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Timestamp: 2017-02-23 21:04:34+00:00

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Alltagsbegleiter & Betreuungsassistent » Aufgaben & Kosten
Leben im AlterDienstleistungen für SeniorenAlltagsbegleiter / Betreuungsassisstent	Alltagsbegleiter und Betreuungsassistent
InhaltsverzeichnisInhaltsverzeichnisDefinitionKonzept & AufgabenKostenerstattung
Sie sind allein und wünschen sich jemanden, der Sie ab und zu beim Spaziergang begleitet? Oder sind Sie pflegender Angehöriger und wünschen sich eine nette Betreuung, die für ein paar Stunden in der Woche nach Hause oder ins Pflegeheim kommt und Ihren Pflegebedürftigen unterhält, mit ihm etwas unternimmt oder ihm einfach etwas vorliest? All dies ist möglich. Alltagsbegleiter oder Betreuungsassistenten erfüllen diese Wünsche, sorgen für Abwechslung und die kleine Betreuung zwischendurch. pflege.de stellt das Konzept und die Aufgaben eines Alltagsbegleiters vor.
Die Grenzen zwischen Alltagsbegleitern, Betreuungsassistenten sowie Besuchs- und Begleitdiensten sind nicht klar zu ziehen. Diese Services werden im Rahmen der stundenweisen Seniorenbetreuung angeboten und können sich gegenseitig gut ergänzen. Die meisten Leistungen sind bei anerkannter Pflegestufe bzw. anerkanntem Pflegegrad (ab 2017) über die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen oder über die Verhinderungspflege aus der Pflegeversicherung finanzierbar.	Das Wichtigste in Kürze
Es geht dabei nicht um pflegerische Tätigkeiten, sondern um die Unterstützung bei der Alltagsgestaltung und -bewältigung (z. B. Gespräche, Spaziergänge, Spiele, Begleitung zu Seniorengruppen, Hilfen im Haushalt oder im Garten)
Die Kosten für eine solche Alltagsbegleitung übernimmt die Pflegekasse in voller Höhe im Rahmen der Verhinderungspflege oder der zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen (bei anerkannter Pflegestufe / Pflegegrad).
Konzept & Aufgaben eines Alltagsbegleiters
Das Konzept eines Alltagsbegleiters ist umfassend: Ganz grundsätzlich sollen Alltagsbegleiter ältere und behinderte Menschen aktivieren und begleiten. Das gilt sowohl für den stationären Bereich als auch für die ambulante Versorgung in Privathaushalten, in Senioren-WGs oder Tagespflege-Einrichtungen.
Damit zählt ein Alltagsbegleiter zu den besten Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige. Wenn Sie selbst einmal keine Zeit haben, um sich um Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu kümmern, oder eine Auszeit brauchen, können Sie für ein paar Stunden am Tag die Hilfe eines Alltagsbegleiters in Anspruch nehmen.
Alltagsbegleiter nach § 87b SGB XI sind v. a. für die Begleitung und Betreuung von älteren und gerontopsychiatrisch veränderten Menschen (z. B. Menschen mit Demenz) ausgebildet. Zu ihren Aufgaben gehören zum Beispiel:
Besuch von kulturellen Veranstaltungen, Sportveranstaltungen Gottesdiensten und Friedhöfen
Zum Konzept Alltagsbegleiter gehört laut Richtlinien auch, dass die Betreuungskräfte den Betreuten für Gespräche über Alltägliches zur Verfügung stehen; dass sie ihnen Ängste nehmen und Orientierung vermitteln. Betreuungs- und Aktivierungsangebote sollen sich an den Erwartungen, Wünschen, Fähigkeiten und Befindlichkeiten des Anspruchsberechtigten orientieren. Dabei müssen Alltagsbegleiter vor allem darauf achten, die individuelle Biografie des Betreuten zu kennen, denn gute Betreuung ist immer individuell.
Wenn Sie auf der Suche nach einem Alltagsbegleiter sind, können Sie sich an unterschiedliche Einrichtungen wenden. Gute Anlaufstellen sind z. B. Pflegestützpunkte, ambulante Dienste, große Wohlfahrtsorganisationen (DRK, Paritätischer Wohlfahrtsverband), Seniorenbüros in Ihrer Stadt oder Gemeinde oder private Unternehmen, insbesondere Online-Vermittlungsplattformen.
Qualifikation eines Betreuungsassistenten/einer Betreuungskraft nach § 87b SGB XI
Ein Betreuungsassistent 87b bzw. ein Alltagsbegleiter nach § 87b SGB XI wird für diese Aufgaben eigens qualifiziert. So muss jeder, der sich anschließend „Betreuungsassistent nach § 87b“ nennen möchte, 160 Unterrichtsstunden sowie ein zweiwöchiges Betreuungspraktikum absolvieren. In der Regel dauert diese Ausbildung rund vier Monate. Damit ist eine Betreuungskraft keine ausgebildete Pflegekraft. Aber das soll sie auch gar nicht sein, schließlich soll sie vielmehr betreuen und aktivieren statt professionell pflegen.
