Source: https://www.flugrechte.eu/4849/condor-entsch%C3%A4digung-flugversp%C3%A4tung-de1049-seattle-frankfurt
Timestamp: 2020-06-05 02:12:20+00:00

Document:
Condor zahlt keine Entschädigung für Flugverspätung Flug DE1049 Seattle nach Frankfurt - FLUGGASTRECHTE
Condor Flug Köln Bonn nach Antalya DE 6798 über 13 Stunden Verspätung
Condor DE 7616 Heraklion nach Düsseldorf 7 Stunden Verspätung - Condor zahlt nicht
DE 1049 Condor Flugdienst Seattle Tacoma USA nach Frankfurt am Main Deutschland
Planmäßige Flugzeit DE1049 SEA FRA 7.25 p.m.
Abgeflogen sind wir aber fast 2 Tage später Am Schalter wurde uns gesagt, dass der Flug erst am nächsten Tag zu gleicher Zeit abfliegt, weil die Maschine technische Probleme hat. Condor hat uns kein Hotel angeboten und wir haben auch kein Essen oder ein Taxi oder sowas erhalten. Es wurde einfach nur gesagt, dass der Flug einen Tag später geht und die COndor Crew uns darüber am nächsten Tag eine Bescheinigung geben würde.
Es wurde uns mehrmals gesagt, dass der Flug DE1049 nach FRA exakt 24 Stunden später am nächsten Tag losfliegen sollte. Einige andere haben sich dann ein Hotel gesucht und wir sind mit. Einen Tag später erhält ein Bekannter eine sms, dass der Rückflug jetzt doch nicht exakt 24 Stunden später um 7.25 pm, sondern doch schon um 2.40 pm. Wir sind alle zum Flughafen gehetzt wie die Wilden, aber da war der Flug schon weg. Es standen auch noch andere Flugpassagiere da, die zu spät von Condor informiert wurden. Es war totales Chaos von Condor was die Informationspolitik anging. Am Condor Schalter waren viele andere Passagiere, die alle genauso verärgert und aufgeregt waren wie wir und auch nicht informiert wurden.
Dnn wurden wir umgebucht auf den nächsten Tag (also jetzt schon 2 Tage später!!!!!!!!!!!!!!!!!!) auf Condor Flug DE3049 nach Frankfurt am Main. Am nächsten Tag konnten wir dann endlich los und sind mit DE 3049 Condor in Frankfurt mit ca. 40 Stunden Verspätung gelandet.
Condor hat uns zwar einen Zettel "Bestätigung über die Flugunregelmäßigkeit" gegeben, aber die 600 € Entschädigung, die jedem von uns zusteht, nicht bezahlt.
condor-de1049
condor-de3049
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Gefragt 24, Nov 2015 in Flugverspätung von Anonym
Sie schildern hier eine sehr ärgerliche Situation. Eine solche sollten und müssen Sie auch nicht einfach hinnehmen.
Um überhaupt eine Entschädigung geltend machen zu können, muss eine erhebliche Ankunftsverspätung am Zielflughafen vorliegen. Das ist bei Ihnen ohne Zweifel gegeben. Da Sie erst zwei Tage später, also mit ca. 40 Stunden an Ihrem Zielflughafen in Frankfurt angekommen sind. Bei einer Verspätung von 40 Stunden ist bereits von einer Annullierung des Fluges auszugehen.
EuGH, Urteil vom 13.10.2011, Az C-83/10(bei Google-Suche zu finden unter: „C-83/10 reise-recht-wiki“)
Urteil vom BGH, Az.: X ZR 34/14-(einfach zu finden unter " reise-recht-wiki")
Bei einer Annullierung steht Ihnen grundsätzlich ein Anspruch auf Ausgleichzahlungen zu. Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich dabei nach der Entfernung. Richtigerweise haben Sie bereits festgestellt, dass Ihnen aufgrund der Entfernung folglich 600 Euro je Fluggast zustehen.
