Source: https://bayrvr.de/2016/10/12/bmi-asylzahlen-fuer-das-3-quartal-2016-veroeffentlicht/
Timestamp: 2019-01-20 09:08:27+00:00

Document:
Entschieden hat das Bundesamt von Januar bis September 2016 über die Anträge von 462.314 Personen. Dies bedeutet einen Anstieg von 164,9% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 (174.545 Entscheidungen). 196.862 Personen erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention (42,6% aller Asylentscheidungen). Zudem erhielten 89.325 Personen (19,3%) subsidiären Schutz im Sinne der EU-Richtlinie 2011/95/EU. Bei 7.144 Personen (1,5%) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Satz 1 AufenthG festgestellt.
In den ersten neun Monaten 2016 wurden beim BAMF insgesamt 657.855 Asylanträge gestellt. Dies bedeutet einen Anstieg um 116,8% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Anstieg der Asylantragszahlen trotz deutlich weniger ankommender Schutzsuchender im Vergleich zum Vorjahr liegt darin begründet, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vermehrt förmliche Asylanträge von Asylsuchenden angenommen hat, die bereits vor 2016 eingereist sind. Diese Nachmeldungen sollen im Oktober 2016 im Wesentlichen abgearbeitet sein.
I. Januar bis September 2016
In der Zeit von Januar bis September 2016 haben insgesamt 657.855 Personen in Deutschland Asyl beantragt, davon 643.211 als Erstanträge und 14.644 als Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (303.443 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 116,8%.
Die Hauptherkunftsländer in der Zeit von Januar bis September 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren:
Jan-Sep 2015 Jan-Sep 2016
1. Syrien 73.615 250.554
2. Afghanistan 16.360 115.708
3. Irak 16.566 88.910
4. Iran 3.167 23.086
5. Ungeklärt 4.898 15.338
6. Albanien 45.125 14.402
7. Pakistan 5.290 13.672
8. Eritrea 7.403 13.468
9. Nigeria 4.517 10.266
10. Russische Föderation 4.564 10.225
Die Erst- und Folgeanträge verteilten sich bei den Hauptherkunftsländern von Januar bis September 2016 wie folgt:
Gesamt 657.855 643.211 14.644
Syrien 250.554 249.166 1.388
Afghanistan 115.708 115.342 366
Irak 88.910 88.275 635
Iran 23.086 22.851 235
Ungeklärt 15.338 15.169 169
Albanien 14.402 12.800 1.602
Pakistan 13.672 13.373 299
Eritrea 13.468 13.314 154
Nigeria 10.266 10.144 122
Russische Föderation 10.225 9.461 764
Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2016 (643.211) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (274.923) um 134,0%. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.
Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2016 (14.644) sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (28.520) um 48,7%. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Albanien und Mazedonien.
Insgesamt 196.862 Personen (42,6%) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28.02.1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 1.341 Personen (0,3%), die als Asylberechtigte nach Art. 16a GG anerkannt wurden, sowie 195.521 Personen (42,3%), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des AsylG i.V.m. § 60 Abs. 1 AufenthG erhielten.
Weitere 89.325 Personen (19,3%) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 AsylG i.S.d. Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt in den ersten neun Monaten 2016 bei 7.144 Personen (1,5%) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des AufenthG festgestellt.
Abgelehnt wurden die Anträge von 110.440 Personen (23,9%). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren und Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 58.543 Personen (12,7%).
Beim BAMF haben 76.400 Personen im September 2016 einen förmlichen Asylantrag gestellt, davon 74.782 als Erstanträge und 1.618 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 33.329 Personen (+77,4%) gestiegen. Der Vergleich mit dem Vormonat jedoch zeigt, dass die monatlichen Antragszahlen jetzt erstmals zurückzugehen beginnen (Rückgang um 14.931 Personen (-16,4%)), da jetzt nahezu alle im Jahr 2015 angekommenen Schutzsuchenden ihren Antrag gestellt haben.
Insgesamt 5.530 (Vormonat: 4.837) Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt; das sind 7,2% aller in Deutschland gestellten Asylanträge.
