Source: https://www.hausarbeiten.de/document/187029
Timestamp: 2020-05-29 14:13:28+00:00

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Die Entwicklung des Kindergartens als pädagogische Institution in ... | Hausarbeiten publizieren
2 Verständnisgrundlagen
2.1.1 Kindertagesstätte
2.1.2 Kindergarten
2.2 Aktuelle rechtliche Hintergründe
2.2.2 Änderungen seit dem
2.3 Persönliche Schlussfolgerung
3 Die Geschichte des Kindergartens in Deutschland
3.1 Sozial- und geistesgeschichtliche Voraussetzungen in Deutschland
3.2 Der Kindergarten von 1800 bis
3.3 Der Kindergarten in der Weimarer Republik
3.4 Der Kindergarten im Nationalsozialistischen Staat
3.5 Der Kindergarten im geteilten Deutschland
3.5.1 BRD
3.5.2 DDR
3.6 Der Kindergarten seit
4 Aufgaben und Ziele des Kindergartens heutzutage
Ich habe mich für den Kindergarten als Thema für diese Hausarbeit entschieden, weil es gerade im vergangenen Jahr zahlreiche Diskussionen zu Gesetzesänderungen in diesem Bereich gab und ich mir so einen besseren Überblick über die bisherige Entwicklung der Kindergärten in Deutschland erhoffe. Außerdem hatte ich bereits Gelegenheit, in einem kurzen Referat in einer der Lehrveranstaltungen einen Einblick in das Sachgebiet zu erhalten.
Zur Klärung der Fragen werde ich zunächst Verständnisgrundlagen schaffen, das heißt genaue Definitionen geben und die rechtlichen Hintergründe erläutern, um schließlich eine Schlussfolgerung ziehen zu können. Anschließend habe ich mich mit der Geschichte des Kindergartens befasst. Hierbei gehe ich, nach einer Zusammenfassung bis zum Jahr 1918, genauer auf die Zeit der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und auf die Unterschiede zwischen BRD und DDR in der Zeit von 1945/49 bis 1990 ein und komme dann zur aktuellen Situation der Kindergärten in Deutschland. Im letzten Gliederungspunkt habe ich die Aufgaben und Ziele des Kindergartens heutzutage zusammengefasst.
Kindertagesstätten sind Einrichtungen der Jugendhilfe, die einen Beitrag zur Erziehung des Kindes zu einer eigenständigen Persönlichkeit, die sich aktiv am Gesellschaftsleben beteiligt, leisten. Diese Ergänzung, bzw. Erweiterung, der Familienerziehung kann ganztags oder halbtags erfolgen. (Kreft und Mielenz, 1988, S. 348) Der Begriff Kindertagesstätte umfasst Kinderkrippen (Kinder bis 3 Jahre), Kindergärten (3-6-jährige) und auch den Schulhort.
Seit 1970 ist der Kindergarten als Elementarbereich in das Bildungswesen einbezogen und steht für alle Kinder ab drei Jahren bis zu ihrem Schuleintritt im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe zur Verfügung. Besondere institutionelle Merkmale sind der freiwillige Besuch, die Kostenbeteiligung der Eltern, die staatliche Aufsicht in Form der Heimaufsicht, die meist
freie Trägerschaft und der unverbindliche Lehrplan. (Kreft und Mielenz, 1988, S. 336)
Ausgebildete Sozialpädagogen, Erzieher oder Kinderpfleger übernehmen hier die familienergänzende Pflege und Erziehung. (Chassé, 2004, S. 21)
2.2.1 Bis 2005
Zunächst muss der Kindergarten als Elementarbereich des Bildungswesens gesehen werden. (Münder, 1991, S. 123, Rz.10)
Erste Rechtsquelle für die Elementarerziehung ist das Grundgesetz. Hier wird zunächst in Art. 20 das Sozialstaatsgebot geregelt und schließlich in Art. 6 die Erziehung. (Chassé, 2004, S. 23) Hier heißt es: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“ (GG Art.6(2)) So wird das Kindeswohl an oberste Stelle gesetzt und stets kontrolliert.
Die meiner Ansicht nach wichtigste Quelle für die Früherziehung sind die im SGB VIII verankerten Rahmengesetze, §§ 22-26 KJHG, zur “Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Tagespflege“.
