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Timestamp: 2017-09-21 20:03:53+00:00

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Integrierte Aufsicht by Eidgenössisches Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI - issuu
ENSI-AN-8526
ENSI, CH-5200 Brugg, Industriestrasse 19, Telefon +41 (0)56 460 84 00, E-Mail Info@ensi.ch, www.ensi.ch
Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis
Integrierte Aufsicht Ausgabe Oktober 2013
ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis
Inhalt Integrierte Aufsicht
Das Schutzzielkonzept
Das Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge
Grundsätze der Integrierten Aufsicht
Anlagenbegutachtung und Integrierte Aufsicht
Gutachten und sicherheitstechnische Stellungnahmen
Betriebsüberwachung und Integrierte Aufsicht
Vorkommnisanalyse
Systematische Sicherheitsbewertung
Zuordnung zu Ebenen vs. Zuordnung zu Barrieren
Integrierte Aufsicht und „Graded Approach“ der IAEA
Der „graded approach“ in der Praxis
Anhang: Übersicht über die Sicherheitsindikatoren
Vorbemerkung Die Aufsicht über die nukleare Sicherheit der Schweizer Kernanlagen hat sich schrittweise entwickelt. Um die Jahrtausendwende hat die historisch gewachsene Aufsichtsstrategie eine starke Systematisierung erfahren, die in der Einführung eines Managementsystems und dem Aufbau einer integrierten Aufsichtsstrategie Ausdruck fand. Ziel der vorliegenden Publikation ist es, die Grundannahmen darzulegen, auf denen diese Strategie aufgebaut ist, sowohl nach aussen gegenüber einer interessierten Öffentlichkeit und gegenüber den Beaufsichtigten als auch nach innen gegenüber den eigenen Mitarbeitenden.
Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Das Ziel der nuklearen Sicherheit ist es, den Menschen und die Umwelt vor schädlichen Auswirkungen ionisierender Strahlung zu schützen1. Um den sicheren Betrieb einer Kernanlage zu gewährleisten, muss deren Betreiber eine umfassende Sicherheitsvorsorge treffen. Dazu sind die Einflüsse von Mensch, Technik und Organisation in einem ganzheitlichen Ansatz zu berücksichtigen, indem die Kernanlage als MTO-System betrachtet wird. Die Sicherheit einer Kernanlage hängt nicht allein von deren technischer Ausführung ab, sondern auch vom Verhalten der Menschen, die die Anlage betreiben. Die Mitarbeitenden einer Kernanlage sind zudem in einer Organisation eingebunden, deren Kultur die Arbeit der Mitarbeitenden und damit auch die Sicherheit der Kernanlage massgeblich beeinflusst. Weil die Sicherheit einer Kernanlage von Mensch, Technik und Organisation abhängt, sind für eine umfassende Sicherheitsbewertung alle drei Bereiche zu berücksichtigen. Sicherheitsvorsorge und die daraus resultierende Sicherheit – im Sinne des Grads der Einhaltung von Schutzzielen – sind keine vollständig messbaren Grössen, denn der Zustand der Anlage, das Verhalten des Personals und die Kultur der Organisation sind nur ausschnittweise beobachtbar. Nicht direkt beobachtbar ist zudem, was in den Köpfen der Menschen das Verhalten bestimmt. Jede Sicherheitsbewertung basiert somit auf einem unvollständigen Bild und bedarf der Ergänzung durch subjektive Einschätzungen zur Zuverlässigkeit der Menschen und zur Sicherheitskultur der Betreiberorganisation. Dies gilt für die Aussensicht der Aufsichtsbehörde genauso wie für die Innensicht des Betreibers. Je mehr Bildausschnitte aus unterschiedlichen Perspektiven zugänglich sind, desto realistischer ist das daraus zusammengefügte Gesamtbild. Je realistischer das Gesamtbild ist, desto besser sind Lücken in der Sicherheitsvorsorge zu erkennen und desto besser kann die Sicherheitsvorsorge vervollständigt werden. Dennoch gibt es keine absolute Sicherheit. Dies gilt für jede technische Einrichtung und jeden Lebensbereich wie zum Beispiel den Strassenverkehr. Das MTO-System Kernanlage verändert sich laufend. Entsprechend muss das Bild von der Sicherheitsvorsorge einer Anlage ständig aktualisiert werden. Sicherheitsvorsorge ist eine permanente Aufgabe. Diese umfasst auch zu lernen aus Erkenntnissen aus anderen Kernanlagen und Hochzuverlässigkeitsorganisationen wie Fluggesellschaften und Spitälern. Es ist primär Aufgabe des Betreibers, die Sicherheit seiner Anlage zu gewährleisten2. Es ist seine Aufgabe, die Sicherheit seiner Anlage ständig zu überprüfen und wo notwendig zu verbessern. Er muss deshalb die Sicherheit seiner Anlage systematisch bewerten3 und – im 1
“fundamental safety objective” gemäss IAEA Safety Fundamentals SF-1 sowie Art. 1 KEG
vgl. Art. 9 des Übereinkommens über nukleare Sicherheit (SR 0.732.020) und Art. 22 Abs. 1 KEG
(SR 732.1) 3
Art. 33 KEV Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Fall der Kernkraftwerke – die Anlage alle 10 Jahre einer umfassenden periodischen Sicherheitsüberprüfung unterziehen4. Es ist Aufgabe der Aufsichtsbehörde sicherzustellen, dass alle Betreiber diesen Aufgaben nachkommen5 und sich von der Sicherheit der Anlage durch eigene Analysen, Inspektionen und Aufsichtsgespräche ein unabhängiges Bild zu verschaffen. Das ENSI tut dies im Rahmen der Integrierten Aufsicht. Die nukleare Sicherheit stützt sich auch auf Vorkehrungen zum Schutz vor unbefugten Einwirkungen und Entwendung von Kernmaterial. Diese Vorkehrungen werden mit dem Begriff Sicherung bezeichnet. Sie beruhen ebenfalls auf baulichen, technischen, organisatorischen, personellen und administrativen Massnahmen.
Um Mensch und Umwelt vor von Kernanlagen und Kernmaterialien ausgehender ionisierender Strahlung zu schützen, sind die folgenden drei Schutzziele einzuhalten6: 1. Kontrolle der Reaktivität 2. Kühlung der Brennelemente 3. Einschluss radioaktiver Stoffe Die Einhaltung dieser drei Schutzziele dient letztlich dem folgenden übergeordneten Schutzziel7: 4. Begrenzung der Strahlenexposition Jedes Schutzziel basiert auf mehreren Teilschutzzielen und Schutzzielfunktionen. Die Gliederung der 4 grundlegenden Schutzziele in Teilschutzziele und Schutzzielfunktionen ist international nicht einheitlich geregelt und bis zu einem gewissen Grad anlagenspezifisch. Die Logik der Gliederung von Schutzzielen in Teilschutzziele und Schutzzielfunktionen ist in Tabelle 1 beispielhaft dargestellt.
Art. 34 KEV
Art. 72 Abs. 1 KEG
IAEA Safety Standard SSR-2/1
Die Verordnung des UVEK über die Gefährdungsannahmen und die Bewertung des Schutzes gegen
Störfälle in Kernanlagen (SR 732.112.2) bezeichnet 1. die Kontrolle der Reaktivität, 2. die Kühlung der Kernmaterialien und der radioaktiven Abfälle, 3. den Einschluss der radioaktiven Stoffe und 4. die Begrenzung der Strahlenexposition als die grundlegenden Schutzziele. In Deutschland unterschied der Kerntechnische Ausschuss (KTA) im Programm KTA 2000 die Schutzziele „Kontrolle der Reaktivität“, „Kühlung der Brennelemente“, „Einschluss radioaktiver Stoffe“ und „Begrenzung der Strahlenexposition“. Die in diesem Zusammenhang entstandenen Entwürfe für Basisregeln flossen in den Aufbau der Struktur der systematischen Sicherheitsbewertung der damaligen HSK (heute ENSI) ein. Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Schutzziel „Kontrolle der Reaktivität“ Teilschutzziel
Schutzzielfunktion
Kontrolle der Änderungen von Reaktivität und Leistung im Kern
inhärente Selbststabilisierung
nachhaltige Beendigung der Kettenreaktion im Kern
Kontrolle der Reaktivität von Brennelementen (BE) ausserhalb des Reaktorkerns
Begrenzung von Reaktivität, Leistung und Leistungsdichte Reaktorabschaltung langfristiges Halten im unterkritischen Zustand Sicherstellung der Unterkritikalität bei BEHandhabung und BE-Lagerung
Tabelle 1: Beispiel einer möglichen Gliederung des Schutzziels „Kontrolle der Reaktivität“ in Teilschutzziele und Schutzzielfunktionen
Schutzzielfunktionen sind Funktionen, die zur Einhaltung von Schutzzielen erforderlich sind. Dies gilt unabhängig davon, zu welcher Sicherheitsebene (vgl. Tabelle 3) die entsprechenden Mittel gehören. Schutzzielfunktionen auf Sicherheitsebene 3 werden in der Kernenergieverordnung als Sicherheitsfunktionen bezeichnet. Schutzzielfunktionen können durch Konstruktionsmerkmale, inhärente Eigenschaften bzw. passive und aktive Massnahmen realisiert sein und zwar für alle Anlagezustände, d. h. im Normalbetrieb, bei Störungen, bei Auslegungsstörfällen und bei auslegungsüberschreitenden Störfällen. Zur Überwachung, Regelung und Aktivierung von Schutzzielfunktionen sind entsprechende Mess-, Begrenzungs-, Alarm- und Auslösesysteme notwendig. Das ENSI behandelt die Überwachung, Regelung und Aktivierung von Schutzzielfunktionen nicht als separate Schutzzielfunktionen. Die einzelnen Schutzzielfunktionen sind nicht unabhängig voneinander. So ist beispielsweise die Barrierenintegrität abhängig von der Wärmeabfuhr und der Druckbegrenzung von Komponenten und Systemen. Das Barrierenkonzept für Reaktoren von Kernkraftwerken unterscheidet die Barrieren Brennelemente, Primärkreis und Containment (Tabelle 2). Die Barrieren dienen dem Schutzziel „Einschluss radioaktiver Stoffe“. Das Barrierenkonzept ist somit nicht ein von den Schutzzielen unabhängiges Sicherheitskonzept, sondern ein Bestandteil des unten dargestellten Konzepts der gestaffelten Sicherheitsvorsorge.
