Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=10.12.1969&Aktenzeichen=I%20R%2043/67
Timestamp: 2019-06-19 20:04:00+00:00

Document:
BFH, 10.12.1969 - I R 43/67 - dejure.org
https://dejure.org/1969,602
BFH, 10.12.1969 - I R 43/67 (https://dejure.org/1969,602)
BFH, Entscheidung vom 10.12.1969 - I R 43/67 (https://dejure.org/1969,602)
BFH, Entscheidung vom 10. Dezember 1969 - I R 43/67 (https://dejure.org/1969,602)
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Vorliegen eines Veräusserungsgeschäfts bei Entziehung der Anteile des Steuerpflichtigen im Wege der Zwangsversteigerung - Begriff der Anschaffungskosten der Beteiligung
EStG § 17 ; EStDV § 53
BFHE 98, 30
BStBl II 1970, 310
Veräußerung ist die entgeltliche Übertragung des --zumindest wirtschaftlichen-- Eigentums auf einen Dritten, ggf. auch zwangsweise, etwa im Wege der Zwangsversteigerung (Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310 zu § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG).
Da die Veräußerung nicht freiwillig sein muss, liegt ein Veräußerungsgeschäft auch dann vor, wenn dem Steuerpflichtigen die Anteile im Wege der Zwangsversteigerung entzogen werden (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BStBl II 1970 Seite 310: zu § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG ) oder aufgrund eines hoheitlichen Eingriffs (BFH-Urteil vom 21. Oktober 1999 I R 43-44/98, BStBl II 2000 Seite 424: zu § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG); auf die Motive für die Veräußerung kommt es nicht an (Kirchhof/Kube, EStG, 11. A. 2012, Rz 14 zu § 23 m. w. N.).
Unerheblich ist, ob diese Übertragung freiwillig oder unfreiwillig erfolgt und ob ihr ein Rechtsgeschäft oder z.B. ein hoheitlicher Eingriff zugrunde liegt (Senatsurteil vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310;… Blümich/Ebling, a.a.O., § 17 EStG Rz. 140, m.w.N.).
Dem Besteuerungstatbestand in § 17 EStG ist etwas anderes nicht zu entnehmen (BFH-Urteile vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310; vom 5. Oktober 1976 VIII R 38/72, BFHE 120, 471, BStBl II 1977, 198;… vom 20. Dezember 1988 VI R 55/84, BFH/NV 1990, 23; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 24. August 1988 XII K 297/88, EFG 1989, 62, rechtskräftig).
Etwas Gegenteiliges ist dem Gesetz nicht zu entnehmen (vgl. auch BFH-Urteile vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310; vom 5. Oktober 1976 VIII R 38/72, BFHE 120, 471, BStBl II 1977, 198;… vom 20. Dezember 1988 VI R 55/84, BFH/NV 1990, 23; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 24. August 1988 XII K 297/88, rechtskräftig, Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 1989, 62).
§ 17 EStG will den Inhaber eines Anteils an einer Kapitalgesellschaft i. S. des Abs. 1 dem Gewerbetreibenden (Mitunternehmer) angleichen (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310).
Sie kann nur in Betracht kommen, wenn die auf den Wortlaut abgestellte Auslegung zu einem sinnwidrigen Ergebnis führen würde (BFH-Urteil vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310; vgl. auch Urteil des Bundesverfassungsgerichts - BVerfG - vom 19. Dezember 1961 2 BvL 6/59, BVerfGE 13, 261, 268).
Dazu gehört nach der Rechtsprechung des BFH auch der Wertzuwachs, der sich im Privatvermögen während der Zeit gebildet hat, in der der Anteilseigner noch keine wesentliche Beteiligung innehatte (BFH-Urteile in BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310; vom 5. Oktober 1976 VIII R 38/72, BFHE 120, 471, BStBl II 1977, 198; vom 7. Juli 1992 VIII R 54/88, BFHE 169, 49, und VIII R 56/88, NV; vgl. auch FG Baden-Württemberg, Urteil vom 24. August 1988 XII K 297/88, rkr., EFG 1989, 62; kritisch Paus, Deutsche Steuer-Zeitung - DStZ - 1987, 247).
Etwas anderes ist dem Gesetz nicht zu entnehmen (BFH-Urteile vom 10. Dezember 1969 I R 43/67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310; vom 5. Oktober 1976 VIII R 38/72, BFHE 120, 471, BStBl II 1977, 198;… vom 20. Dezember 1988 VI R 55/84, BFH/NV 1990, 23; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 24. August 1988 XII K 297/88, rkr., Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 1989, 62).
Wie der BFH bereits früher ausgeführt hat, kommt es angesichts des klaren Gesetzeswortlauts nicht darauf an, wie es zu der Mehrheitsbeteiligung gekommen ist (vgl. Urteil in BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310) oder ob der Steuerpflichtige während seiner Mehrheitsbeteiligung von seiner vermehrten Einflußmöglichkeit Gebrauch machen konnte (BFH in BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310).
Sie kann nur in Betracht kommen, wenn die auf den Wortlaut abgestellte Auslegung zu einem sinnwidrigen Ergebnis führen würde (BFH-Urteil vom 10.Dezember 1969 I R 43 67, BFHE 98, 30, BStBl II 1970, 310 [BFH 10.12.1969 - I R 43/67]; vgl. auch Urteil des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 19.Dezember 1961 2 BvL 6 59, BVerfGE 13, 261, 268 [BVerfG 19.12.1961 - 2 BvL 6/59]).
Dazu gehört nach der Rechtsprechung des BFH auch der Wertzuwachs, der sich im Privatvermögen während der Zeit gebildet hat, in der der Anteilseigner noch keine wesentliche Beteiligung innehatte (BFH-Urteile in BFHE 98, 30, [BFH 10.12.1969 - I R 43/67] BStBl II 1970, 310 [BFH 10.12.1969 - I R 43/67]; vom 5.Oktober 1976 VIII R 38 72, BFHE 120, 471, BStBl II 1977, 198 [BFH 05.10.1976 - VIII R 38/72]; vom 7.Juli 1992 VIII R 54 88, BFHE 169, 49, und VIII R 56 88, NV; vgl. auch FG Baden-Württemberg, Urteil vom 24.August 1988 XII K 297 88, rkr., EFG 1989, 62; kritisch Paus, Deutsche Steuer-Zeitung --DStZ-- 1987, 247).

References: § 17
 § 53
 § 17
 § 17
 § 17
 § 23
 § 17
 § 17

§ 17