Source: https://kongress.armut-und-gesundheit.de/frontend/index.php?page_id=11680&v=List&day=all
Timestamp: 2020-05-24 22:36:39+00:00

Document:
Sonntag – 08.03.2020
(1) Gesundheit im Studium: Daten für Taten
Moderation Christine Wolter (Freie Universität Berlin)
PD Dr. Dr. Burkhard Gusy (Freie Universität Berlin)
Bundesweit nehmen Hochschulen die Gesundheit ihrer Studierenden in den Fokus und engagie-ren sich für ein studentisches Gesundheitsmanagement. Sie nutzen dabei die Ideen des Rahmenprogramms „Healthy Universities“ des Europäischen Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation und die Programmatik des Gesundheitsaktionszyklus, der mit einer Problembestimmung beginnt. Darauf aufbauend erfolgt datenbasiert die Interventionsplanung und die Ableitung zielführender Maßnahmen, die in der Folge implementiert und evaluiert werden. Zeigt sich dabei, dass die Maßnahmen nicht die erwünschten Wirkungen oder sogar unerwünschte Effekte erzielt haben, werden diese überarbeitet.
Im Rahmen dieses Fachforums stellen Akteure verschiedener Hochschulen vor, wie sie datenba-siert Strukturen eines studentischen Gesundheitsmanagements erarbeiten oder umsetzen. Vor-gestellt wird eine Bestandsaufnahme zum deutschlandweiten Stand der Umsetzung einer „Be-wegten Pause“ sowie die netzwerkanalytische Betrachtung der Strukturen eines studentischen Gesundheitsmanagements innerhalb einer Hochschule. Ferner werden neue Ergebnisse der Stu-dierendenbefragung an der Universität zu Lübeck vorgestellt sowie die Weiterentwicklung und Evaluation einer Soziale-Normen-Intervention zur Reduktion von riskantem Alkoholkonsum bei Studierenden.
»Bewegte Pause« für Studierende. Eine deutschlandweite Erhebung von Angeboten der »Bewegten Pause« für Studierende.
Julia Mathews | Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart | Germany
Prof. Dr. Eva Hungerland | Duale Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart | Germany
Studierende verbringen täglich viele Stunden im Sitzen. Lange, ununterbrochene Sitzzeiten stellen selbst bei ansonsten ausreichender Bewegung ein unabhängiges Gesundheitsrisiko dar. Eine Möglichkeit, um körperliche Aktivität in den Studierendenalltag zu integrieren, bietet ein Konzept der »Bewegten Pause«. Im Rahmen einer Erhebung an 204 staatlichen Hochschulen konnte bei nur 18 ein Angebot zur »Bewegten Pause« gefunden werden. Die Erkenntnisse der Erhebung werden vorgestellt und diskutiert.
Netzwerkanalytische Betrachtung der Strukturen eines Studentischen Gesundheitsmanagements (SGM)
Philip Bachert | Karlsruher Institut für Technologie (KIT) | Germany
Bei der Implementation und Dissemination von Gesundheitsförderungsmaßnahmen spielen int-raorganisationale Netzwerke eine entscheidende Rolle. Über die Art und Weise, wie SGM-Akteure an Hochschulen zusammenarbeiten, ist wenig bekannt. Ziel der Netzwerkanalyse ist es, Hochschulakteure zu identifizieren, die Relevanz für ein SGM besitzen. Zudem soll das Beziehungsgeflecht unter den Netzwerkakteuren exploriert werden. Die Netzwerkdaten werden mittels eines standardisierten Fragebogens gesammelt.
Ergebnisse des Lübeck University Student Trial (LUST)
Prof. Dr. Edgar Voltmer | Universität zu Lübeck | Germany
Die Ergebnisse der seit 2011 laufenden Längsschnittstudie Lübeck University Students Trial (LUST)
haben zur strukturellen Verankerung des SGM beigetragen und eine Vielzahl von Interventionen für
die Gesundheit von Studierenden angeregt. Am Beispiel der „Vitalzeit vor Ort, Bewegungspause in
der Lehrveranstaltung“ wird eine alternative Umsetzungs- und Verankerungsmöglichkeit zu gängigen Umsetzungsformen der Bewegungspause vorgestellt.
Evaluation einer Soziale-Normen-Intervention zur Reduktion von riskantem Alkoholkonsum bei Studierenden
Christine Wolter | Freie Universität Berlin | Germany
PD Dr. Dr. Burkhard Gusy | Freie Universität Berlin | Germany
Alkoholkonsum stellt unter Studierenden ein bedeutendes gesundheitliches Risikoverhalten dar. Soziale Beziehungen zu Peers und die systematische Überschätzung ihres Alkoholkonsums spielen dabei eine besondere Rolle. An der FU Berlin wurde daher eine Intervention nach dem Soziale-Normen-Ansatz zur Reduktion bzw. Prävention von riskantem Alkoholkonsum durchgeführt. Vorgestellt werden die Ergebnisse der Evaluation hinsichtlich der Normkorrektur sowie des Konsumverhaltens im Prä-Post-Design.
(5) Ungewollt schwanger sein in Deutschland: Ein Balance-Akt zwischen Tabu, Bevormundung und Selbstbestimmung
Moderation Dr. Jutta Pliefke (Profamilia Berlin)
Dr. Silke Stöckle (Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung)
Thema: Genderaspekte in Public Health
1) Wie ist die Versorgungslage für Frauen mit ungewollter Schwangerschaft? Was hat die Reform des §219a gebracht? Wie steht es um die Autonomie und Selbstbestimmung schwangerer Frauen? Wie wirkt sich die politische Situation auf Ärzt*innen aus, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen?
2) Seit 2003 hat die Zahl der Einrichtungen in Deutschland, die Schwangerschaftsabbrüche (SAB) durchführen, um rund 40% abgenommen. Auf dem Land bedeutet dies Wege bis zu 200 km, spätere Durchführung des SAB und zusätzliche psychische Belastung. Sind die zunehmenden Aktivitäten der Abtreibungsgegner*innen der Grund dafür, dass immer weniger Gynäkolog*innen in Deutschland SAB anbieten?
Eine weitere deutsche Besonderheit: Der medikamentöse SAB fristet hier im Vergleich zu anderen Ländern ein Mauerblümchendasein. Dabei könnte er die prekäre Versorgungssituation verbessern. Er wäre durchaus auch von Hebammen und Hausärzt*innen bzw. von Frauen zu Hause in eigener Verantwortung durchführbar.
Seit den Prozessen gegen Ärzt*innen nach §219a und dadurch ausgelöste massive bundesweite Proteste wurde nach politischen Lösungen gesucht. Er führte zu einer Reform des §219a – die allerdings weder zu Rechtssicherheit noch zu einer Verbesserung der Situation ungewollt schwangerer Frauen geführt hat.
4) Deutschland darf den Anschluss an eine moderne Gesellschaft auch in punkto sexueller Selbstbestimmung und selbstbestimmte Familienplanung nicht verpassen. Um diesbezügliche Handlungsmöglichkeiten zu entwickelt gilt es, politische, juristische, psychosoziale und medizinischen Aspekte rund um ungewollte Schwangerschaft zu berücksichtigt.
Die aktuelle administrativ-politische Lage
Nora Szász | Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. | Germany
Schwangerschaftsabbrüche sind in Deutschland gemäß §218 StGB verboten. Diese Tatsache ist wenig bekannt. Damit sind sie gesellschaftlich geächtet, obgleich sie nach der Beratungsregelung straffrei sind. Die Reform des §219a, als strategische Antwort auf eine breite Protestbewegung, hat keine Lösung gebracht, weiterhin droht Ärzt*innen Kriminalisierung, Frauen können sich nicht frei informieren. Unter diesen veralteten Gesetzen, kann das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung nicht erreicht werden.
Historischer und pharmakologischer Abriss des "Hexenkrautes Mifegyne"
Dr. Ildikó Szász | Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (VdPP) | Germany
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch (mSAB) - Historie, Durchführung, Besonderheiten - werden erläutert. Aus medizinisch-pharmazeutischem Aspekt ergibt sich, dass der Abbruch möglichst früh erfolgen sollte. Die restriktiven Regelungen (§218/219a) wirken sich hier negativ aus. Besonders finanziell-sozial ausgegrenzte Frauen sind hierbei im Nachteil. Weitere Gesichtspunkte sind: Illegale Versorgungswege für „Abtreibungspillen“, Kostenaspekte, Förderung des mSAB.
Paradigmenwechsel: Schwangerschaftsabbruch versus Menstruationsregulation
Dr. Christiane Tennhardt | Familienplanungszentrum Balance | Germany
Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch gibt den Frauen die Möglichkeit weitgehend ohne medizinisches Personal eine unerwünschte Schwangerschaft abzubrechen. Ist die `Abtreibungspille´ das langersehnte "Hexenkraut"? Es werden legale u. illegale Wege vorgestellt, die dies (in anderen Ländern) ermöglichen. Widerstände und Tabus, die dies hierzulande verhindern, diskutiert. Welche Möglichkeiten haben wir statt einem Abbruch eine Menstruationsregulation durchzuführen?
Perspektiven von Mediziner*innen auf den Schwangerschaftsabbruch - eine qualitative Studie
Dr. Alicia Baier | Doctors for Choice Germany e.V. | Germany
Gerichtsprozesse gegen Ärzt*innen, die über Schwangerschaftsabbrüche informieren, beschäftigen aktuell unsere Gesellschaft, Politik und Gesetzgebung. Zugleich führen immer weniger Ärzt*innen Abbrüche durch, was deutschlandweit zu Versorgungslücken führt. Die letzte Studie über Einstellungen von Mediziner*innen zum Schwangerschaftsabbruch stammt aus den 90er Jahren.
