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Timestamp: 2020-07-10 17:30:50+00:00

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"Steam Brew" bei Lidl - hobbybrauer.de
Beitrag von Dinkhopf » Mittwoch 11. April 2018, 15:37
Mich wundert, dass hier noch niemand vom neuen Lidl-Bierlabel "Steam Brew" berichtet hat. Zum ersten Mal aufgefallen ist es mir am vergangenen Montag in der Kühltheke des Discounters. Hinter der Marke steckt laut Verpackungshinweis die Eichbaum Privatbrauerei aus Mannheim, angeboten werden drei hochprozentige Platobomben in Halbliterdosen: ein "German Red", ein Imperial Stout sowie ein Imperial IPA. Absolut bemerkenswert ist der Preis: 69 Cent pro Dose!
Ich habe es noch nicht probiert, bin aber auch angesichts des Preises ziemlich skeptisch. Ist da schon jemand schlauer als ich?
Wenn ich es richtig gesehen habe, gehört das Bier ab sofort zum Standardsortiment. Sollte das so sein, könnte das für die deutsche Crafbier-Szene eine echte Zäsur darstellen, bedeutet es doch, dass hierzulande "außergewöhnliche" Biertypen zunehmend Fuß fassen im breiten Mainstream. Mit den dafür langfristig zu erwartenden Nachteilen für kleine, qualitativ hochwertige Handwerkbrauereien (Preisdruck). Der Anfang vom Ende? Oder gehe ich mit dieser Annahme zu weit? Was meint ihr?
Beitrag von jnbeer » Mittwoch 11. April 2018, 16:05
Ich meine, in einem anderen Thread etwas zu dem Thema Craft Beer bei Lidl gelesen zu haben. Kann mich aber nicht an die Meinungen dazu erinnern. Vielleicht war es aber auch anderes Craft Beer, dass bei Lidl verkauft wurde.
Zu deiner Frage, was das für den Biermarkt heißt, habe ich eine Meinung. Ich denke, dass wir als Brauer und auch als Bierliebhaber nicht nur gutes Bier trinken möchten, sondern eben immer öfter auch verschiedenes (hoffentlich gutes) Bier. In meinem Freundeskreis hat alles mit Untappd angefangen. Wir haben rumprobiert, uns an die verschiedenen Stile rangetastet bzw. -geschmeckt und später haben wir dann selber mit dem Brauen angefangen. Dabei ging es immer darum, ein Bier zu brauen, dass einem gewissen Geschmack nacheifert, den man mal irgendwo hatte, gepaart mit einem Mundgefühl, wie man es bei einem anderen Bier gut fand und so weiter und so fort...
Früher gab es immer Berliner Pilsner kistenweise bei uns - bevorzugt, wenn wir zum Fußball gucken zusammengekommen sind. Heute gucken wir immer noch Fußball, trinken dabei aber eben kein Berliner mehr, sondern vor allem unterschiedliche Biere und jetzt eben auch das eigene. Die Lust, gute Biere, gute Brauereien und neue Nuancen oder Variationen zu entdecken, hat bei 500-1000 verschiedenen Bieren, die jeder von uns mittlerweile probiert hat, nicht aufgehört. Von daher wird sich für mich persönlich nicht sonderlich viel ändern, außer, dass man noch leichter an gute Biere kommt und evtl. mal weniger Geld für eine Flasche lassen muss.
Beitrag von MANKE » Mittwoch 11. April 2018, 16:23
Ich hätte jetzt auch fast einen Thread dazu eröffnet, mir ist es nämlich auch gleich ins Auge gefallen. Natürlich hab ich von jeder Sorte was mitgenommen. Auffällig ist schön mal, dass das German Red und das Imp Stout nur Hopfenextrakt beinhalten. Das Imp IPA hat Extrakt und Hopfen drauf stehen. Außerdem ist nur auf der Zutatenliste des IPA Hefe enthalten. Gehe mal davon aus, dass dieses als einziges OG gebraut wurde. Ich bin da glaub ich eher vorsichtig pessimistisch. Vielleicht taugt es aber zumindest was um auf dem Festival mal nen anderen Geschmack zu bekommen oder um die Nacht besser neben nem Notstromer schlafen zu können
Heute Abend werde ich mal das German Red kosten...
