Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NVwZ%201995,%20372
Timestamp: 2019-05-25 08:30:09+00:00

Document:
Rechtsprechung: NVwZ 1995, 372 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerwG, 08.11.1994 | BVerfG, 30.06.1994
Infolge der Beschränkung der Erledigungserklärungen hat der Gerichtsbescheid des Verwaltungsgerichts vom 22. Januar 2018 weiterhin Bestand (vgl. BVerwG, Beschluss vom 22. April 1994 - 9 C 456.93 -, juris).
https://dejure.org/1994,1557
BVerwG, 08.11.1994 - 9 AV 1.94 (https://dejure.org/1994,1557)
BVerwG, Entscheidung vom 08.11.1994 - 9 AV 1.94 (https://dejure.org/1994,1557)
BVerwG, Entscheidung vom 08. November 1994 - 9 AV 1.94 (https://dejure.org/1994,1557)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1994,1557) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GVG § 17a; VwGO § 83, § 53 Abs. 1 Nr. 5
VG Berlin, 22.09.1994 - 33 X 1171.94 33 X 1184.94
VG Berlin, 18.01.1995 - 33 X 1171.94
NJW 1995, 1692 (Ls.)
Eine Durchbrechung der Bindungswirkung kommt allenfalls bei, wie es das Bundesverwaltungsgericht formuliert hat (BVerwG, Beschluss vom 8. November 1994 - 9 AV 1/94, NVwZ 1995, 372), "extremen Verstößen" gegen die den Rechtsweg und seine Bestimmung regelnden materiell- und verfahrensrechtlichen Vorschriften in Betracht (…BGH, NJW-RR 2018, 250 Rn. 19;… NJW 2014, 2125 Rn. 13 mwN).
Eine Durchbrechung der gesetzlichen Bindungswirkung ist in Anbetracht der durch § 17 a GVG selbst eröffneten Überprüfungsmöglichkeit allenfalls bei "extremen Verstößen" denkbar (…Sen.Beschl. v. 13.11.2001 aaO; vgl. auch BVerwG, Beschl. v. 8.11.1994 - 9 AV 1.94, DVBl. 1995, 572), etwa wenn sich die Verweisungsentscheidung bei der Auslegung und Anwendung der Zuständigkeitsnormen soweit von dem diese beherrschenden verfassungsrechtlichen Grundsatz des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) entfernt hat, daß sie schlechthin nicht mehr zu rechtfertigen ist (BGHZ 144, 21, 25; BVerfG, Beschl. v. 26.8.1991 - 2 BvR 121/90, NJW 1992, 359, 361).
Eine Durchbrechung der gesetzlichen Bindungswirkung wäre in Anbetracht der durch § 17 a GVG selbst eröffneten Überprüfungsmöglichkeit allenfalls bei "extremen Verstößen" denkbar (vgl. BVerwG, Beschl. v. 08.11.1994 - IX AV 1.94, DVBl. 1995, 572 m.w.N.;… auch BAG, aaO), etwa wenn der Beschluß jeder Grundlage entbehrt oder dazu führt, daß die Verweisung bei Auslegung und Anwendung der maßgeblichen Normen sich in einer nicht mehr hinnehmbaren Weise von dem verfassungsrechtlichen Grundsatz des gesetzlichen Richters entfernt hat (vgl. BGH, Beschl. v. 24.02.2000 - III ZB 33/99, NJW 2000, 1343, 1344; auch BVerwGE 29, 45, 49 m.w.N.; BFH, Beschl. v. 23.04.1991 - VII B 221/90, Rechtspfleger 1992, 82 f.).
Jedenfalls kommt eine Durchbrechung der Bindungswirkung, wie es das Bundesverwaltungsgericht formuliert hat (BVerwG, Beschluss vom 8. November 1994 - 9 AV 1/94, NVwZ 1995, 372) allenfalls bei "extremen Verstößen" gegen die den Rechtsweg und seine Bestimmung regelnden materiell- und verfahrensrechtlichen Vorschriften in Betracht (…BGH, Beschlüsse vom 13. November 2001, aaO;… vom 8. Juli 2003, aaO, 2991;… vom 9. Dezember 2010, aaO Rn. 16;… vom 18. Mai 2011, aaO Rn. 9; s. auch BAG…, Beschluss vom 12. Juli 2006 - 5 AS 7/06, NJW 2006, 2798 Rn. 5: nur bei "krassen Rechtsverletzungen").
Eine Durchbrechung der gesetzlichen Bindungswirkung wäre in Anbetracht der durch § 17 a GVG selbst eröffneten Überprüfungsmöglichkeit allenfalls bei "extremen Verstößen" denkbar (…Sen.Beschl. v. 13.11.2001, aaO; vgl. auch BVerwG, Beschl. v. 8.11.1994 - 9 AV 1.94, DVBl. 1995, 572), etwa wenn die Verweisung bei der Auslegung und Anwendung der Zuständigkeitsnormen sich soweit von dem diese beherrschenden verfassungsrechtlichen Grundsatz des gesetzlichen Richters (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) entfernt hat, daß sie nicht mehr zu rechtfertigen ist, wenn sie also objektiv oder auch verfahrensrechtlich willkürlich zustande gekommen ist (BGHZ 144, 21, 25; BVerfG NJW 1992, 359, 361).
Das als Revisionsgericht angerufene Bundesverwaltungsgericht ist gemäß § 83 VwGO i.V.m. § 17 a Abs. 5 GVG daran gebunden, dass die Vorinstanzen ihre sachliche und als deren Unterfall die instanzielle Zuständigkeit angenommen haben (vgl. Beschluss vom 8. November 1994 - BVerwG 9 AV 1.94 - Buchholz 300 § 17 a GVG Nr. 13).
