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Timestamp: 2018-11-19 11:27:48+00:00

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BAG, Urteil vom 12.10.2011, 10 AZR 649/10 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 12.10.2011, 10 AZR 649/10
Aktenzeichen: 10 AZR 649/10
Leitsätze: Räumt eine Betriebsvereinbarung über zusätzliche Bonuszahlungen dem Arbeitgeber das Recht ein, das Bonusvolumen in Abhängigkeit von dem Geschäftsergebnis festzulegen, kann der Arbeitgeber die abschließend getroffene Leistungsbestimmung nicht einseitig ändern.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Dortmund, Urteil vom 15.4.2010 - 6 Ca 4866/09
Landesarbeitsgericht Hamm, Urteil vom 6.10.2010 - 3 Sa 854/10
3 Sa 854/10
12. Ok­to­ber 2011
hat der Zehn­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 12. Ok­to­ber 2011 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Mi­kosch, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Ey­lert und Rein­fel­der so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Züfle und Flu­ri für Recht er­kannt:
1. Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Hamm vom 6. Ok­to­ber 2010 - 3 Sa 854/10 - wird zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über ei­ne Bo­nus­zah­lung für das Jahr 2008.
Die Kläge­rin war seit dem 1. Ju­li 1986 bei der D AG beschäftigt. Die Vergütung er­folg­te nach den Ta­rif­verträgen für das pri­va­te Bank­ge­wer­be (sog. Ta­rif­an­ge­stell­te). Im De­zem­ber 2008 be­trug ihr Ta­rif­ge­halt 4.194,00 Eu­ro brut­to.
Die BV Bo­nus im Ta­rif sieht ua. fol­gen­de Re­ge­lun­gen vor:
„3. Bo­nus­pool
bis zu 1,5 Gehälter pro Mit­ar­bei­ter, bei ei­ner weit un­ter der Pla­nung lie­gen­den Per­for­mance min­des­tens 0,5 Gehälter in den Pool ein­ge­stellt (Ge­samt­poolfak­tor). Die Per­for­man­ce­le­vels ori­en­tie­ren sich an dem je­weils am An­fang des Jah­res fest­ge­leg­ten EVA-Ziel. Der Vor­stand kann ei­ne wei­te­re Re­du­zie­rung der Pool­vo­lu­mi­na un­ter 0,5 Gehälter be­sch­ließen, wenn der EVA un­ter mi­nus 100 Mio. EU­RO oder das er­reich­te EVA-Ziel 75 % un­ter der Pla­nung liegt.
b) Be­stim­mung des in­di­vi­du­el­len Bo­nus
(1) Ver­tei­lung in­ner­halb der Ein­hei­ten
Der Bo­nus wird ein­mal jähr­lich, spätes­tens im April des dem maßgeb­li­chen Geschäfts­jahr fol­gen­den Jah­res, gewährt.“
Am 28. Ok­to­ber 2008 veröffent­lich­te die D AG im In­tra­net ei­ne Mit­tei­lung an die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter mit fol­gen­dem Wort­laut:
„Bo­nus­vo­lu­men 2008
Die Kläge­rin hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, ein An­spruch sei aus dem Schrei­ben des Vor­stands der D AG vom 28. Ok­to­ber 2008 her­zu­lei­ten. Bei die­sem Schrei­ben hand­le es sich um ei­ne Ge­samt­zu­sa­ge, ei­ner aus­drück­li­chen An­nah­me­erklärung bedürfe es nicht. Die Zu­sa­ge sei be­din­gungs­los und oh­ne je­den Vor­be­halt ge­macht wor­den, ob­wohl be­reits En­de Ok­to­ber 2008 die wirt­schaft­li­che La­ge des Un­ter­neh­mens schlecht ge­we­sen sei. Zwar er­ge­be sich nicht, wel­che kon­kre­te Leis­tung dem ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer zu­kom­men sol­le; der Um­fang des Bo­nus­vo­lu­mens sei aber ver­bind­lich fest­ge­legt. Le­dig­lich die kon­kre­te Bo­nushöhe sei in wei­te­ren Schrit­ten nach den Re­ge­lun­gen der BV Bo­nus im Ta­rif zu er­mit­teln. Ei­nem Ar­beit­ge­ber ste­he es frei, sich schon vor­zei­tig ver­bind­lich auf den Um­fang des zur Verfügung zu stel­len­den Bo­nus­pools fest­zu­le­gen und ei­ne ent­spre­chen­de Zu­sa­ge zu ma­chen. Für ei­ne Zu­sa­ge zu die­sem Zeit­punkt ha­be es durch­aus ei­nen Grund ge­ge­ben. Der Ge­samt­be-
triebs­rat ha­be nach der Fest­le­gung des Bo­nustopfs für den In­vest­ment­bank­be­reich in Gesprächen mit dem Vor­stand dar­auf hin­ge­wie­sen, dass es an­ge­sichts die­ser Sach­la­ge und des ex­tre­men Ein­sat­zes der Beschäftig­ten im Jahr 2008 nicht hin­nehm­bar sei, nun beim „nor­ma­len Ar­beit­neh­mer“ zu spa­ren.
