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Timestamp: 2020-07-09 01:09:19+00:00

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Lawbrary | VwVG - Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren
Geltungsbereich und Begriffe (1 - 6)
Allgemeine Verfahrensgrundsätze (7 - 43)
Das Beschwerdeverfahren im Allgemeinen (44 - 71)
Besondere Behörden (71 - 79)
Schluss- und Übergangsbestimmungen (80 - 82)
Schlussbestimmung der Änderung vom 18. März 1994
Schlussbestimmung zur Änderung vom 17. Juni 2005
vom 20. Dezember 1968 (Stand am 1. April 2019)
gestützt auf Artikel 103 der Bundesverfassung2,3 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 24. September 19654,
Erster Abschnitt: Geltungsbereich und Begriffe
A. Gel­tungs­be­reich
I. Grund­satz
1Die­ses Ge­setz fin­det An­wen­dung auf das Ver­fah­ren in Ver­wal­tungs­sa­chen, die durch Ver­fü­gun­gen von Bun­des­ver­wal­tungs­be­hör­den in ers­ter In­stanz oder auf Be­schwer­de zu er­le­di­gen sind.
2Als Be­hör­den im Sin­ne von Ab­satz 1 gel­ten:
der Bun­des­rat, sei­ne De­par­te­men­te, die Bun­des­kanz­lei und die ih­nen un­ter­stell­ten Dienst­ab­tei­lun­gen, Be­trie­be, An­stal­ten und an­de­ren Amts­stel­len der Bun­des­ver­wal­tung;
Or­ga­ne der Bun­des­ver­samm­lung und der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te für ers­tin­stanz­li­che Ver­fü­gun­gen und Be­schwer­de­ent­schei­de nach Be­am­ten­ge­setz vom 30. Ju­ni 19273;
die au­to­no­men eid­ge­nös­si­schen An­stal­ten oder Be­trie­be;
das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt;
die eid­ge­nös­si­schen Kom­mis­sio­nen;
an­de­re In­stan­zen oder Or­ga­ni­sa­tio­nen aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung, so­weit sie in Er­fül­lung ih­nen über­tra­ge­ner öf­fent­lich-recht­li­cher Auf­ga­ben des Bun­des ver­fü­gen.
3Auf das Ver­fah­ren letz­ter kan­to­na­ler In­stan­zen, die ge­stützt auf öf­fent­li­ches Recht des Bun­des nicht end­gül­tig ver­fü­gen, fin­den le­dig­lich An­wen­dung die Ar­ti­kel 34-38 und 61 Ab­sät­ze 2 und 3 über die Er­öff­nung von Ver­fü­gun­gen und Ar­ti­kel 55 Ab­sät­ze 2 und 4 über den Ent­zug der auf­schie­ben­den Wir­kung. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 97 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19465 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung be­tref­fend den Ent­zug der auf­schie­ben­den Wir­kung von Be­schwer­den ge­gen Ver­fü­gun­gen der Aus­gleichs­kas­sen.67
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II des BG vom 28. Ju­ni 1972 be­tref­fend Än­de­rung des BG über das Dienst­ver­hält­nis der Bun­des­be­am­ten, in Kraft seit 1. Jan. 1973 (AS 1972 2435; BBl 1971 II 1914).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 8. Okt. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 273; BBl 1999 4809 5979).
3 [BS 1 489; AS 1958 1413 Art. 27 Bst. c, 1997 2465 An­hang Ziff. 4, 2000 411 Ziff. II 1853, 2001 894 Art. 39 Abs. 1 2197 Art. 2 3292 Art. 2. AS 2008 3437 Ziff. I 1]. Heu­te: das Bun­des­per­so­nal­ge­setz vom 24. März 2000 (SR 172.220.1).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
6 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 7 des BG vom 24. Ju­ni 1977 (9. AHV-Re­vi­si­on), in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 391; BBl 1976 III 1).
II. Aus­nah­men
1. Teil­wei­se An­wend­bar­keit
1Auf das Steu­er­ver­fah­ren fin­den die Ar­ti­kel 12-19 und 30-33 kei­ne An­wen­dung.
2Auf das Ver­fah­ren der Ab­nah­me von Be­rufs-, Fach- und an­de­ren Fä­hig­keits­prü­fun­gen fin­den die Ar­ti­kel 4-6, 10, 34, 35, 37 und 38 An­wen­dung.
3Auf das Ver­fah­ren der Schät­zungs­kom­mis­sio­nen für die Ent­eig­nung fin­den die Ar­ti­kel 20-24 An­wen­dung.
4Das Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt rich­tet sich nach die­sem Ge­setz, so­weit das Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­setz vom 17. Ju­ni 20051 nicht da­von ab­weicht.2
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2. Un­an­wend­bar­keit
Die­ses Ge­setz fin­det kei­ne An­wen­dung auf:
das Ver­fah­ren von Be­hör­den im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­be e, so­weit ge­gen ih­re Ver­fü­gun­gen die Be­schwer­de un­mit­tel­bar an ei­ne Bun­des­be­hör­de un­zu­läs­sig ist;
das ers­tin­stanz­li­che Ver­fah­ren der erst­ma­li­gen Be­grün­dung des Dienst­ver­hält­nis­ses von Bun­des­per­so­nal, der Be­för­de­rung von Bun­des­per­so­nal, der dienst­li­chen An­ord­nun­gen an das Bun­des­per­so­nal1 und das Ver­fah­ren der Er­mäch­ti­gung zur Straf­ver­fol­gung ge­gen Bun­des­per­so­nal;
das ers­tin­stanz­li­che Ver­wal­tungs­straf­ver­fah­ren und das ge­richts­po­li­zei­li­che Er­mitt­lungs­ver­fah­ren;
das Ver­fah­ren der Mi­li­tär­straf­rechts­pfle­ge ein­sch­liess­lich der Mi­li­tär­dis­zi­pli­nar­rechts­pfle­ge, das Ver­fah­ren in mi­li­tä­ri­schen Kom­man­do­sa­chen nach Ar­ti­kel 37 so­wie Ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 38 und 39 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19953,4 …5;
das Ver­fah­ren in So­zi­al­ver­si­che­rungs­sa­chen, so­weit das Bun­des­ge­setz vom 6. Ok­to­ber 20007 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts an­wend­bar ist;
das Ver­fah­ren der Zoll­ver­an­la­gung;
das ers­tin­stanz­li­che Ver­fah­ren in an­de­ren Ver­wal­tungs­sa­chen, wenn de­ren Na­tur die Er­le­di­gung auf der Stel­le durch so­fort voll­streck­ba­re Ver­fü­gung er­for­dert.
1 Satz­teil ge­mä­ss Ziff. 2 des An­hangs zum BG vom 19. Dez. 1986, in Kraft seit 1. Ju­li 1987 (AS 1987 932; BBl 1986 II 313).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 22. Ju­ni 1990, in Kraft seit 1. Jan. 1991 (AS 1990 1882; BBl 1989 II 1194).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­br. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 4093; BBl 1993 IV 1).
5 Drit­tes Lem­ma auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 4. Okt. 2002, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3957; BBl 2002 858).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 6. Okt. 2000 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3371; BBl 1991 II 185 910, 1994 V 921, 1999 4523).
8 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 2005, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 1411; BBl 2004 567).
9 Ein­ge­fügt durch Art. 26 des BB vom 7. Okt. 1983 über die un­ab­hän­gi­ge Be­schwer­de­in­stanz für Ra­dio und Fern­se­hen (AS 1984 153; BBl 1981 III 105). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 1 des BG vom 24. März 2006 über Ra­dio und Fern­se­hen, mit Wir­kung seit 1. April 2007 (AS 2007 737; BBl 2003 1569).
III. Er­gän­zen­de Be­stim­mun­gen
Be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts, die ein Ver­fah­ren ein­ge­hen­der re­geln, fin­den An­wen­dung, so­weit sie den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes nicht wi­der­spre­chen.
B. Be­grif­fe
I. Ver­fü­gun­gen
1Als Ver­fü­gun­gen gel­ten An­ord­nun­gen der Be­hör­den im Ein­zel­fall, die sich auf öf­fent­li­ches Recht des Bun­des stüt­zen und zum Ge­gen­stand ha­ben:
Be­grün­dung, Än­de­rung oder Auf­he­bung von Rech­ten oder Pflich­ten;
Fest­stel­lung des Be­ste­hens, Nicht­be­ste­hens oder Um­fan­ges von Rech­ten oder Pflich­ten;
Ab­wei­sung von Be­geh­ren auf Be­grün­dung, Än­de­rung, Auf­he­bung oder Fest­stel­lung von Rech­ten oder Pflich­ten oder Nicht­ein­tre­ten auf sol­che Be­geh­ren.
2Als Ver­fü­gun­gen gel­ten auch Voll­stre­ckungs­ver­fü­gun­gen (Art. 41 Abs. 1 Bst. a und b), Zwi­schen­ver­fü­gun­gen (Art. 45 und 46), Ein­spra­cheent­schei­de (Art. 30 Abs. 2 Bst. b und 74), Be­schwer­de­ent­schei­de (Art. 61), Ent­schei­de im Rah­men ei­ner Re­vi­si­on (Art. 68) und die Er­läu­te­rung (Art. 69).1
3Er­klä­run­gen von Be­hör­den über Ab­leh­nung oder Er­he­bung von An­sprü­chen, die auf dem Kla­ge­weg zu ver­fol­gen sind, gel­ten nicht als Ver­fü­gun­gen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
II. Par­tei­en
Als Par­tei­en gel­ten Per­so­nen, de­ren Rech­te oder Pflich­ten die Ver­fü­gung be­rüh­ren soll, und an­de­re Per­so­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen oder Be­hör­den, de­nen ein Rechts­mit­tel ge­gen die Ver­fü­gung zu­steht.
Zweiter Abschnitt: Allgemeine Verfahrensgrundsätze
A. Zu­stän­dig­keit
I. Prü­fung
1Die Be­hör­de prüft ih­re Zu­stän­dig­keit von Am­tes we­gen.
2Die Be­grün­dung ei­ner Zu­stän­dig­keit durch Ein­ver­ständ­nis zwi­schen Be­hör­de und Par­tei ist aus­ge­schlos­sen.
II. Über­wei­sung und Mei­nungs­aus­tausch
1Die Be­hör­de, die sich als un­zu­stän­dig er­ach­tet, über­weist die Sa­che oh­ne Ver­zug der zu­stän­di­gen Be­hör­de.