Um angesichts der aktuellen Debatte und der Versorgungsengpässe mehr über die Perspektiven von Mediziner*innen zu erfahren, gründete sich 2017 das Forschungsprojekt MeGySa (Medizinstudierende und Gynäkolog*innen zum Schwangerschaftsabbruch). In semistrukturierten Interviews untersuchte es die ärztliche Perspektive auf Gesetzeslage, medizinische Ausbildung, ungewollt Schwangere und die eigene professionelle Rolle.
14 Medizinstudierende und vier Gynäkologinnen nahmen an den durchschnittlich 49minütigen Interviews teil. In den Gesprächen kristallisierten sich mögliche Barrieren heraus, die Ärzt*innen davon abhalten könnten, Abbrüche durchzuführen. Eine fehlende sachliche und diskussionsorientierte Thematisierung in der medizinischen Ausbildung scheint eine bedeutsame Rolle zu spielen.
Angesichts des starken Rückganges von Ärzt*innen, die Abbrüche durchführen, stellt sich die Frage, ob die medizinischen Fakultäten ihrer Aufgabe der Vermittlung evidenzbasierten Wissens und der ausreichenden Auseinandersetzung mit ethisch und strafrechtlich komplexen Themen wie dem Schwangerschaftsabbruch entsprechend nachkommen. Möglichkeiten verschiedener Akteur*innen, auf die medizinische Aus- und Weiterbildung einzuwirken, sollen an Beispielen diskutiert werden.
(3) Je früher, desto besser! Erreichbarkeit von Frauen rund um die Geburt [Auftaktveranstaltung]
Moderation Mechthild Paul (Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))
Jörg Backes (Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA))
Raum: H 0110
Thema: Frühe Hilfen
Ungewollte Schwangerschaften in belasteten Biografien von Frauen: Wie der Wunsch nach einem besseren Leben in Armut führt
Prof. Dr. Cornelia Helfferich | SoFFI F. / FIVE, Freiburg | Germany
Hintergrund, Fragestellung
Belastende Erfahrungen in der Kindheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Frauen, später ungewollt schwanger zu werden und als Alleinerziehende materielle Not zu erleben. Es werden empirische Ergebnisse zur Dynamik der biografischen Entwicklungen vorgelegt, Unterstützungsbedarf wird benannt und die Inanspruchnahme von Schwangerenberatung diskutiert.
Projekt, Methode
In der Studie „Familienplanung im Lebenslauf von Frauen“ (SoFFI F., gefördert von der BZgA) werden reproduktive Biografien von 20- bis 44-jährigen Frauen aus standardisierten Daten (retrospektive Angaben zu zurückliegenden Schwangerschaften) analysiert. 2018 wurden 6.001 Frauen in fünf Bundesländern befragt. U.A. wurden summarische Fragen zum Verhältnis zu den Eltern und zu in der Kindheit erlittener Gewalt gestellt. Zudem liegen 119 qualitativ-biografische Interviews vor, von denen 26 eine schwierige Kindheit, einschließlich Vernachlässigung und Gewalt durch Eltern(teile), thematisieren. Aus dem Material kann die Bedeutung der Schwangerschaften und der professionellen Unterstützung für Frauen mit belasteter Kindheit herausgearbeitet werden.
Jede dritte und damit überdurchschnittlich viele Frauen mit einer schwierigen Kindheitsgeschichte hatten eine ungewollte Schwangerschaft erlebt und häufig ging dies mit einer Trennung aus einer schwierigen Partnerschaft einher. In den biografischen Erzählungen wird der Wunsch, es besser zu machen als die eigenen Eltern, als Grund genannt, eine solche Schwangerschaft auszutragen. Die familiale Lebenssituation ist dann aber durch persönliche, soziale und ökonomische Härten gekennzeichnet. Beratung und Hilfen werden – wenn sie gesucht werden – als Unterstützung erlebt.
Die Lebenslage der Mütter mit einer eigenen schwierigen Kindheitsgeschichte ist von besonderen Belastungen und fehlende Unterstützung durch Eltern oder Partner gekennzeichnet. Frühe Hilfen sind gefragt.
Schwangerschaftsberatung als Partnerin in den Frühen Hilfen
Martina Dreibus | Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz | Germany
Schwangerschaftsberatung und Frühe Hilfen haben viele gemeinsame Schnittstellen – beiden Handlungsfeldern ist gemeinsam, dass sie einen sehr frühen und stigmatisierungsfreien Zugang zu (werdenden) Müttern und Familien bieten. Dennoch haben beide Felder ihr eigenes Profil.
Schwangerschaftsberatungsstellen erfahren in den Netzwerken Frühe Hilfen eine sehr hohe Wertschätzung. Dies zeigt sich in den hohen Werten, wie stark sie in die fallübergreifende Netzwerkarbeit eingebunden sind. Die Beratungsstellen sind in über 90% der Kommunen vertreten. Dies ist der höchste Wert von allen abgefragten Akteuren. Bei der Beurteilung der Kooperationsqualität liegen sie mit einem Wert von 1,6 mit an der Spitze aller Akteure in den Kommunen. Die Daten der Studie KiD 0-3 des NZFH unterstreichen, wie wichtig die Schwangerschaftsberatung als Zugangsweg in die Frühen Hilfen gerade für Familien mit besonderen Belastungen ist. So nutzen besonders häufig Familien, die von Armut bedroht sind und Familien mit geringerem Bildungsgrad dieses Angebot.
Einfühlung, Unterstützung und Stärkung sind bei der Arbeit mit diesen Ratsuchenden besonders wichtig. Dies gilt sowohl für die originäre Schwangerschaftsberatung wie auch das Handeln in den Frühen Hilfen.
Der Beitrag fokussiert die Frage, was die Kernelemente und Spezifika der Schwangerschaftsberatung sind und wo die professionellen Möglichkeiten und Grenzen im Bereich Frühe Hilfen liegen.
“Ich denke auch, dass ich eigentlich ganz gut gerüstet bin jetzt.” Einzelfallanalysen aus der Erreichbarkeitsstudie zur Familienhebammen-Unterstützung
Juliane van Staa | Nationales Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) | Germany
Es ist bekannt, dass die Angebote Früher Hilfen noch immer gerade diejenigen Familien, die aufgrund verschiedener Belastungsfaktoren einen hohen Präventionsbedarf haben und somit besonders von früher Unterstützung profitieren könnten, nicht in dem Maße erreichen, wie ursprünglich erhofft (sogenanntes „Präventionsdilemma“). Um das Präventionsdilemma zu überwinden, ist es von zentraler Bedeutung, zum einen die Barrieren zu identifizieren, die einer Angebotsannahme entgegenstehen. Zum anderen gilt es, stärker die subjektiven Unterstützungsbedarfe der Eltern in den Blick zu nehmen und die Angebote und Zugänge daran auszurichten.
Um diesen Fragen nachzugehen, hat das NZFH eine breit angelegte empirische Untersuchung zur Erreichbarkeit von Familien für Unterstützungsangebote durchgeführt („Erreichbarkeitsstudie“). Hierfür wurden insgesamt 123 Mütter mit Kindern von 0 – 3 Jahren im Methodenmix qualitativ (Tiefeninterviews) und quantitativ (Selbstausfüller-Fragebogen) befragt, wobei der Schwerpunkt auf psychosozial belasteten Müttern lag. Die Studie liefert detaillierte Informationen zu Lebenssituation und Belastungsfaktoren, Erleben der Familiengründung und des „Mutter-Seins“, Ressourcen und Unterstützungsbedarfen sowie zu Erfahrungen mit Angeboten Früher Hilfen.
Der Beitrag stellt ein Teilergebnis aus der Erreichbarkeitsstudie vor. Auf der Basis von zwei Tiefeninterviews werden zwei Einzelfälle analysiert. Es handelt sich dabei um zwei junge Mütter mit sehr ähnlichen Lebensverläufen, soziodemographischen Merkmalen, Belastungen und Einstellungsmustern. Beide Mütter vereinen ähnliche Startschwierigkeiten in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Der zentrale Unterschied liegt in einer unterschiedlichen Unterstützung aus dem Gesundheitssystem, die bei der einen Mutter zu einer frühen Annahme einer Familienhebammen-Unterstützung führte, bei der anderen Mutter nicht.
Anhand des Entwicklungsverlaufs der beiden Mütter wird exemplarisch aufgezeigt, inwiefern die Familienhebamme insbesondere in den Bereichen Mutter-Kind-Bindung, Entwicklung von Elternkompetenzen und Inanspruchnahme weiterer Angebote unterstützen konnte. Die Gegenüberstellung der beiden Mütter verdeutlicht zudem, wie der frühe Einsatz der Familienhebamme die junge Mutter zunehmend darin befähigt, selbst Verantwortung zu übernehmen und Zukunftsperspektiven zu entwickeln, während die Mutter ohne Unterstützung nach wie vor für sich allein steht und in Überforderung und Hilflosigkeit verharrt.
Eine frühe, bereits in der Schwangerschaft einsetzende Unterstützung kann Kindern, die in belastende Lebenslagen hineingeboren werden, entwicklungsförderliche Bedingungen „von Anfang an“ ermöglichen und Mütter und Familien als Ganzes für die Zukunft stärken. Es darf jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass psychosozial belastete Mütter aufgrund ihres hohen Unterstützungsbedarfs „von allein“ in die Angebote finden, sondern dabei in besonderem Maße informiert, motiviert und „an die Hand genommen“ werden müssen.
(4) Universal Health Coverage? Gesundheitszustand und Versorgungssituation vulnerabler Menschen in Deutschland
Moderation Carolin Bader (Ärzte der Welt e.V.)
