Source: https://www.cumdente.com/faq.html
Timestamp: 2019-02-20 03:42:01+00:00

Document:
Cumdente - dental concepts - FAQ
Können mit superhydrophilen A-Silikonen Korrekturabformungen durchgeführt werden?
Korrekturabformungen wurden entwickelt für kondensationsvernetzte (K-) Silikone, die einer Schwindung unterliegen. Präzisionsabformmaterialien aus additionsvernetzten (A-) Silikonen (z.B. Cumdente thixoForm) verfügen über keinerlei Schwindung. Bei der Durchführung einer Korrekturabformung mit A-Silikonen kommt es beim Reponieren des befüllten Vorabdruckes in die Mundhöhle zu einer elastischen Verformung des vor-ausgehärteten Löffelmaterials. Nach Entnahme des korrigierten Abdruckes stellt sich diese Verformung zurück und die Abformungen sind zu eng. Bei K-Silikonen wird dies weitgehend kompensiert durch Einsatz von Haftlacken auf der Löffelbasis und die gerichtete Schwindung des Löffelmaterials auf die Löffelbasis durch Abgabe von Alkohol (Kondensation). A-Silikone sollten daher nicht in Korrekturabformtechnik verarbeitet werden, es sei denn, man verwendet eine Platz-halterfolie (z.B. Plicafol).Eine viel einfachere, schnellere und sehr passgenaue Abformtechnik ist die Doppelmischabformung. Hierbei werden die vorbereite-ten Zahnstümpfe mit einem (ultra-) dünnfließenden Präzisionsabformmaterial (z.B. Cumdente thixoForm Ultra) umspritzt und der mit weichem, pastösem Material (z.B. Cumdente thixoForm Engine) oder knetbarem analogem Material (z.B. Cumdente thixoForm Putty) befüllte Abformlöffel direkt darüber eingebracht. Doppelmisch-Abformungen unter Verwendung von Putty-Materialien müssen mit einem gewissen Anpressdruck in die Mundhöhle eingebracht werden, während solche mit pastösem Material (Monophase, heavy-body) nahezu drucklos reponiert werden können.
Übrigens: thixoForm Abformmaterialien verfügen über eine ausgeprägte Hydrophilie und zeigen daher auch am feuchten Stumpf bzw. im feuchten Sulcus eine brillante Zeichnungsschärfe.
BioC EC 40
Können hochkonzentrierte Chlorhexidinlacke zur Bakterienreduktion in die PA-Tasche eingebracht werden?
Hochkonzentrierte Chlorhexidinlacke (z.B. Biodent EC 40, Biodent Bio C) werden allgemein zur Kariestherapie (Verminderung der Mutans Streptokokken) eingesetzt. Chlorhexidinlacke können bei einer hohen Kariesaktivität im Recall alle 3 Monate auf die Zahn-oberflächen aufgetragen werden. Das Weichgewebe sollte während dem Auftrag geschont werden. Unter der Einwirkung des CHX-Lackes werden zunächst sämtliche Mikroorganismen von den behandelten Oberflächen eliminiert. Langfristig werden jedoch die kariogenen Mutans Streptokokken durch weniger bzw. nicht kariogene Keime ersetzt. Bei regelmäßiger Kontrolle und Verbesserung der Kariesaktivität können die Abstände verlängert werden.
Die Anwendung von hochkonzentrierten CHX-Lacken in der Parodontologie ist eine gute Möglichkeit eine Reinfektion nach der Parodontaltherapie zu vermeiden. Insbesondere in den ersten 10 Tagen nach der Parodontalbehandlung ist es wichtig, dass die Tasche biofilm- und bakterienfrei bleibt, damit sich neues Saumepithel bilden und anhaften kann. Es ist jedoch wichtig, dass das Gel dabei nur auf die Zahnoberflächen aufgetragen wird. Ein Auftrag in die Zahnfleischtasche sollte vermieden werden, da es sehr schwierig ist, den Lack nach der Einwirkzeit wieder aus der Parodontaltasche zu entfernen. Zurückblei-bende Reste an CHX-Lack verhindern die Anlagerung von Saumepithel. Dies hat zur Folge, dass die Therapie nicht wie gewünscht zu einer Verkleinerung der Parodontaltasche führt, und somit die Wiederbesiedelung mit Bakterien begünstigt wird.
Zur Bakterienreduktion in der Parodontaltasche kann die Photo-aktivierte Therapie (z.B. Cumdente PACT® 300) eingesetzt werden. Die Photo-aktivierte Therapie zerstört Biofilme und löst diese auf. Bakterien – auch Problemkeime – werden zu 99,99 % abgetötet und von der Oberfläche abgelöst. Die pathogenen Oberflächenstrukturen (Härchen) und die Zellwände der Bakterien werden zer-stört. Im Gegensatz zu CHX-Lacken wirkt die Photo-aktivierte Therapie nicht nur bakteriostatisch sondern auch bakterizid und hat dabei keinerlei Nebenwirkungen.
Können mit den neuen Cumdente RS-Files auch Revisionen durchgeführt werden?
Zur Revision einer insuffizienten Wurzelkanalfüllung empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
Nach Eröffnen der Zugangskavität (Entfernung der Restauration, Kariesentfernung, u.U. Kürzen der Höcker) wird das obere Kanaldrittel präpariert, die Kanaleingänge bis zum koronalen Kanaldrittel oder bis zur Krümmung werden trichterförmig erweitert (z.B. Cumdente Endo Diamond).
Die nun leicht zugängliche Guttapercha kann mit Hilfe eines geeigneten Heizhandstückes (z.B. Cumdente repulse®, DownPack) aufgeschmolzen werden. In der Abkühlphase lässt sich die Guttapercha nun mit der Heizspitze leicht aus dem Kanal entfernen.
Die weitere Reinigung und Aufbereitung der Wurzelkanäle kann mit entsprechend bruchstabilen und flexiblen Nickel-Titan-Instrumenten im S-File-Design (z.B. Cumdente RS-Files) mit einem geeigneten Aufbereitungsmotor reziprok und rotierend (z.B. mit Cumdente repulse®) durchgeführt werden. Durch die sich in beide Drehrichtungen (rechts- und linksdrehend) aktive Schneide, die erstmals eine reziproke Pulse-Bewegung nach der Balanced-Force-Technique erlaubt, können alle Wurzelkanäle, bis auf wenige Ausnahmen, mit nur einer Master RS-File aufbereitet werden. Diese wird in Pulse-Bewegung (Cumdente repulse® pulse-mode) schrittweise mit Zwischenspülung auf Arbeitslänge eingeführt. Danach wird die gleiche RS-Feile drehmomentüberwacht in rechtsdrehender Bewegung rotierend zirkumferent an den Wurzelkanalwänden entlang geführt (circumferential filing). So werden Guttapercha- und Sealerrückstände, Debris und Biofilm zuverlässig von den Wurzelkanalwänden entfernt (Cumdente repulse® rotary-mode). Bei großvolumigen Wurzelkanälen stehen neue sogenannte RS Greater Apical Files bis ISO 50 zur Verfügung. Diese werden nach der finalen Aufbereitung verwendet um mit geringerem Taper 4 und vergrößertem apikalen Durchmesser (ISO 35 bis 50) die apikale Aufbereitung der großvolumigen Wurzelkanäle nochmals zu optimieren.
Endo Diamond I
Soll der Stiftaufbau nach abgeschlossener Wurzelkanalbehandlung in gleicher Sitzung durchgeführt werden oder kann dies in 2 Schritten erfolgen?
Ziele der Wurzelkanalbehandlung sind die Desinfektion des Wurzelkanalsystems sowie ein möglichst dauerhafter bakteriendichter Verschluss. Dieser kann durch Guttapercha und Sealer alleine nicht dauerhaft erfolgen. Aus diesem Grunde und auch zur anteiligen Stabilisierung des Zahnes, empfiehlt es sich, direkt nach der Wurzelkanalbehandlung, das koronale Kanaldrittel adhäsiv zu versorgen und, falls erforderlich, in diese Versorgung einen teilflexiblen Wurzelkanalstift (z.B. Cumdente Appli Post Glasfaserstift) einzupolymerisieren.
Die Wurzelkanalkavität hat für einen adhäsiven Verschluss eine ungünstige Geometrie (Konfigurationsfaktor, C-Faktor), die in Verbindung mit lichthärtenden Materialien sehr hohe Spannungen und Adhäsivfrakturen an der Grenzfläche Komposit-/Wurzelkanalwand erzeugt.
Die daraus resultierenden Risse und Spalten sind Quellen für eine unerwünschte Reinfektion. Diese Spannungen an den Wurzelkanalwänden und damit die Gefahr einer Riss-/Spaltbildung oder Reinfektion kann man durch Verwendung von autokatalytischen Adhäsiven (Cumdente Adhesive und Activator bzw. Etch & Bond) und Komposits (Cumdente Flow White / Flow A3) entgegenwirken.
Durch die autokatalytische Aushärtung mit hohen Katalysatoranteilen (aus dem Adhesive / Activator oder dem Etch & Bond) an den Kanalwänden, wird das Material dort zuerst spannungsarm gehärtet. Ein GFK Wurzelkanalstift (Appli Post Glasfaserstift) dient dem blasenfreien Einfüllen des Komposits und wird für einen besseren Verbund, ähnlich einem Keramikinlay, vorab silanisiert (Cumdente Silan).
Appli-Post Glasfaserstifte
Warum gibt es für das Appli-Post GFK Set kein entsprechendes Vorbohrersystem?
Bei dem Cumdente Appli-Post handelt es sich um einen Hochleistungs-Wurzelkanal-Stift und eine Applikationskanüle für das Befestigungskomposit in Einem.
Das Cumdente Appli-Post GFK-System empfiehlt sich bei großen Wurzelkanälen. Die Appli-Post GFK stehen in 3 Größen (L10 mm, apikaler Durchmesser: Größe S: 1,2 mm; Größe M: 1,45 mm; Größe L: 1,8 mm) zur Verfügung.
Die Cumdente Appli-Post GFK zeichnen sich durch eine Längsbohrung aus, welche ein blasenfreies Einbringen des Befestigungskomposits ermöglicht. Der Appli-Post in der Größe S ist im Querschnitt kreisrund, die beiden Größen M und L sind oval. Der Glasfaserverbundwerkstoff zur Herstellung der Cumdente Appli-Post GFK wird durch die innovative Prepreg-Technologie, analog der Herstellungstechnik von Flugzeugtragflächen, in Form sogenannter Prepregs gewonnen. Aus diesen Platten, mit mattenförmig im 45°-Winkel übereinander gestapelten, silanisierten Glasfasern, werden dann im Wasserstrahlverfahren quadratische Stangen herausgetrennt, und schließlich auf Hochfrequenz- Bearbeitungsmaschinen mit besonderer Technik unter Wasserkühlung die entsprechenden Stifte gefräst. Die Cumdente Glasfaserstifte verfügen daher über quer angeschnittene, an der Oberfläche freiliegende Glasfasern, was einen höchstmöglichen chemischen Verbund ermöglicht.
Auf einen Vorbohrer wird bei diesem System bewusst verzichtet, um die Wurzelwände nicht zusätzlich zu schwächen.
Appli Post Glasfaserstifte
Warum werden für die Reinigung im Wurzelkanal seitlich angeschliffene Spülkanülen verwendet?
Zur Wurzelkanalspülung (z.B. mit NaOCl) bzw. zur Konditionierung mit Zitronensäure (z.B. Cumdente Root Canal Conditioner) werden stumpfe Metallkanülen mit endständigem seitlichem Anschliff (z.B. Cumdente Endo-Einweg-Spülkanüle) empfohlen. Der seitliche Anschliff vermeidet eine Verblockung im Wurzelkanal sowie einen erhöhten Flüssigkeitsdruck und infolgedessen ein Überfüllen auf den Apex/ Periapex. Intra- und postoperative Beschwerden durch Überpressen der Spüllösung werden vermieden.
