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Timestamp: 2018-09-21 01:26:25+00:00

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Luc De Schepper im Gespräch mit Elaine Lewis | Hpathy.de
Luc De Schepper im Gespräch mit Elaine Lewis
Elaine: Dr. Luc, Sie waren der Erste, der unserer Einladung folgte, die "neuen Methoden in der Homöopathie" zu erörtern. Sie sind immer so bereit, Ihr Wissen zu teilen!
Dr. Luc: Diese Diskussion kommt gerade noch zur rechten Zeit, Elaine! Die homöopathische Welt scheint mit neuen Theorien überschwemmt zu werden, die oft an das Esoterische grenzen und die schnelle und einfache Lösungen versprechen. Der wahre Student weiß, dass es keine Abkürzungen sondern einzig die schwere und beständige Arbeit gibt. DEs ist die wahre Liebe zur Homöopathie und zur Menschheit, die Ergebnisse bescheren.
Ich habe während der letzten 6 Jahre überall auf der Welt gelehrt. Die Hauptfrage, die ich von Studenten und Praktikern gleichermaßen zu hören bekomme ist: "Warum hören wir so viele sich widersprechende Dinge, die uns verwirren? Oft sind diese verschiedenen Theorien verwirrender als aufschlussreich!" Wenn schon die Homöopathen verwirrt sind, können Sie sich nur vorstellen, wie verwirrt dann erst die Patienten sein müssen, wenn sie Behandlungen von unterschiedlichen Homöopathen in Anspruch nehmen, die einander zu widersprechen scheinen; aber bevor ich wieder einmal zu Unrecht beschuldigt werde, lassen Sie uns all unsere Kommentare in einem vernünftigen Dialog betrachten, so wie es die alten Meister taten. Selbst ein so bedeutender Arzt wie Kent war nicht frei von Kritik, als er einige Mittelmischungen auf seinem Schreibtisch zubereitete. Anstatt eines Monologs (Monologos) sollten wir einen echten Dialog frei von persönlichen Angriffen führen.
Ich versichere Ihnen, dass dies es ist, was wir in "Homeopathy4Everyone" versuchen zu erreichen - eine aufgeklärte Diskussion. Wie möchten Sie beginnen?
Ich beginne mit der Beobachtung, dass die gegenwärtige homöopathische Welt darauf ausgerichtet zu sein scheint, "das Simillimum zu finden".
Ich bin mir nicht einmal sicher, was das bedeutet! Ich hatte ein 9-jähriges Kind, dessen Mutter sagte, dass seine Hauptbeschwerde ein Stirnhöhlenkatarrh war, mit verstopfter Nase, die es wegen der Schwierigkeiten beim Atmen nicht einschlafen ließ. Nachts hielt es das ganze Haus mit seiner lauten Atmung wach! Aber ich hatte andererseits beobachtet, dass dies ein Asperger-Kind war (täterätää!)! Ein Mathematikgelehrter, der keinen Augenkontakt herstellen konnte; folglich fand ich plötzlich die ganze Stirnhöhlenkatarrhangelegenheit LANGWEILIG und konzentrierte meine Bemühungen darauf, ein Mittel gegen den geistigen Zustand des Kindes zu finden. Inzwischen gab ein "weniger befähigter", debiler Homöopath und Nachbar der Mutter, dem Kind
Hydrastis 30 C gegen den Stirnhöhlenkatarrh und beseitigte ihn!
Die Eltern waren wahnsinnig glücklich, sie sagten jedem, wie großartig die Homöopathie ist! Ich hatte die wichtigste Lektion aus Herings Gesetz vergessen: "Die Heilung findet in der entgegengesetzten Reihenfolge statt!" (Daher die Wichtigkeit des neuesten Symptoms.) Dies veranlasste mich, eine andere Beobachtung zu machen: Eigentlich wissen nur wenige von uns, wie ein akuter Fall aufzunehmen ist und das macht uns dafür ANFÄLLIG, das akute Geschehen zu ignorieren und sich auf die konstitutionelle Schicht zu konzentrieren, welche genau wegen des akuten Problems weit außer Reichweite sein könnte!
Das ist wirklich wahr und das ist es, was ein akutes Zwischenmittel nach § 75 benötigt! Lesen Sie dies und wie man einen akuten Fall aufnimmt in meinem Buch "Der Weg zum Simillimum" nach.
Ich habe das Buch und werde es nachlesen!
Ich bringe meinen Studenten auch die von Bönninghausen-Methode bei, die für akute und chronische Fälle ausgezeichnet funktioniert! Aber angenommen, wir haben den ersten Schritt, "das Simillimum" zu finden, abgeschlossen, die meisten Zeitschriften und Seminare vernachlässigen den zweiten Schritt, der ebenso wichtig wie der erste ist, nämlich das PatientenMANAGEMENT! Sogar Kent klagte: "Warum verlieren wir nach der zweiten Visite nach einer erfolgreichen ersten Maßnahme so viele Patienten?" Schauen wir der Wahrheit ins Gesicht: Der Homöopath hat in der Findung des Simillimums manchmal Glück, aber was danach folgt, liegt im Bereich von Vermutungen.
Damit haben Sie recht!
Persönlich denke ich, dass der Homöopath, der der beste Fallmanager ist, gegenüber einem anderen bevorzugt werden sollte, der das Simillimum findet, denn wenn er sich darin irrt, das Simillimum zu finden, dann weiß der im Management versierte Homöopath sofort, was zu tun ist und korrigiert diesen Fehler. Derjenige, der im Fallmanagement ungeeignet ist, verliert seinen Patienten ab der zweiten Konsultation, was die Homöopathie und ihn in Misskredit bringt.
Das ist so wahr; in der Tat, sogar bei meinem neuesten Fall geht es um jemanden, der nur deshalb zu mir kam, weil sein vorheriger Therapeut, trotz der richtigen Mittelwahl, den Fall durch ständig wiederholte Gaben derselben Potenz völlig verdarb. Der Patient hat jetzt keine Energie mehr und kein Interesse mehr am Leben und jetzt ist es sehr schwierig, das richtige Mittel zu finden. Nun, welches irdische Wohl hat das bloße Finden des richtigen Simillimums bewirkt?
