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Timestamp: 2020-08-04 23:26:07+00:00

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Hilfe zur Pflege » Antrag, Berechnung & Schonvermögen | pflege.de
Wenn Menschen im Alter pflegebedürftig werden, deckt die soziale Pflegeversicherung nur einen Teil der anfallenden Kosten ab. Den Rest müssen die Betroffenen in der Regel selbst tragen, und dieser kann je nach Versorgungsform umfangreich ausfallen. Wenn Pflegebedürftige diesen Eigenanteil nicht selbst tragen können, übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen ein Sozialhilfeträger als Kostenträger in Form von Hilfe zur Pflege die anfallenden Pflegekosten. Wer hat wann Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“? Wie kann man die Höhe dieser Sozialhilfe-Leistung berechnen und wie beantragt man „Hilfe zur Pflege“? pflege.de liefert die Antworten.
Hilfe zur Pflege berechnen
Hilfe zur Pflege – Definition
In Kapitel sieben des Sozialgesetzbuches 12 (SGB XII), § 61 bis § 66a, sind die Leistungen und Voraussetzungen der „Hilfe zur Pflege“ genannt. Dabei handelt es sich um eine Form der Sozialhilfe, die pflegebedürftigen Personen zusteht, wenn sie die für die Pflege benötigten Mittel durch eigenes Einkommen und Vermögen nicht oder nicht vollständig decken können, und auch Angehörige keine finanzielle Unterstützung bieten können. Der Eigenanteil, den die Betroffenen selbst nicht tragen können, wird unter bestimmten Voraussetzungen von Sozialhilfeträgern in Form der „Hilfe zur Pflege“ nach SGB XII übernommen.
Voraussetzungen: Wer hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege?
Wer „Hilfe zur Pflege“ beziehen möchte, muss folgende Voraussetzungen erfüllen:
Es liegt eine Pflegebedürftigkeit gemäß § 61a SGB XII vor: Die betroffene Person benötigt im Alltag Hilfe durch andere, weil sie durch körperliche, kognitive oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen in ihren Fähigkeiten und ihrer Selbstständigkeit eingeschränkt ist.
Die Leistungen anderer Versicherungen (z. B. der sozialen Pflegeversicherung oder einer privaten Pflegezusatzversicherung) decken die Kosten für die Pflege nicht bzw. nicht vollständig ab.
Die Pflegebedürftigen selbst oder deren Verwandte in direkter Linie verfügen über kein bzw. kein ausreichendes Einkommen oder Vermögen, um die Mittel für die Pflege aufzubringen. Antragsteller und eventuell auch Angehörige müssen deshalb Einkommen und Vermögen gegenüber dem Sozialhilfeträger offenlegen.
Das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit einer Person muss festgestellt werden und es muss ein Pflegegrad gemäß § 61b SGB XII zugeordnet werden. Dies geschieht entweder durch die Pflegekasse oder, bei unversicherte Personen, durch einen vom Sozialamt beauftragten Mitarbeiter des Gesundheitsamts.
§ 63b SGB XII: Leistungskonkurrenz
Grundsätzlich haben Pflegebedürftige dann einen Anspruch auf Leistungen der „Hilfe zur Pflege“, wenn sie keine gleichartigen staatlichen Unterstützungsleistungen erhalten. Jedoch ersetzen andere Sozialleistungen die „Hilfe zu Pflege“ nicht immer, sie können auch anteilig angerechnet werden. Das trifft z. B auf Blindenhilfe nach § 72 SGB XII zu. Solche Leistungen werden mit 70 Prozent auf das im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“ gezahlte Pflegegeld angerechnet.
Daraus ergibt sich für folgende Personen ein Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“:
Personen mit Pflegegrad, die die Kosten für den notwendigen Pflegebedarf nicht aus eigenen Mitteln und vorrangigen Leistungsquellen wie der Pflegeversicherung decken können.
Personen, die zwar einen wie durch die Pflegegrade 2 bis 5 definierten Pflegebedarf haben, die jedoch voraussichtlich weniger als sechs Monate hilfsbedürftig sind.
