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Timestamp: 2016-10-27 09:10:19+00:00

Document:
6P.78/2006 (27.09.2006)
6P.78/2006
6S.146/2006 /hum
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Ulrich Gl�ttli,
Art. 9, 29 und 32 BV sowie Art. 6 EMRK (Strafverfahren; rechtliches Geh�r, Grundsatz "in dubio pro reo"),
6S.146/2006
Staatsrechtliche Beschwerde (6P.78/2006) und Nichtigkeitsbeschwerde (6S.146/2006) gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Solothurn, Strafkammer, vom 19. Januar 2006.
Am 9. November 2001 ereignete sich anl�sslich einer Betriebsfeier der Firma A.________ in einer daf�r gemieteten Fabrikhalle der Firma B.________ in der Gemeinde C.________ ein Unfall. Im ersten Stockwerk des Fabrikgeb�udes befindet sich an der hinteren Saalwand eine ca. 1 Meter hohe Showb�hne mit einem Laufsteg. Vor der B�hne f�hren zwei Treppenabg�nge (von links und rechts) ins Parterre, die mit einem Gel�nder von etwa gleicher H�he wie die B�hne selbst gesichert sind. Am besagten Abend war der Zwischenraum zwischen der B�hne und dem Treppengel�nder mit mehreren Holzpodesten aufgef�llt. Zwei davon befanden sich bereits dort, als der Saal vermietet wurde, weitere wurden von den Mitarbeitern der Firma A.________ hinzugestellt. Durch die Holzkisten entstand der Eindruck einer verl�ngerten B�hnenfl�che, und es bildete sich ein nahtloser �bergang von der B�hne zum offenen Treppenschacht.
Im Verlaufe des Betriebsfestes trat auf der B�hne eine professionelle Tanzgruppe auf. W�hrend eines zweiten Showblockes forderte D.________, der den Personalanlass der Firma A.________ organisiert hatte, zum Mittanzen auf, worauf sich die Mitarbeiterin E.________ auf die B�hne begab. Unbemerkt �berschritt sie den B�hnenrand, trat �ber die beiden von der Vormieterschaft benutzten Holzpodeste hinaus ins Leere und st�rzte 3.4 Meter tief in den Treppenschacht. Dabei zog sie sich ausserordentliche schwere Verletzungen zu (u.a. R�ckenverletzungen mit inkompletter Querschnittl�hmung und schweres Sch�delhirntrauma).
X.________ wird als Vertreter der Firma B.________ vorgeworfen, er habe (neben D.________) den Unfall herbeigef�hrt, indem er die Holzpodeste vor der B�hne nicht entfernte.
Mit zweitinstanzlichem Urteil vom 19. Januar 2006 sprach das Obergericht des Kantons Solothurn X.________ schuldig der fahrl�ssigen schweren K�rperverletzung (Art. 125 Abs. 2 StGB) und verurteilte ihn zu einer bedingt vollziehbaren Strafe von 5 Tagen Gef�ngnis.
X.________ f�hrt gegen das Urteil des Obergerichts staatsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeitsbeschwerde ans Bundesgericht, je mit dem Antrag, den angefochtenen Entscheid aufzuheben.
Das Obergericht beantragt Abweisung der beiden Beschwerden. Weitere Stellungnahmen wurden nicht eingeholt.
Nach Art. 90 Abs. 1 lit. b OG muss eine staatsrechtliche Beschwerde die wesentlichen Tatsachen und eine kurz gefasste Darlegung dar�ber enthalten, welche verfassungsm�ssigen Rechte bzw. welche Rechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt worden sind. Im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren pr�ft das Bundesgericht nur klar und detailliert erhobene R�gen. Auf ungen�gend begr�ndete R�gen und rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt es nicht ein (vgl. BGE 127 I 38 E. 3c S. 43; 125 I 492 E. 1b S. 495 mit Hinweisen).
Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs wegen Missachtung des Anklagegrundsatzes und eine willk�rliche Anwendung von kantonalem Prozessrecht. Er macht geltend, in der Schlussverf�gung des Untersuchungsrichters seien nicht s�mtliche Umst�nde aufgef�hrt, aus denen sich die Pflichtwidrigkeit seines Verhaltens ergeben soll. Das Obergericht werfe ihm generell eine ungen�gende Kontrolle der Gefahrenquelle B�hne/Treppenabgang und ein allgemein mangelhaftes Sicherheitskonzept vor. Zu diesen Vorw�rfen habe er nicht Stellung nehmen k�nnen.
2.1 Der Anklagegrundsatz bestimmt den Gegenstand des Gerichtsverfahrens. Die Anklage hat die dem Angeklagten zur Last gelegten Delikte in ihrem Sachverhalt so pr�zise zu umschreiben, dass die Vorw�rfe gen�gend konkretisiert sind (Umgrenzungsfunktion). Das Gericht ist daran gebunden und darf seinem Urteil nur solche Sachverhalte zugrunde legen, die dem Angeklagten in der Anklageschrift vorgeworfen werden. Das Anklageprinzip bezweckt zugleich den Schutz der Verteidigungsrechte (Informationsfunktion). Beiden Funktionen kommt gleiches Gewicht zu (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21; 120 IV 348 E. 2b S. 353 f. mit Hinweisen).
Der Anklagegrundsatz wird vorerst durch das kantonale Prozessrecht umschrieben, welches die formellen Anforderungen an die Anklageschrift festlegt. In der Bundesverfassung findet der Grundsatz seine Grundlage in Art. 32 Abs. 2 BV. Danach hat jede Person Anspruch darauf, m�glichst rasch und umfassend �ber die gegen sie erhobenen Beschuldigungen unterrichtet zu werden. Sie muss die M�glichkeit haben, die ihr zustehenden Verteidigungsrechte geltend zu machen. Ferner r�umt auch Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK einen Anspruch darauf ein, in allen Einzelheiten �ber die Art und den Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen in Kenntnis gesetzt zu werden. Dadurch soll der Angeklagte vor �berraschung und �berrumpelung gesch�tzt und ihm eine effektive Verteidigung erm�glicht werden (BGE 126 I 19 E. 2a S. 21; 120 IV 348 E. 3g S. 357, je mit Hinweisen). Die Konvention schreibt indessen keinerlei Form f�r die Art und Weise vor, in welcher der Angeklagte �ber die Art und den Grund der gegen ihn erhobenen Beschuldigung in Kenntnis zu setzen ist (Urteil 1P.461/2002 vom 9.1.2003, publiziert in: Pra 2003 Nr. 82 S. 448, mit Hinweis auf die Praxis der Strassburger Organe).
2.2 Die Strafprozessordnung des Kantons Solothurn (StPO; in der hier gem�ss � 229bis StPO anwendbaren altrechtlichen Fassung vom 13. M�rz 1997) regelt die formellen Anforderungen an die Schlussverf�gung des Untersuchungsrichters bzw. die Anklageschrift in � 97 aStPO. Nach Abs. 2 der Norm ist unter anderem erforderlich, dass die Schlussverf�gung eine summarische Angabe des Sachverhalts (Ort, Zeit, Umst�nde der Tat, Verletzter) enth�lt. Gelangt das Gericht zur Auffassung, dass zwar eine strafbare Handlung vorliegt, die Schlussverf�gung aber den gesetzlichen Erfordernissen nicht gen�gt, so setzt es gem�ss � 115 Abs. 1 aStPO seinen Entscheid aus und gibt dem Untersuchungsrichter die Gelegenheit, die Schlussverf�gung zu �ndern oder zu erg�nzen. In diesem Fall ist dem Beschuldigten hinreichend Gelegenheit zu geben, zur ge�nderten oder erg�nzten Schlussverf�gung Stellung zu nehmen (� 115 Abs. 3 aStPO).