Barrieren bei geschlossenem Reaktor 1. Barriere
Brennelemente (Brennstoffmatrix und Brennstabhüllrohre)
Primärkreis (druckführende Umschliessung des Reaktorkühlsystems)
Containment (Primär- und Sekundärcontainment)
Tabelle 2: Barrieren für Reaktoren von Kernkraftwerken
In Tabelle 2 ist die Barrierensituation hinsichtlich Reaktorsicherheit bei geschlossenem Reaktor dargestellt. Für den geöffneten Reaktor im Revisionsstillstand, Brennelemente in einem Lagerbecken, Brennelemente in einem Transport- oder Lagerbehälter sowie radioaktive Abfälle stellt sich die Barrierensituation anders dar. Doch in jedem Fall stützt sich die Sicherheitsvorsorge auf mehrere Barrieren ab. Das Barrierenkonzept ist anschaulich und verständlich kommunizierbar. Es stellt jedoch lediglich einen Teil der Sicherheitsvorsorge dar, weil die Integrität der Barrieren nur gewährleistet werden kann, wenn die Schutzziele „Kontrolle der Reaktivität“ und „Kühlung der Brennelemente“ erfüllt sind. Das Barrierenkonzept ist somit kein vollständiges Sicherheitskonzept.
Wie bei der Darstellung des Schutzzielkonzepts gezeigt, werden die Schutzzielfunktionen in allen Anlagezuständen durch Konstruktionsmerkmale, inhärente Eigenschaften von Anlageteilen sowie organisatorische und personelle Massnahmen realisiert. Seit der Formulierung des Konzepts der gestaffelten Sicherheitsvorsorge (Defence in Depth) durch die International Nuclear Safety Advisory Group der IAEA8 hat sich international eingebürgert, die Sicherheitsvorsorge 5 Sicherheitsebenen zuzuordnen. Jede Sicherheitsebene umfasst auf spezifische Anlagezustände ausgerichtete Sicherheitsvorkehrungen mit spezifischen Zielen. Das Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge besteht somit aus mehreren hintereinander gestaffelten Ebenen von Vorkehrungen, von denen jeweils die nächste dazu dient, ein Versagen der Vorkehrungen auf der davor liegenden Ebene aufzufangen. Die Sicherheitsebenen 1 bis 4 bilden die anlageninterne Sicherheitsvorsorge, die Ebene 5 die anlagenexterne Sicherheitsvorsorge.
Defence in Depth in Nuclear Safety, INSAG-10, sowie IAEA Safety Standard NS-R-1
konservative Auslegung und hohe Fertigungsqualität der Betriebssysteme, gute Betriebsführung9
Begrenzungs- und Schutzsysteme, Mess- und Alarmsysteme zur Entdeckung von Fehlern10
Beherrschung von Auslegungsstörfällen11
präventives und mitigatives Accident Management
Tabelle 3: Ebenen der gestaffelten Sicherheitsvorsorge (Sicherheitsebenen)
Die oben aufgeführten Systeme (Betriebssysteme, Begrenzungs- und Schutzsysteme, Sicherheitssysteme) benötigen eine Reihe von Versorgungsfunktionen. Eine der wichtigsten Versorgungsfunktionen ist die Stromversorgung. Andere Versorgungsfunktionen sind z. B. die Steuerluft-, die Schmieröl-, sowie die Kühl- und Sperrwasserversorgung. Manche Versorgungsfunktionen dienen nur einzelnen Schutzzielen, andere sind für alle Schutzziele von Bedeutung. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Ausrüstungen, die auch von Bedeutung für die Schutzziele sind, beispielsweise die Leckageüberwachung, die Lüftungsanlagen, die Hebezeuge, die seismische Instrumentierung, Brandschutz- und Blitzschutzeinrichtungen sowie die Kommunikationsmittel. Entsprechend ihrer Bedeutung für die nukleare Sicherheit müssen nicht nur die Schutzzielfunktionen selbst, sondern auch die Versorgungsfunktionen zuverlässig zur Verfügung stehen. Für die Ebenen 1 bis 4 der gestaffelten Sicherheitsvorsorge – die anlageninterne Sicherheitsvorsorge – gilt, dass jede Sicherheitsebene für jedes Schutzziel Vorkehrungen umfasst. 9
Normalbetriebliche Regelgrössen mit Regelungssystemen im Sollbereich zu halten gehört zur Sicher-
heitsebene 1. 10
Normalbetriebliche Regelgrössen bei kleineren Störungen mit Regelungssystemen in den Sollbereich
zurückzuführen gehört zur Sicherheitsebene 2. 11
Auslegungsstörfälle werden gemäss der Verordnung des UVEK über die Gefährdungsannahmen und
die Bewertung des Schutzes gegen Störfälle in Kernanlagen (SR 732.112.2) entsprechend ihrer Häufigkeit kategorisiert.
Einzig die Sicherheitsebene 5 – die anlagenexterne Sicherheitsvorsorge – dient ausschliesslich dem Schutzziel „Begrenzung der Strahlenexposition“.
Wie in Kapitel 1 erläutert, bildet das Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge die Basis für die Erfüllung der Schutzziele und damit zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit. Es ist Aufgabe des Betreibers darzulegen, wie das Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge in seiner Anlage im Detail umgesetzt ist. Es ist Aufgabe des ENSI, zu überprüfen, ob diese Umsetzung dem Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise dem Stand der Nachrüsttechnik entspricht. Hierfür muss sich das ENSI ein vom Betreiber unabhängiges Bild von der Sicherheit der Anlage machen. Die Wirkungsziele der behördlichen Aufsicht lauten: 
Die Kernanlagen sind sicher, d. h. die Anlagen erfüllen technisch die gesetzlichen Vorgaben und entsprechen insbesondere dem Stand der Nachrüsttechnik. Sie werden in jedem Anlagezustand (z. B. Normalbetrieb, Ausserbetriebnahme, Rückbau) durch eine Organisation mit einer guten Sicherheitskultur sicher betrieben.
Die Bevölkerung fühlt sich sicher, d. h. die Anliegen der Bevölkerung werden vom ENSI ernst genommen und das ENSI informiert die Bevölkerung aktiv über den Zustand der Kernanlagen und über besondere Ereignisse.
Diese beiden zentralen Wirkungsziele gelten für die gesamte Aufsichtstätigkeit des ENSI. Sie lassen sich in zwei Hauptaufgabenbereiche oder Produkte gliedern: 
Anlagenbegutachtung: Das ENSI begutachtet die eingereichten Bau-, Änderungsund Stilllegungsprojekte im Rahmen des Bewilligungsverfahrens und kontrolliert die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und der Auflagen der Bewilligungsbehörde bei der Realisierung. Zudem begutachtet das ENSI die alle zehn Jahre von den Bewilligungsinhabern vorzunehmenden periodischen Sicherheitsüberprüfungen, die zahlreiche Sicherheits- und Störfallanalysen umfassen. Als Basis für die Beurteilungstätigkeit konkretisiert das ENSI die gesetzlichen Grundlagen in Form von Richtlinien und verfolgt die internationale Erfahrung und den Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise der Nachrüsttechnik.
Betriebsüberwachung: Der Betrieb bestehender Kernanlagen wird vom ENSI beaufsichtigt und überwacht. Mit der Analyse der Berichte der Betreiber sowie mit Inspektionen und Kontrollen überprüft das ENSI, ob der Betreiber seine gesetzliche Verantwortung wahrnimmt. Es ordnet alle zur Einhaltung der nuklearen Sicherheit und Sicherung notwendigen und verhältnismässigen Massnahmen an. Es überwacht die Radioaktivitätsabgaben an die Umwelt und die Strahlenexposition des Personals während des Betriebes, begleitet die jährlichen Revisionsstillstände, bewertet Vorkommnisse und informiert die Bevölkerung über den Zustand der Kernanlagen. Im Ereignisfall erstellt das ENSI Prognosen, sorgt für eine rasche Orientierung der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) und berät die beteiligten Stellen bei der Anordnung von Schutzmassnahmen.
Das ENSI hat zu jedem dieser Produkte eine Reihe von Aufsichtsprozessen definiert und in seinem Managementsystem festgehalten. Die konsequente Umsetzung dieser Prozesse im
Alltag ist die Basis der behördlichen Aufsicht. Aus jedem dieser Prozesse gewinnt das ENSI Information zur nuklearen Sicherheit jeder beaufsichtigten Kernanlage. Die Gesamtheit dieser Information aus allen Aufsichtsprozessen gibt Einblick in die nukleare Sicherheit einer Anlage. Wie bereits im Kapitel 1 gesagt, wird die Aussage zur Sicherheit umso realistischer, je vollständiger diese Information alle sicherheitsrelevanten Teile des MTO-Systems beschreibt. Um mit seinen Ressourcen einen maximalen Nutzen für die nukleare Sicherheit zu erzielen, muss das ENSI seine Ressourcen entsprechend der jeweiligen Sicherheitsrelevanz der Aufsichtsgegenstände abgestuft einsetzen. Dieser Ansatz lässt sich als „graded approach“ bezeichnen. Die Gegenstände mit der höchsten Sicherheitsrelevanz sind am vollständigsten und mit der grössten Bearbeitungstiefe zu beaufsichtigen, während die Aufsicht in anderen Bereichen auf Stichproben zu beschränken ist. Für die stichprobenartig beaufsichtigten Gegenstände sind die Melde- und Berichtspflichten der Betreiber wichtige Aufsichtsinstrumente. Das ENSI prüft die Meldungen und Berichte der Betreiber und führt bei Unklarheiten oder Hinweisen auf Sicherheitsdefizite eigene Abklärungen durch. Sicherheitsrelevante Änderungen unterliegen einer behördlichen Freigabepflicht. Auch hier wird die Prüftiefe der Sicherheitsrelevanz entsprechend abgestuft. Die Integrierte Aufsicht des ENSI berücksichtigt alle sicherheitsrelevanten Teile des MTOSystems Kernanlage. Diese erlaubt es, die Sicherheit einer Kernanlage umfassend zu bewerten und mittels Aufsichtsmassnahmen zu beeinflussen. Zusammenfassend erfüllt die Integrierte Aufsicht drei zentrale Anforderungen: 
Nachvollziehbarkeit: Das ENSI verfügt über ein konsistentes, durchgängiges Aufsichtskonzept und Regelwerk. Es befolgt ein einheitliches, auf klaren Kriterien beruhendes Verfahren zur Entscheidungsfindung. Die von ihm angeordneten Massnahmen sind transparent und nachvollziehbar.
