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Timestamp: 2016-10-26 15:28:47+00:00

Document:
2A.49/2004 (07.05.2004)
2A.49/2004/bmt
Dr. Kurt Alois Pfau,
Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom
12. Dezember 2003.
Der t�rkische Staatsangeh�rige I.________ wurde am 28. M�rz 1983 in der Schweiz geboren. Im Jahre 1987 reiste er im Rahmen des Familiennachzugs definitiv in die Schweiz ein. Er besuchte die Schulen in Y.________ und wuchs dort bei seinen Eltern auf. Er ist im Besitz einer Niederlassungsbewilligung.
Aufgrund zahlreicher polizeilicher Rapporterstattungen wegen strafbarer Handlungen sprach das Ausl�nderamt des Kantons Schaffhausen mit Verf�gung vom 25. April 2002 gegen I.________ eine Verwarnung aus. Er wurde angehalten, sich insk�nftig in jeder Hinsicht klaglos zu verhalten, ansonsten seine Wegweisung aus der Schweiz ernsthaft gepr�ft werden m�sste. Am 17. September 2002 erliess das Untersuchungsrichteramt des Kantons Schaffhausen gegen I.________ eine Strafverf�gung wegen Ben�tzens eines �ffentlichen Linienbusses ohne g�ltigen Fahrausweis und bestrafte ihn mit einer Busse von Fr. 90.-- zuz�glich Kosten. Mit Urteil vom 17. Oktober 2002 erkl�rte das Kantonsgericht Schaffhausen I.________ der mehrfachen einfachen K�rperverletzung, des Angriffs, des bandenm�ssigen Diebstahls, des unvollendeten Versuchs des Diebstahls, der Sachbesch�digung, der Drohung, des mehrfachen Hausfriedensbruchs, der Gewalt und Drohung gegen Beamte und der mehrfachen Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch schuldig und bestrafte ihn mit 10 Monaten Gef�ngnis, mit bedingtem Strafvollzug bei einer Probezeit von drei Jahren. Dieses Urteil erwuchs am gleichen Tag in Rechtskraft. In der Folge teilte das Ausl�nderamt des Kantons Schaffhausen I.________ mit, dass es zu pr�fen habe, ob er wegen dieser Verurteilung aus der Schweiz auszuweisen sei. I.________ reagierte auf die betreffenden Schreiben des Ausl�nderamtes nicht und reichte die von ihm verlangten Unterlagen nicht ein. Mit Strafverf�gung vom 25. November 2002 bestrafte das Untersuchungsrichteramt des Kantons Schaffhausen I.________ wegen Nichtbefolgens der Aufgebote des Betreibungsamtes Schaffhausen zur Anwesenheit bei der Pf�ndung mit einer Busse von Fr. 150.-- zuz�glich Kosten. Am 14. Dezember 2002 beging I.________ mit einem Komplizen einen Raub�berfall auf eine Tankstelle in Neuhausen am Rheinfall. Er wurde in der gleichen Nacht verhaftet und hat in der Untersuchungshaft seine T�terschaft gestanden. Mit Urteil vom 21. Januar 2004 sprach das Kantonsgericht Schaffhausen I.________ des qualifizierten Raubes, der Geiselnahme, des Diebstahls, der Sachbesch�digung, des Hausfriedensbruchs und der mehrfachen �bertretung des Bet�ubungsmittelgesetzes schuldig und wies ihn in eine Arbeitserziehungsanstalt ein.
Mit Verf�gung vom 18. Februar 2003 wies das Ausl�nderamt des Kantons Schaffhausen I.________ f�r die Dauer von zehn Jahren aus der Schweiz aus. Der Beginn der Ausweisung wurde auf den Zeitpunkt seiner Entlassung aus dem Strafvollzug festgesetzt. Den gegen diese Verf�gung gerichteten Rekurs wies der Regierungsrat des Kantons Schaffhausen am 29. April 2003 ab.
