Source: https://books.google.co.za/books?id=KIbkAAAAMAAJ&pg=RA2-PA83&focus=viewport&vq=Innungen&dq=editions:UOM39015064409801&output=html_text
Timestamp: 2020-03-31 11:20:32+00:00

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Schwärzen und Brünieren von Stahl und Eisen.
Um eine glänzend schwarze Färbung von Eisen und Stahl zu bewirken, wird zunächst zu einer Quantität Terpentinöl tropfenweise unter beständigem Umrühren Schwefelsäure hinzugefügt, bis sich kein Niederschlag mehr bildet. Sodann gießt man die Flüssigkeit in Wasser, schüttelt um und dekantiert (d. h. man scheidet die Flüssigkeit vom Niederschlag). Der Niederschlag wird so lange ausgewaschen, bis in das Waschwasser getauchtes blaues Lackmuspapier sich nicht mehr rötet. Der Niederschlag ist dann völlig von Säure befreit. Nachdem man denselben durch ein Tuch filtriert hat, wird er auf das Eisen aufgetragen und dieses am Feuer geglüht. Läßt sich der Niederschlag schwer auftragen, so kann man etwas Terpentin zusetzen. Der Gegenstand wird dann mit einem in Leinöl getauchten Leinenlappen abgerieben, bis die Oberfläche eine schön glänzende schwarze Färbung annimmt. Ein derartiger Überzug löst sich nur schwer ab; er ist,
Verfahren zum Schwärzen und Brünieren auf dem Wege des Niederschlagens eines Metalls oder einer nicht oxydierbaren Verbindung folgen. Zum Schwarzfärben präpariert man eine Lösung aus 10 Teilen Wismutchlorid, 20 Teilen Quecksilberchlorid, 10 Teilen Kupferchlorid, 60 Teilen Salzsäure, 50 Teilen Alkohol und 500 Teilen Wasser. Man füge zu derselben Fuchsin in genügender Menge, um die Farbe zu verdecken. Das Quecksilberchlorid wird zur Salzsäure gegossen, sodann das Wismutchlorid und darauf das Kupferchlorid; schließlich wird der Alkohol hinzugetan. Der Gegenstand wird mit dieser Mischung mittels Bürste oder Lappen überstrichen bezw. in die Flüssigkeit eingetaucht. Er wird dann getrocknet, hierauf eine halbe Stunde in kochendes Wasser gebracht. Das Verfahren wiederholt man so lange, bis die gewünschte Farbentönung erscheint. Nun wandert der Gegenstand in ein Ölbad und aus diesem direkt zum Feuer; anderer
mit Sorgfalt ausgeführt, sehr haltbar. Eine bläulich – schwarze Färbung des Eisens erzielt man auf folgendem Wege: Man stellt eine Lösung von 15 Teilen Salpetersäure, 8 Teilen schwefelsaurem Kupfer, 20 Teilen Alkohol und 125 Teilen Wasser her und bringt dieselbe auf das von Schmutz und fettigen Substanzen sorgfältig gereinigte Metall. Sodann trocknet man den Gegenstand und reibt ihn mit einem Leinenlappen ab. Zur Erzielung einer guten,
Unser Preisausschreiben für die Prämiierung von LehrlingsArbeiten, mit dem wir dieses Jahr hervorgetreten sind, ist von allen Seiten, die wir darüber hörten, sehr sympathisch aufgenommen worden. Wir bitten deshalb alle Meister, welche Lehrlinge beschäftigen, die letzteren zur Teilnahme zu veranlassen.
Wie bei allen unseren Unternehmungen, so sind auch in diesem Falle Vorkehrungen getroffen, daß der Bedeutung der Sache entsprechend die Erledigung und die Beurteilung in ernster Weise vorgenommen wird. Wir wollen, wie wir dies ausgeführt haben, nichts anderes mit diesem Ausschreiben erzielen, als die LehrlingsAusbildung zu fördern, und werden als Preisrichter nur tüchtige und erfahrene Männer heranziehen, so daß unsere Prämiierungen bedeutungsvoll sind und fachlichen Wert besitzen. Im übrigen ver
seits genügt es, ihn zehn Minuten in kochendes Leinöl zu stellen. Zur Erzielung brauner Färbungen bereitet man eine Lösung aus 20 Teilen Quecksilberchlorid, 10 Teilen Kupferchlorid, 60 Teilen Salzsäure, 50 Teilen Alkohol, 500 Teilen Wasser. Das betreffende Stück wird nach sorgfältiger Reinigung in diese LöSung getaucht oder mittels Bürste behandelt. In letzterem Falle wiederholt man die Operation. Sodann legt man den
schwarzen Färbung bereitet man eine Lösung aus 80 Teilen Kupfersulfat, 40 Teilen Alkohol, 30 Teilen Eisenchlorid, 20 Teilen Salpetersäure, 20 Teilen Äther, 400 bis 500 Teilen Wasser und überstreicht mit der gewonnenen Mischung den zu schwärzenden Gegenstand. Verschiedene Färbungen des Eisens und Stahls können durch Schwefelverbindungen erzielt werden. Zum Brünieren der Gegenstände werden diese in geschmolzenen, mit Lampenruß vermischten Schwefel getaucht oder in ein Bad, welches mit Lampenruß vermengte „Schwefelblüten“ enthält. Man läßt die Gegenstände abtropfen und trocknet sie. Der so gewonnene Überzug widersteht dem Angriff von Säuren und kann durch Polieren einen Schönen Glanz erhalten, welcher dem Gegenstande das Aussehen von Bronze gibt, vielleicht infolge der Bildung von Eisensulfat, einer Art Eisenkies, welches auf Grund seines schönen metallischen Glanzes und Widerstandes gegen chemische Agentien bekannt ist. Eine glänzende schwarze Färbung durch Anwendung einer Schwefelverbindung erzeugt man auf folgende Weise: Man kocht einen Teil Schwefel und -10 Teile Terpentinöl, wobei man ein Schwefelhaltiges Öl von unangenehmem Geruch erhält. Dieses wird mittels Bürste so dünn wie möglich aufgetragen und hierauf der zu behandelnde Gegenstand durch eine Spiritusflamme erhitzt, bis der Überzug den gewünschten Farbenton erhält. Durch dieses Verfahren erzielt man auf Eisen und Stahl einen glänzend schwarzen berzug, welcher außerordentlich dauerhaft ist. Eine Schwarzfärbung wird ferner durch Niederschlagen einer nicht oxydierbaren Verbindung bewirkt. Man bereitet eine *s Antimonchlorid und Leinöl zu gleichen Teilen zusammenge°zte Paste, trägt dieselbe auf den vorher erwärmten Gegenstand "ittels Lappen auf, überzieht ihn mit Wachs, bearbeitet ihn mit oer Bürste, um ihn schließlich mit Gummilack zu überstreichen. oh lasse hier noch die Beschreibung einer Reihe weiterer
weisen wir auf die bereits mitgeteilten Bedingungen.
