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Timestamp: 2017-01-22 16:18:27+00:00

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Mit weniger Aufwand zur Steuerrückerstattung. Jetzt Steuererklärung starten Start Service Steuertipps Arbeitnehmer und Angestellte A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Spendenabzug Inhaltsverzeichnis 1. Allgemeiner Überblick 2. Zuwendungsempfänger 3. Besondere Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte für die Veranlagungszeiträume 2009 bis 2011 4. Der Abzug der Zuwendungen im Einzelnen 4.1. Spenden 4.2. Mitgliedsbeiträge 4.3. Die Abzugsfähigkeit von Spenden und Mitgliedsbeiträgen 4.3.1. Besonderheiten zu Mitgliedsbeiträgen 4.3.2. Mandatsträgerbeiträge 4.3.3. Zuwendungsnachweise 4.3.4. Spendenabzug bei notwendigen Schulkosten 4.4. Kirchliche Zwecke und Förderung der Religion 5. Durchlaufspendenverfahren 6. Sachspenden 6.1. Allgemeiner Überblick 6.2. Spendenhöhe und Zuwendungsbestätigung 6.3. Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Sachspenden 7. Aufwandsspenden 8. Kleiderspenden 8.1. Allgemeines 8.2. Herkunft der Mittel sowie Belastung des Einkommens 8.3. Bewertung von Kleiderspenden 8.3.1. Berücksichtigung des gemeinen Wertes 8.3.2. Definition des gemeinen Wertes 8.3.3. Ableitung des gemeinen Wertes von Verkaufspreisen 8.3.4. Schätzung des gemeinen Wertes 9. Haftung 10. Zuwendungen an politische Parteien und freie Wählervereinigungen 11. Spendenvortrag 12. Literaturhinweise 13. Verwandte Lexikonartikel Zurück zur Übersicht »S« 1. Allgemeiner Überblick
Zur Höhe des Spendenabzugs s. unter » Freigrenzen, Freibeträge, Pausch- und Höchstbeträge, ABC-Form unter steuerbegünstigte Zwecke nach § 10b EStG.
Begünstigt sind nach § 10b Abs. 1 Satz 1 EStG Zuwendungen zur Förderung mildtätiger (» Mildtätiger Zweck), kirchlicher, religiöser und wissenschaftlicher Zwecke und der als besonders förderungswürdig anerkannten gemeinnützigen Zwecke (» Gemeinnützigkeit). Die Zuwendungen müssen zur Förderung der steuerbegünstigten Zwecke i.S.d. §§ 52 bis 54 AO verwendet werden.
Nach § 2 Abs. 5b Satz 1 EStG erfolgt ab dem VZ 2009 eine besondere Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte. Danach bleiben die Kapitalerträge, die nach § 32d Abs. 1 EStG mit einem besonderen Steuersatz besteuert wurden oder die der KapESt mit abgeltender Wirkung nach § 43 Abs. 5 EStG unterlegen haben (» Einkünfte aus Kapitalvermögen, » Abgeltungsteuer), für Zwecke der ESt bei der Ermittlung der Einkünfte, der Summe der Einkünfte, dem Gesamtbetrag der Einkünfte, dem Einkommen und dem zu versteuernden Einkommen unberücksichtigt. Satz 2 des § 2 Abs. 5b EStG macht hiervon Ausnahmen in den Fällen, in denen der Stpfl. bestimmte steuerliche Vorteile geltend macht, die an die Begriffe in § 2 EStG anknüpfen. Denn für diese Vorteile ist allein die Höhe der Einkünfte oder des Einkommens maßgebend, nicht jedoch die Tatsache, dass ein Teil der Einkünfte einem besonderen Steuersatz unterworfen ist. Die Ausnahmen betreffen u.a. die Ermittlung der abzugsfähigen Sonderausgaben für den Spendenabzug nach § 10b Abs. 1 EStG, soweit dies vom Stpfl. beantragt wird (s.u.).
Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 vom 1.11.2011 (BGBl I 2011, 2131) wird Satz 2 des § 2 Abs. 5b EStG ab 2012 aufgehoben. Künftig werden abgeltend besteuerte Einkünfte daher nach Satz 1 nicht mehr in die Ermittlung der zumutbaren Belastung und des Spendenhöchstbetrags einbezogen.
Spenden in den Vermögensstock einer » Stiftung können auf Antrag des Stpfl. nach § 10b Abs. 1a EStG im Veranlagungszeitraum der Zuwendung und in den folgenden neun Veranlagungszeiträumen bis zu einem Gesamtbetrag von 1 Mio. € zusätzlich zu den Höchstbeträgen nach § 10b Abs. 1 EStG abgezogen werden (s.a. BMF vom 18.12.2008, BStBl I 2009, 16). Vermögensstock ist das Vermögen der Stiftung, für das nach § 58 Nr. 11 AO keine Verpflichtung zur zeitnahen Mittelverwendung besteht.
Der bisherige Anwendungsbereich von § 10b Abs. 1a EStG für Spenden zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher (steuerbegünstigter) Zwecke in den Vermögensstock einer inländischen » Stiftung des öffentlichen Rechts oder einer nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (gegebenenfalls i.V.m. § 5 Abs. 2 Nr. 2 Halbsatz 2 KStG) steuerbefreiten Stiftung des privaten Rechts wird – durch das Gesetz zur Umsetzung steuerlicher EU-Vorgaben sowie zur Änderung steuerlicher Vorschriften vom 8.4.2010 (BGBl I 2010, 386) – entsprechend dem neuen Anwendungsbereich des § 10b Abs. 1 EStG auf Spenden in den Vermögensstock einer in einem Mitgliedstaat der EU oder einem Staat des EWR gelegenen Stiftung des öffentlichen Rechts (vgl. § 10b Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG) oder einer – im Inland weder unbeschränkt noch beschränkt stpfl. – Stiftung des privaten Rechts ausgeweitet; in letzterem Fall ist Voraussetzung, dass die Stiftung nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG i.V.m. § 5 Abs. 2 Nr. 2 Halbsatz 2 KStG von der Körperschaftsteuer befreit wäre, wenn sie inländische Einkünfte erzielte (vgl. § 10b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 EStG).
