Source: http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=purl&psml=bsbawueprod.psml&max=true&doc.id=jlr-TechFLehrAPOBW2001rahmen&doc.part=X
Timestamp: 2018-03-24 00:45:38+00:00

Document:
Landesrecht BW APrOTL | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Verordnung des Kultusministeriums über die Ausbildung und Prüfung für Technische Lehrer an beruflichen Schulen (APrOTL) vom 23. Januar 2001 | gültig von: 01.09.2000 gültig bis: 31.12.2024
Fundstelle: GBl. 2001, 193, ber. 2002 S. 204,
K.u.U. 2001, 72
die Ausbildung und Prüfung für Technische Lehrer an beruflichen Schulen
Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 01.01.2016 bis 31.12.2024
vgl. Artikel 62 § 1 Abs. 3 des Dienstrechtsreformgesetzes vom 9. November 2010 (GBl. S. 793)
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 4, 5 und 21 geändert durch Artikel 25 des Gesetzes vom 17. Dezember 2015 (GBl. S. 1210, 1224)
Verordnung des Kultusministeriums über die Ausbildung und Prüfung für Technische Lehrer an beruflichen Schulen (APrOTL) vom 23. Januar 2001 01.09.2000 bis 31.12.2024
Eingangsformel 01.09.2000 bis 31.12.2024
1. ABSCHNITT - Ziel der Ausbildung und Ausbildungsfächer 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 1 - Befähigung für die Laufbahn des Technischen Lehrers an beruflichen Schulen 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 2 - Fachrichtungen und Ausbildungsfächer 01.09.2004 bis 31.12.2024
2. ABSCHNITT - Allgemeine Vorschriften über den Vorbereitungsdienst 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 3 - Zweck des Vorbereitungsdienstes, Bezeichnungen 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 4 - Zulassungsvoraussetzungen 01.01.2016 bis 31.12.2024
§ 5 - Zulassungsantrag 01.01.2016 bis 31.12.2024
§ 6 - Zulassung und Übernahme in das Ausbildungsverhältnis 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 7 - Rechtsstellung des Anwärters 01.01.2005 bis 31.12.2024
§ 8 - Dauer und Gliederung des Vorbereitungsdienstes 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 9 - Ausbildung am Seminar 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 10 - Schulpraktische Ausbildung 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 11 - Beendigung des Beamtenverhältnisses 01.09.2000 bis 31.12.2024
3. ABSCHNITT - Prüfung 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 12 - Prüfungsamt 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 13 - Prüfungsausschüsse und Prüfer 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 14 - Art und Umfang der Prüfung 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 14 a - Leistungsnachweis während der Ausbildung 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 15 - Facharbeit mit Präsentation und Kolloquium 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 16 - Mündliche Prüfungen 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 17 - Beurteilung der Unterrichtspraxis 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 18 - Niederschriften 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 19 - Bewertung der Prüfungsleistungen 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 20 - Gesamtnote und Feststellung des Ergebnisses 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 21 - Rücktritt und Fernbleiben von der Prüfung 01.01.2016 bis 31.12.2024
§ 22 - Täuschungsversuch, Verstoß gegen die Ordnung 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 23 - Wiederholung der Prüfung 01.09.2004 bis 31.12.2024
§ 24 - Erwerb der Befähigung, Prüfungszeugnis 01.09.2004 bis 31.12.2024
4. ABSCHNITT - Übergangs- und Schlussbestimmungen 01.09.2000 bis 31.12.2024
§ 25 - Inkrafttreten 01.09.2000 bis 31.12.2024
§§ 4 Abs. 3, 18 Abs. 2 Satz 1 und 2 und Abs. 3 sowie § 39 Abs. 3 des Landesbeamtengesetzes in der Fassung vom 19. März 1996 (GBl. S. 286) im Einvernehmen mit dem Innenministerium und dem Finanzministerium,
§ 35 Abs. 3 des Schulgesetzes für Baden-Württemberg in der Fassung vom 1. August 1983 (GBl. S. 397), geändert durch Artikel 2 des Dritten Rechtsbereinigungsgesetzes vom 18. Dezember 1995 (GBl. 1996 S. 29):
Ziel der Ausbildung und Ausbildungsfächer
Befähigung für die Laufbahn des Technischen Lehrers
Die Befähigung für die Laufbahn des Technischen Lehrers wird durch die Ableistung eines Vorbereitungsdienstes und das Bestehen der Laufbahnprüfung für Technische Lehrer an beruflichen Schulen erworben.
Fachrichtungen und Ausbildungsfächer
(1) Die Ausbildung und Prüfung kann in den folgenden Fachrichtungen durchgeführt werden:
kaufmännische Fachrichtung mit den Ausbildungsfächern
Büropraxis,
hauswirtschaftliche Fachrichtung mit den Ausbildungsfächern
Textilarbeit/Werken.
(2) Zusätzlich werden die Anwärter der kaufmännischen Fachrichtung in einem nach Genehmigung durch das Kultusministerium vom Seminar angebotenen Ergänzungsbereich, die Anwärter der hauswirtschaftlichen Fachrichtung im Grundmodul Textverarbeitung ausgebildet.
