Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/mittaetergehilfen-und-die-deliktsserie-3140572?pk_campaign=feed&pk_kwd=mittaetergehilfen-und-die-deliktsserie
Timestamp: 2020-04-03 03:21:08+00:00

Document:
Erbringt er dage­gen im Vor­feld oder wäh­rend des Laufs der Delikts­se­rie Tat­bei­trä­ge, durch die alle oder je meh­re­re Ein­zel­de­lik­te der Tat­ge­nos­sen gleich­zei­tig geför­dert wer­den, so sind ihm die je gleich­zei­tig geför­der­ten ein­zel­nen Straf­ta­ten als tat­ein­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen, da sie in sei­ner Per­son durch den jewei­li­gen ein­heit­li­chen Tat­bei­trag zu einer Hand­lung im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB ver­knüpft wer­den 1. Ob die ande­ren Betei­lig­ten die ein­zel­nen Delik­te nach obi­gen Grund­sät­zen gege­be­nen­falls tat­mehr­heit­lich began­gen haben, ist dem­ge­gen­über ohne Bedeu­tung 2.
Erschöp­fen sich die Tat­bei­trä­ge im Auf­bau und der Auf­recht­erhal­tung des auf die Straf­ta­ten aus­ge­rich­te­ten "Geschäfts­be­trie­bes", sind die­se Tat­hand­lun­gen als – unei­gent­li­ches – Orga­ni­sa­ti­ons­de­likt zu einer ein­heit­li­chen Tat im Sin­ne des § 52 Abs. 1 StGB zusam­men­zu­fas­sen 3. Für die kon­kur­renz­recht­li­che Beur­tei­lung der Taten des Täters oder Teil­neh­mers kommt es dabei nicht dar­auf an, ob die ande­ren Betei­lig­ten, die die tat­be­stand­li­chen Aus­füh­rungs­hand­lun­gen vor­neh­men, (Mit)Täter oder Gehil­fen sind oder ob es sich um gut­gläu­bi­ge Werk­zeu­ge han­delt 4.
Fehlt es an einer sol­chen indi­vi­du­el­len Tat­för­de­rung, erbringt der Täter aber im Vor­feld oder wäh­rend des Laufs der Delikts­se­rie Tat­bei­trä­ge, durch die alle oder je meh­re­re Ein­zel­ak­te sei­ner Tat­ge­nos­sen gleich­zei­tig geför­dert wer­den, sind ihm die gleich­zei­tig geför­der­ten ein­zel­nen Straf­ta­ten als tat­ein­heit­lich began­gen zuzu­rech­nen, da sie in sei­ner Per­son durch einen ein­heit­li­chen Tat­bei­trag zu einer Hand­lung im Sin­ne von § 52 StGB ver­knüpft wer­den 5.
BGH, Beschluss vom 20.09.2016 – 3 StR 302/​16[↩]
st. Rspr.; vgl. nur BGH, Urteil vom 17.06.2004 – 3 StR 344/​03, BGHSt 49, 177, 182 f.; Beschlüs­se vom 07.12 2010 – 3 StR 434/​10 7; vom 18.10.2011 – 4 StR 346/​11 3[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 14.10.2014 – 3 StR 365/​14, NStZ 2015, 334 mwN; vom 23.07.2015 – 3 StR 518/​14, NStZ-RR 2015, 341 f.[↩]
vgl. Fischer, StGB, 63. Aufl., § 263 Rn.203; S/​SSternbergLieben/​Bosch, StGB, 29. Aufl., § 52 Rn.20 f.[↩]
BGH NJW 2004, 2840; BGH, Beschluss vom 29.04.2008 – 4 StR 125/​08[↩]

References: § 52
 § 52
 § 52
 § 263
 § 52

BGH