Source: https://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212017
Timestamp: 2020-02-28 00:18:26+00:00

Document:
(GVBl.II/04, [Nr. 29], S.757)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche im Landkreis Uckermark wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Beesenberg“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 88 Hektar und befindet sich in einem Ausschnitt des Uckertales westlich der Ortschaft Dauer. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Dauer Dauer 2;
Göritz Göritz 3, 4.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der „Topografischen Karte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet‚ Beesenberg‘ “ im Maßstab 1 : 10 000 und in der „Flurkarte zur Verordnung über das Naturschutzgebiet ‚Beesenberg‘ “ (Blatt 1 bis 3) mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten. Die Karten sind mit dem Dienstsiegel des Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (Siegelnummer 51) versehen und von der Siegelverwahrerin am 20. August 2004 unterschrieben worden.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes sind zwei Zonen mit weitergehender Beschränkung der landwirtschaftlichen Bodennutzung festgesetzt.
Die Zone 1 hat eine Größe von rund 43 Hektar und umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Die Zone 2 hat eine Größe von rund 35 Hektar und umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Göritz Göritz 4.
Die Grenzen der Zonen sind in der topografischen Karte und in den Flurkarten eingezeichnet. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(4) Die Verordnung mit Karten kann beim Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie beim Landkreis Uckermark, untere Naturschutzbehörde, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das einen ausgedehnten Quellmoorkomplex und verschiedene Grünlandgesellschaften einschließlich deren Auflassungsstadien auf Niedermoorstandorten im Uckertal umfasst, ist
die Erhaltung und naturnahe Wiederherstellung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Seggen- und Röhrichtmoore, seggenreichen Nasswiesen, Flutrasen, Hochstaudenfluren feuchter bis nasser Standorte sowie der Weidengebüsche;
die Erhaltung und Entwicklung des Lebensraums wild lebender Pflanzenarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten wie Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Blauer Tarant (Swertia perennis) und Prachtnelke (Dianthus superbus);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, beispielsweise Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus), Blaukehlchen (Luscinia svecica), Bekassine (Gallinago gallinago) und Rohrweihe (Circus aeruginosus);
die Erhaltung des größten im Land Brandenburg noch vorhandenen Kalkquellmoores mit einem zum Teil mehr als zwölf Meter mächtigen Moorkörper mit seiner Lage in einem geologisch bedeutsamen Gletscherzungenbecken aus natur- und erdgeschichtlichen Gründen;
die Erhaltung des Kalkquellmoor- und Grünlandkomplexes aus wissenschaftlichen Gründen zur Beobachtung und Erforschung der Basen- und Kalkzwischenmoore;
die Erhaltung und Wiederherstellung der Funktionalität des Kalkquellmoorkomplexes in seiner Gesamtheit wegen seiner Seltenheit, Vielfalt und besonderen Eigenart;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Trittstein naturnaher Niederungsflächen und als bedeutender Teil des überregionalen Biotopverbundes des Uckertales.
von Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden (Molinion caeruleae) und feuchten Hochstaudenfluren der planaren Stufe und kalkreichen Niedermooren als Lebensraumtypen nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42) – Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie;
der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo moulinsiana) und der Schmalen Windelschnecke (Vertigo angustior) als Tierarten nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume;
der Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris) als Pflanzenart nach Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie einschließlich ihrer Lebensräume und der für ihre Reproduktion erforderlichen Standortbedingungen.
außerhalb der für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege sowie außerhalb der nach öffentlichem Straßenrecht oder gemäß § 51 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes als Reitwege markierten Wege zu reiten;
