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⭐Weisungen über Buchführung und Geldverkehr der Ausgleichskassen (WBG)
Weisungen über Buchführung und Geldverkehr der Ausgleichskassen (WBG)
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1 Weisungen über Buchführung und Geldverkehr der Ausgleichskassen (WBG) Gültig ab 1. Januar 2004 Stand 1. Januar d WBG 01.142 2 von 137 Vorwort Die Grundversion der Weisungen, welche im Jahre 1996 in Kraft trat, wurde bereits durch 7 Nachträge ergänzt. Aus diesem Grund wurde eine neue Version aufgelegt, welche ausser den nachstehenden Änderungen auf den 1. Januar 2004 keine Neuerungen enthält. Sie beinhaltet: Verbuchung der Zinsen und Erträge aus Flüssigen Mitteln und Kapitalanlagen (zusätzlicher Anhang 4) Im Kontenplan (Neue Bezeichnung für die Konten 1440 und 6115)3 3 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 1, gültig ab 1. Januar 2005 Die Einführung der Regionalen Ärztlichen Dienste erfordert die Eröffnung eines eigenen Rechnungskreises (382). Die Randziffern 510 und 749 sind entsprechend angepasst worden. Wie bei allen Loseblattausgaben im Bereich der AHV/IV/EO/EL tragen die mit den Nachträgen gelieferten Ersatz- und Ergänzungsseiten unten rechts das Inkrafttretensdatum des Nachtrages (1.05).4 4 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 2, gültig ab 1. Januar 2006 Die mit dem vorliegenden Nachtrag eingeführten Änderungen orientieren sich im Wesentlichen an der Praxis. Gewisse Abläufe wurden in der Anwendung vereinfacht, andere wurden neu zusätzlich anhand von Buchungsbeispielen veranschaulicht. Die Änderungen betreffen insbesondere folgende Bereiche: Verbuchung der Kostenvergütung für die Durchführung von übertragenen Aufgaben Verbuchung und Übertragung des Betriebsergebnisses Bildung und Auflösung von Rückstellungen Rückvergütung der Verwaltungskostenbeiträge Betreibungsspesen. Beim Geldverkehr fallen die Meldung der vorhandenen Fondsgelder per 15. des Monates sowie Sockelbeträge von über Franken weg. Die flüssigen Mittel des Fonds können entweder anhand der nachgeführten Buchhaltung oder nach Abzug der aus dem letzten Monatsauszug resultierenden Saldi der übrigen Rechnungskreise ermittelt werden, sofern diese für die durchschnittlichen Tagessaldi repräsentativ sind. Wie bei allen Loseblattausgaben im Bereich der AHV/IV/EO/EL tragen die mit den Nachträgen gelieferten Ersatz- und Ergänzungsseiten unten rechts das Inkrafttretensdatum des Nachtrages (1.06).5 5 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 4, gültig am 1. Januar 2007 Die Änderungen in diesem Nachtrag sind auf die Einführung des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit (BGSA) zurückzuführen. Die Artikel 14 bis AHVG (neu), 6 AVIG (geändert) und 206 AHVV (geändert) halten Folgendes fest: Beschäftigt ein Arbeitgeber Arbeitnehmer, ohne deren Löhne mit der Ausgleichskasse abzurechnen, so erhebt diese einen Zuschlag von 50% auf den geschuldeten Beiträgen. Im Wiederholungsfall erhöht die Ausgleichskasse den Zuschlag bis auf höchstens 100% der geschuldeten Beiträge. Der Zuschlag darf dem Arbeitnehmer nicht vom Lohn abgezogen werden. Die Verbuchung der Zuschläge wird in den Randziffern 710.1, 717 und 719 erörtert. Zur Deckung des Aufwands dürfen die Ausgleichskassen einen Fünftel der Zuschläge behalten (Rz 814.2). In den Artikeln 2 und 3 BGSA und Artikel 69 AHVG (neu) ist die Einführung eines vereinfachten Abrechnungsverfahrens für kleine Arbeitsentgelte vorgesehen: Die im Rahmen dieses Verfahrens erhobene direkte Bundessteuer ist dem Konto (neu) zu belasten, bzw. dem Konto (neu) für