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Timestamp: 2016-10-24 03:31:32+00:00

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U 33/04 (22.06.2004)
M.________, 1952, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Markus Zimmermann, Dell'Olivo Frey & Pribnow, Stadtturmstrasse 10, 5400 Baden,
Die 1952 geborene M.________ wurde am 24. Juni 2000 auf dem Arbeitsweg in einen Verkehrsunfall verwickelt, wobei sie sich Prellungen und Sch�rfungen zuzog. Am 26. Juni 2000 begab sie sich zu Dr. med. Z.________, Innere Medizin FMH, in Behandlung. Mit Zeugnis vom 30. Juni 2000 bescheinigte dieser den Abschluss der Behandlung per 29. Mai (recte: Juni) 2000 und eine vollst�ndige Arbeitsf�higkeit ab 29. Juni 2000. Die SWICA Versicherungen AG, Winterthur (SWICA), kam f�r die Heilbehandlung auf und richtete Taggelder aus. Am 6. Juli 2000 suchte M.________ Dr. med. S.________, FMH f�r Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, auf, der eine posttraumatische Belastungsst�rung mit leichter Depression und massiven Angstzust�nden nach Unfall (ICD-10 F43.1) diagnostizierte und der Versicherten bis auf Weiteres eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit bescheinigte. Am 1. September 2000 verf�gte die SWICA den Fallabschluss per 29. Juni 2000. Nachdem M.________ hiegegen interveniert hatte, zog die SWICA mit Schreiben vom 12. September 2000 ihre Verf�gung zur�ck und erbrachte f�r die somatischen Unfallfolgen (Beschwerden am linken Arm) weiterhin Leistungen. Mit Verf�gung vom 10. Oktober 2000 lehnte sie nach weiteren medizinischen Abkl�rungen eine Leistungspflicht f�r die psychiatrische Behandlung ab. Auf dagegen erhobene Einsprache hin und nach erneuten medizinischen Untersuchungen, insbesondere einer Begutachtung in der Medizinischen Abkl�rungsstelle der Invalidenversicherung X.________ (Gutachten vom 11. Dezember 2001), verf�gte die SWICA am 27. Mai 2002, dass der Leistungsanspruch am 9. November 2001 erloschen sei, weshalb M.________ die seither erbrachten Leistungen zur�ckzuerstatten habe bzw. diese intern mit den Krankentaggeldleistungen verrechnet w�rden. Die dagegen erhobene Einsprache wies die SWICA am 21. Februar 2003 ab.
M.________ liess Beschwerde f�hren, welche das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Entscheid vom 10. Dezember 2003 abwies.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ die Ausrichtung eines 100%-igen UVG-Taggeldes bzw. einer vollen Rente beantragen.
Die SWICA schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde; das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf Vernehmlassung.
Am 5. Mai 2004 l�sst M.________ eine Stellungnahme zur Beschwerdeantwort der SWICA zu den Akten reichen.
Die Vorinstanz hat die gesetzliche Grundlage zur Leistungspflicht bei Unf�llen (Art. 6 UVG) sowie die Rechtsprechung zur Beurteilung des ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen einem Unfall und der in der Folge eingetretenen psychischen Fehlentwicklung mit Einschr�nkung der Arbeits- und Erwerbsf�higkeit (BGE 115 V 133), zum Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) und zum Beweiswert medizinischer Berichte und Gutachten (BGE 125 V 352 Erw. 3) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 modifiziert die materielle Rechtslage nicht (vgl. Ueli Kieser, ATSG-Kommentar: Kommentar zum Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts vom 6. Oktober 2000, Z�rich 2003, N 5 zu Art. 4).
2.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe die Ad�quanz der psychischen Fehlentwicklung beurteilt, ohne das Gutachten der Fach�rztin Dr. med. D.________, Psychiatrie und Psychotherapie, vom 1. Mai 2003 in der Urteilsbegr�ndung zu erw�hnen und zu erl�utern, weshalb es den darin enthaltenen Einsch�tzungen, insbesondere der Auffassung, wonach der Unfall vom 24. Juni 2000 einzige Ursache der psychischen Beschwerden sei, nicht folge.
