Source: http://www.deliberationdaily.de/2016/07/la-dolce-vita-und-die-bankenkrise/
Timestamp: 2020-05-31 04:01:36+00:00

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La dolce Vita und die Bankenkrise - Deliberation Daily
La dolce Vita und die Bankenkrise
by Stefan Pietsch on 12. Juli 2016
Der Internationale Währungsfonds (IWF) schlägt Alarm: Italien, das sich gerade etwas aus einer lang anhaltenden Rezession herausgearbeitet hat und minimale Wachstumsaussichten von rund 1% hat, droht der Rückfall. Im Zentrum der allgemeinen Sorge steht der Finanzsektor mit seinen rund 360 Milliarden Euro faulen Krediten. Der IWF und Ministerpräsident Matteo Renzi wollen schnellstmöglich die schiefliegenden Kreditinstitute mit Steuergeldern rekapitalisieren. Den Sozialdemokraten treibt die Angst vor dem Wähler an, während sich die Experten in New York um die Ansteckungsgefahren der italienischen Bankenkrise auf die Eurozone sorgen. Nur da gibt es ein kleines Problem.
Im Land des azurblauen Himmels reagierte man auf die globale Finanzkrise 2008 nach erprobter Art. Italienische Banken halten sich traditionell im klassischen Spekulationsgeschäft mit Derivaten und ähnlichen Finanzprodukten zurück. Entsprechend wenig war der nationale Bankensektor von den Turbulenzen an der Wall Street betroffen. Das Geschäft von UniCredit, Monte dei Paschi di Siena und anderer ist die Kreditvergabe an Investoren und Konsumenten sowie Staatsfinanzierung. Erst mit der 2010 heraufziehenden Staatsfinanzkrise standen die Institute im Blickpunkt. Seit dem hat der Bankensektor ein Problem.
Der Wert des Anlagekapitals, von gegebenen Krediten sowie die Profitabilität der Finanzinstitute in Mailand und Rom hängen damit am Wohlergehen der italienischen Volkswirtschaft sowie der Zahlungsfähigkeit des Staates. Um beides steht es nicht zum Besten. Seit fast 15 Jahren wächst die Ökonomie nicht mehr, die Produktivität ist desaströs, die Investitionsquote ebenfalls. Die langanhaltende Stagnation hat die Arbeitslosigkeit, ohnehin traditionell hoch, weiter getrieben, der verkrustete Arbeitsmarkt lähmt jede wirtschaftliche Aktivität. Unternehmer flüchten seit Jahren aus dem Land, wo jeder zwar kassieren, aber kaum jemand arbeiten will. Und so hinkt beispielsweise die Frauenerwerbstätigkeit mit 47% deutlich hinter Deutschland mit 68% hinter her. Der Staat, aus institutionellen Gründen kaum entscheidungsfähig, verschuldet sich derweil munter weiter. Mit einer Verschuldungsquote von 135% des BIP spielt Italien in einer eigenen Liga der internationalen Schuldnerländer.
Die meisten Industrieländer haben nach 2008 ihren Finanzsektor restrukturiert und rekapitalisiert. In den USA traten zahlreiche Regulierungsnormen hinzu. Die Europäische Union nahm die Bankenunion mit dem 3-Säulen-Modell aus Aufsicht, Abwicklung und Einlagensicherung in Angriff. Nur Italien betrieb business as usual und das bedeutet im Land, wo die Zitronen blühen: Hände in den Schoss. Weder die nach Basel III geringe Eigenkapitalausstattung noch das kritische Abschneiden der Finanzinstitute auf dem Stiefel bei den Stresstests der Bankenaufsicht durch die EZB weckten irgendjemanden in Rom auf.
Während man also in der Ewigen Stadt den Schlaf der Gerechten schlief, war die europäische Politik sehr aktiv. Die Bankenunion wurde auf den Weg gebracht und wahrscheinlich baute die italienische Öffentlichkeit vertrauensvoll darauf, dass über den Umweg Einlagensicherung die deutschen Sparer für die Ersparnisse der ziemlich wohlhabenden Südländer aufkommen würden. Dazu kann es tatsächlich kommen, aber womöglich explodiert die azurblaue Bombe früher.
Nach Expertenschätzungen benötigen allein die Banken jenseits der Alpen 40-60 Milliarden Euro frisches Eigenkapital. 200 Milliarden Euro Kredite gelten als uneinbringlich, da die Schuldner inzwischen insolvent sind. Da die Darlehen nicht ausreichend abgeschrieben sind, führt die Korrektur in den Bankbilanzen zu zusätzlichen Verlusten. Die Kreditinstitute sind unterkapitalisiert, d.h. ihr Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme unterschreitet regelmäßig die Quoten von Basel III mit aktuell 5,125% (2019: 7%). Wer die Regeln nicht einhält, darf eigentlich nicht mehr mitspielen.
Nun geht es ans Eingemachte. Die Italiener sind an sich sind ein reiches Volk, dafür ist ihr Staat wegen seiner immensen Schuldenlast und zukünftiger Renten- und Pensionsverpflichtungen arm. Und natürlich wollen die Menschen im Land des Catenaccio – vom Kleinsparer bis Millionär – an diesem Zustand auch nichts ändern. Der Zusammenbruch ganzer Banken würde viele Italiener arm machen. Einen Vorgeschmack lieferte Ende 2015 die Krise von vier kleinen Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Der Staat musste eingreifen, 10.000 Kleinsparer verloren 360 Millionen Euro. Die Öffentlichkeit war not amused.
Nun taucht ein kleines Problem auf. Seit August 2015 gilt in der EU die zweite Stufe der Bankenunion, die einheitliche Abwicklung. Um nicht vor allem den Steuerzahler für Bankschieflagen in Haftung zu nehmen, gilt die sogenannte „Bail-in“-Regel. Der Abwicklungsfonds der Banken kann nur zur Abwicklung von Banken beitragen, wenn mindestens 8 % der Gesamtverbindlichkeiten der Bank per Bail-in gedeckt werden. Im Klartext bedeutet dies, dass Anteilseigner wie Sparer erst mit einem deutlichen Beitrag zur Stützung herangezogen werden, bevor die Gemeinschaft in Haftung tritt. Zuviel für die im Privaten so sparsamen Italiener. Einige brachten sich bereits Ende 2015 wegen weit geringerer Beträge um. Bei Monte dei Paschi geht es jetzt um große Summen: 60.000 Sparer halten etwa fünf Milliarden Euro in Obligationen. Sie würden in das Haftungskapital der Bank fließen.
Die Regierung Matteo Renzi will das nicht hinnehmen und sucht nach Wegen, die gerade in Kraft getretenen Gemeinschaftsregeln außer Kraft zu setzen. Die faulen Kredite sollen in eine Bad Bank ausgelagert werden, bevor die Rekapitalisierung mit einem geringen Milliardenbetrag beginnt. Und natürlich sind wieder die Deutschen an allem schuld, die für sie maßgeschneiderte Regeln schrieben. Rom hat die Europäische Gemeinschaft wieder in ein Dilemma gebracht: bleibt man in Brüssel hart und besteht auf Einhaltung der gemeinsam beschlossenen Regeln, befördert das Sezessionstendenzen im Süden. Gerade hat eine Vertreterin der Fünf-Sterne-Bewegung das Bürgermeisteramt in Rom erobert. Und 2017 stehen Parlamentswahlen an.
Man könnte allerdings auch die Regeln außer Kraft setzen, die italienischen Sparer ruhig stellen und den Steuerzahler haften lassen. Genauso gut könnte man dann jedoch auch EU-Regeln auf Klohaustüren schreiben: Lacht man drüber und ignoriert sie.
Tim 12. Juli 2016, 21:19
Aus Angst wird es am Ende wieder einen Kompromiß geben. Und alle Welt wird erneut bestärkt in der Annahme, daß europäische Regeln nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen. Unsere schöne Werteunion EU.
Rauschi 13. Juli 2016, 08:00
War das nicht genau das, was der Chefökonom der deutschen Bank gefordert hat?
Auch die neue Richtlinie erlaubt eine gewisse Flexibilität. So dürfen Staaten den Instituten unter bestimmten Voraussetzungen und für eine sehr limitierte Zeitspanne Kapital zur Verfügung stellen.
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article156982813/Unser-Lebensstandard-steht-auf-dem-Spiel.html
Das fordert ohne Dolce Vita zu erwähnen, aber sicher hat der den Schuss nicht gehört.
Allein die Aussage, unser Lebensstandard steht auf dem Spiel, zeigt doch, das grundsätzlich enorm übertrieben wird.
Das erinnert mich an einen Beitrag zum Nachtflugverbot in Frankfurt. Da meinte auch ein Vertreter der Wirtschaft, der Wirtschaftsstandort Deutschland stünde auf dem Spiel. Da dachte ich schon, geht es nicht eine Nummer kleiner. Dann aber wurde berichtet, das es um 18 Flüge geht. Da habe ich zu meinem Mann gesagt, wir sollten wohl besser zumachen, wenn die Logistik nicht in der Lage ist, diese 18 Flüge umzuleiten, dann hat es keinen Zweck, dann können wir aber auch gar nichts. Echt, wegen 18 Flügen ist der Wirtschaftsstandort in Gefahr, was für ein Witz. Soviel zu Warnungen aus der Wirtschaft.
In Dubio 13. Juli 2016, 09:01
Lobbypolitik macht auch der Paritätische Wohlfahrtsverband oder Greenpeace. Es ist wohl naheliegend, dass Banken kein gesteigertes Interesse besitzen, ihre eigenen Kunden zur Rekapitalisierung heranzuziehen. Genauso haben Finanzinstitute derzeit Probleme, neues Haftungskapital an den Börsen aufzutreiben.
Machen die Bürger erst die Erfahrung, dass ihre Bank auch in Schieflage geraten kann, schauen sie genauer hin, wem sie ihr Geld anvertrauen. Das würde die Eigenverantwortung fördern und ist deswegen von vielen nicht gewünscht.
Erwin Gabriel 13. Juli 2016, 14:05
>> Dann aber wurde berichtet, das es um 18 Flüge geht.
Nur 18 Flüge? Nicht 18 Flüge pro Nacht?
Rauschi 13. Juli 2016, 16:21
Na sicher pro Nacht, was denn sonst, es geht um ein NACHTFLUGVERBOT. Ist damit aus Ihrer Sicht gerechtfertigt, das der Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr ist?
Schafft die Logistik das nicht, weil es soooooo viele pro Nacht sind?
Rauschi 13. Juli 2016, 09:18
Wer wünscht das nicht und warum? Haben die Bürger nicht diese Erfahrung schon gemacht, so bei der Krise 2007, als auf einmal ein Rettungspaket für die Banken von 450 Milliarden von Frau Merkel und Herrn Steinbrück verkündet wurde?
Kann ich mit Eigenverantwortung dafür sorgen, das die Banken nicht wieder auf Steuerzahlerkosten gerettet werden?
Es ist wohl naheliegend, dass Banken kein gesteigertes Interesse besitzen, ihre eigenen Kunden zur Rekapitalisierung heranzuziehen.
Na klar ist das so, aber ist es deswegen Richtig? Sollten die deswegen damit durchkommen?
Tim 13. Juli 2016, 09:24
Höchstens durch entsprechende Wahlentscheidungen.
Lustigerweise war ja die Linke damals die einzige Partei, die hart gegen Banken-Bailouts war. Ich habe mich damals sehr darüber gefreut, daß die Linken für einen kurzen Moment neoliberale Vorschläge machten. Für mich der schönste Effekt der Krise.
In Dubio 13. Juli 2016, 09:33
… aber nur, weil diese Art von Linken generell gegen Banken sind und alle, die etwas Geld haben. Banken sind für die meisten Linken das Feindbild überhaupt, weshalb die Linkspartei ja die Verstaatlichung fordert.
Tim 13. Juli 2016, 10:22
Stimmt. Das liegt wahrscheinlich unter anderem daran, daß die Linken gar nicht wissen, was eine Bank eigentlich ist. Sie wissen auch nicht, was Spekulation bedeutet. Dadurch bieten sich wunderbare Projektionsflächen für religionsartige Ängste und Hoffnungen.
Ausnahmslos alle(!) Linken, mit denen ich ins Gespräch kommen, halten z.B. den Banksektor für dereguliert. Eine feste Meinung ist da, aber praktisch kein Wissen. Wie soll man mit solchen Leuten reden? Es ist beinahe so, als versuchte man einen Christen zu überzeugen, daß die Hölle eine Wahnvorstellung ist.
In Dubio 13. Juli 2016, 10:37
… wobei der Finanzsektor der neben Gesundheit am stärksten regulierte Wirtschaftsbereich ist. Die haben sogar eine eigene Aufsichtsbehörde, die über die Besetzung von Geschäftsführer- und Vorstandsposten mitbestimmt und bei Aufsichtsratssitzungen teilhaben kann. Nur haben die Beamten der Bafin vor 2008 am tiefsten geschlafen. Ob da mehr Beamte das Problem lösen?
Rauschi 13. Juli 2016, 14:26
Ich habe mich damals sehr darüber gefreut, daß die Linken für einen kurzen Moment neoliberale Vorschläge machten.
Seit wann ist das neoliberal, wenn die Steuerzahler nicht dafür aufkommen sollen? Das Credo die Neoliberalen lautet doch „Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren“ oder was ist Ihre Vorstellung von Neoliberal?
Tim 13. Juli 2016, 14:50
Meine Vorstellung von neoliberal ist das, was Neoliberale unter „neoliberal“ verstehen.
Kein einziger Neoliberaler ist je dafür eingetreten, daß Verluste sozialisiert werden. Ganz im Gegenteil: Wer ein Risiko eingeht, trägt die Verantwortung dafür.
Da draußen kursieren natürlich beliebige Märchen zur Begriffsdefinition. Viele Linke halten praktisch alles für neoliberal, was ihnen nicht in den Kram paßt. Darum ist eine Diskussion darüber im Prinzip müßig.
Rauschi 13. Juli 2016, 16:31
na dann sage ich einfach mal, links ist das was ich die Linken als Links definieren und nicht das, was Sie da immer draus machen.
Bei den Linken sind alle gleich, aber die Neoliberalen unterscheiden sich? Kann das angehen?
Es stellt sich sowieso die Frage, wenn etwas als falsch erkannt ist, es dann aber auch die falschen Leute aus den falschen Gründen für falsch halten, wird es deswegen richtig, oder bleibt es falsch?
popper 14. Juli 2016, 07:02
„Kein einziger Neoliberaler ist je dafür eingetreten, daß Verluste sozialisiert werden. Ganz im Gegenteil: Wer ein Risiko eingeht, trägt die Verantwortung dafür.“
Erstens denke ich, dass Sie nicht alle Neoliberale kennen, um so eine Globalaussage machen zu können. Und das zweite ist, dass das taktische Wesensmerkmal des Neoliberalismus die „doppelte Wahrheit“ ist. Diese bedient immer beide Seiten bis hin zur Realitätsverleugnung. Auf diese Weise wird der Staat zwar äußerlich bekämpft und im wirtschaftlichen Prozess als untauglich diffamiert, aber wie die Krise nach 2008 zeigt als „lenter of last resort“ missbaucht, um ihn dadurch nur scheinbar weiter zu entmachten und in Misskredit zu bringen. Um dies zu erreichen braucht der Neoliberalismus den unabdingbaren starken restriktiven Staat, der sein permanentes Scheitern vor den Augen der Menschen verbirgt. Äußerst raffiniert und effizient, wie insbesondere die letzten 8 Jahre gezeigt haben. Tatsache bleibt dennoch, der größte Sozialschmarotzer ist in Wahrheit der elitäre Neoliberale, dessen Ansprüche an das Individuum nicht Freiheit, sondern ideologische Versklavung unter eine konstruktivistische Marktideologie bedeuten. Hierbei werden der Staat in Form seiner Politiker und deren mediale „Marktschreier“ zu abstrusen Erfüllungsgehilfen ihrer eigenen intellektuellen Bankrotterklärung.
Tim 14. Juli 2016, 07:12
Du vergißt, daß wir Neoliberalen auch Babys fressen.
Nein, eine Diskussion über dieses Thema ergibt keinen Sinn. Die Linken und andere kritisieren Entwicklungen als „neoliberal“, die wir Neoliberalen als „etatistisch“ oder „staatskapitalistisch“ kritisieren würden. Schätze, bald sind auch schlechtes Wetter und Mundgeruch neoliberal.
popper 14. Juli 2016, 08:06
„Meine Vorstellung von neoliberal ist das, was Neoliberale unter „neoliberal“ verstehen.“
Glauben Sie mit solchen Zirkelschlüssen kommen Sie der Wahrheit näher. Im Übrigen „Was-ist-Fragen verdampfen in einem endlosen Regress.