die erhobene Kantons- und Gemeindesteuer. Zuschüsse für die Durchführung des vereinfachten Verfahrens sind dem Konto (neu) gutzuschreiben. Beiträge an die Einführungskosten des vereinfachten Abrechnungsverfahrens werden ebenfalls auf diesem Konto verbucht. Bezugsprovisionen werden dem Konto (neu) gutgeschrieben, anolog zur Bezugsprovision bei der Quellensteuer.6 6 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 5, gültig am 1. Januar 2008 Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen (NFA) ist das Bundesgesetz über die Ergänzungsleistungen (ELG) totalrevidiert worden. Neu zahlt der Bund keine Beiträge mehr an die Vergütung der Krankheits- und Behinderungskosten (vgl. Art. 16 ELG vom ). Dies bedingt eine Änderung des Kontenplans in den WBG.7 7 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 6, gültig am 1. Januar 2009 Die folgenden Konten wurden für die IV-Stellen (380) und die RAD (382) erstellt: 5381 Aktive Arbeitsvermittlung / Zusammenarbeit IVST und private Organisationen 5382 Observationsaufträge Das Konto Entschädigung für die CO 2 -Rückverteilung wurde ebenfalls eröffnet. Die Verbindung des Rechnungskreises 930 mit dem Konto 6730 ist hergestellt.8 8 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 7, gültig am 1. Januar 2010 A) Im Zusammenhang mit der Rückverteilung der CO 2 -Abgabe an die Wirtschaft, welche in den Weisungen WRC geregelt ist, ist die Anpassung des Kontenplans in der WBG sowie die Einfügung eines neuen Kapitels (7.7) notwendig geworden. Verbunden mit der Eröffnung neuer Konten ergibt sich zusätzlich ein neues Buchungsverfahren, welches im Anhang 5 im Detail wiedergegeben wird. Neuer Rechnungskreis: 217 Rückverteilung der CO 2 -Abgabe Neue Konten: Rückverteilung CO 2 -Abgabe an Unternehmen Rückbuchung der Rückverteilung CO 2 -Abgabe an BAFU via ZAS Kontokorrent Transfer der CO 2 -Rückverteilung an eine andere Kasse Entschädigung für die CO 2 -Rückverteilung (Eröffnung bereits per ) B) Im Zusammenhang mit den Änderungen bei der Finanzierung der Ausgleichskassen ergeben sich Anpassungen im Bereich der Abschreibungen sowie bei der Bildung und Auflösung von Rückstellungen. Neue Konten: Verwaltungskostenzuschüsse für das Inkassowesen Verwaltungskostenzuschüsse für das Schadenersatzverfahren Verwaltungskostenzuschüsse für Rentenvorausberechnung (ersetzt Kto IK Auszüge) Wegfall Konto: Rückstellung Rückerstattung von VK-Zuschüssen AHV9 9 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 8, gültig am 1. Januar 2011 Dieser Nachtrag enthält folgende Anpassungen: Im Zusammenhang mit CO 2 -Rückverteilung werden ab 2011 nach erfolgtem Kassenwechsel von Beitragspflichtigen keine Transferzahlungen mehr von der CO 2 -Rückverteilung zwischen den Ausgleichskassen vorgenommen. Der Anhang 5 WBG wird entsprechend angepasst und das Konto (Kto.-Korr. Transfer der CO 2 -Rückverteilung) wird aufgehoben. Der Inhalt der Weisungsbriefes vom 17. Dezember 1999 betreffend der Liquidationsreserven der Verbandsausgleichskassen ist in Rz 1010 übernommen worden. Rz über die Betreibungsspesen ist angepasst und die Konten (Verzicht auf Betreibungsspesen) und (Vergütungen für abgeschriebene Betreibungspesen) sind neu eröffnet. Die Rz 1002 und über die Geldablieferung wurden präzisiert. Der Rechnungskreis 383 für das Ausbildungszentrum ist eröffnet. Die Bezeichnung der Konti 3071 und 3072 wurden angepasst.10 10 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 9, gültig ab 1. Januar 2013 Die Anpassungen beinhalten insbesondere zusätzliche Konten im Kontenplan sowie die Ergänzung des Zusatzblattes um Auskünfte