Indem Deutschland 2015 die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung unterzeichnet hat, hat sich die Bundesregierung zum Universal Health Coverage als globales Gesundheitsziel verpflichtet: Es gilt dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen die von ihnen benötigten […] Gesundheitsleistungen in ausreichender Qualität in Anspruch nehmen können, ohne in finanzielle Not zu geraten.
Der deutsche Staat hat sich damit erneut verpflichtet, die notwendigen Gesundheitsdienste für alle in Deutschland lebenden Menschen diskriminierungsfrei zugänglich zu machen und sich verstärkt um die Schwächsten zu kümmern unter dem Motto „leave no one behind“.
Laut offiziellen Angaben leben ca. 79.000 Menschen in Deutschland ohne eine Krankenversicherung. Diese Daten beziehen sich jedoch nur auf deutsche Staatsbürger*innen und Menschen, die in Deutschland offiziell gemeldet sind. Weder Wohnungslose, noch Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus, Personen mit hohen Beitragsschulden oder hinzugezogene EU-Bürger*innen kommen in dieser Statistik vor.
Viele dieser Menschen, denen humanitäre Organisationen und Wohlfahrtsverbände in ihrer praktischen Arbeit begegnen, haben jedoch keinen Zugang zum Gesundheitssystem.
Um das Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten sollen, nach einem ersten Überblick über die rechtliche Situation der verschiedenen Personengruppen, zwei Zielgruppen näher vorgestellt und ihre Barrieren in das Regelsystem gemeinsam mit dem Publikum diskutiert werden.
Menschen ohne Zugang zu medizinischen Versorgungsstrukturen. Vorstellung einzelner Personengruppen anhand von Fallbeispielen aus der Beratung in der Medizinischen Ambulanz ohne Grenzen, Mainz.
Nele Kleinehanding | Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. | Germany
Menschen ohne Krankenversicherung sind keine homogene Gruppe. Die Hintergründe des mangelnden Versicherungsschutzes und damit einhergehende Ansprüche und Zugangsmöglichkeiten in das Regelsystem sind sehr vielfältig und komplex.
Anhand von konkreten, anonymisierten Falldarstellungen werden die unterschiedlichen Personengruppen sehr praxisnah unter Einbeziehung rechtlicher Möglichkeiten und Grenzen dargestellt.
Ohne Wohnung und krank – Gesundheitliche Versorgung von Menschen in einem Wohnungsnotfall
Sabine Bösing | Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. | Germany
Menschen, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben, die in Sammelunterkünften untergebracht sind, in prekären Mitwohnverhältnissen leben oder von Wohnungsverlust bedroht sind, gehören einer gesundheitlich hoch belasteten Bevölkerungsgruppe an. Sie erleben Ausgrenzung in allen wichtigen Lebensbereichen, insbesondere auch vom Gesundheitssystem. Die BAG W fordert daher die Umsetzung des Rechts auf Gesundheit für alle. Empfehlungen zur Umsetzung werden vorgestellt.
(6) Das 1 x 1 der globalen Gesundheitspolitik: Private Interessen und globale Gesundheit – wie geht das zusammen?
Moderation Frauke Gundlach (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW))/Deutsche Plattform für globale Gesundheit (dpgg))
Anne Jung (medico international)
Globale Gesundheit hat es in den letzten 20 Jahren vom Nischendasein zu einem der zentralen Themen auf der politischen Agenda geschafft. In Deutschland zeigt sich dies unter anderem in der neuen Globalen Gesundheitsstrategie der Bundesregierung. Mit dem Bedeutungsgewinn von Global Health treten aber auch inhaltlich-konzeptionelle Differenzen stärker zu Tage. Diese will die Deutschen Plattform für Globale Gesundheit näher beleuchten. Eine besondere Dynamik ist nicht zuletzt durch die wachsende Bedeutung internationaler Privatstiftungen wie der Bill & Melinda Gates Foundation und die Bildung von so genannten Multi-Akteurs-Foren wie dem Global Health Hub Germany entstanden, die die Gesundheitsdebatte in Deutschland stark prägen. Die Deutsche Plattform für Globale Gesundheit will das Gesundheitsverständnis der neuen Akteure beleuchten und nach ihrer Prioritätensetzung bei der Lösung globaler Gesundheitsprobleme fragen.
Mit dem Fachforum „Das Einmaleins der Gesundheitspolitik - Wie kann Gesundheit gesamtgesellschaftlich gedacht und gestaltet werden?“ bietet die Deutsche Plattform für Globale Gesundheit (DPGG) eine Einführung in die grundlegenden Fragen und Probleme der Gesundheitspolitik an. Das Format soll eine Orientierung über die komplexen Anforderungen und Verflechtungen der nationalen und globalen Gesundheitspolitik bieten. Das Fachforum richtet sich vor allem an alle Neulinge in der Gesundheitspolitik.
(7) Reducing Health Inequalities for Migrants in Europe – Findings from the JAHEE project and promising country practices
Dr. Bernadette N. Kumar (Norwegian Institute of Public Health (Folkehelseinstituttet), FHI)
Raum: H 1028
Thema: Migration und Flucht
***Diese Veranstaltung findet teilweise in englischer Sprache statt.****
The Joint Action on Health Equity Europe (JAHEE) is a 3-year EU-project addressing health inequities in the participating countries. Work Package 7 (WP 7) on Migration and Health (13 partner countries) aims at improving health equity for the migrant population by better understanding the mechanisms underlying differences in migrants’ health status, identifying opportunities for actions tackling health inequities and drawing lessons learnt from implementation of actions across Europe. A Policy framework for Action (PFA) developed by the WP 7 advisory and expert group provides the rationale and basis for Country Assessments (CA) conducted in each country and completed in 2019.
This session provides an overview on main results of the PFA and CA elaboration process and illustrates these with country examples from Norway, Wales and Germany, highlighting challenges faced, existing practices and foreseen actions in tackling health inequities affecting migrants.
Implementation of systematic policies on migrant health has been limited, however experience has been gained in research and practice across Europe. Policymaking often focused on ‘downstream’ issues rather than ‘upstream’ determinants of migrants’ health. JAHEE allows participating countries to tackle upstream challenges of migrant’s health and ensure that established good practices are structurally embedded into policies.
The session promotes learning about practices in tackling health inequities for migrants in various settings at different levels. It also informs about implementation of actions in presented countries, initiating a dialogue on it.
Identifying the gaps in policy and practice to address equity in health for migrants: introduction to the JAHEE project (Part I) - Improving migrants’ health in Norway through a “whole-organisation” and “health in all policies” approach (Part II)
Dr. Bernadette N. Kumar | Norwegian Institute of Public Health (FHI) | Norway
Charlott E. Gyllenhammar Nordstrøm | Norwegian Institute of Public Health (FHI) | Norway
On overview of the process of elaboration of the Policy Framework for Action and the Country Assessment and its main results is provided. The country example from Norway showcases how strategies integrating a “whole-organisation” and “health in all policies” approach are taken at national level to address existing challenges to health equity for migrants, building upon the lessons learned from the first National Strategy on Migrants’ Health (2013 - 2017).
Migrant Health in the context of a Cross-sectoral ‘Nation of Sanctuary’ Policy - A perspective from Wales
Dr. Gill Richardson | Public Health Wales | United Kingdom
Rebecca Fogarty | Public Health Wales | United Kingdom
The contribution presents the conclusions of the Country Assessment of migrant health and features actions arising from the 'Health Experiences of Asylum Seekers and Refugees in Wales' study focusing on adult asylum seekers and refugees and the cross-sectoral 'Nation of Sanctuary - Refugee & Asylum Seeker Plan' set out by the Welsh Government, as examplar of work on migrant health equity
Addressing health equity for migrants in Germany – Main challenges and examples of possible interventions in the frame of JAHEE
Nathalie Bélorgey | Federal Centre for Health Education (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), BZgA | Germany
Challenges to health equity for migrants in Germany, a country with both a long history of migration and major destination of refugee migration in recent years are to be placed in the context of a fragmented health system with differing entitlements to health care according to migrants’ legal status. The German case will highlight main findings of the country assessment and examples of planned interventions to address gaps in health equity for migrants.
(8) Schulgesundheitsfachkräfte in Deutschland – Wie die Umsetzung in den Bundesländern Brandenburg und Hessen gelingt
Moderation Gudrun Braksch (AWO Bezirksverband Potsdam e.V.)
Angela Schweers (AWO Bezirksverband Potsdam e.V.)
Raum: H 1058
Thema: Kinder im Kita- und Schulalter
1) Seit 2016 wird in den Bundesländern Brandenburg und Hessen der Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften an allgemeinbildenden Schulen modellhaft erprobt. Dieser Einsatz ist in Deutschland einzigartig und zwischenzeitlich haben auch andere Bundesländer Interesse am Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften (SGFK) gezeigt.
2) In beiden Bundesländern sind insgesamt 28 Schulgesundheitsfachkräfte an 27 Schulen (Brandenburg 18 SGFK an 27 Schulen und Hessen 10 SGFK an 10 Schulen) tätig. Im Land Brandenburg erfolgt die Umsetzung des Modellprojektes in enger Zusammenarbeit mit der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse, mit der Unfallkasse Brandenburg und mit den Gesundheitsämtern der Modellregionen. In Vorträgen wird über die förderlichen und hemmenden Implementationsbedingungen des Einsatzes der SGFK und über die wissenschaftlichen Evaluationen und Gutachten im Modellprojekt berichtet. Zum Abschluss wird eine Schulgesundheitsfachkraft über ihre Tätigkeit an der Schule berichten.
