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Timestamp: 2017-09-19 20:35:53+00:00

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Für wen sind eigentlich Versicherungen? | Treibholz
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Für wen sind eigentlich Versicherungen?
Veröffentlicht am September 18, 2008 | Hinterlasse einen Kommentar
Für wen sind sie eigentlich gedacht? Dies ist ein Auszug aus einem Flyer einer sogenannten Einkaufsversicherung, den man von der Postbank zugesendet bekommt, wenn man eine neue Kreditkarte erhält.
§1 ist klar, alle die eine Karte haben die gültig ist.. das klingt ja toll..
§2 oh, hier fangen die Ausnahmen an, versichert ist nur:
was mit der Kreditkarte gekauft wurde
was im Einzelpreis mehr als 50€ kostet
keine lebenden Tiere / Pflanzen
keine Wertpapiere jeder Art, keine Derivate
keine Edelmetalle, Juwelen oder Edelsteine
keine Mobiltelefone (????????? Hä? was haben die hier zu suchen????)
Mit anderen Worten, es darf nicht zu billig sein, sonst wird die Versicherung für jede Kleinigkeit in Anspruch genommen, es darf aber auch nicht zu teuer sein.. Beides kostet zuviel…
Lebende Pflanzen & Tiere schließt man wohl aus, weil das Dinge sind, die schwer zu beweisen oder wiederlegen sind. Selbiges gilt wohl für Fahrscheine. Das man Lebensmittel ausschließt erscheint etwas kurios – Welches Lebensmittel kostet im Einzelpreis schon mehr als 50€? Jedenfalls keines, was sich ein normaler Mensch zulegt. Ich denke Lebensmittel sind aus psychologischen Gründen ausgeschlossen.. Jeder Leser wird sich in der Versicherung bestätigt fühlen, weil er das Versichern von Lebensmitteln für schwachsinnig hält. Die Mobiltelefone ? Die werden wohl drin sein, weil das nen häufig gekaufter Gegenstand ist, der sonst voll reinpassen würde – mit andren Worten: da gabs in der Vergangenheit wohl doch zu viele Inanspruchnahmen.. Die Dinger werden ja auch gerne geklaut.
§3 schließt Gegenstände deren Besitz länger als 30 Tage zurückliegt aus und Dinge die vor dem 1. Dezember 2007 erstanden wurden. Man will also verhindern, dass die Leute sich plötzlich an ihre Versicherung erinnern und die ganzen Fälle aus dem letzten Jahr ausgraben…
§4 schließt noch mehr aus, nämlich:
Vorsätzliche Schäden durch Kartenbesitzer oder Familienangehörige – ja klar, Kinder machen auch öfters mal was kaputt, dafür wärs praktisch
Verlieren oder Diebstahl in Abwesenheit – passiert auch häufiger, als das man nen Messer an die Kehle gehalten bekommt
Kratzer und optische Schäden. – Selber schuld, passiert zu oft, zu teuer
Abnutzung, Rost, Korrosion, Errosion, Einwirkung von Feuchtigkeit, Hitze oder Kälte – Ein sehr einschränkender Punkt; Das Handy darf ja eh schon nicht ins Klo fallen, jetzt auch nicht der PDA,.. und im heißen Sommerauto liegengelassene Dinge sind weder bei Diebstahl noch ohne böses einwirken von Dritten versichert..
Mängel die zur Gewehrleistung berechtigen – ein schöner Rüberschieb-punkt, die Versicherung schiebt die Verantwortung ab; wenn sich keiner Zuständig fühlt guckt der Kunde in die Röhre
Alles was passiert, weil man die Bedienungsanleitung nicht gelesen hat -ein Ausschluss um die Idioten loszuwerden
Schäden durch Strahlen oder nuklearer Energie – jetzt wirds abstrus!
Krieg/Bürgerkrieg, Unruhen, TERRORISMUS oder vergleichbare Umstände.. – Ja, heutzutage ist ja alles Terrorismus
Schäden, die nach 30 Tagen auftreten – hatten wir schonmal – eine Wiederholung…
Für meinen Geschmack sind die meissten Ausschlusspunkte nur da, damits unübersichtlich wird.. Ein paar Punkte sollen jedem einleuchten, dazwischen sind die wirklichen praktischen ausgeschlossen worden, die man eventuell wirklich mal in Anspruch nehmen könnte..
§5 schließt noch aus, dass es insgesamt zu teuer wird, nämlich:
darf das Ding höchstens 1000€ kosten, der Gesamtschaden 2500€ nicht überschreiten und im Jahr dürfen es maximal 10000€ sein..
§6 (hier nicht mehr abgebildet) sagt, wie man sich zu verhalten hat, wenn nen Schaden aufgetreten ist..
$7 sagt, wer §6 nicht befolgt – kriegt nix
$8 sagt: gibts noch nen andren Versicherungsvertrag, der in Frage kommt, zahlen wir nicht
$9 sagt, das man seine Versicherungsansprüche nicht an Dritte übertragen kann…
Summa Summarum halte ich das Ding für absolute Augenwischerei, blassen Dunst, viel Geld um nix. Der „Mehrwert“ den der Kreditkartenvertrag mitbringt ist kein Mehrwert sondern eher ein Wenigerwert, das es den Preis nur hebt.
Oder hat jemand aus seinem täglichen, praktischen Gebrauch wirklich eine Anwendungsidee für eine solche Versicherung???
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References: §1

§2

§3

§4

§5

§6
 §6