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Timestamp: 2016-10-24 00:06:16+00:00

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2C_348/2012 (13.03.2013)
vertreten durch Rechtsanw�ltin Isabelle Simon,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 19. M�rz 2012.
A.a Der t�rkische Staatsangeh�rige X.________ ist 1973 in der Schweiz geboren und verf�gt �ber eine Niederlassungsbewilligung. Am 21. Juli 1994 heiratete er in der T�rkei die in der Schweiz niedergelassene Landsfrau Y.________, die ebenfalls in der Schweiz geboren ist, aber w�hrend den ersten sechs Schuljahren in der T�rkei lebte, bevor sie im Alter von 13 Jahren wieder in die Schweiz zur�ckkehrte. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Das erste Kind verstarb 1998 und wurde auf dem Friedhof in A.________ bestattet. Das zweite Kind ist 1998 geboren.
A.b X.________ wurde in der Schweiz straff�llig und wie folgt verurteilt:
Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 14. September 2007 wegen Beschimpfung, Drohung, vors�tzlicher Besch�ftigung eines Ausl�nders ohne Bewilligung (mehrfache Begehung), Fahrens in angetrunkenem Zustand, Vereitelung der Blutprobe, Verletzung der Verkehrsregeln (mehrfache Begehung), pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall und Vergehens gegen das Waffengesetz: 200 Tagess�tze Geldstrafe zu je Fr. 80.--, bedingt, Probezeit 3 Jahre, und Fr. 15'000.-- Busse. (Tatzeit: 9. April 2001 bis 23. Mai 2005)
Urteil des Richteramts Thal-G�u vom 4. Dezember 2008 wegen Menschenhandels (mehrfache Begehung), F�rderung der Prostitution, versuchter N�tigung und Geldw�scherei: 18 Monate Freiheitsstrafe und Fr. 10'000.-- Busse. (Tatzeit: ca. 2003 bis 5. September 2005)
Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn vom 20. April 2011 wegen Fahrens in fahrunf�higem Zustand: 40 Tagess�tze Geldstrafe zu je Fr. 70.--. (Tatzeit: 8. Oktober 2010)
A.c Gem�ss Betreibungsregisterauszug vom 22. Juli 2011 bestehen gegen X.________ 14 offene Verlustscheine im Betrag von Fr. 54'953.65 und offene Betreibungen im Betrag von Fr. 245'822.20. Per 20. Februar 2008 wurde �ber X.________ der Konkurs er�ffnet. Zudem beziehen er und seine Familie seit 8. Januar 2009, mit einem Unterbruch von 5 Monaten am Anfang des Jahres 2011, Sozialhilfe, wobei bis zum 8. August 2011 insgesamt Fr. 61'424.10 ausbezahlt wurden. Seit Oktober 2011 befindet sich X.________ im Strafvollzug.
Mit Verf�gung vom 19. Dezember 2011 widerrief das Departement des Innern des Kantons Solothurn die Niederlassungsbewilligung von X.________ und wies ihn an, die Schweiz am Tag seiner Haftentlassung zu verlassen. Die dagegen beim Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn erhobene Beschwerde blieb ohne Erfolg.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 20. April 2012 beantragt X.________, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom vom 19. M�rz 2012 aufzuheben und die Kontrollfrist der Niederlassungsbewilligung zu verl�ngern. Zudem stellt er das Begehren, der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu erteilen.
Das Verwaltungsgericht sowie - im Namen des Departements des Innern - die Abteilung Migration und Schweizer Ausweise schliessen auf Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Die Vernehmlassung des Bundesamtes f�r Migration erfolgte versp�tet. Der Beschwerdef�hrer hat von der M�glichkeit, sich nochmals zu �ussern, Gebrauch gemacht.
Mit Verf�gung vom 1. Mai 2012 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung der Beschwerde aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid betreffend den Widerruf der Niederlassungsbewilligung zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 83 lit. c [e contrario], Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG; BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S.4). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Eingabe grunds�tzlich einzutreten.
Auf die Beschwerde kann jedoch nicht eingetreten werden, soweit damit der Schluss der Vorinstanz, es liege kein schwerwiegender pers�nlicher H�rtefall (Art. 30 Abs. 1 lit. b AuG) vor, beanstandet wird. Insofern steht die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten nicht offen (Art. 83 lit. c Ziff. 5 BGG).
