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Timestamp: 2019-07-19 01:26:39+00:00

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Erbschaftsteuer: Nießbrauch / 2.4.2.3 Jahreswert | Finance Office Professional | Finance | Haufe
a) Tatsächlicher Jahreswert
Unter dem Jahreswert ist der Wert der Nutzung während eines Jahres zu verstehen. Als Jahreswert ist der Reinertrag zugrunde zu legen. Dieser ergibt sich, wenn die vom Nießbraucher zu tragenden Kosten von den Einnahmen abgezogen werden. Maßgebend sind hier die Verhältnisse im Zeitpunkt der Steuerentstehung.
Zu keinen Auswirkungen führen nachträgliche Wertveränderungen. Es bleibt also beim einmal festgesetzten Jahreswert.
Bei schwankenden Beträgen ist § 15 Abs. 3 BewG zu beachten, wonach als Jahreswert der Betrag zugrunde zu legen ist, der in Zukunft im Durchschnitt der Jahre voraussichtlich erzielt werden wird. In der Regel ist hier der Durchschnittsertrag der letzten 3 Jahre maßgebend.
Schätzung des Durchschnittswerts
Bei der Schätzung des Durchschnittswerts können ausnahmsweise Ereignisse berücksichtigt werden, die in nicht allzu langer Zeit nach dem Besteuerungszeitpunkt eingetreten sind.
Tatsächlicher Jahreswert
Vater V wendet seiner Tochter T den Nießbrauch an einem Dreifamilienhaus zu. Die Wohnungsmiete beträgt monatlich 1.350 EUR. Die von T zu tragenden durchschnittlichen Kosten belaufen sich im Jahr auf 12.100 EUR.
Der Jahreswert berechnet sich wie folgt:
Einnahmen: 1.350 EUR × 3 Wohnungen × 12 Monate = 48.600 EUR
abzüglich durchschnittliche Kosten ./. 12.100 EUR
Jahreswert 36.500 EUR
Der tatsächliche, im Allgemeinen höhere Jahreswert dürfte wohl aufgrund der Begrenzung durch § 16 BewG (siehe nachstehend) eher selten zur Anwendung kommen.
b) Begrenzung des Jahreswerts durch § 16 BewG
Nach Auffassung des BFH ist die Begrenzung des Jahreswerts von Nutzungen nach § 16 BewG auch nach Inkrafttreten des ErbStRG 2009 anwendbar. Dies gilt hierbei immer dann, wenn der Nutzungswert bei der Festsetzung der Erbschaft- oder Schenkungsteuer vom gesondert festgestellten Grundbesitzwert abgezogen wird.
Hingegen ist die Begrenzung des § 16 BewG nicht anzuwenden, wenn der Nutzungswert bei der Ermittlung des niedrigeren gemeinen Werts eines Grundstücks abgezogen wird.
Für ein Mietwohngrundstück ergibt sich in 2018 ein tatsächlicher Jahreswert i. H. v. 24.500 EUR. Der nach dem Bewertungsgesetz anzusetzende Steuerwert (§ 184 BewG ff.) beläuft sich auf 409.500 EUR.
Die Vorschrift des § 16 BewG gilt gleichermaßen für den Nießbrauchsverpflichteten wie auch für die nießbrauchsberechtigte Person

References: § 15
 § 16
 § 16
 § 16
 § 16
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