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9729 - Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 19. September 2016 eingegangenen Antworten der Bundesregierung - PDF EBook Free Download
Deutscher Bundestag Drucksache 18. Wahlperiode 18/9729 23.09.2016 Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 19. September 2016 eingegangenen An...
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18/9729 23.09.2016
Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 19. September 2016 eingegangenen Antworten der Bundesregierung
Beck, Marieluise (Bremen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .................................. 2 Bellmann, Veronika (CDU/CSU) ............................. 16 Brantner, Franziska, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ...................... 8, 10, 17 Bulling-Schröter, Eva (DIE LINKE.) ................. 25, 26 Dörner, Katja (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ......... 18 Gastel, Matthias (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ..... 22 Groth, Annette (DIE LINKE.) .................................... 3 Höger, Inge (DIE LINKE.) ....................................... 12 Hüppe, Hubert (CDU/CSU) ................................ 19, 20 Jelpke, Ulla (DIE LINKE.) ......................................... 9 Krischer, Oliver (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .......................... 23, 27 Kühn, Christian (Tübingen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ................................ 28
Kunert, Katrin (DIE LINKE.) .................................. 13 Lindner, Tobias, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .......................... 14, 15 Meiwald, Peter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ........ 1 Movassat, Niema (DIE LINKE.) .............................. 30 Mutlu, Özcan (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .......... 4 Nouripour, Omid (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ............................. 5, 6 Paus, Lisa (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) .............. 11 Pothmer, Brigitte (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ..... 7 Schulz-Asche, Kordula (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) ............................... 21 Tackmann, Kirsten, Dr. (DIE LINKE.) .................... 29 Wawzyniak, Halina (DIE LINKE.) .......................... 24
Drucksache 18/9729
Meiwald, Peter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Vermeidung von Mikroplastikfreisetzungen als Aspekt im nächsten Arbeitsprogramm der Öko-Design-Richtlinie ............................
Brantner, Franziska, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Eheschließungen minderjähriger deutscher Staatsangehöriger seit 2006...........................
Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts Beck, Marieluise (Bremen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Kenntnisse über staatliche Repressionen ge­ gen das Umfrageinstitut IISEPS in Weiß­ russland ......................................................... Groth, Annette (DIE LINKE.) Festnahme von zwei deutschen Flüchtlings­ helfern der privaten Rettungsmission SeaEye in libyschen Gewässern .......................... Mutlu, Özcan (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Erkenntnisse über mögliche Terrornetz­ werke und Ausbildungscamps von Terroris­ ten in der Türkei ............................................ Nouripour, Omid (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Beurteilung des „Preliminary Report on Al­ leged Violations to Human Rights in the Re­ public of Yemen“ .......................................... Inhaltspunkte einer möglichen neuen Resolu­ tion für eine Untersuchungskommission des Jemenkonflikts im Menschenrechtsrat ........... Pothmer, Brigitte (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wartezeiten für Staatsangehörige der West­ balkanländer für Visa zur Arbeitsaufnahme...
Jelpke, Ulla (DIE LINKE.) Inhalte des Rückübernahmeabkommens mit Afghanistan ...................................................
Paus, Lisa (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Treffen der „Stiftung Familienunterneh­ men“ und der Vereinigung „Die Familien­ unternehmer – ASU“ mit Vertretern der Bundesregierung zum Thema Erbschaftsteuer .............................................................
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung 3
Höger, Inge (DIE LINKE.) Ergebnisse der Forschungen an schlangenför­ migen Landrobotern zur Gefahrenabwehr...... 10 Kunert, Katrin (DIE LINKE.) Nutzung des Gefechtsübungszentrums Heer durch nichtstaatliche Akteure........................ 10
Lindner, Tobias, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Schadensersatzforderung an Airbus Defence and Space wegen der verspäteten Ausliefe­ rung eines Transportflugzeugs vom Typ A400M .......................................................... 11 Nachprüfungstätigkeiten an Luftfahrzeugen der Bundeswehr durch Mitarbeiter von Pri­ vatunternehmen ............................................. 12
Bellmann, Veronika (CDU/CSU) Rechtliche Konsequenzen für Erziehungsbzw. Sorgeberechtigte bei Mangelernährung ihrer Kinder ................................................... 12
Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern Brantner, Franziska, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) EU-Flüchtlingsabkommen mit Ägypten .......
Brantner, Franziska, Dr. (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Vorlage eines Gesetzentwurfs zur Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes ................... 13
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor­ sicherheit
Dörner, Katja (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Beratungen durch die Jugendmigrations­ dienste in der Region Bonn/Rhein-Sieg in den vergangenen fünf Jahren......................... 13
Bulling-Schröter, Eva (DIE LINKE.) Vorlage des Berichts zum Energetischen Sa­ nierungsfahrplan für Bundesliegenschaften ... 18 Liegenschaftsenergiekonzepte für be­ stimmte Bundesliegenschaften ...................... 19
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit Hüppe, Hubert (CDU/CSU) Gruppennützige Studien an einwilligungs­ unfähigen Patienten ....................................... 14 Schulz-Asche, Kordula (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Möglicher Änderungsbedarf bei § 40b Ab­ satz 4 Satz 2 des Vierten Arzneimittelrechts­ änderungsgesetzes hinsichtlich der Be­ stimmtheit von Patientenverfügungen ........... 16
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur Gastel, Matthias (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Abflussleistung der gedükerten Abwasser­ sammler bei Stuttgart 21 ............................... 16 Krischer, Oliver (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bau von Radwegen an Bundesstraßen seit 2009 ............................................................... 17 Wawzyniak, Halina (DIE LINKE.) Förderung von Telekommunikationsanbie­ tern gemäß der Richtlinie „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ ....................... 18
Krischer, Oliver (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Notwendigkeit einer Schadstoffplakette für Elektrofahrzeuge zur Einfahrt in eine Um­ weltzone ........................................................ 21 Kühn, Christian (Tübingen) (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Bundesmittel für die Strategie Soziale Stadt „Nachbarschaften stärken, miteinander im Quartier“ ....................................................... 21 Tackmann, Kirsten, Dr. (DIE LINKE.) Erhöhte Menge an durch Unfälle in die Um­ welt gelangten wassergefährdenden Stoffe aus der Landwirtschaft .................................. 24
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Movassat, Niema (DIE LINKE.) Ergebnisse eines Gutachtens zur Optimie­ rung des BMZ-Konzeptes zu Antikorruption und Integrität in der deutschen Entwick­ lungspolitik ................................................... 24
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie 1. Abgeordneter Peter Meiwald (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wie und mit welchem Erfolg hat sich die Bundes­ regierung dafür eingesetzt, dass die zukünftige Vermeidung von Mikroplastikfreisetzungen in das nächste Arbeitsprogramm der Öko-DesignRichtlinie aufgenommen wird, wie eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission anregte, auf die die Bundesregierung in ihrer Antwort auf meine Schriftliche Frage 63 auf Bundestags­ drucksache 18/7181 hingewiesen hat?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Uwe Beckmeyer vom 23. September 2016 Für die in der Öko-Design-Richtlinie adressierten energieverbrauchsre­ levanten Produkte und Produktgruppen besteht in der Regel nicht das Risiko der Freisetzung von Mikroplastik. Daher hat die Bundesregierung diesen Aspekt nicht in ihre Stellungnahme zum nächsten Arbeitspro­ gramm der Öko-Design-Richtlinie der Europäischen Kommission auf­ genommen.