Die Niederlassungsbewilligung wird unbefristet und ohne Bedingungen erteilt (Art. 34 Abs. 1 AuG). Wird das den Widerruf der Niederlassungsbewilligung best�tigende Urteil aufgehoben, gilt die Bewilligung weiter. Sie muss daf�r nicht verl�ngert werden (zur Verl�ngerung der Kontrollfrist vgl. PETER UEBERSAX, in: Uebersax/Rudin/ Hugi Yar/Geiser (Hrsg.), Ausl�nderrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 7.282; vgl. zum ANAG: derselbe, Ausl�nderrecht, 2002, Rz. 5.101). Der auf Verl�ngerung lautende Antrag ist insofern �berfl�ssig.
1.2 Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur ger�gt bzw. vom Bundesgericht von Amtes wegen berichtigt oder erg�nzt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine entsprechende R�ge, welche rechtsgen�glich substantiiert vorzubringen ist (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f.; 133 III 350 E. 1.3 S. 351, 393 E. 7.1 S. 398, 462 E. 2.4 S. 466), setzt zudem voraus, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Auf rein appellatorische Kritik an der Sachverhaltsermittlung oder der Beweisw�rdigung tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 136 II 101 E. 3 S. 104 f.). Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur insoweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; vgl. BGE 135 I 143 E. 1.5 S. 146 f.).
Die F�hrungsberichte vom 11. April 2012 sowie vom 10. September 2012, der Auszug aus dem Betreibungsregister vom 10. April 2012 und die Einstellungsverf�gung der Staatsanwaltschaft Z�rich vom 26. M�rz 2012 sind so genannte "echte Noven", die im bundesgerichtlichen Verfahren in jedem Fall unzul�ssig sind (BGE 133 IV 342 E. 2.1 S. 344). Sie w�ren aber ohnehin nicht geeignet, am Ausgang des vorliegenden Verfahrens etwas zu �ndern.
2.1 Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausl�nder zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist, wobei mehrere unterj�hrige Strafen bei der Berechnung nicht kumuliert werden d�rfen (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG [SR 142.20]; BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; 137 II 297 E. 2). Keine Rolle spielt, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Ein Widerruf ist auch m�glich, wenn der Ausl�nder in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen oder diese gef�hrdet hat (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Die Praxis geht hiervon aus, wenn er durch sein Handeln besonders hochwertige Rechtsg�ter verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken l�sst und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass er auch k�nftig weder gewillt noch f�hig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 137 II 297 E. 3 S. 302 ff.; Urteile 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2 und 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5). Sogar das Bestehen von privatrechtlichen Schulden kann gegebenenfalls einen schwerwiegenden Verstoss gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung darstellen, wenn die Verschuldung mutwillig erfolgt ist (BGE 137 II 297 E. 3.3 S. 304). Die genannten Widerrufsgr�nde gelten auch, falls der Ausl�nder sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss im Land aufgehalten hat (Art. 63 Abs. 2 AuG).
2.2 Mit der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten ist der Widerrufsgrund von Art. 62 lit. b (i.V.m. Art. 63 Abs. 1 lit. a AuG) gegeben, was der Beschwerdef�hrer nicht bestreitet. Die Vorinstanz hat zudem angenommen, dass aufgrund der Schuldenwirtschaft ein schwerwiegender Verstoss gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung vorliegt; der Beschwerdef�hrer wendet sich auch nicht hiergegen. Da ein einziger Widerrufsgrund gen�gt, bedarf keiner n�heren Betrachtung, ob vorliegend auch der Widerrufsgrund gem�ss Art. 63 1 lit. b AuG erf�llt ist.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz habe nicht die gesamten Umst�nde des Einzelfalls in die Interessenabw�gung einbezogen, sondern nur Aspekte ber�cksichtigt, die sich negativ auf die Beurteilung auswirkten, und r�gt eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgebots.
3.1 Nach Art. 63 AuG "kann" die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden. Die Massnahme muss - wie jedes staatliche Handeln - verh�ltnism�ssig sein (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AuG). Zur Beurteilung der Frage, ob dies der Fall ist, sind namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll zwar nur mit besonderer Zur�ckhaltung widerrufen werden, doch ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. das Urteil 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen 43-j�hrigen T�rken] und der Entscheid des Europ�ischen Gerichtshofs f�r Menschenrechte [EGMR] Trabelsi gegen Deutschland vom 13. Oktober 2011 [Nr. 41548/06], Ziff. 53 ff., bez�glich der Ausweisung eines in Deutschland geborenen, wiederholt straff�llig gewordenen Tunesiers). Bei schweren Straftaten, R�ckfall und wiederholter Delinquenz besteht - �berwiegende private oder famili�re Bindungen vorbehalten - auch in diesen F�llen ein �ffentliches Interesse daran, zur Aufrechterhaltung der Ordnung bzw. Verh�tung von (weiteren) Straftaten die Anwesenheit des Ausl�nders zu beenden. Bei schweren Straftaten muss zum Schutz der �ffentlichkeit ausl�nderrechtlich selbst ein geringes Restrisiko weiterer Beeintr�chtigungen wesentlicher Rechtsg�ter nicht in Kauf genommen werden (vgl. Urteil 2C_926/2011 vom 12. Oktober 2012 E. 2.2.1, zur Publikation vorgesehen).