Allgemeine Vorschriften über
Zweck des Vorbereitungsdienstes, Bezeichnungen
(1) Die Ausbildung zum Technischen Lehrer an beruflichen Schulen soll dazu befähigen, erfolgreich und verantwortlich den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule wahrzunehmen. Sie vermittelt die hierfür erforderlichen pädagogischen, didaktischen und methodischen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten.
(2) Soweit die nachfolgenden Bestimmungen Bezeichnungen wie Anwärter, Prüfer, Fachleiter, Schulleiter, Direktor des Seminars und dergleichen enthalten, sind dies funktionsbezogene Beschreibungen, die gleichermaßen auf Frauen und Männer zutreffen.
den erfolgreichen Abschluss einer Realschule oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand nachweist,
eines der folgenden Zeugnisse besitzt:
für die kaufmännische Fachrichtung das Zeugnis über die Abschlussprüfung der Fachschule für Bürowirtschaft in Baden-Württemberg,
für die hauswirtschaftliche Fachrichtung das Zeugnis über die Abschlussprüfung des Berufskollegs für Ernährung und Hauswirtschaft II in Baden-Württemberg mit jeweils mindestens der Note »ausreichend« in den Pflichtfächern mit Ausnahme der Fächer Religionslehre und Gemeinschaftskunde. Für Absolventen mit einem Abschluss nach der Verordnung des Kultusministeriums über die Ausbildung und Prüfung an den Berufskollegs für Ernährung und Hauswirtschaft vom 31. März 1992 (GBl. S. 249) gilt als Zulassungsvoraussetzung jeweils mindestens die Note »ausreichend« in den Pflichtfächern Chemie und Ernährungslehre mit Übungen, Haushaltstechnologie, Betriebsorganisatorische Übungen, Nahrungszubereitung sowie in den Wahlfächern Kunsterziehung, Textilarbeit und Werken,
das Zeugnis über eine anderweitige Ausbildung und Prüfung, die vom Kultusministerium als einer der unter Buchstaben a oder b genannten Prüfungen gleichwertig anerkannt wurde,
als Bewerber für die hauswirtschaftliche Fachrichtung im Sinne von Nummer 3 Buchst. b oder c eine auf die Prüfung folgende mindestens zweijährige Berufspraxis nachweist, davon ein Jahr in einer Großküche. Eine einschlägige Berufsausbildung kann auf die Dauer der Berufspraxis angerechnet werden. Wurde die einschlägige Berufsausbildung vor dem Besuch des Berufskollegs für Ernährung und Hauswirtschaft II absolviert, kann sie im Umfang von höchstens einem Jahr auf die Dauer der Berufspraxis angerechnet werden,
als Bewerber für die kaufmännische Fachrichtung im Sinne von Nummer 3 Buchst. c eine mindestens zweijährige einschlägige Berufspraxis nachweist. Eine einschlägige Berufsausbildung kann hierauf im Umfang von bis zu einem Jahr angerechnet werden,
nach ärztlichem Gesundheitszeugnis die gesundheitliche Eignung für die Übernahme in den Vorbereitungsdienst und die angestrebte Laufbahn besitzt oder als Schwerbehinderter über ein Mindestmaß an gesundheitlicher Eignung verfügt.
(2) Zum Vorbereitungsdienst können Ausländer, die nicht Staatsangehörige eines der in Absatz 1 Nr. 1 genannten Staaten sind, zugelassen werden, wenn sie im Übrigen die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllen.
(1) Der Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst ist jeweils spätestens bis 1. März bei der oberen Schulaufsichtsbehörde einzureichen, in dessen Bezirk das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen) liegt, dem der Bewerber vorzugsweise zugewiesen zu werden wünscht. Das Kultusministerium kann einen anderen Termin bestimmen.
(2) Für den Zulassungsantrag ist der bei den Oberschulämtern erhältliche amtliche Vordruck zu verwenden. Dem Zulassungsantrag sind beizufügen:
ein aktueller Auszug aus dem Familienbuch
eine Geburtsurkunde, gegebenenfalls die Heiratsurkunde und die Geburtsurkunden der Kinder,
das Schulabschlusszeugnis nach § 4 Abs. 1 Nr. 2,
das Zeugnis nach § 4 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a, b oder c,
der Nachweis über die praktische Tätigkeit nach § 4 Abs. 1 Nr. 4,
ein ärztliches Gesundheitszeugnis aus neuester Zeit. Das ärztliche Zeugnis soll sich dazu äußern, ob den gesundheitlichen Anforderungen des Vorbereitungsdienstes genügt wird und ob ein Einsatz in der Schule verantwortet werden kann. Bei Schwerbehinderten wird auf Grund eines ärztlichen Gutachtens festgestellt, ob und gegebenenfalls welche Erleichterungen eingeräumt werden. Dies geschieht für den Bereich der Ausbildung durch die obere Schulaufsichtsbehörde im Benehmen mit dem Seminar, für den Bereich der Prüfung durch das Prüfungsamt,
eine Erklärung, ob bereits in einem anderen Bundesland oder bei anderen Zulassungsbehörden ein Antrag auf Zulassung zum Vorbereitungsdienst gestellt oder ein Vorbereitungsdienst ganz oder teilweise abgeleistet wurde.