Beitrag von §11 » Mittwoch 11. April 2018, 16:45
Mich wundert, dass hier noch niemand vom neuen Lidl-Bierlabel "Steam Brew" berichtet hat. Zum ersten Mal aufgefallen ist es mir am vergangenen Montag in der Kühltheke des Discounters.
Da koennen sich aber einige andere etwas vom Discounter abschauen. Die Frage ist jetzt ob ein so Frisch gehaltenes Discounter IPA einem wochenlang warm gelagerten high end IPA voraus ist......?
Beitrag von gulp » Mittwoch 11. April 2018, 16:57
Das ist, wie damals die Maltos Sachen von Eichbaum. War damals gut und heute vermutlich auch. Da stecken ja schlaue Leute dahinter. Auf jeden Fall probiere ich mich da mal durch.
Siehe auch hier: https://hobbybrauer.de/forum/viewtopic.php?f=3&t=5836
Beitrag von Boludo » Mittwoch 11. April 2018, 16:59
Mittwoch 11. April 2018, 15:37
Der Anfang vom Ende? Oder gehe ich mit dieser Annahme zu weit? Was meint ihr?
Warum so negativ? Ich find das klasse. Vor ein paar Jahren hätte man noch davon geträumt. Bzw war das Gejammere groß, dass es immer nur den Einheitsbrei zu kaufen gibt.
Muss gleich mal schauen, ob es das auch bei meinem Lidl gibt.
Beitrag von MANKE » Mittwoch 11. April 2018, 17:00
Mittwoch 11. April 2018, 16:45
Vielleicht ist es marktabhängig, aber in dem von mir aufgesuchten Lidl war es beim normalen Dosenbier und entsprechend warm. Aber so neu wie es ist hoffe ich es ist frisch
Einen Maibock hat man übrigens jetzt auch neu im Regal bei Lidl.
Beitrag von §11 » Mittwoch 11. April 2018, 17:39
Schöner Diskussionspunkt. Vor allem kontroverser Diskussionspunkt.
Die Frage ist doch, wo soll es hingehen?
Wenn es um Craftbeer geht, haben wir in Deutschland ein Problem. Auf Grund der mangelnden Definition gibt es keine verlässlichen Zahlen. Nimmt man wirklich die Zäsur bei Brauerein bis 10.000hl vor, dann macht das in 2016 Deutschland gerade mal 1,7% der produzierten Biermenge aus (95 Mio. hl gesamt). So schön, so gut, gleichzeitig machen aber diese Brauereien bis 10.000hl einen Anteil von 76.8% aller Brauereien aus. Im Vergleich zu 2015 hat die produzierte Menge dieser Brauereien um etwa 7% zugenommen, während die Gesamtmenge um 2,5% abgenommen hat. Das heißt Craftbeer entwickelt sich positiver als der Restbiermarkt. Das ist gut, aber, und hier liegt der Hase im Pfeffer, das Wachstum ist natürlich auch durch die Infrastruktur beschränkt. Anders gefragt, hat man sich nicht gewünscht das Craftbeer massentauglich wird? Sollen aber die Massen in den nächsten Bottleshop gehen? Das ist unrealistisch, weil es diese Shops nur in Ballungsräumen, nicht aber in der Fläche gibt.
Ein weiteres Problem ist die Bierlogistik. Bier ist schwer und zudem nicht sonderlich teuer. Blödes Beispiel, aber Gold ist noch schwerer, aber erlöst natürlich mehr. Hier liegt ein weiterer Hase im Gewürz. Wenn man sich nämlich anschaut wie hoch die Logistikkosten für eine Kiste Bier, im Gegensatz zu einem Lastwagen voll Bier ist, wird klar das Bier ein Massenprodukt ist. 6 Euro Porto je 20 Flaschen Bier macht 30 Cent von denen weder der Brauer noch der Bottleshopbetreiber etwas hat. Das heißt schon mal vollkommen ungeachtet der höheren Personalkosten etc. steht die Flasche bei Lidl für 1,50 Euro und im Bottleshop für 1,80 Euro.