Geschäftsbereich des Auswärtigen Amts 2. Abgeordnete Marieluise Beck (Bremen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Welche Informationen hat die Bundesregierung über staatliche Repressionen gegen das Umfrage­ institut für Belarus, Unabhängiges Institut für so­ zioökonomische und politische Studien (IISEPS) von Prof. Oleg Manaev, das im staatlichen Fern­ sehen von Belarus mit einer Diffamierungskam­ pagne überzogen wurde („Primal IISEPS“, Son­ derreportage, Belarus1-TV, 31. Juli 2016) und dessen Mitarbeiter, die die Umfragen durchfüh­ ren, teilweise verhaftet und mit Strafverfolgung bedroht wurden, woraufhin das Institut seine Tä­ tigkeit im Land einstellen musste (IISEPS; Two Decades of Fighting for Free Thought: Chrono­ logy of the State Repressions Against IISEPS, www.iiseps.org/?page_id=925〈=en), und was unternimmt die Bundesregierung, um gegen­ über der Regierung von Belarus die Bedeutung der Arbeit des Instituts für die Entfaltung von Meinungsfreiheit und Wissenschaft in Belarus zu unterstreichen und die von Repressionen betroffe­ nen Institutsmitarbeiter zu unterstützen?
Antwort des Staatsministers Michael Roth vom 21. September 2016 Der Bundesregierung ist die Medienberichterstattung zum Unabhängi­ gen Institut für sozioökonomische und politische Studien (IISEPS) be­ kannt und sie verfolgt die Angelegenheit mit großer Aufmerksamkeit. Eigene, über die Medienberichterstattung hinausgehende Erkenntnisse hierzu liegen ihr nicht vor. Die deutsche Botschaft in Minsk unterhielt zum IISEPS bis zur Einstel­ lung seiner Tätigkeit in Belarus regelmäßige und enge Kontakte. In ihren Kontakten mit der Regierung der Republik Belarus unterstreicht die Bundesregierung regelmäßig die Bedeutung der Entfaltung von Mei­ nungsfreiheit und Wissenschaft in Belarus.
3. Abgeordnete Annette Groth (DIE LINKE.)
Welche Versionen sind der Bundesregierung zum Hergang der Festnahme von zwei deutschen Flüchtlingshelfern der privaten Rettungsmission Sea-Eye durch Einheiten einer sogenannten „liby­ schen Küstenwache“ bekannt, die laut deren Sprecher mit einem Speedboot aus tunesischen Gewässern kommend ohne Erlaubnis in libysches Hoheitsgebiet eingedrungen seien (dpa, AFP vom 11. September 2016, Antwort der Bundesregie­ rung auf die Schriftlichen Fragen 12 und 13 der Abgeordneten Inge Höger auf Bundestagsdruck­ sache 18/8659 vom Mai 2016), und welche diplo­ matischen Anstrengungen haben die Bundesregie­ rung und nach Kenntnis der Bundesregierung das italienische Rettungslagezentrum MRCC (MRCC: Maritime Rescue Coordination Centre) oder an­ dere Beteiligte der EU-Mission EUNAVFOR MED zur Aufklärung des Vorfalls und zur Frei­ lassung der Betroffenen unternommen?
Antwort der Staatsministerin Dr. Maria Böhmer vom 19. September 2016 Die Bundesregierung wurde am 9. September 2016 von der italienischen Küstenwache darüber informiert, dass die libysche Küstenwache zwei deutsche Staatsangehörige auf einem Schlauchboot in libyschen Hoheitsgewässern angetroffen habe. Nachdem die Personen versucht hätten, sich einer Kontrolle durch Flucht zu entziehen, seien sie durch die liby­ sche Küstenwache festgesetzt worden. Im Rahmen der unmittelbaren Kontaktaufnahme der deutschen Botschaft Tripolis, die derzeit von Tu­ nis aus tätig ist, mit der libyschen Küstenwache wurden die Sicherheit und Unversehrtheit beider deutscher Staatsangehöriger bestätigt. Die Bundesregierung ersuchte die libysche Einheitsregierung, schnellstmög­ lich deren sichere Ausreise zu ermöglichen.
Am Samstag, den 10. September 2016, schlug die libysche Küstenwache eine Übergabe der beiden Deutschen von einem ihrer Boote auf ein Schiff der EU-Operation EUNAVFOR MED Operation Sophia im See­ gebiet außerhalb der libyschen Hoheitsgewässer vor. Der deutsche Ten­ der „Werra“ – der vorübergehend aus der EU-Operation herausgezogen und unter nationales deutsches Kommando gestellt wurde – übernahm die deutschen Staatsangehörigen von der libyschen Küstenwache am Abend des 12. September 2016.
4. Abgeordneter Özcan Mutlu (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung, auch nachrichtendienstlicher Art, über mögliche Terrornetzwerke und Ausbildungscamps von Terroristen (i. e. Al-Nusra, ISIS etc.) innerhalb der Türkei, und welche konkreten Kenntnisse, auch nachrichtendienstlicher Art, hat die Bundes­ regierung über Terrornetzwerke bzw. Ausbil­ dungscamps für Terroristen (i. e. Al-Nusra, ISIS etc.) in den türkischen Städten Gaziantep und Konya?
Antwort der Staatsministerin Dr. Maria Böhmer vom 19. September 2016 Die Türkei hat die Terrormiliz IS bereits im Oktober 2013 als terroristi­ sche Vereinigung eingestuft. Seither geht die türkische Regierung ver­ stärkt juristisch, militärisch und polizeilich gegen IS-Anhänger im eige­ nen Land und bei Grenzübertritten an der türkisch-syrischen Grenze vor. Sowohl der türkische Staatspräsident als auch der Ministerpräsident ha­ ben öffentlich wiederholt das Ziel der Zerschlagung des sogenannten IS betont. Des Weiteren ist die Türkei Mitglied der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS und hat in diesem Rahmen in den vergangenen Mo­ naten mehrfach Luftangriffe auf ihre Stellungen in Syrien geflogen. Seit dem 24. August 2016 unterstützt das türkische Militär syrische Opposi­ tionsgruppen bei ihrem militärischen Vorgehen gegen die Terrormiliz IS auch in Nordsyrien. Gleichzeitig stellt die Türkei mit dem Flugplatz In­ cirlik im Südosten des Landes den Stützpunkt für die Aktivitäten der Anti-IS-Koalition zur Verfügung. Zwar ist der parlamentarische Informationsanspruch grundsätzlich auf die Beantwortung gestellter Fragen in der Öffentlichkeit angelegt. Die Einstufung eines weiteren Antwortelements auf die Schriftliche Frage 4 als Verschlusssache (VS) mit dem Geheimhaltungsgrad „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ ist aber im vorliegenden Fall im Hinblick auf das Staatswohl erforderlich. Nach § 3 Nummer 4 der Allgemeinen Verwal­ tungsvorschrift zum materiellen und organisatorischen Schutz von Ver­ schlusssachen (Verschlusssachenanweisung, VSA) sind Informationen, deren Kenntnisnahme durch Unbefugte für die Interessen der Bundesre­ publik Deutschland nachteilig sein können, entsprechend einzustufen. Eine zur Veröffentlichung bestimmte Antwort der Bundesregierung auf diese Fragen würde Informationen zur Kooperation mit ausländischen Nachrichtendiensten einem nicht eingrenzbaren Personenkreis nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland zugänglich machen. Dies kann für
die wirksame Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben der Nachrichten­ dienste und damit für die Interessen der Bundesrepublik Deutschland nachteilig sein. Zudem können sich in diesem Fall Nachteile für die zu­ künftige Zusammenarbeit mit ausländischen Nachrichtendiensten erge­ ben. Deshalb ist das im Anhang befindliche Antwortelement auf die Schriftliche Frage 4 als Verschlusssache gemäß § 3 Nummer 4 VSA als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft.*
5. Abgeordneter Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wie beurteilt die Bundesregierung den „Prelimi­ nary Report on Alleged Violations to Human Rigths in the Republic of Yemen“ des jemeniti­ schen „National Committee of Inquiry“ (NCOI), besonders hinsichtlich der Unparteilichkeit ihrer Bewertungen, und inwiefern wird sie einen erneu­ ten Vorstoß für die Einrichtung einer internatio­ nalen regierungsunabhängigen Untersuchungs­ kommission unternehmen bzw. aktiv unterstüt­ zen?