Zeugnisse oder Nachweise sind in amtlich beglaubigter Fotokopie oder Abschrift vorzulegen. Die Vorlage von Urschriften kann verlangt werden.
(3) Bei der Entscheidung über den Zulassungsantrag muss darüber hinaus vorliegen:
ein Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde (§ 28 Abs. 5 des Bundeszentralregistergesetzes), das nicht älter als drei Monate sein soll. Das Führungszeugnis ist vom Bewerber bei der Meldebehörde zur Vorlage bei dem nach Absatz 1 Satz 1 zuständigen Oberschulamt zu beantragen,
eine Erklärung darüber, ob wegen des Verdachts einer Straftat ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist.
Zulassung und Übernahme in das Ausbildungsverhältnis
(1) Das Kultusministerium bestimmt das Seminar, zu dem die Zulassung erfolgen soll; es kann seine Zuständigkeit auf nachgeordnete Stellen übertragen.
(2) Über den Antrag auf Zulassung entscheidet die obere Schulaufsichtsbehörde, in deren Bezirk das nach Absatz 1 bestimmte Seminar liegt. Sie weist den Bewerber dem nach Absatz 1 bestimmten Seminar zu. Die Zulassung wird für die jeweilige Fachrichtung und die jeweiligen Fächer nach § 2 ausgesprochen, in denen die Ausbildung im Vorbereitungsdienst erfolgen soll.
(3) Der zum Vorbereitungsdienst zugelassene Bewerber (Anwärter) wird, sofern er Deutscher im Sinne des Artikels 116 des Grundgesetzes ist oder die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum besitzt, von der oberen Schulaufsichtsbehörde unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf zum Technischen Lehreranwärter ernannt. Die übrigen zugelassenen Bewerber werden in ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis übernommen.
(4) Die Zulassung ist zu versagen, wenn die Voraussetzungen des § 4 nicht erfüllt oder die in § 5 genannten Unterlagen nicht rechtzeitig vorgelegt werden. Sie soll versagt werden, wenn die Wiedereinstellung nach einer früheren Entlassung aus dem Vorbereitungsdienst beantragt wird, es sei denn, dass die Unterbrechung aus wichtigem Grund erfolgt ist.
(5) Eine Zulassung wird unwirksam, wenn der Vorbereitungsdienst nicht zu dem hierfür bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb einer von der oberen Schulaufsichtsbehörde eingeräumten Nachfrist von höchstens vier Wochen angetreten wird.
(6) Die obere Schulaufsichtsbehörde weist den Bewerber im Einvernehmen mit dem Direktor des Seminars der beruflichen Schule zu, an der die schulpraktische Ausbildung erfolgt. Sie kann diese Zuständigkeit mit Zustimmung des Kultusministeriums auf Seminare delegieren. Wird der Bewerber zwei beruflichen Schulen zugewiesen, bestimmt das Seminar eine Schule zur Stammschule.
(7) Die Zulassung zum Vorbereitungsdienst gibt keinen Anspruch auf spätere Verwendung im öffentlichen Schuldienst.
(1) Der Anwärter ist verpflichtet, während des Vorbereitungsdienstes an allen vorgeschriebenen Lehrveranstaltungen teilzunehmen, die im Rahmen der Ausbildung vorgeschriebenen Aufgaben an der Schule, der er zur Ausbildung zugewiesen ist, zu erfüllen sowie die Prüfung abzulegen.
(2) Dienstvorgesetzter ist der Regierungspräsident, in dessen Bezirk das zuständige Seminar liegt. Der Direktor des Seminars ist Vorgesetzter. Die Fachberater, Fachleiter und Lehrbeauftragten am Seminar, der Schulleiter der beruflichen Schule, der der Anwärter zugewiesen ist, und die betreuenden Lehrer sind in ihrem jeweiligen Teilbereich der Ausbildung weisungsberechtigt; in Zweifelsfällen entscheidet der Direktor des Seminars.
(1) Der Vorbereitungsdienst beginnt einmal jährlich am ersten Unterrichtstag nach Ablauf der Sommerferien und dauert drei Schulhalbjahre (Unterrichtshalbjahre).
(2) Zeiten eines anderen Vorbereitungsdienstes, die für die Ausbildung in diesem Vorbereitungsdienst förderlich sind, können auf die Dauer dieses Vorbereitungsdienstes angerechnet werden, sofern und soweit dies nach dessen Organisation und Struktur möglich ist.
(3) Die ersten beiden Unterrichtshalbjahre dienen der Einführung in die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit. Sie umfassen die Ausbildung am Seminar und an der Schule, der der Anwärter zugewiesen ist. Das dritte Unterrichtshalbjahr umfasst die Einübung in die Erziehungs- und Unterrichtstätigkeit an der Schule sowie die Prüfung.