Was mich am meisten erstaunt, ist der allgemeine weltweite Mangel an Kenntnissen über das Organon und Die Chronischen Krankheiten. Das gibt es bei Praktikern anderer medizinischer Modalitäten so nicht. Die Allopathie und die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) beginnen mit denselben Lehrbüchern, bevor man anfängt, neue Theorien auf den Grundlagen der entsprechenden Wissenschaft aufzubauen. Die TCM-Schulen beginnen alle mit dem Studium und der Anwendung der alten Bücher von Beginn an und es ist seit 5000 Jahren kaum etwas hinzugefügt worden. Die meisten Praktiker der Homöopathie sagen, dass sie das Organon gründlich studiert haben; dennoch, wenn man sich ihre Art zu praktizieren anschaut, dann muss man daraus schließen, dass sie nicht daran glauben, was Hahnemann geschrieben hat, weil sie häufig ablehnen, was Hahnemann vorschlug. "Hoch angesehene" Lehrer gehen so weit zu behaupten, dass dieses Organon "eine alte verstaubte Bibel" ist, und sie kommen mit der Entschuldigung, dass "Hahnemann es gemocht hätte, wenn wir das vorantreiben, was er getan hatte." Fortschritt ist wirklich das, was Hahnemann und wir alle sehen möchten, aber der Fortschritt baut keine spekulative Theorie auf Treibsand auf, indem er alle unsere Grundprinzipien vernachlässigt.
Welche sind ...
Unsere Gesetze; wie die Individualität, nur ein Mittel auf einmal, die Minimalgabe, die Gesetze über unähnliche und ähnliche Krankheiten und die Wiederholung des Mittels. Ich bin erstaunt, wie Hahnemanns Worte falsch zitiert werden und wie verschiedene Lehrer behaupten, dass Hahnemann ebenfalls Fehler beging und nicht immer dem folgte, was er ins Organon geschrieben hatte. Sie scheinen zu vergessen, dass Hahnemann ständig experimentierte, dass seine Versuche aber immer auf unseren Grundgesetzen basierten. Zum Beispiel fordere ich jene auf, die behaupten, dass Hahnemann während seiner Pariser Jahre LM-Potenzen nur in sechs Fällen anwendete, sorgfältig die verfügbaren Mikrofilme (die auf Französisch geschrieben sind) zu lesen, um diese Behauptungen zu untermauern. Ich bezweifle natürlich eine solche Erklärung, wenn sie von jemandem geäußert wird, der kein Französisch sprechen kann!
Hier kommen einige weitere Erklärungen von "berühmten" Lehrern. In Anbetracht des Einflusses, den sie auf Studenten ausüben, möchte ich Lehrer daran erinnern, dass sie eine wichtige Pflicht erfüllen, indem sie wahrheitsgetreu Informationen verbreiten. Ich vermeide es, Namen zu nennen, da ich nur deren Botschaften erörtern möchte und nicht den Charakter der Person.
"Ich weiß nichts über die Miasmen, aber ich glaube nicht an diese Theorie." Dies klingt ganz nach dem allopathischen Arzt, der sagt, dass er nicht über die Homöopathie Bescheid weiß, aber dass er nicht daran glaubt. Wo bleibt Herings Diktum: "... nichts zurückzuweisen, ohne es studiert und versucht zu haben." Selbstverständlich können Sie keine Theorie ausprobieren, ohne sie zu studieren.
Derselbe Lehrer behauptet, dass "... ein einziges Konstitutionsmittel jede Krankheit heilen wird, die der Patient während seines Lebens haben könnte." Und dann legt er einen Fall vor, der dieser Überlegung zu folgen scheint, aber was ist mit den anderen 99 Fällen, die es nicht tun? Ich erinnere eine solche Person an die Paragrafen über unähnliche Krankheiten (§§ 36-40) und besonders an § 38, in dem Hahnemann erklärt, dass "eine stärkere unähnliche Krankheit (akut oder chronisch) die alte chronische Krankheit aufschiebt, sie aber nicht heilt."
Eine schwerwiegende akute Krankheit suspendiert die alte chronische. Wenn man das chronische Mittel fortsetzt, wo ein Akutmittel indiziert ist, dann behandelt man grundsätzlich mit einem unähnlichen Mittel und das Ergebnis ist das Hinzufügen von zusätzlichen Symptomen (natürlich zum Fall unhomöopathisch), eine komplexere Arzneimittelkrankheit schaffend. Wenn eine gemäßigte bis schwerwiegende akute Krankheit auftritt, dann braucht man ein akutes Zwischenmittel, NICHT die Fortsetzung des chronischen Mittels! Dies entspricht dem Ähnlichkeitsgesetz!
Können Sie den Unterschied zwischen "Unterdrückung" und "Suspendierung" erklären?
Ein großer Unterschied! Mit der Unterdrückung erreicht man keine Heilung, im Gegenteil, die Heilrichtung ist eine falsche, was zu einem tieferen, komplexeren Krankheitszustand, sogar zur Unheilbarkeit, führt! Suspendierung: Die alte Krankheit wird aufgeschoben oder suspendiert (NICHT geheilt), während die Lebenskraft auf die neue, unähnliche, stärkere Krankheit Acht geben muss. Sobald man sich um die Letztere gekümmert hat, kehrt die alte chronische Krankheit im gleichen Zustand (nicht verschlechtert) wie zuvor zurück. Gibt es jemanden, der dies in seiner Praxis noch nicht beobachtet hat?
Zum Beispiel: Ein Patient bekam Aurum gegen seine chronische Depression, während er im Moment an einer schwerwiegenden Arsenicum-Grippe leidet. Diese Grippe schiebt die Aurum-Depression auf und Arsenicum in Akutgaben/-Potenzen muss als Zwischenmittel angewendet werden. Nach der Grippe kehrt wie durch ein "Wunder" die Depression, die anscheinend gelindert war, wenn nicht sogar verschwunden, mit derselben Wucht wie zuvor zurück! Fortwährende allopathische und, ja, homöopathische Unterdrückung produzieren neben neuen körperlichen und emotionalen Ereignissen neue Schichten, die ein neues Mittel benötigen (hat eine solche Person nie vom Ähnlichkeitsgesetz und dem Auftreten von unähnlichen Krankheiten gehört?). Diese bedauerliche Aussage scheint bei bestimmten Homöopathen wiederzuhallen, die behaupten, dass "sie weder ein akutes noch ein chronisches (Nosode) Zwischenmittel brauchen". Ich stehe angesichts der oben genannten Paragrafen ob solcher kühner Erklärungen vor einem Rätsel und würde gerne deren Erklärungen bekommen. Wenn wir über die Notwendigkeit für ein akutes Zwischenmittel reden, verweise ich den Leser auf den § 73, welcher definiert, wann dieses Zwischenmittel benötigt wird. Ich möchte gerne hören, weshalb der Homöopath im Falle einer schweren Gelsemiumgrippe das vorherige, sagen wir einmal, Kummermittel Pulsatilla fortsetzen sollte. Wie ist es möglich, mit unähnlichen Mitteln zu behandeln?
Was ich wirklich in den Schulen sehen möchte ist, dass der Lehrer einen ihm und den Studenten fremden Originalfall aufnimmt und er diesen Patienten für anschließende Visiten vor der Klasse wiedersieht. Ich tue das, nicht nur der Ehrlichkeit halber, sondern um den Studenten das über alles wichtige Fallmanagement beizubringen; keine Fälle auf dem Papier, die vorher vorbereitet wurden (deren Ergebnisse man kennt), noch einen Originalfall aufnehmen und den Patienten nie wieder sehen oder ohne eine wirkliche Nachuntersuchung vorzuführen. Erst dann kann der Student lernen und Mut schöpfen für das, was wirklich in der Praxis passiert!
