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Timestamp: 2019-06-15 21:38:43+00:00

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BGH, 18.06.2009 - VII ZR 167/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,322
BGH, 18.06.2009 - VII ZR 167/08 (https://dejure.org/2009,322)
BGH, Entscheidung vom 18.06.2009 - VII ZR 167/08 (https://dejure.org/2009,322)
BGH, Entscheidung vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08 (https://dejure.org/2009,322)
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BGB § 426 Abs. 1, § 199 Abs. 1 Nr. 2
Zur einheitlichen Verjährung der Ausgleichsansprüche unter den Gesamtschuldnern und zur nötigen Kenntnis von den für den Beginn der Verjährung maügeblichen Umständen
Einheitliche Verjährung des Ausgleichsanspruchs unter Gesamtschuldnern; Verjährungsbeginn
Zeitpunkt des Entstehens eines Ausgleichanspruchs gem. § 426 Abs. 1 BGB i.R.d. Gesamtschuld; Anforderungen an die Kenntnis aller Umstände i.S.d. § 426 Abs. 1 BGB für die Begründung eines Ausgleichsanspruchs des Gläubigers gegen die anderen Gesamtschuldner; Voraussetzungen für das Vorliegen einer Verweigerung der Fortsetzung der Verhandlungen i.S.d. § 203 BGB i.R.d. Verjährungshemmung
Einheitliche Verjährung des Ausgleichsanspruchs unter Gesamtschuldnern
Verjährungsbeginn für Ausgleichsanspruch unter Gesamtschuldnern; einheitliche Verjährung; Baumängel; Mängelbeseitigungskosten
Zur Verjährung des Ausgleichsanspruchs unter Gesamtschuldnern
Verjährung des Ausgleichsanspruchs unter Gesamtschuldnern
Verjährung - Verjährungsbeginn beim Gesamtschuldnerausgleich
Gesamtschuld und Verjährung: Wann entsteht Ausgleichsanspruch? (IBR 2009, 590)
Gesamtschuldnerausgleich und Verjährung: Auf welche Umstände muss sich Kenntnis beziehen? (IBR 2009, 591)
Auslegung: Bedeutung von Gesetzgebungsmaterialien? (IBR 2009, 1294)
Kurznachricht zu "Der Beginn der Verjährung bei Freihaltungsansprüchen" von RiOLG a.D. Prof. Dr. Frank Peters, original erschienen in: ZGS 2010, 495 - 497.
Kurznachricht zu "Geschäftsführerhaftung: Handlungsbedarf bei Regressansprüchen" von RA Dr. Michael Dollmann, original erschienen in: GmbHR 2009, 1092 - 1093.
Kurznachricht zu "Der Beginn der Verjährung bei Regressansprüchen" von RiOLG a.D. Prof. Dr. Frank Peters, original erschienen in: ZGS 2010, 154 - 157.
LG Ulm, 21.02.2008 - 6 O 48/07
BGHZ 181, 310
NJW 2010, 60
ZIP 2009, 1821
MDR 2009, 1276
MDR 2010, 367
NZBau 2010, 43
VersR 2010, 394
WM 2009, 1852
BauR 2009, 1458
ZfBR 2009, 671
Unabhängig von seiner Ausprägung als Mitwirkungs-, Befreiungs- oder Zahlungsanspruch handelt es sich um einen einheitlichen Anspruch, der einer einheitlichen Verjährung unterliegt und mit der Begründung der Gesamtschuld entstanden ist (BGH, Urteile vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 12 ff.;… vom 9. Juli 2009 - VII ZR 109/08, VersR 2010, 396 Rn. 22;… vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11, BGHZ 195, 153 Rn. 13;… vom 7. Mai 2015 - VII ZR 104/14, VersR 2016, 1208 Rn. 19;… vgl. auch Staudinger/Looschelders, BGB, Neubearbeitung 2012, § 426 Rn. 7;… BeckOK BGB/Gehrlein, BGB, § 426 Rn. 3a [Stand: 01.08.2016];… Palandt/Grüneberg, BGB, 75. Aufl., § 426 Rn. 4, jeweils mwN).
