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Timestamp: 2017-10-18 18:00:59+00:00

Document:
UPCYCLING - Architecture Master Thesis by Johannes Muensch - issuu
UPCYCLING Vom Abfall zum Glücksfall DIE ANNÄHERUNG AN DAS NAHELIEGENDE
Johannes Georg Muensch
UPCYCLING ANNÄHERUNG AN DAS NAHELIEGENDE
Masterarbeit eingereicht an der Leopold Franzens Universität Innsbruck Fakultät für Architektur zur Erlangung des akademischen Grades „Diplom Ingenieur“ Betreuung Ass.Prof. Dipl.-Ing. Arch. Andreas Flora Institut für Entwerfen Studio 1
Innsbruck, Februar 2014
Inhalt vom Abfall zum Gl端cksfall
Vorwort Abstract
gepante Obsoleszenz, Gentrifizierung, DIY, Architektur selber machen
Kreislaufwirtschaft zur Rohstoffindustrie
NEW ARCHITEKTUR CODE
52	BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
Arrangement --------> Zwischennutzung
5 DInge Einen Pluspunkt setzten Nur der erste Schritt
Architekturgebäude Die Uni als Miene
Die Entwicklung des Lech Lage, Umgebung, Umdenken
Grundsätze meines Handelns, Konzept, Raum im Raum, Bestand
1:1 PROTOTYPEN
Eine Annäherung an das Naheliegende Gondel, Paternoster, Transportboxen
vom Abfall zum Glücksfall Zukunftsperspektive
Literaturverzeichnis, Quellen, Danke Die Metaporphose des Buches
Vorwort Anstoss zu diesem Projekt
„You can‘t connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards. So you have to trust that the dots will somehow connect in your future.“ Steve Jobs Anstoss zu diesem Projekt ist die Sanierung des Architekturgebäudes der Baufakultät Innsbruck. Zuerst die Halbierung der Zeichensäle, den „Kojen“, später dann die Baustelle selbst. Nachdem ich mein ganzes Studium hier verbrachte und viele Freunde dort gewonnen habe, hat es doch eine hohe Relevanz für mich. Am Anfang steht jedoch meine Bachelor Arbeit, die sich mit einer ganz bestimmten Industriebrache in Innsbruck auseinandergesetzt hat. Die alte Großbäckerei Mölk, aus der später die M-Preis Supermärkte entstanden. Nach jahrelangem Leerstand wurde diese Brache wiederbelebt zum Kulturzentrum, genauer gesagt zu einem „niederschwelligen Netzwerkraum“, wie ihn Christoph Grud nennt. Er hat auch die Architektonische Verantwortung für die Kulturbackstube und prägte meine Wertschätzung für Selbstgebautes. Dieser Raum hat mich seither fasziniert, zuerst der Umbau selbst, es wurde mit minimalen finanziellen Mitteln, der „do it yourself“ Methode und Recyclingmaterialien ein maximal flexibler Raum erschaffen. Später beeindruckte mich die Verschiedenartigkeit der Programme und Benutzer dieser sich ständig neu adaptierenden Struktur. Nächster Schritt war der Ausbau des Obergeschosses zum Atelier. Eine Gruppe von zehn Architekturstudenten machte sich daran den verlorenegegangenen Platz in der Universität durch einen Arbeitsplatz in der ehemaligen Bäckerei zu ersetzen. Ein Mangel, der sich - durchweg positiv, zu einer Notwendigkeit des Handelns formte. Der Mangel an finanziellen Mitteln und Baumaterialien war es auch der uns permanent zum Improvisieren angeregt hat. Für das Thema meiner Abschlussarbeit wollte ich mir eine Aufgabe suchen, die sich 1:1 Umsetzen lässt. Ich hatte mir fest vorgenommen meine Zeit und Energie nicht auf Papier oder Bildschirm zu beschränken, vielmehr im „echten Leben“ zu experimentieren. Das mein Thema letztlich so nahe liegt war mir natürlich zunächst nicht klar. Auch nicht, dass eine vermeintlich sehr profane Wiederverwendung von Schrott zunächst eine schrittweiße Annäherung aus der schier endlos entfernten Distanz einer hochspezialisierten und professionalisierten Planungselite bedarf. Letztlich bin ich jedoch überzeugt davon, dass der Mensch selbst der einzig richtige und wichtigste Maßstab zur Planung und Ausführung von Räumen und Prozessen ist. 7
Abstract Grunds채tze meines Handelns
Ausgangspunkt dieser Arbeit sind drei unterschiedliche Themengebiete. Einerseits die Beschäftigung mit dem Gebäudebestand, was in Zukunft eine wichtige Aufgabe der Architektur sein wird, ausgelöst vor allem durch die Grundsanierung des Gebäudes der Architekturfakultät der Universität Innsbruck. Zweitens eine Auseinandersetzung mit dem Thema der Stoffkreisläufe in einer Wegwerfgesellschaft, die durch verkürzte Lebenszyklen immer mehr Müll produziert und diese durch Recycling legitimiert. Drittens mit dem Ritual des „Selber Machens“ als Alternative zu den ständig komplexer werdenden Aufgabengebieten von Professionisten und der ständigen Fortschreitung der Spezialisierung auf einzelne Themengebiete. Mein großes Anliegen ist es, Qualitäten von Bauwerken zu erkennen und diese vor der Zerstörung zu sichern. Oft sind es bestimmte Funktionen und Eigenschaften, die einzelnen Bauteilen impliziert sind und Möglichkeiten schafft. Um einzelne Bauteile erneut verwenden zu können ist es notwendig genau zu sichten, zu beschaffen bzw. zu transportieren, zu sortieren, zu dokumentieren bzw. auszumessen, und schließlich anzupassen. Die architektonische Handlung im Upcycling besteht also in der Logistik, Sortierung und Adaptierung von Bestehendem. Es ist nicht notwendig genaueste Detailpläne zu erstellen und diese ständig zu aktualisieren, auch müssen keine Modelle in einem gewissen Maßstab angefertigt werden. Vielmehr wird direkt agiert, es werden Prototypen angefertigt und diese dann optimiert oder im Einzelfall repariert und verbessert. So arbeite ich ständig im Maßstab 1:1 und versuche mit jedem Element zu experimentieren um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Upcycling ist die Möglichkeit der kapitalistischen Logik, die vorschreibt defekte Produkte möglichst schnell durch neue zu ersetzten, zu entkommen. Die Sollbruchstelle ist dabei Mittel zum Zweck des Versagens industriell hergestellter Produkte. Anstatt sich dieser defekten Dinge zu entledigen kann auch repariert werden, oder es wird versucht Dingen ein zweites Leben zu gestatten anstatt sie zu recyceln. Der Projektstart erfolgte prompt, es wurde mit wenig Vorbereitung direkt interveniert. Die einzelnen Projekte wurden sorgfältig dokumentiert und gefilmt um sie einer gro-
ßen Masse zugänglich zu machen und zum Nachmachen anzuregen. Upcycling versteht sich als offene Disziplin, will sich nicht auf Eliten beschränken oder durch sichern von Rechten limitieren. Jeder kann sofort intervenieren, genau dort wo er sich jetzt gerade befindet. So wurden verschiedenste Materialien und Bauteile aus der Region zusammengetragen und damit neue Räume geschaffen. Ich beschäftige mich mit der Theorie hinter diesem Thema und finde mich im aktuellen Architekturdiskurs wieder. In der Arch+ Ausgabe Nr. 211/212 vom Sommer 2013 werden genau diese Themen diskutiert. In der Einleitung fragt sich Andres Lepik ob der „kleine Maßstab die große Veränderung“ herbeiführt und nach der Anerkennung der „Architektur ohne Architekten“. Johannes Blechschmidt illustriert den Werdegang der Design-Build-Bewegung, und deren Siegeszug in Hochschulen weltweit. Im „wachsenden Haus“ von Leberecht Migge und Bruno Taut wird „jedermann zum Selbstversorger“. Es geht um Partizipation, Selbstbau, Aneignungsarchitektur und Upcycling. Reinier de Graf / OMA stellt in einem Text über Recycling, den er komplett aus Zitaten konstruiert hat, schließlich fest, dass Recycling „nichts neues“ ist. Ständig wird zitiert und in der Geschichte der Menschheit gibt es viele Wiederholungen von vergleichbaren Geschehnissen. Interviews mit Protagonisten dieser neuen Denkweiße zeigten mir einen Weg, auf mein Projekt besser zu verstehen und Ziele zu fokussieren. So werden in den nächsten Jahren Räume benötigt die, anders als eine industrielle Massenproduktion, nach frei verfügbaren Bauanleitungen produziert und ihre Produkte ständig anpassen und ändern kann. Gleich der neuen Produktionsweise soll auch der Raum zu einem hohen Grad in Eigenbauweise geschaffen sein, um ihn ständig anpassen und verändern zu können. Architektur will die Gegenwart verbessern. Wir bauen, um die derzeitige Situation sowohl mit einer Hinzufügung als auch einer Wegnahme, neu zu ordnen. Architektur schafft weder neuen Raum noch vernichtet sie Raum. Architektur strukturiert den Raum neu, mit der Absicht, die vorgefundene Situation räumlich und inhaltlich den neuen Anforderungen anzupassen.
Allgemeine Situation Eine Veränderung der industriellen Produktion ist in Sichtweite, in der ohne große Stückzahlen produzieren wird, die frei zugänglich ist und die beliebig kopiert, genutzt und verändert werden darf. Diese greift zurück auf Materialien, welche einem Stoffkreislauf entnommen und später wieder zugeführt werden. Es muss ein Weg gefunden werden, der raus aus der Sackgasse der Wegwerfgesellschaft führt.
Das Thema Upcycling Ann채herung an das Naheliegende Mit meiner Arbeit und dem folgenden Entwurf versuche ich das Zusammenwirken von Stoffkreisl채ufen, dem bewussteren Umgang mit Materialien und der Architektur ohne den spezialisierten Professionisten zu diskutieren.
La Biennale di Venezia Aktueller Architekturdiskurs
Abb1: Deutscher Pavillion; 13. Internationale Architekturausstellung ; Venedig, 2012 ; Quelle: reduce-reuse-recycle.de/
Deutscher Pavillon 13. Internationale Architekturausstellung La Biennale di Venezia 29. August – 25. November 2012 Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft und altert – ein großmaßstäblicher Umverteilungs- und Umwertungsprozess findet statt. Die Arbeit mit dem Gebäudebestand ist längst zur wichtigsten architektonischen Aufgabe geworden: Es geht um Schrumpfung und Verkleinerung und um Revitalisierung, Umnutzung, Ergänzung in bestehenden Gebäuden und das Füllen von Lücken im Gewebe der Städte. Der Gebäudebestand – auch die wenig geschätzten Gebäude und Siedlungen der Nachkriegsmoderne – muss als wichtige energetische, kulturelle, soziale und architektonische Ressource für die Gestaltung unserer Zukunft erkannt und eine grundsätzlich affirmative Haltung gegenüber dem Vorhandenen entwickelt werden. Reduce / Reuse / Recycle steht als erfolgreicher Slogan für die Umwertung von Müll zu Wertstoff: Die 3 Rs bilden die ‚Abfall-Vermeidungshierarchie‘. An erster Stelle steht mit ‚Reduce‘ die Verringerung des Abfallvolumens: die Abfallvermeidung. Danach folgt ‚Reuse‘: die möglichst direkte Weiterverwendung. Erst an dritter Stelle kommt die materielle Umformung durch ‚Recycling‘. Je geringer die Änderung des Ausgangsprodukts, desto besser ist also der Prozess. Durch die Übertragung dieser Logik auf Architektur erhält man ein mögliches Wertesystem zum Umgang mit Bestandsgebäuden: Je weniger Änderungen gemacht werden, und je weniger Energie aufgewendet wird, umso effektiver ist die Umbau-Strategie. Die Betrachtung der bestehenden Architekturen als materielle, inhaltliche und formale Ressource lässt – je nach Eingriffstiefe – ganz unterschiedliche Möglichkeiten und Herangehensweisen zu: von der Reparatur bis zur Neuorganisation, Ergänzung und vollständigen Überformung. Die in der Ausstellung vorgestellten 16 Positionen und Strategien zeigen das hohe schöpferische und architektonische Potenzial, das in einem affirmativen Umgang mit Bestand liegt. Reduce / Reuse / Recycle zeigt Projekte und Haltungen von Architekten, die den Bestand positiv aufnehmen und verstärken, die das Vorhandene als Inspiration und Anstoß zur Weiterentwicklung begreifen. In der Ausstellung sind folgende Büros / Architekten vertreten: AFF Architekten, Berlin / AMUNT Architekten Martenson und Nagel Theissen / Atelier Kempe Thill architects and planners, Rotterdam / Brandlhuber + ERA, Emde, Schneider, Berlin / Diener & Diener Architekten, Basel, Berlin / Urs Füssler, Berlin/Jörg Leeser, Köln / Heinle, Wischer und Partner, Stuttgart / Hild und K Architekten, München / knerer und lang Architekten, Dresden / LIN Finn Geipel + Guilia Andi Architects Urbanists, Berlin / Meixner Schlüter Wendt Architekten, Frankfurt / Robertneun™, Berlin / Schulz & Schulz Architekten, Leipzig / Staab Architekten, Berlin Quelle: reduce-reuse-recycle.de/
INDUSTRIALISIERUNG Seit Urzeiten wurden Nahrungsmittel, Materialien, Kleidung und Werkzeuge vom Menschen selbst hergestellt und verbraucht. Später wurde getauscht, dann auf Märkten gehandelt und verkauft. Infolge der Industriellen Revolution wurde das Handwerk im Bereich der Produktion abgelöst und eine Massenfertigung wurde möglich. Die zunehmende Industrialisierung führte zu einer Veränderung der sozialen Strukturen – die Industriegesellschaft war geboren. Durch den universellen Konsum von massenhaft gefertigten Kulturgütern kam es zu einem verhältnismäßig gleichen Lebensstil der breiten Masse. Bis zur Industrialisierung galt für alles Leben auf der Erde das System der Stoffkreisläufe. Auch die menschliche Zivilisation handelte nach diesem Prinzip. Es wurde alles verwertet und verbraucht, es gab keinen Müll. Heute erscheint uns das Verhältnis von Produkt - Konsum - Abfall als unumgängliche Abfolge. In schönen Diagrammen zum Thema Kreislaufwirtschaft wird uns augenscheinlich vorgetäuscht, dass alle verwendeten Stoffe in einem wunderbaren, rhythmischen Kreislaufprinzip funktionieren. Jedoch schafft es in der Realität nur ca. ein Drittel als sogenannte Sekundärstoffe zurück in die Konsumkette und landet nicht auf der Deponie. Grundsätzlich kann man die Grundbedürfnisse des heutigen Alltags so zusammenfassen: Aneignung (Konsum) und Entledigen (Entsorgung) bestimmen unser Leben. (vgl. Klabacher 2005, S.31)
Abb. 2: Ford T-Modell, 1914 ; Quelle: Flickr.com
Abb. 3: Produktion des Ford T-Modells ; Quelle: shadetreemechanic.com
Abb. 4: Konsumkette; Quelle: cradletocradle.com
DIY ALS CHANCE Haben die „Makers, DIY und Upcycling“ eine Chance gegen die Massenkonsumgüter der Wegwerfgesellschaft? Um diese neuen Trends zu verstehen, müssen erst die Gegebenheiten und die Geschichte der westlichen Gesellschaft der letzten 150 Jahre verstanden werden. Deshalb hier ein kurzer Abriss über die Entstehung und das Aufkommen einer neuen Gesellschaftsform und ihrer Ausprägungen. In den 1950er Jahren entsteht eine Gegenposition zu der Gesellschaft der Konsumenten, welche allgemein als Kultur des Amateurs (im Gegensatz zum Profi, Experten oder Spezialisten) bezeichnet werden kann. Ab den 1960er Jahren steht der Industriegesellschaft die „Do-it-yourself-Bewegung“ entgegen, die in England entstanden ist, sich jedoch bald auf dem ganzen Kontinent verbreitet. Die DIY Bewegung glaubt an Improvisation, Eigeninitiative und misstraut Produkten der Industrie. DIY Anhänger werden oft von ihrer eigenen Kraft angetrieben um Veränderungen zu tätigen. Spaß, Kreativität oder finanzielle Gründe sind der Anlass, Dinge selbst anzufertigen oder zu adaptieren. (vgl. wikipedia.org)
Ab 1957 gab es die erste deutsche Do-it-yourself-Illustrierte „Selbst ist der Mann“, die 2009 eine Monatsauflage von 75.200 Exemplaren hatte, derzeit erlebt der „DIY“-Gedanke durch das Internet wieder einen wahren Aufschwung. Im Internet existieren unzählige Blogs, Foren & Homepages zu verschiedenen Bereichen, in denen gezeigt und erklärt wird, wie man Dinge selbst anfertigen und reparieren kann.
Abb. 5: Erste Ausgabe von `selbst ist der Mann´ , 1957 ; Quelle: www.selbst.de
GEPLANTE OBSOLESZENZ Heute ist der Mensch Konsument dieser massenhaft hergestellten Waren der Industrie und wird es vermutlich für immer bleiben - selber machen ist nicht mehr notwendig. Der Mensch arbeitet zum Teil ausschließlich als Dienstleister und konsumiert die Waren, die ihm massenhaft angeboten werden. Die schnelle und kostengünstige Produktion in Billiglohnländern führt zum Aufkommen der Wegwerfgesellschaft. Die Wertschätzung schwindet und damit auch die Bereitschaft des Konsumenten Geld in die Reparatur von Produkten zu stecken. Diesen Umstand nützen Hersteller aus und bauen bewusst Sollbruchstellen in ihre Produkte ein, um ein Versagen nach einer bestimmten Zeit zu provozieren. Ist dieser Versagenszeitpunkt erreicht, wird - anstatt zu prüfen, auszutauschen oder zu reparieren - direkt zum neuen Produkt gegriffen. So lange diese neuen Produkte günstig und schnell verfügbar sind, wird sich an diesem Handlungsschema sowohl auf Hersteller- als auch auf Verbraucherseite nichts ändern.
In seinem Buch „Theorie des Abfalls“ (1979) beschreibt Michael Thompson, wie alle Dinge unseres Alltags einen Prozess durchlaufen, der vorherbestimmt ist und offensichtlich unserer Kultur entspringt. Dinge werden produziert, sind neu und haben ihren Neupreis; sie werden benutzt, gebraucht, und irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sie nicht mehr neu sind. Sie sind entweder aus der Mode, ihr Gebrauch ist nicht mehr zeitgemäß; sie gehen kaputt, bekommen Defekte oder sind nicht mehr schön. Man möchte oder muss sich ihrer entledigen, sie sind Müll. So behauptet Thompson, dass alle Dinge, die an diesem Punkt angekommen sind, nicht für immer und ewig dort bleiben, sondern nur für eine bestimmte Zeit. Sie sind Müll, aber eben Müll auf Zeit.
Durch die geplante Obsoleszenz wird die Lebensdauer eines Produkts von Seiten des Herstellers künstlich reduziert. Produkte verfallen also schneller als technisch möglich wäre. Die Geplante Obsoleszenz, auch geplanter Verschleiß oder eingebaute Schwachstelle, beschreibt eine Spezialform der Obsoleszenz. Der Duden beschreibt als Sollbruchstelle eine „Stelle in einem Bauteil, die so ausgelegt ist, dass in einem Schadensfall nur hier ein Bruch erfolgt.“ (vgl. Sollbruchstelle in duden.de) Der Begriff geht zurück auf Bernhard Londons Veröffentlichung „Ending the Depression Through Planned Obsolescence“ aus dem Jahre 1932. Der Autor schlug vor, alle Produkte mit einem Verfallsdatum zu versehen, um die kriselnde Wirtschaft anzukurbeln. Dem stellen sich die Menschen heute entgegen und wollen „raus aus der Wegwerfgesellschaft“. In der Spiegel-TV Dokumentation „Berlin bastelt“ wird gefordert: „Wir haben die Nase voll von diesen Produkten, die nur ein oder zwei Jahre halten und dann müssen wir sie wegwerfen. Das ist kein Spaß mehr (…), es werden immer mehr Leute, denen es so geht.“ (vgl. Spiegel-TV Dokumentation
Abb. 6: Das hundertjährige Licht von Livermore/USA ; Quelle: derstandard.at
„Berlin bastelt“) Abb. 7: Kaufen für die Müllhalde /
GENTRIFIZIERUNG Es lässt sich Anhand vieler Beispiele beobachten, wie der Wert von Dingen sich nach ihrem Lebenszyklus richtet. Thomson erklärt dies z.B. an Kitsch, der aus der Mode kommt, und nach einigen Jahren wieder an Wert gewinnt. Viele dieser Kitschobjekte landen unwiederbringlich auf der Müllhalde. Die wenigen, die noch erhalten sind, finden nach Jahren des Vergessenseins in das Interesse der Allgemeinheit zurück. Unter Experten und Sammlern erlangen sie plötzlich ein Vielfaches ihres ursprünglichen Wertes - zum Teil horrende Summen. Wenn die Dinge diesen Zustand unversehrt erreichen, haben sie es geschafft. Sie sind in das dauerhafte Kulturgut übergegangen und somit wertbeständig und bewahrenswert. Nicht nur anhand von Kitsch wird dies durchexerziert, sondern auch anhand von Möbeln, Immobilien und auch Wohngegenden. Anhand von Wohngegenden ist diese Theorie allgemein bekannt; unser Begriff dafür lautet Gentrifizierung. (vgl. Thompson, 1979, S. 31)
Thompson spricht vom Nullwert des Mülls. 1979 war es wohl noch so, dass Dinge einen Nullwert haben konnten. Betrachtet man aber die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die 2013 mit dem Thema Müll verbunden sind, so scheint es, dass es heutzutage gar nichts mehr gibt, was wirklich keinen Wert hat. Müll wird nicht mehr als solcher bezeichnet, sondern z.B. als Wertstoff. Auf dem Müllbeseitigungs- und Abfallentsorgungssektor gibt es große Konkurrenzkämpfe. Müll ist zum Wirtschaftsgut geworden. Thompsons Theorie des Abfalls hinkt in jeder Hinsicht. Entsorgung ist teuer, der personelle Einsatz durch Reinigung und Trennen hoch. Nichts ist wertlos. Alles ist marktwirtschaftlich geregelt. Und wenn der Wert von Müll auch nur darin besteht, dass es ein gutes Geschäft ist, ihn abzuholen und zu transportieren. Müll wird zum öffentlichen Problem, der Müllmann zum Beruf.
