Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.10.1992&Aktenzeichen=XII%20ZR%20173/90
Timestamp: 2019-06-26 13:24:20+00:00

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BGH, 21.10.1992 - XII ZR 173/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1608
BGH, 21.10.1992 - XII ZR 173/90 (https://dejure.org/1992,1608)
BGH, Entscheidung vom 21.10.1992 - XII ZR 173/90 (https://dejure.org/1992,1608)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1992 - XII ZR 173/90 (https://dejure.org/1992,1608)
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Vorvertrag - Bindung - Mietvertrag - Erfüllungsverweigerung - Erfüllungsverlangen - Weigerung - Gewerberäume - Konzessionserteilung - Gewerbepolizeirecht - Baubehördliche Auflagen
BGB Vor § 145 ff § 535
NJW-RR 1993, 139
MDR 1993, 341
WM 1993, 388
DB 1993, 833
In allen anderen Fällen kann die nähere Ausgestaltung der Vertragsbedingungen der späteren Einigung vorbehalten werden, ohne dass die Wirksamkeit des Vorvertrags dadurch in Frage gestellt wird (…BGH, Urt. v. 30. April 1992, VII ZR 159/91, NJW-RR 1992, 977, 978; u. v. 21. Oktober 1992, XII ZR 173/90, NJW-RR 1993, 139, 140; RGZ 73, 116, 119).
Dies ist im Allgemeinen dann der Fall, wenn der Vorvertrag selbst den Inhalt des Hauptvertrages regelt, aber auch bereits dann, wenn der Inhalt des Hauptvertrages sich aus den Erklärungen der Parteien zum Vorvertrag eindeutig bestimmen lässt, ohne dass es darauf ankommt, dass auch letzte Feinheiten geregelt wären (st. Rspr., vgl. etwa BGH 17. Dezember 1952 - II ZR 19/52 - LM BGB § 705 Nr. 3; 21. Oktober 1992 - XII ZR 173/90 - DB 1993, 833).
An die Annahme, der Schuldner verweigere die Leistung endgültig, sind strenge Anforderungen zu stellen (BGH, NJW-RR 1993, 139 [140]).
Dies ist insbesondere dann anzunehmen, wenn sich die Mietsache noch im Besitz eines Dritten befindet und der Zeitpunkt der Räumung ungewiss ist (vgl. BGH, NJW-RR 1993, 139), oder wenn eine sofortige Nutzung aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen (unzureichender baulicher Zustand; fehlende öffentlich-rechtliche Genehmigung u. ä.) nicht möglich ist.
Dabei müssen die Parteien den Inhalt des noch abzuschließenden Hauptvertrags in zumindest bestimmbarer Weise festlegen (vgl. Bundesgerichtshof…, Urteil vom 20. September 1989, NJW 1990, S. 1234, 1235; Urteil vom 21. Oktober 1992, NJW-RR 1993, S. 139, 140).
Zum wesentlichen Inhalt eines gewerblichen Mietvertrags gehört die Einigung über das Mietobjekt, die Mietdauer und den Mietzins (vgl. Bundesgerichtshof, Urteil vom 21. Oktober 1992, NJW-RR 1993, S. 139, 140;… siehe auch Staudinger/Bork, BGB 2010, Vorbem. zu §§ 145 ff., Rn. 57;… Bamberger/Roth/Eckert, BGB, Stand 1. Mai 2014, § 154 Rn. 20 ff.) oder jedenfalls über die Entgeltlichkeit der Gebrauchsüberlassung (vgl. Bundesgerichtshof…, Urteil vom 3. Juli 2002, NJW 2002, S. 3016 ff., juris Rn. 39).
An das Vorliegen einer endgültigen Erfüllungsverweigerung sind im Hinblick auf den Zweck der Fristsetzung strenge Anforderungen zu stellen (vgl. BGH NJW-RR 1993, 139; BGH NJW 1986, 661).
Das Verhalten des Schuldners muß zweifelsfrei ergeben, daß er sich über das auf die vertragliche Leistung gerichtete Erfüllungsverlangen des Gläubigers - an der es hier schon fehlt, weil die Gläubigerin Erfüllung gerade nicht mehr wollte - klar ist und ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen seine Weigerung zum Ausdruck bringt (BGH, Urt. v. 21. Oktober 1992, XII ZR 173/90, WM 1993, 388, 390).
Für eine solche vorvertragliche Einigung genügt es, wenn der Inhalt des Hauptvertrags, zu dessen Abschluss sich die Parteien verpflichten, bestimmbar ist (RG JW 1938, 2740, 2743, BGH LM BGB § 705 Nr. 3, BGH GRUR 1958, 564, 566 - Baustützen; BGH NJW-RR 1993, 139, 140).
Der Vertragsinhalt muss aber bestimmt oder bestimmbar (BGH NJW 2002, 3016) sein; bei einem - wie hier - gewerblichen Pachtvertrag wird als notwendig, aber auch ausreichend angesehen, dass der Pachtgegenstand, die Vertragsdauer und die Pachtzinshöhe bereits festgelegt sind (BGH NJW-RR 1993, 139).
In allen anderen Fällen kann die nähere Ausgestaltung der Vertragsbedingungen der späteren Einigung vorbehalten werden, ohne dass die Wirksamkeit des Vorvertrags dadurch in Frage gestellt wird (BGH NJW-RR 1992, 977, 978; NJW-RR 1993, 139).
In allen anderen Fällen kann die nähere Ausgestaltung der Vertragsbedingungen der späteren Einigung vorbehalten werden, ohne dass die Wirksamkeit des Vorvertrags dadurch in Frage gestellt wird (vgl. BGH NJW 2006, 2843, [BGH 12.05.2006 - V ZR 97/05] unter Hinweis auf BGH NJW-RR 1992, 977, 978 [BGH 30.04.1992 - VII ZR 159/91] und NJW-RR 1993, 139, 140 [BGH 21.10.1992 - XII ZR 173/90] ).
Auch ein Vorvertrag muss nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ein solches Maß an Bestimmtheit oder doch Bestimmbarkeit und Vollständigkeit enthalten, dass im Streitfall der Inhalt des Vertrages richterlich festgestellt werden kann, notfalls durch eine richterliche Vertragsergänzung (vgl. BGH NJW 1990, 1234 [BGH 20.09.1989 - VIII ZR 143/88] ; NJW-RR 1993, 139, [BGH 21.10.1992 - XII ZR 173/90] m. w. N., je zitiert nach juris).
LAG Sachsen, 24.08.1999 - 9 Sa 131/99
Arbeitsrechtlicher Vorvertrag
LAG Rheinland-Pfalz, 22.01.2004 - 11 Sa 1096/03
Einigungsmängel und fehlende Schriftform bei Aufhebungsverträgen und Vorverträgen …
OLG Hamburg, 06.06.2001 - 4 U 163/98
Optionsrecht auf Anmietung von Räumen als bedingter, durch einseitige …
OLG Düsseldorf, 30.05.1996 - 10 U 158/95
Pflicht des Vermieters zur Abrechnung einer im Wege der Zwangsvollstreckung …
OLG Dresden, 17.07.2007 - 14 U 13/07

References: § 145
 § 535
 BGH 
 § 705
 § 154
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 705
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH