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Timestamp: 2020-01-28 06:43:42+00:00

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Die Rürup-Rente und ihre wichtigsten Merkmale | Der Privatier
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Sicher ist es auch richtig, dass die Rürup-Rente so einige eingebaute Randbedingungen hat, die manchem sauer aufstoßen werden. Aber dafür gibt es auch andere Vorteile, die einfach unschlagbar sind.
Wir sollten uns daher die Rürup-Rente einmal genauer ansehen!
Die Rürup-Rente, wie die „Basisrente“ landläufig nach ihren Erfinder Bert Rürup genannt wird, ist – ähnlich wie die Riester-Rente – eine Form der staatlich geförderten Altersvorsorge.
Wenn man von der staatlichen Förderung einmal absieht, hat sie aber auch, was die Leistungskriterien und die steuerliche Behandlung angeht, durchaus Ähnlichkeiten mit der gesetzlichen Rente.
Eines der wichtigen Merkmale (und für viele auch ein Kritikpunkt) ist die Tatsache, dass es bei der Rürup-Rente kein Kapitalwahlrecht gibt, d.h. der angesparte Betrag darf nicht in einer Summe ausgezahlt werden, sondern wird ausschließlich lebenslang verrentet.
Die staatliche Förderung wird in Form einer steuerlichen Berücksichtigung der eingezahlten Beiträge realisiert. Dabei sind die Höchstgrenzen, bis zu denen Beiträge berücksichtigt werden können, deutlich höher als im Falle der Riester-Rente.
Die staatliche Förderung ergibt sich aus der Steuerersparnis während der Ansparphase, also in den Jahren, in denen Beiträge in die Versicherung eingezahlt werden.
Dazu werden zunächst die Beiträge zur Rürup-Rente mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung zusammengerechnet und können dann gemeinsam als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
Der als Sonderausgaben abziehbare Höchstbetrag ist 2014 auf 78 % von 20.000 Euro (Ledige) und 40.000 Euro (Ehepaare) begrenzt und steigt in 2 %-Schritten pro Jahr an. 2025 beträgt der absetzbare Anteil dann 100 % des aufgebrachten Beitrags.
Im Klartext: Ehepaare können 2014 mehr als 30.000 Euro von der Steuer absetzen! Wenn wir der Einfachheit halber (und um es im Kopf rechnen zu können) einmal von einem Spitzen-Steuersatz von 33% ausgehen, dann ist damit eine Steuerersparnis von 10.000 Euro zu erzielen.
Dazu müssen natürlich erst einmal 40.000 Euro an Einzahlungen aufgebracht werden. Aber dann hat man eine Förderquote von 25% erreicht. Sicher gibt es bei Riester in vielen Fällen prozentual gesehen deutlich höhere Förderquoten (50% und mehr), aber bei Riester reden wir auch von Maximal Grenzen von 2.100 Euro pro Person. Bei Rürup sind es 20.000 Euro. Das ist schon ein Unterschied.
Hinsichtlich des Personenkreises gibt es keine Einschränkungen, was die staatliche Förderung angeht. Da die Förderung aber auf einer Steuerersparnis beruht, versteht es sich von selbst, dass die Rürup-Rente nur für Personen interessant ist, die auch steuerpflichtig sind.
Und: Je höher das Einkommen (und damit der Steuersatz), umso mehr lohnt sich die Förderung.
Soviel zum Prinzip und zur Förderung der „Rürup-Rente“. Im nächsten Beitrag werde ich dann noch auf verschiedene Vertragsformen und Besonderheiten eingehen.
Kap. 7.3.2: Die Rürup-Rente: Varianten Kap. 7.2: Die Riester-Rente Kap. 7.3.3: Die Rürup-Rente – Meine Bewertung Kap. 7.2.2: Die Riester-Rente – Meine Bewertung
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Kap. 7.3: Die Rürup-Rente – Prinzip und Förderung — 60 Kommentare
Hardy sagte am 2.Apr.2014 um 19:05 :
ich lese schon länger mit und habe viele interessante Anregungen bekommen.
Mich würde mal ein Beispiel für die maximale Rürup-Ausnutzung bei einer höheren Abfindung interessieren; z.B. 150.000,- €. Besonders, wenn außer der Abfindung nur ein geringes Einkommen, z.B. der Ehefrau, die halbtags arbeitet, hinzukommt, beispielsweise 15.000,- €.
Privatier sagte am 2.Apr.2014 um 20:29 :
Ich nehme einmal an, die Frage bezieht sich auf die steuerlichen Auswirkungen?
Nun – wenn wir zunächst einmal annehmen, dass a) die Abfindung im Folgejahr nach dem Ausscheiden aus der Firma gezahlt wird und b) die Fünftelregel zur Anwendung kommt, dann sähe die Steuer (vereinfacht) zunächst einmal wie folgt aus:
Einkommen ohne Abfindung: 15.000 €, Steuer darauf: 0 €
Zuzüglich 1/5 Abfindung: 45.000 €, Steuer darauf: 6.730 €
Differenz mal fünf: 6.730*5 = 33.650 € EkSt. zzgl.KiSt. und Soli
Werden die von der Ehefrau bereits gezahlten Altersvorsorge-Beiträge aber mit einem Rürup-Vertrag auf max. 40.000 € aufgestockt, können in 2014 davon 78% (=ca. 31.000 €) als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.
Danach sieht die Rechnung wie folgt aus:
Einkommen ohne Abfindung: 15.000 €, abzgl. Sonderausgaben i.H.v. 31.000, Ergibt negatives Einkommen, Steuer darauf: 0 €
Einkommen mit Abfindung: 165.000 €, abzgl. Sonderausgaben i.H.v. 31.000, Ergibt zu verst. Einkommen v. 134.000 €,
Nach Fünftelregel: 1/5 von 134.000€ = 26.800€, Steuer darauf: ca. 2.000 €, Differenz mal fünf: 2.000*5 = 10.000 € EkSt. zzgl.KiSt. und Soli
Im Ergebnis fast 24.000 Euro Steuern gespart. Oder anderes herum: Es müssen „nur“ 16.000 Euro selber eingezahlt werden.
Alle Angaben natürlich ohne Gewähr, vereinfacht und nur als allgemeines Beispiel zum Verständnis der Rechenschritte.
Hardy sagte am 3.Apr.2014 um 12:34 :
Ja, es ging genau um die steuerlichen Auswirkungen; die Annahmen stimmen auch. Bei dieser Konstellation geht meiner Meinung nach eigentlich kein Weg an einem Rürup-Vertrag vorbei.
Privatier sagte am 5.Apr.2014 um 14:26 :
Bei einer hohen Abfindung halte ich die Rürup-Versicherung in Kombination mir der Fünftelregelung für eine ideale Möglichkeit, die ansonsten schmerzhafte Steuer in die eigenen Altersvorsorge umzuwandeln.
Aber im o.g. Fall bitte daran denken, dass die Beiträge der Ehefrau (inkl. AG-Anteil) zur Altersvorsorge ebenfalls mit zur Maximalgrenze von 40.000 € zählen!
