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Timestamp: 2020-02-17 15:34:25+00:00

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BFH, 26.11.2014 - XI R 37/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,43892
BFH, 26.11.2014 - XI R 37/12 (https://dejure.org/2014,43892)
BFH, Entscheidung vom 26.11.2014 - XI R 37/12 (https://dejure.org/2014,43892)
BFH, Entscheidung vom 26. November 2014 - XI R 37/12 (https://dejure.org/2014,43892)
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Belegnachweis: Hinweis auf die Steuerbefreiung einer Lieferung als innergemeinschaftliche Lieferung bei einem aus mehreren Abrechnungsteilen bestehenden Rechnungsdokument - Notwendigkeit der Kenntnis der Identität des Abnehmers - Unternehmereigenschaft des Erwerbers - ...
§ 18e Nr. 1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § ... 4 Nr. 1 Buchst. b UStG, § 6a Abs. 4 Satz 1 UStG, § 6a Abs. 4 UStG, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung, § 4 Nr. 1 Buchst. b, § 6a Abs. 1 UStG, § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a, b oder c UStG, § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG, § 6a Abs. 3 UStG, §§ 17a ff. der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV), §§ 17a ff. UStDV, §§ 14, 14a UStG, § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 8 Alternative 3 UStG, § 14 Abs. 4 Satz 1 UStG, § 14 Abs. 1 Satz 1 UStG, § 118 Abs. 2 FGO, § 14 Abs. 6 Nr. 2 UStG, § 31 Abs. 1 Satz 2 UStDV, § 14 Abs. 4 UStG, § 18e UStG, § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG, §§ 177, 179 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), § 179 BGB, § 10 Abs. 1 UStDV, § 17a Abs. 4 Satz 1 Nrn. 1 und 2 UStDV, § 10 Abs. 1 Nr. 2 UStDV, § 17a Abs. 1 Satz 2 UStDV, § 6a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 2 Buchst. a UStG, Richtlinie 77/388/EWG, § 136 Abs. 1 Satz 1, § 143 Abs. 1 FGO
§ 4 Nr 1 Buchst b UStG 2005, § 6a UStG 2005, § 14 Abs 4 S 1 Nr 8 Alt 3 UStG 2005, § 10 Abs 1 UStDV 2005, § 17a UStDV 2005
Voraussetzungen für die Umsatzsteuerbefreiung einer innergemeinschaftlichen Lieferung; Anforderungen an die Erstellung einer Rechnung
Voraussetzungen für die Umsatzsteuerbefreiung einer innergemeinschaftlichen Lieferung
Belegnachweis für die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung
Innergemeinschaftliche Lieferung - und die Identität des Abnehmers
Innergemeinschaftliche Lieferung - Belegnachweis und die "Anlage zur Rechnung"
Steuerfreiheit innergemeinschaftlicher Lieferungen erfordert Einhaltung bestimmter Nachweispflichten
Innergemeinschaftliche Lieferung: Der Abnehmer muss genau identifiziert werden können
In diesem Fall hat das FG zu prüfen, ob die Lieferungen gemäß § 6a Abs. 4 Satz 1 UStG steuerfrei zu belassen sind (vgl. dazu BFH-Urteile in BFHE 234, 436, BStBl II 2011, 957, Rz 28;… in BFH/NV 2012, 1188, Rz 30; vom 26. November 2014 XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358, Rz 28, m.w.N.).
- Betreffend Identifizierung des Abholers und tatsächlichen Abnehmers widersprüchliche Belege (BFH-Urteil vom 26.11.2014 XI R 37/12, Juris).
So reicht beispielsweise der bloße Beweis von Fahrzeug-Zulassungen im Bestimmungsland - vgl. unten dd - nicht aus (BFH, Urteile vom 26.11.2014 XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358 Rz. 42 ff.;… vom 25.04.2013 V R 10/11, BFH/NV 2013, 1453, Rz. 45;… Beschluss vom 24.06.2014 XI B 45/13, BFH/NV 2014, 1584 Rz. 23, 27, 32; Urteile FG Nürnberg vom 28.05.2013 2 K 417/11, EFG 2014, 1244); vom 14.05.2013 2 K 568/11, EFG 2013, 1273; FG München vom 21.03.2013 14 K 2542/11, Juris Rz. 41, 47).
Selbst wenn die formalen Voraussetzungen der Steuerbefreiung erfüllt sind (Beleg- und Buchnachweis; oben b) oder der Beweis des tatsächlichen Empfängers und Lieferorts geführt werden könnte (objektiver Nachweis; oben c), ist die Steuerbefreiung ausgeschlossen nach Täuschung über den wahren Abnehmer bzw. nach Verschleierung seiner Identität, wodurch die Besteuerung des Erwerbs im Bestimmungsland verhindert wird, oder bei bewusster Beteiligung an einer auf der nachfolgenden Handelsstufe einer Lieferkette begangenen Umsatzsteuerhinterziehung (Urteile EuGH vom 18.12.2014 C-131/13 "Italmoda", Der Betrieb -DB- 2015, 38, BB 2015, 544; BFH vom 26.11.2014 XI R 37/12, Juris Rz. 60;… BFH-Beschluss vom 24.06.2014 XI B 45/13, BFH/NV 2014, 1584 Rz. 42 m. w. N.).
