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Timestamp: 2019-06-18 13:07:51+00:00

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Drohnen-Haftpflichtversicherung - gesetzliche Regelung & Pflicht
Drohnen-Haftpflichtversicherung – gesetzliche Regelung & Pflicht
Geschrieben von Jogi am 7. Oktober 2017 in Drohnen Versicherung | 16.162 Aufrufe
Bezüglich der Versicherungspflicht für Drohnen gibt es viele Gerüchte und mindestens genauso viele offene Fragen. Ist eine Drohne nun versicherungspflichtig? Und wo genau (in welchem Gesetz) steht dies? Was sind die Vorgaben und Bedingungen – welche ist die richtige Versicherung und Deckungssumme?
In der neuen Drohnen-Verordnung aus dem Jahre 2017, die fast alles zum Thema Drohnen regelt, findet man wider Erwarten keinen einzigen Satz und keinen einzigen Paragraphen zum Thema Versicherungspflicht für Drohnen.
Für diejenigen, die die Hintergründe nicht im Detail wissen wollen sei vorweg genommen: Eine Haftpflichtversicherung für Drohnen ist gesetzlich Pflicht! Und hier geht es zu unserem Versicherungsvergleich.
Das Thema ist äußerst komplex und in vielen einzelnen Gesetzen, Regelungen und Paragraphen verankert sowie aufgeteilt. Wir versuchen, mit diesem Artikel Licht ins Dunkel zu bringen. Dazu gehen wir schrittweise vor.
1. Eine Drohne gehört zur Gattung der „Luftfahrzeuge“
Im Gesetzestext Luftverkehrsgesetz (LuftVG)§ 1 wird in Absatz (2) festgelegt:
Hier sollten Punkt 9 (Flugmodelle) für alle Drohnen-Modelle zutreffen, die privat (zum Zwecke des Sports oder der Freizeitgestaltung) betrieben werden. Alle anderen (also die, die nicht zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung betrieben werden) werden im unteren Absatz als unbemannte Luftfahrtsysteme (ULS) bezeichnet und ebenfalls der Gruppe der Luftfahrzeuge zugeordnet.
Somit wäre geklärt: Drohnen sind in den Augen der Gesetzgebung „Luftfahrzeuge“.
2. Versicherungspflicht für Luftfahrzeuge
Nachdem nun geklärt ist, dass eine Drohne zur Gattung „Luftfahrzeuge“ gehört, finden wir im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 43 (Absatz 2):
Es wird hierbei nicht zwischen den Drohnen-Modellen oder Gewichtsklassen unterschieden und auch nicht zwischen den Anwendungsbereichen (privat oder gewerblich).
Jeder Halter einer Drohne (außer der Bund und das Land selbst) ist folglich gesetzlich dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung zu besitzen.
3. Höhe der Versicherungssumme / Deckungssumme
Im oben genannten Zitat aus Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 43 wird bereits erwähnt, dass auch die Höhe zur Deckung von Haftpflichtschäden in der Rechtsverordnung vorgegeben ist. In der Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) § 102 Vertragsinhalt finden wir konkretere Angaben und auch einen Hinweis, wo wir diese Werte finden können:
Im dort erwähnten Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 37 Absatz (1) finden wir dann eine komplette Aufschlüsselung nach Gewicht:
Alle bekannten und gängigen Drohnen fallen damit unter den Punkt a), da sie mit Sicherheit unter 500 Kilogramm wiegen. Die genannte Summe je Listenpunkt ist allerdings nicht die finale Deckungssumme in Euro, sondern der Kapitalbetrag in Rechnungseinheiten. Im unteren Satz dieses Gesetzesauszuges finden wir den Verweis, wo wir Informationen zur Umrechnung der Rechnungseinheiten bekommen: Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 49b Umrechnung von Rechnungseinheiten
Zur Umrechnung der Rechnungseinheiten des Sonderziehungsrechts in Euro gibt es diverse Umrechner im Internet – ähnlich wie ein Währungskurs ändert sich der Umrechnungsfaktor ständig. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels beträgt der Umrechnungsfaktor beispielsweise: 1 EUR = 0,8309 SDR
Die 750.000 Rechnungseinheiten, die unter Punkt A genannt sind und für Drohnen zutreffen, entsprechen in diesem Falle somit 902.636 Euro. Es ist also davon auszugehen, dass eine Deckungssumme der Drohnen-Haftpflichtversicherung von einer Million Euro gesetzlich ausreichend ist. Wer auf Nummer sicher gehen will (wegen des variablen Umrechnungsfaktors), der wählt eine Deckungssummer von 1,5 Millionen Euro.
