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Timestamp: 2019-03-23 19:17:03+00:00

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§ 130 BGB: Wirksamwerden der Willenserklärung gegenüber Abwesenden
BGH, Urteil vom 3.5.1989, Az. VIII ZR 252/88 7 a)	Wird, wie in dem zu beurteilenden Streitfall, als Widerrufsadressat das Gericht bestimmt, bei welchem innerhalb der Widerrufsfrist der Widerrufsschriftsatz einzugehen habe ('Eingang bei Gericht'), ist dies im Regelfall dahin auszulegen, daß ein 'Zugang' des Widerrufsschriftsatzes im Sinne des § 130 Abs. 1 BGB genügen soll (BGH Urteil vom 16. November 1979 - I ZR 3/78 = LM § 794 Abs. 1 Ziffer 1 ZPO Nr. 25 = NJW 1980, 1752, 1753).
BGH, Urteil , Az. VII ZR 197/57 daß der vorbehaltene Widerruf für einen oder beide Vergleichspartner die sachlichrechtliche Seite des Prozeßvergleichs betrifft und sich grundsätzlich nach den Regeln des bürgerlichen Rechts bestimmte Hiernach ist der Widerruf, sofern die Parteien nichts anderes vereinbart haben, dem anderen Vertragspartner gegenüber zu erklären und wird in dem Augenblick wirksam, in dem er diesem zugeht (§ 130 Abs. 1 BGB; vgl* auch BGH Urteil vom 20» Februar 1958 -II ZR 257/56 - )o
BGH, BESCHLUSS vom 4.6.2003, Az. III ZR 353/02 b) Bei der Einlegung von Post in ein Postschließfach geht der Brief dem Inhaber an dem Tage zu, an dem nach der Verkehrsanschauung mit einer Abholung zu rechnen ist (BGH, Urteil vom 19. Januar 1955 - IV ZR 160/54- LM Nr. 2 zu § 130 BGB).
BGH, BESCHLUSS vom 5.6.1986, Az. V ZR 41/86 Sie muß daher grundsätzlich vom Erklärenden unterschrieben und, da es sich um eine empfangsbedürftige Willenserklärung handelt, in dieser Form dem Erklärungsempfänger gemäß § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB auch zugegangen sein (vgl. BGH Urt. v. 30. Mai 1962, VIII ZR 173/61, LM BGB § 566 Nr. 7 = NJW 1962, 1388, 1389; BayObLG - RE -, NJW 1981, 2197, 2198 f; MünchKomm/Förschler 2. Aufl. § 126 Rdn. 16).
BGH, URTEIL vom 4.9.1969, Az. IX ZR 123/67 Damit war der Vergleich durch Erklärung gegenüber der Entschädigungsbehörde angefoehten (§ 130 Abs.1, 3 BGB; vgl. BGH RzW 1964, 71 Nr. 18).
BGH, URTEIL vom 3.4.1987, Az. VIII ZR 137/86 bb) Daß der Käufer den Zugang der Mangelanzeige beweisen muß, entspricht auch den zur - jedenfalls entsprechend anwendbaren - Vorschrift des § 130 BGB entwickelten Beweislastregeln (z.B. BGHZ 70, 232, 234; BGH Urteil vom 17. Februar 1964 - II ZR 87/61 = WM 1964, 452; Rosenberg, Die Beweislast, 3. Aufl., S. 251).
BGH, URTEIL vom 4.9.1969, Az. IX ZB 122/67 Damit war der Vergleich durch Erklärung gegenüber der Entschädigungsbehörde angefochten (§ 130 Abs.1, 3 BGB; vgl. BGH RzW 1964, 71 Nr. 18).
BGH, BESCHLUSS vom 3.4.1982, Az. V ZB 17/80 Daß sich die Wirkung einer durch den Betroffenen beim Grundbuchamt eingereichten Eintragungsbewilligung nach § 130 BGB bestimmt, entspricht der lange Zeit herrsch den und auch heute weitverbreiteten Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum von der (jedenfalls auch) rechtsgeschäftlichen Natur der Eintragungsbewilligung (mit Begründungen unterschiedlicher Art; statt vieler s. etwa RGZ 34, 378, 384; BayObLGZ 74, 30, 34; Meikel/Imhof/Riedel GBO 6. Auf1.