Abb. 8: Berlin, Friedrichshain, Mainzerstraße 1990 : Quelle: wikipedia.org
(vgl. Steward, 2003, S. 15)
Abb. 10: Berlin, Friedrichshain, Mainzerstraße 2009 ; Quelle: wikipedia.org
WERTSCHÖPFUNG Doch können laienhaft selbstgebaute Objekte den perfekten Produkten der massenhaft produzierten Konsumgütern standhalten? Können aus vermeintlich als wertlos bezeichneten und weggeworfenen Dingen Wertigkeiten geschaffen werden? Seit dem 21. Jahrhundert sind Produkte aus aller Welt per Online-Shopping für jeden zugänglich, Produkte werden zum Teil ausschließlich im Internet vertrieben und verkauft und wenige Tage später bis vor die Haustüre geliefert. Weiter gerät das Produkt selbst aus dem Interesse des Käufers, wichtiger ist ein mitgeliefertes Image (z.B. Red Bull), welches das konsumierte Produkt transportiert. Es wird größter Wert darauf gelegt dieses Image zu erschaffen und zu pflegen. So werden Dinge nun nicht mehr des Zwecks oder einer Notwenigkeit wegen angeschafft, sondern um sich mit den damit verknüpften Attributen zu identifizieren. Die CI (Corporate Identity) wird von der Marke mitgeliefert und vom Konsumenten aufge-
saugt und angenommen, Identität kann ab sofort konsumiert werden. Die Zukunft gehört der Mass Customization (auf Deutsch auch als Kundenindividuelle Massenproduktion oder seltener als Individualisierte Massenfertigung bezeichnet), einem Produktionskonzept, in dem einerseits die Vorzüge der Massenproduktion genutzt werden, andererseits dem wachsenden Wunsch des Kunden nach Individualisierung seines Produktes Rechnung getragen wird. Somit werden auch in Zukunft massenhaft Waren hergestellt und durch strategisches Marketing an den Mann gebracht, jedoch nicht mehr immer das gleiche Produkt in Massen, der Endkunde kann ein Produkt zu seinem Produkt gestalten. (vgl. Mass Customization, Wikipedia, 2013)
Abb. 11: C2C Zertifikat
Abb. 12: Darstellung der Stoffkreisläufe Quellen Abb. 11-13: cradletocradle.com
Abb. 13: C2C Kreislaufprinzip
IMAGE Welche Anforderungen werden an diese Objekte gestellt? Wie kann man die Qualitäten vergleichen? Welche Werte haben diese Objekte? DIY und Upcycling können mehr als nur ein Image zu transportieren, wie viele der fertig gekauften Produkte. Im Gegensatz dazu wird jedem Gegenstand, jedem Objekt und schließlich auch jedem selbst bearbeiteten Raum ein gewisses Plus mit eingebaut. Wenn sich der Mensch als Individuum mit seinen eigenen Händen mit einem Objekt beschäftigt, verleiht er ihm damit auch eine ganz neue, eigene Wertigkeit. Das veränderte Produkt einer Massenproduktion wird zum Unikat, es wird individualisiert und damit unbezahlbar. Es wird dem Kreislauf der Wirtschaft entrissen. Kein Image muss vermittelt werden und keine Kampagnen sind nötig um es zu einem vermarktbaren, verkaufbaren, konsumierbaren Produkt der Industrie zu machen. Auch die Anforderungen werden nicht zu hoch liegen, solange das selbst gemachte seinen Dienst erfüllt. Geht es kaputt, wird man nicht an Garantieansprüche denken, sondern reparieren und verbessern, man wird dabei eine neue Sorgfalt erlernen, neue Wertigkeiten entstehen. Zuletzt wird man sich mit dem selbst geschaffenen besser identifizieren können als bei einem Kauf, es ist nicht identitätsstiftend, es ist pure Identität, ein Teil seiner Selbst. Wir werden den Stellenwert von Produkten wieder entdecken, den wir zwar bereits wahrgenommen haben, der jedoch durch die Wegwerfgesellschaft weggeworfen wurde.
Abb. 14: DIY kann mehr als ein Image zu transportieren ; Quelle: Flickr.com
Neue Möglichkeiten der Know-How Vermittlung durch das Internet: Blogs, Foren, etc. Wie geht das? Wie kann ich das reparieren? Wie kann ich mir das selbst bauen? Diese Fragen werden heute durch etliche Anleitungen, die im Internet zur Verfügung gestellt werden, sehr schnell und präzise beantwortet. Die Verfasser von Artikeln und Editoren von Videoclips stellen dort ihr Wissen und ihre Erfahrungen kostenfrei zum Download bereit. So kann ich nun eine Modifikation oder Reparatur eines Produkts selbst vornehmen oder eine Anleitung finden, um mir ein Produkt selbst zu bauen. Ein paar gelungene und funktionierende Beispiele:
The Upcycle wurde aus der Not geboren bereits bestehendes anders wahrzunehmen. Out of the box, innovativ, inspirierend, sozial motiviert, kreativ, Technik und Design sind alle Begriffe, die unser Wesen darstellen. Was treibt uns an? Die einfache Tatsache, dass so viel Müll liegen bleibt um zerstört zu werden oder liegen bleibt um vergessen zu werden. Wir suchen neue Lösungen und Möglichkeiten um Abfälle in nützliche, effiziente und hinreißende Produkte umzuwandeln.
repaircafe.de/
theupcycle.nl/
Am 13. + 14. September 2014 veranstaltet die Messe Freiburg nach einer erfolgreichen Premiere 2013 erneut die FREI-CYCLE Designmesse für Recycling & Upcycling. Dahinter steht die Idee, Kunst & Design, nachhaltige Produktion und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden. Worum geht es? Freiburg – „The Green City“ – ist deutschlandweit bekannt für ihre NachhaltigkeitsPolitik und „grüne“-Szene. Die Designmesse FREICYCLE soll diesen Schwerpunkt mit dem Thema Recycling & Upcycling verstärken und junge Talente fördern. frei-cycle.de/
„Built more - buy less“ oder Konstruieren statt konsumieren ist der Titel des Blogs von Le Van Bo, dem Initiator der DIY-Initiative hinter dem Begriff „Hartz IV Möbel“. Autoren sind aber auch die vielen Mitglieder der “Crowd” um das Projekt herum. “Hartz IV Möbel”, das sind Selbstbauanleitungen für einfache Schreinerarbeiten mit dem Design der Moderne, die der Architekt Le Van Bo kostenlos unter die Leute bringt.
Bundesweit wird heute immer noch so abgerissen, dass gute, gebrauchsfähige Bauteile (Massenbauteile) recycled oder verbrannt werden. Ziel des Projektes ist es daher Impulse zum geregelten Rückbau und zum recyclinggerechten Planen und Bauen zu geben. Der Wiedereinbau zum gleichen Zweck oder die kreative Weiterverwendung von Baumaterial aus Sanierung, Abbruch oder Reste aus dem Neubau, stehen dabei im Vordergrund dieser Projektidee.
zweitleben.de/
bauteilnetz.de/ 21
Die Verbindung zur Architektur und unserer gebauten Umwelt besteht darin, dass die Arbeit mit dem Gebäudebestand längst zur „wichtigsten Aufgabe“ geworden ist, schreibt Muck Petzet in dem Buch Reduce Reuse Recycle.
Auch in unserer gebauten Umwelt wird der anhaltende Trend des „selber machens“ sich immer mehr Raum verschaffen.
Er schreibt weiter: Das Neubauvolumen macht jährlich nur noch 1% des Gebäudebestandes aus, 80% des Wohnbau-Budgets werden im Bestand ausgegeben. Es gibt laut ihm ein „zuviel an Architektur“. Im Bereich Architektur ist auch von der „Massenware“ der Nachkriegsjahre die Rede, diese haben ein extremes Imageproblem: Fehlplanungen im Städtebau und fast schon regelmäßig gleichartig auftretende Baumängel.
Für Gebäude und Räume gelten die selben Parameter wie für Produkte. Es geht im wesentlichen um Identität und Authentizität. Und was könnte mehr von eben diesen Attributen bieten als selbst produzierter Raum? Diese selbstgebauten Räume lassen mehr zu als eine geplante Nutzung wie sie durch ein konservatives, sehr genaues Planungsverfahren festgelegt wird. Klassische Raumnutzungen sind programmiert und die Räume somit meist nicht mehr andersartig nutzbar.
(vgl. Petzet/Heilmeyer 2012, S. 9)
Diese können als Sollbruchstellen betitelt werden, geplante Obsoleszenz sozusagen, wobei „geplant“ auch wörtlich genommen werden könnte, da jeder Bau ja wirklich aus einem Planungsverfahren hervorgeht. So ist beispielsweise jedes Flachdach aus dieser Zeit bereits neu abgedichtet, fehlender Kälteschutz wird nachgerüstet und gesundheitsschädliche Stoffe werden ausgebaut, kurz: Es wird grundsaniert, wenn nicht direkt abgerissen wird. Die aufkommende „Lebenszyklusanalyse in der Gebäudetechnik“ bewertetet den Abriss als denkbar schlechteste Lösung. Energetisch gesehen wird dadurch die gesamte zur Herstellung verwendete Energie freigesetzt und geht somit verloren, muss beim Neubau später erneut aufgewendet werden. „Alles ist besser als Abreißen“ fordern die Vorreiter in Sachen neue Lösungsansätze für die Gebäudesanierung der Zukunft. Sie ergänzen den Bestand mit weiterem Raum, beispielsweise durch eine weitere nutzbare Raum-Schicht im Zwiebelprinzip, eine Art Wintergarten anstatt nur Vollwärmeschutz in Form von Kunststoff auf Außenwände aufzubringen. Dieses Prinzip nennen sie „Sur plus“ - räumlichen und ästhetischen Mehrwert. (vlg. Petzet/Heilmeyer 2012, S. 13)
Der selbstgebaute Raum hingegen wird zum sozialen Gegenstand, zum Treffpunkt. Die Baustelle, also der Prozess rückt ins Zentrum des Interesse und nicht mehr der fertige Raum. Der fertige Raum, als abgeschlossenes Bauprojekt ist uninteressant, der Bestand ist von großem Interesse, darin wird ständig umgenutzt, verdichtet, ergänzt. Der Umgang mit dem Bestehenden ist kulturell und wirtschaftlich entscheidend für unsere Zukunft. (vgl. Petzet/Heilmeyer 2012, S. 9)
ODER ETWA NICHT? „Recycling ist nicht Architektur. Und es ist sicher keine Kunst.“ Behauptet C.C. Sullivan auf dem Blog Smartplanet.com. Doch er räumt ein: „Recycling, das stimmt, wird eine weitreichende Tätigkeit der Architektur und des Bauens.“ So werden reine Recycling-Projekte sich nicht als Architektur oder Kunst verstehen, sondern Recycling-Projekte werden für sich selbst stehen können und sich (wieder) etablieren. In einer Wirtschaft, die sich nicht mehr im Wachstum befindet muss auf Bestehendes zurückgegriffen werden. Das ist meiner Meinung nach auch ein Anzeichen für eine neue Entwicklung einer Gesellschaft. Bevor sich Neues entwickeln und durchsetzten kann, wird auf Altes und Bewährtes zurückgegriffen, das bereits funktioniert und etabliert ist. Klassiker werden mit neuen Techniken und Verfahren zitiert bevor sich dann neue Ideale bilden können. (vgl. Sullivan 2013, Blog-Post „Recycling is not architecture“)
Wir befinden uns mitten in einer Phase der Veränderung oder schon am Anfang einer neuen Industriellen Revolution. „Die Vorzeichen einer tiefgreifenden Veränderung der Ökonomie sind schon zu spüren“, postet Gunnar Sohn auf dem Blog The European. So stellt er fest, dass die klassische Industrie, die mit großen Stückzahlen produziert, und Fachwissen, Ausrüstung sowie Kapital erfordert und daher die Domäne von großen Unternehmen und ausgebildeten Spezialisten bleibt. (vgl. Sohn 2012, theeuropean.de)
Abb. 15: Gordon Matta-Clark, Splitting, 1974
Doch das ändert sich jetzt. Warum? Weil heutzutage immer mehr digital produziert wird: Physische Objekte entstehen zunächst als Entwürfe auf Bildschirmen, und diese Entwürfe können als Dateien online verbreitet werden. „In Fabriken und den Büros der Industriedesigner waren die Auswirkungen in den vergangenen Jahrzehnten bereits zu spüren, aber jetzt kommt die Entwicklung auch auf den heimischen Computern der Verbraucher und in den Kellerräumen an“, schreibt Chris Anderson in seinem neuen Buch „Makers“. (vlg. Anderson 2012, S.35)
Abb. 16: Gordon Matta-Clark, Bingo, 1974
experimenting is a way to keep yourself interested in a way to hopefully find new territory and new places to go. amon tobin / electronic music producer
NETZWERK ZUR SORTIERUNG VON DER MÜLLDEPONIE... Deponien im Projektgebiet in Tirol, Vorarlberg und Teilen von Bayern
Abb. 17: Deponien ; Quelle: Tiris Kartendienste ABFDP, ABFALLDEPONIE
Abb. 18: Mülldeponie in Chikmanglur, Indien, 2010 ; Quelle: valeinindien.blogspot.co.at
...ZUM RECYCLINGHOF Recyclinghöfe im Projektgebiet in Tirol, Vorarlberg und Teilen von Bayern
Abb. 19: Recyclinghöfe ; Quelle: Google Maps; Tiris Kartendienste
Abb. 20: Plastikmüll auf einem Recyclinghof in Berlin, Quelle: Johannes Eisele/AFP/Getty Images
DEPONIEN ENTSORGUNG
Verdachtsfl채chen
Verdachtsfl채chen nach Umwelt-Bundesamt
Altlast saniert
Bodenaushubdeponie BSCHB, BODENAUSHUBDEPONIE (INERTSTOFFDEPONIE) Quelle ABB: 21-24: Tiris Kartendienste
KREISLAUFWIRTSCHAFT VERWERTUNG
Bauschuttdeponie BSCHD, BAUSCHUTTDEPONIE
Bauschuttaufbereitungsanlage BSCHA, BAUSCHUTTAUFBEREITUNGSANLAGE
Recyclinghof / Problemstoffsammelstelle
RECYP, RECYCLINGHOF UND / ODER PROBLEMSTOFFSAMMELSTELLE
Einrichtungen kombiniert Abb. 25-28: Quelle :Tiris Kartendienste
BSCHB, BODENAUSHUBDEPONIE (INERTSTOFFDEPONIE) BSCHD, BAUSCHUTTDEPONIE
BSCHA, BAUSCHUTTAUFBEREITUNGSANLAGE RECYP, RECYCLINGHOF UND / ODER PROBLEMSTOFFSAMMELSTELLE
RECYCLING IN ÖSTERREICH Aufkommen, Veränderung und Funktion der Kreisluafwirtschaft in Österreich in den letzten 20 Jahren. Verwertung der gesammelten Güter, als Verwertung zählt auch eine „thermische Verwertung“ und die „Energetische Verwertung“ was faktische eine Verbrennung ist. Diese hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Der Anteil, der Verbrannt wird beträgt leider ca. 1/3 an der gesamten gesammelten Menge an Kunststoffleichtverpackungen (LVP).
stofﬂiche Verwertung Abfallbehandlung
brutto 1994 bis 2012, Holz, Metall, Leichtverpackungen, gelb ist der Anteil der thermisch und energetisch Verwertet wird.
ERFASSUNGSMENGEN ÖSTERREICH brutto 1994 bis 2012, Holz, Metall, Leichtverpackungen source: ARGEV Leistungsbericht 2012, Österreich
Wertig 300.000t
270.000t 240.000t 210.000t
Erfassungsmenge gesamt
180.000t 150.000t 120.000t
100% LVP - Energetische Verwertung
90.000t 60.000t 30.000t
LVP Metall Holz 1995
Abb. 31: Güterstromdiagramm, schematische Gesamtdarstellung der Sammel-, Erfassungs- und Sortierleistung der ARGEV 2006 © 2007 ARGEV Verpackungsverwertungs-Gesellschaft m. b. H.
Industrie & Gewerbe Sammlung ARGEV
Sammlung VHP
46 % stoffliche Verwertung 115.378
© 2007 ARGEV Verpackungsverwertungs-Gesellschaft m. b. H.
MVA Schrottverwertung
vertragliche Mitsammlung
MET Industrie & Gewerbe
HOLZ Industrie & Gewerbe
SKF stofflich
L(L)DPE Folien 27 % thermische Verwertung 66.561
MKF stofflich
z ur Ve r we r tung übe r ge be n
Leichtverpackungen Haushalt
LVP/MET Haushalt
NVP-Müll
Metallverpackungen Haushalt
GVK 13 % energetische Nutzung 32.085
MKF thermisch
ve r tr a gl i c he Mitsammlung
Alle Mengenangaben in Tonnen
14 % Abfallbehandlung 35.145
LVP Industrie & Gewerbe
Modul 7 NVP-Müll
HDPE GVK
PS/PP EPS
Sammlung und Erfassung von Leicht-, Metall- und Holzverpackungen 249.169
Modul 6 Materialverbunde stofflich ARO
Modul 3 Kunststoff
Erfassung MVA energetische Nutzung MVA
Abb. 12 » Güterstromdiagramm, schematische Gesamtdarstellung der Sammel-, Erfassungs- und Sortierleistung der ARGEV 2006
Materialverbunde thermisch ALUREC Materialverbunde
LEBENSZYKLEN Wir recyceln Dinge, die einem Lebenszyklus zugehörig sind. Teile von Städten, Objekten und Materialien: wenn wir über die Stadt reden, als etwas das recycelt werden kann, denken wir an Rhythmus, Lebenszyklen, Metamorphose. Recycling ist nicht nur das Wiederverwerten, wenn wir der Analogie aus der organischen Welt folgen, stellt es einen neuen Lebenszyklus dar. 100%
Abb. 32: OMA/AMO Roadmap 2050
WORLD ENERGY CONSUMPTION, TEMPERATURE, AND WORLD NATUREAL DISASTERS, GWP, GINI COEFFICIENT source: OMA / AMO, Roadmap 2050; OECD, Devided we stand; J. Bradlord Delong, UC Berkley
renewable energies: wind, solar, hydro, etc.
