Source: https://www.neustart.at/at/de/blog/
Timestamp: 2019-07-23 20:18:02+00:00

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Der NEUSTART Blog
Hier finden Sie viele Informationen und Antworten, wenn eine Angehörige oder ein Angehöriger von Ihnen einer kriminellen Handlung beschuldigt oder verurteilt wurde, wenn Sie gerade aus der Haft entlassen worden sind oder wenn Sie Opfer von Kriminalität geworden sind.
Sie können alle Ihre Fragen an die NEUSTART Online-Beratung stellen. Bitte erklären Sie kurz den Hintergrund Ihrer Frage und geben Sie den Wohnort und das Bundesland an. Es ist nicht notwendig, dass Sie Ihren Namen angeben – wir antworten auch gerne auf anonyme Anfragen.
NEUSTART hilft Menschen, die von Kriminalität betroffen sind. Darüber hinaus suchen wir den öffentlichen Dialog zum Umgang mit Kriminalität und wollen unsere Positionen darlegen. Leserinnen und Leser des NEUSTART Blogs bekommen Einblick in die tägliche Sozialarbeit und Informationen über unsere grundsätzlichen Standpunkte. Diskutieren Sie mit!
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Opferorientierung bei NEUSTART
Bei der Entwicklung unserer sozialarbeiterischen Angebote orientieren wir uns grundsätzlich daran, täterorientierte, rehabilitative und opferorientierte, wiedergutmachende Grundsätze zu verknüpfen. Bei den Deliktgruppen im Kontext häuslicher Gewalt und sexuell motivierter Übergriffe steht der Schutz der Opfer im Vordergrund. Daher sprechen wir in diesen Bereichen von opferschutzorientierter ... |mehr|
Gewaltschutzgesetz: Licht und Schatten in einer Gesetzesvorlage
Das Gewaltschutzgesetz wurde in den Nationalrat eingebracht. Damit kann das Parlament dieses umstrittene Gesetz noch in dieser Legislaturperiode beschließen. Durch die entstehende Eile werden wohl viele der 60 Anregungen, die von Fachleuten in Stellungnahmen gegeben wurden, nicht mehr eingearbeitet werden. Entgegen den Stellungnahmen der Expertinnen und Experten werden damit Strafdrohungen ... |mehr|
Spießrutenlauf zur Sucht-Therapie
Es ist ein großer Schritt, zur Einsicht zu kommen, dass man eine Therapie benötigt und seine Sucht behandeln lassen möchte. Es ist schwierig, der Droge zu entsagen und dafür in der nüchternen Wirklichkeit des eigenen Lebens anzukommen. Die Motivation zur Therapie muss also groß sein. Sie ist aber auch instabil und kann leicht verlorengehen. Deshalb braucht es einen unkomplizierten und ... |mehr|
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Mehr Mut zu Zivilcourage im Online-Diskurs
Das Klima in den sozialen Medien wird rauer. Schuld sind Hass-Postings, Verschwörungstheorien und Menschen, die Fake News in Umlauf bringen. Menschen, die Dinge teilen, die ihnen selbst am sprichwörtlichen Stammtisch schwer von den Lippen gehen. Das klingt plausibel, ist es aber nur bedingt: Es ist zwar einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen, doch in Wahrheit sind wir alle ... |mehr|
Wien wird immer sicherer
Kürzlich wurde der Kriminalitätsbericht für das Jahr 2018 vom Innenministerium vorgelegt. In ganz Österreich ist die Kriminalität neuerlich deutlich gesunken. Am stärksten ist sie in der Bundeshauptstadt Wien zurückgegangen, wo es um elf Prozent weniger Anzeigen gab als im Jahr davor. Insgesamt sinkt die Kriminalität seit längerem kontinuierlich. Wien wird immer sicherer. Auf dieses Bild ... |mehr|
Schulsozialarbeit als wirksame Form der Gewaltprävention
Verstörende Bilder kursieren derzeit in den sozialen Medien. In einer berufsbildenden höheren Schule in Wien kam es offenbar seit längerem zu massiven Provokationen einem Lehrer gegenüber, die schließlich in einem Eklat endeten. Wer den Konflikt ausgelöst hat und in welcher Form er stattgefunden hat kann hier nicht beurteilt werden. Tatsache ist, dass der beteiligte Schüler laut Medien von ... |mehr|
Sozialhilfe neu in Tirol
Der soziale Zusammenhalt in einer Gesellschaft ist ein wichtiger Beitrag zu objektiver Sicherheit und subjektivem Sicherheitsgefühl. Länder mit einer hohen Einkommensschere beziehungsweise Wohlstandsschere haben eine höhere Kriminalitätsrate. Es sollte daher unser aller Anliegen sein, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht zu groß wird. Aktuell wird die Sozialhilfe neu ... |mehr|
Hass in der Gesellschaft
Es ist schwer, sich mit anderen Meinungen intensiv auseinanderzusetzen, eine eigene Sichtweise zu entwickeln und diese dann zu äußern. Die Äußerung freier Meinung ist ein verbrieftes Recht in unserer demokratischen Gesellschaft. Für dieses Recht haben viele Generationen großen Einsatz gebracht. Diese Meinungsäußerung muss aber in einer Art und Weise kommuniziert werden, die nicht zur ... |mehr|
Hat Haft rückfallpräventive Wirkung?
Die Titelseiten österreichischer Zeitungen haben in den letzten Wochen häufig das Schlagwort „Sicherungshaft" enthalten. Deshalb stellt sich auch die Frage nach der Wirksamkeit von Haft im Allgemeinen. Die Forschung beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Wirksamkeit von Interventionen bei jugendlichen und erwachsenen Straftätern. Wirksamkeit meint in diesem Sinn: Rückfälle zu vermeiden ... |mehr|
NEUSTART nützt der Gesellschaft
Die Bevölkerung erkennt einen Nutzen in der Arbeit von NEUSTART und meint, dass dadurch Kriminalität verhindert wird. Opfer sind zufrieden, die betreute Klientel ist auch zufrieden. Das zeigen uns verschiedene Befragungen, die wir im Vorjahr durchgeführt haben. Sechs von zehn Personen sehen eine positive Veränderung in ihrem Leben durch die Hilfe von NEUSTART. Die mit 80 Prozent höchste ... |mehr|
Gute Kriminalpolitik ist rationale Kriminalpolitik
Namhafte Expertinnen und Experten haben im Netzwerk Kriminalpolitik „Zehn Gebote guter Kriminalpolitik" erstellt. Das erste dieser Gebote lautet: „Gute Kriminalpolitik ist rationale Kriminalpolitik. Sie schützt Menschen und Rechtsgüter und vermittelt Verständnis für maßvolle und differenzierte Reaktionen sowie für die nötigen Kosten des Rechtsstaates." Ein wesentlicher Teil dieser ... |mehr|
Opferschutz und Täterarbeit
Was ist wichtiger? Opferschutz oder Täterarbeit? Das Ziel bei beidem ist doch, zu vermeiden, dass es wieder Opfer gibt. Dieses gemeinsame Interesse und Ziel hat 2012 zur Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft opferorientierte Täterarbeit geführt. Die Gewaltschutzzentren, Interventionsstellen, Frauenhäuser, NEUSTART und die Männerberatung beteiligen sich daran, dass gemeinsam statt parallel ... |mehr|
Häftlinge sollten sozialversichert sein
Personen in Haft sind nicht in die gesetzliche Krankenversicherung einbezogen (davon ausgenommen sind nur Personen im elektronisch überwachten Hausarrest). Für Häftlinge ohne gesetzliche Krankenversicherung gilt der Privatpatiententarif. Das erzeugt sehr hohe Kosten. Ein Beispiel, das diese Schieflage der derzeitigen Situation verdeutlicht, ist der Maßnahmenvollzug. Nach § 21 Abs 1 ... |mehr|
Mindestsicherung: Existenzsicherung verhindert Rückfall
Lisa, 21, wohnt in einer Wiener Gemeindewohnung. Noch vor zwei Jahren war sie obdachlos. Mit 19 Jahren wurde Lisa wegen eines Betrugsdelikts zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt. Als sie zur Bewährungshilfe kam, erhielt sie 150,- Euro Notstandshilfe monatlich. Dass dieser Bezug auf die Höhe der Mindestsicherung aufgestockt wurde, verhalf ihr zu einem deliktfreien Leben. Der Plan mit ... |mehr|
Hass im Netz: gemeinsam handeln
Mitunter scheint es, als wären wir der Unkontrollierbarkeit des Internet hilflos ausgeliefert. Zu unüberschaubar sind Datenmengen und Kanäle; zu unkontrollierbar das Lauffeuer, wenn es zur Verbreitung von Inhalten kommt; zu stark die Verführung der Illusion von Anonymität im Netz. Das könnte einen beim Thema Hass im Netz verzagen lassen. Wie können wir erreichen, dass die unglaubliche ... |mehr|
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Weniger Kriminalität, mehr Haft?
Der Strafvollzug – die unbedingte Freiheitsstrafe – soll die letzte Maßnahme sein, die als Antwort auf Kriminalität gesetzt wird. Freiheitsstrafe soll also nur angewendet werden, wenn keine andere Maßnahme mehr in Frage kommt. Wenn dieses Mittel zur Bekämpfung der Kriminalität bei einem bestimmten Anteil der Täterinnen und Täter gewählt wird, so sollte dieses Mittel bei sinkender ... |mehr|
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Gemeinnützige Arbeit hat Mehrwert
Genau 1.101 Personen haben im Jahr 2017 in der Steiermark über 100.000 Arbeitsstunden abgeleistet, statt eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe zu bekommen oder eine uneinbringliche Geldstrafe im Ersatzarrest absitzen zu müssen. Die Vertreterinnen und Vertreter jener gemeinnützigen Einrichtungen, die Nutznießende dieser unbezahlten Arbeitsleistungen sind, erzählen berührende ... |mehr|
Sind steigende Anzeigen bei Sexualdelikten alarmierend?
Der Anstieg um circa 1.000 Fälle oder 25 Prozent im Jahr 2017 im Vergleich zu 2015 ist auf den ersten Blick erschreckend. Was passiert da in Österreich? Sind Mädchen und Frauen viel gefährdeter als früher? Die Polizei hat die Delikte aufgegliedert. Dabei zeigt sich, dass die Anzahl der Anzeigen wegen schwerer Sexualdelikte (Vergewaltigung, Nötigung, Missbrauch) von 2013 bis 2017 in etwa ... |mehr|
Aggression hinterfragen
In Gesprächen zum Thema Gewalt und Aggression kommt man früher oder später zum Punkt: „Er – oder sie – hat Aggressionen in sich gehabt, deswegen war er – oder sie – auch aggressiv." Kann man Aggressionen also einfach umlenken und anders ausleben? Ich denke nicht. „Aggressionen" sind keine frei fluktuierenden Kräfte, unterliegen nicht den Gesetzen der Physik und sind auch keine ... |mehr|
Zurück zum Sühnestrafrecht?
Mit der großen Strafrechtsreform 1975 wurde das österreichische Strafrecht aus dem 19. Jahrhundert in das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts katapultiert. Der Salzburger Strafrechtler Prof. Dr. Hubert Hinterhofer sagt in den Salzburger Nachrichten vom 21. Juli 2018: „Es war das erste Strafgesetzbuch, das liberal, aufklärerisch aufgesetzt war." Hartes Lager, Fasten, Dunkelhaft wurden ... |mehr|
Jugend findet Gewalt uncool
Schwere, durch Jugendliche verursachte Gewaltverbrechen erwecken vielfach den Eindruck, dass die heutige Jugend gewaltbereiter sei als frühere Generationen. Tatsächlich begehen die Jugendlichen heute insgesamt weniger Straftaten als die Generation ihrer Eltern. Auch die Zahl der Gewaltdelikte nimmt ab. Die Kriminalstatistik Österreichs verzeichnete 2016 circa 2.000 Verurteilungen von ... |mehr|
Mutig für ein friedliches Miteinander
Unlängst hatte ich Gelegenheit, in Graz einen spannenden Vortrag der engagierten Menschenrechtsaktivistin Seyran Ates zu hören. Bereits das Auftreten der Mitbegründerin des europäischen Volksbegehrens „Stop Extremism" hinterließ ein beklemmendes Gefühl: Die Anwältin, Autorin und Imamin ist von Personenschützern umgeben. Es gab erst im Vorjahr Todesdrohungen und Mordaufrufe gegen Ates, ... |mehr|
Kriminalität 4.0
2017 wurde in der polizeilichen Kriminalstatistik die niedrigste Anzeigenzahl der letzten zehn Jahre verzeichnet. Das Bundesministerium für Inneres clustert fünf zentrale Kriminalitätsfelder, die „Big Five": Wohnraumeinbrüche, KFZ-Diebstahl, bestimmte Gewaltdelikte sowie Internet- und Wirtschaftskriminalität. Ein Bereich der „Big Five" steht dem Trend der sinkenden Anzeigenzahlen ... |mehr|
Armut kann Kriminalität fördern
Kürzlich hat sich die Bundesregierung auf eine Reform der Mindestsicherung geeinigt. Ziel ist es, die Leistungen zwischen den Bundesländern anzugleichen. Ein konkreter Gesetzesvorschlag ist zwar noch ausständig, aber die Richtung scheint klar zu sein. Es kommt zu Leistungsverschlechterungen für kinderreiche Familien und für Nicht-Österreicherinnen und -Österreicher. Am härtesten trifft es ... |mehr|
Ehrenamtliche Tätigkeit ist keine Erfindung der Moderne. Der Bogen spannt sich vom Mittelalter über die Industrialisierung bis heute. Die gesellschaftlichen Hintergründe zur Ausübung haben teils variiert und gewechselt, aber der Kern ist immer derselbe geblieben: Es geht um freiwilliges, unentgeltliches und individuelles Engagement zum Nutzen anderer. Ehrenamtliche Arbeit und ... |mehr|
Wegweisung als Chance wahrnehmen
Kaum eine Woche vergeht ohne Nachricht über eine Gewalttat in Paarbeziehungen. Die Suche nach Gründen und Lösungen bleibt meist aus. Eine Eskalation der Gewalt ist in den meisten Fällen der Höhepunkt mehrerer gewalttätiger Auseinandersetzungen. Diesen folgt oft eine Wegweisung. Das sofort in einer Krisensituation wirksame Schutzinstrument „Wegweisung und Betretungsverbot" (§ 38a ... |mehr|
Gewalt an Schulen stark gestiegen?
Fast zeitgleich mit Beginn der amerikanischen Serie „Big Little Lies" kursieren Zahlen über den Anstieg von Gewalt an österreichischen Schulen. In der mit acht Emmys ausgezeichneten amerikanischen Serie kam es am ersten Schultag der ersten Klasse zu einem Übergriff unter sechsjährigen Schülerinnen und Schülern, bei der ein Mädchen verletzt wurde. Die Reaktion der Klassenlehrerin war, im ... |mehr|
Der Ruf nach strengen Strafen
„Jetzt ist schon wieder etwas passiert", schreibt Wolf Haas in seinen „Brenner Krimis". In den letzten Wochen schockierten uns besonders grauenhafte Verbrechen. Eine ermordete Frau, deren Leiche im See entsorgt wird; ein Kind, das von einem 16-Jährigen umgebracht wird; eine Frau, die auf der Straße von ihrem Mann erstochen wird. Die Reaktionen sind Fassungslosigkeit und Ohnmacht. „Jetzt ... |mehr|
Jung, gewaltbereit, dschihadistisch – resozialisierbar?
Die derzeit in allen Medien präsente Gerichtsverhandlung über einen Jugendlichen, dem vorgeworfen wird, sich radikalisiert zu haben und Anschläge geplant zu haben, verunsichert viele. Was tun mit solchen Jugendlichen? NEUSTART widmet Klientinnen und Klienten mit dschihadistischem Hintergrund besondere Aufmerksamkeit. Derzeit betreuen wir österreichweit 63 Klientinnen und Klienten, die ... |mehr|
Nur Prävention verhindert Sexualdelikte
Sexualdelikte gehören zu den schlimmsten Delikten, die wir kennen. In erster Linie für die Opfer selbst. Danach auch für alle, die sich aufgrund des Bekanntwerdens ängstigen. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Verbrechensbekämpfung und -bewältigung, alles zu tun, damit weniger Sexualdelikte passieren und die Opfer so gut zu versorgen, dass sie diese Erfahrung optimal ... |mehr|
Kriminalität: Blackbox der Gesellschaft
Das Risiko, im Straßenverkehr umzukommen, ist in Österreich rund zehnfach höher, als ermordet zu werden. Das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, ist rund 500 Mal höher. Ausschließlich nach dem statistischen Lebensrisiko beurteilt, ist die breite öffentliche Wahrnehmung und Diskussion schwerer Straftaten nicht nachvollziehbar. Doch der Mensch ist kein mathematisch kalkulierendes ... |mehr|
Sind Flüchtlinge krimineller als Einheimische?
Immer wieder wird ein Zusammenhang zwischen Flüchtlingen und Straftaten hergestellt. Zur letzten großen Fluchtbewegung (2015/2016) lassen sich noch keine mittelfristigen Trends in den Verurteilungsstatistiken nachvollziehen. Es gibt jedoch eine umfassende wissenschaftliche Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, die auf der polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeslandes ... |mehr|
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Verwaltungsstrafrecht: Wie lange noch unverändert?
In einigen Medien wurde Anfang Jänner von der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs berichtet, wonach die Verhängung hoher Geldstrafen durch die Finanzmarktaufsicht nicht verfassungswidrig ist. Diese Meldung klingt nicht besonders aufregend, beinhaltet aber ein weiteres wesentliches Argument für den bereits seit langem bestehenden Novellierungsbedarf des Verwaltungsstrafgesetzes. Dieses ... |mehr|
An den 16 Tagen zwischen dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) und dem Internationalen Tag für Menschenrechte (10. Dezember) finden auf der ganzen Welt Aktionen und Informationsveranstaltungen statt. In der Steiermark haben wir uns heuer die Mitbetroffenheit von Kindern bei häuslicher Gewalt zum Schwerpunktthema gesetzt. Um diesem wichtigen Thema nachhaltige Bedeutung zu ... |mehr|
Die Schlagworte „Hasspostings" oder „Hass im Netz" sind in aller Munde. Gewalt beginnt bei der Sprache. Sprache und ihr schriftlicher Ausdruck sind somit die ersten Gradmesser beginnender Eskalation. Paragraf 283 des Strafgesetzbuchs lautet „Verhetzung" und beinhaltet den Sachverhalt, dass jemand öffentlich zu Gewalt oder Hass gegen Personen mit bestimmten Merkmalen (Rasse, Hautfarbe, ... |mehr|
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Gewalt stoppen durch Lernen von Grenzen
Das Thema Sicherheit ist auch nach den Wahlen ein zentrales politisches Thema. Im Bereich der Kriminalität sind die angezeigten Straftaten seit 2007 deutlich zurückgegangen und es gibt eine eindeutige Tendenz: Die Kriminalität sinkt und die Zahl der aufgeklärten Straftaten steigt an. Das gilt auch für den Bereich der Gewaltdelikte. Trotz der eindeutig positiven Zahlen gibt es den ... |mehr|
20 Jahre Gewaltschutzgesetz
1997 wurde das Gewaltschutzgesetz eingeführt und ein Meilenstein in der raschen Unterstützung von Opfern – insbesondere im Bereich der häuslichen Gewalt – implementiert. Die unverzügliche Möglichkeit einer Wegweisung durch die Polizei ist ein wichtiges Instrument zum Schutz der Opfer. Zuvor blieb Opfern oft keine andere Wahl als selbst auszuziehen; in akuten Notlagen war und ist das ... |mehr|
Wer das Urteil spricht, soll auch das Schwert führen
„Der Mann, der das Urteil spricht, sollte auch das Schwert führen", so Ned Stark in „Das Lied von Eis und Feuer" alias „Game of Thrones". Ein pointierter Satz gesprochen vom Wächter des Nordens vor einer Hinrichtung. Formuliert in einer archaischen Fantasywelt, sicher kein Postulat für eine moderne Justiz. Zu wichtig sind die Errungenschaften der Gewaltentrennung zwischen Judikative und ... |mehr|
Gewaltdelikte gehen stark zurück. Darüber spricht niemand.