2.2 Gem�ss Art. 35 Abs. 1 und Art. 61 Abs. 2 VwVG (anwendbar nach Art. 1 Abs. 3 VwVG; vgl. auch Art. 61 ATSG) sind die kantonalen Gerichte verpflichtet, ihre Entscheide zu begr�nden. Das VwVG statuiert damit lediglich den Grundsatz der Begr�ndungspflicht, regelt aber im Einzelnen nicht, welchen Anforderungen bez�glich Inhalt und Umfang der Begr�ndung ein kantonaler Beschwerdeentscheid zu gen�gen hat. Indes entspricht es allgemeinen rechtsstaatlichen Prinzipien, insbesondere dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV), dass die Entscheidungsgr�nde der Betroffenen bekanntgegeben werden (BGE 117 Ia 3 Erw. 3, 116 II 632 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 117 Ib 492 Erw. 6b/bb mit Hinweisen). Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass die betroffene Person den Entscheid gegebenenfalls sachgerecht anfechten kann, weshalb zumindest kurz die �berlegungen genannt werden m�ssen, von denen sich die Beh�rde leiten liess und auf welche sie ihren Entscheid st�tzt (BGE 119 I 269 Erw. 4d). Das bedeutet nicht, dass sie sich ausdr�cklich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 117 Ib 86, 492 Erw. 6b/bb, je mit Hinweisen; vgl. ferner BGE 99 V 188; RKUV 1988 Nr. U 36 S. 44 f., 1996 Nr. U 245 S. 156 sowie in BGE 120 V 378 nicht ver�ffentlichte Erw. 1a).
2.3.1 Es trifft zu, dass das kantonale Gericht das von der Beschwerdef�hrerin im vorinstanzlichen Verfahren eingereichte Gutachten der Psychiaterin Dr. med. D.________ im Sachverhalt nicht anf�hrte, was mangelhaft erscheinen mag. Die Expertise ist jedoch in Erw. 3c des angefochtenen Entscheides global erfasst, indem dort von den medizinischen Berichten die Rede ist, welche sich mit den psychischen Beschwerden befassen.
Die Vorinstanz erw�gt, eine W�rdigung der �rztlichen Einsch�tzungen sei entbehrlich, weil auf die Pr�fung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs verzichtet werden k�nne, wenn die Ad�quanz zu verneinen sei. Dies ist insoweit nicht zu beanstanden, als es - selbst wenn aufgrund zus�tzlicher Abkl�rungen der nat�rliche Kausalzusammenhang zu bejahen w�re - nach den zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid an der Ad�quanz des Kausalzusammenhangs fehlt (SVR 1995 UV Nr. 23 S. 67; Erw. 3.2.2 und 3.2.3 hienach).
2.3.2 Die Frage nach der ad�quaten Kausalit�t von Unfallfolgen ist eine Rechtsfrage (BGE 117 V 382 Erw. 4a mit Hinweis). Es ist deshalb nicht Sache der �rzte, das Unfallereignis zu gewichten; dies steht allein dem Gericht zu. Der mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobene Einwand, aufgrund der Einsch�tzungen der Frau Dr. med. D.________ und des Dr. med. S.________ seien die psychischen Beschwerden �berwiegend wahrscheinlich Folgen des am 24. Juni 2000 erlittenen Unfalles, ist deshalb unbehelflich. Aus demselben Grund geht auch die Argumentation der SWICA in ihrer Vernehmlassung vom 16. M�rz 2004 fehl, Abkl�rungsstellen-Arzt Dr. med. W.________ habe nicht nur die nat�rliche Kausalit�t verneint, sondern gleichzeitig auch die Frage nach der Ad�quanz beantwortet.
