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Timestamp: 2017-06-22 20:38:31+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 3 AZR 225/08
1. Ge­samt­er­le­di­gungs­klau­seln sind im Re­gel­fall da­hin aus­zu­le­gen, dass sie Be­triebs­ren­ten­ansprüche nicht er­fas­sen. Die große Be­deu­tung von Ver­sor­gungs­ansprüchen er­for­dert ei­ne un­miss­verständ­li­che Erklärung; ein Ver­zicht muss ein­deu­tig und zwei­fels­frei zum Aus­druck ge­bracht wer­den.
2. Ist ein zwi­schen dem Über­neh­mer und dem Ar­beit­neh­mer ge­schlos­se­ner Ar­beits­ver­trag we­gen Um­ge­hung des § 613a BGB un­wirk­sam, kommt ei­ne Ver­wir­kung von Be­triebs­ren­ten­ansprüchen ge­gen den Er­wer­ber re­gelmäßig nicht in Be­tracht.
Arbeitsgericht Münster, Urteil vom 27.03.2007, 3 Ca 1872/06
Landesarbeitsgericht Hamm (Westfalen), Urteil vom 10.10.2007, 3 Sa 797/07
3 AZR 225/08 3 Sa 797/07Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm Im Na­men des Vol­kes!
hat der Drit­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 16. Fe­bru­ar 2010 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Rei­ne­cke, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Schlewing, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Suckow so­wie die - 2 - eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin Per­reng und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Bia­lo­jahn für Recht er­kannt:
1. Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 10. Ok­to­ber 2007 - 3 Sa 797/07 - auf­ge­ho­ben.
2. Der Rechts­streit wird zur er­neu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung - auch über die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens - an das Be­ru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen.
Der am 29. Ju­ni 1928 ge­bo­re­ne Kläger trat mit Wir­kung zum 1. April 1943 als Aus­zu­bil­den­der zum Kauf­manns­ge­hil­fen in die Diens­te der V ein. Die­se fir­mier­te später um in F GmbH. Ab 1962 war der Kläger dort als Han­dels­rei­sen­der tätig.
Mit Be­ginn sei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses bei der V wa­ren dem Kläger Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung auf­grund der bei die­ser be­ste­hen­den „Al­ters- und In­va­li­ditäts­ren­ten­ver­ein­ba­rung der Fir­ma V“ zu­ge­sagt wor­den. Mit Be­triebs­ver­ein­ba­rung vom 24. Ju­li 1973 wur­de die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung neu ge­ord­net. Im Rah­men die­ser Neu­ord­nung wur­de den Ar­beit­neh­mern das Wahl­recht ein­geräumt, die or­dent­li­che Mit­glied­schaft in der Pen­si­ons­kas­se der Mit­ar­bei­ter der H-Grup­pe VVaG (im Fol­gen­den: Pen­si­ons­kas­se) zu be­an­tra­gen. Über die­se Pen­si­ons­kas­se wur­den Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung in der H-Un­ter­neh­mens­grup­pe ab­ge­wi­ckelt. Da­bei wur­de die Al­ters­ver­sor­gung teil­wei­se durch Ar­beit­ge­ber­beiträge und teil­wei­se durch Ar­beit­neh­mer­beiträge fi­nan­ziert. Der Kläger ent­schied sich in der Fol­ge­zeit für die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung und trat zum 1. Au­gust 1973 der Pen­si­ons­kas­se bei. An­ge­stell­te, die - wie der Kläger - am 31. Ju­li 1973 die in der bis­he­ri­gen Ver­ein­ba­rung über Al­ters- und In­va­li­ditäts­ren­ten der Fa. V - 3 - vor­ge­se­he­ne War­te­zeit von zehn Jah­ren erfüllt hat­ten und die Mit­glied­schaft in der Pen­si­ons­kas­se be­an­trag­ten, er­hiel­ten ei­ne auf ei­nen fes­ten Be­trag lau­ten­de Ein­zel­zu­sa­ge auf Fir­men­ren­te. Maßstab für die Er­mitt­lung der Höhe der Ren­te war der Be­trag, der dem An­ge­stell­ten nach Maßga­be der bis­he­ri­gen Ver­ein­ba­rung zu­ge­stan­den hätte, wenn der Ver­sor­gungs­fall am 31. Ju­li 1973 ein­ge­tre­ten wäre. Die F GmbH teil­te dem Kläger mit Schrei­ben vom 13. De­zem­ber 1973 mit, dass sich sei­ne Fir­men­ren­te auf 120,00 DM be­lau­fe.
Mit Wir­kung zum 1. Ju­ni 1979 wur­de die be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit, in der der Kläger tätig war, von der F GmbH ab­ge­spal­ten und von der S GmbH, Teil der H-Un­ter­neh­mens­grup­pe, wei­ter­geführt.
Am 1. Ja­nu­ar 1983 wur­de der Geschäfts­be­reich, in dem der Kläger tätig war, auf die He B GmbH über­tra­gen. Be­reits mit Schrei­ben von De­zem­ber 1982 hat­te die S GmbH den Kläger darüber in­for­miert, dass die He B GmbH ab dem 1. Ja­nu­ar 1983 - nach Maßga­be der Be­stim­mun­gen des § 613a BGB in die Rech­te und Pflich­ten „Ih­res Ar­beits­ver­tra­ges voll­in­halt­lich“ ein­tritt. Die He B GmbH be­fass­te sich mit der Her­stel­lung und dem Ver­trieb von Bau­an­strich­sub­stan­zen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Ihr Geschäfts­sitz war M. Dort be­fan­den sich die Pro­duk­ti­on, die Ver­wal­tung und der Ver­trieb. Darüber hin­aus gab es in ver­schie­de­nen Städten Lo­gis­tik­stand­or­te, ua. in G. Die Geschäfts­an­tei­le der He B GmbH be­fan­den sich im Be­sitz der He GmbH, W. Auch die He GmbH gehörte zur H-Un­ter­neh­mens­grup­pe.
Im Jah­re 1984 be­fand sich die He B GmbH in ei­ner schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Si­tua­ti­on. Zu die­sem Zeit­punkt beschäftig­te sie 211 Ar­beit­neh­mer. Im Au­gust 1984 kam es zu ei­ner Ver­ein­ba­rung zwi­schen der He GmbH und der Be­klag­ten. Da­nach soll­ten die be­trieb­li­chen Ak­ti­vitäten der He B GmbH re­struk­tu­riert wer­den. An­sch­ließend soll­te die Be­klag­te die Geschäfts­an­tei­le der He B GmbH über­neh­men.
Auf­grund der Ver­ein­ba­rung wur­de die Pro­duk­ti­on der He B GmbH still­ge­legt und ein Großteil der Mit­ar­bei­ter schied auf­grund ei­ner So­zi­al­plan­re­ge­lung zum 31. De­zem­ber 1984 aus. Übrig blie­ben 62 Mit­ar­bei­ter, die in den Be­rei­chen Zen­tra­le, La­ger bzw. als Rei­sen­de oder Fach­be­ra­ter tätig wa­ren. - 4 - Nach­dem die Be­klag­te die Geschäfts­an­tei­le der He B GmbH über­nom­men hat­te, führ­te die­se ih­re Tätig­keit - mit Aus­nah­me der Pro­duk­ti­on - mit den ver­blie­be­nen 62 Mit­ar­bei­tern wei­ter fort.
Auch der Kläger schied zum 31. De­zem­ber 1984 bei der He B GmbH aus.
Be­reits zu­vor hat­te die Be­klag­te dem Kläger - und auch an­de­ren Mit­ar­bei­tern der He B GmbH - den Ab­schluss ei­nes Ar­beits­ver­tra­ges an­ge­bo­ten. Mit an den Kläger ge­rich­te­tem Schrei­ben vom 18. Sep­tem­ber 1984 fass­te sie das Er­geb­nis der mit die­sem geführ­ten Ver­hand­lun­gen wie folgt zu­sam­men:
„Hier­mit bestäti­gen wir Ih­nen Ih­re Ein­stel­lung als Außen­dienst­mit­ar­bei­ter für un­ser Un­ter­neh­men im Ver­kaufs­ge­biet M.
1. Ver­trags­be­ginn und An­tritts­da­tum: 1.01.1985.
2. Be­triebs­zu­gehörig­keit Die bis­he­ri­ge Be­triebs­zu­gehörig­keit zur Fir­ma He B GmbH wird auf das Ar­beits­verhält­nis an­ge­rech­net.
Als Ein­stel­lungs­ter­min in die­sem Sin­ne gilt da­her der: 1.04.1943.
5. Spe­sen und Fir­men­wa­gen
Wir bie­ten Ih­nen fer­ner an, sich im Rah­men ei­ner hier im Hau­se be­ste­hen­den Grup­pen­un­fall- so­wie ei­ner Di­rekt-Le­bens­ver­si­che­rung zu be­tei­li­gen und über­rei­chen Ih­nen in der An­la­ge ent­spre­chen­des In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al.“
Der Kläger wur­de ab dem 1. Ja­nu­ar 1985 für die Be­klag­te tätig. Un­ter dem 1. De­zem­ber 1984 hat­te er auch das An­ge­bot der Be­klag­ten auf Ab­schluss der Di­rekt-Le­bens­ver­si­che­rung bei der G Le­bens­ver­si­che­rung AG an­ge­nom­men. Fi­nan­ziert wur­de die Ver­si­che­rung im We­ge der Ge­halts­um­wand­lung. Die Be­klag­te über­nahm die auf die Ver­si­che­rungs­prämie ent­fal­len­de pau­scha­le Lohn- und Kir­chen­steu­er, § 40b EStG.
