Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2150.htm
Timestamp: 2018-11-21 19:04:31+00:00

Document:
2.150 Egenhäuser Kapf mit Bömbachtal
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Natur- und Landschaftschutzgebiet "Egenhäuser Kapf mit Bömbachtal" (Egenhausen u. Altensteig, Lkr. Calw) vom 20. Dezember 1991 (GBl. v. 29.02.1992, S. 106).
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 150 ha. Es wird im wesentlichen begrenzt im Süden durch die Kreisstraße K 4339 (Walddorfer Straße), im Osten durch die Feldwege 858 und 1114/3, den Talackerwald, die Feldwege 765 und 731 und die Gemeindegrenze Altensteig/Egenhausen, im Norden durch die Gemeindegrenze Altensteig/Egen­hausen und im Westen durch die Feldwege 494, 509, 251, 600, 594, 575, 637 (Denzweg), 644, 241 (Sindelstätter Weg), 752, 767, 777 und 788.
Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 295 ha. Es umfaßt die Gewanne (ganz oder teilweise):
· a) der Stadt Altensteig, Gemarkungen Altensteig und Walddorf
Bergacker, Feiling, Hagen, Hagenäcker, Hirschgraben, Hochwald, Hubenäcker, Killäcker, Kleewasen, Kohlgrube, Lange Äcker, Löchle, Obere Breite, Reute, Talacker, Untere Breite, Weilerberg;
· b) der Gemeinde Egenhausen, Gemarkung Egenhausen
Breite Äcker, Brühl, Dinkeläcker, Geißacker, Geiß wiesen, Heiligenäcker, Heilige Birken, Hinter den Gärten, Hofäcker, Hummelberg, Kugeläcker, Lorenzenwald, Rain, Röte, Rot, Scheibenrain, Schietinger, Sindelstätt, Sol, Stöckach, Täschäcker, Talwiesen.
(3) Die genauen Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener grüner Linie (Landschaftsschutzgebiet) sowie in acht Detailkarten im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, dunkelgrau angeschummerter Linie (Naturschutzgebiete) und mit durchgezogener hellgrau angeschummerter Linie (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung.
Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Calw auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündigung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
Schutzzweck ist die Erhaltung, Entwicklung und Pflege der naturraumtypischen Landschaft der "Bösinger Wellenkalkplatte", der Wacholderheiden und Halbtrockenrasen als Lebensraum typischer, spezialisierter Tier- und Pflanzenarten sowie der zahlreichen Landschaftselemente wie lichte Kiefernwälder, Hecken, Streuobstwiesen, Wirtschaftswiesen, Steinbrüche und Bachtäler als Lebensraum für gefährdete und bedrohte Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, Schmetterlinge, Käfer und Hautflügler.
4. fließende oder stehende Gewässer zu schaffen, zu beseitigen, zu verändern sowie Entwässerungs- oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die den Wasserhaushalt des Gebiets verändern;
5. Ablagerung jeder Art und jeden Umfangs vorzunehmen; Zwischenlagerung von Festmist ist auf landwirtschaftlich genutzten Grundstücken zulässig; ebenso die Zwischenlagerung von Grundstückserzeugnissen;
10. zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrräder Verkaufsstände aufzustellen;
11. Feuer anzumachen oder zu unterhalten, die Verbrennung von Gehölzschnitt ist zulässig;
1. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, daß Wildäcker nur auf aktuellen Ackerflächen, Fütterungs- und Kirrplätze nur im Wald oder auf aktuellen Ackerflächen - ansonsten nur einvernehmlich mit der höheren Naturschutzbehörde - angelegt werden, Hochsitze oder Jagdkanzeln nur im Wald oder in Anlehnung an Baumgruppen in herkömmlicher Holzbauweise errichtet werden, Hunde nur zur gezielten Nachsuche freigelassen und nur zwei Treibjagden pro Jahr außerhalb der Vegetationsperiode durchgeführt werden;
2. für die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen § 4 Abs. 2 Nr. 3, 4, 5, 9, 11, 16, 17, 18 und 21;
3. für die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß nur standortgemäße, heimische Gehölze gepflanzt werden, die Altholzbestände möglichst langfristig zu erhalten sind, möglichst natürlich und kleinflächig verjüngt wird, Kahlhiebe über 1 ha vermieden werden, Altholzinseln gefördert, einzelne sonnenexponierte Tothölzer erhalten und natürliche, standortgerechte Waldgesellschaften sukzessive wiederhergestellt werden; auf § 17 NatSchG wird hingewiesen;
7. für Anlage und Betrieb einer Erddeponie der Gemeinde Egenhausen im östlichen Teil des Steinbruchs Faisst (maximal 30 vom Hundert der Grundfläche).
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 6 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkung der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 7 Abs. 2 Nr. 12 und 13 und die Anlage von Kleingärten;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG (für das Naturschutzgebiet durch die höhere, für das Landschaftsschutzgebiet durch die untere Naturschutzbehörde) oder nach jagdrechtlichen Bestimmun-gen Befreiung erteilt werden.
· wer im Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Natur- und Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen den §§ 4 und 6 in Verbindung mit den §§ 5 Nr. 1 und 8 Nr. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
Die Verordnung des Landratsamtes Calw zum Schutz des Landschaftsteils "Egenhäuser Kapf" vom 1. April 1969 (Kreisnachrichten vom 10. April 1969) und die Verordnung des Landratsamtes Calw zum Schutz des Landschaftsteils "Unteres Bömbacher Tal" vom 4. September 1953 treten außer Kraft.

References: § 4
 § 17
 § 6
 § 7
 § 63
 § 33