(4) Der Vorbereitungsdienst kann einmal um ein Unterrichtshalbjahr verlängert werden, wenn nach dem zweiten Unterrichtshalbjahr auf Grund der Feststellung des Seminars oder der Schule nicht verantwortet werden kann, dass der Anwärter anschließend selbstständig unterrichtet; hierüber informiert die Schulleitung gegebenenfalls das Seminar. Der Direktor des Seminars fertigt nach einer solchen Feststellung einen entsprechenden Bericht an die obere Schulaufsichtsbehörde. Diese entscheidet über die Verlängerung des Vorbereitungsdienstes.
(5) Bei Unterbrechung der Ausbildung durch Krankheit ist der Vorbereitungsdienst auf Antrag durch die obere Schulaufsichtsbehörde um die erforderliche Zeit zu verlängern, wenn die versäumte Zeit insgesamt sechs Wochen übersteigt. Notwendige Verlängerungszeiten dürfen zusammen zwei Unterrichtshalbjahre nicht überschreiten. Im Falle einer Unterbrechung durch Schwangerschaft ist der Vorbereitungsdienst auf Antrag durch die obere Schulaufsichtsbehörde um die erforderliche Zeit zu verlängern.
(6) Der Vorbereitungsdienst verlängert sich um die erforderliche Zeit, höchstens jedoch um zwei Unterrichtshalbjahre, wenn der Anwärter die Prüfung nicht bestanden hat oder diese als nicht bestanden gilt.
(1) Die Ausbildung am Seminar obliegt dem Direktor des Seminars und den Ausbildern. Sie umfasst Veranstaltungen in
Pädagogik/Pädagogischer Psychologie, Berufspädagogik und Jugendpsychologie,
Didaktik und Methodik der Ausbildungsfächer,
Schulrecht, Beamtenrecht, schulbezogenem Jugend- und Elternrecht und Schulorganisation,
ergänzenden Bereichen, die dem Ausbildungsziel dienen.
(2) Der Anwärter wird von den für ihn zuständigen Ausbildern betreut. Sie besuchen ihn in jedem seiner Ausbildungsfächer zwei- bis dreimal im Unterricht, besprechen die besuchten Unterrichtsstunden und geben Gelegenheit, in ihrem Unterricht zu hospitieren.
(3) Unter Berücksichtigung der geführten Ausbildungsgespräche, der Rückmeldungen zu den Unterrichtsbesuchen und sonstiger dienstlicher Erkenntnisse wird mit dem Anwärter vor dem Ende des Vorbereitungsdienstes ein abschließendes Ausbildungsgespräch geführt, in dem die Qualifikationen, Leistungen und Kompetenzen des Anwärters sowie deren Entwicklung während des Vorbereitungsdienstes besprochen werden.
(1) Die Ausbildung an der Schule erfolgt an den beruflichen Schulen, denen der Anwärter gemäß § 6 Abs. 6 zugewiesen ist. Sie wird vom Schulleiter im Einvernehmen mit dem Direktor des Seminars geregelt und überwacht. Der Anwärter ist vom Schulleiter der Stammschule in Schulkunde auszubilden. Der Schulleiter kann diese Aufgabe einem Vertreter übertragen. Der Schulleiter ist verpflichtet, in jedem Ausbildungsfach mindestens einen Unterrichtsbesuch durchzuführen.
(2) Während der ersten beiden Unterrichtshalbjahre hat der Anwärter insgesamt acht Wochenstunden zu hospitieren und in zunehmendem Maße unter Anleitung zu unterrichten (begleiteter Ausbildungsunterricht). Er nimmt an sonstigen Veranstaltungen der Schule teil. Der Umfang des Ausbildungsunterrichts soll in der Regel mindestens 90 Unterrichtsstunden einschließlich der Lehrübungen in Fachdidaktik betragen.
(3) Während des dritten Unterrichtshalbjahres umfasst die Einübung in die Unterrichtspraxis einen Umfang von 14 Wochenstunden. Davon hat der Anwärter 10 bis 12 Wochenstunden selbstständig zu unterrichten. Er wird hierbei vom betreuenden Lehrer beraten. Begleiteter Unterricht und selbstständiger Unterricht müssen innerhalb seiner Ausbildungsfächer erfolgen.
(4) Der Anwärter erhält von der Schulleitung in regelmäßigen Abständen mündliche Rückmeldung zu seinem Leistungsstand. Der Schulleiter der Stammschule erstellt, im Falle einer entsprechenden Zuweisung in Abstimmung mit dem Schulleiter der anderen beruflichen Schule, zwei Monate vor Ende des Vorbereitungsdienstes eine schriftliche Beurteilung über die Leistungen unter Berücksichtigung der schulkundlichen Kenntnisse sowie des dienstlichen Verhaltens. Die Beurteilung steht bis zum Ende der Ausbildung unter dem Vorbehalt der Änderung. Sie ist zu ändern, wenn die weiteren Leistungen des Anwärters oder sein dienstliches Verhalten eine abweichende Beurteilung erfordern. Die Beurteilung schließt mit einer Note nach § 19. Die Note »ausreichend« oder eine bessere Note ist ausgeschlossen, wenn die Lehrfähigkeit in einem Ausbildungsfach als nicht ausreichend beurteilt wird.
