Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/maengel-am-ferienhaus-im-ausland-347324
Timestamp: 2019-10-16 09:23:30+00:00

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Män­gel am Feri­en­haus im Aus­land | Rechtslupe
Ein Ver­brau­cher kann Ansprü­che gegen sei­nen Rei­se­ver­an­stal­ter wegen Män­geln eines Feri­en­hau­ses im Aus­land vor deut­schen Gerich­ten gel­tend machen:
Macht ein Ver­brau­cher gegen­über einem Rei­se­ver­an­stal­ter Ansprü­che aus einem Ver­trag gel­tend, in dem sich der Rei­se­ver­an­stal­ter zur zeit­wei­sen Über­las­sung eines in einem ande­ren Ver­trags­staat bele­ge­nen und einem Drit­ten gehö­ren­den Feri­en­hau­ses ver­pflich­tet hat, unter­fällt der Rechts­streit nicht der aus­schließ­li­chen Zustän­dig­keit des Art. 22 Nr. 1 Brüs­sel-I-VO. Auf Ver­trä­ge, in denen sich der Rei­se­ver­an­stal­ter gegen­über sei­nem Kun­den allein zur Bereit­stel­lung einer Feri­en­un­ter­kunft ver­pflich­tet hat, sind die Vor­schrif­ten des Rei­se­ver­trags­rechts ins­ge­samt ent­spre­chend anzu­wen­den 1.
In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Rechts­streit buch­ten die Klä­ger, die ihren Wohn­sitz in Schwe­rin haben, im Jahr 2007 bei der Beklag­ten, einem däni­schen Rei­se­ver­an­stal­ter, ein Feri­en­haus in Bel­gi­en, das die Beklag­te in ihrem Kata­log ange­bo­ten hat­te. Bei Anrei­se stell­ten die Klä­ger erheb­li­che Män­gel fest, die die Beklag­te trotz meh­re­rer Auf­for­de­run­gen nicht besei­tig­te. Dar­auf­hin reis­ten die Klä­ger nach ent­spre­chen­der Ankün­di­gung ab. Sie machen gegen die Beklag­te Ansprü­che u.a. auf Rück­zah­lung des Rei­se­prei­ses und Ent­schä­di­gung wegen nutz­los auf­ge­wen­de­ter Urlaubs­zeit gel­tend und haben Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Schwe­rin erho­ben. Die Beklag­te hat die feh­len­de inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te gerügt. Da der Rechts­streit unmit­tel­bar an einen Miet­ver­trag über eine unbe­weg­li­che Sache anknüp­fe, sei gemäß Art. 22 Nr. 1 der Ver­ord­nung (EG) Nr. 44/​2001 des Rates vom 22. Dezem­ber 2000 über die gericht­li­che Zustän­dig­keit und die Aner­ken­nung und Voll­stre­ckung von Ent­schei­dun­gen in Zivil- und Han­dels­sa­chen (Brüs­sel-I-Ver­ord­nung) das Gericht aus­schließ­lich zustän­dig, in des­sen Bezirk das Feri­en­haus bele­gen sei, damit das Gericht in Lüt­tich (Bel­gi­en). Die Klä­ger haben gel­tend gemacht, gemäß Art. 15 Abs. 1c in Ver­bin­dung mit Art. 16 Abs. 1 der Ver­ord­nung sei das Amts­ge­richt Schwe­rin zustän­dig, da sie als Ver­brau­cher die Beklag­te als Rei­se­ver­an­stal­ter in Anspruch näh­men.
Das erst­in­stanz­lich mit dem Rechts­streit befass­te Amts­ge­richt Schwe­rin hat sei­ne inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit bejaht und den Klä­gern die gel­tend gemach­ten Ansprü­che zuge­spro­chen 2. Der Ver­brau­cher­schutz­ge­dan­ke, so das Amts­ge­richt Schwe­rin, gebie­te die Anwend­bar­keit der Art. 15, 16 der Brüs­sel-I-Ver­ord­nung.
Die hier­ge­gen gerich­te­te Beru­fung der Beklag­ten ist vom Land­ge­richt Schwe­rin zurück­ge­wie­sen wor­den, das eben­falls Art. 22 Nr. 1 der Brüs­sel-I-Ver­ord­nung nicht für anwend­bar gehal­ten hat 3.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Okto­ber 2012 – X ZR 157/​11
Bestä­ti­gung von BGH, Urteil vom 09.07.1992 – VII ZR 7/​92, BGHZ 119, 152[↩]
AG Schwe­rin, Urteil vom 04.06.2010 – 14 C 636/​07[↩]
LG Schwe­rin, Urteil vom 16.11.2011 – 6 S 69/​10[↩]
Brüssel IBrüssel-I-VOInternationale Zust

References: Art. 22
 Art. 22
 Art. 15
 Art. 16
 Art. 15
 Art. 22