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an sie 3.446,00 Eu­ro brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 1. Mai 2009 zu zah­len.
ge­ge­ben. Am 2. Ok­to­ber 2008 sei auf­grund ei­ner Pro­gno­se aus dem Mo­nat Au­gust 2008 da­von aus­zu­ge­hen ge­we­sen, dass es im Geschäfts­jahr 2008 für die D AG zu ei­nem ne­ga­ti­ven Er­geb­nis aus gewöhn­li­cher Geschäftstätig­keit in Höhe von et­wa 1,5 Mrd. Eu­ro kom­men wer­de. Vor dem Hin­ter­grund der an­ste­hen­den Fu­si­on mit der Be­klag­ten ha­be es der Vor­stand der D AG zum da­ma­li­gen Zeit­punkt für ver­tret­bar ge­hal­ten, ein Bo­nus­vo­lu­men in Aus­sicht zu stel­len, das dem des Vor­jah­res ent­spre­che.
Je­den­falls hätten da­mit die Vor­aus­set­zun­gen ei­ner An­pas­sung we­gen Störung der Geschäfts­grund­la­ge vor­ge­le­gen. Es sei ge­mein­sa­me Vor­stel­lung der Par­tei­en ge­we­sen, dass das Er­geb­nis der Bank di­rek­te Aus­wir­kun­gen auf die Höhe des Bo­nus ha­be. Für die Mit­ar­bei­ter sei schon aus der Be­triebs­ver­ein­ba­rung er­kenn­bar ge­we­sen, dass das Bo­nus­vo­lu­men auf Ba­sis des Er­geb­nis­ses der Bank fest­ge­legt wer­de. Letzt­end­lich ha­be den Mit­ar­bei­tern klar sein müssen, dass bei ei­nem der­art schlech­ten Er­geb­nis kei­ne Bo­nus­zah­lun­gen er­fol­gen könn­ten. § 313 BGB se­he als Rechts­fol­ge ei­ne An­pas­sung des Ver­trags vor. Da­mit sei die D AG zur Neu­be­stim­mung des Bo­nus­vo­lu­mens auf „Null“ be­rech­tigt ge­we­sen.
1. Gemäß Ziff. 3 BV Bo­nus im Ta­rif legt der Vor­stand den Bo­nus­pool für ta­rif­lich vergüte­te Mit­ar­bei­ter in Abhängig­keit von dem Geschäfts­er­geb­nis der Bank fest. Die Be­triebs­ver­ein­ba­rung überlässt da­mit der Ar­beit­ge­be­rin un­ter Be­ach­tung be­stimm­ter, am Geschäfts­er­geb­nis ori­en­tier­ter Kenn­zah­len und Rah­men­be­din­gun­gen ein ein­sei­ti­ges Leis­tungs­be­stim­mungs­recht iSv. § 315 BGB. Dies ist zulässig, die Be­triebs­par­tei­en müssen die Größen­ord­nung des zu
ver­tei­len­den Bo­nus­vo­lu­mens nicht selbst fest­le­gen (vgl. BAG 28. No­vem­ber 1989 - 3 AZR 118/88 - BA­GE 63, 267; vgl. auch zur Fest­le­gung der Be­mes­sungs­grund­la­ge für die Tan­tie­me ei­nes Geschäftsführers durch die Ge­sell­schaft: BGH 9. Mai 1994 - II ZR 128/93 - DB 1994, 1351).
