Source: https://www.wl-historische-wertpapiere.de/immobilienges-berlin/o-z/vereinigung-v-aktion%C3%A4ren/
Timestamp: 2019-03-24 13:42:11+00:00

Document:
Lorenz-Nonvaleurs, historische Wertpapiere - Vereinigung v. Aktionären
Vereinigung von Aktionären der Neuen Boden-Aktiengesellschaft
Link zur Neue-Boden-Aktiengesellschaft
Die Neue Berliner Baugesellschaft war ursprünglich eine ziemlich kleine und unbedeutende Gründung mit nur 150.000 Mark Grundkapital. Initiator war die noch heute im Baugeschäft bekannte "Spielhagengruppe". Die Gesellschaft beschäftigte sich bis zur Jahrhundertwende mit kleineren Projekten, hauptsächlich mit Hausgrundstücken und kleineren Bauprojekten. Der große Wurf gelang erst 1901, als sie die Konkursmasse der Deutschen Grundschuldbank in Liquidation übernahm.
Diese Erwerbung brachte einerseits eine Reihe von Liegenschaften und jede Menge hypothekarische Aktiva mit sich und andererseits einige Beteiligungen der Bank - hier vor allem die Aktiengesellschaft für Grundbesitz und Hypothekenverkehr, die etliche Grundstücke und entsprechende Beteiligungen in die Gesellschaft einbrachte. Für diese Übernahme emittierte die Neue Boden AG im selben Jahr zwei Anleihen (Teilschuldverschreibungen) über rund 6,1 Mio. Mark. Darüber hinaus wurden über etwa den gleichen Nominalbetrag neue Aktien ausgegeben - teils zum Bezug durch Altaktionäre der Bank. Pikanterweise hatte man erst das alte Grundkapital von 1 Mio. Mark auf 400.000 Mark herabgesetzt, um eine Unterbilanz zu vermeiden.
In der sich ebenfalls 1901 konstituierten Vereinigung von Aktionären der Neuen Boden AG (03.866) befanden sich Mitglieder (Firmen und Personen), deren bisheriger Besitz von Realobligationen der Deutschen Grundschuldbank AG nicht zum Tausch in volle Aktien der Neuen Boden ganz oder auch zum Teil zugelassen wurden und die deshalb zur Wahrnehmung ihrer Rechte bzw. zur Verwertung ihrer Aktien-Anteile zu einer Vereinigung zusammentraten. Gemäß den Satzungen der Vereinigung bekamen sie die Certificate ausgehändigt. Zweck der Vereinigung war die Verwaltung und Verwertung der Aktienanteile.
In den Satzungen der Vereinigung wurde Folgendes geregelt (Auszug):
§ 1. Mitglieder der Vereinigung sind diejenigen Firmen und Personen, deren bisheriger Besitz von Realobligationen der Deutschen Grundschuldbank den Umtausch jener Obligationen in volle Aktien der Neuen Boden-Aktiengesellschaft ganz oder zum Teil nicht zuliess und die deshalb Verwertung ihrer Aktien-Anteile zu einer Vereinigung auf Grund dieser Satzungen gegen Empfang von Certificaten der Vereinigung zusammengetreten sind.
§ 3. Zweck der Vereinigung ist die Verwaltung und Verwertung der im §1 bezeichneten Aktien-Anteile.
§ 4. Die Vereinigung wird vertreten durch ihren Vorstand, welcher durch diese Satzungen der Bank für Handel und Industrie in Berlin übertragen ist. Derselbe ….
§ 8. Der Austritt aus der Vereinigung steht demjenigen jederzeit frei, welcher Certificate, welche zusammen 1000 Mark nom. ausmachen, zur Abhebung einer Aktie der Neuen Boden-Aktiengesellschaft vorlegt. Solange dies nicht geschehen, ist jeder Inhaber eines Certificates zum anteiligen Bezuge der auf die Aktien der Neuen Boden-Aktiengesellschaft zur Auszahlung gelangenden Dividende berechtigt, wenn er das Certificat behufs Vermerks der gezahlten Dividende einreicht.
§ 9. Die Vergütung des Vorstandes für die Geschäftsführung wird dahin festgesetzt, dass derselbe berechtigt ist, von dem Nominalbetrag der in Forma von Dividenden oder Kapitalsrückzahlungen an die Mitglieder der Vereinigung zur Auszahlung gelangenden Summe 1 % in Abzug zu bringen. Anderweite …
Tschöpe, Auktionshaus

References: § 1

§ 3
 §1

§ 4

§ 8

§ 9