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Timestamp: 2016-10-28 06:22:56+00:00

Document:
I 590/06 (17.10.2006)
R.________, 1943, Beschwerdef�hrer, vertreten durch F�rsprecher Dr. Charles Wick, Schwanengasse 8, 3011 Bern,
Der 1943 geborene R.________ absolvierte eine Lehre als Werkzeugmechaniker. Seit Januar 1990 arbeitete er als Mikromechaniker/Laborassistent bei der Firma T.________ AG (seit 1997 der Firma X.________ AG zugeh�rig). Im Juni 2000 klagte der Versicherte erstmals �ber blickrichtungsabh�ngige Doppelbilder sowie St�rungen beim Nahsehen und beim Einsch�tzen von Distanzen. Zwar normalisierten sich diese Beschwerden nach einigen Wochen spontan, traten jedoch im August 2000 mit st�rkerer Intensit�t erneut auf. Als der Versicherte im Sommer 2002 von seinem Arbeitgeber informiert wurde, dass er aufgrund gr�sserer Umstrukturierungen per Ende 2002 entlassen werde, reagierte er hierauf (sowie allenfalls auch auf die somatische Erkrankung) mit einer depressiven Verstimmung. Seit Dezember 2002 geht er keiner Erwerbst�tigkeit mehr nach.
Am 27. Oktober 2003 meldete sich R.________ zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle Bern veranlasste die notwendigen medizinischen Abkl�rungen. Mit Verf�gungen vom 2. September 2005 und 7. Oktober 2005, best�tigt mit Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2005, sprach die IV-Stelle dem Versicherten auf der Basis eines Invalidit�tsgrades von 61 % ab 1. Dezember 2003 eine halbe Rente und ab 1. Januar 2004 eine Dreiviertelsrente zu.
R.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag auf Zusprechung einer ganzen Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Dezember 2003. Eventuell seien weitere medizinische Abkl�rungen vorzunehmen und es sei dem Beschwerdef�hrer eine Gleitsichtbrille abzugeben.
Die Vorinstanz hat unter Hinweis auf den Einspracheentscheid vom 22. Dezember 2005 die hier massgebenden gesetzlichen Bestimmungen und von der Rechtsprechung entwickelten Grunds�tze, namentlich diejenigen �ber den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG sowohl in der bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen wie auch in der seit 1. Januar 2004 geltenden Fassung), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der allgemeinen Methode des Einkommensvergleichs (vom 1. Januar bis 31. Dezember 2003: Art. 1 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG; ab 1. Januar 2004: Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG; BGE 130 V 348 Erw. 3.4, 128 V 30 Erw. 1, 104 V 136 Erw. 2a und b) sowie zur Beweisw�rdigung und zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c mit Hinweisen), richtig dargelegt. Hierauf wird verwiesen.
Der Beschwerdef�hrer beantragt eine ganze Invalidenrente. Streitig und zu pr�fen ist somit, ob die Vorinstanz zu Recht einen Invalidit�tsgrad von 61 % angenommen und gest�tzt darauf eine halbe bzw. eine Dreiviertelsrente zugesprochen hat.