Gegenstand in heißes Wasser und überzieht die Oberfläche mit einer gleichmäßigen Schicht vegetabilischen Öls. Nun bringt man den Gegenstand in einen Ofen mit hoher Temperatur, nur darf das Öl nicht verkohlen. Das Eisen bedeckt sich mit einer dünnen, braunen Oxydschicht, welche am Metall festhaftet und sich so schön polieren läßt, daß der Gegenstand das Aussehen von Bronze erhält. Eine glänzende schwarze Färbung wird in folgender Weise erzielt: Den von Schmutz und Fett sorgfältig gereinigten Gegenstand überzieht man mit einer dünnen Schicht metallischen Kupfers. Zu diesem Zwecke werden folgende Lösungen hergestellt: a) 1 Teil Kupfersulfat, 16 Teile Wasser; dann wird Ammoniak bis zur vollständigen Auflösung des Sulfats zugefügt; b) 1 Teil Zinnchlorid, 2 Teile Wasser, 2 Teile Salzsäure. – Der Gegenstand wird in die Lösung b und hierauf in die Lösung a getaucht. Bei diesem Verfahren schlägt sich auf dem Eisen eine außerordentlich fest anhaftende Schicht Kupfer nieder. Der mit Wasser abgewaschene Gegenstand wird mit Schwefel abgerieben oder in eine Lösung von Ammoniumsulfhydrat (Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium) getaucht. Es bildet sich ein dunkelschwarzer Überzug von Kupfersulfid, welcher beim Polieren eine glänzend schwarze Färbung erhält. Um einen Eisengegenstand blauschwarz zu färben, wird er, wie vorstehend beschrieben, erhitzt, das Kupfer wird jedoch nicht mittels Ammoniumsulfhydrats, sondern mittels unterschwefligsauren Natrons in Kupfersulfid umgewandelt. Es genügt dabei, den verkupferten Gegenstand in eine mit Salzsäure angesäuerte Lösung von unterschwefligsaurem Natron zu bringen und die Temperatur auf 80 bis 900 C. zu erhöhen. Auf diese Weise erhält man einen blauschwarzen Überzug, welcher sich an der Luft und im Wasser nicht verändert. Nach dem Polieren besitzt er eine blaue Färbung wie Stahl und haftet so fest an, daß er die Bearbeitung mittels Drahtbürste verträgt. Bh.
Wann sind die Lehrlinge invalidenversicherungspflichtig?
In § 1 des Invalidenversicherungsgesetzes vom 13. Juli 1899 ist bestimmt, daß vom vollendeten 16. Lebensjahre ab auch Lehrlinge der Versicherungspflicht unterliegen, wenn sie gegen Lohn beschäftigt werden. Als Lohn gelten nach § 3 auch Naturalbezüge, doch begründet eine Beschäftigung, für welche als Entgelt nur freier Unterhalt gewährt wird, die Versicherungspflicht nicht. Diese Ausnahmebestimmung hat den Zweck, die Belastung des Arbeitgebers mit dem gesamten Beitrag zu verhindern. Denn die Wiedereinziehung des auf den Arbeiter entfallenden Anteils ist nur bei der Lohnzahlung zulässig, und sie wäre in den Fällen, wo nur freier Unterhalt gewährt wird, unausführbar. Bei Prüfung der in der Überschrift aufgeworfenen Frage kommt es demnach darauf an, ob und in welcher Form eine Arbeitsvergütung gewährt wird. Eine Gewährung freien Unterhaltes, welcher insbesondere Kost, Wohnung und Bekleidung umfaßt, liegt dann vor, und die Versicherungspflicht ist demnach ausgeschlossen, wenn der Lehrling Kost und Logis oder eines von beiden in dem Hause seines Lehrherrn erhält oder wenn dieser ihn bei einem Dritten in Kost gibt oder einmietet und dafür direkt die Geldleistungen übernimmt. Auch daneben gewährte unerhebliche Barzahlungen (z. B. sogen. Taschengeld), die den Empfänger in den Stand setzen sollen, gewisse geringfügige Lebensbedürfnisse selbst zu befriedigen, gehören noch zu der Hauptleistung, der freien Unterhaltsgewährung. Im allgemeinen wird angenommen werden können, daß ein wöchentliches Taschengeld von zirka 50 Pfg. noch hierher gehört, daß aber Beträge, welche hierüber hinausgehen, die Versicherungspflicht begründen. – Lehrlinge, denen als Entgelt für ihre Beschäftigung an Stelle des freien Unterhaltes oder eines wesentlichen Teiles desselben, z. B. der Bekleidung, ein Barbetrag gezahlt wird, sind versicherungspflichtig, auch wenn dieser Betrag zur Bestreitung des freien Unterhaltes nicht ausreicht oder denselben nicht übersteigt: Die Ausnahmebestimmung des § 3 hat nur Naturalleistungen
