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Timestamp: 2018-07-19 23:34:07+00:00

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Veröffentlicht von:Heinz Radtke Geändert vor über 4 Jahren
Große Bedeutung für die Praxis § 1311 Satz 1 ABGB: Grundsätzlich hat jeder seinen Schaden selbst zu tragen Viele Schäden werden daher nicht ersetzt: zB verlorener Schlüsselbund, Sturz mit Fahrrad ‚Zufall‘ im juristischen Sinn = Ereignis, das von keiner Seite zu verantworten ist; kein Verschuldensvorwurf Zur Schadensüberwälzung vom Geschädigten auf den Schädiger braucht es (eine) Norm/en: SchadenersatzR = Summe der (Überwälzungs)Normen (im ABGB) + Sondergesetze: zB EKHG, AHG, D(N)HG, PHG ... Barta: Zivilrecht online
2 Woraus entstehen Schadenersatzansprüche?
Aus ‚verletztem‘ Vertrag (ex contractu) oder vertragsähnlicher Beziehung (cic): zB Lieferant liefert ‚schlampig‘ Aus (zivilrechtlichem) Delikt (ex delicto) Ohne Zusammenhang mit einem Vertrag; zB Autofahrer stößt Fußgängerin nieder Verletzung allgemeiner Sorgfaltspflichten Günstiger sind Ansprüche aus Vertrag! Daher stützt man – wenn möglich – seinen Schadenersatzanspruch darauf Ersatz kann aber nur ‚1x‘ erlangt werden Barta: Zivilrecht online
3 SchadenE = gesetzliches Schuldverhältnis
Vgl § 859 ABGB Schadenersatzrecht: §§ 1293 ff ABGB Andere gesetzliche Schuldverhältnisse – D.h. es entstehen (ohne weiteres Zutun der involvierten Parteien) allein aufgrund des Gesetzes Schuldverhältnisse: Ungerechtfertigte Bereicherung Kondiktionen: §§ 1431ff ABGB ua Geschäftsführung ohne Auftrag (GoA) §§ 1035 ff ABGB Gläubigeranfechtung AnfO culpa in contrahendo (cic) Barta: Zivilrecht online
4 ‚Warum‘ ist Schaden zu ersetzen?
Gedanke ausgleichender Gerechtigkeit; sogenannter Schadensausgleich Gedanke der Schadensprävention iSv Schadensverhütung General-prävention Spezial-prävention Vergeltungsgedanke/Rache Talionsprinzip: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn‘ Soziale Überlegungen/Billigkeit spielen im Schadenersatzrecht grundsätzlich keine Rolle der Schädiger kann arm, der Geschädigte reich sein, dennoch hat der Arme vollen Ersatz zu leisten Ausnahmen: zB § 1310 ABGB (3 Fälle); § 2 DNHG Barta: Zivilrecht online
Derselbe Sachverhalt kann zugleich (also kumulierend) zur (Rechts)Folge haben: privatrechtlichen Schadenersatz Zivilgericht gerichtliche Strafe Strafgericht; StGB Verwaltungsstrafe Verwaltungsbehörde; VStG, StVO § 1338 ABGB Abgrenzung der Bereiche bereitet immer wieder Schwierigkeiten Bedeutsam auch für die Zuständigkeit: Verwaltungsbehörde - Strafgericht - Zivilgericht Barta: Zivilrecht online
Es müssen kumulativ vorliegen : 1. Schaden Frage: Ist ein Schaden entstanden ? Welcher ? 2. Kausalität Frage: Ist der Schaden vom Schädiger (durch eine Handlung oder Unterlassung) verursacht worden ? 3. Verschulden Frage: Wurde der Schaden schuldhaft zugefügt? Bei Gefährdungshaftungen fehlt dieses Kriterium 4. Rechtswidrigkeit Frage: War die Handlung oder Unterlassung rechtswidrig? Rechtswidrigkeit setzt einen Normverstoß voraus! Konkret: einen Verstoß gegen gesetzliche Ge- oder Verbote oder einen Vertrag Barta: Zivilrecht online
Was heißt Schaden? § 1293 Satz 1 ABGB unterscheidet: Vermögensschäden: §§ 1331, 1332 ABGB Nicht-Vermögensschäden: §§ ABGB Körperverletzungen, Freiheitsverletzungen etc Ersatz ideeller/immaterieller Schäden: zB "Schmerzengeld“; § 1325 ABGB "Wert der besonderen Vorliebe“; § 1331 ABGB Barta: Zivilrecht online
8 Schadensermittlung: Differenzmethode
9 Kausalität/Verursachung