Die gerichtliche Kriminalstatistik erfasst alle Verurteilungen, auch die wegen Delikten gegen Leib und Leben. Ein Blick auf die Zahlen zeigt einen enormen Unterschied zur landläufigen Meinung, dass die Gewalt immer mehr zunimmt. Im Jahr 2006 gab es 10.697 Verurteilungen wegen eines Deliktes gegen Leib und Leben. 2016 waren es im Vergleich dazu mit 5.835 Verurteilungen um 45 Prozent weniger. ... |mehr|
Gefängnis nach Parkstrafe?
2015 wurden über 7.500 Personen in Österreich in Haft genommen, weil sie eine Parkstrafe oder eine andere Verwaltungsstrafe nicht bezahlen konnten. Das ist unsinnig, denn es gibt eine vernünftigere, sinnvollere und kostengünstigere Möglichkeit, nämlich die Erbringung gemeinnütziger Leistungen. In der Freizeit in gemeinnützigen Einrichtungen zu arbeiten heißt, Leistungen für die ... |mehr|
Wider Kriminalitätsfurcht und Extremismus
In Österreich ist die Kriminalitätsfurcht hoch, obwohl die Anzeigenstatistik eine im internationalen Vergleich geringe und zudem stabile bis sogar deutlich rückläufige Kriminalitätsentwicklung aufweist. Dem gegenüber steht der Better Life Index der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wo 81,2 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher in einer ... |mehr|
Kriminell, das sind die anderen
Kürzlich gipfelte ein persönliches Gespräch über das Thema Flüchtlinge in der Aussage „Wir brauchen keine Flüchtlinge in Österreich, die sind nur kriminell! Und die Vergewaltigungen begehen hauptsächlich die Afghanen – das können Sie in der Zeitung lesen". Österreich ist ein sehr sicheres Land. Dennoch gibt es hohe Kriminalitätsfurcht in der Bevölkerung. Eine Studie von ... |mehr|
Sozialromantik? Sozialrealismus!
Im Kontakt mit Menschen, die im Bereich der Strafverfolgung arbeiten, höre ich fallweise (immer noch) den Satz: „Eure sozialromantische Idee von der Resozialisierung passt nicht zur Realität, mit der wir uns täglich abmühen". Was ist darauf zu antworten? In der Fachhochschul-Ausbildung im Bereich Sozialarbeit wird Realität vermittelt. Danach wird die Realität in den ersten Monaten ... |mehr|
Arbeiten statt Haft bald auch bei Verwaltungsstrafen?
Bis heute, 14. Juni 2017, ist ein vom Bundeskanzleramt erstellter Gesetzesentwurf, der die Einführung von gemeinnützigen Leistungen als Alternative zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe auch im Verwaltungsstrafgesetz vorsieht, zu begutachten. Eine solche Gesetzesänderung wird von vielen Seiten bereits seit längerem gefordert. Der Vollzug einer Ersatzfreiheitsstrafe ist nicht zur ... |mehr|
Im Dauerfeuer von Gefahrenmeldungen
Die Globalisierung von Strategien und Entscheidungsfindungen durch Wirtschaftsunternehmen jenseits nationaler politischer Verantwortlicher schafft in der Bevölkerung Unsicherheit und den Ruf nach nationalistischen, regionalen, monokausalen Erklärungen und Lösungen. Globale Migrationsbewegungen befördern nationale Abschottungstendenzen. Insgesamt entsteht ein Trend zu populistischer Politik. ... |mehr|
Ablaufdatum für menschliches Leben
In Arkansas wurden im Vormonat vier zum Tode verurteilte Häftlinge hingerichtet. Der Grund: Die Haltbarkeit eines für die Giftinjektionen benötigten Medikaments (dessen Lieferung die Herstellerfirmen aus ethischen Gründen mittlerweile verweigern) lief Ende April 2017 ab. Dass niemand auf die Idee gekommen ist, statt der Todeskandidaten die ablaufenden Medikamente zu „entsorgen", ist mehr ... |mehr|
Vielfalt und Individualisierung im Maßnahmenvollzug
Ein 26-Jähriger mit einer autistischen Störung schlägt in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung seinen Betreuer. Ein 49-Jähriger mit einer paranoiden Schizophrenie verhält sich in einem Park auffällig; gegen die herbeigerufenen Polizisten leistet er körperlichen Widerstand. Eine 16-Jährige mit einer intellektuellen Beeinträchtigung bedroht während eines Aufenthalts in einer ... |mehr|
Arbeitsplatz vermeidet Rückfall
Die Zahl der Arbeitsuchenden, die jährlich aus den Justizanstalten entlassen werden, ist sehr hoch. Vermutlich übertrifft sie die Zahl der arbeitslos gewordenen Personen, die aus Insolvenzen auch großer Betriebe hervorgehen, bei weitem. Gängige Übergangsmaßnahmen wie etwa Umschulungen nach solchen Insolvenzen könnten ein Vorbild für Aktivitäten sein, die der Strafvollzug zur ... |mehr|
Soziale Hilfesysteme als Kriminalitätsprävention
Bundesländer, die sich zu einem Sozialstaat bekennen, werden kritisiert, dass sie zu großzügig seien und dass soziale Hilfen gekürzt werden sollten. Dabei sollte uns klar sein, dass diese Kürzungen auf lange Sicht teuer und schmerzhaft werden können. Der treffende Satz, dass eine gute Sozialpolitik die beste Kriminalpolitik sei, stimmt natürlich auch in der Umkehrung. Wer bei der ... |mehr|
70 Jahre Verbotsgesetz
Die heute geltenden Strafbestimmungen für nationalsozialistische Wiederbetätigung (§§ 3a ff Verbotsgesetz) gehen auf das Bundesverfassungsgesetz vom 6. Februar 1947 über die Behandlung der Nationalsozialisten zurück. Ein kurzer historischer Rückblick erscheint mir interessant, weil er einerseits die Entwicklung der in der zweiten Republik zulässigen Höchststrafen aufzeigt und ... |mehr|
Führerscheinentzug als verschleierte Nebenstrafe
Während in Deutschland an einer Einführung von Fahrverboten als eigener Sanktionsform gearbeitet wird (neben der Geld- und Haftstrafe), ist in Österreich der Führerscheinentzug als verschleierte Nebenstrafe als Folge von Straftaten längst Praxis. Nach Begehung diverser gerichtlich strafbarer Handlungen (unter anderem Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung, Missbrauch und bei bestimmten ... |mehr|
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Führerscheinentzug für Kriminelle?
In Deutschland steht die Einführung von Fahrverboten seit Jahren in der Koalitionsvereinbarung geschrieben. Kanzlerin Angela Merkel hat sie kürzlich vom Regierungspartner öffentlich eingefordert. Der Justizminister will noch heuer einen Entwurf vorlegen für die Einführung von Fahrverboten, als eigene Sanktionsmöglichkeit im Strafrecht neben Geld- und Haftstrafe. Im Koalitionsvertrag heißt ... |mehr|
Eintrag im Strafregister
Das bevorstehende Weihnachtsfest und der Beginn des neuen Jahres sind für viele Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und Neues zu beginnen. Auch viele unserer Klientinnen und Klienten tun das während dieser Tage. Oft ist ein Neuanfang lange nicht möglich, weil es viele Hürden gibt. Eine dieser Hürden auf dem Weg in ein Leben ohne Rückfall sind die langen Tilgungsfristen. Selbst nach ... |mehr|
Menschenrecht: Gewaltschutz für Frauen
Am internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2016 wurde von der Österreichischen Liga für Menschenrechte der Menschenrechtsbefund 2016 präsentiert. In einer umfassenden Analyse wurde auf gravierende Defizite im Umgang mit Menschenrechten hingewiesen. Gewalt gegen Frauen ist auch 20 Jahre nach Einführung des Gewaltschutzgesetzes ein unterschätztes Thema. Zurzeit findet die ... |mehr|
Die Medien berichteten von dem Mädchen, das von anderen Jugendlichen krankenhausreif geschlagen wurde. Das brutale Geschehen wurde gefilmt und über soziale Medien verbreitet. Es gibt dafür einen eigenen, aus meiner Sicht menschenverachtenden Begriff: „Happy Slapping“, also „fröhliches Abwatschen“. Jugendliche wollen Aufmerksamkeit durch Popularität im Internet erreichen, indem sie ... |mehr|
Hausarrest - Mythos und Wahrheit
Als 2010 der elektronisch überwachte Hausarrest eingeführt wurde, gab es Kritik und Skepsis in der öffentlichen Meinung. Ist der Strafvollzug zu Hause eingriffsintensiv genug, um Abschreckung zu bieten? Würden die Betreffenden bei dieser Form nicht sofort wieder straffällig werden? Würden sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber darauf einlassen? Mittlerweile haben 4.139 Personen in ... |mehr|
Wenn das Leben straft
Jeder, der regelmäßig ein Kraftfahrzeug lenkt, kennt Momente, in denen man sich denkt: „Glück gehabt, nichts passiert!“ Häufig sind solchen Situationen kleine Unaufmerksamkeiten oder Fehleinschätzungen vorausgegangen. Sorgfaltswidrige Verhaltensweisen, die das Strafrecht als fahrlässig definiert. Nicht auszudenken, wenn einen in solchen Momenten das Glück verlässt und ein kleiner ... |mehr|
Neue Mindestsicherung in Österreich
Mit abwertenden Aussagen über Mindestsicherungsbezieher wie: „Die hängen nur in der sozialen Hängematte und wollen nicht arbeiten“ oder „Asylanten nützen unser Sozialsystem aus“ werden bewusst Vorurteile geschürt. Das Klima der Ausgrenzung, das entsteht, ist ein willkommener Vorwand für Kürzungen und Einschnitte in der Mindestsicherung. Die Bundesländer Niederösterreich, ... |mehr|
Die Kriminalität sinkt
Es gibt das Phänomen, dass diverse Aussagen so oft wiederholt werden, dass man schon geneigt ist, sie zu glauben, ohne es überprüft zu haben. Bei der Kriminalität ist diese Tendenz immer wieder zu beobachten. Man glaubt, dass sie steigt, weil das interessanter ist als die Wahrheit: nämlich, dass sie seit langem sinkt. Der Sicherheitsbericht 2015 mit Originaldaten des Innen- und ... |mehr|
Gefängnisse abschaffen?
Im Kurier vom 14. September 2016 wurde anlässlich der Veröffentlichung seines empfehlenswerten Buches „Die Schwere der Schuld“ ein Interview mit Thomas Galli gebracht (er ist Anstaltsleiter eines bayrischen Gefängnisses). Mit der auffälligen Schlagzeile: „Der Gefängnisdirektor, der Gefängnisse abschaffen will“ – also quasi seinen eigenen Job loswerden will. Abgesehen davon, dass ... |mehr|
Im Strafgesetzbuch hat der Gesetzgeber bereits 1975 das öffentliche Hetzen, Beschimpfen oder Verächtlichmachen gewisser Gruppen unter Strafe gestellt. In den folgenden Jahrzehnten hat dieses Delikt in den Anzeigenstatistiken ein Schattendasein geführt. 2005 wurden lediglich 14 Fälle nach § 283 Strafgesetzbuch angezeigt. 2015 waren es 495 Anzeigen. Die Tendenz scheint 2016 weiter stark ... |mehr|
Reicht es, wenn Gesetze verfassungskonform sind?
Seit 1. Jänner 2008 ist § 3a Strafvollzugsgesetz in Kraft, der die Erbringung gemeinnütziger Leistungen als Alternative zur Verbüßung einer Ersatzfreiheitsstrafe ermöglicht. Zuerst wurde diese Bestimmung nur für von Gerichten verhängte uneinbringliche Geldstrafen angewendet. Im Jahr 2012 hat der Verfassungsgerichtshof die Nichtanwendung dieser Bestimmung für den Vollzug ... |mehr|
Eine Kerze für den Täter
Das Gefühl der Ohnmacht, das mich im Juli 2011 nach der Nachricht vom Amoklauf in Oslo befallen hat, kehrt nun wieder. Nach Paris, Nizza, München, Reutlingen, Kabul. Viel zu oft, als dass man damit umgehen lernen könnte. Viel zu tragisch und mit den damit verbundenen menschlichen Dramen zu berührend, als dass man abstumpfen könnte. Wie damit umgehen? Mich berührte die Geste einer Frau, ... |mehr|
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Die Anonymität und die Schnelllebigkeit der modernen Medien erzeugen im zunehmenden Ausmaß eine Verrohung von Sprache und fördern eine niedrige Hemmschwelle bei persönlichen Angriffen.Postings insbesondere zu von Frauen geschriebenen Artikeln im Internet sind bedrohlich, angriffig und nicht zuletzt sexistisch. Die bisherige Praxis, mit Gelassenheit auf den Großteil dieser ... |mehr|
Maßnahmevollzug: Reformüberlegungen am Ende?
Ein Mensch begeht eine Straftat. Das Gericht erkennt: „schuldlos“. Die Begründung: „mangelnde Dispositionsfähigkeit“. Gleichzeitig wird eine psychische Erkrankung beim Beschuldigten diagnostiziert, die folgenschwere Taten befürchten lässt. Die Reaktion: Freiheitsentzug auf unbestimmte Zeit, im Durchschnitt vier Jahre. Diese als Maßnahmeunterbringung titulierte ... |mehr|
Wohin mit schwierigen Jugendlichen?
Ein 14-jähriger Jugendlicher, der seine Mutter erpresst indem er seinen Bruder bedroht, wird von der Polizei aus der Wohnung weggewiesen und es wird ein Betretungsverbot ausgesprochen. Was tun mit dem Jugendlichen? Mit 18-Jährigen in einer Notschafstelle oder in ein Pensionszimmer mit Erwachsenen einquartieren? Tatsache an diesem Sonntag war, dass es keinen Platz in einer Kriseneinrichtung oder ... |mehr|
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Radikalisierte Menschen integrieren?
