Source: https://www.kzv-berlin.de/praxis/abrechnung/heilmittel.html
Timestamp: 2017-10-21 05:05:26+00:00

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Verordnung von Heilmitteln ab 01.07.17
Heilmittelverordnungen können im zahnärztlichen Bereich dann notwendig sein, wenn es im Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich zu Heilungs- oder Funktionsstörungen kommt, beispielsweise
Lymphdrainagen zur Ableitung gestauter Gewebeflüssigkeit,
Physiotherapie bei Bewegungsstörungen (und auch bei neurologischen Erkrankungen, die Auswirkungen auf den Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich haben),
manuelle Therapie bei Gelenkblockaden
Sprech- oder Sprachtherapie bei Lautbildungsstörungen nach operativen zahnmedizinischen Eingriffen.
Falls dies erforderlich ist, können mit zahnärztlich verordneten Heilmitteln nicht nur der Mund- und Kieferbereich selbst, sondern auch die anatomisch direkt angrenzenden oder funktionell unmittelbar mit der Kau- und Kiefermuskulatur in Zusammenhang stehenden Strukturen (Craniomandibuläres System) mitbehandelt werden.
Der Heilmittelkatalog umfasst:
die Indikationen, bei denen Heilmittel verordnungsfähig sind,
die Art der verordnungsfähigen Heilmittel bei diesen Indikationen,
die Menge der verordnungsfähigen Heilmittel und Besonderheiten bei Wiederholungsverordnungen (Folgeverordnungen).
Hinsichtlich der Details der Verordnungsmöglichkeiten verweisen wir auf die Erstfassung der Richtlinie, welche Sie auf der Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschuss finden.
Die KZBV hat die ausführliche Broschüre „Die zahnärztliche Heilmittelverordnung – So verschreiben Sie richtig“ entworfen. Sie soll bei der erstmaligen Befassung mit den neu geschaffenen rechtlichen Grundlagen eine Hilfestellung geben. In der Broschüre ist die Richtlinie einschließlich des zahnärztlichen Heilmittelkatalogs im Volltext abgedruckt und wird im Anschluss umfassend erläutert. Dargestellt werden insbesondere die im Einzelnen verordnungsfähigen Heilmittel sowie die Grundsätze für deren Verordnung.
Leider hat sich in der Broschüre bei der grafischen Umsetzung der Texte in das Broschürenlayout der Fehlerteufel eingeschlichen, wofür die KZBV um Entschuldigung bittet. Um welche Seiten es sich handelt, lesen Sie bitte hier.
Hier finden Sie die FAQ der zahnärztlichen Heilmittel-Richtlinie der KZBV. hier
Verordnungsvordruck - zahnärztliche Heilmittelverordnung
Ausdruck über das eigene Praxisverwaltungssystem:
Das Formular wird mittels PVS erstellt: Aufbau, Struktur und Inhalt sowie die vorgegebenen Zeilenabstände sind identisch mit dem original Papierformular.
Der Ausdruck erfolgt im Format DIN A4 hoch.
Der Druck kann in schwarz-weiß erfolgen.
Auf die Verwendung von Sicherheitspapier wird bis zu einer Vereinbarung über die Blankoformularbedruckung verzichtet.
Die Hersteller der Praxissoftware wurden bereits Ende Mai 2017 über die neuen Vordrucke informiert, damit die Programmierarbeiten beginnen können. Die entsprechenden Updates werden Sie noch zeitgemäß vor dem 01.07.2017 erhalten.
Zahnärztliche Heilmittelverordnung in Papierform :
Das Versichertendatenfeld links oben kann nach Einlesung der eGK ausgedruckt werden.
Alle weiteren Felder werden dann per Hand ausgefüllt und mit dem Abrechnungsstempel sowie Unterschrift des Zahnarztes/ der Zahnärztin versehen.
Alle Praxen die das Formular per Hand ausfüllen möchten, haben die Möglichkeit sich das Formular Z13 beim
Paul-Albrecht-Verlag
Telefon 04154-799-166
Telefax 04154–799-173
E-Mail: info@pav.de
Bitte beachten Sie die Vereinbarung über den Vordruck nebst Ausfüllhinweise.
Das Feld für die Leistungserbringer (rechts oben auf dem Formular, siehe Punkt Nr. 15 der Ausfüllhinweise) sowie die Felder des ICD-10-Code (links unten des Formulars, siehe Punkt Nr. 13 der Ausfüllhinweise) sind nicht vom Vertragszahnarzt auszufüllen. Die Diagnose ist als Freitext anzugeben.