BGH, , Az. 6 sers weder zugegangen noch auch nur im Sinne von § 130 Abs. 2 BGB abgegeben worden ist (RGZ 65, 270, 274; vgl. BGHZ 48, 374 , 379 f.).
BGH, URTEIL vom 5.6.2012, Az. V ZR 254/11 Die in der Eigentümerversammlung unter Anwesenden abgegebene Stimme wird daher entsprechend § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB wirksam, wenn der Versammlungsleiter sie zur Ermittlung des Abstimmungsergebnisses zur Kenntnis nimmt (vgl. BGH, Urteil vom 25. Januar 1989 - IV b ZR 44/88, NJW 1989, 1728, 1729; Wenzel in Immobilienrecht 2002, S. 23, 38).
BGH, URTEIL vom 5.6.2012, Az. V ZR 254/11 Nach überwiegender Auffassung kommt ein Widerruf der Stimme gemäß § 130 Abs. 1 Satz 2 BGB nur bis zu ihrem Zugang bei dem Versammlungsleiter in Betracht (Merle in Bärmann, WEG, 11. Aufl., § 23 Rn. 31; Staudinger/Bub, BGB [2005], § 23 WEG Rn. 69; Wenzel, in Immobilienrecht (2002) 23, 38; Müller, ZWE 2000, 237, 245; Arm-brüster ZWE 2000, 455, 456).
BGH, URTEIL vom 5.8.2005, Az. V ZR 275/04 So wenig § 130 BGB von prozessrechtlichen Erwägungen überlagert wird, so wenig vermag die genannte Vorschrift des bürgerlichen Rechts die nach Prozessrecht bestehende Zuständigkeit des Gerichts zur Entgegennahme von Prozesshandlungen - einschließlich ihres Widerrufs - zu verdrängen (vgl. auch MünchKomm-ZPO/Wolfsteiner, 2. Aufl., § 794 ZPO Rdn. 61).
BGH, URTEIL vom 3.0.2014, Az. IV ZR 206/13 Für den Zugang gemäß § 130 BGB genügt es, wenn das Schreiben so in den Bereich des Empfängers gelangt, dass dieser unter normalen Verhältnissen die Möglichkeit hat, vom Inhalt der Erklärung Kenntnis zu nehmen (vgl. BGH, Beschluss vom 21. Juni 2011 -II ZB 15/10, NJW-RR 2011, 1184 Rn. 15; Urteil vom 3. November 1976 -VIII ZR 140/75, BGHZ 67, 271, 275; Knappmann in Prölss/Martin, VVG 28. Aufl. §38 Rn. 10; MünchKomm-WG/Staudinger, §38 Rn. 8; Rix-ecker in Römer/Langheid, VVG 3. Aufl. § 38 Rn. 11).
BGH, Urteil vom 3.11.2001, Az. Wird eine fernmündliche Erklärung - wie hier - nicht gegenüber dem Empfänger selbst, sondern gegenüber einem Empfangsboten abgegeben, gilt § 130 BGB (Soergel/Hefermehl, aaO, § 130 Rdn. 22; vgl. auch RGZ 61, 125, 127; 102, 295).
BGH, URTEIL vom 5.10.1979, Az. I ZR 3/78 8 gilt umso mehr, als nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes gegen die Versäumung der in einem Prozeßvergleich vereinbarten Widerrufsfrist die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nicht möglich ist (vgl. BGH LM § 130 BGB Nr. 2; BGHZ 61, 394, 398) und es daher auch im Interesse beider Parteien gelegen haben kann, den Widerruf nicht weiteren Formerfordernissen zu unterstellen.
BGH, URTEIL vom 5.10.1979, Az. I ZR 3/78 Er war damit so in den Machtbereich des Oberlandesgerichts gelangt, daß er von diesem jedenfalls zur Kenntnis genommen werden konnte (vgl. BGH LM § 130 BGB Nr. 8; BGHZ 67, 271, 275).