Die Semi-Emaille-Bilder sind in Verwendung mit Schmucksachen, wie Broschen, Medaillons und dergleichen, sehr beliebt, sind dieselben doch infolge der als Deckblättchen dienenden Zelluloidfolie ein täuschender und dabei billiger Ersatz von Echtemaille. Wenn auch die Anfertigung solcher Bilder in geschäftsmäßiger Weise unter Benutzung von einer Stanzmaschine geschieht, um das Bild zwischen zwei Metallscheiben gespannt vor eindringender Feuchtigkeit und somit vor Verderben zu schützen, so lassen sich die reizenden Bildchen auch in einfacher Weise herstellen. Schützt doch das aufgelegte Zelluloid das nach Belieben im Phototon gehaltene oder kolorierte Bild gegen mechanische Verletzungen und in gewisser Hinsicht auch gegen Nässe. Bei den Emaillebildern kommen infolge ihrer Anwendung nur kleinere Aufnahmen von Porträts in Betracht, welche wir aber je nach Belieben auch aus einer Gruppenaufnahme herausnehmen können. Das Bild muß auf dem in allen photographischen Handlungen erhältlichen Aristopapier, welches ein Chlorsilber-Gelatinepapier ist, kopiert werden, da die in feuchtem Zustande klebrige Schicht eine innige Verbindung mit dem Zelluloid ermöglicht. Aus diesem Grunde muß man sich etwas in Acht nehmen vor der Berührung der feuchten Bildschicht mit den Fingern. Die Kopien werden, wie üblich, getont, gut gewaschen und getrocknet. Will man ein koloriertes Bild anfertigen, so verwende man hierzu die bekannten flüssigen Eiweiß-Lasurfarben von Günther Wagner. Nun folgt das Überdecken des Bildchens mittels Zelluloid, was einige Übung erfordert, jedoch bei ruhigem und besonnenem Arbeiten bald mit Sicherheit auszuführen ist. In eine kleine Schale gießt man etwa
im Auge. Wird an deren Stelle ein Geldbetrag an den Lehrling gezahlt, über den er frei verfügen kann, so findet sie keine Anwendung; es liegt alsdann eine Lohnzahlung vor, die in versicherungsrechtlicher Beziehung denselben Grundsätzen unterstellt ist wie die übrigen Lohnzahlungen. Der Umstand, daß die Zahlung den freien Unterhalt ersetzen soll, ist ohne Belang, weil andernfalls der bare Lohn in jedem Falle, wo er den Wert des freien Unterhaltes nicht überschreitet, die Versicherungspflicht ausschließen würde. – Wird freier Unterhalt weder in der einen noch in der anderen Form gewährt, so ist die Versicherungspflicht von der Frage abhängig, ob etwaige Geldzahlungen als Lohn oder als Geschenke aufzufassen sind. Die Annahme, daß es sich um ein Geschenk, z. B. für gute Führung, handelt, wird sich stets dann rechtfertigen lassen, wenn die Leistung geringfügig ist und nicht auf einer Vereinbarung oder einem Orts- oder Geschäftsbrauche beruht. Dagegen liegt in der Regel eine Lohnzahlung und damit Versicherungspflicht vor, wenn die Geldleistungen, mögen sie regelmäßig oder gelegentlich besonderer Anlässe, etwa zu Weihnachten erfolgen, den 100fachen Betrag des ortsüblichen Tagelohnes für jugendliche Arbeiter erreichen. Dies ist im Durchschnitt ein Jahresbetrag von 60–80 Mk. Lehrlinge, die nur freien Unterhalt genießen, können sich freiwillig versichern. Welchen Wert die Versicherung auch für sie hat, geht aus der Tatsache hervor, daß nach den Veröffentlichungen des Reichsversicherungsamtes jährlich auch eine Anzahl jugendlicher Arbeiter invalide wird und in den Genuß der Rente tritt. Damit keine Irrtümer entstehen, sei zum Schluß darauf hingewiesen, daß auf dem Gebiete des Krankenversicherungsrechtes wesentlich andere Grundsätze gelten. Insbesondere hat die Krankenversicherungspflicht nicht die Vollendung eines bestimmten Lebensalters zur Voraussetzung, auch tritt sie schon dann ein, wenn nur freier Unterhalt gewährt wird. H. F.
Semi-Emaille-Bildern.