2. Das ein­sei­ti­ge Leis­tungs­be­stim­mungs­recht der Ar­beit­ge­be­rin be­zieht sich nur auf den Bo­nus­pool nach Ziff. 3 BV Bo­nus im Ta­rif. Hin­sicht­lich der Ver­tei­lung des Pools auf die ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter ha­ben die Be­triebs­par­tei­en selbst um­fang­rei­che Re­ge­lun­gen ge­trof­fen. Ziff. 4 Buchst. a BV Bo­nus im Ta­rif legt zunächst fest, wie der Bo­nus­pool auf die ver­schie­de­nen Ein­hei­ten („Di­vi­sio­nen und Funk­tio­nen“) zu ver­tei­len ist. Da­bei gilt der Grund­satz der li­nea­ren Ver­tei­lung, so­weit kei­ne per­for­man­ce­abhängi­ge Sprei­zung nach den Re­ge­lun­gen der Be­triebs­ver­ein­ba­rung möglich ist. Aber auch für die­sen Fall be­inhal­tet die Be­triebs­ver­ein­ba­rung um­fang­rei­che Vor­ga­ben. Die Be­stim­mung des in­di­vi­du­el­len Bo­nus er­folgt dann gemäß Ziff. 4 Buchst. b und Buchst. c BV Bo­nus im
Ta­rif, in­dem der sog. Team­pool nach be­stimm­ten Grundsätzen und un­ter Berück­sich­ti­gung der in­di­vi­du­el­len Leis­tungs­be­wer­tung, die wie­der­um nach fes­ten Re­geln zu er­fol­gen hat („Re­ge­lun­gen über das Mit­ar­bei­ter­gespräch“), ver­teilt wird. Die Bo­nus­pools müssen da­bei je­weils vollständig aus­geschüttet wer­den (Ziff. 4 Buchst. a letz­ter Abs. BV Bo­nus im Ta­rif). Die­se Re­ge­lun­gen wer­den durch Ziff. 5 BV Bo­nus im Ta­rif für be­son­de­re Mit­ar­bei­ter­grup­pen, wie zB frei­ge­stell­te Be­triebsräte, noch da­hin­ge­hend mo­di­fi­ziert, dass Maßstab - aus­ge­hend vom Um­fang des Bo­nus­pools - aus­sch­ließlich das in­di­vi­du­el­le Mo­nats­ge­halt ist.
steht re­gelmäßig erst nach Ab­lauf des Geschäfts­jah­res fest; erst dann ist klar, ob das am Jah­res­an­fang fest­ge­leg­te EVA-Ziel (Eco­no­mic Va­lue Ad­ded) er­reicht oder über-/un­ter­schrit­ten wur­de. Dies war im Ok­to­ber 2008 noch nicht der Fall. Ziff. 3 BV Bo­nus im Ta­rif schließt aber we­der aus, dass der Vor­stand be­reits vor­zei­tig - ins­be­son­de­re vor Vor­lie­gen der ver­bind­li­chen Un­ter­neh­mens­kenn­zif­fern - ei­ne Ent­schei­dung über ei­nen (Min­dest-)Bo­nus­pool trifft, noch, dass er ei­nen Bo­nus­pool fest­legt, auf den gemäß Ziff. 3 Abs. 2 BV Bo­nus im Ta­rif der Höhe nach kein Rechts­an­spruch be­steht. Ei­ne sol­che Möglich­keit er­gibt sich schon aus dem Güns­tig­keits­prin­zip (vgl. da­zu Fit­ting 25. Aufl. § 77 Rn. 196 mwN).
