Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20246/84
Timestamp: 2020-03-31 11:32:58+00:00

Document:
BGH, 17.04.1986 - III ZR 246/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,416
BGH, 17.04.1986 - III ZR 246/84 (https://dejure.org/1986,416)
BGH, Entscheidung vom 17.04.1986 - III ZR 246/84 (https://dejure.org/1986,416)
BGH, Entscheidung vom 17. April 1986 - III ZR 246/84 (https://dejure.org/1986,416)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1986,416) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Vollstreckungsabwehrklage - Vollstreckbar titulierter Anspruch - Unzulässigkeit der Zwangsvollstreckung
NJW-RR 1987, 59
WM 1986, 1032
So ist die Zurechnung bejaht worden, wenn der Makler als beauftragter Verhandlungsführer oder Verhandlungsgehilfe des Schuldners aufgetreten ist (BGHZ 47, 224, 230; Urt. v. 17. April 1986, III ZR 246/84, WM 1986, 1032, 1034; BGHZ 114, 263, 269).
Für den Bereich des § 123 BGB - und damit übertragbar auf den des § 278 BGB (BGH, Urt. v. 17. April 1986, III ZR 246/84 aaO.) - ist das Einstehenmüssen des Geschäftsherrn auch dann bejaht worden, wenn der am Zustandekommen des Geschäfts Beteiligte, also etwa auch ein Makler, wegen seiner engen Beziehung zum Geschäftsherrn als dessen Vertrauensperson erscheint (…BGH, Urt. v. 6. Juli 1978, III ZR 63/76, WM 1978, 1154, 1155;… Urt. v. 8. Februar 1979, III ZR 2/77, WM 1979, 429, 431; vgl. auch Senatsurt. v. 2. Juni 1995, V ZR 52/94, BB 1995, 1609).
Gegenstand der Vollstreckungsgegenklage kann auch sein, die Vollstreckung aus dem Titel nur zu einem Teil für unzulässig zu erklären (BGH, Urteil vom 17. April 1986 - III ZR 246/84 - NJW-RR 1987, 59 ).
Das gilt unabhängig davon, ob das Vorbringen im Hinblick auf die Vollstreckungsgegenklage als neuer Sachvortrag im Sinne des § 531 Abs. 2 ZPO oder, weil es sich um eine weitere Einwendung gegen den titulierten Anspruch handelt, als Klageänderung im Sinne des § 533 ZPO zu qualifizieren ist (ebenfalls offen gelassen in BGH, Urt. v. 17. April 1986, III ZR 246/84, NJW-RR 1987, 59; für das Vorliegen einer Klageänderung BGHZ 45, 231; RGZ 55, 101; OLG Celle, MDR 1963, 932; OLG Köln, OLGR 1998, 186; OLG Köln, NJW-RR 1999, 1509;… Musielak/Lackmann, ZPO, 3. Aufl., § 767 Rdn. 20 und 41;… Schuschke/Walker, Zwangsvollstreckung, 3. Aufl., § 767 Rdn. 12;… Thomas/Putzo, ZPO, 25. Aufl., § 767 Rdn. 17;… Zöller/Herget, ZPO, 24. Aufl., § 767 Rdn. 22; Geißler, NJW 1985, 1865, 1868;… dagegen Stein/Jonas/Münzberg, ZPO, 22. Aufl., § 767 Rdn. 54;… MünchKomm-ZPO/K. Schmidt, 2. Aufl., § 767 Rdn. 42; ders., JR 1992, 89, 91 f.).
Der Vollstreckungsschuldner ist in einem zweiten Vollstreckungsabwehrverfahren entgegen § 797 Abs. 4 ZPO gemäß § 767 Abs. 2 ZPO mit allen Einwendungen ausgeschlossen, deren Gründe vor Schluss der letzten mündlichen Verhandlung im ersten Vollstreckungsabwehrverfahren entstanden sind (Anschluss an BGH, 17. April 1986, III ZR 246/84).
aa) Sie ist nach dem in einem zweiten Vollstreckungsabwehrverfahren gegen eine Notarurkunde entgegen § 797 Abs. 4 ZPO anzuwendenden § 767 Abs. 2 ZPO (vgl. BGH, Urteil vom 17.04.1986 - III ZR 246/84, juris-Tz.17 = WM 1986, 1032; OLG Zweibrücken, OLGR 1997, 110;… Zöller/Herget, ZPO, 26. Aufl. § 767, Rn. 20, Zöller/Stöber, ZPO, 26. Aufl. § 797, Rn. 11 m.w.N.) zulässig, soweit der Verjährungstatbestand erstmals nach Schluss der mündlichen Verhandlung im ersten Vollstreckungsabwehrverfahren vollendet ist, also nach dem 23.06.2004 (vgl. 427 GA III; 411 BA II).
