Source: https://www.uibk.ac.at/leopoldine/gender-studies/lehre_studium/wahlfachstudiengang/sose_06.html
Timestamp: 2018-04-22 06:46:37+00:00

Document:
Sommersemester 2006 – Universität Innsbruck
sose_06.html - sose_06.html
Überblick über das Lehrangebot Sommersemester 2006
wird im Sommersemester nicht angeboten
Jarosch, Monika /
Frauenkampf: Theorie und Praxis der Frauenbewegung
SE2 110.002
Sozialer Wandel im Geschlechterverhältnis
VO2 408.024
Inst.f.Arbeits- u. Sozialrecht
VO2 307.330
Frauen in der Stadt. Ethnographie des öffentlichen Raums
PS2 603.084
Wahala, Johannes
Gleich und doch anders – Lebensrealitäten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und ihren Angehörigen
PS2 603.095
PS Neuzeit: „Berühmte“ Ketzer/innen und Häretiker/innen des 15. und 16. Jahrhunderts
PS2 617.114
Höfisches Alltagsleben im Mittelalter
VU2 617.012
Hausfrauen- und Erwerbsarbeit von Müttern im 20. Jahrhundert
VU2 617.317
Standfest, Christine:
Inst.f.Baugeschichte und Denkmalpflege
Die Dekonstruktion der Schachtel – zur räumlichen Produktion der Geschlechterverhältnisse und vice versa
SE2 110.007
Fiedermutz, Andrea:
Inst.f.Bibelwissenschaften und Fundamentaltheologie
Biblische Frauengestalten in der jiddischen Literatur
VO1 220.143
Adrian, Manuela/
Inst.f.Erziehungswissenschaft
Feministische Ästhetik und Inhalte im Film
PS2 603.066
Haid, Oliver:
Inst.f.Volkskunde
Matriarchat – Gynarchie – Utopie. Soziokulturelle Gesellschaftsentwürfe als psychoerotische Gegenwelten
PS2 620.009
Inst.f.Alte Geschichte
Geschlechterkonstruktionen in der kaiserzeitlichen Geschichtsschreibung
VU2 640.005
Diskurs und Identität: Geschlecht, Klasse, Ras SE2 402.057
SE2 622.015
Smunty, Petra:
Inst.f. Strafrecht und sonstige Kriminalwissenschaften
Recht(s)Schutz für von Gewalt und Belästigung betroffenen Frauen als Beispiel angewandter feministischer Rechtspraxis
SE2 110.001
Organisationskultur und Geschlecht in psychosozialen Einrichtungen
KU2 603.005
Soziologie der Erziehung: Demokratie und Gerechtigkeit SE2 603.021
PS2 603.114
Sozialisation, Biografie und Geschlecht
PS2 603.093
Religionsgemeinschaften und Homosexualität (mit Schwerpunkt Österreich)
Vater Staat und Neue Väter
SE2 110.006
Geschlechterdemokratische Orte?
SE2 402.051
VO2 103.019
Produktion, Konsumption und geschlechterhierarachische Arbeitsteilung
SE2 603.085
Findl-Ludescher, Anni / Weber, Franz:
Inst.f.Praktische Theologie
Frauen und Männer in der Seelsorge
SE2 223.1113
SE Mittelalter: Fürstinnen – Macht oder Ohnmacht?
SE2 617.013
SE Wirtschafts- und Sozialgeschichte: Frau – Geschlecht – Medizin
SE2 617.307
SE2 402.035
Körperschaften Ersatz-Mütter?
SE2 402.036
PS2 603.082
Forschungspraktikum III: Work-Life-Balance
EX2 603.006
Die imaginiserte Weiblichkeit und ihre feministische Kritik
SE2 603.020
Klapeer, Christine:
Eine DurchQUE(E)Rrung von Sexualitäten, Geschlechtern und Identitäten – Einführung in die Queer-Theory
SE2 402.041
Soziologische Diskurse: „Unterklassen“ und Geschlecht
SE2 603.019
Ursprünge der Postmoderne als Kritik der Aufklärung
SE2 603.022
SE2 603.110
Historischer Überblick über die Geschlechterverhältnisse in Mesopotamien anhand von ausgewählten Texten Teil 2: Vom 2. Jahrtausend bis zu Ende des 1. Jahrtausends
SE2 641.147
Vom weisen Leib zur Körpermaschine
SE2 402.037
Inst.f.deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik
SE2 641.500
Babka, Anna:
Inst.f.Vergleichende Literaturwissenschaften
Der Sex in der Literatur. Zur Geschichte und Repräsentation des Sex-Aktes im Spannungsfeld von „hoher Literatur, Trivialliteratur und Pornographie“
PS2 641.500
Inst.f.Systematische Theologie
SE2 222.111
Hasitschka, Martin / Stare, Mira:
Inst.f..Bibelwissenschaften
Jesus und die Frauen – vorösterliche und nachösterliche Perspektiven
SE2 220.121
Adrigan, Manuela
603066 PS 2 / 2. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch, Beginn 8.3.2006, 12.30 – 14.00 Uhr, 40513 UR 10 Geiwi-Gebäude
Ziel: Das 21te Jahrhundert bringt eine Vielfalt an möglichen „neuen“ Weiblichkeiten (die gegen das traditionelle Frauenbild gerichtet sind). Wir wollen die Befreiungsmomente dieser „neuen“ Weiblichkeiten, aber auch ideologische Illusionen einer Befreiung anhand von theoretischen Texten und Filmmaterialien herausarbeiten.
Inhalt: Wir gehen von Fremd- und Selbstbehinderungen im Vergesellschaftungsprozess von Frauen aus und wollen beide Dimensionen aus dem Filmmaterial herausarbeiten. Belohnungsweisen für freiwillige Selbstbescheidung sind Thema wie auch die Preise, die von Frauen bezahlt werden müssen, wenn sie die Grenzen der Geschlechterordnung überschreiten. Welche Strategien werden uns vorgeführt? Wie sehen „alternativen“ Frauenbilder aus? Welche Unterschiede finden wir in den von Männern imaginierten Weiblichkeiten im Gegensatz zu Filmen von Frauen? Können filmische Sequenzen Praxisrelevanz für uns Betrachterinnen erhalten?
Methode: einführende theoretische Texte in Frauenvergesellschaftung und Filmtheorie, Bearbeitung von Filmmaterial, Videoexperimente
Prüfungsmodus: aktive Teilnahme, schriftliche Arbeit
Anmerkung: Teilnahme an dem Seminar „Die imaginierte Weiblichkeit und ihre Kritik“ (Hauser) wird dringend anempfohlen, Anmeldung: Gruppe 603066-0 online
Antenhofer, Christine
617012 VU 2 / Philosophisch-Historische Fakultät, 1./2. Abschnitt Geschichte (312) Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung LA (313)
Zeit&Ort: wöchentlich Donnerstag 10.00 – 11.30 Uhr, Beginn 9.3., 4 DG02 Geiwi-Turm
Ziel: Workshop, in dem anhand von Quellentexten und ausgewählten Aufsätzen Einblicke in das alltägliche Leben am spätmittelalterlichen Hof vermittelt werden.
Inhalt: Wie spielte sich das Leben am spätmittelalterlichen Hof ab? Was bewegte die Menschen der Zeit, war Anlass zu „Freud und Leid“ und wert, einander mitgeteilt zu werden? In welcher Beziehung standen die Angehörigen einer adeligen Familie zueinander? Was kann man über Liebe, Sexualität und Erotik am Hof erfahren? Worüber lachte man, wie vergnügte man sich?... Anhand ausgewählter Aufsätze und Quellen (hauptsächlich Briefe) soll ein Blick hinter die Kulissen der Zeit geworfen und solche und ähnliche Fragen beantwortet werden. Dabei geht es zugleich um die Reflexion, welche Erkenntnisse HistorikerInnen aus den Quellen gewinnen können und wie sie diese bewerten, interpretieren und in den jeweiligen Zeithorizont eingliedern. Die LV wird als Workshop abgehalten, in dem vor allem an und mit Texten gearbeitet wird.
Methode: Kurze thematische Einführungen, Arbeitsgruppen, gemeinsame Lektüre und Interpretation von Texten, Kurzvorträge und Diskussion.
Prüfungsmodus: Regelmäßige Mitarbeit, Präsentation einer kleinen thematischen Einheit (Referat und Diskussionsleitung), schriftliche Ausarbeitung der Präsentation.
Literatur: wird bei Beginn der LV bekanntgegeben
Anmerkung: Anmeldung Zi 40606 Geiwi-Turm
Diskurs und Identität: Geschlecht, Klasse, "Rasse"
402057 SE 2 / 2. Abschnitt, Politikwissenschaft
Zeit&Ort: wöchtenlich Mittwoch 9.45 – 11.15 Uhr, Beginn 8.3. Besprechungszimmer Politikwissenschaft, SOWI
Ziel: § 10 (3) Politische Theorie und Ideengeschichte + § 10 (4) c Frauen- und Geschlechterforschung
Inhalt: Trotz demokratischer Grundsätze und multikultureller Rhetorik lassen sich in unseren Gesellschaften ‚starke’ Strukturen, die das Alltagsleben wie die politische Alltagskultur prägen, ausmachen. Zu den wichtigsten dieser Strukturen zählen das Geschlecht (gender), die sozioökonomische Zugehörigkeit (class) und die Hautfarbe oder andere Merkmale, die im Alltagsjargon als ‚Rasse’ (‚race’, ethnicity) klassifiziert werden. Im Seminar sollen historische und aktuelle Diskurse um die Begriffe analysiert werden.
Anmerkung: Anmeldung unter erna.appelt@uibk.ac.at, maximal 20 TeilnehmerInnen
Der Sex-Akt in der Literatur. Zur Geschichte u. Repräsentation des Sex-Aktes im Spannungsfeld von "hoher Literatur, Trivialliteratur u. Pornographie"
641500 PS 2 / 1./2. Studienabschnitt, Vergleichende Literaturwissenschaft
Zeit&Ort: Block: Hörsäle im Geiwi-Gebäude
Fr 17.03. 14.00 - 18.00
Fr 28.04. 10.00 - 15.00
Sa 29.04. 10.00 - 15.00
Fr 05.05. 14.00 - 19.00
Sa 06.05. 11.00 - 16.00
Fr 09.06. 12.00 - 16.00
Sa 10.06. 10.00 - 16.00
Ziel: Erarbeiten komplexer theoretischer Zugänge zum Thema, kritische Analyse von Begriffen, Ideen und 'Vor-urteilen', methodische Genauigkeit bei der Lektüre und Analyse der Primärtexte.
Inhalt: "Der Sex-Akt in der Literatur. Zur Geschichte und Repräsentation des Sex-Aktes im Spannungsfeld von 'hoher Literatur, Trivialliteratur und Pornographie'": mit diesem Thema soll eine kontrovers diskutierte Materie aufgegriffen werden, die sich jüngst vor allem an Debatten zur gesetzlichen Neudefinition von Pornographie ablesen läßt, lanciert von Catherine MacKinnon bzw. dem Widerstand dagegen, wie er u.a. von Judith Butler und Drucilla Cornell repräsentiert wird. Wir wollen uns dem Thema jedoch über mehrere Ebenen und Fragestellungen annähern.