90prozentigen Spiritus und läßt in demselben das Bild drei bis fünf Minuten einweichen. Es ist hierbei darauf zu achten, daß die Bilder nicht zu lange im Spiritus liegen, um ein Angreifen der Farben zu verhüten, anderseits darf das Einweichen nicht zu knapp bemessen sein, um eine nötige Feuchtigkeit zu erzielen. Während nun die Bilder im Spiritus liegen, ist eine dicke Glasplatte gut handwarm gemacht worden, um auf derselben das Überziehen mit Zelluloid vorzunehmen. Man läßt das Bild etwas abtropfen und legt es mit der Schichtseite nach oben auf die warme Glasplatte. Ehe nun der Spiritus verdunstet, wird schnell das Zelluloidhäutchen auf das Bild gelegt und mit sanftem Druck von einer Seite nach der andern angestrichen, wozu man ein weiches Tuch benutzen kann. Wie schon gesagt, ist bei diesem Streichen einige Übung erforderlich, um die zwischen Bild und Folie befindliche Luft herauszudrücken. Vor allen Dingen ist es ratsam, die Folie etwas größer als das Bild zu schneiden. Bei den hier in Betracht kommenden kleinen Formaten ist ein eventuelles Mißlingen kein großes finanzielles Opfer, um sich die nötige Übung des Anlegens der Folie zu eigen zu machen. Das so weit fertige Semi-Emaillebild kann nun auf die richtige Größe beschnitten in die Fassung auf ein gewölbtes Blech eingespannt werden. Wer aber solche Bilder zwecks Verkaufs herstellen will, tut besser, sich eine kleine Stanzmaschine (Bezugsquelle: Wolf & Kornblum, Berlin NW, Albrechtstraße 11) zu kaufen, wobei die Bilder zwischen zwei Bleche gestanzt und somit widerstands
FÄÄÄÄÄÄÄÄÄ
Ist man an den Inhalt einer Kommissionskopie gebunden?
Zur gegenseitigen Sicherheit im Handelsverkehr werden sogenannte „Kommissionskopien“ gegeben, aus denen ersichtlich ist, was der Käufer bestellt hat und abnehmen muß. Diese Kommissionskopien sind auch im Handel zwischen Goldschmieden und ihren Grossisten und Fabrikanten bzw. deren Reisenden üblich. Für beide Teile ist es daher von hohem Interesse, zu wissen, ob denn nun wirklich in den Fällen, wo über die Kaufverhandlungen ein Schriftstück ausgefertigt und Kopie gegeben worden ist, Streitigkeiten ausgeschlossen sind. Unter allen Streitigkeiten spielt diejenige um den Erfüllungsort bekanntlich die hervorragendste Rolle. Der Geschäftsmann möchte sich gern in allen Fällen den Vorteil sichern, daß er, dafern es zu Streitigkeiten kommen sollte, berechtigt ist, dort zu klagen, wo er seine Geschäftsniederlassung hat. Der Berliner Grossist hat ein Interesse daran, daß Berlin als Erfüllungsort vereinbart wird, damit er dort etwaige Differenzen zum Austrag bringen kann. Würde er aber nur auf die Rechnung setzen: „Erfüllungsort Berlin“, so würde dies in keiner Weise den Goldschmied binden, dieser könnte vielmehr, wenn er in Berlin verklagt würde, einwenden, daß das Gericht unzuständig sei und er dort verklagt sein wolle, wo er seinen Geschäftssitz hat. Nun steht aber oft auf dem Lieferungsschein „Erfüllungsort X“ vorgeschrieben, und man war bisher der Meinung, wenn der Besteller von diesem Kommissionsschein eine Kopie in Empfang nehme, ohne gegen den Inhalt derselben Einwendungen zu erheben, so habe er den Inhalt gebilligt und könne hinterher Reklamationen nicht mehr erheben. Dasselbe kommt natürlich in Frage, wenn es sich um die Menge des Bestellten oder um die Art desselben handelt. Der Besteller muß nach der im Verkehr herrschenden Ansicht abnehmen, wenn er gegen die Menge, die er ja aus der Kommissionskopie ersehen konnte, keinen Einwand erhebt. Daß dem aber nicht so ist, hat sich jetzt in einem interessanten Rechtsstreit herausgestellt, dessen Urteil unserer Redaktion von einem Freunde unseres Blattes zur Verfügung gestellt wurde. Die Beklagte, eine Firma in H., war von der Klägerin, die in L. ihre Geschäftsniederlassung hat, auch bei dem für letzteren Ort zuständigen Gericht verklagt worden. Sie wendete jedoch ein, daß das Gericht nicht zuständig sei. Die Kommissionskopie, welche den Vermerk „Erfüllungsort L.“ trüge, habe sie zwar erhalten, derselben aber weiter keine Bedeutung beigelegt, da sie der Meinung gewesen sei, daß dieselbe nur das enthalte, was mündlich verabredet worden sei. Über den Erfüllungsort sei aber nichts verabredet worden. Diesen Einwand billigte das Gericht. In dem fraglichen Urteile heißt es: Da aus den Umständen des fraglichen Vertrages, insbesondere aus der Natur des Schuldverhältnisses, sich ein anderer Leistungsort für die Beklagte nicht ergibt, so ist nach § 269 BGB. der Wohnort der letzteren, also H. als Leistungsort anzusehen, falls Klägerin nicht beweist, wodurch der klägerische Wohnsitz L. zum Leistungsort erhoben worden sei. Es steht unter den Parteien als unstreitig fest, daß die Kommissionskopie mit dem Vermerk: „Erfüllungsort beiderseits L.“ durch den Vertreter der Klägerin der Beklagten übergeben worden ist, nachdem die vollständige Einigung rücksichtlich der fraglichen
