Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202009,%20363
Timestamp: 2017-11-19 17:51:44+00:00

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BGH, 11.12.2008 - IX ZR 195/07 - dejure.org
Bestehen des auf eine Anfechtung unentgeltlicher Leistungen gerichteten Rückgewähranspruchs eines Insolvenzverwalters i.F.d. Scheiterns eines daneben bestehenden Bereicherungsanspruchs an der Masse wegen Kenntnis des Schuldners von der Nichtschuld der Leistung; Bestehen des auf eine Anfechtung unentgeltlicher Leistungen gerichteten Rückgewähranspruchs eines Insolvenzverwalters bei Bestehen von "vorkonkurslichen" Schadensersatzansprüche des Anfechtungsgegners gegen den Schuldner
Keine Aufrechenbarkeit "vorkonkurslicher" Schadensersatzansprüche eines getäuschten Anlegers gegen Ansprüche des Insolvenzverwalters auf Rückgewähr ausgezahlter Scheingewinne
InsO § 96 Abs. 1 Nr. 3, §§ 134, 143; BGB § 814
Bestehen eines auf die Anfechtung unentgeltlicher Leistungen gestützen Rückgewähranspruchs bei Scheitern des Bereicherungsanspruchs der Masse
BGB § 814; InsO § 96 Abs. 1 Nr. 3, § 134 Abs. 1, § 143 Abs. 1
Leistet der spätere Insolvenschuldner bewusst auf eine Nichtschuld, so kann der Insolvenzverwalter dies wie eine unentgeltliche Leistung anfechten
Anfechtungsanspruch wegen unentgeltlicher Leistung auch dann, wenn der daneben bestehende Bereicherungsanspruch der Masse nur an § 814 BGB scheitert und dem Anfechtungsgegner "vorkonkursliche" Schadensersatzansprüche gegen den Schuldner zustehen
Anspruch des Insolvenzverwalters auf Rückgewähranspruch?
Anfechtungs- und Bereicherungsanspruch der Masse
Gewinnauszahlungen aus Schneeballsystem müssen trotz Schadensersatzanspruch zurückgezahlt werden
Insolvenzrecht - Insolvenzverfahren - Rückgewähranspruch des Insolvenzverwalters
Zur Frage der Schenkungsanfechtung der Auszahlung von in einem "Schneeballsystem" erzielten Scheingewinnen
InsO § 96 Abs. 1 Nr. 3, § 134; BGB § 814
Keine Aufrechenbarkeit vorkonkurslicher Schadensersatzansprüche eines getäuschten Anlegers gegen Ansprüche des Insolvenzverwalters auf Rückgewähr ausgezahlter Scheingewinne
Insolvenzanfechtung, unentgeltliche Leistungen, vorkonkursliche Schadensersatzansprüche (RA Hans-P. Runkel, RA Dr. Jens M. Schmidt)
Zusammenfassung von "Wie sicher sind die Auszahlungen des Schneeballsystems an seine Anleger?" von RA Prof. Dr. Alexander Riesenkampff und RA Boris Schuba, original erschienen in: NJW 2010, 571 - 575.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 11.12.2008, Az.: IX ZR 195/07 (Anfechtungs- und Bereicherungsanspruch der Masse)" von RA Dr. Marc Zeuner, original erschienen in: DZWIR 2009, 253 - 254.
Zusammenfassung von "BB-Kommentar zum Urteil des BGH 11.12.2008, Az.: IX ZR 195/07 (Anlage im "Schneeballsystem" - Rückgewähranspruch des Insolvenzverwalters aufgrund Anfechtung unentgeltlicher Leistungen" von RA Dr. Volker Römermann und RA Dr. Malte Passarge, original erschienen in: BB 2009, 405 - 406.
BGHZ 179, 137
NJW 2009, 363
ZIP 2009, 186
MDR 2009, 350
NZI 2009, 103
WM 2009, 178
WM 2009, 179
BB 2009, 403
DB 2009, 276
Deswegen kann letztlich offenbleiben, ob § 814 BGB dem Bereicherungsanspruch entgegensteht, weil diese Vorschrift auf das anfechtungsrechtliche Rückgewährverhältnis des § 143 Abs. 1 InsO nicht anzuwenden ist (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 15;… Beschluss vom 16. Juli 2009 - IX ZR 53/08, NZI 2010, 320 Rn. 3).
