Source: https://www.familienunrecht.de/startseite-familienunrecht/familienpsychologische-gutachten/
Timestamp: 2017-09-24 13:54:02+00:00

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Familienpsychologische Gutachten - familienunrechts Webseite!
Obwohl familienpsychologische Gutachten oft eine miserable Qualität aufweisen, werden sie von Familiengerichten nach wie vor weitgehend bedenkenlos in Auftrag gegeben. Letzteres geschieht zum einen bei sogenannten Inobhutnahmen, für die deutsche Jugendämter und Familienrichter - auch international - immer stärker in die Kritik geraten. Zum anderen greifen die Gerichte auf fragwürdige "Sachverständige" zurück, wenn sich Eltern bei einer Trennung nicht darüber einigen können, wie der Umgang mit den gemeinsamen Kindern geregelt werden soll.
Schon vor Jahrzehnten haben Fachleute erhebliche Mängel bei derartigen Gutachten aufgezeigt. Nicht zuletzt deshalb, weil sowohl die Kindeswegnahmen durch das Jugendamt wie auch die Zahl der Scheidungen (sowie Trennungen unverheirateter Paare mit Kindern) in den letzten Jahren exzessiv angestiegen ist, gibt es immer mehr betroffene Eltern bzw. Elternteile, die sich zu Wort melden und darüber berichten, wie leichtfertig sich deutsche Richter auf Gutachten stützen, die laut aktueller Studien häufig nicht einmal den geringsten Anforderungen an wissenschaftliche Standards genügen (siehe dazu die Auflistung kritischer TV-Reportagen und Zeitungsartikel am Ende des Beitrags). Beschwerden gegen solche "Schrottgutachten" werden aber zumindest von einigen Oberlandesgerichten nach wie vor mit ein paar aus Textkonserven zusammengestückelten Standardsätzen abgebügelt. Anscheinend sind die Richter dort der Meinung, bei der sensiblen Frage, welches Maß an Mangelhaftigkeit bei psychologischen Gutachten in familiengerichtlichen Verfahren tolerierbar ist und welcher Grad richterlicher Blindheit in Bezug auf die Mängel solcher Gutachten von den Beteiligten hingenommen werden muss, dürften die Regeln des Rechtsstaats zum Schutz ihrer Berufsgruppe außer Kraft gesetzt werden.
Die Folgen sind für die Betroffenen zumeist extrem einschneidend: Der Umgang mit ihren Kindern wird willkürlich eingeschränkt, oft bricht der Kontakt ganz ab bzw. sogenannte Sachverständige dulden von einerm Elternteil (meist der Mutter) initiierte Umgangsblockaden. In vielen Fällen kommt es im Anschluss an ein fragwürdiges Gutachten zu jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen, die alle Beteiligten belasten, am meisten natürlich die vom Elternstreit betroffenen Kinder. Darüber hinaus beklagen vor allem Väter, in zunehmend größerer Zahl allerdings auch Mütter, dass ihre Persönlichkeits­rechte und insbesondere ihre Menschenwürde seitens psychologischer Sachverständiger missachtet wird.
Bei entsprechenden Verfassungsbeschwerden stecken die Karlsruher Richter indessen ihre Köpfe tiefstmöglich in den Sand, wie z.B. im Hauptartikel: Verletzung von Privatgeheimnissen aufgezeigt wird. Auch uneidliche Falschaussagen durch Sachverständige werden von den obersten Hütern des Rechtsstaats unter den Teppich gekehrt, selbst wenn die Manipulationen noch so unverfroren waren (mehr dazu im Beitrag "Strafvereitelung im Amt"). Offenbar befürchtet man, dass die Rechtsprechung an den Familiengerichten nicht mehr wie vom politischen Mainstream gewünscht funktioniert, wenn Sachverständige zur Achtung der Artikel 1 Abs.1 und Artikel 20 Abs.3 des Grundgesetzes aufgefordert werden.
Fakt ist: Im angeblichen Rechtsstaat Deutschland finden jedes Jahr Tausende von Verfahren statt, die von denjenigen Elternteilen, welche auf Geheiß eines Familienrichters ins gutachterliche Kreuzfeuer geraten, als üble Schauprozesse erlebt werden, die durch menschenverachtenden Terror und eine Vergewaltigung des Rechts gekennzeichnet sind. Wie verbissen die Justiz dennoch bestrebt ist, trotz des mittlerweile klar zutage liegenden Unrechtscharakters der windigen Psychogutachterei an der gängigen Praxis festzuhalten, offenbart die Tatsache, dass deutsche Gerichte bis hoch zum Bundesverfassungsgericht sogar den allgemein üblichen Abrechnungsbetrug durch "Sachverständige" decken und nicht einmal davor zurückschrecken, Scharlatane vor einer Enttarnung zu bewahren (mehr dazu im Beitrag "Gutachter").
Fatal ist, dass Eltern bzw. Elternteile trotz dieser inzwischen weithin bekannten Umstände überwiegend keine andere Wahl haben, als an einem solchen Spektakel mitzuwirken und sich damit wohlmöglich selbst die Schlinge um den Hals zu legen. Zwar kann nach höchstrichterlicher Rechtsprechung niemand zur Teilnahme an einer Begutachtung gezwungen werden. Umgekehrt wird ein Verweigern der Mitwirkung in Sorgerechts- bzw. Umgangsverfahren häufig zum Nachteil des betreffenden Elternteils gewertet. Insofern befinden sich Betroffene, die vor der entsprechenden Entscheidung stehen, oft in einer Situation, die einer regelrechten Nötigung gleichkommt.
Studien und Verlautbarungen
Kritische Studie aus dem Jahr 1985
Bereits Mitte der achtziger Jahre hat eine wissenschaftliche Studie, die von zwei Bundesministerien (Justiz, Familie) veranlasst worden war, auf grundlegende Mängel familien­psycho­logischer Gutachten hingewiesen. Ausgewertet wurden insgesamt 118 Gutachten, die von 70 über das gesamte Bundesgebiet verteilten Gerichten in Auftrag gegeben worden waren. Der Schlussbericht des Projekts "Psychologische Gutachten in Prozessen vor dem Familiengericht", vorgelegt von Christoph Werst und Dr. Hans-Jörg Hemminger an der Universität Freiburg, wurde jedoch nicht veröffentlicht. In der Zusammen­fassung heißt es auf Seite 112:
«Misst man die Qualität an den in den beteiligten Fachwissenschaften und der Rechtsprechung aufgestellten fachlichen Anforderungen, schneiden die meisten Gutachten schlecht ab. Häufig sind die Erhebungen nicht vollständig, schlecht dokumentiert und die Empfehlung nicht nachvollziehbar begründet.»[1]
Psychologenkongress 1996
Schon 1996 machte die "Gesellschaft für Psychologie" anlässlich ihres 40. Kongresses in München auf die sehr häufig mangelhaften Gutachten für Familiengerichte aufmerksam. Auch diese schwerwiegenden, fachlich fundierten Kritiken haben bei den zuständigen Stellen keinerlei Initiativen bewirkt (Jochen Paulus in "Die Zeit" Nr. 41 vom 04.10.1996).[1]
Studie der Universität München 2013
In einer Studie zur "Begutachtungsmedizin in Deutschland am Beispiel Bayern"[2], die im Rahmen einer Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität München im November 2013 (Verfasser: Benedikt Jordan) durchgeführt wurde, ergaben sich gravierende Zweifel an der Objektivität, Unabhängigkeit und Neutralität von Gutachtern. An der Studie beteiligten sich 161 Ärzte (darunter 55 Psychiater), 49 Zahnmediziner und 42 Psychologen. 23,3 Prozent der Befragten gab an, dass ihnen vom beauftragenden Richter schon einmal eine Tendenz signalisiert worden sei (bei den Psychiatern und Psychologen lagen die Prozentwerte deutlich höher, hier war es fast jeder Zweite; auch waren über­durch­schnittlich viele Angehörige dieser Berufsgruppen von Gutachten wirtschaftlich abhängig). 33,6 Prozent der Befragten teilten mit, sie hätten im Kollegenkreis schon davon gehört, bei einem gerichtlichen Gutachtenauftrag sei in Einzelfällen oder sogar häufig eine Tendenz genannt wurde. Aufgrund dieser aktuellen Studie sieht das "Ärzteblatt" die Neutralität von Gutachtern gefährdet und kommt zu dem Schluss:
«Grundsätzlich sollten Gutachter ihre Gutachten unbeeinflusst erstellen. Die Signalisierung einer Tendenz bei Auftrags­erteilung durch den Auftrag­geber steht dem entgegen. Kommt eine wirtschaftliche Abhängigkeit des Sachverständigen von Gutachten­aufträgen dazu, wovon bei einem Anteil von mehr als 50 Prozent Gutachten­honoraren an den Gesamt­einnahmen auszugehen ist, ist die Neutralität gefährdet. Der Gesetzgeber ist gefordert, für die Unabhängigkeit und Neutralität des Gutachter­wesens Sorge zu tragen, damit das Vertrauen in das Gutachter­wesen und in die Funktions­fähigkeit unseres Rechts­systems erhalten bleibt.»[2]
Studie der Fernuniversität Hagen 2014
In einer im Juli 2014 veröffentlichten Studie (Titel: "Psychologische Gutachten für das Familiengericht: Diagnostische und methodische Standards in der Begutachtungspraxis") wurden 116 Gutachten im Bezirk des berüchtigten OLG Hamm (→ Abschnitt "Rechtsprechung" im Portal "Prowechselmodell.de") aus den Jahren 2010 und 2011 ausgewertet.[3] Dabei haben Prof. Dr. Christel Salewski und Prof. Dr. Stefan Stürmer "erhebliche handwerkliche Fehler" bei der Erstellung rechtspsychologischer Gutachten festgestellt. Beanstandet wurden mangelnde psychologische Fundierungen des gutachterlichen Vorgehens und der Einsatz fragwürdiger Diagnoseinstrumente.
Nach Einschätzung der Professoren erfüllt nur eine Minderheit der Gutachten die fachlich geforderten Standards. In mehr als der Hälfte der Gutachten seien aus der gerichtlichen Fragestellung keine fachpsychologischen Arbeitshypothesen abgeleitet worden und bei 85,5 Prozent wäre die Auswahl der eingesetzten diagnostischen Verfahren nicht anhand so genannter "Psychologischer Fragen" begründet worden (in solche Fragen müsse der Sachverständige die gerichtliche Fragestellung übersetzen, um dann geeignete diagnostische Verfahren zu ihrer Beantwortung auswählen zu können). Bei 41 Gutachten (35 Prozent) sei die Datenerhebung ausschließlich über methodisch problematische Verfahren wie unsystematische Gespräche und ungeplante Beobachtungen erfolgt und es wären keine oder nur psychometrisch ungenügende Tests angewandt worden.