Nach dem EuGH-Urteil vom 27.1.2009 (C-318/07, Persche, BStBl II 2010, 440) darf die steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden an gemeinnützige Einrichtungen nicht nur im Inland ansässigen Einrichtungen vorbehalten werden. Macht ein Stpfl. in einem Mitgliedstaat die steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden an Einrichtungen geltend, die in einem anderen Mitgliedstaat ansässig und dort als gemeinnützig anerkannt sind, fallen solche Spenden auch dann unter die Bestimmungen des EG-Vertrags über den freien Kapitalverkehr, wenn es sich um Sachspenden in Form von Gegenständen des täglichen Gebrauchs handelt. Art. 56 EG steht der Regelung eines Mitgliedstaats entgegen, wonach bei Spenden an als gemeinnützig anerkannte Einrichtungen nur Spenden an im Inland ansässige Einrichtungen von der Steuer abgezogen werden können, ohne jede Möglichkeit für den Spender, nachzuweisen, dass eine Spende an eine Einrichtung, die in einem anderen Mitgliedstaat ansässig ist, die nach dieser Regelung geltenden Voraussetzungen für die Gewährung einer solchen Vergünstigung erfüllt (s.a. Nachfolgeentscheidung des BFH vom 27.5.2009, X R 46/05, BFH/NV 2009, 1633, LEXinform 0588669 sowie Geserich, DStR 2009, 1173).
In § 51 AO werden durch das JStG 2009 die Steuerbegünstigen Zwecke neu geregelt. So setzt die Steuervergünstigung voraus, dass natürliche Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Inland gefördert werden (Inlandsbezug) oder die Tätigkeit zumindest zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland (Ansehensgewinn) beitragen kann (» Gemeinnützigkeit). Ohne diesen Ansehensgewinn wären inländische Körperschaften, die sich vorrangig oder nur im Ausland engagieren – beispielsweise in der Katastrophen- oder Entwicklungshilfe – von der Steuerbegünstigung ausgeschlossen.
Zu den erforderlichen Nachweisen bei Spenden ins Ausland hat das FG Düsseldorf mit Urteil vom 14.1.2013 (11 K 2439/10 E, LEXinform 0439329) entschieden, dass Spenden an im Ausland ansässige gemeinnützige Organisationen nur dann steuerlich absetzbar sind, wenn der Spendenempfänger die deutschen gemeinnützigkeitsrechtlichen Vorgaben erfüllt und der Spender dies gegenüber dem für ihn zuständigen FA durch Vorlage geeigneter Belege nachweist.
Nach Ansicht des FG kann eine Spende nur dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn der Empfänger nach seiner Satzung oder seinem Stiftungsgeschäft und aufgrund seiner tatsächlichen Geschäftsführung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken dient. Im Fall einer Auslandsspende habe der Spender dies gegenüber dem FA nachzuweisen. Als Nachweis geeignet sind dabei u.a. die Satzung, der Tätigkeitsbericht oder Aufzeichnungen über Vereinnahmung und die Verwendung der Spendengelder. Wenn entsprechende Nachweise nicht vorliegen, kann die Spende nicht steuerwirksam in Abzug gebracht werden. Dass vergleichbare Organisationen im Inland als gemeinnützig anerkannt seien, reicht für den Spendenabzug nicht aus. »Auslandsspenden steuerlich geltend zu machen, ist daher schwierig,« führt der stellvertretende Pressesprecher des Gerichts, Dr. Christian Graw, aus. »Der Nachweis, dass der ausländische Spendenempfänger deutschen Gemeinnützigkeitsstandards genügt, ist schwer zu führen. Gerade bei niedrigen Spendenbeträgen steht der erforderliche Aufwand in keinem Verhältnis zur möglichen Steuerersparnis. Zudem genügen ausländische Spendenbescheinigungen nicht immer den inländischen Anforderungen. Für den Stpfl. ist weiter zu beachten, dass Spenden an Organisationen in Staaten, die nicht der EU angehören wie z.B. die Schweiz, vom Spendenabzug ganz ausgeschlossen sind.«
Das FG Köln hat mit Urteil vom 15.1.2013 (13 K 3735/10, LEXinform 0441337) entschieden, dass eine Spende direkt an den Papst in Deutschland nicht steuermindernd berücksichtigt werden kann.
3. Besondere Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte für die Veranlagungszeiträume 2009 bis 2011
Die Einnahmen aus Kapitalvermögen im Kj. 2011 verteilen sich wie folgt:EhemannEhefrauAnteilsveräußerung (§ 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG)2 000 €sonstige Kapitalerträge (§ 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG)3 000 €
Lösung 1:EhemannEhefraustpfl. Einnahmen2 000 €sonstige Kapitalerträge3 000 €Sparer-Pauschbetrag (§ 20 Abs. 9 EStG)./. 801 €./. 801 €Einkünfte i.S.d. § 32d Abs. 1 i.V.m. § 43 Abs. 5 EStG1 199 €2 199 €
Nach § 2 Abs. 5b Satz 2 EStG ist ein Betrag von 3 398 € dem Gesamtbetrag der Einkünfte hinzuzurechnen.
