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Timestamp: 2017-01-18 10:05:52+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 9 AZR 823/06
Behinderung, Benachteiligung, Diskriminierung, Diskriminierung, Schwerbehinderung
In ge­mein­schafts­rechts­kon­for­mer Aus­le­gung des § 81 Abs. 2 Satz 1 SGB IX (ju­ris SGB 9) war schon vor In­kraft­tre­ten des AGG ei­nem öffent­li­chen Ar­beit­ge­ber ver­wehrt, ei­ne Be­wer­be­rin um ei­ne Stel­le im öffent­li­chen Dienst we­gen ih­rer Be­hin­de­rung (GdB 40) zu be­nach­tei­li­gen.
9 AZR 823/06 5 Sa 1794/05Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin Im Na­men des Vol­kes!
Verkündet am 3. April 2007
hat der Neun­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf Grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 3. April 2007 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Düwell, die Rich­te­rin am Bun­des­ar­beits­ge­richt Rei­ne­cke, den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Böck so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Merk­le und Ot­to für Recht er­kannt: - 2 - Auf die Re­vi­si­on der Kläge­rin wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin vom 9. März 2006 - 5 Sa 1794/05 - auf­ge­ho­ben.Die Sa­che wird zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung - auch über die Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens - an das Be­ru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen.
Die Kläge­rin be­warb sich im Ok­to­ber 2003 bei der Po­li­zei des be­klag­ten Lan­des als An­ge­stell­te für den Be­reich der Park­raum­be­wirt­schaf­tung. An ei­nem schrift­li­chen Aus­wahl­ver­fah­ren und an ei­ner schrift­li­chen Prüfung nahm sie mit Er­folg teil. Zur wei­te­ren Be­ar­bei­tung ih­rer Be­wer­bung wur­de die Kläge­rin auf Ver­an­las­sung des Lan­des­po­li­zei­ver­wal­tungs­am­tes ärzt­lich un­ter­sucht. Anläss­lich die­ser Un­ter­su­chung leg­te sie den Be­scheid des Ver­sor­gungs­am­tes über den Grad ih­rer Be­hin­de­rung vor. Mit Schrei­ben vom 1. April 2004 teil­te der Po­li­zei­präsi­dent in Ber­lin der Kläge­rin mit, dass der Be­fund ih­rer Neu­ro­der­mi­tis zur ge­sund­heit­li­chen Nich­t­eig­nung für die Tätig­keit in der Park­raumüber­wa­chung geführt ha­be. Dar­auf­hin lehn­te die Ein­stel­lungs­behörde des be­klag­ten Lan­des mit Schrei­ben vom 6. April 2004 die Ein­stel­lung der Kläge­rin ab, weil sie nach po­li­zeiärzt­li­cher Un­ter­su­chung für die Tätig­keit in der Park­raumüber­wa­chung nicht ge­eig­net sei. - 3 - Am 22. April 2004 mach­te der Pro­zess­be­vollmäch­tig­te der Kläge­rin ge­genüber dem Po­li­zei­präsi­den­ten - Lan­des­ver­wal­tungs­amt - schrift­lich ei­ne an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung in Geld we­gen ei­ner un­ge­recht­fer­tig­ten Be­nach­tei­li­gung auf Grund ih­rer Be­hin­de­rung gel­tend. Das be­klag­te Land zahl­te ei­ne sol­che Entschädi­gung nicht.