Seitlich angeschliffene Spülkanülen werden dabei nicht nur in der manuellen Spülung eingesetzt, sondern z.B. auch bei automatischen, hydrodynamischen Spülsystemen (z.B. Dürr Dental RinsEndo). Die RinsEndo Druck-Saug-Spülung führt zu einer noch effektiveren Reinigung des Wurzelkanals. Im Gegensatz zur manuellen Spülung genügt es bei diesem System, die dazugehörige Spülkanüle (Dürr Dental RinsEndo Kanülen Set) ins koronale Kanaldrittel einzuführen. Die RinsEndo Spülkanüle verfügt ebenfalls über einen endständigen seitlichen Anschliff um einen zu hohen Flüssigkeitsdruck auf den Apex/ Periapex zu vermeiden.
Endo-Einweg-Spülkanülen
Wie entferne ich ein im Wurzelkanal abgebrochenes Instrument der Größe ISO 15?
Im Zuge der Aufbereitung eines sterilen (vitalen) Kanals kann u.U. ein abgebrochenes Instrument, nach Aufklärung des Patienten, belassen werden. Bei der Aufbereitung von Kanälen mit Pulpanekrosen oder im Zuge von Revisionen müssen abgebrochene Instrumentenfragmente unbedingt entfernt werden.
Die Entfernung gelingt am Besten, indem der Kanal vorsichtig bis etwa zum Fragment konventionell aufbereitet wird, um das Instrument dann mit einer dünnen K-File (z.B. Cumdente K-Files) der Größe ISO 8 zu passieren. Durch Anregung der 8er K-File mit einem Ultraschallinstrument kann man versuchen das Instrument zu lockern.
Sollte dies nicht möglich sein, sollte das Instrumentenfragment mit einem Trepan-Bohrer (z.B. Micro-Mega, Masseran) vorsichtig etwas tiefer umbohrt werden. Der nun zugängliche Instrumentenkopf kann jetzt mit einem Extractor der Größe 20 umschlossen und zu entfernen versucht werden.
Wenn dies gelingt, bleiben häufig z.B. bei Prämolaren oder unteren Frontzähnen, relativ dünne Restwurzelwände übrig, was die Frakturgefahr u.U. negativ beeinflussen kann.
Oftmals empfiehlt es sich daher, den Wurzelkanal bis zum Instrument klassisch aufzubereiten und anschließend oberhalb des Instrumentes einen Verschluss mit einem MTA-Zement (z.B. Cumdente, MTA-Universal DirectCaps) durchzuführen. Nach einer adhäsiven Wurzelkanalfüllung (z.B. Cumdente, Seal 3D) kann nun die Wurzelspitze mitsamt dem Instrumentenfragment amputiert werden. Dies ist häufig eine sehr saubere, erfolgreiche und sehr einfache Lösung mit einer hervorragenden Prognose, sofern der Zahn nicht über einen PA-Defekt verfügt, der eine Wurzelspitzenamputation unmöglich macht.
Nicht selten ist jedoch ein Zahn mit abgebrochenem Instrument zu entfernen.
Wie lässt sich am Einfachsten ein Portlandzement (z.B. Cumdente, MTA rapid) apikal einbringen?
Ein Portlandzement wird zur Überkappung vitaler Pulpen, zum Verschluss von Perforationen sowie als Versiegelungsmaterial für apikal eröffnete Wurzelkanäle eingesetzt.
Der MTA Zement (z.B. Cumdente, MTA rapid) wird aus Pulver und Flüssigkeit zu einer festen, schollenartigen Konsistenz angemischt. Ein Stück MTA rapid Zement wird mit einem Spatel aufgenommen und am Kanaleingang platziert. Die Applikation und Kondensation in die Tiefe gelingt am Besten auf einem längenmarkierten Plugger, der 2 mm kürzer als die ursprüngliche Arbeitslänge eingestellt wird, um einen apikalen Verschluss mit MTA rapid Zement von ca. 2 mm Länge zu erhalten.
Da das Anmischen des etwas bröseligen Materials zu einer festen Konsistenz bisher oft Schwierigkeiten verursachte, gibt es den MTA rapid Zement nun endlich in praktischen Dentalkapseln (z.B. Cumdente, MTA-Universal DirectCaps). Die Kapseln werden nach Aktivierung mit einem handelsüblichen Kapselmischgerät für 30 Sekunden gemischt. Es entsteht ein homogener geschmeidig-stopfbarer endodontischer Reparaturzement, der nun mit einem universellen Handapplikator für alle gängigen Dentalkapseln (z.B. Cumdente, CAP-Applikator) appliziert werden kann.
Wie verfahre ich bei einem Patienten mit ausgedehnter Endo-Paro-Läsion? Ist es möglich den Zahn in nur 1 Sitzung erfolgreich zu behandeln?
Folgendes Fallbeispiel von Kollege Burghard Falta aus Bochum zeigt eine durch ihn erfolgreich durchgeführte endodontische Behandlung eines Zahnes mit Endo-Paro- Läsion in nur 1 Sitzung:
In diesem aufgeführten Fallbeispiel stellte sich folgende Diagnose: Zahn 36 zeigte eine ausge-dehnte periradikuläre Parodontitis (mesiale Wurzel) aufgrund insuffizienter WF vor ca. 15 Jahren bei Vorbehandler und undichter Deckfüllung sowie Endo-Paro-Läsion interradikulär, auch ausgehend von der distalen Wurzelk, Z.n. WR.
Im ersten Schritt wurde die alte WF vollständig entfernt und der Zahn, der auf Gingiva-Niveau kariös zerstört war, zirkulär mit autokatalytischem Komposit (Cumdente, Flow White), (Schmelz-/ Dentin-Konditionierung mit selbstätzendem und selbsthärtendem Nano-Adhäsiv (Cumdente, Etch & Bond)) aufgebaut, um eine Trockenlegung mittels Kofferdam vornehmen zu können. Die Wurzelkanalaufbereitung wurde per CrownDown-Technik (Cumdente, RT-Files) unter Beteiligung von Preparationsgel (Cumdente, Prep Gel) durchgeführt. Die zwischenzeitli-chen Spülungen erfolgten per Druck-Saug-Spülung (Dürr Dental, RinsEndo) mit 1% NaOCl.
Nach der Messaufnahme wurden die Kanalwände mittels Zitronensäure (Cumdente, Root Canal Conditioner) konditioniert.
Nach der Abschlussspülung mit NaOCl wurde das apikale Drittel der Wurzeln mit einem MTA- Zement (Cumdente, MTA rapid) gefüllt.
MailDatumUnterschriftAnschließend erfolgte die photoaktivierte Therapie. Neue Geräte zur photoaktivierten Therapie erreichen eine Keimreduktion um 99,99% mit nur 40 Sekunden Belichtungszeit je Wurzelkanal (z.B. Cumdente, Pact 300).
Im Anschluss an die Sterilisation der Wurzelkanäle erfolgte die Wurzelkanalfüllung. Als erstes wurden hierzu die Schmelzränder mit Phosphorsäuregel (Cumdente, Tooth Conditioner) ange-ätzt und anschließend Schmelz und Dentin mit einem selbstätzenden und selbsthärtenden Na-no-Adhäsiv (Cumdente, Etch & Bond) benetzt. Die Wurzelfüllung erfolgt in solch einem Fall am sinnvollsten mit einem adhäsiven Wurzelfüllmaterial (Cumdente, Seal 3D). Der im Anschluss durchgeführte adhäsive Aufbau wurde mit einem selbsthärtenden, autokatalytischen Komposit (Cumdente, FlowWhite) vorgenommen.
Zur internen Stabilisierung wurde in die distale Wurzel ein Wurzelkanalstift (Cumdente, Den-tinstent) nach vorheriger Silanisierung (Cumdente, Silane) eingebracht. Die mesialen Kanäle er-hielten je einen GFK-Wurzelkanalstift (Cumdente Glass Fiber Post Größe No. 2).
Anschließend erfolgte die photoaktivierte Therapie. Neue Geräte zur photoaktivierten Therapie erreichen eine Keimreduktion um 99,99% mit nur 40 Sekunden Belichtungszeit je Wurzelkanal (z.B. Cumdente, Pact 300).
Dentinsent
Glass Fiber Post No. 2
Worin unterscheiden sich die neuen Cumdente RS-Files von den bestehenden Cumdente RT-Files?
Bei den Cumdente RT-Files handelt es sich um bruchstabile und flexible Nickel-Titan-Instrumente im S-File-Design, die rotierend für die Crown-Down-Technique (Shaping) eingesetzt werden können. Sie verfügen über eine selbstzentrierende Twin-Schneide, die
einer ungewollt einseitigen Reinigung der Kanalwände und Begradigung des Kanalverlaufs, besonders bei gekrümmten Kanälen, entgegenwirkt. Die großen Spanräume können umfangreich Debris aufnehmen und effektiv nach koronal aus dem Kanal fördern. Diese RT-Files verfügen weiterhin über einen polierten, nichtschneidenden Pilotkonus (Führungsspitze), der dem durch die Handinstrumentierung erzeugten Pilotkanal (ISO 15)
folgt und das Instrument um die Biegung im Kanal dirigiert. Kanalbegradigungen und Perforationen werden gerade dadurch vermieden und ein „Hineinziehen“ der Feilen beim Aufbereiten nach apikal wird verhindert.
Bei den Cumdente RS-Files wurden die Bruchfestigkeit, die Spanfördervolumina und die Schneideeffizienz nochmals verbessert. Grundlegender Unterschied ist die in beide Drehrichtungen (rechts- und linksdrehend) aktive Schneide, die erstmals eine reziproke Pulse-Bewegung nach der Balanced-Force-Technique erlaubt. Dadurch können alle Wurzelkanäle bis auf wenige Ausnahmen mit nur einer Master RS-File aufbereitet werden. Diese wird auf einem durch Handaufbereitung erzielten Gleitpfad ISO 15, in Pulse-Bewegung (Cumdente repulse® pulse-mode) schrittweise mit Zwischenspülung auf Arbeitslänge eingeführt. Danach wird die gleiche RS-Feile drehmomentüberwacht in rechtsdrehender Bewegung rotierend zirkumferent an den Wurzelkanalwänden entlang geführt (circumferential filing). So werden Debris und Biofilm zuverlässig von den Wurzelkanalwänden entfernt (Cumdente repulse® rotary-mode). Bei großvolumigen Wurzelkanälen stehen neue sogenannte RS Greater Apical Files bis ISO 50 zur Verfügung. Diese werden nach der finalen Aufbereitung verwendet um mit geringerem Taper 4 und vergrößertem apikalen Durchmesser (ISO 35 bis 50) die apikale Aufbereitung der großvolumigen Wurzelkanäle nochmals zu optimieren.
Hinweis: Es empfiehlt sich eine Orientierung an den aktuellen Hygienerichtlinien des RKI und damit die Verwendung von Wurzelkanalfeilen als Einmalinstrumente.
Ab wann darf nach dem Einsetzen eines Stents implantiert werden und sollen dazu die Medikamente abgesetzt werden?
In den ersten 6 Monaten nach Einsetzen eines Stents sollten keinerlei chirurgische Eingriffe vorgenommen werden. Nach Ablauf der 6 Monate sollte in Absprache mit dem Herzspezialisten entschieden werden, ob bereits ein chirurgischer Eingriff und das Absetzen von Clopidogrel (z.B. Plavix) möglich ist. ASS 100 muss jedoch in jedem Fall kontinuierlich weiter verabreicht werden.
Dürfen Implantate mit Schall- oder Ultraschallinstrumenten gereinigt werden?
Die Verwendung von Schall- oder Ultraschallinstrumenten zur Implantat-reinigung kann zu unerwünschten Schädigungen der Implantatoberflächen führen und sollte deshalb möglichst vermieden werden. Küretten, auch Kunststoffküretten, zerstören vielfach das für die Anhaftung des Weichgewebes an der Implantatoberfläche sehr wichtige Saumepithel (Haftepithel). In der Folge können sich periimplantäre Entzündungen oder unerwünschte Rezessionen einstellen, weshalb bei Implantaten zunehmend auch auf Küretten verzichtet wird. Die professionelle supra- und subgingivale Reinigung von Implantaten erfolgt effizient und schonend zugleich am besten mit modernen Prophylaxe-Pulverstrahlgeräten unter Verwendung subgingival indizierter Strahlpulver (bis 4mm Taschentiefe: z.B. NSK Prophy Mate neo mit NSK Flash Pearls oder Glycin-Pulver, bis 10mm Taschentiefe: z.B. NSK Perio-Mate mit Glycin-Pulver). So werden Biofilme sorgfältig entfernt und auch das Saumepithel weitmöglichst geschont.