Ausgewogenheit: Das ENSI berücksichtigt die Sicherheitsaspekte einer Anlage umfassend. Neben den Resultaten aus deterministischen und probabilistischen Sicherheitsanalysen gehören dazu auch Erkenntnisse aus dem Betrieb und der Instandhaltung sowie organisatorische Abläufe. Die Gewichtung des Ressourceneinsatzes ist nach der Sicherheitsrelevanz der Aufsichtsgegenstände abgestuft. Sicherheitsanforderungen und die Art und Intensität der Überwachung werden periodisch hinterfragt, analysiert und – wo nötig – angepasst.
Wirksamkeit: Das ENSI setzt Entscheidungen konsequent um und überprüft deren Wirkung. Falls nötig werden zusätzliche Massnahmen ergriffen.
Die Verantwortung für die nukleare Sicherheit liegt beim Betreiber einer Kernanlage (Art. 22 Abs. 1 KEG). Das ENSI überprüft, ob der Betreiber diese Verantwortung wahrnimmt (Art. 72 Abs. 1 KEG). Es ordnet alle zur Einhaltung der nuklearen Sicherheit notwendigen und verhältnismässigen Massnahmen an (Art. 72 Abs. 2 KEG). Gemäss den oben genannten Wirkungszielen ist die Aufsichtstätigkeit des ENSI darauf ausgerichtet, dass die Kernanlagen sicher sind. Die Aufsichtstätigkeit erfolgt nach im Managementsystem vorgegebenen Prozessen. Entsprechend dem „Plan-Do-Check-Act“-Prinzip enthält das Managementsystem des ENSI einen Prozess der kontinuierlichen Verbesserung. Indem das ENSI seine Aufsichtstätigkeit konsequent auf die definierten Wirkungsziele ausrichtet, führt die kontinuierliIntegrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
che Verbesserung seiner Aufsichtsprozesse auch zu einer Verbesserung der Sicherheit der beaufsichtigten Kernanlagen. In den nachfolgenden Kapiteln wird auf die einzelnen Produkte und Aufsichtsprozesse im Sinne der Integrierten Aufsicht etwas n채her eingegangen. Die Zusammenf체hrung der Information aus den einzelnen Aufsichtsinstrumenten erfolgt im Rahmen der systematischen Sicherheitsbewertung. Diese ist eines der zentralen Instrumente der Integrierten Aufsicht.
Die geltenden Gesetze und Verordnungen, die Richtlinien und die vom ENSI bezeichneten Grundlagen (namentlich kerntechnische Normen und Standards) bilden das Regelwerk. Es bildet die Voraussetzung für die Aufsichtstätigkeit des ENSI und gibt dem Betreiber von Kernanlagen die notwendige Rechtssicherheit.
Abbildung 1: Regelwerk des ENSI
Im Einzelfall kann sich eine Entscheidung neben dem Regelwerk auch auf weitere Grundlagen stützen. In diesem Fall ist eine Begründung erforderlich. Bei der Erarbeitung des Regelwerkes sind die Grundsätze der nuklearen Sicherheit, wie sie in Kapitel 1 erläutert wurden, zu beachten. Das Regelwerk muss also aktuell, umfassend und sicherheitsfördernd sein. Aktuell bedeutet, dass die weltweite Betriebserfahrung zeitnah in das Regelwerk einfliessen muss. Umfassend bedeutet, dass das Regelwerk alle relevanten Einflüsse auf die nukleare Sicherheit und alle Elemente der Sicherheitsvorsorge abdecken muss. Sicherheitsfördernd bedeutet, dass das Regelwerk einen günstigen Einfluss auf die Anlagetechnik, die Organisation des Bewilligungsinhabers und die beteiligten Menschen haben soll. Das Regelwerk ist insbesondere so zu gestalten, dass es der Eigenverantwortung des Betreibers für den sicheren Betrieb seiner Anlage gerecht wird, indem es eine sicherheitsgerichtete Organisationskultur des Betreibers unterstützt. Bei der Erarbeitung von Gesetzen und Verordnungen liegt die Federführung bei Bundesämtern. Im Falle kernenergiespezifischer Gesetze und Verordnungen ist dies meistens das Bundesamt für Energie (BFE). Das Bundesamt für Justiz (BJ) ist in der Regel bereits in der Arbeitsgruppe vertreten, die das Gesetz oder die Verordnung erarbeitet. Das ENSI muss sicherstellen, dass das Fachwissen und die Anliegen des ENSI bei der Ausarbeitung neuer gesetzlicher Grundlagen eingebracht werden. Deshalb soll das ENSI in der entsprechenden Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Arbeitsgruppe vertreten sein. Die ENSI-Vertreter in der Arbeitsgruppe müssen kompetent und erfahren sein und über die erforderlichen Entscheidungsbefugnisse verfügen, damit bereits die ersten Gesetzes- und Verordnungsentwürfe die technischen Aspekte korrekt wiedergeben. Es ist sinnvoll, wenn ENSI-intern eine eigene Arbeitsgruppe gebildet wird, welche die ENSI-Anliegen vorbereitet und die Entwürfe der einzelnen Gesetzes- und Verordnungskapitel sorgfältig prüft und auf ihre Übereinstimmung mit den Prinzipien der nuklearen Sicherheitsvorsorge achtet. Auf Gesetzesebene sollte darauf geachtet werden, dass primär nur Verfahrensvorgaben und grundsätzliche, nicht-quantitative Sicherheitskriterien festgeschrieben werden. Gesetze müssen vom Parlament genehmigt werden und unterliegen in jedem Fall dem fakultativen Referendum. Änderungen an Gesetzen sind deshalb aufwändig und zeitintensiv. Auch deshalb ist darauf zu achten, dass in Gesetzen nur das absolut Notwendige festgehalten wird, damit das Regelwerk genügend schnell an neue Erkenntnisse aus der internationalen Betriebserfahrung und den Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise der Nachrüsttechnik angepasst werden kann. Quantitative Schutzziele oder genaue Berechnungsvorgaben auf Gesetzesebene sind deshalb zu vermeiden. Verordnungen sind spezifischer als Gesetze und können auch Angaben zu technischen Vorgaben, zu Analysenmethoden und quantitative Kriterien enthalten. Aber auch auf Verordnungsebene ist nur das Notwendige festzuschreiben. Änderungen von Verordnungen sind zwar einfacher durchzuführen als Gesetzesänderungen, aber immer noch zeitaufwändig. Dies trifft vor allem zu für Bundesrats-Verordnungen. Etwas einfacher sind Änderungen an Departements-Verordnungen. Das ENSI erstellt Richtlinien zur nuklearen Sicherheit und Sicherung. Auch in Richtlinien ist nur das Notwendige festzuschreiben, damit die Verantwortung für die Sicherheit einer Kernanlage tatsächlich beim Bewilligungsinhaber bleibt. Richtlinien sind Vollzugshilfen, die rechtliche Anforderungen konkretisieren und eine einheitliche Vollzugspraxis erleichtern. Sie konkretisieren zudem den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise der Nachrüsttechnik. Das ENSI kann im Einzelfall Abweichungen zulassen, wenn die vom Betreiber vorgeschlagene Lösung in Bezug auf die nukleare Sicherheit und Sicherung mindestens gleichwertig ist wie diejenige gemäss Richtlinienvorgabe. Das ENSI hat als Folge des 2005 in Kraft getretenen Kernenergiegesetzes und der Kernenergieverordnung mit der vollständigen Überarbeitung und Neustrukturierung seiner Richtlinien begonnen. Dabei sind drei Reihen von Richtlinien eingeführt worden, deren Gliederung sich auf die aufsichtsbezogenen ENSI-Produkte Anlagenbegutachtung und Betriebsüberwachung bezieht:
Reihe A: Richtlinien mit Bezug zur Anlagenbegutachtung
Reihe B: Richtlinien mit Bezug zur Betriebsüberwachung
Reihe G: Richtlinien mit generellen Anforderungen (mit Bezügen sowohl zur Anlagenbegutachtung als auch zur Betriebsüberwachung)
Richtlinien können unterschiedlich detailliert und in unterschiedlichem Masse prozess- oder zielorientiert sein. Je detaillierter und je prozessorientierter die Vorgaben sind, desto mehr übernimmt die Aufsichtsbehörde Verantwortung, die gemäss Art. 22 Abs. 1 des Kernenergiegesetzes primär beim Bewilligungsinhaber liegen soll. Wie detailliert und prozessorientiert die in einer Richtlinie enthaltenen Anforderungen sein sollen, hängt von der Art des Regelungsinhalts ab. Je nach Detaillierungsgrad und Prozessorientierung schreibt die Aufsichtsbehörde dem Bewilligungsinhaber nicht nur vor, welche Sicherheitsziele er erreichen soll, sondern auch wie er dabei vorgehen muss. Detaillierte Prozessvorgaben sind angezeigt bezüglich Rechenverfahren, deren Ergebnisse anlagenübergreifend vergleichbar sein sollen. Beispiele sind die Richtlinie ENSI-G14, die für die Dosisberechnung in der Umgebung einer Kernanlage die Methodik und die Randbedingungen festlegt, und die Richtlinie ENSI-A05 mit Vorgaben zu Qualität und Umfang von probabilistischen Sicherheitsanalysen. Bei solch detaillierten Vorgaben trägt die Aufsichtsbehörde einen wesentlichen Teil der Verantwortung für den entsprechenden Sicherheitsaspekt, im Falle der Richtlinie ENSI-G14 für die errechnete Dosis und im Falle der Richtlinie ENSI-A05 für das errechnete Risiko. Die aktuell gültigen Richtlinien sind jederzeit auf der ENSI-Website abrufbar.