Ab dem Veranlagungszeitraum 2012 werden die abgeltend besteuerten Kapitalerträge nicht mehr bei der Berechnung der zumutbaren Belastung sowie des Höchstbetrages beim Spendenabzug berücksichtigt. Insoweit entfällt künftig die Notwendigkeit, abgeltend besteuerte Kapitalerträge nur für diese Zwecke in der ESt-Erklärung anzugeben (Aufhebung des § 2 Abs. 5b Satz 2 EStG durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011, BGBl I 2011, 2131). Da der in § 2 Abs. 5b Satz 1 EStG verankerte Grundsatz nur für abgeltend besteuerte Kapitalerträge greift, werden Kapitalerträge i.S.d. § 32d Abs. 2 und 6 EStG wie bisher im Rahmen der übrigen steuerlichen Vorschriften einbezogen und unterliegen somit der Regelbesteuerung. Die Angaben zu diesen Erträgen liegen im Rahmen der ESt-Erklärung vor.
4. Der Abzug der Zuwendungen im Einzelnen
4.1. Spenden
Spenden sind freiwillige Leistungen, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten darstellen, ohne dass dem Zuwendenden eine konkrete Gegenleistung gewährt wird (H 10b.1 [Leistungsaustausch] EStH). Spenden sind unentgeltliche Zuwendungen, die in Geld oder Geldeswert bestehen können. Ausgenommen davon sind nach § 10b Abs. 3 Satz 1 EStG die Zuwendungen von Nutzungen und Leistungen. Der Spender muss durch die Zuwendung endgültig wirtschaftlich belastet sein. Die Zuwendungen müssen für die ideellen Aufgaben der Körperschaft oder für einen Zweckbetrieb bestimmt sein. Spenden für einen stpfl. wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb sind nicht begünstigt.
Das FG Düsseldorf hat sich in seinem rkr. Beschluss vom 2.6.2009 (16 V 896/09, EFG 2009, 1931, LEXinform 5008867) mit der Frage befasst, ob ein Stpfl., der eine Schenkung unter der Auflage erhält, monatliche Leistungen an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen, diese Zahlungen später als Spende nach § 10a Abs. 1 Satz 1 EStG steuermindernd geltend machen kann. Problematisch ist in diesem Zusammenhang sowohl die Freiwilligkeit als auch die Unentgeltlichkeit der Zahlung. Beide Merkmale sind Voraussetzungen für einen Spendenabzug.
Nach der im Aussetzungsverfahren gebotenen summarischen Prüfung bejahte das FG bei einer Schenkung unter Auflage das ungeschriebene Merkmal der Freiwilligkeit des Spendenabzugs. Zwar habe der Schenker (§ 525 Abs. 1 BGB) oder ein auflagenbegünstigter Dritter bzw. eine zuständige Behörde (§ 525 Abs. 2 BGB) gegen den Zuwendungsempfänger einen Rechtsanspruch auf Vollzug der Auflage. Allerdings sei das Bestehen einer rechtlichen Verpflichtung jedenfalls dann unschädlich, wenn die Verpflichtung freiwillig eingegangen werde. Im Unterschied zum testamentarisch verfügten Vermächtnis werde die Spendenverpflichtung nicht einseitig aufgezwungen, sondern setze einen Vertragsschluss voraus. Der Zuwendungsempfänger sei nicht gezwungen, sich etwas aufdrängen zu lassen, sondern könne dies auch ablehnen.
4.3. Die Abzugsfähigkeit von Spenden und Mitgliedsbeiträgen
4.3.1. Besonderheiten zu Mitgliedsbeiträgen
4.3.2. Mandatsträgerbeiträge
4.3.3. Zuwendungsnachweise
4.3.3.1. Allgemeine Grundsätze
Das BMF-Schreiben vom 7.11.2013 (BStBl I 2013, 1333) enthält die neuen Muster für Zuwendungsbestätigungen; das BMF-Schreiben vom 30.8.2012 (BStBl I 2012, 884) wird aufgehoben. Es wird nicht beanstandet, wenn bis zum 31.12.2013 die bisherigen Muster für Zuwendungsbestätigungen verwendet werden. Die neuen Muster für Zuwendungsbestätigungen werden als ausfüllbare Formulare unter www.formulare-bfinv.de zur Verfügung gestellt. Für den Abzug steuerbegünstigter Zuwendungen an nicht im Inland ansässiger Empfänger wird ausdrücklich auf das BMF-Schreiben vom 16.5.2011 (BStBl I 2011, 559, s.o.) hingewiesen.
Durch das Steuerbürokratieabbaugesetz vom 20.12.2008 (BGBl I 2008, 2850) wurde in § 50 Abs. 1a EStDV die Möglichkeit einer elektronischen Zuwendungsbestätigung geschaffen. Diese kann von dem Empfänger der Zuwendung elektronisch an das für die Besteuerung des Zuwendenden zuständige FA übermittelt werden.
4.3.3.2. Bareinzahlungsbeleg oder Buchungsbestätigung
Unter bestimmten Voraussetzungen genügt als Nachweis der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts.
Die Zuwendung ist zur Hilfe in Katastrophenfällen innerhalb eines Zeitraums, den die obersten Finanzbehörden der Länder im Benehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen bestimmen, auf ein für den Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts, einer inländischen öffentlichen Dienststelle oder eines inländischen amtlich anerkannten Verbandes der freien Wohlfahrtspflege einschließlich seiner Mitgliedsorganisationen eingezahlt worden oder
der Empfänger ist eine politische Partei i.S.d. § 2 PartG und bei Spenden ist der Verwendungszweck auf dem vom Empfänger hergestellten Beleg aufgedruckt.