Unterschied Betreuungsassistent und Altenpflegehelfer
Ein Betreuungsassistent oder eine Betreuungskraft nach § 87b ist etwas anderes als ein Altenpflegehelfer: Dieser absolviert eine einjährige Ausbildung an einer Berufsfachschule der Altenpflegehilfe und ist v.a. pflegerisch tätig, weniger in der Betreuung und Aktivierung. Die Ausbildung zum Altenpflegehelfer ist auch nicht bundeseinheitlich geregelt. Jedes Bundesland hat sein eigenes Altenpflegehelfer-Gesetz.	Alltagsbegleiter in der Altenpflege
Ältere Menschen im Pflegeheim zu betreuen, sie sinnvoll zu beschäftigen und ihre Freizeit angenehm zu gestalten – das sind die Aufgaben der Alltagsbegleiter. Ob es nun ums Vorlesen geht, um Einzel- oder Gruppenarbeit, um die Gestaltung der Mahlzeiten oder um therapeutische Einzelangebote (z. B. Gedächtnistraining): Alltagsbegleiter in der Altenpflege haben ein vielfältiges Aufgabenspektrum. Viele von ihnen sind dabei sehr kreativ, kommen mit den anvertrauten Bewohnern gut zurecht und werden zu unverzichtbaren Begleitern im Alltag.
Alltagsbegleiter im Privathaushalt
Alltagsbegleiter im Privathaushalt haben andere Aufgaben als jene in einem Pflegeheim. Wichtig ist vor allem, dass ein Alltagsbegleiter keine Konkurrenz zu einer Pflegefachkraft eines ambulanten Dienstes ist. Ein Alltagsbegleiter übernimmt keine pflegerischen Aufgaben, verabreicht keine Medikamente (Behandlungspflege) und hilft nicht bei der Körperpflege (Grundpflege). Es sind eben Alltagsaufgaben, die ein Alltagsbegleiter/Alltagsbetreuer übernimmt, wie zum Beispiel
Alltagsbegleiter/Betreuungsassistenten für Demenzkranke, Senioren und Behinderte
Gerade wenn Sie einen Alltagsbegleiter für Menschen mit Demenz, Senioren oder Behinderte suchen, ist eine gute Ausbildung wichtig. Betreuungskräfte nach § 87b SGB XI lernen in ihrer Ausbildung, wie sie Menschen mit Demenzerkrankungen beschäftigen können, wie sie die Freizeit gestalten, für Bewegung und Abwechslung sorgen. Zudem muss jeder Betreuungsassistent nach § 87b SGB XI jedes Jahr eine Fortbildung besuchen, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Mit diesem Wissen können Sie Ihren Angehörigen getrost in die Hände eines Alltagsbegleiters geben, wenn er auf die Beschäftigung von Demenzkranken spezialisiert ist.
Achten Sie darauf, ob der Alltagsbegleiter über Kenntnisse verfügt, die qualifizieren. Fragen Sie konkret nach, ob er die Ausbildung zur „Betreuungskraft oder Seniorenbetreuer bzw. Alltagsbegleiter gem. § 87b SGB XI“ absolviert und erfolgreich abgeschlossen hat.	Kostenerstattung und Finanzierung eines Alltagsbegleiters / Betreuungsassistenten
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Mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz (PSG I) wurden die zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen auf alle Pflegebedürftigen ausgedehnt. Seither können Alltagsbegleiter/Betreuungsassistenten auch in der häuslichen Pflege eingesetzt werden:
Pflegebedürftige mit Pflegestufe erhalten monatlich 104 Euro (zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen).
Pflegebedürftige mit Pflegestufe und erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz erhalten monatlich 208 Euro (zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen).
Auch eine Abrechnung über die Urlaubsvertretung (Verhinderungspflege) ist möglich.
Unterschied zwischen Alltagsbegleiter und Pflegeassistent
Dienstleistungen für Senioren im Überblick	Mehr lesen
Ein Alltagsbegleiter hat in der Regel nur die Ausbildung, wie die Richtlinien zu § 87b SGB XI sie vorsehen, und damit eine Ausbildung, die auf die Begleitung im Alltag ausgerichtet ist.
Der Unterschied zum Pflegeassistent/Pflegehelfer ist häufig unscharf. Viele Absolventen eines Kurses nach § 87b SGB XI werden auch als Pflegehelfer/Pflegeassistent bezeichnet. Das ist zwar nicht ganz korrekt, kommt aber häufig vor. Im Grunde ist auch die Bezeichnung „Pflegeassistent“ längst veraltet. Inzwischen darf man sich erst dann „Gesundheits- und Pflegeassistent“ nennen, wenn man eine mehrjährige (zwei bis drei Jahre) Ausbildung absolviert hat. Das Ziel: die grundpflegerische, soziale und hauswirtschaftliche Versorgung von kranken Menschen, Senioren oder Menschen mit Behinderung, als Unterstützung einer Pflegefachkraft.
Bild 1: © Photographee.eu / Fotolia.com, Bild 2: © Halfpoint / Fotolia.com

References: § 87
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