Ahmad Riaz sagte am 9.Aug.2014 um 14:26 :
auf der Suche nach einer Optimierung von Steuern bin ich auf diesen Blog gestoßen.Mir wurde eine Abfindung von 200,000€ Brutto angeboten. Die interne Beratung hat mir nach der Fünftelreglung,Auszahlungstermin in Janauer und eine Einzahlung von 30000€ aus dem Bruttobetrag in meine Altersvorsorge einen Nettobetrag von 154000€ berechnet. Meine Frau verdient Ca.42000€ im Jahr. Kann ich den Riestervertrag meiner Frau in einen Rürup-Vertrag umwandeln und einen Betrag von 40000€ auf einmal einzahlen, um die Steuerlast zu verringern?
Privatier sagte am 9.Aug.2014 um 22:22 :
Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu einer ganzen Reihe guter Ausgangspositionen:
1. Diese Seite gefunden! Sehr gut.
2. Abfindung von 200T€. Super.
3. Auszahlung im Folgejahr. Top.
4. Fünftelregelung. Prima.
Jetzt zur Frage: Einen Riester-Vertrag in einen Rürup-Vertrag „umwandeln“ wird ganz sicher nicht gehen. Das sind zwei völlig verschiedende Dinge. Umwandeln geht da ganz sicher nicht.
Was natürlich immer geht: Den einen Vertag ruhen lassen und einen neuen abschliessen.
Ich möchte allerdings ein paar Dinge zu bedenken geben:
a) Die maximale Summe in Rürup einzahlen wäre schlecht. Denn zum Maximum zählen auch die Beiträge der Frau zur gesetzl. RV. Die müsste man vorher schon einmal abziehen.
b) Bei der betriebl. AV wird es etwas schwierig, da es oft unterschiedliche Behandlungen der versch. Durchführungswege gibt, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass diese Beiträge auch bei dem Maximum für Rürup berücksichtigt werden!
Und wenn dann schon 30T€ in die bAV gehen und die Beiträge der Ehefrau – da bleibt nichts mehr übrig.
c) Ich habe grundsätzliche Bedenken, was die Kombination von (Teil-)Abfindung in eine bAV und Fünftelregel angeht!
Voraussetzung für die 5tel-Regel ist nämlich, dass die Abfindung in einer Summe ausgezahlt wird. Bei einer bAV sieht das FA den Zufluss aber (wieder unterschiedlich je nach Durchführung) u.U. erst bei der Zahlung der Rente. Damit: Nicht in einer Summe. Und damit keine Fünftelregel.
Zur Frage des Zuflusses siehe auch: BMF Schreiben vom 04.02.2000
Ich habe aber selber mit der bAV so gut wie keine eigene Erfahrung. Rede also hier nur theoretisch. Ich kann daher immer wieder nur empfehlen, im Zweifelsfalle einen Steuerberater zu fragen. Bei der o.g. Summe sollte das drin sein.
Peter Rothmann sagte am 23.Feb.2016 um 16:42 :
ich möchte mal wissen was ich in die Rürup einzahlen müsste von meine Abfindung um die max. Steuerentlasstung zu bekommen.
115.000.-p.a. Einkommen Abfindung 90.000.-€ und im Jahr der Abfindungszahlung Einkommen 112.000.-p.a. Frau 39.000.-p.a
Bei Abschluß der Rürup – Vertrag wie hoch muss die Einmalzahlung sein und muss der Vertrag vo dem Ausscheiden aus der alten Firma erfolgen.(Austritt 31.03.2016)
Herzliche Dank für Ihre Mühe
Privatier sagte am 23.Feb.2016 um 17:45 :
Der Höchstbetrag für die steuerliche Berücksichtigung einer Altersvorsorge (z.B. Rürup-Rente) beträgt für 2016: 22.766 Euro.
Der maximale Steuervorteil (2016: 82%) beläuft sich damit auf 18.668 Euro. Für Verheiratete gilt jeweils die doppelte Summe. Sie können also bis zu 37.336 Euro von der Steuer absetzen.
Aber Vorsicht: Wenn Sie (und Ihre Frau) für 2016 Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit haben, werden davon ja in der Regel bereits AG-/AN-Anteile für die gesetzliche Rentenversicherung einbehalten. Diese Beiträge (alle) müssten Sie vorher von der maximalen Summe abziehen! Da bleibt dann leider oft nicht mehr allzu viel übrig.
Wann Sie den Vertrag abschließen spielt dabei keine Rolle.
Wenn Rürup aus o.g. Gründen evtl. nicht so attraktiv ist, könnten Sie auch überlegen, etwas in die gesetzliche RV einzuzahlen. Die o.g. Einschränkungen bleiben allerdings dieselben. Falls das für Sie in Frage kommen sollte, bitte unbedingt vorher mit der RV einen Beratungstermin vereinbaren.
Rürup wird aus meiner Sicht nur dann wirklich interessant, wenn man auch wirklich eine möglichst hohe Summe einzahlen kann.
Joachim sagte am 26.Feb.2016 um 13:19 :
Zur Verknüpfung des Rürupeffektes mit dem Einkommen/den Altersvorsorgebeiträgen der Ehefrau: könnte es nicht helfen, statt einer gemeinsamen Veranlagung im Jahr der Abfindungszahlung eine Einzelveranlagung zu wählen?
Der geplante Fall:
meine Frau und ich verdienen jeder ca. 100.000 p.a.; dazu nur Kapitalerträge unter 10K. Derzeit gemeinsame Veranlagung.
Plan: Abfindungszahlung ca. 240.000 im Januar 2017, Fünftelregelung und ich mache maximale Einmalzahlung in Rürup. Zusammen mit den PKV Beiträgen müßte der Effekt stark sein. Der Schaden des Verzichts auf Zusammenveranlagung wird dadurch gemildert, dass meine Frau über doppelte Haushaltsführung die Steuerlast reduzieren kann.
Danke für die sehr interessanten Seiten, bin erst am Anfang und werde sicher das Buch erwerben
Privatier sagte am 26.Feb.2016 um 17:52 :
Eine Einzelveranlagung sollte man auf jeden Fall immer einmal überprüfen (lassen).
Die Faustregel lautet: Eine Einzelveranlagung ist normalerweise nachteilig, außer in speziellen Sondersituationen.
Und eine Abfindung zählt ganz klar zu diesen Sonderfällen!
Eine Prognose ist schwierig bis unmöglich, daher sollte man die Zahlen einfach einmal durchrechnen. Kann man selber mit einem geeigneten Steuerprogramm oder auch mit der kostenlosen Elster-Software. Oder einmal einen Steuerberater fragen.
Zu bedenken ist natürlich, dass bei der Einzelveranlagung dann auch nur der einfach Rürup-Betrag angesetzt werden kann.
Ein paar weitere Überlegungen zur Einzelveranlagung habe ich in einem gesonderten Beitrag „Die Einzelveranlagung“ veröffentlicht.
Plan2 sagte am 9.Jun.2018 um 20:34 :
habe aufgrund des Studiums sowohl des Buches als auch des Blog wirklich eine Menge Anregungen erhalten die mir geholfen haben, die „Weichen“ des Ausstieg richtig zu stellen.
Eine Besonderheit ist nun bei der E-Steuererklärung 2016 negativ aufgetreten.
+ Habe 20 T€ von der erhaltenen Abfindung (Danke für den Hinweis 🙂 ) direkt in einen Rürup Vertrag per Einmalzahlg in 2016 eingezahlt um die Steuerlast zu drücken.
