Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.01.2013&Aktenzeichen=1%20StR%20233%2F12
Timestamp: 2019-03-19 11:01:05+00:00

Document:
BGH, 22.01.2013 - 1 StR 233/12 - dejure.org
Bankrott (Schuldnerstellung als besonderes persönliches strafbegründendes Merkmal); Beihilfe (zwingende Strafrahmenverschiebung wegen Fehlens eines persönlichen strafbegründenden Merkmals)
Auswirkungen der Nichtbeachtung der Strafrahmenverschiebung i.S.d. § 28 Abs. 1 StGB auf den Strafausspruch i.R.e. Verfahrens wegen Bankrotttaten gem. § 283 Abs. 2 i.V.m. Abs. 1 Nr. 1 StGB; Pflichtenstellung als Schuldner i.S.d. § 283 Abs. 1 und Abs. 2 StGB als besonderes persönliches Merkmal gem. § 28 Abs. 1 StGB
Eine zusätzliche Milderung gemäß § 28 Abs. 1 StGB wäre nur dann vorzunehmen gewesen, wenn die Tatbeiträge des Angeklagten ohnehin nicht als täterschaftliche Verwirklichung zu werten gewesen wären (vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. Januar 2013 - 1 StR 233/12 Rn. 9 und vom 27. Januar 2015 - 4 StR 476/14, wistra 2015, 146).
Die neben der Milderung nach § 27 Abs. 2, § 49 Abs. 1 StGB vorgenommene weitere Strafrahmenverschiebung nach § 28 Abs. 1, § 49 Abs. 1 StGB war erforderlich, da es sich bei der für die täterschaftliche Begehung notwendigen Pflichtenstellung als Schuldner um ein besonderes persönliches Merkmal im Sinne von § 28 Abs. 1 StGB handelt (BGH Beschlüsse vom 22.01.2013, 1 StR 234/12, 1 StR 233/12).

References: § 28
 § 283
 § 283
 § 28
 § 28
 § 27
 § 49
 § 28
 § 49
 § 28