Hauptherkunftsländer im September 2016 (auch im Vergleich zu den zwei vorangegangenen Monaten):
Zum Vergleich: Juli 2016 August 2016 September 2016
1. Syrien 22.574 26.281 22.628
2. Afghanistan 16.229 19.880 14.483
3. Irak 9.175 11.639 9.315
4. Iran 3.640 3.829 3.374
5. Albanien 1.599 1.845 2.465
6. Pakistan 1.913 2.341 2.056
7. Eritrea 1.819 2.065 1.908
8. Nigeria 1.515 2.246 1.642
9. Somalia 1.207 1.304 1.266
10. Ungeklärt 1.292 1.687 1.252
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im September 2016:
Gesamt 76.400 74.782 1.618
Syrien 22.628 22.543 85
Afghanistan 14.483 14.434 49
Irak 9.315 9.245 70
Iran 3.374 3.351 23
Albanien 2.465 2.250 215
Pakistan 2.056 2.031 25
Eritrea 1.908 1.897 11
Nigeria 1.642 1.632 10
Somalia 1.266 1.249 17
Ungeklärt 1.252 1.235 17
Die Zahl der Asylerstanträge im September 2016 (74.782) stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat (40.487) um 84,7%. Gegenüber dem Vormonat (89.703) sank die Zahl der Asylerstanträge um 16,6%. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.
Die Zahl der Asylfolgeanträge im September 2016 (1.618) sank im Vergleich zum Vorjahresmonat (2.584) um -37,4% und gegenüber dem Vormonat (1.628) um -0,6%. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Mazedonien und Albanien.
Im September 2016 hat das Bundesamt über die Anträge von 69.874 Personen (Vorjahresmonat: 22.983, Vormonat: 57.058) entschieden. Damit hat das Bundesamt den bislang höchsten Monatswert an Entscheidungen in seiner Geschichte aus dem Vormonat nochmals übertroffen. 17.070 Personen (24,4%) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28.02.1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 130 Personen (0,2%), die als Asylberechtigte nach Art. 16a GG anerkannt wurden, sowie 16.940 Personen (24,2%), die Flüchtlingsschutz nach § 3 AsylG i.V.m. § 60 Abs. 1 AufenthG erhielten.
Im September 2016 erhielten 28.370 Personen (40,6%) nach § 4 AsylG subsidiären Schutz i.S.d. Richtlinie 2011/95/EU.
Darüber hinaus hat das Bundesamt im September 2016 bei 2.692 Personen (3,9%) Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Satz 1 AufenthG festgestellt.
Abgelehnt wurden die Anträge von 14.807 Personen (21,2%). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 6.935 Personen (9,9%).
Ende September 2016 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 579.314, davon 563.309 als Erstanträge und 16.005 als Folgeanträge (Vormonat 567.479 anhängige Verfahren; zum 30.09.2015: 300.531 anhängige Verfahren). Auch in diesem Punkt zeichnet sich jetzt aber eine Trendwende ab: In der letzten Septemberwoche hat das Bundesamt erstmals seit langem wieder mehr Entscheidungen getroffen als Anträge gestellt worden sind.
EASY-Zahlen weisen bekanntlich eine gewisse Überhöhung auf, da Fehl- und Mehrfacherfassungen nicht auszuschließen sind, weil keine persönlichen Daten erfasst werden. Dies vorweggeschickt, wurden im Monat September 2016 im EASY-System 15.618 Zugänge von Asylsuchenden registriert (August: 18.143, Juli 16.160, Juni: 16.335, Mai: 16.281, April: 15.941, März: 20.608, Februar 2016: 61.428, Januar 2016: 91.671). Die Hauptherkunftsländer waren:
September 2016 Insgesamt 15.618
1. Syrien 2.190
2. Irak 1.413
3. Afghanistan 1.371
4. Eritrea 1.111
5. Nigeria 675
Von Januar bis September 2016 wurden im EASY-System 272.1854 Zugänge von Asylsuchenden registriert. Die Hauptherkunftsländer waren:
Januar bis September 2016 Insgesamt 272.185
1. Syrien 81.547
2. Afghanistan 44.444
3. Irak 41.980
4. Iran 11.083
5. Eritrea 7.737
BMI, Pressemitteilung v. 12.10.2016

References: § 60
 Art. 16
 § 3
 § 60
 § 4
 § 60
 Art. 16
 § 3
 § 60
 § 4
 § 60