+ Steuerberater hat auch die vollen 20 T€ in Abzug gebracht (Sonderausgaben, Vorsorgeaufwendungen)
+ Das Fin.Amt hat aber nur 8.733€ davon anerkannt, lt. St.Beratung eine „Spezialvorschrift“ zur Einkommenssteuer, die aus der gezahlten Abfindung einen „fiktiven Kürzungsbetrag zaubert“
Summe der Altersvorsorge: 20.000€
Höchstbetrag 22.767€
– fiktiver Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung
(64.800€ x 18,7%) 12.117€
Gekürzter Höchstbetrag 10.650€
Anzusetzende Altersvorsorgeaufwendungen
(10.650€ x 82 %) 8.733€
Hierdurch entstand zwischen Berechnung des Steuerberater und Fin.Amt eine Differenz von ca. 5.000€ zu meinen Ungunsten
Ist diese angewandte „Zauberformel“ bekannt und geläufig?
St.Berater hat das in dieser Form bisher auch noch nicht gehabt 🙁
HOffe auf eine Klärung, das ist schon etwas sonderbar, oder ?
Privatier sagte am 9.Jun.2018 um 21:10 :
Nein – diese „Zauberformel“ war mir bisher (leider) nicht bekannt. Sonst hätte ich sie mit Sicherheit erwähnt. Aber ich habe gerade einmal kurz recherchiert und es gibt sie tatsächlich!
Die gesetzliche Grundlage dafür findet sich im § 10 Abs. 3 S. 3 EStG.
Eine recht gute und ausführliche Erläuterung dazu findet man z.B. bei Smartsteuer im Beitrag über Vorsorgeaufwendungen/Altersvorsorge unter 8.2.2 Kürzung des Höchstbetrages. Ich zitiere einmal:
„Der jeweilige Höchstbetrag ist bei Stpfl., die zum Personenkreis des § 10 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 oder 2 EStG gehören, um einen fiktiven Gesamtrentenversicherungsbeitrag (ArbG- und ArbN-Anteil) zu kürzen. Dies gewährleistet eine Gleichbehandlung zwischen Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung und anderen Stpfl., die eine Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Aufwendungen erlangen (BMF vom 19.8.2013, BStBl I 2013, 1087, Rz. 47 ff.).“
Welcher Personenkreis in Frage kommt, ist dort auch erläutert.
Für mich ich das (wie gesagt) auch neu und es bedarf sicher noch einer weiteren Recherche, um da ggfs. noch mehr zu sagen zu können. Vorab wäre aber sicher einmal interessant zu erfahren, ob Sie zu dem genannten Personenkreis zählen?
Nick sagte am 9.Jun.2018 um 21:54 :
zunächst ist es aus meiner Sicht natürlich bedauerlich, wenn ein Steuerberater sich nach Vorlage des Steuerbescheides gemeinsam mit seinem Klienten über das Ergebnis nur wundert. Ich als sein Klient wäre in so einem Fall, so wie ich die Sache momentan sehe, extrem negativ bedient vom Ausgang, wenn es sich denn schon um das Ende dieser Angelegenheit handelt. Ich sehe hier nur zwei Möglichkeiten, bin aber kein Steuerberater, sondern beurteile das Ganze als Laie und bitte entsprechend vorsichtig und natürlich ohne Obligo damit umzugehen: 1) Entweder es handelt sich um ein “Versehen“ des Finanzamtes, und so etwas, also eine Fehlbearbeitung, soll es dort ja auch schon mal geben (ich kann nur jedem dazu raten, jeden Steuerbescheid zu prüfen) und wenn dem so ist, fristgerecht Widerspruch einzulegen oder 2) es handelt sich hier tatsächlich um die von dieser Sonderregelung betroffene Personengruppe, dann befürchte ich zumindest gegenüber dem Finanzamt schlechte Karten, denn das hätte demnach korrekt geurteilt. Ob man dann den Steuerberater in Regress nehmen kann und auch will, lasse ich hier mal dahingestellt. ICH jedenfalls hätte mir in dem Fall rechtzeitig vorher einen hilfreichen Hinweis vom Steuerberater gewünscht, denn sonst brauche ich ihn nicht. Ich gehe hier mal davon aus, dass dieses Vorgehen auch vorher mit ihm besprochen wurde und nicht erst jetzt, wo der Bescheid vorliegt, denn dann wäre es für mein Empfinden im Falle der Zugehörigkeit zur betroffenen Personengruppe vermutlich jetzt zu spät, um noch etwas zu heilen.
Hier der Link zu 2) Personengruppen: (Quelle:Haufe)
https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/vorsorgeaufwendungen-223-kuerzung-des-hoechstbetrags_idesk_PI11525_HI2531455.html
Plan2 sagte am 9.Jun.2018 um 22:11 :
ganz herzlichen Dank für den Hinweis, ich hake in jedem Fall beim St.Berater nach.
Einspruchs-Widerspruchsfrist läuft noch…
Plan2 sagte am 9.Jun.2018 um 22:15 :
Vermutlich hat das Fin.Amt diese „Karte gespielt“ da ich von meinem ehemaligen Arb.Geber eine Betriebsrente erhalten werde, die dieser komplett übernommen hatte, ds könnte die Lösung sein
Zitat / Haufe:
Bei Steuerpflichtigen, denen eine eigene Altersversorgung ohne oder weitgehend ohne eigene Beitragsleistungen zugesagt wird, ist der Höchstbetrag von 23.362 EUR um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung (Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil) zu kürzen.“
Demnach ist die Entscheidung vermutlich (leider) korrekt 🙁
Nick sagte am 9.Jun.2018 um 22:29 :
Für die Anwendung der fiktiven Kürzung muss man nach meinem laienhaften Verständnis aber in jedem Fall zu einer der über meinen Link genannten Personengruppe gehören, ist dem so oder wurden RV-Beiträge gezahlt?
Wurde das Vorgehen vor Abschluss und Einzahlung Rürup mit dem Steuerberater besprochen?
Thomas Schulze sagte am 11.Jun.2018 um 10:23 :
grundsätzlich ist aus meiner Sicht der Fall hier nicht zweifelsfrei nachzuvollziehen, weil nicht alle entscheidungsrelevanten Daten vorliegen. Deshalb würde ich auf jeden Fall Einspruch einlegen (sofern die Frist noch nicht abgelaufen ist).
Dass der Höchstbetrag nach § 10 Absatz 3 Satz 1 EStG um einen fiktiven Gesamtbeitrag zur
allgemeinen Rentenversicherung zu kürzen ist, ist nicht neu. Die Regelung gehört seit Jahren zum Ausbildungsstoff selbst von Steuerfachangestellten (und wird von mir beispielsweise auch im Unterreicht mit diesen intensiv behandelt).
Voraussetzung für die Anwendung der Regelung ist die Zugehörigkeit zu dem genannten Personenkreis der Arbeitnehmer im steuerrechtlichen Sinne (Einkünfte nach § 19) entscheidend und dass kein steuerfreier Arbeitgeberanteil gem. § 3 Nr. 62 zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurde.
Mehr auf dem genannten Beitrag von smartsteuer
Nick sagte am 11.Jun.2018 um 10:50 :
herzlichen Dank für deinen wertvollen fachlichen Kommentar.
Habe ich demnach richtig verstanden, dass unbedingte Voraussetzung für die fiktive Kürzung die Zugehörigkeit zu einer der genannten Personengruppen ist und wenn dies nicht gegeben ist, eine fiktive Kürzung auch nicht in Betracht und nicht zur Anwendung kommt?