Personen, die nicht krankenversichert waren oder keine ausreichende Vorversicherungszeit in der Pflegeversicherung vorweisen können (mindestens zwei Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre). Das kann z. B. bei Obdachlosen der Fall sein.
Hilfe zur Pflege – Unterhaltspflicht durch Angehörige / Elternunterhalt
Ein Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“ besteht nicht, wenn Ehepartner oder Kinder des Pflegebedürftigen durch Unterhaltszahlungen die notwendigen Mittel für die Pflege aufbringen können. Können die Kinder den sog. Elternunterhalt aufbringen, kommt zwar häufig zunächst ein Sozialhilfeträger für die Pflegekosten auf, jedoch wird dieser versuchen, sich den Betrag oder einen Teilbetrag bei den Angehörigen zurückzuholen. Zur Zahlung von Elternunterhalt sind die Kinder verpflichtet, wenn sie über Mittel verfügen, die oberhalb einer gesetzlich festgelegten Einkommensgrenze liegen: Mit dem Inkrafttreten des Angehörigen-Entlastungsgesetz am 1.1.2020 werden Unterhaltszahlungen erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro verlangt.
Ein Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“ hängt seit 01. Januar 2017 vom Vorliegen eines Pflegegrades ab
Vor Einführung der Pflegegrade zum 1. Januar 2017 war es Pflegebedürftigen mit geringfügigem Pflegebedarf, aber ohne anerkannte Pflegestufe, in bestimmten Fällen ebenfalls möglich, „Hilfe zur Pflege“ zu beziehen. Seit Januar 2017 sind die Leistungen der „Hilfe zur Pflege“ jedoch an das Vorliegen eines Pflegegrades geknüpft. Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“ haben Versicherte erst ab Pflegegrad 2. Die „Hilfe zur Pflege“ für geringfügig Pflegebedürftige wird deshalb nicht mehr gewährt. Ob dies verfassungsrechtlich haltbar ist, ist umstritten und bisher ungeklärt. Jedoch gilt zurzeit ein Bestandsschutz für Bezieher von „Hilfe zur Pflege“ ohne Pflegegrad, die bereits vor Einführung der Pflegegrade dieses Sozialleistung bezogen haben.
Pflegekasse oder Sozialamt: Wer ermittelt den Pflegegrad?
Über das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit und den Pflegegrad entscheidet bei versicherten Antragstellern die Pflegekasse. Dies geschieht auf Basis eines Gutachtens des medizinischen Dienstes der Krankenversicherungen (MDK) bei gesetzlich Versicherten oder MEDICPROOF bei privat Versicherten. Auch der Träger der Sozialhilfe ist an diese Entscheidung hinsichtlich des Pflegebedarfs gebunden.
Mit dieser Regelung will der Gesetzgeber doppelte Begutachtungen verhindern und bewirken, dass sich die Leistungen der Sozialhilfe und Pflegeversicherung übereinstimmend entwickeln. Jedoch betrifft die Bindungswirkung nur das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit, nicht die angestrebten Leistungen. Das heißt, die durch das Sozialamt gewährten Leistungen orientieren sich an dem individuellen Bedarf des Antragstellers. Die durch die Pflegekasse gewährten Leistungen sind hingegen Pauschalsätze, deren Höhe vom jeweiligen Pflegegrad abhängt.
Mit Hilfe des Pflegegradrechner auf pflege.de lässt sich schon vor der Begutachtung ermitteln, welcher Pflegegrad voraussichtlich zusteht. Die dabei abgefragten Bereiche werden auch vom Gutachter thematisiert – das Durchspielen der Pflegebegutachtung per Pflegegradrechner ist daher eine gute Vorbereitung, damit der Gutachter im Sinne des Antragstellers entscheidet.
In einigen Fällen, etwa bei unversicherten pflegebedürftigen Menschen, ermittelt das Sozialamt mit Hilfe von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes den Grad der Pflegebedürftigkeit und schafft damit die Voraussetzung für einen Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“. Die Gutachter des Gesundheitsamtes müssen sich bei der Begutachtung an das Verfahren halten, das auch bei der Einstufung durch die Pflegekasse relevant ist – seit Januar 2017 ist es das sog. Neue Begutachtungsassessment (NBA).
