Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Brandenburg&Datum=14.07.2010&Aktenzeichen=4%20U%20152/09
Timestamp: 2019-06-25 10:53:32+00:00

Document:
OLG Brandenburg, 14.07.2010 - 4 U 152/09 - dejure.org
https://dejure.org/2010,3565
OLG Brandenburg, 14.07.2010 - 4 U 152/09 (https://dejure.org/2010,3565)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 14.07.2010 - 4 U 152/09 (https://dejure.org/2010,3565)
OLG Brandenburg, Entscheidung vom 14. Juli 2010 - 4 U 152/09 (https://dejure.org/2010,3565)
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Bankenhaftung wegen fehlerhafter Anlageberatung: Verzinsungspflicht bei Zug-um-Zug-Vorbehalt gegen Vorteilsausgleichung; Begründung des Annahmeverzugs des Schädigers bei Rückabwicklung einer treuhänderisch gehaltenen Kapitalanlage (Medienfonds)
Kein automatischer Ersatz entgangenen Gewinns bei Prospekthaftungsklagen
Zum Umfang der Schadensersatzpflicht einer Bank wegen nicht interessengerechter Beratung über Beteiligung an einer filmproduzierenden GmbH & Co. KG trotz Prospektübergabe
BGB § 280 Abs. 1; BGB § 254
Bankberater haften auch bei Aushändigung eines Emissionsprospektes
Kein Mitverschuldenseinwand des Beraters trotz Prospektübergabe; Anspruch auf Ersatz entgangenen Gewinns des fehlerhaft beratenen Anlegers nur bei Darlegung einer gewinnbringenden anderen Anlagemöglichkeit
Kein automatischer Ersatz entgangenen Gewinns bei Prospekthaftungsklage
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des OLG Brandenburg vom 14.07.2010, Az.: 4 U 152/09 (Kein automatischer Ersatz entgangenen Gewinns bei Prospekthaftungsklagen)" von RA Karl Pörnbacher und RA Dr. Philipp Massari, original erschienen in: BB 2010, 2332 - 2333.
LG Potsdam, 11.11.2009 - 8 O 241/08
WM 2010, 2075
BB 2010, 2331
58 Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes gibt es aber auch keinen Erfahrungssatz, dass der Geschädigte seine Geldmittel in einer anderen steuerbegünstigten Form angelegt hätte, sondern es kommt auf die Prüfung im Einzelfall nach dem konkreten Parteivorbringen an, wie sich die Vermögenslage des Geschädigten bei Abstandnahme von der Vermögensanlage entwickelt hätte (BGH, Urteile vom 13.01.2004, XI ZR 355/02, vom 06.02.2006, II ZR 329/04, vom 17.11.2005, III ZR 350/04; OLG Frankfurt…, Urteil vom 08.07.2009, 23 U 228/08, Rz. 16 ff.; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.07.2010, 4 U 152/09, Rz. 66 f., beide zitiert nach juris).
Das hiernach erforderliche konkrete Klägervorbringen zum entgangenen Gewinn ist - wie ausgeführt - jedoch nicht erfolgt, und zwar weder hinsichtlich einer vergleichbaren Anlageform, die typischerweise gerade nicht mit einer festen Verzinsung bzw. garantierten Rendite, sondern mit bloßen Gewinnchancen bei entsprechenden Risiken verbunden ist (so auch OLG Düsseldorf…, Urteil vom 30.11.2009, I - 9 U 30/09, Rz. 48; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 07.05.2010, 17 U 88/09, Rz. 90; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.07.2010, 4 U 152/09, Rz. 67, alle zitiert nach juris), noch hinsichtlich anderer Anlageformen, die durchweg eine Rendite von 5% erzielt hätten.
Nach der Rechtsprechung des BGH gibt es auch keinen Erfahrungssatz, dass der Geschädigte seine Geldmittel in einer anderen steuerbegünstigten Form angelegt hätte, sondern es kommt auf die Prüfung im Einzelfall nach dem konkreten Parteivorbringen an, wie sich die Vermögenslage des Geschädigten bei Abstandnahme von der Vermögensanlage entwickelt hätte (BGH, Urteile vom 13.1.2004, XI ZR 355/02, vom 6.2.2006, II ZR 329/04, vom 17.11.2005, III ZR 350/04; OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 8.7.2009, 23 U 228/08; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.07.2010, 4 U 152/09).
