Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2020-04-07 17:50:38+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 6Ob110/07f - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 1Ob193/57 (1Ob194/57) 7O...
RS0028563
1Ob193/57 (1Ob194/57); 7Ob341/62; 8Ob99/67; 8Ob85/67; 7Ob19/73; 2Ob133/78; 1Ob679/81; 7Ob635/85; 1Ob23/86; 1Ob566/88; 8Ob528/89; 5Ob521/91; 8Ob315/99b; 6Ob194/01z; 4Ob197/05g; 4Ob251/06z; 7Ob239/06g; 6Ob110/07f; 4Ob210/07x; 10Ob119/07h; 4Ob129/12t; 8Ob66/12g; 8Ob106/12i; 8Ob53/14y; 6Ob180/14k; 2Ob223/14d; 6Ob223/17p; 6Ob146/18s
Der Schuldner haftet für ein Verschulden jedes Erfüllungsgehilfen, gleichgültig, ob selbständig oder unselbständig. (SZ 11/32, SZ 12/276, ZBl 1935/16, DREvBl 1940/272).
1 Ob 193/57
Entscheidungstext OGH 02.05.1957 1 Ob 193/57
Veröff: EvBl 1957/294 S 462
7 Ob 341/62
Entscheidungstext OGH 12.12.1962 7 Ob 341/62
Veröff: EvBl 1968/4 S 18
8 Ob 85/67
Entscheidungstext OGH 25.04.1967 8 Ob 85/67
Veröff: SZ 40/58
Veröff: ImmZ 1973,368 = MietSlg 25118
Veröff: SZ 51/176 = EvBl 1979/101 S 320 = JBl 1980,39
1 Ob 679/81
Entscheidungstext OGH 16.09.1981 1 Ob 679/81
7 Ob 635/85
Entscheidungstext OGH 07.11.1985 7 Ob 635/85
Auch; Veröff: WBl 1988,403
Beisatz: Er wird von der Haftung nur befreit, wenn er beweist, dass seinem Erfüllungsgehilfen kein Verschulden zur Last fällt (so schon JBl 1975, 488). (T1)
Veröff: SZ 64/76 = RdW 1991,322
6 Ob 194/01z
Entscheidungstext OGH 16.05.2002 6 Ob 194/01z
Beisatz: Es ist unstrittig, dass auch selbstständige Unternehmer Erfüllungsgehilfen sein können. (T2)
7 Ob 239/06g
Entscheidungstext OGH 31.01.2007 7 Ob 239/06g
Vgl auch; Beisatz: Die Gemeinde ist im Rahmen der Privatwirtschaftsverwaltung tätig und haftet für das Verhalten der Kindergärtnerin dem verletzten Kind gegenüber gemäß § 1313a ABGB. (T3)
4 Ob 210/07x
Entscheidungstext OGH 22.01.2008 4 Ob 210/07x
Veröff: SZ 2008/8
Auch; Veröff: SZ 2012/139
Auch; Auch Beis wie T2; Beisatz: Hier: Selbstständige Vermögensberaterin. (T4); Veröff: SZ 2013/33
ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0028563
JJR_19570502_OGH0002_0010OB00193_5700000_002
Rechtssatz für 3Ob507/57 2Ob524/86 4Ob...
RS0026069
3Ob507/57; 2Ob524/86; 4Ob516/93; 7Ob140/02t; 6Ob110/07f
ABGB §1300 B
Haftung einer Bank für unrichtige und mangelhafte Beratung des Vertragspartners durch ihren Angestellten.
3 Ob 507/57
Entscheidungstext OGH 06.11.1957 3 Ob 507/57
Veröff: EvBl 1958/56 S 99
2 Ob 524/86
Entscheidungstext OGH 18.03.1986 2 Ob 524/86
Veröff: NZ 1987,150
Veröff: ÖBA 1993,987 = RdW 1993,331 = ecolex 1993,669
ECLI:AT:OGH0002:1957:RS0026069
JJR_19571106_OGH0002_0030OB00507_5700000_002
Rechtssatz für 1Ob204/65 8Ob614/93 10O...
RS0028857
1Ob204/65; 8Ob614/93; 10Ob63/02s; 6Ob12/05s; 3Ob283/06y; 6Ob110/07f; 2Ob14/10p; 4Ob129/12t; 8Ob66/14k; 1Ob43/15b
Zur Frage der Haftung für Personen, deren man sich bei Vermittlung und beim Abschluss von Verträgen bedient.
