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Timestamp: 2017-09-26 07:35:55+00:00

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Joachim Mähnert « Ostpreussisches Landesmuseum
Artikel-Schlagworte: „Joachim Mähnert“
60 Jahre Kulturförderung nach §96 Bundesvertriebenengesetz
Am 19.3.2013 stellte Museumsdirektor Dr. Joachim Mähnert anlässlich des 60. Jubiläums die Kulturförderung des Bundes auf Grundlage des §96 Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) vor, welche auch die Finanzierungsbasis des Ostpreußischen Landesmuseums darstellt.
Wörtlich heißt es im §96:
Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewusstsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten, Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern, zu ergänzen und auszuwerten sowie Einrichtungen des Kunstschaffens und der Ausbildung sicherzustellen und zu fördern. Sie haben Wissenschaft und Forschung bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der Vertreibung und der Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge ergeben, sowie die Weiterentwicklung der Kulturleistungen der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern. Die Bundesregierung berichtet jährlich dem Bundestag über das von ihr Veranlasste.”
In der gut besuchten Veranstaltung im Rahmen unserer Reihe “Museum erleben” wurde einführend das historische Umfeld und die zunächst noch schwierige Situation der Vertriebenen in der jungen Bundesrepublik vorgestellt, welche u.a. mit dem Lastenausgleichgesetz verbessert werden sollte. Hierfür bedurfte es eine klare Regelung, wer in den Genuss dieser Leistungen kommen konnte – geregelt wurde dies alles schließlich im über 100 Paragraphen umfassenden BVFG von 1953. Heute findet es neben der Kulturförderung vorrangig bei Spätaussiedlern noch Anwendung.
Da die Flüchtlinge und Vertriebene selbstverständlich integriert, aber eben nicht in einer Form assimiliert werden sollten, dass sie als eigenständige Opfergruppe nicht mehr erkennbar gewesen wären, bedurfte es einer Förderung ihrer Kulturpflege, die angesichts der damals noch offenen Frage der Oder-Neiße-Grenze explizit auch Wirkung im Ausland entfalten sollte. Hierfür wurden im § 96 BVFG, dem so genannten Kulturparagraphen, Bund und Länder in die Pflicht genommen.
Die Bomben auf Königsberg 1944 im Kunstunterricht
Die exakte Formulierung des § 96 BVFG muss als Glücksfall eingeschätzt werden, da bei aller Sperrigkeit sich sein Auftrag als besonders zukunftsträchtig erwiesen hat. So wird ausdrücklich vom „Kulturgut der Vertreibungsgebiete“ gesprochen, was einen weiteren Rahmen umreißt als etwa eine Reduzierung auf die Vertriebenen selbst, wie es ein erster Entwurf auch vorsah. Auf dieser Basis erlischt der gesetzliche Auftrag der Kulturförderung nun eben nicht mit dem Ende der Erlebnisgeneration, davon abgesehen, dass auch die bereits 1953 genannten „Archive, Museen und Bibliotheken“ Einrichtungen darstellen, die grundsätzlich keinen befristeten Ansatz folgen, sondern qua Definition auf Langfristigkeit konzipiert sind. Dem §96 BVFG wohnt also eine unbefristete Verpflichtung der öffentliche Hände inne.
Eines der wichtigsten Stücke des OL, angeschafft mit Bundesmitteln: Der barocke Kreuzfuß aus Bernstein und Elfenbein
Gleichwohl haben sich über die verschiedenen Dekaden Auftrag und Ausstattung den jeweiligen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst. Herr Mähnert führte die jeweilige Finanzierung, die Zielgruppen und die dahinter stehende politische Intention aus. Sicher die größte Veränderung war der Trend zur Musealisierung in der 1982 verabschiedeten „Grundsatzkonzeption zur Weiterführung ostdeutscher Kulturarbeit“. Darin wurde unmissverständlich festgehalten, dass das kulturelle Erbe und die geistige Substanz der deutschen Kulturlandschaften des Ostens Teil der deutschen Kultur und nicht anders als andere Teile des kulturellen Nationalerbes zu behandeln seien.