Zu beachten ist jedoch, dass die Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlung leisten muss, wenn außergewöhnliche Umstände im Sinne des Artikel 5 Abs. 3 der Verordnung Nr. 261/2004/EG Ursache der Verspätung waren.
Ihr Flug wurde nach Angaben von Condor annulliert aufgrund von technischen Problemen. Jedoch gilt, dass ein technischer Defekt in der Regel keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt, der die Fluggesellschaft von Ausgleichszahlungen freistellt. Dies gilt selbst dann, wenn die Fluggesellschaft alle Wartungsarbeiten am Flugzeug frist- und ordnungsgemäß durchgeführt hat.
EuGH vom 22.12.2008, Az.: C 549/07 -(einfach zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
Weiterhin ist zu beachten, dass die Fluggesellschaft weiterhin beweisen muss, dass ein außergewöhnlicher Umstand vorlag.
AG Köln, Urt. v. 5.4.2006 - Az.: 118 C 595/05 (einfsch zu finden bei Google unter "reise-recht-wiki")
Folglich muss auch in Ihrem Fall Condor zunächst beweisen, dass tatsächlich ein außergewöhnlicher Umstand vorlag. Wenn die Begründung stimmt die Sie erhalten haben, sollte es für Condor schwer werden, da ein technischer Defekt keinen außergewöhnlichen Umstand darstellt. Weiterhin müsste Condor beweisen, dass der Defekt unvermeidbar war.
Folglich können Sie einen Anspruch auf Ausgleichsleistungen gegen Condor geltend machen. Wenden Sie sich nochmals schriftlich an Condor. Gerade in Ihrem Fall liegt eine dermaßen erhebliche verzögerte Ankunft am Zielflughafen vor.Und auch die Ar
Beantwortet 25, Nov 2015 von Pharao (3,020 Punkte)
Bearbeitet 24, Nov 2015 von Pharao
Ihre Situation kann unter folgenden Aspekten bewertet werden: (1) Anspruch auf eine Ausgleichszahlung, (2) Anspruch auf Betreuungsleistungen und (3) technischer Defekt als haftungsausschließender Grund.
Sie schreiben nicht explizit, dass Ihr Flug annulliert oder verspätet war. Für Ihre Ansprüche auf eine Ausgleichszahlung ist dies jedoch auch unwichtig, da auch Fluggäste erheblich verspäteter Flüge einen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung haben (EuGH, Urt. v. 19. November 2009, Az. C-402/07 und C-432/07).
Gem. Art. 5, Abs. a, li. c) i. V. m. Art. 6, Abs. 1, li. c) Verordnung (EG) 261/2004 steht Ihnen bei einer derartigen Abflugverzögerung zweifelsfrei ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung in Höhe von 600 Euro pro Person (Entfernung Seattle – Frankfurt circa 8.000 km).
(2) Anspruch auf Betreuungsleistungen
Darüber hinaus schreibt Art. 9, Abs. 1 VO 261/2004 vor, dass dem Fluggast Betreuungsleistungen in Form von kostenlosen Getränken, Mahlzeiten, Hotelübernachtungen und Transport vom Flughafen zum Hotel und zurück im angemessenen Verhältnis zur Wartezeit zustehen. Selbst wenn kein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung besteht (wegen außergewöhnlicher Umstände, dazu näher im Punkt (3)), müssen Betreuungsleistungen weiterhin erbracht werden. Kommt die Fluggesellschaft dieser Pflicht nicht nach und der Fluggast musste die Kosten zunächst selbst dafür aufwenden, so kann er später die Erstattung verlangen (vgl. AG Frankfurt am Main, Urt. v. 16. Mai 2013, Az. 31 C 3349/12 (78); AG Erding, Urt. v. 15. November 2006, Az. 4 C 661/06; AG Simmern, Urt. v. 20. April 2007, Az. 3 C 688/06).
