Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHR%20StGB%20%C2%A7%2020%20Ursachen,%20mehrere%201
Timestamp: 2020-03-30 08:19:07+00:00

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BGH, 18.10.1988 - 4 StR 509/88 - dejure.org
https://dejure.org/1988,2507
BGH, 18.10.1988 - 4 StR 509/88 (https://dejure.org/1988,2507)
BGH, Entscheidung vom 18.10.1988 - 4 StR 509/88 (https://dejure.org/1988,2507)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 1988 - 4 StR 509/88 (https://dejure.org/1988,2507)
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Bewertung des Zusammenwirkens von alkoholischer Beeinflussung und affektiver Anspannung
BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1
Dabei kann ein völliger Schuldausschluß auch im Zusammenwirken von Affekt und alkoholischer Enthemmung in Betracht kommen (vgl. BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1; BGH StV 1994, 13;… vgl. auch Dreher/Tröndle StGB 47. Aufl. § 20 Rdn. 10 b).
Im übrigen ist die genaue Höhe der Blutalkoholkonzentration gerade im vorliegenden Fall nicht ausschlaggebend, da es nur darum geht, daß der jedenfalls nicht unbeträchtliche Alkoholgenuß den bereits zu einer erheblichen Verminderung der Steuerungsfähigkeit führenden hochgradigen Affekt verstärkt hat (vgl. BGH StV 1994, 13; BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1 und Bewußtseinsstörung 9;… Salger a.a.O. S. 206).
Auch bei einer solch hohen Blutalkoholkonzentration kann die Schuldfähigkeit erhaltengeblieben sein, und zwar gerade bei einem Tötungsdelikt, zu dessen Begehung im Regelfall eine besonders hohe Hemmschwelle zu überwinden ist (BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1).
Jedenfalls kann nicht ausgeschlossen werden, daß das Zusammenwirken von alkoholischer Enthemmung und affektiver Spannung den völligen Ausschluß des Hemmungsvermögens bewirkt hat (BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1, 2; Bewußtseinsstörung 9).
Zwar kann ein sthenischer - also auf Wut, Zorn oder Haß beruhender - Affekt im Zusammenwirken mit einer alkoholischen Enthemmung zu einem völligen Schuldausschluß führen (vgl. BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1;… Jähnke in LK 11. Aufl. § 20 Rdn. 58 m. w. N.).
Die gefährliche Körperverletzung, zu deren Begehung der Angeklagte angestiftet hat, gehört jedenfalls in der Art und Weise, wie sie ausgeführt werden sollte - der Angeklagte stiftete seinen Mittäter dazu an, mit einem gefährlichen Gegenstand auf das Opfer einzuschlagen - ähnlich wie die Totschlagsdelikte zu den Straftaten, bei deren Begehung eine besonders hohe Hemmschwelle überwunden werden muß (…vgl. BGHR StGB § 20 Blutalkoholkonzentration 3; § 21 Blutalkoholkonzentration 9; BGH, Beschluß vom 18. Oktober 1988 - 4 StR 509/88).
Das Zusammenwirken von alkoholischer Enthemmung in der von der Strafkammer angenommenen Höhe (die durch die Aussage der Zeugin T. nicht relativiert wird, ganz abgesehen davon, daß der Angeklagte nach deren Beobachtungen noch eine halbe Flasche Sekt getrunken hat) mit einem Affektzustand kann zum völligen Ausschluß des Hemmungsvermögens geführt haben (BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1 mit weit. Nachw.).
Bei einer Einbeziehung der psychischen Situation des durch die Versorgung der drei Kinder überforderten (UA 6) und durch das lange Ausbleiben seiner Lebensgefährtin verärgerten Angeklagten erscheint es nicht ausgeschlossen, daß das Zusammentreffen von alkoholischer Enthemmung und affektiver Spannung zum völligen Ausschluß des Hemmungsvermögens geführt hat (vgl. BGHR StGB § 20 Ursachen, mehrere 1 m.w.N.).

References: § 20
 § 20
 BGH 
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 BGH 
 § 20
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 § 20
 § 21
 § 20
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