Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.06.2009&Aktenzeichen=XI%20ZR%20156/08
Timestamp: 2019-06-24 22:49:37+00:00

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BGH, 23.06.2009 - XI ZR 156/08 - dejure.org
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BGH, 23.06.2009 - XI ZR 156/08 (https://dejure.org/2009,546)
BGH, Entscheidung vom 23.06.2009 - XI ZR 156/08 (https://dejure.org/2009,546)
BGH, Entscheidung vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08 (https://dejure.org/2009,546)
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BGB § 355 Abs. 2 Satz 1, §§ 358, 495
Anforderungen an die Widerrufsbelehrung bei verbundenen Rechtsgeschäften
Anforderungen an die Widerrufsbelehrung i.R.e. verbundenen Vertrags i.S.d. § 358 Abs. 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) - Vereinbarkeit einer Pflichtenteilung zwischen Unternehmern i.R.e. Verbindung des Verbraucherdarlehensvertrages mit einem anderen Vertrag
Unwirksamkeit einer Widerrufsbelehrung bei missverständlicher Darstellung der Erstreckungswirkung des Widerrufs eines verbundenen Geschäfts
Widerruf; verbundenes Geschäft; Verbraucherdarlehensvertrag; finanzierter Fondserwerb; Widerrufsbelehrung; Schrottimmobilien; Widerruf des Darlehensvertrages
Zu den Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung, wenn Verbraucherdarlehensvertrag und finanziertes Geschäft verbundene Verträge sind
Anforderungen an den Inhalt der Widerrufsbelehrung bei verbundenenVerträgen; Wirksamkeit der Übertragung der von dem Unternehmer vorzunehmenden Belehrung auf den Darlehensgeber
Widerrufsbelehrung im Rahmen von verbundenen Verträgen
Verbraucherdarlehn zur Kauffinanzierung
Klausel eines Kreditvertrages als unwirksam erklärt
Erneute Stärkung der Verbraucherrechte bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung
Widerrufsbelehrung bei verbundenem finanzierten Geschäft
Bankrecht - Verbraucherkreditgeschäft - BGH zu den Anforderungen an die Widerrufsbelehrung
Zu den Anforderungen an eine Widerrufsbelehrung bei verbundenen Verträgen
Erneute Stärkung der Verbraucherrechte bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung -
Verbraucherdarlehen: Verbundene Verträge erfordern einheitliche Aufklärung
Widerrufsbelehrung im verbundenen Verbraucherdarlehensvertrag (§§ 495, 355, 358 BGB)
BGB §§ 355, 358, 495
Widerrufsbelehrung; verbundenes Geschäft
OLG München, 28.04.2008 - 17 U 1546/08
NJW 2009, 3020
MDR 2009, 1178
NJ 2009, 474
WM 2009, 1497
DB 2009, 1873
Entsprechend kann sich der Unternehmer auf die Schutzwirkungen des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV aF berufen, wenn er gegenüber dem Verbraucher ein Formular verwendet, das dem Muster für die Widerrufsbelehrung in der jeweils maßgeblichen Fassung in den Grenzen des § 14 Abs. 3 BGB-InfoV aF sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entspricht (…vgl. Senatsurteile vom 10. März 2009 - XI ZR 33/08, BGHZ 180, 123 Rn. 13, vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 15 …und vom 28. Juni 2011 - XI ZR 349/10, WM 2011, 1799 Rn. 36 ff.;… BGH, Urteile vom 12. April 2007 - VII ZR 122/06, BGHZ 172, 58 Rn. 12…, vom 19. Juli 2012 - III ZR 252/11, BGHZ 194, 150 Rn. 15…, vom 9. Dezember 2009 - VIII ZR 219/08, WM 2010, 721 Rn. 20…, vom 1. März 2012 - III ZR 83/11, NZG 2012, 427 Rn. 17…, vom 18. März 2014 - II ZR 109/13, WM 2014, 887 Rn. 15…, vom 25. September 2014 - III ZR 440/13, WM 2015, 193 Rn. 18 …und vom 12. November 2015 - I ZR 168/14, WM 2016, 968 Rn. 18;… Beschluss vom 10. Februar 2015 - II ZR 163/14, juris Rn. 8).
Entscheidend ist nur, ob die Belehrung durch ihre missverständliche Fassung objektiv geeignet ist, den Verbraucher von der Ausübung seines Widerrufsrechts abzuhalten (vgl. Senatsurteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 25; vgl. auch Domke, BB 2005, 1582, 1583).
Wie der Senat mit Urteil vom 23. Juni 2009 (XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 17) entschieden hat, ist eine Widerrufsbelehrung nicht generell unwirksam, weil sie Elemente zu finanzierten Geschäften enthält, zu deren Aufnahme der Unternehmer nicht verpflichtet ist.