Je nachdem, welche Kriterien zugrunde gelegt wurden, beurteilten die Wissenschaftler ein Drittel bis mehr als die Hälfte der Gutachten als fehlerhaft. Dabei konstatierten sie, dass die Qualität der Gutachten solcher Sachverständiger, die eine rechtspsychologische Fachausbildung beim "Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V." (BDP) oder der "Deutschen Gesellschaft für Psychologie e.V." (DGPs) durchlaufen hätten, nachweislich höher sei als die der übrigen Gutachter. Christel Salewski bezeichnet die Ergebnisse der Studie als "alarmierend":
«Die Richter stützen ihre Entscheidungen in starkem Maße durch die in den Gutachten ausgewiesenen Empfehlungen. Man darf nicht vergessen, dass hier Kinder involviert sind, über deren weiteres Leben gerichtliche Entscheidungen gefällt werden. Der Gutachter muss daher in seinem Bericht alle Informationen zu seinem Vorgehen eindeutig und ausführlich darstellen. Nur so kann ein ausreichendes Maß an Transparenz und Nachvollziehbarkeit sichergestellt werden.»
Bemerkenswert ist, dass die Studie vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt wurde und das Ministerium sie zum Anlass nahm, das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz im Hinblick auf einen verbesserten Dialog zwischen Richtern und Sachverständigen einzuschalten. Letzteres plant hierzu nun immerhin eine Veranstaltung und hat die beiden Wissenschaftler zu einer Vorbesprechung eingeladen.
Studie der IB Hochschule Berlin 2015
In der Studie, für die der renommierte Experte Dr. Werner Leitner 272 Familienrechtsgutachten aus den Jahren 2013 und 2014 untersucht hat, wurden 75 Prozent als mangelhaft bezeichnet. Die Gutachten hätten gravierende Mängel bei den Testverfahren und den Methoden der Gesprächsführung, außerdem entsprächen sie nicht dem aktuellen Forschungsstand.[4]
Dr. med. Hans Doepner, selbst ein betroffener Vater, ist dabei eine Studie zu erstellen. Hierfür möchte er 150 Gutachten auswerten.[5] Bislang wurden ihm immerhin schon ca. 70 Gutachten zur Verfügung gestellt (auch mein Gutachten, auf dem etliche Abschnitte dieses Beitrags basieren, habe ich Dr. Doepner überlassen). Es wäre zu wünschen, wenn sich noch mehr Leute bereitfänden, die Sache zu unterstützen. Bemerkenswert ist übrigens, das bis dato deutlich mehr Frauen als Männer ihre Gutachten zur Verfügung gestellt haben. Hier bestätigt sich einmal mehr ein Eindruck, den ich in den vergangenen Jahren gewonnen habe: Mütter sind im Kampf gegen die Schwächen des deutschen Familienrechts offenbar sehr viel engagierter sind als Väter.
Blanker Hohn: Der "Deutsche Richterbund" wiegelt ab
Im Fernseh-Magazin "Panorama" vom 31.10.2013 gab sogar eine Vertreterin des Deutschen Richterbundes zu, mangelhafte Gutachten könnten schon mal die Grundlage für ein Urteil sein - wenn niemand die Fehler bemerkt. O-Ton Andrea Tietz:
«Wenn der Richter dann an dem Gutachten ansonsten keine Zweifel hat, weil er wohlmöglich mangels eigener technischer Sachkunde keine Zweifel haben kann und auch kein anderer Verfahrensbeteiligter auf einen Fehler aufmerksam macht, dann kann es vorkommen, dass auch auf ein fehlerhaftes Gutachten ein Urteil sich dann zu Unrecht stützt.»[6]
Opfern von stümperhaft und/oder extrem einseitig agierenden Sachverständigen muss diese Aussage wie Hohn in den Ohren klingen. Wie unzählige Berichte von Betroffenen erkennen lassen, machen sie reihenweise die gleiche Erfahrung: Im Allgemeinen ist es absolut fruchtlos, Richter auf Fehler von Gutachtern aufmerksam machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Partei das Gericht mit der Nase auf einen, fünf oder zwanzig gravierende Fehler stößt: Allzu oft blocken Richter sämtliche Einwendungen ab, verweigern die Ladung von Zeugen oder die Erhebung sonstiger, ihnen angebotener Beweismittel. Und selbst dann, wenn sie auf grobe Manipulationen von Sachverständigen hingewiesen werden und diese an sich leicht beweisbar wären, bleiben viele Richter untätig und halten "ihrem" Gutachter die Stange.
Auch meine eigenen, diesbezüglichen Erlebnisse waren absolut niederschmetternd: Nach Erhalt des schriftlichen Gutachtens hatte ich eine Stellungnahme verfasst und darin - gestützt auf die "Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten" (siehe unten im Anhang) und einen Beitrag von Dr. Leitner, auf den ich 2011 im hochgeschätzten Vorgängerblog von "Familiengutachten.de" gestoßen war - eine ganze Latte grober fachlicher Fehler des Gutachtens substantiiert gerügt. Anstatt sich mit dem Vorbringen auseinanderzusetzen, versuchte die seinerzeit zuständige Familienrichterin, meine Stellungnahme in der Versenkung verschwinden zu lassen (zu den hässlichen Einzelheiten siehe im Abschnitt "Ein plumpes Manöver der Richterin" des Beitrags "Cochemer Modell"). Zwar konnte ich dieses schändliche Vorhaben vereiteln und die betreffende Person wurde wenig später wegen Befangenheit von dem Verfahren entbunden, aber danach hat ein Jungrichter die Sache übernommen und es war offensichtlich, dass die rechtskräftig abgelehnte Richterin aus dem Hintergrund heraus weiter präsent war und das Bübchen wie eine Marionette gelenkt hat. Das beflissene Richterlein hat dann einen zwanzigseitigen Beschluss fabriziert und einfach nur seitenweise das Gutachten abgeschrieben; meine Einwendungen wurden mit keiner Silbe erwähnt. Aus diesem Grund habe ich in der Beschwerde vor dem OLG Koblenz, über meine erste Stellungnahme hinaus, die diversen Fehler, Lücken und Widersprüche des Gutachtens in weiteren Schreiben noch dezidierter herausgearbeitet und alles sauber mit Quellen hinterlegt. Auch dieser Vortrag wurde indessen mit keiner Silbe gewürdigt. Gegen den Beschluss des OLG Koblenz habe ich dann - nicht zuletzt wegen der eklatanten Verweigerung rechtlichen Gehörs - Verfassungsbeschwerde erhoben. Der geneigte Leser kann es sich wahrscheinlich schon denken: Die Beschwerde wurde, natürlich ohne Begründung, nicht zur Entscheidung angenommen.
Im Fall Ralf Witte merkten die Richter erst bei der Wiederaufnahme seines Verfahrens: Alle drei Gutachter haben die Aussagen des Mädchens nie wirklich kritisch hinterfragt, wichtige Untersuchungen und entscheidende Testverfahren wurden nicht durchgeführt. Stellung dazu nehmen will das Gericht heute nicht mehr. Auch die Gutachter stehen für Interviews nicht zur Verfügung. So bleibt nur das traurige Resümee: Während Witte fünf Jahre mit seiner Familie verlor, hatten die katastrophalen Gutachten und das Fehlurteil für Gutachter und Richter keine Folgen. Hoffnung auf Einsicht gibt es wohl weiterhin nur im Einzelfall. Denn der Richterbund sieht keinen Handlungsbedarf! Noch Mal Andrea Tietz:
«Nach meiner Erfahrung gehen Richter in aller Regel mit Sachverständigengutachten durchaus verantwortungsvoll um und bemühen sich auch, die Sachverständigen und ihre Gutachten entsprechend zu überprüfen - im Rahmen ihrer Möglichkeiten aber natürlich nur.[6]
Gröber hätte Frau Tietz die Realität wohl kaum verfälschen können. Aber leider ist genau diese Haltung typisch für weite Kreise der Justiz: Ihre Vertreter klammern sich starr an verlogene Rechtfertigungsmuster, obwohl diese, für jedermann erkennbar, in keinster Weise mit den realen Fakten kompatibel sind. Wie kann man solche Richter noch respektieren? Aber es kommt noch schlimmer!
Als ob das Alles nicht schon genug wäre, verletzen Sachverständige häufig das allgemeine Persönlichkeits­recht von Vätern. Nicht selten verstoßen sie sogar gegen § 153 StGB. Letzteres ist der Fall, wenn gewissenlose Gutachtern die Aussagen von Vätern in Explorations­gesprächen grob verfälscht wiedergegeben. Mehr dazu im → Hauptartikel: „Uneidliche Falschaussage“.
Zu den fast schon regelmäßigen Verstößen gegen § 203 StGB sei auf den → Hauptartikel: „Verletzung von Privatgeheimnissen“ verwiesen.
Wie im Abschnitt "Über dem Gesetz" des Beitrags "Gutachter" ausgeführt wird, werden solche Straftaten, auch wenn die Beweislage absolut eindeutig ist, im Rechtsstaat Deutschland bislang nicht geahndet. In einem konkreten Fall haben Gerichte und Staatsanwaltschaft im Bezirk des Oberlandesgerichts Koblenz zwischen September 2011 und Februar 2013 unter Missachtung elementarer rechtsstaatlicher Grundsätze so ziemlich alles getan, um einen Gutachter vor Strafverfolgung zu schützen (eine detaillierte Darstellung der erbärmlichen Winkelzüge des Justizapparats enthält der Beitrag „Strafvereitelung im Amt“).
