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Timestamp: 2016-10-20 21:30:06+00:00

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5P.341/1999 (24.01.2000)
5P.341/1999/bnm
Y.________, Beschwerdef�hrerin,
die Verf�gung des Instruktionsrichters der 1. Zivilkammer des Appellationshofes des Kantons Bern vom 11. August 1999,
Art. 4 aBV usw.
(Honorar als amtliche Anw�ltin in einem Kollokationsprozess), hat sich ergeben:
A.- a) Die in Z�rich praktizierende Rechtsanw�ltin lic.
iur. Y.________ wurde im Hinblick auf einen Kollokationsprozess gegen die T.________ Holding AG in Nachlassliquidation am 22. Januar 1997 durch den Appellationshof des Kantons
Bern zur amtlichen Anw�ltin von H.________ bestimmt. Mit Klage vom 2. Juni 1997 stellte sie im Namen von H._______ beim Pr�sidium des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen das
Rechtsbegehren, es seien unbedingte Forderungen im Gesamtbetrag von rund 1,58 Mio. Franken nebst Zins und bedingte Forderungen in der H�he von insgesamt rund 22,3 Mio. Franken nebst Zins in der ersten, eventuell in der dritten Klasse zu kollozieren. Die Beklagte schloss auf Abweisung der Klage und stellte im Eventualstandpunkt Schadenersatzforderungen im
Betrag von mindestens 1,4 Mia. Franken zur Verrechnung. An der Hauptverhandlung vom 20. M�rz 1998 verf�gte der Gerichtspr�sident 4 des Gerichtskreises VIII Bern-Laupen eine Verfahrensbeschr�nkung, und mit Urteil vom 25. Januar 1999 wies er die Klage ab. Mit Eingabe vom 5. Februar 1999 appellierte
Y.________ im Auftrag des Kl�gers an den Appellationshof des Kantons Bern.
b) Y.________ ersuchte am 9. Juni 1999 um sofortige Entlassung aus dem amtlichen Mandatsverh�ltnis. Mit Verf�gung vom 11. August 1999 gab der Instruktionsrichter der 1. Zivilkammer des Appellationshofes dem Begehren statt (Ziffer 1) und sprach Y.________ gleichzeitig das Honorar zu, wobei er den vom Kanton zu bezahlenden Anteil (zwei Drittel der Geb�hr nebst Auslagen, Entsch�digung f�r Reisetage und Mehrwertsteuer) auf insgesamt Fr. 44'184. 80 festsetzte (Ziffer 2).
B.- Mit Eingabe vom 15. September 1999 f�hrt Y.________ staatsrechtliche Beschwerde. Sie beantragt, Ziffer 2 der angefochtenen Verf�gung aufzuheben und den Appellationshof anzuweisen, ihr ein angemessenes Honorar zuz�glich Mehrwertsteuer und Zins zu 4 % seit dem 15. September 1999 auf dem zus�tzlich auszurichtenden Betrag zuzusprechen. Zur Begr�ndung macht sie Verletzung des Willk�rverbots, des Rechtsgleichheitsgebotes und der Handels- und Gewerbefreiheit geltend.
Der Instruktionsrichter der 1. Zivilkammer des Appellationshofes schliesst in seiner Vernehmlassung vom 19. November 1999 auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
Die Beschwerdef�hrerin hat mit Eingabe vom 15. Dezember 1999 von der ihr einger�umten Gelegenheit, sich zur Vernehmlassung des kantonalen Richters zu �ussern, Gebrauch gemacht.
