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Timestamp: 2019-05-19 19:11:52+00:00

Document:
2030-82
über die Ausbildung und Prüfung für den höheren Archivdienst
geändert durch die Verordnung vom 17. März 1978 (Amtsbl. S. 274).
Fundstelle: Amtsblatt 1971, S. 650
Auf Grund des § 19 Abs. 2 [1] des Saarländischen Beamtengesetzes (SBG) in der Fassung vom 1. Oktober 1968 (Amtsbl. S. 753), zuletzt geändert durch Gesetz vom 29. April 1970 (Amtsbl. S. 474), und des § 14 der Verordnung über die Laufbahnen der Beamten im Saarland (Saarländische Laufbahnverordnung - SLVO -) in der Fassung vom 8. Mai 1967 (Amtsbl. S. 435), zuletzt geändert durch Verordnung vorn 22. Januar 1971 (Amtsbl. S. 58), wird im Einvernehmen mit dem Minister für Inneres und Sport verordnet:
Jetzt: § 20 Abs. 2 SBG .
Diese Verordnung regelt die Ausbildung und Prüfung der Bewerber für die Laufbahn des höheren Archivdienstes in der Landesverwaltung.
Zur Laufbahn des höheren Archivdienstes kann zugelassen werden, wer:
an einer wissenschaftlichen Hochschule mit einer ersten Staatsprüfung oder, soweit üblich, mit einer Hochschulprüfung abgeschlossen hat,
als Student der philosophischen Fakultät eine systematische Beschäftigung mit den historischen Hilfswissenschaften, als Student der juristischen Fakultät eine solche mit der Rechtsgeschichte, als Student der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft mit der Wirtschafts- und Sozialgeschichte nachweist,
gute lateinische und französische Sprachkenntnisse nachweist.
(1) Bewerbungen um Einstellung in den Vorbereitungsdienst sind an den Chef der Staatskanzlei zu richten. Dem Bewerbungsgesuch sind beizufügen:
ein von dem Bewerber selbst verfasster und eigenhändig geschriebener Lebenslauf,
das Reifezeugnis einer höheren Lehranstalt oder der entsprechende Nachweis der Hochschulreife,
Zeugnisse und sonstige Unterlagen über die in § 2 geforderten Voraussetzungen,
Zeugnisse über die bisherigen Beschäftigungen,
der Nachweis über die deutsche Staatsangehörigkeit,
eine Erklärung des Bewerbers, ob er gerichtlich vorbestraft ist und ob gegen ihn ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist oder innerhalb der letzten drei Jahre anhängig gewesen ist,
zwei Lichtbilder aus neuester Zeit.
(2) Vor der Einstellung ist ein Strafregisterauszug [2] einzuholen.
Jetzt: Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde gem. § 30 Abs. 5 BZRG .
Der Einstellung von Referendaren hat eine Ausschreibung durch den Chef der Staatskanzlei vorauszugehen.
Die Bewerber werden von der nach § 14 Abs. 1 [3] SBG zuständigen Stelle unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf zu Archivreferendaren ernannt.
Jetzt: § 15 Abs. 1 SBG .
Ein Archivreferendar, der die Anforderungen des Vorbereitungsdienstes in körperlicher, geistiger oder charakterlicher Hinsicht nicht erfüllt oder der nach seiner Leistung erkennen lässt, dass er das Ziel der Ausbildung nicht erreicht, wird entlassen.
(1) Der Archivreferendar untersteht der Dienstaufsicht des Ministerpräsidenten.
(2) Während der Ausbildung an der Archivschule Marburg (Lahn) nimmt der Direktor der Archivschule die Dienstaufsicht im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten des Saarlandes wahr.
(3) Während der Ausbildung an der Archivschule München nimmt der Generaldirektor der staatlichen Archive Bayerns die Dienstaufsicht im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten des Saarlandes wahr.
(2) Der Vorbereitungsdienst besteht aus einer praktischen und einer theoretischen Ausbildung. Die praktische Ausbildung soll der theoretischen vorangehen.
(3) Die theoretische Ausbildung erfolgt nach Entscheidung des Ministerpräsidenten an der Archivschule Marburg (Lahn) oder an der Archivschule in München.
(4) Zeiten einer hauptberuflichen wissenschaftlichen Tätigkeit, die nach Bestehen einer nach § 2 Nr. 2 vorgeschriebenen Prüfung ausgeübt wurde und die für die Ausbildung förderlich ist, können bis zu sechs Monaten auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden. Über die Anrechnung entscheidet der Ministerpräsident.
(1) Die praktische Ausbildung wird beim Landesarchiv Saarbrücken durchgeführt. Sie soll den Archivreferendar mit der Arbeitsweise und allen Aufgaben des Archivwesens seiner Laufbahn vertraut machen.
(2) Der Ministerpräsident bestellt den Leiter des Landesarchivs zum Ausbildungsleiter und legt die Ausbildungsabschnitte in einem Ausbildungsplan für jeden Archivreferendar fest.
Ziel und Gegenstand der praktischen Ausbildung
(1) Der Archivreferendar hat sich in der praktischen Ausbildung mit den Aufgaben und der Arbeitsweise des Landesarchivs vertraut zu machen. Ihm ist Gelegenheit zu geben, seine Ausbildung durch eigenverantwortliche und selbstständige Tätigkeit zu fördern. Seine Fähigkeit zur schriftlichen und mündlichen Erörterung wissenschaftlicher und praktischer Fragen ist zu schulen.