Was heißt das aber für eben den kleinen Handwerksbrauer? Lokal bleiben. Keine Flaschenabfuellen sondern die eigene Gastronomie beliefern. Das haben aber die wenigsten kapiert, sondern es macht ein Kleinbrauer nach dem anderen auf und versucht sein Bier deutschlandweit in den Handel zu bringen. Nur da konkurriert er 2016 mit 2016 Brauereien. Nachdem aber über die Vertriebsschine Bottleshop nur bedingt mehr Absatz generiert werden kann, muss eben weiter in die Fläche gegangen werden. Die Spirale dreht sich weiter und schneller und die Anzahl der Bottleshops die als Kunden zu betreuen sind lassen dem Brauer keine Zeit mehr zu brauen.
Was hier viel sinnvoller wäre, wäre mehr Menge lokal abzusetzen. Also Preise von einem 72 Euro die Kiste (3 Euro * 24 Flaschen) Niveau, bei dem man nur Einzelflaschen verkaufen kann, auf ein gesundes Niveau von 30-35 Euro einpendeln. Logistikkosten durch Lokalität gering halten, dann bleibt auch mehr davon für Handel UND Brauer. Dem kommt entgegen das auch die „Großen“ die Preise zur Zeit anheben. Damit ist die Kiste für 30 Euro immer noch teuer, aber der Abstand wird geringer.
Fazit: Die Massentauglichkeit von „Craftbier“ kann über die derzeitigen Wege nicht erreicht werden, ist aber nötig um über die lausige 1,7% Schwelle zu kommen, denn 1,7% ist sicherlich noch weit weg von den 12,3% in den USA (noch dazu bei einem fast 10 mal größerem Markt)
Beitrag von manno_matze » Mittwoch 11. April 2018, 18:10
Mittwoch 11. April 2018, 17:39
Was heißt das aber für eben den kleinen Handwerksbrauer? Lokal bleiben. Keine Flaschenabfuellen sondern die eigene Gastronomie beliefern.
Dann freuen sich auch die Freunde, die man deutschlandweit besucht, über mitgebrachtes Bier. Wie oft hab ich schon zu hören bekommen: "Och Matze, gibts hier doch auch"
Beitrag von Alt-Phex » Mittwoch 11. April 2018, 18:47
Da wird immer gleich der Untergang der Craftbeer Szene heraufbeschworen, sobald mal ein in Masse produziertes "Craft Bier" beim Discounter landet. In Spanien und Italien ist das völlig normal. Da gehören Pale Ale, Stot und IPA zum Standardsortiment. Und die sind sogar gut. Das dabei so einige ungelernte Quereinsteiger auf der Strecke bleiben lässt sich nicht verhindern. Die gehen aber meistens auch völlig falsch an die Sache ran, so wie Jan das ja auch gut erklärt hat.
Muss ich die Tage wohl mal zu Lidl ;-)
Beitrag von Boludo » Mittwoch 11. April 2018, 19:26
Ich hab nachgefragt, das ist wohl nur ne Aktion und nicht dauerhaft im Sortiment.
Hab mal zugeschlagen, auf das IPA bin ich gespannt.
Die Diskussion, ob das jetzt der Untergang des Bierabendlandes sein soll, verstehe ich nicht.
Beitrag von Boludo » Mittwoch 11. April 2018, 19:52
Das IPA ist rötlich und hat einen vernünftigen Schaum. Es ist ziemlich sicher filtriert. Die Bittere passt und die Aromen sind deutlich aber nicht übertreiben. Eher harzig Richtung Chinook würde ich sagen.
Für den Preis vollkommen ok. Aber keine Bedrohung für die deutschen Craftbierszene.
Beitrag von ggansde » Mittwoch 11. April 2018, 20:00
hier in Rhein-Main (Darmstadt, Rodgau) Fehlanzeige.
