Source: https://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2080.htm
Timestamp: 2020-07-09 23:39:45+00:00

Document:
2.080 Heimbachaue
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Heimbachaue" vom 22. Juni 1985 (GBl. v. 31.07.1985, S. 223).
Aufgrund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts von 6. Juni 1983 (GBl. S.199), und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Betzweiler-Wälde, Landkreis Freudenstadt, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Heimbachaue".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 9,8 ha.
Es umfaßt nach dem Stand vom 13. Dezember 1983 auf dem Gebiet der Gemeinde Betzweiler-Wälde, Ortsteil Betzweiler, die Grundstücke Flst. Nrn. 7 (Wa 2, Heimbach, teilweise), 211, 213 (teilweise), 214/1, 214/2 (teilweise), 217/1, 217/2, 218/1 (teilweise), 218/2 (teilweise), 219/1 (teilweise), 223 (teilweise) und Ortsteil Wälde die Grundstücke Flst. Nrn. Wa 3 (Heimbach, teilweise), 194 bis 196, 358 und 361.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie und in 1 Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe und beim Landratsamt Freudenstadt auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung des Landschaftsraumes des mittleren Heimbachtales in seiner naturnahen Form und Ausstattung;
· die Sicherung und Entwicklung der Feuchtgebiete wie Teiche, Weiher, Wasserläufe, Röhrichte und Feuchtwiesen;
· die Wiedereingliederung der künstlichen Gewässer als wesentliche Lebensräume;
· die Erhaltung und Pflege der nassen und trockenen Wiesen im Hinblick auf ihre Artenvielfalt;
· die Verbesserung und Bereicherung der teilweise strukturarmen und monotonen Gehölzbestände;
· die Erhaltung und nachhaltige Förderung der an die unterschiedlichen Standorte angepaßten, z. T. gefährdeten Pflanzen- und Tierarten.
(1) Im dem Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.
k) außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen oder zu unterhalten;
n) die Wege mit Fahrzeugen aller Art ausgenommen Fahrräder ohne Hilfsmotor und Krankenfahrstühle zu befahren;
q) Hunde frei laufen zu lassen;
r) die Wasserflächen mit Booten aller Art, Flößen, Luftmatratzen oder dergleichen zu befahren oder schwimmende Anlagen aller Art zu verankern sowie Stege zu errichten;
t) zu düngen oder Pflanzenbehandlungsmittel zu verwenden;
u) Gehölze, Hecken und Sträucher zu beseitigen oder zu zerstören.
a) Schilf und andere Röhrichte nicht gemäht oder gemulcht werden,
b) im Bereich der Grundstücke Flst. Nrn. 217/1 und 217/2 (ehemalige Fischzuchtanlage)
- ansonsten die Jagd vom 1. April bis 31. Juli ruht,
- jagdliche Einrichtungen wie Hochsitze, Jagdkanzeln und Futterstellen nicht errichtet wer den;
a) in den Teichen und Weihern einschließlich ihrer Zu- und Ableitungen nicht gefischt werden darf,
b) ansonsten der Heimbach nur vom rechten Ufer (Ostufer) aus befischt werden darf,
c) die Verbote gem. § 4 Abs. 2 Nr. 11, 13, 14 und 18 beachtet werden;
3. für die ordnungsmäßige Ausübung der landwirtschaftlichen Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 2 Nr. 2 bis 4 und Nr. 19 bis 21;
a) die Waldstücke plenterartig bewirtschaftet werden mit dem Ziel eines naturnahen und standort gemäßen Mischwaldes mit hohem Laubholzanteil,
b) das im Nordosten des Schutzgebietes liegende Waldstück sowie der im Westen am Hang stocken de Wald durch Aufbau eines Traufes mit standortgemäßen Laubhölzern ummantelt werden;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 NatSchG oder nach den jagdrechtlichen Bestimmungen Befreiung erteilt werden.
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt. Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 Abs. 2 in Verbindung mit § 5 Nr. 1 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
Karlsruhe, den 22. Juni 1985

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4
 § 4
 § 63
 § 64
 § 4
 § 33
 § 4
 § 5