I.________ hat gegen diesen Entscheid des Regierungsrates Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Obergericht des Kantons Schaffhausen gef�hrt, das die Verwaltungsgerichtsbeschwerde sowie das damit gestellte Begehren um unentgeltliche Prozessf�hrung und Verbeist�ndung mit Entscheid vom 12. Dezember 2003 abwies. Das Obergericht erachtete die Voraussetzungen f�r eine Ausweisung gem�ss Art. 10 Abs. 1 lit. a des Bundesgesetzes �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder vom 26. M�rz 1931 (ANAG; SR 142.20) als erf�llt. Es gewichtete das �ffentliche Interesse an einer Entfernung und Fernhaltung des Beschwerdef�hrers h�her als dessen privates Interesse an einem weiteren Verbleib in der Schweiz und bejahte im Hinblick auf das schwere strafrechtliche Verschulden des Beschwerdef�hrers die Verh�ltnism�ssigkeit seiner Ausweisung. Mit Verf�gung vom 19. Dezember 2003 erg�nzte das Obergericht seinen Entscheid vom 12. Dezember 2003 durch die versehentlich unterbliebene Rechtsmittelbelehrung.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde vom 26. Januar 2004 an das Bundesgericht beantragt I.________, den Entscheid des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 12. Dezember 2003 aufzuheben und auf seine Ausweisung zu verzichten. Er macht geltend, seine privaten Interessen an einem Verbleib in der Schweiz w�rden die �ffentlichen Interessen an seiner Ausweisung �berwiegen, weshalb diese einen unzul�ssigen Eingriff in den gem�ss Art. 8 EMRK gesch�tzten Anspruch auf Achtung des Familienlebens darstelle.
Der Regierungsrat und das Obergericht des Kantons Schaffhausen beantragen Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung hat sich mit dem Antrag auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vernehmen lassen.
1.1 Gegen Ausweisungsverf�gungen steht gem�ss Art. 97 Abs. 1 OG die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen. Ein Ausschlussgrund im Sinne der Art. 99-102 OG liegt nicht vor; insbesondere f�llt die Ausweisung nicht unter die in Art. 100 Abs. 1 lit. b OG genannten, von der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausgenommenen Verf�gungen, sofern sie - wie im vorliegenden Fall - gest�tzt auf Art. 10 ANAG angeordnet worden ist (BGE 114 Ib 1 E. 1a S. 2). Auf die frist- und formgerecht erhobene Beschwerde ist daher einzutreten.
1.2 Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich �berschreitung und Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (Art. 104 lit. a und b OG), nicht jedoch die Unangemessenheit des angefochtenen Entscheids ger�gt werden (vgl. Art. 104 lit. c OG). Hat - wie hier - eine richterliche Beh�rde als Vorinstanz entschieden, ist das Bundesgericht an deren Sachverhaltsfeststellung gebunden, sofern diese nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen erfolgt ist (Art. 105 Abs. 2 OG). Damit sind neue tats�chliche Vorbringen im bundesgerichtlichen Verfahren ausgeschlossen, soweit sie nicht von der Vorinstanz von Amtes wegen h�tten beachtet werden m�ssen und ihre Nichtber�cksichtigung nicht auf eine Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen hinausl�uft (BGE 124 II 409 E. 3a S. 421, mit Hinweis).