(3) Technischer Defekt als haftungsausschließender Grund
Gem. Art. 5, Abs. 3 VO 261/2004 entfällt die Pflicht zur Ausgleichszahlung, wenn die Fluggesellschaft nachweisen kann, dass der Verspätung außergewöhnliche Umstände zugrunde lagen, die sich auch beim Ergreifen aller zur Verfügung stehenden Maßnahmen nicht hätten verhindern lassen. Außergewöhnliche Umstände im Sinne der Verordnung können sein:
„[…]Solche Umstände können insbesondere bei politischer Instabilität, mit der Durchführung des betreffenden Fluges nicht zu vereinbarenden Wetterbedingungen, Sicherheitsrisiken, unerwarteten Flugsicherheitsmängeln und den Betrieb eines ausführenden Luftfahrtunternehmens beeinträchtigenden Streiks eintreten.“
Technische Defekte oder Mängel am Flugzeug gehören regelmäßig nicht zu den außergewöhnlichen Umständen:
AG Köln, Urt. v. 10. März 2010, Az. 132 C 304/07
AG Köln, Urt. v. 05. April 2006, Az. 118 C 595/05
BGH, Urt. v. 12. November 2009, Az. Xa ZR 76/07
Ein technischer Defekt kann also nur dann von der Haftung befreien, wenn sein Entstehen auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die für die Fluggesellschaft weder vorhersehbar noch beherrschbar sind.
Wenn die Fluggesellschaft auf Ihre Zahlungsaufforderung nicht reagiert, ist Inanspruchnahme anwaltlicher Hilfe zu empfehlen.
Beantwortet 16, Dez 2015 von pulang ambon (5,020 Punkte)
Bei einer so erheblichen Flugverspätung können sich durchaus Ansprüche aus der Europäischen Fluggastrechteverordnung gegen die Fluggesellschaft ergeben. Im vorliegenden Fall haben Sie Ihren Zielflughafen Frankfurt mit einer Verspätung von über 40 Stunden erreicht. Bei einer solchen erheblichen Verspätung, liegt eine Annulierung vor.
EuGH, Urteil vom 13.10.2011, Az C-83/10 (bei Google einfach zu finden unter "reise-recht-wiki")
BGH- Az.: X ZR 34/14 (bei Google einfach zu finden unter "reise-recht-wiki")
Folglich könnte Ihnen durchaus ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen zustehen. Die Höhe der Ausgleichszahlungen bemisst sich nach der Entfernung.
Sie wird von Artikel 7 Abs. 1 der Europäischen Gastrechte Verordnung bestimmt.
Die Entfernung von Seattle nach Frankfurt beträgt 8.179 km Ihnen würden somit 600 EUR pro Fluggast zustehen.
Zu beachten ist, dass die Fluggesellschaft keine Ausgleichszahlungen leisten muss, wenn außergewöhnliche Umstände im Sinne des Artikel 5 Abs. 3 der Verordnung Nr. 261/2004/EG Ursache der Verspätung waren. Die Fluggesellschaft muss beweisen, dass ein außergewöhnlicher Umstand vorlag. Ein außergewöhnlicher Umstand kann zum Beispiel bei Streik des Bodenpersonals oder bei schlechten Wetterbedingugnen vorliegen.
Ein technischer Defekt ist aber in der Regel kein außergewöhnlicher Umstand, der die Fluggesellschaft von Ausgleichszahlungen freistellt. Dies gilt selbst dann, wenn die Fluggesellschaft alle Wartungsarbeiten am Flugzeug frist- und ordnungsgemäß durchgeführt hat. Dazu das folgende Urteil:
EuGH, Urteil vom 22.12.2008 - Az.: C 549/07 (bei Google einfach zu finden unter "reise-recht-wiki")
Damit müsste Condor im vorliegenden Fall auch beim Vorliegen eines technischen Defekts Ausgleichszahlungen leisten.
Beantwortet 22, Dez 2015 von Jendrik (11,600 Punkte)
Sie schildern eine sehr ärgerliche und überhaupt nicht kundenfreundliche Situation. In diesem Falle sollte Sie auf jeden Fall Ihre Rechte geltend machen und sich gegen die Airline durchsetzen.