Der große Königsberger Immanuel Kant hat Ostpreußen zwar nie verlassen; sein Erbe ist aber für ganz Deutschland und Europa von Bedeutung
Es kam entsprechend zur Gründung bundesgeförderter Landesmuseen, wissenschaftlicher Institute und zur Einführung der so erfolgreich wirkenden Kulturreferate für die kulturelle Breitenwirkung. All diese Maßnahmen kosteten Geld und waren daher mit einer wesentlichen Mittelsteigerung verbunden. Eine neue Phase der Kulturförderung wurde eingeläutet, die von der Wende 1989 noch weiter stimuliert wurde. Im Jahr 1992 wurden immerhin über 36 Millionen DM allein vom Bund zur Verfügung gestellt.
Obwohl 1997 eine einstimmige interfraktionelle Entschließung des Deutschen Bundestages festhielt, dass viele deutsche Heimatvertriebene zu „Botschaftern der Aussöhnung und Verständigung“ geworden seien und auch die Kulturförderung längst unter der Prämisse der Völkerverständigung stand, wurde in der Neukonzeption von 2000 die institutionelle Förderung gerade von vertriebenennahen Stiftungen und Vereinen ausgesetzt; dies betraf z.B. den Ostdeutschen Kulturrat oder die Kulturstiftung der Vertriebenen. Obwohl ausdrücklich eine Professionalisierung durch hauptamtliche Wissenschaftler gegenüber ehrenamtlicher Aktivitäten der Vertriebenen vorgesehen war, sank der Gesamtbetrag der institutionellen Förderung für Museen und Institute von gut 9 Millionen Euro 1998 auf nur noch 6 Millionen im Jahr 2006 und liegt auch heute noch bei knapp unter 8 Millionen Euro. Die Projektmittel sanken von knapp 6 Millionen auf ein Minimum von ca. 2,5 Millionen im Jahr 2004 und liegen heute bei etwa 3,5 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen von gut 20 Millionen Euro 2013 liegt damit noch fast 3,5 Millionen Euro unter dem Wert von 1998, allerdings deutlich oberhalb des bislang tiefsten Wertes von ca. 14 Millionen Euro 2006. Dabei ist nicht nur die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung als neue Institution in die Förderung aufgenommen worden, d.h. für die bereits etablierten Häuser ist der Kuchen noch kleiner geworden. Vielmehr muss betont werden, dass angesichts der immer geringer werdenden Kenntnisse von Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa und dem Wegbruch der Erlebnisgeneration Aufgaben und Verantwortung der nach §96 BVFG geförderten Kulturarbeit wesentlich zunehmen, welche mit den geringeren Fördermitteln indes immer schwerer zu bewerkstelligen sind.
Entwicklung der Bundesförderung nach §96 BVFG; Quelle: BKM
In diesem Zusammenhang stellte Herr Mähnert kurz sämtliche derzeit bundesgeförderte Einrichtungen des §96 BVFG vor. Am Beispiel des Ostpreußischen Landesmuseums wurde gezeigt, wie zukunftsorientiert Kulturarbeit in diesem Sektor sein kann. Sein Museum hat 2012 erneut 10 Prozent mehr Besucher gewinnen können. Zudem wurden erstmals mehr Kinder und Jugendliche gezählt als Senioren, was zeigt, dass Ostpreußen keineswegs nur für die Erlebnisgeneration von Relevanz ist.
Dies ist allerdings nur möglich durch umfangreiche und aufwendige Kulturangebote. Das Museum zeigt jährlich 6-8 Wechselausstellungen in Lüneburg und darüber hinaus etwa die gleiche Zahl an verschiedenen Standorten in Deutschland sowie in Litauen, Polen und Russland. Zahlreiche Konzerte, Lesungen, Vorträge und Führungen binden trotz der 25 Jahre alten Dauerausstellung auch Stammbesucher. Zugleich rückt die grenzüberschreitende Kulturarbeit immer mehr in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Gerade seine letzten Ausstellungsprojekte zur Hanse und den baltischen Herrenhäusern waren durch anspruchsvolle Kooperationen mit Kultureinrichtungen im ehemaligen Ostpreußen bzw. in Estland und Lettland verbunden. Immer wieder begeistert das große Interesse auch junger Menschen in den östlichen Nachbarländern an der alten deutschen Geschichte. Es steht zu hoffen, dass auch hierzulande dieser kulturelle Reichtum wieder mehr Würdigung erlangt.
