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Timestamp: 2017-08-23 00:35:59+00:00

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Freiheit statt Vollbeschäftigung: Mitteilungen: April 2015
Der amerikanische Linguist Noam Chomsky, bekannt für die Entwicklung der "Generativen Grammatik" hat sich kürzlich zum Grundeinkommen geäußert im Rahmen eines längeren Gesprächs über verschiedene Themen. Dass er dabei eine historische Verkürzung der Idee und eine Vermischung von Bedingungslosem Grundeinkommen und Negativer Einkommensteuer vornimmt, sei hier nur angemerkt. Siehe hier.
Labels: Basic Income Guarantee, Noam Chomsky
weiterlesen ¶ Dienstag, April 28, 2015
"Bildungsprozesse, Autonomie der Lebenspraxis und die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens"...
...so lautete der Titel eines Vortrags von Sascha Liebermann im Rahmen des Bildungsforums an der Universität Koblenz am 20. Mai 2014. Der Audio-Mitschnitt ist nun online verfügbar, die Tonqualität ist leider nicht so gut.
Labels: Bildungsforum Universität Koblenz
weiterlesen ¶ Sonntag, April 26, 2015
...so der Titel eines Gesprächs Mathias Greffraths mit Ulrike Herrmann im Deutschlandfunk, das lesens- bzw. hörenswert ist. Es finden sich darin unter anderem Ausführungen über Grundeinkommen, Wachstum, Arbeitszeitverkürzung. Auf die zum Grundeinkommen soll hier eingegangen werden. Ulrike Herrmann äußert sich ausdrücklich befürwortend zum Grundeinkommen, gemeint ist offenbar das BGE. Bislang hatte sie das anders gesehen (siehe hier, hier und hier). Siehe zu den Ausführungen Frau Herrmanns auch den Kommentar des Grundeinkommens-Mems Köln (vom 20.4.) bei Facebook.
"Greffrath: Das ist der lange Atem der Historikerin. So, jetzt lassen Sie uns mal eine positive Variante erwägen, einen demokratischen Übergang in eine globale soziale, ökosoziale Marktwirtschaft, die auch noch irgendwie eine andere Art von Wachstum, inneres Wachstum, sagen wir mal, mehr Kultur und so weiter, immaterieller Wohlstand, Arbeitszeitverkürzung, die große Utopie von vielen, vielen, vielen durch die Jahrhunderte, von den Gewerkschaften aus Schwäche aufgegeben, mit Grundsicherung - damit könnte man ja politisch heute anfangen.
Herrmann: Ja, genau. Dabei sieht man, wir alle arbeiten ständig weniger, aber das Wachstum geht weiter. Die Vorstellung, dass man allein durch Arbeitszeitverkürzung das kapitalistische Wachstum bremst, ist völlig abwegig."
"Greffrath: Man könnte die Beschleunigung des Wachstums bremsen dadurch.
Denn Grundeinkommen hätte ja den Effekt, dass die Löhne steigen. Denn wenn die Leute sagen können, ach, ich arbeite gar nicht, denn ich habe ja ein Grundeinkommen, müsste man ihnen ja mehr bieten, damit sie arbeiten. Wenn die Löhne erst mal steigen, haben die Leute mehr Geld, um zu konsumieren. Prompt geht schon wieder das Wachstum los."
Zuvor hatte Ulrike Herrmann festgehalten, dass es illusorisch sei, durch Arbeitszeitverkürzung alleine das Wachstum zu bremsen. Hier nun geht sie noch einen Schritt weiter. Die "kapitalistische Mechanik" sei dafür verantwortlich, dass investiert werde, in Technologie, um das knappe Gut Arbeit zu ersetzen. Was sie hier der "Mechanik" zuschlägt, ist allerdings Ausdruck eines Bewertungszusammenhangs, denn nur dann muss das Gut ersetzt werden, wenn die Produktionsmenge beibehalten oder gar erhöht werden soll - relativ zum Konsum. Das geht wiederum nur, wenn es eine Absatzchance gibt. Die sich stellende Frage ist ja nun gerade, ob die Wertigkeit von Konsum unter Bedingungen eines Grundeinkommens dieselbe bliebe oder ob sie nicht vielmehr durch die relative Abwertung von Erwerbstätigkeit und die relative Aufwertung anderer Tätigkeitsbereiche dazu führte, dass Konsum die Bedeutung, Ausdruck beruflichen Erfolgs und des besonders wichtigen Beitrags zum Gemeinwohl zu sein, einbüßen würde. Die "kapitalistische Mechanik" operiert nicht wie ein perpetuum mobile, sie hat ein normatives Fundament, das wiederum eine bestimmte Lebensführung höher bewertet als andere. An ihr würde das BGE rütteln.