Bzgl. des Sachverhalts sind mehrere Aspekte von Bedeutung:
1. Technischer Defekt
Ein technischer Defekt an einem Flugzeug stellt keinen außergewöhnlichen Umstand im Sinne des Art. 5 Abs. 3 EG (VO) Nr. 261/2004 dar, es sei denn, dass sich der Defekt nicht im Rahmen der normalen Tätigkeit des Luftfahrtunternehmens gezeigt hat und sich der Defekt auch nicht von der Fluggesellschaft beherrschen ließ (vgl. EuGH, Urt. v. 22.12.2008, C – 549/07, einfach bei Google „C- 549/07 Reise-Recht-Wiki.de“ eingeben, es ist das erste Ergebnis in der Trefferliste). Ob etwas für eine Fluggesellschaft beherrschbar ist, richtet sich danach, ob der betreffende Vorgang unmittelbar in den betrieblichen Ablauf der Airline, also in dessen Verantwortungsbereich fällt. Falls sich die Fluggesellschaft darauf beruft, dass sie alle vorgeschriebenen Wartungsarbeiten ordnungsgemäß durchgeführt hat, so reicht dieses nicht als Nachweis dafür aus, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen im Sinne des Art. 5 Abs. 3 EG (VO) Nr. 261/2004 ergriffen hat, um die große Verspätung zu verhindern (vgl. LG Darmstadt, Urt. v. 01.12.2010, 7 S 66/10, „7 S 66/10 Reise-Recht-Wiki.de“ bei Google eingeben, das Urteil finden Sie als erstes Ergebnis in der Liste der Treffer). Die Airline muss substantiiert vortragen und darlegen, wie es zu dem außergewöhnlichem Umstand gekommen ist, wenn sie sich darauf berufen möchte (vgl. AG Frankfurt, Urt. v. 17.01.14, 30 C 2462/13, einfach zu googlen unter "30 C 2462/13 Reise-Recht-Wiki.de").
Wenn sich die Airline auf einen technischen Defekt als außergewöhnlichen Umstand berufen will, so muss sie dieses umfassend darlegen und vortragen.
2. Betreuungsleistungen
Bei Verspätungen oder Annullierungen muss die zuständige Fluggesellschaft Betreuungsleistungen den Flugpassagieren anbieten. Flugpassagiere haben einen Anspruch auf Betreuung. Diese Betreuungsrechte gelten unabhängig davon, wer für die Verspätung verantwortlich ist oder sie verschuldet hat. Dazu gehört bei stundenlangem Warten am Flughafen der Anspruch auf Verpflegung und Unterkunft. Die zwei kostenlosen Telefonate sind im Zeitalter des Mobilfunks kaum noch zu erwähnen. Anders sieht es aber aus bei sehr langen Wartezeiten und über Nacht. Hieraus kann sich auch ein Anspruch auf Übernahme der Kosten für ein Hotel ableiten. Dabei muss die Fluggesellschaft auf die Flugpassagiere zugehen und die Betreuungsleistungen ihnen anbieten sowie eine Unterbringung gewährleisten.
Kommt die Fluggesellschaft dieser Verpflichtung nicht nach, kann der Flugpassagier alle Kosten ersetzt verlangen, die ihm infolge der Pflichtverletzung entstanden sind. Dabei gilt aber, dass der Flugpassagier die Kosten so gering wie möglich halten muss (AG Simmern, Urteil v. 20.04.2007, 3 C 688/06).
Für Sie bedeutet das, dass die Airline die Ausgleichszahlung höchstwahrscheinlich leisten muss. Außerdem können Sie die Kosten für die zusätzliche Verpflegung und die Unterkunft geltend machen, denn hier hat die Airline ganz bestimmt ihre Verpflichtungen verletzt.