Diese Bestimmung ist auf wiederholte VollD.streckungsabwehrklagen gegen Notarurkunden (§ 794 Abs. 1 Nr. 5 ZPO) entgegen § 797 Abs. 4 ZPO anzuwenden (BGH in ständiger Rechtsprechung, Urteil vom 01.05.1973 - II ZR 22/72 = BGHZ 61, 25; BGH, Urteil vom 17.04.1986 - III ZR 246/84 juris Tz 17 = NJW-RR 1987, 59;… Zöller/Stöber, ZPO, 26. Aufl., § 797 Rn. 11).
Die Klägerin war daher bei Strafe des Verlusts ihrer Einwendungen gezwungen, alle während des ersten Vollstreckungsabwehrverfahrens bestehenden Einwendungen dort geltend zu machen (BGH, Urteil vom 17.04.1986 - III ZR 246/84, juris Tz 17 = NJW-RR 1987, 59).
a) Bei Verhandlungen über den Abschluß eines Vertrages kann jeder Teil nach Treu und Glauben verpflichtet sein, den anderen über Umstände aufzuklären, die für dessen Entschließung von wesentlicher Bedeutung sein können (Senatsurteil vom 17. April 1986 - III ZR 246/84 - WM 1984, 1032, 1034 m.w.Nachw.).
Der Personenkreis, für den ein Verhandlungspartner wegen culpa in contrahendo einzustehen hat, ist der gleiche wie bei § 123 Abs. 2 BGB, weil diese Vorschrift für den Fall arglistiger Täuschung im Rahmen von Vertragsverhandlungen als eine gesetzliche Sonderregelung der Haftung für culpa in contrahendo anzusehen ist (BGH Urt. v. 17. April 1986, III ZR 246/84, WM 1986, 1032, 1034; Schubert, AcP 168 (1968), 470, 481).
Für die Anfechtung wegen arglistiger Täuschung entspricht es der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes, einen am Zustandekommen eines Vertrages Beteiligten dann nicht als "Dritten" im Sinne des § 123 Abs. 2 BGB anzusehen, wenn sein Verhalten dem des Anfechtungsgegners gleichzusetzen war (Senatsurt. v. 17. Oktober 1980, V ZR 30/79, WM 1980, 1452, 1453; BGH Urt. v. 17. April 1986, III ZR 246/84, WM 1986, 1032, 1034).
Die Eigenschaft als Dritter ist aber auch dann zu verneinen, wenn der Erklärungsempfänger sich die Täuschung durch eine andere Person nach Billigkeitsgesichtspunkten unter Berücksichtigung der Interessenlage zurechnen lassen muß (Senatsurt. v. 20. Juni 1962, V ZR 209/60, LM § 123 Nr. 29; BGH Urt. v. 17. April 1986, III ZR 246/84, WM 1986, 1032, 1034).
Die Voraussetzungen, die an eine derartige Erfüllungsgehilfenstellung und die Verantwortlichkeit des Vertragspartners für eine Haftung aus Verschulden bei Vertragsschluß gestellt werden, entsprechen in einem Fall wie dem vorliegenden denen, die nach § 123 Abs. 2 BGB für die Annahme einer "Vertrauensperson" oder eines "Repräsentanten" erforderlich sind (…Senatsurteil vom 26. September 1962 aaO; BGH Urteil vom 17. April 1986 - III ZR 246/84 = WM 1986, 1032 unter II 3 b).
KG, 07.03.1989 - 7 U 3387/88
Wirksamkeit eines Darlehens ; Rückauflassung einer Eigentumswohnung

References: § 123
 § 278
 § 531
 § 533
 § 767
 § 767
 § 767
 § 767
 § 767
 § 767
 § 797
 § 767
 § 797
 § 767
 § 767
 § 797
 § 797
 § 797
 § 123
 § 123
 BGH 
 § 123
 BGH 
 § 123
 BGH