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276. Schariapflichten sind kein Lehrfach
Zur geplanten Einführung des bekennenden Islamischen Religionsunterrichts
Von Gabi Schmidt und Edward von Roy am 20.12.2011
Am 14. Dezember 2011 wurde von den Mitgliedern des Schulausschusses eine Beschlussempfehlung und ein Bericht zur Einführung des islamischen Religionsunterrichts mit Beirat erstellt (Drucksache 15/3545), das Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach (siehe auch § 132 a Übergangsvorschrift zur Einführung von islamischem Religionsunterricht) geht nun am 21. Dezember im Parlament in die zweite Lesung.
Wie der gemeinsamen Erklärung des Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland (KRM) und der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen vom 22.02.2011 zu entnehmen ist, sind die im KRM vertretenen Islamverbände, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IR) und der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) der künftige staatliche Ansprechpartner für Nordrhein-Westfalen, der erklärt, wie islamkonforme Lebensführung in den verschiedenen Lebensbereichen auszusehen hat.
Nach Auffassung der Landesregierung sind die im Koordinierungsrat vertretenen Islamverbände wie Islamrat (IR) und Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) der geeignete staatliche Ansprechpartner im Sinne von GG Artikel 7 (3), also auch die von der Millî-Görüş-Ideologie bzw. vom Gedankengut der Muslimbruderschaft beeinflussten Organisationen IGMG bzw. IGD.
Auch in Bezug auf unser Bildungs- und Schulsystem soll der KRM also künftig und mit versetzungsrelevanten Folgen nicht lediglich definieren, was Islam ist, sondern sich dazu ermächtigen, sich mit landesrechtlicher Billigung zumindest in die Lebenskonzepte der muslimisch geprägten Bevölkerung einzumischen, ohne Rücksicht darauf, ob diese Menschen damit einverstanden sind. Die Konsequenzen dieser dem KRM zugestandenen Rolle für Säkulare und Atheisten bzw. für die so genannten Nichtmuslime sind bisher nicht einmal diskutiert worden.
Die Landesregierung unter Federführung von Ministerin Sylvia Löhrmann erhebt mit der so genannten gemeinsamen Erklärung (22. Februar) alle im Koordinierungsrat vertretenen Organisationen sowie die Mitglieder des Beirats in den Rang vertrauenswürdiger, staatlich beauftragter und kompetenter Religionsexperten mit absoluter Deutungsmacht über islamkonformes Verhalten. Für diese verantwortungsvolle integrationspolitische und erzieherische Aufgabe ist der KRM jedoch nachweislich weder auf Grund seiner Relevanz, noch aus verfassungsrechtlicher oder pädagogischer Sicht geeignet.
Der KRM hat sich als loser Zusammenschluss jenseitszentrierter und äußerst konservativer Islamverbände gegründet. Nach der Studie Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen ist er in NRW nur einem Bruchteil (10,5 %) der Bürger muslimischen Glaubens überhaupt bekannt, und selbst diejenigen, denen er als religiöser Verband ein Begriff ist, fühlen sich nur zu einem geringen Prozentsatz (22,7 %) von ihm vertreten.
In seiner Geschäftsordnung, auf eine Satzung konnte man sich wohl immer noch nicht einigen, bekennt sich der KRM zwar zur freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland, stellt jedoch im gleichen Dokument klar, dass Koran und Sunna des Propheten Mohammed die Grundlagen des Koordinationsrates bilden und dieser Grundsatz auch durch eine Änderung dieser Geschäftsordnung nicht aufgegeben werden darf.
Die Landesregierung NRW arbeitet somit in allen islamrelevanten Angelegenheiten mit einer Gruppe selbst ernannter islamischer Ansprechpartner zusammen, die laut Geschäftsordnung stark durch eine Organisation geprägt ist, die de facto in einem Abhängigkeitsverhältnis zum türkischen Staat steht und dem frauenfeindlichen, grund- und menschenrechtswidrigen islamischen Recht, der Scharia, Vorrang vor jedem irdischen Recht einräumt.
Der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB), die der türkischen staatsislamischen Behörde DIYANET untersteht, werden im KRM Sonderrechte eingeräumt, sie hat im Gegensatz zu den anderen Organisationen einen stimmberechtigten Vertreter mehr und ein Vetorecht bei allen Entscheidungen. Ihrer gegenmodernen, am derzeitigen proislamistischen Kurs der Türkei ausgerichteten Agenda zum Trotz gilt die DITIB in der deutschen Öffentlichkeit als gemäßigt und integrationsfreundlich. Dem ist entgegenzuhalten, dass die Nähe zur Millî Görüş sowie zur türkischen Regierungspartei AKP gepflegt wird, jener Partei, der auch Spitzenpolitiker wie Abdullah Gül oder Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan angehören. Mehrfach forderte Erdoğan bei seinen Deutschlandbesuchen eine kulturelle Abschottung seiner ausgewanderten Landsleute, etwa im Köln des Jahres 2008 („Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“). Das viel beschworene Integrations-Wunder von Marxloh, eine Großmoschee der DITIB in Duisburg, ist gescheitert und hat sich als Beispiel für die zunehmend reaktionäre und fundamentalistische Ausrichtung der DIYANET / DITIB erwiesen, die vor Kontakten zu den Grauen Wölfen (Bozkurtlar bzw. Ülkücüler) nicht zurückschreckt.
Auch die anderen Dachorganisationen des KRM und deren angeschlossene Mitgliedsverbände sind aus verfassungsrechtlichem und pädagogischem Blickwinkel als Kooperationspartner inakzeptabel.
Die Weltanschauung der IGMG oder Millî Görüş (wörtlich Nationale Sicht) beispielsweise verbindet türkischen Nationalismus mit einem radikal interpretierten Islam, der streng an der Scharia festhält. Beides richtet sich gegen die kulturelle Moderne, die universellen Menschenrechte (AEMR) und das deutsche Grundgesetz (GG). Die IGMG gibt an, zur Durchsetzung ihrer politisch-ideologischen Zielvorstellungen auf Gewalt verzichten zu wollen, doch kann sie zum Lager des islamistischen Extremismus gerechnet werden, weil sie die Segregation zu den (Nichttürken und) Nichtmuslimen durch vielfältige, exkludierende Angebote verstärkt.
Korankurse, die von einem wortwörtlichen Textverständnis geprägt sind, gehören ebenso zur Angebotspalette der IGMG wie Hausaufgabenbetreuung, Ferienlager oder Sportaktivitäten. Die in eine kulturelle Apartheid sowie in eine Geschlechterapartheid hinein gesteuerten jungen Muslime sollen durch die jeden Lebensbereich umfassenden Aktivitäten an die Millî-Görüş-Bewegung gebunden werden und die politreligiöse Lehre der „Gerechten Ordnung“ (Adil Düzen; Feindbild sittlich unwürdiger Lebensordnung ist die „Nichtige Ordnung“ Batıl Düzen) verinnerlichen und ausbreiten. Die von Necmettin Erbakan bewusst als antiwestlich und antisäkular entworfene Ideologie der Gerechten Ordnung umschreibt letztlich den Begriff Islamische Ordnung (Nizam-ı İslâm) und zielt auf einstweilige Abschottung zu allem Nichtislamischen sowie auf die Einführung der Scharia als Grundlage für Staat und Gesellschaft. Fernziel ist der autoritäre Religionsstaat.
Diese angeblich um Gesetzestreue bemühte Vorgehensweise ist auch von der zweiten einflussreichen islamistischen Gruppierung bekannt, der global aktiven Muslimbruderschaft (MB). Die im ZMD und damit im KRM organisierte IGD (Islamische Gemeinschaft in Deutschland; Stichworte Islamisches Zentrum München, Ibrahim El-Zayat) gilt als der deutsche Zweig der Muslimbruderschaft. Organisatorisch arbeiten Millî Görüş und das Umfeld der Muslimbrüder problemlos zusammen, beide akzeptieren die Theologie der Gelehrten aus dem European Council for Fatwa and Research (ECFR, Scheich Yusuf al-Qaradawi).
IGMG und IGD arbeiten darauf hin, dass die deutschen Muslime eine persönliche Identität nur auf der Grundlage eines radikal religiösen (für die IGMG zusätzlich: eines türkisch-nationalistischen) Weltbilds aufbauen. Eine solche Identität jedoch wird die freiheitliche Werteordnung der Bundesrepublik Deutschland als sittlich minderwertig bezeichnen und wird nur die verfassungswidrige Rechts- und Lebensordnung der Scharia als Basis für ein gelingendes menschliches Leben anerkennen.
Damit tragen IGMG (im Islamrat) und IGD (im ZMD) zur Bildung von Parallelgesellschaften bei, verhindern erfolgreiche Integration und betreiben die Erosion des freiheitlich demokratischen Rechtsstaats. Mit der Propagierung der angeblich von Allah geschaffenen Scharia geht die Ablehnung aufklärungshumanistischer und universell-menschenrechtlicher Werte ebenso einher wie das Ironisieren der Freiheitsrechte, des grundgesetzlichen Prinzips der Volkssouveränität und der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Der Fortbestand der freiheitlich demokratischen Grundordnung ist durch eine Religionspädagogik gefährdet, die von Islamrat und ZMD, beide sind im KRM organisiert, maßgeblich mit gesteuert wird.
Da der Koordinierungsrat zur verfassungswidrigen, Lehre und Leben absolut bestimmenden Norm der Scharia nicht auf Distanz geht, kann Nordrhein-Westfalen ihn nicht als staatlichen Ansprechpartner zur Einführung eines bekennenden Islamischen Religionsunterrichts anerkennen. Künftig wird jede islamische Organisation, die dem Staat als Ansprechpartner dienen soll, auf dauerhaft zu erwartendes verfassungskonformes Handeln zu prüfen sein.
Deutschland ist ein säkularer Staat, in dem Religion und Politik voneinander getrennt sind. Der Staat bzw. die Landesregierung garantiert die weltanschauliche Neutralität seiner öffentlichen Einrichtungen, zu denen auch Bildungs- und Erziehungseinrichtungen gehören. Der bekennende Religionsunterricht wird von den Glaubensgemeinschaften nach deren Grundsätzen gestaltet. Das bedeutet jedoch nicht, dass Curriculum und Unterrichtspraxis von Verfassungsnorm, Wissenschaftlichkeit und Außenperspektive befreit sind oder das Überwältigungsverbot nicht berücksichtigen müssen. Auch in Nordrhein-Westfalen steht das gesamte Schulwesen unter staatlicher Aufsicht, die gewährleisten muss, dass die Schüler im Sinne der universellen Menschenrechte (AEMR 1948) und der freiheitlich demokratischen Grundordnung erzogen und gebildet werden.
Wenn die Landesregierung Radikalen oder Fundamentalisten in integrationsrelevanten Schlüsselpositionen wie Bildung, Kultur oder Sozialarbeit freie Hand lässt, werden sie dieses Einfallstor nutzen, um ihren Machtbereich zu festigen und dauerhaft zu sichern. Mit dem Koordinierungsrat begegnet uns ein Teil der weltweiten fundamentalistischen und frauenfeindlichen Bewegung namens politischer Islam. Diese Bewegung versucht, schariakonforme Gesetze und Verhaltensweisen nicht nur in Deutschland und Europa, sondern global durchzusetzen, eine Lebensordnung, die vor allem Frauen unterdrückt und die gegen persönliche Freiheit, Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie unantastbare Menschenwürde gerichtet ist. Schon viel zu lange verharmlost die Politik diese auch alle Nichtmuslime diskriminierende Lobby. Der Boykott des Integrationsgipfels durch die Islamverbände (Juli 2007) sowie der Boykott der Deutschen Islamkonferenz durch den ZMD (Mai 2010) sind weitere Beispiele dafür, wie reaktionäre religiöse Kräfte den freiheitlichen Rechtsstaat provozieren.
Regierung und Gesellschaft müssen alle Kinder und besonders alle Mädchen schützen, die durch die radikalislamische Lehre unter Druck gesetzt werden und manchmal ihr Leben riskieren, wenn sie einfachste Rechte ausüben wollen wie die Teilnahme an Schwimmunterricht oder Klassenfahrt, wenn sie gegen das Kopftuch sind oder einen Freund haben.
Die Zusammenarbeit der Landesregierung mit Schariabefürwortern und die Zusammenarbeit mit Islamisten in Bezug auf Deutschlands Unterrichtswesen und Schulen ist empörend und ein Zeichen von umgekehrtem Rassismus gegenüber Flüchtlingen und Immigranten aus so genannten islamischen Ländern. Die Landesregierung kann nicht einerseits verlangen, dass Kinder und Jugendliche unter den Einfluss von frauenfeindlichen und antimodernen Organisationen geraten und andererseits behaupten, sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die freie Meinungsäußerung einzusetzen.
Wir verurteilen die Zusammenarbeit der Landesregierung mit islamischen Fundamentalisten aufs Schärfste. Befürworter der verfassungsfeindlichen Scharia mit Bildung und Erziehung von jungen Menschen zu betrauen, ist ein katastrophal falsches Signal, das korrigiert werden muss.
Der „Koordinierungsrat der Muslime“ hatte zunächst den Erklärungen der Arbeitsgruppen zugestimmt. Inzwischen hat er allerdings seine Zustimmung zu einigen Punkten wieder zurückgezogen: zum Beispiel die Passage zum Thema Wertekonsens, die besagt, dass die hier lebenden Muslime sich auf die demokratisch-freiheitliche Ordnung verpflichten müssen. Zurückgezogen wurde auch die Zustimmung zur Passage, die den Islamismus als Gefahr bezeichnet.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/interview-mit-kristina-koehler-sie-taeuschen-uns-in-der-maske-der-medienprofis-1433475.html
Die vier Verbände DITIB, VIKZ, ZMD und IR haben sich im April 2007 zum Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) zusammengeschlossen, den nur 10,5 Prozent der muslimischen Befragten in Nordrhein-Westfalen kennen (Tabelle 4-3).
