Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=15.01.2015&Aktenzeichen=I%20R%2069/12
Timestamp: 2020-07-10 13:53:37+00:00

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BFH, 15.01.2015 - I R 69/12 - dejure.org
https://dejure.org/2015,12701
BFH, 15.01.2015 - I R 69/12 (https://dejure.org/2015,12701)
BFH, Entscheidung vom 15.01.2015 - I R 69/12 (https://dejure.org/2015,12701)
BFH, Entscheidung vom 15. Januar 2015 - I R 69/12 (https://dejure.org/2015,12701)
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Schlussurteil zu den EuGH-Urteilen Meilicke I und Meilicke II: Anrechnung niederländischer und dänischer Körperschaftsteuer auf die Einkommensteuer - Folgen der Unionsrechtswidrigkeit einer nationalen Vorschrift - Behördliche Erklärung als Abrechnungsbescheid - Erfolglos ...
§ 164 Abs. 1 der Abgabenordnung (AO), § ... 218 Abs. 2 AO, § 126 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung, § 44 Abs. 1 FGO, §§ 45, 46 FGO, § 68 FGO, § 218 Abs. 2 Satz 1 AO, §§ 45 f. FGO, § 45 Abs. 1 Satz 1 FGO, § 46 Abs. 1 Satz 1 FGO, § 36 Abs. 2 Halbsatz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) 1990, § 36 Abs. 2 Satz 2 Halbsatz 1 EStG, § 36 Abs. 2 EStG 1990, § 36 Abs. 2 Nr. 3 EStG 1990, § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 EStG 1990, § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 4 Buchst. f EStG 1990, Art. 56 des Vertrags zur Gr ündung der Europäischen Gemeinschaft, Art. 63 AEUV, § 20 Abs. 1 Nr. 3 EStG 1990, § 36 Abs. 2 Nr. 3 Satz 1 EStG 1990, § 20 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 EStG 1990, § 30 Abs. 2 Nr. 1 des Körperschaftsteuergesetzes, § 30 KStG 1991, § 47 KStG 1991, §§ 193 ff. AO, § 50b EStG, § 44 Abs. 1 KStG 1991, § 44 Abs. 4, 5, § 45 Abs. 4 KStG 1991, § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 3 EStG 1990, § 28 Abs. 3 KStG 1991, Richtlinie 77/799/EWG, Richtlinie 92/12/EWG, §§ 44 ff. KStG, § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 4 Buchst. b EStG 1990, § 45 KStG 1991, § 10b EStG, § 135 Abs. 2, Abs. 5 Satz 1 FGO
EStG § 36 Abs 2 Nr 3 S 1, EStG § ... 36 Abs 2 S 2 Nr 3, KStG § 44, KStG § 45, EG Art 56, AO § 218 Abs 2, AEUV Art 63, FGO § 118 Abs 2, FGO § 44 Abs 1, EStG § 36 Abs 2 S 2 Nr 3, FGO § 126 Abs 6 S 1, AO § 118 S 1
§ 36 Abs 2 Nr 3 S 1 EStG 1990, § 36 Abs 2 S 2 Nr 3 EStG 1990 vom 11.10.1995, § 44 KStG 1991, § 45 KStG 1991, Art 56 EG
Umfang der Anrechnung der Körperschaftsteuer einer unbeschränkt steuerpflichtigen Körperschaft; Rechtsfolgen der Europarechtswidrigkeit der Anrechnungsbeschränkung auf unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtige Körperschaften
Zur Anrechnung ausländischer Körperschaftsteuer auf inländische Einkommensteuer ("Meilicke")
Schlussurteil zu den EuGH-Urteilen Meilicke I und Meilicke II: Anrechnung niederländischer und dänischer Körperschaftsteuer auf die Einkommensteuer - Folgen der Unionsrechtswidrigkeit einer nationalen Vorschrift
Umfang der Anrechnung der Körperschaftsteuer einer unbeschränkt steuerpflichtigen Körperschaft
Abrechnungsbescheid?
