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Timestamp: 2018-04-25 11:43:49+00:00

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Wird es in der Schweiz ein bedingungsloses Grundeinkommen geben? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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02.06.2016, 15:21 #1
Wird es in der Schweiz ein bedingungsloses Grundeinkommen geben?
Bereits in der 1970er Jahren gab es in Kanada ein soziales Projekt mit den Namen "Mincome". Es wurde 1977 abgebrochen und seither im größeren Stil nichtmehr betrieben. Es handelte sich um ein Experiment zum Thema bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mincome)
In der Schweiz findet am 5.Juni 2016 eine Volksabstimmung zur Einführung des BGEs statt und es bleibt interessant, ob sich unsere Nachbarn dafür oder dagegen entscheiden.
05.06.2016, 01:54 #2
AW: Wird es in der Schweiz ein bedingungsloses Grundeinkommen geben?
Ich warte auch gespannt auf die Abstimmung und das Ergebnis. Ich hoffe die Mehrheit stimmt dafür, denn dann geht die Schweiz als gutes Beispiel vorran.
Gerade in Ländern, wo (wie hier) nur wenige überdurchschnittlich verdienen und der ganze Rest sich sorgen um die Rente machen muss, wird der Druck auf die Regierung dann hoch.
05.06.2016, 09:29 #3
Mehrheitlich dagegen. Die Arbeitslosenrate ist extrem niedrig, die Linken haben dort traditionell einen schwereren Stand als anderswo, Wanderarbeiter faktisch kein Bleiberecht, wenn sie arbeitslos werden, ...
Ob die Schweizer genauso doof sind wie Deutsche und glauben, niemand ginge mehr arbeiten, wenn er dazu nicht mit dem drohenden Verlust seiner physischen Existenz gezwungen werde, ist eine ganz andere Frage.
Die Schweiz ist ihren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach mit einiger Sicherheit das ungeeignetste Land, um so etwas ins Rollen zu bringen. Man tut der Bewegung keinen Gefallen, wenn man eine Volksabstimmung initiiert, die mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern wird, nur weil Volksabstimmungen dort zulässig sind.
05.06.2016, 09:53 #4
Die Nein-Sager werden heute bei der Abstimmung in der Mehrheit sein, so die Vorhersagen.
Es war ein bemerkenswertes Bild, das von der Schweiz aus um die Welt ging: Da hält ein Kieskipper vor dem Bundeshaus in Bern, öffnet die Klappe – und schüttet acht Millionen 5-Rappen-Münzen auf den Bundesplatz. 15 Tonnen schwer und 400.000 Schweizer Franken (rund 360.000 Euro) wert. Aber der Ansturm auf das Geld blieb aus, erzählt Daniel Häni, Mitinitiant der Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen:
"Da waren vorher ganz große Bedenken. Die Leute haben gesagt: Was, da liegt dann dieses Geld auf dem Boden? Da müsst ihr ja Sicherheitskräfte haben, die das bewachen. Und wir haben gesagt: Nein, darauf verzichten wir. Und es war tatsächlich so, dass die Menschen viel Respekt hatten. Es war eben auch ein eindrückliches Bild. Da ist niemand hingegangen und hat sich seine Taschen gefüllt damit. Einige haben sogar noch Geld auf den Geldberg dazugeworfen."
Schweiz - Abstimmen über das bedingungslose Grundeinkommen
Das hättense mal in Berlin-Kreuzberg vor dem Gebäude der Bundesbank machen sollen, das Ergebnis wäre ein komplett anderes gewesen.
05.06.2016, 10:25 #5
Ihr habt aber auch mitbekommen, dass dieses Grundeinkommen mit sämtlichen Sozialleistungen verrechnet wird ?!
05.06.2016, 10:26 #6
Laut Regierung würde ein Grundeinkommen 25 Milliarden Franken kosten – und nicht wie ursprünglich befürchtet 153 Milliarden. Denn es soll nicht zusätzlich zum Lohn oder zur Sozialhilfe ausgezahlt, sondern damit verrechnet werden. Trotzdem empfiehlt die Schweizer Regierung dem Stimmvolk, die Initiative abzulehnen. Mit dem Argument:
Daniel Häni: "Das würde die Arbeitsanreize vermutlich abschwächen so ein bedingungsloses Grundeinkommen, das würde damit die Wirtschaftsleistung schwächen – und damit würde er der Schweizer Bevölkerung empfehlen, diese Initiative nicht anzunehmen, sondern abzulehnen. Eigentlich ist das ein Skandal: Stellen Sie sich vor, eine Regierung unterstellt ihrer Bevölkerung, sie würde nicht mehr arbeiten, wenn ihre Existenz bedingungslos gesichert wäre. Das ist eigentlich ein Skandal."
Tim geht zwar noch zur Schule, aber er glaubt nicht, dass diese Gefahr tatsächlich besteht.
