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Timestamp: 2016-10-26 13:39:01+00:00

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1C_59/2012, 1C_61/2012 � � Urteil vom 26. September 2014
Regierungsrat des Kantons Appenzell A.Rh., Regierungsgeb�ude, 9102 Herisau,
handelnd durch die Kantonskanzlei Appenzell Ausserrhoden, Rechtsdienst, Regierungsgeb�ude, 9102 Herisau.
Im Kanton Appenzell A.Rh. wurde die Gesamterneuerungswahl des Kantonsrats auf den 3. April 2011 (1. Wahlgang) und den 15. Mai 2011 (2. Wahlgang) angesetzt. Am 15. M�rz 2011 erhob Tim Walker Beschwerde beim Regierungsrat des Kantons Appenzell A.Rh. mit dem Antrag, die Kantonsratswahlen seien zu verschieben, eventualiter sei deren Resultat aufzuheben. Er brachte vor, die Wahlkreise seien - ausser jener von Herisau - unrechtm�ssig klein. Dadurch, dass in 19 von 20 Wahlkreisen maximal 6 Personen pro Wahlkreis w�hlbar seien und zudem in diesen 19 Gemeinden durchwegs das Majorzwahlverfahren zur Anwendung gelange, werde das Wahlresultat in bundesverfassungswidriger Art und Weise massiv verf�lscht. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Entscheid vom 22. M�rz 2011 ab. Am 6. April 2011 beantragte Tim Walker mit einer weiteren Beschwerde an den Regierungsrat unter anderem, das Resultat der am 3. April 2011 durchgef�hrten Kantonsratswahl sei wegen der Verfassungswidrigkeit des Wahlsystems aufzuheben. Der Regierungsrat trat am 12. April 2011 auf die Beschwerde nicht ein.
Tim Walker erhob gegen die Entscheide des Regierungsrats vom 22. M�rz 2011 sowie vom 12. April 2011 je Beschwerde an das Obergericht Appenzell A.Rh. Das Obergericht wies die Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 22. M�rz 2011 am 31. August 2011 ab, soweit es darauf eintrat (Urteil O4A 11 16). Gleichentags wies es die Beschwerde gegen den Entscheid des Regierungsrats vom 12. April 2011 ab (Urteil O4A 11 19).
Mit zwei separaten Eingaben vom 27. Januar 2012 hat Tim Walker je Beschwerde ans Bundesgericht erhoben. Im Verfahren 1C_59/2012 beantragt er die Aufhebung des Obergerichtsurteils O4V 11 19 (recte: O4V 11 16) und des Entscheids des Regierungsrats vom 22. M�rz 2011. Weiter verlangt er, das Resultat der Kantonsratswahl 2011 sei aufzuheben und in Nachachtung von Art. 34 Abs. 2 BV zu wiederholen. Im Verfahren 1C_61/2012 beantragt er die Aufhebung des Obergerichtsurteils O4V 11 16 (recte: O4V 11 19) und des Entscheids des Regierungsrats vom 12. April 2011. Zudem verlangt er, der Regierungsrat sei anzuweisen, die am 6. April 2011 bei ihm eingereichte Beschwerde materiell zu behandeln.
Der Regierungsrat stellt im Verfahren 1C_59/2012 den Antrag, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Im Verfahren 1C_61/2012 beantragt er, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Das Obergericht schliesst in beiden Verfahren auf Abweisung der Beschwerden. Mit Stellungnahmen vom 28. M�rz 2012 und vom 25. April 2012 hat der Beschwerdef�hrer (sinngem�ss) an den Beschwerden festgehalten.
Die beiden Beschwerden (Verfahren 1C_59/2012 und 1C_61/2012) richten sich gegen Urteile des Obergerichts im Zusammenhang mit der Gesamterneuerungswahl des Kantonsrats 2011. Es rechtfertigt sich, die beiden Verfahren zu vereinigen.
Die beiden Entscheide des Obergerichts sind nach Art. 82 lit. c sowie Art. 88 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 BGG mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten anfechtbar. Die Gesamterneuerungswahl des Kantonsrats hat am 3. April 2011 (1. Wahlgang) und 15. Mai 2011 (2. Wahlgang) stattgefunden. Der Beschwerdef�hrer verlangt die Aufhebung dieser Wahl und deren Wiederholung. Zudem verlangt er, dass der Regierungsrat auf seine Beschwerde gegen das Resultat der Wahl vom 3. April 2011 eintrete. An diesen Antr�gen besteht ein aktuelles Interesse. Der Beschwerdef�hrer ist in kantonalen Angelegenheiten stimm- und wahlberechtigt und somit nach Art. 89 Abs. 3 BGG zur Beschwerde legitimiert. Die Beschwerden wurden im Sinne von Art. 100 Abs. 1 BGG rechtzeitig erhoben. Auf die Beschwerden ist vorbehaltlich zul�ssiger und gen�gend begr�ndeter R�gen einzutreten.
Im angefochtenen Urteil O4V 11 19 kam die Vorinstanz zum Schluss, der Regierungsrat sei auf die am 6. April 2011 (nach dem ersten Wahlgang) eingereichte zweite Beschwerde zu Recht nicht eingetreten und er habe dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren zu Recht Kosten in der H�he von Fr. 300.-- auferlegt.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der Regierungsrat sei in Verletzung des kantonalen Gesetzes �ber die politischen Rechte vom 24. April 1988 (GPR) sowie von Art. 29 BV zu Unrecht nicht auf seine Beschwerde vom 6. April 2011 eingetreten. Nach Ansicht der Vorinstanz hat der Beschwerdef�hrer seine erste Beschwerde an den Regierungsrat vom 15. M�rz 2011 gem�ss kantonalem Recht rechtzeitig eingereicht (vgl. auch BGE 118 Ia 271 E. 1e S. 274 ff.), w�hrend seine zweite Beschwerde an den Regierungsrat vom 6. April 2011 versp�tet gewesen sei. Die inhaltlich identische zweite Beschwerde an den Regierungsrat sei deshalb als versp�tet zu betrachten, weil der Beschwerdef�hrer die behaupteten M�ngel des Wahlverfahrens offensichtlich sp�testens mehrere Tage vor der Wahl entdeckt habe. Die in der zweiten Beschwerde erhobenen R�gen habe der Beschwerdef�hrer bereits vor der Durchf�hrung der Wahl erheben k�nnen bzw. gem�ss Art. 62 Abs. 2 GPR m�ssen. Dies habe er mit der am 15. M�rz 2011 beim Regierungsrat eingereichten Beschwerde denn auch getan.
Gem�ss Art. 62 GPR kann wegen Verletzung des Stimmrechts sowie wegen Unregelm�ssigkeiten bei der Vorbereitung und Durchf�hrung von Wahlen und Abstimmungen beim Regierungsrat Beschwerde gef�hrt werden (Abs. 1). Die Beschwerde ist innert drei Tagen seit der Entdeckung des Beschwerdegrunds, sp�testens jedoch am dritten Tage nach der amtlichen Ver�ffentlichung der Ergebnisse einzureichen (Abs. 2). Der Beschwerdef�hrer hat in der am 6. April 2011 eingereichten Beschwerde verlangt, das Resultat der Kantonsratswahl sei aufzuheben. Das gleiche Begehren stellte er - als Eventualantrag - bereits in der am 15. M�rz 2011 eingereichten Beschwerde. Ger�gte M�ngel des Wahlverfahrens oder Unregelm�ssigkeiten bei der Vorbereitung und Durchf�hrung der Wahl, die der Beschwerdef�hrer erst nach dem Einreichen der ersten Beschwerde h�tte entdecken k�nnen, sind nicht ersichtlich. In der zweiten Beschwerde hat der Beschwerdef�hrer denn auch keine neuen R�gen erhoben und ihre Begr�ndung entsprach - abgesehen von einem kurzen zus�tzlichen Abschnitt zum Abstimmungsresultat in der Gemeinde Trogen - w�rtlich derjenigen der ersten Beschwerde. Der Vorinstanz ist unter diesen Umst�nden keine Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG vorzuwerfen, wenn sie gest�tzt auf Art. 62 Abs. 2 GPR zum Schluss gekommen ist, der Regierungsrat sei auf die Beschwerde vom 6. April 2011 zu Recht nicht eingetreten.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer bringt weiter vor, der Regierungsrat h�tte ihm f�r das mit seiner Beschwerde vom 6. April 2011 eingeleitete Beschwerdeverfahren keine Kosten auferlegen d�rfen. Die Vorinstanz hat dazu ausgef�hrt, dass bei unn�tigen Beschwerden nach Art. 22 Abs. 3 des kantonalen Gesetzes �ber die Verwaltungsrechtspflege vom 9. September 2002 ausnahmsweise auch bei Wahl- und Abstimmungsbeschwerden Verfahrenskosten auferlegt werden k�nnen. Diese Bestimmung komme vorliegend zur Anwendung, weil der Beschwerdef�hrer zuvor seine Anliegen in einem kostenlosen Beschwerdeverfahren habe anbringen k�nnen und angebracht habe, weshalb f�r das zweite Verfahren keine Notwendigkeit mehr bestanden habe. Nichts anderes erg�be sich daraus, dass das publizierte Wahlergebnis mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen gewesen sei.
Der Beschwerdef�hrer begr�ndet nicht und es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz in diesem Zusammenhang kantonales Recht geradezu willk�rlich angewendet haben soll, weshalb auf seine R�ge, ihm h�tten vom Regierungsrat f�r das mit seiner Beschwerde vom 6. April 2011 eingeleitete Beschwerdeverfahren keine Kosten auferlegt werden d�rfen, nicht einzutreten ist (vgl. Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 95 und Art. 106 Abs. 2 BGG).
