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Timestamp: 2018-04-26 14:59:28+00:00

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Aufwendungen zur Versetzung eines Vermögensgegenstandes oder Wirtschaftsguts in einen betriebsbereiten Zustand ( § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB ).
Herstellungskosten :
Aufwendungen zur Substanzerweiterung oder wesentlichen Verbesserung eines Vermögensgegenstandes oder Wirtschaftsguts über seinen ursprünglichen Zustand hinaus ( § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB ).
Die Grenze zwischen Erhaltungsaufwand und Herstellungsaufwand ist bei Gebäuden fließend. Werden bei einer Baumaßnahme an einem Gebäude unselbstständige Gebäudeteile ersetzt, sind die Aufwendungen Erhaltungsaufwendungen. Unselbstständige Gebäudeteile sind Gebäudeteile, die in einem einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang mit dem Gebäude stehen. Es sind Gebäudeteile, die der eigentlichen Nutzung als Gebäude dienen ( R 4.2 Abs. 5 Satz 1 EStR ).
Nach § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB zählen zu den Anschaffungskosten eines Gebäudes neben den Aufwendungen, die geleistet werden, um das Gebäude zu erwerben, auch die Aufwendungen, das Gebäude in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. War das Gebäude beim Erwerb noch nicht betriebsbereit, sind die Aufwendungen im Anschluss an den Erwerb Anschaffungskosten , soweit sie die Betriebsbereitschaft herbeigeführt haben.
Ein Gebäude ist betriebsbereit, wenn es entsprechend seiner Zweckbestimmung genutzt werden kann. Besteht das Gebäude aus verschiedenen selbstständigen Gebäudeteilen (siehe R 4.2 Abs. 3 und 4 EStR ), ist die Betriebsbereitschaft für jeden Teil des Gebäudes, der nach seiner Zweckbestimmung selbstständig genutzt werden kann, gesondert zu prüfen.
Nutzt der Erwerber ein Gebäude ab dem Zeitpunkt des Erwerbs, also ab Übergang der Nutzungen und Lasten, ist das Gebäude bereits in einem betriebsbereiten Zustand. Es kann daher nicht mehr zum Zwecke der Nutzung in einen betriebsbereiten Zustand versetzt werden. Wird z.B. ein vermietetes Gebäude erworben und tritt der Erwerber in die Mietverhältnisse ein ( § 566 Abs. 1 BGB ), dann ist das Gebäude insoweit betriebsbereit. Es fallen daher keine weiteren Anschaffungskosten mehr an. Weitere Aufwendungen des Erwerbers sind entweder Herstellungskosten oder Erhaltungsaufwendungen.
Wird der Standard eines Wohngebäudes lediglich in zwei der vorstehend genannten Bereiche erhöht und fallen außerdem Aufwendungen an, die das Gebäude über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehend wesentlich verbessern ( § 255 Abs. 2 Satz 1, Variante 3 HGB ), sind die Aufwendungen insgesamt Anschaffungs- oder Herstellungskosten (BFH, 22.01.2003 - X R 9/99, BStBl II 2003, 596).
Wenn der spätere Zustand des Gebäudes gegenüber dem ursprünglichen Zustand eine wesentliche Verbesserung darstellt, sind die Instandsetzungs- oder Modernisierungsaufwendungen Herstellungskosten i. S. von § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB . Liegt keine wesentliche Verbesserung vor, handelt es sich um Erhaltungsaufwand.
Betragen nach der Fertigstellung eines Gebäudes Aufwendungen für eine einzelne Baumaßnahme nicht mehr als 4.000 EUR (Rechnungsbetrag ohne Umsatzsteuer) je Gebäude, so können diese Aufwendungen immer als Erhaltungsaufwendungen behandelt werden, wenn das vom Steuerpflichtigen beantragt worden ist. Wenn aber die Aufwendungen der endgültigen Fertigstellung des Gebäudes dienen, darf diese Vereinfachungsregelung nicht angewendet werden ( R 21.1 Abs. 2 Satz 2 EStR ).
Führen Baumaßnahmen jede für sich nicht zu einer wesentlichen Verbesserung i.S. von § 255 Abs. 2 Satz 1 HGB , sind aber die einzelnen Baumaßnahmen Teile einer Gesamtmaßnahme, die sich planmäßig in zeitlichem Zusammenhang über mehrere Veranlagungszeiträume erstreckt und insgesamt zu einer Hebung des Wohnstandards (siehe 3.3) führt, sind die in dem einzelnen Veranlagungszeitraum angefallenen Aufwendungen für Baumaßnahmen Herstellungskosten. Es handelt sich dann um eine Sanierung in Raten. Hiervon ist nach den Verwaltungsanweisungen grundsätzlich auszugehen, wenn die Maßnahmen innerhalb eines Fünfjahreszeitraums durchgeführt werden (BMF, 18.07.2003 - IV C 3 - S 2211 - 94/03, Rz 31, BStBl I 2003, 386).
Für in einem Wirtschaftsjahr unterlassene Instandhaltungen, die im folgenden Wirtschaftsjahr innerhalb von drei Monaten nachgeholt werden, ist bei Gewinnermittlung nach § 5 EStG eine Rückstellung zu bilanzieren ( § 249 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB ; R 5.7 Abs. 1, Abs. 11 EStR ) .
Andere Steuerpflichtige berücksichtigen Erhaltungsaufwendungen dann als Betriebsausgaben oder Werbungskosten, wenn sie bezahlt werden ( § 11 Abs. 2 EStG ).
Größere Aufwendungen für die Erhaltung von Gebäuden, die im Zeitpunkt der Leistung des Erhaltungsaufwandes nicht zu einem Betriebsvermögen gehören und überwiegend Wohnzwecken dienen, können auf 2-5 Jahre gleichmäßig verteilt werden ( § 82b EStG ).

References: § 255
 § 255
 § 255
 § 566
 § 255
 § 255
 § 255
 § 5
 § 249
 § 11
 § 82