Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/btm-einfuhr-und-handel-3109972
Timestamp: 2020-07-04 10:29:18+00:00

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BTM-Einfuhr und -Handel | Rechtslupe
BTM-Ein­fuhr und ‑Han­del
Grund­sätz­lich ist neben dem bewaff­ne­ten uner­laub­ten Han­del­trei­ben eine Ver­ur­tei­lung wegen bewaff­ne­ter uner­laub­ter Ein­fuhr nicht mög­lich.
Dies folgt schon aus dem Wort­laut des § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG: "wer … ohne Han­del zu trei­ben, ein­führt …" [1].
Die Ein­fuhr in nicht gerin­ger Men­ge ist regel­mä­ßig ledig­lich unselb­stän­di­ger Teil­akt des bewaff­ne­ten Han­del­trei­bens, denn als Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand geht § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG dem all­ge­mei­ne­ren Tat­be­stand des § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG vor [2].
Die Ein­fuhr erweist sich aber dann nicht als unselb­stän­di­ger Teil­akt des Han­del­trei­bens, wenn die durch einen ein­heit­li­chen Vor­gang erwor­be­ne Men­ge des Betäu­bungs­mit­tels teils für den gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­kauf und teils für den Eigen­kon­sum bestimmt ist [3]. Dem steht das Urteil des 3. Straf­se­nats vom 10.04.1996 [4] nicht ent­ge­gen. Dort war über eine Fall­ge­stal­tung zu ent­schei­den, in der das Tat­ge­richt nicht zu klä­ren ver­mocht hat­te, wel­cher Anteil einer unter Bei­sich­füh­ren von Schuss­waf­fen ein­ge­führ­ten Gesamt­men­ge von 2, 57 g Hero­in­hy­dro­chlo­rid für den Eigen­kon­sum und wel­cher für den gewinn­brin­gen­den Wei­ter­ver­kauf bestimmt war [5]. Die Ver­ur­tei­lung bei­der dort Ange­klag­ten wegen bewaff­ne­ter uner­laub­ter Ein­fuhr von Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge erwies sich als rechts­feh­ler­frei, weil der 3. Straf­se­nat für die Fest­stel­lung der nicht gerin­gen Men­gen im Rah­men von § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG in der Vari­an­te der Ein­fuhr aus sys­te­ma­ti­schen und teleo­lo­gi­schen Grün­den auf die Gesamt­stoff­men­ge der ein­ge­führ­ten Betäu­bungs­mit­tel abge­stellt hat [6]. Zum Kon­kur­renz­ver­hält­nis in der hier vor­lie­gen­den Fall­ge­stal­tung, bei der sowohl der für das Han­del­trei­ben als auch der für den Eigen­kon­sum bestimm­te Anteil an der Gesamt­men­ge den Grenz­wert der nicht gerin­gen Men­ge über­schrei­tet, ver­hält sich die Ent­schei­dung nicht.
vgl. BGH, Urteil vom 13.02.2003 – 3 StR 349/​02; Beschluss vom 05.03.2013 – 1 StR 35/​13, NStZ 2013, 662, 663[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 17.08.1999 – 1 StR 222/​99, NStZ-RR 2000, 91; und vom 05.03.2013 – 1 StR 35/​13, NStZ 2013, 662, 663[↩]
vgl. bereits BGH, Beschluss vom 01.03.2007 – 3 StR 55/​07, NStZ 2007, 529 bzgl. § 29 BtMG; sie­he auch BGH, Urteil vom 03.04.2008 – 3 StR 60/​08, NStZ 2008, 471 bzgl. § 29 Abs. 1 Nr. 1 und § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG[↩]
BGH, Urteil vom 10.04.1996 – 3 StR 5/​96, BGHSt 42, 123 ff.[↩]
BGH aaO, BGHSt 42, 123, 124 f.[↩]
BGH aaO, BGHSt 42, 123, 125 f.[↩]

References: § 30
 § 30
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 § 29
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