In seiner Beschwerde gegen das Urteil O4V 11 16 r�gt der Beschwerdef�hrer, das Verfahren f�r die Wahl des Kantonsrats, wie es in Art. 71 der Verfassung des Kantons Appenzell A.Rh. vom 30. April 1995 (KV/AR, SR 131.224.1) sowie in Art. 46 GPR festgelegt sei, sei bundesverfassungswidrig und stehe insbesondere im Widerspruch zu Art. 34 Abs. 2 BV. Er bringt vor, die Wahlkreise f�r die Wahl des Kantonsrats seien - ausser jener von Herisau - unrechtm�ssig klein. Dadurch, dass in 19 von 20 Wahlkreisen maximal 6 Personen pro Wahlkreis w�hlbar seien und zudem in diesen 19 Gemeinden durchwegs das Majorzwahlverfahren zur Anwendung gelange, werde das Wahlresultat in bundesverfassungswidriger Art und Weise massiv verf�lscht. Mitglieder kleinerer Parteien w�rden aufgrund der verfassungswidrigen Wahlkreiseinteilung und des Majorzwahlverfahrens systematisch diskriminiert. Der Kantonsrat sei �berhaupt nicht repr�sentativ zusammengesetzt und vertrete nicht das wahre politische Spektrum des Kantons, so wie es beispielsweise bei Volksabstimmungen zum Ausdruck komme. Hinzu komme, dass die Vorinstanz ihren Entscheid nicht in gen�gender Weise begr�ndet und damit Art. 29 BV verletzt habe.
4.1.�Die Zusammensetzung und die Wahl des Kantonsrats sind in ihren Grundz�gen in Art. 71 KV/AR geregelt. Danach besteht der Kantonsrat aus 65 Mitgliedern (Abs. 1). Jede Gemeinde hat mindestens einen Sitz (Abs. 2). Die restlichen Sitze werden nach Massgabe ihrer Einwohnerzahlen auf die Gemeinden verteilt (Abs. 3). F�r die Kantonsratswahl gilt nach Art. 71 Abs. 4 KV/AR das Mehrheitswahlverfahren; Wahlkreise sind die Gemeinden. Die Gemeinden k�nnen das Verh�ltniswahlverfahren einf�hren. Das N�here regelt das Gesetz (Art. 71 Abs. 5 KV/AR).
1.�������Jede Gemeinde erh�lt vorab einen Sitz.
2.�������Die restlichen 45 Sitze werden wie folgt verteilt:
2.1�������Die Zahl der Kantonseinwohner wird durch 45 geteilt (= Verh�ltniszahl). Anschliessend wird die Einwohnerzahl jeder Gemeinde durch die Verh�ltniszahl geteilt. Jeder Gemeinde werden so viele zus�tzliche Sitze zugewiesen, als die Verh�ltniszahl in ihrer Einwohnerzahl enthalten ist.
2.2�������Die verbleibenden Sitze werden der Reihe nach auf jene Gemeinden verteilt, die nach der Teilung ihrer Einwohnerzahl durch die Verh�ltniszahl die gr�ssten Restzahlen aufweisen.
2 F�r die Verteilung der Kantonsratssitze auf die Gemeinden ist das amtlich ver�ffentlichte Ergebnis der letzten eidgen�ssischen Z�hlung der Wohnbev�lkerung massgebend.
3 Der Regierungsrat stellt nach jeder Volksz�hlung fest, wie viele Sitze den einzelnen Gemeinden zukommen.
4 Die neue Sitzverteilung wird mit der auf die Volksz�hlung folgenden Gesamterneuerungswahl wirksam.
Gest�tzt auf Art. 46 GPR und auf die Ergebnisse der Volksz�hlung im Jahr 2000 nahm der Regierungsrat im Jahr 2002 die folgende Verteilung der Kantonsratssitze vor:
Gemeinde�������Wohnbev�lkerung�������Zuteilung
Urn�sch�������2'336�������3
Herisau�������15'882�������14
Schwellbrunn�������1'468�������2
Hundwil�������1'038�������2
Stein�������1'355�������2
Sch�nengrund�������459�������1
Waldstatt�������1'710�������3
Teufen�������5'535�������6
B�hler�������1'598�������2
Gais�������2'770�������3
Speicher�������3'853�������4
Trogen�������1'867�������3
Rehetobel�������1'742�������3
Wald�������881�������2
Grub�������1'038�������2
Heiden�������4'063�������4
Wolfhalden�������1'689�������2
Lutzenberg�������1'323�������2
Walzenhausen�������2'181�������3
Reute�������716�������2
Total�������53'504�������65
Von der M�glichkeit gem�ss Art. 71 Abs. 4 KV/AR, das Verh�ltniswahlrecht einzuf�hren, hat einzig die Gemeinde Herisau Gebrauch gemacht. In den 19 anderen Gemeinden werden die Mitglieder des Kantonsrats nach dem Majorzwahlverfahren bestellt.
4.2.�Nach Auffassung der Vorinstanz ist das Verfahren f�r die Wahl des Kantonsrats bundesverfassungskonform. Die Bundesverfassung verlange nicht, dass die Kantone ihr Parlament nach einem reinen Verh�ltniswahlrecht w�hlten. Auch das Majorzwahlverfahren gen�ge grunds�tzlich den verfassungsrechtlichen Anforderungen. Es seien keine Gr�nde ersichtlich, weshalb die Wahlkreiseinteilung gem�ss dem Grundsatzentscheid des kantonalen Verfassungsgebers in Art. 74 Abs. 4 KV/AR gegen die Bundesverfassung verstossen sollte. Die vom Beschwerdef�hrer zitierte Rechtsprechung beziehe sich auf die Ausgestaltung der Wahlkreise in einem wahlkreis�bergreifenden Proporzwahlverfahren und sei daher auf den vorliegenden Sachverhalt, in dem es haupts�chlich um die Frage der Zul�ssigkeit eines Majorzwahlverfahrens mit kleinen und unterschiedlich gr�sseren Wahlkreisen gehe, nicht anwendbar.
4.3.�Der Regierungsrat weist in seiner Stellungnahme an das Bundesgericht zus�tzlich darauf hin, dass Art. 74 Abs. 4 KV/AR seit der Gew�hrleistung der Kantonsverfassung durch die Bundesversammlung am 16. September 1996 (BBl 1996 IV 866) unver�ndert in Kraft stehe. Weshalb das von der Bundesversammlung gew�hrleistete Wahlverfahren nachtr�glich bundesrechtswidrig geworden sein sollte, sei nicht ersichtlich, zumal die Bundesversammlung mit der Gew�hrleistung der neuen Verfassung des Kantons Graub�nden am 15. Juni 2004 (BBl 2004 3643) erneut best�tigt habe, dass das Mehrheitswahlverfahren grunds�tzlich mit der Bundesverfassung vereinbar sei.
Der Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt, dass die Beh�rde die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�rt, pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt. Daraus folgt die Verpflichtung der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden. Dabei ist es nicht erforderlich, dass sie sich mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich abhandelt. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Die Begr�ndung muss so abgefasst sein, dass sich der Betroffene �ber die Tragweite des Entscheids Rechenschaft geben und ihn in voller Kenntnis der Sache an die h�here Instanz weiterziehen kann. In diesem Sinne m�ssen wenigstens kurz die �berlegungen genannt werden, von denen sich die Beh�rde hat leiten lassen und auf die sich ihr Entscheid st�tzt (BGE 138 I 232 E. 5.1 S. 237; 137 II 266 E. 3.2 S. 270; 136 I 229 E. 5.2 S. 236; je mit Hinweisen).
Diesen Anforderungen gen�gt das angefochtene Urteil O4V 11 16. Der Beschwerdef�hrer war in der Lage, das Urteil sachgerecht anzufechten, auch wenn sich die Vorinstanz nicht mit allen Punkten einl�sslich auseinandergesetzt hat, die er gegen die Anwendung des Majorzprinzips in 19 von 20 Gemeinden vorgebracht hat. Der Beschwerdef�hrer vermag mit der R�ge, die Vorinstanz habe ihre Pr�f- und Begr�ndungspflicht nach Art. 29 Abs. 2 BV verletzt, nicht durchzudringen.
6.1.�Beim Majorz- oder Mehrheitswahlverfahren fallen die zu vergebenden Parlamentssitze den Personen mit der gr�ssten Stimmenzahl zu. Pro Wahlkreis k�nnen ein Mandat oder mehrere Mandate vergeben werden. Je nach Ausgestaltung der Wahlordnung ist f�r eine Wahl das absolute Mehr (mehr als die H�lfte der abgegebenen Stimmen) oder das relative Mehr (Erreichen der h�chsten Stimmenzahlen) erforderlich. Wird das absolute Mehr verlangt und dieses im ersten Wahlgang nicht f�r alle Mandate erreicht, so gen�gt im zweiten Wahlgang in der Regel das relative Mehr ( ANDREAS KLEY, in: Giovanni Biaggini/Thomas G�chter/Regina Kiener [Hrsg.], Staatsrecht, 2011, S. 339; ULRICH H�FELIN/WALTER HALLER/HELEN KELLER, Schweizerisches Bundesstaatsrecht, 8. Aufl. 2012, S. 478 Rz. 1464).
6.2.�Im Unterschied dazu werden beim Proporz- oder Verh�ltniswahlsystem die Parlamentssitze auf verschiedene Parteien und Gruppierungen im Verh�ltnis ihres W�hleranteils verteilt. Die W�hlerinnen und W�hler geben ihre Stimme einer Liste, auf der die Namen mehrerer Kandidaten stehen. Danach werden die Mandate proportional zur St�rke der an der Wahl beteiligten Parteien und Gruppierungen verteilt. Diese Verteilung kann nach unterschiedlichen Verfahren erfolgen (vgl. KLEY, a.a.O., S. 339 ff.). Hinter dem Proporzgedanken steht die Vorstellung, dass verschiedene in einem Gemeinwesen bestehende politische Gruppierungen nach dem Verh�ltnis ihrer St�rke im Parlament vertreten sein sollen.
6.3.�Majorz und Proporz sind idealtypische Wahlsysteme. Wie rein sie verwirklicht sind und sich entfalten k�nnen, h�ngt ab von der konkreten Wahlordnung und von der Praxis der Parteien ( YVO HANGARTNER, Die Wahl kantonaler Parlamente nach dem Majorzsystem, ZBl 106/2005 S. 218). Das anwendbare Recht kann ein gemischtes Wahlsystem vorsehen, welches Elemente sowohl des Majorz- als auch des Proporzprinzips enth�lt.