Antwort der Staatsministerin Dr. Maria Böhmer vom 19. September 2016 Die Bundesregierung befürwortet eine unabhängige Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen in Jemen durch eine internationale Kom­ mission. Dafür setzt sie sich in den Vereinten Nationen mit Nachdruck ein. Die Bundesregierung sieht im Preliminary Report des NCOI einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung mutmaßlicher Menschenrechtsver­ letzungen, hält aber aus prinzipiellen Erwägungen an ihrer Auffassung fest, dass eine unabhängige internationale Untersuchung Feststellungen von übergeordneter Autorität treffen könnte.
6. Abgeordneter Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Was sind aus Sicht der Bundesregierung zentrale Inhaltspunkte einer möglichen neuen Resolution für eine Untersuchungskommission des Jemen­ konfliktes im Menschenrechtsrat, die eine glaub­ hafte Untersuchung von Menschenrechtsverlet­ zungen im Jemenkonflikt ermöglichen könnte, und was tut die Bundesregierung aktiv, um das von ihr erklärte Ziel einer internationalen, unab­ hängigen Untersuchung (vgl. Antwort der Bun­ desregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. zu Frage 24 auf Bundestagsdrucksa­ che 18/6857) im Rahmen einer neuen Resolution zu verwirklichen?
Das Auswärtige Amt hat die Antwort der Staatsministerin Dr. Maria Böhmer vom 19. September 2016 als „VS – Nur für den Dienstge­ brauch“ eingestuft. Die Antwort ist im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten eingesehen werden.
Antwort der Staatsministerin Dr. Maria Böhmer vom 19. September 2016 Die Bundesregierung unterstützt die Forderung des Hochkommissars für Menschenrechte aus seinem letzten Bericht zu Jemen nach einer unab­ hängigen internationalen Untersuchung der Menschenrechtsverletzun­ gen und Verletzungen des humanitären Völkerrechts im Jemenkonflikt.
7. Abgeordnete Brigitte Pothmer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wie lang sind nach Kenntnis der Bundesregie­ rung die derzeitigen Wartezeiten für Staatsange­ hörige der Westbalkanländer für Visa zur Ar­ beitsaufnahme nach § 26 Absatz 7 der Beschäfti­ gungsverordnung (BeschV; bitte jeweils für die einzelnen Auslandsvertretungen aufschlüsseln und wenn möglich die Wartezeiten bis zum Ter­ min in der Auslandsvertretung und zur endgülti­ gen Visaerteilung bzw. Ablehnung gesondert an­ geben), und wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die langen Wartezeiten nicht das tatsächliche Zustandekommen bzw. den Antritt des Beschäfti­ gungsverhältnisses gefährden?
Antwort des Staatssekretärs Stephan Steinlein vom 20. September 2016 Seit Beginn der Erteilung von Visa zur Arbeitsaufnahme nach § 26 Ab­ satz 2 BeschV wurden an den deutschen Auslandsvertretungen in den Westbalkanstaaten 14 453 derartige Visaanträge bearbeitet (Stand: 31. August 2016). Die Wartezeit bis zum Termin zur Visumbeantragung beträgt derzeit in Belgrad bis zu 2,5 Monate, in Sarajewo 3,5 Monate, in Tirana bis zu 3 Monate, in Pristina 2 Monate, in Skopje 1,5 Monate. In Podgorica gibt es keine Wartezeiten. Es wird jeweils die größtmögliche Zahl an Terminen zur Visumbeantra­ gung zur Verfügung gestellt. In Belgrad, Sarajewo und Tirana ist der mögliche Buchungszeitraum aus organisatorischen Gründen auf den je­ weils angegebenen Zeitraum begrenzt. Das Auswärtige Amt hat bereits alle Visastellen der Region personell verstärkt. In Pristina musste dafür zusätzlicher Büro- und Schalterraum geschaffen werden. Die Maßnahmen sind mittlerweile umgesetzt und haben dort zu einem Rückgang der Wartezeiten geführt. Die Bearbeitungszeit ab Antragstellung bis zur Entscheidung über einen Visumantrag wird statistisch nicht erfasst. Sie wird entscheidend davon bestimmt, ob die antragsbegründenden Unterlagen vollständig sind, die Arbeitsagentur bereits eine Vorabzustimmung erteilt hat und ggf., ob diese an Bedingungen geknüpft wurde, die im laufenden Visumverfah­ ren durch die Auslandsvertretung zu prüfen sind. Unzureichend vorbe­ reitete Anträge führen an den Visastellen zu erheblich längeren Bearbei­ tungszeiten.
Die Personalausstattung der Visastellen in den Westbalkanstaaten wird laufend überprüft. Zu berücksichtigen ist dabei aber auch der hohe Be­ darf an Visaentscheidern an Auslandsvertretungen in der Region um Syrien, die für die Bearbeitung von Anträgen zum Familiennachzug zu Schutzberechtigten einzusetzen sind.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern 8. Abgeordnete Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Welche Erwartungen verbindet die Bundesregie­ rung mit dem von der Bundeskanzlerin mehrfach angekündigten Flüchtlingsabkommen mit Ägyp­ ten, das auf EU-Ebene nach dem Vorbild des Ab­ kommens mit der Türkei angestrebt wird, und welche Zugeständnisse wäre die Bundesregie­ rung bereit, Ägypten im Rahmen eines solchen Abkommens anzubieten (Die Zeit vom 15. Sep­ tember 2016, S. 1 und 27)?
Antwort des Staatssekretärs und Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik Klaus Vitt vom 23. September 2016 Der Bundesregierung sind keine konkreten Pläne auf EU-Ebene in Be­ zug auf eine politische Erklärung mit Ägypten nach dem Vorbild der EU-Türkei-Erklärung bekannt. Zum Schutz der EU-Außengrenzen und der Sicherung der Freizügigkeit in der Europäischen Union sowie zur Fluchtprävention und für eine bessere Gestaltung und Steuerung der Migration ist es jedoch grundsätzlich notwendig, mit Nachbarländern im Dialog zu bleiben und die migrationspolitische Zusammenarbeit zu ver­ stärken.