Methode: Grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme an der LV ist die gründliche Lektüre der Seminartexte (einschließlich englischsprachiger Texte), Beteiligung an einer Arbeitsgruppe und die Übernahme eines Kurzreferats.
Literatur: Erste Vorschläge zur Primärliteratur: Henry Miller: Sexus / Michele Houellebecq: Elementarteilchen / Elfriede Jelinek: Lust; Die Klavierspielerin / Felix von Salten: Josefine Mutzenbacher. Meine 365 Liebhaber / Franzobel: Scala Santa oder Josefine Wurznbachers Höhepunkte / Franz Wedekind: Frühlingserwachen / Johann Wolfgang von Goethe: Die Wahlverwandtschaften / Josef Winkler: Friedhof der bitteren Orangen / Marlene Streeruwitz: Lisas Liebe / Svende Merian: Der Tod des Märchenprinzen
Auswahlliteratur wird in der LV bekannt gegeben
Anmerkung: LV ist mit 45 TeilnehmerInnen begrenzt. Anmeldung im Sekretariat des Instituts für Vergleichende Literaturwissenschaft erforderlich, 1. Stock Geiwi-Turm.
Frauen in der Stadt.Ethnographie des öffentlichen Raums.
603084 PS 2 / 1. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Dienstag 13.30 – 15.00 Uhr, Beginn 7.3., LE (Erdgeschoss) Institut für Erziehungswissenschaften, Liebeneggstr.
Ziel: Theoretische Auseinandersetzung mit den Themen Stadt, öffentlicher Raum und Geschlecht, Experimentieren mit und Reflexion von ethnographischen Methoden anhand einer konkreten Feldforschungsstudie.
Inhalt: Die Stadt, so definieren poststrukturalistische TheoretikerInnen, ist kein vorgegebener Ort, sondern wird an der Schnittstelle zwischen materieller Konstruktion, sozialer Praxis und Repräsentation immer wieder neu verhandelt. Feministische Stadtforscherinnen postulieren dabei, dass diese Produktion von urbanem Raum von traditionellen Geschlechterkonzeptionen geprägt wird, die insbesondere im Zusammenhang mit der Definition und Organisation von öffentlichem vis-a-vis privatem Raum zum Tragen kommen.
Aufbauend auf die Geschichte des Verhältnisses von Frauen und Stadt beschäftigt sich diese Lehrveranstaltung mit der Produktion von konkreten, öffentlichen Räumen, die als verhandelbare Orte der Alltagspraxis definiert werden: Wer oder was wird hier ausgehandelt, wie gestalten sich die Dynamiken geschlechtshierarchischer Raumdifferenzierung, wie wird Ein- und Ausschluss praktiziert, was sind die Implikationen einer Politik der Angst, wo finden wir Prozesse der konkreten Einflussnahme und wie gestalten sich diese, etc. Die Lehrveranstaltung ist als Einführung in feministische Stadtforschung und in das ethnographische Methodenset konzipiert; sie kombiniert das Lesen einschlägiger Fachliteratur mit der Realisierung eines ethnographischen Mini-Projekts.
Methode: Aufbauend auf eine Einführung in die Diskussionsfelder feministischer Stadtforschung werden die TeilnehmerInnen eine eigene ethnographische Beobachtungsstudie eines städtischen Raumes durchführen und entsprechende Feldforschungsprotokolle erstellen. Begleitend zum Feldforschungsprozess werden die gesammelten Beobachtungen, ihre Vertextungen und Auswertungen in der Veranstaltung methodisch und methodologisch reflektiert, im Kontext der theoretischen Literatur verortet und letztendlich, in einer Synthese aus Theorie, Dokumentation (Text, Foto, Audio, Video, etc.) und Interpretation in die konkrete Analyse eines städtischen Raumes eingearbeitet.
Prüfungsmodus: Die Beurteilung setzt sich aus theorie- und projektorientierten Referaten, einem ethnographischen Mini-Projekt, dessen schriftlicher Ausarbeitung und der aktiven Teilnahme im Seminar zusammen.
Literatur: Wilson Elizabeth, Waltraud Ernst, Arendt Hannah, Kathrin Wildner, Fraser Nancy, Emerson, R., Fretz, R., Shaw, etc.
Anmeldung: online im Lehrzielkatalog
Produktion, Kosumtion und geschlechtshierarchische Arbeitsteilung.
603085 SE 2 / 2. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Montag 16.30 – 18.00 Uhr, Beginn 6.3. LE (Erdgeschoss) Institut für Erziehungswissenschaften Liebeneggstr.
Ziel: Wissenserwerb über die historisch variierenden Ausformungen des Produktions- und Konsumptionsbereiches und deren Konzeptualisierungen mit Bezugnahme auf Kategorien wie entfremdet, un/produktiv, privat/öffentlich, im/materiell, il/legal, flexibel und prekär.
Inhalt: Ausgehend von Theorien der Industrialisierung und Modernisierung, Konzepten des Postfordismus, der Flexibilisierung und der immateriellen, d.h. informations- und kulturorientierten Arbeit setzt sich diese Lehrveranstaltung mit den verschiedenen Konzeptualisierungen von Produktion und Konsumption auseinander. Besonderes Augenmerk gilt dabei feministischen Theorietraditionen, welche Konzepte immaterieller Arbeit im Zusammenhang mit Reproduktionsarbeit und affektiven Arbeit vorwegnahmen und im Kontext einer Ökonomie der Unterwerfung lokalisierten. In ihrer historisch orientieren Aufarbeitung interessiert sich die Lehrveranstaltung für die in der Strukturierung und Bewertung von Arbeit jeweils relevanten Kategorien (Geschlecht, Klasse, Geografie, etc.) und verortet diese im politischen Kampf um Anerkennung, Ausbeutung und ungleiche Verteilung.
Methode: Theoretische Einführung, Referate, Diskussion, Film- und Kunstanalyse und Beobachtungsstudie.
Prüfungsmodus: Die Beurteilung setzt sich aus theorie- und projektorientierten Referaten, deren schriftlichen Ausarbeitung und der aktiven Teilnahme im Seminar zusammen.
Literatur: Karl Marx, Eric J. Hobsbawm, Karin Hausen, Maurizio Lazzarato Michael Hardt, Saskia Sassen, Jeremy Rifkin, André Gorz, Susanne Heeg, Christa Witterlich, John Fiske, Gerald Raunig, Republicart,, etc.
Anmerkung: Anmeldung online Lehrzielkatalog
307330 VO 2 / Rechtswissenschaftliche Fakultät, 3. Abschnitt
Zeit&Ort: Block: Beginn: 8.3. Vorbesprechung SR 4DG02 Geiwi-Turm
Mi 08.03. 13.30 - 16.00
Container 2 GEIWI Forum
Mi 15.03. 13.30 - 16.00
Mi 22.03. 13.30 - 16.00
Mi 29.03. 13.30 - 16.00
Mi 05.04. 13.30 - 16.00
Mi 12.04. 13.30 - 16.00
Mi 26.04. 13.30 - 16.00
Inhalt: "Sobald sie angefangen haben, gleichberechtigt zu sein, werden sie euch auf der Stelle über sein" (M.P. Cato, 195 v. Christus), / „Gleichheit ist ein Verhältnis worin Verschiedenheit zueinander steht“ (Wilhelm Windelbrand 1910) / „Nicht der Unterschied (zwischen Mann und Frau) ist das Problem. Das Problem ist die Dominanz die sich zu ihrer Rechtfertigung auf konstruierte Unterschiede beruft“ (Gerda Lerner, 1980) / „Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern ist nicht natürlich. Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern ist auch nicht natürlich. Wir haben deshalb dieses Verhältnis zu gestalten“ (Gertrud Aström 2000).
Die Geschichte der Gleichberechtigung der Geschlechter von der französischen Revolution über die Frauenbewegungen bis zum Ansatz des Gendermainstreaming als neue Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter und die Rolle des Rechts in dieser Geschichte wird erzählt (nicht vorgelesen) und diskutiert.
Themen: Historischer Rückblick über die gesetzliche Entwicklung; feministische Ansätze in der Rechtswissenschaft; der geschlechtsspezifische Gleichheitssatz der Verfassung, europäisches und österreichisches Gleichstellungsrecht und Antidiskriminierungsrecht; Methode des Gender Mainstreaming; welche Bedeutung hat das Geschlecht im Recht und das Recht für die Kategorie Geschlecht;
Link: christine.baur@bmgf.gv.at
SE Wirtschafts-u.Sozialgeschichte: Frau-Geschlecht-Medizin
617307 SE 2 / Geschichte 2. Studienabschnitt
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 10.15 – 11.45 Uhr, Beginn 8.3. 40601 UR Geiwi-Turm
Ziel: Analyse und Erarbeitung zentraler Fragestellungen der Geschlechteranalyse im Kontext der Sozialgeschichte der Medizin.
Inhalt: Das Seminarthema wird entlang wesentlicher Fragestränge nämlich der Eroberung des Frauenkörpers durch die Medizin, Entwürfe von weiblichen Körpern, Gegenentwürfen zum männlichen "Normalbürger", Konzeption von Menstruation, Geburt, Menarche, Menopause, Körperkonzepten und Rollenverständnis, sowie der Funktionalisierung von Fruchtbarkeit erarbeitet. Als weiteren Aspekt soll die historische Entwicklung medizinischer "Frauenberufe" als Teil einer Geschlechtergeschichte vorgestellt werden.
Methode: Präsentation von Quellen; Vorstellung des Forschungsstandes; Einzelreferate mit Präsentation von Thesenblättern oder Posters, Diskussion anhand der Expoés; Moderationen.
Prüfungsmodus: Beurteilung der schriftlichen Seminararbeit, der Moderation und Diskussion.
Anmerkung: Anmeldung Zi. 40606; Die erfolgreiche Absolvierung des "Proseminars aus Wirtschafts- und Sozialgeschichte" ist Voraussetzung für den Besuch dieses Seminars.
Fiedermutz, Andrea
220143 VO 1 / 1./2. Studienabschnitt Theologische Studienrichtungen
Zeit&Ort: Block Vorbesprechung 8.6. 17.00 Uhr, Katholisch-Theologische Fakultät
Do 08.06. 17.00 - 18.30
Fr 09.06. 17.00 - 18.30
Mo 12.06. 17.00 - 18.30
Di 13.06. 17.00 - 18.30
Mi 14.06. 17.00 - 18.30
Mo 19.06. 17.00 - 18.30
Mi 21.06. 17.00 - 18.30
Fr 23.06. 17.00 - 18.30
Inhalt: "Frauen in der jiddischen Literatur" sind ein eigener Forschungsbereich der Jiddistik, auf den in den letzten Jahren verstärkt eingegangen wird. Da die meisten jiddischschreibenden und -sprechenden AutorInnen über profunde Kenntnisse in Tora und Talmud verfügten, tauchen biblische Frauengestalten immer wieder in der jiddischen Literatur auf. Die AutorInnen nahmen sich dabei oft die Freiheit, vom Original ausgehend diese Frauen in einer anderen Zeitepoche und in einer anderen Umgebung zu beschreiben, um auf aktuelle frauenspezifische Anliegen, politische Probleme, Antisemitismus etc. näher einzugehen. Diese Frauengedichte, -balladen und -erzählungen erhalten ihren zusätzlich tragischkomischen, berührenden Ton durch die jiddische Sprache, die ja seit Jahrhunderten auch "die Sprache der jüdischen Frauen" genannt wird.
