Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-211946
Timestamp: 2018-04-24 12:34:42+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Bückwitzer See und Rohrlacker Graben“
(GVBl.II/01, [Nr. 19], S.572)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Bückwitzer See und Rohrlacker Graben“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 157 Hektar. Es umfasst Flächen in der Gemeinde Wusterhausen/Dosse in folgenden Gemarkungen und Fluren:
Barsikow 3;
Bückwitz 1, 2;
Metzelthin 3, 4;
Wusterhausen 10, 11.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 50 000, einer topografischen Karte im Maßstab 1 : 10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung zusätzlich eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(3) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Ostprignitz-Ruppin, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Das in § 2 bezeichnete Gebiet repräsentiert einen eiszeitlich geprägten See des Brandenburgischen Jungmoränenlandes im Übergangsbereich zwischen der Ruppiner Platte und dem Unteren Rhinluch.
(2) Schutzzweck des Naturschutzgebietes ist die Erhaltung, Entwicklung und naturnahe Wiederherstellung
als Lebensraum wild wachsender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Seggenriede, Röhrichte, Erlenbrüche, Feuchtwiesen und -weiden;
als Lebensraum wild wachsender Pflanzenarten, insbesondere von nach § 20a Abs. 1 Nr. 7 und 8 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Pflanzenarten wie beispielsweise Seggen (Carex);
als Lebensraum wildlebender insbesondere von nach § 20a Abs. 1 Nr. 7 und 8 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Tierarten wie beispielsweise Fischotter (Lutra lutra), schilfbewohnende Kleinvogelarten, Lurche (Amphibia) und Kriechtiere (Reptilia) sowie als Rastplatz für Zugvögel;
als wichtiges Element eines regionalen Biotopverbundes;
von Niedermooren.
das Gebiet außerhalb der Wege und Eisflächen auf dem Bückwitzer See zu betreten;
zu baden oder zu tauchen, mit Ausnahme des Bereichs im Bückwitzer See, der den Flurstücken 1, 20 und 34 bis 40 der Flur 1 der Gemarkung Bückwitz vorgelagert ist (siehe auch Eintragungen in der topografischen Karte);
Wasserfahrzeuge aller Art, mit Ausnahme muskelbetriebener Boote, zu benutzen. Das Einsetzen der Boote ist nur vom Flurstück 20 der Flur 1 der Gemarkung Bückwitz (siehe auch Eintragung in der topografischen Karte) zulässig. Bei der Bootsbenutzung ist ein Mindestabstand von 10 Metern zur Uferlinie, zu Röhrichten oder Schwimmblattpflanzengesellschaften einzuhalten;
Be- und Entwässerungsmaßnahmen über den bisherigen Umfang hinaus durchzuführen, Gewässer jeder Art entgegen dem Schutzzweck zu verändern oder in anderer Weise den Wasserhaushalt des Gebietes zu beeinträchtigen;
Fische oder Wasservögel zu füttern oder Futter bereitzustellen;
wild wachsenden Pflanzen oder ihre Teile oder Entwicklungsformen abzuschneiden, abzupflücken, aus- oder abzureißen, auszugraben, zu beschädigen oder zu vernichten;
die im Sinne des § 11 Abs. 2 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass für Grünland § 4 Abs. 2 Nr. 23 gilt; bei Wildschäden ist mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde eine umbruchlose Nachsaat zulässig;
die im Sinne des § 11 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen;
die im Sinne des § 11 Abs. 4 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 des Fischereigesetzes für das Land Brandenburg ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Flächennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang auf den bisher rechtmäßig dafür genutzten Flächen mit der Maßgabe, dass Fanggeräte und Fangmittel so einzusetzen oder auszustatten sind, dass ein Einschwimmen oder eine Gefährdung des Fischotters weitestgehend ausgeschlossen ist;