Könnten Sie mehr über das richtige Fallmanagement berichten? Dies ist einer meiner Kreuzzüge!
Ich wundere mich oft über die Behauptung, dass jeder das Organon liest. Wenn ich meinem weltweiten Publikum die folgende Frage stelle: "Was sind Ihre Anweisungen an Ihren Patienten, wenn er ein akutes Zwischenmittel einnehmen muss?" Nirgendwo habe ich die richtige Antwort bekommen, dabei sagt uns Hahnemann in den §§ 157 und 158 genau, wie man dies tut.
Sagen eigentlich die §§ 157 und 158 nicht aus, dass es bei Akutmitteln nicht ungewöhnlich ist, dass sie eine kurze Verschlimmerung verursachen, aber dass es sich nicht wirklich um eine Verschlimmerung handelt, sondern tatsächlich um eine Arzneimittelprüfung? Haben Sie sich die richtigen Paragrafen ausgesucht?
Ich HABE die richtigen Paragrafen ausgesucht.In § 157 sagt uns Hahnemann, dass es uns einzig in Akutfällen erlaubt ist, eine ähnliche Verschlimmerung zu schaffen (siehe Text). "Eine Verschlimmerung seines eignen Uebels" wird ähnliche Verschlimmerung genannt und nicht Arzneimittelprüfung. Eine Prüfung kann jedes der Symptome des Mittels verursachen, nicht unbedingt nur solche, die zum Leiden des Patienten gehören!
Wenn wir uns nicht über so etwas Einfaches wie das wie und wann akute Zwischenmittel gegeben werden, einigen können, wie können wir uns dann über kompliziertere Angelegenheiten wie die Behandlung chronischer Krankheiten einigen?
Dr. Luc, als Sie Ihre Audienz gefragt haben: "Was sind Ihre Anweisungen an Ihren Patienten, wenn er ein akutes Zwischenmittel einnehmen muss?" Welche Antworten bekamen Sie?
Meistens: "Wiederholen sie das Mittel, wenn es nach 15 Minuten keine Verbesserung gibt." (Dies ist völlig falsch, weil Sie das Mittel während der ähnlichen Verschlimmerung geben würden, was die Verschlimmerung verstärkt). Dann gibt es die BIZARREREN Antworten wie: "Der Patient muss zu mir nach Hause kommen, um mich zu fragen, ob es in Ordnung ist, eine weitere Gabe zu nehmen." Die meisten Antworten beziehen sich auf eine zu häufige und zu frühe Wiederholung, was das Management hoffnungslos macht!
Könnten Sie uns erläutern, warum man das Akutmittel nicht wiederholen kann, wenn es nach 15 Minuten keine Verbesserung gibt? (Nicht dass ich sowieso wüsste, warum man alle 15 Minuten ein Mittel wiederholen würde, es sei denn, Sie hatten einen Herzinfarkt oder so etwas Ähnliches).
In der Tat, wenn wir über eine lebensbedrohliche Situation reden, dann wiederholen wir wirklich sogar alle 15 Minuten, wenn es sein muss; aber im § 157 steht, dass eine homöopathische Verschlimmerung innerhalb einer Stunde nach der ersten Gabe erwartet werden kann. Und wenn das passiert - § 158 - dann gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit von dieser ersten Gabe geheilt wird. So können Sie sich vorstellen, dass, falls der Patient während der Verschlimmerungsphase das Mittel wiederholen würde, sagen wir alle 15 Minuten während der ersten Stunde, wenn die ähnliche Verschlimmerung auftritt, die ähnliche Verschlimmerung ausgeprägter sein wird, was den Patienten und den Homöopathen gleichermaßen verwirrt!
Warten Sie mal, um ganz sicher zu sein - sagen Sie, dass die Leute meinten, dass, wenn Sie sich nach der ersten Gabe schlechter fühlen, Sie das Mittel wiederholen können?
Sie wären überrascht, wie viele Homöopathen rund um die Welt genau das sagten - das Mittel nach 15 Minuten zu wiederholen, wenn die Situation schlechter wird. (Ich gebe immer das Beispiel einer Durchfallattacke, die ich in Indien bekam und gegen die ich China einnahm - es dauerte eine volle Stunde mit mindestens zehn Stuhlgängen während dieses Zeitraums und ich brauchte keine weitere Gabe!)
Dann gibt es die Erklärungen, die vom heiligen Satz unterstützt werden: "Nach meiner Erfahrung ...", als ob das irgendetwas rechtfertigen würde und das letzte Wort ohne wirklichen Dialog sein soll.
Ich höre auch: "Die Mittelgabe ist nicht so wichtig wie das richtige Mittel zu finden".
Es ist witzig, dass Sie das erwähnen. Im allerersten Einführungskurs in die Homöopathie, den ich ablegte, fragte das Publikum ständig: "Welche Potenz sollten wir geben?" "Es ist wichtiger, das Mittel zu kennen." sagte der Ausbilder, aber irgendwie erschien diese Antwort nie befriedigend für die Klasse, weil sie zu fragen fortfuhr: "Welche Potenz?" Es war so, als ob sie verstanden hätten, dass das Mittel alleine einfach nicht genug Information war.
Dies ist genau richtig, die Definition eines Simillimums ist nicht das richtige Mittel zu wählen, sondern das richtige Mittel, die richtige Potenz, die richtige Gabe und die richtige Wiederholung zu wählen! Bezüglich der Gabe (wie viel?) täten die Homöopathen gut daran, die §§ 275 und 276 zu lesen, aus denen ich für Sie zitiere:
"Die Angemessenheit einer Arznei für einen gegebnen Krankheitsfall, beruht nicht allein auf ihrer treffenden homöopathischen Wahl, sondern eben so wohl auf der erforderlichen, richtigen Größe (oder vielmehr Kleinheit) ihrer Gabe. Giebt man eine allzu starke Gabe von einer, auch für den gegenwärtigen Krankheitszustand VÖLLIG HOMÖOPATHISCH GEWÄHLTEN ARZNEI (meine Betonung), so muß sie, ungeachtet der Wohlthätigkeit ihrer Natur an sich, dennoch schon durch ihre Größe und den hier unnöthigen, überstarken Eindruck schaden, welchen sie auf die Lebenskraft macht."