Und ist es nicht umgekehrt so, dass Neoliberale alles für Links halten, was ihnen nicht in ihre ideologische Brille passt. Sie und Pietsch sind nach der Definition der MPS waschechte Neoliberale, da diese Unwissenheit als Tugend propagiert. Und davon besitzen Sie eine Menge.
In Dubio 14. Juli 2016, 08:16
Sie sollten zumindest die wichtigsten Begründer der neoliberalen Theorie kennen: Alexander Rüstow, Walter Lippmann, Müller-Armack (als Vertreter der Spielart Ordoliberalismus), Walter Eucken, Friedrich August von Hayek und letztlich der Monetarist Milton Friedman. Das ist immerhin ein großer Spannbogen und sollte für Ihre Kritik ausreichen. Aus einer Blackbox dagegen lassen wir Neoliberalen uns nicht kritisieren.
Und wenn Sie bei den Herren irgendwo eine Aussage finden, die Ihre Behauptung in irgendeiner Weise stützt, so können Sie diese gerne hier zitieren. Andernfalls haben Sie Unsinn geschrieben.
popper 14. Juli 2016, 13:06
Ach, hören Sie doch auf! Hayek und Friedmann sind doch Irrlichter der Menschheitsgeschichte. Über ihre historische Fußnote hinaus, haben sie heute keine ernstzunehmende Bedeutung mehr. Das waren Fanatiker, die heute, außer ihnen vielleicht, keiner mehr richtig ernst nimmt. Es mag immer noch ein paar „Gläubige“ geben, die in der MPS den Gral neoliberaler Hinwendung sehen wollen. Nur – was bewirken SIE denn mit ihrem ganzen Gekeife gegen von ihnen ausgemachte Linke. Sie toben sich in einem Blog aus, in dem Sie sich zu einer selbstreferenziellen Meinungsunke hochstilisieren. Das amüsiert mich derart, dass ich mich NUR manchmal auf ihr Niveau herablasse und wohldosierte Treffer setze. Das passt ihnen, als ausgewiesenen Egomanen und Egotisten, natürlich nicht? Das stört mich aber nicht im Geringsten. Amüsieren Sie mich u.a. weiter. Der Erkenntniswert über ihre offensichtliche Unfähigkeit lateral zu denken ist enorm.
Stefan Pietsch 14. Juli 2016, 14:07
Sie bleiben wie gehabt die Dokumentation Ihrer Behauptung schuldig: wo treten Neoliberale für die Sozialisierung von Verlusten ein? Wenn es keiner der Vordenker ist, welcher aktuelle, bekennende Neoliberale? Ab und zu Antworten auf konkrete Fragen wären auch schön.
popper 14. Juli 2016, 14:58
ihr Schicksal ist, dass Sie sich nur an der Peripherie des Neoliberalismus bewegen. Quasi als nützlicher Idiot. Der niemals etwas von den doppelten Wahrheiten erfahnen wird. Sie gehören zur Masse der exoterischen „Arbeitsbienen“ deren Aufgabe es ist, die Leute mit Blödheiten zu füttern. Nun weiß ich nicht, ob Sie sich in irgendwelchen neoliberalen „Zirkeln“ bewegen oder ob die Überzeugungen aus ihnen selbst stammen. Ihr Eifer für die Sache trägt metaphysische Züge Alarm Zeugen Jehovas. Ihnen ist jede Form der Relativierung recht, um nicht an Ideologie irre zu werden. Eigentlich schade, denn ihre intellektuellen Fähigkeiten sind beachtlich.
Tim 14. Juli 2016, 13:01
In Dubio hat oben schon einige Literaturhinweise genannt, ich möchte ergänzen: „Wohlstand für alle“ von Ludwig Erhard. Jeder, der heute über Wirtschaft diskutiert, sollte dieses schlanke Büchlein einmal lesen.
Die, die heute der Sozialen Marktwirtschaft hinterherweinen, würden staunen, wie neoliberal sie in der „guten alten Zeit“ (=50er Jahre) war. Aber auch der Begriff der Sozialen Marktwirtschaft ist ja völlig pervertiert worden. Erhard hat sich angesichts von Staatsquoten zwischen 40-50% sicher schon längst im Grab umgedreht.
popper 14. Juli 2016, 13:16
Erhard hatte Glück, dass es anders gekommen ist, als er sich seinen Slogan dachte. Und dass seine Vorstellung von sozialer Marktwirtschaft pervertiert wurde, war die Ursache des Wohlstandes von 1950-1970. Spätestens dann hatten die Neoliberalen die Politiker derart verwirrt, dass es nur noch bergab gehen konnte. Und was Sie gegen eine hohe Staatsquote haben erschließt sich mir nicht. davon profitieren doch ihre Parteigänger. Insbesondere jetzt in der Krise. Die wird nämlich gebraucht um den Staat noch mehr zu melken. Nicht von den Sozialschmarotzern ihrer Definition, sondern von den kapitalistischen Müssiggängern. Aber ich habe wenig Hoffnung, dass Sie das verstehen.
Tim 14. Juli 2016, 15:24
Nein, neoliberal war die deutsche Wirtschaftspolitik bestenfalls bis Ende der 50er Jahre. Erhard ist von seiner Partei ja auch gehaßt worden (im Grunde übrigens wie Thatcher von den Tories). Adenauer hat ihm (und dem Markt) nie vertraut.
popper 14. Juli 2016, 16:38
von 1950-1970 war die Wirtschaftspolitik keynesanisch. Anfang der 70-ziger Jahre hat Nixon den Goldstandard aufgekündigt und es begann wirtschaftlich eine neoliberale Kehrtwende. In der Geldpolitik der hin zum Monetarismus. Der Neoliberalismus fand seine ratikale Durchsetzung in den USA mit Reagan und in England durch Thatcher. Das ist Fakt.
In Dubio 13. Juli 2016, 09:42
Wer wünscht das nicht und warum?
Ganz offensichtlich nicht die Italiener. Übrigens auch nicht die Portugiesen und Griechen. Darum geht es doch: ein anderer zahlt.
2008 ging es um eine Finanz- und Bankenkrise, die durch bankinterne Prozesse und Spekulationen ausgelöst wurde. Dafür sind viele Hedgefonds und in den USA viele Banken pleite gegangen. Bei den Bankenkrisen in Italien, Spanien und Griechenland geht es um etwas ganz anderes, hier berührt deren Schieflage die Sparvermögen der Bürger. Sie sind zudem durch das Kreditvergabeverhalten betroffen. Die griechischen Banken stehen auf der Kippe, weil sie den bankrotten Staat, seine Bürokratie und Sozialleistungen finanzieren. Die spanischen Banken gerieten in die Krise, weil sie Kreditgeber des iberischen Immobilienbooms waren. Und die italienischen Finanzinstitute sind Betroffene einer verknöcherten und blockierten Gesellschaft. Auf diesem Wege spüren nun die Italiener den Wohlstandsverlust.
Rauschi 13. Juli 2016, 14:36
Ganz offensichtlich nicht die Italiener.
Ach, der Herr Renzi spricht neuerdings für alle Italiener? Spricht Frau Merkle auch für alle Deutschen?
Dafür sind viele Hedgefonds und in den USA viele Banken pleite gegangen. Bei den Bankenkrisen in Italien, Spanien und Griechenland geht es um etwas ganz anderes, hier berührt deren Schieflage die Sparvermögen der Bürger.
Dann haben die amerikanischen Banken wahrscheinlich Murmeln verwaltet und kein Geld der Sparer, das wird wohl der Unterschied sein, jetzt wird es mir auch klar. 😉
Gut zu wissen, das Bankgeschäfte in den USA ganz, ganz anders laufen als bei uns, muss einem ja auch gesagt werden.
Auf diesem Wege spüren nun die Italiener den Wohlstandsverlust.
Es sei Ihnen zu gönnen, was machen die auch Dolce Vita, wo kämen wir denn hin, wenn das alle machen, wer will schon ein schönes Leben?
Die spanischen Banken gerieten in die Krise, weil sie Kreditgeber des iberischen Immobilienbooms waren.
Die amerikanischen Banken gerieten nochmal warum in die Krise? Ich meine mich dunkel an eine Immobilienblase zu erinnern, kann aber auch täuschen. Was ist der Unterschied?
In Dubio 13. Juli 2016, 15:02
Ach liebe Rauschi, nehmen Sie doch bitte erst meine Artikel vollständig auf, bevor Sie loskritisieren.
Einen Vorgeschmack lieferte Ende 2015 die Krise von vier kleinen Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Der Staat musste eingreifen, 10.000 Kleinsparer verloren 360 Millionen Euro. Die Öffentlichkeit war not amused.
Was haben Sie an dem Abschnitt nicht verstanden? Steht da etwas von Matteo Renzi? Kurze Zeit danach ging Rom an die 5-Sterne-Bewegung verloren.
Es gibt das klassische Kreditgeschäft und es gibt das Investmentbanking. Zum Investmentbanking gehört das Geschäft mit Sicherungsprodukten wie Derivaten. Kurz gesagt, dieses Sicherungsgeschäft funktionierte wegen Fehlanreizen nicht mehr, wodurch es zur Finanzkrise kam.
Den könnten Sie eigentlich leicht erkennen, wenn Sie sich für Politik interessieren würden. 😉
Die amerikanische Immobilienblase war am Ende das Ergebnis eines ständigen Beleihungsprozesses, die Immobilienwerte wuchsen ins Unermessliche. In Spanien war das anders: hier fühlten sich Hinz und Kunz berufen zu bauen. Auch Gewerbebauten schossen wie Pilze aus dem Boden. Es wurde gebaut ohne echte Bedarfe. Den Unterschied können Sie auch in der Zusammensetzung der VGR nach Wirtschaftssektoren ablesen. Der Bauboom in Spanien sorgte dafür dass die Branche für 25% der Wirtschaftsleistung verantwortlich zeichnete. Üblich sind nur so 11-13 Prozent. Eine vergleichbare Schieflage gab es in den USA nicht. Nun schrumpft in Spanien die Bauindustrie auf Normalmaß und die Kollateralschäden – leerstehende Industrieparks, Zwangsversteigerungen von Wohnhäusern – belasten die Banken als Kreditgeber, die Wirtschaft insgesamt und die Gesellschaft in ihren sozialen Folgen.
Rauschi 14. Juli 2016, 06:03
Die amerikanische Immobilienblase war am Ende das Ergebnis eines ständigen Beleihungsprozesses, die Immobilienwerte wuchsen ins Unermessliche. In Spanien war das anders: hier fühlten sich Hinz und Kunz berufen zu bauen.
Das soll nicht vergleichbar sein? Ich würde meinen, das in beiden Fällen das Risikomanagment der Banken aber kläglich versagt hat. Hat die Jemand mit der Waffe bedroht, Kredit her, oder ich schiesse? 😉
Es ist ja auch vollkommen müssig, darüber zu streiten, wer da jetzt woran Schuld ist, die entscheidende Frage ist, was passiert jetzt. Werden wieder die europäischen Steuerzahler einspringen müssen, dazu zählen nach dem letzten Stand auch die Italiener oder werden das diesmal die Anteilseigener zahlen. Was ist sinnvoll?
In Dubio 14. Juli 2016, 07:44
Das soll nicht vergleichbar sein? Ich würde meinen, das in beiden Fällen das Risikomanagement der Banken aber kläglich versagt hat.
Damit offenbaren Sie, dass Sie weder unternehmerische Verantwortung in Ihrem Leben getragen haben noch von Finanzen Ahnung haben. Ich habe es bereits zweimal versucht zu erklären, letzter Versuch:
Die Hauptaufgabe von Banken ist, die Realwirtschaft mit Geld zu versorgen. Dazu werden Investitionen finanziert und Konsumentenkredite gegeben. Objektfinanzierungen haben meist eine Laufzeit von 10-25 Jahren. Wissen Sie, wie Sie in 25 Jahren leben? Fakt ist: die durchschnittliche Lebensdauer eines Unternehmens liegt heute in Deutschland bei unter 20 Jahren. Seriös lässt sich ein Zeitraum von 1-5 Jahren bewerten, danach haben sich die Verhältnisse zu stark geändert. Das ist ein durchschnittlicher Konjunkturzyklus.
Italien wächst seit 1 1/2 Jahrzehnten nicht mehr, Ergebnis politischer und gesellschaftlicher Blockaden. Zahlreiche Unternehmen gingen in dieser Phase insolvent unter anderem auch weil der Staat über mehrere Jahre Zahlungen von fast 100 Milliarden Euro seinen Lieferanten schuldig blieb.
Wenn ich Sie richtig verstehe, muss dies ein Risikomanagement komplett vorhersehen um in Ihren Augen nicht zu versagen. Erlauben Sie mir die Frage: in welcher Welt leben Sie eigentlich und wie arrogant sind Sie eigentlich?
Da wirtschaftliche Betrachtungen für Sie keine nüchterne Faktenbewertungen sind, sondern Glaubensfragen, überzeugt Sie vielleicht Albrecht Müller, der in einer Suada auf Wolfgang Schäuble die Abhängigkeit der Banken von der Realwirtschaft zutreffend beschrieb:
Die Banken in Italien zum Beispiel sind auch deshalb (nicht nur) in Schwierigkeiten, weil sie viele faule Kredite in ihren Bilanzen haben. Kredite müssen nicht per se faul, also unsicher sein. Sie werden oft deshalb unsicher, weil die wirtschaftlichen Erfolge eines Unternehmens, dem Kredit gegeben worden ist, sich nicht so entwickeln, wie es bei Kreditvergabe vorhersehbar war. In Griechenland zum Beispiel sind viele Selbstständige und Gewerbebetriebe deshalb in die Knie gegangen, weil die Konjunktur immer schlechter wurde und die Aufträge ausblieben, oder auch einfach deshalb, weil ihre Kunden nicht mehr zahlen konnten, teilweise auch deshalb, weil der Staat die Rechnungen seiner Auftragnehmer nicht bezahlen konnte.
Marc 14. Juli 2016, 08:18
Wenn ich Sie richtig verstehe, muss dies ein Risikomanagement komplett vorhersehen um in Ihren Augen nicht zu versagen.
Nicht in Rauschis Augen, sondern in den Augen des Marktes. Wer kein Risikomanagement kann, fliegt raus aus dem Markt. Es überleben nur diejenigen, die es können – so funktioniert übrigens die Marktwirtschaft. Ich dachte es mir, dass sie mit den Regeln des Marktes nichts anfangen können.
Psst, noch eine kleine Anmerkung am Rande: Wenn sich fast alle aus einem Markt exkludieren nennt man das Ganze auch Marktversagen. Das es sowas überhaupt gibt?
popper 14. Juli 2016, 19:19
„…An ihrem Statement…: „…Nicht in Rauschis Augen, sondern in den Augen des Marktes. Wer kein Risikomanagement kann, fliegt raus aus dem Markt. Es überleben nur diejenigen, die es können – so funktioniert übrigens die Marktwirtschaft…“
…kann man erkennen, wie hier leichtfertig Unsinn verbreitet wird. Da gibt es einen ‚Markt‘ der sieht, Augen hat (personal), einen ‚Markt‘ dem alle angehören (Zusammenführung von Angebot und Nachfrage) deren Funktinsmechanismus bis heute nicht erklärt werden kann, da man sich bis heute auf eine „unsichtbare Hand“ beruft. Aus dem man angeblich rausfliegt und die Marktwirtschaft (ökonomische Theorie). Hier manifestiert sich die ganze neoliberale Kakophonie, die mit Zuschreibungen arbeitet, die sich zwanghaft jeder Logik verschließen. Dass man heute völlig unbekümmert in den abendlichen Börsenachrichten vom Markt als Akteur spricht, der straft oder einpreist, zeigt das Ausmaß der auf den Hund gekommen Wirtschaftswissenschaft. Der neoliberale Konstruktivismus feiert fröhliche Urstände und befördert eine pseudowissenschaftliche Schizophrenie in den Mittelpunkt des Interesses. Indem man den Menschen erzählt, man könne mit ökonometrischen Modellen makroökonomische Zusammenhänge beschrieben. Die Grundfigur des Neoliberalismus, die DSGE Modelle haben sich nicht nur in der Krise als untauglich erwiesen. Da kann man doch gleich Alchemie betreiben. Das schadet wenigstens nur dem Phantasten. Der Neoliberalismus mit seinen Zwangsvorstellungen dagegen schadet allen.
In Dubio 14. Juli 2016, 07:52
Werden wieder die europäischen Steuerzahler einspringen müssen, dazu zählen nach dem letzten Stand auch die Italiener oder werden das diesmal die Anteilseigener zahlen. Was ist sinnvoll?