(1) Eine Entlassung aus dem Vorbereitungsdienst unter Widerruf des Beamtenverhältnisses soll erfolgen, wenn
nach einmaliger Verlängerung des Vorbereitungsdienstes entsprechend § 8 Abs. 4 nach dem Bericht des Leiters des Seminars nicht verantwortet werden kann, dass der Anwärter selbstständig unterrichtet,
der Vorbereitungsdienst infolge Erkrankung um mehr als zwei Unterrichtshalbjahre verlängert werden müsste; im Falle einer Schwangerschaft ist entsprechend zu verfahren, sofern die mutterschutzrechtlichen Bestimmungen dem nicht entgegenstehen; der Anspruch auf Abschluss der Ausbildung geht durch diese Entlassung nicht verloren,
ein anderer wichtiger Grund vorliegt. Hiervon ist insbesondere dann auszugehen, wenn sich der Anwärter in solchem Maße als ungeeignet erweist, dass er nicht länger ausgebildet oder im Unterricht eingesetzt werden kann.
(2) Im Übrigen enden der Vorbereitungsdienst und das Beamtenverhältnis oder das Ausbildungsverhältnis mit Ablauf des Tages, an dem dem Anwärter mitgeteilt wird, dass er die Prüfung bestanden oder nach Wiederholung nicht bestanden hat.
(1) Zu Mitgliedern der Prüfungsausschüsse und zu Prüfern können Angehörige der Kultusverwaltung und andere Personen bestellt werden, die die Befähigung für die Laufbahn des Technischen Lehrers an beruflichen Schulen besitzen oder die durch eine andere Ausbildung befähigt sind, die nach dieser Verordnung erforderlichen Prüfungen abzunehmen.
(2) Das Prüfungsamt bildet für jeden Prüfungstermin die Prüfungsausschüsse für die Facharbeit mit Präsentation und Kolloquium, die mündlichen Prüfungen und die Beurteilung der Unterrichtspraxis.
(3) Ein Prüfungsausschuss besteht aus einem Vertreter der Kultusverwaltung als Vorsitzendem und in der Regel einem Prüfer. Der Vorsitzende leitet die Prüfung.
(4) Die Prüfungen unterliegen der Amtsverschwiegenheit. Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse und die übrigen Prüfer sind in ihrer Tätigkeit als Prüfer unabhängig und an Weisungen nicht gebunden.
(5) Der Leiter des Prüfungsamtes, sein Vertreter und die von ihm bestimmten Mitarbeiter des Prüfungsamtes sowie die Direktoren der Staatlichen Seminare bei den Prüfungsbewerbern ihres Seminars haben das Recht, bei der Prüfung anwesend zu sein. Sofern ein dienstliches Interesse vorliegt, kann weiteren Personen die Anwesenheit gestattet werden.
die Facharbeit mit Präsentation und Kolloquium (§ 15),
die mündlichen Prüfungen (§ 16),
die Beurteilung der Unterrichtspraxis (§ 17).
In das Ergebnis der Prüfung gehen auch die Schulleiterbeurteilung gemäß § 10 Abs. 4 und der Leistungsnachweis gemäß § 14 a ein.
Leistungsnachweis während der Ausbildung
(1) In jeder Fachrichtung ist im Verlauf der Ausbildung bis zum Ende des zweiten Ausbildungshalbjahres ein Leistungsnachweis zu erbringen. Gegenstand ist in der kaufmännischen Fachrichtung der Ergänzungsbereich. Der Direktor des Seminars stellt die Vergleichbarkeit der Anforderungen sicher.
(2) Die Leistungen in der Überprüfung nach Absatz 1 werden jeweils von zwei vom Direktor des Seminars zu benennenden Korrektoren oder Prüfern getrennt beurteilt und bewertet. Wird eine Arbeit nicht oder nicht rechtzeitig abgegeben, wird sie mit der Note »ungenügend« (6,0) bewertet. Dasselbe gilt im Falle einer unrichtigen Versicherung, eines Täuschungsversuchs oder eines erheblichen Verstoßes gegen die Ordnung. § 22 findet entsprechende Anwendung. Für die Durchführung der Überprüfungen gilt § 13 Abs. 5 entsprechend.
(3) Der Leistungsnachweis gilt als erbracht, wenn die zugrunde liegenden Leistungen mindestens mit der Note »ausreichend« (4,0) bewertet wurden. Die Überprüfung kann andernfalls zu einem vom Direktor des Seminars bestimmten Termin einmal wiederholt werden.
Facharbeit mit Präsentation und Kolloquium
(1) In der Facharbeit soll der Anwärter zeigen, dass er in der Lage ist, seine schulpraktischen Erfahrungen, seine pädagogischen Einsichten und seine fachlichen Kenntnisse auf Fragen der Erziehung und des Unterrichts anzuwenden. In der Facharbeit werden Planung und Reflexion von Unterricht in einem der Ausbildungsfächer im Rahmen von vier bis acht Unterrichtsstunden dokumentiert, dieser Unterricht wird in einer Klasse durchgeführt. Der Umfang der Facharbeit sollte nicht mehr als etwa 15 Seiten DIN A 4 (ohne Literaturangaben, Inhaltsübersicht, Umschlag, Versicherung und gegebenenfalls einen Anhang) im üblichen Format umfassen.