Ausländische Körperschaftsteuer - und ihre Anrechnung auf die deutsche Einkommensteuer
Zur Anrechnung ausländischer Körperschaftsteuer auf die Einkommensteuer
BFHE 249, 99
ZIP 2015, 1224
ZIP 2015, 48
BB 2015, 1557
DB 2015, 1381
NZG 2015, 843
Bei der erneuten Entscheidung wird es zu berücksichtigen haben, dass die Nachweisobliegenheit und das Nachweisrisiko für das Vorliegen der Voraussetzungen einer steuerfreien Einlagenrückzahlung die Kläger treffen, da diese zu einem Steuervorteil führt (vgl. BFH-Urteile vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99, Schlussurteil zu den Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften Meilicke I und Meilicke II;… vom 18. August 2015 I R 38/12, BFH/NV 2016, 378; Senatsurteil vom 17. November 2015 VIII R 27/12, BFHE 252, 112, BStBl II 2016, 539).
Bei der Prüfung der Frage, ob der Inhalt einer behördlichen Erklärung einen Verwaltungsakt darstellt, ist das Revisionsgericht nicht an eine Wertung durch das Tatsachengericht gebunden, da es sich hierbei nicht um eine Tat-, sondern um eine Rechtsfrage handelt (…BFH-Urteile vom 7. August 1990 VII R 120/89, BFH/NV 1991, 569; vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99).
Hierzu müsste eine Äußerung der Beklagten als eine Entscheidung über eine Streitigkeit i.S. des § 218 Abs. 2 AO anzusehen sein, d.h. die Beklagte müsste mit ihr nach dem für den Adressaten objektiv erkennbaren Erklärungswert mit unmittelbarer Wirksamkeit nach außen zwischen den Beteiligten rechtsfeststellend die Streitigkeit entschieden haben (vgl. BFH, Urteil vom 15.01.2015 - I R 69/12 , juris = BFHE 249, 99).
Liegen diese Voraussetzungen vor, so ist ein Abrechnungsbescheid auch dann gegeben, wenn die Beklagte die Äußerung - wie hier - nicht ausdrücklich als Abrechnungsbescheid oder als Bescheid nach § 218 Abs. 2 AO bezeichnet hat (vgl. BFH, Urteil vom 15.01.2015 - I R 69/12 , juris = BFHE 249, 99; Urteil vom 07.08.1990 - VII R 120/89-, juris).
Die Körperschaftsteuerbeträge sind zu diesem Zweck im Festsetzungsverfahren zu beziffern und nachzuweisen (Bestätigung des Senatsurteils vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99).
Um Wiederholungen zu vermeiden, verweist der Senat zu alledem auf sein Urteil vom 15. Januar 2015 I R 69/12 (BFHE 249, 99).
Das alles hat der Senat im Anschluss an die EuGH-Urteile Meilicke I vom 6. März 2007 C-292/04 (EU:C:2007:132, Slg. 2007, I-1835) und Meilicke II (EU:C:2011:438, Slg. 2011, I-5669) in seinem Urteil in BFHE 249, 99 im Einzelnen dargelegt und würde jedenfalls im Ausgangspunkt auch für die von den Klägern geltend gemachte Körperschaftsteuer aus Drittstaaten gelten.
aa) Das FG ist verfahrensrechtlich zutreffend davon ausgegangen, dass Nachweisobliegenheit und -risiko für die Anrechnungsvoraussetzungen den Anteilseigner treffen, und zwar ungeachtet praktischer Probleme, die erforderlichen Informationen von den ausschüttenden Gesellschaften zu erlangen, weil der fehlende Informationsfluss auf Anlegerseite kein Problem ist, welches der betroffene Mitgliedstaat auffangen müsste, sodass bezogen auf Mitgliedstaaten auch nicht vom Amtshilfeverfahren (Richtlinie 77/799/EWG des Rates vom 19. Dezember 1977 über die gegenseitige Amtshilfe zwischen den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten im Bereich der direkten Steuern, ABlEG 1977, Nr. L 336, 15; geändert durch die Richtlinie 92/12/EWG des Rates vom 25. Februar 1992 über das allgemeine System, den Besitz, die Beförderung und die Kontrolle verbrauchsteuerpflichtiger Waren, ABlEG 1992, Nr. L 76, 1) Gebrauch gemacht werden muss (vgl. Senatsurteil in BFHE 249, 99, sowie EuGH-Urteil Meilicke II, EU:C:2011:438, Slg. 2011, I-5669, Rz 44 f., 48, 52).