Zur Behandlung periimplantärer Entzündungen müssen im ersten Schritt freiliegende Implantatgewinde freigelegt und poliert werden. Zur Elimination der Bakterien eignet sich vor allem die Methode der Photo-aktivierten Therapie (z.B. Cumdente PACT 300). Die Photoaktivierte Therapie zerstört Biofilme und löst diese auf. Bakterien – auch Problemkeime – werden zu 99,99% abgetötet und von der Oberfläche abgelöst. Die pathogenen Oberflächenstrukturen (Härchen) und die Zellwände der Bakterien werden zerstört. Im Gegensatz zu Antibiotika hat die schmerzfreie Photo-aktivierte Therapie keine Nebenwirkungen und erzeugt keine Resistenzen.
Gibt es Parallelisierungshilfen zum Inserieren der ClickVX Implants?
Bei zwei oder mehreren nebeneinander zu inserierenden Implantaten wird empfohlen diese möglichst parallel zu inserieren. Hierzu gibt es diverse Parallelisierungshilfen auf dem Markt. Eine sehr einfache und kostengünstige Möglichkeit ist die Verwendung von sogenannten Orientierungspfosten (z.B. Cumdente Positioning Guide 1.8 und 2.2).
Der Cumdente Positioning Guide aus Titan medical Grade 5 kann mittels Zahnseide gesichert und in den zuvor präparierten Bohrstollen eingebracht werden. Nun kann im Anschluss eine zweite Implantatbohrung, parallel zur ersten Bohrung, durchgeführt werden.
Übrigens: Bei Verwendung der Cumdente ClickVX Implants ist eine geringe Pfeilerdivergenz möglich. Die genaue Pfeilerdivergenz hängt von den verwendeten Retentionseinsätzen und von der Distanz der Implantate ab. Bei Verwendung von Einsätzen mit mittlerer Abzugskraft (Aktiv-Retainer Medium, ca. 1.500 – 2000 g Haltekraft) und bei unmittelbarer Nachbarschaft zweier ClickVX Implants sollte die Divergenz nicht größer als 8° sein. Bei weiterer Entfernung (z.B. Gegenseite) sollte die Divergenz maximal 20° betragen.
Ich habe vor 6 Monaten bei einem Patienten eine Augmentation durchgeführt und möchte nun implantieren. Ab wann darf implantiert werden und sollen dazu die Medikamente abgesetzt werden?
In den ersten 6 Monaten nach Einsetzen eines Stents sollten keinerlei chirurgische Eingriffe vorgenommen werden.
Nach Ablauf der 6 Monate sollte in Absprache mit dem Herzspezialisten entschieden werden, ob bereits ein chirurgischer Eingriff und das Absetzen von Clopidogrel (z. B. Plavix) möglich ist. ASS 100 muss jedoch in jedem Fall kontinuierlich weiter verabreicht werden.
Kann mit miniVX implants eine Sofortimplantation durchgeführt werden?
Cumdente miniVX implants gibt es im Durchmesser 2.4 und 3.0 und in den Längen 8 mm, 10 mm und 12 mm. Diese können nun zusätzlich zu den bisher bekannten Indikationen (Fixierung abnehmbarer Voll-, Teil-, Teleskop- und Stegprothetik) auch als Implantatpfeiler für die festsitzende Kronen- und Brückenprothetik in Ober- und Unterkiefer Front- und Prämolarenbereich eingesetzt werden (schmale Zahnlücken, Freiendsituation mit mehreren über die Prothetik verblockten Implantaten).
Generell kann dazu mit miniVX implants eine Sofortimplantation durchgeführt werden, sofern bei der Implantation eine ausreichende Primärfestigkeit erreicht wird.
Um dies zur ermöglichen, sollte die Zahnextraktion möglichst schonend durchgeführt werden. Zur atraumatischen Zahnextraktion empfiehlt sich die Verwendung von Luxatoren (z.B. Cumdente Luxatoren, Cumdente Mikro-Luxatoren). Diese werden parallel zur Zahnlängsachse eingebracht, und der Zahn bzw. der Wurzelrest somit vorsichtig luxiert. Im Vergleich zu Hebeln wird bei der Verwendung von Luxatoren die Knochenlamelle nicht zerstört, die Blutung ist geringer, die Wundheilung erfolgt schneller, die Gefahr einer Schwellung ist minimiert.
Um nun bei der Sofortimplantation eine Primärfestigkeit von 40 Ncm zu erreichen, sollte das Implantat so ausgewählt werden, dass es länger und wenn möglich auch breiter als das Knochenfach ist. Nach der Sofortimplantation empfiehlt sich eine Einheilzeit von 6 Monaten, da der Zeitraum bis zur Verknöcherung des Knochens 6 Monate beträgt. Zur Abdeckung des Implantats während der Einheilzeit ist eine sterile Verschlussschraube inkludiert (bevorratet in der Einbringhilfe).
Können die Cumdente AS und AS-V Implants auch zur Prothesenfixierung verwendet werden?
Bei den Cumdente »» AS Implants handelt es sich um moderne Bonelevel Implantate mit Platform-Switching und konischer Implantat/Abutment-Präzisionsverbindung (Dichtung).
Cumdente »» AS-V Implants weisen im Gegenzug dazu eine an den Kieferkamm dreidimensional angepasste Implantatschulter auf. Diese werden ca. 0,5mm subbonelevel eingebracht. Die 1mm über die Implantatschulter überstehende Verschlussschraube formt den die Implantatschulter stabil überwachsenden Knochen präzise aus.
Die Cumdente AS und AS-V Implants können wie auch die Cumdente »» minivx implants für die festsitzende Brückenprothetik, für die Stegprothetik und zur Fixierung abnehmbarer Voll-, Teil- und Teleskop-Prothetik eingesetzt werden.
Zur Prothesenfixierung stehen Clickator-Abutments (LOCATOR-analog) aus einer verschleißresistenten Durasist-Legierung auf Kobalt-Chrom-Basis zur Verfügung. Clickator-Abutments sind für Cumdente Implants in verschiedenen Gingivahöhen und mit 20°-Angulation erhältlich. Diese werden mit 25 Ncm auf das Implantat aufgeschraubt. Das Gegenstück dazu ist eine Clickator-Titan-Matrize mit einem austauschbaren Retentionseinsatz / Clickator-Retainer aus POM-Kunststoff.
Zum Einarbeiten der Clickator-Matrize in die Prothesenbasis empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: Zum Schutz der Implantate vor einfließendem Kunststoff in untersichgehende Bereiche sollte im ersten Schritt ein Band aus Polytetrafluorethylen (z.B. Cumdente PTFE-Band) auf das Clickator-Abutment gelegt werden. Nach Aufstecken der Clickator-Matrize auf das nun mit PTFE-Band abgedeckte Clickator-Abutment wird die Clickator-Matrize mit Metallprimer (z.B. Cumdente Metall Primer) und die vorab ausgeschliffene Prothesenbasis mit einem Primer für kalthärtende Kunststoffe (z.B. Cumdente K&B Primer) vorbehandelt. Im Anschluss wird nun die Prothese mit kalthärtendem, hartem Prothesenunterfütterungsmaterial/ Prothesenkleber (z.B. Cumdente Direct Base) beschickt, die Prothese in den Mund des Patienten eingegliedert und bis zum Aushärten unter gleichmäßigem Anpressdruck fixiert. Nach Ablauf der Polymerisationszeit kann die Prothese abgenommen, das PTFE-Band entfernt und die Prothese von evtl. Kunststoff-Überschüssen befreit und poliert werden. Die Clickator-Retainer können nun je nach gewünschter Haltekraft ausgewählt und ausgewechselt werden.
Übrigens: Cumdente Clickator-Abutments sind auch für viele weitere Implantatsysteme erhältlich.
mini VX
K & B Primer
Warum benötigen manche Implantatsysteme (z.B. Cumdente minivx implants®) keine Gingivaformer?
Der Einsatz von Gingivaformern führt zu einigen Nachteilen in Bezug auf den Workflow der Implantatprothetik: Zum einen wird für das Anbringen des Gingivaformers ein zusätzlicher Arbeitsschritt erforderlich, zum anderen führt der Einsatz des Gingivaformers zu einer Verlängerung der insgesamten Behandlungszeit. Dies wird häufig von Patienten als störend empfunden, da diese eine schnelle Versorgung und nur wenige Behandlungstermine wünschen.
Bei den Cumdente minivx implants® handelt es sich um einteilige Miniimplantate mit auswählbarem Abutment. Zur prothetischen Versorgung der Cumdente minivx implants® sind miniVX Abutments für die festsitzende Prothetik sowie Clickator® miniVX Abutments in gerade und mit 20°-Angulation erhältlich.
Gingivaformer werden für die minivx implants® nicht benötigt, da das einteilige Implantat über eine biologische Breite verfügt, an der sich das Saumepithel anlagern kann. Somit wird die Gingiva bereits während der Implantat-Einheilzeit geformt. Je nach Knochenqualität und Wahl der Implantatanzahl und Implantatlänge kann sofort oder nach Ablauf der Einheilzeit direkt das Abutment ausgewählt und das Miniimplantat prothetisch versorgt werden. Somit können Behandlungszeit sowie zusätzliche Kosten eingespart werden.
Was ist das Besondere an dem Implantatsystem AS-V?
Cumdente AS-V Implants weisen eine an den Kieferkamm dreidimensional angepasste Implantatschulter auf. Die Implantatschulter läuft im koronalen Bereich beidseitig gegenläufig konisch zu und ist zusätzlich halbkreisförmig eingefräst (2-fach profiliert). Dies erlaubt eine optimale Adaption an den atrophierten Kieferkamm, auch bei reduziertem labialen Knochenangebot. Die bis zur Schulter aufgerauten und hydrophilisierten Oberflächen erlauben ein stabiles Überwachsen von Alveolarknochen. Knochenaugmentationen sind vielfach hinfällig, das ästhetische Ergebnis wird signifikant verbessert.
Da AS-V Implants über die identischen Innenplattformen und Prothetiklinien wie Cumdente
AS Implants verfügen, sind keine spezifischen Instrumente noch besondere Prothetikbauteile erforderlich. Cumdente AS-V Implants und Cumdente AS Implants verfügen über einen Astra-kompatiblen, dichtenden Innenkonus in Kombination mit einer bewährten 12-Kant Rotationsindexierung.
Cumdente AS-V Implants stehen für alle gängigen Indikationen der zahnärztlichen Implantologie in der anterioren und der posterioren Region des Ober- und Unterkiefers zur Verfügung. Sie verfügen wie alle Cumdente Implants über 10 Jahre Steril-Haltbarkeit und 30 Jahre Garantie.
Wie kann ich bei einem stark spongiösen Knochen die Knochenqualität verbessern um das Implantat primärstabil inserieren zu können?