GINI: US GINI: IT GINI: DE GINI: SE
WAS IST ARCHITEKTUR O.M. Ungers Antrittsvorlesung, Sommersemester 1964
In den meisten ästhetischen Schriften wird die Architektur als eine „gebundene Kunst“ im Gegensatz zu den freien Künsten der Musik, Dichtung, Malerei und Plastik bezeichnet. Wenn man das passive Partizip Perfekt „gebunden“ mit dem aktiven Partizip Präsens „bindend“ erstetzt, so ändert sich der Sinn entscheidend. Architektur als bindende Kunst ist somit die aktive Kunst, Bindungen zu schaffen. Der Architekt als Erztechniker Archi bedeutet im Griechischen soviel wie „der erste, oberste“. In diesem Sinne könnte man den Begriff „Archi-tekt“ mit Erztechniker übersetzen. Zum Architekten gehört demnach die notwendige Befähigung, dauerhaft das Einzelne in einer übergeordneten Einheit zusammen zu bringen und ihm einer Zuordnung eine neue Bedeutung zu geben, die über die reine Zweckdiehnlichkeit hinausgeht. Technos - Handwerk, Wissenschaft, Kunst Der zweite Teil des Wortes leitet sich aus dem Griechischen „technos“ ab, das sich in unserem heutigen Verständnis von Technik erhalten, jedoch im Laufe der Zeit eine starke Umdeutung erfahren hat. Mit Technik bezeichnen wir heute lediglich die Verfahrensweise, d.h. die Mittel. die angewendet werden, um zu einem Ergebnis zu kommen. Zweckerfüllung, Materialgerechtigkeit und Gestaltung Wir können mit dem Begriff „Architektur“ jenen Vorgang bezeichnen, der das Handwerk, die Technik und die Kunst in einem gemeinsamen Willensakt vereint. Man könnte auch sagen, in der Architektur spielen drei wesentliche Forderungen eine Rolle: Zweckerfüllung, Materialgerechtigkeit und Gestaltung. Architektur als bindende Kunst Wenn man des passive Partizip Perfekt „gebunden“, mit dem wesentlich ein Zwang ausgedrückt wird, durch das aktivere Partizip Präsens „bindend“ ersetzt, so ändert sich des Sinn entscheidend. Architektur als bindende Kunst ist somit die aktive Kunst, Bindungen zu schaffen. Regeln und ihre Vorraussetzungen Natürlich stellt sich die Frage mit welchen Mitteln die Architektur dieser Rolle gerecht werden kann. Wie kann es ihr gelingen, ganz unterschiedliche Anforderungen und Probleme gewissermaßen zusammenzubinden? Ohne Regeln kann nichts zusammengefasst werden. Somit ist es eine der wesentlichen Eigenschaften der Architektur, Regeln aufzustellen. Alles ist Komposition Gegenstand einer Komposition kann also alles sein, ganz gleich, ob ein Zweck, eine Konstruktion, eine Fassade oder ein Raum dargestellt wird. Denn in der Komposition lässt sich alles und jedes aufeinander beziehen, und insofern ist die Fähigkeit zur Komposition eine der Grundvoraussetzungen geistiger Tätigkeit. Nichts Sinnvolles könnte bestehen ohne komponiert zu sein. Grundsätzliche Kompositionselemente: Rhythmus, Proportion, Symethrie, Achse, Kontrast (vgl. Ungers 1964, S. 12 -19)
ALLES IST RECYCLING SOMEONE HAS BUILT IT BEFORE Auf dem Blog `archidialog´ zeigt der Autor Eliin Bar Beispiele auf wo seiner Meinung nach „recycelt“ wurde: In pursuit of architects’ inspiration sources A blog where I trace the inspiration sources of architects. Each post will compare an architect‘s creation with its origins for you to judge. Tell us what you think ! About the Author Architecture is my profession as well as my favorite hobby. In my blog „ Architecture Dialog“ ( Archidialog.com), I wish to open a vital discussion about it. Architecture enthusiasts, practitioners and consumers, are welcome to join me on my one-of-a-kind journy through the unexplored wonders of the architecture realm. First , I take a crack at uncovering the inspiration sources of gifted architects. Eli Inbar is an accomplished architect who runs his own architecture firm in Jerusalem, Israel for 20 years now. He specializes in public establishments and hardlandscaping development.
Abb. 37: LeCorbusier - Maison Domino; Quelle: mfareview.wordpress.com
archidialog.com/ Abb. 38: LeCorbusier - Fünf Punkte zu einer neuen Architektur; Quelle: archidialog.com
Abb. 39: Eliin Bar - someone has build it bevor ; Quelle: eliinbar.files.wordpress.com
neue Kompositionselemente: Situation Heimat Region Identit채t Partizipation
ARCHITEKT, DER DER BERUFS IM PROZESS Ich versuche hier die Veränderung des Architekten-Berufes darzustellen. Sichtbar ist eine Entwicklung weg von der Arbeit in „Personalunion“ hin zum „spezialisierten Professionisten“.
Architekt, der der Erste, der Führer, der Tektoi der Bauleute aus dem griechischen: áρχή = arché, "Anfang", Ursprung, Grundlage, das Erste τέχνη = techne, Kunst, Handwerk‘ áρχιτέκτων = architékton, Oberster Handwerker, Baukünstler, Baumeister‘
LEDENGE: BERUF BILDUNG
„Baukunst“ Kunstakademien mit gestalterischen Aspek Entwurf, Architekturtheorie
Künstler, Bildhauer, Wissenschaftler Menschen als Einzelperson, schöpferisches Individuum.
Personalunion oberster Zimmermann Entwurf Statik Bauablauf
Militäringenieure (vgl. Vitruv) römischer Architekt Ingenieur Architekturtheoretiker „fabrica“ (Handwerk) und „ratiocinatio“ (geistige Arbeit)
Meisterprüfung befähigt als Architekt
mittelalterlicher Baumeister Gesellenprüfung als Steinmetz absolvierten zusätzliche Ausbildung magister operis Steinmetzhandwerk Bauhüttentradition
Ingenieur Technische Universitäten / Hochschulen
technisches Entwerfen von Gebäuden Bauleitung, Bauplanung, Bausführung Koordination, Terminen, Qualität, Baukosten
Vitruv (Marcus Vitruvius Pollio) römischer Architekt, Ingenieur und Architekturtheoretiker des 1. Jahrhunderts v. Chr.
Leon Battista Alberti italienischer Humanist, Schriftsteller, Mathematiker, Kunst- und Architekturtheoretiker sowie Architekt Geboren: 18. Februar 1404, Genua, Italien Gestorben: 20. April 1472, Rom, Italien Ausbildung: Universität Bologna
Architekt „der erste große Berufsarchitekt“, der nur als Architekt tätig war, ohne sich auf einem anderen Gebiet der Kunst hervorzutun. Geboren: 30. November 1508, Padua, Italien Gestorben: 19. August 1580, Maser, Italien
akademischer Architekt Universitäten Theorie und Wissenschaft spezialisieren auf Entwurf
Spezialisierung auf Bauaufgaben Verwaltungs- und Gewerbebau Kulturbau Wohnungsbau
Landschaftsarchitektur Beruf des Architekten
ökonomischer und technischer Fortschritts Architekturschulen und -akademien Bautechnologie akademische Disziplin
Fachhochschulen auf wissenschaftlicher Grundlage anwendungsorientierter Hochbau
neue Bauaufgaben Geschosswohnungen Feuerwehrwachen Schulen
Spezialisierung auf Leistungsphasen Entwurf Ausführungsplanung Ausschreibung Bauleitung Spezialisierung auf Nischen ökologische Bauen Sanierung von Altbauten
Innenarchitektur Fachhochschulen EXPERIMENTELLE ARCHITEKTUR aus dem Handwerk kommend auf die Umsetzung spezialisierte Bauunternehmungen Baumeister
The Design-Built Movement Universitäten, Hochschulen Facilitymanagement
aus dem Handwerk kommend auf die Umsetzung spezialisierten Bauunternehmungen
technische Mittelschulen praxisnah, aber weniger breit gefächert ausgebildet
Bauingenieurwesen Tragwerksplanung Tief- und Ingenieurbaues Bauleitung
Baumanagement Berufsakademien Colleges Koordination der Bauausführung komplette Planungs- und Ausführung
Bauphysik Fachhochschulen auf wissenschaftlicher Grundlage anwendungsorientiert
Le Corbusier Architekt schweizerisch-französischer Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner Geboren: 6. Oktober 1887 Gestorben: 27. August 1965 Ausbildung: Bauhaus
Jean Prouvé Architekt und Designer Kunstschmied, Architektur und neuartige Möbellösungen Produktionstechniken der Industrie auf Architektur übertragen herausragender europäischer Konstrukteur 8. April 1901 23. März 1984
rgetische Verwertung
UPCYCLING LEBENSZYKLUS Viele Produkte sowie Gebäudeteile und Materialien sind heute für eine sehr kurze Lebensdauer ausgelegt, diese Materialien könnten jedoch Problemlos weiterverwendet und wiederverwendet werden. In den letzten Jahren wurde aber eine Wiederverwertung immer mehr etabliert. Recycling wirbt mit einer ständigen 2005 Wiederkehr von2000 Rohstoffen in einem sich wundervoll erhaltenden Stoffkreislauf. Dahinter steht jedoch eine riesige Industrie die uns dazu anleitet, ständig Dinge wegzuwerfen. Diese werden dann recycelt - also wiederverwertet. So ist in den letzten Jahren ein eigener Industriezweig entstanden. Upcycling will diesen Trend kritisieren und versucht durch die Verlängerung der Lebenszeit diesen anhaltenden Trend auszubremsen.
Qualitäten werden zerstört, indem eine stoffliche Verwertung beim recycling stattfindet. Um diese zu vermeiden ist es nötig, genauer hinzuschauen und Qualitäten zu erkennen, die durch eine Rezyklierung zerstört werden. Denn beim Recycling zählt nur der Wert des Rohstoffs. Jegliche Zeit und Energie, die für eine Bearbeitung und Veredlung von Produkten und Materialien aufgewendet worden ist, geht verloren.
100% +Handel
+Arbeitskraft
+Energie +Material Herstellung
0% hohe Qualität
N RE NIE
NIE PO E D
hohe Qualität vermeindlich hohe Qualität geringe Qualität
Upcycling SOLLBRUCHSTELLE
Reusing Recycling Downcycling
Obsoleszenz Deponierung
NEWSPAPER BLACKOUT Ein Beispiel für Upcycling aus Literatur bietet die Kunstform des „Newspaper Blackout“. Der Rohstoff dafür stammt aus dem Papierkorb. Es wird zunächst eine Sortierung vorgenommen, dann neue Bezüge zwischen Wörtern geschaffen und sinnvoll zusammengesetzt. Letzter Schritt ist das obsolet machen des ursprünglichen Textes durch Schwärzen oder Überzeichnen der ursprünglichen Textpassage.
Abb. 33: Beschaffung des Ausgangsmaterials: Altpapier
Abb. 34: Bearbeitung der Texts: Sortierung
Abb. 35: Vernichten des Ursprungs: Blackout
Abb. 36: Sortierung nder Verkehrsschilder nach Farbe bzw. Autobahn oder Bundesstraße , Quelle: Gigon&Guyer
VERKEHRSHAUS DER SCHWEIZ Halle für Strassenverkehr, Luzern Annette Gigon / Mike Guyer Architekten Halle für Strassenverkehr als Ausstellungsgebäude für Autos, Motorräder, Lastwagen und Fahrräder; Fassadenhülle aus Verkehrsschildern, Ortsschildern und Hinweistafeln.
Orientierung 43
UPCYCLING ARCHITEKTUR VORGEHENSWEISE Die Methode des Upcyclings ist oft das Patchwork und die Kollage. Viele Objekte können als Ready-Made verwendet werden, andere brauchen eine intensive Auseinandersetztung und die einzelnen Schritte müssen in der Planung weiter vertieft und bedacht werden. Die lineare Vorgehensweise, die ich vorschlage, kann auch uminterpretiert und willkürlich gelesen werden. Eine Unterscheidung treffe ich jedoch für die Beschaffung und die Gestaltung, wobei nicht immer beides getan werden muss, jedoch gleich wichtig ist. Letztendlich dient diese Auflistung dazu, den Prozess verständlich zu machen: Es gibt kein Endprodukt, alles ist ein Prozess.
A BESCHAFFUNG
Obsolet werden
Durch Abriss oder Sanierung ausgemusterte, weggeworfene oder zu verschrottende Bauteile. Abgenutzte, alt gewordene, aus der Mode gekommene, wertlose Produkte die auf natürliche oder künstlich beeinflusste Art veraltet sind oder altern werden oft ausgetauscht, können aber problemlos auch weiterhin verwendet werden. Es ist wichtig ein guter Beobachter zu sein und ein Auge dafür zu entwickeln wo Bauteile mit Potential sich verstecken. Oft muss man aber auch nur seine Augen öffnen und findet direkt vor seinen Füßen ein achtlos weggeworfenes Objekt, das sich zu behalten lohnt.
Bauteile werden zunächst in Einzeilteile zerlegt. Dabei muss ein Augenmerk darauf liegen was für die Wiederverwendung wichtig ist und was nicht mehr gebraucht wird. Denn unwichtiges verbraucht bei den nächsten Schritten unnötig Kapazitäten. Beim mechanischen Zerteilen, zum Beispiel mit einer Säge oder einem Winkelschleifer, ist wichtig wo ein Bauteil zerteilt wird, um es später auch wieder ordentlich zusammenfügen zu können. Bei Schraubverbindungen ist das kein Problem, es sollten aber die nötigen Schrauben gesammelt werden.
Vor Ort werden Bauteile nach Qualität, Quantität und Verwendbarkeit untersucht. Gibt es Einzelstücke die sofort weiterverwendet werden können oder eine Vielzahl von Komponenten die erst verändert und angepasst werden müssen? Die Sortierung ist sowohl der Vorgang als auch das Ergebnis eines Auslesens und Ordnens. Wichtig ist die Zuordnung von Quantität und Qualtität der einzelnen Bauteile nach Material, Sorte und Sortiment. Das Ziel des Sortiervorgangs ist ein Bauteilkatalog, eine Liste oder Verzeichnis. Eine genaue Vermessung ist sowieso notwendig, am besten macht man sie ungehend ordentlich und nachvollziehbar.
Alle relevanten Bauteile müssen nun transportiert werden. Auf die Vermeidung von Transportschäden ist Acht zu geben um wichtige Teile nicht zu beschädigen. Die Logistik befasst sich mit Organisation, Steuerung, Bereitstellung, Optimierung und Sicherung von Prozessen der Güter-, Informations-, Energie-, Geldund Personenströme entlang der Wertschöpfungskette sowie der Lieferkette. Auch die Lagerung ist ein wichtiger Bestandteil der Logistik, denn die Lagerung braucht auch Raum und damit Energie.
Neue Lösungen müssen an bestehende Strukturen angepasst werden. Durch experimentieren und ausprobieren sollen flexible Lösungen erarbeitet werden. Bei einem optimierten Anpassungsprozess sollte der Bestand minimal verändert, aber maximal flexible Lösungen erzielt werden. Als Anpassungsfähigkeit, auch Adaptivität, Adaptabilität oder Flexibilität, wird die Fähigkeit zur Veränderung oder Selbstorganisation bezeichnet, dank der auf gewandelte äußere Umstände im Sinne einer veränderten Wechselwirkung zwischen (kollektiven) Akteuren untereinander oder ihrer Umgebung gegenüber reagiert werden kann. Es ist die Fähigkeit, sich auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten einer Umwelt einzustellen. Sie weist auf eine umstellungsfähige und wenig festgefahrene Bindungs- und Verhaltensstruktur hin (Opportunismus). Das Potenzial der Flexibilität liegt begründet in der Erweiterung des Aktionsraums, der die möglichen Handlungsalternativen in einer Entscheidungssituation umfasst, sowie in der Reduzierung der benötigten Zeit, einzelne Strategien und Aktionen umzusetzen und durchzuführen. Der Begriffskomplex ist eng mit dem Begriff „Lernen“ verwandt.
Möglichkeiten neuer Verwendungen müssen gefunden werden. Prototypische Objekte müssen hergestellt werden, aber auch die Abläufe müssen abgestimmt werden. Die neuen Lösungen müssen auch im Detail funktioneren.
Ziel der Rekombination ist es, gute Eigenschaften verschiedener Bauteile zu kombinieren. Im Optimalfall ergänzen diese sich, eine Verbesserung des Ausgangsobjekt ist das Ziel, eine Verschlechterung sollte vermieden werden. Es können möglicherweise einzelne Bauteile kombiniert werden, die eine gute Eigenschaften in sich tragen und nach der Veränderung können diese Bauteile ihre Eigenschaften ergänzen. Gute Rekombinationsfunktionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie zumindest die guten Eigenschaften des Bauteils erhalten und nicht so rekombinieren, dass diese Eigenschaften zerstört werden.
Oft genügen sehr geringe Änderungen, die jedoch einen hohen Mehrwert mit sich bringen. Mutation: Unter Mutation versteht man bei einem evolutionären Algorithmus die zufällige Änderung eines Genoms. Eine Mutation sollte idealerweise nur kleine Änderungen hervorrufen, jedoch in der Summe so viel, dass die Individuen über die Laufzeit eines evolutionären Algorithmus fast die gesamte Wertelandschaft abdecken, auf der optimiert werden soll. Am Anfang des Prozesses ist es deswegen günstiger, größere Änderungen zuzulassen, während im fortgeschrittenerem Stadium nur noch kleine Änderungen erlaubt sein sollten, um Individuen, die sich bereits nahe eins Optimums befinden, nicht von diesem Optimum wegzubringen.
URBAN MINING Es ist eine Idee, ein Konzept: Wir Menschen sitzen auf einem riesigen, von uns selbst geschaffenen Rohstofflager. Diese Rohstoffe – wie das Beispiel Kupfer zeigt – „lagern“ in Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten. Sie können als sogenannte Sekundärrohstoffe zurückgewonnen werden. Im Vergleich dazu ist die Gewinnung von Rohstoffen aus der Erde, von Primärrohstoffen, teuer, mühsam und umweltbelastend. Urban Mining verstehen heißt, zu wissen, dass unsere Rohstoffe nicht unbegrenzt vorhanden sind. Umso wichtiger ist es, die Stadt als Bergwerk zu begreifen. Und wie ein Bergwerk zu bewirtschaften. Urban Mining umfasst die Identifizierung anthropogener Lagerstätten, die Quantifizierung der darin enthaltenen Sekundärrohstoffe, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden technischen Rückgewinnungsvarianten und den derzeitigen und prognostizierten Erlösen sowie letztendlich die wirtschaftliche Aufbereitung und Wiedergewinnung der identifizierten Wertstoffe sowie die integrale Bewirtschaftung anthropogener Lagerstätten. Dabei wird der Mensch nicht nur als Verbraucher, sondern auch als Produzent wertvoller Ressourcen betrachtet. Die Stadt als Mine für Rohstoffe. Das ist Urban Mining. Wenn Rohstoffe immer knapper werden, warum nicht in Elektronikschrott oder abgerissenen Gebäuden danach suchen? Versteckte Quellen als alternative Stellen zur Schürfung. Das Ziel: Ein intelligenter Umgang mit Rohstoffen, der beim Design eines Produkts beginnt und eine effiziente Rohstoffrückgewinnung ermöglicht. Von der Kreislaufwirtschaft zur Rohstoffindustrie Das relevante Unterscheidungsmerkmal bei der Betrachtung urbaner Minen ist – im Sinne einer Lebenszyklusbetrachtung – der Zeitraum der Freisetzung der Ressourcen. D. h. der Zeitraum wann die, in Konsum- und Produktionsgütern verwendeten Rohstoffe, wieder zur Verfügung stehen. Hierbei lassen sich die verschiedenen Lager, je nach Verwendungszeitraum, in langund kurzfristige urbane Minen (Lager) unterscheiden. (vgl. www.urbanmining.at/facts-figures)
urbanmining.at/
Abb. 40: Urban Mining Lifecycle ; Quelle: urbanmining.at
Abb. 41: Urban Mining ; Quelle: fotolia.com / lassedesignen
INFORMELLE DACHSIEDLUNG ALS BEISPIEL FÜR DIE URBANE MINE In „Portraits from Above“ dokumentieren der Architekt Rufina Wu und der Fotograf Stefan Canham ein Phänomen der Stadtentwicklung Hong Kongs. Der Mangel an leistbarem Wohnraum führte zur Bebauung der freien und zugänglichen Dachflächen. Der Bau erfolgt ähnlich einem Slum in Eigenbauweise zum selbst bewohnen oder vermieten.
Abb. 43: informelle Dachsiedlung, Hong Kong ; Quelle: Wu/Canham, 2008
Abb. 42: Axo Dachsiedlung ; Quelle: Wu/Canham, 2008
Abb. 45: Axonometrien 1959 & 2008 ; Quelle: Wu/Canham, 2008
Abb. 44: informelle Dachsiedlung, Hong Kong ; Quelle: Wu/Canham, 2008
Abb. 46 & 47: informelle Dachsiedlung, Tai Tok Tsui Area, Hong Kong ; Quelle: Wu/Canham, 2008
NEW ARCHITEKTUR CODE Auf Grund des § 64 Abs. 4 in Verbindung mit Abs. 2 der Bauordnung für Wien, LGBl. für Wien Nr. 11/1930, in der Fassung der Gesetze LGBl. für Wien Nr. 12/1930, GBl. der Stadt Wien Nr. 1/1935 und 33/1936, LGBl. für Wien Nr. 17/1947, 45/1949, 16/1955, 28/1956, 14/1958, 31/1960, 16/1961, 3/1964, 10/1964, 9/1967, 13/1968, 6/1970, 15/1970, 25/1971, 6/1972, 28/1974, 18/1976, 11/1981,30/1984, 19/1986, 28/1987, 29/1987, 7/1990, 15/1991, 32/1991, 28/1992, 31/1992 und 34/1992 sowie der Kundmachung LGBl. für Wien Nr. 7/1960, 13/1985, 1/1986, 12/1986 und 8/1992 wird verordnet: § 1. (1) Die Baupläne müssen aus geeigneten, dauerhaft haltbaren Materialien bestehen. Die Abmessungen haben 210 mm x 297 mm zu betragen; größere Pläne sind nach diesen Abmessungen zu falten. (2) Vervielfältigungen dürfen nur nach einem Zeichen-, Druck- oder gleichwertigen Kopierverfahren hergestellt werden. Sie müssen lichtecht und beständig sein. § 2. (1) Der Maßstab von Lageplänen hat 1:200 oder 1:500 zu betragen. Sind große Flächen darzustellen, ist auch ein anderer Maßstab zulässig. (2) In jedem Lageplan ist die Nordrichtung zu kennzeichnen und der Maßstab anzugeben. (3) Im Lageplan sind darzustellen: 1. neu zu errichtende Baulichkeiten und Bauteile rot, 2. bestehende Baulichkeiten und Bauteile grau, 3. abzutragende Baulichkeiten und Bauteile gelb, 4. abzutragende und an derselben Stelle neu zu errichtende Baulichkeiten und Bauteile rotgelb schraffiert.
