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Timestamp: 2019-11-20 19:39:26+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1990, 1106 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 02.02.1990
§ 254 BGB, kein Mitverschulden des Käufers, dem der Rechtsmangel schuldhaft unbekannt war (abschließende Regelung des § 439 Abs. 1 BGB <Fassung bis ...
https://dejure.org/1990,563
BGH, 02.02.1990 - V ZR 266/88 (https://dejure.org/1990,563)
BGH, Entscheidung vom 02.02.1990 - V ZR 266/88 (https://dejure.org/1990,563)
BGH, Entscheidung vom 02. Februar 1990 - V ZR 266/88 (https://dejure.org/1990,563)
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§§ 123, 144 BGB, §§ 459 ff BGB <Fassung bis 31.12.01>, klageweise Geltendmachung von Gewährleistungsrechten in Kenntnis der Anfechtbarkeit schließt spätere Anfechtung nicht aus
BGB § 144 Abs. 1
Kaufrecht - Gewährleistung - Anfechtung wegen Täuschung - Bestätigung des anfechtbaren Rechtsgeschäfts
Keine Bestätigung eines Kaufvertrages bei Klage des Käufers auf Gewährleistung in Kenntnis der Anfechtbarkeit
Wie wird ein anfechtbarer Grundstückskaufvertrag bestätigt? (IBR 1990, 228)
JR 1990, 376
Weil Teilnehmer am Rechtsverkehr nicht ohne weiteres auf bestehende Befugnisse oder Gestaltungsmöglichkeiten zu verzichten pflegen, sind an die Annahme einer Bestätigung durch schlüssiges Verhalten strenge Anforderungen zu stellen (Senat, Urteil vom 2. Februar 1990 - V ZR 266/88, BGHZ 110, 220, 222; BGH, Urteil vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69, NJW 1971, 1785, 1800; vgl. auch BGH…, Urteil vom 21. September 2011 - IV ZR 38/09, NJW 2012, 296 Rn. 48).
Teilnehmer am Rechtsverkehr pflegen erfahrungsgemäß nicht ohne Weiteres auf bestehende Befugnisse oder Gestaltungsmöglichkeiten zu verzichten (BGH 2. Februar 1990 - V ZR 266/88 - zu II 1 der Gründe, BGHZ 110, 220).
Rechtsfehlerfrei geht das Berufungsgericht davon aus, dass eine hier allein in Betracht kommende konkludente Bestätigung des anfechtbaren Vertrages nur vorliegt, wenn das Verhalten des Anfechtungsberechtigten eindeutig Ausdruck eines Bestätigungswillens ist und jede andere, den Umständen nach einigermaßen verständliche Deutung ausscheidet (Senatsurteil vom 1. April 1992 - XII ZR 20/91 - NJW-RR 1992, 779, 780; BGH Urteil vom 2. Februar 1990 - V ZR 266/88 - BGHZ 110, 220, 222).
c) In der einschlägigen Rechtsprechung und Literatur (vgl. BGH Urteil vom 2. Februar 1990 - V ZR 266/88 - NJW 1990, 1106; BGH Urteil vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 - NJW 1971, 1795, 1800; BGH Urteil vom 8. März 1961 - V ZR 24/60 - WM 1961, 785; BGH Urteil vom 12. November 1957 - VIII ZR 311/56 - NJW 1958, 177; RGZ 128, 116, 119;… MünchKomm-Mayer-Maly, aaO., § 144 Rdn. 4;… RGRK-Krüger-Nieland, BGB, 12. Aufl., § 144 Rdn. 6, 9;… Staudinger/Dilcher, aaO., § 144 Rdn. 3;… Soergel/Hefermehl, aaO., § 144 Rdn. 2) wird zu § 144 BGB die Auffassung vertreten, der Anfechtende müsse die Kenntnis von den die Aufhebung begründeten Tatsachen besitzen und dies mit der Vorstellung verbinden, daß er gegen die Wirksamkeit des Rechtsgeschäfts vorgehen könne.
In einer neueren Entscheidung (BGH Urteil vom 2. Februar 1990 - V ZR 266/88 - NJW 1990, 1106) wird ausgeführt, es genüge ein Verhalten, das den Willen offenbare, trotz Kenntnis der Anfechtbarkeit an dem Rechtsgeschäft festzuhalten, d. h. das Rechtsgeschäft ungeachtet des Anfechtungsgrundes gelten zu lassen.
Eine Bestätigung setzt in der Regel voraus, dass der Bestätigende die Anfechtbarkeit kannte oder mit ihr rechnete (BGH, NJW 1990, 1106;… Palandt/Heinrichs, a.a.O., § 144 Rn. 2).
Zwar kann eine solche Bestätigung auch durch schlüssige Handlung erfolgen, jedoch muss das Verhalten den eindeutigen Willen offenbaren, trotz der Anfechtbarkeit an dem Rechtsgeschäft festzuhalten; jede andere den Umständen nach einigermaßen verständliche Deutung muss ausgeschlossen sein (BAG 13. April 2000 - 2 AZR 258/99 - RzK I 9h Nr. 34; BGH 2. Februar 1990 - V ZR 266/88 - BGHZ 110, 220; 1. April 1992 - XII ZR 20/91 - NJW-RR 1992, 779 f., jeweils mwN).
Außerdem muß er wissen, daß sich daraus für ihn ein Anfechtungsrecht ergibt (Senat, NJW 1971, 1795 [1800 unter II 3e cc] = WM 1971, 749 [753]; vgl. zu den Voraussetzungen der Bestätigung zuletzt BGH, NJW 1990, 1106 [unter II 1]).
Erforderlich ist ein Verhalten, das den Willen offenbart, trotz der Anfechtbarkeit an dem Rechtsgeschäft festzuhalten, wobei jede andere den Umständen nach mögliche Deutung ausgeschlossen sein muss (BGHZ 110, 220, 222; BGH NJW-RR 1992, 779, 780).
OLG Hamm, 08.01.1993 - 20 U 249/92
Fehlerhafte Eingabe in Großrechenanlage und resultierende Erstellung eines …
LAG Berlin, 27.07.1990 - 6 Sa 45/90
Arbeitsvertrag: Anfechtung - Offenlegung transsexueller Prägung
OLG Frankfurt, 27.04.2012 - 16 U 192/11
Verlust des Anfechtungsrechts nach § 123 BGB wegen Bestätigung des Kaufvertrags

References: § 254
 § 439
 § 144
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 144
 § 144
 § 144
 § 144
 § 144
 § 144
 BGH 
 BGH 
 § 123