Denkbar ist beispielsweise, dass in den Wahlkreisen jeweils ein Sitz nach dem Majorzprinzip vergeben wird, w�hrend allf�llige weitere Sitze proportional verteilt werden. Von einem gemischten Wahlsystem wird auch gesprochen, wenn in einigen Wahlkreisen das Proporzwahlverfahren angewandt wird, w�hrend in anderen Wahlkreisen des gleichen Gemeinwesens das Majorzprinzip zum Zug kommt (Pierre Garrone, L'election populaire en Suisse, 1991, S. 108 ff.). Prominentes Beispiel eines gemischten Wahlsystems ist die sog. personalisierte Verh�ltniswahl, welche nach dem deutschen Bundeswahlgesetz f�r die Wahl des Bundestages zur Anwendung kommt. Danach verf�gt jede W�hlerin und jeder W�hler �ber eine Erst- und eine Zweitstimme. Mit der Erststimme wird in jedem Wahlkreis ein Abgeordneter gew�hlt. Auf diese Weise wird die H�lfte der Sitze in Form von Direktmandaten nach dem Mehrheitswahlverfahren abgegeben: wer im Wahlkreis die meisten Stimmen erh�lt, ist gew�hlt. Mit der zweiten Stimme entscheiden sich die W�hlenden f�r die Landesliste einer Partei. Die Gesamtheit der Sitze wird nach dem Parteienverh�ltnis gem�ss den bundesweit erreichten Zweitstimmen verteilt. Dieser "Bundesproporz" ist f�r die Gr�sse der Vertretung der Parteien im Bundestag massgebend. Erringt eine Partei mit den Erststimmen mehr Sitze als ihr nach dem Bundesproporz zustehen, so verbleibt sie dennoch in deren Besitz (sog. �berhangsmandate), wodurch sich die gesetzliche Mitgliederzahl des Bundestags erh�ht (H�felin/Haller/Keller, a.a.O., S. 478 f. Rz. 1465a).
Aber auch wenn eine Wahlordnung ausdr�cklich das Proporz- oder Majorzprinzip f�r anwendbar erkl�rt, kann die konkrete Wahlordnung systemfremde Effekte hervorrufen. Namentlich beeinflussen die Zahl der Mandate und die Einteilung des Wahlgebiets in Wahlkreise den Majorz- bzw. Proporzeffekt erheblich. Beispielsweise kommt der Proporzeffekt dann nicht richtig zum Tragen, wenn in einem Wahlkreis, in dem formell das Proporzprinzip gilt, nur sehr wenige Sitze zu vergeben sind (BGE 131 I 74 E. 3.3 S. 80; HANGARTNER, a.a.O., S. 218 sowie S. 225 f.; KLEY, a.a.O., S. 339; THOMAS POLEDNA, Wahlrechtsgrunds�tze und kantonale Parlamentswahlen, 1988, S. 130 f.).
6.4.�In der weit �berwiegenden Mehrheit der Kantone werden die Parlamente nach dem Proporzwahlverfahren besetzt. Einzig die Kantone Graub�nden und Appenzell I.Rh. wenden f�r die Wahl der Mitglieder ihrer Parlamente ein reines Majorzverfahren an. Einige Kantone haben ein Mischverfahren (so namentlich Appenzell A.Rh., wo die Gemeinden das Proporzverfahren einf�hren k�nnen [Art. 71 Abs. 4 KV/AR] und Uri, wo das Proporzsystem nur gilt, wenn drei oder mehr Landr�te in einer Gemeinde zu w�hlen sind [Art. 88 Abs. 1 KV/UR, SR 131.214]). Die weite Verbreitung des Proporzwahlverfahrens f�r Parlamentswahlen in den Kantonen ist im Zusammenhang zu sehen mit der vorherrschenden �berzeugung, dass das Parlament die Stimmbev�lkerung in dem Sinne repr�sentieren soll, dass die verschiedenen Meinungen und Interessen der W�hler abgebildet werden ( ALFRED K�LZ, Probleme des kantonalen Wahlrechts, ZBl 88/1987 S. 37).
7.1.�Nach herrschender Lehre k�nnen die Kantone frei entscheiden, ob sie ihr Parlament nach dem Proporz- oder dem Majorzprinzip w�hlen (Yvo Hangartner/Andreas Kley, Die demokratischen Rechte in Bund und Kantonen der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 2000, S. 578 Rz. 1418 ff.; Jean-Fran�ois Aubert, Bundesstaatsrecht der Schweiz, Band I, S. 231 Rz. 571; H�felin/Haller/Keller, a.a.O., S. 435 Rz. 1380a; Garrone, a.a.O., S. 38 f.; Poledna, a.a.O, S. 135; Vincent Martenet, L'autonomie constitutionnelle des cantons, 1999, S. 359 ff.).
Die Wahl von Kantonsparlamenten nach dem Majorzsystem wird in der Literatur jedoch verschiedentlich kritisiert (K�lz, a.a.O., S. 37; Pierre Tschannen, Stimmrecht und politische Verst�ndigung [zit.: Stimmrecht], S. 500, Rz. 751;�
derselbe, Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft [zit.: Staatsrecht], 3. Aufl., 2011, S. 685 Rz. 56a; Andreas Auer, Die neue Verfassung des Kantons Graub�nden im Rechtsvergleich, in: B�nziger, Mengiardi, Toller & Partner [Hrsg.], Kommentar zur Verfassung des Kantons Graub�nden, 2006, S. 9 f. Rz. 21 ff.; Andrea T�ndury, Bundesstaatliche Einheit und kantonale Demokratie, 2004, S. 258 ff.;�
derselbe, Die �Proporzinitiative 2014� im Kanton Graub�nden, in: Zeitschrift f�r Gesetzgebung und Rechtsprechung in Graub�nden [ZGRG] 2012, S. 68 ff.; Christina Bundi Caldelari/ Christian Rathgeb, Kritische Bemerkungen zur Gew�hrleistung der B�ndner Kantonsverfassung, in: ZGRG 2004 S. 92 ff.). Die Kritik ber�cksichtigt, dass das Mehrheitswahlverfahren nicht grunds�tzlich als undemokratisch bezeichnet werden kann. Sie h�lt das Majorzverfahren jedoch f�r verfassungswidrig, weil die Stimmen der W�hlenden, die in der Minderheit sind, bei der Mandatsverteilung nicht ber�cksichtigt werden, was sowohl die Wahlrechtsgleichheit als auch die Wahlfreiheit beeintr�chtige.
7.2.�In der Botschaft zur Gew�hrleistung der Verfassung des Kantons Graub�nden vom 5. M�rz 2004 (BBl 2004 S. 1107 ff.) ber�cksichtigte der Bundesrat die in der Lehre ge�usserte Kritik am Majorzwahlsystem bei kantonalen Parlamentswahlen. Das Mehrheitswahlverfahren f�hre zu einer Nichtber�cksichtigung sehr grosser Teile der W�hlerschaft und zu einer schlechten Verwirklichung des Repr�sentationsgedankens, obwohl Letzterer gerade f�r die Wahl des Parlaments oberste Richtlinie sein sollte. Nach PIERRE TSCHANNEN (Stimmrecht, a.a.O., S. 500 Rz. 751) sollte in die Verfassungsauslegung einfliessen, dass sich der Proporz l�ngst als landesweiter Demokratiestandard etabliert habe und nach allgemeiner Auffassung nunmehr darstelle, was die verfassungsrechtlich gebotenen republikanischen Formen vom kantonalen Wahlrecht forderten. Zusammenfassend hielt der Bundesrat in der genannten Botschaft fest, dass die Festlegung des Majorzsystems f�r kantonale Wahlen zwar als bundesrechtlich zul�ssig erachtet, in der Literatur aber auch kritisiert wird, und in dieser Frage vereinzelt auch eine Praxis�nderung verlangt wird. Insofern sei die Verfassungsm�ssigkeit des Majorzsystems f�r Parlamentswahlen als rechtlich zweifelhaft einzustufen. Bisher sei kantonalen Verfassungsbestimmungen, die das Mehrheitsverfahren f�r Parlamentswahlen vorsahen, immer vorbehaltlos die Gew�hrleistung erteilt worden. Eine �nderung dieser Praxis sollte aus Gr�nden von Treu und Glauben nicht ohne Ank�ndigung erfolgen. Vor diesem Hintergrund schlug er vor, die Gew�hrleistung f�r Art. 27 Abs. 2 der Verfassung des Kantons Graub�nden zu erteilen. Art. 51 Abs. 1 BV, der von den Kantonen eine demokratische Verfassung verlange, sei damit eingehalten.
7.3.�Die erw�hnten Ausf�hrungen des Bundesrats stiessen auf den deutlichen Widerspruch der Staatspolitischen Kommission des St�nderats, die in einem Bericht vom 24. Mai 2004 die Verfassungsm�ssigkeit von Majorzwahlen bejahte (BBl 2004 3635 ff.). Sie f�hrt darin aus, das Majorzwahlsystem sei nicht "undemokratisch" im Sinne von Art. 51 Abs. 1 BV. Dieses Wahlsystem finde nicht nur weltweit in zahlreichen unbestritten als "demokratisch" geltenden Staaten, sondern auch in der Schweiz auf Bundesebene Anwendung (Art. 47-51 des Bundesgesetzes vom 17. Dezember 1976 �ber die politischen Rechte [BPR; SR 161.1]). Die Mitglieder des St�nderats w�rden in allen Kantonen mit einer Ausnahme nach dem Majorzsystem gew�hlt. In den Kantonen und Gemeinden werde das Majorzsystem traditionsgem�ss vor allem in kleineren, l�ndlich gepr�gten Gebieten angewendet, wo die Kandidierenden in der Regel den meisten Wahlberechtigten pers�nlich bekannt seien. Die Pers�nlichkeit der Kandidierenden stehe bei diesen Wahlen im Vordergrund; ihre Parteizugeh�rigkeit spiele keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Das Majorzwahlsystem werde vor allem auch dort angewendet, wo die zahlenm�ssig beschr�nkte Bev�lkerung eines kleineren Gebiets mit ausgepr�gter eigener Identit�t Anspruch auf Repr�sentation im �bergeordneten Rahmen und damit Anspruch auf einen eigenen Wahlkreis erhebe - wie z.B. im Kanton Graub�nden mit seinen Talschaften. Das Proporzwahlsystem habe demgegen�ber unter den Bedingungen des schweizerischen politischen Systems dort seine Vorteile, wo eine gr�ssere Bev�lkerungszahl eine gr�ssere Zahl von Repr�sentantinnen und Repr�sentanten in ein Parlament abordnen k�nne. Das Proporzwahlsystem sei hier besser geeignet, um das m�glichst gleiche Gewicht der Stimmkraft jedes Wahlberechtigten und damit eine repr�sentative Zusammensetzung des Parlaments zu gew�hrleisten. Die Abw�gung, ob in einem konkreten Anwendungsfall die Vorteile des einen oder des anderen Wahlsystems gr�sser seien, sei nicht immer einfach, wie die entsprechenden heftigen Auseinandersetzungen im Kanton Graub�nden zeigten. Diese Abw�gung m�sse aber durch die betroffenen B�rgerinnen und B�rger selbst vorgenommen werden k�nnen. W�rde der Bund, sei es auf dem Wege �ber die Gew�hrleistung der Kantonsverfassung oder bei der Beurteilung von Stimmrechtsbeschwerden das Proporzwahlsystem als allein zul�ssiges Wahlsystem erkl�ren, so w�re dies ein schwer wiegender Eingriff in die kantonale Organisationsautonomie. Damit w�rde bestimmten Kantonen aufgezwungen, den Parteien eine viel gr�ssere Bedeutung als bisher zu geben, oder bev�lkerungsm�ssig schw�chere Gemeinden und Talschaften ihrer eigenen Wahlkreise und damit ihrer Vertretung im kantonalen Parlament zu berauben.
