Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-11-2003-4C-233-2003
Timestamp: 2016-10-21 23:48:05+00:00

Document:
4C.233/2003 (26.11.2003)
Kl�gerin und Berufungskl�gerin, vertreten durch
A.________ (Kl�gerin) buchte im August 1999 bei der Einzelfirma X.________ (Inhaber B.________ [Beklagter]) eine viert�gige "Musik-Kreuzfahrt auf der Mosel". Die Reisegruppe, die vom Beklagten als Reiseleiter begleitet wurde, fuhr am 21. Oktober 1999 mit der Eisenbahn nach Koblenz. Dort wurde das Gep�ck auf einen Handwagen geladen. Die Reisenden begleiteten diesen Wagen bis zum wartenden Bus, wo das Gep�ck eingeladen wurde, und f�hrten mit dem Bus eine kurze Stadtrundfahrt durch. Anschliessend unternahmen sie zu Fuss einen Stadtrundgang. In der Zwischenzeit fuhr der Beklagte mit dem Bus direkt zur Anlegestelle des Schiffes, wo das Gep�ck von Angestellten des Schifffahrtsbetriebs in die Kabinen der Reisenden gebracht werden sollte. Das im Passagierraum des Busses zur�ckgelassene Handgep�ck nahm der Beklagte pers�nlich mit aufs Schiff.
Rund zehn Minuten nach dem Bezug der Kabinen teilte der Begleiter der Kl�gerin dem Beklagten mit, der Koffer der Kl�gerin, in dem sich nach deren Angaben Kleider und Schmuck im Wert von mehr als Fr.100'000.-- befunden h�tten, sei gestohlen worden. Eine sofort eingeleitete Suche nach dem vermissten Gep�ckst�ck blieb erfolglos. Auch die Polizei konnte den T�ter nach der am gleichen Abend erhobenen Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Diebstahls nicht ermitteln. Die Kl�gerin setzte die Reise wie geplant fort. Ihre Reisegep�ckversicherung zahlte ihr Fr. 8'000.--.
Am 31. Januar 2001 belangte die Kl�gerin den Beklagten beim Kantonsgericht Schaffhausen auf Bezahlung von Fr. 153'190.15 nebst Zins. Das Gericht wies die Klage am 3. September 2001 ab.
Auf Berufung der Kl�gerin hin best�tigte das Obergericht des Kantons Schaffhausen diesen Entscheid mit Urteil vom 20. Juni 2003. Es verneinte eine Haftung des Beklagten f�r den behaupteten Schaden der Kl�gerin, weil diese ihn nicht �ber den un�blich hohen Wert des ihm anvertrauten Gep�cks informiert hatte.
Die Kl�gerin beantragt mit eidgen�ssischer Berufung vom 22. August 2003, dieses Urteil aufzuheben und den Beklagten zu verpflichten, ihr Fr. 153'190.15 nebst Zins zu bezahlen. Eventuell sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Bundesgericht hat seiner Entscheidung im Berufungsverfahren die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz zu Grunde zu legen, es sei denn sie beruhten auf einem offensichtlichen Versehen, seien unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zu Stande gekommen oder bed�rften der Erg�nzung, weil das kantonale Gericht in fehlerhafter Rechtsanwendung einen gesetzlichen Tatbestand nicht oder nicht hinreichend kl�rte, obgleich ihm entscheidwesentliche Behauptungen und Beweisantr�ge rechtzeitig und in der vorgeschriebenen Form unterbreitet worden sind (Art. 63 und 64 OG; BGE 127 III 248 E. 2c; 125 III 193 E. 1e S. 205, 368 E. 3 S. 372; 123 III 110 E. 2; 115 II 484 E. 2a). Blosse Kritik an der Beweisw�rdigung des kantonalen Gerichts kann mit der Berufung nicht vorgebracht werden (BGE 127 III 73 E. 6a; 119 II 84 E. 3).
Nach Art. 55 Abs. 1 lit. c OG ist in der Berufungsschrift anzugeben, welche Bundesrechtss�tze der angefochtene Entscheid verletzt und inwiefern er gegen sie verst�sst. Inwiefern das angefochtene Urteil Bundesrecht verletzt, ist in der Berufungsschrift selber darzulegen (BGE 115 II 83 E. 3 S. 85; 110 II 74 E. 1 S. 78 mit Hinweis). Diese Anforderungen gelten auch f�r die Berufungsantwort (Art. 59 Abs. 3 OG). Die Verweise der Parteien auf ihre Ausf�hrungen in Rechtsschriften des kantonalen Verfahrens sind unbeachtlich.
Die Vorinstanz hat zutreffend und unangefochten erkannt, dass der zwischen den Parteien geschlossene Vertrag dem schweizerischen Recht untersteht (Art. 120 IPRG) und als Pauschalreisevertrag im Sinne von Art. 1 des Bundesgesetzes vom 18. Juni 1993 �ber Pauschalreisen (Pauschalreisegesetz; SR 944.3) zu qualifizieren ist. Im vorliegenden Verfahren ist auch nicht mehr strittig, dass dieser Vertrag als Nebenpflicht den Transport des Reisegep�cks vom Bahnhof Koblenz (zumindest) bis auf das Schiff mitumfasste und dass der Beklagte als Reiseveranstalter nach Art. 14 Pauschalreisegesetz grunds�tzlich f�r die geh�rige Erf�llung dieser vertraglichen Nebenpflicht haftet (vgl. dazu Alessandro Martinelli, Die Haftung f�r Pauschalreisen, Diss. Basel 1997, S. 183).
Die Kl�gerin begr�ndet ihre Schadenersatzforderung im Wesentlichen damit, dass der Beklagte den Vertrag hinsichtlich der Nebenpflicht, f�r den Transport des Koffers zu sorgen, nicht geh�rig erf�llt habe. Der Koffer habe Kleider und Schmuck im Wert von rund Fr. 150'000.-- enthalten und sei gestohlen worden, als er sich im Verantwortungsbereich des Beklagten befunden habe. Die Vorinstanz liess - entgegen den Vorbringen der Kl�gerin - offen, wie es sich mit diesen tats�chlichen Behauptungen verh�lt, da die Klage aus rechtlichen Gr�nden auch dann abzuweisen w�re, wenn vom behaupteten Sachverhalt ausgegangen w�rde. Im Folgenden ist daher einzig zu pr�fen, ob die Vorinstanz die Schadenersatzforderung der Kl�gerin auf dieser Grundlage bundesrechtskonform abgewiesen hat. Sollte dies nicht der Fall sein, w�re die Sache zur Vornahme von verbindlichen tats�chlichen Feststellungen hinsichtlich der behaupteten, einen Ersatzanspruch in bestimmter H�he begr�ndenden Sachverhaltselemente an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 64 OG; Erw�gung 1 vorne).