Methode: Einführung zur Rolle der Frau im Judentum bis zum heutigen Tag, Lektüre der Originalstellen in Talmud und Tora, anschließend der jiddischen Texte (je nach Wunsch auf Jiddisch oder in Übersetzung), Vergleich und Diskussion der oft stark abweichenden Rolle der biblischen Frauen; die sogenannten „Außenseiterinnen“ (Washti, Hagar etc.), denen in der jiddischen Literatur besondere Beachtung geschenkt wird; jiddische Spielfilme mit Untertiteln zum Thema.
Prüfungsmodus: Anwesenheit und ständige Mitarbeit (Vorbereiten der Texte, Diskussionsbeteiligung), schriftliche Arbeit zu einer biblischen Frau
Literatur: wird zur Verfügung gestellt!
Findl-Ludescher, Anni
223113 SE 2 / Vertiefungsangebote der Theologischen Studienrichtungen
Zeit&Ort: alle 14 Tage, Beginn 7.3., Dienstag 11.00 – 12.30 Uhr, UE-KAT, Katholisch-Theologische Fakultät
Inhalt: Der Begriff "Seelsorge" wurde und wird vielfach gleichgesetzt mit "priesterlichem Tun". Die Pastoralkonstitution des Konzils und die kirchliche Praxis sprechen eine andere Sprache. Frauen und Männer sind - hauptamtlich oder ehrenamtlich - Seelsorgerinnen und Seelsorger. Reflexionen aus der Perspektive der Geschlechterdifferenz bringen bisher unbedachte Aspekte zum Vorschein. Ziel dieses Seminars ist das Einüben der "Gender-Perspektive" und die Analyse konkreter inhaltlicher Aspekte des Seelsorgegeschehens.
Literatur: Sabine Pemsel-Maier (Hrsg.), Zwischen Alltag und Ausnahme: Seelsorgerinnen. Geschichte, Theologie und gegenwärtige Praxis, Ostfildern 2001.
Anna Findl-Ludescher, Hat Seelsorge ein Geschlecht? Perspektiven einer gender-sensiblen Seelsorge, in: A. Findl-Ludescher, J. Panhofer, V. Prüller-Jagenteufel (Hrsg.), Die Welt in der Nussschale. Impulse aus den Ortskirchen im Horizont der Weltkirche, Würzburg 2005, 85-99.
Matriarchat-Gynarchie-Utopie
620009 PS 2 Europäische Ethnologie (Volkskunde) (623)
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 16.00 – 18.00 Uhr Beginn 8.3. 4 DG 14 SR Geiwi-Turm
Inhalt: Matriarchat-Gynarchie-Utopie. Soziokulturelle Gesellschaftsentwürfe als psychoerotische Gegenwelten.
NT-SE: Jesus und die Frauen-vorösterliche u. nachösterliche Perspektiven
220121 SE 2, 2./3. Studienabschnitt Theologische Studienrichtungen
Zeit&Ort: wöchentlich Donnerstag 16.15 – 17.45 Uhr, Beginn 9.3. SR III Katholisch-Theologische Fakultät
Im ersten und größten Abschnitt des Seminars befassen wir uns mit den Evangelien. In unterschiedlicher Weise schildern die Synoptiker Frauen, die von Jesus geheilt werden, Frauen, die ihm nachfolgen, und auch jene Frau, die Jesus salbt. Der synoptische Vergleich wird helfen, spezifische Merkmale zu erkennen. Große Frauengestalten im Johannesevangelium sind nicht nur Maria von Magdala, sondern auch die Frau am Jakobsbrunnen und die Schwestern Martha und Maria.
Der zweite Abschnitt des Seminars ist Frauengestalten in der Apostelgeschichte (z. B. Lydia) und in den Paulusbriefen (z. B. Priska) gewidmet ssowie den symbolischen Gestalten in der Offenbarung des Johannes (die Frau als großes Zeichen am Himmel, die Braut des Lammes).
Die Exegese ausgewählter Texte wird verbunden sein mit der Beachtung ihrer Wirkungsgeschichte und dem Versuch, sie im Blick auf unsere Situation zu aktualisieren.
Methode: Neben "klassischen" exegetischen Methodenschritten werden wir auch spezielle feministische Bibelhermeneutik anwenden.
Literatur: Luise Schottroff und Marie-Theres Wacker (Hg), Kompendium Feministische Bibelauslegung, Gütersloh 1998.
110004 SE 2 / 2. Abschnitt Politikwissenschaft
Zeit&Ort: Block Sowi-Fakultät, Universitätsstraße
Fr 24.03. 10.00 - 17.00
Sa 25.03. 10.00 - 17.00
Fr 28.04. 10.00 - 17.00
Sa 29.04. 10.00 - 17.00
Ziel: Kennenlernen und Analysen der Positionen der anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich zur Homosexualität sowie der innerhalb wie außerhalb tätigen Lesben- und Schwulengruppen, Analysen politischer Prozesse und Aktionsformen im außerparlamentarischen Bereich. Am Beispiel des Umgangs mit weiblicher und männlicher Homosexualität sollen Kontinuitäten, aber auch Diskontinuitäten sexualpolitischer Ideologien sowie deren Umsetzung in die Praxis untersucht werden. Einübung in Techniken der Textinterpretationen einschließlich Medienanalysen, Methoden empirischer Sozialforschung (Interviews, teilnehmende Beobachtung). Da dieser Themenbereich mit Ausnahme der christlichen Kirchen - und hier vor allem der Römisch-Katholischen Kirche sowie der beiden evangelischen Kirchen - bislang kaum erforscht ist, setzt die LV sehr stark auf Eigeninitiativen der Studierenden sowie Grundkenntnisse empirischer Forschungsmethoden und ist daher nicht für StudienanfängerInnen geeignet.
Inhalt: Staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften in Österreich sind die Römisch-Katholische Kirche, die Evangelischen Kirchen AB und HB, die Griechisch-orthodoxe Kirche, die Altkatholische Kirche, die Israelitische Kultusgemeinde, der Islam, die MethodistInnen, die MormonInnen und die BuddhistInnen. Alle diese Religionsgemeinschaften vertreten jeweils bestimmte Werthaltungen und Einstellungen gegenüber Sexualität und somit auch gegenüber Homosexualität. Die Spannweite reicht von völliger Ablehnung über weitgehende Negierung bis zu innerkirchlichen Gleichstellungsmaßnahmen (bei Kirchenmitgliedern sowie MitarbeiterInnen). Aufgrund internationaler Erfahrungen läßt sich konstatieren: Fundamentalistische Strömungen reagieren bzw. verhalten sich stark ablehnend und versuchen dies auch durch Beeinflussung der staatlichen Politik umzusetzen (siehe dazu die Anti-Homosexualitätspolitik fundamentalistischer Strömungen in den USA insbesondere unter Präsident Bush). VertreterInnen der jeweiligen Glaubensgemeinschaften reagieren zum einen auf entsprechende politische Debatten von Seiten des Staates bzw. der Lesben- und Schwulenbewegung, zum anderen auf Initiativen von religiös/kirchlich orientierten Lesben- und Schwulen(organisationen).
Mit dem Themenbereich Homosexualität verbundene Fragestellungen (Akzeptanz versus Ablehnung, Pro und Kontra rechtliche Gleichstellung, kirchliche Anerkennung von PartnerInnenschaften) werden bislang in Österreich vor allem von den christlichen Kirchen diskutiert; entsprechende Diskussionen haben mittlerweile auch für den Islam begonnen.
Die Lehrveranstaltung soll nicht nur die unterschiedlichen Positionen der einzelnen Religionsgemeinschaften in bezug auf Homosexualität analysieren, sondern auch die bisherigen Aktivitäten religiös orientierter Lesben- und Schwulengruppen beleuchten sowie die Wechselwirkungen und -beziehungen zwischen beiden untersuchen.
Methode: Einführungsvorträge durch die LV-Leiterin, Video-Vorführungen, Arbeit in Kleingruppen, Referate durch die TeilnehmerInnen.
Literatur: Barz, Monika/Bolle, Geertje-Froken (Hg.): Göttlich lesbisch. Facetten lesbischer Existenz in der Kirche. Gütersloher Verlagshaus 1997 / Barz, Monika/Leistner, Herta/Wild, Ute: Lesbische Frauen in der Kirche. Überarb. Neuausg. des Titels „Hättest du gedacht, daß wir so viele sind?“. Kreuz 1994 / Bergmair, Gernot: Grundriß von Homosexualitäten im Bezug auf das christliche Gottesbild und biblische Menschenbild. Salzburg 1998 (Dipl.Arb.) / Bielefeldt, Heiner/Heitmayer, Wilhelm (Hg.): Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsformen des modernen Fundamentalismus. Suhrkamp 1998 / Birnstein, Uwe: Wenn Gottes Wort zur Waffe wird. Fundamentalismus in christlichen Gruppierungen.Gütersloher Verlagshaus 1999 / Bochow, Michael/Marbach, Rainer (Hg.): Homosexualität und Islam. MännerschwarmSkript 2003 / Braun, Christina von: Versuch über den Schwindel. Religion, Schrift, Bild, Geschlecht. Pendo 2001 / Curb, Rosemary/Manahan, Nancy: Die ungehorsamen Bräute Christi. Lesbische Nonnen brechen das Schweigen. Kindler 1986 / Deschner, Karlheinz: Das Kreuz mit der Kirche. Eine Sexualgeschichte des Christentums. Heyne 1981 / Grubinger, Wolfgang: „Es ist, was es ist, sagt die Liebe“. Homosexuelle und Kirche als Anfrage und Herausforderung für eine glaubwürdige Pastoral. Innsbruck 1999 (Dipl.Arb.) / Halama, Christian: Altkatholiken in Österreich. Geschichte und Bestandsaufnahme. Wien: Böhlau 2004 / Käufl, Christian: Graue Jungs. Kirche und Homosexualität in der Wahrnehmung homosexueller Männer. Matthias Grünewald 2000 / Kienzler, Klaus: Der religiöse Fundamentalismus. Christentum, Judentum, Islam. München: Beck 1999
Soziologie der Erziehung: Demokratie und Gerechtigkeit
603021 SE 2 / 2. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Montag 12.30 – 14.00 Uhr Beginn 6.3. 50101/1 SR, Geiwi-Turm
Ziel: Erarbeitung neuer Kapitalismuskritiken sowie Kritiken der Heterosexuellen Ordnung
Inhalt: Wenn Demokratie als Lebensform und nicht als Regierungsform verstanden wird, wird sie zu einem Mittel und zugleich zu einem Zweck alltäglicher Veränderung. Wenn Gerechtigkeit ebenfalls sowohl als ein prozessuraler Perspektivbegriff gefasst, als auch mit Erfahrungen aufgeladen wird, ist es möglich ihn mit verallgemeinerbaren Maßstäben zu füllen und (hoffentlich) in Handlungen zu übersetzen.