Genehmigungsverzicht bei Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls
Folgende Krankenkassen haben uns aktuell informiert, dass sie auf die Durchführung des Genehmigungsverfahrens bei Heilmittelverordnungen außerhalb des Regelfalls gemäß § 7 Abs. 4 Satz 3 HeilM-RL ZÄ verzichten:
Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) inkl. TK
Im § 7 Abs. 4 der RL lautet es wie folgt:
„(…) Verzichtet die Krankenkasse auf ein Genehmigungsverfahren, hat dies die gleiche Rechtswirkung wie eine erteilte Genehmigung. Sie informiert hierüber die Kassenzahnärztliche Vereinigung.“
Die o. g. Krankenkassen bitten die Vertragszahnärzte nach der Heilmittel-Richtlinie Zahnärzte zu verordnen und die Notwendigkeit zu beurteilen.
Wir gehen davon aus, dass sich weitere Krankenkassen dem Genehmigungsverzicht gem. § 7 Abs. 4 Satz 3 HeilM-RL ZÄ anschließen. Über Änderungen werden wir Sie umgehend informieren.
Wir weisen darauf hin, dass der „langfristige Heilmittelbedarf“ gem. § 8 Abs. 4 Satz 3 HeilM-RL ZÄ weiterhin genehmigt werden muss.
Uns erreichten bis jetzt schon folgende Fragen zur neuen Heilmittel-RILI aus den Zahnarztpraxen:
Sind die Leistungen budgetiert?
Im Gegensatz zur vertragsärztlichen Versorgung besteht für die vertragszahnärztliche Heilmittelverordnung keine Richtgrößenvereinbarungen nach § 84 Abs. 6, 7 SGB V. Vor der Heilmittelverordnung hat sich der verordnende Vertragszahnarzt gleichwohl nach § 9 der zahnärztlichen Heilmittel-Richtlinie der Wirtschaftlichkeit der Verordnung zu versichern.
Wie Sie erkennen, ist der Dokumentationspflicht in noch größerem Umfang als bisher Genüge zu leisten. Denn: Obwohl eine Budgetierung für Zahnärzte nicht gegeben ist – die Wirtschaftlichkeitsprüfung ist immer möglich.
In welchen Zeitabständen kann verordnet werden?
Das geht aus § 6 Verordnung im Regelfall; Erst- und Folgeverordnung der Heilmittelrichtlinien hervor und wird im Heilmittelkatalog unter der Spalte „Verordnungsmenge je Indikationsgruppe“ ausgewiesen.
Beispiel CD1:
Verordnungsmenge je Indikationsgruppe/
Erst-VO: bis zu 6 x/VO
Folge-VO: bis zu 6 x/VO
Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls: bis zu 18 Einheiten
Frequenzempfehlung: 1 bis 3 x wöchentlich
Ziel: Erlernen eines Eigenübungsprogramms
Können auch mehr als 18 bzw. 30 Verordnungsmengen (Einheiten) verordnet werden?
Das geht aus § 7 Verordnung außerhalb des Regelfalls der Heilmittelrichtlinien hervor.
Ist das Therapieziel trotz Ausschöpfens der Gesamtverordnungsmenge im Regelfall nicht erreicht worden, kann der Vertragszahnarzt eine Heilmittelverordnung außerhalb des Regelfalls vornehmen. Dazu ist die zahnmedizinische Notwendigkeit – mit einer prognostischen Abschätzung versehen – gesondert zu begründen. Auch ist erneut eine störungsbildabhängige geeignete Diagnostik durchzuführen, um auf der Basis des festgestellten Therapiebedarfes, der Therapiefähigkeit, der Therapieprognose und des Therapieziels die Heilmitteltherapie fortzuführen oder andere Maßnahmen einzuleiten. Liegen solche anderen Maßnahmen außerhalb der von der zahnärztlichen Approbation umfassten Möglichkeiten vor, ist der Versicherte auf weitergehende Maßnahmen im Rahmen einer vertragsärztlichen Behandlung zu verweisen.
Die Verordnung außerhalb des Regelfalls bedarf einer gesonderten Genehmigung durch die Krankenkasse. Hier darf die Behandlung erst fortgeführt werden, wenn eine Genehmigung der Krankenkasse vorliegt.
Bitte beachten Sie die Besonderheiten bei den Ausfüllhinweisen dieser Verordnung.
Was ist bei einer Folgeverordnung zu beachten?
Das geht aus § 6 Absatz 6, 7 und 8 der Heilmittel-RILI hervor.