Deutsche und polnische Schüler gemeinsam beim Denkmal zum Beginn des 2. Weltkriegs auf der Westernplatte bei Danzig
Das Museum wurde 2011 als erstes der nach §96 BVFG finanzierten Einrichtungen vom Museumsverband als professionell arbeitende Einrichtung zertifiziert und kann damit belegen, Teil der musealen scientic community in Deutschland und Europa zu sein.
Die nun anstehende Erweiterung um eine deutschbaltische Abteilung, die es zugleich ermöglichen wird, die lange überfällige Modernisierung der 25 Jahre alten Dauerausstellung anzugehen, wird einen weiteren Schub auslösen. Damit und mit der Ausweitung des musealen Themenspektrums, der endlich die Integration der Vertriebenen beinhaltet sowie den multiperspektivischen Blick auf den Umgang mit dem deutschen Kulturerbe in der Bezugsregion des Museums, wird das Ostpreußische Landesmuseum eine zukunftsträchtige Umsetzung des gesetzlichen Auftrags nach §96 BVFG zur Bereicherung aller Kulturinteressierten in Deutschland und Europa vorstellen.
Das "Scharffsche Haus" in der Heiligengeiststraße - bald der neue Haupteingang des Museums
Schlagworte:Bundesvertriebenengesetz, Joachim Mähnert, Museum erleben, Ostpreußisches Landesmuseum
Am 30. Januar 2013, zum 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten, stellte Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, im Ostpreußischen Landesmuseum ein Kapital ostpreußischer Geschichte vor, welches in der Forschung bisher nur unzureichend Beachtung findet. Der Vortrag widmete sich sieben – meist unbekannten – Orten im russischen Königsberger Gebiet (Kaliningrader Oblast), die für verschiedene Opfergruppen des Nationalsozialismus stehen, und Formen des dortigen Gedenkens an sie.
Die Zeit des Dritten Reiches wird in der Erinnerungskultur zuweilen ausgeblendet, häufiger beschränkt sie sich auf die – tatsächlich – unvergleichliche Schönheit der Natur, das “Land der dunklen Wälder und kristall´nen Seen”, und auf die tragischen Ereignisse von Flucht und Vertreibung der Deutschen sowie die grausame Rache der Soldaten Stalins 1944/45. Beschwiegen werden dann aber jene, die bereits vor Kriegsende Opfer im Deutschen Osten geworden waren – durch die eigenen Landsleute. Sie wurden ihrer Heimat beraubt und aus der Erinnerung an Ostpreußen ´vertrieben`. Hierzu gehören die ostpreußischen Juden und die als ´Zigeuner` verfolgten Sinti, die Angehörigen der polnischen Minderheit und die Patienten aus Heil- und Pflegeheimen, ebenso wie der ´Todesmarsch` und die anschließende Massenerschießung am Ostseestrand von Palmnicken Anfang 1945 mit bis zu 7.500 ermordeten jüdischen Häftlingen.