Be­reits zu­vor war al­len Mit­ar­bei­tern mit­ge­teilt wor­den, dass die Be­klag­te kei­ne Ver­sor­gungs­rech­te, wie sie in der Leis­tungs­ord­nung der H-
- 5 - Pen­si­ons­kas­se fest­ge­legt sind, zu­sa­gen würde. Der Geschäftsführer der He B GmbH hat­te den be­tref­fen­den Ar­beit­neh­mern, so auch dem Kläger, ge­sagt, dass es bei der Be­klag­ten kein ver­gleich­ba­res Ver­sor­gungs­werk ge­be und in­fol­ge des­sen die bei der Pen­si­ons­kas­se er­wor­be­nen Rech­te nicht fort­geführt wer­den könn­ten.
Mit Schrei­ben vom 15. März 1985 er­teil­te die H-Pen­si­ons­kas­se dem Kläger ei­nen sog. An­wart­schafts­aus­weis. Hier­in be­zif­fer­te sie die Ver­sor­gungs­an­wart­schaft des Klägers zum 31. De­zem­ber 1984 auf mo­nat­lich 791,91 DM. In die­sem Be­trag ent­hal­ten ist der von der He B GmbH fi­nan­zier­te Teil­an­spruch der Al­ters­ren­te mit mo­nat­lich 498,41 DM (= 254,83 Eu­ro). Ab dem 1. Ja­nu­ar 1985 wur­de der Kläger als außer­or­dent­li­ches Mit­glied der Pen­si­ons­kas­se geführt. Ab die­sem Tag wur­den ar­beit­ge­ber­sei­tig auch kei­ner­lei Beiträge mehr an die Pen­si­ons­kas­se ge­leis­tet; auch Ar­beit­neh­mer­beiträge wur­den durch den Kläger ab dem 1. Ja­nu­ar 1985 nicht mehr ent­rich­tet.
Die Be­klag­te kündig­te das Ar­beits­verhält­nis des Klägers am 31. Au­gust 1993 außer­or­dent­lich. In dem dar­auf­hin vom Kläger an­ge­streng­ten Kündi­gungs­schutz­pro­zess, der vor dem Ar­beits­ge­richt München un­ter dem Ak­ten­zei­chen - 11 Ca 4967/93 - geführt wur­de, schlos­sen die Par­tei­en am 7. Ok­to­ber 1993 den fol­gen­den Ver­gleich:
„1. Die Par­tei­en sind sich ei­nig, daß das Ar­beits­verhält­nis ein­ver­nehm­lich, je­doch auf Ver­an­las­sung des Ar­beit­ge­bers mit Ab­lauf des 31.08.1993 ge­en­det hat.
4. Mit die­sem Ver­gleich ist der Rechts­streit er­le­digt.
Es be­steht wei­ter­hin Ei­nig­keit, daß die Gehälter des Klägers bis zum Be­en­di­gungs­zeit­punkt be­zahlt sind....“
Zu ei­nem späte­ren Zeit­punkt mach­te der Kläger wei­te­re Ansprüche ge­genüber der Be­klag­ten ge­richt­lich gel­tend. Der Rechts­streit, in dem es um Ur­laubs­ab­gel­tungs­ansprüche, Spe­sen­for­de­run­gen und Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen ging, war eben­falls beim Ar­beits­ge­richt München (- 14 Ca 02808/94 -) rechtshängig und wur­de durch An­walts­ver­gleich er­le­digt, der auf Vor­schlag des - 6 - da­ma­li­gen Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers zu­stan­de kam. Der An­walts-ver­gleich vom 28. No­vem­ber 1995 hat fol­gen­den In­halt:
„1) Die Fir­ma B zahlt an Herrn O zur Ab­gel­tung der noch strei­ti­gen Spe­sen­er­stat­tungs­ansprüche ei­nen Be­trag in Höhe von DM 7.500,-- ...
2) Herr O ver­pflich­tet sich nach Ab­schluss die­ses Ver­gleichs, die vor dem Ar­beits­ge­richt München rechtshängi­ge Kla­ge, Az: 14 Ca 02808/94, un­verzüglich zurück­zu­neh­men.
3) Die Par­tei­en sind sich darüber ei­nig, dass mit der Erfüllung des An­spruchs aus vor­ste­hen­der Ver­ein­ba­rung sämt­li­che ge­gen­sei­ti­gen Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält­nis und sei­ner Be­en­di­gung und für die Zeit nach Be­en­di­gung er­le­digt und ab­ge­gol­ten sind.“
Be­reits seit dem 1. Ju­li 1993 be­zieht der Kläger ein Al­ters­ru­he­geld aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung. Eben­so erhält er seit­dem Leis­tun­gen der Pen­si­ons­kas­se der H-Grup­pe und ein Ru­he­geld von der F GmbH. Zum Jah­res­wech­sel 1993/1994 kam zu­dem die von der Be­klag­ten für den Kläger bei der G Le­bens­ver­si­che­rung AG ab­ge­schlos­se­ne Le­bens­ver­si­che­rung zur Aus­zah­lung. Der Kläger er­hielt die ent­spre­chen­den Leis­tun­gen.
Die Leis­tun­gen der H-Pen­si­ons­kas­se be­lie­fen sich ab dem 1. Ju­li 1993 zunächst auf mo­nat­lich 404,90 Eu­ro. Hier­in ent­hal­ten war der durch Ar­beit­ge­ber­beiträge fi­nan­zier­te Teil mit 254,83 Eu­ro. Die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tun­gen wur­den erst­ma­lig zum 1. Ja­nu­ar 1996 um 5,6 %, so­dann zum 1. Ja­nu­ar 1999 um 4,2 % und letzt­ma­lig zum 1. Ja­nu­ar 2002 um 5,09 % nach § 16 Be­trAVG an­ge­passt. Ab dem 1. Ja­nu­ar 2002 er­hielt der Kläger mo­nat­li­che Zah­lun­gen iHv. 468,28 Eu­ro.
Mit Schrei­ben vom 28. Ju­ni 2005 wand­te sich der Kläger an die H-Pen­si­ons­kas­se und bat um An­pas­sung der lau­fen­den Ren­te zum 1. Ja­nu­ar 2005. Mit Schrei­ben vom 18. Ju­li 2005 ant­wor­te­te die Kas­se dem Kläger wie folgt:
„... Die An­pas­sungs­prüfungs- und Ent­schei­dungs­ver­pflich­tung ist gemäß § 16 Abs. 1 Be­trAVG die Auf­ga­be Ih­res ehe­ma­li­gen Ar­beit­ge­bers. Die B GmbH & Co. KG als Ihr ehe­ma­li­ger Ar­beit­ge­ber hat ei­ner An­pas­sung der
- 7 - be­trieb­li­chen Ver­sor­gungs­bezüge zum 01.01.2005 nicht zu­ge­stimmt.
Die­se Mit­tei­lung er­folgt na­mens und im Auf­trag der B GmbH & Co. KG.“
Mit der am 22. Sep­tem­ber 2006 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­ge­nen Kla­ge hat der Kläger die Be­klag­te auf Zah­lung bzw. Ver­schaf­fung ei­ner höhe­ren Be­triebs­ren­te in An­spruch ge­nom­men. Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Ver­pflich­tung aus der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge der F GmbH auf die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tun­gen sei im We­ge des Be­triebsüber­gangs auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen. Aus die­sem Grun­de ha­be die Be­klag­te die Leis­tun­gen un­ter Berück­sich­ti­gung der bei ihr ver­brach­ten Be­triebs­zu­gehörig­keits­zei­ten vom 1. Ja­nu­ar 1985 bis 30. Ju­ni 1993 auf­zu­sto­cken. Darüber hin­aus sei die Be­klag­te auch für die An­pas­sung der Be­triebs­ren­ten nach § 16 Be­trAVG ein­tritts­pflich­tig. Dass es zum 1. Ja­nu­ar 1985 zu ei­nem Be­triebsüber­gang auf die Be­klag­te ge­kom­men sei, fol­ge dar­aus, dass die­se der An­pas­sung der Be­triebs­ren­ten für die Zeit ab dem 1. Ja­nu­ar 2005 aus­drück­lich nicht zu­ge­stimmt ha­be. Da­mit ha­be sie ih­re Schuld­ner­stel­lung ein­geräumt. Ein An­er­kennt­nis des Be­triebsüber­gangs sei auch in der An­rech­nung der Vor­dienst­zei­ten zu se­hen. Zwi­schen der Pen­si­ons­kas­se und der Be­klag­ten ha­be im Übri­gen ein Dienst­leis­tungs­ver­trag be­stan­den, in wel­chem ge­re­gelt wor­den sei, dass die Be­klag­te Schuld­ne­rin der Be­triebs­ren­te des Klägers sei und die Pen­si­ons­kas­se die­se le­dig­lich ver­wal­te. Je­den­falls sei der Be­triebs­teil in G im We­ge des Be­triebsüber­gangs auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen. Die­ser Be­triebs­teil sei für den Ver­trieb ver­ant­wort­lich ge­we­sen und mit sei­nem ge­sam­ten Per­so­nal­be­stand, mit In­ven­tar, dem Fuhr­park, dem Pacht­ver­trag für das Grundstück und dem Kun­den­stamm auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen. Be­legt wer­de dies durch das Schrei­ben der Stadt G vom 19. Fe­bru­ar 2007 nebst Ge­wer­be­aus­kunft, das Schrei­ben der He B GmbH vom 10. De­zem­ber 1984 so­wie die Auf­trags­bestäti­gung der Fa. Ba AG vom 13. Au­gust 1986. Er, der Kläger, sei bei der He B GmbH als Mit­ar­bei­ter des Außen­diens­tes im Be­triebs­teil G beschäftigt ge­we­sen. Dies be­le­ge das Schrei­ben der He B GmbH vom 17. Ja­nu­ar 1983 so­wie das Schrei­ben der He B GmbH von Fe­bru­ar 1983. Sei­ne Zu­gehörig­keit zum Be­triebs­teil G wer­de fer­ner
- 8 - be­wie­sen durch sein Schrei­ben vom 18. Ok­to­ber 1984 so­wie das Schrei­ben der m GmbH vom 2. März 1989. Bei dem Be­triebs­teil in G ha­be es sich um den Außen­dienststütz­punkt ge­han­delt. Dar­aus, dass er mit der Be­klag­ten ei­nen neu­en Ar­beits­ver­trag ge­schlos­sen ha­be, in dem die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung nicht erwähnt wor­den sei, könne die Be­klag­te nichts zu ih­ren Guns­ten ab­lei­ten. In­so­weit sei zu berück­sich­ti­gen, dass § 613a BGB nicht zur Dis­po­si­ti­on der Par­tei­en ste­he. Eben­so könne die Be­klag­te sich nicht auf Ver­wir­kung be­ru­fen. Vor dem Hin­ter­grund der lan­gen Verjährungs­fris­ten könne das Ren­ten­stamm­recht nicht ver­wir­ken. Fällig­keit der For­de­rung sei zu­dem erst am 1. Ju­li 1993 ein­ge­tre­ten. Auch ha­be die Be­klag­te ih­re Pflicht ver­letzt, auf den Be­triebsüber­gang hin­zu­wei­sen, § 613a BGB. Letzt­lich die­ne das Rechts­in­sti­tut der Ver­wir­kung nicht dem Schutz vor un­be­kann­ten For­de­run­gen.