§ 3. (1) Das Bauvorhaben ist in Grundrissen, Schnitten und Ansichten im Maßstab 1:100 darzustellen. Soweit es zur Beurteilung erforderlich ist, sind wichtige Einzelheiten durch Sonderzeichnung in einem anderen geeigneten Maßstab auszuweisen. Der jeweilige Maßstab ist anzugeben. (2) In den Grundrissen und Schnitten sind darzustellen: 1. neu zu errichtende Baulichkeiten aus a) Ziegelmauerwerk rot, (…) f) andere Baustoffe in einer anderen Farbtönung, die in einer Legende auszuweisen ist; 2. bestehende Bauteile grau, 3. abzutragende Bauteile gelb, 4. abzutragende und an derselben Stelle neu zu errichtende Bauteile in der in Z 1 festgelegten Farbe mit gelber Umrahmung. (3) Neue Raumwidmungen und Raumflächen sind rot, aufgelassene gelb zu unterstreichen. § 4. Wenn es für die eindeutige Beurteilung notwendig ist, sind bei Abweichungen von bewilligten Bauvorhaben abzuändernde Grundrisse, Schnitte und Ansichten zur Gänze gelb zu durchkreuzen und die geplanten Abweichungen wie ein neues Bauvorhaben gesondert darzustellen. § 5. Diese Verordnung tritt mit 1. März 1993 in Kraft. Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung der Wiener Landesregierung über den Maßstab, die Ausfertigung und die Beschaffenheit der Baupläne, LGBl. für Wien Nr. 44/1930, außer Kraft. (vgl. Verordnung der Landesregierung über Baupläne ; Wien, 07.01.1993)
Vorschlag zur Ergänzung: Wiederzuverwendende Bauteile in orange = C=0 M=50 Y=100 K=0
Abb. 48: Ausf端hreungsplan ; Quelle: start-arch.at
BEGRIFFSBESTIMMUNGEN Die folgenden Begriffe sind eng verkn端pft mit der neu aufkommenden Gesellschaft der Selbermacher, Re- & Upcycler
Arrangement Die materiellen Architekturen des DIY sind wandelbar. Ihre zeiträumliche und materielle Ordnung beruht auf dem Arrangement. Situationen und Atmosphären werden durch den schnellen und gekonnten Zugriff geformt: Beschaffen, Hinstellen, Zusammenfügen, Zurichten, Benutzen, Verschieben, Trennen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Körper, um die herum und denen zugeneigt -> Dinge zu visuellen und haptischen Körperarchitekturen arrangiert werden. Vorläufige Angänge, Unabgeschlossenheit sind Programm. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013 B
Bauteilnetz z.B. Bauteilnetz Deutschland: Es ist ein bundesweites Kooperationsprojekt. Die langjährigen praktischen Erfahrungen der Initiatoren im Bereich der Kommunikation, Logistik und Präsentation rund um das Thema der Wiederverwendung guter, gebrauchter Bauteile wurden in den letzten Jahren weitergegeben. Neben einer breit gefächerten Öffentlichkeitsarbeit, der Einrichtung einer Internet-Informationsplattform und eines Bauteilkataloges wurden neue Bauteilager/-börsen im Aufbau unterstützt und beraten. Durch die Wiederverwendung möglichst vieler gut erhaltener, gebrauchter Bauteile soll im wesentlichen Abfall vermieden, Energie eingespart und CO2 gemindert werden. http://www.bauteilnetz.de/bauteilnetz/website/stdws_thema/bauteilnetz.html
Chaos Das Chaos ist ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung und damit der Gegenbegriff zu Kosmos, dem griechischen Begriff für die (Welt-)Ordnung. In der Theogonie des griechischen Dichters Hesiod (ca. 700 v. Chr.) ist das Chaos der Urzustand der Welt: „Wahrlich, zuerst entstand das Chaos und später die Erde...“ (Vers 116). Seit dem 17. Jahrhundert bezeichnet Chaos in der Alltagssprache die Unordnung, das Gewirr, das Durcheinander (etwa eines unaufgeräumten Zimmers). Die Bezeichnung Chaot wird in der Regel abwertend und polemisch verwendet. Im Alltag bezeichnet man damit meist einen sehr unordentlichen und schlecht organisierten Menschen. Des Weiteren dient das Wort „Chaot“ (aber auch „Krawallmacher“) als politischer Kampfbegriff, um gewaltbereite soziale Gruppen zu bezeichnen (…)
Vor allem Anarchisten, Autonome und Punks werden in der politischen Auseinandersetzung abwertend als „Chaoten“, wahlweise auch als „gewaltbereite oder gewalttätige Chaoten“, bezeichnet. Die Punkszene bezieht sich selbst positiv auf den Begriff und veranstaltete seit den 80er Jahren mehrmals sogenannte „Chaostage“. wikipedia.org/wiki/Chaos
Coworking Coworking ist eine neue Form der Verräumlichung von Arbeit. Während es in früheren Phasen der Industriegesellschaft vorrangig große und fest strukturierte Organisationen gab, in denen das Arbeitssubjekt einen festen Platz und die Aussicht auf lange und planbare Beschäftigung hatte, ist diese Form zunehmend in Auflösung begriffen. Im Gegenzug entstehen verstärkt kleine, flexible Einheiten und eine andere Realität und Subjektivität von Arbeit. Es wächst die Gruppe von kreativen Projektarbeitern, die temporär begrenzt Aufträge bearbeiten. Die sind meist jung, räumlich ungebunden und gestalten ihre Arbeitszeit selbst. Ihre Notebooks führen sie stehst mit sich. Ihre Daten sind in einer Cloud gespeichert und überall zugänglich. Das Coworking ist das räumlich-soziale Arrangement, das in diesem Kontext gedeiht. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
C2C Das Cradle to Cradle-Konzept (engl., dt. sinngemäß Von der Wiege zur Wiege) beschreibt eine Form zyklischer Ressourcennutzung, in dem Produktionsweisen am Erhalt geschöpfter Werte ausgerichtet sind. Analog dem Nährstoffzyklus der Natur, in dem „Abfälle“ eines Organismus von einem anderen genutzt werden, sollen in der Produktion Materialströme so geplant werden, dass Abfälle sowie eine ineffiziente Nutzung von Energie vermieden werden. Das Cradle to Cradle-Konzept wurde 2002 von Michael Braungart und William McDonough entwickelt[1]. Das Konzept basiert auf einem Begriff, der in der 1970ern durch den Schweizer Architekten Walter R. Stahel eingeführt wurde. „7Rs Golden Rule“ ermöglicht werden. Sie sind ein Muss für nachhaltige Entwicklung und stehen für: reduction (Reduzierung), reusing (Wiederverwendung), recycling (Wiederverwertung), recovering (Wiederherstellung), rethinking (Umdenken), renovation (Erneuerung) und regulation (Regulierung). wikipedia.org/wiki/Cradle_to_Cradle
Natürliche Ressourcen galten lange Zeit als unerschöpflich und wurden infolge der ersten industriellen Revolution, des technologischen Fortschritts und der wachsenden Nachfrage in immer größerem Stil genutzt und abgebaut. Es etablierte sich ein System, das nimmt, 53
produziert und wegwirft und als Materialfluss „Von der Wiege zur Bahre“ bekannt ist. Obwohl heute Klarheit über die Endlichkeit der natürlichen Ressourcen und die Folgen des massiven Abbaus besteht, produziert die Industrie nach wie vor nach diesem Prinzip. http://epea-hamburg.org/de/content/hintergrund-visionen D
Dilettanten Ein Dilettant zu sein, heißt, sich an etwas zu versuchen. Dilettanten tun etwas aus Freude oder Leidenschaft. Sie sind keine Fachleute. Sie bewegen sich außenhalb vorgebahnter Wege und der Verbindlichkeit professioneller Normen. Sie beginnen mit allem, was sie tun, neu. Im Dilettantismus des DIY gibt‘s ein Ethos des Anfangs. Man findet ein Muster und baut es nach, wobei man variiert, man adaptiert. Man kopiert nicht und lässt damit das industrielle Telos der massenhaften seriellen Produktion exakt gleicher Dinge hinter sich. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
Downcycling Bei vielen Recyclingkreisläufen sinkt mit jeder Verarbeitungsstufe das Wertniveau des Recyclats (z.B. Fasern werden kürzer, Kunststoffmoleküle werden brüchig). Mit fortschreitender Anzahl der Wiederverwertungszyklen verschlechtert sich so die Qualität oder müssen vermehrt Primärrohstoffe zugegeben werden (Kaskadenprinzip). http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/downcycling.html
DIY Es gibt viele Arten und Weisen, Dinge selber zu machen. Es ist wirtschaftliches und soziales Handeln, das sich der Warenförmigkeit zu verweigern sucht. Bei DIY geht es auch um den Versuch, Orte zu schaffen, an denen ein anderes Arbeiten, Wirtschaften, Miteinander möglich ist. Diese Orte entstehen im Hochbetrieb der Normalität. Es wird nicht ers „die Gesellschaft verändert“. Es wird direkt etwas unternommen. Dadurch bilden sich freie(re) Räume. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
DIT 54
Entschleunigung Die Zeitdimensionen sind faszinierend für hochgradig virtualisierte Individuen, für die alles gleichzeitig möglich und steuerbar scheint, nicht zuletzt, weil sie erkennen lassen, dass wir selbst in Lebenszyklen eingebunden sind und dass es klug ist, sich den Gegebenheiten gelegentlich einfach hinzugeben. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
FabLab FabLabs sind offene Hightech-Werkstätten, ausgestattet mit computergestützten Maschinen wie CNCFräsen, 3D-Drucker, Lasercutter. Ein FabLab verspricht, im Kleinen das produzieren zu können, was sonst nur in der Fabrik gefertigt werden kann. Vom Konsumenten wieder zum Produzenten zu werden, das ist der Traum. Mitunter geht es auch darum, eine größere Unabhängigkeit durch weniger Konsum und mehr Reparatur zu ermöglichen. Das erste FabLab entstand 2001 am Massachusetts Institut of Technology (MIT). Neil Gerstenfeld entwickelte dort unter der Fragestellung „Was brauchen wir, um `fast´ alles herstellen zu können und möglichst viele Materialien auf möglichst vielfältige Weise bearbeiten zu können?“ gemeinsam mit Studierenden das entsprechende Maschienenset. FabLabs changieren zwischen Entwicklungslabor und Werkstatt. Bisweilen verstehen die Betreiber ihre technologischen Ambitionen auch als bürgerschaftliches Engagement, für manche zeichnet sich in FabLabs gar eine postkapitalistische, auf Kooperation basierende Produktionsweise ab. FabLabs werden insbesondere von Bastlern und Makern bevölkert, sie sind bei Männern deutlich beliebter als bei Frauen. Die Mitglieder bewegen sich zwischen technikaffin und techikgläubig. Wichtig sind ihnen OpenSource, Open Design und die Demokratisierung der Produktionsmittel. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013 G
Gentrifizierung Steigende Immobilienpreise, Verdrängungsprozesse, Austausch von sozialen Milieus, Homogenisierung: Phänomene wie diese beschreiben den Prozess der Gentrifizierung.
Genius Loci In der Architektur bezeichnet der Begriff auch die baulichen Vorgaben und Merkmale eines Ortes, welche maßgeblich entwurfsbestimmend sein können. Denn jedes Grundstück definiert sich zunächst aus seiner Lage und der Einbettung in seine Umgebung, hieraus gewinnt es seine Wertigkeit, seinen Charakter und seine Nutzungsmöglichkeiten. Aber der genius loci setzt sich nicht allein aus Bodenbeschaffenheit, der Größe eines Areals und anderen messbaren Faktoren zusammen, sondern beinhaltet vielmehr die Atmosphäre und Aura eines Ortes. In diesem Sinne ist der genius loci ein Konstrukt, in dem Wissen, Erinnerung, Wahrnehmung und Deutung als interpretative Leistung des menschlichen Geistes verschmelzen. Um eine ausgefallene Bebauung mit eigenem Charakter und Ambiente zu erzielen, wird der genius loci oftmals in den Entwurfsprozess für ein Gebäude einbezogen. Insbesondere bei der Einbindung historischer Bausubstanz spielt der genius loci eine wichtige Rolle in der Architektur, wenn es gilt die Anknüpfungspunkte die ein Ort bietet, aufzugreifen und in die Zukunft zu überführen. Etwa bei der baulichen Umwidmung alter Kirchenbauten. „Die Palette dessen,“ so Robert Kozijanic, „ was Genius loci sein soll, reicht dabei von der rein metaphorischen und rhetorischen Bedeutung des Wortes über die geschichtliche eines an einem Ort erscheinenden „Zeitgeistes“ und eines soziokulturell konstruierten „Ortsgeistes“, ferner über die Bedeutungen von ökologischen, ästhetischen und synästhetischen Qualitäten von Orten bis hin zu ortsgebundenen „Energiefeldern“ und „ortsansässigen“ Naturgeistern“.
für den Betrieb pro Jahr benötigt wird. Bauen Sie umweltverträglich! Der Aufbau eines Holzhauses benötigt nur rund 3/4 der Energie eines Massivbaus (jeweils ohne Betrachtung des Kellers). Für die Herstellung von Polystyrol (EPS) werden rund 500 kWh pro m³ benötigt, für Zellulosedämmung unter 100 kWh/ m³. http://www.energiesparhaus.at/fachbegriffe/graue_energie.htm
Handwerk Handwerk gilt auch als Lebensform. Handwerkern wird der Wunsch nachgesagt, eine Sache um ihrer selbst willen so gut wie möglich zu machen. Geduld und Konzentration heißen die entsprechenden Tugenden, mit denen zu Werke gegangen wird. Die Arbeit hat ihre subjektive Zwecknutzung in sich selbst, statt nur den Lebensunterhalt sichern zu sollen. DIY verhilft dem Handwerk zu einer neuen Wertschätzung. Die Philosophin Christiane Ax betont die Bedeutung des Handwerks für eine Nachhaltige Ökonomie, die vergleichsweise weniger Ressourcen verbraucht. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
Robert Kozijanic: Der Geist eines Ortes. Kleine Kulturgeschichte des Genius Loci. Unveröffentlichtes Vortragsmanuskript http://www.geocities.com/sallustiusde/Genius.htm
graue Energie Auch beim Hausbau ist die graue Energie oft beträchtlich, da für Herstellung und Transport der Baumaterialien Energie aufgewendet werden muss. In einem konventionellen Haus verbraucht man in 30 bis 40 Jahren für die Beheizung die gleiche Energiemenge, wie zur Herstellung nötig ist. Insbesondere bei energetisch sehr guten Häusern (z.B. bei Passivhäusern) sollte die graue Energie besonders beachtet werden, weil diese Häuser im Betrieb sehr wenig Energie benötigen und - relativ gesehen - mehr Energie bei der Errichtung benötigt wird als beim Betrieb. Geben Sie heimischen Produkten den Vorzug gegenüber importierten Produkten! Überlegen Sie sich Neuanschaffungen gut und achten Sie auf Langlebigkeit und Reparaturmöglichkeit! Die Herstellung eines neuen Kühlschranks oder einer Waschmaschine benötigt etwa 7 mal soviel Energie, wie
Improvisieren DIY-Projekte sind nicht in erster Linie durch Planung, Institutionalisierung und Routinisierung bestimmt. Vielmehr werden Antworten auf Unbestimmtheit in der Improvisation gesucht. Den großen Plan und oft auf die dauerhafte Zuständigkeit gibt es hier nicht und Hierarchie nur begrenzt. Es gibt immer etwas zu tun. Es tauchen ständig Probleme auf, die ein Ausprobieren in Gang setzten. Man weiß im Vorhinein nicht wohin ein eingeschlagener Pfad führt, man erfährt es unterwegs. Fehler werden toleriert, Scheitern ist erlaubt. Irgendwie wird es schon. Genau so auch die Architektur der Dinge, mit denen ebenfalls Improvisiert wird. Sie sind hier aus dem Zwangskorsett der Eindeutigkeit entlassen. Man traut ihnen vieles zu. Je nach Bedarf und Wunsch werden sie zusammengesucht, zusammengebaut und genutzt, mit einem ästhetischen Gespür. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
Kreislaufwirtschaft Der weltweite Rohstoffhunger treibt die Nachfrage nach aufbereiteten Wertstoffen in die Höhe. Bereits heute bezieht die deutsche Industrie 15 % ihres Rohstoffbedarfs von der Recyclingindustrie. Insbesondere im Bereich Elektroaltgeräte will die Branche über neue Erfassungssysteme weitere Potenziale heben. Die Recyclingwirtschaft gewinnt in Deutschland rasant an Bedeutung. „In etwa zehn Jahren wird die „Green Economy“ und damit die Recyclingwirtschaft hierzulande größer sein als die Automobilindustrie. Dies zeigt die enorme wirtschaftliche Macht dieses Industriebereichs“, prognostizierte Eric Schweitzer im Gespräch mit den VDI nachrichten. Weltweit, so das Vorstandsmitglied der Berliner Alba Group und Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung, Berlin, würden sich die Märkte der Green Economy bis zum Jahr 2020 verdoppeln. Diese Entwicklung biete der deutschen Kreislaufwirtschaft und der sie beliefernden Maschinen- und Anlagenindustrie große Chancen. Schweitzer: „Deutschland hat bei hochmodernen Aufbereitungs-, Sortier- und Recyclinganlagen heute einen Weltmarktanteil von 25 %. Und der Bedarf an dieser Technik wird weiter stark wachsen.“ Denn die deutsche Industrie bezieht beispielsweise nach Aussage des Alba-Vorstands bereits heute 15 % ihres Rohstoffbedarfs von der Recyclingindustrie. Alleine sein Unternehmen gewinne jährlich mehr als 7 Mio. t Rohstoffe aus Abfällen, um sie der produzierenden Industrie zur Verfügung zu stellen. http://www.ingenieur.de/Branchen/Abfallwirtschaft/Recyclingwirtschaft-setztHoehenflug-an
Gebäude und bauliche Anlagen verursachen infolge ihrer Herstellung, Errichtung, Nutzung und Bewirtschaftung heute ca. 30% der Energie- und Stoffströme sowie der Wirkung auf die Umwelt. Lebenszyklusanalyse in der Gebäudetechnik, Detail Green Books, München, 2009 M
Maker Maker benutzen computergesteuerte Werkzeuge, entwerfen am Bildschirm und nutzen zunehmend DesktopWerkzeuge für die Fertigung. Sie gehören zur WebGeneration, stellen ihre Entwürfe automatisch online, entwickeln sie in Online-Communitys weiter und nutzen genormte Dateistandarts, um sie vom kommerziellen Dienstleistern produzieren lassen zu können (Makers, Anderson 2013, S.33). Sie verstehen sich selbst als Protagonisten der dritten Industriellen Revolution und arbeiten daran, den Herstellungsprozess von digitalen Produkten anzunähern. Die digitale Hightech-Fertigung werde es erlauben, „nach Bedarf große Fabriken für die eigene Herstellung zu nutzen“. Oder auch eigene Fabriken zu gründen -> FabLabs. Anderson nennt das, den Geist des DIY zu industrialisieren. Sie optimieren das industrielle Prinzip, sie stellen es nicht, wie DIY/DIT, infrage. Makers, Anderson, Hanser, München 2013
Logo Jedes Projekt hat eines. Ohne Marke geht nichts.