3) Mit dem Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften wird die gesundheitliche Versorgung von Schülerinnen und Schülern im schulischen Setting verbessert sowie die Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften gefördert und verstärkt. Damit wird ein Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Gesundheitskompetenz geleistet.
Im Fachforum wird ein Zwischenfazit über die bisherige praktische Tätigkeit der SGFK gezogen.
4) Im Plenum wird diskutiert, welche Schlussfolgerungen sich aus den Evaluationen ergeben und welchen Nutzen und welche Wirkung der Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften an den Modellschulen hat.
Stand und Entwicklung der Modellprojekte in den Bundesländern Brandenburg und Hessen
Gudrun Braksch | AWO Bezirksverband Potsdam e.V. | Germany
Die Länder Brandenburg und Hessen erproben seit 2016 den Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften an allgemeinbildenden Schulen. Im Vortrag werden die Rahmenbedingungen des Modellprojektes in beiden Bundesländern vorgestellt und über die Entwicklung und Gelingensbedingungen bei der Umsetzung der Modellprojekte informiert.
Erste Empfehlungen für organisatorische und ökonomische Implikationen beim Einsatz von Schulgesundheitsfachkräften
Prof. Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong | Technische Hochschule Mittelhessen | Germany
Im Rahmen einer gutachterlichen Stellungnahme werden organisatorische Optionen zur institutionellen Anbindung und Finanzierungsmöglichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen für die Anstellung, wie auch der Weiterbildung der Schulgesundheitsfachkräfte und der Ausstattung der Räumlichkeiten vor Ort dargestellt und bewertet werden. In diesem Vortrag werden erste Ergebnisse des Gutachtens vorgestellt.
Gesundes Aufwachsen und Bildungserfolg sind ein Paar Schuhe - Praktische Erfahrungen einer Schulgesundheitsfachkraft
Sybille Rudnik | AWO Bezirksverband Potsdam e.V. | Germany
In einem Kurzbeitrag berichtet eine Schulgesundheitsfachkraft über ihre dreijährige Tätigkeit an einer Grundschule im Land Brandenburg. Im Bericht werden die Aufgaben und Arbeitsinhalte an der Schule und Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und im regionalen Netzwerk dargestellt.
(9) Create & Reflect – Spielbasierte Ansätze für eine sichere und gesunde Arbeit zielgruppengerecht entwickeln
Chair(s) Antonia Stagge (TU Dresden)
Moderation Judith Neubert (TU Dresden)
Cornelia Schade (TU Dresden)
Thema: Gesundheit in der Arbeitswelt
Präsentationsart: Freies Format
Ziel des interaktiven und spielerischen Workshops ist die Vorstellung und zielgruppengerechte Weiterentwicklung eines spielbasierten Ansatzes zur Vermittlung von Wissen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Teilnehmenden lernen im Workshop kreative Methoden zur Ideengenerierung und Reflexion kennen (LEGO® Serious Play® und Paper Prototyping). Dazu wird beispielhaft an dem bisher im Projekt E.F.A. entstandenen Prototypen gearbeitet.
Mit dem Projekt E.F.A. soll der Kompetenzerwerb sächsischer KKU des sozialen Dienstleistungssektors hinsichtlich des Themas Arbeits- und Gesundheitsschutz unterstützt werden. Ziel ist die Entwicklung eines adaptiven digitalen Lernspiels, welches Beschäftigten methodisches und inhaltliches Wissen zur Durchführung der Gefährdungsbeurteilung vermittelt.
Es entsteht ein Lernwerkzeug, welches zeit- und ortsunabhängiges Lernen im Rahmen betrieblicher Aus- und Weiterbildung ermöglicht. Damit geht das Lernwerkzeug insbesondere auf Bedürfnisse vulnerabler Zielgruppen ein. Zum Beispiel kann Beschäftigten in ländlichen Regionen die Teilnahme an Weiterbildungen mithilfe des Lernwerkzeuges erleichtert werden. Weiterhin werden im Entwicklungsprozess Genderaspekte bewusst aufgegriffen, um die Darstellung von Stereotypen im Lernspiel zu vermeiden.
Das Ergebnis des Workshops ist die Zusammenfassung von Handlungsprinzipien für die zielgruppengerechte Gestaltung und Anwendung digitaler spielbasierter Lernangebote im Gesundheitsbereich. Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden die Methoden LEGO® Serious Play® sowie das Paper Protoyping kennen, welche sie im Nachgang zur kreativen Bearbeitung im eigenen Projektkontext nutzen können.
Create & Reflect – Spielbasierte Ansätze für eine sichere und gesunde Arbeit zielgruppengerecht entwickeln
Antonia Stagge | TU Dresden | Germany
Ziel des interaktiven und spielerischen Workshops ist die Vorstellung und zielgruppengerechte Weiterentwicklung eines spielbasierten Ansatzes zur Vermittlung von Wissen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Teilnehmenden lernen im Workshop zudem kreative Methoden zur Ideengenerierung und Reflexion kennen (LEGO® Serious Play® und Paper Prototyping). Dazu wird beispielhaft an dem bisher im Projekt E.F.A. entstandenen Prototypen des Lernspiels gearbeitet.
(10) Health in all Policies: Die Klimakrise als Herausforderung für Public Health I [DGPH I & KLUG] (Teil 1)
Moderation Prof. Dr. Ansgar Gerhardus (Universität Bremen & Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH))
Dr. Martin Herrmann (Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG))
Raum: H 3005
Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH) und Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG)
Klimawandel und Public Health
Bei jeder Jahrestagung greift die DGPH ein anderes Thema zu Health in all Policies auf und bringt Expert*innen aus Public Health und dem spezifischen Policy-Bereich zusammen.
In diesem Jahr steht das Thema Klimakrise und Public Health im Mittelpunkt. Gemeinsam mit der Deutschen Allianz Klimawandel & Gesundheit (KLUG) wird dazu eine Veranstaltung mit zwei zusammenhängenden Teilen organisiert.
Die Klimakrise ist eine existenzielle Bedrohung der Menschheit. Sie ist eine zentrale Herausforderung für die globale Gesundheit. Sie droht, wenn ihr nicht rechtzeitig und grundlegend gegengesteuert wird, auch die enormen Fortschritte der letzten Jahrzehnte in der globalen Gesundheit zunichte zu machen.
Im Gesundheitsdiskurs hierzulande hingegen spielte das bislang - von Nischen abgesehen - kaum eine Rolle. Die Public-Health-Gemeinschaft bildet da keine Ausnahme.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Zusammenhänge zwischen der Klimakrise und Public Health aufzeigen und konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen.
Im ersten Teil werden in drei Vorträgen die fachlichen Grundlagen dargestellt. Im zweiten Teil werden dann in mehreren Workshops gemeinsam mit allen Teilnehmer*innen Handlungsoptionen entwickelt.
Klimawandel - Klimakrise: Klimawissenschaftliche Grundlagen der Erderwärmung
Dr. Gregor Hagedorn | Museum für Naturkunde Berlin / Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung / Initiator Scientists for Future | Germany
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit (mit Fokus der Situation in Deutschland)
Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann | TU München/ Universitätsklinikum Augsburg | Germany
Die veränderte Bedeutung von Public Health im Kontext der Klimakrise
Prof. Dr. Dr. Sabine Gabrysch | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Charité – Universitätsmedizin Berlin | Germany
Dr. Kirsten Kappert-Gonther, MdB | Deutscher Bundestag, Bündnis 90/Die Grünen | Germany
Raum	: H 0104, H 0105, H 0106, H 0107, H 0110, H 0111, H 0112, H 1012, H 1028, H 1029, H 1035, H 1036, H 1058, H Lichthof, H 2013, H 2032, H 2033, H 2035, H 2036, H 2037 , H 2038, H 2053, H 3002, H 3003 A , H 3005, H 3008, H 3010, H 3012, H 3013, H 3024, H 3025, EB 107, EB 133C, EB 202, EB 301
(11) Gesundheit kommunal gestalten – Zusammenspiel von städtischen und ländlichen Räumen
Moderation Katrin Johanna Kügler (Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr)
Dr. Hans Wolter (Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland)
Chair(s) Gaby Schütte (Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen)
Thema: Kommune
Hintergrund: Beim Kongress in 2019 wurde in einer Session dargestellt, wie das Zusammenspiel in einem Bundesland (NRW) von Kreisverwaltung (Ennepe-Ruhr) und Stadtverwaltung (Universitätsstadt Witten) dazu beitragen kann, Lebenswelten gesundheitsförderlich zu gestalten.
Flächenkreise mit den dazugehörigen Mittelpunktstädten sind zuletzt auch in anderen Bundesländern (Hessen, Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) vermehrt Mitglieder des Gesunde Städte-Netzwerkes und des Kooperationsverbundes gesundheitliche Chancengleichheit geworden. Praxisbeispiele aus den verschiedenen Städten, Landkreisen und Gemeinden zeigen, dass gemeinsame Überlegungen und Planungen zur Gesundheitsförderung und Prävention möglich sind. Dabei übernehmen Politik, Verwaltung, Wissenschaft, als auch Akteure der Zivilgesellschaft (Vereine, Verbände, Selbsthilfegruppen) aktive Rollen. Dargestellt werden dazu Beispiele aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und dem Landkreis Marburg- Biedenkopf.
Die soziale und wirtschaftliche Dynamik in städtischen und ländlichen Lebensräumen in der Bundesrepublik verläuft seit Jahren nicht kongruent. Am Beispiel von Landkreisen mit mehr oder weniger großen Zentralstädten lässt sich zeigen, dass gleichwohl die Entwicklung gleichwertiger Lebensverhältnisse ein Handlungsziel bleibt, für das gesundheitsförderliche Strategien eine wichtige Rolle spielen.
