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Timestamp: 2019-03-19 10:40:49+00:00

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Lexikon Steuer: Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte
> Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte
Durch die Eintragung eines Freibetrags auf der Lohnsteuerkarte bzw. in 2011 und zunächst noch in 2012 auf der Ersatzbescheinigung ermäßigt sich die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer vom Arbeitslohn einbehalten muss. Freibeträge können beim Finanzamt beantragt werden, wenn der Arbeitnehmer bestimmte Aufwendungen hat oder ihm Pauschbeträge zustehen. Ein Freibetrag wird jedoch nicht in allen Fällen eingetragen, in denen steuerlich zu berücksichtigende Aufwendungen vorliegen.
Die Vorsorgepauschale berücksichtigt Vorsorgeaufwendungen im Rahmen bestimmter Höchstbeträge. Höhere Beträge können im Rahmen der Sonderausgaben-Höchstbeträge nur bei der Einkommensteuerveranlagung geltend gemacht werden. Die Vorsorgepauschale wird ab 2010 neu gestaltet, vgl. Stichwort Vorsorgepauschale 2010 .
Ein Antrag auf Eintragung eines Freibetrags wegen erhöhter Werbungskosten , erhöhter Sonderausgaben oder außergewöhnlicher Belastungen kann nur dann gestellt werden, wenn die Aufwendungen bzw. die abzugsfähigen Beträge insgesamt eine Antragsgrenze von 600 EUR überschreiten § 39a Abs. 2 Satz 4 EStG ).
Für die Eintragung der Pauschbeträge für Behinderte und Hinterbliebene sowie des Freibetrags zur Förderung des Wohneigentums ( § 10e EStG - die Eigenheimzulage kann nicht eingetragen werden) oder wegen negativer Einkünfte aus anderen Einkunftsarten gilt die o.g. Antragsgrenze nicht. Entsprechende Freibeträge können somit unabhängig von ihrer Höhe eingetragen werden.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, einen Freibetrag ein weiteres Dienstverhältnis (Steuerklasse VI) eintragen zu lassen, wenn der Grundfreibetrag im ersten Dienstverhältnis nicht ausgeschöpft wird ( § 39a Abs. 1 Nr. 7 EStG ). In diesem Fall muss gleichzeitig beim ersten Dienstverhältnisses ein Hinzurechnungsbetrag eingetragen werden, vgl. Hinzurechnungsbetrag - Freibetrag Lohnsteuer . Daher ist es zwingend erforderlich, mit dem Antrag auf Lohnsteuerermäßigung beide Steuerkarten bzw. Ersatzbescheinigungen, also sowohl die für das erste wie auch die für das weitere Dienstverhältnis vorzulegen.
1. Werbungskosten, auch wie Werbungskosten abziehbare Kinderbetreuungskosten
2. U.a. Beträge nach §§ 10d Abs. 2 , 10e EStG
3. Außergewöhnliche Belastungen nach §§ 33 , 33a , 33b Abs. 6 EStG
Von den Werbungskosten werden für die Antragsgrenze nur 320 EUR (1.320 EUR - 1.000 EUR Arbeitnehmer-Pauschbetrag ) berücksichtigt. Hinzu kommt die Kirchensteuer. Es ergeben sich 770 EUR (320 EUR + 450 EUR); der Arbeitnehmer kann also einen Antrag auf Eintragung eines Freibetrags stellen, da er über der Antragsgrenze von 600 EUR liegt.
Berücksichtigt werden allerdings nur Werbungskosten , soweit sie über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen = 320 EUR, sowie die Sonderausgaben, soweit sie über dem Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 EUR liegen = 414 EUR. Der Freibetrag beträgt somit 734 EUR (320 EUR + 414 EUR).
dass im Gegenzug in Höhe des bei Steuerklasse VI eingetragenen Freibetrags beim ersten Dienstverhältnisses ein sogenannter Hinzurechnungsbetrag ( Hinzurechnungsbetrag - Freibetrag Lohnsteuer ) berücksichtigt wird.
