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Rechtsprechung: NVwZ-RR 2006, 86 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BAG, 12.05.2005
https://dejure.org/2005,1067
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.02.2005 - 15 A 1065/04 (https://dejure.org/2005,1067)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 22.02.2005 - 15 A 1065/04 (https://dejure.org/2005,1067)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 (https://dejure.org/2005,1067)
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Widerruf eines Zuwendungsbescheides wegen Verstoßes gegen gemeinderechtliche Vergabegrundsätze; Wechsel zu Vertragsverhandlungen im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung; Verstoß gegen das Verhandlungsverbot gemäß § 24 Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB); Ausnahmen vom Verhandlungsverbot; Vereinbarung unumgänglicher technischer Änderungen und daraus sich ergebender Änderungen der Angebotspreise im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung; Höchstgrenze der im Falle technischer Änderungen zulässigen Preisabweichung
Angebotsänderung und Nachverhandlungsverbot
Zusammenfassung von "Die Rückforderung von Zuwendungen wegen der Nichteinhaltung von vergaberechtlichen Auflagen" von RA Dr. Andrés Martin-Ehlers, LL.M., original erschienen in: NVwZ 2007, 289 - 294.
VG Gelsenkirchen - 15 K 5246/00
NVwZ-RR 2006, 86
NZBau 2006, 64
BVerwG, Urteil vom 16. Juni 1997 - 3 C 22.96 - BVerwGE 105, 55 ff; Urteil vom 10. Dezember 2003 - 3 C 22.02 -, NVwZ-RR 2004, 413; OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, juris.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 11. Dezember 2000 - 4 A 5182/99 - Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -.
Dabei handelt es sich um eine Auflage; denn durch sie wird dem Begünstigten ein bestimmtes Tun, nämlich die Beachtung u.a. der Bestimmungen der VOB/A bei der Vergabe vorgeschrieben vgl. Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, Nordrhein-Westfälische Verwaltungsblätter (NWVBl.) 2005, 344 ff.; Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 24. Januar 2001 - 8 C 8.00 -, Entscheidungen des BVerwG (BVerwGE) 112, 360, 361, 364; Bayerischer Verwaltungsgerichtshof (BayVGH), Urteile vom 18. November 1999 4 B 98.3534 -, Bayerische Verwaltungsblätter (BayVBl.) 2000, 248 f., und vom 23. Oktober 1996 - 4 B 95.1027 -, Neue Juristische Wochenschrift (NJW) 1997, 2255 f.
Das Vorliegen eines Prüfungsberichts eines Rechnungsprüfungsamtes reicht für sich allein regelmäßig nicht aus vgl. Schütze in v. Wulffen, SGB X, Kommentar, 2010, § 50 Rn. 83; OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005, a. a. O.; a.A.: Waschull in Doering/Timmer/Wuschel (Hrsg.), SGB X, Lehr- und Praxiskommentar, 2. Auflage 2007, § 47 Rn. 23.
Ausgangspunkt der Frage, ob ein gegen Vergabebestimmungen verstoßendes Verhalten des Zuwendungsempfängers den Widerruf auslösen kann, ist die Überlegung, dass der Zuwendungszweck auch in der Einhaltung wettbewerbsrechtlicher Bestimmungen liegt, jedenfalls soweit dadurch die sparsame und wirtschaftliche Verwendung öffentlicher Mittel sichergestellt wird vgl. OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005, - 15 A 1065/04 -, a.a.O., Rdnr. 66 ff; OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 23. August 2001 - 4 Ls 5/01 -, Rdnr. 24 f.
Damit kann der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen in seiner Entscheidung vom 22. Februar 2005, a.a.O., nicht mehr uneingeschränkt gefolgt werden, soweit es danach auf das Ergebnis der konkreten Vergabe nicht ankommt.
Der Beklagte hat sich zur Frage der Höhe des Teilwiderrufs im Ergebnis in nicht zu beanstandender Weise an dem Runderlass des Finanzministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen vom 18. Dezember 2003 (- I 1 - 00444 - 3/8 -), der die Vorgängererlasse vom 23. Dezember 1987 und 16. Dezember 1997 fortschreibt, orientiert, der ermessensbindenden Charakter hat und deshalb bei der Prüfung, ob die Behörde ermessensfehlerhaft gehandelt hat, zu berücksichtigen ist vgl. zu dem Vorgängererlass vom 16. Dezember 1997: OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, a.a.O.