Ein Schaden muß vom Schädiger verursacht werden, sein Verhalten (Handeln oder Unterlassen) muß kausal sein Juristische Kausalität deckt sich nicht völlig mit naturwissenschaftlich-philosophischer Kausalität (Zurechnung): Kausalität der Unterlassung Zurechnung fremden Verhaltens; zB Gehilfenhaftung eigene rechtliche Kausalität des Zusammenwirkens nach § 1301 f ABGB: zB Wirtshausrauferei Rechtliche Kausalitätskonzepte: Äquivalenz- oder Bedingungslehre: csqun-Konzept Adäquanzkonzept Theorie der wesentlichen Bedingung; Sozial(versicherungs)recht und öffentliches Recht Barta: Zivilrecht online
10 Die großen Zurechnungskonzepte
Äquivalenz-/Bedingungs-/csqun-Konzept Faustregel ohne theoretischen Anspruch Gleichheit aller Bedingungen Adäquanzkonzept StrafR + ZivilR Kriterien: Wahrscheinlichkeit + Typizität + Vorhersehbarkeit; ex ante- oder ex post-Betrachtung Theorie der wesentlichen Bedingung ÖffR: zB Sozialversicherung und SozialR Moderne Gefahrkreislehre: haftungsbegründende und haftungsausfüllende Kausalität Barta: Zivilrecht online
13 Sonderformen der Kausalität
Natürliche und juristische Kausalität Jurist baut auf naturwissenschaftlich-philosophischer Kausalität auf Alternative Kausalität Jäger schießen, nur einer trifft; man weiß aber nicht wer Kumulative Kausalität mehrere (Teil-)Ursachen führen gemeinsam Schaden herbei zB Abwässer mehrerer Industriebetriebe verursachen Fischsterben Barta: Zivilrecht online
14 Überholende oder hypothetische Kausalität
16 Arten des Verschuldens
Vorsatz = böse Absicht, dolus § 1294 ABGB: Verursachung eines Schadens „mit Wissen und Willen“ Fahrlässigkeit = Versehen, culpa § 1294 ABGB: Handeln aus schuldbarer Unwissenheit, mangelnder Aufmerksamkeit/ Sorgfalt etc Kurz: Fahrlässig handelt, wer gebotene Sorgfalt außer Acht läßt; vgl § 1297 ABGB Leichte Fahrlässigkeit: ‚Kleiner‘ Sorgfaltsverstoß, der auch sorgfältigen Menschen bisweilen unterläuft Grobe Fahrlässigkeit: ‚Auffallende Sorglosigkeit‘; die gebotene Sorgfalt wird in ungewöhnlicher Weise verletzt, weshalb der Eintritt des Schadens nicht nur als möglich, sondern geradezu als wahrscheinlich vorauszusehen ist: § 1325 ABGB Barta: Zivilrecht online
17 Konsequenzen der Verschuldensgrade
Umfang/ Höhe des Ersatzes hängt bei Vermögensschäden im bürgerlichen Recht vom Verschuldensgrad ab anders im Handels-/ UnternehmensR! Ersatz des wirklichen/ positiven Schadens (damnum emergens) + des entgangenen Gewinns (lucrum cessans) schon ab leichter (!) Fahrlässigkeit Idee: Je größer das Verschulden, umso mehr ist zu ersetzen – Gerechtigkeitsüberlegung Barta: Zivilrecht online
18 Mitverschulden: § 1304 ABGB
Hier trifft auch den Geschädigten am Schadens-eintritt Verschulden; sog Eigenverschulden Mitverschulden spielt in der Prozeßpraxis eine wichtige Rolle: Schädiger erheben gerne prophylaktisch einen Mitverschuldensvorwurf, um die eigene Ersatzpflicht zu mindern ! Schadensteilung nach Verschuldenanteil oder, wenn sich das Verhältnis nicht bestimmen lässt, zu gleichen Teilen Gesetzliche Mitverschuldensfiktion Verletzung der Sicherheitsgurt- oder Sturzhelmanlegepflicht; Rechtsfolge: Reduzierung eines allfälligen Schmerzengeldanspruchs Barta: Zivilrecht online
19 Unfallbilanz mit und ohne Sicherheitsgurt
Rechtswidrigkeit Rechtswidrig ist ein Verhalten, das gegen Ge- oder Verbote der Rechtsordnung verstößt § 1294 ABGB gegen einen Vertrag; ‚lex contractus‘ gegen ein Gesetz; zB StGB, StVO gegen die guten Sitten: § 879 ABGB Rechtswidrigkeit beinhaltet einen Normverstoß Unterlassung ist rechtswidrig, wenn Handeln rechtlich geboten ist, etwa: §§ 140 ff ABGB: Unterhaltspflicht der Eltern Barta: Zivilrecht online
21 Die ‚vier‘ Fragen des Schadenersatzrechts
22 ‚Wie‘ ist Schaden zu ersetzen?
