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Timestamp: 2016-10-28 14:25:36+00:00

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89 II 389. Urteil der II. Zivilabteilung vom 21. M�rz 1963 i.S. Brandes gegen Schweizerische Bundesbahnen.
Responsabilit� civile des entreprises de chemin de fer. Accident provoqu� par un contact avec le fil conducteur du courant �lectrique utilis� pour la traction. 1. Il n'y a pas de faute de la victime excluant toute responsabilit� de l'entreprise lorsque l'accident est d�clench� par un comportement qui, selon le cours ordinaire des choses, est la cons�quence pr�visible de facteurs causals dont le l�s� n'est pas responsable (malentendu de la part de son sup�rieur, jeune �ge et inexp�rience du l�s�, etc.). Faute minime �ventuelle de la victime (consid. 2). 2. La faute d'un tiers qui, du point de vue de la causalit� ad�quate, n'est pas la seule cause de l'accident, ne lib�re pas l'entreprise (consid. 3). 3. Faute du personnel de l'entreprise. Port�e des prescriptions de service internes, destin�es � prot�ger les clients du chemin de fer. Refus d'une r�paration du tort moral en raison du peu d'importance de la faute imputable au personnel de l'entreprise (consid. 4 et 5). Faits � partir de page 39
A.- 1. Der im Januar 1936 geborene, seit Ende Juli 1956 bei der Firma Humosan AG, D�ngemittel und Landesprodukte, St. Gallen, als Hilfsarbeiter angestellte Josef Brandes erhielt am 29. August 1956 von seinem Vorgesetzten, Werkmeister Josef Romano, den Auftrag, mit dem Chauffeur Hans Trummer nach dem G�terbahnhof St. Fiden zu fahren, um dort beim Umladen einer Sendung Stroh von einem G�terwagen auf den Lastwagen mitzuhelfen. Werkmeister Romano hatte nach seiner Darstellung zuvor einen Bahnbeamten telephonisch ersucht, unverz�glich das W�gen der Ladung zu veranlassen, da diese sogleich abgeholt werde. Der Beamte soll ihm zugesichert haben, dass der G�terwagen bis zum Eintreffen des Lastwagens der genannten Firma abladebereit sein werde, und er habe ihm auch die Nummer des G�terwagens bekanntgegeben. Ungef�hr eine halbe Stunde, nachdem der Chef der G�terexpedition den Befehl zum W�gen des G�terwagens erteilt hatte, trafen Trummer und Brandes, die erstmals auf dem G�terbahnhof St. Fiden zu tun hatten, dort ein. Als Trummer den G�terwagen mit der ihm von Romano angegebenen Nummer auf Gleis B 1 stehen sah, erkundigte er sich beim Rangierarbeiter Friedrich Frischknecht, der in der N�he stand, ob er abladen k�nne. Frischknecht wies ihn an, noch zuzuwarten, da der Wagen zuerst gewogen werden m�sse. Trummer, der diese �usserung irrt�mlich auf seinen Lastwagen bezog, steuerte daraufhin dieses Fahrzeug auf die Strassenwaage der SBB und ersuchte um dessen Tarierung. W�hrend der G�tervorarbeiter Othmar Thurnherr diese vornahm, begab sich Trummer zum bezeichneten G�terwagen und begann die Seile zu l�sen, mit denen die �ber BGE 89 II 38 S. 40die Ladung gezogene Plane befestigt war. Nachdem ihm Thurnherr zugerufen hatte, es sei tariert, f�hrte Trummer sein Lastfahrzeug zum G�terwagen in der Meinung, dieser sei abladebereit. Weder er noch Brandes bedachten, dass die Fahrleitung �ber dem G�terwagen noch unter Strom stehen k�nnte, wie das tats�chlich der Fall war. Trummer bemerkte zu seinem Gehilfen lediglich, er wolle zuerst noch ein Seil am Lastwagen anbinden. W�hrend er damit besch�ftigt war, stieg Brandes auf die Strohladung, deren obere Fl�che sich bloss 1,40 m unter der Fahrleitung befand. Er kam dabei mit dem Draht in Ber�hrung und erlitt schwere Brandwunden.
2. Eine wegen dieses Unfalls gegen Unbekannt eingeleitete Strafuntersuchung wurde vom Untersuchungsrichteramt St. Gallen mangels rechtsgen�glichen Beweises eingestellt. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen best�tigte am 14. Februar 1957 diesen Entscheid, weil die die Ursache des Unfalls bildenden Unachtsamkeiten und Missverst�ndnisse der einzelnen Beteiligten f�r eine strafrechtlich fassbare Fahrl�ssigkeit nicht ausreichten.
