Source: https://wegateam.wordpress.com/2015/08/10/check-6a-angebotserstellung/
Timestamp: 2018-03-21 04:52:48+00:00

Document:
Check 6a: Angebotserstellung | Das WEGA-Team
Posted on 10. August 2015 by Ilona Munique
Zum Ende der Checklistenreihe zum Bildungsmanagement eine Ergänzung quasi „außer der Reihe“. Denn so ohne Weiteres lässt sich keine allgemeingültige Checkliste zur Angebotsaufforderung bzw. -abgabe generieren, zu unterschiedlich agieren die verschiedenen Veranstalterorganisationen und -institutionen. Je nachdem, ob Kommune, Land, Bund, Verein oder Firma die Auftraggebenden sind, gelten bestimmte Vergaberechtlinien, also auch unterscheidliche Ausfertigungen von Beauftragungen bzw. Vertragsvereinbarungen.
Bundesbehörden bzw. deren Auftragnehmende unterliegen bei der Angebotseinholung bzw. -erstellung besonders strengen Richtlinien, die je nach untergeordneter Behörde akribisch bis weniger streng beachtet und gehandhabt werden. Einschlägige Vorschriften, die dabei Anwendung finden, sind beispielsweise:
Verordnung PR Nr. 30/53 über die Preise bei öffentlichen Aufträgen (VO PR 30/53)
Vergabe- und Vertragsordnung für Lieferungen udn Leistungen Teil A (VOL/A)
Für Unternehmer/innen kann eine einseitige und strenge Auslegung im ungünstigsten Falle wie ein „Knebelvertrag“ wirken, beispielsweise, wenn ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Bieters ausgeschlossen sind.
Da kann es durchaus vorkommen, dass man nicht miteinander kompatibel ist und ein Auftrag nicht zustande kommt. Behördenvertreter finden immer wieder – zumeist junge oder auch ältere – Referent/innen, die sich darein schicken und trotz der für sie ungünstigen Bedingungen ihre Angebote abgeben. Für die alleine schon die Ausfertigung einen hohen und nicht berechenbarer Zeitverlust bedeutet (s. a. § 632 Abs. 3 BGB). Wie viele Abstriche sind guter, verlässlicher und gern geleisteter Arbeit zuträglich? Das geht auch anders als mit Paragraphenreiterei, aller gut gemeinter Absicherungsbemühungen zum Trotz.
Was jedoch immer Beachtung finden dürfte und sollte, sind Verträge nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, und zwar §§ 611 (Dienstvertrag) bis 632.
611 – Dienstvertrag
612 – Vergütung
613 – Unübertragbarkeit
614 – Fälligkeit der Vergütung
615 – Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko
616 – Vorrübergehende Verhinderung
620 (3)– Beendigung des Dienstverhältnisses
631 – Vertragstypische Pflichten beim Werkvertrag
632 – Vergütung
Diese Bestimmungen könnten als Grundmuster dienen, zu deren einzelnen Ausführungen sich beide Parteien einvernehmlich absprechen. Das sähe dann beispielsweise so aus:
Vertrag zwischen [Name des Auftraggebers] und [Name des Auftraggebers] über [Vertragsgegenstand, z. B. Dozententätigkeit]
§ 1 – Vetragsgegenstand
§ 4 – Nebentätigkeit
§ 5 – Reisekosten
§ 6 – Unterbringung und Verpflegung
§ 7 – Rücktritt durch den Auftraggeber
§ 8 – Rücktritt durch Dozent/in
§ 9 – Vertraulichkeit, Eigentum
Bewährte Angebotsinhalte des WEGA-Teams (seit 1996)
Bewährt und in den überwiegenden Fällen völlig ausreichend hier ein Angebotsmuster-WEGA-Team für eine Fortbildungsveranstaltung, die auf einer A4-Seite Platz findet. Lediglich Bundes- und Regierungsbehörden und größere Kommunen erwarten einen höheren Aufwand, stellen jedoch dazu entsprechende Formblätter bereit. Doch auch SIE sind froh, wenn sie die wichtigsten Daten so wie im Muster demonstriert erhalten. Da auf der Grundlage des Angebots eins zu eins die Rechnungsausfertigung erfolgt, ist diese Arbeit ohnehin zu tun.
Was sind also die Mindestbestandteile eines Angebots? Immer erfolgt eine …
vollständige Bezeichnung der Angebotsbestandteile
Angabe der Nettokosten
Bruttopreis (Endpreis)
Falls keine Umsatzsteuer erhoben werden muss, muss der Grund der Umsatzsteuerbefreiung genannt sein. Beispielsweise, …
… wenn die Kleinunternehmerregelung greift
… wenn eine Bescheinigung für eine Leistung im Sinne von § 4 Nr. 21, bb) Umsatzsteuergesetz (UStG) vorliegt
… wenn der Umsatz nach § 3a UtG im Inland nicht steuerbar ist
Sodann die üblichen Daten wie …
Empfänger des Angebots (hier genaue Bezeichnung wichtig!)
Genannte Angebotsbestandteile:
Fahrtkostenpauschalen mit Streckennennung
– mit Vermerken der Abrechnungsart, z. B. der Bitte, direkt mit dem Hotel abzurechnen, da das den Veranstaltern eine doppelte Berechnung der Mehrwertsteuer erspart
– Anreise- und Abreisetag
Honorar (Tages oder Stundensatz, Pauschalen)
für welche Leistungen (inklusive oder exklusive Bestandteile)
Sonstige Abmachungen (AGB):
Kostenloser Absagezeitraum und Kostenhöhe bei Unterschreitung mit Nichtzustandekommen
Dauer der Angebotsbindung
Form des Zustandekommens des Angebots, z. B.
– durch Bestätigung via E-Mail
– Unterschrift auf Papier
– wahlweise auf analogem Vertrag der Institution
Von wenigen Fällen abgesehen erfolgt eine Beauftragung auf der Grundlage schriftlicher Verträge, seltener durch rein telefonische Absprachen, mindestens jedoch einer nachfolgenden E-Mail-Notiz über das geführte Gespräch. Die Beauftragung spiegelt sodann das Angebot wieder.
Check 6a: Angebotserstellung (diese Seite hier)
Filed under: Fortbildung, Organisatorisches zum WEGA-Team, Tipps zur Fortbildungsarbeit | Tagged: Angebot, Beauftragung, Bildungsmanagement, Checklisten, Fortbildungen, Fortbildungsorganisation, Ilona Munique, Referenten, Referentin, Veranstaltungen, Vereinbarung |
« Check 11: Ende der Fortbildungsveranstaltung Checklisten Bildungsmanagement auf einem Blick »
Check 11: Ende der Fortbildungsveranstaltung | Das WEGA-Team, on 10. August 2015 at 10:52 said:
[…] Check 6a: Angebotserstellung […]

References: § 632

§ 1

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9
 § 4
 § 3