1 Ob 204/65
Entscheidungstext OGH 26.11.1965 1 Ob 204/65
Veröff: EvBl 1966/217 S 265
Vgl auch; Beisatz: Hier: Beratungstätigkeit (T1)
10 Ob 63/02s
Entscheidungstext OGH 28.05.2002 10 Ob 63/02s
Vgl auch; Beisatz: Erfüllungsgehilfe ist auch derjenige, der einen Geschäftsabschluss vorbereitet. Es ist daher dem Geschäftsherrn nach § 1313a ABGB auch die Verletzung vorvertraglicher Pflichten durch einen Stellvertreter oder sonstigen Vertragsgehilfen zuzurechnen. Diese Haftung für das Verschulden des Erfüllungsgehilfen kommt bei Verletzung der für den Vertrag typischen Hauptleistungspflicht und der Nebenleistungspflichten, welche die Vorbereitung und reibungslose Abwicklung der Hauptleistung ermöglichen sollen (Schutz-, Sorgfalts- oder Aufklärungspflichten), in Betracht. Es haftet daher der Vertragspartner auch für ein irreführendes Verhalten seines Geschäftsgehilfen. (T2)
Auch; Beisatz: Die Verletzung vorvertraglicher Pflichten durch einen Stellvertreter oder auch durch sonstige Vertragsgehilfen ist dem Geschäftsherrn zuzurechnen. (T3)
3 Ob 283/06y
Entscheidungstext OGH 31.01.2007 3 Ob 283/06y
Auch; Beisatz: Hier: Zur Frage der Zurechnung eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens zur ausführenden Bank. (T4)
Vgl; Beisatz: Das Verhalten eines (auch) selbständigen Beraters ist einem Finanzdienstleister (zB Bank, Versicherungsmakler, Vermögensberater) iSd § 1313a ABGB dann zuzurechnen, wenn der Berater im Pflichtenkreis des Geschäftsherrn tätig wird und sich der Geschäftsherr zur Erfüllung seiner Pflichten gegenüber dem Kunden des Gehilfen bedient. (T5); Veröff: SZ 2014/70
ECLI:AT:OGH0002:1965:RS0028857
JJR_19651126_OGH0002_0010OB00204_6500000_001
Rechtssatz für 8Ob198/76 (8Ob199/76, ...
RS0028435
8Ob198/76 (8Ob199/76, 8Ob200/76); 3Ob606/78; 6Ob532/80; 8Ob530/81; 2Ob9/86 (2Ob10/86); 3Ob614/89; 6Ob12/05s; 6Ob110/07f; 8Ob106/12i; 8Ob53/14y; 6Ob146/18s; 1Ob150/18t
§ 1313a ABGB ist nicht nur dann anwendbar, wenn zur Erfüllung der Hauptleistungspflicht ein Gehilfe herangezogen wird, sondern auch dann, wenn die Erfüllung der mit einem Schuldverhältnis verknüpften Schutzpflichten und Sorgfaltspflichten einem anderen übertragen wird.
Vgl; Beisatz: Auch bei konkludentem Bestehen von Nebenpflichten. (T1)
Veröff: SZ 51/108
8 Ob 530/81
Entscheidungstext OGH 03.12.1981 8 Ob 530/81
Veröff: JBl 1983,255 = ZVR 1982/266 S 236
2 Ob 9/86
Entscheidungstext OGH 22.04.1986 2 Ob 9/86
3 Ob 614/89
Entscheidungstext OGH 28.03.1990 3 Ob 614/89
Vgl; Beisatz: Verletzung vorvertraglicher Pflichten. (T2)
Veröff: SZ 63/50 = MietSlg XLII/15
Auch; Beisatz: Die Zurechnung des Fehlverhaltens eines Gehilfen in Bezug auf Erfüllungshandlungen beschränkt sich grundsätzlich nicht nur auf die Hauptleistungspflichten, sondern auch auf Neben-, Schutz- und Sorgfaltspflichten. (T4)
ECLI:AT:OGH0002:1977:RS0028435
JJR_19770119_OGH0002_0080OB00198_7600000_004
Rechtssatz für 5Ob764/78 6Ob110/07f
RS0019387
5Ob764/78; 6Ob110/07f
EVHGB Art7 Nr4 Abs2
Die mit der Führung von Geschäften Dritter Beauftragten sind verpflichtet, alle persönlichen Vorteile herauszugeben, die ihnen aus irgendeinem mit der Geschäftsführung in innerem Zusammenhang stehende Grunde zugekommen sind, weil in einem solchen Fall grundsätzlich die Besorgnis gerechtfertigt ist, dass diese Vorteile auf die getroffenen Entscheidungen einem dem Geschäftsherrn nachteiligen Einfluss haben konnten.
5 Ob 764/78
Entscheidungstext OGH 06.11.1979 5 Ob 764/78
Veröff: SZ 52/158 = NZ 1980,147
ECLI:AT:OGH0002:1979:RS0019387
JJR_19791106_OGH0002_0050OB00764_7800000_001
Rechtssatz für 1Ob12/80 3Ob594/80 8Ob5...
RS0026596
1Ob12/80; 3Ob594/80; 8Ob532/83; 3Ob547/84; 1Ob33/84; 10Ob512/87; 1Ob587/90; 7Ob685/90; 1Ob43/92; 7Ob623/94; 2Ob588/94 (2Ob514/95); 1Ob182/97i; 7Ob79/98p; 4Ob252/00p; 5Ob159/07d; 6Ob110/07f; 6Ob104/06x; 6Ob144/08g; 4Ob169/08v; 6Ob44/09b; 9Ob49/09k; 4Ob137/10s; 9Ob5/10s; 8Ob127/10z; 9Ob76/10g; 8Ob60/11y; 7Ob185/11y; 1Ob241/14v; 4Ob249/14t; 4Ob48/19s
Die im § 1300 ABGB enthaltenen Worte "gegen Belohnung" bedeuten nach herrschender Auffassung nur, dass der Rat nicht bloß aus Gefälligkeit, sondern im Rahmen eines wenn auch allenfalls öffentlich - rechtlichen Schuldverhältnisses gegeben worden sein muss (vgl SZ 34/167). Ein solches Verpflichtungsverhältnis ist bei Anwendung des § 1300 ABGB auch dann anzunehmen, wenn der Rat von einem Organ bei hoheitlichem Handeln erteilt wird (Loebenstein - Kaniak, Kommentar zum AHG 69).