Die Kläge­rin hat zu­letzt be­an­tragt, das be­klag­te Land zu ver­ur­tei­len, an sie 12.000,00 Eu­ro nebst Zin­sen iHv. 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 23. Ok­to­ber 2004 zu zah­len,
Das be­klag­te Land hat Kla­ge­ab­wei­sung be­an­tragt. Es ver­tritt die Auf­fas­sung, ein An­spruch auf Entschädi­gung ste­he der Kläge­rin auf Grund des SGB IX nicht zu, weil sie we­der ein schwer­be­hin­der­ter Mensch noch ein die­sem gleich­ge­stell­ter be­hin­der­ter Mensch sei. Ei­ne un­mit­tel­ba­re An­wen­dung der Richt­li­nie schei­te­re be­reits dar­an, dass der Be­griff der Be­hin­de­rung in die­ser nicht de­fi­niert sei. Der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber sei be­rech­tigt ge­we­sen, den Schutz der be­hin­der- - 4 - ten Men­schen im SGB IX auf be­hin­der­te Men­schen mit ei­nem GdB von we­nigs­tens 50 bzw. auf die­sen gleich­ge­stell­te be­hin­der­te Men­schen zu be­schränken.
Die Ent­schei­dung des Be­ru­fungs­ge­richts hält ei­ner re­vi­si­ons­recht­li­chen Über­prüfung nicht stand. - 5 - II. Ein An­spruch der Kläge­rin auf Entschädi­gung kann sich auf Grund ei­ner eu­ro­pa­rechts­kon­for­men An­wen­dung des § 81 Abs. 2 SGB IX aF er­ge­ben.
- 6 - der „Krank­heit“. Bei­de Be­grif­fe dürfen da­her nicht oh­ne Wei­te­res gleich­ge­setzt wer­den. Da­mit ei­ne Ein­schränkung un­ter den Be­griff der Be­hin­de­rung fällt, muss es wahr­schein­lich sein, dass sie von lan­ger Dau­er ist (EuGH 11. Ju­li 2006 - C-13/05 - aaO). Da­von geht auch die auf ei­ne in­ter­na­tio­na­le Klas­si­fi­ka­ti­on der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on zurück­ge­hen­de De­fi­ni­ti­on der Be­hin­de­rung in § 2 Abs. 1 Satz 1 SGB IX aus.
Aus­drück­lich sieht die Richt­li­nie ei­nen An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung in Geld nicht vor, wenn ei­ne Per­son we­gen ih­rer Be­hin­de­rung bei der Ein­stel­lung dis­kri­mi­niert wird. Al­ler­dings ver­langt Art. 17 Satz 1 der Richt­li­nie, dass die Mit­glieds­staa­ten Sank­tio­nen fest­le­gen, die bei ei­nem Ver­s­toß ge­gen die ein­zel­staat­li­chen Vor­schrif­ten zur An­wen­dung der Richt­li­nie zu verhängen sind. Art. 17 Satz 2 der Richt­li­nie be­stimmt, dass die Sank­tio­nen, die auch Scha­dens­er­satz­leis­tun­gen an die Op­fer um­fas­sen können, wirk­sam, verhält­nismäßig und ab­schre­ckend sein müssen. Für ei­ne sol­che Re­ge­lung hat sich der deut­sche Ge­setz­ge­ber ent­schie­den. Er hat in § 81 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 und 3 SGB IX aF bei Verstößen ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot bei der Be­gründung ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses schwer­be­hin­der­ten und nach § 68 Abs. 3 SGB IX auch gleich­ge­stell­ten be­hin­der­ten Be­wer­bern ei­nen An­spruch auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung in Geld ein­geräumt. Die­se Re­ge­lung ist für das - 7 - AGG im We­sent­li­chen in­halts­gleich in § 15 AGG über­nom­men wor­den. Mit der durch das Ge­setz vom 14. Au­gust 2006 vor­ge­nom­me­nen Neu­fas­sung des § 81 Abs. 2 Satz 2 SGB IX wird auf die­se Be­stim­mun­gen ver­wie­sen. Die al­te ge­setz­li­che