Source: https://emden09.wordpress.com/2016/11/14/old-economy-schafft-arbeitsplaetze/?shared=email
Timestamp: 2019-08-19 03:24:21+00:00

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Old Economy schafft Arbeitsplätze! | emden09
Old Economy schafft Arbeitsplätze!
Warum tu‘ ich mir das immer wieder an. Lese ich doch heute früh einen Beitrag der FAZ: New Economy schafft Börsenwert, Old-Economy schafft Jobs. Ja Herr je, wie dumm ist diese vermeintliche „Erkenntnis“? Automatisierung, Computer wurden seit jeher benutzt, um Arbeit zu erleichtern, Arbeit zu vermeiden. Dabei fielen und fallen weiterhin Arbeitsplätze weg. Wenn all die Arbeit, die durch Computer wegrationalisiert wird, bei der Herstellung der Computer wieder entstünde, wo wäre der wirtschaftliche Nutzen? Wo wäre die Existenzberechtigung für die Computerindustrie?
Nein FAZ, so wird aus dieser Argumentation kein Schuh. Die Menschen, die sich ob in Wahlen oder wo auch immer gegen Fortschritt wenden, weil der Jobs ruiniere, wollen in Wirklichkeit keine Jobs! Menschen wollen eine Existenzgrundlage und Menschen wollen eine Aufgabe – kurz Teilhabe an der Gesellschaft. Jobs waren die Antwort der Old-Economy auf dieses Bedürfnis der Menschen. BGE ist die Antwort der New-Economy.
Tatsächlich schafft die Rationalisierung durch Computer und Roboter einen riesigen Produktivitätszuwachs, ein riesiges Wachstum der Volkswirtschaftlichen Leistung. Der Ertrag dieses Fortschritts wird jedoch nicht zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte nicht denen gut geschrieben, die bisher die Arbeit machten. Stattdessen wird er von jenen vereinnahmt, welche die Computer besitzen. Uuuups so schnell schon bei Marx? Richtig. Und das ist es, was den Apologeten des Anarchokapitalismus in der Redaktion der FAZ den Blick auf die Welt der Zukunft verstellt.
Selbst Großunternehmer wie Götz Werner, der Gründer der Drogeriemarkt-Kette DM fordern inzwischen ein BGE. Er postuliert: „Jedem ein gelingendes Leben ermöglichen. Das ist die primäre und finale Kulturaufgabe unserer Gesellschaft“. Also nicht: Jobs für Alle! Sondern Teilhabe für alle!
Natürlich geht diese Erkenntnis an der Redaktion der FAZ genauso spurlos vorüber wie an den Wählern rechter Politiker weltweit. Die FAZ als Apologetin des Sanktionsregimes von Hartz4 hat zusammen mit einer Regierung aus SPD und Grünen das Lumpenproletariat erst geschaffen, das heute Nationalsozialisten wie Frauke Petry, Bernd Höcke und Nazienkelin Storch politischen Auftrieb verleiht. Gleichzeitig hat man die Vermögen der Reichen in 10 Jahren vervielfacht.
Wer in dieser Weise die politischen Notwendigkeiten des Postindutriellen Zeitalters verpennt, kann natürlich schlussfolgern „Old-Economy schafft Arbeitsplätze“ und führe damit Leute wie Trump „zu Recht“ zu Mehrheiten. Liebe FAZ, einfach mal bei Götz Werner und anderen nachlesen, dass
BGE die unausweichliche Folge des Computerzeitalters sein wird;
Menschen keine Jobs wollen sondern Teilhabe
BGE die Antwort auf Pflegenotstand, Ehrenamtskrise uvam. ist
Die Computer und Roboter haben den Menschen Zeit verschafft. BGE verschafft ihnen die Möglichkeit diese Zeit sinnvoll zu nutzen, statt sinnlos vor den Büros von überforderten Arbeitsvermittlern herumzulungern.
Zu glauben, man könne „das Silicon Valley entmachten“, also den Fortschritt zurückdrehen, wie es jener verkrachte Mathematiker Roland Lindner von der FAZ heute wieder macht, ist ähnlich fruchtlos, wie es schon der Versuch war, die Eisenbahn aufzuhalten. Lindner ein typisches Beispiel jener Generation die aus Mangel an mathematischen Fähigkeiten in die Betriebswirtschaft wechselte und dort bis heute an der Addition von 1 und 1 scheitert.
14.11.2016 um 10:59
« Fotograf Jörg
BGE (B)edingungsloses (G)rund (E)inkommen »
Hat dies auf Die Spuren der Felis rebloggt und kommentierte:
Was soll ich dazu sagen. Alles wichtige wurde geschrieben. Vielen Dank dafür.
24.11.2016 at 09:04
Old Economy ist vor allem das, was sie im Namen führt: old. Das schafft keine Arbeitsplätze und die alten Arbeitsplätze will natürlich ohnehin keiner haben (wer mal auf einem Mähdrescher gesessen hat, sehnt sich nicht nach Sensen zurück!)
Warum das jetzt zwingend zu BGE führen muss, ist mir aber nicht klar. Natürlich fallen eine Zillionen Arbeitsplätze weg (wie schon immer in der Geschichte der Menschheit! selbst die schreibenden Mönche wurden irgendwann durch den Buchdruck abgelöst!).