Veröff: SZ 53/83
nur: Die im § 1300 ABGB enthaltenen Worte "gegen Belohnung" bedeuten nach herrschender Auffassung nur, dass der Rat nicht bloß aus Gefälligkeit, sondern im Rahmen eines wenn auch allenfalls öffentlich - rechtlichen Schuldverhältnisses gegeben worden sein muss. (T1); Beisatz: Hier: Privatrechtliches Verpflichtungsverhältnis. Anspruch auf Pannenhilfe durch den ÖAMTC. (T2) Veröff: SZ 54/41 = EvBl 1981/145 S 433 = JBl 1982,95 = ZVR 1982/64 S 50
8 Ob 532/83
Entscheidungstext OGH 12.04.1984 8 Ob 532/83
nur: Die im § 1300 ABGB enthaltenen Worte "gegen Belohnung" bedeuten nach herrschender Auffassung nur, dass der Rat nicht bloß aus Gefälligkeit, sondern im Rahmen eines Schuldverhältnisses gegeben worden sein muss. (T3); Beisatz: Da es in der Regel für die Geschäftstätigkeit eines Vermögensberaters und Anlageberaters nicht entscheidend ist, dass er für seine Tätigkeit von seinem Klienten selbst Honorar begehrte, weil er sich vielfach dadurch bezahlt macht, dass er für seine Vermittlungstätigkeit von den Vertragspartnern seines Klienten Provision begehrt, steht der Umstand, dass er vom Klienten kein Honorar begehrte, der Annahme vorvertraglicher oder vertraglicher Sorgfaltspflichten nicht entgegen. (T4)
3 Ob 547/84
Entscheidungstext OGH 27.06.1984 3 Ob 547/84
Auch; nur T1; Veröff: SZ 57/122 = RdW 1985,9
1 Ob 33/84
Entscheidungstext OGH 14.11.1984 1 Ob 33/84
Veröff: SZ 57/172 = RdW 1985,244 = NZ 1986,62
10 Ob 512/87
Entscheidungstext OGH 28.01.1988 10 Ob 512/87
Vgl; nur T3; Beisatz: Durch den geschäftlichen Kontakt, die Beantwortung einer Bonitätsanfrage von Bank zu Bank, entsteht ein Schuldverhältnis ohne primäre Leistungspflicht, welches Schutzpflichten und Sorgfaltspflichten auslöst, deren Verletzung ersatzpflichtig macht. (T5) Veröff: JBl 1988,239 = ÖBA 1988,615 (Jabornegg)
1 Ob 587/90
Entscheidungstext OGH 11.07.1990 1 Ob 587/90
nur T3; Veröff: SZ 63/129 = NZ 1992,110
7 Ob 685/90
Entscheidungstext OGH 10.01.1991 7 Ob 685/90
nur T3; Veröff: RdW 1991,232 = ecolex 1991,314
1 Ob 43/92
Entscheidungstext OGH 19.10.1993 1 Ob 43/92
Auch; Beisatz: Entscheidend ist, ob eine beratende Leistung im Rahmen beziehungsweise in Vorbereitung eines insgesamt entgeltlichen Geschäftes erbracht wurde und damit auch diesen Geschäftsabschluss beeinflusste und der Beratende somit nicht selbstlos handelte. (T6) Veröff: SZ 66/129
7 Ob 623/94
Entscheidungstext OGH 08.02.1995 7 Ob 623/94
nur T3; Beis wie T5; Beis wie T6
2 Ob 588/94
Entscheidungstext OGH 09.02.1995 2 Ob 588/94
Vgl; nur T1; Beis ähnlich wie T4
5 Ob 159/07d
Entscheidungstext OGH 28.08.2007 5 Ob 159/07d
Beis wie T6; Beisatz: Keine vorvertragliche Beziehung zwischen einem Wohnungseigentumsobjektinteressenten und dem Hausverwalter. (T7)
Auch; Beisatz: Die Kläger wandten sich an die Beklagte als Händlerin des von ihnen im Konzern verwendeten Unkrautbekämpfungsmittels wegen deren besonderer Sachkunde um Rat und Auskunft. Die Beklagte hat die Kläger nicht aus reiner Gefälligkeit (selbstlos), sondern aus geschäftlichem Interesse beraten. Auf Grund der geschäftlichen Kontaktaufnahme entstand ein Schuldverhältnis ohne primäre Leistungspflichten, aber mit Schutz- und Sorgfaltspflichten. (T8)
6 Ob 144/08g
Entscheidungstext OGH 07.08.2008 6 Ob 144/08g
Vgl; Beisatz: Gegen Belohnung meint dabei, dass der Rat- oder Auskunftgeber nicht selbstlos tätig wird. Wegen mangelnder Selbstlosigkeit hat daher unter anderem zu haften, wer in Verbindung mit einer dauernden (= ständigen) Geschäftsbeziehung Ratschläge oder Auskünfte gibt (7 Ob 623/94), selbst wenn er zu deren Erteilung nicht verpflichtet gewesen sein sollte (2 Ob 588/94). (T9)
4 Ob 169/08v
Entscheidungstext OGH 14.10.2008 4 Ob 169/08v
Vgl; Beisatz: Ob der Rat oder die Auskunft selbstlos, das heißt aus Gefälligkeit erteilt wurde, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab und begründet daher im Regelfall keine Rechtsfrage erheblicher Bedeutung. (T10)
Vgl; Beisatz: 2. Rechtsgang zu 6 Ob 144/08g. (T11)
9 Ob 49/09k
Entscheidungstext OGH 30.06.2010 9 Ob 49/09k