Re­ge­lung genügt nicht den Vor­ga­ben der Richt­li­nie. Art. 1 der Richt­li­nie nennt als Zweck der Richt­li­nie die Schaf­fung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens zur Bekämp­fung der Dis­kri­mi­nie­rung we­gen ei­ner Be­hin­de­rung. Die­ser ge­mein­schafts­recht­li­che Be­griff der Be­hin­de­rung ist nicht auf be­hin­der­te Men­schen be­schränkt, bei de­nen ei­ne Schwer­be­hin­de­rung vor­liegt (§ 2 Abs. 2 SGB IX: GdB we­nigs­tens 50) oder die die­sen gleich­ge­stellt sind, weil nach § 2 Abs. 3 SGB IX der GdB we­ni­ger als 50 aber we­nigs­tens 30 beträgt, und die aus ar­beits­platz­be­zo­ge­nen Gründen ih­re Gleich­stel­lung be­an­tragt ha­ben. So­weit das Be­ru­fungs­ge­richt dar­auf ab­ge­stellt hat, dass der na­tio­na­le Ge­setz­ge­ber frei sei, für den Dis­kri­mi­nie­rungs­schutz ei­ne „gra­du­ell mess­ba­re“ Be­hin­de­rung zu ver­lan­gen, so hat es über­se­hen, dass im Streit­fall die­se Vor­aus­set­zung erfüllt ist. Die nach § 69 Abs. 1 Satz 1 SGB IX zuständi­ge Behörde hat­te für die Kläge­rin das Vor­lie­gen ei­ner Be­hin­de­rung fest­ge­stellt und den GdB auf 40 fest­ge­stellt. Nicht zu­zu­stim­men ist der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, die­se Be­hin­de­rung mit ei­nem GdB von 40 sei nicht „re­le­vant“, weil kei­ne Gleich­stel­lung nach § 68 Abs. 2 SGB IX er­folgt sei. Die­se An­sicht ver­kennt, dass nach § 2 Abs. 3 SGB IX ei­ne Gleich­stel­lung nur dann mit Aus­sicht auf Er­folg be­an­tragt wer­den kann, wenn die dort ge­re­gel­ten be­son­de­ren ar­beits­markt- oder ar­beits­platz­be­zo­ge­nen Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sind. Die­se nicht in der Per­son des be­hin­der­ten Men­schen lie­gen­den Vor­aus­set­zun­gen recht­fer­ti­gen kei­ne Her­aus­nah­me aus dem Gel­tungs­be­reich des Be­nach­tei­li­gungs­ver­bots. Des­halb wi­der­sprach es den Vor­ga­ben aus Art. 2, 5 und 17 der Richt­li­nie, den Gel­tungs­be­reich der zur Bekämp­fung der Dis­kri­mi­nie­rung er­for­der­lich ge­hal­te­nen Schutz­vor­schrif­ten und Sank­tio­nen auf schwer­be­hin­der­te und gleich­ge­stell­te be­hin­der­te Beschäftig­te zu ver­en­gen. Die­se Ein­schränkung ist nichts an­de­res als ei­ne von der Richt­li­nie nicht zu­ge­las­se­ne Her­aus­nah­me der Grup­pe der Ein­fach-Be­hin­der­ten aus dem Schutz­be­reich des Um­set­zungs­ge­set­zes. Das hat der Eu­ropäische Ge­richts­hof mit Ur­teil vom 23. Fe­bru­ar 2006 (- C-43/05 - AP Richt­li­nie 2000/78/EG Nr. 2) fest­ge­stellt. Da an­sons­ten Verstöße ge­gen das Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot sank­ti­ons­los blie­ben, müssen auch die Entschädi­gungs­ansprüche nach § 81 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 und 3 SGB IX aF für nicht schwer­be­hin­der­te Men­schen und nicht gleich­ge­stell­te be­hin­der­te Beschäftig­te an­wend­bar sein.
- 8 - Ziels, die Ein­satz­be­reit­schaft die­ser Diens­te zu wah­ren, nicht zur Auf­la­ge ge­macht wer­den, Per­so­nen ein­zu­stel­len oder wei­ter zu beschäfti­gen, die nicht den je­wei­li­gen An­for­de­run­gen ent­spre­chen, um sämt­li­che Auf­ga­ben zu erfüllen, die ih­nen über­tra­gen wer­den können“.
