Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2012-09-13/ix-zb-143_11
Timestamp: 2017-11-18 10:38:32+00:00

Document:
BGH, 13.09.2012 - IX ZB 143/11 - Anforderungen an den Nachweis der rechtzeitigen Klageerhebung durch einen Gläubiger | anwalt24.de
Beschl. v. 13.09.2012, Az.: IX ZB 143/11
Anforderungen an den Nachweis der rechtzeitigen Klageerhebung durch einen Gläubiger
Referenz: JurionRS 2012, 24273
Aktenzeichen: IX ZB 143/11
AG Osnabrück - 16.02.2011 - AZ: 55 IN 68/03 (64)
LG Osnabrück - 31.03.2011 - AZ: 8 T 169/11
DStR 2013, 49
DZWIR 2012, 528-529
InsbürO 2013, 199
MDR 2012, 1373-1374
NJW-RR 2012, 1397-1398
NJW-Spezial 2012, 695
NZI 2012, 885-886
WM 2012, 2003-2004
ZAP 2012, 1162
ZAP EN-Nr. 652/2012
ZInsO 2012, 1987-1989
ZIP 2012, 2071-2073
ZVI 2013, 28-29
BGH, 13.09.2012 - IX ZB 143/11
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat durch den Vorsitzenden Richter Prof. Dr. Kayser, die Richter Raebel, Dr. Pape, Grupp und die Richterin Möhring am 13. September 2012 beschlossen:
Wie die rechtzeitige Klageerhebung nachzuweisen ist, sagt das Gesetz nicht. Unbestritten ist, dass der Nachweis gegenüber dem Insolvenzverwalter und nicht gegenüber dem Insolvenzgericht zu erbringen ist (vgl. Graf-Schlicker/Castrup, InsO, 3. Aufl., § 189 Rn. 4; Holzer in Kübler/ Prütting/Bork, InsO, 2009 § 189 Rn. 9; Smid in Leonhardt/Smid/Zeuner, InsO, 3. Aufl., § 189 Rn. 3). An eine bestimmte Form ist der Nachweis nicht gebunden. Steht die für eine Klageerhebung nach § 253 Abs. 1 ZPO erforderliche Zustellung der Feststellungsklage noch aus, sind nach der im Schrifttum herrschenden Meinung die Voraussetzungen der Vorwirkung der Klageeinreichung gemäß § 167 ZPO nachzuweisen (Jaeger/Meller-Hannich, InsO, § 189 Rn. 8; MünchKomm-InsO/Füchsl/Weishäupl, 2. Aufl., § 189 Rn. 5; Nerlich/ Römermann/Westphal, InsO, 2008, § 189 Rn. 9; HmbKomm-InsO/Herchen, 4. Aufl., § 189 Rn. 7). Streitig ist, ob der Nachweis der Klageerhebung allein dadurch geführt werden kann, dass dem Insolvenzverwalter die Klageschrift übersandt und ihm erkennbar gemacht wird, bei welchem Gericht Klage eingereicht ist (so etwa FK-InsO/Kießner, 6. Aufl., § 189 Rn. 12; Holzer, aaO Rn. 10; wohl auch Uhlenbruck, InsO, 13. Aufl., § 189 Rn. 5), oder ob zusätzlich der Nachweis geführt werden muss, dass die Klage bei dem Prozessgericht auch tatsächlich eingegangen ist (vgl. Graf-Schlicker/Castrup, aaO; Münch-Komm/InsO/Füchsl/Weishäupl, aaO; Nerlich/Römermann/Westphal, aaO; Wagner in Ahrens/Gehrlein/Ringstmeier, InsO, § 189 Rn. 3 f).
Die letztgenannte Auffassung ist zutreffend. Allerdings sind an den Nachweis der rechtzeitigen Klageerhebung keine besonderen formalen Erfordernisse zu stellen. Der Nachweis kann in jeder zulässigen Art und Weise erbracht werden, auf die der Insolvenzverwalter Gewissheit darüber erlangt, dass die Klage innerhalb der Ausschlussfrist des § 189 Abs. 1 InsO erhoben ist. Eines Nachweises durch öffentliche Urkunde, wie er vereinzelt (Haarmeyer/ Wutzke/Förster, Handbuch zur Insolvenzordnung, 3. Aufl., Kap. 8 Rn. 26) für erforderlich gehalten wird, bedarf es nicht.

References: § 189
 § 189
 § 189
 § 253
 § 167
 § 189
 § 189
 § 189
 § 189
 § 189
 § 189
 § 189
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