7.4.�Aus den Protokollen der parlamentarischen Beratungen zur Gew�hrleistung der B�ndner Kantonsverfassung folgt eine mehrheitliche Zustimmung der Bundesversammlung zu den Ausf�hrungen der Staatspolitischen Kommission des St�nderats (AB 2004 S 260 ff.; AB 2004 N 1057 ff.).
Die Kantone sind in der Ausgestaltung ihres politischen Systems und des Wahlverfahrens weitgehend frei. Art. 39 Abs. 1 BV h�lt fest, dass die Kantone - entsprechend ihrer Organisationsautonomie - die Aus�bung der politischen Rechte in kantonalen und kommunalen Angelegenheiten regeln. Diese Zust�ndigkeit wird nach den Mindestanforderungen gem�ss Art. 51 Abs. 1 BV sowie im Rahmen der bundesverfassungsrechtlichen Garantie von Art. 34 BV ausge�bt (BGE 136 I 352 E. 2 S. 354, 376 E. 4.1 S. 378).
8.1.�Nach Art. 51 Abs. 1 BV gibt sich jeder Kanton eine demokratische Verfassung. Diese bedarf der Zustimmung des Volkes und muss revidiert werden k�nnen, wenn die Mehrheit der Stimmberechtigten es verlangt. Dazu geh�rt, dass die kantonalen Verfassungen ein vom Volk direkt gew�hltes Parlament vorsehen und den Grundsatz der Gewaltenteilung beachten (Botschaft �ber eine neue Bundesverfassung vom 20. November 1997, BBl 1997 I 1, S. 218). Ein bestimmtes Wahlsystem f�r die Wahl der Kantonsparlamente schreibt Art. 51 Abs. 1 BV nicht vor (a.M., TSCHANNEN, Stimmrecht, a.a.O., S. 500 Rz. 751). Die Kantone sind grunds�tzlich - d.h. im Rahmen der �brigen verfassungsrechtlichen Bestimmungen - frei, �ber die Modalit�ten der demokratischen Mitwirkung zu bestimmen (BGE 136 I 376 E. 4.1 S. 379 mit Hinweis). Sie nehmen mit der Ausgestaltung eine bewusste Wahl vor, die f�r den demokratischen Prozess von grundlegender Bedeutung ist, und tragen sowohl f�r Vor- als auch f�r Nachteile ihre eigene Verantwortung (vgl. BGE 121 I 138 E. 5b S. 145; in diesem Sinne: Bericht der Staatspolitischen Kommission des St�nderats zur Gew�hrleistung der Kantonsverfassung Graub�nden, a.a.O., S. 3638).
8.2.�Eine bedeutsame Schranke bei der Ausgestaltung des Verfahrens f�r die Wahl der kantonalen Parlamente bildet allerdings Art. 34 BV. Art. 34 Abs. 1 BV gew�hrleistet die politischen Rechte (auf Bundes- sowie Kantons- und Gemeindeebene) in abstrakter Weise und ordnet die wesentlichen Grundz�ge der demokratischen Partizipation im Allgemeinen. Der Gew�hrleistung kommt Grundsatzcharakter zu. Sie weist Bez�ge auf zur Rechtsgleichheit (Art. 8 BV) sowie zur Rechtsweggarantie (Art. 29a BV). Der konkrete Gehalt der politischen Rechte mit ihren mannigfachen Teilgehalten ergibt sich nicht aus der Bundesverfassung, sondern in erster Linie aus dem spezifischen Organisationsrecht des Bundes bzw. der Kantone (BGE 136 I 352 E. 2 S. 354 f., 376 E. 4.1 S. 379). Die in Art. 34 Abs. 2 BV verankerte Wahl- und Abstimmungsfreiheit gibt den Stimmberechtigten Anspruch darauf, dass kein Abstimmungsergebnis anerkannt wird, das nicht den freien Willen der Stimmberechtigten zuverl�ssig und unverf�lscht zum Ausdruck bringt. Es soll garantiert werden, dass jeder Stimmberechtigte seinen Entscheid gest�tzt auf einen m�glichst freien und umfassenden Prozess der Meinungsbildung treffen und entsprechend mit seiner Stimme zum Ausdruck bringen kann. Die Wahl- und Abstimmungsfreiheit gew�hrleistet die f�r den demokratischen Prozess und die Legitimit�t direktdemokratischer Entscheidungen erforderliche Offenheit der Auseinandersetzung (BGE 139 I 195 E. 2 S. 201 f.; 136 I 352 E. 2 S. 355; 135 I 19 E. 2.1 S. 21, 292 E. 2 S. 293 f.; 129 I 185 E. 7.2 S. 199; je mit Hinweisen).
8.3.�Bestandteil von Art. 34 BV bildet die Wahlrechtsgleichheit (vgl. BGE 131 I 74 E. 3.1 S. 78 f.; 129 I 185 E. 7.2 f. S. 199 f.), welche sich in drei Teilgehalte unterteilen l�sst. Die Z�hlwertgleichheit bedeutet, dass alle Stimmen formell gleich behandelt werden. Alle W�hler desselben Wahlkreises verf�gen �ber die gleiche Anzahl von Stimmen, haben die gleichen M�glichkeiten zur Stimmabgabe und alle g�ltig abgegebenen Stimmen werden bei der Ausz�hlung gleich ber�cksichtigt. Differenzierungen des Stimmgewichts sind unzul�ssig. Die Stimmkraft- oder Stimmgewichtsgleichheit garantiert jedem W�hler, dass seine Stimme nicht nur gez�hlt, sondern gleich wie alle anderen Stimmen verwertet wird. Das Verh�ltnis zwischen der repr�sentierten Bev�lkerung und der zugeteilten Sitzzahl soll in den einzelnen Wahlkreisen m�glichst gleich sein. Die Zuweisung der Sitze an die Wahlkreise darf sich nur an der Bev�lkerungsgr�sse messen. Die Erfolgswertgleichheit soll schliesslich sicherstellen, dass allen Stimmen derselbe Erfolg zukommt, d.h. dass sie materiell und in gleicher Weise zum Wahlergebnis beitragen und bei der Mandatsverteilung ber�cksichtigt werden. Die Erfolgswertgleichheit hat wahlkreis�bergreifenden Charakter, denn sie bedingt auch eine innerhalb des gesamten Wahlgebiets gleiche Verwirklichung des Erfolgswerts (vgl. zum Ganzen BGE 131 I 74 E. 3.1 S. 78 f.; 129 I 185 E. 7.3 S. 199 f.; Yvo Hangartner, a.a.O., S. 225; Andrea T�ndury, Der ewige K (r) ampf mit den Wahlkreisen [zit.: Wahlkreise], in: Andrea Good/Bettina Platipodis [Hrsg.], Direkte Demokratie, Festschrift f�r Andreas Auer, S. 52 f.; K�lz, a.a.O., S. 9 f.; Poledna, a.a.O., S. 26 ff., S. 50 ff.). Dem Grundsatz der Z�hlwertgleichheit kommt absoluter Charakter zu. Dagegen l�sst die bundesgerichtliche Rechtsprechung bis zu einem gewissen Grad sachlich gerechtfertigte Einschr�nkungen der Stimmkrafts- und der Erfolgswertgleichheit zu. Wegen des hohen Stellenwertes der betroffenen politischen Rechte sind solche Einschr�nkungen allerdings nur mit gr�sster Zur�ckhaltung anzuerkennen (BGE 125 I 21 E. 3d/dd S. 33).
Nach Ansicht des Beschwerdef�hrers lassen sich schon die in Art. 71 KV/AR geregelten Grunds�tze des Verfahrens zur Wahl des Kantonsrats (vgl. E. 4.1 hiervor) nicht mit Art. 34 BV vereinbaren. Es stellt sich die Frage, ob das Bundesgericht im vorliegenden Verfahren Art. 71 KV/AR daraufhin zu �berpr�fen hat, ob er mit Art. 34 BV im Einklang steht.
9.1.�Gem�ss st�ndiger Rechtsprechung sieht das Bundesgericht in Anbetracht von deren Gew�hrleistung durch die Bundesversammlung (vgl. Art. 51 Abs. 2 BV) nicht nur von einer abstrakten Normenkontrolle, sondern grunds�tzlich auch von einer inzidenten Kontrolle von Bestimmungen von Kantonsverfassungen ab (BGE 138 I 378 E. 5.2 S. 383 f. mit Hinweisen). Ob an dieser von der Lehre zum Teil stark kritisierten Rechtsprechung festgehalten werden kann oder ob die bundesgerichtliche Praxis aufgegeben oder gelockert werden m�sste, liess das Bundesgericht zuletzt ausdr�cklich offen (BGE 138 I 378 E. 5.3 S. 384). Jedenfalls �berpr�ft es im Anwendungsfall Bestimmungen einer Kantonsverfassung, wenn das �bergeordnete Recht im Zeitpunkt der Gew�hrleistung noch nicht in Kraft war oder sich seither in einer Weise weiterentwickelt hat, der es Rechnung zu tragen gilt (BGE 131 I 126 E. 3.1 S. 130, mit Hinweisen; Urteile 1C_407/2011 etc. vom 19. M�rz 2012 E. 3 mit Hinweisen, in: ZBl 113/2012 S. 450 sowie 1P.339/2006 vom 3. November 2006 E. 2.4).