über die Beiträge, Leistungen, das Eigenkapital sowie das Total der Bilanz der übertragenen Aufgaben, die nicht in der Jahresrechnung aufgeführt sind. Im Kontenplan sind zwei Konten eröffnet worden: 18 Ordnungskonten übertragene Aufgaben 1800 Rückkaufwert Versicherungsverträge 21 Kontokorrentschulden Zwischenkonto CO2-Rückverteilung (dieses muss am Jahresende ausgeglichen sein)11 11 von 137 Vorbemerkung zum Nachtrag 10, gültig ab 1. Januar 2014 Die Anpassungen betreffen folgende Themen: 1. Geldverkehr mit der gesicherten Anwendung Intranet AHV/IV Um die Sicherheit des Geldverkehrs mit der ZAS zu verbessern, wurde die gesicherte Applikation Intranet AHV/IV seit dem 1. September 2013 um die Kommunikation über die Geldanforderungen erweitert. Ausnahmsweise können Anfragen und Mitteilungen über die -Adresse getätigt werden. Die Randziffern 1001, 1002 und 1006 wurden angepasst. 2. Integration der Kosten der regionalen ärztlichen Dienste (RAD) in die IV-Stellen Die Kosten der RAD werden seit dem in die IV- Stellen-Verwaltungsrechnung integriert (RK 380). Als Konsequenz wird der RK 382 nicht mehr gebraucht und deshalb entfernt. 3. Arbeitgeberkampagne Die Verwaltungsrechnung der IV-Stellen wird um das Konto Arbeitgeberkampagne erweitert. Die Aufwendungen des Bereichs Berufliche Integration werden ab 2013 über dieses Konto verbucht (vgl. AHV-Mitteilung 337). 4. Buchhalterische Erfassung von Erbschaften zu Gunsten der IV-Stellen Die IV-Stelle übernimmt die operative Führung des Fonds. Die Ausgleichskasse führt die Rechnung des Fonds im RK 6 bis 8 analog zu einer übertragenen Aufgabe in eigener Geschäftsführung. Der Vermögensstand des Fonds wird in die Rechnung der IV-Stelle übertragen und periodisch nachgeführt. Der Erbschaftsfonds verfügt über eigene Liquiditätskonten. Neuerungen: Randziffern Kontenrahmen (neu) / 517 (abgeändert) «sonstige Debitoren» «sonstige Sonderverpflichtungen»12 12 von 137 NACHTRAG Ergänzung 5. Anpassungen bei den übertragenen Aufgaben Folgende Randziffern erfahren eine Anpassung Rz 1206 Finanzierung der übertragenen Aufgaben Ergänzung, Präzisierung dieser Randziffer (ein Überschuss eines Rechnungskreises darf nicht mit der Schuld eines anderen kompensiert werden). Rz 1209 Kostenvergütung für die Durchführung (neu) Klare Formulierung des Vergütungsprinzips (d.h. diese müssen alle Kosten der Ausgleichskasse decken, welche bei ihr für die Umsetzung dieser übertragenen Aufgaben anfällt).13 13 von 137 Inhaltsverzeichnis Abkürzungen Geltungsbereich Grundsätze des Rechnungswesens Allgemeine Grundsätze Besondere Grundsätze bei EDV-Einsatz Aufbau des Rechnungswesens Allgemeines Kontonummer Gliederung der Buchhaltung Nebenbuchhaltungen Beitragsbuchhaltung (Debitoren) Leistungsbuchhaltung (Kreditoren) Lohnbuchhaltung Objekt- und Inventarbuchhaltung Hauptbuchhaltung Rechnungskreise Rechnungskreis Geldmittel Rechnungskreis AHV/IV/EO/FL/ALV (Fondsrechnung) Rechnungskreis IV-Durchführungsstellen Rechnungskreis Ergänzungsleistungen (EL) Rechnungskreis Familienausgleichskasse (FAK) Rechnungskreise Übertragene Aufgaben Rechnungskreis Verwaltungsrechnung Bestandesrechnung (Bilanz) Flüssige Mittel Kontokorrente Zentrale Ausgleichsstelle (ZAS) Beitragspflichtige... 