Bestellung zustande gekommen, und daß eine spezielle mündliche Vereinbarung betreffs des Erfüllungsortes vor der Übergabe nicht getroffen war. Es kann sich daher nur fragen, ob die Vereinbarung eines von dem gesetzlichen abweichenden Erfüllungsortes schon in der (vorbehaltlosen) Annahme der einen diesbezüglichen Vermerk enthaltenden Kommissionskopie zu finden ist. Die Frage ist zu verneinen. Es kommt bei deren Prüfung nicht darauf an, ob die Beklagte überhaupt von dem fraglichen Nebenvermerk Kenntnis genommen hatte oder nicht. Übrigens behauptet Klägerin nicht geradezu, daß Beklagte alsbald nach der Übergabe der Kopie letztere durchgelesen habe. Auch wenn letzteres der Fall gewesen, so könnte ihr Schweigen nach den allgemeinen Grundsätzen über den Vertragsabschluß (§ 145ff. BGB) doch noch nicht als Annahme des klägerischen Begehrens aufgefaßt werden. Auch Treu und Glauben im Verkehr im Sinne des § 157 BGB. verpflichteten in solchem Falle die Beklagte nicht, ihre Ablehnung zu erklären, so daß etwa beim Unterlassen einer solchen Erklärung die Annahme zu unterstellen wäre. Denn auch nach Handelsgebrauch besteht eine Rechtspflicht zu sofortiger Erklärung nur unter besonderen Umständen, und zwar namentlich dann, wenn das Schweigen als Verletzung von Treu und Glauben erscheinen würde, dem Schweigen etwa die Absicht unterliegt, den anderen Teil zu einer ihm möglicherweise nachteiligen, dem Schweigenden aber vorteilhaften Untätigkeit zu verleiten. Eine derartige Verletzung von Treu und Glauben liegt aber zweifelsohne auf seiten der Beklagten nicht vor. Es war vielmehr folgendes zu erwähnen: Die Kommissionskopie wird erteilt nach Abschluß des Geschäfts und dient dem Zwecke, das zwischen den Kontrahenten mündlich Vereinbarte schriftlich zu fixieren. Es ist daher der Käufer berechtigt, davon auszugehen, daß die Kommissionskopie auch lediglich diesen Zweck erfüllt und daß sie keineswegs neue, mündlich nicht verabredete Punkte enthält, er darf ferner voraussetzen, daß mündlich nicht vereinbarte Punkte lediglich aus dem Gesetze zu ergänzen sind. Der Käufer kann somit den Inhalt der Kopie unbeachtet lassen und gibt durch vorbehaltlose Genehmigung derselben nicht zu erkennen, daß er zusätzliche oder gar abändernde Bestimmungen derselben billigt oder anerkennt (cf. Staub. Comm. zum HGB. 6. u. 7. Aufl. Nr. 13, 14 zu § 346, Nr. 26, 27 Exkurs zu § 372 HGB). Daß letzteres Moment besonders zutrifft, wenn der Verkäufer in seinem Interesse willkürlich über den mit so wesentlichen Rechtswirkungen ausgestatteten Erfüllungsort verfügt, kann keinem Bedenken unterliegen. Aus diesem Urteil geht also hervor, daß die Einhändigung und Annahme einer Kommissionskopie nur insoweit verpflichtet, als sich der Inhalt derselben mit dem deckt, was mündlich verabredet worden ist. Stehen Bestimmungen darin, welche der Käufer mit dem Verkäufer, bzw. seinem Reisenden nicht vereinbart hat, so braucht er dieselben auch dann nicht anzuerkennen, wenn er die Kommissionskopie vorbehaltlos angenommen hat. Es wird sich also auch für Grossisten und Fabrikanten, bzw. deren Vertreter darum handeln, alles, was die Bestellscheine und ihre Kopien enthalten, auch mündlich bei den geschäftlichen Verhandlungen zur Sprache zu bringen.
d) Die Arbeitszeit über Gebühr ausgedehnt wird. Es werden einem Lehrling, der im Hause des Arbeitsgebers mit wohnt und beköstigt wird, nicht die nötigen Ruhepausen gegönnt, oder überhaupt die notwendige Ruhezeit nicht in angemessener Dauer eingeräumt. Infolge von Überarbeit tritt körperliche und geistige Schlaffheit ein, so daß der Lehrling arbeitsunfähig wird.
e) Die nötigen Vorkehrungen nicht getroffen worden sind, welche im Interesse der Aufrechterhaltung der Sittlichkeit liegen. Die Schlafstelle eines Dienstmädchens ist derartig gelegen, daß es sich gegen den Zutritt anderer Personen nicht schützen kann. Sie wird durch einen Hausgenossen vergewaltigt.
In allen diesen Fällen ist dem Prinzipal ein Verschulden an der Krankheit seines Angestellten, bzw. an dem Unfall oder sonstiger Schädigung nachzuweisen. Deshalb hat er zu haften, Schadenersatz zu leisten, der sich auf die Nachteile erstreckt, welche die Krankheit oder der Unfall usw. für den Erwerb oder das Fortkommen des Angestellten herbeiführt.
Ist durch die Krankheit oder den Unfall die Erwerbstätigkeit beschränkt oder ist der Verletzte erwerbsunfähig geworden, so muß ihm eine entsprechende Geldrente fortlaufend gezahlt werden. Es kann dafür auch eine Kapitalabfindung eintreten. Im Falle des Todes ist der Begräbnisaufwand zu tragen und an die Hinterbliebenen eine Geldrente zu zahlen, wenn der Getötete einem Angehörigen gesetzlicherweise zur Gewährung von Unterhalt verpflichtet war. Der von der defekten Leiter gestürzte junge Mann ernährte von seinem Lohn oder Salär seine hochbetagte, kränkliche Mutter. Der Prinzipal muß nunmehr der Mutter eine angemessene Rente zahlen.
In allen diesen Fällen muß sich der Arbeitnehmer anrechnen lassen, was ef" aus der gesetzlichen Kranken- oder Unfallkasse erhält. Der Prinzipal kann natürlich von diesen Kassen regreßpflichtig gemacht werden, wenn ein Verschulden seinerseits, auch nur Fahrlässigkeit, in Frage kommt.