- 9 - ge­se­he­ne Ziel zu er­rei­chen so­wie ih­re Auf­ga­be gem. Art. 5 EG-Ver­trag (jetzt Art. 10 EG), al­le zur Erfüllung die­ser Ver­pflich­tung ge­eig­ne­ten all­ge­mei­nen oder be­son­de­ren Maßnah­men zu tref­fen, al­len öffent­li­chen Stel­len der Mit­glieds­staa­ten (vgl. 4. Ok­to­ber 2001 - C-438/99 - Eu­GHE I 2001, 6915 mwN).
2. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts kann ein An­spruch auf an­ge­mes­se­ne Entschädi­gung nicht aus­ge­schlos­sen wer­den. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt wird un­ter Berück­sich­ti­gung der Aus­le­gung des Be­griffs „Be­hin­de­rung“ im Sin­ne der Richt­li­nie zu prüfen ha­ben, ob die Kläge­rin durch das be­klag­te Land bei der Be­wer­be­r­aus­wahl für die Ein­stel­lung im Be­reich der Park­raumüber­wa­chung we­gen ih­rer Be­hin­de­rung un­ter Ver­s­toß ge­gen § 81 Abs. 2 SGB IX aF be­nach­tei­ligt wor­den ist. - 10 - a) In Be­tracht kommt ei­ne so ge­nann­te un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung. Nach Art. 2 Abs. 2 Buchst. a der Richt­li­nie liegt ei­ne un­mit­tel­ba­re Dis­kri­mi­nie­rung vor, wenn ei­ne Per­son we­gen ei­ner Be­hin­de­rung in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung erfährt, als ei­ne an­de­re Per­son erfährt, er­fah­ren hat oder er­fah­ren würde. Die Kläge­rin wäre da­nach be­nach­tei­ligt, wenn sie we­gen ih­rer Be­hin­de­rung bei der Be­set­zung der Stel­le im Be­reich der Park­raum­be­wirt­schaf­tung nicht berück­sich­tigt oder zu­min­dest in ih­rem Recht auf ein dis­kri­mi­nie­rungs­frei­es Be­wer­bungs­ver­fah­ren ver­letzt wor­den wäre und wenn das be­klag­te Land für die Nicht­berück­sich­ti­gung kei­ne sach­li­chen Gründe iSd. § 81 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Satz 2 und Satz 3 SGB IX aF dar­le­gen könn­te.
Macht ein be­hin­der­ter Beschäftig­ter Tat­sa­chen glaub­haft, die ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen der Be­hin­de­rung ver­mu­ten las­sen, trägt nach § 81 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Satz 3 SGB IX aF der Ar­beit­ge­ber die Be­weis­last dafür, dass nicht auf die Be­hin­de­rung be­zo­ge­ne sach­li­che Gründe vor­lie­gen oder dass ei­ne be­stimm­te körper­li­che Funk­ti­on, geis­ti­ge Fähig­keit oder see­li­sche Ge­sund­heit we­sent­li­che und ent­schei­den­de An­for­de­rung für die­se Tätig­keit ist. Als „Beschäftig­ter“ iSd. § 81 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 SGB IX aF gilt da­bei auch der Be­wer­ber um ein Ar­beits- oder sons­ti­ges Beschäfti­gungs­verhält­nis. Dies folgt zwin­gend aus dem Ge­set­zes­wort­laut, der die Be­nach­tei­li­gung ei­nes be­hin­der­ten „Beschäftig­ten“ auch „bei der Be­gründung des Ar­beits- oder sons­ti­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses“ ver­bie­tet. Dies ent­spricht Art. 10 Abs. 1 der Richt­li­nie. Da­nach ob­liegt es im­mer dann, wenn Per­so­nen, die