Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/onkpwbv_2008
Timestamp: 2018-01-24 09:33:10+00:00

Document:
(GVBl.II/03, [Nr. 02], S.26)
geändert durch Artikel 8 des Gesetzes vom 11. Juni 2008
ganzheitliche aktivierende Pflege krebskranker Menschen aller Altersstufen in den verschiedenen Versorgungsbereichen unter Berücksichtigung ihrer individuellen physischen, psychischen und sozialen Situation und ihrer persönlichen Bedürfnisse,
Begleitung und Unterstützung der Erkrankten, ihrer Angehörigen und anderer Bezugspersonen bei der Auseinandersetzung mit der Krankheit und deren Prognose, mit Behinderung und Sterben,
Planung, Überwachung und Bewertung der Pflege und ihrer Ergebnisse, Dokumentation sowie Mitgestaltung und Umsetzung von Pflegekonzepten,
Mitwirkung bei therapeutischen Maßnahmen, Einbeziehung möglicher Wirkungen und Nebenwirkungen in das pflegerische Handeln sowie Einleitung situationsgerechter Sofortmaßnahmen in Notfallsituationen,
Planung und Organisation des pflegerischen Arbeitsablaufes, Kooperation mit dem therapeutischen Team, mit Angehörigen und anderen Bezugspersonen, mit Selbsthilfegruppen und Institutionen sowie mit anderen Versorgungsbereichen und komplementären Einrichtungen; Mitwirkung an qualitätssichernden Maßnahmen,
Umgang mit beruflicher Belastung, Konflikten und Krisen,
Mitwirkung bei der Gesundheitsförderung und Prävention,
Beratung und Anleitung pflegender Angehöriger und anderer nicht professioneller Pflegepersonen,
fachliche Anleitung, Beratung und Unterweisung von Pflegekräften, Auszubildenden und Weiterzubildenden; Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten und Weiterbildungsstätten.
(1) Die Weiterbildung nach dieser Verordnung wird an Weiterbildungsstätten durchgeführt, die für das Weiterbildungsgebiet Onkologische Pflege staatlich anerkannt sind.
(2) Eine Weiterbildungsstätte wird für die Weiterbildung in der onkologischen Pflege staatlich anerkannt, wenn sie folgende Anforderungen erfüllt:
Die Weiterbildung muss von einer Fachkraft mit dem Abschluss in der Gesundheits- und Krankenpflege oder der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und einem entsprechenden Masterabschluss für den theoretischen sowie praktischen Unterricht oder einem gleichwertigen Abschluss, insbesondere auf dem Gebiet der Medizinpädagogik oder Pflegepädagogik hauptamtlich geleitet werden. Die Leitung kann auch aus zwei geeigneten Personen bestehen, die gemeinsam die in Satz 1 genannten Voraussetzungen erfüllen.
(5) Jede Veränderung der tatsächlichen Umstände nach dieser Verordnung ist anzuzeigen. Die Zulassung für das Weiterbildungsgebiet „Fachkraft für onkologische Pflege“ wird widerrufen, wenn die Voraussetzungen zum Zeitpunkt der Zulassung nicht vorgelegen haben oder später weggefallen sind. Die Zulassung kann widerrufen werden, wenn die Ausbildung qualitativ nicht den Anforderungen gemäß dieser Verordnung entspricht.
eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und
eine in der Regel zweijährige Tätigkeit im erlernten Pflegeberuf, davon mindestens sechs Monate in der onkologischen Pflege.
(2) In begründeten Einzelfällen kann die staatlich anerkannte Weiterbildungsstätte gemäß § 2 Abs. 3 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens Ausnahmen von dem geforderten Nachweis einer zweijährigen Tätigkeit in dem erlernten Beruf zulassen. Eine praktische Tätigkeit in der onkologischen Pflege ist grundsätzlich nachzuweisen.
einer Lehrkraft mit fachlicher Qualifikation in der onkologischen Pflege,
Für jedes Mitglied des Prüfungsausschusses mit Ausnahme der oder des unter Nummer 1 genannten Vorsitzenden ist eine Vertretung zu bestellen.
