Source: http://www.schichtplanfibel.de/urlaub5.htm
Timestamp: 2018-03-21 07:11:52+00:00

Document:
Tarif kürzt nicht den gesetzlichen Urlaub - Schichtplan-Ffibel für Betroffene
Gesetz schlägt Tarif
Beispiel: Monate der Gelegenheit
Tine wird am 01.05. als Arzthelferin in der Ambulanz (5-Tage/Woche) eingestellt, mit 26 Tagen Urlaub im Jahr. Die Personalabteilung rechnet
26 Tage : 12 Monate x 8 Monate = 17 Tage
Tines 6-monatige Probezeit endet im Oktober. Im November schreibt sie:
„Lieber Chef, mein Arbeitsverhältnis besteht mehr als 6 Monate. Ich habe damit die Wartezeit des §4 BUrlG erfüllt — und den vollen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 24 Werktagen in einer 6-Tage/Woche erworben. Umgerechnet auf meine 5-Arbeitstage/Woche sind das 20 Tage Urlaub. Die will ich nun antreten!“
Tine ist im Recht. Denn eine Anteilsrechnung des Tarifurlaubs ist nur in den Grenzen von §5 BUrlG möglich. Wer im Mai oder Juni neu in einem Betrieb anfängt, steht sich zunächst mit dem gesetzlichen Urlaub meist besser. Was die folgende Tabelle für die 5-Arbeitstage/Woche durchrechnet, gilt für alle anderen Verteilungen der Arbeitszeit ebenso.
Eintritt im Monat
Januar 26 27 28 29 30
Februar 24 25 26 27 28
März 22 23 23 24 25
April 20 20 21 22 23
Mai 17 20 18 20 19 20 19 20 20
Juni 15 20 16 20 16 20 17 20 18 20
Beispiel: Voller Nachschlag
Kurt hat 29 Tage Urlaubsanspruch im Jahr. Nach 2 Jahren endet sein befristeter Arbeitsvertrag mit dem 31. August. Die Personalabteilung berechnet seinen „Teilurlaub” nach dem TVöD:
29 Tage : 12 Monate x 8 Monate = 19 Tage
Kurt ist damit nicht einverstanden. Er schreibt schon im Februar:
„Lieber Chef, der August liegt in der zweiten Hälfte des Kalenderjahres. Mir steht darum der volle gesetzliche Urlaub des §4 BUrlG zu. Umgerechnet auf meine 5-Arbeitstage/Woche sind das 20 Tage Urlaub. Die will ich nun antreten!“
Und Kurt ist im Recht! Auch für ihn gilt, dass sein gesetzlicher Urlaubsanspruch (§ 3 BUrlG) die tarifliche Regelung toppt.
Ausscheiden im Monat
Juli 15 20 16 20 16 20 17 20 18 20
August 17 20 18 20 19 20 19 20 20
September 20 20 21 22 23
Oktober 22 23 23 24 25
November 24 25 26 27 28
Dezember 26 27 28 29 30
Wer im Juli oder August nicht entfristet wird, steht sich mit dem gesetzlichen Urlaub meist besser. Wer aber selbst kündigt, kann bereits am Anfang des Jahres den vollen tariflichen Jahresurlaub antreten.
Nur genommener Urlaub ist wirklich sicher.
§ 26 Erholungsurlaub
(2) Im Übrigen gilt das Bundesurlaubsgesetz mit folgenden Maßgaben: […]
b) Beginnt oder endet das Arbeitsverhältnis im Laufe eines Jahres, erhält die/der Beschäftigte als Erholungsurlaub für jeden vollen Monat des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des Urlaubsanspruchs nach Absatz 1; § 5 BUrlG bleibt unberührt. […]
(1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. […].
(2) Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden. […]
(1) Von den vorstehenden Vorschriften mit Ausnahme der §§ 1, 2 und 3 Abs. 1 kann in Tarifverträgen abgewichen werden. […] Im übrigen kann, abgesehen von § 7 Abs. 2 Satz 2, von den Bestimmungen dieses Gesetzes nicht zuungunsten des Arbeitnehmers abgewichen werden.
Der gesetzliche Zusatzurlaub für Schwerbehinderte gehört zum vollen Urlaub in diesem Sinn. Die Regeln gelten darum genauso (BAG 08.03.1994 - 9 AZR 49/93).
§ 125 Zusatzurlaub
Weiter gibt es hier Teilurlaub bei einer besonderen Fallgestaltung:

References: §4
 §5
 §4

§ 26
 § 5
 § 7

§ 125