syn­ony­me Be­grif­fe, die je­weils (be­zo­gen auf die Grup­pe der Ta­rif­beschäftig­ten) die Ge­samt­sum­me der zu ver­tei­len­den Bo­ni be­schrei­ben. Für ei­ne ab­sch­ließen­de Fest­le­gung des Bo­nus­pools spricht im Übri­gen ge­ra­de der Um­stand, dass die Be­klag­te nach ih­rem ei­ge­nen Vor­trag zum Zeit­punkt des Be­schlus­ses und der Ab­ga­be der Erklärung da­von aus­ging, dass ein ne­ga­ti­ves Be­triebs­er­geb­nis von et­wa 1,5 Mrd. Eu­ro im Jahr 2008 zu er­war­ten sei. Da­mit lag schon zu die­sem Zeit­punkt ei­ne Si­tua­ti­on vor, die nach den Re­ge­lun­gen der Be­triebs­ver­ein­ba­rung ei­ne deut­li­che Re­du­zie­rung des Bo­nus­pools un­ter 0,5 Gehälter pro Mit­ar­bei­ter, ggf. so­gar bis auf „Null“, er­laubt hätte.
Die BV Bo­nus im Ta­rif be­stimmt nicht, dass der Bo­nus­pool durch Erklärung ge­genüber dem Ge­samt­be­triebs­rat oder durch Erklärung ge­genüber den
an­spruchs­be­rech­tig­ten Ta­rif­mit­ar­bei­tern fest­zu­le­gen ist. Viel­mehr überlässt sie die Fest­le­gung der in­ter­nen Be­stim­mung durch den Vor­stand der Ar­beit­ge­be­rin. Die Re­ge­lung will da­mit ein vom je­wei­li­gen Zu­gang abhängi­ges, un­ter­schied­li­ches Wirk­sam­wer­den der ge­trof­fe­nen Ent­schei­dung ver­mei­den. Es ist da­her un­er­heb­lich, ob die Erklärung auch ge­genüber dem Ge­samt­be­triebs­rat bzw. des­sen Vor­sit­zen­den (§ 51 Abs. 1 iVm. § 26 Abs. 2 Satz 2 Be­trVG) er­folg­te. Sie ist hier­von un­abhängig wirk­sam ge­wor­den.
b) Nach dem Re­ge­lungs­sys­tem der BV Bo­nus im Ta­rif (vgl. da­zu oben un­ter I 2) übt die Ar­beit­ge­be­rin mit der Fest­le­gung ei­nes Bo­nus­pools das ihr nach der Ver­ein­ba­rung der Be­triebs­par­tei­en zu­ste­hen­de Er­mes­sen aus. Hat sie ihr Ge­stal­tungs­recht nach Ziff. 3 BV Bo­nus im Ta­rif ge­nutzt, so folgt der im Ein­zel­nen fest­ge­leg­te Ver­tei­lungs­me­cha­nis­mus nach Ziff. 4 ff. BV Bo­nus im Ta­rif. Ein Er­mes­sen über das zu ver­tei­len­de Vo­lu­men steht der Ar­beit­ge­be­rin da­bei nicht mehr zu, viel­mehr ha­ben die Be­triebs­par­tei­en um­fang­rei­che Re­gu­la-ri­en für die Ver­tei­lung fest­ge­legt. So­weit da­bei über­haupt noch Spielräume be­ste­hen, be­tref­fen die­se nur die Ver­tei­lung in­ner­halb der klei­ne­ren Ein­hei­ten, oh­ne am Vo­lu­men et­was zu ändern. Dem­ent­spre­chend re­gelt Ziff. 4 Buchst. a letz­ter Abs. BV Bo­nus im Ta­rif aus­drück­lich, dass die je­wei­li­gen Bo­nus­pools der Ein­hei­ten vollständig aus­geschüttet wer­den. Be­son­ders deut­lich zeigt sich die Ver­bind­lich­keit ei­ner gemäß Ziff. 3 BV Bo­nus im Ta­rif ein­mal er­folg­ten Fest­le­gung beim Ver­tei­lungs­me­cha­nis­mus für be­son­de­re Per­so­nen­grup­pen nach Ziff. 5 BV Bo­nus im Ta­rif. Bei die­sen wird der Bo­nus nicht in­di­vi­du­ell nach Ziff. 4 BV Bo­nus im Ta­rif er­mit­telt, son­dern sei­ne Höhe hängt aus­sch­ließlich vom fest­ge­leg­ten Bo­nus­pool und vom in­di­vi­du­el­len Ge­halt ab. Ist der Bo­nus­pool ein­mal fest­ge­legt, steht un­mit­tel­bar die in­di­vi­du­el­le Bo­nushöhe fest.