Das kantonale Prozessrecht geht damit nicht �ber die unmittelbar aus der Bundesverfassung bzw. der EMRK folgenden Minimalgarantien hinaus. Nach dem ausdr�cklichen Wortlaut von � 97 Abs. 2 aStPO gen�gt eine bloss summarische Angabe des Sachverhalts. Das Gesetz verlangt indessen nicht, dass alle einzelnen Tatumst�nde in der Schlussverf�gung aufgef�hrt sein m�ssen. Der Beschwerdef�hrer vermag daher mit seiner R�ge, es seien nicht s�mtliche Umst�nde in der Schlussverf�gung enthalten, eine offensichtliche Verletzung von kantonalem Gesetzesrecht nicht darzutun. Im �brigen verweist er auf seine Ausf�hrungen im Zusammenhang mit der R�ge der Verletzung des rechtlichen Geh�rs und begn�gt sich mit allgemeinen Er�rterungen zum Anklagegrundsatz (Beschwerde, S. 12-14), weshalb auf das kantonale Recht nicht weiter einzugehen ist.
2.3 Aus den unmittelbar aus der Bundesverfassung und der EMRK folgenden Minimalgarantien kann der Beschwerdef�hrer ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten. Es kann daher offen bleiben, ob es ihm schadet, dass er lediglich eine Geh�rsverletzung (Art. 29 Abs. 2 BV) r�gt, ohne sich auf eine spezifische Verfahrensgarantie von Art. 32 Abs. 2 BV oder Art. 6 Ziff. 3 lit. a EMRK zu berufen.
Das Obergericht h�lt zwar unter anderem fest, der Beschwerdef�hrer habe keinerlei allgemeinen Anweisungen erteilt, sich um die jeweils geplante Saalnutzung �berhaupt nicht gek�mmert, den Saal mit B�hnenauftritten g�nzlich unerfahrenen Personengruppen vermietet und h�tte der Gefahrenquelle aufgrund der unmittelbaren N�he des B�hnenrandes zum Treppenabgang mit klaren Einschr�nkungen der B�hnenben�tzung begegnen m�ssen (angefochtener Entscheid, S. 15). Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers st�tzt das Obergericht den strafrechtlichen Vorwurf jedoch nicht auf diese Feststellungen von teilweise durchaus generellem Charakter. Vielmehr legt es ihm ganz konkret zur Last - und stellt dabei klar, dass der strafrechtliche Vorwurf genau darin besteht -, dass er den Saal nicht ohne Kontrolle insbesondere des Gefahrenbereichs h�tte weitervermieten d�rfen, wenn der Vormieter durch das Aufstellen von Holzpodesten diese Gefahr noch drastisch erh�ht habe. Das Belassen des Gefahrenmomentes Holzpodeste und die �bergabe der Mietsache an die Firma A.________ in diesem Zustand stellten eine strafrechtlich relevante Unterlassung dar (angefochtener Entscheid, S. 15). Diese Vorw�rfe sind in der Schlussverf�gung des Untersuchungsrichters vom 6. Juni 2003 aber klarerweise enthalten. Darin wird dem Beschwerdef�hrer n�mlich unter anderem vorgehalten, er habe "als verantwortlicher Vertreter der Vermieterschaft nicht daf�r gesorgt, dass die beiden sich bereits zur Zeit der �bergabe der Industrie-Ausstellungshalle an die Mieterschaft zwischen B�hne und Treppengel�nder aufgestellten Holzkisten entfernt worden seien."
Es ist daher nicht ersichtlich, inwiefern das Obergericht seinem Urteil einen anderen als den eingeklagten Sachverhalt zugrunde gelegt haben sollte. Folglich bestand auch kein Anlass, dem Beschwerdef�hrer nochmals Gelegenheit zu geben, sich zum Vorwurf zu �ussern. Er macht denn auch keineswegs geltend, dass er nicht gewusst habe, welches Verhalten ihm zur Last gelegt werde, oder dass er sich nicht wirkungsvoll h�tte verteidigen k�nnen und ihm dadurch ein faires Verfahren verweigert worden w�re. Die auf Art. 29 Abs. 2 BV gest�tzte R�ge der Verletzung des Anklagegrundsatzes erweist sich somit als unbegr�ndet.
Der Beschwerdef�hrer r�gt, die obergerichtliche Beweisw�rdigung sei willk�rlich und verletze den Grundsatz von in dubio pro reo als Beweisw�rdigungsregel. Er macht geltend, es k�nne ihm nicht nachgewiesen werden, dass er die beiden bei Mietantritt vorhandenen und die sechs weiteren, auf Geheiss von D.________ hinzugestellten Holzpodeste bewusst wahrgenommen habe. Mangels gegenteiliger Beweise h�tte das Obergericht davon ausgehen m�ssen, dass er und F.________ als Vertreter der Vermieterin nicht gewusst h�tten, dass die B�hne benutzt w�rde, und dass dieser ein Tanzverbot ausgesprochen habe. Schliesslich fehle ein rechtsgen�gender Beweis daf�r, dass die Gesch�digte E.________ gerade �ber jene beiden Podeste ins Leere getreten sei, welche bei �bernahme der Mietsache bereits dort gestanden h�tten. Die gegenteiligen Annahmen des Obergerichts seien willk�rlich. Das Beweisergebnis verletze zudem den Anspruch auf rechtliches Geh�r, soweit es aufgrund des Urteils nicht nachvollziehbar sei.
3.2 Die R�gen des Beschwerdef�hrers ersch�pfen sich weitestgehend in unzul�ssiger appellatorischer Kritik am angefochtenen Entscheid. Darauf ist nicht einzutreten. Nachfolgend bleibt lediglich auf einzelne R�gen n�her einzugehen.
3.2.1 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, er habe in der Untersuchung widerspruchsfrei ausgesagt, die beiden von der Vormieterschaft benutzten Holzpodeste vor der B�hne nicht bewusst wahrgenommen zu haben. Die gegenteilige Annahme im angefochtenen Entscheid werde aus dem blossen Umstand abgeleitet, dass er den Mietsaal mehrmals besichtigt habe. Die Feststellung des Obergerichts beruht jedoch nicht allein auf der Tatsache, dass er mehrfach im Saal war, sondern auf einer eingehenden W�rdigung des gesamten Aussageverhaltens des Beschwerdef�hrers, insbesondere auf dessen Zugest�ndnis, er habe die Podeste vermutlich schon gesehen (angefochtener Entscheid, S. 8). Auf die appellatorisch begr�ndete R�ge ist nicht einzutreten.
3.2.2 Der Beschwerdef�hrer wendet sodann ein, der Vorwurf, er habe von der geplanten B�hnenbenutzung gewusst, sei nicht nachvollziehbar. Das Obergericht trifft eine solche Feststellung indessen gar nicht. Festgestellt wird nur, dass er bei seiner Besichtigung des Saals vor der Feier die weiteren aufgestellten Podeste gesehen haben muss und darin ein eindeutiger Hinweis auf eine B�hnenben�tzung lag (angefochtener Entscheid, S. 8), und ferner, dass er sich um die Nutzung durch die Mieterschaft in keiner Weise k�mmerte und nicht wusste, was geplant war (angefochtener Entscheid, S. 8 und 14). Der Einwand des Beschwerdef�hrers geht daher an der Sache vorbei. Damit wird die zugleich erhobene R�ge, der aus dem rechtlichen Geh�r fliessende Begr�ndungsanspruch sei verletzt, gegenstandslos. Weshalb und inwiefern aber die Annahme, wonach die unmittelbar vor der B�hne aufgestellten, un�bersehbaren Holzpodeste einen klaren Hinweis auf eine B�hnenben�tzung darstellten, willk�rlich sein sollte, wird in der Beschwerde nicht dargetan und ist auch nicht ersichtlich.
3.2.3 Alsdann richtet sich der Beschwerdef�hrer gegen die Beweisw�rdigung hinsichtlich der Absturzstelle, die das Obergericht gest�tzt auf den Situationsplan der Polizei vom 5. Januar 2002 sowie aufgrund von Fotografien vornimmt, welche die Lage der Verletzten nach dem Sturz dokumentieren (angefochtener Entscheid, S. 7). Das Obergericht gelangt zum Schluss, dass die Gesch�digte genau �ber jene beiden Podeste ins Leere trat, die bereits bei �bernahme der Mietsache dort gestanden hatten. Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der Situationsplan stelle keinen tauglichen Beweis dar, weil sich das Verh�ltnis zwischen der Breite des Gitterrostes entlang des Laufsteges und der Podestl�nge im Plan (ca. 1:3) anders pr�sentiere als auf den Fotografien (ca. 1:2). Er zeigt jedoch nicht auf, weshalb der Plan die Verh�ltnisse vor Ort in offensichtlichem Widerspruch zur tats�chlichen Situation wiedergeben soll und inwiefern dieser Umstand geeignet sein k�nnte, die �brige Beweisw�rdigung im Ergebnis zu ersch�ttern. Im Weiteren begn�gt er sich namentlich damit, der Beweisw�rdigung des Obergerichts entgegenzuhalten, es sei durchaus m�glich und wahrscheinlich, dass die Gesch�digte weiter oben gest�rzt und dann bis zum Zwischenboden hinunter gerollt sei (Beschwerde, S. 8). Damit legt er indes nur seine eigene, abweichende Sicht der Dinge dar, ohne aufzuzeigen, inwiefern bei objektiver Betrachtung des Beweisergebnisses schlechterdings nicht zu unterdr�ckende Zweifel an seiner Schuld fortbestanden h�tten. Auch insofern gen�gen seine R�gen den Begr�ndungsanforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht.
Die staatsrechtliche Beschwerde ist demnach abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat der Beschwerdef�hrer die Kosten vor Bundesgericht zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG).
Der Kassationshof ist im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde an den von der kantonalen Beh�rde festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 277bis Abs. 1 Satz 2 BStP). Ausf�hrungen, die sich gegen die tats�chlichen Feststellungen des Entscheides richten, sind unzul�ssig (Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP). Soweit der Beschwerdef�hrer sich gegen die verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz wendet, diese erg�nzt oder sich davon entfernt, namentlich unter Berufung auf die Zeugenaussagen der Tanzgruppenleiterin G.________ (Beschwerde, S. 5 ff.), ist darauf nicht einzutreten.
6.1 Die Vorinstanz wirft dem Beschwerdef�hrer vor, er habe nicht daf�r gesorgt, dass die zwischen B�hne und Treppengel�nder aufgestellten Holzpodeste zur Zeit der �bergabe der Mietsache entfernt wurden, und er habe auch sp�ter nichts unternommen, als er sah, dass weitere Holzkisten aufgestellt worden waren. Das Belassen des Gefahrenmomentes Holzpodest und die �bergabe der Mietsache in diesem Zustand stelle eine strafrechtlich relevante Unterlassung dar. Durch das Auff�llen des Zwischenraums zwischen B�hne und Treppengel�nder sei eine ungesicherte Absturzstelle in den Treppenschacht entstanden, weil die B�hne dadurch verl�ngert und die Oberkante des Gel�nders zum B�hnenabschluss wurde. W�ren die Holzpodeste vor dem Anlass entfernt worden, h�tte sich der Unfall mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ereignet. Als verantwortlicher Vertreter der Vermieterschaft h�tte er die Pflicht gehabt, den Mietgegenstand nach R�ckerhalt vom Vormieter auf die Gebrauchstauglichkeit und eine allf�llige Ver�nderung zu Lasten der Sicherheit zu �berpr�fen. Seine Garantenstellung ergebe sich aus Mietvertrag und Gesetz (Art. 256 OR).
6.2 Der Beschwerdef�hrer macht demgegen�ber geltend, er sei seiner Garantenpflicht als verantwortlicher Vertreter der Vermieterin nachgekommen, da er den Mietsaal in einem zum vereinbarten Gebrauch tauglichen Zustand �bergeben habe. Auch die B�hne selbst habe sich in einem einwandfreien Zustand befunden und den einschl�gigen Vorschriften entsprochen. Daran �nderten die beiden bei Mietantritt vorhandenen Holzpodeste nichts. Die Vorsichtspflichten im Gebrauch der Mietsache l�gen beim Mieter, nicht beim Vermieter. Er habe darauf vertrauen d�rfen, dass die B�hne f�r eine professionelle Tanzgruppe keine Gefahr darstelle. Der Unfall sei ausschliesslich auf die Aufforderung von D.________ zum Mittanzen zur�ckzuf�hren, womit der ad�quate Kausalzusammenhang unterbrochen worden sei.
