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Timestamp: 2019-06-24 17:18:45+00:00

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Ihre Beerdigungs­planung in Thüringen | Drupal
Ihre Beerdigungs­planung in Thüringen
Haben Sie Ihre Beerdigung schon geplant? Sie nehmen Ihren Angehörigen in schweren Zeiten einiges der Last ab. Deshalb haben wir Ihnen mit dieser Checkliste zur Beerdigungsplanung die wichtigsten Infos zu Grabgestaltung, Trauertexte und Trauerfeier zusammengetragen. Die Beerdigung wird von den Bundesländern gesetzlich geregelt. In dieser Checkliste sind die Regelungen von Thüringen nach dem Thüringer Bestattungsgesetz vom 19.5.2004 berücksichtigt.
Es ist überflüssig zu schreiben, dass im §1 die Wahrung der Ehrfurcht vor den Toten, die Achtung der Totenwürde sowie der Schutz der Totenruhe und der Totenehrung gefordert wird, ohne dass dies weiter ausgeführt wird. Abs. 2 macht die würdige Bestattung von Verstorbenen und Totgeburten zur öffentlichen Aufgabe. §2 definiert Bestattungseinrichtungen, wie Friedhöfe, Leichen- und Trauerhallen sowie Feuerbestattungsanlagen. §3 erklärt, dass Fehlgeburten ab 500 Gramm Gewicht als Leichen im Sinne des Gesetzes gelten. §4 fordert eine Leichenschau und im §5 die ärztliche Leichenschaupflicht jeden zur Berufsausübung zugelassenen Arztes. §6 regelt die Durchführung derselben unverzüglich nach dem Auffinden einer Leiche am Ort des Todes sowie die anschließende Ausstellung eines Totenscheines.
§7 regelt die Kosten der Leichenschau. Diese sind von den zur Bestattung Verpflichteten zu übernehmen, nicht aber wenn der Sterbefall in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen, zu deren Aufgaben auch die ärztliche Behandlung der aufgenommenen Personen gehört eintritt.
Eine innere Leichenschau (Obduktion) nennt sich in Thüringen nach §8 Klinische Sektion und dient nach Abs. 1 der Überprüfung ärztlichen Handelns im Hinblick auf Diagnose, Therapie und Todesursache, der Lehre und der Ausbildung von Ärzten und in medizinischen Fachberufen, der Epidemiologie, der medizinischen Forschung sowie der Begutachtung. Sie wird auf schriftlichen Wunsch des Verstorbenen, oder falls nicht vorhanden dem Wunsch des nächsten Angehörigen des Verstorbenen durchgeführt sowie auf Anweisung der Staatsanwaltschaft.
Nach §9 kann auch der behandelnde Arzt oder der die Leichenschau durchführende Arzt eine Einrichtung für Pathologie oder Rechtsmedizin unter schriftlicher Angabe des Grundes mit der Durchführung der Obduktion beauftragen. Die Durchführung und Kostenübernahme regeln §10, 11 und 12.
Die Überlassung einer Leiche zu Forschungszwecken oder für die Lehre wird in §13 und §14 Anatomische Sektion genannt und geregelt. Jede Leiche ist nach §16 innerhalb von 48 Stunden nach Eintritt des Todes bzw. unverzüglich nach Auffinden derselben in eine Leichenhalle zu überführen. Abs. 2 lässt aus religiösen und weltanschaulichen Gründen jedoch ausdrücklich eine Aufbahrung zu.
In Thüringen herrscht nach §17 die Bestattungspflicht. Fehlgeburten und Leibesfrüchte aus Schwangerschaftsabbrüchen dürfen auf Wunsch der Eltern ebenfalls beerdigt werden. Abs. 3 fordert die Erdbestattung oder Einäscherung spätestens zehn Tagen nach Feststellung des Todes, der Asche innerhalb von sechs Monaten. Ausnahmen sind auf Antrag möglich. Abs. 4 verbietet das öffentliche Ausstellen von Leichen, Leichenteilen, Fehlgeburten oder Leibesfrüchten aus Schwangerschaftsabbrüchen mit Ausnahme von Unterrichtsmitteln und bereits vorhandenen Ausstellungsstücken. Ausnahmen sind auf Antrag möglich.