Ich frage auch deshalb hier noch einmal nach, weil der Sachverhalt oben schon auch anders, nämlich unabhängig von der Zugehörigkeit zu den Personengruppen, aber in Zusammenhang und Abhängigkeit mit dem Erhalt einer vom AG finanzierten Betriebsrente und/oder einfach dem Erhalt einer Abfindung diskutiert wurde.
suchenwi sagte am 11.Jun.2018 um 10:55 :
Den Smartsteuer-Beitrag habe ich mehrfach gelesen und versucht zu interpretieren. Konkret:
„Unter § 10 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 Buchst. b EStG fallen ArbN, die während des ganzen oder eines Teils des Kj. nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen und denen eine betriebliche Altersversorgung im Zusammenhang mit einem im betreffenden Veranlagungszeitraum bestehenden Dienstverhältnis zugesagt worden ist.“
Das ist bei mir 2019 der Fall, da der ATZ-Vertrag Ende Juli endet (anschliessend vorgez. Rente mit Abschlag), also: Teil des Kj. ohne RV-Pflicht.
In die bAV wird nur vom Arbeitgeber eingezahlt. Ferner steuer- und SV-freie Aufstockung der RV-Beiträge auf Höchstbeitrag durch AG.
Plan2 sagte am 9.Jun.2018 um 22:00 :
Hallo + besten Dank für die schnelle Info !
Wenn ich die Ausführungen bei Smartsteuer korrekt gelesen (und verstanden 🙂 ) habe, ist der Personenkreis beschränkt auf
Unter § 10 Abs. 3 Satz 3 Nr. 1 Buchst. a EStG fallen (BMF vom 19.8.2013, BStBl I 2013, 1087, Rz. 49):
– Beamte, Richter, Berufssoldaten, Soldaten auf Zeit;
– ArbN, die nach § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 SGB VI oder § 230 SGB VI versicherungsfrei sind (z.B. Beschäftigte bei Trägern der Sozialversicherung, Geistliche der als öffentlich-rechtliche Körperschaften anerkannten Religionsgemeinschaften);
– ArbN, die auf Antrag des ArbG von der gesetzlichen Rentenversicherung befreit worden sind, z.B. Lehrkräfte an nicht öffentlichen Schulen, bei denen eine Altersversorgung nach beamtenrechtlichen oder entsprechenden kirchenrechtlichen Grundsätzen gewährleistet ist.
– ArbN, die während des ganzen oder eines Teils des Kj. nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen und denen eine betriebliche Altersversorgung im Zusammenhang mit einem im betreffenden Veranlagungszeitraum bestehenden Dienstverhältnis zugesagt worden ist. — Für die Beurteilung der Zugehörigkeit zu diesem Personenkreis sind alle Formen der betrieblichen Altersversorgung zu berücksichtigen.
Zum Personenkreis des ersten Absatz zähle ich definitiv nicht.
Beim zweiten Absatz kann ich nur mutmaßen:
2016= in 01.2016:Abfindung ab 03.2016:arbeitslos
ab 11.2016 Gründungszuschuss (Neustart Gewerbeanmeldg. als freier Hdl.Vertreter)
Ob da der „Knackpunkt“ liegen mag ?
Plan2 sagte am 9.Jun.2018 um 22:48 :
Fakt ist die Betriebsrente, die komplett vom AG gezahlt wurde, das trifft zu. Wenn für die Anwendung der Kürzung dann SOWOHL vom AG zu 100% gezahlte Betr.Rentenbeiträge als auch noch der bezeichnete Personenkreis Voraussetzung wäre, dann würde ich (Vermutung) auch noch ein Fünkchen Hoffnung haben,hier erfolgreich Einspruch einlegen zu können, denn zu dem Personenkreis zähle ich nicht.
Den Ball soll dann aber bitte der St.Berater spielen…
@ Nick: Nochmals Danke !
Privatier sagte am 10.Jun.2018 um 15:26 :
Die Betriebsrente wird aus meiner Sicht der Punkt sein, der für die Kürzung verantwortlich ist.
Die aufgeführten Personen- bzw. Berufsgruppen sind da wohl eher als Beispiel in dem Sinne zu verstehen, dass es dort IMMER zu einer Kürzung kommt, da hier Versorgungsansprüche zugesagt werden, ohne dass diese Gruppen selber etwas dazu beitragen.
Es trifft einen also auch, wenn man nicht zu den Personengruppen gehört, aber trotzdem die Bedinungen erfüllt. Ich verweise noch einmal auf den oben verlinkten Beitrag von Smartsteuer. Ich finde, dort ist das sehr gut erklärt. So heisst es z.B. unter 8.2.2.3:
Und genau das dürfte im vorliegenden Fall wohl zutreffen, oder?
Insbesondere gilt auch:
„…[führt zu einer Kürzung]. Dies gilt auch für den Bezug einer nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegenden Abfindung wegen Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses (BFH Urteile vom 17.5.2006, X R 19/05, BFH/NV 2006, 2049 und vom 26.9.2006, X R 7/05, BFH/NV 2007, 34).“
Ich fürchte momentan, dass die Aussichten für einen erfolgreichen Widerspruch eher schlecht aussehen. Zumindest fällt mir da momentan kein Argument ein…
Nick sagte am 10.Jun.2018 um 18:21 :
also ich muss sagen, dass ich jetzt nach den letzten Beiträgen zu dieser aktuellen Problematik nun selbst etwas verwirrt bin. Was bedeutet das denn nun konkret z.B. für all diejenigen, die sich in diesem Jahr nach Erhalt des Bewilligungsbescheides ALGI bei der AA abgemeldet und auch in diesem Jahr eine aufgrund der Einhaltung der Bedingungen sozialversicherungsfreie Abfindung bekommen haben. Mein Dienstverhältnis endete beispielsweise Ende 2017, Abfindung, endgültiger Bewilligungsbescheid ALG I und Abmeldung AA nach einem Tag Arbeitslosigkeit alles im Januar 2018. Betriebsrente durch den AG, die irgendwann in einigen Jahren ausgezahlt wird, ist bei mir auch vorhanden. Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, in diesem Jahr, wie hier im Forum an anderer Stelle schon vielfach diskutiert, voraussichtlich einen steuerlich sinnvollen Betrag (Eigenbeitrag GRV sollte durch steuerliche Abzugsfähigkeit dadurch weitgehend selbst finanziert werden) als Gegenpart zur Abfindung in die GRV als Einmalbeitrag zu leisten. Durch die o.a. Schilderung des aktuellen Problems von “Plan2“ bin ich aber nicht mehr so sicher. Dieser Problemfall ist doch hier zum ersten Mal aufgetaucht. Aber es wird hier mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit auch schon andere Fälle gegeben haben, die ebenfalls eine solch geschilderte Altersvorsorge vom AG hatten, aber trotzdem zusätzlich entweder in die GRV oder Rürup aus o.g. steuerlichen Gründen eingezahlt haben, z.B. so wie ich es oben einmal für meinen Fall beispielhaft geschildert habe. Demnach sollte das Problem schon häufiger aufgetreten sein. Kann ich mir aber nicht vorstellen, da sich dazu hier noch nie jemand in der Form geäußert hat. Ich kann es mir nicht erklären. Was rät man denn mit Blick auf die bisherige Handhabe den Betroffenen, die es so wie z.B. ich auch eigentlich, ich würde fast sagen, gewöhnlich für das Jahr der Abfindung planen?
