Source: https://www.rechtslupe.de/sozialrecht/zuzahlungen-bei-stationaeren-leistungen-zur-medizinischen-rehabilitation-360490
Timestamp: 2020-08-08 08:36:28+00:00

Document:
Zuzahlungen bei stationären Leistungen zur medizinischen Rehabilitation | Rechtslupe
Auf die Zuzah­lung nach § 32 SGB 6 zu den durch den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger gewähr­ten Leis­tun­gen zur medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on fin­den nur an den Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­ger kalen­der­täg­lich geleis­te­te Zuzah­lun­gen zu Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen oder Leis­tun­gen zur medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on Anrech­nung, nicht aber alle sons­ti­gen nach dem SGB 5 zu leis­ten­den Zuzah­lun­gen.
Die Rege­lung des § 62 SGB 6 über die Belas­tungs­gren­ze für Zuzah­lun­gen nach dem Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ist nicht auf die Zuzah­lungs­ver­pflich­tung nach § 32 SGB 6 anwend­bar. Die nach § 62 SGB 5 ein­ge­tre­te­ne Befrei­ung von Zuzah­lungs­ver-pflich­tun­gen nach dem SGB 5 ent­bin­det nicht auch von der Zuzah­lungs­ver­pflich­tung nach § 32 SGB 6.
Im Ren­ten­ver­si­che­rungs­recht bestimmt sich nach der Vor­schrift des § 32 Abs. 4 SGB 6 in einer von der Belas­tungs­gren­ze des § 62 SGB 5 ver­schie­de­nen Rege­lung eigen­stän­dig, wann von einer Zuzah­lung wegen unzu­mut­ba­rer Belas­tung abge­se­hen wer­den kann. Dem­nach kann von einem Ver­si­cher­ten eine Zuzah­lung nach dem SGB 6 auch dann noch zu leis­ten sein, wenn die Belas­tungs­gren­ze nach dem SGB 5 bereits erreicht ist.
Gemäß § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI zah­len Ver­si­cher­te, die das 18. Lebens­jahr voll­endet haben und sta­tio­nä­re Leis­tun­gen zur medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on in Anspruch neh­men, für jeden Kalen­der­tag die­ser Leis­tun­gen den sich nach § 40 Abs. 5 SGB V erge­ben­den Betrag. Gemäß § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI ist die Zuzah­lung für längs­tens 14 Tage und in Höhe des sich nach § 40 Abs. 6 SGB V erge­ben­den Betra­ges zu leis­ten, wenn der unmit­tel­ba­re Anschluss der sta­tio­nä­ren Heil­be­hand­lung an eine Kran­ken­haus­be­hand­lung medi­zi­nisch not­wen­dig ist (Anschluss­re­ha­bi­li­ta­ti­on). Hier­bei ist gemäß § 32 Abs. 1 S. 3 SGB VI eine inner­halb eines Kalen­der­jah­res an einen Trä­ger der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung geleis­te­te Zuzah­lung anzu­rech­nen.
Da es sich im hier vom Sozi­al­ge­richt Ber­lin ent­schie­de­nen Fall bei der dem Klä­ger von der Beklag­ten gewähr­ten Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me nicht um eine Anschluss­re­ha­bi­li­ta­ti­on im Sin­ne des § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI gehan­delt hat, bestimmt sich die Zuzah­lungs­pflicht des Klä­gers vor­lie­gend nicht nach die­ser spe­zi­el­len Vor­schrift für Anschluss­re­ha­bi­li­ta­tio­nen, son­dern nach der all­ge­mei­nen Vor­schrift des § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI, wonach für jeden Kalen­der­tag der Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tung der sich aus § 40 Abs. 5 SGB V erge­ben­de Betrag zu zah­len ist. Gemäß § 40 Abs. 5 SGB V zah­len Ver­si­cher­te je Kalen­der­tag den sich nach § 61 S. 2 SGB V erge­ben­den Betrag. Gemäß § 61 S. 2 SGB V wer­den als Zuzah­lun­gen zu sta­tio­nä­ren Maß­nah­men je Kalen­der­tag 10 € erho­ben.
Dem­ge­mäß hat der zum Zeit­punkt der Reha­bi­li­ta­ti­on 53 Jah­re alte Klä­ger für jeden Kalen­der­tag der ihm im Zeit­raum vom 24.07.bis 14.08.2007 bewil­lig­ten sta­tio­nä­ren Leis­tung zur onko­lo­gi­schen Reha­bi­li­ta­ti­on gemäß § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI eine Zuzah­lung in Höhe von 10 € zu leis­ten.
Da gemäß § 32 Abs. 2 SGB VI die Vor­schrift des § 32 Abs. 1 SGB VI auch für Ver­si­cher­te gilt, die das 18. Lebens­jahr voll­endet haben und sons­ti­ge sta­tio­nä­re Leis­tun­gen in Anspruch neh­men, kann hier auch dahin­ge­stellt blei­ben, ob die dem Klä­ger gewähr­te sta­tio­nä­re Leis­tung zur onko­lo­gi­schen Reha­bi­li­ta­ti­on von der Beklag­ten gemäß § 15 SGB VI als Leis­tung zur medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on (dann folgt die Zuzah­lungs­ver­pflich­tung aus § 32 Abs. 1 SGB VI) oder als sons­ti­ge Leis­tung zur Teil­ha­be in Form einer Nach- und Fes­ti­gungs­kur wegen Geschwulst­er­kran­kun­gen gemäß § 31 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 SGB VI (dann folgt die Zuzah­lungs­ver­pflich­tung aus § 32 Abs. 2 SGB VI) erbracht wur­de. Da der Klä­ger wäh­rend der Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me auch kein Über­gangs­geld bezo­gen hat, ist die Ver­pflich­tung zur Zuzah­lung auch nicht gemäß § 32 Abs. 3 SGB VI aus­ge­schlos­sen.
Der Klä­ger ist von der Ver­pflich­tung zur Zuzah­lung nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI auch nicht befreit, weder nach den Vor­schrif­ten des SGB VI noch auf Grund der Zuzah­lungs­be­frei­ung durch die Kran­ken­kas­se gemäß § 62 SGB V.