Analoge Kriterien ergeben sich aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK bzw. Art. 13 BV in Verbindung mit Art. 36 BV. Mit Blick auf das gefestigte Anwesenheitsrecht seiner Ehegattin sowie seines minderj�hrigen Kindes kann sich der Beschwerdef�hrer auch auf diese grundrechtlichen Bestimmungen berufen (vgl. BGE 135 I 143 E. 1.3.2 und E. 2 S. 146 ff., 153 E. 2 S. 154 ff.; je mit Hinweisen). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder dem Kind erwachsen w�rden, m�ssten sie dem Betroffenen in dessen Heimatstaat folgen (Urteile 2C_793/2008 vom 27. M�rz 2009 E. 2.1; 2A.65/2006 vom 23. Juni 2006 E. 2 mit Hinweis auf das Urteil des Europ�ischen Gerichtshofes f�r Menschenrechte Boultif gegen Schweiz vom 2. August 2001, publ. in: VPB 65/2001 Nr. 138 S. 1392 Rz. 48 S. 1389 f.; vgl. auch die Urteile des EGMR �ner gegen Niederlande vom 18. Oktober 2006, Rz. 57, sowie Maslov gegen �sterreich vom 23. Juni 2008, Rz. 57 f.).
3.2 Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung im Rahmen eines Bewilligungsentzugs gest�tzt auf Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe) ist die vom Strafgericht verh�ngte Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Die Vorinstanz ging daher zu Recht vom Urteil des Amtsgerichts Thal G�u vom 4. Dezember 2008 aus, mit dem der Beschwerdef�hrer wegen Menschenhandels, F�rderung der Prostitution, versuchter N�tigung und Geldw�scherei zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt wurde. Das Amtsgericht erwog, dass er seine Machtstellung gegen�ber den betroffenen Frauen schamlos ausgenutzt und �ber eine sehr lange Zeit eine hohe Anzahl von Frauen regelm�ssig als Ware gehandelt habe. Insgesamt sei er von 2001 bis 2005 kriminell gewesen. Die �berwachten Telefongespr�che zeugten von einer erschreckenden Geringsch�tzung der Frauen, die sich bei ihm prostituiert h�tten. Der Beschwerdef�hrer habe eine grosse kriminelle Energie an den Tag gelegt, einen schlechten Charakter offenbart und ausschliesslich aus Habgier und ohne R�cksicht auf die jeweils von seinen Taten betroffenen Menschen gehandelt. Er habe in leitender Stellung als Nummer zwei im Betrieb hinter seinem abwesenden Bruder gehandelt. Im Strafverfahren habe er sich sehr unkooperativ verhalten, jegliche Reue und Einsicht vermissen lassen und mehr oder weniger s�mtliche Vorw�rfe mit einer betr�chtlichen Kaltschn�uzigkeit abgestritten. Das Amtsgericht beurteilte das Verschulden des Beschwerdef�hrers als sehr schwer und stellte ihm eine schlechte Prognose.