Bereits Anfang des Jahres 2015 orakelte der Spiegel, obwohl sich die anwesenden Experten aus dem Referat Familiengerichtliches Verfahren, Vertreter der Anwälte, Richterschaft und Psychologen bei einer Diskussion im Bundesjustizministerium am 8. Juli 2014 einig gewesen seien, angesichts der Qualitätsmängel vieler Gutachten bestünde "dringender Verbesserungs- und Handlungsbedarf", werde es vorerst wohl keine gesetzliche Regelung geben. Stattdessen sollten die Berufsverbände Qualitätsstandards für Gutachter entwickeln. Letztere gibt es aber partiell schon: Hier wären insbesondere die unten im Anhang zusammengefassten Richtlinien des BDP zu erwähnen. Problematisch sei allerdings, dass sich niemand an diese Standards halten müsse. Insofern sei also nicht ausgeschlossen, dass auf absehbare Zeit nichts geschehen werde.[7]
Tatsächlich wurden, fachlich begleitet durch das Bundesjustizministerium, von Vertretern juristischer, psychologischer und medizinischer Fachverbände, der Bundesrechtsanwalts- und der Bundespsychotherapeutenkammer zwischenzeitlich sogenannte „Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht“ erarbeitet und am 15.9.2015 der Öffentlichkeit präsentiert.[8] Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Anforderungen sind dermaßen wischi-waschi, dass sie keinerlei Verbesserung bewirken werden. Abgesehen davon wurde nicht einmal verbindlich festgelegt, dass Familienrichter sie auch beachten müssen!
Inzwischen steht fest, dass noch nicht einmal dieser Placebo-Quatsch in die Form eines Gesetzes gekleidet wird. Wie im Abschnitt "Marginale Korrektur durch den Gesetzgeber" des Beitrags "Gutachter" aufgezeigt wird, sind die Bemühungen unserer hochverehrten Volksvertreter sogar noch weit hinter diesem verlogenen Geschwurbel zurückgeblieben. Ergo: Im familienpolitischen und familienrechtlichen Drecksland BRD bleibt alles beim Alten!
Instrumentalisierung von Sachverständigen durch voreingenommene Richter
Ein sehr wichtiger Aspekt wurde bereits in der oben erwähnten Studie der Universität München deutlich: Offenbar wollen viele Richter vom Gutachter keine objektive Prüfung des Einzelfalls und eine darauf basierende neutrale Empfehlung, sondern wünschen von ihm schlicht und ergreifend die Bestätigung der Entscheidung, die sie aufgrund ihrer persönlichen Einstellungen (bzw. Vorurteile) an sich längst selbst getroffen haben.
Umgangsverfahren als Schauprozesse
Insbesondere in Fragen der Sorge bzw. des Umgangs nach einer Scheidung oder Trennung sind die Verfahren leider nicht selten von tradierten persönlichen Auffassungen des Gerichts zur Verteilung der familialen Aufgaben bestimmt. Für RichterInnen, die noch die althergebrachten Rollenschemata verinnerlicht haben, kommt als betreuender Elternteil nur die Mutter in Frage. Eine paritätisches Wechselmodell, sprich die hälftige Betreuung durch Mutter und Vater, lehnen sie vehement ab und die Übertragung der Alleinsorge an den Vater scheidet sowieso aus. Naturgemäß werden dann stets Gutachter beauftragt, bei denen sich der Richter darauf verlassen kann, dass sie eine Entscheidung zugunsten der Mutter aussprechen und diese möglichst eloquent begründen.
Oft lassen bereits die Beweisbeschlüsse unzweifelhaft erkennen, welche Tendenz die betreffenden Richter hatten. Die von dem Familientherapeuten und Sachverständigen Peter Thiel zitierten Beschlüsse[9] machen deutlich, dass Umgangs­verfahren vielfach nichts anderes sind als Schauprozesse, die durch den Einsatz von Gutachtern unnötig verteuert und in die Länge gezogen werden. Außerdem zeigen die Zitate auf, dass Familiensachen unter Federführung deutscher Familienrichter häufig nicht zu leugnende Züge absurden Theaters tragen.
Schützenhilfe fürs Jugendamt
Wurde vom Jugendamt wegen des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung bereits eine Inobhutnahme angeordnet, werden wegen der oft großen personellen Nähe zwischen dem Amt und dem Familiengericht häufig Sachverständige beauftragt, die den Eltern dann tatsächlich eine mangelnde "Erziehungs­fähigkeit" attestieren. Anders gesagt ist bei Familienrichtern die fatale Neigung erkennbar, Entscheidungen der Jugendämter, wonach Kinder ihren Eltern entrissen und zwangsweise in einem Heim oder einer Pflegefamilie untergebracht werden, im Nachhinein zu rechtfertigen.
Da sie überwiegend willfährige Helfer der Richterschaft sind, genießen Gutachter faktisch Immunität. Anders gesagt können sie mit Menschen, die sich auf eine Begutachtung einlassen, quasi machen, was sie wollen. Selbst wenn sie schamlos vertraulichste Informationen offenbaren oder sogar Äußerungen ihrer Klienten im Gutachten grob verfälscht widergeben, müssen sie keine strafrechtlichen Konsequenzen befürchten (siehe weiter unten die Verweise im Abschnitt "Strafbare Handlungen"): Auch über den allergrößten Dreckskerl oder sein weibliches Pendant breiten deutsche Richter und Staatsanwälte ihre schützenden Hände aus. Von daher sollte man sich sehr genau überlegen, was man einem psychologischen Sachverständigen erzählt. Auf Verschwiegenheit zu vertrauen, ist naiv. Im Gegenteil: Unzählige Menschen, die von Gutachtern mit ein paar Tricks zum Reden animiert wurden, mussten bereits bittere Erfahrungen machen und um Verfälschungen der eigenen Aussagen entgegentreten zu können, ist es unbedingt geboten, jedes Gespräch - und sei es heimlich - aufzuzeichnen. Allerdings schützt auch diese Maßnahme nicht davor, durch die Preisgabe intimster Details herabgewürdigt und gedemütigt zu werden. Hier hilft nur absolute Zurückhaltung.
Umgangsverfahren: Zwei grundverschiedene Arbeitsweisen
Nach der Methodik ist zwischen der so genannten entscheidungs­orientierten und der lösungs­orientierten Begutachtung unterschieden.
Verantwortungsbewusste Psychologen streben gerade in Konfliktfällen als ein wesentliches Ziel danach, wenn schon keine gütliche Einigung gelingt, so doch wenigstens die Kommunikation und Kooperation zwischen den Eltern zu verbessern. Dies kann am ehesten durch ehrliche, neutrale Mediationsgespräche geschehen. Führen sie nicht zum Ziel, bleibt noch die Möglichkeit der Hinzuziehung einer Familienhilfe. Gutachter der alten Schule bemühen sich in der Regel nicht um eine Verbesserung des Klimas zwischen den Eltern. Von der Erkenntnis, dass im Interesse der Kinder ein positiver Friede geschaffen werden, muss, sind sie Lichtjahre entfernt. Häufig behaupten zwar auch Vertreter des entscheidungsorientierten Ansatzes, sie wollten die Eltern für eine einvernehmliche Lösung gewinnen. Oft läuft es bei ihnen jedoch nur darauf hinaus, den Vater durch Überredung und, sofern das nichts hilft, Druck zu resignierter Hinnahme ihres Votums zu bewegen.
Bei der so genannten "lösungsorientierten Begutachtung"[10] wird versucht, die Eltern für eine einvernehmliche Lösung der Umgangsfrage zu gewinnen. Erst wenn solche Bemühungen gescheitert sind, wird dem Gericht dann auch bei dieser Form der Begutachtung ein Entscheidungs­vorschlag nach konventioneller Methodik unterbreitet.
Ein mögliches Problem kann bei lösungs­orientierter Begutachtung in ihrer Dauer liegen: Die Vermittlungsphase darf sich nicht beliebig lange hinziehen. Wie auch bei entscheidungsorientierter Begutachtung muss die Gesamtdauer des Gutachtens bei der Beauftragung vom Gericht befristet werden. Es sind Fälle bekannt geworden, bei der die Begutachtung unangemessen lange gedauert hat und das Ausbleiben des Gutachtens vom Sachverständigen immer wieder damit begründet wurde, seine Bemühungen, eine einvernehmliche Lösung zu erzielen, seien noch nicht abgeschlossen. Und genauso wie konventionell arbeitende Sachverständige bieten auch die Vertreter der lösungs­orientierten Methode leider keine Gewähr dafür, gegen Manipulations­versuche von voreingenommenen Richtern immun zu sein. In Väterkreisen gelten sie zwar als die "besseren" Gutachter und in ihrer Mehrheit sind sie das möglicherweise auch. Dennoch ist hier prinzipiell die gleiche Vorsicht geboten wie bei den Kollegen von der anderen Fraktion.
- das Bindungsprinzip; hier erfolgt eine vergleichende Betrachtung, wie intensiv die Bindungen des Kindes an Mutter und Vater sind; naturgemäß geschieht dies häufig auf der Grundlage völlig unzureichender und unsicherer Informationen; hinzu kommt oftmals eine überholte Anwendung der Bindungstheorie
- das Kontinuitätsprinzip, d. h. die Entscheidung orientiert sich daran, wer das Kind vor der Trennung überwiegend betreut, versorgt und erzogen hat
- das Förderungsprinzip, d. h. welcher Elternteil besitzt die größere Bereitschaft, die besseren Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten zur schulischen und sonstigen (Sport, musische Interessen usw.) Förderung des Kindes
- die Erziehungsfähigkeit der Eltern; hier spielt die im Einzelfall zumindest halbwegs objektivierbare Eignung zur Förderung des Kindes eine Rolle. Daneben werden insbesondere von Gutachtern, die für strukturkonservative Familiengerichte arbeiten, oft sehr willkürliche Feststellungen getroffen, um Väter zu diskreditieren und die Übertragung des Lebensmittelpunktes an die Mutter zu rechtfertigen
- die Bindungstoleranz (als ein Teilaspekt der Erziehungsfähigkeit) und
- der Kindeswille, d. h. welche Wünsche äußern Kinder, die ihren Willen bereits hinreichend artikulieren können, dahingehend, mit welchem Elternteil sie wie viel Umgang haben möchten.
Nicht umsonst wurde der Kindeswille in dieser Aufzählung hintan gestellt, denn obgleich er nach der jüngsten Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts an sich ein wichtiges Entscheidungs­kriterium sein sollte, wird er von voreingenommenen Gutachtern mit perfiden Begründungen regelmäßig für unmaßgeblich erklärt (siehe unten).
Das FamFG enthält diverse Bestimmungen, die eine beschleunigte Abwicklung familien­gerichtlicher Verfahren bewirken sollen. Unter anderem sieht § 163 Abs. 1 FamFG vor, dass dem Sachverständigen seitens des Gerichts eine Frist gesetzt wird, innerhalb derer er das Gutachten einzureichen hat. Ziel ist, inakzeptable Belastungen von Kindern durch überlange Verfahrensdauern zu vermeiden (siehe hierzu im Beitrag "Vorrang- und Beschleunigungsgebot").