Das vorgeschriebene Vergabeverfahren bezweckt daher auch die Herstellung gleicher Wettbewerbschancen für alle Unternehmen (…Senatsurteil vom 28.09.2011, a.a.O.; OVG NRW, Urteil vom 22.02.2005 - 15 A 1065/04 -, Juris; vgl. auch BVerwG, Beschluss vom 13.02.2013 - 3 B 58.12 -, Juris).
Denn durch die Bestimmungen der VOB/VOL soll - wie bereits ausgeführt - insbesondere auch der faire Wettbewerb gesichert werden (…vgl. Senatsurteil vom 28.09.2011, a.a.O.; OVG NRW, Urteil vom 22.02.2005, a.a.O.).
Die Kammer folgt insoweit der vom Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen - OVG NRW - in seiner grundlegenden Entscheidung vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, juris, dargelegten Rechtsauffassung, dass es sich nicht lediglich um unerhebliche Hinweise auf nach anderen Vorschriften ohnehin bestehende Rechte und Pflichten der Klägerin handelt, sondern dass der Klägerin ein bestimmtes Tun, nämlich die Beachtung genau dieser Vergabebestimmungen vorgeschrieben ist.
vgl. OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005, - 15 A 1065/04 -, a.a.O., Rdnr. 66 ff; OVG Schleswig-Holstein, Urteil vom 23. August 2001 - 4 Ls 5/01 -, Rdnr. 24 f.
vgl. dazu: BVerwG, Urteil vom 16. Juni 1997 - 3 C 22.96 -, NJW 1998, 2223 f.; OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, juris, Rd.-Nr. 90 f.
Der Runderlass des Finanzministeriums, der der Behörde im Ermessensbereich eine Gewichtung des Verstoßes bindend vorgibt, vgl. OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, Rd.-Nr. 92, ist Ausdruck des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, der beim Widerruf und der Rückforderung von Zuwendungen zu beachten ist.
Vergleiche zum Leitsatz: OVG Münster, Urteil vom 22.02.2005 - 15 A 1065/04 -, NVwZ-RR 2006, 86; VGH Mannheim, Urteil vom 29.07.2008 - 9 S 2810/06 -.(Rn.30).
Diese ANBest-P enthalten unter Nr. 3 Vorgaben zur "Vergabe von Aufträgen", die als Auflagen im Sinne des § 36 Abs. 2 Nr. 4 VwVfG eingeordnet werden können (vgl. OVG NRW, Urteil vom 22.02.2005 - 15 A 1065/04 -, NVwZ-RR 2006, 86; zum Nebenbestimmungscharakter der ANBest-P auch bereits Senatsurteil vom 29.07.2008 - 9 S 2810/06 -).
Diesem Ziel ist auch der etwa in § 2 Nr. 1 Sätze 2 und 3 VOB/A und § 2 Nr. 1 Abs. 1 und 2 VOL/A verankerte Grundsatz der Wettbewerbsgerechtigkeit geschuldet: Gerade die formal korrekt durchgeführte Öffentliche Ausschreibung hat den günstigsten Angebotspreis zur Folge, da sämtliche Bieter an die Grenze ihrer Auftragskalkulation gehen müssen, um eine Aussicht auf den Zuschlag zu haben, OVG NRW, Urt. v. 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, zit. nach juris-Portal, Rn. 68; VG Minden, Urt. v. 13. April 2005 - 3 K 7172/03 -, zit. nach juris-Portal, Rn. 44; Attendorn - Der Widerruf von Zuwendungsbescheiden wegen Verstoßes gegen Vergaberecht, NVwZ 2006, 991 (994), und die Beachtung der Regeln über die Vergabearten regelmäßig die Chancen dafür erhöht, dass die zugewendeten Haushaltsmittel ökonomisch sinnvoll verwendet werden;.
in diesem Sinne OVG NRW, Urt. v. 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, zit. nach juris-Portal, Rn. 68; Stachel - Zur Rückforderung von Zuwendungen aufgrund von Vergaberechtsverstößen, ZKF 2006, 150 (151); vgl. auch Attendorn - Die Rückforderung von Zuwendungen wegen Verstoßes gegen Vergaberecht - Nordrhein-Westfälische Erlasslage und neuere Rechtsprechung, NWVBl. 2007, 293 (296), dem zufolge die Missachtung des Vergaberechts die Unwirtschaftlichkeit der Auftragsvergabe indiziere.
