Source: https://www.hellobank.at/c/service/aktuelles/gewinnfreibetrag.aspx
Timestamp: 2017-02-26 00:58:19+00:00

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Gewinnfreibetrag gem. § 10 EStG (Veranlagungsjahre ab 2014)
Der Gesetzgeber hat mit dem Abgabenänderungsgesetz 2014 (AbgÄG 2014) die Investition von Wertpapieren im Sinne des § 14 EStG zur Inanspruchnahme des investitionsbedingten Gewinnfreibetrages gestrichen.
Als Ausnahme gelten Wohnbauwandelanleihen.
§10 EStG
Wer kann den Gewinnfreibetrag grundsätzlich in Anspruch nehmen? § 10 Abs 1 EStG
Alle natürlichen Personen mit betrieblichen Einkunftsarten (Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, Selbständige Arbeit) können den GFB in Anspruch nehmen, unabhängig davon ob der Gewinn mittels Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanzierung (Betriebsvermögensvergleich) ermittelt wird.
Achtung: Wird die Betriebsausgaben-Pauschalierung gem. § 17 EStG oder einer darauf gestützten Pauschalierungsverordnung in Anspruch genommen, steht lediglich der Grundfreibetrag iHv EUR 3.900,00 zu. Ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag kann nicht geltend gemacht werden.
Was ist der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag? § 10 Abs 1 Z 4 bis 6 EStG
Übersteigt der Gewinn EUR 30.000 kann zusätzlich zum Grundfreibetrag (EUR 3.900,00) ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden.
Maximal 13 % des Gewinnes, der den Betrag von EUR 30.000 übersteigt, kann steuerfrei belassen werden. Voraussetzung dafür ist, dass im gleichen Kalenderjahr bestimmte Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens angeschafft werden.
Gibt es Grenzen für den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag? § 10 Abs 1 Z 2 EStG
Neben dem Höchstbetrag von EUR 45.350 (§10 Abs 1 Z 2 EStG) ist der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag einerseits mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskoten der begünstigten Investitionen und andererseits mit 13 % des Gewinnes je Steuerpflichtigen begrenzt.
Was ist begünstigtes Anlagevermögen? § 10 Abs 3 EStG
Darunter werden neue, abnutzbare, körperliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren verstanden. Diese müssen einem inländischen Betrieb oder einer inländischen Betriebsstätte zuzurechnen sein. (§10 Abs 3 Z 1 EStG)
Im Bereich der Wertpapiere fallen ab 2014 nur noch Wohnbauanleihen unter die begünstigten Wirtschaftsgüter. (§10 Abs 3 Z 2 EStG)
Für welche Wirtschaftsgüter kann der Freibetrag NICHT geltend gemacht werden? §10 Abs 4 EStG
PKW und Kombi (Ausnahmen analog § 8 Abs 6 Z 1 EStG)
Wirtschaftsgüter, für welche ein Forschungsfreibetrag/eine Forschungsprämie in Anspruch genommen wurde.
Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag ist in der Steuererklärung des jeweiligen Wirtschaftsjahres zu beantragen. Wirtschaftsgüter und Wohnbauanleihen, die der Deckung eines investitionsbedingten Gewinnfreibetrages dienen, sind in einem Verzeichnis auszuweisen.
Ein vorzeitiges Ausscheiden führt in der Regel zu einer Nachversteuerung. Es kommt zu einem gewinnerhöhenden Ansatz des seinerzeitigen Freibetrages. Dies gilt nicht, wenn das Wirtschaftsgut aufgrund höherer Gewalt ausscheidet.
In Bezug auf Wohnbauanleihen gibt es 2 Varianten:
Ausscheiden durch Veräußerung (§ 10 Abs 5 Z 2 EStG): Ersatzbeschaffung in Form eines begünstigten Wirtschaftsgutes im Sinne des § 10 Abs 3 Z 1 EStG (KEINE Wohnbauanleihen!)
Vorzeitige Tilgung durch den Emittenten (§ 10 Abs 5 Z 3 EStG): Ersatzbeschaffung in Form einer anderen Wohnbauanleihe innerhalb von 2 Monaten nach der Tilgung. (DANACH gilt § 10 Abs 5 Z 2 EStG analog)
Zu beachten ist, dass bei Depots, welche nach Angaben des Anlegers betrieblichen Zwecken dienen, ein automatischer Verlustausgleich durch die Bank nicht durchgeführt werden darf (§ 93 Abs 6 Z 4 lit a EStG)
Es ist daher empfehlenswert ein separates Depot für jene Wohnbauanleihe(n) zu eröffnen, welche zur Geltendmachung des Gewinnfreibetrages erworben wurde(n).
(Stand per 30.04.2015)
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References: § 10
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