Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=22.11.1995&Aktenzeichen=I%20R%20114/94
Timestamp: 2019-11-15 18:02:13+00:00

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BFH, 22.11.1995 - I R 114/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,1105
BFH, 22.11.1995 - I R 114/94 (https://dejure.org/1995,1105)
BFH, Entscheidung vom 22.11.1995 - I R 114/94 (https://dejure.org/1995,1105)
BFH, Entscheidung vom 22. November 1995 - I R 114/94 (https://dejure.org/1995,1105)
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AO 1977 § 180 Abs. 1 Nr. 2a; EStG § 20 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 und Abs. 3, § 36 Abs. 2 Nr. 2, Nr. 3 Satz 1 und Satz 4 Buchst. f
Gewerbebetrieb - Beteiligung - GmbH - Personenhandelsgesellschaft - Gewinnausschüttung - Körperschaftsteuer - Kapitalertragsteuer - Gesellschaftsrechtliche Abrede - Gewinnverteilungsschlüssel
§§ 20, 36 EStG
Einkommensteuer; Zuordnung von Körperschaftsteuer- und Kapitalertragsteueranrechnungsbeträgen
BFHE 179, 296
BB 1996, 681
DB 1996, 712
BStBl II 1996, 531
Lt. BFH-Urteil vom 21.11.1995 (I R 114/94, BStBl II 1996, 531) hätten die anrechenbare Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer in dem dort entschiedenen Fall auch schon vor Einfügung des § 180 Abs. 5 Nr. 2 AO im Feststellungsverfahren erfasst werden können.
Zwar hat der BFH in seinen Entscheidungen vom 22.11.1995 (I R 114/94, BStBl II 1996, 531, 532; I R 185/94, BStBl II 1996, 390, 391;… vgl. auch BFH vom 27.06.2001, I R 65/00, BFH/NV 2001, 1528) die Auffassung vertreten, es sei auch zuvor schon eine gesonderte Feststellung zulässig gewesen, er hat dies jedoch nur für den Fall der einheitlichen Feststellung unter Hinweis darauf angenommen, dass die entsprechenden Ansprüche zum Sonderbetriebsvermögen der Beteiligten gehören.
§ 36 Abs. 2 f EStG gilt gemäß § 52 Abs. 25 Satz 2 EStG auch für Veranlagungszeiträume vor 1990 (vgl. insoweit auch BFH-Urteil vom 22.11.1995, I R 114/94, BStBl II 1996, 531).
§ 36 Abs. 2 f EStG gilt gemäß § 52 Abs. 25 Satz 2 EStG auch für Veranlagungszeiträume vor 1990 (vgl. insoweit auch BFH-Urteil vom 22.11.1995, I R 114/94, BStBl II, 1996, 531).
Zudem hat der Senat schon in anderem Zusammenhang entschieden, dass der vom Gesetz verwendete Begriff "Einnahmen i.S. des § 20 Abs. 1 Nrn. 1 bis 3 EStG" auch diejenigen Gewinnausschüttungen umfassen kann, die einem Mitunternehmer auf Grund seiner Beteiligung an einer Personengesellschaft zugerechnet werden (Senatsurteil vom 22. November 1995 I R 114/94, BFHE 179, 296, BStBl II 1996, 531); darin liegt ein zusätzlicher Anhaltspunkt für die Annahme, dass der Gesetzgeber bei der Schaffung des § 34 Abs. 10a Satz 6 KStG 1999 i.d.F. des StSenkG 2001/2002 von demselben Verständnis ausgegangen ist.
Die Klägerin hat die abgezogene und einbehaltene Kapitalertragsteuer zutreffend als Entnahmen der einzelnen Gesellschafter behandelt (zu den Einzelheiten s. BGH-Urteil vom 30. Januar 1995, II ZR 42/94, NJW 1995, 1088, m.w.N.; BFH-Urteil vom 22. November 1995, I R 114/94, BStBl. II 1996, 531 - s. dazu auch unten: II. 2. b. cc.).
Die einbehaltene und abgeführten Kapitalertragsteuer wird daher - handelsrechtlich wie steuerrechtlich - als Einnahme der Klägerin und als entsprechende Entnahme der einzelnen Gesellschafter behandelt (s.o.: II. 2. b. aa. - BGH-Urteil vom 30. Januar 1995, II ZR 42/94, NJW 1995, 1088, m.w.N.; BFH-Urteil vom 22. November 1995, I R 114/94, BStBl. II 1996, 531;… ferner Karsten Schmidt in: Münchner Kommentar HGB, §§ 171, 172 Rdnr. 70 a.E.).
Bei der Kapitalertragsteuer handelt es sich um eine Vorauszahlung auf die später festzusetzende Einkommensteuer (BFH-Urteil vom 22. November 1995 I R 114/94, BFHE 179, 296, BStBl II 1996, 531).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - BGH - (vgl. Grundsatzurteil vom 30. Januar 1995 II ZR 42/94, Deutsches Steuerrecht - DStR - 1995, 574) und des BFH (vgl. BFH-Urteil vom 22. November 1995 I R 114/94, BFHE 179, 296, BStBl II 1996, 531) entsteht aber das Körperschaftsteuer-Anrechnungsguthaben ausschließlich und originär in der Person des einzelnen Gesellschafters.
Für eine Auslegung im Sinne eines definitionsgerechten Einsatzes der Begriffe "Einnahmen" und "Einkünfte" spricht im Streitfall außerdem, dass der BFH in der oben zitierten Entscheidung (BFH, BStBl II 1996, 531 unter 2.a) und b) aa)) bereits geklärt hatte, dass in den Fällen, in denen Anteile an der ausschüttenden Kapitalgesellschaft im Gesamthandsvermögen einer Personengesellschaft gehalten werden, Gewinnausschüttungen ebenso wie die anzurechnende Körperschaftsteuer, die Kapitalertragsteuer und der Solidaritätszuschlag zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb gehören ohne den Charakter als Einnahmen im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG a. F. zu verlieren.
Zwar hat der Senat in seinen Urteilen vom 22. November 1995 I R 114/94 (BFHE 179, 296, BStBl II 1996, 531, 532) sowie I R 185/94 (BFHE 179, 299, BStBl II 1996, 390, 391;… bestätigt durch Urteil vom 27. Juni 2001 I R 65/00, BFH/NV 2001, 1528) entschieden, dass Körperschaftsteuer-Anrechnungsbeträge gemäß § 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO 1977 auch bereits vor Einfügung von § 180 Abs. 5 Nr. 2 in die Abgabenordnung 1977 durch das StMBG vom 21. Dezember 1993 einheitlich und gesondert festgestellt werden konnten.

References: § 180
 § 20
 § 36
 § 180

§ 36
 § 52

§ 36
 § 52
 § 20
 § 34
 BGH 
 § 20
 § 180
 § 180