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Timestamp: 2019-07-16 00:47:12+00:00

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Urteil vom Bundesgerichtshof (2. Zivilsenat) - II ZR 255/13 - Open Legal Data
Urteil vom Bundesgerichtshof (2. Zivilsenat) - II ZR 255/13
Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung - auch über die Kosten des Revisions-verfahrens - an das Berufungsgericht zurückverwiesen.
Gefällt ist ein Urteil im Sinne von § 309 ZPO, wenn über das Urteil abschließend beraten und abgestimmt wurde (BGH, Urteil vom 1. Februar 2002 - V ZR 357/00, NJW 2002, 1426, 1427; Urteil vom 1. März 2012 - III ZR 84/11, NJW-RR 2012, 508 Rn. 9). Die endgültige Beratung und Abstimmung (Urteilsfällung) darf - wie sich auch aus § 309 ZPO erschließt - nicht vor dem Schluss der mündlichen Verhandlung stattfinden (Leipold in Stein/Jonas, ZPO, 22. Aufl., § 309 Rn. 15). Durch die Einräumung einer Schriftsatzfrist nach § 283 ZPO wird für die betroffene Partei der Schluss der mündlichen Verhandlung hinsichtlich des zulässigen Erwiderungsvorbringens bis zum Ablauf der Frist verlängert (Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 283 Rn. 1; Foerste in Musielak/Voit, ZPO, 12. Aufl., § 283 Rn. 15; MünchKommZPO/Prütting, 4. Aufl., § 283 Rn. 25). Folglich darf nach Gewährung eines Schriftsatznachlasses das Urteil nicht vor Ablauf der gesetzten Frist gefällt werden (BGH, Urteil vom 19. Oktober 2004 - X ZR 98/03, juris, Rn. 9). Scheidet ein an der mündlichen Verhandlung beteiligter Richter vor Fristablauf aus, muss die mündliche Verhandlung wieder eröffnet werden (vgl. OLG Oldenburg, OLGR 2000, 123, 124; Leipold in Stein/Jonas, ZPO, 22. Aufl., § 283 Rn. 36).
Die nach Gewährung eines Schriftsatznachlasses gemäß § 283 ZPO bestehende Verfahrenslage unterscheidet sich maßgebend von der Prozesssituation, die der zitierten Entscheidung des V. Zivilsenats vom 1. Februar 2002 zugrunde lag. Vor Ablauf der Schriftsatzfrist kann über das Urteil nicht abschließend befunden werden, da der nachgelassene Schriftsatz die zu treffende Entscheidung nach Maßgabe des § 283 ZPO inhaltlich beeinflussen kann. Eine vergleichbare Wirkung kommt einem ohne Schriftsatznachlass nachgereichten Schriftsatz insofern nicht zu, als dieser lediglich Anlass gibt, über die - vom Urteilsinhalt abgrenzbare - Frage zu entscheiden, ob die mündliche Verhandlung wieder zu eröffnen ist (vgl. BGH, Urteil vom 1. Februar - V ZR 357/00, NJW 2002, 1426, 1427 f.).
VIII ZR 247/06 1x (nicht zugeordnet)
ZPO § 156 Wiedereröffnung der Verhandlung 1x
I ZR 58/06 1x (nicht zugeordnet)
BGB § 124 Anfechtungsfrist 1x
VII ZR 86/73 1x (nicht zugeordnet)
X ZR 98/03 1x (nicht zugeordnet)
ZPO § 309 Erkennende Richter 5x
ZPO § 283 Schriftsatzfrist für Erklärungen zum Vorbringen des Gegners 3x
§ 21 Abs. 1 Satz 1 GKG 1x (nicht zugeordnet)
III ZR 84/11 2x (nicht zugeordnet)
GVG § 194 1x
V ZR 357/00 4x (nicht zugeordnet)

References: § 309
 § 309
 § 309
 § 283
 § 283
 § 283
 § 283
 § 283
 § 283
 § 283
 § 156
 § 124
 § 309
 § 283

§ 21
 § 194