2. Leistungen des Prinzipals bei Krankheit und Unfall, wenn ihn kein Verschulden trifft.
Hier liegt keine „Haftpflicht“ vor, weil kein Verschulden in Frage kommt. Der Prinzipal hat trotzdem
a) dem Handlungsgehilfen, Betriebsbeamten, Werkmeister, Techniker usw. den Gehalt und Unterhalt, falls die Angestellten in Kost und Wohnung aufgenommen sind, auf die Dauer von 6 Wochen zu gewähren. b) Den Gewerbsgehilfen und Arbeitern ist eine solche Entschädigung nicht zu gewähren. Sie können, wenn sie zur Fortsetzung der Arbeit durch Krankheit oder einen Unfall unfähig sind, ohne Anspruch auf Entschädigung entlassen werden. Bei ihnen kommt also, wenn den Prinzipal kein Verschulden trifft, lediglich die Unterstützung aus der Krankenund Unfallversicherung in Frage. Der Prinzipal haftet also nicht, wenn der Kommis nur infolge seiner Ungeschicklichkeit von der Leiter stürzt und dadurch einen Unfall erleidet. Er muß aber 6 Wochen seinen Gehalt weiter bekommen. Der Tischlermeister haftet nicht, wenn der Tischlergeselle infolge Unachtsamkeit sich an der Hobelbank verletzt und zu Schaden kommt. Er hat dem Gesellen nichts zu zahlen und kann ihn ohne weiteres entlasSen.
Nur dann, wenn der Gewerbsgehilfe oder Arbeiter auch in die häusliche Gemeinschaft aufgenommen ist, muß der Prinzipal
Wie ein Obermeister sein soll.
Der Obermeister soll sein wie ein Vogel in der Luft, so frei und unabhängig; er soll sein wie ein Hund, treu dem Grundsatz, über das gemeinsame Wohl der Innungsmitglieder zu wachen. Der Obermeister soll sein wie ein Lamm, so sanft im Umgang mit seinen Mitgliedern und mit den Behörden; er soll sein wie ein Roß, um mutig über alle Hindernisse hinwegsetzen zu können. Der Obermeister soll sein wie ein Fuchs, wenn es gilt, die Interessen seiner Innung wahrzuehmen; er soll sein wie ein Nashorn, dannit ihn eine dicke Haut gegen alle Anwürfe schützt. Der Obermeister soll sein wie eine Biene, so fleißig in der
ihm auf die Dauer von 6 Wochen die erforderliche Verpflegung und ärztliche Behandlung weiter gewähren, es sei denn, daß die Krankheit vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführt sei. Die Kosten der Verpflegung und ärztlichen Behandlung können aber gegen den Lohn aufgerechnet werden. Das gilt auch von Dienstboten.
Der Handlungsgehilfe braucht sich auf seine Bezüge nicht anrechnen zu lassen, was er aus der Kranken- und Unfallversicherung bezieht, wohl aber müssen das die Werkmeister, Techniker, Gewerbsgehilfen, Arbeiter usw., überhaupt alle Angestellten, die nicht dem Handelsstand angehören.
3. Haftpflicht des Prinzipals für Schaden, den sein Personal an richtet.
a) Der Schaden ist bei einem Kunden angerichtet, für den der Prinzipal eine Arbeit auszuführen hatte, an den eine Ware zu liefern war, mit dem also der Prinzipal in einem Vertragsverhältnis steht.
Hier hat der Prinzipal sich zur Erfüllung seiner Verbindlichkeit nur einer anderen Person bedient. Das Verschulden derselben hat er nach § 278 des Bürgerlichen Gesetzbuches zu vertreten, wie eigenes Verschulden, mag Vorsatz oder Fahrlässigkeit in Frage kommen. Eine Frau kauft im Laden Öl. Der Kommis, welcher es herbeiholen soll, befleckt das Kleid der Kundin. Hier hat der Prinzipal einzustehen, kann aber Regreß an seinen Kommis ergreifen. Ein Glasermeister schickt seinen Gesellen und Lehrling, damit sie in einer Wohnung die bestellten Doppelfenster einmachen. Der Lehrling zerschlägt dabei einen Spiegel. Auch hier haftet der Glasermeister für den Schaden. Ein Schmiedemeister läßt seinen Gesellen ein Pferd beschlagen. Dieser verletzt den Huf und das Pferd erkrankt. Der Schmiedemeister hat für den Schaden aufzukommen.
b) Der Schaden ist bei einem Dritten verursacht worden, mit dem der Prinzipal in keinem Vertragsverhältnis steht. Dann haftet der Prinzipal wohl auch nach § 831 des Bürgerlichen Gesetzbuches für den Schaden, den der Angestellte einem Dritten zugefügt hat, aber er kann sich von dieser Haftpflicht befreien, wenn er nachweisen kann, daß er bei der Auswahl der betreffenden Person die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hat, oder daß der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt erwachsen wäre. Der Kaufmann beauftragt seinen Burschen, Waren zu einem Kunden zu tragen. Der Bursche treibt sich auf der Straße herum und bei einer Schlägerei zerschlägt er ein Schaufenster. Hier haftet der Prinzipal nicht, wenn er nachweist, daß der betreffende Bursche bisher sich ordentlich geführt hat und nicht zu Gewalttätigkeiten neigt. Eine Brauerei läßt einen Bierfahrer Bier ausfahren. Derselbe ist in angetrunkenen Zustand geraten und überfährt einen Straßenpassanten. Hier hat die Brauerei zu haften, wenn der Bierfahrer schon öfters in trunkenem Zustande gewesen und ein unzuverlässiger Mensch ist. Kann sie nachweisen, daß derselbe bisher immer nüchtern und solid gewesen ist, so haftet sie nicht und der Geschädigte kann sich nur an den Bierfahrer selbst halten. Das gilt aber wie gesagt nur, wenn der Schaden nicht dem zugefügt wurde, bei dem die Arbeit ausgeführt, dem die Ware geliefert, das Bier zugefahren werden sollte. Solchen Kunden gegenüber haftet der Prinzipal in jedem Falle.