Im bundesweiten Vergleich fühlen sich die nordrhein-westfälischen Muslime tendenziell häufiger von dem ZMD (11,3 Prozent), dem IR (15,7 Prozent), DITIB (39 Prozent) sowie dem KRM (22,7 Prozent) vertreten. Ausnahme stellen der VIKZ und die AABF dar, von denen sich bundesweit etwa gleich viele Muslime, die den Verband kennen, vertreten fühlen (32,2 bzw. 15,0 Prozent).
aus: Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen
http://www.mais.nrw.de/08_PDF/003_Integration/110115_studie_muslimisches_leben_nrw.pdf
Zweifel bestehen zum einen an der Legitimation des Gremiums. So erklärt Integrationsministerin Maria Böhmer (CDU) gegenüber der WELT: „Der Koordinierungsrat vertritt nur eine sehr geringe Anzahl der Muslime in Deutschland, etwa zehn bis 15 Prozent.“ Es sei daher fraglich, ob er für sich in Anspruch nehmen kann, für die Mehrzahl oder gar für alle Menschen muslimischen Glaubens in Deutschland zu sprechen. „Dass einer der vier Verbände ein Vetorecht hat, wirft zudem Fragen nach demokratischen Strukturen auf.“ Böhmer kritisierte auch die Bemerkungen des derzeitigen KRM-Sprechers Ayyub Axel Köhler, der sich in einem Interview mit der „Zeit“ für Kopftuch und getrennten Schwimmunterricht ausgesprochen hatte. Aus: WELT 21.04.2007
http://www.welt.de/welt_print/article824825/Fundamentalisten_haben_die_Mehrheit_im_Rat.html
Dem Dachverband DITIB wird ein Vetorecht für alle Entscheidungen zugebilligt.
http://koordinationsrat.de/files/krm/krm_go.pdf
Ayyub Axel Köhler: „Die Glaubensgrundsätze (des Islam) und das islamische Recht (Scharia) zeigen den quasi-totalen Anspruch der Religion auf Mensch und Gesellschaft“ (S. 28). Auf S. 33 heißt es ferner: „Das islamische Gesellschaftssystem wird damit aber keineswegs zu einer Demokratie. Diese Staatsform ist dem Islam fremd.“
Zu IGD und Ibrahim El-Zayat:
Er ist der Präsident der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“, der IGD. Laut des nordrhein-westfälischen Innenministeriums reichen die Verbindungen der Organisation in den Bereich von islamisch-extremistischen Gruppierungen sowie zu einer islamischen Hilfsorganisation, die im Verdacht steht, heimlich den islamistischen Terrorismus zu unterstützen. Die IGD soll die mitgliedsstärkste Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft in Deutschland sein, die Muslimbruderschaft ist die Mutterorganisation der palästinensischen Hamas. (…)
Unter den Gästen, die ein jedes Mitglied des Plenums der deutschen Islamkonferenz mitbringen darf, befand sich auch der Chef der „Islamischen Gemeinschaft“, Ibrahim el-Zayat. Sein Verein gehört zum Dachverband „Zentralrat der Muslime“ und ist eine der ältesten islamistischen Organisationen hierzulande, längst europäisch vernetzt und für Verfassungsschützer der deutsche Zweig der ägyptischen Muslimbruderschaft. … 2002 tauchte el-Zayats Name in einem BKA-Dossier auf, weil er verdächtigt wurde, mit Geldwäsche in Millionenhöhe extremistische Organisationen zu unterstützen. Ein Führer der ägyptischen Muslimbruderschaft, die den Gottesstaat anstrebt, für blutige Massaker und Terroranschläge verantwortlich zeichnet und stramm antisemitisch, antizionistisch und antiamerikanisch ist, bezeichnete ihn unlängst als den „Chef der Muslimbrüder in Deutschland“. Wer das allzu deutlich ausspricht oder schreibt, muss mit Gegendarstellungen rechnen – so geschehen kürzlich in der „Welt“.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/islamkonferenz-trojanisches-pferd-1434076.html
Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime sagt, die Scharia sei nicht per se antidemokratisch. Terroristen bekämpfe man am besten mit dem Islam.
Aiman Mazyek: In unserem aktuellen Diskurs machen wir aber ständig den Fehler, Radikalisierungstendenzen dem Islam zuzuschreiben, ohne die eigentlichen Ursachen zu bekämpfen und zu erkennen, dass ich muslimische Extremisten am besten mit dem Islam selber bekämpfe, indem ich ihnen deutlich mache, dass sie den Islam nur pervertieren, anstatt ihn, wie die große friedliche Mehrheit, zu praktizieren. (…)
Ein großer Teil der Scharia besteht aus veränderlichen Richtlinien, die die Gelehrten im Laufe der Zeit durch theologische Gutachten abgeleitet haben, welche demnach disponibel sind. … Sie ist, ich wiederhole es noch einmal, vor allem ein Kanon unverrückbarer Glaubensfragen. Der Rest muss immer wieder neu interpretiert werden.
Die Bundestagsabgeordnete und Islambeauftragte der SPD, Lale Akgün, unterstützt die Forderung Bosbachs: „Herr Schäuble sollte sich gegen diese Leute als Dialogpartner entscheiden.“ Der Innenminister müsse sich überlegen, ob er mit Organisationen rede, oder ob er sie vom Verfassungsschutz beobachten lasse. Das Prinzip „Wandel durch Annäherung“ werde es bei diesen Leuten nicht geben, so Akgün. „Die reden mit gespaltener Zunge.“
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,508870,00.html
Islamrat wegen Bindung an Milli Görüş ausgeschlossen
Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD) ist seit 2010 vorerst von der Islamkonferenz ausgeschlossen. Grund sind laufende Ermittlungsverfahren gegen führende Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş (IGMG), der größten Mitgliedsorganisation des IRD. Milli Görüş wird vom Verfassungsschutz des Bundes und mehrerer Länder als „extremistisch“ eingestuft.
http://www.swr.de/islam/muslime-in-deutschland/muslimische-dachorganisationen/-/id=7039406/nid=7039406/did=1604728/1f6l9y7/index.html
DITIB / DIYANET
http://www.migazin.de/2010/02/02/turkische-presse-europa-31-01-und-01-02-2010-assimilation-moscheekontrollen-euro-islam-imamausbildung/
Außerhalb ihres Hauses, so heißt es da, sollten Frauen kein Parfüm, Deodorant oder sonstige wohlriechende Mittel benutzen, weil der Prophet Mohammed solches Verhalten als „unmoralisch“ bezeichnet habe.
Der Diyanet-Ratgeber zu Islam und Gesellschaft bot unter dem Titel „Sexuelles Leben“ weitere keusche Verhaltensregeln an: Frauen sollten sich sorgfältig verhüllen, „um ihren Körper nicht Fremden zu zeigen“. Wer bislang meinte, Ehebruch sei Sex mit einem anderen als dem Ehepartner, der wurde eines Besseren belehrt: Ehebruch sei bereits ein unziemliches Wort, ein Blick, es gebe den „Ehebruch der Zunge, des Mundes, der Hand, des Fußes und des Auges.“
Und das sei ein Problem, denn „Keuschheit und Ehre sind untrennbar“ und es gebe „kein Mittel gegen befleckte Ehre.“ Ein besonders folgenschwerer Satz – „befleckte Ehre“, oder was muslimische Männer zuweilen dafür halten, ist der Grund für jeden Ehrenmord.
Aus: Boris Kalnoky: Religionsamt warnt Frauen vor Parfüm und Deo, WELT-online 28.05.2008
Integrationsstaatssekretärin Zülfiye Kaykin soll schwarze Kassen geführt und türkischen Rechtsradikalen nahegestanden haben.
Till-R. Stoldt: Dahinter steckt ein Machtkampf, der seit Jahren bei Ditib geführt wird: zwischen Reformislamisten, die der türkischen Regierungspartei AKP zuneigen, und Ultranationalisten, die zur türkisch-rechtsnationalistischen MHP tendieren. Irgendwo dazwischen ringen auch Linksnationalisten und Moderate darum, zwischen den Lagern nicht zerrieben zu werden. (…) Zumindest eins stimmt: In der Mehrzahl aller Integrationsräte und Ausländerbeiräte sitzen Politiker aus dem Umfeld der Grauen Wölfe und islamistischer Gruppen. In Kaykins Heimatstadt Duisburg, wo gleich fünf Idealistenvereine existieren, sind es nur noch mehr als anderswo. Und für die Ditib wie für die gesamte Türkeistämmigen-Gemeinde gilt, dass sie Trends aus der Türkei widerspiegeln. Dort votierten bei der letzten Wahl aber 75 Prozent für nationalistische oder islamistische Parteien. Auch die Grauen Wölfe sind dort eine anerkannte politische Kraft.
In der DITIB Merkez-Moschee-Gemeinde deutet sich ein Konflikt zwischen Konservativen und Liberalen an.
Die Marxloher DITIB Merkez-Moschee-Gemeinde steht vor massiven Veränderungen im Vorstand.
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/streit-in-der-marxloher-moschee-gemeinde-id2122489.html
Zweifel am „Wunder von Marxloh“
Was der ehemalige Pressesprecher Mustafa Kücük kritisiert, bestätigt jetzt auch die Duisburger Polizei. „Die Leute sind nicht mehr so offen wie sie vorher waren. Man merkt, es werden Dinge, die intern bekannt sind, zurückgehalten“, sagt Jürgen Kiskemper. Er war einer der ersten Islambeauftragten der nordrhein-westfälischen Polizei. (…) Ein Beispiel für die Abschottung ist für Jürgen Kiskemper der Besuch des türkischen Staatsministers Faruk Celik Ende Februar in der Moschee: „Die türkischen Medien waren vor Ort, die deutschen Medien nicht eingeladen und nicht informiert. Da sind Dinge anders geworden.“ Hinter verschlossenen Türen wurde über die Abschaffung von Visumspflicht und Deutschtest für die Türken geredet. Da wäre Kiskemper auch gerne dabei gewesen. (Stephanie Hajdamowicz 07.04.2010)
http://www1.wdr.de/themen/kultur/religion/islam/moschee118.html
http://www.sueddeutsche.de/politik/erdogan-rede-in-koeln-im-wortlaut-assimilation-ist-ein-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-1.293718-2
Lale Akgün über Erdoğan: „Seine Vorstellung von Integration ist offensichtlich, dass die Menschen zwar Deutsch lernen und weiterkommen sollen, aber sie sollen wohl als Gruppe für sich bleiben.“
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12115
Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner kritisierte Erdogan. Es sei „merkwürdig“, wenn Erdogan den Eindruck erwecke, dass es sich bei den aus der Türkei Zugewanderten um eine „nationale Minderheit“ handele. „Tatsächlich geht es um Menschen, die wir in unser Land integrieren wollen.“ Die Rede des Regierungschefs habe daher einen „verstörenden Charakter“.
Auch Lindner betonte, es müsse darum gehen, dass deutsche Staatsbürger mit türkischen Wurzeln die Bundesrepublik als ihre Heimat begriffen und die Türkei als das Land ihrer Herkunft. Es sei „nicht akzeptabel“, dass Erdogan dies relativiere. (…)
„Es ist ein beispielloser Vorgang, dass ein ausländischer Regierungschef in regelmäßigen Abständen seine bei uns lebenden Landsleute aufwiegelt“, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt.
Erdogans Aussage, die Türkei sei die Schutzmacht für alle Türken, auch in Deutschland und Libyen, sei „eine nicht hinnehmbare Entgleisung. Wir lassen uns von Herrn Erdogan nicht mit Libyen vergleichen.“
http://www.tagesschau.de/inland/erdogan166.html
Das Landesjugendamt Münster dagegen hat am Mittwoch bereits ein illegales Internat desselben Verbandes in Waltrop ausgehoben. Dem Einwohnermeldeamt war aufgefallen, dass 30 junge türkische Frauen ihren Wohnsitz in der Moschee Am Schwarzbach angegeben hatten. Das Gebäude in einem Gewerbegebiet ist jedoch baurechtlich nicht zugelassen als Wohnraum. Wie sich bei dem unangekündigten Besuch herausstellte, haben sechs muslimische Theologinnen aus der VIKZ-Zentrale in Köln die 30 Frauen internatsmäßig unterrichtet, darunter elf Minderjährige.
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/islamverein-mit-zwei-gesichtern-id1785999.html
Ein leer stehender Gebäudeteil soll, so der Bauantrag, der den Mitgliedern der BV Mitte vorlag, „zu einem Ess- und Aufenthaltsraum für Jungen mit angeschlossener Küche und Abstellraum umgenutzt werden”. Essraum und Küche im oberen Geschoss sollen dann „von Mädchen zusätzlich als Hausaufgaben- und Aufenthaltsraum genutzt” werden.
„Dieser Bauantrag fördert die Geschlechtertrennung, und dem können wir so nicht zustimmen”, sorgte sich Lothar Tacke von der SPD. Auch Mustafa Arslan, Vorsitzender der Grünen in der BV Mitte, unterstrich, dass das Vorhaben nicht zustimmungsfähig sei.
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/so-wollen-wir-das-nicht-id312808.html
Auf einem anderen Blatt steht dagegen die Wochenendbetreuung. „Schlafräume sind in Deutschland untypisch“, prangerten die Walsumer an.
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/nord/geplantes-islamisches-zentrum-in-walsum-bleibt-umstritten-id3444463.html
Und nicht zuletzt die beiden Schülerwohnheime, die der VIKZ allein in Hessen ohne Genehmigung betrieb – und die das Jugendamt dichtmachte. „Das sind keine Einzelfälle“, sagt der Mann vom Landesjugendamt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der VIKZ ein Versprechen gibt, und dann doch macht, was er will.“ (…)
Diese Erklärung will man auch im Landesjugendamt Rheinland, das für Duisburg zuständig ist, nicht mehr hören. „Wir zweifeln die Zuverlässigkeit des VIKZ an“, sagt der zuständige Dezernent. Zwei Genehmigungsanträge des VIKZ für neue Wohnheime in Köln und Bergisch-Gladbach hat er abgelehnt. Der Verband geht in Widerspruch.
Aus: Das große Misstrauen, taz 10.06.2008
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=tz&dig=2008%2F06%2F10%2Fa0101&cHash=6d60ae55b2
In dem Wohnheim wurden im November 2003 Schüler geschlagen. Es kam zu einem Prozess, bei dem die Kinder aber nicht aussagen konnten, weil sie längst das Land verlassen hatten. Das Verfahren wurde eingestellt und der Hodscha musste lediglich 1000 Euro Strafe zahlen und sich bei den Eltern entschuldigen.
Aber auch ohne die nötige staatliche Erlaubnis unterrichtet der Verein und bringt Schüler in Wohnheimen unter, wie die Frankfurter Sozialbehörde im Mai 2005 entdeckte. In der Moschee fanden sich internatsähnliche Schlafräume für Schüler. Offiziell bestritt der Verein die Existenz des Wohnheims. Auch in Bremen beobachten Lehrer, dass Schüler nach Schulschluss nicht nach Hause gingen, sondern zum Koranunterricht in die Moschee und dort offensichtlich auch übernachteten. Diese Schüler legten eine gewisse Überheblichkeit gegenüber ihren Mitschülern an den Tag. Zum Beispiel beschimpften sie Mädchen, die in Discos gingen, als Schlampen.
http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/81698/index.html
Beten und Lernen. Studie. Von Ursula Boos-Nünning.
http://www.vikz.de/index.php/pressemitteilungen/items/besserer-start-ins-leben-dank-wohnheimbesuch.html?file=tl_files/vikz/Pressemittelungen-VIKZ/Studie3A%20Beten%20und%20Lernen.pdf
Süleyman Hilmi Tunahan Efendi (…) Die Schüler Süleyman Efendis gehören, wie auch der überwiegende Teil der Weltmuslime, zu der theologischen Richtung des Imam Ebu Mansur Maturidi (Ehl-i Sünnet ve-l cemaaat) und der hanefitischen Rechtschule an. Diese beiden Schulen sind fern vom Extremismus und Fanatismus und verfolgen eine gemäßigte Linie.
http://www.vikz.de/info/vikz.html
Eine Eigenheit der Maturidischen Ansicht ist die Meinung zu „Marifetullah“ (Kenntnis über Gottes Existenz).