(2) Die praktische Ausbildung erstreckt sich insbesondere auf folgende Gebiete:
Einführung in Aufgaben, Organisation und Struktur der Bestände des Landesarchivs,
Behörden- und Registraturkunde,
Übernahme, Ordnung und Bezeichnung von Archivbeständen einschließlich Kassationsmaßnahmen,
Auskunft- und Gutachtertätigkeit,
Magazin- und Benutzungsdienst,
Übungen zur archivalischen Quellenkunde.
Die theoretische Ausbildung wird in einer Archivschule durchgeführt. Die Gegenstände der theoretischen Ausbildung richten sich nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung der betreffenden Archivschule.
(1) Der Leiter des Landesarchivs hat nach Beendigung der praktischen Ausbildung eine eingehende Beurteilung über Fähigkeiten, Fleiß, praktische Leistungen und Stand der Ausbildung des Archivreferendars abzugeben.
(2) Der Ministerpräsident erteilt eine abschließende Beurteilung, in der die Gesamtleistungen des Archivreferendars mit einer der in § 14 Abs. 4 SLVO festgelegten Noten zu bewerten sind.
Der Ministerpräsident kann den Vorbereitungsdienst verlängern, wenn der Archivreferendar noch nicht genügend vorbereitet ist oder aus anderen Gründen, insbesondere wegen längerer Krankheit, eine Verlängerung angebracht erscheint.
Die Laufbahnprüfung besteht aus der theoretischen Prüfung an der Archivschule und aus der praktischen Prüfung beim Landesarchiv.
(1) Nach Beendigung der theoretischen Ausbildung ist die theoretische Prüfung an der besuchten Archivschule abzulegen.
(2) Die Prüfung wird nach der für die Archivschule geltenden Prüfungsordnung durchgeführt.
(3) Die Höhe der Prüfungsgebühr richtet sich nach der für die Archivschule geltenden Prüfungsordnung. Sie ist von dem Archivreferendar zu entrichten.
(1) Nach Beendigung der praktischen Ausbildung ist die praktische Prüfung beim Landesarchiv abzulegen.
(2) Für die praktische Prüfung wird beim Landesarchiv ein Prüfungsausschuss gebildet. Der Prüfungsausschuss besteht aus dem Leiter des Landesarchivs oder seinem Vertreter im Amt als Vorsitzendem und zwei weiteren Beamten des höheren Dienstes als Mitgliedern. Die Mitglieder und deren Stellvertreter werden auf Vorschlag des Leiters des Landesarchivs vom Ministerpräsidenten auf die Dauer von fünf Jahren bestellt.
(3) Die Prüfung besteht aus einer Ordnungs- und Verzeichnungsarbeit. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses bestimmt die Aufgabe und die Bearbeitungszeit. Die Bearbeitungszeit soll drei Monate nicht überschreiten. Wer die Arbeit ohne ausreichende Entschuldigung nicht oder nicht fristgerecht abliefert, kann eine andere Arbeit nur noch einmal erhalten.
(4) Der Archivreferendar hat bei der Abgabe zu versichern, dass er die Arbeit ohne fremde Hilfe angefertigt hat. Über die Folgen eines Täuschungsversuchs entscheidet der Prüfungsausschuss.
(5) Der Prüfungsausschuss bewertet die Prüfungsleistung mit einer der in § 14 Abs. 4 SLVO festgelegten Prüfungsnoten. Bei einem Prüfungsergebnis von mehr als 4,0 ist die Prüfung nicht bestanden.
(1) Der Prüfungsausschuss beim Landesarchiv entscheidet auf Grund der bestandenen theoretischen Prüfung und der praktischen Prüfung mit Stimmenmehrheit, ob und mit welchem Gesamtergebnis die Laufbahnprüfung bestanden ist. Hierbei sind die in § 14 Abs. 4 SLVO genannten Prüfungsnoten zu Grunde zu legen.
(2) Über die bestandene Laufbahnprüfung erteilt der Leiter des Landesarchivs dem Archivreferendar ein Zeugnis.
(1) Hat der Archivreferendar die Prüfung nicht bestanden, so darf er sie einmal wiederholen. Der Prüfungsausschuss bestimmt im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten die Frist, nach deren Ablauf der Archivreferendar erneut zur Prüfung zugelassen werden kann. Der Vorbereitungsdienst soll durch die Wiederholung der Prüfung drei Jahre nicht übersteigen.
(2) Die Wiederholung der theoretischen Prüfung ist nur an der Archivschule möglich, an der die erste Prüfung nicht bestanden wurde.
(3) Archivreferendare, die die Prüfung auch bei Wiederholung nicht bestanden haben, sind zu entlassen. Das Beamtenverhältnis endet an dem Tag, an dem ihnen das Prüfungsergebnis mündlich bekannt gegeben wird.
(1) Mit Bestehen der Laufbahnprüfung erwirbt der Archivreferendar die Befähigung zum höheren Archivdienst in der Landesverwaltung; er ist befugt die Bezeichnung „Archivassessor“ zu führen.
(2) Das Beamtenverhältnis des Archivreferendars endet mit Ablauf des Tages, an dem er die Prüfung bestanden hat.

References: § 19
 § 14
 § 20
 § 2
 § 30
 § 14
 § 15
 § 2
 § 14
 § 14
 § 14