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Timestamp: 2017-12-11 18:12:15+00:00

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SWK - Heft 8 2011 by Linde Verlag GmbH - issuu
89. Jahrgang / 1. Jänner 2014 / Nr. 1
Steuer- und WirtschaftsKartei Regierungsprogramm 2013–2018  Die steuerlichen Vorhaben im Überblick
Kfz mit ausländischen Kennzeichen  VwGH zeigt Wege zur NoVA-Vermeidung  Gesetzgeber reagiert sofort (Initiativantrag samt Erläuterungen)
Lohnverrechnung 2014  Pendlerförderung und andere lohnsteuerliche Änderungen  Neue Beiträge in der Sozialversicherung
Umsatzsteuer  USt-Update: Aktuelles auf einen Blick
KESt-Haftungsbescheide  VwGH interpretiert Formalvorschriften großzügig
Gleichheitswidrigkeit im FinStrG?  Keine Tilgung von Bestrafungen durch BFG und VwGH
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In diesem Heft Steuerliche Implikationen des Regierungsprogramms der 25. Gesetzgebungsperiode (Schuster)
Änderungen in der SWK-Redaktion ab 1. 1. 2014
VwGH zeigt Wege zur NoVA-Vermeidung (Manessinger)
Initiativantrag zur (rückwirkenden) Änderung des Kraftfahrgesetzes (Gesetzestext samt Erläuterungen)
BMF-Info zur Rückerstattung der Abgeltungsbeträge im Steuerabkommen mit der Schweiz
Die Lohnverrechnung 2014 (Kocher, Proksch)
Umsatzsteuer-Update: Aktuelles auf einen Blick (M. Mayr)
VwGH zu Formalvorschriften für KESt-Haftungsbescheide (Schwaiger)
Aktualisierte Liste der begünstigten Luftverkehrsunternehmer
Keine Tilgung von Bestrafungen durch Bundesfinanzgericht oder Verwaltungsgerichtshof (Fellner)
Aus der jüngsten Rechtsprechung (aktuelle Steuerjudikatur)
 Wiederaufnahme von Amts wegen  USt: Vorauszahlungen
 Gebäudeabschreibung  DBA CSSR: Arbeitnehmerbegriff
Impressum: Siehe letzte Umschlagseite
Neu: Inhaltsverzeichnisdienst per E-Mail. Anmeldung unter http://www.lindeverlag.at/newsletter/anmeldung/neu/ Redaktion: Prof. Gerhard Gaedke/Dr. Gerhard Kohler Dr. Christa Lattner/Dipl.-Kfm. Eduard Müller Dr. Michael Tumpel Tel. Redaktion: +43 1 24 630, Fax: DW 51 E-Mail Redaktion: redaktion@lindeverlag.at Tel. Verlag: +43 124 630 Serie, Fax: DW 23 Adresse: 1210 Wien, Scheydgasse 24
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Bibliothek Finanzstrafrecht In dieser Bibliothek finden Sie Fachliteratur zu allen Fragen des Finanzstrafrechts. Neben dem Kommentar zum Finanzstrafrecht und dem Kommentar zur Selbstanzeige enth채lt die Bibliothek Finanzstrafrecht auch alle Tagungsb채nde Finanzstrafrecht von Leitner seit 1996. Jetzt informieren und bestellen www.lindeonline.at/finanzstrafrecht
3 Hon.-Prof. Dr. Roman Leitner
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Zollwertkurse zum 1. Dezember 2013
(Erl. d. BM. f. Finanzen vom 26. November 2013, BMF-420100/0059-III/6/2013) ISO-Code
AUD BGN BRL CAD CHF CNY CZK DKK GBP HKD HRK HUF IDR ILS INR ISK JPY
Australischer Dollar Bulgarischer Lew Brasilianischer Real Kanadischer Dollar Schweizer Franken Chinesischer Renminbi Yuan Tschechische Krone Dänische Krone Pfund Sterling Hongkong-Dollar Kroatischer Kuna Ungarischer Forint Indonesische Rupiah Neuer Schekel Indische Rupie Isländische Krone Yen
Gegenwert für je 1 A 1,4418 1,9558 3,0705 1,4145 1,2323 8,2434 27,3290 7,4590 0,8377 10,4857 7,6453 296,7800 15.571,0200 4,7954 84,5230 164,1100 135,2000
KRW LTL LVL MXN MYR NOK NZD PHP PLN RON RUB SEK SGD THB TRY USD ZAR
Won Litauische Litas Lettischer Lats Mexikanischer Peso Malaysischer Ringgit Norwegische Krone Neuseeland-Dollar Philippinischer Peso Zloty Neuer Rumänischer Leu Russischer Rubel Schwedische Krone Singapur-Dollar Thailändischer Baht Neue Türkische Lira US-Dollar Rand
Gegenwert für je 1 A 1.429,6600 3,4528 0,7029 17,5310 4,3021 8,2280 1,6275 59,0880 4,1867 4,4465 44,4208 8,9195 1,6826 42,8400 2,7197 1,3527 13,6817
Verzeichnis der für die Barzahlung bei den Zollstellen zugelassenen fremden Währungen und deren Gegenwerte (Zollentrichtungskurse) Stand: 1. Dezember 2013 ISO-Code CAD CHF CZK DKK GBP
Währung Kanadischer Dollar Schweizer Franken Tschechische Krone Dänische Krone Pfund Sterling
Gegenwert für je 1 A 1,48 1,28 29,– 7,69 0,86
ISO-Code HUF NOK SEK USD
Währung Ungarischer Forint Norwegische Krone Schwedische Krone US-Dollar
Gegenwert für je 1 A 309,50 8,53 9,22 1,39
Neufestsetzung von Kassenwerten zum 1. Dezember 2013 (Erl. d. BM. f. Finanzen vom 26. November 2013, BMF-420100/0058-III/6/2013) ISO-Code Währung AFN EGP ALL DZD ARS ARS AMD AZN ETB AUD BSD BHD BDT BBD BYR BBD BOB BWP BRL BND CLP CNY CRC DOP DJF USD SVC ERN GMD GEL GHS GTQ GNF HTG HNL HKD INR IDR IQD
Gegenwert für je 1 A ISO-Code Währung
Afghani 77,90 Ägyptisches Pfund 9,33 Lek 140,20 Algerischer Dinar 107,70 Kwanza 130,50 Argentinischer Peso 8,23 Dram 549,– Neuer Aserbaidschan-Manat 1,06 Birr 25,90 Australischer Dollar 1,46 Bahama-Dollar 1,35 Bahrain-Dinar 0,51 Taka 103,– Barbados-Dollar 2,64 Weißrussischer Rubel 12.600,– Bermuda-Dollar 1,35 Boliviano 9,15 Pula 11,43 Real (Mehrzahl: Reais) 3,10 Brunei-Dollar 1,69 Chilenischer Peso 704,– Renminbi Yuan 8,23 Costa-Rica-Colón 661,– Dominikanischer Peso 57,40 Dschibuti-Franc 236,– US-Dollar 1,35 El-Salvador-Colón 11,80 Nakfa 14,20 Dalasi 50,70 Lari 2,28 Ghana Cedi 3,06 Quetzal 10,50 Guinea-Franc 9.221,– Gourde 53,– Lempira 27,30 Hongkong-Dollar 10,47 Indische Rupie 84,50 Rupiah 15.676,– Irak-Dinar 1.569,–
IRR ISK ILS JMD JPY YER JOD CAD KZT QAR KGS COP CDF KPW KRW HRK CUC KWD LAK LBP USD LYD MGA MWK MYR MVR MAD MRO MUR MKD MXN MMK NPR NZD NIO ANG NGN NOK OMR
Rial 40.740,– Isländische Krone 164,– Neuer Schekel 4,80 Jamaika-Dollar 137,– Yen 136,10 Jemen-Rial 291,– Jordan-Dinar 0,955 Kanadischer Dollar 1,43 Tenge 207,– Katar-Riyal 4,91 Som 65,60 Kolumbianischer Peso 2.609,– Kongo-Franc 1.225,– Nordkoreanischer Won 183,– Won 1.433,– Kuna 7,64 Konvertibler Peso 1,35 Kuwait-Dinar 0,382 Kip 10.716,– Libanesisches Pfund 2.028,– US-Dollar 1,35 Libyscher Dinar 1,66 Malagasy Ariary 2.921,– Malawi-Kwacha 511,– Malaysischer Ringgit 4,35 Rufiyaa 20,70 Dirham 11,20 Ouguiya 390,– Mauritius-Rupie 39,70 Denar 61,10 Mexikanischer Peso 17,56 Kyat 1.307,– Nepalesische Rupie 133,– Neuseeland-Dollar 1,64 Córdoba 33,60 Niederländische-Antillen-Gulden 2,41 Naira 210,– Norwegische Krone 8,22 Rial Omani 0,52
PKR PYG PEN PHP RWF RON RUB SAR SEK SCR SLL SGD LKR ZAR SDG SRD SZL SYP TJS TWD TZS THB TTTD CZK CZK TRY TTMT UGX UAH HUF UYU UZS VEF AED USD GBP VND
Gegenwert für je 1 A
Pakistanische Rupie 146,– Guarani 5.859,– Neuer Sol 3,79 Philippinischer Peso 59,30 Ruanda-Franc 902,– Leu 4,45 Rubel 44,50 Saudi Riyal 5,06 Schwedische Krone 8,89 Seychellen-Rupie 15,30 Leone 5.797,– Singapur-Dollar 1,69 Sri-Lanka-Rupie 177,– Rand 13,60 Sudanesisches Pfund 7,67 Suriname-Dollar 4,40 Lilangeni (Mehrzahl: Emalangeni)13,60 Syrisches Pfund 201,– Tadschikistan-Somoni 6,45 Neuer Taiwan-Dollar 40,– Tansania Shilling 2.128,– Baht 42,90 Trinidad- und Tobago Dollar 8,52 Tschechische Krone 27,30 Tunesischer Dinar 2,26 Neue Türkische Lira 2,70 Manat (neu) 3,86 Uganda-Schilling 3.392,– Hryvnia/Griwna 10,80 298,– Ungarischer Forint Uruguayischer Peso 28,– Usbekistan-Sum 2.932,– Bolivar Fuerte 8,50 Dirham 4,96 US-Dollar 1,35 Pfund Sterling 0,835 Dong 28.480,–
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S TEUER-
W IRTSCHAFTSK ARTEI
Zeitschrift für Steuerrecht / Sozialrecht / Wirtschaftsrecht Regierungsprogramm 2013–2018
Steuerliche Implikationen des Regierungsprogramms der 25. Gesetzgebungsperiode Ein erster Überblick VON MAG. STEFAN SCHUSTER*) Nach langen Verhandlungen zwischen den bisherigen und jetzigen Regierungsparteien liegt nun das Regierungsprogramm 2013–2018 vor. Das Arbeitsprogramm für die 25. Gesetzgebungsperiode trägt als Titel „Erfolgreich. Österreich.“.1) Ob der Name auch tatsächlich gelebtes Programm ist, wird die Zeit zeigen. Der folgende Beitrag versucht, die steuerlichen Vorhaben zu skizzieren und zusammenzufassen. 1. Grundsätzliches zum Programm Der vorliegende Beitrag soll weder Skepsis noch Zustimmung zum präsentierten Programm zum Inhalt haben – dafür sind einfach noch zu viele Überschriften zu finden. Aber es handelt sich ja auch um ein Arbeitsprogramm und nicht um einen konkreten Maßnahmenkatalog. Eine detaillierte, inhaltlich kritische Auseinandersetzung oder Analyse ist wohl in vielen Punkten noch zu früh, zumal sich in der Gesamtschau der Überschriften naturgemäß oftmals offene Fragen des „Wie?“ und „Wann?“ ergeben, obwohl bereits jetzt bei dem einen oder anderen Punkt verfassungsrechtliche Zweifel aufkommen könnten. Das Programm selbst beinhaltet neben der Präambel und dem Bekenntnis zur Zusammenarbeit der beiden Parteien folgende acht Themen: ● Wachstum und Beschäftigung für Österreich, ● Österreich fit für die Zukunft machen, ● Bildung, Wissenschaft, Kunst und Kultur, Frauen, ● Länger gesund leben und arbeiten, ● Österreich in Europa und der Welt, ● Sicherheit und Rechtsstaat, ● Staatreform und Demokratie, ● Finanzen. Wichtig erscheint der im letzten Themenbereich „Finanzen“ genannte Grundsatz des Finanzierungsvorbehalts: Sämtliche Maßnahmen, die zur Mehrausgaben oder Mindereinnahmen führen oder in den Ausgabenobergrenzen des Bundesfinanzrahmens keine Deckung finden, werden nur dann realisiert, wenn sie im Budget des jeweiligen Ressorts Deckung finden oder durch Umschichtung des Bundeshaushalts ermöglicht werden; d. h., für die genannten Maßnahmen sieht die Planung keine neuen Schulden vor. Die steuerlichen Punkte sind quer über alle Themenbereiche verstreut und werden in der Folge zusammengefasst dargestellt. 2. Steuerliche Inhalte 2.1. Vereinfachung bzw. Strukturreform des Steuerrechts ● Senkung des Einkommensteuereingangssatzes „in Richtung“ 25 % unter gleichzeitiger Abflachung der Progression. In diesem Punkt wird der Finanzierungsvor*) Mag. Stefan Schuster ist Leiter der Steuerabteilung eines Telekommunikationsunternehmens, Steuerberater in Wien und Mitglied des Fachsenats für Steuerrecht der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. 1 ) Abrufbar unter http://www.bka.gv.at/DocView.axd?CobId=53264 (Zugriff am 16. 12. 2013).
SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Tagesfragen behalt nochmals hervorgehoben. Der Eingangssteuersatz soll nur dann gesenkt werden, wenn eine Gegenfinanzierung oder ausreichende budgetäre Spielräume vorhanden sind. Die Strukturreform ist damit bis auf Weiteres vertagt. In diesem Zusammenhang widersprüchlich mag das Vorhaben anmuten, eine Arbeitsgruppe mit Ende Jänner 2014 einzurichten, die bis Ende 2014 einen Reformpfad zur Steuervereinfachung vorlegen soll. Bis Ende 2015 soll die legistische Umsetzung erfolgen. Die in Aussicht gestellt Abflachung der Progression kann Verschiedenes bedeuten. Die Möglichkeiten reichen von einer Reform der steuerrelevanten Stufenbeträge bis zur Einführung neuer Steuersätze, welche die Höhe der „Stufensprünge“ vermindern. ●
„Quick wins“, also grundsätzlich sofort umsetzbare Maßnahmen, wie Anhebung der Schwellenwerte zur Mitteilungspflicht gem. § 109a EStG, Abschaffung des Wareneingangsbuchs,2) vereinfachte Steuererklärungen;
Anhebung der Buchführungsgrenzen von 400.000 Euro auf 550.000 Euro Umsatz;3)
vorausgefüllte Steuererklärungen sollen in FinanzOnline bereitgestellt werden;
haushaltsnahe Dienstleistungen sollen in Privathaushalten verstärkt in die Legalität überführt werden (Evaluierung des Dienstleistungsschecks).
2.2. Ertragsteuern ●
Gruppenbesteuerung: Das System der Gruppenbesteuerung soll nur mehr auf EU-, EWR- und solche DBA-Staaten anwendbar sein, mit denen ein umfassendes Amtshilfeabkommen besteht. Weitere inhaltliche Änderungen sollen darin bestehen, dass Firmenwertabschreibungen für neue Gruppenmitglieder nicht mehr möglich sein sollen. Die Abzugsfähigkeit von ausländischen Verlusten wird mit 75 % des steuerlichen österreichischen Gewinns beschränkt, wobei daraus entstehende Verlustvorträge zu 100 % vortragsfähig erhalten bleiben.
Verhinderung der durch die GmbH-Reform ausgelösten Kapitalherabsetzung: Nach den Ausführungen im Regierungsprogramm erfolgt durch die GmbH „light“ eine Herabsetzung des Eigenkapitals auch bei bestehenden GmbHs. Dem soll mit einer Auffüllverpflichtung von Gewinnen zugunsten des Eigenkapitals begegnet werden. Die Bedingungen der GmbH „light“ sollen nur mehr auf Neugründungen anwendbar sein – mit späterer Nachfüllverpflichtung. Es bleibt abzuwarten, ob und welchen ertragsteuerlichen Effekt diese Auffüllung haben wird.
Verminderung des Zinssatzes für Pensionsrückstellungen: Der maßgebliche Zinssatz soll von 6 %4) auf 3,5 % herabgesetzt werden. Der daraus entstehende Gewinn soll auf die folgenden drei Jahre gleichmäßig steuerwirksam verteilt werden.
Einschränkung des Gewinnfreibetrags: Der Gewinnfreibetrag soll auf Realinvestitionen beschränkt werden.5) Diese Maßnahme wird bis 2016 befristet und danach einer Evaluierung unterzogen.
Begrenzung der steuerlichen Begünstigungen und der Absetzbarkeit von Golden Handshakes: Dieser Punkt soll dazu führen, dass ältere Dienstnehmer länger in Beschäftigung gehalten werden. Golden Handshakes sollen demnach nur mehr im Rahmen von Sozialplänen, gesetzlichen Abfertigungen und freiwilligen Abfertigungen von maximal drei Monatsgehältern beim Arbeitnehmer steuerlich begünstigt und beim Arbeitgeber abzugsfähig sein.
) §§ 127, 128 BAO. ) Dieses Ziel findet sich im Kapitel „Land- und Forstwirtschaft: Wachstum und Beschäftigung am Land“, wird aber wohl für alle Steuerpflichtigen Gültigkeit erlangen. 4 ) § 14 Abs. 6 Z 6 EStG. 5 ) § 10 EStG. 3
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Tagesfragen ●
Einseitige Erhöhung des Sachbezugs von privat genutzten Firmen-PKWs: Die maximale Sachbezugshöhe soll von 600 Euro auf 720 Euro erhöht, die Angemessenheitsgrenze der PKW-Anschaffungskosten zur Geltendmachung als Betriebsausgabe von 40.000 Euro jedoch unverändert beibehalten werden.
Begrenzung der steuerlichen Absetzbarkeit von Gehältern: Jahreseinkommensteile von über 500.000 Euro sollen nicht mehr abzugsfähig sein. Von dieser Formulierung sind auch sämtliche Sonderzahlungen (wie etwa 13./14. Gehalt) umfasst.
Verlängerung der Solidarabgabe: Bei einkommensstarken Lohnsteuerpflichtigen erfolgt seit 2013 befristet bis 2016 eine progressive Besteuerung von sonstigen Bezügen (Deckelung der begünstigten Besteuerung des Jahressechstels).6) Diese Befristung soll auf unbestimmte Zeit verlängert werden.
Banken- und Sonderbeitrag zur Stabilitätsabgabe: Die Bankenabgabe soll aufkommensmäßig gleichbleiben. Allerdings soll sich die Berechnungsmethode ändern; die Bemessungsgrundlage soll auf die Bilanzsumme umgestellt werden.7) Der Sonderbeitrag zur Stabilitätsabgabe soll im gleichen Zug auf 45 % erhöht werden.
Zeitlich befristete Begünstigung einer Mitarbeitererfolgsbeteiligung: Nicht zu verwechseln ist dies mit der begünstigten Mitarbeiterbeteiligung.8) Dieser Punkt spricht eine befristete Abgabenbegünstigung für Erfolgsbeteiligungen an. Dieses Modell wird folgendermaßen skizziert: Maximal 10 % des Bilanzgewinns9) dürfen begünstigt gewährt werden, maximal 1.000 Euro pro Jahr und Mitarbeiter, pauschale Besteuerung mit 25 %. Diese Maßnahme ist mit einer befristeten Dauer von drei Jahren vorgesehen. Ein geplanter Zeitpunkt des Starts dieser Maßnahme ist im Programm nicht genannt.
Erweiterung des Freibetrags der Mitarbeiterbeteiligung: Der derzeitige Freibetrag von 1.460 Euro für Kapitalbeteiligungen soll auf 3.000 Euro pro Jahr und Mitarbeiter erhöht werden.
Abschaffung der Absetzbarkeit von Aufwendungen an Gesellschaften in Niedrigsteuerländern und Steueroasen: Diese Maßnahme soll u. a. als Einnahmenkompensation für die Abschaffung der Gesellschaftsteuer dienen. Zins-, Patent- und Lizenzzahlungen sollen von der Abzugsfähigkeit in Österreich ausgenommen oder eingeschränkt werden.
Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuerumgehung: Ein eigenes Amt für Betrugsbekämpfung soll beim BMF eingerichtet werden; die Verbesserung von internen Schulungen und die Bereitstellung von genügend Personal in der Finanzverwaltung werden im Programm als Ziele genannt. Zudem soll bei Geldwäschemeldungen in Verbindung mit Steuerhinterziehung kein Verwertungsverbot mehr gelten. Auch Glücksspielvergehen sollen automatisch zu einer abgabenrechtlichen Prüfung führen. Das entschiedene Vorgehen der Finanzpolizei gegen illegale Gewinnspiele wird fortgesetzt.
Einführung einer steuerlich begünstigten Risikoausgleichsmaßnahme für Land- und Forstwirte.
Beibehaltung der KESt-Freiheit von Wohnbauanleihen.