(2) Dem Anwärter wird das Thema der Facharbeit von einem hierzu berechtigten Fachleiter oder Lehrbeauftragten nach seiner Wahl im Benehmen mit dem Leiter der Ausbildungsschule im zweiten Unterrichtshalbjahr bekannt gegeben, Themenvorschläge des Anwärters können berücksichtigt werden. Die Bearbeitungszeit beträgt vier Monate. Der Anwärter übergibt das Original und zwei Mehrfertigungen der mit einer computergestützten Textverarbeitung erstellten und gehefteten Facharbeit dem Direktor des Seminars oder einem von ihm Beauftragten. Wenn besondere Gründe vorliegen, kann die Frist vom Prüfungsamt verlängert werden.
(3) Der Facharbeit ist die schriftliche Versicherung beizufügen, dass sie selbstständig und nur mit den angegebenen Hilfsmitteln angefertigt worden ist. Für alle Unterrichtsmaterialien, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach anderen Werken, auch elektronischen Medien, entnommen wurden, sind die Quellen anzugeben. Entlehnungen aus dem Internet sind durch datierten Ausdruck zu belegen.
(4) Die Inhalte der Facharbeit sind zu einem vom Prüfungsamt festzulegenden Termin nach Abgabe der Facharbeit dem Prüfungsausschuss in einer 10 bis 15 Minuten dauernden Präsentation vorzustellen. Im unmittelbaren Anschluss hieran findet ein Kolloquium von 10 bis 15 Minuten statt. Der Fachleiter oder Lehrbeauftragte, der das Thema der Facharbeit vergeben hat, gehört dem Prüfungsausschuss an.
(5) Die Facharbeit wird von den Prüfern vor dem Kolloquium unabhängig voneinander beurteilt. Der Prüfungsausschuss setzt für die Facharbeit, die Präsentation und das Kolloquium eine Gesamtnote nach § 19 fest. Weichen die Bewertungen der Prüfer voneinander ab, gilt als Gesamtnote der auf eine Dezimale errechnete Durchschnitt der beiden Bewertungen.
(6) Auf Verlangen wird im Anschluss an die Prüfung vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses die festgesetzte Note mit einer Erläuterung der tragenden Gründe der Bewertung eröffnet. Die Eröffnung der Note und die tragenden Gründe der Bewertung werden in diesem Fall in der Niederschrift vermerkt.
(7) Wird die Facharbeit nicht fristgerecht abgegeben, wird sie mit der Note »ungenügend« bewertet.
(8) Wird die Facharbeit mit Präsentation und Kolloquium nicht mindestens mit der Note »ausreichend« bewertet, kann dieser Prüfungsteil innerhalb des laufenden Prüfungsverfahrens einmal wiederholt werden; diese erste Prüfung gilt insoweit als nicht unternommen. Für die Wiederholung ist ein neuer Themenvorschlag vorzulegen. Die Bearbeitungszeit beträgt zwei Monate, im Übrigen gelten die Absätze 1 bis 7 entsprechend.
(1) Mündlich geprüft werden:
Schulrecht, Beamtenrecht, schulbezogenes Jugend- und Elternrecht und Schulorganisation,
Pädagogik/Pädagogische Psychologie, Berufspädagogik und Jugendpsychologie.
Die mündlichen Prüfungen werden als Einzelprüfungen durchgeführt. Ein Anspruch auf bestimmte Prüfer besteht nicht. Die mündliche Prüfung dauert in Didaktik und Methodik der Ausbildungsfächer pro Fach etwa 30 Minuten, in Schulrecht, Beamtenrecht, schulbezogenem Jugend- und Elternrecht und Schulorganisation etwa 20 Minuten und in Pädagogik/Pädagogische Psychologie, Berufspädagogik und Jugendpsychologie etwa 25 Minuten. Für jede mündliche Prüfung gemäß Absatz 1 Nr. 1 und Nr. 3 kann ein Schwerpunkt genannt werden. Dieser Schwerpunkt kann bis höchstens zu einem Drittel der Prüfungszeit Gegenstand der Prüfung sein.
(2) Die Leistungen sind in jedem der beiden Ausbildungsfächer sowie in Schulrecht, Beamtenrecht, schulbezogenem Jugend- und Elternrecht und Schulorganisation sowie in Pädagogik/Pädagogische Psychologie, Berufspädagogik und Jugendpsychologie vom Prüfungsausschuss unmittelbar im Anschluss an die mündliche Prüfung zu beurteilen und mit einer Note nach § 19 zu bewerten. Kommt eine Einigung nicht zustande, wird das Ergebnis aus den Bewertungen der Mitglieder des Prüfungsausschusses gebildet. § 15 Abs. 5 Satz 3 und Abs. 6 gelten entsprechend.
(3) Das Prüfungsamt kann mit Zustimmung des Anwärters und der Mitglieder des Prüfungsausschusses nach Maßgabe der räumlichen Verhältnisse bis zu fünf Anwärter, die die Prüfung im gleichen Fach, jedoch nicht zum gleichen Prüfungstermin abzulegen beabsichtigen, als Zuhörer zur mündlichen Prüfung zulassen. Die Zulassung erstreckt sich nicht auf die Beratung.