Die Haftung des Reiseveranstalters ist in Art. 13 ff. Pauschalreisegesetz spezialrechtlich geregelt. Nach Art. 14 Pauschalreisegesetz haftet der Veranstalter oder der Vermittler, der Vertragspartei ist, dem Konsumenten f�r die geh�rige Vertragserf�llung, unabh�ngig davon, ob er selbst oder andere Dienstleistungstr�ger die vertraglichen Leistungen zu erbringen haben. Im Gegensatz zur allgemeinen Bestimmung �ber die vertragliche Haftung in Art. 97 OR sieht diese Norm keinen Wegfall der Haftung vor, wenn der Veranstalter beweist, dass ihm kein Verschulden zur Last f�llt. Allerdings sieht Art. 15 Pauschalreisegesetz verschiedene Entlastungsgr�nde vor, in deren Bereich dem Reiseveranstalter der Sorgfaltsbeweis offen steht. Die Haftung des Reiseveranstalters kann damit als einfache Kausalhaftung bezeichnet werden, welche die Verletzung einer Sorgfaltspflicht pr�sumiert (vgl. dazu Rey, Ausservertragliches Haftpflichtrecht, 3. Aufl., Z�rich 2003, Rz. 880/894; so auch Frank, Kurzkommentar zum Bundesgesetz �ber Pauschalreisen, Z�rich 1994, N. 23 f. zu Art. 14 Pauschalreisegesetz; Martinelli, a.a.O., S. 99 ff., 292; Sandro Hangartner, Das neue Bundesgesetz �ber Pauschalreisen, Diss. Z�rich 1997, S. 147; vgl. dagegen Roberto, Basler Kommentar, N. 4 f. zu Art. 14/15 Pauschalreisegesetz; derselbe, Das neue Pauschalreisegesetz, recht 1994 S. 6 ff., 11 f. [nachfolgend zitiert als Roberto, Pauschalreisegesetz]; Marchand, De l'helv�tico-compatibilit� de la loi f�d�rale du 18 juin 1993 sur les voyages � forfait, AJP 1994 S. 721 ff., 735 f.).
Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz sieht als Entlastungsgrund vor, dass der Veranstalter dem Konsumenten dann nicht haftet, wenn die Nichterf�llung oder die nicht geh�rige Erf�llung des Vertrages auf Vers�umnisse des Konsumenten zur�ckzuf�hren ist (Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz).
5.1 Die Vorinstanz hielt daf�r, der Kl�gerin sei ein Vers�umnis im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz vorzuwerfen, weil sie den Beklagten nicht �ber den besonders hohen Wert ihres Reisegep�cks informiert habe. Die Unterlassung dieser Information sei der Kl�gerin analog zu Art. 447 OR als grobes Selbstverschulden anzurechnen und bilde eine f�r den Schaden ad�quate Ursache, die den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Beklagten und dem Schaden unterbreche. Da der Kl�gerin der �bliche Wert eines Gep�ckst�cks f�r eine entsprechende viert�gige Reise von ihrer Versicherung ersetzt worden sei, w�rde es am Ergebnis auch nichts �ndern, wenn bloss eine Reduktion der Haftung auf den entsprechenden Umfang angenommen w�rde.
5.2 Die Kl�gerin bestreitet, dass ihr ein Vers�umnis im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz vorzuwerfen sei. Sie habe, im Gegensatz zum Absender beim Frachtvertrag, keine gesetzliche Pflicht gehabt, den Beklagten �ber den Inhalt und den Wert des Koffers zu orientieren. Es l�gen keine Anhaltspunkte daf�r vor, dass der Koffer wegen seines hohen Wertes gestohlen worden sei. Das Vers�umnis des Reiseteilnehmers m�sse nach Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz der einzige Grund daf�r sein, dass der Veranstalter seine vertraglichen Pflichten nicht erf�llen konnte. Der Beklagte h�tte indessen seine vertraglichen �berwachungs- und Sorgfaltspflichten beim Transport des Koffers unabh�ngig davon erf�llen k�nnen und m�ssen, ob er �ber den wertvollen Inhalt informiert war.