Das Denkmal in Palmnicken: gen Himmel ausgestreckte Hände vom Künstler und Holocaust-Überlebenden Frank Meisler, eingeweiht am 31. Januar 2011
Was wenige wissen: In Ostpreußen lebte bis zum 2. Weltkrieg die größte Sintiminderheit Deutschlands. Reinhard Florian ist ein Sinto, der überlebte – die Konzentrationslager Mauthausen, Auschwitz, Gusen und einen Todesmarsch – und der bereits seit seiner Kindheit soziale Ausgrenzung, Gewalt und Entrechtung ertragen musste. Zweifach vertrieben, dies machte Neumärker bereits mit seinen ersten Sätzen deutlich. „Vier Wochen nach seiner Befreiung am 6. Mai 1945 hat der 22-jährige Sinto Reinhard Florian aus Matheningken bei Insterburg nichts anderes im Sinn als heimzukehren: ´Ich wollte unter allen Umständen schnell zurück nach Hause. Nach Ostpreußen! In meine Heimat. Von da komm’ ich. Da gehöre ich hin! (…) Ich war doch Deutscher, ein Deutscher aus Ostpreußen. Der Krieg hatte daran nichts geändert. Wie sollte ich mich auch anders fühlen? Ich bin groß geworden in Deutschland und kenne kein anderes Land. Ich spreche auch nur Deutsch. Selbst als ich aus dem Lager kam, gab es für mich nur Deutschland`“ Der gesamte Vortrag ist bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas nachzulesen.
Im Gespräch mit dem Publikum: Uwe Neumärker, Dr. Joachim Tauber (Direktor Nordost-Institut), Dr. Joachim Mähnert (Direktor Ostpreußisches Landesmuseum)
Neumärker veranschaulichte, dass mit diesem Kapitel ostpreußischer Geschichte auch ein Kapitel gesamtdeutscher Geschichte beleuchtet wird. Sein Vortrag gab gewissermaßen auch einen Ausblick auf die sich im Entstehungsprozess befindende neue Dauerausstellung des Museums, die auch dieses Thema selbstverständlich nicht ausschließen wird.
Seit 2005 leitet Uwe Neumärker das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas”, die im Zentrum Berlins gelegene zentrale Holocaustgedenkstätte Deutschlands. Das Denkmal besteht aus dem überirdischen Stelenfeld und einem unterirdischen Ausstellungsraum, dem „Ort der Information“. Seit seiner Einweihung vor knapp 8 Jahren haben mehr als 10 Millionen Menschen das Stelenfeld besichtigt.
Zu dem Vortrag eingeladen hatte das Ostpreußische Landesmuseum gemeinsam mit dem Nordost Institut / IKGN Lüneburg.
Schlagworte:Erinnerungskultur, Holocaust, Joachim Mähnert, Königsberg, Nordost-Institut, Ostpreußen, Palmnicken, Sinti, Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker
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Blitzbesuch der niedersächsischen Kulturministerin Wanka
Freude vor dem Elch
Kurzfristig hatte sich die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, für einen Besuch am Montag Abend, 5. November angekündigt. Erstmalig hatte sie das Museum im Jahr zuvor besucht. Was war von dem Gesprächswunsch aus Hannover zu halten?
In der Regel überbringt man bevorzugt gute Nachrichten persönlich und Minister machen da keine Ausnahme. So auch hier. Bereits im Sommer hatte Staatsminister Bernd Neumann, der als Beauftrager der Bundesregierung für Kultur und Medien der wichtigste Förderer des Museums ist, angekündigt, die erhebliche Kostensteigerung durch die diesjährige Tariferhöhung ausgleichen zu wollen. Da aber das Land Niedersachsen sich ebenfalls institutionell an der Museumsfinanzierung beteiligt, war auch von dieser Seite eine Aufstockung der Zuwendungen erforderlich.
Gestern Abend wurde die Zusage von höchster Stelle persönlich mitgeteilt. Direktor Joachim Mähnert und die Vertreter des Stiftungsrates der Ostpreußischen Kulturstiftung, Wilhlem von Gottberg und Hubertus Hilgendorff, freuten sich über das vorweihnachtliche Präsent, welches die Finanzlage des Museums für kommenden Jahre wieder etwas entspannt.
