Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4172.htm
Timestamp: 2018-11-19 10:13:51+00:00

Document:
4.172 Warrenberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Warrenberg« vom 14.September 1990 (GBl. v. 26.10.1990, S. 313).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654, ber. 1976, S. 96), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vorn 6.Juni 1983 (GBl. S. 199) und von § 22 Abs.2 und § 33 Abs.2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vorn 20.Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12, ber. S. 116) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Haigerloch, Zollernalbkreis, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Warrenberg«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 18,25 ha. Es umfaßt auf Gemarkung
Owingen das Flurstück 5618/1 ganz sowie die Flurstücke 14/1 (Feldweg), 5623, 5624, 5625 und 5626 jeweils teilweise.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 26. April 1989 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Der wesentliche Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Verbesserung eines vielfältig strukturierten Landschaftsteiles im Vorland der Südwestalb mit der daran gebundenen extensiven landwirtschaftlichen Nutzung als Lebensraum für gefährdete und geschützte Tier‑ und Pflanzenarten sowie als kulturhistorisches Relikt.
Von besonderer ökologischer und landschaftsästhetischer Bedeutung sind hierbei
1. die ungedüngten Magerwiesen,
2. die Streuobstbestände,
3. die Feldgehölze und Einzelbäume,
4. die Waldsäume.
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen, Sport‑, Spiel‑ oder Erholungseinrichtungen jeder Art zu errichten;
7. neu aufzuforsten oder Kleingärten oder Vorratspflanzungen von Bäumen oder Sträuchern sowie Schmuckreisigkulturen neu anzulegen oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
15. Düngemittel oder Chemikalien einzubringen;
16. Wiesen umzubrechen;
17. im Schutzgebiet Luftfahrzeuge aller Art einschließlich Modellflugzeuge zu starten oder zu landen;
18. das Schutzgebiet zu beweiden.
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird. Hierzu ist insbesondere erforderlich, daß jagdliche Einrichtungen nur in einfacher Form aus naturbelassenen Hölzern und nur dort errichtet werden, wo weder wertvolle Pflanzenstandorte noch das Landschaftsbild beeinträchtigt werden;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß die vorhandenen naturnahen Waldsäume nach ökologischen Gesichtspunkten gepflegt werden. Für neu entstehende Waldränder wird ein naturnaher, standortgemäßer Aufbau angestrebt. Die Holzbringung erfolgt gemäß der Richtlinie »Pflegliche Waldarbeit« der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg, vom April 1989;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren ordnungsgemäße Unterhaltung und Instandsetzung;
Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zur Sicherung des Schutzzweckes können von der höheren Naturschutzverwaltung - für die Waldbereiche einvernehmlich mit der Forstverwaltung - in einem Pflegeplan, bei Bedarf durch Einzelanordnung im Rahmen der Verordnung festgelegt werden.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs.1 Nr.2 NatSchG handelt, wer in dein Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 bis 4 verbotenen Handlungen vornimmt.
TÜBINGEN, den 14. September 1990

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 64
 § 4
 § 5