In einem Artikel der nzz.at Online-Zeitung vom 29. April 2016 wird die Frage aufgeworfen, ob der Staat an der Resozialisierung von Mertkan G. gescheitert ist. Mertkan ist jener 15-jährige Bursche, der vorige Woche am Landesgericht St. Pölten zu zwei Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Ihm wurde vorgeworfen, unter Gleichaltrigen für den IS geworben zu haben. Bereits vor knapp ... |mehr|
Tatausgleich Jugendliche: Wirksam, doch Anwendung sinkt
Erfreulicherweise entnehme ich der aktuellen Statistik zur Jugendkriminalität, dass die Zahl der 2015 ermittelten tatverdächtigen Jugendlichen gesunken ist – um 9,5 Prozent gegenüber 2014. Sowohl die gute Präventionsarbeit als auch das Angebot sozial konstruktiver Maßnahmen tragen sicherlich zu dieser positiven Entwicklung bei. So belegt eine Studie des Instituts für Rechts- und ... |mehr|
Häftlingszahlen und bedingte Entlassungen in Österreich
Justizminister Brandstetter hat am 29. März 2016 eine parlamentarische Anfrage beantwortet und Auskunft über Häftlingszahlen und bedingte Entlassungen im Jahr 2015 gegeben. 8.665 Personen waren mit 1.1.2016 inhaftiert (weitgehend unverändert zum Vorjahr). Das Haftentlastungspaket 2008 konnte den seit 15 Jahren zu beobachtenden Aufwärtstrend nur kurz unterbrechen. Die Haftzahlen bewegen sich ... |mehr|
Gefängnislose Gesellschaft als ewige Vision
Der Name Christian Broda ist mit großen und bleibenden Reformen im Rechtswesen verbunden. Die Vision einer gefängnislosen Gesellschaft mit dem Ziel einer gerechten und humanen Gesellschaft war Teil seiner Grundhaltung. Zu helfen statt zu strafen war einer seiner zentralen Grundsätze. Brodas Reformen im Strafrecht haben die Freiheitsstrafen zurückgedrängt, denn Christian Broda sah die Strafe ... |mehr|
Vor kurzem wurde wieder einmal die weltweit ungerechte Verteilung des Wohlstands sichtbar. Laut Oxfam Recherche „besitzen die 62 reichsten Menschen der Erde genauso viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung zusammen – das sind rund 3,6 Milliarden Menschen“. Oder aber auch: „Ein Prozent der Bevölkerung besitzt fast die Hälfte des Weltvermögens“. Diese ... |mehr|
Verantwortung der Medien
Unter dieser Überschrift findet sich in den kriminalpolitischen Positionen von NEUSTART folgender Satz: Die Medien müssen in der Rezeption von Kriminalität ihrer Verantwortung gerecht werden, Ursachen und Zusammenhänge darstellen und die bloß boulevardeske Darstellung unterlassen. Angesichts der Realität erscheint diese Forderung absurd. Selbst in sogenannten Qualitätsmedien scheint der ... |mehr|
Plädoyer für Debatte mit Augenmaß bei Gewerbsmäßigkeit
Es gab viele Beispiele, warum es notwenig war, die gewerbsmäßige Begehung (§ 70 Strafgesetzbuch) mit dem seit Jänner 2016 in Kraft befindlichen Strafrechtsänderungsgesetz zu reformieren. Eines davon war vor einigen Jahren die Vergewaltigung eines 14-jährigen rumänischen Schülers in der Justizanstalt Josefstadt. Der aus der Mittelschicht stammende Jugendliche war vor Weihnachten auf Besuch ... |mehr|
Parkstrafen: arbeiten statt Gefängnis
Medien berichteten in der vergangenen Woche über jene Polizistin in Wien, die 36.000,- Euro an Parkstrafen nicht bezahlte. Sie konnte letztlich eine Ratenzahlung vereinbaren und sich auf diese Weise den Weg ins Gefängnis ersparen. Die Vorgehensweise – Ratenzahlungen zu akzeptieren, bevor eine Ersatzfreiheitsstrafe verhängt wird – ist zielführend im Sinn der Behörden und des ... |mehr|
Gesamtkriminalität sinkt trotz Flüchtlingswelle
Einem Vorbericht der Polizei zur Kriminalstatistik für 2015 und auch einer Aussendung der Wiener Polizei ist zu entnehmen, dass die Kriminalität in Österreich, so wie sie sich in der Anzeigenstatistik abbildet, gesunken ist. Es gab in Summe weniger Anzeigen als 2014, obwohl in den Medien und in den Wortmeldungen etlicher Protagonisten in Medien und Politik durch die Flüchtlingswelle eine ... |mehr|
Plädoyer für die Reduzierung der Ersatzfreiheitsstrafen
Seit 2008 besteht die Möglichkeit, Ersatzfreiheitsstrafen durch gemeinnützige Leistungen quasi abzuarbeiten. Es handelt sich dabei um Personen, die nicht in der Lage sind, ihre Geldstrafe zu bezahlen und stattdessen eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe antreten müssten. Eine Freiheitsstrafe hatte das Gericht aber gar nicht verhängen wollen. Die sinnvolle Alternative: „Schwitzen statt ... |mehr|
Maßvoller Umgang mit Freiheitsentzug
Manche kriminalpolitischen Positionen verlieren ihre Aktualität. Vor gut einem Jahr hatte NEUSTART seine kriminalpolitischen Positionen grundlegend überarbeitet und im März 2015 veröffentlicht. Es ist erfreulich, dass einige der darin enthaltenen Forderungen seit 1. Jänner 2016 bereits vom Gesetzgeber umgesetzt wurden. Das umso mehr, als davon ein Kernbereich der NEUSTART Positionierung ... |mehr|
Asylwerber und Mindestsicherung
Das Land Oberösterreich plant laut diversen Medien die Kürzung der Mindestsicherung für befristet asylberechtigte beziehungsweise subsidiär schutzbedürftige Menschen. Davon sind, seit den neuen gesetzlichen Bestimmungen, alle Asylwerberinnen und Asylwerber, die nach Österreich kommen, betroffen. Dieses Vorgehen mag aus Sicht der beiden oberösterreichischen Regierungsparteien vernünftig ... |mehr|
Asyl und Kriminalität
Kürzlich beantwortete die Innenministerin eine parlamentarische Anfrage des Team Stronach über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die Kriminalitätsentwicklung. Dies anhand einer Aufstellung der angezeigten strafbaren Handlungen gegen Asylwerbende in den Zeiträumen Jänner bis August 2015 (9.513 Straftaten) sowie Jänner bis Dezember 2014 (8.484 Straftaten). Die Anfragesteller ... |mehr|
Jenseits von Strafe Frieden wiederfinden
Die Hoffnung auf Sicherheit durch Bestrafung und der Glaube, dass die Bestrafung die effektivste Antwort auf die Tat ist, werden regelmäßig durch unsere Alltagserfahrungen enttäuscht. Zweifellos ist es ein großer zivilisatorischer Fortschritt gegenüber Blutrache und anderen Formen direkter Vergeltung, dass sich der Rechtsstaat als Monopolist um die Reaktion auf Straftaten kümmert. Das ... |mehr|
Deutsch in der Pause
Die neue Regierung in Oberösterreich hat sich als eine der ersten Maßnahmen im Arbeitsübereinkommen auf die Schulsprache Deutsch geeinigt und meint damit auch die Pausengespräche unter den Schülern. Dieses Vorgehen steht klar im Widerspruch zur europäischen Menschenrechtskonvention. Bildungstheoretisch ist die Deutsch-Verordnung laut Aussage von Experten nicht sinnvoll. Das Beherrschen ... |mehr|
Warteliste Sicherheit
Sicherheit ist immer wieder Thema Nummer eins. Nicht nur für die mit Angst besetzte Flüchtlingsproblematik werden rasche Lösungen gefordert. Man könnte ja generell rechtzeitig darauf schauen, dass man Entscheidungen vorbereitet für dann, wenn man sie braucht. Fakt ist, dass oft erst dramatische Anlassfälle zum Handeln motivieren. Vielfach dominiert – wider besseres Wissen – ... |mehr|
Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung achtet sensibel auf Gefahren innerhalb der österreichischen Gesellschaft. Etwa auf gewaltbereiten Rechtsextremismus oder radikalislamische Agitation. Bei der Tagung der österreichischen Jugendrichterinnen und -richter in Gamlitz letzte Woche wurde im Zusammenhang der aktuellen Verurteilungen von Jugendlichen, die nach Syrien ... |mehr|
Opferschutzorientierte Täterarbeit
Schon länger arbeiten Täter- und Opferbetreuungseinrichtungen eng zusammen, um vor allem im Bereich häuslicher Gewalt den Opferschutz zu verbessern. Mitten in diese Arbeit platzte die Amokfahrt in Graz im Frühsommer 2015: Ein weggewiesener Mann fuhr mit seinem Auto Amok, verletzte und tötete mehrere Menschen. Trotz anderer aktueller Themen blieb die Politik beim Thema Täterarbeit und ... |mehr|
Nach der Haft ins Arbeitsleben finden
Viele Inhaftierte waren vor der Haft schon arbeitslos. Aber auch manche, die schon Arbeit hatten, tun sich schwer, den Weg in den Arbeitsmarkt zu finden. Die erste Zeit nach der Haft ist für Entlassene generell schwierig. Man muss sich in einer veränderten Welt orientieren; so manche Beziehungen haben die Abwesenheit durch die Haft nicht überlebt; viele Enttäuschungen sind zu verkraften. In ... |mehr|
Sozialarbeit und radikalisierte junge Menschen
Für Sozialarbeit ansprechbar sind radikalisierungsgefährdete oder radikalisierte junge Menschen, die in der Radikalisierung Zugehörigkeit, Identität und Schutz suchen. Extremistische Ideologien können ein Gefühl der Stärke, der Zugehörigkeit und des Verstandenwerdens vermitteln (im Gegensatz zu Gefühlen der Ohnmacht und sozialen Isolation). Ängste vor Unterlegenheit werden durch ... |mehr|
Wieder mehr Jugendliche in Haft
Schlägt das Pendel zurück? Im Frühjahr 2013 sorgte die Vergewaltigung eines 14-jährigen Burschen in der Justizanstalt Wien-Josefstadt für eine Welle der Empörung. Damals wurde gefordert, das die Justiz Alternativen entwickelt, damit so etwas nicht wieder passieren kann. Eine Taskforce wurde installiert. Diese sondierte und erprobte Alternativen. NEUSTART leistete mit der neuen Methode der ... |mehr|
Asylwerber: Illegalität verhindern
Seit Monaten beschäftigt uns eine Tragödie, die sich direkt vor unserer Haustür abspielt. Tag für Tag ähnliche Berichte voller Trostlosigkeit. Menschen auf der Flucht suchen Schutz in Europa, unter anderem auch bei uns. Und sie treffen auf absolute Überforderung angesichts der Masse an Menschen und auf Ablehnung; aber auch auf eine große Anzahl von Menschen, die bereit sind, etwas zu tun. ... |mehr|
Jugend ohne Haft: keine Utopie
In Österreich befanden sich in den letzten Monaten zumeist zwischen 80 und 120 Jugendliche täglich in Straf- oder Untersuchungshaft. Das ist weniger als vor drei Jahren als es rund 120 bis 145 waren. Der Anteil der inhaftierten Jugendlichen an allen inhaftierten Personen in Österreich liegt bei 1,2 Prozent. Das klingt wenig, ist aber im internationalen Vergleich hoch. Vor drei Jahren waren wir ... |mehr|
Das Delikt bearbeiten
In der Bewährungshilfe war und ist oberstes Ziel, Rückfälle und somit weitere Opfer zu vermeiden. Die verhinderte Straftat ist der beste Opferschutz. Der sehr klare Auftrag des Gesetzgebers formuliert unmissverständlich die Existenzberechtigung von NEUSTART. So heißt es im Bewährungshilfegesetz sinngemäß: „Die Aufgabe des Bewährungshelfers ist es, seinen Probanden von der Begehung ... |mehr|
Sozialpolitik ist die effektivste Kriminalpolitik
So lautet eine Kernaussage der neu überarbeiteten kriminalpolitischen Positionen von NEUSTART. Sie wurde vom Strafrechtsreformer Franz von Liszt im 19. Jahrhundert geprägt – damals noch mit dem Wort „beste“ statt „effektivste“ Kriminalpolitik – was aber keinen Unterschied ergibt. Denn damals wie heute bedeutet sinnvolle Kriminalpolitik auch immer, die ... |mehr|
Opferorientierung und Vernetzung in der Täterarbeit
Opferschutzorientierte Täterarbeit ist die strukturierte Begleitung und Beratung zur Verhaltensänderung von Männern, die in Partnerschaften gewalttätig werden. Diese findet vernetzt statt, vor allem in enger Kooperation mit Opferschutzeinrichtungen. Vertreterinnen und Vertreter von Opferschutzeinrichtungen und NEUSTART Österreich haben gemeinsam eine verbindliche Kooperationsvereinbarung zur ... |mehr|
Strafregister - ein gesellschaftlicher Makel
Die Bewährung ist geschafft. Nach einem sehr turbulenten Auf und Ab lebt ein junger Mann sein Leben jetzt eigenständig und eigenverantwortlich. Er ist zu Recht stolz darauf. Im Betrieb anerkannt, hätte er eine neue Aufgabe übernehmen können. Doch die Strafregisterbescheinigung steht im Weg. Und das noch bis zu zehn Jahren. Durch die strafrechtliche Reaktion, die Verurteilung, wurde das ... |mehr|
Das Strafrechtsänderungsgesetz 2015
Eine wichtige Grundlage für das Strafrechtsänderungsgesetz 2015 ist: Strafdrohungen des gerichtlichen Strafrechts spiegeln Werthaltungen der Allgemeinheit wider. Werthaltungen unterliegen Veränderungen. Deshalb soll auf diese nicht punktuell nach Art einer Anlassgesetzgebung reagiert werden. Weitgehende Einigkeit besteht darin, dass das Verhältnis der Strafdrohungen für Vermögensdelikte im ... |mehr|
Das Gericht zeigt Fingerspitzengefühl
So lautet die Schlagzeile der größten steirischen Tageszeitung zum Ergebnis der ersten Sozialnetz-Konferenz im Rahmen des Modellprojekts „Sozialnetz-Konferenz im Maßnahmevollzug“. Ausgangspunkt war der alarmierende Anstieg der Zahl an Menschen, die in Österreich im Maßnahmevollzug für geistig Abnorme (wie es im Gesetzestext immer noch heiß) untergebracht sind. Waren es zur ... |mehr|
Im Interesse der Opfer an einem Strang ziehen
Der beste Opferschutz ist die verhinderte Straftat. Bei Delikten, die massive negative Auswirkungen auf Opfer haben (wie zum Beispiel Sexual- oder Gewaltdelikte sowie Stalking und Delikte im Bereich der häuslichen Gewalt) gelten in der Bewährungshilfe seit langem besondere Standards in der Betreuung. Dazu gehören intensive Auseinandersetzung des Täters mit der Tat und engmaschiger ... |mehr|
Wird Österreich krimineller?
Ist Graz Chicago? Wenn man die Interpretation der Kriminalstatistik durch Medien verfolgt ist die Bandbreite interessant. Von sachlich bis polemisch, von ignorant bis fundiert reichen die Gegenpole. In der Republik Österreich wird „jede Minute ein Verbrechen begangen“. Unter Verbrechen ist dabei, beispielsweise, auch der Diebstahl einer Zeitung am Sonntag gemeint, was – ... |mehr|
Wie NEUSTART wirkt
Seit den 1990er-Jahren ist das Thema Wirkungsorientierung in der öffentlichen Verwaltung und in Non-Profit-Organisationen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Heute ist der Grundsatz der wirkungsorientierten Bundeshaushaltsführung verfassungsrechtlich verankert. Die intensive Auseinandersetzung mit Wirkungsorientierung hat seitens NEUSTART (als Auftragnehmer des Bundesministeriums für ... |mehr|
Tatausgleich - ein Fallbeispiel
Das Ehepaar G. lebt seit 28 Jahren auf einem kleinen Bauernhof in Oberkärnten. Die drei gemeinsamen Kinder sind inzwischen erwachsen und gehen ihre eigenen Wege. Die Vermarktung der bäuerlichen Produkte bringt ein regelmäßiges Einkommen, verlangt aber harte Arbeit von Frau und Herrn G. Die Arbeitsroutine am Hof lässt wenig Zeit für Auseinandersetzung und Gespräch im Alltag. Auch im ... |mehr|
Häusliche Gewalt - Opfer nutzen Tatausgleich
Derzeit ist ein Entwurf zum Strafrechtsänderungsgesetz 2015 in Begutachtung. Dieser sieht vor, dass bei allen Fällen häuslicher und familiärer Gewalt Diversion und damit ein Tatausgleich ausgeschlossen wird. Das ist falsch verstandener Opferschutz. NEUSTART hat in den letzten 23 Jahren im Bereich häuslicher Gewalt tausende Tatausgleiche erfolgreich durchgeführt. Der Bereich der ... |mehr|
Verbesserung des Maßnahmevollzugs - großer Wurf oder Alibipapier?
Seit Mai des Jahres 2014 ist das Thema Maßnahmevollzug öffentlich präsent. Ein Aufsehen erregender Fall, der im „Falter“ publiziert wurde, führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der Thematik. Im Auftrag des Bundesministers für Justiz wurde eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe beauftragt, ohne Denkverbot Vorschläge zur Verbesserung für die betroffene Personengruppe ... |mehr|
Sozialnetz-Konferenz im Maßnahmevollzug
Die Diskussion um den Maßnahmevollzug und seine Reformierung ist in vollem Gang. Bekannt ist die Entwicklung einer steigenden Zahl von Insassen schon lange und auch die richtige Behandlung wurde hinterfragt. Bei den „Stodertaler Forensiktagen 2012" wurde das von Expertinnen und Experten bereits ausführlich diskutiert. Es brauchte die Publizität eines besonders verwahrlosten ... |mehr|
Niedrige Häftlingsquote in Österreich?
„Häftlingsquote in Österreich niedriger als im Europadurchschnitt“ – so oder ähnlich lauteten Pressemeldungen der vergangenen Tage. Was auf den ersten Blick erfreulich und positiv klingt relativiert sich bei genauem Hinsehen. Bei der Europaratsstudie zeigt sich eine hohe Bandbreite: Während in Island 47,2 Insassen pro 100.000 Einwohner in Haft sind, sind es in Russland 475 ... |mehr|
Bald keine geistig abnormen Rechtsbrecher mehr in Österreich?
Mit Stichtag 1. Jänner 2015 wurde an 791 Personen eine sogenannte „mit Freiheitsentzug verbundene vorbeugende Maßnahme“ vollzogen; weitere 60 Personen waren zur Prüfung der Voraussetzungen für eine solche Unterbringung vorläufig angehalten. Die Anzahl solcher Unterbringungen ist zwar im letzten Jahr etwas gesunken (war also bereits höher), in den davor liegenden Jahrzehnten ist ... |mehr|
Geschichte eines Haftentlassenen
Man stelle sich vor: Ein Mann wird aus dem Gefängnis entlassen, nach 18 Jahren Haft. Vielleicht war es der Zorn, vielleicht auch nur sein Stolz, der in daran hinderte, irgendeine Hilfe anzunehmen. „Das schaffe ich alles alleine, ich brauche niemanden“, so seine Gedanken. „Ich fange ein neues Leben an (ach, mein Freund, wie euphorisch Dein Denken war) und das schaffe ich alleine ... |mehr|
Junge Erwachsene und das Strafrecht
Seit dem 1. Juli 2001 kennt das Strafrecht junge Erwachsene; davor gab es nur Jugendliche und Erwachsene. Diese Einführung einer neuen Altersgruppe in das Strafrecht war jedoch nicht als Akt der Umsetzung entwicklungspädagogischer Erkenntnisse geplant, sondern als Abfederung einer einschneidenden Verschärfung des Jugendgerichtsgesetzes: Jugendlicher ist seither nicht mehr jener, der das 19. ... |mehr|
Justiz braucht Zivilgesellschaft - NEUSTART bekommt Kuratorium
Am 1. Dezember 2014 trat NEUSTART erstmals mit einem Kuratorium an die Öffentlichkeit. Das sind angesehene Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, die vom Aufsichtsrat eingeladen wurden zu bestätigen, dass die kriminalpolitischen Positionen von NEUSTART gut vertreten und in die Praxis umsetzt werden. Die ehemalige Abgeordnete und Politikerin Heide Schmidt, die ... |mehr|
Was tun bei Extremismus?
Schlagzeilen über religiösen Extremismus gehören mittlerweile fast schon zum Alltag. Der Terrorismusexperte Guido Steinberg aus Berlin nannte in einem ZIB 2-Interview vom 13.11.2014 zwei Hauptmotive für die Anfälligkeit junger Menschen für diese Art von Fanatismus. Das erste Hauptmotiv ist ein tief empfundener religiöser Wunsch, bedrängten Islamisten zu Hilfe kommen zu wollen; und das ... |mehr|
Soziales Netz einschalten
Was bringt junge Menschen nachhaltig auf den rechten Weg? Nicht strafen und unterdrücken, sondern ein Problem zu erkennen und gemeinsam an dessen Überwindung zu arbeiten; und an Zukunftsperspektiven, die positiv sind und bewältigt werden können. NEUSTART steht für sinnvolle und wirkungsvolle Alternativen zum herkömmlichen Sanktionen- und Reaktionssystem der Strafgerichte. Herkömmliche ... |mehr|
Haftzahlen auf 5.000 senken
Die Zahl der Inhaftierten in den österreichischen Justizanstalten ist seit 2008 kontinuierlich auf nahezu 9.000 Personen angestiegen. Immer wenn diese Zahl erreicht ist werden politische Entscheidungen getroffen um den Belagsstand zu senken (zum Beispiel Haftentlastungspaket), die aber leider bisher ohne nachhaltige Wirkungen blieben. Die Folgen der derzeitigen Haftzahlen in Österreich sind ... |mehr|
Fußfessel als Goldketterl?
Auslöser für die jüngste Präsenz der Fußfessel in den Medien war ein prominenter Fußfesselträger – Anlass zu Häme, überspitzt auf die Frage: Ist die Fußfessel der „Kuschelknast für Prominente“? Die Fußfessel, also der elektronisch überwachte Hausarrest, ist eine sinnvolle Maßnahme zur Verhinderung unerwünschter sekundärer Haftauswirkungen. Ich finde es ... |mehr|
Wahnsinn und Strafen
Personen mit schweren psychischen Erkrankungen haben mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen, die man sich denken kann. Bis heute ist die Entstehung dieser – im medizinischen Terminus als „Psychosen“ zusammengefassten Krankheiten – nicht gänzlich bekannt. Erkrankungen oder Veränderungen des Gehirns als Organ sind sicherlich beteiligt. Veränderungen des ... |mehr|
Das Ost-West-Gefälle
Der Sicherheitsbericht offenbart es jedes Jahr aufs Neue: In Ostösterreich werden härtere Strafen ausgesprochen als in Westösterreich. Das zeigt sich vor allem bei den unbedingten und bedingten Haftstrafen. Gleichzeitig zeigt die Kriminalstatistik in Westösterreich keine erhöhte Kriminalität. Im Grunde ist das der beste Beweis, dass höhere und strengere Strafen keine Straftaten ... |mehr|
Eingesperrt aus verwaltungsökonomischen Gründen?
Ein Kraftfahrzeug-Lenker verursacht beim Schnellfahren einen Unfall mit Personenschaden. Die vom Gericht verhängte Geldstrafe kann er nicht bezahlen. Als Alternative zur drohenden Ersatzfreiheitsstrafe kann er gemeinnützige Leistungen erbringen. Hätte derselbe Lenker keinen Unfall verursacht sondern wäre er „bloß“ bei seiner Geschwindigkeitsübertretung erwischt worden, wäre ... |mehr|
Risse im Beton - der Film
Ab September in österreichischen Kinos „Du kriegst Dich von der Straße, aber Du kriegst die Straße nicht aus Dir!“ Der Film geht an Grenzen, manchmal überschreitet er sie. So wie wir Menschen es eben tun. Grenzen bieten zwar Halt und Orientierung, gleichzeitig brauchen wir die Grenzüberschreitung, um lebendig zu bleiben. In unseren Träumen gehen wir Wege, die in Abgründe ... |mehr|
Die Anti-Hanf-Kampagnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (die vor allem in den USA vehement vom Vorsitzenden des Federal Bureau of Narcotics, Harry J. Anslinger, geführt wurden) mündeten letztlich in der Einzigen Suchtgiftkonvention 1961, die von zahlreichen Staaten unterschrieben wurde. Diese Umsetzung in der österreichischen Suchtgiftverordnung führte zur Kriminalisierung der ... |mehr|
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Ist der Maßnahmevollzug in der bestehenden Form noch zu rechtfertigen?
