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Frage geschrieben am 28.10.2013 20:57:03
Betreff: § 4 Abs. 4a EStG
ich sitze gerade an der Einnahme-Überschussrechnung für die Steuererklärung für selbstständige und komme einfach nicht mehr weiter.
Es hakt bei zeile 77 § 4 Abs. 4a EStG. Fast alles wurde von meinem Büroprogramm automatisch übertragen . Nur bei der Plausibilitätsprüfung zeigt er mir bei zeile 77 immer rot an. Ich habe schon im internet gesucht aber ich verstehe einfach nicht was da rein kommen soll.
Was muss ich da eingeben private telefonnutzung oder die privaten Abhebung vom konto?
Ansonsten habe ich alles in EÜR übertragen verpflegungsmehraufwand, afa, kauf auto, geplante investion, wäsche waschen,
ich verstehe nur nicht diese blöde zeile 77
Antwort geschrieben am 28.10.2013 21:22:25
sollten in Ihrem Fall der § 4 Abs. 4a EStG einschlägig sein, so würde dies den Rahmen der Beratung und den Einsatz sprengen.
Diese Vorschrift spielt nur bei Schuldzinsen über EUR 2.050 p.a.,mehr Entnahmen als Einlagen plus Kapital, sowie bei Einsatz des sog. 2-Konten-Modells eine Rolle.
Der Regelung von "Überentnahmen" könnte daher anwendbar sein, wenn Sie in Ihrer EÜR irgendwo Schuldzinsen erfasst hätten. Haben Sie in den Zeilen 42 oder 43 irgendwelche Beträge eingetragen?
Sie müssten in dieser Zeile 77 alle Privatentnahmen erfassen, d.h. alles was aus dem Einzelunternehmen für private Zwecke entnommen wurde. Dazu würde auch gehören, wenn Sie ein betriebliches Fahrzeug hätten und dieses "gemischt" (betrieblich und privat) nutzen. Dann würden Sie die Privatnutzung umsatzversteuern und diese "Entnahme" hier erfassen.
Zusätzlich müssten Sie dann eine Anlage SZE (Ermittlung der nicht abziehbaren Schulden für Einzelunternehmen) ausfüllen.
Prüfen Sie also, ob Sie Schuldzinsen eingetragen haben. Eine Erläuterung/Beurteilung der Fehlermeldung des Programms ist über Internet nicht möglich.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kurzen Überblick geben und das Problem (hoffentlich) beseitigen.
Nachfrage vom Fragesteller geschrieben am 28.10.2013 22:02:54
ich bedanke mich ganz herzlich. Es ist bei beiden nichts eingeschrieben, also fällt es dann weg.
noch eine kurze frage. Wenn ich bei der Einkommenssteuererklärung nicht über einen gewinn von 18800 euro komme muss ich trotzdem eine gewerbesteuererklärung ausfüllen und wo bekomme ich eine Ausfüllhilfe her die man auch versteht. Im internet wird es immer verwirrender. Da dort steht das man leasingraten für auto zurechnen muss oder zinsen und keine Erklärung was betriebsausgaben sind. Ich sehe garnicht mehr durch oder habe grad nen knoten im kopf .oder ist das nur wieder wenn man über die grenze von 24500 euro rauskommt.
Antwort auf Nachfrage vom Steuerprofi geschrieben am 28.10.2013 22:14:11
zwar ist das eine neue Nachfrage zu einem anderen Thema, aber ich bin ja nicht so...:-)
Wenn Sie bei Ihrem Gewerbertrag nicht über EUR 24.500,- kommen, dann entfällt die Abgabe einer Gewerbesteuererklärung.
Gewerbeertrag ist streng genommen nicht das Ergebnis Ihrer EÜR, denn -wie Sie richtig gelesen haben- wird der Gewerbeertrag noch einmal um einige Positionen bereinigt. Hierzu werden Mieten/Leasing für bestimmte Wirtschaftsgüter hinzugerechnet. Da aber hier insgesamt ein Freibetrag von EUR 100.000 (!) gilt, trifft das die meisten Selbständigen nicht.
In Ihrem Fall können Sie also bei EUR 18.800,- Gewinn aus der EÜR auf eine Gewerbesteuererklärung verzichten. Sie werden vermutlich keine Betriebsausgaben haben, die für Zwecke der Gewerbesteuer in HÖhe von EUR 5.700,- (24.500-18.800) hinzugerechnet werden.
Angesteller und nebenbei selbständig, §15 EStg?
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