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Timestamp: 2018-01-18 23:33:53+00:00

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Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Deutscher Presserat spricht öffentliche Rüge gegen Zeitschrift PS - Das Sport-Motorrad Magazin aus (Verlagsgruppe Motor Presse Stuttgart)
Der Beschwerdeausschuss 2 des Deutschen Presserats hat sich auf seiner Sitzung am 15.03.2007 mit dem Artikel "Rückruf bei YAMAHA” der Zeitschrift PS - Das Sport-Motorrad Magazin (Erscheinungsdatum: 15.11.2006 / Ausgabe Dezember 06) befasst.
Der Ausschuss hat einen Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex festgestellt und gegen die Zeitschrift PS - Das Sport-Motorrad Magazingemäß § 12 Beschwerdeordnung eine öffentliche Rüge ausgesprochen.
Quelle: presserat.wordpress.de
17.03.2007 09:14
#2 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Eine öffentliche Rüge erhielt das Motorradmagazin PS wegen einer Notiz über eine Rückrufaktion eines Motorradherstellers. Der Hersteller hatte bestimmte Motorräder zur Behebung eines technischen Problems in die Werkstatt zurückgerufen und dabei in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass dieses Phänomen nicht sicherheitsrelevant sei. In der Notiz hatte die Redaktion dann formuliert, dass keine Gefahr bestehe und die Händler dieses lästige Problem beheben könnten. Der Ausschuss kritisierte, dass die Zeitschrift sich damit die Aussage der Pressemitteilung ungeprüft zu eigen gemacht hat. Es hätte eines Hinweises bedurft, dass die Aussage ausschließlich auf Angaben des Herstellers beruht. Dies war ein Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex.
Quelle: Homepage Presserat
17.03.2007 18:48
#3 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Die PS (Verlagsgruppe Motor Presse Stuttgart) steht jetzt beim Deutschen Presserat in einer Liste mit BILD, TV HÖREN UND SEHEN swie RTV. Insgesamt sprach der deutsche Presserat in seiner vergangenen Sitzung 13 Rügen, 28 Missbilligungen und 17 Hinweise aus. Behandelt wurden 108 Beschwerden. Bei der öffentlichen Rüge an PS besteht Abdruckverpflichtung im Heft!
War auch im FOCUS zu lesen:
Wegen Verstößen gegen die journalistische Sorgfaltspflicht wurden der „Schwarzwälder Bote“ und das Magazin „PS“ gerügt, ebenso die „Dresdner Morgenpost“ und die „Münstersche Zeitung“ wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten.
Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die Berufsbezeichnung Journalist ein Schimpfwort ist. Und es ist auch nicht verwunderlich, dass bezahlte Berufslügner und PR-Agenten, die vorgeben, Journalisten zu sein, sich am Deutschen Presserat stören.
#4 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Hallo General, oder sollte ich einen Deiner anderen alias benutzen,
Dein Einsatz zur Aufklärung rund um ABS in allen Ehren, aber wer sich an den Presserat wendet und ein hohes ethisches Ziel und sauberen Journalismus fordert, sollte mit seiner Wortwahl höchst sorgfältig umgehen. Ich verwahre mich ausdrücklich gegen Deine Aussage, dass die Berufsbezeichnung Journalist ein Schimpfwort ist.
"Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die Berufsbezeichnung Journalist ein Schimpfwort ist. Und es ist auch nicht verwunderlich, dass bezahlte Berufslügner und PR-Agenten, die vorgeben, Journalisten zu sein, sich am Deutschen Presserat stören."
Deine pauschale Aussage ist sachlich falsch. Als Redakteur einer namhaften Tageszeitung und unseres Verbandsmagazins Ballhupe bin ich ebenfalls Journalist und fühle mich durch eine solche Aussage ebenfalls angesprochen. Du nimmst hier eine Pauschalisierung (und Beleidigung) vor, gegen die Du Dich selber wehrst.
Ich forder Dich auf, solche beleidigenden Aussagen hier im Forum zu unterlassen. Mit Polemik und Verunglimpfung von Berufsgruppen ist keinem geholfen. Sachliche Aufklärung tut not, alles andere ist wenig zielführend.