B.- Mit der am 10. Mai 1960 beim Bezirksgericht St. Gallen eingeschriebenen Klage belangte Brandes unter Berufung auf Art. 1 EHG die Schweizerischen Bundesbahnen auf Schadenersatz und Genugtuung im Totalbetrage von Fr. 51'946.10 nebst 5% Zins seit dem Unfalltag. Die Beklagten bestritten jede Haftpflicht mit dem Hinweis auf grobes Selbstverschulden des Kl�gers und zus�tzlich auf grobes Drittverschulden seiner Arbeitgeberfirma, die es unterlassen habe, ihm die n�tigen Instruktionen zu geben.
Das Bezirksgericht wies die Klage am 2. September 1960 ab. Es fand, der Kl�ger habe - wie jedermann heutzutage - die grosse Gefahr des Eisenbahnbetriebes und insbesondere des Starkstromes kennen m�ssen und daher ohne ausdr�ckliche Best�tigung von seiten des Bahnpersonals niemals annehmen d�rfen, der Strom sei ausgeschaltet. Sein Verhalten sei dermassen unverst�ndlich und leichtfertig, BGE 89 II 38 S. 41dass es eine Haftung der Beklagten ausschliesse. Die Frage des Drittverschuldens k�nne deshalb offen bleiben.
Auf Berufung des Kl�gers ordnete das Kantonsgericht St. Gallen am 13. Mai 1961 eine medizinische Expertise �ber die bei jenem eingetretene Invalidit�t und deren Auswirkungen auf seine Erwerbsf�higkeit an. Nach Eingang des Gutachtens berechnete es den Gesamtschaden auf Fr. 50'596.50, sprach davon dem Kl�ger am 26. Oktober 1962 Fr. 16'865.50 nebst 5% Zins ab Unfalldatum zu und wies die Klage im Mehrbetrage ab. Zur Begr�ndung f�hrte das Gericht im wesentlichen folgendes an: Das Personal der SBB treffe kein Verschulden, so dass auf jeden Fall der Genugtuungsanspruch von Fr. 5000. - abzuweisen sei. Ein erhebliches Selbstverschulden des Kl�gers liege vor, jedoch seien noch weitere f�r den Unfall kausale Faktoren festzustellen, so das Verhalten des Chauffeurs Trummer und eine ungl�ckliche Verkettung von Umst�nden. Bei dieser Sachlage sei nicht auf Ausschluss jeder Haftpflicht der Beklagten, sondern nur auf Reduktion der Schadenersatzleistung gem�ss Art. 5 EHG zu erkennen. Diese sei entsprechend dem zwei Drittel betragenden Selbstverschulden des Kl�gers auf Fr. 16'865.50 nebst 5% Zins ab Unfalldatum zu bemessen.
C.- Beide Parteien haben die Berufung an das Bundesgericht erkl�rt. Der Kl�ger h�lt an seinem Anspruch auf volle Entsch�digung und Leistung einer Genugtuung fest. Er anerkennt die auf Fr. 50'596.50 lautende Schadenberechnung des Kantonsgerichtes und reduziert seinen Gesamtanspruch, der sich bei Einschluss der Genugtuung von Fr. 5000. - auf Fr. 55'596.50 beliefe, auf die urspr�nglich eingeklagte Summe von Fr. 51'946.10. Zur Begr�ndung macht er erneut geltend, seine eigene Unvorsichtigkeit trete, soweit sie �berhaupt feststellbar sei, weit hinter den von ihm nicht zu verantwortenden Unfallursachen der inh�renten Betriebsgefahr und des Verschuldens des Bahnpersonals zur�ck.
Die Beklagten beharren ihrerseits auf dem Antrag auf BGE 89 II 38 S. 42Klageabweisung, mit der Begr�ndung, dass ad�quate Ursache des Unfalls ausschliesslich das schuldhafte Verhalten bahnfremder Personen (Selbstverschulden des Kl�gers, Drittverschulden Trummers und Romanos) gewesen sei.
1. Beide Vorinstanzen haben in �bereinstimmung mit den Parteien zutreffend angenommen, dass die Streitsache nach EHG und nicht nach ElG zu beurteilen sei. Wenn auch der Unfallhergang an sich der Umschreibung in Art. 27 Abs. 1 ElG entspr�che, handelt es sich doch offensichtlich um ein beim Eisenbahnbetrieb eingetretenes Schadenereignis (Art. 1 EHG; BGE 75 II 71 und st�ndige Rechtsprechung).
