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Timestamp: 2019-04-25 15:20:30+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1979, 34 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 16.06.1978
BGH, 16.06.1978 - V ZR 109/77
Zulässigkeit einer Wohnbebauung bei Gefahrübergang - Teilung eines Grundstücks zum Zwecke der Bebauung mit vier Einzelhäusern - Beeinträchtigung öffentlicher Belange durch eine Bebauung
WM 1978, 1273
Die Bebaubarkeit eines Grundstücks nach öffentlichem Recht stellt eine zusicherungsfähige Eigenschaft (§ 459 Abs. 2 BGB) dar (Senatsurt. v. 29. Januar 1971, V ZR 112/68, WM 1971, 528; v. 16. Juni 1978, V ZR 109/77, WM 1978, 1273; v. 12. Juni 1987, V ZR 151/86, WM 1987, 1223) und kann Gegenstand einer vertraglichen Beschaffenheitsangabe (§ 459 Abs. 1 BGB) sein (Senatsurt. v. 17. März 1989, V ZR 245/87, WM 1989, 857; vgl. bereits Senatsurt. v. 6. Dezember 1968, V ZR 92/65, WM 1969, 273; Senatsurt. BGHZ 67, 134).
Das ändert aber nichts daran, daß es an der Bebaubarkeit im Sinne der kaufrechtlichen Gewährleistung fehlt (Senatsurteile v. 16. Juni 1978, V ZR 109/77, WM 1978, 1273, 1274; V. 12. Juni 1987, V ZR 151/86, WM 1987, 1223, 1224).
Da die Klage auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Wandlung oder Minderung zur Entscheidung reif ist (entscheidend für das Vorliegen eines Sachmangels ist die vom Berufungsgericht noch nicht geklärte Frage, ob das materielle Baurecht im Zeitpunkt des Gefahrübergangs der Bebaubarkeit entgegenstand, vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1978, V ZR 109/77, WM 1978, 1273), mußte das Urteil aufgehoben werden.
Insoweit ist maßgebend, ob im Zeitpunkt des Gefahrübergangs ein baurechtswidriger Zustand besteht (vgl. Senatsurteil vom 16. Juni 1978, V ZR 109/77, NJW 1979, 34).
BGH, 12.06.1987 - V ZR 151/86
Der Erlaß der Teilungsgenehmigung begründet nicht zwingend die Zulässigkeit der Bebauung (vgl. Senatsurt. v. 16. Juni 1978, V ZR 109/77, NJW 1979, 34).
Die öffentlich-rechtliche Bebaubarkeit eines Grundstücks ist nach der Rechtsprechung des Senats eine zusicherungsfähige Sacheigenschaft (vgl. Urteile v. 16. Juni 1978, V ZR 109/77, WM 1978, 1273 ff und v. 22. Juni 1979, V ZR 25/77, NJW 1979, 2200, 2201 m.w.N.).
Soweit hiernach die verkauften Grundstücke bebaubar waren, bestand ein Anspruch auf Erteilung einer entsprechenden Baugenehmigung; diese begründet nicht die Zulässigkeit der Bebauung, sondern setzt sie voraus und stellt sie nur fest (BGHZ 65, 182, 186; Senatsurt. v. 16. Juni 1978 a.a.O. S. 1274).
Zu Recht sieht das Berufungsgericht in der fehlenden öffentlich-rechtlichen Bebaubarkeit des verkauften Grundstücks (Flurstück Nr. 440 (alt)) einen gewährleistungspflichtigen Sachmangel (Senatsurteile v. 16. Juni 1978, V ZR 109/77, WM 1978, 1273 und v. 22. Juni 1979, V ZR 25/77, NJW 1979, 2200, 2201 m.w.N.).
Demgegenüber ist die Bebaubarkeit eines Grundstückes nach öffentlichem Recht eine Eigenschaft im Sinne von § 459 Abs. 2 BGB (BGH WM 1971, 528; WM 1978, 1273; WM 1987, 1223; WM 1992, 919).
Diese Bindungswirkungen waren jedoch infolge Zeitablaufs (s. § 21 Abs. 1 BBauG, § 91 Abs. 1 LBO) Anfang 1976 bereits wieder entfallen (vgl. dazu BGH WM 1978, 1273).
OLG Hamm, 16.02.2012 - 22 U 174/11
Die Klägerin kann sich nämlich, nachdem der in Rede stehende Genehmigungsmangel behoben ist, nach Treu und Glauben auf dessen ehemaliges Vorliegen nicht mehr berufen und ist gehalten, die zu ihren Gunsten aus der behördlichen Entscheidung zugewachsenen Rechte wahrzunehmen, um ihren Vertragspartner vor Schaden zu bewahren (…vgl. BGH a. a. O. Rn 24; BGH WM 1978, 1273 Rn. 13).

References: § 459
 § 21
 § 91
 BGH 
 BGH 
 BGH