Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j437.htm
Timestamp: 2017-07-23 14:44:22+00:00

Document:
437 Putimamsa-Jataka
Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 437. Die Erzählung von Putimamsa (Putimamsa-Jātaka)
„Es kann mir nicht gefallen, Freundin“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Bezähmung der Sinne. — Zu einer Zeit nämlich behüteten viele Mönche nicht ihre Sinnesorgane. Der Meister sagte zum Thera Ānanda: „Man muss diesen Mönchen eine Ermahnung geben“, und ließ die Mönchsgemeinde wegen ihrer Nichtzurückhaltung sich versammeln. Er selbst bestieg seinen geschmückten, herrlichen Polstersitz und sprach zu den Mönchen: „Ihr Mönche, ein Mönch darf bei geistigen und körperlichen Vorzügen durch den Einfluss eines günstigen Eindrucks keine Vorliebe für jemand fassen. Wenn er nämlich bei dieser Gelegenheit stirbt, so wird er in der Hölle und ähnlichen Straforten wiedergeboren. Darum verliebt euch nicht in körperliche Schönheit u. dgl.! Ein Mönch soll sich nicht an geistigen oder körperlichen Vorzügen erfreuen; denn wer sich an körperlichen Vorzügen u. dgl. erfreut, stürzt schon in dieser Welt in großes Verderben. Darum ist es besser, ihr Mönche, euer Auge wäre mit einem glühenden Eisenstift geläutert.“ Nachdem er dies ausgeführt, fuhr er fort: „Es gibt für euch eine Zeit, wo ihr Schönheit betrachten müsst und wo ihr sie nicht betrachten müsst. Wenn ihr sie betrachten müsst, so schaut sie nicht an unter dem Eindruck von etwas Angenehmem, sondern von etwas Unangenehmem. So werdet ihr eures eigenen Gebietes nicht verlustig gehen. Was ist aber euer Gebiet? Es sind dies die vier Erwägungen [1], der edle achtgliedrige Weg [2], die neun überweltlichen Dinge [3]. Wenn ihr euch in diesem eurem Gebiet bewegt, so findet Mara [4] keinen Eingang bei euch. Wenn ihr aber euch in die Gewalt der Lust begebt und etwas unter dem Einfluss eines günstigen Eindruckes anschaut, so werdet ihr eures eigenen Gebietes verlustig gehen wie der Schakal Putimamsa.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, wohnten am Abhang des Himalaya in einer waldigen Gegend in einer Berghöhle viele hundert Ziegen. Unweit von ihrem Wohnort weilte in einer Höhle ein Schakal, Putimamsa (= „faules Fleisch“) mit Namen, mit seiner Gattin, welche Veni hieß. Als er eines Tages mit seinem Weibchen umherging, dachte er: „Durch eine List muss ich dazukommen, ihr Fleisch zu fressen.“ Und wirklich erlegte er durch List so manche Ziege. Während aber die beiden sich vom Fleisch der Ziegen nährten, wurden sie stark und dickleibig.
§1. „Es kann mir nicht gefallen, Freundin, wie Putimamsa nach mir schaut. Von solchen Freunden geh ich fort
§2. „Verrückt ist Veni wohl geworden; sie preist dem Mann die Freundin an
§3. „Verrückt bist du geworden, Lieber, ganz dumm, hast den Verstand verloren, der du zuerst dich tot gestellt
§4. „Nicht möge hinschauen zur Unzeit, zur rechten Zeit nur schau der Weise; wie Putimamsa war bekümmert, da er zur Unzeit hingeschaut.“
§5. „O Freundin, tu mir etwas Liebes, das Maß der Freundschaft mache voll. Am Leben wieder ist mein Gatte;
§6. „Dir will ich Liebes tun, o Freundin, das Maß der Freundschaft will ich füllen.
§7. „Von welcher Art ist dein Gefolge, für das ich Speise kochen soll?
§8. „Maliya ist 's und Caturakkha, auch Pingiya und Jambuka [5]. Von dieser Art ist mein Gefolge; für diese musst du Speise kochen.“
§9. „Wenn du aus deiner Wohnung gehst, wird dir dein Gut verloren gehen.
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war ich die Gottheit, die im ältesten Baume des Waldes an diesem Orte wohnte.“
[1] Diese sind: 1. die Erwägung von der Unreinheit des Körpers, 2. von dem Wesen der Empfindungen,
3. vom Wesen des Denkens, 4. von den Bedingungen des Seins.
[2] Vgl. Jātaka 40 Anm. 12. [Damit ist entweder der vierfache Weg zur Heiligkeit gemeint und die vierfache Frucht des Weges (vgl. Jātaka 1 Anm. 25 [Zum Nirvana führt ein vierfacher Weg: (1.) die Bekehrung, (2.) die einmalige Rückkehr, (3.) die Nichtrückkehr und (4.) die Heiligkeit. Näheres in „Leben des Buddha“, S. 329 f., Anm. 83.]), oder der achtgliedrige Weg: (1.) Rechter Glaube, (2.) rechter Entschluss, (3.) rechte Rede, (4.) rechter Wandel, (5.) rechtes Leben, (6.) rechtes Streben, (7.) rechtes Denken, (8.) rechte Versenkung. Vgl. „Leben des Buddha“, S. 81.]
[3] Die vier Wege, die vier Früchte der Wege und das Nirvana.
[4] Als Prinzip der Weltlichkeit.
[5] Es sind dies vier Hundenamen. Sie bedeuten: „der Dunkle“, „der vierfache Wächter“, „der Rotbraune“ und „der Schakal“.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9