2. Bei ihrer Annahme, dass den Kl�ger ein Selbstverschulden treffe, ging die Vorinstanz davon aus, dass die bei Ber�hrung einer Starkstromleitung bestehende Lebensgefahr jedem urteilsf�higen Menschen bekannt sei und dass daher grobfahrl�ssig handle, wer sich dieser Ber�hrung aussetzt, ohne vorher sich die Gewissheit verschafft zu haben, dass der Strom ausgeschaltet ist. Dieser Grundsatz wurde in der Tat wiederholt in bundesgerichtlichen Entscheiden ausgesprochen (Urteile vom 13. Dezember 1934 i.S. W�est c. SBB, vom 13. Mai 1937 i.S. Imhof c. SBB, und BGE 75 II 73). Das berechtigt indessen nicht, ihn nun unbek�mmert um den konkreten Sachverhalt schematisch anzuwenden. Vielmehr ist in jedem Einzelfalle zu pr�fen, ob nach den gegebenen Umst�nden in einem solchen Verhalten wirklich ein Selbstverschulden liege und ob dieses eine solche Intensit�t erreiche, dass es die Haftpflicht der Bahn ausschliesst.
a) Bei dem in BGE 75 II 68 beurteilten Falle war das Ber�hren der Dr�hte vollkommen verbotswidrig und auch unvern�nftig; es bestand nicht der geringste Anlass zur Annahme, dass der Strom ausgeschaltet sei. In den F�llen W�est und Imhof h�tten die Gesch�digten bei einiger �berlcgung mindestens im Zweifel dar�ber sein m�ssen, ob die BGE 89 II 38 S. 43Leitungen unter Strom st�nden; sie handelten offensichtlich voreilig und leichtfertig.
Ganz anders verh�lt es sich hier. Der 20-j�hrige, mit den Vorg�ngen in einem G�terbahnhof nicht vertraute Kl�ger war dem Chauffeur Trummer als Gehilfe zum Abladen der Strohladung mitgegeben worden. Dieser aber war, als er zusammen mit Brandes im G�terbahnhof eintraf, begr�ndeterweise der Meinung, der G�terwagen sei abladebereit, da dies dem Werkmeister Romano, der Trummer und Brandes zum Bahnhof geschickt hatte, so mitgeteilt worden war. Auf dem Bahnhof wurde er allerdings vom Rangierarbeiter Frischknecht angewiesen, noch zu warten, bis der Wagen gewogen sei. Da jedoch Trummer diese �usserung irrt�mlich auf sein eigenes Lastfahrzeug bezog, fuhr er damit auf die Strassenwaage der SBB, um es w�gen zu lassen. Obschon dieses Verhalten, wie die Beklagten vor Bundesgericht selber bemerkten, v�llig unverst�ndlich war, wurde Trummer von keiner Seite �ber das Missverst�ndnis aufgekl�rt. Er begab sich infolgedessen im Glauben, dass der G�terwagen abladebereit sei, schon w�hrend der W�gung seines Fahrzeuges mit Brandes zum Bahnwagen und begann die Verpackungsseile zu l�sen. Dabei sagte ihm zwar niemand ausdr�cklich, die Fahrleitung sei ausgeschaltet, er wurde aber auch von keinem der diensttuenden Bahnangestellten auf das Gegenteil hingewiesen, obschon das zweifellos nahegelegen h�tte, als sich Trummer und Brandes in f�r jedermann erkennbarer Weise am G�terwagen zu schaffen machten. Frischknecht anerkannte denn auch in der Folge, dass er nicht nur auf das W�gen h�tte hinweisen, sondern Trummer ausdr�cklich auch auf die noch eingeschaltete Fahrleitung h�tte aufmerksam machen sollen. Diese Unterlassung des Bahnpersonals ist aber, mag sie auch als strafrechtlich irrelevant erachtet worden sein, wegen ihres Einflusses auf das Verhalten Trummers und Brandes jedenfalls f�r die Entscheidung der zivilrechtlichen Haftpflichtfrage von Belang. Zur Entlastung der Bahnangestellten war angenommen worden, der Unfall sei durch BGE 89 II 38 S. 44ein Missverst�ndnis und den ungl�cklichen Umstand mitverursacht worden, dass Brandes und Trummer bez�glich des Bahnbetriebes Neulinge waren. Infolge der engen Verkettung des Verhaltens der beiden letzteren mit demjenigen des Bahnpersonals muss der genannte Entlastungsgrund auch f�r den Kl�ger gelten.