Beide hier ergangenen Beschlüsse enthalten eine Verweisung an das jeweils andere Gericht, so daß es nicht darauf ankommt, ob ohne einen solchen Ausspruch eine Zuständigkeitsbestimmung unzulässig wäre (vgl BVerwG Buchholz 300 § 17a GVG Nr. 13 = DVBl 1995, 572 mwN).
Jedenfalls kommt eine Durchbrechung der Bindungswirkung, wie es das Bundesverwaltungsgericht formuliert hat (BVerwG, Beschluss vom 8. November 1994 - 9 AV 1/94, NVwZ 1995, 372) allenfalls bei "extremen Verstößen" gegen die den Rechtsweg und seine Bestimmung regelnden materiell- und verfahrensrechtlichen Vorschriften in Betracht (BGH, Beschlüsse vom 13. November 2001 - X ARZ 266/01, NJW-RR 2002, 713; vom 8. Juli 2003 - X ARZ 138/03, NJW 2003, 2990, 2991;… vom 9. Dezember 2010 - ARZ 283/10, MDR 2011, 253 Rn. 16;… vom 18. Mai 2011 - X ARZ 95/11, NJW-RR 2011, 1497 Rn. 9;… vom 14. Mai 2013, aaO Rn. 13; s. auch BAG…, Beschluss vom 12. Juli 2006 - 5 AS 7/06, NJW 2006, 2798 Rn. 5: nur bei "krassen Rechtsverletzungen").
Die Voraussetzungen, unter denen die Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses ausnahmsweise entfallen könnte, nämlich weil er an einem schweren ("extremen") Rechtsverstoß leidet, völlig unhaltbar, abwegig oder rechtsmissbräuchlich ist, liegen hier nicht vor (vgl. dazu Beschluss vom 8. November 1994 - BVerwG 9 AV 1.94 - Buchholz 300 § 17a GVG Nr. 13 S. 6 = NVwZ 1995, 372; BGH, Beschluss vom 13. November 2001 - X ARZ 266/01 - NJW-RR 2002, 713, jeweils m.w.N.).
BGH, 25.09.2007 - X ARZ 256/07
Bindungswirkung einer rechtswidrigen Rechtswegverweisung
BVerwG, 15.07.2010 - 3 AV 1.10
Bindungswirkung; Bundesverwaltungsgericht; Kompetenzkonflikt; …
VGH Hessen, 07.03.2018 - 10 F 76/18
Zur Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses nach § 17a GVG i.V.m. § 83 VwGO
BayObLG, 15.03.1999 - 1Z AR 99/98
Zuständigkeitsbestimmung gemäß §§ 36 , 37 ZPO bei unterschiedlicher Beurteilung …
OVG Nordrhein-Westfalen, 06.08.1998 - 20 D 110/97
Sachliche und örtliche Zuständigkeit des Oberverwaltungsgerichts bei …
VG Würzburg, 24.02.2015 - W 4 K 13.1159
Schadensersatzanspruch; Amtshaftung; Anspruch aus enteignendem oder …
BVerfG, 30.06.1994 - 1 BvR 719/94, 1 BvR 825/94, 1 BvR 840/94
https://dejure.org/1994,3013
BVerfG, 30.06.1994 - 1 BvR 719/94, 1 BvR 825/94, 1 BvR 840/94 (https://dejure.org/1994,3013)
BVerfG, Entscheidung vom 30.06.1994 - 1 BvR 719/94, 1 BvR 825/94, 1 BvR 840/94 (https://dejure.org/1994,3013)
BVerfG, Entscheidung vom 30. Juni 1994 - 1 BvR 719/94, 1 BvR 825/94, 1 BvR 840/94 (https://dejure.org/1994,3013)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1994,3013) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Grundrechte - Anspruch auf Fortbestand der öffentlichrechtlichen Organisation - Ausgestaltung der Hamburger Feuerkasse - Umgestaltung - Versicherungsrechtliche Verhältnisse - Neuordnungsgesetz
NJW 1995, 514
NVwZ 1995, 372 (Ls.)
VersR 1994, 841
Die Rechtsposition der Versicherten erschöpft sich im Status der Anstaltsbenutzer (VerfGH 49, 111/117; BVerfG vom 11.7.1990 = NJW 1991, 1167; BVerfG vom 30.6.1994 = NJW 1995, 514/515).
Jedoch sind die Ansprüche aus dem Versicherungsverhältnis trotz ihrer öffentlichrechtlichen Natur durch Art. 103 BV geschützte Rechte (vgl. BVerfG NJW 1995, 514/515).
Ihm gebührt gerade auf dem Gebiet der Wirtschaftsordnung ein weitgehender Einschätzungs- und Prognosespielraum (BVerfG NJW 1995, 514/515).
Durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über Verfassungsbeschwerden gegen die Privatisierung der Hamburger Feuerkasse (Beschluß der 1. Kammer des Ersten Senats vom 30.6.1994, NJW 1995, 514) ist geklärt, daß die Versicherten keinen verfassungsrechtlich fundierten Anspruch auf Fortbestand der öffentlich-rechtlichen Organisation und Ausgestaltung einer Versicherung haben und der gesetzlichen Überleitung der öffentlich-rechtlichen in vertragliche Versicherungsverhältnisse keine prinzipiellen verfassungsrechtlichen Bedenken entgegenstehen.

References: § 17
 § 83
 § 53
 § 17
 § 17
 § 17
 § 83
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 17
 § 83
 Art. 103