Grundsätzlich gilt zwar, dass der Unternehmer, wenn er einen an sich nicht erforderlichen Zusatz in eine Widerrufsbelehrung aufnimmt, mittels dieses Zusatzes nicht gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen darf (vgl. Senatsurteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 17).
Entscheidend ist nur, ob die Belehrung durch ihre missverständliche Fassung objektiv geeignet ist, den Verbraucher von der Ausübung seines Widerrufsrechts abzuhalten (vgl. Senatsurteile vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 25…, vom 12. Juli 2016 - XI ZR 564/15, WM 2016, 1930 Rn. 26 …und vom 11. Oktober 2016 - XI ZR 482/15, WM 2016, 2295 Rn. 23; BGH…, Urteil vom 29. Juli 2015 - IV ZR 94/14, NJW 2015, 3582 Rn. 12).
Die Angaben sind ausreichend und geeignet, um einen verständigen und aufmerksamen Verbraucher, auf den abzustellen ist, die erforderliche Kenntnis über sein Recht zu verschaffen und ihn die Lage zu versetzen, dieses auszuüben (vgl. zu den Anforderungen BGH, Urteil v. 23.6.2009 - XI ZR 156/08 - Rn. 25;… v. 23.2.2016 - XI ZR 101/15 - Rn. 32;… v. 22.11.2016 - XI ZR 434/15 - Rn. 14).
Der Zusatz war damit nicht nur unvollständig, sondern außerdem, weil er suggerierte, die Wertersatzpflicht hänge von geringeren Anforderungen ab als gesetzlich vorgesehen, zusätzlich geeignet, den Verbraucher von der Ausübung des Widerrufsrechts abzuhalten (vgl. Senatsurteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 17).
Dem Deutlichkeitsgebot des § 355 Abs. 2 BGB genügt die Belehrung dann nicht, wenn sie sich innerhalb einer einheitlichen Vertragsurkunde aus dem übrigen Vertragstext drucktechnisch nicht deutlich heraushebt (BGH NJW 2009, 3020 [BGH 23.06.2009 - XI ZR 156/08] m.w.N.).
Es bedarf auch nicht etwa der Feststellung, dass sich der Mangel der Musterbelehrung konkret ausgewirkt hat (vgl. BGH NJW 2009, 3020 [BGH 23.06.2009 - XI ZR 156/08] ); ebenso wenig kommt es darauf an, ob die Veränderung wesentlich ist oder die Verständlichkeit der Belehrung negativ beeinflusst.
Es geht auch nicht an, die Feststellung der Unrichtigkeit der Widerrufsbelehrung dadurch aufzuheben, dass man den fehlerhaft Belehrenden über § 242 BGB wegen der angeblichen Schwierigkeit der Rechtslage vor deren Folgen schützt; ebenso wenig darf auf diesem Wege ein nach der BGH-Rechtsprechung (BGH NJW 2009, 3020 [BGH 23.06.2009 - XI ZR 156/08] ) gerade nicht bestehendes Kausalitätskriterium auf Umwegen doch eingeführt werden.
Zwar kommt es nicht auf die Kausalität der Fehlerhaftigkeit der Widerrufsbelehrung im Einzelfall an, sondern darauf, ob die Belehrung objektiv geeignet ist, den Verbraucher von der Ausübung seines Widerrufsrechts abzuhalten (BGH, Urteil vom 23.06.2009 - XI ZR 156/08, juris Rn. 25).
Denn wenn eine Belehrung erteilt wird, muss sie ordnungsgemäß sein, um dem Schutzzweck der § 312d Abs. 1, § 355 Abs. 2 BGB Rechnung zu tragen (vgl. BGH, Urteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497, Tz. 17).
OLG Frankfurt, 04.08.2014 - 19 U 100/14
OLG Frankfurt, 17.09.2014 - 23 U 288/13
OLG Düsseldorf, 22.01.2016 - 17 U 178/15
Voraussetzungen der Schutzwirkung der Verwendung der Musterbelehrung gem. § 14 …
OLG Frankfurt, 18.11.2015 - 17 U 163/15
Wirksame Widerrufsbelehrung in Darlehensvertrag
OLG Hamm, 27.09.2010 - 31 U 125/09
Rückabwicklung eines finanzierten Fondsbeitritts nach Ausübung eines eingeräumten …
LG Saarbrücken, 08.09.2017 - 1 O 90/17
OLG Frankfurt, 29.02.2012 - 7 U 131/11
Unionrechtskonformität des Erlöschens des Widerspruchsrechts beim Abschluss einer …
LG Krefeld, 20.04.2016 - 5 O 295/15
OLG Frankfurt, 27.10.2017 - 19 U 116/17
LG Mönchengladbach, 24.11.2011 - 10 O 142/11
LG Krefeld, 03.03.2016 - 5 O 266/15
Widerruf der Erklärungen des Verbrauchers zum Abschluss der beiden …

References: § 355
 § 358
 BGH 
 § 14
 § 14
 § 355
 BGH 
 § 242
 § 312
 § 355
 § 14