Seit den 1980er-Jahren hat sich die Anzahl jener Personen, die in einer „Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher“ untergebracht sind, mehr als vervierfacht (von 210 im Jahr 1980 auf 852 am 1.1.2013, wobei in den Jahren 2000 bis 2012 ein Zuwachs von 418 Untergebrachten zu verzeichnen war). Schon alleine deshalb, aber auch, weil sich der Justizvollzug als nicht für die Behandlung ... |mehr|
Vom Seitenwechsel zum Perspektivenwechsel
Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien führte uns allabendlich vor Augen: 45 Minuten (mit der Unterstützung der Fankurve im Rücken) verteidigte eine Mannschaft ihr Revier, versuchte den Ball zu erobern, den Gegner zu überlaufen und ein Tor zu erzielen. Nach einer kurzen Halbzeitpause war auf einmal alles spiegelverkehrt. Das vormals eigene Feld wurde zum gegnerischen, das vormals ... |mehr|
Conchita, Banken und die Politik
Die Liste der Personen und Themen, die dieser Tage diskutiert werden, ist lang. Der Sieg von Conchita Wurst beim Song Contest erfreut die Nation wegen des Sieges, spaltet aber wegen der Person. Banken? Reden wir von etwas anderem. Und die Politik (eigentlich „die Politiker") sind sowieso Dauerbrenner von widersprüchlichen Gefühlen und Diskussionen. Und jetzt noch die Bundeshymne! ... |mehr|
Fußfessel für Nicht-Promis
Medial ist ja viel von Hausarrest oder Sozialdienst in prominenten Straffällen die Rede. Als erste Reaktion sind viele Menschen empört oder verwundert, dass Strafen in beträchtlichen Fällen so „glimpflich" vollzogen werden. Bei genauerem Hinschauen (ich beschränke mich auf die rechtliche Situation in Österreich, dass Haftstrafen bis zu einem Jahr im Wege des elektronisch ... |mehr|
Intensivbetreuung statt Jugendgefängnis
Jugendliche mit Mehrfachproblematiken erlebten häufig brüchige Herkunftsfamilien: Alkohol, Gewalt verbunden mit starken Ohnmachtgefühlen, Vernachlässigung und Beziehungsverlust sind erlebte Primärerfahrungen und die Rahmenbedingungen für die Bildung ihrer Identität. Jugendliche, die in ihrer Kindheit massive Gewalt erlebt haben, verstricken sich häufig in Konflikt- und Gewalthandlungen, ... |mehr|
Straftat, Verantwortung, Respekt
Uli Hoeneß; Mehmet K.; Thomas E.; Kevin S.: Was verbindet diese Menschen? Sie haben eine Straftat begangen. Sie wurden verurteilt. Sie haben kein Rechtsmittel eingelegt. Sie leisten Schadenersatz. Sie haben sich entschuldigt und den Grundstein für ein straffreies Leben gelegt. Was trennt sie? Der ausgesprochene Respekt der deutschen Bundeskanzlerin. Dr. Johannes Bernegger ... |mehr|
Frieden stiften bei Gerichtsverfahren oder Haft
Sozialer Friede nach einer Straftat braucht viel mehr als nur ein Gerichtsverfahren und ein Urteil. Strafe führt nicht automatisch zu sozialem Frieden, sie allein entschädigt das Opfer nicht. Wiedergutmachende Gerechtigkeit hingegen will den Rechtsfrieden wiederherstellen, der vor der Tat geherrscht hat. In Österreich gibt es ausgezeichnet eingeführte Maßnahmen zur Herstellung des ... |mehr|
Mehr Strafe, mehr Abschreckung?
Die Hoffnung, dass Delikte verschwinden, wenn die Strafdrohung erhöht wird, ist so alt wie das Strafrecht selbst; aber leider ebenso lange nicht belegt. Im Gegenteil – die Erhöhung der Strafdrohung bleibt meist ohne Erfolg. Lediglich die Wahrscheinlichkeit, von der Polizei ertappt zu werden, wirkt abschreckend. Wird argumentiert, dass vor allem Einbrecher in Wohnungen und Wohnhäuser ... |mehr|
Steuerhinterziehung: Der betrogene Staat und seine Reaktion
Um die Steuermoral ist es nicht gut bestellt. Das zeigen nicht nur jüngste öffentlichkeitswirksame Ermittlungs- und Gerichtsverfahren wegen Steuerhinterziehung. Eine 2012 durchgeführte Studie des renommierten Linzer Professors Friedrich Schneider ergab, dass 17 Prozent der Befragten es als „Kavaliersdelikt“ betrachteten, „bei der Steuererklärung nicht alle Einkommen“ ... |mehr|
Letzte Woche wurden die Ergebnisse einer großen EU-Studie zum Thema Gewalt an Frauen präsentiert. In den Medien wurde darüber ausführlich berichtet und die Ernüchterung war groß, dass Österreich trotz der international beachteten und hervorragenden Gewaltschutzgesetzgebung nicht wesentlich besser abgeschnitten hat. Im Vergleich schneidet Österreich unter den 28 EU-Staaten zwar positiv ab ... |mehr|
Wirkt die Strafrechtspflege?
Die Bundesregierung hat sich im Vollzug des Budgets Wirkungsziele gesetzt. Geld soll vor allem dort eingesetzt werden, wo damit auch Wirkungen erzielt werden. Für das Justizressort wurden deshalb unter anderem folgende Ziele genannt: eine geringere Verurteilungsquote beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Zivil- und Strafsachen; die Senkung der Beschwerdequote bei den ... |mehr|
Fairly Legal - alles kein Problem
Erstmals wahrnehmen konnte ich den Trend im deutschen Fernsehen vor einigen Jahren: Eine Dame mit einer interessanten Mischung aus Dominanz, Sympathie und Empathie löste auf der Nachmittags-Talkschiene von Sat 1 Konflikte: „Zwei bei Kalwass“ hieß die Serie 2001. Heute heißt sie bezeichnenderweise „Kalwass greift ein“. Es war und ist immer wieder schön, zu sehen, was ... |mehr|
Der Maßnahmenvollzug - Zeit zu handeln, Österreich!
In Österreich hat sich die Zahl psychisch kranker und geistig behinderter Menschen hinter Gittern seit der Jahrtausendwende annähernd verdoppelt. Die Zahl jener Menschen, die wegen einer in unzurechnungsfähigem Zustand begangenen Straftat nach § 21 Abs 1 Strafgesetzbuch im Maßnahmenvollzug untergebracht sind, stieg von 218 im Jahr 2000 auf 410 im Jahr 2013. Die Zahl der nach § 21 Abs 2 ... |mehr|
Bürgerbeteiligung bei Konflikten
„Moderne strafrechtliche Kontrollsysteme sind ein Teil der vielen Beispiele für verpasste Gelegenheiten, Bürger an Aufgaben zu beteiligen, die sie berühren“ – so der norwegische Soziologe Nils Christie. Er führt aus, dass der Staat – und nicht das Opfer – die Schädigung beschreibt. In weiterer Folge findet die Besprechung der Tat zwischen Staatsanwalt und Täter ... |mehr|
Die Not mit den Nottouristen
Wer sind sie, die Nottouristen, die Bettelmigranten, die „Zigeuner"? Sie kommen aus osteuropäischen Ländern der EU und gehören meist der der ethnischen Gruppe der Roma an. „Sie kommen hierher, um Geld zu verdienen", sagt die jüngst veröffentlichte Studie des Salzburger Sozialwissenschafters Dr. Heinz Schoibl. Wenn es mit Arbeit nicht funktioniere, dann versuche man es ... |mehr|
Aus Konflikten lernen
„Fehler passieren – es geht darum, wie man danach damit umgeht.“ Diesen Spruch werden wohl viele schon einmal gehört haben oder jemandem mit auf den Weg gegeben haben. Gerade in der Auseinandersetzung mit Tätern ist jedoch wichtig: Es ist nicht „passiert“, sondern derjenige „hat getan". Es macht einen Unterschied, ob mir etwas „passiert“ ist ... |mehr|
Ehrenamtlich für Kriminelle engagieren?
Sich ehrenamtlich für Tierschutz zu engagieren versteht jeder – aber für Kriminelle? Seit Beginn der Betreuung durch Bewährungshilfe vor über 55 Jahren wird diese Arbeit auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleistet; zivilgesellschaftliches Engagement unterschiedlichster Menschen aller Alters- und Berufsgruppen, die ihre soziale Verantwortung aktiv leben und wertvolle Multiplikatoren ... |mehr|
Sinkende Verurteilungszahlen und steigende Haftzahlen - Anforderungen an ein Regierungsprogramm
Die Kriminalstatistik 2012 weist 35.541 rechtskräftige Verurteilungen durch österreichische Gerichte aus. Das ist der geringste Wert seit dem erstmaligen Erstellen dieser Statistik (1947). Auch die relative Verurteilungszahl weist einen historischen Tiefststand von 4,87 Verurteilungen je 1.000 strafmündige Personen im Jahr 2012 aus. Im Jahr 2000 betrug die Verurteilungszahl rund 41.600. Diese ... |mehr|
Strafrecht für Jugendliche in der Schweiz
Der Blick über den Gartenzaun zu unseren Schweizer Nachbarn war immer Teil der Sozialisierung eines prototypischen Vorarlbergers. Die süßeren Kirschen während der Kindheit waren Schwizer Schoggi, in der Jugend französische Tabakwaren und im Berufsleben lukrative Arbeitsplätze. Heute sind es die aus unserer Sicht üppig ausgestatteten sozial konstruktiven Maßnahmen im Jugendstrafrecht. ... |mehr|
Jugendliche: Ersatz für Untersuchungshaft
In den letzten Wochen hat nach einem massiven Missbrauch an einem jugendlichen Untersuchungshäftling eine intensive öffentliche Diskussion über die Haftbedingungen bei jugendlichen Straftätern stattgefunden. Durch den Vorfall hat sich für NEUSTART ein kurzes Zeitfenster aufgetan, um die derzeit positive öffentliche Stimmung in Bezug auf Haftalternativen zu nützen. Diese positive Stimmung ... |mehr|
Rache ist süß - aber ungesund!
Eine Erkenntnis der Hirnforschung zeigt, dass die Befriedigung des Racheimpulses für uns ein ähnlich positives Gefühl hervorruft wie das Essen einer Süßigkeit. Rache ist also wirklich süß! Der Impuls, ein Unrecht nicht einfach hinzunehmen, sondern etwas zu tun, wird also unmittelbar belohnt im Gehirn. Wer kennt es nicht: Wie Charles Bronson in „Ein Mann sieht rot“ (für die ... |mehr|
Lebenslang und die Wahlen
Obwohl die Legislaturperioden auf fünf Jahre verlängert wurden kommt es mir wie gestern vor: Wahlkampf unter Einsatz von Unterstellungen, Verdrehungen, Beleidigungen gegenüber Vertretern anderer Parteien, Aufbau von Feindbildern. Es geht darum, aufzufallen, sich selbst besser darzustellen, den Mitwerber aber herunterzumachen. Inhaltlich wertvolle, politisch weiterführende Gedanken sind in der ... |mehr|
6.000 statt 9.000 - ein Sicherheitsrisiko?
1989 waren im täglichen Durchschnitt 5.946 Personen in österreichischen Justizanstalten in Haft. Dieser Wert lag Anfang der Achtzigerjahre noch bei über 8.000. Er wurde ab 1986 deutlich reduziert, stieg Anfang der Neunzigerjahre bis 2001 auf ein relativ stabiles Niveau von rund 7.000 an und stieg dann wieder deutlich bis zu einem bisherigen Höchststand von 8.957 im Jahr 2007. Im Jahr 2008 ... |mehr|
Die Zwei Klassen Justiz
Anwalt Werner Tomanek kritisiert in seinem Buch "Die Zwei Klassen Justiz" unter anderem die Justiz(politik). Etwa, dass es einen erheblichen Mangel in der Richterausbildung in Sachen Wirtschaftskriminalität gibt. Es gebe Lehrstühle für Gerichtsmedizin und Forensik, was spräche gegen einen Lehrstuhl für Wirtschafts- und Cyberkriminalität? Der wäre angesichts der Überforderung der ... |mehr|
Manchmal ist ein Strafverfahren zu wenig
Anlässlich des sogenannten NSU-Prozesses in Deutschland rückt wieder die Frage nach der Aufgabe des Strafverfahrens, nach den Erwartungen von Opfern und deren Angehörigen in den Fokus. Im November 2011 wurde die mutmaßlich rechtsextremistische Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) aufgedeckt. Sie wird zwischen 2000 und 2006 für die Ermordung von neun Menschen in Deutschland ... |mehr|
Übergangsmanagement im Strafvollzug
Seit Jahren bemüht sich NEUSTART darum, die Schnittstelle zwischen Haft und Freiheit zu verbessern. Personen mit mehreren Haftaufenthalten und vielen Vorstrafen, haben, wenn keine geplante und zielgerichtete sozialarbeiterische Betreuung einsetzt, eine hohes Rückfallsrisiko und gehören zu den 50 Prozent der Personen, die nach einer Haft ohne Betreuung rückfällig werden. Es gibt genügend ... |mehr|
Wiedergutmachung als Chance
Opfer einer Straftat zu werden verunsichert zutiefst. Die im Laufe des bisherigen Lebens aufgebaute Sicherheitsblase zerplatzt mit einem Schlag! Neben der emotionalen Verunsicherung und den körperlichen Schmerzen leidet ein Opfer unter einem akuten Belastungssyndrom, das oft langwierig beeinträchtigt. Der Staat reagiert in der Regel unmittelbar durch eine Einvernahme bei der Polizei und mit ... |mehr|
Opferorientierte Täterarbeit
Unsere Arbeit mit Tätern ist im Sinne der Rückfallvermeidung gleichzeitig Opferschutz. Was tun, wenn ein Täter nach seiner Tat Reue empfindet und das Bedürfnis entwickelt, sich zu entschuldigen? In diesem Zusammenhang stellen sich zwei wichtige Fragen. Ist es legitim, dem Opfer ein Angebot zur Wiedergutmachung zu unterbreiten? Ja, ein Angebot zur Wiedergutmachung kann erfolgen. Darf der ... |mehr|
Nacktfotos - Frauenbilder
Wie jüngst in der Kleinen Zeitung zu lesen war schlug die Schuldirektorin eines Grazer Gymnasiums Alarm: In der Schule kursieren Erotikfotos von dürftig bekleideten oder nackten Mädchen zwischen zwölf und 14 Jahren. Die Mädchen lassen sich von ihrem Freund überreden, pornographische Fotos zu machen; dieser stellt sie dann ins Internet oder schickt sie auf die Smartphones seiner Freunde und ... |mehr|
Obszöne Kraft des Kopfkinos
Nach der Premiere des Films „3096 Tage“ kommentieren die Boulevardmedien mit unterschiedlichem Tiefgang. In der Kronen Zeitung ist in einem Kommentar von Christina Krisch abschließend zu lesen: „Was bleibt, ist die drängende Frage nach der eigentlichen Zielgruppe dieses beklemmenden Films. Und die berechtigte Angst vor der obszönen Kraft eines sich verselbständigenden ... |mehr|
Sexualstraftaten und Verkehrstote
In den Sechziger- und Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts waren jährlich bis zu viermal so viele Verkehrstote als aktuell zu beklagen. Alle überlebenden Unfalllenker bekamen und bekommen ein gerichtliches Strafverfahren. Trotzdem würde niemand auf die Idee kommen, diese für die Gesellschaft so wichtige gravierende Abnahme der Todesopfer im Straßenverkehr als Erfolg der Strafjustiz ... |mehr|
Sozialnetz-Konferenz - finde selbst die Lösung
Institutionelle Systeme tendieren dazu, Entscheidungen ohne die Betroffenen zu treffen. Bei Conferencing-Modellen geht es um die Einbindung der Betroffenen und ihrer sozialen Umwelt. In der Bewährungshilfe soll mit dieser Methode das Repertoire für Jugendliche und junge Erwachsene erweitert werden. Vorbild ist „Family Group Conferencing“ mit Ursprung in Neuseeland, wo sich das ... |mehr|
Große Chance für zweite Chance
Am Anfang standen Provokationen. Es folgten böse Worte. Dann ein Schlag ins Gesicht. Die Strafe folgt: Ausschluss der Kontrahenten und Ächtung der Gewalt. Die Häme des Boulevards, dass sich all das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ereignet, folgt auf den Fuß, selbstgerecht wie immer in solchen Fällen. Die Polemik schafft Quote und verstärkt noch die Polarisierung der „Fans“ ... |mehr|
Recht statt Rache
Ein hohes Maß an menschlicher Größe und Fähigkeit, zu differenzieren, kann nicht von jedem Menschen, der Furchtbares erlebt und erlitten hat, erwartet werden. Das kommt deutlich zum Ausdruck, wenn der Protagonist im Fernsehkrimi „Tatort“ („Hochzeitsnacht"), ausgestrahlt am 16. September 2012 in ORF 2, auf den Vorwurf der Kommissarin „Sie wollen Rache, nicht ... |mehr|
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Ist elektronisch überwachter Hausarrest Strafe genug?
Vor zwei Jahren wurde der elektronisch überwachte Hausarrest als eine neue Form des Vollzugs von Freiheitsstrafen in das österreichische Strafvollzugsgesetz aufgenommen. Maßgeblich für die Entscheidung des Gesetzgebers waren positive Erfahrungen, die international und auch in zwei österreichischen Modellversuchen mit dieser Strafvollzugsform gemacht wurden. Durch die Einführung des ... |mehr|
Strafe allein reicht nicht
Am Beispiel des von vielen geforderten Amtsverlusts eines Kärntner Politikers aufgrund einer erstinstanzlichen Verurteilung wird wieder einmal die Notwendigkeit von über die gerichtliche Strafe hinausgehenden Maßnahmen diskutiert. Diese Zusatzstrafen scheinen die Kriminalitätsprävention zu bieten, die man der gerichtlichen Strafe nicht (mehr) zutraut. Der Gedanke der Spezialprävention ... |mehr|
Family Mainstreaming: wenn Kinder mitbestraft werden
Wenn ein Elternteil ins Gefängnis muss, brauchen Kinder besondere Unterstützung. Alles ist plötzlich anders: Die Gefühlswelt und das familiäre Gefüge geraten durcheinander, dazu kommen oft finanzielle Probleme. Manchmal wird dem Kind und auch Außenstehenden gegenüber der Gefängnisaufenthalt eines Familienmitglieds überhaupt verschwiegen. Selbst wenn die Karten offen auf dem Tisch ... |mehr|
Emotion allein ist zu wenig
2005: In Eisenstadt wird ein Juwelier von mehreren Personen überfallen. Ein Angestellter läuft den Tätern nach. Einer der Täter schießt dem jungen Mann in den Kopf. Der gelernte Uhrmacher wird zum Pflegefall. 2012 wird einer der am Raub Beteiligten am Landesgericht Eisenstadt wegen Beteiligung an schwerem Raub zu sechs Jahren Haft verurteilt. Die Suche nach dem Schützen geht indes weiter... ... |mehr|
Frauen im Anti-Gewalt-Training
November 2011: Fünf Frauen zwischen 15 und 25 Jahren, alle wegen Gewalttaten gegen Frauen in ihrem sozialen Nahbereich verurteilt, haben die Weisung erhalten, bei NEUSTART Graz ein Anti-Gewalt-Training zu absolvieren. Mit Männern haben wir solche Trainings schon erprobt. Ist das Konzept auch auf die Frauengruppe anwendbar? Nach neun von elf Trainingsterminen zeigt sich: Die Entwicklung ... |mehr|
Das Elend der Strafbemessung
Hans Rauscher schreibt im Einserkastl des Standard vom 18. April 2012 zur (diesmal vom Tiroler Wirtschaftskammerpräsidenten losgetretenen) Debatte um strengere Bestrafung bis hin zur Todesstrafe: „Die wahre Katastrophe ist jedoch der gedankliche Hintergrund, vor dem sich diese Diskussion abspielt. In Österreich ist man grundsätzlich immer gern für ‚strengere Strafen’. ... |mehr|
Das Dilemma mit dem Opfer
Der Falter brachte in seiner Ausgabe 14/2012 die Titelgeschichte „Du Opfer!“. Thema ist die Auseinandersetzung mit der scheinbaren „Opferlust“ und eine kulturhistorische Annäherung an unterschiedliche Opferbegrifflichkeiten. Die Schlagzeile „Du Opfer!“ wird im Artikel als „schlimmstes Schimpfwort“ unter Jugendlichen erklärt – im Sinne ... |mehr|
Fußfessel ist kein Flop!