Und @ Plan2: Eine möglichst kurzfristige Rückmeldung dazu wäre klasse und hilfreich für alle anderen womöglich Betroffenen und Interessierten.
suchenwi sagte am 10.Jun.2018 um 18:32 :
Mein Eindruck ist, dass es bei steuerlich absetzbaren Altersvorsorgeaufwendungen folgende „Problemzonen“ gibt (die den Freibetrag drastisch reduzieren):
– nicht das ganze Jahr RV-pflichtig
– und: bAV, die ausschliesslich vom AG getragen wird
– oder: Abfindung
Ich bin gespannt auf weitere Kommentare.
Nick sagte am 10.Jun.2018 um 19:55 :
Und ich bleibe dabei. Hier ist irgendwie und irgendwo der Wurm drin. Denn diese Fälle, die “suchenwi“ oben nochmals aufgeführt hat und die hier angeblich in Summe oder auch einzeln(??) auch unabhängig von der zugehörigen Personengruppe (und das ist für mich der Knackpunkt – ich kann es noch nicht glauben, unabhängig!!)(siehe obige Kommentare inkl. Links) zu der Wertung des Falles bei “Plan2“ durch das Finanzamt geführt haben sollen, da bin ich mir über einen Zeitraum von jetzt rund fünf Jahren, die es diesen Blog jetzt etwa gibt, sicher, hat es bei der Vielzahl der Anliegen, die hier bereits diskutiert wurden und werden mit Sicherheit schon häufiger gegeben und nie hat sich hier jemand davon in der Form mit diesen Erfahrungen zurück gemeldet, wie es Plan2 gestern Abend getan hat.
Kann dazu jemand etwas beitragen? Vielleicht aus eigener oder fremder Erfahrung oder womöglich als Fachfrau/-mann. Wäre in der Beurteilung und Einordnung dieses hier offensichtlich bisherigen Einzelfalls auch für den weiteren Umgang damit die Zukunft betreffend sicher sehr hilfreich und willkommen!
suchenwi sagte am 10.Jun.2018 um 20:12 :
Die Abfindungsproblematik habe ich aus folgender Stelle in smartsteuer.de gelesen (schrecklich juristisch):
„Nachgezahlter Arbeitslohn, der einem aktiven Beschäftigungsverhältnis zuzurechnen ist, in dessen Rahmen der Stpfl. durch Zukunftssicherungsausgaben des ArbG oder durch den Erwerb von Altersversorgungsansprüchen begünstigt worden ist, führt auch dann zur Kürzung des Vorwegabzugs bzw. zur Kürzung der Basisversorgung, wenn er erst nach Beendigung der aktiven Tätigkeit in einem späteren Veranlagungszeitraum zur Auszahlung an den Stpfl. gelangt. Dies gilt auch für den Bezug einer nicht der Sozialversicherungspflicht unterliegenden Abfindung wegen Auflösung des Beschäftigungsverhältnisses (BFH Urteile vom 17.5.2006, X R 19/05, BFH/NV 2006, 2049 und vom 26.9.2006, X R 7/05, BFH/NV 2007, 34).“
suchenwi sagte am 10.Jun.2018 um 17:39 :
Danke für die detaillierten Recherchen! Ich habe mit den Hinweisen mal meinen „Fall“ von freiwilligen RV-Beiträgen 2018-21 durchgespielt:
2018: wohl kein Problem, ganzjährig RV-pflichtig
2019: ATZ bis Ende Juli, danach Rente, nicht mehr RV-pflichtig – „betriebliche Altersversorgung im Zusammenhang mit einem im betreffenden Veranlagungszeitraum bestehenden Dienstverhältnis zugesagt“, allein AG-bezahlt – Problem?
VBL (öD 1986-94: ca.69€/mo) fällt auch an, aber nicht im Veranl.zeitraum
2020: Abfindung 58k – Problem?
2021: Beginn Auszahlung bAV Siemens
Der Artikel auf smartsteuer.de ist enorm detailliert, aber sehr schwer zu lesen…
Vorläufiger Plan: frw.RV ist 2018 schon eingezahlt, also warte ich den Steuerbescheid für 2018 ab, ob er der Erwartung (Altersvorsorgeaufwand voll genutzt) entspricht.
Und ab 2019 muss ich, wenn ich bis dahin die Rechtslage nicht voll im Griff habe, mir wohl für die als „Problem?“ markierten Jahre einen Steuerberater suchen, der sich in diesen Themen aber auch auskennt, und nicht nach dem Steuerbescheid „staunt“, das kann ich auch selber… 🙂
Nachgedanke: „death & taxes“ sind sicher, also vielleicht spare ich mir auch den Steuerstress… ist ja für einen guten Zweck.
suchenwi sagte am 10.Jun.2018 um 20:38 :
Plan B: da ja offensichtlich die Abfindung die frw.RV-Beiträge ziemlich „steuerentgünstigt“, schiebe ich die Beiträge wohl auf 2021 auf (per Vordruck V0060 der DRV), und investiere das Restgeld inzwischen lieber in ausschüttungsstarke Wertpapiere… 😀
suchenwi sagte am 10.Jun.2018 um 22:18 :
Plan C: 2019 zahle ich 7/12 der Differenz Altersvorsorgefreibetrag – AG+AN-Pflichtbeiträge RV ein. Rechnerisch nachvollziehbar, steuerlich.. sieht man den Effekt im nächsten Steuerbescheid. Weisste Bescheid 🙂
plan2 sagte am 10.Jun.2018 um 19:25 :
ich werde die Infos meines Steuerberaters abwarten und mich dann wieder melden, wird allerdings ein paar Wochen dauern (Urlaub).
Wie vom Privatier gepostet glaube ich auch, dass der Knackpunkt entweder
a. die Betr.Rente die der AG allein gezahlt hat
b. ein nicht soz.vers.pflichtiger Zeitraum im Veranlagungsjahr
… oder beides
„Unter dem Strich“ hoffe ich dass die Einmalzahlung trotzdem Sinn gemacht hat, da sie wenigstens teilweise absetzbar war. Die Rendite sei aber mal dahingestellt 🙁
Nick sagte am 10.Jun.2018 um 21:04 :
Woher wusste denn das Finanzamt von den Umständen, die hier womöglich zur Kürzung geführt haben, wenn ich dabei jetzt einmal an die Betriebsrente denke, die vom AG allein getragen wurde? Mir fällt im Moment nicht ein, wo man dazu im Rahmen der Steuererklärung Angaben macht/machen muss. Ist mir noch nie untergekommen.
suchenwi sagte am 10.Jun.2018 um 21:07 :
Es gibt ja auch noch die Pflichtmeldungen des Arbeitgebers ans Finanzamt, vielleicht stand da sowas drin?
plan2 sagte am 10.Jun.2018 um 21:22 :
Das wäre eine Möglichkeit, ich warte jetzt mal die Rücksprache mit dem Steuerberater ab…
versfachwirt sagte am 10.Jun.2018 um 22:16 :
Nachdem ich viele Jahre Rürup Renten in einer Bank verkauft habe, kann ich bestätigen, dass z.Bsp. bei Beamten schon immer der Freibetrag fiktiv gekürzt wurde, da diese Personengruppe ansonsten gegenüber rentenversicherungspflichtigen AN bevorteilt wäre, bei denen der absetzbare Höchstbeitrag bereits durch AG und AN Anteil in die GRV reduziert ist.