2.1 Gem�ss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG kann ein Ausl�nder aus der Schweiz ausgewiesen werden, wenn er wegen eines Verbrechens oder Vergehens gerichtlich bestraft wurde. Die Ausweisung soll jedoch nur ausgesprochen werden, wenn sie nach den gesamten Umst�nden angemessen erscheint (Art. 11 Abs. 3 ANAG). Hierbei sind vor allem die Schwere des Verschuldens des Ausl�nders, die Dauer seiner Anwesenheit in der Schweiz und die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (Art. 16 Abs. 3 der Vollziehungsverordnung vom 1. M�rz 1949 zum Bundesgesetz �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAV; SR 142;201). Ob die Ausweisung im Sinne von Art. 11 Abs. 3 ANAG und Art. 16 Abs. 3 ANAV "angemessen", d.h. verh�ltnism�ssig sei, ist eine Rechtsfrage, die vom Bundesgericht frei �berpr�ft wird (Art. 104 lit. a OG). Dem Bundesgericht ist es jedoch verwehrt, sein eigenes Ermessen - im Sinne einer �berpr�fung der Zweckm�ssigkeit (Opportunit�t; vgl. BGE 116 Ib 353 E. 2b S. 356 f.) der Ausweisung an die Stelle desjenigen der zust�ndigen kantonalen Beh�rde zu setzen (BGE 125 II 521 E. 2a S. 523, mit Hinweisen).
2.2 Je l�nger ein Ausl�nder in der Schweiz anwesend war, desto strengere Anforderungen sind grunds�tzlich an die Anordnung einer Ausweisung zu stellen. Zu ber�cksichtigen ist auch, in welchem Alter der Ausl�nder in die Schweiz eingereist ist. Selbst bei einem Ausl�nder, der bereits hier geboren ist und sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat (Ausl�nder der "zweiten Generation"), ist eine Ausweisung nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung indessen nicht ausgeschlossen (BGE 122 II 433 E. 2 und 3 S. 435 ff.). Bei schweren Straftaten, insbesondere bei Gewalt-, Sexual- und schweren Bet�ubungsmitteldelikten, und erst recht bei R�ckfall beziehungsweise wiederholter Delinquenz besteht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ein wesentliches �ffentliches Interesse an einer Ausweisung. Entscheidend sind aber immer die gesamten Umst�nde des Einzelfalles (BGE 125 II 521 E. 2b S. 523, mit Hinweis).
Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung sind die vom Strafrichter verh�ngten Strafen (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216).
3.1 Der Beschwerdef�hrer wurde am 17. Oktober 2002 vom Kantonsgericht Schaffhausen wegen mehrfacher einfacher K�rperverletzung, Angriffs, bandenm�ssigen Diebstahls, unvollendeten Versuchs des Diebstahls, Sachbesch�digung, Drohung, mehrfachen Hausfriedensbruchs, Gewalt und Drohung gegen Beamte sowie wegen mehrfacher Entwendung eines Motorfahrzeugs zum Gebrauch zu zehn Monaten Gef�ngnis bedingt verurteilt.
Damit ist bereits ein Ausweisungsgrund gem�ss Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG gegeben, was der Beschwerdef�hrer nicht in Abrede stellt.
3.2 Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid offengelassen, ob eine Ausweisung allein wegen dieser Verurteilung verh�ltnism�ssig w�re. Hinzu kommt nun aber, dass der Beschwerdef�hrer keine zwei Monate nach diesem Urteil einen Raub�berfall begangen hat. Im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheids des Obergerichts hatte der Beschwerdef�hrer seine T�terschaft gestanden und war von der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen wegen dieses Raub�berfalls Anklage gegen ihn erhoben worden. Das Obergericht bezog daher im angefochtenen Entscheid diese Tat in seine Erw�gungen ein, was der Beschwerdef�hrer zu Recht nicht beanstandet. Seit dem Entscheid des Obergerichts vom 12. Dezember 2003 hat nun das Kantonsgericht Schaffhausen den Beschwerdef�hrer mit Urteil vom 21. Januar 2004 des qualifizierten Raubes, der Geiselnahme, des Diebstahls, der Sachbesch�digung, des Hausfriedensbruchs und der mehrfachen �bertretung des Bet�ubungsmittelgesetzes schuldig erkl�rt und ihn in eine Arbeitserziehungsanstalt eingewiesen. Der Vertreter des Beschwerdef�hrer hat dieses Urteil als Beilage zu seiner vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht und die Einweisung des Beschwerdef�hrers in eine Arbeitserziehungsanstalt positiv gew�rdigt. Es ist daher davon auszugehen, dass das Urteil des Kantonsgerichts vom 21. Januar 2004 in Rechtskraft erwachsen ist. Auch die Einweisung in eine Arbeitserziehungsanstalt stellt einen Ausweisungsgrund im Sinne von Art. 10 Abs. 1 lit. a ANAG (vgl. BGE 125 II 521 E. 3 S. 524 ff.) dar.