Bestattungspflichtig sind nach §18 in der Reihenfolge und innerhalb jeder Kategorie Beauftragte vor Angehörigen und Ältere vor Jüngeren:
Kommen die Bestattungspflichtigen dieser Aufgabe nicht nach, hat die für den Auffindungsort zuständige Ordnungsbehörde auf Kosten des Bestattungspflichtigen für die Bestattung zu sorgen.
§19 erlaubt Erdbestattung oder Feuerbestattung mit anschließender Beisetzung der Asche. Die Beerdigung richtet sich - soweit Gesetzeskonform - nach dem Willen des Verstorbenen.
Die Voraussetzungen der Bestattung definiert §20 die Leichenschau, eine Bescheinigung mit dem Vermerk der Eintragung in das Sterbebuch des zuständigen Standesamtes oder eine Genehmigung der für den Bestattungsort zuständigen Ordnungsbehörde. Für eine Feuerbestattung ist nach §21 des Weiteren Voraussetzung, dass durch eine zweite Leichenschau bestätigt worden ist, dass keine Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod bestehen oder die Staatsanwaltschaft in Kenntnis solcher Anhaltspunkte einer Feuerbestattung zustimmt.
§23 erlaubt Erdbestattungen nur auf Friedhöfen in einem Sarg. Die untere Gesundheitsbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen zulassen. Abs. 2 fordert für Feuerbestattungen eine Urne mit der Asche, die auf einem Friedhof oder in geeigneter Form in einer Kirche beizusetzen ist. Weiter wird gestattet, dass die Asche auch auf einer hierfür bestimmten Stelle eines Friedhofs ausgebracht oder die Urne von einem Schiff aus auf Hoher See beigesetzt wird, wenn andere Rechtsvorschriften dem nicht entgegenstehen.
§25 verpflichtet Gemeinden, Gemeindefriedhöfe mit Leichenhallen anzulegen und zu unterhalten. Zudem können nach §26 auch Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften eigene Friedhöfe nach Maßgabe der geltenden Rechtsvorschriften betreiben. Sie dürfen selbst entscheiden, ob sie die Bestattung von Verstorbenen, die nicht ihrer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft angehörten, gestatten.
§27 regelt die Planung, Anlegung und Erweiterung von Friedhöfen und gestattet auch Waldfriedhöfe (ausschließlich für Urnenbeisetzungen) im Einvernehmen mit der unteren Forstbehörde und der unteren Naturschutzbehörde.
Die Ruhezeit beträgt in Thüringen nach §31 bei Erdbegräbnissen mindestens 20, bei Urnenbeisetzungen mindestens 15 Jahre. Die Friedhofsträger können längere Ruhezeiten bestimmen und die Ruhezeit aus religiösen Gründen auf Dauer festlegen. §33 verweist zudem auf die Friedhofsordnungen, die Benutzungs- und Gebührenordnungen der Friedhöfe von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften der Genehmigung der Rechtsaufsichtsbehörde unterwerfen.
Planen Sie in Ihrem Mein easyleaving-Profil Ihre eigene Beerdigung sowie die Trauerfeier. Melden Sie sich an, hinterlassen Sie den Angehörigen Ihre Wünsche und informieren Sie sie über die Vorkehrungen, die Sie zu Lebzeiten bereits in Ihrer Beerdigungsplanung veranlasst haben.

References: §1
 §2
 §3
 §4
 §5
 §6

§7
 §8
 §9
 §10
 §13
 §14
 §16
 §17
 §18

§19
 §20
 §21

§23

§25
 §26

§27
 §31
 §33