Manchmal kann es richtig nervig sein mit Ihnen zu diskutieren. Sie lieben es auf der Stelle zu treten, in dem Sie sich dem Spiel Argument / Gegenargument bzw. Fakt auf Fakt verweigern.
Es ist bereits im Artikel die Rechtslage ausführlich beschrieben (Fakt I). Es ist im Artikel die Reaktion der italienischen Öffentlichkeit an einem Beispiel aus 2015 benannt worden (Fakt II). Und Sie fangen immer wieder bei Adam und Eva an. Evolution ist etwas anderes.
Der Artikel nimmt klar Stellung: erst Anteilseigner und Sparer, dann Steuerzahler – wie es die EU-Vereinbarung vorsieht. Sie können a) sagen: „Gehe ich mit und die Italiener sollen sich mal nicht so haben!“. Oder Sie sagen b): Man darf Banken nicht auf Kosten der Kleinsparer sanieren oder pleite gehen lassen.
Nur entscheiden Sie sich! Und stellen Sie nicht immer die gleichen Fragen, zu denen bereits Stellung genommen wurde.
Rauschi 14. Juli 2016, 08:44
Ich frage, was sinnvoll ist, und Sie meinen, Sie haben die Frage schon ausführlich beantwortet, nämlich mit dem Verweis auf „die Regeln“.
Dabei haben Sie ja auch auf das Dilemma der Politik hingewiesen, das damit mal wieder die Regierung unter Druck gerät (war das in Italien jemals anders?).
Bei Monte dei Paschi geht es jetzt um große Summen: 60.000 Sparer halten etwa fünf Milliarden Euro in Obligationen. Sie würden in das Haftungskapital der Bank fließen.
Also Phi mal Daumen 83000 pro Person, sind das noch Kleinsparer? Sicher sind auch einige Kleinsparer darunter, aber der Grossteil sind sicher nicht in dieser Kategorie. Das muss wie bei jedem Unternehmen auch gehandhabt werden, die Verluste tragen die Eigentümer, wer denn sonst?
Ach ja, auf einmal darf Herr Müller zitiert werden, obwohl der gegen den von Ihnen so verehrten Herrn Schäuble und seine schwarze Null wettert? Wodurch ist denn das Szenario so gekommen:
Sie werden oft deshalb unsicher, weil die wirtschaftlichen Erfolge eines Unternehmens, dem Kredit gegeben worden ist, sich nicht so entwickeln, wie es bei Kreditvergabe vorhersehbar war. In Griechenland zum Beispiel sind viele Selbstständige und Gewerbebetriebe deshalb in die Knie gegangen, weil die Konjunktur immer schlechter wurde und die Aufträge ausblieben ?
War das nicht die direkte Auswirkung der Einhaltung der Regeln, koste es, was es wolle? Für die Wettbewerbsfähigkeit wird die Binnenwirtschaft zerstört, das hat dann auch diese Folgen für die Banken. Hätte die Politik wissen können, aber Hauptsache, alle halten sich an die Regeln, wie sinnvoll auch immer die seien mögen.
Das war ja schon mehrfach meine Kritik, auf die bislang noch keine Antwort kam, welche Regeln sind sinnvoll?
Wenn ich im Fussball die Regel aufstellen würde, das nur die Stürmer Tore schiessen dürfen, würde mir jeder zu Recht einen Vogel zeigen, aber in der Politik darf ich den Sinn der Regeln nicht hinterfragen? Weil die ja alle so sinnvoll und vor allem wirksam sind?
Wahrscheinlich waren die Reformen in diesen Ländern noch nicht schmerzhaft genug, das kann natürlich auch sein. Warum die allerdings immer zuerst schmerzhaft und nicht sinnvoll und zielführend sein müssen, das ist mir ein Rätsel, scheinen viele Sadisten unterwegs zu sein.
In Dubio 14. Juli 2016, 09:24
Ich habe Position bezogen und diese begründet – unter anderem mit den Regeln. Dafür ist ein Blog da, um Position zu beziehen. Nun fangen Sie ganz gut an um im Bashing auf die Weltläufe zu enden. Sie werden akzeptieren, dass ich das eingrenze.
Wie Sie dem Artikel wie dem zugehörigen Link entnehmen konnten, hat sich die EU im Spätsommer 2015 diese Regel zur Bankenabwicklung gegeben. Unterzeichnet ist diese Vereinbarung unter anderem von dem italienischen Ministerpräsidenten. Und da sind wir, was ich kritisiere: erste Krise, sofort müssen wieder die gerade in Kraft gesetzten Regeln gebrochen werden. Lesen Sie dazu bitte nochmal meinen Schlusssatz.
Bei den Sparkassen waren die Verluste irgendwo bei 40.000 EUR pro Nase. Und ja, mit 83.000 EUR gelten Sie aus Bankensicht und aus Sicht des Staates nicht als vermögend. Schließlich sind Sparguthaben bis 100.000 EUR gesichert.
Es wäre also schön, würden Sie sich auf die Position des Artikels stellen: die Italiener sollen sich mal nicht so haben, schließlich dürfen wir uns auch mal an Regeln halten, die dafür da sind, den Steuerzahler zu schützen. Ist das Ihre Position? Dann können wir die Debatte an dieser Stelle beenden. Puh.
Ich habe Herrn Müller zitiert, weil er möglicherweise Glaubwürdigkeit bei Ihnen besitzt. Ich tue das ja nicht, selbst dann nicht, wenn ich nachweisen würde, dass die Erde eine Kugel ist. Das ist mein Schicksal als Neoliberaler.
Ansonsten gehe ich nicht auf das Bashing von „Abwürgen“ und so weiter ein, da dies hier nicht das Thema ist.
Rauschi 14. Juli 2016, 11:26
Meine Position habe ich doch geschrieben:
Das muss wie bei jedem Unternehmen auch gehandhabt werden, die Verluste tragen die Eigentümer, wer denn sonst?
Im Übrigen sind Besitzer von Obligationen keine Sparer, sondern Kreditgeber, die eben auch das Risiko des Ausfalls tragen müssen.
Da sind wir ja endlich mal einer Meinung bei einem Thema.
Mein erster Einwand ging aber auch in die Richtung, das die deutsche Bank das offensichtlich nicht so eng sieht mit den Regeln.
Da habe ich dann die sprichwörtliche Nachtigal gehört, der Einfluss dieses Institutes auf die Politik ist ja bekannt.
Rauschi 3. August 2016, 12:59
Die Bank wird nicht durch Bail In gerettet, wie befürchtet, dazu von sachkundiger Seite diese Anmerkung:
Der Fall Monte die Paschi aber belegt in erster Linie, wie lebensfremd die Bail-in Regel und damit der Kern des neuen Abwicklungsregimes ist.
Wie ich schon mehrfach geshrieben habe, sollten die Regeln, an die sich alle halten müssen, sinnvoll sein, das ist das oberste Gebot und nicht die Einhaltung von Regeln, egal wie zielführend diese sind.
Hat die Deutsche Bank eigentlich auch Dolce Vita gemacht, oder wie kommt es zu der Einschätzung:
Die Deutsche Bank ist die gefährlichste Bank der Welt – warum wird dies von der Politik ignoriert??
Quelle: http://www.nachdenkseiten.de/?p=34486
Es ist natürlich viel leichter, mit dem Finger auf diese Südländer zu zeigen, als vor der eigenen Haustüre zu kehren, oder?
In Dubio 4. August 2016, 08:16
Sie schaffen es innerhalb weniger Sätze, so jedes Vorurteil, das ich über Sie habe, eindrucksvoll zu bestätigen. Das ist Können. 😉
Es beginnt mit dem von Ihnen geheiligten Prinzip, dass Kompetenz aus Meinung resultiert. In der Wissenschaft ist es umgekehrt. Leider lassen Sie uns nicht an der Quelle teilhaben, woher Sie das Zitat haben. Zu Gutenberg und Schavan haben wegen solcher Delikte ihre öffentlichen Ämter verloren.
Erinnern Sie sich? Das war von Ihnen, steht nur ein paar wenige Zentimeter höher. Und nun kritisieren Sie, dass die Eigentümer einer Bank zur Deckung von Verlusten herangezogen werden sollen? Wie geht das zusammen?
Es ist eine Besonderheit des italienischen Finanzwesens, dass Kreditsuchende Anteile an ihrer Bank erwerben. Fragen Sie mich nicht, warum das so ist, die Italiener jedenfalls sind daran gewöhnt. Bail-in heißt genau das, was Sie fordern, dass nämlich erst Eigentümer und Gläubiger (Sparer) für die Schieflagen einer Bank herangezogen werden, bevor der Steuerzahler auftritt. Bei der Deutschen Bank fänden Sie das ja auch gut, aber nicht bei der Monte dei Paschi di Siena. Und warum nicht? Weil dafür viele Bürger haften müssten und das geht ja nun gar nicht. Haftung und Verantwortung ist etwas für die Bösen, für die Reichen, Oligarchen, die halb-kriminellen Unternehmer, die Steuerhinterzieher. Ich möchte früher ganz sicher nicht mit Ihnen Mensch-ärgere-Dich-nicht gespielt haben, Sie verlangen Regeln nach dem Prinzip „cui bono“ und das hat nichts mit Rechtsstaatlichkeit oder Fairness zu tun, sondern ausschließlich mit Opportunismus.
Als Rom vor wenigen Monaten (!) die Bail-in-Vereinbarung unterzeichnete, waren die Besonderheiten des italienischen Kreditwesens bekannt ebenso wie die dünne Kapitaldecke der Banken auf dem Stiefel.
Nun argumentieren Sie, die Regel wäre deswegen Unsinn, weil zu viele Bürger in Haftung genommen würden. Nach der Finanzkrise wurden ja gerade deswegen Kreditinstitute auf Steuerzahlerkosten gerettet, weil von einer Insolvenz zu viele Bürger negativ betroffen gewesen wären. Sie wollen nicht den Steuerzahler haften lassen, nicht die Eigentümer und nicht die Gläubiger. Wen dann? Maschmeyer hat meines Wissen keine Aktien in der Monte dei Paschi di Siena.
Beim Schach dürfen die Figuren nur bestimmte Bewegungen machen und auch dann, wenn es für einen Spieler günstiger wäre, beliebig ziehen zu können. Insolvenzen gehören zu einer freien Gesellschaft dazu, genauso wie das Prinzip, dass jemand für das haftet, was er besitzt und verantwortlich ist für das, was er tut.
Ich lehne es schon aus Gründen der Seriosität ab, die Nachdenkseiten als Leumund zu nutzen. Die Herausgeber publizieren ausschließlich Meinungen. Meinungen sind aber keine Fakten, als akademisch Gebildete sollten Sie das wissen. Zumal Jens Berger in jedem relevanten Artikel immer ein, zwei nicht ganz belanglose Fakten schlicht unterschlägt. Er erwähnt sie einfach nicht. Sie werden es in dem von Ihnen angesprochenen Artikel nicht finden, weil es Sie offensichtlich nicht interessiert. Wer die Nachdenkseiten liest, will seine Vorurteile bestätigt wissen, er will keine neuen, konträren Einsichten. Genau aus diesen Gründen akzeptiere ich die Nachdenkseiten als Beleg nicht.
P.S.: Ich wollte mir das Interview von Albrecht Müller mit Sahra Wagenknecht ansehen. Doch gleich zu Beginn kriecht der alte Linke der Ikone der Fundis unter den Rock. Er beginnt mit seinem engen Verhältnis zu Oskar Lafontaine und dass die Vorwürfe nach seinem Rücktritt als Finanzminister und SPD-Chef „blödsinnig“ gewesen wären. Wer gleich zu Beginn und auf diese Art seine unique Meinung kundgibt, hat keinerlei journalistischen Anspruch. Von wissenschaftlicher Objektivität ganz zu schweigen.
popper 4. August 2016, 10:50
@In Dubio,
wenn es richtig ist, dass: „Wer die Nachdenkseiten liest, will seine Vorurteile bestätigt wissen…“ dann liefern Sie den konkludenten Beweis, dass Sie die Nachdenkseiten nicht lesen, um ihre eigenen Vorurteile ungestört pflegen zu können. Alles Wissen ist ohnehin nur Vermutungswissen. Als Neoliberaler müssten Sie eigentlich dafür plädieren, dass nur der „Markt“ authentisch und allwissend ist. D.h. erst die Befreiung von Intelligenzler ihrer Provenienz führt ins neoliberale Himmelreich. Dass Sie hier „Noten“ vergeben und Beiträge anderer Blogs für unwürdig halten, ist lediglich ihrer fatalen Borniertheit geschuldet, nicht der gebotenen diskursiven Sachlichkeit. Intelligenz ist nur Mittel nicht das Ergebnis relativer Einsichten in Wissensinhalte. Sie raffen nicht, dass ein Streben nach Wahrhaftigkeit zunächst damit beginnt, dass man Argumente und nicht Personen bekämpft. Ihre Form von Anspruchsdenken ist Ideologie. Sie bekämpfen in anderen, ihre selbstherrlichen Addiktionen.
popper 4. August 2016, 12:00
Was bitteschön hat „Berger“ denn in seinem Artikel über die Deutsche Bank weggelassen? Und ist die Studie des IWF für Sie ebenso inakzeptabel? http://www.imf.org/external/pubs/ft/scr/2016/cr16191.pdf
In Dubio 4. August 2016, 15:32
Natürlich ist der IWF seriös. Nur platziert Jens Berger seinen nicht haltbaren Vorwurf bereits in der Überschrift: Die Deutsche Bank ist die gefährlichste Bank der Welt – warum wird dies von der Politik ignoriert?
Es wird nicht ignoriert, hätte Berger sich außer um sich selbst auch um andere Medien gedreht, so wäre ihm bewusst geworden, dass man sich bis zum Bundesfinanzministerium und dem Bundeskanzleramt sehr wohl um die Deutsche sorgt.
Eigentlich liegt doch auf der Hand, was Jens Berger weggelassen hat. Es ist immer das Offensichtliche, weshalb erstaunt, dass dies seine Leser nicht merken. Nicht cui bono, sondern das Warum.
Warum ist die Deutsche Bank so wichtig? Wegen ihrer Vernetzung? Blödsinn, das kann auf Zeit zurückgeführt werden. Die Antwort findet sich in Teilen in der IWF-Analyse, man muss allerdings danach suchen.
Wie groß ist Deutschlands Volkswirtschaft? Was ist das Kennzeichen der Deutschen Wirtschaft? Wo rangieren Deutschlands Banken?
Deutschlands Volkswirtschaft ist Nr. 4 in der Welt. Sie ist geprägt von einer hohen Durchlässigkeit und Liberalität für importierende wie exportierende Unternehmen. Während jedoch die Exporteure in USA, China und Japan Konzernriesen sind, entfällt der wesentliche Teil der deutschen Ausfuhren auf mittelständische Unternehmen (SME), die oft gerade mal die Milliarden-Grenze im Umsatz reißen und oft nicht mal in der Rechtsform einer AG firmieren.
Die deutschen Exporteure arbeiten anders als Amerikaner oder Japaner oft nur mit einer (kleinen) Niederlassung, nicht selten nur als unabhängige Betriebsstätte geführt. Für Bankenriesen ist es uninteressant, solche Unternehmen in Kalifornien oder Tokyo zu betreuen.
Tatsächlich ist die Deutsche die einzige deutsche Bank, die ein nennenswertes globales Filialnetz betreibt und ein relevanter Player an den internationalen Finanzmärkten ist. Wären Sie ein deutscher Exporteur mit einer Dependence vor den Toren von L.A., wohin würden Sie sich zur Kontenführung wenden? Wäre es für Sie nicht viel praktischer, von Deutschland aus das in die Wege zu leiten? Und wohin würden Sie gehen, um Ihr Auslandsgeschäft abzusichern? Zu Morgan Chase, wo nur Amerikaner arbeiten, mit deren Mentalität Sie nicht vertraut sind? Sie würden zu jemanden gehen, der Ihre Kultur versteht. Amerikaner sind wesentlich risikoorientierter in Unternehmensführung und Geldanlage, Deutsche sind mehr vorsichtig orientiert. Die Chance, eine angemessene Beratung zu bekommen, ist in einer Düsseldorfer Filiale der Deutschen Bank mit Vermittlung auf den amerikanischen Markt weit höher als bei Morgan Chase in New York.
Es ist eigentlich ein Irrwitz, dass Deutschland zahlreiche Unternehmen von Weltruf hat und die meisten Waren in die Welt exportiert, seine Banken aber unbedeutend sind.