b) So betrachtet aber kann von einem die Kausalhaftung der Beklagten ausschliessenden Selbstverschulden des Kl�gers keine Rede sein, und es ist nicht wohl zu verstehen, wieso die Vorinstanz zur gegenteiligen Annahme gelangen konnte, nachdem sie selber festgestellt hatte, dass das Missverst�ndnis Trummers den Kl�ger zur Meinung verf�hrt habe, man k�nne mit dem Abladen sofort beginnen. Das Gespr�ch zwischen Trummer und Frischknecht hatte Brandes nicht mitangeh�rt. Selbst wenn also Trummer, wie das Kantonsgericht annimmt, die Weisung Frischknechts bei gebotener Aufmerksamkeit dahin h�tte verstehen m�ssen, der G�terwagen m�sse zuerst noch zur Waage gef�hrt werden, so konnte der Kl�ger das nicht wissen. Als dann Trummer w�hrend des W�gens seines Fahrzeuges mit dem L�sen der Seile am G�terwagen begann und schliesslich den Lastwagen an den G�terwagen heranfuhr mit der Bemerkung, er wolle nur noch das Seil am Lastwagen anbinden, musste der Kl�ger dies als Weisung auffassen, jetzt mit dem Abladen zu beginnen. Ihm zuzumuten, er h�tte es besser wissen sollen als sein Vorgesetzter, diesen auf die m�glicherweise immer noch eingeschaltete Hochspannung aufmerksam machen und sich vorerst weigern sollen, den Wagen zu besteigen, ginge an der Wirklichkeit vorbei und widerspr�che einer nat�rlichen Betrachtung der Dinge.
c) �brigens k�me eine Befreiung der Beklagten von ihrer Haftpflicht selbst dann nicht in Frage, wenn anzunehmen w�re, der Kl�ger habe sich doch schuldhaft unvorsichtig verhalten und dadurch in rechtserheblicher Weise den Unfall mitverursacht. Das Selbstverschulden w�re diesfalls im Rahmen des Ganzen von so untergeordneter Bedeutung, dass nicht gesagt werden k�nnte, es lasse die BGE 89 II 38 S. 45von der SBB zu vertretende Betriebsgefahr als inad�quate Unfallursache erscheinen (s. auch BGE 88 IV 106).
d) Aus dem selben Grunde liesse sich auch eine Erm�ssigung der Ersatzpflicht der Beklagten nicht rechtfertigen. Zwar kann der Richter unter W�rdigung aller Verh�ltnisse die Entsch�digung erm�ssigen, wenn den Verletzten ein Teil der Schuld trifft (Art. 5 EHG). Vorliegend haben jedoch'wie ausgef�hrt, Umst�nde in ununterbrochener Kausalkette am Entstehen der Unfallsituation mitgewirkt, die der Kl�ger nicht zu vertreten hat, so der Irrtum, dass der G�terwagen bei Eintreffen Trummers und Brandes abladebereit sein w�rde, das Missverst�ndnis zwischen Frischknecht und Trummer �ber das noch zu w�gende Fahrzeug, die Jugendlichkeit und Unerfahrenheit des Kl�gers und seine Stellung als Untergebener Trummers. Wenn daher Brandes durch sein in vermeintlich richtiger Erf�llung seiner Arbeitsaufgabe an den Tag gelegtes Verhalten den Unfall ausl�ste, so war das in so �berwiegendem Masse die nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge zu erwartende Folge jener Kausalfaktoren, dass auch ein mitkausales Selbstverschulden des Kl�gers daneben im Rahmen von Art. 5 EHG jedenfalls ausser Betracht fallen m�sste.