Beantwortet 27, Dez 2015 von TerraL (2,580 Punkte)
in einem Fall wie Ihrem, ist zunächst zu klären, ob und welche Ansprüche Sie gegen Condor aufgrund dieser Vorfälle haben. Zunächst einmal kommen hier Ansprüche nach der europäischen Fluggastrechte-VO in Betracht, insbesondere Ansprüche auf Ausgleichszahlung gem. Art. 7 VO und auf Betreuungsleistungen gem. Art 9 VO. Voraussetzung für beide Ansprüche ist zunächst, dass die VO auf Ihren Flug anwendbar ist. Dies ist vorliegend der Fall, da es sich um einen Flug in die EU handelt, der von einer europäischen Fluggesellschaft durchgeführt wurde.
Anspruch auf Betreuungsleistungen gem. Art. 9 VO
Nach dieser Vorschrift haben Sie als Reisender gegen die Airline bei einer Verspätung wie Ihrer folgende Ansprüche:
Anspruch auf unentgeltliche Mahlzeiten und Erfrischungen
Anspruch auf unentgeltliche Hotelunterbringung
Anspruch auf unentgeltliche Beförderung zwischen Hotel und Flughafen
Anspruch auf zwei unentgeltliche Telefonate, Faxe oder E-Mails
Diese Ansprüche haben sie insbesondere auch dann, wenn ein außergewöhnlicher Umstand vorlieget, der die Airline von einer Zahlung von Ausgleichsleistungen entlasten würde. Eine solche Entlastung ist im Rahmen des Art. 9 VO nämlich nicht möglich.
Anspruch auf Ausgleichsleistungen gem. Art. 7 VO
Neben den oben genannten Ansprüchen, könnten Sie in ihrem Fall auch einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen gem. Art. 7 VO haben. Voraussetzung hierfür ist, dass sie mit einer Verspätung von mind. 3 h an ihrem Endziel angekommen sind. (Vergl. EuGH-Urteil Sturgeon bei Google zu finden unter "Reise-Recht-Wiki.de C-402/07") Dies ist vorliegend gegeben.
Weitere Voraussetzung ist, dass sich die Airline gem. Art. 5 Abs. 3 VO nicht entlasten kann, indem sie nachweisen kann, dass die Verspätung auf einen außergewöhnlichen Umstand zurückzuführen ist, den sie auch dann nicht hätte vermeiden können, wenn sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hätte. In ihrem Fall ist es wahrscheinlich, dass die Airline die technischen Probleme an der Maschine als außergewöhnlichen Umstand angeben wird. Hierzu wäre wichtig zu wissen, dass zum einen eine solche pauschale Angabe nicht ausreichend ist. Vielmehr ist die Airline verpflichtet genau anzugeben, was das technische Problem war und wieso sie nicht in der Lage war, dieses ohne Verzögerungen für den Flug zu beheben und was sie für Maßnahmen getroffen hat, um die Verspätung zu vermeiden.
Zum anderen hat der BGH entschieden, dass technische Probleme nur dann als außergewöhnliche Umstände zu qualifizieren sind, wenn das Vorkommnis nicht Teil der normalen Ausübung der Tätigkeit der Airline ist und daher von ihr tatsächlich nicht zu beherrschen. (Nachzulesen unter "Xa ZR 76/07 reise-recht-wiki.de") In den meisten Fällen sind die aufgetretenen technischen Probleme Teil der Tätigkeit der Airline und daher durchaus von ihr zu beherrschen.
Daher ist es hier wichtig zu wissen, was genau das technische Problem war, wieso es nicht ohne Verzögerung behoben werden konnte und was die Airline getan hat, um die Verspätung zu vermeiden. Kann sie diese Infos nicht liefern, haben Sie gem. Art. 7 VO einen Anspruch auf Ausgleichsleistungen. In ihrem Fall beträgt diese 600 € pro Person.
Ich würde Ihnen empfehlen unter Angabe dieser Dinge die Airline erneut aufzufordern, ihnen Ausgleichsleistungen und Ersatz für die entstandenen Kosten für die Betreuungsleistungen zu zahlen. Weigert sich die Airline weiterhin, erscheint es durchaus lohnenswert einen Anwalt einzuschalten.
Beantwortet 27, Dez 2015 von LindaH (6,840 Punkte)

References: EuGH 
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 9
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 7
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 5
 BGH 
 Art. 7