Im Allgemeinen fragen Richter vor Beauftragung beim betreffenden Sachverständigen an, bevor sie die Frist bestimmen. Insofern sind deren Auskünfte maßgeblich für die Fristsetzung. Die übliche Bearbeitungszeit für familien­psychologische Gutachten beträgt nach den Angaben der überwiegenden Mehrzahl von Sachverständigen 3 bis 4 Monate[11][12][13] Auch ein im vorerwähnten Beitrag zitierter Beschluss des OLG Karlsruhe erachtet 3 Monate für die Erstellung eines solchen Gutachtens als ausreichend.
Aufgrund der weiter unten sowie im Beitrag "Gutachter" aufgezeigten Abhängigkeiten passiert es leider in der Praxis immer wieder, dass sich Sachverständige an Prozessverschleppungen beteiligen, wenn Richter das Verfahren verzögern wollen. Ein solches Verhalten ist aus dem Blickwinkel der betroffenen Kinder ganz entschieden zu verurteilen. Sachverständige, die ein derart gewissenloses Verhalten an den Tag legen, schädigen massiv das Kindeswohl und müssten eigentlich das Recht verlieren, gutachterlich tätig zu sein.
Als unterster Rand sind ca. 3.000,- € anzusehen, leicht können es aber 5.000 oder auch 6.000,- € werden. Darüber beginnt dann irgendwann der Nepp.
Nach der allgemein vorherrschenden Rechtsprechung werden die Kosten für das Gutachterhonorar nach Abschluss des Verfahrens im allgemeinen gegeneinander aufgehoben, das heißt hälftig auf die Beteiligten verteilt. Dieser Grundsatz gilt unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.[14] Abweichungen von dieser Regel sind nur in begründeten Ausnahmefällen zulässig.
Wenn das Gutachten völlig daneben ist und es gelingt der Nachweis, der Sachverständige habe die Mangelhaftigkeit des Gutachtens grob fahrlässig herbeigeführt, reduziert das die Kosten auf Null. Das Gleiche gilt für den Fall eines erfolgreichen Ablehnungsgesuchs (siehe unten). Hierzu gibt es beispielsweise eine Entscheidung des OLG Oldenburg (Beschluss 3 WF 34/01 vom 21.06.2001), wonach der Sachverständige mit der erfolgreichen Ablehnung seinen Entschädigungsanspruch verloren hat. Analog dazu sagt das OLG Koblenz im Beschluss 5 W 183/00 vom 10.05.2000: "Ist die Unverwertbarkeit des Gutachtens dadurch eingetreten, dass der Sachverständige erfolgreich wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt worden ist, so verwirkt der Sachverständige seinen Entschädigungsanspruch, wenn er die Ablehnung bewusst oder durch grobe Fahrlässigkeit verschuldet hat." Und weiter: "Das Gesetz über die Entschädigung von Zeugen- und Sach­verständigen regelt nicht, ob der Sachverständige auch dann zu entschädigen ist, wenn sein Gutachten unverwertbar ist. Beruht die Unverwertbarkeit darauf, dass der Sachverständige bei der Erstellung seines Gutachtens oder den Vorarbeiten einen Ablehnungsgrund wegen Besorgnis der Befangenheit gesetzt hat, besteht in der Rechtsprechung Einigkeit, dass für einen Entschädigungsanspruch des Sachverständigen jedenfalls dann kein Raum ist, wenn er seine Ablehnung vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit verursacht hat (vgl. BGH, NJW 1976, 1154; OLG Hamburg, MDR 1987, 333; OLG Koblenz, VersR 1990, 1255; OLG München, NJW-RR 1998, 1687)."
Etwas verstiegener argumentierte des OLG München in seinem Beschluss vom 24. April 2003. Sinngemäß heißt es dort, die bloße Unverwertbarkeit des Gutachtens genügt nicht, sondern es bedarf einer "völligen Unverwertbarkeit" des Gutachtens. Die Entschädigung eines Sachverständigen für die Erarbeitung eines Gutachtens wäre grundsätzlich unabhängig davon, ob das Gutachten objektiv richtig sei und wie die Parteien oder das Gericht das Gutachten bewerten würden, sodass der Vergütungsanspruch insbesondere auch dann bestünde, wenn das Gericht das Gutachten nicht für überzeugend erachte und deshalb nicht zur Grundlage seiner Entscheidung mache. Bürgerlich rechtliche Vorschriften etwa aus Werk- oder Dienstvertragsrecht fänden keine Anwendung, weil der Stellung des Sachverständigen als Richtergehilfen mit einer gewissen inneren Unabhängigkeit Rechnung getragen werden müsse (RGZ 62, 54). Dieser Grundsatz erfahre jedoch eine Ausnahme bei völliger Unverwertbarkeit der Sachverständigenleistung, wobei diese auf seinem Verschulden beruhen müsse (Senatsbeschluss vom 14.08.1997 - 11 WF 992/97).
Und jetzt kommt´s: Angesichts dessen, dass der Amtsrichter sämtliche Gutachten seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat und auch einige davon vom Oberlandesgericht herangezogen wurden, könne von einer vollständigen Unverwertbarkeit keine Rede sein. Es sei nicht Aufgabe eines Kostenansatzbeschwerdeverfahrens zu überprüfen, ob Gutachten, die die Gerichte der Hauptsache für verwertbar gehalten haben, auch wirklich verwertbar waren.
Diese Auffassung des Gerichts erscheint willkürlich und, wenn man den Rest der Begründung liest geradezu zynisch; ob sie einer Verfassungsbeschwerde standhalten würde, ist fraglich. Im Übrigen kann der Forderung des Gerichts auf Erstattung der Gutachterkosten auch mit einer Vollstreckungsabwehrklage begegnet werden.
Weiter schrieb das OLG München: Unerheblich sei, dass die Gutachterkosten teilweise in Zusammenhang mit dem Vorwurf sexueller Belästigung durch den Antragsgegner [die Kindsmutter] entstanden sind. Für den Anspruch der Staatskasse wäre nur ausschlaggebend, dass die Auslagen in einem Verfahren, in dem der Antragsgegner auch Antragsteller sei, entstanden wären. Das Gericht könne nicht wissen, ob die Vorwürfe berechtigt seien oder nicht. Es wäre auch berechtigt gewesen, diesen Vorwürfen nachzugehen, da ohne den Versuch einer Klärung dieser Frage eine vernünftige Entscheidung zum Umgangsrecht des Antragsgegners mit seinen beiden Söhnen nicht möglich gewesen wäre. Einen Grundsatz, dass das Opfer einer Verleumdung der Staatskasse gegenüber keine Kosten zu tragen habe, gäbe es nicht. Es könne daher dahingestellt bleiben, ob der Antragsteller Opfer einer Verleumdung gewesen wäre.[15]
Des Weiteren enthält der Beschluss teilweise interessante Aussagen zur Höhe der Kosten von Gutachten, zum in Rechnung gestellten Stundensatz und der aufgewendeten Stundenzahl. Mithin kann er zumindest dazu verhelfen, die Kosten für ein Gutachten zu überprüfen und deren Höhe mittels einer Beschwerde gegen die Kostenrechnung nach unten zu korrigieren.
Prinzipiell haben Richter die Möglichkeit, vor der Beauftragung eines Sachverständigen von den Parteien einen Kosten­vorschuss zu verlangen. Die Frage, ob ein Gutachten eingeholt wird, darf aber - zumindest nach Auffassung des OLG Zweibrücken - nicht von der Einzahlung eines Auslagen­vorschusses abhängig gemacht werden. Dies wäre mit dem Amts­ermittlungs­grundsatz nicht vereinbar. Das Gericht müsse aus dem übergeordneten Interesse des Kindeswohls auch ohne Einzahlung eines Vorschusses tätig werden.[16]
Eine andere Quelle sagt dazu hingegen: "Sollten Sie/die Beklagte den Kostenvorschuss nicht bezahlen, wird das Gericht das Gutachten nicht in Auftrag geben. Der Beweis gilt dann als nicht geführt und das Gericht entscheidet aufgrund der vorliegenden nachgewiesenen Tatsachen."[17]
Das OLG Frankfurt meint in einem Beschluss vom 15.09.2009, Az. 8 U 81/09, eine Frist von zwei Wochen für die Einzahlung eines bedeutenden Vorschusses (hier: 2.000 EUR) zur Einholung eines Sach­verständigen­gutachtens sei i.d.R. unangemessen kurz und daher unwirksam. Folge: Die Nichterhebung des Beweises könne nicht auf §§ 379, 402 ZPO gestützt werden.[18]
Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgericht ist es nicht möglich, die Eltern bzw. Elternteile zur Mitwirkung bei einer Begutachtung zu zwingen.[19] Wörtlich heißt es im betreffenden Beschluss:
Aus einer wissenschaftlichen Stellungnahme von Dr. Leitner zu einem Gutachten frei zusammengefasst:
- unzureichende Qualifikation des Sachverständigen mit Blick auf die Fragestellung des konkreten Falls bzw. bestimmter Aussagen des Gutachtens, z.B. wenn ein nicht approbierter Psychologe psychopathologische Beeinträchtigungen oder Erkrankungen des Vaters diagnostiziert
- unzureichende Qualifikation in Bezug auf erziehungswissenschaftliche Fragestellungen
- Exploration, Verhaltensbeobachtung und Aktenanalyse unsystematisch, keine Angaben zur Methodik, keine wissenschaftlich evaluierten Verfahren
- ungeeignete Testverfahren oder gar völliger Verzicht auf Tests zur Untersuchung persönlichkeitspsychologisch relevanter Aspekte der Eltern sowie ihrer erzieherischen Kompetenzen
- einseitige Interpretation von Aussagen der Kinder zum Nachteil des Vaters
- unkritische Übernahme nicht verifizierter Aussagen der Mutter
- Verfälschung von Aussagen des Vaters
- keine Quellenangaben im Text, kein Literaturverzeichnis.
Weitere, auf die Kriterien und Qualitätsanforderungen der "Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten“ (siehe unten im Anhang) gestützte Einwände:
- Verstoß gegen das Gebot der Differentialdiagnostik
- Verstoß gegen das Gebot zur Objektivität und neutralem Verhalten gegenüber allen Beteiligten
- Das Gutachten enthält fragwürdige Annahmen, Vermutungen und Spekulationen
- Argumentationen des Sachverständigen sind logisch nicht überzeugend
- Die vom Gericht gestellten Fragen wurden nicht vollständig beantwortet.
