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Selbsthilfe Forum - Frau! Mann! - oder was bin ich sonst? • Thema anzeigen - Der BGH lehnt die Schaffung eines dritten Geschlecht ab
Der BGH lehnt die Schaffung eines dritten Geschlecht ab
von Ätztussi » 4. Aug 2016, 19:27
Der BGH lehnte heute in einen Urteil die Schaffung eines dritten Geschlechts ab. Der BGH lehnte den Antrag auf Eintragung im Geburtsregister auf "inter" ab. Die Antragstellerin Vanja gehört der Gruppe "Die dritte Option" an und versuchte mit diesen Prozess den Geschlechtseintrag "inter" zu erreichen. Dies wurde abgelehnt.
Hier das Video der Gruppe.
https://vimeo.com/76940804
Hier der anonymisierte Beschluss des BGH.
http://dritte-option.de/wp-content/uploads/2016/08/anonymisierter-BGH-Beschluss-1.pdf
Das habe ich mal so als Info hier reingestellt.
Ich selbst bin Frau und bin mit der Zweigeschlechtigkeit zufrieden und sehe keinen Bedarf für ein drittes Geschlecht.
Re: Der BGH lehnt die Schaffung eines dritten Geschlecht ab
von tilly » 4. Aug 2016, 20:30
ich brauche das auch nicht, aber ich kann es nachvollziehen dass es Intersexuelle gibt die das wollen.
Was da nun unser Staat macht ist ein Eiertanz, die Gesetzgebung kümmert sich einen Sch... und die Gerichte greifen auf den Kunstkniff einfach nichts angeben zurück.
Das wird nicht lange gut gehen, denn was werden sie tun wenn ein Mensch ohne Geschlechtseintrag heiraten will?
Doch auch für uns sehe ich eine Gefahr, denn wenn erst einmal ein drittes Geschlecht kreiert ist, könnten ganz schlaue auf die Idee kommen das TS da auch dazugehören muss!
Oder dass man quasi eine doppelte Personenstandsänderung benötige.
von spirulina » 4. Aug 2016, 21:18
Ein Mensch ohne Geschlechtseintrag kann nicht heiraten,denn eine Heirat setzt einen Geschlechtseintrag voraus ! Es geht ja auch um den Partner/in ,eine Heirat ist ja nicht eine einseitige Willenserklärung und damit ist das dritte Geschlecht einfach Humbug.
von Ätztussi » 4. Aug 2016, 21:31
Ich habe mir mal die Web Seite der Gruppe angeschaut, die diese Klage beim BGH unterstützt hat. Das solltet Ihr auch tun.
Ich finde das Interview der TAZ mit der Klägerin interessant.
Eine Zeit lang habe ich versucht, als Mädchen, als junge Frau zu leben.
Heute tragen Sie einen Bart.
Ja, weil ich andere Geschlechtshormone nehme. Darauf bin ich angewiesen, weil mein Körper nicht so viele dieser Hormone produziert. Früher habe ich mich eher weiblich gegeben, jetzt gebe ich mich anders. Das passt besser zu mir.
Also fühlen Sie sich jetzt eher als Mann denn als Frau? Oder ist das viel zu sehr in überkommenen Geschlechterklischees gedacht?
Mit der Männerrolle komme ich etwas besser klar als mit der einer Frau, das stimmt schon. Trotzdem kann ich nicht behaupten, dass ich ein Mann bin. Natürlich könnte ich jetzt versuchen, mich möglichst männlich zu geben, dieses Rollenbild zu erfüllen. Aber dann würde ich wieder einen Teil von mir verstecken.
Ist es nicht unheimlich anstrengend für Sie, sich nicht einem der gesellschaftlich vorgegebenen Rollenbilder zu beugen?
Natürlich gibt es Leute, die verwirrt sind, wenn sie die Welt nicht in Schwarz und Weiß einteilen können. Die reagieren verunsichert, manchmal auch aggressiv.
Sie werden öfter blöd angemacht.
Manchmal höre ich blöde Sprüche. Dann gibt’s von mir aber einen dummen Spruch zurück. Mir geht es aber weniger um die persönliche Ebene, sondern um die immer wiederkehrende strukturelle Diskriminierung.