Grundsätzlich § 1323 Satz 1 ABGB: „... muß alles in den vorigen Stand zurückversetzt werden“ sog Naturalersatz (restitutio in integrum) Schädiger kann daher dem Geschädigtem Geldersatz nicht aufdrängen ! (Ausnahmen der Rspr!) Geldersatz: „Schätzwert", wenn Naturalersatz nicht möglich oder nicht ‚tunlich‘ ist sog gemeiner Wert: § 305 ABGB nur ausnahmsweise ist Geldersatz zu leisten zB nach § 1 Abs 1 letzter Satz AHG Barta: Zivilrecht online
23 Beweislast und Gehilfenhaftung
Geltendmachung (von Schäden) aus Vertrag und Delikt: Vergleich Beweislast: vertraglich: § 1298 ABGB = günstiger für Geschädigte deliktisch: § 1296 ABGB = ungünstiger für Geschädigte Gehilfenhaftung: vertraglich: § 1313 a ABGB = günstiger für Geschädigte deliktisch: § 1315 ABGB = ungünstiger für Geschädigte Beispiel: Hoteldiener hilft beim Abladen von Gästegepäck a) und beschädigt einen Koffer oder den Gast selbst	b) verletzt einen Passanten Barta: Zivilrecht online
24 Ersatz von Vermögensschäden
Höhe des Ersatzes ist abhängig vom Verschuldensgrad §§ 1331, 1332 ABGB Bei leichter Fahrlässigkeit: sog Schadloshaltung (§ 1323 ABGB): Ersatz des erlittenen, ‚positiven‘ Schadens; § 1331 ABGB: gemeiner Wert Bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz: sog „volle Genugtuung“ = Schadloshaltung + entgangener Gewinn. Im UR/HR ist entgangener Gewinn schon ab leichter Fahrlässigkeit zu ersetzen: § 349 U/HGB (früher Art 8 Nr 2 EVHGB) Bei Verstoß gegen ein Strafgesetz oder Handeln aus Mutwillen und Schadenfreude: § 1331 ABGB sog ‚Affektionsinteresse‘ = „Wert der besonderen Vorliebe“ Barta: Zivilrecht online
25 Ersatz von Körperverletzungen
Nach § 1325 ABGB sind bei Körperbeschädigung immer (!) zu ersetzen: dh. ohne Unterschied des Verschuldensgrades schon ab leichter Fahrlässigkeit ! Heilungskosten Reicht von ärztlicher Erstversorgung bis zur Rehabilitation etc = normativ aufgeladener weiter Begriff Verdienstentgang der entgangene + bei Erwerbsunfähigkeit der künftig entgehende Verdienst angemessenes Schmerzen(s)geld = Ersatz des ideellen Schadens Barta: Zivilrecht online
26 Berechnung des Verdienstentgangs
Nach § 1325 ABGB kann Verdienstentgang auf zwei Arten berechnet werden: entweder(!) konkret = Differenz zwischen bisherigem und künftigem Einkommen/Verdienst oder abstrakt = objektive Minderung/Verringerung der Erwerbsfähigkeit; Minderung der Erwerbsfähigkeit/MdE Der Verdienstentgang ist positiver/wirklicher Schaden nicht bloß entgangener Gewinn ! Geschützt wird auch ein Nebeneinkommen oder das Einkommen Selbständiger Barta: Zivilrecht online
27 Tödliche Körperverletzung: § 1327 ABGB
„Erfolgt aus einer körperlichen Verletzung der Tod, so müssen nicht nur alle Kosten [s. § 1325] , sondern auch den Hinterbliebenen [zB Kindern od Gatte/in], für deren Unterhalt der Getötete zu sorgen hatte, das, was ihnen dadurch entgangen ist, ersetzt werden.“ Hier handelt es sich um die gesetzliche Anordnung von Drittschadensersatz ! Ein Kind muß nach der Rspr, um gem § 1327 ABGB unterhaltsberechtigt zu sein, im Zeitpunkt der Verletzung bereits gezeugt sein Beachte: Vgl mit § 1327 ABGB - § 12 EKHG: Verkehrsunfälle - §§ 332 ff ASVG: zB Arbeitsunfälle Barta: Zivilrecht online
28 Entgangener Gewinn/Wert der besonderen Vorliebe: § 1331 ABGB
