Source: http://www.frag-einen-anwalt.de/Doppelte-Haushaltsfuehrung--f24250.html
Timestamp: 2016-10-28 12:28:44+00:00

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01.04.2007 23:26 | Preis: ***,00 € |
Ich bin Österreicher und arbeite ab 01.04. in München. Zu diesem Zweck habe ich bereits eine lokale Wohnung gemietet.
Meine österreichische Wohnung werde ich allerdings weiter führen und außerdem einen Großteil meiner Freizeit in Österreich verbringen. Regelmäßige Heimfahrten sind somit vorgesehen.
Jetzt komme ich zur Komplikation meines Falles.
Ich bin mit einer Brasilianerin verheiratet, welche sich zur Zeit noch in Brasilien aufhält. Bis Juni 2007 sollte sie außerdem die italienische Staatsbürgerschaft erlangen und nach Europa ziehen.
Das EStG ist bzgl. der Mitnahme nicht berufstätiger Ehegatten an den Beschäftigungsort nicht eindeutig.
Einerseits besagt § 9, R 43 (2), dass auch die Mitnahme des nicht berufstätigen Ehegatten an den Beschäftigungsort der beruflichen Veranlassung einer doppelten Haushaltsführung nicht entgegen steht.
Andererseits definiert § 9, R 42 (1) im Falle eines verheirateten Arbeitnehmers den tatsächlichen Wohnort seiner Familie als den Mittelpunkt der Lebensinteressen.
1. Besteht die Möglichkeit doppelte Haushalfsführung geltend zu machen, falls meine Frau ab ca. Mitte des Jahres 2007 in meiner Wohnung in Österreich gemeldet ist und sich anschließend (um in den Genuss der Familienversicherung zu kommen) in meiner Münchener Wohnung meldet?
2. Wieviel Zeit müssten wir zwischen den beiden Meldungen (zuerst in Österreich, dann in Deutschland) verstreichen lassen, damit einer doppelten Haushaltsführung nichts im Wege steht?
3. Ist meine Annahme richtig, dass einer Zusammenveranlagung nach § 26 EStG nichts im Wege steht, solange meine Ehefrau einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich hat (§ 1a EStG) - auch wenn Sie die italienische Staatsbürgerschaft nicht inne hat? Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 118 weitere Antworten zum Thema:
Im Zusammenhang mit Ihrer Sachverhaltsdarstellung ist erst einmal festzuhalten, ob Sie einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, da in diesem Zusammenhang wird zuklären sein, ob Sie in Deutschland unbeschränkt oder beschränkt einkommensteuerpflichtig sein werden.
Sollten Sie diesen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Österreich haben, wir Ihre einkommensteuerliche Steuerpflicht sich nicht in Deutschland, sondern in Österreich abspielen.
Sollte diese sich jedoch in Deutschland befinden, sollte sich die Dame auch dort aufhalten, da ansonsten eine doppelte Haushaltsführung nur erschwert wird möglich sein.
Wird diese sich an Ihrem Arbeitsort aufhalten, wird der Lebensmittelpunkt unabhängig von der Lokalisierung Ihres Wohnsitzes sich in Deutschland befinden, wobei dann zu prüfen wäre, ob wegen der Distanz etwaiger Wohnungen ein doppelte Haushaltsführung sich argumentativ wird gegenüber dem deutschen Finanzamt verkaufen wird können.
Sollte die Dame in Österreich leben, kommt es nicht wirklich auf die Nationalität derselben an, wenn Sie wiederum in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, da sodann wegen der etwaigen Zusammenveranlagung ein Antrag auf unbeschränkte Einkommensteuerpflicht möglich ist.
Sollte die Dame jedoch als Brasilianerin die italienische Staatsbürgerschaft nicht erlangen, wird der von Ihnen erwähnte § 1 a EStG in Deutschland schon deswegen keine Rolle spielen, da sodann diese keine Bürgerin der EU wird sein, dies Norm jedoch nur auf derartige Bürger Anwendung findet.