Es geht nicht an, im ausl�nderrechtlichen Verfahren die strafrechtliche Beurteilung in Frage zu stellen und die begangenen Straftaten zu bagatellisieren, wie dies der Beschwerdef�hrer tut. Seine Vorbringen erwecken den Eindruck, dass er die Schwere seiner Straff�lligkeit auch heute nicht einsieht. Die Vorinstanz hat zutreffend festgehalten, dass der Beschwerdef�hrer w�hrend einer Dauer von f�nf Jahren eine Vielzahl an Delikten und darunter schwere Straftaten begangen hat. Der Menschenhandel ist heute �berdies eine der in Art. 121 Abs. 3 BV (Fassung vom 28. November 2010; "Ausschaffungsinitiative" [AS 2011 1199]) genannten Anlasstaten, die nach dem Verfassungsgeber dazu f�hren soll, dass der Ausl�nder aus der Schweiz ausgewiesen und mit einem Einreiseverbot belegt wird. Dieser Wertung ist im Rahmen der Interessenabw�gung insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu �bergeordnetem Recht bzw. zu Konflikten mit dem Beurteilungsspielraum f�hrt, den der EGMR den einzelnen Konventionsstaaten bei der Umsetzung ihrer Migrations- und Ausl�nderpolitik im Rahmen des Rechts auf Schutz des Privat- und Familienrechts bel�sst (vgl. Urteil 2C_828/2011 vom 12. Oktober 2012, zur Publikation vorgesehen). Im �brigen hat sich der Beschwerdef�hrer auch bis zum Strafvollzug nicht klaglos verhalten (Strafbefehl vom 20. April 2011). Es trifft zwar zu, dass das ihm haupts�chlich vorgeworfene Verhalten schon einige Zeit zur�ckliegt, doch kann den kantonalen Beh�rden wohl kaum vorgeworfen werden, erst nach Abschluss des Strafverfahrens die streitige fremdenpolizeiliche Massnahme verf�gt zu haben. Das vom Beschwerdef�hrer geltend gemachte Wohlverhalten im Strafvollzug ist sodann bei der Beurteilung des R�ckfallrisikos nur von untergeordneter Bedeutung und erlaubt hier keine positive Prognose. Zudem d�rfen im Rahmen vorliegender Interessenabw�gung auch generalpr�ventive Gesichtspunkte ber�cksichtigt werden (vgl. Urteil 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3. 1). Es besteht somit ein erhebliches �ffentliches Interesse an der Entfernung des Beschwerdef�hrers aus der Schweiz.
3.3 Der Beschwerdef�hrer lebt zwar seit der Geburt in der Schweiz. Allerdings sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, welche auf eine �berdurchschnittliche Eingliederung in schweizerische Verh�ltnisse schliessen liessen. Dass er jahrelang im Milieu der Prostitution und des Menschenhandels verkehrte, hohe Schulden hat und auf Sozialhilfe angewiesen ist, spricht nicht f�r eine gelungene Integration. Auf den Einwand des Beschwerdef�hrers, die Vorinstanz h�tte einen neuen Auszug aus dem Betreibungsregister einholen m�ssen, ist schon daher nicht weiter einzugehen, als vorliegend auch der aktualisierte Betreibungsregisterauszug nichts am Schluss zu �ndern verm�chte, dass der Beschwerdef�hrer massiv verschuldet ist und Sozialhilfe bezieht, was nicht von einer guten Integration zeugt. Wie die Vorinstanz zudem festh�lt, �berstiegen die Sozialhilfeschulden bereits im August 2011 das zu Gunsten des Staats Solothurn im Grundbuch eingetragene Grundpfand �ber Fr. 60'000.--, wobei die Familie weiterhin auf Sozialhilfe angewiesen ist. Negativ f�llt ins Gewicht, dass sich der Schuldenberg vergr�sserte, selbst als der Beschwerdef�hrer erwerbst�tig war. Dass der Beschwerdef�hrer sich mit A.________ verbunden f�hlt, weil sich hier das Grab seines 1998 verstorbenen ersten Kindes befindet, ist verst�ndlich, aber vermag die �brigen Umst�nde nicht aufzuwiegen. Der Beschwerdef�hrer betont, dass er und seine Familie (auch) einwandfrei Berndeutsch sprechen. Dies kann allerdings bei einem hier geborenen Ausl�nder, der ausschliesslich in der deutschsprachigen Schweiz gelebt hat, als normal vorausgesetzt werden. Jedenfalls kann nicht bloss gest�tzt darauf auf eine gelungene Integration geschlossen werden, wenn die �brigen Verh�ltnisse - wie hier - vielmehr auf das Gegenteil hindeuten.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, er habe keine Beziehung zu seinem Heimatland. Immerhin spricht er die heimatliche Sprache und hat dort unbestrittenermassen regelm�ssig Ferien verbracht. Dass er sich mit seiner Frau, die ebenfalls seit Jahren in der Schweiz lebte, in die T�rkei begab, um dort zu heiraten, deutet klar darauf hin, dass der Beschwerdef�hrer sowie seine Ehegattin mit ihrem Heimatland verbunden sind und dort vermutlich auch �ber Beziehungen verf�gen. Zumindest leben ein Onkel sowie ein Bruder des Beschwerdef�hrers in der T�rkei. Der Beschwerdef�hrer behauptet zwar, er wisse nicht, wo sich Letzterer befinde. Er hatte aber mit seinem Bruder Kontakt, als sich dieser bereits in die T�rkei abgesetzt hatte, f�hrten sie doch die deliktischen Gesch�fte in der Schweiz auch nach dessen Ausreise gemeinsam weiter. Unter diesen Umst�nden durfte die Vorinstanz davon ausgehen, dass der Beschwerdef�hrer in der T�rkei nicht auf sich allein gestellt sein wird und ihm eine Ausreise in sein Heimatland zumutbar ist.
