Source: http://www.verwaltung.uni-halle.de/KANZLER/ZGST/ABL/2006/06'1'06.htm
Timestamp: 2017-09-24 04:52:03+00:00

Document:
Studienordnung für das Studienfach Mathematik Lehramt an Sekundarschulen
Aufgrund des § 67 Abs. 3 Nr. 8 und § 77 Abs. 2 Nr. 1 des Hochschulgesetzes des Landes Sachsen-Anhalt (HSG LSA) vom 5. Mai 2004 (GVBl. LSA S 256) die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die folgende Studienordnung für das Studienfach Mathematik Lehramt an Sekundarschulen erlassen.
(1) Die vorliegende Studienordnung regelt auf der Grundlage der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt vom 19.06.1992 (GVBl. LSA S. 488 ff.), zuletzt geändert durch die vierte Verordnung zur Änderung dieser Verordnung vom 27.10.2005 (GVBl. LSA S. 666) Ziele, Inhalte und Verlauf des Studiums für das Lehramt an Sekundarschulen im Fach Mathematik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
(2) Das Unterrichtsfach Mathematik ist mit jedem anderen Unterrichtsfach der Sekundarschule kombinierbar.
Das Studium dient dem Erwerb der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, die nötig sind, ein Lehramt an Sekundarschulen im Fach Mathematik selbstständig auszuüben. Dazu gehört die Anleitung zu wissenschaftlichem Denken, verantwortungsbewusstem Handeln und zur Toleranz gegenüber anderen wissenschaftlichen Standpunkten. Die Studierenden sollen Fähigkeiten weiter entwickeln wie
· Mathematische Gedankengänge in Teilgebieten unter korrekter Verwendung der Fachsprache darstellen können;
· Typische Beweismethoden in Teilgebieten anwenden können;
· Begriffs- und Satzhierarchien in engeren Teilgebieten entwickeln können;
· Mathematische Sachverhalte an Beispielen erläutern und geeignet veranschaulichen können;
· Verschiedene Stufen der Exaktheit kennen und zwischen ihnen begründet wählen können;
· Kenntnisse innermathematisch und in exemplarischer Auswahl auch außermathematisch anwenden können;
(3) Im späteren Verlauf des Studiums (Hauptstudium) sollen die Studierenden zunehmend auch in der Lage sein,
· größere Zusammenhänge im Überblick darstellen zu können,
· die Tragweite von Beweisen und Begriffsbildungen in Teilgebieten zu beurteilen und gegebenenfalls Fehler oder Lücken in Darstellungen mathematischer Gedankengänge feststellen oder ausfüllen zu können,
· die fachdidaktischen und schulpraktischen Einsichten und Erfahrungen theoretisch zu verarbeiten und in eigenständiges Handeln umzusetzen.
Die Studieninhalte sind an den in der Verordnung über die Ersten Staatsprüfungen für Lehrämter im Land Sachsen-Anhalt, Anhang XIV, Nr. 2 angegeben Prüfungsanforderungen ausgerichtet. Im Einzelnen sind dies die Bereiche (A) – (I) mit den angegebenen Schwerpunkten:
Elementare Funktionen, Elemente der Differential- und Integralrechnung, gewöhnliche Differentialgleichungen;
Synthetische und analytische Behandlung geometrischer Probleme; Grundlagen der Geometrie;
klassische Wahrscheinlichkeitstheorie, Zufallsgrößen, Einführung in die Schätz- und Testtheorie;
lineare Gleichungssysteme, Nullstellenbestimmung, Interpolation, Quadratur;
a. Mathematisches Denken und mathematische Lernprozesse (Theorien und Modelle des Mathematikunterrichts einschließlich fachwissenschaftlicher, lernpsychologi­scher und allgemeindidaktischer Grundlagen der Didaktik der Mathematik);
b. Analysieren und Einordnen konkreter Probleme des Mathematikunterrichts einschließlich fachübergreifender Aspekte, didaktischer Aufbereitung mathematischer Probleme und ihrer Lösungen;
c. Methoden des mathematischen Unterrichts; Rahmenrichtlinien und die ihnen zugrunde liegenden Konzeptionen; Mediendidaktik mit Schwerpunkt Taschenrechner und Computer.