Dafür fällt dann neue Arbeit an. War einer letztlich mal in der Schule, einem Krankenhaus oder einem Seniorenheim? Oder hat einer von denen, die bezahlte Arbeit haben, tatsächlich noch Zeit, sich um Haushalt, Garten oder seinen Verein zu kümmern? Es ist soooo viel Arbeit da, wenn jemand was machen wollte, das kann gar nicht das Problem sein. Vielleicht will im MOment keiner im Krankenhaus arbeiten, weil der Lohn eher unerfreulich ist, aber ich glaube, dass das ein temporäres Problem ist. Spätestens, wenn die Reichen selber mal in´s KH (oder Altenheim) müssen, WOLLEN sie gute Pflegekräfte haben und dann gehen auch die Löhne hoch… und irgendwann merken auch die hochbezahlten und völlig überarbeiteten, dass ein bisschen mehr Zeit für die Familie es wert ist, einem Haushälter, einer Putzfrau oder einem Gärtner faires Geld zu bezahlen.
BGE finde ich kompliziert und würde es gerne mal im Kleinen erfolgreich arbeiten sehen. Herr Werner könnte ja in seinen Läden über vergleichbare Modelle nachdenken, also z.B. dass jeder im Laden das gleiche Geld bekommt (oder es zumindest einen Mindestlohn gibt), egal ob einer zur Arbeit kommt oder sich lieber um die Kinder oder seine Playstation kümmert. Kann schon sein, dass dann die Produktivität hoch geht, aber ich persönlich habe meine Zweifel dran. Und da Herr Werner das nicht selber ausprobiert, zweifel ich ein bisschen an seinem Bekenntnis zum BGE..
24.11.2016 at 09:37
Ja, es ist viel Arbeit da. Aber gerade diese Arbeit zu bezahlen gelingt denen nicht, die durch Roboter Ihre Arbeitsplätze verlieren. Und natürlich ist nicht jeder Müllwerker zur Pflegekraft geeignet, so wenig wie ein Automechaniker als Chirurg oder Psychotherapeut usw. D.h. abgekürzt: wie wir z.B. am Ruhrgebiert erkennen, dauert dieser Strukturwandel nicht eine sondern mehrere Generationen. Damit wird er selbstverständlich zur Gemeinschaftsaufgabe. Diese durch Subventionierung von Arbeit wie im Ruhrgebiet bei Kohle und Stahl geschehen, lösen zu wollen dürfte für jeden klar denkenden Menschen, der das hier beobachtet hat von vornherein ausscheiden.
D.h. den Menschen Freiraum zu schaffen am Leben teilzuhaben und ggf. zusätzlich gegen eine Aufwandsentschädigung ein Ehrenamt anzunehmen kann diesen Strukturwandel beschleunigen.
Mit „gleiche Löhne für alle“ sitzt Du einem weit verbreiteten Irrtum über das BGE auf. Evtl. magst Du Dich mit dem Konzept noch einmal neu beschäftigen. BGE bedeutet im Grundsatz, dass jeder, ob er Arbeit hat oder nicht einen Betrag X (z.B. 1.000 Euro) im Monat frei von Steuern, Sozialabgaben etc. zum Leben haben soll. Gleichzeitig besteht kein Zwang zur Aufnahme von Arbeit. Also kein rechtsstaatwidriges Sanktionsregime (wie in Hartz4), das Menschen entweder in die Zwangsarbeit in ungeliebten Berufen presst oder ihnen alternativ das Existenzminimum verweigert. Wer dann zusätzliches Einkommen hat, wird dieses soweit es die Grenze des BGE übersteigt der Versteuerung und Sozialversicherung unterwerfen.
Dass BGE funktionieren kann ist inzwischen unter Wirtschaftsexperten unumstritten. So fordert inzwischen sogar der Siemens-Chef ein BGE. Die Finanzierung wäre auch vergleichsweise einfach – und hier kommt der Punkt, warum Werner oder Siemens-Vorstand sich für BGE stark machen. Die wollen nämlich ein BGE, das die Reichen von der Finanzierung ausnimmt. Stattdessen wird ein BGE leicht finanzierbar, wenn
1. Sämtliche BGE übersteigenden Einkünfte der Bürger (BGE-Bezugsberechtigten)
2. aus sämtlichen Einkunftsarten
3. weltweit (Model Schweiz: Welteinkommen)
4. in gleicher Höhe und ohne Ausnahmen<
5. Steuerpflichtig UND
6. Sozialversicherungspflichtig werden.
7. Eine Finanztransaktionssteuer könnte zusätzlich helfen die Budgets zu stabilisieren.
Wenn also Werner und Siemens-Vorstand Ihren Einfluss auf die Gestaltung der Finanzierung eines BGE geltend machen wollen, müssen sie sich früh in das Boot setzen und kräftig mitrudern um schließlich mindestens einen der sechs genannten Punkte zu streichen und damit ein Schlupfloch für Reiche und Superreiche zu schaffen. M.E. unsinnige Konstruktionen wie eine „Maschinensteuer“ werden jedenfalls ein BGE in adäquater Höhe nicht finanzieren können.
Am Ende bleibt dann sogar die Erkenntnis, dass BGE zum großen Teil selbstfinanzierend ist. Da es nämlich einen Mindest-Lebensstandard in einem Land absichert, wird das BGE eines jeden Bürgers innerhalb kürzester Zeit in Konsum zurückfließen. Konsum aber ist volkswirtschaftlich betrachtet und unter Beachtung der o.g. Punkte 1-7 am Ende des Wirtschaftskreislaufes immer zu 100% versteuert – oder eben wieder Teil des BGE anderer.
24.11.2016 at 10:16

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