18.03.2007 11:32
#5 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Dein Einwand ist begründet, sofern man meinen Beitrag in Deinem Sinne verstehen möchte. Du hast einen Satz in rot markiert, zu dem ich Stellung nehmen möchte.
1. Der erste Teil des Satzes ist eine Meinungsäußerung. Es wird Dir nicht schwer fallen, eine Meinungsumfrage zum Sozialprestige von Journalisten durchzuführen, also Dir ein Meinungsbild einzuholen. Ob Dir das Meinungsbild dann gefällt oder nicht - das ist eine ganz andere Frage. Über die Praxis "des Journalismus" kann sich jeder selbst unterrichten.
2. Der zweite Teil des Satzes ist unter dem Eindruck geschrieben worden, dass die BILD-Zeitung gegen eine Rüge Beschwerde eingelegt hat. Er ist auch unter dem Eindruck meiner Rechercheergebnisse geschrieben worden, wie BILD den Abdruck öffentlicher Rügen handhabt. Es wäre notwendig gewesen, das von meiner Seite aus zu präzisieren.
3. Eine Beleidigung Deiner Person (und nur darum kann es sich handeln) war nicht meine Absicht, und ich habe das auch nicht getan.
Nun zur sachlichen Aufklärung, verkürzt:
Der Hersteller schreibt u.a.: "nicht sicherheitsrelevant"
Die Zeitschrift schreibt u.a.: "keine Gefahr"
Ohne jedes technische Verständnis, ohne jede Komptenz was Motorräder anbelangt, läßt sich doch folgender Sachverhalt würdigen (zumindest dem Deutschen Presserat war es offenbar möglich):
1. Die YAMAHA Motor Deutschland GmbH hat bei KBA einen Antrag auf Herausgabe der Halterdaten gestellt. Dieser Antrag auf Herausgabe der Halterdaten wird nur zur Beseitigung von erheblichen Mängeln für die Verkehrssicherheit (§ 35 Abs. 2 Satz 1 StVG) bewilligt.
2. Zeitgleich gibt es einen Eintrag im RAPEX (RAPEX is the EU rapid alert system for all dangerous consumer products) mit einer Gefahrenmeldung, dass es wegen des Konstruktionsfehlers zu Unfällen und Verletzungen kommen kann.
An improperly designed Throttle Position Sensor (TPS) could cause an intermittently unstable idle when the motorcycle is stopped or during low-speed operation. The engine could stall as a result. If the engine stalls after the operator disengages the clutch in a low gear while riding, the rear tire might slip momentarily if the operator abruptly re-engages the clutch. This could lead to loss of control of the motorcycle.
Und nur mal noch am Rande: Wer glaubt, Journalist zu sein, der bekommt beim Kauf eines YAMAHA Motorrades einen Journalistenrabatt. Und es gibt für zahlreiche andere Konsumgüter Journalistenrabatte. Weil es die Unabhängigkeit stärkt?
#6 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Zur Dokumentation die Presserklärung. Am 16.10.2006 verschickte eine Unternehmenssprecherin der YAMAHA Motor Deutschland, folgende Presseerklärung per E-Mail an die Presse:
Der Hersteller YAMAHA Japan hat uns darüber informiert, dass es an den oben genannten Fahrzeugtypen, durch einen defekten Drosselklappensensor dazu kommen kann, dass der Motor bei längerem Laufen im Leerlauf ausgeht. Dieses Phänomen ist zwar nicht sicherheitsrelevant, um unseren Kunden jedoch dengrößtmöglichen Service zu bieten, haben wir uns als verantwortlicher Importeur dazu entschlossen, aus Kundenzufriedenheitsgründen eine kontrollierte Rückrufaktion durchzuführen. Dies bedeutet, dass von uns außer den Kunden auch die Händler und die Presse informiert werden. Alle Besitzer der betroffenen Fahrzeuge werden gebeten, sich mit ihrem autorisierten YAMAHA-Vertragshändler in Verbindung zu setzen, um einen Werkstatt-Termin für die Prüfung und den daraus möglicherweise resultierenden Austausch des Drosselklappensensors zu vereinbaren. Die Prüfung bzw. die Modifikation ist für den Kunden selbstverständlich kostenlos.