So werden in §22 allgemeine Grundsätze der Betreuung geklärt und nähere Bestimmungen laut §26 in den Landesausführungsgesetzen geregelt. (Münder, 1991, §22 Rz.1) Kinder sollen in Tageseinrichtungen, also auch in Kindergärten (Münder, 1991, §22 Rz.2), zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen Personen erzogen werden. Dies kann ganztags oder nur für einen Teil des Tages geschehen. (§22 (1) KJHG) Hierbei müssen Bildung, Betreuung und Erziehung gewährleistet werden und sind unter dem Begriff „Fördern“ zu verstehen. (Münder, 1991, §22 Rz.5) Des Weiteren gibt es auf die Lebenssituation von Eltern und Kind abgestimmte Betreuungszeiten und -kosten. (Münder, 1991, §22 Rz.6) Der §24 KJHG stellt sicher, dass „alle Kinder, für deren Wohl eine Förderung in Tageseinrichtungen [...] erforderlich ist, [...] eine entsprechende Hilfe erhalten“. Daraus entsteht allerdings kein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, da dies über Landesrechtsverordnungen geregelt wird. (Münder, 1991, §24 Rz.2) Doch gibt es seit 1996 eine Änderung, nach der mindestens Rechtsanspruch auf einen Halbtagskindergartenplatz besteht. Grund hierfür war ein Urteil des BverfG zum §218 StGB, das die Entscheidung zur Austragung eines Ungeborenen begünstigen sollte. Dennoch haben die einzelnen Länder hierzu Ausführungsgesetze. (www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/08/index.php?norm_ID=0802400) Dieses Landesrecht ist in §26 KJHG erfasst und überlässt den Ländern die Ausgestaltung von Inhalt und Umfang der Aufgaben, bzw. Leistungen. (Münder, 1991, §26 Rz.1)
2.2.2 Änderungen seit dem 01.01.2005
Das SGB VIII hat einige Neuerungen erfahren. So ist es in § 24 KJHG weiterhin gesetzlich festgelegt, dass zwar ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht, aber aufgrund der begrenzten Anzahl eben dieser Plätze, dieser jedoch „vorrangig für Kinder, deren Erziehungsberechtigte erwerbstätig, arbeits- oder beschäftigungssuchend sind, zur Verfügung zu stellen“ ist. Dies gilt für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Eintritt in die Schule. (www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=1850) Dementsprechend wurden in den Bundesländern die jeweiligen Landesausführungsgesetze geändert, wie zum Beispiel am 12.11.2004 das KiFöG in Sachsen-Anhalt. Hier heißt es, dass jedes Kind Anspruch auf einen ganztägigen Kindergartenplatz „bis zum Schuleintritt [hat], wenn aus Gründen der Erwerbstätigkeit, der Aus-, Fort- und Weiterbildung oder Teilnahme der Eltern an einer Maßnahme der Arbeitsförderung [...] ein Bedarf für eine solche Förderung besteht“.(§3(1)1a KiFöG LSA) Dies bedeutet, dass nicht mehr jedem Kind die Möglichkeit geboten werden kann, die Chancengleichheit in Bezug auf Lebens- und Bildungsmöglichkeiten in vollem Umfang wahrzunehmen. Erwerbstätigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass, „wenn ein Kind einen Erziehungsberechtigten hat, dieser, wenn es zwei sind, beide erwerbstätig sind“, Erholungsurlaub, Mutterschutz und Elternzeit ausgenommen. (Reich, 2003, §3 Rz.3)
Kindergärten gehören also als Elementarbereich zu den Einrichtungen der Jugendhilfe und sind in das Bildungswesen einbezogen. Sie besitzen bestimmte institutionelle Merkmale und haben eine familienergänzende Funktion. Dazu zählt die Bildung, die Betreuung und die Erziehung der Kinder zwischen durchschnittlich drei und sechs Jahren, also kurz gesagt die Förderung eben dieser. Seit 1996 gibt es sogar einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, der jedoch seit 2005 so konditioniert wurde, dass zunächst erwerbstätige und arbeits- bzw. beschäftigungssuchende Eltern diesen für ihr Kind in Anspruch nehmen können.
Katharina Voigt (Autor)
V187029
9783656103929
9783656104193
Hausarbeit aus dem ersten Semester Soziale Arbeit (Bacheor)
entwicklung kindergartens institution deutschland
Katharina Voigt (Autor), 2006, Die Entwicklung des Kindergartens als pädagogische Institution in Deutschland , München, Page::Imprint:: GRINVerlagOHG, https://www.hausarbeiten.de/document/187029
Der Einfluss des Christentums auf die Entstehung der wohlfahrtsstaa...

References: Art. 20
 Art. 6
 Art.6
 §22
 §26
 §22
 §22
 §22
 §22
 §24
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 §218
 §26
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 § 24
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