3. Ein Drittverschulden kann die Eisenbahnunternehmung von ihrer Haftpflicht nur entlasten, wenn es unter dem Gesichtspunkt der ad�quaten Kausalit�t die einzige Ursache des Unfalles bildet (BGE 87 II 306 und dort angef�hrte Entscheidungen). Diese Voraussetzung ist hier nicht erf�llt. Wie aus dem bereits zuvor Ausgef�hrten erhellt, haben die Missverst�ndnisse �ber das Bereitstehen und das W�gen des G�terwagens zum Schadenereignis ebenfalls in rechtserheblicher Weise beigetragen, und in gleichem Sinne hat sich auch ausgewirkt, dass einerseits der Rangierarbeiter Frischknecht unmittelbar nach dem Gespr�ch mit Trummer Dienstpause hatte und sich nach Hause begab, ohne sich weiter um den Ablauf der Dinge zu k�mmern, und dass anderseits Trummer und Brandes mit den Vorg�ngen auf G�terbahnh�fen nicht vertraut BGE 89 II 38 S. 46waren und insbesondere zum ersten Male auf dem Bahnhof St. Fiden zu tun hatten.
Die Beklagten haben demnach dem Kl�ger den erlittenen Schaden in vollem Umfang zu ersetzen. Die vorinstanzliche Bemessung dieses Schadens auf Fr. 50'596.50 ist nicht angefochten.
4. Der Kl�ger fordert �ber diesen Schadenersatz hinaus die Summe von Fr. 5000.-- als Genugtuung. Eine solche kann gem�ss Art. 8 EHG zugesprochen werden, wenn die Eisenbahnunternehmung oder Personen, f�r die sie gem�ss Art. 1 Abs. 2 EHG verantwortlich ist, ein Verschulden trifft. Ein solches l�sst sich hier entgegen der Auffassung der Vorinstanz nicht g�nzlich ausschliessen.
a) Es ist unbestritten, dass der Chef der G�terexpedition dem Werkmeister Romano telephonisch erkl�rte, der G�terwagen mit der Strohladung werde bis zum Eintreffen der Arbeiter gewogen und abladebereit sein, und dass Romano diese Mitteilung an den Chauffeur Trummer weitergegeben hat. Aus diesem Grunde war Trummer denn auch der Ansicht, es verhalte sich tats�chlich so, und daraus erkl�rt sich weiter, warum er in der Folge die Anweisung Frischknechts, er solle warten, es m�sse noch gewogen werden, missverstand. Die so lautende Aussage Trummers wird �brigens von den Beklagten selber angerufen, allerdings nur, um daraus ein Verschulden Romanos (mangelhafte Instruktion der beiden Arbeiter) abzuleiten. Es war aber zweifellos ein Fehler des Chefs der G�terexpedition, das sofortige W�gen und Bereitstellen des G�terwagens zuzusichern, sodann aber nicht daf�r zu sorgen, dass diese Handlungen ohne jeden Verzug vorgenommen wurden. Jedenfalls aber h�tte er, wenn ein sofortiges W�gen nicht m�glich war, Trummer und Brandes bei ihrem Eintreffen im Bahnhof unmissverst�ndlich dar�ber aufkl�ren m�ssen, dass der G�terwagen noch nicht abladebereit sei.
b) Weiter entsprach auch das Verhalten des Rangierarbeiters Frischknecht nicht der nach den Umst�nden gebotenen Sorgfaltspflicht, indem er in einer Ausdrucksweise, BGE 89 II 38 S. 47die von Trummer missverstanden wurde, bloss vom noch erforderlichen W�gen sprach, es aber unterliess, gleichzeitig auf die noch eingeschaltene Fahrleitung �ber dem G�terwagen hinzuweisen.