- Nur wenige Monate nach dem Ende einer Begutachtung wechselt ein (älteres) Kind aus eigenem Antrieb in den Haushalt des Vaters, der zuvor vom
Sachverständigen abgewertet worden war. Im darauffolgenden neuen Umgangsverfahren werden durch Aussagen des Kindes erhebliche erzieherische Defizite
der Kindsmutter aktenkundig.
- Das Jugendamt befindet, das Kind brauche dringend Stabilität und diese könne es momentan offensichtlich im Haushalt des Vaters finden. Wurde im Gutachten
zuvor auf fragwürdige Weise versucht, die psychische Stabilität des Vaters in Zweifel zu ziehen, tut sich ein Widerspruch auf: Es ist mit allgemeiner
Lebenserfahrung und Ratio nicht vereinbar, dass ein Kind Stabilität bei einer psychisch labilen Persönlichkeit erfahren kann. Offenbar waren die Feststellungen
des Sachverständigen unzutreffend.
- Bei seiner Anhörung im zweiten Verfahren offenbart das Kind, es sei schon während der Dauer des ersten Verfahrens von der Mutter psychisch schwer
misshandelt worden. Nach dem Wechsel in den väterlichen Haushalt steigern sich Frequenz und Heftigkeit der Übergriffe anlässlich der Besuchskontakte
immer weiter: Die Mutter kann/will den Entschluss des Kindes, künftig beim Vater leben zu wollen, nicht akzeptieren und setzt es immer brutaler unter Druck,
seine Entscheidung zu revidieren. Dem Kind werden die Aufenthalte bei der Mutter zunehmend unerträglich, irgendwann offenbart es sich dem Vater und stellt
die Besuche schließlich bis auf weiteres ganz ein.
- Kurz bevor das Kind den mütterlichen Haushalt verlässt, erfährt der Vater bei den turnusmäßigen Elterngesprächen in der Schule von extremen
Verhaltensauffälligkeiten und hohen Fehlzeiten. Bei kalter Witterung komme das Kind mit nicht der Jahreszeit angepasster Kleidung in die Schule.
Häufig habe es die Hausaufgaben nicht gemacht und sei selbst für angekündigte Tests nur unzureichend vorbereitet. Darüber hinaus werden dem Vater eine
große Zahl schlechter Noten offenbart, die das Kind ihm bei den Besuchskontakten verheimlicht hatte. Während der Phase, in der das Kind sich in der Obhut
seiner laut der Expertise des Sachverständigen besser zur Erziehung und Förderung geeigneten Mutter befand, sind seine schulischen Leistungen extrem
abgesackt. Darüber hinaus berichten die Lehrer von aggressivem Verhalten und schlechter Integration in der Klassengemeinschaft.
- Bei Geschwistern, die ebenfalls der Mutter zugesprochen worden waren, sind vergleichbare Entwicklungen erkennbar.
- Seit das Kind sich in der Obhut des Vaters befindet, haben sich Verhalten und Erscheinungsbild des Kindes sowie seine Noten ganz erheblich verbessert. Die
Lehrer sind nun rundum zufrieden. Die positive Entwicklung des Kindes wie auch die desolate Verfassung des Kindes, während es noch bei seiner Mutter lebte,
wird im Bericht des Verfahrensbeistands erwähnt.
- Nachdem das ältere Kind seine Besuche bei der Mutter verweigert, wird ein jüngeres, bei der Mutter lebendes Kind erkennbar gegen den Vater aufgehetzt. Die
bis dato guten Besuchskontakte brechen ab.
Einseitige Parteinahme in Umgangsverfahren - Methodische Mängel
Die Gutachten voreingenommener Sachverständiger sind generell von zahlreichen Verstößen gegen die oben erwähnten Richtlinien gekennzeichnet. Augenfällig ist dabei insbesondere eine scheu­klappen­hafte Ermittlung der Grundlagen und eine nicht dem Prinzip der Differential­diagnostik folgende Argumentation bzw. Bewertung der ermittelten Fakten. Zudem enthalten sie eine große Zahl fragwürdiger Annahmen und Spekulationen. Darüber hinaus werden regelmäßig bei weitem nicht alle erhobenen Daten verwertet, sondern mangelnde Neutralität zeigt sich oft auch gerade darin, was Gutachter unter den Tisch fallen lassen.
Allein die Tatsache, dass Sachverständige Informationen, denen dann eine ganz zentrale Bedeutung im Gutachten zukommt, einseitig von einer Partei entgegen nehmen, verletzt jedoch in schwerwiegender Weise den Grundsatz des fairen Verfahrens, da hier ein elementares Prinzip der Rechtsprechung, namentlich der in Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes verankerte Anspruch auf rechtliches Gehör missachtet wird.
Abwertung und verfälschte Darstellung des Kindeswillens
Auch der Persönlichkeit der betroffenen Kinder, ihren Wünschen und Bedürfnissen schenken voreingenommene Gutachter nur wenig Beachtung. Ihre Äußerungen werden lediglich insoweit zur Kenntnis genommen, wie sie zur beabsichtigten Empfehlung passen. Deckt sich der Kindeswille nicht mit dem gewollten Ergebnis, wird er vom Gutachter mit willkürlichen Bewertungen diskreditiert. Unisono faseln Gutachter dann von angeblichen Loyalitäts­konflikten, die mit stereotypen Phrasen behauptet werden. So heißt es als "Begründung" immer wieder einfach nur, die Kinder hätten bei ihrer Befragung belastet gewirkt. Allein deshalb deuten gewissenlose Gutachter die Aussagen dann dahingehend um, sie wollten dem angeblich "emotional bedürftigen" Papa quasi nur aus Mitleid die Stange halten, wobei nicht selten gleichzeitig eine erkennbar extreme emotionale Bedürftigkeit der Mutter schlichtweg ignoriert wird. Der Versuch eines Beweises wird nicht einmal ansatzweise unternommen. Geeignete Testverfahren oder Interaktions­beobachtungen zur Feststellung des Bindungs­verhaltens, mit denen die spekulativen Annahmen untermauert werden könnten, finden gerade dann nicht statt, wenn der Gutachter bemerkt, dass herrührend aus jahrelanger Betreuung und Versorgung - nicht zuletzt in den ersten drei Lebens­jahren der Kinder, die laut den Erkenntnissen der Bindungsforschung besonders wichtig sind - tiefe Bindungen an den Vater vorliegen.
Abgesehen davon sollte nicht nur Psychologen klar sein, dass Anspannung und Beklommenheit bei Kindern nicht ungewöhnlich sind, wenn sie von fremden Personen in fremden Räumlichkeiten befragt werden. Darüber hinaus wollen Kinder, die beide Elternteile lieben, naturgemäß auch beide Eltern schützen und möchten nicht an der vom Gutachter für sie erkennbar beabsichtigten Abspaltung eines Elternteils mitwirken.[20] Schließlich widersprechen solche Behauptungen von Gutachtern auch jeder Lebenserfahrung, denn Kinder sind im Allgemeinen noch nicht selbstlos genug, um über einen längeren Zeitraum den Kontakt zu einem Elternteil zu pflegen, wenn es ihnen keinen Spaß macht.
Insbesondere bei Vätern, die vom Auszug der Frau mitsamt den Kindern kalt erwischt wurden, nutzen Gutachter deren natürliche, vom Schock der Trennung verursachte Krise dazu, ihnen pauschal eine geringere psychische Stabilität zu attestieren. Jene wird aber oftmals weder seriös nachgewiesen noch wird konkretisiert, wie sich diese angeblich geringere psychische Stabilität zeigt und auf welche Weise die Erziehungsfähigkeit des Vaters durch sie eingeschränkt wird bzw. in welcher Form sie sich konkret zum Nachteil der Kinder negativ auswirkt. Stattdessen wird mit allgemeinen Aussagen zu einigen Schlüsselbegriffen aus der Psychologie eine grob gestrickte Pathologisierung des Vaters betrieben. Zu beanstanden ist, dass dies häufig auf der Basis einer unprofessionellen, laut den oben erwähnten Richtlinien unzulässigen Verdachts­diagnose, geschieht, die zudem, um eine Widerlegung zu erschweren, in Gutachten oft un­zusammen­hängend in Form isolierter Versatzstücke auftaucht.
Hier beispielhaft ein mögliches Grundmuster. Das Fundament der Argumentations­kette bildet eine angebliche Verdrängung. Was genau der Vater verdrängt, sagt der Gutachter allerdings nicht. Auch scheint ihm nicht geläufig zu sein, dass die Existenz dieses Phänomens in der Fachwelt mittlerweile überwiegend bezweifelt wird. Dennoch benutzt der Sachverständige den Begriff als Voraussetzung, um dem Vater eine depressive Veranlagung anzudichten. Letztere wird mit beiläufigen Äußerungen "belegt", die der Vater im Zusammenhang mit einem etliche Jahre vor der Ehe erlittenen "Burnout" fallengelassen hat. Zwar mögen bei einem solchen Ereignis Symptome auftreten, die auch bei einer klinischen Depression zu beobachten sind. Allerdings handelt es sich bei einem Burnout grundsätzlich um ein einmaliges Ereignis, das keinerlei Rückschlüsse auf eine angeborene oder chronische Schwermut zulässt. Wurde der Vater zu keiner Zeit wegen einer Depression ärztlich behandelt und spricht insbesondere seine gesamte Vita gegen die Behauptung des Gutachters, ist es nicht nur leichtfertig, sondern ein grober fachlicher Fehler, allein wegen eines 13 Jahre zurückliegenden Burnouts eine depressive Disposition zu behaupten.
Ein solcherart infames, ehrverletzendes und menschen­rechts­widriges Wirken im Dienste der deutschen Mütter­begünstigungs­justiz wurde einnmal mehr von Jürgen Griese bei der Kundgebung des "Väteraufbruchs für Kinder" zum Tag der Menschenrechte 2012 sehr zutreffend widergegeben.[21] Die von Herrn Griese in seiner Rede "Rechtsbruch in Deutschland" geschilderten Erlebnisse decken sich mit den Erfahrungen einer großen Zahl von Vätern. Franzjörg Krieg vom VAfK-Karlsruhe hat ca. 1.500 Fälle dokumentiert. Die KiMiss-Studie der Universität Tübingen wurde unter Beteiligung einer etwa gleich großen Zahl von Vätern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, erstellt. Auch beim 11. Familienkongress am 17. und 18. November 2012 in Halle/Saale berichteten diverse Teilnehmer von entsprechenden Erfahrungen mit Gutachtern.[22] Gleiches gilt für mehrere, unten aufgeführte Fernseh­sendungen und Zeitungsartikel.