Ich werde jeden Tag an mein Anderssein erinnert. In welchen Sportverein gehe ich, welche Umkleide benutze ich? Ganz schwierig ist, beim Klamottenkauf von der Männer- in die Frauenabteilung zu wechseln. Vor Kurzem habe ich ein Fernbus-Ticket gebucht. Selbst die wollten von mir wissen, ob ich ein Mann oder eine Frau bin.
Das Interview führte Andreas Wyputta.
Ich vermute, das ist kein Intersexueller, sondern ein typischer Trans*Mensch, der nicht in der Zweigeschlechtigkeit angekommen ist.
Übrigens die Klage vor dem BGH wurde von Einzelpersonen und queeren Gruppen und Dragkings unterstützt. Der typische LGBT Sumpf.
von yvi-nasti » 4. Aug 2016, 21:39
Nunja, den Geschlechtseintrag zunächst offen zu lassen, halte ich nicht für einen Kunstkniff, sondern für existentiell wichtig im Jugendschutzrecht. Ebend um Kindern mit uneindeutigem Geschlecht die möglichkeit zu eröffnen, nicht Zwangseingruppiert und damit Operiert zu werden, bevor sie sich selbst zu wort melden können. Ansonsten gab und gibt es bei Diagnostizierter IS die möglichkeit den Eintrag per Verwaltungsakt ändern zu lassen, doch wer schlau ist, lässt dies erst Später machen oder wählt den über die Sozialgesetzbücher abgesicherten TS Weg. Eine Volljährige Person ohne Geschlechtseintrag ist somit (zumindest nach meiner Kenntnis) im Deutschen Recht noch immer nicht Vorgesehen, aber ich kann mich auch Irren.
Die problematik sehe ich persönlich weniger darin, daß wenn die Genderleute dies irgendwann einmal Durchbekommen, wir unser m bzw. w wieder verlieren könnten. Sondern vielmehr, dass künftigen Betroffenen, egal ob IS oder TS, sowohl die Juristische Anerkennung als Mann bzw. Frau, als auch die Medizinischen Maßnahmen verwehrt werden wird.
Denn sobald ein drittes Geschlecht Juristisch etabliert wäre, müsste man auch ein viertes, ein fünftes, u.s.w. zulassen, und genau das wollen ja die Genderwahnsinnigen. Damit würden sie jegliches Soziale Gefüge auseinanderreissen, und betroffene könnten zwar auf dem Amt ihr Wunschgeschlecht eintragen lassen, und das dann täglich oder je nach Stimmung neu. Aber die Notwendigkeit medizinischer Maßnahmen ließe sich daraus nicht mehr herleiten, denn es wäre ja alles nur noch ein Genderflouid. Dass ist die ganz große Gefahr, welche von den Trans* aktivisten ausgeht, denn Transsexuelle sind auch da nur eine kleine Randgruppe, und Intersexuelle noch mehr.
von Severus » 9. Okt 2016, 10:03
TAZ Interview hat geschrieben: Wie sieht die [Diskriminierung] aus?
Das alles wird ja nicht wirklich von einer Dritten Option beeinflusst.
Sportverein: Heikle Geschichte, denn je nach Sportart/Geschlecht bist du dann unfair übervorteilt oder noch immer hoffnungslos unterlegen (ohne kompensierendes Training). Hat aber mit einer dritten Option im juristischen Sinne nichts zu tun, sondern dann musst du mit der Hand am Arm eine eigene Sportgruppe auf die Beine stellen. Bei den Paralympics hat auch keiner extra "behindert" im Ausweis stehen.
Umkleiden: Da bietet man eben Einzelkabinen an, wie das größere Schwimmbäder & Co mittlerweile machen. Hat mit einer dritten Option nicht wirklich was zu tun.
Klamottenkauf: Wieso ist das schwierig? Das machen zig Frauen, die auf "Boyfriend"-Mode stehen auch. In den Standard-Modeläden interessiert das doch niemanden. Oder geht es hier um High End Luxusmode, wo du mit dem Verkäufer in der Lounge hinten dran noch einen Prosecco schlürfst? Dieses Beispiel ist besonders hypothetisch, es gibt zig durchmischte Second-Hand-Läden und last but not least das Internet und ein Maßband, mit dem man sich selber ausmessen und das Zeugs bequem online bestellen kann.
Fernbus-Ticket: Warum die das wissen wollen, verstehe ich auch nicht. Vielleicht wollen sie ja den Platz besser kalkulieren, indem sie diskret die Breitbeinigsitzer zählen?
