Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=9%20AZR%20434/15
Timestamp: 2020-03-31 07:33:05+00:00

Document:
BAG, 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - dejure.org
https://dejure.org/2016,27442
BAG, 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 (https://dejure.org/2016,27442)
BAG, Entscheidung vom 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 (https://dejure.org/2016,27442)
BAG, Entscheidung vom 10. Mai 2016 - 9 AZR 434/15 (https://dejure.org/2016,27442)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2016,27442) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 72 Abs. 5 ArbGG, § ... 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 ZPO, § 551 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a ZPO, § 611 BGB, § 43a Abs. 4 BRAO, § 3 BORA, § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB, § 305 Abs. 1 BGB, § 307 BGB, § 310 Abs. 3 Nr. 2 BGB, § 310 Abs. 3 BGB, § 305 Abs. 1 Satz 3 BGB, § 307 Abs. 3 Satz 1 BGB, §§ 307 ff. BGB, §§ 308, 309 BGB, § 307 Abs. 1 BGB, § 310 Abs. 3 Nr. 3 BGB, § 242 BGB, § 306 BGB, §§ 305 ff. BGB, § 306 Abs. 3 BGB, § 812 Abs. 1 Satz 1 Alt. 1 oder Satz 2 Alt. 1, § 818 Abs. 2 BGB, § 306 Abs. 1 BGB, § 812 Abs. 1 Satz 2 Alt. 2, § 389 BGB, § 128 HGB, § 288 Abs. 1 BGB, § 91 Abs. 1, § 92 Abs. 2 Nr. 1, § 97 Abs. 1, § 100 Abs. 1, Abs. 4, § 269 Abs. 3 Satz 2 ZPO, § 100 Abs. 4 Satz 1 ZPO
§ 305 Abs 1 BGB, § 306 Abs 1 BGB, § 306 Abs 3 BGB, § 307 Abs 1 S 1 BGB, § 310 Abs 3 BGB
Anforderungen an die Revisionsbegründung im Urteilsverfahren; Arbeitsverträge als Verbraucherverträge; Unangemessene Benachteiligung durch Vertragsbedingungen in Verbraucherverträgen
Ausbildungskosten; Prüfingenieur; Rückzahlungsvereinbarung
ArbG Ludwigshafen, 18.09.2014 - 8 Ca 1111/14
Da das Landgericht die Kläger auf die Widerklage als Gesamtschuldner verurteilt hat, haften sie zum anderen gemäß § 100 Abs. 4 Satz 1 ZPO auch für die Kostenerstattung als Gesamtschuldner (vgl. BAG, Urteil vom 10. Mai 2016 - 9 AZR 434/15, juris Rn. 48) und nicht nur - wie von der Anschlussrevision beantragt - nach Kopfteilen.
Eine ergänzende Vertragsauslegung ist jedoch ausnahmsweise jedenfalls dann möglich, wenn ein Festhalten am Vertrag auch für den Verwender eine unzumutbare Härte iSv. § 306 Abs. 3 BGB darstellt (vgl. zuletzt BAG 10. Mai 2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 37 f.) .
Jedenfalls in diesem Fall ist eine ergänzende Vertragsauslegung möglich (vgl. BAG 10. Mai 2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 37 f.) .
Die Beklagten haften nach § 100 Abs. 4 Satz 1 ZPO als Gesamtschuldner, da sie als solche verurteilt werden (vgl. BAG 10. Mai 2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 48) .
Eine ergänzende Vertragsauslegung ist jedoch ausnahmsweise jedenfalls dann möglich, wenn ein Festhalten am Vertrag auch für den Verwender eine unzumutbare Härte iSv. § 306 Abs. 3 BGB darstellt (…BAG v. 21.02.2017 - 3 AZR 297/15 -, Rn. 44, uris; BAG v. 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 37 f., juris).
Die Berücksichtigung dieser Umstände kann sowohl zur Unwirksamkeit einer nach generell-abstrakter Betrachtung wirksamen Klausel als auch zur Wirksamkeit einer nach typisierter Inhaltskontrolle unwirksamen Klausel führen (BAG 21. August 2012 - 3 AZR 698/10 - Rn. 27, BAGE 143, 30 , zum Ganzen BAG 10. Mai 2016, 9 AZR 434/15 ) .
Die unter § 2 der Vereinbarung vom 8.11.2015 konstituierte Kostentragungspflicht durch die Klägerin bleibt von der Unwirksamkeit § 3 der Vereinbarung unberührt (BAG 10. Mai 2016, 9 AZR 434/15).
Dazu gehören auch Regelungen, die die Umstände des vom Verwender gemachten Hauptleistungsversprechens ausgestalten (vgl. BAG 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 29 mwN).
Wenn der Arbeitgeber dieses Risiko trägt, ist das grundsätzlich nicht als unbillig anzusehen (vgl. BAG 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 39).
§ 306 BGB sieht eine solche Rechtsfolge nicht vor (vgl. BAG 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 36 mwN).
Das Festhalten am Vertrag stellt sich für die Beklagte nicht als unzumutbare Härte iSd. § 306 Abs. 3 BGB dar, bei der ausnahmsweise eine ergänzende Vertragsauslegung in Betracht käme (vgl. BAG 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 37 mwN).
Abzuwägen sind die Interessen des Verwenders gegenüber den Interessen der typischerweise beteiligten Vertragspartner (BAG vom 10.05.2016 - 9 AZR 434/15 - Rz. 31 m.w.N.).
Für die Verbindlichkeiten einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts haften neben dem Gesellschaftsvermögen die Gesellschafter nach § 128 HGB analog grundsätzlich akzessorisch, persönlich, primär, unbeschränkt und in voller Höhe (BAG 10. Mai 2016 - 9 AZR 434/15 - Rn. 46; BGH 8. Februar 2011 - II ZR 263/09 - Rn. 23, BGHZ 188, 233) .

References: § 72
 § 551
 § 611
 § 43
 § 3
 § 307
 § 305
 § 307
 § 310
 § 310
 § 305
 § 307
 § 307
 § 310
 § 242
 § 306
 § 306
 § 812
 § 818
 § 306
 § 812
 § 389
 § 128
 § 288
 § 91
 § 92
 § 97
 § 100
 § 269
 § 100

§ 305
 § 306
 § 306
 § 307
 § 310
 § 100
 § 306
 § 100
 § 306
 § 2
 § 3

§ 306
 § 306
 § 128
 BGH