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Timestamp: 2020-01-27 01:09:29+00:00

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ALG2/H4 Aufstocken/Berechnung/Rechtsgrundlage/entscheidendes Kriterium/Freibeträge | Erwerbslosenforum Deutschland
ALG2/H4 Aufstocken/Berechnung/Rechtsgrundlage/entscheidendes Kriterium/Freibeträge (1 Betrachter)
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es kann sein dass man mir ein Jobangebot macht, bei dem der Bruttoverdienst bei 1249 € liegen würde. Das ist 1 € mehr bevor ich den Job sanktionsfrei wegen Sittenwidrigkeit ablehnen dürfte. Laut Wohngeldrechner im Internet steht mir in diesem Fall kein Wohngeld zu. Ich habe Biddys Berechnungsformel genommen und komme auf folgendes Ergebnis:
1248 € brutto ergeben
100 € (Freibetrag Pauschale)
180 € (20% von 100 € bis 1000 €)
24,80 € (10% von 1000 € bis 2000 €)
Ergibt 304,80 Euro Gesamtfreibetrag
Laut Brutto Netto Rechner im Internet ergeben 1248 € brutto einen Nettoverdienst von 946 Euro. 946 € Netto minus 304,80 € Gesamtfreibetrag ergeben 641,20 Euro anrechenbares Einkommen. Mein Bedarf liegt bei ca. 800 Euro minus 641,20 € anrechenbares Einkommen ergeben bei mir eine Aufstockung von 158,80 Euro.
1. habe ich die Aufstockung richtig berechnet?
2. steht mir dieser Betrag (158,80€) aufgrund § 11b Abs.2 & Abs.3 SGB II trotzdem zweifelsfrei vom Jobcenter zu, obwohl der Job vollzeitig, sozialversicherungspflichtig ist und mein Nettoeinkommen (ohne Anrechnung der Freibeträge) minimal über dem Bedarf (ALG2/H4)liegen würde??
3. Oder als Gegenprobe anders gefragt: Verstehe ich es richtig dass man die errechneten Freibeträge von seinem Nettoeinkommen abziehen darf und dass das sich daraus ergebende anrechnungsfähige Einkommen das entscheidende Kriterium bei der ganzen Sache ist. Sprich liegt diese Summe unter dem ALG2/H4 Bedarf muss das Jobcenter die Differenz als Aufstockung bezahlen; liegt sie drüber gibt es nichts.
[FONT=&quot]Für sachkundige Hilfe bedanke ich mich im Voraus[/FONT]
AW: ALG2/H4 Aufstocken/Berechnung/Rechtsgrundlage/entscheidendes Kriterium/Freibeträg
Lebt ein Kind in deinem Haushalt?
@Purzelina schaut vielleicht gerad' TV, deshalb antworte ich mal
Bis auf die 10 % des Brutto von 1.000 bis 1.200 € (wenn minderjährige Kids - siehe @Purzelina - im Haushalt, geht die Freibetragsgrenze dann bis 1.500 - siehe § 11b Abs. 3 SGB II), also 20 € statt 24,80 €, hast Du es richtig gerechnet. Die Grenze von 2.000 € gibt's nicht.
Wenn Du erhöhte Aufwendungen hast, u. a. Fahrtkosten, kann es sein, dass Du mehr als die 100 € Grundfreibetrag absetzen kannst - dadurch würde sich Dein Aufstockungsbetrag noch erhöhen.
Es sei denn, Du hättest noch weiteres zu berücksichtigendes sonstiges Einkommen - ist aber vermutlich hier ja nicht so. Möcht' damit nur klarstellen, dass es nicht nur auf's Erwerbseinkommen ankommt.
Ohne Kind hast Du 300 € Freibetrag.
Fahrtkosten zur Arbeit?
Auch hier danke für die Aufklärung über die richtigen Grenzen, da hab ich mich wohl irgendwie vertan...
Um die Sache komplett zu verstehen, wenn wir schon dabei sind, wie lautet in einem solchen Fall dann die Formel? Betrag (Fahrtkosten/Gewerkschaft) über 100 € + 20% + 10% = Gesamtfreibetrag den man dann vom Netto abziehen darf?
Maximaler Freibetrag ohne Kind 300 € (von 1200 Brutto), mit Kind 330 € (von 1500 Brutto)
Fahrtkostenanteil, der 54,67 € übersteigt, kannst Du absetzen.
Schlimmer, ab 20 Uhr werd ich müde.
Aber wie immer sehr kompetente Anworten von Dir und Hartzeola.
Angenommen die Fahrtkosten betragen 114 €. Bedeutet dies, dass man dann 114 € +180 € + 20 € = insgesamt 314 € Gesamtfreibetrag absetzen kann? Und wo kann man nachlesen welche Kosten man in welcher Höhe absetzen kann, sofern Sie 100 € übersteigen?
Im 100 € Grundfreibetrag sind pauschal enthalten:
Absetzbeträge für Riester und weitere Versicherungen in Höhe von 30 €
Fahrtkostenpauschale 54,67 €
Fallen 114 € Fahrkosten an, könnte dein Freibetrag noch um 59,33 € höher sein. (114 € minus 54,67 € = 59,33).