2Er­ach­tet die Be­hör­de ih­re Zu­stän­dig­keit als zwei­fel­haft, so pflegt sie dar­über oh­ne Ver­zug einen Mei­nungs­aus­tausch mit der Be­hör­de, de­ren Zu­stän­dig­keit in Fra­ge kommt.
III. Strei­tig­kei­ten
1Die Be­hör­de, die sich als zu­stän­dig er­ach­tet, stellt dies durch Ver­fü­gung fest, wenn ei­ne Par­tei die Zu­stän­dig­keit be­strei­tet.
2Die Be­hör­de, die sich als un­zu­stän­dig er­ach­tet, tritt durch Ver­fü­gung auf die Sa­che nicht ein, wenn ei­ne Par­tei die Zu­stän­dig­keit be­haup­tet.
3Kom­pe­tenz­kon­flik­te zwi­schen Be­hör­den, aus­ge­nom­men Kom­pe­tenz­kon­flik­te mit dem Bun­des­ge­richt, dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt oder mit kan­to­na­len Be­hör­den, be­ur­teilt die ge­mein­sa­me Auf­sichts­be­hör­de oder, wenn ei­ne sol­che fehlt, der Bun­des­rat.1
B. Aus­stand
1Per­so­nen, die ei­ne Ver­fü­gung zu tref­fen oder die­se vor­zu­be­rei­ten ha­ben, tre­ten in Aus­stand, wenn sie:
in der Sa­che ein per­sön­li­ches In­ter­es­se ha­ben;
mit ei­ner Par­tei durch Ehe oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ner­schaft ver­bun­den sind oder mit ihr ei­ne fak­ti­sche Le­bens­ge­mein­schaft füh­ren;
mit ei­ner Par­tei in ge­ra­der Li­nie oder bis zum drit­ten Gra­de in der Sei­ten­li­nie ver­wandt oder ver­schwä­gert sind;
Ver­tre­ter ei­ner Par­tei sind oder für ei­ne Par­tei in der glei­chen Sa­che tä­tig wa­ren;
aus an­de­ren Grün­den in der Sa­che be­fan­gen sein könn­ten.
2Ist der Aus­stand strei­tig, so ent­schei­det dar­über die Auf­sichts­be­hör­de oder, wenn es sich um den Aus­stand ei­nes Mit­glie­des ei­ner Kol­le­gi­al­be­hör­de han­delt, die­se Be­hör­de un­ter Aus­schluss des be­tref­fen­den Mit­glie­des.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 5 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).
C. Ver­tre­tung und Ver­bei­stän­dung
I. Im All­ge­mei­nen1
1Auf je­der Stu­fe des Ver­fah­rens kann die Par­tei sich, wenn sie nicht per­sön­lich zu han­deln hat, ver­tre­ten oder, so­weit die Dring­lich­keit ei­ner amt­li­chen Un­ter­su­chung es nicht aus­sch­liesst, ver­bei­stän­den las­sen.2
2Die Be­hör­de kann den Ver­tre­ter auf­for­dern, sich durch schrift­li­che Voll­macht aus­zu­wei­sen.
3So­lan­ge die Par­tei die Voll­macht nicht wi­der­ruft, macht die Be­hör­de ih­re Mit­tei­lun­gen an den Ver­tre­ter.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 15. Fe­br. 1992 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1 Bst. b; BBl 1991 II 465).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
II. Ob­li­ga­to­ri­sche Ver­tre­tung
1Tre­ten in ei­ner Sa­che mehr als 20 Par­tei­en mit kol­lek­ti­ven oder in­di­vi­du­el­len Ein­ga­ben auf, um glei­che In­ter­es­sen wahr­zu­neh­men, so kann die Be­hör­de ver­lan­gen, dass sie für das Ver­fah­ren einen oder meh­re­re Ver­tre­ter be­stel­len.
2Kom­men sie die­ser Auf­for­de­rung nicht in­nert an­ge­mes­se­ner Frist nach, so be­zeich­net die Be­hör­de einen oder meh­re­re Ver­tre­ter.
3Die Be­stim­mun­gen über die Par­tei­ent­schä­di­gung im Be­schwer­de­ver­fah­ren sind auf die Kos­ten der Ver­tre­tung sinn­ge­mä­ss an­wend­bar. Die Par­tei, ge­gen de­ren Vor­ha­ben sich die Ein­ga­ben rich­ten, hat auf An­ord­nung der Be­hör­de die Kos­ten der amt­li­chen Ver­tre­tung vor­zu­schies­sen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 15. Fe­br. 1992 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1 Bst. b; BBl 1991 II 465).
III. Zu­stel­lungs­do­mi­zil
1Par­tei­en, die in ei­nem Ver­fah­ren Be­geh­ren stel­len, ha­ben der Be­hör­de ih­ren Wohn­sitz oder Sitz an­zu­ge­ben. Wenn sie im Aus­land woh­nen, ha­ben sie in der Schweiz ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil zu be­zeich­nen, es sei denn, das Völ­ker­recht oder die zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Stel­le ge­stat­te der Be­hör­de, Schrift­stücke im be­tref­fen­den Staat di­rekt zu­zu­stel­len.2
2Die Par­tei­en kön­nen über­dies ei­ne elek­tro­ni­sche Zu­stel­l­adres­se an­ge­ben und ihr Ein­ver­ständ­nis er­klä­ren, dass Zu­stel­lun­gen auf dem elek­tro­ni­schen Weg er­fol­gen. Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass für elek­tro­ni­sche Zu­stel­lun­gen wei­te­re An­ga­ben der Par­tei­en not­wen­dig sind.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 28. Sept. 2018 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens Nr. 94 des Eu­ro­pa­ra­tes über die Zu­stel­lung von Schrift­stücken in Ver­wal­tungs­sa­chen im Aus­land, in Kraft seit 1. April 2019 (AS 2019 975; BBl 2017 5947).
D. Fest­stel­lung des Sach­ver­hal­tes
Die Be­hör­de stellt den Sach­ver­halt von Am­tes we­gen fest und be­dient sich nö­ti­gen­falls fol­gen­der Be­weis­mit­tel:
Ur­kun­den;
Aus­künf­te der Par­tei­en;
Aus­künf­te oder Zeug­nis von Dritt­per­so­nen;
Au­gen­schein;
Gut­ach­ten von Sach­ver­stän­di­gen.
II. Mit­wir­kung der Par­tei­en
1Die Par­tei­en sind ver­pflich­tet, an der Fest­stel­lung des Sach­ver­hal­tes mit­zu­wir­ken:
in ei­nem Ver­fah­ren, das sie durch ihr Be­geh­ren ein­lei­ten;
in ei­nem an­de­ren Ver­fah­ren, so­weit sie dar­in selb­stän­di­ge Be­geh­ren stel­len;
so­weit ih­nen nach ei­nem an­de­ren Bun­des­ge­setz ei­ne wei­ter­ge­hen­de Aus­kunfts- oder Of­fen­ba­rungs­pflicht ob­liegt.
1bisDie Mit­wir­kungs­pflicht er­streckt sich nicht auf die Her­aus­ga­be von Ge­gen­stän­den und Un­ter­la­gen aus dem Ver­kehr ei­ner Par­tei mit ih­rem An­walt, wenn die­ser nach dem An­walts­ge­setz vom 23. Ju­ni 20001 zur Ver­tre­tung vor schwei­ze­ri­schen Ge­rich­ten be­rech­tigt ist.2
2Die Be­hör­de braucht auf Be­geh­ren im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­bea oder b nicht ein­zu­tre­ten, wenn die Par­tei­en die not­wen­di­ge und zu­mut­ba­re Mit­wir­kung ver­wei­gern.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 28. Sept. 2012 über die An­pas­sung von ver­fah­rens-recht­li­chen Be­stim­mun­gen zum an­walt­li­chen Be­rufs­ge­heim­nis, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 847; BBl 2011 8181).
III. Zeu­gen­ein­ver­nah­me
1. Zu­stän­dig­keit
1Lässt sich ein Sach­ver­halt auf an­de­re Wei­se nicht hin­rei­chend ab­klä­ren, so kön­nen fol­gen­de Be­hör­den die Ein­ver­nah­me von Zeu­gen an­ord­nen:
der Bun­des­rat und sei­ne De­par­te­men­te;
das Bun­des­amt für Jus­tiz1 des Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ments;
die Wett­be­werbs­be­hör­den im Sin­ne des Kar­tell­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 19954;
die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht;
die Eid­ge­nös­si­sche Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de;
die Eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung.
2Die Be­hör­den im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­ben a, b und d-g be­auf­tra­gen mit der Zeu­gen­ein­ver­nah­me einen da­für ge­eig­ne­ten An­ge­stell­ten.8
3Die Be­hör­den im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­be a kön­nen Per­so­nen aus­ser­halb ei­ner Be­hör­de, die mit ei­ner amt­li­chen Un­ter­su­chung be­auf­tragt sind, zur Zeu­gen­ein­ver­nah­me er­mäch­ti­gen.
1 Be­zeich­nung ge­mä­ss nicht ver­öf­fent­lich­tem BRB vom 19. Dez. 1997.
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Kar­tell­ge­set­zes vom 6. Okt. 1995, in Kraft seit 1. Ju­li 1996 (AS 1996 546; BBl 1995 I 468).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 des Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5207; BBl 2006 2829).
6 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
7 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 3575; BBl 2015 2615).
8 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 30. Sept. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 3575; BBl 2015 2615).
2. Zeug­nis­pflicht
Je­der­mann ist zur Ab­le­gung des Zeug­nis­ses ver­pflich­tet.
3. Zeug­nis­ver­wei­ge­rungs­recht
1Das Recht der Zeug­nis­ver­wei­ge­rung be­stimmt sich nach Ar­ti­kel 42 Ab­sät­ze 1 und 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 4. De­zem­ber 19471 über den Bun­des­zi­vil­pro­zess (BZP).
1bisDer Me­dia­tor ist be­rech­tigt, über Tat­sa­chen, die er bei sei­ner Tä­tig­keit nach Ar­ti­kel 33b wahr­ge­nom­men hat, das Zeug­nis zu ver­wei­gern.2
2Der Trä­ger ei­nes Be­rufs- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­ses im Sin­ne von Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2 BZP kann das Zeug­nis ver­wei­gern, so­weit ihn nicht ein an­de­res Bun­des­ge­setz zum Zeug­nis ver­pflich­tet.
