Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=FG%20Schleswig-Holstein&Datum=19.06.2002&Aktenzeichen=I%201339/97
Timestamp: 2020-04-03 12:10:29+00:00

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FG Schleswig-Holstein, 19.06.2002 - I 1339/97 - dejure.org
https://dejure.org/2002,6107
FG Schleswig-Holstein, 19.06.2002 - I 1339/97 (https://dejure.org/2002,6107)
FG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 19.06.2002 - I 1339/97 (https://dejure.org/2002,6107)
FG Schleswig-Holstein, Entscheidung vom 19. Juni 2002 - I 1339/97 (https://dejure.org/2002,6107)
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Einkommensteuerliche Behandlung von Leistungen aus einer Gruppenunfallversicherung
Invaliditätsleistungen der Unfallversicherung steuerfrei
Gruppenunfallversicherung - Invaliditätsleistungen der Unfallversicherung steuerfrei
EFG 2002, 1381
Letztlich würden nur solche Leistungen aus der Versicherung besteuert, die auch Lohnersatz darstellen (so auch das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht, Urteil vom 19.06.2002 I 1339/97 EFG 2002, 1381 und Drenseck in Schmidt EStG § 19 Tz. 50 "Unfallversicherung").
Die Besteuerung als Arbeitslohn ist entgegen der Rechtsansicht der Klägerin nicht davon abhängig, ob aufgrund des Unfallereignisses ein konkreter Einnahmeausfall eingetreten und die Versicherungsleistung demgemäß Ersatz für entgangene Einnahmen darstellt (a.A. FG Schleswig-Holstein, Urteil vom 19. Juni 2002 I 1339/97, EFG 2002, 1381;… unklar Schmidt, EStG § 19 Rz. 50 Stichwort Unfallversicherung).
Mit rechtskräftigem Urteil des Finanzgerichts Schleswig-Holstein vom 19.6.2002 (I-1339/97, EFG 2002, 1381) sei entschieden worden, dass die Leistung aus einer Gruppenunfallversicherung als nicht steuerbarer Schadensersatz zu beurteilen sei, der keiner der Einkunftsarten zuzuordnen sei.
Die Veranlassung durch das Arbeitsverhältnis tritt nicht deshalb in den Hintergrund, weil die Versicherungsleistung nicht dem Zweck diente, Einnahmeausfälle des Verstorbenen zu ersetzen, sondern vielmehr die Unbilden materieller und immaterieller Art ausgleichen sollten, die den Angehörigen des Verstorbenen durch dessen Unfalltod entstanden (a.A. FG Schleswig-Holstein Urteil vom 19.6.2002 I 1339/97, EFG 2002, 1381, FG Hessen Urteil vom 21.9.2004 10 K 3682/03, EFG 2005, 1864, FG München Urteil vom 25.8.2005 2 K 2081/05, juris, Sächsisches FG Urteil vom 1.2.2006 2 K 1955/04, DB 2006, 1983).
Die Versicherungsleistung diente nicht als Lohnersatz dem Zweck, Einnahmeausfälle des Klägers aus seinem Arbeitsverhältnis zu erstatten (in diesem Sinne auch: Urteile der Finanzgerichte Rheinland-Pfalz vom 28. September 2006 - 1 K 1854/05, 17. April 2007 - 2 K 2519/05 betreffend eine Betriebsunterbrechungsversicherung; Schleswig-Holstein vom 19. Juni 2002 - I 1339/97 und Hessen vom 21. September 2004 - 10 K 3682/03; a.A.: Finanzgericht Köln vom 24. November 2004 - 12 K 5350/01).
Auch das Finanzgericht Schleswig-Holstein (EFG 2002, 1381) habe in einem ähnlichen Sachverhalt entschieden, Leistungen aus einer vom Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer abgeschlossene Gruppenunfallversicherung seien nicht als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu behandeln, wenn sie lediglich einen beim Arbeitnehmer verbliebenen Körperschaden ausgleichen bzw. mildern sollten.
FG Sachsen, 01.02.2006 - 2 K 1955/04
Todesfallleistung aus einer vom Arbeitgeber abgeschlossenen …
Nach dem Gesamtbild der Verhältnisse sollte die Versicherungsleistung bezwecken, dass die mit Tod der Ehefrau verbundenen Belastungen ausgeglichen bzw. gemildert werden (vgl. Hessisches Finanzgericht, EFG 2005, 1864; Schleswig-Holsteinisches Finanzgericht, EFG 2002, 1381;… Hermann/Heuer/Raupach, a.a.O., § 19 Rdnr. 443; offen: Sächsisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 17. Oktober 2001, Az: 9 Sa 35/01 L, juris).
Dieser Zusammenhang zwischen dem Dienst- und dem Versicherungsverhältnis war aber nicht so eng, dass die Versicherungsleistung als Ertrag der nichtselbständigen Arbeit und damit als steuerpflichtiger Arbeitslohn im Sinne von § 19 Abs. 1 EStG angesehen werden kann (Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 19. Juni 2002 I 1339/97, EFG 2002, 1381 und Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 21. September 2004 10 K 3682/03 EFG 2005, 1864 und a. A. des Finanzgerichts Köln vom 24. November 2004 12 K 5350/01, EFG 2005, 1438 ).
Insofern findet sich der Senat im Einklang mit der überwiegenden Literatur -- z. B. Pflüger und Harenberg in Herrmann / Heuer / Raupach, Kommentar zur Einkommensteuer und Körperschaftsteuer, § 19 EStG (Pflüger), Rn. 19, und § 20 EStG (Harenberg), Rn 1322; Thürmer in Blümich, Kommentar zu EStG, KStG, GewStG und Nebengesetze, § 19 EStG, Rn. 20, 21 und 190; Drenseck und Heinicke in Schmidt, EStG § 19 (Drenseck), Rn. 25 und 51 "Zinsen" sowie § 20 (Heinicke), Rn. 216; Lang in Stolterfoht (Hrsg.), Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft, Grundfragen des Lohnsteuerrechts, Köln 1986, S. 15 ff., 45; Giloy, Deutsche Steuerzeitung 1989, 471; Kloubert, Finanz-Rundschau 2000, 46 -- und der Rechtsprechung -- z.B. BFH-Urteile vom 14.5.1982 VI R 124/77, BStBl II 1982, 469, und vom 31.10.1989 VIII R 210/83, BStBl II 1990, 532, und Schleswig-holsteinisches FG, Urteil vom 19.6.2002 I 1339/97 n.v.-- .

References: § 19
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