9.2.�Am 18. Dezember 2002 hat das Bundesgericht festgestellt, dass die Wahlkreiseinteilung f�r die Wahl des Gemeinderats der Stadt Z�rich mit der Wahlrechtsgleichheit nicht vereinbar ist (BGE 129 I 185). Seither hatte das Bundesgericht in mehreren Entscheiden dar�ber zu befinden, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang bei kantonalen Parlamentswahlen Einschr�nkungen der Stimmkrafts- und der Erfolgswertgleichheit zul�ssig sind (BGE 140 I 107; 136 I 352, 364, 376; 131 I 74, 85; Urteil 1C_407/2011 etc. vom 19. M�rz 2012). Bei der aus Art. 34 BV fliessenden Wahlrechtsgleichheit handelt es sich somit um ein �bergeordnetes Verfassungsprinzip, welches in den letzten Jahren weiterentwickelt worden ist (BGE 140 I 107 E. 4.1 S. 110 f.). Zwar hat sich das Bundesgericht in den genannten Entscheiden mit der Rechtm�ssigkeit von Verfahren f�r Parlamentswahlen besch�ftigt, f�r die grunds�tzlich das Prinzip des Proporzes galt, w�hrend der Beschwerdef�hrer vorliegend die Verfassungsm�ssigkeit eines gemischten Wahlsystems in Frage stellt, welches Elemente sowohl des Majorz- als auch des Proporzprinzips enth�lt. Art. 34 BV unterscheidet allerdings nicht zwischen Proporzwahlen, Majorzwahlen und Mischsystemen. Wahlverfahren haben dem Prinzip der Wahlrechtsgleichheit zu gen�gen, gleich ob es sich um eine Proporzwahl, eine Majorzwahl oder ein Mischsystem handelt.
9.3.�Als Teil der totalrevidierten Kantonsverfassung wurde Art. 71 KV/AR von der Bundesversammlung am 16. September 1996 gew�hrleistet (BBl 1996 IV 866). Der seither erfolgten Weiterentwicklung des Prinzips der Wahlrechtsgleichheit gilt es vorliegend Rechnung zu tragen. Somit ist nachfolgend zu pr�fen, ob das in den Grundz�gen in Art. 71 KV/AR und im Detail in Art. 46 GPR geregelte Verfahren f�r die Wahl des Kantonsrats mit Art. 34 BV zu vereinbaren ist. Zu beurteilen ist einzig die rechtliche Zul�ssigkeit des gemischten Wahlsystems, so wie es konkret ausgestaltet ist und sich die tats�chlichen Umst�nde im Kanton Appenzell A.Rh. pr�sentieren.
10.1.�Das Majorzwahlverfahren beg�nstigt die Wahl starker Pers�nlichkeiten. Es steht aber zwangsl�ufig in einem gewissen Widerspruch zur Wahlrechtsgleichheit. Nicht verwirklichen l�sst sich im Majorzwahlverfahren namentlich die Erfolgswertgleichheit (vgl. E. 8.3 hiervor), welche gebietet, dass die Zahl der gewichtslosen Stimmen auf ein Minimum zu begrenzen ist (BGE 129 I 185 E. 7.3 S. 199 f.). S�mtliche Stimmen, die im Majorzwahlverfahren in einem Wahlkreis an Personen gehen, die keine (absolute oder relative) Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen k�nnen, werden bei der Mandatsverteilung nicht ber�cksichtigt und bleiben gewichtslos. Die von den Wahlberechtigten abgegebenen Stimmen tragen im Regelfall weder wahlkreisintern noch wahlkreis�bergreifend in gleicher Weise zum Wahlergebnis bei. Reine Majorzwahlverfahren sind deshalb regelm�ssig mit einer signifikanten Einschr�nkung der Wahlrechtsgleichheit verbunden.
Die abgegebenen Stimmen fallen bei Majorzwahlen direkt bestimmten Personen zu und werden nicht zuerst auf Listen verteilt (vgl. E. 6.1 hiervor). Das bedeutet allerdings nicht notwendigerweise, dass die Parteizugeh�rigkeit der Kandidaten bei Majorzwahlen f�r die W�hler von untergeordneter Bedeutung ist. Im Gegenteil ist grunds�tzlich davon auszugehen, dass die politische Haltung der Kandidaten bzw. die Zugeh�rigkeit zu einer bestimmten Partei f�r viele W�hler auch im Majorzwahlverfahren ein entscheidendes Wahlkriterium darstellt. Unter diesen Gesichtspunkten kann das Majorzwahlverfahren dazu f�hren, dass nicht nur ein betr�chtlicher Teil der abgegebenen Stimmen bei der Mandatsverteilung unber�cksichtigt bleibt, sondern dass ausserdem die massgeblichen politischen Kr�fte nicht nach Massgabe ihrer Parteist�rke im Parlament Einsitz nehmen bzw. die Parteist�rke im Parlament ungenau abgebildet wird. Innerhalb der Wahlkreise k�nnen selbst Minderheitsparteien mit einem gefestigten R�ckhalt in der Bev�lkerung von der Mandatsverteilung g�nzlich ausgeschlossen bleiben. Anders als grunds�tzlich im Proporzwahlverfahren tr�gt im Majorzwahlverfahren auch die Bildung gr�sserer Wahlkreise nicht ohne weiteres zu einer besseren Verwirklichung der Erfolgswertgleichheit bei; im Gegenteil besteht die M�glichkeit, dass in einem Wahlkreis mit mehreren zu vergebenden Sitzen s�mtliche Mandate an Personen gehen, die der gleichen in diesem Wahlkreis dominierenden Gruppierung angeh�ren ( K�LZ, a.a.O., S. 36 f.; T�NDURY, Wahlkreise, a.a.O., S. 60).
10.2.�Dass sich die Erfolgswertgleichheit in einem reinen Majorzwahlverfahren nicht verwirklichen l�sst, bedeutet indessen noch nicht, dass eine Wahlordnung, in welcher die Mitglieder eines kantonalen Parlaments nach dem Majorzprinzip gew�hlt werden, mit der Bundesverfassung unvereinbar w�re (vgl. BGE 136 I 376 E. 4.1 S. 379; 129 I 185 E. 3.1; Urteil 1C_495/2012 vom 12. Februar 2014 E. 3.2, nicht publ. in: BGE 140 I 107; Hangartner, a.a.O., S. 227). Zwar erweist sich das Majorzprinzip f�r kantonale Parlamentswahlen im Hinblick auf die Wahlrechtsgleichheit nach dem Ausgef�hrten als nicht optimal. Je nach den konkreten Umst�nden k�nnen die Vorteile des Majorzprinzips aber gr�sser sein als die mit seiner Anwendung verbundenen Nachteile. Nach der Ansicht der Staatspolitischen Kommission des St�nderats kann dies etwa dann der Fall sein, wenn in einem Gemeinwesen die Pers�nlichkeit der Kandidierenden im Vordergrund steht und ihre Parteizugeh�rigkeit keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt oder wenn die zahlenm�ssig beschr�nkte Bev�lkerung eines kleineren Gebiets mit ausgepr�gter eigener Identit�t Anspruch auf Repr�sentation im �bergeordneten Rahmen und damit Anspruch auf einen eigenen Wahlkreis erhebt (vgl. E. 7.3 hiervor).
11.1.�Bei der Wahl des Kantonsrats Appenzell A.Rh. im Jahr 2011 wurde in 19 Wahlkreisen mit 2 bis 6 zu vergebenden Sitzen das Majorzprinzip angewandt. Hingegen wurden die dem Wahlkreis Herisau zukommenden 14 Sitze nach dem Proporzprinzip vergeben. Insgesamt wurden 51 von 65 und damit eine grosse Mehrheit der Abgeordneten-Sitze im Majorzwahlverfahren verteilt. S�mtliche W�hlerstimmen, die in den 19 Majorz-Wahlkreisen an nicht gew�hlte Kandidaten gingen, blieben in Missachtung des Prinzips der Erfolgswertgleichheit f�r die Verteilung der Mandate unber�cksichtigt. Mit der Anwendung des Majorzprinzips in 19 von 20 Wahlkreisen verbunden war somit eine nicht ausser Acht zu lassende Einschr�nkung in den Grundsatz der Wahlrechtsgleichheit.
11.2.�Ein Wahlsystem, welches wie im Kanton Appenzell A.Rh. Elemente des Majorz- und des Proporzprinzips vereint, hat den Nachteil, dass innerhalb desselben Wahlgebiets f�r die Bestellung desselben Organs verschiedene Wahlverfahren angewandt werden, was per se eine gewisse Einschr�nkung der Wahlrechtsgleichheit zur Folge hat (Tschannen, Staatsrecht, a.a.O., S. 685 Rz. 56b; Poledna, a.a.O., S. 135 Rz. 56; K�lz, a.a.O., S. 26 f.). Andererseits kann ein gemischtes Wahlsystem je nach seiner Ausgestaltung die mit einem reinen Majorzwahlverfahren verbundenen M�ngel abmildern, indem es sich einem Proporzwahlverfahren ann�hert und dem Prinzip der Erfolgswertgleichheit mindestens teilweise Achtung verschafft. Ein gemischtes Wahlsystem f�r die Wahl des kantonalen Parlaments ist mit der Bundesverfassung deshalb dann vereinbar, wenn der kantonale Verfassungs- oder Gesetzgeber nicht ausdr�cklich das Proporzprinzip f�r anwendbar erkl�rt und im Vergleich zu einem reinen Majorzwahlverfahren das Prinzip der Erfolgswertgleichheit insgesamt besser gewahrt wird. Ein Mischsystem muss gesamthaft betrachtet ausgewogen und sachlich nachvollziehbar ausgestaltet sein. Das konkrete Nebeneinander von Majorz- und Proporzelementen muss an vern�nftigen Kriterien ankn�pfen und insbesondere muss nachvollziehbar sein, weshalb gewisse Sitze nach dem Majorz- und andere nach dem Proporzprinzip verteilt werden.