Beitrag von MANKE » Mittwoch 11. April 2018, 21:39
Habe gerade mal das "German Red" probiert. Es ist wie zu erwarten dunkelrot und ebenfalls klar. Der Schaum ist auffallend feinporig, erinnert mich an Stout. Der erste Schluck war leicht malzig, eher trocken und im ersten Eindruck ohne Bittere. Trotzdem erstmal recht schwer im Mund. Beim zweiten Schluck war ich der Meinung etwas Röstaroma wahrnehmen zu können. Trotz der fast 8% empfand ich es nicht als sprittig. Mit den weiteren Schlücken merkt man dann die dezente bittere und die Schwere geht langsam weg. Merkwürdig ist meiner Meinung nach, dass ich schon nach kurzer Zeit keinerlei Nachgeschmack im Mund hatte. Liegt das vielleicht daran, dass das Brauwasser wenig Cl/SO4 enthält?
Insgesamt finde ich das Bier nicht schlecht, aber für meine Begriffe zu langweilig. In keiner Richtung kommen da Aromen so richtig durch. Um den Biertyp (German Red?) zu klassifizieren... Vielleicht passt Imperial Märzen hier ganz gut?
Beitrag von Mystic-G » Donnerstag 12. April 2018, 14:32
Wieso wisst ihr, was der Lidl für Bier im Regal stehen hat...?
Geht ihr etwa in diesen Sozi-Laden?
Registriert: Mittwoch 11. April 2018, 13:47
Beitrag von toedder » Donnerstag 12. April 2018, 14:49
1,7% ist sicherlich noch weit weg von den 12,3% in den USA (noch dazu bei einem fast 10 mal größerem Markt)
Welcher Markt ist fast 10 mal größer? Der Biermarkt in den USA gegenüber dem in Deutschland? Bei nicht mal fünffacher Bevölkerungszahl?
Edit: oder bezieht sich das auf die Anzahl der Brauereien?
Beitrag von §11 » Donnerstag 12. April 2018, 14:57
toedder hat geschrieben: ↑
Donnerstag 12. April 2018, 14:49
Auf den Umsatz. Deutschland 7,8 Milliarden Euro und USA umgerechnet 87 Milliarden Euro. Zeigt aber gut ein Manko in Deutschland, den Bierpreis. Ist natuerlich sehr stark vereinfacht, wenn man aber den Umsatz durch den Ausstoss teil, kommt man in Deutschland auf 0,83 Euro je Liter und in den USA auf 2,78 Euro je Liter.
Die Brauereiendichte ist fast gleich. In Deutschland 18 je Million Einwohner, in USA 19,5.
Beitrag von toedder » Donnerstag 12. April 2018, 15:30
Donnerstag 12. April 2018, 14:57
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Hier wird ja schon gestöhnt, wenn ein Bier mal mehr als 1€ die Flasche kosten soll. In anderen Foren bekomme ich regelmäßig mit, wie Bierfreunde von der Westküste gleich 6 Flaschen eines Bieres mitnehmen, weil es nur $10 pro gekostet hat. Ich denke, der Massenmarkt ist da ähnlich - ob es jetzt ein KöPi oder ein Bud ist, beides ist billig. Aber für Craft Biere und gerade für Biere mit kleiner Auflage ist man bei euch halt doch eher bereit, etwas zu bezahlen.
Aber die USA haben da ja auch einige Jahre Vorsprung was diese Entwicklung angeht. Mal abwarten, wie sich das hier entwickelt, immerhin gibt es immer häufiger sogar in Supermärkten - auch in ländlicheren Regionen wie dem Bergischen - etwas exotischere Biere für um die 10€ pro Liter, und scheinbar gehen die teilweise auch gut weg, zumindest wenn ich es danach beurteile was regelmäßig noch in den Regalen liegtsteht.
Beitrag von §11 » Donnerstag 12. April 2018, 15:38
Ein wichtiger Unterschied ist das hier in den USA Bier im Allgemeinen teurer ist. Ein Sixpack 08/15 Bier kostet 6-7 Dollar, Craftbeer vielleicht 8-12 (gibt natuerlich Ausnahmen). Wenn in Deutschland die Kiste 08/15 Bier 15 Euro kostet, dann sind das 3,75 je Sixpack oder 63 Cent je Flasche. Da sieht halt der Craftbeer Sixpack fuer 12 Euro oder die Flasche fuer 2 Euro schlecht aus daneben.