Der Kläger hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, er ha­be per 1. Ja­nu­ar 2005 ge­gen die Be­klag­te ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te iHv. 721,30 Eu­ro. Hier­zu hat er fol­gen­de Be­rech­nung an­ge­stellt: Die ins­ge­samt zu berück­sich­ti­gen­de Be­triebs­zu­gehörig­keits­zeit be­lau­fe sich auf 239 Mo­na­te. Da­von ent­fie­len 137 Mo­na­te, mit­hin 57,32 % auf die bei der He B GmbH ver­brach­te Be­triebs­zu­gehörig­keits­zeit vom 1. Au­gust 1973 bis 31. De­zem­ber 1984 und 102 Mo­na­te, mit­hin 42,68 % auf die bei der Be­klag­ten vom 1. Ja­nu­ar 1985 bis 30. Ju­ni 1993 ver­brach­te Be­triebs­zu­gehörig­keits­zeit. Die vol­le von der Be­klag­ten zu zah­len­de Be­triebs­ren­te be­tra­ge des­halb 254,83 Eu­ro (= Teil der Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung, die auf Ar­beit­ge­ber­leis­tun­gen be­ruht) : 57,32 % x 100 = 444,57 Eu­ro. Hier­von sei die von der Pen­si­ons­kas­se tatsächlich ge­zahl­te Be­triebs­ren­te in­so­weit in Ab­zug zu brin­gen, als sie auf Ar­beit­ge­ber­beiträgen be­ru­he, mit­hin iHv. 254,83 Eu­ro. Da­mit ha­be er ab dem 1. Ju­li 1993 ge­genüber der Be­klag­ten ei­nen um 189,74 Eu­ro höhe­ren Be­triebs­ren­ten­an­spruch, mit­hin ei­nen An­spruch iHv. ins­ge­samt 594,64 Eu­ro (= 404,90 Eu­ro + 189,74 Eu­ro). Die­ser An­spruch ha­be sich ent­spre­chend den zunächst „rich­ti­gen“ Dy­na­mi­sie­run­gen wie folgt erhöht: Ab dem 1. Ja­nu­ar 1996 um 5,6 % aus 594,64 Eu­ro = 33,30 Eu­ro, ab dem 1. Ja­nu­ar 1999 um 4,2 % aus 627,94 Eu­ro = 26,37 Eu­ro so­wie ab dem 1. Ja­nu­ar 2002 um 5,09 % aus 654,31 Eu­ro = 33,30 Eu­ro. Ab dem 1. Ja­nu­ar 2002 ste­he ihm des­halb ei­ne mo­nat­li­che Be- - 9 -
triebs­ren­te iHv. 687,61 Eu­ro zu. Die­se sei ab dem 1. Ja­nu­ar 2005 gem. § 16 Be­trAVG mit 4,9 % zu dy­na­mi­sie­ren. In­so­weit sei zu berück­sich­ti­gen, dass der Ver­brau­cher­preis­in­dex für Deutsch­land in der Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2002 bis zum 1. Ja­nu­ar 2005 von 103,4 Punk­ten auf 108,3 Punk­te ge­stie­gen sei, was un­strei­tig ist. Da­mit ha­be er ab dem 1. Ja­nu­ar 2005 ei­nen An­spruch auf ei­ne mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te iHv. 721,30 Eu­ro. Die Ab­leh­nung der An­pas­sung der Be­triebs­ren­te für die Zeit ab dem 1. Ja­nu­ar 2005 sei un­bil­lig.
Für die Ver­gan­gen­heit er­ge­be sich ein An­spruch auf Zah­lung rückständi­ger Be­triebs­ren­ten ab dem 1. Ja­nu­ar 2002 wie folgt: Für den Zeit­raum vom 1. Ja­nu­ar 2002 bis 31. De­zem­ber 2004 er­ge­be sich un­ter Berück­sich­ti­gung ei­nes Zah­lungs­solls von 687,61 Eu­ro und ei­ner tatsächli­chen Zah­lung iHv. 468,28 Eu­ro ei­ne mo­nat­li­che Dif­fe­renz von 219,33 Eu­ro, mit­hin ei­ne Dif­fe­renz iHv. ins­ge­samt 7.895,88 Eu­ro. Für den Zeit­raum vom 1. Ja­nu­ar 2005 bis zum 30. Sep­tem­ber 2006 er­ge­be sich bei ei­nem Zah­lungs­soll von 721,30 Eu­ro und ei­ner tatsächli­chen Zah­lung iHv. 468,28 Eu­ro ei­ne Dif­fe­renz von 253,02 Eu­ro mo­nat­lich, mit­hin ei­ne Ge­samt­for­de­rung über 5.313,42 Eu­ro. Die Sum­me die­ser bei­den Beträge hat der Kläger mit dem An­trag zu 2. ein­ge­klagt.
Der Kläger hat zu­letzt be­an­tragt, 1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn ab dem 1. Ok­to­ber 2006 zusätz­lich zu der von der Pen­si­ons­kas­se H be­zahl­ten mo­nat­li­chen Be­triebs­ren­te iHv. 468,28 Eu­ro ei­ne wei­te­re mo­nat­li­che Be­triebs­ren­te iHv. 253,02 Eu­ro zu be­zah­len,
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, dem Kläger zum 1. Ok­to­ber 2006 ei­nen Be­triebs­ren­ten­an­spruch iHv. mo­nat­lich 253,02 Eu­ro zu der be­reits lau­fend von der Pen­si­ons­kas­se H be­zahl­ten Be­triebs­ren­te von 468,28 Eu­ro zu ver­schaf­fen,
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn rückständi­ge Be­triebs­ren­ten für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2002 bis ein­sch­ließlich 30. Sep­tem­ber 2006 iHv. 13.209,30 Eu­ro zu be­zah­len,
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ihm rück­wir­kend für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar 2002 bis ein­sch­ließlich 30. Sep-
- 10 - tem­ber 2006 ei­ne Be­triebs­ren­te von ein­ma­lig 13.209,30 Eu­ro zu ver­schaf­fen,
3. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn Zin­sen für rückständi­ge Be­triebs­ren­ten iHv. fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit der Fällig­keit zum je­wei­li­gen Letz­ten ei­nes Mo­nats zu be­zah­len.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, der Kläger könne un­ter kei­nem recht­li­chen Ge­sichts­punkt Ansprüche gel­tend ma­chen. Auf ei­nen Be­triebsüber­gang könne er sein Be­geh­ren nicht mit Er­folg stützen. Mit der Über­nah­me der Geschäfts­an­tei­le der He B GmbH ha­be sich le­dig­lich ein Ge­sell­schaf­ter­wech­sel voll­zo­gen, zu ei­nem Be­triebsüber­gang sei es hier­durch nicht ge­kom­men. Die He B GmbH ha­be mit den ver­blie­be­nen 62 Mit­ar­bei­tern den Be­trieb oh­ne Pro­duk­ti­on fort­geführt. Das wei­te­re Vor­brin­gen des Klägers zum Be­triebsüber­gang im Hin­blick auf die Be­triebsstätte in G sei un­sub­stan­ti­iert. Der Kläger sei auch nicht Mit­ar­bei­ter der Be­triebsstätte in G ge­we­sen. Hier­bei ha­be es sich um ein La­ger, ei­nen Lo­gis­tik­stand­ort ge­han­delt, der ei­ne ei­ge­ne Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit dar­ge­stellt ha­be. Es sei dort Wa­re ein­ge­la­gert wor­den, die auf un­ter­schied­li­che Wei­se an die Kun­den ge­langt sei. Von G aus sei­en zB die ca. 35 „Fläden“ (Ein­zel­han­del) be­lie­fert wor­den. Fer­ner sei­en Wa­ren von den Kun­den in G selbst ab­ge­holt und von dort aus an die Kun­den ver­sandt wor­den. Zum Teil sei­en Wa­ren auch bei an­de­ren Nie­der­las­sun­gen be­stellt wor­den, dann aber über die Nie­der­las­sung in G zur Aus­lie­fe­rung ge­kom­men, wenn dies ent­spre­chend gewünscht wor­den sei. Zum Teil sei­en die Be­stel­lun­gen auch über die Außen­dienst­mit­ar­bei­ter er­folgt, die die­se dann an die be­tref­fen­de Nie­der­las­sung, so auch an die Nie­der­las­sung in G, wei­ter­ge­ge­ben hätten. Die Außen­dienst­mit­ar­bei­ter sei­en in den Lo­gis­tikstütz­punkt nicht or­ga­ni­sa­to­risch in­te­griert wor­den. Sie hätten mehr oder we­ni­ger aut­ark ge­ar­bei­tet. Im We­sent­li­chen ha­be es nur ge­ne­rel­le Steue­rungs­me­cha­nis­men ge­ge­ben, die zen­tral für den Außen­dienst von Mü aus er­folgt sei­en. Die Außen­dienst­mit­ar­bei­ter sei­en die ein­zel­nen Nie­der­las­sun­gen nur an­ge­lau­fen, wenn Schrift­wech­sel zu ver­an­las­sen oder ent­ge­gen­zu­neh­men war und sons­ti­ge Un­terstützun­gen er­for­der­lich ge­we­sen sei­en. Bei der Be­triebsstätte in G ha­be es sich da­mit le­dig­lich um ein La­ger ge­han­delt, der Kläger sei