Für die Maturidi ist jemand gezwungen Allah zu kennen, auch wenn der Islam ihm nicht erzählt wurde. Denn der Verstand ist laut Maturidi fähig Allah zu erkennen. Für die Aschariten ist jemand, der vom Islam nichts gehört hat für nichts verantwortlich.
Maturidisch/Hanefitische Gelehrte dazu:
„Unserer Ansicht nach ist Unwissenheit kein Entschuldigungsgrund. Verstand befördert jeden zum Wissen.“
– Ahmed Ziyauddin in „Aqida der Ahlus Sunnah“
„Auf der ganzen Welt ist heute Unwissenheit kein Entschuldigungsgrund; sei es im Kennen und Wissen von Iman und Kufr, oder sei es in der richtigen Ausführung der Gottesdienstlichen Handlungen. Wer die Religion nicht kennt und deshalb verirrt wird sich aus der Hölle nicht erretten können. Allah hat von Seiner Religion auf der ganzen Welt hören lassen; es ist sehr leicht, halal, haram, iman und die Pflichten zu erlernen. Es ist Pflicht diese Dinge zu lernen, soviel wie davon notwendig ist.“
– Hilmi Isik in „Saadet-i Abadiya“
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Abu_Mansur_al-Maturidi&stable=0&shownotice=1&fromsection=Marifetullah
Die Sari‘a enthält Vorschriften für das Verhalten des einzelnen in allen Dingen des Lebens; unterteilt in Sittlichkeit, Moral, Erlaubtes und Verbotenes. Aus dem Glauben an das Jenseits und an die Strafe und Belohnung für die Taten im irdischen Leben ergeben sich diese Pflichten und ihre Erfüllung. … Für die Muslime haben laut Qur’an diese Gesetzesvorschriften Gültigkeit bis zum Jüngsten Tag und für die gesamte Menschheit. Diese Sari‘a ist das Gesetz unseres Erhabenen Schöpfers. … Um dem Menschen zu helfen, die richtigen Mittel in der richtigen Art und Weise anzuwenden, liefert ihm die Sari‘a göttliche Richtlinien. Die Lebensordnung, welche Ziel des Islam ist, besteht aus Rechten und Pflichten.
Aus: Muhammad Ibn Ahmad Ibn Rassoul: Lexikon der Sīra
http://www.way-to-allah.com/dokument/Lexikon_der_Sira.pdf
So habe ein Imam über die Teilnahme eines Mädchens an der Klassenfahrt entschieden. Da genügte es nicht, dass das Mädchen im Zimmer der Lehrerin schlafen und nachts das Kopftuch tragen musste. Der „Friedensrichter“ hatte die Familie auch angehalten, den Kopf des Kindes zu scheren, weil beim Toben draußen das Tuch hätte verrutschen und Haar gezeigt werden können. (Von Claudia Krause)
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12190523/60709/Die-Frauenrechtlerin-Serap-%C3%87ileli-fordert-Reformierung-des-Islam.html
Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (1990)
Artikel 2 c) Solange Gott dem Menschen das Leben gewährt, muss es nach der Scharia geschützt werden.
Artikel 22 garantiert das Recht auf freie Meinungsäußerung, solange diese nicht die Grundsätze der Scharia verletzt.
Mustafa Cerić ist Großmufti von Bosnien und Herzegowina und Scheich im vom Cheftheologen der Muslimbruderschaft, Yusuf al-Qaradawi geführten Gelehrtenverband European Council for Fatwa and Research (ECFR). Großmufti Cerić:
„Die islamische Verpflichtung auf die Scharia [ist] immerwährend, nicht verhandelbar und unbefristet“. Die Scharia [ist] die Basis, von der aus „alle Muslime in allen Generationen das Recht und die Pflicht haben, über gut und böse, richtig und falsch zu urteilen, im Kontext von Zeit und Raum und in Übereinstimmung mit den eigenen Erfahrungen.“
Dieser Aufsatz aus dem Dezemberheft der Zeitschrift „European View“ hat die CDU-Extremismusexpertin Kristina Köhler alarmiert. Von WELT ONLINE angesprochen, sagte Köhler, Ceric‘ Forderungen liefen darauf hinaus, „dass alle Muslime in Europa unter einem gemeinsamen politischen und geistigen Führer und unter der Herrschaft der Scharia leben – und der Staat soll diese Parallelwelt auch noch per Vertrag garantieren“. In der Konsequenz führe das „zu einem europäischen Kalifat“, sagte Köhler.
DIE WELT 12.05.2008
http://www.welt.de/politik/article1987988/Aufsatz_in_CDU_naher_Zeitschrift_fordert_Scharia.html#vote_1987996
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12 Antworten to “276. Schariapflichten sind kein Lehrfach”
21. Dezember 2011 um 4:32 AM | Antwort
Viele wollten von Sylvia Löhrmann aus erster Hand erfahren, wie der geplante Islam-Unterricht in Nordrhein-Westfalen aussehen soll. Die Ministerin folgte einer Einladung des Islamischen Zentrums und der Aachener Grünen. …
Für die Ministerin ist klar: Wenn Religion in den Schulen unterrichtet wird, dann darf den muslimischen Schülern dieser Unterricht nicht verweigert werden. Deshalb warb die Ministerin in Aachens ältester Moschee eindringlich dafür, gemeinsam mutig Neuland zu betreten: «Lassen Sie uns so kurz vor dem Ziel nicht stehenbleiben!» …
«Gilt für den Islamunterricht auch das Kopftuchverbot?», wollte während der Diskussion eine junge Frau wissen, «kann man auch mit Kopftuch Islamlehrer werden?» Man kann, erklärte die Ministerin. «Im Religionsunterricht dürfen die Lehrkräfte Zeichen ihres religiöses Bekenntnisses tragen. Diese Ausnahmeregelung ist aber schon jetzt im Gesetz festgeschrieben.»
http://www.aachener-zeitung.de/sixcms/detail.php?template=az_detail&id=1915860&_wo=Lokales:Euregio
Der Religionsunterricht gibt hier wichtige Anstöße, er schafft Raum für die Reflexion, liefert Impulse für verantwortliches Handeln und vor allem:
Er befähigt zu einer persönlichen Entscheidung in Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben und anderen Weltanschauungen und er fördert Toleranz und Verständnis gegenüber der Entscheidung anderer.
http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Presse/Reden_MinisterinLoehrmann/7_12_2011_IRU__Bilal_Moschee_Aachen.pdf
22. Dezember 2011 um 6:07 PM | Antwort
Im muslimbrudernahen Islamischen Zentrum Aachen (Bilal-Moschee) wurde die Schulministerin visionär: „Dabei ist der islamische Religionsunterricht ist für die muslimischen Schülerinnen und Schüler eine große Chance, denn (…) er befähigt dazu, auf Grundlage der islamischen Quellen – insbesondere des Korans – die Welt regelgeleitet religiös zu deuten.“
Mit „islamischen Quellen“ sind Koran und Hadith gemeint, doch davor, dass man sie nicht wortwörtlich nehmen sollte, warnt Löhrmann leider keineswegs. Beim Deutschland irgendeine „Chance“ spendenden „regelgeleitet“ hat Sylvia Löhrmann doch offensichtlich die Wohlverhaltensnormen des Islamischen Rechts (Scharia) gemeint. Dass aber jemand, der die Welt und Gesellschaft koranisch deutet, von dieser vielleicht nicht mehr viel mitbekommt (Welt) oder sie nach Maßgabe der Hisba allahkratisch faschisiert (Gesellschaft), sagt uns die Politikerin nicht. Implizit ist das IZ Aachen in den Stand eines potentiellen Ansprechspartners für den Islamischen Religionsunterricht erhoben worden.
Zum IZ Aachen weiß Wiki: „Das ursprünglich vom Führer der syrischen Muslimbrüder Issam El Attar gegründete IZA spaltete sich 1981 von der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) ab. Seit 2003 betreibt das IZA mit dem ‚Zentrum für islamische Studien‘ eine theologische Ausbildungsstätte für Imame. Bis 1996 leitete Attar das IZA.“
Sind durch den Auftritt der Ministerin die theologischen Bildungsgänge des ‚Zentrums für islamische Studien‘ denn nicht ein wenig als schultauglich und kindgerecht erklärt worden? Oder hat nach Sylvia Löhrmanns Meinung IZ-Gründer Issam El Attar den Islam falsch verstanden? Soll der leider sehr bald aufzubauende ‚Beirat‘ („zwei muslimische Religionsgelehrte“) die Bewerbung eines Absolventen des IESH (Château-Chinon) oder des Aachener ‚Zentrums für islamische Studien‘ ablehnen, sind IESH-Absolvent Bajrambejamin Idriz oder Khaled Hanafy (Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland, Eichenstraße, Frankfurt) denn etwa keine „muslimischen Religionsgelehrten“?
Nebelwolken von Höflichkeitsritual, Moralisiererei und Mehrdeutigkeit sind seit dem ärgerlichen 22. Februar 2011 aufgestiegen, Sylvia Löhrmann durfte im Dezember 2011 unkritisiert das Islamische Zentrum (IZ Aachen, Bilal-Moschee) als Bühne für ihre Idee von Beirat und Übergangsgesetz verwenden, über Muslimbruderschaft oder Milli Görüs fiel bei der Expertenanhörung (14. September) oder gestrigen Gesetzesbeschließung kein Wort und zur Scharia möchte sich Löhrmann nicht öffentlich äußern (Die Ministerin stellte kurz und bündig fest, dass sie sich dazu noch nie geäußert habe und auch nicht vorhabe, dazu Stellung zu nehmen. Es gelte in Deutschland das Grundgesetz für alle und die allgemeinen Menschenrechte). Schade, dass Löhrmann nicht betonen möchte, dass der Islamische Religionsunterricht die ewig heilssichernden und irdisch diskriminierenden Normen der Scharia eben auf keinen Fall bekennend lehren darf.
http://www.hilde-scheidt.de/2011/12/13/bildungsministerin-silvia-lohrmann-zum-islam-unterricht-an-schulen-in-nrw/
Ist aber, was zu hoffen wäre, von Bekenntnischarakter bzw. von bekennend auch mit dem gestrigen Parlamentsentscheid (21.12.2011) noch gar nicht zu reden? Nach § 132 a Übergangsvorschrift zur Einführung von islamischem Religionsunterricht (1) – vgl. Ducksache 15/3545 – sind aus der Landesverfassung vor allem die Artikel 14 und 19 Grundlage, in Umsetzung von GG Artikel 7 (3). Daneben sei § 31 (wohl von) Schulgesetz NRW vom 15. Februar 2005 (GV. NRW. S. 102), zuletzt geändert durch Gesetz vom 5. April 2011 (GV. NRW. S. 205) zentral: „Besteht auf Grund der Zahl der in Betracht kommenden Schülerinnen und Schüler Bedarf, islamischen Religionsunterricht im Sinne von § 31 einzuführen (…).
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD15-3545.pdf
(1) Die Freiheit der Vereinigung zu Kirchen oder Religionsgemeinschaften wird gewährleistet. Der Zusammenschluß von Kirchen oder Religionsgemeinschaften innerhalb des Landes unterliegt keinen Beschränkungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ordentliches_Lehrfach
– beide Staatsexamina haben,
– auf die Verfassung vereidigt sind und
– über die Zulassung der jeweiligen Religionsgemeinschaft verfügen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsunterricht_in_Deutschland#Der_Religionsunterricht_als_.E2.80.9Egemeinsame_Angelegenheit.E2.80.9C
In Berlin gibt es „Islamischen Religionsunterricht“. Er wird durch die Islamische Föderation Berlin erteilt, einem zum Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland gehörenden regionalen Verband. Die Islamische Föderation (IFB) wird von Beobachtern kritisch beurteilt, da ihr enge Verbindungen zur Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs unterstellt werden. Millî Görüs (IGMG) gilt als extremistisch und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Islamische Föderation distanzierte sich vom Volksbegehren Pro Reli, nachdem klar wurde, dass ein Erfolg des Volksentscheids ihre Rolle schwächen würde.
Die muslimischen Verbände in Deutschland wollen jedoch mehr.
Sie fordern schon seit Jahren einen islamischen Religionsunterricht, der in seinem Bekenntnischarakter dem der evangelischen und katholischen Kirche gleichen soll – also einen Unterricht, der nicht nur theoretisch über den Islam informiert, sondern den Kindern direkt muslimische Werte und den islamischen Glauben vermittelt.
http://de.qantara.de/Viele-Huerden/3464c3558i1p402/
Exkurs: Die Strippenzieher: Ceylan und Wulff
Osnabrücker Islamwissenschaftler Prof. Ceylan begleitete Bundespräsident Wulff auf Auslandsreise
Prof. Dr. Rauf Ceylan, Islamwissenschaftler an der Universität Osnabrück, begleitete Bundespräsident Christian Wulff auf seiner fünftägigen Auslandsreise in die Volksrepublik Bangladesch und die Republik Indonesien. Auf dem Besuchsprogramm standen zahlreiche Begegnungen mit Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften. Ceylan konnte sich nicht nur über das multireligiöse Leben in Bangladesch und Indonesien informieren, sondern auch über das geplante Institut für Islamische Theologie an der Universität Osnabrück berichten. …
Das Bild muslimischen Lebens in Deutschland werde nach Meinung des Osnabrücker Religionspädagogen in den ausländischen Medien nur einseitig vermittelt: »Viele positive Facetten und Entwicklungen müssen in Zukunft stärker transportiert und kommuniziert werden. Die Diaspora-Situation ist eine Chance für uns europäische Muslime, um Neues auszuprobieren.« Diese Idee der Kooperation werde in nächster Zeit mit den in Bangladesch und Indonesien tätigen deutschen Stiftungen aufgegriffen werden, um ein Wissenstransfer in Form von Tagungen und Konferenzen zu gewährleisten.
http://www.idw-online.de/pages/de/news454980
Die neuen Gelehrten des Islam – Kirche unterstützt Frauen
Hamburg. „Vielen Dank für die Einladung zum Kaffee“, sagt Noha Abdel-Hady, aber sie faste gerade. Es ist noch nicht viel los an diesem Morgen im Café dell Arte im Westflügel des Hauptgebäudes der Universität Hamburg. Die Herbstsonne scheint durch das gläserne Dach auf die runden Holztische im Foyer, und Noha Abdel-Hady findet kräftige Worte für das, was ihr der Glaube bedeutet. „Er ist für mich wie ein Wegweiser, um ein guter Mensch zu sein.“ Er sei ihr Leben. (…)
Und die 26 Jahre alte Abdel-Hady ist Teil eines großen Puzzles, das sich nach und nach in Deutschland zusammenfügt. Von Hamburg bis München entwickelt sich eine islamische Theologie – getragen von einem Bündnis aus Politikern und Stiftungen. Vier Zentren für Islam-Studien in Deutschland nehmen in diesem Wintersemester ihren Betrieb auf. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Standorte Münster und Osnabrück, Tübingen, Frankfurt und Erlangen in den nächsten fünf Jahren mit jeweils vier Millionen Euro. Mit dem Geld sollen Forscher, Mitarbeiter und Nachwuchskräfte bezahlt werden. Die Hochschulen bilden nun Imame, Theologen und Religionslehrer aus.