Im Gegensatz zu Bonelevel Implantaten ist es bei Miniimplantaten (z.B. Cumdente miniVX implants) sehr wichtig, bei der Insertion des Implantates eine hohe Primärfestigkeit (mindestens 40 Ncm) zu erreichen. Bei Bonelevel Implantaten genügt im Normalfall eine Primärfestigkeit von ca. 20 Ncm.Zur Verdichtung des spongiösen Oberkieferknochens können nun Bone Condenser (z.B. Cumdente Dehnschrauben / Bone Spreader / Bone Condenser) eingesetzt werden. Diese sind in verschiedenen Durchmessern erhältlich, verfügen am apikalen Arbeitsende über eine abgerundete, nicht selbstschneidene Spitze und laufen nach apikal konisch zu. Die Bone Condenser (nach Implantatgröße ausgewählt) können nun in den, mit einem dünnen Vorbohrer vorbereiteten, Bohrstollen mit Hilfe einer Drehmoment-Ratsche eingebracht werden. Der spongiöse Knochenkanal wird durch das Eindrehen nach zirkulär expandiert und dadurch kondensiert sich die umgebende Spongiosa.Cumdente Dehnschrauben / Bone Spreader / Bone Condenser können außerdem zur Schonung dünner Knochenwände (Bone Spreading) sowie im sehr kompakten Kieferknochen als Gewindeschneider eingesetzt werden. Weiterhin lässt sich die Knochenqualität durch den Einsatz von Osteotomen (z.B. Cumdente Osteotome) verbessern. Diese sind ebenfalls in verschiedenen Durchmessern erhältlich und verfügen über einen verrundeten Apex und können in den, zuvor mit einem dünnen Vorbohrer vorbereiteten, Bohrstollen mittels dazu erhältlichem Hammer geklopft werden. Der spongiöse Knochenkanal wird durch das Einklopfen der Osteotome nach zirkulär sowie nach apikal kondensiert. Osteotome können zur schonenden manuellen Präparation am dünnen Kieferhöhlenboden, bei empfindlichen Implantatstollen, bei schmalem Kieferkamm oder in Nervnähe angewendet werden. Cumdente Osteotome sind gerade und abgewinkelt erhältlich und verfügen über eine lasermarkierte Tiefenindexierung.
produkte/implantate-biomaterialien/bohrer-osteotome-dehnschrauben.html#c1900Bone Condenser
Kariesmonitoring: Wann kann remineralisiert oder infiltriert werden, ab wann ist eine Füllung unvermeidlich?
Kariöse Läsionen der Klasse C4 (Caries Profunda), die sich bis zur Pulpa erstrecken bzw. röntgenologisch sichtbare Pulpareaktionen zeigen, sollten umgehend restaurativ versorgt werden.
Alle anderen Läsionen werden auf Oberflächeneinbrüche untersucht:
C3 Kariesläsionen (bis zur Mitte des Dentins) mit Struktureinbruch oder solche in schwierig zugänglichen Bereichen (z. B. Approxi-malkaries) werden ebenfalls zeitnah präpariert und restaurativ versorgt. Einsehbare C3 Kariesläsionen können, soweit die Schmelz-oberfläche keinen strukturellen Einbruch und keine Kavität zeigt, bei guter Compliance und allgemein geringer Kariesaktivität z. B. durch regelmäßigen Auftrag von Cumdente ApaCare & Repair zu remineralisieren versucht werden. Am besten unter laufender Kontrolle (Caries Monitoring) z. B. mittels quantitativer Messverfahren (z. B. KaVo, DIAGNOdent / DIAGNOcam).
Läsionen der Klasse C2 (Läsionen in der inneren Schmelzhälfte), sowie Läsionen der Klasse C1 (in der äußeren Schmelzhälfte) sind ohne oberflächlichen Struktureinbruch in den meisten Fällen remineralisierbar (z. B. Cumdente ApaCare & Repair).
C1 und C2 Kariesläsionen können bei vorliegendem Struktureinbruch, weniger guter Compliance oder bei allgemein hoher Karies-aktivität alternativ zur Füllung infiltriert werden. Dazu wird für 15-30 Sekunden ein 15-20 %iges Salzsäuregel aufgetragen (chemische Präparation). Nach gründlichem Absprayen (ca. 30 Sekunden) und Trocknen wird ein selbstätzendes, nanogefülltes Adhäsiv (z. B. Cumdente Etch & Bond) aufgetragen, sorgfältig einmassiert und lichtpolymerisiert. Der Infiltrant dringt in die poröse Kariesstruktur ein und verhindert ein erneutes Eindringen von kariogenen Säuren. In Verbindung mit einer Kavität wird im Anschluss ein flowable Komposit (z. B. Cumdente ApaFlow nano) oder ein Kompositgel (z. B. Cumdente Synamel) aufgetragen, eventuelle Überschüsse werden entfernt und poliert.
Wie entstehen Fluorosen?
Die Bildung des Zahnschmelzes erfolgt durch die Adamantoblasten neuroektodermalen Ursprungs, auch Ameloblasten genannt:
Ameloblasten scheiden dazu eine Schmelzmatrix aus, die mineralisiert und ausreift. Die während dieser Mineralisation stattfindende Kristallisation von Kalzium-Phosphat-Verbindungen und das anschließende Wachstum der Kristalle werden als präeruptive Schmelzreifung bezeichnet.
Kommt es während dieser präeruptiven Schmelzreifung (vor dem Zahndurchbruch) durch eine erhöhte Fluorideinnahme (z.B. Fluoridiertes Trinkwasser + Tablettenfluoridierung + fluoridiertes Speisesalz) werden die Ameloblasten zerstört und infolgedessen der Mineralisationsvorgang gestört. Es entstehen sogenannte Fluorosen, die nach dem Zahndurchbruch als weiße, opake Flecken und Streifen zu erkennen sind, die sich bei stärkeren Porositäten durch exogene Einlagerungen von Farbstoffen (z.B. durch Nahrungsmittel) braun verfärben können. Dies ist meist nicht nur kosmetisch störend, sondern der Zahnschmelz ist an dieser Stelle durch die gestörte Mineralisation weniger widerstandsfähig. Die Folge sind Porositäten und Strukturdefekte. Infolgedessen können diese bei schweren fluorotischen Schmelzveränderungen posteruptiv (nach dem Zahndurchbruch) durch die mechanische Belastung in der Mundhöhle zu Verlust von Zahnschmelz („pitting“) führen.
Dabei wirkt sich eine Fluoridgabe in der präeruptiven Schmelzreifung nur gering kariesprophylaktisch aus. Der Einsatz von Fluoriden in der posteruptiven Schmelzreifung (ab dem Durchbruch bis zum 20. Lebensjahr) spielt eine weitaus größere Rolle. Es hat sich während zahlreicher Untersuchungen herausgestellt, dass vor allem eine lokale Anwendung karieshemmend wirkt.
Es empfiehlt sich daher folgende Fluoridgabe:
Vor dem Zahndurchbruch sind aus zahnärztlicher Sicht keine Fluoridierungsmaßnahmen erforderlich. Milchzähne sollten ab dem Durchbruch 1 x täglich mit einer erbsengroßen Menge fluoridierter Zahncreme (Fluoridgehalt: max. 500 ppm) gereinigt werden. Ab dem 2. Lebensjahr sollten die Zähne 2 x täglich gereinigt werden. Ab dem 6. Lebensjahr kann die tägliche Fluoridmenge auf 1000 - 1500 ppm Fluorid gesteigert werden. Ab dem 12. Lebensjahr wird eine tägliche Fluoridmenge von 1500 ppm empfohlen. Mit fluoridiertem Speisesalz kann dies jederzeit kombiniert werden. Weitere Fluoridgaben sind im Regelfall nicht notwendig.
Eine Kombination des Fluorids mit Hydroxylapatit (z.B. Cumdente, ApaCare & Repair Zahnreparaturgel) ist ebenfalls jederzeit möglich und empfehlenswert. Hydroxylapatit in Kombination mit Fluorid führt sogar zu einer synergistischen Wirkung, d.h. die Mineralisation kann gesteigert werden. Bei einer regelmäßigen Gabe von Hydroxylapatit überwiegt die Remineralisation mit intakten Apatitkristallen. Etwaige Verfärbungen können rückgebildet werden, der Schmelz wird weniger löslich und dadurch weniger kariesanfällig.
Weitere Vorteile von Hydroxylapatit sind die Versiegelung von Poren und Dentintubuli (-> Glättung, Desensibilisierung), eine verzögerte Plaquebildung (anti-adhäsive Oberfläche) und Ausheilung von Initialkaries.
Antibiotikatherapie in der Parodontitis-Therapie – Haben Antibiotika noch einen so hohen Stellenwert wie früher?
Der Einsatz von Antibiotika im Rahmen einer Parodontitis-Therapie begründet sich aus der Erkenntnis, dass Bakterien Ursache entzündlicher Erkrankungen des Zahnhalteapparates sind. Die alleinige Anwendung von Antibiotika zeigt allerdings meist nur eine geringe klinische Wirkung, da Antibiotika aufgrund der Biofilm-Struktur der Plaque nur eingeschränkt in die Plaque penetrieren können und die im Biofilm enthaltenen Bakterien eine höhere Antibiotikaresistenz aufweisen. Auch ist die Wirksamkeit von Antibiotika auf eine Bakteriengruppe beschränkt. Der Wirkmechanismus von Antibiotika kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, zusätzlich besteht die Gefahr einer Resistenzbildung.
Eine zeitgemäße Alternative stellt hier die Photo-aktivierte Antimikrobielle Therapie dar (PACT®). Anders als Antibiotika wirkt PACT® unmittelbar bakterizid gegen das gesamte
Spektrum an Bakterien, bei keinerlei bekannten Nebenwirkung oder Bildung von Resistenzen. PACT® eliminiert 99,99% aller Keime in nur 20s und kann in Dosis und Anwendungshäufigkeit gesteuert werden. PACT® ist damit eine gute Alternative zur systemischen Antibiose in der parodontalen Ersttherapie auch im Zuge des Recalls. PACT® ist delegierbar und durch die leistungsstarke 300mW PACT®-Lichtquelle sehr effektiv, tiefenwirksam und zeitsparend. Viele private Krankenversicherungen bestätigen die medizinische Indikation und akzeptieren die Abrechnung.
Ein spannender Aspekt für die Erhaltungstherapie auch an Implantaten: PACT® entfernt
Biofilm besser als Küretten und ähnlich gut wie Schall/Ultraschallinstrumente.
Ohne Zweifel – der Einsatz breitbandiger Antibiotika wie zum Beispiel Metronidazol oder Clindamycin, häufig in Kombination mit Amoxicillin bzw. Doxycyclin in Verbindung mit einem parodontalen, mechanischen Full-Mouth-Debridement verbessert die Behandlungserfolge
der Parodontitis-Therapie signifikant. Für jeden einzelnen Fall müssen jedoch Wirkung und Nebenwirkung sorgfältig abgewogen werden, weshalb die Antibiotikagabe in der Regel auf aggressive Parodontitis oder refraktäre Fälle beschränkt wird. Auch durch konsequente unterstützende Parodontaltherapie können einzelne aktive Taschen nicht vollständig vermieden werden, eine systemische Antibiose ist jedoch in der Regel im Zuge des Recalls nicht indiziert.
Entfernt die PACT-Therapie Biofilme besser als Küretten?
Ja, laut einer Studie der Universität Hamburg-Eppendorf entfernt PACT (Photo-aktivierte Therapie) Biofilme besser als Küretten von gestrahlt-geätzten Titanoberflächen.
PACT ermöglicht eine für Ihre Patienten schmerzfreie Biofilmentfernung. Die empfindlichen Titanoberflächen von Implantaten werden dabei nicht beschädigt, das Saumepithel wird geschont bzw. die Wiederanlagerung des Saumepithels an die Implantatoberfläche nach der Biofilmentfernung sogar begünstigt.
Die photo-aktivierte antimikrobielle Therapie (z. B. Cumdente PACT 300) kann anders als andere Therapiemöglichkeiten, nahezu jede mikrobiell bedingte Entzündung vollständig abheilen. Entscheidend ist nur, dass der optimal konzentrierte Photosensitizer (z. B. Cumdente Toluidinblau) jeweils an den Entzündungsherd gelangt und dann ausreichend lange mit in der Wellenlänge abgestimmtem „kalten“ Laserlicht aktiviert wird. Dazu genügen bei der PACT 300-Therapie in der Regel 20 Sekunden. Je nach Schwere der Entzündung, der Patientendisposition, Vorbelastungen etc. kann die Behandlung beliebig verlängert oder wiederholt werden, z.B. auch durch die Fachhelferin. Nach Abheilung kann eine Wiederbesiedlung zuverlässig durch Nachbehandlungen vermieden werden.
