Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201962,%20137
Timestamp: 2019-02-19 18:02:49+00:00

Document:
BGH, 17.11.1961 - VI ZR 66/61 - dejure.org
BGH, 17.11.1961 - VI ZR 66/61
MDR 1962, 207
VersR 1962, 137
DB 1962, 130
Bei sog. wirtschaftliche Totalschaden, wie er vom Berufungsgericht hier bejaht wird, greift nicht § 251 Abs. 1 BGB, sondern (allenfalls) § 251 Abs. 2 Satz 1 BGB ein, denn bei solchem Schaden ist schon vom Begriff her eine Herstellung zwar (technisch) möglich, sie ist aber (wirtschaftlich) unsinnig, weil sie unverhältnismäßig hohe Aufwendungen erfordert (vgl. Senatsurteile vom 17. November 1961 - VI ZR 66/61 - VersR 1962, 137, 138 und vom 20. Juni 1972 - VI ZR 61/71 - VersR 1972, 1024, 1025).
In letzterer Hinsicht war (wie vorstehend vom BGH) wiederholt die Frage zu beantworten, wer das Prognoserisiko zu tragen hat, wenn ein Sachverständiger die Reparaturkosten irrtümlich zu niedrig veranschlagt hat: vgl. ES Kfz-Schaden A-1/11, ES Kfz-Schaden A-1/12, ES Kfz-Schaden A-1/17, ES Kfz-Schaden A-1/20, ES Kfz-Schaden A-1/22. Zum Unverhältnismäßigkeitsmaßstab mit der 130 %-Grenze für ersatzfähige Reparaturkosten siehe ferner vor- und nachstehend ES Kfz-Schaden A-1/4, ES Kfz-Schaden A-1/15, ES Kfz-Schaden A-1/18, ES Kfz-Schaden A-1/19. Der anzustellende Kostenvergleich wurde in einem Urteil des BGH aus dem Jahre 1961 (Urteil - VI ZR 66/61 - 17.11.1961) als eine »Frage tatrichterlicher Würdigung« noch ohne eine solche Faustregel gehandhabt; ähnlich OLG Celle (Urteil - 5 U 158/66 - 20.2.1967, in DRsp I (123) 116 d = DAR 1967, 216 = NiedersRpfl 1967, 177); vgl. auch OLG Nürnberg (Urteil - 3 U 103/58 - 25.9.1958, in DRsp I (123) 60 a = DAR 1959, 45 = MDR 1959, 390 ).
Im wesentlichen handelt es sich dabei um eine Frage tatrichterlicher Würdigung (Senatsurteil vom 17. November 1961 - VI ZR 66/61 - VersR 62, 137).
In vorangegangenen wie in nachfolgenden Entscheidungen hat der BGH unter einem "wirtschaftlichen Totalschaden" einen Schaden verstanden, bei dem die Herstellung zwar (technisch) möglich, aber (wirtschaftlich) unsinnig ist, weil sie unverhältnismäßig hohe Aufwendungen erfordert (siehe BGHZ 111, 375 = NJW 92, 305 mit Hinweisen auf die Urteile vom 17.11.1961, VersR 62, 137 und vom 20.06.1972, NJW 72, 1800).
Zutreffend würdigt das Berufungsgericht § 251 Abs. 2 BGB als Ausdruck eines auch im Rahmen von § 249 Satz 2 BGB geltenden allgemeinen Grundsatzes des Schadensrechts, der auch in einem Fall wie dem vorliegenden die Haftung des Ersatzpflichtigen nach oben begrenzt (vgl. dazu RGZ 71, 212, 215; BGH Senatsurt. v. 17. November 1961 - VI ZR 66/61 = VersR 1962, 137;… v. 20. Juni 1972 - VI ZR 61/71 a.a.O.).

References: § 251
 § 251
 BGH 
 BGH 
 § 251
 § 249
 BGH