Germany’s financial sector is dominated by banks and is rather heterogeneous. In particular, the financial system is characterized by the presence of a large number of savings and cooperative banks as well as global players like Deutsche Bank AG and Allianz SE, two systemically important financial institutions.
(..) While the German banking sector has sizeable linkages with U.S. and the rest of Europe in absolute terms, it is generally oriented towards the domestic market (Figure 5).
Changing business models have induced shifts in exposures from advanced economies to the German market. Loan exposures to German borrowers increased to 80 percent of the banks’ credit portfolio (up +10 percent since 2010). Engagement in Asia and Eastern and Central Europe continues to be very low. The sectoral distribution of loan exposures, however, has changed only slightly over time.
Was den Banken ebenfalls Probleme bereitet und auf die Ertragskraft geht:
And fourth, the new regulatory and supervisory framework, together with the introduction of bail-inable debt and a number of macroprudential tools, has led to a new, more restricted environment, to which the banks have to adapt.
Auch das ist etwas, was Jens Berger in seinem Artikel bestreitet. Und damit falsch liegt. Wenn Sie also fragen, was der Blogger wieder mal so seinen Lesern unterschlagen hat: die Bedeutung der Deutschen Bank für die hiesige Volkswirtschaft und Exportstärke und die deutlich stärkere Bankenregulierung. Ich nenne diese Punkte wesentlich.
Rauschi 5. August 2016, 07:56
Sie schaffen es innerhalb weniger Sätze, so jedes Vorurteil, das ich über Sie habe, eindrucksvoll zu bestätigen. Das ist Können.
Tja, wer kann, der kann halt. Das Sie sehr selektiv lesen, ist Ihnen noch nicht aufgefallen, oder?
Ach so, das ist mein Prinzip, war mir bislang auch nicht klar. Die Quelle ist https://makroskop.eu/2016/08/die-europaeische-bankenunion-scheitern-schon-im-ersten-praxistest-1/ allerdings ist das nur für Abonnenten zu lesen, wollen Sie ein Abo haben?
Da schreiben lauter Ökonomen, deren Aussage sicher keine reine Meinungsäusserung ist, aber bitte, Sie wollen Ihre Vorurteile bestätigt wissen, da werden auch Fakten wohl wenig helfen.
Ich denke, da fehlt wohl ein nicht, oder? Aus welcher meiner Aussagen schliessen Sie das? Wenn ich schreibe : wie befürchtet kann das nur bei bösem Willen als Zustimmung werten.
Nun argumentieren Sie, die Regel wäre deswegen Unsinn, weil zu viele Bürger in Haftung genommen würden.
Ich argumentiere so? Ich habe nur einen Kommentar zitiert, ich habe so an keiner Stelle argumentiert. Das mit den sinnvollen Regeln ist eine generelle Aussage, oder wollen Sie sagen, Regeln müssen eingehalten werden, egal wie sinnvoll?
Zumal Jens Berger in jedem relevanten Artikel immer ein, zwei nicht ganz belanglose Fakten schlicht unterschlägt. Er erwähnt sie einfach nicht. Sie werden es in dem von Ihnen angesprochenen Artikel nicht finden, weil es Sie offensichtlich nicht interessiert.
Ich soll nach etwas suchen, was dort nicht steht und von dem ich keine Ahnung habe, wie soll denn das gehen? Wenn ich nicht weiss, das etwas fehlt, werde ich auch nicht danach suchen. Ausserdem sind die NDS bei weitem nicht die einzigen, die der deutschen Bank ein mieses Zeugnis ausstellen. Was genau fehlt denn, Butter bei die Fische?
Wer gleich zu Beginn und auf diese Art seine unique Meinung kundgibt, hat keinerlei journalistischen Anspruch. Von wissenschaftlicher Objektivität ganz zu schweigen.
Das Herr Müller nicht neutral ist, sollte doch wohl jedem klar sein, sollte er aber einfach so tun, als ob? Die meisten sogenannten Experten in den Medien sind in Wahrheit Lobbyisten, das wir aber einfach unterschlagen, ist das dann wissenschaftlich? Als ob deren Meinung nicht gefärbt wäre, nur weiss der Zuschauer das nicht, also ist es doch ehrlicher, das von Anfang an klart zu stellen.
Ausserdem geht es doch um die Aussagen von Frau Wagenknecht, oder nicht, ändern die sich mit der Meinung des Fragestellers?
Haben Sie das sagenhaft unvoreingenommene Sommerinterview im ZDF gesehen? Da sehe ich ganz schlechten Stil und zwar, obwohl das angeblich ein „echter“ Journalist sein soll, lachhaft.
In Dubio 5. August 2016, 09:21
Das Sie sehr selektiv lesen, ist Ihnen noch nicht aufgefallen, oder?
Äh – nein. Was meinen Sie, warum ich ausführlicher die Nachdenkseiten oder Vorträge von Flassbeck höre? Weil es mir um Selektion geht? Eher nicht. Ich verlinke öfter linke Medien – Nachdenkseiten, Hans-Böckler-Stiftung, FES. Bei Ihnen habe ich noch nie einen Link bekommen, der nicht sehr stark tendenziös wäre. Selbstverständlich muss ich da abgrenzen, was ich akzeptieren kann und was nicht.
Okay, Makroskop. Die Wortwahl war schon mal nicht wissenschaftlich. Und Sie wissen möglicherweise, dass Flassbeck nicht gerade für die Mehrheitsmeinung der Ökonomie steht. Des Weiteren habe ich an anderer Stelle und allgemein schon meine Meinung zu Ökonomenäußerungen kundgetan: in dem Moment, wo sie Geschehnisse kommentieren, ist ihr Urteil nicht wesentlich mehr wert als das von so jedem überdurchschnittlich Gebildeten, Sie und mich eingeschlossen. Das ist der Grund, warum ich nur Studien, nicht jedoch Meinungen von Wissenschaftlern verlinke und Argumentationen aufbaue. Sie würde mit Sicherheit die Meinung von Hans-Werner Sinn überfordern.
Das mit den sinnvollen Regeln ist eine generelle Aussage, oder wollen Sie sagen, Regeln müssen eingehalten werden, egal wie sinnvoll?
Ich verstehe partout nicht, was Sie mit „unsinnigen Regeln“ meinen. Regeln sind Vereinbarungen, die Menschen / Parteien miteinander treffen zum besseren Zusammenleben. Es sind nicht Gottes Gebote. Doch wenn eine Partei direkt nach Vertragsschluss bereits die getroffene Vereinbarung verletzen will, sagt das mehr über meinen Gegenüber als über den Sinn oder Unsinn einer Regel.
Und wenn Sie einerseits darauf pochen, dass Steuerzahler nicht für Banken haften sollen, aber die Haftung durch Eigentümer und Gläubiger ebenso ablehnen, sagt dies ebenso mehr über Sie aus als über den Sinn der Regel. Jedenfalls, wenn Sie einen Kommentar zitieren, machen Sie sich gemein damit. Warum sollten Sie sonst die Meinung einer anderen, völlig unbeteiligten dritten Person anführen? Ich halte Sie nicht für dumm. Bitte verkaufen Sie mich nicht für dumm.
Ich soll nach etwas suchen, was dort nicht steht und von dem ich keine Ahnung habe, wie soll denn das gehen?
Ich habe Ihnen gesagt, warum die Nachdenkseiten mit Vorsicht zu genießen sind und sich nur zur Urteilsfindung eignen. Es gibt aber eine sehr einfache Methode für jeden Laien zu prüfen, ob ein Artikel Mindestanforderungen genügt. Die Frage, warum etwas so ist wie es ist. Die Annahme, dass es die Deutsche Bank nur gibt, damit sich Reiche die Taschen vollmachen können, ist vorsichtig ausgedrückt nicht sehr intelligent.
Außerdem sind die NDS bei weitem nicht die einzigen, die der deutschen Bank ein mieses Zeugnis ausstellen.
Es geht nicht um das schlechte Zeugnis. Jens Berger hat behauptet, dass die Politik die Lage der Deutschen ignorieren würde. Das ist totaler Unsinn. Ich habe übrigens meine letzten DB-Aktien 2012 verkauft.
Was fehlt? Die Funktion der Deutschen Bank, die sie für die hiesige Volkswirtschaft einzigartig macht. Und die starke europäische Reglementierung.
Jedes Medium, das ich konsumiere und akzeptiere, hat eine deutliche Trennung von Nachricht und Kommentar. Das macht guten Journalismus aus. Dass kenntlich gemacht wird, wann eine Meinung „verkauft“ werden soll. Müller und Berger erheben einen aufklärerischen Anspruch, dem sie aber wegen dem Fehlen jeglicher Objektivität nicht nachkommen können.
Journalisten haben die Aufgabe, Widersprüche in Aussagen aufzuzeigen. Und Sahra Wagenknecht ist so widersprüchlich wie Menschen so sind. Mindestens, da sie mit einer ordentlichen Prise Populismus ja schließlich noch Stimmen gewinnen will. Das geht auf Kosten der Logik.
Das Sommerinterview war daher klasse. Fraktionsvorsitzende haben die Aufgabe, dem Allgemeinwohl zu dienen. Hier ist nicht nur wichtig, was für Meinungen sie zu Entwicklungen und gesellschaftlichen Problemen haben, sondern auch, wie aus ihrer Sicht Lösungsansätze der Politik aussehen könnten. Regierungen lassen sich anhand dessen bewerten und kritisieren, was sie tun. Oppositionen müssen mit den logischen Brüchen ihrer Konzepte konfrontiert werden.
Sahra Wagenknecht kann gut kritisieren. Tragfähiges für die Zukunft hat sie nicht vorzuweisen. So richtet sie ja auch ihre politische Rolle aus: sie war immer gegen Regierungsbeteiligungen ihrer Partei und sieht ihre Aufgabe in der Opposition, also dem Kritisieren und nicht dem Gestalten. Nur sagt sie das halt nicht, weil ein Oppositionspolitiker damit zur Lame Duck werden würde. Er zieht Nektar aus der Phantasie seiner Wähler, wenn nur er als absolutistischer Herrscher regieren könnte, wäre alles perfekt.
Rauschi 5. August 2016, 10:41
Äh – nein. Was meinen Sie, warum ich ausführlicher die Nachdenkseiten oder Vorträge von Flassbeck höre?
Das haben Sie wo genau erwähnt? Bewiesen haben Sie das mit der Aussage:
Bei Ihnen habe ich noch nie einen Link bekommen, der nicht sehr stark tendenziös wäre.
Ach so, die FAZ oder das Handelsblatt gehören auch in diese Kategorie, die habe ich nämlich auch als Quelle genannt, dann darf wohl keine Publikation mehr zitierfähig sein, oder?
Ich verstehe partout nicht, was Sie mit „unsinnigen Regeln“ meinen. Regeln sind Vereinbarungen, die Menschen / Parteien miteinander treffen zum besseren Zusammenleben.
Ich habe es mir gedacht, das es so etwas wie unsinnige Regeln bei Ihnen einfach nicht geben kann. Ja, das ist der Sinn, das bessere Zusammenleben, wie genau und ob überhaupt aber die jeweilige Regel auch das Ziel erreichen kann, das wird nie hinterfragt. Es war lange Zeit so, das Frauen z.B. kein Wahlrecht hatten, sollte wohl das Ziel erreichen, das die Frau Ihren Platz auch nicht in der Mitbestimmung sucht, oder was genau war das Ziel dieser Regel? Was genau war der Grund der 3% und 50% Regel für die Staatsverschuldung und hat die Einhaltung dieser Regel, zum propagierten Ergebnis einer florierenden Wirtschaft geführt? Nur 2 Beispiele für Regeln, die hinterfragt werden müssen.
Die Annahme, dass es die Deutsche Bank nur gibt, damit sich Reiche die Taschen vollmachen können, ist vorsichtig ausgedrückt nicht sehr intelligent.
Das hat wer behauptet? Das eine Bank nicht primär für die Mittellosen da ist und deren Gewinn mehren will, ist aber zumindest Konsens?
Das ändert an den Problemen genau was? Die Bank ist einfach to big to fail und daran hat sich bis heute nichts geändert, es ist eher schlimmer geworden. Die Regierung macht sich Sorgen, auch das ändert an die Situation Null. Ich habe mich sogar mittlerweile überzeugen lassen, das eine so grosse Bank nicht pleite gehen darf, weil die Konsequenzen wegen der weltweiten Vernetzung unabsehbar wären. Das muss ich nicht gut finden, aber die Argumente haben mich überzeugt.
Was ist Ihre Erwiderung auf den Vorwurf, das die Regierung nichts tut? Sich Sorgen machen, ändert an den Risiken nun mal nichts, was wird also unternommen, das Herr Berger unterschlagen hat?
Das Sommerinterview war daher klasse. Fraktionsvorsitzende haben die Aufgabe, dem Allgemeinwohl zu dienen.
Es ist also klasse, dem Gegenüber dauernd ins Wort zu fallen und keine Antwort zuzulassen, das ist dann guter Journalismus?
Das ein Fraktionsvorsitzender für das Allgemeinwohl zuständig ist, wäre mir aber neu, der ist primär für den Zusammenhalt der Fraktion zuständig. Die Kanzlerin ist für das Allgemeinwohl verantwortlich, jedenfalls lautet so der Amtseid.
So richtet sie ja auch ihre politische Rolle aus: sie war immer gegen Regierungsbeteiligungen ihrer Partei und sieht ihre Aufgabe in der Opposition, also dem Kritisieren und nicht dem Gestalten.
Das ist nicht richtig, Sie haben das Interview offensichtlich nicht gesehen, dann hätten Sie die Position vernommen. Regieren um des Regierens willen, das kenne ich noch von der FDP, die haben auch immer gesagt, es wäre egal, mit wen sie koalieren, Hauptsache dabei sein.
Wenn aber absehbar ist, das die eigenen Positionen mit dem Koalitionspartner nicht durchgesetzt werden können, wozu dann mitregieren, dafür wird jede Partei abgestraft.
Das ist der Grund, warum ich nur Studien, nicht jedoch Meinungen von Wissenschaftlern verlinke und Argumentationen aufbaue. Sie würde mit Sicherheit die Meinung von Hans-Werner Sinn überfordern.
Ach so, die Studien sind neutraler als Ihre Autoren? Es ist doch ausschlaggebend, welches Modell für Simulationen genommen wird, oder nicht? Es gibt ein Modell, das geht davon aus, das es nur freiwillige Arbeitslosigkeit gibt und es gibt eines, das viel näher an der Realität ist und auch von unfreiwilliger Arbeitslosigkeit ausgeht. Da ist die Denkrichtung des Autors aber sehr wichtig, damit ich die Grundlage der Modellrechnungen kenne. Sicher wäre es wünschenswert, wenn jede Studie einfach neutral wäre, es ist aber nicht so, auch Wissenschaft ist nicht neutral.
In Dubio 5. August 2016, 13:28
Wieso zitieren Sie einen anerkannten Gegner um zu belegen, dass PPP Mist ist? Doch offensichtlich, weil Sie sich bereits vor dem Studieren und Informieren eine Position gebildet haben. Genauso verhält es sich bei der italienischen Bank.
Ihr Beispiel Frauenwahlrecht ist schräger als eine Skischanze. Regeln sind ein gesellschaftliches Commitment. In der Eurozone ist auch jeder bereit, sich an die neue Vereinbarung zu halten. Alle, außer Italien, weil es gerade nicht in den Kram passt. Später schon. Es ist also eine Frage des politischen Willens, nicht der – wie Sie behaupten – Unmöglichkeit.
Paare vereinbaren bei Eheschließung Treue. Das ist weltweit im Großteil der Fälle so. Genauso gilt global und national betrachtet die Erkenntnis, dass Treue dem Menschen nicht in Mehrheit gegeben ist. Die Fremdgehquote liegt je nach Geschlecht und Kulturkreis zwischen 40 und 75 Prozent. Wenn ich Sie richtig verstehe halten Sie solche Vereinbarungen, die für die meisten Menschen auf unserem Erdball wichtig sind, für unsinnig. Wer von uns ist weltfremd?
Was genau war der Grund der 3% und 50% [60%; d.V.] Regel für die Staatsverschuldung und hat die Einhaltung dieser Regel, zum propagierten Ergebnis einer florierenden Wirtschaft geführt? Nur 2 Beispiele für Regeln, die hinterfragt werden müssen.
Es fängt damit an, dass Sie das falsche Ziel nennen. Das Ziel war, die Partnerländer davor zu bewahren, für die Schulden eines Mitgliedslandes irgendwann aufkommen zu müssen und die Stabilität des gemeinsamen Währungsraumes zu sichern. Man kann über die Prozentsätze streiten. Klar sollte aber sein: gerade die Staatsfinanzkrise hat belegt, dass die Einhaltung der Regeln sinnvoll gewesen wären. Heute haften europäische Steuerzahler für (Alt-) Schulden in Griechenland, steht die Währungsunion auf der Kippe, weil ein Land wie Italien seine Finanzsituation nicht in den Griff bekommt.