"Aus diesem Grunde SCHADET eine Arznei, wenn sie dem Krankheitsfalle auch homöopathisch angemessen war, in jeder ALLZU GROSSEN GABE und in starken Dosen UM SO MEHR, je homöopathischer und in je höherer Potenz169 sie gewählt war, und zwar WEIT MEHR als jede eben so große Gabe einer unhomöopathischen, für den Krankheitszustand in keiner Beziehung passenden (allöopathischen) Arznei. Allzu große Gaben einer TREFFEND HOMÖOPATHISCH GEWÄHLTEN ARZNEI und vorzüglich eine öftere Wiederholung derselben, richten in der Regel GROSSES UNGLÜCK an. Sie setzen nicht selten den Kranken in Lebensgefahr, oder machen doch seine Krankheit fast UNHEILBAR." (Großbuchstaben meine Betonung).
Wenn er sich diese Paragrafen ansieht, wie kann irgendein ernsthafter Homöopath vorgeben, dass die GABE nicht wichtig ist?
Hahnemann hat nie etwas in seinem Organon erwähnt, ohne es über eine lange Zeit getestet zu haben. Wenn der Homöopath aufmerksam ist, sollte er sehen, dass dies in der Praxis wahr ist. Ich habe Fälle beobachtet, in denen drei Tropfen der Arznei zu viel waren und eine ähnliche Verschlimmerung verursachten, ein Tropfen bewirkte nichts, aber zwei Tropfen waren die erforderliche Gabe.
Dann gibt es die Homöopathen, die behaupten zu "heilen", indem sie das indizierte Mittel täglich als Trockengabe über Monate oder eine Gabe, nehmen wir an M1, monatlich über 12 Monate wiederholten. Haben sie Die Chronischen Krankheiten (Band 3, Seite 8) gelesen, wo Hahnemann angibt:
"Ehe ich weiter gehe, muss ich die wichtige Bemerkung machen, dass unser Lebens-Princip nicht wohl verträgt, dass man selbst nur zweimal nach einander dieselbe ungeänderte Gabe Arznei, geschweige mehrmal nach einander den Kranken einnehmen lasse. Theils wird dann das Gute von der vorigen Gabe zum Theil wieder aufgehoben, theils kommen dann neue, in der Arznei liegende, in der Krankheit nicht vorhanden gewesene Symptome und Beschwerden zum Vorscheine, welche die Heilung hindern, mit einem Worte, die selbst treffend homöopathisch gewählte Arznei wirkt schief und erreicht die Absicht nur unvollkommen oder gar nicht. ..."
Wie kann solch ein Homöopath behaupten, dass er den Fall "heilte", wenn er die Trockengaben unverändert über Tage oder Monate wiederholte? Und dennoch behaupten jene Homöopathen alle, dass sie "klassische" Homöopathen sind. Klassisch in Bezug worauf ist hier die Frage.
Eine Folge hiervon wären die "Protokolle", die "Verabreichungspläne" für alle Patienten, die unabhängig von der Reaktion des Patienten befolgt werden müssen: Das könnte die erste Woche C 200 sein, M 1 für die zweite Woche, M 10 für die dritte Woche ... und Varianten davon, normalerweise deshalb, weil es jemand während einer Fallkonferenz erwähnte und es dann weitergegeben wird.
Ich habe viele andere Dinge gehört, wie am gleichen Tag oder an drei aufeinander folgenden Tagen drei unveränderte Gaben zu verabreichen; oder C 30 am ersten Tag, C 200 am nächsten und M 1 den Tag danach, alle in Trockengaben. Sie könnten damit bei akuten Krankheiten davonkommen, aber nicht bei chronischen Krankheiten mit schwerer Pathologie bei empfindlichen Patienten und Hautkrankheiten. Fürchterliche homöopathische Verschlimmerungen werden das Ergebnis sein!
Ich habe sie gesehen, danke!
Ich könnte mit der anmaßenden Missachtung unserer Wissenschaft und Kunst, die ich beobachtet habe, immer weiter fortfahren. Ich habe die oben genannten Beispiele angeführt, weil ich meine, dass sie noch wichtiger zu erörtern sind, als die gegenwärtige Diskussion über die "neuen Methoden".
Ich bin mir sicher, dass Sie Recht haben. Ich denke Sie sagen, dass viele Praktiker, unabhängig von der Wahl der Methode, nicht in der Lage sind, den Fall voranzutreiben. In der Tat, Dr. Luc, da ich seit Jahren das hpathy Diskussionsforum beobachte, habe ich so ziemlich alles gesehen und gehört. Zurzeit gibt es dort einen Beitrag von einer bipolaren Person, die über Monate eine C 6-Potenz einnimmt, trocken, jeden zweiten Tag, weil die eine Gabe einer C 200 sie ins Krankenhaus brachte. Nun, jetzt wirkt die C 6 nicht mehr und so sagt die Homöopathin, dass sie nicht mehr wisse, was sie tun soll; ja, sie weiß tatsächlich nicht, was zu tun ist! Sie meint, dass sie bereit ist, aus purer Verzweiflung (!?) heraus, eine M 10 zu probieren! Ich antwortete auf den Beitrag und sagte, dass dies die verrückteste logische Grundlage für die Potenzwahl ist, von der ich jemals gehört habe!
Wirklich, dieses habe ich weltweit als die größte Bedrohung für das Überleben der Homöopathie beobachtet. Zuerst kommt die Unwissenheit, wie man die Wirkung der ersten Gabe interpretieren soll; dann ist da die enorme Zeit, die der Patient zwischen den Trockengaben alleine gelassen wird - ich würde das nicht "Fallmanagement" nennen, wenn der Homöopath sagt: "Ich wiederholte die Gabe nach vier Wochen, weil der Fall nicht mehr vorankam und nach 6 Monaten war der Patient geheilt." Dies ist nicht, was tatsächlich in der Praxis geschieht. Im wirklichen Leben kommen Akuterkrankungen vor, die ein akutes Zwischenmittel erfordern; Patienten machen trotz guter Erklärungen den Fehler und denken, dass man durch vermehrte Einnahme des Mittels die Heilung beschleunigen könne; sie verwenden rezeptfreie Medikamente; sie nehmen überall verfügbare Akutmittel ein, wenn gar kein Akutmittel erforderlich ist; Familienmitglieder mischen sich ein, weil SIE die Veränderungen im Patienten nicht mögen (verstehen). Mit anderen Worten, selten hat man es leicht, wenn Sie den Patienten nicht führen - mit anderen Worten, ihn nicht an der Hand halten. Letztlich braucht jeder Autofahrer eine Straßenkarte und einen Kopiloten und das sind wir, die Homöopathen, auf der Reise zur Gesundheit.
Ein Vorschlag für eine neue Diskussion in Ihrer Zeitschrift könnte sein: "Folgen Sie in ihrer Praxis der fünften und sechsten Auflage des Organons und wenn nicht, warum nicht"?
Ich denke, dass wir mit leeren Blicken angestarrt würden, wenn der oben von mir erwähnte Beitrag eine Indikation wäre. Also sollten Sie uns vielleicht erklären, was der Unterschied zwischen der 4., 5. und 6. Auflage des Organon ist.