1.- a) Der Instruktionsrichter des Appellationshofes hat als einzige (und damit auch letzte) kantonale Instanz �ber die Entsch�digung der Beschwerdef�hrerin entschieden (vgl. Art. 19 des Dekrets vom 6. November 1973 �ber die Anwaltsgeb�hren; DAG, BSG 168. 81). Da kein anderes eidgen�ssisches Rechtsmittel zur Verf�gung steht, ist die staatsrechtliche Beschwerde zul�ssig. Sodann ist die Beschwerdef�hrerin durch die Verf�gung des kantonalen Richters im Sinne von Art. 88 OG beschwert und zur Anfechtung der ihr als amtliche Anw�ltin zugesprochenen Entsch�digung in eigenem Namen legitimiert (dazu BGE 117 Ia 341 E. 2c S. 344 f.; vgl. auch BGE 118 Ia 133 ff. und 109 Ia 107 ff., in denen Beschwerden von amtlichen
Verteidigern gegen die H�he des Honorars gutgeheissen worden sind).
b) Die staatsrechtliche Beschwerde ist - von hier nicht gegebenen Ausnahmen abgesehen - rein kassatorischer Natur (BGE 125 I 104 E. 1b S. 107 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdef�hrerin mehr anbegehrt als die Aufhebung der angefochtenen
Verf�gung (hinsichtlich der Honorarbemessung), ist auf die Beschwerde daher nicht einzutreten.
2.- Mit der Ernennung zum amtlichen Anwalt �bernimmt der Rechtsanwalt eine �ffentliche Aufgabe; er tritt mit dem beauftragenden Gemeinwesen in ein �ffentlichrechtliches Verh�ltnis, das durch das kantonale (�ffentliche) Recht geregelt wird. Ein derartiges Rechtsverh�ltnis liegt nach der bundesgerichtlichen
Rechtsprechung nicht im Schutzbereich der Handels- und Gewerbefreiheit, auch wenn ein freiberuflich t�tiger Rechtsanwalt daran beteiligt ist (BGE 113 Ia 69 E. 6 S. 71 mit Hinweisen; Martin Sterchi, Kommentar zum bernischen F�rsprecher-Gesetz, Bern 1992, N 6 zu Art. 12 FG; J�rg Paul M�ller, Grundrechte in der Schweiz, 3. Auflage, Bern 1999, S. 655). Die Berufung der Beschwerdef�hrerin auf die verfassungsrechtliche Wirtschaftsfreiheit st�sst mithin ins Leere.
3.- a) Die Beschwerdef�hrerin r�gt des Weitern, der Instruktionsrichter habe den Streitwert als Grundlage f�r die Honorarbemessung in verschiedener Hinsicht willk�rlich berechnet. Zun�chst habe der kantonale Richter bei der Ber�cksichtigung der zu erwartenden Dividende mit Bezug auf die Klasse, in der die in der Klage genannten Forderungen zu kollozieren seien, nicht auf die Angaben des Kl�gers abgestellt, wie Art. 137 der Berner Zivilprozessordnung (ZPO) es vorschreibe. Sodann habe er willk�rlich angenommen, die umstrittenen Forderungen k�nnten nur in der letzten (bis zum 31. De-zember 1996 f�nften, ab 1. Januar 1997 dritten Klasse), und nicht - wie geltend gemacht - in der ersten Klasse kolloziert werden. Ferner seien die bedingten Forderungen, deren unbedingte Kollokation verlangt worden sei, voll in den Streitwert einzurechnen. Das Gleiche gelte f�r die in der Klage angef�hrten Zinsen, die Teil des R�ckerstattungsanspruchs bildeten. Somit m�sse ein Streitwert von mindestens 24,5 Mio. Franken in die Honorarberechnung einbezogen werden, so dass f�r die Normalgeb�hr nicht der Rahmen f�r einen Streitwert zwischen 100'000 und 300'000 Franken massgebend sei. Auf Grund von Art. 5 Abs. 2 DAG sei endlich auch die von der Beklagten zur Verrechnung gestellte Forderung von 1,4 Mia. Franken zu ber�cksichtigen.
b) Willk�r liegt nach st�ndiger Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere L�sung als die beanstandete ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen materieller Rechtsverweigerung nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, d.h. mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Die Aufhebung des kantonalen Entscheids rechtfertigt sich zudem nur, wenn nicht bloss die Begr�ndung, sondern auch das Ergebnis unhaltbar ist (BGE 124 I 247 E. 5 S. 250 mit Hinweisen).
