Umgang mit der Entscheidung und zum Thema Unterzeichnen.
Bundesverfassungsgericht, 29.07.1968, Az. 1 BvL 20/63; 1 BvL 31/66; 1 BvL 5/67 – "Art. 6 Abs. 2 GG garantiert den Eltern gegenüber dem Staat den Vorrang als Erziehungsträger. Dieses Elternrecht enthält als wesensbestimmenden Bestandteil die Pflicht zur Pflege und Erziehung der Kinder; Eltern, die sich dieser Verantwortung entziehen, können sich gegenüber staatlichen Eingriffen zum Wohle des Kindes nicht auf das Elternrecht berufen." "Das Kind ist ein Wesen mit eigener Menschenwürde und dem eigenen Recht auf Entfaltung seiner Persönlichkeit im Sinne der Art. 1 Abs. 1 und Art. 2 Abs. 1 GG."
SGB I, SGB VIII, SGB X
STICHWORTSUCHE in Gesetzen
Michael Langhans: Wichtige Entscheidungen im Sorgerecht. 2016. ISBN 978-1535252812
Anna Prinz, Ursula Gresser: Macht Kontaktabbruch zu den leiblichen Eltern Kinder krank? Eine Analyse wissenschaftlicher Literatur. In: Neue Zeitschrift für Familienrecht (NZFam), Nr. 21/2015 vom 06.11.2015, 2: 989-995
Nobert Blüm: Einspruch! Wider die Willkür an deutschen Gerichten. 2014, ISBN 978-3-86489-066-6
Dagmar Coester-Waltjen (Herausgeber): Familienrecht Taschenbuch. 01.03.2014, Beck/dtv, ISBN 978-3423055772 – eine Sammlung von Gesetzestexten zum Familienrecht
Richard Moritz: Handbuch Umgang mit dem Jugendamt. 22.05.2014, ISBN 978-3735719317 – Themenschwerpunkt sind Inobhutnahmen und Ratschläge für Eltern.
Benedikt Jordan, Ursula Gresser: Wie unabhängig sind Gutachter? Ergebnisse einer Befragung unter 548 medizinischen und psychologischen Sachverständigen in Bayern 2013. In: Der Sachverständige, Nr. 4/2014 vom 08.04.2014; Seiten 71-83. Verlag C.H. Beck München
Benedikt Jordan, Ursula Gresser: Gerichtsgutachten. Oft wird die Tendenz vorgegeben. In: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 111, Heft 6, 07.02.2014: A-210-212 / B-180 / C-176
Dr. phil. Rudolf Sponsel, Klinischer Psychologe/Psychotherapeut: Potentielle Fehler in forensisch psychopathologischen Gutachten, Beschlüssen und Urteilen der Maßregeljustiz. 12.11.2012
Mareike Sander: Kindeswohlgefährdung durch elterliche Partnerschaftsgewalt und die kindschaftsrechtlichen Aspekte der FGG-Novelle. 2010
Reinhart Wolff: Demokratische Kinderschutzarbeit – zwischen Risiko und Gefahr. In: Forum Erziehungshilfen. 2007, Heft 3., S. 132 ff.
Gerhard Amendt: Scheidungsväter. November 2003, ISBN 978-3887225704
Peter Thiel: Zwischen Hilfeleistung und Zwang: Begleiteter Umgang und Umgangspflegschaft. Indikationen, Möglichkeiten, Grenzen und Unterschiede zweier Interventionsformen. In: Das Jugendamt, 10/2003, S. 449-453
Herbert Pagels: Verlassene Väter. Dissertation. Hamburg, 2002
Christoph Brückner: Die Überprüfung von Sorgerechtsentziehungen durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Das Verfahren bei Einlegung einer Individualbeschwerde und der Fall Kutzner. In: FuR, Nr. 9, 2002, Seiten 385-392.