3514 14 von Leistungsempfänger Übrige Guthaben und Schulden Kasseneigene Anlagen und Verpflichtungen Abgrenzungs- und Ordnungskonten Reserven Betriebsrechnung Beiträge Persönliche Beiträge Lohnbeiträge Nachgeforderte Beiträge Schadenersatzforderungen Rückerstattung zuviel bezahlter Beiträge Herabsetzung und Erlass von Beiträgen Abschreibung von Beiträgen Nachzahlung abgeschriebener Beiträge Beiträge auf beitragspflichtigen Leistungen Unbestimmte Einzahlungen Zinsen auf Beiträgen Leistungen Auszahlung von Leistungen Nicht zustellbare Auszahlungen Rückerstattungsforderungen Erlass von Rückerstattungsforderungen Abschreibung von Rückerstattungsforderungen Nachzahlung von abgeschriebenen Rückerstattungsforderungen Verrechnung von Leistungen mit Beiträgen und Rückerstattungsforderungen Kosten für individuelle Massnahmen Durchführungskosten IV-Stellen Spezialstellen und Arztberichte / MEDAS und RAD Parteientschädigungen und Gerichtskosten Rückverteilung der CO 2 -Abgabe Verwaltungsrechnung Gemeinsame Bestimmungen Abschreibungen... 5115 15 von Transitorische Buchungen Bildung und Auflösung von Rückstellungen Ermittlung des AHV/IV/EO- Verwaltungsaufwandes Verwaltungsrechnung allgemein (Rk 910) Verwaltungskostenbeiträge Kostenvergütungen für übertragene Aufgaben Anschaffung von Mobilien Raumaufwand Revisionskosten Betreibungsspesen Verwaltungsrechnung Kapitalanlagen (Rk 920) Vermögenserträge Wertberichtigungen Verwaltungsrechnung Liegenschaften (Rk 930) Aufwendungen im Immobilienbereich Raum-/Liegenschaftenaufwand Verwaltungrechnung Informatik (Rk 940) Abschreibungen Erträge Investitionsrechnung (Rk 950) Investitionsausgaben Investitionseinnahmen Rechnungsablage Allgemeines Monatsausweis Jahresrechnung Ausstandslisten Geldverkehr Allgemeines Geldverkehr mit der ZAS Geldablieferung Geldanforderung Eigene Mittel der Ausgleichskasse Liquidationsreserven Ausgleichskassen mit Zweigstellen Klassierung der Zweigstellen Ergänzende Bestimmungen für Zweigstellen A... 6516 16 von Ausgleichskassen mit übertragenen Aufgaben Unterscheidung zwischen eigener Geschäftsführung und Abrechnungsstelle Abrechnungs- und Zahlungsverkehr Ausgleich einer Schuld Kostenvergütung für die Durchführung übertragener Aufgaben Zeichnungsberechtigung Aufbewahrung der Buchhaltungsakten Schlussbestimmungen Inkrafttreten Anhang Schematische Darstellung der Buchhaltung Anhang Abschlussbuchungen Anhang Darstellungsmuster (Rz 911) Anhang Verbuchung der Zinsen und Erträge aus Flüssigen Mitteln und Kapitalanlagen Anhang Buchungsverfahren CO 2 -Rückverteilung Alphabetisches Sachregister Kontenplan Buchungsbeispiel17 17 von 137 Abkürzungen AHV AHVG AHVV ALV ANobAG ASR BAFU BSV EDV EL EO FAK FL IV KAK MEDAS MWSt RAD Rk Alters- und Hinterlassenenversicherung Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung Arbeitslosenversicherung Arbeitnehmer/innen ohne beitragspflichtige Arbeitgeber/innen Auszahlungsschein mit Referenznummer Bundesamt für Umwelt Bundesamt für Sozialversicherung Elektronische Datenverarbeitung Ergänzungsleistungen zur AHV und IV Erwerbsersatzordnung für Dienstleistende in Armee, Zivildienst und Zivilschutz Familienausgleichskasse Familienzulagen in der Landwirtschaft Invalidenversicherung Kantonale Ausgleichskasse Medizinische Abklärungsstellen Mehrwertsteuer Regionaler Ärztlicher Dienst Rechnungskreis18 18 von 137 Rz SAK VAK WBB ZAS Randziffer Schweizerische Ausgleichskasse Verbandsausgleichskasse Weisungen über den Bezug der Beiträge in der AHV, IV und EO Zentrale Ausgleichsstelle19 19 von Geltungsbereich 101 Die nachstehenden Weisungen sind für die Buchführung der Ausgleichskassen auf dem Gebiet der AHV, IV, EO, FL und ALV verbindlich. Sie gelten auch für die Buchführung und den Geldverkehr der Zweigstellen A (Rz 1101 ff). 