Absetzbarkeit von Handwerkerkosten (ausschließlich Arbeitskosten) bis zu 6.000 Euro nach Prüfung der budgetären Möglichkeiten („Sanierungsbonus“): Offen erscheint, ob, wann und wie diese Förderung in Kraft treten soll. Sollte der „Sanierungsbonus“ zusätzlich zur bisherigen Absetzfähigkeit von Wohnungssanierungen
§ 67 Abs.1 EStG. Aus Vereinfachungsgründen werden diese Abgaben unter „Ertragsteuern“ genannt. § 3 Abs. 1 Z 15 lit. c EStG. Bemerkenswert ist, dass der Bilanzgewinn kein steuerlicher Begriff ist; Bilanzgewinn ist nicht gleich steuerpflichtiges Einkommen.
) ) ) 9 ) 7 8
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Tagesfragen via Topfsonderausgaben möglich sein, so wären wohl die steuerliche Wirkung wie auch die Impulswirkung überschaubar. ● Schaffung eines steuerlichen Anreizmodells zur Forcierung thermischer Sanierungen:10) Bereits aktuell sind Ausgaben für thermische Sanierungen im Rahmen der Topfsonderausgaben (begrenzt) absetzbar. Diese Formulierung lässt erkennen, dass zusätzliche Instrumente erwartet werden dürfen. 2.3. Umsatzsteuer ● Anhebung des Betrags für erleichtere Rechnungsmerkmale (Kleinbetragsrechnung)11) von 150 Euro auf 400 Euro. 2.4. Gebühren und Verkehrsteuern ● Abschaffung der Gesellschaftsteuer ab 2016, ● Abschaffung der Mietvertragsgebühr bei Begründung eines Hauptwohnsitzes von zumindest unter 35-jährigen Personen, ● Vorlage einer Gebührenreform bis Ende 2015, ● Vorantreiben der Implementierung einer Finanztransaktionssteuer EU- und weltweit. 2.5. Personalverrechnung und Lohnnebenkosten ● Absenkung des Unfallversicherungsbeitrags um 0,1 Prozentpunkte ab 1. 1. 2014, ● Absenkung des Beitrags zum Insolvenz-Entgelt-Fonds um 0,1 Prozentpunkte ab 1. 1. 2015, ● weitgehende Harmonisierung der Bemessungsgrundlagen im ASVG und der Steuerbasis im EStG, ● Harmonisierung des Verfahrensrechts zwischen ASVG12) und BAO, ● Abschaffung der täglichen Geringfügigkeitsgrenze, ● Vereinfachung der SV-Beitragsgruppen. 2.6. Sonstige Abgaben und Steuern ● Erhöhung der NoVA, ● Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer und der Kfz-Steuer durch Einführung eines Stufensystems, ● Erhöhung der Alkoholsteuer um 20 %, ● Wiedereinführung der Schaumweinsteuer in Höhe von 1 Euro pro Liter,13) ● stufenweise Erhöhung der Tabaksteuer. 2.7. Internationales Steuerrecht ● Unterstützung des EU-Aktionsplans zur Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung,14) ● Beibehaltung des Bankgeheimnisses für im Inland unbeschränkt Steuerpflichtige, 10
) Gemäß Umweltförderungsgesetz erfolgt für derartige Maßnahmen bereits eine direkte Förderung („Sanierungsscheck“). ) §11 Abs. 6 UStG. 12 ) Mit dem Verfahrensrecht im ASVG scheint wohl das AVG gemeint zu sein. 13 ) Die Schaumweinsteuer wurde mit 1. 4. 2005 abgeschafft. 14 ) Abrufbar unter http://ec.europa.eu/taxation_customs/resources/documents/taxation/tax_fraud_evasion /com_2012_722_de.pdf (Zugriff am 16. 12. 2013). Mit dem Aktionsplan zur Verstärkung der Bekämpfung von Steuerbetrug und Steuerhinterziehung vom 6. 12. 2012 werden auch 2014 einige Maßnahmen, insbesondere im Bereich der Umsatzsteuer, wirksam (Ausweitung des Reverse-Charge-Systems und Etablierung eines Quick-Reaction-Mechanismus; eine weitere zukünftige Maßnahme ist etwa die Schaffung einer einheitlichen UVA für den gesamten EU-Raum). 11
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Beibehaltung der Wirkung der Quellenbesteuerung mit Liechtenstein und der Schweiz,
Abschluss eines FATCA-Abkommens mit den USA,15)
Umsetzung der Zinsrichtlinie auf europäischer Ebene,
KESt-Pflicht-Erweiterung auf Nicht-EU-Bürger durch Erweiterung der beschränkten Steuerpflicht und Änderung der DBA bezüglich der Quellenbesteuerung.
3. Schlussbetrachtung Das Regierungsprogramm wirkt im steuerlichen Bereich ambitionierter, als ihm dies in seiner Gesamtheit medial attestiert wird. Änderungen im Gebührenrecht, auch wenn diese großteils unbestimmt sind, die Annäherung von Sozialversicherungs- und Steuerrecht und die Forcierung der Betrugsbekämpfung sind nur einige Highlights dieses Programms. Vermisst werden allerdings ein klares Bekenntnis zu und das Erkennen der Notwendigkeit einer steuerlichen Strukturreform. Die konkrete Umsetzung der Ziele kann mit einiger Spannung erwartet werden. Denn auch hier gilt, dass die Regierung am Ende der Legislaturperiode an ihren Taten – und nicht bloß an Worten – gemessen werden wird. 15
) Für Details zu FATCA vgl. Gupta, The Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA), in Günther/Tüchler (Hrsg.), Exchange of Information for Tax Purposes (2013) 221.
Änderungen in der SWK-Redaktion ab 1. 1. 2014 Abschied und Neuanfang (SWK) – Mit 1. 1. 2014 gibt es auch in der Steuer- und WirtschaftsKartei Veränderungen. Zwei hochkarätige Mitglieder konnten zur Verstärkung des Redaktionsteams gewonnen werden. Dr. Eleonore Breitegger, die die Geschicke der SWK-Redaktion über mehr als zwei Jahrzehnte federführend gelenkt hat, verabschiedet sich mit Ende 2013 in den Ruhestand. Dr. Breitegger war mit ihrer umsichtigen Redaktionsführung ein Garant für die hohe Qualität, Aktualität und Praxisnähe der SWK und zeichnete darüber hinaus als Geschäftsführerin des Linde Verlags für zahlreiche Innovationen auf dem Gebiet des Zeitschriften- und Onlinesektors verantwortlich. Ihre Erfahrungen und Kontakte haben überdies zu bedeutenden Werken im Fachbuchbereich und zu anerkannten Fachveranstaltungen geführt. Dafür und für die Bereitschaft zur weiteren Unterstützung bedanken sich der Linde Verlag und die SWK-Redaktion auf das Herzlichste. Neu in der Redaktion der SWK sind mit 1. 1. 2014 Dr. Christa Lattner, stellvertretende Sektionschefin im Bundesministerium für Finanzen, und Dipl.-Kfm. Eduard Müller, Geschäftsführer im Linde Verlag. Die beiden erfahrenen Autoren bilden nunmehr gemeinsam mit Prof. Gerhard Gaedke, Dr. Gerhard Kohler und Univ.-Prof. Dr. Michael Tumpel das neue Team der SWK. Eine weitere Änderung findet sich in der Bearbeitung der Rechtsprechung für die SWK: Für die Bearbeitung der Judikatur des VfGH, die bisher Dr. Eleonore Berchtold-Ostermann innehatte, konnte mit 1. 1. 2014 Univ.-Prof. Dr. Markus Achatz, Richter am Verfassungsgerichtshof, gewonnen werden. SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Tagesfragen Monatsfrist beginnt mit jeder Einbringung von Neuem
VwGH zeigt Wege zur NoVA-Vermeidung Erkenntnis zur Kfz-Steuer könnte massive Auswirkungen auf das Aufkommen an NoVA und motorbezogener Versicherungssteuer haben VON DR. HARALD MANESSINGER*) Die legale Verwendung von Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen durch Personen mit Wohnsitz in Österreich ist vom Gesetzgeber an enge zeitliche Fristen gebunden. Grundsätzlich ist eine derartige Nutzung nur für einen Monat zulässig, bevor eine Zulassung in Österreich erforderlich wird. Im Erkenntnis vom 21. 11. 2013, 2011/16/0221, hat der VwGH nunmehr klargestellt, dass die Monatsfrist mit jeder Einbringung des Fahrzeugs ins Inland neu zu laufen beginnt. 1. Sachverhalt Von einem österreichischen Transportunternehmen wurden in den Jahren 2006 bis 2009 LKW und Anhänger von einem slowakischen Unternehmen angemietet und auf Rechnung des österreichischen Unternehmens sowohl in Österreich, in der Slowakei als auch im grenzüberschreitenden Verkehr mit anderen Ländern eingesetzt. Gelenkt wurden die Fahrzeuge von Dienstnehmern des österreichischen Unternehmens. Die Mietverträge waren jeweils für einen Monat abgeschlossen, wobei aufgrund zeitlich aneinander anschließender Mietverträge die tatsächliche durchgehende Nutzungsdauer der Fahrzeuge regelmäßig ein Jahr überstieg. Aufgrund der Zulassung der Fahrzeuge in der Slowakei wurde für diese Fahrzeuge auch slowakische Kraftfahrzeugsteuer abgeführt. Darüber hinaus wurden die Fahrzeuge einsatzbedingt, zur Betankung oder zur Wartung mindestens einmal monatlich in die Slowakei verbracht. Das Finanzamt und in weiterer Folge auch der UFS, Außenstelle Wien,1) gingen jeweils von einem Standort der gegenständlichen Fahrzeuge im Inland und damit von einer Zulassungspflicht in Österreich aus. Demnach kam nach Ansicht des UFS § 82 Abs. 8 Kraftfahrgesetz (KFG) zum Tragen, weshalb nach Ablauf der dort genannten Monatsfrist den Kraftfahrzeugen die für die Verwendung auf öffentlichen Straßen erforderliche Zulassung in Österreich gefehlt habe und somit der Steuertatbestand der widerrechtlichen Verwendung des § 1 Abs. 1 Z 3 KfzStG erfüllt worden sei. Nach Ansicht des UFS werde die Monatsfrist des § 82 Abs. 8 KFG durch ein vorübergehendes oder auch mehrmaliges Verlassen des Bundesgebiets nicht unterbrochen, wenn das Fahrzeug von einem Unternehmen mit Sitz in Österreich in das Inland verbracht worden sei und nicht nachgewiesen werden könne, dass das Fahrzeug seinen dauernden Standort im Ausland habe. 2. VwGH folgt UFS nicht Die von der belangten Behörde vertretene Ansicht, dass ein vorübergehendes Verbringen des Fahrzeugs ins Ausland die Frist des § 82 Abs. 8 KFG nicht unterbricht und diese somit bei neuerlicher Einbringung des Fahrzeugs in das Inland nicht neu zu laufen beginnt, findet nach Ansicht des VwGH im Gesetz keine Deckung. Der VwGH *) Dr. Harald Manessinger ist Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner bei einer Steuerberatungskanzlei in Wien; er war in dem Verfahren als steuerlicher Vertreter des Beschwerdeführers beteiligt. 1 ) UFS 5. 9. 2011, RV/2757-W/10.
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Tagesfragen begründet dies damit, dass der Fristenlauf und damit der Beginn der Monatsfrist des § 82 Abs. 8 KFG2) wie auch der Fristenlauf des § 79 KFG bei der Verbringung eines ausländischen Fahrzeugs ohne dauernden Standort in Österreich in das Inland auf denselben Vorgang abstellen, nämlich auf die Einbringung eines Fahrzeugs in das Bundesgebiet. Bei der in § 79 KFG vorgesehenen Frist von einem Jahr nach Einbringen eines Kraftfahrzeugs in das Inland beginnt im Fall der vorübergehenden Verbringung des Fahrzeugs in das Ausland die Frist bei neuerlicher Einbringung in das Inland zweifelsfrei neu zu laufen. Deshalb kann, so der VwGH, mit Kfz mit ausländischen Kennzeichen in das Bundesgebiet eingereist werden, ohne Rücksicht darauf, ob dieses Fahrzeug früher schon einmal (z. B. ein PKW bei einem Urlaub oder ein LKW bei einer früheren Güterbeförderung) durch eine Person mit Hauptwohnsitz oder Sitz im Ausland nach Österreich eingebracht worden ist. § 82 Abs. 8 KFG normiert im Unterschied zu § 79 KFG lediglich eine andere Dauer der Frist. Es ist nach Ansicht des VwGH daher folgerichtig, dass auch die in § 82 Abs. 8 KFG genannte Monatsfrist beim neuerlichen Einbringen des Fahrzeugs neu zu laufen beginnt. Da die Monatsfrist nicht überschritten wurde, kann es nach Ansicht des VwGH auch dahingestellt bleiben, ob dem Unternehmen der in § 82 Abs. 8 KFG genannte Gegenbeweis, dass es sich bei dem Kfz um ein Fahrzeug mit ausländischem Standort handelt, gelungen ist. 3. Auswirkungen auf NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer Neben dem KfzStG nimmt auch das Versicherungssteuergesetz hinsichtlich der Bestimmungen zur motorbezogenen Versicherungssteuer auf das KFG Bezug. So knüpft z. B. § 5 Versicherungssteuergesetz an die Haftpflichtversicherungspflicht gemäß § 59 KFG für Kraftfahrzeuge und Anhänger an, die zum Verkehr in Österreich zugelassen sind. Durch den Entfall der Zulassungspflicht könnte es daher im Einzelfall auch zu einer Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer kommen. Die Entscheidung des VwGH hat aber insbesondere für die NoVA große Bedeutung. Wie § 1 Abs. 1 Z 3 KfzStG knüpft auch § 1 Z 3 NoVAG an das KFG an. Nach dieser Bestimmung unterliegt die Verwendung eines Kraftfahrzeugs im Inland der NoVA, wenn das Kraftfahrzeug nach dem KFG zuzulassen wäre. Für die Benützung eines Firmen- oder Privat-PKW mit ausländischem Kennzeichen durch eine Person mit Hauptwohnsitz im Inland bedeutet dieses Erkenntnis, dass auch eine längerfristige Verwendung in Österreich ohne Zulassung zum öffentlichen Verkehr im Inland erlaubt ist, sofern dieses Fahrzeug zumindest einmal monatlich nachweislich einsatzbedingt, zur Wartung oder zur Betankung vorübergehend in das Ausland verbracht wird. Daher wäre auch zu hinterfragen, ob die von der Finanzverwaltung aufgrund der durchgeführten Schwerpunktaktionen (z. B. auf Parkplätzen vor Einkaufszentren etc.) festgesetzten Steuernachzahlungen und eingeleiteten Finanzstrafverfahren in allen Fällen gerechtfertigt waren. Unter den oben genannten Voraussetzungen könnte daher eine Befreiung von der NoVA herbeigeführt werden. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie rasch der Gesetzgeber auf die Entscheidung des VwGH reagiert. Zum bereits vorliegenden Initiativantrag siehe auf der folgenden Seite. 2
) Die ursprüngliche Dreitagesfrist des § 82 Abs. 8 KFG wurde vom EuGH im Urteil vom 21. 3. 2002 in der Rs. C-451/99, Cura Anlagen GmbH, aufgrund eines vom Handelsgericht Wien gestellten Vorabentscheidungsersuchens als übertrieben kurz angesehen.
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Tagesfragen Rasche Reaktion des Gesetzgebers
Initiativantrag zur (rückwirkenden) Änderung des Kraftfahrgesetzes Vorübergehende Verbringung aus dem Bundesgebiet soll Monatsfrist nicht unterbrechen Der Gesetzgeber reagiert rasch auf das Erkenntnis des VwGH, in dem dieser entschieden hat, dass bei Einbringung in das Bundesgebiet gemäß § 82 Abs. 8 KFG die Monatsfrist bis zur erforderlichen inländischen Zulassung mit jeder Verbringung des Fahrzeugs ins Ausland oder ins übrige Gemeinschaftsgebiet neu zu laufen beginnt: Mit einem Initiativantrag vom 17. 12. 2013 betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Kraftfahrgesetz 1967 geändert wird (113/A 25. GP), soll in § 82 Abs. 8 KFG ausdrücklich klargestellt werden, dass die Frist von einem Monat ab der erstmaligen Einbringung in das Bundesgebiet beginnt und eine vorübergehende Verbringung aus dem Bundesgebiet diese Frist nicht unterbricht. Diese klarstellende Bestimmung soll zur Vermeidung von Unsicherheiten und komplizierten Verfahren rückwirkend mit dem Zeitpunkt in Kraft treten, zu dem die Monatsfrist in § 82 Abs. 8 KFG verankert worden ist, also vor mehr als zehn Jahren, konkret am 14. 8. 2002. Wir veröffentlichen im Folgenden den Gesetzestext samt Erläuterungen. Die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten.
* Antrag Bundesgesetz, mit dem das Kraftfahrgesetz 1967 geändert wird Der Nationalrat hat beschlossen: Bundesgesetz, mit dem das Kraftfahrgesetz 1967 geändert wird Das Kraftfahrgesetz 1967, BGBl. Nr. 267, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 90/2013, wird wie folgt geändert: 1. § 82 Abs. 8 lautet: „(8) Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen, die von Personen mit dem Hauptwohnsitz oder Sitz im Inland in das Bundesgebiet eingebracht oder in diesem verwendet werden, sind bis zum Gegenbeweis als Fahrzeug mit dem dauernden Standort im Inland anzusehen. Die Verwendung solcher Fahrzeuge ohne Zulassung gemäß § 37 ist nur während eines Monats ab der erstmaligen Einbringung in das Bundesgebiet zulässig. Eine vorübergehende Verbringung aus dem Bundesgebiet unterbricht diese Frist nicht. Nach Ablauf eines Monats ab der erstmaligen Einbringung in das Bundesgebiet sind der Zulassungsschein und die Kennzeichentafeln der Behörde, in deren örtlichem Wirkungsbereich sich das Fahrzeug befindet, abzuliefern. Wenn glaubhaft gemacht wird, dass innerhalb dieses Monats die inländische Zulassung nicht vorgenommen werden konnte, darf das Fahrzeug ein weiteres Monat verwendet werden. Danach sind der Zulassungsschein und die Kennzeichentafeln der Behörde, in deren örtlichem Wirkungsbereich sich das Fahrzeug befindet, abzuliefern. Die Ablieferung begründet keinen Anspruch auf Entschädigung.“ Erläuterungen: Der VwGH hat in Abkehr von der bisherigen Rechtsprechung und in Abkehr von der bisherigen Verwaltungsübung in seinem Erkenntnis vom 21. 11. 2013, 2011/16/0221, entschieden, dass die Einbringung in das Bundesgebiet gemäß § 82 Abs. 8 KFG 1967 der Einbringung gemäß § 79 KFG 1967 entspricht, sodass die Monatsfrist bis zur erforderlichen inländischen Zulassung mit jeder Verbringung des Fahrzeugs ins Ausland oder ins übrige Gemeinschaftsgebiet neu zu laufen beginnt.
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Tagesfragen Dies würde bedeuten, dass Personen mit Hauptwohnsitz im Inland dauernd Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen im Inland benützen dürfen, wenn sie nur jeweils innerhalb der Monatsfrist das Fahrzeug ins Ausland oder ins übrige Gemeinschaftsgebiet verbringen. Eine derartige Vorgangsweise kann weder aus sicherheitspolizeilicher noch aus steuerlicher Sicht befürwortet werden, noch entspricht sie den Intentionen des EuGH (vgl. Urteil vom 21. 3. 2002, Rs. C-451/99, Cura Treuhand), sodass eine Novellierung des Kraftfahrgesetzes 1967 unumgänglich ist. Es soll in der Bestimmung des § 82 Abs. 8 KFG ausdrücklich klargestellt werden, dass die Frist von einem Monat ab der erstmaligen Einbringung in das Bundesgebiet beginnt und dass eine vorübergehende Verbringung aus dem Bundesgebiet diese Frist nicht unterbricht.
2. Dem § 135 wird folgender Abs. 27 angefügt: „(27) § 82 Abs. 8 in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. xx/xxxx tritt mit 14. August 2002 in Kraft.“ Erläuterungen: Diese klarstellende Bestimmung soll zur Vermeidung von Unsicherheiten und komplizierten Verfahren rückwirkend mit dem Zeitpunkt in Kraft treten, zu dem die Einmonatsfrist in § 82 Abs. 8 KFG verankert worden ist (14. 8. 2002).