Der elektronisch überwachte Hausarrest wurde zuletzt öffentlich kritisiert. Die erwarteten 300 bis 500 Anwendungen seien nicht erreicht worden, der aktuelle Stand liege bei knapp unter 200 Fällen. So weit, so verkürzt. Die geplante Zahl von 300 bis 500 Anwendungen bezog sich immer auf eine Jahresdurchgangszahl und keine aktuelle Standzahl. Nimmt man hingegen den aktuellen Stand von 192 ... |mehr|
Werden Mädchen immer gewalttätiger?
ORF.at berichtete am 27. März 2012, dass ein dreizehnjähriges Mädchen kurz vor Mitternacht von drei anderen jungen Frauen überfallen und dabei zu Boden gerissen wurde. Ziel dieses Überfalls war es offenbar, an das Handy der Dreizehnjährigen zu kommen. Immer, wenn derartige Vorfälle passieren, werden wir mit der Frage konfrontiert, ob Mädchen immer gewalttätiger werden. Laien, aber auch ... |mehr|
Tanz in der Eden Bar
Die Berichterstattung verschiedener Boulevardblätter war am Wochenende von zwei Tanzereignissen geprägt. „Dancing Stars“ im ORF am Freitagabend und der Tanz von Helmut Elsner in der Eden-Bar. Bei den Promis von „Dancing Stars“ wäre Elsner mit einer ruhigen Rumba vielleicht eine Runde weiter gekommen; allerdings hätte das Votum der Zuseher beim unbeliebtesten ... |mehr|
Wiedergutmachende Gerechtigkeit: kein Schlagwort!
Zwei fünfzehnjährige Jugendliche überfallen eine betagte ältere Frau. Im Zuge des Raubes stürzt die Frau so unglücklich, dass sie sich schwere Verletzungen zuzieht. Eine weitere Folge ist die Verurteilung der Jugendlichen wegen Raubes beziehungsweise schweren Raubes. Dem Opfer wird bereits im Strafverfahren ein Teilschmerzengeld zuerkannt. Weitere Forderungen, die aufgrund der Schwere der ... |mehr|
Zauberwort Wirkungsorientierung
Das neue Zauberwort heißt Wirksamkeit – doch was steckt dahinter? – Im Film Orfeo Negro sitzt der Orfeo am schönsten Aussichtsplatz von Rio de Janeiro und sagt den Kindern, dass er mit seiner Gitarre bewirken kann, die Sonne aufgehen zu lassen. Die Kinder sehen ihn bewundernd und etwas ungläubig an. Dann nimmt Orfeo die Gitarre (es ist die in den Tropen wegen der geringen Hitze ... |mehr|
Heute Tötung eines Menschen
Die heute bevorstehende Tötung eines Menschen nach 20 Jahren in der Todeszelle in Georgia erinnert an die Frage der Legitimität von justiziell vollzogener Strafe überhaupt. Die „Negation des Rechts“ durch den Täter durch die Negation des Verhaltens des Täters mit Grundrechtsverletzungen durch den Staat zu beantworten kann heute nicht mehr als akzeptable Rechtfertigung für Strafe ... |mehr|
Wiedergutmachende Gerechtigkeit nach Krawallen?
Nach den Krawallen und gewalttätigen Ausschreitungen in Großbritannien wird analysiert, was die Ursachen waren, was zu tun ist, um zukünftig solche Exzesse zu verhindern und wie mit den Tätern umgegangen werden soll. Die Antwort ist rasch gefunden: Alle, die geschnappt werden, sollen ins Gefängnis. Zu diesem Thema melden sich nun auch Vertreter der Restorative Justice ... |mehr|
Glück zur Abschreckung von Kriminalität und Drogensucht
Beim kürzlich abgehaltenen Meeting der Amerikanischen Soziologischen Gesellschaft in Las Vegas (22.8.2011) stellte Bill McCarthy von der Universität Kalifornien eine Arbeit mit dem Titel: „Get Happy! Positive Emotion, Depression and Juvenile Crime” vor (übersetzt: „Werde glücklich! Positive Emotion, Depression und Jugenddelinquenz“). Die Forschungsergebnisse sind nicht ... |mehr|
Die Wut der Bildungsfernen
Warum gib es in Großbritannien Krawalle und Gewaltexzesse, obwohl die Armutsgefährdung ungefähr im EU-Schnitt liegt und auch die Verteilung des Reichtums sich nicht wesentlich von anderen EU-Staaten (zum Beispiel Deutschland) unterscheidet? Was versetzt die Jugendlichen aus den Vorstädten von London, Manchester und so weiter in solche Wut, dass sie Autos demolieren, Geschäfte plündern und ... |mehr|
Die Unschuldsvermutung – eine (Selbst)Betrachtung
Anfang August 2011 war sie wieder in aller Munde: Die Unschuldsvermutung – ein Wort, das mich mittlerweile immer häufiger aufregt. Anlass war die erstinstanzliche und wegen einer Berufung nicht rechtskräftige Verurteilung von Uwe Scheuch, der sie für sich selbst in Zusammenhang mit abfälligen Bemerkungen über die Justiz in Anspruch nimmt. „Wenn ich das nur höre!“ – ... |mehr|
Bankenkrise: Hilfe für Menschen in Not?
Solidarität und humanistische Grundhaltung sind wichtige Eckpfeiler unserer demokratischen Gesellschaft. Niemand würde diesen Grundsatz in Frage stellen – allerdings haben wir individuell unterschiedliche Beurteilungsschemata, wann jemand diese Hilfe auch wirklich verdient. Kein Zweifel besteht, wenn Personen aufgrund von Schicksalsschlägen wie Naturkatastrophen oder unverschuldeten ... |mehr|
Anti-Gewalt-Training: Verschiedenheit als Chance
Vor kurzem starteten wir wieder eine neue Gruppe im Anti-Gewalt-Training mit neuen Herausforderungen. Dreizehn Teilnehmer: zumindest zwei davon deklariert als „sehr rechts“, ein aus Schwarzafrika stammender junger Mann nebst deklariert „sehr links“ stehendem Kumpel, ein älterer Familienvater aus dem ehemaligen Jugoslawien, der seine Tochter verletzt hatte und acht weitere ... |mehr|
Ortstafelstreit: Volksgruppenzugehörigkeit und Straffälligkeit
Ende April 2011 hat ganz Österreich den Jubelruf aus Kärnten wahrgenommen, dass betreffend des jahrzehntelangen Ortstafelstreits eine politische Einigung gelungen ist. Man spricht von einer Einigung, obwohl es sich um ein in der Verfassung verankertes Recht der slowenischen Volksgruppe handelt, das nach diversen (teilweise auch illegalen) Verhinderungsaktionen nun doch vollzogen wird - oder ... |mehr|
Osttirol: Tatausgleich auf dem Land
Lienz liegt 186 Bahnkilometer von Innsbruck entfernt. Gefühlt und „erfahren“ aber ist diese Distanz zwischen meinen beiden Arbeitsplätzen doch etwas weiter als die dreieinhalb Stunden Fahrzeit, die der Zug über den Brenner und das Pustertal benötigt. Sozialarbeit im ländlichen Raum wird professionell ausgeübt (um hier keine Missverständnisse aufkommen zu lassen), folgt aber ... |mehr|
We will never forget'
So wurde der amerikanische Präsident Barack Obama in verschiedenen Medien nach der Tötung von Osama bin Laden zitiert. Wir vergessen niemals! Angesichts des Dramas, das sich rund um 9/11 abgespielt hat, eine Reaktion, der durchaus Verständnis entgegengebracht wird. Ende vergangener Woche brachten die Oberösterreichischen Nachrichten das Ergebnis einer Umfrage zu diesem Thema: An die 60 ... |mehr|
Anti-Gewalt-Training: Ich entscheide
Daniel sitzt mit seinem Freund an der Salzach, um den Tag mit einigen Bieren zu beenden. Eigentlich ein gemütlicher Abend. Im Nachhinein weiß keiner mehr, wer eigentlich die Idee hatte. Die Idee, einem Fremden die Geldbörse wegzunehmen, wenn notwendig mit Gewalt. Um Macht auszuüben, um den Kitzel zu spüren, um sich mutig zu fühlen oder für ein weiteres Bier? – Am nächsten Morgen, ... |mehr|
Konkurrenz zum Tatausgleich: Bußgeld und gemeinnützige Leistungen
„Der soll was spüren…“ – das „spüren lassen“ stellt eine einfache Antwort auf die Frage dar, wie mit Menschen umzugehen ist, die Straftaten begangen haben; hier die Tat, da die Strafe. Die unmittelbare, direkt auf die Person des Rechtsübertreters abzielende Reaktion wird dabei als die einzig richtige, sinnvolle Vorgehensweise gesehen. Geldstrafen, ... |mehr|
Investieren in Prävention spart Folgekosten
Vergleich von Kosten und Nutzen bei der Erbringung von sozialen Dienstleistungen (oder auf Wirtschaftsenglisch: „Social Return on Investment“): Kann ein Euro, eingesetzt in Prävention, mehr als einen Euro Ausgaben vermeiden? Oder anders gefragt: Sind die Steuerzahler besser dran, wenn sie ihr Geld bei NEUSTART investieren, weil sie dann anderswo oder später wesentlich höhere ... |mehr|
Cybermobbing und Strafrecht 2
Schüler einer berufsbildenden Schule posteten das Foto einer angeblich unbeliebten Lehrerperson auf Facebook, wo diese von anderen Schülern beschimpft wurde. Der Direktor erfuhr davon und griff ein. Die Seite wurde gelöscht, alle Beteiligten erhielten Verwarnungen, Verweise beziehungsweise wurden in andere Klassen versetzt. Die betroffene Lehrerperson wurde informiert, dass sie beleidigt ... |mehr|
Reite den Drachen!
„Jan lag im Bett. Frisch gewaschen. Die Zähne geputzt. Die Mutter beugte sich über ihn: ,Schlaf gut, mein Großer.’ … Jan lag regungslos auf der Seite, die Knie bis an die Brust an den Bauch gezogen. Das Gesicht zur Wand. Die Arme abgewinkelt, fest and die Brust gepresst. Die Hände zu Fäusten geballt. Er wusste, was jetzt gleich passieren würde: Der Drache in seinem Bauch ... |mehr|
Nach der Haft: inneren und äußeren Haushalt ordnen
Ich habe mit Herrn K. bei unseren Beratungsterminen oft über den Neustart gesprochen, bis Herr K. auf die Idee kam, darüber eine Geschichte zu schreiben. Welche Gedanken sind denn Ihnen beim Lesen seines Weblogs durch den Kopf gegangen? Ist es nicht so, dass Wäsche zu waschen und sie nachher zu bügeln zentriert? – pure Meditation! Der gute Geruch, das Aufhängen, die Bewegung beim ... |mehr|
I’ m free – Auszug aus einem (Wamser-)Tagebuch
Dann war „er“ da, der Tag der Entlassung. Ein letztes Wecken war unnötig. Ich war, ob des Erwartungsschlafentzuges, wach. Eine letzte Frühstücksverweigerung – Kaffee weiß, 300g Schwarzbrot – im Bewusstsein, dass der erste Espresso „draußen“ wartet. Körperpflege inklusive des „jetzt hast Du es geschafft“-Spiegelblicks. Bettwäsche abziehen ... |mehr|
Haft: Kinder brauchen ihre Eltern
Zwei von drei Söhnen von Vätern, die in Haft sind, werden später einmal selbst Hafterfahrungen machen. Das geht aus einer Studie hervor, die dem britischen Parlament vom Prison Reform Trust vorgelegt wurde. Deshalb wird bessere Unterstützung für die Kinder und die Familien von Inhaftierten gefordert; und – bei Familien, die trotz der Haft des Vaters zusammen bleiben wollen – ... |mehr|
Gutmensch – na und!
Als ich diesen Ausdruck zum ersten Mal hörte, war ich verwirrt. Warum wird ein guter Mensch dadurch, dass man ihn in ein Wort zusammendrückt, plötzlich zu etwas Schlechtem und Lächerlichem? Das Bemühen um anständiges und wertschätzendes Verhalten ist anstrengend. Das eigene Verhalten immer wieder dahingehend zu prüfen, ob es fair war, ist anstrengend – denn selbstverständlich ... |mehr|
Elektronisch überwachter Hausarrest: Chance für Gesellschaft
Die Einführung des elektronisch überwachten Hausarrests hat gewaltiges mediales Echo ausgelöst – zum einen prinzipiell, zum anderen wegen „glamouröser“ Fälle. Derzeit sind die ersten Anträge eingebracht und NEUSTART Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen die ersten Erhebungen durch. Erfahrungen mit der „Fußfessel“ haben wir bei zwei Modellprojekten ... |mehr|
Fundraising für Underdogs
Der in den USA aktuelle Charity-Trend des Big-Spending (Superreiche garantieren schriftlich, dass die Hälfte ihres Vermögens nach ihrem Tod an karitative Zwecke geht) hat sich in Österreich noch nicht etabliert. Im Kommen ist der Privatstiftungsmarkt, der angeblich künftig verstärkt gemeinnützige Projekte unterstützen will. Bislang stammt ein Drittel des gesamten Spendenaufkommens in ... |mehr|
Sozialarbeitsgesetz: Erneuerung eines untauglichen Vorschlags
Seit etwa 2000 gibt es Initiativen, vor allem seitens des ÖBDS (Österreichischer Berufsverband der SozialarbeiterInnen), zur Einführung eines Berufsgesetzes für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter in Österreich. Derzeit befasst sich das Parlament mit einem diesbezüglichen Antrag von Abgeordneten der FPÖ. Er ist weitgehend identisch mit dem bereits bekannten Entwurf des ÖBDS, wobei ... |mehr|
Cybermobbing und Strafrecht 1
Mobbing an sich ist keine neue Erscheinung. Das absichtliche und systematische Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen von Personen im Internet oder über das Handy wird Cybermobbing genannt. Neben SMS und E-Mail werden im Internet Foto- und Videoplattformen (zum Beispiel Flickr, YouTube) und Soziale Netzwerke (etwa Facebook) dazu missbraucht. Diese Kommunikationsinstrumente sind ... |mehr|
Lindsay Lohan - die Zukunft des Strafens?
Wegen Trunkenheit am Steuer und Fahrerflucht bei einem Unfall im Jahr 2007 wurde Lindsay Lohan zu zehn Stunden gemeinnütziger Arbeit und – zu Haftstrafe verurteilt – in eine Haftanstalt überstellt. Nach 84 Minuten wurde sie enthaftet. Der Grund: Überfüllung. Nach Nichteinhaltung der Bewährungsauflagen (die elektronische Fußfessel meldete Alkoholkonsum) wurde sie zu einer ... |mehr|
Schalom Bait – Leben ohne Gewalt in der Familie
Gewalt ist ein Zeichen von Hilflosigkeit. Und: Gewalt ist ubiquitär. Gewalt ist nicht nur, wenn in einer Familie der Vater Frau und Kinder prügelt. Gewalt wird auch psychisch ausgeübt. Gewalterfahrungen beinhalten das Miterleben von Gewalt, Gefühle von Angst, Ohnmacht, sich mitschuldig fühlen, im Stich gelassen fühlen, Demütigung oder Ablehnung. „Gewalt hat viele Formen und tritt in ... |mehr|
Sex & Drugs & Ottakringer* – Sucht und Subkultur
(* Text eines Spruchbandes von Rapid-Fans am Innsbrucker Tivoli) Der Begriff „Subkultur“ wurzelt in den Untersuchungen der „Chicago School“ der Soziologie aus den 1940er-Jahren und wurde hauptsächlich zur Beschreibung abweichender Werte und Normen ethnischer Minderheiten herangezogen. Im Umfeld der britischen Untersuchungen des „Center for Contemporary Cultural ... |mehr|
Asyl: mühevoller Weg in die Grundversorgung
Ramazan kam 2009 als Flüchtling aus der Russischen Föderation nach Österreich. Nachdem er an der Grenze aufgegriffen wurde folgte eine Unterbringung im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen in der Bundesgrundversorgung. Die Bundesgrundversorgung leistet in Österreich im Wesentlichen die Betreuung von Asylwerberinnen und -werbern im Zulassungsverfahren; außerdem wenn ihr Antrag auf Asyl im ... |mehr|
Jugendkriminalität: verstärkt Hauptschule Gewaltbereitschaft?
Im Rahmen der 4. Wiener Frühjahrstagung für Forensische Psychiatrie am 28.5.2010 zum Thema „Kinder- und Jugendkriminalität“ ließ der renommierte deutsche Kriminologe Christian Pfeiffer mit einigen bemerkenswerten Forschungsergebnissen aufhorchen: Die Hannoveraner Forscher befragten etwa 45.000 Jugendliche in Deutschland und fanden, dass die Befunde der sogenannten ... |mehr|
Illegale Drogen und Kriminalität
Seit einigen Jahren (mit der Abwahl der seit Jahrzehnten regierenden PRI – Partido Revolucionario Institucional – und damit einhergehenden Machtverschiebungen) tobt in Mexiko ein offener Drogenkrieg, der bisher zu mehreren tausend Toten geführt hat. Die Auswirkungen auf den illegalen Drogenmarkt Nordamerikas konnten bis ins sonst eher von Schwerkriminalität verschonte Kanada ... |mehr|
Nicht gesund - na und?
Hast Du Zahnweh, gehst Du zum Zahnarzt. Hat Dich die Grippe erwischt, ist der Hausarzt gleich in der Nähe. Klingt alles einfach und sollte es in einem sozial entwickelten Land wie Österreich auch sein. In Österreich besteht Versicherungspflicht, das heißt, dass jeder Arbeitnehmer seinen Beitrag zur Krankenversicherung leisten muss, ob er will oder nicht. Es gibt weiters diejenigen, welche ... |mehr|
Abstimmung: Wie halten Sie es mit Bettlern?