Gemäß § 32 Abs. 4 SGB VI bestimmt der Trä­ger der Ren­ten­ver­si­che­rung, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen von der Zuzah­lung nach § 32 Abs. 1 oder 2 SGB VI abge­se­hen wer­den kann, wenn sie den Ver­si­cher­ten unzu­mut­bar belas­ten wür­de. Dem Trä­ger der Ren­ten­ver­si­che­rung wur­de damit ein Ermes­sens­spiel­raum ein­ge­räumt, zu bestim­men, in wel­chen Fäl­len ein unzu­mut­ba­re Belas­tung vor­liegt [1]. Auf der Grund­la­ge die­ser Vor­schrift hat der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger die „Richt­li­ni­en für die Befrei­ung von der Zuzah­lung bei Leis­tun­gen zur medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on und sons­ti­gen Leis­tun­gen zur Teil­ha­be“ vom 01.07.1997 erlas­sen („Zuzah­lungs­richt­li­ni­en“). Bei die­sen Richt­li­ni­en han­delt es sich inso­weit um eine ermes­sens­lei­ten­de und nor­min­ter­pre­tie­ren­de Ver­wal­tungs­vor­schrift, mit denen zugleich der unbe­stimm­te Rechts­be­griff der „unzu­mut­ba­ren Belas­tung“ in § 32 Abs. 4 SGB VI kon­kre­ti­siert wird. Sie die­nen dem Zweck, eine gleich­mä­ßi­ge Ver­wal­tungs­pra­xis und Ermes­sens­aus­übung im Rah­men des § 32 Abs. 4 SGB VI sicher­zu­stel­len [2].
Die Zuzah­lungs­richt­li­ni­en dif­fe­ren­zie­ren zwi­schen einer Befrei­ung von Amts wegen (§ 1) und einer Befrei­ung auf Antrag des Ver­si­cher­ten (§ 2). Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Befrei­ung von Amts wegen nach § 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en sind bei dem Klä­ger nicht erfüllt. Denn inso­weit sind von Zuzah­lun­gen nur Ver­si­cher­te oder Rent­ner befreit, die das 18. Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben, Über­gangs­geld bezie­hen oder aus deren Ver­si­che­rung Leis­tun­gen für Kin­der erbracht wer­den. Aber auch die Vor­aus­set­zun­gen für eine Befrei­ung auf Antrag gemäß § 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en sind bei dem Klä­ger nicht erfüllt.
Gemäß § 2 Abs. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en wer­den auf Antrag Ver­si­cher­te von der Zuzah­lungs­pflicht voll­stän­dig befreit, deren monat­li­ches Net­to-Erwerbs­ein­kom­men oder deren Erwerbs­er­satz­ein­kom­men 40 % der monat­li­chen Bezugs­grö­ße nach § 18 Abs. 1 SGB IV nicht über­steigt oder die Hil­fe zum Lebens­un­ter­halt bezie­hungs­wei­se Leis­tun­gen zur Grund­si­che­rung im Alter und bei Erwerbs­min­de­rung nach dem Zwölf­ten Buch des Sozi­al­ge­setz­bu­ches oder Leis­tun­gen zur Grund­si­che­rung nach dem Zwei­ten Buch des Sozi­al­ge­setz­bu­ches bezie­hen. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind bei dem Klä­ger nicht erfüllt. Zum einen stand der Klä­ger zum Zeit­punkt der Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me in einem Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis und bezog kei­ne Sozi­al­leis­tun­gen nach dem SGB XII oder SGB II. Zum ande­ren erhielt der Klä­ger im Janu­ar 2007 – dem gemäß § 4 S. 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en für die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se maß­ge­ben­den Monat vor der Antrag­stel­lung auf die Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tung – aus­weis­lich der Beschei­ni­gung sei­nes Arbeit­ge­bers im Antrags­for­mu­lar auf die Befrei­ung von der Zuzah­lung nach § 32 Abs. 4 SGB VI ein Net­to­ar­beits­ent­gelt in Höhe von 1.097,08 €. Damit über­stieg sein Net­to­er­werbs­ein­kom­men 40 % der monat­li­chen Bezugs­grö­ße. Denn gemäß § 18 Abs. 1 SGB IV ist Bezugs­grö­ße im Sin­ne der Vor­schrif­ten für die Sozi­al­ver­si­che­rung das Durch­schnitts­ent­gelt der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung im vor­ver­gan­ge­nen Kalen­der­jahr, auf­ge­run­det auf den nächst­hö­he­ren, durch 420 teil­ba­ren Betrag. Die Bezugs­grö­ße ab 1.01.2007 betrug 29.400 € jähr­lich bezie­hungs­wei­se 2.450 € monat­lich (vgl. § 2 Abs. 1 Sozi­al­ver­si­che­rungs-Rechen­grö­ßen­ge­setz 2007 [3]). Der gemäß § 2 Abs. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en maß­geb­li­che Wert in Höhe von 40 % der monat­li­chen Bezugs­grö­ße betrug damit 980,00 €. Die­sen Wert über­stieg das Net­to-Erwerbs­ein­kom­men des Klä­gers.
Gemäß § 2 Abs. 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en kommt eine teil­wei­se Befrei­ung von der Zuzah­lungs­pflicht in Betracht für Ver­si­cher­te, die ent­spre­chend der Rege­lung des § 46 Abs. 1 Nr. 1 SGB IX ein Kind im Sin­ne des § 32 Abs. 1 und 3 bis 5 EStG haben (lit. a), pfle­ge­be­dürf­tig sind, wenn ihr Ehe­gat­te oder Lebens­part­ner, mit dem sie in häus­li­cher Gemein­schaft leben, sie pflegt und des­we­gen eine Erwerbs­tä­tig­keit nicht aus­übt (lit. b) oder deren Ehe­gat­te oder Lebens­part­ner, mit dem sie in häus­li­cher Gemein­schaft leben, pfle­ge­be­dürf­tig ist und kei­nen Anspruch auf Leis­tun­gen aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung hat (lit. c). Auch die­se Vor­aus­set­zun­gen sind beim Klä­ger nicht erfüllt. Inso­weit hat der Klä­ger im Rah­men sei­ner Antrag­stel­lung auf Befrei­ung von der Zuzah­lung nach § 32 Abs. 4 SGB VI ange­ge­ben, kei­ne Kin­der zu haben, die für sei­nen Antrag berück­sich­tigt wer­den könn­ten.