#7 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Am 13. September 2006 und am 14. September 2006 hatte die Redaktion MOTORRAD bereits wegen Verstößen gegen § 1 und § 2 gegen den Pressekodex Post bekommen - vom Deutschen Presserat. Es ging um die Berichterstattung über Strafverfahren gegen BMW Manager.
Es drängt sich insofern förmich der Eindruck auf, dass es bei der Herstellung der Erzeugnisse der Verlagsgruppe Motor Presse Stuttgart, hier PS und MOTORRAD, es mit der journalistischen Berufsethik (siehe Pressekodex) nicht zum Besten steht.
Ähnliche Vorgänge sind mir beispielsweise nicht bei MO, Tourenfahrer, Motorrad News usw. bekannt geworden.
19.03.2007 07:48
#8 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Mag sein, dass Du mit Deiner Einschätzung der genannten Zeitschrift Recht hast, dass will ich nicht beurteilen.
Mir geht es aber vor allem darum, dass Du mit Deiner Aussage, dass die Berufbezeichnung Journalimus ein Schimpfwort sei, eine falsche Behauptung aufstellst und eine Berufsgruppe pauschal schlecht machst (Auch wenn Journalisten in einem Sozial-Ranking ganz unten rangieren.). Also eben keine differenzierte Darstellung vornimmst, wie Du sie zu Recht von den berichtenden Medien einforderst.
Ich bitte Dich deshalb noch einmal, Deine Aussage zurückzunehmen und künftig bei Deinen Veröffentlichungen die gleiche Sorgfalt an den Tag zu legen, die Du von den Medien forderst.
Im Übrigen ist die Berufsbezeichnugn Journalist ungeschützt, jeder der in einem Medium veröffentlicht, kann sich Journalist nennen. Anders sieht es bei der Bezeichnung Redakeur.
#9 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Aus meinen Gesprächen und Diskussionen im Bekannten-, Freundes- und sonstigen Kommunikationskreisen habe ich regelmäßig den Eindruck gewonnen, dass meine Meinung (Werturteil), es handle sich bei der Berufsbezeichnung Journalist regelrecht um ein Schimpfwort, einen breiten Rückhalt in unterschiedlichen gesellschaftlich relevanten Gruppen genießt.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass meine persönliche Meinung (Werturteil) die anderen bei ihrer Meinungsbildung nicht beeinflusst hat, sondern dass diese sich ihre Meinung selbst gebildet haben. Ich lasse mich in meinem Recht, meine Meinung zu äußern, nicht beschneiden (Art. 5 Abs. 1).
Aus Deiner Einrede lese ich heraus, dass Du mich auf die Schranken hinweisen könntest (Art. 5 Abs. 2). Strafrechtlich kämen § 185, § 186 und § 187 StGB in Frage. Allerdings treffen die Voraussetzungen nicht zu. Es sind keine konkreten Personen gemeint und eine unbestimmte Gesamtheit kann nicht beleidigt werden, zumal es sich auch lediglich um eine Meinung (Werturteil) handelt.
Werturteile entziehen sich der Einordnung in die Kategorien wahr/falsch. In dem Zusammenhang wird Dir sicher aufgefallen sein, dass der größte Schwachsinn und die perfidesten Unwahrheiten in Leitartikeln von Chefredakteuren nie beanstandet werden. Das hat den Grund, dass Leitartikel erkennbar Meinungsäußerungen sind. Die Meinungsfreiheit wird in Deutschland sehr weit gefasst, das ist meine Lebenserfahrung.
Deine Meinung, dass ich mit meinem Werturteil, meiner Meinung, die Berufsbezeichnung Journalist wäre ein Schimpfwort, eine Berufsgruppe pauschal schlecht mache, teile ich nicht. Es handelt sich um ein Werturteil, das sich aus meiner Lebenserfahrung gebildet hat. In dem Zusammenhang gab es bereits ähnliche richterliche Betrachtungen, u.a. bei den Werturteilen "Alle Soldaten sind Mörder". Es ist zwar unerheblich, aber erwähnenswert: Die Diffamierung, wenn es so wäre, steht nicht im Vordergrund.