- 11 - aber im Außen­dienst tätig ge­we­sen. Zu sei­ner Ein­glie­de­rung in den Be­triebs­teil G ha­be er nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen. Selbst wenn von ei­nem Be­triebsüber­gang aus­zu­ge­hen sei, hätte der Kläger den­noch kei­ne Ansprüche. Er ha­be mit der Be­klag­ten ei­nen neu­en Ar­beits­ver­trag ge­schlos­sen und da­mit das Ar­beits­verhält­nis auf ei­ne neue Grund­la­ge ge­stellt. Sch­ließlich sei­en mit der Ver­ein­ba­rung vom 28. No­vem­ber 1995 et­waig be­ste­hen­de Ansprüche auf­ge­ho­ben wor­den. Bei die­ser Ver­ein­ba­rung ha­be es sich nicht um ei­nen Be­en­di­gungs­ver­gleich ge­han­delt. Im Übri­gen ha­be der Kläger sei­ne Ansprüche auch ver­wirkt. Er sei mit Ab­lauf des 31. De­zem­ber 1984 bei der He B GmbH aus­ge­schie­den und ha­be be­reits am 15. März 1985 den An­wart­schafts­aus­weis der Pen­si­ons­kas­se er­hal­ten. Die­sem Schrei­ben ha­be er nicht wi­der­spro­chen. Nach dem 31. De­zem­ber 1984 sei­en auch von sei­nem Ein­kom­men zu­guns­ten der Pen­si­ons­kas­se kei­ne Ein­be­hal­te vor­ge­nom­men wor­den. Vor die­sem Hin­ter­grund ha­be der Kläger ge­wusst, dass die ursprüng­li­che Ver­sor­gungs­zu­sa­ge nicht fort­be­stand. Fer­ner sei zu berück­sich­ti­gen, dass er be­reits am 1. Ju­li 1993 in den Ru­he­stand ge­tre­ten sei; auch nach Ein­set­zen der Leis­tun­gen der Pen­si­ons­kas­se ha­be er kei­ne wei­te­ren Leis­tun­gen von der Be­klag­ten ver­langt. Ins­ge­samt sei da­von aus­zu­ge­hen, dass der Kläger 22 Jah­re untätig ge­blie­ben sei, wes­halb das Zeit­mo­ment der Ver­wir­kung erfüllt sei. Es sei ihr auch nicht mehr zu­mut­bar, et­wai­ge Ansprüche des Klägers zu erfüllen. Sie ha­be kei­ne Rück­stel­lun­gen auf­ge­baut und kei­ne Beträge zur ge­setz­li­chen In­sol­venz­si­che­rung er­bracht. Die steu­er­li­chen Nach­tei­le sei­en der­zeit noch nicht zu be­zif­fern.
Der Kläger hat mit Schriftsätzen vom 23. Fe­bru­ar 2007 der Pen­si­ons­kas­se der Mit­ar­bei­ter der H-Grup­pe VVaG und der F GmbH in M den Streit verkündet.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge mit der Be­gründung ab­ge­wie­sen, der Kläger ha­be zu dem von ihm be­haup­te­ten Be­triebsüber­gang nicht sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen. Er ha­be auf das sub­stan­ti­ier­te Vor­brin­gen der Be­klag­ten, nur das La­ger in G über­nom­men zu ha­ben, zu dem der Kläger als Außen­dienst­mit­ar­bei­ter nicht gehöre, nicht wei­ter vor­ge­tra­gen. Er ha­be wei­ter kei­ne Stel­lung ge­nom­men zu der Be­haup­tung der Be­klag­ten, es ha­be bezüglich des Aus- - 12 - schei­dens vie­ler Mit­ar­bei­ter, ua. des Klägers, bei der He B GmbH ei­nen So­zi­al­plan ge­ge­ben, auf­grund des­sen auch er aus­ge­schie­den sei. Er ha­be sich wei­ter nicht da­zu ver­hal­ten, schon im Sep­tem­ber 1984 sich mit der Be­klag­ten auf den Ab­schluss ei­nes neu­en Ar­beits­ver­tra­ges ge­ei­nigt zu ha­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Be­ru­fung des Klägers mit der Be­gründung zurück­ge­wie­sen, der Kläger ha­be even­tu­el­le Ansprüche ge­gen die Be­klag­te auf Gewährung ei­ner Al­ters­ren­te ver­wirkt.
Mit der vom Se­nat zu­ge­las­se­nen Re­vi­si­on ver­folgt der Kläger sein ursprüng­li­ches Be­geh­ren wei­ter.
Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers hat Er­folg. Auf­grund der Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts und des un­strei­ti­gen Par­tei­vor­brin­gens kann der­zeit noch nicht ent­schie­den wer­den, ob und ggf. in wel­cher Höhe dem Kläger ge­genüber der Be­klag­ten Ansprüche zu­ste­hen. Dies führt zur Auf­he­bung des Be­ru­fungs­ur­teils und zur Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits an das Lan­des­ar­beits­ge­richt.
A. Die Re­vi­si­on des Klägers ist zulässig. Sie ist auf­grund der Zu­las­sung durch Be­schluss des Se­nats vom 11. März 2008 - 3 AZN 1330/07 - statt­haft.
Der Zulässig­keit der Re­vi­si­on steht auch nicht ent­ge­gen, dass der Kläger in der Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift un­ter B) kei­nen Sach­an­trag for­mu­liert hat. Zwar muss die Re­vi­si­ons­be­gründung nach § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 ZPO die Erklärung ent­hal­ten, in­wie­weit das Ur­teil an­ge­foch­ten und des­sen Auf­he­bung be­an­tragt wird (Re­vi­si­ons­anträge). Die­se Erklärung muss al­ler­dings nicht not­wen­dig in ei­nem be­stimmt ge­fass­ten An­trag nie­der­ge­legt wer­den. Die Vor­schrift ver­langt le­dig­lich, dass die Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift ih­rem ge­sam­ten In­halt nach er­ken­nen lässt, in wel­chem Um­fang das lan­des­ar­beits­ge­richt­li­che Ur­teil an­ge­foch­ten wer­den soll (vgl. BGH 31. Mai 1995 - XII ZR
- 13 - 196/94 - zu II der Gründe, NJW-RR 1995, 1154; 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 - zu II 1 a der Gründe, NJW 2006, 2705 zu dem in­so­weit ent­spre­chen­den § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ZPO nF bzw. § 519 Abs. 3 Nr. 1 ZPO aF). Die­sen An­for­de­run­gen wird die Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift ge­recht. Der Kläger hat hier­in aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, er for­de­re von der Be­klag­ten die Erhöhung sei­ner aus der Zeit ab dem 1. Au­gust 1973 herrühren­den mo­nat­li­chen Be­triebs­ren­te, wo­bei er die Hin­zu­rech­nung sei­ner Beschäfti­gungs­zeit bei der Be­klag­ten vom 1. Ja­nu­ar 1985 bis ein­sch­ließlich 30. Ju­ni 1993 und die An­pas­sung der Be­triebs­ren­te zum 1. Ja­nu­ar 2005 gem. § 16 Be­trAVG ver­langt hat. Da­mit hat er zum Aus­druck ge­bracht, dass Ziel sei­nes Rechts­mit­tels in­so­weit die Wei­ter­ver­fol­gung des bis­he­ri­gen Sach­be­geh­rens ist. Dies hat er zu­dem im Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Se­nat aus­drück­lich klar­ge­stellt. Eben­so hat er klar­ge­stellt, dass es sich bei dem An­trag zu A) aus der Re­vi­si­ons­be­gründungs­schrift nicht um ei­nen ei­genständi­gen neu­en An­trag han­del­te, die­ser An­trag viel­mehr als Mi­nus in den vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt ge­stell­ten Anträgen ent­hal­ten war.
B. Die Re­vi­si­on ist auch be­gründet. I. Die Kla­ge ist mit den Haupt­anträgen zulässig. Mit dem An­trag zu 1. macht der Kläger ei­ne wie­der­keh­ren­de Leis­tung gel­tend, die von kei­ner Ge­gen­leis­tung abhängig ist, so dass auch künf­tig fällig wer­den­de Teil­beträge ein­ge­klagt wer­den können (§ 258 ZPO). Sein An­trag ist so zu ver­ste­hen, dass er die Zah­lung der mo­nat­li­chen Be­triebs­ren­te längs­tens für die Dau­er sei­nes ei­ge­nen Le­bens be­gehrt.
II. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts und dem un­strei­ti­gen Par­tei­vor­brin­gen kann noch nicht ab­sch­ließend be­ur­teilt wer­den, ob und ggf. in wel­cher Höhe die Kla­ge be­gründet ist. Für die Ent­schei­dung des Rechts­streits kommt es in­so­weit dar­auf an, ob die Be­klag­te aus der dem Kläger ursprüng­lich von der F GmbH er­teil­ten Ver­sor­gungs­zu­sa­ge durch Über­nah­me des Be­triebs­teils in G nach § 613a BGB ver­pflich­tet wur­de, weil der Kläger zu die­sem Be­triebs­teil gehörte. Soll­te dies der Fall sein, so stünde der An­walts­ver­gleich vom 28. No­vem­ber 1995 ei­nem An­spruch des Klägers nicht ent­ge­gen; - 14 - eben­so we­nig wäre sein An­spruch ge­gen die Be­klag­te ver­wirkt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat zu ei­ner et­wai­gen Ver­pflich­tung der Be­klag­ten aus der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge we­gen Be­triebsüber­gangs nach § 613a BGB kei­ne Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen. Be­reits dies führt zur Auf­he­bung des Be­ru­fungs­ur­teils und zur Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits an das Lan­des­ar­beits­ge­richt.