Als ermes­sens­lei­ten­de Ver­wal­tungs­vor­schrif­ten bin­den die Zuzah­lungs­richt­li­ni­en die Ver­wal­tung bei der Aus­übung ihres Ver­wal­tungs­er­mes­sens nur dann, wenn sie sich ihrer­seits im Rah­men der Ermäch­ti­gung hal­ten und nament­lich dem Zweck der Ermäch­ti­gung ent­spre­chen, also mit den vom Gesetz ver­folg­ten Zie­len über­ein­stim­men [4]. Aus­ge­hend von der Zweck­be­stim­mung der gesetz­li­chen Ermäch­ti­gung in § 32 Abs. 4 SGB VI ist die in den Zuzah­lungs­richt­li­ni­en aus Grün­den der Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung vor­ge­nom­me­ne Pau­scha­lie­rung und Typi­sie­rung der für eine unzu­mut­ba­re Belas­tung spre­chen­den Grün­de nicht zu bean­stan­den, weil hier­durch die Fall­ge­stal­tun­gen zutref­fend erfasst wer­den, die regel­mä­ßig die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on der Ver­si­cher­ten nega­tiv beein­flus­sen [5]. Ins­be­son­de­re ist nicht zu bean­stan­den, dass die für den Klä­ger ein­zig in Betracht kom­men­de Befrei­ungs­re­ge­lung des § 2 Abs. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en, die auf ein Net­to-Erwerbs­ein­kom­men in Höhe von 40 % der monat­li­chen Bezugs­grö­ße abstellt, an den sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Begriff des Erwerbs­ein­kom­mens anknüpft und inso­weit auf den Net­to­be­trag abstellt [6]. Auch für das hie­si­ge Gericht ist nicht ersicht­lich, dass die getrof­fe­ne Rege­lung dem Sinn und Zweck der Ermäch­ti­gung des § 32 Abs. 4 SGB VI – der Kon­kre­ti­sie­rung des unbe­stimm­ten Rechts­be­griffs der „unzu­mut­ba­ren Belas­tung“ – nicht genü­gen wür­de (anders für den hier nicht ein­schlä­gi­gen Fall, dass Unter­halts­ver­pflich­tun­gen bestehen, die das Net­to-Erwerbs­ein­kom­men, das dem Ver­si­cher­ten tat­säch­lich zur Ver­fü­gung steht, wei­ter schmä­lern, weil der­ar­ti­ge Ver­pflich­tun­gen in § 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en kei­ne aus­rei­chen­de Berück­sich­ti­gung fin­den[7].
Zwar ist nicht aus­ge­schlos­sen, dass wei­te­re Umstän­de im Ein­zel­fall die wirt­schaft­li­che Lage des Ver­si­cher­ten der­art beein­flus­sen, dass sich die gesetz­li­che Zuzah­lungs­pflicht als unzu­mut­ba­re Belas­tung dar­stellt. Dem wird dadurch Rech­nung getra­gen, dass die Beklag­te das ihr durch § 32 Abs. 4 SGB VI ein­ge­räum­te Ermes­sen durch die erlas­se­nen Zuzah­lungs­richt­li­ni­en nur für typi­sche Regel­fäl­le gebun­den hat. Die Zuzah­lungs­richt­li­ni­en ent­bin­den den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger hin­ge­gen nicht von einer unter Berück­sich­ti­gung des Indi­vi­dua­li­sie­rungs­ge­bo­tes des § 33 Abs. 1 SGB Izu tref­fen­den Ermes­sens­ent­schei­dung im Ein­zel­fall, wenn in der Per­son des Ver­si­cher­ten Umstän­de vor­lie­gen oder von ihm vor­ge­tra­gen wer­den, die von dem durch die Ver­wal­tungs­vor­schrift typi­sie­rend erfass­ten Regel­fall abwei­chen. Der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger ist daher in beson­ders gela­ger­ten Fall­kon­stel­la­tio­nen über das durch die Zuzah­lungs­richt­li­ni­en gebun­de­ne Ermes­sen hin­aus zu einer wei­te­ren indi­vi­du­el­len Ermes­sens­aus­übung auf der Grund­la­ge von § 32 Abs. 4 SGB VI ver­pflich­tet. Die ent­spre­chen­de Ent­schei­dung ist in dem durch § 39 SGB I vor­ge­ge­be­nen Rah­men gemäß § 54 Abs. 2 S. 2 SGG nur ein­ge­schränkt über­prüf­bar, wäh­rend die Fra­ge, ob eine beson­ders gela­ger­te Fall­kon­stel­la­ti­on mit der dar­aus resul­tie­ren­den Pflicht zu wei­te­ren Ermes­sens­er­wä­gun­gen gege­ben ist, der vol­len gericht­li­chen Kon­trol­le unter­liegt [8]. Zwar hat sich die Beklag­te in der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung vor­lie­gend allein an den Vor­ga­ben der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en ori­en­tiert und dar­über hin­aus kei­ne wei­te­re Ermes­sens­ent­schei­dung getrof­fen. Die­ses war hier aber auch nicht gebo­ten, so dass die von der Beklag­ten im ange­foch­te­nen Bescheid getrof­fe­ne Ent­schei­dung nicht als ermes­sens­feh­ler­haft anzu­se­hen ist. Denn inso­weit hat der Klä­ger kei­ne beson­de­ren wirt­schaft­li­chen oder fami­liä­ren Umstän­de ange­ge­ben, die von den Zuzah­lungs­richt­li­ni­en nicht erfasst wären und daher einen beson­ders gela­ger­ten Fall begrün­den könn­ten, bei dem sich die pflicht­ge­mä­ße Ermes­sens­aus­übung nicht in der Anwen­dung der ermes­sens­lei­ten­den Zuzah­lungs­richt­li­ni­en erschöp­fen kann, son­dern dar­über hin­aus­ge­hend eine wei­te­re Ermes­sens­ent­schei­dung erfor­dern wür­de. Ins­be­son­de­re kann ein sol­cher Umstand nicht in der von der Kran­ken­kas­se dem Klä­ger gegen­über aus­ge­spro­che­nen Zah­lungs­be­frei­ung nach § 62 SGB V gese­hen wer­den, weil die­se nach einer allein für das Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht gel­ten­den Belas­tungs­gren­ze für Zuzah­lun­gen für Kran­ken­ver­si­che­rungs­leis­tun­gen aus­ge­spro­chen wur­de, die dort vor­ge­se­he­ne Belas­tungs­gren­ze aber nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers gera­de nicht auch für Zuzah­lun­gen nach dem SGB VI gel­ten soll.
