Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=394
Timestamp: 2019-02-20 06:02:48+00:00

Document:
CXVI haubtst. von der
wie vielerlei
die ehrlich-
Nach dem heutigen gerichtsbrauche teilet man
die ehrlichmachung der unehelichen kinder in die
völlige und nicht völlige ein. Jene bewirket die
erbfolge; diese aber nicht. Sie geschihet durch
die trauung, oder einen kaiserlichen brif, oder ein
rescript des landesherrn. Gribner de iure legi-
timandi comitum Palatinorum in terris prin-
cipum imperii, und de iure legitimandi prin-
cipum imperii. Die durch die trauung nimmet
nicht allein die makel weg, sondern erteilet auch
die erbfolge in den Fällen, worin man noch den
Römischen rechten folget.
sie wirket
keine lehn-
Allein keine lehnsfolge bewirket selbige II F.
26 § naturales, Bauer de successione legiti-
matorum per nuptias exule in feudis § 5, 6.
Struve am a. o. P. IIII s. 531, P. VII § 19, 20
s. 477, Grupen am a. o. cap. 6 § 1, 2, wofern
der lehnsherr nicht besonders darein gehelet. Sie
gibet kein recht der erstgeburt, auch keine mitbe-
lehnschaft, von Leyser spec. 19 med. 3, Struve
am a. o. s. 535, Schröter de legitimatione,
sect. III § 7. Sihe indessen Barths dissensum
362 und 303.
der famili.
Bei gemeinen leuten wirket sie das recht der
famili; es müssen nicht minder dergleichen ehrlich
gemachte kinder in die zünfte aufgenommen wer-
den; sie können auch zu andern ehrenämtern ge-
langen. Bevor aber solches geschehen ist, wer-
den die unächten kinder weder zu ehrenwürden ge-
lassen, noch in den zünften angenommen.
CXVI haubtſt. von der
voͤllige und nicht voͤllige ein. Jene bewirket die
erbfolge; dieſe aber nicht. Sie geſchihet durch
die trauung, oder einen kaiſerlichen brif, oder ein
reſcript des landesherrn. Gribner de iure legi-
nicht allein die makel weg, ſondern erteilet auch
die erbfolge in den Faͤllen, worin man noch den
Roͤmiſchen rechten folget.
ſie wirket
Allein keine lehnsfolge bewirket ſelbige II F.
26 § naturales, Bauer de ſucceſſione legiti-
Struve am a. o. P. IIII ſ. 531, P. VII § 19, 20
ſ. 477, Grupen am a. o. cap. 6 § 1, 2, wofern
der lehnsherr nicht beſonders darein gehelet. Sie
gibet kein recht der erſtgeburt, auch keine mitbe-
lehnſchaft, von Leyſer ſpec. 19 med. 3, Struve
am a. o. ſ. 535, Schroͤter de legitimatione,
ſect. III § 7. Sihe indeſſen Barths diſſenſum
Bei gemeinen leuten wirket ſie das recht der
famili; es muͤſſen nicht minder dergleichen ehrlich
gemachte kinder in die zuͤnfte aufgenommen wer-
den; ſie koͤnnen auch zu andern ehrenaͤmtern ge-
langen. Bevor aber ſolches geſchehen iſt, wer-
den die unaͤchten kinder weder zu ehrenwuͤrden ge-
laſſen, noch in den zuͤnften angenommen.
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[382/0394] CXVI haubtſt. von der § 883 Nach dem heutigen gerichtsbrauche teilet man die ehrlichmachung der unehelichen kinder in die voͤllige und nicht voͤllige ein. Jene bewirket die erbfolge; dieſe aber nicht. Sie geſchihet durch die trauung, oder einen kaiſerlichen brif, oder ein reſcript des landesherrn. Gribner de iure legi- timandi comitum Palatinorum in terris prin- cipum imperii, und de iure legitimandi prin- cipum imperii. Die durch die trauung nimmet nicht allein die makel weg, ſondern erteilet auch die erbfolge in den Faͤllen, worin man noch den Roͤmiſchen rechten folget. § 884 Allein keine lehnsfolge bewirket ſelbige II F. 26 § naturales, Bauer de ſucceſſione legiti- matorum per nuptias exule in feudis § 5, 6. Struve am a. o. P. IIII ſ. 531, P. VII § 19, 20 ſ. 477, Grupen am a. o. cap. 6 § 1, 2, wofern der lehnsherr nicht beſonders darein gehelet. Sie gibet kein recht der erſtgeburt, auch keine mitbe- lehnſchaft, von Leyſer ſpec. 19 med. 3, Struve am a. o. ſ. 535, Schroͤter de legitimatione, ſect. III § 7. Sihe indeſſen Barths diſſenſum 362 und 303. § 885 Bei gemeinen leuten wirket ſie das recht der famili; es muͤſſen nicht minder dergleichen ehrlich gemachte kinder in die zuͤnfte aufgenommen wer- den; ſie koͤnnen auch zu andern ehrenaͤmtern ge- langen. Bevor aber ſolches geſchehen iſt, wer- den die unaͤchten kinder weder zu ehrenwuͤrden ge- laſſen, noch in den zuͤnften angenommen. § 886
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 382. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/394>, abgerufen am 20.02.2019.

References: § 5
 § 19
 § 1
 § 7
 § 19
 § 1
 § 7
 § 5
 § 19
 § 1
 § 7
 § 883
 § 884
 § 5
 § 19
 § 1
 § 7
 § 885
 § 886