Hierfür genügt die Möglichkeit, eine die Verjährung unterbrechende Feststellungsklage zu erheben (…vgl. BGH, Urteile vom 23. März 1987 - II ZR 190/86, BGHZ 100, 228 Rn. 14; vom 22. Februar 1979 - VII ZR 256/77, BGHZ 73, 363, 365; vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 19 mwN;… MüKoBGB/Grothe, 7. Aufl., § 199 Rn. 4;… BeckOK BGB/Henrich/Spindler, BGB, § 199 Rn. 5 [Stand: 01.08.2016]).
Dementsprechend entsteht der Ausgleichsanspruch als einheitlicher Anspruch bereits in dem Augenblick, in dem die für denselben Schaden verantwortlichen Ersatzpflichtigen dem Geschädigten ersatzpflichtig werden, also regelmäßig im Zeitpunkt des schädigenden Ereignisses (vgl. Senatsurteil vom 21. November 1953 - VI ZR 82/52, BGHZ 11, 170, 174; BGH, Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 12 ff.;… vom 9. Juli 2009 - VII ZR 109/08, VersR 2010, 396 Rn. 22;… vom 18. Oktober 2012 - III ZR 312/11, BGHZ 195, 153, Rn. 13, jeweils mwN).
Er ist hinreichend durch das zusätzliche - auch in Überleitungsfällen nach Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1 EGBGB zu berücksichtigende (vgl. BGH…, Urteil vom 23. Januar 2007 - XI ZR 44/06, BGHZ 171, 1 Rn. 19 ff.) - Erfordernis des § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB geschützt (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 17).
Unter der Entstehung des Anspruchs im Sinn des § 199 Abs. 1 BGB ist der Zeitpunkt zu verstehen, in welchem der Anspruch erstmalig geltend gemacht und notfalls im Wege der Klage durchgesetzt werden kann, das heißt dem Zeitpunkt, in dem die Forderung fällig wird (vgl. etwa BGH, Versäumnisurteil vom 18.06.2009 - VII ZR 167/08, NJW 2010, 60, 61; Alexander, WRP 2012, 660, 668).
b) Rechtsfehlerfrei und von den Parteien unbeanstandet hat das Berufungsgericht im Ausgangspunkt angenommen, dass ein etwaiger Ausgleichsanspruch nach § 426 Abs. 1 BGB der regelmäßigen Verjährungsfrist gemäß § 195 BGB unterliegt und dass ein solcher Anspruch bereits mit der Begründung der Gesamtschuld entsteht (vgl. BGH, Versäumnisurteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 12 f. m.w.N.;… Urteil vom 9. Juli 2009 - VII ZR 109/08, BauR 2009, 1609 Rn. 21 f. = NZBau 2010, 45;… Teilurteil vom 25. November 2009 - IV ZR 70/05, NJW 2010, 435 Rn. 8 m.w.N.).
Es genügt die Möglichkeit, Feststellungsklage zu erheben (BGH, Urteile vom 22. Februar 1979 - VII ZR 256/77, BGHZ 73, 363, 365, vom 18. Dezember 1980 - VII ZR 41/80, BGHZ 79, 176, 178, vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 19 …und vom 19. Juli 2010 - II ZR 57/09, WM 2010, 1655 Rn. 8;… vgl. Palandt/Ellenberger, BGB, 71. Aufl., § 199 Rn. 3;… MünchKommBGB/Grothe, 6. Aufl., § 199 Rn. 4).
Damit ist es unvereinbar, den Beginn der Verjährungsfrist einseitig an eine Leistungsaufforderung des Gläubigers der Bürgschaftsforderung - hier ein Zahlungsverlangen des Auftraggebers an den Auftragnehmer - zu knüpfen, da es dieser dann in der Hand hätte, den Verjährungsbeginn und die Notwendigkeit verjährungshemmender Maßnahmen weitgehend beliebig hinauszuzögern (…vgl. dazu BGH, Urteile vom 29. Januar 2008 - XI ZR 160/07, BGHZ 175, 161 Rn. 24…, vom 11. März 2008 - XI ZR 81/07, juris Rn. 11…, vom 8. Juli 2008 - XI ZR 230/07, WM 2008, 1731 Rn. 28 und vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 15; siehe auch Bräuer, NZBau 2007, 477, 478).
