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Timestamp: 2018-01-24 11:40:27+00:00

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BFH, 02.08.2006 - XI R 65/05 - dejure.org
EStG 1994 § 10d Abs. 3
EStG (1994) § 10d Abs. 3
Frist der Berechtigung zur Feststellung verbleibenden Verlustabzugs; Ermittlung des verbleibenden Verlustabzugs
Feststellung eines "verbleibenden Verlustabzugs" trotz Verjährung der ESt für diesen Veranlagungszeitraum
Kurznachricht zu "Praxis- und Beraterhinweis zur Entscheidung des BFH vom 02.08.2006, Az.: XI R 65/05 (Feststellung des Verlustabzugs trotz Festsetzungsverjährung)" von VorsRiFG Ulrich Krömker, original erschienen in: EStB 2006, 440.
Kurznachricht zu "Verlustabzug trotz Verjährung der Einkommensteuer - Anmerkung zum BFH-Urteil v. 2.8.2006 -XI R 65/05 -" von Ri BFH a.D. Ulrich Hutter, original erschienen in: NWB 2007, 1695 - 1696.
FG Hamburg, 25.11.2005 - II 305/04
BFHE 214, 492
NJW 2007, 1232 (Ls.)
BB 2006, 2570
DB 2006, 2499
BStBl II 2007, 921
HFR 2007, 22
BFH, 14.07.2009 - IX R 52/08
Erstmalige gesonderte Verlustfeststellung bei negativem Gesamtbetrag der …
Der Bundesfinanzhof führt damit die im Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921) begonnene und mit Urteil vom 17. September 2008 IX R 70/06 (BFHE 223, 50) fortgesetzte Rechtsprechungsentwicklung weiter.
bb) Vor dem Hintergrund der BFH-Rechtsprechung in den Urteilenvom 1. März 2006 XI R 33/04 (…BFHE 212, 497, BFH/NV 2006, 1204) undvom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFH/NV 2006, 2345) hat der Gesetzgeber jedoch § 10d Abs. 4 EStG durch das Jahressteuergesetz 2007 vom 13. Dezember 2006 um einen Satz 6 ergänzt.
ccc) Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den BFH-Urteilenvom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFH/NV 2006, 2345) undvom 1. März 2006 XI R 33/04 (…BFHE 212, 497, BFH/NV 2006, 1204).
So ist das BFH-Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFH/NV 2006, 2345) vorliegend deshalb nicht einschlägig, weil dort anders als im Streitfall für die dem Streitjahr vorangegangenen Zeiträume erhebliche, noch zu verrechnende Verluste festgestellt worden waren.
Der Revision war zuzulassen, weil die Sache grundsätzliche Bedeutung hat und der Senat mit seiner Entscheidung möglicherweise vom BFH-Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFH/NV 2006, 2345) abweicht.
b) Auch ist eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (§ 115 Abs. 2 Nr. 2 2. Alternative FGO;… zu den Darlegungsanforderungen vgl. BFH-Beschlüsse vom 15. Dezember 2005 IX B 98/05, BFH/NV 2006, 768;… vom 14. September 2007 VIII B 15/07, BFH/NV 2008, 61) hinsichtlich einer (konkludent vorgebrachten) Divergenz zum BFH-Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921) mangels gleich oder ähnlich gelagertem Sachverhalt nicht erforderlich.
Denn anders als in dem in BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921 entschiedenen Fall, in dem es um eine noch mögliche Verlustfeststellung trotz verjährter Einkommensteuerfestsetzung ging, hat das FG im Streitfall die Berücksichtigung von (zurückliegenden) Verlusten wegen der Bestandskraft und Unanfechtbarkeit der Verlustfeststellung auf den 31. Dezember 1990 abgelehnt.
Dass in dem Steuerbescheid für das Jahr 1996 ein positiver GdE zugrunde gelegt werde, stünde der Geltendmachung von Verlusten auch für dieses Jahr nicht entgegen, denn der BFH habe mit Urteil vom 2. August 2006 (XI R 65/05, BFH/NV 2006, 2345) entschieden, dass der verbleibende Verlustabzug - unabhängig davon, ob eine Veranlagung durchgeführt worden ist oder nicht, so zu berechnen sei, wie er sich bei zutreffender Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen und des Verlustvortrages ergeben würde.
Es entspricht mittlerweile gefestigter Rechtsprechung des BFH (zur Rechtslage bis zum Inkrafttreten des JStG 2007 !), dass trotz Ablaufes der Feststellungsfrist eine gesonderte Feststellung des vortragsfähigen Verlustes durchzuführen ist, wenn die Voraussetzungen von § 181 Abs. 5 Satz 1 AO erfüllt sind (vgl. z. B. Urteile des BFH vom 2. August 2006 XI R 65/05, BFH/NV 2006, 2345 …und vom 1. März 2006 XI R 33/04, BFHE 212, 497, BFH/NV 2006, 1204).