5.3 Der angefochtene Entscheid ist insoweit nicht zu beanstanden, als die Vorinstanz im Umstand, dass die Kl�gerin den Beklagten nicht �ber den ausserordentlich hohen Wert ihres Koffers informierte, ein (schuldhaftes) Vers�umnis der Kl�gerin sah. Wie die Kl�gerin geltend macht, trifft es zwar zu, dass sich im Pauschalreisegesetz keine dem Art. 441 OR entsprechende Vorschrift findet, die den Reisenden, wie den Absender im Frachtvertragsrecht, ausdr�cklich verpflichten w�rde, seinen Vertragspartner �ber den besonders hohen Wert von anvertrauten Gegenst�nden zu informieren. Indessen geh�rt es zu den generellen Pflichten des Gl�ubigers, seinen Vertragspartner auf den mit Blick auf das konkrete Vertragsverh�ltnis ausserordentlich hohen, jedoch f�r den Vertragspartner nicht erkennbaren Wert einer anvertrauten Sache aufmerksam zu machen, mit dem die Gefahr des Eintritts eines ungew�hnlich hohen Schadens verbunden ist und der daher eine erh�hte Sorgfalt im Umgang mit ihr als angebracht erscheinen l�sst. Dieses Prinzip hat in Art. 441 OR in die gesetzliche Regelung des Frachtvertragsrechts Eingang gefunden und wird in � 254 Abs. 2 BGB auch f�r das deutsche Recht ausdr�cklich ausgesprochen (vgl. BGE 109 II 234 E. 2c; 46 II 116 E. 5; 33 II 420 E. 5; Brehm, Berner Kommentar, N. 21 zu Art. 44 OR; Becker, Berner Kommentar, N. 46 zu Art. 99 OR; Weber, Berner Kommentar, N. 258 und 261 zu Art. 99 OR; von Tuhr/Peter, Obligationenrecht Allgemeiner Teil, Bd. 1, Z�rich 1979, S. 112; Staudinger/Schiemann, Kommentar, Berlin 1998, N. 74 ff. zu � 254 BGB). Nach den eigenen Angaben der Kl�gerin war es ihrem Koffer nicht anzusehen, dass er besondere Werte enthielt. Der Beklagte musste auch aus dem zwischen den Parteien bestehenden Rechtsverh�ltnis nicht darauf schliessen, dass der Koffer Wertsachen in der geltend gemachten H�he enthielt, hatte er doch den Koffer als Nebenpflicht im Rahmen eines Vertrages �ber eine bloss viert�gige Reise zu transportieren. Es oblag daher der Kl�gerin, daf�r Sorge zu tragen, dass der Koffer nicht wie ein gew�hnliches Reisegep�ckst�ck behandelt werde, indem sie den Beklagten auf dessen besonders wertvollen Inhalt aufmerksam machte. Dass sie dies unterliess, durfte die Vorinstanz bundesrechtskonform als Vers�umnis im Sinne von Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz qualifizieren. Soweit die Kl�gerin in diesem Zusammenhang geltend macht, der Beklagte habe besondere Zusicherungen hinsichtlich der l�ckenlosen �berwachung oder Einschliessung des zu transportierenden Gep�cks abgegeben, nach welchen sie ihm ihr Gep�ck ohne besondere Hinweise auf dessen Wert habe anvertrauen d�rfen, finden ihre Vorbringen in den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz keine St�tze. Da sie insoweit keine substanziierte Sachverhaltsr�ge im Sinne von Art. 63 Abs. 2 und Art. 55 Abs. 1 lit. c OG erhebt, ist sie damit nicht zu h�ren (Erw�gung 1 oben).
5.4 Die Bestimmung von Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz sieht eine Haftungsbefreiung des Veranstalters wegen Vers�umnissen des Konsumenten nur f�r den Fall vor, dass die Nichterf�llung oder die nicht geh�rige Erf�llung des Vertrages (allein) auf diese Vers�umnisse zur�ckzuf�hren ist. Mit anderen Worten muss das Vers�umnis der einzige Grund f�r die Nichterf�llung des Vertrages sein (Marchand, a.a.O, S. 736). Diese Regelung entspricht weitgehend den Anforderungen an eine Haftungsbefreiung wegen Unterbrechung des Kausalzusammenhangs nach den allgemeinen Grunds�tzen des Haftpflichtrechts (vgl. Martinelli, a.a.O., S. 259). Danach unterbricht eine vom Gesch�digten gesetzte Ursache den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen der vom Sch�diger gesetzten Ursache und dem Schaden nur, wenn sie einen derart hohen Wirkungsgrad aufweist, dass die vom Sch�diger gesetzte Ursache nach wertender Betrachtungsweise als rechtlich nicht mehr beachtlich erscheint (BGE 116 II 519 E. 4b S. 524; Brehm, a.a.O., N. 132 zu Art. 41 OR; Rey, a.a.O., Rz. 552, je mit Hinweisen). Entscheidend ist die Intensit�t der beiden Ursachen. Erscheint die eine bei wertender Betrachtung als derart intensiv, dass sie die andere gleichsam verdr�ngt und als unbedeutend erscheinen l�sst, wird eine Unterbrechung des Kausalzusammenhangs angenommen (BGE 116 II 519 E. 4b S. 524; vgl. auch BGE 127 III 453 E. 5d S. 457; 123 III 306 E. 5b S. 314; 121 III 358 E. 5).