Wie die aktuellen sozialwissenschaftlichen Debatten darum geführt werden und wie sie erziehungswissenschaftlich genutzt werden können ist das zentrale Thema.
Literatur: wird in der ersten Sitzung vorgestellt
Anmerkung: Anmeldung via online-Lehrzielkatalog
603082 PS 2 / 2. Studienabschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Dienstag 13.00 – 14.30 Uhr 40513 UR 10 Geiwi-Turm
Ziel: Wie werden wissenssuchende Fragen zu einer Forschungsfrage?
Inhalt: Theorie und Erfahrung wird das zentrale Thema sein. Darin aufgehoben ist das schwierige Problem, das das Verhältnis von Forschungsobjekt und Forschungssubjekt umfasst. Wenn feministisch gesehen, das „Behandeln“ von Frauen als Objekte in allen Bereichen aufgehoben werden muss, damit sie sich als zweites Geschlecht befreien können, wie ist das in einem Forschungsprozess realisierbar?
Anmerkung: Anmeldung via online-Lehrzielkatalog.
Die imaginierte "Weiblichkeit" und ihre feministische Kritik
603020 SE 2 2. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 10.00 – 11.30 Uhr Beginn 8.3. 40513 UR 10 Geiwi-Turm
Ziel: „Weiblichkeit“ ist ein zumeist bildliches Artefakt. Die Eingelassenheit in ein Historisch-Gesellschaftliches, in eine gesellschaftliche Geschlechterordnung soll theoretisch und empirisch herausgearbeitet werden.
Inhalt: Schon der Kulturphilosoph und Soziologe Simmel hatte den Verdacht, dass das „Weibliche“ einer männlichen Imagination entspringe und eher ein begriffliches „Niemandsland“ sei. Das „Weibliche“ bedarf der Bestimmung, um die „Differenz“ der Geschlechter zu markieren. Die Forderung der Aufklärung, dass alle Menschen gleich geboren seien, musste in ein „gleich aber different“ theoretisiert werden. Die Philosophie der Aufklärung sprach Frauen die Gleichheit ab, Die Moderne konstituierte sich mit dieser Ungleichheit und ist bis in die „Postmoderne“ nicht abgegolten, sondern wirkmächtig. Die Vermittlungen der Frauen als „zweites Geschlecht“, als Menschen zweiter Klasse haben sich verändert aber ihre Positionierung bleibt wie in Zement gegossen
Methode: Erarbeitung und Diskussion theoretischer Vorschläge und empirischer Materialien.
Prüfungsmodus: Aktive Teilnahme, Hausarbeit
Literatur: Silvia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit. Suhr kamp 1979 / Georg Simmel: Zur Philosophie der Geschlechter In: Philosophische Kultur / Genevieve Fraisse: Geschlechterdifferenz
Anmerkung: Teilnahme am Seminar: Feministische Ästhetik und Inhalte im Film. Anmeldung via online-Lehrzielkatalog
Soziologische Diskurse: "Unterklassen" und Geschlecht
603019 SE 2 / Pädagogik 2. Studienabschnitt
Zeit&Ort: wöchentlich Dienstag 11.00 – 12.30 Uhr Beginn 7.3. 40513 UR 10 Geiwi-Turm
Ziel: Beantwortung der Frage, wie werden die „Unterklassen“ medial artikuliert?
Inhalt: Harald Schmidt sagte, er mache kein Fernsehen für die „neuen Unterklassen“ und innerhalb kürzester Zeit war ein Begriff wieder verwendungsfähig, der in den 70er Jahren von der Soziologie verworfen und ersetzt wurde durch neue Klassen- und Schichtenbegriffe, die nicht mit „Oben“ und „Unten“ operierten. Neue Armut, die zunehmende Zersetzung gesellschaftlicher Bindekräfte – wie Solidarität, Gemeinwohl, Demokratie – erzeugen sich wandelnde Ausgrenzungsverhältnisse, die als „Unterklasse“ gegliedert werden. In talks-shows, TV-Serien, in den print-Medien werden uns „typische VertreterInnen“ dieser Klasse vorgestellt und zu Phänotypen gemacht.
Literatur: Ferdinant Mount: Mind the GAP. The New Class Divide in Britain.
603110 SE 2 / 2. Studienabschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Montag 15.00 – 16.30 Uhr 6.3. 40513 UR 10 Geiwi-Turm
Ziel: Sexismus existiert wie etwas Unsichtbares und kann in jeder Situation wirksam werden. Ob etwas „sexistisch“ ist oder nicht, ist häufig auch nicht sofort zu entscheiden. Da Diskriminierung dieser Art kulturell hergestellt wird und zu dieser Kultur gehört, ist es oft schwierig, sich zu (er)wehren oder auch nur eine Unterbrechung einzuleiten.
Wie Sexismen und andere Herrschaftstaktiken funktionieren, wie sie erkennbar sind und wann und wo es möglich ist, ein Dagegen zu formulieren, ist Gegenstand des Seminars,
Methode: Theoretische Texte, Rollenspiele, selbst zu erstellende Videofilme, Exkursionen in die Stammtischwelten usw.
Prüfungsmodus: Aktive Teilnahme, Audio, Video oder schriftliche Arbeit
Gender & Nation - Die österreichische Nachkriegs- und "Wiederaufbau"-Gesellschaft im Visier
622115 VU 2 / 1./2. Studienabschnitt, Geschichte
Zeit&Ort: Block: Vorbesprechung 23.3. Geiwi-Turm
Do 23.03. 16.00 - 18.00
Do 27.04. 16.00 - 19.00
Fr 28.04. 09.00 - 13.00
Fr 28.04. 14.00 - 18.00
Do 11.05. 16.00 - 19.00
Fr 12.05. 09.00 - 13.00
Ziel: Die soziale und kulturelle Konstruiertheit von Nation und Gender erkennen; Identitäten als veränderbare Variabeln erfassen; anhand der österreichischen Nachkriegsgesellschaft vielfältige Formen von Identifikationsmöglichkeiten und Abgrenzungspraktiken bzw. Mechanismen von Ein- und Ausschluss identifizieren können; die aktuelle Erinnerungskultur als Teil der (Re)Produktion von Identitäten wahrnehmen.
Methode: Wechsel zwischen Vortrag und interaktiven Unterrichtsformen, kritische Lektüre der Texte, Arbeiten mit ausgewählten Quellen, Vertiefung der Themen in Diskussionen.
Blom, Ida, Das Zusammenwirken von Nationalismus und Feminismus um die Jahrhundertwende: Ein Versuch zur vergleichenden Geschlechtergeschichte, in: Heinz-Gerhard Haupt/ Jürgen Kocka (Hg.), Geschichte und Vergleich. Ansätze und Ergebnisse international vergleichender Geschichtsschreibung, Frankfurt/ New York 1996, 315-338; Blom, Ida, Gender and Nation in International Comparison, in: Ida Blom/ Karen Hagemann/ Catherine Hall (Hg.), Gendered Nations. Nationalisms and Gender Order in the Long Nineteenth Century, Oxford/ New York 2000, 3-26; Eifler, Christine, Nachkrieg und weibliche Verletzbarkeit. Zur Rolle von Kriegen für die Konstruktion von Geschlecht, in: Christine Eifler/ Ruth Seifert (Hg.), Soziale Konstruktionen – Militär und Geschlechterverhältnis, Münster 1999, 155-186; Mattl, Siegfried/ Noora Sotaniemi, „Kameradschaft“. Funktion und Entwicklung eines Dispositivs im Nachkriegsösterreich, in: L’Homme. Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft. Soldaten, 12. Jg., Heft 1, 2001, 34-50; Yuval-Davis, Nira, Gender & Nation, London/ Thousand Oaks/ New Delhi 1997.
Anmeldung: Anmeldung erbeten ab 20.2.2006 bei Mag. Scherpereel im Zeitgeschichte-Sekretariat Geiwi-Turm
Jarosch, Monika / Weiss, Alexandra
110002 SE 2 / 1./2. Studienabschnitt Politikwissenschaft
Zeit&Ort: wöchentlich Dienstag 11.00 – 12.30 Uhr, Beginn 7.3. SR 14 Sowi-Fakultät, Universitätsstraße
Ziel: Kritische Auseinandersetzung mit Ansätzen der feministischen Forschung und deren Theoretisierung von zentralen Konfliktfeldern der Frauenbewegungen; Analyse der Umsetzung theoretischer Analysen in praktische Bewegungspolitik; Entwicklung eines historischen Verständnisses in Bezug auf die Theorien und Kämpfe der Frauenbewegungen und die sich ändernden bzw. weiterentwickelnden theoretischen Grundlagen.
Inhalt: Die LV soll einführend einen Überblick über die Geschichte und die Konfliktfelder der Frauenbewegungen geben. Dabei werden zentrale Themen der Frauenbewegung herausgegriffen, ihre Theoretisierung in den verschiedenen feministischen Strömungen sowie ihre Umsetzung in Bewegungspolitik diskutiert. Hintergrund ist die grundlegende, patriarchale Trennung von öffentlicher und privater Sphäre, die quasi Brennpunkt der feministischen Kritik an der Organisierung von Politik, Gesellschaft und Staat ist. Die Sphärentrennung wird in der feministischen Theorie als Produkt der Moderne und Konstrukt liberaler Vertragstheorie analysiert, die ihre "langen Schatten" bis in die Gegenwart hinein werfen. Dabei ist im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Entwicklung in der patriarchalen Begründung der Geschlechterdifferenz von einer "Naturalisierung" (bzw. Biologisierung) hin zu einer "Kulturalisierung" zu beobachten.
Methode: Literaturrecherche; Analyse der theoretischen Grundlagen verschiedener feministischer Strömungen und deren Umsetzung in die politische Praxis von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute; Analyse der feministischen Theorie, ihrem historischen Kontext sowie der Wechselwirkung zwischen Analyse und Praxis.
Einführende Beiträge in die Thematik durch die LV-Leiterinnen und Bereitstellung von Grundlagentexten; Referate durch die LV-TeilnehmerInnen.
Prüfungsmodus: Mitarbeit, regelmäßige Teilnahme, Referat, schriftliche Arbeit
Literatur: Brück, Brigitte et al (Hg.) (1992): Feministische Soziologie. Eine Einführung. Frankfurt a.M./New York
Dackweiler, Regina (1995): Ausgegrenzt und eingemeindet. Die neue Frauenbewegung im Blick der Sozialwissenschaften, Münster.