BGH, BESCHLUSS vom 3.6.2016, Az. XII ZB 489/15 Eine namensrechtliche Erklärung kann daher gemäß § 130 Abs. 1 Satz 2 BGB widerrufen werden, jedenfalls bis sie dem zuständigen Erklärungsempfänger zugeht (OLG München StAZ 2015, 304, 305; BeckOK BGB/Enders § 1617 Rn. 12; für eine Widerruflichkeit der Erklärung darüber hinaus bis zu dem Zugang aller weiteren erforderlichen Erklärungen: Staudinger/Hilbig-Lugani BGB [2015] § 1617 a Rn. 40 und §1617 Rn. 29; BeckOGK BGB/Kienemund [Stand: 1. April 2016] § 1617 Rn. 52; Lipp/Wagenitz Das neue Kindschaftsrecht § 1617 BGB Rn. 34).
BGH, URTEIL vom 1.5.1998, Az. II ZR 40/97 a)	Es entspricht allgemeiner Auffassung, daß eine verkörperte Willenserklärung unter Anwesenden zugeht (und damit entsprechend § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB wirksam wird), wenn sie durch Übergabe in den Herrschaftsbereich des Empfängers gelangt (vgl. RGZ 61, 415; BGH, Urt. v. 21. Februar 1996 - IV ZR 297/94, NJW-RR 1996, 641; Förschler in MünchKomm z. BGB, 3. Aufl., § 130 Rdn. 18 m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 2.11.2005, Az. XI ZR 139/05 Um wirksam zu werden, mussten diese Erklärungen aber jeweils auch dem anderen Vertragspartner in der vorgeschriebenen Form gemäß § 130 BGB zugehen (BGH, Urteil vom 30. Juli 1997 -VIII ZR 244/96, WM 1997, 2000, 2001 m.w.Nachw.; MünchKommBGB/ Ulmer, 4. Aufl. §492 BGB Rdn. 31).
BGH, URTEIL vom 4.2.1994, Az. X ZR 80/92 Wenn sich der Adressat im Ausland oder auf hoher See aufhält, muß zur Bestimmung des Zeitpunkts, in dem die Erklärung als zugegangen gilt und damit wirksam im Sinne des § 130 Abs. 1 BGB wird, die Zeitspanne berücksichtigt werden, die der Bote bei sachgerechter Ausübung seiner Botenfunktion unter den obwaltenden Umständen normalerweise benötigen würde, um die Erklärung dem Adressaten tatsächlich zu übermitteln (vgl. BGH LM Nr. 20 zu § 130 BGB).
BGH, URTEIL vom 3.5.2013, Az. IV ZR 243/12 Bei der Bestimmung der Bezugsberechtigung, ihrem Widerruf sowie ihrer Abänderung handelt es sich um einseitige empfangsbedürftige Willenserklärungen, die gemäß § 130 Abs. 1 BGB erst wirksam werden, wenn sie dem Versicherer zugegangen sind (Senatsurteile vom 14. Februar 2007 - IV ZR 150/05, VersR 2007, 784 Rn. 9; vom 14. Juli 1993 aaO; vom 28. September 1988 - IVa ZR 126/87, NJW-RR 1989, 21 unter 1.; Ben-kel/Hirschberg, Lebensund Berufsunfähigkeitsversicherung 2. Aufl. § 13 ALB 2008 Rn. 42, 64-66; Reiff/Schneider in Prölss/Martin, VVG 28. Aufl. § 13 ALB 86 Rn. 8, 15).
BGH, URTEIL vom 3.9.1983, Az. IVa ZR 71/82 Ein Widerruf eines solchen Schenkungsangebots der Erblasserin durch den Kläger wäre, sofern er überhaupt von einem einzigen Miterben erklärt werden könnte (vgl. dazu Soergel/Wolf BGB 11. Aufl. § 2301 Rdn. 12 und Lange/Kuchinke, Erbrecht 2. Aufl. S. 456), gemäß § 130 Abs. 1 Satz 2 BGB nur dann erheblich, wenn er der Beklagten spätestens mit dem Angebot zugegangen wäre, was der Kläger gegebenenfalls zu beweisen hätte (Baumgärtel/Laumen, Handbuch der Beweislast im Privatrecht Band 1 § 130 BGB Rdn. 6 m.w.N.).