Die Vorinstanz stellte im Rahmen ihrer Hauptbegr�ndung aufgrund der konkreten Umst�nde fest (Art. 63 Abs. 2 OG), dass der Beklagte den Koffer der Kl�gerin speziell �berwacht h�tte, wenn er �ber dessen wertvollen Inhalt informiert worden w�re. Es sei daher mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass der Koffer diesfalls unversehrt ins Schiff gelangt w�re. Daraus schloss sie, die der Kl�gerin als grobes Verschulden anzurechnende Unterlassung der Information habe den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen dem Verhalten des Beklagten und dem Schaden unterbrochen.
Es erscheint allerdings fraglich, ob in der Unterlassung der Kl�gerin schon deshalb die einzige rechtserhebliche Schadensursache gesehen werden kann, weil das Gep�ck mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit unversehrt aufs Schiff gelangt w�re, wenn die Kl�gerin den Beklagten �ber dessen Wert informiert h�tte. Mit der Kl�gerin ist zu bedenken, dass es dem Beklagten grunds�tzlich unabh�ngig davon, ob er um den wertvollen Inhalt des Koffers gewusst hat, m�glich gewesen w�re, den Vertrag geh�rig zu erf�llen. Eine Haftungsbefreiung nach Art. 15 Abs. 1 lit. a Pauschalreisegesetz setzt voraus, dass der Veranstalter seinen gesetzlichen bzw. vertraglichen Pflichten einwandfrei nachgekommen ist (Frank, a.a.O., N. 2 zu Art. 15 Pauschalreisegesetz; Martinelli, a.a.O., S. 255; Marchand, a.a.O., S. 736). Die Frage kann hier allerdings mangels Entscheiderheblichkeit offen bleiben, da die Vorinstanz die Klage mit einer weiteren Begr�ndung abgewiesen hat, die vor Bundesrecht standh�lt:
5.5 Die Vorinstanz hat das Vers�umnis der Kl�gerin im Rahmen ihrer Eventualbegr�ndung als Reduktionsgrund im Sinne von Art. 44 OR ber�cksichtigt und die Haftung auf den �blichen Wert eines Reisekoffers f�r die konkrete Reise reduziert. Auch in diesem Umfang wies sie die Klage ab, da die Kl�gerin insoweit von ihrer Reisegep�ckversicherung entsch�digt worden sei. Die Kl�gerin macht dagegen haupts�chlich geltend, das Pauschalreisegesetz kenne keine Haftungsreduktion, sondern nur eine volle oder keine Haftung. Im vorliegenden Fall hafte daher der Beklagte f�r den vollen Schaden. Jedenfalls liege darin, dass die Kl�gerin den Beklagten nicht auf den Wert des Koffers aufmerksam gemacht habe, kein grobes Verschulden.