Vgl; Beis wie T10; Beisatz: „gegen Belohnung“ in § 1300 Satz 1 ABGB ist dahin zu verstehen, dass der Rat nicht selbstlos erfolgte; eine solche Haftung tritt also auch dann ein, wenn keine vertragliche Beziehung zwischen den Streitteilen besteht. Entscheidend ist nur, dass der - wenn auch bloß einmalige - Rat nicht selbstlos erfolgte (T12); Beisatz: Hier: Keine selbstlose Raterteilung im hier vorliegenden Fall der drohenden Geltendmachung eines Schadersatzanspruchs, in dem vom Hausverwalter eine bestimmte (irrtümlich allerdings unrichtige) Auskunft gegeben wurde, um die Anspruchsverfolgung gegen die Beklagte abzuwenden und die Aufmerksamkeit der geschädigten Klägerin auf eine vom Hausverwalter benannte Dritte, die angeblich für die Streuung des Parkplatzes zuständig gewesen sei, zu lenken. (T13)
Vgl; Beisatz: Es genügt, dass der Rat oder die Auskunft nicht aus bloßer Gefälligkeit (selbstlos) erteilt wurde. (T14); Beisatz: Das trifft insbesondere dann zu, wenn das beanstandete Verhalten im Zusammenhang mit einer von dritter Seite erwarteten Leistung (insbesondere einer Provision für die Vermittlung eines Geschäfts) gesetzt wird. (T15); Beisatz: Hier: Selbständiger Vermittler von besonders günstigen Verträgen über den Erwerb von fabriksneuen Kraftfahrzeugen. (T16)
8 Ob 127/10z
Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 Ob 127/10z
nur: Die im § 1300 ABGB enthaltenen Worte "gegen Belohnung" bedeuten nach herrschender Auffassung nur, dass der Rat nicht bloß aus Gefälligkeit gegeben worden sein muss. (T17); Beis wie T14
8 Ob 60/11y
Entscheidungstext OGH 24.04.2012 8 Ob 60/11y
Vgl; nur T17
Vgl auch; nur ähnlich T17; Beisatz: Hier: Keine Haftung für ein im Prozess erstattetes Bestreitungsvorbringen, das der Kläger zum Anlass nimmt, ein weiteres Verfahren gegen einen Dritten einzuleiten. (T18)
1 Ob 241/14v
Entscheidungstext OGH 22.01.2015 1 Ob 241/14v
Vgl; Beisatz: Der Schutzzweck eines Vertrags bestimmt sich nach den ursprünglichen Interessen der Vertragsparteien und nicht nach späteren ‑ allenfalls unvorhergesehenen ‑ Entwicklungen. (T19)
4 Ob 249/14t
Entscheidungstext OGH 17.02.2015 4 Ob 249/14t
Auch; Beis wie T12; Beisatz: Die von der Rechtsprechung geforderte „Sonderbeziehung“ zwischen den Beteiligten wird also auch dadurch begründet, dass der Rat „gegen Belohnung“ erteilt wird. (T20)
Beisatz: Die Beurteilung der Auskunft als gegen Belohnung gegeben hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. (T21)
4 Ob 48/19s
Entscheidungstext OGH 05.07.2019 4 Ob 48/19s
ECLI:AT:OGH0002:1980:RS0026596
JJR_19800527_OGH0002_0010OB00012_8000000_001
Rechtssatz für 5Ob509/92 6Ob110/07f 2O...
RS0065410
5Ob509/92; 6Ob110/07f; 2Ob1/12d; 8Ob130/12v
KSchG §3
Auslegungsprobleme, die sich bei der Subsumtion konkreter Tatbestände eines Geschäftsabschlusses unter die Tatbestandsmerkmale des § 3 KSchG ergeben, sind im Lichte des Gesetzeszweckes zu lösen, dem Verbraucher eine ausreichende Überlegungsfrist zu geben und ihn keiner Zwangssituation auszusetzen.
Auch; Beisatz: Vom Begriff der vom Unternehmer für seine geschäftlichen Zwecke dauernd benutzten Räume, sind Räume des Vertreters grundsätzlich nicht erfasst. Hat der Verbraucher die Filiale eines Bankinstituts zur Vornahme einer Geldanlage aufgesucht, kann er nicht davon überrascht werden, dass ihm auch Produkte von Drittanbietern, deren Vertreter das Bankinstitut ist, angeboten werden. Die Räume des Vertreters sind den Räumen des Unternehmens/Drittanbieters in diesem Fall gleichzuhalten. Ein Rücktrittsrecht gem § 3 Abs 1 KSchG scheidet damit aus. (T1)
2 Ob 1/12d
Entscheidungstext OGH 28.06.2012 2 Ob 1/12d
Veröff: SZ 2012/66
ECLI:AT:OGH0002:1992:RS0065410
JJR_19920310_OGH0002_0050OB00509_9200000_003
Rechtssatz für 7Ob578/94 1Ob503/95 1Ob...
RS0038546
7Ob578/94; 1Ob503/95; 1Ob378/97p; 5Ob141/99t; 5Ob104/00f; 2Ob55/07t; 6Ob110/07f; 3Ob197/08d; 9Ob54/12z; 5Ob121/13z; 3Ob196/13i; 6Ob131/15f; 7Ob165/16i; 2Ob35/17m
stmk ROG §34 Abs9
Verzichtserklärungen sind einschränkend auszulegen. Der Verzicht des Klägers auf laesio enormis kann nicht auch als Verzicht auf den Aufhebungsanspruch beziehungsweise Entschädigungsanspruch nach § 34 Abs 9 des stmk ROG angesehen werden.