BMF-Info zur Rückerstattung der Abgeltungsbeträge im Steuerabkommen mit der Schweiz (...) Eine Rückerstattung laut BMF ist ausschließlich in den folgenden Fallkonstellationen möglich: 1. Der Konto- oder Depotinhaber, dessen Vermögenswerte den Abgeltungsbeträgen unterworfen wurden, war zum Stichtag 2 (31. 12. 2010) nach dem DBA Schweiz nicht in Österreich, sondern in der Schweiz ansässig; 2. der Konto- oder Depotinhaber (…) hat in allen Steuerjahren, die potenziell der Abgeltungswirkung des Steuerabkommens unterliegen, ein Einkommen unter der Besteuerungsgrenze erzielt (je nach Fallkonstellation 11.000 bis 13.093 Euro); 3. der Konto- oder Depotinhaber hat (...) in der Schweiz ausschließlich Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt (keine Spekulationseinkünfte, keine Wurzelhinterziehung). Diese Einkünfte haben gemeinsam mit den sonstigen positiven Einkünften aus Kapitalvermögen (ohne KESt) in den maßgeblichen Steuerjahren nicht die Grenze von 22 Euro überschritten; 4. der Konto- oder Depotinhaber hat (...) in der Schweiz ausschließlich Spekulationseinkünfte erzielt (keine Einkünfte aus Kapitalvermögen, keine Wurzelhinterziehung). Diese Einkünfte haben gemeinsam mit den sonstigen positiven Spekulationseinkünften in den maßgeblichen Steuerjahren nicht die Grenze von 440 Euro überschritten. Waren im Einkommen neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften keine sonstigen Einkünfte enthalten, konnten die Spekulationseinkünfte bis zur Höhe des Veranlagungsfreibetrags anfallen (730 Euro); 5. Kombination der beiden zuvor genannten Fälle [3. und 4.] (...); 6. sämtliche mit den Vermögenswerten im Sinne des Steuerabkommens zusammenhängenden Einkünfte (inkl. Einkünften aus Kapitalvermögen und Spekulationseinkünften) aller Steuerjahre bis einschließlich 2011 (...) wurden bis spätestens 31. 12. 2012 im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erklärt. Liegt einer dieser Fälle vor, ist nach Ergehen eines entsprechenden Delegierungsbescheids des BMF eine Rückzahlung der Abgeltungsbeträge durch das jeweils zuständige Wohnsitzfinanzamt durch Bescheid zu veranlassen. Der Steuerpflichtige muss dabei folgende Unterlagen vorlegen: Nachweis für die Entrichtung der Abzugssteuer (Bescheinigung der Zahlstelle nach Art. 7 Abs. 3 des Abkommens und Kontoauszug); zeitnah ausgestellte Bestätigung der Zahlstelle, dass der in der Bescheinigung ausgewiesene Betrag der Abgeltungsbeträge tatsächlich abgezogen wurde und eine Rückabwicklung nicht möglich ist; Bescheinigungen, aus denen die vollständige Höhe der nicht erklärten Einkünfte für jedes Veranlagungsjahr hervorgeht (Konto-/Depotauszüge) – sofern dies nicht möglich oder zumutbar ist, sind diese zumindest glaubhaft zu machen (BMF-Information vom 10. 12. 2013, BMF-010221/0767-VI/8/2013; Volltext mit erläuternden Beispielen in der Findok). SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern Überblick für die Praxis
Die Lohnverrechnung 2014 Zusammenfassung der wichtigsten Bestimmungen und Neuerungen für 2014 VON MAG. CHRISTA KOCHER UND MAG. FRANZ PROKSCH*) Die Lohnverrechnung ist – wie alljährlich – auch im Jahr 2014 von zahlreichen Änderungen geprägt. Die im Laufe des Jahres 2013 beschlossenen Änderungen betreffen sowohl das Steuerrecht (EStG-Novellen, u. a. neue Pendlerförderung) als auch das Sozialversicherungsrecht (z. B. SRÄG 2013 [Bildungsteilzeit], 2. SVÄG 2013, ARÄG 2013 [Pflegekarenz/Pflegeteilzeit] sowie Änderungen im BUAG). 1. Übersicht über die wesentlichen Änderungen 2014 1.1. Änderungen in der Lohnsteuer ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ● ●
Änderung bei Sachbezügen für Dienstwohnungen; Änderung des Begriffs der Nachtarbeit i. S. d. § 68 Abs. 6 EStG; neuer Zinssatz für Arbeitgeberdarlehen und Gehaltsvorschüsse; Neuregelungen bei der Pendlerförderung durch die „Pendlerverordnung“; Einführung einer neuen Lohnzettelart bei Entsendung ins Ausland; Antrag auf Richtigstellung der Einkunftsart im Abgabenbescheid. Neue Geringfügigkeitsgrenzen und Höchstbeitragsgrundlagen; Änderungen im Bereich der Bauarbeiterurlaubskasse (keine Auflösungsabgabe, Aufnahme in die Schwerarbeitsliste, neue Meldepflichten); keine Papiermeldung für juristische Personen und eingetragenen Personengesellschaften; neue Bildungsteilzeit sowie Pflegekarenz und Pflegeteilzeit; Änderungen bei der Zuschussleistung zur Entgeltfortzahlung; Verlängerung der EPU-Förderung.
1.3. Dienstgeberbeitrag, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer ●
Unveränderte Werte.
1.4. Unpfändbare Freibeträge ●
Anpassung der Werte 2014.
2. Übersicht über Lohnverrechnungswerte 2014 Lohnsteuer Steuerfreie Bezüge Zuschüsse des Arbeitgebers für die Betreuung von Kindern Freibetrag für Betriebsveranstaltungen Sachzuwendungen bei Betriebsveranstaltungen Freibetrag für Zukunftssicherungsmaßnahmen Freibetrag für Mitarbeiterbeteiligung Essensbons (auch für mitnehmbare Lebensmittel) Essensbons (für Kantine, Gasthaus usw.)
Betrag 2014
1.000 Euro 365 Euro 186 Euro 300 Euro 1.460 Euro 1,10 Euro 4,40 Euro
*) Mag. Christa Kocher ist Referentin in der sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Mag. Franz Proksch ist Mitarbeiter im bundesweiten Fachbereich Lohnsteuer des Bundesministeriums für Finanzen.
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Steuern Lohnsteuer Sachbezüge Dienstwagen (Obergrenze für 1,5%igen Sachbezug) Sachbezug für Kfz-Abstell- oder Garagenplatz Freibetrag für Arbeitgeberdarlehen/Gehaltsvorschuss Zinssatz für Arbeitgeberdarlehen
Betrag 2014 600 Euro 14,53 Euro 7.300 Euro 1,5 %
Kleines Pendlerpauschale (Monatsbeträge)
58 Euro 113 Euro 168 Euro
Großes Pendlerpauschale (Monatsbeträge)
31 Euro 123 Euro 214 Euro 306 Euro
Pendlereuro (pro Kilometer einfache Fahrtstrecke bei Anspruch auf ein Pendlerpauschale) Dienstreisen Tagesgeld Nächtigungsgeld Kilometergeld PKW und Kombi Kilometergeld Mitbeförderung Kilometergeld Motorräder Sonstige Bezüge Freibetrag bei sonstigen Bezügen Freigrenze bei sonstigen Bezügen Abzug bei Einschleifbestimmung sonstige Bezüge Grenzwert für Pensionsabfindungen Freibetrag für Sozialplanzahlungen Grenzwert für Vergleichssummen
26,40 Euro 15,00 Euro 0,42 Euro 0,05 Euro 0,24 Euro 620 Euro 2.100 Euro 2.000 Euro 11.400 Euro 22.000 Euro 7.500 Euro
Zulagen und Zuschläge Freibetrag für Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen sowie Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit Erhöhter Freibetrag bei überwiegender Nachtarbeit Freibetrag für zehn Überstunden zu 50 %
360 Euro 540 Euro 86 Euro
Mitteilungsverpflichtung für bestimmte Honorare Honorargrenze im Einzelfall Honorargrenze für ein Kalenderjahr
450 Euro 900 Euro
Kirchenbeitrag (Höchstbetrag)
Geringfügigkeitsgrenze täglich monatlich eineinhalbfache Geringfügigkeitsgrenze für DG
30,35 Euro 395,31 Euro 592,97 Euro
Höchstbeitragsgrundlage laufendes Entgelt täglich laufendes Entgelt monatlich Sonderzahlungen
151 Euro 4.530 Euro 9.060 Euro
Beitragsfreie Bezüge Fehlgeldentschädigungen Zukunftssicherungsmaßnahmen Mitarbeiterbeteiligungen Zinsersparnisse bei Dienstgeberdarlehen
14,53 Euro 300 Euro 1.460 Euro 7.300 Euro
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Steuern Sozialversicherung
Beitragsfreie Bezüge Beitragsfreie Aufwandsentschädigung für (freie) Dienstnehmer im Kulturbereich, der Gesundheitsprophylaxe, der Erwachsenenbildung und ab 1. 1. 2014 für Lehrende, die vom AMS mit der Erbringung von Dienstleistungen betraut werden
537,78 Euro
E-Card (Jahresbetrag)
Dienstgeberbeitrag zum FLAF (DB) und Zuschlag (DZ) Freibetrag
Grenze für Anwendbarkeit des Freibetrags
Kommunalsteuer Freibetrag
Wiener Dienstgeberabgabe („U-Bahn-Steuer“) Dienstgeberabgabe je Dienstnehmer und Woche Entgeltgrenze für Rückerstattung an Kleinbetriebe Einkommensgrenze für Rückerstattung an Kleinbetriebe
2 Euro 218,02 Euro 2.180,19 Euro
3. Lohnsteuer 3.1. Arbeitslohn, Arbeitnehmer, Steuerberechnung (§§ 25, 47, 62, 62a, 66, 70, 77 EStG) Die grundsätzlichen Definitionen des Arbeitslohns sowie des Arbeitnehmers und des Dienstverhältnisses im EStG sind unverändert geblieben. Ebenso grundsätzlich unverändert ist die Berechnung der Lohnsteuer mit dem Tarif nach dem Steuerreformgesetz 2009 (keine neuen Lohnsteuertabellen). 3.2. Steuerbefreiungen (§ 3 EStG) Der Freibetrag für Zuschüsse des Arbeitgebers für die Betreuung von Kindern wurde mit BGBl. I Nr. 153/2013 rückwirkend ab 1. 1. 2013 von 500 Euro auf bis zu 1.000 Euro jährlich pro Kind und Kalenderjahr angehoben. Die Voraussetzungen hiefür sind, dass der Arbeitgeber diesen Zuschuss ●
allen Arbeitnehmern oder bestimmten Gruppen seiner Arbeitnehmer gewährt für die Betreuung von Kindern, die zu Beginn des Kalenderjahres das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ● in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen oder durch pädagogisch qualifizierte Personen betreut werden, und ● der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber eine Erklärung zur Berücksichtigung eines steuerfreien Zuschusses für Kinderbetreuungskosten (Formular L 35) abgegeben hat. ●
Die übrigen Steuerbefreiungen, wie z. B. Befreiung von 60 % der Einkünfte bis zur Höchstbeitragsgrundlage in der Sozialversicherung von vorübergehend ins Ausland entsendeten Arbeitnehmern unter bestimmten Voraussetzungen (Entsendung aus der EU, dem EWR oder der Schweiz, mindestens 400 km Luftlinie, Entsendung nicht in eine Betriebsstätte des Arbeitgebers, vorübergehender Charakter, Mindestdauer ein Monat, Arbeiten unter erschwerenden Umständen); ● Zuwendungen des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung seiner Arbeitnehmer (300 Euro jährlich pro Arbeitnehmer; Laufzeit für Lebensversicherungen seit 2011 mindestens 15 Jahre); ● Vorteile aus der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen (bis 365 Euro jährlich) und dabei empfangene Sachzuwendungen (bis 186 Euro jährlich); ●
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Steuern ●
die Begünstigung für Mitarbeiterbeteiligungen (bis zu einem Vorteil von 1.460 Euro jährlich);
freiwillige soziale Zuwendungen an den Betriebsratsfonds und Zuwendungen zur Beseitigung von Katastrophenschäden;
Tages- und Nächtigungsgelder aufgrund lohngestaltender Vorschriften sowie pauschale Reiseaufwandsentschädigungen von Vereinen und ähnlichen begünstigten Rechtsträgern an Sportler, Schiedsrichter und Sportbetreuer bis zu 60 Euro täglich bzw. 540 Euro pro Monat;
freie oder verbilligte Mahlzeiten und die Abgabe von Essensbons bis 4,40 Euro bzw. 1,10 Euro,
sind unverändert geblieben. Hinsichtlich der Befreiung gemäß § 3 Abs. 1 Z 21 EStG hat der VwGH mit Erkenntnis vom 19. 9. 2013, 2013/15/0183, klargestellt, dass Voraussetzung für die Befreiung ist, dass die Beförderung vom Arbeitgeber selbst und nicht bloß auf dessen Kosten durch ein anderes Beförderungsunternehmen durchgeführt wird. 3.3. Sachbezüge (§ 15 EStG) Folgende Sachbezugswerte sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert: ●
Privatnutzung eines Firmenwagens: 1,5 % der Anschaffungskosten, maximal 600 Euro (bei nicht mehr als 500 km Privatfahrten monatlich: 0,75 % bzw. 300 Euro).
Abstell- oder Garagenplatz in parkraumbewirtschafteten Zonen: 14,53 Euro pro Monat. Nach dem derzeitigen Stand ist von einer flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung in folgenden Städten auszugehen: Amstetten, Baden, Bregenz, Dornbirn, Eisenstadt, Feldkirch, Graz, Innsbruck, Kapfenberg, Klosterneuburg, Klagenfurt, Krems, Leoben, Leonding, Linz, Mödling, Salzburg, St. Pölten, Schwechat, Steyr, Traun, Villach, Wels, Wr. Neustadt, Teile Wiens (Achtung auf die Ausweitungen!), Wolfsberg.
Strom: jeweiliger günstigster regionaler Tarif für private Haushalte.
Volle freie Station: 196,20 Euro monatlich.
Unverändert sind auch die Richtwerte bei der Sachbezugsbewertung für Dienstwohnungen: Für 2014 betragen die Sachbezugswerte pro Quadratmeter Wohnfläche: Bundesland Burgenland Kärnten Niederösterreich Oberösterreich Salzburg Steiermark Tirol Vorarlberg Wien
Richtwerte 2011 – 2012
4,47 Euro 5,74 Euro 5,03 Euro 5,31 Euro 6,78 Euro 6,76 Euro 5,99 Euro 7,53 Euro 4,91 Euro
Richtwerte 2013–2014
4,70 Euro 6,03 Euro 5,29 Euro 5,58 Euro 7,12 Euro 7,11 Euro 6,29 Euro 7,92 Euro 5,16 Euro
Liegt die rasche Verfügbarkeit des Arbeitnehmers am Arbeitsplatz nach der Natur des Dienstverhältnisses im besonderen Interesse des Arbeitgebers und überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer aus diesem Grund kostenlos oder verbilligt eine arbeitsplatznahe Unterkunft (Wohnung, Appartement, Zimmer; Richtwert für die Entfernung zum Arbeitsplatz: 15 Minuten) ist ab dem 1. 1. 2013 kein Sachbezug anzusetzen, wenn die Größe dieser Unterkunft 30 m2 nicht übersteigt. SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern Bei Wohnungsgrößen von mehr als 30 m2 bis maximal 40 m2 vermindert sich der Sachbezugswert um 35 %. Voraussetzung für diese Reduktion ist allerdings, dass die arbeitsplatznahe Unterkunft durchgehend höchstens zwölf Monate vom selben Arbeitgeber zur Verfügung gestellt wird. Dies wird z. B. in einem saisonalen Betrieb (z. B. Hotel- und Gastgewerbe) der Fall sein. Wird eine Unterkunft mehreren Arbeitnehmern kostenlos oder verbilligt zur Verfügung gestellt, ist der Sachbezugswert entsprechend der eingeräumten Nutzungsmöglichkeit zu aliquotieren (vgl. Rz. 162c LStR). Eine Steuerfreiheit bzw. Reduktion des Sachbezugswerts um 35 % steht dann zu, wenn jener Wohnraum, der dem jeweiligen Arbeitnehmer zur Nutzung zur Verfügung steht, 30 m2 bzw. 40 m2 nicht übersteigt. ●
Beispiel Zwei Arbeitnehmern im Gastgewerbe wird eine arbeitsplatznahe Unterkunft (45 m2) kostenlos zur Verfügung gestellt. Beide Arbeitnehmer verfügen jeweils über ein eigenes Schlafzimmer (Größe jeweils 16 m2). Die übrige Wohnfläche (13 m2) steht beiden Arbeitnehmern zur Verfügung. Da jeder Arbeitnehmer über eine Nutzungsmöglichkeit des Wohnraums im Ausmaß von 29 m2 verfügt, ist kein Sachbezug bezüglich der Unterkunft zu erfassen.
Ebenfalls geändert wird ab 2014 der Sachbezug für die Zinsenersparnis bei Arbeitgeberdarlehen und Gehaltsvorschlüssen: Die Sachbezugswerteverordnung legt fest, dass die Zinsenersparnis bei unverzinslichen oder zinsverbilligten Arbeitgeberdarlehen und Gehaltsvorschüssen ab 1. 1. 2013 auf Basis eines um 0,75 % erhöhten Durchschnitts-EURIBOR bewertet wird. Der Prozentsatz ist vom BMF spätestens zum 30. 11. eines jeden Jahres für das Folgejahr festzusetzen und in der Findok zu veröffentlichen. Für 2014 beträgt dieser Zinssatz 1,5 %. Die Zinsenersparnis ist vom aushaftenden Kapital zu berechnen. Die Zinsenersparnis ist ein sonstiger Bezug gemäß § 67 Abs. 10 EStG (Versteuerung nach dem Lohnsteuertarif). Für Zinsenersparnisse aus Gehaltsvorschüssen und Arbeitgeberdarlehen bis zu insgesamt 7.300 Euro ist kein Sachbezug anzusetzen. 3.4. Pendlerpauschale (§ 16 Abs. 1 Z 6 EStG) und Werkverkehr (§ 26 Z 5 EStG) Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden durch den Verkehrsabsetzbetrag und – unter gewissen Voraussetzungen – durch das Pendlerpauschale und den Pendlereuro berücksichtigt (Antrag L 34 beim Arbeitgeber). Die unveränderten Beträge sind: Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumutbar Einfache Fahrtstrecke 20 km bis 40 km: 696 Euro jährlich, 58 Euro monatlich; 40 km bis 60 km: 1.356 Euro jährlich, 113 Euro monatlich; über 60 km: 2.016 Euro jährlich, 168 Euro monatlich. Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumindest hinsichtlich der halben Fahrtstrecke nicht zumutbar Einfache Fahrtstrecke 2 km bis 20 km: 372 Euro jährlich, 31 Euro monatlich; 20 km bis 40 km: 1.476 Euro jährlich, 123 Euro monatlich; 40 km bis 60 km: 2.568 Euro jährlich, 214 Euro monatlich; über 60 km: 3.672 Euro jährlich, 306 Euro monatlich.
Mit 1. 1. 2014 tritt die Pendlerverordnung, BGBl. II Nr. 276/2013, in Kraft. Sie ist so lange nicht anzuwenden, als der Pendlerrechner nicht im Internet auf der Homepage des BMF zur Verfügung gestellt wird. Die Verordnung ist jedoch rückwirkend für den Zeitraum vom 1. 1. 2014 bis zur Zurverfügungstellung des Pendlerrechners anwendbar, wenn dies für den Steuerpflichtigen mit keinen steuerlichen Nachteilen verbunden 14
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Steuern ist. Trifft dies zu, hat eine Aufrollung gemäß § 77 Abs. 3 EStG so bald als möglich, spätestens jedoch bis 30. 9. 2014, zu erfolgen, sofern die technischen und organisatorischen Möglichkeiten beim Arbeitgeber dazu vorliegen und ein aufrechtes Dienstverhältnis bei demselben Arbeitgeber vorliegt. Folgende Änderungen sind durch die Pendlerverordnung vorgesehen: ●
Die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte umfasst die gesamte Wegstrecke, die unter Verwendung eines Massenbeförderungsmittels (ausgenommen eines Schiffes oder Luftfahrzeugs) unter Verwendung eines privaten Pkw oder auf Gehwegen zurückgelegt werden muss, um in der kürzestmöglichen Zeit die Arbeitsstätte zu erreichen. Im Fall des Bestehens einer gleitenden Arbeitszeit berechnet sich die Wegstrecke nach der optimal möglichen Anpassung von Arbeitsbeginn und Arbeitsende an die Ankunfts- bzw. Abfahrtszeit des Verkehrsmittels.
Für die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bzw. zwischen Arbeitsstätte und Wohnung und für die Beurteilung, ob die Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumutbar oder unzumutbar ist, ist für Verhältnisse innerhalb Österreichs der vom BMF im Internet zur Verfügung gestellte Pendlerrechner zu verwenden. Entsprechen die zeitlichen und örtlichen Umstände der Erbringung der Arbeitsleistung während des gesamten Kalendermonats im Wesentlichen jenen, die für den abgefragten Tag im Pendlerrechner bestehen, kann angenommen werden, dass das unter Verwendung des Pendlerrechners für den abgefragten Tag ermittelte Ergebnis mit dem übereinstimmt, das sich für alle maßgebenden Tage des Kalendermonats ergibt. Bei gleichbleibenden Verhältnissen während eines Lohnzahlungszeitraums sind die für den abgefragten Tag im Pendlerrechner bestehenden Verhältnisse auch für die Ermittlung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros im Kalendermonat heranzuziehen. Bei gleichbleibenden Verhältnissen hinsichtlich des Wohnortes und des Arbeitsverhältnisses und bei gleichbleibendem Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, dass das Ergebnis des Pendlerrechners für den abgefragten Tag auch für den zu berücksichtigenden Zeitraum richtig ist. Liegen für verschiedene abgefragte Tage unter Verwendung des Pendlerrechners unterschiedliche Ergebnisse vor, ist jenes maßgebend, das für einen abgefragten Tag ermittelt wurde, der jenem Kalenderjahr zuzurechnen ist, für das die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte und die Beurteilung, ob die Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumutbar ist, zu beurteilen ist.
Verschiedene Teilstreckenlängen sind zunächst ohne Rundung zu addieren. Beträgt die Gesamtstrecke zumindest 20 Kilometer bzw. zumindest zwei Kilometer, sind angefangene Kilometer auf volle Kilometer aufzurunden.
