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Timestamp: 2020-07-07 01:06:06+00:00

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BGH, 23.05.1985 - I ZR 28/83 - dejure.org
https://dejure.org/1985,619
BGH, 23.05.1985 - I ZR 28/83 (https://dejure.org/1985,619)
BGH, Entscheidung vom 23.05.1985 - I ZR 28/83 (https://dejure.org/1985,619)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 1985 - I ZR 28/83 (https://dejure.org/1985,619)
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Zitate aus Werken, die für sich in Anspruch genommen auf Jenseitsbekundungen beruhen - Anforderungen für das Eingreifen der Zitierfreiheit - Zitate zum Beleg oder zum besseren Verständnis der eigenen Ausführungen oder zur Ersetzung der eigenen Ausführungen - Anführen von ...
twoday.net (Volltext und Kurzanmerkung)
UrhG § 51 Nr. 2
NJW 1986, 131
MDR 1986, 468
GRUR 1985, 59
GRUR 1986, 59
ZUM 1986, 141
ZUM 1986, 41
afp 1986, 41
Zitate sollen als Belegstelle oder Erörterungsgrundlage für selbstständige Ausführungen des Zitierenden der Erleichterung der geistigen Auseinandersetzung dienen (BGH, Urt. v. 23.5.1985 - I ZR 28/83, GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum).
Ein Zitat ist deshalb grundsätzlich nur zulässig, wenn es als Belegstelle oder Erörterungsgrundlage für selbständige Ausführungen des Zitierenden erscheint (…BGH, Urt. v. 7.3.1985 - I ZR 70/82, GRUR 1987, 34, 35 - Liedtextwiedergabe I; Urt. v. 23.5.1985 - I ZR 28/83, GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum, m.w.N.).
An einer solchen inneren Verbindung fehlt es regelmäßig, wenn sich das zitierende Werk nicht näher mit dem eingefügten fremden Werk auseinandersetzt, sondern es nur zur Illustration verwendet (…BGH, GRUR 2011, 415 Rn. 22 - Kunstausstellung im Online-Archiv, mwN), es in einer bloß äußerlichen, zusammenhanglosen Weise einfügt oder anhängt (BGH, Urteil vom 23. Mai 1985 - I ZR 28/83, GRUR 1986, 59, 60 = NJW 1986, 131 - Geistchristentum) oder das Zitat ausschließlich eine informierende Berichterstattung bezweckt (BGH, Urteil vom 1. Juli 1982 - I ZR 118/80, BGHZ 85, 1, 10 f. - Presseberichterstattung und Kunstwerkwiedergabe).
Nach dem Zitatzweck bestimmt sich auch, in welchem Umfang ein Zitat erlaubt ist (vgl. BGH, GRUR 1986, 59 f. - Geistchristentum;… Schricker/Spindler in Schricker/Loewenheim, Urheberrecht, 4. Aufl., § 51 UrhG Rn. 19;… Dustmann in Fromm/Nordemann, Urheberrecht, 10. Aufl., § 51 UrhG Rn. 18;… Lüft in Wandtke/Bullinger, Urheberrecht, 3. Aufl., § 51 UrhG Rn. 14).
Ein Zitat ist deshalb grundsätzlich nur zulässig, wenn es als Belegstelle oder Erörterungsgrundlage für selbstständige Ausführungen des Zitierenden erscheint (BGH, GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum; GRUR 1987, 34, 35 - Liedtextwiedergabe I; GRUR 2008, 693 Tz. 42 f. - TV Total).
Zitate sollen zur Erleichterung der geistigen Auseinandersetzung Belegfunktion haben (BGH GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum).
Sollte die Beklagte in Einzelfällen Textpassagen aus den Originalkritiken der Klägerin wortgetreu nachgedruckt haben, die ihrerseits einen schutzfähigen geistigen Gehalt und eine hinreichende Individualität aufweisen, so wären die Voraussetzungen des § 51 Nr. 2 UrhG zu prüfen (vgl. dazu: BGH GRUR 1986, 59 ff. - "Geistchristentum"; KG GRUR-RR 2002, 313 ff.).
Die Selbständigkeit eines zitierenden Werkes fehlt weiterhin dann, wenn es fremdes Geistesgut unter dem Deckmantel einer Mehrheit von Zitaten ohne wesentliche eigene Leistung wiedergibt (vgl. BGH, Urt. v. 23.5.1985 - I ZR 28/83, GRUR 1986, 59 - Geistchristentum;… Schricker/Schricker, Urheberrecht, § 51 Rdn. 22).
Die Zitierfreiheit soll im Interesse des allgemeinen kulturellen und wissenschaftlichen Fortschritts der Freiheit der geistigen Auseinandersetzung mit fremden Gedanken dienen (vgl. BGHZ 99, 162, 165 - Filmzitat; BGH, Urt. v. 23.5.1985 - I ZR 28/83, GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum m.w.N.).
In dieser Weise kann auch ein einzelnes Werk Gegenstand der geistigen Auseinandersetzung in einer selbständigen Abhandlung sein und dementsprechend darin auch gemäß § 51 Nr. 1 UrhG zur Erläuterung des Inhalts genehmigungsfrei zitierbar sein (vgl. dazu auch BGH GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum).
Entscheidend bleibt aber gerade dann, wenn sich ein Sprachwerk ausschließlich oder überwiegend mit einem einzelnen Werk der bildenden Kunst befaßt, daß dessen Abbildung nur Hilfsmittel zum Verständnis der eigenen Darstellung bleibt (vgl. BGHZ 116, 136, 141 [BGH 21.11.1991 - I ZR 190/89] - Leitsätze; BGH GRUR 1986, 59, 60 - Geistchristentum).
Die Verfügungsbeklagten berufen sich hinsichtlich der Zitierfreiheit maßgeblich auf die Entscheidung "Geistchristentum" des BGH (vgl. NJW 1986, 131).
b) Angesichts der Tatsache, dass die wiedergegebenen Originalauszüge nicht das gesamte Werk umfassen, ist die Zulässigkeit der Übernahmen nicht an § 51 Satz 2 Nr. 1 (wissenschaftliches Großzitat), sondern an § 51 Satz 2 Nr. 2 UrhG (Kleinzitate) zu messen, vgl. BGH Urteil vom 23.05.1985, GRUR 1986, 59 (Geistchristentum, Randnummern zitiert nach Juris), Rdnr. 13.
Der BGH hat insoweit in der auch von den Beklagten für ihren Standpunkt reklamierten Entscheidung Geistchristentum (GRUR 1986, 59, Randnummern zitiert nach Juris) in Rdnr. 17 ausgeführt:.
Für den Zitatzweck ist es erforderlich, dass eine innere Verbindung zwischen den verwendeten fremden Werken oder Werkteilen und den eigenen Gedanken des Zitierenden hergestellt wird (…vgl. BGH, Revisionsurteil a.a.O.; GRUR 1986, 59 - Geistchristentum 1986; BGHZ 185, 291 - Vorschaubilder I jeweils m.w.N.).

References: § 51
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