Gründe für eine Zulassung der Revision gemäß § 115 Abs. 2 FGO sind nicht ersichtlich (vgl. BFH-Urteil vom 26.11.2014 XI R 37/12, Juris Rz. 51 zur tatrichterlichen Überzeugungsbildung).
NV: Die Zulassung eines Fahrzeugs im Ausland reicht allein nicht aus, um nachzuweisen, dass die Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung vorliegen (…vgl. BFH-Urteile vom 25. April 2013 V R 10/11, BFH/NV 2013, 1453, Rz 45; vom 26. November 2014 XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358, Rz 45).
Soweit der Kläger darauf hinweist, das FG habe die BFH-Urteile vom 25. Februar 2015 XI R 15/14 (…BFHE 249, 343, BFH/NV 2015, 772) und XI R 30/13 (…BFHE 249, 336, BFH/NV 2015, 769) nicht berücksichtigt und außerdem die Entscheidungssätze der BFH-Urteile vom 19. März 2015 V R 14/14 (BFHE 250, 248, BStBl II 2015, 912) und vom 26. November 2014 XI R 37/12 (BFH/NV 2015, 358) sowie der Urteile des Gerichtshofs der Europäischen Union Collée vom 27. September 2007 C-146/05 (EU:C:2007:549, BStBl II 2009, 78) und Traum vom 9. Oktober 2014 C-492/13 (EU:C:2014:2267, Umsatzsteuer-Rundschau 2014, 943) in der Beschwerdebegründung dargestellt, bezeichnet er zwar die Entscheidungen, von der das FG nach seiner Auffassung abgewichen ist.
Im Übrigen reicht nach ständiger Rechtsprechung des BFH die Zulassung eines Fahrzeugs im Ausland alleine nicht aus, um nachzuweisen, dass die Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung vorliegen (…vgl. BFH-Urteile vom 25. April 2013 V R 10/11, BFH/NV 2013, 1453, Rz 45; in BFH/NV 2015, 358, Rz 45).
Die Gefahr von Steuerausfällen durch Nichtbesteuerung im Erwerbstaat steht der Steuerbefreiung nicht entgegen (vgl. BFH-Urteil vom 26. November 2014 - XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358).
So reicht beispielsweise der bloße Beweis von Fahrzeug-Zulassungen im Bestimmungsland - vgl. unten dd - nicht aus (BFH, Urteile vom 26.11.2014 XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358 Rz. 42 ff.;… vom 25.04.2013 V R 10/11, BFH/NV 2013, 1453, Rz. 45;… Beschluss vom 24.06.2014 XI B 45/13, BFH/NV 2014, 1584 Rz. 23, 27, 32; Urteile FG Nürnberg vom 28.05.2013 2 K 417/11, EFG 2014, 1244; vom 14.05.2013 2 K 568/11, EFG 2013, 1273;… FG München vom 21.03.2013 14 K 2542/11, Juris Rz. 41, 47).
52 Hat der Unternehmer die nach § 6a Abs. 3 UStG i. V. m. §§ 17a ff. UStDV bestehende Nachweispflichten ihrer Art nach erfüllt (formelle Vollständigkeit, vgl. dazu BFH-Urteil vom 26. November 2014, XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358), kommt auch bei Nichtvorliegen der objektiven Voraussetzungen des § 6 Abs. 1 UStG eine Steuerfreiheit nach § 6a Abs. 4 Satz 1 UStG in Betracht.
Die Frage, ob die Voraussetzungen der Steuerfreiheit nach § 6a Abs. 1 UStG objektiv zweifelsfrei gegeben sind, obliegt im finanzgerichtlichen Verfahren der tatrichterlichen Überzeugungsbildung (BFH-Urteil vom 26. November 2014, XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358).
Auf diesen Beweis kommt es deshalb entscheidend an, weil ansonsten das Ziel nicht erreicht werden kann, Steuereinnahmen dadurch auf den Bestimmungsmitgliedstaat zu verlagern, dass der Erwerber der innergemeinschaftlichen Lieferung in diesem Mitgliedstaat Schuldner der Umsatzsteuer auf den Erwerb bzw. der Einfuhrumsatzsteuer ist (FG Hamburg, Urteil vom 5. Februar 2015, 3 K 46/14, EFG 2015, 1872 m. w. N.).Die Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferung setzt also voraus, dass aufgrund der zutreffenden Angaben des leistenden Unternehmers zweifelsfrei die Person des Abnehmers ("Erwerbers") dieser Lieferung bekannt ist (vgl. BFH-Urteil vom 26. November 2014, XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358 m. w. N.).