7 Ob 578/94
Entscheidungstext OGH 12.10.1994 7 Ob 578/94
Veröff: SZ 67/170
nur: Verzichtserklärungen sind einschränkend auszulegen. (T1)
Veröff: SZ 68/22
1 Ob 378/97p
Entscheidungstext OGH 15.12.1997 1 Ob 378/97p
5 Ob 141/99t
Entscheidungstext OGH 07.12.1999 5 Ob 141/99t
nur T1; Beisatz: Eine Erweiterung des Verzichtsinhalts auf ein erst 13 Jahre nach Abschluss des Mietvertrages neu geschaffenes, einmaliges Anhebungsrecht des Vermieters im Fall des Machtwechsels in der Mietergesellschaft (§ 12a Abs 3 MRG) kommt nicht in Betracht. (T2)
5 Ob 104/00f
Entscheidungstext OGH 27.04.2000 5 Ob 104/00f
3 Ob 197/08d
Entscheidungstext OGH 17.12.2008 3 Ob 197/08d
Auch; nur T1; Beisatz: Ob eine Erklärung einen Verzicht enthält, ist nach den §§ 914, 915 ABGB zu ermitteln. (T3)
9 Ob 54/12z
Entscheidungstext OGH 21.02.2013 9 Ob 54/12z
nur T1; Beisatz: Hier: Erbverzicht. (T4)
5 Ob 121/13z
Entscheidungstext OGH 16.07.2013 5 Ob 121/13z
3 Ob 196/13i
Entscheidungstext OGH 19.12.2013 3 Ob 196/13i
Vgl auch; nur T1; Beis ähnlich wie T2
2 Ob 35/17m
Entscheidungstext OGH 28.03.2017 2 Ob 35/17m
ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0038546
JJR_19941012_OGH0002_0070OB00578_9400000_001
Rechtssatz für 1Ob44/94 1Ob367/97w 7Ob...
1Ob44/94; 1Ob367/97w; 7Ob257/98i; 2Ob187/99k; 4Ob252/00p; 8Ob246/01m; 4Ob13/04x; 6Ob110/07f; 4Ob169/08v; 9Ob49/09k; 4Ob137/10s; 8Ob127/10z; 9Ob76/10g; 7Ob185/11y; 1Ob241/14v; 4Ob249/14t; 4Ob48/19s
1 Ob 44/94
Entscheidungstext OGH 27.03.1995 1 Ob 44/94
Veröff: SZ 68/60
Auch; Beisatz: Die Worte "gegen Belohnung" in § 1300 erster Satz ABGB stellen klar, dass (nur) Gefälligkeitsäußerungen keine Haftung begründen können. Eine Haftung besteht daher immer dann, wenn der Rat oder die Auskunft im Rahmen eines Verpflichtungsverhältnisses erteilt wird; Entgeltlichkeit ist nicht erforderlich; entscheidend ist vielmehr, ob der Rat selbstlos erfolgte. Die Beratung erfolgt nicht "selbstlos", wenn sie der Vorbereitung eines entgeltlichen Geschäfts dient. (T1)
7 Ob 257/98i
Entscheidungstext OGH 28.05.1999 7 Ob 257/98i
Vgl auch; Beisatz: Hier: Informationsbroschüre der Landwirtschaftskammer. (T2)
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Bei der Beurteilung der Haftung nach § 1300 Satz 1 ABGB kommt es nicht darauf an, ob ein Vertrag oder ein vorvertragliches Schuldverhältnis vorliegt. (T3)
Vgl; Beis wie T1 nur: Eine Haftung besteht daher immer dann, wenn der Rat oder die Auskunft im Rahmen eines Verpflichtungsverhältnisses erteilt wird. (T4)
8 Ob 246/01m
Entscheidungstext OGH 28.03.2002 8 Ob 246/01m
Beis wie T3 nur: Bei der Beurteilung der Haftung nach § 1300 Satz 1 ABGB kommt es nicht darauf an, ob ein Vertrag vorliegt. (T5); Beisatz: Der Rat einer Bank erfolgt nicht selbstlos, wenn sie aufgrund dieses Rates für eine Forderung Tilgung erlangt. Die den Rat/Auskunft nicht selbstlos erteilende Bank haftet auch bei Fahrlässigkeit. (T6)
Auch; Beisatz: Diese auch auf die Auskunftserteilung von Banken erstreckte Haftung tritt nicht nur im Rahmen einer ständigen Geschäftsbeziehung, sondern bereits bei der erstmaligen Auskunftserteilung ein, sofern diese nicht selbstlos erfolgte. (T7)
Auch; Beisatz: Die Haftung für fahrlässiges Verhalten nach § 1300 Satz 1 ABGB ist ausgeschlossen, wenn der Rat oder die Auskunft selbstlos, dh aus Gefälligkeit, erteilt wurde. (T8)
Auch; Beis wie T5; Beisatz: „gegen Belohnung“ in § 1300 Satz 1 ABGB ist dahin zu verstehen, dass der Rat nicht selbstlos erfolgte; eine solche Haftung tritt also auch dann ein, wenn keine vertragliche Beziehung zwischen den Streitteilen besteht. Entscheidend ist nur, dass der - wenn auch bloß einmalige - Rat nicht selbstlos erfolgte (T9); Beisatz: Hier: Keine selbstlose Raterteilung im hier vorliegenden Fall der drohenden Geltendmachung eines Schadersatzanspruchs, in dem vom Hausverwalter eine bestimmte (irrtümlich allerdings unrichtige) Auskunft gegeben wurde, um die Anspruchsverfolgung gegen die Beklagte abzuwenden und die Aufmerksamkeit der geschädigten Klägerin auf eine vom Hausverwalter benannte Dritte, die angeblich für die Streuung des Parkplatzes zuständig gewesen sei, zu lenken. (T10)
Vgl; Beis wie T8; Beisatz: Hier: Selbständiger Vermittler von besonders günstigen Verträgen über den Erwerb von fabriksneuen Kraftfahrzeugen. (T11)
Auch; Beis ähnlich wie T3; Beis wie T8
Beisatz: Hier: Keine Haftung für ein im Prozess erstattetes Bestreitungsvorbringen, das der Kläger zum Anlass nimmt, ein weiteres Verfahren gegen einen Dritten einzuleiten. (T12)
Vgl; Beisatz: Auch die dem Kläger durch die späteren Investitionen entstandenen Nachteile, die auf dem unrichtigen Rat der Beklagten beruhten, sind vom Schutzzweck des Vertrags erfasst. (T13)
Beis wie T9; Beisatz: Die von der Rechtsprechung geforderte „Sonderbeziehung“ zwischen den Beteiligten wird also auch dadurch begründet, dass der Rat „gegen Belohnung“ erteilt wird. (T14)
ECLI:AT:OGH0002:1995:RS0044121
JJR_19950327_OGH0002_0010OB00044_9400000_002
Beis wie T6; Beis wie T7; Beis wie T8; Veröff: SZ 2018/47
Rechtssatz für 2Ob236/04a 7Ob64/04v 3O...