(3) Das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt die Prüfungstermine und Prüfungsorte. Sie oder er ist zuständig für die Zulassung zur Prüfung sowie für die Auswahl der Prüfungsaufgaben und der Hilfsmittel nach den Vorschlägen der Prüferinnen oder Prüfer. Das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses leitet die Prüfung, sorgt für ihren ordnungsgemäßen Ablauf und verkündet die Prüfungsnoten.
die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger in beglaubigter Abschrift oder Ablichtung,
(4) Die Aufgaben des schriftlichen Teils der Prüfung werden von dem vorsitzführenden Mitglied des Prüfungsausschusses auf Vorschlag der Prüferinnen oder Prüfer festgelegt.
(5) Die schriftlichen Arbeiten sind von mindestens zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses unabhängig voneinander zu bewerten. Aus den Noten bildet das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses im Einvernehmen mit den Prüferinnen und Prüfern die Note für den schriftlichen Teil der Prüfung.
(2) Der praktische Prüfungsteil soll je Prüfling in der Regel zwei Stunden betragen und darf vier Stunden nicht überschreiten. Beide Prüferinnen oder Prüfer bewerten die Prüfung getrennt; aus den Noten bildet das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses im Benehmen mit den Prüferinnen oder Prüfern die Note für den praktischen Teil der Prüfung.
(3) Aus den Noten der Prüferinnen oder Prüfer und im Benehmen mit ihnen bildet das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses die Note für den mündlichen Teil der Prüfung.
„sehr gut“ (1) , wenn die Leistung den Anforderungen in besonderem Maße entspricht,
„gut“ (2) , wenn die Leistung den Anforderungen voll entspricht,
„befriedigend“ (3) , wenn die Leistung im Allgemeinen den Anforderungen entspricht,
„ausreichend“ (4) , wenn die Leistung zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen entspricht,
„mangelhaft“ (5) , wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können,
„ungenügend“ (6) , wenn die Leistung den Anforderungen nicht entspricht und selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.
(2) Das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses erteilt über die bestandene Prüfung ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 4 und bescheinigt die Berechtigung zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung.
(3) Über das Nichtbestehen der Prüfung erteilt das vorsitzführende Mitglied des Prüfungsausschusses einen schriftlichen Bescheid, in dem die Prüfungsnoten anzugeben sind.
(5) Hat der Prüfling die praktische Prüfung oder die kombinierte praktisch-mündliche Prüfung nicht bestanden, so darf er zur Wiederholungsprüfung nur zugelassen werden, wenn er an einer weiteren praktischen Weiterbildung teilgenommen hat, deren Dauer und Inhalt von dem vorsitzführenden Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmt werden. Die Frist bis zur erneuten Prüfung beträgt mindestens drei und höchstens zwölf Monate. Ein Nachweis über die Erfüllung der Auflagen ist dem Antrag auf Zulassung zur Wiederholungsprüfung beizufügen.
(1) Nach Zulassung zur Prüfung ist ein Rücktritt nur mit Genehmigung des vorsitzführenden Mitglieds des Prüfungsausschusses zulässig. Der Prüfling hat die Gründe für seinen Rücktritt unverzüglich schriftlich mitzuteilen. Genehmigt das den Vorsitz führende Mitglied des Prüfungsausschusses den Rücktritt von der gesamten Prüfung oder von einem Prüfungsteil, so gilt die Prüfung als nicht unternommen. Die Genehmigung ist nur zu erteilen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Wird der Rücktritt von der Prüfung oder von einem Prüfungsteil nicht genehmigt, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.
"Fachgesundheits- und Krankenpflegerin für onkologische Pflege",
Fachgesundheits- und Krankenpfleger für onkologische Pflege",
"Fachgesundheits- und Kinderkrankenpflegerin für onkologische Pflege" oder
"Fachgesundheits- und Kinderkrankenpfleger für onkologische Pflege"
(1) Abweichend von § 3 Abs. 1 dürfen für eine Übergangszeit von höchstens zwei Jahren die bei In-Kraft-Treten dieser Verordnung betriebenen Weiterbildungsstätten ohne staatliche Anerkennung Weiterbildung für onkologische Pflege durchführen. Für diese Übergangszeit kann von den Erfordernissen nach § 3 Abs. 2 abgesehen werden.
(2) Weiterbildungsbezeichnungen, die in anderen Bundesländern aufgrund gesetzlicher oder allgemein anerkannter Regelungen der Weiterbildung in der Onkologie erworben worden sind, dürfen im Land Brandenburg gemäß § 4 Abs. 3 des Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheitswesens geführt werden.