Bei Vermögensschäden ist (auch) zu ersetzen: entgangener Gewinn = Verlust von (in nuce bereits existenten, realistischen) Gewinnaussichten ab grober Fahrlässigkeit („auffallende Sorglosigkeit") und natürlich bei Vorsatz. „Wert der besonderen Vorliebe“; sog Affektionsinteresse bei Verstoß gegen ein Strafgesetz, oder bei Schädigung aus Mutwillen und Schadenfreude Barta: Zivilrecht online
29 Abstrakte Rente (1) - Voraussetzungen
30 Abstrakte Rente (2) - Funktion
31 Abstrakte Rente (3) - Berechnung
32 Abstrakte Rente (4) - Weitere Beispiele
Beweislast Entscheidend für Prozeßgewinn oder -verlust! Frage: Wer hat im Prozeß, was zu beweisen ? Wer (hat zu beweisen)? Kläger oder Beklagter Was (ist zu beweisen)? Schaden Kausalität Rechtswidrigkeit Verschulden Faustregel: Im Prozeß muß jede Partei die Voraussetzungen der für sie günstigen Rechtsnormen behaupten und beweisen! Barta: Zivilrecht online
34 ‚Wer‘ hat im Prozeß „was“ zu beweisen ?
Non Liquet (1) „Eine Rechtsnorm ist nur anwendbar, wenn ihr abstrakter Tatbestand mit dem konkreten Sachverhalt übereinstimmt. Sie ist nicht anwendbar, wenn auch nur eine entscheidungserhebliche Tatsache widerlegt wird. Bisweilen läßt sich aber eine solche Tatsache nicht klären (non liquet): dann benachteiligt diese Ungewißheit jene Partei, welche die Rechtsnorm zum Prozeßsieg braucht.“ (R. Holzhammer) Non liquet = es ist nicht klar/ es besteht keine Klarheit ! Barta: Zivilrecht online
Non Liquet (2) Das Gericht entscheidet nach den Regeln über die Beweislast gegen jene Partei, der der Beweis über die nicht aufgeklärte Tatsache oblegen wäre! Im Strafrecht gilt diese Regel nicht und es existiert auch keine Beweislast; sondern materielle Wahrheits- findung. Es gilt der Grundsatz: in dubio pro reo = im Zweifel für den Angeklagten Ausnahme: Privatanklagedelikte ! Alte Regel: schon im antikenGriechenland! Barta: Zivilrecht online
37 Beweislast im Schadenersatzprozeß
38 Beweislast bei Delikts- und Vertragshaftung
39 Beweislastumkehr nach § 1298 ABGB
§ 1298 Satz 1: „Wer vorgibt, daß er an der Erfüllung seiner vertragsmäßigen oder gesetzlichen Verbindlichkeit ohne sein Verschulden verhindert worden sei, dem liegt der Beweis ob.“ Konsequenz: Schädiger muß beweisen, daß ihn kein Verschulden trifft ! § 1298 ABGB betrifft Verletzungen schon bestehender schuldrechtlicher (Sonder)Beziehungen OGH: Diese Beweislastumkehr gilt nur (!) bei leichter, nicht für grobe Fahrlässigkeit: Dieser Beweis obliegt nach der Rspr dem Geschädigten; Kritik der Lehre! Gilt auch für Schäden wegen: Schlechterfüllung anläßlich der (Schuld-)Erfüllung und Bei Verletzung (vor)vertraglicher Pflichten Barta: Zivilrecht online
40 Sonderformen der Beweislast
41 Der Prima-Facie-Beweis
Zweck:	Dient der Beweiserleichterung, insbes des Verschuldensbeweises für Geschädigte/Kläger Beweist der Geschädigte (Kl), daß die Schädigung nur durch das Verhalten des Schädigers (Bekl) eingetreten sein kann (res ipsa loquitur!), dann obliegt dem Schädiger (Bekl) der Gegenbeweis, daß er (trotzdem) schuldlos ist. Beispiel: - Fährt ein Auto gegen einen Alleebaum, spricht dies prima facie für Fahrlässigkeit des Fahrers ...! - Vgl aber SZ 57/20 (1984): Für Abhandenkommen eines Schmuckstücks aus einem Hotelzimmer gibt es keinen typischen Geschehensablauf; daher kommt hier ein prima-facie-Beweis nicht in Betracht Barta: Zivilrecht online