Beitrag von Felix83 » Donnerstag 12. April 2018, 15:45
Ein Red (Ale?) und Stout sind natürlich super geeignet, nur mit Extrakt gebittert zu werden. Traditionell haben die ja auch nur eine Hopfengabe bei Kochbgeginn. Das IPA mit erkennbaren Hopfenaromen für 0,69 € Dose ist aber mal ne Ansage!
Puh, da muss ich nochmal neu kalkulieren.
Beitrag von uli74 » Donnerstag 12. April 2018, 16:19
Man darf auch nicht vergessen, dass in USA die Ausgangssituation zu Beginn der "Craft"bier-Bewegung eine völlig andere war als in D.
Den insgesamt 78 oder 79 Bierfabriken in ganz USA standen tausende Brauereien in D gegenüber. Von daher war die Vielfalt schon um einiges größer als in USA, auch wenn viele Brauereien zu irgendeinem Konzern gehören, und sich der Geschmack innerhalb der Konzerne deshalb relativ ähnlich ist.
Der Biermarkt hier ist vezettelter als das in der Prä-Craftbierzeit in USA der Fall war. Drum hatten die amerikanischen Microbrewery-Gründer es recht leicht, Fuß zu fassen.
Beitrag von Dinkhopf » Donnerstag 12. April 2018, 16:22
Donnerstag 12. April 2018, 15:45
Darauf wollte ich eigentlich hinaus. Mir geht es gar nicht um die Frage, ob Discounter-Craftbeer-Mainstream unsere schöne Subkultur zerstört. Da bin ich derselben Meinung wie viele andere: Mehr Vielfalt ist per se erst mal begrüßenswert.
Aber wir Deutschen haben eine - meiner Meinung nach - wenig wertschätzende Einstellung gegenüber Lebensmitteln. Ganz generell, aber gerade bei Bier ist das gut sichtbar: Hauptsache, es ist billig. Wenn nun Discounter anfangen (würden), IIPAs für 1,40 €/l (!) in die Regale zu stellen, schlägt das genau in diese Kerbe. Ein Konsum-Umdenken, für das viele deutsche Craftbeer-Brauer eintreten (Qualität hat seinen Preis; bewusst genießen statt saufen), wird dann nicht stattfinden.
Werden deutsche Craftbeer-Brauer deshalb aussterben? Nein. Aber leichter wird es für sie sicherlich nicht.
Nun muss ich eingestehen, dass ich per se sehr konsumkritisch und obendrein kein Ökonom bin. Daher mag manch einer möglicherweise recht haben, wenn er sagt, ich habe keine Ahnung, male schwarz oder bin ein Träumer. Aber diese "Alles muss immer sofort und billig verfügbar sein"-Kultur kann doch langfristig nicht gut sein? Ob bei Hähnchenfleisch, Klamotten oder eben Bier. Das sagt mir zumindest mein Gefühl.
Beitrag von Felix83 » Donnerstag 12. April 2018, 16:33
Man muss einfach seine Nische finden. Wenn solche Biere mehr Leute dazu bringen, Biere abseits von Pils und Weizen zu probieren, ist das eine gute Sache. Das ist dann der Gateway zu echten Craftbieren.
Beitrag von Dinkhopf » Donnerstag 12. April 2018, 16:58
Donnerstag 12. April 2018, 16:33
Schöner Gedanke. Ich wünsche mir wirklich, dass das funktionert.
Beitrag von §11 » Donnerstag 12. April 2018, 17:02
Da bin ich zu 100% bei dir. Die Frage ist (und ich Weiss keine Antwort drauf) in wie weit sich der Lidl- Kundenkreis mit dem Craftbeer- Kundenkreis ueberschneiden.. Denn ja nachdem gibt es zwei Moeglichkeiten. Schwarz gemalt wandern die Craftbeer Kunden vom Bottleshop zum Billigbier, weil sie merken das der Unterschied nicht den 4 fachen Preis rechtfertigt. Rosarot gemalt, der Billigheimer merkt bei seinem Lidl Kauf wie vielfaelltig Bier sein kann und besucht um seinen Horizont zu erweitern demnaechst den naechsten Bottleshop.
