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Timestamp: 2019-05-22 03:37:38+00:00

Document:
600 Diakonengesetz (DiakG) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
600 Diakonengesetz (DiakG)
über das Amt, die Ausbildung
und die Anstellung der Diakoninnen und Diakone
(ABl. EKD 1993 S. 447; KABl. 1994 S. 43)
1 Diakonie ist in dem Auftrag der Kirche begründet, Zeugnis von Jesus Christus in der Welt zu geben. 2 Dienst der helfenden Liebe und Dienst mit dem Wort gehören untrennbar zusammen.
3 Im Diakonat nimmt die Gemeinde ihren Dienst der Liebe verantwortlich wahr. 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Diakonat der Kirche sind Frauen und Männer mit unterschiedlicher Ausbildung, die gemeinsam mit anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den diakonischen Auftrag in Sozial- und Bildungsarbeit, in pflegerischen und erzieherischen Tätigkeiten sowie in Verkündigung, Seelsorge und Beratung ausführen. 5 In ihrem Dienst soll die wechselseitige Abhängigkeit von Gottesdienst und Dienst in der Welt erkennbar werden.
( 3 ) 1 Allgemeine Richtlinien für die theologisch-diakonische Ausbildung erlässt der Rat1#. 2 Einzelheiten der Ausbildung regeln die Gliedkirchen in einer Ausbildungsordnung, die im Benehmen mit den Ausbildungsstätten nach § 3 Abs. 1 erlassen wird.
( 4 ) 1 Allgemeine Richtlinien für die Prüfung erlässt der Rat2#. 2 Einzelheiten regeln die Gliedkirchen in einer Prüfungsordnung, die im Einvernehmen mit den Ausbildungsstätten erlassen wird3#.
1 Zur Diakonin oder zum Diakon kann auf Antrag auch eingesegnet werden, wer eine Ausbildung nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 durchlaufen und eine theologisch-diakonische Ausbildung außerhalb einer Ausbildungsstätte nach § 3 Abs. 1 mit Erfolg abgeschlossen hat. 2 Diese Ausbildung muss mindestens einer Ausbildung nach den Allgemeinen Richtlinien nach § 2 Abs. 3 vergleichbar sein. 3 Ob diese Voraussetz ung vorliegt, entscheidet das Konsistorium (Landeskirchenamt, der Landeskirchenrat), in dessen Bereich die Einsegnung vollzogen werden soll. 4 § 6 gilt entsprechend.
( 1 ) 1 Die Anstellungsfähigkeit ist vom Konsistorium (Landeskirchenamt, der Landeskirchenrat) zu entziehen,
wenn die Diakonin oder der Diakon in einem Disziplinarverfahen aus dem kirchlichen Dienst entfernt wird,
2 Gehört die Diakonin oder der Diakon einer anerkannten Gemeinschaft nach § 10 Abs. 1 an, so ist diese in den Fällen der Nr. 3 und 4 zu hören. 3 Der Beschluss über die Entziehung der Anstellungsfähigkeit unterliegt der kirchengerichtlichen Nachprüfung.
( 2 ) Eine Ausbildungsstätte kann mit Zustimmung der Kirchenleitung der zuständigen Gliedkirche die Zulassung zur theologisch-diakonischen Ausbildung von der
Bereitschaft der Bewerberinnen und Bewerber abhängig machen, die Aufnahme in eine mit der Ausbildungsstätte verbundene anerkannte Gemeinschaft im Sinne des Absatzes 1 zu beantragen.
( 1 ) Der Rat stellt eine Liste der Ausbildungsstätten auf, die nach § 3 Abs. 1 anerkannt sind4#.