Anlässlich einer wirklich bedenklichen Gesetzesreform im Wiener Landtag, die nahezu jede Form des Bettelns unter Strafe stellt und sich in der Begründungsformulierung weniger auf erhobene Daten als auf vorurteilsbeladene Vermutungen stützt, wurde mein eigenes Verhältnis zu bettelnden Personen wieder einmal in Frage gestellt. Um es gleich einzugestehen: Ich habe bettelnden Personen gegenüber ... |mehr|
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Sozialer Status beeinflusst Stress und Gewalt
Bei der achten Armutskonferenz in Österreich referierte Universitätsprofessor Richard Wilkinson (University of Nottingham/UK) über gerechte Gesellschaften. Warum reagieren wir so stark auf Ungleichheiten? Für Wilkinson sind wichtige psychosoziale Faktoren wie sozialer Status, frühe Kindheitserfahrungen und Freundschaft maßgeblich. Als Bewährungshelferin möchte ich den sozialen Status ... |mehr|
Sozialarbeit in der Krise?
„…die helfen den ganz armen Leuten…“ das entspricht dem Bild, das die Bevölkerung von Sozialarbeitern nach wie vor hat. Dass das überwiegend mit ehrenamtlicher, unentgeltlicher Tätigkeit assoziiert wird, ist ebenfalls Fakt. Alle Professionalisierungsschritte der Vergangenheit durch Ausbildung und professionelleren Auftritt der Sozialarbeitsorganisationen haben kaum ... |mehr|
Bewährungshilfe für Griechenland
Der hellenistische Übeltäter – eine Metapher: Die Krise um den möglichen Bankrott von Griechenland ist das bestimmende Thema in der medialen Berichterstattung. Obwohl die Entscheidung über eine solidarische Unterstützung für den in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Staat längst vereinbart war, schlug die Stimmung in der medialen Berichterstattung um. „Betrüger“, ... |mehr|
Verständnis für rechtsextreme Jugendliche?
Rechtsorientiertes Denken ist in dem Milieu, in dem sich unsere Klientinnen und Klienten oftmals bewegen, durchaus üblich und anerkannt. Nicht nur dort: Die Präsenz rechter Positionen ist in der österreichischen Politik sehr ausgeprägt (wie wir fast täglich in den Medien sehen). Aber: Rechts ist nicht gleich rechts. Die Bandbreite ist vielfältig; sie beginnt bei rechtsorientierten ... |mehr|
Die Zukunft bewältigen durch Wirkungsorientierung
Peter Ferdinand Drucker wäre am 19.11.2009 einhundert Jahre alt geworden. Er wurde in Wien geboren, ging nach seiner Schulzeit nach Deutschland, musste von dort 1933 nach England emigrieren und zog 1937 weiter in die USA. Dort erarbeitete er sich den Ruf des Vaters der modernen Managementlehre. Er hat sich immer mit dem gesellschaftlichen Stellenwert von Organisationen beschäftigt und war seit ... |mehr|
Resozialisierung im Ausland
Ein Auslandsjahr, und dann noch in den USA – das ist der große Traum vieler Jugendlicher und überdies eine mittlerweile wesentliche Voraussetzung, um künftig ganz vorn dabei zu sein beim Wettbewerb um Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Welche Kritik könnte es also daran geben, wenn dieses Auslandsjahr sogar von der öffentlichen Hand finanziert wird? Vorderhand wohl keine, wenn dabei ... |mehr|
Keine Gnade für Kinderschänder?
Dem Ruf „keine Gnade für Kinderschänder“ kann ich zustimmen, denn erstens gibt es DIE Kinderschänder nicht und zweitens ist zu befürchten, dass Gnade da nicht wirklich hilft. Die erschreckenden Offenbarungen aus Kirche und anderen Institutionen lassen niemanden kalt. Die Reaktionen sind vielfältig: Die Medienberichte reichen von „Sex and Crime“-Faszination bis zu ... |mehr|
Drogenarbeit: Überleben durch intensive Betreuung
Seit November 2006 besteht im Rahmen der tertiären Suchtprävention zwischen der Gesundheitsbehörde des Landes Kärnten und NEUSTART ein Vertrag mit dem Auftrag, drogenkranke Klienten zu betreuen. Auf Überweisung der Drogenambulanzen werden Klienten, die sonst nicht an Behandlungs- und Betreuungssysteme angebunden sind, durch einen sogenannten NEUSTART Bezugsbetreuer ein Jahr lang intensiv ... |mehr|
Elektronische Fußfessel: Sinnvollerweise begleitet von Sozialarbeit
Jetzt soll sie also kommen, die Fußfessel – um Untersuchungshaft zu vermeiden oder Haftstrafen zu verkürzen. Damit kann man Kosten sparen und die Resozialisierung erleichtern beziehungsweise unterstützen. Nutznießer sollen Menschen sein, die eher gut integriert sind und keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. NEUSTART konnte in den vergangenen Jahren bei zwei Projekten ... |mehr|
Sexueller Missbrauch: Mensch oder Monster?
Der kolportierte sexuelle Missbrauch im Reform-Internat Odenwaldschule im deutschen Bundesland Hessen sorgt für Empörung. Burschen und Mädchen wurden körperlich misshandelt und sexuell missbraucht. Wenige Themen irritieren unsere Gesellschaft so wie sexueller Missbrauch von Kindern. Kein anderes Thema ruft so radikale Reaktionen bei der Bevölkerung hervor. Allein schon beim Gedanken an ein ... |mehr|
NEUSTART aus Sicht der Öffentlichkeit
Die aktuellen Entwicklungen rund um das geplante Asyl-Erstaufnahmezentrum haben einmal mehr die Verfechter von härteren Strafen und Repression auf den Plan gerufen: strengere Gesetze und härtere Strafen für die, die ohnehin keine Stimme haben in Österreich. Einmal mehr überwiegt der Eindruck, dass Österreichs Bevölkerung immer mehr zur einschlägigen Argumentation diverser freiheitlicher ... |mehr|
Familie, Freunde, Bekannte: Naheverhältnisse von Tätern und Opfern
Polizisten konnten zwischen Weihnachten und Neujahr ein kurioses Verbrechen in Schärding (Oberösterreich) klären. Ein Einbrecher wurde nach seiner Tat selbst zum Opfer - und seiner Beute beraubt. Der Einbrecher stahl aus der Kassa einer Sozialeinrichtung einige hundert Euro und wurde dann Opfer von zwei Räubern, die ihm auf dem Nachhauseweg (nach Lokalbesuchen verbliebene) 230,- Euro ... |mehr|
Haftentlassenenhilfe: nicht aufenthaltsverfestigt
Die Zeit nach der Haftentlassung ist eine kritische Phase, weil sie an die Betroffenen hohe Anforderungen stellt. Die vorgegebenen Strukturen der Haft fallen weg, Erwartungen werden enttäuscht, die zahlreichen Behördenwege erweisen sich häufig als mühsam. Umso wichtiger ist es, den sogenannten sozialen Empfangsraum nach der Haft gut vorzubereiten, um Rückfälle zu vermeiden. Die Tätigkeit ... |mehr|
Plädoyer für interdisziplinäre Fallarbeit bei süchtigen Jugendlichen
Mit dem Ausbau und der Differenzierung des Angebots psychosozialer Hilfestellungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten sind wesentlich umfangreichere Möglichkeiten interdisziplinärer Zusammenarbeit entstanden. Diese werden bis heute nur bedingt wahrgenommen und in Zeiten wachsenden Einsparungsdrucks und Konkurrenzdenkens tendenziell vernachlässigt. Dabei erweist sich ein gut koordiniertes ... |mehr|
Schon wieder: 40-Jähriger bei Einbruch erwischt
Diese Headline haben sie sicher in noch keiner Zeitung gesehen. Warum nicht? Weil es eigentlich niemanden wirklich besonders interessiert. Was ist schon speziell an einem 40-jährigen Einbrecher? „Schon wieder prügeln Jugendliche auf Passanten ein“. Diese Überschrift kommt ihnen bekannt vor? So, oder ähnlich haben sie es gelesen? Warum ist der jugendliche Delinquent soviel ... |mehr|
Nachgefragt: Strafe muss sein - muss Strafe sein?
Strafe muss sein! Nur harte Strafen schrecken ab. Wer eingesperrt wird, hat es auch verdient. Würde NEUSTART diese Meinung vertreten, gäbe es unseren Verein nicht. Seit die ersten Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer ihre Arbeit aufgenommen haben, waren sie überzeugt davon, dass Strafe nur Sinn macht, wenn sie auch etwas Positives bewirkt. Diese Überzeugung hat sich gehalten - in 52 ... |mehr|
Schlüsselknecht und Laberknabe
Neue Wege in der Bewährungshilfe: Affekt-Kontroll-Training® als Brücke zwischen Innen und Außen Wir (Guido Riepl, Justizwachebeamter und Rainer Schafhuber, Bewährungshelfer) führten im Rahmen von Anti-Gewalt-Trainings beim Verein NEUSTART einen jeweils in sich geschlossenen Tag Affekt-Kontroll-Training® (AKT®) durch. Das heißt: Acht bis zwölf junge gewaltbereite Erwachsene, zwei oder ... |mehr|
Bewährungshilfe: Ein vermeintlich leichter Fall
Klient M., Delikt sexuelle Nötigung (er hat mit einem Messer sein Opfer zu sexuellen Handlungen gezwungen), Urteil: geistig abnorm, nicht zurechnungsfähig. Gesamtstrafausmaß inklusive Vorstrafen (Suchtmittelgesetz, Körperverletzung): 20 Monate unbedingte Haft. Herr M. ist 30 Jahre alt, von Beruf Kellner, in Österreich geboren, hat jedoch eine ausländische Staatsbürgerschaft. Er kommt in ... |mehr|
Kriminalitätserfahrung im internationalen Vergleich
Neben den polizeilichen Kriminalstatistiken sind Befragungen zu Kriminalität eine der Quellen, um Ausmaß und Trends der Kriminalitätsentwicklung einer Gesellschaft zu erfassen. In diesen “Crime Surveys” wird eine repräsentative Bevölkerungsgruppe danach befragt, ob sie in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Verbrechens wurde; ob Anzeige erstattet wurde, spielt dabei keine ... |mehr|
Kriminalitätsgefühl
Wie sehr fürchten wir Österreicher uns davor, Opfer von Kriminalität zu werden? Laut EU ICS (European Crime and Safety Survey) eher weniger. Österreich gehört zu den europäischen Ländern mit der niedrigsten Viktimisierungsrate, geringer Verbrechensangst und einer hohen Zufriedenheit mit der Polizei. EU-weit werden von Gallup Europe repräsentative Bevölkerungsgruppen (Sample 2.000 ... |mehr|
Mehr Tatausgleich für unsere Jugendlichen!
Um der gesellschaftlichen Sichtweise von uns Erwachsenen gegenüber Kindern und Jugendlichen auf den Grund zu gehen empfehle ich, im Internet nach Zitaten zu googeln. Bei Kindern kommen fast ausschließlich positive Sprüche, die von Glück, Unschuld, Phantasie und so weiter sprechen, während wir Erwachsene beziehungsweise das Bildungssystem als potenzielle Gefahr für das Abtrainieren dieses ... |mehr|
Strafe und ihr Nutzen
Die gesellschaftliche Reaktion auf Straftaten ist die Strafe. Nur, welche nützt wirklich etwas? Was bedeutet "nützen" in diesem Kontext? Welche Zielbilder haben wir, wenn wir eine Straftat mit staatlichen Zwangsmaßnahmen gegen den Täter beantworten? Aus der Frage „Welche Strafe nützt etwas?“ wird also schnell die zweite Frage „Wie definiert sich der Nutzen?“ ... |mehr|
Neue Haftentlassenenhilfe im Burgenland
Frau K. wurde im Juni 2008 aus der Haft entlassen. Sie hatte inzwischen ihre Wohnung im südlichen Burgenland auf Grund des Umstandes verloren, dass sie während der Haft die Mietzahlungen nicht leisten konnte. Die zuständige NEUSTART Sozialarbeiterin reagierte nach der Haftentlassung rasch. Nachdem in kurzer Zeit eine neue Wohnung gefunden war, organisierte sie einen Übersiedlungstransport, ... |mehr|
Michael Jackson: They don't care about us
Im Jahr 1996 präsentierte NEUSTART (damals noch Verein für Bewährungshilfe und Soziale Arbeit) das Video „kurz.schluß“ für die Arbeit mit Jugendlichen, das an Schulen verteilt wurde. Neben zwei Musikclips von Twist of Fate und den Rounder Girls enthielt das Präventionsvideo auch „They don’t really care about us“ von Michael Jackson. Warum? Bei aller Befassung ... |mehr|
Jugendkriminalität: Darf man unter 14 stehlen?
Jugendliche sind streng miteinander. Jugendliche glauben, dass auch zehn- bis 14-Jährigen durchaus bewusst ist, wenn sie Grenzen überschreiten. Experten glauben das nicht. Sie meinen: Jugendliche würden zwar biologisch früher reifen, ihre soziale Entwicklung hinkt dieser frühen Adoleszenz aber hinterher. Die Fachleute finden: Die Jugend spiegelt die Erwachsenenwelt wider. Man kann von ... |mehr|
Jugendverschuldung: Einzelfälle oder Massenphänomen?
Quer durch alle sozialarbeiterischen Dienstleistungen bei NEUSTART begegnen wir jungen Menschen, die es, obwohl gering an Lebensjahren, zu einer beachtlichen Verschuldung gebracht haben. Einzelfälle oder Massenphänomen? Antworten darauf versucht eine Studie der Fachhochschule Oberösterreich in Kooperation mit der Schuldnerberatung Oberösterreich und Raiffeisen Oberösterreich zum Thema ... |mehr|
Risikokompetenz für Jugendliche – Kampftrinken und andere Süchte
Das Konzept der Risikokompetenz beinhaltet die Entwicklung eines Risikobewusstseins von Klienten im Umgang mit Suchtmitteln. In der sekundären Suchtprävention mit Jugendlichen hat sich das Konzept in Hinblick auf einen sicheren und verantwortlichen Umgang im Gebrauch von Suchtmitteln als erfolgreich und zielführend erwiesen. Risikokompetenz wird allgemein in unserer Gesellschaft vermehrt zu ... |mehr|
Mir reicht's: Gewalt in der Partnerschaft
Der Druck steigt, die Krise ist überall – Arbeitsplätze gehen verloren, Beziehungen zerbrechen und Konflikte eskalieren. Mit diesen Folgen sind wir in unserem Arbeitsalltag täglich konfrontiert. So auch Herr P. – er hat zum wiederholten Mal seinen Arbeitsplatz verloren, er ist nicht mehr der Jüngste und durch fehlende Ausbildung hat er auch nicht die besten Chancen, nachhaltig ... |mehr|
Sozialarbeit wirkt
Dank der Forschungsergebnisse des Instituts für Rechts- und Kriminalsoziologie (Hofinger, Neumann, 2008) wurde wieder einmal die Wirksamkeit von sozialarbeiterischer Intervention gegenüber bloßer gerichtlicher Verurteilung dokumentiert. Selbst bei vom Richter als rückfallgefährdet eingestuften Verurteilten gelingt es NEUSTART Bewährungshelfern in 60 Prozent der Fälle, den Rückfall zu ... |mehr|
Fünfzehn und keine Perspektive
Daniel ist fünfzehn Jahre alt – kein halbstarker Jugendlicher, sondern ein kindlich wirkender Bub. Seit einigen Monaten lebt er nicht mehr zu Hause, was ihn, wie er sagt, traurig macht. Er ist in der geschlossenen Abteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht. Die Diagnose: emotional instabile Persönlichkeit, Verdacht auf ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ... |mehr|
Überwachungsgesellschaft und Kontrolltechnik
Pass auf kleine Hand, was du tust Pass auf kleine Hand, was du tust. Denn der Vater im Himmel schaut herab auf dich, Pass auf kleine Hand, was du tust. (aus einem Kinderlied) Heute ist der Vater im Himmel ein prekär Beschäftigter des Sicherheitsgewerbes, der hinter den Bildschirmen der Videoüberwachung sitzt. Die Einführung von Videoüberwachung (CCTV: closed circuit TV) ist eng verbunden ... |mehr|
Wirtschaftskrise und Scheidungsrate
In den USA, wo die Wirtschaftskrise schon länger als bei uns bei vielen Menschen in Form von Jobverlust, Versteigerung des Hauses, Verlust der Pensionsvorsorge und ähnlichem angekommen ist, beschäftigen sich immer mehr Therapeuten und Soziologen mit der möglichen Auswirkung der Krise auf Ehe und Partnerschaft. Führen wirtschaftliche schlechte Zeiten dazu, dass Beziehungen länger halten oder ... |mehr|
Plötzlich illegal
Das derzeitige österreichische Fremdenrecht führt dazu, dass fast täglich Menschen illegalisiert werden. Illegalisiert zu werden heißt, vom Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Sozialleistungen und versicherungsrechtlichen Ansprüchen abgeschnitten zu sein. Es gibt keinen Rechtsanspruch, alles wird zum Gnadenakt. Wie schnell das geht, zeigen drei Beispiele: Ali ist türkischer Staatsbürger, 24 Jahre ... |mehr|
Arbeitgeberpflicht Dienstzeugnis: Verzicht auf Bewertung
Über Dienstzeugnisse werden manchmal seltsame Vermutungen kolportiert. Ähnlich komplexen Verschwörungstheorien meinen Beobachterinnen und Beobachter ein ausgefeiltes Coderepertoire zu erkennen, mit dem Personalchefinnen und –chefs verdeckt präzise Informationen über ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeben. Es lässt sich nicht verifizieren, wie weit diese Codes von den ... |mehr|
Tagebuch Bewährungshilfe: Langer Atem gefragt
Ein Tag in meinem Arbeitstagebuch als Bewährungshelferin. Ich helfe – Leben ohne Kriminalität? 6:30 Uhr: Der Wecker klingelt. Also raus aus den Federn, Kaffee kochen, Kachelofen beheizen, duschen. Die Salzburger Nachrichten lesen: Der Anteil der Mädchen, die kriminell werden, steigt. Ein Sudoko richtig lösen muss sich auch noch ausgehen. 8:15 Uhr: Auto startklar machen (kein ... |mehr|
Fremde ohne Ausweis
Bei bestimmten strafrechtlichen Delikten, die einen Auslandsbezug haben könnten (wie zum Beispiel Suchtgiftdelikten oder Zollvergehen), wird vom zuständigen Passamt in der Regel der Reisepass oder der Personalausweis (oder auch beides) entzogen. Das geschieht deshalb, weil die Behörde aufgrund der Verurteilung Grund zur Annahme hat, dass ein Reisedokument dazu benützt wird, weitere solche ... |mehr|
Freiwillige Überstunden statt Ersatzfreiheitsstrafe
Die Vorgeschichte: Karl R., 73 Jahre alt, hatte über viele Jahre Streit mit seinem Nachbarn. Es kam zu mehreren Gerichtsverhandlungen aufgrund gegenseitiger Anzeigen wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung, wobei Karl R. letztlich zur Zahlung einer Geldstrafe in der Höhe von 480,- Euro verurteilt wurde. Da Herr R. aufgrund eines Konkurses in finanzielle Nöte geriet, konnte er nur ... |mehr|
World of Warcraft und die Folgen von Online-Spielsucht
Ich staunte nicht schlecht, als mir ein guter Freund zu Silvester erzählte, dass er – bevorzugt nachts – im Internet stundenlang ein brutales Kriegsspiel namens „World of Warcraft“ spielt und dafür 30,- Euro monatlich hinblättert. „Ich bin so scharf auf dieses Spiel, dass ich auch 100,- Euro dafür bezahlen würde“, war eine Zusatzinformation zu seinem ... |mehr|
Teurer Hauskauf – oder wieder einmal Sex and Crime
Ein Haus wird gefunden und gekauft, dringender Wohnbedarf und passabler Preis sind vorhanden – all das wäre nicht der Rede wert. Interessant wird es, wenn der Preis eines Hauses dessen Wert übersteigt und sich dennoch Käufer finden. Aus welchem Grund sind etliche Menschen gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten bereit, einen extra hohen Preis zu bezahlen? Ist es der selbstreinigende ... |mehr|
Gefährliche Waffen
Gestern wurde in den Morgennachrichten von Radio Niederösterreich berichtet, dass einem Bruder von Arigona Zogaj bei seiner freiwilligen Heimreise in den Kosovo auf dem Flughafen ein Schlagring abgenommen wurde. Ob das Mitnehmen dieses Gegenstands Ausdruck spätpubertären Imponiergehabes, Provokation, Dummheit oder Hinweis auf geplantes straffälliges Verhalten ist, wurde nicht hinterfragt. ... |mehr|
Elektronische Aufsicht als Ausweg aus dem Verwahrvollzug
Wie schafft man den Spagat zwischen dem Bedürfnis der Gesellschaft nach mehr Sicherheit und der Überbelegung von Haftanstalten, die letztlich in einem reinen Verwahrvollzug mündet (was Resozialisierungsinitiativen erschwert oder gar verunmöglicht)? Ein Beitrag zur Auflösung dieses Spannungsfeldes wurde mit dem Haftentlastungspaket geleistet. Durch den Leitgedanken „mehr Sicherheit ... |mehr|
Datenschutz im Regierungsprogramm. Wo sind die Sexualstraftäter?