Der Klä­ger ist auch ver­pflich­tet, den von der Beklag­ten gefor­der­ten Betrag in Höhe von 210,00 € als Zuzah­lung zu der von ihm absol­vier­ten Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me zu leis­ten. Inso­weit hat die Beklag­te zu Recht für 21 Kalen­der­ta­ge eine Zuzah­lung in Höhe von jeweils 10 € erho­ben. Zwar dau­er­te die Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me ins­ge­samt 22 Kalen­der­ta­ge. Aller­dings gel­ten gemäß § 3 S. 3 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en der Auf­nah­me­tag und der Ent­las­sungs­tag bei der Fest­set­zung der Zuzah­lung als 1 Tag. Gemäß § 3 S. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en muss die Zuzah­lung höchs­tens für 42 Tage geleis­tet wer­den, so dass die von der Beklag­ten gel­tend gemach­te Zuzah­lung für 21 Tage auch nicht die hier­für vor­ge­se­he­ne Höchst­gren­ze über­schrei­tet.
Auf die von der Beklag­ten gel­tend gemach­te Zuzah­lung sind auch kei­ne von dem Klä­ger an sei­ne Kran­ken­kas­se im Jahr 2007 geleis­te­ten Zuzah­lun­gen mit der Fol­ge anzu­rech­nen, dass die von der Beklag­ten gefor­der­te Zuzah­lung damit bereits (teil­wei­se) abge­gol­ten wäre.
Gemäß § 32 Abs. 1 S. 3 SGB VI ist bei der Zuzah­lung („hier­bei“) eine inner­halb eines Kalen­der­jah­res an einen Trä­ger der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung geleis­te­te Zuzah­lung anzu­rech­nen. Die­se Vor­schrift bezieht sich jedoch sowohl ihrem Wort­laut als auch ihrer sys­te­ma­ti­schen Stel­lung nach allein auf die vor­an­ge­hen­de Rege­lung des § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI betref­fend die Zuzah­lung zu einer Maß­nah­me der Anschluss­re­ha­bi­li­ta­ti­on für längs­tens 14 Tage [9]. In sys­te­ma­ti­scher Hin­sicht spricht hier­für der Umkehr­schluss aus den Anrech­nungs­vor­schrif­ten der §§ 39 Abs. 4 S. 2, 40 Abs. 6 S. 2 SGB V betref­fend die Anrech­nung von an den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger geleis­te­ten Zuzah­lun­gen bei der Zuzah­lung zu Auf­ent­hal­ten nach dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht. Denn die­se Vor­schrif­ten sehen aus­drück­lich nur eine Anrech­nung von Zuzah­lun­gen zu Anschluss­re­ha­bi­li­ta­tio­nen nach § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI im Rah­men der Zuzah­lungs­ver­pflich­tung zu sta­tio­nä­ren Auf­ent­hal­ten nach dem SGB V vor. Es ist nicht ersicht­lich, dass im SGB VI eine über eine Gegen­sei­tig­keit der Anrech­nung bei Anschluss­re­ha­bi­li­ta­tio­nen hin­aus­ge­hen­de Anrech­nung von Zuzah­lun­gen nach dem SGB V auch auf Zuzah­lun­gen für sons­ti­ge Reha­bi­li­ta­tio­nen nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI gesetz­ge­be­risch gewollt wäre, zumal die­se Vor­schrift eine Höchst­dau­er für Zuzah­lun­gen im Gegen­satz zu der des § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI gera­de nicht fest­legt. Die­se wird erst in § 3 S. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en mit 42 Tagen bestimmt. Dem­nach ist die Anrech­nungs­vor­schrift des § 32 Abs. 1 S. 3 SGB VI nicht auch auf die all­ge­mei­ne Rege­lung zur Zuzah­lung zu sons­ti­gen Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tun­gen nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI anwend­bar.
Aller­dings sind gemäß § 3 S. 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en in Bezug auf die nach § 3 S. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en zu leis­ten­de Zuzah­lung für höchs­ten 42 Tage alle Tage der Zuzah­lung an den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger und an die Kran­ken­kas­sen inner­halb eines Kalen­der­jah­res zu berück­sich­ti­gen und gegen­sei­tig anzu­rech­nen, was im Ergeb­nis zu einer ähn­li­chen Anrech­nung führt wie die in § 32 Abs. 1 S. 3 SGB VI für Anschluss­re­ha­bi­li­ta­tio­nen vor­ge­se­he­ne. Dem­ge­mäß sind von Ver­si­cher­ten nach § 39 Abs. 4 SGB V für voll­sta­tio­nä­re Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen sowie nach § 40 Abs. 5 und 6 SGB V für ambu­lan­te oder sta­tio­nä­re Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tun­gen geleis­te­te Zuzah­lun­gen in Höhe des Betra­ges nach § 61 S. 2 SGB V auf die für höchs­tens 42 Tage zu leis­ten­de Zuzah­lung nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI anzu­rech­nen. Der Klä­ger hat jedoch auf sol­che Leis­tun­gen sei­ner Kran­ken­kas­se im Jahr 2007 kei­ne Zuzah­lun­gen leis­ten müs­sen. Denn aus­weis­lich der Aus­kunft der KKH vom 28.05.2009 befand er sich vom 21.06.2006 bis 2.07.2007 ledig­lich in teil­sta­tio­nä­rer Behand­lung, für die eine Zuzah­lung gemäß § 39 Abs. 4 SGB V gera­de nicht vor­ge­se­hen ist.
Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klä­gers sind auch nicht sämt­li­che im Rah­men der Kran­ken­ver­si­che­rung geleis­te­te Zuzah­lun­gen auf die nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI zu leis­ten­de Zuzah­lung anzu­rech­nen, son­dern nur sol­che kalen­der­täg­lich zu leis­ten­den Zuzah­lun­gen für voll­sta­tio­nä­re Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen und ambu­lan­te und sta­tio­nä­re Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tun­gen nach den §§ 39 Abs. 4, 40 Abs. 5 und 6 SGB V. Soweit der Klä­ger vor­trägt, die­se Beschrän­kung erge­be sich nicht aus der Anrech­nungs­vor­schrift des § 32 Abs. 1 S. 3 SGB VI, ist noch­mals dar­auf hin­zu­wei­sen, dass die­se Vor­schrift auf die vor­lie­gend die Zuzah­lungs­pflicht aus­lö­sen­de Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me kei­ne Anwen­dung fin­det, weil die­se nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI erbracht wur­de und nicht als Anschluss­re­ha­bi­li­ta­ti­on nach § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI, wor­auf sich die genann­te Anrech­nungs­vor­schrift allein bezieht. Nur ergän­zend sei ange­merkt, dass sich aber auch die Vor­schrift des § 32 Abs. 1 S. 3 SGB VI nach Wort­laut und sys­te­ma­ti­scher Stel­lung allein auf eine Anrech­nung der an die Kran­ken­ver­si­che­rung geleis­te­ten Zuzah­lun­gen in Bezug auf die Dau­er der Zuzah­lung nach § 32 Abs. 1 S. 2 SGB VI „für längs­tens 14 Tage“ bezieht, wor­aus folgt, dass nur tage­wei­se geleis­te­te Zuzah­lun­gen Anrech­nung fin­den kön­nen, was natur­ge­mäß ledig­lich Zuzah­lun­gen nach den §§ 39 Abs. 4, 40 Abs. 5 und 6 SGB VI betref­fen kann. Dem­ge­gen­über ergibt sich die Anrech­nung von an den Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­ger geleis­te­ten Zuzah­lun­gen auf Zuzah­lun­gen für Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tun­gen nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI allein aus den gemäß § 32 Abs. 4 SGB VI erlas­se­nen Zuzah­lungs­richt­li­ni­en im Rah­men der Kon­kre­ti­sie­rung der „unzu­mut­ba­ren Belas­tung“. Hier­nach bestimmt § 3 S. 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en aus­drück­lich, dass auf die nach S. 1 zu leis­ten­de Zuzah­lung für höchs­tens 42 Tage „alle Tage der Zuzah­lung an den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger und an die Kran­ken­kas­sen inner­halb eines Kalen­der­jah­res zu berück­sich­ti­gen und gegen­sei­tig anzu­rech­nen“ sind. Hier­mit ist aus­drück­lich klar­ge­stellt, dass nur Tage der Zuzah­lung anzu­rech­nen sind, nicht jedoch die Zuzah­lung selbst oder gar sons­ti­ge im Rah­men des Kran­ken­ver­si­che­rungs­rechts geleis­te­te Zuzah­lun­gen, die nicht tage­wei­se bestimmt wer­den. Eine nach Tagen bestimm­te Zuzah­lung ent­spre­chend der in § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI vor­ge­se­he­nen ergibt sich im Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht für sta­tio­nä­re Auf­ent­hal­te nach den gemäß §§ 39 Abs. 4, 40 Abs. 5 und 6 SGB V. Sons­ti­ge Zuzah­lun­gen nach dem SGB V sind nicht auf die Zuzah­lung nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB V anre­chen­bar.
Der Klä­ger kann auch nicht gel­tend machen, dass er im Jahr 2007 von gesetz­li­chen Zuzah­lun­gen durch sei­ne Kran­ken­kas­se befreit wor­den sei und dass die­se Befrei­ung auch für Zuzah­lun­gen zu Leis­tun­gen des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers zu gel­ten habe. Denn inso­weit gilt die von sei­ner Kran­ken­kas­se gewähr­te Befrei­ung nach § 62 Abs. 3 SGB V allein für Zuzah­lun­gen zu Leis­tun­gen nach dem SGB V, nicht aber für sol­che von ande­ren Trä­gern auf Grund einer Rechts­grund­la­ge außer­halb des SGB V zu erhe­ben­den Zuzah­lun­gen.
Gemäß § 62 Abs. 1 S. 1 SGB V haben Ver­si­cher­te wäh­rend jedes Kalen­der­jah­res nur Zuzah­lun­gen bis zur Belas­tungs­gren­ze zu leis­ten; wird die Belas­tungs­gren­ze bereits inner­halb eines Kalen­der­jah­res erreicht, hat die Kran­ken­kas­se eine Beschei­ni­gung dar­über zu ertei­len, dass für den Rest des Kalen­der­jah­res kei­ne Zuzah­lun­gen mehr zu leis­ten sind. Gemäß § 62 Abs. 1 S. 2 SGB V beträgt die Belas­tungs­gren­ze zwei vom Hun­dert der jähr­li­chen Brut­to­ein­nah­men zum Lebens­un­ter­halt; für chro­nisch Kran­ke, die wegen der­sel­ben schwer­wie­gen­den Krank­heit in Dau­er­be­hand­lung sind, beträgt sie 1 vom Hun­dert der jähr­li­chen Brut­to­ein­nah­men zum Lebens­un­ter­halt. Nach den Anga­ben der KKH hat­te der Klä­ger für das Kalen­der­jahr 2007 eine Vor­aus­zah­lung in Höhe sei­ner per­sön­li­chen Belas­tungs­gren­ze geleis­tet, wor­auf­hin eine Befrei­ung von gesetz­li­chen Zuzah­lun­gen nach dem SGB V aus­ge­spro­chen wor­den sei. Nach Anga­ben des Klä­gers sei er mit 1 % des Jah­res­brut­tos von sei­ner Kran­ken­kas­se ver­an­lagt wor­den und habe 190,08 € als Vor­aus­zah­lung erbracht. Die Befrei­ung von gesetz­li­chen Zuzah­lun­gen hat die KKH dem Klä­ger mit Ertei­lung der „KKH-Plus-Card“ vom 16.01.2007 auch gemäß § 62 Abs. 3 SGB V beschei­nigt.
Wie jedoch die Kran­ken­kas­se in ihrem Schrei­ben vom 28.05.2009 zutref­fend aus­ge­führt hat, bezieht sich die nach § 62 SGB V gewähr­te Befrei­ung von gesetz­li­chen Zuzah­lungs­ver­pflich­tun­gen allein auf sol­che nach dem SGB V, das heißt nach dem Recht der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Nicht hier­von umfasst sind Zuzah­lungs­ver­pflich­tun­gen nach dem Recht ande­rer Trä­ger der Sozi­al­ver­si­che­rung wie etwa der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nach dem SGB VI. Hier­auf hat­te die Kran­ken­kas­se den Klä­ger auch bereits im Schrei­ben vom 04.01.2007 hin­ge­wie­sen. Inso­weit hat­te sie aus­ge­führt, dass zur Prü­fung einer unzu­mut­ba­ren finan­zi­el­len Belas­tung aus­schließ­lich Auf­wen­dun­gen für gesetz­li­che Zuzah­lun­gen der Kran­ken­ver­si­che­rung berück­sich­tigt wer­den kön­nen, wozu unter ande­rem auch gesetz­li­che Zuzah­lun­gen zu sta­tio­nä­ren sowie ambu­lan­ten Vor­sor­ge- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men zäh­len wür­den. Aus­drück­lich nicht zu den anrech­nungs­fä­hi­gen Zuzah­lun­gen gehör­ten jedoch Auf­wen­dun­gen in Form von „Zuzah­lun­gen zu ande­ren Trä­gern (z. B. an die Ren­ten­ver­si­che­rung, zur PKV)“.