9. Abgeordnete Ulla Jelpke (DIE LINKE.)
Welches sind die Inhalte des laut Pressemeldungen (vgl. DER SPIEGEL vom 12. September 2016) kurz vor Abschluss stehenden Rückübernahme­ abkommens mit Afghanistan, und welche Ent­ wicklungen (auch bezüglich einer aus Sicht der Bundesregierung womöglich verbesserten Sicher­ heitslage in Afghanistan) haben die Bundesregie­ rung zu diesen Verhandlungen motiviert, nach­ dem sie noch im Januar dieses Jahres (vgl. Ant­ wort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdruck­ sache 18/7198) mitgeteilt hatte, dass weder sie noch die EU in Verhandlungen mit Afghanistan stünden?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Ole Schröder vom 20. September 2016 Es besteht weder ein bilaterales Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und Afghanistan noch ist der Abschluss eines solchen Ab­ kommens seitens der Bundesregierung derzeit geplant. Die Bundesre­ gierung steht in engem Kontakt mit der afghanischen Regierung, um die Zusammenarbeit im Bereich der irregulären Migration deutlich zu ver­ bessern. Das betrifft zum Beispiel die Erteilung von Ausweispapieren für die Rückkehr durch die afghanische Botschaft und die afghanischen Generalkonsulate in Deutschland sowie Verfahrensfragen für die Rück­ kehr und Rückführung. Zu diesem Zweck wird an einer Gemeinsamen Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Bereich der irregulären Migration gearbeitet.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz 10. Abgeordnete Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wie viele deutsche Staatsbürgerinnen haben im Zeitraum vom 1. Juli 2006 bis zum 1. Juli 2016 im Alter zwischen 16 Jahren und 18 Jahren nach Erkenntnissen der Bundesregierung geheiratet (bitte nach Jahren auflisten), und in wie vielen Fällen konnte nach Kenntnis der Bundesregierung die Ehe nicht eingegangen werden, weil Familienge­ richte keine Befreiung von der Voraussetzung der Volljährigkeit erteilten?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christian Lange vom 21. September 2016 Die Anzahl der in den Jahren 2006 bis 2015 unter Beteiligung von 16und 17-jährigen deutschen Staatsbürgerinnen jeweils geschlossenen Ehen kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden: Jahr 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Eheschließungen 232 144 138 124 86 81 87 63 47 52
Die Zahlen werden jeweils jährlich erfasst, so dass Angaben lediglich für die zweite Hälfte des Jahres 2006 und Zahlen für die erste Hälfte des Jahres 2016 nicht mitgeteilt werden können. Angaben zur Anzahl der bei den Familiengerichten gestellten Befrei­ ungsanträge nach § 1303 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs und zur Anzahl der nicht erteilten Befreiungen sind nicht möglich, da diese Verfahren nicht statistisch erfasst werden.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen 11. Abgeordnete Lisa Paus (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wie oft hat sich die „Stiftung Familienunterneh­ men“ und „Die Familienunternehmer – ASU“ im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens, beginnend mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts am 17. Dezember 2014 bis heute, mit Vertretern der Bundesregierung zum Thema Erbschaftsteuer getroffen?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Michael Meister vom 22. September 2016 Vorbemerkung der Bundesregierung: Bei der Beantwortung werden gemäß der Fragestellung Treffen von Ver­ tretern und Vertreterinnen der Bundesregierung ab dem 17. Dezem­ ber 2014 bis zum 14. September 2016 einbezogen. Hierzu wurde inner­ halb der Bundesregierung eine Ressortabfrage durchgeführt. Die Anga­ ben zu Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der „Stiftung Fami­ lienunternehmen“ und „Den Familienunternehmern – ASU“ erfolgen auf Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse sowie vorhandener Unter­ lagen und Aufzeichnungen. Aufgabenbedingt pflegen Mitglieder der Bundesregierung, Staatsministerinnen/Staatsminister, Parlamentarische Staatssekretärinnen/Parlamentarische Staatssekretäre und Staatsekretä­ rinnen/Staatssekretäre Kontakte mit einer Vielzahl von Akteuren. Die Bundesregierung steht grundsätzlich mit allen Vertretern aus dem (fi­ nanz-)politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und zivilgesell­ schaftlichen Bereich im ständigen Austausch. Dies betrifft auch die er­ forderliche Neuregelung der Erbschaftsteuer. Darunter fallen Gespräche mit Vertretern u. a. der Politik, der Wirtschaft, der Gewerkschaften, der Wissenschaft und insbesondere der Länder. Eine Verpflichtung zur Er­ fassung entsprechender Daten (z. B. Erfassung sämtlicher Veranstaltun­ gen, Sitzungen und Termine nebst Teilnehmern) besteht nicht. Insbesondere bei größeren Veranstaltungen (z. B. Festakten, Vorträgen etc.) lässt sich vielfach nicht mehr rekonstruieren, welche Personen teil­ genommen haben und welche Gespräche anlässlich dieser Veranstaltun­ gen geführt worden sind. Hier findet oftmals ein Gedankenaustausch
während oder am Rande solcher Veranstaltungen statt. Derartige Ge­ spräche werden regelmäßig nicht festgehalten. Vertreter der „Stiftung Familienunternehmen“ oder des Verbands „Die Familienunternehmer – ASU“ können auch als Gast oder Beauftragter eines Dritten an einer Gre­ miensitzung oder einer Veranstaltung ohne Teilnehmerliste teilgenom­ men haben und bei dieser Gelegenheit mit Mitgliedern oder Vertretern der Bundesregierung in Kontakt getreten sein. Solche Kontakte werden ebenfalls nicht aufgezeichnet. Die Nennung eines Treffens bedeutet nicht zwingend, dass die Neuregelung der Erbschaftsteuer der Hauptge­ genstand des Treffens war. Antwort zu Frage 11: Unter der in der Vorbemerkung genannten Prämisse – und soweit inner­ halb der Kürze der gesetzten Frist ermittelbar – haben in der Zeit vom 17. Dezember 2014 bis zum 14. September 2016 folgende Treffen mit Vertretern der „Stiftung Familienunternehmen“ und/oder „Der Famili­ enunternehmer – ASU“ stattgefunden, bei denen auch die Erbschaftsteuer Thema war: Treffen der Bundesregierung auf Leitungsebene mit der „Stiftung Familienunternehmen“ und/oder dem Verband „Die Familienunternehmer – ASU“ Lfd. Nr. Vertreter/in der Bundesregierung Datum Bundeskanzlerin Teilnahme am „Tag des deutschen Familienunternehmens“ 12. Juni 2015 1 bei der „Stiftung Familienunternehmen“ Teilnahme am „Tag des deutschen Familienunternehmens“ 10. Juni 2016 2 bei der „Stiftung Familienunternehmen“ Staatsminister bei der Bundeskanzlerin Prof. Dr. Braun Gespräch mit der „Stiftung Familienunternehmen“ 13. Oktober 2015 3 Chef des Bundeskanzleramtes Rede mit anschließender Diskussion bei der „Stiftung 14. Oktober 2015 4 Familienunternehmen“ Gespräch mit dem Verband „Die Familienunternehmer – ASU“ 11. Januar 2016 5 Bundesminister der Finanzen Rede mit anschließender Diskussion bei der „Stiftung 25. März 2015 6 Familienunternehmen“ Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen Dr. Meister Gespräch mit der „Stiftung Familienunternehmen“ 09. Februar 2015 7 Rede mit anschließender Diskussion beim Regionalverband 31. März 2015 8 Rhein-Main „Die Familienunternehmer“ Gespräch mit der „Stiftung Familienunternehmen“ 13. April 2015 9 Verbändegespräch u.a. mit Teilnahme der „Stiftung Familienunter22. April 2015 10 nehmen“ und dem Verband „Die Familienunternehmer – ASU“ Gespräch mit dem „Bayerischen Regionalverband – 28. Juli 2015 11 Die Familienunternehmer“ Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen Jens Spahn Vortrag und Diskussion bei der „Stiftung Familienunternehmen“ zum 16. März 2016 12 Thema „Nationale und internationale finanzpolitische Herausforderungen für Familienunternehmen“
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung 12. Abgeordnete Inge Höger (DIE LINKE.)
Mit welchem Ergebnis wurden die Forschungen an schlangenförmigen Landrobotern gegen „Gue­ rillas, Rebellen, Partisanen und Terroristen“ ab­ geschlossen, die als Aufklärungssystem „Wireless self-organised electrorheological MicroSensorsystem“ (WOERMS) von der HelmutSchmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg entwickelt wurden und auf Mikrohydraulik basieren (Bundestagsdrucksachen 18/819 und 18/7966), und welche Schlussfolgerungen zieht das Bundesministerium der Verteidigung daraus zur Verwendung oder weiteren Befor­ schung solcher Systeme?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 22. September 2016 In der Studie im Zusammenhang mit WOERMS wurden bisher lediglich Aspekte der Miniaturisierung von elektrorheologischen Aktorsystemen untersucht. Weitergehende Forschungsaktivitäten zur Anwendung die­ ser Technologie in schlangenförmigen Landrobotern sind derzeit nicht geplant. Die durchgeführten Untersuchungen wurden mit einem Studienbericht abgeschlossen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass mikroelektrorheolo­ gische Ventile als Stellsysteme für kleine Aktoren grundsätzlich geeig­ net sind. Auf Basis dieser Ergebnisse werden zukünftig weitere Grundsatzunter­ suchungen durchgeführt, die sich mit der Verwendung eines mikroelektrorheologischen Ventils als Steuerelement für ein selbstverstärkendes elektrorheologisches Ventil beschäftigen. Dadurch könnten die geringen Drücke im Mikroventil zur Realisierung großer Druckdifferenzen um­ gewandelt werden. Vorteile liegen in der Reduzierung der geometri­ schen Abmessungen von Steuerventilblöcken bei Schwingungsdämp­ fungs- und Steuerungssystemen.