42 Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter (1)
43 Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter (2)
44 Dritt- oder mittelbarer Schaden (1)
Grundsätzlich werden nur unmittelbare Schäden ersetzt! OGH: „Mittelbar ist ein Schaden dann, wenn er nicht in der Richtung des Angriffs, sondern infolge einer Seitenwirkung in einer Interessensphäre eintritt, die nicht durch das Verbot des Angriffs geschützt ist.“ SZ 34/112 (Holzbrückeneinsturz); JBl 1966,86 (Heilungs-kosten); EvBl 1966/305 (Pflanzenschutzzeugnisse) ua Wird eine Opernsängerin auf dem Weg zur Oper verletzt, ist das ein unmittelbarer Schaden; nicht dagegen der Kartenausfall (wegen Absage) und ein allfälliges Ersatzengagement ! § 1295 ABGB: „Jedermann ...“ Weite (Drittschadens)Formulierung des Gesetzes wird restriktiv interpretiert; iSv: Jeder unmittelbar Geschädigte! Barta: Zivilrecht online
45 Dritt- oder mittelbarer Schaden (2)
Einen ausdrücklichen gesetzlichen Drittschadenersatz kennen: § 1327 ABGB § 12 EKHG Die Argumente der Rspr für die starke Einschränkung des Drittschadenersatzes sind: Die Ersatzpflicht würde sonst „uferlos“ ausgeweitet Schon bei leichter Fahrlässigkeit des Schädigers könne es zu existenzgefährdenden Schadenersatzsummen kommen. Das überzeugt nicht immer ! Bei Tod des Verletzten Barta: Zivilrecht online
46 Dritt- oder mittelbarer Schaden (3)
47 Dritt- oder mittelbarer Schaden (4)
Lohnfortzahlungsfälle EvBl 1994/135: Ersatzansprüche eines Arbeitgebers gegen den Schädiger seines Arbeitnehmers Sachverhalt: Arbeitnehmer wird bei Verkehrsunfall verletzt und fällt für Arbeitgeber länger aus. Leitsatz: Arbeitgeber ist gesetzlich (§ 8 AngG) zur Lohnfortzahlung verpflichtet. Dadurch wird Schaden auf Arbeitgeber überwälzt. - Diesen Schaden hat der Schädiger nunmehr dem Arbeitgeber zu ersetzen! Die Drittschadensliquidation der Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers bei Verletzung seines Arbeitnehmers durch einen Dritten wird hier bejaht! Barta: Zivilrecht online
49 Verkehrsunfälle in Österreich
50 Verkehrsunfälle in Deutschland
51 Barta: Zivilrecht online
EKHG 1959 Regelt Haftung für Schäden, die durch ein Kfz oder eine Eisenbahn verursacht(!) wurden Sog Haftung für Betriebsgefahr Gefährdungshaftung Wer haftet? der Betriebsunternehmer der Eisenbahn der Kfz-Halter; Vorbild: § 1320 ABGB Haftungsausschluss für: „blinde Passagiere"; § 3 Z 1 EKHG Autostopper; § 3 Z 2 EKHG beim Betrieb tätige Personen (zB Schaffner); § 3 Z 3 EKHG „Schwarzfahrt"; § 6 EKHG unabwendbares Ereignis: § 9 EKHG Barta: Zivilrecht online
52 Entwicklung des Halterbegriffs
Der wichtige Halterbegriff des EKHG stammt aus der Tierhalterhaftung des § 1320 ABGB Diese aus dem griechischen und römischen Recht: actio de pauperie (Noxalhaftung) Ausdehnung auf immer weitere Bereiche: EKHG 1959: Eisenbahnen (auch Seilbahnen, Sessel- und Schlepplifte) und Kraftfahrzeuge Luftfahrzeuge 1957 AtomhaftpflichtG 1964 RohrleitungsG 1975 Wegehalter: § 1319a ABGB (Verschuldenshaftung!) Gebäudehalter: §§ 1318, 1319 ABGB (-“-) Barta: Zivilrecht online