Hilfe zur Pflege: Leistungen
§ 63 SGB XII: Leistungen für Pflegebedürftige
In § 63 SGB XII sind die Leistungen der „Hilfe zur Pflege“ definiert. Anspruch auf diese haben Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5. Folgende Leistungen umfasst die „Hilfe zur Pflege“:
Häusliche Pflege, in Form von
Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch
Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes (z. B. Einbau eines Treppenlifts oder Umbau Wanne zu Dusche)
Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben Anspruch auf folgende Leistungen der „Hilfe zur Pflege“:
Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes (Wohnraumanpassung)
Entlastungsbetrag für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen.
§ 64 SGB XII: Häusliche Pflege
Weil der Gesetzgeber ein Interesse daran hat, die im Rahmen der Sozialhilfe anfallenden Pflegekosten niedrig zu halten, hat er in § 64 SGB XII den Vorrang der häuslichen Pflege festgeschrieben. Die dabei anfallenden Kosten liegen meist deutlich unter denen der stationären Pflege. Das heißt: Soweit möglich, sollen Pflegebedürftige zu Hause von privaten Pflegepersonen wie Angehörigen oder Nachbarn gepflegt werden.
Steht keine private Pflegeperson zur Verfügung, können Pflegebedürftige der Pflegegrade 2, 3, 4 oder 5 auch Unterstützung in Form von Pflegesachleistungen erhalten. Dazu gehören körperbezogenen pflegerische Leistungen, Betreuungsmaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung, die durch einen ambulanten Pflegedienst erbracht werden.
Zu den pflegerischen Betreuungsmaßnahmen gehören
Unterstützung bei der Bewältigung psychischer und sozialer Probleme
Hilfe bei der Orientierung, bei der Strukturierung des Tages, bei der Kommunikation und der Pflege sozialer Kontakte sowie bei Beschäftigungen im Alltag und
Kann ein Pflegebedürftiger nicht zu Hause durch eine private Pflegeperson oder einen ambulanten Dienst gepflegt werden und ist auch die teilstationäre Pflege nicht möglich, haben Pflegebedürftige der Pflegegrade 2, 3, 4 oder 5 Anspruch auf Pflege in stationären Einrichtungen wie einem Pflegeheim. Die Ansprüche auf „Hilfe zu Pflege“, die sich aus der häuslichen Pflege ergebenden, erlöschen dann.
§ 64a SGB XII: Pflegegeld
Damit Pflegegeld innerhalb der „Hilfe zur Pflege“ gewährt wird, müssen Antragsteller einige Voraussetzungen erfüllen:
Es liegt Pflegegrad 2, Pflegegrad 3, Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5 vor.
Der Pflegebedürftige wird zu Hause, z. B. von Angehörigen oder Nachbarn, gepflegt.
Pflegebedürftige oder Sorgeberechtigte bei pflegebedürftigen Kindern müssen sicherstellen, dass die notwendigen Pflegeleistungen durch eine private Pflegeperson erbracht werden.
Die Höhe des Pflegegeldes entspricht dem Pflegegeld nach § 37 Absatz 1 SGB XI, wie es die Pflegeversicherung gewährt.
Findet die Pflege nicht den ganzen Kalendermonat zu Hause durch private Pflegepersonen statt, etwa weil sich der Betroffene zeitweise in teilstationärer Pflege befindet, wird das Pflegegeld anteilig gekürzt.
Auch Pflegebedürftige, die Pflegegeld im Rahmen der Hilfe zu Pflege erhalten, müssen mehrmals jährlich eine Pflegeberatung in Form eines Beratungseinsatzes gemäß § 37.3 SGB XI in Anspruch nehmen. Nehmen sie diese Verpflichtung nicht wahr, kann ihnen das Pflegegeld gekürzt oder entzogen werden. Erfahren Sie dazu mehr in diesem Beitrag.
