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Timestamp: 2017-06-26 01:55:18+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 9 AZR 575/15
1. Ein tätig­keits­be­zo­ge­nes ge­ne­rel­les Beschäfti­gungs­ver­bot nach § 4 MuSchG ver­hin­dert den zur Erfüllung des Ur­laubs­an­spruchs nach § 362 Abs. 1 BGB er­for­der­li­chen Leis­tungs­er­folg auch dann, wenn der Ur­laubs­zeit­raum be­reits vor Ein­tritt des Beschäfti­gungs­ver­bots fest­ge­legt war und der Ar­beit­ge­ber der Ar­beit­neh­me­rin kei­ne zu­mut­ba­re Er­satztätig­keit zu­ge­wie­sen hat. 2. § 17 Satz 2 MuSchG re­gelt die Un­ver­ein­bar­keit von Ur­laub und ei­ner (vollständi­gen) Ar­beits­be­frei­ung in­fol­ge mut­ter­schutz­recht­li­cher Beschäfti­gungs­ver­bo­te mit der Fol­ge, dass das Ri­si­ko der Leis­tungsstörung durch ein in den fest­ge­leg­ten Ur­laubs­zeit­raum fal­len­des Beschäfti­gungs­ver­bot dem Ar­beit­ge­ber zu­ge­wie­sen wird.
Arbeitsgericht Erfurt, Urteil vom 05.03.2014, 4 Ca 1834/13Thüringer Landesarbeitsgericht, Urteil vom 25.03.2015, 4 Sa 91/14
9 AZR 575/154 Sa 91/14 Thürin­gerLan­des­ar­beits­ge­richt
Verkündet am 9. Au­gust 2016
- 2 - 1. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Thürin­ger Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 25. März 2015 - 4 Sa 91/14 - wird zurück­ge­wie­sen.
- 3 - Ih­rer Schwan­ger­schaft ein erhöhtes Ge­sund­heits­ri­si­ko für Sie und Ihr un­ge­bo­re­nes Kind.
11.07.2013 bis 12.07.2013 2 Ur­laubs­ta­ge19.08.2013 bis 30.08.2013 10 Ur­laubs­ta­ge21.10.2013 bis 25.10.2013 5 Ur­laubs­ta­ge
Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 1.400,80 Eu­ro brut­to zu zah­len.
- 4 - pflicht frei ge­wor­den. § 17 Satz 2 MuSchG sei nicht auf Beschäfti­gungs­ver­bo­te nach § 4 MuSchG an­zu­wen­den.
- 5 - 10. Fe­bru­ar 2015 - 9 AZR 455/13 - aaO; 18. März 2014 - 9 AZR 669/12 - Rn. 16).
- 6 - auch noch nach Ab­lauf der Fris­ten im lau­fen­den Jahr oder im Fol­ge­jahr in An­spruch neh­men. Die Be­stim­mung re­gelt nicht nur das für das Fris­ten­re­gime des § 7 Abs. 3 BUrlG maßgeb­li­che Ur­laubs­jahr (vgl. BAG 15. De­zem­ber 2015 - 9 AZR 52/15 - Rn. 19), son­dern auch die Un­ver­ein­bar­keit von Ur­laub und ei­ner (vollständi­gen) Ar­beits­be­frei­ung in­fol­ge mut­ter­schutz­recht­li­cher Beschäfti­gungs­ver­bo­te mit der Fol­ge, dass das Ri­si­ko der Leis­tungsstörung durch ein in den zu­vor fest­ge­leg­ten Ur­laubs­zeit­raum fal­len­des Beschäfti­gungs­ver­bot dem Ar­beit­ge­ber zu­ge­wie­sen wird (Düwell in ju­risPK-Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf Kap. 5.23 Rn. 12).
- 7 - lich unmöglich, oh­ne dass der Ar­beit­ge­ber die­se Unmöglich­keit zu ver­tre­ten hätte, würde er nach § 275 Abs. 1 BGB von der Ver­pflich­tung zur Frei­stel­lung frei (so aus­drück­lich zur Rechts­la­ge vor In­kraft­tre­ten des § 17 Satz 2 MuSchG BAG 9. Au­gust 1994 - 9 AZR 384/92 - zu 2 b der Gründe, aaO). Die­se Rechts­fol­ge ver­hin­dert § 17 Satz 2 MuSchG zu­guns­ten der schwan­ge­ren Ar­beit­neh­me­rin (AnwK-ArbR/Düwell 2. Aufl. Bd. 2 § 7 BUrlG Rn. 82 f.; ders. in ju­risPK-Ver­ein­bar­keit von Fa­mi­lie und Be­ruf Kap. 5.23 Rn. 12; Graue AiB 2002, 589, 592).
- 8 - III. Der Rest­ur­laub aus dem Jahr 2013 ver­fiel we­der mit Ab­lauf des 31. De­zem­ber 2013 noch des 31. März 2014. Die Kläge­rin konn­te in­fol­ge der mut­ter­schutz­recht­li­chen Beschäfti­gungs­ver­bo­te nach § 4 Abs. 1, § 3 Abs. 2 und § 6 Abs. 1 MuSchG ih­ren Ur­laub aus dem Jahr 2013 nicht in die­sem Ur­laubs­jahr neh­men. Nach Ab­lauf der Ver­bo­te im Jahr 2014 be­stand die­ser Ur­laub gemäß § 17 Satz 2 MuSchG noch bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses (vgl. BAG 15. De­zem­ber 2015 - 9 AZR 52/15 - Rn. 13 ff.). Er war des­halb auf­grund der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses mit der Höhe nach un­strei­ti­gen 1.400,80 Eu­ro brut­to ab­zu­gel­ten.
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References: § 4
 § 362
 § 17
 § 17
 § 4
 § 7
 § 275
 § 17
 § 17
 § 7
 § 4
 § 3
 § 6
 § 17