Im darauffolgenden Absatz spricht sie dem Grundeinkommen denselben Effekt zu, es werde zur Steigerung von Wachstum führen. Das Grundeinkommen sorgte allerdings dafür, dass sich Einkommen anders zusammensetzen würde als heute, denn vor jeglichem Lohn, der erzielbar wäre, hätte der Einzelne schon das Grundeinkommen. Damit relativiert sich die Bedeutung des Lohnes als Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhaltes je mehr, desto mehr Personen in einem Haushalt leben. Nur, weil Mitarbeiter dann auf diesen Lohn - vorausgesetzt, das Grundeinkommen wäre hoch genug - verzichten könnten, müssen Löhne nicht notwendig steigen, zumal die Einkommenssumme ja mit BGE höher sein könnte, selbst wenn der Lohn niedriger ausfiele. Aufgrund des Haushaltseffekts ist es nicht einmal zwingend, dass Löhne, die heute als sehr niedrig gelten, steigen müssten, da die betreffende Person bzw. der Haushalt vom Lohn gar nicht abhängig wäre. Solchen Überlegungen von Zweiflern allzuschnell entgegengehalten, dass es naiv sei zu glauben, Mitarbeiter würden für einen unerheblichen Lohn zu arbeiten bereit sein, wenn sie doch schon das BGE hätten. Dieser Einwand ist allerdings sehr voraussetzungsvoll: 1) Es wird der beschriebene Zusammenhang nicht berücksichtigt, wie Einkommen sich heute zusammensetzen und welche Effekte ein BGE auf diese Zusammensetzung hätte; 2) dass Erwerbstätigkeit nicht mehr der herausragende Beitrag zum Gemeinwohl wäre; 3) wie die relative Abwertung von Erwerbstätigkeit sich auf Konsum auswirken würde; 4) unterschätzt wird die Bedeutung der inhaltlichen Seite beruflichen Engagements, ihre sinnerfüllende Seite und damit der Unterschied zwischen der heutigen Situation und der mit BGE. Dazu bedarf es weder eines idealistischen, optimistischen oder sonstwie verklärten Menschenbildes. Es reicht vollkommen aus, heutzutage diese Zusammenhänge genau zu betrachten und zu differenzieren. Ulrike Herrmanns These ist ganz der verbreiteten Auffassung verbunden, dass der Anreiz, hier monetärer Art, entsprechend sein müsste, damit überhaupt die Bereitschaft bestünde, eine Stelle anzunehmen - die sinnerfüllende Seite wird unterschätzt. Wenn jedoch die Arbeitsbedingungen und die Aufgabe, um die es geht, interessant sind und zu den Ambitionen desjenigen passen, der vor der Entscheidung steht, ob er sie annehmen soll, weshalb sollte er dies auch bei gleichbleibendem oder relativ niedrigerem Lohn nicht tun, wenn er doch weiß, dass sein Einkommen ausreichte? Da dieser Zusammenhang nicht erwogen wird, schließt Ulrike Herrmann, dass steigende Löhne ganz der "kapitalistischen Mechanik" folgend zu steigendem Konsum führen müssen.
"Greffrath: Es sei denn, man fährt sozusagen alle Regler gleichzeitig runter. Man arbeitet weniger, man konsumiert weniger, es wird weniger produziert, jedenfalls in Europa. Woanders kann es ja noch weiter wachsen, sodass die Durchschnittswachstumsrate auf jeden Fall ein bisschen sinkt. Bei uns geht sie gegen Null, oder wir schrumpfen sogar ein bisschen. Die anderen holen nach. Damit hätten wir ja vielleicht noch ein, zwei Jahrhunderte gewonnen.