Nach der Fest­le­gung des Bo­nus­pools räumt die Be­triebs­ver­ein­ba­rung der Ar­beit­ge­be­rin da­mit kein ein­sei­ti­ges Recht mehr ein, des­sen Vo­lu­men zu ändern. Es be­steht in­so­weit kein Un­ter­schied zu der Si­tua­ti­on, dass Be­triebs­rat und Ar­beit­ge­ber je­des Jahr ein­ver­nehm­lich die Höhe des Bo­nus­pools fest­le­gen. Ist die­ses ge­sche­hen, so schei­det ei­ne ein­sei­ti­ge Ände­rung aus. Et­was an­de­res er­gibt sich auch nicht dar­aus, dass die Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten - oh­ne hier­zu ver­pflich­tet ge­we­sen zu sein - den Bo­nus­pool be­reits vor­zei­tig fest­ge­setzt hat. Es sind kei­ne An­halts­punk­te dafür er­sicht­lich, dass die zwin­gen­de Wir­kung der BV Bo­nus im Ta­rif in ei­nem sol­chen Fall ein­ge­schränkt und ei­ne ein­sei­ti­ge Ände­rung durch die Ar­beit­ge­be­rin zu­ge­las­sen wer­den soll­te. Ei­ne ein­ver­nehm­li­che Ände­rung der BV Bo­nus im Ta­rif oder ei­ne Zu­stim­mung des Ge­samt­be­triebs­rats zu der Neu­fest­set­zung hat die Be­klag­te nicht be­haup­tet.
c) Es kann da­hin­ste­hen, ob in An­wen­dung der Re­geln über die Störung der Geschäfts­grund­la­ge (§ 313 BGB) ein An­spruch der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten ge­genüber dem Ge­samt­be­triebs­rat auf Ver­hand­lun­gen über die An­pas­sung der BV Bo­nus im Ta­rif be­stan­den hätte (skep­tisch ge­genüber ei­ner sol­chen Möglich­keit: BAG 29. Sep­tem­ber 2004 - 1 AZR 445/03 - zu II 4 d der Gründe, AP Be­trVG 1972 § 77 Nach­wir­kung Nr. 16). Die Be­klag­te hat nicht be­haup­tet, dass ei­ne sol­che An­pas­sung er­folgt ist oder auch nur Ver­hand­lun­gen hierüber auf­ge­nom­men wur­den.
IV. Gemäß Ziff. 5 BV Bo­nus im Ta­rif hat die Kläge­rin als frei­ge­stell­tes Be­triebs­rats­mit­glied ei­nen An­spruch iHv. so viel Pro­zent ei­nes Mo­nats­ge­halts, wie pro Mit­ar­bei­ter in den Bo­nus­pool ein­ge­stellt ist. Die Höhe des so er­mit­tel­ten Bo­nus­an­spruchs von 4.446,00 Eu­ro brut­to steht zwi­schen den Par­tei­en nicht im
Streit. Die von der Rechts­vorgänge­rin der Be­klag­ten ge­zahl­te An­er­ken­nungs­prämie von 1.000,00 Eu­ro lässt sich die Kläge­rin hier­auf an­rech­nen.
Ste­fan Flu­ri
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References: § 313
 § 315
 BGH 
 § 77
 § 26
 § 77