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Timestamp: 2018-11-18 21:42:22+00:00

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BGH, 17.09.1958 - 4 StR 165/58 - dejure.org
StGB § 142 Abs. 1, 3
BGHSt 12, 253
NJW 1959, 394
MDR 1959, 316
Das Schutzgut des § 142 StGB besteht in der Sicherung bzw. Abwehr der durch einen Unfall entstandenen zivilrechtlichen Ansprüche (vgl. BTDrucks. 7/2434, S. 4 f.; BGH, Urteil vom 17. September 1958 - 4 StR 165/58, BGHSt 12, 253, 258;… LK-StGB/Geppert, 12. Aufl., § 142 Rn. 1;… MüKo-StGB/Zopfs, 3. Aufl., § 142 Rn. 2;… Schönke/Schröder/Sternberg-Lieben, StGB, 29. Aufl., § 142 Rn. 1a).
OLG Frankfurt, 22.11.2011 - 3 Ss 356/11
Unfallflucht - Strafzumessung bei schweren Unfallfolgen
Die Feststellungspflicht trifft auch einen Verkehrsteilnehmer, der ohne jede eigene Schuld in Verdacht gerät, einen Unfall verursacht zuhaben (BGHSt 12, 253, 255).
8 Bis zur Neufassung des § 142 StGB aufgrund des 13. Strafrechtsänderungsgesetzes vom 13. Juni 1975 (BGBl. I 1975 S. 1349) war zudem anerkannt, dass in Fällen wie hier, in denen der Täter erkannte, dass bei dem Unfall ein Mensch schwer oder gar tödlich verletzt worden war, regelmäßig ein besonders schwerer Fall im Sinne des § 142 Abs. 3 StGB a.F. vorlag (vgl. BGHSt 12, 253, 256; 18, 9, 12; BGH VRS 17, 185; 22, 271, 273; 22, 276, 278; 27, 105; 28, 359, 361; 33, 108).
Dann handelt es sich mindestens für diesen anderen um ein ungewolltes, ihn plötzlich von außen her treffendes Ereignis (BGHSt 12, 253 ff, 256 [BGH 17.11.1958 - 4 StR 165/58]; BGH VRS 11, 425; 21, 113, 117; 28, 359; 36, 23, 24).
Damit sind für die Bedeutsamkeit des Schadens die Reparaturkosten maßgeblich, die sich im Unfallzeitpunkt unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung und gewöhnlicher Umstände objektiv als Folge der Beschädigung abzeichneten (vgl. OLG Hamm…, Urteil vom 9.9.1981, a.a.O.; BGH, Urteil vom 17.9.1958 - 4 StR 165/58 -, BGHSt 12, 253, 258; BayObLG, Urteil vom 30.12.1959 - 1 St 656/59 -, VRS 18, 196, 197; OLG Düsseldorf, Urteil vom 27.10.1965 - 2 Ss 458/65 -, VRS 30, 446).
Denn der Unrechtsgehalt der Unfallflucht, wie er bei der Strafzumessung mitzuberücksichtigen ist, bemißt sich vorwiegend nach Art und Umfang des Unfallschadens und danach, inwieweit durch die Unfallflucht sofort erforderliche Feststellungen beeinträchtigt worden sind (BGHSt 12, 254 [BGH 17.11.1958 - 4 StR 165/58]).
Durch § 142 Abs. 3 StGB sollen solche Taten erfaßt werden, welche die gewöhnlich vorkommenden so sehr an Strafwürdigkeit übertreffen, daß der allgemeine Strafrahmen nicht mehr ausreicht (BGHSt 5, 124, 130 [BGH 10.11.1953 - 1 StR 227/53]; 12, 253, 256) [BGH 17.11.1958 - 4 StR 165/58].
Das ist in der Regel dann der Fall, wenn bei einem Verkehrsunfall ein Mensch getötet oder schwer verletzt worden ist, wobei es ausreicht, daß der Täter mit der naheliegenden Möglichkeit dieser Folgen gerechnet hat (BGHSt 12, 253, 256 [BGH 17.11.1958 - 4 StR 165/58]; BGH VRS 22, 276, 278; 23, 286, 288).
Außerdem kann ein schwerer Fall auch dann ausscheiden, wenn besondere Umstände zugunsten des Täters sprechen (BGHSt 12, 253, 257) [BGH 17.11.1958 - 4 StR 165/58].
Das Gesetz will der den Beteiligten drohenden Gefahr eines Beweisverlustes entgegenwirken und verpflichtet sie, die Feststellung ihres (äußeren) Beitrags zum Unfallhergang zu dulden und dadurch zur Verwirklichung der den Beteiligten etwa erwachsenen Rechtsansprüche beizutragen (BGHSt 9, 267, 268 f; 12, 253, 258; 14, 89, 94; 16, 139, 142).
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