Strategien von Health in all Policies, Partizipation und Empowerment bilden zumindest ansatzweise eine Antwort auf Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Räumen. Aufgezeigt werden Strukturen vor Ort und welche Beteiligungsformate der Akteure daraus resultieren. Auch die gefundenen Stolpersteine werden beschrieben und die vor Ort entwickelten Ideen für Präventionsangebote mit besonderer Berücksichtigung des Geschlechtes. Die Verzahnung und Abstimmung der parallel laufenden Projekte der Gesundheitsförderung zwischen Kreis und Stadt kann funktionieren, auch mit Blick auf die unterschiedlichen Förderstrukturen.
Flankierende Unterstützung von Prozessen der kommunalen Gesundheitsförderung auf Landesebene
Gaby Schütte | Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen | Germany
Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu fördern und Krankheiten vorzubeugen ist eine zentrale Aufgabe der Gesundheitspolitik. Wie können die Prozesse der kommunalen Gesundheitsförderung landesseitig unterstützt werden und welche Bedeutung kommt dabei der Landesgesundheitskonferenz und den kommunalen Gesundheitskonferenzen zu? Landesweit und lokal vor Ort werden Stolpersteine identifiziert und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.
Gesunde Satelliten der Gesundheitskonferenz im Ennepe-Ruhr-Kreis (GesundEN)
Franziska Wellmann-Peters | Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr | Germany
Nils Heinrich | Kreisverwaltung Ennepe-Ruhr | Germany
Das Projekt „GesundEN“ soll mithilfe des Einsatzes von Gesundheitsförderung & Prävention in Lebenswelten zu einer Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen im EN-Kreis führen. Hierzu sollen vielfältige, konkrete Projekte und Maßnahmen in den einzelnen Quartieren umgesetzt werden. Neben neu eingerichteten Satelliten in allen Städten sollen auch die Bürgerinnen und Bürger aktiv in den Entstehungsprozess einbezogen werden, mit Ausblick auf ein kreisweites, nachhaltiges Präventionsprogramm.
Gesunde Stadt Witten (GeWIT)
Anne-Lisa Teichmann | Universität Witten/Herdecke | Germany
Klaus Völkel | Stadt Witten | Germany
Im Projekt "Gesunde Stadt Witten (GeWIT)" wurde ein interprofessioneller und bereichsübergreifender Runder Tisch in Witten installiert. Als erster Meilenstein wurde eine Bestandsaufnahme zu gesundheitsfördernden Angeboten und zu Kooperations- und Netzwerkstrukturen durchgeführt. Es wurde eine Angebotsübersicht und eine Netzwerkkarte erstellt. Durch die identifizierte Ausgangslage entsteht Transparenz, um die nächsten Projektschritte und Handlungsfelder am Runden Tisch zu diskutieren.
Strategien der Gesundheitsförderung - Zusammenspiel von Stadt und Land?
Rolf Reul | Landkreis Marburg-Biedenkopf | Germany
Dr. Hans Wolter | Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland | Germany
Flächenkreise mit den dazugehörigen Mittelpunktstädten sind zuletzt vermehrt Mitglieder des Gesunde Städte-Netzwerkes oder des Kooperationsverbundes gesundheitliche Chancengleichheit geworden. Daran wird deutlich, dass auch außerhalb der Großstädte Kommunen Planungsstrategien zur Gesundheits-förderung suchen. Lassen sich an ihrem Beispiel Konzepte erkennen, die die Gesundheitsförderung in Stadt und Land verbinden? Wie werden die häufig schwieriger werdenden Beziehungen und Teilhabebedingungen infolge wirtschaftlicher, technologischer und kultureller Disparitäten Zentrum und Peripherie mitbedacht?
In dem Fachforum werden Praxisbeispiele aus Gesunden Städten, Landkreisen und Gemeinden aufgezeigt, in denen sowohl die politischen Steuerungsinstanzen (Landräte, Beigeordnete, Bürgermeister usw.) als auch Gesundheitsämter und Akteure der Zivilgesellschaft (Vereine, Verbände, Selbsthilfegruppen) eine aktive Rolle übernommen haben.
Die Auseinanderentwicklung städtischer und ländlicher Lebens- und Wirtschaftsräume in der Bundesrepublik kann gerade anhand von Landkreisen mit mehr oder weniger großen Zentralstädten aufgezeigt werden, ebenso wie der Versuch die Entwicklung „gleichwertiger Lebensverhältnisse“ auf kommunaler Ebene zu gestalten.
Strategien von Health in all Policies, Partizipation und Empowerment bilden zumindest ansatzweise eine Antwort auf den Stadt-Land-Gegensatz, der sich unter den gegebenen Entwicklungsbedingungen scheinbar übermächtig durchsetzt und nur von beiden Seiten aus betrachtet werden kann.
(12) Gesunde Arbeit in gesunden Organisationen [DGPH II & BAuA]
Chair(s) PD Dr. Burkhard Gusy (Freie Universitaet Berlin ( FB Erwiss.& Psych.))
Moderation Dr. Uwe Rose (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)
Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH) & Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Mit der Dokumentationspflicht der Gefährdungsbeurteilung und der Hervorhebung der psychischen Belastung bei der Arbeit hat der Gesetzgeber im Arbeitsschutz in den letzten Jahren Fehlentwicklun-gen korrigiert, die dem betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz neuen Aufschwung geben. Hinzu kommt, dass Arbeitnehmer_innen aktuell größere Wahlmöglichkeiten bei der Stellenwahl ha-ben. Gut gestaltete Arbeitsplätze, die nicht nur gesundheitliche Gefährdungen vermeiden, sondern darüber hinaus auch das Wohlbefinden fördern, werden somit auch zum Wettbewerbsvorteil.
Das Fachforum, das im vierten Jahr gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Public Health und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin veranstaltet wird, greift diese Fragen mit insgesamt vier Beiträgen auf. Im ersten Beitrag geht es um die Wirkung spezifischer Ressourcen auf die arbeitsbezogene Motivation, im zweiten um einen ganzheitlichen, software-gestützten Prozess der Planung, Messung, Maßnahmenableitung und Evaluation der Gefährdungsbeurteilung, im dritten um den Zusammenhang von Einkommen und Wohlbefinden und im vierten um die Prävalenz und die Folgen von Mobbing in der deutschen Erwerbsbevölkerung.
Differenzielle Wirkungen von Ressourcen in der Arbeit auf die arbeitsbezogene Motivation
Tino Lesener | Freie Universität Berlin (FB Erwiss. & Psych.) | Germany
PD Dr. Dr. Burkhard Gusy | Freie Universität Berlin (FB Erwiss. & Psych.) | Germany
Wirken gute arbeitsorganisatorische Bedingungen, die Unterstützung durch Kolleg_innen sowie jene durch Vorgesetzte unterschiedlich auf die arbeitsbezogene Motivation von Beschäftigten? Diese Fra-ge wird mithilfe eines metaanalytischen Reviews beantwortet, in dem ausschließlich Längsschnittda-ten (k=57) berücksichtigt wurden. In metaanalytischen Strukturgleichungsmodellen kann gezeigt werden, dass arbeitsorganisatorische Bedingungen den größten Einfluss auf die arbeitsbezogene Motivation haben.
Digitale Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (DYNAMIK 4.0)
Prof. Dr. Nico Dragano | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | Germany
Ines Catharina Wulf | Heinrich Heine Universität Düsseldorf | Germany
Dr. Mathias Diebig | Heinrich Heine Universität Düsseldorf | Germany
Prof. Dr. Peter Angerer | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | Germany
Die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (GPB) ist ein zentrales Instrument der betriebli-chen Prävention. Vorgestellt wird ein wissenschaftlich fundiertes digitales Prozessmanagement-Tool, dass Software-Lösungen für den gesamten Prozess der GPB, von der Vorberei-tung über die Analyse bis hin zur Evaluation und Dokumentation beinhaltet. Die im Rahmen qualitativer Vorstudien und quantitativer Datenerhebungen gesammelten Daten zur Funktionalität des Systems werden vorgestellt.
Einkommensverläufe und subjektives Wohlbefinden: Eine Analyse mit Register- und Surveydaten
Dr. Ina Schöllgen | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin | Germany
Dr. Norbert Kersten | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin | Germany
Dr. Uwe Rose | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin | Germany
Einkommen stellt eine zentrale Facette beruflicher Gratifikation dar. Es werden Zusammenhänge zwischen Einkommensverläufen aus Registerdaten mit Lebenszufriedenheit und Affektbalance als Indikatoren des subjektiven Wohlbefindens betrachtet, erhoben in der Studie zur mentalen Gesund-heit bei der Arbeit (S-MGA; n = 3154). Längerfristige Einkommensveränderungen, die Einkommens-quelle und die Stabilität der Einkommensentwicklung zeigten konsistente Zusammenhänge mit bei-den Wohlbefindensindikatoren.
Mobbing in der deutschen Erwerbsbevölkerung: Prävalenz und Folgen
Dr. Hermann Burr | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin | Germany
Stefanie Lange | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin | Germany
Paul Conway | Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin | Germany
Bislang gibt es wenige Studien, die repräsentativ die Prävalenz von Mobbing und dessen Folgen im Längsschnitt untersuchen. Dieser Fragestellung wurde in S-MGA auf der Basis zweier Erhebungen in 2011/2012 und 2017 nachgegangen. Dabei wurde nach Mobbing durch Kollegen und Bossing durch Vorgesetzte unterschieden. Es werden die Prävalenzen differenziert nach sozioökonomischen Status dargestellt und die Risiken für eine spätere depressive Symptomatik berichtet.