Die bewusste Erfüllung einer nicht bestehenden Forderung ist unentgeltlich, auch wenn der Leistungsempfänger irrtümlich vom Bestehen der Forderung ausgegangen ist (Anschluss an BGH, 11. Dezember 2008, IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 6).
Es sei in der Rechtsprechung anerkannt, dass Gewinnausschüttungen, denen kein tatsächlicher Gewinn zu Grunde liege und auf die der Anleger nach dem Vertrag keinen Anspruch habe, unentgeltliche Leistungen darstellten (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137).
Auszahlungen, mit denen nach einer Kündigung der Mitgliedschaft in der Anlegergemeinschaft vom Anleger erbrachte Einlagen zurückgewährt worden sind, sind dagegen als entgeltliche Leistungen nicht nach dieser Vorschrift anfechtbar (vgl. BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 6;… vom 2. April 2009 - IX ZR 197/07, ZInsO 2009, 1202 Rn. 6;… vom 22. April 2010 - IX ZR 225/09, NZI 2010, 764 Rn. 11 ff;… vom 9. Dezember 2010 - IX ZR 60/10, NJW 2011, 1732 Rn. 6;… vom 29. März 2012 - IX ZR 207/10, NJW 2012, 2195 Rn. 8).
Dass der Beklagte aufgrund der Täuschungshandlung der Schuldnerin irrtümlich davon ausgegangen ist, sein Abfindungsanspruch habe in Höhe der Auszahlung bestanden, ist anfechtungsrechtlich ohne Belang (vgl. BGH, Urteil vom 29. November 1990- IX ZR 29/90, BGHZ 113, 98, 101; vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 6).
Denn eine solche Aufrechnung mit vorinsolvenzlichen Schadensersatzansprüchen gegen den insolvenzrechtlichen Rückgewähranspruch ist ausgeschlossen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 7 ff;… vom 22. April 2010 - IX ZR 163/09, NJW 2010, 2125 Rn. 11).
Nur in Extremfällen hindert § 242 BGB die Durchsetzung dieses Anspruchs (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008, aaO Rn. 21;… MünchKomm-InsO/Kirchhof, aaO § 134 Rn. 45).
Der Schutz des Beklagten als einer der getäuschten Anleger gebietet es nicht, den Grundsatz der Gleichbehandlung der Gläubiger zurücktreten zu lassen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008, aaO).
In der Berufungsinstanz hat der Beklagte nach Bekanntwerden des Senatsurteils vom 11. Dezember 2008 (BGHZ 179, 137 ff) die Klageforderung anerkannt.
aa) Nach der Rechtsprechung des Senats stehen dem Insolvenzverwalter eines Schuldners, der in der anfechtungsrelevanten Zeit Auszahlungen von in "Schneeballsystemen" erzielten Scheingewinnen veranlasst hat, Anfechtungsansprüche aus § 134 Abs. 1 InsO zu (BGHZ 179, 137, 140 ff Rn. 6 ff;… BGH, Urt. v. 25. Juni 2009 - IX ZR 157/08, Rn. 6 f zitiert nach juris).
Der Anspruch erfasst alle "Ausschüttungen", die der Schuldner auf die getätigte "Einlage" erbracht hat (vgl. BGHZ 179, 137, 145 Rn. 16).
Als unentgeltliche Leistung zurückzugewähren (§ 143 Abs. 2 Satz 1 InsO) ist somit die Summe der Auszahlungen, welche die Schuldnerin im Anfechtungszeitraum auf die vermeintlichen Gewinnansprüche geleistet und sie damit dem (fiktiven) Schuldverhältnis zugeordnet hat (vgl. BGHZ 113, 98, 104 f; 179, 137, 145 Rn. 19).
bb) Da der Schutz des getäuschten Anlegers es nicht gebietet, den Rückgewähranspruch nach § 242 BGB einzuschränken (vgl. hierzu BGHZ 179, 137, 144 f Rn. 16 f, 146 Rn. 21), kann die Klage nur an § 143 Abs. 2 Satz 1 InsO scheitern.