Ich habe nichts gegen eine dritte Option, es ist mir egal. Was mich nur nervt, ist, dass diese Person offensichtlich medizinische Leistungen in Anspruch nimmt und eine Art Dysphorie (?) andeutet mit "Ja, weil ich andere Geschlechtshormone nehme. Darauf bin ich angewiesen, weil mein Körper nicht so viele dieser Hormone produziert.". Nur um dann daher zu kommen und zu sagen, ich brauch eine dritte Option, ich bin uneindeutig. Natürlich ist die Gefahr groß, dass man nicht mehr eindeutig ist, wenn man sich Testosteron (in diesem Fall) reinpfeift. Medizinische Leistungen verkommen hier zu Modestatements, mit denen man sich mal "mehr so" oder "mal so geben kann", das ist nicht Sinn der Sache gewesen. Die Ressourcen von Therapieplätzen und TS-Spezialisten sind deutlich begrenzt und die Löcher in den Krankenkassenkassen grundsätzlich zahlreich, ob es da mit der Diskriminierung besser wird, wenn immer mehr Leuten klar wird, dass hier Leistungen für Gender-Statements bezogen werden? Glaube nicht.
von Hera » 9. Okt 2016, 18:07
Oft ist es doch so, dass Männer sich eben die Dinge nicht trauen, die Frauen ganz selbstverständlich machen, weil die männlichen und auch weiblichen Genderwächter schon aufpassen.
Wäre das alles für Männer auch selbstverständlich was Frauen tun, dann gäbe es diesen ganzen Hickhack gar nicht.
Geht aber nicht. Darum Frau-Werdung bzw. oft ist es ja Trans-Werdung mit Dreingabe der Narrenfreiheit, denn DANN kann man(n) das ja endlich alles TUN.
Den meisten geht es nur um das eine: Rolle, Rolle, Rolle... (= TUN), also WEG VON Rollenzwängen, WEG VOM Rollendruck.
von Lotty » 9. Okt 2016, 18:23
Irgendwo habe ich mal von jemandem gelesen das Trans*Sein der neue Punk ist.
Zu früheren Zeiten wurden Jugendbewegungen von den "Erwachsenen" bestimmt, lange Zeit gab es so was wie Pfadpfinder, Wandervögel oder Jugendgruppen in den Vereinen der "Erwachsenen".
Später machten sich die Jugendlichen Unabhängig es kam die Rock 'n' Roll Ära, später begannen dann die gegenkulturellen Jugendbewegungen mit den Hippies, Punks, Gruftis, Gabber, Waver und so weiter.
Heute geht es dann darum, die Geschlechtlichen Konventionen aufzubrechen. Man wird Trans*, man redet vom Trans-Sein und transgeschlechtichen Lebensweisen. Manche lassen sich gar ein Transgender-Symbol sichtbar tätowieren. Trans and proud ist angesagt.
von Hera » 9. Okt 2016, 18:34
Ja, das spielt sicher auch noch mit hinein. Oft gibt es ja verschiedenste Motivationen.
Allerdings frage ich mich dann, warum sie offenbar so unsicher sind in dem was sie tun, dass Männer behaupten müssen sie wären Frauen oder umgekehrt.
Sie können damit vielleicht Gender durchlässiger machen, aber wenn ich nicht auf Männer stehe, die Frau machen, dann ist es nun einmal so. Das hat eben nicht nur etwas damit zu tun in die Haut des anderen Geschlechts zu schlüpfen. Das ist mir zu oberflächlich.
Aber Oberflächlichkeit ist weit verbreitet.
von Severus » 10. Okt 2016, 09:04
Lotty hat geschrieben: Irgendwo habe ich mal von jemandem gelesen das Trans*Sein der neue Punk ist.
Jep, so sieht mir das aus.
Wobei Punk wenigstens noch einen gewissen Schick besaß. Trans* basiert irgendwie nur auf einer Beschwerde- und Forderungskultur plus das Verwischen der stringenten Geschlechterrollen, das vielen modernen "Cis"-Menschen gar nicht mal so ungelegen kommt, das spricht halt auch viele Fantasien an.
Trans* gibt noch nicht einmal das heroische Bild von einem Underdog her, sondern die haben erstaunlich viel politischen Einfluss.

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