Die Erstellung von Gutachten und sicherheitstechnischen Stellungnahmen gehört zu den Kernaufgaben des ENSI. Gutachten sind im Rahmen von Bewilligungsverfahren, zu Stilllegungsplänen, Entsorgungsplänen und Stilllegungsprojekten sowie im Rahmen des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlagerung vom ENSI zu verfassen. Periodische Sicherheitsüberprüfungen (PSÜ) sind alle 10 Jahre vom Betreiber eines Kernkraftwerks zu erstellen und dem ENSI einzureichen. Das ENSI verfasst zu jeder PSÜ eine sicherheitstechnische Stellungnahme. Der Umfang von Gutachten ist abhängig vom Antrag des Gesuchstellers. Das Gutachten kann je nach Antrag umfassend sein oder nur Teilaspekte der Sicherheit betreffen. Sicherheitstechnische Stellungnahmen zu PSÜ beinhalten eine umfassende, den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise der Nachrüsttechnik berücksichtigende Sicherheitsbeurteilung eines Kernkraftwerks.
Anforderungen an eine PSÜ
Die PSÜ stellt eine Ergänzung zur laufenden Aufsichtstätigkeit des ENSI dar. Die alle 10 Jahre vom Betreiber durchzuführende PSÜ umfasst einerseits die Auswertung der kraftwerksspezifischen Betriebserfahrung der letzten 10 Jahre und deren Vergleich mit relevanten Betriebserfahrungen anderer Kernkraftwerke. Andererseits ist der Zustand des Kernkraftwerks mit dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise der Nachrüsttechnik zu vergleichen. Dazu gehört eine Aufdatierung der deterministischen und probablilistischen Sicherheitsanalysen sowie der Gefährdungsannahmen, die der Auslegung der Anlage zugrunde liegen. Anhand dieser Vergleiche ist die Notwendigkeit von Nachrüstmassnahmen zu überprüfen. Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Anforderungen an einen Stillegungsplan
Im Stilllegungsplan hat der Betreiber einer Kernanlage nachzuweisen, dass er bereits während der Betriebsphase die notwendige Planung für den späteren Rückbau in einem ausreichenden Detaillierungsgrad durchgeführt hat. Mit zunehmendem Alter einer Kernanlage wird der Stilllegungsplan immer detaillierter, sodass er am Ende der Betriebsphase eine wesentliche Basis für die Gesuchsunterlagen zum Stilllegungsprojekt darstellt.
Stellungnahme des ENSI
Zu jeder PSÜ und zu bewilligungsrelevanten Anträgen verfasst das ENSI eine sicherheitstechnische Stellungnahme beziehungsweise ein Gutachten. Darin nimmt das ENSI eine unabhängige Prüfung und Beurteilung der vom Betreiber einer Kernanlage eingereichten Dokumente vor. Als Beurteilungsgrundlagen dienen das gültige Regelwerk, Erfahrung und Stand von Wissenschaft und Technik beziehungsweise der Nachrüsttechnik. Das ENSI prüft, ob Nachrüstmassnahmen oder andere Verbesserungen notwendig oder im Rahmen der Verhältnismässigkeit geboten sind.
Freigaben gehören zum Kerngeschäft des ENSI. Basis bildet einerseits Art. 26 der Kernenergieverordnung für in einer Baubewilligung festgelegten freigabepflichtigen Bauten und Anlageteile und andererseits Art. 40 der Kernenergieverordnung, der die nicht wesentlich von einer Bewilligung abweichenden freigabepflichtigen Änderungen auflistet. Dazu gehören insbesondere: 
Änderungen an sicherheits- oder sicherungstechnisch klassierten Bauwerken, Anlageteilen, Systemen und Ausrüstungen
Änderungen am Reaktorkern
inhaltliche Änderungen an der Technischen Spezifikation, am Notfallreglement, Strahlenschutzreglement, Kraftwerks- und Betriebsreglement sowie an Vorschriften und Weisungen im Bereich der Sicherung
Im Bereich Transporte und Entsorgung gibt es eine Reihe von speziellen Freigaben: 
Genehmigung von Abfallgebindetypen
Eignungsprüfung von Transport- und Lagerbehältern zur Zwischenlagerung
Freigaben zur Zwischenlagerung von Transport- und Lagerbehältern
Freigaben zu gefahrgutrechtlichen Gesuche nach ADR/SDR
Gesuche um Transportbewilligung nach Strahlenschutzgesetz
Das ENSI erstellt zudem zuhanden des BFE sicherheitstechnische Stellungnahmen zu spezifischen Transportgesuchen, für deren Bewilligung das BFE zuständig ist:
kernenergierechtliche Transportgesuche
Gesuche zur Rückführung von Wiederaufarbeitungsabfällen
Kernpunkt bei Freigaben ist die Beurteilung der Sicherheit. Die Sicherheitsbeurteilung umfasst die Beurteilung der Konformität zum Regelwerk, der gewählten Methoden und der Resultate. Zudem ist zu bewerten, wie durch die vorgesehene Änderung die Anlagesicherheit beeinflusst wird. Häufig sind Risikoanalysen erforderlich, insbesondere bei aufwändigen Änderungsanträgen, beim Zubau neuer Systeme oder bei der Typenprüfung neuer Transport- und Lagerbehälter-Bauarten. Der Umfang einer sicherheitstechnischen Beurteilung ist sehr unterschiedlich und hängt von der Komplexität der beantragten Änderung ab. Der Prüfaufwand seitens ENSI richtet sich primär nach der sicherheitstechnischen Bedeutung des Freigabeantrags (vgl. „graded approach“, Kapitel 6). Forderungen an den Antragsteller müssen angemessen und verhältnismässig sein. Die sicherheitstechnische Bewertung eines Freigabeantrags fliesst in die systematische Sicherheitsbewertung ein.
Das Produkt „Betriebsüberwachung“ umfasst die sicherheitstechnische Beurteilung des Betriebs von Kernanlagen. Das ENSI stellt damit sicher, dass der Betrieb einer Kernanlage jederzeit die Vorgaben des Regelwerkes erfüllt und die Betreiberorganisation ihre Aufgabe kritisch, hinterfragend und primär auf Sicherheit ausgerichtet erfüllt. Die „Betriebsüberwachung“ kann in verschiedene Prozesse unterteilt werden. Wichtige Prozesse sind: 
Zulassungsprozess für zulassungspflichtige Personen
Kontrolle der periodischen Berichterstattung
Vorkommnisbearbeitung
Auf einzelne Prozesse wird nachfolgend näher eingegangen. Der Prozess Sicherheitsbewertung wird in Kapitel 5 ausführlich diskutiert, da dieser ein zentrales Instrument der Integrierten Aufsicht darstellt.
Inspektionen sind ein wichtiges Überwachungsinstrument des ENSI. Bei einer Inspektion wird überprüft, ob die Anlage dem Regelwerk entsprechend betrieben wird und ob der Betreiber seine eigenen internen Vorgaben einhält. Die Inspektionstätigkeit umfasst sowohl technische als auch menschlich-organisatorische Aspekte. Am Beginn jeder Inspektion steht eine sorgfältige Vorbereitung. Dabei sind die Inspektionsgegenstände und Beurteilungsgrundlagen festzulegen. Die Grundmenge der durchzuführenden Inspektionen ist im Basisinspektionsprogramm des ENSI festgelegt. Dieses gibt die Themen und Inspektionsintervalle aufgrund der sicherheitstechnischen Bedeutung und der Betriebserfahrung vor. Alle im Basisinspektionsprogramm aufgeführten Inspektionen werden mindestens einmal in 10 Jahren durchgeführt. Das Basisinspektionsprogramm dient als Grundlage für die Ausgewogenheit des Inspektionswesens. Das Basisinspektionsprogramm bestimmt rund 60 % der Inspektionstätigkeit. Daneben werden insbesondere die Umsetzung von Anlagenänderungen und bei meldepflichtigen Vor-
kommnissen zu Tage getretene Sachverhalte inspiziert (reaktive Inspektionen). Die meisten Inspektionen werden während der jährlichen Revisionsstillstände der Kernkraftwerke durchgeführt. Die Überwachung der während der Revisionen durchgeführten Arbeiten ist sicherheitstechnisch von grosser Bedeutung und wird vom ENSI mit hoher Priorität verfolgt. Jedes Jahr legt das ENSI zudem aktuelle Inspektionsschwerpunkte fest, welche systematisch in jeder Kernanlage näher geprüft werden. Das ENSI legt zudem grossen Wert auf Teaminspektionen. Dies ermöglicht es, die verschiedenen Aspekte der nuklearen Sicherheit aus fachlich verschiedenen Perspektiven zu inspizieren. Teaminspektionen bedürfen einer zusätzlichen organisatorischen Vorbereitung. Ein weiterer Inspektionstyp ist die Beobachtung von Notfallübungen. Sämtliche planbaren Inspektionen sind im Jahresinspektionsprogramm aufgeführt. Einige der planbaren Inspektionen werden unangemeldet durchgeführt. Generell unangemeldet sind die Inspektionen der Werksinspektoren. Jedem Kernkraftwerk ist ein Werksinspektor zugeordnet, der während der Revisionsstillstände den Hauptteil seiner Arbeitszeit im Kernkraftwerk ist und während des Leistungsbetriebs in der Regel mindestens einmal pro Woche.
Eine geeignete Organisation mit qualifiziertem und zuverlässigem Personal mit einem ausgeprägten Sicherheitsbewusstsein sind zentrale Elemente der nuklearen Sicherheit (Art. 22 Abs. 2 Bst. b KEG). Gemäss Verordnung über die Anforderungen an das Personal von Kernanlagen (VAPK, SR732.143.1) ist für ausgewählte Funktionen in Kernkraftwerken und Forschungsreaktoren eine Zulassung erforderlich. In Kernkraftwerken sind Reaktoroperateure, Schichtchefs und Pikettingenieure zulassungspflichtig. Die Zulassung wird aufgrund einer bestandenen Zulassungsprüfung in Anwesenheit des ENSI erteilt und in einem Requalifikationsverfahren periodisch erneuert. Im Strahlenschutzbereich müssen Strahlenschutzsachverständige, -techniker und -fachkräfte die notwendige Sachkunde im Rahmen anerkannter Ausbildungen mit Prüfungen nachweisen (Art. 10 bis 22 StSV). Die Ausbildungen und die Prüfungen werden vom ENSI beaufsichtigt. Im Rahmen der Zulassung von zulassungspflichtigem Personal überprüft das ENSI dessen Kenntnisse und praxisrelevante Fähigkeiten. Die Ergebnisse der Zulassungsprüfungen fliessen in die systematische Sicherheitsbewertung ein.