Unzumutbarkeit der Benützung eines Massenbeförderungsmittels liegt vor, wenn – zumindest für die Hälfte der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder zwischen Arbeitsstätte und Wohnung kein Massenbeförderungsmittel zur Verfügung steht oder – der Steuerpflichtige über einen gültigen Ausweis gemäß § 29b StVO 1960, verfügt oder – die Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel wegen dauernder Gesundheitsschädigung oder wegen Blindheit für den Steuerpflichtigen im Behindertenpass eingetragen ist.
Darüber hinaus gilt: – Bis 60 Minuten Zeitdauer ist die Benützung eines Massenbeförderungsmittels stets zumutbar. – Bei mehr als 120 Minuten Zeitdauer ist die Benützung eines Massenbeförderungsmittels stets unzumutbar.
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Steuern – Übersteigt die Zeitdauer 60 Minuten, nicht aber 120 Minuten, ist auf die entfernungsabhängige Höchstdauer abzustellen. Diese beträgt 60 Minuten zuzüglich einer Minute pro Kilometer der Entfernung, jedoch maximal 120 Minuten. Angefangene Kilometer sind dabei auf volle Kilometer aufzurunden. Übersteigt die kürzestmögliche Zeitdauer die entfernungsabhängige Höchstdauer, ist die Benützung eines Massenbeförderungsmittels unzumutbar. ● Die Zeitdauer umfasst die gesamte Zeit, die vom Verlassen der Wohnung bis zum Arbeitsbeginn bzw. vom Arbeitsende bis zum Eintreffen bei der Wohnung verstreicht; sie umfasst auch Wartezeiten. Dabei ist jeweils zu beachten, dass der Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (bzw. Arbeitsstätte und Wohnung) jeweils die Verhältnisse zugrunde zu legen sind, die vorliegen, wenn die Arbeitsstätte unter Berücksichtigung eines etwaigen Gehwegs in einem Zeitraum von 60 Minuten vor dem tatsächlichen Arbeitsbeginn bis zum tatsächlichen Arbeitsbeginn erreicht wird (bzw. in einem Zeitraum vom tatsächlichen Arbeitsende bis zu einem Zeitpunkt, der 60 Minuten später liegt, verlassen wird). ●
Beispiel Das Arbeitsende eines Arbeitnehmers ist um 16:00 Uhr; der Gehweg von der Arbeitsstätte zur Einstiegstelle des Massenbeförderungsmittels beträgt zehn Minuten. Ein Massenbeförderungsmittel fährt um 16:05 Uhr, das nächste Massenbeförderungsmittel um 17:05 Uhr. Das Massenbeförderungsmittel (Start 17:05 Uhr) kann daher der Ermittlung des Pendlerpauschales zugrunde gelegt werden, da mit Berücksichtigung des Gehwegs (Start von der Arbeitsstätte um 16:55 Uhr) der Zeitraum von 60 Minuten nach Arbeitsende eingehalten wird.
Stehen verschiedene Massenbeförderungsmittel zur Verfügung, ist der Ermittlung der Zeitdauer die Benützung des schnellsten öffentlichen Verkehrsmittels zugrunde zu legen. Zudem ist die optimale Kombination zwischen Massenbeförderungsmittel und Individualverkehrsmittel zu berücksichtigen; dabei ist davon auszugehen, dass für mehr als die Hälfte der Wegstrecke zur Verfügung stehende Massenbeförderungsmitteln verwendet werden. Sind die zeitlichen oder örtlichen Umstände der Erbringung der Arbeitsleistung während des gesamten Kalendermonats nicht im Wesentlichen gleich, ist jene Zeit maßgebend, die erforderlich ist, um die Entfernung von der Wohnung zur Arbeitsstätte bzw. von der Arbeitsstätte zur Wohnung im Lohnzahlungszeitraum überwiegend zurückzulegen. Liegt kein Überwiegen vor, ist die längere Zeitdauer maßgebend. Für die Ermittlung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bzw. zwischen Arbeitsstätte und Wohnung und für die Beurteilung, ob die Benützung eines Massenbeförderungsmittels zumutbar oder unzumutbar ist, ist für Verhältnisse innerhalb Österreichs der vom BMF im Internet zur Verfügung gestellte Pendlerrechner zu verwenden. Bei Berücksichtigung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros durch den Arbeitgeber hat dieser einen Ausdruck des vom Arbeitnehmer ermittelten Ergebnisses des Pendlerrechners (L 34 EDV) zum Lohnkonto zu nehmen. Gibt der Arbeitnehmer nicht bis spätestens 30. 6. 2014 einen Ausdruck des ermittelten Ergebnisses des Pendlerrechners (L 34 EDV) ab, sind vom Arbeitgeber ab Juli kein Pendlerpauschale und kein Pendlereuro zu berücksichtigen. Der Ausdruck des ermittelten Ergebnisses des Pendlerrechners gilt als amtlicher Vordruck (L 34 EDV) im Sinne des § 16 Abs. 1 Z 6 lit. g EStG. Ein Familienwohnsitz (§ 16 Abs. 1 Z 6 lit. f und § 20 Abs. 1 Z 2 lit. e EStG) liegt dort, wo – ein in (Ehe-)Partnerschaft oder in Lebensgemeinschaft lebender Steuerpflichtiger oder – ein alleinstehender Steuerpflichtiger seine engsten persönlichen Beziehungen (z. B. Familie, Freundeskreis) und einen eigenen Hausstand hat.
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Der Steuerpflichtige hat einen eigenen Hausstand, wenn er eine Wohnung besitzt, deren Einrichtung seinen Lebensbedürfnissen entspricht. Ein eigener Hausstand liegt jedenfalls nicht vor, wenn der Steuerpflichtige Räumlichkeiten innerhalb eines Wohnverbands einer oder mehrerer Person(en), die nicht (Ehe-)Partner sind oder mit denen eine Lebensgemeinschaft besteht, mitbewohnt. ● Erfolgt die Beförderung der Arbeitnehmer im Rahmen eines Werkverkehrs und erwachsen ihnen daraus keine Kosten, besteht kein Anspruch auf das Pendlerpauschale. Bezahlen die Dienstnehmer hingegen für den Werkverkehr, so können diese Kosten bis zur Höhe des jeweiligen Pendlerpauschales als Werbungskosten beim Arbeitgeber geltend gemacht werden. ● Hat ein Arbeitnehmer eine unrichtige Erklärung beim Pendlerpauschale abgegeben oder ist er seiner Verpflichtung, etwaige Änderungen zu melden, nicht nachgekommen, liegt gemäß § 41 Abs. 1 Z 6 EStG ein Grund für eine Veranlagung vor. ● Das Pendlerpauschale ist auch für Feiertage, für Krankenstandstage und für Urlaubstage zu berücksichtigen. Kein Urlaub i. S. d. § 16 Abs. 1 Z 6 lit. h EStG (und damit kein anspruchsbegründender Tag für Zwecke des Pendlerpauschales) ist dann gegeben, wenn ein Arbeitnehmer (z. B. aufgrund eines Kollektivvertrags) Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts bei bestimmten Verhinderungsfällen behält (z. B. Kollektivvertrag für Angestellte in Handelsbetrieben bei eigener Eheschließung, Geburt eines Kindes). Im Regelfall wird dabei auf § 8 Abs. 3 AngG bzw. § 1154b ABGB verwiesen. Es handelt sich daher um keinen Urlaub, sondern vielmehr um einen Entgeltanspruch im Fall eines in der Person des Arbeitnehmers gelegenen wichtigen Dienstverhinderungsgrundes. Bei Pflegefreistellung handelt es sich um keinen Urlaub, sondern um einen Fall der Dienstverhinderung aus wichtigem Grund. Konsumiert der Arbeitnehmer Freizeit aufgrund einer Gleitzeitregelung, liegt ebenso kein Urlaub vor. 3.5. Reisekostenersätze (§§ 3 Abs. 1 Z 16b und 26 Z 4 EStG) Die Reisekosten sind für 2014 unverändert. Fahrtkostenvergütungen (Kilometergelder) für Dienstreisen können steuerfrei ersetzt werden. Das gilt auch für Fahrtkostenvergütungen (Kilometergelder), die vom Arbeitgeber höchstens für eine Fahrt pro Woche zum ständigen Wohnort (Familienwohnsitz) für arbeitsfreie Tage gezahlt werden, wenn eine tägliche Rückkehr nicht zugemutet werden kann und für die arbeitsfreien Tage kein steuerfreies Tagesgeld gezahlt wird. Das amtliche Kilometergeld beträgt ●
für PKW und Kombi: 0,42 Euro, für Motorräder: 0,24 Euro, ● pro mitfahrende Person: 0,05 Euro. ●
Der steuerfreie Ersatz ist mit 30.000 km jährlich limitiert. Tages- und Nächtigungsgelder können nach folgenden Grundsätzen steuerfrei gewährt werden: ●
Tagesgelder und Nächtigungsgelder für Außendiensttätigkeit, Fahrtätigkeit, Baustellenund Montagetätigkeit, Arbeitskräfteüberlassung und vorübergehende Tätigkeit an einem Einsatzort, zu deren Zahlung der Arbeitgeber aufgrund lohngestaltender Vorschriften gemäß § 68 Abs. 5 Z 1 bis 6 EStG 1988 (also insbesondere Kollektivverträge) verpflichtet ist, bleiben ohne zeitliche Begrenzung steuerfrei (§ 3 Abs. 1 Z 16b EStG). ● Tagesgelder bei Dienstreisen im Nahebereich (tägliche Rückkehr) ohne lohngestaltende Vorschrift: Tagesgelder bleiben gemäß § 26 Z 4 EStG nur so lange steuerfrei, bis der Ort zu einem weiteren Mittelpunkt der Tätigkeit wird (fünf Tage durchgehende Tätigkeit, fünf Tage regelmäßig wiederkehrende Tätigkeit, 15 Tage unregelSWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern mäßig wiederkehrende Tätigkeit, Tätigkeit in einem Einsatzgebiet, Fahrtätigkeit in eingegrenztem Bereich, auf wiederkehrenden Routen oder in einem Liniennetz; siehe dazu ausführlich LStR 2002, Rz. 715 ff.). ●
Tagesgelder bei Dienstreisen außerhalb des Nahebereichs (unzumutbare tägliche Rückkehr zum Familienwohnsitz) ohne lohngestaltende: Tagesgelder bleiben gemäß § 26 Z 4 EStG nur so lange steuerfrei, bis der Ort zu einem weiteren Mittelpunkt der Tätigkeit wird (nach sechs Monaten; siehe auch dazu LStR 2002, Rz. 721).
Die Höhe der Tagesgelder beträgt unverändert im Inland 26,40 Euro, im Ausland sind die jeweiligen Ländersätze laut Reisegebührenvorschrift anzusetzen. Neben der grundsätzlichen Berechnung der Tagesgelder für 24 Stunden (ein Zwölftel je angefangene Stunde) kann in allen Fällen eine Abrechnung nach Kalendertagen erfolgen. Bei Auslandsreisen erfolgt die Berechnung genauso wie bei Inlandstagesgeldern, d. h., ab drei Stunden steht für jede angefangene Stunde ein Zwölftel der jeweiligen Ländersätze zu, bzw. es besteht auch die Möglichkeit zur Abrechnung nach Kalendertagen. Die Nächtigungskosten bleiben ebenfalls unverändert (Inland tatsächliche Kosten oder pauschal 15 Euro, Ausland tatsächliche Kosten oder pauschale Ländersätze). Details und zahlreiche Beispiele zu den Reisekosten siehe Müller, SWK-Spezial Lohnverrechnung 2014, Tz. 207. 3.6. Begünstigungen für sonstige Bezüge (§ 67 EStG) Bei den sonstigen Bezügen (insbesondere Urlaubs- und Weihnachtsgelder) werden ab 1. 1. 2013 als Solidarabgabe für Spitzenverdiener befristet bis 2016 erhöhte Steuersätze festgelegt: Erhält der Arbeitnehmer neben dem laufenden Arbeitslohn von demselben Arbeitgeber sonstige, insbesondere einmalige Bezüge (z. B. 13. und 14. Monatsbezug, Belohnungen), so beträgt die Lohnsteuer innerhalb des Jahressechstels nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge ●
für die erstem 620 Euro: 0 %,
für die nächsten 24.380 Euro: 6 %, für die nächsten 25.000 Euro: 27 %,
für die nächsten 33.333 Euro: 35,75 %.
Die Besteuerung der sonstigen Bezüge mit dem festen Steuersatz unterbleibt, wenn das Jahressechstel höchstens 2.100 Euro beträgt. Der Freibetrag von 620 Euro und die Freigrenze von 2.100 Euro sind bei Bezügen im Sinne der nachstehenden Abs. 3, 4, 5 (erster Teilstrich), 6 bis 8 und 10 nicht zu berücksichtigen. Im Zuge der Veranlagung durch das Finanzamt oder einer Aufrollung durch den Arbeitgeber wird die Steuer auf die sonstigen Bezüge neu berechnet: Bis zu einem Jahressechstel von 25.000 Euro beträgt die Steuer 6 % der 620 Euro übersteigenden Bemessungsgrundlage, höchstens 30 % der 2.000 Euro übersteigenden Bemessungsgrundlage. Die Begünstigung mit dem festen Steuersatz ist allerdings eingeengt auf das sog. Jahressechstel (ein Sechstel der bereits zugeflossenen, auf das Kalenderjahr umgerechneten laufenden Bruttobezüge). Soweit sonstige Bezüge das Jahressechstel übersteigen oder mehr als 83.333 Euro betragen, sind diese übersteigenden Bezüge im Auszahlungsmonat wie ein laufender Bezug nach dem Lohnsteuertarif des jeweiligen Monats zu versteuern. Steuerfreie laufende Bezüge gemäß § 3 EStG (ausgenommen Bezüge für begünstigte Auslandstätigkeit, für Entwicklungshelfer und Zuwendungen für Zukunftssicherung) erhöhen nicht das Jahressechstel. Steuerfreie sonstige Bezüge gemäß § 3 EStG (ausgenommen Bezüge für begünstigte Auslandstätigkeit und für Entwicklungshelfer) werden auf das Jahressechstel nicht angerechnet. 18
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Steuern Die gemäß § 67 Abs. 8 EStG zu versteuernden sonstigen Bezüge bleiben unverändert; der Grenzwert für den Hälftesteuersatz bei Pensionsabfindungen bleibt für 2014 ebenso unverändert mit 11.400 Euro. 3.7. Begünstigungen für Zulagen und Zuschläge (§ 68 EStG) Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen sowie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit und mit diesen Arbeiten zusammenhängende Überstundenzuschläge (inklusive der Zuschläge für Ersatzruhetage) sind unverändert bis 360 Euro (bei überwiegender Nachtarbeit 540 Euro) monatlich steuerfrei. In § 68 Abs. 6 EStG wurde mit BGBl. I Nr. 53/2013 rückwirkend ab 1. 1. 2013 die Wortfolge „auf Grund der Beschaffenheit ihrer Arbeit“ gestrichen. Diese Wortfolge wurde von der Finanzverwaltung dahingehend interpretiert, dass der erhöhte Freibetrag für Nachtarbeit nur jenen Arbeitnehmern zustehe, die nach ihrem konkreten Berufsbild typischerweise Nachtarbeit verrichten, wie z. B. ein Bäcker. Das Abstellen auf das typische Berufsbild ist damit entfallen. Nunmehr müssen für den erhöhten Freibetrag aufgrund überwiegender Nachtarbeit folgende Voraussetzungen vorliegen: ● betriebliches Erfordernis; ● Erbringung der Normalarbeitszeit in der Zeit von 19 Uhr bis 7 Uhr; ● Blockzeit von drei Stunden erfüllt; ● Überwiegen im Lohnzahlungszeitraum. Zusätzlich dazu sind Zuschläge für die ersten zehn Überstunden im Monat im Ausmaß von höchstens 50 % des Grundlohnes, maximal 86 Euro monatlich, steuerfrei. 3.8. Aufrollung durch den Arbeitgeber (§ 77 EStG) Der Arbeitgeber kann durch Aufrollen der vergangenen Lohnzahlungszeiträume die Lohnsteuer neu berechnen. Wenn die Aufrollung die Bezüge des Monats Dezember umfasst, können unter bestimmten Voraussetzungen (ganzjährige Bezüge von diesem Arbeitgeber, keine anderen Freibeträge usw.) vom Arbeitnehmer entrichtete Beiträge an Berufsverbände (Gewerkschaftsbeiträge) sowie Kirchenbeiträge (seit 2012 bis 400 Euro jährlich) berücksichtigt werden. Pensionsauszahlende Stellen können auch Spenden in der Aufrollung berücksichtigen. Tritt die Pendlerverordnung nach dem 1. 1. 2014 in Kraft, weil der Pendlerrechner zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf der Homepage des BMF zur Verfügung stand, und legt der Arbeitnehmer bis spätestens 30. 6. 2014 die Erklärung L 34 EDV zur Berücksichtigung des Pendlerpauschales und des Pendlereuros dem Arbeitgeber vor, hat der Arbeitgeber ehestmöglich, spätestens bis 30. 9. 2014, eine Aufrollung durchzuführen. 3.9. Haftung des Arbeitgebers, des Arbeitnehmers, Auftraggeberhaftung Bau (§§ 82, 82a und 83 EStG) Der Arbeitgeber haftet gemäß § 82 EStG dem Bund für die Einbehaltung und Abfuhr der vom Arbeitslohn einzubehaltenden Lohnsteuer. Der Arbeitnehmer direkt wird nur in Anspruch genommen, wenn die Voraussetzungen für eine Pflichtveranlagung gegeben sind, bestimmte Nachversteuerungsgründe (bei Freibeträgen) vorliegen oder eine Veranlagung auf Antrag durchgeführt wird. Der Arbeitnehmer kann weiters dann unmittelbar in Anspruch genommen werden, wenn er und der Arbeitgeber vorsätzlich zusammenwirken, um sich einen gesetzeswidrigen Vorteil zu verschaffen, der eine Verkürzung der vorschriftsmäßig zu berechnenden und abzuführenden Lohnsteuer bewirkt (§ 83 EStG). Wird die Erbringung von Bauleistungen von einem Unternehmen (auftraggebendes Unternehmen) an ein anderes Unternehmen (beauftragtes Unternehmen) ganz oder teilweise weitergegeben, so haftet das auftraggebende Unternehmen für die vom Finanzamt einzuhebenden lohnabhängigen Abgaben des beauftragten Unternehmens bis zum Höchstausmaß von 5 % des geleisteten Werklohns (§ 82a EStG). Die Haftung entfällt, SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern wenn das beauftragte Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistung des Werklohns in der Gesamtliste der haftungsfreistellenden Unternehmen (HFU-Gesamtliste) geführt wird oder das auftraggebende Unternehmen 5 % des zu leistenden Werklohns (Haftungsbetrag) gleichzeitig mit der Leistung des Werklohns an das Dienstleistungszentrum bei der Wiener Gebietskrankenkasse überweist. 3.10. Lohnkonto (§ 76 EStG) und Lohnzettel (§ 84 EStG) Der Arbeitgeber hat für jeden Arbeitnehmer ein Lohnkonto zu führen, wobei die Lohnkontoführung spätestens am 15. des Monats, der dem Beginn des Dienstverhältnisses folgt, beginnen muss. Der Arbeitgeber hat dem Finanzamt der Betriebsstätte oder dem sachlich und örtlich zuständigen Krankenversicherungsträger ohne besondere Aufforderung die Lohnzettel aller im Kalenderjahr beschäftigten Arbeitnehmer zu übermitteln. Der Lohnzettel hat alle im amtlichen Formular vorgesehenen für die Erhebung von Abgaben maßgeblichen Daten und die Summe der allgemeinen Beitragsgrundlagen sowie der Sonderzahlungen zu enthalten. Die Übermittlung der Lohnzettel hat grundsätzlich folgendermaßen zu erfolgen: ●
Elektronisch bis Ende Februar des folgenden Kalenderjahres. Papiermäßig auf dem amtlichen Vordruck (wenn dem Arbeitgeber bzw. der auszahlenden Stelle die elektronische Übermittlung der Lohnzettel mangels technischer Voraussetzungen unzumutbar ist) bis Ende Jänner des folgenden Kalenderjahres. ● Bei Beendigung des Dienstverhältnisses ist ein Lohnzettel bis Ende des Folgemonats zu übermitteln. ● Bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ist ein Lohnzettel bis Ende des zweitfolgenden Monats zu übermitteln. In diesem Fall ist ein Lohnzettel bis zum Tag der Insolvenzeröffnung auszustellen. ● Erfolgen nach Übermittlung eines Lohnzettels Ergänzungen des Lohnkontos, welche die Bemessungsgrundlagen oder die abzuführende Steuer betreffen, ist ein berichtigter Lohnzettel innerhalb von zwei Wochen ab erfolgter Ergänzung an das Finanzamt der Betriebsstätte zu übermitteln. ●
Der Arbeitgeber (der Insolvenzverwalter) hat dem Arbeitnehmer bei Beendigung des Dienstverhältnisses, bei Eröffnung des Konkurses oder über dessen Verlangen für Zwecke der Einkommensteuerveranlagung einen Lohnzettel nach dem amtlichen Vordruck auszustellen. 3.11. Lohnzettel bei Entsendung ins Ausland Der Arbeitgeber hat dem Finanzamt der Betriebsstätte oder dem sachlich und örtlich zuständigen Krankenversicherungsträger (§ 23 Abs. 1 ASVG) ohne besondere Aufforderung für alle im abgelaufenen Kalenderjahr beschäftigten Arbeitnehmer einen Lohnzettel zu übermitteln. Bei Veräußerung, Aufgabe oder Liquidation eines Betriebs ist der Lohnzettel bereits zu diesem Zeitpunkt zu übermitteln. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses oder über dessen Verlangen des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber für Zwecke der Veranlagung einen Lohnzettel nach dem amtlichen Vordruck auszufertigen. Werden vom Arbeitgeber neben steuerpflichtigen Bezügen aus nichtselbständiger Arbeit („Inlandsbezüge“) Bezüge gemäß § 3 Abs. 1 Z 10 oder 11 EStG („Auslandsbezüge“ bei Auslandsmontage oder Entwicklungshilfe) ausgezahlt, ist für die Auslandsbezüge ein gesonderter Lohnzettel auszustellen. Bei elektronischer Übermittlung ist dieser „Auslandslohnzettel“ bei Entsendung in ein Land, mit dem ein DBA abgeschlossen wurde, das die Vermeidung der Doppelbesteuerung aufgrund der Befreiungsmethode vorsieht, 20
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unter der Lohnzettelart 8,
bei einem DBA mit Anrechnungsmethode unter der Lohnzettelart 24
zu übermitteln. Übersicht der Lohnzettelarten in Fällen, in denen Österreich kein Besteuerungsrecht an den gemäß § 3 Abs. 1 Z 10 EStG steuerbefreiten Einkünften hat: Befreiungsmethode Lohnzettelart
Anrechnungsmethode Lohnzettelart
23 und 24
8 und 23
AG behält Lohnsteuer ein AG behält Lohnsteuer nicht ein (direkte Anwendung des DBA)
3.12. Übersicht über die Lohnzettelarten Art
Lohnzettel für beschränkt oder unbeschränkt Steuerpflichtige („normaler“ Lohnzettel)
§ 84 Abs. 1 EStG
Lohnzettel über Auslandsbezüge nach § 3 Abs. 1 Z 10 (bis einschließlich i. d. F. BBG 2011) oder Z 11 EStG
§ 69 Abs. 2 EStG
§ 69 Abs. 3 EStG
§ 69 Abs. 5 EStG
Lohnzettel über Insolvenz-Entgelt durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds
§ 69 Abs. 6 EStG
Lohnzettel für Steuerpflichtige, für die aufgrund DBA keine Lohnsteuer einzubehalten ist (bei Anwendung der Befreiungsmethode; z. B. Lohnzettel für im Ausland Ansässige)
Lohnzettel der Bauarbeiterurlaubskasse gemäß § 69 Abs. 4 EStG (Winterfeiertagsvergütung)
§ 69 Abs. 4 EStG
Lohnzettel über Auszahlungen aus der Betrieblichen Vorsorge laut BMSVG
§ 69 Abs. 7 EStG
Lohnzettel über Insolvenz-Entgelt durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds (Auslandsbezüge nach § 3 Abs. 1 Z 10 oder Z 11 EStG)
Lohnzettel der Bauarbeiterurlaubskasse gemäß § 69 Abs. 8 EStG (Bezüge gemäß § 33f Abs. 1 BUAG)
§ 69 Abs. 8 EStG
Lohnzettel über Rückzahlung von Pensionsbeiträgen nach § 25 Abs. 1 Z 3 lit. e EStG
§ 69 Abs. 9 EStG
Lohnzettel der Bauarbeiterurlaubskasse gemäß § 69 Abs. 4 Z 2 EStG (Urlaubsentgelt gemäß § 8 Abs. 8 BUAG)
§ 67 Abs. 5 EStG
§ 67 Abs. 3 EStG
Lohnzettel über Auslandsbezüge nach § 3 Abs. 1 Z 10 EStG (i. d. F. AbgÄG 2011)
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Steuern 3.13. Mitteilungen (§§ 109a und 109b EStG) Für Leistungen von bestimmten Personen und Personenvereinigungen (Personengemeinschaften) ohne eigene Rechtspersönlichkeit außerhalb eines Dienstverhältnisses müssen Mitteilungen (ähnlich den Lohnzetteln) ausgestellt werden (Verordnung zu § 109a EStG). Die Mitteilungen sind elektronisch bis Ende Februar des Folgejahres (wenn die elektronische Übermittlung unzumutbar ist, auf dem Papierformular bis Ende Jänner) vom Unternehmer sowie von Körperschaften des öffentlichen und privaten Rechts dem für die Erhebung der Umsatzsteuer zuständigen Finanzamt elektronisch zu übermitteln. Dem Empfänger ist eine entsprechende Mitteilung bis Ende Jänner des Folgejahres auszustellen. Für Bagatellfälle (Fälle, bei denen das Honorar im Einzelfall nicht mehr als 450 Euro bzw. für ein Kalenderjahr nicht mehr als 900 Euro beträgt) kann die Mitteilung entfallen. Für folgende Personen und Personenvereinigungen (Personengemeinschaften) sind derartige Mitteilungen auszustellen: ●
Aufsichtsräte, Verwaltungsräte;
Bausparkassen- und Versicherungsvertreter;
Stiftungsvorstände;
selbständige Vortragende, Lehrende und Unterrichtende;
Kolporteure und Zeitungszusteller;
Privatgeschäftsvermittler;
Funktionäre von öffentlich-rechtlichen Körperschaften (§ 29 Z 4 EStG);
freie Dienstnehmer (§ 4 Abs. 4 ASVG).