RS0119753
2Ob236/04a; 7Ob64/04v; 3Ob289/05d; 6Ob110/07f; 10Ob11/07a; 9Ob32/08h; 1Ob46/10m; 1Ob48/12h; 7Ob5/12d; 6Ob179/12k
WAG §15
Mit § 15 WAG wurde eine ausdrückliche Haftungsnorm geschaffen, die auch im Gesetz den zivilrechtlichen Charakter der Verhaltenspflichten eindeutig klarstellt. Sie bezweckt die grundsätzliche Sicherstellung der Haftung des Rechtsträgers bei Verletzung der Bestimmungen der §§ 13 und 14 WAG auch bei bereits leichter Fahrlässigkeit. Fällt der Bank eine Verletzung von Aufklärungspflichten zur Last, dann ist zu prüfen, wie der Kunde stünde, wenn er ordnungsgemäß aufgeklärt worden wäre.
nur: Mit § 15 WAG wurde eine ausdrückliche Haftungsnorm geschaffen, die auch im Gesetz den zivilrechtlichen Charakter der Verhaltenspflichten eindeutig klarstellt. Sie bezweckt die grundsätzliche Sicherstellung der Haftung des Rechtsträgers bei Verletzung der Bestimmungen der §§ 13 und 14 WAG auch bei bereits leichter Fahrlässigkeit. (T1); Beisatz: Bei Vermittlung von Warenterminoptionen ist die Beschränkung der Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zulässig. (T2)
Beisatz: Grundsätzlich ist dem Anleger das negative Vertragsinteresse zu ersetzen, er ist so zu stellen, wie er bei ordnungsgemäßer Aufklärung stünde. (T3)
nur T1; Beisatz: § 15 Abs 1 WAG schafft so eine auf den allgemeinen Schadenersatzregelungen aufbauende, abgeschlossene Haftungsnorm, die eine gesetzliche Konkretisierung vor- und nebenvertraglicher Verpflichtungen enthält. (T4)
Vgl auch; nur T1; Beisatz: Hier: Klausel, die die Haftung der Beklagten als Wertpapierdienstleister für leichte Fahrlässigkeit unter bestimmten Umständen ausschließt. (T5)
ECLI:AT:OGH0002:2005:RS0119753
JJR_20050120_OGH0002_0020OB00236_04A0000_002
Rechtssatz für 6Ob110/07f
RS0123036
EVÜ Art5 Abs2
Bei Verbraucherverträgen darf die Rechtswahl der Parteien nicht dazu führen, dass dem Verbraucher der durch die zwingenden Bestimmungen des Rechts des Staates, in dem er seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, gewährte Schutz entzogen wird, wenn (unter anderem) der Vertragspartner des Verbrauchers oder sein Vertreter die Bestellung des Verbrauchers in diesem Staat entgegengenommen haben. Vertreter des Leistungserbringers ist dabei jede Person, die in seinem Namen handelt, also jede Person, die mit der Entgegennahme von Bestellungen betraut wurde. Entgegennahme bedeutet deren faktischen Erhalt oder Zugang.
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123036
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_001
Rechtssatz für 6Ob110/07f 1Ob48/12h
RS0123037
6Ob110/07f; 1Ob48/12h
EVÜ Art5 Abs4 litb
Nach seinem Abs 4 lit b gilt Art 5 EVÜ trotz Vorliegens der situativen Voraussetzungen seines Abs 2 nicht für Verträge über die Erbringung von Dienstleistungen, wenn die dem Verbraucher geschuldeten Dienstleistungen ausschließlich in einem anderen als dem Staat erbracht werden müssen, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Dazu gehören auch örtliche Bank- und Brokerdienstleistungen.
Veröff: SZ 2012/136
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123037
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_002
RS0123038
KSchG §3 Abs1
KSchG §41a Abs16
Wird dem Verbraucher anlässlich der Entgegennahme seiner Vertragserklärung keine schriftliche Belehrung über dieses Rücktrittsrecht ausgefolgt, hat der Verbraucher eine unbefristete Rücktrittsmöglichkeit. Diese gilt auch für Verträge, die vor dem 1. 1. 2004 abgeschlossen worden sind.
