Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/der-planungsfehler-des-architekten-und-seine-zurechnung-zum-bauherrn-384845
Timestamp: 2019-08-20 16:12:01+00:00

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Der Pla­nungs­feh­ler des Archi­tek­ten – und sei­ne Zurech­nung zum Bau­herrn | Rechtslupe
Der Planungsfehler des Architekten - und seine Zurechnung zum Bauherrn
Der Bestel­ler muss sich ein schuld­haf­tes Ver­hal­ten des mit der Pla­nung beauf­trag­ten Archi­tek­ten gemäß § 254 Abs. 2 Satz 2, § 278 Abs. 1 BGB zurech­nen las­sen, wenn der Archi­tekt zwar nicht ein­sei­tig eine Pla­nungs­än­de­rung vor­gibt, eine sol­che jedoch auf sein Betrei­ben hin ein­ver­nehm­lich zwi­schen Bestel­ler und Unter­neh­mer ver­ein­bart wird und der Archi­tekt hin­sicht­lich die­ser Ände­rung die Pla­nungs­ver­ant­wor­tung über­nimmt. In einem sol­chen Fall kommt es nicht dar­auf an, ob der Unter­neh­mer einen Ände­rungs­vor­schlag unter­brei­tet hat.
Der Bestel­ler muss sich im Rah­men eines gel­tend gemach­ten Män­gel­be­sei­ti­gungs­an­spruchs das Pla­nungs­ver­schul­den des Archi­tek­ten gemäß § 254 Abs. 2 Satz 2, § 278 BGB zurech­nen las­sen.
Ein auf Sei­ten des Bestel­lers mit­wir­ken­des Ver­schul­den ist gemäß §§ 254, 242 BGB auch gegen­über einem ein Ver­schul­den nicht erfor­dern­den Anspruch auf Män­gel­be­sei­ti­gung gemäß § 633 BGB zu berück­sich­ti­gen1. Dem Bestel­ler obliegt es grund­sätz­lich, dem Unter­neh­mer zuver­läs­si­ge Plä­ne und Unter­la­gen zur Ver­fü­gung zu stel­len. Bedient er sich für die ihm oblie­gen­den Pla­nungs­auf­ga­ben eines Archi­tek­ten, ist die­ser sein Erfül­lungs­ge­hil­fe im Ver­hält­nis zum Bau­un­ter­neh­mer, so dass der Bestel­ler für das Ver­schul­den des Archi­tek­ten ein­ste­hen muss2. Ein schuld­haf­tes Ver­hal­ten des mit der Pla­nung beauf­trag­ten Archi­tek­ten ist dem Bestel­ler gemäß § 278 BGB zuzu­rech­nen, wenn die­ser im Lau­fe der Bau­aus­füh­rung feh­ler­haf­te Anord­nun­gen erteilt, auf­grund derer von der ursprüng­li­chen Pla­nung abge­wi­chen wer­den soll3. Einer sol­chen Anord­nung steht es gleich, wenn der Archi­tekt zwar nicht ein­sei­tig eine Pla­nungs­än­de­rung vor­gibt, eine sol­che jedoch auf sein Betrei­ben hin ein­ver­nehm­lich zwi­schen Bestel­ler und Unter­neh­mer ver­ein­bart wird und der Archi­tekt hin­sicht­lich die­ser Ände­rung die Pla­nungs­ver­ant­wor­tung über­nimmt. In einem sol­chen Fall kommt es nicht dar­auf an, ob der Unter­neh­mer einen Ände­rungs­vor­schlag unter­brei­tet hat.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Okto­ber 2014 – VII ZR 152/​12
Der Pla­nungs­feh­ler des Archi­tek­ten – und sei­ne Zurech­nung zum… Der Bestel­ler muss sich ein schuld­haf­tes Ver­hal­ten des mit der Pla­nung beauf­trag­ten Archi­tek­ten gemäß § 254 Abs. 2 Satz 2, § 278 Abs. 1 BGB zurech­nen las­sen, wenn der Archi­tekt…