102 Die Weisungen sind sinngemäss auch für die den Ausgleichskassen von den Kantonen und Gründerverbänden gestützt auf Artikel 63 Absatz 4 AHVG zur Durchführung übertragenen Aufgaben anzuwenden, sofern deren Abrechnungsund Zahlungsverkehr nicht in einer gesondert geführten Buchhaltung erfasst wird.20 20 von Grundsätze des Rechnungswesens 2.1 Allgemeine Grundsätze 201 Das Rechnungswesen ist nach den allgemein anerkannten Grundsätzen der Ordnungsmässigkeit zu führen. 202 Guthaben und Schulden sowie Aufwand und Ertrag müssen auf Ende des Rechnungsjahres vollständig ausgewiesen sein. 203 Die Buchhaltung ist täglich nachzuführen. Eine periodische Verbuchung ist nur unter der Voraussetzung gestattet, dass dadurch die Aussagefähigkeit der Buchhaltung nicht wesentlich beeinträchtigt wird. Die tägliche Kontrolle der Geldmittel ist in diesem Falle durch anderweitige Massnahmen sicherzustellen. 204 Jeder Geschäftsfall muss vom Urbeleg über dessen Verarbeitung bis zur Verbuchung lückenlos nachvollziehbar sein. Die Prüfspur ist durch Journalisierung sowie durch den Nachweis von Zwischen- und Endergebnissen zu gewährleisten. 2.2 Besondere Grundsätze bei EDV-Einsatz 205 Die sachgerechte und klare hierarchische Eingliederung der EDV in die Organisationsstruktur der Kasse bildet die Grundlage einer zuverlässigen EDV-Anwendung. Bei der Gestaltung der Aufbau- und Ablauforganisation der EDV sind die Grundsätze der internen Kontrolle und der Funktionentrennung in angemessener Weise zu berücksichtigen. 206 Der Zugriff auf Daten und Programme ist auf die Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszurichten und mit geeigneten Massnahmen (z.b. Passwörter) zu sichern. 207 Bei der Entwicklung, Anschaffung und Änderung von Programmen ist mit einer geeigneten Projektorganisation und -systematik sicherzustellen, dass das System richtig, wirtschaftlich und leistungsfähig arbeitet und die massgeblichen Anforderungen von Gesetzen, Verordnungen und Weisungen21 21 von 137 erfüllt werden. In die Programme sind geeignete Kontrollen einzubauen, um Fehler zu verhindern oder zumindest rechtzeitig aufzudecken. 208 Über die gesamte EDV-Applikation ist eine Dokumentation zu führen. Diese muss ständig nachgeführt werden und so aufgebaut sein, dass sachverständige Dritte das EDV-System verstehen. Die EDV-Programme sind ausreichend zu testen. 209 Die gespeicherten Daten sind durch im EDV-Verfahren übliche Sicherheitsvorkehren vor Verlust und Beeinträchtigung zu schützen.22 22 von Aufbau des Rechnungswesens 3.1 Allgemeines 301 Die Buchhaltung als Grundlage des Rechnungswesens besteht aus einer Hauptbuchhaltung und verschiedenen Nebenbuchhaltungen. 302 Die Hauptbuchhaltung basiert auf einem Kontenplan, der sich im Aufbau und in der Gliederung an den besonderen Bedürfnissen der Sozialversicherung orientiert. 303 Der Kontenplan umfasst einerseits 9 Rechnungskreise zur Bestimmung der einzelnen Sozialversicherungsbereiche und anderseits die entsprechenden Einzelkonten je Sachgebiet. Er ist für sämtliche in der AHV-Buchhaltung integrierte Sozialwerke verwendbar und so aufgebaut, dass er die Erstellung einer konsolidierten Gesamtrechnung erlaubt. 304 Die schematische Darstellung der Buchhaltung ist aus dem Anhang 1 ersichtlich. 3.2 Kontonummer 305 Es dürfen nur die im Kontenplan aufgeführten Kontennummern verwendet werden. Ist eine weitergehende Aufteilung in einzelne Sachbereiche erforderlich, so ist der Rechnungskreis an der 4. Stelle und die Kontenart an der 5. oder 6. Stelle mit 1., 2., bzw. 01, 02, zu unterteilen. Die Kontonummer ist im Aufbau verbindlich und wie folgt dargestellt:23 23 von 137 Kontonummer Rechnungskreis (Rk) Kontenart Reservefelder Rk-Bereich Unterbereich Einzelkonto Unterkonto Rk-NR Sammelkonto Kontengruppe Kontenklasse Felder 1 und 3 sind