Auch die Universität Hamburg hat seit diesem Wintersemester erstmals eine Professur für Islamische Theologie. Die Wissenschaftlerin Katajun Amirpur wechselt von Zürich in die Hansestadt an die Akademie der Weltreligionen. Die Stadt fördert die Akademie jährlich mit 150 000 Euro.
http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article2060576/Die-neuen-Gelehrten-des-Islam-Kirche-unterstuetzt-Frauen.html
Der schulische Religionsunterricht dient zwar als Einführung von Kindern und Jugendlichen in die jeweiligen Vorstellungen und Wertesysteme der Glaubens- bzw. Religionsgemeinschaften. Er hat jedoch weitere Inhalte wie Ethik, allgemeine Religionskunde, Menschenrechte und Lebenskunde. Dies bezieht sich in den Ländern Europas vor allem auf den christlichen Religionsunterricht, wo die Lehrkräfte auch die Lehren anderer Weltreligionen beispielhaft vorstellen. Wieweit dies z.B. im Islam ebenfalls erfolgen soll, ist Gegenstand laufender Erörterungen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsunterricht
Nicht nur pampig oder patzig sollen sich unsere Volksvertreter zum unbedingten Vorrang von AEMR und GG gegenüber den Forderungen der Religion (oder Tradition) bekennen.
Wo ein totalitäres Gehorsams- und Rechtssystem wie das der Scharia betroffen ist, sollte man, gerade in Bezug auf die Schule, deutlicher zwischen bekenntnisbezogen (man redet vom konfessionellen Religionsunterricht, vgk. Rothgangel: Innen- und Außenperspektive. Zur Bedeutung von Religionswissenschaft für einen konfessionellen Religionsunterricht.) und bekennend unterscheiden.
Denn selbstverständlich kann jede Form von Islamkunde / muttersprachlich eingebundene „Islamunterweisung“ oder verwirklichter IRU sich auf das „Bekenntnis“ beziehen (der gelegentlich und mit Blick auf Art. 7 GG geforderte „Bekenntnischarakter“ will allerdings mehr). Die vom Lehrer dargelegten grundgesetzwidrigen Normen der Scharia können aber gar nicht Bekenntnis sein, solange der Religionsunterricht sich nicht gegen die Verfassung richten soll.
„Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht“ könnte ja auch vor einer jeden ernsthaft verwirklichten Scharia ausdrücklich und bekenntnisorientiert warnen (vgl.: „Ab dem Schuljahr 2012/13 soll der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht schrittweise in den Schulen eingeführt werden.“), ohne dass der Aufbau von Schariaschiedsstellen die Schülerin oder den Schüler überwältigt und, bei angedrohter Höllenstrafe (Koran, Hadith) erpresst.
http://www.aachener-zeitung.de/sixcms/detail.php?template=az_druckversion&_ivw=zeuregio&id=1915860&_wo=Lokales:Euregio
Die Islamlobbyisten und sonstigen Schariafreunde spielen auf Zeit – und die Gutmenschen oder Islamoptimisten tun so, als ob sich die wesensgemäß kohärente, im deutschen Bildungswesen gezwungenermaßen (zum Schein?) segmentierte ‚vor der Hölle rettende‘ Scharia dauerhaft in von Außenansicht und Wissenschaftlichkeit gerahmte Schulstunden sperren ließe.
Unterdessen begleitet Ceylan Wulff in den Schariastaat Indonesien und trägt die schariagehorsam fastende Nachwuchstheologin Noha Abdel-Hady ihren Schleier – natürlich völlig freiwillig.
Schleichende Islamische Revolution per Ehrenamt und Schulgesetz? Muslimbrudernahe jenseitszentrierte Faschisierung eines Bevölkerungsteils nun auch mit dem Werkzeug gelebter und ‚bekennend‘ gelehrter Religion?
Haben wir den ‚Wind des Wandels‘ (Sylvia Löhrmann) vergessen, der 1979 im Iran durchaus erfolgreich zu wehen begann? Das vom Hamburger Abendblatt gewählte Bild könnte sich antidemokratisch, theokratisch bewahrheiten: „Teil eines großen Puzzles, das sich nach und nach in Deutschland zusammenfügt“.
http://www.fachportal-paedagogik.de/fis_bildung/suche/fis_set.html?FId=848574
„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen.“ Lassen Sie uns gemeinsam an dieser Windmühle bauen, meine Damen und Herren!
25. Dezember 2011 um 6:04 AM | Antwort
Deutschland (damals noch) von Österreich aus gesehen:
Für die Inhalte und Ziele des Religionsunterrichts sind die Vorstellungen der beteiligten Religionsgemeinschaften maßgeblich. Der Staat ist zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet und darf daher nicht entscheiden, welchen Inhalt der Religionsunterricht haben soll und welche Glaubenslehren „richtig“ sind. Der Staat ist somit auf die Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften angewiesen. Allerdings bestehen die Bestimmungsrechte der Religionsgemeinschaften nach Art. 7 Abs. 1 GG „unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechts“. Das Bundesverfassungsgericht versteht die Schulaufsicht im Sinne des Art. 7 Abs. 1 GG als Befugnis des Staates zur Planung und Organisation des Schulwesens mit dem Ziel der Gewährleistung eines Schulsystems, das allen jungen BürgerInnen ihren Fähigkeiten entsprechend die dem heutigen gesellschaftlichen Leben entsprechenden Bildungsmöglichkeiten eröffnet.
http://www.integrationsfonds.at/publikationen/oeif_dossiers/der_islamische_religionsunterricht_in_oesterreich/
Michael-Ezzo Solf will jetzt den IRU – vor einem halben Jahrzehnt kämpfte er gegen das Lehrerinnenkopftuch.
bei IGMG
Ex-Schulministerin Ute Schäfer (SPD) sagte, mit dem Kopftuchverbot werde „mit Kanonen auf Spatzen“ geschossen. „Emanzipierte Lehrerinnen werden gezwungen, das Kopftuch abzulegen“, kritisiert sie. Der CDU-Abgeordnete Michael-Ezzo Solf behauptete dagegen, dass das Kopftuch gegen „Verfassungsgüter wie die Freiheit, Menschenwürde und die Gleichberechtigung“ verstoße. Mit Hinblick auf die Düsseldorfer Sozialpädagogin, die wegen des Tragens einer Baskenmütze von der Bezirksregierung abgemahnt wurde, fragte Grünen-Fraktionsvorsitzende Sylvia Löhrmann: „Wodurch gefährdet eine Baskenmütze die Gleichberechtigung?“ In Nordrhein-Westfalen gilt seit August 2006 ein Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen.
http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/5676.html?L=qztwEjYZ&type=98
Österreich: Fuat Sanaç von der IGGiÖ
Sanac, der heute zum Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinde (IGGiÖ) in Österreich gewählt wird, lässt in der Tat mit – für einen islamischen Religionsgelehrten – erstaunlichen Positionen aufhorchen. Dass sich seine Tochter nach einem London-Aufenthalt gegen das Kopftuch entschieden hat? Was soll’s. Auf die menschlichen Qualitäten käme es an, erklärt Sanac mit offener Geste. Ob jemand die frommen Regeln des Islam beachte oder nicht: zweitrangig.
Der oberste Islamvertreter als antiautoritärer Religionsvater?
Das wäre wohl ein Trugschluss. Wenn es konkret wird, bezieht der türkischstämmige 57-Jährige eindeutig Position. Zwar verurteilte er die Aussagen des inzwischen zurückgetretenen IGGiÖ-Vize Ahmet Hamidi (zu viel Sport sei schädlich für Frauen). Zugleich erklärte Sanac aber, wie sich Musliminnen in öffentlichen Schwimmbädern zeigen sollten: im Vollkörperbadeanzug.
Dass er als junger Mann in Deutschland Spitzenfunktionär der radikalen türkischen Splitterpartei „Milli Görüs“ war, wischt er genervt vom Tisch. „Na und? Ist das ein Verbrechen?“ Das sei lange her, er habe mit Politik längst nichts mehr am Hut. Zu einer Distanzierung von der Partei, die von einer Großtürkei träumt und nach Ansicht des deutschen Verfassungsschutzes zumindest tendenziell antisemitisch auftritt, ist er aber nicht bereit.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/portraet/2773019/zwei-gesichter-des-fuat-sanac.story
Neuer Islam-Präsident
„Religiöse Verbote kann man nicht ändern“
Interview | Maria Sterkl, 19. Juli 2011
derStandard.at: Ohne Religion zu leben, heißt nicht, unter Zwang ohne Religion zu leben. Viele Menschen leben unter Zwang mit Religion.
Sanaç: Ja, auch das ist falsch im Islam. Ein Muslim ist der, der sich freiwillig Gott unterworfen hat, der freiwillig betet und fastet. Sonst ist es ungültig. Deswegen spreche ich immer von Freiheit, Freiheit, Freiheit. Jeder muss für sich entscheiden.
derStandard.at: Sie haben es als ein religiöses Gebot bezeichnet, dass Mädchen ab der Pubertät nicht mehr mit Buben schwimmen gehen. Aber daraus können sich ganz konkrete Probleme ergeben: Was ist, wenn der ganze Freundeskreis ins Freibad geht, aber Aylin oder Yasmin darf nicht mitgehen?
Sanaç: Das ist eine private Entscheidung. Das muss man respektieren. In jeder Religion gibt es Gebote und Verbote, die können Sie nicht verändern.
Sanaç: Das Problem gibt es nicht. Das ist total unrealistisch. Außerdem: Es geht nicht ums Schwimmen, sondern ums Sich-Entblößen. Das ist die Vorschrift. Wenn das Mädchen sagt, es zieht einen Ganzkörperanzug an, dann geht es. Und das sollen die Freunde akzeptieren, wenn sie wirklich wahre Freunde sind.
derStandard.at: Andere sagen, es gebe unterschiedliche Auslegungen des Koran. Wenn ich Ihnen zuhöre, klingt es so, als gebe es nur eine einzige.
Sanaç: Es gibt Dinge, die man nicht auslegen kann. Das ist wie beim Schweinefleisch. Da gibt es keine Auslegung, das ist Vorschrift. Du darfst nicht lügen – auch eine Vorschrift. Aber es gibt Ausnahmen. Wenn ich in Lebensgefahr bin, darf ich sogar Schweinefleisch essen.
http://derstandard.at/1310511577313/Neuer-Islam-Praesident-Religioese-Verbote-kann-man-nicht-aendern?seite=27
Mathias Rohe in Österreich:
STANDARD: Welche konkreten Maßnahmen schlagen Sie vor?
Rohe: Wir brauchen dringend ein muslimisches Bildungssystem von innen heraus, das Musliminnen und Muslimen deutlich machen kann, dass es sehr wohl vereinbar ist, ein guter Österreicher, ein guter Europäer und ein guter Muslim zu sein. Das kann der Islam leisten. Aber es gibt Interpretationen, die dem diametral entgegen stehen, und Einflussnahmen auf Muslime in Europa von außen, die versuchen, sie von uns wegzubewegen. Da ist durchaus was im Gange. Darum dürfen wir das Maß an Distanz nicht so groß werden lassen, dass es in Gegnerschaft umschlagen kann. Aber auch im Regelschulsystem sollte die vielfältige muslimische Lebenswirklichkeit thematisiert werden.
STANDARD: Was meinen Sie mit islamischem Bildungssystem?
Rohe: Etwa muslimischen Religionsunterricht. Da hat Österreich schon etwas institutionalisiert, das wir in Deutschland erst langsam planen. Wir müssen an die Jugend heran.
http://derstandard.at/2460312
Rückblick erste Lesung, Juni 2011
Plenarprotokoll 15/36
So haben wir, CDU, SPD, Grüne und FDP, seit 2005 in der Parlamentarischen Arbeitsgruppe „Islam-Dialog“ in ehrlicher Gemeinsamkeit an diesem Ziel gearbeitet. Ich danke allen betreffenden Kolleginnen und Kollegen dafür.
So bringen wir heute, mehrheitlich gemeinsam, diesen Gesetzentwurf in die parlamentarische Beratung ein. …
Die Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts unter staatlicher Aufsicht ist aber gleichzeitig auch ein Gebot der Klugheit. …
Unser Interesse ist es auch, den islamischen Religionsunterricht als Tür zur Integration zu verstehen. Wenn wir bekenntnisorientierte Unterweisung aus unseren Schulen ausschließen würden, dann dürften wir uns nicht wundern, wenn diejenigen, die einer so ausgeschlossenen Religion anhängen, das staatliche Schulsystem als fremd empfinden würden. Wer will, dass Religionsgemeinschaften keine Parallelgesellschaften fördern, der muss ihnen aber auf allen Ebenen Teilhabe und Zugang zu unserem durch das Grundgesetz definierten Gemeinwesen geben. …
Das einigende Band, die Identifikation, die wir erwarten dürfen, ist unser Grundgesetz. …
Und deshalb die Beiratslösung! Der Beirat ist Ersatz, nicht Äquivalent für Religionsgemeinschaft. Religionsunterricht ist keine Bringschuld des Landes. …
Er ist – ich zitiere von Campenhausen … Er ist „über die für alle gleiche Religionsfreiheit hinaus eine staatliche Begünstigung für Religionsgemeinschaften. Sie müssen durch ihre innere Ordnung und die nachgewiesene Zahl ihrer Mitglieder die verfassungsmäßigen Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört auch der Nachweis des Einstehens für die Verfassungsordnung als Werteordnung.“
„Zentral sind dabei die Ablehnung von Gewalt, die Anerkennung der Grundrechte, d. h. auch die Anerkennung der Weltlichkeit, d. h. der religiösen Neutralität des Staates, und das Recht des Einzelnen, die Religionszugehörigkeit aufzugeben.“ …
Ich hoffe sehr, dass sich der Weg zu einer spezifisch europäischen islamischen Kultur verbreitern wird und dass diejenigen am Wegesrand zurückbleiben, die den Interessen eines anderen Staates oder gar einer Dominanz der Religion über den Staat verpflichtet sind. …
Denn der islamische Religionsunterricht, den wir mit einer breiten Mehrheit in diesem Hause wollen, ist eben nicht nur Religionskunde. Es soll sich bei ihm, genauso wie beim evangelischen oder katholischen Religionsunterricht, um einen bekenntnisorientierten Unterricht handeln. Es geht nicht nur darum, die Geschichte der Religion zu lernen sowie ihre Gebote und Maxime intellektuell nachzuvollziehen und zu befragen. Es geht auch um das Glauben an sich. In einer Zeit, in der sich kirchliche Veranstaltungen in Deutschland gerne darin erschöpfen, Kerzen von rechts nach links tragen zu lassen und mehr oder weniger weise Fragen der Politik zu behandeln, kann die Implementierung einer nach wie vor kraftvollen Religion, wie es der Islam ist, nicht folgenlos bleiben. Muslime bringen Religion in ein sich entreligionisierendes Europa, bringen Religion, diesen – das hat Karl Marx gesagt – „Seufzer der bedrängten Kreatur“.