Bei der Steuerklasse III wird gleichzeitig ein Hinzurechnungsbetrag ( Hinzurechnungsbetrag - Freibetrag Lohnsteuer ) eingetragen, dessen Höhe dem Freibetrag entspricht, der auf der Lohnsteuerkarte mit der Steuerklasse VI bescheinigt worden ist.
Der Antrag für die Berücksichgtigung eines Steuerfreibetrages kann vom 1.10. des Vorjahres nach § 39a Abs. 2 Satz 3 EStG bis zum 30. November des laufenden Kalenderjahres gestellt werden. Maßgebend ist der Eingang beim zuständigen Finanzamt. Dabei ist zwingend ein amtlich vorgeschriebener Vordruck zu verwenden ( §39a Abs. 2 S. 3 EStG ). In anderer Form gestellte Anträge sind unzulässig.
Für 2012 ist beim Finanzamt wieder ein Antrag auf Berücksichtigung von Freibeträgen zu stellen.
Bei gleichzeitiger Erfassung eines Freibetrags und eines Hinzurechnungsbetrags ( Hinzurechnungsbetrag - Freibetrag Lohnsteuer ) nach § 39a Abs. 1 Nr. 7 EStG erfolgt nur eine Eintragung des saldierten Betrages.
Dabei ist der Jahresfreibetrag (Hinzurechnungsbetrag) gleichmäßig auf den Zeitraum vom Beginn des auf die Antragstellung folgenden Kalendermonats bis zum Schluss des Kalenderjahres zu verteilen ( § 39a Abs. 2 Satz 6 EStG ). Maßgebend ist der Tag des Eingangs des Antrags und nicht der Tag der Bearbeitung durch das Finanzamt.
Wird der Antrag auf Eintragung eines Freibetrags im Januar gestellt, ist der Freibetrag mit Wirkung vom 1. Januar einzutragen ( § 39a Abs. 2 Satz 7 EStG ). Dasselbe gilt wenn der Antrag noch vor Beginn des Kalenderjahres gestellt worden ist.
Für Ehegatten genügt es, wenn die gemeinsamen Aufwendungen (s.o.) über der Eintragungsgrenze von 600 EUR liegen. Der Betrag verdoppelt sich nicht. Sind beide Ehegatten Arbeitnehmer, wird der Freibetrag grundsätzlich bei jedem Ehegatten zur Hälfte berücksichtigt ( § 39a Abs. 3 Satz 3 EStG ). Die Ehegatten können aber auch eine beliebige andere Verteilung wählen.
Bei Beantragung des sog. Faktorverfahrens (Steuerklasse IV mit Faktoranwendung) und zusätzlichem Antrag auf Erfassung eines Freibetrags wird gleichwohl kein Freibetrag vermerkt. Der Freibetrag geht mit auf in die Berechnung des Faktors. Vgl. Stichworte Faktorverfahren für Ehegatten für Ehegatten und Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2010 .
Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2011/2012
Der Freibetrag muss grundsätzlich jedes Jahr aufs Neue beantragt werden. Für 2011 gilt eine Ausnahme. Die Lohnsteuerkarte 2010 gilt auch für 2011, da die Einführung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale ( ELStAM ) erst ab 2012 erfolgt. Insoweit gelten die für 2010 eingetragenen Freibeträge auch automatisch für 2011. Nur wenn sich die Höhe geändert hat, musste sich der Arbeitnehmer für 2011 mit dem Finanzamt in Verbindung setzen.
Die Beantragung eines Freibetrags zieht zwingend die Verpflichtung nach sich, nach Ablauf des Kalenderjahrs unaufgefordert eine Einkommensteuererklärung abzugeben ( § 46 Abs. 2 Nr. 4 EStG ). Von dieser Veranlagungspflicht ausgenommen sind zunächst die Fälle, in denen auf der Lohnsteuerkarte lediglich ein Pauschbetrag für Behinderte oder der Pauschbetrag für Hinterbliebene eingetragen worden ist.

References: § 39
 § 10
 § 39
 § 39
 §39
 § 39
 § 39
 § 39
 § 39
 § 46