3.4 Die Ehefrau ist wie der Beschwerdef�hrer in der Schweiz geboren, hat aber mehrere Jahre in der T�rkei gelebt und dort die erste bis sechste Schulklasse besucht. Sie beherrscht die t�rkische Sprache und die sozialen und kulturellen Gepflogenheiten des Heimatlandes sind ihr wohl nicht unvertraut. W�hrend der langen Aufenthaltsdauer hat sie gewiss auch Beziehungen zur Schweiz aufgebaut. Sie ist aber zu 80% arbeitsunf�hig und daher beruflich nur beschr�nkt integriert. Die psychiatrische Behandlung ihrer Depressionen und Angstzust�nde w�re sodann auch in der T�rkei m�glich. Der Sohn, der ebenfalls T�rkisch spricht, ist noch in einem anpassungsf�higen Alter. Dass der Sohn (eventuell) nicht von den hiesigen Ausbildungsm�glichkeiten und Lebensbedingungen wird profitieren k�nnen, wie der Beschwerdef�hrer vorbringt, hat dieser sich selbst zuzuschreiben. Der Ehefrau sowie dem Sohn w�re es jedenfalls nicht geradezu unzumutbar, dem Beschwerdef�hrer in die gemeinsame Heimat zu folgen. Ist es den Familienmitgliedern zumutbar, ihre Beziehung im Ausland zu leben, ist der Anspruch auf Achtung des Familienlebens nach Art. 8 EMRK durch die verf�gte fremdenpolizeiliche Massnahme nicht verletzt. Zudem sind vorliegend aufgrund der massiven Straff�lligkeit des Beschwerdef�hrers und des nicht hinzunehmenden R�ckfallrisikos auch die Voraussetzungen f�r einen Eingriff in das Recht auf Achtung des Familienlebens im Sinne von Art. 8 Abs. 2 EMRK erf�llt.
Die Ehefrau sowie der Sohn verf�gen �ber eine Niederlassungsbewilligung, die durch den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers nicht ber�hrt wird. Letztlich kommt der Ehegattin die Wahl zu, ob sie mit dem Sohn dem Beschwerdef�hrer ins Ausland folgen oder weiterhin in der Schweiz bleiben will.
3.5 Zusammenfassend ergibt sich, dass das erhebliche �ffentliche Interesse an der Entfernung des Beschwerdef�hrers dessen privates Interesse am weiteren Verbleib in der Schweiz �berwiegt. Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, vermag die vorinstanzliche Interessenabw�gung nicht zu ersch�ttern. Unter den gegebenen Umst�nden waren die kantonalen Beh�rden vorliegend auch nicht gehalten, aus Gr�nden der Verh�ltnism�ssigkeit anstelle des (g�nzlichen) Widerrufs der Anwesenheitsbewilligung des Beschwerdef�hrers die blosse Androhung des Widerrufs anzuordnen (Art. 96 Abs. 2 AuG; vgl. Z�ND/ ARQUINT, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Uebersax et al. [Hrsg.], Ausl�nderrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 8.31 und 8.36). Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers erweist sich somit als bundesrechts- und konventionskonform. Zur Begr�ndung kann erg�nzend auf die zutreffenden Ausf�hrungen im vorinstanzlichen Urteil verwiesen werden.
4.1 Die Beschwerde erweist sich damit als unbegr�ndet und ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
4.2 Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der Beschwerdef�hrer kostenpflichtig (Art. 65 und Art. 66 BGG). Parteientsch�digungen sind nicht zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).

References: Art. 83
e contrario
 Art. 86
 Art. 90
 BGE 
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 106
 BGE 
 BGE 
 Art. 62
 BGE 
 Art. 62
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 5
 Art. 96
 Art. 8
 Art. 13
 Art. 36
 BGE 
 EGMR 
 Art. 62
 Art. 121
 EGMR 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 66