obligatorische Felder. Die Buchhaltungswerte dieser Felder sind der ZAS zu melden. Felder 2 und 4 sind für kasseninterne Erweiterungen bestimmt (z.b. bei der einzelnen FAK die Felder 4 für die Unterteilung in Kinderzulagen, Geburtszulagen, Ausbildungszulagen usw.). Die Ergebnisse sind für die Datenmeldung an die ZAS auf die obligatorischen Felder zu verdichten. Felder 5 sind Reservefelder für interne Bedürfnisse der Ausgleichskasse.24 24 von Gliederung der Buchhaltung 4.1 Nebenbuchhaltungen 401 Die Nebenbuchhaltungen setzen sich aus Einzelkonten zusammen. Der gesamte Verkehr ist zu journalisieren. Die Konten sind am Ende des Rechnungsjahres entweder auszudrucken oder auf einem Bildträger oder elektronischen Archivierungssystem zu sichern. 402 Die einzelnen Konten werden nicht je Rechnungskreis, sondern über den gesamten Bereich der Ausgleichskasse geführt. Mit Ausnahme der Beitragsbuchhaltung sind die Nebenbuchhaltungen fakultativ Beitragsbuchhaltung (Debitoren) 403 Die Beitragsbuchhaltung richtet sich primär nach den Bedürfnissen des Beitragsbezugs. Sie besteht aus Beitragskonten der einzelnen Beitragspflichtigen (einschliesslich der selbständigerwerbenden Teilhaber von Personengesellschaften und Personengesamtheiten) sowie der rückerstattungspflichtigen Versicherten (siehe auch Rz 407). Sammelkonten sind zulässig, sofern dadurch die Aussagefähigkeit nicht beeinträchtigt wird. 404 Auf den Beitragskonten ist der gesamte Abrechnungs- und Zahlungsverkehr mit den Beitragspflichtigen und rückerstattungspflichtigen Versicherten, einschliesslich der verrechneten Leistungen, aufzuzeichnen, wobei die Forderungen und Schulden gegenüber den Beitragspflichtigen und Versicherten jederzeit eindeutig ersichtlich sein müssen. Die einzelnen Beträge sind so zu verbuchen, dass sie den entsprechenden Hauptbuchkonten zugeordnet werden können. Die Aufteilung auf die Konten 1101 bzw (Rz 604 ff) sowie 1105 (Rz 734) und 1106 (Rz 711) muss gewährleistet sein. 405 Die Saldi der Beitragsbuchhaltung sind monatlich mit den Hauptbuchkonten 1101 bzw. 1102, 1105 und 1106 abzu-25 25 von 137 stimmen. Beim Jahresabschluss ist je Hauptbuchkonto eine Saldoliste getrennt nach Soll- und Habensaldi zu erstellen. 406 Der gesamte über die Beitragsbuchhaltung verbuchte Abrechnungs- und Zahlungsverkehr ist, aufgeteilt auf die entsprechenden Hauptbuchkonten, in einer Monatsrekapitulation zusammenzufassen. Diese gilt gegenüber der ZAS als Nachweis über den auf den Beitragskonten verbuchten Verkehr und bildet einen integrierenden Bestandteil des Monatsausweises (Rz 904) Leistungsbuchhaltung (Kreditoren) 407 Die Leistungsbuchhaltung besteht aus Konten der einzelnen Leistungsempfänger. Sammelkonten sind zulässig, sofern dadurch die Aussagefähigkeit nicht beeinträchtigt wird. Über die Leistungskonten können auch die Rückerstattungsforderungen gemäss Rz (anstelle der Beitragskonten gemäss Rz 403 und 404), die provisorischen Rentenzahlungen und Teilzahlungen von Leistungen gemäss Rz 729 sowie die nichtzustellbaren Auszahlungen gemäss Rz 730 ff verbucht werden, sofern sie in der Hauptbuchhaltung unter den Konten 1105, 1111, 1115 und 2115 ausgewiesen werden. 408 Leistungen, die mit Beiträgen verrechnet werden, sind in die Beitragsbuchhaltung umzubuchen. Verrechnungen mit Rückerstattungsforderungen haben über die Beitrags- oder Leistungsbuchhaltung zu erfolgen. 