Offen geblieben ist allerdings, wie zu verfahren ist, wenn im Rahmen der erstmaligen gesonderten Feststellung des vortragsfähigen Verlustes mehrerer Jahre für einige Veranlagungszeiträume eine Verlustfestellung durchgeführt werden kann, weil diese nicht veranlagt worden sind (Urteil des BFH vom 2.8.2006 XI R 65/05, BFH/NV 2006, 2345), für ein späteres Jahr aber eine bestandskräftige, unabänderbare und ein positiven GdE ausweisende Steuerfestsetzung vorliegt.
Weder durch das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Juni 2002 XI R 26/01 (BFHE 198, 395, BStBl II 2002, 681) noch durch das BFH-Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921) sei die Rechtslage geändert worden.
Die Möglichkeit einer nachträglichen Verlustfeststellung für Jahre, bei denen die siebenjährige Feststellungsverjährung bereits eingetreten ist, ist dem Kläger erst durch die BFH-Urteile in BFHE 198, 395, BStBl II 2002, 681, vom 1. März 2006 XI R 33/04, BFHE 212, 497, BStBl II 2007, 919 und in BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921 und die damit verbundene Anwendung des § 181 Abs. 5 AO eingeräumt worden.
Die (konkludent) gerügte Divergenz zu den BFH-Urteilen vom 19. Mai 1999 XI R 97/94 (BFHE 189, 63, BStBl II 1999, 762) und vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921) liegt nicht vor.
Zum anderen hat das FG anders als im Fall in BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921, in dem es um eine noch mögliche Verlustfeststellung trotz verjährter Einkommensteuerfestsetzung ging, im Streitfall die Berücksichtigung von (zurückliegenden) Verlusten wegen der Bestandskraft und Unanfechtbarkeit der Verlustfeststellung auf den 31. Dezember 1990 abgelehnt und keine Anhaltspunkte für eine Änderung dieser Verlustfeststellung nach §§ 172 ff. AO oder § 129 AO gesehen.
Die Möglichkeit einer Verlustfeststellung für bereits feststellungsverjährte Jahre ist der Klägerin erst durch die BFH-Urteile vom 12. Juni 2002 XI R 26/01 (BFHE 198, 395, BStBl II 2002, 681), in BFHE 212, 497, BStBl II 2007, 919, und vom 2. August 2006 XI R 65/05, BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921) eingeräumt worden.
Der auf den 31. Dezember festzustellende nach § 10d Abs. 3 EStG verbleibende Verlustabzug ist --unabhängig davon, ob eine Veranlagung durchgeführt worden ist-- so zu berechnen, wie er sich bei zutreffender Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen und des Verlustrücktrags und -vortrags nach § 10d Abs. 1 und 2 EStG ergeben hätte (sog. Soll-Verlustabzug); wegen der Einzelheiten wird auf das Urteil des Senats vom 2. August 2006 XI R 65/05 (BFHE 214, 492) Bezug genommen.
Diese Regelung greift auch dann ein, wenn --wie im Streitfall-- für das Verlustjahr keine Steuer festgesetzt wurde und ein Steuerbescheid insoweit wegen des Ablaufs der Festsetzungsfrist nicht mehr ergehen kann (BFH-Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05, BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921).
Das Verfahren der gesonderten Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs ist hinsichtlich der nach § 10d Abs. 2 EStG abziehbaren Beträge selbständig (vgl. BFH-Urteil vom 2. August 2006 XI R 65/05, BFHE 214, 492, BStBl II 2007, 921, m.w.N.).
BFH, 13.02.2007 - XI S 14/05
FG Niedersachsen, 04.01.2007 - 16 K 354/05
Gesonderte Feststellung des verbleibenden Verlustabzugs auf den 31.12.1995 wegen …
BFH, 22.04.2013 - IX B 13/13
Verjährung, Soll-Verlustabzug
FG Düsseldorf, 04.11.2010 - 16 K 4643/09
Nach Ablauf der Feststellungsverjährungsfrist finden Werbungskostenüberschüsse …
Einkommensteuerfestsetzung kein Grundlagenbescheid für Verlustfeststellung nach § …
FG Berlin-Brandenburg, 28.02.2011 - 5 K 5210/08
Sollverlustabzug bei Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags trotz …

References: § 10
 § 10
 § 10
 § 181
 § 181
 § 129
 § 10
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