Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=15.09.2005&Aktenzeichen=4%20BN%2037.05
Timestamp: 2019-05-24 22:17:33+00:00

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BVerwG, 15.09.2005 - 4 BN 37.05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2504
BVerwG, 15.09.2005 - 4 BN 37.05 (https://dejure.org/2005,2504)
BVerwG, Entscheidung vom 15.09.2005 - 4 BN 37.05 (https://dejure.org/2005,2504)
BVerwG, Entscheidung vom 15. September 2005 - 4 BN 37.05 (https://dejure.org/2005,2504)
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Abgrenzung; Augenschein; Außenbereich; Baulücke; Bebauungsplan; Bebauungszusammenhang; Begriff; Grundstück; Höhenunterschied; im Zusammenhang bebaute Ortsteile; Innenbereich; Normenkontrolle; Ortsbesichtigung; Rechtsbegriff; Überzeugungsbildung
Klärung des Begriffs "Außenbereich im Innenbereich" - Ausschlaggebende Kriterien für das Bestehen eines Bebauungszusammenhangs im Sinne des § 34 Baugesetzbuch (BauGB) - Einnahme des Augenscheins zur Frage der Abgrenzung zwischen Innenbereich und Außenbereich bei Bereichen mit starken Höhenunterschieden - Verpflichtung seitens der Gemeinde zur Auswahl der optimalsten Nutzung eines Grundstücks bei der Platzierung eines Baufensters
BauGB § 34; BauGB § 35; VwGO § 86 Abs. 1
OVG Nordrhein-Westfalen, 12.05.2005 - 7 D 104/03
Ob die Vorschrift die Überplanung eines "Außenbereichs im Innenbereich" (vgl. dazu BVerwG, Beschluss vom 15. September 2005 - 4 BN 37.05 - Buchholz 406.11 § 34 BauGB Nr. 205 S. 31) erlaubt oder die Beplanung eines Gebiets, das seine Außenbereichseigenschaft bereits dadurch verloren hat, dass es zuvor Gegenstand einer Einbeziehungssatzung nach § 34 Abs. 4 Nr. 3 BauGB geworden ist, bedarf hier keiner Entscheidung.
5 Wie eng die Aufeinanderfolge von Baulichkeiten sein muss, um sich noch als zusammenhängende Bebauung darzustellen, ist nicht nach geografisch-mathematischen Maßstäben, sondern auf Grund einer umfassenden Bewertung des im Einzelfall vorliegenden konkreten Sachverhalts zu entscheiden (…Urteil vom 6. November 1968 BVerwG 4 C 2.66 a.a.O. S. 21; Beschluss vom 15. September 2005 BVerwG 4 BN 37.05 Buchholz 406.11 § 34 BauGB Nr. 205 m.w.N.).
Ein solcher "Außenbereich im Innenbereich", der keinen eigenständigen Rechtsbegriff darstellt, liegt dann vor, wenn eine ringsum von Bebauung umgebene Freifläche so groß ist, dass sich ihre Bebauung nicht mehr als zwanglose Fortsetzung der vorhandenen Bebauung aufdrängt und sie deshalb nicht als Baulücke erscheint (vgl. BVerwG, Beschluss vom 15. September 2005 - 4 BN 37/05 -, juris mit weiteren Nachweisen).
Wie eng die Aufeinanderfolge von Baulichkeiten sein muss, um sich noch als zusammenhängende Bebauung darzustellen, ist nicht nach geografisch-mathematischen Maßstäben, sondern auf Grund einer umfassenden Bewertung des im Einzelfall vorliegenden konkreten Sachverhalts zu entscheiden (…Urteil vom 6. November 1968 - BVerwG 4 C 2.66 - a.a.O. S. 21; Beschluss vom 15. September 2005 - BVerwG 4 BN 37.05 - Buchholz 406.11 § 34 BauGB Nr. 205 m.w.N.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 19. April 2012 - 4 C 10.11 -, BauR 2012, 1626; Beschluss vom 15. September 2005 - 4 BN 37.05 -, BRS 69 Nr. 95; Urteil vom 6. November 1968 - 4 C 2.66 -, juris; OVG NRW, Urteil vom 8. Juni 2006 - 10 A 1574/05 -.
vgl. BVerwG, Beschluss vom 15. September 2005 - 4 BN 37.05 -, BRS 69 Nr. 95.
Die überplante Fläche stellt vielmehr einen Fall des sog. "Außenbereichs im Innenbereich" dar, d. h. es handelt sich um eine zwar von Bebauung umgebene Freifläche, die sich aber aufgrund ihrer Größe und aufgrund der weiteren Umstände des Einzelfalls nicht mehr als zwanglose Fortsetzung der vorhandenen Bebauung aufdrängt, deshalb nicht als Baulücke erscheint und folglich nicht innerhalb eines Bebauungszusammenhangs im Sinne des § 34 Abs. 1 BauGB liegt, sondern bebauungsrechtlich als Außenbereich (§ 35 BauGB) anzusehen ist (vgl. BVerwG, B. v. 15.9.2005 - 4 BN 37.05 - ZfBR 2006, 54 f. = juris Rn. 3 m. w. N.).
Zu Recht weist der Beklagte vielmehr darauf hin, dass das Flurstück 48 nebst den jeweils angrenzenden unbebauten Flächen einer von der Umgebung unabhängigen geordneten städtebaulichen Entwicklung zugänglich ist und daher, selbst wenn es vollständig von Bebauung umgeben wäre, nach den hierzu von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien als so genannter Außenbereich im Innenbereich, vgl. hierzu etwa BVerwG, Beschluss vom 15. September 2005 - 4 BN 37/05 -, juris, Rn. 3, Urteil vom 17. Februar 1984 - 4 C 55.81 -, juris, Rn. 13; OVG NRW, Urteile vom 29. Oktober 2018 - 10 A 1403/16 -, juris, Rn. 101, und vom 21. Dezember 2010 - 2 D 64/08.NE -, juris Rn. 86, beurteilt werden müsste.
Wie eng die Aufeinanderfolge von Baulichkeiten sein muss, um sich noch als zusammenhängende Bebauung darzustellen, ist nicht nach geographisch-mathematischen Maßstäben, sondern aufgrund einer umfassenden Bewertung des im Einzelfall vorliegenden konkreten Sachverhalts zu entscheiden (Beschlüsse vom 18. Juni 1997 - BVerwG 4 B 238.96 - BRS 59 Nr. 78 und vom 15. September 2005 - BVerwG 4 BN 37.05 - Buchholz 406.11 § 34 BauGB Nr. 205).
vgl. BVerwG, Beschluss vom 15. September 2005 - 4 BN 37.05 -, juris, Rn. 3, Urteil vom 17. Februar 1984 - 4 C 55.81 -, juris, Rn. 13; OVG NRW, Urteil vom 21. Dezember 2010 - 2 D 64/08.NE -, juris, Rn. 86.
OVG Berlin-Brandenburg, 26.02.2014 - 11 S 57.12
Immissionsschutzrechtliche Genehmigung; Autoverwertungsanlage; …
VG Ansbach, 23.05.2012 - AN 9 K 11.00979
(Keine) Außenbereichsinsel im Innenbereich; Vorbescheid; Fragestellung
VG München, 20.05.2008 - M 1 K 07.5918
Abgrenzung Innenbereich/Außenbereich; Bebauungszusammenhang
VG Ansbach, 22.09.2014 - AN 3 K 14.00960
Werbeanlagen im Außenbereich; Bestandsschutz - verneint

References: § 34
 § 34
 § 35
 § 86
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34