(1) Die unterrichtspraktischen Fähigkeiten des Anwärters werden in den Ausbildungsfächern im dritten Ausbildungshalbjahr im Rahmen des selbstständigen Lehrauftrags beurteilt. Der Anwärter der kaufmännischen Fachrichtung wird hierzu in den Fächern Textverarbeitung und Büropraxis, der Anwärter der hauswirtschaftlichen Fachrichtung in den Fächern Nahrungszubereitung und Textilarbeit/Werken in je einer Unterrichtssequenz, die mindestens eine Unterrichtstunde dauert, besucht.
(2) Die Klassen und den Zeitraum bestimmt das Prüfungsamt. Über den Termin und das Thema entscheidet der Prüfer im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden im Rahmen des vom Prüfungsamt vorgegebenen Zeitraums. Das Thema einer Unterrichtssequenz wird dem Anwärter am vierten Werktag vor dem Tag, an dem die Überprüfung stattfindet, bekannt gegeben. Der Anwärter übergibt dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses vor der Überprüfung einen schriftlichen Unterrichtsentwurf in dreifacher Ausfertigung. § 15 Abs. 3 gilt entsprechend.
(3) Im Anschluss an jede Unterrichtssequenz ist dem Anwärter Gelegenheit zu geben, sich zum Unterrichtsablauf zu äußern. Danach ist die gezeigte Leistung zu beurteilen und mit einer Note nach § 19 zu bewerten. § 15 Abs. 5 Satz 3 und Abs. 6 gilt entsprechend.
(1) Über die Präsentation der Facharbeit und das Kolloquium, die mündlichen Prüfungen und die Lehrproben ist eine Niederschrift zu fertigen. In die Niederschrift sind aufzunehmen:
Tag und Ort der Prüfung;
die Besetzung des Prüfungsausschusses;
der Name des Prüfungsteilnehmers;
Beginn und Ende der Prüfung und die Themen, dazu bei den Prüfungslehrproben deren Verlauf;
die Prüfungsnote;
(2) Die Niederschrift ist von den Ausschussmitgliedern unmittelbar im Anschluss an jede Prüfung zu unterzeichnen.
(3) Ist die zu ermittelnde Note eine Endnote, ist sie wie folgt festzusetzen:
1,0 bis 1,2 ergibt die Note »sehr gut«,
1,3 bis 1,7 ergibt die Note »sehr gut bis gut«,
1,8 bis 2,2 ergibt die Note »gut«,
2,3 bis 2,7 ergibt die Note »gut bis befriedigend«,
2,8 bis 3,2 ergibt die Note »befriedigend«,
3,3 bis 3,7 ergibt die Note »befriedigend bis ausreichend«,
3,8 bis 4,0 ergibt die Note »ausreichend«,
4,1 bis 4,7 ergibt die Note »ausreichend bis mangelhaft«,
4,8 bis 5,2 ergibt die Note »mangelhaft«,
5,3 bis 5,7 ergibt die Note »mangelhaft bis ungenügend«,
5,8 bis 6,0 ergibt die Note »ungenügend«.
(1) Die Gesamtnote ergibt sich aus dem auf eine Dezimale errechneten Durchschnitt der nachfolgend genannten Endnoten der einzelnen Prüfungsleistungen. Dabei werden wie folgt gewichtet:
Die Facharbeit mit Präsentation und Kolloquium (§ 15) zweifach,
die mündliche Prüfung in Didaktik und Methodik der Ausbildungsfächer (§ 16 Abs. 1 Nr. 1) jeweils einfach,
die mündliche Prüfung in Schulrecht, Beamtenrecht, schulbezogenem Jugend- und Elternrecht und Schulorganisation (§ 16 Abs. 1 Nr. 2) einfach,
die mündliche Prüfung in Pädagogik/Pädagogische Psychologie, Berufspädagogik und Jugendpsychologie (§ 16 Abs. 1 Nr. 3) einfach,
die Beurteilung der Unterrichtspraxis in beiden Ausbildungsfächern (§ 17) je zweifach,
Beurteilung des Leiters der Schule (§ 10 Abs. 4) dreifach,
der Leistungsnachweis (§ 14 a) einfach.
(3) Die Prüfung ist bestanden, wenn jede Prüfungsleistung nach Absatz 1 mindestens mit der Note »ausreichend« bewertet worden ist.
Rücktritt und Fernbleiben von der Prüfung
(1) Tritt der Anwärter ohne Genehmigung des Prüfungsamtes von der Prüfung zurück oder bleibt er der Prüfung oder einzelnen Prüfungsteilen ohne Genehmigung fern, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.