Da nach dem Vorstehenden die Voraussetzungen für eine Rückforderung nicht vorlagen, bedarf es keiner Erörterung der streitigen Frage, ob der Verstoß gegen die Vergaberichtlinien eine Rückforderung nur rechtfertigt, wenn der Verstoß sich wirtschaftlich nachteilig, d.h. kostenerhöhend, ausgewirkt hat (vgl. dazu unter anderem einerseits: OVG Münster, Urt. v. 22.5.2005, 15 A 1065/04, NZBau 2006, 64; Attendorn NVwZ 2006, 991; andererseits: Müller, VergabeR 2006, 592, 596; Kulartz/Schilder NZBau 2005, 552, 555; Martin-Ehlers, NVwZ 2007, 289; Mayen NZBau 2009, 98).
Auf die Frage, ob die im Bescheid dargelegten Gründe objektiv zutreffend und für den Adressaten nachvollziehbar waren, kommt es in diesem Zusammenhang nicht an (vgl. OVG NW, U.v. 22.2.2005 - 15 A 1065/04 - NVwZ-RR 2006, 86/87).
Denn gegen eine bloße Erläuterung spricht das der Klägerin als Zuwendungsempfängerin ohne weiteres erkennbare Interesse des Beklagten, an eine vergaberechtswidrige Verwendung der Mittel möglichst weitgehende Konsequenzen knüpfen zu können, nämlich den Widerruf des Bescheids wegen eines Auflagenverstoßes; es handelt sich mithin nicht um einen Hinweis auf nach anderen Regelungen ohnehin bestehende rechtliche Pflichten (ebenso OVG NW, U. v. 22.2.2005 - 15 A 1065/04 - NVwZ-RR 2006, 86/87 - juris Rn. 58-60;… vgl. allg. NdsOVG, B.v. 3.9.2012 - 8 LA 187/11 - juris Rn. 13 m. w. N.).
vgl. OVG NRW, Urteil vom 22. Februar 2005 - 15 A 1065/04 -, NVwZ-RR 2006, 86 m. w. N.; Wolff, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Aufl. § 113 Rdnr. 86.
VG Düsseldorf, 04.09.2013 - 10 K 5144/12
OVG Nordrhein-Westfalen, 12.06.2007 - 15 A 1243/05
Verpflichtung zur Anwendung des Vergaberechts in Auflageform
Geldleistung zur Erreichung eines bestimmten Zwecks ; Anforderungen an ein …
VG Arnsberg, 25.02.2009 - 1 K 1327/07
Stadt Siegen kann Fördermittel für Park-and-Ride-Anlagen behalten
OVG Sachsen-Anhalt, 05.03.2010 - 1 L 6/10
Widerruf eines Subventionsbescheids
VG Minden, 13.04.2005 - 3 K 4804/03
Grundlage für den Teilwiderruf des Zuwendungsbescheids ; Geldleistung zur …
VG Münster, 23.01.2014 - 7 K 1808/11
Zuschlag später erteilt: Muss Zuwendung zurückgezahlt werden?