Für sonstige selbständige Tätigkeiten, für Vermittlungsleistungen sowie für kaufmännische und technische Beratungen (jeweils mit Inlandsbezug), für die Zahlungen ins Ausland erfolgen, hat der auszahlenden Unternehmer bis Ende Februar des Folgejahres elektronisch bzw. bis Ende Jänner auf dem amtlichen Vordruck eine Mitteilung an das Finanzamt zu übermitteln (§ 109b EStG). Die Mitteilung hat zu unterbleiben, wenn ●
sämtliche in einem Kalenderjahr an einen Leistungserbringer geleisteten Zahlungen 100.000 Euro nicht übersteigen,
ein Steuerabzug gemäß § 99 EStG zu erfolgen hat oder
bei Zahlungen an eine ausländische Körperschaft die dortige Körperschaftsteuer um nicht mehr als 10 % unter der österreichischen Körperschaftsteuer liegt.
3.14. Antrag auf Richtigstellung der Einkunftsart in einem Abgabenbescheid § 293a BAO sieht ab 1. 1. 2014 die Möglichkeit vor, dass auf Antrag die Angabe der Einkunftsart in der Begründung eines Abgabenbescheids berichtigt werden kann, wenn rechtliche Interessen der Partei dies gebieten. Ein solches Interesse kann z. B. gegeben sein, wenn eine Anmeldung bei der SVA der gewerblichen Wirtschaft als selbständig tätige Person vorliegt und im Zuge einer GPLA eine Umqualifizierung auf eine unselbständige Tätigkeit erfolgt. 4. Sozialversicherung 4.1. Beitragsgrundlage (§§ 44 ff. ASVG) Grundlage für die Bemessung der allgemeinen Beiträge ist für Pflichtversicherte der im Beitragszeitraum gebührende, auf Cent gerundete Arbeitsverdienst mit Ausnahme allfälliger Sonderzahlungen, bei Dienstnehmern somit das Entgelt. Beitragszeitraum ist der Kalendermonat, der einheitlich mit 30 Tagen anzunehmen ist. Unter Entgelt (§ 49 Abs. 1 ASVG) sind die Geld- und Sachbezüge zu verstehen, auf die der pflichtversicherte Dienstnehmer (Lehrling) aus dem Dienst-/Lehrverhältnis 22
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Steuern Anspruch hat oder die er darüber hinaus aufgrund des Dienst-/Lehrverhältnisses vom Dienstgeber oder von einem Dritten (z. B. Trinkgelder) erhält. Die Untergrenze des Entgelts stellt somit der arbeitsrechtliche Anspruch dar. Sonderzahlungen (§ 49 Abs. 2 ASVG) sind als Entgelt nur unter den im ASVG ausdrücklich genannten Bestimmungen (d. h. im Rahmen der Höchstbeitragsgrundlage) zu berücksichtigen. Der Katalog der Befreiungen von der SV-Beitragspflicht (§ 49 Abs. 3 ASVG; z. B. Auslagenersätze, Reisekostenvergütungen, Schmutzzulagen, Fehlgeldentschädigungen, Abfertigungen, Jubiläumsgeschenke, Prämien für Verbesserungsvorschläge, Beiträge nach dem BMSVG) bleibt für 2014 unverändert. 4.2. Geringfügig Beschäftigte (§ 5 Abs. 2 ASVG) Ein Beschäftigungsverhältnis gilt als geringfügig, wenn es ●
für eine kürzere Zeit als einen Kalendermonat vereinbart ist und das Durchschnittsentgelt 30,35 Euro täglich oder insgesamt 395,31 Euro nicht übersteigt oder
für mindestens einen Kalendermonat oder auf unbestimmte Zeit vereinbart ist und als Entgelt nicht mehr als 395,31 Euro monatlich gebühren.
Folgendes hat der Dienstgeber hinsichtlich der geringfügig Beschäftigten zu beachten: ●
Beträgt die Summe der monatlichen Entgelte aller bei ihm geringfügig Beschäftigten nicht mehr als das Eineinhalbfache der Geringfügigkeitsgrenze ( 592,97 Euro), dann muss der Dienstgeber lediglich den Beitrag zur Unfallversicherung in Höhe von 1,4 % leisten (Beitragsgruppen: N14 Arbeiter, N24 Angestellte, L14 freie Dienstnehmer/Arbeitertätigkeit, M24 freie Dienstnehmer/Angestelltentätigkeit).
Übersteigt die Summe der monatlichen Entgelte aller bei ihm geringfügig Beschäftigten das Eineinhalbfache der Geringfügigkeitsgrenze (592,97 Euro), dann muss der Dienstgeber von der Summe der Entgelte aller bei ihm geringfügig Beschäftigten eine Dienstgeberabgabe laut Dienstgeberabgabegesetz in Höhe von 16,4 % + 1,4 % Unfallversicherungsbeitrag (Summe daher 17,8 %) leisten (Beitragsgruppe N72).
4.3. Höchstbeitragsgrundlagen Die Höchstbeitragsgrundlagen betragen 2014 ●
bei den laufenden Bezügen (Arbeitslosen-, Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung) 4.530 Euro monatlich, 151 Euro täglich (die Höchstbeitragsgrundlagen gelten auch für die Kammerumlage, den Wohnbauförderungsbeitrag, die Landarbeiterkammerumlage, den Schlechtwetterentschädigungsbeitrag, den IESG-Zuschlag und den Beitrag nach dem Nachtschwerarbeitsgesetz),
bei den Sonderzahlungen 9.060 Euro (von Sonderzahlungen sind keine Landarbeiterkammerumlage [ausgenommen in Kärnten], keine Kammerumlage und kein Wohnbauförderungsbeitrag zu entrichten).
4.4. Beitragssätze Die Beitragssätze 2014 betragen unverändert grundsätzlich: ●
Arbeiter A1: 17,20 % DN-Anteil (+ 0,5 % KU + 0,5 % WF), 20,65 % DG-Anteil (+ 0,55 % IE + 0,5 % WF).
Angestellte D1: 17,07 % DN-Anteil (+ 0,5 % KU + 0,5 % WF), 20,78 % DG-Anteil (+0,55 % IE + 0,5 % WF).
Die ursprünglich im Gesetz für 2014 vorgesehene Senkung des Krankenversicherungsbeitrags um 0,1 % wurde bis auf Weiteres ausgesetzt. Mit 1. 7. 2008 wurde der Beitragssatz in der Arbeitslosenversicherung für (freie) Dienstnehmer mit niedrigen Einkommen abgesenkt und kann sogar zur Gänze entfallen. Der SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern Dienstgeberanteil und der IESG-Zuschlag bleiben unverändert. Die Beiträge werden wie bisher abgerechnet und anschließend mittels Verrechnungsgruppen rückverrechnet. Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag beträgt 2014 ● bei Einkommen bis 1.246 Euro: 0 % (Verrechnungsgruppe N25a), ● bei Einkommen über 1.246 Euro bis 1.359 Euro: 1 % (Verrechnungsgruppe N25b), ● bei Einkommen über 1.359 Euro bis 1.530 Euro: 2 % (Verrechnungsgruppe N25c), ● bei Einkommen über 1.530 Euro: 3 %. Laufendes Entgelt und Sonderzahlungen sind getrennt zu betrachten. Jeder Beitragszeitraum ist separat zu beurteilen, es kommt zu keiner Durchschnittsberechnung. Es ist immer das tatsächlich zufließende Entgelt heranzuziehen. Wird das Dienstverhältnis während des Monats begonnen oder beendet, kommt es zu keiner fiktiven Hochrechnung. Auch bei mehreren Dienstverhältnissen kommt es zu keiner Zusammenrechnung. Bei Urlaubsersatzleistung und Kündigungsentschädigung sind jene Teile, die als laufender Bezug gelten, entsprechend der Verlängerung der Pflichtversicherung dem jeweiligen Monat zuzuordnen. Die darauf entfallenden Sonderzahlungsanteile werden im Beendigungsmonat beurteilt. Seit 1. 6. 2011 entfällt der Arbeitslosenversicherungsbeitrag nur mehr für Frauen und Männer, die das 58. Lebensjahr vor dem 1. 6. 2011 vollendet haben (d. h., spätestens am 1. 6. 1953 geboren wurden). Trotz Entfalls des Arbeitslosenversicherungsbeitrags sind diese Personen nach wie vor in der Arbeitslosenversicherung versichert (Beitragsgruppen: A2u, D2u, die Umstufung erfolgt durch den Krankenversicherungsträger, eine Meldung ist nicht nötig), der IESG-Zuschlag ist weiter zu zahlen. Die frühere Altersgrenze von 56 Jahren sowohl für Männer als auch für Frauen (aufgrund des Erkenntnisses des VwGH vom 20. 12. 2006, 2005/08/0057, wurde die vorherige Differenzierung mit 56 und 58 Jahren aufgehoben) gilt nur mehr für Frauen und Männer, die das 56. Lebensjahr vor dem 1. 7. 2008 vollendet haben (Geburtstag daher spätestens am 1. 7. 1952, da das 56. Lebensjahr bereits am 30. 6. 2008 vollendet wurde), bei Vollendung des 57. Lebensjahres spätestens am 31. 8. 2009 entfällt der Arbeitslosenversicherungsbeitrag noch ab dem 57. Lebensjahr. Die Verwendungsgruppen A2u, D2u etc. bleiben aufrecht. Die Wiedereinführung der Befreiung vom Arbeitslosenversicherungsbeitrag ab 1. 1. 2016 bzw. ab 1. 1. 2018 wurde durch das 2. StabG 2012 ersatzlos gestrichen. Die bisherigen Begünstigungen laufen damit aus. Aufgrund des 2. StabG 2012 entfallen der Arbeitslosenversicherungsbeitrag sowie der IESG-Zuschlag bei gleichzeitigem Ende der Pflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung für Frauen, die vor dem 2. 3. 1954 geboren wurden, noch nach Vollendung des maßgeblichen Alters für die vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer (die Hacklerpension wird nicht berücksichtigt) und für Männer, die vor dem 2. 6. 1953 geboren wurden, nach Vollendung des 60. Lebensjahres (gleichzeitig endet der Unfallversicherungsbeitrag für Männer). Für Frauen gelten die Beitragsgruppen A2, D2, etc., für Männer A4u, D4u etc. Ab 1. 1. 2013 endet die Arbeitslosenversicherungspflicht ab dem Beginn des folgenden Kalendermonats, in dem eine Alterspension bezogen wird bzw. in dem die Anspruchsvoraussetzungen (neben dem entsprechenden Alter müssen auch die nötigen Versicherungsmonate vorliegen) für eine Alterspension – mit Ausnahme der Korridorpension – vorliegen. Bei der Korridorpension endet die Arbeitslosenversicherungspflicht auch bei Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen erst ab Vollendung des 63. Lebensjahres (frühestes Antrittsalter wäre die Vollendung des 62. Lebensjahres). Der IESG-Zuschlag entfällt, sofern nicht alle Anspruchsvoraussetzungen für eine Alterspension erfüllt sind und damit die Arbeitslosenversicherungspflicht endet, erst ab Vollendung des 63. Lebensjahres. Betroffen von dieser Neuregelung sind Frauen, die ab dem 2. 3. 1954 geboren wurden, und Männer, die ab dem 2.6.1953 geboren wurden. Für diese Personen gelten die Beitragsgruppen A4u, D4u etc. Die Kenntnis des individuellen Pensionsantrittsalters ist daher in Zukunft wichtig, 24
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Steuern damit nicht zu viel an Beiträgen abgeführt wird. Sollte das doch vorkommen, können sowohl Dienstnehmer als auch Dienstgeber diese zurückverlangen. Der Unfallversicherungsbeitrag entfällt nach wie vor mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Für Frauen (geboren ab dem 2. 3. 1954) und Männer (geboren ab dem 2. 6. 1953) gelten die Beitragsgruppen A3u, D3u etc., solange die Arbeitslosenversicherungspflicht besteht; endet sie, so gelten die Beitragsgruppen A4u, D4u etc. Für Frauen (geboren vor dem 2. 3. 1954) und Männer (geboren vor dem 2. 6. 1953), die das 60. Lebensjahr vollendet haben, gelten die Beitragsgruppen A4u, D4u etc. Der Nachtschwerarbeitsbeitrag beträgt ab 1. 1. 2013 3,70 %. 4.5. Meldepflichten Ab 1. 1. 2014 ist die An-, Ab- und Änderungsmeldung mittels Papierformularen für juristische Personen und eingetragene Personengesellschaften grundsätzlich nicht mehr möglich, die Ausnahme bildet die Mindestangaben-Anmeldung. Die Meldeverpflichtungen sind grundsätzlich im Wege der Datenfernübertragung zu erstatten. Meldungen ohne Datenfernübertragung gelten nur dann als erstattet, wenn die Datenfernübertragung unzumutbar ist oder aufgrund eines unverschuldeten Ausfalls der Datenfernübertragungseinrichtung technisch ausgeschlossen war. In solchen Fällen ist durch Richtlinien des Hauptverbands die Reihenfolge anderer Meldungsarten festzulegen, wobei nachrangige Meldearten nur dann zuzulassen sind, wenn vorrangige für den Dienstgeber wirtschaftlich unzumutbar sind. Derzeit hat die Vollmeldung – in dieser Reihenfolge – mit Diskette, Magnetband, Telefax mit bzw. ohne Formular, schriftlich mit bzw. ohne Formular zu erfolgen. 4.6. Auflösungsabgabe Bei Ende eines arbeitslosenversicherungspflichtigen (freien) Dienstverhältnisses nach dem 31. 12. 2012 hat der Dienstgeber eine Abgabe in Höhe von 115 Euro (Wert 2014) zu entrichten. Für Arbeitnehmer, die der Urlaubsregelung des BUAG unterliegen und für die demgemäß Zuschläge entrichtet wurden, fällt die Auflösungsabgabe nicht an. Der bloße Entfall des Arbeitslosenversicherungsbeitrags bei aufrechter Arbeitslosenversicherung führt nicht zum Entfall der Auflösungsabgabe. Nur wenn aus Altersgründen keine Pflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung besteht, entfällt die Auflösungsabgabe. Laut Gebietskrankenkasse (NÖDIS Nr. 3/2012) fällt bei einem bloßen Statuswechsel ebenfalls keine Auflösungsabgabe an (z. B. Übernahme einer überlassenen Arbeitskraft, Beendigung eines Dienstverhältnisses mit anschließendem neuem Dienstverhältnis zum selben Dienstgeber, bei Betriebsübergang oder Wechsel vom ASVG ins GSVG). Wird ein vollversicherungspflichtiges Dienstverhältnis in ein geringfügiges Dienstverhältnis umgewandelt, fällt die Auflösungsabgabe sofort bei der Umstellung an (also auch ohne arbeitsrechtliche Beendigung). Bei Schwankungen zwischen Vollversicherung und Geringfügigkeit fällt die Auflösungsabgabe erst bei arbeitsrechtlicher Beendigung an, egal ob am Ende ein vollversichertes oder ein geringfügiges Dienstverhältnis vorliegt (laut BMASK). Bei saisonbedingten Kündigungen, Betriebsschließung oder Kündigungen mit Wiedereinstellungszusage fällt die Auflösungsabgabe grundsätzlich an, bei fallweiser Beschäftigung dagegen nicht. Bei der Abmeldung des Dienstnehmers ist anzugeben, ob eine Auflösungsabgabe anfällt, sie ist im Monat der Beendigung gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen unaufgefordert an die Krankenkasse abzuführen (Verrechnungsgruppe N80). Ausnahmen von der Auflösungsabgabe: ●
Das (freie) Dienstverhältnis wurde auf maximal sechs Monate befristet (laut BMASK gilt das auch, wenn das Dienstverhältnis innerhalb dieser Befristung durch Dienstgeberkündigung, einvernehmliche Auflösung etc. beendet wurde). Wurde das auf
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maximal sechs Monate befristete Dienstverhältnis durch Bestimmungen des MSchG oder APSG verlängert, fällt die Auflösungsabgabe ebenfalls nicht an. Das Dienstverhältnis wurde während der Probezeit aufgelöst. Der Dienstnehmer – hat gekündigt, – ist ohne wichtigen Grund vorzeitig ausgetreten, – ist aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig ausgetreten, – hat im Zeitpunkt der Auflösung einen Anspruch auf eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension (es ist unerheblich wie das Dienstverhältnis beendet wird), – hat bei einvernehmlicher Auflösung einen Anspruch auf eine Regelpension bzw. ein Sonderruhegeld oder – wurde gerechtfertigt entlassen. Der freie Dienstnehmer hat – gekündigt, – das freie Dienstverhältnis ohne wichtigen Grund vorzeitig aufgelöst, – einen wichtigen Grund gesetzt, die den Dienstgeber veranlasste, vorzeitig aufzulösen, – im Zeitpunkt der Auflösung einen Anspruch auf eine Invaliditäts- oder Berufsunfähigkeitspension, – bei einvernehmlicher Auflösung einen Anspruch auf eine Regelpension. Ein Lehrverhältnis wird aufgelöst. Ein verpflichtendes Ferial- oder Berufspraktikum wird beendet. Das (freie) Dienstverhältnis wird gemäß § 25 IO gelöst. Innerhalb eines Konzerns wird unmittelbar an die Auflösung eines Dienstverhältnisses ein neues begründet. Das (freie) Dienstverhältnis wird durch Tod des (freien) Dienstnehmers beendet.