Eine staatsrechtliche Beschwerde, mit der Willk�r geltend gemacht wird, gen�gt den Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nur dann, wenn in der Beschwerdeschrift selbst klar und detailliert dargelegt wird, inwiefern der kantonale Entscheid im erw�hnten Sinne qualifiziert unrichtig sein soll (vgl. BGE 123 III 261 E. 4a S. 270 mit Hinweisen). Es gen�gt nicht, bloss den angefochtenen Entscheid zu kritisieren, wie dies in einem kantonalen Appellationsverfahren m�glich ist, wo die Rechtsmittelinstanz Beweisw�rdigung und Rechtsanwendung frei �berpr�ft (vgl. BGE 117 Ia 10 E. 4b S. 11 f. mit Hinweisen).
c) Nach Art. 137 und Art. 138 Abs. 1 ZPO bestimmt sich der Streitwert grunds�tzlich nach den Angaben des Kl�gers in seinem Klagebegehren. Den Besonderheiten der Betreibungs- und
Konkursverfahren tr�gt die bernische Gerichtspraxis durch gewisse Abweichungen Rechnung. Insbesondere erachtet sie, wie die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur �hnlich lautenden
Grundsatzbestimmung von Art. 36 Abs. 1 OG, beim Prozess �ber die Kollozierung von Forderungen im Konkurs die Dividende als massgebend, die voraussichtlich auf den Forderungsbetrag entf�llt (Leuch/Marbach/Kellerhals, Die Zivilprozessordnung f�r den Kanton Bern, 4. Auflage, S. 291, N 3 lit. h viertes Lemma zu Art. 138; zur bundesgerichtlichen Praxis: BGE 87 II 190
S. 193 mit Hinweisen; Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, I. Band, Bern 1990, S. 289, N 9.9.5 zu Art. 36 OG).
aa) Der Instruktionsrichter h�lt daf�r, dass mit vertretbaren Argumenten sich nur die Kollokation in der f�nften bzw. dritten (d.h. letzten) Klasse habe begr�nden lassen: Der mit der Klage geltend gemachte Anspruch auf die f�r Forderungen aus einem Arbeitsverh�ltnis vorgesehene privilegierte Kollokation in der ersten Klasse (Art. 219 Abs. 4 erste Klasse lit. a SchKG) sei aussichtslos und unrealistisch gewesen.
Der Kl�ger sei drei Jahre lang als im Handelsregister eingetragener, kollektivzeichnungsberechtigter Generaldirek-tor der T.________ Holding AG t�tig gewesen. W�hrend etwa der H�lfte dieser Zeit habe er dem Vorstand (Direktion) einer Tochtergesellschaft in Deutschland (der damaligen I.________ AG) angeh�rt, um die Kontrolle �ber deren F�hrung zu gew�hrleisten.
Dabei sei zu seinen Gunsten am 22. November 1990 eine Schadloshaltungserkl�rung (sogenannte Director's Indemnity) ausgestellt worden. Der Kl�ger habe somit eine leitende Stellung mit einem weit gehenden Einblick in die Unternehmung inne gehabt. Das zeige sich auch in seinen Aussagen, wonach er, wenn er mit Entscheiden von S.________ nicht einverstanden gewesen sei, mit diesem einen Konsens gesucht und andernfalls das Gesch�ft nicht umgesetzt habe. Dass er trotzdem nicht v�llig nach seinem Belieben habe handeln k�nnen, sondern eigentlich grunds�tzlich an die Gesch�ftspolitik und die Weisungen des Verwaltungsrats gebunden gewesen sei, �ndere nichts an der Tatsache, dass er als Teil der Gesch�ftsleitung der T.________ Holding AG s�mtliche Gesch�fte und Aktivit�ten der Gesellschaft in seinem Bereich zu f�hren gehabt habe.
bb) Dass der Instruktionsrichter zur Veranschlagung der voraussichtlichen Dividende nicht einfach auf die (subjektiven)
Angaben des Kl�gers im Klagebegehren abgestellt hat, ist nicht zu beanstanden. AuchdasBundesgerichthatindieserFrageregelm�ssigdieEinsch�tzungdesKonkursamtesalsmassgebendbetrachtet, d.h.objektiveKriterieneinbezogen(vgl. BGE 93 II 82 E. 1 S. 85; 87 II 190 S. 193).