Fast schon Standard ist es, Vätern eine "latent-aggressive Grundhaltung" zu bescheinigen (diesem Vorwurf zu entgehen, ist praktisch ausgeschlossen; wahrscheinlich hätte ein deutscher Rechtspsychologe, der unbedingt seinen Richter glücklich machen will, auch Jesus oder Mahatma Gandhi den entsprechenden Stempel aufgedrückt). Zum Erhalt des Stigmas reicht beispielsweise die Aussage, man sei es leid, die immer wiederkehrenden, furienhaften Ausbrüche der Mutter über sich ergehen zu lassen (jene bleiben übrigens im Gutachten gänzlich unkommentiert).
Die Bindungstheorie wird von vielen Gutachtern immer noch in einer längst überholten, einseitig Mütter begünstigenden Weise zitiert und ausgelegt, obwohl Mary Ainsworth bereits 1967 zu dem Schluss gelangt war, dass Kinder auch zu zwei Personen bzw. Mutter und Vater gleich intensive Bindungen aufbauen können. Die bei vorein­genommenen Gutachtern so beliebten Aussagen zu einer Bindungs­hierarchie bzw. zum Vorrang der Mutter als primärer Bindungsperson stammen noch aus einer Zeit, als sich fast nur Mütter um die Versorgung der Kinder in den ersten Lebensjahren (und später) gekümmert haben. Seit etlichen Jahren gibt es jedoch neuere Erkenntnisse, dass durchaus auch Väter die Rolle der zentralen Bindungsperson einnehmen können, die für den Aufbau einer stabilen Bindung nötig sind.
Nach den neueren Forschungen spielt neben anderem der Zeitfaktor eine Rolle, weil die Person, welche mit dem Kind mehr Zeit verbringt, ein besser auf das Kind abgestimmtes Fürsorge­verhalten habe. Auch wurde in der Bindungs­forschung längst zur Kenntnis genommen, dass sich, wie es im Psychologen­chinesisch heißt, die kultur­spezifischen Voraussetzungen und gesell­schaft­lichen Sozialisations­praktiken (Mutter - Haushalt, Vater - Versorger) in den letzten Jahrzehnten geändert haben und damit auch die Rolle, welche Väter in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder einnehmen. Laut der Väterstudie von Professor Gerhard Amendt kümmern sich immerhin ca. 25 % - intensiv um ihre Kinder, was eine frühe Interaktion und Bindung zwischen Kind und Vater bewirke (eine andere Studie bezeichnet 41 % der Väter als "aktive Väter").[23]
- schon Säuglinge an den Vater eine genauso starke Bindung entwickeln können wie an die Mutter
- Väter ein angemessenes und hohes Maß an Sensitivität und Responsivität gegenüber Neugeborenen zeigen
- Väter angemessen auf die kindlichen Signale reagieren und ihr Sprachverhalten dem Kindesalter angemessen anpassen (Parke & Sawin, 1980)
- sich die Sensitivität der Väter nicht von der der Mütter unterscheidet (Heermann, Jones & Wikoff, 1994).
Solche und andere Einsichten des Zweigs der psychoanalytischen Bindungs­forschung, der auch die Bedeutung der Väter im Focus hat - siehe hierzu den → Hauptartikel: Zur Bedeutung von Vätern - werden von käuflichen Gutachtern aber naturgemäß schlichtweg ignoriert. Sofern Sachverständige im 21.Jahrhundert immer noch eine Präferenz der Mutter behaupten und dies damit begründen, für den Aufbau einer stabilen Bindung sei ausgehend vom Bindungsmodell der frühen Mutter-Kind-Beziehung der Kontakt des Kindes zu einer zentralen Bindungsperson konstitutiv, weshalb der Mutter die Rolle der primären Bindungsperson zukomme, ist das ein klarer Beleg für eine mangelnde fachliche Kompetenz des Gutachters.
Ein ausgesprochen grober Schnitzer ist es, wenn ein Sachverständiger vorgibt, er könne quasi im Vorbeigehen analysieren, welchem Bindungstyp ein Mensch zuzurechnen sei (um dann "ausgehend von der praktischen Anwendung der Bindungstheorie" zu behaupten, der Vater gehöre zum unsicher-ambivalenten Bindungstyp, bei dem die Nichtstillung seiner Bedürfnisse in Aversion umschlägt). Tatsächlich sind derartige Einschätzungen dagegen nur nach einem so genannten Erwachsenen-Bindungs-Interview (Adult Attachment Interview) möglich. Solche Tests dauern 1-3 Stunden und es ist ein festgelegter Fragenkatalog zu verwenden, dessen Auswertung große Probleme aufwirft, da es nicht auf die Antworten als solche ankommt, sondern betrachtet werden muss, ob sie zueinander passen oder im Widerspruch stehen.
Generell rechtfertigt es ernste Zweifel an der Reputation und fachlichen Kompetenz des Gutachters sowie Bedenken hinsichtlich der Seriosität seiner Aussagen, wenn der Sachverständige Außenseitertheorien bzw. -meinungen vertritt und mit jenen zentrale Thesen seines Gutachtens zu belegen versucht. Eine solche Außenseitermeinung, die in Fachkreisen allenfalls verständnisloses Kopfschütteln hervorruft, ist der bereits oben erwähnte "Dualismus von Hand- und Kopfwerkern" oder auch die hanebüchene Theorie von den so genannten "Doppelungs­störungen" bzw. "Antagonismen als Programm".[24] [25] Diese basiert darauf, dass in der Familie des "Klienten" ein Kind ein oder zwei Generationen vor ihm - möglicherweise sogar ohne sein Wissen - mit einem Stiefvater oder einer Stiefmutter aufgewachsen ist und keine Möglichkeit des Kontakts mit dem leiblichen Vater oder der leiblichen Mutter hatte. Der Gutachter Eberhard K. erläuterte diese Theorie einem Vater gleich zu Beginn des ersten (und einzigen) Explorations­gespräches in der, wie er vor Gericht aussagte, Absicht, ihm diese Theorie als "Hilfe" anzubieten. Dabei ist zweierlei bemerkenswert.
Im Rahmen der ausgesprochen banalen Theorie ist dann von der Notwendigkeit einer "Synthese der Elternprogramme" die Rede. Hier muss aber die Frage erlaubt sein, ob es denn wirklich sein muss bzw. in jedem Fall wünschenswert ist, dass die Anlagen von Mutter und Vater verschmelzen. Möglicherweise wäre es beispielsweise im Falle einer Vaterpersönlichkeit wie der des Rudolf Höß doch besser, wenn sich nur die Anlagen der Mutter durchsetzen würden.
Ferner wird in den Johnson-Scripts betont, wie wichtig es für die gesunde Entwicklung des Kindes sei, dass beide Elternteile gesellschaftlich integriert sind. Wenn wir im 3. Reich bleiben, wären also die Herren Himmler und Goebbels ideale Vaterfiguren bzw. Elternteile gewesen, die Mitglieder der weißen Rose aber nicht? Und wie passt es zu dieser Theorie, dass auch diverse Kinder von Terroristen der RAF oder der "Bewegung 2. Juni" beruflich durchaus erfolgreich und sozial bestens integriert sind? Auch ist zu fragen, wie "gesellschaftliche Integration" definiert werden kann. Wie an so vielen anderen Stellen des Gutachtens bleibt der Sachverständige zwar wiederum die Antwort schuldig. Deutlich wird jedoch seine mittelalterliche Sichtweise, wonach Männer, die sich mehr als bislang hierzulande üblich bei der Kinderbetreuung und im Haushalt engagieren, per se gesellschaftlich nicht integriert sind. Eine solche Bewertung ist schlicht und einfach diskriminierend.
Als ein ganz elementares Kriterium für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit gilt das Vermögen und die Bereitschaft, die Beziehung des anderen Elternteils zu den gemeinsamen Kindern zu respektieren und zu fördern. Bei konflikthaften Trennungen deuten oft mannigfaltige Indizien darauf hin, dass die Mutter versucht, den Willen der Kinder zu manipulieren, um sie dem Vater zu entfremden. Obwohl das Kindeswohl durch ein solches Verhalten massiv geschädigt wird, lassen mütter­freundliche Gutachter aber selbst klare, unübersehbar vorliegende Belege für eine mangelnde Bindungstoleranz der Mutter einfach unter den Tisch fallen.
Genauso konsequent ignorieren voreingenommene Gutachter deutliche Anzeichen für psychische Probleme von Müttern. Wenn jene sich beispielsweise in einer ausgeprägten Desorganisationsproblematik, einer Neigung zu zwang­haftem Lügen oder aggressivem Verhalten gegenüber den Kindern äußern, sind sie für die Beurteilung der Erziehungsfähigkeit durchaus von Belang. Sachverständige, die Müttern um jeden Preis die Stange halten wollen, halten aber auch hier ihre Augen fest geschlossen. Nicht zuletzt massive Falschbezichtigungen müssten indessen bei neutraler Begutachtung sehr wohl bewertet werden.
Ein derartiges Verhalten deutet auf eine geringe Frustrationstoleranz und belegt eine extrem schlechte Konfliktfähigkeit der Mutter. Diese Eigenschaften gelten wiederum als wichtige Kriterien für die Erziehungsfähigkeit.[26] Insofern verwundert es nicht, wenn voreingenommene Gutachter selbst dann, wenn eine Trennung seitens der Mutter quasi ohne jede Vorwarnung Hals-über-Kopf vollzogen wurde, dieser dennoch attestieren, der Trennungswunsch sei über Jahre hinweg langsam in ihr gereift und der Ehemann habe dies nur deshalb nicht bemerkt, weil er zu sehr auf sich selbst fixiert bzw. nur mit eigenen Problemen beschäftigt gewesen sei.
Natürlich wird bei ihren Kindern die gleichen Fehler machen. An die Stelle von Gesprächen und des Austauschs von Standpunkten treten dann dumpfer Groll und eine Erziehung im Befehlston. Mangelndes Argumentations­vermögen wird mit Wutausbrüchen und hysterischem Gebrüll kompensiert. Bei einem derart guten Vorbild wundert es nicht, wenn es die Kinder später genauso halten. Oft zeigt sich dies schon im Umgang der Geschwister untereinander. Aber Gutachter, die bereits den nächsten Auftrag des Gerichts im Auge haben, sehen über solche Details großzügig hinweg.