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I 1 des BG vom 23. Ju­ni 2000 über die An­pas­sung der Bun­des­ge­setz­ge­bung an die Ge­währ­leis­tung des Re­dak­ti­ons­ge­heim­nis­ses, mit Wir­kung seit 1. Fe­br. 2001 (AS 2001 118; BBl 1999 7966).
4. An­de­re Ver­pflich­tun­gen von Zeu­gen
Wer als Zeu­ge ein­ver­nom­men wer­den kann, hat auch an der Er­he­bung an­de­rer Be­wei­se mit­zu­wir­ken; er hat ins­be­son­de­re die in sei­nen Hän­den be­find­li­chen Ur­kun­den vor­zu­le­gen. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 51a BZP1.2
2 Zwei­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 28. Sept. 2012 über die An­pas­sung von ver­fah­rens­recht­li­chen Be­stim­mun­gen zum an­walt­li­chen Be­rufs­ge­heim­nis, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 847; BBl 2011 8181).
5. Rech­te der Par­tei­en
1Die Par­tei­en ha­ben An­spruch dar­auf, den Zeu­gen­ein­ver­nah­men bei­zu­woh­nen und Er­gän­zungs­fra­gen zu stel­len.
2Zur Wah­rung we­sent­li­cher öf­fent­li­cher oder pri­va­ter In­ter­es­sen kann die Zeu­gen­ein­ver­nah­me in Ab­we­sen­heit der Par­tei­en er­fol­gen und die­sen die Ein­sicht in die Ein­ver­nah­me­pro­to­kol­le ver­wei­gert wer­den.
3Wird ih­nen die Ein­sicht in die Ein­ver­nah­me­pro­to­kol­le ver­wei­gert, so fin­det Ar­ti­kel 28 An­wen­dung.
IV. Er­gän­zen­de Be­stim­mun­gen
Auf das Be­weis­ver­fah­ren fin­den er­gän­zend die Ar­ti­kel 37, 39-41 und 43-61 BZP1 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung; an die Stel­le der Straf­fol­gen, die die BZP ge­gen säu­mi­ge Par­tei­en oder Drit­te vor­sieht, tritt die Straf­fol­ge nach Ar­ti­kel 60 die­ses Ge­set­zes.
E. Fris­ten
I. Be­rech­nung
1Be­rech­net sich ei­ne Frist nach Ta­gen und be­darf sie der Mit­tei­lung an die Par­tei­en, so be­ginnt sie an dem auf ih­re Mit­tei­lung fol­gen­den Ta­ge zu lau­fen.
2Be­darf sie nicht der Mit­tei­lung an die Par­tei­en, so be­ginnt sie an dem auf ih­re Aus­lö­sung fol­gen­den Ta­ge zu lau­fen.
2bisEi­ne Mit­tei­lung, die nur ge­gen Un­ter­schrift des Adres­sa­ten oder ei­ner an­de­ren be­rech­tig­ten Per­son über­bracht wird, gilt spä­tes­tens am sie­ben­ten Tag nach dem ers­ten er­folg­lo­sen Zu­stel­lungs­ver­such als er­folgt.1
3Ist der letz­te Tag der Frist ein Sams­tag, ein Sonn­tag oder ein vom Bun­des­recht oder vom kan­to­na­len Recht an­er­kann­ter Fei­er­tag, so en­det sie am nächst­fol­gen­den Werk­tag. Mass­ge­bend ist das Recht des Kan­tons, in dem die Par­tei oder ihr Ver­tre­ter Wohn­sitz oder Sitz hat.2
II. Ein­hal­tung
1. Im All­ge­mei­nen1
1Schrift­li­che Ein­ga­ben müs­sen spä­tes­tens am letz­ten Ta­ge der Frist der Be­hör­de ein­ge­reicht oder zu de­ren Han­den der schwei­ze­ri­schen Post2 oder ei­ner schwei­ze­ri­schen di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung über­ge­ben wer­den.
1bisSchrift­li­che Ein­ga­ben an das Eid­ge­nös­si­sche In­sti­tut für geis­ti­ges Ei­gen­tum3 kön­nen nicht gül­tig bei ei­ner schwei­ze­ri­schen di­plo­ma­ti­schen oder kon­su­la­ri­schen Ver­tre­tung vor­ge­nom­men wer­den.4
2Ge­langt die Par­tei recht­zei­tig an ei­ne un­zu­stän­di­ge Be­hör­de, so gilt die Frist als ge­wahrt.
3Die Frist für die Zah­lung ei­nes Vor­schus­ses ist ge­wahrt, wenn der Be­trag recht­zei­tig zu Guns­ten der Be­hör­de der Schwei­ze­ri­schen Post über­ge­ben oder ei­nem Post- oder Bank­kon­to in der Schweiz be­las­tet wor­den ist.5
2 Heu­te: der Schwei­ze­ri­schen Post (Post)
3 Be­zeich­nung ge­mä­ss nicht ver­öf­fent­lich­tem BRB vom 19. Dez. 1997. Die­se Änd. ist im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 17. Dez. 1976 über die Än­de­rung des BG be­tref­fend die Er­fin­dungs­pa­ten­te, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2. Bei elek­tro­ni­scher Zu­stel­lung
1Ein­ga­ben kön­nen bei der Be­hör­de elek­tro­nisch ein­ge­reicht wer­den.
2Die Ein­ga­be ist von der Par­tei oder ih­rem Ver­tre­ter mit ei­ner qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Si­gna­tur ge­mä­ss Bun­des­ge­setz vom 18. März 20162 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur zu ver­se­hen.
3Für die Wah­rung ei­ner Frist ist der Zeit­punkt mass­ge­bend, in dem die Quit­tung aus­ge­stellt wird, die be­stä­tigt, dass al­le Schrit­te ab­ge­schlos­sen sind, die auf der Sei­te der Par­tei oder ih­res Ver­tre­ters für die Über­mitt­lung not­wen­dig sind.
4Der Bun­des­rat re­gelt:
das For­mat der Ein­ga­be und ih­rer Bei­la­gen;
die Art und Wei­se der Über­mitt­lung;
die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen bei tech­ni­schen Pro­ble­men die Nach­rei­chung von Do­ku­men­ten auf Pa­pier ver­langt wer­den kann.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des BG vom 18. März 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4651; BBl 2014 1001).
III. Er­stre­ckung
1Ei­ne ge­setz­li­che Frist kann nicht er­streckt wer­den.
2Ei­ne be­hörd­lich an­ge­setz­te Frist kann aus zu­rei­chen­den Grün­den er­streckt wer­den, wenn die Par­tei vor Ab­lauf der Frist dar­um nach­sucht.
IIIa. Still­stand der Fris­ten
1 Ge­setz­li­che oder be­hörd­li­che Fris­ten, die nach Ta­gen be­stimmt sind, ste­hen still:
vom sieb­ten Tag vor Os­tern bis und mit dem sieb­ten Tag nach Os­tern;
vom 15. Ju­li bis und mit 15. Au­gust;
vom 18. De­zem­ber bis und mit dem 2. Ja­nu­ar.
2Ab­satz 1 gilt nicht in Ver­fah­ren be­tref­fend auf­schie­ben­de Wir­kung und an­de­re vor­sorg­li­che Mass­nah­men.3
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
IV. Säum­nis- fol­gen
Die Be­hör­de, die ei­ne Frist an­setzt, droht gleich­zei­tig die Fol­gen der Ver­säum­nis an; im Ver­säum­nis­fal­le tre­ten nur die an­ge­droh­ten Fol­gen ein.
V. Wie­der­her­stel­lung
1Ist der Ge­such­stel­ler oder sein Ver­tre­ter un­ver­schul­de­ter­wei­se ab­ge­hal­ten wor­den, bin­nen Frist zu han­deln, so wird die­se wie­der her­ge­stellt, so­fern er un­ter An­ga­be des Grun­des in­nert 30 Ta­gen nach Weg­fall des Hin­der­nis­ses dar­um er­sucht und die ver­säum­te Rechts­hand­lung nach­holt; vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2.1
2Ab­satz 1 ist nicht an­wend­bar auf Fris­ten, die in Pa­tent­sa­chen ge­gen­über dem Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tut für geis­ti­ges Ei­gen­tum zu wah­ren sind.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. II des BG vom 17. Dez. 1976 über die Än­de­rung des BG be­tref­fend die Er­fin­dungs­pa­ten­te, in Kraft seit 1. Jan. 1978 (AS 1977 1997; BBl 1976 II 1).
F. Fest­stel­lungs­ver­fah­ren
1Die in der Sa­che zu­stän­di­ge Be­hör­de kann über den Be­stand, den Nicht­be­stand oder den Um­fang öf­fent­lichrecht­li­cher Rech­te oder Pflich­ten von Am­tes we­gen oder auf Be­geh­ren ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung tref­fen.
2Dem Be­geh­ren um ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung ist zu ent­spre­chen, wenn der Ge­such­stel­ler ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se nach­weist.
3Kei­ner Par­tei dür­fen dar­aus Nach­tei­le er­wach­sen, dass sie im be­rech­tig­ten Ver­trau­en auf ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung ge­han­delt hat.
Fbis. Ver­fü­gung über Realak­te
1Wer ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se hat, kann von der Be­hör­de, die für Hand­lun­gen zu­stän­dig ist, wel­che sich auf öf­fent­li­ches Recht des Bun­des stüt­zen und Rech­te oder Pflich­ten be­rüh­ren, ver­lan­gen, dass sie:
wi­der­recht­li­che Hand­lun­gen un­ter­lässt, ein­stellt oder wi­der­ruft;
die Fol­gen wi­der­recht­li­cher Hand­lun­gen be­sei­tigt;
die Wi­der­recht­lich­keit von Hand­lun­gen fest­stellt.
2Die Be­hör­de ent­schei­det durch Ver­fü­gung.
G. Ak­ten­ein­sicht
1Die Par­tei oder ihr Ver­tre­ter hat An­spruch dar­auf, in ih­rer Sa­che fol­gen­de Ak­ten am Sit­ze der ver­fü­gen­den oder ei­ner durch die­se zu be­zeich­nen­den kan­to­na­len Be­hör­de ein­zu­se­hen:
Ein­ga­ben von Par­tei­en und Ver­nehm­las­sun­gen von Be­hör­den;
al­le als Be­weis­mit­tel die­nen­den Ak­ten­stücke;
Nie­der­schrif­ten er­öff­ne­ter Ver­fü­gun­gen.