Rund um die von der EU geforderte Veröffentlichung der Fördergelder für Landwirte gab es im Vorfeld heftige Diskussionen. Diese Diskussionen haben auch im neuen Regierungsprogramm Eingang gefunden: „Die Transparenz der öffentlichen Zahlungen in der Land- und Forstwirtschaft ist laufend zu evaluieren und anzupassen. Im Rahmen der nächsten Datenschutzgesetzes-Novelle muss sichergestellt ... |mehr|
Kriminalität von Jugendlichen
Steigt die Jugendkriminalität? Und wenn ja, um wie viel? Die Meinungen gehen auseinander, wenn es um die konkreten Zahlen geht. Bei Schlagzeilen wie „Anstieg der Jugendkriminalität von 2001 auf 2007 um 51 Prozent“ fehlt laut Katharina Beclin vom Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien das Wort „registriert“ – die Umstellung in der Erfassung ... |mehr|
Let’s talk about stalking, baby
Wenn jemand „nein“ sagt, meint er dann auch „nein“? Ratgeber appellieren gerne an den Mut zur Unnachgiebigkeit gegenüber einem „nein“, da es ja auch „vielleicht“, vielleicht „eigentlich ja“, oder eigentlich „eindeutig ja“ bedeuten könnte; besonders, wenn das „nein“ von einer Frau ausgesprochen wird und speziell, ... |mehr|
NEUSTART Weihnachtsgeschichte: Die zweite Chance
Ein hoffnungsloser Fall? Die Geschichte des NEUSTART Klienten O. zeigt, warum jeder Mensch eine zweite Chance verdient. Klient O., Jahrgang 1966: Seine Kindheit war durch Misshandlungen geprägt. Seine Pubertät durch ein unterstützendes Umfeld. Seine Adoleszenz verbrachte er hinter Gittern. Das Delikt: § 75 (Mord), § 142 (Raub) laut Strafgesetzbuch (StGB), Maßnahmenunterbringung nach § 21 ... |mehr|
Streit ums Kind
Mutter bleibt Mutter und Vater bleibt Vater – auch wenn die Beziehung vorbei ist. Jüngst konnte den Medien entnommen werden: „Vater will per Plakat Kontakt zu seinen Kindern aufnehmen“, da er sich um sein Besuchsrecht geprellt fühlt. Ebenso ist den Medien eine Debatte über die Qualität von Expertisen bezüglich des Sorgerechtes für Kinder im Zuge einer Scheidung zu ... |mehr|
Anti-Gewalt-Training als Opferschutz
Hartmut H. (seine Geschichte steht hier beispielhaft für viele Klienten) hat sieben einschlägige Vorstrafen wegen Körperverletzung. Einmal war es ein Unbekannter auf der Straße, mal war es eine Freundin, die er verletzte. Immer hat er irgendwann einfach zugeschlagen. Der Grund dafür? Schwer nachvollziehbar für einen Außenstehenden - Alkohol war immer dabei; fehlende Perspektiven kann man ... |mehr|
Opferinteressen und Bewährungshilfe
Bei Betreuung eines Straftäters haben Bewährungshelferin oder Bewährungshelfer immer wieder mit Opfern von Straftaten zu tun. Oft hört man dann: Interessen des Täters und Interessen des Opfers schließen einander aus. Nach meiner Erfahrung kann eine Resozialisierung des Täters ohne Einbeziehung des Opfers nicht gelingen. Die Wiedergutmachung des Schadens ist Teil der Täterarbeit. Sie ist ... |mehr|
Sonderanstalt für Asylwerber
Nach dem Unfalltod von Jörg Haider am 11.10.2008 war von Stefan Petzner und dem jetzigen Landeshauptmann Gerhard Dörfler zu hören „In Kärnten ist die Sonne vom Himmel gefallen.“ Für viele Migranten und Asylwerber in Kärnten war das durch die ausländerfeindliche Politik schon länger der Fall - und das Klima der Kälte und menschlichen Verachtung gegenüber Asylwerbern breitet ... |mehr|
NASIL SIN ? Wie geht es Dir?
Ali ist erleichtert. Endlich kann er mit jemandem über seine Probleme reden - er hat mehr als genug davon. Ali lebt in der Türkei und ist elf Jahre alt, als seine Mutter stirbt. Der Vater, schon seit 25 Jahren in Österreich, holt alle seine Kinder nach Österreich und ist mit den sieben kleinen Kindern überfordert. Die Hauptschule beendet Ali negativ; er versteht den Lehrer nicht, hält sich ... |mehr|
Jugend im Gefängnis
Körperlich haben Jugendliche einen Zustand erreicht, der sie mit den Erwachsenen auf gleiche Augenhöhe bringt. Die Bedingungen, unter denen sich ihre Seele entwickelt hat, machen sich von diesem Alter an auf kraftvolle Weise bemerkbar. Alle Jugendlichen machen noch einmal eine Phase des Normenlernens durch; besonders jene, die traumatische Erfahrungen hinter sich haben, werden häufig in dieser ... |mehr|
Das Haftentlastungspaket wirkt
Der Traum vom schnellen Erfolg führt nicht nur auf den Finanzmärkten in die Krise, auch in der Kriminalitätsbekämpfung treibt er immer wieder sein Unwesen. Teure, aber unwirksame Maßnahmen sind sein Markenzeichen. Leider fühlen sich bei dem Thema Sicherheit viele als Experten und merken nicht, dass Empfehlungen, die weder auf Sachkenntnis noch auf Reflexion der eigenen Emotionen beruhen, ... |mehr|
Plädoyer für einen dritten Arbeitsmarkt
Eine wichtige Säule bei der Resozialisierung von Haftentlassenen ist die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt. Im Arbeitstraining der NEUSTART Haftentlassenenhilfe werden Klienten auf das Arbeitsleben vorbereitet. Von Jänner bis Oktober 2008 absolvierten 103 Klienten das NEUSTART Arbeitstraining. Neben guten Erfolgen bei der Arbeitsvermittlung (rund ein Drittel der Klienten konnte in den ... |mehr|
Bearbeitung des Delikts in der Bewährungshilfe
Die Motivation unserer Klienten, sich intensiv mit dem begangenen Delikt auseinanderzusetzen, ist oftmals nur sehr spärlich vorhanden. „Ich hab’ das hinter mir“, „dafür war ich eh in Haft“, „ich tu’s eh nicht mehr“ sind allseits bekannte Stehsätze, mit denen wir konfrontiert werden. Somit nimmt die Frage nach dem Grund der Deliktbearbeitung immer ... |mehr|
Wer Obama nicht wählen darf
In der Wahlfarce des Jahres 2000 verlor Al Gore wegen 537 Stimmen in Florida die Präsidentschaft gegen Bush. Obama elektrisiert die schwarze Bevölkerung Amerikas mit seinem Ruf nach Wandel und Veränderung und der Tatsache, dass er Afro-Amerikaner ist. Die Schwarzen sind seine treuesten Anhänger - Stimmen auf die er zählen kann, nur: 1,4 Millionen davon dürfen gar nicht zur Wahl gehen. ... |mehr|
Kriminalitätsentwicklung - aus Sicht eines „Experten“
Gegen Ende des Besuchs eines ehemaligen Klienten (Roman, 50 Jahre alt, hatte nach zwei Vorstrafen vor mehr als zwei Jahrzehnten einen schweren Raub begangen und war in Haft, seitdem aber ohne weitere strafrechtliche Auffälligkeiten) hat mich interessiert, wie ein ehemaliger Vorbestrafter die aktuelle kriminalpolitische Debatte erlebt. Bei der Frage nach Herabsetzung des Alters für ... |mehr|
Benzindiebstahl
Angeblich sind Benzindiebstähle um 30 Prozent (gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres) angestiegen. Warum? Was für eine Frage. Autofahrer und Transporteure aller Art klagen über die ständig steigenden Treibstoffpreise. Somit scheint Motiv A glaubhaft: Manche Autofahrer können sich den Sprit nicht mehr leisten, deshalb klauen sie ihn. Oder, vielleicht Motiv B: Einige Autofahrer sind ... |mehr|
Hansi Lang - „Wieder gut sein"
„Wieder gut sein“ und „Letter from Real Town“ sind Texte, die Hansi Lang während seiner Inhaftierung verfasst hat. „Letter from Real Town“ war das „Geschenk“ von Hansi Lang an die Bewährungshilfe-Charity-CD „kurz.schluß“. So i had quiet days in Real Town - I had tons of time - I was thinking ‘bout my baby - I had some pictures ... |mehr|
Sommerg’schicht’n: Zeilenfüller. Kriminalität, Ausländer, Mörder.
Es gibt ja noch immer kein Sommerloch. Wenngleich, die Zahl der Abwesenheitsnotizen von Mail-Empfängern hat in dieser Woche ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht, was darauf schließen lässt, dass wirklich viele Menschen irgendwie weg und medialer Beeinflussung entzogen sind. Dem zum Trotz - oder auch deshalb - drängelt das Böse hartnäckig (mit nahezu schon penetranter Redundanz) in die ... |mehr|
Sommerg’schicht’n: Täter-Opfer-Umkehr
Sommerloch gibt’s keines mehr. Zwar werden die Magazine schlanker, weil ihnen Werbeeinschaltungen fehlen; zur Kompensation gibt’s aber immer Sommerthemen, die alle Jahre wieder dräuen und den Kaufwillen forcieren (sehr beliebt: Jugendkriminalität, Bankräuber, das Sommer-Wetter). Auf der Suche nach originellen Sommergeschichten böte sich ja das Studium ungewollt zweideutiger ... |mehr|
Vorbeugen statt strafen!
Umfragen zum Thema „Gewalt an Schulen“ (darunter auch jene von NEUSTART zu Beginn des Jahres) und genaue Beobachtungen in jenen Schulen, die von NEUSTART Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ganz Österreich besucht wurden, haben ergeben, dass an einigen Schulen Österreichs in jüngster Zeit Gewalthandlungen gesetzt wurden, die Anlass zur Sorge geben. Es passieren aber nicht nur ... |mehr|
Jung, straffällig, verschuldet
„Einem Nackten kannst’ nicht in die Hosentasch’n fahren“ In den Achtzigerjahren gab Joki Kirschner, Talkmaster der Sendung „Tritsch Tratsch“, in einem Werbespot die Losung für den richtigen Umgang mit Geld aus: „Geld macht glücklich, wenn man rechtzeitig d’rauf schaut, dass man’s hat, wenn man’s braucht.“ Diese heute geradezu ... |mehr|
Das Haftüberraschungspaket: Kriminalpolitik ist machbar.
Die Anzahl der bedingten Entlassungen in Österreich ist seit Jahresbeginn 2008 deutlich gestiegen. Das spüren alle NEUSTART Einrichtungen und bei Gesprächen mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in den Justizanstalten werden diese Beobachtungen bestätigt. Was ist passiert? - Eine veränderte Insassenpopulation? Neue Richterinnen? Eine neue Zusammensetzung der Entlassungssenate? Nichts ... |mehr|
Professionelle Ehrenamtlichkeit
1957 hat die Arbeitsgemeinschaft Bewährungshilfe ihre zukunftsweisende Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begonnen. Der Erfolg der Bewährungshilfe führte bald zu Überlegungen der Professionalisierung, wobei erst 1964 die ersten hauptamtlichen Bewährungshelferinnen und –helfer bei der Justiz angestellt wurden. Die Professionalisierung sollte jedoch nie die ... |mehr|
Arbeit statt Ersatzfreiheitsstrafe
Personen mit hoher Suchtabhängigkeit, sei es durch Alkohol oder andere Suchtmittel; Personen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Borderline-Symptomatiken, Angststörungen; Personen, die seit einem Jahrzehnt vom Arbeitsmarktservice als nicht vermittelbar eingestuft werden - sie alle wollen es. Personen mit Vorstrafen und Hafterfahrung; Personen mit aufrechtem Aufenthaltsverbot in ... |mehr|
Novelle des Datenschutzgesetzes
Erinnert sich noch jemand an die Bespitzelung von Journalisten und der eigenen Verwaltungsratsmitglieder durch Hewlett-Packard? Nein? An die Videoüberwachung der Angestellten bei Lidl? War ja auch erst vor kurzem in den Medien. An die Bespitzelung von Journalisten und Aufsichträten durch die Deutsche Telekom? Ja, natürlich, ist gerade aktuell! Diese unerträglichen illegalen Praktiken wird ... |mehr|
Führungssysteme im NPO-Bereich
Man ist nicht nur für das, was man macht, verantwortlich, sondern auch für das, was man nicht macht. Es ist daher unser Ziel, in allen Bereichen unserer Tätigkeit (und dazu gehört nicht zuletzt unser Führungssystem) Vorreiter und Vordenker zu sein, wodurch wir nachhaltig erfolgreich sein wollen. Am 27. Mai 2008 war ich eingeladen, beim Management-Cercle der Beraterfirma Contrast ... |mehr|
Rechnungswesen: Der Hygienefaktor bei einem gemeinnützigen Verein?
Welcher Arbeitnehmer hat sich noch nicht über Anforderungen der Buchhaltungsabteilung in seinem Unternehmen geärgert? Wer hat sich noch nicht gefragt, wofür alle diese Angaben auf Rechnungen, Reisekostenabrechnungen, Kassenbelegen et cetera verwendet werden? Wer hat sich, in Zeiten der Mittelknappheit, noch nicht gewundert, wieviel Aufwand - bei einem selbst - das Rechnungswesen als Teil des ... |mehr|
Der Sinn gemeinnütziger Leistung statt Ersatzfreiheitsstrafe
Seit 1.1.2008 ist es nun Gesetz. Menschen, die ihre offene Geldstrafe nicht bezahlen können, bekommen vom Gericht die Möglichkeit, statt der Ersatzfreiheitsstrafe gemeinnützige Leistungen erbringen zu können. Wie war es früher? Der Betroffene wurde in der Verhandlung für sein Fehlverhalten verurteilt. Es wurde eine Geldstrafe ausgesprochen. Er konnte sie aber nicht bezahlen, weil er ... |mehr|
Schulsozialarbeit - kontinuierliches Beratungsangebot als Problemabschiebung oder verantwortungsvolle, interdisziplinäre Gestaltung eines zentralen Lebensraumes? „Dinge wie Angst, Schmerz, Kummer, Schuld und überhaupt der allgemeine Jammer, das heisst, der Alltag im alten Russland, haben in diesen windschnittigen modernen Zeiten nicht allzuviel Stehvermögen.“ Marisha Pessl, Die ... |mehr|
Straffällige Asylwerber
Immer wieder wird in den Medien berichtet über kriminelle Ausländer, vorwiegend Asylanten. Es ist die Rede von Schwarzafrikanern, die unseren Kindern Drogen verkaufen, von Nordafrikanern, die gewaltbereit sind und von Menschen aus dem Osten, die es vorwiegend auf unser Eigentum abgesehen haben. Seit circa zwei Jahren kommen vermehrt Klienten mit prekärem Aufenthaltsstatus in die NEUSTART ... |mehr|
Grundrecht Wohnen – im Notquartier?
In der Arbeit mit unseren Klienten stellen wir - wie die meisten sozialen Einrichtungen - fest, dass ein Gutteil dieser Arbeit immer öfter das Verwalten eines Mangels bedeutet. Nicht, dass es keine Ressourcen mehr gäbe. Wenn ich auf der Suche nach Rat und Hilfe durchs Netz google, werde ich mit Information nur so überschüttet. Aber wenn es dann um die Lösung konkreter Probleme meiner ... |mehr|
Arbeitsmarktservice hemmt Unterstützung für langes Berufsleben
NEUSTART hat den steigenden Altersdurchschnitt seiner Mitarbeiterinnen als Herausforderung für die Personalentwicklung erkannt. Die Ursache für den längeren Verbleib im Arbeitsprozess liegt seltener im Wunsch der Mitarbeiterinnen, länger im Erwerbsleben bleiben zu wollen, sondern unter anderem auch in geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Meist geht es darum, die Zeit bis zu der nach ... |mehr|
Erziehungscamps - die Lösung?
In den letzten Wochen und Monaten war immer wieder von Jugendlichen, die Gewalttaten setzen, die Rede. Gepaart mit mehr oder weniger hilfreichen und „Erfolg versprechenden“ Ratschlägen. Eine auch von politisch prominenter Seite lancierte geeignete Maßnahme wären sogenannte Erziehungscamps. Gemeint war damit, dass Jugendliche für mehrere Wochen oder Monate irgendwo im Ausland ... |mehr|
Ökonomie versus Qualität in der Sozialarbeit
Nach zirka vier Wochen Praktikum bei NEUSTART (im Bereich der Bewährungshilfe) sind mir in Diskussionen mit Mitarbeitern einige spannende Themenbereiche aufgefallen. Diese erscheinen sonst in der Ausbildung eher trocken und theoretisch, hier in der Praxis werden sie aber sehr lebhaft diskutiert; und sie haben auf die tägliche Sozialarbeit große Auswirkungen. Besonders das Spannungsfeld ... |mehr|
Bunt wie ein Farbkasten
Wenn man die Überschrift liest, wird man sich wohl fragen, was ich damit meine. Aber das kann ich schnell erklären. Es ist so, dass ich mein Praktikum (ich studiere Soziale Arbeit an der Fachhochschule MCI - Management Center Innsbruck) beim Verein NEUSTART in der Bewährungshilfe absolviert habe. Ich konnte in den vier Wochen einiges erleben, sehen und auch lernen. Im besonderen ist mir aber ... |mehr|
Das Recht auf ein eigenes Konto
Eine Forderung, die unlängst im Rahmen der Armutskonferenz erhoben wurde: das Recht auf ein eigenes Konto. Der Bezug von Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Lohn, Krankengeld, Pension et cetera – all das ist an das Vorhandensein eines Bankkontos geknüpft. Aus Gründen der Existenzsicherung ist Arbeiten mit Geld in der Betreuung von NEUSTART und hier speziell in den Bereichen ... |mehr|
Das "Bild des Kriminellen"?
