Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl.%20II%201986,%20S.%20904
Timestamp: 2019-07-24 01:48:24+00:00

Document:
BFH, 20.08.1986 - I R 80/83 - dejure.org
BFH, 20.08.1986 - I R 80/83
https://dejure.org/1986,2191
BFH, 20.08.1986 - I R 80/83 (https://dejure.org/1986,2191)
BFH, Entscheidung vom 20.08.1986 - I R 80/83 (https://dejure.org/1986,2191)
BFH, Entscheidung vom 20. August 1986 - I R 80/83 (https://dejure.org/1986,2191)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1986,2191) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Angemessenheit von Aufwendungen - Größe des Unternehmens - Höhe von Umsatz und Gewinn - Repräsentationsaufwand
Zur Prüfung der Angemessenheit von Aufwendungen (Orientteppiche) für eine Büroeinrichtung
BStBl II 1986, 904
Der Begriff der "Aufwendungen" wird im EStG als Oberbegriff für "Ausgaben" und "Aufwand" verwendet und ist nach der auch vom erkennenden Senat geteilten Rechtsprechung des BFH (Urteile vom 20. August 1986 I R 80/83, BStBl II 1986, 904, unter II.2., und vom 16. Juli 2015 III R 33/14, BFHE 250, 525, BStBl II 2016, 44, Rz 11) und der im Schrifttum überwiegenden Auffassung (Bode in Kirchhof, EStG, 16. Aufl., § 4 Rz 168; Holzhäuser in Bordewin/Brandt, § 4 EStG Rz 1707;… Söhn, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 4 Rz E 26 ff.; Stapperfend in Herrmann/Heuer/Raupach --HHR--, § 4 EStG Rz 751, m.w.N.; Blümich/Wied, § 4 EStG Rz 552) im Sinne aller Wertabflüsse zu verstehen, die nicht Entnahmen sind.
cc) Aufwendungen i.S. von § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG umfassen dementsprechend auch die AfA gemäß § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG (BFH-Urteil in BStBl II 1986, 904, unter II.2.; HHR/Stapperfend, § 4 EStG Rz 751).
Aufwendungen können umso weniger als unangemessen i.S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG qualifiziert werden, je stärker die Berührung mit der Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen hinter der betrieblichen Veranlassung zurücktritt (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 1986, 904, unter II.5.).
Auch der Grad, in dem die private Lebenssphäre berührt wird, ist zu beachten; Aufwendungen können um so weniger als unangemessen qualifiziert werden, je stärker die Berührung mit der Lebensführung des Steuerpflichtigen hinter der betrieblichen Veranlassung zurücktritt (BFH-Urteil vom 20. August 1986 I R 80/83, BStBl II 1986, 904).
Der Ansatz nur der "angemessenen" Anschaffungskosten wird deshalb in Rechtsprechung und Schrifttum allgemein abgelehnt (BFH-Urteile vom 23. April 1985 VIII R 300/81, BFH/NV 1986, 18, und in BStBl II 1986, 904;… Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, 19. Aufl., § 4 EStG Anm. 51b (7);… Wolff-Diepenbrock in Littmann/Bitz/Meincke, Das Einkommensteuerrecht, 14. Aufl., §§ 4, 5, Rdnr. 1.737; Birkenholz in Lademann/Söffing/Brockhoff, Einkommensteuergesetz, §§ 4, 5 Anm. 137;… Blümich/Falk, Einkommensteuergesetz, 12. Aufl., § 4 Rdnr. 286; Roland, Rechts- und Wirtschaftspraxis - RWP -, SG 5.2 S. 1.261 ff.).
Je stärker die private Lebenssphäre des Steuerpflichtigen oder anderer Personen berührt sei, desto eher müßten die betreffenden Aufwendungen als unangemessen qualifiziert und ihr Abzug als Betriebsausgaben u. U. völlig versagt werden (Hinweis auf das Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 20. August 1986 I R 80/83, BStBl II 1986, 904).
Der BFH hat bei der hier vorzunehmenden Prüfung in jüngerer Zeit neben den betrieblich bedingten Umständen in besonderem Maße auch dem Grad der Berührung der privaten Lebenssphäre des Steuerpflichtigen oder anderer Personen Bedeutung beigemessen (s. die Urteile vom 20. August 1986 I R 80/83, BStBl II 1986, 904, und in BFHE 150, 558, BStBl II 1987, 853).
Aufwendungen berühren die Lebensführung eines Steuerpflichtigen, wenn sie durch dessen persönliche Motive mit veranlasst sind (BFH-Urteil vom 20.08.1986, I R 80/83, BStBl. II 1986, 904).
Daraus folgt, dass Aufwendungen um so weniger als unangemessen i. S. des § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG qualifiziert werden können, je stärker die Berührung mit der Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen hinter der betrieblichen Veranlassung zurücktritt (BFH-Urteil vom 20.08.1986, a.a.O.).
Auch der Grad, in dem die private Lebenssphäre berührt wird, ist zu beachten; Aufwendungen können um so weniger als unangemessen qualifiziert werden, je stärker die Berührung mit der Lebensführung des Steuerpflichtigen hinter der betrieblichen Veranlassung zurücktritt (vgl. BFH-Urteil vom 20.08.1986 I R 80/83, BStBl 1986, 904).
Zunehmend wird der Begriff der Aufwendungen als Oberbegriff für Ausgaben und Aufwand verstanden (BFH-Urteil vom 20.08.1986 I R 80/83, BStBl II 1986, 904; BFH-Urteil vom 20.08.1986 I R 29/85, BFHE 147, 525, BStBl II 1987, 108;… Crezelius in Kirchhof, EStG, § 4 Rn. 168;… Nacke in: Littmann/Bitz/Hellwig, Einkommensteuerrecht, §§ 4,5 Rn. 1619;… Stapperfend in: Herrmann/Heuer/Raupach, EStG, § 4 Anm. 751 ff.; Söhn, StW 1991, 270; Anders, Die Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG, 55), wobei Ausgaben sodann als alle realen Abgänge von Wirtschaftsgütern in der Form von Geld oder Geldeswert mit der Ausnahme von Gegenleistungen für Betriebseinnahmen definiert werden kann (Anders, Die Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG, 55) und Aufwand wiederum als Verzehr von Gütern und Leistungen (Wertverzehr) unter Ausnahme von Entnahmen verstanden wird (…Söhn in: Kirchhoff/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 4 Rn. 40; Anders, Die Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG, 57).
Es ist darauf abzustellen, ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen hätte (BFH-Urteile vom 20. August 1986 I R 80/83, BStBl II 1986, 904 m.w.N. undvom 23. November 1988 I R 149/84, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFH/NV - 1989, 362).
Auch der Grad, in dem die private Lebenssphäre berührt wird, ist zu beachten; Aufwendungen können um so weniger als unangemessen qualifiziert werden, je stärker die Berührung mit der Lebensführung des Steuerpflichtigen hinter der der betrieblichen Veranlassung zurücktritt (BFH-Urteil vom 20. August 1986 I R 80/83, a.a.O.).
Schließlich ist auch zu beachten, wie weit die private Lebenssphäre berührt wird (vgl. BFH-Beschluss vom 4. Juni 2009 - IV B 53/08, juris).Aufwendungen können umso weniger als unangemessen qualifiziert werden, je stärker die Berührung mit der Lebensführung des Steuerpflichtigen hinter der betrieblichen Veranlassung zurücktritt (BFH-Urteil vom 20. August 1986 - I R 80/83, BStBl II 1986, 904, BFH/NV 1987, 91).

References: § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 7
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4