Natürlich werden auch höhere Deckungssummen angeboten und können (je nach Einsatzort, Flugerfahrung, Drohnen-Modell und auch Einsatzart) durchaus sinnvoll sein. Welche Deckungssumme gewählt wird, muss jeder individuell entscheiden. Wichtig ist jedoch die Tatsache:
4. Versicherungsbestätigung
Aus Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO) § 106 Versicherungsbestätigung Absatz 1 und 2 geht hervor:
Das bedeutet: der Versicherer muss dem Versicherungspflichtigen eine Versicherungsbestätigung zur Verfügung stellen, die
Diese Versicherungsbestätigung muss jeder Drohnen-Pilot beim Betrieb der Drohne – also beim Fliegen – mit sich führen. Das nicht Mitführen der Bestätigung beim Betrieb ist nach Luftverkehrs-Zulassungs-Ordnung (LuftVZO)§ 108 Ordnungswidrigkeiten Abschnitt (1) – (5 e) sogar eine Ordnungswidrigkeit:
Die genaue Art und Beschaffenheit der Bestätigung ist nicht erwähnt. Es kann also davon ausgegangen werden, dass eine Kopie der Bestätigung, ein Foto auf dem Handy oder auch eine Email / ein Anhang im Email-Programm auf dem Smartphone genügt.
Es gibt verschiedene „Kategorien“ der Haftung:
die reine Verschuldenshaftung
Die strengste Art der gesetzlich vorgeschriebenen Haftungsmöglichkeiten ist die Gefährdungshaftung. Denn hier muß nicht nur gehaftet werden, wenn man den Schaden schuldhaft verursacht hat. Bei der Gefährdungshaftung muß auch dann gehaftet werden, wenn man am Schaden keine eigene Schuld trägt. Es genügt die Tatsache, dass die vorgenommenen Handlungen eine außergewöhnliche Gefährdung für die Umgebung bedeuten. (Beispiel: die Drohne stürzt aus einem technischen Defekt ab , den der Pilot nicht zu verschulden hat und auch im legalen Rahmen geflogen ist. Für den entstandenen Schaden (zum Beispiel beim Sturz auf ein Auto) muß der Halter trotzdem haften, obwohl er am Schaden nicht Schuld ist.
In § 33 LuftVG (Luftverkehrsgesetz) wird klar aufgezeigt, daß beim Betrieb eines Luftfahrzeuges die Gefährdungshaftung gilt – denn allein der Betrieb eines Luftfahrzeuges genügt, um für alle entstehenden Schäden haften zu müssen – unabhängig davon, ob man diese auch verschuldet:
Es ist also wichtig, daß die abzuschließende Drohnen-Haftpflichtversicherung auch die Gefährdungshaftung abdeckt – nicht bloß die reine Verschuldenshaftung oder die Haftung aus vermutetem Verschulden.
6. Sonstige Vorgaben und Grundlagen
In Luftverkehrsgesetz (LuftVG) § 43 Abschnitt 3 wird noch erwähnt:
(auf alle Angaben geben wir natürlich kein Gewähr!)
Welche Versicherung ist die richtige / beste?
Wir haben in unseren Drohnen-Versicherungsvergleich die bekanntesten Versicherungen und Angebote aufgelistet und miteinander verglichen.
Sonstige rechtliche Themen:
Alle Infos zur neuen Drohnen-Verordnung
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References: § 43
 § 43
 § 102
 § 37
 § 49
 § 106
 § 33
 § 43