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Timestamp: 2019-08-26 04:29:25+00:00

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BGH, 18.01.1973 - VII ZR 88/70 - dejure.org
BGH, 18.01.1973 - VII ZR 88/70
https://dejure.org/1973,160
BGH, 18.01.1973 - VII ZR 88/70 (https://dejure.org/1973,160)
BGH, Entscheidung vom 18.01.1973 - VII ZR 88/70 (https://dejure.org/1973,160)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 1973 - VII ZR 88/70 (https://dejure.org/1973,160)
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Anforderungen an die Auslegung eines Architektenvertrages - Anspruch auf Schadensersatz wegen eines durch einen Planungsfehler bedingten Baumangels - Ermittlung der Ursache der mangelnden Wetterfestigkeit
Bewußte Ausführung eines fehlerhaften Architektenplanes
BGB § 633, § 634, § 635, § 254, § 278
Hinweispflichten des Auftragnehmers bei erkannten Planungsmängeln
NJW 1973, 518
MDR 1973, 403
VersR 1973, 348
DB 1973, 616
BauR 1973, 190
Bedient er sich dazu eines Architekten, dessen Bau- und Leistungsbeschreibung eine unzureichende Grundwasserisolierung aufweist, so hat er für dieses Planungsverschulden und die darauf beruhenden Mängel des Bauwerks nach §§ 254, 278 BGB (mit-)einzustehen (BGH NJW 1972, 447 Nr. 12; 1973, 518; Senatsurteil vom 15. Dezember 1969 - VII ZR 8/68 = BauR 1970, 57, 59 = WM 1970, 354, 356).
Allerdings hat der Senat verschiedentlich eine Mitverantwortlichkeit des Auftraggebers dann für unbeachtlich gehalten, wenn der Auftragnehmer die späteren Mängel sicher vorausgesehen und sich dennoch an die fehlerhafte Planung gehalten hatte (NJW 1973, 518, 519; vgl. auch Urteil vom 10. November 1977 - VII ZR 252/75 = BauR 1978, 139, 142).
Dass der Unternehmer gem. § 4 Nr. 3 VOB/B auf die unzureichende Ausschreibung in Bezug auf den Beton hätte hinweisen müssen und diese Pflicht verletzt hat, führt nicht automatisch dazu, dass er sich auf ein Mitverschulden des planenden und ausschreibenden Architekten nicht mehr berufen kann (vgl. BGH, Urteil vom 18. Januar 1973, VII ZR 88/70).
Vorsatz auf Seiten den Klägerin in Bezug auf den Eintritt des Mangels ist hier daher - anders als im Fall des BGH - Urteil vom 18. Januar 1973, a.a. O., nicht erwiesen.
Unterläßt der Auftragnehmer den Hinweis auf Mängel, die er erkannt hat, so ist er immer allein für den Schaden verantwortlich (Senatsurteile vom 18. Januar 1973 - VII ZR 88/70 = NJW 1973, 518 = BauR 1973, 190; vom 10. Juli 1975 - VII ZR 243/73 = BauR 1975, 420; vom 22. Mai 1975 - VII ZR 204/74 = BauR 1975, 421; vom 10. November 1977 - VII ZR 252/75 = BauR 1978, 139, 142; vgl. auch Urteil vom 9. Februar 1978 - VII ZR 122/77 = BauR 1978, 222, 224 = BB 1978, 577 = WM 1978, 750).
Das Berufungsgericht führt zutreffend aus, daß der Architekt mit der Ausübung der Bauaufsicht nicht eine dem Bauherrn gegenüber dem Bauunternehmer obliegende Pflicht erfüllt; der Bauunternehmer hat keinen Anspruch darauf, daß ihn der Bauherr bei der Ausführung der ihm übertragenen Leistungen überwacht oder überwachen läßt (Urteile des Senatsvom 29. November 1971 - VII ZR 101/70 - = NJW 1972, 447, 448 [BGH 29.11.1971 - VII ZR 101/70] ;vom 15. Juni 1972 - VII ZR 64/71 - undvom 18. Januar 1973 - VII ZR 88/70 - = WM 1973, 393, 394 mit weiteren Nachweisen).
