Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=Xa%20ZR%2068/09
Timestamp: 2017-05-24 21:40:28+00:00

Document:
Rechtsprechung BGH, 20.05.2010 - Xa ZR 68/09 Volltextveröffentlichungen (15)
§ 307 Abs 1 S 1 BGB, § 307 Abs 2 Nr 1 BGBAllgemeine Geschäftsbedingungen eines Luftverkehrsunternehmens: Wirksamkeit einer Klausel über den Ausschluss der Barzahlung; Erhebung von Kredit- und Zahlkartengebühren
BGB § 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 ClKeine Barzahlung von Flugscheinen / Gebühren für Kartenzahlung
Art. 5 Nr. 3 Brüssel I-VO, 5 Rom I-VO, 2, 4 Rom II-VOAußervertragliche Schuldverhältnisse - Noch nicht entstandene außervertragliche Schuldverhältnisse - Allgemeine Kollisionsnorm - Grundregel der Anknüpfung an den Erfolgsort - Verletzung der Verbraucherinteressen - Hypothetischer Schadenseintritt - Beförderungsverträge - Allgemeines (Normzweck, Herkunft) - Gerichtsstand für Deliktsklagen - Unerlaubte Handlung oder einer solchen gleichgestellte Handlung - Deliktische Haftung im Umfeld von vertraglichem Leistungsaustausch - Konkurrenz von vertraglichen mit deliktischen Ansprüchen
§§ 307 Abs. 1 S. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB; § 3, 4 Nr. 11 UWGEine AGB-Klausel, welche eine Sondergebühr bei Kreditkartenzahlung fordert, ist unzulässig
Keine gebührenpflichtige Kartenzahlung für Fluggäste (”Ryanair”)
Etappensieg über den Wolken - Zusatzgebühr von Ryanair für Kartenzahlung bei Onlinebuchung ist unwirksam (RA Alexander Tauber; Deutscher AnwaltSpiegel 11/2010, S. 12-14)
Wird zitiert von ... (23) BGH, 25.07.2012 - IV ZR 201/10 Zur Unwirksamkeit von Klauseln in Lebens- und RentenversicherungsverträgenBeide Regelungen müssen inhaltlich miteinander verknüpft sein, eine isolierte Aufrechterhaltung des anderen Teils darf nicht möglich sein (vgl. BGH, Urteile vom 22. September 2004 - VIII ZR 360/03, NJW 2004, 3775, 3776; vom 20. Mai 2010 - Xa ZR 68/09, BGHZ 185, 359 Rn. 37).
BGH, 18.07.2012 - VIII ZR 337/11 Zur Wirksamkeit von Allgemeinen Geschäftsbedingungen in StromlieferungsverträgenEine Kürzung des geltend gemachten Betrages im Hinblick auf die teilweise Unbegründetheit ist angesichts der ohnehin erfolgten Pauschalierung nicht veranlasst (vgl. BGH, Urteil vom 20. Mai 2010 - Xa ZR 68/09, NJW 2010, 2719 Rn. 55, insoweit in BGHZ 185, 359 ff. nicht abgedruckt).
BGH, 23.09.2010 - III ZR 21/10 AGB-Kontrolle eines Maklervertrages: Wirksamkeit einer Klausel über ein vom …Klauseln, die das Hauptleistungsversprechen einschränken, ausgestalten oder modifizieren, sind hingegen inhaltlich zu kontrollieren (vgl. BGH, Urteile vom 12. Juni 2001 - XI ZR 274/00, BGHZ 148, 74, 78 m.w.N., und vom 20. Mai 2010 - Xa ZR 68/09, NJW 2010, 2719 Rn. 26).
OLG Frankfurt, 24.08.2016 - 11 U 123/15 Zumutbarkeit eines Zahlungsmittels bei erfoderlicher Eingabe von PIN und TAN in …Hintergrund dieser Regelung ist der wesentliche Grundgedanke des dispositiven Rechts, wonach jeder Rechtsunterworfene seine gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen hat, ohne dafür ein gesondertes Entgelt verlangen zu können, insbesondere wenn es darum geht, lediglich die geschuldete Leistung des Vertragspartners entgegenzunehmen (BGH, Urteil vom 20.5.2010 - Xa ZR 68/09 Rn. 42).Aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20.5.2010 (Xa ZR 68/09) folgt, dass ein gängiges Zahlungsmittel grundsätzlich unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit unproblematisch erscheinen dürfte.Ebenfalls für unzumutbar hielt es eine Zahlungsmöglichkeit, die zuvor das Aufladen der Karte erfordere, wie etwa im Falle der "Visa Electron-Karte" (OLG Dresden ebenda; zur "Visa Electron-Karte" vor Erlass des § 312 a Abs. 4 Nr. 1 BGB schon BGH vom 20.5.2010 - Xa ZR 68/09).