BGH, Urteil vom 5.4.2000, Az. Sie meint aber, damit sei kein Zugang im Rechtssinne (§ 130 BGB) bewirkt worden, denn die Posteingangsstelle der BvS habe das Schreiben wegen unzureichender Adressierung an die TLG weitergeleitet.
BGH, URTEIL vom 4.9.2007, Az. III ZR 91/07 Es trifft zwar zu, wie das Amtsgericht ausgeführt hat, dass der Schuldner bei bestehenden vertraglichen Beziehungen gehalten ist, im Falle eines Umzugs Vorkehrungen für den Zugang rechtsgeschäftlicher Erklärungen seines Vertragspartners zu treffen (vgl. dazu RGZ 95, 315, 317 f.; BGH, Urteil vom 13. Juni 1952 -1 ZR 158/51, LM Nr. 1 zu § 130 BGB; OLG Hamburg MDR 1978, 489; OLG Hamm NJW-RR 1986, 699; MünchKomm/Einsele, aaO, § 130 Rn. 34, 37; Palandt/Heinrichs, aaO, § 130 Rn. 17).
BGH, URTEIL vom 4.9.1969, Az. IX ZR 124/67 Damit war der Vergleich durch Erklärung gegenüber der Entschädigungsbehörde angefochten (§ 130 Abs.1, 3 BGB; vgl. BGH RzW 1964, 71 Nr. 18).
BGH, URTEIL vom 2.8.2016, Az. II ZR 299/15 -8- § 130 Abs. 1 BGB zugehen muss, um wirksam zu werden (Altmeppen in Roth/Altmeppen, GmbHG, 8. Aufl., §21 Rn. 14; Fastrich in Baumbach/Hueck, GmbHG, 20. Aufl., § 21 Rn. 8; Michalski/Ebbing, GmbHG, 2. Aufl., § 21 Rn. 78; Bayer in Lutter/Hommelhoff, GmbHG, 19. Aufl., §21 Rn. 8; Emmerich in Scholz, GmbHG, 11. Aufl., §21 Rn. 19; MünchKommGmbHG/Schütz, 2. Aufl., § 21 Rn. 66; Müller in Ulmer/Habersack/Löbbe, GmbHG, 2. Aufl., § 21 Rn. 37), oder ob die Zahlungsaufforderung eine geschäftsähnliche Handlung darstellt.
BGH, URTEIL , Az. VIII ZR 150/67 - 14 sprechende Anweisungen an den Rechner sichergestellt haben sollte, daß v/enigstens wichtige Posteingänge dem Vorstand vorgelegt wurden» Dagegen kann der von der Rechtsprechung für Bestätigungsschreiben entwickelte Grundsatz, daß der Zugang des Schreibens im Sinne des § 130 BGB genügt, um den nicht widersprechenden Empfänger als zustimmend zu behandeln (BGHZ 20, 149, 152; MV 1964, 1951), nicht ohne weiteres auch hier angewandt werden» Is kommt vielmehr nach §§ 157, 242 BGB auf eine Würdigung der gesamten Umstände
AG Köln, Urteil vom 4.3.2005, Az. 210 C 31/05 21Auch wenn man (ebenfalls mit der herrschenden Meinung) die Abrechnung nicht als Willenserklärung, sondern als Wissenserklärung ansieht, ist § 130 BGB jedenfalls entsprechend anwendbar (vgl. Eisenschmid/Rips/Wall, Betriebskostenkommentar, 2004, § 556 BGB, Rdnr. 148 u. 275; zur entsprechenden Anwendung auf geschäftsähnliche Handlungen vgl. auch Palandt-Heinrichs, BGB, 64. Aufl. 2005, Rdnr. 3 zu § 130 BGB).
AG Köln, Urteil vom 4.3.2005, Az. 210 C 31/05 Dies ergibt sich daraus, daß § 130 BGB auf Prozeßhandlungen nicht anzuwenden ist (vgl. Palandt-Heinrichs, a.a.O., Rdnr. 3 zu § 130 BGB), was aus der unterschiedlichen Interessenlage und aus Gründen der Rechtssicherheit folgt.