(2) Genehmigt das Prüfungsamt das Fernbleiben, so gilt die Prüfung oder der Prüfungsteil als nicht unternommen. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn der Anwärter durch Krankheit an der Ablegung der Prüfung verhindert ist. Das Prüfungsamt kann die Vorlage geeigneter Beweismittel verlangen. Bei Krankheit ist unverzüglich ein ärztliches Zeugnis mit Angabe der Befundtatsachen vorzulegen. In begründeten Einzelfällen, insbesondere bei wiederholtem Rücktritt oder wiederholtem Fernbleiben, kann das Prüfungsamt die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses verlangt werden. Das Prüfungsamt bestimmt, wann die Prüfung oder der noch nicht abgelegte Teil der Prüfung nachzuholen ist.
(3) Wer sich in Kenntnis eines wichtigen Grundes im Sinne von Absatz 2 der Prüfung ganz oder teilweise unterzogen hat, kann einen nachträglichen Rücktritt wegen dieses Grundes nicht geltend machen. Der Kenntnis steht die fahrlässige Unkenntnis gleich; fahrlässige Unkenntnis liegt insbesondere vor, wenn bei einer gesundheitlichen Beeinträchtigung nicht unverzüglich eine Klärung herbeigeführt wurde.
(1) Wer es unternimmt, das Ergebnis einer oder mehrerer Prüfungsleistungen durch Täuschung oder Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel zu beeinflussen, wer sich sonst eines erheblichen Verstoßes gegen die Ordnung schuldig macht oder unwahre Versicherungen nach § 15 Abs. 3 oder § 17 Abs. 2 abgibt, erhält vom Prüfungsamt für die betreffende Prüfungsleistung die Note »ungenügend« oder wird von der weiteren Teilnahme an der Prüfung ausgeschlossen. Im letzteren Fall gilt die gesamte Prüfung als nicht bestanden.
(2) Stellt sich nachträglich heraus, dass ein Sachverhalt nach Absatz 1 vorlag, so kann das Prüfungsamt die ergangene Prüfungsentscheidung zurücknehmen und die bestandene Prüfung für nicht bestanden erklären oder für die betreffende Prüfungsleistung die Note »ungenügend« festsetzen. Dies ist ausgeschlossen, wenn seit der Beendigung der Prüfung mehr als zwei Jahre vergangen sind.
(1) Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie einmal wiederholen. Die Wiederholungsprüfung erstreckt sich auf die Prüfungsbestandteile, in denen die Note »ausreichend« nicht erreicht worden ist. Gilt die Prüfung nach § 21 Abs. 1 oder § 22 Abs. 1 als nicht bestanden, so erstreckt sich die Wiederholungsprüfung auf alle Prüfungsteile.
(2) Ist die Prüfung nicht bestanden, weil eine Unterrichtssequenz nach § 17 mit einer schlechteren Note als »ausreichend« bewertet worden ist, so erstellt der Leiter der Schule gegen Ende des verlängerten Vorbereitungsdienstes eine neue Beurteilung.
§ 10 Abs. 4 gilt entsprechend.
(3) Sind auch in der Wiederholungsprüfung keine ausreichenden Leistungen (4,0) erbracht worden, so ist der Prüfungsanspruch für dieses Lehramt erloschen.
(1) Mit Bestehen der Prüfung gemäß § 20 wird die Befähigung für die Laufbahn des Technischen Lehrers an beruflichen Schulen mit der Lehrbefähigung in seinen Ausbildungsfächern erworben.
(2) Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein Zeugnis, das die Noten der einzelnen Prüfungsleistungen ausweist. Im Zeugnis sind die Noten und die Gesamtnote in ihrer wörtlichen Bezeichnung nach §§ 19, 20 zu verwenden. In Klammern ist die ungerundete Gesamtnote anzugeben.
(3) Ist die Prüfung nicht bestanden, wird kein Zeugnis ausgehändigt. In diesem Fall erhält der Anwärter durch das Prüfungsamt einen entsprechenden schriftlichen Bescheid.
(4) In der hauswirtschaftlichen Fachrichtung wird darüber hinaus die Lehrbefähigung in Textverarbeitung durch die zusätzliche Teilnahme am Aufbaumodul Textverarbeitung, eine Überprüfung der betreffenden Unterrichtsfähigkeit in einer Unterrichtssequenz und eine mündliche Prüfung über Didaktik und Methodik erworben. §§ 17, 18, 20, 23 Abs. 1 Satz 1 und 2 finden entsprechende Anwendung. Zur Teilnahme am Aufbaumodul meldet sich der Anwärter verbindlich bis zum 15. Oktober des ersten Ausbildungshalbjahres an. Im Falle des Nichtbestehens kann diese Prüfung einmal wiederholt werden; § 8 Abs. 6 findet keine Anwendung. Über das Bestehen der Prüfung und den Erwerb der Lehrbefähigung wird ein Zeugnis ausgestellt.
Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. September 2000 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung des Kultusministeriums über die Ausbildung und Prüfung für technische Lehrer an beruflichen Schulen (APrOTL) vom 21. Juni 1973 (GBl. S. 285), zuletzt geändert durch Verordnung vom 18. Oktober 1989 (GBl. 1990, S. 25), außer Kraft. Wer die Ausbildung vorher begonnen hat, wird noch nach den bisherigen Vorschriften ausgebildet und geprüft.
Stuttgart, den 23. Januar 2001

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