(13) Der Nationale Aktionsplan Gesundheitskompetenz [Auftaktveranstaltung]
Moderation Dorothée Remmler-Bellen (Berufsverband der Präventologen e. V., Berlin)
Dr. Michael Roslon (Hochschule Fresenius)
Präsentationsart: Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Marie-Luise Dierks | Medizinische Hochschule Hannover | Germany
Dr. Ellis Huber | Berufsverband der Präventologen e.V. | Germany
Prof. Dr. Ilona Kickbusch | Kickbusch Health Consult | Germany
Dr. Kai Kolpatzik | AOK-Bundesverband | Germany
Prof. Jürgen Pelikan | Gesundheit Österreich GmbH | Austria
Barbara Steffens | TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen | Germany
Dr. Conrad Ehrlich | Bundesministerium für Gesundheit | Germany
(14) Digitale Förderung der psychischen Gesundheit von Männern: Konzepte und Perspektiven
Moderation Lennart Semmler (Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.)
Martin Schumacher (Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.)
Studien zur Internetnutzung belegen ein großes Interesse an Gesundheitsinformationen sowie gesundheitsbezogener Online-Beratung und -Intervention. Männer nutzen das Internet nach wie vor etwas stärker als Frauen (ARD/ZDF-Onlinestudie 2018), werden jedoch nach wie vor seltener als Frauen hinsichtlich ihrer Gesundheit adressiert. So sind insbesondere qualitätsgesicherte, wissenschaftlich gestützte Online-Angebote zur Förderung der psychosozialen bzw. psychischen Gesundheit von Männern noch kaum anzutreffen.
Im Seminar werden Beispiele digitaler Gesundheitsförderungsangebote vorgestellt, die aktuell aufgebaut wurden bzw. werden und auf die psychische Gesundheit von Männern fokussieren.
Internationale Beispiele aus dem angloamerikanischen Kulturraum zeigen, dass eine geschlechtersensible Aufbereitung von Gesundheitsinformationen für Männer zu einer Erhöhung der männlichen (und auch gesamtgesellschaftlichen) Sensibilität für das Thema psychische Gesundheit beitragen kann. Die im Seminar vorgestellten Best Practice-Beispiele eröffnen Transferperspektiven für den deutschsprachigen Raum.
Im Seminar wird gemeinsam erörtert, wodurch eine adäquate diversitätssensible Ansprache von Männern im Handlungsfeld Förderung der psychischen Gesundheit in digitalen Settings gekennzeichnet ist.
Klaus Schwerma | Bundesforum Männer | Germany
Das Portal bietet qualitätsgesicherte, anbieter*innenunabhängige Beratungsangebote speziell für Jungen, Männer und Väter. Der Beitrag zeigt auf, wie Themen aus dem Handlungsfeld der psychischen/psychosozialen Gesundheit für Männer attraktiv(er) und qualitätsgesichert aufbereitet werden können.
TK-DepressionsCoach – neue Zugangswege durch Online-Angebote bei psychischen Erkrankungen?
Dr. Anne Moschner | Techniker Krankenkasse | Germany
Dieser Beitrag zeigt am Beispiel des TK-DepressionsCoaches auf, inwieweit digitale Angebote einen geeigneten Zugangsweg zum Handlungsfeld psychischer Erkrankungen darstellen und welche Herausforderungen sich für die Geschlechterperspektive ergeben.
„Mann, was geht?!“ – Aufbau eines Onlineangebots im Rahmen eines Modellprojekts zur Förderung der psychischen Gesundheit von Männern
Martin Schumacher | Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. | Germany
Lennart Semmler | Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. | Germany
In diesem Beitrag werden erste Module einer Website und darauf aufbauende Content-Ideen vorgestellt, die Männer in unterschiedlichen Lebenslagen zu Themen der psychischen Gesundheit adressieren.
(15) Eine Public-Health-Strategie für Deutschland. Gesundheit nachhaltig verbessern
Moderation Dr. Svenja Matusall (Zukunftsforum Public Health)
PD Dr. Thomas Lampert (Robert Koch-Institut (RKI))
Maßnahmen von Public Health haben in der Vergangenheit wesentlich dazu beigetragen, Krankheit zu vermeiden, Leben zu verlängern und Gesundheit zu fördern. Um dieses Potential in Zeiten des Klimawandels umfassend einzulösen, braucht Deutschland eine Public-Health-Strategie. Das Zukunftsforum Public Health hat sich auf den Weg gemacht und begonnen, eine solche Strategie zu entwickeln. Aufbauend auf den zehn Kernbereichen von Public Health, die die Weltgesundheitsorganisation definiert hat, wird zunächst eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustands von Public Health in Deutschland erarbeitet. Auf dieser Grundlage sollen im nächsten Schritt Empfehlungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Public-Health-Landschaft und somit der Gesundheit aller Menschen entwickelt werden.
In diesem Workshop wird das Zukunftsforum den derzeitigen Arbeitsstand vorstellen und anhand von drei Beispielen (Ernährung, Bewegung und psychische Gesundheit) diskutieren, wie Nachhaltigkeit, sowohl ökologisch, als auch strukturell, eine wichtige Grundlage für die Förderung der Öffentlichen Gesundheit bildet.
Wie immer sind die Teilnehmenden aufgefordert, ihre eigenen Perspektiven und Vorstellungen einzubringen und sich an der Entwicklung der Public-Health-Strategie zu beteiligen.
Eine Public-Health-Strategie für Deutschland. Was haben wir geschafft, was haben wir vor?
Karin Geffert | Ludwig Maximilians-Universität München | Germany
Nachhaltige Strukturen durch eine Public-Health-Strategie im Bereich Ernährung
Peter von Philipsborn | Ludwig-Maximilians-Universität München | Germany
Nachhaltige Strukturen durch eine Public-Health-Strategie im Bereich Bewegung
Prof. Dr. Julika Loss | Universität Regensburg | Germany
Nachhaltige Strukturen durch eine Public-Health-Strategie im Bereich psychosoziale Gesundheit
Elvira Mauz | Robert Koch-Institut (RKI) | Germany
(16) Gender in der Arbeitswelt: Herausforderungen und Ansätze
Moderation Svenja Budde (TBS NRW e. V. (Technologieberatungsstelle beim DGB NRW e. V.))
Prof. Dr. Frauke Koppelin (Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth)
Raum: H 2013
Machen Vereinbarkeitskonflikte zwischen Beruf und Familie krank? Eine Längsschnitt-Betrachtung der subjektiven Gesundheit erwerbstätiger Mütter und Väter mit Daten der pairfam-Studie
Lea-Sophie Borgmann | Robert Koch-Institut | Germany
Petra Rattay | Robert Koch-Institut | Germany
PD Dr. Thomas Lampert | Robert Koch-Institut | Germany
Im Zuge wachsender Anteile an Doppelverdiener-Paaren in Deutschland stehen erwerbstätige Eltern zunehmend vor der Herausforderung, Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren. Es wird untersucht, inwiefern Konflikte bei dieser Vereinbarung gesundheitliche Auswirkungen haben und welche Rolle Bildung in diesem Zusammenhang spielt.
Datenbasis sind die Wellen 6 und 8 des Beziehungs- und Familienpanels pairfam mit 478 erwerbstätigen Müttern und 524 Vätern. Mittels logistischer Regressionen werden die Auswirkungen von Vereinbarkeitskonflikten an T0 und T1 auf die selbstberichtete Gesundheit an T1 geschätzt. Drei Modelle beziehen demografische, familienbezogene und arbeitsbezogene Faktoren und die subjektive Gesundheit an T0 ein. Zudem werden moderierende Effekte von Bildung betrachtet.
Die Chance für eine schlechte Gesundheit steigt bei Auftreten eines Vereinbarkeitskonflikts an T1 für Mütter um das 2,7-Fache (95%-KI: 1,60-4,68) im Vergleich zu Müttern, die an T0 und T1 keinen Konflikt berichten. Bei Vätern beträgt das entsprechende OR 1,9 (95%-KI: 1,05-4,49). Im Ergebnis der Interaktionsanalyse sind Väter mit geringerer Bildung stärker von gesundheitlichen Auswirkungen betroffen. Dies zeigt sich nicht für Mütter.
Die Differenzierung der Gruppen erwerbstätiger Eltern zeigt, dass Mütter und Väter in unterschiedlichem Ausmaß von gesundheitlichen Auswirkungen durch Vereinbarkeitskonflikte betroffen sind. Der Puffer-Effekt von hoher Bildung zeigt sich zudem nur bei Vätern. Es wird diskutiert, inwiefern die Doppelbelastung durch Erwerbs- und Familienarbeit bei Müttern zur Erklärung der Ergebnisse beitragen kann.
"Jetzt hält man mich für 'ne Rabenmutter..." Mütter im Spannungsfeld der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Dr. Susanne Borkowski | Hochschule Magdeburg-Stendal / Standort Stendal | Germany
Insbesondere Mütter werden in der Zeit des beruflichen (Wieder)Einstiegs mit verschiedenen Anforderungen konfrontiert. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf führt immer dann zu hohen Belastungen und Disstress, wenn Bewältigungsressourcen (z. B. aufgrund des sozioökonomischen und soziokulturellen Hintergrunds) nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Kita wird hier eine wichtige Rolle zugeschrieben. Über die Bedarfe und Bewertungen von Müttern ist bislang aber nur wenig bekannt.
121 leitfadengestütze Interviews aus einem Lehrforschungsprojektes an der Hochschule Magdeburg-Stendal wurden mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet und Stressoren, die sich durch die Kita und ihre Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ergeben bzw. Ressourcen, die Kita im Rahmen möglicher Bewältigungsstrategien birgt, herausgearbeitet.