Die Rege­lung des § 62 SGB V ist auch nicht mit der Fol­ge auf die Zuzah­lungs­ver­pflich­tung nach § 32 SGB VI anwend­bar, dass jeg­li­che im Rah­men der Kran­ken­ver­si­che­rung geleis­te­ten Zuzah­lun­gen und die nach § 62 SGB V ein­ge­tre­te­ne Befrei­ung auch für die Zuzah­lungs­ver­pflich­tung nach § 32 SGB VI gel­ten wür­den. Denn weder ist durch den Gesetz­ge­ber eine aus­drück­li­che Gel­tung der Belas­tungs­gren­ze des SGB V auch für den Bereich des § 32 SGB VI ange­ord­net wor­den noch besteht für eine ent­spre­chen­de Anwen­dung der Vor­schrift des § 62 SGB V die hier­für erfor­der­li­che Rege­lungs­lü­cke im SGB VI, wel­che bei glei­cher Inter­es­sen­la­ge Vor­aus­set­zung für eine ent­spre­chen­de Anwen­dung wäre.
Viel­mehr hat der Gesetz­ge­ber in § 32 Abs. 4 SGB VI in einer von der Belas­tungs­gren­ze nach § 62 SGB V im Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht ver­schie­de­nen Rege­lung für die Zuzah­lung nach § 32 SGB VI eigen­stän­dig bestimmt, wann von einer Zuzah­lung abge­se­hen wer­den kann. Nach der gesetz­li­chen Vor­ga­be des § 32 Abs. 4 SGB VI bestimmt der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen von einer Zuzah­lung abge­se­hen wer­den kann, wenn sie den Ver­si­cher­ten unzu­mut­bar belas­ten wür­de. Die Ent­schei­dung über die Befrei­ung von der Zuzah­lungs­pflicht wegen einer unzu­mut­ba­ren Belas­tung liegt dem­nach im Ermes­sen des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers. Dies folgt bereits aus dem Wort­laut des § 32 Abs. 4 SGB VI, wonach von der Zuzah­lung abge­se­hen wer­den „kann“. Die­ses Ermes­sen ist vom Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger pflicht­ge­mäß, das heißt ent­spre­chend dem Zweck der Ermäch­ti­gung und unter Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Gren­zen des Ermes­sens aus­zu­üben [10]. Auf Grund der Ermäch­ti­gung des § 32 Abs. 4 SGB VI hat der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger die ermes­sens­lei­ten­den und nor­min­ter­pre­tie­ren­den Zuzah­lungs­richt­li­ni­en als Ver­wal­tungs­vor­schrift erlas­sen. Dem­ge­mäß sieht der Gesetz­ge­ber in § 32 Abs. 4 SGB VI aus­drück­lich eine ande­re Rege­lung vor als bei Zuzah­lun­gen nach dem SGB V, deren Zumut­bar­keit in der Vor­schrift über die Belas­tungs­gren­ze nach § 62 SGB V gere­gelt ist und dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­ger kein ent­spre­chen­des Ermes­sen in Bezug auf die Bestim­mung der Zumut­bar­keit der Zuzah­lung ein­räumt.
Dass der Gesetz­ge­ber inso­weit zwei ver­schie­de­ne Zumut­bar­keits­re­ge­lun­gen für Zuzah­lun­gen – je nach dem, ob es sich um sol­che nach dem SGB V oder um sol­che nach § 32 SGB VI han­delt – ergibt sich auch aus der gesetz­ge­be­ri­schen His­to­rie: Die Rege­lung des § 32 Abs. 4 SGB VI in der noch heu­te gel­ten­den Fas­sung wur­de mit der Ein­füh­rung des SGB VI zum 1. Janu­ar 1992 mit dem Ren­ten­re­form­ge­setz 1992 [11] geschaf­fen. In dem Gesetz­ent­wurf zum RRG war die­se Vor­schrift jedoch ursprüng­lich nicht ent­hal­ten. Viel­mehr hieß es in der Ent­wurfs­fas­sung in einem § 32 Abs. 1 S. 4 SGB VI: „In Här­te­fäl­len ist § 61 des Fünf­ten Buches sinn­ge­mäß anzu­wen­den“ [12]. Die Vor­schrift des § 61 SGB V in der ab 1.01.1989 gel­ten­den Fas­sung regel­te sei­ner­zeit die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen Kran­ken­ver­si­cher­te von Zuzah­lun­gen nach dem SGB V zu befrei­en waren. In der Begrün­dung zu § 32 SGB VI in der sei­ner­zei­ti­gen Ent­wurfs­fas­sung hieß es sodann auch [13]: „Die Rege­lung ent­spricht weit­ge­hend dem gel­ten­den Recht unter Berück­sich­ti­gung der sich für die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung durch das Gesund­heits-Reform­ge­setz erge­ben­den Ände­run­gen. Ins­be­son­de­re sind die Mög­lich­kei­ten, unter denen Ver­si­cher­te oder Rent­ner von der Zuzah­lung befreit wer­den kön­nen, nun­mehr für bei­de Leis­tungs­be­rei­che in § 61 SGB V ein­heit­lich gere­gelt.“
Im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren wur­de jedoch die­se beab­sich­tig­te ein­heit­li­che Rege­lung bei­der Berei­che fal­len gelas­sen und die ent­spre­chen­de Vor­schrift gestri­chen. Viel­mehr wur­den die Absät­ze 2a und 2b ein­ge­fügt, die sodann als § 32 Abs. 3 und 4 SGB VI in der Fas­sung des RRG 1992 ver­ab­schie­det wur­den. Die­se Ände­rung wur­de in dem Bericht des Aus­schus­ses für Arbeit und Sozi­al­ord­nung wie folgt begrün­det: „Durch […] die Strei­chung der Rege­lung, wonach die Här­te­fall­re­ge­lung der Kran­ken­ver­si­che­rung in der Ren­ten­ver­si­che­rung ent­spre­chend anzu­wen­den ist, soll der bis­he­ri­ge Rechts­zu­stand bei­be­hal­ten wer­den (vgl. auch Abs. 2a und 2b)“. Zu den ein­ge­füg­ten Absät­zen 2a und 2b heißt es: „Durch die ein­ge­füg­ten Vor­schrif­ten wird hin­sicht­lich der Befrei­ung von der Zuzah­lung der bis­he­ri­ge Rechts­zu­stand bei­be­hal­ten“ [14]. Die bis dahin gel­ten­den Zuzah­lungs­re­ge­lun­gen zu sta­tio­nä­ren Heil­be­hand­lun­gen durch den Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger rich­te­ten sich nach den bis zum 31.12.1991 gel­ten­den