Source: http://www.steuerlex.de/cnt93745/lexika.html?id=281&i=&lexikon=S&no_body=0
Timestamp: 2018-01-23 10:05:14+00:00

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Gewerbesteueranrechnung:
Eine steuerliche Entlastung der doppelten Belastung mit Einkommen- und Gewerbesteuer wurde bis 2007 auch dadurch erreicht, dass die Gewerbesteuer als Betriebsausgabe die Einkünfte aus Gewerbebetrieb minderte. Diese Möglichkeit wurde durch die Neuregelung des § 4 Abs. 5b EStG ab 2008 gestrichen (Betriebsausgabenabzugsverbot ab 2008). Da dieses Abzugsverbot über § 7 Satz 1 GewStG auch für die Ermittlung des Gewerbeertrags gilt, mindert die Gewerbesteuer dann auch nicht mehr ihre eigene Bemessungsgrundlage. Diese Maßnahme entspricht faktisch einer Steuererhöhung. Daher wurde als Ausgleich der Anrechnungsfaktor des § 35 EStG von 1,8 auf 3,8 erhöht. Das bringt eine deutliche Entlastung bei der Einkommensteuer. Bis zu einem Gewerbesteuerhebesatz der Kommunen von 400 % wird grundsätzlich eine volle Entlastung erreicht.
als Mitunternehmer an einer Personengesellschaft sowie als persönlich haftende Gesellschafter einer KGaA (§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 EStG)
Einkünfte erzielen, die der Gewerbesteuer unterliegen.
Ebenso bleibt der Gewerbesteuermessbetrag, soweit er auf einen Veräußerungs- oder Aufgabegewinn nach § 18 Abs. 3 Satz 1 und 2 UmwStG entfällt, unberücksichtigt (§ 18 Abs. 3 Satz 3 UmwStG: BMF-Schreiben vom 24.02.2009 - IV C 6 - S 2296-a/08/10002, BStBl I 2009, 440, Tz. 13).
Durch die Steuerermäßigung nach § 35 EStG wird die Bemessungsgrundlage für den Solidaritätszuschlag gemindert, nicht jedoch die Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer; vgl. § 1a Abs. 2 Satz 3 EStG i.V.m. den jeweiligen Kirchensteuergesetzen. Da die Einkommensteuerermäßigung auch eine Ermäßigung des Solidaritätszuschlags zur Folge hat, übersteigt die Gesamtermäßigung ggf. die tatsächlich erhobene Gewerbesteuer um 5,5 %.
Zur Rechtslage bis 2007 s. BFH, 27.09.2006 - X R 25/04, BFH/NV 2007, 811; BMF-Schreiben vom 19.09.2007 - IV B 2 - S 2296-a/0, BStBl I 2007 S. 701.
Gewährung von Steuerermäßigungen, die § 35 EStG vorgehen.
Zur Vermeidung von Anrechnungsüberhängen kann bei Ehegatten die Wahl der getrennten Veranlagung nach § 26a EStG von Vorteil sein.
Ein Unternehmer unterhält im Jahr 2008 zwei Gewerbebetriebe. Während Betrieb A einen Gewinn vor Steuern von 100.000 EUR abwirft und damit Gewerbesteuer auslöst, entsteht in Betrieb B ein Verlust von 80.000 EUR. Abzugsfähige Sonderausgaben sind in Höhe von 15.000 EUR angefallen.
Bei diesem zu versteuernden Einkommen fällt keine Einkommensteuer an; die Steuerermäßigung verfällt. Erhöht der Steuerpflichtige den Gewinn des Betriebes A bzw. reduziert der Unternehmer den Verlust des Betriebes B durch bilanzpolitische Maßnahmen um 37.210 EUR, ergibt sich folgendes Ergebnis:
3,8-facher GewSt-Messbetrag

References: § 4
 § 7
 § 35
 § 18
 § 35
 § 1
 § 35
 § 26