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Timestamp: 2019-11-14 12:13:34+00:00

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BGH, 23.02.2004 - II ZR 207/01 - dejure.org
https://dejure.org/2004,620
BGH, 23.02.2004 - II ZR 207/01 (https://dejure.org/2004,620)
BGH, Entscheidung vom 23.02.2004 - II ZR 207/01 (https://dejure.org/2004,620)
BGH, Entscheidung vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01 (https://dejure.org/2004,620)
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GmbHG § 30, § 31, § 32 b
GmbHG §§ 30, 31, 32 b
Überschuldung i.S.d. Eigenkapitalersatzregeln
Haftung aus Höchstbetragsbürgschaften - Überschuldung oder Kreditunwürdigkeit der Gemeinschuldnerin - Verhinderung der Umqualifizierung von Gesellschafterhilfen in Eigenkapitalersatz - Zweistufiger Überschuldungsbegriff - Fehlerhafte Prognose - Sicherungsübereignung von ...
Überschuldung mangels positiver Fortbestehensprognose bei Verweigerung der für Sanierungskonzept notwendigen Zustimmung eines Gläubigers
Zur Frage der Überschuldung und der Kreditunwürdigkeit im Rahmen der Prüfung der Anwendbarkeit der Eigenkapitalersatzregeln; zum Umfang der Erstattungspflicht des Gesellschafters, der eigenkapitalersetzende kreditsichernde Höchstbetragsbürgschaften übernommen hat
GmbHG § 30 § 31 § 32b
Wann liegt Überschuldung einer GmbH vor?
GmbHG §§ 30, 31, 32b
Überschuldung mangels positiver Fortbestehensprognose bei Verweigerung der für Sanierung notwendigen Zustimmung eines Gläubigers
Fortführungsprognose, GmbHG § 64 Satz 1, Überschuldung, Zahlungen nach Insolvenzreife, zweistufiger Überschuldungsbegriff
Überschuldung der GmbH und Erstattungspflicht des Gesellschafterbürgen
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zur Entscheidung des BGH v. 23.2.2004, II ZR 207/01 (Eigenkapitalersatz bei einer GmbH)" von Dr. Michael Bormann, original erschienen in: GmbHR 2004, 898 - 904.
ZIP 2004, 1049
NZI 2005, 284
WM 2004, 1075
BB 2004, 1240
DB 2004, 1256
NZG 2004, 619
bb) Ob und gegebenenfalls in welcher Höhe ein Anspruch aus § 135 Abs. 2, § 143 Abs. 3 InsO besteht, kann demnach im Falle einer nur teilweisen Rückführung des besicherten Drittdarlehens durch die Gesellschaft und einer der Höhe nach beschränkten Sicherheit nur beantwortet werden, wenn Feststellungen dazu getroffen sind, in welcher Höhe der Gesellschafter dem Gläubiger aus der Sicherheit weiterhin verpflichtet geblieben ist (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 23. Februar 2004, aaO).
Unter Zugrundelegung der rechtlichen Beurteilung, die zur Aufhebung geführt hat, wird das Berufungsgericht nunmehr Feststellungen dazu zu treffen haben, in welcher Höhe der Beklagte von der Bank aus den von ihm bestellten Sicherheiten in Anspruch genommen worden ist oder weiterhin haftet (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, WM 2004, 1075, 1078).
aa) Eine bilanzielle Überschuldung bildet ein Indiz für die Kreditunwürdigkeit der Gesellschaft (BGH, Urteil vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, WM 2004, 1075, 1077;… Ulmer/Habersack, GmbHG, §§ 32a/b Rn. 65;… Scholz/Schmidt, GmbHG, 10. Aufl., §§ 32a, 32b Rn. 41;… Gehrlein/Witt, GmbH-Recht in der Praxis, 2. Aufl., Kap. 9 Rn. 25).