5.5.1 Art. 15 Pauschalreisegesetz sieht lediglich den Wegfall der Haftung des Reiseveranstalters aus abschliessend aufgez�hlten Gr�nden vor, die der Veranstalter nicht zu vertreten hat (vgl. Martinelli, a.a.O., S. 255). Er enth�lt indessen keine Regelung �ber die Bemessung des Schadenersatzes f�r den hier gegebenen Fall, dass die nicht geh�rige Vertragserf�llung auch, aber nicht ausschliesslich auf einen Umstand zur�ckzuf�hren ist, den der Veranstalter nicht zu vertreten hat, wie namentlich ein Vers�umnis des Konsumenten. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, dass ein verschuldetes Vers�umnis des Konsumenten, das nicht alleinige Ursache des Schadens ist, bei der Bemessung des Schadenersatzes nicht zu ber�cksichtigen w�re (vgl. Tercier, Les contrats sp�ciaux, 3. Aufl., Z�rich 2003, Rz. 5733; Hangartner, a.a.O., S. 154; vgl. auch Marchand, a.a.O., S. 736 sowie allgemein dazu Rey, a.a.O., Rz. 561 und 401 ff.). Es widerspr�che einem allgemeinen Grundsatz des Schadenersatzrechts, das Selbstverschulden des Gesch�digten als Reduktionsgrund nicht zu ber�cksichtigen (Oftinger/Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht Allgemeiner Teil, Bd. I, Z�rich 1995, S. 385 Fn. 28 m.H. auf BGE 42 II 389 E. 3 S. 397). Die Bestimmung �ber die Herabsetzung der Haftung in Art. 44 OR ist, weil auf Billigkeitserw�gungen beruhend, nicht singul�rer Natur und daher der analogen Anwendung f�hig (Becker, a.a.O., N. 12 zu Art. 44 OR). Ein "alles oder nichts-Prinzip" bei der Bemessung des Schadenersatzes ist dem schweizerischen Recht fremd und kann vom Gesetzgeber nicht gewollt gewesen sein, indem er sich �ber die M�glichkeit einer blossen Reduktion der Haftung des Reiseveranstalters ausschwieg; dabei ist zu ber�cksichtigen, dass das Pauschalreisegesetz unter erheblichem Zeitdruck verabschiedet werden musste, woraus sich gewisse Unklarheiten und Systemwidrigkeiten in den Bestimmungen erkl�ren lassen (vgl. Frank, a.a.O., Vorbemerkungen N. 19; Roberto, Pauschalreisegesetz, a.a.O., S. 7).
Das Pauschalreisegesetz wurde in Umsetzung der Richtlinie Nr. 90/314 des EWG Rates vom 13. Juni 1990 �ber Pauschalreisen (ABl. L 158 vom 23. Juni 1990, S. 59 ff.) im Rahmen des "Swisslex-Programms" erlassen und enth�lt autonom nachvollzogenes europ�isches Recht (Botschaft I �ber die Anpassung des Bundesrechts an das EWR-Recht vom 27. Mai 1992 ["Eurolex"], BBl 1992 V 1, 756 ff.; Botschaft �ber das Folgeprogramm nach der Ablehnung des EWR-Abkommens vom 24. Februar 1993 ["Swisslex"], BBl 1993 I 805 ff. und II 999 ff.; vgl. dazu auch Roberto, a.a.O., N. 1 zu Art. 1 Pauschalreisegesetz; Martinelli, a.a.O., S. 15). Es ist daher in Zweifelsf�llen europarechtskonform auszulegen (vgl. BGE 129 III 335 E. 5.1 und 6 S. 350). Auch eine entsprechende Auslegung spricht nicht gegen eine Ber�cksichtigung des Mitverschuldens des Konsumenten als Herabsetzungsgrund: Aus Art. 5 der Richtlinie, der einen Auftrag an die Mitgliedstaaten zum Erlass einer minimalen Haftungsregelung enth�lt (vgl. Frank, a.a.O., Vorbemerkungen, N. 14; Roberto, Pauschalreisevertrag, a.a.O., S. 7), ergibt sich, dass es dem europ�ischen Gesetzgeber aus Gr�nden des Verbraucherschutzes bzw. dessen Angleichung in den Mitgliedstaaten in erster Linie ein Anliegen war, dass der Veranstalter dem Konsumenten gegen�ber die Haftung f�r die ordnungsgem�sse Erf�llung der vertraglichen Verpflichtungen unabh�ngig davon �bernehmen muss, ob er selbst oder andere Dienstleistungstr�ger diese Verpflichtungen zu erf�llen haben (Martinelli, a.a.O., S. 61). Er