§ 65 SGB XII: Stationäre Pflege
Durch die „Hilfe zur Pflege“ kann auch die Pflege in einer stationären Einrichtung finanziert werden, wenn die teilstationäre oder häusliche Pflege durch Angehörige oder einen ambulanten Dienst nicht gewährleistet werden kann. Das kann etwa der Fall sein, wenn eine schwere Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 4 oder 5 vorliegt. Das Sozialamt übernimmt bei entsprechender Bedürftigkeit die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten.
§ 64f SGB XII: Andere Leistungen
Wenn Versicherte Pflegegeld von einem Sozialhilfeträger erhalten und diese für die Vergütung einer privaten Pflegeperson einsetzen, ist der Sozialhilfeträger u. U. auch für die Alterssicherung der Pflegeperson zuständig. Und zwar dann, wenn diese nicht durch eine andere Institution gesichert ist.
Auch die Kosten für die Beratung der privaten Pflegeperson, z. B. zu pflegerischen Maßnahmen, müssen durch den Sozialhilfeträger gedeckt werden. Findet die häusliche Pflege für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2, 3, 4 oder 5 im Rahmen des Arbeitgebermodells statt, hat das Sozialamt ebenfalls dafür aufzukommen.
Hilfe zur Pflege: Leistungen berechnen
Im Unterschied zu den Leistungen der Pflegekasse, die der Pflegebedürftige in Form von Pauschalsätzen abhängig vom Pflegegrad erhält, orientieren sich die Leistungen der „Hilfe zu Pflege“ am Bedarf des Pflegebedürftigen. Insofern ist die Höhe der Leistungen bzw. die Berechnung jeweils anhängig vom Einzelfall. So sagt der Gesetzgeber zwar, dass Bezieher von „Hilfe zur Pflege“ Ansprüche auf benötigte Pflegeleistungen haben, jedoch nicht, in welcher Höhe.
Eine Ausnahme ist das Pflegegeld. Hier orientieren sich die Sätze an den Leistungen der Pflegekasse je Pflegegrad (§ 37 Absatz 1 des Elften Buchs SGB XI):
Pflegegeld im Rahmen der Hilfe zur Pflege
Pflegegrad Pflegegeld im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“
Das heißt nicht, dass Anspruchsberechtigte in unbegrenztem Maße durch das Sozialamt finanzierte Leistungen wie Pflegesachleistungen, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch oder Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen können. Vielmehr prüft das Sozialamt den Anspruch jeder beantragten Leistung und gewährt diese nur, wenn sie notwendig ist und keine günstigeren Alternativen vorhanden sind. Nicht selten werden Anträge abgelehnt oder müssen Antragsteller hart um benötigte Leistungen kämpfen.
Hilfe zur Pflege: Einkommen
Anders als bei der Grundsicherung im Alter wird bei der „Hilfe zur Pflege“ nicht das gesamte Einkommen angerechnet, sondern nur ein Anteil muss für die Pflegekosten aufgewendet werden, der über der Einkommensgrenze liegt. Das heißt, dass es möglich ist, „Hilfe zur Pflege“ zu beziehen, ohne sein gesamtes Einkommen für die Pflegekosten aufzuwenden, wenn das Einkommen unterhalb dieser Einkommensgrenze liegt.
Bei dauerhafter Versorgung in vollstationären Einrichtungen wird das gesamte Einkommen herangezogen
Personen, die „Hilfe zur Pflege“ beziehen und für ein Jahr oder länger in einer vollstationären Einrichtung wie einem Pflegeheim versorgt werden, müssen damit rechnen, dass sie ihr gesamtes Einkommen für anfallende Pflegekosten aufwenden müssen. Die Einkommensgrenze gilt dann also nicht.
