Source: https://www.janolaw.de/arbeitsrecht/gehalt/muster/ueberstunden.html
Timestamp: 2019-07-17 14:25:47+00:00

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Aufzeichnung Überstunden | Muster | Arbeitsrecht
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Muster für die nach dem Arbeitszeitgesetz (§ 16 Abs. 2 ArbZG) vorgeschriebene Dokumentation von Überstunden
Hinweis: In einem aktuellen Urteil vom 14. Mai 2019 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter vollständig erfassen müssen (Az.: C-55/18). Die Erfassung nur der Überstunden - wie bisher - reiche nicht aus. Der EuGH gab den Mitgliedstaaten auf, die Arbeitgeber zu verpflichten, ''ein objektives, verlässliches und zugängliches System einzurichten, mit dem die von einem jeden Arbeitnehmer geleistete tägliche Arbeitszeit gemessen werden kann. Es obliegt den Mitgliedstaaten, die konkreten Modalitäten zur Umsetzung eines solchen Systems, insbesondere der von ihm anzunehmenden Form, zu bestimmen und dabei gegebenenfalls den Besonderheiten des jeweiligen Tätigkeitsbereichs oder Eigenheiten, sogar der Größe, bestimmter Unternehmen Rechnung zu tragen.'' Es bleibt abzuwarten, wie der deutsche Gesetzgeber, diese Anforderungen umsetzen wird.
Nach § 16 Abs. 2 Satz 1, 1. Halbsatz des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, die über die werktägliche Arbeitszeit von acht bzw. ausnahmsweise zehn Stunden (§ 3 Abs... Erläuterung einblenden
Nach § 16 Abs. 2 Satz 1, 1. Halbsatz des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) ist der Arbeitgeber verpflichtet, die über die werktägliche Arbeitszeit von acht bzw. ausnahmsweise zehn Stunden (§ 3 Abs. 1 ArbZG) hinausgehende Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer aufzuzeichnen. Aufzeichnungspflichtig sind damit sowohl die über acht bzw. zehn Stunden hinausgehende werktägliche Arbeitszeit als auch jede Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen.
Erstellt der Arbeitgeber diese Aufzeichnungen vorsätzlich oder fahrlässig nicht oder nicht richtig, handelt er nach § 22 Abs. 1 Nr. 9 ArbZG ordnungswidrig. Nach § 22 Abs. 2 ArbZG kann diese Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 15.000 Euro geahndet werden.
Zweck der Nachweispflicht ist es, die Überwachung des Arbeitszeitgesetzes durch die Aufsichtsbehörden sicherzustellen. Nach § 17 Abs. 2 ArbZG kann die Aufsichtsbehörde auch eine weitergehende Aufzeichnungspflicht anordnen, wenn dies zur Sicherstellung der Überwachung der arbeitszeitrechtlichen Vorschriften erforderlich ist.
Nicht aufzuzeichnen ist die Arbeitszeit von Personen, die nicht in den Geltungsbereich des Arbeitszeitgesetzes fallen, wie z. B. leitenden Angestellten im Sinne des § 5 Abs. 3 Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG).
Nach § 16 Abs. 2 Satz 1 ArbZG ist der Arbeitgeber zudem verpflichtet, ein Verzeichnis der Arbeitnehmer zu führen, die nach § 7 Abs. 7 ArbZG in eine Verlängerung der Arbeitszeit eingewilligt haben.
Aufzeichnung von Überstunden (Englisch)
Klage auf Überstundenvergütung
Arbeitsvertrag (Deutsch-Englisch)
Jobsharing-Vertrag
Zurückweisung einer Kündigung wegen fehlender Vollmacht
Urlaubsverfall am Jahresende

References: EuGH 
 § 16
 § 16
 § 22
 § 22
 § 17
 § 5
 § 16
 § 7