Beim Gespräch mit einer Praktikantin über ihre Eindrücke und Erfahrungen beim Tatausgleich ging es um das „Bild des Delinquenten“. Sie berichtete, dass bei ihr anfangs aufgrund der spärlichen Informationen, die sie über die Akten hatte (in der Regel lediglich eine kurze Schilderung des Sachverhaltes), bestimmte Bilder und Vorstellungen der beteiligten Menschen entstanden waren. ... |mehr|
Nulltoleranz
Statt Armut zu bekämpfen, werden die Armen bekämpft. Mit diesem repressiven Rezept reagieren die neokonservativen Denkfabriken in den USA auf die sozialen Folgen der neoliberalen Wirtschaftspolitik. Unter dem Schlagwort „Nulltoleranz" wird die soziale Unordnung, die auf Arbeitslosigkeit, prekäre Löhne und Sozialabbau zurückgeht, mit Polizei und Justiz bekämpft. Die Opfer des ... |mehr|
Stalking: Wir sind die Trenner
Normalerweise nicht. Sinnvollerweise und in manchen Fällen aber schon. Etwa bei Stalking, wenn es nämlich darum geht, den größten Wunsch eines Stalkers zu vereiteln: dass er mit seinem Opfer Kontakt hat. Da machen unsere Sozialarbeiterinnen anders als üblich genau das Gegenteil von dem, was sie sonst tun: Sie trennen, statt zu vermitteln. Laut Gesetz geht es um Stalking, wenn eine ... |mehr|
Rache ist süß, sagt der Volksmund. Und der Neurowissenschaftler gibt ihm recht. In einem Experiment zeigen de Quervain und seine Mitarbeiter: Bei einer Person, die das unfaire Verhalten einer anderen Person bestraft, wird im Gehirn (genau im dorsalen Teil des Striatums) ein Zellverband aktiviert, der sonst beim Verzehr von Süßspeisen reagiert! Es handelt sich um ein sogenanntes ... |mehr|
Soziale Härte ist kein Einzelfall!
Isabella K. (20) war auf einer Geburtstagsfeier und geriet mit einem befreundeten jungen Mann in Streit. Nach einer kurzen, aber heftigen verbalen Auseinandersetzung wurde sie gestoßen und verletzte sich am Arm. Am nächsten Tag ging Isabella zum Arzt, bekam einen Gips verpasst und meldete sich beim Arbeitsmarktservice krank, da sie Bezieherin von Notstandshilfe war. In den darauffolgenden ... |mehr|
Währt ehrlich am längsten?
Abends. Auf meinem Weg in die Bankfiliale stürmt ein Mann aus dem Foyer. Trotz offensichtlicher Eile macht er mir höflich Platz und deutet ein freundliches Lächeln an. Soviel Zeit muss sein. Beim Geldausgabeautomaten stecken 10,- Euro. Die kann nur er vergessen haben, sonst ist weit und breit niemand zu sehen. Was tun? Stecken lassen oder mitnehmen? Ich entscheide mich für mitnehmen und ... |mehr|
Härtere Strafen oder Sozialarbeit?
Ich selbst hatte bislang noch keine direkten Erfahrungen mit Jugendkriminalität. Allerdings war es lange Zeit Thema an meiner Schule (Gymnasium Franklinstraße 26 in Wien): Meine Klasse hat sich durch das Lesen von Büchern, das Gestalten von Plakaten und in einigen Workshops mit dem stets aktuellen Thema Jugendkriminalität befasst. In diesen Workshops wurde erklärt, wie es zu ... |mehr|
Erziehungscamps als Notbremse gegen Jugendkriminalität?
Ruhig ist es geworden rund um das Thema Jugendkriminalität. Die tagespolitische Karawane ist weiter gezogen, irgendwo in den Tschad und zum Thema Inflation. Der Staub der Aufregung scheint sich langsam zu legen. Ist das Thema damit abgehakt? Mitnichten! Der nächste Sicherheitsbericht wird kommen, irgendwelche Zahlen werden wieder steigen, der nächste Landtag wird wieder gewählt werden wollen. ... |mehr|
Wenn misshandelte Kinder erwachsen werden
Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht in den Zeitungen über neue Gräueltaten an Kindern lesen. Misshandelnde Väter und Mütter, Bilder von verletzten Kindern, Berichte über zu Tod gequälte Babys lösen Entsetzen über die Täter und heftiges Mitgefühl für die Opfer aus. Ich kenne viele solche Geschichten, nicht nur aus der Zeitung. Jahre später sitzen mir diese Kinder im Büro gegenüber ... |mehr|
Jugendkriminalität: „Es wird immer alles schlimmer!“
…diese Stoßseufzer sind immer wieder bei Debatten zur Entwicklung der Jugendkriminalität öffentlich zu vernehmen. Fast automatisch werden schnelle Lösungen gesucht und Schuldige identifiziert. Allein diese wiederkehrenden Reflexe zeigen, dass schnelle Lösungen letztlich keine wirklichen Lösungen sind. Gefragt ist eine differenzierte Betrachtungsweise, demagogische Appelle ans ... |mehr|
Jugendlich, straffällig, ausländisch – ist abschieben die Lösung?
„Ausländische Jugendliche schlagen Rentner nieder“, „Ausländerbande attackiert Jugendlichen in Einkaufszentrum“ - die jüngsten Schlagzeilen in den Medien lassen vor allem in Deutschland wieder die Diskussion über Strafverschärfungen bei Jugendlichen, über Erziehungscamps und sofortige Abschiebung aufflammen. Als Bewährungshelfer, der seit vielen Jahren mit der ... |mehr|
Optimismus für elektronische Aufsicht
Am 15. Jänner 2008 startet das Projekt elektronische Aufsicht beziehungsweise Electronic Monitoring - besser bekannt unter dem Begriff „Fußfessel“ - in Wien und Graz neu. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz von den Justizanstalten Wien-Simmering und Graz-Jakomini in Kooperation mit dem Verein NEUSTART durchgeführt. Zielgruppe sind bereits ... |mehr|
Mehr Sicherheit durch weniger Haft?
Für die einen „darf das nicht der Ernst der Justizministerin sein…“ (Weblog der Kronen Zeitung), für die anderen gehen ihre Vorschläge nicht weit genug; sie fordern gemeinnützige Arbeit auch an Stelle kurzer Haftstrafen (Albert Steinhauser, Sicherheitssprecher der Grünen). Am 5. Dezember 2007 wurde im Nationalrat das Haftentlastungspaket beschlossen, das auch die ... |mehr|
Wohin mit kranken Straftätern?
Ausländer, Mörder und schwer krank – wer soll sich da noch zuständig fühlen? Herr K. wurde zu 15 Jahren unbedingter Haft verurteilt. Sein Delikt war ein brutaler Mord im familiären Bereich. Nach 14 Jahren Haft erkrankte Herr K. schwer und musste für längere Zeit in stationäre Spitalsbehandlung. Schnell war klar, dass auch ein mehrwöchiger Aufenthalt in einer ... |mehr|
Sitzen bis zum Haftende versus Haftentlastungspaket 1
Die neueste Studie von Dr. Alois Birklbauer und Dr. Helmut Hirtenlehner (Uni Linz) zu „Praxis und Rückfall nach bedingten Entlassung aus einer Freiheitsstrafe“ in Österreich hat eindeutig gezeigt, dass eine vorzeitige Entlassung von Straftätern keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit der Bevölkerung in Österreich hat. (In dieser Studie wurden alle Haftentlassenen der ... |mehr|
Der "Leumund" - demokratiepolitisch überholt?
Wenn ein Unternehmen neue Mitarbeiter sucht ist es bemüht, durch Anwendung bestimmter Verfahren die richtigen Bewerber für die offene Stelle auszuwählen. Zu den „harten“ Kriterien, mit denen die Bewerber „gesiebt“ werden, gehört die „Strafregisterbescheinigung“, häufig immer noch Leumundszeugnis genannt. Diese Vorgangsweise ist gesetzlich gedeckt und ... |mehr|
Ehrenamtliche - unverzichtbar für Bewährungshilfe
Ehrenamtliche Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer leisten einen bedeutenden Beitrag für NEUSTART. Beinahe ein Drittel der Bewährungshilfeklienten wird in Wien von 198 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Ohne sie könnten wir mit Sicherheit nicht so erfolgreich arbeiten. Ich habe im Zuge einer Abschlussarbeit untersucht, welche Motive ehrenamtliche ... |mehr|
Spenden ohne Steuern - Sponsoring statt Spenden?
Es war einmal ... die Geschichte von der Steuerabsetzbarkeit für humanitäre Spenden. Oder: Gibt es andere Wege, um die nicht-staatliche Finanzierung von NEUSTART zu steigern? Die Flutkatastrophen vergangener Jahre (Tsunami im indischen Ozean, Donau-, Kamp- und March-Hochwasser) sowie die damals bevorstehenden Wahlen veranlassten die (potenziellen) Regierungsparteien (im Zuge der regelmäßig ... |mehr|
Gewalt auf Schritt und Tritt
Der Schauspieler Brad Pitt hat eine riesige Pistole in der Hand. Angelina Jolie ist (zu gängigen Rollenklischees passend) mit einem kleinen Colt im Strumpfband ausgestattet. Wenn Zeitungsleser oder Fernsehkonsumenten dieses Foto zu einer Werbung für den Action-Film „Mr. & Mrs. Smith“ sehen, haben Werbeexperten alle Register gezogen, um das Zielpublikum in mehrfacher Hinsicht so ... |mehr|
Strafe pur sollte out sein
Der Strafvollzug und NEUSTART haben vordergründig nicht dieselbe Mentalität. Das Einsperren ist ein Gegensatz zu dem Umgang mit Kriminalität, der im Leitbild von NEUSTART beschrieben ist: der Bearbeitung von Ursachen statt Abschreckung. In der „Nahaufnahme“ vom 14. Oktober 2007 beschrieb der Leiter der Justizanstalt Wien-Simmering und designierte Leiter der Justizanstalt ... |mehr|
Was tun, wenn man von Bekannten bestohlen wird?
Sehr oft sind Bekannte im unmittelbaren Umfeld von Tätern auch deren Opfer – eine schwierige Situation, oder? Eine ehemalige Klientin, die ich als Bewährungshelferin betreut habe und mit der ich mich seit mehr als fünfzehn Jahren einmal im Jahr treffe, rief mich an und fragte mich um Rat, da sie von einem jungen Mann bestohlen wurde. Hundert Euro wären aus ihrer Geldtasche verschwunden, ... |mehr|
Was mit Liebe beginnt, endet nicht selten mit Trennung und Scheidung. Damit sind immer Enttäuschungen, Demütigungen und Kränkungen verbunden. In ihrer Eskalation bringen sie oft Tätlichkeiten mit sich. Zur angestrebten Trennung, Scheidung und Krise kommt nun noch eine strafrechtlich relevante Anzeige wegen Drohungen oder leichter Körperverletzung dazu. In der Mehrzahl sind es Männer, die ... |mehr|
Sucht und Kriminalität
Vor kurzem tagte in Wien die europäische Vereinigung für Suchttherapie und diskutierte über Ursachen von Abhängigkeit und neuen Behandlungsstrategien. Rund 30.000 Menschen zeigen in Österreich einen problematischen Umgang mit illegalen Substanzen. Die Zahl der Abhängigen, die Opiate meist gemeinsam mit anderen Rauschmitteln verwenden ist seit 2001 um rund 10.000 Personen angestiegen. Vor ... |mehr|
Sexualstraftäter: Kontrolle durch Hilfe. Lernen von Best practice
Jedes Sexualdelikt löst heftige Emotionen aus: Angst vor der Bedrohung, Angst um die eigenen Kinder, Wut über das Leid unschuldiger Opfer. All das fördert (Wunsch)Phantasien über rasche Wege zur absoluten Sicherheit. Einer davon ist der Wunsch nach einer Sexualstraftäterdatei. Sie bringt den Täter ins Blickfeld von Polizei und Jugendwohlfahrt, auf Verdachtsmomente kann rasch reagiert werden ... |mehr|
Armut - Herausforderung auch für NEUSTART
Die Faktenlage: 420.000 Menschen (fünf Prozent der Wohnbevölkerung) sind in Österreich arm. Eine Million Menschen (zwölf Prozent) gelten offiziell als armutsgefährdet. 35.048 Kinder und Jugendliche sind Österreich weit von Sozialhilfe betroffen. Das ist ein Anstieg um elf Prozent zum Vergleichsvorjahr. Nach einer Untersuchung des Europäischen Zentrums nehmen bundesweit 60 Prozent der ... |mehr|
Jugendgewalt - ein unverständliches Phänomen?
"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." So sprach Sokrates vor fast zweieinhalbtausend Jahren schon - angeblich. Ist es also Privileg jeder Generation, die nachfolgende für die schlimmste zu halten? Oder ist es doch so, dass wir nun mit ... |mehr|
Burn-out. Macht (Sozial)Arbeit krank?
Wie kommt es, dass laut Medienberichten immer mehr Werktätige unter einem „Burn-out-Syndrom“ leiden? Überhöhte Leistungsanforderungen, enormer Zeitdruck oder Angst vor Arbeitsplatzverlust werden unter anderem als Gründe genannt. Stressfreie Lebensräume scheinen zu schwinden, auch Freizeitverhalten wird zu einer Messgröße für Erfolg. Gleichzeitig boomen Gesundheitsmagazine, ... |mehr|
Sommerloch. Heute: überfüllte Gefängnisse
Warum überraschen uns die Nachrichten in Radio Niederösterreich gerade heute mit der Botschaft, dass Niederösterreichs Gefängnisse mit zehn Prozent überbelegt sind? Dieser Umstand ist nicht neu - und trifft nicht nur auf niederösterreichische Justizanstalten zu. Also spekulieren wir, was außer dem Sommerloch Gründe für die Nachricht sein könnten. Möglichkeit 1 (vorauseilende ... |mehr|
Sommerloch. Heute: Der Banküberfall
Üblicherweise ist zu dieser Jahreszeit „die steigende Jugendkriminalität“ das Thema Nummer Eins in der Medienberichterstattung. Eine Anhäufung von Zeitungsberichten über Jugendliche, die andere Jugendliche, ältere Personen oder Tiere gemein quälen ließe vermuten, dass das auch diesen Sommer wieder Topthema sein könnte. Doch wie es aussieht buhlt ein „neues“ altes ... |mehr|
Sex und andere Fantasien
Die Familienbesuchsräume in den österreichischen Justizanstalten Leoben und Stein werden die Bezeichnung „Kuschelzellen“ nicht los. Das wäre ja nicht so wild, wenn’s nicht vom Kuscheln dann nur ein Katzensprung zum ewig aktuellen Thema Sex wäre. Egal, wie in den Medien berichtet wird – geht es um den Familienbesuchsraum, wird damit Sexualität verbunden, geht es um ... |mehr|
NEUSTART - Das Plagiat?
Autsch. In verschiedenen Medien taucht der Hinweis auf eine Messe auf, die unter dem Titel „NEUSTART – Die Scheidungsmesse“ antritt. Um gleich klarzustellen: Wir sind das nicht, wir machen keine Scheidungsberatung. Wir sind die mit den schwarzen und weißen Schafen, die mit den Opfern und Tätern, die mit dem 50-jährigen Jubiläum heuer, die mit den Bewährungshelfern, ... |mehr|
Der Dialog geht weiter!
Trotz erzwungener Einstellung der Opferhilfe bei NEUSTART werden wir im Burgenland und in Niederösterreich den fachlichen Dialog und die Kooperation mit anderen Anbietern von Opferhilfe und Zuweisern wie Gericht und Polizei intensiv weiterführen! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Burgenlands und der Bezirke des südlichen Niederösterreich sind regelmäßige Teilnehmer vieler ... |mehr|
Ort der Handlung: Ein Wiener Kaffeehaus nächst einem großen Theater, spät abends. Zwei müde Kellner räumen im Foyer die alten Zeitungen weg. Blacky (liest): „Jetzt haben’s Neustart die Prozessbegleitung weggenommen. Und die Opferhilfe. Warum eigentlich?“ Whity: „Mich fragst? Ich putz nur, ich weiß nix. Obwohl, die Optik… Uh, wie schaut das aus, wenn Opfer und ... |mehr|
Veranstaltungsrückblick: Runder Tisch der Prozessbegleitung in Salzburg
Am 19. Juni trafen einander am Landesgericht Salzburg alle Einrichtungen, die im Land Salzburg Prozessbegleitung für Opfer von Gewalttaten anbieten. Richtern, Staatsanwälten und Polizei wurde die Prozessbegleitung vorgestellt, um eine Sensibilisierung für die Situation von Opfern zu erzeugen. Die Leiterin der Interventionsstelle Salzburg, Renee Mader, betonte, wie belastend ein Strafverfahren ... |mehr|
Integrieren statt polarisieren - zum Selbstverständnis zur Arbeit mit Opfern und Tätern
NEUSTART orientiert sich seit 50 Jahren im Umgang mit dem Thema Kriminalität an den Grundrechten als Fundament einer demokratischen Gesellschaft. NEUSTART schlägt in der politischen Debatte kontinuierlich differenzierte statt populistische Lösungen vor. Wir sind eine gemeinnützige Organisation, die professionelle Sozialarbeit für alle Menschen - ob Täter oder Opfer -, die von Kriminalität ... |mehr|
Ocean's 6 - das Prequel zu Ocean's Eleven?
Schade. Die zu Pfingsten gestohlene Stradivari ist wieder aufgetaucht – das ist natürlich nicht schade, sondern erfreulich. Aber die Entdeckung der 6-köpfigen georgischen Diebsbande zerstört eine Illusion. Weit entfernt von George aus Ocean’s 13, 12 und 11 waren die Jungs aber so was von unprofessionell unterwegs, dass es schmerzt. Welcher clevere Millionendieb verschickt ... |mehr|
...unerträglich ist es, wenn Gefängnisstrafen bei den "Reichen" anders vollzogen werden als bei den "Armen". ... unerträglich ist es aber auch, wenn menschenverachtender Zynismus und unverhohlene Schadenfreude tagelang von Journalisten selbstgerecht via Medien betrieben werden. Die Angst der Leser vor Kriminalität braucht rationalen Journalismus und keine Häme! ... ... |mehr|
Und wieder erschreckt die Meldung über den Fund dreier Babyleichen im Keller eines österreichischen Wohnhauses, nachdem im vergangenen Jahr mehrere tote Babys, teilweise in Kübeln einbetoniert, in einem Einfamilienhaus entdeckt worden sind. Im letztgenannten Fall ist bereits eine gerichtliche Verurteilung der Eltern erfolgt. Der betreffende Vater beteuert nach wie vor, nichts von den ... |mehr|
Einem Wiener Musiker wurde am Pfingstwochenende seine Stradivari gestohlen. Aus dem Tresor. Nun taucht die Frage auf: „Wie wird man als Dieb eine Stradivari los?“ Zweieinhalb Millionen Euro soll sie wert sein und auf dem freien Kunstmarkt schwer verkäuflich. Diese Variante scheidet also aus, kein seriöser Händler würde sich da die Finger verbrennen. Alternativen: Es war ein ... |mehr|
Wortklauberei, ja bitte!
Justizministerin Berger trat im Februar 2007 mit der Absichtserklärung für ein „Zehn Punkte-Haftentlastungspaket“ an die Öffentlichkeit. Anlässlich eines Höchststandes von etwa 9.000 Inhaftierten in Österreichs Gefängnissen beginnt die Idee, die Häfen zu entlasten, langsam zu greifen. Alternativangebote gibt es (siehe Zehn Punkte), sie müssten nur auch genutzt werden – ... |mehr|

References: § 21
 § 283
 § 3
 § 21
 § 21
 § 75
 § 142
 § 21