(1) Der Umfang des Studiums beträgt 58 Semesterwochenstunden (SWS), davon mindestens 10 SWS Fachdidaktik.
(5) Die zwei Schulpraktika von drei bzw. vier Wochen Dauer werden während der vorlesungsfreien Zeit am Ende des Grundstudiums bzw. während des Hauptstudiums durchgeführt.
(2) Seminare (S) dienen grundsätzlich der selbständigen Erarbeitung spezieller Themen unter ihren historischen und systematischen Aspekten. Die Studierenden sollen befähigt werden, die für die jeweilige Thematik charakteristischen Problemstellungen unter inhaltlichen, methodischen und theoretischen Gesichtspunkten in kritischer Auseinandersetzung mit relevanten Forschungsergebnissen zu bearbeiten.
(1) Das Grundstudium umfasst 30 SWS. Davon entfallen auf den Pflichtbereich 24 SWS und auf den Wahlpflichtbereich 6 SWS.
(2) Die Pflichtveranstaltungen und die geforderten Nachweise sind
3 V, 2 Ü
Lineare Algebra (ausgewählte Kapitel)
Analysis (ausgewählte Kapitel)
(3) Als Wahlpflichtveranstaltung ist ein Proseminar mit zwei SWS zu belegen. Dieses ist aus den drei angebotenen Proseminaren der Pflichtveranstaltungsblöcke „Lineare Algebra und analytische Geometrie, Lineare Algebra (ausgewählte Kapitel)“, „Differential- und Intergralrechnung, Analysis (ausgewählte Kapitel)“, „Einführung in die Informatik“ zu wählen. Das Proseminar muss spätestens zwei Jahre nach erfolgreichem Abschluss der zugehörigen Lehrveranstaltung absolviert werden. Der Nachweis über die Teilnahme an einem dieser Proseminare wird in dem betreffenden Leistungsnachweis der Pflichtveranstaltung mit einbezogen.
**) Zu diesen Veranstaltungen müssen bis zum Ende des Hauptstudiums die erforderlichen Nachweise gemäß § 12 Abs. 2 b) erworben werden.
(3) Zur Prüfung wird zugelassen, wer die erforderlichen Nachweise gemäß § 10 Abs. 2 und Abs. 3 Nr. a) sowie die in § 7 Abs. 1 der Ordnung über die Zwischenprüfung in den Studiengängen Lehramt Haupt- und Realschulen an Sekundarschulen, Lehramt an Gymnasien, Lehramt an Sonderschulen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vom 08.06.1994 (im Folgenden ZPO genannt) (MBl. LSA 1995 S. 1228) aufgeführten Nachweise vorlegt. Die Zulassung ist schriftlich bei dem bzw. der Vorsitzenden des Prüfungs­ausschusses des Fachberei­ches zu beantragen.
· zwei mündlichen Teilprüfungen (jeweils ca. 20 Minuten), und zwar Lineare Algebra und Analytische Geometrie, Lineare Algebra (ausgewählte Kapitel) (A/C), Differential- und Integralrechnung, Analysis (ausgewählte Kapitel) (B).
Prüfungsgegenstand sind die in den gleichnamigen Lehrveranstaltungen (vergleiche § 10 Abs. 2) vermittelten Inhalte.
(1) Das Hauptstudium umfasst 28 SWS. Davon entfallen auf den Pflichtbereich 26 SWS und auf den Wahlpflichtbereich 2 SWS.
Fachdidaktik (Ergänzung)
b) diejenigen der nachfolgend aufgeführten Lehrveranstaltungen, für die nicht bereits im Grundstudium ein Nachweis erbracht wurde.