Cornelia Kopper-Reifenberg: Kindschaftsrechtsreform und Schutz des Familienlebens nach Art. 8 EMRK. Zur Vereinbarkeit der deutschen Reform des Kindschaftsrechts mit der Europäischen Menschenrechtskonvention – eine kritische Analyse. Dissertation, Saarbrücken, 2001, ISBN 3-7890-7657-0 (Inhaltsverzeichnis)
Uwe Jopt, Katharina Behrendt: Ein Zwei-Phasen-Modell zu PAS. Bielefeld, 1999
Ferdinand Kaufmann: Wann endlich verschwinden die Kindesmütter und Kindesväter aus unserem Sprachgebrauch? In: Zentralblatt für Jugendrecht, Nr. 7/8, 1999, S. 292-293
Ferdinand Kaufmann: Kindesmutter und Kindesvater: Relikte aus vergangener Zeit? In: Kindschaftsrechtliche Praxis, Nr. 1, 1999, S. 20-21
Hans Kopatsch: Konsequenzen der Rechtspraxis im Sorgerechtsbereich. In: Zentralblatt für Jugendrecht, Sonderdruck, Heft 6, 1998
Wera Fischer: Bemerkungen zum Kindeswohl aus sozialarbeiterischer Sicht. Ein Plädoyer für mehr Kindorientiertheit bei Entscheidungen im Zusammenhang mit Trennung/Scheidung. In: Zentralblatt für Jugendrecht. Heft 7/8, 1997
Max Haller: Kinder und getrennte Eltern. Voraussetzungen und Strategien zur Bewältigung der Ehescheidung im Lichte neuer sozialwissenschaftlicher Studien, (unter Mitarbeit von W. Fresner, M. M. Nairz, J. Zauner), Wien: Österreichisches Institut für Familienforschung (Bd. 3 der Schriftenreihe des ÖIF), 1996, 147 Seiten.
Prof. Wolfgang Klenner: Rituale der Umgangsvereitelung bei getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern. Eine psychologische Studie zur elterlichen Verantwortung. In: Zeitschrift für das gesamte Familienrecht, 42. Jahrgang, Heft 2a, 15.12.1995, S. 1529 ff.
Prof. Wolfgang Klenner: Vertrauensgrenzen des psychologischen Gutachtens im Familienrechtsverfahren. In: Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRz), Heft 8, 1989
Anna Prinz: Raus aus der Isolation, zurück in das Leben! Über Wege, Mechanismen und Folgen von Isolationserlebnissen. Dissertation. – Befragung von über 220 Familien mit zwangsweiser Isolation Kinder von Eltern – durch Jugendämter mitverursacht.
Qualitätsmerkmale in der familienrechtspsychologischen Begutachtung. Untersuchungsbericht I. – ein vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen unterstütztes Forschungsprojekt der Fernuni Hagen. Zu diesem Zweck wurden alle 116 Gutachten ausgewertet, die an vier ausgewählten Amtsgerichten im Oberlandesgerichtsbezirk Hamm in den Jahren 2010 und 2011 in Auftrag gegeben wurden: Nur eine Minderheit erfüllte fachliche Qualitätsstandards. Gegenrede von Prof. Uwe Jopt und Katharina Behrendt.
Merkblätter, Thesenpapiere, Infos
Michael Langhans: Gutachten im Familienrechtlichen Verfahren zustimmen ja oder nein? (Video)
Konzeption Hilfeplan gemäß § 36 KJHG. – Eine Information der Stadt Osnabrück zum Thema "Hilfeplanverfahren", insbesondere die Mitwirkung (siehe § 36 SGB VIII).
Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit NRW: Datenschutz im Jugendamt – Informationen über § 25 SGB X und Akteneinsichtsrecht im Jugendamt.
Arbeitslosenzentrum Krefeld: Keine Angst vorm Amt – keiner geht allein zum Amt! – Zitat: "Gehen Sie nicht allein zur Behörde. Nehmen Sie einen Beistand als Person Ihres Vertrauens mit. Dann sind Sie stärker, fühlen sich nicht allein gelassen. Durch Verunsicherungen können Missverständnisse auftreten." Weitere Informationen auch unter gegen-hartz.de.
EfKiR: Das Kind als Rechtssubjekt.
Holzmindener Merkblatt zum familiengerichtlichen Verfahren. Stand: August 2003.
EfKiR: Gefährdung des Kindeswohl durch die kranke Mutter (Münchhausen-by-proxy) oder durch Mißbrauch von Ärzten und Psychiatern.
Klaus Ketterer (EfKiR): Zur Verfassungswidrigkeit des deutschen § 1671 BGB in der Folge einer Elterntrennung.
Ursula Gresser: Vorschlag einer Regelung über die Begutachtung in den Fachgebieten Medizin und Psychologie bei Gerichtsverfahren. 2015
Svenja Schmidt-Bandelow: Elterliche Sorge.