(6) Nach einer Erstverordnung gilt jede Verordnung zur Behandlung derselben Erkrankung (desselben Regelfalles) als Folgeverordnung. In diesem Fall ist das Kästchen „Folgeverordnung“ vom Vertragszahnarzt anzukreuzen. Dies gilt auch, wenn sich während der Behandlung die Leitsymptomatik ändert und unterschiedliche Heilmittel zum Einsatz kommen.
(7) Folgeverordnungen im Regelfall können nach Maßgabe des Heilmittelkatalogs ZÄ bis zur Erreichung der Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls ausgestellt werden. Sofern mehrere Heilmittel verordnet werden, ist die Verordnungsmenge des vorrangigen Heilmittels entscheidend für die Gesamtverordnungsmenge.
(8) Folgeverordnungen sind nur zulässig, wenn sich die behandelnde Vertragszahnärztin oder der behandelnde Vertragszahnarzt zuvor erneut vom Zustand der Patientin oder des Patienten überzeugt hat. Bei der Entscheidung der Vertragszahnärztin bzw. des Vertragszahnarztes über Folgeverordnungen sind der bisherige Therapieverlauf sowie zwischenzeitlich erhobene Befunde zu berücksichtigen.
Muss vor der Verordnung von Heilmitteln eine Schienentherapie erfolgt sein?
§ 3 Voraussetzungen der Verordnung HeilM-RL ZÄ gibt vor, dass eine Verordnung nur zu Lasten der Krankenkasse erfolgen darf, wenn diese notwendig ist und eine Krankheit dadurch zu heilen, zu verhüten oder zu lindern ist.*Siehe §3 HeilM-RL ZÄ
Somit gehört zur Schmerzlinderung und zum Behandlungsablauf der jeweiligen Indikationsgruppen grundsätzlich eine Schienentherapie.
*§ 3 Voraussetzungen der Verordnung
Die Abgabe von Heilmitteln zu Lasten der Krankenkassen setzt eine Verordnung durch eine Ver-tragszahnärztin oder einen Vertragszahnarzt voraus. Die Therapeutin oder der Therapeut ist an die Verordnung gebunden, es sei denn in der Richtlinie ist etwas anderes bestimmt.
Heilmittel können zu Lasten der Krankenkassen nur verordnet werden, wenn sie notwendig sind, um
eine Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern,
einer Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung eines Kindes entgegenzuwirken, oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern.
Die Indikation für die Verordnung von Heilmitteln ergibt sich nicht aus der Diagnose allein, sondern nur dann, wenn unter Gesamtbetrachtung der strukturellen/funktionellen Schädigungen, der Beein-trächtigung der Aktivitäten (Fähigkeitsstörungen) und unter Berücksichtigung der individuellen Kon-textfaktoren in Bezug auf Person und Umwelt eine Heilmittelanwendung notwendig ist.
Kann ein Konsil nach BEMA-Nr. 181/182 abgerechnet werden, wenn der Behandler/die Behandlerin vor der Verordnung des Heilmittels die Behandlung mit dem Physiotherapeuten bespricht?
Nein, da der Leistungsinhalt die BEMA-Nr. 181/182 die konsiliarische Erörterung mit Ärzten und Zahnärzten beinhaltet. Darunter fällt nicht die Berufsgruppe der Physiotherapeuten. Es darf stattdessen auch keine Ä1 berechnet werden, da es sich nicht um eine fernmündliche Beratung des Kranken handelt. Die Berechnung einer Ä1 zur Beratung des Patienten, ist unter Beachtung der Abrechnungsbestimmungen der Ä1 jedoch möglich.
Muss die Therapiedauer bei der Sprech- und Sprachtherapie angegeben werden?
Ja, denn der Vertragszahnarzt verordnet durch Ankreuzen eines entsprechenden Kästchens der Minutenangaben „30 min“, „45 min“ oder „60 min“ Sprech- und Sprachtherapie nach Maßgabe des Heilmittelkataloges Zahnärzte in Abhängigkeit von der medizinischen Indikation (konkretes Störungsbild) sowie der jeweiligen Belastbarkeit des Patienten (siehe hierzu § 23 der HeilM-RL ZÄ).
Heilmittel-Richtlinie (0 b)
Heilmittelkatalog (0 b)
Kurzübersicht Heilmittelkatalog (0 b)
Erläuterungen der KZBV zur Umsetzung der Heilmittelverordnung (0 b)
Vereinbarung über den Vordruck und Ausfüllhinweise der zahnärztlichen Heilmittelverordnung (0 b)
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References: § 7
 § 7
 § 7
 § 8
 § 84
 § 9
 § 6
 § 7
 § 6

§ 3
 §3
 § 23