Durch die Ergänzung des § 50 Abs. 2 Nr. 1 EStDV durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 werden bisher nur durch BMF-Schreiben oder durch die Entscheidung einer obersten Finanzbehörde der Länder und somit durch Verwaltungserlasse (sog. Katastrophenerlasse) geregelte vereinfachte Nachweisanforderungen nunmehr mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2012 materiell-gesetzlich geregelt (Änderung des § 50 Abs. 2 Nr. 1 EStDV durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 vom 1.11.2011, BGBl I 2011, 2131). Dabei geht es um Spenden zur Hilfe in Katastrophenfällen, die bereits vor der Einrichtung eines Sonderkontos den Zuwendungsempfänger erreichen oder zu denen ein nicht steuerbegünstigter Spendensammler aufgerufen hatte und von diesem an den endgültigen Zuwendungsempfänger weitergeleitet wurde. Der Spender soll auch in den letztgenannten Fällen seine Zuwendung als Sonderausgabe steuerlich geltend machen können. Durch die Regelung in einer Rechtsverordnung verdeutlicht der Gesetzgeber, dass die Nachweisanforderungen so einfach und unkompliziert wie möglich sein sollen und es sich insoweit nicht nur um Billigkeitsmaßnahmen der Verwaltung handelt. Dies dient zum einen der Rechtssicherheit der Spender und fördert darüber hinaus die Transparenz des steuerlichen Spendenrechts insgesamt.
Die Spende muss tatsächlich für die begünstigten Zwecke verwendet werden (H 10b.1 [Zuwendungsbestätigung] EStH).
4.3.3.3. Zuwendungsbestätigungen durch Landessportbünde
Für die Spende von 50 € ist nach § 50 Abs. 2 EStDV keine Zuwendungsbestätigung erforderlich. Der Schatzmeister erteilt dem Zuwender einen Beleg. Die Spende darf nicht für einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Sportvereins verwendet werden. Auf dem Beleg ist deshalb der steuerbegünstigte Zweck anzugeben, für den die Spende verwendet wird, z.B. für die Jugendarbeit. Auf dem Beleg muss zusätzlich die Freistellung des Sportvereins von der KSt vermerkt sein, z.B. Freistellungsbescheid vom … für die Jahre …
Voraussetzung für den Spendenabzug i.H.v. 300 € nach § 10b Abs. 1 EStG ist, dass der Verein dem Spender eine Zuwendungsbestätigung nach § 50 Abs. 1 EStDV erteilt. Der Verein hat ein Doppel der Zuwendungsbestätigung aufzubewahren.
4.3.3.4. Die Zuwendungsbestätigung als materiell-rechtliche Voraussetzung für den Zuwendungsabzug
Zu beachten gilt, dass das nationale Recht mit § 175 Abs. 2 Satz 2 AO rückwirkend geändert wurde, ohne dass es den betroffenen Stpfl. durch eine Übergangsregelung ermöglicht worden wäre, ihren Anspruch geltend zu machen. Folglich steht der Effektivitätsgrundsatz einer solchen Gesetzesänderung entgegen, da den Stpfl. damit keine angemessene Frist zur Geltendmachung ihres Anspruchs während eines Übergangszeitraums eingeräumt wird. Es ist Sache des vorlegenden Gerichts, die entsprechende Frist festzusetzen.
4.3.4. Spendenabzug bei notwendigen Schulkosten
4.4. Kirchliche Zwecke und Förderung der Religion
5. Durchlaufspendenverfahren
Für Zuwendungen nach dem 31.12.1999 ist das Durchlaufspendenverfahren keine zwingende Voraussetzung mehr für die steuerliche Begünstigung von Spenden. Ab 1.1.2000 sind alle gemeinnützigen Körperschaften i.S.d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG, die spendenbegünstigte Zwecke verfolgen, zum unmittelbaren Empfang und zur Bestätigung von Spenden berechtigt. Dennoch dürfen öffentlich-rechtliche Körperschaften oder öffentliche Dienststellen auch weiterhin als Durchlaufstelle auftreten und Zuwendungsbestätigungen ausstellen. Sie unterliegen dann aber auch der Haftung nach § 10b Abs. 4 EStG. Dach- und Spitzenorganisationen können für die ihnen angeschlossenen Vereine dagegen nicht als Durchlaufstelle fungieren (BMF vom 2.6.2000, BStBl I 2000, 592, Tz. 16 und H 10b.1 [Durchlaufspendenverfahren] EStH).
6.2. Spendenhöhe und Zuwendungsbestätigung
Aus der Spendenbestätigung müssen der Wert und die genaue Bezeichnung (z.B. Alter, Zustand, historischer Kaufpreis, usw.) der gespendeten Sache ersichtlich sein (H 10b.1 [Sachspenden] EStH und BMF vom 7.11.2013, BStBl I 2013, 1333).