AG Köln, Urteil vom 3.6.2008, Az. 220 C 435/07 Dass der Gesetzgeber nicht das Verb 'zugehen', sondern das Verb 'mitteilen' benutzte, beruht allein darauf, dass die Rechenschaftslegung keine empfangsbedürftige Willenserklärung im Sinne von § 130 BGB, sondern eine Wissenserklärung ist, auf die § 130 BGB entsprechende Anwendung findet (Staudinger/Weitemeyer, Neubearbeiter 2003, § 556, Rn. 108).
LAG Hamm, Beschluss vom 2.4.2006, Az. 1 Ta 72/06 Dies setzt voraus, dass das Einschreiben, das der Klägerin unstreitig nicht zugegangen ist, überhaupt als ihr zugegangen zu behandeln ist (vgl. dazu Palandt/Heinrichs BGB 65. Aufl. § 130 Rn. 10 m. w. N.; BAG v. 22.09.2005 - AP Nr. 24 zu § 130 BGB; BGH v. 26.11.1997 - NJW 1998, 976; KR-Friedrich 7. Aufl. § 4 KSchG Rn. 119, 120; HaKo-Fiebig, Kündigungsschutzgesetz 2. Aufl. Einl. Rn. 56).
LAG Hamm, Urteil vom 4.11.2003, Az. 4 Sa 900/03 14Nach dem Rechtsgedanken des § 130 BGB geht eine verkörperte Willenserklärung unter Anwesenden aber nur dann zu, wenn sie auch in den Herrschaftsbereich des Empfängers gelangt (vgl. Palandt, 61. Aufl., § 130 Rn. 13).
LAG Hamm, Urteil vom 4.11.2003, Az. 4 Sa 900/03 Damit handelt es sich bei der Kündigung eines Arbeitsverhältnisses seit Inkrafttreten des Arbeitsgerichtsbeschleu-nigungsgesetzes vom 30.03.2000 (BGBl. I S. 333, 335) am 01.05.2000 (Art. 5 ArbGBeschlG) um eine 'verkörperte' Willenserklärung (siehe zu dem Ausdruck Staudinger/Dilcher, 12. Aufl., § 130 BGB Rn. 9).
LAG Hamm, Urteil vom 4.11.2003, Az. 4 Sa 900/03 Teils wird angenommen, die bloße 63(Möglichkeit der) Kenntnisnahme des Inhalts genüge nicht, vielmehr müsse der Adressat die (alleinige) Verfügungsgewalt über das Schriftstück erlangt haben (MüKo/Einsele, 4. Aufl., § 130 BGB Rn. 27).
LAG Hamm, Urteil vom 4.11.2003, Az. 4 Sa 900/03 Der Erklärende müsse sich der verkörperten Willenserklärung entäußert haben, was nicht der Fall sei, wenn er sie dem Empfänger sofort wieder wegnehme (Soergel/Hefermehl, 13. Aufl., §130 BGB Rn. 20).
LAG Hamm, Urteil vom 4.11.2003, Az. 4 Sa 900/03 So soll eine verkörperte Willenserklärung bereits mit dem Niederlegen auf dem gemeinsamen Wohnzimmertisch in die tatsächliche Verfügungsgewalt des Empfängers gemäß § 130 BGB übergeht (BGH v. 21.02.1996 – IV ZR 297/94, NJW-RR 1996, 641 = WM 1996, 1273).
LG Arnsberg, Urteil vom 5.4.2011, Az. 1 O 506/10 Die Klägerin verkennt, dass auch im Rahmen des § 130 BGB die Beweislast für den Zugang einer Willenserklärung letztlich davon abhängig ist, welche Partei aus dem Zugang einer Willenserklärung Rechte herleiten will (OLG Saarbrücken NJW 2004, 2908).
AG Lüdenscheid, Urteil vom 5.8.2011, Az. 93 C 21/11 16Diese Grundsätze gelten auch für die Abrechnung gem. § 556 BGB (LG Waldshut-Tiengen, 1 S 19/09, Urteil vom 09.07.2009; Ellenberger in: Palandt, 70. Auflage, § 130 BGB Randnummer 3), obwohl diese keine Willenserklärung, sondern lediglich eine Wissenserklärung ist (BGH, VIII ZR 263/09, Urteil vom 28.04.2010).