Hinsichtlich der Ausf�hrungen des Instruktionsrichters zur Klasse, in der die vom Kl�ger angemeldeten Forderungen voraussichtlich zu kollozieren seien, ist zu bemerken, dass sich das Bundesgericht verschiedentlich zu den Fassungen von Art. 219 Abs. 4 SchKG ge�ussert hat, wie sie bis Ende Januar 1966 bzw. bis Ende Dezember 1996 gegolten hatten. Nach dieser Rechtsprechung, die auch f�r die am 1. Januar 1997 in Kraft getretene Fassung der erw�hnten Bestimmung heranzuziehen ist, bezweckt das in lit. a der ersten Klasse festgelegte Lohnprivileg, aus sozialpolitischen und humanit�ren Gr�nden die wirtschaftlich und pers�nlich vom Arbeitgeber abh�ngigen Arbeitnehmer wenigstens in einem zeitlich begrenzten Rahmen gegen�ber anderen Gl�ubigern zu bevorzugen. Die Bevorzugung wird dann als gerechtfertigt erachtet, wenn Personen wegen ihrer schwachen sozialen Stellung und der wirtschaftlichen Abh�ngigkeit nicht in der Lage sind, ihren Lohnanspruch aus Arbeitsvertrag rechtzeitig und ungehindert durchzusetzen. Voraussetzung ist somit ein erh�htes Schutzbed�rfnis des Arbeitnehmers, das sich aus ausgepr�gter Abh�ngigkeit vom Arbeitgeber und daraus ergibt, dass jener angesichts seiner Unterordnung auch bei gef�hrdeter Finanzlage des Unternehmens notgedrungen nicht anders disponieren, geschweige denn auf den Gesch�ftsgang und die Firmenpolitik entscheidenden Einfluss nehmen kann. Fehlt ein rechtliches und tats�chliches Subordinationsverh�ltnis, was dann der Fall ist, wenn der Arbeitnehmer - wie etwa der Direktor einer Aktiengesellschaft oder Genossenschaft - �ber eine mehr oder weniger grosseUnabh�ngigkeit und Selbstst�ndigkeit verf�gt, so entf�llt das Lohnprivileg (dazu BGE 118 III 46 E. 2a, 2c und 3a S. 48 ff. mit Hinweisen).
cc) Angesichts dieser Grunds�tze ist die Betrachtungsweise des Instruktionsrichters jedenfalls unter dem Gesichtspunkt des Willk�rverbots nicht zu beanstanden. Soweit die Einw�nde der Beschwerdef�hrerin zu den instruktionsrichterlichen Feststellungen �berhaupt in Widerspruch stehen, sind sie unbehelflich. Materiellrechtliche Fragen, die nicht Gegenstand des Sachurteils waren, mussten im Rahmen des Entscheids �ber die Kosten- und Entsch�digungsfolgen notgedrungen summarisch und ohne zus�tzliches Beweisverfahren, auf Grund der vorhandenen Informationen beurteilt werden. So besehen erscheint es klarerweise nicht als willk�rlich, wenn der Instruktionsrichter vorab die von ihm in seiner Vernehmlassung dargelegten T�tigkeiten des Kl�gers f�r die T.________ Holding AG und dessen Stellung im Unternehmen als ausschlaggebend erachtet und daf�r gehalten hat, sie h�tten die Gew�hrung des f�r Arbeitslohn bestehenden Privilegs ausgeschlossen.