11.3.�Dass bei der Kantonsratswahl 2011 in der Gemeinde Herisau, welche mit Abstand den gr�ssten Wahlkreis bildet, das Proporzwahlverfahren zur Anwendung gelangte, vermochte die mit der Anwendung des Majorzprinzips in den restlichen 19 Wahlkreisen verbundene Einschr�nkung in die Wahlrechtsgleichheit - wenn auch nur geringf�gig - abzumildern. Dass das Proporzwahlverfahren gerade in demjenigen Wahlkreis, in dem mit Abstand am meisten Sitze zu vergeben waren, zur Anwendung gelangte, ist nachvollziehbar und sachgerecht (vgl. nachfolgend E. 12.5.1). Zu pr�fen bleibt demnach, ob aufgrund der konkreten Umst�nde gen�gend gewichtige Gr�nde f�r die Anwendung des Majorzprinzips in den restlichen 19 Wahlkreisen bestehen. Neben der Einf�hrung des generellen Proporzwahlverfahrens verlangt der Beschwerdef�hrer gr�ssere Wahlkreise. Wie der Beschwerdeschrift zu entnehmen ist, handelt es sich hierbei allerdings um zwei Forderungen, die nach Ansicht des Beschwerdef�hrers kumulativ zu erf�llen sind. Zu Recht bringt er nicht vor, mit der Bildung gr�sserer Wahlkreise bei gleichzeitiger Beibehaltung des Majorzprinzips in allen Wahlkreisen ausser einem k�nne Art. 34 BV besser entsprochen werden.
12.1.�Dem angefochtenen Entscheid sowie der Stellungnahme des Regierungsrats an das Bundesgericht vom 1. M�rz 2012 k�nnen keine konkreten sachlichen Gr�nde entnommen werden, die f�r eine Beibehaltung des Majorzprinzips f�r die Wahl des Kantonsrats in 19 von 20 Gemeinden und die damit verbundene Abweichung vom Grundsatz der Erfolgswertgleichheit sprechen. Begr�ndet wurde der Entscheid gegen die generelle Einf�hrung des Proporzprinzips hingegen anl�sslich der Totalrevision der KV/AR in den Jahren 1995/1996 sowie der von den Stimmb�rgern am 1. Juni 2008 abgelehnten Initiative "Faires Wahlverfahren - Proporz f�r den Kantonsrat".
Im Rahmen der Totalrevision der KV/AR wurde der Verzicht auf die generelle Einf�hrung des Proporzprinzips f�r die Wahl des Kantonsrats mit der traditionell starken Autonomie der Gemeinden begr�ndet, die als politisch in sich geschlossene Gebilde mit einer eigenen politischen Organisation und Kultur aufzufassen seien, w�hrend die politischen Strukturen �ber die Gemeindegrenzen hinaus fehlten. Deshalb m�ssten die Gemeinden als Wahlkreise f�r den Kantonsrat beibehalten werden. Das Proporzprinzip eigne sich nicht f�r alle Gemeinden und lasse sich schon aufgrund der Einwohnerzahlen nicht in jeder Gemeinde realisieren. Eine Vergr�sserung der Wahlkreise w�rde als k�nstlich und kaum tauglich empfunden (Erl�uternder Bericht zur Totalrevision der Kantonsverfassung der Verfassungskommission vom 17. Mai 1993, S. 42 f.; J�RG SCHOCH, Leitfaden durch die Ausserrhodische Kantonsverfassung, 1996 S. 124 f.).
Anl�sslich der Initiative "Faires Wahlverfahren - Proporz f�r den Kantonsrat" hat der Regierungsrat im Jahr 2007 die Vor- und Nachteile der allgemeinen Einf�hrung des Proporzprinzips f�r die Wahl des Kantonsrats unter Ber�cksichtigung der tats�chlichen Verh�ltnisse im Kanton Appenzell A.Rh. sorgf�ltig untersucht. Der Regierungsrat kam damals zum Schluss, es best�nden nachvollziehbare Argumente sowohl f�r die Beibehaltung des geltenden Wahlsystems als auch f�r die Einf�hrung eines reinen Proporzwahlverfahrens. Die politischen Verh�ltnisse h�tten sich seit dem Inkrafttreten der KV/AR im Jahr 1996 nicht grundlegend ge�ndert. Gegen die generelle Einf�hrung des Proporzwahlverfahrens sprach nach Ansicht des Regierungsrats, dass dieses aufw�ndiger und f�r die Stimmberechtigten schwerer verst�ndlich sei. Nach wie vor st�nden vor allem in den kleineren Gemeinden des Kantons vorwiegend Personen und nicht Parteien zur Diskussion. Dies zeige sich auch darin, dass von den 65 Mitgliedern des Parlaments 22 und damit rund ein Drittel parteiunabh�ngig sei. Mit einem Wechsel zum Proporzwahlverfahren w�rde sich die Situation f�r die Parteiunabh�ngigen deutlich ver�ndern. Die Gemeinden als Wahlkreise h�tten im Kanton Tradition und ein Wechsel zu einem reinen Proporzwahlsystem f�hre dazu, dass die Wahlkreise im Hinblick auf die Wahlrechtsgleichheit neu definiert oder Wahlkreisverb�nde gebildet werden m�ssten. Andererseits anerkannte der Regierungsrat als Argumente f�r einen Wechsel zum generellen Proporzwahlverfahren, dass das angewandte Wahlverfahren mit Blick auf die Wahlrechtsgleichheit problematisch sei und das Proporzwahlverfahren zu einer breiteren Vertretung der verschiedenen politischen Gruppierungen f�hren w�rde. Ausserdem sei festzustellen, dass die Parteistrukturen im politischen Leben von Appenzell A.Rh. zunehmend Bedeutung erhielten, wof�r als aktuelles Beispiel angef�hrt werden k�nne, dass die revidierte Gesch�ftsordnung des Kantonsrats neu auch Bestimmungen �ber die Fraktionen enthalte (Erl�uternder Bericht des Regierungsrats zur Initiative "Faires Wahlverfahren - Proporz f�r den Kantonsrat" vom 19. Juni 2007).
Die zur Vorberatung der Initiative eingesetzte parlamentarische Kommission erw�hnte als Nachteile f�r einen generellen Wechsel zum Proporzwahlverfahren die bew�hrten Strukturen im Kanton, die Position der parteiunabh�ngigen Kantonsratsmitglieder sowie die h�here Komplexit�t des Proporzwahlverfahrens. Dem gegen�ber st�nden die Unzul�nglichkeiten des bestehenden Wahlsystems hinsichtlich der Wahlrechtsgleichheit sowie die mangelnde soziale und politische Repr�sentation der Bev�lkerung im Parlament. Die (nicht proportional zusammengesetzte) Kommission beantragte dem Kantonsrat mit 3 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen, die Initiative sei den Stimmberechtigten mit der Empfehlung auf Annahme zu unterbreiten (Bericht der parlamentarischen Kommission zur Initiative "Faires Wahlverfahren - Proporz f�r den Kantonsrat" vom 4. September 2007). Der Kantonsrat entschied nach kontroverser Diskussion vom 29. Oktober 2007 (erste Lesung) sowie vom 18. Februar 2008 (zweite Lesung), die Initiative den Stimmberechtigten mit einer ablehnenden Abstimmungsempfehlung zu unterbreiten.
12.2.�Weil das Majorzwahlverfahren tendenziell gut etablierte Mehrheitsparteien beg�nstigt, wird als Vorteil des Majorzprinzips f�r Parlamentswahlen bisweilen vorgebracht, es gehe darum, eine Parteienzersplitterung zu verhindern, klare Mehrheitsverh�ltnisse zu schaffen und damit die Regierbarkeit des Gemeinwesens sicherzustellen.
Das Postulat, das Parlamentswahlverfahren sei so auszugestalten, dass klare Mehrheitsverh�ltnisse entstehen, mag in Konkurrenzdemokratien mit einem parlamentarischen Regierungssystem (Deutschland, Frankreich, Grossbritannien) eine gewisse Berechtigung haben. In einem solchen System erleichtern klare Mehrheitsverh�ltnisse namentlich die Bildung einer (starken) Regierung sowie die Durchsetzung des von den Mehrheitsparteien beschlossenen Regierungsprogramms. Allerdings kennt der Kanton Appenzell A.Rh. wie alle Schweizer Kantone kein solches Regierungssystem. Die Mitglieder der Kantonsregierung werden nicht vom Kantonsrat, sondern direkt vom Volk gew�hlt (vgl. Art. 60 Abs. 2 lit. a KV/AR). Ausserdem sieht der Kanton Appenzell A.Rh. �ber die Minimalanforderungen von Art. 51 Abs. 1 BV hinaus wesentliche Mitspracherechte der Stimmbev�lkerung bei der Verfassungs- und Gesetzgebung sowie im Finanzbereich vor (vgl. Art. 60 Abs. 1 sowie Art. 60bis KV/AR). Damit zusammenh�ngend werden alle massgeblichen politischen Kr�fte fr�h in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen (vgl. Art. 56 f. KV/AR). Der Kanton Appenzell A.Rh. bevorzugt somit eine Konkordanzdemokratie, wie sie f�r einen Schweizer Kanton typisch ist und Tradition hat. In einem solchen System sind Parlamentsbeschl�sse nicht vom Bestand einer klaren und feststehenden Mehrheit abh�ngig; vielmehr bilden sich situationsbedingt wechselnde Mehrheiten ( K�LZ, a.a.O., S. 25). Die generelle Anwendung des Proporzprinzips f�r die Wahl des Kantonsrats statt des geltenden gemischten Wahlsystems w�rde die Regierbarkeit des Kantons Appenzell A.Rh. nicht gef�hrden (vgl. auch TSCHANNEN, Stimmrecht, a.a.O., S. 500 Rz. 751).
Immerhin hat das Bundesgericht in der Vergangenheit anerkannt, dass die Kantone ein legitimes Interesse daran haben k�nnen, eine allzu grosse Zersplitterung der Parteien zu verhindern (BGE 124 I 55 E. 5c/bb S. 65 ff. mit Hinweisen). Diesem Anliegen kann allerdings auch in einem Proporzwahlverfahren ohne weiteres Rechnung getragen werden, indem die Wahlordnung ein gesetzliches Quorum vorsieht, das eine Liste erreichen muss, damit sie bei der Sitzverteilung ber�cksichtigt wird. Solche gesetzlichen Quoren, die gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung bis zu einer gewissen Gr�sse zul�ssig sind, kennen denn auch verschiedene Kantone, die f�r die Wahl ihres Parlaments das Proporzprinzip anwenden.
