Source: https://www.peterlang.com/view/9783653952735/xhtml/chapter011.xhtml
Timestamp: 2019-02-17 00:28:43+00:00

Document:
§ 11 Fazit : Grauer Kapitalmarkt
§ 11 Fazit : Grauer Ka...
Im Fazit werden die im Rahmen der Studie gewonnenen Kernpunkte und Ergebnisse zusammenfassend präsentiert. Dies kann vor allem für die juristische Praxis einen Zugewinn im Bereich des Opferschutzes bringen, da sie den aktuellen Forschungsstand nicht nur quantitativ bestätigen, sondern auch detailliert auf die qualitativ relevanten Aspekte Bezug nehmen. Zusammenfassend lässt sich auf Basis der Analyseergebnisse der qualitativen Experten-Befragung der Staatsanwälte und der Anlegeranwälte auf die nachfolgenden Ergebnisse verweisen:
• Die Mehrheit der befragten Staatsanwälte hält den Anlegerschutz innerhalb der begrenzten Möglichkeiten des Strafrechts für gewährleistet, bezieht sich hierbei aber nicht auf den § 264a StGB.
• Demgegenüber werfen die befragten Opferanwälte den Staatsanwaltschaften ein häufig geringes Interesse an der Verfahrenseinleitung und -durchführung vor und beobachten ein deutlich höheres und ihrer Meinung nach auch die gerichtliche Urteilsfindung beeinflussendes Maß an Stigmatisierungsprozessen gegenüber den Opfern.
• § 264a StGB wird zwar meist als grundsätzlich sinnvoll, aber wenig praxisrelevant betrachtet und kommt kaum zur Anwendung. („Nice to have“)
• Die Problematiken des Tatbestands- und Kausalnachweises tragen hierzu deutlich bei, dürften aber nicht die alleinigen Gründe für die geringe Praxisbedeutung des § 264a StGB sein. (vgl. Konkurrenz zum § 263 StGB, Verfahrens-ökonomische Gründe)
• Eine etwaigen Erhöhung des Strafmaßes (z.B. „Kapitalanlagebetrug in besonders schwerem Fall“) wird eher abschlägig beurteilt, dies allerdings vorrangig unter Bezugnahme auf die überwiegende Anwendung des § 263 StGB.
• Deutlicher Optimierungsbedarf...

References: § 11
 § 264
 § 264
 § 264
 § 263
 § 263