Lebenszyklusanalyse Die Anforderungen an Gebäude sind massiv gestiegen. Schon in der Planung müssen Themen wie Klimawandel, Ressourcenschonung, demographischer Wandel und Wertstabilität berücksichtigt werden. Auch der Zeitliche Horizont hat sich erweitert: Neben Bauphase wird zunehmend der gesamte Lebenszyklus von Gebäuden , einschließlich der Wartung, Instandsetzung und des Rückbaus, zum Gegenstand der Planung. Gebäude sind langlebige Güter, die im Normalfall die Lebenserwartung ihrer Erbauer und Nutzer um ein Vielfaches übertreffen. Die Ressourceninanspruchnahme, die resultierende Wirkung auf die Umwelt sowie die Kosten, die sie im Lauf ihrer Nutzungsdauer verursachen, übersteigen diejenigen, die durch die Herstellung und Errichtung entstehen. Dies trifft insbesondere auf den Energieaufwand und die CO2-Emissionen zu. 56
Postwachstum Wachstum gehört zu den wirkungsmächtigsten Konzepten und Versprechen der spätindustriellen Gesellschaft. Wer Wachstum beschleunigt und hohe Raten verzeichnet, dem steht angeblich die Zukunft offen, der mehrt den Wohlstand. Wachstum wird als magische Formel gehandelt, auf Wachstum beruht die sozialstaatlich eingebettete Übereinkunft zwischen Kapital und Gewerkschaften, es liefert das Skript der Umverteilungkämpfe der letzten Jahrzehnte. Wirtschaft ohne Wachstum kann sich heute kaum jemand vorstellen, aber stetiges Wachstum setzte die grenzenlose Tragfähigkeit der Erde voraus. Diagnostiziert werden nicht nur „Peak Oil“ und „Peak Soil“ sondern gleich „Peak Everything“. Die westlichen Gesellschaften benötigen also neben neuen Institutionen auch neue Wohlstandmodelle und - Indikatoren: Kooperation statt Konkurrenz, weiterverwenden statt wegwerfen, weniger kaufen, dafür gemeinschaftlich nutzen, lokale Vielfalt genießen, teilen, schenken, leihen. Sie haben verstanden, dass Postwachstum nicht nur demokratisch legitimiert, sondern auch partizipativ organisiert werden muss. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
Postindustrielle Gesellschaft In der sozialistischen Wirtschaftslehre: Begriff für eine Gesellschaftsform, in der die industrielle Produktion (Industriegesellschaft) nicht mehr das bestimmende und strukturprägende Prinzip ist. Der US-amerikanische Soziologe Daniell Bell, Mitbegründer der Theorie von der „nachindustriellen Gesellschaft“ formuliert für diese folgende Merkmale: 1. Wandel von einer warenproduzierenden Wirtschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft; 2. Vorrangigkeit der professionellen und technischen Klassen in der Gesellschaft; 3. zentrale Bedeutung von theoretischem Wissen als Quelle für Innovation und politischer Entscheidungsfindung in der Gesellschaft; 4. Schaffung einer neuen und intelligente Technologie; 5. Möglichkeit eines autarken technologischen Wachstums. Nach seinem Konzept ist das Privateigentum an den Produktionsmitteln nur eine rein juristische Fiktion. Ähnliches vertrat Hermann Kahn. US-amerikanischer Politikwissenschaftler, Kybernetiker und Futurologe, ein führender Begründer der Theorie von der „nachindustriellen Gesellschaft“ (Ende der 60er Jahre). Hierbei wird auf einen scheinbar steigenden Wohlstand gesetzt. Neue gesellschaftliche Beziehungen und politische Strukturen sind deshalb nicht mehr durch Eigentumsverhältnisse, sondern durch „Wissen“ geprägt. Diese Thesen gehen von den scheinbar grundsätzlichen Veränderungen in der Produktion aus. Doch alle Entwicklungen durch die Mikroelektronik haben sich durch das Diktat industrieller Produktionsmethoden, Organisationsformen der Produktion und Rationalisierung wieder nur als Weiterentwicklung der industriellen Produktion erwiesen.
Ready-made Andre Breton definierte 1934 den Begriff Ready-made als „Vorfabrizierte Objekte, die die Würde eines Kunstwerks erlangt haben durch die Wahl des Künstlers“. Die Begriffentstehung des Ready-mades geht auf Marcel Duchamp zurück. Ab 1913 erwarb er die Alltagsgegenstände und stellte sie in seinem Atelier auf, zur gleichen Zeit fragte er sich: „Kann man die Werke machen, die nicht „Kunst“ sind?“. (Aue 1992, S.6) Von 1915 an bezeichnete Duchamp die industriell produzierten Objekte, die er auswählte, um sie als Kunstwerke auszustellen, als „Ready-mades“. Jedes Ready-made ist anders. Der gemeinsame Charakter besteht nur darin, dass sie industriell, meistens seriell hergestellt sind. Es werden Gegenstände, die fast kaum Bearbeitungen durch den Künstler erfahren, zu Kunst erklärt. Das Entscheidende bei Ready-mades ist, dass sie von Künstler nicht geschaffen, sondern gesehen und ausgewählt werden. Durch die Einführung der Ready-mades in der Kunst, wurde eine neue Betrachtungsweise entwickelt. „Der Künstler wechselt die Seite, er wird vom Schöpfer zum Betrachter, der - statt etwas Neues zu schaffen - eine neue Sichtweise für etwas schon Vorhandenes findet.“ (Daniels 1992, S. 213) Der Schöpfungsprozess der Künstler wurde durch deren Findungsprozess ersetzt. Der Akt der Wahl wird zu einem Entscheidungsprozess, da der Künstler Gesehenes als Kunstwerk identifizieren muß, so Duchamp. http://artemak.hfg.edu/index.php/Begriffe:Ready-made
http://www.wirtschaftslexikon.co/d/postindustrielle-gesellschaft/postindustrielle-gesellschaft.htm
Recycling Postfossile Zukunft Die Beschäftigung mit der Vision einer postfossilen Welt ist eine Notwendigkeit. In aller Kürze lassen sich die strukturellen Mängel der heutigen Energieversorgung so beschreiben: sie ist nicht nachhaltig, weil sie im Wesentlichen auf der Nutzung nicht erneuerbarer fossiler oder nuklearer Energiequellen beruht; sie ist nicht zukunftsfähig, weil sie durch das Verbrennen von Kohlenstoff die Atmosphäre belastet und das Klima aufheizt; sie ist nicht gerecht, weil nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung den größten Anteil am Energieverbrauch hat; sie ist außerdem nicht gerecht, weil der Energieverbrauch der gegenwärtig lebenden Generation die Chancen der kommenden Generationen mindert. Das fossile Zeitalter geht seinem Ende entgegen, es wird nur wenige Jahrhunderte gedauert haben. Wir stehen gerade am Beginn der Transition in eine postfossile Welt. Es ist daher nicht verfrüht, sich gedanklich mit der postfossilen Welt zu beschäftigen. Es stellt sich die Frage, wie diese aussehen wird. Visionen der postfossilen Energiewelt, Jörg Schindler, Ludwig-BölkowSystemtechnik GmbH, Ottobrunn
Recycling ist die stoffliche Verwertung von bereits genutzten Rohstoffen, Materialien oder Produkten. Neben der reinen stofflichen Verwertung sind auch Mischformen aus stofflicher und energetischer Verwertung möglich. Eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Verwertung findet erfahrungsgemäß dort ihre Grenzen, wo der Aufwand für Sammlung, Reinigung und Aufbereitung von Abfällen ein höheres Ausmaß an Emissionen oder anderen Umweltbelastungen nach sich zieht, als das bei Einsatz von Primärmaterialien der Fall wäre. http://www.umweltbundesamt.at/umweltsituation/abfall/behandlung/recycling/Recyclingwirtschaft
Repair Cafe Repair Cafés sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputte Dinge reparieren. An den Orten, an denen das Repair Café stattfindet, ist Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen vorhanden. Zum Beispiel für Kleidung, Möbel, elektrische Geräte, Fahrräder, 57
Spielzeug und vieles mehr. Vor Ort sind auch Reparaturexperten zugegen: Elektriker, Schneiderinnen, Tischler und Fahrradmechanikerinnen. Im Repair Café lernen Menschen, Gegenstände auf andere Weise wahrzunehmen. Und sie ganz neu wertzuschätzen: Das Repair Café trägt zu einer Mentalitätsveränderung bei. Diese ist dringend nötig, wenn Menschen für eine nachhaltige Gesellschaft eintreten sollen. http://repaircafe.de/
Raumwiderstand Der Raumwiderstand definiert, wie viel Zeit und Energie und Geld ich brauche, um eine bestimmte Entfernung zu überwinden. Den Aufwand für die Überwindung von Entfernungen nennen wir Raumwiderstand. Das Gefühl, dass Raum und Zeit einen Widerstand bedeuten, ist dem Menschen eigen. Und so alt wie die Menschheit ist der Versuch, diesen Widerstand zu reduzieren.(1) Der Raumwiderstand hat folgende Komponenten: - zeitlich: wie viel Zeit wird gebraucht? - energetisch: wie viel Energie wird gebraucht? - wirtschaftlich: was kostet das? (1) „Die Antiquiertheit des Menschen. Zweiter Band: Über die Zerstörung des Lebens im Zeitalter der dritten industriellen Revolution“ mit seiner Parabel „Der Hiob von heute“ anschaulich gemacht; Günther Anders 1980, S. 339 ff. S
Subsistenz Kann man hier und heute seinen Lebensunterhalt durch andere Tätigkeiten als durch Lohnarbeit bestreiten, kann man sich vom Geldbedarf unabhängiger machen und sich als tätiger Mensch ins Recht setzten? Gibt‘s es auch in industrialisierten und urbanisierten Gesellschaften Möglichkeiten einer neuen Subsistenz, die die Menschen weniger konsumabhängig und zugleich fähiger macht, für sich und andere selbst zu sorgen?Diese Frage wird von den Protagonisten des DIYklar mit „Ja“ beantwortet. Im Selbermachen kündig sich ein neues Verhältnis zu Subsistenz an: Wenn Haushalt und Handwerk nicht mehr als unmodern gelten, sondern Gärtnern, Einkochen, Stricken, Bauen als Avantgarde, wenn schließlich als öffentlich reklamierbares Kriterium für Lebensqualität gilt, dass man Dinge selber herstellen kann bzw. herzustellen weiß, wenn Dinge länger genutzt und aus Wohlstandsmüll Gebrauchsgüter werden, hat das womöglich weitreichende gesellschaftliche Folgen. (Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013)
Stoffkreislauf Nur wer nichts macht, macht keinen Abfall. Die Bauwirtschaft bewegt riesige Materialmengen. Dabei entstehen jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Bauabfälle. Das ist vier Mal mehr als der Schweizer Siedlungsabfall. Vom Abfall zum Glücksfall* Wenn Abfall zu neuem Baumaterial verarbeitet wird, spart das Rohstoffe. So werden beispielsweise unsere Kiesvorkommen geschont, wenn du Recyclingkies statt Wandkies verwendest. Wird Abbruchmaterial recycliert, muss es nicht deponiert werden. Damit sparst du teuren Deponieraum. Aus alt wird neu. Rund 65% eines Gebäudes könnten als Recyclingbaustoffe wieder für neue Bauten verwendet werden. Nur das Beste ist gut genug. Als Baufachmann hast du hohe Ansprüche an die Qualität der verwendeten Materialien. Mit Recyclingbaustoffen triffst du genau die richtige Wahl. Sie sind gleich gut wie herkömmliche Materialien und haben zudem grosse ökologische Vorteile. * ja genau, hier habe ich den untertitel geklaut http://www.baupunktumwelt.ch/macindex.html U
Upcycling Zweifellos eine der Lieblingsbeschäftigung der DIYSzene. Auch subversiv. Gefällt den Protagonisten auch deswegen, weil es der kapitalistischen Logik ein Schnippchen schlägt. Ihr zufolge sollen defekte Industrieprodukte möglichst schnell durch neue ersetzt werden, damit die Wachstumsdynamit nicht ins Stottern gerät. Die geplante Obsoleszenz lässt sich auch unterlaufen, indem man Dingen ein zweites Leben gestattet. Müll wieder in in Gebrauchsgüter zu verwandeln, anstatt sie zu recyceln. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013
Urban Mining Es ist eine Idee, ein Konzept: Wir Menschen sitzen auf einem riesigen, von uns selbst geschaffenen Rohstofflager. Diese Rohstoffe – wie das Beispiel Kupfer zeigt – „lagern“ in Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten. Sie können als sogenannte Sekundärrohstoffe zurückgewonnen werden. Im Vergleich dazu ist die Gewinnung von Rohstoffen aus der Erde, von Primärrohstoffen, teuer, mühsam und umweltbelastend. Urban Mining verstehen heißt, zu wissen, dass unsere Rohstoffe nicht unbegrenzt vorhanden sind. Umso wichtiger ist es, die Stadt als Bergwerk zu begreifen. Und wie ein Bergwerk zu bewirtschaften.
Urban Mining umfasst die Identifizierung anthropogener Lagerstätten, die Quantifizierung der darin enthaltenen Sekundärrohstoffe, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden technischen Rückgewinnungsvarianten und den derzeitigen und prognostizierten Erlösen sowie letztendlich die wirtschaftliche Aufbereitung und Wiedergewinnung der identifizierten Wertstoffe sowie die integrale Bewirtschaftung anthropogener Lagerstätten. Dabei wird der Mensch nicht nur als Verbraucher, sondern auch als Produzent wertvoller Ressourcen betrachtet. http://www.urbanmining.at/facts-figures
Wegwerfgesellschaft Wegwerfgesellschaft ist ein (meist abwertender) Begriff, der von Kritikern der Überfluss- bzw. Konsumgesellschaft geprägt wurde. Er bezeichnet eine Gesellschaft, die wesentlich durch eine sogenannte Wegwerfmentalität geprägt sei, das heißt eine Mentalität, die durch schnelles Konsumieren (Konsumismus) und Umweltverschmutzung geprägt ist. Die Wegwerfmentalität hat eine Tendenz zu Einwegprodukten, auch wenn es sich eigentlich um Gebrauchsgüter handelt, die den Charakter langfristiger Konsumgüter haben, und vernachlässigt das sorgsame Pflegen und Instandhalten von Objekten sowie eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Produktion zugunsten des schnellen Ersatzes durch neue Güter. http://de.wikipedia.org/wiki/Wegwerfgesellschaft
Wiederverwendung Viel zu oft gelangen gebrauchte, aber noch gut erhaltene Bauteile und alte Baumaterialien einfach in die Entsorgung. Wir haben uns das Ziel gesetzt, möglichst viele Baumaterialien welche zur Wiederverwendung geeignet sind, wieder in den Produktkreislauf zurückzubringen. In unserem Verkaufslager finden Sie eine grosse Auswahl an gebrauchten Baumaterialien und Bauteilen wie z.B. alte Fenster, Türen, Öfen, Küchen, Heizungen und Radiatore, Hölzer, Eisenträger und vieles mehr. Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit, Ihr Gewinn. http://www.wiederverwendung.ch/default.aspx
Wiederverwertung Häufig sind Produkte insbesondere nach ihrer Verwendung problematisch, etwa durch giftige Inhaltsstoffe.
Vielfach verseuchen sie infolge unsachgerechter Deponierung Umweltprobleme oder werden unter haarsträubenden Bedingungen in Entwicklungsländern herausgelöst. Zugleich befinden sich in den meinen Gebrauchsgütern wertvolle Rohstoffe, die ungenutzt in Müllverbrennungsanlagen oder auf Deponien landen. Kreislaufwirtschaftsgesetze und Rücknahmeverpflichtungen für bestimmte Produkte auf nationaler und EUEbene lösen die hiermit verbundenen Probleme nur teilweise. Darum sollten sich Unternehmen damit befassen, wie ihre Produkte zurück genommen werden können und die Materialien entweder sicher entsorgt oder wieder in industrielle Produktionsprozesse oder natürlichen Kreisläufe eingebracht werden können. Hierfür ist das Produktdesign ganz entscheidend – es legt die Grundlage dafür, ob ein Produkt zurück genommen werden kann oder wiederverwertet, runderneuert, recycelt oder gar „upcycelt“, also ob es sich später zu etwas höherwertigem verarbeiten lässt. http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/recycling_und_wiederverwertung_1656. htm Z
Zwischennutzung Abrissimmobilien, Baulücken oder Brachflächen. Zwischennutzungen sind häufig die einzige Möglichkeit, um in Großstädten an eine freie Fläche oder Räume zu kommen. Kommunen vermieten Flächen und leerstehende Gebäude vorübergehend und oft für wenig Geld, bis sich eine dauerhafte und gewinnbringende Nutzung abzeichnet. Der Begriff der Zwischennutzung bezeichnet eine zeitlich befristete Nutzung baulicher Anlagen, die eine häufig nicht rein ökonomisch orientierte Übergangsnutzung für zur Zeit nicht genutzte Räume oder Flächen zu nicht marktüblichen Konditionen darstellt und funktioniert nach dem Prinzip „Günstiger Raum gegen befristete Nutzung“. Die Stärke der Zwischennutzung liegt in ihrem symbiotischen Charakter für Nutzer, Eigentümer und Stadtentwickler. Zwischennutzungen stellen für die Zwischennutzer als Akteure eine Strategie zur Verwirklichung ihrer Ideen dar, während sie für den Eigentümer eine Möglichkeit zur befristeten Beseitigung von Leerstand und Vermeidung von Schäden durch Vandalismus bedeuten kann. Durch die Anwesenheit eines Nutzers werden einerseits die Räume im Sinne des Eigentümers teilweise bewirtschaftet sowie eine Beaufsichtigung der baulichen Anlagen erreicht, um sie vor Zerstörung zu schützen. Stadt der Commonisten, Baier, Müller, Werner, transcript, Bielefeld, 2013 http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischennutzung
EINEN PLUSPUNKT SETZEN e
fuchsundelster.com/
Abb 49: Axonometrie der Neukölln Arcaden mit Umgebung
Johannes: Was ist der Klunkerkranich? (KK) Toni: Der Klunkerkranich ist ein afrikanischer Vogel der ein ganz besonderes Verhalten hat. Er tanzt mit den anderen um das soziale Gefüge in der Gruppe zu stärken.
J: Wenn ich mich hier so umschaue, was zB hat es mit der Folie auf sich? T: Kunstprojekte und Installationen können helfen Hochbau-Technische Probleme zu lösen. Wir versuchen die Regeln zu dehnen in dem wir Bauteile als Kunst deklarieren.
J: Wie kam es zu der Idee? T: Fuchs&Elster ist eine GbR, dort formieren sich Gruppen um Klangsucht (…) . Es ging alles fürchterlich schnell, die Idee wurde im März geboren und im April geplant. Im Mai bereits wurden per Teleskop-Kran das Material auf das Dach der “Neukölln Arkaden” gehoben. Das große Dach wurde in nur fünf Tagen gebaut. Als erstes der Garten. Er ist unser wichtigstes Anliegen. J: Wer seit “ihr”? T: Der Harte Kern besteht aus zehn Leuten. Beim Bau beteiligt waren 70. Jeder von ihnen kann jetzt hier Jobben. Wir haben selbst kein Geld genommen und auch niemanden bezahlt. Die Menschen haben geholfen weil sie wissen das es ein gutes Projekt ist, aus Eigenmotivation, so eine Art Verein oder Vereinigung. Es geht darum gemeinschaftlich etwas zu machen. J: Und wie ist der Betrieb jetzt geregelt? T: Es gibt Orga-Gruppen wie etwa Garten, Bau, Bar. Das sind auch unsere Prioritäten in den nächsten 2-3 Jahren. Es wird stetig weitergebaut. J: Was habt ihr denn mit dem Garten vor? T: Wir sehen den Garten als Pluspunkt, einen Mehrwert für die Öffentlichkeit. In Zukunft wollen wir ein Aquaponic System realisieren, dass ist ein abgeschlossener Wasserkreislauf. Fische - Pflanzen - Menschen. J: Wie kann man die bauliche Situation hier oben beschreiben? T: Die Erschließung und auch die Fluchtwege waren schon vorhanden. Stoffe müssen wir in Brandschutz Klasse P1 ausführen. Begrenzte Anzahl der Gäste wegen Schwingungen max 300 Personen. In Zukunft 500 und das auf 2000m2. Doofer Denkfehler bei der Kostenkalkulation - es war doppelt so teuer. Jetzt ist das Geld aus und günstige bzw. kostenlose Lösungen müssen her. 60
fenstr aße
Karl-Marx-Straß
Dieses Interview führte ich mit Toni in Berlin im November 2013. Toni ist Teil des Kollektivs Klangsucht und Mitarbeiterin im Fuchs & Elster und Mitgründerin des Klunkerkranichs, einer neuen Plattform für Gärtner, Bastler und Gebrauchtwaren sucher. Auf dem Dach eines Einkaufzentrums.