3.1 IV-Stelle und kantonales Gericht gelangten in W�rdigung der gesamten Aktenlage zum zutreffenden Schluss, dass der Beschwerdef�hrer in einer leidensangepassten T�tigkeit 50 % arbeitsf�hig ist. Dabei stellten sie insbesondere auf das augen�rztliche Gutachten des Berner Inselspitals, Augenklinik und Augenpoliklinik, vom 19. Oktober 2004 und das Gutachten des Psychiaters Dr. C.________ vom 8. Juli 2005 ab. Die �rzte des Inselspitals diagnostizierten "asthenopische Beschwerden mit Fusionsschw�che bei unkorrigierter Hyperopie und unterkorrigierter Presbyopie beidseits sowie unkorrigiertem Astigmatismus rechts". Weiter hielt das Gutachten fest, dass die augen�rztliche Untersuchung insgesamt "einen altersentsprechenden, regelrechten ophthalmologischen Befund mit vollst�ndiger Sehfunktion" pr�sentiere und die Prognose "als sehr gut" zu bezeichnen sei. Es bestehe somit aufgrund erfolgreicher medikament�ser Therapie aus ophthalmologischer Sicht keine Einschr�nkung der Erwerbsf�higkeit. In psychiatrischer Hinsicht stellte Dr. C.________ fest, der Versicherte leide unter einer langdauernden mittelgradigen depressiven Episode mit somatischem Syndrom (ICD-10 F 32.11) nach Sehst�rung und Stellenverlust; er sei eine eigenwillige und wenig integrierte Pers�nlichkeit (ICD-10 F 60.8); ausserdem bestehe Verdacht auf ein Aufmerksamkeitsdefizit und ein Hyperaktivit�tssyndrom in der Kindheit (ICD-10 F 90). Diese Diagnose bewirke eine 50%ige Arbeitsunf�higkeit des Versicherten, was auch mit der Einsch�tzung des Psychiaters Dr. A.________ �bereinstimme (Bericht vom 26. November 2003). An der dargelegten Betrachtungsweise �ndern die Stellungnahmen des Hausarztes Dr. E.________ vom 10. November 2003 sowie vom 20. Oktober 2005 nichts, wonach von einer 80%igen Arbeitsunf�higkeit auszugehen sei. Denn der Allgemeinpraktiker begr�ndet die Abweichung mit invalidit�tsfremden Faktoren: So beanstandet er das augen�rztliche Gutachten damit, "die vorhandene altersbedingte Reduktion der Lern- und Anpassungsf�higkeit (mit Konsequenzen beim Realisieren der Restarbeitsf�higkeit)" bleibe unber�cksichtigt.
3.2 Zu Recht unbestritten blieb das f�r die Bemessung des Invalidit�tsgrades heranzuziehende Valideneinkommen. Hingegen beanstandet der Beschwerdef�hrer den von der Verwaltung mit Blick auf BGE 126 V 79 f. Erw. 5b/aa-cc vom statistischen Lohn vorgenommenen Abzug von 10 %. Da der f�r eine ganze Rente erforderliche Invalidit�tsgrad von 662/3 bzw. 70 % selbst mit dem verlangten Abzug von 20 % nicht erreicht wird, kann diese Frage jedoch offen bleiben.
3.3 Nach dem Gesagten muss es mit der vorinstanzlich best�tigten Ablehnung einer ganzen Invalidenrente sein Bewenden haben. Wie das kantonale Gericht hinl�nglich und richtig begr�ndet hat, w�ren von den in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragten erg�nzenden medizinischen Abkl�rungen keine relevanten neuen Erkenntnisse (namentlich keine mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit) zu erwarten, sodass auf weitere Beweismassnahmen verzichtet werden kann (antizipierte Beweisw�rdigung; BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d).
Im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren sind grunds�tzlich nur Rechtsverh�ltnisse zu �berpr�fen bzw. zu beurteilen, zu denen die zust�ndige Verwaltungsbeh�rde vorg�ngig verbindlich - in Form einer Verf�gung - Stellung genommen hat. Insoweit bestimmt die Verf�gung den beschwerdeweise weiterziehbaren Anfechtungsgegenstand. Umgekehrt fehlt es an einem Anfechtungsgegenstand und somit an einer Sachurteilsvoraussetzung, wenn und insoweit keine Verf�gung ergangen ist (BGE 131 V 164 Erw. 2.1, 125 V 414 Erw. 1a, 119 Ib 36 Erw. 1b, je mit Hinweisen).
�ber den vom Beschwerdef�hrer gestellten Eventualantrag, wonach ihm eine Gleitsichtbrille abzugeben sei, wurde von der Verwaltung bisher nicht verf�gt. Insoweit ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht einzutreten.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, der Ausgleichskasse des Schweizerischen Baumeisterverbandes, Z�rich und dem Bundesamt f�r Sozialversicherungen zugestellt.

References: Art. 1
 Art. 16
 Art. 28
 Art. 16
 BGE 
 BGE 
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