53 Barta: Zivilrecht online
54 Haftung für ‚Zufall‘ und ‚höhere Gewalt‘
55 Entwicklung der Nichtverschuldenshaftung in Österreich
ABGB §§ 1318, 1319, 1320, § Preußisches EisenbahnG ö.EisbHaftpflG 1869 dt.RHG 1871 Ö: Teilrezeption1940 dt.ArbeiterunfallV 1884 (ö.UVG 1887) ABGB III.TN §§ 364 Abs2, 364a Immissionen Kfz-Haftungen ab ca 1900 in Kronländern der Monarchie Rechtspolitische Forderung Haftung für Strom & Gas ö.ElektrWegG 1922 § 1a RHG 1943 Luftfahrzeughaftung ab ca dt.LuftVerkG 1922 AtomHG 1964 Rechtspolitische Forderung EKHG Eisenbahnen, KFZ Seilbahnen, Sessellifte WasserrechtsG 1934/wv zB §§ 26, 30f BergG 1954/1975 §§ 183ff RohrleitungsG 1975 GrundbuchUG 1980 ProduktHG 1988 ForstG 1975 §§ 53 ff ImpfschadenG 1973 Nov 1991 UmweltHG ArzneimittelG 1983 Barta: Zivilrecht online Medizinhaftung GentechnikG 1994 Novelle 1998 (§§ 79a ff)
56 Schadenersatz - BesT: Überblick
57 Schadenersatz - BesT: Überblick
58 § 1299 ABGB insbesondere a) der Sachverständigen;
„Wer sich zu einem Amte, zu einer Kunst, zu einem Gewerbe oder Handwerke öffentlich bekennet; oder wer ohne Not freiwillig ein Geschäft übernimmt, dessen Ausführung eigene Kunstkenntnisse, oder einen nicht gewöhnlichen Fleiß erfordert, gibt dadurch zu erkennen, daß er sich den notwendigen Fleiß und die erforderlichen, nicht gewöhnlichen, Kenntnisse zutraue; er muß daher den Mangel derselben vertreten. Hat aber derjenige, welcher ihm das Geschäft überließ, die Unerfahrenheit desselben gewußt; oder bei gewöhnlicher Aufmerksamkeit wissen können, so fällt zugleich dem Letzteren ein Versehen zur Last.“ Barta: Zivilrecht online
§ 1300 ABGB „Ein Sachverständiger ist auch dann verantwortlich, wenn er gegen Belohnung in Angelegenheiten seiner Kunst oder Wissenschaft aus Versehen einen nachteiligen Rat erteilt. Außer diesem Falle haftet ein Ratgeber nur für den Schaden, welchen er wissentlich durch Erteilung des Rates dem Andern verursacht hat.“ Barta: Zivilrecht online
60 Barta: Zivilrecht online
§ 1309 ABGB „Außer diesem Falle gebührt ihm der Ersatz von denjenigen Personen, denen der Schade wegen Vernachlässigung der ihnen über solche Personen anvertrauten Obsorge beigemessen werden kann.“ Barta: Zivilrecht online
61 Barta: Zivilrecht online
§ 1310 ABGB „Kann der Beschädigte auf solche Art den Ersatz nicht erhalten; so soll der Richter mit Erwägung des Umstandes, [1] ob dem Beschädiger, ungeachtet er gewöhnlich seines Verstandes nicht mächtig ist, in dem bestimmten Falle nicht dennoch ein Verschulden zur Last liege; [2] oder, ob der Beschädigte aus Schonung des Beschädigers die Verteidigung unterlassen habe; [3] oder endlich, mit Rücksicht auf das Vermögen des Beschädigers und des Beschädigten; auf den ganzen Ersatz, oder doch einen billigen Teil desselben erkennen.“ Barta: Zivilrecht online

References: § 1311
 § 859
 § 1310
 § 2
 § 1338
 § 1293
 § 1325
 § 1331
 § 1301
 § 1294
 § 1294
 § 1297
 § 1325
 § 1304
 § 1294
 § 879
 § 1323
 § 305
 § 1
 § 1298
 § 1296
 § 1313
 § 1315
 § 1331
 § 349
 § 1331
 § 1325
 § 1325
 § 1327
 § 1325
 § 1327
 § 1327
 § 12
 § 1331
in dubio
 § 1298

§ 1298
 § 1298
 § 1295
 § 1327
 § 12
 § 1320
 § 3
 § 3
 § 3
 § 6
 § 9
 § 1320
 § 1319
 § 1
 § 1299

§ 1300

§ 1309

§ 1310