Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=31.01.2008&Aktenzeichen=1%20BvR%201806/02
Timestamp: 2019-07-20 02:16:01+00:00

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BVerfG, 31.01.2008 - 1 BvR 1806/02 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2432
BVerfG, 31.01.2008 - 1 BvR 1806/02 (https://dejure.org/2008,2432)
BVerfG, Entscheidung vom 31.01.2008 - 1 BvR 1806/02 (https://dejure.org/2008,2432)
BVerfG, Entscheidung vom 31. Januar 2008 - 1 BvR 1806/02 (https://dejure.org/2008,2432)
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Verfassungsmäßigkeit der Erhöhung der von nichtprivilegierten Beteiligten im SGG-Verfahren zu leistenden Pauschgebühr sowie des Ausschluss von Kostenerstattungsansprüchen für private Pflegeversicherungsunternehmen (§§ 184, 193 Abs 4 SGG idF vom 17.08.2001) - teilweise Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde mangels hinreichender Substantiierung
Vorliegen eines Verstoßes gegen Art. 14 Abs. 1 GG durch die Auferlegung von Gerichtsgebühren bei einem Verfahren vor einem Sozialgericht; Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG aufgrund einer kostenmäßigen Gleichstellung der privaten Versicherungsunternehmen mit den öffentlichrechtlichen Behörden; Folgen der Erhebung einer Pauschalgebühr; Gegenstand und Umfang des durch Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG gewährleisteten Bestandsschutzes
SG Augsburg, 14.05.2002 - S 10 P 40/01
BVerfGK 13, 262
NJW 2008, 3556 (Ls.)
NVwZ 2008, 772
NZS 2008, 588
Diese Rechtsprechung hat das Bundesverfassungsgericht zuletzt mit Beschluss vom 31. Januar 2008 (- 1 BvR 1806/02 - Rn. 58, BVerfGK 13, 262) , wiederum unter Hinweis auf den durch § 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG bewirkten Schutz des Arbeitnehmers als des typischerweise sozial schwächeren Prozessbeteiligten bestätigt.
Im Übrigen übersieht die Klägerin, dass auch dann, wenn das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb vom Schutzbereich des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG erfasst sein sollte, das BVerfG hat diesen Schutz bislang nicht bejaht, vgl. BVerfG, Beschluss vom 26.6.2002 - 1 BvR 558/91 u. a. -, BVerfGE 105, 252, 278; BVerfG, Beschluss vom 31.1.2008 - 1 BvR 1806/02 -, NVwZ 2008, 772, 773, eine Verletzung dieses Grundrechts, mithin eine rechtswidrige Beeinträchtigung der Eigentumsfreiheit nicht vorläge, weil eine - unterstellte - Beeinträchtigung rechtmäßig wäre.
Dazu zählen die Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer über privatrechtliche Pflegeversicherungsverhältnisse (vgl. BT-Drucks 14/5943, S. 24; BVerfG NVwZ 2008, 772 [juris Rn. 49];… BSGE 79, 80 = VersR 1998, 486 [juris Rn. 10 ff.];… BSG VersR 2007, 1074 Rn. 9; OLG Celle, Beschluss vom 3. Juli 2018 - 8 W 24/18, juris; OLG Stuttgart r+s 2017, 111; KG VersR 2016, 138;… Keller in Meyer-Ladewig/Keller/Leitherer/ Schmidt, SGG 12. Aufl. § 51 Rn. 27;… jurisPK-SGG/Flint, § 51 Rn. 151 ff. [Stand: 17. August 2018];… Hommel in Peters/Sautter/Wolff, SGG § 51 Rn. 433 [Stand: November 2017];… Koch in Kasseler Kommentar zum Sozialversicherungsrecht § 110 SGB XI Rn. 27 [Stand: Mai 2018];… Philipp in LPK-SGB XI, 4. Aufl. Verfahren und Rechtsschutz: SGB XI und SGB XII Rn. 72;… HK-VVG/Rogler, 3. Aufl. § 192 Rn. 43;… Langheid/Rixecker/ Muschner, VVG 5. Aufl. § 192 Rn. 42a;… MünchKomm-VVG/Boetius, 2. Aufl. Vorbemerkung zu §§ 192 bis 208 Rn. 491;… Reinhard in Looschelders/Pohlmann, VVG 3. Aufl. § 192 Rn. 54;… Weber in Bach/Moser, Private Krankenversicherung 5. Aufl. Teil H Rn. 58;… Voit in Prölss/Martin, VVG 30. Aufl. § 192 Rn. 219;… Stormberg in Beckmann/Matusche-Beckmann, Versicherungsrechts-Handbuch 3. Aufl. § 44 Rn. 239a; Felsch, r+s 2017, 602 [Anm. zu LG Köln r+s 2017, 601]).
Selbst bei Vorliegen einer komplizierteren Fallgestaltung können sowohl die gesetzlichen Pflegekassen als auch die Unternehmen der privaten Pflegeversicherung auf sachkundiges Personal zurückgreifen, das in der Lage ist, ihre Interessen vor Gericht zu vertreten (so BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 31. Januar 2008 - Az.: 1 BvR 1806/02, Rdnrn. 58 und 64, nach juris).
Bei den Maßnahmen des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle nach § 197 Abs. 1 SGG handelt es sich um öffentliche Gewalt im Sinne dieser Verfassungsbestimmung (vgl. BVerfGE 101, 397, 407; E 107, 395, 406; BVerfG NVwZ 2008, 772, 773; NJW 2010, 1804), nicht aber um Rechtsprechung im Sinne des Art. 2 Abs. 4 Satz 3 LV, die den unabhängigen Richtern vorbehalten ist und die im Rahmen der spruchrichterlichen Tätigkeit nicht von der Rechtsweggarantie erfasst wird (vgl. zur Abgrenzung: BVerfGE 116, 1, 10; BVerfGK 4, 1, 5 f).
Dies hatte bereits das BVerfG so entschieden (vgl. BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 31. Januar 2008 - 1 BvR 1806/02 -, Rn 61ff. juris).
Die sich aus der Gleichstellung ergebenden Folgen hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 31.01.2008 für verfassungsgemäß erachtet (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 31. Januar 2008 - 1 BvR 1806/02 -).
Die von der Klägerin im Berufungsverfahren geäußerten und von einer Mitbewerberin bereits dem Bundesverfassungsgericht vorgetragenen (Verfassungsbeschwerde in dem Verfahren 1 BvR 1806/02) Bedenken teilt der Senat nicht.
LSG Niedersachsen-Bremen, 16.02.2017 - L 15 P 35/16
LSG Berlin-Brandenburg, 07.10.2015 - L 30 P 45/11
Beitragszahlung zur privaten Pflegeversicherung - Mahnverfahren - …
LSG Berlin-Brandenburg, 21.02.2017 - L 30 P 68/15
Pflegeversicherungsbeiträge - Widerruf der Verträge - Urteil des Amtsgerichts - …
SG Karlsruhe, 21.07.2015 - S 10 P 1232/15
Sozialgerichtliches Verfahren - private Pflegeversicherung - Beschluss über die …

References: Art. 14
 Art. 3
 Art. 14
 § 12
 Art. 14
 § 51
 § 51
 § 51
 § 110
 § 192
 § 192
 § 192
 § 192
 § 44
 § 197
 Art. 2