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123038
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_003
Rechtssatz für 6Ob110/07f 2Ob1/12d 8Ob...
RS0123039
6Ob110/07f; 2Ob1/12d; 8Ob130/12v
Keine analoge Anwendung des § 3 Abs 1 letzter Satz KSchG idF ZivRÄG 2004 auf andere Dauerschuldverhältnisse. Es liegt keine planwidrige Gesetzeslücke vor.
Beisatz: Hier: Vermögensverwaltungsauftrag mit einer Bank. (T1)
Beisatz: Hier: Bestandverhältnis. (T2)
Beisatz: Diese gesetzliche Situation blieb durch die geringfügige Novellierung des § 3 Abs 5 KSchG mit dem BGBl I 2008/21 unberührt. (T3)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123039
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_004
Rechtssatz für 6Ob110/07f 2Ob1/12d
RS0123040
6Ob110/07f; 2Ob1/12d
EWG-RL 85/577/EWG - Haustürgeschäfterichtlinie 31985L0577 Art1 Abs1
EWG-RL 85/577/EWG - Haustürgeschäfterichtlinie 31985L0577 Art3 Abs2
Die Regelung des Rücktrittsrechts in § 3 KSchG erfolgte in Umsetzung der Richtlinie 85/577/EWG (Haustürgeschäfte-RL). Art 3 Abs 2 der Haustürgeschäfte-RL nimmt zwar Verträge über Wertpapiere von ihrem Geltungsbereich aus, nicht aber Vermögensverwaltungs- oder diesen gleichzuhaltende Verträge. Ausnahmen von gemeinschaftsrechtlichen Verbraucherschutzbestimmungen sind eng auszulegen. Eine analoge Anwendung des § 3 Abs 1 letzter Satz KSchG scheidet aus.
Auch; nur: Die Regelung des Rücktrittsrechts in § 3 KSchG erfolgte in Umsetzung der Richtlinie 85/577/EWG (Haustürgeschäfte-RL). (T1); Beisatz: Die auf alle Verbrauchergeschäfte anzuwendende Regelung des Rücktrittsrechts geht nicht nur über den seinerzeitigen § 4 RatG, sondern auch über die Richtlinie 85/577/EWG („Haustürgeschäfte-RL“) hinaus. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123040
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_005
Rechtssatz für 6Ob110/07f 6Ob249/10a 8...
RS0123041
6Ob110/07f; 6Ob249/10a; 8Ob70/15z
Der Gesetzgeber wollte dem Verbraucher ganz bewusst bei Vertragsabschluss in den Räumen des Vertreters oder Geschäftspartners des Unternehmers grundsätzlich ein Rücktrittsrecht einräumen. Eine umfassende analoge Anwendung des § 3 Abs 1 KSchG auf derartige Räume scheidet aus. Es scheidet aber auch eine teleologische Reduktion dieser Bestimmung auf jene Fälle aus, in denen es tatsächlich zu keiner Überrumpelung gekommen ist (so schon 5 Ob 509/92; 7 Ob 508/93). Zu berücksichtigen ist jedoch der Gesetzeszweck, dem Verbraucher eine ausreichende Überlegungsfrist zu geben und ihn keiner Zwangssituation auszusetzen.
6 Ob 249/10a
Entscheidungstext OGH 28.01.2011 6 Ob 249/10a
8 Ob 70/15z
Entscheidungstext OGH 25.11.2015 8 Ob 70/15z
Auch; Beisatz: Eine teleologische Reduktion der Rücktrittsvoraussetzungen nach Maßgabe der konkreten Überrumpelungsgefahr kommt grundsätzlich nicht in Frage. (T1)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123041
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_006
Rechtssatz für 6Ob110/07f 6Ob91/10s 7O...
RS0123042
6Ob110/07f; 6Ob91/10s; 7Ob57/15f
ABGB §1002 ff
BWG §1 Abs1 Z19
WAG §11 Abs1 Z2
Unter den Begriff Finanzdienstleistungsgeschäft fällt (unter anderem) die Verwaltung von Kundenportefeuilles mit Verfügungsvollmacht im Auftrag des Kunden, sofern diese Dienstleistung das Halten von Geld, Wertpapieren oder sonstigen Instrumenten nicht umfasst, sodass der Erbringer der Dienstleistung diesbezüglich zu keiner Zeit Schuldner seiner Kunden werden kann.
Beisatz: Der Kläger hat der Zweitbeklagten die Vertretungsmacht gegenüber einer dritten Bank in Bezug auf die Verwaltung seiner dort deponierten (bzw zu deponierenden) Vermögenswerte eingeräumt. Ein solches Vertragsverhältnis wird als diskretionäre Vermögensverwaltung im fremden Namen bzw aus der Sicht der Depotbank als externe Vermögensverwaltung bezeichnet. Sein Inhalt ist die „Verwaltung von Kundenportefeuilles mit Verfügungsmacht im Auftrag des Kunden" (§ 1 Abs 1 Z 19 litb BWG). Darunter wird die mit einer entsprechenden Vollmacht gekoppelte Erteilung eines Auftrags durch den Kunden an seinen Vertragspartner verstanden, einen Teil seines Vermögens oder sein Gesamtvermögen, das aus Finanzinstrumenten besteht, entsprechend den Anlagerichtlinien im Namen und auf Rechnung des Kunden zu gestionieren, und zwar im Regelfall ohne vorherige Rücksprachepflicht mit dem Kunden. Der Vermögensverwalter muss über einen Entscheidungsspielraum verfügen, der die konkrete Anlageentscheidung für den Kunden umfasst. (T1); Beisatz: Dieser Vermögensverwaltungsvertrag ist als Bevollmächtigungsvertrag im Sinne der §§ 1002 ff ABGB einzuordnen. (T2)
Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Zur Rechtslage nach dem WAG 2007. (T3)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123042
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_007
Rechtssatz für 6Ob110/07f 9Ob85/09d 7O...