Das ein Fraktionsvorsitzender für das Allgemeinwohl zuständig ist, wäre mir aber neu, der ist primär für den Zusammenhalt der Fraktion zuständig.
Die Chefs der Bundestagsfraktionen gehören zur (erweiterten) Führung des Parlaments. Der Bundestag ist ein führendes Organ des Staates, man nennt es juristisch auch Legislative. Eine Urlaubsempfehlung: fahren Sie bei Gelegenheit doch nach Berlin und stellen sich vor das Reichstagsgebäude. Dann lesen Sie bitte die Inschrift:
Was könnte das wohl sagen? Dass die Abgeordneten ihrer Partei oder ihren eigenen Interessen verpflichtet sind? Oder vielleicht dem Gemeinwohl? In jedem Fall bildet Reisen, deswegen die Empfehlung.
Die Bank ist einfach to big to fail und daran hat sich bis heute nichts geändert (..)
Die Empfehlung von Jens Berger lautet, Selbstmord aus Angst vor dem Tod zu begehen. Die Deutsche Bank ist nicht insolvent noch hat sie Staatshilfen nachgefragt. Sie kann sich, wenn auch zu höheren Zinsen, immer noch selber refinanzieren. Das ist der Unterschied zur Monte dei Paschi di Siena. Sie vergleichen also Äpfel mit Birnen.
Regieren um des Regierens willen, das kenne ich noch von der FDP, die haben auch immer gesagt, es wäre egal, mit wen sie koalieren, Hauptsache dabei sein.
Das ist immer noch besser, als überhaupt nicht zu regieren (wollen). Ein Land, eine Gesellschaft braucht eine Regierung, Gegner sind da eher nice to have. Regieren heißt die Aufsicht über die Bürokratie auszuüben. Beamte können sich in einer Demokratie nicht die Gesetze selbst schreiben, sie können nicht über Behördenstrukturen entscheiden. Das machen gewählte Politiker. Sich auf die Opposition beschränken zu wollen, heißt, nur kritisieren zu wollen, wie andere Vorgaben machen und Strukturen anlegen. Eigentlich ist so etwas generell unsympathisch.
Sahra Wagenknecht ist die mit Abstand (!) am häufigsten eigeladene Diskussionspartnerin in Fernsehsendungen. Die Linke vertritt dabei gerade mal 10% der Wähler, Wagenknecht mit ihren Positionen bestenfalls jeden 20sten. Es kann nicht bestritten werden, dass der Dame extrem viel Raum gegeben wird.
Wie will ich über etwas diskutieren, wenn ich nicht mal weiß, wozu es da ist? Sie finden bei mir immer zu erst die Gründe für und gegen etwas, bevor ich losschlage. Damit lasse ich dem Leser ausdrücklich die Wahl, etwas auch völlig anders zu sehen. Ja, ich begrüße so etwas sogar. Jens Berger dagegen lässt seinen Lesern keine Wahl, denn es gibt keine relevanten Gegenargumente. Jeder, der es anders sieht, ist ein Vollhorst – zumindest, wenn er seinen Artikel gelesen hat.
(..) wozu dann mitregieren, dafür wird jede Partei abgestraft.
Das ist kein Argument. Die besten Politiker haben sich um das Wohl des Volkes, nicht der eigenen Partei, verdient gemacht. Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit – sie ersetzen nicht den Willen des Volkes. Dem haben sich Parteien zu beugen. Sie argumentieren andersherum: ist die Mehrheit (dauerhaft) nicht wie ich das will, spiele ich einfach nicht mit.
Wissenschaftler haben den Anspruch objektiv zu sein. Das werte ich weit höher als die Statements von Leuten, die Klientelpolitik machen wollen.
P.S.: Jemand, der 10 Jahre und länger arbeitslos ist, ist dies freiwillig.
Rauschi 5. August 2016, 18:04
Ich habe auf Ihren Vorwurf :
geantwortet, das dem nicht so ist, ich sehe keine Widerlegung meiner Aussage. Selbstverständlich verlinke ich Artikel, die meine Position stützen, alles andere wäre widersinnig. Wann ich mir meine Meinung gebildet habe, ist dafür irrelevant, denn mit den meisten von Ihren Themen habe ich mich schon vorher befasst und mir dazu eine Meinung gebildet. Ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück auf eine neutrale Position, wie bei Ihnen sicher auch.
Ihr Beispiel Frauenwahlrecht ist schräger als eine Skischanze. Regeln sind ein gesellschaftliches Commitment.
Das war also zum damaligen Zeitpunkt kein Commitment (also eine Verpflichtung, oder wie übersetzen Sie das?) oder was soll der zweite Satz bedeuten? Übereinkunft zwischen wem, den Männern?
Paare vereinbaren bei Eheschließung Treue. Das ist weltweit im Großteil der Fälle so. Genauso gilt global und national betrachtet die Erkenntnis, dass Treue dem Menschen nicht in Mehrheit gegeben ist.
Na da haben Sie aber unfreiwillig selbst ein Beispiel für sinnlose Regeln gefunden, geht doch 😉 . Macht diese Vereinbarung die Ehe leichter oder werden deswegen weniger geschieden? Bringt sie das, was sie bringen soll und könnte sie das überhaupt?
Wenn ich Sie richtig verstehe halten Sie solche Vereinbarungen, die für die meisten Menschen auf unserem Erdball wichtig sind, für unsinnig. Wer von uns ist weltfremd?
Doch sicher, ich würde immer dafür plädieren, an Regeln fest zu halten, die der Natur des Menschen widersprechen, klar, was sonst?
Was hat das mit weltfremd zu tun, ist es nicht einfach nur ehrlicher, nicht ein Ideal zu versprechen, das die Mehrheit nicht einhalten kann oder will?
Klar sollte aber sein: gerade die Staatsfinanzkrise hat belegt, dass die Einhaltung der Regeln sinnvoll gewesen wären. Heute haften europäische Steuerzahler für (Alt-) Schulden in Griechenland, steht die Währungsunion auf der Kippe, weil ein Land wie Italien seine Finanzsituation nicht in den Griff bekommt.
Dieser Neusprechausdruck Staatsfinanzkrise, der hat es Ihnen aber angetan. Wie oft genau hat sich Deutschland an die Regeln gehalten? Oder Frankreich, oder Portugal, oder Spanien? Wenn sich alle daran gehalten hätten, wäre jetzt sicher alles in Butter, oder? Es gibt einfach keine Wirtschaftskrise mit den damit verbunden Problemen, es sind die bösen Staatsschulden, die sind Schuld an der Misere, ist das Ihre Aussage?
Die Chefs der Bundestagsfraktionen gehören zur (erweiterten) Führung des Parlaments. Der Bundestag ist ein führendes Organ des Staates, man nennt es juristisch auch Legislative. Eine Urlaubsempfehlung: fahren Sie bei Gelegenheit doch nach Berlin
Abgesehen davon, das ich schon mehr als einmal in Berlin war, muss ich doch nicht hin fahren, um diese Inschrift zu lesen, wozu gibt es Goggle Street View oder zahllose Bilder des Reichstages?
Das letzte Mal war ich bei der Anti CEAT TTIP Demo dort und ich habe aber immer noch nicht den Eindruck, das unsere reräsentative Demokratie auch repräsentativ ist.
Was könnte das wohl sagen? Dass die Abgeordneten ihrer Partei oder ihren eigenen Interessen verpflichtet sind? Oder vielleicht dem Gemeinwohl?
Laut unserem GG sind die Abgeordneten nur Ihrem Gewissen verpflichtet und nicht dem Gemeinwohl, aber Sie sollten diese Ansicht den Abgeordneten vielleicht mal mitteilen. Auf deren Antwort bin ich gespannt.
Aber wenn das da steht, wird das wohl so sein, eben, weil es da steht. Wie war das mit weltfremd?
Das ist immer noch besser, als überhaupt nicht zu regieren (wollen)
Ist das wie bei Olympia, dabei sein ist alles? Wenn ich meine Anliegen nicht umsetzen kann, Schwamm drüber, aber ich war dabei?
Im Übrigen kann auch die Oposition Gesetzesvorschläge einbringen, das ist keinewegs nur der Regierung vorbehalten. Was soll ich mit Ihrer Aussage anfangen, das ist weder Fisch noch Fleisch?
Jens Berger dagegen lässt seinen Lesern keine Wahl, denn es gibt keine relevanten Gegenargumente.
Wie hätte den Ihr Gegenargument ausgesehen? Die deutsche Bank ist zwar gefährlich, wenn Sie nicht wieder in die Spur kommt, aber sie ist eben wichtig und ausserdem ist schon viel reguliert worden? Das hätte aber an der Analyse, das ein erhebliches Risiko besteht doch immer noch nichts geändert, sondern die Dringlichkeit, endlich die Risiken zu minimieren sogar erhöht.
Die besten Politiker haben sich um das Wohl des Volkes, nicht der eigenen Partei, verdient gemacht. Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit – sie ersetzen nicht den Willen des Volkes. Dem haben sich Parteien zu beugen. Sie argumentieren andersherum: ist die Mehrheit (dauerhaft) nicht wie ich das will, spiele ich einfach nicht mit.
Wenn ich naiv genannt werden, welcher Begriff passt denn dann auf diese Aussage? Sie schreiben von unseren Politikern oder von einem Wunsch? Wozu gibt es Parteien und Fraktionszwang? Wenn alle immer nur das beste wollen, ist doch die Partei vollkommen egal, dann sollten das vielleicht alle zusammen machen?
Die Mehrheitsmeiung des Volkes ist nur dann relevant, wenn diese Wahlentscheidend ist, sonst nicht. Stabil war die Mehrheit stets für einen Mindestlohn, für eine gerechte Besteuerung, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, für soziale Gerechtigkeit, hat es was genützt?
Was will der Künstler uns damit sagen? Gibt es in der Wissenschaft keine Klientelpolitik? Einen Anspruch zu haben, ist das eine, in wieweit dieser erfüllt wird, das andere.
Sie haben aber schon gelesen, das ich geschrieben habe, dieses Modell geht davon aus, das es nur freiwillige Arbeitslosigkeit gibt, also ohne Einschränklung auf einen bestimmten Zeitraum?
„Arbeitslosengeld wirkt im Modell als Subvention des Nichtstuns. Eine Senkung reduziert den (geforderten) Lohn und erhöht dadurch die Arbeitsnachfrage.“
Mehr dazu auf : http://norberthaering.de/de/27-german/news/664-iwf-vs-eu#weiterlesen
Das schreibt ein Journalist des Handelsblattes auf seiner Homepage dazu.
Ich habe den Bail In nicht in Frage gestellt und auch der Kommentar tut dies nicht, wie geschrieben, selektives Lesen. Dort steht:
Eine Abwicklung gemäß den Regeln – die vollständig erst zum 1. Januar 2016 wirksam wurden – hätte folglich dazu geführt, dass die halbe Toskana – das ist die Region, aus der der italienische Ministerpräsident Renzi stammt – für die Rettung der Bank hätte gerade stehen müssen. Dass es angesichts der politischen Lage in Italien dazu nicht kommen durfte, ist leicht nachzuvollziehen.
Das die Handlung von Renzi nachvollziehbar ist, heisst doch nicht, das die Vorgehensweise als Richtig erachtet wird. Der Unterschied zwischen Verständniss und Zustimmung ist doch wohl klar, oder? Weil ich verstehe, warum jemand so handelt heisst das noch lange nicht, das ich es auch richtig finde.
Die haben an keiner Stelle für die Kleinsparer plädiert, oder woraus entnehmen sie das? Lebensfremd, das ist der verwendete Ausdruck, kann ich auch als Aufforderung verstehen, eben kein Gesetz zu machen, von dem ich denke, es wird schon für alle passen, das dem Anspruch aber nicht gerecht wird.
In Dubio 5. August 2016, 21:02
Okay, Sie haben auch F.A.Z. und Handelsblatt verlinkt. Das erfolgt jedoch immer nur mit der moralisierenden Attitüde: „seht her, die schreiben das auch.“ Ich gestehe, eine Methode, die mir nicht gefällt, dennoch habe ich Ihnen formal Unrecht getan.
Selbstverständlich verlinke ich Artikel, die meine Position stützen, alles andere wäre widersinnig.
Tja, dann verhalte ich mich des Öfteren widersinnig. Ich kann damit leben.
Ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück auf eine neutrale Position, wie bei Ihnen sicher auch.
Doch, ich kann mir weder im Job noch sonst im Leben Voreingenommenheit leisten. Ich verändere meine Positionen – im Zeitablauf im Politischen sowie stark beeinflusst durch neue Informationen und im Beruflichen noch weit häufiger.
Das war also zum damaligen Zeitpunkt kein Commitment (..)
Mit wem? Sie halten an Ihrer schrägen Perspektive fest. Die Italiener haben dem 3-Stufen-System der Bankenregulierung zugestimmt. Die Frauen haben meines Wissen nicht dafür gestimmt, nicht stimmberechtigt zu sein. Haben Sie da andere Informationen?
Na da haben Sie aber unfreiwillig selbst ein Beispiel für sinnlose Regeln gefunden, geht doch.
Sie wollen mich fangen und fangen sich selber. Das Treueversprechen ist für viele Paar so wichtig, dass sie daran eine Beziehung scheitern lassen. Zumindest verursacht Untreue veritable Beziehungskrisen. Gewendet auf unser Beispiel: Der Versuch Italiens, seine Banken gegen EU-Regeln zu retten, müsste zur Scheidung führen. Schließlich verhalten sich die meisten Menschen so.
Weil es den Menschen wichtig ist. Seltsam, eigentlich bestreiten Linke ja, dass es den Homo Oeconomicus gäbe. Sie scheinen einer zu sein. Menschen heiraten, weil es ihren Überzeugungen entspricht. Menschen gehen in die Kirche, weil sie an die christlichen Werte glauben. Das mag für Sie alles nicht vernünftig zu sein. Ich habe allerdings nicht behauptet, dass Sie ein sehr wirklichkeitsnaher Mensch seien.;-)
Dieser Neusprechausdruck Staatsfinanzkrise
Es ist Neusprech, Dinge nicht so zu nennen, was sie sind. Die Finanzkrise war eine Krise der Finanzmärkte. Die anschließende Staatsfinanzkrise war eine solche, weil im Zentrum die Höhe der Staatschulden standen und stehen.
Es gibt einfach keine Wirtschaftskrise mit den damit verbunden Problemen, es sind die bösen Staatsschulden, die sind Schuld an der Misere, ist das Ihre Aussage?
Ja. Sie vergessen: es sind immerhin 60% Staatsschulden in Relation zum BIP erlaubt. Es ist ein Defizit von 3% zulässig. In der EU sind damit immerhin 9 Billionen EUR Schulden zulässig, in der Eurozone allein 6 Billionen EUR. Warum sollte das nicht genug sein? Bekommen Sie dazu eine fundierte, an messbaren Kriterien belegte Begründung hin? Schließlich kritisieren Sie ja die Regeln.
wozu gibt es Goggle Street View oder zahllose Bilder des Reichstages?
Wie langweilig! Nachfrage: was ist Google Street View?
Laut unserem GG sind die Abgeordneten nur Ihrem Gewissen verpflichtet und nicht dem Gemeinwohl
Aber der Bundestag doch, oder? Jedenfalls behauptet sogar die Linke, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln. Ich werde Ihnen unter Garantie bei nächster Gelegenheit um die Ohren schlagen, dass Sie das denen bestreiten.
Wenn ich meine Anliegen nicht umsetzen kann, Schwamm drüber, aber ich war dabei?
Anscheinend scheinen Sie meine Probleme nicht zu haben. Ich kann meine Ansichten und Vorstellungen immer nur zu 100% durchsetzen, wenn ich allein bin und auf niemanden angewiesen. Ist das Ihr Lebensmodell? Schon mit meiner Frau muss ich Kompromisse schließen, im Unternehmen mit vielen Mitarbeitern, einer Konzernspitze und einem Eigentümer sind es noch viel mehr. Und dabei muss nicht mal das Demokratiegebot (one man, one vote) beachtet werden.
Im Übrigen kann auch die Oposition Gesetzesvorschläge einbringen, das ist keinewegs nur der Regierung vorbehalten.
Sie wissen schon, was der Clou dabei ist? Die Vorschläge sind nicht mehrheitsfähig, weil Opposition so heißt, weil sie nicht die Mehrheit besitzen. Das ist wie früher als Kind (aus dem Alter sind viele Linke nie herausgekommen): „Mama, ich möchte Schokolade!“ „Nein!“ „Bist Du blöd!“
Wie hätte den Ihr Gegenargument ausgesehen?