Die photo-aktivierte antimikrobielle Therapie kann außerdem eingesetzt werden zur Therapie von Parodontitis, Gingivitis, Endo, Weichgewebsinfektionen und zur Kariessterilisation.
Gibt es eine GOZ- Position zur Abrechnung der Photoaktivierten Therapie?
Unter dem Begriff Photodynamische Therapie oder Photoaktivierte Therapie versteht man die lichtinduzierte Abtötung von Mikroorganismen, Pilzen und Viren in der Parodontitistherapie, Periimplantitistherapie, Endodontie, Kariestherapie sowie für die Therapie von Weichgewebs- und Knocheninfektionen. Auch zur "Sterilisation" von Knochen und Weichgewebe vor der Implantation / Augmentation hat sich die photoaktivierte Therapie (PACT) bestens bewährt. Dabei werden Bakterien mithilfe eines photosensitiven Farbstoffs (z.B. Toluidinblau) und einem monochromatischem Rotlicht einer speziellen Wellenlänge (z.B. Cumdente Pact 200) inaktiviert. Die dem Photosensitizer zugeführte Lichtenergie wird vom Farbstoff in den sog. Singulett- Sauerstoff überführt, welcher selektiv die Zellwände von Keimen zerstört. Die konventionelle Laserbehandlung wurde in der GOZ 2012 massiv abgewertet. Dies betrifft jedoch nicht die Photoaktivierte Therapie. Die antimikrobielle Photoaktivierte Therapie ist weder im BEMA noch in der GOZ 2012 oder in dem für Zahnärzte geöffneten Abschnitt der GOÄ geregelt. Bei medizinischer Notwendigkeit und selbstständiger Leistung erfolgt eine Analog-berechnung der zahnärztlichen Leistungen nach GOZ § 6 Abs. 1: "GOZ § 6 (1) Selbständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses für zahnärztliche Leistungen berechnet werden." Abrechnungsbeispiele: PACT - Parodontitis- und Periimplantitis-Therapie Zähne Art der Leistung Anzahl Faktor Betrag / EUR 11 GOZ 4100 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 4100 Anmerkung: Therapie bei Parodontitis oder Periimplantitis 1 1,5 23,20 16 GOZ 4100 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 4100 "Lappenoperation, Seitenzahn" Anmerkung: Therapie bei Parodontitis oder Periimplantitis 1 2,3 35,57 PACT - Wurzelkanaldesinfektion Zähne Art der Leistung Anzahl Faktor Betrag / EUR 16 GOZ 2410 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) zur Desinfektion eines Wurzelkanals gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 2410 "Aufbereitung eines Wurzelkanals" 3 1,2 79,38 PACT - Karies, "Sterilisation", Caries profunda-Therapie Zähne Art der Leistung Anzahl Faktor Betrag / EUR 16 GOZ 2190 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) zur Karies- "Sterilisation" gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 2190 "Vorbereiten zerstörter Zahn / gegossenen Aufbau" 1 1,7 43,03 PACT Weichgewebstherapie, z.B. bei infizierten Alveolen Zähne Art der Leistung Anzahl Faktor Betrag / EUR 17 GOZ 3270 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) zur Eliminierung von Problemkeimen in der Extraktionswunde gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 3270 Germektomie 1 1,5 49,77 PACT - Knochen "Sterilisation", z.B. vor Augmentationen Zähne Art der Leistung Anzahl Faktor Betrag / EUR 16 - 14 GOZ 3270 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) zur Knochen- "Sterilisation" vor Augmentation gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 3270 Germektomie 1 2,3 76,32 PACT - Herpes- bzw. Aphten-Therapie Zähne Art der Leistung Anzahl Faktor Betrag / EUR 11 GOZ 3270 Antimikrobielle Photoaktivierte Chemotherapie (PACT) zur Behandlung eines Herpes labialis zur Eliminierung von Viren gemäß § 6 Abs. 1 GOZ entsprechend: GOZ-Nr. 3270 Germektomie 1 1,2 39,82 In den o.g. Beispielen erfolgt die Abrechnung der Parodontitis oder Periimplantitis je Zahn oder Implantat, bei der Wurzelkanaldesinfektion je Wurzelkanal, bei der Weichgewebstherapie je Alveole, bei der Herpestherapie je örtlich getrennter Herpesinfektion, bei der Knochensterilisation je örtlich getrenntem Wundgebiet. Die oben aufgeführten Analogpositionen sind nur Empfehlungen. Gegebenenfalls kann jeweils auch eine andere nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistung (Analogleistung) aus der GOZ herangezogen werden. Eine Erstattung durch die Kostenerstattungsstellen ist nicht immer gewährleistet. Bitte weisen Sie Ihre Patienten darauf hin. Die PACT-Therapie ist keine Vertragsleistung und kann nicht zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse abgerechnet werden. Beim GKV-Patienten ist vorab eine Privatbehandlung nach § 4 Abs. 5 BMV-Z, bzw. § 7 Abs. 7 EKVZ zu vereinbaren. Die Abrechnungshinweise sind nach ausführlicher Recherche erstellt worden. Eine Haftung und Gewähr wird jedoch ausgeschlossen.
Kann die photoaktivierte Therapie auch in getrennten Sitzungen durchgeführt werden?
Die Photoaktivierte Therapie (z.B. Cumdente Pact 200) kann zur Therapie von Parodontitis, Endo, Periimplantitis, Caries Profunda und Weichgewebsinfektionen eingesetzt werden. Diese kann dabei sofort in der ersten Sitzung durchgeführt werden.
In der Paradontaltherapie und Periimplantitistherapie ist es besonders wichtig, die photoaktivierte Therapie (PACT) direkt mit der geschlossenen oder offenen Ersttherapie durchzuführen. Nur so erreichen Sie ähnlich einer systemischen Antibiose die Bakterien bis tief in das Weichgewebe und die Zahnoberfläche hinein. Farbstoffrückstände werden durch Blut rasch ausgespült und sind für die Anlagerung von Saumepithel nicht entscheidend. Die Abtötung von 99,99% sämtlicher parodontalpathogenen Bakterien durch PACT verhindert deren Persistenz in der Tasche und damit ein rasches Wiederaufwachsen in ggf. neuen, nach der Behandlung von supragingival eindiffundierender Bakterien. Auf diese Weise gewinnt man bei gleichzeitig gutem supragingivalen Biofilm-Management verbunden mit Schonung der Weichgewebe (z. B. weiche Zahnbürste, intensive Mundspüllösung, Verzicht auf Zahnseide in den ersten 10 Tagen) gute Voraussetzungen für die Etablierung neuen Saumepithels mit dadurch einhergehendem Verschluss der Tasche.
Die Anwendung in z.B. blutenden Taschen stellt dabei kein Hindernis dar, denn der einzusetzende Farbstoff (z.B. Toluidinblau) kann mehr als 10fach durch Blut verdünnt werden, ohne seine Abtötungsleistung einzubüßen.
Ein Aufteilen der PA-Behandlung in mehrere Behandlungstermine wird nicht empfohlen, da dies möglicherweise zu einer Wiederbesiedelung mit Bakterien und Biofilm durch die noch unbehandelten PA-Taschen führen kann und sich somit auch kein Saumepithel an den gereinigten Wurzeloberflächen anlagern kann.
Weitere Informationen finden Sie unter www.cumdentepact.com
Warum ist auch bei singulärer Taschenbildung mit PA-Abszess und Schmerzsymptomatik die Instillation eines Medikamentes nicht empfehlenswert?
Durch Einbringen eines Medikamentes in die PA-Tasche (wie z.B. lokale Antibiotika, Chlorhexidingele, -Chips, etc.) wird zwar lokal eine bakterizide bzw. bakteriostatische Wirkung erreicht, aber die Bildung eines langen Saumepithels wird verhindert. Um die Anlagerung des Saumepithels zu erreichen ist es empfehlenswert, keinerlei nicht wasserlöslichen Medikamente in die PA-Tasche einzubringen.
Zur Parodontaltherapie, auch bei singulärer Taschenbildung, empfehlen wir folgende Vorgehensweise: Im ersten Schritt erfolgt ein sub- und supragingivales Debridement mit minimalinvasiven Ultraschall- oder Schallscalern (z.B. Vector, Fa. Dürr Dental oder Airscaler, Fa. NSK Europe). Die anschließende Biofilmentfernung erfolgt im Pulverstrahlverfahren (z.B. PerioMate mit PerioPowder (Aminoglycin), Fa. NSK Europe). Um im Anschluss die Bakterienzahl zu reduzieren, empfiehlt sich die Durchführung der photoaktivierten Therapie (z.B. PACT 300, Fa. Cumdente). Mit PACT 300 ist eine Reduktion der Bakterien (grampositive und gramnegative) um 99,99 % in nur 20 Sekunden Belichtungszeit je Parodontaltasche ohne Nebenwirkungen möglich. Auf eine Antibiotikagabe (lokal oder systemisch) oder eine Einlage von Medikamenten kann aus diesem Grund verzichtet werden.
Wird die photo-aktivierte Therapie (PACT) von der PKV erstattet?
Unter dem Begriff Photodynamische Therapie oder photo-aktivierte Therapie (PACT) versteht man die lichtinduzierte Abtötung von Mikroorganismen, Pilzen und Viren in
der Parodontitistherapie, Periimplantitistherapie, Endodontie, Kariestherapie sowie für die Therapie von Weichgewebs- und Knocheninfektionen. Auch zur "Sterilisation" von Knochen und Weichgewebe vor der Implantation/ Augmentation hat sich die photo-aktivierte Therapie (PACT) bestens bewährt.
Dabei werden Bakterien mithilfe eines photosensitiven Farbstoffs (z.B. Toluidinblau) und einem monochromatischem Rotlicht einer speziellen Wellenlänge (z.B. Cumdente PACT 300) inaktiviert. Die dem Photosensitizer zugeführte Lichtenergie wird vom Farbstoff in den sog. Singulett- Sauerstoff überführt, welcher selektiv die Zellwände von Keimen zerstört.
Für die antimikrobielle photo-aktivierte Therapie gibt es in der GOZ 2012 oder in dem für Zahnärzte geöffneten Abschnitt der GOÄ keine eigene Abrechnungsposition. Bei medizinischer Notwendigkeit und selbstständiger Leistung erfolgt eine Analog-berechnung der zahnärztlichen Leistungen nach GOZ § 6 Abs. 1:
"GOZ § 6 (1) Selbständige zahnärztliche Leistungen, die in das Gebührenverzeichnis nicht aufgenommen sind, können entsprechend einer nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung des Gebührenverzeichnisses für zahnärztliche Leistungen berechnet werden."
Die PACT- Behandlung wird regelmäßig von den privaten Versicherern übernommen, das Verfahren ist lange schon wissenschaftlich anerkannt. Dies wurde kürzlich auch in zwei Gerichtsverfahren bestätigt.
Die Gerichtsurteile, eine Abrechnungsempfehlung der DKV zur Parodontitis-/ Periimplantitistherapie sowie weitere Abrechnungstipps können Sie gerne auf unserer Internetseite über den folgenden Link nachlesen:
http://www.cumdente.com/produkte/photo-aktivierte-therapie/abrechnungstipps-
gerichtsurteile-und-stellungnahmen-zu-pact.html
Bei Interesse senden wir Ihnen diese auch gerne zu.
Antibiotikatherapie in der Parodontitis-Therapie - Haben Antibiotika noch einen so hohen Stellenwert wie früher?
Der Einsatz von Antibiotika im Rahmen einer Parodontitis-Therapie begründet sich aus der Erkenntnis, dass Bakterien Ursache ent-zündlicher Erkrankungen des Zahnhalteapparates sind. Die alleinige Anwendung von Antibiotika zeigt allerdings meist nur eine ge-ringe klinische Wirkung, da Antibiotika aufgrund der Biofilm-Struktur der Plaque nur eingeschränkt in die Plaque penetrieren können und die im Biofilm enthaltenen Bakterien eine höhere Antibiotikaresistenz aufweisen. Auch ist die Wirksamkeit von Antibiotika auf eine Bakteriengruppe beschränkt. Der Wirkmechanismus von Antibiotika kann zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, zusätz-lich besteht die Gefahr einer Resistenzbildung.
