Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=21.03.1961&Aktenzeichen=2%20BvR%2027/60
Timestamp: 2013-05-26 06:41:46+00:00

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Rechtsprechung BVerfG, 21.03.1961 - 2 BvR 27/60 ParteienprivilegArt. 21 GG, konstitutive Wirkung der Erkl�rung der Verfassungswidrigkeit, Vorfragen
Konstitutivit�t der Entscheidung des BVerfG �ber die Verfassungswidrigkeit einer politischen Partei
(DER SPIEGEL 28/1961; 05.07.1961)
LG L�neburg, 13.11.1956 - 2 KLs 7/56
D�V 1961, 262
Wird zitiert von ... (47) BVerfG, 30.10.1963 - 2 BvL 7/61 Verfassungskonforme Auslegung des � 129 StGB - Politische ParteienNach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 12, 296 ) handelten zwar die Funktion�re und Anh�nger einer verfassungsfeindlichen politischen Partei nicht rechtswidrig, wenn sie die Ziele ihrer Partei, solange sie nicht gem�� Art. 21 Abs. 3 GG f�r verfassungswidrig erkl�rt worden sei, mit allgemein erlaubten Mitteln verfolgten.Darin liege bei Ber�cksichtigung der vom Bundesverfassungsgericht in der Entscheidung vom 21. M�rz 1961 (BVerfGE 12, 296 ) entwickelten Grunds�tze eine mit Art. 21 GG nicht zu vereinbarende Einschr�nkung des Wirkungsbereichs von Parteien, die zwar verfassungsfeindlich, aber noch nicht verboten und daher beh�rdlichen Eingriffen entzogen seien.Wegen der Verurteilung nach � 90a StGB , den das Bundesverfassungsgericht im Urteil vom 21. M�rz 1961 (BVerfGE 12, 296 ) teilweise f�r nichtig erkl�rt hat, ordnete das Landgericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft durch Beschlu� vom 23. Januar 1962 gem�� � 79 Abs. 1 BVerfGG zugunsten des Verurteilten die Wiederaufnahme des rechtskr�ftig abgeschlossenen Verfahrens und die Erneuerung der Hauptverhandlung mit der Ma�gabe an, da� die im Urteil vom 10. Februar 1959 zum Schuldspruch getroffenen tats�chlichen Feststellungen aufrechterhalten bleiben.Auch sie halten auf der Grundlage des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 21. M�rz 1961 (BVerfGE 12, 296 ) � 129 StGB f�r unvereinbar mit Art. 21 GG .Das Bundesverfassungsgericht hat deshalb durch Urteil vom 21. M�rz 1961 (BVerfGE 12, 296 ) auch Abs. 1 des � 90a StGB insoweit f�r nichtig erkl�rt, als er sich auf politische Parteien bezog.Ihr verfassungsrechtlich garantierter Status findet vor allem darin seinen Ausdruck, da� f�r sie als integrierende Bestandteile des Verfassungsaufbaus und des verfassungsrechtlich geordneten politischen Lebens die Vorschrift des Art. 9 Abs. 2 GG nicht gilt; Art. 21 Abs. 2 GG hat eine Sonderregelung getroffen, die f�r politische Parteien uneingeschr�nkt lex specialis gegen�ber Art. 9 Abs. 2 GG ist und somit auch eine subsidi�re Anwendbarkeit dieser Bestimmung ausschlie�t (BVerfGE 2, 1 [13]; 12, 296 [304]).Das Parteienprivileg, das sich in erster Linie auf die Parteiorganisation bezieht (BVerfGE 9, 162 [165]; 12, 296 [305]; 13, 46 [52]), sch�tzt die Partei in ihrem Bestand, bis das Bundesverfassungsgericht ihre Verfassungswidrigkeit festgestellt hat.Bis zu diesem Zeitpunkt darf die Partei in ihrer politischen T�tigkeit nicht behindert werden (BVerfGE 5, 85 [140]; 12, 296 [305]; 13, 123 [126]).K�nnte diese T�tigkeit als strafbares Unrecht verfolgt werden, so w�rde der den Parteien durch Art. 21 Abs. 2 GG gew�hrte Schutz ausgeh�hlt werden (BVerfGE 12, 296 [305]; 13, 46 [52]; 13, 123 [126]).Das Grundgesetz nimmt die Gefahr, die in der Gr�ndung und T�tigkeit einer solchen Partei bis zur Feststellung ihrer Verfassungswidrigkeit liegt, um der politischen Freiheit willen bewu�t in Kauf (BVerfGE 12, 296 [306]).21 GG deckt zwar nur die nicht gegen die allgemeinen Strafgesetze versto�ende T�tigkeit der Gr�nder, Mitglieder oder F�rderer einer politischen Partei (BVerfGE 12, 296 [305]).