Sollte die unbeschränkte Einkommensteuerpflicht in Deutschland gegeben sein, wird es nunmehr tatsächlich auf den Lebensmittelpunkt ankommen.
Wenn dieser sich am Arbeitsort befindet, kann es durchaus sein, dass an der doppelten Haushaltsführung trotz Vorliegen von Ehegatten wird gezweifelt werden können.
Nachfrage vom Fragesteller	05.04.2007 | 22:41
Da mir meine Lage noch nicht ganz klar ist, möchte ich um eine konkretere Antworten bitten.
Ich erkläre erst einmal den Sachverhalt etwas deutlicher, damit Sie sich ein klares Bild von meiner Situation machen können:
Ich verfüge über einen Wohnsitz in Deutschland und bin somit unbeschränkt einkommensteuerpflichtig. Dieser ist durch eine Zweitwohnung bedingt, weil ich aufgrund eines neuen Jobs eben erst nach München gezogen.
Meinen österreichischen Hausstand (in der Nähe von Wien) werde ich weiterhin unterhalten.
Jetzt komme ich zur Nachfrage:
A. Kann ich doppelte Haushaltsführung geltend machen, wenn ich – wie in der obigen Sachverhaltsdarstellung angeführt - über eine beruflich veranlasste Zweitwohnung in München und einen eigenen Hausstand in der Nähe von Wien verfüge, in welcher sich auch meine Ehefrau (Brasilianerin, welche innerhalb der nächsten drei Monate die italienische Staatsbürgerschaft erhalten wird) aufhalten wird (Lebensmittelpunktes gemäß §9 EStG R42 Satz 4 im österreichischen Hausstand; aufgrund des Münchener Wohnsitzes unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland)?
B. Außerdem möchte ich Sie bitten die folgende Ihrer Aussagen etwas ausführlicher zu erläutern:
"Wird diese (meine Ehefrau) sich an Ihrem Arbeitsort aufhalten, wird der Lebensmittelpunkt unabhängig von der Lokalisierung Ihres Wohnsitzes sich in Deutschland befinden…"
Ihre Aussage – und da komme ich wieder zurück zu meiner ursprünglichen Frage 1 - steht doch in Konflikt zu § 9, R 43 (2), welcher besagt dass auch die Mitnahme des nicht berufstätigen Ehegatten an den Beschäftigungsort der beruflichen Veranlassung einer doppelten Haushaltsführung nicht entgegen steht.
Lese ich § 9 EStG R43 (3) zum Begriff „Eigener Hausstand“, komme ich außerdem zum Schluss, dass einer Konstellation „Hausstand in Österreich / beruflich veranlasste Zweitwohnung in München“ nichts entgegen steht, denn es ist von größeren Entfernungen bzw. einer Wohnung im Ausland die Rede.
Konkret formuliert - könnte meine Ehefrau – neben der Meldung in Österreich - auch in München gemeldet sein, ohne dass die doppelte Haushaltsführung darunter leidet?
Vielen Dank im voraus und frohe Ostern! Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
hinsichtlich Ihres Wiener Wohnsitzes ist erst einmal z überprüfen, aus welchem Grunde dieser überhaupt der Lebensmittelpunkt darstellen solle, zumal Sie Ihren Ehegatten an den Beschäfitgungsort werden mitnehmen wollen.
Ihre weiteren Ausführungen hinsichtlich der ESTR sind für mich schon deswegen nicht relevant, da Ihrem Sachverhalt es bereits immer noch daran fehlt, warum Ihr Lebensmittelpunkt in Östereich sein soll und Sie trotzdem in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sein wollen.
Somit wird es auf die etwaige Mitnahme der "Brasilianerin" nicht wirklich mehr ankommen.

References: § 9
 § 9
 § 26
 § 1
 §9
 § 9
 § 9