Vor­schrif­ten des § 1243 der Reichs­ver­si­che­rungs­ord­nung (RVO), § 20 des Ange­stell­ten­ver­si­che­rungs­ge­set­zes (AVG) und § 42 des Reichs­knapp­schafts­ge­set­zes (RKG), deren jewei­li­ger Absatz 5 gleich­lau­tend regel­te: „Der Trä­ger der Ren­ten­ver­si­che­rung bestimmt, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen von der Zah­lung nach Abs. 1 abge­se­hen wer­den kann, wenn sie den Ver­si­cher­ten oder den Rent­ner unzu­mut­bar belas­ten wür­de“. Die­se Vor­schrift war zusam­men mit der Zuzah­lungs­re­ge­lung durch das Haus­halts­be­gleit­ge­setz 1983 [15] ein­ge­führt wor­den. In der dama­li­gen Geset­zes­be­grün­dung hieß dazu [16]: „Absatz 5 sieht vor, daß der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger wei­te­re Aus­nah­men vor­se­hen soll, wenn die Zuzah­lung zu Här­ten füh­ren wür­de. Sol­che Aus­nah­men lie­gen z. B. dann vor, wenn die Zuzah­lung dem Ver­si­cher­ten wegen sei­nes Ein­kom­mens nicht oder nur für einen bestimm­ten Zeit­raum zuzu­mu­ten ist, was vor allem auch bei Betreu­ten, die Über­gangs­geld in Höhe des Arbeits­lo­sen­gel­des erhal­ten oder Ren­te bezie­hen, in Betracht kom­men kann, oder im sel­ben Kalen­der­jahr eine erneu­te Heil­be­hand­lung infol­ge der­sel­ben Krank­heit oder Behin­de­rung oder einer im Zusam­men­hang mit die­ser Krank­heit oder Behin­de­rung auf­tre­ten­den wei­te­ren Krank­heit oder Behin­de­rung erfor­der­lich ist“.
Dem­ge­mäß hat der Gesetz­ge­ber bei Schaf­fung der Vor­schrift des § 32 Abs. 4 SGB VI bewusst dar­auf ver­zich­tet, die für den Bereich des SGB VI vor­ge­se­he­ne Här­te­fall­re­ge­lung bei unzu­mut­ba­rer Belas­tung der­je­ni­gen im Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht anzu­glei­chen, son­dern hat es aus­drück­lich dem Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger vor­be­hal­ten, den unbe­stimm­ten Rechts­be­griff der „unzu­mut­ba­ren Belas­tung“ im Sin­ne des § 32 Abs. 4 SGB VI selbst zu kon­kre­ti­sie­ren, was er durch die ent­spre­chen­den Zuzah­lungs­richt­li­ni­en getan hat. Auch wenn die Befrei­ungs­vor­aus­set­zun­gen nach § 2 Abs. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en durch das Abstel­len auf ein Net­to­er­werbs­ein­kom­men in Höhe von 40 % der monat­li­chen Bezugs­grö­ße nach § 18 SGB IV der bis zum 31.12.2003 gel­ten­den Här­te­fall­re­ge­lung zur „unzu­mut­ba­ren Belas­tung“ für Zuzah­lun­gen nach dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht des § 61 Abs. 2 SGB V a. F. ent­sprach, war der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger nach Auf­fas­sung des Gerichts jedoch nicht etwa gehal­ten gewe­sen, die geän­der­te Rege­lung zur Begren­zung der Zuzah­lungs­pflicht nach dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht mit der zum 1.01.2004 gemäß § 62 SGB V ein­ge­führ­ten Belas­tungs­gren­ze nun­mehr auch in die Zuzah­lungs­richt­li­ni­en für die Kon­kre­ti­sie­rung des § 32 Abs. 4 SGB VI zu über­neh­men. Es ist nicht ersicht­lich, dass sich der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger nach Ände­rung der Här­te­fall­re­ge­lun­gen im SGB V durch Fest­hal­ten an der bis­he­ri­gen, dem § 61 Abs. 2 SGB V a. F. ent­spre­chen­den, Rege­lung des § 2 Abs. 1 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en nicht mehr im Rah­men des Sinns und Zwecks der Ermäch­ti­gung des § 32 Abs. 4 SGB VI und damit im Rah­men des ihm inso­weit ein­ge­räum­ten Ermes­sens hal­ten wür­de. Der Umstand, dass die Zumut­bar­keits­re­ge­lun­gen zur Zuzah­lung zu Leis­tun­gen nach dem SGB V und SGB VI ver­schie­den aus­ge­stal­tet sind, ist auch durch­aus sach­ge­recht: Denn inso­weit betref­fen die Zuzah­lungs­ver­pflich­tun­gen nach dem SGB V ver­schie­de­ne Leis­tun­gen – neben sol­chen zu sta­tio­nä­ren Kran­ken­haus- und Reha­bi­li­ta­ti­ons­auf­ent­hal­ten auch bei­spiels­wei­se sol­che zu Heil­mit­teln und häus­li­cher Kran­ken­pfle­ge, die sich für den Kran­ken­ver­si­cher­ten – ins­be­son­de­re bei chro­ni­scher Krank­heit – in erheb­li­cher Wei­se sum­mie­ren kön­nen. Dem­ge­gen­über erbringt der Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger als ein­zi­ge zuzah­lungs­pflich­ti­ge Leis­tung sol­che der medi­zi­ni­schen Reha­bi­li­ta­ti­on, die in der Regel ein sin­gu­lä­res zuzah­lungs­pflich­ti­ges Ereig­nis in dem betref­fen­den Kalen­der­jahr dar­stel­len, so dass hier­bei durch­aus höhe­re Vor­aus­set­zun­gen an die Befrei­ung von der Zuzah­lungs­pflicht gestellt wer­den kön­nen als für lau­fend erfor­der­li­che Zuzah­lun­gen nach SGB V. Dass auf die Zuzah­lung nach § 32 SGB VI allein Zuzah­lun­gen für sta­tio­nä­re Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te oder Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men nach dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­recht Anrech­nung fin­den, nicht aber alle sons­ti­gen nach dem SGB V geleis­te­ten Zuzah­lun­gen und inso­weit die Zuzah­lung nach dem SGB VI unter Umstän­den auch dann noch zu leis­ten ist, wenn – wie bei dem Klä­ger – die Belas­tungs­gren­ze nach dem SGB V bereits erreicht ist, ist vor die­sem Hin­ter­grund nicht zu bean­stan­den.