4.7. Sozial-und Weiterbildungsfonds gemäß den §§ 22a ff. AÜG Zum Zweck der Förderung der Weiterbildung von überlassenen Arbeitskräften wird ein Fonds eingerichtet, der in überlassungsfreien Zeiten und Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs Unterstützungsleistungen und Fortbildungsmaßnahmen erbringen soll. Dazu haben gewerbliche Arbeitskräfteüberlasser (auch ausländische) ab 1. 1. 2013 für überlassene Arbeiter und ab 1. 1. 2017 auch für überlassene Angestellte Beiträge zu leisten. Diese betragen 2013 0,25 %, 2014 0,35 %, 2015 0,6 % und ab dem Jahr 2016 0,8 % der allgemeinen Beitragsgrundlage sowie der Sonderzahlungen begrenzt mit der Höchstbeitragsgrundlage. Die Beiträge sind gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen vom zuständigen Krankenversicherungsträger einzuheben (Verrechnungsgruppe N18). Keine Beiträge sind zu entrichten, wenn entweder Überlasser und Beschäftiger keinem Kollektivvertrag unterliegen oder einer von beiden keinem Kollektivvertrag unterliegt. Die Einhebung der Beiträge von Arbeitskräfteüberlassern ohne Sitz in Österreich erfolgt durch die BUAK. 4.8. Freie Dienstnehmer Freie Dienstnehmer wurden ab 1. 1. 2008 in die Arbeitslosenversicherung (6 %), in den Insolvenzsicherungsfonds (0,55 %) und in die betriebliche Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorge (BMSVG) einbezogen (1,53 %). Gleichzeitig wurden sie auch Mitglieder bei der Arbeiterkammer und damit arbeiterkammerumlagenpflichtig (0,5 %). Da sie auch Kranken- und Wochengeld wie Dienstnehmer bekommen, wurde auch ihr Krankenversicherungsbeitrag auf 7,65 % angehoben. Insgesamt beträgt die Beitragsleistung für freie Dienstnehmer damit 40,43 %, davon trägt der freie Dienstnehmer 17,62 % und der Dienstgeber 22,81 %. Die Einbeziehung in die Arbeitslosenversiche26
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Steuern rung und in die Abfertigung neu (BMSVG) erfolgt auch für freie Dienstverhältnisse, die vor dem 1. 1. 2008 begonnen haben. 4.9. Beihilfe für Ein-Personen-Unternehmen EPU (unter bestimmten Voraussetzungen auch Personen- oder Kapitalgesellschaften), die erstmals oder nach fünf Jahren wieder einen Dienstnehmer beschäftigen, erhalten vom AMS unter bestimmten Voraussetzungen eine Förderung, die in etwa den Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung abgelten soll. Voraussetzungen: ● ● ● ● ● ●
Der Dienstgeber muss seit mehr als 3 Monaten nach dem GSVG vollversichert sein. Der aufzunehmende Dienstnehmer ist beim AMS als arbeitssuchend vorgemerkt (seit mindestens zwei Wochen oder unmittelbar nach abgeschlossener Ausbildung). Das vollversicherungspflichtige Dienstverhältnis umfasst mindestens 50 % der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Wochenstunden. Die arbeitsrechtlichen Vorschriften werden eingehalten (vor allem KV-Lohn). Das Dienstverhältnis dauert länger als zwei Monate. Der Förderungswerber hat in den letzten fünf Jahren keinen vollversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt (Arbeitsverhältnisse, die nicht länger als zwei Monate gedauert haben, bleiben außer Betracht). Das Ansuchen auf Förderung wird innerhalb von sechs Wochen nach Beginn des Dienstverhältnisses beim AMS gestellt.
Keine Förderung erhält man für ● ● ● ● ● ●
Personen, die dem geschäftsführenden Organ angehören; Lehrlinge; Werkvertragsnehmer mit Gewerbeschein; neue Selbständige; freie Dienstnehmer; Ehepartner, Lebensgefährten, Kinder, Geschwister, Enkel, Verschwägerte, Stiefund Adoptivkinder, Eltern, Großeltern, Stief- und Adoptiveltern.
Für die Förderung schadet es nicht, wenn man in der Vergangenheit bereits folgende Personen beschäftigt hat: ●
Lehrlinge (auch noch in der Behaltefrist); geringfügig Beschäftigte; ● Werkvertragsnehmer mit Gewerbeschein; ● neue Selbständige. ●
Der Dienstnehmer erhält vom AMS 25 % des laufenden Bruttomonatsentgelts (ohne Sonderzahlungen, Dienstgeberbeiträge, Überstunden, Überstundenpauschalen, Zulagen, Diäten, Zuschläge, Provisionen etc.). Obergrenze der Förderung ist die ASVG-Höchstbeitragsgrundlage für das laufende Bruttoentgelt auf Basis einer Vollbeschäftigung. Die Förderung wird maximal für die Dauer eines Jahres ausbezahlt. Diese Förderung wird über den 31. 12. 2013 hinaus verlängert. 4.10. Pflegeteilzeit und Pflegekarenz Ab 1. 1. 2014 können Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber zur Pflege eines nahen Angehörigen (mindestens Pflegestufe 3 oder minderjähriger Angehöriger mit Pflegegeldstufe 1 oder demenziell erkrankter Angehöriger mit Pflegestufe 1) schriftlich Pflegekarenz für mindestens einen Monat bis zu drei Monaten vereinbaren, sofern das Dienstverhältnis bereits drei Monate gedauert hat (erleichterte Bestimmungen gibt es für Saisonarbeitskräfte). Der Beitrag nach dem BMSVG ist für die Dauer der PflegeSWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern karenz nicht vom Arbeitgeber zu tragen. Die Karenzierung ist der GKK mit dem adaptierten Formular für die Hospizkarenz zu melden. Unter den gleichen Voraussetzungen kann auch eine Herabsetzung der Arbeitszeit schriftlich vereinbart werden (Pflegeteilzeit), wobei die wöchentliche Arbeitszeit zehn Stunden nicht unterschreiten darf. Die Sonderzahlungen sind nach dem der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung entsprechenden Ausmaß im Kalenderjahr zu leisten. Die BV-Beiträge sind vom Arbeitgeber auf Basis vor Herabsetzung der Arbeitszeit zu leisten. Je nach Höhe des gebührenden Entgelts kann Voll- bzw. bei geringfügigem Entgelt Teilversicherung in der Unfallversicherung vorliegen. Die jeweils anfallenden Beiträge sind mittels Beitragsnachweisung abzurechnen. Bei Vorschreibebetrieben ist die entsprechende Änderungsmeldung zu erstatten. Bei entsprechender Verminderung des Entgelts kann sich auch der Arbeitslosenversicherungsbeitrag des Arbeitnehmers reduzieren. 4.11. Bildungsteilzeit Schon bisher konnten Dienstnehmer und Dienstgeber Bildungskarenz vereinbaren. Sofern das Dienstverhältnis mindestens sechs Monate gedauert hat (Saisonarbeiter: drei Monate), ist ab 1. 7. 2013 auch eine Bildungsteilzeit für mindestens vier Monate bis maximal zwei Jahre möglich, wenn Dienstnehmer und Dienstgeber schriftlich die Herabsetzung der Arbeitszeit um mindestens 25 % und maximal 50 % vereinbaren. Die wöchentliche Normalarbeitszeit darf zehn Stunden nicht unterschreiten. Die Sonderzahlungen sind nach dem der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung entsprechenden Ausmaß im Kalenderjahr zu leisten. Die BV-Beiträge sind vom Arbeitgeber auf Basis vor Herabsetzung der Arbeitszeit zu leisten. Die geänderten Beiträge sind mittels Beitragsnachweisung abzurechnen. Bei Vorschreibebetrieben ist die entsprechende Änderungsmeldung zu erstatten. Bei entsprechender Verminderung des Entgelts kann sich auch der Arbeitslosenversicherungsbeitrag des Arbeitnehmers reduzieren. Da der Dienstnehmer während der Bildungskarenz und der Bildungsteilzeit ein Weiterbildungsgeld bzw. ein Bildungsteilzeitgeld beziehen kann, ist die Lösung des Dienstverhältnisses auch vom Dienstgeber unverzüglich anzuzeigen. Sind in Betrieben mit bis zu 50 Arbeitnehmern bereits vier Arbeitnehmer, in Betrieben mit mehr als 50 Arbeitnehmern mehr als 8 % der Arbeitnehmer, in Bildungsteilzeit, ist für jeden weiteren Arbeitnehmer, der Bildungsteilzeit in Anspruch nehmen will, die Zustimmung des Regionalbeirats des AMS nötig. 4.12. Neuerungen im Bereich der BUAK Ab 1. 1. 2014 müssen Dienstgeber, die Dienstnehmer in Teilzeit beschäftigen, der BUAK die vereinbarten Arbeitstage sowie die Lage der Arbeitszeit an diesen Tagen sowie alle diesbezüglichen Änderungen melden. Aufgrund der neu geregelten Urlaubsersatzleistung (ab 1. 11. 2014) ist der BUAK bereits ab 1. 1. 2014 jede Beendigung eines Arbeitsverhältnisses unverzüglich zu melden. Wird das Arbeitsverhältnis beendet, kann der Arbeitnehmer gegenüber der BUAK eine Urlaubsersatzleistung in Höhe der Urlaubsentgelts beantragen (sofern für diesen Zeitraum kein BUAG-pflichtiges Arbeitsverhältnis eingegangen wird). Urlaubsansprüche, die innerhalb von fünf Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses verfallen würden, werden sogar unabhängig von einem Antrag abgegolten. Diese Urlaubsersatzleistung verlängert die Pflichtversicherung; der Zeitraum für den die Ersatzleistung gebührt, gilt als Beschäftigungszeit nach dem BUAG. Ab 1. 1. 2015 erhalten arbeitslose Bauarbeiter nach Vollendung des 58. Lebensjahres für die Überbrückung bis zum Pensionsantritt ein Überbrückungsgeld (maximal für ein Jahr). Finanziert wird es ab 2014 durch Zuschläge des Dienstgebers in Höhe des 1,5-Fachen des kollektivvertraglichen Stundenlohns pro Beschäftigungswoche (für 2014 wird der Zuschlag mit 80 % des Stundenlohns festgesetzt). Dafür wird der Zuschlag für den Urlaub von bisher 125 % 2014 auf 122 % und 2015 auf 120 % des Stundenlohns gesenkt. 28
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Steuern Ab 1. 9. 2013 gelten alle Tätigkeiten, für die Zuschläge zum Sachbereich Urlaub an die BUAK zu entrichten sind, als besonders belastend im Sinne der Schwerarbeitsverordnung. Die Meldung dieser Tätigkeiten an den Hauptverband erfolgt direkt durch die BUAK. 4.13. Zuschuss zur Entgeltfortzahlung Die AUVA leistet unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss bei Krankenständen sowie bei Freizeit und Arbeitsunfällen in Höhe von 50 % des tatsächlich fortgezahlten Entgelts (einschließlich darauf entfallender Sonderzahlungen; Basis für die Ermittlung des gebührenden Zuschusses ist das tatsächlich fortgezahlte Entgelt, begrenzt mit dem Eineinhalbfachen der Höchstbeitragsgrundlage) für die Dauer von maximal 42 Kalendertagen pro Arbeitsjahr. Ab 31. 7. 2013 werden für bestimmte Unfälle, die sich bei Einsätzen im Rahmen des Katastrophenschutzes und der Katastrophenhilfe ereignen, 100 % des fortgezahlten Entgelts (siehe oben) ersetzt. Erfasst sind Unfälle von Dienstnehmern, die gemäß § 176 Abs. 1 Z 7 lit. a ASVG im Einsatz sind (z. B. freiwillige Feuerwehr, Bergrettung, Rettung usw.) und Unfälle von Präsenzdienern (Ausbildungsdienst, Zivildienst), die sich im Rahmen des Katastrophenschutzes und der Katastrophenhilfe ereignen. Alle übrigen Voraussetzungen (Anzahl der beschäftigten Dienstnehmer, Dauer des Krankenstands usw.) müssen wie bei normalen Unfällen vorliegen. 5. Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds (DB) Der DB beträgt weiterhin 4,5 % der Beitragsgrundlage (Arbeitslöhne an Dienstnehmer, freie Dienstnehmer und wesentlich Beteiligte) und ist bis zum 15. des nachfolgenden Monats zu entrichten. Übersteigt die Beitragsgrundlage in einem Kalendermonat nicht den Betrag von 1.460 Euro, so verringert sie sich um 1.095 Euro. 6. Zuschlag zum DB (DZ) Mitglieder der Wirtschaftskammer haben gemäß § 122 Abs. 7 und 8 Wirtschaftskammergesetz eine Kammerumlage zu entrichten, die in Form eines Zuschlags zum DB erhoben wird. Für das Jahr 2014 beträgt der DZ unverändert: Bundesland
davon LKU
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7. Kommunalsteuer Die Kommunalsteuer ist von der Summe der Arbeitslöhne, die jeweils in einem Kalendermonat an die Dienstnehmer der in der Gemeinde gelegenen Betriebsstätte des Unternehmens gewährt worden sind, zu entrichten. Die Kommunalsteuer beträgt weiterhin 3 % der Bemessungsgrundlage. Übersteigt die Bemessungsgrundlage im Kalendermonat nicht den Betrag von 1.460 Euro, so verringert sie sich um 1.095 Euro. Für jedes abgelaufene Kalenderjahr hat der Unternehmer der Gemeinde eine Steuererklärung bis Ende März des Folgejahres abzugeben. Im Fall der Schließung der einzigen Betriebsstätte in einer Gemeinde ist zusätzlich binnen eines Monats ab Schließung der Betriebsstätte an diese Gemeinde eine Steuererklärung mit der Bemessungsgrundlage dieser Gemeinde abzugeben. SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern 8. Unpfändbare Freibeträge ab 1. 1. 2014 8.1. Allgemeiner Grundbetrag Der Verpflichtete erhält im Rahmen des der gepfändeten Forderung zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses Sonderzahlungen (§ 291a Abs. 1 EO): ● monatlich 857 Euro; ● wöchentlich 200 Euro; ● täglich 28 Euro. 8.2. Erhöhter allgemeiner Grundbetrag Der Verpflichtete erhält im Rahmen des der gepfändeten Forderung zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses keine Sonderzahlungen (§ 291a Abs. 2 Z 1 EO): ● monatlich 1.000 Euro; ● wöchentlich 233 Euro; ● täglich 33 Euro. 8.3. Unterhaltsgrundbetrag Pro Person, der gesetzlicher Unterhalt gewährt wird (§ 291a Abs. 2 Z 2 EO): ● monatlich 171 Euro, ● wöchentlich 40 Euro, ● täglich 5 Euro. Insgesamt jedoch höchstens für fünf Personen, d. h. höchstens: ● monatlich 855 Euro, ● wöchentlich 200 Euro, ● täglich 25 Euro. 8.4. Steigerungsbeträge (§ 291a Abs. 3 Z 1 und 2 EO) Übersteigt das Nettoentgelt die oben angeführten pfändungsfreien Beträge, verbleiben vom Mehrbetrag (allgemeiner Steigerungsbetrag) 30 % und für jede unterhaltsempfangende Person (Unterhaltssteigerungsbetrag) 10 %, höchstens jedoch 50 %. Zur Gänze pfändbar ist jedenfalls das Nettoentgelt, das ● monatlich 3.420 Euro, ● wöchentlich 800 Euro und ● täglich 114 Euro übersteigt (§ 291a Abs. 3 letzter Satz EO). Bei Exekutionen wegen Unterhaltsansprüchen haben dem Verpflichteten 75 % des unpfändbaren Freibetrags nach § 291a EO zu verbleiben; für jene Unterhaltsberechtigten, welche die Unterhaltsexekution führen, gebühren dabei keine Unterhaltsgrundbeträge und keine Unterhaltssteigerungsbeträge (§ 291b EO). Erhält der Verpflichtete neben Geldforderungen auch Sachbezüge, vermindert sich der unpfändbare Freibetrag der Gesamtforderung um den Wert der dem Verpflichteten verbleibenden Sachleistungen. Dem Verpflichteten hat jedoch von den Geldforderungen mindestens der halbe allgemeine Grundbetrag zu verbleiben. Das absolute Existenzminimum bei Zusammentreffen von Geld- und Sachbezügen beträgt daher: ● monatlich 428,50 Euro, ● wöchentlich 100 Euro, ● täglich 14 Euro; bei Unterhaltsexekutionen: ● monatlich 321,38 Euro, ● wöchentlich 75 Euro, ● täglich 10,50 Euro. 30
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Steuern Auf den Punkt gebracht
Umsatzsteuer-Update: Aktuelles auf einen Blick Gesetzgebung – Rechtsprechung – Verwaltungspraxis VON MAG. MARIO MAYR*) „Was gibt es Neues?“ – Dieser Nachrichtenüberblick bietet kurz und bündig alles Wissenswerte rund um die Umsatzsteuer für den Unternehmensalltag und die Beratungspraxis. 1. Umsatzsteuerbetrugsbekämpfungsverordnung Die Umsatzsteuerbetrugsbekämpfungsverordnung (UStBBKV) wurde in BGBl. II Nr. 69/2013 am 26. 11. 2013 veröffentlicht. Abweichend vom Begutachtungsentwurf erfolgte zu § 2 Z 4 (Lieferungen von Metallen) eine erweiterte Definition anhand der Kombinierten Nomenklatur. Im Zusammenhang mit der UStBBKV hat das BMF weitere Informationen veröffentlicht (siehe https://www.bmf.gv.at/steuern/USt-BetrugsV.html). Demnach kann in Zweifelsfällen vom Übergang der Steuerschuld ausgegangen werden. Ebenso gibt es eine Zweifels- bzw. Nachweisregelung der Wiederverkäufereigenschaft betreffend die Lieferungen von Gas und Elektrizität (§ 2 Z 2 UStBBKV). Die übergegangene Steuerschuld ist in Kennzahl 032, die korrespondierende Vorsteuer in Kennzahl 089 der Steuererklärung einzutragen. 2. Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1042/2013 vom 7. 10. 2013 Diese unmittelbar anwendbare Verordnung ändert die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 282/2011. Die Verordnung beschäftigt sich insbesondere mit Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und elektronisch erbrachten Dienstleistungen an Nichtsteuerpflichtige, wobei sie u. a. Leistungsdefinitionen, Ortsvermutungen und Beweisregelungen enthält. Zudem finden sich auch umfangreiche Ausführungen zum Grundstücksbegriff und Grundstücksleistungen. Die Verordnung ist ab 1. 1. 2015, hinsichtlich der Regelungen im Zusammenhang mit Grundstücken ab 1. 1. 2017, anzuwenden. 3. UStR-Wartungserlass 2013 Durch den UStR-Wartungserlass 2013 (BMF-Erlass vom 29. 11. 2013, BMF-010219/0420-VI/4/2013) erfolgen die Einarbeitung der gesetzlichen Änderungen des Abgabenänderungsgesetzes 2012, BGBl. I Nr. 112/2012 (z. B. § 28 Abs. 39 Z 4 UStG 1994 i. d. F. BGBl. I Nr. 63/2013), sowie Ergänzungen aufgrund der nach dem UStR-Wartungserlass 2012 erfolgten Änderungen der E-Rechnung-UStV (BGBl. II Nr. 516/2012). Im Rahmen der laufenden Wartung werden Aussagen aus der Leitlinie zu privaten Dienstleistungen und zu Kleinsendungen (Leitlinie des MwSt-Ausschusses, 93. Sitzung vom 1. 7. 2011) sowie aktuelle Judikatur der Höchstgerichte eingearbeitet und Aussagen zur überholten Rechtslage gestrichen. Neuerungen im Vergleich zum Begutachtungsentwurf gab es z. B. in Rz. 948 UStR im Zusammenhang mit den Leistungen der Arbeitsmediziner und in Rz. 1566 UStR betreffend die elektronische Aufbewahrung von eigescannten Papierrechnungen. *) Mag. Mario Mayr, LL.M., ist Mitarbeiter im bundesweiten Fachbereich Umsatzsteuer.