Du erinnerst mich daran, dass ich eine differenzierte Darstellung vornehmen soll, wie ich "sie zu Recht von den berichtenden Medien einfordere". Ich erinnere daran, dass ich keinen redaktionellen Text verfasst habe, zumal ich mich erkennbar als journalistischer Laie geäußert habe. Mein Text ist, wenn überhaupt, lediglich an den Maßstäben zu messen, die an Leitartikel von Chefredakteure gelegt werden. Da ich mich mit diesen Maßstäben bestens auskenne, darf ich Dir versichern, dass mein Text nicht zu beanstanden wäre, wenn er vom Presserat zu beurteilen wäre (was er nicht ist).
Insofern meine ich, dass Deine öffentliche Aufforderung nicht gerechtfertigt ist, ich solle meine "Aussage zurückzunehmen und künftig bei Deinen Veröffentlichungen die gleiche Sorgfalt an den Tag zu legen, die Du von den Medien forderst."
Denn ich äußere nur meine Meinung. Die Äußerung meiner Meinung orientiert sich an GG 5 Art. 1, 2. Der Deutsche Presserat hingegen hat eine Notiz der Zeitschrift PS zum Anlass genommen, eine öffentliche Rüge auszusprechen. Denn es handelte sich um eine redaktionelle Fehlleistung im Inneren des Heftes, an die die Maßstäbe des Pressekodex (= Berufsethik) angelegt werden. Bemerkenswert ist, dass in kurzer Zeit insgesamt drei Monierungen vom Deutschen Presserat an Titel der Verlagsgruppe Motor Presse Stuttgart gingen.
Ohne überheblich wirken zu wollen: Du könntest einsehen, dass es sich bei meiner Meinungsäußerung, an der Du Dich stößt, lediglich um ein Werturteil handelte, und nicht um eine falsche Behauptung.
#10 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
hier geht es nicht um rechtlich oder juristisch relevante Aussagen, sondern um Moral/Ethik. Dass Deine Meinungsäußerung über Journalisten im Forum presserechtlich nicht relevant ist, ist mir durchaus bewusst. Aber wer hohe ethische Maßstäbe anlegt und gegen diejenigen vorgeht, die, aus welchen Gründen auch immer, dem nicht gerecht werden, sollte auch bei seinen eigenen Meinungsäußerungen diesem hohen Ethos verpflichtet sein.
Mich stören, auch und gerade in der Presse, Pauschalisierungen, Polemik und Halbwahrheiten.
Ich möcht im Übrigen nicht mit Dir darüber diskutieren, ob Deine Meinungsäußerung als Werturteil oder Behauptung einzuschätzen ist. An solchen Spitzfindigkeiten haben meist nur Juristen Spaß. Ich nicht. Vielleicht kannst Du dennoch meinem Argument folgen und bei künftigen Beiträgen dem auch Rechnung tragen.
Für mich ist diese Diskussion damit jedenfalls beendet.
#11 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Lieber Michael Lenzen,
der Form und dem Inhalt Deines letzten Beitrags kann ich beipflichten und folgen.
Ich nehme meine Aussage zurück, dass der Begriff Journalist ein Schimpfwort ist. Ich formuliere neu, dass es unter Journalisten wie auch unter anderen Berufsgruppen (Anwälte, Polizei, Ärzte usw.) auch Personen gibt, die Grenzen überschreiben. Wenn sie das tun, tun sie damit dem Ansehen der des Berufsstandes keinen Gefallen.
Im Journalismus ist es jedenfalls meinem Eindruck nach so, dass in den vergangen Jahren eine Entwicklung zu beobachten war, die, meiner Wahrnhmung nach, signifikant wahrnehmbar ist. Und zwar nicht an Einzelfällen, sondern in der Häufung von Einzelfällen. Bei manchen Medien oder Blättern könnte der Eindruck entstanden sein, es sei das Geschäftsprinzip. Ich spreche hier insbesondere von Fachzeitschriften, aber nicht ausschließlich.
Wovon ich rede ist: Es wird ganz klar PR gemacht und Journalismus vorgegaukelt. Und es wird ganz klar nicht mehr recherchiert, sondern nur saubere journalistische Arbeit vorgetäuscht. Und wenn man dann den verantwortlichen Journalisten die korrekt recherchierten Fakten zukommen lässt - Schweigen. Da macht man sich dann schon Gedanken.