RS0123043
6Ob110/07f; 9Ob85/09d; 7Ob106/10d; 6Ob91/10s; 1Ob181/11s; 7Ob57/15f
WAG §13 Z1
WAG §13 Z4
Ein Finanzdienstleister hat bei der Erbringung der Finanzdienstleistung diese mit der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit im Interesse seines Kunden zu erbringen und dem Kunden alle zweckdienlichen Informationen mitzuteilen, soweit dies zur Wahrung der Interessen des Kunden und im Hinblick auf die Art und den Umfang der beabsichtigten Geschäfte erforderlich ist. Eine umfassende Interessenwahrungs- und Treuepflicht trifft den Vermögensverwalter darüber hinaus bereits nach § 1009 ABGB. Ein Vermögensverwaltungsvertrag ist als Bevollmächtigungsvertrag im Sinne der §§ 1002 ff ABGB einzuordnen. Eine Bank ist jedoch nicht verpflichtet, einen spekulierenden Kunden zu bevormunden.
Vgl auch; Beisatz: Inhalt eines Vertrags auf (diskretionäre) Vermögensverwaltung ist die Verwaltung eines Kundenportfolios mit Verfügungsmacht im Auftrag des Kunden. Der Vertragspartner erhält vom Kunden den mit einer entsprechenden Vollmacht gekoppelten Auftrag, einen Teil seines Vermögens oder sein Gesamtvermögen, das aus Finanzinstrumenten besteht, entsprechend den Anlagerichtlinien im Namen und auf Rechnung des Kunden zu gestionieren, und zwar im Regelfall ohne vorherige Rücksprachepflicht mit dem Kunden. Der Vermögensverwaltungsvertrag ist als Bevollmächtigungsvertrag iSd §§ 1002 ff ABGB einzuordnen. Den Vermögensverwalter trifft eine umfassende Interessenwahrungs‑ sowie entsprechende Informationspflicht. (T1); Veröff: SZ 2010/53
Vgl; Beis wie T1 nur: Der Vermögensverwaltungsvertrag ist als Bevollmächtigungsvertrag iSd §§ 1002 ff ABGB einzuordnen. Den Vermögensverwalter trifft eine umfassende Interessenwahrungs‑ sowie entsprechende Informationspflicht. (T2)
Auch; Beis wie T1; Beisatz: Zur Rechtslage nach dem WAG 2007. (T3)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123043
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_008
Rechtssatz für 6Ob110/07f 1Ob46/10m 4O...
RS0123044
6Ob110/07f; 1Ob46/10m; 4Ob126/14d; 1Ob113/17z
WAG §17
WAG §22
Die Aufzeichnungspflicht dient lediglich der Kontrolle der Einhaltung der Wohlverhaltensregeln. Sie wurden ausschließlich im Interesse dieser Kontrolle oder einer strafbehördlichen Verfolgung normiert. § 17 WAG bildet bei Verletzung keine Grundlage für quasivertragliche oder deliktische Schadenersatzansprüche.
Beisatz: Die Verwendung von Formularen führt nicht per se zur Überprüfung der Zulässigkeit einer derartigen Dokumentation im Verbandsprozess nach § 28 Abs 1 KSchG. (T1)
Auch; Beisatz: Hier: § 22 WAG. (T2)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123044
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_009
Rechtssatz für 6Ob110/07f 4Ob217/13k 5...
RS0123047
6Ob110/07f; 4Ob217/13k; 5Ob148/13w
ABGB §1013
Vgl Auch; nur: Nach § 1009 ABGB ist der Gewalthaber verpflichtet, dem Gewaltgeber alle persönlichen Vorteile herauszugeben, die ihm aus irgendeinem mit der Geschäftsführung im inneren Zusammenhang stehenden Grund zugekommen sind, weil in einem solchen Fall grundsätzlich die Besorgnis gerechtfertigt ist, dass diese Vorteile auf die getroffenen Entscheidungen einen dem Geschäftsherrn nachteiligen Einfluss haben konnte. (T1)
Beisatz: Es ist nicht erkennbar, warum § 1009 ABGB nicht auch jenen Vorteil erfassen sollte, den der Machthaber aus der rechtswidrigen Verwertung von Geschäftsgeheimnissen des Machtgebers ‑ hier der Kundenlisten ‑ gezogen hat. (T2)
Vgl auch; Beisatz: Hier: Herausgabeanspruch der Eigentümergemeinschaft gegen deren Verwalter. (T3)
ECLI:AT:OGH0002:2007:RS0123047
JJR_20071107_OGH0002_0060OB00110_07F0000_012

References: OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 1313
 OGH 
 §1300
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 1313
 OGH 
 § 1313

§ 1313
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 1300
 § 1300
 § 1300
 OGH 
 § 1300
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 1300
 OGH 
 § 1300
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 §3
 § 3
 § 3
 OGH 
 §34
 § 34
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 1300
 OGH 
 § 1300
 OGH 
 § 1300
 § 1300
 § 1300
 §15
 § 15
 § 15
 § 15
 §3
 §41
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 4
 § 3
 OGH 
 OGH 
 §1002
 §1
 §11
 §13
 §13
 § 1009
 §17
 §22
 § 17
 § 28
 § 22
 §1013
 § 1009
 § 1009