1bisDie Be­hör­de kann die Ak­ten­stücke auf elek­tro­ni­schem Weg zur Ein­sicht­nah­me zu­stel­len, wenn die Par­tei oder ihr Ver­tre­ter da­mit ein­ver­stan­den ist.1
2Die ver­fü­gen­de Be­hör­de kann ei­ne Ge­bühr für die Ein­sicht­nah­me in die Ak­ten ei­ner er­le­dig­ten Sa­che be­zie­hen; der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung der Ge­bühr.
1Die Be­hör­de darf die Ein­sicht­nah­me in die Ak­ten nur ver­wei­gern, wenn:
we­sent­li­che öf­fent­li­che In­ter­es­sen des Bun­des oder der Kan­to­ne, ins­be­son­de­re die in­ne­re oder äus­se­re Si­cher­heit der Eid­ge­nos­sen­schaft, die Ge­heim­hal­tung er­for­dern;
we­sent­li­che pri­va­te In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re von Ge­gen­par­tei­en, die Ge­heim­hal­tung er­for­dern;
das In­ter­es­se ei­ner noch nicht ab­ge­schlos­se­nen amt­li­chen Un­ter­su­chung es er­for­dert.
2Die Ver­wei­ge­rung der Ein­sicht­nah­me darf sich nur auf die Ak­ten­stücke er­stre­cken, für die Ge­heim­hal­tungs­grün­de be­ste­hen.
3Die Ein­sicht­nah­me in ei­ge­ne Ein­ga­ben der Par­tei, ih­re als Be­weis­mit­tel ein­ge­reich­ten Ur­kun­den und ihr er­öff­ne­te Ver­fü­gun­gen darf nicht, die Ein­sicht­nah­me in Pro­to­kol­le über ei­ge­ne Aus­sa­gen der Par­tei nur bis zum Ab­schluss der Un­ter­su­chung ver­wei­gert wer­den.
III. Mass­ge­blich­keit ge­hei­mer Ak­ten
Wird ei­ner Par­tei die Ein­sicht­nah­me in ein Ak­ten­stück ver­wei­gert, so darf auf die­ses zum Nach­teil der Par­tei nur ab­ge­stellt wer­den, wenn ihr die Be­hör­de von sei­nem für die Sa­che we­sent­li­chen In­halt münd­lich oder schrift­lich Kennt­nis und ihr aus­ser­dem Ge­le­gen­heit ge­ge­ben hat, sich zu äus­sern und Ge­gen­be­weis­mit­tel zu be­zeich­nen.
H. Recht­li­ches Ge­hör
Die Par­tei­en ha­ben An­spruch auf recht­li­ches Ge­hör.
II. Vor­gän­gi­ge An­hö­rung
1Die Be­hör­de hört die Par­tei­en an, be­vor sie ver­fügt.
2Sie braucht die Par­tei­en nicht an­zu­hö­ren vor:
Zwi­schen­ver­fü­gun­gen, die nicht selb­stän­dig durch Be­schwer­de an­fecht­bar sind;
Ver­fü­gun­gen, die durch Ein­spra­che an­fecht­bar sind;
Ver­fü­gun­gen, in de­nen die Be­hör­de den Be­geh­ren der Par­tei­en voll ent­spricht;
Voll­stre­ckungs­ver­fü­gun­gen;
an­de­ren Ver­fü­gun­gen in ei­nem ers­tin­stanz­li­chen Ver­fah­ren, wenn Ge­fahr im Ver­zu­ge ist, den Par­tei­en die Be­schwer­de ge­gen die Ver­fü­gung zu­steht und ih­nen kei­ne an­de­re Be­stim­mung des Bun­des­rechts einen An­spruch auf vor­gän­gi­ge An­hö­rung ge­währ­leis­tet.
2. Be­son­de­re Ein­wen­dungs­ver­fah­ren
1Sind von ei­ner Ver­fü­gung wahr­schein­lich zahl­rei­che Per­so­nen be­rührt oder las­sen sich die Par­tei­en oh­ne un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Auf­wand nicht voll­zäh­lig be­stim­men, so kann die Be­hör­de vor ih­rer Ver­fü­gung das Ge­such oder die be­ab­sich­tig­te Ver­fü­gung oh­ne Be­grün­dung in ei­nem amt­li­chen Blatt ver­öf­fent­li­chen, gleich­zei­tig das Ge­such oder die be­ab­sich­tig­te Ver­fü­gung mit Be­grün­dung öf­fent­lich auf­le­gen und den Ort der Auf­la­ge be­kannt­ma­chen.
2Sie hört die Par­tei­en an, in­dem sie ih­nen ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist für Ein­wen­dun­gen setzt.
3Die Be­hör­de macht in ih­rer Ver­öf­fent­li­chung auf die Ver­pflich­tung der Par­tei­en auf­merk­sam, ge­ge­be­nen­falls ei­ne Ver­tre­tung zu be­stel­len und Ver­fah­rens­kos­ten so­wie Par­tei­ent­schä­di­gung zu zah­len.
III. An­hö­ren der Ge­gen­par­tei
In ei­ner Sa­che mit wi­der­strei­ten­den In­ter­es­sen meh­re­rer Par­tei­en hört die Be­hör­de je­de Par­tei zu Vor­brin­gen ei­ner Ge­gen­par­tei an, die er­heb­lich er­schei­nen und nicht aus­sch­liess­lich zu­guns­ten der an­de­ren lau­ten.
IV. Prü­fung der Par­tei­vor­brin­gen
1Die Be­hör­de wür­digt, be­vor sie ver­fügt, al­le er­heb­li­chen und recht­zei­ti­gen Vor­brin­gen der Par­tei­en.
2Ver­spä­te­te Par­tei­vor­brin­gen, die aus­schlag­ge­bend er­schei­nen, kann sie trotz der Ver­spä­tung be­rück­sich­ti­gen.
V. Be­wei­saner­bie­ten
1Die Be­hör­de nimmt die ihr an­ge­bo­te­nen Be­wei­se ab, wenn die­se zur Ab­klä­rung des Sach­ver­hal­tes taug­lich er­schei­nen.
2Ist ih­re Ab­nah­me mit ver­hält­nis­mäs­sig ho­hen Kos­ten ver­bun­den und ist die Par­tei für den Fall ei­ner ihr un­güns­ti­gen Ver­fü­gung kos­ten­pflich­tig, so kann die Be­hör­de die Ab­nah­me der Be­wei­se da­von ab­hän­gig ma­chen, dass die Par­tei in­nert Frist die ihr zu­mut­ba­ren Kos­ten vor­schiesst; ei­ne be­dürf­ti­ge Par­tei ist von der Vor­schuss­pflicht be­freit.
Hbis. Ver­fah­rens­spra­che
1Das Ver­fah­ren wird in ei­ner der vier Amtss­pra­chen ge­führt, in der Re­gel in der Spra­che, in der die Par­tei­en ih­re Be­geh­ren ge­stellt ha­ben oder stel­len wür­den.
2Im Be­schwer­de­ver­fah­ren ist die Spra­che des an­ge­foch­te­nen Ent­scheids mass­ge­bend. Ver­wen­den die Par­tei­en ei­ne an­de­re Amtss­pra­che, so kann das Ver­fah­ren in die­ser Spra­che ge­führt wer­den.
3Reicht ei­ne Par­tei Ur­kun­den ein, die nicht in ei­ner Amtss­pra­che ver­fasst sind, so kann die Be­hör­de mit dem Ein­ver­ständ­nis der an­de­ren Par­tei­en dar­auf ver­zich­ten, ei­ne Über­set­zung zu ver­lan­gen.
4Im Üb­ri­gen ord­net die Be­hör­de ei­ne Über­set­zung an, wo dies nö­tig ist.
Hter. Güt­li­che Ei­ni­gung und Me­dia­ti­on
1Die Be­hör­de kann das Ver­fah­ren im Ein­ver­ständ­nis mit den Par­tei­en sis­tie­ren, da­mit sich die­se über den In­halt der Ver­fü­gung ei­ni­gen kön­nen. Die Ei­ni­gung soll ein­sch­lies­sen, dass die Par­tei­en auf Rechts­mit­tel ver­zich­ten und wie sie die Kos­ten ver­tei­len.
2Zur För­de­rung der Ei­ni­gung kann die Be­hör­de ei­ne neu­tra­le und fach­kun­di­ge na­tür­li­che Per­son als Me­dia­tor ein­set­zen.
3Der Me­dia­tor ist nur an das Ge­setz und den Auf­trag der Be­hör­de ge­bun­den. Er kann Be­wei­se ab­neh­men; für Au­gen­schei­ne, Gut­ach­ten von Sach­ver­stän­di­gen und Zeu­gen­ein­ver­nah­men braucht er ei­ne vor­gän­gi­ge Er­mäch­ti­gung der Be­hör­de.
4Die Be­hör­de macht die Ei­ni­gung zum In­halt ih­rer Ver­fü­gung, es sei denn, die Ei­ni­gung lei­de an ei­nem Man­gel im Sin­ne von Ar­ti­kel 49.
5So­weit die Ei­ni­gung zu­stan­de kommt, er­hebt die Be­hör­de kei­ne Ver­fah­rens­kos­ten. Miss­lingt die Ei­ni­gung, so kann die Be­hör­de da­von ab­se­hen, die Aus­la­gen für die Me­dia­ti­on den Par­tei­en auf­zu­er­le­gen, so­fern die In­ter­es­sen­la­ge dies recht­fer­tigt.
6Ei­ne Par­tei kann je­der­zeit ver­lan­gen, dass die Sis­tie­rung des Ver­fah­rens auf­ge­ho­ben wird.
J. Er­öff­nung
I. Schrift­lich­keit
1Die Be­hör­de er­öff­net Ver­fü­gun­gen den Par­tei­en schrift­lich.