1. Dem Kläger wa­ren die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tun­gen zunächst von der F GmbH zu­ge­sagt wor­den. Nach Ab­spal­tung der be­trieb­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit, in der der Kläger bei der F GmbH tätig war, und Wei­terführung durch die S GmbH, war Letz­te­re Ver­sor­gungs­schuld­ne­rin ge­wor­den. Mit dem Über­gang des Ar­beits­verhält­nis­ses des Klägers im We­ge des Be­triebsüber­gangs von der S GmbH auf die He B GmbH war wie­der­um die­se ab dem 1. Ja­nu­ar 1983 in die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ar­beits­verhält­nis des Kläger ein­ge­tre­ten (§ 613a BGB) und hier­durch Ver­sor­gungs­schuld­ne­rin ge­wor­den.
2. Die Be­klag­te ist nicht da­durch Ver­sor­gungs­schuld­ne­rin ge­wor­den, dass sie die Geschäfts­an­tei­le der He B GmbH über­nom­men hat. Der sog. sha­re deal führt nur zu ei­nem Ge­sell­schaf­ter­wech­sel, er stellt kei­nen Be­triebsüber­gang dar und be­wirkt nicht den Über­gang von Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen.
3. Die Be­klag­te hat die Ver­sor­gungs­ver­pflich­tung auch nicht im Zu­sam­men­hang mit dem Ab­schluss des Ar­beits­ver­tra­ges im Sep­tem­ber 1984 über­nom­men. Aus­weis­lich die­ses Ver­tra­ges hat sie zwar die bis­he­ri­ge Be­triebs­zu­gehörig­keit zur He B GmbH auf das Ar­beits­verhält­nis an­ge­rech­net; die Par­tei­en ha­ben sich da­hin ge­ei­nigt, dass als Ein­stel­lungs­ter­min in die­sem Sin­ne der 1. April 1943 gilt. Al­ler­dings war dem Kläger so­wohl von Sei­ten der Be­klag­ten, als auch vom Geschäftsführer der He B GmbH aus­drück­lich ge­sagt wor­den, dass die Be­klag­te die bei der He B GmbH be­ste­hen­de Al­ters­ver­sor­gung nicht wei­terführen würde. Aus­weis­lich der Nr. 5 der Ein­stel­lungs­bestäti­gung hat­te die Be­klag­te dem Kläger an­ge­bo­ten, sich im Rah­men ei­ner be­ste­hen­den Grup­pen­un­fall- so­wie ei­ner Di­rekt-Le­bens­ver­si­che­rung zu be­tei­li­gen. Ein An­ge­bot auf Wei­terführung bzw. Über­nah­me der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge war da­mit nicht ge­macht wor­den. - 15 - 4. Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht aus der Mit­tei­lung der Pen­si­ons­kas­se vom 18. Ju­li 2005. Die­se lässt sich auch da­hin in­ter­pre­tie­ren, dass die Be­klag­te sich le­dig­lich (im In­nen­verhält­nis) ge­genüber der Pen­si­ons­kas­se zur Ab­wick­lung der Be­triebs­ren­ten­ansprüche für die F GmbH bzw. die He B GmbH ver­pflich­tet hat­te. Dies ent­spricht auch dem Stand­punkt der Pen­si­ons­kas­se, den die­se mit an den Kläger ge­rich­te­tem Schrei­ben vom 16. Fe­bru­ar 2007, das der Kläger selbst zur Ak­te ge­reicht hat, kund­ge­tan hat.
5. Die Ver­pflich­tung aus der ursprüng­lich von der F GmbH er­teil­ten Ver­sor­gungs­zu­sa­ge könn­te je­doch im We­ge des Be­triebsüber­gangs gem. § 613a BGB auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen sein.
Ein Be­triebs- oder Be­triebs­teilüber­gang nach § 613a Abs. 1 BGB setzt die Wah­rung der Iden­tität der be­tref­fen­den wirt­schaft­li­chen Ein­heit vor­aus. Ei­ne sol­che be­steht aus ei­ner or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ge­samt­heit von Per­so­nen und/oder Sa­chen zur auf Dau­er an­ge­leg­ten Ausübung ei­ner wirt­schaft­li­chen Tätig­keit mit ei­ge­ner Ziel­set­zung. Bei der Prüfung, ob ei­ne sol­che Ein­heit über­ge­gan­gen ist, sind sämt­li­che den be­tref­fen­den Vor­gang kenn­zeich­nen­den Tat­sa­chen zu berück­sich­ti­gen. Da­zu gehören als Teil­as­pek­te der Ge­samtwürdi­gung na­ment­lich die Art des be­tref­fen­den Un­ter­neh­mens oder Be­trie­bes, der et­wai­ge Über­gang der ma­te­ri­el­len Be­triebs­mit­tel, wie Gebäude oder be­weg­li­che Güter, der Wert der im­ma­te­ri­el­len Ak­ti­va zum Zeit­punkt des Über­gangs, die et­wai­ge Über­nah­me der Haupt­be­leg­schaft, der et­wai­ge Über­gang der Kund­schaft so­wie der Grad der Ähn­lich­keit zwi­schen den vor und nach dem Über­gang ver­rich­te­ten Tätig­kei­ten und die Dau­er ei­ner even­tu­el­len Un­ter­bre­chung die­ser Tätig­keit. Die Iden­tität der Ein­heit kann sich auch aus an­de­ren Merk­ma­len, wie ih­rem Per­so­nal, ih­ren Führungs­kräften, ih­rer Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on, ih­ren Be­triebs­me­tho­den und ggf. den ihr zur Verfügung ste­hen­den Be­triebs­mit­teln er­ge­ben. Da­bei kommt den für das Vor­lie­gen ei­nes Über­gangs maßgeb­li­chen Kri­te­ri­en je nach der aus­geübten Tätig­keit und je nach den Pro­duk­ti­ons- und Be­triebs­me­tho­den un­ter­schied­li­ches Ge­wicht zu (st. Rspr., vgl. BAG 25. Ju­ni 2009 - 8 AZR 258/08 - Rn. 26 mwN, AP BGB § 613a Nr. 373 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 111). - 16 - a) Die Be­klag­te hat den Stand­ort in G in der Is­traße im We­ge des Be­triebsüber­gangs von der He B GmbH über­nom­men. Der Kläger, den dies­bezülich die Dar­le­gungs- und Be­weis­last trifft, hat für die Über­nah­me die­ses Stand­orts durch die Be­klag­te hin­rei­chend sub­stan­ti­iert vor­tra­gen. Er hat in­so­weit be­haup­tet, die­ser Lo­gis­tikstütz­punkt sei mit sei­nem ge­sam­ten Per­so­nal­be­stand, mit In­ven­tar, dem Fuhr­park (be­ste­hend aus vier Lkw), dem Pacht­ver­trag für das Grundstück und dem Kun­den­stamm auf die Be­klag­te über­ge­gan­gen. Er hat sich zu­dem auf ei­ne Ge­wer­be­aus­kunft der Stadt G vom 19. Fe­bru­ar 2007, das Schrei­ben der He B GmbH vom 10. De­zem­ber 1984 so­wie die Auf­trags­bestäti­gung der Ba AG vom 13. Au­gust 1986 be­ru­fen. Aus die­sen Un­ter­la­gen geht her­vor, dass die He B GmbH noch im De­zem­ber 1984 ihr Ge­wer­be „La­ger Is­traße“ beim Ge­wer­be­amt ab­ge­mel­det und mit­ge­teilt hat­te, dass die von ihr zu­vor be­trie­be­ne un­selbständi­ge Zweig­stel­le in G ab dem 1. Ja­nu­ar 1985 von der Be­klag­ten über­nom­men würde. Die Ge­wer­be­aus­kunft der Stadt G vom 19. Fe­bru­ar 2007 be­legt auch, dass die Be­klag­te in der Is­traße ei­nen Be­trieb un­ter­hal­ten hat; ge­mel­de­te Tätig­keit war: „Far­ben, und La­cken, Ma­le­rei­be­darfs­ar­ti­kel“. Aus der „Mel­dung“ auf S. 2 der Aus­kunft geht her­vor, dass die Be­klag­te das Ge­wer­be zum 1. Ja­nu­ar 1985 we­gen „Über­nah­me“ an­ge­mel­det hat­te. Das Schrei­ben der Ba AG vom 13. Au­gust 1986 zeigt schließlich ei­ne tatsächli­che Tätig­keit der Be­klag­ten in die­sem Lo­gis­tikstütz­punkt auf. Ge­genüber die­sem Vor­brin­gen hat sich die Be­klag­te mit ei­nem schlich­ten Be­strei­ten ei­nes Be­triebsüber­gangs und der Gel­tend­ma­chung, der Kläger ha­be im Hin­blick auf den Be­triebsüber­gang nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen, ver­tei­digt. Dies reicht nicht aus.
b) Noch nicht ab­sch­ließend be­ur­teilt wer­den kann, ob der Kläger dem über­tra­ge­nen Be­triebs­teil in G über­haupt an­gehörte. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat hier­zu kei­ne Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen, son­dern aus­drück­lich aus­geführt, es könne da­hin­ge­stellt blei­ben, ob der Kläger die­sem Be­triebs­teil zu­ge­ord­net war.
Wird nicht der ge­sam­te Be­trieb, son­dern nur ein Be­triebs­teil über­nom­men, muss nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts der Ar­beit­neh­mer dem über­tra­ge­nen Be­triebs­teil an­gehören, da­mit sein Ar­beits-
- 17 - verhält­nis gem. § 613a BGB auf den Er­wer­ber über­geht (vgl. BAG 13. No­vem­ber 1997 - 8 AZR 375/96 - zu II 3 der Gründe, BA­GE 87, 120; 25. Sep­tem­ber 2003 - 8 AZR 446/02 - zu II 2 a der Gründe, AP BGB § 613a Nr. 256 = EzA ZPO 2002 § 50 Nr. 2).