Richard Moritz: Checklisten für den Umgang mit dem Jugendamt
Richard Moritz: Gemeinsam gegen Gemeinsam gegen illegale Kindesentnahmen.
Manndat: Familienpsychologische Gutachten.
Manndat: Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten.
Manndat: Erziehungsfähigkeit.
Christiane Reither: Info Familiengutachten.
Jürgen Görg: Let's goerg.
TheStudebaker1955: Berichte über die Arbeit deutscher Jugendämter. – über 200 Interviews über die Realität der Arbeit der Jugendämter, Gerichte und Einrichtungen für die Verwahrungen von Kindern und Jugendlichen.
Kinderklau relaunched (hrsg. von Stephanie Franz): Kriminelles Verhalten Jugendamt und Co – ein Fall, viele Täter
Unterhaltsrichtlinien des OLG Köln.
Bundesrechtsanwaltskammer: Liste von regionalen Rechtsanwaltskammern in Deutschland
Liste von Rechtsquellen im deutschen Familienrecht
Urteile und Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) in deutscher Sprache
Anni Lemberger: Parental Alientation Syndrome. Eine Literaturstudie mit Fallbeispielen
Wie sich Eltern gegen das Jugendamt wehren können (Inobhutnahmen) – Information von Rechtsanwalt Patrick Inhestern, Hannover
Ärztekammer Baden-Württemberg – Gewalt gegen Kinder. Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte.
Ärztekammer Bayern – Ärztliche Diagnose und Befunde – Formen von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern: Behandlungsfehler – was tun? – eine gute, 14-seitige Broschüre.
Antrag PKH (ausfüllbares pdf) – Informationen des Justizministeriums NRW und Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe – Informationen des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz.
Patientenverfügung (ausfüllbares rtf) – Information der Bündnisses PatVerfü unter Schirmherrschaft von Nina Hagen.
Formular Vorsorgevollmacht – Zentrales Vorsorgeregister für 13,00 € Gebühr bei der Bundesnotarkammer.
Elterntestament – Das Elterntestament stellt laut Familienberatungsstelle "Familienwohl", Vorsitzender Frank Engelen, die Absicherung der Kinder in Form einer Vorsorgevollmacht nach § 1776 BGB dar.
Formular und Information zum Thema "Beistand" bei Hilfeplangesprächen und ähnlichen Terminen mit dem Jugendamt
Formular Menschenrechtsbeschwerde
Websites von Organisationen und Einzelpersonen
Ombudsstelle Jugendhilfe NRW
Alleinerziehende Norddeutschland e.V., Elmshorn
Eltern für Kinder im Revier (EfKiR) e.V., Essen
Aktion Rechte für Kinder e.V., Kirchheim unter Teck
Umut Yildizi / Hoffnungsstern e.V., Neuss – insbesondere kümmert sich der Verein auch um Inobhutnahmen durch die Jugendämter bei Familien aus aller Welt.
Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) e. V., Nürnberg
System Familie – von Peter Thiel
Gutachten stark verbessern (Gustav) – von Hans Doepner, Westerham
Hinweis: Diese Internetangebote enthalten geschlechterpolitisch ausgerichtete Inhalte:
Mütterlobby aktiv e. V. i. Gr., Berlin
Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. (VAMV), Berlin
Blauer Weihnachtsmann e.V., Hamburg
Väteraufbruch für Kinder e.V., Frankfurt am Main
Trennungsväter e.V., Amberg
Väter für Kinder e.V., Ismaning
Väternotruf – Informationsdienst und Erste Hilfe für Väter und ihre Kinder.
paPPa.com – Verein zur Förderung der gemeinsamen elterlichen Sorge zum Wohl des Kindes e.V. – Verein gelöscht (archive.org, Stand 2011)
Bundesforum Männer, Berlin

References: § 34
 § 33
 § 42
 § 34
in dubio
 § 37
 § 166
 Art. 6
 Art. 6
 § 1686
 Art. 6
 § 574
 § 1671
 § 64
 § 253
 Art. 27
 EGMR 
 EGMR 
 Art. 41
 § 18
 § 79
 § 1684
 Art. 6
 Art. 6
 § 1779
 § 1684
 § 1684
 § 42
 § 65
 § 68
 Art. 6
 § 1666
 § 1666
 § 275
 Art. 8
 Art. 35
 Art. 8
 Art. 8
 § 839
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 8
 § 36
 § 36
 § 25
 § 1671
 § 1776