Ein Schuldspruch gem�ss Art. 125 StGB setzt unter anderem voraus, dass der strafbare Erfolg durch die Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht worden ist. Das sorgfaltswidrige Verhalten kann auch in einem Unterlassen bestehen, wenn der T�ter aufgrund einer Garantenstellung die Rechtspflicht hat, die gebotene Handlung vorzunehmen. Die Abgrenzung zwischen Begehen und Unterlassen ist nicht immer leicht vorzunehmen und richtet sich im Zweifel nach dem Subsidiarit�tsprinzip. Danach ist immer zuerst zu pr�fen, ob ein aktives Tun vorliegt, das tatbestandsm�ssig, rechtswidrig und schuldhaft ist (BGE 129 IV 119 E. 2.2; 121 IV 109 E. 3b S. 120; 120 IV 265 E. 2b S. 271; 115 IV 199 E. 2a S. 203).
Dem Beschwerdef�hrer ist in Anwendung dieses Subsidiarit�tsprinzips - entgegen der Auffassung der Vorinstanz - eine Handlung und nicht eine Unterlassung vorzuwerfen, denn das Vermieten und die �bergabe des Mietsaales stellt eine T�tigkeit dar. Im angefochtenen Urteil (S. 15) wird die Garantenstellung denn unter anderem auch damit begr�ndet, dass der Beschwerdef�hrer den Saal nicht ohne jegliche Kontrolle h�tte weitervermieten d�rfen. Der Umstand, dass er die Holzpodeste vor der �bergabe der Mietsache nicht entfernte, l�sst sein Verhalten nicht als Unterlassen erscheinen, nachdem gleichzeitig eine Handlung vorliegt, an die der strafrechtliche Vorwurf angekn�pft werden kann und muss. Ist nach dem Gesagten aber von einem Begehungsdelikt und nicht von einem unechten Unterlassungsdelikt auszugehen, kann offen bleiben, ob der Beschwerdef�hrer eine Garantenstellung innehatte.
8.1 Fahrl�ssig begeht der T�ter ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die Tat darauf zur�ckzuf�hren ist, dass er die Folgen seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umst�nde sowie seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte erkennen k�nnen und m�ssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritt (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB). Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, bestimmt sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 130 IV 7 E. 3.3 mit Hinweis). Das schliesst nicht aus, dass der Vorwurf der Fahrl�ssigkeit auch auf allgemeine Rechtsgrunds�tze wie etwa den allgemeinen Gefahrensatz gest�tzt werden kann (BGE 127 IV 62 E. 2d S. 64 f.; 126 IV 13 7a/bb S. 16 f., 122 IV 145 E. 3b/aa S. 147 f., je mit Hinweisen).
F�r die Beantwortung der Frage, ob die Gefahr des Erfolgseintritts f�r den T�ter erkennbar bzw. voraussehbar war, gilt der Massstab der Ad�quanz; das heisst, dass sein Verhalten geeignet sein muss, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen (BGE 131 IV 145 E. 5.1). Die Ad�quanz der zu beurteilenden Ursache f�r den Erfolg ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursachen hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolges erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des Angeschuldigten - in den Hintergrund dr�ngen (BGE 131 IV 145 E. 5.2; 130 IV 7 E. 3.2; 127 IV 62 E. 2d S. 65; 126 IV 13 E. 7a/bb S. 17, je mit Hinweisen).