1bisMit dem Ein­ver­ständ­nis der Par­tei kön­nen Ver­fü­gun­gen elek­tro­nisch er­öff­net wer­den. Sie sind mit ei­ner elek­tro­ni­schen Si­gna­tur ge­mä­ss Bun­des­ge­setz vom 18. März 20161 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur zu ver­se­hen. Der Bun­des­rat re­gelt:
die zu ver­wen­den­de Si­gna­tur;
das For­mat der Ver­fü­gung und ih­rer Bei­la­gen;
den Zeit­punkt, zu dem die Ver­fü­gung als er­öff­net gilt.2
2Zwi­schen­ver­fü­gun­gen kann die Be­hör­de an­we­sen­den Par­tei­en münd­lich er­öff­nen, muss sie aber schrift­lich be­stä­ti­gen, wenn ei­ne Par­tei dies auf der Stel­le ver­langt; ei­ne Rechts­mit­tel­frist be­ginnt in die­sem Fall erst von der schrift­li­chen Be­stä­ti­gung an zu lau­fen.3
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, (AS 2006 2197; BBl 2001 4202). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 1 des BG vom 18. März 2016 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4651; BBl 2014 1001).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
2. Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung
1Schrift­li­che Ver­fü­gun­gen sind, auch wenn die Be­hör­de sie in Brief­form er­öff­net, als sol­che zu be­zeich­nen, zu be­grün­den und mit ei­ner Rechts­mit­tel­be­leh­rung zu ver­se­hen.
2Die Rechts­mit­tel­be­leh­rung muss das zu­läs­si­ge or­dent­li­che Rechts­mit­tel, die Rechts­mit­tel­in­stanz und die Rechts­mit­tel­frist nen­nen.
3Die Be­hör­de kann auf Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung ver­zich­ten, wenn sie den Be­geh­ren der Par­tei­en voll ent­spricht und kei­ne Par­tei ei­ne Be­grün­dung ver­langt.
II. Amt­li­che Pu­bli­ka­ti­on
Die Be­hör­de kann ih­re Ver­fü­gun­gen durch Ver­öf­fent­li­chung in ei­nem amt­li­chen Blatt er­öff­nen:1
ge­gen­über ei­ner Par­tei, die un­be­kann­ten Auf­ent­hal­tes ist und kei­nen er­reich­ba­ren Ver­tre­ter hat;
ge­gen­über ei­ner Par­tei, die sich im Aus­land auf­hält und kei­nen er­reich­ba­ren Ver­tre­ter hat, wenn die Zu­stel­lung an ih­ren Auf­ent­halts­ort un­mög­lich ist oder wenn die Par­tei ent­ge­gen Ar­ti­kel 11b Ab­satz 1 kein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­net hat;
in ei­ner Sa­che mit zahl­rei­chen Par­tei­en;
in ei­ner Sa­che, in der sich die Par­tei­en oh­ne un­ver­hält­nis­mäs­si­gen Auf­wand nicht voll­zäh­lig be­stim­men las­sen.
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 15. Fe­br. 1992 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1 Bst. b; BBl 1991 II 465).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 15. Fe­br. 1992 (AS 1992 288 337 Art. 2 Abs. 1 Bst. b; BBl 1991 II 465).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
IV. Man­gel­haf­te Er­öff­nung
Aus man­gel­haf­ter Er­öff­nung darf den Par­tei­en kein Nach­teil er­wach­sen.
K. Voll­stre­ckung
I. Vor­aus­set­zun­gen
Die Be­hör­de kann ih­re Ver­fü­gun­gen voll­stre­cken, wenn:
die Ver­fü­gung nicht mehr durch Rechts­mit­tel an­ge­foch­ten wer­den kann;
die Ver­fü­gung zwar noch an­ge­foch­ten wer­den kann, das zu­läs­si­ge Rechts­mit­tel aber kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung hat;
die ei­nem Rechts­mit­tel zu­kom­men­de auf­schie­ben­de Wir­kung ent­zo­gen wird.
II. Zwangs­mit­tel
1. Schuld­be­trei­bung
Ver­fü­gun­gen auf Geld­zah­lung oder Si­cher­heits­leis­tung sind auf dem We­ge der Schuld­be­trei­bung nach dem Bun­des­ge­setz vom 11. April 18892 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs zu voll­stre­cken.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1995 1227; BBl 1991 III 1).
2. An­de­re Zwangs­mit­tel
1Um an­de­re Ver­fü­gun­gen zu voll­stre­cken, er­greift die Be­hör­de fol­gen­de Mass­nah­men:
Er­satz­vor­nah­me durch die ver­fü­gen­de Be­hör­de selbst oder durch einen be­auf­trag­ten Drit­ten auf Kos­ten des Ver­pflich­te­ten; die Kos­ten sind durch be­son­de­re Ver­fü­gung fest­zu­set­zen;
un­mit­tel­ba­ren Zwang ge­gen die Per­son des Ver­pflich­te­ten oder an sei­nen Sa­chen;
Straf­ver­fol­gung, so­weit ein an­de­res Bun­des­ge­setz die Stra­fe vor­sieht;
Straf­ver­fol­gung we­gen Un­ge­hor­sams nach Ar­ti­kel 292 des Straf­ge­setz­bu­ches1, so­weit kei­ne an­de­re Straf­be­stim­mung zu­trifft.
2Be­vor die Be­hör­de zu ei­nem Zwangs­mit­tel greift, droht sie es dem Ver­pflich­te­ten an und räumt ihm ei­ne an­ge­mes­se­ne Er­fül­lungs­frist ein, im Fal­le von Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d un­ter Hin­weis auf die ge­setz­li­che Straf­dro­hung.
3Im Fal­le von Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b kann sie auf die An­dro­hung des Zwangs­mit­tels und die Ein­räu­mung ei­ner Er­fül­lungs­frist ver­zich­ten, wenn Ge­fahr im Ver­zu­ge ist.
3. Ver­hält­nis­mäs­sig­keit
Die Be­hör­de darf sich kei­nes schär­fe­ren Zwangs­mit­tels be­die­nen, als es die Ver­hält­nis­se er­for­dern.
III. Rechts­hil­fe
Die Kan­to­ne leis­ten den Bun­des­be­hör­den in der Voll­stre­ckung Rechts­hil­fe.
Dritter Abschnitt: Das Beschwerdeverfahren im Allgemeinen
A. Grund­satz1
Die Ver­fü­gung un­ter­liegt der Be­schwer­de.
B. Be­schwer­de ge­gen Zwi­schen­ver­fü­gun­gen
I. Zwi­schen­ver­fü­gun­gen über die Zu­stän­dig­keit und den Aus­stand
1Ge­gen selb­stän­dig er­öff­ne­te Zwi­schen­ver­fü­gun­gen über die Zu­stän­dig­keit und über Aus­stands­be­geh­ren ist die Be­schwer­de zu­läs­sig.
2Die­se Ver­fü­gun­gen kön­nen spä­ter nicht mehr an­ge­foch­ten wer­den.
II. An­de­re Zwi­schen­ver­fü­gun­gen
1Ge­gen an­de­re selb­stän­dig er­öff­ne­te Zwi­schen­ver­fü­gun­gen ist die Be­schwer­de zu­läs­sig:
wenn sie einen nicht wie­der gutz­u­ma­chen­den Nach­teil be­wir­ken kön­nen; oder
wenn die Gut­heis­sung der Be­schwer­de so­fort einen En­dent­scheid her­bei­füh­ren und da­mit einen be­deu­ten­den Auf­wand an Zeit oder Kos­ten für ein weit­läu­fi­ges Be­weis­ver­fah­ren er­spa­ren wür­de.
2Ist die Be­schwer­de nach Ab­satz 1 nicht zu­läs­sig oder wur­de von ihr kein Ge­brauch ge­macht, so sind die be­tref­fen­den Zwi­schen­ver­fü­gun­gen durch Be­schwer­de ge­gen die End­ver­fü­gung an­fecht­bar, so­weit sie sich auf den In­halt der End­ver­fü­gung aus­wir­ken.
Bbis. Rechts­ver­wei­ge­rung und Rechts­ver­zö­ge­rung
Ge­gen das un­recht­mäs­si­ge Ver­wei­gern oder Ver­zö­gern ei­ner an­fecht­ba­ren Ver­fü­gung kann Be­schwer­de ge­führt wer­den.
C. Be­schwer­de­in­stanz
1Be­schwer­de­in­stan­zen sind:
der Bun­des­rat nach den Ar­ti­keln 72 ff.;
das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nach den Ar­ti­keln 31-34 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20052;
an­de­re In­stan­zen, die ein Bun­des­ge­setz als Be­schwer­de­in­stan­zen be­zeich­net;
die Auf­sichts­be­hör­de, wenn die Be­schwer­de an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt un­zu­läs­sig ist und das Bun­des­recht kei­ne an­de­re Be­schwer­de­in­stanz be­zeich­net.
2Hat ei­ne nicht end­gül­tig ent­schei­den­de Be­schwer­de­in­stanz im Ein­zel­fal­le ei­ne Wei­sung er­teilt, dass oder wie ei­ne Vor­in­stanz ver­fü­gen soll, so ist die Ver­fü­gung un­mit­tel­bar an die nächst­hö­he­re Be­schwer­de­in­stanz wei­ter­zu­zie­hen; in der Rechts­mit­tel­be­leh­rung ist dar­auf auf­merk­sam zu ma­chen.5
4Wei­sun­gen, die ei­ne Be­schwer­de­in­stanz er­teilt, wenn sie in der Sa­che ent­schei­det und die­se an die Vor­in­stanz zu­rück­weist, gel­ten nicht als Wei­sun­gen im Sin­ne von Ab­satz 2.
5 Fas­sung ge­mä­ss Art. 67 des Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. Sept. 1978, in Kraft seit 1. Ju­ni 1979 (AS 1979 114; BBl 1975 I 1453).
6 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 1997 (AS 1997 2022; BBl 1996 V 1). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
D. Be­schwer­de­le­gi­ti­ma­ti­on
1Zur Be­schwer­de ist be­rech­tigt, wer:
vor der Vor­in­stanz am Ver­fah­ren teil­ge­nom­men hat oder kei­ne Mög­lich­keit zur Teil­nah­me er­hal­ten hat;
durch die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung be­son­ders be­rührt ist; und
ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se an de­ren Auf­he­bung oder Än­de­rung hat.
2Zur Be­schwer­de be­rech­tigt sind fer­ner Per­so­nen, Or­ga­ni­sa­tio­nen und Be­hör­den, de­nen ein an­de­res Bun­des­ge­setz die­ses Recht ein­räumt.
E. Be­schwer­de­grün­de
Der Be­schwer­de­füh­rer kann mit der Be­schwer­de rü­gen:
Ver­let­zung von Bun­des­recht ein­sch­liess­lich Über­schrei­tung oder Miss­brauch des Er­mes­sens;
un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge Fest­stel­lung des recht­s­er­heb­li­chen Sach­ver­hal­tes;
Un­an­ge­mes­sen­heit; die Rü­ge der Un­an­ge­mes­sen­heit ist un­zu­läs­sig, wenn ei­ne kan­to­na­le Be­hör­de als Be­schwer­de­in­stanz ver­fügt hat.