( 2 ) 1 Der Rat stellt eine Liste der Ausbildungseinrichtungen außerhalb des Bereichs der Evangelischen Kirche der Union auf, deren Ausbildungsabschlüsse als Prüfung im Sinne von § 5 dieses Kirchengesetzes anerkannt werden5#. 2 Die Anerkennung setzt voraus, dass die vorausgehende Ausbildung mindestens einer Ausbildung nach den Allgemeinen Richtlinien nach § 2 Abs. 3 vergleichbar ist. 3 Für die Einsegnung und für die Verleihung der Anstellungsfähigkeit an Personen, die ihre Ausbildung an einer solchen Ausbildungseinrichtung abgeschlossen haben, gilt Abschnitt III entsprechend. 4 Näheres bestimmt das gliedkirchliche Recht.
( 3 ) Der Rat stellt eine Liste der staatlich anerkannten Sozial- und Pflegeberufe im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 1 und 2 auf6#.
( 1 ) Personen mit einer vor dem In-Kraft-Treten dieses Kirchengesetzes von einer Gliedkirche verliehenen Anstellungsfähigkeit gelten als Diakoninnen und Diakone im Sinne dieses Kirchengesetzes.
( 2 ) Ausbildungen zur Diakonin und zum Diakon nach bisher geltendem Recht, die vor dem In-Kraft-Treten dieses Kirchengesetzes begonnen wurden, gelten nach ihrem erfolgreichen Abschluss als Ausbildung im Sinne dieses Kirchengesetzes.
( 3 ) 1 Personen mit einer vor dem In-Kraft-Treten dieses Kirchengesetzes abgeschlossenen Ausbildung, die einer Ausbildung nach Abschnitt II dieses Kirchengesetzes entspricht, können auf Antrag zur Diakonin oder zum Diakon eingesegnet werden. 2 Die §§ 6 bis 8 gelten entsprechend.
1 Ausführungs- und Ergänzungsbestimmungen zu diesem Kirchengesetz erlassen die Gliedkirchen nach Anhörung der Ausbildungsstätten ihres Bereichs. 2 Sie können bestimmen, dass in diesem Kirchengesetz der Kirchenleitungen zugewiesene Aufgaben und Befugnisse dem Konsistorium (Landeskirchenamt, Landeskirchenrat) übertragen oder dass Aufgaben des Konsistoriums (Landeskirchenamtes, Landeskirchenrates) von der Kirchenleitung wahrgenommen werden.
( 1 ) 1 Dieses Kirchengesetz tritt für die Evangelische Kirche der Union am 1. April 1994 in Kraft. 2 Es wird für die Gliedkirchen in Kraft gesetzt, nachdem diese jeweils zugestimmt haben7#.
( 2 ) Mit dem In-Kraft-Treten dieses Kirchengesetzes treten
für den ehemaligen Bereich West der Evangelischen Kirche der Union das gleiche Kirchengesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. März 1981 (ABl. EKD 1981 S. 202) außer Kraft.
1 ↑ Siehe Allgemeine Richtlinien für die theologisch-diakonische Ausbildung (Nr. 605).
2 ↑ Siehe Allgemeine Richtlinien für die theologisch-diakonische Abschlußprüfung (Nr. 606).
3 ↑ Siehe Prüfungsordnung für die theologisch-diakonische Abschlußprüfung an den anerkannten Ausbildungsstätten in der EkvW (Nr. 608).
4 ↑ Siehe Beschluss über die Anerkennung von Ausbildungsstätten für die theologisch-diakonische Ausbildung (Nr. 607).
5 ↑ Siehe Beschluss über die Anerkennung von Ausbildungsstätten für die theologisch-diakonische Ausbildung (Nr. 607).
6 ↑ Siehe Beschluss über die Feststellung von anerkannten Sozial- und Pflegeberufen (Nr. 603).
7 ↑ Nach der Bekanntmachung des Rates der Evangelischen Kirche der Union vom 02.03.94 (ABl. EKD 1994 S. 208) ist das Diakonengesetz am 1. April 1994 für den Bereich der EKvW in Kraft getreten.

References: § 3
 § 2
 § 3
 § 2
 § 6
 § 10
 § 3
 § 5
 § 2
 § 2