Schauen Sie sich den Aufbau meiner Artikel an: erst wird der Sachverhalt dargelegt und natürlich habe ich erwähnt, warum die italienische Regierung an den EU-Regeln vorbei, eingreifen will:
Der IWF und Ministerpräsident Matteo Renzi wollen schnellstmöglich die schiefliegenden Kreditinstitute mit Steuergeldern rekapitalisieren. Den Sozialdemokraten treibt die Angst vor dem Wähler an, während sich die Experten in New York um die Ansteckungsgefahren der italienischen Bankenkrise auf die Eurozone sorgen. (..)
Der Zusammenbruch ganzer Banken würde viele Italiener arm machen. Einen Vorgeschmack lieferte Ende 2015 die Krise von vier kleinen Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Der Staat musste eingreifen, 10.000 Kleinsparer verloren 360 Millionen Euro. Die Öffentlichkeit war not amused.
Haben Sie vielleicht den Artikel überlesen? Es geht beides: seriös einen Sachverhalt darstellen und polemisch einschlagen.
Gibt es in der Wissenschaft keine Klientelpolitik?
Ich habe den Bail In nicht in Frage gestellt und auch der Kommentar tut dies nicht,
Ihr Zitat sagt genau das Gegenteil: Bail in ist Mist. Oder sagen Sie, was Sie im diskutierten Beispiel (Monte) als Bail-in sehen würden.
Rauschi 6. August 2016, 12:53
Können Sie vielleicht mal trennen zwischen Artikel und Kommentar? Es ist vielleicht im Artikel der Fall, das beide Seiten zu Wort kommen und betrachtet werden, bei Ihren Kommentaren habe ich aber noch nie gelesen, das sie dort die Gegenmeinung zitieren. Da ich keinen Artikel schreibe, sondern einen Kommentar dazu abgebe, stellt der meine Meinung dar und dort haben Sie und ich nur Artikel verlinkt, welche die eigene Meinung stützen, da besteht also kein Unterschied.
Habe ich geschrieben, das ich meine Position nicht verändere? Doch, genau das habe ich geschrieben in Bezug auf die Bankenrettung, Zitat:
„Ich habe mich sogar mittlerweile überzeugen lassen, das eine so grosse Bank nicht pleite gehen darf, weil die Konsequenzen wegen der weltweiten Vernetzung unabsehbar wären. Das muss ich nicht gut finden, aber die Argumente haben mich überzeugt.“
Da bin ich aber nicht wieder neutral geworden, sondern habe meinen Standpunkt aufgrund von guten, überzeugenden Argumenten geändert, von rot nach blau, ohne weiss dazwischen. Das ist meine Aussage, ein zurück auf neutral gibt es nicht. Immer noch keine Widerlegung, wenn auch nur formal, so doch richtig.
Mit wem? Sie halten an Ihrer schrägen Perspektive fest.
Nein, das war doch Ihre Aussage, Zitat:
„Regeln sind ein gesellschaftliches Commitment.“
Wenn ich allgemein gültige Regeln mit geltendem Gesetz gleich setzte, was nicht immer so ist, aber von unserem, „dem Gemeinwohl verpflichteten Paralment“ sicher so ausgelegt wird, dann sind Gesetze genau das, Ausdruck von gesellschaftlichen Regeln, gegen deren Zuwiderhandlung Strafen ausgesprochen werden können. Es war damals geltendes Recht, das Frauen nicht wählen durften, also der Ausdruck allgemein gültiger Regeln, oder etwa nicht?
Die Frauen haben meines Wissen nicht dafür gestimmt, nicht stimmberechtigt zu sein.
Nein, haben Sie nicht, wie denn auch, sie durften ja nicht wählen? Es kann also Regeln geben, bei denen die Hälfte der Bevölkerung nicht mitreden kann? Das war nunmal damals so, ob Ihnen das gefällt oder nicht. Da sich die Gesellschaft aber offensichtlich ständig verändert, werden auch die Regeln angepasst, also Gesetze geändert oder abgeschafft. Sie widerlegen Ihre eigene Aussage, nicht meine.
Weil es den Menschen wichtig ist. Seltsam, eigentlich bestreiten Linke ja, dass es den Homo Oeconomicus gäbe.
Das bestreit ich immer noch, das hat aber mit der Treue oder Untreue nichts zu tun. Nach diesem Modell handelt der Mensch immer nur rational und so, das der eigene Vorteil vergrössert wird. Solche Menschen würden erst gar nicht heiraten, ausser wegen der Steuerklasse. Diese Regel (ich würde ja von Versprechen sprechen) hat im übrigen nicht mit der Ehe zu tun, das wird in einer Partnerschaft auch erwartet. Das ändert aber doch nicht daran, das es offensichtlich nicht eingehalten werden kann warum auch immer. Es es eine gute, zieführende Regel? Sorgt Sie dafür, das die Beziehungen besser sind und langfristiger? Diese Fragen sind doch vollkommen unabhängig davon, wie viele dem Folgen wollen. Wenn die Mehrheit immer noch meint, das wäre ein gutes Versprechen, um dann fest zu stellen, das es eben nicht so ist, ändert es doch nichts an der Analyse, das die Regel weder sinnvoll ist noch zieführend. Auch Ihre Einlassungen konnten mich nicht vom Gegenteil überzeugen, da bin ich der Realität, die Sie doch immer anmahnen wohl ein wenig näher. Selbst der Gesetzgeber hat das Schuldprinzip aus dem Gesetz gestrichen, sind die auch weltfremd?
Genau deswegen ist es Neusprech, weil etwas im Mittelpunkt der Betrachtung stand, das dort nichts zu suchen hatte. Wollen Sie mir jetzt ernsthaft erzählen, die beiden hätten nichts miteinander zu tun, weil die Finanzkrise keine Auswirkungen auf die Wirtschaft hatte? Dann wären aber alle Rettungsaktionen vollkommen sinnlos gewesen, weil es ja keine Wechselwirkungen gibt, oder wie? Wie können hohe Staasschulden überhaupt zu hoher Arbeitslosigkeit und geschrumpfender Wirtschaft führen, den Zusammenhang habe ich noch nie verstanden?
In der EU sind damit immerhin 9 Billionen EUR Schulden zulässig, in der Eurozone allein 6 Billionen EUR. Warum sollte das nicht genug sein? Bekommen Sie dazu eine fundierte, an messbaren Kriterien belegte Begründung hin? Schließlich kritisieren Sie ja die Regeln.
Was sollen denn die absoluten Zahlen hier, es geht um Prozentwerte, oder gibt es eine absolute Obergrenze für das BIP? Warum das einen Nonsenszahl ist? Jemand kauft ein Haus für 500 000 Euro, sein Jahreseinkommen ist zu diesem Zeitpunkt 50 000 Euro netto, also extrem hoch, er ist also mit 1000% seines BIP verschuldet, ist das jetzt ein Problem? Dann ist es auch kein Problem, wenn ein Staat mit 80%, 90% oder wieviel auch immer verschuldet ist, denn die beiden Werte haben nichts miteinander zu tun. Wenn der Häuslekäufer aber in 2 Jahren arbeitslos wird, dann hat das sehr wohl Einfluss auf die Rückzahlung, nicht aber auf den Wert des Hauses. Ursache und Wirkung und deren Reihenfolge sind doch entscheidend bei der Betrachtung, oder nicht? Steigen die Schulden aufgrund der Arbeitslosigkeit oder wird der Herr arbeitslos, weil er nicht bezahlen kann? Steigen die Schulden aufgrund einer Finanz-und damit verbundenen Wirtschaftskrise, oder sind die steigenden Schulden schuld an der Wirtschaftskrise? Den Wirkzusammenhang müssen Sie mir schon erläutern, nicht ich Ihnen, wenn Sie meinen oben genannte Zahlen würden irgendetwas mit der wirtschftlichen Lage eines Landes zu tun haben und zwar als Ursache.
Nachfrage: was ist Google Street View?
Von wegen auf der Höhe der Zeit, bedienen Sie die Suchmaschine Ihrer Wahl und geben das ein. Da sieht man Bilder und Frontansichten der Landschaft und von Städten, im Gegensatz zu Google Earth, das gibt es nur Draufsicht. Aber wie geschrieben, ich war schon mehrfach dort, also sparen Sie sich die Polemik.
Jedenfalls behauptet sogar die Linke, im Sinne des Gemeinwohls zu handeln. Ich werde Ihnen unter Garantie bei nächster Gelegenheit um die Ohren schlagen, dass Sie das denen bestreiten.
Das behauptet jede Partei von sich, stimmt es deswegen? Ich schreibe jetzt einfach hin: Rauschi hat immer Recht, stimmt das deswegen, weil es dann hier steht?
Sie wollen doch den Staat in die Schranken weisen, weil Sie das genau nicht unterstellen, oder warum sind Sie für PPP oder für Insolvenzen von Gemeinden oder gegen hohe Staatsschulden, die wurden doch nur für das Gemeinwohl gemacht? Wie könnte ich anderer Ansicht als die Regierung sein, die vertritt ja die Mehrheit und die hat immer Recht, solange es nicht um die Form der Erde geht ;-).
Anscheinend scheinen Sie meine Probleme nicht zu haben. Ich kann meine Ansichten und Vorstellungen immer nur zu 100% durchsetzen, wenn ich allein bin und auf niemanden angewiesen. Ist das Ihr Lebensmodell?
Klar, ich habe nie mit Kunden zu tun und muss nie jemandem Recht geben, der Unrecht hat oder Arbeiten durchführen, die sinnlos sind, weil der Kunde das gerade will. In meiner Welt läuft immer alles, wie ich will, bei Ihnen nicht?
Wenn aber in der vorgeschlagenen Konstellation nicht mal 30% meiner Anliegen durchkommen, dann würde ich den Arbeitsplatz wechseln, weil das auf Dauer demotiviert.
Sie haben übrigends die Gemeinwohlorientierung gerade selbst in Frage gestellt, denn die Mehrheiten sind von den Parteien abhängig, nicht vom Sinn oder der Gemeinwohlorientierung des Gesetzes, oder wollen Sie das bestreien? Ich habe mir mal eine Abstimmung angesehen, in der es um die Privtisierung des Wassers ging. Da wurde über einen Antrag der Linken, der Grünen und der SPD abgestimmt. Die Linken haben allen Anträgen zugestimmt, die SPD dem der Linken aber nicht. Das beste kam aber zum Schluss, da wurde über den Antrag der SPD abgestimmt, der wurde erst mal angenommen. Dann erhebt die CDU Einspruch und fordert eine Wiederholung der Abstimmung, da die Herren und Damen wohl offensichtlich nicht wussten, worum es geht, hatten die sich bei der Abstimmung enthalten. Das wird dann wiederholt und die CDU stimmt dagegen. So funktioniert unser Parlament, es geht leider nie um die Sache, sondern immer nur um die Partei. Das kann ich traurig finden und schlecht für die Demokratie, es ist aber leider so.
Das Video ist noch online, erst sind die Debatten, aber ab Minute 57 ist das ganze Dilemma zu sehen, bitte sehr:
http://www.bundestag.de/mediathek/?isLinkCallPlenar=1&action=search&contentArea=details&ids=2200476&instance=m187&categorie=Plenarsitzung&destination=search&mask=search
Dringende Empfehlung, sich dieses Schmierentheater anzusehen!
Ohme weitere Worte:
„Fördermittel sind in der Forschung hart umkämpft. Der Einfluss privatwirtschaftlicher Investor/-innen nimmt stetig zu. Das gefährdet die Unabhängigkeit der Wissenschaft, meint Finanzprofessor Christian Kreiß….
Das Grundprinzip dabei ist einfach: Die Industrie versucht, den Ruf unabhängiger Universitäten für eigene Zwecke zu nutzen. Veröffentlicht ein/-e Konzernmitarbeiter/-in eine Studie, so wird diese weit kritischer von Medien, Politiker/-innen und Bevölkerung beurteilt, als eine scheinbar unabhängige Studie eines/einer scheinbar unabhängigen Forscher/-in an einer unabhängigen Hochschule. Zum Beispiel würde eine Studie von Coca Cola, die belegt, dass zuckerhaltige Softgetränke gar nicht so ungesund sind, sicherlich weit kritischer hinterfragt als eine ebensolche Studie, die von scheinbar unabhängigen, in Wirklichkeit jedoch von Coca Cola finanzierten Wissenschaftlern einer renommierten Universität erstellt wurde, »was beispielsweise 2008 tatsächlich geschah«. “
Bundeszentrale für politsche Bildung:
https://www.bpb.de/dialog/netzdebatte/212941/gekaufte-tatsachen-lobbyismus-in-der-forschung
Nein, es bemängelt, das bei der ersten sich bietenden Gelgenheit die vereinbarten Regeln wieder über Bord geworfen wurden. Das lässt mich an der Sinnhaftigkeit der Regel zweifeln. Wenn es jeden Politiker, der sie umsetzt in Bedrängniss bringt, wie oft wird die Regel dann wohl zur Anwendung kommen?
Wie oft genau haben Sie Ihre Meinung über mich, unter Berücksichtigung aller Fakten schon geändert?
In Dubio 7. August 2016, 20:18
Die entscheidende Frage lassen Sie offen: wer soll zahlen?
Es war damals geltendes Recht, das Frauen nicht wählen durften, also der Ausdruck allgemein gültiger Regeln, oder etwa nicht?
Nur waren Frauen an der Entscheidung nicht beteiligt. Es war also kein Commitment mit den Frauen, sondern über sie. Italien hat aber mitgestimmt.
Das ändert aber doch nicht daran, das es offensichtlich nicht eingehalten werden kann warum auch immer.
Es ist die Grundbedingung für Beziehungen. Selbst Paartherapeuten raten nicht, Beziehungen einzugehen, die den eigenen Werten widersprechen. Wir hätten keine Währungsunion mit den Südländern eingehen dürfen, folgt daraus.
Wollen Sie mir jetzt ernsthaft erzählen, die beiden hätten nichts miteinander zu tun, weil die Finanzkrise keine Auswirkungen auf die Wirtschaft hatte?
Nicht so, wie Sie es sehen. Hätten Sie recht, hätte die Staatsfinanzkrise vor allem die Länder getroffen, die durch die Finanzkrise besonders beansprucht wurden. Das war aber nicht der Fall. Die Länder, die am meisten in Relation zum BIP aufwenden mussten – USA, GB, Niederlande, Schweiz, Deutschland – sind im wesentlichen schnell aus der Krise gekommen. Länder, die wenig aufwenden mussten, aber bereits zuvor größere Struktur- oder Überschuldungsprobleme hatten – Italien, Griechenland, Spanien – sind bis heute schwer getroffen. Die Ursache ist, dass die Finanzkrise die Akteure dazu gebracht hat, die Positionen neu zu bewerten. Die Bewertung fiel zu Lasten der Problemländer aus.
Was sollen denn die absoluten Zahlen hier, es geht um Prozentwerte, oder gibt es eine absolute Obergrenze für das BIP?
Warum 60% hatte ich auch erläutert. Beides, relativ und absolut, passt Ihnen nicht. Wir können auch Brummelkreisel spielen.
Dann ist es auch kein Problem, wenn ein Staat mit 80%, 90% oder wieviel auch immer verschuldet ist, denn die beiden Werte haben nichts miteinander zu tun.
Quatsch. Beim Hauskauf steht ein Wert dagegen, Staatsverschuldung dient zum Großteil der Finanzierung laufender Ausgaben. Das Geld ist danach ohne Wertbildung weg. Wenn Sie Spaß dran haben, können wir das am Beispiel Deutschlands exerzieren.
Das war ein Witz! Über 90% der Internetnutzer kennen Google Street View. Ich gehöre dazu.
Das behauptet jede Partei von sich, stimmt es deswegen?
Ja. Es gibt keine allgemeine Definition von Gemeinwohl. Die Summe der Parteien und die Gesetzesbildung im Bundestag bildet das Gemeinwohl. Jede andere Definition wäre willkürlich.
Sie wollen doch den Staat in die Schranken weisen, weil Sie das genau nicht unterstellen, oder warum sind Sie für PPP oder für Insolvenzen von Gemeinden oder gegen hohe Staatsschulden, die wurden doch nur für das Gemeinwohl gemacht?
Ich dachte, Sie hätten sich über das Thema schlau gemacht. Das wesentliche Argument für PPP ist die Schnelligkeit und Passgenauigkeit der Umsetzung. Für Sie mag es keinen Wert haben, ob eine Umgehungsstraße oder Autobahn in 10 oder 25 Jahren fertiggestellt wird. Für Anlieger und Nutzer ist es das nicht.