Dadurch - und durch das Unterlassen einer auch nur mündlichen Warnung - würde allerdings die Berufung auf mitwirkendes Verschulden noch nicht grundsätzlich ausgeschlossen (BGH Urteil vom 23. Juni 1960 - VII ZR 71/59 - = NJW 1960, 1813 Nr. 9; BGH Urteil vom 18. Januar 1973 - VII ZR 88/70 - = WM 1973, 393, 394 mit weiteren Nachweisen).
Grundsätzlich kann ein Werkunternehmer nicht von dem Besteller verlangen, dass dieser ihn bei der Herstellung des Werks überwacht oder überwachen läßt (BGH Urt. v. 18.01.1973 NJW 1973, 518, 519;… Urt. v. 18.04.2002 NJW-RR 2002, 1175, 1176;… Palandt/Heinrichs aaO. § 254 Rn. 16 mwN.).
BGH, 11.09.2003 - VII ZR 116/02
(2) Die Mitteilung an den Bauleiter genügt jedenfalls dann nicht den Anforderungen des § 4 Nr. 3 VOB/B, wenn sich dieser den Bedenken des Unternehmers verschließt (BGH, Urteil vom 18. Januar 2001 - VII ZR 457/98, BauR 2001, 622, 623 = ZfBR 2001, 265; Urteil vom 19. Dezember 1996 - VII ZR 309/95, BauR 1997, 301 = ZfBR 1997, 150; Urteil vom 18. Januar 1973 - VII ZR 88/70, NJW 1973, 518).
Unstreitig ist jedenfalls der schriftliche Bedenkenhinweis, den die VOB ausdrücklich vorsieht, nicht erteilt worden, weshalb der Beklagte zu 1) nicht gem. § 13 Nr. 3 VOB/B von der Gewährleistung frei geworden ist (BGH, NJW 1973, 518 ).
Wenn nämlich der Architekt oder Bauführer, der die fehlerhafte Anweisung erteilt hat, sich den Bedenken verschließt, so muß der Unternehmer sich dann an den Bauherrn selbst wenden (BGH, NJW 1973, 518 ).
e) Auch das Fehlen eines hinreichenden mündlichen Hinweises reicht allerdings nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (NJW 1973, 518 ) noch nicht aus, um dem Beklagten zu 1) die Berufung auf die Planungsfehler der Klägerin bzw. ihrer Beauftragten unter dem Gesichtspunkt eines Mitverschuldens schlechthin zu versagen.
Denn das Berufen auf ein mitwirkendes Verschulden des Architekten widerspricht in diesem Fall Treu und Glauben (BGH, NJW 1973, 518, 519).
OLG Celle, 15.08.2001 - 20 U 15/01
Gewährleistung bei Verpflichtung zur Lieferung von Fließestrich
OLG Bamberg, 10.06.2002 - 4 U 179/01
Pflichten des Auftragnehmers bei fehlerhafter Planung des Architekten
OLG Köln, 01.12.1980 - 22 U 73/80
Anforderungen an Behinderungsanzeige
OLG Naumburg, 04.03.2009 - 6 U 116/08
Keine Haftung trotz fehlenden Bedenkenhinweises
KG, 13.12.2005 - 6 U 140/01
Architektenvertrag: Haftungsverteilung für fehlende Gleitfugen zwischen Architekt …
BGH, 30.06.1977 - VII ZR 205/75
Beauftragung eines Dritten vor Auftragsentzug
OLG Naumburg, 30.11.2000 - 2 U 149/00
Anspruch des Werkunternehmers gemäß § 2 Nr. 5 VOB/B und Erkundigungspflicht

References: § 633
 § 634
 § 635
 § 254
 § 278
 § 4
 BGH 
 BGH 
 § 254
 § 4
 § 13
 § 2