Bedenken Sie, dass 90% der Welt immer noch nach der Trockengabemethode der 4. Auflage praktiziert.
1. Der Verschreiber nach der 4. Auflage WÜNSCHT eine ähnliche Verschlimmerung, eine Verschlimmerung der Symptome des Patienten, da sie ihm sagt, dass er das richtige Mittel hat (was nicht UNSER gewünschtes Simillimum bedeutet, nämlich das richtige Mittel, die richtige Gabe und die richtige Potenz). Der Verschreiber nach der 5. und 6. Auflage möchte diese ähnliche Verschlimmerung reduzieren und sogar völlig vermeiden! Sie können sich nur vorstellen, was das für den Patienten bedeutet. Lassen Sie uns annehmen, wir hätten einen Ekzemfall, der auf Mezereum reagiert: Das Bild eines solchen Ekzems ist ein äußerst heftiges nächtliches Jucken, "als ob Tausende von Ameisen, unter der Haut kriechen würden". Das Kind ist normalerweise unter dem Zwang nicht so zu kratzen, aber normalerweise erscheint der Patient mit einem Gesicht, das einer blutigen Katastrophe gleicht, das sich leicht entzündet. ... Stellen sie sich vor, dass Sie solch ein Kind (4. Auflage) verschlimmern: Stellen Sie sich die Qualen dieses Kindes und gleichermaßen der Eltern vor! Glaubt denn der Homöopath, dass er diesen Patienten nach der ersten verschlimmernden Gabe behalten wird? Zu viele Patienten sind für immer der Homöopathie verloren gegangen. Stellen Sie sich vor, ich hatte dieses gewalttätige ADHD-Kind, das seinen Vater und seine Schwester töten wollte, damit es seine Mutter heiraten könne. Sie verschlimmern es, und es tötet sie!
Ich hasse es, wenn Kinder so was tun.
2. Der Verschreiber nach der 4. Auflage MUSS warten, nachdem er seine erste Trockengabe verabreicht hat, bis er sicher ist, dass keine weitere Verbesserung von dem Mittel erwartet werden kann, wie es in der 4. Auflage des Organon vorgeschrieben ist. Der Verschreiber der 5. und 6. Auflage kann dem Patienten erneut verschreiben WÄHREND dieser auf dem Weg der Besserung ist (§ 246) und beschleunigt so die Heilung auf die hälfte oder weniger der Zeit. Dieses Verschreiben ist eher im Einklang mit der Allopathie, mit einem Unterschied: Wir werden immer eine Testgabe (erste Gabe) verabreichen und kontrollieren den Patienten am nächsten um das Intervall zu bestimmen, in dem das Mittel gegeben wird. Wie Sie sehen können, ist dies von Person zu Person völlig unterschiedlich und das ist ein muss! Einige praktische Ärzte prahlen, dass sie die Methode der wässrigen Lösung anwenden, aber lassen den Patienten täglich eine Gabe zu sich nehmen, bis die Flasche leer ist, ohne ihren Patienten zu kontrollieren! Diese mechanische Wiederholung hat KEINEN Platz in einer guten homöopathischen Praxis. Die 4. Auflage verliert viel Zeit, bis die Heilung erreicht ist, was wiederum zum Verlust von Patienten führt, die man hätte halten können, hätte man die neuesten Methoden Hahnemanns befolgt.
3. Der Verschreiber nach der 4. Auflage fürchtet sich tödlich vor den vielen Ereignissen/Substanzen, die sein einmal verabreichtes Mittel (erste Gabe) neutralisieren, während er wartet, bis die Wirkung nachgelassen hat. Deshalb legt er seinem Patienten viele Einschränkungen bezüglich der Diät und allopathischen Behandlungen auf, sogar von anderen Modalitäten wie der TCM (Akupunktur). Sogar im Falle der Aufhebung des Mittels während der Behandlung wiederholt der Praktiker nach der 5. und 6. Auflage das Mittel in bestimmten Intervallen, leidet also kaum unter der Aufhebung, weil jede weitere Gabe die Wirkung auf die Lebenskraft wieder aufnimmt.
4. Im Falle einer ähnlichen Verschlimmerung stellt der fortgeschrittene Verschreiber leicht die zweite Gabe auf den Patienten ein, die schon am dritten Tag, nicht drei Wochen später wie bei Verschreibern nach der 4. Auflage, verabreicht werden kann. Er hat viele Möglichkeiten, die Gabe einzustellen (die Menge, die Zahl der Schüttelschläge oder die Potenz, das 2. Verdünnungsglas, Tropfen aus der Arzneimittelflasche verabreichen), während der Verschreiber nach der 4. Auflage entweder das Mittel neutralisiert oder versucht, eine niedrigere Potenz zu geben, um die Verschlimmerung abzuschwächen. Jeder Weg ist wieder ein Verlust an Zeit, der dem Patienten Sorgen bereitet und der die Möglichkeit bietet, ihn zu verlieren.
5. Das Fallmanagement in der Homöopathie, das schwierig genug ist, wird für den Verschreiber nach der 4. Auflage noch viel schwieriger, da er weniger Optionen zur Verfügung hat, die für die Korrektur nötig wären.
6. Die Methoden mit der wässrigen Lösung genügen eher langzeitlich unterdrückten Fällen (durch allopathische Medikamente und sogar durch die Homöopathie) und Fällen an der Grenze der Heilbarkeit.
Ganz gleich, wie der Name der Krankheit lautet, der Verschreiber nach der 5. und 6. Auflage ist viel besser gerüstet, dem Patienten das zu geben, was Hahnemann im § 2 versprochen hat: Eine schnelle, dauerhafte und sanfte Heilung.
Vielleicht können mir einige der anderen Homöopathen sagen, warum sie denn immer noch entsprechend der 4. Auflage praktizieren. Wer ist hier stur und dogmatisch? Es gibt nicht einen einzigen Grund, außer dass da weniger Arbeit für den Homöopathen aufkommt, aber das ist ein ziemlich egoistischer Grund.
Plus der Tatsache, denke ich, dass nicht jeder darüber Bescheid weiß; jeder gibt eine Gabe und wartet einen Monat und fürchtet antidotierende Faktoren wie Minze, Kaffee und Zahnpflege, weil sie wenig Aussichten haben, diese einmalige Gabe jemals zu wiederholen und sie sich auch vor akuten Erkrankungen fürchten, weil sie sie aus Furcht vor Antidotierung der ersten Gabe nicht behandeln wollen, sodass der Patient aus diesem Grund leiden muss, um diese ... einmalige Gabe zu schützen!
Das ist es, liebe Elaine! Jetzt verstehen Sie es genau richtig! Ja, ist es nicht eine Schande, dass 90% der Welt, einschließlich jener bedeutenden Lehrer (einschl. Vithoulkas!) sich nicht daran halten?
