Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.12.1988&Aktenzeichen=II%20ZR%20378/87
Timestamp: 2020-02-18 04:40:38+00:00

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BGH, 12.12.1988 - II ZR 378/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,1412
BGH, 12.12.1988 - II ZR 378/87 (https://dejure.org/1988,1412)
BGH, Entscheidung vom 12.12.1988 - II ZR 378/87 (https://dejure.org/1988,1412)
BGH, Entscheidung vom 12. Dezember 1988 - II ZR 378/87 (https://dejure.org/1988,1412)
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Möglichkeit der Rücknahme einer Kaution für eine Verbindlichkeit der Gesellschaft bei Nichtigkeit des zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses - Voraussetzungen für die Annahme einer eigenkapitalersetzenden Gesellschafterleistung - Einordnung einer Kaution eines ...
Keine eigenkapitalersetzende Gesellschafterleistung durch Stellung einer Kaution für nichtige Gesellschaftsverbindlichkeit
GmbHG § 30, § 31
NJW 1989, 1733
NJW-RR 1989, 1116 (Ls.)
ZIP 1989, 161
MDR 1989, 521
WM 1989, 253
BB 1989, 316
DB 1989, 419
DB 2010, 419
Neben der in § 135 Abs. 2 InsO ausdrücklich erwähnten Bürgschaft werden vom Wortlaut der Vorschrift alle Sicherheiten im weitesten Sinne (vgl. BGH, Urteil vom 12. Dezember 1988 - II ZR 378/87, NJW 1989, 1733, 1734), mithin auch eine Grundschuld als Sachsicherheit (…Preuß in Kübler/Prütting/Bork, InsO, 2013, § 135 Rn. 33), erfasst (vgl. BGH, Urteil vom 4. Dezember 1995 - II ZR 281/94, NJW 1996, 720, wo ebenfalls Bürgschaft und Grundschuld erbracht wurden).
bb) Die Erforderlichkeit eines solchen subjektiven Moments folgt aus dem Umstand, daß der tragende Grund für die eigenkapitalähnliche Bindung kapitalersetzender Gesellschafterleistungen in der Verantwortung der Gesellschafter für die Folgen ihrer in der Krise der Gesellschaft getroffenen Entscheidung zu sehen ist, die liquidationsreife Gesellschaft fortzuführen und über das satzungsmäßige Eigenkapital hinaus weiterzufinanzieren, anstatt die in dieser Situation aus eigener Kraft nicht mehr überlebensfähige Gesellschaft - wie an sich nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Unternehmensführung geboten (vgl. dazu auch den Tatbestand des § 32 a Abs. 1 GmbHG) - entweder unmittelbar oder mittelbar durch Verweigerung weiterer oder den Abzug bereits gewährter Gesellschafterhilfen zu liquidieren (sog. Finanzierungs oder präziser, weil der Gesellschafter nicht positiv zum Nachschuß von Kapital verpflichtet, sondern nur am Abzug von in der Krise gewährtem oder belassenem Kapital gehindert wird, Finanzierungsfolgenverantwortung; so seit der grundlegenden Entscheidung BGHZ 90, 381, 389 die ständige Rechtsprechung des Senats vgl. nur BGHZ 105, 168 [BGH 19.09.1988 - II ZR 255/87]; Urt. v. 12. Dezember 1988 - II ZR 378/87, WM 1989, 253, 254 li.
Das ist nicht anders als bei der wirtschaftlich denselben Zweck erfüllenden Kaution, bei der es keine Rolle spielt, ob der Gesellschafter sie selbst stellt (dazu Sen.Urt. v. 12. Dezember 1988 - II ZR 378/87, WM 1989, 253, 255 = ZIP 1989, 161, 162) oder ob er die durch einen Dritten gestellte Kaution absichert.
Schwark , BörsG, § 54 Rdn. 7, vgl. auch Landgericht Mannheim WM 1989 S. 253, 255 zu einem vergleichbaren Text.

References: § 30
 § 31
 § 135
 § 135
 § 32
 § 54