Unter diesen Umständen ist eine Rückforderung nach § 814 BGB ausgeschlossen (BGH, Urteil vom 29. November 1990 - IX ZR 29/90, BGHZ 113, 98, 101 ff; vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 6;… vom 20. April 2017 - IX ZR 252/16, WM 2017, 1215 Rn. 16).
Der aus der Anfechtung der Auszahlung von Scheingewinnen resultierende Rückgewähranspruch des Insolvenzverwalters ist nicht mit den als Einlage des Anlegers erbrachten Zahlungen zu saldieren (Fortführung von BGH, 11. Dezember 2008, IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137).
Dies entsprach schon der Rechtsprechung unter Geltung der Konkursordnung (BGHZ 113, 98, 101 ff;… BGH, Urt. v. 29. November 1990 - IX ZR 55/90, WM 1991, 331, 332 f), die der Senat im Anwendungsbereich der Insolvenzordnung fortgeführt hat (BGHZ 179, 137, 140 Rn. 6;… BGH, Urt. v. 13. März 2008 - IX ZR 117/07, ZIP 2008, 975 f Rn. 6 ff;… v. 25. Juni 2009 - IX ZR 157/08 Rn. 6).
Wenn die Auszahlungen auf dem Anleger zugewiesene Scheingewinne erfolgt sind (vgl. BGHZ 179, 137, 145), ist eine Saldierung deshalb ausgeschlossen.
Dies hätte die Minderung der Vermögensmasse der Schuldnerin zur Folge, die zur Befriedigung aller Gläubigeransprüche zur Verfügung steht (vgl. BGHZ 179, 137, 145 Rn. 16).
Mit der Saldierung würde im Ergebnis auch der Ausschluss der Aufrechnung "vorkonkurslicher" Schadensersatzansprüche gegen den insolvenzrechtlichen Rückgewähranspruch unterlaufen werden (BGHZ 179, 137, 140 ff Rn. 7 ff).
Er verdrängt in seinem Anwendungsbereich die allgemeineren Regeln der zugrunde liegenden Rechtsverhältnisse und eröffnet dem Insolvenzverwalter eine Rückforderungsmöglichkeit, die nach dem außerhalb der Insolvenz geltenden Recht dem Verfügenden selbst verwehrt ist (BGH, Urt. v. 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, WM 2009, 179, 180 Rn. 15 z.V.b. in BGHZ).
Bei dem Rückgewähranspruch handelt es sich um einen originären gesetzlichen Anspruch (BGHZ 15, 333, 337 ; 83, 102, 105 ; BGH, Urt. v. 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, aaO S. 180 f Rn. 15), der mit Insolvenzeröffnung entsteht (BGHZ 101, 286, 288 ; 130, 38, 40 ;… 171, 38, 44 Rn. 20; BGH, Beschl. v. 29. April 2004 - IX ZB 225/03, ZIP 2004, 1653, 1654) und der dem Insolvenzverwalter vorbehalten ist, mit dessen Amt er untrennbar verbunden ist (BGHZ 83, 102, 105 ; 86, 190, 196 ; 106, 127, 129 ; 118, 374, 381 ;… 171, 38, 44 Rn. 20).
Insoweit ist der Insolvenzverwalter an die für den Arbeitgeber (Schuldner) geltenden Beschränkungen des Anspruchs (z.B. nach § 814 BGB) gebunden (vgl. BGH, Urt. v. 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, aaO S. 180 Rn. 15 m.w.N.).
Im Unterschied hierzu eröffnet die Insolvenzanfechtung dem Verwalter eine durch das Insolvenzereignis begründete besondere Rückforderungsmöglichkeit, die nach dem allgemeinen Recht dem Arbeitgeber (Schuldner) selbst verwehrt ist (vgl. BGH, Urt. v. 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, aaO; Bork, Handbuch des Insolvenzanfechtungsrechts (2006) S. 154;… Gerhardt ZIP 1991, 273, 283).
Der erkennende Senat schließt sich der Rechtsauffassung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs an (Urteil vom 11.12.2008, IX ZR 195/07, zitiert nach [...]), der zwar die schon für die Konkursordnung ergangene Rechtsprechung bestätigt, wonach der Insolvenzverwalter unter Geltung der Insolvenzordnung die Auszahlung von in "Schneeballsystemen" erzielten Scheingewinnen als objektiv unentgeltlich anfechten kann (§ 134 InsO ), jedoch durchgreifende Bedenken sieht, Anfechtungsgegner so zu stellen, als könnten sie mit ihren gegen die Schuldnerin gerichteten Schadensersatzansprüchen gegen den Rückgewähranspruch aufrechnen.
