Source: https://erziehungshilfen-bonn.de/de/bonn/stationaere-Angebote/---/massnahme/detail-infos-473/Regelangebot-Eltern---Kind----Begleitetes-Famlienwohnen-Joachimstrasse.htm
Timestamp: 2018-05-21 09:01:35+00:00

Document:
Regelangebot Eltern - Kind: - Begleitetes Famlienwohnen Joachimstraße/Maßnahme auf Erziehungshilfen-Bonn
Kontakt Tel.: 0228 - 3827 444
Fax.: 0228 - 3827 99 444
E-Mail: fachberatung@godesheim.de1,2
Betreuungsschlüssel: 1 zu 1,25
Anzahl der Plätze Insgesamt max. 10 Plätze
Mitarbeiterqualifikation pädagogische Fachkräfte, FHS- und FS Abschluss, ggf. zusätzliche Ausbildung zur Kinderschutzfachkraft
Betreuungsalter Eltern ab ca. 16 Jahren Kinder ab Geburt
Gesetzliche Grundlage Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB IX) · § 1 Abs. 1 Satz 2, SGB IX (Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft) · § 4 Abs. 3, SGB IX (Leistungen zur Teilhabe) · § 9 Abs. 1 SGB IX (Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten) · § 14, SGB IX (Zuständigkeitserklärung) Eingliederungshilfe (SGB XII) · § 53 SGB XII; § 54 SGB XII i.V.m. § 55 Abs. 2 NR. 6 SGB IX (ambulant) · § 53 SGB XII; § 54 SGB XII i.V. m. § 97 Abs. 3 SGB XII (stationär) · § 55 Abs. 1 und Abs. 2 (punkte 1-7, je nach Einzelfall SGB IX) Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) · § 19 SGB VIII Gemeinsame Wohnform für Mütter/Väter und Kinder · §§ 27 SGB VIII (§ 34 SGB VIII Heimerziehung) · § 27 Abs. 2 Satz 2 SGB VIII (für Einzelfall konzipierte Hilfe) · § 35 a SGB VIII · § 8 a)/b) SGB VIII · § 10 Abs. 4, SGB VIII
Angebotsbeschreibung Im Begleiteten Familienwohnen lernen die Mütter/Väter, sukzessive die Erziehungsund Pflegesituation ihres Kindes sowie die gemeinsame Lebens- und Wohnsituation einzuschätzen und möglichst eigenständig zu realisieren. In aller Regel fällt es einem Elternteil mit einer Behinderung ganz besonders schwer, den ständig wechselnden, mehr oder weniger unkontrollierten Bedürfnissen vor allem von Säuglingen und Kleinkindern angemessen zu begegnen. Dies erfordert nicht nur die ständige Präsenz eines entsprechend qualifizierten Mitarbeiters über Tag und Nacht, sondern auch ein strukturiertes, aufbauendes Training sowie die Möglichkeit der Wiederholung einzelner Trainingseinheiten in einem sicheren Umfeld für das Kind. Nach dem Einzug in das Haus wird die Mutter/der Vater bei allen versorgenden, sozialen und emotionalen Aufgaben von den pädagogischen und sich multiprofessionell ergänzenden Fachkräften intensiv und bedarfsabhängig unterstützt und begleitet. In dieser Phase erfolgt eine zielgerichtete Einschätzung der entsprechenden Ressourcen der Mutter/des Vaters. Die ständige Anwesenheit einer Fachkraft ist daher auch erforderlich, um (noch) nicht vorhandene Fähigkeiten der Mutter/des Vaters auszugleichen bzw. um die Erziehungsverantwortung zur Sicherung des Kindeswohls für kurze Phasen auch vollständig übernehmen zu können. Von den Fachkräften ist ggf. in leichter Sprache zu formulieren, begleitendes Bildmaterial zur Veranschaulichung von Handlungsschritten zu erstellen und vorausschauend mit Trainingsschritten zu beginnen, die die Eltern nach einer angemessenen Trainingszeit zur Selbständigkeit befähigen. Die Trainingszeit kann ebenfalls Aufschluss über Begrenzungen der Befähigung der Mütter/Väter bringen, die aus der körperlichen oder kognitiven Behinderung resultieren. Die Fachkräfte gewährleisten mit dem Befähigungsansatz die Grundversorgung des Säuglings oder Kleinkindes durch Anleitung der Mütter/Väter zur verantwortlichen und möglichst eigenständigen Wahrnehmung der Aufgaben, z. B. zum täglichen Einhalten eines säuglingsgerechten Schlaf- und Wachrhythmus. Durch die Übernahme von kompensatorischen Leistungen in der Versorgung, Betreuung und Erziehung der Kinder, wird die altersgerechte Entwicklung der Kinder somit auch dann sichergestellt, wenn die