Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gesellschaftsrecht/wahl-von-gewerkschaftsvertretern-in-den-aufsichtsrat-und-die-nicht-tariffaehige-gewerkschaft-3193387
Timestamp: 2020-05-26 10:23:26+00:00

Document:
Wahl von Gewerkschaftsvertretern in den Aufsichtsrat - und die nicht tariffähige Gewerkschaft | Rechtslupe
Es besteht auch kein Wer­tungs­wi­der­spruch zu § 24 Abs. 1 Mit­bestG. Nach die­ser Vor­schrift erlischt das Amt eines Auf­sichts­rats­mit­glieds, das nach § 7 Abs. 2 Mit­bestG Arbeit­neh­mer des Unter­neh­mens sein muss, wenn es die Wähl­bar­keit ver­liert. Die Vor­schrift gilt nicht für die Ver­tre­ter von Gewerk­schaf­ten im Auf­sichts­rat 8. Die Haupt­an­wen­dungs­fäl­le des § 24 Abs. 1 Mit­bestG sind der Ver­lust der Arbeit­nehmer­ei­gen­schaft sowie das Aus­schei­den des Auf­sichts­rats­mit­glieds aus dem Unter­neh­men 9. Bei­de Fäl­le tref­fen auf die Ver­tre­ter von Gewerk­schaf­ten nicht zu. Für eine ana­lo­ge Anwen­dung des § 24 Abs. 1 Mit­bestG in den Fäl­len, in denen die vor­schla­gen­de Gewerk­schaft nicht mehr im Unter­neh­men ver­tre­ten ist oder ihre Gewerk­schafts­ei­gen­schaft ver­liert, fehlt es an der Ver­gleich­bar­keit der gere­gel­ten Sach­ver­hal­te 10. Eine dem § 24 Abs. 1 Mit­bestG ent­spre­chen­de Norm, die das Erlö­schen des Amtes des Auf­sichts­rats­mit­glieds für den Fall regelt, dass die Gewerk­schaft, die das Mit­glied zur Wahl vor­ge­schla­gen hat­te, ihre Tarif­fä­hig­keit ver­liert, exis­tiert nicht.
vgl. Hens­s­ler in Habersack/​Henssler Mit­be­stim­mungs­recht 4. Aufl. § 24 Mit­bestG Rn. 5: kei­ne per­sön­li­che Wähl­bar­keits­vor­aus­set­zung des Auf­sichts­rats­mit­glieds[↩]
vgl. Hens­s­ler in Habersack/​Henssler Mit­be­stim­mungs­recht 4. Aufl. § 22 Mit­bestG Rn. 13; GK-Mit­best­G/­Na­en­drup Stand April 1992 § 6 Rn. 72, § 7 Rn. 41; Stein AG 1983, 49 ff.; Thau Män­gel der Auf­sichts­rats­wah­len nach dem Mit­bestG S. 370 ff.; grund­sätz­lich gegen Nich­tig­keit Schrö­der Män­gel und Hei­lung der Wähl­bar­keit bei Auf­sichts­rats- und Betriebs­rats­wah­len S. 22 ff.; für Anfecht­bar­keit, wenn sich das Feh­len der Wähl­bar­keit nach der Wahl nicht aus­wirkt: Oetker in Hirte/​Mülbert/​Roth Groß­komm AktG 5. Aufl. § 22 Mit­bestG Rn. 7; Fuchs/​Köstler/​Pütz Hand­buch zur Auf­sichts­rats­wahl 6. Aufl. Rn. 953[↩]
vgl. Hens­s­ler in Habersack/​Henssler Mit­be­stim­mungs­recht 4. Aufl. § 22 Mit­bestG Rn. 13; GK-Mit­best­G/­Na­en­drup Stand April 1992 § 6 Rn. 72, § 7 Rn. 41; Stein AG 1983, 49 ff.; Thau Män­gel der Auf­sichts­rats­wah­len nach dem Mit­bestG S. 370 ff.[↩]
im Ergeb­nis eben­so: Münch­Komm-Akt­G/An­nuß 5. Aufl. Mit­bestG § 24 Rn. 6; Oetker in Hirte/​Mülbert/​Roth Groß­komm AktG 5. Aufl. § 24 Mit­bestG Rn. 1; WBAG/​Wißmann 5. Aufl. § 24 Rn. 8; aA Hens­s­ler in Habersack/​Henssler Mit­be­stim­mungs­recht 4. Aufl. § 24 Mit­bestG Rn. 5; für den Fall, dass die Gewerk­schaft im Unter­neh­men nicht mehr ver­tre­ten ist, soll auch nach Oetker in Hirte/​Mülbert/​Roth Groß­komm AktG 5. Aufl. § 7 Mit­bestG Rn. 35 und Raiser/​Jacobs in Raiser/​Veil/​Jacobs Mit­bestG 6. Aufl. § 7 Rn.19 das Auf­sichts­rats­man­dat ent­fal­len, aller­dings bereits nach all­ge­mei­nen akti­en­recht­li­chen Grund­sät­zen[↩]

References: § 24
 § 7
 § 24
 § 24
 § 24
 § 24
 § 22
 § 6
 § 7
 § 22
 § 22
 § 6
 § 7
 § 24
 § 24
 § 24
 § 24
 § 7
 § 7