80 % der Weltbevölkerung können als religiös gelten. In unseren unglücklich aufgeklärten Breiten ist das Talent der Transzendenz verkümmert. Da schwimmt man in einem Meer von Relativierungen, und da wird man jetzt konfrontiert mit gläubigen Menschen, die zumeist auf eine viel einfachere Weise glauben. …
Die Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in unseren Schulen wird daher nicht zuletzt – das hoffe ich – auch dazu führen, dass sich nicht nur unsere Kirchen, sondern auch wir alle wieder stärker mit den Kernfragen von Glauben und Religion beschäftigen. Einmal im Herzen unserer Gesellschaft angekommen, wird der Islam nicht nur die christlichen Glaubensgemeinschaften konstruktiv herausfordern, er wird auch der religiös längst indifferenten Mehrheitsgesellschaft einen klaren Spiegel vorhalten.
Es gibt sicherlich Änderungsbedarfe, es gibt offene Fragen, aber – und da stimme ich Herrn Solf ebenfalls zu – wenn es uns gelingen sollte, den islamischen Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen gesetzlich zu verankern, wenn es uns gelingen sollte, diesen Weg, so steinig er auch sein mag, tatsächlich zu beschreiten, dann wären wir – zumindest nach meiner Kenntnis – das erste Bundesland in Deutschland mit einer gesetzlichen Grundlage für einen Regelunterricht „Islamische Religion“. Wir haben die große Chance, den Islam, die Vermittlung religiöser Werte aus den von Herrn Solf gerade skizzierten „Hinterhofmoscheen“ hineinzuholen in die Öffentlichkeit, in die Schulen, und zwar unter staatlicher Aufsicht, und wir haben die Chance, diesen Prozess zu beiderseitigem Nutzen voranzutreiben.
Gunhild Böth (LINKE):
Vorhin hat Herr Solf etwas über den Religionsunterricht gesagt, was ich – Entschuldigung – korrigieren muss: Der Religionsunterricht als Bekenntnisunterricht ist jedenfalls in den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen kein indoktrinierender Unterricht, in dem einem dann alles vermittelt wird, was diese Religionsgemeinschaft gerne vermitteln möchte, sondern Schülerinnen und Schüler sollen sich vergewissern. Und dieses Vergewissern kann auch dazu führen, dass sie anschließend sagen, nachdem Sie mehr Kenntnisse darüber haben und es reflektiert haben: Das will ich nicht und da will ich gar nicht mehr bei sein. Auch dieses kann eine mögliche Entscheidung von Schülerinnen und Schülern nach dem Lehrplan des Landes Nordrhein-Westfalen sein. Ich würde mich erst einmal kundig machen, bevor ich hier über irgendetwas rede, von dem ich keine Ahnung habe. …
Dann will ich noch etwas zur Zusammensetzung des Beirats sagen. Herr Solf, Sie haben es sonst immer so mit dem Verfassungsschutz. In dem Beirat sind Organisationen wie zum Beispiel Milli Görüs, die unter bestimmten Aspekten auf der Liste des Verfassungsschutzes stehen, vertreten. Sie nehmen einfach hin, dass die Einfluss haben.
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMP15-36.html
http://sigrid-beer.de/userspace/NW/sigrid_beer/Reden/Rede_29-06-11_Islamischer_Religionsunterricht.pdf
25. Dezember 2011 um 10:16 PM | Antwort
Aiman Mazyek ist Sohn der Konvertitin Hildegard Mazyek, Hildegard sitzt im Vorstand der muslimbrudernahen Aachener Bilal-Moschee (Islamisches Zentrum Aachen), vgl.:
Die Deutsche Hildegard Mazyek, Vorstandsmitglied der Aachener Bilal-Moschee, ist wie ihr syrischer Ehemann Ahmad ebenfalls kein Neuling mehr. Wohl aber ihr Sohn Aiman, Pressesprecher des Zentralrats der Muslime in Deutschland und Chefredakteur der größten deutschsprachigen Homepage: Islam.de.
http://cms.bistum-trier.de/bistum-trier/Integrale?MODULE=Frontend&ACTION=ViewPageView&Filter.EvaluationMode=standard&PageView.PK=23&Document.PK=37691
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2008-08/11515122-swr-fernsehen-aenderungen-und-ergaenzungen-von-sonntag-24-august-2008-woche-35-13-08-2008-bis-montag-22-september-2008-woche-39-007.htm
Oberbürgermeister Marcel Philipp mit dem Vorstand des Islamischen Zentrums Bilal Moschee, Aiman el-Attar, seiner Tocher Lina und Hildegard Mazyek, ebenfalls Vorstandsmitglied des IZA.
http://www.euregio-aktuell.eu/archives/10734-Aachen-Islamisches-Zentrum-spendet-fuer-Aachen-hilft-Haiti.html
Dr. med. M. Z. Safar Al-Halabi
http://muslime-in-aachen.de/index.php?cat=daten&inhalt=wo
ebendort, zahnmedizinisch: Hawari
Hawari bzw. al-Hawari ist ein berühmter Name beim European Council for Fatwa and Research (ECFR) : Members: Dr. Muhammed Al-Hawari (Germany)
Mitbegründer des Islamischen Zentrums Aachen und 18 Jahre stellv. Vorstandsvorsitzender
Mitglied in folgenden islamischen Räten:
International Union for Muslim Scolars
Fiqh Council of Mekka
World Islamic Congress in Jeddah
Consultant der WHO in Kairo/Genf
Stellv. Vorsitzender des European Islamic Forum
http://www.halal-europe.com/index.php?option=com_content&view=article&id=11&Itemid=22&lang=de
Aktuelles Interview: Badreddin Hawari (Islamisches-Zentrum Aachen) zum Thema „Halal-Nahrungsmittel – eine wachstums-starke Produktgruppe
http://www.halal-europe.com/index.php?option=com_content&view=article&id=28&Itemid=36&lang=de
Eine Burger-Kette mit islamisch korrekten Klöpsen gibt es hierzulande trotzdem nicht. „Das ist aber nur noch eine Frage der Zeit“, meint Badreddin Hawari vom Islam-Zentrum in Aachen. „McHalal wird kommen.“ …
Für besonders strenge Muslime bedeutet dies, dass den Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle durchgeschnitten wird, damit sie schnell ausbluten. Das widerspricht jedoch deutschen Tierschutzgesetzen und sorgt daher für eine emotional geführte Debatte. „Dadurch besteht die Gefahr, dass nicht-muslimische Kunden abgeschreckt werden“, sagt Daniel Lucht, Handelsanalyst bei Verdict Research aus London.
Allerdings widerstrebt diese Art des Schlachtens auch einem Großteil der muslimischen Bevölkerung. Daher werden Tiere in Deutschland mit leichter Betäubung geschächtet. „Das ist mit den Regeln des Islam durchaus noch vereinbar“, sagt Badreddin Hawari vom Islam-Zentrum. Er muss es wissen: Seine Organisation gehört zu den führenden Halal-Zertifizierern in Deutschland
aus: Carsten Dierig: Die Würstchen des Propheten
WELT-online 18.10.2009
http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article4885178/Die-Wuerstchen-des-Propheten.html
Am Beulardstein 59
http://www.worldhalalcert.com/islamic-centre-aachen/
Die deutschen Halal-Zertifizierer, genannt auch
M-HADITEC GMBH & CO KG
[ Anmerkung filzentwirrer: ESLAM: Das Projekt wird wissenschaftlich betreut von Dr. Yavuz Özoguz für die Firma m-haditec GmbH & Co. KG USt-IdNr. DE237875374 Hermann-Köhl-Str. 7 Bremen Internet http://www.mhaditec.de Geschäftsführer Dr.-Ing. Gürhan Özoguz ]
http://www.worldhalalcert.com/category/germany/
Seit ihren Anfängen wird die Münchner Moschee in Verbindung mit den ägyptischen Muslimbrüdern gebracht. Ansatzpunkt dafür war die Tatsache, daß ihre Gründung von einem prominenten Muslimbruder aus Ägypten, Dr. Said Ramadan, ausgegangen ist, der den Verein mehrere Jahre aus seinem Genfer Exil geleitet hat. [Vgl. Abdullah 1981, S. 118; Binswanger 1990b, S. 140-142. Said Ramadan war der Schwiegersohn von
Hasan Al-Banna, dem Gründer der Muslimbrüder. Einer seiner Mitarbeiter, Ghaleb Himmat, der mittlerweile in Lugano lebt, ist nach wie vor Vorsitzender der IGD.] Bei den Muslimbrüdern handelt es sich um eine politische Organisation, die 1928 in Kairo entstanden ist. Mittlerweile ist sie in verschiedenen Ländern verbreitet und strebt die Schaffung von islamischen Staats- und Gesellschaftsordnungen an.
http://www.fes.de/fulltext/asfo/00803008.htm#E10E9
ebendort zu Sylvia Löhrmanns Vortragsort Islamisches Zentrum Aachen (IZA)
Die Initiative zum Bau einer Moschee in Aachen ging Anfang der sechziger Jahre von arabischen Studenten und Akademikern aus. Am 11. Mai 1960 gründeten sie die Internationale Muslim Studenten Union Aachen e.V. (IMSU), deren vorrangiges Ziel die Errichtung einer Moschee sein sollte (§ 2 Abs. 3). Bereits 1964 konnte mit dem Bau der Gebetsstätte begonnen werden, die nach dem ersten Muezzin in der Geschichte des Islams, Bilal, benannt wurde. [Vgl. Islamisches Zentrum Aachen (Bilal-Moschee) e.V. 1990a, S. 1.] Nach ihrer Fertigstellung übertrug die IMSU die Trägerschaft am 15. November 1970 auf eine selbständige Moscheestiftung, aus der am 29. Juni 1978 das Islamische Zentrum Aachen (Bilal-Moschee) e.V. (IZA) als eigentlicher Trägerverein hervorging. …
In den Räumen der Gemeinde und unter der Leitung ihres Imams fand am 26. Dezember 1979 die Gründung der Union für in europäischen Ländern arbeitende Muslime e.V. (UELAM) statt, die im Auflösungsfall ebenfalls das IZA begünstigt. …
Genauso wie der IGD werden dem IZA Beziehungen zu politischen Kreisen in der arabischen Welt nachgesagt. Die Moschee in Aachen gilt seit Jahren als Sitz der syrischen Muslimbrüder. Der Anhaltspunkt dieser Vermutung liegt vor allem darin, daß der prominente syrische Muslimbruder Isameddin El-Attar das IZA gegründet und lange Zeit geleitet hat.
http://www.fes.de/fulltext/asfo/00803008.htm#E9E8
6. Januar 2012 um 2:17 PM | Antwort
In Düsseldorf hofft man nun auf eine Übergangslösung, wie sie die von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufene Islamkonferenz im Februar 2008 formulierte. Darin heißt es, der Staat könne, solange eine muslimische Organisation noch nicht die Voraussetzungen für eine Religionsgemeinschaft erfülle, mit ihr bereits kooperieren. Damit sei die Erwartung verbunden, dass sie innerhalb einer absehbaren Frist alle Merkmale einer Religionsgemeinschaft unzweifelhaft erfülle. Die islamischen Verbände zogen jedoch ihre Unterschrift unter das Dokument zurück. (…)
Auch im Landtag hofft man auf eine Einigung im Sinne der Übergangslösung. «Wir hatten dem Koordinierungsrat einen Brief geschrieben mit der Bitte, seine Vorstellungen zu äußern, wie es weitergehen könnte», sagt CDU-Landtagsabgeordneter Michael-Ezzo Solf, der der parlamentarischen Arbeitsgruppe Islam-Dialog vorsitzt. «Wir haben daraufhin eine sehr ausweichende, unbefriedigende Antwort bekommen.»
Über die Gründe dieses Verhaltens will indes niemand öffentlich spekulieren. Eine Stellungnahme war auf mehrmalige ddp-Anfrage weder vom KRM noch von DITIB zu bekommen.
aus: Der Westen 04.06.2009
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/schulfach-islamische-religion-kommt-nicht-voran-id360337.html
7. Schulrechtsänderungsgesetz Says:
19. März 2012 um 7:08 PM | Antwort
zur Einführung von islamischem Religionsunterricht
als ordentliches Lehrfach (7. Schulrechtsänderungsgesetz)
https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=13088&menu=1&sg=0&keyword=Schulrechts%E4nderungsgesetz
21. Juni 2012 um 4:47 PM | Antwort
[06.03.2012] Einführung des islamischen Religionsunterrichts zum Schuljahr 2012/2013
Grundschulen, die an dem Schulversuch „Islamkunde in deutscher Sprache“ teilnehmen
an die Bezirksregierungen und Schulämter
am 21. Dezember 2011 hat der Landtag mit einer großen Mehrheit das „Gesetz zur Einführung des islamischen Religionsunterrichts als ordentliches Lehrfach2 verabschiedet. Für über 320.000 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens in Nordrhein-Westfalen und ihre Eltern ist das ein wichtiges Zeichen für mehr Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe und eine Möglichkeit, religiöse Bildung im Rahmen der Schule wahrzunehmen.
Ihre Schule nimmt bereits am Schulversuch „Islamkunde in deutscher Sprache“ teil und setzt damit für die Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens und ihre Eltern ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Gleichberechtigung. Dafür danke ich Ihnen und möchte Sie zugleich bitten, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.
Ich bitte Sie nachdrücklich um Ihre Unterstützung: Helfen Sie mit, den islamischen Religionsunterricht an Ihrer Schule einzuführen. Er ist für alle ein Gewinn:
– Für die Schülerinnen und Schüler, die ihre Glaubensfragen nun mit den Mitschülerinnen und Mitschülern und der Lehrkraft erörtern und sich altersgerecht eine eigene Meinung und ein reflektiertes Urteil zu religiösen Themen und Sachverhalten bilden können.
– Für die Eltern, die Schule nun noch mehr als Lern- und Lebensort für ihre Kinder wahrnehmen und sich noch mehr mit der Schule identifizieren können.
– Für die Lehrerinnen und Lehrer, die noch mehr als bisher auf die kulturellen Ressourcen und Potentiale Ihrer Schülerinnen und Schüler zurückgreifen können.