BGH, 13.01.2011 - III ZR 78/10 Auftrag an Autohändler zur Vermittlung eines Kraftfahrzeuges: Rechtsnatur des …aa) Ausgenommen von der Inhaltskontrolle sind nach § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, der an die Stelle des früheren § 8 AGBG getreten ist, freilich solche Bestimmungen, die Art und Umfang der vertraglichen Hauptleistungspflicht und die hierfür zu zahlende Vergütung unmittelbar regeln (Leistungsbeschreibungen und Preisvereinbarungen); nach dem im Bürgerlichen Recht geltenden Grundsatz der Privatautonomie ist es den Vertragsparteien im Allgemeinen freigestellt, Leistung und Gegenleistung zu bestimmen, und mangels gesetzlicher Vorgaben fehlt es insoweit regelmäßig auch an einem Kontrollmaßstab (s. etwa Senatsurteile vom 24. November 1988 - III ZR 188/87, BGHZ 106, 42, 46; vom 8. Oktober 1998 - III ZR 278/97, NJW-RR 1999, 125, 126; vom 18. April 2002 - III ZR 199/01, NJW 2002, 2386 …und vom 23. September 2010 - III ZR 21/10, NJW 2010, 3568, 3569 Rn. 9; BGH, Urteile vom 6. Februar 1985 - VIII ZR 61/84, BGHZ 93, 358, 360 f m.w.N.; vom 7. Mai 1991 - XI ZR 244/90, BGHZ 114, 330, 333; vom 19. November 1991 - X ZR 63/90, BGHZ 116, 117, 119; vom 30. November 1993 - XI ZR 80/93, BGHZ 124, 254, 256; vom 15. Juli 1997 - XI ZR 269/96, BGHZ 136, 261, 264; vom 14. Oktober 1997 - XI ZR 167/96, BGHZ 137, 27, 29; vom 18. Mai 1999 - XI ZR 219/98, BGHZ 141, 380, 383; vom 10. Juni 1999 - VII ZR 365/98, BGHZ 142, 46, 48 f; vom 16. November 1999 - KZR 12/97, BGHZ 143, 128, 138 f; vom 26. Januar 2001 - V ZR 452/99, BGHZ 146, 331, 338; vom 12. Juni 2001 - XI ZR 274/00, BGHZ 148, 74, 78; vom 30. November 2004 - XI ZR 200/03, BGHZ 161, 189, 190 f;… vom 21. April 2009 - XI ZR 78/08, BGHZ 180, 257, 264 Rn. 16;… vom 12. Mai 2010 - I ZR 37/09, BeckRS 2010, 27053 Rn. 11 und vom 20. Mai 2010 - Xa ZR 68/09, NJW 2010, 2719, 2720 Rn. 26).Kontrollfrei sind sonach auch Regelungen über Preise für Nebenleistungen oder einzelne Leistungsteile (…s. Senatsurteile vom 8. Oktober 1998 aaO S. 127 …und vom 18. April 2002 aaO; BGH…, Urteil vom 19. November 1991 aaO S. 120) und über die Vergütung zusätzlich angebotener Sonderleistungen, wenn hierfür keine rechtlichen Regelungen bestehen (…s. Senatsurteile vom 8. Oktober 1998 aaO m.w.N. …und vom 18. April 2002 aaO;… BGH, Urteile vom 14. Oktober 1997 aaO S. 30;… vom 10. Juni 1999 aaO S. 49 f;… vom 30. November 2004 aaO S. 191;… vom 21. April 2009 aaO m.w.N.;… vom 12. Mai 2010 aaO und vom 20. Mai 2010 aaO S. 2721 Rn. 40).Dementsprechend hat die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs formularmäßige Entgeltregelungen als kontrollfähig angesehen, die Aufwendungen für die Erfüllung eigener (gesetzlicher oder nebenvertraglicher) Pflichten des Verwenders oder für sonstige Tätigkeiten im eigenen Interesse des Verwenders auf den Kunden abwälzen (…s. Senatsurteil vom 18. April 2002 aaO S. 2386 f;… BGH, Urteile vom 7. Mai 1991 aaO S. 333 ff;… vom 30. November 1993 aaO S. 256 ff;… vom 15. Juli 1997 aaO;… vom 14. Oktober 1997 aaO S. 30 ff;… vom 21. Oktober 1997 aaO S. 45 ff;… vom 18. Mai 1999 aaO S. 385 ff;… vom 30. November 2004 aaO S. 191;… vom 21. April 2009 aaO S. 261 ff Rn. 10 ff, S. 264 ff Rn. 16 ff und vom 20. Mai 2010 aaO S. 2721 Rn. 40).