12.3.�Ein wichtiges Motiv gegen die Einf�hrung eines generellen Proporzverfahrens f�r die Wahl des Kantonsrats war im Kanton Appenzell A.Rh. offenbar das Anliegen, dass weiterhin die traditionell mit grosser Autonomie ausgestatteten Gemeinden - namentlich auch die kleinen - eigene Wahlkreise bilden sollen. In diesem Zusammenhang gilt es allerdings zu ber�cksichtigen, dass es im Proporzwahlverfahren M�glichkeiten gibt, im Sinne eines Minderheitenschutzes an kleinen Wahlkreisen festzuhalten und dennoch eine relativ genaue Abbildung der Parteist�rke im Parlament zu gew�hrleisten. Zu denken ist namentlich an die Schaffung von Wahlkreisverb�nden sowie an die Methode "Doppelter Pukelsheim". Entsprechende Verfahren haben sich in den letzten Jahren in verschiedenen Kantonen etabliert und bew�hrt. Wird nach diesen Methoden vorgegangen, so kann auch in kleinen Wahlkreisen im Sinne eines Minderheitenschutzes eine angemessene Vertretung im Parlament garantiert werden. Macht ein Kanton von diesen M�glichkeiten keinen Gebrauch, lassen sich allzu grosse Eingriffe in die Wahlrechtsgleichheit selbst dann nicht mehr rechtfertigen, wenn gewichtige historische, f�deralistische, kulturelle, sprachliche oder religi�se Gr�nde f�r die Wahlkreiseinteilung bestehen (BGE 140 I 107 E. 4.1 S. 110 f. mit Hinweisen). Auch im Kanton Appenzell A.Rh. w�re der Wechsel zum generellen Proporzwahlverfahren bei gleichzeitiger Beibehaltung der Gemeinden als Wahlkreise m�glich, sofern entsprechende Vorkehren getroffen w�rden.
12.4.�Zu pr�fen ist weiter das Argument, Proporzwahlverfahren seien aufwendiger und f�r die Stimmberechtigten schwerer verst�ndlich als das Majorzwahlverfahren. Es mag zutreffen, dass Proporzwahlen je nach den konkreten Umst�nden f�r die Beh�rden, die Kandidierenden oder die W�hlerschaft aufwendiger sind als Majorzwahlen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall, sofern im Majorzwahlverfahren ein zweiter Wahlgang n�tig wird, n�mlich wenn im ersten Wahlgang in einem Wahlkreis weniger Personen das absolute Mehr erreicht haben, als Sitze zu vergeben sind (vgl. Art. 39 Abs. 1 GPR). Soweit das Proporzwahlverfahren tats�chlich mit einem Mehraufwand verbunden ist, h�lt sich dieser in Grenzen und ist er zumutbar.
Zuzustimmen ist dem Regierungsrat darin, dass die Zuteilung der Abgeordneten-Sitze in einem Proporzwahlverfahren f�r die W�hler grunds�tzlich schwieriger nachzuvollziehen und nachzupr�fen ist als bei einer reinen Majorzwahl. Besonders kompliziert ist die Sitzzuteilung, wenn in einem Gemeinwesen gesetzgeberische Vorkehren getroffen worden sind, um an kleinen Wahlkreisen festhalten zu k�nnen und im Sinne der Erfolgswertgleichheit dennoch einen echten Parteienproporz zu erm�glichen (vgl. E. 12.3 hiervor). Allerdings lassen sich auch die Wahlergebnisse einer Proporzwahl der Bev�lkerung einfach pr�sentieren und verst�ndlich vermitteln. Es bestehen denn auch keine Anzeichen daf�r, dass die Wahlergebnisse in denjenigen Kantonen, die ihr Parlament nach dem Grundsatz des Proporzes w�hlen, von der Bev�lkerung weniger gut akzeptiert w�rden. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Stimmb�rger den zust�ndigen Beh�rden in dieser Hinsicht vertrauen. Weshalb dies im Kanton Appenzell A.Rh. anders sein sollte, ist nicht ersichtlich.
12.5.�N�her einzugehen ist schliesslich auf das Vorbringen des Regierungsrats, vor allem in den kleineren Gemeinden des Kantons st�nden vorwiegend Personen und nicht Parteien zur Diskussion, was f�r die grunds�tzliche Beibehaltung des Majorzprinzips spreche.
12.5.1.�Das Gebot, wonach die Parlamentsmandate proportional zur St�rke der an der Wahl beteiligten politischen Gruppierungen zu verteilen sind, verliert dort an Bedeutung, wo die Zugeh�rigkeit der Kandidaten zu einer bestimmten politischen Gruppierung f�r den Entscheid der W�hler von untergeordneter Bedeutung ist. Es sind durchaus Konstellationen denkbar, in denen f�r die W�hler andere Kriterien im Vordergrund stehen. Nicht ausgeschlossen ist je nach den konkreten Umst�nden, dass die W�hler vorwiegend Personen w�hlen, die ihnen pers�nlich bekannt sind und von denen sie nicht aufgrund der Zugeh�rigkeit zu einer politischen Gruppierung, sondern ihrer Pers�nlichkeit annehmen, dass sie von ihnen im Parlament gut repr�sentiert w�rden. Nicht ausgeschlossen ist sodann, dass die Wahl auf Personen f�llt, die gar keiner politischen Gruppierung angeh�ren, die sich aber zuvor innerhalb des Wahlkreises politisch oder in anderer Weise besonders engagiert haben. Solche Konstellationen sind umso wahrscheinlicher, je dezentralisierter sich das politische und gesellschaftliche Leben im Kanton abspielt, je weniger Personen in einem Wahlkreis wohnen und je st�rker die W�hler sowie die Kandidaten in ihrem Wahlkreis verwurzelt sind (vgl. Bericht der Staatspolitischen Kommission des St�nderats zur Gew�hrleistung der Kantonsverfassung Graub�nden, a.a.O., S. 3637 f.). Bei der Frage, ob die Zugeh�rigkeit der Kandidaten zu einer bestimmten politischen Gruppierung f�r den Entscheid der W�hler von untergeordneter Bedeutung ist, handelt es sich um eine Tatfrage, die allgemein und f�r die Gemeinden des Kantons Appenzell A.Rh. nicht einfach zu beantworten ist. Dass dem so ist, darf jedenfalls nicht leichthin angenommen werden.
12.5.2.�Gem�ss Art. 105 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Abs. 1). Es kann diese Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Abs. 2). Nicht aus dem angefochtenen Urteil, aber aus dem von der Vorinstanz beigezogenen Erl�uternden Bericht des Regierungsrats zur Initiative "Faires Wahlverfahren - Proporz f�r den Kantonsrat" vom 19. Juni 2007 kann entnommen werden, dass der Regierungsrat der Ansicht ist, insbesondere in den kleineren Gemeinden des Kantons sei f�r die W�hler die Zugeh�rigkeit der Kandidaten zu einer bestimmten Partei von untergeordneter Bedeutung. Das Bundesgericht pr�ft im vorliegenden Verfahren, ob konkrete Anzeichen bestehen, die daf�r sprechen, dass dies auch bei der Wahl des Kantonsrats Appenzell A.Rh. im Jahr 2011 noch der Fall war. M�gliche Indizien daf�r, dass f�r die W�hler andere Kriterien als die Parteizugeh�rigkeit der Kandidaten im Vordergrund standen, w�ren die Umst�nde, dass der Wahlkampf nicht stark parteipolitisch gepr�gt war, sowie insbesondere, dass auch Kandidaten gute Wahlchancen hatten und gew�hlt wurden, die weder einer politischen Gruppierung angeh�ren noch kundtaten, dass sie einer bestimmten politischen Gruppierung nahe stehen.
12.5.3.�Im f�r die Kantonsratswahl 2011 massgeblichen Zeitpunkt betrug die Einwohnerzahl in 3 Gemeinden weniger als 1'000 Personen, in 10 Gemeinden 1'001-2'000 Personen und in 3 Gemeinden 2'001-3'000 Personen. In den 4 gr�ssten Gemeinden betrug die Einwohnerzahl 3'853 Personen (Speicher), 4'063 Personen (Heiden), 5'535 Personen (Teufen) sowie 15'882 Personen (Herisau). L�sst man Herisau ausser Betracht, war die durchschnittliche Gemeindegr�sse somit sehr klein, was dazu gef�hrt haben d�rfte, dass viele Kandidaten f�r die Wahl des Kantonsrats den W�hlern pers�nlich bekannt gewesen sind.
Die Gemeinden sind im Kanton Appenzell A.Rh. traditionell mit grosser Autonomie ausgestattet. Das stark dezentralisierte politische Leben im Kanton wurde seit dem 19. Jahrhundert unter anderem gepr�gt durch lokale Lesegesellschaften, wohingegen sich politische Parteien erst im 20. Jahrhundert und damit sp�ter als andernorts in der Schweiz bildeten (Peter Witschi, Appenzell Ausserrhoden, Historisches Lexikon der Schweiz, Band 1, 2002, S. 401 f.). Die Parteien erlangten im Kanton Appenzell A.Rh. auch im 20. Jahrhundert nicht die gleiche Bedeutung wie in anderen Regionen der Schweiz. Bis zur Abschaffung der Landsgemeinde im Jahr 1997 war die Zuordnung der Mitglieder des Kantonsrats Appenzell A.Rh. zu einer Partei nicht m�glich (vgl. Statistisches Lexikon der Schweiz, 17.2.4.1.3, Kantonale Parlamentswahlen: Mandatsverteilung nach Parteien und Kanton). Seit die Parteizugeh�rigkeit der Kantonsratsmitglieder offiziell erhoben wird, weist der Kantonsrat regelm�ssig eine grosse Anzahl von parteiunabh�ngigen Personen auf. Bei der Kantonsratswahl 2011 w�hlten 14 von 20 Gemeinden mindestens eine parteiunabh�ngige Person. Nach der Wahl belegten parteiunabh�ngige Personen mehr als einen Drittel aller Sitze des Kantonsrats (22 von 65). Noch gr�sser war der Anteil der gew�hlten parteiunabh�ngigen Personen (22 von 51), wenn man die Gemeinde Herisau ausblendet, in welcher die Kantonsratsmitglieder nach dem Proporzprinzip gew�hlt wurden. Auch in den Gemeindebeh�rden sind parteiunabh�ngige Personen gut vertreten.