Potsdam, den 8. Januar 2003
zu § 2)
1. Grundlagen der Pflegepraxis in der Onkologie (340 Stunden)
Der Pflegeprozess in der Onkologie
Innovative Veränderungen der onkologischen Pflegepraxis (wissenschaftliche Ergebnisse, internationale Entwicklungen, Trends)
1.2 Onkologische Pflege
Erkennen und Beurteilen von Veränderungen des Allgemeinzustandes
Pflegetechniken, Pflegehilfsmittel, Lagerungshilfen, Mobilisationshilfen, Überwachungsgeräte
Ernährung Krebskranker (Grundsätze und Besonderheiten, parenterale Ernährung, Sondenernährung)
Supportive Maßnahmen, z. B. Lagerungen, Bewegungs- und Entspannungsübungen, Mobilisation etc.
Hygienische Anforderungen, Prophylaxen, Sicherheitsmaßnahmen für Erkrankte und Pflegende
Pflegesituation bestimmter Patientengruppen, z. B. Kinder, Ältere und Hochbetagte, Behinderte, Alleinlebende
Pflegesituation in den verschiedenen Krankheits- und Behandlungsphasen
Anforderungen an die Pflege in den verschiedenen Versorgungsbereichen; Brückenpflege
Spezielle Pflege, insbesondere
Pflege bei Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormontherapie
palliative Pflege, terminale Pflege
2. Onkologische Krankheitslehre (160 Stunden)
Allgemeine physiologische und pathologische Grundlagen (berufsfeldbezogene Vertiefung)
Pathologie maligner Tumoren:
Blut, blutbildendes System, lymphatische Organe
Harn- und Geschlechtssystem
Skelettsystem, Haut
Komplikationen, Notfallsituationen, Krisen
Gesundheitsförderung, primäre und sekundäre Prävention, Früherkennung, Nachsorge (Anschlussheilbehandlung, Rehabilitation)
Spezielle Pharmakologie, Complianceprobleme
3. Psychologische, soziologische und pädagogische Grundlagen (160 Stunden)
3.1 Psychosoziale Grundlagen
Ethische Probleme im Berufsfeld (z. B. Beziehungsgestaltung, lebensverlängernde Maßnahmen, Therapieverweigerung, Sterbehilfe etc.)
Die psychosoziale Situation Krebskranker, ihrer Angehörigen und Bezugspersonen
Hilfestellungen und Bewältigungsstrategien für Betroffene, Angehörige und Betreuungspersonen; Reflexion beruflichen Handelns, Supervision
3.2 Kommunikation und Interaktion
Methoden der Kommunikation und Beziehungsgestaltung, Formen der Gesprächsführung; fallbezogene Kommunikationsübungen
Beratung, Begleitung, Beratungstechniken; problem- und zielgruppenbezogene Übungen
3.3 Pädagogische Grundlagen, Grundlagen des Lehrens und Lernens
Anleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Auszubildenden, Weiterzubildenden, pflegenden Angehörigen und anderen Pflegepersonen; Anleitungsmodelle, Anleitungstechniken
4. Rechtliche Grundlagen (60 Stunden)
Das System der sozialen Sicherung, relevante rechtliche Regelungen bei Hilfs- und Pflegebedarf (SGB V, SGB XI, BSHG, Schwerbehindertengesetz)
Schweigepflicht; Datenschutz, Datenschutzgesetz
Patientenverfügung, Sterbehilfe, Nottestament
5. Strukturen onkologischer Versorgung (40 Stunden)
Stationäre, teilstationäre und ambulante Einrichtungen (Tumorzentren, onkologische Schwerpunkte, Schmerzkliniken, Rehabilitationseinrichtungen u. a.)