Allein die Annahme einer ausländischen Steuerbehörde, dass es sich bei dem vom Steuerpflichtigen aufgezeichneten Abnehmer deshalb um eine Rechtsperson ohne wirtschaftliche Tätigkeit handeln soll, weil sie ihre innergemeinschaftlichen Erwerbe aus Deutschland nicht angemeldet hat, begründet z.B. keine Zweifel an der Unternehmereigenschaft dieses Abnehmers (BFH-Urteil vom 26.11.2014 - XI R 37/12 -, BFH/NV 2015, 358).
Ansonsten kann das mit den Regelungen zur innergemeinschaftlichen Lieferung verfolgte Ziel, Steuereinnahmen dadurch auf den Bestimmungsmitgliedstaat zu verlagern, dass der Erwerber der innergemeinschaftlichen Lieferung in diesem Mitgliedstaat Steuerschuldner ist, nicht erreicht werden (vgl. BFH-Urteil vom 26.11.2014 - XI R 37/12 -, BFH/NV 2015, 358).
Jedoch reicht die Zulassung eines Fahrzeugs im Ausland allein nicht aus, um nachzuweisen, dass die Voraussetzungen einer steuerfreien innergemeinschaftlichen Lieferung vorliegen (…vgl. BFH-Urteile vom 25.04.2013 V R 10/11, BFH/NV 2013, 1453, Rz 45; vom 26.11.2014 XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358, Rz 45; BFH…, Beschluss vom 03.02.2016 - XI B 53/15 -, BFH/NV 2016, 954).
Sofern die Annahme der ausländischen Behörden, es handele sich bei der Empfängerfirma um eine Gesellschaft ohne wirtschaftliche Tätigkeit, darauf beruht, dass das Unternehmen seine innergemeinschaftlichen Erwerbe nicht anmeldete, begründet dies allein keine Zweifel an der Unternehmereigenschaft (BFH-Urteil vom 26.11.2014 XI R 37/12, Rn. 59, BFH/NV 2015, 358; MwStR 2015, 342).
Hat der Unternehmer eine Lieferung als steuerfrei behandelt, obwohl die Voraussetzungen nach § 6a Abs. 1 UStG nicht vorliegen, ist die Lieferung gleichwohl als steuerfrei anzusehen, wenn die Inanspruchnahme der Steuerbefreiung auf unrichtigen Angaben des Abnehmers beruht und der Unternehmer die Unrichtigkeit dieser Angaben auch bei Beachtung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht erkennen konnte -§ 6a Abs. 4 Satz 1 UStG- (vgl. BFH-Urteil vom 26. November 2014 - XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358).
Die Zulassung des Kraftfahrzeugs in Frankreich auf eine andere Person als den Abnehmer reicht nicht aus, um davon auszugehen, dass die Voraussetzungen der Steuerbefreiung objektiv zweifelsfrei feststehen; denn nach der Rechtsprechung des BFH ergibt sich daraus nur das Gelangen in einen anderen Mitgliedstaat, nicht aber auch, wer Abnehmer der Lieferung war, für die die Steuerbefreiung beansprucht wird (…vgl. BFH-Urteile vom 25. April 2013 - V R 10/11, BFH/NV 2013, 1453 und vom 26. November 2014 - XI R 37/12, BFH/NV 2015, 358).
49 Selbst wenn die formalen Voraussetzungen der Steuerbefreiung erfüllt sind (Beleg- und Buchnachweis) oder der Beweis des tatsächlichen Empfängers und Lieferorts geführt werden könnte (objektiver Nachweis), ist die Steuerbefreiung ausgeschlossen nach Täuschung über den wahren Abnehmer bzw. nach Verschleierung seiner Identität, wodurch die Besteuerung des Erwerbs im Bestimmungsland verhindert wird, oder bei bewusster Beteiligung an einer auf der nachfolgenden Handelsstufe einer Lieferkette begangenen Umsatzsteuerhinterziehung (Urteile EuGH vom 18. Dezember 2014 C-131/13 "Italmoda", DB 2015, 38, BB 2015, 544; BFH-Urteil vom 26. November 2014 XI R 37/12, juris, m. w. N.).

References: § 18
 § 6
 § 6
 § 126
 § 4
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 14
 § 14
 § 14
 § 118
 § 14
 § 31
 § 14
 § 18
 § 1
 § 179
 § 10
 § 17
 § 10
 § 17
 § 6
 § 136
 § 143

§ 4
 § 6
 § 14
 § 10
 § 17
 § 6
 EuGH 
 § 115
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 § 6
 EuGH