Zwar wird im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Sorge um einen gelingenden Übergang der Kinder thematisiert, tritt aber in den Schilderungen hinter den Ausführungen der Herausforderungen für die eigene Person zurück. Die erlebte Norm der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird kritisch infrage gestellt. Die Kita wird als wichtige Ressource thematisiert, ihre Rahmenbedingungen und Organsiationsstrukturen stellen auf der andere Seite auch wesentliche Stressoren da.
Die Mehrfachbelastungen aufgrund der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Handhabbarkeit des Alltags bleiben insbesondere für Mütter niedrigem Sozialstatus – trotz der Entlastungszeiten durch die Kita – schwer zu bewältigen.
Betriebliche FRAUENgesundheitsförderung. Ein Curriculum zur Sensibilisierung und Kompetenzerweiterung von AkteurInnen der Betrieblichen Gesundheitsförderung in Wien
Kristina Hametner | Stadt Wien | Austria
Sabine Hofireck | Stadt Wien | Austria
1	Hintergrund/Fragestellung
Frauen und Männer sind in der Arbeitswelt unterschiedlichen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt. Jedoch gibt es kaum geschlechtsspezifische Zugänge in der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Um die gesundheitliche Situation von Frauen in der Arbeitswelt zu verbessern und die Betriebliche Gesundheitsförderung genderspezifisch zu gestalten, soll der Wissensstand von BGF-verantwortlichen Personen, Personalverantwortlichen und Führungskräften angehoben werden. Zudem sollen sie Angebote und Maßnahmen entwickeln können, um die gesundheitlichen Belastungen von Frauen im Betrieb reduzieren und deren Gesundheit verbessern.
2	Projektbeschreibung/Methode
Das Wiener Programm für Frauengesundheit beauftragte die Entwicklung eines modularen Fortbildungsprogramms. Dieses wurde nach Literaturrecherche und ExpterInneninterviews für betriebsinterne und -externe BGF-Akteurinnen mit diversen Workshop-Levels entwickelt. In drei Pilot-Organisationen mit hohem Frauenanteil wurden diese getestet und modifiziert.
3	Schlussfolgerung/Ergebnisse
Die Pilot-Organisationen beschäftigen in Summe 7 160 MitarbeiterInnen. Die Schulungsinhalte wurden mit großem Interesse aufgenommen und werden im Rahmen der BGF umgesetzt. Es konnten 320 MulitplikatorInnen erreicht werden.
Das Curriculum wurde in eine etablierte Ausbildungsschiene integriert. Es wird auch als gemeinsames Projekt mit dem Krankenanstaltenverbund für personalverantwortliche KAV-MitarbeiterInnen angeboten.
4	Diskussionsbeitrag/Lessons Learned
Um Lernerfahrungen und Expertise nachhaltig bei BGF ExpertInnen zu verankern, werden das erarbeitete Wissen und Methoden in einem Handbuch publiziert.
(17) Hartz IX – eine Theateraufführung
Chair(s) Frank Schüler (Theater der Erfahrungen (Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V.))
Das Theater der Erfahrungen in Trägerschaft des Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V., 1980 von Eva Bittner und Prof. Johanna Kaiser gegründet, ist ein Altenkulturprojekt mit gesamtstädtischem Charakter. Unter seinem Dach spielen die drei Schauspielgruppen Spätzünder, OstSchwung und Bunte Zellen. Mit ihren insgesamt zehn Produktionen treten die Gruppen überwiegend in Berlin, aber auch bundesweit und im Ausland auf. Daneben werden die generationsübergreifende und transkulturelle Theaterarbeit gepflegt. Die Kombination praktischer mit universitärer Kulturarbeit wird durch eine Kooperation mit der Alice Salomon Hochschule gefördert. Darüber hinaus wurden in mehreren Stadtteilzentren neue kreative Gruppen –Trommeln, Singen, Pantomime und natürlich Theater - initiiert.
Die Spätzünder können Hartz IX im Rahmen des Kongresses präsentieren.
Das simuliert die Fernseh-Show 'Back To Life', in der alte Menschen als fast kostenlose Arbeitskräfte angepriesen und versteigert werden. Dieses 'Seniorenleasing' ist aufgrund des demographischen Wandels notwendig geworden, wie Fachleute aus Wirtschaft und Politik während der Show unablässig zu begründen versuchen. Dabei werden sie von einer dauernd gute Laune verbreitenden Moderatorin und einer Trainerin, die die Alten vorbereitet/drangsaliert, unterstützt. Pikant kann es dann gegen Ende der Aufführung werden, wenn das Publikum aufgefordert wird, Kandidaten/Alte zu ersteigern – eben eine Schnäppchen-Show.
Hartz IX - eine Theateraufführung
Eva Bittner | Theater der Erfahrungen (Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V.) | Germany
Die Altentheatergruppe 'Spätzünder' aus dem Theater der Erfahrungen kann ihre Inszenierung rund um eine Fernseh-Show, in der alte Menschen als fast kostenlose Arbeitskräfte angepriesen und versteigert werden, präsentieren.
Die Gruppe umfasst zehn Spieler_innen. Im Folgenden wird die Leiterin und Regisseurin stellvertretend für die Spätzünder genannt.
(18) Health in all Policies: Die Klimakrise als Herausforderung für Public Health II [DGPH III & KLUG]
Maike Voss (Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP))
Präsentationsart: World Café
Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH) & Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG)
Der zweite Teil der Veranstaltung knüpft an die Vorträge im ersten Teil an. In moderierten Arbeitsgruppen wird unter verschiedenen Aspekten diskutiert, wie das Thema der Klimakrise besser in die Forschung, Lehre und Praxis von Public Health eingebracht werden kann. Mögliche Themen für Arbeitsgruppen sind:
- Klima und Public-Health-Lehre
- Klima und ÖGD
- Klima und Medizin(studium)
- Klima und Health in all policies
Klima und Public-Health-Lehre
Prof. Dr. Dr. Walter Leal | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) | Germany
Juliane Bönecke | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) | Germany
Derya Taser | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) | Germany
Klima und ÖGD
Dr. Peter Tinnemann | Charité – Universitätsmedizin Berlin | Germany
Klima und Medizin(studium)
Laura Jung | Universität Leipzig | Germany
Klima und Health in all policies
(19) Scheitern
Chair(s) Holger Kilian (Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.)
Dagmar Lettner (Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.)
Tina Hilbert (Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.)
Raum: H 3008
Thema: Qualitätsentwicklung
Jenseits des Atlantiks ist es schon länger üblich, nicht nur von Erfolgen, sondern auch selbstbewusst vom Scheitern zu berichten. Mit dem StartUp-Boom zeigt sich auch in Deutschland ein Paradigmenwechsel. „Fail Fast“ – scheitere schnell - ist dort inzwischen fast zu einem Qualitätsmerkmal geworden: Schnell zu erkennen, wenn es nicht mehr sinnvoll ist, Projektideen weiter zu verfolgen und die Konsequenzen zu ziehen, ist allemal verantwortlicher als Projekte ohne Perspektive fortzuführen. Doch gibt es „gelingendes“ Scheitern wirklich? Wenn ja, wie sieht das ganz praktisch aus? Wie kann man tatsächlich aus Scheitern lernen oder ist es nur cool, darüber zu reden? Und schließlich: Wie gehen wir mit dem Scheitern in der Praxis der Gesundheitsförderung um? Wie kann es gelingen, Scheitern als eine legitime Möglichkeit in der Umsetzung zu akzeptieren, die nicht bestraft wird? Wie unterstützt uns das Verständnis von wirkungsorientiertem Handeln, (selbst)reflektiert zu lernen und konstruktive Schlussfolgerungen für die Arbeit zu ziehen?
Die Veranstaltung möchte ein Format bieten, das durch Impulse und einen wertschätzenden Rahmen Möglichkeiten schafft, über das Scheitern zu sprechen und die Chancen, Risiken, Formate für Etablierung dieser Kultur im Handlungsfeld der Gesundheitsförderung auszuloten.
Schöner Scheitern? So sieht die Praxis aus
NN NN | NN | Germany
Geplant sind kurze und prägnante freie Vorträge, in denen Akteure aus der gesundheitsfördernden Szene von gescheiterten Aktivitäten berichten. Sie erzählen, wie sie mit dem Scheitern umgegangen sind und welche Konsequenzen sie daraus gezogen haben (falls dies der Fall war).
(20) Jahrbuch für Kritische Medizin: Sexualität und Reproduktion zwischen individuellen Vorstellungen und gesellschaftlichen Normen
Moderation Prof. Dr. Daphne Hahn (Hochschule Fulda)
Prof. Dr. Petra J. Brzank (Hochschule Nordhausen)
Raum: H 3010
Sexualität und Reproduktion sind universelle Anliegen, die die jeden Menschen betreffen und sowohl die soziale Entwicklung als auch die körperliche und seelische Gesundheit beeinflussen. Das Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit (SRH) und die damit verbundenen Gesetze, Strategien oder Dienstleistungen werden in weiten Teilen der Welt eingeschränkt und nicht ausreichend geschützt oder gewährleistet. Auch in Deutschland gibt es verschiedene Bereiche, in denen Sexualität und Reproduktion Restriktionen oder Normen unterliegt, die die Selbstbestimmung einschränken. So ist bspw. der Zugang zu Informationen über den Schwangerschaftsabbruch nach wie vor über den § 219a StGB beschränkt. Ärzt*innen, die Frauen Informationen zur Verfügung stellen, werden kriminalisiert. Oder rechtspopulistische Strömungen beeinflussen die Diskussion, was zur Einschränkung der sexuellen und reproduktiven Rechte führt.