Algebra / Zahlentheorie *
Geometrie *
Stochastik **
2 LN,
Numerische Mathematik **
Gewöhnliche Differentialgleichungen **
Im Verlaufe des gesamten Studiums sind in den beiden mit * versehenen Lehrveranstaltungen insgesamt ein Leistungsnachweis, von den drei mit ** versehenen insgesamt zwei Leistungsnachweise zu erbringen.
(3) Die Wahlpflichtveranstaltung und der geforderte Nachweis sind
a. Leistungsnachweise:
4. Nachweis der bestandenen Zwischenprüfung in (A), (B) und (C).
5. ein Leistungsnachweis zu (A) oder (C),
6. zwei Leistungsnachweise zu zwei verschiedenen nachfolgend aufgeführten Bereichen:
· (E) (einschließlich Praktikumsnachweis) oder
· (B) oder
· (D),
7. ein Leistungsnachweis zu (I) sowie Nachweis der schulpraktischen Übungen;
b. Studiennachweise:
2. ein Nachweis zu (I),
3. Nachweis über die erforderlichen Schulpraktika.
Das Thema der wissenschaftlichen Hausarbeit wird in einem studierten Unterrichtsfach oder auch unterrichtsfachübergreifend unter fachwissenschaftlichen oder fachdidaktischen Aspekten gestellt.
Darüber hinaus kann das Thema auch aus dem Bereich Erziehungswissenschaften gestellt werden, sofern der Bezug zu den studierten Unterrichtsfächern oder zum gewählten Lehramt oder zum Berufsbild des Lehrers deutlich erkennbar ist.
Die Arbeit ist in der Regel innerhalb von drei Monaten nach Zustellung des Themas beim Prüfungsamt vorzulegen.
(1) Das ordnungsgemäße Studium und die für die Prüfungszulassung erforderlichen Studienleistungen sind durch Leistungs- und Studiennachweise und gegenenfalls durch Teilnahmescheine zu belegen. Leistungs- und Studiennachweise werden aufgrund von jeweils mindestens einer erbrachten individuellen Leistung des bzw. der Studierenden ausgestellt. Die jeweils möglichen Erbringungsformen für einen Leistungsnachweis oder einen Studiennachweis werden zu Beginn der Lehrveranstaltung durch die Lehrenden festgelegt.
(3) Die Anforderungen der Studiennachweise beschränken sich auf die Feststellung, ob die Studierenden zu dem in den Lehrveranstaltungen behandelten Stoff Studien, Erprobungen oder gleichwertige Tätigkeiten ausreichend betrieben haben. Die den Anforderungen entsprechenden Leistungen können durch Protokolle einer Seminarsitzung, Praktikumsberichte, schriftliche Übungsvorbereitungen, schriftlichen Hausaufgaben oder andere gleichwertige Formen erbracht werden. Studiennachweise werden einheitlich formgebunden erteilt.
(4) Studierende, die an Lehrveranstaltungen teilnehmen, aber keinen Studien- oder Leistungsnachweis erhalten, können sich ihre Teilnahme und, auf Wunsch, auch die erbrachten Leistungen von der Lehrkraft durch einen Teilnahmeschein bestätigen lassen. Ein Teilnahmeschein besteht entweder aus der Bestätigung einer Lehrkraft für die Teilnahme oder der schriftlichen Erklärung des bzw. der Studierenden über seine bzw. ihre regelmäßige Teilnahme an der Lehrveranstaltung.
Diese Ordnung wurde beschlossen vom Fachbereichsrat Mathematik und Informatik vom 16.06.2005; der Akademische Senat hat hierzu Stellung genommen am 14.12.2005; der Rektor hat die Ordnung genehmigt am 11.01.2006.
Diese Ordnung tritt am Tage nach ihrer Bekanntmachung im Amtsblatt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Halle-Wittenberg in Kraft.

References: § 67
 § 77
 § 12
 § 10
 § 7
 § 10