"Ich habe das Gefühl, arbeiten ist etwas, das Spaß machen sollte. Es ist ja auch eine Aufgabe – und nicht nur, dass man zum Geld kommt. Also ich freue mich schon darauf zu arbeiten. Ich weiß auch nicht, wer das schaffen könnte, nach einem Monat noch zuhause rumzuliegen und nichts zu machen. Das verstehe ich nicht."
Demnach hat es der liebe Gott für die Schweizer Politiker auch nicht mehr Hirn regnen lassen, als für die hiesigen. Schade eigentlich. Auf der anderen Seite schafft die Anrechnung auf vorhandenes Einkommen wieder einen neuen Wasserkopf, den keiner braucht. Ist eine Verwaltung erst einmal entstanden, dann hält ihr Wachstum keiner mehr auf.
05.06.2016, 10:28 #7
Jepp, aber da geht es um immerhin 2200 Euro pro Erwachsenem oder so.
05.06.2016, 10:32 #8
Na, und? Hast Du Dir mal die Lebenshaltungskosten in der Schweiz angeschaut? Weshalb kaufen die Schweizer, die in den Grenzregionen leben, ihre Lebensmittel in Deutschland? Aldi gibt es auch in der Schweiz.
05.06.2016, 10:54 #9
zu wünschen wäre es, aber.........
das wird niiiiiiemals kommen
die Neoliberalen haben schon ihren feldzug dagegen gesetzt.
wie den Mindestlohn und Begrenzung der Managergehälter, wird auch dieses abgeschmettert.
der Mensch ist eben mehr ein Lemming als ein klar Denkender.
Funktionierst du und bist uniformiert, dann lebst du.
Lebst du ohne Funktion und ohne Uniform, hast du keine Lebensberechtigung.
Das ist im Grunde das neoliberale Denken. Und vorallem, wer besonders viel lügt und/oder unehrlich ist, wird königlich belohnt. Wertbewusstsein Leben und überdenken von Dingen ist nicht marktkonform
05.06.2016, 12:52 #10
Nein, die Abstimmung ist vor dem Scheitern.
War leider lange vorher abzusehen, nicht nur wegen der Kampagnen
die von neoliberaler Seite dagegen geführt wurden.
Sondern auch wegen der auch dort noch beherrschenden Denke der zurückliegenden Jahrhunderte.
Aber man wird dort weitermachen, die Initiatoren sehen diese Abstimmung als ersten Schritt.
05.06.2016, 13:31 #11
Vieleicht können die Gegner des BGE besser rechnen und Negativ-Auswirkungen abschätzen... .
Ein schweizer Juso (hm , ob der wirklich neoliberal ist...?) ist auch dagegen
Erfuhr man heute im Europa Magazin, das im Vorfeld der Abstimmung im Steuerparadies
Schweiz kurz berichtete: (ab ca. 15 Uhr erst abrufbar)
Europamagazin - ARD | Das Erste
Würde man die in der Schweiz angelegten Summe hoch besteuern, dann wären die ca. 2500 Franken /Person wohl drinnen (für einige Jahre zumindest), aber nur wenn das angelegte Geld nicht mehr raus darf
In dem o.a Bericht ist von ca. 20 / Befürwortern die Rede. Für die Schweiz beachtlich. Wäre ja nicht aber nicht grade die Mehrheit... .
...und schon isses gelaufen.
Eilmeldung: Schweizer lehnen Grundeinkommen ab | tagesschau.de
Ui, die waren aber schnell und sowas dürfen die jetzt schon veröffentlichen??
Dann wären die vorab prognostizierten 20 % schon sehr treffend gewesen.
05.06.2016, 14:57 #12
In Deutschland ist ja auch die Linke im Wesentlichen gegen ein BGE.
Aber vor allen deswegen, weil das jeder bekommen würde, also auch der Millionär.
05.06.2016, 15:44 #13
So etwas kann man, wenn man will, über die Einkommensteuer regeln (wie es ja beim Kindergeld / Kinderfreibetrag auch gemacht wird).
05.06.2016, 16:31 #14
Das Spannende wird dann dabei sein, wer noch Einkommensteuer bezahlt bzw. aus was sich diese Steuerquelle speist....
05.06.2016, 17:28 #15
Du begreifst es nicht:
Ein BGE wird überall, wo man es einführt, in der Nähe des Existenzminimums sein. Wer arbeiten und Geld verdienen kann, wird das auch weiterhin tun.
In Deutschland ist das BGE kein Thema, weil die Hartz IV-Gesetze nicht dafür konzipiert sind, jemanden die Existenz zu sichern oder in Arbeit zu bringen. Würde man hier ein BGE einführen, würde die Maßnahmeindustrie, die Umsätze wie die Pharmabranche macht, von einem Tag auf den anderen Tag verschwinden. Die Arbeitgeber könnten ihre Angestellten nicht mehr wie störrische Esel halten. Es gäbe von einem auf den anderen Tag wieder Personalkosten in den Betrieben.