Die geplante Diskussionsrunde will verschiedene Themen aus dem Bereich der SRH kritisch beleuchten. Aus einem breiteren SRH-Themenspektrum, die im Jahrbuch für Kritische Medizin und Gesundheitswissenschaften, Band 53 aufgenommen sind, wurden für das Podium folgende Themen ausgewählt: sexuelle Bildung, Einschränkung der SRH durch § 218/219a, Gewalt unter der Geburt sowie Stillnormen.
Ergebnisse/Schlussfolgerungen:
Es wird in der Diskussion herausgearbeitet, was notwendig ist und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, um in den ausgewählten Themen Verbesserungen der Rechts- und Versorgungssituation zu erreichen.
Die Diskussion stellt die Vielfalt an Bereichen darf, in denen es im Bereich der SRGR Han
Prof. Dr. Ulrike Busch | Hochschule Merseburg | Germany
Prof. Dr. Uwe Sielert | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel | Germany
Dr. Eva Tolasch | Friedrich - Schiller - Universität Jena | Germany
Claudia Watzel | Familienpraxis Mohnblume | Germany
Dr. Christoph Zerm | Praxis Dr. Zerm | Germany
(21) Zentrale Eröffnungsveranstaltung
Moderation Stefan Pospiech (Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V.)
Grußwort Mitveranstalter
Dr. Heidrun Thais | Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) | Germany
Prof. Dr. Ansgar Gerhardus | Universität Bremen & Deutsche Gesellschaft für Public Health (DGPH) | Germany
25 Jahre soziale Ungleichheit in Deutschland: Ein kurzer Blick zurück und ein langer voraus
Prof. Dr. Christoph Butterwegge | Universität zu Köln | Germany
25 Jahre Auswirkungen dieser Ungleichheiten auf die Gesundheit: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?
Prof. Dr. Bettina Schmidt | Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe | Germany
25 JAHRE KONGRESS ARMUT UND GESUNDHEIT – (K)EIN GRUND ZUM FEIERN!?
Hilde Hellbernd | S.I.G.N.A.L. e.V. - Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt | Germany
Maren Janella | Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. | Germany
Prof. Dr. Rolf Rosenbrock | Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. & Gesundheit Berlin-Brandenburg e. V. | Germany
Prof. Dr. Gerhard Trabert | Armut und Gesundheit in Deutschland e.V. & Hochschule Rhein Main Wiesbaden | Germany
(Bewegte) Pause
Deutscher Olympischer Sportbund e.V. (DOSB) | Germany
Gender im Fokus: Input im Dialog
Thomas Altgeld | Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. (LVG & AFS) | Germany
Prof. Dr. Petra Kolip | Universität Bielefeld | Germany
GESPRÄCHSRUNDE ZUM MOTTO DES KONGRESSES 2020 – „POLITIK MACHT GESUNDHEIT. GENDER IM FOKUS.“
Martin Matz | Staatssekretär für Gesundheit, Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung im Land Berlin | Germany
Anne Starker | Robert Koch-Institut (RKI) & Programmkomitee Genderaspekte in Public Health | Germany
Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser | Universität Hamburg | Germany
Dr. Dagmar Hertle | BARMER, Institut für Gesundheitssystemforschung | Germany
(22) Science Slam
Moderation Simon Hauser (Hauser Kommunikation)
Thema: Von Studierenden für Studierende
Präsentationsart: Science Slam
Ursprünglich aus dem Poetry Slam entwickelt, geht es im Science Slam darum die eigene Wissenschaft unterhaltsam zu präsentieren. Der Science Slam steht zwischen Comedy und wissenschaftlichem Vortrag und bietet damit sowohl wissenschaftlich Interessierten als auch denjenigen, denen Unterhaltung wichtig ist, ein interessantes Veranstaltungsformat.
Der Unterschied zum klassischen Wissenschaftsvortrag besteht darin, dass beim Science Slam keine strengen Vorgaben zur seriösen Darstellung der Inhalte gemacht werden. Die Slammer*innen (Vortragenden) sollen viel eher ermuntert werden, ausgefallene Aspekte zu integrieren, um das Publikum zu begeistern. Zudem kann die Vortragsweise von PowerPoint-Präsentationen über Requisiten bis Live-Experimenten reichen. Auf zu viele Details oder Fachvokabular sollte im Science Slam verzichtet werden.
Es treten fünf Personen in einem ungezwungenen Vortrags-Wettstreit gegeneinander an. Ziel ist es, das eigene Forschungsthema in zehn Minuten auf anschauliche Weise darzustellen, denn das Publikum bildet die Jury und wählt die Siegerin oder den Sieger des Science Slams.
Der Eintritt ist auch für nicht Kongressteilnehmende kostenfrei!
GESUNDHEIT ...ist tödlich!
Merlin Baumann | Charité - Universitätsmedizin Berlin | Germany
Das Wissen um ein gesundes und langes Leben liegt uns heute zum Greifen nah. Nie zuvor waren derart viele Informationen einer breiten Bevölkerung zugänglich. „GESUNDHEIT“ wird indes sehr individuell verstanden und gelebt: In unserer Leistungsgesellschaft geht „gesund sein“ nicht selten mit einem Optimierungswahn einher, der lediglich einzelne Lebenszweige fokussiert. Dies hat zur Folge, dass wir in stürmischen Zeiten leicht aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch Dauerstress- u. Burnout-Symptome zur Volkskrankheit aufsteigen. Doch wie können wir unsere Gesundheit in die Hand nehmen, um modernen Anforderungen der Lebens- u. Arbeitswelt gewachsen zu sein?
Anhand eines neu konzipierten Gesundheitsmodells in Form einer baumähnlichen Hand (High-Five Balance) soll aufgezeigt werden, wie "Gesundheit" für jeden „greifbar“ wird. Dabei hebt sich das Modell von allen bekannten ab: Es ist leicht zu verstehen und dennoch allumfassend, visuell ansprechend und durch eindringliche Metaphern humorvoll zu präsentieren.
Lessons Learnd:
Ziel des 10-minütigen Science Slam-Vortrags ist es, das Forschungsthema ganzheitliche Gesundheit bzw. Resilienz durch eine leichte humoristische sowie interaktive Vortragsweise zu vermitteln. Die Zuschauer*innen werden eine ganze Hand voller "Aha-Momente" mit nach Hause nehmen, die zukünftig den entscheidenden Unterschied in ihrer Gesundheit machen können. Ganz nach dem Motto: HIGH FIVE YOUR LIFE – Baumstark durch stürmische Zeiten!
19:10	Uhr
Wir studieren Medizin- und Pharma studiert mit
Peter Grabitz | Germany
Zoe Friedmann | Germany
An jeder medizinischen Fakultät bestehen Interessenkonflikte. Diese betreffen neben den Dozierenden auch die Studierenden direkt: Bereits 2013 veröffentlichten Lieb und Koch eine Studie die zeigt, dass ca. 65% der befragten Studierenden bereits ein nicht informatives Geschenk der pharmazeutischen Industrie erhalten hatten. Dennoch lassen sich an unseren Hochschulordnungen kaum Regelungen finden, die klar festsetzen, wie Studierende, Dozierende und Mitarbeiter der Universität mit Interessenkonflikten umzugehen haben. Das konnten wir auch durch eine Studie, deren Ergebnisse wir im nächsten Monat veröffentlichen werden, zeigen:
In erster Linie haben wir die deutschen medizinischen Fakultäten hinsichtlich ihrer Regelungen bezüglich ihres Umgangs mit Interessenkonflikten befragt. Die Ergebnisse haben wir anschließend basierend auf 13 klar definierten Kriterien in einem Ranking verglichen.
Das Ziel ist es dabei nicht, die Fakultäten für bestehende Interessenkonflikte oder fehlende Regelungen anzuklagen. Wir haben auch nicht die illusorische Vorstellung, die Zusammenarbeit von Universitäten mit Industriepartnern komplett zu unterbinden.
Vielmehr wollen wir einen reflektierten und geregelten Umgang mit Interessenkonflikten erreichen. Die an unserer Ausbildung Beteiligten sollen sich endlich mit dem Thema auseinandersetzen um die -mehrfach durch Studien belegten- negativen Folgen von Interessenkonflikten auf das PatientInnenwohl zu minimieren. Außerdem laden wir Mitte Oktober Studierende aus ganz Deutschland nach Berlin ein, um ein deutschlandweites Netzwerk zu gründen.
19:20	Uhr
Introducing the FGMapp in Liberia
Kim Nordmann | African Women's Research Observatory | Germany
PhD Guillermo Martínez Pérez | African Women's Research Observatory | Spain
Background: Despite the high prevalence of female genital mutilation (FGM) in Liberia, education about FGM is not part of the midwifery curriculum. Therefore, an integrated obstetric and psychosocial care workshop (IOPCW) including an mHealth component in form of a smartphone application based on the WHO guidelines on the care for women with FGM (FGMapp) was designed. This study aims at exploring the potential of introducing the FGMapp in Liberia to improve the knowledge, skills and capacities of Liberian healthcare providers.
Methods: In February 2019 three IOPCWs were carried out in Liberia. Using a feminist interpretation of constructivist grounded theory, the participant observation reports of the IOPCWs were analysed to gain insights about the feasibility and acceptability of the FGMapp, its usability and utility.
Results: Even though technological barriers to mHealth uptake exist, the results of this study describe that the implementation of the FGMapp in Liberia is feasible and acceptable. The current usability of the FGMapp is limited and continued access to the FGMapp might prove to be difficult. The trainees expressed the need for further content to enhance the utility of the FGMapp.
Lessons Learned: The potential for successful implementation of the FGMapp in the local context was shown. The FGMapp, if refined to match the needs of Liberian healthcare workers, may improve the quality of care received by girls and women who have undergone FGM and may accelerate the abandonment of FGM in Liberia.

References: §219
 §219
 §219
 §218
 §219
 § 219
 § 218