Entscheidend f�r die Zul�ssigkeit einer Ausweisung ist die Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung, die gest�tzt auf die gesamten wesentlichen Umst�nde des Einzelfalles vorzunehmen ist (BGE 122 II 433 E. 2c S. 436 f.). Der Beschwerdef�hrer h�lt die gegen ihn verf�gte Ausweisung f�r nicht verh�ltnism�ssig.
4.1 Hinsichtlich seiner Verurteilung durch das Kantonsgericht vom 17. Oktober 2002 macht der Beschwerdef�hrer geltend, er sei bestrebt gewesen, sich mit seinem begangenen Unrecht auseinanderzusetzen und habe daher das Urteil des Kantonsgerichts nicht an das Obergericht weitergezogen, obwohl dort erfahrungsgem�ss die Strafe sehr oft herabgesetzt werde. Dem ist entgegenzuhalten, dass f�r die mit dem Urteil des Kantonsgerichts vom 17. Oktober 2002 beurteilten Delikte eine bedingt ausgesprochene Gef�ngnisstrafe von zehn Monaten Gef�ngnis als ausgesprochen mild anzusehen ist, weshalb der Beschwerdef�hrer offensichtlich keinen Anlass hatte, dieses Urteil weiterzuziehen. Andererseits bezeichnet der Beschwerdef�hrer die bedingte Gef�ngnisstrafe von zehn Monaten als "abstrakt", womit er offenbar, wie schon im kantonalen Verfahren, geltend machen will, diese habe ihn nicht beeindruckt. Das Obergericht hat im angefochtenen Entscheid hierzu zutreffend ausgef�hrt, gerade die Tatsache, dass eine "bloss" bedingte Strafe den Beschwerdef�hrer nicht zu beeindrucken vermochte, zeige seine mangelnde Bereitschaft zur Respektierung von Entscheiden schweizerischer Beh�rden und zur Anpassung an die hiesigen Verh�ltnisse und Gepflogenheiten. Diesen Ausf�hrungen ist beizupflichten. �berdies war der Beschwerdef�hrer im gleichen Jahr bereits vom Ausl�nderamt des Kantons Schaffhausen wegen zahlreicher polizeilicher Rapporterstattungen verwarnt und ihm f�r den Fall, dass er sich insk�nftig nicht klaglos verhalten sollte, die Wegweisung aus der Schweiz angedroht worden. Dem Beschwerdef�hrer musste daher, auch wenn die ihm am 17. Oktober 2002 auferlegte Gef�ngnisstrafe nur bedingt ausgesprochen worden war, wissen, dass er mit weiterer Straff�lligkeit sein Anwesenheitsrecht in der Schweiz aufs Spiel setzte.
