Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201972,%20459
Timestamp: 2019-09-22 11:24:04+00:00

Document:
Rechtsprechung: VersR 1972, 459 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BGH, 27.10.1972 | BGH, 25.01.1972
BGH, 25.01.1972 - VI ZR 20/71
https://dejure.org/1972,1021
BGH, 25.01.1972 - VI ZR 20/71 (https://dejure.org/1972,1021)
BGH, Entscheidung vom 25.01.1972 - VI ZR 20/71 (https://dejure.org/1972,1021)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 (https://dejure.org/1972,1021)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1972,1021) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Klage auf Feststellung der Haftung - Feststellungsklage - Unfallschaden - Spätfolgen - Folgeschaden
VersR 1972, 459
Als dritte Gruppe kommen die Fälle in Betracht, in denen eine Verschlechterung der Vermögenslage im Sinne der vorstehenden Fallgruppe oder auch eine endgültiger Teilschaden eingetreten ist und mit der nicht entferntliegenden Möglichkeit des Auftretens weiterer, bisher noch nicht erkennbarer und zu berücksichtigender Schäden bei verständiger Würdigung gerechnet werden kann oder solche als spätere schädigende - vorauszusehende oder zu erwartende - Folge des zum Schadensersatz verpflichtenden Verhaltens eintreten (…BGH Urt. v. 2. Dezember 1966 - VI ZR 88/66 VersR 1967, 256, 257; Urt. v. 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 VersR 1972, 459, 460 = NJW 1972, 198;… Urt. v. 30. Oktober 1973 - VI ZR 51/72 VersR 1974, 248; RGZ 83, 354, 360; 87, 306, 312; RG JW 1932, 1648; RG HRR 1940, Nr. 980).
Kann mit derartigen wie den vorstehend bezeichneten Spätfolgen noch gerechnet werden, ist zur Unterbrechung der Verjährung, die mit dem früheren Schadenseintritt begonnen hat, die Erhebung einer Feststellungsklage erforderlich (…BGH Urt. v. 2. Dezember 1966 - VI ZR 88/66 aaO; Urt. v. 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 aaO;… Urt. v. 30. Oktober 1973 - VI ZR 51/72 aaO); ist ein solcher Schaden eingetreten, wird für ihn keine selbständige Verjährungsfrist in Lauf gesetzt (…RGZ 83 aaO;… RGZ 87 aaO;… RG HRR aaO).
Das Feststellungsinteresse kann in Fällen dieser Art nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen immerhin zu rechnen; es ist nicht erforderlich, dass der Kläger von dem späteren Schaden eine bestimmte Vorstellung hat (…BGH 11. Juli 1989 - VI ZR 234/88 - aaO; 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 - VersR 1972, 459).
Der Feststellungsanspruch kann in Fällen dieser Art nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen immerhin zu rechnen; es ist nicht erforderlich, daß der Kläger von dem späteren Schaden eine bestimmte Vorstellung hat (vgl. Senatsurteil vom 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 - VersR 1972, 459, 460).
Das Feststellungsinteresse besteht jedoch auch stets zum Zwecke der Hemmung der Verjährung (BGH VersR 72, 459; NJW 52, 741), denn die unbezifferte Feststellungsklage hemmt die Verjährung gemäß § 204 Nr. 1 BGB wegen des ganzen Anspruchs (RGZ 75, 302;… Greger in: Zöller, Zivilprozessordnung, 31. Aufl. 2016, § 256 ZPO, Rn. 7, 9).
Auch der Feststellungsantrag ist zulässig (§ 256 ZPO ) und im Hinblick auf die zu erwartenden und künftig fortbestehenden Beeinträchtigungen begründet (vgl. BGH VersR 72, 459).
Bei so schweren Verletzungen, wie sie der Kläger erlitten hat, kann das Feststellungsinteresse nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen wenigstens zu rechnen (vgl. Senatsurteile vom 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71 - VersR 1972, 459, 460, vom 30. Oktober 1973 - VI ZR 51/72 - VersR 1974, 248 und vom 11. Juli 1989 - VI ZR 234/88 - VersR 1989, 1055 f.).