Nick sagte am 11.Jun.2018 um 00:13 :
Danke für diese Bestätigung dessen, was ja auch aus den o.g. Links und Kommentaren abzuleiten war, eben die Zugehörigkeit zu einer der da genannten Personen-(Berufs-) gruppen. Das leuchtet mir auch komplett ein und ist, finde ich, nachvollziehbar. Aber ohne diese “Gruppenzugehörigkeit“…ich kann’s mir noch immer nicht vorstellen, dass Abfindung und/oder Betriebsrente hier für diese Kürzung alleine reichen. Da wären ja, wie oben schon geschrieben, viele andere vermutlich auch negativ betroffen (gewesen). War aber hier bisher in diese Richtung noch keine Rückmeldung zu.
Weiß noch jemand etwas dazu?
Privatier sagte am 11.Jun.2018 um 17:04 :
Bevor ich hier noch einmal auf die oben diskutierte Kürzung des Höchstbetrages nach § 10 Abs.3 S.3 EStG eingehe, möchte ich zunächst einmal etwas beruhigen:
Ich selber habe ja auch eine Abfindung bekommen (2012), in einem Jahr in dem ich nicht mehr berufstätig (und somit nicht mehr rentenversicherungspflichtig) war. Außerdem hatte ich damals eine Zusage auf eine Betriebsrente, für die ich (soweit ich mich erinnern kann) niemals igendwelche eigenen Beiträge gezahlt habe. Ich habe im Jahr der Abfindung den damaligen Höchstbetrag von 40.000€ in eine Rürup-Versicherung eingezahlt. Und das ist alles ohne Diskussion und ohne Abzüge so anerkannt worden. Und dabei bin ich mir sicher, dass meine damalige Einkommensteuererklärung detailliert geprüft worden ist, da es zu anderen Fragen im Zusammenhang mit der Abfindung noch etliche Nachfragen gegeben hat.
Und jetzt noch einmal zum §10 Abs.3 Satz 3 EStG:
Wenn man sich das Gesetz und entsprechende Erläuterungen noch einmal in Ruhe durchliest, so gibt es eigentlich nur drei Gruppen, für die eine Kürzung in Frage kommt:
§10 Abs.3 Satz 3 Nr.1 Buchst. a EStG:
Betrifft Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei oder auf Antrag befreit waren. Das dürfte nur auf kleine Gruppen zutreffen, nämlich z.B. Beamte, Richter, Berufssoldaten, Geistliche, bestimmte Lehrer usw.
Den „normalen“ Angestellten trifft diese Regel nicht.
§10 Abs.3 Satz 3 Nr.1 Buchst. b EStG:
Betrifft Arbeitnehmer, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen, eine Berufstätigkeit ausgeübt und im Zusammenhang damit auf Grund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung erworben haben. Das dürfte der kritische Fall sein, dazu später mehr…
§10 Abs.3 Satz 3 Nr.2 EStG:
Betrifft Arbeitnehmer, Einkünfte im Sinne des § 22 Nummer 4 erzielen… Die ist insbesondere bei Abgeordneten der Fall, für den „normalen“ Arbeitnehmer also ebenfalls nicht relevant.
Interessant wäre daher aus meiner Sicht nur die Personengruppe, die unter
§10 Abs.3 Satz 3 Nr.1 Buchst. b EStG angesprochen wird.
Mir ist der Gesetzestext an dieser Stelle bisher nicht so ganz klar geworden. Er lautet:
„[Der Höchstbetrag ist zu kürzen, bei] Steuerpflichtigen, die Arbeitnehmer sind und die während des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen, eine Berufstätigkeit ausgeübt und im Zusammenhang damit auf Grund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung erworben haben.“
Mein aktuelles Verständnis geht dahin, dass hier nur „Arbeitnehmer, die nicht der gesetzl. RV-Pflicht unterliegen“ gemeint sind (und wo gibt es das schon?).
Für Irritation sorgt hier eigentlich nur der Zusatz „während des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres“ und die Frage, auf welchen Teil der Aussage sich das bezieht?
Hier gibt es mindestens zwei Deutungen:
a) Man muss Arbeitnehmer sein und nicht der gesetzl. RV-Pflicht unterliegen. Ob dies für das ganze Kalenderjahr gilt oder einen Teil, spielt keine Rolle.
b) Man gehört auch dann zu diesen Personenkreis, wenn man in einem Teil des Jahres Arbeitnehmer war und in einem anderen Teil nicht pflichtversichert in der GRV.
Ich neige aktuell zur Deutung unter a). Auch aufgrund der Beispiele, die dafür in den Kommentaren oftmals aufgeführt werden (z.B. Geschäftsführer-Gesellschafter einer GmbH oder Vorstände einer AG). Wenn das so richtig ist, dürfte damit auch dieser Fall nur für sehr wenige zutreffen.
An dieser Stelle möchte ich mich einmal kurz bei Thomas Schulze bedanken, dass er sich hier zu Wort gemeldet hat und würde ganz gerne die Bitte anschließen, meine obige Interpretation ggfs. einmal zu bestätigen oder auch gerne zu korrigieren.
suchenwi sagte am 11.Jun.2018 um 17:20 :
Ja, es ist knifflig… zum Fall 1b heißt es:
„„[Der Höchstbetrag ist zu kürzen, bei] Steuerpflichtigen, die Arbeitnehmer sind und die während des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen…“
Erste Anforderung: „die Arbeitnehmer sind“ (Präsens). Nach Auslaufen Arbeitsvertrag und Wechsel in Rentnerstatus „ist“ man kein Arbeitnehmer mehr, „war“ es nur in dem Kalenderjahr.
Zweite Anforderung: „während des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen“ – das kann z.B. passieren, wenn ein Angestellter verbeamtet (oder zum Abgeordneten gewählt 🙂 ) wird.
Ich fühle mich beruhigt und neige daher auch zu Deutung a).
Thomas Schulze sagte am 11.Jun.2018 um 17:33 :
richtig, nur noch eine Ergänzung:
Wenn im EStG § 10 (3) von Arbeitnehmern die Rede ist, dann ist das im steuerlichen Sinne gemeint: die Personen beziehen Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit gem. § 19 EStG. Darunter gibt es auch arbeitnehmerähnliche Beschäftigte, die ebenfalls Einkünfte gem. § 19 beziehen – gem. § 10 (3) S. 3 Nr. 1 b beispielsweise Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH. Die sind nicht rentenversicherungspflichtig.
Mit Arbeitnehmern, die Arbeitslosengeld beziehen oder auf die Zahlung von Arbeitslosengeldes während des Dispojahres verzichten, hat das alles nichts zu tun.
Nick sagte am 11.Jun.2018 um 18:25 :
und besten Dank für die hilfreiche Diskussion mit wichtigen Informationen. Ich denke, dann sind viele nicht von dem Risiko der fiktiven Kürzung betroffen. Die Unsicherheit ist bei mir aber erst entstanden, weil die obige Diskussion und Argumentation zunächst in eine andere Richtung, eben unabhängig von den betroffenen Personengruppen verlief, so schien mir jedenfalls, und das ist ja nun wohl, wenn ich das jetzt alles richtig verstanden habe ausgeräumt und es ist sehr wohl so, dass dementsprechend nur einige wenige im Verhältnis von so einer fiktiven Kürzung betroffen sind bzw. wären; dies allerdings aus meiner Sicht dann auch zu Recht, wegen der fehlenden RV-Pflicht.