OVG Niedersachsen, 24.08.2009 - 10 LA 58/08
Widerruf und Rückforderung einer Zuwendung (Agrar-Umweltprogramm)
VG Gelsenkirchen, 18.04.2007 - 7 K 5927/04
Arbeitsmarkt, Zuwendung, Qualifikation, sozialpädagogisch, Begleitung, Widerruf, …
VG Augsburg, 15.11.2012 - Au 5 K 12.578
Widerruf einer Zuwendung; Verstoß gegen Nebenbestimmungen; AN-Best-P; Verletzung …
https://dejure.org/2005,5615
BAG, 12.05.2005 - 6 AZR 311/04 (https://dejure.org/2005,5615)
BAG, Entscheidung vom 12.05.2005 - 6 AZR 311/04 (https://dejure.org/2005,5615)
BAG, Entscheidung vom 12. Mai 2005 - 6 AZR 311/04 (https://dejure.org/2005,5615)
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Teilzeitbezüge ausschlaggebend für Anspruch auf Sterbegeld; Höhe des Sterbegeldes unabhängig vom Eintritt des Todes in der Arbeitsphase oder in der Freistellungsphase; Auslegung des normativen Teils eines Tarifvertrags; Vergütung von nichtvollbeschäftigten Angestellten
Sterbegeld nach § 41 BAT-O richtet sich auch bei Angestellten in Altersteilzeit stets nach den Bezügen am Todestag
ArbG Schwerin, 15.12.2003 - 1 Ca 2314/03
LAG Mecklenburg-Vorpommern, 20.04.2004 - 3 Sa 105/04
NZA 2006, 50
Wird ein solches Arbeitsverhältnis vor dem vereinbarten Ende der Freistellungsphase aufgelöst, hat der Arbeitnehmer wegen seiner Vorleistung in der Arbeitsphase einen Anspruch auf Ausgleichsleistungen ( vgl. BAG 12. Mai 2005 - 6 AZR 311/04 - zu II 1 b dd (2) der Gründe; zur Problematik der gezahlten Aufstockungsbeiträge vgl. Wroblewski in Bichlmeier/Wroblewski Das Insolvenzhandbuch für die Praxis 4. Aufl. S. 215 ff.) .
Unter "bisheriger" Vergütung ist die Vergütung zu verstehen, welche sie vor Eintritt in das Altersteilzeitarbeitsverhältnis für ihre Vollzeittätigkeit beanspruchen konnte und bei unveränderter Tätigkeit ohne Altersteilzeit weiterhin hätte beanspruchen können (zur sog. "Hätte-Vergütung" nach § 9 Abs. 3 TVBA ATZ bzw. § 9 Abs. 3 TV ATZ vgl. BAG 12. Mai 2005 - 6 AZR 311/04 - zu II 1 b dd (2) der Gründe; 16. März 2004 - 9 AZR 267/03 - zu I 1 der Gründe; 14. Oktober 2003 - 9 AZR 146/03 - zu I 2 b der Gründe, BAGE 108, 94) .
Lässt dies zweifelsfreie Auslegungsergebnisse nicht zu, dann können die Gerichte für Arbeitssachen ohne Bindung an eine Reihenfolge weitere Kriterien wie die Entstehungsgeschichte des Tarifvertrages gegebenenfalls auch die praktische Tarifübung ergänzend heranziehen (vgl. z.B. BAG Urteil vom 12.05.2006 - 6 AZR 311/04 - NZA 2006, 51 mit weiteren Nachweisen).
Im Zweifel gebührt derjenigen Tarifauslegung der Vorzug, die zu einer vernünftigen, sachgerechten, zweckorientierten und praktisch brauchbaren Regelung führt (vgl. BAG, Urteil vom 28.05.1998 - 6 AZR 349/96 -, AP Nr. 25 zu § 611 BGB Bühnenengagementvertrag; Urteil vom 29.08.2001 - 4 AZR 337/00 -, AP Nr. 174 zu § 1 TVG Auslegung; Urteil vom 16.06.2004 - 4 AZR 408/03 -, AP Nr. 24 zu § 4 TVG Effektivklausel; Urteil vom 12.05.2006 - 6 AZR 311/04 -, NZA 2006, 51 jeweils n.w.N.).
Gleiches gilt für sonstige Pauschalierungen (vgl. z. B. BAG vom 12.12.2007 - 4 AZR 991/06 -, ZTR 2008, 315; vom 27.02.2007 - 3 AZR 735/05 -, AP Nr. 68 zu § 1 BetrAVG Zusatzversorgungskassen; vom 12.05.2005 - 6 AZR 311/04 -, AP Nr. 1 zu § 41 BAT-O; vom 20.04.2005 - 4 AZR 285/04 -, EzA § 611 BGB 2002 Arbeitsbereitschaft Nr. 3).

References: § 24
 § 50
 § 47
 § 36
 § 2
 § 2
 § 113
 § 41
 § 9
 § 9
 § 611
 § 1
 § 4
 § 1
 § 41
 § 611