Source: http://www.wiete-strafrecht.de/User/Inhalt/147_StGB.html
Timestamp: 2017-08-18 23:56:16+00:00

Document:
Der Täter bringt Falschgeld in den Verkehr, wenn er es derart aus seinem Gewahrsam entläßt, daß ein anderer tatsächlich in die Lage versetzt wird, sich des Falschgelds zu bemächtigen und mit ihm nach seinem Willen zu verfahren (BGH NStZ 1986, 548 m. w. N.; BGH, Beschl. v. 28.1.2003 - 3 StR 471/02 - wistra 2003, 177).
Beispiel: Nach den Feststellungen verfügte der Angeklagte im Mai 2011 über gefälschte 20-Euro-Noten unbekannter Zahl und Herkunft. Am 23. Mai 2011 zahlte er in unmittelbarem zeitlichen und örtlichen Zusammenhang in einer Bar und einem Eiscafé jeweils Getränke mit einem gefälschten Geldschein und ließ sich das Wechselgeld herausgeben. Bei der anschließenden Bestellung eines Eises bemerkte die Bedienung die Fälschung und wies den Schein zurück. Daraufhin bezahlte der Angeklagte das Eis mit Münzgeld (vgl. BGH, Beschl. v. 22.7.2014 - 3 StR 314/14). Diese Feststellungen belegen keine Geldfälschung nach § 146 Abs. 1 StGB sondern nur ein (vollendetes) Inverkehrbringen von Falschgeld gemäß § 147 StGB; denn es lässt sich nicht entnehmen, dass der Angeklagte das Falschgeld selbst nachmachte oder verfälschte oder sich in der Absicht verschaffte, dass es als echt in den Verkehr gebracht oder dass ein solches Inverkehrbringen ermöglicht werde (vgl. BGH, Beschl. v. 22.7.2014 - 3 StR 314/14).
siehe zum Inverkehrbringen auch: § 146 StGB, Geldfälschung - Rdn. 30 - Inverkehrbringen
Dem Geld im Sinne des § 147 StGB stehen gemäß § 151 StGB folgende Wertpapiere gleich, wenn sie durch Druck und Papierart gegen Nachahmung besonders gesichert sind:
§ 147 StGB ist gemäß § 152 StGB auch auf Geld, Wertzeichen und Wertpapiere eines fremden
siehe auch: § 146 StGB, Geldfälschung - Rdn. 15 - Falschgeld
Ein Versuch des Inverkehrbringens kommt erst dann in Betracht, wenn der Täter Handlungen vornimmt, die nach seiner Vorstellung unmittelbar in eine derartige Gewahrsamsaufgabe einmünden sollen. Bietet der Täter einem potentiellen Abnehmer Falschgeld an bzw. führt er mit diesem Verhandlungen über dessen Abgabe, setzt er zum Inverkehrbringen des Geldes nur dann unmittelbar an, wenn er es in eigener Verfügungsgewalt hat und in der Lage wäre, im Falle der Annahme seines Angebots bzw. des Erfolgs der Verhandlungen die Übergabe des Geldes tatsächlich unmittelbar vorzunehmen. Befindet sich das Falschgeld dagegen im Gewahrsam eines Dritten, von dem es erst zur Übergabe an den Abnehmer beschafft werden müßte, oder soll der Dritte die Gewahrsamsübertragung selbst durchführen, liegt in dem Angebot an den bzw. in den Verhandlungen mit dem potentiellen Abnehmer noch kein Versuch des Inverkehrbringens von Falschgeld (BGH NStZ 1986, 548; BGH, Beschl. v. 28.1.2003 - 3 StR 471/02 - wistra 2003, 177; vgl. auch BGH, Urt. v. 5.8.1980 - 1 StR 376/80 -, insoweit in BGHSt 29, 311 nicht abgedruckt: Versuch nach erfolgreichen Verhandlungen - erst - dann, wenn die Fahrt mit den gefälschten Wertpapieren - § 151 StGB - zum vereinbarten Übergabeort angetreten wird).
siehe auch: § 22 StGB - Rdn. 5 - Unmittelbares Ansetzen zur Tatbestandsverwirklichung
Strafrahmen § 147 Abs. 1 StGB: 1 Monat bis 5 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe von 5 bis 360 Tagessätzen
Die Verjährungsfrist für § 147 StGB beträgt fünf Jahre (§ 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB).
In § 147 StGB wird verwiesen auf:
§ 146 StGB siehe auch: Geldfälschung, § 146 StGB
Auf § 147 StGB wird verwiesen in:

References: § 146
 § 147
 § 146
 § 147
 § 151

§ 147
 § 152
 § 146
 § 151
 § 22
 § 147
 § 147
 § 147

§ 146
 § 146
 § 147