Das ENSI kontrolliert die Berichterstattung und Meldungen der Bewilligungsinhaber (Art. 72 Abs. 1 KEG). Wo Berichte und Meldungen Fragen aufwerfen oder sich Handlungsbedarf zeigt, lösen diese entsprechende Abklärungen und Massnahmen aus. Die periodische Berichterstattung enthält unter anderem Angaben, welche das ENSI als Basis für die Ermittlung von Sicherheitsindikatoren fordert. Das ENSI verwendet die Sicherheitsindikatoren als Datenquelle für die systematische Sicherheitsbewertung. Sie geben Hinweise zur Entwicklung sicherheitsrelevanter Grössen. Liegt ein Sicherheitsindikator ausserhalb des normalen Erfahrungsbereichs, analysiert das Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
ENSI die Gründe und trifft bei Bedarf Massnahmen. Die vom ENSI verwendeten Sicherheitsindikatoren sind im Anhang zusammengestellt.
Relevante Vorkommnisse sind vom Betreiber gemäss Art. 22 Abs. 2 Bst. f des Kernenergiegesetzes und entsprechenden Ausführungsbestimmungen dem ENSI zu melden. Der Betreiber muss zudem die Betriebserfahrung und Vorkommnisse in vergleichbaren Anlagen verfolgen und daraus – falls notwendig – Massnahmen ableiten. Das ENSI analysiert und bewertet die Vorkommnisse unabhängig vom Betreiber bezüglich ihrer Auswirkungen und ordnet die daraus sich ergebenden Massnahmen zur Gewährleistung der nuklearen Sicherheit an (Art. 72 KEG; Art. 37 StSG). Je nach Schwere des Vorkommnisses kann die Abschaltung einer Anlage angeordnet oder ein Wiederanfahren verweigert werden. Eine Vorkommnisanalyse gibt wichtige Hinweise über Schwachstellen im MTO-System Kernanlage. Dies können Auslegungsdefizite, Schwachstellen in Vorschriften oder Abläufen, Befunde bezüglich Zustand und Verhalten der Anlage oder von Mensch und Organisation sein. Die Ursachen eines Vorkommnisses sind zu klären, um Massnahmen zur Vermeidung einer Wiederholung treffen zu können. Für alle bei der Vorkommnisanalyse identifizierten Schwachstellen sind Massnahmen zu treffen. Wo der Betreiber nicht selbst wirksame Gegenmassnahmen ergriffen hat, verlangt das ENSI vom Betreiber solche.
Das ENSI führt eigene Strahlenmessungen durch. In der Anlage umfasst dies Kontaminationskontrollen sowie γ-spektroskopische Messungen von Wasser- und Filterproben im eigenen Labor. In der unmittelbaren Umgebung einer Kernanlage werden regelmässig Dosisleistungsmessungen durchgeführt. Vergleichbare Messungen führt das ENSI im Zusammenhang mit nationalen und internationalen Transporten radioaktiver Stoffe und Abfälle von und zu den schweizerischen Kernanlagen durch. Diese Messungen geben dem ENSI eine unabhängige Kontrolle der radioaktiven Abgaben und stellen sicher, dass die Strahlenschutzmessungen in den Anlagen korrekt durchgeführt werden. Das ENSI nimmt an den jährlich durchgeführten Vergleichsmessungen verschiedener Labors teil. Diese unabhängigen Messungen bilden ein wesentliches Element zur Vertrauensbildung der Bevölkerung in die ENSI-Arbeit.
Zur Fernüberwachung der radiologischen Situation betreibt das ENSI zudem ein Messsystem für die automatische Dosisleistungsüberwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke. Die Messungen dienen der Beweissicherung und Diagnose. Bei einem Störfall erstellt das ENSI auf der Basis von aktuellen meteorologischen Daten Prognosen zur Ausbreitung radio-
aktiver Stoffe in der Umgebung. Diese können als Entscheidungsgrundlagen für externe Notfallschutzmassnahmen verwendet werden. Zur Fernüberwachung störfallrelevanter Kraftwerksdaten werden dem ENSI verschiedene wichtige Anlagenparameter (z. B. Drücke und Temperaturen) und Emissionsdaten jedes schweizerischen KKW laufend automatisch übermittelt. Sie können bei Bedarf im Rahmen des Prozesses Notfallbereitschaft visualisiert und interpretiert werden.
Das ENSI betreibt einen Pikettdienst und eine rund um die Uhr einsatzbereite Notfallorganisation für den Fall, dass ein Ereignis in seinem Aufsichtsbereich rasch Massnahmen des ENSI erfordert. Das ENSI sorgt insbesondere für eine rasche Orientierung der nationalen Alarmzentrale über Vorgänge in schweizerischen Kernanlagen, die eine Gefährdung der Umgebung durch Radioaktivität zur Folge haben können. Es erstellt Prognosen über die Entwicklung von Störfällen in Kernanlagen, eine mögliche Ausbreitung von Radioaktivität in der Umgebung und deren Konsequenzen. Es beurteilt die Zweckmässigkeit der vom Betreiber der Kernanlage getroffenen Massnahmen zum Schutz des Personals und der Umgebung. Das ENSI berät die nationale Alarmzentrale über die Anordnung von Schutzmassnahmen für die Bevölkerung.
Jede Bewertung, welche eine Nichterfüllung von Anforderungen ausdrückt, verlangt nach einer Korrekturmassnahme. Wenn das ENSI eine Nichterfüllung einer Vorgabe feststellt, auf welche der Betreiber nicht bereits mit einer wirksamen Massnahme reagiert hat, fordert das ENSI entsprechende Massnahmen. Das ENSI ordnet alle zur Einhaltung der nuklearen Sicherheit und Sicherung notwendigen und verhältnismässigen Massnahmen an (Art. 72 Abs. 2 KEG). Droht eine unmittelbare Gefahr, so kann es umgehend Massnahmen anordnen, die von der erteilten Bewilligung oder Verfügung abweichen (Art. 72 Abs. 3 KEG).
Gemäss Art. 22 der Kernenergieverordnung hat der Betreiber während der gesamten Betriebsdauer systematische Sicherheitsbewertungen durchzuführen. Das ENSI hat sich zur Aufgabe gemacht, davon unabhängig für jede Anlage jährlich selbst eine systematische Sicherheitsbewertung durchzuführen, um sich so eine eigene Meinung über den Zustand und die Betriebsführung der beaufsichtigten Kernanlagen zu bilden. Grundlage für diese Sicherheitsbewertung liefern die im Kapitel 4 aufgeführten Aufsichtsinstrumente. Wie bereits in Kapitel 1 gesagt, muss der Betreiber einer Kernanlage eine umfassende Sicherheitsvorsorge treffen, welche sich auf das Schutzzielkonzept und das Konzept der gestaffelten Sicherheitsvorsorge stützt. Deshalb will das ENSI im Rahmen seiner systematischen Sicherheitsbewertung alle Elemente dieser Sicherheitsvorsorge systematisch abbilden, damit deutlich wird, wo die Stärken und Schwächen der jeweiligen Kernanlage liegen. Das Ziel dieser systematischen Sicherheitsbewertung ist es, die im Rahmen der Aufsichtstätigkeit des ENSI erhobenen Daten und Befunde aus den Kernanlagen auf eine systematische, ausgewogene, transparente und nachvollziehbare Art zu bewerten. Die periodische Auswertung der kategorisierten, bewerteten Daten soll es ermöglichen, Schwachstellen bei einzelnen Teilaspekten der nuklearen Sicherheit frühzeitig zu identifizieren und zu einer integralen Sichtweise der nuklearen Sicherheit der Kernanlagen zusammenzufügen. Weiterhin ermöglicht diese integrale Sichtweise die Überprüfung, ob alle Teilaspekte der nuklearen Sicherheit durch die Aufsichtstätigkeit vollständig und ausgewogen abgedeckt werden. Sie stellt somit ein wichtiges Instrument für Aufsichtstätigkeit des Folgejahres dar, insbesondere für die Inspektionsplanung. Zusätzlich zur laufenden, jährlich ausgewerteten systematischen Sicherheitsbewertung existiert zur umfassenden Gesamtbewertung der Sicherheit eines Kernkraftwerks das Instrument der Periodischen Sicherheitsüberprüfung (PSÜ, vgl. Kapitel 3.2), welche von den Betreibern alle 10 Jahre eine ganzheitliche sicherheitstechnische Selbstbeurteilung verlangt, die vom ENSI beurteilt und bewertet wird. Die PSÜ umfassst gegenüber der primär betrieblich orientierten systematischen Sicherheitsbewertung weitere Elemente zur gesamtheitlichen Bewertung der nuklearen Sicherheit.
Daten für die systematische Sicherheitsbewertung werden bei folgenden Aufsichtsprozessen erhoben: Inspektionen, Zulassungsprüfungen, Kontrolle der periodischen Berichterstattung und Vorkommnisanalyse. Diese Prozesse liefern thematisch zugeordnete Bewertungen sicherheitsrelevanter Sachverhalte. Das für die systematische Sicherheitsbewertung verwendete Vorgehen umfasst drei Schritte: 1. Sicherheitsrelevante Sachverhalte werden im Hinblick auf den Grad der Erfüllung der Anforderungen an die Sicherheitsvorsorge und Einhaltung der Schutzziele bewertet.