30 € (§6 Abs. 1 Nr. 1 ALG II-VO
+ 15,33 € (§6 Abs. 1 Nr. 3a ALG II-VO)
+ 114 € Fahrtkosten
159, 33 €
Dein Freibetrag:
Bedeutet dies, dass man dann 114 € +180 € + 20 € = insgesamt 314 € Gesamtfreibetrag absetzen kann?
Ja, nur ist die Frage, wie Du auf die 114 € gekommen bist.
Für Fahrten mit dem Pkw zur Arbeitsstelle gelten 20 Cent je Entfernungskilometer - also einfache Strecke -nach Alg II-VO § 6 Abs. 1 Nr. 3b mal Arbeitstage pro Monat, wobei die JC bei einer 5-Tage-Woche mit 19 AT rechnen.
Benutzt man ein ÖPNV-Ticket, dann werden die tatsächlichen Kosten berücksichtigt.
Wenn die Fahrtkosten mit öffentl. Verkehrsmitteln günstiger sind als die Kosten für Kfz-Fahrten, soll nach den fachlichen Hinweisen der BA nur die günstigere Möglichkeit abgesetzt werden können. Ich hab' aber nicht den Eindruck, dass das immer so gehandhabt wird. Auch spielt die Zumutbarkeit eine Rolle, also Verkehrsanbindung, denn es bringt ja nichts, wenn man 3 Stunden inkl. Wartezeiten benötigt, um die Arbeitstelle mit Bus und Bahn zu erreichen und mit dem Pkw wäre man z.B. in 40 Min. vor Ort oder es würde kein Bus fahren ab 6 Uhr morgens oder ähnliche Scherze.
Nachzulesen hier in den fachlichen Hinweisen der BA zu §§ 11, 11a, 11b SGB II ab Randziffer 11.153: *klick* https://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A015-Oeffentlichkeitsarbeit/Publikation/pdf/Gesetzestext-11-11b-SGB-II-Zu-beruecks-Einkommen.pdf
Absetzbeträge sind ebenfalls dort zu finden in u. a. dem kompletten Kapitel 6 - Absetzbeträge. Und im Gesetz natürlich in § 11b SGB II.
Was im Grundfreibetrag (100 €) pauschal enthalten ist, steht in den oben verlinkten FH der BA unter Nummer 6.6.3.1 - Grundfreibetrag.
Flieg' mal über die fachlichen Hinweise, da findest Du Einiges, was Dich bestimmt interessiert.
Ich mach' Dir mal eine Beispielrechnung mit 15 km einfache Entfernung zum Arbeitsplatz, 19 AT die Woche:
57 Fahrtkosten (10 km * 0,20 € * 19 Arbeitstage)
35 € Kfz-Haftpflicht (also ohne eventuellen Kaskoanteil)
10 € Riesterrentenbeitrag
8 € Gewerkschaftsbeitrag
155,33 € tatsächliche Aufwendungen
Die 100 € Grundfreibetrag reichen also nicht, so dass zusätzlich 55,33 € abzusetzen sind.
Um bei Deinem Beispiel zu bleiben, würde der Gesamtfreibetrag also hier
155,33 + 180 + 20 = 355,33 € betragen.
Jetzt hat @Hartzeola schon geantwortet - hatte ich nicht mitbekommen, da ich derweil "im Antwortfenster" war
Oops - und Purzelina, die Ausgeschlafene, auch
Fahrtkostenanteil, der 54,67 € übersteigt
Das kann man so nicht sagen, weil im Grundfreibetrag alle Beträge nach § 11b Abs. 1 Nr. 3-5 pauschal enthalten sind, also
Quelle: § 11b SGB II
Die 100 € werden ja anstatt der Beträge nach Nr. 3-5 gewährt und im Grundfreibetrag sind auch 15,33 € Werbungsk.pauschale und auch 30 € Vers.pauschale und auch 20 Cent je Entfernungskilometer einfache Strecke für Fahrten mit dem Pkw oder Kosten für das Monatsticket enthalten, aber eben nicht nur, siehe oben Nr. 3-5.
Ja nach Höhe der anderen Aufwendungen, die ja individuell verschieden sind, können also auch Fahrtkosten, die z.B. nur 30 € betragen, den Grundfreibetrag "zum Überlaufen" bringen und damit Berücksichtigung finden.
Richtig, aber zur ersten überschlägigen Berechnung, ob sich ein Einzelnachweis lohnt, kann man diese Zahl schon heranziehen.
Das ist 1 € mehr bevor ich den Job sanktionsfrei wegen Sittenwidrigkeit ablehnen dürfte.
Ein voller Erfolg des Ermächtigungsgesetzes Hartz 4
Armut also weiterhin garantiert ...