dd) Der Instruktionsrichter durfte der Streitwertberechnung nach dem Gesagten ohne Willk�r die zu erwartende Dividende f�r Forderungen der dritten Klasse (10 Prozent) zugrunde legen.
d) Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin sind die bedingten Forderungen nicht unber�cksichtigt geblieben. Bereits der Gerichtspr�sident von Bern-Laupen hatte sie in seinem Kostenentscheid summarisch, mit einem Wert von rund 100'000 Franken ber�cksichtigt, und der Instruktionsrichter hat diese Bemessung �bernommen (Ziff. 2 der angefochtenen Verf�gung). Weshalb es geradezu willk�rlich sein soll, von einer Bedingung abh�ngigen Forderungen bei der Ermittlung des Streitwerts nicht mit ihrem vollen Betrag Rechnung zu tragen, legt die Beschwerdef�hrerin nicht in einer Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�genden Form dar. Das Gleiche gilt hinsichtlich der Bemessung des Einschlags. Insoweit ist daher auf die Beschwerde nicht einzutreten.
e) Auf Grund des Streitwerts f�r die unbedingten Forderungen, den der Instruktionsrichter vom Gerichtspr�sidenten von Bern-Laupen �bernommen und demnach auf Fr. 160'000. -- veranschlagt hat, ist anzunehmen, dass er die eingeklagten Zinsen tats�chlich nicht ber�cksichtigt hat. In seiner Vernehmlassung hat er sich zur entsprechenden R�ge der Beschwerdef�hrerin nicht ge�ussert. M�glicherweise hat er Art. 138 Abs. 1 ZPO als anwendbar erachtet, wonach der Wert des Streitgegenstandes ohne Hinzurechnung der Zinsen zu ermitteln ist. Diese Bestimmung gilt nur f�r Zinsen, die als Nebenrechte zu einer Hauptforderung, nicht aber f�r solche, die als eigenst�ndige Forderung geltend gemacht werden (dazu Leuch/Marbach/Kellerhals, N 2 lit. a zu Art. 138 ZPO; vgl. auch Art. 36 Abs. 3 OG). Zinsen, die als integrierender Bestandteil eines R�ckerstattungsanspruchs aus ungerechtfertigter Bereicherung oder einer Regressforderung eingeklagt werden, sind selbstst�ndiger Natur (Leuch/Marbach/Kellerhals, N 2 lit. b zu Art. 138 ZPO; ebenso f�r Art. 36 Abs. 3 OG: BGE 118 II 363 S. 364 mit Hinweisen). Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, es habe sich hier um derartige R�ckerstattungsanspr�che gehandelt, doch ist N�heres weder den Akten noch den schriftlichen Eingaben zu entnehmen. Wie sich aus den Ausf�hrungen in Erw. 4 ergeben wird, braucht die Frage jedoch nicht weiter gekl�rt zu werden.
f) Der Instruktionsrichter hat ferner auch die zur Verrechnung gestellten Forderungen der T.________ Holding AG von 1,4 Mia. Franken unber�cksichtigt gelassen, was er damit begr�ndet, dass der Kl�ger selbst die Gegenforderungen als v�llig unsubstantiiert bestritten habe und dass diese infolge der Verfahrensbeschr�nkung denn auch gar nicht Gegenstand der am 20. M�rz 1998 erlassenen Beweisverf�gung gewesen seien.
Diese Betrachtungsweise bezeichnet die Beschwerdef�hrerin als dekretswidrig und willk�rlich.