Da kann es dann schon mal vorkommen, dass ansonsten vernünftig wirkende Beobachter plötzlich emotional werden. Und eben formulieren: Der Begriff Journalist sei ein Schimpfwort.
#12 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Aus meinen Gesprächen und Diskussionen im Bekannten-, Freundes- und sonstigen Kommunikationskreisen
wenn Du dort genau so drauf bist wie hier, kann es sich ja wohl nur um Monologe gehandelt haben...
Im übrigen hat Michael Dich nicht irgendwie verklagt oder so was, Du brauchst uns also hier nicht gleich sämtliche Paragraphen um die Ohren zu hauen.
Denke, wenn Du hier weniger monologisieren würdest, tätest Du der Sache, um die es Dir geht, eher einen Gefallen.
Denk mal drüber nach! Ist nicht bös gemeint.
#13 RE: Der Deutsche Presserat und der Verlag Motor Presse Stuttgart antworten
Volltext der Entscheidung des Beschwerdeausschusses 2 in der Beschwerdesache BK2-313/06:
Die Entscheidung erging mit 4 Ja-Stimmen und 1 Nein-Stimme
Im Volltext die A. Zusammenfassung, die B. Erwägungen und C. das Ergebnis:
Die Zeitschrift PS veröffentlicht in der Dezemberausgabe 2006 eine Notiz unter der Überschrift „Rückruf bei Yamaha“. Darin heißt es, dass der Motorradhersteller Yamaha bestimmte Motorradmodelle zurückrufe, da dort nach längerem Laufenlassen im Leerlauf der Motor absterben könne. Weiterhin wird die Aussage getroffen: „Gefahr besteht nicht, die Händler können dieses lästige Problem beheben.“
Der Beschwerdeführer teilt mit, dass sehr wohl eine Gefahr durch das mögliche Wegrutschen des Hinterrades bestehe. Die Redaktion habe einen Mangel an Verkehrssicherheit als lästiges Problem abgetan und nicht weiter recherchiert.
In ihrer Stellungnahme weist PS darauf hin, dass die Notiz als Pressemitteilung gekennzeichnet sei. Zum Zeitpunkt der Drucklegung hätten keine Anhaltspunkte dafür vorgelegen, dass die Pressemitteilung inhaltlich falsch oder irreführend wäre. Der Vorwurf der qualifizierten Lüge werde zurückgewiesen. Die Zusammenfassung „Gefahr besteht nicht“ gebe den Inhalt der Pressemitteilung zutreffend wieder und erfolge nach bestem Wissen der Redaktion.
Der Beschwerdeausschuss ist der Auffassung, dass PS bei der Veröffentlichung der Notiz über die Yamaha-Rückrufaktion die in Ziffer 2' Pressekodex geforderte journalistische Sorgfaltspflicht nicht ausreichend beachtet hat. Dort heißt es U. a., dass unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen als solche erkennbar zu machen sind. Nach Meinung des Gremiums hat sich die Zeitschrift mit der Formulierung ,,Gefahr besteht nicht, die Händler können dieses lästige Problem beheben" die Aussage von Yamaha ungeprüft zu eigen gemacht. Die Redaktion nimmt mit dieser Behauptung die Position des Herstellers ein, ohne entsprechend nachrecherchiert zu haben. Entweder hätte sie bei den zuständigen Stellen überprüfen müssten, ob die Aussage korrekt ist, oder in der Meldung klar machen müssen, dass es sich um eine Pressemitteilung von Yamaha handelt, deren Wahrheitsgehalt von der Redaktion nicht überprüft wurde. Allein auf Basis der Yamaha-Pressemitteilung eine solche Aussage wie die vorliegende zu treffen, verstößt gegen die Sorgfaltspflicht.
Der Beschwerdeausschuss erklärt die Beschwerde wegen eines Verstoßes gegen die Ziffer 2 des Pressekodex für begründet. Er hält diesen Verstoß für so schwerwiegend, dass er gemäß § 12 Beschwerdeordnung die Maßnahme der Rüge wählt. Die Redaktion wird gebeten, die Rüge gemäß Ziffer 16 Pressekodex in einer der nächsten Ausgaben zu veröffentlichen.
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References: § 12
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 § 2
 § 185
 § 186
 § 187
 Art. 1
 § 12