8.2 Wer eine Sache Drittpersonen zum Gebrauch �berl�sst, hat daf�r zu sorgen, dass damit keine Gefahren f�r Leben und Gesundheit verbunden sind. F�r den Vermieter ergibt sich diese Pflicht aus Art. 256 Abs. 1 OR, wonach er die Mietsache in einem zum vorausgesetzten Gebrauch tauglichen Zustand zu �bergeben und in demselben zu erhalten hat. Der Mieter darf in jedem Fall erwarten, dass der vereinbarte oder �bliche Gebrauch der Mietsache keine Gefahren f�r Leib und Leben mit sich bringt (BBl 1985 I 1432). Die n�mliche Verpflichtung folgt aber auch unmittelbar aus dem Gefahrensatz. Auch wer mit der Vermietung von R�umlichkeiten in fremdem Namen betraut ist, trifft somit die Pflicht, die Mietsache vor der �bergabe auf ihre Sicherheit hin zu �berpr�fen. Mit Bezug auf die Sicherheitsanforderungen in Geb�uden schreibt sodann Art. 21 Abs. 1 der Verordnung �ber Unfallverh�tung (VUV; SR 832.30) vor, dass tief liegende Boden�ffnungen gegen den Absturz von Personen durch Abschr�nkungen oder Gel�nder zu sichern sind.
Der Beschwerdef�hrer war bei der Firma B.________ f�r die Vermietung der Liegenschaften zust�ndig. Er war daher verpflichtet, den Mietsaal vor der �bergabe an Dritte zu kontrollieren und allf�llige Sicherheitsrisiken zu beheben. Der Beschwerdef�hrer stellt dies nicht grunds�tzlich in Abrede, macht jedoch geltend, er habe die Pflicht der Vermieterin zur Gebrauchs�berlassung vollumf�nglich erf�llt, da der Mietsaal zum Zwecke eines Personalanlasses gemietet worden sei und sich daf�r in einem tauglichen Zustand befunden habe. Es kann kaum Zweifel daran bestehen, dass die ungesicherte Absturzstelle in den Treppenschacht - ebenso wie etwa eine ungen�gende Treppenbeleuchtung (BGE 60 II 341 E. 2) - als Mangel im Sinne des Mietrechts zu qualifizieren ist. Die Frage braucht aber letztlich nicht gekl�rt zu werden. Denn es ist hier nicht zu beurteilen, ob die vertragsrechtlichen Pflichten der Vermieterin geh�rig erf�llt worden sind, zumal der Beschwerdef�hrer selbst nicht Mietpartei war. Es geht vielmehr einzig um die Frage, ob die �berlassung des Mietsaales in dem von ihm �bergegebenen Zustand eine pflichtwidrige Unvorsichtigkeit im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB darstellt.
Mit Bezug auf den Zustand der vermieteten R�umlichkeiten bei Mietantritt h�lt die Vorinstanz verbindlich fest, dass die Gefahr im Bereich des Treppenabganges durch die vorhandenen Holzpodeste drastisch erh�ht wurde, genau dort, wo sich sp�ter der Unfall ereignete. Durch die Holzpodeste wurde die B�hnenflache bis zum Treppengel�nder verl�ngert und die Sicherheitsfunktion des Gel�nders aufgehoben, so dass sich eine ungesicherte Absturzstelle in den Treppenschacht auftat. Damit entsprach der Mietsaal hinsichtlich der Sicherheit nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften (Art. 21 Abs. 1 VUV). Dass die B�hne selbst den einschl�gigen Empfehlungen f�r die Unfallverh�tung auf B�hnen entsprochen hat, bleibt ohne Bedeutung, ging doch die Gefahr nicht von der B�hnenanlage als solcher aus, sondern von den Holzpodesten, die den Zwischenraum vor der B�hne �berbr�ckten und direkt in den offenen Treppenschacht �berf�hrten.