409 Werden bei beitragspflichtigen Leistungen die Direktzahlungen an die Versicherten in der Leistungsbuchhaltung erfasst, so sind die in Abzug gebrachten Beiträge auf dem Verbindungskonto zu verbuchen und in die Beitragsbuchhaltung zu übertragen Lohnbuchhaltung 410 Die Lohnbuchhaltung besteht aus je einem Konto für jeden Lohnempfänger. Es enthält die erforderlichen Angaben für eine detaillierte Lohnbuchhaltung.26 26 von Objekt- und Inventarbuchhaltung 411 Die Objekt- und Inventarbuchhaltung richtet sich nach dem Grundsatz des dauernden Nachweises bezüglich Anschaffungs- bzw. Erstellungswert. Sie besteht aus je einem Konto für die immobilen und mobilen Anlagen. Das Konto gibt Auskunft über alle objektbezogenen Daten. 4.2 Hauptbuchhaltung 412 Für die Hauptbuchhaltung gilt das Prinzip der doppelten Buchführung. Der gesamte Verkehr ist zu journalisieren. Die Konten sind am Ende des Rechnungsjahres entweder auszudrucken oder auf einem Bildträger oder elektronischen Archivierungssystem zu sichern. 413 Die Hauptbuchhaltung unterteilt sich in 9 Rechnungskreise (Sozialversicherungsbereiche), die ihrerseits je nach Struktur enthalten: a) Bestandesrechnung mit Aktiven und Passiven (Kontenklassen 1 und 2); b) Betriebsrechnung mit Betriebsaufwand und Betriebsertrag (Kontenklassen 3 und 4); c) Verwaltungsrechnung mit Verwaltungsaufwand und Verwaltungsertrag (Kontenklassen 5 und 6); d) Investitionsrechnung mit Investitionsausgaben und Investitionseinnahmen (Kontenklassen 7 und 8); e) Rechnungsabschluss (Kontenklasse 9); 414 Der Aufbau richtet sich nach dem verbindlichen Kontenplan. Die mit dem Klammervermerk SAK bezeichneten Konten dürfen ausschliesslich von der Schweizerischen Ausgleichskasse benützt werden. 415 In der Bestandesrechnung sind einzelne Konten sowohl unter den Aktiven als auch unter den Passiven aufgeführt. Für die Wahl des entsprechenden Kontos ist bestimmend, ob in der Regel ein Aktiv- oder Passivsaldo resultiert. Beim Jahresabschluss sind geeignete Vorkehren zu treffen, damit in der27 27 von 137 Jahresbilanz unter den Aktiven und Passiven keine Minussaldi ausgewiesen werden. 416 In der Betriebs- und Verwaltungsrechnung wird brutto verbucht, d.h. Erträge und Aufwendungen dürfen nicht auf dem gleichen Konto miteinander verrechnet werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Buchungen gemäss Rz 731 und 732, die Auflösung von transitorischen Posten (Rz 803 ff) und von Rückstellungen gemäss den Konten 2500, 2510 und 2520 (Rz 806) sowie im Bereich der IV- Durchführungsstellen die Umbuchungen zwischen den Rechnungskreisen 380 und 910 gemäss Rz 744 und die monatlichen Überträge von Einnahmen auf das Konto bzw gemäss Rz Falschbuchungen können im gleichen Monat mit einer Negativbuchung in der gleichen Kontenspalte korrigiert werden. Erfolgt die Korrektur in einem Folgemonat, so ist die Buchung auf der Gegenseite vorzunehmen.28 28 von Rechnungskreise 5.1 Rechnungskreis 1 Geldmittel 501 Der Rechnungskreis 1 enthält alle Geld- und Abgrenzungskonten, welche nicht spezifisch einem andern Rechnungskreis zugeordnet werden können. Er weist nur Konten der Bestandesrechnung auf und dient der Geldmittelbewirtschaftung. 502 Die Saldi der Rechnungskreise 2 9 ergeben den jeweiligen Anteil (Guthaben oder Schulden) am Gesamtbestand der Geldmittel. Dieser Anteil lässt sich bei Verwendung des Kontos 1101 gemäss Rz 605 jederzeit und bei Verwendung des Kontos 1102 gemäss Rz 606 erst nach erfolgter Aufteilung auf die betroffenen Sozialversicherungsbereiche ermitteln. Am Monatsende, als letzte Buchung vor dem Abschluss, sind die Anteile (Saldi) der einzelnen Rechnungskreise über die Konten der Kontengruppen 12 und 22 auszubuchen (Beispiel: an ) und zu Beginn des folgenden Monats wieder zurückzubuchen (Beispiel: an ). 