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Timestamp: 2017-12-16 22:25:05+00:00

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GmbH Geschäftsführer Auslandsentsendung EU - frag-einen-anwalt.de
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23.12.2015 22:23 |
Ich möchte mich im Februar 2016 für mindestens 2 Jahre ins EU-Ausland (Spanien) entsenden um für meine Firma die Möglichkeiten dort zu erkunden und evtl. eine Zweigniederlassung zu gründen.
Ich bin Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter einer GmbH mit Sitz in München.
Besteht die Möglichkeit, dass ich mich selber ins Ausland für mind. 2 Jahre entsende?
Der Sitz der GmbH soll in Deutschland bleiben.
Welche Lohn-steuerlichen Konsequenzen habe ich im:
Mein Wohnsitz verlagert sich nach Spanien? (keine weitere Wohnung in D)
Ich behalte eine Mietwohnung in D ?
Wo muss ich mein Gehalt versteuern ?
Kann ich in beiden Fällen Kindergeld aus D für meine Kinder beantragen ?
In welchen Fällen stehen mir Zuschüsse wie z.B Mietzuschuss, Schulgebühren etc.. zu ?
Wird ein Dienstwagen im Ausland (mit Privatnutzung) auch mit der 1%-Methode versteuert ?
Welche Zuschüsse stehen normalerweise dem entsandten zu ? und wie werden die versteuert ?
Falls eine Entsendung nicht möglich ist, welche Alternativen gibt es ?
Einsatz editiert am 23.12.2015 23:34:05
Einsatz editiert am 28.12.2015 09:08:58
Geschäftsführer GmbH Geschäftsführer
Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung des Sachverhaltes wie folgt beantworten:
Grundsätzlich sollte an dieser Stelle eine begriffliche Klarstellung erfolgen, eine Entsendung i.S.d. § 4 SGB IV ist immer nur dann denkbar, wenn es zur Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses im Ausland kommt, der Entsendete dennoch den Weisungen des entsendenden Unternehmens unterworfen ist aber der Entsendete dennoch in die Organisationsstruktur des ausländischen Unternehmens integriert wird.
In Ihrem Falle wäre also eine Lösung des Sachverhaltes über eine Entsendung nur denkbar, wenn es es in Spanien bereits eine Tochter gäbe, zu der Sie entsandt werden könnten. Dies scheint mir nicht der Fall zu sein.
Zu lösen wäre dies unter Umständen über die WanderarbeitnehmerVO der EU. Diese ist auch auf Selbstständige anwendbar.
Sie könnten für weniger als 24 Monate nach Spanien entsandt werden, um dort Tätigkeiten für die GmbH aus München auf Rechnung zu verrichten. Allerdings wäre auch hier wieder das Problem, dass Sie eigentlich nicht für eine Erwerbstätigkeit nach Spanien gehen, sondern um dort den Markt zu erkunden und unter Umständen eine Tochter zu gründen.
Eine Entsendung im sozialversicherungstechnischen Sinne ist daher aus meiner Sicht nicht möglich.
Daher wäre aus meiner Sicht ein Gang nach Spanien denkbar, ein Wohnsitz in Deutschland sollte aber aufrecht erhalten werden bzw. die unbeschränkte Steuerpflicht sollte i.S.d. § 1 EStG trotz Wohnort in Spanien beantragt werden.
Zur den steuerrechtlichen Konsequenzen ist festzuhalten, dass eine Wohnsitzaufgabe in Deutschland i.S.d. § 8 AO zu einer nur noch beschränkten Steuerpflicht in Deutschland führen würde, § 49 EStG. Ihr GF-Gehalt und weiteren Einkünfte aus der GmbH wären grundsätzlich weiterhin in Deutschland zu versteuern.
Aufgrund Art. 15 des Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) Deutschland - Spanien sind Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit nur in dem Land zu versteuern, in dem der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz hat, wenn der Steuerpflichtige in dem anderen Land (in Ihrem Falle Deutschland) weniger als 183 Tage im Jahr verbringt.
Bei Wohnsitzverlegung nach Spanien und Beachtung der 183-Tage-Regel wäre also nur eine Besteuerung in Spanien gegeben. Dies aber auch nur, wenn die GmbH in Spanien nicht ansässig ist bzw. das Gehalt von einer spanischen Tochter getragen wird.
Ansonsten greift der Art. 15 DBA nicht und eine Versteuerung (unter Anrechnung der spanischen Steuern, § 32 EStG) wäre auch in Deutschland denkbar. Dies wäre nach meiner Auffassung die elegantes Lösung.
Kindergeld aus § 62 EStG wäre dann denkbar, wenn Sie Ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt i.S.d. §§ 8,9 AO in Deutschland aufrecht erhalten bzw. in Deutschland weiterhin als i.S.d. § 1 EStG unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig gelten. Mit einem Wegzug nach Spanien wären also grundsätzlich die dort gegebenen familienpolitischen Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Kindergeld aus Deutschland zu beziehen ist nur möglich, wenn Sie dort weiterhin voll steuern bezahlen.
Eine Entsendungsvereinbarung ist privatrechtlicher Natur. Es kann alles vereinbart werden. Es können alle denkbaren Zuschüsse abgesprochen und bezahlt werden. Letztendlich hängt dies immer von der Verhandlungsmasse des Entsandten ab, in Ihrem Falle könnten Sie sich also alles in den Vertrag schreiben.
Zuschüsse für Dienstwagen, Schulgeld etc. wäre nach der von mir favorisierten Lösung weiterhin regulär in Deutschland zu versteuern.
Wie diese Zuschüsse in Spanien versteuert werden, kann an dieser Stelle leider nicht geklärt werden. Oftmals lösen Arbeitgeber diesen Kostenpunkt aber so, dass nach dem Ende der Entsendung ein gewisser Bonus bezahlt wird, der all diese Kosten umfasst. Der wäre dann wieder nur in Deutschland zu versteuern und man müsste sich nicht bzw. des spanischen Steuerrechts kümmern.
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References: § 4
 § 1
 § 8
 § 49
 Art. 15
 Art. 15
 § 32
 § 62
 § 1