Erfüllung seiner Verwaltungspflichten; er soll sein wie ein Fisch, um stets kaltes Blut in den Versammlungen bewahren zu können. Der Obermeister soll sein wie eine Schlange, damit er sich durch alle Parteiströmungen hindurchwinden kann; er soll sein wie ein Elefant, um genügende Gelehrigkeit für die Auffassung aller behördlichen Erlasse und Vorschriften zu besitzen. Der Obermeister soll sein wie ein Löwe, der König aller Tiere; er soll sein wie ein Schwein, da ihm manchmal auch recht schmutzige Angelegenheiten vorkommen. Dies alles soll der Obermeister sein, – in Wirklichkeit ist er nur ein Esel, der eine große Last auf seinen Rücken zu tragen hat. (Wiener Möbelhalle)
Der deutsch-bulgarische Handelsvertrag.
Dieser Handelsvertrag, der für Bulgarien bereits am 14. Januar 1906 in Kraft getreten ist, für Deutschland dagegen erst am 1. März d. Js. zusammen mit den unten erwähnten Verträgen in Kraft tritt, stellt sich nicht dar als ein Zusatzvertrag, wie die mit der Schweiz, Österreich-Ungarn, Rußland, Belgien, Italien, Serbien und Rumänien abgeschloßenen, sondern als ein neuer vollständiger Handels-, Zollund Schiffahrtsvertrag, weil die bisherigen Handelsbeziehungen zu Bulgarien lediglich im Wege der Meistbegünstigungsklausel geregelt waren. Wie in den übrigen Verträgen ist in ihm an der Meistbegünstigung festgehalten worden, d. h. die deutschen zur Einfuhr nach Bulgarien gelangenden Waren sind bezüglich der Zollvorschriften und der Höhe des Zolles mit denen sämtlicher anderen Länder gleichgestellt. Auch haben die deutschen Kaufleute die gleichen Freiheiten und Rechte in bezug auf den Erwerb von Eigentum, auf das Gerichtsverfahren, die Behandlung von Handelsgesellschaften, Befreiung vom Militärdienst, Behandlung und Besteuerung der Handlungsreisenden usw. wie die der übrigen mit Bulgarien in Handelsverkehr stehenden Länder.
Aus dem Wesen der Meistbegünstigung ergibt sich, daß
Ausstellungen. In Berlin wird eine Kunstgewerbe - Ausstellung für das Jahr 1907 geplant. – In Villingen im badischen Schwarzwald soll im kommenden Jahre eine große SchwarzwaldAusstellung stattfinden. – In der ständigen Ausstellung des Kunstgewerbe-Vereins München sind gegenwärtig 480 Entwürfe und kunstgewerbliche Arbeiten ausgestellt, die das Ergebnis des unter den deutschen und österreichischen Künstlern für die Ehrenpreise der diesjährigen Herkommer-Konkurrenz vom KunstgewerbeVerein auf Ansuchen des Kaiserlichen, Bayerischen und Oesterreichischen Automobilklubs ausgeschriebenen Wettbewerbs bilden.
Das Hochzeitsgeschenk der Stadt München für Prinz Ferdinand Maria von Bayern entstammt der Werkstätte von Hofgoldschmied Th. Heiden in München. Dieses Kunstwerk ist eine naturgetreue Miniatur-Nachbildung der Mariensäule vor dem Rathause, in ziseliertem und vergoldetem Silber auf gelbem Marmor ausgeführt; zu Füßen der Balustrade liegt ein Myrtenkranz, der die Widmungsinschrift trägt.
Aus dem Kreditoren-Verein in Pforzheim. Von einer Taschenuhren-Fabrik in Chaux de fonds sind in den letzten Tagen an eine Anzahl Ketten-Fabrikanten schriftliche Aufforderungen zu Auswahlsendungen im Schweizer Genre ergangen und größere Aufträge in Aussicht gestellt worden. Bei dem Umstande, daß die Firma bisher hier am Platze nicht bekannt war, dürfte es sich empfehlen, zunächst von Auswahlsendungen abzusehen und nähere Informationen im Bureau des Kreditoren-Vereins einzuholen.
54 Jahre Goldschmied. Am 15. September 1862 kam Herr Carl Schneider als Goldarbeiter in das Geschäft von Vial & Weisborn in Hanau. Ob seines biederen Charakters erwarb er sich bald die Sympathie seiner Prinzipale, sowie der Mitarbeiter. Im Jahre 1870 wurde er in dem mächtig aufblühenden Geschäft Kabinettmeister und verblieb als solcher trotz schweren geschäftlichen Krisen bis zum 1. ds. Mts, verehrt von den Chefs und Arbeitern, in dieser Stellung. Nachdem nun Herr Schneider im ganzen 54 Jahre als Goldschmied tätig war, 44 Jahre bei Vial & Weisborn (34 Jahre Kabinettmeister), und seine Arbeitskraft in treuer Pflichterfüllung ausgebraucht, trat er jetzt in den wohlverdienten Ruhestand. Bei seinem Scheiden erhielt Herr Carl Schneider seitens der Firma einen prachtvollen Ruhesessel und von den Arbeitern ein Gruppenbild, darstellend Prinzipale und Arbeiter, künstlerisch hergestellt in dem allseits bekannten photographischen Atelier des Herrn Louis King. Vor kurzem beschloß ein gemeinsames Essen im „Kaiser Friedrich“, das auf das beste verlief, die Abschiedsfeier.