Ergänzende Dienste und weiterführende Hilfen (z. B. Angehörigen- und Selbsthilfegruppen, Hospizbewegung)
Vernetzung und Kooperation von Versorgungseinrichtungen
Betriebliche Organisation onkologischer Pflege:
wirtschaftliche Betriebsführung im Arbeitsbereich (Leistungs- und Kostenerfassung); Personalbedarfsermittlung
6. Verfügungsstunden (40 Stunden)
Teil B: Angeleitete praktische Weiterbildung (920 Stunden)
240 Stunden (6 Wochen) angeleitetes Praktikum in einer inneren Abteilung mit überwiegend Tumorkranken
240 Stunden (6 Wochen) angeleitetes Praktikum in einer chirurgischen oder anderen operativen Abteilung mit überwiegend Tumorkranken
240 Stunden (6 Wochen) angeleitetes Praktikum in einer strahlentherapeutischen Einrichtung
160 Stunden (4 Wochen) angeleitetes Praktikum in der ambulanten Pflege Tumorkranker oder in einer Einrichtung der Nachsorge
40 Stunden (1 Woche) Exkursionen oder Hospitationen in ausgewählten Einrichtungen mit spezifischen Behandlungs-, Rehabilitations- oder Betreuungsangeboten für Tumorkranke
Für Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger:
560 Stunden (14 Wochen) angeleitetes Praktikum in einer onkologischen Kinderabteilung einschließlich operativem und strahlentherapeutischem Bereich
160 Stunden (4 Wochen) angeleitetes Praktikum in einer ambulanten hämatologischen oder onkologischen Kindereinrichtung
160 Stunden (4 Wochen) angeleitetes Praktikum in einer Einrichtung der Nachsorge
40 Stunden (1 Woche) Exkursionen oder Hospitationen in ausgewählten Einrichtungen mit spezifischen Behandlungs-, Rehabilitations- oder Betreuungsangeboten für tumorkranke Kinder
hat in der Zeit vom ..................................bis ....................................
am theoretischen Unterricht in der Weiterbildung für Krankenschwestern, Krankenpfleger, Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger in der Onkologie mit Erfolg teilgenommen.
Die Weiterbildung wurde vom .............................. bis ............................ durch Fehlzeiten um ............................... Stunden unterbrochen.
Ort, Datum ............................................................
Leiter/in der Weiterbildungsstätte
(Unterschrift, Anschrift und Stempel
der Weiterbildungsstätte)
Frau/Herr .........................................
geboren am .................................
hat in der Zeit vom ..............................bis ...........................
in der Einrichtung (genaue Bezeichnung, Anschrift) ..................................................................................................................................
........................................................................................................................... ein angeleitetes Praktikum/eine Hospitation1 von insgesamt ...................... Stunden im Bereich ............................................. abgeleistet.
Die praktische Weiterbildung wurde vom .................................. bis ........................ durch Fehlzeiten um ............. Stunden unterbrochen.
WEITERBILDUNGSSTÄTTE FÜR ONKOLOGISCHE PFLEGE ...............
geboren am .............................
hat in der Zeit vom .............................. bis ........................ an einem Weiterbildungslehrgang onkologische Pflege nach den Vorschriften der Onkologischen Pflege-Weiterbildungsverordnung vom 8. Januar 2003 (GVBl. II S. 26) an der staatlich anerkannten Weiterbildungsstätte (Bezeichnung, Anschrift) ....................................................................... ......................................................... teilgenommen.
Sie/Er hat am ............................. die Prüfung vor dem Prüfungsausschuss der Weiterbildungsstätte mit der Gesamtnote
............................................................ bestanden und folgende Einzelnoten erreicht:
Schriftliche Prüfung: ....................................
Praktische Prüfung: ....................................
Mündliche Prüfung: ....................................
Frau/Herr ............................................... ist gemäß § 16 Abs. 1 und 2 der Onkologischen Pflege-Weiterbildungsverordnung vom 8. Januar 2003 (GVBl. II S. 26) berechtigt, mit Wirkung vom heutigen Tage die Weiterbildungsbezeichnung „............................................................“
der Weiterbildungsstätte ............................................................
Leiter/in des Prüfungsausschusses
für Frau/Herrn ............................................................
Grundlagen der Pflegepraxis in der Onkologie
Onkologische Krankheitslehre
Strukturen onkologischer Versorgung
2. Angeleitete praktische Weiterbildung (920 Stunden)
Innere Abteilung für Tumorkranke
Chirurgische oder andere operative Abteilung für Tumorkranke 1
Strahlentherapeutische Einrichtung
Ambulante onkologische Pflege oder Nachsorgeeinrichtung 1
Onkologische Kinderabteilung
Ambulante onkologische oder hämatologische Kindereinrichtung1
1 Nichtzutreffendes streichen

References: § 2
 § 3
 § 3
 § 4
 § 2
 § 16