Es ist zwar davon auszugehen, dass auch das politische Profil von parteiunabh�ngigen Kandidaten einen gewissen Einfluss auf den Entscheid der W�hler hat. Dennoch spricht der ausserordentlich hohe Anteil an in den Kantonsrat gew�hlten parteiunabh�ngigen Personen daf�r, dass in den kleinen Gemeinden des Kantons Appenzell A.Rh. die Zugeh�rigkeit oder die N�he der Kandidaten zu einer politischen Gruppierung nicht f�r alle W�hler von entscheidender Bedeutung ist, sondern dass viele W�hler vorwiegend Personen w�hlen, die ihnen pers�nlich bekannt sind oder die sich innerhalb der Gemeinde besonders engagiert haben. Offenbar werden die Mitglieder des Kantonsrats Appenzell A.Rh. st�rker als anderswo als Vertreter ihrer Gemeinde und nicht in erster Linie als Mitglieder einer politischen Gruppierung wahrgenommen. Symbolisch �ussert sich dies auch in der Sitzordnung des Kantonsrats, gem�ss welcher die Kantonsr�te nicht nach Parteien oder Fraktionen, sondern nach Gemeinden zusammensitzen. Es bestehen somit konkrete Anzeichen daf�r, dass in den kleinen Gemeinden bei der Wahl des Kantonsrats im Jahr 2011 die Zugeh�rigkeit der Kandidaten zu einer bestimmten Partei f�r die W�hler gesamthaft von eher untergeordneter Bedeutung war.
12.6.�Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich die Einschr�nkung in die Wahlrechtsgleichheit, welche mit der Anwendung des Majorzprinzips in 19 von 20 Wahlkreisen f�r die Wahl des Kantonsrats 2011 verbunden war, aufgrund der konkreten Umst�nde sachlich rechtfertigen l�sst. Als nachvollziehbare sachliche Gr�nde f�r die Zul�ssigkeit des bisherigen gemischten Wahlsystems zu erw�hnen sind die grosse Autonomie der die Wahlkreise bildenden Gemeinden, die geringe durchschnittliche Bev�lkerungszahl in den nach dem Majorzprinzip w�hlenden Gemeinden, der relativ geringe Stellenwert der politischen Parteien im Kanton bzw. in den Gemeinden sowie daran ankn�pfend die untergeordnete Bedeutung der Zugeh�rigkeit der Kandidaten zu einer bestimmten Partei f�r den Entscheid der W�hler in den nach dem Majorzprinzip w�hlenden Gemeinden. Unter Ber�cksichtigung dieser Umst�nde erweist sich das im Kanton Appenzell A.Rh. f�r die Kantonsratswahl 2011 angewandte gemischte Wahlsystem als bundesverfassungskonform.
Andererseits gibt es Hinweise darauf, dass die Bedeutung der Zugeh�rigkeit der Kantonsratskandidaten zu einer bestimmten politischen Gruppierung bzw. das politische Profil der Kandidaten f�r den Entscheid der W�hler auch im Kanton Appenzell A.Rh. zunimmt. Der Regierungsrat hat festgestellt, dass die Parteistrukturen im politischen Leben zunehmend Bedeutung erhalten (vgl. E. 12.1 hiervor). Was sodann den Anteil der in den Kantonsrat gew�hlten parteiunabh�ngigen Personen angeht, sind gewisse regionale Unterschiede zu erkennen. Vergleichsweise klein ist der Anteil parteiunabh�ngiger Kantonsr�te namentlich in den etwas gr�sseren Gemeinden Teufen, Speicher und Heiden, was daf�r spricht, dass dort die Parteizugeh�rigkeit der Kandidaten eine etwas wichtigere Rolle spielen k�nnte als in den kleineren Gemeinden. Schliesslich ist nicht ausgeschlossen, dass das pers�nliche Element bei der Wahl der Mitglieder des Kantonsrats k�nftig insgesamt an Bedeutung verliert, falls die gesellschaftliche und politische Verwurzelung der Bev�lkerung in den Gemeinden des Kantons Appenzell A.Rh. ab- und die allgemeine Mobilit�t weiter zunimmt. Es wird Aufgabe der kantonalen Beh�rden sein, die rechtliche und gesellschaftliche Entwicklung, welche Einfluss auf die Vereinbarkeit des Verfahrens f�r die Wahl des Kantonsrats mit Art. 34 BV haben kann, zu beobachten und insbesondere periodisch zu pr�fen, ob die Bedeutung der Parteizugeh�rigkeit der Kantonsratskandidaten f�r den Entscheid der W�hler weiter zunimmt. W�re dies sp�rbar und dauerhaft der Fall, liesse sich die mit dem bisher angewandten Wahlverfahren verbundene Einschr�nkung der Wahlrechtsgleichheit nicht mehr rechtfertigen, zumal die weiteren Argumente f�r die Beibehaltung des Majorzprinzips in 19 von 20 Wahlkreisen unter Ber�cksichtigung des politischen Systems des Kantons und angesichts der grossen Bedeutung des politischen Gleichheitsgebots f�r sich allein nicht durchzuschlagen verm�gen (vgl. E. 12.2-12.4 hiervor).
13.1.�Nach der KV/AR steht jeder Gemeinde mindestens ein Sitz im Kantonsrat zu (vgl. E. 4.1 hiervor). Gem�ss geltender Wahlordnung wird jeder Gemeinde vorab ein Sitz zugeteilt (Art. 46 Abs. 1 Ziff. 1 GPR). Anschliessend wird f�r die Berechnung der Verh�ltniszahl, die f�r die Verteilung der restlichen 45 Sitze massgebend ist, die totale Bev�lkerungszahl des Kantons durch 45 geteilt (Art. 46 Abs. 1 Ziff. 2 GPR). Mit diesem Vorgehen bleibt unber�cksichtigt, dass ein betr�chtlicher Teil der Bev�lkerung bereits �ber die Vorabsitze repr�sentiert wird, was zu einer zus�tzlichen, �ber den gem�ss KV/AR garantierten Sitz hinausgehenden Bevorteilung der kleinen Gemeinden f�hrt.
13.2.�Nach dem Prinzip der Stimmkraftsgleichheit hat sich die Zuweisung der Parlamentssitze an die Wahlkreise grunds�tzlich an der Bev�lkerungsgr�sse zu messen (vgl. E. 8.3 hiervor). Sitzgarantien f�r kleine Gemeinden k�nnen zur Folge haben, dass im Vergleich zu gr�sseren Gemeinden das Verh�ltnis zwischen der repr�sentierten Bev�lkerung und der zugeteilten Sitzzahl nicht gewahrt bleibt ( POLEDNA, a.a.O., S. 73; T�NDURY, Wahlkreise, a.a.O., S. 61). Je nach Ausgestaltung des Sitzverteilungssystems wird dieser Effekt noch verst�rkt (ausf�hrlich POLEDNA, a.a.O., S. 69 ff.). Soweit sich das Bundesgericht bisher konkret mit Sitzgarantien f�r kleine Wahlkreise besch�ftigt hat, hat es diese allerdings akzeptiert (BGE 136 I 376 E. 5.2 S. 386 ff; 103 Ia 603 E. 5b S. 609; 99 Ia 658 E. 4c S. 663 f.; kritisch dazu: T�NDURY, Wahlkreise, a.a.O., S. 61 f.).
13.3.�Der Beschwerdef�hrer hat weder im vorinstanzlichen Verfahren noch vor Bundesgericht vorgebracht, die Mindestsitzgarantie gem�ss Art. 71 Abs. 2 KV/AR oder das Verfahren der Zuteilung der 65 Sitze auf die 20 Gemeinden gem�ss Art. 46 Abs. 1 GPR habe im Rahmen der Kantonsratswahl 2011 zu einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG gef�hrt. Der Regierungsrat und die Vorinstanz haben sich dazu denn in ihren Entscheiden auch nicht ge�ussert. Damit bildet die Frage, ob die Mindestsitzgarantie in Kombination mit dem Zuteilungsverfahren mit Art. 34 BV vereinbar ist, auch nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens, zumal das Bundesgericht das Recht zwar grunds�tzlich von Amtes wegen anwendet (Art. 106 Abs. 1 BGG), es aber unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) nicht gehalten ist, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese nicht vorgetragen werden.
Immerhin ist darauf hinzuweisen, dass Art. 46 Abs. 1 GPR zur Zeit revidiert wird. K�nftig soll die Verteilung der Sitze auf die Gemeinden des Kantons Appenzell A.Rh. dem Verfahren folgen, welches auf Bundesebene f�r die Verteilung der Nationalratssitze auf die Kantone und in der Mehrheit der Kantone als Mandatsverteilsystem f�r das kantonale Parlament angewendet wird. Nach dem Willen des Regierungsrats sollen die neuen Bestimmungen per 1. Januar 2015 in Kraft treten und damit bereits f�r die n�chste Wahl des Kantonsrats zur Anwendung kommen (vgl. Erl�uternder Bericht des Regierungsrats vom 29. Oktober 2013 zur Teilrevision des Gesetzes �ber die politischen Rechte sowie den Gesetzesentwurf des Regierungsrats vom 18. Februar 2014).
Nach dem Ausgef�hrten sind die Beschwerden abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Unter den gegebenen Umst�nden rechtfertigt es sich, auf die Erhebung von Kosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 BGG), womit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos wird.
Die Verfahren 1C_59/2012 und 1C_61/2012 werden vereinigt.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Regierungsrat des Kantons Appenzell A.Rh. und dem Obergericht Appenzell A.Rh., 4. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 34
 Art. 82
 Art. 88
 Art. 89
 Art. 100
 Art. 29
 BGE 
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 95
 Art. 62
 Art. 22
 Art. 42
 Art. 95
 Art. 106
 Art. 71
 Art. 46
 Art. 34
 Art. 29
 Art. 71
 Art. 71
 Art. 46
 Art. 71
 Art. 74
 Art. 74
 Art. 29
 Art. 27
 Art. 51
 Art. 51
 Art. 39
 Art. 51
 Art. 34
 Art. 51
 Art. 51
 BGE 
 Art. 34
 Art. 34
 Art. 34
 Art. 34
 BGE 
 BGE 
 Art. 71
 Art. 34
 Art. 71
 Art. 34
 Art. 51
 Art. 34
 Art. 34
 Art. 71
 Art. 71
 Art. 46
 Art. 34
 BGE 
 BGE 
 Art. 34
 Art. 60
 Art. 51
 Art. 60
 Art. 60
 Art. 56
 Art. 39
 Art. 105
 Art. 95
 Art. 34
 Art. 71
 Art. 46
 Art. 95
 Art. 34
 Art. 46