das Angeln vom Ufer aus nur innerhalb des in der topografischen Karte dargestellten Bereiches (Flurstücke 109 bis 121 der Flur 3 der Gemarkung Metzelthin) aus erfolgt,
§ 4 Abs. 2 Nr. 13 gilt;
die rechtmäßige Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass Kirrungen nur außerhalb von gemäß § 32 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes geschützten Biotopen zulässig sind,
die Jagd auf Federwild nicht vor dem 1. November eines jeden Jahres erfolgt,
die Errichtung ortsunveränderlicher, jagdlicher Einrichtungen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Transportable und mobile Ansitzeinrichtungen sind der unteren Naturschutzbehörde vor der Errichtung anzuzeigen. Die untere Naturschutzbehörde kann in begründeten Einzelfällen das Aufstellen verbieten. Die Entscheidung hierüber soll unverzüglich erfolgen;
das nichtgewerbliche Sammeln von Pilzen und Waldfrüchten nach dem 31. Juli eines jeden Kalenderjahres;
im Uferbereich des Bückwitzer Sees sollen naturnahe Gehölzgesellschaften aus Weiden und anderen standortgerechten Gehölzarten erhalten und entwickelt werden;
Anpflanzungen nichteinheimischer Baumarten sollen zu standorttypischen Gehölzgesellschaften umgebaut werden;
Ackerflächen sollen zu naturnahen Vegetationseinheiten oder Extensivgrünland umgewandelt werden;
Grünlandflächen sollen extensiv bewirtschaftet werden;
durch angepasste Stauziele und wasserbauliche Maßnahmen soll ein standorttypischer Wasserstand erhalten oder wiederhergestellt werden;
die Bestände von Fuchs und Schwarzwild sollen durch intensive Bejagung gering gehalten werden.
(3) Soweit diese Verordnung keine weitergehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§§ 31 bis 36 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wildlebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 20 bis 26b des Bundesnaturschutzgesetzes, §§ 37 bis 43 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes) unberührt.
Die Verletzung von Rechtsmängeln des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes oder anderer Rechtsvorschriften kann gegen diese Verordnung nur innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Verkündung geltend gemacht werden (§ 47 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 der Verwaltungsgerichtsordnung in Verbindung mit § 4 Abs. 1 des Brandenburgischen Verwaltungsgerichtsgesetzes).
Potsdam, den 25. September 2001
Flurstücke zur Verordnung über das Naturschutzgebiet "Bückwitzer See und Rohrlacker Graben"
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 157 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen.
Gemeinde: Wusterhausen/Dosse
Barsikow 3 2/1, 5/1, 6/1, 16, 24-28, 122;
Bückwitz 1 41, 42, 70/1 teilweise, 70/2, 73/2, 74/2, 75, 76/2, 77/2, 77/3, 185/1 teilweise, 185/2 teilweise, 186 teilweise, 187 teilweise, 188 teilweise, 265-273
2 1/2, 2-10, 11/II, 15 teilweise, 16/I, 16/III, 17/I, 25, 26/I, 26/II, 27-32, 33/2, 33/3, 33/4, 34-40, 41/1, 41/2, 42, 43, 44/1, 44/2;
Metzelthin 3 107/1, 107/2, 108/1, 108/2, 108/3, 109/1, 109/2, 109/3, 110-135, 136/1, 136/2, 136/3, 137/1, 138/1, 139/1, 140/1, 141/1, 141/2, 142-172, 173/1, 173/2, 173/3, 173/4, 173/6, 173/7;
4 3-6, 56-58, 61-65, 66/1, 66/2, 67/1, 67/2, 68;
Wusterhausen 10 190-197, 199-216, 217/1, 217/2, 218-227, 228/1, 228/2, 229-232, 233 teilweise, 134, 243 teilweise, 244-247, 248 teilweise;
Wusterhausen 11 1, 2.

References: § 2
 § 2
 § 20
 § 20
 § 11
 § 4
 § 11
 § 11
 § 1

§ 4
 § 32
 § 4