Source: https://www.rakcelle.de/buergerN/ausbildung/faq.htm
Timestamp: 2018-12-13 10:27:51+00:00

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Wie lange dauert die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten/ Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten?
Gemäß § 45 BBiG i.V.m. § 12 der Prüfungsordnung können Auszubildende nach Anhörung der Ausbildenden und der Berufsschule vor Ablauf ihrer Ausbildungszeit zur Abschlussprüfung zugelassen werden, wenn ihre Leistungen dies rechtfertigen. Dies ist durch qualifizierte Zeugnisse der Berufsschule und des Ausbildungsbetriebes nachzuweisen. Der Antrag sollte frühestens nach Ablegen der Zwischenprüfung gestellt werden; eine Ablichtung der Zwischenprüfungsbescheinigung ist ebenfalls beizufügen.
Gemäß § 8 Abs. 1 BBiG hat auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden – bei Minderjährigen ist die entsprechende Zustimmung der gesetzlichen Vertreter erforderlich - die zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtigtem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung). Ein solcher Antrag müsste begründet werden. Lebenslauf, (Berufs-)Schul- und/oder sonstige Zeugnisse, Leistungsbeurteilungen, betriebliche Ausbildungspläne sollten u.a. beigefügt werden, damit der Vorstand beurteilen kann, ob das Ausbildungsziel in der beantragten verkürzten Zeit erreicht werden kann. Die Kürzung der Ausbildungszeit sollte möglichst bei Vertragsabschluss, spätestens jedoch so rechtzeitig beantragt werden, dass noch mindestens ein Jahr Ausbildungszeit verbleibt.
Auf Vorschlag des Berufsbildungsausschusses hat der Vorstand der Rechtsanwaltskammer in seiner Sitzung am 22.11.2017 beschlossen, die Empfehlungen für die Referenzvergütungen zu erhöhen.
Die Referenzvergütungen lauten ab dem 01.08.2018:
2. Ausbildungsjahr: 600 €
3. Ausbildungsjahr: 700 €.
Ein Berufsausbildungsvertrag wird nicht in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen, wenn die Ausbildungsvergütung keine jährliche Steigerung ausweist. Ihnen steht es natürlich frei, mehr zu zahlen.
Hier sind die Regelungen im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) zu beachten. Nach § 9 JArbSchG hat der Arbeitgeber den Jugendlichen für die Teilnahme am Berufsschulunterricht freizustellen. Für Jugendliche unter und über 18 Jahren bedeutet dies, dass der Arbeitgeber die Auszubildenden vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht nicht beschäftigen darf. Auszubildende unter 18 Jahren brauchen einmal in der Woche nach einem Unterrichtstag von mehr als 5 Unterrichtsstunden nicht mehr in der Ausbildungskanzlei zu erscheinen. Zu beachten ist jedoch, dass nach § 9 Abs. 2 Ziff. 1 JArbSchG Berufsschultage mit mehr als 5 Stunden einschließlich der Pausen auf die Arbeitszeit mit 8 Stunden angerechnet werden. Das bedeutet, dass man die Berufsschulstunden einschließlich der Pausen zusammenrechnen muss und diese auf die 40stündige Wochenarbeitszeit anrechnet. Im Einzelfall kann das bedeuten, dass bei der Abhaltung von 8 Unterrichtsstunden an einem Berufsschultag, zusätzlich zu dem freien Nachmittag, noch Freistunden zu geben sind, die an einem anderen Tag gewährt werden müssen. Für Auszubildende über 18 Jahre gilt das Arbeitszeitgesetz i. V. m. dem Berufsbildungsgesetz. Nach § 3 des Arbeitszeitgesetzes darf die werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschritten. Sie kann im Einzelfall auf 10 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Die Überstunden sind in Freizeit oder Entgelt auszugleichen. Im Einzelfall kann dies nach einem Berufsschultag, der 10 Unterrichtsstunden beinhaltet, bedeuten, dass man auch den volljährigen Auszubildenden an einem anderen Tag Freistunden geben muss, d. h. sie in der Kanzlei z. B. ab 14 Uhr oder 15 Uhr nicht mehr anwesend sind.

References: § 45
 § 12
 § 8
 § 9
 § 9
 § 3