Die Wahrheit wird wohl irgendwo dazwischen liegen. Aber man muss auch sehen das Craftbeer in Deutschland eine kleine Nische ist, die aber letztes Jahr fast zweistellig gewachsen ist (Menge), waehrend die Brauwirtschaft insgesamt verliert.
Beitrag von Dinkhopf » Donnerstag 12. April 2018, 17:06
Donnerstag 12. April 2018, 17:02
Rosarot gemalt, der Billigheimer merkt bei seinem Lidl Kauf wie vielfaelltig Bier sein kann und besucht um seinen Horizont zu erweitern demnaechst den naechsten Bottleshop.
Das wäre halt echt super. Die Chancen sind aber m. M. n. größer, wenn das Bier auch beim Lidl schon einen gewissen Preis hat. Ich finde, da hatte Maltos größeres Potenzial als "Einstiegsdroge".
Beitrag von toedder » Donnerstag 12. April 2018, 17:35
Ich denke, das wird weder schwarz noch rosa aussehen. Ein Bierliebhaber schätzt ja oft eben auch Vielfalt, und probiert gerne neues, auch wenn er Favoriten hat, zu denen er häufiger zurück kehrt - einem klassischen Weintrinker nicht unähnlich. Auch gute und teurere Weine sterben ja nicht aus, nur weil es seit ein paar Jahren trinkbare Exemplare bei Discountern gibt. Ein bisschen geht das auf Kosten teurerer Craft Biere, aber wahrscheinlich vor allem auf Kosten der 0,39€ PET Konkurrenz. Wer weiß.
Umgekehrt wird sicherlich die neue Vielfalt den unbedarften Discounter-Kunden darauf aufmerksam machen, dass es Bier jenseits von Premium Pils gibt, und der ein oder andere wird bestimmt auch mal beim Belgier im Supermarkt zugreifen - aber die Quote derer, die plötzlich bereit sind 3€ für eine 0,33er zu bezahlen, nur weil das 70 cent Bier besser war als der PET Saft wird trotzdem relativ gering sein. Aber eben auch keineswegs Null. Aber teilweise steigt die Bereitschaft ja auch erst mit der Erfahrung. Von 79 cent zu 3 Euro ist schon ein Schritt, aber wenn man erst mal 1,50 bezahlt hat, warum nicht auch 2,50, etc.
Ich denke, dass Discounter jetzt auch anfangen über den Tellerrand zu schauen ist zwar bestimmt auch Katalysator, vor allem aber Symptom, der Entwicklung, und die ist ja insgesamt durchaus positiv.
Beitrag von Felix83 » Donnerstag 12. April 2018, 17:45
Das Importe teuer sind, klar. Aber warum muss ein deutsches Pale Ale 2,79 € kosten für 0,33l? Brauerein wie Hopfenstopfer haben doch auch ihr sehr gutes Citra Ale für 1,19€ / 0,33l. Die Preise müssen einfach etwas runterkommen für die weniger heftigen Craft Biere. Die besonderen Sachen, wie die Belgier, Rum finished, extreme Hopfenbomben etc. können ja durchaus 3€ kosten, das ist fair.
Zuletzt geändert von Felix83 am Donnerstag 12. April 2018, 17:46, insgesamt 2-mal geändert.
Beitrag von §11 » Donnerstag 12. April 2018, 17:46
Man darf die Discounter aber auch nicht unterschaetzen. Es sieht fuer uns vielleicht so aus als wagen sie sich langsam an den Tellerrand. Das taeuscht. Beide grossen Discounter in Deutschland sind international taetig und Aldi in USA hat schon seit Ewigkeiten auch "Craftbeer" im Programm. Aehnlich ist es mit der Schwarz Gruppe (Lidl).
Beitrag von Boludo » Donnerstag 12. April 2018, 21:19
Beim Imperial Stout bin ich mir nicht sicher, ob da neben Caramünch II noch jede Menge Sinamar mit drin ist. Das schmeckt relativ wässrig.
Der rote Bock war ok, aber keine Offenbarung.
Meiner Meinung nach lohnt sich das IPA, das ist für den Preis ganz ordentlich.
Beitrag von oliver0904 » Freitag 13. April 2018, 18:44
Na das scheint ja nur eine lokale Spezialität zu sein. In Gütersloh und Umgebung hat man von dem Stoff noch nie was gehört.