Gem�ss Art. 5 Abs. 2 DAG wird der Streitwert durch Zusammenrechnen der beiden den Streitgegenstand bildenden Anspr�che bestimmt, wenn vom Beklagten, sei es in Form der Widerklage oder der Verrechnung, ein selbstst�ndiger Gegenanspruch erhoben wird. F�r die Streitwertberechnung wird sodann auf das zu Beginn des Rechtsstreits Geforderte, und nicht auf den nach durchgef�hrtem Beweisverfahren noch aufrechterhaltenen Anspruch abgestellt (Sterchi, a.a.O., N 1 lit. b zu Art. 5 DAG). Vor diesem Hintergrund leuchten die Hinweise des Instruktionsrichters auf die (anl�sslich der Hauptverhandlung erlassene) Beweisverf�gung und die Bestreitung der Anspr�che durch den Kl�ger nicht ein. Zur Verrechnung gestellte Anspr�che sind nicht nur dann in die Streitwertberechnung einzubeziehen, wenn sie von der Gegenpartei anerkannt werden oder wenn sie letztendlich beurteilt werden m�ssen; einer auf solche Gr�nde zur�ckgehenden Aufwandersparnis ist grunds�tzlich bei der Bemessung der Geb�hr, und nicht schon bei der Bezifferung des Streitwerts Rechnung zu tragen. Anders verh�lt es sich nur, wenn eine Partei sich �berklagt mit Argumenten, die nicht vertretbar sind, d.h. in guten Treuen nicht geltend gemacht werden konnten (Sterchi, a.a.O., N 1 lit. b zu Art. 5 DAG). Darauf scheint der Instruktionsrichter anzuspielen, wenn er auf die Qualifikation der geltend gemachten Anspr�che der T.________ Holding AG durch den Kl�ger als "v�llig unsubstantiiert" hinweist. Auf Grund der vorhandenen Informationen vermag dies allerdings noch kein Abweichen von Art. 5 Abs. 2 DAG zu rechtfertigen, zumal eine sorgf�ltige Erf�llung des anwaltlichen Mandats auch bei unbegr�ndeten Gegenforderungen verlangt, dass Verteidigungsmassnahmen ergriffen werden. Auch die Argumente, mit denen sich eine Partei gegnerischer Anspr�che erwehrt, k�nnen nicht zum v�lligen Ausblenden des Streitwerts f�hren; sie sind bei der Honorarbemessung oder allenfalls bei der Festlegung der H�he des Streitwerts zu ber�cksichtigen. Ob die aus den dargelegten Gr�nden nicht nachvollziehbare Betrachtungsweise des Instruktionsrichters auch geradezu als willk�rlich bezeichnet werden muss, kann aber angesichts der nachstehenden Erw�gungen ebenfalls offen bleiben.
4.- a) Innerhalb des mit einem Mindest- und einem H�chstbetrag festgelegten Rahmens (vgl. Art. 10 lit. a DAG f�r Zivilrechtssachen mit Streitwert) bemisst sich die Normalgeb�hr f�r die Anwaltst�tigkeit nach der mit der Sache verbundenen Verantwortung, dem nach den Umst�nden gebotenen Zeitaufwand, der Bedeutung der Sache f�r den Auftraggeber und den wirtschaftlichen Verh�ltnissen der Parteien (Art. 4 Abs. 1 DAG). In Prozessen, die besonders viel Zeit und Arbeit beanspruchen, darf der Anwalt einen Zuschlag von bis zu 75 Prozent der Normalgeb�hr berechnen (Art. 11 lit. a DAG). Mit Zuschl�gen wird auch einem Rechtsmittelverfahren und Reisetagen Rechnung getragen (Art. 10 lit. d und Art. 11 lit. b DAG). Bei der Anwendung dieser Grunds�tze im Einzelfall steht den kantonalen Gerichtsbeh�rden ein grosses Ermessen zu. Ausser bei willk�rlicher Anwendung der kantonalen Vorschriften, die den Umfang der Entsch�digung umschreiben, greift das Bundesgericht an sich nur bei Ermessens�berschreitung oder -missbrauch ein. Eine Honorarfestsetzung kann wegen Verletzung des Willk�rverbots dann aufgehoben werden, wenn sie ausserhalb jedes vern�nftigen Verh�ltnisses zu den vom Anwalt geleisteten Diensten steht und in krasser Weise gegen das Gerechtigkeitsgef�hl verst�sst (BGE 118 Ia 133 E. 2b S. 134).