Hinsichtlich der Bescheinigung von Sachspenden weist die Verwaltung im BMF-Schreiben vom 7.11.2013 (BStBl I 2013, 1333) auf Folgendes hin:
1. Sachspende aus einem Betriebsvermögen:
2. Sachspende aus dem Privatvermögen:
Handelt es sich um eine Sachspende aus dem Privatvermögen des Zuwendenden, ist der gemeine Wert des gespendeten WG maßgebend, wenn dessen Veräußerung im Zeitpunkt der Zuwendung keinen Besteuerungstatbestand erfüllen würde (§ 10b Abs. 3 Satz 3 EStG). Ansonsten sind die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Wert der Zuwendung auszuweisen. Dies gilt insbesondere bei Veräußerungstatbeständen, die unter § 17 oder § 23 EStG fallen (z.B. Zuwendung einer mindestens 1 %igen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (§ 17 EStG), einer Immobilie, die sich weniger als zehn Jahre im Eigentum des Spenders befindet (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG), eines anderen WG i.S.d. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG mit einer Eigentumsdauer von nicht mehr als einem Jahr). Der Zuwendungsempfänger hat anzugeben, welche Unterlagen er zur Ermittlung des angesetzten Wertes herangezogen hat. In Betracht kommt in diesem Zusammenhang z.B. ein Gutachten über den aktuellen Wert der zugewendeten Sache oder der sich aus der ursprünglichen Rechnung ergebende historische Kaufpreis unter Berücksichtigung einer Absetzung für Abnutzung. Diese Unterlagen hat der Zuwendungsempfänger zusammen mit der Zuwendungsbestätigung in seine Buchführung aufzunehmen.Die Sachzuwendung stammt ausdem Betriebsvermögen.dem Privatvermögen.Die Sachzuwendung ist mit dem gemeinen Wert, höchstens mit dem Entnahmewert, anzusetzen (§ 10b Abs. 3 EStG).Die Höhe des Entnahmewerts bestimmt sich nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG. Die Zuwendung erfolgt unentgeltlichDie Sachzuwendung ist mit dem gemeinen Wert anzusetzen.an eine Körperschaft i.S.d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG oder an eine juristische Person des öffentlichen Rechts zur Verwendung für steuerbegünstigte Zwecke i.S.d. § 10b Abs. 1 Satz 1 EStG:an eine Partei bzw. unabhängige Wählervereinigung:Würde die Veräußerung einen Besteuerungstatbestand erfüllen, ist der Buchwert anzusetzen (§ 10b Abs. 3 Satz 3 und 4 EStG).die Entnahme kann mit dem Buchwert angesetzt werden (Buchwertprivileg des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 EStG).die Entnahme ist mit dem Teilwert anzusetzen. Das Buchwertprivileg ist nicht anzuwenden.
Die Bewertung der Höhe der Zuwendung nach dem gemeinen Wert in den Fällen des § 10b Abs. 3 Satz 3 EStG (Zuwendung von WG aus dem Privatvermögen) kann zu steuerlichen Ergebnissen führen, die vom Gesetzgeber nicht gewollt sind und das Steueraufkommen beeinträchtigen können. Durch das JStG 2009 vom 19.12.2008 (BGBl I 2008, 2794) wird § 10b Abs. 3 Satz 3 und 4 EStG deshalb neu gefasst.
Wird z.B. eine Beteiligung i.S.d. § 17 EStG einer gemeinnützigen Einrichtung zugewandt, so führt dies mangels eines Realisationstatbestandes i.S.d. § 17 EStG nicht zur Entstehung eines Veräußerungsgewinns. Gleichzeitig kann aber nach der geltenden Fassung des § 10b Abs. 3 Satz 3 EStG für die Beteiligungsspende eine Zuwendungsbestätigung i.H.d. gemeinen Wertes der Beteiligung ausgestellt werden. Dies führt zu ungerechtfertigten Steuervorteilen. Eine Änderung des § 17 EStG wäre nicht ausreichend, weil die Einführung eines Ersatzveräußerungstatbestands in § 17 EStG den Spendenabzug lediglich zur Hälfte, bzw. ab 2009 zu 40 %, korrigieren würde. Denn der fiktive Veräußerungsgewinn würde gem. § 3 Nr. 40 EStG dem Halbeinkünfteverfahren (Teileinkünfteverfahren) unterliegen (s.a. BMF vom 7.11.2013, BStBl I 2013, 1333, Tz. 6).
6.3. Umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Sachspenden
Die unentgeltliche Sachzuwendung wird gem. § 3 Abs. 1b UStG einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt (» Unentgeltliche Wertabgabe). Die nach § 3 Abs. 1b UStG einer entgeltlichen Lieferung gleichgestellte Entnahme oder unentgeltliche Zuwendung eines Gegenstandes aus dem Unternehmen setzt die Zugehörigkeit des Gegenstandes zum Unternehmen voraus (s. Abschn. 3.3 Abs. 1 UStAE). Die Zuordnung eines Gegenstandes zum Unternehmen richtet sich nicht nach ertragsteuerrechtlichen Merkmalen, also nicht nach der Einordnung als Betriebs- oder Privatvermögen. Maßgebend ist, ob der Unternehmer den Gegenstand dem unternehmerischen oder dem nichtunternehmerischen Tätigkeitsbereich zugewiesen hat (vgl. BFH Urteil vom 21.4.1988, V R 135/83, BStBl II 1998, 746). Bei Gegenständen, die sowohl unternehmerisch als auch unternehmensfremd genutzt werden sollen, hat der Unternehmer unter den Voraussetzungen, die durch die Auslegung des Tatbestandsmerkmals »für sein Unternehmen« in § 15 Abs. 1 UStG zu bestimmen sind, grundsätzlich die Wahl der Zuordnung (BFH Urteil vom 3.3.2011, V R 23/10, BStBl II 2012, 74; Abschn. 15.2 Abs. 15a und 21 UStAE). Beträgt die unternehmerische Nutzung jedoch weniger als 10 %, ist die Zuordnung des Gegenstandes zum Unternehmen unzulässig (§ 15 Abs. 1 Satz 2 UStG; » Unternehmensvermögen). Kein Recht auf Zuordnung zum Unternehmen besteht auch, wenn der Unternehmer bereits bei Leistungsbezug beabsichtigt, die bezogene Leistung ausschließlich und unmittelbar für eine steuerbare unentgeltliche Wertabgabe i.S.d. § 3 Abs. 1b oder 9a UStG zu verwenden (vgl. BFH Urteil vom 9.12.2010, V R 17/10, BStBl II 2012, 53).
Eine unentgeltliche Wertabgabe wird nach § 3 Abs. 1b UStG nur dann einer entgeltlichen Lieferung gleichgestellt, wenn der entnommene oder zugewendete Gegenstand oder seine Bestandteile zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben (Abschn. 3.3 Abs. 2 UStAE; » Unentgeltliche Wertabgabe).