BVerfG, 18.03.2003 - 2 BvB 1/01 NPD-VerbotsverfahrenInsofern kommt der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts konstitutive Bedeutung zu (vgl. BVerfGE 12, 296 ; s.a. BVerfGE 47, 198 ).Die Partei kann zwar politisch bek�mpft werden, sie soll aber in ihrer politischen Aktivit�t von jeder Behinderung frei sein (vgl. BVerfGE 12, 296 ; 39, 334 ; 47, 198 ).Die Partei handelt, auch wenn sie verfassungsfeindliche Ziele propagiert, im Rahmen einer verfassungsm��ig verb�rgten Toleranz (vgl. BVerfGE 12, 296 ; 47, 198 ).
BVerfG, 22.05.1975 - 2 BvL 13/73 Extremistenbeschlu�Das Urteil hat also konstitutive Bedeutung f�r ein Einschreiten gegen die Partei durch Polizei, Verwaltung und Gerichte (BVerfGE 5, 85 [140]; 12, 296 [304 f.]).Deshalb war � 90a StGB - ein Organisationsdelikt -, soweit es sich auf politische Parteien bezogen hat, mit Art. 21 GG unvereinbar und nichtig (BVerfGE 12, 296 [305 ff.]).2. Steht damit fest, da� man auch den Bereich des Beamtenrechts nicht der Wirkkraft des Art. 21 GG entziehen kann, so ist in diesem Zusammenhang noch besonders darauf hinzuweisen, da� nach einschl�gigen Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts bis zu einem Verbot durch dieses Gericht niemand die Verfassungswidrigkeit einer Partei rechtlich geltend machen kann und da� die Zugeh�rigkeit zu einer solchen Partei nicht rechtswidrig ist (BVerfGE 12, 296 [304]; 13, 46 [166]).
BVerfG, 14.02.1978 - 2 BvR 523/75 WahlwerbesendungenDie Partei kann zwar politisch bek�mpft werden, sie soll aber in ihrer politischen Aktivit�t von jeder Behinderung frei sein (vgl. BVerfGE 39, 334, 357; 12, 296, 305 ff.).Die Partei handelt, wenn sie ihre verfassungsfeindlichen Ziele propagiert, im Rahmen einer verfassungsm��ig verb�rgten Toleranz (vgl. BVerfGE 12, 296, 306).Ihre Funktion�re, Mitglieder und Anh�nger d�rfen nichts tun, was die Verfassung oder die mit der Verfassung in Einklang stehenden Gesetze verbieten, sie d�rfen nur mit in diesem Sinne "allgemein erlaubten Mitteln" arbeiten, insbesondere nicht gegen allgemeine Strafgesetze versto�en (vgl. BVerfGE 12, 296, 306 f.; 13, 46, 52; 13, 123, 126; 17, 155, 166; 40, 287, 291).
BGH, 11.03.2003 - XI ZR 403/01 Bankenrecht - Sparkassen sind an die Grundrechte gebundenBis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann deshalb niemand die Verfassungswidrigkeit einer Partei rechtlich geltend machen (BVerfGE 12, 296, 304; 40, 287, 291).
BVerfG, 08.03.1983 - 1 BvR 1078/80 Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Versagung der Zulassung zur …Solange aber eine politische Partei nicht vom Bundesverfassungsgericht verboten worden ist, darf sie nach st�ndiger Rechtsprechung an ihren politischen Aktivit�ten nicht rechtlich gehindert werden; bis zu ihrem Verbot d�rfen ihr Apparat und ihre Funktion�re ungehindert agieren (BVerfGE 12, 296 (304); 13, 46 (52); 13, 123 (126); 17, 155 (166); 39, 334 (357)).
BVerfG, 01.05.2001 - 1 BvQ 22/01 BVG zeigt erneut Grenzen von Demonstrationsverboten auf // Begr�ndungen zu den …Sie soll aber in ihrer politischen Aktivit�t von jeder rechtlichen Behinderung frei sein, soweit sie mit allgemein erlaubten Mitteln arbeitet (vgl. BVerfGE 12, 296 ; 39, 334 ; 40, 287 ; 47, 130 ; 47, 198 ; stRspr).Das Grundgesetz nimmt die Gefahr, die in der T�tigkeit einer Partei bis zur Feststellung ihrer Verfassungswidrigkeit besteht, um der politischen Freiheit willen in Kauf (vgl. BVerfGE 12, 296 ; 39, 334 ; 40, 287 ).
BGH, 08.05.1964 - 3 StR 1/61 Kontextvorschau leider nicht verf�gbar
BGH, 02.12.2003 - XI ZR 397/02 Bankenrecht - Postbank darf Konto der REP nicht k�ndigenBis zu einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann deshalb niemand die Verfassungswidrigkeit einer Partei rechtlich geltend machen (BVerfGE 12, 296, 304; 40, 287, 291).
BVerfG, 19.07.1966 - 2 BvF 1/65 Parteienfinanzierung ISieht der Gesetzgeber eine Erstattung der Wahlkampfkosten vor, so mu� er bei seiner Regelung die den Parteien durch Art. 21 GG gew�hrleistete Freiheit achten (vgl. BVerfGE 9, 162 [165]; 12, 296 [305]; 14, 121 [133]; 17, 155 [166]).
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References: Art. 21
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 Art. 9
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