b) Wird angesichts der nach den Feststellungen des Instruktionsrichters zu erwartenden Nachlassdividende von einem Streitwert der unbedingten Forderungen von rund 160'000 Franken ausgegangen, und werden Zinsforderungen von rund 40'000 Franken sowie bedingte Forderungen mit einem anrechenbaren Betrag von rund 100'000 Franken hinzugez�hlt, ergibt dies einen Betrag von ungef�hr 300'000 Franken. Bei Ber�cksichtigung zur Verrechnung gestellter Gegenforderungen im selben Betrag (in einem h�heren Betrag h�tte die Beklagte nicht verrechnen k�nnen und hat sie Gegenforderungen auch nicht widerklageweise geltend gemacht), ist von einem Streitwert von rund 600'000 Franken auszugehen. F�r das erstinstanzliche Verfahren und einen Streitwert von 300'000 bis 600'000 Franken ist gem�ss Art. 10 lit. a DAG f�r die Normalgeb�hr ein Rahmen von Fr. 11'800. -- bis Fr. 49'200. -- festgesetzt. Nicht zu beanstanden ist, dass der Instruktionsrichter von einem Zuschlag wegen besonderen Zeit- und Arbeitsaufwandes abgesehen hat. Seine Auffassung, wonach Art. 11 lit. a DAG Ausnahmecharakter habe und um so weniger zur Anwendung gelange, je h�her der Streitwert und damit die Normalgeb�hr sei (so auch Sterchi, a.a.O., N 1 zu Art. 11 DAG), ist keineswegs willk�rlich. Wird in Ber�cksichtigung der grossen Verantwortung und des hohen Zeitaufwands zur Geltendmachung der eigenen Forderungen die maximale Normalgeb�hr (Fr. 49'200. --) eingestellt, ergibt sich aus dem Willk�rverbot keine Notwendigkeit f�r einen Zuschlag nach Art. 11 lit. a DAG. Es ist namentlich auch miteinzubeziehen, dass der Zeitaufwand zur Bearbeitung der Fragen um die verrechnungsweise erhobenen Gegenforderungen, die immerhin die H�lfte des Streitwerts ausmachen, nach den verbindlichen Feststellungen des Instruktionsrichters gering war.
c) Die Meinung der Beschwerdef�hrerin, wegen des Verbots der reformatio in peius d�rfe auf die vom Gerichtspr�sidenten von Bern-Laupen gew�hrten Zuschl�ge unter keinen Umst�nden zur�ckgekommen werden, geht fehl. Der angerufene Verfahrensgrundsatz verbietet hier nur, der Beschwerdef�hrerin ein geringeres Honorar zuzusprechen als das angefochtene; indessen schliesst er eine gesamthafte Betrachtung mit �berpr�fung aller Faktoren, seien sie nun f�r die Beschwerdef�hrerin vorteilhaft oder nachteilig, nicht aus. Nicht durchzuschlagen vermag sodann der pauschale Vorwurf, der Honoraranteil f�r das Rechtsmittelverfahren ergebe umgerechnet auf die Arbeitsstunden einen weit h�heren Ansatz und sei deshalb willk�rlich: Zum einen ist das Honorar nach den in Art. 4 DAG festgelegten Kriterien, und nicht nach Stundenans�tzen zu bemessen und denn auch bemessen worden; die Umrechnung auf die Anzahl Arbeitsstunden erm�glicht nur eine Kontrollrechnung, die hier �brigens aufzeigt, dass der vom Bundesgericht in anderem Zusammenhang als noch tragbar bezeichnete Mindestansatz nicht unterschritten worden ist (vgl. BGE 118 Ia 133 E. 2b und 2c S. 134 f.). Zum anderen durfte der Instruktionsrichter der mit dem Rechtsmittelverfahren verbundenen gr�sseren Verantwortung (vgl. Art. 4 DAG) auch mit einem h�heren Honoraranteil Rechnung tragen. Soweit die Beschwerdef�hrerin die Bemessung der Honorarkomponente f�r das Rechtsmittelverfahren �berhaupt rechtsgen�glich ger�gt hat, ist ein Verstoss gegen das Willk�rverbot mithin nicht dargetan.
d) Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die angefochtene Honorarbemessung selbst dann, wenn die Streitwertberechnung modifiziert wird, um gewissen Einw�nden der Beschwerdef�hrerin Rechnung zu tragen, - im Ergebnis - nicht als willk�rlich bezeichnet werden kann. Es resultiert auch bei anderer Berechnung kein h�heres Honorar. Die geringe wirtschaftliche Leistungsf�higkeit des Kl�gers als weiteres Bemessungskriterium (vgl. Art. 4 Abs. 1 DAG) braucht dabei nicht (im Sinne einer Herabsetzung) einbezogen zu werden, womit deutlich wird, dass das Begehren, auf eine solche Reduktion zu verzichten, der Beschwerdef�hrerin ebenfalls nicht helfen kann.
5.- Eine rechtsungleiche Behandlung erblickt die Beschwerdef�hrerin darin, dass die Entsch�digung, die der Kl�ger der Beklagten zu entrichten habe, vergleichsweise h�her sei als das ihr zugesprochene Honorar. Sie macht geltend, der Rechtsvertreter der Beklagten sei als Liquidator-Stellvertreter mit den Umst�nden des "T.________-Falles" bereits vertraut gewesen und habe �berdies noch einen zweiten Prozess mit im Wesentlichen der gleichen Thematik gef�hrt, was ihm eine Zeitersparnis eingebracht habe. Die Beschwerdef�hrerin r�gt somit, die Entsch�digung an die Gegenpartei sei falsch (n�mlich zu hoch) bemessen worden, da der Zeitersparnis nicht Rechnung getragen worden sei, und beansprucht eine analoge Behandlung auch f�r sich. Im Ergebnis verlangt sie damit eine Gleichbehandlung im Unrecht. Ein derartiger Anspruch besteht jedoch nur unter besonderen, hier nicht erf�llten Voraussetzungen (dazu BGE 123 II 248 E. 3c S. 254; 122 II 446 E. 4a S. 451 f.). Ist - wie oben dargelegt - das Honorar der Beschwerdef�hrerin willk�rfrei festgesetzt worden, kann diese mit der R�ge rechtsungleicher, vorteilhafterer Behandlung des Gegenanwalts nichts f�r sich ableiten. Sie ist durch die Nichtber�cksichtigung einer Zeitersparnis, die sich f�r diesen ergeben haben soll, nicht schlechter gestellt, als wenn dessen Honorar - nach ihren Vorstellungen - korrekt bemessen worden w�re. Zur Diskussion stehen k�nnte somit unter dem Gesichtswinkel der Rechtsgleichheit nur eine Herabsetzung der Entsch�digung an die Gegenpartei. Eine solche R�ge k�nnte aber die Beschwerdef�hrerin nicht in eigenem Namen erheben, da nicht sie die Parteientsch�digung zu bezahlen hat und sie insoweit somit nicht im Sinne von Art. 88 OG betroffen ist.
6.- Die staatsrechtliche Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Gerichtsgeb�hr ist daher der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG).
3.- Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin und dem Appellationshof (1. Zivilkammer) des Kantons Bern schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 4
 Art. 19
 Art. 88
 BGE 
 BGE 
 Art. 12
 Art. 137
 Art. 5
 Art. 90
 BGE 
 BGE 
 Art. 137
 Art. 138
 Art. 36
 Art. 138
 BGE 
 Art. 36
 BGE 
 Art. 219
 BGE 
 Art. 90
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 36
 Art. 138
 Art. 36
 BGE 
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 11
 Art. 4
 BGE 
 Art. 4
 Art. 4
 BGE 
 Art. 88