sich durch die Nicht­an­wen­dung des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes für ver­letzt hal­ten, Tat­sa­chen glaub­haft ma­chen, die das Vor­lie­gen ei­ner un­mit­tel­ba­ren Dis­kri­mi­nie­rung ver­mu­ten las­sen, dem Be­klag­ten zu be­wei­sen, dass kei­ne Ver­let­zung des Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes vor­ge­le­gen hat (BAG 15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 635/03 - BA­GE 113, 361). Die bloße Glaub­haft­ma­chung mit den Mit­teln des § 294 ZPO ist nicht aus­rei­chend. Die ge­setz­li­che Re­ge­lung be­trifft das Be­weis­maß. Das Ge­richt muss da­her die über­wie­gen­de Wahr­schein­lich­keit für die Kau­sa­lität zwi­schen Be­hin­der­ten­ei­gen­schaft und Nach­teil ge­win­nen (Se­nat 15. Fe­bru­ar 2005 - 9 AZR 635/03 - BA­GE 113, 361; BAG 5. Fe­bru­ar 2004 - 8 AZR 112/03 - BA­GE 109, 265). - 11 - b) Der kläge­ri­sche Sach­vor­trag lässt nach die­sen Grundsätzen ei­ne Be­nach­tei­li­gung der Kläge­rin we­gen ih­rer Be­hin­de­rung ver­mu­ten. Mit Be­scheid vom 31. Ja­nu­ar 1994 wur­de bei der Kläge­rin we­gen ih­res Haut­lei­dens ein GdB von 40 fest­ge­stellt. Nach dem Be­scheid des Ver­sor­gungs­am­tes hat die Körper­be­hin­de­rung zu ei­ner äußer­lich er­kenn­ba­ren, dau­ern­den Ein­buße der körper­li­chen Be­weg­lich­keit geführt. Die­sen Be­scheid hat die Kläge­rin dem be­klag­ten Land im Rah­men des Ein­stel­lungs­ver­fah­rens zur Kennt­nis ge­bracht. Die­ses hat die Kläge­rin dar­auf­hin we­gen Neu­ro­der­mi­tis nicht auf die freie Stel­le in der Park­raumüber­wa­chung ein­ge­stellt. Dies hat das be­klag­te Land der Kläge­rin nach der durch das Lan­des­po­li­zei­ver­wal­tungs­amt ver­an­lass­ten ärzt­li­chen Un­ter­su­chung aus­drück­lich mit­ge­teilt. Da­mit steht fest, dass die Kläge­rin ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung im Rah­men des Ein­stel­lungs­ver­fah­rens er­hal­ten hat, als ei­ne mit ihr in ver­gleich­ba­rer Po­si­ti­on be­find­li­che Per­son, bei der kei­ne Be­hin­de­rung vor­liegt. Das be­klag­te Land hat sich zur Ab­leh­nung der Be­wer­bung mit Schrei­ben vom 6. April 2004 aus­sch­ließlich auf die zu­vor er­folg­te ärzt­li­che Un­ter­su­chung vom 16. März 2004 be­zo­gen. Die der Un­ter­su­chung vor­an­ge­gan­ge­nen Aus­wahl­schrit­te ei­nes schrift­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens und ei­nes dar­auf fol­gen­den Vor­stel­lungs­gespräches hat­te die Kläge­rin mit Er­folg ab­sol­viert. Dies genügt hier, um von der Kau­sa­lität zwi­schen der Be­hin­de­rung der Kläge­rin und dem Nach­teil, dh. der Er­folg­lo­sig­keit ih­rer Be­wer­bung, aus­zu­ge­hen.
Düwell Rei­ne­cke Böck	m.hensche.de
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References: § 81
 § 81
 § 2
 Art. 17
 Art. 17
 § 81
 § 68
 § 15
 § 81
 Art. 1
 § 2
 § 69
 § 68
 § 2
 Art. 2
 § 81
 Art. 5
 Art. 10
 § 81
 Art. 2
 § 81
 § 81
 § 81
 Art. 10
 § 294