13. Abgeordnete Katrin Kunert (DIE LINKE.)
Ist bei der von der Bundesregierung befürworte­ ten, konkreten Einzelfallbetrachtung von nicht­ staatlichen Akteuren ausgeschlossen, dass die Angehörigen von privaten Sicherheitsfirmen und von bewaffneten, irregulären Gruppierungen aus Dritt- bzw. Nicht-NATO-Staaten das Gefechts­ übungszentrum Heer in der Altmark im Rahmen des vernetzten Ansatzes zu Ausbildungs- und Trainingszwecken nutzen können, und falls nein, welche Auswirkungen ergeben sich nach Auffas­ sung der Bundesregierung aus der Unterstützung
von solchen nichtstaatlichen Akteuren für das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren An­ gelegenheiten von anderen Staaten nach der Charta der Vereinten Nationen (vgl. Antwort der Bundes­ regierung auf meine Schriftliche Frage 65 auf Bun­ destagsdrucksache 18/9595; bitte begründen)? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 19. September 2016 Das Gefechtsübungszentrum Heer bildet neben den Einheiten und Ver­ bänden des Heeres auch Kräfte der anderen militärischen Organisations­ bereiche sowie nach ministerieller Billigung Truppenteile anderer NATO-Staaten oder befreundeter Staaten aus. Die Ausbildung von Streitkräften ausländischer Staaten erfordert im Vorfeld eine entspre­ chende schriftliche Vereinbarung. Angehörige von privaten Sicherheitsfirmen sowie bewaffnete, irreguläre Gruppierungen aus Dritt- bzw. Nicht-NATO-Staaten sind keine Ange­ hörigen bewaffneter Streitkräfte. Eine Nutzung des Gefechtsübungs­ zentrums Heer durch solche Gruppierungen ist ausgeschlossen.
14. Abgeordneter Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
In welcher Höhe fordert die Bundeswehr von dem Unternehmen Airbus Defence and Space Scha­ denersatz wegen der für den 9. September 2016 geplanten (vgl. augengeradeaus.de vom 6. Sep­ tember 2016) verspäteten Auslieferung des fünf­ ten A400M der Luftwaffe, und inwiefern hat der Hersteller die Forderung der Bundeswehr nach Verrechnung bzw. Zahlung von Schadenersatz im Zusammenhang mit diesem und dem vierten A400M bereits anerkannt?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 19. September 2016 Die Bundeswehr hat den vertraglich vorgesehenen Schadenersatz für das vierte und fünfte deutsche Flugzeug vollumfänglich beim Hersteller ein­ gefordert. Aufgrund der schutzwürdigen Interessen des Herstellers Air­ bus Military S.L. (AMSL) – hier firmensensitive Informationen über die genaue Höhe der Schadensersatzforderungen – sind diese in einer als Verschlusssache („VS – Nur für den Dienstgebrauch“) eingestuften An­ lage zu diesem Antwortschreiben angegeben.*
Das Bundesministerium der Verteidigung hat die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 19. Septem­ ber 2016 als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft. Die Antwort ist im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten eingesehen werden.
15. Abgeordneter Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Inwiefern haben Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbei­ ter von Privatunternehmen an Luftfahrtgeräten der Bundeswehr in den letzten zehn Jahren Nach­ prüfungstätigkeiten durchgeführt und somit ho­ heitliche Tätigkeiten übernommen, und auf wel­ cher gesetzlichen Grundlage ist dies erfolgt?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom 21. September 2016 Die Möglichkeit zur Einbindung von industriellen Partnern in Instand­ haltungs- und Nachprüftätigkeiten sehen die Vorschriften der Bundes­ wehr für das Prüf- und Zulassungswesen grundsätzlich vor. Diese Mög­ lichkeit der Einbindung von Industriepersonal ist erforderlich, um den Betrieb einiger Waffensysteme überhaupt zu ermöglichen. Die Rechtsgrundlage für diese eine Möglichkeit der Mitwirkung von In­ dustriepersonal stellt das Luftverkehrsgesetz (LuftVG) dar, insbeson­ dere die Eigenvollzugskompetenz nach § 30 Absatz 2 LuftVG in Ver­ bindung mit den Abweichungsrechten nach § 30 Absatz 1 LuftVG. Die auf europäischer Ebene entwickelten, harmonisierten Zulassungsan­ forderungen für militärische Luftfahrzeuge sehen in vermehrtem Um­ fang Vorrechte für Entwicklungsbetriebe, Herstellungsbetriebe und In­ standhaltungsbetriebe vor. Bei der Umsetzung dieser EMAR (European Military Airworthiness Requirements) in das eigene Regelwerk des Prüf- und Zulassungswesens bedurfte es der Herstellung der Rechtsklar­ heit zur Anwendung dieser weitergehenden Möglichkeiten. Der durch die 15. Novelle des LuftVG vom 28. Juni 2016 eingeführte § 30a LuftVG schafft somit Rechtsklarheit, weil mit der Anwendung der DEMAR (DE für Deutschland) zukünftig regelmäßig viele verschiedene Beleihungstatbestände greifen. Für Einzelfälle genügte bisher das Ab­ weichungsrecht.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 16. Abgeordnete Welche möglichen rechtlichen Konsequenzen Veronika Bellmann müssen nach Einschätzung der Bundesregierung (CDU/CSU) gegen Eltern, Erziehungs- bzw. Sorgeberechtigte ergriffen werden, wenn sie ihre minderjährigen Kinder wochenlang tagsüber nicht mit Nahrung und Flüssigkeiten versorgen, und inwiefern recht­ fertigt dies entsprechende Eingriffe des zuständi­ gen Jugendamtes?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks vom 22. September 2016 Die Bundesregierung verweist hierzu auf die Antwort zur Schriftlichen Frage 24 auf Bundestagsdrucksache 18/9191. Bestehen Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls und scheitern Beratung und Unterstützung der Eltern zur Abwendung der Gefährdung, so ist das Jugendamt verpflichtet, Maßnahmen zum Schutz des Kindes oder Jugendlichen zu ergreifen. Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt vor bei „einer gegenwärtigen, in einem solchen Maße vorhandenen Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit vo­ raussehen lässt“ – so die Rechtsprechung. Inwieweit Anhaltspunkte für eine solche Gefährdung vorliegen, beurteilt das Jugendamt aufgrund der Umstände des jeweiligen Einzelfalls.
17. Abgeordnete Dr. Franziska Brantner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wann beabsichtigt die Bundesregierung, einen Gesetzentwurf zur Reform des Unterhaltsvor­ schussgesetzes im Kabinett zu verabschieden und in den Deutschen Bundestag einzubringen, wie es die Bundesministerin Manuela Schwesig in Pres­ seberichten angekündigt hat (www.welt.de/ newsticker/news1/article157900500/Schwesigwill-bis-Mitte-September-Reform-desUnterhaltsrechts-vorlegen.html)?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks vom 22. September 2016 Die Bundesregierung prüft zurzeit, ob und wann eine Reform des Unter­ haltsvorschussgesetzes im Kabinett beschlossen werden soll.