Die für die einheitliche Bewertung verwendete ENSI-Sicherheitsbewertungsskala basiert im Wesentlichen auf der International Nuclear and Radiological Event Scale (INES) der IAEA. Um mit derselben Skala nicht nur grössere Defizite in der Sicherheitsvorsorge, sondern auch kleinere Abweichungen sowie die Erfüllung der Anforderungen bewerten zu können, hat das ENSI die INES im Bereich unterhalb der Skala („below scale“) verfeinert. Die Bewertungsskala wird in Kapitel 5.4 erläutert. Jede Bewertung, welche eine Nichterfüllung von Anforderungen ausdrückt, verlangt nach einer Korrekturmassnahme. Wenn das ENSI eine Nichterfüllung einer Vorgabe feststellt, auf welche der Betreiber nicht bereits in eigener Verantwortung mit einer wirksamen Massnahme reagiert hat, fordert das ENSI entsprechende Massnahmen. (vgl. Kapitel 4.9) 2. Sicherheitsrelevante Sachverhalte werden thematisch zugeordnet. Ziel der Zuordnung ist es, die Bedeutung eines Sachverhaltes im Rahmen der Sicherheitsvorsorge-Konzepte sichtbar zu machen. Bei der Zuordnung ist ein Mittelweg zwischen Differenzierung und Synthese zu finden. Ist der Differenzierungsgrad zu niedrig, sind Unterschiede in der Funktion verschiedener Sicherheitsvorkehrungen in der Gesamtbewertung nicht mehr sichtbar. Ist er zu hoch, gehen Gemeinsamkeiten in einem Wald von Details verloren. Für die systematische Sicherheitsbewertung wurde eine Matrix-Darstellung gewählt. In den Spalten der Matrix werden die vier wesentlichen Themenbereiche der nuklearen Sicherheit dargestellt: 
Auslegungs-Vorgaben
Betriebs-Vorgaben
Zustand und Verhalten der Anlage
Zustand und Verhalten von Mensch und Organisation
Die Gliederung der Sicherheitsbewertung in diese vier Themenbereiche berücksichtigt explizit die Sicherheitsvorkehrungen im Bereich der Festlegung des SollZustandes (Vorgaben für Auslegung und Betrieb) sowie den vorgefundenen IstZustand von Anlage, Mensch und Organisation. Die Zeilen nehmen Bezug auf Sicherheitsvorsorge und Schutzziele. Die Zuordnung bezieht sich einerseits auf die 5 Sicherheitsebenen der gestaffelten Sicherheitsvorsorge und die Barrieren gemäss dem in Kapitel 1.2 genannten Barrierenkonzept. Andererseits bezieht sich die Zuordnung auf das Schutzzielkonzept. Beide Zuordnungen – jene aus der Perspektive der Sicherheitsebenen und Barrieren sowie jene aus der Schutzzielperspektive – dienen dazu, die Vollständigkeit und Ausgewogenheit der Sicherheitsvorkehrungen zu bewerten. Aus der Schutzzielperspektive wird auch das Ergebnis der Sicherheitsvorsorge sichtbar, nämlich die Einhaltung der Schutzziele. Die meisten bewerteten Sachverhalte lassen sich sowohl Sicherheitsebenen und Barrieren als auch Schutzzielen zuordnen. Die Strahlenexposition von Personen hingegen lässt sich nur in der Schutzziel-Perspektive darstellen und ist dort in Bezug auf das Schutzziel „Begrenzung der Strahlenexposition“ zu bewerten. Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Die Struktur der systematischen Sicherheitsbewertung ist in den Abbildungen 2 und 3 dargestellt. 3. Die Bewertungen thematisch gleich zugeordneter sicherheitsrelevanter Sachverhalte werden zu einer Gesamtbewertung aggregiert. Dieser Schritt erfolgt am Ende jedes Aufsichtsjahres im Rahmen strukturierter ENSI-interner Expertenkonferenzen, die das ENSI als Anlagenkonferenzen bezeichnet. Für jedes Kernkraftwerk wird eine Anlagenkonferenz durchgeführt.12 Bei der Aggregierung wird die Gesamtbewertung von den höchsten Bewertungen – das heisst den Bewertungen, welche die stärkste Abweichung von den Vorgaben bedeuten – dominiert. In einem ersten Schritt erfolgt die Aggregierung pro Zelle der Sicherheitsbewertungs-Matrix, unter Verwendung der ENSI-Sicherheitsbewertungsskala mit den Kategorien G, N, V, A und höher. In einem zweiten Schritt nimmt das ENSI pro Spalte der Matrix eine qualitative Gesamtbewertung vor mit den Stufen hohe, gute, ausreichende und ungenügende Sicherheit. In diese qualitative Spaltenbewertung fliessen auch Erkenntnisse aus weiteren Aufsichtsprozessen ein, insbesondere aus der Begutachtung der periodischen Sicherheitsüberprüfungen und grösseren Anlagenänderungen. Das ENSI legt grossen Wert auf eine transparente Information der Öffentlichkeit. Die Resultate der systematischen Sicherheitsbewertung werden im Aufsichtsbericht publiziert.
Abbildung 2: Struktur der systematischen Sicherheitsbewertung – Sicherheitsebenen und Barrieren
Das ENSI prüft die Einführung von Anlagenkonferenzen für weitere Kernanlagen. Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
Abbildung 3: Struktur der systematischen Sicherheitsbewertung – Schutzziele
Zu den Sicherheitsebenen gehören Funktionen technischer Ausrüstungen und Massnahmen, die mit diesen Ausrüstungen in Beziehung stehen. Ausrüstungen sind Teile der Anlage, während Massnahmen sich auf personelle Ressourcen und Vorschriften stützen. Demgegenüber stützen sich die Barrieren auf die Integrität und Dichtheit von Strukturen und geschlossenen Armaturen, die dem Einschluss radioaktiver Stoffe dienen, sowie auf Massnahmen, die mit diesen Strukturen in Beziehung stehen. Wie bereits unter 1.2 dargestellt, ist jedoch die Sicherstellung der Integrität von Barrieren abhängig von Funktionen aktiver und passiver Ausrüstungen.13
Für alle Bewertungen wird eine einheitliche Skala verwendet. Die Skala basiert auf der International Nuclear and Radiological Event Scale (INES), ist aber im Bereich unterhalb der Skala (INES 0) erweitert. Dadurch deckt sie nicht nur Vorkommnisse ab, sondern auch den ungestörten Normalbetrieb und sogar Aspekte, die Vorbildcharakter für andere Anlagen haben (vgl. Abbildung 4). Die Skala umfasst folgende Kategorien: G (gute Praxis), N (Normalität), V (Verbesserungsbedarf), A (Abweichung), 1 (Anomalie), 2 (Zwischenfall) und so weiter gemäss INES. Die Kriterien für die Zuordnung zu den Kategorien G, N, V und A sind in Abbildung 5 genannt. In den Kategorien G, N, V und A sind stets alle Schutzziele im gemäss den bewilligten Betriebsbedingungen geforderten Mass erfüllt. Die Bewertungen der Kategorien 1 bis 7 basieren auf der Beurteilung von drei verschiedenen Kriterien: 1. radioaktive Abgaben an die Umwelt 13
Aktive Ausrüstungen sind im Gegensatz zu passiven Ausrüstungen auf Versorgungsfunktionen ange-
wiesen. Integrierte Aufsicht ENSI-Bericht zur Aufsichtspraxis Oktober 2013
2. Strahlenexposition des Personals 3. Wirksamkeit der gestaffelten Sicherheitsvorsorge oder – wenn die gestaffelte Sicherheitsvorsorge versagt hat – Schwere eines Kernschadens Die Bewertung wird jeweils von jenem Kriterium bestimmt, das zur höchsten Einstufung führt. Eine Einstufung aufgrund radioaktiver Abgaben an die Umwelt bedeutet ab Kategorie 1, dass das Schutzziel „Einschluss radioaktiver Stoffe“ verletzt worden ist, wobei die freigesetzte Aktivität bis zur Kategorie 7 um mehrere Grössenordnungen zunimmt. Eine Einstufung aufgrund der Strahlenexposition des Personals bedeutet ab Kategorie 1, dass das Schutzziel „Begrenzung der Strahlenexposition“ verletzt worden ist, wobei die Strahlendosis bis zur Kategorie 4 um mehrere Grössenordnungen zunimmt. Eine Einstufung aufgrund der Wirksamkeit der gestaffelten Sicherheitsvorsorge kann in den Kategorien 1 bis 3 bedeuten, dass die Schutzziele „Kontrolle der Reaktivität“, „Kühlung der Brennelemente“ oder „Einschluss radioaktiver Stoffe“ nicht alle im gemäss den bewilligten Betriebsbedingungen geforderten Mass erfüllt sind. Es ist aber auch möglich, dass diese Schutzziele gerade noch erfüllt sind, aber zusätzliche Fehler zu einer Schutzzielverletzung führen würden. Eine Einstufung aufgrund der Schwere eines Kernschadens oder eines Barriereschadens bedeutet, dass Schutzziele verletzt worden sind.
