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Timestamp: 2016-10-28 02:54:13+00:00

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110 III 30
110 III 309. Auszug aus dem Urteil der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer vom 2. Februar 1984 i.S. K. (Rekurs)
Publication d'une vente aux ench�res d'un immeuble. La publication d'une vente aux ench�res d'un immeuble aux conditions pr�vues par l'art. 138 LP vise � toucher un nombre aussi large que possible d'int�ress�s. Une publication faite dans une forme impropre � atteindre ce but est contraire � la loi. Faits � partir de page 30
BGE 110 III 30 S. 30
Im Konkurs �ber K. beschloss die 2. Gl�ubigerversammlung vom 11. November 1983, auf eine Publikation der Versteigerung der beiden zur Konkursmasse geh�renden Eigentumswohnungen in Samedan im B�ndner Tagblatt und in der B�ndner Zeitung zu verzichten. Mit Entscheid vom 9. Januar 1984 hiess die kantonale Aufsichtsbeh�rde f�r Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons St. Gallen eine Beschwerde der Schulgemeinde N. gut und hob den BGE 110 III 30 S. 31Beschluss der 2. Gl�ubigerversammlung auf. K. ficht diesen Entscheid mit Rekurs bei der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts an. Er beantragt sinngem�ss die Best�tigung des Beschlusses der 2. Gl�ubigerversammlung.
2. Der Rekurrent macht sinngem�ss geltend, die 2. Gl�ubigerversammlung sei allein f�r die Durchf�hrung des Konkurses verantwortlich (Art. 253 Abs. 2 SchKG). Die Aufsichtsbeh�rde d�rfe deshalb die Angemessenheit deren Entscheide nicht �berpr�fen. Das trifft zu; indessen k�nnen die Beschl�sse der 2. Gl�ubigerversammlung wegen Gesetzesverletzung, worunter auch Ermessensmissbrauch und Ermessens�berschreitung fallen, angefochten werden (BGE 101 III 54, BGE 87 III 113, BGE 86 III 103 mit Verweisen). Die Aufsichtsbeh�rde hat diese Rechtslage nicht verkannt. Sie hat im Beschluss der 2. Gl�ubigerversammlung eine Verletzung der Art. 259 und 134 SchKG gesehen, weil dieser Beschluss der Konkursverwaltung verwehre, die Versteigerung der beiden Eigentumswohnungen in Samedan ausgerechnet in den beiden auflagest�rksten und den gesamten b�ndnerischen Raum abdeckenden Zeitungen zu publizieren.
Es kann dahingestellt bleiben, ob Art. 134 SchKG, der bestimmt, dass die Steigerungsbedingungen "in orts�blicher Weise aufzustellen und so einzurichten sind, dass sich ein m�glichst g�nstiges Ergebnis erwarten l�sst", auch die Art der Publikation regelt. Es gen�gt, festzustellen, dass Art. 138 SchKG die Publikation der Steigerung vorschreibt und es nicht dem Betreibungsbeamten �berl�sst, welche Art der Bekanntmachung er f�r gut h�lt, wie dies f�r die Verwertung von beweglichen Sachen und Forderungen gem�ss Art. 125 SchKG gilt. Selbst bei dieser Bekanntmachung ist der Betreibungsbeamte indessen nicht v�llig frei, sondern muss sich von deren Zweck leiten lassen; d.h. er muss die Art der Bekanntmachung w�hlen, mit welcher eine m�glichst grosse Zahl interessierte Personen angesprochen werden kann (vgl. dazu das in BGE 54 III 78 ver�ffentlichte Kreisschreiben Nr. 2 des Bundesgerichts vom 7. November 1912). Um so mehr gilt das f�r Verwertung von Liegenschaften: die vorgeschriebene �ffentliche Bekanntmachung der Steigerung muss einen m�glichst grossen Kreis Interessierter erreichen. Eine Publikation im kantonalen Amtsblatt gem�ss Art. 35 SchKG ist dabei ebenso unabdingbar (vgl. AMONN, BGE 110 III 30 S. 32Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 3. Aufl. S. 236, Nr. 14) wie die in Art. 139 SchKG vorgesehenen Spezialanzeigen. Die Vorinstanz hat zu Recht festgehalten, dass eine Publikation, welche nicht geeignet ist, eine m�glichst grosse Zahl von Kaufsinteressenten an den Steigerungsort anzuziehen, zweckwidrig und damit auch gesetzwidrig ist. Eine solche unzweckm�ssige Publikation vertr�gt sich auch nicht mit dem Ziel des Konkurses und kommt einem Missbrauch der in Art. 253 Abs. 2 SchKG der 2. Gl�ubigerversammlung einger�umten Befugnisse gleich (vgl. BGE 87 III 113). Ein Ermessensmissbrauch liegt auch darin, dass die 2. Gl�ubigerversammlung Umst�nde ber�cksichtigt hat, die nach dem Sinn des Gesetzes keine Rolle spielen d�rfen. Die Erw�gung, dass eine Publikation in den beiden auflagest�rksten B�ndner Zeitungen dem Gemeinschuldner schaden k�nnte, durfte daher f�r ihren Entscheid nicht massgebend sein. Es liegt in der Natur der Zwangsvollstreckung, dass diese f�r den Schuldner Nachteile bringt. Das Gesetz sch�tzt ihn nicht davor. Gesetzlich gesch�tzt ist er nur, wenn seine Pers�nlichkeitsrechte auf dem Spiele stehen. Das w�re namentlich der Fall, wenn krass in den Notbedarf des Schuldners eingegriffen und er dadurch in eine unhaltbare Lage versetzt w�rde (Art. 92 und 93 SchKG; BGE 108 III 63 E. 3, BGE 105 III 49, BGE 97 III 11 mit Verweisungen; AMONN, a.a.O. S. 174, Nr. 9; JOOS, Handbuch f�r die Betreibungsbeamten der Schweiz, S. 134 f.).
Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Rekurrent eine Bundesrechtsverletzung nicht darzutun vermag. Der Rekurs ist deshalb als unbegr�ndet abzuweisen.
87 III 113,
101 III 54,
86 III 103,
108 III 63 suite... ,
105 III 49,
art. 138 LP,
Art. 253 Abs. 2 SchKG,
Art. 259 und 134 SchKG,
Art. 125 SchKG suite... ,
Art. 35 SchKG,
Art. 92 und 93 SchKG

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 259
 Art. 134
 Art. 138
 Art. 125
 BGE 
 Art. 35
 BGE 
 Art. 139
 Art. 253
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 

art. 138

Art. 253

Art. 259

Art. 125

Art. 35

Art. 92