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Timestamp: 2018-02-18 19:43:43+00:00

Document:
DGUV Information 214-010 - Sicherungsmaßnahmen bei Pannen-Unfallhilfe, Bergungs... | arbeitssicherheit.de
Abschnitt 4.1 – Eignung der Fahrzeuge
Grundvoraussetzung für den Einsatz der Fahrzeuge ist deren Anerkennung als "Pannenhilfsfahrzeug im Sinne des § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO". Eine darüber hinausgehende Eignung im Sinne dieser BG-Information setzt zusätzliche Maßnahmen voraus, die in den folgenden Abschnitten beschrieben werden.
Nach den "Richtlinien über die Mindestanforderungen an Bauart oder Ausrüstung von Pannenhilfsfahrzeugen" (VkBl 1997, S. 472) sind als Pannenhilfsfahrzeuge im Sinne des § 52 Abs. 4 Nr. 2 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) anzuerkennen:
Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung vornehmlich zur Behebung von Reifenpannen an Ort und Stelle.
In den Richtlinien werden die Anerkennungsvoraussetzungen für Pannenhilfsfahrzeuge aufgeführt sowie die Ausrüstungsgegenstände für die unter den Nummern 3 und 4 genannten Fahrzeuge aufgelistet.
Lichttechnische Ausrüstung der Einsatzfahrzeuge
Alle Einsatzfahrzeuge, die für Einsatzarbeiten im Sinne dieser BG-Information eingesetzt werden, müssen mit einer oder, wenn die horizontale und vertikale Sichtbarkeit (geometrische Sichtbarkeit) es erfordert, mit mehreren Kennleuchten für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) nach § 52 Abs. 4 StVZO ausgerüstet sein. Diese Kennleuchten müssen eine Bauartgenehmigung nach § 22a StVZO haben und der ECE-Regelung 65 bzw. den Technischen Anforderungen an Fahrzeugteile (TA) Nr. 13 entsprechen. Es ist sicherzustellen, dass diese Kennleuchten nicht durch Fahrzeugaufbauten oder Fahrzeugteile verdeckt werden oder ihre Warnwirkung eingeschränkt wird.
Zusätzlich sollen Einsatzfahrzeuge mit weiteren lichttechnischen Einrichtungen ausgerüstet sein. Dies können sein:
am Fahrzeug fest angebrachte (netzabhängige) Warnleuchten nach § 53 a Abs. 3 StVZO, die den TA Nr. 20 entsprechen. Ihre Hauptausstrahlrichtung muss nach hinten gerichtet sein; für die Anbringung können besondere Auflagen geltend gemacht werden,
mobile (netzunabhängige) Warnleuchten nach § 53 a Abs. 1 StVZO, die den TA Nr. 19 entsprechen; zur Anzahl der mitzuführenden (mobilen) Warnleuchten siehe Abschnitt 4.1.5,
tragbare Blinkleuchten nach § 53 b Abs. 5 Satz 7 StVZO, die den TA Nr. 16 a entsprechen.
Alle Warnleuchten bzw. Blinkleuchten müssen eine Bauartgenehmigung nach § 22 a StVZO haben (kenntlich gemacht durch ein Prüfzeichen [Bild 2]).
Wegen deren besserer Warnwirkung soll Leuchten in (Doppel-)Blitztechnik der Vorzug gegeben werden. Hiermit kann der Verkehr weithin sichtbar auf die Einsatzstelle aufmerksam gemacht werden. Dabei ist es wichtig, die am Fahrzeug anzubringenden lichttechnischen Einrichtungen (Rundumlicht, Warnleuchten) möglichst hoch auf dem Fahrzeugdach zu montieren, damit sie möglichst nicht durch andere Fahrzeuge verdeckt werden können (Bild 3 und 4).
Bild 3: Teleskopierbare, weit sichtbare Warnleuchten
Bild 4: Warnleuchten in Doppelblitztechnik
Sicherheitskennzeichnung (weiß-rot-weiße Warnmarkierung)
Einsatzfahrzeuge im Sinne dieser BG-Information sind in der Regel keine Fahrzeuge, die Sonderrechte nach § 35 Abs. 6 der Straßenverkehrsordnung (StVO) (siehe Abschnitt 6.7) in Anspruch nehmen.
Sollen mit solchen Einsatzfahrzeugen derartige Rechte in Anspruch genommen werden, so müssen diese Fahrzeuge mit weiß-rot-weißen Warneinrichtungen (Sicherheitskennzeichnung nach DIN 30710) gekennzeichnet sein; darüber hinaus gelten für diese Fahrzeuge weitere Anforderungen (siehe § 52 Abs. 4 StVZO und Nr. IV "Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO)" zu § 35 Abs. 6 StVO).
Für alle anderen Einsatzfahrzeuge wird die Anbringung von weiß-rot-weißen Warneinrichtungen empfohlen.
Alle Einsatzfahrzeuge müssen - soweit zulässig - mit Konturmarkierungen ausgestattet sein.
Retroreflektierende Konturmarkierungen dienen der früheren und besseren Erkennbarkeit der Einsatzfahrzeuge durch sich annähernde Verkehrsteilnehmer bei Dunkelheit bzw. Dämmerung. Sie sind nachgewiesenermaßen sehr wirksam und haben hohes Unfallvermeidungspotenzial.