BGH, 28.10.2014 - X ZR 79/13 Wirksamkeit der Teilnahmebedingungen am "Miles & More"-Programm der LufthansaMangels gesetzlicher Vorgaben fehlt es daher insoweit auch an einem Kontrollmaßstab (BGH, Urteile vom 20. Mai 2010 - Xa ZR 68/09, NJW 2010, 2719 Rn. 26;… vom 10. Dezember 2013 - X ZR 24/13, NJW 2014, 1168 Rn. 16).
LG Frankfurt/Main, 24.06.2015 - 6 O 458/14 Sofortüberweisung ist kein zumutbares ZahlungsmittelDie Möglichkeit zur Barzahlung darf ausgeschlossen werden, wenn es um Verträge geht, bei denen die Buchung über das Internet die gängigste Form des Vertragsschlusses darstellt und eine andere gängige und zumutbare unentgeltliche Zahlungsmöglichkeit (z.B. durch Kreditkarten der großen Anbieter) besteht (BGH NJW 2010, 2719).
BGH, 05.06.2013 - VIII ZR 131/12 AGB eines Gaslieferungsvertrages: Wirksamkeit einer Klausel über die Zahlung des …Bringt eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthaltene Rationalisierungsregelung für den Vertragspartner Nachteile mit sich, so ist im Rahmen der Inhaltskontrolle abzuwägen, ob dem Vertragspartner angesichts der Rationalisierungsvorteile diese Nachteile zugemutet werden können (BGH, Urteile vom 20. Mai 2010 - X ZR 68/09, BGHZ 185, 359 Rn. 32; vom 10. Januar 1996 - XII ZR 271/94, NJW 1996, 988 unter 4; jeweils mwN).
LG Berlin, 30.04.2013 - 15 O 92/12 Inhaltskontrolle der AGB ausländischer Unternehmen nach deutschem RechtDie Zuständigkeit ergibt sich bereits daraus, dass der Kläger behauptet, die Beklagte verwende im Inland von der Rechtsordnung missbilligte Allgemeine Geschäftsbedingungen (BGH WM 2010, 1564-1568, zitiert nach juris, Rn. 14).
OLG Hamburg, 11.04.2013 - 3 U 4/12 Wettbewerbsverstöße bei Flugvermittlung im Internet: Bewerbung von Flügen mit …Denn in den Fällen, in denen ein gängiger und zumutbarer Zahlungsweg eröffnet werde, sei eine Kreditkartengebühr grundsätzlich nicht zu beanstanden (vgl. BGH NJW 2010, 2719).Denn es begnüge sich im Wesentlichen mit einem Hinweis auf die Entscheidung des BGH zu BGHZ 185, 359 (= NJW 2010, 2719), ohne sich mit den Besonderheiten des streitgegenständlichen Einzelfalles auseinanderzusetzen.Denn dies widerspricht dem wesentlichen Grundgedanken des dispositiven Rechts, dass jeder Rechtsunterworfene seine gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen hat, ohne dafür ein gesondertes Entgelt verlangen zu können vgl. BGH, Urteil vom 20.05.2010 (Xa ZR 68/09) = NJW 2010, 2719).Auch unter dieser Prämisse unterliegt die Klausel der Inhaltskontrolle (vgl. BGH NJW 2009, 3570; BGH NJW 2010, 2719; KG, Urteil vom 29.11.2011 -5 U 90/10 = BeckRS 2012, 12578), ist als solche mit wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung unvereinbar und verstößt gegen das Verbot unangemessener Benachteiligung gemäß § 307 1, 11 BGB (vgl. BGH NJW 2009, 3570).
OLG Dresden, 03.02.2015 - 14 U 1489/14 Zusätzliche Kosten der Wahl des Zahlungsmittels
BGH, 22.09.2009 - Xa ZR 69/06 Festsetzung der Vergütung des gerichtlich bestellten Sachverständigen im …
LG Berlin, 28.11.2014 - 15 O 601/12 Inhaltskontrolle für Garantieklauseln mit Beschränkung von …
LG Berlin, 12.01.2016 - 15 O 557/14 Zahlungsmittel "Entropay" zumutbar?
LG Frankfurt/Main, 29.03.2012 - 24 O 177/11 Allgemeine Geschäftsbedingungen: Unzulässige Klauseln in allgemeinen …
OLG Stuttgart, 19.01.2012 - 202 EnWG 21/08 Festsetzung der Erlösobergrenzen für Strom durch die Landesregulierungsbehörde: …
LG Leipzig, 14.07.2015 - 5 O 3326/14 Zur Unzulässigkeit von Aufschlägen für Zahlungsarten

References: § 307
 § 307
 § 307

Art. 5
 § 3
 § 312
 BGH 
 § 307
 § 8
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 307
 BGH