503 Die Buchungen über die Konten der Kontengruppen 12 und 22 gemäss Rz 502 können auch laufend vorgenommen werden, sofern für die Beitragspflichtigen ausschliesslich das Konto 1101 gemäss Rz 605 verwendet wird. In der Datenmeldung an die ZAS (Rz 904) dürfen jedoch nur die Saldi per Monatsende enthalten sein. 5.2 Rechnungskreis 2 AHV/IV/EO/FL/ALV (Fondsrechnung) 504 Der Rechnungskreis 2 stellt die eigentliche Fondsrechnung dar und wird über den Monatsausweis mit der ZAS abgerechnet. 505 Der Rechnungskreis 211 ist auf den Beitragsbereich beschränkt, für welchen die Aufteilung der Beiträge auf die29 29 von 137 AHV, IV und EO durch die ZAS erfolgt. Beiträge die nicht alle drei Sozialwerke betreffen, sind im Sinne einer Ausnahme auf die entsprechenden Rechnungskreise (z.b. Rk 212 und 213) aufzuteilen. 506 Die Konten der Betriebsrechnung werden monatlich ausgeglichen mit den Buchungen an für den Betriebsertrag und an für den Betriebsaufwand. Der Umsatz der einzelnen Konten wird bis zum Jahresabschluss weitergeführt. 507 Die Ausgleichsbuchungen gemäss Rz 506 können auch laufend vorgenommen werden, damit der aktuelle Kontokorrentstand gegenüber der ZAS jederzeit ersichtlich ist. 5.3 Rechnungskreis 3 IV-Durchführungsstellen 508 Der zu Lasten der IV gehende Verwaltungsaufwand ist de- 1/99 tailliert im Rechnungskreis 3 auszuweisen. IV-Stellen, welche in eigenen Räumlichkeiten untergebracht sind, verbuchen eine Eigenmiete. Die Belastung und gleichzeitige Gutschrift erfolgt im Rechnungskreis 380 (Rz 743). 509 Globale Buchungen auf einzelnen Konten (Rz 744) sind nur zulässig, wenn die monatliche Ermittlung des genauen IV- Aufwandes nicht möglich ist (siehe auch Rz 530). 510 Die Rechnungskreise 380 und 381 sind direkt mit den 1/14 Konten und der Betriebsrechnung verbunden, in der Periode 13 sind keine Buchungen mehr erforderlich. Diejenigen Ausgaben und Einnahmen, welche dem laufenden Rechnungsjahr zuzuschreiben sind und noch nicht verbucht wurden, sind der Periode 12 wie folgt gutzuschreiben: Ausgaben: 380/381.5xxx an Einnahmen: an 380/381.6xxx30 30 von 137 Im Laufe der ersten Periode des folgenden Rechnungsjahres werden die Rückbuchungen dieser transitorischen Buchungen vorgenommen. 5.4 Rechnungskreis 4 Ergänzungsleistungen (EL) 511 Der gesamte Geschäftsverkehr auf dem Gebiet der EL ist über den Rechnungskreis 4 zu verbuchen. Die Einzelheiten sind in der Wegleitung über die EL (Dok ) geregelt. 512 Wird der Verwaltungsaufwand im Rechnungskreis 9 verbucht 1/06 und wird der EL eine Kostenvergütung (Rz 1207 ff) belastet, so ist folgende Buchung vorzunehmen: an oder /2140 an Der Abschluss der Konten am Jahresende erfolgt über die Kontenklasse 9 (Rk 499) mit Belastung des Kontokorrentkontos bzw Rechnungskreis 5 Familienausgleichskasse (FAK) 514 Der Rechnungskreis 5 ist aufgeteilt in die Rechnungskreise für FAK in eigener Geschäftsführung und die Rechnungskreise für FAK als Abrechnungsstelle (Rz 1201). Jeder der Rechnungskreise kann für eine einzelne FAK verwendet werden und erlaubt damit eine in sich geschlossene Buchhaltung je FAK. Werden einzelne Konten als Sammelkonten geführt, so ist der Rechnungskreis 598 zu verwenden. Diese Sammelkonten sind beim Jahresabschluss vor den Buchungen gemäss Anhang 2 über die einzelnen FAK-Konten wieder aufzulösen. Der Rechnungskreis 599 kann beim Monatsabschluss für die prozentuale Aufteilung des Kontos 1102 gemäss Rz 606 sowie für die Ausgleichsbuchungen gemäss Rz 502 und 503 verwendet werden, wenn eine Aufteilung auf die einzelnen FAK nicht erforderlich ist. Für den Jahresabschluss sind die- Mehr anzeigen
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