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Timestamp: 2019-12-11 23:30:05+00:00

Document:
catharina hübner - § 35a SGB VIII, seelische Behinderung
§ 35a SGB VIII, Wiedereingliederungshilfe.
» Bindungsorientierte Rückführung
Fortbildung: Eingliederungshilfe nach §35a SGB VIII
Die Fortbildung §35a SGB VIII Eingliederungshifle bei (drohender) seelischer Behinderung richtet sich vornehmlich an Kollegen*innen der Jugendhilfe und der Sozialämter, die für diesen Aufgabenbereich zuständig sind. Auch Mitarbeitender freier Träger können die Veranstaltung besuchen, wenn Sie sich auf dieses Themenfeld spezialisieren möchten.
Kurzes Vorwort zum Thema:
Die Einschätzung und Diagnosefindung nach §35a SGB VIII basiert auf zwei fachlich unterschiedlichen diagnostischen Grundlagen:
Die klinische Diagnose nach ICD 10
und die sozialpädagogische Diagnose.
Nach den neuen Richtlinien des BTHG (Bundesteilhabegesetz) muss dabei diese zweiter Begutachtung auf dem ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) basieren.
Diese grundsätzliche Zweistrangigkeit macht die fachliche Anwendung des §35a SGB VIII komplex und oftmals zu einer Herausforderung. Und ist jetz ja zudem noch mit dem SGB IX verknüpft.
Das erscheint nicht nur so, das ist auch so.
Hinzukommt, dass wir es in der Praxis des 3§35a SGB VIII mit einer Vielzahl unterschiedlicher Fragestellungen und fachlichen Anforderungen zu tun. Mal sind es rein klinische und psychiatrisch relevante Fälle, mal handelt es sich beispielsweise um ein Kind mit einem diagnostizierten AD(H)S und man kann schwer einschätzen, ob es sich hier nicht im Hintergrund eigentlich um einen HzE-Fall handelt.
Und tatsächlich: in vielen Fallfragestellungen handelt es sich sowohl um eine klinische Beeinträchtigung nach ICD 10, als auch gleichzeitig um eine Fragestellung der Hilfen zur Erziehung.
Immer aber um eine Teilhabebeinträchtigung, die aus beiden Grundursachen heraus entstehen können.
§35a oder HzE?
Theoretisch wäre es also oftmals erstrebenswert, beide Hilfen zu installieren und zumindst zeitweise parallel laufen zu lassen. Dies stellt sich in der Regel in der Praxis jedoch nicht so dar und ist in dem Regelwerk der Jugendämter häufig sogar ausgeschlossen (also: entweder HzE oder 35a).
Die grundsätzliche hier installierte Trennung der hilfeannehmenden Person, nämlich einmal die Eltern (HzE) und einmal das Kind (35a) ist in den allermeisten Fällen aus systemischer Sicht und auch aus der Praxiserfahrung oftmals nicht sinnvoll, gesetzlich aber so verankert.
Und in manchen Fällen bietet sie auch eine Chance.Unabhöngig davon, welchen Zugang der hilfe nun gewährt und gegangen wird, ist es sinnvoll, immer einen systemischen Blick einzunehmen und auch entsprechend zu arbeiten.
Für die fachlich gute Umsetzung in der Praxis benötigt es daher eine ebenso vielschichtiges Wissen der unerschiedlichen Themenbereiche, um beide Ebenen zu kennen, einzuschätzen und auch deren interagierende Dynamik zu berücksichten.
Es benötigt also grundlegende Kenntnisse klinischer, typischer Erkrankungen und dem groben Umgang mit dem Regelwerk ICD 10.
Sowie den Umgang mit ICF-basierten Erhebungen, um die Teilhabebeinträchtigung einzuschätzen.
Die Veranstaltung ist in mehrere Module aufgebaut, die jeweils zweitägig sind. Die Module liegen jeweils ein paar Wochen auseinander, damit Sie zwischen den Modulen üben und die Inhalte verankern können. Das Ziel ist eine nachhaltige Veranstaltung, mit der Sie die Chance haben die Inhalte Schritt für Schritt in Ihre Alltagspraxis zu integrieren und zu üben.
Die Veranstaltung vermittelt die Grundlagen der diagnostischen Einschätzungen mit den häufigsten Fallfragestellungen beider Hilfeformen. Wir arbeiten in der Veranstaltung praxisorientiert anhand konkreter Fälle.
Der Einsatz unterschiedlichen Medien, insbesondere auch Filmmaterial, ermöglicht eine leichte und angenehme Arbeitsform.
Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie jeweils zwei eigene Fälle zur Bearbeitung mitbringen (bei denen Sie keine Diagnose kennen müssen, also keine "fertigen" oder "guten" Fälle).
Wir vermitteln einerseits die diagnostischen Grundlagen, andererseits Ziele der Interventionsfindung (was aber natürlich nicht die konkreten einzelnen Angebote Ihrer Region meint)
Inhaltliche Ausrichtung in Stichworten:
Rechtliche Grundlagen der Eingliederungshilfe
Leistungsvoraussetzungen der Eingliederungshilfe
Feststellung der Abweichung der seelischen Gesundheit
spezifische und häufige Anlässe und Störungen wie Bindungstörungen, AD(H)S, Asperger Autismus, Essstörungen
zweigliedriges Verfahren: Prüfung der Teilhabebeeinträchtigung
Abgrenzungskriterien zur Zuständigkeit zu Hilfen zur Erziehung (HzE)
Das Bundesteilhabegesetz, das ICF und seine Dimensionen, wie kann es genutzt werden, welche Grundlagen bietet dabei das BTHG und die kommunale/regionale Umsetzung.
Das soziale Netzwerk: Kooperationsmodelle
Neuer Fortbildungsdurchgang ab Januar 2020!
Modul 1: Do 16.- Fr 17.01.2020
Modul 2: Do 06.- Fr 07.02.2020
Modul 3: Do 27.- Fr 28.02.2020
Bitte lassen Sie sich vormerken.
Die Kosten belaufen sich auf 390,00 Euro pro Modul
Jedes Modul beginnt am
Donnerstag um 10 Uhr und endet um 18 Uhr (8 UE á 45 Minuten)
über den Freitag von 8 Uhr bis 16 Uhr. (8 UE á 45 Minuten)
Wenn Sie eine Übernachtung benötigen, sind wir gerne behilflich und können Ihnen ein Hotel in der Nähe empfehlen.
In den Veranstaltungskosten sind Verpflegung während der Veranstaltung enthalten. Eine Informationsmappe wird ebenso gereicht, in der alle relevanen Aspekte zusammengefaßt sind.
Hier können Sie sich zur Veranstaltung unverbindlich vormerken lassen.
Die verbindlichen Anmeldungen sind ab September 2019 möglich. Wir senden Ihnen dann entsprechend die Anmeldeunterlagen zu.
Bitte beachten Sie: die Veranstaltung wird ab einer Gruppengröße von 7 Personen durchgeführt und umfasst maximal 24 Personen. Melden sich nicht genügend Teilnehmende an, ist die Veranstalterin berechtigt die Veranstaltung zu verlegen oder abzusagen. In beiden Fällen sind Sie als Teilnehmende nicht verpflichtet die Veranstaltung zu bezahlen bzw. den neuen Temin zu buchen. Zudem ist die Veranstalterin nicht in die Haftung zu nehmen für den Ausfall der Veranstaltung aufgrund fehlener Anmeldungen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte per Email an uns, wir melden uns möglichst bald bei Ihnen zurück.
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