Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4164.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:34:29+00:00

Document:
4.164 Blaulach
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Blaulach« vom 23. März 1990 (GBl. v. 11.05.1990, S. 145).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑ NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden‑württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 6. Juni 1983 (GBl. S. 199) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Kusterdingen und der Universitätsstadt Tübingen, Landkreis Tübingen wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Blaulach«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von ca. 12 ha. Es umfaßt auf
· a) Gemarkung Kusterdingen im Gewann Großholz die zwischen Blaulach und Vicinalweg 4/1 gelegenen Flurstücke 3411 und 3412 (teilweise), einen rund 950 m langen Teil des Weges 4/1 (Vic. Weg) sowie den 25 m breiten, südlich daran angrenzenden Teil des Flurstücks 3410 (Hangwald);
· b) Gemarkung Lustnau der Stadt Tübingen im Gewann Großes Stück die Flurstücke 991, 992, 994, 996, 998 bis 1004, 1006, 1008, 1009 und 1011 sowie Teile der Flurstücke 1054, 1058, 7297/2 (Wa 2, Blaulach) und der Bahnlinie 7098, 7099.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 14. August 1986 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000, gekennzeichnet und rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen, beim Landratsamt Tübingen in Tübingen und beim Bürgermeisteramt Tübingen in Tübingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(3) Die Verordnung mit Karte ist nach Ablauf der Auslegungsfrist ihrer Verkündung bei den in Absatz 2 Satz 3 bezeichneten Stellen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Verbesserung eines Neckaraltarmes mit zum Teil seltenen und vom Aussterben bedrohten naturnahen Wasser-, Sumpf- und Uferpflanzengesellschaften sowie deren Tierbestände, einschließlich einer im Norden vorgelagerten Wiesenfläche und einem südlich angrenzenden, 25 Meter breiten Teil des teilweise noch natürlichen Hangwaldes mit kleinen Hangrutschflächen und Quellaustritten.
1. bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen, Sport-, Spiel- oder Erholungseinrichtungen zu schaffen sowie Einfriedigungen jeder Art zu errichten;
4. Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebietes entgegen dem Schutzzweck verändern;
7. neu aufzuforsten oder auf andere Weise Pflanzen oder Pflanzenteile einzubringen, zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören;
8. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere freizulegen, zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
11. das Schutzgebiet außerhalb der Wege oder Bundesbahnanlagen zu betreten oder zu befahren;
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf die Wasservogelwelt und der Maßgabe, daß keine weiteren jagdlichen Einrichtungen errichtet werden. Dies gilt nicht für das Erstellen einfacher Ansitzleitern aus naturbelassenen Hölzern. Das Ankirren von Wasserwild ist nicht zulässig;
2. für die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei;
3. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Grünlandnutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß keine chemischen Bekämpfungsmittel (Herbizide, Fungizide, Insektizide) angewendet werden und nur mit Mineraldünger oder Festmist gedüngt werden darf. § 4 Abs. 2 Nr. 5 bleibt unberührt;
4. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang;
5. sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Wege und Bundesbahnanlagen sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung mit den sich aus § 4 Abs. 1 ergebenden Einschränkungen;
6. für Pflegemaßnahmen, die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle - im Wald im Einvernehmen mit dem zuständigen staatlichen Forstamt - veranlaßt werden,
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 und § 5 Nr. 2 bis 4 verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs.2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Nr. 1 die Jagd ausübt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Landratsamtes Tübingen über das Landschaftsschutzgebiet »Mittleres Neckartal« im Landkreis Tübingen vom 15. Dezember 1961 (Schwäbisches Tagblatt vom 15.Dezember 1961), soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht, außer Kraft.
TÜBINGEN, den 23. März 1990

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4
 § 4
 § 64
 § 4
 § 5
 § 33
 § 4
 § 5