Die für den Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“ relevante Einkommensgrenze ist in § 85 SGB XII definiert. Sie berechnet sich wie folgt (Stand: Januar 2019):
Anspruch auf Hilfe zur Pflege: Einkommensgrenze
Grundbetrag von 848 Euro (2x Regelsatz der Regelbedarfsstufe 1)
+ angemessene Kosten der Unterkunft (einzelfallabhängig), ohne Heizkosten
+ Familienzuschlag von 296,80 Euro (70 Prozent des Regelsatzes der Regelbedarfsstufe 1) für den nicht getrennt lebenden Ehe- bzw. Lebenspartner sowie für jeden vom Sozialhilfesuchenden bzw. dessen Ehe-/Lebenspartner überwiegend unterhaltenen Angehörigen
oder bei minderjährig und unverheirateten Hilfesuchenden für einen Elternteil, wenn die Eltern zusammenleben, sowie für den Sozialhilfesuchenden selbst und für jede Person, die von den Eltern oder dem Sozialhilfesuchenden überwiegend unterhalten wird
Einkommen, das oberhalb dieser Einkommensgrenze liegt, muss für Pflegeleistungen aufgewendet werden, und zwar in „angemessenem Umfang“. Was angemessen ist, legt das Sozialamt fest. Die Behörde muss dabei jedoch die Art des Bedarfs, Art und Schwere von Behinderung oder Pflegebedürftigkeit, Dauer und Höhe der erforderlichen Leistungen und besondere Belastungen berücksichtigen.
Für schwerpflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 und Blinde gilt eine Sonderregel: Es dürfen maximal 60 Prozent des Einkommens über dieser Einkommensgrenze von der Sozialhilfeleistung abgezogen werden.
Hat ein Bezieher von „Hilfe zur Pflege“ Einnahmen, die nur einmalig stattfinden, werden diese im Folgemonat auf das Einkommen angerechnet. Würde dadurch der Leistungsanspruch in einem Monat entfallen, kann der einmalig eingenommene Betrag gleichmäßig auf sechs Monate verteilt angerechnet werden (§ 82 Abs.4 SGB XII). Wiederkehrende Einnahmen, die jedoch unregelmäßig, also nicht monatlich oder in unterschiedlicher Höhe eintreffen, werden als Jahreseinnahmen berechnet.
Hilfe zur Pflege: Vermögen
In welcher Form das Vermögen von Empfängern von „Hilfe zur Pflege“ angerechnet wird, ist in § 90 SGB XII definiert. Grundsätzlich muss das gesamte verwertbare Vermögen für die Finanzierung der Pflege eingesetzt werden. Jedoch beinhaltet der Paragraph auch zahlreiche Ausnahmen, die eine Vermögensanrechnung kompliziert machen können. So können etwa ein angemessenes Grundstück, angemessener Hausrat oder Familien- und Erbstücke ausgenommen sein.
Auch kleinere Barbeträge oder sonstige Geldwerte werden bis zu einem Betrag von 5.000 Euro pro Person (Stand: Januar 2018) nicht angerechnet.
Der Antrag auf „Hilfe zur Pflege“ muss beim zuständigen Sozialamt gestellt werden, und zwar schriftlich. Ein entsprechendes Antrags-Formular ist beim Sozialamt erhältlich. Einige Städte und Kommunen bieten Formulare auch online an, etwa als PDF zum Download.
Wer das Antragsformular ausgefüllt und einen Termin beim Sozialamt vereinbart hat, sollte sich zudem informieren, welche Dokumente zusätzlich nötig sind. Häufig sind es
Belege über Einkommen bzw. Rente
Belege über Vermögen wie Sparbücher oder Wertpapiere, falls vorhanden
ein Pflegegrad-Bescheid, falls vorhanden
eventuell Vorsorgevollmacht oder Betreuungsvollmacht
Rechnungen von ambulanten Pflegediensten oder dem Pflegeheim
Nachweise über Mietkosten
weitere Nachweise zu pflegebedingten Kosten
Pflegebedürftige und Angehörige sollten sich frühzeitig um einen Antrag für „Hilfe zur Pflege“ kümmern, da die Sozialämter nicht rückwirkend zahlen, sondern erst ab Antragstellung.
Es lohnt sich zudem, bei Pflegeberatern oder in Pflegestützpunkten Informationen darüber einzuholen, welche Leistungen in Anspruch genommen werden können und ob und wie sie kombinierbar sind.
Erstelldatum: 8102.30.02|Zuletzt geändert: 0202.70.82
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References: § 61
 § 66
 § 61
 § 61

§ 63
 § 72

§ 63
 § 63

§ 64
 § 64

§ 64
 § 37
 § 37

§ 65

§ 64
 § 85
 § 90