Flugh a
J: Recycelt ihr damit nicht auch die Kunst? T: Wir haben einen kulturellen Anker gesetzt, ohne Konsumzwang. Eintritt ist frei bis 17oo, dann spielen Bands oder Dj´s für die wir Gage bezahlen müssen und darum Eintritt verlangen. J: Der KK ist ein beliebtes Ausflugsziel, “Ab”-Flugplatz in die Berliner Nacht hinein. Im Moment noch Geheimtipp? T: Wir hatten im Sommer unheimlich viel Programm, 2-3 Bands pro Tag. An 3 Tagen von Fr-So. Kulturbetrieb. Vom Sandkasten für Kinder bis zu Ausflügen des Altersheims finden statt. J: Zweifelsfrei erlebt der KK einen “Hype”! T: Wir machen keinerlei Werbung oder Marketing. Auch Fernseh- interviews lehnen wir ab. J: Wie reagiert der Vermieter auf den KK? T: Der Vermieter ist sehr mit uns zufrieden. Der Betreiber des Parkhauses, Center Management ist pleite. Jugendliche haben Steine vom Dach auf Passanten geworfen. Heute haben wir ein Sorgentelefon eingerichtet damit wir direkt erfahren was im Moment schief geht. Der große Zulauf junger Menschen macht sich positiv bemerkbar. J: Neukölln ist als sozialer Brennpunkt für bekannt, gibt es Probleme in dieser Hinsicht? T: Zuvor wurden wir gewarnt so ein Projekt in einem so heiklen Bezirk schaffen zu wollen. Rassismus war seither nie ein Thema - es gab keinerlei derartiger Zwischenfälle. Es ist im Moment sehr Interessant für viele Stadtplaner als Beispiel für positive Urbanisierung und Gentrifizierung.
Abb 51: Der Garten ist wichtigster Teil des Projekts
ABB 50: Ansicht des Einkaufszentrum von der Karl-Marx-Straße
ABB 52: Der Start des Projekts auf dem Dach des Einkaufzentrums
Abb 53: Pflanztröge und das Gewächshaus; Quelle: kleine-fluchten-berlin.de
FÜNF DINGE Martin Mackowitz gibt Auskunft zu fünf Dingen seiner Projekte. Martin ist Mitglied und Mitgründer der Tortenwerkstatt seit 2009 Mittlerweile hat er sich mit Kompott selbstständig gemacht. kompott.io/
Kompott .
wagnisse wir sehen uns als flexible einsatzgruppe für interventionen / experimente / analysen / entwürfe / ... wir bieten ideen für gegenstrategien und begleiten beim eröffenen von neuen spiel-räumen. mit diesen wagnissen wollen wir anstossen / reflektieren / lösen und im weiteren sinne leben fördern. tortenwerkstatt.net/
5 Dinge die man zum selber machen braucht: - Zeit - Probleme - Motivation - Geduld - Durchhaltevermögen (& Makita 14,4 V)
5 Dinge die man auf jeden Fall selber machen sollte: - Fahrrad flicken - alle Dinge für die man ein Gespür braucht - etwas bauen das von anderen benutzt wird - reparieren - kochen
Die 5 besten Dinge über DIY-Projekte: - Scheitern/Erfolg - Erfahrung - Individualität - Unabhängigkeit - Freude
Top-5 Momente beim selbermachen: - Moment der Idee - Moment des Gefühls der Umsetzung gewachsen zu sein - Moment der absoluten Verzweiflung - Moment des Scheiterns - Moment des Erfolgs
5 Dinge über die Design-Build-Bewegung: - Notwendigkeit - Umdenken - Hipster - Individualismus - Luxus
5 Dinge deiner Dinge die du niemals wegwerfen würdest: - Sämtliches gutes Werkzeug - Fahrrad - Gitarre - VW LT45 - Waldviertler
Die 5 besten Möglichkeiten der Partizipation: - Torre Davids / Caracas - Krisen / Katastrophen - Wenig Geld - Art of Hosting - Bürgerräte 5 Dinge die man besser nicht selber macht: - Bauabnahme - rückwärts LKW mit Anhänger fahren - schwere Dinge heben - Stromsachen - Sachertorte 62
architektur wir interessieren uns für sinnvolle architektur / das arbeiten mit dem bestand / das verwenden von eigenen ressourcen / intelligent, langfristig, & nachhaltig / recycling ohne unseren ästhetischen anspruch zu verlieren.
5 Dinge für die Zukunft des selber machens: - Lagermöglichkeiten - Sortierte Bestände - Gutes Werkszeug - Knowhow von Meistern - Wertschätzung 5 Orte, an denen du gerne Improvisieren würdest: - in alten Beständen - Paris - Mexico - Singapore - Zirl
Abb 54 / rechts: Projekt: Feldhotel, Feldkirch 2013 ; Foto: Nikolaus Skorpik
NUR DER ERSTE SCHRITT Die alte Mölk Großbäckerei wird seit 2010 als kultureller Veranstaltungsraum genutzt, genauer wurde eine Industriebrache zum „niederschwelliger Netzwerkraum“ umfunktioniert. Mit minimalen Mittel, kleinem Budget jedoch maximaler Partizipation wurde in Selbstbauweise ein multifunktionaler Vereinsraum geschaffen. Die Gründer haben die tägliche Organisation mittlerweile an die 2. Generation weitergegeben und widmen sich neuen Projekten. Unter anderen der Bastler, Musiker, und formulierer Innovativer Gedankenmodelle (und Architekt) Christoph Grud. diebaeckerei.at/ein-hinterstuebchen.html
Johannes: Die Bäckerei war als temporäres Projekt gedacht. Wie steht es mittlerweile um die Lebensdauer der Bäckerei? Christoph: Die fünf Jahre waren als Probelauf zu verstehen. Wir haben das Experiment gewagt, ohne Sicherheit zu haben, dass es funktionieren wird. Daher wurde nur minimal agiert um das Risiko gering zu halten. Der Zugang erfolgte zuerst auf der EG-Ebene, dann auf der OG-Ebene und jetzt auf der Meta-Ebene. J: Mittlerweile ist die Bäckerei etabliert. Wie geht es weiter? C: Im Kulturbetrieb ist man als Veranstalter oft nur der Wirt und die Menschen die kommen die Zuschauer. Ich will nicht ewig Wirt bleiben und die Zuschauer die kommen wollen mitmachen. Daher zeichnet sich der Wunsch nach neuen Formaten ab. In Räumen wie dem Hinterstübchen wollen wir diesem Wunsch gerecht werden. J: Nach drei Jahren, in denen hauptsächlich Präsentiert, Diskutiert und Ausprobiert wurde gibt es jetzt einen Raum zum Produzieren? C: Seit ca. einem Jahr gibt es das „Hinterstübchen“, eine Werkstatt für DIY Projekte, Workshops und Seminare. Ausgestattet mit Maschinen für Holz- & Metallbearbeitung werden dort im Moment Ski & Snowboards selbstgebaut, Möbel getischlert und an VW Bus Motoren geschraubt. Momentan noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, dass wird sich aber in Zukunft ändern. J: Das heißt dort kann in Zukunft jeder aktiv sein, eine Art „niederschwelliger Bastelraum“? C: Es geht um die Know-how Vermittlung um den Open Source Gedanken zu fördern. Hinter dem Projekt steckt die Idee, professionellen Handwerkern, Designern und 64
Bastlern einen Raum zu geben, in dem gemeinsam gearbeitet wird – gleichzeitig werden Kenntnisse und Befähigungen in Form von Workshops an interessierte Menschen weitergegeben. J: Ein Raum also, in dem gemeinschaftlich Innovative und freie Produkte entwickelt werden? C: Das Zusammenwirken von Produktion, Design und Partizipation fördert kreative Potentiale und erzeugt innovative Anregungen für die Handwerker, neue Qualifikationen und nachhaltige Kompetenzen für die Bevölkerung. Ein Prozess, der im weiteren Verlauf auf die regionale Kreativgemeinschaft einwirkt und im Idealfall dazu führt, dass Ein Hinterstübchen gemeinsam mit Die Bäckerei ein umsichtiges Bewusstsein fördern, das durch innovative Lösungsansätze zu einem positiven gesellschaftlichen Zustand beiträgt. J: Wo liegt der Gewinn? C: Eine qualifizierte Bevölkerung entwickelt sich nicht nur persönlich weiter, sondern arbeitet im kleinen Maßstab an der globalen Situation. J: Wie sollte sich diese denn deiner Meinung nach verändern? C: Wir arbeiten im Moment an einer „Wettbewerbsfreien Zone“, das Ziel ist die Gemeinschaft zu stärken um den Wettbewerb loszuwerden. Es wäre doch schön ohne permanenten Wettbewerbsgedanken produktiv zu sein. Viele Menschen und Firmen haben Angst, dass man ihnen etwas wegnimmt. Doch im Gegenteil würde es genau denen, die sich für Open Source öffen, auch wieder etwas bringen, nämlich in einer ökonomischen und gesellschaftlichen Umbruchzeit. Sie müssen sich eben auch weiterentwickeln.
Abb 55 & 56: Baustoff Sammlung ; Bäckerei, Innsbruck 2011
Abb. 57: Fenster Verarbeitung ; Bäckerei, Innsbruck 2011
Abb. 58: Das Hinterstübchen, Innsbruck Hötting, 2013 Foto:die Bäckerei
Because each piece is hand made, you know, there are „flaws“ in each one, but i think it´s about trying to find beauty in the imperfection corey smith / DIY snowboard producer
GRUNDSANIERUNG ARCHITEKTURGEBÄUDE OUT / 2012 Installation / AZ3
Absperrband auf Balkonbrüstung
Abb. 59: Architektur Fakult채t Innsbruck, Foto: Jannis Merz
OBSOLETE BAUTEILE HAUPTGEBÄUDE 2013 Im Zuge der Grundsanierunger der Gebäude der Architekturfakultät Innsbruck entfernte Bauteile. Diese werden einem Verwerter übergeben, der sie weiterverwertet.
60st ESG/VSG Fixverglasung, Format: 100-127x176cm Baujahr 2003
320stk Öffnungsﬂügel / Format: 100x170cm, Doppelscheiben Isolierglas in Mahagonie-Holz-Rahmen, Baujahr 1968
100stk Öffnungsﬂügel / Format: 100x170cm, Doppelscheiben Isolierglas in Mahagonie-Holz-Rahmen, Baujahr 1968
1Stk Wendeltreppe / Höhe: 4 Geschosse Stahl, verzinkt / mit Trittstufen & Handlauf Baujahr 2003
30st ESG/VSG Fixverglasung, Format: 100-127x176cm Baujahr 2003
OBSOLETE BAUTEILE NEBENGEBÄUDE 2015 Ich erachte es als sinnvoll, den Prozess weiter zu denken, denn nachdem die Sanierung des Hauptgebäudes abgeschlossen ist , wird die BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) früher oder später auch die Nebengebäude und die Zeichensäle sanieren. Folgende Teile könnten ausgetauscht werden.
Nebengebäude AZ1&2
Nebengebäude AZ3&4
120stk Oberlichter, z.T. tr端b / br端chig durch Verwitterung, Baujahr 1968
156stk Fixverglasung , Format: 125x80cm & 250x80cm, Doppelscheiben Isolierglas in Mahagonie-Holz-Rahmen , Baujahr 1968
206stk Fixverglasung, Formate: 125x80cm & 250x80cm , Doppelscheiben Isolierglas in Mahagonie-Holz-Rahmen , Baujahr 1968
DIE UNI ALS MINE Indem ich die zu entsorgenden Materialien vom Bauunternehmen übernehme werde ich zum Verwerter. Ich trage die volle Verantwortung für die Verwertung, bei Missachtung der Umweltvorgaben oder unsachgemäßer Entsorgung werde ich zur Verantwortung gezogen.
Abb. 60: Bestätigung der Uni IBK ; Quelle: Hochbau Institut, Daniel Luckeneden
Abb. 61: Lieferschein der Bauteile; Quelle: Swietelsky Bau, 06. März 2013 74
MATERIAL TRANSPORT Bei der Beschaffung großer Mengen von Materialien oder Bauteilen ist wichtig zu wissen, dass man eine Verantwortung für diese übernimmt. Beschafft man Material von einem Abriss, übernimmt man die Rolle des Verwerters und haftet im Schadensfall dafür, wenn es später im Wald landet. Es sollte deshalb genau dokumentiert werden, was und wieviel mitgenommen wird, um im Zweifelsfall später nachweisen zu können wo diese Materialien zum Einsatz gekommen sind.
MATERIALIEN UND IHRE BEARBEITUNG Ich will hier eine kurze und generelle Übersicht geben über meine Erfahrungen mit dem Verarbeiten von den fünf Materialien, die auf der Baustelle am meisten vertreten sind. Viele Bauteile wurden in der Vergangenheit - dank der Massenproduktion - in hohen Stückzahlen verbaut. Das macht es unwahrscheinlich viel einfacher damit umzugehen. Wenn Fenster immer das selbe Maß haben können sie viel leichter verarbeitet und neu eingeplant werden.
HOLZ In Tirol macht es absolut Sinn mit Holz zu bauen. Es ist als natürlich nachwachsender Rohstoff definitiv der nachhaltigste Baustoff, der verfügbar ist. Auch weitere Vorteile liegen auf der Hand: Bekommt man leicht in großen Mengen, Verarbeitungsgeräte sind günstig, leicht zu bearbeiten, Verbindungen sind unproblematisch, leicht zu veredeln mit Ölen, Beizen und Lacken. Bei den 50 Kippflügeln hatten wir es mit Mahagoni Holz, einem sehr harten und spröden Tropenholz, zu tun. Die gesamten Isoliergläser der Uni waren damit gefertigt. Hochwertiges dauerhaftes Holz das locker 50 Jahre und mehr übersteht. Auch bei diesen extremen Bedingungen. Im Sommer bis zu +50-60°C und im Winter bis zu -30°C.
METALL Stahlblech hat den Nachteil, dass es schnell rostet, somit ist es in den meisten Fällen schlicht „verbraucht“. Frische Bleche sind oft scharfkantig und nur schwer präzise zu verarbeiten, als Laie fast unmöglich. Die Geräte sind oft teuer und nur schwer zu bedienen. Was wir viel verwendet haben ist Aluminiumblech aus Produktionsabfällen einer Druckerei. Diese sind zwar sehr dünn, jedoch einfach zu schneiden, falten und biegen. Alte Maschinen sind oft aus Gussstahl gefertigt, schweißen funktioniert nicht. Man kann sie jedoch oft zweckentfremden oder als Grundlage für eine neue Maschine hernehmen. Unbedingt an den Rostschutz denken!
KUNSTSTOFFE Generell arbeite ich weniger gerne mit Kunststoffen. Diese eignen sich auch nur wenig für eine Nachnutzung, da sie mit Ende ihrer Lebensdauer oft brüchig und bröselig werden, da die Weichmacher verdampft sind. Daher werden sie verbraucht sein und für eine weitere Nutzung oft nicht in Frage kommen. Kunststoffe, die nicht zu alt sind, können hingegen problemlos ein zweites mal verwendet werden. Der Zuschnitt ist meist einfach und unaufwändig. Auch Verbindungen können schnell und einfach geschraubt und geklebt werden.
Quelle: stg-beikirch.de
GLAS Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten von Glas, die sich unterscheiden in ihrer Verarbeitung. Float-Glas, Einscheiben-Sicherheitsglas - ESG, Verbundsicherheitsglas - VSG, Isolierglas, Panzerglas, etc. Jedes Glas hat unterschiedliche Eigenschaften, gerade was ihre Bearbeitung betrifft. Was bei uns sehr gut funktioniert hat war der Zuschnitt von VSG, mit einem handelsüblichen Diamant-Keramikschneider aus dem Bauhaus. Isolierglas kann man nicht zuschneiden. Oft ist Isolierglas in einem Holzrahmen verbaut, dieser schafft Spielraum bei der Adaptierung. Mit dem alten Iolierglas werden temperierte Zonen, die in der heutigen Sichtweise unzureichend gedämmt sind, gebildet und so zu Aufenthaltsräumen ausgebaut. Nicht die ganze Halle muss thermisch saniert werden, nur Teile der Halle werden Innen gedämmt.
BETON / STEIN Früher wurden gebrannte Ziegel zum bauen verwendet. Diese ließen sich immer wieder neu verbauen. Die heutigen Hochlochziegel werden jedoch immer zerstört beim Abbruch von Gebäuden. Auch Betonteile können wenn überhaupt nur im Ganzen als Ready-Made weiterverwendet werden. Der Zuschnitt ist unglaublich schwer und verursacht viel Staub.
HOLZ: Honduras 10000km
GLAS: Südafrika 7000km
LOGISTIK NEUE NÄHE
Heute werden viele Rohstoffe aus einem globalen Netzwerk bezogen. Honduras ist immer noch größter Lieferant für Tropenhölzer. Das meiste Glas kommt aus Südafrika. Riesige Minen fördern Bauxite für die Aluminiumherstellung deutscher Autobauer.
Durch Recycling von Rohstoffen aus urbanen Minen in unserer Region und gleichzeitiger Erhöhung des Raumwiderstandes weltweit könnte die Ressourcenbeschaffung wieder regionaler werden. Lobbyisten im Rohstoffund Transportgewerbe werden zuerst darunter leiden. Die Natur und die Menschen in den Entwicklungsländern profitieren.
STAHL: China 12000km
*SÜD AFRIKA
STAHL *CHINA
DER BAUPLATZ IM LECHTAL DAS TAL
Das österreichische Lechtal zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Mundartsituation aus, welche das Lechtal in drei recht unterschiedliche Mundarträume gliedert. Die Gemeinden im obersten Talbereich bis einschließlich Steeg und Kaisers gehören zum Höchstalemannischen. Das mittlere Lechtal von Holzgau bis Stanzach wird dem bairischen Dialektraum zugeordnet. Im untersten Talbereich ab Forchach schließlich, im Osten bis Lähn (Gemeinde Bichlbach), überwiegen schwäbische Mundartkennzeichen.
GEOGRAFISCHE LAGE Geografisch wird das Lechtal im Süden von den Lechtaler Alpen und im Norden von den Allgäuer Alpen begrenzt, das Quellgebiet ist das Lechquellengebirge. Vom Lechtal zweigen mehrere Seitentäler ab, darunter linksseitig das Hornbachtal und das Tannheimer Tal. Rechtsseitig verbindet durch das Namlostal eine Straße Stanzach mit Berwang und Bichlbach. Durch das Bschlabertal gelangt man nach Bschlabs, Boden und über das Hahntennjoch nach Imst. Das Gramaistal und das Kaisertal sind ebenfalls rechtsseitige Seitentäler des Lechtales. Bei Füssen geht es in das Bayrische Alpenvorland über.
WIRTSCHAFT Das obere Lechtal in Vorarlberg gilt als bekannte Skiregion (hier befinden sich die Skiorte Zürs und Lech), während das übrige Tal touristisch eher wenig erschlossen ist. Industrie- und Gewerbegebiete sind vor allem im Reuttener Becken vorhanden.
Lech Immenstadt
AUßERFERN INNSBRUCK
TIROL A13/ Brenner
Abb. 62: WeiĂ&#x;enbach im Lechtal, Blickrichtung flussabwĂ¤rts ; Quelle: wikimedia.org
Abb. 63: Luftaufnahme der baulichen Situation neben dem Lechfluss ; Bild: Bihler
NATURPARK TIROLER LECH Der Lech zählt zu Europas wertvollsten und urtümlichsten Flusssystemen und genießt wegen seines hohen ökologischen Wertes gleich dreifachen Schutz: Naturpark Naturschutzgebiet und Natura 2000 „Ein solches Schutzgut von internationaler Bedeutung muss unantastbar sein!“, fordert Nicole Schreyer, Leiterin des WWF-Alpenprogramms. “Jeglicher zerstörerische Eingriff in das sensible Lechsystem wäre ein Tabubruch und ein verheerendes Signal für Österreichs Naturschutzpolitik“. http://www.wwf.at/de/menu27/subartikel997/
Abb. 65: Lechfluss bei Forchach ; Blickrichtung Flussaufw채rts ; Bildquelle: Pressezone.com
Abb. 66: Kiesbänke im Lechtal ; Quelle: austira-forum.at
GENIUS LOCI DER GEIST DES ORTES Im Tiroler Lechtal war ein Nationalpark Tiroler Lechtal geplant. Er sollte ein Gebiet von 4138 Hektar umfassen. Seit 1997 waren konkrete Bemühungen im Gange, die Lechauen und ihre Seitentäler zu einem Nationalpark zu erklären. Bereits 2000 wurde das Gebiet als Natura 2000 an die Europäische Kommission in Brüssel gemeldet (Europaschutzgebiet Lechtal). Anfang Februar 2003 wurde das offizielle Begutachtungsverfahren für ein Nationalparkgesetz Tiroler Lechtal eingeleitet. Schließlich erfolgte die Entscheidung für einen Naturpark und gegen einen international anerkannten Nationalpark unter anderem wegen Konflikten mit der Jagd. Die Tiroler Landesregierung beschloss allerdings im Jahr 2004 stattdessen die Errichtung eines Naturschutzgebietes und vergab gleichzeitig das Prädikat Naturpark (Naturpark Tiroler Lech).