Pssst! Oh mein Gott! Nicht so laut, Dr. Luc, er kann Sie hören!
George Vithoulkas! Er ist hier! Er ist in seiner Garderobe! Er ist unser hoch angesehener Gasthomöopath des Monats! Sie sagten "bedeutend" oder nicht? Vielleicht könnten Sie es nochmals - lauter - sagen. Wo ist mein Riechsalz? Entschuldigen Sie mich, ich erinnerte mich eben daran, dass ich in die Wildnis hinaus und mehr Zeit mit meinen Kindern verbringen muss.
Könnten Sie das möglicherweise tun, nachdem wir das Interview beendet haben, anstatt während es im Gange ist?
Elaine: Sie meinen, dass ich hier immer noch arbeite? Sie haben nicht vor, ihn nochmals zu erwähnen, ja? Ok, lassen Sie mich Sie nach dem Periodensystem und den neuen Methoden fragen, die es benutzen.
Dr. Luc: Es war nichts wirklich Neues, da es zu einem bestimmten Grad schon in der Vergangenheit unter anderem durch Farrington und Robert befürwortet wurde. Es ist eine interessante Methode, solange man unseren Prinzipien treu bleibt und die Grenzen seiner Anwendbarkeit erkennt. Ich schrieb ein Buch mit dem Titel 'Homeopathy and the Periodic Table' (Die Homöopathie und das Periodensystem) um aufzuzeigen, dass wir überhaupt nicht darüber spekulieren müssen, diese Methode zu benutzen, aber dass wir sie nur basierend auf den Arzneimittelprüfungen verwenden können. Nur die Lücken ausfüllen (nicht einmal Mendelejeff tat dies) und dann einen "Fall" aufzeigen, der mit diesem so ausgewählten Mittel "geheilt" wurde, ist nichts, womit ich mich anfreunden kann. Warum soll man diese Mittel nicht in der Art und Weise prüfen, wie es die frühen Homöopathen taten? Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass Hering (im Analytical Repertory of the Symptomes of the Mind, Einführung) und Hahnemann (in Den Chronischen Krankheiten, unter Alumina, Fußnote) uns warnten, einem solchen Pfad zu folgen:
"Es gibt zwei Arten von Symptomen: Jene, die verursacht sind (Arzneimittelprüfungen) und jene die geheilt wurden; sie sind grundsätzlich verschieden. Die Kennzeichnung von solch unterschiedlichem Ursprung sollte in der Monografie in den Materia medicas immer mit der äußersten Sorgfalt vorgenommen werden. Sie sollte als Gegenstand von höchster Wichtigkeit betrachtet werden, damit niemals unüberlegt berichtete geheilte Symptome (nicht am Gesunden beobachtet) mit mittelinduzierten Symptomen vermischt werden ... Verwirrung statt klarer Verständlichkeit werden durch die Kombination der unterscheidenden- und der Gradkennzeichnung entstehen. Die Arzneimittelwahl muss von den PRÜFUNGSSYMPTOMEN BESTIMMT werden. (Großbuchstaben vom Autor)
Was ist mit Mittelfamilien?
Ich kann nicht sehen, was sie in der Findung des Simillimums für den Studenten leichter machen. Sie müssen immer noch viele Merkmale jeder Familie auswendig lernen. Da besteht eine Gefahr für solche Studenten, dass sie nur an Familien und den Methoden des Periodensystems festhalten: Ich habe oft genug gesehen, dass der Student oder die Seminarteilnehmer ein Mittel nach diesen Methoden sehen "möchten", sogar dann, wenn dieses Mittel ein klares Polychrest darstellt, das nicht in diese Methoden hineingehört, oder wenn das Mittel durch eine Methode, die vom "Wert der Symptome" abgeleitet ist, viel leichter gefunden werden kann. Es passieren noch weitere bestürzende Dinge. Ein anderer bedeutender Homöopath behandelte eine meiner Studentinnen bei einer schwerwiegenden Depression und weil sie Tierärztin war und Pferde liebte, gab er ihr Lac equininum! Wenn ich meinen allopathischen Kollegen etwas solches zeigen würde, sie würden mich zur Tür hinaus lachen! Der Fall wurde von Sulphur geheilt, dem Calc-c. folgte! Kann ein solcher Homöopath keinen Schwefel erkennen?
Er wäre schon lustig, hätten solche Lehren keine katastrophalen Folgen.
Warum verwenden Sie solch strenge Worte?
In Europa, Kanada und in den USA gehen die Einschreibungen in homöopathischen Schulen zurück und Schulen schließen. Was noch schlimmer ist, Viele, die eine dreijährige Ausbildung durchgemacht haben, hören nach einem oder zwei Jahren zu praktizieren auf, weil sie entmutigt sind. Würden Sie denken, dass jemand, der erfolgreich war, aufhören würde zu praktizieren? Wie wird dies die Homöopathie voranbringen?
Ich hoffe, dass Sie sich nicht daran stören, dass ich nachfrage, aber sind Sie sicher, dass Schulen in Europa, Kanada und den USA in bemerkenswerten Zahlen schließen und sind Sie sicher, dass der Grund dafür der ist, dass die Leute keinen Erfolg in ihren Praxen haben?
Ja, ich bin mir sehr sicher. Ich habe mehrere Freunde, die Vertreter für homöopathische Software sind. Sie besuchen jedes Seminar und sehen, was wirklich geschieht. In Belgien waren es fünf große Homöopathieschulen. Mir wurde gesagt, dass in diesem Jahr keine Einzige einen neuen Studenten hat. In Holland hat die Hälfte der Ärzte, die die Homöopathie praktizierten, damit aufgehört. Ich sehe in meiner eigenen Schule Studenten, die zum Beispiel aus Kanada kommen. Wenn ich sie frage, wie viele von zehn ihrer Freunde, die den Abschluss gemacht haben, praktizieren - EINER! Warum hören die Leute ein bis zwei Jahre nach der Ausbildung auf zu praktizieren? Weil sie tolle Erfolge haben? Sicher klingt das Gegenteil logischer. Wenn man in seiner Praxis großen Erfolg hat, gibt es keinen Grund aufzuhören. Dies führt nicht dazu, die Homöopathie voranzubringen!
Dies sind ziemlich schockierende Neuigkeiten über die Schulen! Aber fahren Sie fort. Was ist mit der "Kernillusion"?
Kernillusion und Kernempfindung: Sollten wir unsere Simillimumwahl wirklich auf eine solche Eigenschaft beschränken? Wiederholt zu fragen: "Wie ist Ihre Empfindung?" kommt nicht bei jedem gut rüber. Wir sollten alle die vier Bewusstseinsfunktionen nach Jung studieren, damit wir verstehen, dass das Folgen eines solchen Ansatzes bei vielen unserer Patienten Anstoß erregen würde. Wir alle haben eine dominierende Funktion des Bewusstseins, aber der erfolgreiche Homöopath ist der, der mit dem Patienten in dessen dominierenden Funktion sprechen kann, nicht in seiner eigenen!