Anders als durch Sicherheitskennzeichnung nach DIN 30710 können mittels retroreflektierender Markierungen in Form von Streifen- oder Kontur-(Umriss-)Markierungen die gesamte Länge, Breite und gegebenenfalls Höhe des Fahrzeugs kenntlich gemacht werden. Dies ist für die Einsatzfahrzeuge, die für Bergungs- und Abschlepparbeiten häufig quer zur Längsrichtung des fließenden Verkehrs positioniert werden müssen, von besonderer Bedeutung.
Eine Kombination beider Kennzeichnungsarten (Konturmarkierung und Sicherheitskennzeichnung) optimiert die Erkennbarkeit unter allen Sichtbedingungen.
Nach § 53 Abs. 10 StVZO ist die Kennzeichnung von schweren und langen Fahrzeugen - ausgenommen Personenkraftwagen - mit einer Länge von mehr als 6,00 m mit Konturmarkierungen aus retroreflektierenden Materialien zulässig, die den Bestimmungen der "ECE-Regelung Nr. 104 über einheitliche Bedingungen für die Genehmigung retroreflektierender Markierungen für schwere und lange Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger vom 15. Januar 1998" entsprechen müssen.
Bild 5: Konturmarkierung
Bild 6: Beleuchtung der Konturmarkierung mit einer Taschenlampe bei Nacht
In den Richtlinien über die Mindestanforderungen an Bauart oder Ausrüstung von Pannenhilfsfahrzeugen sind die Anerkennungsvoraussetzungen für Pannenhilfsfahrzeuge sowie die Ausrüstungsgegenstände - auch hinsichtlich des Absicherungsmaterials - für die jeweiligen Fahrzeuge aufgeführt.
Abschleppfahrzeuge (Nr. 1 der Richtlinien) oder Bergungsfahrzeuge (Nr. 2), mit denen Einsatzarbeiten im Sinne dieser BG-Information durchgeführt werden, sind ebenfalls mit Absicherungsmaterial auszurüsten.
Leitkegel müssen den "Technischen Lieferbedingungen für Leitkegel" (TL-Leitkegel), herausgegeben vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (früher: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen), Abteilung Straßenbau, entsprechen. Hierin sind z.B. Größen, Gewichte und Rückstrahlwerte festgelegt.
Bild 7: Warnschwellen
Warnschwellen (Bild 7) können Fahrzeuglenker, die durch Unachtsamkeit die Fahrbahn verlassen, "aufrütteln" und zu einer Korrektur veranlassen. Warnschwellen müssen den "Technischen Liefer- und Prüfbedingungen für transportable Warnschwellen (TLP-Warnschwellen 2006 - Entwurf -)" entsprechen. Ihr Einsatz ist derzeit nur auf nicht befahrenen Seitenstreifen, nicht jedoch auf Fahrbahnen zulässig.
Für eine der Gefährdungssituation entsprechende Absicherung sollten alle Einsatzfahrzeuge - unbeschadet der in den "Richtlinien über die Mindestanforderungen an Bauart oder Ausrüstung an Pannenhilfsfahrzeugen" geforderten Ausrüstungsgegenstände - wie folgt bestückt sein, wobei nach der Art des Einsatzfahrzeuges zu unterscheiden ist:
Einsatzfahrzeuge über 3,5 t zulässige Gesamtmasse und alle Kastenwagen Einsatzfahrzeuge bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse (ausgenommen Kastenwagen)
• 1 Warnflagge weiß-rot gestreift • 1 Warnflagge weiß-rot gestreift
• 3 Warndreiecke • 3 Warndreiecke
• 5 Warnleuchten (siehe dazu Abschnitt 4.1.2) • 3 Warnleuchten (siehe dazu Abschnitt 4.1.2)
• 10 Leitkegel, davon mindestens 5 Leitkegel 750 mm hoch • 5 Leitkegel
• 3 Warnschwellen (optional)
Mit Hilfe von Transporteinrichtungen (Bild 8 und 9) kann die Handhabung des Absicherungsmaterials erleichtert und dadurch die Zeit für den Auf- und Abbau verringert werden.
Bild 8: Transportkarre für Leitkegel
Weitere Ausrüstungsgegenstände, Ersatzteile, Betriebs- und Hilfsstoffe
Einsatzfahrzeuge müssen stets einsatzbereit sein.
Erfahrungsgemäß sind folgende Positionen für den Einsatz notwendig:
Betriebsstoffe des Einsatzfahrzeugs (Kraftstoff, Öl, Kühlwasser usw.)
Hilfsstoffe und Werkzeug mindestens gemäß "Richtlinien über die Mindestanforderungen an Bauart oder Ausrüstung von Pannenhilfsfahrzeugen" zu § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO
Die Auswahl der Ersatzteile kann sich richten nach:
Häufigkeit des Bedarfs (eigene Erfahrungswerte)
Mitteilung von Fahrzeugherstellern und Organisationen
Schweißanlagen (Füllstand der Autogen-/Schutzgas-Flaschen)
Kraftstoff für Stromerzeuger
Einsatzfahrzeug über 3,5 t zulässige Gesamtmasse und alle Kastenwagen: mindestens ein 6-kg-Pulverlöscher ABC
Einsatzfahrzeug bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse (ausgenommen Kastenwagen): mindestens ein 2-kg-Pulverlöscher ABC
Ölbindemittel, Schaufel, Besen, Abfallbehälter
Eine Möglichkeit zur fernmündlichen Kommunikation (Mobiltelefon, Betriebsfunk) muss gegeben sein.

References: § 52
 § 52
 § 52
 § 22
 § 53
 § 53
 § 53
 § 22
 § 35
 § 52
 § 35
 § 53
 § 52