c) Vorschriftswidrig war es sodann, dass keiner der diensttuenden Bahnangestellten Trummer anwies, zuerst den Frachtbrief im Stationsb�ro zu holen, dass man ihn vielmehr im Glauben liess, dies sei nicht n�tig, nachdem die Wagennummer telephonisch mitgeteilt worden war. Auf dem Frachtbrief w�re, bei pflichtgem�ssem Verhalten des zust�ndigen Beamten der gelbe Warnzettel aufgeklebt gewesen, der Trummer nachdr�cklich auf die Gefahr der Fahrleitung hingewiesen h�tte. In der genannten Unterlassung liegt ein Verstoss gegen Ziff. 3 Abs. 5 des Reglements 352.2 �ber Annahme, Verlad, Bef�rderung, Auslad und Auslieferung von Tieren und G�tern, wonach das Bahnpersonal verpflichtet ist, die Bahnkunden auf die Gefahr des elektrischen Stromes sowie auf die entsprechenden Verhaltungsregeln aufmerksam zu machen. Demgegen�ber kann nicht eingewendet werden, die genannte Vorschrift habe lediglich bahninternen Charakter und es k�nnten sich deshalb Dritte nicht darauf berufen. Diese Auffassung wurde zwar in zwei nicht ver�ffentlichten Urteilen des Bundesgerichtes (i.S. W�est c. SBB vom 13. Dezember 1934 und i.S. Imhof c. SBB vom 13. Mai 1937) vertreten. Doch kann daran in dieser allgemeinen Form nach erneuter Pr�fung nicht festgehalten werden. Aus dem Inhalt der Vorschriften des Reglements 352.2 erhellt zweifelsfrei, dass diese nicht allein um der internen Ordnung willen, sondern in erster Linie im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere zum Schutz der Bahnkunden vor den Gefahren des elektrischen Stromes erlassen wurden (s. auch BGE 88 IV 103). Wo sich daher ihre Missachtung �ber den bahninternen Bereich hinaus zum Nachteil Dritter auswirkt, kann diesen nicht verwehrt sein, sich zur Begr�ndung ihrer Anspr�che zumindest mittelbar auf jene Vorschriften zu berufen. Macht die Eisenbahnunternehmung ihren Bediensteten BGE 89 II 38 S. 48ein bestimmtes Verhalten zur Pflicht, weil dies nach ihrer eigenen Auffassung zum Schutze der Bahnkunden geboten ist, so muss sie sich auch eine pflichtwidrige Unterlassung einer solchen Vorkehr durch ihr Personal entgegenhalten lassen, wenn der Verstoss gegen die Dienstvorschrift sich in einer Sch�digung Dritter ausgewirkt hat.
d) Schliesslich ist es entgegen der Auffassung des Kantonsgerichtes auch nicht v�llig belanglos, dass der Humosan AG das "Merkblatt f�r Bahnkunden" �ber die Verh�tung von Starkstromunf�llen nicht zugestellt wurde. Gem�ss Ziff. 3 Abs. 7 des Reglements 352.2 hat dies allen Absendern und Empf�ngern von Wagenladungen sowie den sonstigen wichtigeren Bahnkunden gegen�ber j�hrlich einmal zu geschehen. Dass es sich bei der genannten Firma um einen Grosskunden einer andern Station, n�mlich derjenigen von Wittenbach, handelt, mag zutreffen, hilft jedoch nicht �ber die Tatsache hinweg, dass nach der unbestrittenen Aussage des Werkmeisters Romano seine Arbeitgeberin w�hrend seiner vielj�hrigen T�tigkeit bei ihr noch nie von irgendeiner Seite das rote Merkblatt erhalten hat. Das ist nun nicht deshalb unerheblich, weil Romano, wie er erkl�rte, dessen Inhalt ohnehin kannte. Der Sinn der genannten Dienstanweisung ist offensichtlich der, die Bahnkunden seien allj�hrlich aufs neue an die mit dem Ein- und Ausladen von G�terwagen verbundenen Gefahren zu erinnern, und tats�chlich ist denn auch im vorliegenden Fall die M�glichkeit nicht von der Hand zu weisen, dass die vorschriftsgem�sse Durchf�hrung dieser Warnmassnahme Romano und Trummer zu erh�hter Aufmerksamkeit veranlasst h�tte.
5. Ist demnach ein bahnseitiges Verschulden grunds�tzlich zu bejahen, so kann doch keinesfalls von grober Fahrl�ssigkeit oder Arglist die Rede sein (Art. 8 EHG). Vielmehr liegen die vorgenannten Versehen und Unterlassungen sehr nahe an der Grenze bloss objektiv unrichtigen Verhaltens. Es rechtfertigt sich daher nicht, die Beklagten BGE 89 II 38 S. 49wegen jenes unbedeutenden Verschuldens ihres Personals ausser f�r den materiellen Schaden auch f�r die immaterielle Unbill des Kl�gers haften zu lassen. Insoweit ist daher die Berufung des Kl�gers unbegr�ndet.
1.- Die Berufung des Kl�gers wird teilweise gutgeheissen und das Urteil des Kantonsgerichtes St. Gallen vom 26. Oktober 1962 dahin abge�ndert, dass die Beklagten dem Kl�ger den Betrag von Fr. 50'596.50 nebst 5% Zins seit 29. August 1956 zu bezahlen haben.
88 IV 103
Art. 27 Abs. 1 ElG suite... ,
Art. 1 Abs. 2 EHG

References: BGE 
 Art. 1
 BGE 
 Art. 5
 BGE 
 Art. 27
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 5
 BGE 
 Art. 8
 Art. 1
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 

Art. 27

Art. 1