Source: https://www.arbeitsinspektion.gv.at/Arbeitszeit-_Arbeitsruhe/Nachtarbeit/Nachtarbeit.html
Timestamp: 2020-04-02 01:05:22+00:00

Document:
Durch die Anpassung der österreichischen Rechtslage an die Gleichbehandlungs-Richtlinie der EU existieren nur mehr geschlechtsneutrale Nachtarbeitsregelungen, die für Männer und Frauen gleichermaßen gelten. Nachtarbeitsregelungen gelten für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unter eines der folgenden Gesetze fallen:
Für schwangere und stillende Mütter und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bestehen weiterhin die Nachtarbeitsverbote des Mutterschutzgesetzes und des Kinder- und Jugendlichenbeschäftigungsgesetzes.
als Nachtarbeitnehmerin oder Nachtarbeitnehmer gilt, wer regelmäßig oder in mindestens 48 Nächten im Kalenderjahr während der Nacht mindestens drei Stunden arbeitet.
Für Nachtarbeitnehmerinnen und Nachtarbeitnehmer gelten grundsätzlich die auch sonst üblichen täglichen und wöchentlichen Arbeits- und Ruhezeiten, es sei denn
Beträgt in den Fällen der Arbeitsbereitschaft die durchschnittliche tägliche Normalarbeitszeit der Nachtarbeitnehmerinnen und Nachtarbeitnehmer innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 26 Wochen mehr als acht Stunden, so gebühren als Ausgleich zusätzliche Ruhezeiten. Von der Summe aller Überschreitungen abzüglich der Summe aller Unterschreitungen der täglichen Normalarbeitszeit von acht Stunden im Durchrechnungszeitraum sind insgesamt zwei Drittel als zusätzliche Ruhezeiten zu gewähren.
Nachtarbeitnehmerinnen und Nachtarbeitnehmer sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die regelmäßig oder in mindestens 30 Nächten im Kalenderjahr während der Nacht mindestens drei Stunden arbeiten.
Nachtarbeitnehmerinnen und Nachtarbeitnehmer haben Anspruch auf unentgeltliche Untersuchungen des Gesundheitszustandes, und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit und danach in Abständen von zwei Jahren.
Nach Vollendung des 50. Lebensjahres oder nach (insgesamt) zehn Jahren als Nachtarbeitnehmerin oder Nachtarbeitnehmer sind die Untersuchungen in jährlichen Abständen durchzuführen.
Nachtarbeitnehmerinnen und Nachtarbeitnehmer haben das Recht, dass sie über wichtige betriebliche Geschehnisse, die ihre Interessen berühren, informiert werden.
Ist eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer auf einem Tagesarbeitsplatz beschäftigt, darf sie oder er nicht ohne weiteres auf einen Nachtarbeitsplatz versetzt werden, sondern es bedarf einer Vereinbarung zwischen Arbeitgeberin oder Arbeitgeber und Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, d.h. sie oder er muss mit einem solchen Wechsel einverstanden sein. Weiters bedeutet ein solcher Wechsel in aller Regel (und ganz besonders für Frauen mit familiären Verpflichtungen), dass sich die Arbeitsbedingungen in Summe verschlechtern. In Betrieben, in denen ein Betriebsrat eingerichtet ist, bedarf es in solchen Fällen zusätzlich noch der Zustimmung des Betriebsrates.
Die Kollektivverträge können zugunsten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abweichende Regelungen treffen. Fast alle Kollektivverträge sehen schon derzeit einen Nachtarbeitszuschlag in Form von Geld vor, einzelne Kollektivverträge regeln darüber hinaus bereits jetzt weitere Maßnahmen in Zusammenhang mit Nachtarbeit.
Die Voraussetzungen für das Vorliegen der Nachtschwerarbeit richten sich danach, ob die im Nachtschwerarbeitsgesetz (NSchG) genannten Bedingungen zutreffen. Für Nachtschwerarbeiterinnen und Nachtschwerarbeiter darf die durchschnittliche Arbeitszeit an Nachtarbeitstagen innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 26 Wochen einschließlich der Überstunden acht Stunden nur dann überschreiten, wenn dies durch Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung zugelassen wird. In diesen Fällen gebühren ebenfalls zusätzliche Ruhezeiten im Gesamtausmaß der Summe aller Überschreitungen abzüglich der Summe aller Unterschreitungen der Tagesarbeitszeit von acht Stunden an Nachtarbeitstagen im Durchrechnungszeitraum.
§ 12a, § 12b, § 12c, § 12d AZG
§ 5a, § 5b, § 5c, § 5d KA-AZG
§ 8a, § 8b, § 8c, § 8d BäckAG

References: § 12
 § 12
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§ 5
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§ 8
 § 8
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