18. Abgeordnete Katja Dörner (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Wie hat sich die Anzahl der Beratungen durch die aus Bundesmittel geförderten Jugendmigrations­ dienste in Bonn bzw. der Region Bonn/RheinSieg in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Caren Marks vom 21. September 2016 In Bonn und der Region Rhein-Sieg werden aus Bundesmitteln drei Ju­ gendmigrationsdienste finanziert, die an vier Standorten arbeiten. Die Anzahl der Beratungen (kurze Beratungen und längerfristige Begleitun­ gen) hat sich in den vergangenen fünf Jahren wie folgt entwickelt:
Jahr 2011 2012 2013 2014 2015
Beratungen 459 718 931 1231 1584
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit 19. Abgeordneter Hubert Hüppe (CDU/CSU)
Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der als Beispiel im Ausland durchgeführter grup­ pennütziger Studien, die aufgrund der bisherigen Rechtslage in Deutschland nicht durchführbar sind, genannten Studie Wong D.F. et al., In vivo imaging of amyloid deposition in Alzheimer disease using the radioligand 18F-AV-45 (flobetapir F 18), J Nucl Med. 2010;51:913-920, in der ein­ willigungsfähige und nicht einwilligungsfähige Patienten unterschiedslos in einem und demsel­ ben Studienarm eingeschlossen wurden, bei vor dem Hintergrund, dass die zentrale Begründung der zwingenden Erforderlichkeit gruppennütziger Studien an Einwilligungsunfähigen darin besteht, dass sich Einwilligungsfähige und Einwilligungs­ unfähige hinsichtlich der Verstoffwechselung un­ terscheiden, und sollte nach Auffassung der Bun­ desregierung die in Artikel 31 Absatz 1 Buch­ stabe e der Verordnung (EU) Nr. 536/2014 wie auch in Nummer 28 der Helsinki-Deklaration des Weltärztebundes und in Artikel 15 Absatz 1 Buchstabe ii des Zusatzprotokolls zum Überein­ kommen über Menschenrechte und Biomedizin betreffend biomedizinische Forschung vorge­ schriebene Subsidiarität Nichteinwilligungsfähi­ ger dauerhaft die Einbeziehung Nichteinwilli­ gungsfähiger in klinische Arzneimittelprüfungen beschränken?
Welche im Ausland gezielt an Einwilligungsun­ fähigen durchgeführten gruppennützigen Studien von höchster Relevanz für diese Gruppe von Pa­ tienten, die aufgrund der bisherigen Rechtslage in Deutschland nicht durchführbar waren, kann die Bundesregierung benennen, bei denen die maxi­ malen Risiken und Belastungen eine Speichel­ probe oder eine Blutentnahme waren, und würde die Bundesregierung bereits in der Verabreichung des zu prüfenden Arzneimittels selbst Risiken und Belastungen für die nicht einwilligungsfähi­ gen Probanden erkennen?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ingrid Fischbach vom 22. September 2016 Die Fragen 19 und 20 werden wegen des Sachzusammenhangs zusam­ men beantwortet. Die Studie Wong D.F. et al. zeigt grundsätzlich die Problematik bei der Untersuchung von Diagnostika auf, da hier Situationen denkbar sind, in denen Diagnostika zu Validierungszwecken an Patienten geprüft werden müssen, bei denen selbst die betreffende Diagnose schon durch andere Verfahren gestellt wurde und damit kein Eigennutzen mehr besteht. Die Bundesregierung verfügt nicht über eine vollständige Auswertung aller weltweit durchgeführten Arzneimittelprüfungen an nicht einwilligungs­ fähigen Personen. Anlass für die im Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Viertes Gesetz zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften aufgenommene Regelung zur eingeschränkten Ermögli­ chung der gruppennützigen Forschung mit nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen sind nicht einzelne klinische Prüfungen im Ausland. Viel­ mehr ist es Ziel der Regelung, mögliche weitere Entwicklungen in der klinischen Arzneimittelforschung verantwortlich in den Blick zu neh­ men und zu ermöglichen, schwerkranken Patientinnen und Patienten, die zum Beispiel an Demenzerkrankungen leiden, in Zukunft wirksame und sichere Arzneimittel zur Verfügung stellen zu können. Dabei ist die Sub­ sidiarität der Teilnahme nicht einwilligungsfähiger Erwachsener an gruppennützigen klinischen Prüfungen mit Humanarzneimitteln nach Artikel 31 Absatz 1 Buchstabe e der Verordnung (EU) Nr. 536/2014 un­ mittelbar geltendes Recht. Die Überprüfung der rechtlichen Vorausset­ zungen, so auch die Beurteilung des Risikos und der Belastungen, wird nach dem oben genannten Gesetzentwurf im konkreten Einzelfall von den öffentlich-rechtlichen Ethik-Kommissionen der Länder sowie den zuständigen Bundesoberbehörden vorgenommen. Jede Arzneimittel­ gabe, auch für die Behandlung von Patienten mit zugelassenen Arznei­ mitteln außerhalb klinischer Prüfungen, kann mit potentiellen Risiken verbunden sein. Daher ist eine positive Nutzen-Risiko-Einschätzung eine unabdingbare Voraussetzung.
21. Abgeordnete Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Inwieweit sieht die Bundesregierung hinsichtlich der aktuellen Rechtsprechung des Bundesge­ richtshofes zur Bestimmtheit von Patientenverfü­ gungen (Beschluss vom 6. Juli 2016, Az. XII ZB 61/16), für die beispielsweise eine Benennung be­ stimmter ärztlicher Maßnahmen oder Behand­ lungssituationen gefordert wird, Überarbeitungs­ bedarf des geplanten § 40b Absatz 4 Satz 2 des Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittel­ rechtlicher und anderer Vorschriften (Bundes­ tagsdrucksache 18/8034), und welche konkreten Anforderungen muss eine solche Verfügung dann erfüllen, um die Teilnahme an einer gruppennützigen klinischen Prüfung zu ermöglichen?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Ingrid Fischbach vom 22. September 2016 Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Beschluss vom 6. Juli 2016 ent­ schieden, dass eine schriftliche Patientenverfügung im Sinne des § 1901a Absatz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches unmittelbare Bin­ dungswirkung nur dann entfaltet, wenn ihr konkrete Entscheidungen des Betroffenen über die Einwilligung oder Nichteinwilligung in bestimmte, noch nicht unmittelbar bevorstehende ärztliche Maßnahmen entnommen werden können. Der BGH hat dies wie folgt eingeschränkt: „Die Anforderungen an die Bestimmtheit einer Patientenverfügung dürfen aber auch nicht über­ spannt werden. Vorausgesetzt werden kann nur, dass der Betroffene um­ schreibend festlegt, was er in einer bestimmten Lebens- und Behand­ lungssituation will und was nicht“ (BGH, Beschluss vom 6. Juli 2016 – Az. XII ZB 61/16, Rn. 46). Für die Regelung zur gruppennützigen Forschung mit nicht einwilli­ gungsfähigen Erwachsenen bedeutet dies, dass die Verfügung der be­ troffenen Person – ebenso wie alle anderen Patientenverfügungen – eine möglichst konkrete Entscheidung enthalten sollte. Die Bundesregierung sieht insoweit keinen Überarbeitungsbedarf im Hinblick auf den Entwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und ande­ rer Vorschriften.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur 22. Abgeordneter Matthias Gastel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Welche Abflussleistung haben die gedükerten Abwassersammler bei Stuttgart 21 nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt im Vergleich zum heutigen Abwassersammler im Bahnhofsbe­ reich im Rückstaubetrieb, und wie erklärt es die Bundesregierung, dass der Planfeststellungsbe­ schluss für den Planfeststellungsabschnitt 1.1
vom 28. Januar 2005 im Unterschied zur Antwort der Bundesregierung auf meine Schriftliche Frage 33 auf Bundestagsdrucksache 18/8933 bei Starkregenereignissen von einem „Einstau vor dem Trogbauwerk“, „gravierenden Auswirkun­ gen“ und von einem nicht ausreichenden Abfluss an der Oberfläche, dem mit „mobilen Hochwas­ serschutzmaßnahmen“ begegnet werden soll (vgl. S. 350, 370 des Planfeststellungsbeschlusses) aus­ geht? Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Norbert Barthle vom 19. September 2016 Für das Projekt Stuttgart 21 sind die Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Deutschen Bahn AG Vorhabenträger und Bauherr. Die Bundesregie­ rung hat den Planfeststellungsbeschluss in seiner Gesamtheit zur Kennt­ nis genommen. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 33 auf Bundestagsdrucksache 18/8933 verwiesen.