Zwar kann nach der Rechtsprechung bei schweren Verletzungen das Feststellungsinteresse nur verneint werden, wenn aus der Sicht des Klägers bei verständiger Beurteilung kein Grund bestehen kann, mit Spätfolgen wenigstens zu rechnen (…vgl. BGH, Urt. v. 30.10.1990 - VI ZR 340/89, VersR 1991, 320 - 321, juris, Rdn. 18; BGH, VersR 1972, 459 (460); BGH, VersR 1974, 248; BGH, VersR 1989, 1055 f).
Es besteht schon dann, wenn künftige Schadensfolgen auch nur entfernt möglich sind, mag ihre Art und ihr Umfang, sogar ihr Eintritt noch ungewiß sein (…Zöller/Stephan, ZPO 15. Aufl. § 256 Rdnr. 8;… BGH, Urt. v. 30. Oktober 1973 - VI ZR 51/72, VersR 1974, 248; Urt. v. 25. Januar 1972 - VI ZR 20/71, VersR 1972, 459 f.).
OLG Köln, 25.11.1992 - 11 U 125/92
Zulässigkeit einer Klage auf Feststellung der Haftung für weitere Unfallschäden …
KG, 09.11.1978 - 12 U 2099/78
BGH, 27.10.1972 - V ZR 20/71
https://dejure.org/1972,163
BGH, 27.10.1972 - V ZR 20/71 (https://dejure.org/1972,163)
BGH, Entscheidung vom 27.10.1972 - V ZR 20/71 (https://dejure.org/1972,163)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 1972 - V ZR 20/71 (https://dejure.org/1972,163)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1972,163) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Falsa demonstratio - Falschbezeichnung - Dissens - Erklärungsinhalt - Versteckter Einigungsmangel
WM 1972, 1422
Zutreffend ist allerdings der Ausgangspunkt der Revision, daß nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ein übereinstimmender Wille der an dem Abschluß eines Vertrages beteiligten Parteien dem Vertragswortlaut oder einer anderweitigen Auslegung vorgeht (BGH, Urt. v. 27. Oktober 1972 - V ZR 20/71, WM 1972, 1422, 1424; BGHZ 71, 75, 77 f.;… BGH, Urt. v. 5. Oktober 1988 - IVb ZR 91/87, NJW 1989, 526, 527).
Dann ist - unabhängig von der Regelung des § 5 VVG - der wahre Wille des Erklärenden maßgebend (Urteile vom 21. Mai 1959 - II ZR 165/57 - VersR 1959, 497 unter I 2; vom 27. Oktober 1972 - V ZR 20/71 - WM 1972, 1422 unter II 1 a; vom 5. November 1982 - V ZR 166/81 - WM 1983, 92 unter II 1).
Steht ein übereinstimmender Wille der Parteien einer Vereinbarung fest, dann ist für eine Änderung desselben durch Auslegung seitens des Gerichts kein Raum (BGH Urteil vom 27. Oktober 1972 - V ZR 20/71 = WM 1972, 1422, 1424).
Baukostenzuschuß des Untermieters an den Untervermieter
Wenn aber die Parteien eines Rechtsstreits übereinstimmend vortragen, welchen Inhalt ein zwischen ihnen abgeschlossener Vertrag haben sollte, ist es dem Tatrichter verwehrt, diesen in einem anderen Sinne zu deuten (BGH Urteile vom 27. Oktober 1972 - V ZR 20/71 = WM 1972, 1422, 1424 und vom 13. Juli 1973 - V ZR 186/71 = Betrieb 1973, 1791, 1792; vgl. auch Senatsurteil vom 15. März 1978 - VIII ZR 180/76 = WM 1978, 370).
Auf die Frage, was tatsächlich Inhalt der Einigung war, kommt es hier aber nach §§ 133, 157 BGB deshalb entscheidend an, weil eine Auslegung der beurkundeten Erklärung nicht dem übereinstimmenden Erklärungswillen der Vertragsparteien widersprechen darf (BGHZ 20, 109, 110; 71, 75, 77; Senatsurteil vom 27. Oktober 1972, V ZR 20/71, WM 1972, 1422, 1424).
Die im bürgerlichen Recht geltende Regel, daß für den Inhalt eines Rechtsgeschäfts der übereinstimmende Wille der Beteiligten maßgebend ist, selbst wenn die in Frage stehenden Erklärungen objektiv eine andere Bedeutung hätten, d. h. ein unbefangener Dritter ihnen einen anderen Sinn beilegen würde (BGH, WM 1972, 1422; BGHZ 71, 243 = NJW 1978, 1483 m. w. Nachw.) könnte in dem vom Bf. unter Beweis gestellten Fall schon deshalb nicht entsprechend angewandt werden, weil der Inhalt der Rechtsmittelverzichtserklärung auf seiten des Gerichts nicht nur der Beurteilung des Richters am AG unterlag, der ihn entgegennahm.