Eine zeitgemäße Alternative stellt hier die Photo-aktivierte Antimikrobielle Therapie dar (PACT ®). Anders als Antibiotika wirkt PACT ® unmittelbar bakterizid gegen das gesamte Spektrum an Bakterien, bei keinerlei bekannten Nebenwirkung oder Bildung von Resisten-zen. PACT ® eliminiert 99,99 % aller Keime in nur 20 s und kann in Dosis und Anwendungshäufigkeit gesteuert werden. PACT ® ist damit eine gute Alternative zur systemischen Antibiose in der parodontalen Ersttherapie auch im Zuge des Recalls. PACT ® ist dele-gierbar und durch die leistungsstarke 300 mW PACT ®-Lichtquelle sehr effektiv, tiefenwirksam und zeitsparend. Viele private Kranken-versicherungen bestätigen die medizinische Indikation und akzeptieren die Abrechnung.Ein spannender Aspekt für die Erhaltungstherapie auch an Implantaten: PACT ® entfernt Biofilm besser als Küretten und ähnlich gut wie Schall/Ultraschallinstrumente.
Ohne Zweifel – der Einsatz breitbandiger Antibiotika wie zum Beispiel Metronidazol oder Clindamycin, häufig in Kombination mit Amoxicillin bzw. Doxycyclin in Verbindung mit einem parodontalen, mechanischen Full-Mouth-Debridement verbessert die Behand-lungserfolge der Parodontitis-Therapie signifikant. Für jeden einzelnen Fall müssen jedoch Wirkung und Nebenwirkung sorgfältig ab-gewogen werden, weshalb die Antibiotikagabe in der Regel auf aggressive Parodontitis oder refraktäre Fälle beschränkt wird. Auch durch konsequente unterstützende Parodontaltherapie können einzelne aktive Taschen nicht vollständig vermieden werden, eine sys-temische Antibiose ist jedoch in der Regel im Zuge des Recalls nicht indiziert.
Bei dem Milchzahngebiss eines Patienten zieht sich ein schwarzer Belag wie ein dünner schwarzer Faden girlandenförmig am Zahnfleischrand entlang. Woher kommen die Verfärbungen und wie können diese entfernt werden?
Es handelt sich um chromogene Bakterien „black stains“.
Chromogene Bakterien werden für die insbesondere bei Kindern im Bereich des Gingivasaumes zu findenden linienartigen, schwarzen Verfärbungen („black stains“) verantwortlich gemacht (VOGEL, 1975). Diese Diskolorationen werden zu der Gruppe der nichtmetallischen Chromogene gezählt. Die verantwortlichen Bakterien (meist grampositive Stäbchen) bilden Schwefelwasserstoff als Stoffwechselprodukt. Dieses vermag mit dem im Speichel befindlichen Eisen unlösliches Eisensulfid zu bilden, welches eine Schwarzfärbung verursacht. Gelegentlich werden auch Orange-Verfärbungen durch Bakterien beobachtet, deren Genese jedoch bislang nicht schlüssig geklärt ist. Bei Kindern mit unzureichender Mundhygiene erkennt man häufig auch eine Grünverfärbung der Labialflächen der oberen Schneidezähne.
Die Verfärbungen können manuell, z.B. mit einer Polierbürste (z.B. Cumdente, Universalpolierbürste) und Polierpaste (z.B. Cumdente, ApaCare Professional) entfernt werden.
Universalpolierbürste
Sind in den ApaCare-Produkten Fluoride enthalten?
Ja, ApaCare Zahncreme und Apacare Professional Home enthalten die empfohlene Fluoridmenge von 1450 ppm.
Zur täglichen Prophylaxe sollte auf Fluorid nicht verzichtet werden, auch wenn das enthaltene Hydroxylapatit (flüssiger Zahnschmelz) alleine ebenfalls remineralisierend und „zahnhärtend“ wirkt. Aber erst die Kombination von beiden ist ideal, da das Fluorid die Mineralstoffaufnahme in den Schmelz und das Dentin fördert.
Eine fluoridierte Zahnoberfläche nimmt deutlich mehr Kalzium und Phosphat auf als eine nicht fluoridierte, darauf und auf eine geringere Säurelöslichkeit beruht der Kariesschutz.
Bei gewöhnlichen Zahncremes kommen die Mineralstoffe aus dem Speichel, ApaCare liefert die Mineralstoffe gleich mit, der flüssige Zahnschmelz dient als eine Art Superspeichel.
Dazu kommt, dass sich durch die Nano-Struktur ein Film auf der Oberfläche bildet, der den Zahn bis zu mehreren Stunden wie ein Depot mit Mineralstoffen versorgt und vor Bakterien und Säureangriffen schützt.
Die Produkte ApaCare & Repair sowie das ApaCare Liquid verstärken diesen Effekt der Filmbildung und sollten erst nach dem Zähneputzen auf die fluoridierten Oberflächen aufgebracht werden. Den stärksten Effekt kann man durch die Kombination von Fluoridgel und ApaCare & Repair ZahnreparaturGel erzielen. Dies kann in Fällen von hohem Kariesrisiko z.B. bei jugendlichen Bracket-Trägern angezeigt sein. Hier empfehlen wir die tägliche Anwendung des ApaCare ZahnreparaturGels, denn dieses kann, anders als ein Fluorid Gel, niemals überdosiert werden.
Durch eine spezielle Formulierung wird das Fluorid in der Zahncreme während der Lagerung vor der Bindung an den flüssigen Zahnschmelz nachweisbar geschützt, so dass erst im Mund eine Fluoridierung der Zahnoberflächen stattfindet.
Was ist der Unterschied zwischen ApaCare Zahnlack und Cumdente Etch & Bond?
Bei Cumdente Etch & Bond handelt es sich um ein selbstätzendes, licht- und selbsthärtendes Schmelz- und Dentinadhäsiv. Es ist kompatibel zu allen gängigen licht- und selbsthärtenden bzw. dualen Kompositen, Zementen und Kompomeren. Etch & Bond führt zu einem adhäsiven Wundverband und reduziert Sensibilitäten.
Wenn Cumdente Etch & Bond z.B. zur Desensibilisierung von freiliegenden Dentinoberflächen (z.B. an freiliegenden zervikalen Flächen) eingesetzt wird, wird eine Versiegelung der Dentintubulis erreicht. Das Schmerzempfinden lässt sofort nach. Eine Remineralisation im Sinne einer Mineraleinlagerung/-austausch der unter der Bondingschicht liegenden Dentinoberfläche findet allerdings nicht statt.
Bei ApaCare Zahnlack handelt es sich um einen mineralisierenden Zahnlack auf Schellack-Basis. Dieser enthält 20% medizinisches Hydroxylapatit. ApaCare Zahnlack kann bei empfindlichen Zahnhälsen und zur Remineralisation von Initialkaries eingesetzt werden.
Wenn ApaCare Zahnlack zur Desensibilisierung eingesetzt wird, kommt es nach dem Auftrag und der Trocknung des Lackes zu einer Wasseraufnahme und Mineralanreicherung aus dem Speichel. Der Schellack quillt infolgedessen auf und gibt kontinuierlich die darin eingelagerten Hydroxylapatitmineralien an die Zahnoberfläche ab. Das Schmerzempfinden lässt auch hier sofort nach dem Auftrag nach. Der Schellack löst sich nach 1-2 Tagen wieder ab und hinterlässt eine mit Hydroxylapatit versiegelte Dentinoberfläche, die auch dem Wiederauftreten von Sensibilitäten entgegenwirkt.
Wie kann ein Kaugummi karieshemmend wirken?
Zusätzlich dazu, dass ein Kaugummi nach der Nahrungsaufnahme den PH-Wert neutralisiert kann er durch spezielle Inhaltsstoffe karieshemmend und remineralisierend wirken.
Der Zuckeraustauschstoff Xylitol wird aus der Birkenrinde gewonnen und kann in hochkonzentrierter Form verschiedene metabolische Reaktionen hemmen, insbesondere Enzymreaktionen, die für viele Bakterienspezies, insbesondere für säurebildende Mutans-Streptokokken, lebenswichtig sind. Andere Bakterienarten werden nicht beeinflusst. So kann unter regelmäßiger Xylitolanwendung in ausreichender Tagesdosis (Erwachsene: mindestens 4-5 g, Kinder 1-2g) eine neue Bakterienpopulation im dentogenen Biofilm entstehen, die eine reduzierte kariogene Virulenz hat. Unter regelmäßiger Xylitol-Zufuhr wird im Biofilm keine oder weniger Säure gebildet.
Der neue Anti-Karies Kaugummi ApaGum ist so dosiert, dass bei einer Einnahme von 3x2 ApaGum Kaugummis (Jugendliche ab 12 Jahren/ Erwachsene) und 3x1 ApaGum Kaugummi (Kinder ab 3 Jahren) die tägliche Dosis abgedeckt wird. Am besten werden die Kaugummis jeweils nach den Haupt- und Zwischenmahlzeiten zugeführt. Dabei wird eine Kaudauer von 5 Minuten sowie eine regelmäßige, tägliche Anwendung über einen langfristigen Zeitraum (6 Wochen) empfohlen.
Weiterhin ist in ApaGum Kalziumphosphat enthalten. Beim Kauen werden die Zahnschmelzmineralien Kalzium und Phosphat freigesetzt die die Remineralisation und Reparatur angegriffenen Zahnschmelzes (Initialkaries) nachhaltig begünstigen.
Aufgrund der dramatischen Reduktion der Kariesentwicklung und der günstigen Beeinflussung entzündlicher Parodontalerkrankungen sowie der Begünstigung von Remineralisation und Reparatur angegriffenen Zahnschmelzes kann ApaGum für alle Altersgruppen als ideale Ergänzung zu den übrigen häuslichen und professionellen Prophylaxemaßnahmen empfohlen werden.
ApaGum ist frei von künstlichen Süßstoffen und ist gluten- und laktosefrei.
Ästhetische Frontzahnfüllung – Wie verfahre ich bei der Materialauswahl? Können Kompositgele auch zur Gestaltung von Frontzahnrestaurationen eingesetzt werden?
Erkenntnisse aus der Nanotechnologie haben die Füllwerkstoffe in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Nano-optimierte Komposits zeigen eine reduzierte Schrumpfung und wesentlich verbesserte mechanische Eigenschaften sowie eine höhere Abrasionsresistenz. Viele Nano-Komposits sind jedoch etwas opaker als vergleichbare Mikrohybrid-Komposits. Dieser Effekt kann durch optimierte Füller-Matrix-Bindungen (wie z.B. bei Cumdente Polymerceramic III), im Sinne guter Transluzenz weitgehend eliminiert werden.
Zur Optimierung einer ästhetischen Frontzahnfüllung empfiehlt es sich, ein opakes Nano-Komposit mit einem opaleszenten Mikrohybrid-Komposit (je nach Alter des Patienten) zu kombinieren:
Bei jugendlichen Patienten unter 25 Lebensjahren werden die opaleszenten Frontzähne mit hoher Transparenz insbesondere koronal des Zahnäquators aus einem opaleszenten Frontzahnkomposit (wie z.B. Cumdente Elite III), mit hoher Transluzenz geschichtet. Für zahnhalsnahe Füllungsinkremente, Zahnhalsfüllungen zum Abdecken von Verfärbungen oder bei Schichtstärken der Füllung von weniger als 1 mm empfiehlt sich die Verwendung eines nano-optimierten Komposits (wie z. B. Cumdente Polymerceramic III) mit etwas höherer Opazität.
Bei Patienten im Alter zwischen 25 und 45 Lebensjahren empfiehlt es sich, die zervikalen und palatinalen Füllungskompartimente sowie die Bereiche apikal des Zahnäquators aus nano-optimierten Komposits (z.B. Cumdente Polymerceramic III) zu schichten und labial ein sich nach inzisal verdickenden Keil aus transparent-opaleszenten Frontzahnfüllungsmaterial (z.B. Cumdente Elite III) zu überschichten. Bei Füllungsschichtstärken von weniger als 1 mm wird wieder ausschließlich auf das opake Nano-Komposit zurückgegriffen.