4.2 Dessen ungeachtet hat der Beschwerdef�hrer bereits am 14. Dezember 2002, somit keine zwei Monate sp�ter, einen Raub�berfall auf eine Tankstelle begangen. Dabei waren er und sein Komplize mit 30 cm langen Fleischmessern bewaffnet (Haftpr�fungsverf�gung des Einzelrichters in Strafsachen vom 26. Dezember 2002). Der Beschwerdef�hrer bringt zu seiner Entlastung vor, er sei von seinem Vater oft geschlagen worden, habe wegen seines Vaters keine Berufslehre absolvieren k�nnen und sei im Alter von sieben Jahren von einem Auto angefahren worden, wodurch er ein schweres Sch�del-Hirn-Trauma erlitten habe. Ab Fr�hjahr 2003 (recte 2002) habe er im Restaurant X.________ in Y.________ als Koch gearbeitet. Vor dem Raub�berfall sei er in einen Kollegenkreis geraten, der einen schlechten Einfluss auf ihn gehabt habe, so dass er angefangen habe, Drogen zu konsumieren. Es wird betont, der "sonst friedfertige" Beschwerdef�hrer habe die Tat unter dem Einfluss von Drogen begangen. Das Gutachten des Psychiatriezentrums Schaffhausen vom 15. Oktober 2003, auf das er sich in diesem Zusammenhang beruft, bildet in dessen nicht Bestandteil der kantonalen Akten und kann deshalb im vorliegenden Verfahren nicht ber�cksichtigt werden. Im �brigen k�nnte der Beschwerdef�hrer daraus ohnehin nichts zu seinen Gunsten ableiten. Indessen kann der Beschwerdef�hrer kaum als "sonst friedfertig" bezeichnet werden, nachdem in den Delikten, die das Kantonsgericht in seinem Urteil vom 17. Oktober 2002 zu beurteilen hatte, eine erhebliche Gewaltbereitschaft des Beschwerdef�hrers zum Ausdruck gekommen ist und den polizeilichen Rapporterstattungen, die zu der Verwarnung vom 25. April 2002 f�hrten, Delikte wie einfache K�rperverletzung, Drohung, Hausfriedensbruch, Sachbesch�digung sowie Gewalt und Drohung gegen Beh�rden zu Grunde lagen.
4.3 Dadurch, dass der Beschwerdef�hrer keine zwei Monate nach seiner Verurteilung durch das Kantonsgericht vom 17. Oktober 2002 in noch wesentlich schwerwiegenderer Weise delinquierte, hat er gezeigt, dass er nicht f�hig oder nicht willens ist, sich der hier geltenden Rechtsordnung unterzuordnen. Dies kommt denn auch darin zum Ausdruck, dass er auf zwei Schreiben des kantonalen Ausl�nderamtes, mit welchen ihm Gelegenheit geboten worden war, sich zu der aufgrund des Urteils des Kantonsgerichts vom 17. Oktober 2002 in Erw�gung gezogenen Ausweisung zu �ussern und sachdienliche Unterlagen einzureichen, nicht reagiert hat. Es l�sst sich dies entgegen der in der vorliegenden Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung keineswegs damit rechtfertigen, allein aufgrund der Verurteilung vom 17. Oktober 2002 w�re eine Ausweisung nicht angemessen gewesen, war es doch nicht Sache des Beschwerdef�hrers, dar�ber zu entscheiden.
4.4 Der Beschwerdef�hrer stand bei der Begehung des qualifizierten Raub�berfalls vom 14. Dezember 2002 bereits im 21. Altersjahr, weshalb diese Tat nicht als Folge jugendlichen Leichtsinns betrachtet werden kann. Verschuldensm�ssig schwerwiegend ist auch, dass der Beschwerdef�hrer und sein Komplize den Raub�berfall spontan, als Mutprobe, durchgef�hrt haben und der Beschwerdef�hrer nicht aus materieller Not delinquierte, sondern mutwillig in die k�rperliche und seelische Integrit�t des Opfers eingriff.