Unentgeltliche Zuwendungen von Gegenständen, die nicht in der Entnahme von Gegenständen bestehen, sind auch dann steuerbar, wenn der Unternehmer sie aus unternehmerischen Erwägungen, z.B. zu Werbezwecken, zur Verkaufsförderung oder zur Imagepflege, tätigt (Abschn. 3.3 Abs. 10 Satz 8 ff. UStAE). Hierunter fallen insbesondere Sachspenden an Vereine, Warenabgaben anlässlich von Preisausschreiben, Verlosungen usw. zu Werbezwecken. Bei Geschenken, für die nach § 15 Abs. 1a UStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG kein » Vorsteuerabzug vorgenommen werden kann, entfällt eine Besteuerung der Zuwendungen (§ 3 Abs. 1b Satz 2 UStG; Abschn. 3.3 Abs. 12 Satz 1 UStAE). Ausgenommen von der Besteuerung sind ebenfalls Geschenke von geringem Wert und die Abgabe von Warenmustern für Zwecke des Unternehmens. Geschenke von geringem Wert liegen vor, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der dem Empfänger im Kj. zugewendeten Gegenstände insgesamt 35 € (Nettobetrag ohne USt) nicht übersteigen.
Spenden werden ohne Erwartung einer konkreten Gegenleistung erbracht. Als Spende gilt auch die Zuwendung von WG (§ 10b Abs. 3 Satz 1 EStG). Wenn der betriebliche Anlass komplett fehlt, handelt es sich bei den getätigten Aufwendungen um Kosten der Lebensführung i.S.d. § 12 Nr. 1 EStG. Das WG ist in diesem Fall als Privatentnahme aus dem Betriebsvermögen zu entnehmen. Unter den Voraussetzungen des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 EStG kann die Entnahme mit dem Buchwert angesetzt werden. Bei der Ermittlung der Zuwendungshöhe darf der bei der Entnahme angesetzte Wert nicht unterschritten werden (§ 10b Abs. 3 Satz 2 EStG).
Bei der Spende des Pkw handelt sich um eine Ausgabe an eine Körperschaft i.S.d. § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke (Förderung des Sports i.S.d. § 52 Abs. 2 Nr. 21 AO). Als Zuwendung i.S.d. § 10b Abs. 1 EStG gilt auch die Zuwendung eines Gegenstandes (§ 10b Abs. 3 Satz 1 UStG). Nach § 50 Abs. 4 EStDV muss der Spender dem Empfänger den Wert der Zuwendung bestätigen. Die maximale Spendenhöhe darf den bei der Entnahme anzusetzenden Wert des Pkw nicht überschreiten (§ 10b Abs. 3 Satz 2 EStG). Nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG kann U den Wert der Spende mit dem Teilwert oder mit dem Buchwert bescheinigen. Erfolgt die Entnahme (Spende) erfolgsneutral mit dem Buchwert, beträgt die zu bescheinigende Ausgabenhöhe (Spendenwert) 1 €. Erfolgt die Entnahme (Spende) erfolgswirksam mit dem Teilwert, beträgt die zu bescheinigende Spendenhöhe 250 €.
Umsatzsteuerrechtlich tätigt U mit der Spende eine unentgeltliche Lieferung i.S.d. § 3 Abs. 1b Nr. 1 UStG. Als Bemessungsgrundlage ist nach § 10 Abs. 4 Nr. 1 UStG der Einkaufspreis für den Pkw zum Zeitpunkt des Umsatzes anzusetzen. Die Bemessungsgrundlage beträgt somit 250 €. Die USt darauf beträgt 19 % von 250 € = 47,50 €.
Zuzüglich zu dem Entnahmewert von 1 € bzw. 250 € darf auch die bei der Entnahme der Sache angefallene USt i.H.v. 47,50 € als Spende abgezogen werden (R 10b.1 Abs. 1 Satz 5 EStR).
S.a. die allgemeinen Aussagen in Lösung 4.
Es dürfte sich um Spenden handeln, da Spenden ohne Erwartung einer konkreten Gegenleistung erbracht werden. Als Spende gilt auch die Zuwendung von WG (§ 10b Abs. 3 Satz 1 EStG). Wenn der betriebliche Anlass komplett fehlt, handelt es sich bei den getätigten Aufwendungen um Kosten der Lebensführung i.S.d. § 12 Nr. 1 EStG. Der Wein ist in diesem Fall als Privatentnahme aus dem Betriebsvermögen zu entnehmen. Unter den Voraussetzungen des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 4 EStG kann die Entnahme mit dem Buchwert angesetzt werden. Bei der Ermittlung der Zuwendungshöhe darf der bei der Entnahme angesetzte Wert nicht unterschritten werden (§ 10b Abs. 3 Satz 2 EStG).
Nach § 15 Abs. 1a UStG wäre die USt von 10 × 0,95 € = 9,50 € nicht abziehbar. Da im Zeitpunkt des Erwerbs diese Verwendung noch nicht feststand, kann der Vorsteuerabzug zunächst nach § 15 Abs. 1 UStG beansprucht werden. Im Dezember (Zeitpunkt der Hingabe des Geschenks) tritt nach § 17 Abs. 2 Nr. 5 UStG eine Änderung der Bemessungsgrundlage ein. In der USt-Voranmeldung für Dezember hat W eine Vorsteuerberichtigung vorzunehmen (Minderung der Vorsteuern um 9,50 €). Da für diese unentgeltliche Zuwendung kein Vorsteuerabzug zulässig ist, wird diese Zuwendung nach § 3 Abs. 1b Satz 2 UStG keiner Lieferung gegen Entgelt nach § 3 Abs. 1b Nr. 3 UStG gleichgestellt.
