Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/auslaendische-rentenzahlungen-und-die-berechnung-des-pfaendbaren-einkommens-383916
Timestamp: 2020-04-05 12:32:18+00:00

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Aus­län­di­sche Ren­ten­zah­lun­gen – und die Berech­nung des pfänd­ba­ren Ein­kom­mens | Rechtslupe
Nach § 35 Abs. 1 InsO (vgl. im Ver­hält­nis zu Öster­reich Art. 3 Abs. 1 EuIns­VO, Art. 4 Abs. 1 und 2 lit. b EuIns­VO) erfasst das Insol­venz­ver­fah­ren das gesam­te Ver­mö­gen, das der Schuld­ne­rin zur Zeit der Eröff­nung des Ver­fah­rens gehört und das sie wäh­rend des Ver­fah­rens erlangt. Dazu gehört auch Aus­lands­ver­mö­gen; das folgt aus dem Uni­ver­sa­li­täts­prin­zip 1. Des­we­gen fällt – neben der deut­schen Alters- und Wit­wen­ren­te (§ 54 SGB I) – auch die öster­rei­chi­sche gesetz­li­che Alters­ren­te (Pen­si­on) als Neu­erwerb in die Insol­venz­mas­se, soweit die­se Ren­ten nicht nach § 36 Abs. 1 Satz 1 InsO etwa in Ver­bin­dung mit § 850c ZPO unpfänd­bar sind. § 850e ZPO fin­det Anwen­dung.
§ 850e Nr. 2 und Nr. 2a ZPO ent­hal­ten im Hin­blick auf die aus­län­di­schen gesetz­li­chen Ren­ten eine plan­wid­ri­ge Rege­lungs­lü­cke. Der Gesetz­ge­ber hat das Zusam­men­tref­fen von inlän­di­schen und aus­län­di­schen Ren­ten­an­sprü­chen des Schuld­ners ersicht­lich im Rah­men des § 850e ZPO nicht bedacht. Die­se Vor­schrift (ein­schließ­lich Nr. 2 ohne Nr. 2a) wur­de ein­ge­führt durch Art. 1 Nr. 12 des Geset­zes über Maß­nah­men auf dem Gebiet der Zwangs­voll­stre­ckung vom 20.08.1953 11. Die Mög­lich­keit, Arbeits­ein­kom­men zusam­men­zu­rech­nen, um aus dem zusam­men­ge­rech­ne­ten Arbeits­ein­kom­men den Pfän­dungs­frei­be­trag zu errech­nen, gab es jedoch jeden­falls seit den zwan­zi­ger Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts. Gere­gelt wur­de dies aller­dings in Neben­ge­set­zen (zuletzt in § 7 der Lohn­pfän­dungs­ver­ord­nung vom 30.10.1940 12). § 850e Nr. 2a ZPO wur­de mit Ein­füh­rung des Sozi­al­ge­setz­bu­ches durch Art. II § 15 des Geset­zes vom 11.12 1975 13 mit Wir­kung vom 01.01.1976 ein­ge­führt, geän­dert durch Arti­kel 5 des Ers­ten Geset­zes zur Ände­rung des Sozi­al­ge­setz­bu­ches vom 20.07.1988 14 mit Wir­kung vom 01.01.1989, geän­dert durch Arti­kel 19 des Zwei­ten Geset­zes zur Ände­rung des Sozi­al­ge­setz­buchs vom 13.06.1994 15 mit Wir­kung vom 18.06.1994, geän­dert durch Arti­kel 4 des Jah­res­steu­er-Ergän­zungs­ge­set­zes 1996 vom 18.12 1995 16 mit Wir­kung vom 01.01.1996.
Der Zusam­men­rech­nungs­be­schluss des Insol­venz­ge­richts hat Bestand, obwohl in ihm die Höhe des Gesamt­ein­kom­mens nicht ange­ge­ben wor­den ist 32. Die­se Anga­be ist hier nicht erfor­der­lich, zumal sich die Ein­künf­te stän­dig ver­än­dern kön­nen 33.
vgl. nur BR-Drs. 315/​1/​87 S. 4[↩]
Ausländische RenteInsolvenzrechtPfändungsfreibetragRente

References: § 35
 Art. 3
 Art. 4
 § 36
 § 850
 § 850

§ 850
 § 850
 Art. 1
 § 7
 § 850
 § 15