Bei über 45-jährigen Patienten werden die gesamten Frontzahnfüllungen am besten aus Nano-Komposit (z.B. Cumdente Polymerceramic III) restauriert, wobei im Einzelfall die Einarbeitung einer dünnen transparenten Füllungsschicht (z.B. Elite III) im inzisal-labialen Bereich der Füllung den Zahn lebendiger erscheinen lässt.
Diese aufwendige Kombination verschiedener Materialien entfällt bei Verwendung moderner Kompositgele (wie z.B. Cumdente Synamel) was zu einer erheblichen Zeitersparnis und Steigerung der Zuverlässigkeit in der Behandlung führt. Synamel verfügt über einen einzigartigen Chamäleon-Effekt, der die Ästhetik der zuvor erläuterten aufwendigen altersspezifischen Schichtung noch übertrifft. Notwendig dazu ist, dass das Kompositgel über einen hohen Nano-Füllstoffgehalt von ca. 72% (wie z.B. bei Cumdente Synamel) verfügt, der einerseits zu einer hohen Abrasionsresistenz führt und andererseits optimiert ist betreffend minimierter Restschwindung und optimierter Benetzung der Zahnoberflächen und Kavitätenränder. Die Gefahr brauner Füllungsränder aufgrund mangelhafter Benetzung mit Füllungsmaterial wird signifikant reduziert. Die Verarbeitbarkeit ist hervorragend, schnell und einfach. Es können vergleichsweise dicke Schichten (je nach Farbe bis zu 3 – 4 mm) verarbeitet werden („Bulk-Füllung“).
Polyceramic III
Benötige ich nach dem Auftrag von einem Metallprimer zusätzlich ein Haftsilan?
Ein Metallprimer (z.B. Cumdente Metall Primer) dient zur Optimierung der Haftung aller Arten von licht-, dual- und autokatalytischen Komposits sowie hydrophilisierten Kompositzementen (z.B. Cumdente, XPand Apa Universal Cement) an Metalloberflächen (wie z.B. Restaurationsoberflächen, Schraubenoberflächen, Implantatabutments, Geschiebe und Locator-, Clickator®-Matrizen). Der Metallprimer haftet über Phosphatstrukturen auf chemischer Basis an Nichtedelmetall und Edelmetallatomen, während über Doppelbindungen am anderen Molekülende mit den Kunststoff-Monomeren kopolymerisiert wird. Ein zusätzlicher Auftrag eines Haftsilanes (z.B. Cumdente Silane) ist nicht erforderlich.
Silane (z.B. Cumdente Silane) bewirken einen chemischen Verbund von licht-, dual- und autokatalytischen Komposits bzw. hydrophilisierten Kompositzementen zu geätzten Dentalkeramikoberflächen (z.B. mit gepufferter Flusssäure-Lösung, 9,5%), silikatisierten Metalloberflächen (z.B. mittels Haftstrahlmittel (3M Espe, Rocatec oder Cojet) und geeignetem Sandstrahlgerät (z.B. Cumdente Microetcher)) oder angeschliffenen bzw. partikelgestrahlten Komposit-/ Dentalkeramikoberflächen (z.B. mit Cumdente Aluminiumoxid oder 3M Espe Rocatec oder Cojet)
Cave: Zirkoniumdioxid-Oberflächen (ZrO2-Keramik) sind nicht ätzbar und nicht silikatisierbar. Auch Metallprimer erreichen keinerlei chemische Verbindung zu Zirkoniumdioxid. Als Haftvermittler zu dentalen Komposits werden hier Zirkonprimer (z.B. Cumdente Zirkon Primer II) eingesetzt. Der Zirkon Primer II enthält als Wirksubstanz eine Phosphonsäure-Verbindung, welche zu oxidischen Oberflächen eine chemische Bindung aufbaut.
Xpand (Apa)
Clickator®-Matrize
Zirkon Primer
Ist es möglich Cumdente Etch & Bond in Kombination mit Cumdente Flow A3 zu verwenden oder ist ausschließlich Cumdente Adhesive in Verbindung mit Cumdente Activator dafür vorgesehen?
Bei Cumdente Flow A3 handelt es sich um ein selbsthärtendes, lichtaktivierbares Hochleistungskomposit welches zur adhäsiven Befestigung von Wurzelkanalstiften, Inlays, Onlays, Teilkronen, Veneers, Kronen und Brücken (auch Marylandbrücken) aus allen gebräuchlichen Dentalmaterialien (außer Zirkoniumdioxid) eingesetzt wird.
Zur vorherigen Konditionierung der Zahnhartsubstanz kann entweder ein Infiltrationsadhäsiv (z.B. Cumdente Adhesive + Cumdente Activator) oder ein selbstätzendes, licht- und selbsthärtendes Nano-Adhäsiv (z.B. Cumdente Etch & Bond) eingesetzt werden.
Cumdente Adhesive + Cumdente Activator zeichnet sich durch eine besonders dünne Hybridschicht und somit langzeitstabile hohe Haftwerte aus. Die Verarbeitung desselben ist dabei allerdings sehr umfangreich: Die Schmelz- und Dentinoberflächen werden mit Phosphorsäure (z.B. Cumdente Tooth Conditioner) angeätzt. Unter absoluter Trockenlegung (Kofferdam) wird nun das Adhesive/Activator-Gemisch aufgetragen und 60 Sekunden einmassiert. Eine 2. Schicht verbessert die Qualität des adhäsiven Wundverschlusses und die Haftung zum Komposit. Infiltrationsadhäsive werden eingesetzt für hochwertige, großflächige, anspruchsvolle Kompositfüllungen, adhäsive Befestigungen von Wurzelkanalstiften (nach herkömmlicher WF) sowie alle Arten von laborgefertigten Zahnrestaurationen aus allen gängigen Zahnersatzmaterialien.
Ein selbstätzendes, licht- und selbsthärtendes Nano-Adhäsiv (z.B. Cumdente Etch & Bond) erreicht im Vergleich zu einem Infiltrationsadhäsiv nahezu dieselben Haftwerte auf Schmelz und Dentin, wenn die Schmelzoberfläche zuvor mittels Phosphorsäure (z.B. Cumdente Tooth Conditioner) vorgeätzt wird (30 Sekunden). Eine Ätzung des Dentins mit Phosphorsäure ist bei selbstätzenden Adhäsiven nicht erforderlich, eher nachteilig. Nano-Adhäsive sind feuchtigkeitstoleranter als Infiltrationsadhäsive und können daher ohne absolute Trockenlegung (Kofferdam) verarbeitet werden. Nano-Adhäsive weisen einige wenige Mikrometer dicke Hybridschicht auf. Um die Hybridschicht möglichst dünn zu halten, ist darauf zu achten, dass ein selbstätzendes Adhäsiv nur einmalig aufgetragen wird und das Adhäsiv vor dem Polymerisieren ausreichend zu trocknen ist. Die Hybridschicht ist für die Passung auch perfekt gearbeiteten Zahnersatzes unerheblich. Sie neigt lediglich mit der Zeit zur Wasseraufnahme und -abgabe, weshalb die Haftwerte, wie bei allen anderen schichtbildenden Adhäsiven, mit der Zeit unter Umständen etwas nachlassen können. Selbstätzende, licht- und selbsthärtende Adhäsiven können für alle Arten an Komposit-/ Kompomerfüllungen, adhäsive Unterfüllungen bei CP, zur Desensibilisierung empfindlicher Zahnstümpfe, Milchzahnfüllungen, adhäsive Befestigung/Zementierung von Inlays, Veneers, Teilkronen, Kronen, Brücken, Primärteilen aus allen gängigen Restaurationsmaterialien etc., adhäsive Wurzelkanalfüllungen oder Aufbauten eingesetzt werden.
Verwenden Sie aufgrund der blutstillenden Wirkung von Cumdente Etch & Bond dieses auch zur Abdeckung von eröffneten Pulpen?
Nein, Etch & Bond wird nicht zur Blutstillung von eröffneten Pulpen empfohlen. Zur Abdeckung einer eröffneten Pulpa empfehlen wir die Verwendung von MTA Zement (Mineral Trioxide Aggregate).
Cumdente MTA rapid,
Cumdente MTA Universal Direct Caps oder
Cumdente MTA Speed
Der MTA Zement wird dabei direkt auf die eröffnete Pulpa aufgebracht.
Die Anwendungsgebiete von Cumdente Etch & Bond sind wie folgt:
Selbstätzendes, licht- und selbsthärtendes Schmelz- und Dentinadhäsiv in der Füllungstherapie
zur Desensibilisierung von freiliegenden Dentinoberflächen (z.B. freiliegende zervikale Flächen)
selbstätzendes, licht- und selbsthärtendes Adhäsiv im Wurzelkanal (in Verbindung mit einem adhäsiven Wurzelfüllmaterial wie z.B. Seal 3D)
Infiltrant in Verbindung mit einer chemischen Präparation (Salzsäuregel)
Wenn es hier während der Anwendungen zu Blutungen der Gingiva kommt, ist der zusätzliche Effekt der blutstillenden Wirkung sehr vorteilhaft.
Warum wirkt Cumdente Etch & Bond blutstillend?
Bei Cumdente Etch & Bond handelt es sich um ein selbstätzendes, licht- und selbsthärtendes Schmelz- und Dentinadhäsiv. Es ist kompatibel zu allen gängigen licht- und selbsthärtenden bzw. dualen Kompositen, Zementen und Kompomeren.
Die blutstillende Wirkung des Etch & Bond basiert auf der Vernetzung der Polymere, die eine dichte klebrige Schicht ähnlich einer Fibrinschicht bilden. Diese Schicht bildet auch eine sehr wirkungsvolle Diffusionsbarriere zur Pulpa.
Wenn Cumdente Etch & Bond z.B. zur Desensibilisierung von freiliegenden Dentinoberflächen (z.B. an freiliegenden zervikalen Flächen) eingesetzt wird, wird eine Versiegelung der Den-
tintubulis erreicht. Das Schmerzempfinden lässt sofort nach. Eine Remineralisation im Sinne einer Mineraleinlagerung/-austausch der unter der Bondingschicht liegenden Dentinober-
fläche findet allerdings nicht statt.
Wenn ApaCare Zahnlack zur Desensibilisierung eingesetzt wird, kommt es nach dem Auftrag und der Trocknung des Lackes zu einer Wasseraufnahme und Mineralanreicherung aus dem Speichel. Der Schellack quillt infolgedessen auf und gibt kontinuierlich die darin eingelagerten Hydroxylapatitmineralien an die Zahnoberfläche ab. Das Schmerzempfinden lässt auch hier sofort nach dem Auftrag nach. Der Schellack löst sich nach 1-2 Tagen wieder ab und hinter-
lässt eine mit Hydroxylapatit versiegelte Dentinoberfläche, die auch dem Wiederauftreten von Sensibilitäten entgegenwirkt.
Was ist der Unterschied zwischen Cumdente Xpand (Apa) Universal Cement und dem neuen Cumdente Prime & Cem?
Bei beiden Produkten handelt es sich um hydrophilisierte Kompositzemente welche zur dauerhaften adhäsiven Eingliederung aller Arten von indirekten Restaurationen wie Inlays, Onlays, Overlays, Teilkronen, Kronen und Brücken aus Vollkeramik, Komposit, Metall und Zirkondioxid sowie zur permanenten Befestigung von implantatgetragenem Zahnersatz verwendet werden.
Cumdente Prime & Cem kann zusätzlich dazu zur Befestigung von Wurzelkanalstiften (Posts) eingesetzt werden.
Bei dem Xpand (Apa) Universal Cement ist es nur durch die extreme Übertrocknung der Zementbestandteile in Dentalkapseln möglich, die Volumenexpansion so zu steuern, dass der Zement bereits während der Verarbeitungszeit Wasser aufnimmt und somit die Restwasseraufnahme nach der Zementierung deutlich minimiert ist.