behielt dabei einen Ausschluss der Haftung aus Gr�nden vor, die der Veranstalter nicht zu vertreten hat, wie sie in Art. 15 Abs. 1 Pauschalreisegesetz sinngem�ss Eingang gefunden haben (vgl. auch � 651f des deutschen BGB). Daf�r, dass die Mitgliedstaaten daran gehindert w�ren, eine vom Konsumenten gesetzte blosse Mitursache des Schadens als Haftungsreduktionsgrund zu ber�cksichtigen enth�lt die Richtlinie keine Anhaltspunkte. Auch die deutsche Lehre und Rechtsprechung schliessen dementsprechend die Ber�cksichtigung eines Mitverschuldens des Reisenden am Mangel der Reise nicht aus (vgl. von Staudingers/Eckert, Kommentar, Berlin 2003, N. 15/19 zu � 651f BGB; Eckhard Pick, Reiserecht, Kommentar zu den �� 651a - �� 651l BGB, M�nchen 1995, N. 131 ff. zu � 651f BGB). Es ist somit davon auszugehen, dass der Schweizer Gesetzgeber eine Ber�cksichtigung von blossem Mitverschulden nicht ausgeschlossen hat, zumal er nur das von der Richtlinie minimal Geforderte ins Pauschalreisegesetz �bernahm (Hangartner, a.a.O., S. 3; Martinelli, a.a.O., S. 17; vgl. auch BBl 1992 V 10 f., 761).
5.5.2 Damit bleibt zu pr�fen, ob die von der Vorinstanz vorgenommene Herabsetzung der Ersatzpflicht auf den �blichen Wert eines Koffers f�r die konkrete Reise bzw. auf Fr. 8'000.-- vor Bundesrecht standh�lt. Die Bemessung der Herabsetzung beruht weitgehend auf der Aus�bung gerichtlichen Ermessens im Sinne von Art. 4 ZGB. Bei solchen Entscheiden steht dem kantonalen Gericht ein weiter Ermessensspielraum zu, in den das Bundesgericht gem�ss st�ndiger Praxis nur mit Zur�ckhaltung eingreift (BGE 123 III 10 E. 4c/aa S. 13 und 306 E. 5b S. 314; vgl. auch BGE 129 III 380 E. 2 mit Hinweisen). Im vorliegenden Fall besteht daf�r kein Anlass.
Die Vorinstanz hat kein Bundesrecht verletzt, indem sie in der Unterlassung der Kl�gerin, den Beklagten �ber den Wert des Kofferinhalts zu informieren, ein grobes Selbstverschulden sah (vgl. zum Begriff des groben Verschuldens Rey, a.a.O., Rz. 857). Die Kl�gerin sorgte nicht daf�r, dass ihr Koffer anders als ein gew�hnliches Reisegep�ckst�ck behandelt werde, indem sie es unterliess, den Beklagten auf den besonders hohen, f�r diesen nicht erkennbaren Wert seines Inhalts aufmerksam zu machen (vgl. dazu die vorstehende Erw�gung 5.3). Damit hat sie die Ergreifung einer Vorsichtsmassnahme unterlassen, die sich jedem vern�nftigen Menschen in der gleichen Lage aufdr�ngen muss. Es ist namentlich auch nicht zu beanstanden, dass sich die Vorinstanz bei der Qualifikation des Verschuldens an Art. 447 OR orientierte, nach dem eine entsprechende Unterlassung des Absenders als ein Verschulden gewertet wird, das die Haftung des Frachtf�hrers entfallen l�sst. Soweit die Kl�gerin auf der anderen Seite geltend macht, den Beklagten treffe am Verlust des Koffers ein grobes Verschulden, das �ber die in Art. 14 Pauschalreisegesetz pr�sumierte Sorgfaltspflichtverletzung hinausgeht, finden ihre Ausf�hrungen in den Sachverhaltsfeststellungen des angefochtenen Urteils keine St�tze und ist sie nicht zu h�ren (vgl. die Erw�gungen 1 und 5.3 vorne). Die Vorinstanz hat ihr Ermessen in keiner Weise unrichtig ausge�bt, indem sie die Haftung des Beklagten auf den Betrag reduzierte, der dem �blichen Wert eines Koffers f�r die konkrete Reise entspricht. Damit wird dem Gedanken Rechnung getragen, dass der Beklagte nach Treu und Glauben nicht zu erwarten hatte, im Rahmen der Erf�llung seiner vertraglichen Verpflichtungen Gep�ckst�cke von h�herem Wert transportieren und daf�r das Verlustrisiko �bernehmen zu m�ssen.