Abb. 67: Lechtal mit Topographie; Quelle: Tiris Kartendienste
GESAMTSYSTEM „Alle Flüsse und Bäche dieses Lechsystems sind wie die Finger einer Hand, die nur funktionsfähig ist, wenn alle Finger dran sind“, pflichtet Karlheinz Baumgartner, Pfarrer von Steeg am Lech, bei. Die einzigartige Natur des Lechtales ist heute das größte Kapital der Region. Durch Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Naturpark Lech hat sich die gesamte Region in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. http://www.tirol.gv.at/baubezirksaemter/bba-reutte/
Abb. 68: Lech als Gesamtsystem mit allen Zuflüssen ; Abstrahiert
UMDENKEN & RÜCKBAU Zeichen der Veränderung Der Lech in unmittelbarer Umgebung des Bauplatzes zwischen Forchach und Weißenbach. Zwischen 1935 und 1977 wurden hier Längsverbauungen errichtet. Eine Art Kanalisierung sollte den wilden Lech zähmen. Was jedoch Überschwemmungen weiter flussabwärts zur Folge hatte. Dies wurde in den Jahren 1990 bis 2000 erkannt, der Rückbau erfolgte im Zuge des LIFEProjektes „Tiroler Lech“ von 2002 bis 2005. Heute ist das komplette Tal zwar (noch) kein Nationalpark, dafür Teil des Naturpark Projekts „Natura 2000“ und steht unter Naturschutz. Die vergleichsweise harmlosen Verbauungen stehen sinnbildlich für viele bzw. fast alle Flüsse in Europa und vielen anderen Teilen der Erde. Überall wurden die wilden Flüsse, die sich ständig veränderten und ihren Lauf den vorherrschenden Bedingungen angepassten, eingefasst und kanalisiert. Man nutze die Flüsse für Schifffahrt als Transportwege, zur Stromherstellung und auch als Entsorgungsmöglichkeit giftiger Chemikalien. Diese gesamte Entwicklung, sowohl die Verbauungen als auch der Rückbau ist ein Prozess der vielen Flüssen in Europa bevorstehen könnte. Nach den Überschwemmungen, z.B. in Deutschland im Sommer 2012 und 2013 werden vielerorts Stimmen laut, die einen Rückbau der Dämme und Deiche fordern, um den Flüssen bei Hochwasser die Gelegenheit zu geben sich ausbreiten zu können. Diese Zeichen wurden im Lechtal erkannt und bereits umgesetzt.
Abb. 70 / links: Schutzwasserbau, Lech Johannesbr端cke, Gerinneaufweitung ; Quelle: DI Wolfgang Klien, Baubeziksamt Reutte, Fachbereich Wasserwirtschaft
DIREKTE UMGEBUNG ALS PROZESS Die Veränderung des Ortskerns in 25-JahrSchritten. Hier kann man die Auswirkungen der Industrialisierung gut erkennen. Straßenbau, Brückenbau, die Ausweisung neuer Industriegebiete und der Abriss der ersten Gebäude.
Neubau der kleinen Halle + 400m2 Nutzfläche + 1000m2 Grundstück
Adaption Lagerschuppen + 40m2 Nutzfläche
Neubau große Halle + 1000m2 Nutzfläche + 1500m2 Grundstück + 12t Kran
Adaption + Sonnenschutz + Eingang
Abb. 71: kleine Halle, Blickrichtung nord-west ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH
Abb. 72: kleine Halle, Blickrichtung süd-west ; Panorama-Bild: Jörg Häken
VORBESITZER FIRMENGESCHICHTE Dem Markt die Richtung vorgeben ... Das tut Bihler seit mehr als einem halben Jahrhundert. Mit zukunftsweisenden Innovationen, intelligenten Fertigungslösungen und erstklassigen Services. So hat sich Bihler von einem Drei-Mann-Betrieb zu einem international agierenden Unternehmen mit weltweit 900 Mitarbeitern entwickelt. Die Kompetenzen der Bihler Maschinenfabrik finden auch bei der Waffenlobby ihr Interesse. Bieler baut einen Standort in Tirol auf um dort Waffenteile produzieren zu können, dies ist in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr uneingeschränkt möglich. In der Chronik findet das Werk Weißenbach keine Erwähnung. CHRONIK:
*Gründung Bihler Werk Weißenbach 1965 Richtung München
*Gründung Otto Bihler Maschinenfabrik KG 1958
*Firma Bihler 1953
+ Schließung Bihler Werk Weißenbach 2012
1953 Flugzeugmechaniker mit Weitblick Der Flugzeugmechaniker Otto Bihler macht sich in Füssen selbständig und beginnt in einer kleinen Werkstatt mit der Fertigung von Federn und dem Bau des ersten Federwindeautomaten UFA
1955/1956 Eine geniale Idee wird in die Tat umgesetzt Otto Bihler baut den weltweit ersten radialen Draht- und Bandbiegeautomat. 1958 Unternehmensgründung Die Otto Bihler Maschinenfabrik KG wird gegründet und zieht in das erste eigene Fabrikgebäude in Halblech um
1965 Neubau Werk Weißenbach / Tirol Bihler stellt hier Teile für Waffen her, was in Deutschland in der Rezensionszeit nach dem Krieg nicht möglich ist
Sonthofen 1976 Beschäftigtenzahl und Lieferprogramm wächst Diverse Erweiterungsbauten finden mit dem Zweigwerk Füssen ihren Höhepunkt. Die Beschäftigtenzahl wächst auf ca. 500. Das Lieferprogramm der Stanz-Biegeautomaten wird ständig erweitert. 1980 Bihler of America Gründung der Bihler of America, Inc. mit Sitz in North Branch N.J. und verstärkte Erschließung des US-Marktes 1986 Erweiterung Werk Weißenbach Das Geschäft mit den in Weißenbach hergestellten Waffenteilen läuft gut, der Betrieb verdreifacht seinen Sitz dort. 1987 CAD/CAM Software und Laserschweißen Bihler gründet die CAD/CAM Systeme GmbH & Co. KG
Deu Reutte
Tannheim TANNHEIMERTAL
*2009 *2012
Höfen Weißenbach
1994 Erweiterung in den USA Bihler of America, Inc. wird um das Werk Alpha erweitert. 1998 Neubau in Halblech Der Neubau in Halblech für die Bereiche Maschinen- und Werkzeugkonstruktion, Werkzeugbau und Werkzeugmontage wird eingeweiht. 2011 Schließung Werk Weißenbach Die Investitionsperioden von 25 Jahren sind abgelaufen. Das Werk wird geschlossen, die Hallen werden verkauft 92
Abb. 73: Ingenieur bei der Arbeit ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH
Abb. 74: Blick auf das Firmengel채nde in Richtung nord-west ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH
Abb. 75: Konstruktionsabteilung ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH
DAS START - UP DIE SELBERMACHER
Die Holzbrille aus dem Hause Wolf Immenstadt Unglaublich was aus den ursprünglichen Experimenten im Keller meines Vaters Sonthofen entstanden ist. Mein Bruder Roland Wolf und sein Team entwickelten eine Brille, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Eine Brille aus reinem Holz mit patentiertem Scharnier und einer neuartigen Verglasungstechnik, die die Gläser spannungsfrei in der Fassung hält. Wir bieten eine große Auswahl an Holzbrillen, bestes Service und das Oberstdorf nötige Know-how.
Garmisch-Patenkirchen Reutte
Stefan Wolf Optikermeister Innoavtionen
Österreich Haselgehr
100% Holz wartungsfreies Bügelscharnier patentierte Verglasungstechnik individuelle Anpassung
Abb. 76: Roland Wolf beim polieren einer Hornbrille ; Bild: Robert Eder / Runimation Studios
Abb. 77: Foto: Robert Eder / Runimation Studios
So I think the most fascinating part about it is just figure out a way to make functional space out of the most primitive minimalised materials 97
DIE BAUAUFGABE RAUM IM RAUM
Die Anpassung eines Fabrikgebäudes für eine junge, wachsende, regionale Firma
THE CRISIS OF SMALL AND MEDIUM ENTERPRISES _FIELD 1: RECYCLING WAREHOUSES
Die beiden Hallen einer Metallverarbeitenden Industrie sind vor kurzem von einem jungen Tiroler Unternehmen, Rolf Spectacles, übernommen worden, welches andere Anforderungen an die Arbeitsplätze stellt. Veränderungen in den Arbeitsprozessen, neue Arbeitsformen und eine neue Auffassung der Materialbeschaffung fordern flexible und innovative Nutzungsstrategien, neue Grundrisstypologien und eine neue Bedeutung von Kommunikations- und Bewegungsräumen. Erforderlich sind mehrere Einzelbüros und Büros für ganze Abteilungen wie Marketing, Vertrieb, Forschung und Entwicklung mit mehreren Arbeitsplätzen sowie ein Besprechungsraum. Räume für einzelne Schritte der Produktion wie Laser und Lackierung sollen vergrößert werden. Auch Räume für Mitarbeiter wie eine Küche und Aufenthaltsräume sind ungenügend oder fehlen ganz. Auch ein kleiner Shop mit Fabrikverkauf ist anzudenken. Die neuen Räume sollen im kalten Innenraum der großen Halle eingerichtet werden. Die Halle ist trocken, das Dach ist dicht, die Halle hat im Winter 10 - 16°C. Räume der Produktion sollen wie früher durch Maschinen bzw. Geräte beheizt werden. Büros und Aufenthaltsräume sollen nicht mit Heizungen versehen werden, sondern durch die warme Abluft von Mensch und Maschine themperiert werden. Eine thermische Isolierung ist also notwendig, zum Teil müssen auch Be- und Entlüftung angedacht werden. Brandschutzauflagen müssen für die Produktionsräume beachtet werden. Ansonsten werden Infrastruktur wie Stroh und Netzwerkkabel benötigt. Wasser wird nicht installiert, weder Brauch- noch Trinkwasser oder Wasserleitungen für Heizkörper.Eine maximale Höhe von 3m soll nicht überschritten werden.
issuu.com/extremecities/docs/rc_report
Abb. 78: Grundriss des Bestandes
DER BESTAND INFRASTRUKTUR & RASTER
Das Experiment als Grundprinzip
3 SCHRITTE DES HANDELNS
Es ist nicht das Ziel des Projektes eine ausführungsreife Planung für einen Produktionsstandort zu gestalten, sondern vielmehr einen Prozess zu initiieren, der Wege zu ökonomischen und ökologischen Lösungen aufzeigt und immer weiter konkretisiert, bis zu einem gewissen Grad offen in seiner Ausformulierung bleibt, und in manchen Bereichen als Plattform zur Weiterinterpretation durch die zukünftigen Benutzer dient. Ich möchte ein nur teilweise gebrauchsfertiges Muster bieten, welches eine Fertigstellung auch durch Laien ermöglicht.
Das Konzept sieht vor zuerst im Innenraum zu agieren bis dieser benutzbar und funktional fertiggestellt ist. Erst dann wird der nächste Schritt gewagt, der eine Intervention im Außenraum, jedoch noch unter Dach vorsieht. Ist auch diese Herausforderung gemeistert kann sich an die Dachfläche als Experimentierfeld für den Hochbau gewagt werden.
l Abb. 79: 3 Grundprinzipen des Konzepts
Ich möchte ein nur teilweise gebrauchsfertiges Muster bieten, welches noch Raum bietet für die vielen eigenen Ideen der zukünftigen Benutzer und von diesen vervollständigt wird.
Abb. 80: Diagramm der Vorgehensweise / Konzeptschnitt
Produktion Office Privat Externe Multifunktion
Abb. 81: Neues Raumprogramm
ANKUNFT IM LECHTAL CHAOS Als ich zum ersten Mal in die Halle gekommen bin, sah ich einen sich in völlig chaotischem Zustand befindenden Raum. Darin befanden sich wichtige Teile des Betriebs wie die Schreinerei und die Presse der Produktion, Versand, und Lager, - aber auch eine Autowerkstatt, eine alte Gondel… mitten drin eine Tischtennis Platte. Teile zerlegter Inneneinrichtungen, Fenster, Türen, eine Sauna. Und Müll. Nicht nur was ich dort sah war das reinste Chaos, sondern auch der bauphsikalische Zustand, die Halle war marode, ein undichtes Dach, Gras wuchs zwischen Boden und Außenwand hinein, im Winter war es bitter kalt durch die Zugluft. Ein Barracken-Klima herrschte.
KOLLAPS Doch nicht etwa dieses Chaos wurde bekämpft, sondern sogar noch weitere Geräte, Materialien und Menschen fanden ihren Weg in dieses Chaos hinein. Das Resultat war ein Kollaps des gesamten Systems - totaler Stillstand. Nichts hatte mehr einen Platz, überall war nichts und nirgendwo etwas. Der Winter hatte Einzug gehalten, alles war eingefrohren - schock-gefrostet - im Chaos Zustand bis zum Frühling. Es wurde wärmer und Tauwetter setzte ein, der Schnee war geschmolzen und nach ein paar gezielten gemeinsamen Aufräum-Aktionen - die auch ein Gemeinschaftsgefühl schafften, konnte die Halle wieder betreten werden. Meter für Meter kämpften wir uns den Raum wieder frei bis zur neuerlichen Organisation und einem total neuen Raumgefühl bis zuletzt die kontinuierlicher Steigerung der Produktivität wieder einsetzte.
Abb. 82-85: Auf- & Ausräumen der großen Halle ; Bilder: Go-Pro
Eine Ann채herung an das Naheliegende
FALLSTUDIEN / EXPERIMENTE 00 GONDEL 01	PATERNOSTER 02	TRANSPORTBOXEN 03	BESPRECHER BOX 04	BÜRO BOX 05	HOCHREGAL LAGER 06	FASSADE
00 GONDEL Die Reuttener Seilbahnen GmbH & Co KG modernisierte vor einigen Jahren ihre Anlagen und so wurden die Gondeln zum Verkauf angeboten. Es wurde lediglich das Tragsystem demontiert, ansonsten wurde die Gondel zu 100% so gelassen wie sie am Berg genutzt wurde. Lediglich Möbel wurden darin platziert, eine Deckenleuchte angebracht und ein kleiner Heizlüfter sorgt für angenehme Temperaturen. Nach dem die Gondel zuerst als Messestand gedient hatte, wird sie jetzt als Besprechungsund Pausenraum genutzt.
reuttener-seilbahnen.at/
1. Obsoleszenz
Abb. 86: Hahnenkamm-Gondel der Reuttener Bergbahnen am Seil ; Bild: Skiresort.de
Abb. 87-88: Gondel in der Halle am Kran ; Bilder: Go-Pro
01 PATERNOSTER Das erste Ziel war Stauraum zu generieren. Platzsparende Lagerfl채che in Form eines Paternoster, einem horizontalen Umlauflager, wurde in einem Betrieb in der Region ausgemustert. Wir haben es wiederverwendet. In seiner ersten Nutzung wurde der Paternoster an einer Stelle be- und entladen, nun wird er adaptiert um als Bindeglied zwischen UG und EG zu agieren und von zwei Stellen aus bedient werden kann.
Abb. 89: Vertikales Umlauflager, Paternoster
Hallenkran: max. 2,5t
3 RIPPEN Masse: ca. 7t
zu schwer f체r Kran
2 RIPPEN Masse: ca. 4t
Masse: ca. 2t
machbar mit Kran
Abb. 90-93: Paternoster beim Einbau; Bilder: Go-Pro
UMSETZUNG PATERNOSTER Hirnholzboden abtragen Sondierungsbohrungen Zerteilen des Fertigteils Herausnehmen des Fertigteils Lage fixieren Einrichten der Seitenteile
UMSETZUNG PATERNOSTER Einrichten der Seitenteile Lage fixieren F채cher montieren erster Testlauf
ANPASSUNG PATERNOSTER Obere Ladeluke adaptieren Obere Steuerung anbringen Sichtfenster anbringen
FERTIGSTELLUNG PATERNOSTER Die neue Ladeluke f端r die erdgeschossige Be- und Entladung ist fertiggestellt. Die Luke wurde mit zwei Sichtfenstern versehen und wird durch Gasdruckzylinder offen gehalten. Durch eine 2. Steuerung und Freischalung kann der Paternoster auch von oben bediehnt werden.
02 TRANSPORTBOXEN Die Boxen werden individuell nach Kundenwunsch hergestellt. Die Verpackungen entsprechen den international anerkannten HPERichtlinien und werden für diverse Exportländer wie Australien, Indien oder China entsprechend den in den Ländern geforderten Ausführungen hergestellt. seefeste Kisten Dieses Produkt stellen wir gemäß IPPC Standard als Einweg oder Mehrwegverpackung in den Ausführungen sägerauh oder gehobelt her. Zum Schutz vor dem Eindringen von Nässe werden die Kisten mit Agilux-Platten an den Innenseiten ausgeschlagen und zusätzlich am Deckel mit einer reissfesten PE - Folie versehen. Sie werden je nach Größe in zerlegtem oder kompletten Zustand geliefert. Transportböden Transportböden werden gemäß den konstruktiven Anforderungen aus Hölzern und Dielen verschraubt und genagelt hergestellt. Das zu transportierende Produkt kann mit den Hölzern am Boden verschraubt werden, um die Auszugsfestigkeit beim Land- oder Seetransport zu gewährleisten. Spezialanfertigungen Als zusätzliche Option bieten wir die Konstruktion und Herstellung von Spezialanfertigungen und Transport-Vorrichtungen für sperrige, schwerpunktversetzte, labile und eindellgefährdete Güter an. transportverpackung.at/
Abb. 94 & 95: Fertige Transportbox für Deckel Maho / Pfronten ; Bilder: Stefan Lochbihler
03	BESPRECHER BOX Die erste Box wird zum formalen Raum als Meetingbox eingesetzt werden.
https://vimeo.com/69897536
Visualisierung des Besprechungsraums
SCHNITT QUER / BOX ROH V0: ohne Dämmung
SCHNITT LÄNGS / HOLZWAND V2: weiche Dämmung
SCHNITT QUER / GLASWAND V1: harte Dämmung
DECKEL +3.10m
DECKEL +2.91m
DECKEL +2.91m Fichte Nut / Feder 24mm Fichte Konst Holz 40 x 100mm Untersicht Seekiefer 16mm
Fichte Nut / Feder 24mm Fichte Konst Holz 40 x 100mm Untersicht Seekiefer 16mm
Fichte geholbelt 24mm Weiche Dämmung 100mm Konst Holz Fichte 40x100mm Beplankung Seekiefer 24mm
VSG / ESG 20mm
FFBH +0.63m RFBH +0.49m
Boden Fichte gehobelt Nut/Feder 24mm Trittschalldämmung 3,5mm Boden Fichte Roh 40mm Weiche Dämmung 150mm Untersicht Windpapier 0.3mm Fichte Konst Holz 150x150mm
Boden Fichte gehobelt Nut/Feder 24mm Harte Dämmung EPS 100mm Ausgleichsschüttung 10-40mm Boden Kiefer Roh 40mm Fichte Konst Holz 150x150mm Rolle Stahl / Vollgummi Kugellager 300mm
FFBH +0.54m RFBH +0.49m
RFBH +0.49m
Verteiler / Sicherung HALLE +/- 0.00m BODENSCHACHT - 0.10m
Heizung / Wandpanel
HALLE +/- 0.00m
Steckdose im Boden BODENSCHACHT - 0.10m
nat端rliche Belichtung (Sonne) 5m
Abb. 96: Leere Transportbox als Ausgangsprodukt Schutz vor Emissionen (Staub)
Abb. 97: Rolle unter der Box montiert
Abb. 98: offener Bodenschacht
Abb. 99: Deckel von Bodenschacht
Abb. 100: Leitungsf端hrung aus dem Deckel
UMSETZUNG PROTOTYP Seitenwände zerlegen Box ausrichten Boden abdichten Boden perimeterdämmen Glasrahmen schweißen Stahlrahmen ausrichten Decke & Seiten wärmedämmen Decke & Wände beplanken
PROTOTYP UMSETZUNG Außen beizen Innen beizen Rahmen für die Verglasung anfertigen Glas einsetzten Schiebetür anfertigen Trittstufe herstellen Außenbeplankung vervollständigen Fugen abdichten
FERTIGSTELLUNG PORTOTYP Es ist geschafft, der erste Prototyp ist fertig. Die erste Transportbox ist zum Besprechungsraum umgebaut. Bei Tag spiegelt sich die Umgebung darin, so dass die Box kaum auff채llt und in der industriellen Homogenit채t der Halle untergeht. Bei Nacht und in beleuchtetem Zustand sticht sie aus ihrer Umgebung heraus.
04 PRAKTIKANTEN BÜRO BOX
Deckel = Hochregal / Lagerfläche bis 500kg Beschlag
Mit den Erfahrungen, die wir beim Bau der ersten Box gemacht haben, werden nun weitere Boxen gebaut.
https://vimeo.com/74985222
Höhe optimiert Die Höhe von 3m war zu hoch für die Durchfahrt unter den Lüftungsrohren. 2,80m soll diese Box nicht überschreiten. Spannrichtung Um mehr Gewicht auf dem Dach der Box lagern zu können wird die Spannrichtung geändert. Glas Die Stirnseiten der Box sind jeweils aus Glas der Uni Innsbruck. Nicht recycelt, sondern reused. Rollen Die Rollen sind nicht mehr so hoch aufbauend wie die der ersten Box. Das spart Höhe am Fussbodenaufbau. Fussbodenaufbau Der Bodenaufbau besteht nicht mehr aus 15cm Balken, sondern lediglich 10cm. Das spart Höhe und so kann auf eine Trittstufe verzichtet werden.