Auch für sei­ne Zu­gehörig­keit zum Be­trieb/Be­triebs­teil in G hat der Kläger bis­lang hin­rei­chend In­di­zi­en vor­ge­tra­gen. Er hat­te zwar zunächst nur all­ge­mein be­haup­tet, er sei bei der He B GmbH als Mit­ar­bei­ter des Außen­diens­tes im Be­triebs­teil G beschäftigt ge­we­sen; zur nähe­ren Erläute­rung die­ser Tat­sa­chen hat er sich aber auf die Schrei­ben der He B GmbH vom 17. Ja­nu­ar 1983 so­wie Fe­bru­ar 1983, sein ei­ge­nes Schrei­ben vom 18. Ok­to­ber 1984 so­wie das Schrei­ben der m GmbH vom 2. März 1989 be­ru­fen. Aus die­sen Un­ter­la­gen geht her­vor, dass die He B GmbH, die mit Wir­kung zum 1. Ja­nu­ar 1983 die be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­ein­heit, in der der Kläger bei der S GmbH tätig ge­we­sen war, im We­ge des Be­triebsüber­gangs über­nom­men hat­te, den Kläger so­wohl dis­zi­pli­na­risch als auch fach­lich dem Stütz­punkt G zu­ge­wie­sen hat­te. So folgt aus dem Schrei­ben der He B GmbH vom 17. Ja­nu­ar 1983, dass ab dem 1. Ja­nu­ar 1983 für die Stütz­punk­te G, A und R Herr Ho so­wohl dis­zi­pli­na­risch als auch fach­lich für die Mit­ar­bei­ter der He B GmbH zuständig war. Aus dem Schrei­ben des Klägers selbst vom 18. Ok­to­ber 1984 er­gibt sich, dass die­ser im Vor­feld sei­nes Ver­trags­ab­schlus­ses mit der Be­klag­ten ver­geb­lich ver­sucht hat­te, von Herrn Ho die „zum Ver­trag benötig­ten und klären­den Un­ter­la­gen“ zu er­hal­ten. Das Schrei­ben der m GmbH vom 2. März 1989 be­legt schließlich, dass die Außen­diensttätig­keit des Klägers in den Ab­schluss ei­nes Ver­tra­ges münde­te, der in G ab­zu­wi­ckeln war, der Kläger al­so auch nach Über­nah­me des Be­triebs/Be­triebs­teils „G“ durch die Be­klag­te wei­ter hierfür tätig war. Wei­te­res Vor­brin­gen des Klägers war schon des­halb nicht zu er­war­ten, weil er als Außen­dienst­mit­ar­bei­ter nicht ständig in G war.
Die Be­klag­te hat die Zu­ord­nung des Klägers zum Be­trieb/Be­triebs­teil in G be­strit­ten und gel­tend ge­macht, hier­bei ha­be es sich le­dig­lich um ein La­ger ge­han­delt, die Außen­dienst­mit­ar­bei­ter sei­en in den Lo­gis­tikstütz­punkt nicht or­ga­ni­sa­to­risch in­te­griert wor­den. Die Außen­dienst­mit­ar­bei­ter sei­en die ein­zel­nen Nie­der­las­sun­gen nur an­ge­lau­fen, wenn Schrift­wech­sel zu ver­an­las­sen oder
- 18 - ent­ge­gen­zu­neh­men war und sons­ti­ge Un­terstützun­gen er­for­der­lich ge­we­sen sei­en. Nach­dem das Ar­beits­ge­richt es als un­strei­tig be­han­delt hat­te, dass der Kläger nicht zum „La­ger“ G gehörte, war von der Be­klag­ten wei­te­rer Sach­vor-trag nicht zu er­war­ten.
Da das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Fra­ge ei­nes et­wai­gen Be­triebsüber­gangs of­fen­ge­las­sen hat, hat es nun­mehr zu klären, ob der Kläger dem über­tra­ge­nen Be­trieb/Be­triebs­teil in G über­haupt an­gehörte. Die Zurück­ver­wei­sung gibt zunächst der Be­klag­ten Ge­le­gen­heit, zu die­sem Punkt, ins­be­son­de­re zur Tätig­keit des Klägers und sei­ner Ein­glie­de­rung - wo auch im­mer - ent­spre­chen­den Vor­trag zu leis­ten. Aus ih­rem Vor­brin­gen, der Kläger sei aus­weis­lich sei­nes Ar­beits­ver­tra­ges für das Ver­kaufs­ge­biet M ein­ge­stellt ge­we­sen, kann die Be­klag­te be­reits des­halb nichts zu ih­ren Guns­ten ab­lei­ten, weil die Zu­ord­nung zu ei­nem be­stimm­ten Ver­kaufs­ge­biet nichts darüber aus­sagt, wel­chem Be­trieb/Be­triebs­teil der Kläger bei der Be­klag­ten or­ga­ni­sa­to­risch an­gehörte.
c) Die Tat­sa­che, dass der Kläger zum 31. De­zem­ber 1984 bei der He B GmbH „aus­ge­schie­den“ war und mit Wir­kung zum 1. Ja­nu­ar 1985 mit der Be­klag­ten ei­nen neu­en Ar­beits­ver­trag ge­schlos­sen hat­te, stünde ei­nem et­wai­gen Ein­tritt der Be­klag­ten in die Rech­te und Pflich­ten aus der ursprüng­lich von der F GmbH er­teil­ten Ver­sor­gungs­zu­sa­ge nicht ent­ge­gen.
Soll­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­stel­len, dass der Kläger dem Be­trieb bzw. dem Be­triebs­teil G an­gehörte, wäre das Ar­beits­verhält­nis durch den mit der Be­klag­ten ge­schlos­se­nen Ar­beits­ver­trag - ent­ge­gen de­ren Rechts­auf­fas­sung - nicht auf ei­ne völlig neue Grund­la­ge ge­stellt wor­den; der Ar­beits-ver­trag wäre viel­mehr in­so­weit we­gen Um­ge­hung des § 613a BGB (vgl. hier­zu BAG 19. März 2009 - 8 AZR 722/07 - Rn. 27, AP BGB § 613a Nr. 369 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 108) un­wirk­sam mit der Fol­ge, dass er ei­nem Be­triebsüber­gang nicht ent­ge­genstünde.
d) Ei­nem et­wai­gen An­spruch des Klägers steht in kei­nem Fal­le der An­walts­ver­gleich vom 28. No­vem­ber 1995 ent­ge­gen, in wel­chem sich die Par­tei­en un­ter Nr. 3) darüber ge­ei­nigt ha­ben, dass mit der Erfüllung des An­spruchs aus der Ver­ein­ba­rung sämt­li­che ge­gen­sei­ti­gen Ansprüche aus dem Ar­beits­verhält-
- 19 - nis und sei­ner Be­en­di­gung und für die Zeit nach Be­en­di­gung er­le­digt und ab­ge­gol­ten sind. Mit die­ser „Er­le­di­gungs­klau­sel“ ha­ben die Par­tei­en et­wa be­ste­hen­de Ansprüche des Klägers auf Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung nicht rechts­geschäft­lich zum Erlöschen ge­bracht.
aa) Wel­che Rechts­qua­lität und wel­chen Um­fang ei­ne Aus­gleichs­klau­sel hat, ist durch Aus­le­gung nach den Re­geln der §§ 133, 157 BGB zu er­mit­teln. Als rechts­tech­ni­sche Mit­tel für den Wil­len der Par­tei­en, ih­re Rechts­be­zie­hung zu be­rei­ni­gen, kom­men ins­be­son­de­re der Er­lass­ver­trag, das kon­sti­tu­ti­ve und das de­kla­ra­to­ri­sche Schuld­an­er­kennt­nis in Be­tracht. Ein Er­lass­ver­trag (§ 397 Abs. 1 BGB) ist dann an­zu­neh­men, wenn die Par­tei­en vom Be­ste­hen ei­ner be­stimm­ten Schuld aus­ge­hen, die­se aber übe­rein­stim­mend als nicht mehr zu erfüllen be­trach­ten. Ein kon­sti­tu­ti­ves ne­ga­ti­ves Schuld­an­er­kennt­nis iSv. § 397 Abs. 2 BGB liegt vor, wenn der Wil­le der Par­tei­en dar­auf ge­rich­tet ist, al­le oder ei­ne be­stimm­te Grup­pe von be­kann­ten oder un­be­kann­ten Ansprüchen zum Erlöschen zu brin­gen. Ein de­kla­ra­to­ri­sches ne­ga­ti­ves Schuld­an­er­kennt­nis ist schließlich an­zu­neh­men, wenn die Par­tei­en nur die von ih­nen an­ge­nom­me­ne Rechts­la­ge ein­deu­tig do­ku­men­tie­ren und da­mit fi­xie­ren wol­len. Maßge­bend ist das Verständ­nis ei­nes red­li­chen Erklärungs­empfängers. Die­ser ist nach Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) ver­pflich­tet, un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler ihm er­kenn­ba­ren Umstände mit gehöri­ger Auf­merk­sam­keit zu prüfen, was der Erklären­de ge­meint hat. Zu berück­sich­ti­gen ist fer­ner der Grund­satz der nach bei­den Sei­ten hin in­ter­es­sen­ge­rech­ten Aus­le­gung (BAG 7. No­vem­ber 2007 - 5 AZR 880/06 - Rn. 17, BA­GE 124, 349; 23. Fe­bru­ar 2005 - 4 AZR 139/04 - zu II 4 a aa der Gründe, BA­GE 114, 33).