Diese Rechtsprechung führt der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 11.12.2008 ausdrücklich fort und betont weiter, einseitigen Vorstellungen des Leistungsempfängers über eine Entgeltlichkeit der Leistung komme selbst dann keine Bedeutung zu, wenn der Irrtum durch den Schuldner hervorgerufen worden sei (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 6).
Nach der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die vom erkennenden Senat geteilt wird, wird ein Normwiderspruch durch § 814 BGB unter Geltung der InsO nicht mehr hervorgerufen (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 8).
Aufgrund der Regelung in § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO kam eine wirksame Aufrechnung nicht in Betracht, auch dann, wenn sich bereits vor Insolvenzeröffnung ein Bereicherungsanspruch der Schuldnerin und der Schadensersatzanspruch der Beklagten gegenübergestanden hätten (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 9-11).
Zu § 96 Abs. 1 Nr. 3 InsO ist anerkannt (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn 12 f), dass die gläubigerbenachteiligende Wirkung, die mit der Herstellung einer Aufrechnungslage eintritt, selbständig angefochten werden kann.
Der Normzweck des § 814 BGB (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 15) erfordert keine Einschränkung des aus § 143 Abs. 1 InsO folgenden Rückgewähranspruchs.
Der Schutz des Anfechtungsgegners (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 16) wird durch § 143 Abs. 2 InsO oder in Ausnahmefällen durch § 242 BGB ausreichend gewährleistet.
Schließlich steht die Gläubigergleichbehandlung zwischen Alt- und Neuanlegern bei Schneeballsystemen der Aufrechnung und der Einbeziehung der Wertungen des § 814 BGB entgegen (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 16).
Nur in Extremfällen (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 21) kann § 242 BGB der Durchsetzung des Insolvenzanfechtungsanspruchs entgegenstehen.
Auch in dem durch den Bundesgerichtshof entschiedenen Fall (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O. Rn. 21), der zum hiesigen gleichgelagert ist, wurde im Übrigen ein Ausnahmefall nicht angenommen, der den Grundsatz der Grundsatz der Gleichbehandlung der Gläubiger hinter den Schutz der Beklagten als getäuschten Anlegern hätte zurücktreten lassen.
Dies ergibt sich schon daraus, dass die Schuldnerin mit den Zahlungen den Zweck verfolgt habe, die Machenschaften der Gemeinschuldnerin zu verdecken (BGH, Urteil vom 11.12.2008, a.a.O., Rn. 19 unter Hinweis auf BGHZ 113, 98 ,104 f.).
Ein Grund für die Zulassung (§ 543 Abs. 2 S.1 ZPO ) liegt hier nicht vor, da der Senat bei seiner Entscheidung den Grundsätzen folgt, die der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 11.12.2008, IX ZR 195/07 zum Aufrechnungsverbot gem. §§ 96 Abs. 1 Nr. 3 i.V.m. 134 Abs. 1, 143 Abs. 1 und 2 InsO , aufgestellt hat.
Diese Voraussetzungen sind nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes bei einer Auszahlung von in einem sogenannten "Schneeballsystem" angeblich erzielten Scheingewinnen regelmäßig zu bejahen, weil diesen Auszahlungen tatsächlich überhaupt kein erzielter Gewinn zugrunde liegt (vgl. etwa BGH NJW 2011, 1732 Rd.6; BGH NJW-RR 2010, 1637 Rd.7; BGH NJW 2009, 363 Rd.6 jeweils m.w.N.).
Zwar ist die eingangs zitierte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zu § 134 InsO (oben unter 1.) durch die im Anschluss an die Insolvenz des namensgebenden Unternehmens ergangene "Phoenix-Entscheidung" (BGHZ 179, 139ff. = NJW 2009, 363ff.) entwickelt worden (…vgl. Gottwald/Huber, Insolvenzrechts-Handbuch, 5.Aufl. 2015, § 49 Rd.17 m.w.N.).