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Steuern 4. Liebhabereirichtlinien-Wartungserlass 2013 Mit Erlass vom 21. 11. 2013, BMF-010219/0429-VI/4/2013, wurde Rz. 170 LRL 2012 im Hinblick auf das Erkenntnis des VwGH vom 19. 9. 2013, 2013/15/0157, geändert. Demnach kann in besonderen Ausnahmefällen auch eine land- und forstwirtschaftliche Tätigkeit, die einkommensteuerlich Liebhaberei i. S. d. § 1 Abs. 2 LVO darstellt, eine – zum Vorsteuerabzug berechtigende – umsatzsteuerpflichtige Betätigung darstellen. 5. Von Einrichtungen des Privatrechts in Gewinnerzielungsabsicht erbrachte Bildungsleistungen 1. Die Art. 132 Abs. 1 Buchst. i, 133 und 134 der MwSt-RL 2006/112/EG sind dahin auszulegen, dass sie einer Mehrwertsteuerbefreiung für Bildungsdienstleistungen, die von nicht öffentlichen Einrichtungen zu gewerblichen Zwecken erbracht werden, nicht entgegenstehen. Art. 132 Abs. 1 Buchst. i dieser Richtlinie untersagt jedoch, allgemein sämtliche Bildungsdienstleistungen zu befreien, ohne dass die Zielsetzung nicht öffentlicher Einrichtungen, die diese Leistungen erbringen, berücksichtigt wird. 2. Ein Steuerpflichtiger kann nicht gemäß Art. 168 der MwSt-RL 2006/112 oder der zur Umsetzung dieses Artikels erlassenen nationalen Bestimmung ein Recht auf Abzug der auf der Eingangsstufe entrichteten Mehrwertsteuer in Anspruch nehmen, wenn seine auf der Ausgangsstufe erbrachten Bildungsdienstleistungen aufgrund einer im nationalen Recht unter Verstoß gegen Art. 132 Abs. 1 Buchst. i dieser Richtlinie vorgesehenen Befreiung nicht der Mehrwertsteuer unterliegen. Der Steuerpflichtige kann sich jedoch auf die Unvereinbarkeit der Befreiung mit Art. 132 Abs. 1 Buchst. i der MwSt-RL 2006/112 berufen, damit sie nicht auf ihn angewandt wird, wenn er – selbst unter Berücksichtigung des Ermessensspielraums, den diese Bestimmung den Mitgliedstaaten einräumt – nicht objektiv als Einrichtung angesehen werden kann, deren Zielsetzung im Sinne der genannten Bestimmung mit der einer Bildungseinrichtung des öffentlichen Rechts vergleichbar ist, was zu prüfen Sache des nationalen Gerichts ist. Im letzteren Fall unterliegen die Bildungsdienstleistungen des Steuerpflichtigen der Mehrwertsteuer, und er kann daher das Recht auf Abzug der auf der Eingangsstufe entrichteten Mehrwertsteuer in Anspruch nehmen (EuGH 28. 11. 2013, Rs. C-319/12, MDDP sp. z o.o. Akademia Biznesu, sp. komandytowa). Anmerkung: Nach dem im Ausgangsverfahren maßgeblichen polnischen Steuerrecht sind bestimmte Bildungsleistungen, unabhängig vom Erbringer der Leistung, unecht steuerfrei. Gegen den damit verbundenen Vorsteuerausschluss setzte sich MDDP zur Wehr. Nach Art. 132 Abs. 1 lit. i der MwSt-RL befreien die Mitgliedstaaten bestimmte Bildungsleistungen durch Einrichtungen des öffentlichen Rechts, die mit solchen Aufgaben betraut sind, oder andere Einrichtungen mit von dem betreffenden Mitgliedstaat anerkannter vergleichbarer Zielsetzung. Der EuGH hat zunächst ausgeführt, dass die Gewerblichkeit bzw. Gewinnerzielungsabsicht einer privaten Bildungseinrichtung der Anwendbarkeit der Steuerbefreiung nicht entgegensteht. Es ist jedoch auch nicht zulässig, dass ein Mitgliedstaat eine Steuerbefreiung vorsieht, die allgemein für sämtliche Bildungsdienstleistungen unabhängig davon gilt, welches Ziel die privaten Einrichtungen verfolgen, die diese Leistungen erbringen. Ausgeschlossen hat der EuGH, dass der Vorsteuerabzug unter Berufung auf die Richtlinie geltend gemacht wird, wenn die Ausgangsumsätze (wenn auch u. U. unionsrechtswidrig) nicht besteuert werden. Es ist Sache des nationalen Gerichts, zu prüfen, ob im konkreten Fall die Voraussetzungen der unmittelbaren Anwendbarkeit einer sich aus der MwSt-RL ergebenden Steuerpflicht mit korrespondierendem Vorsteuerabzug vorliegen. In Österreich ist die unechte Steuerbefreiung für Bildungsumsätze insbesondere in § 6 Abs. 1 Z 11 lit. a UStG 1994 vorgesehen, die i. d. R. eine den öffentlichen Schulen vergleichbare Tä-
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Steuern tigkeit erfordert (siehe dazu UStR 2000, Rz. 876 f.). Die Befreiung war bereits mehrmals Thema beim Salzburger Steuerdialog und wurde zuletzt in der Ergebnisunterlage Umsatzsteuer 2013 (Punkt 5.; siehe dort die allgemeinen Ausführungen zur Steuerfreiheit) behandelt.
6. Einbeziehung einer Vorführabgabe für Werbung in die Bemessungsgrundlage Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a, 2 Buchst. a und 3 Buchst. c der 6. MwSt-RL sowie die Art. 73, 78 Abs. 1 Buchst. a und 79 Abs. 1 Buchst. c der MwSt-RL 2006/112/EG sind dahin auszulegen, dass eine Abgabe wie die in der portugiesischen Regelung zur Förderung der kinematografischen und audiovisuellen Künste vorgesehene Vorführungsabgabe in die Besteuerungsgrundlage für die Mehrwertsteuer, die für die Dienstleistung der Vorführung kommerzieller Werbung geschuldet wird, einzubeziehen ist (EuGH 5. 12. 2013, verb. Rs. C-618/11, C-637/11 und C-659/11, Televisão Independente SA [TVI]). Anmerkung: TVI erbrachte im Rahmen ihrer audiovisuellen Tätigkeit auf dem Fernsehmarkt für verschiedene Werbende Dienstleistungen der Vorführung kommerzieller Werbung. Strittig war, ob die im portugiesischen Recht vorgesehene Vorführungsabgabe in Höhe von 4 % in die Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer für die Leistung der TVI einzubeziehen ist. Der EuGH hat diese Frage insbesondere auch unter Hinweis darauf bejaht, dass TVI nach der portugiesischen Regelung über die Vorführungsabgabe, deren Auslegung in die alleinige Zuständigkeit der nationalen Gerichte fällt, diese Abgabe im eigenen Namen und für eigene Rechnung zahlt. Das Urteil bestätigt die herrschende Ansicht, wonach die im österreichischen Recht vorgesehene Werbeabgabe, die u. a. auch für die Werbung auf Kinoleinwänden anfällt, Teil der Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer ist (siehe auch UStR 2000, Rz. 644). Nach § 3 WerbeAbgG ist – ähnlich der portugiesischen Regelung – Abgabeschuldner i. d. R. der Werbeleister und nicht der Empfänger der Werbeleistung.
7. Ermittlung der Bemessungsgrundlage bei fehlender Vereinbarung hinsichtlich der Mehrwertsteuer Die MwSt-RL 2006/112/EG, insbesondere ihre Art 73 und 78, ist dahin auszulegen, dass, wenn der Preis eines Gegenstands von den Vertragsparteien ohne jeglichen Hinweis auf die Mehrwertsteuer festgelegt wurde und der Lieferer dieses Gegenstands für den besteuerten Umsatz Steuerschuldner der Mehrwertsteuer ist, der vereinbarte Preis in dem Fall, dass der Lieferer nicht die Möglichkeit hat, die von der Steuerbehörde verlangte Mehrwertsteuer vom Erwerber wiederzuerlangen, so anzusehen ist, dass er die Mehrwertsteuer bereits enthält (EuGH 7. 11. 2013, verb. Rs. C-249/12 und C-250/12, Tulică und Plavoşin). Anmerkung: Der EuGH hat festgehalten, dass bei steuerpflichtigen Leistungen, wenn keine Vereinbarung betreffend die Umsatzsteuer getroffen wird, grundsätzlich von einem Bruttopreis auszugehen und die Umsatzsteuer daher aus dem Betrag herauszurechnen ist. Eine Berücksichtigung als Nettobetrag verstieße gegen die Regel, wonach die Steuerverwaltung als Mehrwertsteuer keinen Betrag erheben darf, der den dem Steuerpflichtigen gezahlten übersteigt. Die österreichische Rechtslage entspricht dem Urteil (vgl. § 4 Abs. 10 UStG 1994, wonach die Umsatzsteuer selbst nicht Teil der Bemessungsgrundlage ist).
8. Lieferung von Gegenständen – missbräuchliche Benutzung einer Bankkarte Art. 2 Nr. 1, Art. 5 Abs. 1 und Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a der 6. MwSt-RL sowie Art. 2 Abs. 1 Buchst. a, Art. 14 Abs. 1 und Art. 73 der MwSt-RL 2006/112/EG sind dahin auszulegen, dass unter Umständen wie denen des Ausgangsfalls die körperliche Übertragung eines Gegenstands auf einen Käufer, der eine Bankkarte als Zahlungsmittel missbräuchlich benutzt, eine „Lieferung von Gegenständen“ im Sinne von Art. 2 Nr. 1 und Art. 5 Abs. 1 der 6. RL sowie Art. 2 Abs. 1 Buchst. a und Art. 14 Abs. 1 der MwSt-RL 2006/112 SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern darstellt und dass im Rahmen einer solchen Übertragung die Zahlung eines Dritten nach Maßgabe eines zwischen ihm und dem Lieferer dieses Gegenstands geschlossenen Vertrags – wonach der Dritte dem Lieferer die Gegenstände zu bezahlen hat, die dieser an Käufer, die eine solche Karte als Zahlungsmittel benutzen, verkauft hat – eine „Gegenleistung“ im Sinne von Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a der 6. RL und Art. 73 der MwSt-RL 2006/112 bildet (EuGH 21. 11. 2013, Rs. C-494/12, Dixons Retail plc). Anmerkung: In dem Verfahren ging es um einen Unternehmer (Dixons), der Waren gegen Kreditkartenzahlung verkauft hat. Später stellte sich heraus, dass manche dieser Käufe unter missbräuchlicher Nutzung von solchen Karten vorgenommen worden sind. Trotz der missbräuchlichen Benutzung der Karten wurde seitens der Kreditkartenunternehmer kein Regressanspruch bzw. keine Rückbuchung gegen Dixons geltend gemacht. Dixons behielt somit die gezahlten Beträge einschließlich des darin enthaltenen Mehrwertsteueranteils. Für den EuGH waren damit die objektiven Voraussetzungen einer steuerpflichtigen Lieferung (anders, als wenn die Waren des Verkäufers gestohlen worden wären) gegeben.
9. Geschäftsführung bei einer KG durch eine nahestehende GmbH Wenn die belangte Behörde ohne nähere Feststellungen zum Bestehen besonderer gesellschaftsvertraglicher Regelungen meint, dass der Beschwerdeführer als Komplementär ohnedies zur Geschäftsführung verpflichtet gewesen sei, so vernachlässigt sie die skizzierte Möglichkeit der Entbindung von der Geschäftsführungspflicht eines Komplementärs und der rechtswirksamen Übertragung der Geschäftsführung an einen Dritten. Gleiches gilt für die ebenso wenig näher begründete Feststellung der belangten Behörde, die Geschäftsführung des Beschwerdeführers für die G-KG könne „ja wohl keine Leistung der T GesmbH sein“ ( VwGH 24. 10. 2013, 2012/15/0019). Anmerkung: Verfahrensgegenständlich war der Komplementär N der G-KG. Die G-KG beauftragte die T-GesmbH mit der Geschäftsführung. N war wiederum Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der T-GesmbH. Die T-GesmbH ließ wiederum die Geschäftsführerleistungen bei der G-KG durch N ausführen. Der UFS war der Ansicht, dass dies wegen der Gesellschafterstellung des N nicht in einem umsatzsteuerrechtlich relevanten Leistungsverhältnis erfolgen könne. Dem hat der VwGH widersprochen. Jedoch ist, so der VwGH, aufgrund der Nahebeziehungen zwischen dem Beschwerdeführer als Komplementär der G-KG und als Alleingesellschafter-Geschäftsführer der T-GesmbH an eine Vereinbarung für eine Drittgeschäftsführung zweifelsfrei ein strenger Maßstab anzulegen. Verträge zwischen Kapitalgesellschaften und ihren Gesellschaftern werden an jenen Kriterien gemessen, die für die Anerkennung von Verträgen zwischen nahen Angehörigen entwickelt wurden. Die Vereinbarung muss demnach nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen, einen klaren und eindeutigen Inhalt haben und auch zwischen Fremden unter den gleichen Bedingungen abgeschlossen werden. Für Verträge, die zwischen Gesellschaften abgeschlossen werden, die von der gleichen Person vertreten oder wirtschaftlich dominiert werden, sind wegen des in solchen Fällen typischerweise zu besorgenden Wegfalls der sonst bei Vertragsabschlüssen zu unterstellenden Interessengegensätze aus dem Gebot der Gleichmäßigkeit der Besteuerung die gleichen Anforderungen zu erheben (vgl. VwGH 23. 2. 2010, 2005/15/0148). Hinweis: Die Geschäftsführung einer Personengesellschaft durch den Gesellschafter ist dagegen keine unternehmerische Tätigkeit. Diese Leistungen werden in Ausübung einer gesellschaftsrechtlichen Funktion erbracht und bewirken keinen Leistungsaustausch, sondern eine Leistungsvereinigung (vgl. UStR 2000, Rz. 184, mit Verweis auf VwGH 13. 12. 1977, 1550/77, betreffend die Geschäftsführung durch eine Komplementär-GmbH einer GmbH & Co KG).
10. Reiseleistungen bei begleiteten Motorradtouren Erbringt der Reiseunternehmer Reiseleistungen teils mit eigenen Mitteln, teils unter Inanspruchnahme von Reisevorleistungen, ist die Sonderregelung für Reiseveranstal34
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Steuern ter nur insoweit anwendbar, als der Unternehmer gegenüber dem Leistungsempfänger im eigenen Namen auftritt und Reisevorleistungen in Anspruch nimmt. Für die im Rahmen einer solchen Reise erbrachten Eigenleistungen gelten die allgemeinen Besteuerungsvorschriften. Ein einheitlicher Reisepreis muss in diesem Fall aufgeteilt werden ( VwGH 24. 10. 2013, 2010/15/0105). Anmerkung: Die beschwerdeführende GmbH veranstaltet Erlebnisreisen. Diese bestehen aus begleiteten Touren durch Länder in Afrika und Europa für Enduros (Geländemotorräder), Quads, Geländewagen und Mitfahrer in den Organisationsautos. Der Preis für die Reise wird pauschal festgesetzt und beinhaltet diverse Leistungen (wie z. B. Flug, Hotels, Kartenmaterial, Treibstoffe, eventuell GPS-Punkte, Tourführer, tägliche Besprechung, Satellitentelefon, Notfallrucksack, Gepäcktransport, Mittagsjause für Pistenetappen, Abendessen, Tee, Kaffee morgens und abends). Gegen eine Gebühr werden weitere Leistungen, wie Getränke und Erinnerungsgeschenke, aber auch die Zurverfügungstellung von Fahrgeräten angeboten. Neben den Aussagen zur Aufteilung des Entgelts bei teilweiser Anwendbarkeit des § 23 UStG 1994 hat der VwGH in dem Erkenntnis einige grundsätzliche Bemerkungen zum Leistungsort getroffen, die, auch wenn sie zur Rechtslage vor 2010 ergangen sind, weiterhin zu beachten sein werden: ●
Eine unterrichtende Tätigkeit ist auf das Vermitteln von Kenntnissen und Fertigkeiten gerichtet. Das können auch praktische, technische und sportliche Fertigkeiten sein (z. B. Fahrschulen, Tanzschulen, Schischulen), sofern sie didaktisch aufbereitet und unter Verfolgung eines bestimmten Lernziels vermittelt werden. Diesen Leistungen ist gemeinsam, dass der Unternehmer planmäßig ein bestimmtes Lernziel vermittelt. Hinweis zum Leistungsort: B2B: Generalklausel, § 3a Abs. 6 UStG 1994; B2C: Tätigkeitsort, § 3a Abs. 11 lit. a UStG 1994.
Sportliche Leistungen werden erbracht, wenn körperliche oder geistige Fähigkeiten in einem reglementierten Wettbewerb gemessen werden. Auch die Tätigkeit von Trainern kann als eine Tätigkeit auf dem Gebiet des Sports oder als eine damit zusammenhängende bzw. ähnliche Tätigkeit angesehen werden. Hinweis zum Leistungsort: B2B: Generalklausel, § 3a Abs. 6 UStG 1994; B2C: Tätigkeitsort, § 3a Abs. 11 lit. a UStG 1994.
Die Leistungen eines Reiseleiters sind demgegenüber auf den reibungslosen Ablauf der Reise, auf reiseerleichternde Erläuterungen, Hinweise und Informationen gerichtet. Hinweis zum Leistungsort: jeweilige Generalklausel (§ 3a Abs. 6 bzw. Abs. 7 UStG 1994).
Von einer Beförderung kann nur gesprochen werden, wenn der Unternehmer selbst die Beförderungsleistung erbringt oder durch unselbständige Erfüllungsgehilfen erbringen lässt. Keine Beförderung liegt vor, wenn lediglich Fahrzeuge vermietet werden, die der Mieter selbst zur Beförderung verwendet. Entgegen dem Beschwerdevorbringen steht der Umstand, dass die Reiseteilnehmer das ihnen zur Verfügung gestellte Motorrad – unstrittig – selbst bedienen (müssen), der Beurteilung der strittigen Leistung als Beförderungsleistung entgegen. Hinweis: Je nach Mietdauer liegt eine kurzfristige oder langfristige Vermietung eines Beförderungsmittels vor (vgl. insbesondere § 3a Abs. 12 UStG 1994).
11. Vorsteuerausschluss bei teilweise privat genutzten angemieteten Gebäuden Die in den angefochtenen Bescheiden vorgenommene Kürzung der auf die privat genutzten Gebäudeteile entfallenden Miete erweist sich als zutreffend, da der Anteil des gesamten Mietaufwands, der auf die tatsächlich privat genutzten Räumlichkeiten entfällt, keine Betriebsausgabe im Sinne des § 4 Abs. 4 EStG 1988 darstellt, sondern zufolge § 20 Abs. 1 Z 1 EStG 1988 zu den nichtabzugsfähigen Ausgaben zählt. Dabei erweist sich das vom Finanzamt für die Betriebsausgabenkürzung herangezogene Gebäudenutzflächenverhältnis nach Ansicht des UFS als sachgerecht. Die das Gebäude umgebende Bodenfläche ist im Verhältnis der Nutzung des Gebäudes aufzuteilen, soweit sie mit dem Gebäude nach der Verkehrsauffassung eine EinSWK-Heft 1 1. Jänner 2014
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Steuern heit bildet (vgl. Doralt, EStG, § 4 Tz. 85, unter Hinweis auf VwGH 18. 12. 2001, 98/15/0019) ( UFS 29. 10. 2013, RV/0489-G/12). Anmerkung: Aus der Entscheidung geht hervor, dass es für die Anwendbarkeit des Vorsteuerausschlusses des § 12 Abs. 2 Z 2 lit. a UStG 1994 im Zusammenhang mit Aufwendungen für den privaten Wohnraum keinen Unterschied macht, ob die betreffenden Räumlichkeiten im Eigentum des Unternehmers stehen oder nur angemietet sind.