Die im bürgerlichen Recht geltende Regel, daß für den Inhalt eines Rechtsgeschäfts der übereinstimmende Wille der Beteiligten maßgebend ist, selbst wenn die in Frage stehenden Erklärungen objektiv eine andere Bedeutung hätten, d.h. ein unbefangener Dritter ihnen einen anderen Sinn beilegen würde (BGH WM 1972, 1422; BGHZ 71, 243, 247 m.w.N.), könnte in dem vom Beschwerdeführer unter Beweis gestellten Fall schon deshalb nicht entsprechend angewandt werden, weil der Inhalt der Rechtsmittelverzichtserklärung auf seiten des Gerichts nicht nur der Beurteilung des Richters am Amtsgericht unterlag, der ihn entgegennahm.
Selbst wenn der Inhalt der Erklärungen voneinander abweicht, besteht kein Dissens, sofern der innere Wille der Parteien übereinstimmt, und entsprechendes gilt, wenn die eine Partei den von der objektiven Erklärungsbedeutung abweichenden wirklichen Willen der anderen Partei erkannt hat; maßgeblich ist dann das von der Gegenpartei wirklich Gewollte (vgl. RGZ 99, 147, 148; BGH Urteile vom 27. Oktober 1972 - V ZR 20/71 - WM 1972, 1422, 1424, und vom 5. November 1982 - V ZR 166/81 - WM 1983, 92;… MünchKomm-BGB/Kramer 2. Aufl. § 155 Rn. 4, 5;… Palandt/Heinrichs a.a.O. Rn. 3).
Dann ist der wahre Wille des Erklärenden maßgebend (BGH 22. Februar 1995 - IV ZR 58/94; BGH 5. November 1982 - V ZR 166/81; BGH 27. Oktober 1972 - V ZR 20/71; BGH 21. Mai 1959 - II ZR 165/57).
BGH, 25.01.1972 - VI ZR 164/70
https://dejure.org/1972,1697
BGH, 25.01.1972 - VI ZR 164/70 (https://dejure.org/1972,1697)
BGH, Entscheidung vom 25.01.1972 - VI ZR 164/70 (https://dejure.org/1972,1697)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 1972 - VI ZR 164/70 (https://dejure.org/1972,1697)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1972,1697) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Einbiegen in ein Grundstück - Abbiegen im Straßenverkehr - Gegenverkehr - Sorgfaltspflichten im Straßenverkehr - Vorfahrt - Mitverschulden - Gefahrenlage - Überhöhte Geschwindigkeit
StVG § 18; StVO § 9
Kommen mehrere Unfallursachen in Betracht, dann ist der Entlastungsbeweis nur geführt, wenn nachgewiesen ist, dass den Fahrer bezüglich sämtlicher in Betracht kommender Möglichkeiten kein Verschulden trifft (BGH VersR 1974, 1030 [1031]; OLG Stuttgart VersR 1979, 1039;… Senat a.a.O.); Unklarheiten über die wesentlichen Umstände des Unfalls gehen zu Lasten des Fahrers (BGH VersR 1972, 459; 1974, 1030 [1031];… OLG Stuttgart a.a.O.;… Senat a.a.O.;… Greger a.a.O. Rz. 23;… Hentschel/König a.a.O. m.w.N.).
Der Fahrzeugführer wird von der Haftung für den Schaden nach § 18 StVG nur frei, wenn keine Unklarheit über die wesentlichen Umstände des Unfalls verblieben ist und wenn fest steht, dass er alles einem ordentlichen Kraftfahrer Zumutbare getan hat, um den Unfall zu vermeiden (Greger a.a.O. mit Hinweis auf BGH VersR 1972, 459).
OLG Jena, 04.02.1999 - 1 U 425/98
Anspruch der Eltern auf Geldrente wegen des für ihren Sohn tödlich verlaufenen …
Für ein solches Verkehrsmanöver gelten die allgemeinen Abbiegeregeln (BGH VersR 72, 459).

References: § 204
 § 256
 BGH 
 § 256
 § 5
 BGH 
 § 155
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 18
 § 9
 § 18
 BGH