Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j376.htm
Timestamp: 2020-02-19 00:55:26+00:00

Document:
376 Avariya-Jataka
376. Die Erzählung von Avariya (Avariya-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Schiffer. Dieser war nämlich töricht und unverständig; er kannte nicht den Vorzug des Buddha und der anderen Kleinodien, noch den anderer Männer; er war barsch, roh und gewalttätig.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, nahm der Bodhisattva in einer Brahmanenfamilie seine Wiedergeburt. Nachdem er herangewachsen war und zu Takkasila alle Künste erlernt hatte, betätigte er die Weltflucht der Weisen. Lange Zeit ernährte er sich im Himalaya mit den Früchten des Waldes; hierauf begab er sich, um sich mit Salz und Saurem zu versehen, nach Benares, verbrachte die Nacht im königlichen Parke und ging am nächsten Morgen in die Stadt hinein, um Almosen zu sammeln.
§1. „Sei nicht erzürnt, o Landesherr,
sei nicht erzürnt, du großer Fürst.
Wenn nicht mit Zorn vergilt der König,
ist er geehrt im ganzen Lande.
§2. Ob in dem Dorfe, ob im Walde,
ob auf dem Meere, ob am Lande,
allüberall geb ich den Rat:
Sei nicht erzürnt, o Landesherr.“
§3. Ein Mann, Avariya mit Namen,
war Schiffer an dem Gangesstrom.
Zuerst setzt' er die Leute über
und dann verlangt' er seinen Lohn.
Doch hatte er nur Streit davon
und nicht vermehrte sich sein Geld.
§4. „Frag vor der Überfahrt nach Lohn,
wenn er noch nicht ist drüben, Schiffer;
denn anders denkt der, der schon drüben,
als der, der erst hinüber will.“
§5. „Ob in dem Dorfe, ob im Walde,
Sei nicht erzürnt, du Schiffersmann.“
§A2. Der Meister fügte hinzu: „Ihr Mönche, während jener Asket für diese Ermahnung vom Könige ein Dorf als Geschenk erhielt, bekam er, als er dieselbe dem verblendeten Schiffer gab, Schläge ins Gesicht. Darum muss man, wenn man Ermahnungen gibt, sie dem geben, für den sie passt, nicht den Leuten, die nicht dafür geeignet sind.“
§6. Ob der Ermahnung, wegen der
der König ihm ein Dorf geschenkt,
ob dieser selben Unterweisung
schlug ihm der Schiffer ins Gesicht.
§7. Der Topf zerbrochen, tot die Gattin,
die Leibesfrucht fiel auf den Boden;
so wie ein Tier mit Gold umgeht [1],
hat er zum Schaden sich gehandelt.
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen und die Wahrheiten verkündet hatte, verband er das Jataka mit folgenden Worten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener Mönch zur Frucht der Bekehrung): „Der damalige Schiffer war auch der jetzige Schiffer, der König war Ananda, der Asket aber war ich.“
[1] D. h. wie ein Tier die kostbarsten Gegenstände zerstört oder beschädigt, weil es ihren Wert nicht kennt.
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References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7