Source: https://www.diebewertung.de/bettwarenhersteller-sanders-unternehmensanlehe-22-millionen-euro-fuer-anleger-in-gefahr/
Timestamp: 2017-12-15 11:58:22+00:00

Document:
Bettwarenhersteller Sanders Unternehmensanlehe :22 Millionen Euro für Anleger in Gefahr? - Diebewertung
Bettwarenhersteller Sanders Unternehmensanlehe :22 Millionen Euro für Anleger in Gefahr?
Keine guten Nachrichten aus dem Hause des Bettwarenhersteller Sanders. Nachrichten die für das Geld der Anleger „das Schlimmste befürchten lassen“ so Rechtsanwalt Dr. Thomas Pforr aus Bad Salzungen. der Bettwarenhersteller Sanders hat sich zunächst einmal in ein Schutzschirmverfahren geflüchtet (die Gebr. Sanders GmbH & Co. KG) Diesen Antrag hat das Unternehmen nach eigenen Verlautbarungen, am 28.09.2016 beim Amtsgericht Bersenbrück gestellt. Als Begründung führte das Unternehmen aus „die am 30.09.2016 auslaufende Kreditlinie, deren Verlängerung“ ungewiss geworden sei. Damit fängt nun das große Zittern an, denn möglich wäre auch das das Schutzschirmverfahren dann irgendwann in einer Insolvenz enden kann. Das Unternehmen muss die gewonnene Zeit nun sicherlich dafür nutzen, das Unternehmen mittelfristig neu aufzustellen was die Finanzierung und die Liquidität des Unternehmens anbetrifft.
Das Schutzschirmverfahren:
Das Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO – Gläubigerschutz nach der Insolvenzordnung
Der Schuldner muss – wie bereits angesprochen – selbst einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über sein Vermögen stellen (Eigenantrag), der den Anforderungen des § 13 InsO n.F. zu entsprechen hat. Dabei darf der Schuldner seinen Insolvenzantrag lediglich auf drohende Zahlungsunfähigkeit i.S.v. § 18 InsO und/oder Überschuldung i.S.v. § 19 InsO stützen. Gem. § 18 Abs. 2 InsO droht der Schuldner zahlungsunfähig zu werden, sofern er seinen Zahlungsverpflichtungen – aktuell – noch vollumfänglich nachkommen kann, er gleichwohl sicher weiß, dass er demnächst seine bestehenden Zahlungsverpflichtungen im Zeitpunkt der Fälligkeit nicht mehr wird erfüllen können. Ist der Schuldner bereits zahlungsunfähig gem. § 17 InsO, kann er diese Voraussetzung nicht mehr erfüllen. Die Möglichkeit unter den Schutzschirm des § 270b InsO zu gelangen, besteht für ihn dann nicht mehr.
a) Lt. den Vorbemerkungen des IDW ES 9 handelt es sich bei der Bescheinigung nach § 270b InsO weder um eine Abschlussprüfung noch um die Beurteilung eines Sanierungskonzeptes i.S.d. IDW ES 6 n.F. (Entwurf einer Neufassung des IDW Standards: Anforderungen an die Erstellung von Sanierungskonzepten, Stand: 07.09.2011).
b) Im Bezug auf die persönlichen Anforderungen des Ausstellers der Bescheinigung verlangt § 270b Abs. 1 Satz 3 InsO, dass die Bescheinigung von einem „in Insolvenzsachen erfahrenen“ Berater auszustellen ist. Gem. Ziff. 2 des IDW ES 9 leitet der FAS sich aus dieser gesetzlichen Definition für einen Wirtschaftsprüfer ab, dass ihn die in der Berufsausbildung gewonnene Kenntnis allein nicht dafür qualifizieren. Der FAS verlangt darüber hinaus vielmehr in zeitlicher Hinsicht eine mehrjährige Befassung des Beraters mit Sanierungs- und Insolvenzfällen und in sachlicher Hinsicht eine Tätigkeit als Insolvenzverwalter bzw. berufliche Erfahrungen in der Sanierungsberatung oder in der Erstellung von Sanierungskonzepten. Was den Personenkreis anbelangt, vertritt der FAS die Auffassung, dass es sich bei Steuerbevollmächtigten und vereidigten Buchprüfern, die nach § 3 Nr. 1 StBerG ebenso wie der Steuerberater zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen befugt sind, um „Personen mit vergleichbarer Qualifikation“ handelt und diese daher berechtigt sind, die Bescheinigung auszustellen, sofern sich auch in zeitlicher und sachlicher Hinsicht die zuvor genannten Anforderungen erfüllen.