Mutter/der Vater phasenweise nicht selber in ausreichendem Maße dazu in der Lage ist. Im Begleiteten Familienwohnen wird die Mutter oder der Vater in der Gruppe für ein eigenständiges Leben mit ihrem/seinem Kind vorbereitet. Dazu erhalten sie insgesamt ein individuell ausgerichtetes, alltagspraktisches Training und eine enge Begleitung und Förderung zur Erweiterung ihrer Kompetenzen. Je nach Grad an erkennbarer Eigenverantwortlichkeit der Eltern und damit auch potenziellem Gefährdungsgrad der Kinder, erlernen die Mütter/Väter das eigenständige Leben mit ihrem Kind und trainieren die (Selbst) -versorgung im Gemeinschaftsküchen- oder im eigenen Küchenbereich. Die Elternteile der Kinder, die nicht im Haus leben, können - sofern dies dem Wohl des Kindes dient und ggf. eine Partnerschaft angestrebt ist - individuell in die Arbeit mit eingebunden werden. Darüber hinaus sollen Eltern die Möglichkeit erhalten, durch individuelle Förderung und Unterstützung hinsichtlich einer beruflichen Beschäftigung unterstützt zu werden und ggf. eine Schul- oder Ausbildung fort zu führen, zu beenden oder gar zu beginnen.
Zielgruppe/Indikation Die Maßnahme ist notwendig und geeignet, wenn Mütter und/oder Väter sich ausdrücklich für eine gemeinsame Zukunft mit ihrem Kind entschieden haben für die gemeinsame Zukunft von Mutter/Vater und Kind sowohl die Selbst- als auch die Erziehungskompetenz der Mutter/des Vaters gefördert und gestärkt werden müssen ein Grundmaß an Anpassungsleistung, positivem Regelverhalten und Impulskontrolle vorhanden sind grundsätzliches Vermögen und die Bereitschaft besteht, sich auf die Maßnahme einzulassen erkennbar ist, dass zielgerichtet auf die Perspektive eines weitergehenden, möglichst selbständigen Wohnens hin gearbeitet werden kann.
Ausschlusskriterien Die Maßnahme ist nicht geeignet bzw. wird beendet, wenn Mutter und/oder Vater einen deutlichen intensiv-pädagogischen Betreuungsbedarf aufweisen oder sich eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes abzeichnet, der einen pflegerischen Bedarf mit sich bringt das Kind einen deutlich erhöhten medizinischen Bedarf aufweist, der nicht über externe/ambulante Therapie/Behandlung abgedeckt werden kann eher Einzelmaßnahmen angezeigt sind bei einem Elternteil eine schwere, akute Drogenproblematik vorliegt eine psychische Behinderung mit fremd- und selbstgefährdenden Verhalten vorliegt, so dass pädagogische Arbeit mit den Betroffenen nicht mehr möglich ist die Mutter/der Vater die Maßnahme offen ablehnen von der Mutter/dem Vater trotz der unterstützenden und kompensatorischen Leistungen der Fachkräfte Gefahren ausgehen, die das Wohl des Kindes gefährden
Ziele Prinzipielle Zielsetzung des Begleiteten Familienwohnens ist es, Eltern mit Hilfe eines modularen Befähigungskonzeptes Schritt für Schritt in ihren individuellen Fähigkeiten zu stärken, sie zu unterstützen die Elternrolle verantwortlich wahrzunehmen und damit auch Entwicklungs- und Lebenschancen von Kindern innerhalb ihrer Familie zu fördern. Dazu bedienen wir uns im Haus Münsterstraße verschiedener Methoden und (kommunikativer) Hilfsmittel, sowohl aus der Jugend-, als auch der Behindertenhilfe, die mittels eines multiprofessionellen Teams zu einem systematischen Befähigungskonzept zusammen gefügt werden.
Allgemeine Beschreibung der Grundleistungen Im Begleiteten Familienwohnen sollen fünf Mütter (im Einzelfalle auch Väter)befähigt werden, gemeinsam mit ihren Kindern Familie zu leben. Der überwiegende Teil dieser Mütter/Vätern weist eine Behinderung auf. In aller Regel handelt es sich hierbei um eine geistige Behinderung. Das Angebot steht auch minderjährigen Müttern und Vätern mit oder ohne Behinderung zur Verfügung.
Downloadangebot Begleitetes Familienwohnen.pdf

References: § 1
 § 4
 § 9
 § 14
 § 53
 § 54
 § 55
 § 53
 § 54
 § 97
 § 55
 § 19
 § 27
 § 35
 § 8
 § 10