Ein BGE kann man also nur dort einführen, wo die gesellschaftlichen Sitten noch nicht so verroht und verkommen sind wie bei uns, wo die Arbeitgeber, wie in der Bundesrepublik der siebziger Jahre, noch Verantwortung für ihre Angestellten empfinden und sie auch wahrnehmen.
05.06.2016, 18:49 #16
mM sehr gut analysiert P123
05.06.2016, 20:02 #17
Wahrscheinlich gehen die meisten der Babyboomer bei BGE hier noch weiter arbeiten, um Rente über Grundsicherung zu bekommen. Bei der heutigen U25 Generation glaube ich das aber nicht mehr.
Wie würde es hier mit einem Freibetrag wegen trotzdem arbeiten gehen denn so aussehen ?
Wäre hier ein BGE sv -pflichtig ?
06.06.2016, 13:34 #18
seit gestern hat die Schweiz dagegen gestimmt!
06.06.2016, 13:40 #19
@uwe2010
Beitrag #11 von gestern haste aber schon gelesen ...?
07.06.2016, 19:40 #20
Nur nicht jeder für die eigene.
07.06.2016, 19:47 #21
Hast Du Dir mal die Lebenshaltungskosten in der Schweiz angeschaut?
Unsere Flinten-Uschi (als sie noch die Vorgängerin von der Pippi Nahles war) war sich doch auch nicht zu schade einen Mindestlohn, den es sogar in Litauen (könnte auch eines der Nachbarländer gewesen sein) gab, abzulehnen!
Ihr Argument war; Dort beträgt der Mindestlohn 2,00EUR ... so einen möchte sie HIER nicht einführen.
Über deine Bemerkung würde ich erst nachdenken, wenn es einen Vergleich geben würde!
Z. B.; die deutsche Verbraucherstichprobe (für den Regelsatz) beträgt ca. 485EUR und in der Schweiz ca. yyyEUR, das bedeutet, dass ein Schweizer mit 2.200EUR BGE das y-fache bekommt ~> 485EUR x y-fache = deutsches BGE.
Weshalb kaufen die Schweizer, die in den Grenzregionen leben, ihre Lebensmittel in Deutschland?
... aus dem gleichen Grund, warum Dresdener nach Polen zum Tanken gefahren sind (ggf. immer noch fahren) ~> damit sie sich mehr leisten konnten/können.
weil das jeder bekommen würde, also auch der Millionär.
Damit hätte ich nicht mal so ein großes Problem!
~> Nimm ihm von seinem monatlichen x00.000,00EUR-Einkommen über die Steuer mehrere zehntausend Euro (der wird sogar 75% verschmerzen) weg ... dann kann er gerne wieder 2.200EUR BGE bekommen.
07.06.2016, 21:42 #22
Den kannst Du recht einfach haben. Fahr tief genug in die Schweiz, geh dort zu einer eher kleineren ZAF und bewirb Dich für einen Job. Die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß, daß man Dir dort im Detail auseinandersetzt, was Du da zum Leben brauchst.
08.06.2016, 10:24 #23
Wenn man sich mal unabhängig vorstellt was die Schweiz gerade gemacht hat,
nämlich, abgelehnt dass jeder existenzsichernd am Leben teilnehmen kann, ist das schon Wahnsinn.
Eigentlich hat man sich damit auch gegen den Menschen aufgestellt.
Jemand bekommt- ohne Auflage -Etwas, aber man lehnt es ab? Jeder bekommt Geld "geschenkt" , aber man lehnt es ab.Stattdessen erwidert man es mit zB "wer soll das bezahlen" . Obwohl das eigentlich eine neoliberale Aussage ist. Da sieht man in wie weit die Eliten es schon in die Köpfe des "einfachen" Menschen geschafft hat. strange
08.06.2016, 10:51 #24
mit einer deutlichen mehrheit von 78% wenn ich es richtig im kopf habe, haben sie dagegen gestimmt! das spricht volumen für sich
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09.06.2016, 16:21 #25
hmm gute Frage wegen der Dummheit bzw nicht Dummheit.
Als erstes vielleicht, der Satz: "Wer soll das bezahlen ..." ist ein ideologisch geprägter Ausdruck des Neoliberalismus. Ich kann mich erinnern, das dieser Satz bei der Bankenrettung zB nicht fiel, oder nur vermindert.
Ich kann immer nur dazu aufrufen, sich einmal mit dem (Schuld)Geldystem zu beschäftigen. Dann wird einem einiges klar und erkennt die offensichtlichen Lügen.
Die Frage dürfte eigentlich nur heissen, was soll ich dafür leisten? Und vielleicht antwortet man dann, Ich lebe.
bedingungsloses, grundeinkommen, schweiz
Bedingungsloses Grundeinkommen Lutz ...Grundeinkommen 393 13.07.2012 12:16
Info bedingungsloses Grundeinkommen Gaby ...Grundeinkommen 5 17.01.2011 18:24
bedingungsloses Grundeinkommen für Minderjährige bin jetzt auch da ...Grundeinkommen 6 12.01.2011 11:15

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