Dies belastet ihn nicht unbillig, da er im Einzelfall zusätzlich durch den nach § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB hinausgeschobenen Fristbeginn geschützt wird (…Senatsurteil vom 28. Februar 2012 - XI ZR 192/11, WM 2012, 688 Rn. 18 mwN; vgl. auch BGH, Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 17).
Er besteht zunächst als Mitwirkungs- und Befreiungsanspruch und wandelt sich mit der Befriedigung des Gläubigers in einen Zahlungsanspruch um (BGHZ 181, 310 = WM 2009, 1852, 1853 m.w.N.).
Vielmehr hat er in solchen Fällen wiederholt ein Ende der Hemmungswirkung bejaht (…vgl. BGH, Urteile vom 30. Oktober 2007 - X ZR 101/06, VersR 2008, 1122 Rn. 24; vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, VersR 2010, 394 Rn. 25;… vom 14. Juli 2011 - III ZR 196/10, juris Rn. 13, 15;… vom 30. April 2015 - IX ZR 1/13, NJW-RR 2015, 1321 Rn. 9; zu § 852 Abs. 2 BGB aF Senatsurteil vom 5. November 2002 - VI ZR 416/01, BGHZ 152, 298, 303).
Ein Anspruch ist nach § 199 Abs. 1 BGB entstanden, sobald er erstmals vom Gläubiger geltend gemacht und mit einer Klage durchgesetzt werden kann (…BGH Urt. v. 8. Juli 2008 - XI ZR 230/07, ZIP 2008, 1762 Tz. 17; v. 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, ZIP 2009, 1821 Tz. 19).
Der Eintritt der Fälligkeit hängt nicht davon ab, dass eine Forderung auch beziffert werden kann (BGH, Urt. v. 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, ZIP 2009, 1821 Tz. 19).
Wie der Senat nach Erlass des Berufungsurteils entschieden hat (Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt), folgt hieraus, dass der Ausgleichsanspruch unabhängig von seiner Ausprägung als Mitwirkungs-, Befreiungs- oder Zahlungsanspruch einer einheitlichen Verjährung unterliegt.
a) Zwar verweist die Revision darauf, dass ein Ausgleichsanspruch unter Gesamtschuldnern nicht erst mit der Leistung an die (Gesellschafts-)Gläubiger, sondern mit der Begründung der Gesamtschuld entsteht (ständige Rechtsprechung, vgl. nur BGH…, Urteil vom 15. Oktober 2007 - II ZR 136/06, ZIP 2007, 2313 Rn. 14; Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 12 ff., jeweils mwN).
Für die nach dieser Vorschrift für den Beginn der Verjährung erforderliche Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis aller Umstände, die einen Ausgleichsanspruch begründen, ist es erforderlich, dass der Ausgleichsberechtigte auch Kenntnis von den Umständen hat oder ohne grobe Fahrlässigkeit haben müsste, die im Innenverhältnis eine Ausgleichspflicht begründen (vgl. BGH, Urteil vom 18. Juni 2009 - VII ZR 167/08, BGHZ 181, 310 Rn. 21).
OLG Karlsruhe, 24.04.2012 - 8 U 6/10
Gesamtschuld: Verjährung des Ausgleichsanspruchs unter den Gesamtschuldnern; …
OLG München, 27.03.2017 - 21 U 3903/15
Keine Ausgleichspflichten aus Darlehensverträgen
LG Hagen, 13.11.2013 - 10 O 124/12
Schadenersatzbegehren aufgrund nachteiliger gesundheitlicher Folgen einer …
LG Darmstadt, 27.07.2010 - 10 O 447/09
OLG Hamm, 02.02.2015 - 3 U 175/13
Übertragung des für den Schadensersatzanspruch geltenden Grundsatzes der …
VG Saarlouis, 03.06.2014 - 2 K 1117/12
Rückforderung überzahlter Versorgungsbezüge, nachträgliche Rentenanrechnung; …
OLG München, 01.04.2015 - 28 U 4167/14
Streitverkündung hemmt Verjährung nur für ausdrücklich beschriebenen …

References: § 426
 § 199
 § 426
 § 426
 § 203
 § 426
 § 426
 § 426
 § 199
 § 199
 Art. 229
 § 6
 § 199
 § 199
 § 426
 § 195
 § 199
 § 199
 § 199
 § 852
 § 199