Wand = Scheibenwirkung
Wand = statisch Scheibenwirkung
Aufnahme Rollen Aufnahme Rollen
LASER BOX EXPLOSIONSZEICHNUNG mobiles Raum-im-Raum System Maßstabslos 29.05.2013
Kantholz 10x10 Dielen 40mm
Beplankung Außen Nut/Feder 20mm auf Rahmen mit Bretter 24mm Beplankung Innen Seekiefer/Fichte 15mm (wird von Rolf geliefert)
Foto: Fabian Lechler
05 SCHWERLASTREGAL Erweiterung der B체rofl채che in der Halle Schwerlastregal als Zwischenboden mit Stapler bedienbar
1 IPE 330 10.00
D1 Seekiefer / Fichte 18mm
10/20cm ; l=0,67m
Lagesicherung M12
Schwei√ünaht rundum a=3mm Rippen t=10mm
HEB 450 Schwei√ünaht rundum a=3mm Rippen t=10mm
Seekiefer / Fichte 18mm Seekiefer / Fichte 18mm 10/20cm ; l=0,67m
Seekiefer / Fichte 18mm
Auflagerholz
Unterlagplatte 50/50/5 verschraubt M12 Gew.St. G√ºte 4.6
Schwei√ünaht rundum a=3mm Distanzplatte 5mm Bulldog D√ºbel Typ C2 d=50
Auflager Holz/Neopren 25mm verschraubt M12 Gew.St. G√ºte 4.6
12/12cm l=0,67m 12.00
‚ÄûWandstiele‚Äú geschlitzt
Anschluss D3 an W2
ST√úTZEN RASTER HALLE BESTAND
Mittelauflager D3 auf W1
Seekiefer / Fichte 18mm 12.00
Auflagerholz Vollgewindeschraube
Seekiefer / Fichte 18mm 10/20cm ; l=0,67m
als Scheibe ausbilden zB OSB 18mm
12/12cm l=0,67m
Deckensto√ü D1 / D2 auf W3
5 x DECKENELEMENT POS 1
5 x WANDELEMENT POS 1
2 x DECKENELEMENT POS 2
3 x WANDELEMENT POS 2
8 x DECKENELEMENT POS 3
2 x WANDELEMENT POS 3
4 x DECKENELEMENT POS 4
1 x WANDELEMENT POS 4
ANSCHLUSSDETAILS B√ºror√§ume und Lagerfl√§che Ma√üstab: 1:10 Datum: 15.07.2013
006 FASSADE Die Firma Rolf ist bekannt für ihre Brillen, die zu 100% aus Holz bestehen. In Zukunft soll nach außen hin sichtbar sein was in der Halle verarbeitet wird. Wie auch das Produkt, so soll auch die Fassade die Prinzipen der Frima kommunizieren: Material, Funktion, Präzision. Ohne Kompromisse. Die Fassade ist alt und marode, die Betonfertigteile sind in verblasstem Schwimmbad-Blau gestichen worden und die Sonnenschutzelemente sind von der Schneelast zerdrückt und zum Teil heruntergerissen.
BRÜSTUNG = 1.00
ABLAUF DIAGR
aus Sonnenschutz wird Sonnenschutz + Sichtschutz
Blickdichte wird entfernt Blick =ins Freie 3 Folie Blickdichte Folie wird=entfernt Blick ins Freie
Fassade = Brüstung 2
Fassade = Brüstung
RAMM: FASSADE
ZUSTAND: JETZT
1 PHASE: LAMELLEN ALU LAMELLEN entfernen Unterkonstruktion Drehachste einbauen LÄ - RHOMBUS LATTUNG aufbringen
2 PHASE: FASSADEN ELEMENTE Wand steichen Löcher für Dübel Bohren vorgefertigte Fassadenelemente in LÄ - RHOMBUS LATTUNG anschrauben
/ Düb
el setz
OG1 EG UG
Adaption Decke Fertigteile „Katzenberger“
Installation Kranbahn 5Tonnen „DEMAG“ Statisches Raster Stützen in Ortbeton
100stk 100x170cm Öffnungsflügel/ Doppelscheiben Isolierglas in Mahagonie-Holz-Rahmen Baujahr 1968
Fassade Fertigteile „Katzenberger“
30stk 100-127x176cm ESG/VSG Fixverglasung Raumtrennung Baujahr 2003
vom Abfall zum Gl端cksfall
VISION / ZUKUNFTSPERSPEKTIVE 001	TYPOLOGIE 002 KONZEPT 003	LAGEPLAN / ALS PROZESS 004	GRUNDRISSE / ALS PROZESS 005	KRAN WG 006	DACHSIEDLUNG
DIE BAUAUFGABE WEITERDENKEN
Die Anpassung eines Fabrikgebäudes für
WELCHE ART VON TYPOLOGIE WEIst
eine „nachindustrielle Gesellschaft“
DIESE ART DER BEBAUUNG AUF?
Die Bauaufgabe umfasst bereits ein breites Spektrum an unterschiedlichen Aufgabenstellungen und bietet neuartige Lösungsansätze. Von Büroräumen über Produktions- und Werkstätten, Räume für die Forschung und Entwicklung, Besprechungs- und Pausenräume, Lager- und Transportmöglichkeiten. Gesucht ist ein Weg, der zwischen technischen Standards und menschlichen Ansprüchen, High-Tech und Low-Tech, und der Anspruch aus Arbeitsstätten inspirierende und anwendungsfreundliche Arbeitswelten und Lebensräume zu gestalten, vermittelt. Die Lösung sieht nicht vor eine Industriebrache zum Museum umzugestalten (was ebenfalls eine typische Bauaufgabe darstellt) - sondern eine Adaption eines Bestandes an neue Anforderungen. Zuerst soll der Innenraum angepasst und zum funktionieren gebracht werden um dort Ideen und Materialien für den Außenraum zu entwickeln. Ich begebe mich auf die Suche nach einer neuen Form der Verräumlichung von Arbeit. Während es in früheren Phasen der Industriegesellschaft vorrangig große und fest strukturierte Organisationen gab, in denen das Arbeitssubjekt einen festen Platz und die Aussicht auf lange und planbare Beschäftigung hatte, ist diese Form zunehmend in Auflösung begriffen. Es werden kleine, flexible Einheiten entwickelt um einer neuen Realität und Subjektivität von Arbeit gerecht zu werden. In Zukunft wächst eine Gruppe von kreativen Projektarbeitern heran, die zeitlich begrenzte Aufträge bearbeiten. Diese sind meist jung, räumlich ungebunden und gestalten ihre Arbeitszeit oft selbst. Ihre Notebooks führen sie stehst mit sich. Ihre Daten sind in einer Cloud gespeichert und überall zugänglich. Ein dem Coworking ähnliches Arrangement, im Spannungsfeld des Kontextes zwischen postindustriellen Industrie und Ressourcen-Schonung in der Umgebung eines Naturschutzgebietes. Umbau von Arbeitsplätzen und -umgebung der Industriegesellschaft zu sich neu bildenden Gesellschaftsformen, in der die industrielle Produktion nicht mehr das bestimmende und strukturprägende Prinzip ist. Schließlich biete ich eine Lösung für des Arbeitsumfeld einer „nachindustriellen Gesellschaft“. 138
Liniere Bebauung
gewachsene Bebauung
001 KONZEPT Erweiterung der Halle in den möglichen Bereichen zur Grundstücksgrenze
002 TYPOLOGIE
003 LAGEPLAN Die beiden Hallen sollen so erweitert werden, dass in Summe eine neue Großform entsteht. Auf EG Niveau steht Raum um zu wachsen vor allem im Innenhof und an der Südfassade zur Verfügung. Hier darf jedoch die 10m Linie zur B198 nicht überschritten werden. Die Dachfläche bietet einen schier endlosen Möglichkeitsraum, sie soll über die Jahre komplett „zu wachsen“. Auch der Bezug zum Lech soll hergestellt werden, durch die Bebauung der Dachfläche wird ein Sichtbezug ermöglicht.
5055 1181/9
1223 1181/7
1181/4 e/
4m RST
10m nie dsli
1181/5 1181/10
B1 aße alstr
KATASTER Grundstücke Zusammenlegunsgebiete / laufende Verfahren DKM
4m Abstandslinie Lechfluss
STRAßEN Lechtalstraße 10m Abstandlinie
B198 B198
Zusammenlegunsgebiete / laufende Verfahren DKM
004 GRUNDRISS ALS SEQUENZ Anders als bei einem fertigen Plan, der einen bestimmten Zeitpunkt darstellt, soll die Sequenz eine Veränderung der Struktur über einen Zeitraum erklären. Phasen Die Auswahl der Phasen soll einzelne Bauabschnitt und ihre Funktion erklären. Z.B. Bestand, Erschließung, Errichtung von Prototypen, etc.
LEGENDE / LEGEND Abriss / demolition Umbau / conversion Neubau / new construction Bestand / building stock PHASE 0 / EG
PHASE 2 / EG
PHASE 1 / EG
PHASE 3 / EG
PHASE 4 / EG
PHASE 0 / EG - Plan des Bestands PHASE 1 / EG - 1 neues Büro für Produktionsleiter 2 Patanosta als neues Lager 3 Meeting Box 4 Küche 5 Dusche PHASE 2 / EG - 6 Laser Box 7 neue Erschließungen 8 Sitzbank aus Fertig-Betonteil 9 Einbau Regal im Norden 10 Müllhaus außerhalb der Halle 11 Erweiterung der Küche als Aufenthaltsraum
PHASE 3 / EG - 12 Erschließung der Dachfläche durch Wendeltreppen aus IBK 13 Verbindungsbau zwischen Hallen wird erneuert 14 Wintergarten wird nutzbar gemacht 15 Raumtrenner für Produnktion PHASE 4 / EG - 16 Neue Fassade wird montiert, dadurch neue Zwischenräume 17 Lagerschuppen im Hof 18 Produktion in der großen Halle in Betrieb und abgegrenzt
LEGENDE / LEGEND Abriss / demolition Umbau / conversion Neubau / new construction Bestand / building stock PHASE 0 / OG
PHASE 1 / OG
PHASE 2 / OG
PHASE 3 / OG
PHASE 4 / OG
PHASE 0 / OG - Plan des Bestands PHASE 1 / OG - Erschließung des Daches mit Wendeltreppen PHASE 2 / OG - Errichtung der ersten Prototypen am Dach
PHASE 3 / OG - Erste fixe Bebauung am Dach, gleichzeitig neue Erschließung über Verbindungsbau PHASE 4 / OG - Bebauung am Dach wächst im norden bis zur Fassade. Überbaung zwischen den Hallen schafft neuen Zwischenraum
005 KRAN WG Der Kran wird in Zukunft nicht mehr benötigt. Der Dachraum ist vor Witterung geschütz und eignet sich deshalb als optimaler nächster Schritt. Es werden Wohnräume für 3-4 Personen gebaut, nach dem bewärten Boxen Prinzip. Mehr Wärmedämmung und eine Dampfbremse werden die thermische Isolierung übernehmen.
006 DACHSIEDLUNG Eine informelle Dachlandschaft Prototypen im Innenraum sollen weiterentwickelt werden für den Außenraum. Das Dach der Halle bietet sich hier als Versuchsfläche an, es bietet genügend Fläche zum experimentieren. Die Dachhöhe von 6m bietet eine gewisse Exklusivität die sich ergibt durch den Ausblick ins Tal und den Sichtbezug zum Lech. Erschließung ist bereits vorhanden. Schwerlastlift / Hebebühne / Kran installieren. Durchbruch für Installationen wie Wasser und Strom. Das Lechtal, früher auch als Hungertal bezeichnet, bietet dafür den optimalen Nährboden. Die Menschen sind sparsam und offen für Experimente. Diese informelle Dachlandschaft könnte den Prozess des Umdenkes im Lechtal unterstützen.
ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abb1: Deutscher Pavillion; 13. Internationale Architekturausstellung ; Venedig, 2012 ; Quelle: reduce-reuse-recycle.de/ Abb. 2: Ford T-Modell, 1914 ; Quelle: Flickr.com Abb. 3: Produktion des Ford T-Modells ; Quelle: shadetreemechanic.com Abb. 4: Konsumkette; Quelle: cradletocradle.com Abb. 5: Erste Ausgabe von `selbst ist der Mann´ , 1957 ; Quelle: www.selbst.de Abb. 6: Das hundertjährige Licht von Livermore/USA ; Quelle: derstandard.at Abb. 7: Kaufen für die Müllhalde / Quelle: ARTE.tv Abb. 8: Berlin, Friedrichshain, Mainzerstraße 1990 : Quelle: wikipedia.org Abb. 10: Berlin, Friedrichshain, Mainzerstraße 2009 ; Quelle: wikipedia.org Abb. 11-13: cradletocradle.com Abb. 14: DIY kann mehr als ein Image zu transportieren ; Quelle: Flickr.com Abb. 15: Gordon Matta-Clark, Splitting, 1974 http://blog.zhdk.ch/nuria/labor-zeichnen/fenster-und-durchbr%C3%BCche/gordon-matta-clark/ Abb. 16: Gordon Matta-Clark, Bingo, 1974 http://faculty.smcm.edu/lnscheer/portfolios/308_harrigan/images/smyth6-4-6.jpg Abb. 18: Mülldeponie in Chikmanglur, Indien, 2010 http://1.bp.blogspot.com/_zWO-c4TS9kk/TJjv6lrQM-I/AAAAAAAAABg/NdWSxghB3DI/s1600/DSCF0236.JPG Abb. 20: Plastikmüll auf einem Recyclinghof in Berlin, © Johannes Eisele/AFP/Getty Images http://blog.zeit.de/gruenegeschaefte/files/2012/09/136011072.jpg Abb. 21-28: Tiris Kartendienste Abb. 31: Güterstromdiagramm, Sortierleistung der ARGEV 2006 © 2007 ARGEV Verpackungsverwertungs-Gesellschaft m. b. H. Abb. 32: OMA/AMO Roadmap 2050 Abb. 33 - 35: Newspaper Blckout: http://newspaperblackout.com/ Abb. 36: Sortierung nach Verkehrsschilder nach Farbe bzw. Autobahn oder Bundesstraße , Quelle: Gigon&Guyer Abb. 37: LeCorbusier - Maison Domino; Quelle: mfareview.wordpress.com Abb. 38: LeCorbusier - Fünf Punkte zu einer neuen Architektur; Quelle: archidialog.com Abb. 39: Eliin Bar - someone has build it bevor ; Quelle: eliinbar.files.wordpress.com Abb. 40: someone has build it bevore http://eliinbar.files.wordpress.com/2010/04/le-corbusier-domino-house-eliinbar-sketches-201000011.jpg Abb. 41: Urban Mining ; Quelle: fotolia.com / lassedesignen Abb. 42-47: Axo Dachsiedlung ; Quelle: Wu/Canham, 2008 Abb. 48: Ausführeungsplan ; Quelle: start-arch.at Abb 53: Pflanztröge und das Gewächshaus; Quelle: kleine-fluchten-berlin.de Abb 54: Projekt: Feldhotel, Feldkirch 2013 ; Foto: Nikolaus Skorpik Abb 55 & 56: Baustoff Sammlung ; Bäckerei, Innsbruck 2011 Abb. 57: Fenster Verarbeitung ; Bäckerei, Innsbruck 2011 Abb. 58: Das Hinterstübchen, Innsbruck Hötting, 2013 Foto:die Bäckerei Abb. 59: Architektur Fakultät Innsbruck, Foto: Jannis Merz Abb. 60: Bestätigung der Uni IBK ; Quelle: Hochbau Institut, Daniel Luckeneden Abb. 61: Lieferschein der Bauteile; Quelle: Swietelsky Bau, 06. März 2013 Abb. 62: Weißenbach im Lechtal, Blickrichtung Flussabwärts ; Quelle: wikimedia.org http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/ff/Weissenbach_am_Lech.JPG Abb. 63: Luftaufnahme der baulichen Situation neben dem Lechfluss ; Bild: Bihler Abb. 65: Lechfluss bei Forchach ; Blickrichtung Flussaufwärts ; Bildquelle: Pressezone.com http://pressezone.myftp.org/cbt/2012-09-25_c%20bt_Lech_Panorama_Luftaufnahme.jpg Abb. 66: Kiesbänke im Lechtal ; Quelle: austira-forum.at http://austria-forum.org/attach/Heimatlexikon/Der_Lech/DerLech_1.jpg Abb. 67: Lechtal mit Topographie; Quelle: Tiris Kartendienste Abb. 68: Lech als Gesamtsystem mit allen Zuflüssen ; Abstrahiert Abb. 70: Schutzwasserbau: Quelle: DI Wolfgang Klien, Baubeziksamt Reutte, Fachbereich Wasserwirtschaft Abb. 71: kleine Halle, Blickrichtung nord-west ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH Abb. 72: kleine Halle, Blickrichtung süd-west ; Panorama-Bild: Jörg Häken Abb. 73: Ingenieur bei der Arbeit ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH Abb. 74: Blick auf das Firmengelände in Richtung nord-west ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH Abb. 75: Konstruktionsabteilung ; Bild: Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH Abb. 76 & 77: Roland Wolf ; Foto: Robert Eder / Runimation Studio Abb. 82-85: Auf- & Ausräumen der großen Halle ; Bilder: Go-Pro Abb. 86: Hahnenkamm-Gondel der Reuttener Bergbahnen am Seil ; Bild: Skiresort.de http://www.skiresort.de/typo3temp/pics/cc9e2b3213.jpg Abb. 87-88: Gondel in der Halle am Kran ; Bild: Go-Pro Abb. 89: Vertikales Umlauflager, Paternoster Abb. 90-93: Paternoster beim Einbau; Bilder: Go-Pro Abb. 94 & 95: Fertige Transportbox für Deckel Maho / Pfronten ; Bilder: Stefan Lochbihler Foto: Fabian Lechler
LITERATURVERZEICHNIS Anderson, Chris (2012): Makers. Das Internet der Dinge. München: Hanser Arch+, (Sommer 2013): Zeitschrift für Architektur und Städtebau, Ausgabe 211/212: Think Global - biuld social. Aachen: ARCH+ Verlag GmbH Baier, Müller, Werner (2013): Stadt der Commonisten. Neue Urbane Räume des DIY. Bielefeld: transcript Klabacher, Wolfgang. (2005) Das ausgeschlossene Dritte, Dipl. Arbeit, Universität Innsbruck König, Holger (2009): Lebenszyklusanalyse in der Gebäudetechnik. München: Detail Green Books Petzet/Heilmeyer (2012): Reduce, Reuse, Recycle. Ostfildern: Hatje Cantz Schittlich, Christian (2011): Arbeitswelten. Raumkonzepte, Nutzungsstrategien, Kommunikation. München: Edition Detail Schindler, Jörg (2012): Visionen der postfossilen Energiewelt. Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, Ottobrunn Thompson, Micheal (1979): Mülltheorie, Essen: Klartext Verlag Ungers O.M. (1964): Antrittsvorlesung WU Rufina / Canham Stefan (2008): Portraits from Above - Hong Kongs Informal Rooftop Communities. First Edition. Peperoni Books
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newspaperblackout.com/
Danke an meine Familie & Freunde: Mum, Dad, Doro, Lotti, Seli, Jan, Jagge, Maxi, Ralphe, Danke an / IBK: Jannis Merz, Fabian Lechler, Stephan Wimmer, Galsterer Andreas, Patrick Leiber, Nikolaus Skorpik, Maritn Mackowitz Danke an / Bäckerei: Christoph Grut, Alexander Schuirer, Heinrich Pan, Thomas Tait, Johanna Mölk, Konstantin Ronikier, Flo Hoffmann Danke an / UNI: Daniel Luckeneder, Gutmorgeth Erich, Flora Andreas, Pflanzelt Andreas, Eric Sidoroff, Danke an / ROLF: Roli, Sebi, Mary, Martin, Marin, Domi, Steffen, Andi, Rene, Vroni, Glirschi, Chrissi, Berni, Ebi, Danke an Firma Bihler: Klaus Waibel Danke ans Baubezirksamt Reutte: DI Wolfgang Klien Danke für die Transportboxen: Stefan Lochbihler
Helvetica Neue Light 8Pt
Druck:	Papier:
Studia Cyclus Offset 140g; 100% recycelt
DIE METAMORPHOSE DES EINBANDES
Johannes Georg M端nsch MASTERARBEIT Innsbruck, 17. Februar 2014
UPCYCLING - Architecture Master Thesis
Annäherung an das Naheligende
johannesmuensch

References: § 64
 § 1
 § 2

§ 3
 § 4
 § 5