Entscheidend ist nach dieser Rechtsprechung vielmehr, dass das von § 134 InsO erfasste "Betrugsanlagesystem" (so die Wortwahl bei BGH NJW 2009, 363 Rd.16) auf einer betrügerische Kunden- und Kapitalakquise aufbaut, um allein mit den Ein- und Auszahlungen dieses System in Gang zu halten und für neue Anleger interessant zu machen (BGH NJW 2010, 2125, 2126 Rd.9).
Nur diese Sichtweise entspricht auch der dieser Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes zugrundeliegenden Zielsetzung, den insolvenzrechtlichen Grundsatz der Gleichbehandlung der (Insolvenz-) Gläubiger (arg. §§ 1 Satz 1, 87, 89 Abs. 1 InsO) zu verwirklichen (vgl. BGH NJW 2010, 2125, 2126 Rd.11; BGH NJW 2009, 363, 365 Rd.16).
Danach ist eine Aufrechnung, mithin auch die bereicherungsrechtliche Saldierung, mit einem vor der Insolvenzeröffnung begründeten Schadensersatz- oder Bereicherungsanspruch gegen den insolvenzrechtlichen Rückgewähranspruch ausgeschlossen (BGH NJW-RR 2010, 1637 Rd. 7; BGH NJW 2009, 363, 364f. Rd.11f.; LG Konstanz, Urteil vom 01.12.2015 - 4 O 395/14 = juris Rd.31).
Zwar kann § 242 BGB in Extremfällen einer Rückzahlung aus § 143 Abs. 1 InsO entgegenstehen (vgl. BGH NJW 2009, 363 Rd.16 und Rd.21;… MüKoKirchhof, aaO., § 134 Rd.45;… Riesenkampff/Schuba, NJW 2010, 571, 573).
Nicht zuletzt dieser Aspekt unterstreicht die Bedeutung des Grundsatzes der Gleichbehandlung aller (Insolvenz-) Gläubiger (oben unter 1.b)), der im vorliegenden Fall nicht nach § 242 BGB hinter die gleichrangig zu beachtenden Interessen der Beklagten als weitere Gläubigerin zurück tritt (vgl. BGH NJW 2009, 363, 365 Rd.21;… Riesenkampff/Schuba, aaO.).
Gleiches gilt für die Auszahlung von Scheingewinnen, bei denen dem Schuldner bewusst ist, dass sie tatsächlich nicht erzielt worden sind (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 6;… vom 2. April 2009 - IX ZR 197/07, ZInsO 2009, 1202 Rn. 6;… vom 22. April 2010 - IX ZR 163/09, ZIP 2010, 1253 Rn. 6;… vom 10. Februar 2011 - IX ZR 18/10, ZIP 2011, 674 Rn. 8; ebenso zu § 32 Nr. 1 KO BGH, Urteil vom 29. November 1990 - IX ZR 29/90, BGHZ 113, 98, 101 ff; vom 29. November 1990 - IX ZR 55/90, WM 1991, 331, 332 f).
Einseitige Vorstellungen des Empfängers, die Leistung sei entgeltlich, sind unerheblich (BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008, aaO Rn. 6).
Im Streitfall kommt allein eine Anfechtung der zwischen der Bereicherungsforderung und dem Darlehensrückzahlungsanspruch bestehenden Aufrechnungslage nach § 134 Abs. 1 InsO in Betracht (vgl. zur Schenkungsanfechtung der Aufrechnungslage auch BGH, Urteil vom 11. Dezember 2008 - IX ZR 195/07, BGHZ 179, 137 Rn. 12;… vom 26. April 2012, aaO).
Minderung der Miete für gewerblich genutzte Räume in einen Einkaufszentrum bei …
FG Sachsen, 30.09.2015 - 5 K 118/15
Bei Rückabwicklung eines Grundstückskaufvertrags innerhalb eines Monats vor der …

References: § 96
 § 814
 § 814
 § 96
 § 134
 § 143
 § 814
 § 96
 § 134
 § 814
 BGH 
 BGH 
 § 814
 § 143
 § 242
 § 134
 § 134
 § 242
 § 143
 § 814
 § 814
 § 814
 § 96
 § 96
 § 814
 § 143
 § 143
 § 242
 § 814
 § 242
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 134
 § 49
 § 134
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 242
 § 143
 BGH 
 § 134
 § 242
 BGH 
 § 32
 § 134