AG Lüdenscheid, Urteil vom 5.8.2011, Az. 93 C 21/11 17Entscheidend ist also nicht die tatsächliche Kenntnisnahme der Willenserklärung durch den Empfänger, sondern der gewöhnliche – nicht zufällige – Zeitpunkt der Möglichkeit der Kenntnisnahme (BGH, XII ZR 214/00, Urteil vom 21.01.2004; Reichold in: jurisPK § 130 BGB Randnummer 12).
AG Lüdenscheid, Urteil vom 5.8.2011, Az. 93 C 21/11 Üblicherweise ist nicht mehr mit der Zustellung von Post gegen 17:00 Uhr – dem vom Kläger behaupteten Einwurfzeitpunkt – zu rechnen (vergleiche BAG a. a. O.; OLG Hamm NJW-RR 1995, 1188; LG Waldshut-Tiengen a. a. O.; Palm in: Erman, 11. Auflage, § 130 BGB Randnummer 8 mit weiteren Nachweisen).
FG Köln, Urteil vom 3.11.2009, Az. 9 K 2580/07 48Der Nachweis, dass ein bestimmtes Schriftstück tatsächlich entsprechend den Anforderungen des § 130 BGB in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist, kann weder nach den Regeln des Anscheinsbeweises geführt (vgl. hierzu z.B. Klein / Brockmeyer, a.a.O., § 122 Rz. 55 m.w.N., FG Hamburg, Urteil vom 7. Mai 1996 II 100/95, EFG 1996, 959, m.w.N., BGH-Urteil vom 17. Februar 1964 II ZR 87/61, NJW 1964, 1176, und OLG Hamm, Beschluss vom 27. September 1990 4 W 89/90) noch allgemein durch statistisches Zahlenmaterial ersetzt werden.
VG Regensburg, Urteil vom 2.2.2016, Az. 3 K 15.144 Gemäß der zu § 130 BGB (analog) ergangenen Rechtsprechung (vgl. BAG, U.v.2.3.1989 - 2 AZR 275/88; BGH, U.v.21.1.2004 - XII ZR 214/00; BVerwG, B.v. 22.4.1994 - 4 B 212/93 - jeweils juris) setzt der Zugang einer Erklärung unter Abwesenden voraus, dass die Erklärung in verkehrsüblicher Weise in die tatsächliche Verfügungsgewalt des Empfängers bzw. eines empfangsberechtigten Dritten gelangt ist (s.u. Nr. 2.1) und unter gewöhnlichen Umständen eine Kenntnisnahme zu erwarten ist (s.u. Nr. 2.2).
VGH München, Beschluss vom 2.6.2010, Az. 8 ZB 10.1109 Bei Rechtsgeschäften, die sich in einer Willenserklärung erschöpfen, muss die Verfügungsbefugnis des Rechtsvorgängers nicht nur zu dem Zeitpunkt ihrer Abgabe, sondern auch noch zu dem Zeitpunkt des Zugangs (§ 130 Abs. 1 BGB) vorhanden sein (BGH vom 30.5.1958 BGHZ 27, 360/366; Einsele in Münchener Kommentar, BGB, 5. Aufl. 2006, RdNr. 43 zu § 130).
VG Augsburg, Beschluss vom 4.7.2012, Az. 4 S 12.1035 Für den rechtzeitigen Zugang bei der Antragsgegnerin trägt aber der Antragsteller die Beweislast in entsprechender Anwendung des § 130 BGB (Kopp/Ramsauer, VwVfG, 11. Auflage 2010, Rdnr. 80 zu § 41; Münchner Kommentar zu dem BGB, 6. Auflage 2012, Rdnr. 46 zu § 130).
VG Augsburg, Urteil vom 5.9.2012, Az. 4 K 12.1034 Für den rechtzeitigen Zugang bei der Beklagten trägt aber der Kläger die Beweislast in entsprechender Anwendung des § 130 BGB (Kopp/Ramsauer, VwVfG, 11. Auflage 2010, Rdnr. 80 zu § 41; Münchner Kommentar zu dem BGB, 6. Auflage 2012, Rdnr. 46 zu § 130).

References: § 130
 § 794
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 § 566
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 § 23
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 §38
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 § 1617
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 §492
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 BGH 
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 § 13
 § 13
 § 2301
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 §21
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 § 556
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 § 556
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 § 122
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 § 41
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