23. Abgeordneter Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
An wie vielen Bundesstraßen-Bauprojekten in den Jahren 2009 bis heute wurden Radwege ge­ baut (bitte einzeln nach Jahr, ausgebaute Bundes­ straßen-km und ausgebaute Radwege-km im Rah­ men des Bundesstraßen-Baus aufschlüsseln), und plant die Bundesregierung den Anteil des paralle­ len Ausbaus von Radwegen an Bundesstraßen zu­ künftig zu erhöhen (bitte unter Angabe konkre­ ter Ausbauziele begründen)?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Norbert Barthle vom 20. September 2016 In den Jahren 2009 bis 2015 wurden die nachfolgenden Investitionen in den Bau und die Erhaltung von Radwegen an Bundesstraßen getätigt und damit Radwege-km fertiggestellt: Jahr
Mio. Euro 92.4 94.1 76,3 72,8 69,6 69,1 80,2
Fertiggestellte Radwege km 304 277 240 217 271 225 236
Im Bundesfernstraßenhaushalt 2016 (Kapitel 1201 Titel 746 22) werden 98 Mio. Euro für den Bau und die Erhaltung von Radwegen an Bundes­ straßen in der Baulast des Bundes bereitgestellt. Für den Haushaltsent­ wurf 2017 sind ebenfalls 98 Mio. Euro vorgesehen.
24. Abgeordnete Welche Telekommunikationsanbieter erhalten Halina Wawzyniak Mittel aus der zweiten Runde der Förderung ge­ (DIE LINKE.) mäß der Richtlinie „Förderung zur Unterstüt­ zung des Breitbandausbaus in der Bundesrepub­ lik Deutschland“, und welche Übertragungsge­ schwindigkeiten und Breitbandtechnologien wol­ len diese Anbieter laut ihrem Fördermittelantrag einsetzen (bitte einzeln aufschlüsseln)? Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär vom 19. September 2016 Welche Telekommunikationsunternehmen Aussicht auf Förderung ha­ ben werden, ist derzeit nicht bekannt. Es ist davon auszugehen, dass der Ausbau des Glasfasernetzes eine gewichtige Rolle spielen wird.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 25. Abgeordnete Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE.)
Wann wird die Bundesregierung ihren bereits mit der Antwort auf meine Schriftliche Frage 62 auf Bundestagsdrucksache 18/5737 für das vierte Quartal 2015 zugesagten Bericht zum Energeti­ schen Sanierungsfahrplan für Bundesliegenschaf­ ten (ESB) dem Parlament und der Öffentlichkeit vorlegen?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 19. September 2016 Vor dem Hintergrund der im Monitoringbericht 2015 zum Maßnahmen­ programm Nachhaltigkeit (Beschluss der Bundesregierung vom 30. März 2015, lfd. Nr. 4, Erstellung eines Energetischen Sanierungs­ fahrplans für Dienstliegenschaften) zusammengefassten Erkenntnisse hat sich die Überarbeitung des ESB verzögert. Die Bundesregierung wird den ESB nach der Ressortabstimmung vorlegen. Der oben genannte Monitoringbericht 2015 ist im Internet abrufbar unter: www.bundesregierung.de/Content/DE/StatischeSeiten/Breg/Nachhaltigkeit/ 5-Berichte/monitoringbericht-2015.pdf?_blob=publicationFile&v=1.
26. Abgeordnete Eva Bulling-Schröter (DIE LINKE.)
Für welche Gebäude liegen bereits Liegenschafts­ energiekonzepte vor, und wie hoch ist deren An­ teil an der Gesamtzahl der Gebäude, die unter den ESB fallen (bitte tabellarisch auflisten)?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 19. September 2016 Bei der operativen Umsetzung des derzeitigen Entwurfes des ESB für zivil genutzte Bundesliegenschaften werden in einer ersten Tranche rund 300 Liegenschaftsenergiekonzepte (ESB-LEK) erstellt. Mit diesen ESBLEK werden die Grundlagen für die weiteren Objektplanungen geschaf­ fen und sie bilden den Ausgangspunkt für die anschließenden Sanie­ rungsmaßnahmen. Im ESB-LEK wird die Gesamtliegenschaft energetisch betrachtet, die in der Regel aus mehreren Gebäuden und aufgestellten Anlagen (z. B. Au­ ßenbeleuchtung, zentrale Energieversorgung) besteht. Derzeit liegen dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit insgesamt 44 ESB-LEK vor. Dies stellt einen An­ teil von ca. 15 Prozent der derzeit beauftragten ESB-LEK der ersten Tranche dar. Eine große Anzahl von ESB-LEK befindet sich zudem bei den für den Bund tätigen Bauverwaltungen der Länder und dem Bundesamt für Bau­ wesen und Raumordnung (BBR) zur fachlichen Prüfung und Auswer­ tung.
Auflistung der bereits vorliegenden ESB-LEK: 1 Max-Rubner-Institut, Karlsruhe 2 Zollamt, Rheinheim-Küssaberg 3 Bundespolizeidirektion, Stuttgart 4 Bundesamt für Wasserbau, Karlsruhe 5 Löwentorzentrum 1, Stuttgart 6 Löwentorzentrum 2, Stuttgart 7 Geodätisches Observatorium, Wettzell 8 Grenzübergang, Pomellen 9 Bundesinstitut für Risikobewertung, Alt-Marienfelde, Berlin 10 Bundesinstitut für Risikobewertung, Diedersdorfer Weg, Berlin 11 Bildungszentrum der Bundeswehr, Mannheim 12 Technisches Hilfswerk, Stahnsdorf 13 Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung, Plessow 14 Zollamt „Roter Sand“, Bremerhaven 15 Technisches Hilfswerk, Ulm 16 Eisenbahnbundesamt, Halle 17 Bundespolizeiinspektion, Kassel 18 Technisches Hilfswerk, Trossingen 19 Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung, Frankfurt 20 Kraftfahrtbundesamt, Flensburg 21 Europäisches Patentamt, Berlin 22 Zollamt Göggingen, Augsburg 23 Bundespolizeisportschule, Bad Endorf 24 Bundesforstamt, Oberaula 25 ehem. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Taubenstr., Berlin 26 Trainingszentrum Bundespolizei, Kührointhaus 27 Umweltbundesamt, Corrensplatz, Berlin 28 Bundespolizeiinspektion, Weil am Rhein, Lörrach 29 Bundesarchiv, Koblenz 30 Deutsches Historisches Museum, Berlin 31 Europäische Schule, München 32 Friedrich-Löffler-Institut, Jena 33 Zollamt, Hamburg 34 Umweltbundesamt, Schichauweg, Berlin 35 Bundessprachenamt/Bundeswehrfachschule, Naumburg 36 BImA, Seeburgstraße, Leipzig 37 Zollfahndungsamt, Karlsruhe 38 BImA-Direktion, Potsdam 39 Hauptzollamt, Potsdam 40 Technisches Hilfswerk, Wittenberge 41 Messstation Schmücke, Gehlberg 42 Technisches Hilfswerk, Günzburg 43 Technisches Hilfswerk, Coburg 44 ehem. Hauptzollamt München
27. Abgeordneter Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Warum benötigen nach Auffassung der Bundesre­ gierung (siehe www.aachen.de/DE/stadt_buerger/ verkehr_strasse/verkehrskonzepte/elektromobilitaet/ Plakette-Umweltzone.html) rein elektrisch ange­ triebene Fahrzeuge eine Schadstoffplakette zur Einfahrt in eine Umweltzone, obwohl das „E-Kenn­ zeichen“ sie eindeutig als schadstofffreie Fahr­ zeuge identifizierbar macht, und ist die Bundesre­ gierung bereit, für rein elektrisch betriebene Fahr­ zeuge, eine Ausnahme von der Plakettenpflicht in die Bundesimmissionsschutz-Verordnung sowie für Oldtimer u. a. einzuführen?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom 21. September 2016 Mit dem Gesetz zur Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betrie­ bener Fahrzeuge und den darauf basierenden Verordnungsänderungen wurden die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, um elektrisch betrie­ bene Fahrzeuge im Straßenverkehr durch die Einräumung von Bevor­ rechtigungen fördern zu können. Zu den elektrisch angetriebenen Fahr­ zeugen, denen hierzu ein E-Kennzeichen zugeteilt werden kann, zählen im Inland zugelassene Batterieelektrofahrzeuge, von außen aufladbare Hybridelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge. Alle Kraftfahrzeuge müssen grundsätzlich über eine ausreichende Pla­ kette nach der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung (35. BImSchV) verfügen, auch diejenigen, die ein E-Kennzeichen haben. Fahrzeuge ohne Ver­ brennungsmotor werden nach der geltenden 35. BImSchV Schadstoff­ gruppe 4 zugeordnet und erhalten eine grüne Plakette. Die generellen Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht sind abschließend in An­ hang 3 der 35. BImSchV aufgeführt. Im Falle einer Fortentwicklung der 35. BImSchV kann eine Erweiterung des Anhangs 3 erörtert werden.