Kleiner Tipp von mir am Rande: Falls du zukünftig "benachbarte" Kollegen hast, organisiert euch zu einer "Fahrgemeinschaft" zur Arbeitsstelle. Dies senkt die Kosten erheblich. Gut durchgerechnet dürfte dann doch am Ende des Monats einiges über Hartz 4 Satz übrig bleiben für Ansparung etc., insofern man sein (erzwungenes) bescheidenes Leben beibehält (eigene Erfahrung).
Stimmt - nur weiß der HE dabei nicht, dass er noch andere Aufwendungen absetzen kann bzw. dass er überhaupt noch andere absetzen kann und denkt "schade, das wird nix, weil ich nur 30 € Fahrtkosten habe".
Hier müsste es aber sicherlich auch rechtliche Möglichkeiten geben, wenn so offensichtlich seitens des AG gehandelt wird...
würde da einen RA oder Gewerkschaft mal anfragen.
Kann ja nicht sein, dass man wegen 1 Euro "springen" muss - das würde ja bald ALLES auf dieses Niveau einpendeln.
KfZ-Haft nicht vergessen!
@Biddy und die anderen: bewundere immer Eure Rechenkünste - das ist so gar nicht meine Welt :icon_mad:
Kurze Zwischenfrage: meiner Schwester will man immer weis machen, die Fahrten würden erst ab 20 km berücksichtigt.
Da sind wir gerade dran. Gibt es dazu Quellen-Tipps?
Die, die hier im Thread verlinkt sind.
Fahrtkosten müssen natürlich ab dem 1. Kilometer (bei Fahrten mit dem Pkw) berücksichtigt werden bzw. die kompletten Kosten für Bus-und-Bahn-Tickets (günstigste Möglichkeit).
Es kann ja sein, dass Deine Schwester gar nicht über die 100 € Grundfreibetrag kommt mit ihren gesamten Aufwendungen (und die/der Jobcenter-SB sich nicht anders auszudrücken wusste *räusper*)
Doch, kommt sie. Rechnung ist ähnlich wie beim TE hier - nur dass sie für den Betrag KEINE Vollzeit arbeiten muss
Ach ... so ganz OT ... habe gestern einige Büchlein geliefert bekommen und mal reingeschaut, was es so zwischen SGBI und XII alles gibt :icon_mad:
Interessant IMMER schon der allererste §... § 1 SGB I:
(1) Das Recht des Sozialgesetzbuchs soll zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit
und sozialer Sicherheit Sozialleistungen einschließlich sozialer und erzieherischer Hilfen gestalten.
witziges Büchlein das ... immer wieder lustisch..
Super Leute, Vielen Dank! Jetzt verstehe ich unter welchen Umständen man eventuell mehr als die Pauschale absetzen kann, und dank der Quellenangaben auch was & in welcher Höhe dazu gehört. Bezogen auf die Fragen einiger Kommentatoren zur Erklärung & zum Verständnis noch wie folgt:
Die 114 € waren jetzt mal fiktiv (pi mal Daumen) für ein ÖNV Ticket mit erweitertem Tarifgebiet (also 1 Tarifzone über das Citygebiet hinaus) angesetzt. Ein eigenes Auto hab ich nicht. Die 800 Euro sind ebenfalls entsprechend frisiert weil unsere Freunde hier ja mitlesen. Aber durch das Verstehen des Prinzips kann man für sich ja dann die exakten Zahlen einsetzen und alles genau ausrechnen. Ebenso die Zahl des Bruttogehalts. Das ist halt der GAU falls irgendein Kapitalist meint: OK, ortsgebundener, individueller Tarif ist so & soviel - 30% macht so & soviel + 1 Euro damit man wegen Sittenwidrigkeit & Unzumutbarkeit nicht ablehnen darf; Herzlichen Glückwunsch Sie haben den Job... Es erübrigt sich wohl für die alten Hasen, sich hier diesbezüglich zur Motivation und zur Freiwilligkeit solcher Angebote zu äußern, weil unsere Freunde ja hier wie gesagt mitlesen und wir denen ja kein Futter hinwerfen wollen. Da in der nächsten Zeit wohl einige Verhandlungen auf mich zukommen bin ich Dank eurer Hilfe nun in der Lage genau die gesamte Bandbreite von Minimum bis Maximum zu kalkulieren und entsprechend zu handeln. THX again!
Es lohnt sich übrigens, dieses kleine Büchlein im Handtäschchen zu haben: Grundlagen des Sozialgesetzbuchs. SGB I und X - Lambertus Verlag GmbH
und nur das SGBI mal zu lesen...
Dann gibt es dafür einen Bescheid, gegen den man Widerspruch einlegen kann. Und im Widerspruchsbescheid werden die verschiedenen Positionen der Einkommensanrechnung haarklein aufgeführt.
Da sind wir gerade dran, hab das jetzt geschickt bekommen, weil mir das alles "spanisch" vor kam. Jetzt geht es ans "fieseln" -
dieses kleine JC in einem Furzkaff in RPf hat schon viele negative Bewertungen im Netz und es gibt immer wieder "Spässles"
Wenn möglich einen Anwalt beiziehen, dann hat das kleine fiese JC bei einer möglichen Falschberechnung auch noch die Kosten des Anwaltes zu tragen.
2.052.426

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