Zurzeit werden von einer Arbeitsgruppe die Lehrpläne erarbeitet. Gleichwohl soll der islamische Religionsunterricht schon zum Schuljahr 2012/2013 an ausgewählten Schulen eingeführt werden. Anschließend sollen zunehmend weitere Schulen gewonnen werden, ab dem Schuljahr 2013/2014 auch Schulen der Sekundarstufe I. Der islamische Religionsunterricht löst dann schrittweise den bisherigen Islamkundeunterricht ab.
Sie können den islamischen Religionsunterricht einrichten, wenn mindestens zwölf Schülerinnen und Schüler dieses Bekenntnisses teilnehmen – dabei können Lerngruppen jahrgangsübergreifend zusammengeführt werden. Auch eine Kooperation mit den Nachbarschulen ist in Absprache mit der Islamkundelehrkraft denkbar.
Islamischer Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach mit wöchentlich zwei Unterrichtsstunden. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Wer angemeldet ist, ist grundsätzlich zur regelmäßigen Teilnahme verpflichtet.
Die Eltern müssen bei der Schulanmeldung erklären, dass ihr Kind muslimisch ist und an dem Unterricht teilnehmen soll. Danach ist eine Schülerin oder ein Schüler von der Teilnahme an dem islamischen Religionsunterricht nur auf Grund der Erklärung der Eltern oder – bei Religionsmündigkeit ab vollendetem 14. Lebensjahr – auf Grund eigener Erklärung befreit.
Die Islamkundelehrkräfte werden gebeten, beim Beirat als dem Kooperationspartner des Landes in religiösen Belangen formlos und schriftlich die Lehrerlaubnis für das Fach „islamische Religionslehre“ zu beantragen. Vorläufiger Ansprechpartner ist der Geschäftsführer des Beirats: ahmet@uenalan.com. Die Zuteilung der Lehrerlaubnis ist Voraussetzung für die Teilnahme an einer dienstlichen Unterweisung, in der die theologischen und religionspädagogischen Inhalte des neuen Unterrichtsfachs thematisiert werden. Weitere Informationen dazu finden Sie im Anhang.
Der islamische Religionsunterricht wird thematisch vorläufig auf der Grundlage des Lehrplans „Grundschule. Islamkunde in deutscher Sprache. Klasse 1 bis 4. Schule in NRW Heft Nr. 2011“ erteilt, bis die regulären Lehrpläne in Kraft gesetzt sind.
Im Anhang finden Sie zur Erleichterung Ihrer Arbeit weiterführende Informationen und den Entwurf eines Informationsschreibens für die Eltern von Grundschülerinnen und Grundschülern muslimischen Glaubens.
http://www.schulministerium.nrw.de/SV/Schulmail/Archiv/1203062/
im Anhang, s. Kasten oben rechts, finden sich, abgerufen und gesichert am 21. Juni 2012, vier Texte
Erlasstext IRU [doc-Datei: 22 kByte]
Gesetzestext IRU [pdf-Datei: 143 kByte]
Informationen für die Schulämter und Schulleitungen [doc-Datei: 26 kByte]
Informationsschreiben für die Eltern [doc-Datei: 21 kByte]
Erlasstext IRU
Einführung des islamischen Religionsunterrichts
1. Für Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens wird ab dem Schuljahr 2012/2013 der islamische Religionsunterricht zunächst für die Klassen 1 bis 4, ab dem Schuljahr 2013/2014 für die Klassen 5 bis 10, schrittweise eingeführt. In der einzelnen Schule ist Religionsunterricht grundsätzlich einzurichten und zu erteilen, wenn mindestens zwölf Schülerinnen und Schüler dieses Be¬kenntnisses teilnehmen und die personellen und sächlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
2. Islamischer Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach mit wöchentlich zwei Unterrichtsstunden. Wer angemeldet ist, ist grundsätzlich zur regelmäßigen Teilnahme verpflichtet. Die Leistungen einer Schülerin oder eines Schülers sind entsprechend der Vorgaben der Ausbildungsordnung versetzungswirksam.
3. Der Unterricht wird von Lehrkräften muslimischen Glaubens im Dienst des Landes erteilt, die hierzu bereit und geeignet sind. Sie werden dafür in der Regel in Lehrgängen der Bezirksregierungen fortgebildet. Anfallende Reisekosten trägt die Bezirksregierung. Über die Auswahl der Lehrkräfte entscheidet die Schulaufsicht. Ihre förmliche Bevollmächtigung gemäß § 31 Absatz 3 SchulG (BASS 1 – 1) erfolgt durch den Beirat gemäß § 132 a Absatz 4 SchulG.
4. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.
5. Der islamische Religionsunterricht wird thematisch vorläufig auf der Grundlage des Lehrplans „Grundschule. Islamkunde in deutscher Sprache. Klasse 1 bis 4. Schule in NRW Heft Nr. 2011“ und des Lehrplans „Sekundarstufe I. Islamkunde in deutscher Sprache. Klasse 5 bis 10. Schule in NRW Heft Nr. 5019“ erteilt, bis die regulären Lehrpläne in Kraft gesetzt sind.
6. Schulbücher bedürfen der Genehmigung durch das Ministerium für Schule und Weiterbildung.
Dieser Runderlass tritt zum 1. 8. 2012 in Kraft. Er wird in Schule NRW veröffentlicht.
Gesetzestext IRU
Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach (7. Schulrechtsänderungsgesetz)
Das Schulgesetz NRW vom 15. Februar 2005(GV. NRW. S.102), zuletzt geändert durch Gesetz vom 25. Oktober 2011(GV. NRW. S.540), wird wie folgt geändert:
1. In der Inhaltsübersicht wird nach § 132 eingefügt:
„§ 132 a Übergangsvorschrift zur Einführung von islamischem Religionsunterricht“.
2. Nach § 132 wird folgender § 132 a eingefügt:
„§ 132 a Übergangsvorschrift zur Einführung von islamischem Religionsunterricht
(1) Besteht auf Grund der Zahl der in Betracht kommenden Schülerinnen und Schüler Bedarf, islamischen Religionsunterricht im Sinne von § 31 einzuführen, aber noch keine entsprechende Religionsgemeinschaft im Sinne von Artikel 14 und 19 Landesverfassung und Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz, kann das Ministerium übergangsweise bei der Einführung und Durchführung mit einer Organisation oder mehreren Organisationen zusammenarbeiten, die Aufgaben wahrnehmen, die für die religiöse Identität ihrer Mitglieder oder Unterorganisationen wesentlich sind oder die von diesen für die Durchführung des Religionsunterrichts bestimmt worden sind. Die Organisationen müssen eigenständig, bei der Zusammenarbeit staatsunabhängig sein und die Gewähr dafür bieten,
1. dem Land bei der Veranstaltung des Religionsunterrichts auf absehbare Zeit als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen,
2. die in Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz umschriebenen Verfassungsprinzipien, die dem staatlichen Schutz anvertrauten Grundrechte der Schülerinnen und Schüler sowie die Grundprinzipien des freiheitlichen Religions- und Staatskirchenrechts des Grundgesetzes zu achten.
Vertreten mehrere Organisationen das gleiche Bekenntnis oder verwandte Bekenntnisse, soll das Ministerium eine Zusammenarbeit mit ihnen gemeinsam anstreben.
(2) Wenn islamischer Religionsunterricht nach Absatz 1 in einer Ausbildungs- und Prüfungsordnung vorgesehen und an einer Schule eingerichtet ist, nehmen die Schülerinnen und Schüler daran teil, deren Eltern bei der Schulanmeldung schriftlich erklärt haben, dass ihr Kind muslimisch ist und an dem islamischen Religionsunterricht nach Absatz 1 teilnehmen soll.
(3) Eine Schülerin oder ein Schüler ist von der Teilnahme an dem islamischen Religionsunterricht nach Absatz 1 auf Grund der Erklärung der Eltern oder – bei Religionsmündigkeit – auf Grund eigener Erklärung befreit. Die Erklärung ist der Schule schriftlich zu übermitteln.
(4) Das Ministerium bildet einen Beirat, der die Anliegen und die Interessen der islamischen Organisationen bei der Einführung und der Durchführung des islamischen Religionsunterrichts nach Absatz 1 als ordentliches Unterrichtsfach vertritt. Der Beirat stellt fest, ob der Religionsunterricht den Grundsätzen im Sinne des Artikels 7 Absatz 3 Satz 2 Grundgesetz entspricht. Er ist an der Erstellung der Unterrichtsvorgaben, der Auswahl der Lehrpläne und Lehrbücher und der Bevollmächtigung von Lehrerinnen und Lehrern zu beteiligen. Eine ablehnende Entscheidung ist nur aus religiösen Gründen zulässig, die dem Ministerium schriftlich darzulegen sind.
(5) Der Beirat setzt sich wie folgt zusammen:
1. vier theologisch, religionspädagogisch oder islamwissenschaftlich qualifizierte Vertreterinnen und Vertreter der organisierten Muslime, die von den islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen oder von deren Zusammenschluss bestimmt werden,
2. vier weitere Vertreterinnen und Vertreter, und zwar jeweils zwei theologisch, religionspädagogisch oder islamwissenschaftlich qualifizierte muslimische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und zwei muslimische Religionsgelehrte, die vom Ministerium im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen oder deren Zusammenschluss bestimmt werden.
Er wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden.
(6) Die Amtszeit der Mitglieder beträgt drei Jahre. Ihre Tätigkeit erfolgt ehrenamtlich. Reisekosten werden in Anwendung der landesrechtlichen Bestimmungen erstattet. Sie erhalten außerdem eine vom Ministerium festzusetzende Aufwandsentschädigung.
(7) Der Beirat gibt sich eine Geschäftsordnung. Für Beschlüsse ist die Mehrheit der Mitglieder erforderlich. Die Geschäftsführung übernimmt eine vom Ministerium im Benehmen mit dem Beirat benannte Person.“
Dieses Gesetz tritt am 1. August 2012 in Kraft. Es tritt am 31. Juli 2019 außer Kraft. Die Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das Ministerium berichtet dem Landtag darüber bis zum 31. Juli 2018.
Düsseldorf, den 22. Dezember 2011
Die Ministerin für Schule und Weiterbildung
Sylvia L ö h r m a n n
Dr. Norbert W a l t e r-B o r j a n s
Der Minister für Arbeit, Integration und Soziales
Guntram S c h n e i d e r
Die Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung
Svenja S c h u l z e
GV. NRW. 2011 S.728
Informationen für die Schulämter und Schulleitungen
Informationen für die Schulämter und Schulleitungen der Grundschulen zur Einführung des islamischen Religionsunterrichts
Nach Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes und nach Artikel 14 der Landesverfassung NRW ist der Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach.
Der Religionsunterricht wird bisher für Schülerinnen und Schüler katholischen, evangelischen, syrisch-orthodoxen, orthodoxen, jüdischen und alevitischen Glaubens angeboten – und ab dem 1. August 2012 auch für muslimische Schülerinnen und Schüler. In Nordrhein-Westfalen leben knapp 1,5 Millionen Muslime. Es gibt 328.000 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens.
Das „Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach (7. Schulrechtsänderungsgesetz)“ wurde vom Landtag am 21. Dezember 2011 mit einer großen Mehrheit verabschiedet. Es tritt am 1. August 2012 in Kraft.
Das Gesetz sieht vor, dass das Ministerium als zeitlich befristete Übergangslösung einen achtköpfigen Beirat bildet, der – so heißt es im Gesetz – „die Anliegen und die Interessen der islamischen Organisationen bei der Einführung und der Durchführung des islamischen Religionsunterrichts (…) vertritt“.
Vier Mitglieder entsenden die islamischen Organisationen in Nordrhein-Westfalen, vier weitere Mitglieder werden vom Ministerium im Einvernehmen mit den islamischen Organisationen bestimmt. Es sind Expertinnen und Experten für die Bereiche islamische Theologie und Religionsdidaktik. Der Beirat ist an der Erstellung der Unterrichtsvorgaben, der Auswahl der Lehrpläne und Lehrbücher und an der Bevollmächtigung von Lehrerinnen und Lehrern beteiligt.
Der islamische Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach mit wöchentlich zwei Unterrichtsstunden. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Dieser Unterricht kann nicht von Herkunftssprachenlehrkräften und nicht im Rahmen des herkunftssprachlichen Unterrichts erteilt werden. Der islamische Religionsunterricht soll im Stundenplan parallel zu den anderen Religionsstunden angeboten werden.
Der Einführungserlass sieht vor, den islamischen Religionsunterricht schrittweise einzuführen, sofern an den Schulen die personellen und sächlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Ziel ist, zum 1. August 2012 die Möglichkeiten zu schaffen, an den Grundschulen mit dem islamischen Religionsunterricht zu starten, wenn
–	die Schule bereits jetzt am Schulversuch „Islamkunde in deutscher Sprache“ teilnimmt und/ oder
–	eine Islamkundelehrkraft sich bereit erklärt, den Unterricht durchzuführen und sie/er dazu die Unterrichtserlaubnis des Beirats erhält und
–	mindestens 12 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens an dem Unterricht teilnehmen.
Die Schulleitungen werden gebeten, in Absprache mit den Islamkundelehrkräften und den Eltern von Schülerinnen und Schülern muslimischen Glaubens, den Islamkundeunterricht ab dem Schuljahr 2012/2013 in den islamischen Religionsunterricht zu überführen. Mit dem Zeitpunkt der Überführung entfällt das Fach „Islamkunde“.
Schulen, die den islamischen Religionsunterricht einrichten, zeigen das dem zuständigen Schulamt, der Bezirksregierung und dem Ministerium an. Die Lehrkräfte, die den islamischen Religionsunterricht erteilen werden, müssen sich schriftlich formlos beim Beirat um die Erteilung der Lehrerlaubnis bewerben (per Mail an die Geschäftsführung: ahmet@uenalan.com) und werden – vorbehaltlich der Zuteilung der Lehrerlaubnis – eine dienstliche Unterweisung in Form eines zweitägigen Blockseminars erhalten. Die dienstliche Unterweisung findet im MSW, Dienstort Soest, Paradieser Weg 64, 59494 Soest von Freitag, 29. Juni 2012, 15:00 Uhr bis Samstag, 30. Juni 2012, 17:00 Uhr statt. Hierzu bedarf es einer verbindlichen Anmeldung per Mail an die Geschäftsführung des Beirats.
Der islamische Religionsunterricht wird zunächst ohne einen gültigen Lehrplan erteilt. Der Lehrplan wird frühestens zum 1. August 2013 in Kraft treten.
Die Texte des Gesetzes und des Einführungserlasses sind beigefügt.
Informationsschreiben für die Eltern von Grundschülerinnen und Grundschülern muslimischen Glaubens
zum 1. August 2012 kann an den Schulen in Nordrhein-Westfalen der islamische Religionsunterricht erteilt werden. Damit setzt das Land ein wichtiges Zeichen für die Wertschätzung des Islam und für die Gleichberechtigung von Schülerinnen und Schülern muslimischen Glaubens.