Politik ist kein Arbeitsplatz. In der letzten Regierung hatte die FDP ein Gewicht von 1/3. Weder Fans noch Gegner behaupten, die Liberalen habe so viel von ihrem Progamm umsetzen können. Es waren jedoch die Gründe, warum Linke die FDP ablehnen, weshalb die Liberalen aus dem Bundestag flogen. Keine Steuererleichterungen – warum dann FDP wählen?
Die LINKE kann nicht den Anspruch haben, in einer Regierung aus der NATO zu kommen oder Hartz-IV abschaffen zu können. Dagegen steht jede (!) Mehrheit in einer Koalition und, wesentlicher, die Mehrheit der Bevölkerung.
Der Einfluss privatwirtschaftlicher Investor/-innen nimmt stetig zu.
Und? Wieso sollte das per se gegen die Objektivität der Wissenschaft sprechen?
Nicht wirklich. Mich interessiert, wie jemand denkt und warum. Ob mir jemand sympathisch oder unsympathisch ist, hat nichts damit zu tun, ob er meine Meinung oder Ansichten teilt. Mit der Zeit landen Sie in einer Schublade, weil jeder von uns typisiert werden kann. Wir widersprechen nur in Teilen dem Typus. Sie sind eine typische Linke: mit einer gehörigen Portion Idealismus und einer Abneigung gegen Konsequenz. Sie haben daneben Eigenschaften, die ich sehr schätze. So z.B. Ihr Engagement für Organisationen und für Ihre Mitmenschen. Sie treten zwar für Ziele und Organisationen ein, die ich bekämpfe, das ist aber egal. Es zählt, dass Sie es tun.
Rauschi 8. August 2016, 09:19
Muss ich meine Aussagen jetzt jedes Mal wiederholen? Die Besitzer sollen haften, wer sonst? Das ist aber bei diesen grossen Banken gar nicht möglich, da das Eigenkapital viel zu niedrig ist und dann wohl wieder der Steuerzahler einspringen muss. Das wird auch so kommen, da, wie gesehen, die anderen Lösungen von den Politikern nicht durchgesetzt werden.
Ja. Es gibt keine allgemeine Definition von Gemeinwohl. Die Summe der Parteien und die Gesetzesbildung im Bundestag bildet das Gemeinwohl.
Haben Sie denn nicht gefordert, die Linken sollten dem Gemeinwohl dienen? Da sie aber , laut Ihrer Definition, schon ein Teil davon sind, können sie dem Ganzen ja nur dienen, oder wie? Allen durch Existenz sozusagen. Habe Sie Sich den Ausschnitt angesehen? Echt, so eine Gesetzesbildung dient dem Gemeinwohl, oder doch eher der Parteienprofilierung?
Italien hat aber mitgestimmt.
Haben die eine Volksbefragung gemacht, oder war das die Regierung, welche es jetzt nicht umsetzt, die zugestimmt hat?
Quatsch. Beim Hauskauf steht ein Wert dagegen, Staatsverschuldung dient zum Großteil der Finanzierung laufender Ausgaben. Das Geld ist danach ohne Wertbildung weg.
Ach so, es kann jetzt genau im Haushalt unterschieden werden, welches Geld wohin geht, und die Schulden gehen immer in den Konsum? Ist es denn nicht egal, aus welchem Teil Investitionen bezahlt werden, aus dem Teil der Einnahmen oder dem der Schulden? Waren Sie denn nicht der Auffassung, der Staat dürften gar keine Schulden machen, egal wofür? Ich bin verwirrt, was denn nun? Abgesehen davon, ist Geld, ausser es wird physisch vernichtet, nie weg, es wechselt im Normalfall nur den Besitzer. Die Betrieb sind doch auf Konsum angewiesen, oder woher sollen die Gewinne kommen?
Es waren jedoch die Gründe, warum Linke die FDP ablehnen, weshalb die Liberalen aus dem Bundestag flogen.
Ach so, die Linken, die vorher die FDP gewählt haben, waren dermassen enttäuscht, das deren Anliegen nicht durchkamen, das die einfach direkt die Linke gewählt haben? So sehr habe ich meine Gedanken noch nie verrenkt, um auf so eine Idee zu kommen.
Die LINKE kann nicht den Anspruch haben, in einer Regierung aus der NATO zu kommen oder Hartz-IV abschaffen zu können.
Selbstverständlich kann die Linke das, die Frage ist nur, ob sie es sollte. War etwa die Mehrheit der Bevölkerung für die Senkung der MwSt. für Hotels oder warum konnte die FDP das durchsetzen?
Auszug aus einem verlinkten Artikel der FAZ:
„Das Hin und Her um die Limonaden ist ein Beispiel für die Strategie dieser Industrie: Obwohl es bereits 2007 erdrückende – und bis heute nur weiter bestätigte – Evidenz dafür gab, dass Limonaden schon junge Menschen ins Übergewicht treiben, wollte Richard A. Forshee 2008 daran kratzen. Er erhält für sein Forschungszentrum an der Universität von Maryland finanzielle Mittel von Coca-Cola und Pepsi. Eine Mitarbeiterin Forshees und Mitautorin der beschwichtigenden Studie bezog bald danach einen Posten in der Ernährungsindustrie. Als man Forshees Arbeit unter die Lupe nahm, offenbarten sich denn auch eindeutige methodische Mängel“
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wissen/heute-in-der-zeitung-zuckersuesse-seilschaften-13713421.html
Muss ich das echt noch weiter erläutern? Oder war die Frage wie bei Google nicht ernst gemeint? Wollen Sie bestreiten, das wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird?
mit einer gehörigen Portion Idealismus und einer Abneigung gegen Konsequenz.
Gegen welche Konsequenzen habe ich denn eine Abneigung? Sind das zwingende Konsequenzen oder nur scheinbare?
Schade, das es so wenig Idealismus gibt, unsere Welt könnte davon sicher mehr vertragen. Ich persönlich denke, das hängt immer vom Menschenbild ab, welche Einstellung jemand vertritt. Ich sehe den Menschen keineswegs nur positiv, sondern mit allen Facetten, denke aber, das er sich, falls er die Wahl hat, für die sinnvollere Variante von 2 Möglichkeiten entscheidet.
In Dubio 8. August 2016, 09:59
Die Besitzer sollen haften, wer sonst?
Ich nehme an, Sie meinen Eigentümer. Nein, genau das wollen Sie ja nicht, wie Sie ziemlich verwunden erklärt haben. Im Falle von Monte wären das jedoch viele Kreditnehmer, die nebenbei auch Aktionär geworden waren.
Eine Kapitalgesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass das Haftungskapital eben beschränkt ist. Sonst wäre es ja keine „Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der Sinn dahinter ist wie bereits erläutert unternehmerisch tätige Menschen vor dem eigenen Ruin zu bewahren.
Die Eigentümer bestimmen, ob etwas bestehen bleibt oder nicht. Sie können Eigentümer einer Kapitalgesellschaft nicht verpflichten nachzuschießen. Damit ergibt sich auch ein sinnvoller Schluss: entweder Eigentümer sehen es als sinnvoll an, eine Bank zu stützen. Dann kann der Staat dies auch tun. Oder sie sehen es nicht als sinnvoll an. Warum sollte dann der Staat schlauer sein?
Habe Sie Sich den Ausschnitt angesehen?
Nein. Ich denke nicht, dass es mein Wissen mehrt. So viel Zeit habe ich auch nicht.
Wann haben Sie genau gefehlt, als in der Schule der Abschnitt über „repräsentative Demokratie“ behandelt wurde?
Ach so, es kann jetzt genau im Haushalt unterschieden werden, welches Geld wohin geht, und die Schulden gehen immer in den Konsum?
Es sollte zumindest mit steigendem Schuldenstand auch mehr Vermögen da sein. Das ist doch die Argumentation von Linken. Oder habe ich da etwas missverstanden? Argumentieren Sie nicht, dass Staatsverschuldung sinnvoll ist, weil dadurch Schulen und Brücken gebaut werden können? Dann sehe ich das auch in der Vermögensrechnung. Andernfalls war es Konsumfinanzierung.
Waren Sie denn nicht der Auffassung, der Staat dürften gar keine Schulden machen, egal wofür?
Nein, nicht im Prinzip. Nur habe ich ähnlich wie Sie ein paar Jahre auf der Uhr. Der Staat kann sich nicht an seine eigenen Vorgaben halten. Er behauptet Schulen und Brücken zu finanzieren (ohne späteren Abtrag) nur um tatsächlich den heutigen Wählern nicht die volle Steuerlast zumuten zu müssen für ihre Bestechung. Am Ende stehen mehr Schulden, aber kein Vermögen auf der Uhr. Wir werden ärmer, nicht reicher durch Staatsverschuldung. Das ist die Logik der Demokratie. Und deswegen gibt es so eine Selbstfesselung wie die Schuldenbremse.
Die Betrieb sind doch auf Konsum angewiesen, oder woher sollen die Gewinne kommen?
Willkommen in der Nationalökonomie der 1970er Jahre!
Ach so, die Linken, die vorher die FDP gewählt haben, waren dermaßen enttäuscht, das deren Anliegen nicht durchkamen, das die einfach direkt die Linke gewählt haben?
Nein, die Wähler der FDP waren dermaßen enttäuscht. Schließlich haben 5% von allen Bundesbürgern nur deswegen die Liberalen gewählt, weil hier Versprechungen gemacht wurden.
War etwa die Mehrheit der Bevölkerung für die Senkung der MwSt. für Hotels oder warum konnte die FDP das durchsetzen?
Zwischen einer Note im Umsatzsteuergesetz und dem Austritt aus einem Militärbündnis ist doch ein kleiner Unterschied, oder?
Wollen Sie bestreiten, das wer die Musik bezahlt, bestimmt, was gespielt wird?
Ihr Problem: Sie halten jeden für engstirnig. Warum sollte ein Unternehmen eine teure Studie in Auftrag geben, nur um völlig Falsches in die Welt setzen zu können? Auch die amerikanische Tabakindustrie hat mal mit echter Forschung begonnen.
Sie argumentieren nur mit sehr indirektem Nutzen, die direkte Beziehung interessiert Sie nicht. Das ist verschwörungstheoretisch.
Gegen welche Konsequenzen habe ich denn eine Abneigung?
Gegen die von Regeln, z.B.
Schade, das es so wenig Idealismus gibt, unsere Welt könnte davon sicher mehr vertragen.
Menschen mit zu viel Idealismus zerschellen an der Wirklichkeit oder engagieren sich erst gar nicht für andere. Nehmen Sie Oskar Lafontaine oder Gregor Gysi: beide verbrachten den Großteil ihres politischen Lebens in Nicht-Verantwortung, obwohl sie andere Möglichkeiten hatten. Lafontaine scheiterte binnen Rekordzeit mit seinen Vorstellungen an der Realität.
Rauschi 8. August 2016, 12:17
Abschliessend, bevor ich mich hier ausklinke:
Die Betriebe sind doch auf Konsum angewiesen, oder woher sollen die Gewinne kommen?
Also brauchen wir im Jahr 2016 keine Kunden mehr? Das muss ich sofort meinem Chef mitteilen, den wird das sehr freuen. Neuerdings kaufen Maschinen Maschinen und Schuhe Schuhe, schöne neue Welt.
Konsum ist erheblich mehr als Lebensmittel zu kaufen, die dann tatsächlich in Energie umgewandelt werden. Da sind Sie wahrscheinlich besser im Thema, wie sollte ich das beurteilen können?
Sie haben es immer noch nicht verstanden, schade, ich bin nicht gegen Regeln, ich bin sehr wohl für Regeln, nur sollten diese auch sinnvoll und zielführend sein, das ist meine Forderung. Sie dagegen bestehen auf Einhaltung der Regeln, egal, wie sinnvoll diese sind (weil sich da Regierungen drauf geeinigt haben, als ob dabei zwangsläufig immer nur sinnvolles herauskommt).
Menschen mit zu viel Idealismus zerschellen an der Wirklichkeit oder engagieren sich erst gar nicht für andere.
Ach so, es gibt zuviel? Wer definiert, was zuviel ist? Der zweite Teil ist falsch, warum sollte sich jemand mit zuviel nicht engagieren? Wenn er enttäuscht wurde, dann hat er nicht mehr zuviel, sondern weniger. Das Menschenbild ist etwas Grundsätzliches, das ich nicht bei jeder Enttäuschung (schon mal über das Wort nachgedacht?) über Bord werfe.
popper 8. August 2016, 12:38
Sie sollten sich mal näher mit der Duhem-Quine-These befassen. Vielleicht würden Sie dann nicht andauernd ihre offensichtliche kognitive Dissonanz bespiegeln und zu einem echten Dialog finden. Oder ist ihnen die Feststellung fremd, dass Individuen ihr eigenes Wissen, das sie für gültig akzeptieren größtenteils selbst nicht überprüfen können. Ich nehme an ihre eigenen Ansichten sind auch nur zusammenhanglose Implikationen anderer Überzeugungen.
In Dubio 8. August 2016, 12:49
Ich habe vor einiger Zeit eine Frage an Sie gestellt oder eine Bitte formuliert, sich nämlich mit der deutschen Wirtschaftsstruktur zu beschäftigen. Dann würde einiges klarer. Die meisten in Deutschland beheimateten Unternehmen produzieren nicht vorrangig für deutsche Kunden, es sei denn sie heißen Pelikan, Joop oder Escada – und auch da gilt das nur sehr bedingt. Sie können das schon daran erkennen, dass in Deutschland Konjunkturzyklen anders verlaufen als beispielsweise in den USA. Selbst wenn wir die Gehälter bei meinem Unternehmen um 100% anheben würden (dann fiele jeder Mitarbeiter unter den Spitzensteuersatz), würde dadurch keine einzige Maschine zusätzlich verkauft werden. Und die Unternehmen, die unsere Maschinen in Deutschland kaufen, würden ebenfalls kaum mehr Produkte verkaufen, da sich deren Absatz meist global verteilt.
Die Wirkung selbst einer solch drastischen Maßnahme wäre nur in Spurenelementen zu greifen. Und das gilt für sämtliche Unternehmen, für die ich in Deutschland gearbeitet oder die ich früher geprüft habe. Das können Sie sich nur erklären, wenn Sie sich mit der deutschen Wirtschaftsstruktur vertraut gemacht haben.
Sie haben es immer noch nicht verstanden, schade, ich bin nicht gegen Regeln, ich bin sehr wohl für Regeln, nur sollten diese auch sinnvoll und zielführend sein, das ist meine Forderung.
Sie haben bisher nur geltende Regeln genannt, die Sie für nicht sinnvoll halten. Sie erwecken den Eindruck, dass es auf staatlicher / gesellschaftlicher Ebene bisher keine Regel gibt, die Ihren Anforderungen genügt – ja, nicht einmal das Treueversprechen, dass Milliarden Menschen viel bedeutet. 😉 Es wird wohl nicht einfach, eine Regel zu finden, die Ihren Ansprüchen genügt.
Ach so, es gibt zuviel? Wer definiert, was zuviel ist?
In dem Sie mit wachen Augen ohne gefärbte Brille durch die Welt gehen. Um das zu begreifen, schauen Sie sich Berufe an, die Menschen wegen ihres Idealismus ergriffen haben. Voila, Sie werden sehr viel Fluktuation und Frustration sehen. Schauen Sie bei Kindergärtnerinnen, Lehrern, Krankenpflegern. Überall das gleiche Bild. Bei der Mehrzahl überdauert der Idealismus nicht das 35. Lebensjahr.
popper 8. August 2016, 11:41
@In Dubio u. @Rauschi
wie zuletzt ist ihre Diskussion amüsant. Wobei die Widerlegungen und Argumente von @Rauschi exzellent sind und @In Dubio nur seine Kakofonien absondert und teilweise behauptet wo er beweisen müsste. Schade, dass dabei nichts herauskommt und sich das ganze „Gewürge“ irgendwann, wie bisher, einfach totläuft….
