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Timestamp: 2017-07-27 16:40:48+00:00

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DAZ - SPRACHERWERB UND INTEGRATION GrundlagenWie kommen die Schüler an? Schulrechtliches	Benotung
Bei der Bemessung der Leistungen ist auf sprachlich bedingte Erschwernisse des Lernens Rücksicht zu nehmen. Dies gilt vor allem in Deutsch, in den Sachfächern und bei den Textaufgaben in Mathematik usw. Wenn die Noten mehr den individuellen Fortschritt ausdrücken und nicht die Leistung des Schülers im Verhältnis zum Klassenniveau, sollte dies in den Bemerkungen ausgesprochen werden. Andererseits muss darauf geachtet werden, dass das Notengefüge bestehen bleibt und keine Benachteiligung für deutsche Schüler entsteht. Dies gilt besonders auch für die Beurteilung zum Übertritt in eine andere Schulart.
VSO-Schüler, die auf der Grundlage des Lehrplanes für das Fach Deutsch als Zweitsprache unterrichtet werden, erhalten eine Note für das Fach Deutsch als Zweitsprache. Schüler, die einen Deutschförderkurs besuchen, erhalten eine Note im Fach Deutsch als Zweitsprache; die Leistungen im Deutschunterricht werden in pädagogischer Verantwortung einbezogen. Allerdings ist es ab dem Schuljahr 2008/09 möglich, auf einfachen Antrag der Erziehungsberechtigten, diese Regelung bei Kursen von bis zu vier Wochenstunden umzukehren. Dies bedeutet, dass dann eine Bewertung im Fach Deutsch erfolgt und die Leistungen im Fach Deutsch als Zweitsprache (Deutschförderkurs) mit einbezogen werden. § 43 (3) GrSO, § 53 (6) MSO, § 56 (10) VSO-F.
Auf eine Bewertung durch Noten kann aus pädagogischen bzw. sonderpädagogischen Gründen in begründeten Einzelfällen ganz oder zeitweilig verzichtet werden. § 47 (2) MSO, § 51 (1) VSO-F.
Zeugnisse müssen enthalten: persönliche Daten; Jahrgangsstufe; Zeitraum des Schulbesuches, wenn der Schüler als Seiteneinsteiger während des Schuljahres eintritt. Die Benotung in Deutsch kann durch eine Bemerkung über die mündliche und schriftliche Ausdrucks- und Verständigungsfähigkeit ersetzt oder erläutert werden. Nicht ausreichende Leistungen im Fach Deutsch sind in den ersten beiden Jahren des Schulbesuchs in der deutschen Regelklasse versetzungsunwirksam. Je nach der Verweildauer in der deutschen Regelklasse sollen Leistungsfortschritt und Leistungsstand in Deutsch als Zweitsprache sowie das Arbeits- und Sozialverhalten pädagogisch gewürdigt werden. KMBl 1984 S. 513, § 53 MSO, § 56 VSO-F.
In Mathematik und den Sachfächern können Leistungen erst dann gewertet werden, wenn der Schüler fachsprachliche Grundlagen erworben hat. In den nicht sprechintensiven praktischen Fächern können aufgrund entsprechender Leistungsfeststellungen Noten erteilt werden, wenn sichergestellt ist, dass der Schüler die Arbeitsanweisungen verstanden hat. Zeugnisse werden nur in deutscher Sprache erstellt. § 53 (6) MSO, § 56 (10) VSO-F.
Grundsätzlich sind Auslandsfahrten mit Schülern auch bei laufendem Asylverfahren immer möglich. Problematisch ist allerdings die Pflicht zum Mitführen gültiger Dokumente, vor allem im Hinblick auf die spätere Wiedereinreise. Weil die Schüler in der Regel kein gültiges Reisedokument haben, gibt es als Ersatz die Schülersammelliste (§1 Abs. 5 AufenthV): „Schülersammellisten sind Listen nach Artikel 2 des Beschlusses des Rates vom 30. November 1994 über die vom Rat auf Grund von Artikel K.3 Absatz 2 Buchstabe b des Vertrages über die Europäische Union beschlossene gemeinsame Maßnahme über Reiseerleichterungen für Schüler von Drittstaaten mit Wohnsitz in einem Mitgliedstaat."
Was ist die Schülersammelliste?