Fraser, Nancy / Axel Honneth (2003): Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse, Frankfurt a.M.
Gerhard, Ute (1999): Atempause. Feminismus als demokratisches Projekt, Frankfurt a.M.
Gerhard, Ute (Hg.)(2001): Feminismus und Demokratie. Europäische Frauenbewegungen der 1920er Jahre, Königsstein
Graf, Andrea (Hg.)(1990): Zur Politik des weiblichen. Frauen Macht und Ohnmacht. Beiträge zur Innenwelt und Außenwelt, Wien
Holland-Cunz, Barbara (2003): Die alte Neue Frauenfragen, Frankfurt a.M.
Katzenstein, Mary Fainsod / McClurg Mueller, Carol (1987): The Women's Movements of the United States and Western Europe. Consciousness, Political Opportunity and Public Policy, Philadelphia
Rich, Adrienne (1990): Um die Freiheit schreiben. Beiträge zur Frauenbewegung, Frankfurt a.M.
Schenk, Herrad (1992): Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland, München
Anmeldung: per e-mail: monika.jarosch@uibk.ac.at oder alexandra.weiss@uibk.ac.at
Einführung in die Queer Theory
402041 PS 2 / 1. Abschnitt Politikwissenschaft
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 17.00 – 18.30 Uhr, Beginn 8.3. SR 11 Sowi-Fakultät, Universitätsstraße
Ziel: § 5 (4) Politische Theorie
Inhalt: Der aus dem englischen Sprachgebrauch stammende Begriff „queer“ hat im Laufe seiner zwanzigjährigen (Publikations-)Karriere von der beleidigenden Beschimpfung für lesbische/schwule/transgender Lebensweisen über die Bezeichnung für eine besondere Art der politische Bewegung hin zum avantgardistisch schillernden Theorie-Begriff einige Metamorphosen durchgemacht. Queer Theory bezeichnet inzwischen eine Fülle von Ansätzen, die die Eindeutigkeit von scheinbar „natürlichen“ gesellschaftlichen Kategorien und Identitäten hinterfragen - allen voran geschlechtliche und sexuelle ("Frau", „Mann“ "schwul" etc) - und stattdessen von der diskursiven Konstruktion und sozialen, politischen und kulturellen Kontextabhängigkeit dieser ausgehen. Dieses Seminar möchte zu einer Reise durch die politische Entstehungsgeschichte von queer, die inhaltlichen Grundlagen und Begrifflichkeiten von Queer Theory und zu einer kritischen Diskussion der Anwendungsmöglichkeiten in der eigenen wissenschaftlichen Disziplin einladen. Wie können sexuelle Politiken auf Grundlage queerer Paradigmen aussehen?
Prüfungsmodus: Schriftliche PS-Arbeit, Textlektüre
Literatur: Kraß, Andreas (2003) (Hg.): Queer Denken. Gegen die Ordnung der Sexualität (Queer Studies), Frankfurt/M
Quaestio (2000) (Hg.): Queering Demokratie. Sexuelle Politiken, Berlin.
Jagose, Annamarie (2001 [1996]): Queer Theory. Eine Einführung, Berlin.
Anmerkung: Anmeldung unter christine.klapeer@uibk.ac.at, maximal 25 TeilnehmerInnen
608051 SE 2 / 2. Studienabschnitt, Deutsche Philologie, Deutsch LA
Zeit&Ort: Wöchentlich Donnerstag 17.00 – 18.30 Uhr, Beginn 9.3. 40832 SR (SR 8) Geiwi-Turm
Inhalt: Autobiographien ist der Prozeß der Identitätsbildung ästhetisch eingeschrieben. Welchen grundlegenden Aspekten unterschiedlicher Identitätsbildung begegnen wir in autobiographischen Texten? Lassen sie sich in historisch gegebenen Vorstellungen vom Selbst einordnen, subvertieren oder dekonstruieren sie dies?
Vor dem Hintergrund gattungstheoretischer Erörterungen der Autobiographik und im Vergleich mit kanonisierten Autobiographien (Goethe, Canetti) wird diesen Fragen unter anderem unter genderspezifischen Aspekten nachgegangen.
Textauswahl: Adam Bernd: Eigene Lebensbeschreibung. (1738). (Kopiervorlage); Fanny Lewald: Meine Lebensgeschichte (1861–62). (Helmer); Adelheid Popp: Die Jugendgeschichte einer Arbeiterin, von ihr selbst erzählt (1909). (Kopiervorlage); Elias Canetti: Die Fackel im Ohr. Lebensgeschichte 1921-1931 (1982). (FTB 5404); Ruth Klüger: Weiter leben. Eine Jugend (1993). (DTV 11950); Monika Maron: Pawels Briefe: eine Familiengeschichte (1999) (FTB 14940).
Literatur zur Einführung: Michaela Holdenried: Autobiographie. Stuttgart: Reclam 2000 (=RUB 17624)
Voraussetzungen: 1. Diplomprüfung oder alle literaturwssenschaftlichen Zeugnisse des 1. Abschnitts
Prüfungsmodus: Mitarbeit, Referat, schriftliche Arbeit (ca. 20 Seiten).
Anmerkung: Anmeldung erforderlich online via Lehrzielkatalog
222111 SE 2 / Vertiefung theologische Studienrichtungen
Zeit&Ort: wöchentlich Donnerstag 10.00 – 12.00 Uhr, Beginn 9.3. SR V Katholisch-Theologische Fakultät, Vorbesprechung 9.3. mit Themenvergabe
Inhalt: Was folgt dem Happy End, das Märchen, unzählige Romane und Spielfilme inszenieren? Die ganz normale Ehe!? Wie sieht die aus? Unter welchen Bedingungen gestalten sie die Beteiligten?
Im Seminar wird die Ehe als Lebensform von Frauen und Männern auf verschiedene Fragestellungen hin untersucht: Historische Formen und aktuelle Entwicklungen werden ebenso thematisiert wie rechtliche, soziologische, psychologische, ethische, theologische und gesellschaftspolitische Aspekte von Ehe. Kritisch werden wir das Geschlechterverhältnis in Ehe-Idealen wie im Alltag betrachten.
Methode: Einführung in die Thematik; selbständiges Erarbeiten der Themen durch TeilnehmerInnen, Referate, Diskussionen
Püfungsmodus: Referat, Mitarbeit, Seminararbeit
Literatur: - Nord, Ilona: Individualität, Geschlechterverhältnis, Liebe. Partnerschaft und ihre Lebensformen in der pluralen Gesellschaft. Gütersloh 2001.
- Sekretariat der Bischofskonferenz: Ehe und Familie - in guter Gesellschaft. Bonn 1999.
- Beck-Gernsheim, Elisabeth; Beck, Ulrich: Das ganz normale Chaos der Liebe. Frankfurt a. M. 1990.
Anmerkung: Anmeldung erforderlich, gertraud.ladner@uibk.ac.at Tel. 0512 507 8587
617317 VU 2 / 1./2. Studienabschnitt Geschichte (312) Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung LA (313)
Zeit&Ort: Block:
Fr 19.05. 09.00 - 17.00
Sa 20.05. 09.00 - 17.00
Fr 09.06. 09.00 - 17.00
Sa 10.06. 09.00 - 17.00
Ziel: Tieferes Verständnis aktueller familiärer Verhältnisse und familienpolitischer Problemlagen (wie der nach wie vor unzureichenden Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder der Zählebigkeit tradierter Rollenmuster) bei gleichzeitiger methodischer Vertiefung der Quellenarbeit.
Inhalt: Die Übung fragt nach Mutter- und Vaterschaftskonzeptionen, theoretisch-ideologischen Diskursen, alltäglichen familiären Lebensverhältnissen, familiären Rollen und dem intragenerationellen Rollentransfer im Zeitvergleich. Die Übung nimmt ihren Ausgangspunkt im späten 19. Jahrhundert und spannt von da aus den Bogen zur aktuellen Situation. Im Zentrum steht der deutschsprachige Raum.
Methode: Intensive Quellenarbeit in Form von Einzel-, Paar-, Gruppenarbeit, Diskussionen und Lehrgesprächen; vereinzelt Kurzpräsentationen zu ausgesuchten Themen; mit der Option eines Rollenspieles.
Prüfungsmodus: Kurzpräsentation eines Textes und schriftlicher Test am Ende des Blocks.
Literatur: Als Einstieg zur aktuellen Situation: Gerhard, U./Knijn, T./Weckwert, A. (Hrsg.): Erwerbstätige Mütter. Ein europäischer Vergleich. München 2003.
Historischer Überblick über die Geschlechtsverhältnisse in Mesopotamien II
640147 VU 2 / 1./.2. Abschnitt Politikwissenschaft (300) Alte Geschichte und Altertumskunde (310) Kunstgeschichte (315) Sprachen und Kulturen des Alten Orients (392) Päd.-Kritische Geschlechter- und Sozialforschung (Stzw)(464)
Zeit&Ort: wöchentlich Dienstag 13.00 – 14.30 Uhr Beginn 7.3. 40432 UR Geiwi-Turm
Inhalt: Die Lehrveranstaltung bietet neben einem Abriss der Geschlechterforschung in der Altorientalistik eine Übersicht über den historischen Wandel der Geschlechterverhältnisse in Mesopotamien. Die einschlägigen Originalquellen werden in Übersetzung angeboten. Teil II: Vom 2. Jahrtausend bis zum Ende des 1.Jahrtausends.
408024 SE 2 3. Studienabschnitt Doktoratsstudium Dr.rer.soc.oec.
Zeit&Ort: Block: Beginn 3.3. Sowi-Gebäude Universitätsstraße
Fr 03.03. 11.00 - 12.00
Fr 24.03. 09.00 - 12.30
Fr 24.03. 14.00 - 17.30
Fr 31.03. 09.00 - 12.30
Fr 31.03. 14.00 - 17.30
Fr 07.04. 14.00 - 17.30
Fr 28.04. 09.00 - 12.30
Fr 28.04. 14.00 - 17.30
Fr 23.06. 09.00 17.30
Ziel: Das "soziale Geschlecht" soll als zentrale Dimension der Vergesellschaftung und als Brennpunkt aktueller gesellschaftlichen Veränderungen sichtbar werden.
Inhalt: Geschlecht als soziale Struktur- und Prozeßkategorie; Wandel der Geschlechterverhältnisse: Österreich im europäischen Vergleich
Methode: Vorträge, Referate, Diskussionen
Literatur: Handapparat in der Sowi-Fachbibliothek
103019 SE 2 / LV für HörerInnen aller Fakultäten
Zeit&Ort: Block: Beginn 24. 3. 9.00 Uhr SR Schöpfstr.