Einen Punkt möchte ich hier dennoch ansprechen, bei dem ich feststelle, dass sie Beide von völlig falschen geldtheoretischen Prämissen ausgehen, nämlich bei der Behauptung/Feststellung die Banken würden vom Steuerzahler gerettet. Banken werden/wurden von Staaten bzw. den Zentralbanken gerettet zugunsten ihrer Gläubiger. Und daran wird sich entgegen aller Beteuerungen nichts ändern. Die von „Dubio“ gelobte sogenannte Bankenunion ist ein Popanz. Denn Monte dei Paschi wäre ja eigentlich der klassische Anwendungsfall für die neuen Regeln gewesen. Doch Monte dei Paschi belegt in vorallem, wie lebensfremd die Bail-in Regel und damit der Kern des neuen Abwicklungsregimes ist. Bei der zypriotischen Lösung, die als Vorbild galt wurde die Regierung von Eurogruppe und EZB brutal gezwungen, die Gläubiger zu beteiligen. Indem die EZB drohte, sonst die ELA-Mittel (Emergency Liquidity Assistance) für die Banken sonst zu stoppen, was den sofortigen Konkurs der beiden größten Banken bedeutet hätte (eine eindeutige politische Aktion, die der EZB eigentlich untersagt ist). Allerdings, und das ist das Interessante an der Geschichte flossen ein Jahr lang ELA-Mittel i.H.v. 10 Mrd. Euro. Genau die Summe mit der deutsche und französische Banken in Zypern im Feuer standen. An die flossen nämlich postwendend die ELA-Mittel. Auch hier eine Bankenrettung auf Kosten von Demokratie bzw. staatlicher Souveränität. Das Gleiche passierte mit Irland. Die Rekapitalisierung des Staates erfolgte direkt durch die EZB zugunsten französischer und deutscher Banken.
Zurück zur Belastung des Steuerzahlers. Geld entsteht durch Gutschriften von Zentralbanken und/oder Geschäftsbanken auf dem Konto ihrer Kunden. Die Rettung einer Geschäftsbank durch die Zentralbank ist insoweit denkbar einfach, sie schreibt den entsprechenden Betrag auf deren Konto gut. Selbst Ben Bernanke, der ehemalige Chef der amerikanischen Zentralbank sagt dazu: „Es ist kein Steuergeld. Die Banken führen Konten bei der Fed, ganz ähnlich wie Sie ein Girokonto bei einer Geschäftsbank führen. Um eine Bank zu refinanzieren, benutzen wir einfach den Computer und schreiben ihrem Fed-Konto einfach einen höheren Betrag gut. Es ist eher wie Geld drucken als Geld leihen.“ Nun wird jemand einwenden, die EZB oder nationalen ZB sind nicht die FED. das stimmt, ändert aber nichts an der geldpolitischen Verfahrensweise. Das Märchen von der Rettung von Banken durch Steuergelder ist für die Muppets, für die hat man Konstruktionen wie ESM, EFSM, EFSF oder eine Bankenunion erfunden, um weiterhin den Glauben zu nähren, die Schäubles und Merkels tun das Richtige. In Wahrheit zahlt immer der Staat, ob über den Umweg Banken/Finanzmarkt oder direkt durch die Zentralbank. Für dessen Schulden kommt der Steuerzahler nicht auf, sondern verdient sogar daran, wenn nicht gerade, wie in der verkorksten EWU Deflation herrscht.
Rauschi 8. August 2016, 12:27
Für dessen Schulden kommt der Steuerzahler nicht auf, sondern verdient sogar daran, wenn nicht gerade, wie in der verkorksten EWU Deflation herrscht.
Das mit dem verdienen gilt doch nur für neu aufgenomme Schulden (die wir dank Schuldenbremse nicht machen wollen) und für aktuell umgeschuldete, der Schuldendienst steigt aber trotzdem und sinkt zumindest durch die neuen Schulden nicht, also zahlt der Steuerzahler doch, oder nicht?
Ich weiss, wie neues Geld entsteht, aber der Staat darf sich ja nicht direkt über die EZB finanzieren, es braucht den Markt als Disziplinierung dazwischen, so wird uns doch dauernd erzählt und so ist es ja in der Realität auch. Die neuen Schulden kommen eben nicht von der EZB sondern von den Geschäftsbanken.
Wenn uns die Bankenrettung nichts gekostet hat, warum sind dann die Schulden so gewachsen nach der Krise, nur wegen der Konjukturprogramme?
popper 8. August 2016, 14:13
Der Steuerzahler zahlt Steuern keine Staatsschulden. Und ein Staat zahlt seine Schulden nicht zurück, sondern rolliert sie. Was er zahlt sind Zinsen. Die zahlt er in der Regel an Private, die diese Papiere (Anleihen) halten. Und die verdienen daran, wenn der Zins positiv ist.
Natürlich verschulden sich die Staaten in der EWU bei Geschäftsbanken. Eine andere Frage ist: was Geld eigentlich ist. Geld ist der Erfüllungsgegenstand einer monetären Schuld. Ohne diesen Erfüllungsgegenstand gibt es keine Schuld. Insoweit schöpfen Geschäftsbanken kein Geld. Sie haben natürlich recht, den Staaten in der EWU fehlt die letzte Zuflucht zu Geld. Insoweit ist der Euro für die beteiligten Nationen der EWU eine Fremdwährung und ein Dämpfer für die Souveränität der Nationalstaaten. Und das wird ja in der Krise auch politisch genutzt. Dennoch ist die deutsche Schuldenbremse im GG ein Ausbund an geldpolitischer Idiotie. Deshalb spreche ich ja oben von ESM, EFSM, EFSF und Bankenunion. Diese sind, wenn man so will, Umgehungsinstrumente der verbotenen Staatsfinanzierung durch die EZB, denn nur so kommen unsere Politiker im Ernstfall um die direkte Staatsfinanzierung herum bei gleichzeitigem Ausschluss des Haftungsfalls. Das hat auch wieder Monte dei Paschi gezeigt. Die Bankenrettungen haben bis jetzt nichts gekostet, denn die Kredite kosten für die Schuldnerländer lediglich Zinsen. Gezahlt müsste dann werden, wenn ein Land zahlungsunfähig würde. Dass das nicht passiert, dafür sorgen die EU-Kommission und Schäuble, indem immer neue Kredite vergeben werden um die Zinsen zu bedienen. Der Clou bei der Sache ist, dass kein Geld fließt, sondern Sichtforderungen in den Bilanzen stehen. Das „Rüberschaufeln der Schulden in den öffentlichen Sektor ist nichts anderes als eine permanente Rettung der Gläubiger. Natürlich auch der Spargroschen der Oma oder die Pensionskassen. Die Konstruktion muss am Ende nur so geregelt sein, dass über die Target 2 Salden alles bei den Zentralbanken landet. Die können dann die Schuld begleichen und als Restposten in ihren Bilanzen „verschimmeln“ lassen.
Das Problem ist, dass der Neoliberalismus die Krise und die Angst der Menschen braucht, um seiner Ideologie den Nährboden zu bereiten, den er zum Überleben benötigt. Dies zu verhindern wird die vornehmste Aufgabe der Zivilgesellschaften in den nächsten Jahren sein. Die Debatten wie sie „@ In Dubio“ führt, sind längst geschlagene Schlachten. Links oder Rechts sind keine Alternativen mehr und waren es auch nie. Die Auseinandersetzung findet zwischen Demokratie und neoliberaler Fastfood statt. Die den menschlichen Intellekt diskriminiert und an dessen Stelle den „Markt“ als Informationsprozessor propagiert. In Wahrheit ein Elixier totaler Entmenschlichung. Das zu verhindern ist aller Ehren wert, denn es führt den Menschen ein weiteres Mal aus einer selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Rauschi 9. August 2016, 11:31
Die Bankenrettungen haben bis jetzt nichts gekostet, denn die Kredite kosten für die Schuldnerländer lediglich Zinsen.
Das gilt sicher für ausländische Banken, was ist mit unseren, also den Landesbanken, der Commerzbank, der HRE, der deutschen Bank, die zwar nicht direkt Hilfen erhalten hat, aber sicher von der Hilfe für andere Institute profitiert hat?
Ausserdem steht immer noch die Frage im Raum, warum der Schuldenstand so angestiegen ist, denn das wird mir doch immer von Dubio um die Ohren gehauen?
Die Auseinandersetzung findet zwischen Demokratie und neoliberaler Fastfood statt.
Zweifellos, nicht erst der Neoliberalismus ist ein Widerspruch zur Demokratie, das ist der Kapitalismus an sich schon. Dabei legt In Dubio doch solchen Wert darauf, das wir hier Demokratie haben, wenn auch nur repräsentativ. Auf meine Einwände diesbezüglich ist er noch nicht eingegangen, er will sich ja nicht mal 4 Minuten Zeit nehmen, um sich die von mir verlinkte Abstimmung anzusehen, will also seine Meinung nicht erweitern.
Wie die beiden Einstellungen zusammen gehen, das bleibt mir ein Rätsel, entweder bin ich für die Freiheit der Damen und Herren Märkte und des Kapitals oder der des Menschen, beides geht nicht.
Es gibt ein tolles Interview mit Prof Mausfeld, schon gesehen?
Quelle : https://www.youtube.com/watch?v=OwRNpeWj5Cs
popper 9. August 2016, 14:19
ich werde zu Ihrem Post noch ausführlich Stellung nehmen. Danke für den Link. Das Interview von Prof. MAUSFELD kannte ich noch nicht, aber die beiden Vorträge auf die im Gespräch Bezug genommen wird.
popper 10. August 2016, 10:51
Ich komme zurück auf Ihren Eintrag.
…Das gilt sicher für ausländische Banken, was ist mit unseren, also den Landesbanken, der Commerzbank, der HRE, der deutschen Bank..
Wenn ich von Kosten in diesem Zusammenhang spreche, dann von den Kosten für den Steuerzahler. Darum ging es ja in meinem Posting. Es wird ja immer wieder behauptet, diese Rettungsaktionen hätten den Steuerzahler Milliarden gekostet. Das bestreite ich. Denn eine Finanzierung aus Steuermitteln ist bis dato gar nicht erfolgt und nach meiner Auffassung auch nicht notwendig. Selbst wenn Staaten sich für ihre GBanken verpflichten, ist nicht gesagt, ob sie am Ende auch zahlen müssen. Bei den von Ihnen genannten Banken sind natürlich Mittel geflossen.
Bei der Deutschen Bank allerdings nicht von der deutschen Regierung, sondern von der amerikanischen (ca. 8 Mrd.). Aber grundsätzlich gilt, solange eine Bank nicht abgewickelt ist, entstehen nicht wirklich Kosten. Gezahlt in dem Sinne, wie man das normalerweise versteht wird ohnehin nicht. Da kommt ja niemand und macht den Geldbeutel auf und zahlt aus, sondern es sind Sicherheiten/Bürgschaften oder eben Kredite. Bei Krediten handelt es sich um eine Bilanzverlängerung, die normalerweise im Laufe der Zeit verkürzt bzw. gelöscht wird. Und wofür Zinsen an die Gläubiger gezahlt werden. Das meinte ich mit „daran verdienen“. Staaten zahlen ihre Schulden so gut wie nie zurück. Das wäre volkswirtschaftlich auch gar nicht sinnvoll. Es wird auch kein Geld in dem Sinne gedruckt, das die Geldmenge monetaristisch ausweitet und zur Inflation führt. Da die EZB seit Monaten Staatspapiere kauft, wechseln Forderungen zur Zentralbank. Da eine Zentralbank weder Gewinne noch Verluste macht, denn wie soll sie gewinnen oder verlieren, was sie sie selbst herstellt, nämlich Zentralbankgeld. D.h. selbst ein Totalausfall der gekauften Papiere wäre belanglos, denn wenn ich etwas verliere, was ich selbst herstellen kann, wo ist dann der Verlust. Das ist etwas, was In Dubio nicht begreifen will. Sinkt also der Wert der Vermögensgegenstände auf der Aktivseite, macht die Zentralbank nur im Sinne einer sinnlosen Bilanzlogik einen Verlust, in Wahrheit geschieht aber nichts, was sie zwingen könnte, ihre Verhaltensweise zu ändern. Insoweit sind unsere Verfassungsrichter bei der OMT Klage dem Geschwafel von Prof. Sinn und Weidmann o.a. gewaltig auf den Leim gegangen.
Der Schuldenstände der Staaten steigen exorbitant seit 2008 durch die Austeritätspolitik. Natürlich haben auch die Bankenrettungen dazu beigetragen. Wenn man bedenkt, dass Irland zu Beginn der Krise 25%/BIP Verschuldung hatte. Oder Spanien nur ca.45%. Selbst Griechenland hatte 2008 120% Verschuldung. Es kommt aber vor allem darauf an festzustellen, wer verschuldet ist, der öffentliche oder der private Sektor. Ein erheblicher Teil der deutschen Verschuldung resultiert aus den Steuergeschenken der Regierung Kohl und Schröder an „Reiche“ und Unternehmen. Wir haben dadurch jährlich 50 Mrd. Mindereinnahmen. Und wir hatten zu Beginn der Finanzkrise ein Konjunkturprogramm i.H.v. ungefähr 60 Mrd. samt Abwrackprämie etc. Die Verschuldung von Staaten ist entgegen anderer Darstellungen überhaupt kein Problem, soweit sie über eine souveräne Währung verfügen, siehe USA oder Japan.
Dass in Politik und Medien nahezu unisono und von interessengelenkten Ökonomen geglaubt wird, Staaten könnten sich wie Unternehmen und Haushalte finanziell überheben, ist betriebswirtschaftlichem Denken geschuldet und absoluter Nonsens. Selbst Wirtschaftsnobelpreisträger wie z.B. Paul Samuelson sind der Meinung, dass es sich bei dem Glauben, ein ausgeglichener Staatshaushalt sei notwendig, um eine „Schuldenfalle“ zu vermeiden, um einen Mythos handelt. Offensichtlich dient dieser Mythos aber der neoliberalen Abhaltung des Staates in den sogenannten effizienten Marktmechanismus einzugreifen. In Dubio wird immer wieder behaupten, die Verschuldung sei dem ausufernden Sozialstaat anzulasten, vergisst aber sofort, dass er gerade mit seiner Begeisterung für ÖPP einen Mechanismus begünstigt, mit dem die Schuldenbremse umgangen wird und immense Mehrkosten aus dem Haushalt ausgegliedert werden und als Rendite an Private verhökert werden, obwohl der Staat sie für Null haben könnte. Dieses ganze Geraune über Staatsschulden dient letztlich der Ablenkung von der Tatsache, dass der Finanzmarkt weder effizient noch nachhaltig ist und der Verherrlichung des Marktes als Informationsprozessor, dessen Wahrheiten ad definitionem angeblich jede menschliche Intelligenz übersteigt.
Hier vor allem sind Personen wie Prof. Mausfeld beispielgebend für das Primat des menschlichen Geistes über eine seit Jahren erduldete Verblödung der menschlichen Spezies. Nochmal Danke für den Hinweis.
Rauschi 11. August 2016, 07:12
Selbst Wirtschaftsnobelpreisträger wie z.B. Paul Samuelson sind der Meinung, dass es sich bei dem Glauben, ein ausgeglichener Staatshaushalt sei notwendig, um eine „Schuldenfalle“ zu vermeiden, um einen Mythos handelt.
Das ist aber sicher nicht bis zu Dubio durchgedrungen, er hat mir auch bis heute nicht erklärt, wie denn Staatsschulden, wie auch immer die bewertet werden, zu einer ansteigenden Arbeitslosigkeit führen können und zwar als Ursache, nicht als Reaktion auf einen Zusammenbruch der Wirtschaft. Selbst für den Fall, das es strukturelle Problem gegeben haben sollte, erklärt das doch nicht, warum auf einen Schlag die Hälfte der Jugend keine Arbeit mehr findet. Welche Struktur soll denn bei sinkender Nachfrage nach Gütern für eine steigende Nachfrage nach Arbeit sorgen? Rätsel über Rätsel, die sich aber sogenannten Neoliberalen nicht stellen, oder kennen Sie Antworten von dieser Seite auf die Fragen?
Dieses ganze Geraune über Staatsschulden dient letztlich der Ablenkung von der Tatsache, dass der Finanzmarkt weder effizient noch nachhaltig ist und der Verherrlichung des Marktes als Informationsprozessor
Ist es nicht seltsam, wie sonst so rationale Menschen auf die Idee verfallen können, der Markt hätte gottgleiche Eigenschaften und sei nun mal viel mehr als die Summe seiner Teile? Eine Schwarmintelligenz gar? Dabei reicht die Börsenbetrachtung, um fest zu stellen, das die meisten Bewegungen einem Herdtrieb folgen und damit genau das Gegenteil von individuellen Handlungen sind. Was hat denn der Wert eines Unternehmens mit den Daten zu tun, die angeblich Einfluss nehmen, wie innere Sicherheit oder die Partei, die gerade die Regierung stellt?
Ich fand den Vortrag auch deswegen super, weil er wirklich mal in die Tiefe geht und nicht nur oberflächlich an den Symptomen kratzt. Auch die Aussagen über die menschliche Natur fand ich spannend, das war mir nicht bewusst, aber seine Beispiele sind sehr realitätsnah.
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