Die kon­klu­den­te Abnah­me im Werk­ver­trags­recht Eine kon­klu­den­te Abnah­me kommt in Betracht, wenn das Werk nach den Vor­stel­lun­gen des Auf­trag­ge­bers im Wesent­li­chen man­gel­frei fer­tig­ge­stellt ist und der Auf­trag­neh­mer das Ver­hal­ten des Auf­trag­ge­bers als Bil­li­gung sei­ner erbrach­ten…
Die Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit des Bau­vor­ha­bens – und die… Der mit der Grund­la­gen­er­mitt­lung (Leis­tungs­pha­se 1) beauf­trag­te Archi­tekt hat den Bestel­ler hin­sicht­lich der Geneh­mi­gungs­fä­hig­keit des Bau­vor­ha­bens voll­stän­dig und rich­tig zu bera­ten. Ver­letzt der Archi­tekt die­se Pflicht und erklärt sich der…
Die mit dem Archi­tek­ten ver­ein­bar­te Bau­kos­ten­ober­gren­ze Mit der Scha­dens­be­rech­nung bei der Über­schrei­tung einer mit dem Archi­tek­ten ver­ein­bar­ten Bau­kos­ten­ober­gren­ze hat­te sich aktu­ell der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen. Anlass hier­für bot die Kla­ge von Bau­her­ren, der den beklag­ten Archi­tek­ten…
Werk­man­gel – und der Pla­nungs­feh­ler des Auf­trag­ge­bers Ein Mit­ver­schul­den des Auf­trag­ge­bers an einem Werk­man­gel wegen eines ihm zuzu­rech­nen­den Pla­nungs­feh­lers ist bei der Gel­tend­ma­chung eines Vor­schus­ses auf die Selbst­vor­nah­me­kos­ten zu berück­sich­ti­gen und führt zu des­sen Kür­zung. Der pla­nen­de…
Siche­rungs­ein­be­halt – und sei­ne Ablö­sung durch eine Bürg­schaft Eine Klau­sel in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen des Bestel­lers, die vor­sieht, dass der Unter­neh­mer einen Gewähr­leis­tungs­si­cher­heits­ein­be­halt von 5% der Auf­trags­sum­me nur gegen Stel­lung einer Bürg­schaft auf ers­tes Anfor­dern ablö­sen kann, den Unter­neh­mer…
Archi­tekt oder Trag­werk­pla­ner? – Haf­tung für Ver­stö­ße gegen… Hat sich ein Feh­ler der Archi­tek­ten­leis­tung in dem fer­ti­gen Bau­werk nie­der­ge­schla­gen, schul­det der Archi­tekt von vorn­her­ein nur noch Scha­dens­er­satz. Ein sol­cher Anspruch setzt nicht vor­aus, dass gegen­über dem Archi­tek­ten eine…
Kon­klu­den­te Abnah­me einer Archi­tek­ten­leis­tung Die kon­klu­den­te Abnah­me einer Archi­tek­ten­leis­tung kann dar­in lie­gen, dass der Bestel­ler nach Fer­tig­stel­lung der Leis­tung, Bezug des fer­tig­ge­stell­ten Bau­werks und Ablauf einer Prü­fungs­frist von sechs Mona­ten kei­ne Män­gel der Archi­tek­ten­leis­tun­gen…
vgl. BGH, Urteil vom 22.03.1984 – VII ZR 50/​82, BauR 1984, 395, 397 f. in BGHZ 90, 344 inso­weit nicht abge­druckt↩
BGH, Urteil vom 27.11.2008 – VII ZR 206/​06, BGHZ 179, 55 Rn. 33 ff. m.w.N.; BGH, Urteil vom 24.02.2005 – VII ZR 328/​03, BauR 2005, 1016, 1018 = NZBau 2005, 400↩
BGH, Urteil vom 24.02.2005 – VII ZR 328/​03, BauR 2005, 1016, 1018 = NZBau 2005, 400↩
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References: § 254
 § 278
 § 254
 § 278
 § 633
 § 278
 § 254
 § 278