Könnten Sie ein Beispiel dafür geben, was Sie unter "Sprechen in der dominierenden Funktion des Patienten" verstehen?
Zum Beispiel hat der Homöopath oft eine dominierende Denkfunktion (Sulph, Lach, Lyc, usw.), und sein Patient kann ein gefühlsintuitiver Typ wie Phosphor sein. Es wäre falsch vom Homöopathen, seinen Patienten in seiner "Denkfunktion" anzusprechen.
Sie meinen durch Halten eines Vortrags, durch Theoretisieren, ...?
Ja, indem man anfängt, eine ermüdende Erklärung über die eine und die andere Sache abzugeben, über Schwingungsmedizin usw., während der Gefühlstyp an seinen oder ihren Emotionen interessiert ist, nämlich daran, wie er/sie an die täglichen Probleme herangeht! Wenn ich in meinen Arbeiten über die Kernillusion (KI) rede, dann ist es etwas ganz anderes als das, was weithin darunter verstanden wird: Sie wird entsprechend Carl Jungs Arbeiten definiert, die ich wie folgt in die Homöopathie eingeführt habe:
"Die Kernillusion (KI) ist die dominierende, beherrschende Emotion, die ihren Ursprung darin hat, was Jung "einen stark gefühlsbetonten Komplex" nannte, oder was unser "Krankheit durch" ist.
Ein starker gefühlsbetonter Komplex bezieht sich auf ein lange zurückliegendes schmerzhaftes Ereignis, das nicht gelöst wurde und das sich deshalb oft zu einer fixen Vorstellung entwickelt. Mit anderen Worten, dieser Komplex steht mit unserem NWS (=Never Well Since - Nicht mehr gesund seit) in Verbindung. Zum Beispiel: Das schmerzhafte Ereignis war ein Verrat. Wie Sie sehen können, ist dies mit unserem NWS 'Verrat' vergleichbar. Es ist eine fixe Idee, die wegen einer erhaltenen unzulänglichen Therapie zu vielen Kompensationen oder Abwehrmechanismen und sogar zu sekundären Wahnvorstellungen führt. Die Kernillusion (KI) ist die treibende Kraft hinter den Handlungen, Gedanken und Plänen dieser Person. Die KI ist der zentrale Punkt, der Anfang der Krankengeschichte und ein wichtiger Befund nicht nur für die Formulierung und das Verständnis des Leidenskerns des Patienten, sondern auch für die Findung des ähnlichen Mittels, das ihn von dieser fixen Idee befreit. Und die richtige Interpretation der KI muss übereinstimmen mit den Kompensationen, die auf wirklichen Prüfungen des ausgewählten Mittels beruhen, dem Standard, den wir in der Homöopathie anwenden, um die Wahrheit von Fiktion zu trennen.
Können Sie ein Beispiel für die Kernillusion geben, die zu den Kompensationen passt? Sagen Sie, dass das Mittel sowohl in den Rubriken für die Illusion als auch in der Rubrik die beschreibt, wie er kompensiert, gefunden werden muss? Rajan Sankaran ist bekannt dafür zu sagen: "Beschäftigen sie sich nicht so sehr mit der Krankengeschichte, es geht mehr darum, wie er auf die Geschichte reagiert." Stimmen Sie dem zu?
Wie er auf die Geschichte reagiert, nennt man Kompensation. Kompensationen sind Abwehrmechanismen, die der Patient anwendet, um seine KI (wenn es gut für ihn ist, dann fühlt er sich "als eine wichtige Persönlichkeit") zu stärken, oder um vor seiner KI zu flüchten, wenn sie schlecht für ihn wäre (Wahnvorstellung: Ich bin hässlich). Ein Beispiel zu nennen wäre, die Geschichte eines ganzen Mittels wiederzugeben, was jenseits des Umfangs dieses Artikels wäre; man könnte dies in einem anderen Artikel besprechen. Und tatsächlich, das Mittel findet sich in NWS, KI und in seinen Kompensationen wieder: Es erzählt EINE Geschichte!
Die Homöopathie wird nie ausgelöscht werden. Die Bedrohung für die Homöopathie bleibt dieselbe, wie sie in der Vergangenheit bestanden hat: Sie liegt nicht in der Allopathie, sondern in der Pseudohomöopathie. Anstatt die Homöopathie auf Vermutungen durch spekulative innovative Methoden zu reduzieren, sollten in jedem Seminar und jeder Zeitschrift Fälle vorgestellt werden, die auf der Philosophie des Organon basieren (das übrigens keine "alte Bibel" ist). Sagen Sie mir, welcher Paragraf falsch ist, und sagen mir, welche Neuerung in sofern erfunden worden ist, das sie die Basis für eine siebte Auflage sein könnte. Ich warte auf die Antwort. Manche sagen, dass sie diese "fortgeschrittenen" Theorien brauchen, um ihre komplizierteren Fälle zu lösen. Ich lade jeden dazu ein, mir einen solchen Fall zuzusenden, den ich nicht damit abschließen könnte, was Hahnemann uns gelehrt hat.
Ich meine, dass eher das Studium der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Psychologie anstatt der spekulativen neuartigen Methoden in der homöopathischen Praxis von Nutzen ist. Beide folgen sie unserer homöopathischen Sprache und nützen dem Homöopathen dadurch, dass er seinen Patienten besser kennen lernt. Zum Beispiel ist die Traumanalyse völlig unbekannt in der Homöopathie und sie würde uns bei der Auswahl und der Bestätigung unseres gewählten Simillimums helfen. Wenn der Homöopath weiß, dass ein "wiederkehrender Traum" wichtig ist und solch einem Traum gegenübersteht, dann lautet meine Frage: "Also was tun Sie jetzt mit dem Inhalt eines solchen Traums?" Bisher habe ich noch keine Interessenten gefunden, mir zu antworten.
Sagen Sie, dass es nicht ausreicht, im Traumkapitel oder dem Abschnitt über Illusionen zu suchen?
Nein. Können Sie mir sagen, was Sie damit anfangen? Ein Traum ist ein INDIVIDUELLER Ausdruck des Unterbewussten einer Person. Dieser Traum hat für uns beide eine völlig ANDERE Bedeutung. Also hat der Abschnitt über Träume im Kent überhaupt nur sehr wenig Bedeutung, da er uns meistens nicht dabei hilft, zusätzliche Informationen für das Simillimum zu erhalten. Aber die Traumanalyse nutzt uns mindestens 13-fach in der Homöopathie (Teil meines neuen Buchs) und das Verständnis von Träumen kann uns zum Beispiel die Botschaft übermitteln, dass wir das richtige Mittel gewählt haben (das sollte zu § 255 hinzugefügt werden - Träume sind oft das ERSTE Zeichen des Simillimums) oder es kann auf das Simillimum hinweisen. Darüber gibt es so viel mehr zu sagen!