Mangels konkreten Vortrags hinsichtlich einer vergleichbaren Anlageform, die typischerweise gerade nicht mit einer festen Verzinsung bzw. garantierten Rendite, sondern mit bloßen Gewinnchancen bei entsprechenden Risiken verbunden ist (so auch OLG Düsseldorf, Urteil vom 30.11.2009, I - 9 U 30/09; OLG Karlsruhe, Urteil vom 7.5.2010, 17 U 88/09; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.7.2010, 4 U 152/09), kommt auch eine Schätzung nach § 287 ZPO nicht in Betracht.
70 Nach der Rechtsprechung des BGH gibt es auch keinen Erfahrungssatz, dass der Geschädigte seine Geldmittel in einer anderen steuerbegünstigten Form angelegt hätte, sondern es kommt auf die Prüfung im Einzelfall nach dem konkreten Parteivorbringen an, wie sich die Vermögenslage des Geschädigten bei Abstandnahme von der Vermögensanlage entwickelt hätte (BGH, Urteile vom 13.01.2004, XI ZR 355/02, vom 06.02.2006, II ZR 329/04, vom 17.11.2005, III ZR 350/04; OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 08.07.2009, 23 U 228/08; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.07.2010, 4 U 152/09).
Solche Anlageformen sind aber typischerweise gerade nicht mit einer festen Verzinsung bzw. garantierten Rendite, sondern mit bloßen Gewinnchancen bei entsprechenden Risiken verbunden (vgl. Senatsurteile vom 14. Juli 2010 - 4 U 152/09 - und vom 28. Juli 2010 - 4 U 1/10 - OLG Karlsruhe, Urteil vom 7. Mai 2010 - 17 U 88/09 - OLG Düsseldorf, Urteil vom 30. November 2009 - 9 U 30/09 - OLG Hamm, Urteil vom 25. November 2009 - 31 U 70/09 -).
Nach der Rechtsprechung des BGH gibt es auch keinen Erfahrungssatz, dass der Geschädigte seine Geldmittel in einer anderen steuerbegünstigten Form angelegt hätte, sondern es kommt auf die Prüfung im Einzelfall nach dem konkreten Parteivorbringen an, wie sich die Vermögenslage des Geschädigten bei Abstandnahme von der Vermögensanlage entwickelt hätte (BGH, Urteile vom 13.1.2004, XI ZR 355/02, vom 6.2.2006, II ZR 329/04, vom 17.11.2005, III ZR 350/04; OLG Frankfurt am Main, Urteil vom 8.7.2009, 23 U 228/08; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.7.2010, 4 U 152/09).
Mangels konkreten Vortrags hinsichtlich einer vergleichbaren Anlageform, die typischerweise gerade nicht mit einer festen Verzinsung bzw. garantierten Rendite, sondern mit bloßen Gewinnchancen bei entsprechenden Risiken verbunden ist (Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.07.2010, 4 U 152/09, Rdnr. 67 - zitiert nach Juris), hält der Senat auch eine Schätzung gemäß § 287 ZPO nicht für möglich.
Es kommt vielmehr auf die Prüfung im Einzelfall nach dem konkreten Parteivorbringen an, wie sich die Vermögenslage des Geschädigten bei Abstandnahme von der hier gezeichneten Vermögensanlage entwickelt hätte (BGH, Urteil vom 13.01.2004, XI ZR 355/02; vom 06.02.2006, II ZR 329/04; vom 17.11.2005, III ZR 350/04; Brandenburgisches OLG, Urteil vom 14.07.2010, 4 U 152/09, Rdz. 66 - jeweils zitiert nach Juris).
Seine Aussage, er hätte "vielleicht" - nicht "sicherlich" - Bundesschatzbriefe gekauft, ist nicht konkret genug (vgl. BGH BKR 2004, 152ff, WM 2006, 905ff, NJW 2006, 2042ff, OLG Hamm, Urteil vom 28.8.2006, 8 U 55/05, bei Juris, OLG Brandenburg WM 2010, 2075ff) und lässt keine verlässliche Einschätzung der hypothetischen Vermögensentwicklung zu.
Eine Zustimmung war nicht erforderlich (Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 14. Juli 2010 - 4 U 152/09 -, Rn 70, juris).

References: § 280
 § 254
 BGH 
 § 287
 BGH 
 BGH 
 § 287
 BGH