Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=24.01.2002&Aktenzeichen=IX%20ZR%20204/00
Timestamp: 2019-08-25 17:09:53+00:00

Document:
BGH, 24.01.2002 - IX ZR 204/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,708
BGH, 24.01.2002 - IX ZR 204/00 (https://dejure.org/2002,708)
BGH, Entscheidung vom 24.01.2002 - IX ZR 204/00 (https://dejure.org/2002,708)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2002 - IX ZR 204/00 (https://dejure.org/2002,708)
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BGB §§ 765, 648 a BGB
Erfordernis von Anerkenntnis oder Titel bei im Bauvertrag vereinbarter Sicherung
Einwand - Bürgschaft - Bürgschaft auf erstes Anfordern - Sicherungsabrede
Kein Missbrauchseinwand gegen Bürgschaftsinanspruchnahme im Urkundenprozess bei ungeklärter Rechtslage hinsichtlich der Rechtsmissbräuchlichkeit
Zum § Einwand aus 648a Abs. 2 Satz 2 BGB gegenüber dem Anspruch des Unternehmers aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern, die ihm aufgrund einer im Bauvertrag enthaltenen Sicherungsabrede erteilt wurde
BGB §§ 765 648a
BGB §§ 765, 648a
BGB §§ 648a, 765, 768
§ 648a BGB und Bürgschaft auf erstes Anfordern (IBR 2002, 193)
NJW 2002, 1198
ZIP 2002, 428
MDR 2002, 530
WM 2002, 555
BB 2002, 540
DB 2002, 1045
BauR 2002, 796
ZfBR 2002, 358
Diese Frage war vom IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs im Urteil vom 24. Januar 2002 - IX ZR 204/00, BauR 2002, 796 = ZfBR 2002, 358, 359 = NZBau 2002, 216 noch offen gelassen worden.
Diese Grundsätze finden nicht nur auf Einwendungen gegen die Hauptforderung Anwendung, sondern auch dann, wenn der Bürge geltend macht, der Gläubiger sei im Verhältnis zum Hauptschuldner verpflichtet, von der Bürgschaft keinen Gebrauch zu machen (BGHZ 143, 381, 384; 147, 99, 102 f.; BGH, Urteil vom 24. Januar 2002 - IX ZR 204/00, Urteilsumdruck S. 5).
Ein solches Verhalten begründet den Arglisteinwand (BGH, Urteil vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 103; Urteil vom 24. Januar 2002 - IX ZR 204/00, BauR 2002, 796 = NZBau 2002, 216 = ZfBR 2002, 358).
Dagegen sind Streitfragen tatsächlicher und rechtlicher Art, deren Beantwortung sich nicht ohne weiteres ergibt, im Rückforderungsprozess auszutragen (vgl. BGH NJW 2002, 1198).
Der BGH musste diese Frage in seinem Urteil vom 24.01.2002 (ZIP 2002, 428 = NJW 2002, 1198) nicht entscheiden.
Zwar lässt sich aus dem Wortlaut der Vorschrift des § 648a Abs. 2 S. 2 BGB nicht eindeutig und zweifelsfrei beantworten, ob die Bestimmung auch auf vertraglich vereinbarte Sicherheitsleistungen anzuwenden ist (vgl. BGH ZIP 2002, 428).
Diese Grundsätze finden nicht nur auf Einwendungen gegen die Hauptforderung Anwendung, sondern auch dann, wenn der Bürge geltend macht, der Gläubiger sei im Verhältnis zum Hauptschuldner verpflichtet, von der Bürgschaft keinen Gebrauch zu machen (BGHZ 143, 381, 384; 147, 99, 102 f.; BGH, Urteil vom 24. Januar 2002 - IX ZR 204/00, Urteilsumdruck S. 5)." Die Beklagte macht vorliegend geltend, dass sich aus den zu den Akten gereichten Vertragsurkunden, deren Inhalt unstreitig ist, ergebe, dass der Bürgschaftsfall nicht eingetreten sei.
Da die Reichweite des § 648 a BGB in diesem Zusammenhang in Literatur und Rechtsprechung nicht einheitlich gesehen werde, handele der Gläubiger, der den Bürgschaftsanspruch geltend mache, nicht rechtsmissbräuchlich (vgl. BGH, NJW 2002, 1198).
Die Teilbarkeit des Vertrags heben die §§ 108 Abs. 2, 105 InsO gerade auch für Miet- und Pachtverhältnisse besonders hervor (BGH NJW 2002, 1198, 1199 unter III. 3. b. aa.; 2001, 2966, 2967 unter II. 2. a.).
Er darf daher ebenfalls im Erstprozess nur beachtet werden, wenn sich seine Berechtigung schon aus dem unstreitigen Sachverhalt sowie dem Urkundeninhalt ohne weiteres ergibt (in Anknüpfung an BGHZ 107, 210, 214 = NJW 1989, 1853; BGHZ 143, 381, 383 = NJW 2000, 1563; BGHZ 147, 99, 102 f. = NJW 2001, 1857; BGHZ 147, 381, 383 = NJW 2001, 1857; BGH NJW 2002, 1493; BGH NJW 2002, 1198).
Diese Grundsätze finden nicht nur auf Einwendungen gegen die Hauptforderung Anwendung, sondern auch dann, wenn der Bürge geltend macht, der Gläubiger sei im Verhältnis zum Hauptschuldner verpflichtet, von der Bürgschaft keinen Gebrauch zu machen (BGHZ 143, 381, 384 = NJW 2000, 1563; BGHZ 147, 99, 102 f. = NJW 2001, 1857; BGH NJW 2002, 1198).
Ist aber eine Streitfrage rechtlicher Art höchstrichterlich noch ungeklärt, verhält sich der Bürgschaftsgläubiger jedenfalls nicht rechtsmissbräuchlich, wenn er den Bürgschaftsanspruch unter Berufung auf eine für ihn günstige Rechtsauffassung verfolgt (BGH WM 2002, 555, zitiert nach Juris: Rz. 12;… Palandt/Sprau, BGB, Einführung vor § 765, Rn. 14).

References: § 648
 BGH 
 BGH 
 § 648
 BGH 
 § 648
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 765