28. Abgeordneter Christian Kühn (Tübingen) (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN)
Auf welche Haushaltstitel verteilen sich die 1,2 Mil­ liarden Euro, welche für die Strategie Soziale Stadt „Nachbarschaften stärken, miteinander im Quar­ tier“ angekündigt wurden (www.bundesregierung. de/Content/DE/Infodienst/2016/08/2016-08-31soziale-stadt-urbane-gebiete/00-soziale-stadturbane-gebiete.html), und wann werden diese finanzwirksam (bitte nach Haushaltstiteln und Jahren aufschlüsseln)?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 19. September 2016 Im Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2017 und im Finanzplan bis 2020 sind für die Jahre 2017 bis 2020 im Einzelplan 16 des Bundes­ ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit je­ weils zusätzliche Programmmittel in Höhe von 300 Mio. Euro für die soziale Stadtentwicklung veranschlagt. Diese stehen zusätzlich zu den
bislang für die Förderung des Städtebaus vorgesehenen Programmmit­ teln in Höhe von 700 Mio. Euro pro Jahr zur Verfügung. Die zusätzlichen Programmmittel verteilen sich wie folgt auf die einzel­ nen Haushaltstitel des Regierungsentwurfs 2017: – 10 Mio. Euro: Modellvorhaben „Miteinander im Quartier“ – Förde­ rung ressortübergreifender Maßnahmen in der Sozialen Stadt (Kapi­ tel 1606 Titel 686 07 – neuer Titel). – 200 Mio. Euro: „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ (Kapitel 1606 Titel 882 94 – neuer Titel) – 90 Mio. Euro für die Aufstockung der Städtebauförderung (Kapitel 1606, Titel 882 11), davon: – 15 Mio. Euro Programm „Stadtumbau Ost“ (Erläuterung Nr. 49) – 35 Mio. Euro Programm „Stadtumbau West“ (Erläuterung Nr. 50) – 40 Mio. Euro Programm „Soziale Stadt“ (Erläuterung Nr. 53). Die Finanzwirksamkeit der zusätzlichen Programmmittel ergibt sich aus der als Anlage beigefügten Übersicht.
29. Abgeordnete Dr. Kirsten Tackmann (DIE LINKE.)
Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesre­ gierung aus der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 6. September 2016, dass sich die Menge an Jauche, Gülle und ähnlichen was­ sergefährdenden Stoffen aus der Landwirtschaft, die durch Unfälle unkontrolliert in die Umwelt gelangten, im Jahr 2015 mit ca. 9,6 Millionen Li­ tern um 41 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 er­ höht hat und davon 60 Prozent auf menschliches Versagen zurückzuführen war?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Florian Pronold vom 23. September 2016 Der unkontrollierte Austritt von Jauche, Gülle sowie vergleichbarer in der Landwirtschaft anfallender Stoffe durch Unfälle stellt in jedem ein­ zelnen Fall eine Belastung der Umwelt dar, die durch vorbeugende Maß­ nahmen zu verhindern ist. Die geeigneten technischen und organisatori­ schen Maßnahmen sind bisher im Wasserhaushaltsgesetz und den ent­ sprechenden Anlagenverordnungen der Länder beschrieben. Es wird er­ wartet, dass durch die bevorstehende bundesgesetzliche Regelung der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stof­ fen (AwSV) die Sicherheit der Anlagen erhöht wird und damit sowohl die seit Jahren auf gleichem Niveau verharrende Zahl der Unfälle als auch das dabei freigesetzte Volumen vermindert werden.
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 30. Abgeordneter Niema Movassat (DIE LINKE.)
Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesre­ gierung aus den Ergebnissen des Gutachtens „Analyse und Handlungsempfehlungen zur Opti­ mierung der Umsetzung des BMZ-Konzeptes zu Antikorruption und Integrität in der deutschen Entwicklungspolitik“ von Prof. Stephan Klasen, Ph. D. (Universität Göttingen, Projektleitung), wo­ nach gravierende Mängel, d. h. „Lücken“, „man­ gelnde Detailkenntnis“ und „Unklarheiten“ in der Einbindung und Anwendung von Anti-Korrup­ tion bestehen und Vorgaben des Bundesminis­ teriums „nicht spezifisch auf Anti-Korruption ausgestaltet“ seien, und welchen Plan verfolgt sie, um die Mängel möglichst zeitnah zu überwinden?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn vom 22. September 2016 Aus der Sicht der Bundesregierung fallen die Ergebnisse der Studie po­ sitiv aus, da sie feststellt, dass die neue Antikorruptionsstrategie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwick­ lung (BMZ) in weiten Teilen bereits umgesetzt wird. Die Studie belegt auch, dass sowohl das in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH installierte Integritätsund Antikorruptionssystem als auch das Compliance-System der KfW mit Blick auf die Prävention sonstiger strafbarer Handlungen und Kor­ ruption den Compliance-Prüfungsstandards PS 980 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW) entsprechen. Der von der Studie aufgezeigte Handlungsbedarf wird bereits bei der Überarbeitung des Kriterienkatalogs, der Rahmenplanung, der politökonomischen Kurzanalysen wie auch in der BMZ-Handreichung für die Erstellung von Länderstrategien berücksichtigt. Zudem hat sich das Compliance-Management der Durchführungsorga­ nisationen seit den der Studie zugrundeliegenden Ist-Analysen im Herbst 2015 weiterentwickelt. So hat beispielsweise die GIZ am 1. Sep­ tember 2015 eine eigene Stabsstelle „Compliance und Integrität“ einge­ richtet. Die Umsetzung weitergehender Forderungen der Studie wird derzeit noch geprüft.
Berlin, den 23. September 2016

References: § 40
 § 3
 § 3
 § 26
 § 26
 § 1303
 § 30
 § 30
 § 30
 § 40
 § 1901
 BGH