Fr 24.03. 09.00 - 19.00
Sa 25.03. 09.00 - 19.00
So 26.03. 09.00 - 13.00
1. Wissen über die Entstehung und Entwicklung von „Geschlecht“ als sozialer und struktureller Kategorie, über Geschlechterverhältnisse und daraus resultierende Machtstrukturen, über Ressourcen- und Arbeitsteilung und damit verbundene Formen von Herrschaft, Gewalt und Politik;
2. Genderkompetenz erfordert die individuelle Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie und deren Reflexion. Zentral ist die Reflexion des eigenen beruflichen Handelns unter dem Aspekt der Geschlechtsidentität
3. Genderkompetenz meint schließlich Handlungskompetenz. Sie basiert auf fachlicher und methodischer Qualifizierung und umfasst die Umsetzung von Ergebnissen aus der genderbezogenen Forschung sowie deren geschlechtsbewusste Reflexion.
von Braun, Ch.; Stephan, I. (Hrsg.) (2000): Genderstudien, eine Einführung, Suttgart, Metzler
Eagly, Alice, H., Anne E. Beall, Robert J. Sternberg ( 2004): The Psychology of Gender, New York, Guilford Press
640005 VU 2 / 1. Abschnitt Alte Geschichte und Altertumskunde (310) Geschichte (312) Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung LA (313)
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 10.30 – 12.00 Uhr Beginn 8.3. 40506 SR Geiwi-Turm
Ziel: 1. Vermittlung von Grundkenntnissen für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit historiographischen Texten.
2. Erarbeitung textorientierter Vorstellungen von Geschlechtern sowie kritische Hinterfragung von Männlichkeits- und Weiblichkeitsnormen.
3. Schärfung des Blicks für die aktuelle Diskussion über Geschlechterverhältnisse.
Inhalt: Nach einer Einführung in die klassische antike Historiographie und in historische Methoden zur Geschlechterforschung werden schriftliche Quellen nach dem darin vermittelten Verständnis von Geschlechterverhältnissen untersucht. Dabei nehmen die Fragen nach den geschlechterspezifischen Rollenerwartungen und den Machtverhältnissen zwischen und innerhalb der einzelnen Genus-Gruppen einen zentralen Raum ein.
Methode: Eigenständige Lektüre der Quellentexte (in deutscher oder englischer Übersetzung); gemeinsame Behandlung der Texte mit anschließender Diskussion. Altsprachliche Kenntnisse sind nicht Voraussetzung.
Prüfungsmodus: Beurteilung der mündlichen Mitarbeit, schriftliche Arbeit.
Literatur: wird in der VU bekannt gegeben.
Anmerkung: Anmeldung Zi 40511 Geiwi-Turm
Standfest, Christine Maria
Dekonstruktion der Schachtel: räuml. Produktion der Geschlechterverhältnisse
110007 SE 2 / 2. Abschnitt Architektur
Zeit&Ort: Block: 12.05.2006, 17.00 Uhr, aut, Adambräu, Lois-Welzenbacher-Platz 1
13.05.2006, 11.00 - 15.00 Uhr, aut, Adambräu, Lois-Welzenbacher-Platz 1
13.05.2006, 22.00 - 02.00 Uhr, aut, Adambräu, Lois-Welzenbacher-Platz 1
18.05.2006, 17.00 - 19.30 Uhr, SR des Instituts f. Architekturtheorie u. Baugeschichte
19.05.2006, 14.00 - 20.00 Uhr, SR des Instituts f. Architekturtheorie u. Baugeschichte
20.05.2006, 13.00 - 20.00 Uhr, SR des Instituts f. Architekturtheorie u. Baugeschichte.
Ziel: Es geht darum, einen Blick auf jene spezifischen Routinen und Praktiken der Konstitution von Raum zu öffnen und auf deren Veränderbarkeit und Verschiebbarkeit im Sinne feministischen politischen (kollektiven wie planerischen) Handelns, mithin einen Ansatz vorzustellen, der interdisziplinär mediale und wahrnehmungskonstitutive Aspekte miteinschließt und den prozessualen Charakter von Raumkonstitution verdeutlicht. Entwickelt wird ein Diskurs der Selbstreflexion architektonischer, planerischer und bauhistorischer Praxis, der für eine engagierte zeitgenössische Kommunikation über Raumkonstitution, dh., die permanent sich vollziehende "Herstellung von Raum" auch in seiner architektonischen Dimension unabdingbar ist.
Zur Frage steht, was sich aus der Sicht der feministischen Architketurtheorie z.B. hinsichtlich der Analyse geschlechtsspezifischer Räume in einer Dialektik von Zuschreibungen und (widerständiger) Aneignung von z.B. privat/öffentlich, Produktion/Reproduktion unter den Bedingungen neoliberaler Ökonomien und Techniken des Selbst in Bezug auf die Produktin von Raum in Sinne einer feministischen Perspektive verschiebt. Alltagserfahrungen der TeilnehmerInnen und Leiterinnen sind ebenso Material dieser Fragestellung.
Inhalt: Wie schlagen sich die Geschlechterverhältnisse heute in der Gesamtheit des physischen Raumes nieder? Wie verknüpfen sich beider Wandel miteinander?
Im SE soll versucht werden, in einem ersten Schritt einen kursorischen Überblick aus feministischer Sicht zu geben über theoretische und begriffliche Aspekte zur "Produktion des Raums" - beginnend mit der Antike (Aristoteles, Euklid) über neuere materialistische (Lefebre, Negri/Hardt), phänomenologische (Heidegger, Merleau-Ponty), poststrukturalistische (Foucault, Läpple, Baudrillard, Deleuze/Guattari) und soziologische und städteplanerische Ansätze (Bourdieu, Sturm, Löw, Fitz, Nouvel):
Ergänzend dazu soll ein Überblick über feministische Stadtforschung und -planung der letzten 20 Jahre den Wandel der Raumstrukturen, der Formen des Wohnens und der Planungskonzepte sichtbar machen.
Mit Antonio Gramscis Theorie zur Produktion der Geschlechterverhältnisse soll in einem zweiten Schritt die Analyse der o.g. Raumroutinen, wie auch der Grammatik zur Produktion von Raum, in ihrer gesellschaftlichen und machttheoretischen - d.h. politischen - Dimension betrachtet werden.
Methode: Vorab wird ein Reader ausgewählter Texte und -auszüge ausgegeben (ca. 80 S., s.u. Bibliografie).
Zunächst werden - im wesentlichen überblickshaft Martina Löw und Gabriele Sturm folgend - philosophische, kultur- und naturwissenschaftliche Grundlagen und Entwicklungen des Raumbegriffs anhand der Leitdifferenz absoluter vs. relativer Raumbegriffe vermittelt, um einen Einblick in Differenziertheit und Komplexität des Feldes zu geben als Material zur Entwicklung einer eigenständigen kritischen Haltung gegenüber fachspezifischen Selbstverständlichkeiten und Grundannahmen.
Im SE soll durch den Vorschlag spezifischer Raumpraktiken (exemplarisch: nächtlicher Spaziergang, Wechsel der räumlichen Struktur im Seminarablauf als Verschiebung der Perspektive) die Erfahrungsseite dieser Thesen thematisiert werden.
Literatur: Bourdieu, Pierre (1991): Physischer, sozialer und angeeigneter physischer Raum, in Wentz, M. (Hg.), Stadt-Räume. Die Zukunft des Städtischen. Frankfurter Beiträge, Bd. 2, Frankfurt/Main/New York.
Gramsci, Antonio: Gefängnishefte (9-11), Hamburg 1992
Haug, Frigga (Hg.): Frauenformen. Alltagsgeschichten und Entwurf einer Theorie weiblicher Sozialisation. Berlin 1980, 3.Aufl. 1988; gänzlich überarbeitete und aktualisierte Auflage unter neuem Titel: Erziehung zur Weiblichkeit. Berlin und Hamburg 1991.
dies. (Hg.): Sexualisierung der Körper. Frauenformen 2. Berlin 1983, 2. Aufl. 1988; 3. überarbeitete Auflage 1991.
Heidegger, M. (1967): Bauen Wohnen Denken. In: ders.: Vorträge und Aufsätze, Teil II. Pfullingen, 3. Aufl. S. 19-36.
Fitz, Angelika: Performative Materialism, Österreichischer Beitrag zur V. Architkurbiennale in Sao Paulo 2003.
Fitz, Angelika / Stattmann, Klaus: Die Reserve der Form, Räumliches Handeln im Feld der Unterstellungs-Unterstellung, Linz 2003.
Foucault, Michel: Andere Räume, in Wentz, M. (Hg.), Stadt-Räume. Die Zukunft des Städtischen. Frankfurter Beiträge, Bd. 2, Frankfurt/Main/New York.
Geiger, Gabriele: Frauen - Körper - Bauten: weibliche Wahrnehmung des Raums am Beispiel Stadt. München: Profil 1986. Enth.: Bd. 1. Tour d'horizon. - Bd.2. Plädoyer für eine feministische Gesellschaft.
Läpple, Dieter (1991), Essay über den Raum. Für ein gesellschaftswissenschaftliches Raumkonzept, in Häußermann, Hartmut u.a. (Hg.), Stadt und Raum. Pfaffenweiler: 157 - 207.
Löw, Martina: Raumsoziologie, FfM, 2001
Anmerkung: Anmeldung erbeten unter chris.standfest@gmx.net
SE Mittelalter: Fürstinnen - Macht oder Ohnmacht?
617013 SE 2 / Geschichte (312) / Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung LA (313)
Zeit&Ort: wöchentlich Donnerstag 13.45 – 15.15 Uhr Beginn 9.3. 40601 UR Geiwi-Turm
Ziel: Einblick in das genderspezifische Frauenleben im Mittelalter.
Inhalt: Ausgehend von der selbstbewußten byzantinischen Fürstin Theophanu (Lebensdaten ca. 960 – 991), die als Witwe nach dem Römisch-Deutschen Kaiser Otto II. und als Mutter ihres minderjährigen Sohnes Otto III. als "Imperator" (!) urkundete, sollen die verschiedenen Möglichkeiten für Frauen untersucht werden, selbst tatsächlich Macht und Herrschaft auszuüben. Dabei sollen ein möglichst breites europäisches Spektrum zur Diskussion kommen, darunter Eleonore von Aquitanien (1122–1204), die nach der Annullierung ihrer ersten Ehe mit König Louis VII. von Frankreich den englischen König Heinrich II. heiratete und somit die weiträumige englische Herrschaft auf französischem Boden begründete. Darüber hinaus sollen Frauen in den Mittelpunkt gestellt werden, die aus dynastiepolitischen Gründen über Landes- und Sprachgrenzen hinweg verheiratet wurden. Denn gerade am Beispiel solcher Fälle – wie etwa der resoluten Hohenzollerin Barbara von Brandenburg († 1481), die am Hof von Mantua tatkräftig mitwirkte oder der klugen und gebildeten Leonora von Portugal († 1467), Gemahlin Kaiser Friedrichs III. und Mutter des "letzten Ritters" Maximilian I. – wird deutlich, wie wichtig das Erlernen der neuen Landessprache in Wort und Schrift war, um an die Entscheidungsgewalt bestimmend mitwirken zu können.
Methode: Eigenständig erarbeitete Beiträge werden mündlich vorgetragen und ausführlich diskutiert. Es wird erwartet, daß die Diskussionsergebnisse in das schriftliche Referat eingearbeitet werden.