Es hat ferner angesichts der Unanwendbarkeit von § 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 4 Buchst. b EStG 1990 n.F./1997 (Vorlage einer Körperschaftsteuerbescheinigung) richtigerweise alle Beweismittel akzeptiert (vgl. nochmals Senatsurteil in BFHE 249, 99) und auf dieser Grundlage ausgeführt, dass es sich bei den Darlegungen der Kläger und der von ihnen vorgelegten Unterlagen um eine rein rechnerische Ermittlung der Körperschaftsteuerbelastung handele und nicht erkennbar sei, inwieweit es sich um eine tatsächliche Körperschaftsteuerbelastung gehandelt habe.
Insbesondere ist auch unter Anwendung einer Verwendungsfiktion erforderlich, dass der "Körperschaftsteuer-Vorrat" der Gesellschaft im Ausgangspunkt durch tatsächlich von der Gesellschaft geschuldete Steuern gefüllt worden ist (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 249, 99).
Auch der I. Senat sah insbesondere im Schlussurteil zu den Urteilen des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) Meilicke I vom 6. März 2007 C-292/04 (EU:C:2007:132, Slg. 2007, I-1835) und Meilicke II vom 30. Juni 2011 C-262/09 (EU:C:2011:438, Slg. 2011, I-5669) die Nachweisobliegenheit sowie das Nachweisrisiko --im dortigen Streitfall für die Anrechnungsvoraussetzungen einer ausländischen Körperschaftsteuer-- beim Steuerpflichtigen (BFH-Urteil vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99).
Ein fehlender Informationsfluss auf Anlegerseite sei kein Problem, welches der betroffene Mitgliedstaat auffangen müsse, dieser müsse insbesondere auch nicht vom Amtshilfeverfahren Gebrauch machen (BFH-Urteile in BFHE 249, 99, Rz 39;… vom 18. August 2015 I R 38/12, BFH/NV 2016, 378, Rz 16 f.).
Er sieht von einer Begründung nach § 126 Abs. 6 Satz 1 FGO ab, was auch bei einer Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zulässig ist, wenn sie --wie im Streitfall hinsichtlich der gerügten Überraschungsentscheidung im Zusammenhang mit dem Vorhandensein des Pachtgegenstands-- nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens betrifft (vgl. dazu BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 28/07, BFHE 220, 332, BStBl II 2009, 842, unter II.2.b cc, Rz 27, m.w.N.; vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99, HFR 2015, 86, Rz 44).
Er sieht von einer Begründung nach § 126 Abs. 6 Satz 1 FGO ab (vgl. dazu allgemein BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 28/07, BFHE 220, 332, BStBl II 2009, 842, unter II.2.b cc, Rz 27, m.w.N.; vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99, HFR 2015, 860, Rz 44).
Verteilung eines Übergangsgewinns - § 163 AO - Korrekturen bei Übergang von der …
Es handelt sich nicht um eine Tat-, sondern um eine Rechtsfrage (…vgl. BFH-Urteile vom 4. Juni 2008 I R 72/07, BFH/NV 2008, 1977, und vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99, BFH/NV 2015, 1037).
Er erachtet diese Rügen indes nicht für durchgreifend und sieht insoweit von einer weiteren Begründung ab (§ 126 Abs. 6 Satz 1 FGO), was auch bei einer Rüge der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör zulässig ist, wenn sie --wie im Streitfall-- nicht das Gesamtergebnis des Verfahrens, sondern lediglich einzelne Feststellungen oder rechtliche Gesichtspunkte betrifft (vgl. BFH-Urteile vom 29. April 2008 VIII R 28/07, BFHE 220, 332, BStBl II 2009, 842; vom 15. Januar 2015 I R 69/12, BFHE 249, 99).

References: § 164
 § 126
 § 44
 § 68
 § 218
 § 45
 § 46
 § 36
 § 36
 § 36
 § 36
 § 36
 § 36
 Art. 56
 Art. 63
 § 20
 § 36
 § 20
 § 30
 § 30
 § 47
 § 50
 § 44
 § 44
 § 45
 § 36
 § 28
 § 36
 § 45
 § 10
 § 135
 § 36
 § 44
 § 45
 § 218
 § 118
 § 44
 § 36
 § 126
 § 118

§ 36
 § 36
 § 44
 § 45
 § 218
 § 218
 § 36
 § 126
 § 126
 § 163