VwGH zu Formalvorschriften für KESt-Haftungsbescheide Das Höchstgericht interpretiert großzügig VON MAG. ERICH SCHWAIGER*) In drei neueren Erkenntnissen1) befasste sich der VwGH mit der Prüfung von Haftungsbescheiden, die mit dem alten Formular L 20 erstellt wurden. Dabei zeigte er sich nicht kleinlich und ergänzte unklare bzw. gänzlich fehlende Spruchbestandteile im Interpretationsweg unter Zuhilfenahme der Bescheidbegründung. Dieser Beitrag ergänzt und aktualisiert die Analyse in SWK-Heft 25/2010, S 777 (Punkt 1.1 und 1.2),2) auf Basis der zwischenzeitlich ergangenen Judikatur. 1. Auslegung im Sinne des angewendeten Gesetzes Wie schon dort aufgezeigt, verwendeten die Finanzämter viele Jahre lang das Formular L 20, um in Form eines Sammelbescheids einerseits Haftungsbescheide (z. B. betreffend Lohnsteuer) und andererseits Abgabenbescheide (z. B. betreffend Dienstgeberbeitrag) zu erlassen.3) Das Höchstgericht räumte nun zwar ein, dass dieses Formular Unklarheiten hervorrufen kann, legte den Spruch im Zweifel aber „im Sinne des angewendeten Gesetzes“ aus4) und zog zu dessen Deutung die Begründung heran.5) Geht aus dieser hervor, wie die Behörde den Bescheidadressaten in Anspruch nehmen wollte (Haftungs- oder Abgabenschuldner), kann der Mangel laut VwGH „in der Begründung“ der Berufungsentscheidung saniert werden. Eine Sanierungsmöglichkeit gibt es auch für das Fehlen der Haftungsbestimmung. Zum Fehlen der Zahlungsaufforderung6) machte das Höchstgericht keine Aussagen, beurteilte diese aber auch nicht als schädlich. 2. Fall 1: KESt-Haftungsbescheid Der VwGH wiederholt im Erkenntnis vom 24. 5. 2012, 2009/15/00182, den Grundsatz, dass der Spruch eines Bescheids im Zweifel im Sinne des angewendeten *) Mag. Erich Schwaiger ist Richter am Bundesfinanzgericht; Anmerkungen stellen persönliche Überlegungen dar. 1 ) VwGH 24. 5. 2012, 2009/15/0182 (vgl. auch SWK-Heft 7/2013, 415); 26. 2. 2013, 2009/15/00175; 18. 9. 2013, 2010/13/0176. 2 ) Siehe Schwaiger, KESt-Haftungsbescheide für (verdeckte) Ausschüttungen, SWK-Heft 25/2010, S 777. 3 ) Vgl. VwGH 24. 5. 2012, 2009/15/0182. 4 ) Ritz, BAO4 (2011) § 92 Tz. 7. 5 ) Vgl. z. B. VwGH 22. 4. 2009, 2006/15/0257. 6 ) § 224 Abs. 1 BAO.
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Steuern Gesetzes auszulegen ist.7) Bestehen Zweifel über den Inhalt des Spruchs, so ist zu dessen Deutung auch die Begründung heranzuziehen.8) 2.1. Keine zwingende Angabe der gesetzlichen Haftungsbestimmung Der VwGH bestätigte, dass in Haftungsbescheiden gem. § 224 Abs. 1 BAO auf die maßgebende Haftungsvorschrift hinzuweisen ist und dass sich aus diesem Hinweis in Bezug auf den Haftungstatbestand auch die Festlegung der „Sache“ des Verfahrens ergibt. Zur Festlegung der Sache bedarf es dabei allerdings nicht zwingend der Anführung einer Gesetzesstelle. Es reicht, wenn nach dem Gesamtbild der Umstände des Einzelfalls kein Zweifel darüber besteht, welche Haftungsbestimmung zur Anwendung gebracht worden ist, was nach diesem Erkenntnis regelmäßig bei der Kapitalertragsteuer unterliegenden Vorgängen i. S. d. § 93 EStG 1988 der Fall ist. Erschließt sich die konkrete Haftungsnorm bloß auf diese Weise, ist ein solcher Mangel im Rechtsmittelverfahren durch die exakte Benennung der Gesetzesstelle zu sanieren. Das Höchstgericht führte nicht aus, ob diese Sanierung im Spruch oder in der Begründung der Berufungsentscheidung zu erfolgen hat.9) 2.2. Bezeichnung als „Abgaben- und Haftungsbescheid(e)“ kann unschädlich sein Aufgrund des hier in der Bescheidbegründung umfassend geschilderten Sachverhalts bestand laut Höchstgericht kein Zweifel, dass das Finanzamt die Kapitalertragsteuer auf § 93 Abs. 2 lit. d EStG 1988 (Zuwendungen von Privatstiftungen) stützte. Aus der Tatsache, dass die bekämpften Bescheide (wohl als Teile des Sammelbescheids) an die Privatstiftung erlassen wurden, leitete der VwGH auch zweifelsfrei ab, dass mit den Bescheiden die Haftung für Kapitalertragsteuer gemäß § 95 Abs. 2 EStG 1988 bei der zur Einbehaltung und Abfuhr verpflichteten Privatstiftung geltend gemacht wurde. Dass eine (vom Gesetz als Ausnahme angesehene) Vorschreibung der Kapitalertragsteuer mit Abgabenbescheid an den Empfänger der Kapitalerträge (hier die Stifter) vorgelegen sein könnte (§ 95 Abs. 5 EStG 1988), schloss er schon deshalb aus, da die Bescheide des Finanzamtes nicht an diese Stifter gerichtet waren. Das Höchstgericht resümierte deshalb, bei verständiger Würdigung sei zweifelsfrei zu erkennen, dass mit den Bescheiden des Finanzamtes die Haftung der Privatstiftung für Kapitalertragsteuer i. S. d. § 93 Abs. 2 lit. d i. V. m. § 95 Abs. 2 EStG 1988 geltend gemacht wurde. Es hielt der Rechtsprechung des UFS10) damit entgegen, die Bezeichnung als „Abgaben- und Haftungsbescheid(e)“ führe zwar zu Unklarheiten, sie könne jedoch in der Begründung der Berufungsentscheidung saniert werden. Zur fehlenden Zahlungsaufforderung (§ 224 Abs. 1 BAO) äußerte sich der erkennende Senat hier nicht. 3. Fälle 2 und 3: Haftungsbescheid für Abzugssteuer sowie Kapitalertragsteuer Auch in einem weiteren, die Abzugssteuer gem. § 99 EStG 1988 betreffenden Verfahren ( VwGH 26. 2. 2013, 2009/15/00175) rügte die Beschwerdeführerin Unklarheiten im Formular L 20. Das Höchstgericht fasste sich in seiner Entscheidung sehr kurz, verwies auf das unter Punkt 2. dargestellte Erkenntnis (Fall 1) und stellte auch hier nur fest, dass die Verwendung des Vordrucks zwar eine Bescheidgestaltung darstellt, die zu Unklarheiten führen kann, eine Sanierung in der Begründung der Berufungsentscheidung aber möglich ist. 7
) Verweis auf Ritz, BAO4, § 92 Tz. 7, m. w. N. ) Z. B. VwGH 22. 4. 2009, 2006/15/0257. 9 ) Vgl. auch SWK-Heft 7/2013, 415. 10 ) Vgl. z. B. UFS 4. 7. 2005, RV/0228-K/04; 7. 4. 2008, RV/0380-S/06; 17. 8. 2009, RV/0522-L/06; 9. 9. 2009, RV/0352-S/05; 9. 9. 2009, RV/0144-S/08; 17. 11. 2009, RV/0714-S/09. 8
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Steuern Im konkreten Fall verneinte der VwGH eine Unklarheit, weil im Formular die Auswahlmöglichkeit „Abzugssteuer 20 %“ angekreuzt war. Ebenso kurz fasste sich der VwGH ganz aktuell in einem Beschwerdeverfahren bezüglich KESt-Haftung für Stückzinsen von Nullkuponanleihen ( VwGH 18. 9. 2013, 2010/13/0176) und verwies hinsichtlich der Verwendung des Formulars L 20 auf das Erkenntnis zum Fall 1 (siehe Punkt 2.). 4. Zusammenfassung 4.1. Unterscheidung zwischen Abgaben- und Haftungsbescheid Nach der Rechtsprechung des VwGH ist für die Beurteilung eines Bescheids als Haftungsbescheid sowie die Konkretisierung des herangezogenen Haftungstatbestands im Zweifel das in der Begründung dargestellte Gesamtbild der Umstände heranzuziehen. Bei einer KESt-Vorschreibung klärt er die Frage, ob § 95 Abs. 2 EStG 1988 (Haftungsbescheid) oder § 95 Abs. 5 EStG 1988 (Abgabenbescheid) zur Anwendung kam, über den Bescheidadressaten. Ein an den Schuldner der Kapitalerträge gerichteter Bescheid gilt im Zweifel als Haftungsbescheid, ein Bescheid mit dem Empfänger der Kapitalerträge als Bescheidadressaten als Abgabenbescheid. Folgt man dieser Ansicht, kann sich das Finanzamt bei einem KESt-Bescheid dann nicht in der Sache vergreifen, wenn es den Sachverhalt in der Begründung ausreichend dargestellt hat. Im Fall 1 enthielt die Begründung die folgenden Elemente: ● Schuldner der Kapitalerträge; ● Beschreibung von Art, Höhe und Zeitpunkt des zugewendeten Vorteils und Zuordnung zum jeweiligen Empfänger; ● Berechnung der KESt und Zuordnung zu jedem einzelnen Empfänger. Nachvollziehbar ist, dass auch der VwGH von einem unklaren Bescheidspruch ausging und sich trotzdem in der Lage sah, diesen unter Heranziehung der klaren Begründung ausreichend zu interpretieren. Schwer zu ergründen ist m. E. allerdings, warum das Höchstgericht die Beseitigung der Unklarheit in der Begründung der Berufungsentscheidung für erforderlich hielt, und nicht den Weg beschritt, der belangten Behörde die Korrektur des Spruchs aufzutragen. 4.2. Benennung der Haftungsvorschrift, Zahlungsaufforderung Fehlt die Angabe der Gesetzesstelle und erschließt sich die konkrete Haftungsnorm bloß über die Begründung, ist ein solcher Mangel im Rechtsmittelverfahren „durch die exakte Benennung der Gesetzesstelle“ zu sanieren.11) Zur Frage, ob dies im Spruch oder in der Begründung zu erfolgen hat, äußerten sich die Erkenntnisse nicht. Auch zur Frage der fehlenden Zahlungsaufforderung nahm der VwGH nicht Stellung. 11
) Vgl. auch SWK-Heft 7/2013, 415.
Aktualisierte Liste der begünstigten Luftverkehrsunternehmer Gemäß § 6 Abs. 1 Z 2 UStG sind Umsätze für die Luftfahrt steuerfrei. In § 9 Abs. 2 Z 1 UStG sind diese Umsätze definiert. Es handelt sich dabei um bestimmte Leistungen an Unternehmer, die im entgeltlichen Luftverkehr überwiegend grenzüberschreitende Beförderungen oder Beförderungen auf ausschließlich im Ausland gelegenen Strecken durchführen („begünstigte Luftverkehrsunternehmer“). Das BMF hat mit Erlass vom 17. 12. 2013, BMF-010219/0478-VI/4/2013, eine aktualisierte Liste (Stand: 1. 1. 2014) dieser begünstigten Unternehmer veröffentlicht. 38
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Steuern § 186 Abs. 1 FinStrG gleichheitswidrig?
Keine Tilgung von Bestrafungen durch Bundesfinanzgericht oder Verwaltungsgerichtshof Auswirkungen des Finanzverwaltungsgerichtsbarkeitsgesetzes 2012 und der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012 VON DR. KARL-WERNER FELLNER*) Die Bestimmungen des FinStrG über die Tilgung von Bestrafungen durch die Finanzstrafbehörden blieben durch die Reformen der Verwaltungsgerichtsbarkeit unverändert, obgleich nunmehr im „verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahren“ Bestrafungen auch durch Gerichte, nämlich das Bundesfinanzgericht (BFG) und den VwGH, erfolgen können. 1. Bestrafungen im verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahren auch durch Gerichte Gemäß § 186 Abs. 1 FinStrG i. d. F. der FinStrG-Novelle 1975, BGBl. Nr. 335/1975, gelten Bestrafungen durch Finanzstrafbehörden mit Ablauf der in Abs. 3 genannten Fristen als getilgt. Wie aus § 58 FinStrG in der ab 1. 1. 2014 anzuwendenden Fassung des Finanzverwaltungsgerichtsbarkeitsgesetzes (FVwGG) 2012, BGBl. I Nr. 14/2013, hervorgeht, kommen als Finanzstrafbehörden – und zwar ausschließlich – die dort näher bezeichneten Finanz- und Zollämter in Betracht. Diese Ämter sind somit für die Durchführung des verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahrens als Finanzstrafbehörden zuständig. Dies ist insbesondere aus Art. 5 Z 1, 2 und 14 (Aufhebung des § 63 FinStrG) FVwGG 2012 ersichtlich. An die Stelle der vormaligen Finanzstrafbehörde zweiter Instanz ist ab 1. 1. 2014 das BFG getreten. Dem BFG obliegen gemäß § 1 Abs. 1 Bundesfinanzgerichtsgesetz (BFGG), BGBl. I Nr. 14/2013, als Verwaltungsgericht des Bundes für Finanzen Entscheidungen über Beschwerden gemäß Art. 130 Abs. 1 Z 1 bis 3 B-VG in Rechtssachen in Angelegenheiten der öffentlichen Abgaben und des Finanzstrafrechts sowie in sonstigen gesetzlich festgelegten Angelegenheiten, soweit die genannten Angelegenheiten unmittelbar von den Abgaben- oder Finanzstrafbehörden des Bundes besorgt werden. Gemäß § 161 Abs. 1 FinStrG i. d. F. FVwGG 2012 hat das BFG grundsätzlich in der Sache selbst zu entscheiden. Bereits seit dem 1. 7. 2012 kann der VwGH gemäß § 42 Abs 3a VwGG i. d. F. der Verwaltungsgerichtsbarkeits-Novelle 2012, BGBl. I Nr. 51/2012, unter den dort näher bezeichneten Voraussetzungen in der Sache selbst entscheiden. 2. Ein (folgenschweres?) Redaktionsversehen Dem Umstand, dass also im verwaltungsbehördlichen Finanzstrafverfahren Strafen auch von Gerichten – dem BFG und dem VwGH – verhängt werden können, hat der Gesetzgeber in § 187 FinStrG i. d. F. FVwGG 2012 betreffend die Begnadigung der von Gerichten rechtskräftig Verurteilten durch den Bundespräsidenten Rechnung getragen. Der Gesetzgeber hat dabei aber übersehen, dass die Bestimmungen über die Tilgung nur für von den Finanzstrafbehörden erfolgte Bestrafungen, nicht aber für Bestrafungen durch Gerichte gelten. Durch die aktuellen Reformen der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist somit § 186 Abs. 1 FinStrG gleichheitswidrig geworden. *) Dr. Karl-Werner Fellner ist Hofrat des VwGH i. R.
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Aus der jüngsten Rechtsprechung Übersicht über die steuerrechtliche Judikatur der Höchstgerichte BEARBEITET VON DR. MARKUS ACHATZ (VFGH-ERKENNTNISSE), PROF. GERHARD GAEDKE (VWGH-ERKENNTNISSE), DR. DIETMAR AIGNER, DR. GERNOT AIGNER UND DR. MICHAEL TUMPEL (EUGH-URTEILE) Volltexte der VwGH-Entscheidungen schnell und bequem unter Eingabe der Geschäftszahl in der Suchmaske in Lindeonline, http://www.lindeonline.at; Übermittlung gegen Kostenersatz, telefonische Anforderung bei SWK-Redaktion, Tel.-Nr. 01/24 630/26, oder über SWK-Telefax, Fax-Nr. 01/24 630/53. ●
Die W i e d e r a u f n a h m e v o n A m t s w e g e n ist auch zulässig, wenn Tatsachen oder Beweismittel neu hervorkommen, die im Verfahren nicht geltend gemacht worden sind, und die Kenntnis dieser Umstände allein oder in Verbindung mit dem sonstigen Ergebnis des Verfahrens einen im Spruch anderslautenden Bescheid herbeigeführt hätte. Zur Korrektur rechtlicher Fehlbeurteilungen lässt sich der Wiederaufnahmsgrund des Hervorkommens neuer Tatsachen nicht heranziehen. – (§ 303 Abs. 4 BAO), (Aufhebung wegen Rechtswidrigkeit des Inhaltes) (
VwGH 22. 5. 2013, 2009/13/0064)
Der Umsatzsteuer unterliegen nur solche V o r a u s z a h l u n g e n , bei denen im Hinblick auf das ihnen zugrunde liegende Rechtsgeschäft oder eine zur Bewirkung des Umsatzes zwingende Rechtsnorm der Zusammenhang zwischen den Vorauszahlungen und der späteren Ausführung des Umsatzes besteht. Auch das System der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten verfolgt das Ziel, nur tatsächlich zur Ausführung gelangende Umsätze zu erfassen. – (§ 17 Abs. 1 UStG 1994), (Aufhebung wegen Rechtswidrigkeit des Inhaltes) (
VwGH 23. 5. 2013, 2010/15/0058)
Wird ein Wohngebäude zum Zwecke der Erzielung von Einkünften angeschafft, so beginnt der Lauf der AfA grundsätzlich bereits mit dem Zeitpunkt der Anschaffung, weil in der Regel die rein altersbedingte Abnutzung des Gebäudes gegenüber der nutzungsbedingten Abnutzung in den Vordergrund tritt. Werden nach der Anschaffung Erhaltungsaufwendungen auf das Gebäude getätigt, hindert dies den Beginn des Laufes der Abschreibung nicht. Anderes gilt im Fall von Herstellungsaufwendungen: Wenn unmittelbar nach der Anschaffung Herstellungsmaßnahmen (nicht nur in untergeordnetem Ausmaß) getätigt werden, so beginnt der Lauf der A b s c h r e i b u n g nicht vor dem Abschluss der Herstellung. Räumlich abgrenzbare Teile eines Gebäudes können dabei eine unterschiedliche Betrachtung erfahren; so hindert z. B. eine auf den Dachbodenausbau begrenzte Herstellungsmaßnahme nicht den Beginn der Abschreibung der Anschaffungskosten für die anderen, der Vermietung gewidmeten Teile des Gebäudes. – (§ 16 Abs. 1 Z 8 EStG 1988), (Aufhebung wegen Rechtswidrigkeit des Inhaltes) (
VwGH 23. 5. 2013, 2010/15/0067)
Art. 15 Abs. 2 lit. b DBA CSSR macht für einen in Österreich ansässigen A r b e i t n e h m e r mit Einkünften aus einer in der Slowakei ausgeübten Tätigkeit das ausschließliche österreichische Besteuerungsrecht davon abhängig, dass „die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt werden“, der nicht in der Slowakei ansässig ist. Durch diese Einschränkung soll nach herrschender Meinung sichergestellt werden, dass der Tätigkeitstaat sein Recht zur Besteuerung auch bei einer unter 183 Tage dauernden Tätigkeit behält, wenn die gezahlte Vergütung den Gewinn eines seiner Steuerhoheit unterliegenden Unternehmens geschmälert hat. Entscheidend ist demnach, dass die Vergütung vom nicht im Tätigkeitsstaat ansässigen Arbeitgeber getragen und nicht bloß an den Arbeitnehmer ausbezahlt wird. – (Art. 15 Abs. 2 lit. b DBA CSSR; siehe dazu Bendlinger, SWI 2013, 432), (Aufhebung wegen Rechtswidrigkeit des Inhaltes) (
VwGH 25. 5. 2013, 2009/13/0031) SWK-Heft 1 1. Jänner 2014
Einladung zum 4. Wiener Symposion zum Unternehmenssteuerrecht „Niedrigbesteuerung im Unternehmenssteuerrecht“ Das Thema der Niedrigbesteuerung von Unternehmen steht im Brennpunkt der steuerrechtlichen Diskussion. Oft geht es dabei um die rechtspolitische Frage nach dem „fairen Beitrag“ von Unternehmen zum den Staatshaushalt finanzierenden Steueraufkommen. Zugleich knüpfen aber schon im bestehenden Unternehmenssteuerrecht ganz konkrete steuerliche Rechtsnormen vielfach an das Phänomen der Niedrigbesteuerung ausländischer Staaten an, etwa bei der Verlagerung von Konzernaktivitäten in Niedrigsteuerländer oder bei der Beteiligungsertragsbefreiung grenzüberschreitender Dividenden. Bei der Anwendung dieser Rechtsnormen bestehen im Einzelnen eine Reihe offener Fragen, die in der Praxis oft große Bedeutung haben. Im Rahmen dieses Symposiums werden Lösungsvorschläge zu diesen Fragen präsentiert und diskutiert. Wissenschaftern, Beratern und Praktikern aus Unternehmen, aber auch Vertretern der Finanzverwaltung sowie der Gerichte bietet dieses Symposium daher die Möglichkeit diese aktuellen Fragestellungen gemeinsam zu diskutieren.
Veranstalter: Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht der WU Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. Michael Lang Univ.-Prof. Dr. Josef Schuch Univ.-Prof. Dr. Claus Staringer (alle Institut für Österreichisches und Internationales Steuerrecht der WU)
Univ.-Prof. Dr. Claus Staringer (WU) Die Bedeutung der Niedrigbesteuerung im österreichischen Körperschaftssteuerrecht Michael Wenzl, MSc., LL.B. (WU) Niedrigbesteuerung von Auslandsdividenden Markus Seiler, LL.M. (WU) Niedrigbesteuerung und Gestaltungsmissbrauch Mag. Anna Binder, BSc. (WU) Niedrigbesteuerung und Ausgabenabzug
Termin: Mittwoch, 22. Jänner 2014, 09.00 bis 16.00 Uhr
Dr. Christoph Marchgraber (WU) Vermeidung doppelter Nichtbesteuerung im DBA-Recht
Ort: Campus WU, Gebäude LC, Festsaal 2 1020 Wien, Welthandelsplatz 1
MMag. Katharina Daxkobler / Mag. Elisabeth Pamperl (WU) Niedrigbesteuerung als Beihilfe
Die Teilnahme an diesem Symposion ist kostenlos. Anmeldungen bitte an christine.wiesinger@wu.ac.at
Viktoria Wöhrer, LL.M., BSc. (WU) Niedrigbesteuerung und Verwertung von Auslandsverlusten Erik Pinetz, LL.M., BSc. (WU) Niedrigbesteuerung und AIFMG
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SWK - Heft 8 2011
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 Art. 73
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