Anmerkung: Anmeldung Zi 40606 Die erfolgreiche Absolvierung des "Proseminars aus Geschichte des Mittelalters" ist Voraussetzung für den Besuch dieses Seminars.
PS Neuzeit: „Berühmte“ Ketzer/innen und Häretiker/innen des 15. und 16. Jhd.
617114 PS 2 / 1. Abschnitt Geschichte (312) Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung LA (313)
Zeit&Ort: wöchentlich Montag 13.00 – 14.30 Uhr Beginn 6.3. HS 8 Geiwi-Erdgeschoss
Ziel: Wir wollen in diesem PS verschiedene Quellentypen, die Methodik bei ihrer Erschließung und ihre Integrierung in eine wissenschaftliche Arbeit kennen lernen.
Inhalt: Die Quellenbeispiele und die von den TeilnehmerInnen zu erarbeitenden Themen sollen die Zeit der Vorreformation und Reformation und insbesondere das Thema der „Häresie und Ketzerei“ näher beleuchten. An den Biographien und Schicksalen berühmter und weniger bekannter HäretikerInnen und der Häresie Verdächtigte soll einerseits das „Werkzeug“ für die Arbeit mit dieser Epoche vorgestellt und andererseits die Entwicklung dieser Problematik bis hin zur Entstehung der ersten frühneuzeitlichen und folgenschweren Schriften zur religiösen Toleranz, gezeigt werden. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Rolle der Frau in diesem Zusammenhang und auf die italienischen wie ultramontanen vorreformatorischen VertreterInnen nicht „kirchen-konformer“ Ideen gesetzt werden.
Methode: Einerseits Vortrag mit Diskussionsmöglichkeit und gemeinsamer Quelleninterpretation und andererseits Kurzvorträge der TeilnehmerInnen.
Prüfungsmodus: Kurzreferat mit Handout, kurze schriftliche Hausarbeit und schriftliche Schlussklausur.
Literatur: Literaturliste wird am Anfang des Semesters ausgegeben.
Anmerkung: Anmeldung Zi. 40606; Die erfolgreiche Absolvierung der „Einführung in das Studium der Geschichte“ ist Voraussetzung für den Besuch eines Proseminars.
110006 SE 2 / 1./2. Studienabschnitt Politikwissenschaft
Fr 31.03. 09.30 - 17.30
Sa 01.04. 09.30 - 14.30
Fr 09.06. 09.30 - 17.30
Sa 10.06. 09.30 - 14.30
Ziel: Die familialen Verhaltenserwartungen an die Frau sind bisher der primäre Gegenstand familiensoziologischer und –psychologischer Forschung gewesen. Hinsichtlich der Partizipation des Mannes in der Familie bestehen dagegen in allen relevanten Forschungsbereichen erhebliche Lücken.
Inhalt: Anhand aktueller Studien (national, europäischer Vergleich) werden Ergebnisse zur Anwesenheit bzw. Abwesenheit von Vätern diskutiert sowie auf das Phänomen des neuen Vaters eingegangen, dessen Verhalten sich vorwiegend an den Müttern orientiert („Mappis“). Der Blick soll auf die zentrale Thematik der Verteilung und Wertigkeit von Produktion (Erwerbsarbeit) und Reproduktion (Hausarbeit, Kinderbetreuung) gelenkt werden. Weiters wird der Frage nachgegangen, wie sich soziale Vaterschaft historisch darstellt und untersucht, ob der Vater immer noch in der Tradition des Repräsentanten der Außenwelt, des Gesetzes, der Ordnung (Freud) steht. Aus den empirischen Untersuchungen geht hervor, dass Frauen die Hoffnungen an eine Entlastung ihrer vielfachen Verpflichtungen gerade auch an den Staat knüpfen. Politische Maßnahmen zur Einbeziehung von Männern werden auf ihre Effizienz untersucht.
Methode: Das Thema Vaterschaft wird im Hinblick auf den internationalen und nationalen Forschungsstand in den Sozialwissenschaften abgehandelt. Anhand aktueller Studien (national, europäischer Vergleich) werden Ergebnisse zur Anwesenheit bzw. Abwesenheit von Vätern diskutiert sowie auf das Phänomen des neuen Vaters eingegangen. Auf der Ebene der Politik erfolgt eine Untersuchung der Funktion und des Familienbildes von "Vater Staat", der häufig als Vertreter für den abwesenden leiblichen Vater fungiert.
Prüfungsmodus: Aufbauend auf ein Referat und die Diskussionen im Laufe des Semesters ist zum Abschluss eine schriftliche Arbeit zu verfassen.
Zu Beginn des Semesters erfolgt an alle angemeldeten TeilnehmerInnen elektronisch eine kurze Einführung, einige allgemeine Mitteilungen zum Ablauf sowie die Verteilung einer Referatsliste, in die sich die TNInnen innerhalb einer Woche eintragen sollen. Hernach wird an alle ein Zeit- und Arbeitsplan übermittelt.
Literatur: Beck-Gernsheim, Elisabeth. 1985. Vom Geburtenrückgang zur neuen Mütterlichkeit? Über private und politische Interessen am Kind. Frankfurt am Main.
Benard, Ch.; Schlaffer, E. 1993. Sagt uns, wo die Väter sind. Von Arbeitssucht und Fahnenflucht des zweiten Elternteils. Reinbek bei Hamburg 1993.
Werneck, H.: Übergang zur Vaterschaft. Auf der Suche nach den "Neuen Vätern". Wien- New York 1998.
Anmerkung: Anmeldung erforderlich bis 8.3.
Thurner, Erka
402051 SE 2 / 2. Abschnitt Politikwissenschaft
Zeit&Ort: wöchentlich Montag 15.00 – 16.30 Uhr Beginn 6.3. SR 5 Sowi-Fakultät Universitätsstraße
Ziel: § 10 (3) Vergleich politischer Systeme + § 10 (4) c Frauen- und Geschlechterforschung
Inhalt: Inhalt des Seminars sind gesellschaftliche und politische Orte und Institutionen, analysiert in deren geschlechterausgrenzenden/-einschließenden Entwicklungen, i.e. Institutionen des Bildungssystems: Schulen, Universitäten; der politischen Partizipation: Parlamente, politische Ämter, diverse Berufsfelder, u.a.m. Bei der Behandlung entsprechender Einrichtungen in unterschiedlichen europäischen Ländern sollen die zeitlichen, qualitativen und quantitativen Dimensionen erarbeitet werden, die die Basis für Vergleichsanalysen bilden können.
Prüfungsmodus: Mündliches Referat, schriftliche Seminararbeit, aktive Teilnahme
Literatur: Literatur- und Themenliste zu Semesterbeginn
Anmerkung: Anmeldung unter erika.thurner@uibk.ac.at, maximal 16 TeilnehmerInnen
Trübswasser, Gerhild
603114 PS 2 / 2. Abschnitt Pädagogik
Fr 31.03. 12.00 - 19.00
Sa 01.04. 09.00 - 15.00
Fr 09.06. 09.00 - 18.00
Sa 10.06. 09.00 - 15.00
Anmeldung unter office@truebswasser.com
Inhalt: Die Begegnung mit dem Fremden findet in unseren mitteleuropäischen Lebensbedingungen permanent statt – manchmal bewusst wahrgenommen, oftmals nicht bewusst registriert. Unser Unbewusstes ist jedoch damit beschäftigt, die daraus resultierenden Eindrücke und ihre Bedeutung zu verarbeiten. Sie sind wichtige Elemente sowohl der individuellen Entwicklung als auch der gesellschaftlich definierten Umgangsformen. In beiden Fällen kann davon ausgegangen werden, dass das Fremde erst einmal „das Andere“, „das Neue“, „das Ungewohnte“ ist, das sehr oft bekannte, vertraute Aktions- und Reaktionsweisen unbrauchbar erscheinen lässt. Auf individueller Ebene kann davon ausgegangen werden, dass Begegnungen dieser Art immer gleichzeitig Aspekte von Bedrohung und Chance beinhalten. Welche dieser beiden Möglichkeiten in den Vordergrund tritt, hängt auch von den seit der Kindheit erworbenen psychischen Strukturen ab.
In der Interkulturellen Pädagogik kommen beide Bereiche zum Tragen: der individuelle und der gesellschaftliche. Die an einem pädagogischen Setting beteiligten Personen sind einerseits individuell gefordert, den Kommunikationsprozess, der aufgrund der Kulturdifferenz unter besonderen Bedingungen stattfindet, möglichst produktiv zu gestalten. Andererseits sind sie auch als RepräsentantInnen ihrer jeweiligen Gesellschaft in die Machtverhältnisse auf dieser Ebene eingebunden. Hier stellt sich beispielsweise die Frage: Wer hat die Definitionsmacht im Lernprozess? Wer bestimmt Inhalte und Methoden? Positiv formuliert lautet das Fazit: Wie können kulturelle Differenzen für ein Lernen aller Beteiligten fruchtbar gemacht werden und wie können die gesellschaftlichen Bedingungen, in denen dieses Lernen geschieht, reflexiv miteinbezogen werden.
Methode: Neben der Beschäftigung mit der vorliegenden Literatur zum Thema soll die Lehrveranstaltung auch praktisch erfahrbare Aspekte abdecken. Exemplarische Beispiele aus meinen eigenen Arbeiten in Lateinamerika, wie etwa von meiner regelmäßigen Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Karibikuniversität URACCAN, aus der Kunst (Belletristik, Film), sowie konkrete Erfahrungen der Studierenden sollen in der Lehrveranstaltung herangezogen werden. Angeregt werden Projekte von Studierenden zum Thema: ‘Wo beginnt die Fremde?’ wie beispielsweise: Arbeit in multikulturellen Klassen, in Sozialprojekten, Erfahrungen auf Auslandsreisen, Erfahrungen aus der unmittelbaren Umgebung, Erfahrungen im ‘sozialen Ausland’ usw. Das Erlebnis, dass vertraute Aktionsweisen, also die eigenen kulturellen Codes vom Gegenüber nicht verstanden werden wirkt jedenfalls irritierend, ebenso wie der umgekehrte Fall, dass man eine Botschaft der/des Anderen nicht verstehen kann. Der Umgang mit dieser Irritation kann nun als ein wesentlicher Zugang zum Verstehen der Hemmnisse und Möglichkeiten der interkulturellen Kommunikation betrachtet werden. Hier bietet die Psychoanalyse Möglichkeiten, sich diesen irritierenden Aspekten von Fremdheit anzunähern und sie dem Verstehen nutzbar zu machen.