Beitrag von Alt-Phex » Freitag 13. April 2018, 19:30
Habe heute auf vergebens im Lidl danach gesucht.
Beitrag von Beerkenauer » Freitag 13. April 2018, 19:53
Nachdem ich das hier im Forum gelesen hatte bin ich auch neugierig geworden und habe mir ein paar Dosen bei Lidl gekauft.
Das IPA is garnicht mal schlecht für den Preis.
Das German Red finde ich nicht herausragend aber auch nicht wirklich schlecht.
Bin mal auf das Stout gespannt....
Muss aber sagen für den Preis ist es echt okay.
Beitrag von Matze27 » Freitag 13. April 2018, 20:13
Das IS finde ich sehr enttäuschend, Schaum fast nicht vorhanden, fällt sehr schnell zusammen.Keine ölig schwere Cremigkeit. Schoko-und Kaffeearomen fast nicht vorhanden.
Beitrag von Boludo » Freitag 13. April 2018, 20:54
Das IS könnte geschmacklich auch als untergäriger Schwarzbierbock durchgehen. IS geht eigentlich anders.
Ich hol morgen auf jeden Fall noch ein paar IPAs,.
Beitrag von chaos-black » Samstag 14. April 2018, 01:12
Freitag 13. April 2018, 20:54
Die Abkürzung IS bedeutet in meinen Ohren Fall aufgrund aktuellen Weltgeschehens etwas anderes. Nichts desto trotz hat der Thread mich neugierig gemacht und ich werd auch mal bei Lidl danach schauen.
Beitrag von KCSteevo » Samstag 14. April 2018, 05:12
Müsst euch aber beeilen, hab in meinem Lidl sie letzten 3 Dosen am Donnerstag gekauft und iwo IPA mehr bekommen....
Beitrag von tauroplu » Samstag 14. April 2018, 12:23
Ich war - natürlich - auch mal wieder zu spät...Mist!
Beitrag von Matze27 » Samstag 14. April 2018, 15:10
Also ich hatte gestern 2 Lidl Filialen angesteuert.Beide sagten, das sei ein Dauer Artikel. Ganz sicher waren die sich aber nicht. Komisch, dass die sowas nicht genau sagen können.
Das IPA und das German Red habe ich inzwischen auch getrunken.Das Red gefiel mir am besten.Das IPA schmeckte einigermaßen, war mir aber nicht bitter genug und den Hopfenduft fand ich irgendwie künstlich.
Beitrag von emjay2812 » Montag 16. April 2018, 19:50
Lidl hat jetzt auch ein Blanche im Sortiment. Gebraut von der Licorne Brauerei (zugehörig zur Saarländer Karlsberg Brauerei) in Frankreich.
Ein schön erfrischendes Whit, dass mich an ein gutes Weißbier, dezent gewürzt mit Koriander und Orangenschalen erinnert.
Könnte für meinen Geschmack etwas mehr Gewürze beinhalten, aber für den Preis von 2,50€ für 6 0,25L Flaschen ist das Bier sehr gut. Perfekt für den Sommer. Leicht mit 4,5% Alkohol.
Ein ausführlicher Bericht erfolgt, wenn meine Nase wieder mehr Aromen aufnehmen kann. Der Heuschnupfen schränkt das Geschmackssprektrum doch leicht ein.
Beitrag von Beerkenauer » Samstag 21. April 2018, 09:05
Matze27 hat geschrieben: ↑
Samstag 14. April 2018, 15:10
....Beide sagten, das sei ein Dauer Artikel. Ganz sicher waren die sich aber nicht. Komisch, dass die sowas nicht genau sagen können....
Scheint wirklich dauerhaft im Sortiment zu sein.
https://mobil.express.de/news/politik-u ... n-30050344
Beitrag von Malzknecht » Samstag 21. April 2018, 09:43
Ich habe jetzt auch mal das German Red und das IPA getrunken. Beide waren gut und würde ich wieder trinken. Generell finde ich Eichbaum toll; trink ich auch, wenn ich mal in Mannheim bin ;-)
Beitrag von Matze27 » Sonntag 22. April 2018, 15:29
Montag 16. April 2018, 19:50
Hoffentlich gibt's das auch im Norden, wohl eher nicht, oder? Weiß einer was?