Dem­ge­mäß ist es für die Zuzah­lungs­ver­pflich­tung nach § 32 Abs. 1 S. 1 SGB VI vor­lie­gend auch uner­heb­lich, dass dem Klä­ger bereits vor Antritt der Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me durch den Kran­ken­ver­si­che­rungs­trä­ger eine Befrei­ung von wei­te­ren Zuzah­lun­gen wegen einer Vor­aus­zah­lung für Zuzah­lun­gen in Höhe sei­ner Belas­tungs­gren­ze erteilt wor­den war. Die von dem Klä­ger an die Kran­ken­kas­se geleis­te­te Zuzah­lung in Höhe der Belas­tungs­gren­ze hat sich inso­weit auch nicht auf etwai­ge Zuzah­lun­gen zu sta­tio­nä­ren Kran­ken­haus­auf­ent­hal­ten oder Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­men nach dem SGB V – die allein auf die Zuzah­lung nach § 32 SGB VI anre­chen­bar wären – aus­ge­wirkt, weil sol­che zuzah­lungs­pflich­ti­gen Leis­tun­gen durch die Kran­ken­kas­se im Jahr 2007 an den Klä­ger über­haupt nicht erbracht wur­den. Hät­te der Klä­ger im Jahr 2007 hin­ge­gen nach dem SGB V grund­sätz­lich zuzah­lungs­pflich­ti­ge Kli­nik­auf­ent­hal­te absol­viert, wären die hier­für (fik­tiv) zuzah­lungs­pflich­ti­gen Tage nach dem SGB V auch im Wege der Anrech­nung nach § 3 S. 2 der Zuzah­lungs­richt­li­ni­en von der nach dem Recht der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung höchs­tens zu leis­ten­den Zuzah­lung für 42 Tage der Reha­bi­li­ta­ti­ons­leis­tung in Abzug zu brin­gen gewe­sen.
Sozi­al­ge­richt Ber­lin, Gerichts­be­scheid vom 10. Janu­ar 2013 – S 31 R 3260/​08
vgl. Kater, in: Kas­se­ler Kom­men­tar, Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht, Lose­blatt, Stand: 74. Ergän­zungs­lie­fe­rung 2012, § 32 SGB VI Rdnr. 14[↩]
vgl. Hess. LSG, Urteil vom 26.10.2012 – L 5 R 142/​12, Rdnr. 30; LSG Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 27.05.2009 – L 2 R 261/​08, Rdnr.19; LSG NRW, Urteil vom 22.11.1999 – L 4 RA 36/​99, Rdnr. 23[↩]
Gesetz über maß­ge­ben­de Rechen­grö­ßen der Sozi­al­ver­si­che­rung für 2007 – Sozi­al­ver­si­che­rungs-Rechen­grö­ßen­ge­setz 2007, erlas­sen als Art. 12 des Geset­zes zur Ände­rung des Betriebs­ren­ten­ge­set­zes und ande­rer Geset­ze vom 02.12.2006, BGBl. I 2006, S. 2742[↩]
vgl. LSG Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 27.05.2009 – L 2 R 261/​08, Rdnr.19[↩]
vgl. hier­zu aus­führ­lich Hess. LSG, Urteil vom 26.10.2012 – L 5 R 142/​12, Rdnr. 49[↩]
Hess. LSG, a.a.O., Rdnr. 51[↩]
LSG Nie­der­sach­sen-Bre­men, Urteil vom 27.05.2009 – L 2 R 261/​08, Rdnr. 24 ff.[↩]
so Hess. LSG, Urteil vom 26.10.2012 – L 5 R 142/​12, Rdnr. 52 f.[↩]
so Kom­men­tar zum Recht der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, hrsg. vom Ver­band deut­scher Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger (Kom­GRV), Lose­blatt, Stand: 76. Ergän­zungs­lie­fe­rung 2012, § 32 SGB VI Ziff.03.3 und 6.2[↩]
vgl. Hess. LSG, Urteil vom 26.10.2012 – L 5 R 142/​12, Rdnr. 28[↩]
Gesetz zur Reform der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung (Ren­ten­re­form­ge­setz 1992 – RRG 1992) vom 18.12.1989, BGBl. I 1989 Nr. 60, S. 2261[↩]
BT-Drucks. 11/​4124, S. 21[↩]
BT-Drucks. 11/​4124, S. 161[↩]
BT-Drucks. 11/​5530, S. 42[↩]
Gesetz zur Wie­der­be­le­bung der Wirt­schaft und Beschäf­ti­gung und zur Ent­las­tung des Bun­des­haus­halts (Haus­halts­be­gleit­ge­setz 1983 – Hbe­glG 1983) vom 20.12.1982, BGBl.1982 I, S. 1857[↩]
BT-Drucks. 9/​2140, S. 101[↩]
Deutsche Rentenversicherungmedizinische RehabilitationZuzahlungspflicht

References: § 32
 § 62
 § 32
 § 62
 § 32
 § 32
 § 62
 § 32
 § 40
 § 32
 § 40
 § 32
 § 32
 § 32
 § 40
 § 40
 § 61
 § 61
 § 32
 § 32
 § 32
 § 15
 § 32
 § 31
 § 32
 § 32
 § 32
 § 62
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 1
 § 2
 § 2
 § 18
 § 4
 § 32
 § 18
 § 2
 § 2
 § 2
 § 46
 § 32
 § 32
 § 32
 § 2
 § 32
 § 2
 § 32
 § 33
 § 32
 § 39
 § 54
 § 62
 § 3
 § 3
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 3
 § 32
 § 32
 § 3
 § 3
 § 32
 § 39
 § 40
 § 61
 § 32
 § 39
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 3
 § 32
 § 32
 § 62
 § 62
 § 62
 § 62
 § 62
 § 62
 § 32
 § 62
 § 32
 § 32
 § 62
 § 32
 § 62
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 62
 § 32
 § 32
 § 32
 § 61
 § 61
 § 32
 § 61
 § 32
 § 1243
 § 20
 § 42
 § 32
 § 32
 § 2
 § 18
 § 61
 § 62
 § 32
 § 61
 § 2
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 3
 § 32
 Art. 12
 § 32