In der fortbestehenden Krise der Schuldnerin löste die Tilgung der Wechselforderung und zugleich der zugrunde liegenden, darlehensgleich gestundeten Kaufpreisforderung der Beklagten zu 1 als Drittgläubigerin aus Gesellschaftsmitteln am 28. März 2000 einen Rückzahlungsanspruch der Schuldnerin gegen den Beklagten zu 2 sowohl nach §§ 32 b Abs. 1, 32 a Abs. 2, 3 GmbHG a.F. als auch nach Rechtsprechungsregeln analog § 31 Abs. 1 GmbHG a.F. aus, weil dieser durch die Tilgung der Schuld aus gebundenem Vermögen der GmbH von seiner (vorrangigen) Sicherungspflicht befreit wurde (…st. Senatsrechtsprechung: vgl. nur Sen. Urt. v. 14. März 2005 - II ZR 129/03, ZIP 2005, 659; v. 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049 - jew. m.w.Nachw.).
Falls Überschuldung vorliegt, kommt es nicht mehr auf eine Kreditunwürdigkeit an (BGH, Urt. v. 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1052).
Eine Krise ist außer bei Insolvenzreife der Gesellschaft in Vorverlagerung (Sen.Urt. v. 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1052;… BGH, Urt. v. 22. Dezember 2005 - IX ZR 190/02, ZIP 2006, 243 Rdn. 15) der den Gesellschaftern abverlangten Entscheidung auch dann gegeben, wenn die Gesellschaft kreditunwürdig bzw. überlassungsunwürdig ist.
Nach dieser Rechtsprechung sind, was das Berufungsgericht verkannt hat, Insolvenzreife und Kredit- bzw. Überlassungsunwürdigkeit eigenständige, in ihren Anwendungsvoraussetzungen voneinander unabhängige Tatbestände des Eigenkapitalersatzrechts (BGHZ 109, 55, 60, 62; Sen.Urt. v. 23. Februar 2004 aaO;… Sen.Urt. v. 14. Juni 1993 - II ZR 252/92, NJW 1993, 2179 f.).
Eine anhaltende rechnerische (bilanzielle) Überschuldung ist jedoch bei objektiver wirtschaftlicher Betrachtung ein wesentlicher Indikator nicht nur für eine (rechtliche) Überschuldung, sondern erst recht für das vorgelagerte Stadium der Kreditunwürdigkeit (BGH Urteil v. 23.02.2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1052).
Deshalb ist anzunehmen, dass der Gesellschafter die wirtschaftlichen Umstände, welche die Umqualifizierung seiner Forderungen in funktionales Eigenkapital begründen, erkannt hat oder jedenfalls hätte kennen können (BGH Urteil v. 23.02.2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1052f).
Der für die Finanzierung der Gesellschaft Verantwortliche muss von sich aus sicherstellen, dass er laufend über die wirtschaftliche Lage, insbesondere den eventuellen Eintritt der Krise informiert ist (BGH, Urteil vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1053).
Für die Beurteilung der Kreditunwürdigkeit durch einen wirtschaftlich denkenden außenstehenden Kreditgeber ist u.a. eine bereits seit längerem bestehende, ansteigende rechnerische Überschuldung einer GmbH von wesentlicher Bedeutung (BGH…, Urteil vom 11. Januar 2011 - II ZR 157/09, ZIP 2011, 328 Rn. 21; Urteil vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1052).
Für die Beurteilung ihrer Kreditunwürdigkeit durch einen wirtschaftlich denkenden außenstehenden Kreditgeber ist auch eine bereits seit längerem bestehende, ansteigende rechnerische Überschuldung einer GmbH von wesentlicher Bedeutung (BGH, Urteil vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1052).
Die Erkennbarkeit der Krise ist grundsätzlich als gegeben anzusehen und fehlt nur ausnahmsweise (BGH, Urteil vom 23. Februar 2004 - II ZR 207/01, ZIP 2004, 1049, 1053).

References: § 30
 § 31
 § 32
 § 30
 § 31
 § 32
 § 64
 BGH 
 § 135
 § 143
 § 31