Durch die neuartige Materialzusammensetzung von Cumdente Prime & Cem ist es nun gelungen den Kompositzement in der praktischen Doppelkolbenspritze anzubieten. Damit eine zügige Volumenexpansion gewährleistet ist, ist es wichtig die Doppelkolbenspritze sofort nach jeder Anwendung wieder in die mitgelieferte Siegelpackung zu verpacken und dicht zu verschließen um eine Wasseraufnahme während der Lagerung zu vermeiden.
Der Selbsthaftungsmechanismus auf Schmelz, Dentin und den gängigen Zahnersatzmaterialien wurde bei Prime & Cem deutlich verbessert, so dass hier ein Konditionieren und Bonden der Zahnhartsubstanz und der Restauration entfällt. Außerdem konnte die Fluoridabgabe bei Prime & Cem wesentlich erhöht werden.
Prime & Cem ist in den Farben A2 und A3 erhältlich.
Prime & Cem
Was ist der Unterschied zwischen einem Nanokomposit und einem Mikrofillhybrid-Komposit?
Nano-gefüllte Materialien sind höher gefüllt als mikro-gefüllte Materialien. Nano-gefüllte Komposits haben einen Füllgrad bis zu 82 % (z.B. Cumdente ApaFill III). Hiermit korreliert eine deutlich minimierte Schwindung sowie die hohe Abrasionsbeständigkeit als auch die außerordentlich guten mechanischen Eigenschaften wie z.B. Druck- und Biegefestigkeit.
Das Material ist allerdings im Vergleich zu einem herkömmlichen Mikrofillhybrid-Komposit (z.B. Cumdente Elite), welches diese Eigenschaften nicht hat, etwas fester in der Verarbeitung. Insbesondere erscheint das Material fest, wenn es unter Raumtemperatur verarbeitet wird. Als kleinen Tipp bei der Verarbeitung empfehlen wir, mit dem Spatel etwas Modellierdruck auf das Material auszuüben. Durch die ausgeprägte Thixotropie fängt es dann an zu fließen. Es empfiehlt sich, die Materialien aus der Karpule direkt in die Kavität zu spritzen, und sie dann durch mehrfaches Rütteln in der Kavität fest zu stopfen. Durch das Abstreifen des Materials über den Kavitätenrand erhält man sehr präzise Ränder.
Mikrofillhybrid-Komposits werden aufgrund der Farbgestaltung gerne für Frontzahnrestaurationen eingesetzt. Mikro-gefüllte Komposits (z.B. Cumdente Elite) bestechen hier durch Transparenz und Opaleszenz. Besonders bei jugendlichen Patienten empfiehlt es sich im Frontzahnbereich (Schneide und Dentinkörper) ein Mikrofillhybrid-Komposit zu verwenden. Bei Füllungsschichtstärken von weniger als 1mm, für die Restauration des Zahnhalses sowie bei älteren Patienten ist auf ein opaleszentes Frontzahnkomposit zu verzichten.
Keine Angst vor Nano: In den Apa-Füllungsmaterialien führt das Nano-Fluorapatit zu einer reduzierten Schrumpfung, besonders herausragenden mechanischen Eigenschaften und Abrasionsresistenz sowie zur Prophylaxe einer Sekundärkaries. Die Nano-Produkte sind dabei fest in eine Matrix eingebettet und haben - falls sie aus irgendeinem Grund aus diesem Verbund ausscheiden - die Tendenz zur Agglomeration (zusammenballen zu größeren Verbunden > 100 nm). Toxische Wirkungen von Nano-Partikeln, die auf ihrer geringen Größe und ihrer höheren Reaktivität beruhen, sind dann nicht mehr relevant (Bundesinstitut für Risikobewertung). Falls es dennoch zum Austritt einzelner Fluorapatit-Nano-Partikel aus der Matrix kommt, handelt es sich dabei chemisch um die körpereigene Substanz Calziumphosphat, die sich im wässrigen Körpermilieu rasch auflöst.
Was ist der Vorteil von Kompositgelen im Vergleich zu stopfbaren Kompositmaterialien?
Modellierbare Nano-Komposite (z.B. Cumdente Polymerceramic III oder ApaFill III) sind extrem hoch gefüllt (Füllstoffgehalt ca. 82%). (Zum Vergleich: Bis vor kurzem galten stopfbare Microhybrid-Komposite mit Füllgraden ± 68% als sehr hoch gefüllt.) Der Kunststoffmatrixanteil beträgt in der Regel weniger als 20%. Sie zeichnen sich durch eine sehr geringe Schrumpfung, herausragende mechanische Festigkeitskennwerte und eine außergewöhnliche Abrasionsresistenz aus. Allerdings ist das Benetzungsverhalten des Komposits an der Kavitätenwand reduziert. Das Material muss gezielt unter Anpressdruck gegen den Kavitätenrand gepresst werden, um ein ausreichendes Anfließen zu erzeugen. Es empfiehlt sich, vor der Applikation des modellierbaren Komposits ein dünnfließendes Komposit (z.B. Cumdente, ApaFlow Nano) (Füllstoffgehalt ca. 66%) aufzutragen, um die Gefahr brauner Füllungsränder durch mangelhafte Benetzung zu vermeiden.
Kompositgele wurden entwickelt, um die Vorteile beider Kompositmaterialien (Flow und Fill) in einem Material zu kombinieren:
Solche neuartigen Kompositgele (z.B. Cumdente, Synamel) sind hochgefüllt (ca. ± 72%). Cumdente Synamel ist mit dem Nano-Füllstoffgehalt von ca. 72% höher gefüllt als die bisherigen stopfbaren Komposite auf Microhybrid- Basis, gleichzeitig aber optimiert betreffend minimierter Restschwindung und optimierte Benetzung der Zahnoberflächen und Kavitätenränder. Die Gefahr brauner Füllungsränder durch mangelhafte Benetzung derselben mit Füllungsmaterial wird signifikant reduziert. Die Verarbeitbarkeit ist hervorragend, schnell und einfach. Es können vergleichsweise dicke Schichten (je nach Farbe bis zu 3-4 mm) verarbeitet werden („Bulk-Füllung“). Am bestechendsten ist jedoch der Chamäleon-Effekt, der bislang kaum mögliche ästhetische Ergebnisse in der Routine erzielbar macht.
Indikationen: Klassen I – V, jedoch aufgrund der im Vergleich zu stopfbaren Nano-Kompositen etwas reduzierten Abrasionsresistenz eingeschränkt okklusionstragend.
Polymerceramic
Welches Komposit ist am besten zur Befestigung von Veneers geeignet?
Zur Befestigung von Veneers können selbst-, dual- und autokatalytische Komposits (z.B. Cumdente Flow A3) sowie aufgrund ihrer geringen Dicken auch lichthärtende Komposits verwendet werden. Hierzu eignen sich insbesondere Kompositgele (z.B. Cumdente Synamel). Das nanogefüllte Komposit Cumdente Synamel zeichnet sich durch einen hohen Füllstoffgehalt (ca. ± 72%) aus und erzielt eine kaum zu übertreffende Ästhetik. Die Gefahr brauner Ränder aufgrund mangelhafter Benetzung wird durch die gelartige Konsistenz signifikant reduziert. Weitere Indikationen für Cumdente Synamel: Klassen I – V, jedoch aufgrund der im Vergleich zu stopfbaren Nano-Kompositen etwas reduzierten Abrasionsresistenz eingeschränkt okklusionstragend.
Wie kann ich Reparaturen an Zirkoniumdioxid durchführen?
Zirkonoberflächen sind chemisch äußerst widerstandsfähig und reaktionsträge. Eine Klebeverbindung war aufgrund dessen bisher nur in reduziertem Umfang möglich. Neuartige selbsthärtende Komposit-Verbundsysteme die speziell für Zirkoniumdioxid entwickelt wurden (z.B. Cumdente Zirkon-Adhaesiv-Cement in Verbindung mit Cumdente Zirkon Primer II), machen es nun möglich, einen Verbund zwischen Zirkonoxid-Konstruktionen und Restaurationen aus Zirkonoxid, Edelmetall, Nicht-Edelmetall, Keramik und Komposit zu erreichen.
Im ersten Schritt sollten Zähne und Zahnersatz klinisch und röntgenologisch überprüft werden sowie eine evtl. funktionelle Überbelastung festgestellt und ggf. korrigiert werden (z.B. mittels T-Scan III, Fa. Tekscan), um zukünftige Frakturen an dieser Stelle zu vermeiden.
Die Zirkoniumdioxidfläche ist vor der Reparatur gründlich mit Alkohol (z.B. Isopropanol) zu reinigen, gelockerte Anteile der Verblendung werden vollständig entfernt und die Oberfläche mit ölfreier Luft getrocknet. Unter anschließender Trockenlegung kann nun die Reparatur erfolgen. Dazu wird eine absolute Trockenlegung (z.B. durch die Verwendung eines Kofferdams) empfohlen. Alternativ kann auch eine relative Trockenlegung (z.B. mittels Watterollen, Dry Tip, etc.) durchgeführt werden.
Wenn das Frakturstück vorliegt und weitgehend erhalten ist, kann dieses für die Reparatur wiederverwendet werden. Liegt das Frakturstück nicht mehr vor oder ist es nicht mehr zu verwenden, kann im zahntechnischen Labor eine neue Verblendschale hergestellt werden.
Auf die Zirkoniumdioxidfläche wird nun ein Zirkon Primer (z.B. Cumdente Zirkon Primer II) gleichmäßig mit einem Pinsel aufgetragen. Durch Verwendung des Zirkon Primers wird zu oxidischen Oberflächen eine chemische Bindung aufgebaut. Die Benetzung der Zirkonoberflächen wird dadurch optimiert. Anschließend wird die gewünschte Menge an Cumdente Zirkon-Adhaesiv-Cement direkt aus der Automixspritze in die Restauration appliziert, gleichmäßig verteilt und das Frakturstück bzw. die neue Verblendschale positioniert.
Weiterer Einsatzbereich für Cumdente Zirkon-Adhaesiv-Cement: Extraorale zahntechnische Anwendung (z.B. Verbinden von Titan-Klebebasen mit individuellen Abutments aus Zirkoniumdioxid, Suprakonstruktionen auf Abutments, etc.)
Cave: Cumdente Zirkon-Adhaesiv-Cement darf nicht auf Zahnhartsubstanz aufgebracht werden. Dies kann unter Umständen Postsensibilitäten verursachen.
Wie sind die Indikationsunterschiede zur Verwendung von Cumdente Xpand ApaUniversal Cement, Prime & Cem und Zirkon-Adhaesiv-Cement?
Xpand Zemente und Prime & Cem weisen eine gesteuerte Volumenexpansion auf, die bereits parallel mit der Aushärtung einsetzt. Die Xpand Zemente und Prime & Cem weisen auch ohne Schmelz- und Dentin-Adhäsive ausgezeichnete Haftwerte am Zahnstumpf und an Restaurationen aus Kunststoffen, Metalllegierungen und allen Dentalkeramiken auf. Zusätzlich können die Haftwerte mit Etch & Bond bzw. Metall / Zirkon Primer II verbessert werden.
Indikationen: Selbst-adhäsive Befestigung von Inlays, Onlays, Kronen, Teilkronen und Brücken aus allen Dentalmaterialien, Legierungen sowie Keramiken (auch Zirkonoxidkeramik).
Zirkon-Adhaesiv-Cement ist ein selbsthärtendes Komposit für die selbst-adhäsive Zementierung/Reparatur von Zirkonoxid-Konstruktionen auf Restaurationen aus Zirkonoxid, Edelmetall, Nicht-Edelmetall und Keramik. Für einen dauerhaften und sicheren Verbund steht zusätzlich der speziell abgestimmte Zirkon Primer II zur Verfügung.
Indikationen: Intra-orale (adhäsives Zementieren, Reparaturen, etc.) und extra-orale zahntechnische Anwendung (z.B. verbinden von Titan-Klebebasen mit individuellen Abutments aus Zirkonoxid, Suprakonstruktionen auf Abutments etc.). Cave: Nicht als Befestigungszement auf Zahnstümpfen verwenden!
Xpand Zement

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