Dr. Luc, vorhin sagten Sie, einem Patienten der Pferde liebt Lac equinum zu geben wäre lachhaft. Das bringt mich zu der Frage, was ist ein Symptom? Ist es überhaupt akzeptabel, "liebt Pferde" oder "liebt Tiere" oder "Tee" oder irgendetwas anderes zu verwenden?
Dieses Beispiel war eine Verschreibung eines "bedeutenden" Homöopathen für eine meiner Studentinnen. Sie beruhte alleine auf der Tatsache, dass sie Tierärztin ist und Pferde liebt. Ihre Hauptbeschwerde war eine schwerwiegende Depression. Diese falsche Verschreibung führte zu einer noch schwereren Depression bis ich sie mit Sulphur und Calc. c. retten musste, sie heilten die Depression. Lac equinum konnte kaum als die Gesamtheit der Symptome angesehen werden und war mehr als eine spekulative Wahl und unserer homöopathischen Praxis unwürdig. Das bedeutet nicht, dass "liebt Tiere" kein Symptom sein kann, wenn es, laut § 153: auffallend, sonderlich, ungewöhnlich usw. ist. Mit anderen Worten, viele Leute gehen mit ihrem Kummer so um, indem sie sich auf Tiere konzentrieren, sie retten, Tiere mehr als Menschen lieben usw. Carcinosin und Nat. mur. sind nur zwei Beispiele dafür. Wenn das "Liebevolle" ungewöhnlich stark ist, übertrieben und manchmal sogar das Leben eines Patienten bestimmt, wenn es "aus der Norm fällt", dann kann es in Betracht gezogen werden, um das Simillimum zu finden.
Ich nehme hier und heute im Sinne eines wirklichen Dialogs teil, auf eine Einladung hin zu einem aufrichtigen Gespräch, damit die Homöopathie gedeihen möge. Ich bin ganz für den Fortschritt in der Homöopathie, aber die Homöopathen sollten neue Ideen darauf bauen, was Hahnemann uns gelehrt hat und sie sollten nie die Wurzeln vergessen, auf denen unsere Wissenschaft an erster Stelle aufgebaut wurde.
Dies kann als naive Frage erscheinen, aber warum ist es wichtig, an Hahnemann festzuhalten? Gibt es irgendetwas unter den "Innovationen", was Ihnen aufgefallen ist und Sie veranlasste zu sagen: "Großartig!" Auch haben Sie hier ein Publikum von 16.000 Menschen. ... Wovon sollten die Leute unbedingt, ihrer Patienten zuliebe und für eine sofortige Verbesserung der Resultate ihrer Fälle, sofort Abstand nehmen?
Genau deshalb, weil ich nie sagen konnte "Großartig!", halte ich an Hahnemanns Lehren fest. Kann mir irgendjemand sagen, welcher Paragraf falsch ist und weshalb? Und, nein, bisher hat niemand jemals neue Prinzipien oder Ansichten entwickelt, die dem Organon hinzuzufügen wären oder um eine 7. Auflage schaffen können. Was ich sehe ist, dass die Leute denken, dass sie etwas Neues tun, und dabei wurde es bereits von Hahnemann getan und oft verworfen.
Das wirkliche Problem, wie es ich bereits erklärt habe, ist: Die Leute lesen oder verstehen das Organon nicht und das Fallmanagement ist weltweit schlecht!
Wie können wir sofort unsere Fertigkeiten im Fallmanagement verbessern?
Hören Sie mit den Trockengaben der 4. Auflage auf und lernen Sie die Flüssigpotenzen der 5. und 6. Auflage des Organon! Halten Sie sich an den § 246 in der 6. Auflage und wiederholen Sie das Mittel, während der Patient auf dem Weg der Besserung ist! Dies ist nicht das Gleiche, wie die mechanische Wiederholung der Gabe, bis die Flasche leer ist. Verabreichen Sie zuerst immer eine Testgabe, die bestimmen wird, wie oft Sie für den Fall dieses Patienten wiederholen müssen, indem Sie dem Gesetz der Individualität folgen!
Und hier ist, was ich immer meinen Patienten sage: Hören Sie mit der Einnahme auf, sobald Sie eine bemerkenswerte Verbesserung ODER Verschlimmerung verspüren!
Lassen Sie mich Sie zu den Miasmen fragen: Die Tatsache, dass eine Person auf eine bestimmte Art und Weise auf Stress REAGIERT, lässt das nicht auf ihr dominierendes Miasma schließen?
Doch, natürlich! Wir müssen uns wieder die Gesamtheit ihrer Kompensationen ansehen (auf was Sie sich beziehen). Eine Person wird auf das entsprechend reagieren, was Carl Jung von vornherein feststehende, angeborene, OBLIGATORISCHE Reaktionsmuster nannte, in unserer Sprache, auf den vorherrschenden miasmatischen Zustand. So kann es sich eine syphilitische Person, die irgendeiner Lebenssituation gegenübersteht, nicht aussuchen, auf psorische Art und Weise darauf zu reagieren und wenn sie das täte, dann würde das unbeholfen und falsch erscheinen. Hier bin ich mit dem bedeutenden Psychiater Victor Frankl nicht einverstanden, dessen Arbeiten ich bewundere, dass eine Person NICHT die absolute Freiheit hat zu wählen, wenn sie in einer gewissen Situation steckt. Ich beziehe mich hier auf die Zeit, als Dr. Frankl in den Konzentrationslagern war und die Leute es vorzogen, sich in den tödlichen elektrischen Stacheldraht um die Lager herumzuwerfen oder die kleinen Brotkrümel mit anderen teilen. Er nennt dies eine Freiheit zur Wahl; ich nenne es eine obligatorische miasmatische Antwort. Selbstmord um seinem Schicksal zu entrinnen ist für mich syphilitisch. Zu teilen ist psorisch!
Erwähnte ich bereits, dass George Vithoulkas unser hoch geschätzter Homöopath des Monats ist?
Hoch angesehen, wenn ich mich recht erinnere.
Oh ja, hoch angesehen habe ich ihn genannt!
Soll ich durch die Hintertür hinaus?
Ich hole Ihren Mantel.
Luc De Schepper, MD, PhD, DI Hom., CHom., Lic.Ac. Besuchen Sie seine Website hier: www.DrLuc.com
Elaine Lewis, DHom, CHom. Besuchen Sie ihre Website hier: www.hpathy.com

References: § 75
 § 38
 § 73
 § 157
 § 157
 § 158
 § 2
 § 255
 § 153
 § 246