Prüfungsmodus: Referat mit schriftlichen Unterlagen, Beteiligung an den Gruppendiskussionen
Anmerkung: Beschränkung auf 50 TeilnehmerInnen (nach Reihenfolge der Anmeldung)
402035 VO 2 / 2. Abschnitt Politikwissenschaft
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 13.15 – 14.45 Beginn 8.3. HS 3 Sowi-Gebäude, Universitätsstraße
Ziel: § 10 (1) b Politische Theorie + § 10 (3) Frauen und Geschlechterforschung
Inhalt: Seit der Neuzeit wird der (menschliche) Leib immer mehr als „Körper“ (von corpus, der Leichnam) definiert und damit parallel zur neuen Auffassung der Natur als Maschíne als zu verwendender, zu bearbeitender und letztlich technologisch zu ersetzender „Rohstoff“ gedacht. Die neuesten Technologien gehen von der Abschaffbarkeit des Leibes aus, wobei insbesondere auch der weibliche Leib als gebärfähiger gemeint ist. Dies ist im Zusammenhang mit 5000 Jahren Patriarchat zu sehen.
Prüfungsmodus: Mündlich, schriftlich ist auch möglich
Körperschaften: Ersatz-Mütter?
402036 SE 2 / 2. Abschnitt Politikwissenschaft
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 16.45 – 18.15 Beginn 8.3. UR 1 Sowi-Fakultät, Universitätsstraße
Ziel: § 10 (3) Politische Theorie + § 10 (4) c Frauen und Geschlechterforschung
Inhalt: Dieses Seminar steht im Zusammenhang mit dem Semesterthema „Körperpolitik“ (s.VO). Die patriarchalen Schöpfungsversuche führen zur Verdinglichung künstlicher Körper, die als (totale) Institutionen insbesondere die neuzeitliche Gesellschaft strukturieren. Sind der Staat, das Militär, die Kirche, die Anstalt, die Gewerkschaft, die Schule, die moderne Familie…als patriarchale Ersatz-Mütter zu verstehen? Was bedeutet ihr heutiger Zerfall? Was ist die Zukunft der „Mütterlichkeit“?
Prüfungsmodus: Mündlich und schriftlich (Referat)
Literatur: wird am Semesterbeginn verteilt
Anmerkungen: Anmeldung unter claudia.von-werlhof@uibk.ac.at erforderlich
402037 SE 2 / 2. Abschnitt Politikwissenschaft
Do 16.03. 15.00 - 18.15
Do 23.03. 15.00 - 18.15
Do 06.04. 15.00 - 18.15
Do 04.05. 15.00 - 18.15
Do 18.05. 15.00 - 18.15
Do 01.06. 15.00 - 18.15
Do 29.06. 15.00 - 18.15
Ziel: § 10 (3) Politische Theorie + § 10 (4) c Frauen- und Gechlechterforschung
Inhalt: Dieses Seminar steht im Zusammenhang mit dem Semesterthema „Körperpolitik“ (s. VO). Wir wollen die historischen Unterschiede im Verständnis des (menschlichen) Leibes als „weisem“ und dem als „Maschine“ untersuchen. Der Hauptunterschied hängt mit der matriarchalen oder patriarchalen Verfasstheit der Gesellschaft zusammen. Dabei treten Verschränkungen auf, die heute immer mehr zugunsten technologischer Machbarkeit verdrängt werden. Gegenbewegungen sind auch erkennbar.
Prüfungsmodus: Mündlich und schriftlich – Referat
Anmerkung: Anmeldung unter claudia.von-werlhof@uibk.ac.at erforderlich
Gleich und doch anders - Lebensrealitäten von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und ihren Angehörigen
603095 PS 2 / 1. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: Block Geiwi-Erdgeschoss
Fr 31.03. 10.00 - 18.00
Sa 01.04. 10.00 - 16.00
Fr 19.05. 10.00 - 18.00
Sa 20.05. 10.00 - 16.00
Ziel: Lesben, Schwule und Bisexuelle brauchen gut informierte und vorurteilsfreie PädagogInnen, die mit ihren spezifischen Lebensrealitäten vertraut sind, damit sie sich psychosexuell und soziale positiv entwickeln und entfalten können.
Inhalt: Im Seminar geht es um einen historischen Abriss der frühen Homosexualitätsforschung sowie um die heutigen sexualwissenschaftlichen Kenntnisse. Wesentlicher Inhalt des Seminars ist die Auseinandersetzung mit den besonderen Lebensbedingungen und den daraus resultierenden Lebensentwürfen gleichgeschlechtlich empfindender Menschen unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Phasen des Coming-out-Prozesses. Im Seminar geht es um die Vermittlung pädagogischer Kompetenz, Jugendliche bei der Gewahrwerdung ihrer Identität und der Findung eines eigenen Lebensstils zu begleiten. Weitere Themen sind u.a. gleichgeschlechtliche Sexualität und Partnerschaften, lesbischwule Community, Homophobie, Diskriminierungen, Reflektieren der eigenen Erfahrungen, verinnerlichter Bilder, Vorurteile etc.
Methode: Vortrag; Gruppenarbeit; Selbstreflexion; Fallbeispiele; pädagogische Handreichungen; Einsatz von Medien etc.
Prüfungsmodus: Mündliches Prüfungsgespräch am Ende des 2. Blocks
Literatur: Rauchfleisch U., Schwule, Lesben, Bisexuelle: Lebensweisen, Vorurteile, Einsichten, Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht, 1994. / Hassenmüller H., Wiedemann H.G., Warum gerade mein Kind? Interviews mit Eltern homosexueller Kinder, Düsseldorf, Patmos Verlag, 1998.
Anmerkung: www.courage-beratung.at link: praxis@wahala.at Anmeldung via online-Lehrzielkatalog
Organisationskultur und Geschlecht in Bildungs- und psychosozialen Einrichtungen
603005 KU 2 2. Abschnitt, Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Mittwoch 14.00 – 15.30 Uhr, Beginn 8.3. L3 Institut für Erziehungswissenschaften, Liebeneggstr.
Ziel: Wissenserwerb über Vergeschlechtlichung von Organisationskulturen und Auswirkungen auf Geschlechterverhältnisse in Bildungs- und psychosozialen Einrichtungen
Inhalt: Der Begriff Organisationskultur verweist auf grundsätzliche Wertorientierungen und Überzeugungen, auf latente und manifeste Annahmen, auf Verhaltensstandards in Organisationen und Institutionen. Schwerpunkt im Seminar ist die Analyse der Vergeschlechtlichung von gelebten Kulturen in Einrichtungen der psychosozialen Arbeit und in Bildungseinrichtungen, so wie deren Auswirkungen auf Geschlechterverhältnisse. Die Studierenden werden untersuchen, durch welche Organisationskulturen Frauen und Männer wie positioniert werden und sich selbst positionieren, welche Formen der Ungleichheit dadurch (re)produziert werden und welche Handlungskompetenzen notwendig sind, um die vergeschlechtlichten Selbstverständlichkeiten auf Ebene der Strukturen und des Habitus zu verändern.
Methode: Theoretische Einführung, gemeinsame Erarbeitung von Grundlagentexten, Beobachtungs-Studien in der Bildungseinrichtung Universität, als Feld hegemonialer Männlichkeit und in psychosozialen Einrichtungen als Feld hegemonialer Weiblichkeit; Experimentalstudien mit Hilfe des Psycho- und Soziodramas.
Prüfungsmodus: Verbindliche Teilnahme, aktive Mitarbeit, Protokoll und Analyse von Beobachtungsstudien bzw. Analyse anderer empirischer Materialen.
Anmerkung: Nur für Studierende im 2.Studienabschnitt, Zuordnung(en): Neuer Studienplan (24.09.01) C 464 II.5.1 und C 461 II.4.1; Alter Studienplan (03.07.97) II.2.4; An¬meldung ist erforderlich, Anmeldungen v. Studierenden des Studienzweiges C464 werden bevorzugt, Anmeldung via online-Lehrzielkatalog
Forschungspraktikum III: Work – Life – Balance
603006 EX 2 / Päd.-Kritische Geschlechter- und Sozialforschung (Stzw)(464)
Zeit&Ort: 14tägig, Beginn 2.3. L 4 Institut für Erziehungswissenschaften, Liebeneggstr.
Ziel: Durchführung, Präsentation und Reflexion studentischer Forschungsprojekte zu Fragen der „Work-Life-Balance“ so wie Exkursion zu einer einschlägigen Tagung
Inhalt: Forschungsarbeiten zu Fragen der „Work-Life-Balance“ aus dem „Forschungspraktikum I und II“ werden fortgeführt. Schwerpunkt der Arbeit im Seminar liegt auf der Diskussion methodologischer Konzepte, qualitative Forschungsmethoden, Theoriebezügen, Darstellungsformen der Forschung und Supervision von Erfahrungen im Forschungsprozess. Im Mai ist die Teilnahme an einer Tagung der Sektionen „Familiensoziologie“ und „Soziale Ungleichheit und Sozialstrukturanalyse“ der DGS in Zürich geplant.
Methode: Wissenschaftliche Supervision v. Forschungsarbeiten, Präsentationen und Diskussion von Forschungsdesigns und –ergebnissen.
Prüfungsmodus: Mündlicher Seminarbeitrag (Präsentation des Forschungsdesigns, Reflexion des Forschungsprozesses, Präsentation der Forschungsergebnisse) und schriftliche Seminararbeit
Literatur: im Seminar
603093 SE 2 2. Abschnitt Pädagogik
Zeit&Ort: wöchentlich Montag 15.00 – 16.30 Uhr, Beginn 6.3. L 3 Institut für Erziehungswissenschaften, Liebeneggstr.
Ziel: Wissenserwerb über Zusammenhänge von Sozialisation, Biographie und Geschlecht
Inhalt: Im Seminar werden die Begriffe Sozialisation und Biographie gemeinsam erarbeitet und in einen Zusammenhang mit dem kulturellen und sozialen System der Zweigeschlechtlichkeit gebracht. Es bietet Studierenden die Möglichkeit sich theoretisch und empirisch vertiefend damit auseinanderzusetzen, wie vergeschlechtlichte Gesellschaftsstrukturen die Sozialisationsprozesse vergeschlechtlichen, wie Menschen in Auseinandersetzung mit ihren Lebensbedingungen weibliche und/oder männliche Identitäten ausbilden. Die Biographieforschung bietet dazu die Möglichkeit, auf Basis biographischer Erzählungen nachzuzeichnen, wie biographische Erfahrungen „mit“ und „in“ vergeschlechtlichten gesellschaftlichen Strukturen gemacht werden. Diese Empirie kann ihrerseits dazu beitragen, das Sozialisationsproblem theoretisch zu erklären.
Methode: Theoretische Einführung, gemeinsame Erarbeitung von Grundlagentexten, Durchführung und Auswertung von biographischen Mini-Studien.
Prüfungsmodus: Verbindliche Teilnahme am Seminar, aktive Mitarbeit und Erarbeitung von Grundlagentexten, schriftliche Ausarbeitung der durchgeführten biographischen Mini-Studie.
Anmerkung: Nur für Studierende des 2. Studienabschnittes; Zuordnung(en): Neuer Studienplan (24.09.01) C 464 II.1.1 und C 459 II.3.2; Alter Studienplan (03.07.97) II.2.4 Anmeldung ist erforderlich! Anmeldung via online-Lehrzielkatalog

References: § 10
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