Bei der 0berrheinischen Versicherungs-Gesellschaft in Mannheim gelangten im Monat Februar 1906 auf Einzel-Unfall- 405, auf Kollektiv-Unfall-200, auf Haftpflicht- 352, auf Glas-217, auf Einbruchs- und Diebstahl-Versicherung 24 Schäden zur Anmeldung.
die Vertragschließenden jeden Teil bei der Ein- und Ausfuhr der beiden Länder an jeder Begünstigung, jedem Vorrecht bzw. jeder Herabsetzung der Tarife teilnehmen lassen müssen, die einem dritten Lande gewährt werden. Auch soll jede späterhin einer dritten Macht zugestandene Begünstigung oder Befreiung sofort bedingungslos den Erzeugnissen des anderen vertragschließenden Teiles zustatten kommen. Meinungsverschiedenheiten werden auf Verlangen des einen Teiles durch Schiedsspruch erledigt. Was die Höhe der Zölle anlangt, so müssen wir für die interessierenden Erzeugnisse der Uhren- und Goldwarenindustrie im großen und ganzen leider eine Verschlechterung gegen den bisherigen Zustand feststellen. Zwar sind die Zölle auf Juwelierwaren aus Gold oder auf solche mit Edelsteinen herabgesetzt, allein diejenigen für Uhren, imitierte Juwelierarbeiten, die in nennenswerten Mengen nach Bulgarien ausgeführt werden, haben durchweg eine Erhöhung erfahren. Die deutsche Uhren- und Edelmetallindustrie wird die größte Energie aufwenden müssen, wenn sie in ihren geschäftlichen Beziehungen zu Bulgarien keine Einbuße erleiden will.
Auszeichnung. Herr Max Zirner, der Chef der bekannten Juwelierfirma Brüder Zirner in Wien und Budapest, wurde vom Schah von Persien durch Verleihung des Sonnen- und LöwenOrdens IV. Klasse, sowie durch Ernennung zum Kaiserl. persischen Hoflieferanten ausgezeichnet.
Jubiläen. Der Goldschmied Herr Robert Pötschke in Meißen (Elbstraße) konnte vor kurzem auf ein 40jähriges Bestehen des von seinem Vater begründeten Geschäfts zurückblicken. Das Geschäft ist aus kleinen Anfängen emporgewachsen, und besonders gut hat sich die Spezialfabrikation der Firma in Fahnennägeln hier und auswärts eingeführt. Der Jubeltag brachte von Nachbarn und Freunden zahlreiche Glückmünsche und Blumenspenden.
Firmen-Aenderung. Die Inhaber der Firma Heinrich Scholl & Cie. in Pforzheim, die Herren Emil Kleinheins und Franz Seifried, haben die Firma in Kleinheins & Seifried, vormals Heinrich Scholl & Co., Bijouterie- und Kettenfabrik, Pforzheim, abgeändert. Die Fabrik ist bedeutend vergrößert und haben die Herren außer der bisherigen Fabrikation von Knöpfen, Broschen etc. auch solche von Tulaketten aufgenommen.
Firmen-Eintragungen. Die Firma Schnitzer & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Berlin, Vertrieb von gefaßten und ungefaßten Edelsteinen, wurde eingetragen. – Fr. Strähle in Nagold, Inhaber Friedrich Strähle, Fabrikation von Bijouterieaufmachungen ist eingetragen. – Val. Kleibel in Olmütz, Goldund Silberwarenhandel, wurde eingetragen. Eingetreten: Rudolf Kleibel, Kaufmann in Olmütz. Infolgedessen: Offene Handelsgesellschaft seit 10. 2. 06. Vertretungsbefugt: Jeder von beiden, Valentin Kleibel und Rudolf Kleibel selbständig.
Geschäfts-Uebernahmen. Herr Wilhelm Grashoff ist durch Tod aus der Firma August Grashoff, Lüdenscheid, ausgeschieden. An seine Stelle ist dessen Witwe, Frau Wilhelm Grashoff geb. Kamper, getreten und hat dieselbe Herrn Rudolf Grashoff, sowie Herrn Max Kamper Einzelprokura erteilt. Die Firma besteht in unveränderter Weise fort. – Herr Goldschmied Helmut Parbs in Schwerin hat das Geschäft des Juweliers Wilh. Po11et käuflich übernommen. – Die Firma A. Mantz in Ehingen, Handel mit Gold- und Silberwaren, ist nach dem Tode des bisherigen Inhabers auf dessen Sohn, Adolf Mantz, Goldarbeiter, übergegangen. – Die sehr alte Firma F. Weeber, vornehmlich für den Bijouterie-Export tätig, ging auf die Herren Louis Tron und Christian Keppler in Pforzheim über. Die Firma wurde in F. Weeber Nachf. abgeändert. – Die Goldwarenfabrik M. Augenstein in Pforzheim ging infolge Ablebens des bisherigen Inhabers auf dessen Witwe über. Die Prokura des langjährigen Mitarbeiters und kaufmännischen Leiters, Herrn Gustav Halbich, bleibt bestehen. – Die Bijouteriefabrik Jakob Fuchs in Pforzheim ging mit der Firma auf den bisherigen Gesellschafter Hermann Fuchs über.
Todesfälle. In Aachen starb nach längerem Krankenlager der Hofjuwelier Herr Heinrich Steen aerts im Alter von 83 Jahren. – In Pforzheim starb nach kurzem schweren Leiden der Graveur Herr Karl Wenninger.

References: § 1
 § 3
 § 3
 § 269
 § 157
 § 346
 § 372
 § 278
 § 831