F. Be­schwer­de­frist
1Die Be­schwer­de ist in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Er­öff­nung der Ver­fü­gung ein­zu­rei­chen.
2Ge­gen das un­recht­mäs­si­ge Ver­wei­gern oder Ver­zö­gern ei­ner Ver­fü­gung kann je­der­zeit Be­schwer­de ge­führt wer­den.
G. Be­schwer­de­schrift
II. In­halt und Form
1Die Be­schwer­de­schrift hat die Be­geh­ren, de­ren Be­grün­dung mit An­ga­be der Be­weis­mit­tel und die Un­ter­schrift des Be­schwer­de­füh­rers oder sei­nes Ver­tre­ters zu ent­hal­ten; die Aus­fer­ti­gung der an­ge­foch­te­nen Ver­fü­gung und die als Be­weis­mit­tel an­ge­ru­fe­nen Ur­kun­den sind bei­zu­le­gen, so­weit der Be­schwer­de­füh­rer sie in Hän­den hat.
2Ge­nügt die Be­schwer­de die­sen An­for­de­run­gen nicht oder las­sen die Be­geh­ren des Be­schwer­de­füh­rers oder de­ren Be­grün­dung die nö­ti­ge Klar­heit ver­mis­sen und stellt sich die Be­schwer­de nicht als of­fen­sicht­lich un­zu­läs­sig her­aus, so räumt die Be­schwer­de­in­stanz dem Be­schwer­de­füh­rer ei­ne kur­ze Nach­frist zur Ver­bes­se­rung ein.
3Sie ver­bin­det die­se Nach­frist mit der An­dro­hung, nach un­be­nutz­tem Fri­sta­blauf auf Grund der Ak­ten zu ent­schei­den oder, wenn Be­geh­ren, Be­grün­dung oder Un­ter­schrift feh­len, auf die Be­schwer­de nicht ein­zu­tre­ten.
III. Er­gän­zen­de Be­schwer­de­schrift
Er­for­dert es der aus­ser­ge­wöhn­li­che Um­fang oder die be­son­de­re Schwie­rig­keit ei­ner Be­schwer­de­sa­che, so ge­stat­tet die Be­schwer­de­in­stanz dem Be­schwer­de­füh­rer, der dar­um in sei­ner sonst ord­nungs­ge­mä­ss ein­ge­reich­ten Be­schwer­de nach­sucht, de­ren Be­grün­dung in­nert ei­ner an­ge­mes­se­nen Nach­frist zu er­gän­zen; in die­sem Fal­le fin­det Ar­ti­kel 32 Ab­satz 2 kei­ne An­wen­dung.
H. Üb­ri­ges Ver­fah­ren bis zum Be­schwer­de­ent­scheid
Die Be­hand­lung der Sa­che, die Ge­gen­stand der mit Be­schwer­de an­ge­foch­te­nen Ver­fü­gung bil­det, geht mit Ein­rei­chung der Be­schwer­de auf die Be­schwer­de­in­stanz über.
II. Vor­sorg­li­che Mass­nah­men
1. Auf­schie­ben­de Wir­kung
1Die Be­schwer­de hat auf­schie­ben­de Wir­kung.
2Hat die Ver­fü­gung nicht ei­ne Geld­leis­tung zum Ge­gen­stand, so kann die Vor­in­stanz dar­in ei­ner all­fäl­li­gen Be­schwer­de die auf­schie­ben­de Wir­kung ent­zie­hen; die­sel­be Be­fug­nis steht der Be­schwer­de­in­stanz, ih­rem Vor­sit­zen­den oder dem In­struk­ti­ons­rich­ter nach Ein­rei­chung der Be­schwer­de zu.1
3Die Be­schwer­de­in­stanz, ihr Vor­sit­zen­der oder der In­struk­ti­ons­rich­ter kann die von der Vor­in­stanz ent­zo­ge­ne auf­schie­ben­de Wir­kung wie­der­her­stel­len; über ein Be­geh­ren um Wie­der­her­stel­lung der auf­schie­ben­den Wir­kung ist oh­ne Ver­zug zu ent­schei­den.2
4Wird die auf­schie­ben­de Wir­kung will­kür­lich ent­zo­gen oder ei­nem Be­geh­ren um Wie­der­her­stel­lung der auf­schie­ben­den Wir­kung will­kür­lich nicht oder ver­spä­tet ent­spro­chen, so haf­tet für den dar­aus er­wach­sen­den Scha­den die Kör­per­schaft oder au­to­no­me An­stalt, in de­ren Na­men die Be­hör­de ver­fügt hat.
5Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen an­de­rer Bun­des­ge­set­ze, nach de­nen ei­ne Be­schwer­de kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung hat.3
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 5 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 1978, in Kraft seit 1. Jan. 1979 (AS 1978 1836; BBl 1976 II 873).
2. An­de­re Mass­nah­men
Nach Ein­rei­chung der Be­schwer­de kann die Be­schwer­de­in­stanz, ihr Vor­sit­zen­der oder der In­struk­ti­ons­rich­ter von Am­tes we­gen oder auf Be­geh­ren ei­ner Par­tei an­de­re vor­sorg­li­che Mass­nah­men tref­fen, um den be­ste­hen­den Zu­stand zu er­hal­ten oder be­droh­te In­ter­es­sen einst­wei­len si­cher­zu­stel­len.
III. Schrif­ten­wech­sel
1Die Be­schwer­de­in­stanz bringt ei­ne nicht zum vorn­her­ein un­zu­läs­si­ge oder un­be­grün­de­te Be­schwer­de oh­ne Ver­zug der Vor­in­stanz und all­fäl­li­gen Ge­gen­par­tei­en des Be­schwer­de­füh­rers oder an­de­ren Be­tei­lig­ten zur Kennt­nis, setzt ih­nen Frist zur Ver­nehm­las­sung an und for­dert gleich­zei­tig die Vor­in­stanz zur Vor­la­ge ih­rer Ak­ten auf.1
2Sie kann die Par­tei­en auf je­der Stu­fe des Ver­fah­rens zu ei­nem wei­te­ren Schrif­ten­wech­sel ein­la­den oder ei­ne münd­li­che Ver­hand­lung mit ih­nen an­be­rau­men.
IV. Neue Ver­fü­gung
1Die Vor­in­stanz kann bis zu ih­rer Ver­nehm­las­sung die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung in Wie­der­er­wä­gung zie­hen.
2Sie er­öff­net ei­ne neue Ver­fü­gung oh­ne Ver­zug den Par­tei­en und bringt sie der Be­schwer­de­in­stanz zur Kennt­nis.
3Die Be­schwer­de­in­stanz setzt die Be­hand­lung der Be­schwer­de fort, so­weit die­se durch die neue Ver­fü­gung der Vor­in­stanz nicht ge­gen­stands­los ge­wor­den ist; Ar­ti­kel 57 fin­det An­wen­dung, wenn die neue Ver­fü­gung auf ei­nem er­heb­lich ver­än­der­ten Sach­ver­halt be­ruht oder ei­ne er­heb­lich ver­än­der­te Rechts­la­ge schafft.
V. Aus­stand
Die Be­schwer­de­in­stanz darf mit der Be­hand­lung der Be­schwer­de­sa­che we­der Per­so­nen im Diens­te der Vor­in­stanz noch an­de­re Per­so­nen be­trau­en, die sich an der Vor­be­rei­tung der an­ge­foch­te­nen Ver­fü­gung be­tei­ligt ha­ben; be­ruht die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung auf ei­ner Wei­sung der Be­schwer­de­in­stanz, so fin­det aus­ser­dem Ar­ti­kel 47 Ab­sät­ze 2-4 An­wen­dung.
VI. Ver­fah­rens­dis­zi­plin
1Die Be­schwer­de­in­stanz kann Par­tei­en oder de­ren Ver­tre­ter, die den An­stand ver­let­zen oder den Ge­schäfts­gang stö­ren, mit Ver­weis oder mit Ord­nungs­bus­se bis zu 500 Fran­ken be­stra­fen.
2Im Fal­le bös­wil­li­ger oder mut­wil­li­ger Pro­zess­füh­rung kön­nen die Par­tei und ihr Ver­tre­ter mit ei­ner Ord­nungs­bus­se bis zu 1000 Fran­ken und bei Rück­fall bis zu 3000 Fran­ken be­straft wer­den.
3Der Vor­sit­zen­de ei­ner Ver­hand­lung kann Per­so­nen, die sich sei­nen An­wei­sun­gen nicht un­ter­zie­hen, aus dem Sit­zungs­saal weg­wei­sen und mit ei­ner Ord­nungs­bus­se bis zu 500 Fran­ken be­stra­fen.
J. Be­schwer­de­ent­scheid
I. In­halt und Form
1Die Be­schwer­de­in­stanz ent­schei­det in der Sa­che selbst oder weist die­se aus­nahms­wei­se mit ver­bind­li­chen Wei­sun­gen an die Vor­in­stanz zu­rück.
2Der Be­schwer­de­ent­scheid ent­hält die Zu­sam­men­fas­sung des er­heb­li­chen Sach­ver­halts, die Be­grün­dung (Er­wä­gun­gen) und die Ent­schei­dungs­for­mel (Dis­po­si­tiv).
3Er ist den Par­tei­en und der Vor­in­stanz zu er­öff­nen.
II. Än­de­rung der an­ge­foch­te­nen Ver­fü­gung
1Die Be­schwer­de­in­stanz kann die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung zu­guns­ten ei­ner Par­tei än­dern.
2Zu­un­guns­ten ei­ner Par­tei kann sie die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung än­dern, so­weit die­se Bun­des­recht ver­letzt oder auf ei­ner un­rich­ti­gen oder un­voll­stän­di­gen Fest­stel­lung des Sach­ver­hal­tes be­ruht; we­gen Un­an­ge­mes­sen­heit darf die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung nicht zu­un­guns­ten ei­ner Par­tei ge­än­dert wer­den, aus­ser im Fal­le der Än­de­rung zu­guns­ten ei­ner Ge­gen­par­tei.
3Be­ab­sich­tigt die Be­schwer­de­in­stanz, die an­ge­foch­te­ne Ver­fü­gung zu­un­guns­ten ei­ner Par­tei zu än­dern, so bringt sie der Par­tei die­se Ab­sicht zur Kennt­nis und räumt ihr Ge­le­gen­heit zur Ge­ge­näus­se­rung ein.
4Die Be­grün­dung der Be­geh­ren bin­det die Be­schwer­de­in­stanz in kei­nem Fal­le.
III. Ver­fah­rens­kos­ten
1Die Be­schwer­de­in­stanz auf­er­legt in der Ent­schei­dungs­for­mel die Ver­fah­rens­kos­ten, be­ste­hend aus Spruch­ge­bühr, Schreib­ge­büh­ren und Ba­raus­la­gen, in der Re­gel der un­ter­lie­gen­den Par­tei. Un­ter­liegt die­se nur teil­wei­se, so wer­den die Ver­fah­rens­kos­ten er­mäs­sigt. Aus­nahms­wei­se kön­nen sie ihr er­las­sen wer­den.
2Kei­ne Ver­fah­rens­kos­ten wer­den Vor­in­stan­zen oder be­schwer­de­füh­ren­den und un­ter­lie­gen­den Bun­des­be­hör­den auf­er­legt; an­de­ren als Bun­des­be­hör­den, die Be­schwer­de füh­ren und un­ter­lie­gen, wer­den Ver­fah­rens­kos­ten auf­er­legt, so­weit sich der Streit um ver­mö­gens­recht­li­che In­ter­es­sen von Kör­per­schaf­ten oder au­to­no­men An­stal­ten dreht.
3Ei­ner ob­sie­gen­den Par­tei dür­fen nur Ver­fah­rens­kos­ten auf­er­legt wer­den, die sie durch Ver­let­zung von Ver­fah­rens­pflich­ten ver­ur­sacht hat.
4Die Be­schwer­de­in­stanz, ihr Vor­sit­zen­der oder der In­struk­ti­ons­rich­ter er­hebt vom Be­schwer­de­füh­rer einen Kos­ten­vor­schuss in der Hö­he der mut­mass­li­chen Ver­fah­rens­kos­ten. Zu des­sen Leis­tung ist dem Be­schwer­de­füh­rer ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist an­zu­set­zen un­ter An­dro­hung des Nicht­ein­tre­tens. Wenn be­son­de­re Grün­de vor­lie­gen, kann auf die Er­he­bung des Kos­ten­vor­schus­ses ganz oder teil­wei­se ver­zich­tet wer­den.1
4bisDie Spruch­ge­bühr rich­tet sich nach Um­fang und Schwie­rig­keit der Streit­sa­che, Art der Pro­zess­füh­rung und fi­nan­zi­el­ler La­ge der Par­tei­en. Sie be­trägt:
in Strei­tig­kei­ten oh­ne Ver­mö­gens­in­ter­es­se 100-5000 Fran­ken;
in den üb­ri­gen Strei­tig­kei­ten 100-50 000 Fran­ken.2
5Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung der Ge­büh­ren im Ein­zel­nen.3 Vor­be­hal­ten blei­ben Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20054 und Ar­ti­kel 73 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 20105.6
6 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
IV. Par­tei­ent­schä­di­gung
1Die Be­schwer­de­in­stanz kann der ganz oder teil­wei­se ob­sie­gen­den Par­tei von Am­tes we­gen oder auf Be­geh­ren ei­ne Ent­schä­di­gung für ihr er­wach­se­ne not­wen­di­ge und ver­hält­nis­mäs­sig ho­he Kos­ten zu­spre­chen.
2Die Ent­schä­di­gung wird in der Ent­schei­dungs­for­mel be­zif­fert und der Kör­per­schaft oder au­to­no­men An­stalt auf­er­legt, in de­ren Na­men die Vor­in­stanz ver­fügt hat, so­weit sie nicht ei­ner un­ter­lie­gen­den Ge­gen­par­tei auf­er­legt wer­den kann.
3Ei­ner un­ter­lie­gen­den Ge­gen­par­tei kann sie je nach de­ren Leis­tungs­fä­hig­keit auf­er­legt wer­den, wenn sich die Par­tei mit selb­stän­di­gen Be­geh­ren am Ver­fah­ren be­tei­ligt hat.
4Die Kör­per­schaft oder au­to­no­me An­stalt, in de­ren Na­men die Vor­in­stanz ver­fügt hat, haf­tet für die ei­ner un­ter­lie­gen­den Ge­gen­par­tei auf­er­leg­te Ent­schä­di­gung, so­weit sich die­se als un­ein­bring­lich her­aus­stellt.
5Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung der Ent­schä­di­gung.1 Vor­be­hal­ten blei­ben Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20052 und Ar­ti­kel 73 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 20103.4
4 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
V. Un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge
1Die Be­schwer­de­in­stanz, ihr Vor­sit­zen­der oder der In­struk­ti­ons­rich­ter be­freit nach Ein­rei­chung der Be­schwer­de ei­ne Par­tei, die nicht über die er­for­der­li­chen Mit­tel ver­fügt, auf An­trag von der Be­zah­lung der Ver­fah­rens­kos­ten, so­fern ihr Be­geh­ren nicht aus­sichts­los er­scheint.1
2Wenn es zur Wah­rung ih­rer Rech­te not­wen­dig ist, be­stellt die Be­schwer­de­in­stanz, ihr Vor­sit­zen­der oder der In­struk­ti­ons­rich­ter der Par­tei einen An­walt.2
3Die Haf­tung für Kos­ten und Ho­no­rar des An­walts be­stimmt sich nach Ar­ti­kel 64 Ab­sät­ze 2-4.
4Ge­langt die be­dürf­ti­ge Par­tei spä­ter zu hin­rei­chen­den Mit­teln, so ist sie ver­pflich­tet, Ho­no­rar und Kos­ten des An­walts an die Kör­per­schaft oder au­to­no­me An­stalt zu ver­gü­ten, die sie be­zahlt hat.
5Der Bun­des­rat re­gelt die Be­mes­sung von Ho­no­rar und Kos­ten.3 Vor­be­hal­ten blei­ben Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 Buch­sta­be a des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 20054 und Ar­ti­kel 73 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 20105.6
6 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Straf­be­hör­den­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 3267; BBl 2008 8125).
K. Re­vi­si­on
I. Grün­de
1Die Be­schwer­de­in­stanz zieht ih­ren Ent­scheid von Am­tes we­gen oder auf Be­geh­ren ei­ner Par­tei in Re­vi­si­on, wenn ihn ein Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen be­ein­flusst hat.
2Aus­ser­dem zieht sie ihn auf Be­geh­ren ei­ner Par­tei in Re­vi­si­on, wenn:
die Par­tei neue er­heb­li­che Tat­sa­chen oder Be­weis­mit­tel vor­bringt;
die Par­tei nach­weist, dass die Be­schwer­de­in­stanz ak­ten­kun­di­ge er­heb­li­che Tat­sa­chen oder be­stimm­te Be­geh­ren über­se­hen hat;
die Par­tei nach­weist, dass die Be­schwer­de­in­stanz die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 10, 59 oder 76 über den Aus­stand, der Ar­ti­kel 26-28 über die Ak­ten­ein­sicht oder der Ar­ti­kel 29-33 über das recht­li­che Ge­hör ver­letzt hat; oder
der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof für Men­schen­rech­te in ei­nem end­gül­ti­gen Ur­teil fest­ge­stellt hat, dass die Eu­ro­päi­sche Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on vom 4. No­vem­ber 19502 oder die Pro­to­kol­le da­zu3 ver­letzt wor­den sind, so­fern ei­ne Ent­schä­di­gung nicht ge­eig­net ist, die Fol­gen der Ver­let­zung aus­zu­glei­chen, und die Re­vi­si­on not­wen­dig ist, um die Ver­let­zung zu be­sei­ti­gen.
3Grün­de im Sin­ne von Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-c gel­ten nicht als Re­vi­si­ons­grün­de, wenn die Par­tei sie im Rah­men des Ver­fah­rens, das dem Be­schwer­de­ent­scheid vor­an­ging, oder auf dem We­ge ei­ner Be­schwer­de, die ihr ge­gen den Be­schwer­de­ent­scheid zu­stand, gel­tend ma­chen konn­te.
II. Be­geh­ren
1Das Re­vi­si­ons­be­geh­ren ist der Be­schwer­de­in­stanz in­nert 90 Ta­gen nach Ent­de­ckung des Re­vi­si­ons­grun­des, spä­tes­tens aber in­nert 10 Jah­ren nach Er­öff­nung des Be­schwer­de­ent­schei­des schrift­lich ein­zu­rei­chen.1
1bisIm Fall von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 2 Buch­sta­be d ist das Re­vi­si­ons­be­geh­ren in­nert 90 Ta­gen ein­zu­rei­chen, nach­dem das Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs für Men­schen­rech­te nach Ar­ti­kel 44 der Eu­ro­päi­schen Men­schen­rechts­kon­ven­ti­on vom 4. No­vem­ber 19502 end­gül­tig ge­wor­den ist.3
2Nach Ab­lauf von 10 Jah­ren seit Er­öff­nung des Be­schwer­de­ent­schei­des ist ein Re­vi­si­ons­be­geh­ren nur aus dem Grun­de von Ar­ti­kel 66 Ab­satz 1 zu­läs­sig.
3Auf In­halt, Form, Ver­bes­se­rung und Er­gän­zung des Re­vi­si­ons­be­geh­rens fin­den die Ar­ti­kel 52 und 53 An­wen­dung; die Be­grün­dung hat ins­be­son­de­re den Re­vi­si­ons­grund und die Recht­zei­tig­keit des Re­vi­si­ons­be­geh­rens dar­zu­tun. Die­ses hat auch die Be­geh­ren für den Fall ei­nes neu­en Be­schwer­de­ent­schei­des zu ent­hal­ten.
III. Ent­scheid
1Tritt die Be­schwer­de­in­stanz auf das Re­vi­si­ons­be­geh­ren ein und er­ach­tet sie es als be­grün­det, so hebt sie den Be­schwer­de­ent­scheid auf und ent­schei­det neu.
2Im üb­ri­gen fin­den auf die Be­hand­lung des Re­vi­si­ons­be­geh­rens die Ar­ti­kel 56, 57 und 59-65 An­wen­dung.
L. Er­läu­te­rung
1Die Be­schwer­de­in­stanz er­läu­tert auf Be­geh­ren ei­ner Par­tei den Be­schwer­de­ent­scheid, der un­ter Un­klar­hei­ten oder Wi­der­sprü­chen in sei­ner Ent­schei­dungs­for­mel oder zwi­schen die­ser und der Be­grün­dung lei­det.