4.5 Angesichts der Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer nur zwei Monate nach seiner Verurteilung vom 17. Oktober 2002 erneut und in erheblich schwerwiegenderem Masse delinquiert hat, l�sst sich eine R�ckfallgefahr keineswegs ausschliessen. Der Beschwerdef�hrer hat wiederholt und in zunehmend intensiverem Ausmass gegen die Rechtsordnung verstossen. Es liegt somit eine sich zusehends verschlechternde Situation vor, indem der Beschwerdef�hrer mit seiner deliktischen T�tigkeit nicht nur fortgefahren ist, sondern sich immer schwerere Straftaten hat zu Schulden kommen lassen, was auch bei in der Schweiz aufgewachsenen Ausl�ndern zu einer Ausweisung f�hren kann (vgl. Alain Wurzburger, La jurisprudence r�cente du Tribunal f�d�ral en mati�re de police des �trangers, in: RDAF 53/1997 I S. 314 ff.; Urteile 2A. 468/2000 vom 16. M�rz 2001, E. 3b, 2A.370/2000 vom 16. November 2000, 5c).
4.6 Der Umstand, dass sich der Beschwerdef�hrer in der Untersuchungshaft und im vorl�ufigen beziehungsweise bisherigen Straf- und Massnahmenvollzug bis anhin - soweit ersichtlich - klaglos verhalten hat, vermag nichts daran zu �ndern, dass ein erhebliches �ffentliches Interesse an der Fernhaltung des Beschwerdef�hrers besteht, da sich hieraus nicht ergibt, dass das Risiko eines R�ckfalles entfiele (vgl. Urteil 2A.324/2001 vom 15. November 2001, mit Hinweis).
Den �ffentlichen Interessen an einer Ausweisung und Fernhaltung des Beschwerdef�hrers auf die verf�gte Dauer von zehn Jahren sind dessen private Interessen an einem Verbleib in der Schweiz gegen�berzustellen.
5.1 Der Beschwerdef�hrer wurde in der Schweiz geboren und ist seit fr�hem Kindesalter hier aufgewachsen. Er hat die Schulen hier absolviert und spricht Schweizerdeutsch. Mit Ausnahme seiner im Fr�hjahr 2002 aufgenommenen Arbeit im Restaurant X.________ in Y.________, welche offenbar durch den Arbeitgeber gek�ndigt wurde, war der Beschwerdef�hrer nur sporadisch als Hilfsarbeiter erwerbst�tig. Der Beschwerdef�hrer war somit arbeitsm�ssig vor seiner Verhaftung in der Schweiz nicht integriert.
5.2 Auch f�r eine soziale Integration des Beschwerdef�hrers gibt es keine Anhaltspunkte. Nach seinen eigenen Angaben war er in einen Kollegenkreis geraten, der einen negativen Einfluss auf ihn hatte. Nach f�r das Bundesgericht verbindlicher Feststellung des Obergerichts (Art. 105 Abs. 2 OG) hat der Beschwerdef�hrer im Strafverfahren nach anf�nglicher Bestreitung zugegeben, Drogen zu konsumieren. In der Haftpr�fungsverf�gung vom 26. Dezember 2002 ist festgehalten, der Beschwerdef�hrer habe anl�sslich der polizeilichen Einvernahme vom 17. Dezember 2002 best�tigt, dass er vorhatte am 2. Januar 2003 in die T�rkei zu reisen, wo er bei einem Freund mit Vornamen "E.________" h�tte wohnen k�nnen.
5.3 In der Schweiz leben an nahen Verwandten des Beschwerdef�hrers seine Mutter und seine Schwester. Mit ihnen hat der Beschwerdef�hrer jedoch schon vor seiner Verhaftung nicht mehr in Hausgemeinschaft gelebt, sondern er hatte eine eigene Wohnung bezogen. Zudem hat die nach seiner eigenen Darstellung enge Beziehung zu seiner Mutter und seiner Schwester den Beschwerdef�hrer nicht von den wiederholten Straftaten abhalten k�nnen. Schwerwiegende Nachteile sind mit einer Ausweisung des Beschwerdef�hrers f�r dessen Mutter und Schwester nicht verbunden (Art. 16 Abs. 3 ANAV).