Mögliche Gegenmaßnahmen zur Verhinderung von Manipulationen
Stellt ein Elternteil später fest, dass der Sachverständige Aussagen des Probanden in seinem Gutachten grob verfälscht oder ihm irgendwelche Äußerungen untergeschoben hat, kann er nicht darauf vertrauen, dass ein Richter oder ein Staatsanwalt den Gutachter zur Herausgabe seines Tonträgers verpflichten wird. Wie im Beitrag "Strafvereitelung im Amt" aufgezeigt wird, dürfen Betroffene zumindest in Gerichtsbezirken mit strukturkonservativen Familiengerichten nicht darauf hoffen, dass Verfälschungen von Sachverständigen aufgeklärt werden.
Heimliche Aufnahmen sind strafbar. Vor diesem Hintergrund kann auf eine andere Möglichkeit zurückgegriffen werden. Diese besteht darin einen Freund zu bitten am Gespräch teilzunehmen, damit er zumindest wesentliche Fragen und Antworten mitschreibt. Zwar gibt es Gutachter, die sich der Anwesenheit Dritter widersetzen. Die Ablehnung dürfte aber nicht rechtmäßig sein.[27] In wie weit ein voreingenommener Familienrichter dann bei Bedarf einer etwaigen Zeugenaussage des betreffenden Freundes Gewicht beimessen würde, ist natürlich fraglich. Richter, die auf Manipulation des Verfahrens aus sind, würden einen solchen Zeugen mutmaßlich nicht einmal laden. Allerdings sähe das schon sehr stark nach einseitiger Parteinahme aus und dürfte die Chancen bei einer Beschwerde bzw. auch mit Blick auf ein Ablehnungsgesuch gegen den Richter deutlich verbessern. Insofern stellt die Teilnahme eines Freundes in Verbindung mit einer vom Sachverständigen gestatteten Tonaufzeichnung als Gedächtnisstütze die beste Lösung dar, um sich gegen Manipulationen abzusichern bzw. diese möglichst schon im Vorfeld zu unterbinden.
Ansonsten bleibt nur noch, die Exploration ganz zu verweigern, dies dürfte dem verweigernden Elternteil vor Gericht aber regelmäßig zum Nachteil gereichen.
Gemäß § 412 ZPO Abs. 1 kann das Gericht eine neue Begutachtung durch dieselben oder durch andere Sachverständige anordnen, wenn es das Gutachten für ungenügend erachtet. Insofern müssen Väter ggfs. die schwerwiegenden Mängel des Gutachtens dezidiert aufzeigen. Darüber hinaus kann das Gericht gemäß § 412 ZPO Abs. 2 die Begutachtung durch einen anderen Sachverständigen anordnen, wenn ein Sachverständiger nach Erstattung des Gutachtens mit Erfolg abgelehnt ist. Zu diesem Zweck muss gegen den Sachverständigen ein Ablehnungsgesuch gestellt werden (siehe im Beitrag "Gutachter"). Auch hier gilt aber wieder, dass manipulative Familienrichter den Einwendungen gegen ein Gutachten schlicht und ergreifend rechtliches Gehör verweigern und Befangenheitsanträge mit Standardfloskeln zurückweisen. Zwar gibt es ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 07.03.2001 (Az.: X ZR 176/99) mit folgender Aussage:
«Der Tatrichter hat sich mit Einwendungen einer Partei gegen ärztliche Gutachten auch eines gerichtlich bestellten Sachverständigen sorgfältig aus­einander­zusetzen.»[28]
Eine solche Untersuchung allein aufgrund von Einwänden, die eine Prozesspartei als Laie vorbringt, findet zumindest an voreingenommenen Familiengerichten aber so gut wie nie statt. Vielmehr werden solche Einwendungen unabhängig von ihrem Inhalt ignoriert. Für bornierte Richter zählt nicht die Substanz, sondern allein die Tatsache, mit welchem Titel sich der Verfasser schmückt. Deutlicher könnte sich die Beschränktheit des Systems kaum noch offenbaren. Wenn von der Prozesspartei selbst formulierte Einwendungen keine Beachtung finden, bleibt eigentlich nur noch die private Beauftragung eines Gegengutachtens. Das kostet allerdings einige Tausend Euro und natürlich spekulieren abgefeimte Richter darauf, dass Väter die anfallenden Beträge nicht aufbringen können.
Problematisch ist, dass viele Familiengerichte und auch die Familiensenate bestimmter Oberlandesgerichte ganz unverhohlen väterfeindlich eingestellt sind. Jeder Gutachter, der von einem solchen Gericht beauftragt wird, weiß ganz klar: entweder liefert er ein wunschgemäßes Ergebnis oder es war sein letzter Auftrag. Von daher sind der erfolgreiche Nachweis gravierender fachlicher Mängel oder die geglückte Ablehnung eines Gutachters wegen Befangenheit noch kein Grund zur Freude, sondern Väter müssen damit rechnen, dass der nächste Sachverständige genau da weitermacht, wo sein Vorgänger aufgehört hat. Im Falle strukturkonservativer Familiengerichte gilt die alte Volksweisheit, dass der üble Geruch toter Fische immer von deren Kopf ausgeht. Das System der Rechtsprechung mit Hilfe von Gutachtern funktioniert in solchen Gerichtsbezirken nicht, weil regelmäßig keine objektive Begutachtung im Sinne einer neutralen Bewertung des Einzelfalles stattfindet. Umgangsverfahren werden so zur Farce bzw. geraten zu einer billigen Schmierenkomödie mit von vornherein klarem Ausgang.
Wenn Gerichte einen Sachverständigen dazu benutzen, einen Vater mittels eines mängelbehafteten und erkennbar parteiischen Gefälligkeits­gutachtens beim Umgang mit seinen Kindern gegenüber der Mutter zu benachteiligen, haben Väter im Allgemeinen wenig Neigung, für diese Verarsche auch noch zu bezahlen. Denn: das Begehren vorein­genommener Gerichte nach Kosten­erstattung erinnert an Rechnungen, welche die deutsche Justiz - schon damals sehr feinfühlig - zwischen 1933 und 1945 an die Mütter und Väter deutscher Deserteure oder anderer Opfer des Nationalsozialismus verschickt hat, um die Bemühungen des Scharfrichters und den Aufwand für das Verscharren der sterblichen Überreste vergüten zu lassen. Flattert einem die Zahlungs­aufforderung ins Haus, kann dieser - z. B. unter Verweis auf eine in der Sache anhängige Klage vor dem EGMR oder nach Einholung eines Privatgutachtens in Form einer wissenschaftlichen Stellungnahme - widersprochen werden.
Wenn Familienrichter sich nur ein wenig Sachkunde aneignen und ihren gesunden Menschenverstand benutzen würden, wären psychologische Gutachten zumindest in Umgangsverfahren in den allermeisten Fällen überflüssig. Verzögerungen, durch die alle Beteiligten (in erster Linie aber die Kinder) Schaden nehmen, und unnötige finanzielle Belastungen könnten vermieden werden. Auch die Voreingenommen­heit vieler Sachverständiger, ihre oft unterirdische Leistung und das mit ihr einhergehende massive Schüren des Elternkonflikts lassen einen weitgehenden Verzicht auf psychologische Begutachtung bei Scheidungen bzw. Trennungen dringend geboten erscheinen.
Letzteres gilt insbesondere angesichts der großen Zahl von Betroffenen. So gab es im Jahr 2007 allein 40.244 Umgangsverfahren[29], drei Jahre später waren es schon 53.611. Die folgenden Jahre dürften weitere Zuwachsraten gebracht haben bzw. bringen. Dazu kamen im Jahr 2010 noch 34.682 Sorgerechtsverfahren bei Scheidungen bzw. in abgetrennten Folgesachen und isolierten Familiensachen vor Amtsgerichten und 4.541 bzw. 1.781 Verfahren wegen elterlicher Sorge und Umgangsrecht vor Oberlandesgerichten[30] zuzüglich entsprechender Verfahren bei nicht verheirateten Paaren.
Letztlich gibt es hier nur einen Ausweg, und zwar klare Gesetze, die allen erziehungswilligen Vätern als Regelfall einen hälftigen Umgang nach der Trennung garantieren. Die wenigen, wirklich nicht erziehungs­geeigneten Väter könnten, wie in anderen Ländern, wo das Wechselmodell gesetzlich verankert ist, auf Antrag der Mutter vom paritätischen Umgang ausgeschlossen werden, wobei dies selbstredend nur in wirklich begründeten Ausnahmefällen zugelassen werden dürfte.
Bislang ist es leider so, dass Gutachter schlicht und ergreifend Schützenhilfe bei der Bestätigung von Entscheidungen leisten, die Familienrichter an sich längst selbst getroffen haben. Dem können sich Gutachter kaum entziehen, weil sie vom Gericht wirtschaftlich abhängig sind. Sachverständige, die das gewünschte Ergebnis schuldig bleiben, werden nicht mehr beauftragt.
Gerade in Scheidungs­auseinander­setzungen hat das Fehlen einer klaren gesetzlichen Regelung zur Gleichstellung des paritätischen Wechselmodells besonders fatale Auswirkungen, weil dadurch erst der Raum für üble Schlamm­schlachten eröffnet wird. So, wie Umgangsverfahren derzeit stattfinden, werden Väter entwürdigt und Kinder schwer geschädigt. Es wird allerhöchste Zeit, dass der Gesetzgeber eine Verfahrenspraxis beendet, durch die abertausende von Kindern und Jugendlichen traumatisiert sowie deren Väter vielfach psychisch und physisch ruiniert werden.
Die "Richtlinien für die Erstellung psychologischer Gutachten" bieten neben einer Übersicht der Rechte und Pflichten von Sachverständigen sowie Angaben zu einer zweckmäßigen Strukturierung insbesondere tabellarische Auflistungen zu den für psychologische Gutachten maßgeblichen Beurteilungskriterien und den an sie zu stellenden Qualitätsanforderungen.
Im Jahr 2007 wurden sie deshalb in der Arbeitsgruppe 19 des Deutschen Familiengerichtstags aufgegriffen, diskutiert und als so genannte Mindeststandards bei der Begutachtung neben etlichen anderen Aspekten verabschiedet.