Schlagworte:Hubertus Hilgendorff, Joachim Mähnert, Johanna Wanka, Wilhelm von Gottberg
Schlagworte:Bernd Althusmann, Eckhard Pols, Erika Steinbach, Hubertus Hilgendorff, Joachim Mähnert
Schlagworte:Dr. Berggreen-Merkel, Flucht- und Vertreibung, Hanseausstellung, Joachim Mähnert, Lüneburg, Ostpreußen
Versöhnung ist und bleibt ein großes Wort – im Großen wie im Kleinen. Und daher ist es kein Zufall, dass das Ostpreußische Landesmuseum dieses Thema in der neuen Sonderausstellung, dessen feierliche Eröffnung am vergangenen Freitag, den 23. März 2012, stattfand, aufgriff.
„Versöhnender Schmerz. Deutsch-Russische Erinnerungen an den Exodus der Ostpreußen in Werken von Elena Steinke und Erhard Kalina“ lautet der Titel – und er hält, was er verspricht.
Versöhnen hat oft mit Erinnern zu tun. Ohne Erinnerung sind ein Verarbeiten und ein Verzeihen kaum möglich. 2011 haben sich ein deutscher Künstler und eine russische Künstlerin erinnert. Vorher haben sie zugehört und den schmerzlichen Inhalt eigener Familienerinnerungen künstlerisch umgesetzt. Die Kunstwerke der Ausstellung thematisieren Tragödien, die Menschen damals in Ostpreußen erlebt haben, die sich aber bis heute in vergleichbarer Art und Weise auf der Welt abspielen.
Dr. Barfod, Kurator der Ausstellung, und Elena Steinke sprechen über das "Wiegenlied im Eis"
Aber die Ausstellung heißt nicht ohne Grund „Versöhnender Schmerz“. Fast 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs und über 20 Jahre nach Überwindung des „Eisernen Vorhangs“ dient ein Erinnern an schreckliche, aber gemeinsame Erfahrungen nicht mehr der Spaltung und Verletzung, sondern dem Verarbeiten und Versöhnen und zum Aufbau guter nachbarschaftlicher Beziehungen. Auf diesen Gedanken und die damit verbundenen Schwierigkeiten ging der Direktor des Museums, Dr. Mähnert, in seiner Begrüßungsrede ein. Gemeinsames Erinnern und Versöhnen ist noch keine Selbstverständlichkeit, wie die Schwierigkeiten der „Stiftung Flucht, Vertreibung Versöhnung“ zeigen.
Besucher der Vernissage beim Betrachten des Zyklus`von Erhard Kalina
Im Anschluss an die zum Nachdenken anregenden Worte des Direktors, führte der Kurator Dr. Jörn Barfod kenntnisreich in die Ausstellung ein. Die Künstler befassen sich auf jeweils ganz eigene Weise und mit unterschiedlichen Techniken mit dem Thema. Kalinas Werke bilden einen Zyklus in geschlossener Form ab – von der Flucht und Vertreibung bis hin zur Ankunft und des langwierigen Prozesses des Wiederaufbaus in einem neuen Leben. Steinkes Werke hingegen zeigen eindrucksvolle Einzelmotive. die neben dem Leid der Vertreibung zusätzlich den „Roten Terror“ des Stalinismus widerspiegeln.
Elena Steinke und Erhard Kalina
Der Abend endete mit einer beeindruckenden Vernissage, bei der die Besucher die Gelegenheit nutzten mit den anwesenden Künstlern ins Gespräch zu kommen, um mehr über die Hintergründe der Werke zu erfahren. Besonderes Interesse weckte zudem ein Bild, welches im Mittelpunkt einer besonderen Spendenaktion steht, die das Museum in Zusammenarbeit mit Elena Steinke veranstaltet und die dem Hilfsprojekt “Jablonka” für Straßenkinder in Kaliningrad/Königsberg zugute kommen soll. Die Ausstellung ist noch bis zum 23. September 2012 im Ostpreußischen Landesmuseum zu sehen.
Elena Steinke: Sehnsucht. Die Malerin, selbst in Jablonka geboren, wird dieses, eigens für die Spendenaktion angefertigte Bild, stiften und im Anschluss der Ausstellung zur Versteigerung anbieten
Schlagworte:Ausstellungseröffnung, Elena Steinke, Erhard Kalina, Joachim Mähnert, Kunstgeschichte, Ostpreußen
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