Es ist für Kinder muslimischen Glaubens wichtig, in der Schule über ihren Glauben zu sprechen und von den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Antworten auf ihre Fragen zu der Botschaft des Korans, zum Propheten Muhammed und nach dem Sinn der Dinge und des Lebens zu erhalten.
Ich würde mich freuen, wenn Sie auch Ihrem Kind die Möglichkeit geben, den islamischen Religionsunterricht zu besuchen. Dazu müssen Sie schriftlich erklären, dass Ihr Kind muslimisch ist und an dem islamischen Religionsunterricht teilnehmen soll. Wer angemeldet ist, ist grundsätzlich zur regelmäßigen Teilnahme verpflichtet. Wenn Ihr Kind am islamischen Religionsunterricht nicht mehr teilnehmen soll, können Sie es durch eine schriftliche Erklärung gegenüber der Schule davon befreien lassen.
Der islamische Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach mit wöchentlich zwei Unterrichtsstunden. Die Leistungen Ihres Kindes in dem Fach sind versetzungswirksam.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch. Alle Lehrerinnen und Lehrer sind Muslime und werden von einem muslimischen Beirat bevollmächtigt, den Unterricht erteilen zu dürfen. Der Staat hat die Aufsicht über den Unterricht, erstellt die Lehrpläne und entscheidet über die Zulassung von Lernmitteln (z.B. Schulbücher).
Die Lehrerinnen und Lehrer stehen Ihnen für Fragen zur Verfügung und erteilen Ihnen gerne weitere Auskünfte.
22. Juni 2012 um 4:59 PM | Antwort
Idschaza (Islamische Lehrbefugnis)
Fragekatalog für das Gespräch nach § 4, Abs. 1
Die hier aufgelisteten Punkte stellen einen Gesprächsleitfaden dar für das persönliche Ge-spräch nach § 4 (1) der Ijaza-Ordnung. Hiermit soll der Ijaza-Kommission die Möglichkeit gegeben werden, die Lehrkraft selbst, ihre Motivation und ihre religiöse Einstellung ken-nenzulernen bzw. ihre Religiosität festzustellen.
Die Grundlagen der Religion definieren sich aus der Göttlichen Offenbarung im Qur‘an und der Lebensweise des Propheten Muhammed (s.a.s.)
1. Standort derer, die den IRU erteilen.
2. Der Islam wird aus dem Bekenntnis heraus wahrgenommen und gelehrt.
3. vertritt den Islam vorbildlich und glaubhaft,
4. verinnerlicht die rechte islamische Lehre,
5. hat eine angemessene Lebensführung, die nicht im Widerspruch zu den allgemeinen Lehren des Islam steht,
6. erklärt ihre Motivation zum Beruf in Bezug auf den IRU,
7. äußert sich zu ihrem schulischen Werdegang,
8. erläutert ihr geleistetes Praktikum in einer Moschee,
9. erläutert ihre Einbindung das religiöse Gemeindeleben,
10. spricht über ihre Erfahrung und Kenntnisse der islamischen Lehre in deutscher Sprache und derer Bedeutung in der Integration,
11. ggf. berichtet sie von ihrer Hajj bzw. Umra,
12. stellt ihre Position zum Umfang der Geltung der Scharia für die muslimische Minderheitsgesellschaft in Deutschland klar,
13. berichtet von ihren Erfahrungen im interreligiösen Dialog.
14. Was macht dich als Muslim aus?
http://hannibalnur.wordpress.com/2012/02/24/die-ijaza-ordnung-niedersachsens/
Voraussetzung für eine Lehrbefähigung zum IRU ist daher das Bekenntnis zum Islam und die Selbstverpflichtung, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Lehren des Islam zu erteilen, ebenso die Kenntnis islamischen Gemeindelebens in der vorhandenen Gesellschaft und die Anerkennung der eigenen Vorbildfunktion insbesondere im schulischen Kontext. Die Lehrkraft ist sich ihrer Rolle als Repräsentantin des Islam im schulischen Kollegium bewusst und vertritt ihren Glauben vorbildhaft und glaubwürdig. Die Ijaza ist daher auch Beleg über die Verinnerlichung rechter islamischer Lehre, die guten Sitten, die Einbindung in eine muslimische Gemeinschaft und die beobachtete Orthopraxie der Lehrkraft. Die Vorbildfunktion seitens der Lehrkraft erweitert sich auch auf eine angemessene Lebensführung, die nicht im Widerspruch steht zu den allgemeinen Lehren des Islam.
Der Beirat möchte mit der Ijaza in der hier vorliegenden Form den künftigen Lehrkräften einen Vertrauensvorschuss geben; sie sollen ihren Weg finden, darauf ihre Lehrtätigkeit konstruktiv aufbauen zu können.
Nach dem Grundsatz des lebenslangen Lernens wird der Beirat durch seine Mitglieder den Lehrkräften berufsbegleitende Praktika und Fortbildungen in islamischen Einrichtungen des Gemeindelebens, der islamischen Lebenshilfe und Bildungsarbeit ermöglichen. Veranstaltungen werden zu Beginn eines jeden Schuljahres1 unter Angabe von Termin, Ort, Referenten und Thema bekannt gegeben.
ihrer „Verinnerlichung guter Sitten“
ihrer „sittlichen islamischen Kleidung“
http://cms.izir.de/joomla/images/stories/zrli_06_2_heft_11.pdf
22. Juni 2012 um 5:47 PM | Antwort
IJAZA-ORDNUNG
(Lehrerlaubnis für Lehrkräfte des Unterrichtsfachs Islamische Religion)
an öffentlichen und freien Schulen in Niedersachsen
Beirats für den islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen, gebildet von Schura Niedersachsen – Landesverband der Muslime in Niedersachsen e.V. und DITIB Landesverband Niedersachsen-Bremen e.V.
Gemäß Artikel 7 Abs. 3 des GG sowie §§ 124 ff des Niedersächsischen Schulgesetzes ist Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ordentliches Lehrfach. Er wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt.
Zur Erteilung von Islamischem Religionsunterricht bedürfen die entsprechenden Lehrkräfte einer besonderen Bevollmächtigung der Religionsgemeinschaften. Wer nach Abschluss des Studiums Islamischer Theologie einschließlich Islamischer Religionspädagogik und des entsprechenden Referendariats oder eines anderen gleichwertigen Abschlusses als islamische Religionslehrkraft einen Lehrauftrag an öffentlichen Schulen oder freien Schulen in Niedersachsen anstrebt, benötigt eine Lehrerlaubnis, die seitens des Beirates erteilt wird. Das geschieht durch eine schriftlich erteilte Bevollmächtigung, im Folgenden „Ijaza“ genannt. Das Bundesland Niedersachsen setzt nur solche Lehrkräfte im Islamischen Religionsunterricht ein, die vom Beirat die Lehrerlaubnis erhalten haben.
Begriffserläuterung: Ijaza(h) (Idscháza) bezeichnet die Erlaubnis und das Zertifikat, islamische Lehre weiterzugeben. Sie dokumentiert die erhaltene Ausbildung nebst bearbeiteter Bücher und Texte und benennt den erteilenden Lehrer. Sie wird traditionell durch den persönlichen Lehrer, der selber Inhaber eine Ijaza ist, seinem Schüler erteilt und hat ihre Wurzeln in der Akkuratesse der mündlichen Weitergabe autorisierter religiöser Texte.
Im Kontext dieser Ijaza-Ordnung für Niedersachsen entspricht sie den religionsverfassungsrechtlichen Anforderungen des Religionsunterrichts in Deutschland bzw. Niedersachsen als einer res mixta in gemeinsamer Verantwortung von Religionsgemeinschaft, hier vertreten durch den Beirat, und Staat. Ihre Erteilung setzt die universitäre Lehrbefähigung für den islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen voraus. Umgekehrt ermächtigt diese Ijaza nicht zur Lehrweitergabe im klassischen Kontext islamischer Ausbildung außerhalb Niedersachsens oder innerhalb sufisch-religiöser Gemeinschaften. SCHURA Niedersachsen Landesverband der Muslime in Niedersachsen e.V.
DITIB LANDESVERBAND der Islamischen Religionsgemeinschaften
Die Grundlagen der islamischen Religion definieren sich aus der göttlichen Offenbarung im Qur’an und der Lebensweise des Propheten Muhammed (s.a.s.). Der Islam ist nicht nur Gegenstand des Unterrichts, sondern bestimmt auch den Standort derer, die ihn erteilen.
Insbesondere die Lebenswelt und die religiösen Rahmenbedingungen der Kinder und Jugendlichen sind Korrelationsebene im Islamischen Religionsunterricht. Der Islam ist hier nicht nur Gegenstand des Unterrichts, sondern er wird aus dem Bekenntnis heraus wahr-genommen und gelehrt.
§ 1 Geltungsbereich Diese Ijaza-Ordnung regelt für die islamischen Religionsgemeinschaften in Niedersachsen durch ihren gemeinsamen Beirat die Anforderungen an die Lehrkräfte sowie das Verfahren der Erteilung der Ijaza – und auch deren ggf. erforderlich werdenden Aberkennung – zur Durchführung des islamischen Religionsunterrichts in Niedersachsen in allen Stufen der staatlichen Schulen.
Der Wohnort der Lehrkraft ist nicht entscheidend. Für den islamischen Religionsunterricht an Schulen in freier Trägerschaft kann die Ijaza aufgrund Verlangens der Lehrkraft erteilt werden.
§ 2 Verfahren Der Beirat tritt zur Ijaza-Prüfung i.d.R. halbjährlich zusammen außerhalb der Schulferien; die Sitzungstermine werden zu Jahresbeginn in http://www.Beirat-IRU-N.de veröffentlicht.
Zwischen der Vorlage eines bescheidungsfähigen Antrages nach § 3 und der Aushändigung des Bescheides nach § 5 sollen drei Monate nicht überschritten werden.
Entscheidungen erfolgen nach dem Beiratsstatut einstimmig. Über die Entscheidungen wird ein Ergebnisprotokoll gefertigt und durch die Unterschrift des Geschäftsführers bestätigt. Über alle Anträge, personenbezogenen Beratungen und Gespräche sowie die Entscheidungsgründe besteht Verschwiegenheitspflicht und wird Vertraulichkeit gewahrt.
Die Vorgänge werden i.d.R. für dreißig Jahre archiviert, mindestens aber für die Dauer der Dienstzeit der Lehrkraft zzgl. fünf Jahre, soweit Rechtsvorschriften keine kürzere Aufbewahrungsfrist vorsehen.
Antrag und Bescheid ergehen schriftlich. Die Beteiligten stellen ihre elektronische Erreichbarkeit untereinander und gegenüber der Geschäftsführung des Beirats sicher.
Zur Regelung des Verfahrens gibt sich der Beirat eine Geschäftsordnung.
§ 3 Antrag Grundlage für die Erteilung der Ijaza ist ein formgebunder Antrag1 der Lehrkraft an den Bei-rat mit folgenden Angaben und Nachweisen:
a. Angaben zur Person, Geburtsort, Personenstand und Kinder,
b. ein Lebenslauf, der auch auf den religiösen Werdegang eingeht, eine Selbstverpflichtungserklärung sowie eine schriftliche Äußerung, die auf die Motivation zum Beruf in Bezug auf den islamischen Religionsunterricht eingeht,
c. Studium des Lehramtes und der islamischen Religionspädagogik sowie alle für die Ijaza relevanten Schul-, sonstige Hochschul- und Bildungsabschlüsse und erfolgreicher Abschluss der 2. Staatsprüfung mit vorläufiger Ijaza nach § 7 (Nachweise durch beglaubigte Zeugniskopien; ausländische Abschlüsse bedürfen des Anerkennungsnachweises durch eine deutsche Universität),
d. Praktikum gemäß Studien-Lehrplan in einer Moschee in Deutschland (nicht für berufsbegleitenden Masterstudiengang IRP),
e. die Einbindung in das religiöse Leben der islamischen Gemeinschaft wird vorausgesetzt; sie wird durch ein deutschsprachiges Empfehlungsschreiben – auch als Vordruck – des gewählten Vorstandes und des Imams einer Moschee in Deutschland über das Bekenntnis zum Islam – ggf. auch als Konversionsurkunde – sowie über eine fortwährende Lebensweise nach der rechten islamischen Lehre und den guten Sitten nachgewiesen; der Beirat kann ggf. die Beibringung ergänzender Unterlagen verlangen;
f. für männliche Bewerber: Angabe der zum Freitagsgebet i.d.R. aufgesuchten Moschee und deutschsprachiges Manuskript einer dort gehaltenen selbst ausgearbeiteten Khutba,
g. für weibliche Bewerber: Angabe der üblicherweise aufgesuchten Moschee und Glaubhaftmachung der Beteiligung an der Gemeindearbeit
h. weiterhin eine Erklärung der Lehrkraft, dass sie den Unterricht im Fach Islamische Religion nach dem islamischen Bekenntnis, dem geltenden Kerncurriculum des Niedersächsischen Kultusministeriums und in deutscher Sprache halten wird.
§ 4 Gespräch (1) Spätestens zehn Tage nach Eingang des bescheidungsfähigen Antrages lädt der Beirat zum Gespräch. Das Gespräch – seine Inhalte sind strikt vertraulich – geht regelmäßig auf folgende Fragen ein: Berufsmotivation, eigene theologische (in Bezug auf die sechs Pfeiler des Islam) und pädagogische Verortung, eigene religiöse Praxis in Bezug auf die fünf Säulen des Islam, eigene Positionen zum Umfang der Geltung der Scharia in Deutschland sowie /zum und/ Erfahrungen im interreligiösen Dialog. Über die Frageninhalte gibt sich der Beirat einen regelmäßigen Katalog (Anhang 3).
(2) Über das Gespräch wird je ein von allen Beteiligten zu unterzeichnendes Verlaufsprotokoll gefertigt.
§ 5 Bescheid Die Ijaza wird bei Vorliegen aller Voraussetzungen und ohne Nebenbestimmungen erteilt. Sie gilt unbefristet. Sie wird in Gestalt einer Urkunde nach dem Freitagsgebet der Lehrkraft in einer Moschee in Hannover persönlich ausgehändigt. Die Landesschulbehörde erhält eine Durchschrift.
Ist die Erteilung der Ijaza abzulehnen, teilt dies der Beirat der Lehrkraft unter Angabe der Ablehnungsgründe zuvor schriftlich mit und gibt Gelegenheit zur Stellungnahme und zum Gespräch. Ein ablehnender Bescheid ist unter genauer Angabe der Versagungsgründe der Lehrkraft mit Durschrift an die Landesschulbehörde zuzustellen.