Abbildung 4: ENSI-Sicherheitsbewertungsskala für einzelne Sachverhalte und International Nuclear and Radiological Event Scale (INES) für die ganzheitliche Bewertung von Vorkommnissen
Abbildung 5: ENSI-Sicherheitsbewertungsskala f端r einzelne Sachverhalte
Der Grundsatz der Verhältnismässigkeit ist auf Verfassungsstufe verankert (Art. 5 Abs. 2 der Bundesverfassung). Er ist bei jeder staatlichen Tätigkeit zu beachten, sowohl bei der Rechtssetzung wie auch der Rechtsanwendung. Der Verhältnismässigkeitsgrundsatz besagt, dass jedes staatliche Handeln geeignet und erforderlich sein muss, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Weiter muss die aus einer staatlichen Massnahme resultierende Belastung des Privaten in einem vernünftigen Verhältnis zur Zielerreichung stehen („Zumutbarkeit“, kein Missverhältnis der Interessen). Für den Kernenergiebereich bedeutet dies: Je grösser die Sicherheitsrelevanz, desto weiter gehende Massnahmen sind gerechtfertigt und erforderlich. Der „graded approach“ ist eine Umsetzung des Verhältnismässigkeitsgrundsatzes. Der Gesetzgeber hat im Kernenergiegesetz an verschiedenen Stellen auf den Verhältnismässigkeitsgrundsatz Bezug genommen. Besonders augenfällig ist dies bei Art. 4 Abs. 3 Bst. b und Art. 22 Abs. 2 Bst. g KEG (Massnahmen zur weiteren Verminderung der Gefährdung sind zu treffen, soweit sie angemessen sind) und bei Art. 72 Abs. 2 KEG (die Aufsichtsbehörde ordnet alle notwendigen und verhältnismässigen Massnahmen an). Art. 1 des ENSI-Gesetzes bestimmt, dass das ENSI nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird. Gemäss der Botschaft zum ENSIG soll damit sichergestellt werden, dass die Mittel sparsam eingesetzt werden und Kosten und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis stehen (angesprochen ist somit auch die Effizienz). Der nuklearen Sicherheit ist bei der Aufgabenerfüllung jedoch Vorrang gegenüber finanziellen Aspekten einzuräumen. Gegen diese Grundsätze liesse sich einwenden, sie seien inhaltsleer und daher nicht geeignet, einen sicherheitsgerichteten „graded approach“ zu begründen. Dieser Einwand trifft nur auf den ersten Blick zu. Denn ein zentraler Grundsatz jeden rechtsstaatlichen Handelns (und damit auch der Verwaltungstätigkeit) ist das Legalitätsprinzip (Art. 5 der Bundesverfassung, Art. 3 Abs. 1 RVOG). Das KEG bezeichnet das ENSI als Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit und Sicherung und gibt über den Zweckartikel auch das Ziel vor, auf welches das ENSI seine Tätigkeit auszurichten hat: Schutz von Mensch und Umwelt vor den Gefahren der friedlichen Nutzung der Kernenergie (Art. 1 KEG). Über den Gesetzeszweck kommt die sicherheitstechnische Relevanz einer Tätigkeit als zentraler Handlungsmassstab ins Spiel. So ist die Sicherheitsrelevanz ein wesentlicher Aspekt, welcher im Rahmen der Verhältnismässigkeitsprüfung zu beachten ist. Dies gilt auch in Bezug auf die Konkretisierung der Grundsätze der Verwaltungstätigkeit: Wenn beispielsweise in Art. 11 RVOV eine Prioritätensetzung nach Massgabe der „Wichtigkeit“ verlangt ist, ist damit im Vollzugsbereich des ENSI primär die „Wichtigkeit“ aus sicherheitstechnischer Betrachtung gemeint. Die IAEA hat bisher keine einheitliche Definition des „graded approach“ festgeschrieben. In den Safety Fundementals SF-1 wird der „graded approach“ einige Male angesprochen (Para. 3.15 und 3.22) und in Paragraph 3.24 steht: “The resources devoted to safety by the licensee, and the scope and stringency of regulations and their application, have to be commensurate with the magnitude of the radiation
risks and their amenability to control. Regulatory control may not be needed where this is not warranted by the magnitude of the radiation risks.” Der GSR Part 1 „Governmental, Legal and Regulatory Framework for Safety“ (2010) verlangt den „graded approach“ für die verschiedensten Aktivitäten der Aufsichtsbehörde, insbesondere bei Überprüfungen, Inspektionen, Entscheidungen aber auch bei der Festlegung der Organisationsstruktur und der Allokation von Ressourcen. Der GS-R-3 „The Management System for Facilities and Activities“ (2006, gilt zumindest sinngemäss auch für Aufsichtsbehörden) verankert den „graded approach“ wie folgt: “The application of management system requirements shall be graded so as to deploy appropriate resources, on the basis of the consideration of: 
The significance and complexity of each product or activity;
The hazards and the magnitude of the potential impact (risks) associated with the safety, health, environmental, security, quality and economic elements of each product or activity;
The possible consequences if a product fails or an activity is carried out incorrectly.”
Das Gesetz verlangt klar, dass die Grundsätze der Verhältnismässigkeit und der Zweckmässigkeit bei den Tätigkeiten des ENSI zu beachten sind. Aufgrund der bisherigen Ausführungen legt das ENSI den „graded approach“ für seine Tätigkeit wie folgt fest: Für die Bearbeitung fachtechnischer Fragen, die eigentliche Kerntätigkeit des ENSI, richtet sich der „graded approach“ nach der nuklearen Sicherheit wie sie in Kapitel 1 dargelegt wurde. Da die nukleare Sicherheit viele Aspekte beinhaltet, sollen Priorität, Tiefe und Umfang der Bearbeitung fachtechnischer Fragen aufgrund einer umfassenden Beurteilung festgelegt werden. Hierbei werden die verschiedensten sicherheitsrelevanten Aspekte betrachtet wie beispielsweise die sicherheitstechnische Klassierung von Komponenten und Systemen, der Stand der Nachrüsttechnik, die mittels probabilistischen Sicherheitsanalysen ermittelte Risikorelevanz, Erkenntnisse aus Störfällen in der eigenen Anlage und in fremden Anlagen sowie Erkenntnisse aus Studien und sicherheitstechnischen Überprüfungen (z. B. PSÜ, WANO, OSART, IRRS). Mit dieser umfassenden beziehungsweise integrierten Betrachtungsweise will das ENSI sicherstellen, dass seine Aufsichtsentscheidungen robust sind. Eine wichtige Führungsaufgabe der Vorgesetzten besteht darin, bei der Auftragserteilung an die Mitarbeitenden Bearbeitungstiefe und Termine vorzugeben und die Zuständigkeiten für die Qualitätskontrolle festzulegen. Der Aufwand für eine bestimmte Tätigkeit richtet sich dabei nach Erfahrung und Kompetenz der ENSI-Mitarbeitenden. Um Führungsentscheidungen zu treffen, wird prozess- und entscheidungsbezogene Information benötigt. 
Prozessbezogene Information: Das ist namentlich Information zur Bearbeitungstiefe, Priorität, Dringlichkeit und Zuständigkeit. Diese Information gibt Auskunft über den Ablauf des Prozesses.
Entscheidungsbezogene Information: Das sind Daten, Fakten, Aussagen, Berechnungen, Expertisen und Ähnliches. Diese Information gibt Auskunft über den fachlichen Sachverhalt, über den befunden werden muss. Entscheidend sind auch Qualität und Vollständigkeit der entscheidungsbezogenen Information.
Prozessbezogene und entscheidungsbezogene Information sind nicht statisch. Beides kann sich im Verlaufe einer Entscheidungsfindung verändern. So stellt man beispielsweise bei der Bearbeitung einer Freigabe fest, dass die ursprüngliche Einschätzung betreffend Tragweite aufgrund der Sicherheitsrelevanz des betroffenen Systems überdacht werden muss. Als Folge davon ändern sich vielleicht die Bearbeitungstiefe oder der zuständige Entscheidungsträger. Es ist wichtig, sich die Risiken der Entscheidung bewusst zu machen. Bei schwierigen Entscheidungen ist in jedem Fall eine Risikoabschätzung bezüglich Konsequenzen für das ENSI durchzuführen. Bei Projekten sollte dies in jedem Fall durchgeführt und die Ergebnisse im Projektplan festgehalten werden. Bei Geschäften ist dies abhängig von der Komplexität oder der politischen Bedeutung der Entscheidung. Bei der Festlegung von Tragweite und Komplexität sind folgende Punkte zu beachten: a. Tragweite 
Abweichung oder Änderung der bestehenden Aufsichtspraxis
erwartete Kosten und benötigte Personalressourcen
Anzahl der involvierten externen Stellen und Entscheidungsträger
mögliche parlamentarische Resonanz, mögliche Medienresonanz (national, international)
b. Komplexität 
Anzahl der involvierten Fachdisziplinen
erwarteter Koordinationsaufwand
Neuartigkeit der Fragestellung: Umfang der Wissensbeschaffung, fehlende Beurteilungsgrundlagen
Da jede Organisation auch viele interne Aufgaben zu erledigen hat, stellt sich auch hier die Frage nach dem „graded approach“. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Aufgaben, die indirekt einen Einfluss auf die Sicherheit der Kernanlagen haben und Aufgaben, die nur für die interne Organisation von Interesse sind. Zur ersten Gruppe von Aufgaben gehören z. B. ENSI-Prozesse zur Bearbeitung von fachtechnischen Aufgaben, um damit die Qualitätskontrolle und das einheitliche Vorgehen innerhalb des ENSI festzulegen. Solche interne Aufgaben sind ebenfalls wichtig und sollten mit der notwendigen Zielgerichtetheit und Ressourcenallokation effizient umgesetzt werden.
Eine weitere wichtige Aufgabe des ENSI ist die Kommunikation nach innen und aussen. Diese Aufgabe dient vor allem der Glaubwürdigkeit und fördert die Transparenz. Kommunikation hat deshalb in jedem Fall eine hohe Priorität und muss professionell erfolgen. Dies betrifft auch die Beantwortung parlamentarischer Anfragen, die aus politischen Gründen immer eine hohe Priorität haben müssen. Die Kommunikation nach innen soll effizient und zielgerichtet erfolgen. Schliesslich erfordern das Funktionieren und die Weiterentwicklung einer Organisation auch rein interne Projekte. Solche Projekte sind so durchzuführen, dass die Kernaufgaben des ENSI jederzeit mit den erforderlichen Ressourcen wahrgenommen werden können. Der „graded approach“ wird im Managementsystem in jedem aufsichtsrelevanten ENSIProzess entsprechend reflektiert. Für interne Prozesse muss die Geschäftsleitung unter Beachtung der oben aufgeführten Aspekte die richtigen Entscheidungen fällen, begründen und intern kommunizieren.