Aus praktischer Sicht bieten sie eine Checkliste, um stümperhaft gemachte Pro-Mama-Expertisen zu zerpflücken und Einwände (unter Angabe von Seite/Absatz der Fundstelle im Gutachten) in geordneter Form vorzubringen. Hier die wichtigsten Kriterien:
Bei der in den Richtlinien verbindlich und ausnahmslos geforderten "Differentialdiagnostik" darf eine Diagnose bzw. Bewertung erst dann erfolgen, wenn alle Möglichkeiten zur Erklärung etwaiger [vermeintlicher oder tatsächlicher] Symptome untersucht wurden und nach dem aller anderen in Frage kommenden Erklärungen nur noch eine Diagnose in Frage kommt. Praktiziert der Gutachten dagegen eine sogenannte Verdachtsdiagnose, ist allein das schon ein schwerwiegender Mangel!
bei einem Elternteil wird die Betrachtung der Erziehungsfähigkeit komplett ausgespart (was zuerst einmal grundsätzlich indiskutabel ist und das erst recht, wenn Indizien vorliegen, die erhebliche Zweifel begründen)
beim anderen Elternteil wird der Betrachtung vermeintlich negativer Eigenschaften bezüglich der Erziehungsfähigkeit größtmöglicher Raum gegeben, positive Eigenschaften werden allenfalls am Rande erwähnt
Erklärungsversuche mit wissenschaftlich nicht belegten, in Fachkreisen kaum anerkannten bzw. nicht etablierten Theorien (sogenannten "Außenseitermeinungen")
In Explorationsgesprächen ist allergrößte Vorsicht geboten. Viele Väter (aber auch Mütter) berichten davon, dass ihre Aussagen grob verfälscht wurden
Werden z. B. Reihenfolge und Ort von Gesprächen korrekt wiedergegeben, alle mit den Beteiligten geführten Telefonate, alle E-Mails etc. mit Datum und kurzer Inhaltsangabe aufgeführt? Die Nichtbeachtung dieser Forderung aus den Richtlinien erlaubt dem Gutachter vielfältige Möglichkeiten zu falschen Behauptungen und Manipulationen. Deswegen sollte man zumindest selbst immer mitschreiben bzw. Gedächtnisprotokolle erstellen und mit Datum abheften. Dies gilt auch für persönliche Gespräche mit dem Gutachter selbst dann, wenn diese vom Sachverständigen aufgezeichnet werden, da es sein kann, dass ein manipulierender Gutachter die Herausgabe von Aufzeichnungen verweigert und das Gericht ihn auch nicht dazu auffordert; außerdem können Aufzeichnungen bedauerweise verloren gehen oder versehentlich gelöscht werden, obgleich der Gutachter laut Berufsordnung des BDP an sich verpflichtet ist, sie 10 Jahre aufzuheben.
Beauftragt das Gericht oft ein- und denselben Gutachter, begründet das ein Abhängigkeitsverhältnis. Dies gilt erst recht, wenn der Gutachter keine oder nur geringe Einnahmen aus anderen Quellen erzielt. Ist der Sachverständige dazu wohlmöglich noch regelmäßig für das zuständige Beschwerdegericht (Oberlandesgericht) tätig oder hat er gar sämtliche Richter des betreffenden OLG in Mediation geschult, rückt das die Bestellung in ein sehr fadenscheiniges Licht (es entsteht der Eindruck, das bestellende Familiengericht wolle die Expertise bzw. sein darauf gestütztes Urteil "beschwerdesicher" machen). Noch fragwürdiger wird eine Bestellung, wenn dem Gericht bekannt ist, dass der Gutachter regelmäßig für den von einem Elternteil beauftragten Anwalt arbeitet bzw. eventuell sogar mit diesem befreundet ist.
Gehört eigentlich zu Pkt. 2, grobe Diffamierungen können hier aber nochmals extra herausgestellt werden, um beispielsweise ein Ablehnungsgesuch gegen den Sachverständigen zu begründen (siehe hierzu die entsprechenden Abschnitte im Beitrag "Gutachter").
Neben etlichen umstrittenen Verfahren gibt es auch einige Tests, die nach überwiegender Meinung der Fachwelt geeignet sind, bestimmte Verhaltensweisen von Kindern zu deuten, Rückschlüsse auf die Bindungstiefe zu Mutter und Vater gestatten und die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder erkennbar werden lassen. Desgleichen gibt es umfangreiche Fragenkataloge, um die Erziehungseignung der Elternteile - die natürlich keine meßbare Größe ist - zumindest ein wenig zu erhellen.
Text durch Absätze strukturiert, wichtige Passagen hervorgehoben und wortwörtliche Zitate gekennzeichnet:
erfolgt z. B. eine eingehende Betrachtung der Lebenssituation, Bedürfnisse und Wünsche der Kinder, wird die Erziehungsfähigkeit beider Elternteile bewertet oder geht das Gutachten wenig bis gar nicht auf die Kinder ein, lässt auch die Mutter aussen vor und konzentriert sich darauf, den Vater zu disqualifizieren?
Finden sich schon auf den ersten Seiten des Gutachtens Hinweise, zu welchem Ergebnis der Gutachter kommen wird, ist das in Verbindung mit anderen Verstößen, insbesondere solchen nach Pkt. 1, ein klares Indiz dafür, dass der Sachverständige in vorauseilendem Gehorsam einer (vermeintlichen) Erwartungshaltung des Gerichts nach Selektion genügt bzw. sogar auf entsprechende Weisung des Richters handelt.
1. Information von Väter für Kinder e.V.: Was erwartet der Rechtsanwalt vom psychologischen Sachverständigen?
2. aerzteblatt.de - Gerichtsgutachten: Oft wird die Tendenz vorgegeben
3. Fernuniversität in Hagen: Aktuelles - Juli 2014 Gravierende Eingriffe in Lebenswege von Kindern: Gutachten oft mangelhaft
4. Frontal21: 75 % aller Familiengutachten mangelhaft
5. Dr. med. Hans Doepner http://gustav.es/Studie_Gustav/studie_gustav.html
6. Gutachter: Die heimlichen Richter - Panorama Nr. 773, 31. Oktober 2013
7. DER SPIEGEL 2/2015: Fragwürdige Instrumente - Gutachten für Familiengerichte weisen oft eklatante Mängel auf. Gesetzliche Standards fehlen. Die Regierung greift das Thema auf - aber nur halbherzig.http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-131147787.html
8. FamRZ: Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht http://www.famrz.de/informationen/pressemitteilungen/2015/Gutachten_Kindschaftsrecht.php
9. Peter Thiel: Beweisbeschluss - Beweisfrage
10. Uwe Jopt: Erwartung und Hoffnung des Familiengerichts gegenüber Psychologischen Gutachtern: Warum überhaupt Psychologische Gutachter?
11. igg-ahrensburg - Gutachtendauer
12. Rechts- und Familienpsychologische Sachverständigengemeinschaft
13. Gutachten - Psychologische Praxis Carola Hoffmann I) Informationen für Familiengerichte
14. Anwalt.de: Rechtsanwalt Hans-Joachim Boers Sachverständigengutachten: "Kostenfalle" im Sorge- und Umgangsrechtsverfahren
15. Oberlandesgericht München, Az. 11 WF 1194/02 und 11 WF 1195/02
16. Sachverständigengutachten: “Kostenfalle“ im Sorge- und Umgangsrechtsverfahren, anwalt.de, Rechtstipp vom 16. Juli 2013
17. frag-einen-Anwalt.de - Vorschusszahlung für Sachverständigengutachten
18. PAK Prozessrecht aktiv Auslagenvorschusspflicht nach § 379 ZPO: Die 16 wichtigsten Entscheidungen
19. Bundesverfassungsgericht Beschluss 1 BvR 2222/01 vom 20.Mai 2003
20. Essay über die Wandlung des Kindes im Familienrechtsverfahren vom Rechtsobjekt als Verfügungsmasse zum Rechtssubjekt - Wolfgang Klenner (10 Seiten, 116 KB) (HTML)
21. Väteraufbruch für Kinder e.V. - Landesverband Baden-Württemberg: Kundgebung zum Tag der Menschenrechte 2012
22. Väteraufbruch für Kinder: Persönliche Erfahrungen mit Gutachten
23. Untersuchung von Schmidt-Denter 1984 erwähnt in "Bindung und Bonding - Konzepte früher Bindungs­entwicklung des Menschen", Ahnert, Dornes 2004, Oerter & Montada 2002
24. Dialektik der Persönlichkeit - Eine systemische Entwicklungstheorie - Institut-Johnson
25. Institut-Johnson: Persönlichkeit als dialektisch-historisches System
26. Psychologische Kriterien zur Sorgerechts­regelung - Klaus Ritter
27. Begutachtung: Begleitpersonen dürfen mitgebracht werden
28. KOEPPEL`S NETZKOMMENTAR NUMMER ACHT: EGMR: Privatgutachten muessen beachtet werden! sowie BGH-Urteile zur Gutachtensproblematik
29. Statistische Informationen: Entwicklung umgangsrechtlicher Verfahren - VAMV-Bundesverband, Stand 2009
30. Fachserie 10 Reihe 2.2 - 2010
Fernsehreportagen:
- ARD PlusMinus am 04.11.2015: Wie Gerichtsgutachter Familien zerstören
- ZDF Frontal 21 am 08.09.2015: 75 % aller Familiengutachten mangelhaft
- ZDF heute Journal "Sorgerechtsstreit: Umstrittene Gutachten" am 07.09.2015
- ZDFmediathek: Beitrag "Mängel bei psychologischen Gutachten" in "Frontal 21" am 18.03.2014
- Reportage "Mut gegen Macht - Wenn Gerichtsgutachten Familien zerstören" - fünfteilige WDR-Dokureihe, erste Folge am 13.Oktober 2014
- Thema: Familienpsychologische Gutachten - PlusMinus (ARD) am 03.06.2011
- Katrin Hummel: Gutachter an Familiengerichten: Da ist schlechter Rat teuer, FAZ am 12. November 2012 (Gutachter an Familiengerichten sind oft ungenügend ausgebildet - doch sie können über die Zukunft von Kindern und Eltern entscheiden. Ihr Geschäft ist höchst lukrativ.)
- Karsten Kammholz: Warum bayerische Richter immer wieder denselben Gutachter bestellten, Die Welt am 2. Juni 2008 (Verquickung von Gerichten und Gutachterfirma beschäftigt das Justizministerium - Kritiker fürchten Monopolstellung - "Gefahr der Kumpanei")
- Miriam Keilbach: Psychotests: Vorwürfe gegen Gutachterin, Frankfurter Rundschau am 4. Dezember 2012 (Psychologische Gutachten spielen eine wichtige Rolle bei Streits ums Sorgerecht. Doch die wenigsten Psychotests für Gutachten entsprechen wissenschaftlichen Standards.)

References: § 153
 § 203
 § 163
 Art. 103
 § 412
 § 412
 EGMR 
 § 379