c) Zur Feststellung der drohenden Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung, nimmt der IDW ES 9 unter Ziff. 3.1 in puncto Zahlungsunfähigkeit auf den IDW-Prüfungsstandard IDW PS 800 Bezug und stellt darüber hinaus klar, dass, soweit zum Zeitpunkt der Bescheinigung keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt, mit deren Eintritt aber während des laufenden Schutzschirmverfahrens (maximal drei Monate) gerechnet werden muss, dies nicht den Ausschluss vom Schutzschirmverfahren bedeutet. Für die Beurteilung der Überschuldung verweist der IDW ES 9 unter Ziff. 3.2 auf IDW St/FAR 1/1996
d) Soweit § 270b Abs. 1 Satz 1 InsO verlangt, dass die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos sein darf, leitet der FAS in dem IDW ES 9 unter Ziff. 3.3. aus dem Gesetzesbegriff „aussichtslos“ ab, dass das Schutzschirmverfahren dann nicht zur Anwendung kommen kann, wenn die Sanierungsbemühungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ohne Erfolg bleiben werden, was für den FAS immer dann der Fall ist, wenn der Schuldner bzw. seine Organe nicht wenigstens grundsätzliche Vorstellungen darlegen kann, wie die angestrebte Sanierung konzeptionell und finanziell erreicht werden kann. Dabei muss diese Erkenntnis „offensichtlich“ sein, was lt. FAS bedeutet, dass die bescheinigende Person für diese Einschätzung keine umfassende Beurteilung vorzunehmen muss; die Anforderungen an die Prüftätigkeiten sind lt. FAS nicht mit denen vergleichbar, die zur Erlangung einer Aussage über die Sanierungsfähigkeit nach IDW ES 6 n.F. erforderlich sind.
e) Nach Ziff. 3.4. des IDW ES 9 hat der die Bescheinigung ausstellende Wirtschaftsprüfer – für die anderen Berufsgruppen gilt dieses aus Haftungsgesichtspunkten gleichermaßen – seine durchgeführten Tätigkeiten zu dokumentieren und eine Vollständigkeitserklärung des Schuldners bzw. seiner Organe, in denen insbesondere auch die Erklärung enthalten ist, dass der Schuldner gewillt ist, sich über ein Insolvenzplanverfahren zu sanieren, einzufordern und zu seinen Unterlagen zu nehmen.
Sollte zwischenzeitlich Zahlungsunfähigkeit eingetreten sein, sind der Schuldner oder der vorläufige Sachwalter gem. § 270b Abs. 4, Satz 2 InsO verpflichtet, dies dem Gericht unverzüglich anzuzeigen. Allerdings darf das Insolvenzgericht aufgrund nachträglich eingetretener Zahlungsunfähigkeit das Schutzschirmverfahren nicht aufheben.
Nach Aufhebung der Anordnung oder nach Ablauf der Frist zur Vorlage des Insolvenzplans entscheidet das Gericht über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Dabei hat es folgende Handlungsalternativen:
Quelle der Erläuterung zum Schutzschirmverfahren insolvenzberatung.de
http://www.insolvenzberatung.de/page6/page7/

References: § 270
 § 13
 § 18
 § 19
 § 18
 § 17
 § 270
 § 270
 § 270
 § 3
 § 270
 § 270