Es bleibt die Frage, weshalb das Finanzamt von “Plan2“ so gehandelt und die Kürzung angewandt hat, obwohl Plan2 sich oben dahingehend geäußert hat, dass er nicht zu den besagten Personengruppen gehört. Vielleicht eine dortige Fehlbearbeitung oder doch einer der Gruppen zugehörig?
Man weiß es noch nicht…
Gruß und Dank, Nick
Privatier sagte am 11.Jun.2018 um 18:31 :
„Es bleibt die Frage, weshalb das Finanzamt von “Plan2“ so gehandelt und die Kürzung angewandt hat?“
Richtig. Und darum wäre es sehr nett von „Plan2“ uns hier über die weiteren Erkenntnisse auf dem Laufenden zu halten! Danke.
Plan2 sagte am 23.Aug.2018 um 14:00 :
heute kam endlich die Antwort auf meinen Widerspruch bzgl. der Kürzung (Thema Rürup Einmalzahlung s.o.)
Der Widerspruch wurde seitens Fin.Amt akzeptiert.
Entweder war da der Sachbearbeiter im Sinne des Fin.Amt besonders engagiert oder es war schlicht ein Fehler.
Da ich definitiv nicht zu dem betroffenen Personenkreis gehörte, durfte die Kürzung wohl auch nicht vorgenommen werden.
Ein Beigeschmack bleibt hinsichtlich der Steuerberatung, da erst auf meinen Hinweis („Wissen“ hier aus dem Forum 😉 ) der Widerspruch in die Wege geleitet wurde.
An dieser Stelle nochmal einen lieben Dank an den „Privatier“, ich habe so viele Ansätze für meinen eigenen Einstieg zum Ausstieg gefunden, das sowohl Buch als auch Blog für mich bares Geld wert waren, Klasse !!
Alles Gute + auf bald.
Privatier sagte am 23.Aug.2018 um 17:58 :
Vielen Dank für die Rückmeldung und Glückwunsch zum erfolgreichen Widerspruch!
Tja… und es geschehen auch in deutschen Behörden immer wieder wunderliche Dinge, für die man kaum eine Erklärung findet. Ist mir gerade auch erst wieder mit der Rentenversicheung und dem Finanzamt passiert.
Von daher lautet das Motto: Immer schön wachsam sein und vor allen nicht „aus Respekt vor einem amtlichen Schreiben“ einfach alles hinnehmen. Manchmal ist es schlichter Unfug.
Entrepreneur2Privatier sagte am 15.Okt.2018 um 19:32 :
bin kurz vom dem Abschluss eine Rurüp Versicherung – Die Würtembergische hat hier ein interessantes Angebot – Es ist die Frage bzgl. Laufzeit bis 63 oder 65 – Was ich so sehe ist wenn ich 65 als Rentenbeginn angebe dann scheint es so zu sein das wenn ich mit 63j in Rente gehen würde der Rentenfaktor ein Überraschungsei wird (es wird zwar angegeben das die Rechengrundlagen gleich bleiben) wenn ich 63 als Rentenbeginn angebe dann ist zwar wenn der Rentenbeginn auf 67 Verzögert wird etwas niedriger jedoch die Faktoren sind vorab determiniert.
Ich freue mich auf eure Erfahrungsimpulse !
Entrepreneur2Privatier sagte am 17.Okt.2018 um 12:13 :
Ups nicht 65 sondern 67 war gemeint 😉
Entrepreneur2Privatier sagte am 22.Okt.2018 um 10:12 :
mich würden Ihre Gedanken interessieren ob Sie sich bei ihrem Rürup Vertrag für die Regelrentenbeginn entschieden haben und was hier die Überlegungen waren. Ich sehe im Wesentlichen das Risiko das wenn ich das Regelrenten beginn mit 67 Definiere das ich bei vorzeitigem Beginn mit 63 sich die Parameter wie Rentenfaktor zu „Überaschungsfaktoren“ entwickeln.
Ich freue mich auf ihre Überlegungen!
Privatier sagte am 22.Okt.2018 um 12:49 :
Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es bei der Wahl der Laufzeit für die Rürup-Rente irgendeinen Zusammenhang zur Regelaltersgrenze gegeben hätte? Und auch keinen Zusammenhang mit der Berechnung von Faktoren, die die Höhe der Rente bestimmen.
Kurz: Ich habe mir über diese Fragen keinerlei Gedanken gemacht. Für mich stand ohne Zweifel fest, dass die Auszahlung meiner Rürup-Rente zum frühest möglichen Zeitraum erfolgen sollte. Und das war in meinem Fall ab einem Alter von 60 Jahre. Und seitdem beziehe ich meine Rürup-Rente (s. Beitrag: Die erste Rente).
Ich bin mir nicht sicher, ob ein Rentenbeginn mit 60 heute überhaupt noch möglich ist, aber ich würde auch heute immer wieder einen möglichst frühen Beginn wählen. Und das gilt für alle Renten, selbst bei Abschlägen.
Det sagte am 22.Okt.2018 um 14:24 :
Nee Peter , geht nicht mehr mit 60 , NEU nur noch mit 62 möglich .
Altverträge ( DA 2 PARTEIEN SICHTWEISE , im Gegensatz GRV ) noch
möglich . Ist im Zuge BASIS GRV 67 , auch mit angehoben worden .
Gelten aber im Prinzip , ja die gleichen Sterbetafeln .
Daher wollte ich ja auch nicht mehr wechseln ( Altverträge 60 ).
Frühstmöglich , ist aber wie Peter schon mitteilt , auch m.M.n.
für ein ANKOMMEN , HINTER Amortisationslauf , wesentlich besser .
Entrepreneur2Privatier sagte am 22.Okt.2018 um 13:09 :
Ok Besten Dank!
Kurt sagte am 17.Nov.2018 um 15:31 :
beim Rürup Vertrag für 2018 hat sich bei mir eine Frage ergeben:
– der Höchstbeitrag im Jahr 2018 liegt bei 23.712 Euro (Ledige)
– 86% Prozent vom Höchstbetrag werden steuerlich anerkannt
– Steuerlich anerkannt werden somit 20.392,32 Euro
Würde ich einen Rürup Vertrag nur in Höhe von 20.392,32 abschließen dann
würde das Finanzamt von diesen Betrag auch wieder nur nur 86 % anerkennen ?
Im Umkehrschluß würde das bedeuten – um die vollen 20.392,32 steuerlich absetzen
zu können – muß der Rürub Vertrag in Höhe von 23.712 Euro abgeschlossen werden ?
Vielen Dank im Voraus für einen klärenden Tip.
Privatier sagte am 17.Nov.2018 um 22:01 :
Ja, richtig verstanden: Die 86% beziehen sich auf die eingezahlten Beiträge. Bis zu einer maximalen Höhe der Einzahlung von bis zu 23.712€ (für Ledige in 2018).
Und immer daran denken: In dieser maximalen Summe werden immer sämtliche Beiträge zur (Basis-)Altersvorsorge erfasst, also neben Rürup in erster Linie die Beiträge zur gesetzl. Rentenversicherung. Wichtig für alle, die noch als Arbeitnehmer tätig sind, ALG beziehen oder freiwillige Beiträge zahlen.
Martin sagte am 26.Mrz.2019 um 00:02 :
ich hätte jetzt mal eine kompliziertere Überlegung.