Beitrag von hopfenschluerfer » Dienstag 24. April 2018, 17:58
Sonntag 22. April 2018, 15:29
Ich war gestern bei einem Lidl im Bremer Umland um mir das Steam Brew zu besorgen und hab auch nach anderen Bieren Ausschau gehalten. Ein Blanche gabs leider nicht. Scheint also wohl tatsächlich nur ein regionales Angebot zu sein.
Beitrag von Matze27 » Mittwoch 25. April 2018, 16:16
Schade eigentlich! Wir haben weniger Feiertage als die und jetzt kann man da auch schon wieder mehr Bier kaufen- Skandal!
Beitrag von §11 » Mittwoch 25. April 2018, 16:39
Der Sueden ist auch schoener und die Leute netter und schlauer......
Ich glaube ich geh jetzt lieber....
(Und wer Ironie nicht versteht, dem kann ich sie erklaeren)
Beitrag von flying » Mittwoch 25. April 2018, 19:19
Ich habe das IIPA gerade im Glas. Das Bier ist jetzt nicht der Oberburner aber nicht schlecht und 69 Cent sind echt irre. Das zeigt nur, dass selbst ein Doppel- IPA zum minimalen Preis produziert werden kann wenn die Abnahmemenge stimmt.
Profibrauereien mit entsprechenden Kapazitäten sind ja keine Flachpfeiffen die nur Massenpils können. Da arbeiten hochqualifizierte Profis an denen der Zeitgeist auch nicht vorrüber geht. Die warten nur auf Aufträge bei denen sie mal in die Vollen gehen können..
Und wenn jetzt Aldi beim Oettinger 10.000 hL Doppel- IPA bestellt, dann manchen die das vermutlich ohne mit der Wimper zu zucken..für 59,-Cent... Was das für die kleinen Crafter bedeutet wage ich nicht einzuschätzen aber ich meine nichts Gutes
Andererseits gibt es die Gruppe der Vielfaltsjäger die immer auf der Suche nach neuen Sorten sind um ihren Geschmackshorizont zu erweitern. Die sind Glück und Fluch gleichzeitig für die kleinen Crafter. Es besteht immer der Bedarf nach neuen Geschmackserlebnissen aber den wenigsten gelingt es eine stabile Stammmarke zu kreieren..
Beitrag von §11 » Mittwoch 25. April 2018, 21:38
Sehr interessante Diskussionen. Ich lehn mich sogar weiter aus dem Fenster. Die Misere mit den „Jäger und Sammlern“ haben wir Craftbrauer selbst verursacht. Das war nämlich der Schlachtruf als die „Craftbeer- Szene“ gegen die „Industrie Brauer“ in den Kampf zogen. Die Craftbrauer waren die Rettung gegen Eintönigkeit. „wer zweimal mit der selben pennt, gehört schon zum Establishment“
Leider ist Bier aber ein Massenprodukt, das sowohl in der Herstellung als auch der Logistik der Economy of scale extrem folgt. Mit ein Grund warum die Industralisierung unter anderem in der Brauindustrie begann.
Beitrag von hopfenschluerfer » Donnerstag 26. April 2018, 00:04
Ich habe vorhin auch endlich mal das IIPA verkostet.
Für den Preis finde ich es echt gut. Es ist meiner Meinung nach jetzt kein außergewöhnliches Bier und reicht im Vergleich zu höherpreisigen Bieren der Brauart auch nicht an deren Komplexität heran.
Ich bin jetzt bei weitem kein Bier-Sommelier, aber für meinen Geschmack ist es ein solides IIPA, dass sich für den Preis nicht vor anderen verstecken braucht. Ich werd's mir wohl mal wieder kaufen.
Einzig die 0,5l Größe find ich etwas doof. Muss ich wohl meine Bemühungen intensivieren meine Freundin auf den Geschmack von Starkbier zu bringen
Beitrag von scne59 » Sonntag 29. April 2018, 21:44
Ab 09.05. noch billiger .

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