2Ei­ne Rechts­mit­tel­frist be­ginnt mit der Er­läu­te­rung neu zu lau­fen.
3Re­dak­ti­ons- oder Rech­nungs­feh­ler oder Kanz­lei­ver­se­hen, die kei­nen Ein­fluss auf die Ent­schei­dungs­for­mel oder auf den er­heb­li­chen In­halt der Be­grün­dung aus­üben, kann die Be­schwer­de­in­stanz je­der­zeit be­rich­ti­gen.
M. Be­son­de­re Be­schwer­de­ar­ten
II. Auf­sichts­be­schwer­de
1Je­der­mann kann je­der­zeit Tat­sa­chen, die im öf­fent­li­chen In­ter­es­se ein Ein­schrei­ten ge­gen ei­ne Be­hör­de von Am­tes we­gen er­for­dern, der Auf­sichts­be­hör­de an­zei­gen.
2Der An­zei­ger hat nicht die Rech­te ei­ner Par­tei.
Vierter Abschnitt: Besondere Behörden
Art. 71a-71d
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 4. Okt. 1991 (AS 1992 288, 1993 877 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 10 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
B. Bun­des­rat
I. Als Be­schwer­de­in­stanz
1. Zu­läs­sig­keit der Be­schwer­de
a. Sach­ge­bie­te
Die Be­schwer­de an den Bun­des­rat ist zu­läs­sig ge­gen:
Ver­fü­gun­gen auf dem Ge­biet der in­ne­ren und äus­se­ren Si­cher­heit des Lan­des, der Neu­tra­li­tät, des di­plo­ma­ti­schen Schut­zes und der üb­ri­gen aus­wär­ti­gen An­ge­le­gen­hei­ten, so­weit das Völ­ker­recht nicht einen An­spruch auf ge­richt­li­che Be­ur­tei­lung ein­räumt;
ers­tin­stanz­li­che Ver­fü­gun­gen über leis­tungs­ab­hän­gi­ge Lohnan­tei­le des Bun­des­per­so­nals.
b. Vor­in­stan­zen
Die Be­schwer­de an den Bun­des­rat ist zu­läs­sig ge­gen Ver­fü­gun­gen:
der De­par­te­men­te und der Bun­des­kanz­lei;
letz­ter In­stan­zen au­to­no­mer An­stal­ten und Be­trie­be des Bun­des;
letz­ter kan­to­na­ler In­stan­zen.
c. Sub­si­dia­ri­tät
Die Be­schwer­de an den Bun­des­rat ist un­zu­läs­sig ge­gen Ver­fü­gun­gen, die durch Be­schwer­de an ei­ne an­de­re Bun­des­be­hör­de oder durch Ein­spra­che an­fecht­bar sind.
2. In­struk­ti­on der Be­schwer­de1
1Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment be­sorgt die In­struk­ti­on der Be­schwer­de.
2Der Bun­des­rat be­traut mit der In­struk­ti­on von Be­schwer­den, die sich ge­gen das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment rich­ten, ein an­de­res De­par­te­ment.
3Das in­stru­ie­ren­de De­par­te­ment stellt dem Bun­des­rat An­trag und übt bis zum Ent­scheid die dem Bun­des­rat als Be­schwer­de­in­stanz zu­ste­hen­den Be­fug­nis­se aus.
3. Aus­stand2
1Das Mit­glied des Bun­des­ra­tes, ge­gen des­sen De­par­te­ment sich die Be­schwer­de rich­tet, tritt für den Ent­scheid des Bun­des­ra­tes in den Aus­stand.
2Sein De­par­te­ment kann sich am Ver­fah­ren des Bun­des­ra­tes wie ein Be­schwer­de­füh­rer und aus­ser­dem im Rah­men des Mit­be­richts­ver­fah­rens nach Ar­ti­kel 54 des Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 19. Sep­tem­ber 19783 be­tei­li­gen.
3Führt es im Mit­be­richts­ver­fah­ren neue tat­säch­li­che oder recht­li­che Vor­brin­gen an, so sind der Be­schwer­de­füh­rer, all­fäl­li­ge Ge­gen­par­tei­en oder an­de­re Be­tei­lig­te zu die­sen Vor­brin­gen an­zu­hö­ren.
3 [AS 1979 114, 1983 170 931 Art. 59 Ziff. 2, 1985 699, 1987 226 Ziff. II 2 808, 1989 2116, 1990 3 Art. 1 1530 Ziff. II 1 1587 Art. 1, 1991 362 Ziff. I, 1992 2 Art. 1 288 An­hang Ziff. 2 510 581 An­hang Ziff. 2, 1993 1770, 1995 978 4093 An­hang Ziff. 2 4362 Art. 1 5050 An­hang Ziff. 1, 1996 546 An­hang Ziff. 1 1486 1498 An­hang Ziff. 1. AS 1997 2022 Art. 63]. Sie­he heu­te das Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­setz vom 21. März 1997 (SR 172.010).
4. Er­gän­zen­de Ver­fah­rens­be­stim­mun­gen1
Im Üb­ri­gen fin­den die Ar­ti­kel 45-70 An­wen­dung.
II. Als ein­zi­ge oder ers­te In­stanz1
1Ver­fügt der Bun­des­rat als ein­zi­ge oder als ers­te In­stanz, so stellt ihm das in der Sa­che zu­stän­di­ge De­par­te­ment An­trag.
2Es übt die Be­fug­nis­se aus, die dem Bun­des­rat bis zur Ver­fü­gung zu­ste­hen.
3Im Üb­ri­gen fin­den die Ar­ti­kel 7-43 An­wen­dung.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1992 288, 1993 877 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465).
C. Bun­des­ver­samm­lung1
1Ge­gen Be­schwer­de­ent­schei­de und Ver­fü­gun­gen ist die Be­schwer­de an die Bun­des­ver­samm­lung zu­läs­sig, wenn ein Bun­des­ge­setz dies vor­sieht.2
2Die Be­schwer­de ist der Bun­des­ver­samm­lung in­nert 30 Ta­gen seit Er­öff­nung des Be­schwer­de­ent­schei­des oder der Ver­fü­gung ein­zu­rei­chen.
3Die Be­schwer­de hat oh­ne ent­spre­chen­de vor­sorg­li­che Ver­fü­gung des Bun­des­ra­tes kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 1 des BG vom 8. Okt. 1999 über pro­zes­sua­le An­pas­sun­gen an die neue BV, in Kraft seit 1. März 2000 (AS 2000 416; BBl 1999 7922).
Fünfter Abschnitt: Schluss- und Übergangsbestimmungen
A. Auf­he­bung und An­pas­sung von Be­stim­mun­gen
Mit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes sind auf­ge­ho­ben:
Ar­ti­kel 23bis des Bun­des­ge­set­zes vom 26. März 19141 über die Or­ga­ni­sa­ti­on der Bun­des­ver­wal­tung;
die Ar­ti­kel 124-134, 158 und 164 des Bun­des­rechts­pfle­ge­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 19432;
wi­der­spre­chen­de Be­stim­mun­gen des Bun­des­rechts; vor­be­hal­ten blei­ben er­gän­zen­de Be­stim­mun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 4.
2 [BS 3 531; AS 1948 485 Art. 86, 1955 871 Art. 118, 1959 902, 1969 767, 1977 237 Ziff. II 3 862 Art. 52 Ziff. 2 1323 Ziff. III, 1978 688 Art. 88 Ziff. 3 1450, 1979 42, 1980 31 Ziff. IV 1718 Art. 52 Ziff. 2 1819 Art. 12 Abs. 1, 1982 1676 An­hang Ziff. 13, 1983 1886 Art. 36 Ziff. 1, 1986 926 Art. 59 Ziff. 1, 1987 226 Ziff. II 1 1665 Ziff. II, 1988 1776 An­hang Ziff. II 1, 1989 504 Art. 33 Bst. a, 1990 938 Ziff. III Abs. 5, 1992 288, 1993 274 Art. 75 Ziff. 1 1945 An­hang Ziff. 1, 1995 1227 An­hang Ziff. 3 4093 An­hang Ziff. 4, 1996 508 Art. 36 750 Art. 17 1445 An­hang Ziff. 2 1498 An­hang Ziff. 2, 1997 1155 An­hang Ziff. 6 2465 An­hang Ziff. 5, 1998 2847 An­hang Ziff. 3 3033 An­hang Ziff. 2, 1999 1118 An­hang Ziff. 1 3071 Ziff. I 2, 2000 273 An­hang Ziff. 6 416 Ziff. I 2 505 Ziff. I 1 2355 An­hang Ziff. 1 2719, 2001 114 Ziff. I 4 894 Art. 40 Ziff. 3 1029 Art. 11 Abs. 2, 2002 863 Art. 35 1904 Art. 36 Ziff. 1 2767 Ziff. II 3988 An­hang Ziff. 1, 2003 2133 An­hang Ziff. 7 3543 An­hang Ziff. II 4 Bst. a 4557 An­hang Ziff. II 1, 2004 1985 An­hang Ziff. II 1 4719 An­hang Ziff. II 1, 2005 5685 An­hang Ziff. 7. AS 2006 1205 Art. 131 Abs. 1]
B. Über­gangs­be­stim­mung
Die­ses Ge­setz fin­det kei­ne An­wen­dung auf die im Zeit­punkt sei­nes In­kraft­tre­tens vor Be­hör­den der Ver­wal­tungs­rechts­pfle­ge hän­gi­gen Strei­tig­kei­ten und auf Be­schwer­den oder Ein­spra­chen ge­gen vor die­sem Zeit­punkt ge­trof­fe­ne Ver­fü­gun­gen; in die­sem Fal­le blei­ben die frü­he­ren Ver­fah­rens- und Zu­stän­dig­keits­be­stim­mun­gen an­wend­bar.
C. In­kraft­tre­ten
Der Bun­des­rat be­stimmt den Zeit­punkt, in dem die­ses Ge­setz in Kraft tritt.
OCEl-PCPP

References: Art. 27
 Art. 39
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 26
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 67

Art. 71
 Art. 2
 Art. 59
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 63
 Art. 2
 Art. 86
 Art. 118
 Art. 52
 Art. 88
 Art. 52
 Art. 12
 Art. 36
 Art. 59
 Art. 33
 Art. 75
 Art. 36
 Art. 17
 Art. 40
 Art. 11
 Art. 35
 Art. 36
 Art. 131