Januar 2019: 185.000
2 Monate Elterngeld Ehemann 3.600 (Entgeltersatzleistung)
2 Monate Arbeitslosengeld 4.000 (Entgeltersatzleistung)
Ehefrau 4 Monate Mutterschaftsgeld 6.000 (Netto Entgeltersatzleistung)
Ehefrau 8 Monate Elterngeld Plus 7.000 (Entgeltersatzleistung)
Hier sollte Zusammenveranlagung die beste Option sein.
Zumindest sagt das ein online Abfindungsrechner
Nun stellt sich die Frage nach Rürup.
Bei gemeinsamer Veranlagung müssten wir doch auch die RüRup nutzen können um mittels des Versorgungsaufwands die Steuern zu minimieren oder gibt es da bei Elterngeldbezug eine Sperre oder sonstige Zahlungen die angerechnet werden?
Angenommen der „Trick sollte funktionieren“ dann wäre doch die Rechnung:
Gehalt: 0 Euro / Ersatzleistungen Steuerfrei
Ohne Rürup:
1/5 Abfindung: 37.000
Ersatzleistungen 20.600 (beide zusammen)
Laut einen Abfindungsrechner sollten hier eigentlich nur ca. 33.000 Euro Steuern anfallen (ohne Kirchensteuer).
Rürup: 40.000 Euro – davon 88% anrechenbar = 35.200
zu versteuerndes Einkommen: (185.000 – 35.200) / 5 = 29.960
Ersatzleistungen 20.600
Steuern ca. 22.500 Euro ???
Hier lohnt sich Rürup dann wohl eher nicht… (schade)
P.S. Das Kindergeld / den Kinderfreibetrag lassen wir mal aussen vor…
Privatier sagte am 26.Mrz.2019 um 09:25 :
„Hier lohnt sich Rürup dann wohl eher nicht… (schade)“
Naja… ob sich etwas „lohnt“, ist dann wohl auch immer eine Frage der Definition von „lohnen“. Bei der obigen Rechnung sind immerhin über 10.000€ an Steuern eingespart. Man könnte auch sagen, das Finanzamt hat 25% der Einzahlung finanziert. Natürlich geht es immer auch noch besser, aber manch einer zahlt seine Altersvorsorge komplett aus eigener Tasche.
Ich habe die Zahlen oben übrigens nicht nachgerechnet. Diesen „Service“ kann ich hier nicht anbieten. Sie mögen stimmen – oder auch nicht. Rechner im Internet haben oft die Eigenschaft, dass sie auf ein spezielles Thema ausgerichtet sind und dabei sämtliche Nebenaspekte nicht (oder falsch) berücksichtigen.
Um eine verlässlichere Prognose zu bekommen, würde ich immer ein Steuerprogramm (oder Elster-Software) verwenden. Alternativ einen Steuerberater beauftragen.
Im Übrigen würde ich selber heute eher eine Einzahlung in die gesetzl. RV bevorzugen (sofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind). Hängt aber natürlich auch immer von den genauen Verhältnissen ab. Sollte man aber auch einmal prüfen.
Und auch die Einzelveranlagung immer wieder mitprüfen! Mit und ohne Rürup.
Hardy sagte am 26.Mrz.2019 um 11:42 :
Müsste nicht die Abfindung durch fünf geteilt werden und dann der Rürup-Betrag abgezogen werden?
Martin sagte am 26.Mrz.2019 um 13:21 :
Sicher? das habe ich genau anders herum verstanden.
Hardy sagte am 27.Mrz.2019 um 07:52 :
Lies bitte mal die Seiten, die der Privatier vorschlägt und auch
https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnftelregelung
Osborne sagte am 26.Mrz.2019 um 16:54 :
ich versteuere meine Abfindung im Dispojahr 2018. Mein Steuerprogramm berechnet die Gesamteinkünfte, zieht dann die Altersvorsorgebeiträge ab und teilt DANACH durch 5.
FÜR2012 sagte am 26.Mrz.2019 um 17:37 :
ich würde Ihnen ganz dringend empfehlen Ihre Werte einmal mit einer Einkommensteuersoftware zu simulieren!
Womöglich ergibt sich bei Ihnen als Zwischenergebnis ein negatives Einkommen – dann läuft die 1/5-Regelung etwas anders ab. Durch die Lohnersatzleistungen wird Ihr Fall für mich als „Nichtsteuerberater“ etwas „ungewöhnlich“ (d.h. ich weiß nicht zu welchem Berechnungsschritt was dazukommt bzw. abgezogen wird). Deswegen auch der Hinweis: Sehr sorgfältig eine Einkommensteuersoftware mit realen Daten füttern!
Privatier sagte am 26.Mrz.2019 um 18:23 :
Zur Fünftelregel wurden ja hier schon ein paar (teilweise richtige) Kommentare abgegeben.
Wie diese genau berechnet wird, habe ich in einigen Beiträgen für verschiedene Konstellationen erläutert. Die kleine Beitragsserie beginnt hier: „Hinweise zur Fünftelregel: Grundlegendes“ .
Anhand dieser Vorgehensweisen (und einer Steuertabelle) kann man sich die voraussichtliche Steuerbelastung selber ausrechnen. Sehr viel komfortabler ist es aber, dies von einem Steuerprogramm erledigen zu lassen. Damit lassen sich sehr leicht verschiedene Varianten ausprobieren.
Martin sagte am 26.Mrz.2019 um 18:21 :
Alles klar. Ich werde dass dann mal durchspielen. Hoffe die Software unterschützt das alles.
Zusammenveranlagung ist durch die Splittingtabelle und den „geringen Ersatzleistungen“ defintiv besser als Einzelveranlagung.
Die große Frage ist nur, ob
a) Ich bei einer Zusammenveranlagung meiner Frau einen Rürup-Vertrag abschließen darf – oder ob man dass dann bei einer Zusammenveranlagung mit Elternzeit nicht machen kann.
b) sich dieser RüRup mit meiner Riesterrente verträgt oder ob ich dann meinen Riestervertrag nicht mehr ansetzen kann
Es scheint nämlich so, dass wenn ich meiner Frau einen RüRup Vertrag für 15.000 Euro kaufen würde, ich einen Steuereffekt bei Zusammenveranlagung in Höhe von 10.000 Euro bekomme. Und dann lohnt sich selbst der RüRup Vertrag.
Wikipedia gibt ein ganz gutes Beispiel zur Fünftelregelung mit Ersatzleistungen:
Es wird ein fiktiver „höherer Steuersatz“ berechnet, mit dem dann der Betrag ohne Ersatzleistungen multipliziert wird.
Alles ziemlich kompliziert, aber nicht so schädlich wie „normales Einkommen“
Privatier sagte am 26.Mrz.2019 um 18:58 :
Ein Steuerprogramm kann diese Zweifel alle beseitigen und zudem auch noch konkrete Berechnungen ausführen. Alternativ bietet sich natürlich auch immer der Gang zum Steuerberater an. Bei den Summen, die hier im Spiel sind, sollte man ruhig mal etwas investieren – Zeit oder Geld.
Und nachlesen kann man hier auch einiges:
* Die Einzelveranlagung
* Hinweise zur Fünftelregel
* Progressionsvorbehalt
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References: § 10
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 § 19
 § 3
 § 10
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 § 5
 § 230
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§10
 § 22

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 § 19
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