Düngemittel einschließlich Wirtschaftsdünger (zum Beispiel Gülle) und Sekundärrohstoffdünger (zum Beispiel Abwasser oder Klärschlamm) zum Zwecke der Düngung sowie Abwasser zu sonstigen Zwecken zu lagern, auf- oder auszubringen oder einzuleiten;
in der Zone 1 Grünland als Wiese oder Weide mit einer Besatzdichte im Jahresmittel von maximal 1,4 Großvieheinheiten (GVE) pro Hektar genutzt wird und Bestände der Sumpf-Engelwurz gegen Verbiss und Trittschäden durch weidende Nutztiere geschützt werden.
Im Übrigen gilt § 4 Abs. 2 Nr. 15 und 21,
in der Zone 1 bei in Flur oder oberflächennah bis 20 Zentimeter unter Flur anstehendem Wasser eine Beweidung unterbleibt,
in der Zone 2 Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von
1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel, Gülle und Sekundärrohstoffdünger einzusetzen.
Im Übrigen gilt § 4 Abs. 2 Nr. 21,
§ 4 Abs. 2 Nr. 22 gilt, wobei bei Narbenschäden eine umbruchlose Nachsaat mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde zulässig ist;
(2) Die in § 4 für das Betreten und Befahren des Naturschutzgebietes enthaltenen Einschränkungen gelten nicht für die Dienstkräfte der Naturschutzbehörden, die zuständigen Naturschutzhelfer und sonstige von den Naturschutzbehörden beauftragte Personen sowie für Dienstkräfte und beauftragte Personen anderer zuständiger Behörden und Einrichtungen, soweit diese in Wahrnehmung ihrer gesetzlichen Aufgaben handeln. Sie gelten unbeschadet anderer Regelungen weiterhin nicht für Eigentümer zur Durchführung von Maßnahmen zur Sicherung des Bestandes und zur zulässigen Nutzung des Eigentums sowie für das Betreten und Befahren im Rahmen der nach Absatz 1 zulässigen Handlungen.
als Basis für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Feuchtwiesen sollen vor allem im Südteil die Mineralisation des Niedermoorkörpers reduziert und die hierfür erforderlichen Wasserstände durch Schaffung entsprechender Abflussverhältnisse im Grund- und Oberflächenwasser sichergestellt werden;
zur Revitalisierung der kalkreichen Niedermoore sollen die den Moorkörper entwässernden Gräben in den Kernbereichen mit mooreigenen Substraten vom quelligen Zentrum nach außen hin geschlossen und die Drainagen so weit als möglich rückgebaut werden;
die Bereiche mit Beständen der Sumpf-Engelwurz sollen möglichst als Wiese mit einer ersten Mahd vor dem 15. Juni eines jeden Jahres und einer weiteren Nutzung erst wieder nach dem 31. August eines jeden Jahres bewirtschaftet werden;
das intensiv genutzte Grünland soll zu artenreichem zweischürigen Dauergrünland umgewandelt werden. Für Nachsaaten soll Saatgut einheimischer, standorttypischer Arten verwendet werden;
einer Verbuschung soll durch geeignete Maßnahmen entgegengewirkt werden.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe a bis c dieser Verordnung tritt am 1. Juli 2005 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tage nach der Verkündung in Kraft.
Potsdam, den 31. August 2004
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Beesenberg“ vom 31. August 2004
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 88 Hektar. Es umfasst folgende Flächen im Landkreis Uckermark:
Göritz 3 55 teilweise, 56 teilweise, 57 teilweise, 58, 59/1 teilweise, 59/2 bis 59/19, 60 bis 66 teilweise, 67, 68, 69, 70 teilweise*, 71 bis 73*, 74 teilweise.
Göritz 4 1, 2 teilweise, 3 teilweise, 4 bis 6, 7/2 bis 7/51, 8/1, 9/1, 9/3, 10 teilweise, 39/1 teilweise;
Dauer 2 19 teilweise, 20 teilweise**, 21 teilweise**, 22 teilweise, 23, 33 bis 41, 42 teilweise, 43/1 teilweise, 43/2 teilweise, 44 bis 55, 56 teilweise, 60 teilweise, 81 teilweise.
* Erläuterung zum Grenzverlauf Gemarkung Göritz, Flur 3, Flurstücke 70 bis 73:
Die Grenze des Naturschutzgebietes verläuft entlang der südlichen Begrenzungslinie des begradigten Dauergrabens.
** Erläuterung zum Grenzverlauf Gemarkung Dauer, Flur 2, Flurstücke 20, 21:
Dauer 2 22 teilweise, 23, 50 bis 52 alle teilweise, 81 teilweise;
Göritz 3 55 teilweise, 57 teilweise, 58, 59/1 teilweise, 59/2 bis 59/19, 60 bis 62 alle teilweise, 64 teilweise, 65 teilweise, 71 teilweise, 72, 73;
Göritz 4 1, 2 teilweise, 3 teilweise, 4 bis 6, 7/2 bis 7/51, 8/1, 9/3 teilweise.
Dauer 2 37 bis 41, 42 teilweise, 43/1, 43/2, 44 bis 49, 50 teilweise, 51 teilweise, 52 teilweise, 53, 54, 55, 56 teilweise, 60 teilweise;
Göritz 4 9/1, 9/3 teilweise, 10 teilweise.

References: § 2
 § 10
 § 10
 § 51
 § 4
 § 4

§ 4
 § 4

§ 5