Source: http://www.cbk.at/forum/showthread.php?17672-Hausverwalter-unt%C3%A4tig-bei-Wassersch%C3%A4den&s=9168040aa777368d98147876a7c6ab61&p=137369
Timestamp: 2017-07-23 20:43:45+00:00

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Beiträge 809	Hausverwalter untätig bei Wasserschäden
Mdt ist Wohnungseigentümer in einer größeren Wohnungseigentumsanlage. Dass eine Dachsanierung im Bereich der Wohnung unseres Mdt (und nur dort!) dringend notwendig wird, ist seit zwei Jahren klar. Es lagen Anfang 2016 drei Anbote für eine Dachsanierung vor, von denen seitens des Hausverwalters über ein Jahr lang keines angenommen wurde (trotz Empfehlung eines dieser Angebote durch die Mehrheit der Wohnungseigentümer an den Verwalter auf einer Unterschriftenliste Anfang 2016). Diese Anbote sind mittlerweile nicht mehr aufrecht (nona). Als dann der nächste Winter (der heurige) bevorstand, wurde es wieder hektisch, ein weiteres Angebot wurde (von dem damals empfohlenen Professionisten) eingeholt, das jetzt aber deutlich mehr kostete (wg Massenänderung).
Antrag auf Abberufung des Verwalters nach § 21 Abs 3 WEG.eV auf Abberufung des VerwaltersDurchführung der Arbeiten über Beauftragung und Bezahlung durch unseren Mandanten und Rückforderung nach § 1042 ABGB von der Wohnungseigentümergemeinschaft.eV auf Durchführung der SanierungsarbeitenSchadenersatzklage gegen Hausverwalter nach §§ 1293, 1298, 1299 ABGB wg Verlust der Förderung
Beiträge 99	Ich würde wohl nach § 52 Abs 1 Z 6 WEG (Durchsetzung der Pflichten des Verwalters) vorgehen da es sich bei der Behebung der von dir geschilderten Schäden wohl um ordentliche Verwaltung handelt.
Beiträge 128	Also ob bzw wie man den Verwalter rausschmeißt, kann man sich mMn immer noch überlegen, primär wirds jetzt wohl darum gehen, dass der Schaden repariert wird. Im ersten Schritt sollte man in den Wohnungseigentumsvertrag schaun, was hier zu Sanierungsarbeiten/etc. geregelt ist.
Beiträge 809	Danke für den Hinweis auf § 30 Abs 3 WEG! Da war ich mir nicht sicher gewesen, ob das nach § 1042 ABGB geht, aber aufgrund des von mir bislang übersehenen § 30 Abs 3 WEG in dem Fall müßte es über die eine oder über die andere Norm jedenfalls machbar sein. Danke!
Beiträge 809	Liebe Kollegen, ich hätte jetzt noch eine Frage bzgl. der Aktivlegitimation:
Beiträge 21	Letztlich ist deinem Mandanten offenbar ein Schaden erwachsen, da er als Wohnungseigentümer sämtliche Aufwendungen im Verhältnis seines Mindestanteils (oder allenfalls entsprechend einer anders lautenden Vereinbarung) der Eigentümergemeinschaft zu zahlen hat. Dieser Deckungsbeitrag könnte er mE als Schaden gegenüber dem Verwalter auch alleine geltend machen, wenn der Verwalter den Schaden aufgrund seines pflichtwidrigen Verhaltens zu verantworten hat. Aber auch die Eigentümergemeinschaft als solche ist mE aktiv klagslegitimiert, soweit allgemeine Teile der Liegenschaft betroffen sind. Sind aufgrund des Wasserschadens, der vom Verwalter zu verantworten ist, Fahrnisse, die im Alleineigentum deines Mandanten stehen, beschädigt worden, dann wird die Eigentümergem. in diesem Umfang wohl nicht aktiv klagslegitimiert sein.
Beiträge 809	Hat jemand ein Muster für einen Antrag auf Abberufung des Hausverwalters (bzw. korrekt: Antrag auf Auflösung des Verwaltungsvertrages wegen grober Verletzung der Pflichten des Verwalters?
Beiträge 21	Muster hab ich keines. Dürfte aber nicht allzu kompliziert sein. Die Auflösung des Verwaltervertrages wegen wegen grober Pflichtverletzung ist nach 52 abs 2 z 8 WEG im Außerstreitv. zu entscheiden. Bilde mir ein, dass ich im Buch von Feil zum WEG ein Muster gesehen habe.
Beiträge 29	Hast du eine Mehrheit der WE-Eigentümer? Dann einfach Kündigung aus wichtigem Grund gem. § 21 (3) WEG. Der Verwalter ist dann sofort gekündigt. Er kann die Kündigung natürlich anfechten, jedoch führt dies auch bei Obsiegen nicht dazu, dass er wieder eingesetzt wird, sondern nur dazu, dass er das ausstehende Entgelt bis zur ordentlichen Kündigungsmöglichkeit erhält.
Beiträge 809	Danke für den Tipp. Die "politische Variante" haben wir auch schon angedacht, aber verworfen, weil die anderen Wohnungseigentümer nach dem Motto
Beiträge 809	Wegen der Mehrheit aber etwas anderes noch: mit der Verwalterin in einem 100-%igen Beteiligungsverhältnis stehende Gesellschaften sind ebenfalls Wohnungseigentümer und würden natürlich gegen die Auflösung des Vertrages stimmen. Diese Gesellschaften haben weder für sich noch miteinander mehr als 50 % (sind also keine "Dominatoren"), haben aber gemeinsam doch beträchtliches Stimmgewicht (os ca. 20 %).
Da könnte doch § 24 Abs 3 WEG helfen, oder? Aber natürlich nur, wenn ich unter Ausschluß von deren Anteilen eine einfache Mehrheit zusammenbringe. Das wird wohl ebenfalls nicht der Fall sein...
Beiträge 29	Könnte helfen, theoretisch. Aber den unter deren Ausschluss gefassten Beschluss fechten die dir garantiert an und das dauert dann ewig.
Beiträge 809	Danke!

References: § 21
 § 1042
 § 52
 § 30
 § 1042
 § 30
 § 21
 § 24