bb) Vor­lie­gend be­stand für die Be­klag­te kein An­halts­punkt dafür, der Kläger wol­le auf Ansprüche ver­zich­ten. An die Fest­stel­lung ei­nes Ver­zichts­wil­lens sind ho­he An­for­de­run­gen zu stel­len. Ein Er­lass liegt im Zwei­fel nicht vor. Es kommt hin­zu, dass der Ver­zicht vor­aus­setzt, dass die Par­tei­en vom Be­ste­hen ei­ner be­stimm­ten Schuld aus­ge­hen. Dies kann we­der auf Sei­ten des Klägers noch auf Sei­ten der Be­klag­ten an­ge­nom­men wer­den. Dass im Zu­sam­men­hang mit der Ver­ein­ba­rung vom 28. No­vem­ber 1995 die Pen­si­ons­kas­sen­zu­sa­ge über- - 20 -
haupt erörtert wor­den wäre, ist we­der er­sicht­lich noch wur­de hier­zu et­was vor­ge­tra­gen. Es ist viel­mehr da­von aus­zu­ge­hen, dass kei­ne der Par­tei­en an ei­ne et­wai­ge Ver­pflich­tung der Be­klag­ten aus der von der F GmbH er­teil­ten Ver­sor­gungs­zu­sa­ge über­haupt ge­dacht hat. Ge­ra­de die Be­klag­te hat aus­weis­lich des Sit­zungs­pro­to­kolls über die münd­li­che Ver­hand­lung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt erklärt, sie sei zum Zeit­punkt der Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Kläger nicht da­von aus­ge­gan­gen, dass Ren­ten­ver­pflich­tun­gen aus dem al­ten Ar­beits­verhält­nis über­nom­men würden.
cc) Nach der gewähl­ten For­mu­lie­rung woll­ten die Par­tei­en sämt­li­che Ansprüche des Klägers aus dem Ar­beits­verhält­nis und des­sen Be­en­di­gung und für die Zeit nach Be­en­di­gung er­le­di­gen. Da­mit hat­ten sie auch ih­nen nicht be­kann­te Ansprüche zum Erlöschen brin­gen wol­len. Ei­ne sol­che Erklärung ist ein kon­sti­tu­ti­ves ne­ga­ti­ves Schuld­an­er­kennt­nis (BAG 23. Fe­bru­ar 2005 - 4 AZR 139/04 - zu II 4 a bb der Gründe, BA­GE 114, 33).
Das kon­sti­tu­ti­ve ne­ga­ti­ve Schuld­an­er­kennt­nis er­streckt sich je­doch nicht auf Ver­sor­gungs­ansprüche des Klägers. Ge­samt­er­le­di­gungs­klau­seln ha­ben ei­ne be­son­de­re Funk­ti­on. Sie sol­len nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen den ehe­ma­li­gen Ver­trags­par­tei­en kla­re Verhält­nis­se schaf­fen und künf­ti­ge Strei­tig­kei­ten ver­hin­dern. Des­halb be­zie­hen sich nach der Ver­kehrs­auf­fas­sung im Ar­beits­le­ben der­ar­ti­ge Er­le­di­gungs­klau­seln re­gelmäßig nicht nur auf Ansprüche, über wel­che die Par­tei­en vor­her ge­strit­ten ha­ben, son­dern auch auf sol­che, an wel­che die Par­tei­en nicht ge­dacht ha­ben. Da­mit sind der­ar­ti­ge Ge­samt­er­le­di­gungs­klau­seln im Re­gel­fall weit aus­zu­le­gen. Für Ver­sor­gungs­ansprüche gel­ten aber Be­son­der­hei­ten. Sie ha­ben meist ei­nen ho­hen Wert; ih­re Er­hal­tung und Erfüllung ist für den dar­aus Be­rech­tig­ten von großer Be­deu­tung. Kein Ar­beit­neh­mer wird oh­ne be­son­de­ren Grund auf der­ar­ti­ge Rech­te ver­zich­ten wol­len (vgl. BAG 9. No­vem­ber 1973 - 3 AZR 66/73 - zu I 2 der Gründe, AP BGB § 242 Ru­he­ge­halt Nr. 163 = EzA BGB § 242 Ru­he­geld Nr. 28). Die­se Be­deu­tung der Ver­sor­gungs­ansprüche für den Ar­beit­neh­mer er­for­dert da­her ei­ne un­miss­verständ­li­che Erklärung; ein sol­cher Ver­zicht muss ein­deu­tig und zwei­fels­frei zum Aus­druck ge­bracht wer­den (vgl. BAG 14. Au­gust - 21 - 1990 - 3 AZR 285/89 - zu III der Gründe, AP Be­trAVG § 1 In­va­li­ditäts­ren­te Nr. 10 = EzA Be­trAVG § 1 Nr. 60; 17. Ok­to­ber 2000 - 3 AZR 69/99 - zu B I 3 a der Gründe, AP Be­trAVG § 1 Zu­satz­ver­sor­gungs­kas­sen Nr. 56 = EzA Be­trAVG § 1 Nr. 71; 27. Fe­bru­ar 1990 - 3 AZR 213/88 - AP Be­trAVG § 1 Vor­dienst­zei­ten Nr. 13 = EzA Be­trAVG § 1 Nr. 56). Ei­ne der­ar­ti­ge un­miss­verständ­li­che Erklärung fehlt im vor­lie­gen­den Fall.
Ein Ab­wei­chen von die­ser Aus­le­gungs­re­gel ist nicht vor dem Hin­ter­grund ge­bo­ten, dass die Ver­ein­ba­rung vom 28. No­vem­ber 1995 nicht im Zu­sam­men­hang mit der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses bei der Be­klag­ten, son­dern erst ge­rau­me Zeit da­nach, und zu­dem auf Vor­schlag des da­ma­li­gen Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers zu­stan­de ge­kom­men ist. Die Par­tei­en ha­ben mit der Ge­samt­er­le­di­gungs­klau­sel in der An­walts­ver­ein­ba­rung vom 28. No­vem­ber 1995 für die Zeit nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses kla­re Verhält­nis­se schaf­fen und wei­te­re Strei­tig­kei­ten ver­hin­dern wol­len. Häufig ge­ben - wie der vor­lie­gen­de Fall zeigt - erst nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses gel­tend ge­mach­te wei­te­re Ansprüche Ver­an­las­sung, sich auf ei­ne Ge­samt­er­le­di­gungs­klau­sel zu verständi­gen. Auch die Tat­sa­che, dass die in Re­de ste­hen­de Ver­ein­ba­rung auf Ar­beit­neh­mer­sei­te von dem da­ma­li­gen Pro­zess­be­vollmäch­tig­ten des Klägers ver­an­lasst wur­de, stellt die An­wend­bar­keit der og. Aus­le­gungs­re­gel nicht in Fra­ge. Der da­ma­li­ge Pro­zess­be­vollmäch­tig­te des Klägers war mit Fra­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung des Klägers er­kenn­bar nicht be­fasst.
e) Soll­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­stel­len, dass der Kläger dem Be­triebs­teil in G an­gehörte, wäre sein An­spruch auch nicht ver­wirkt.
aa) Die Ver­wir­kung ist ein Son­der­fall der un­zulässi­gen Rechts­ausübung. Es ist nicht Zweck der Ver­wir­kung, Schuld­ner, de­nen ge­genüber Gläubi­ger ih­re Rech­te länge­re Zeit nicht gel­tend ge­macht ha­ben, von ih­rer Pflicht zur Leis­tung vor­zei­tig zu be­frei­en. Des­halb kann al­lein der Zeit­ab­lauf die Ver­wir­kung ei­nes Rechts nicht recht­fer­ti­gen. Es müssen viel­mehr zu dem Zeit­mo­ment be­son­de­re Umstände so­wohl im Ver­hal­ten des Be­rech­tig­ten als auch des Ver­pflich­te­ten hin­zu­tre­ten (Um­stands­mo­ment), die es recht­fer­ti­gen, die späte Gel­tend- - 22 - ma­chung des Rechts als mit Treu und Glau­ben un­ver­ein­bar und für den Ver­pflich­te­ten als un­zu­mut­bar an­zu­se­hen. Da­bei muss der Be­rech­tig­te un­ter Umständen untätig ge­blie­ben sein, die den Ein­druck er­we­cken konn­ten, dass er sein Recht nicht mehr gel­tend ma­chen wol­le, so dass der Ver­pflich­te­te sich dar­auf ein­stel­len durf­te, nicht mehr in An­spruch ge­nom­men zu wer­den. Durch die Ver­wir­kung wird die il­loy­al ver­späte­te Gel­tend­ma­chung von Rech­ten aus-ge­schlos­sen. Sie dient dem Ver­trau­ens­schutz (BAG 13. Au­gust 2008 - 7 AZR 269/07 - Rn. 37, EzAÜG AÜG § 10 Fik­ti­on Nr. 121; 23. Ju­li 2009 - 8 AZR 357/08 - Rn. 32, AP BGB § 613a Wi­der­spruch Nr. 10 = EzA BGB 2002 § 613a Nr. 113).
bb) Die Be­ja­hung oder Ver­nei­nung ei­ner Ver­wir­kung ist grundsätz­lich dem Tatrich­ter vor­be­hal­ten, der den ihm zur Be­gründung des Ein­wands vor-ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt ei­gen­ver­ant­wort­lich zu würdi­gen hat. Al­ler­dings hat das Re­vi­si­ons­ge­richt nach­zu­prüfen, ob der Tatrich­ter al­le er­heb­li­chen Ge­sichts­punk­te berück­sich­tigt hat und die Be­wer­tung die­ser Ge­sichts­punk­te von den ge­trof­fe­nen tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen ge­tra­gen wird (BGH 19. De­zem­ber 2000 - X ZR 150/98 - zu II 3 der Gründe, BGHZ 146, 217; BAG 13. Au­gust 2008 - 7 AZR 269/07 - Rn. 38, EzAÜG AÜG § 10 Fik­ti­on Nr. 121).
cc) In An­wen­dung die­ser Grundsätze er­weist sich das Be­ru­fungs­ur­teil als feh­ler­haft.