Eine Schülersammelliste ist ein anerkanntes Reisedokument für eine schulische Reise innerhalb der Europäischen Union und in die Schweiz (Beispiele: Klassenfahrt, Sprachreise, Abschlussfahrt ...). Sie soll verhindern, dass einzelne Schülerinnen und Schüler an der Reise nicht teilnehmen können, weil diese
Drittstaatsangehörige sind und
keinen Aufenthaltstitel für Deutschland (Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis) oder
kein Visum für das Reiseland besitzen (insbesondere für Reisen außerhalb der Schengen-Staaten) und I oder
keinen eigenen Reisepass haben.
Als Drittstaaten gelten alle Länder, mit Ausnahme der Europäischen Union, der Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen.
Die Schülersammelliste ersetzt somit für die betroffenen Schülerinnen und Schüler den erforderlichen Aufenthaltstitel oder das erforderliche Visum für die Reise. Für Schülerinnen und Schüler, die über keinen eigenen Reisepass verfügen, ist sie gleichzeitig Passersatz.
Diese Reiseerleichterungen sind jedoch nur möglich, wenn es sich um eine Gruppenreise von Schülerinnen und Schüler einer allgemein- oder berufsbildenden Schule handelt, die in Begleitung einer Lehrkraft stattfindet.
Ist ein Reisepass und Aufenthaltstitel aller Drittstaatsangehörigen vorhanden, stellt die Ausländerbehörde nur dann eine Schülersammelliste aus, wenn die Reise in einen Staat der Europäischen Union gehen soll, der nicht zu den Schengen-Staaten gehört (Irland, Großbritannien, Zypern, Rumänien, Bulgarien, Kroatien). Nähere Informationen zu dem Schengen Gebiet: [ Link ].
Verfahren zur Ausstellung
Die Ausgabe und Ausstellung der Schülersammelliste erfolgt bei der Ausländerbehörde. Ein gescanntes, nicht verwendbares Exemplar zum Vergleich: [ Link ]. a) Die Schule
macht beim Ausfüllen der Schülersammelliste und des Zusatzblattes für Mitreisende die Angaben zur
Auf dem Zusatzblatt für Mitreisende werden alle Schülerinnen und Schüler, die an der Reise teilnehmen werden, unabhängig von der Staatsangehörigkeit, eingetragen. Benötigt werden die Angaben zum Familiennamen, Vornamen, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit. Für jede Schülerin und jeden Schüler, der keinen eigenen Reisepass hat, muss ein aktuelles, biometrietaugliches Passfoto vorliegen. Anschließend bescheinigt die Schule durch Unterschrift der Schulleitung und Anbringung des Dienstsiegels
die Richtigkeit der gemachten Angaben sowie
das Vorliegen der Zustimmung der Erziehungsberechtigten von nicht volljährigen Schülerinnen und Schülern.
b) Die Ausländerbehörde
bescheinigt durch Unterschrift und Anbringen des Dienstsiegels,
Weiterhin bescheinigt die Ausländerbehörde, durch einen entsprechenden Vermerk, die Aussetzung der Abschiebung nach der Wiedereinreise für Schülerinnen und Schüler, deren Aufenthalt in Deutschland geduldet ist. Dieser Vermerk dient der Sicherheit der Betroffenen, da eine Duldung beim Verlassen des Bundesgebietes erlischt.
Möglicherweise fallen Gebühren an, hierzu ist bei der entsprechenden Ausländerbehörde nachzufragen.
Elternbrief mit Einzelheiten zur Fahrt möglichst in der jeweiligen Sprache der Schüler. Es muss auf jeden Fall sichergestellt sein, dass Eltern und Erziehungsberechtigte der Schüler den Inhalt verstehen und dies auch durch ihre Unterschrift bestätigen. Der Inhalt des Elternbriefes ist deckungsgleich mit dem für Muttersprachler.
Es müssen die jeweiligen Besonderheiten der Migrantenkinder bedingt durch Herkunft, Religion und Lebensumstände Beachtung finden. So ist sicherzustellen, dass für muslimische Schüler Gerichte ohne Schweinefleisch vorgehalten werden müssen. Bei Bademöglichkeiten müssen die jeweiligen Kleidungsvorschriften vor allem bei weiblichen Migranten berücksichtigt und beachtet werden. Drucken	Zurück

References: § 43
 § 53
 § 56
 § 47
 § 51
 § 53
 § 56
 § 53
 § 56