5.4 Da der Beschwerdef�hrer praktisch sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht hat, wird es f�r ihn nicht einfach sein, sich in der T�rkei einzuleben. Nachdem er aber selber eine �bersiedlung in seinen Heimatstaat ins Auge gefasst hat, erscheint eine solche nicht unzumutbar. Obwohl er nach seiner eigenen Darstellung zu seinem dort lebenden Vater keine gute Beziehung hat, ist nicht auszuschliessen, dass sich dieser Kontakt nach einer �bersiedlung des Beschwerdef�hrers in die T�rkei verbessern k�nnte. Zudem besitzt der Beschwerdef�hrer in der T�rkei einen Freund, bei dem er, jedenfalls vor�bergehend, wohnen wollte, sodass er nicht v�llig auf sich selbst gestellt sein wird. Es d�rfte ihm daher nicht allzu schwer fallen, anf�ngliche Schwierigkeiten zu �berwinden und ein neues Beziehungsnetz aufzubauen.
Der Beschwerdef�hrer beruft sich auch auf das in Art. 8 Ziff. 1 EMRK gesch�tzte Recht auf Achtung des Familienlebens. Aus dem in dieser Bestimmung garantierten Anspruch kann der Beschwerdef�hrer jedoch nichts zu seinen Gunsten ableiten. Er ist �ber 18 Jahre alt und ein besonderes Abh�ngigkeitsverh�ltnis liegt nicht vor, weshalb er sich nicht mehr auf die Bindung zur elterlichen Familie berufen kann (BGE 125 II 521 E. 5 S. 529, mit Hinweis; Alain Wurzburger, a.a.O. S. 284). Zudem lebte der Beschwerdef�hrer vor seiner Verhaftung in einer eigenen Wohnung und nicht in Hausgemeinschaft mit Mutter und Schwester (vgl. Stephan Breitenmoser, Das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens in der Schweizer Rechtsprechung zum Ausl�nderrecht, in: EuGRZ 1993, S. 541). Selbst wenn sich der Beschwerdef�hrer auf Art. 8 EMRK berufen k�nnte, w�ren die nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK erforderlichen Voraussetzungen f�r einen Eingriff in den Anspruch auf Achtung des Privat- und Familienlebens erf�llt. Die Ausweisung des Beschwerdef�hrers st�tzt sich auf Art. 10 ANAG und hat damit eine gesetzliche Grundlage im Landesrecht. Es handelt sich dabei um eine Massnahme, die zur Aufrechterhaltung der �ffentlichen Ordnung und zur Verhinderung weiterer strafbarer Handlungen des Beschwerdef�hrers notwendig ist.
7.1 Zusammenfassend �berwiegt das �ffentliche Interesse an einer Ausweisung des Beschwerdef�hrers dessen private Interessen an einem weiteren Verbleib in der Schweiz. Die Ausweisung ist daher verh�ltnism�ssig. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich somit als unbegr�ndet und ist abzuweisen.
7.2 Bei diesem Ausgang hat der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 156 Abs. 1 OG). Im angefochtenen Entscheid hat das Obergericht das Begehren des Beschwerdef�hrers um Bewilligung der unentgeltlichen Prozessf�hrung und Verbeist�ndung f�r das kantonale Beschwerdeverfahren wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerde abgewiesen. F�r das vorliegende bundesgerichtliche Beschwerdeverfahren hat der Beschwerdef�hrer kein Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege gestellt, weshalb hier�ber nicht zu befinden ist. Ein Kostenvorschuss wurde nicht erhoben. Der finanziellen und pers�nlichen Situation des Beschwerdef�hrers ist bei der Festsetzung der Gerichtsgeb�hr Rechnung zu tragen (Art. 153a Abs. 1 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird abzuweisen.
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Regierungsrat und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen sowie dem Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 10
 Art. 8
 Art. 97
 Art. 99
 Art. 100
 Art. 10
 Art. 104
 Art. 10
 Art. 11
 Art. 16
 BGE 
 Art. 10
 Art. 10
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 10