Anhang: Übersicht über die Sicherheitsindikatoren Bewertungsgrösse [Einheit]
Erläuterungen Totale LCO-Zeit [h] auf Sicherheitsebene 1 (Betriebssysteme) Summe der Zeiten, während der Betriebssysteme eine gemäss Technischer Spezifikation geltende begrenzende Betriebsbedingung nicht erfüllt haben
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.2 der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Hinweis: entfällt, wenn die Technische Spezifikation des Kernkraftwerks keine begrenzenden Betriebsbedingungen für Systeme der Sicherheitsebene 1 enthält Totale LCO-Zeit [h] auf Sicherheitsebene 2 (Begrenzungs- und Schutzsysteme)
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.2 der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten)
Summe der Zeiten, während der Begrenzungs- und Schutzsysteme eine gemäss Technischer Spezifikation geltende begrenzende Betriebsbedingung nicht erfüllt haben
Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Totale LCO-Zeit [h] auf Sicherheitsebene 3
(Sicherheitssysteme) Summe der Zeiten, während der Sicherheitssysteme eine gemäss Technischer Spezifikation geltende begrenzende Betriebsbedingung nicht erfüllt haben
Totale LCO-Zeit [h] auf Sicherheitsebene 4
(Systeme für auslegungsüberschreitende Situationen) Summe der Zeiten, während der Systeme für auslegungsüberschreitende Situationen eine gemäss Technischer Spezifikation geltende begrenzende Betriebsbedingung nicht erfüllt haben
Anregungen des Reaktorschutzes
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.3 a der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten)
Anzahl sämtlicher störungsbedingter Anregungen des Reaktorschutzsystems, welche ein- oder zweikanalig erfolgen, jedoch keine Reaktorabschaltung zur Folge haben Anregungen von Notkühlsystemen Anzahl sämtlicher störungsbedingter Anregungen von Notkühlsystemen, welche ein- oder zweikanalig erfolgen, jedoch keine Reaktorabschaltung zur Folge haben. Die in Betracht fallenden Sicherheitssysteme müssen für jede Anlage festgelegt werden. Anregungen übriger Sicherheitssysteme Anzahl sämtlicher störungsbedingter Anregungen von Sicherheitssystemen ohne Reaktorschutz oder Notkühlsysteme, welche ein- oder zweikanalig erfolgen, jedoch keine Reaktorabschaltung zur Folge haben. Die in Betracht fallenden Sicherheitssysteme müssen für jede Anlage festgelegt werden. Initialisierungen von Sicherheitssystemen Anzahl ungeplanter Initialisierungen von Sicherheitssystemen, welche ein echtes Anlaufen der Systeme zur Folge haben. Gezählt werden sowohl automatische als auch manuelle Auslösungen. Die in Betracht fallenden Sicherheitssysteme müssen für jede Anlage festgelegt werden. Maximale jährliche Risikospitze maximaler Wert der bedingten Kernschadenshäufigkeit
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.3 b der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.3 c der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.3 d der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Jahreswert im Bericht über die Unverfügbarkeit von Systemen und Komponenten gemäss Kap. 14 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Bewertungsgrösse [Einheit]
inkrementelle kumulative Kernschadenswahrscheinlichkeit
Korrektive Arbeitsanträge für den Reaktorschutz
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.4 a der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten)
Akkumuliertes Risiko
Anzahl korrektive Arbeitsanträge für den Reaktorschutz Erläuterung: Ermittelt wird die Anzahl Arbeitsanträge, die sich aus Funktionstests ergeben (Systemfunktionstests, Kanalfunktionstests, Logiktests). Korrektive Arbeitsanträge für Notkühlsysteme Anzahl korrektive Arbeitsanträge für Notkühlsysteme Erläuterung: Ermittelt wird die Anzahl Arbeitsanträge, die sich aus Funktionstests ergeben (Systemfunktionstests, Kanalfunktionstests, Logiktests). Korrektive Arbeitsanträge für Isolationssysteme Anzahl korrektive Arbeitsanträge für Isolationssysteme Erläuterung: Ermittelt wird die Anzahl Arbeitsanträge, die sich aus Funktionstests ergeben (Systemfunktionstests, Kanalfunktionstests, Logiktests). Volumen der innerhalb der letzten 18 Monate entstandenen Rohabfälle
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.4 b der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.4 c der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Monatsbericht (Änderungen) und Jahresbericht (alle Angaben) gemäss Tabelle 2.3 der Richtlinie ENSIB02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Volumenverhältnis der innerhalb der letzten 18 Monate verarbeiteten vs. neu entstandenen Rohabfälle
Lagerbestand brennbarer Rohabfälle ausserhalb der vorgesehenen 3 Abfalllagerorte [m ]
Ausschöpfung des quellenbezogenen Dosisrichtwertes berechnete Jahresdosis für die meistbetroffenen Personen (Erwachsene) in der Umgebung der schweizerischen KKW dividiert durch den quellenbezogenen Dosisrichtwert von 0,3 mSv pro Jahr Kollektivdosis Kollektivdosis des Eigen- und des Fremdpersonals in mSv Lebensalterdosen > 0,2 Sv
Monatsberichte März, Juni, September und Dezember gemäss Tabelle 5.1 im Anhang 5 der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI Monatsbericht gemäss Ziff. 8.3 Bst. f der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator) Monatsbericht gemäss Ziff. 8.3 Bst. f der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI
Kollektivdosis im Stillstand
Revisionsbericht Strahlenschutz gemäss Ziff. 9.2.4 Bst. a der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Ausschöpfung der Tech.-Spec.-Limite für Iod-131
Monatsbericht gemäss Ziff. 8.3 Bst. a der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten)
Iod-131-Aktivität im Reaktorkühlwasser dividiert durch die werkspezifische Tech.-Spec.-Limite 3
Lokalisierte Leckagen [m /h] Mittelwert der lokalisierten Leckagen aus dem Primärkreislauf ins Drywell oder ins Primärcontainment
Indikator-Ermittlung durch das ENSI Monatsbericht gemäss Tabelle 3.5 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Nicht lokalisierte Leckagen [m /h] Mittelwert der nicht lokalisierten Leckagen aus dem Primärkreislauf ins Drywell oder ins Primärcontainment Gesamtleckrate aus Typ-C-Tests Summe aller gemessenen Luftleckraten (as found) an Systemarmaturen, welche das Drywell und das Containment durchdringen und gemäss Technischer Spezifikation geprüft werden Gesamtleckrate aus Typ-B-Tests Summe aller gemessenen Luftleckraten (as found) an Systemarmaturen, welche das Drywell und das Containment durchdringen und gemäss Technischer Spezifikation geprüft werden Trainingstage Simulator (Schichtpersonal) mittlere Anzahl absolvierter Trainingstage am Simulator für lizenziertes Schichtpersonal Ausbildungszeit zu Gesamtarbeitszeit für zulassungspflichtiges Schichtpersonal effektiver Anteil der absolvierten Ausbildungszeit an der Gesamtarbeitszeit des zulassungspflichtigen Schichtpersonals
Monatsbericht gemäss Tabelle 3.5 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Dreivierteljahreswert* im Monatsbericht September und Jahreswert* im Monatsbericht Dezember gemäss Tabelle 3.6 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Dreivierteljahreswert* im Monatsbericht September und Jahreswert* im Monatsbericht Dezember gemäss Tabelle 3.7 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator) Dreivierteljahreswert* im Monatsbericht September und Jahreswert* im Monatsbericht Dezember gemäss Tabelle 3.7 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Angerechnet wird nur die von einem Ausbildenden geführte Zeit. Ausbildungszeit zu Gesamtarbeitszeit für nicht zulassungspflichtiges Schichtpersonals effektiver Anteil der absolvierten Ausbildungszeit an der Gesamtarbeitszeit des nicht zulassungspflichtigen Schichtpersonals
Dreivierteljahreswert* im Monatsbericht September und Jahreswert* im Monatsbericht Dezember gemäss Tabelle 3.7 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Angerechnet wird nur die von einem Ausbildenden geführte Zeit. Fluktuation Personalabgänge pro Monat dividiert durch den Personalbestand in diesem Monat Krankheitsquote SUVA-Index AT30 krankheitsbedingte Absenzen (gezählt während maximal 30 Tagen) dividiert durch die Gesamtarbeitszeit
Monatsberichte gemäss Ziffer 8.4.2 Bst. a der Richtlinie ENSI-B02 (Rohdaten) Indikator-Ermittlung durch das ENSI Dreivierteljahreswert* im Monatsbericht September und Jahreswert* im Monatsbericht Dezember gemäss Ziffer 8.1 Bst. m der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Daten aus der ENSI-Geschäftskontrolle
Termineinhaltung Werk = ((N geschlossen) - (N extern verzögert)) / (N geschlossen)
Berücksichtigung durch das ENSI für den Dreivierteljahreswert und Jahreswert
N extern verzögert = Anzahl im Berechungszeitraum extern verzögert* abgeschlossener ENSI-Geschäfte (zum jeweiligen KKW) N geschlossen = Anzahl im Berechungszeitraum abgeschlossener ENSI-Geschäfte (zum jeweiligen KKW) * extern verzögert = durch das KKW verzögert Ausbildung Notfallstab mittlere Zahl der Ausbildungstage der Mitglieder des Notfallstabes Die Ausbildungstage werden multipliziert mit der Anzahl der Teilnehmer und dividiert durch die Gesamtzahl der Mitglieder des Notfallstabes. Vertieft ausgewertete externe Ereignisse Anzahl der bezüglich der Bedeutung für die eigene Anlage analysierten externen Ereignisse, welche in einem internen Bericht dokumentiert sind
Dreivierteljahreswert* im Monatsbericht September und Jahreswert* im Monatsbericht Dezember* gemäss Tabelle 3.7 der Richtlinie ENSI-B02 (Indikator)
Monatsberichte September und Dezember gemäss Ziffer 8.5 Bst. b der Richtlinie ENSI-B02 Berücksichtigung durch das ENSI für den Dreivierteljahreswert und Jahreswert
Erläuterungen Anzahl der aufgrund der Auswertung externer Ereignisse abgeleitete Massnahmen
Einzelne nicht monatlich verfügbare Indikatoren werden sowohl für die ersten drei Quartale des Kalenderjahres als auch für das vollendete Kalenderjahr berechnet. Der 3/4-Jahres-Wert wird für die im Dezember stattfindende provisorische Anlagenbeurteilung durch das ENSI verwendet. Falls der Wert für das vollendete Kalenderjahr zu einer anderen Beurteilung führt, wird dies bei der im Aufsichtsbericht wiedergegebenen definitiven Anlagenbeurteilung berücksichtigt.
Integrierte Aufsicht ist das Ergebnis der in den letzten Jahren schrittweise erfolgten konsequenten Systematisierung aller Aufsichtstätigkei...
ensi_ch

References: Art. 1
 Art. 9
 Art. 22

Art. 33

Art. 34

Art. 72
 Art. 22
 Art. 26
 Art. 40
 Art. 22
 Art. 37
 Art. 22
 Art. 4
 Art. 22
 Art. 72
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 11