(1) Zwar ist da­von aus­zu­ge­hen - hier­auf stellt das Lan­des­ar­beits­ge­richt letzt­lich auch ent­schei­dend ab -, dass das Untätig­blei­ben des Klägers bis zum 30. Ju­ni 1993 für die Fra­ge ei­ner et­wai­gen Ver­wir­kung kei­ne Re­le­vanz hat. In­so­weit ist in der Recht­spre­chung an­er­kannt, dass ei­ne Ver­wir­kung von vorn-her­ein aus­schei­det, so­lan­ge das gel­tend ge­mach­te Recht noch nicht be­steht, das Zeit­mo­ment al­so nicht vor Fällig­keit der sich aus dem Ren­ten­stamm­recht er­ge­ben­den Leis­tun­gen be­ginnt (BAG 18. Sep­tem­ber 2001 - 3 AZR 689/00 - zu B II 4 b der Gründe, BA­GE 99, 92; 13. Au­gust 2008 - 7 AZR 269/07 - Rn. 42, EzAÜG AÜG § 10 Fik­ti­on Nr. 121). Da­nach wäre da­von aus­zu­ge­hen, dass der Kläger et­was mehr als 13 Jah­re lang sei­ne Ansprüche ge­genüber der Be­klag­ten nicht gel­tend ge­macht hat.
- 23 - (2) Es kann da­hin­ste­hen, ob die­se Zeit­dau­er zur Be­ja­hung des Zeit­mo­ments aus­reicht. Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Ver­wir­kung lägen be­reits des­halb nicht vor, weil das Um­stands­mo­ment nicht erfüllt wäre.
Das Be­ru­fungs­ge­richt hat bei sei­ner In­ter­es­sen­abwägung meh­re­re Umstände berück­sich­tigt: Der Kläger ha­be den ihm von der Be­klag­ten an­ge­bo­te­nen Ar­beits­ver­trag ak­zep­tiert, in dem ihm die Möglich­keit ei­ner be­stimm­ten Form der Al­ters­ver­sor­gung an­ge­bo­ten wor­den sei. Zu­dem sei ihm im Zu­sam­men­hang mit der Be­gründung des Ar­beits­verhält­nis­ses bei der Be­klag­ten aus­drück­lich erklärt wor­den, dass die al­te Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung nicht fort­geführt wer­de. Dies ha­be er auch dar­an er­ken­nen können, dass von sei­nem Ge­halt ab dem 1. Ja­nu­ar 1985 für die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung we­der Beiträge ein­be­hal­ten noch ab­geführt wor­den sei­en; schließlich ha­be ihm die Pen­si­ons­kas­se be­reits im März 1985 mit­ge­teilt, dass er als außer­or­dent­li­ches Mit­glied geführt wer­de und zum 31. De­zem­ber 1984 ei­ne un­ver­fall­ba­re An­wart­schaft er­wor­ben ha­be. Als wei­te­res Um­stands­mo­ment kom­me hin­zu, dass der Kläger mit dem An­walts­ver­gleich vom 28. No­vem­ber 1995 zu er­ken­nen ge­ge­ben ha­be, dass mit wei­te­ren Ansprüchen nicht zu rech­nen sei. Der Be­klag­ten sei schließlich die ver­spätet ge­for­der­te Erfüllung nicht mehr zu­zu­mu­ten, da sie kei­ne Rück­stel­lun­gen ge­bil­det ha­be.
Vor­lie­gend muss nicht ent­schie­den wer­den, ob für das Um­stands­mo­ment an Ge­scheh­nis­se an­ge­knüpft wer­den kann, die sich vor Be­ginn des Zeit­mo­ments er­eig­net ha­ben. Soll­te die Be­klag­te in­fol­ge ei­nes Be­triebsüber­gangs aus der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge ver­pflich­tet sein, so wären sämt­li­che von ihr an­geführ­ten und vom Lan­des­ar­beits­ge­richt berück­sich­tig­ten Umstände nicht ge­eig­net, bei ihr ein schutzwürdi­ges Ver­trau­en da­hin zu be­gründen, der Kläger wer­de sei­ne Ansprüche nicht mehr gel­tend ma­chen: Soll­te die Be­klag­te in­fol­ge ei­nes Be­triebsüber­gangs in die Rech­te und Pflich­ten aus der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge ein­ge­tre­ten sein, so wäre der mit ihr ge­schlos­se­ne Ar­beits­ver­trag we­gen Um­ge­hung des § 613a BGB un­wirk­sam. Hat­te die Be­klag­te § 613a BGB um­gan­gen, kommt ei­ne Ver­wir­kung von Be­triebs­ren­ten­ansprüchen des Klägers von vorn­her­ein nicht in Be­tracht. - 24 -
Darüber hin­aus stellt die dem Kläger in dem neu­en Ar­beits­ver­trag an­ge­bo­te­ne und von die­sem auch an­ge­nom­me­ne Ver­sor­gungs­zu­sa­ge kei­nen Aus­gleich für die Auf­ga­be der Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung dar. Bei der Di­rekt-Le­bens­ver­si­che­rung, auf die sich der Kläger mit der Be­klag­ten ge­ei­nigt hat­te, han­delt es sich um ei­ne sol­che, die durch Ge­halts­um­wand­lung fi­nan­ziert wur­de, während die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung nur zum Teil auf Ar­beit­neh­mer­beiträgen be­ruh­te. Auch aus der Erklärung, die Be­klag­te führe die Pen­si­ons­kas­sen­leis­tung nicht wei­ter, könn­te die­se zu ih­ren Guns­ten nichts ab­lei­ten. Im Fal­le ei­ner Zu­gehörig­keit des Klägers zum Be­triebs­teil G wäre sie im We­ge des Be­triebsüber­gangs in die Ver­sor­gungs­ver­pflich­tung ein­ge­tre­ten und wäre für den Fall, dass sie nicht Mit­glied der Pen­si­ons­kas­se hätte wer­den können, aus dem ar­beits­recht­li­chen Grund­verhält­nis den­noch zur Leis­tung ver­pflich­tet ge­we­sen, § 1 Abs. 1 Satz 3 Be­trAVG. Auch den vom Be­ru­fungs­ge­richt wei­ter her­an­ge­zo­ge­nen Um­stand, der Kläger ha­be sei­ne Ansprüche in den an­de­ren Ver­fah­ren nicht gel­tend ge­macht, könn­te kei­ne Be­deu­tung bei­ge­mes­sen wer­den. Dies stellt nichts an­de­res als das schlich­te Untätig­blei­ben und da­mit kei­nen be­son­de­ren Um­stand dar, aus dem Ver­trau­ens­schutz für die Be­klag­te hätte er­wach­sen können. Dies gilt auch dann, wenn in dem Zu­sam­men­hang der An­walts­ver­gleich vom 28. No­vem­ber 1995 mit­berück­sich­tigt wird. Die­ser An­walts­ver­gleich er­fass­te Leis­tun­gen der be­trieb­li­chen Al­ters­ver­sor­gung nicht. Letzt­lich wäre auch die Tat­sa­che, dass die Be­klag­te kei­ne Rück­stel­lun­gen ge­bil­det hat, kein im Rah­men der In­ter­es­sen­abwägung zu berück­sich­ti­gen­der Um­stand. Die Rück­stel­lun­gen hätte die Be­klag­te während des lau­fen­den Ar­beits­verhält­nis­ses bil­den müssen, al­so noch während ei­nes Zeit­raums, der vor Be­ginn des Zeit­mo­ments liegt. Ein Untätig­blei­ben des Klägers wäre dem­nach nicht kau­sal dafür, dass kei­ne Rück­stel­lun­gen ge­bil­det wur­den.
Da­mit ließe sich nur fest­stel­len, dass der Kläger seit dem Be­zug sei­ner Ren­ten schlicht untätig ge­blie­ben ist und be­son­de­re Umstände, die den Ein­druck hätten er­we­cken können, er wol­le sein Recht nicht mehr gel­tend ma­chen, nicht fest­zu­stel­len wären. - 25 - f) Soll­te das Be­ru­fungs­ge­richt zu dem Er­geb­nis kom­men, dass der Kläger dem Be­trieb bzw. Be­triebs­teil in G zu­gehörig war, stünde da­mit al­ler­dings nur fest, dass die Be­klag­te in­fol­ge des Be­triebsüber­gangs in die Rech­te und Pflich­ten aus der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge ein­ge­tre­ten war mit der Fol­ge, dass sich die bei ihr ver­brach­ten Be­triebs­zu­gehörig­keits­zei­ten be­triebs­ren­ten­erhöhend aus­wir­ken würden und dass sich die zum 1. Ja­nu­ar 1996, 1. Ja­nu­ar 1999 und 1. Ja­nu­ar 2002 er­folg­ten Ren­ten­an­pas­sun­gen auch auf den erhöhten Be­trag er­stre­cken würden. Vom Lan­des­ar­beits­ge­richt zu klären wäre al­ler­dings noch, ob und ggf. in wel­chem Um­fang der vom Kläger gel­tend ge­mach­te An­spruch auf An­pas­sung der Leis­tun­gen nach § 16 Be­trAVG für die Zeit ab dem 1. Ja­nu­ar 2005 be­steht. In­so­weit hat zwar der Kläger bis­lang hin­rei­chend sub­stan­ti­iert vor­ge­tra­gen. Die Be­klag­te müss­te nun al­ler­dings Ge­le­gen­heit ha­ben, auf das Vor­brin­gen des Klägers zu er­wi­dern.
Rei­ne­cke Schlewing Ri­BAG Dr. Suckow ist durch Krank­heit an der Un­ter­schrift ge­hin­dert. Rei­ne­ckePer­reng Bia­lo­jahn	m.hensche.de
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References: § 613
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 BGH 
 § 520
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 § 50
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 § 397
 § 242
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 § 1
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