Der Bescheid ist entgeltpflichtig. Höhe und Fälligkeit des Entgeltes, das die gesamten Verfahrenskosten abdeckt, werden durch eine Entgeltordnung vom Beirat festgesetzt und jeweils zu Jahresbeginn bekanntgegeben1.
§ 6 Aberkennung Der Beirat hat das Recht, die Ijaza zu entziehen, wenn er – etwa durch Visitation nach § 126 NSchG – zu der Auffassung gelangt, dass die Lehrkraft von den angegebenen Kriterien dauerhaft oder in schwerwiegender Weise abgewichen ist, d.h. die Anerkennung der Anforderungen nach § 3 für sich nicht mehr als verbindlich ansieht. Für das Verfahren gilt § 5 Abs. 2 entsprechend. Der Entzug ist der Lehrkraft, der Landesschulbehörde und der Schule schriftlich mit Angabe des Zeitpunktes des Wirksamwerdens mitzuteilen. Die Ijaza erlischt weiterhin, wenn die Lehrkraft sie zurückgibt.
§ 7 Befristete Ijaza für die Zeit der Ausbildung Der Antrag ist auf dem dafür vorgehaltenen besonderen Formblatt1 spätestens vier Wochen vor Beginn einer Lehr- oder lehrbegleitenden Tätigkeit dem Beirat vorzulegen. Das Verfahren entspricht demjenigen zur Erteilung der unbefristeten Ijaza unter Fortfall des Gesprächs und der besonderen Form der Aushändigung. Der Antrag wird bei Vorliegen der Voraussetzungen nach § 3 binnen vier Wochen erteilt. Die befristete Ijaza erlischt mit dem bestandenen 2. Staatsexamen.
§ 8 Evaluation Mit der Ijaza wird für den Islam in Deutschland und dessen Bildungswesen Neuland betreten. Diese Ijaza-Ordnung wird deshalb nach Ablauf von fünf Jahren einer Evaluation und ggf. einer Anpassung unterzogen. Mitglieder des Beirates können bei grundsätzlichen Problemen eine Überprüfung dieser Ijaza-Ordnung verlangen.
§ 9 Inkrafttreten Diese Ijaza-Ordnung tritt in Kraft, sobald das niedersächsische Kultusministerium schriftlich mitteilt, dass diese Ordnung im Einklang mit rechtlichen Vorgaben steht. Sie wird außen-wirksam mit Veröffentlichung im Schulverwaltungsblatt.
§ 10 Salvatorische Klausel Sollte eine Bestimmung dieser Ordnung unwirksam sein, wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen davon nicht berührt. Die Mitglieder des Beirates verpflichten sich, anstelle einer unwirksamen Bestimmung eine dieser Bestimmung möglichst nahekommende wirk-same Regelung unverzüglich zu treffen.
§ 11 Kündigungsfrist Diese Ijaza-Ordnung hat eine Kündigungsfrist von sechs Monaten; die Ordnung wirkt so-lange nach, bis durch den Beirat eine neue Ijaza-Ordnung beschlossen ist.
1 ( download unter http://www.Beirat-IRU-N.de )
Beschlossen: Hannover, den 19. Dezember 2011
Avni Altiner (SCHURA Niedersachsen e. V.)
Yilmaz Kilic (DITIB Niedersachsen-Bremen e. V.)
Fassung vom 27.01.2012
http://beirat-iru-n.de/app/download/5780358776/Ijaza-Ordnung+Niedersachsen+Fssg+27.01.12.pdf
1. Antrag auf unbefristete Erteilung der Ijaza
2. Antrag auf befristete Erteilung der Ijaza
3. Fragekatalog für das Gespräch nach § 4, Abs. 1
Die hier aufgelisteten Punkte stellen einen Gesprächsleitfaden dar für das persönliche Gespräch nach § 4 (1) der Ijaza-Ordnung. Hiermit soll der Ijaza-Kommission die Möglichkeit gegeben werden, die Lehrkraft selbst, ihre Motivation und ihre religiöse Einstellung kennenzulernen bzw. ihre Religiosität festzustellen.
16. Tragen Sie die Fatiha und zweie aus den letzten zehn Suren vor.
17. Nennen Sie anerkannte Exegese- und Hadith-Werke.
18. Nennen Sie einige Hadithe (1-3) in ihrer Bedeutung.
19. Erläutern Sie den Nutzen des Gebetes.
20. Erklären Sie den Zusammenhang zwischen Din und Ahlaq.
21. Erklären Sie innerislamische Unterschiede.
22. Trägt die Religion zu Harmonie und Einklang der Gesellschaft bei? Erläutern Sie
Die Beiratsmitglieder (Stand 19.12.2011)
Herr Mehmet Soyhun , Vertretung: Frau Emine Oguz
Herr Muhammed Aktas , Vertretung: Herr Tuncay Girgin
Frau Annett Abdel Rahman , Vertretung: Herr Muhittin Aykaç
Herr Dr. Ali-Özgür Özdil , Vertretung: Herr Reza Öz
Geschäftsführer (ohne Stimmrecht)
Herr Dipl.-Geol. Firouz Vladi
http://beirat-iru-n.de/der-beirat-1/die-beiratsmitglieder/
Kernkurriculum
für den Schulversuch
Schuljahrgänge 1-4
An der Erarbeitung des Kerncurriculums für das Unterrichtsfach Islamische Religion in den Schuljahrgängen
1 – 4, das nach zweijähriger Erprobungszeit evaluiert wird, waren die nachstehend genannten Personen beteiligt:
Saja Alwa, Hannover
Ömer Aslangeciner, Lehrte
Tünay Aygün, Hannover
Jörg Ballnus, Osnabrück
Orhan Güner, Hannover
Hassene Dallali, Hann. Münden
Monia Medhioub, Göttingen
Fachkundig beratend:
Mohammed Ibrahim, Wolfsburg
Herausgegeben vom Niedersächsischen Kultusministerium (2010)
http://db2.nibis.de/1db/cuvo/datei/kc-iru-2010.pdf
26. Dezember 2012 um 7:20 PM | Antwort
Scharia: Körper und Keuschheit, Zusammensein und Bedeckung (Hidschab). Wali und Wali Mudschbir (Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang). Über das Schlagen der rebellischen Ehefrau. Das Vergeltungsrecht. Sich Allah ganz ausliefern (wirf dich mitten in Sein Königreich)
Einige Ausschnitte aus dem schafiitischen Scharia-Handbuch Reliance of the Traveller, dessen Normen des verpflichtenden islamischen Wohlverhaltens denen der anderen drei sunnitischen Rechtsschulen nicht fern stehen:
Reliance of the Traveller and Tools for the Worshipper. A CLASSIC MANUAL OF ISLAMIC SACRED LAW
by AHMAD IBN NAQIB AL-MISRI (Died 1368 AD)
Edited and Translated by Sheik Nuh Ha Mim Keller
m2.3 It is unlawful for a man to look at a woman who is not his wife or one of his unmarriageable kin (def: m6.1) (O: there being no difference in this between the face and hands or some other part of a woman (N: if it is uncovered), though part excludes her voice, which is not unlawful to listen to as long as temptation is unlikely. Allah Most High says, „Tell believers to lower their gaze“ (Koran 24:30).
m2.4 A man may look at his wife (N: or vice versa) including her nakedness (def: f5.3), though it is offensive for either husband or wife to look at the other’s genitals.
m2.6 As for a woman looking at (O: a man) other than her husband or unmarriageable male relatives, it is unlawful, just as a man’s looking at her is.
m2.8 (n: The following rulings from the Hanafi school have been added here as a dispensation (dis: c6.3).)(Ahmad Quduri:)
(2) A man may look at the whole body of another man except for what is between the navel and (A: including) the knees (A: as the knees are considered nakedness by Hanafis, though not by Shafi`is).
(3) A woman may look at the parts of a man that another man is permitted to look at.
THE ORDER OF LAWFUL GUARDIANSHIP AMONG THE BRIDE’S RELATIVES
(1) father;
(2) father’s father (O: and on up);
(3) brother;
(4) brother’s son;
(5) father’s brother;
(6) her father’s brother’s son (O: and so on, in the same order as the universal heirs in estate division
(def: l10.6(12-14));
(7) and then the Islamic magistrate (A: i.e. the judge (qadi)). None of the above may marry her to someone when a family member higher on the list exists. If there are two of equal standing (A: two brothers, for example) and one is related to her through two parents while the other is related to her through the father alone, then the one related to her through both parents is the guardian. If both are equal in this respect, precedence is given to the oldest, most learned in Sacred Law, and most god-fearing. But if the other (A: less deserving of two would-be guardians who are of equal affiliation to her) marries her to the groom, the marriage is valid. If both insist on being the one, they draw lots to see who will do it, though if the loser marries her to the groom, the marriage is also legally valid.
m3.8 If a guardian does not have the right to be a guardian because of the existence of one of the abovementioned preventives (dis: m3.4 (1-5)), the guardianship devolves to the next family member in the m3.7 order of lawful guardians.
(1) The only guardians who may compel their charge to marry are a virgin bride’s father or father’s father, compel meaning to marry her to a suitable match (def: m4) without her consent.
(2) Those who may not compel her are not entitled to marry her to someone unless she accepts and gives her permission. Whenever the bride is a virgin, the father or father’s father may marry her to someone without her permission, though it is recommended to ask her permission if she has reached puberty. A virgin’s silence is considered as permission. As for the nonvirgin of sound mind, no one may marry her to another after she has reached puberty without her express permission, no matter whether the guardian is the father, father’s father, or someone else.
m10.11 When a husband notices signs of rebelliousness in his wife (nushuz, dis: p42) (O: whether in words, as when she answers him coldly when she used to do so politely, or he asks her to come to bed and she refuses, contrary to her usual habit; or whether in acts, as when he finds her averse to him when she was previously kind and cheerful), he warns her in words (O: without keeping from her or hitting her, for it may be that she has an excuse. The warning could be to tell her, „Fear Allah concerning the rights you owe to me,“ or it could be to explain that rebelliousness nullifies his obligation to support her and give her a turn amongst other wives, or it could be to inform her, „Your obeying me [def: (3) below] is religiously obligatory“). If she commits rebelliousness, he keeps from sleeping (O: and having sex) with her without words, and may hit her, but not in a way that injures her, meaning he may not (A: bruise her,) break bones, wound her, or cause blood to flow. (O: It is unlawful to strike another’s face).
He may hit her wether she is rebellious only once or whether more than once, though a weaker opinion holds that he may not hit her unless there is repeated rebelliousness.
(4) If the wife does not fulfill one of the above-mentioned obligations, she is termed „rebellious“ (nashiz), and the husband takes the following steps to correct matters:
(c) if keeping from her is ineffectual, it is permissible for him to hit her he believes that hitting her will bring her back to the right path, though if he does not think so, it is not permissible. His hitting her may not be in a way that injures her, and is his last recourse to save the family;
(d) if the disagreement does not end after all this, each partner chooses an arbitrator to solve the dispute by settlement, or divorce.)
o3.0 RETALIATION FOR BODILY INJURY OR DEATH (QISAS)
t2.2 Surrender to Him gives you relief in the present life from having to plan while He does, triumph in the next life through the supreme favor, and safety from the idolatry of contention, for how should you contend with Him for something you do not own with Him? Cast yourself amidst His kingdom …
18. Mai 2013 um 11:34 PM | Antwort
„Ich freue mich sehr über die Einführung des bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts an 27 hessischen Grundschulen im kommenden Schuljahr. Hessen ist das erste Bundesland, das den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht auf der Grundlage von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes einführt. Damit haben wir ein entscheidendes Zeichen gesetzt und sind gespannt auf die Erfahrungswerte in den kommenden Jahren. Der verfassungsrechtliche Anspruch gemäß unseres Grundgesetzes ist Ausdruck von Freiheit und Vielfalt in unserer Gesellschaft. Bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht hat ebenfalls eine bedeutende integrationspolitische Dimension. Die religiöse Bildung soll den Schülerinnen und Schülern helfen, sich in einer Vielfalt möglicher Lebensentwürfe zurechtzufinden und eine eigene Identität zu entwickeln, die religiöse Orientierung und ethische Urteilsfähigkeit einschließt“, so die Hessische Kultusministerin Nicola Beer.
Die beiden Religionsgemeinschaften DİTİB Landesverband Hessen e.V. und Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V. erfüllen die Voraussetzungen nach Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz und stehen somit als Kooperationspartner für die Einrichtung von bekenntnisorientiertem Religionsunterricht an öffentlichen Schulen zur Verfügung. Dieser ist seinem Wesen nach eine staatliche Veranstaltung wie jedes andere Unterrichtsfach auch. Dies gilt unabhängig davon, für welche Konfession der Religionsunterricht eingerichtet ist. Er wird als ordentliches Lehrfach in staatlicher Verantwortung, d.h. nach staatlichen Curricula, in deutscher Sprache und grundsätzlich durch staatliche Lehrkräfte erteilt.
Das Weiterbildungsangebot an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist das Fundament, damit der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht zum Schuljahr 2013/2014 an hessischen Grundschulen unterrichtet werden kann. Die Vorbereitungen zur Qualifizierung der Lehrerinnen und Lehrer laufen seit März 2013 für bereits im hessischen Schuldienst stehende Lehrkräfte.
Die Unterrichtsangebote werden in einer Einführungsphase zum Schuljahr 2013/2014 an zunächst 27 Grundschulen eingerichtet, sukzessive von Klasse 1 beginnend. Nach vier Jahren wird der Unterricht dann in allen Jahrgängen der beteiligten Schulen etabliert sein. Ziel ist es, das Angebot mittelfristig je nach Bedarf landesweit einzuführen.
Voraussetzung für das organisch wachsende Angebot ist die Einhaltung der Mindestgruppengröße von acht Schülerinnen und Schülern, die der jeweiligen Religionsgemeinschaft angehören und für die der Unterricht deshalb als ordentliches Lehrfach in erster Linie eingerichtet wird.
„Mein Dank gilt allen Beteiligten : den beiden Religionsgemeinschaften DİTİB Landesverband Hessen e.V. und Ahmadiyya Muslim Jamaat, der Justus-Liebig-Universität Gießen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landes- und Schulverwaltung und den Schulgemeinden, die mit einem hohen persönlichen Engagement an der Einführung des bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts gearbeitet haben. Insbesondere möchte ich mich aber schon jetzt bei den außerordentlich motivierten Lehrerinnen und Lehrern bedanken, ohne deren Einsatz das Angebot an 27 Schulstandorten nicht möglich wäre“, unterstrich die Ministerin.
https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/bekenntnisorientierter-islamischer-religionsunterricht-startet-zum-kommend-0
11. Juli 2013 um 1:37 AM | Antwort

References: § 132
 § 132
 § 31
 § 31
 Art. 7
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 § 31
 § 132
 § 132
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 § 132
 § 31
 § 4
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§ 1

§ 2
 § 3
 § 5

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 § 126
 § 3
 § 5

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§ 11
 § 4
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