Obschon der Beschwerdef�hrer wusste, dass die vormalige Mieterin vor der B�hne zwei Holzpodeste aufgestellt hatte, und ihm die Gefahrenquelle im Bereich des Treppenschachts bekannt war, hat er den Mietsaal ohne jegliche Kontrolle weitervermietet. Durch das Belassen der Podeste setzte er die nachmaligen Benutzer des Mietsaales einer unzul�ssigen Gefahr aus. Er w�re bei pflichtgem�sser Sorgfalt gehalten gewesen, den Zustand des Mietsaales vor der �bergabe zu �berpr�fen und die Holzpodeste wegr�umen zu lassen. In der Folge besichtigte er den Saal noch mehrfach und stellte dabei fest, dass weitere Holzkisten hinzugestellt worden waren, doch auch bei dieser Gelegenheit hat er nicht daf�r gesorgt, dass die Podeste entfernt oder anderweitige Vorsichtsmassnahmen getroffen worden w�ren. Selbst als er sich am Tage der Betriebsfeier in den Saal begab, um sich zu vergewissern, ob alles in Ordnung sei, schritt er gegen die Gefahrensituation nicht ein. Damit hat er bei der �berlassung des Mietsaales die unter den konkreten Umst�nden gebotene und zumutbare Sorgfalt ausser Acht lassen. Die Vorinstanz hat daher zu Recht ein pflichtwidrig unvorsichtiges Verhalten im Sinne von Art. 18 Abs. 3 StGB angenommen.
8.3 Der Beschwerdef�hrer h�tte die Gefahr des Erfolgseintrittes erkennen m�ssen. Nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens stellt ein �bergang einer B�hne in einen 3 bis 3.5 Meter tiefen Treppenschacht eine schwere Gefahr f�r Leib und Leben dar, wenn er wie hier nicht gesichert ist und der B�hnenrand ohne weiteres �berschritten werden kann. Mit dem Aufstellen weiterer Holzpodeste lag ein eindeutiger Hinweis vor, dass die B�hne benutzt werden sollte. Der Beschwerdef�hrer konnte daher bei der �berlassung des Mietsaales einen Erfolg, wie er hier eingetreten ist, voraussehen. Zutreffend hat die Vorinstanz den ad�quaten Kausalzusammenhang zwischen seinem sorgfaltswidrigen Verhalten und dem eingetretenen Erfolg bejaht.
Aus dem Umstand, dass eine professionelle Tanzgruppe auf der B�hne auftrat und ihren Auftritt vorbereitet hatte, kann der Beschwerdef�hrer nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil er gar nicht wusste, was am Betriebsfest stattfinden sollte. Folglich konnte er auch nicht darauf vertrauen, dass nur eine einge�bte Tanzgruppe auf der B�hne auftreten w�rde. Da er sich um die geplante Nutzung des Saales �berhaupt nicht gek�mmert hatte, musste er damit rechnen, dass sich mit den �rtlichen Gegebenheiten nicht vertraute G�ste auf die B�hne begeben und dabei verunfallen k�nnten.
Dass der f�r die Organisation des Anlasses verantwortliche D.________ sich seinerseits sorglos verhielt, indem er die Mitarbeiter spontan zum Mittanzen aufforderte, entlastet den Beschwerdef�hrer nicht. Die Aufforderung von D.________ tritt als Mitursache f�r das Unfallgeschehen hinzu, wiegt jedoch nicht derart schwer, dass es den rechtlichen Kausalzusammenhang zwischen der Sorgfaltspflichtverletzung des Beschwerdef�hrers und dem Unfall zu unterbrechen verm�chte. Die eigentliche Ursache daf�r, dass die Gesch�digte in den Treppenschacht fiel, waren die vor der B�hne belassenen Holzpodeste, die der Beschwerdef�hrer h�tte wegr�umen lassen m�ssen. Ein Fehlverhalten der Gesch�digten ist nicht erstellt und wird in der Nichtigkeitsbeschwerde auch nicht vorgebracht. Die Vorinstanz verletzt daher Bundesrecht nicht, wenn sie die pflichtwidrige Unvorsichtigkeit des Beschwerdef�hrers als ad�quat kausal zum Unfall betrachtet.
8.4 Die Beschwerde erweist sich demnach als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Entsprechend diesem Verfahrensausgang hat der Beschwerdef�hrer die Kosten vor Bundesgericht zu tragen (Art. 278 Abs. 1 BstP).

References: Art. 9
 Art. 6
in dubio
 Art. 90
 BGE 
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 29
in dubio
 Art. 90
 Art. 125
 Art. 256
 Art. 21
 Art. 18
 Art. 18