2.3.3 Ob eine Verletzung der Begr�ndungspflicht vorliegt, kann im �brigen letztlich offen bleiben. Selbst wenn ein Begr�ndungsdefizit zu bejahen w�re, l�ge jedenfalls kein derart schwerer Mangel vor, dass dieser angesichts der vollen Kognition des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts (Art. 132 OG) im letztinstanzlichen Verfahren keiner Heilung zug�nglich w�re. Der Versicherten war es ohne weiteres m�glich, den kantonalen Entscheid sachgerecht anzufechten, zumal sie sich zu den psychischen Unfallfolgen einl�sslich ge�ussert hat. Soweit dem rechtlichen Geh�r im vorinstanzlichen Verfahren nicht gen�gend Rechnung getragen worden w�re, kann diese Verletzung demnach im letztinstanzlichen Verfahren als geheilt gelten (BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa mit Hinweisen).
3.2 Streitig und zu pr�fen ist, wie es sich mit der Leistungspflicht der Versicherung f�r die persistierenden psychischen Beschwerden verh�lt.
3.2.1 Nach der Rechtsprechung hat die Beurteilung, ob ein Unfall unter besonders dramatischen Begleitumst�nden passiert ist oder besonders eindr�cklich war, ausgehend vom objektiven Geschehensablauf zu erfolgen (RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313). Nicht was in der einzelnen betroffenen Person beim Unfall psychisch vorgeht - sofern sich dies �berhaupt zuverl�ssig feststellen l�sst - ist entscheidend, sondern die objektive Eignung solcher Begleitumst�nde, psychische Abl�ufe in Bewegung zu setzen, welche an nachfolgenden Fehlentwicklungen mitbeteiligt sein k�nnen (RKUV 1999 Nr. U 335 S. 207).
Bez�glich des Unfallgeschehens ist davon auszugehen, dass die Versicherte mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit (BGE 126 V 360 Erw. 5b, 125 V 195 Erw. 2, je mit Hinweisen) beim Ausweichen eines ausser Kontrolle geratenen Autos eine Treppe hinabgest�rzt ist, wobei sie sich Prellungen und Sch�rfungen im Bereich des rechten Unterarmes, der Handfl�che palmar links sowie am rechten Unterschenkel und am Rippenbogen links zuzog. Zwar ist nachvollziehbar, dass sie, als sie nachts auf einem Trottoir gehend unvermittelt einem auf sie zufahrenden Auto ausweichen musste und dabei eine Kellertreppe hinabst�rzte, heftig erschrak. Die von der Psychiaterin als "traumatische Zange" bezeichnete Situation der Beschwerdef�hrerin beim Unfall, welche ein Gef�hl der Angst und des v�lligen Ausgeliefertseins verursacht habe, widerspiegelt jedoch einzig das subjektive Empfinden der Versicherten, w�hrend der objektive Geschehensablauf nach den zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Entscheid das Ad�quanzkriterium der besonderen Eindr�cklichkeit oder besonders dramatischen Begleitumst�nde nicht erf�llt.
3.2.2 Schliesslich ist die Rechtsprechung zur Ad�quanz bei psychischen St�rungen nach Schreckereignissen (BGE 129 V 177) nicht anwendbar, da die Versicherte k�rperliche Verletzungen davon getragen hat. Die Beurteilung kann daher nicht nach der gew�hnlichen Ad�quanzformel erfolgen (Urteil C. vom 19. M�rz 2003, U 15/00). Selbst nach der Rechtsprechung zu den Schreckereignissen, wonach nur aussergew�hnliche Ereignisse (d.h. gewaltsame, in unmittelbarer Gegenwart der Versicherten sich abspielende Vorf�lle, die in ihrer �berraschenden Heftigkeit geeignet sind, bei einer weiten Bandbreite von Versicherten durch St�rung des seelischen Gleichgewichts typische Angst- und Schreckwirkungen wie L�hmungen, Herzschlag etc. hervorzurufen; RKUV 2000 Nr. U 394 S. 313), verbunden mit einem psychischen Schock, geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung auszul�sen, w�re die Ad�quanz eindeutig zu verneinen.

References: Art. 4
 Art. 35
 Art. 61
 Art. 1
 Art. 61
 BGE 
 BGE 
 BGE