Die Kl�gerin beanstandet allerdings, dass die Vorinstanz den �blichen Wert des Koffers f�r eine entsprechende Musikreise mit drei �bernachtungen und Vollpension zum Preis von Fr. 1'720.-- auf maximal Fr. 8'000.-- festgesetzt hat. Zu Unrecht. Soweit in der Festlegung des �blichen Wertes des Koffers nicht ohnehin eine tats�chliche Feststellung liegt, an die das Bundesgericht gebunden w�re (Erw�gung 1 vorne), sondern ein Schluss aus der allgemeinen Lebenserfahrung, den das Bundesgericht im Rahmen der Berufung frei �berpr�fen kann (BGE 126 III 10 E. 2b S. 12; 117 II 256 E. 2b, je mit Hinweisen), ist der vorinstanzliche Entscheid insoweit jedenfalls nicht zu beanstanden. Die Kl�gerin macht geltend, ein einziges Schmuckst�ck koste schnell zwischen Fr. 5'000.-- und Fr. 30'000.--, und auch Kleidungsst�cke in der Preisklasse zwischen Fr. 500.-- und Fr. 3'000.-- seien keine Seltenheit. Damit vermag sie keine Bundesrechtsverletzung nachzuweisen. Sie verkennt, dass es zum Allgemeinwissen jedes Reisenden geh�rt, dass wertvoller Schmuck oder andere Wertsachen auf einer Reise nicht im Koffer, sondern im Handgep�ck mitgef�hrt werden sollten (vgl. entsprechend von Staudingers/Eckert, a.a.O., N. 15 zu � 651f BGB). Entsprechende Werte sind daher bei der Bestimmung des �blichen Wertes eines Koffers nicht zu ber�cksichtigen.
5.5.3 Dass die Vorinstanz die Klage auch im Umfang von Fr. 8'000.-- abgewiesen hat, da die Kl�gerin insoweit von ihrer Versicherung entsch�digt worden sei, beanstandet die Kl�gerin zu Recht nicht als bundesrechtswidrig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; vgl. dazu Peter Beck, in: M�nch/Geiser [Hrsg.], Schaden - Haftung - Versicherung, Basel 1999, S. 269 Rz. 6.81).
Die Berufung ist aus den dargelegten Gr�nden abzuweisen. Ausgangsgem�ss wird die Kl�gerin f�r das Verfahren vor Bundesgericht kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Kl�gerin hat den Beklagten f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 5'500.-- zu entsch�digen.

References: BGE 
 Art. 55
 Art. 1
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 97
 Art. 15
 Art. 14
 Art. 14

Art. 15
 Art. 15
 Art. 447
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 441
 Art. 441
 BGE 
 Art. 44
 Art. 99
 Art. 99
 Art. 15
 Art. 63
 Art. 55
 Art. 15
 Art. 41
 BGE 
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 44
 Art. 15
 BGE 
 Art. 44
 Art. 44
 Art. 1
 BGE 
 Art. 5
 Art. 15
 Art. 4
 BGE 
 Art. 447
 Art. 14
 Art. 159