Herrmann: Nee, nee, nein - also nicht, dass Sie mich missverstehen. Ich würde mir wünschen, dass man einen Weg findet, aus dem Kapitalismus auszusteigen. Aber es ist viel schwieriger, als die Leute denken. Und die Vorstellung, dass man dann eben irgendwie weniger Wirtschaft hat und mehr Staat, ist natürlich deswegen schwierig, weil der Staat ja nur verteilen kann, was erwirtschaftet wird."
Das BGE mit seinen möglichen Auswirkungen hätte das Zeug dazu, einen Weg aus diesem Hamsterrad zu weisen, das nicht so unausweichlich ist, wie Ulrike Herrmann es darstellt. Sie vernachlässigt die kulturell-historisch gewachsene, herausgehobene Bewertung von Erwerbstätigkeit für die "kapitalistische Mechanik", die historisch relativ jung ist. Das BGE würde genau hier eine Umwertung vollziehen und damit andere Wertigkeiten setzen. Was dann daraus gemacht wird, ist offen.
Labels: Arbeitszeitverkürzung, Kapitalismus, Mathias Greffrath, Ulrike Herrmann, Wachstum
weiterlesen ¶ Donnerstag, April 23, 2015
"Die Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens schlagen zurück"...
...unter diesem Titel hat Norbert Häring auf meine Replik auf seine Ausführungen reagiert. Weshalb er meint, dass "die Befürworter" "zurückschlagen", wo er nur auf zwei verweist, erschließt sich nicht. Auch "schlage" ich nicht "recht giftig" zurück, sondern nutze dieselbe sachliche Schärfe, der er gefolgt war. Ob ich ihn im "Eifer" falsch zitiert habe, das zu entscheiden, sei dem Leser überlassen. Wer selbst scharfe Einschätzungen vorbringt, sollte doch nicht überrascht sein, dass er sachlich scharfe Entgegnungen erhält.
Labels: Norbert Häring
weiterlesen ¶ Mittwoch, April 22, 2015
Labels: Demokratie, Ehrenamt, Familie, individualistisch, Individuum, Kostgänger, libertär, Norbert Häring
weiterlesen ¶ Montag, April 20, 2015
Labels: Daniel Häni, Netzwerk Grundeinkommen
weiterlesen ¶ Sonntag, April 19, 2015
Labels: Erich-Fromm-Preis, Götz W. Werner
weiterlesen ¶ Mittwoch, April 15, 2015
Labels: Arbeitslosenhilfe, Frankfurter Rundschau, Langzeitarbeitslose, Menschenwürde, Verachtung
weiterlesen ¶ Donnerstag, April 09, 2015
"Endlich auch mal ein bisschen Kritik an unserem Projekt..."
...schrieb "Mein Grundeinkommen" zum Blogbeitrag von Sascha Liebermann '"Bezahlung ist nicht alles"...'. Siehe auch die Kommentare zum Facebook-Eintrag.
Endlich auch mal ein bisschen Kritik an unserem Projekt. Danke an Sascha Liebermann. - Wir grenzen uns von niemandem ab....
Posted by Mein Grundeinkommen on Dienstag, 24. März 2015
Labels: Facebook, Mein Grundeinkommen, Michael Bohmeyer
weiterlesen ¶ Sonntag, April 05, 2015
"Arbeit. Unsere Religion"...
...eine Serie im April über Arbeit in der Frankfurter Rundschau. Die ersten Beiträge sind schon erschienen. Das wäre Gelegenheit, über die Diskussion zum Bedingunglosen Grundeinkommen zu berichten und entsprechende Beiträge zu veröffentlichen. Die FR hat immer wieder einmal darüber berichtet. Siehe frühere Kommentare von uns dazu.
Labels: Arbeit, Frankfurter Rundschau, Religion
weiterlesen ¶ Mittwoch, April 01, 2015

References: BGE 
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