7. Aufwandsspenden
Zur Abzugsfähigkeit von Aufwandsspenden (z.B. Fahrtkosten s. OFD Magdeburg vom 19.2.1999, S 2223 – 68 – St 233, DStR 1999, 544). Das BMF-Schreiben vom 7.6.1999 (BStBl I 1999, 591) regelt die steuerliche Anerkennung so genannter Aufwandsspenden an gemeinnützige Vereine i.S.d. § 10b Abs. 3 Sätze 5 und 6 EStG (» Nebenberufliche Tätigkeiten). Danach gilt Folgendes:
Aufwendungsersatzansprüche i.S.d. § 670 BGB können Gegenstand so genannter Aufwandsspenden sein. Zunächst spricht aber die Vermutung dafür, dass Leistungen ehrenamtlich tätiger Mitglieder und Förderer des Vereins unentgeltlich und ohne Aufwendungsersatzanspruch erbracht werden. Der Gegenbeweis kann durch eine schriftliche Vereinbarung geführt werden, die vor der zum Aufwand führenden Tätigkeit getroffen sein muss. Hat also der Zuwendende einen Aufwendungsersatzanspruch gegenüber dem Verein und verzichtet er darauf, ist ein Spendenabzug nach § 10b Abs. 3 Satz 5 und 6 EStG nur zulässig,
8. Kleiderspenden
8.2. Herkunft der Mittel sowie Belastung des Einkommens
8.3. Bewertung von Kleiderspenden
8.3.1. Berücksichtigung des gemeinen Wertes
Gebrauchte WG können Gegenstand einer Sachspende sein, deren Höhe sich nach dem gemeinen Wert des zugewendeten WG richtet. Soweit gebrauchte Kleidung überhaupt einen gemeinen Wert (Marktwert) hat, sind die für eine Schätzung des Wertes maßgeblichen Faktoren wie Neupreis, Zeitraum zwischen Anschaffung und Weggabe und der tatsächliche Erhaltungszustand im Einzelnen durch den Stpfl. nachzuweisen (betr. Kleiderspenden an das DRK; BFH Urteil vom 23.5.1989, X R 17/85, BStBl II 1989, 879; H 10b.1 [Gebrauchte Kleidung als Sachspende] EStH).
8.3.2. Definition des gemeinen Wertes
8.3.3. Ableitung des gemeinen Wertes von Verkaufspreisen
8.3.4. Schätzung des gemeinen Wertes
Wer vorsätzlich oder grob fahrlässig eine unrichtige Bestätigung ausstellt oder wer veranlasst, dass Zuwendungen nicht zu den in der Bestätigung angegebenen steuerbegünstigten Zwecken verwendet werden, haftet für die entgangene Steuer. Diese ist mit 30 % des zugewendeten Betrags anzusetzen (§ 10b Abs. 4 EStG; s.a. Rathke u.a., NWB 2012, 3373).
Haftungsschuldner sind als Gesamtschuldner sowohl der Zuwendungsempfänger als auch die für ihn handelnde natürliche Person. Nach Ausübung des pflichtgemäßen Auswahlermessens können beide Gesamtschuldner gleichzeitig oder auch vorrangig die natürliche Person in Anspruch genommen werden. Hierdurch lassen sich jedoch viele bürgerschaftlich interessierte Personen davon abhalten, insbesondere verantwortungsvollere Aufgaben, z.B. im Vereinsvorstand, zu übernehmen. Um das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen, wird durch das JStG 2009 vom 19.12.2008 (BGBl I 2008, 2794) eine Reihenfolge der Inanspruchnahme der Gesamtschuldner gesetzlich festgelegt. Vorrangig haftet der Zuwendungsempfänger (z. B. der Verein). Die handelnde Person wird nur in Anspruch genommen, wenn die Inanspruchnahme des Vereins erfolglos ist, der Haftungsanspruch also weder durch Zahlung, Aufrechnung, Erlass oder Verjährung erloschen ist noch Vollstreckungsmaßnahmen gegen ihn zum Erfolg führen. Die Änderung ist nach der allgemeinen Anwendungsregelung in § 52 Abs. 1 EStG erstmals für den Veranlagungszeitraum 2009 anzuwenden.
Nach § 10b Abs. 2 EStG sind Beiträge und Spenden an politische Parteien abziehbar, wenn die Partei bei Zufluss der Zuwendung als politische Partei i.S.d. § 2 PartG anzusehen ist (R 10b.2 EStR). Ein Muster der Spendenbestätigung enthält Anlage 5 der EStR. Als Nachweis für die Zahlung von Mitgliedsbeiträgen genügt die Vorlage von Einzahlungsbelegen oder Beitragsquittungen. Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien können nur insoweit als Sonderausgaben abgezogen werden, als für sie nicht eine Steuerermäßigung nach § 34g EStG gewährt worden ist (» Steuerermäßigungen, ABC-Form). Danach vermindert sich die tarifliche ESt um 50 % der Ausgaben, höchstens um 825 € (bei Zusammenveranlagung von Ehegatten 1 650 €). Die danach verbleibenden Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien sind nach § 10b Abs. 2 EStG bis maximal 1 650 € bzw. bei Zusammenveranlagung bis 3 300 € als Sonderausgaben abzugsfähig.
Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % der Ausgaben = 50 €. Ein Sonderausgabenabzug ist danach nicht mehr möglich.
Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % der Ausgaben = 500 €. Ein Sonderausgabenabzug ist danach nicht mehr möglich.
Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % der Ausgaben = 825 €. Dies ist auch gleichzeitig der Höchstbetrag. Ein Sonderausgabenabzug ist danach nicht mehr möglich.
Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % der Ausgaben = 1 250 €, höchstens jedoch 825 €. Von der Zuwendung i.H.v. 2 500 € sind nach § 34g EStG 1 650 € verbraucht. Ein Sonderausgabenabzug ist i.H.v. 850 € abzugsfähig.
Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % der Ausgaben = 1 650 €, höchstens jedoch 825 €. Von der Zuwendung i.H.v. 3 300 € sind nach § 34g EStG 1 650 € verbraucht. Ein Sonderausgabenabzug ist i.H.v. 1 650 € abzugsfähig. Dies ist gleichzeitig der Höchstbetrag.
Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % der Ausgaben = 2 000 €, höchstens jedoch 825 €. Von der Zuwendung i.H.v. 4 000 € sind nach § 34g EStG 1 650 € verbraucht. Für den Sonderausgabenabzug verbleibt ein Betrag i.H.v. 2 350 €. Abzugsfähig ist jedoch ein Betrag von höchstens 1 650 €, so dass sich 700 € steuerlich nicht auswirken.
Ein Stpfl. spendet im Kj. 03 folgende Beträge an folgende Einrichtungen:a.Spende Deutscher Sportbund2 500 €b.Spende an einen gemeinnützigen Sportverein500 €c.Mitgliedsbeitrag DRK60 €d.Spende an eine Universität für wissenschaftliche Zwecke2 000 €e.Mitgliedsbeitrag an eine politische Partei400 €und eine Spende3 000 €
Der Stpfl. wird zusammen mit seiner Ehefrau zur ESt veranlagt. Der » Gesamtbetrag der Einkünfte beträgt 32 500 €.
Die Höhe der nach § 10b EStG abzugsfähigen Ausgaben wird wie folgt ermittelt:zu berücksichtigende Zuwendungen insgesamt8 460 €davon an politische Parteien./. 3 400 €verbleiben nach § 10b Abs. 1 EStG zu berücksichtigen5 060 €Nach § 10b Abs. 2 EStG können Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien nur insoweit als Sonderausgaben abgezogen werden, als für sie nicht eine Steuerermäßigung nach § 34g EStG gewährt worden ist. Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % von 3 400 € = 1 700 €, höchstens 1 650 €. Von den Aufwendungen i.H.v. 3 400 € sind nach § 34g EStG somit 3 300 € verbraucht. Der Rest von100 €ist als Sonderausgabe nach § 10b Abs. 2 EStG zu berücksichtigen.Die Abzugsfähigkeit der Zuwendungen nach § 10b Abs. 1 EStG wird wie folgt ermittelt:Zuwendungen insgesamt (kein Ausschluss von Mitgliedsbeiträgen)5 060 €abzugsfähig sind 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte von 32 500 € =6 500 €maximal5 060 €als Sonderausgaben insgesamt abzugsfähig5 160 €
Sachverhalt s. Beispiel 6. Der Stpfl. ist ledig.
Lösung:zu berücksichtigende Zuwendungen insgesamt8 460 €davon an politische Parteien./. 3 400 €verbleiben nach § 10b Abs. 1 EStG zu berücksichtigen5 060 €
Nach § 10b Abs. 2 EStG können Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien nur insoweit als Sonderausgaben abgezogen werden, als für sie nicht eine Steuerermäßigung nach § 34g EStG gewährt worden ist. Die Steuerermäßigung nach § 34g EStG beträgt 50 % von 3 400 € = 1 700 €, höchstens 825 €. Von den Aufwendungen i.H.v. 3 400 € sind nach § 34g EStG somit 1 650 € verbraucht. Der Rest von 1 750 € ist als Sonderausgabe nach § 10b Abs. 2 EStG zu berücksichtigen.
Die Abzugsfähigkeit der Zuwendungen nach § 10b Abs. 1 EStG wird wie folgt ermittelt:Zuwendungen insgesamt (kein Ausschluss von Mitgliedsbeiträgen)5 060 €abzugsfähig sind 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte von 32 500 € =6 500 €maximal5 060 €zzgl. nach § 10b Abs. 2 EStG1 750 €zu berücksichtigen maximal1 650 €1 650 €als Sonderausgaben insgesamt abzugsfähig6 710 €
11. Spendenvortrag
Mit Schreiben vom 18.12.2008 (koordinierter Ländererlass, BStBl I 2009, 16) hat das BMF ein Anwendungsschreiben zu § 10b EStG herausgegeben. Das Schreiben regelt u.a. die weiterhin anwendbare Großspendenregelung. Es stellt klar, dass bei vorhandenen Großspenden bis zum 31.12.2006 ggf. noch für fünf Veranlagungszeiträume altes Recht neben neuem Recht anzuwenden ist. Auch für im Veranlagungszeitraum 2007 geleistete Spenden kann auf Antrag § 10b Abs. 1 EStG a.F. in Anspruch genommen werden. Dann gilt für diese Spenden auch der zeitlich begrenzte Großspendenvortrag nach altem Recht. Bei Ausübung des Wahlrechts ist für in 2007 geleistete Zuwendungen jedoch in vollem Umfang noch die frühere Rechtslage anzuwenden. So ist es z.B. nicht möglich, für Spenden an Stiftungen im Veranlagungszeitraum 2007 noch den zusätzlichen Höchstbetrag von 20 450 € in Anspruch zu nehmen und gleichzeitig für die übrigen Spenden den neuen prozentualen Abzugsbetrag von 20 % geltend zu machen
Für einen Übergangszeitraum von maximal sechs Jahren ist neben der Feststellung des allgemeinen unbefristeten Spendenvortrags ggf. auch eine Feststellung des befristeten Großspendenvortrags nach altem Recht vorzunehmen. Verbleibt nach Ablauf der fünf Vortragsjahre ein Restbetrag, geht dieser nicht in den allgemeinen unbefristeten Spendenvortrag über, sondern ist verloren.
§ 10b Abs. 1 Satz 9 EStG regelt präzise die Reihenfolge der Abzüge vom Gesamtbetrag der Einkünfte. Nach § 2 Abs. 4 EStG ist der Gesamtbetrag der Einkünfte u.a. um die Sonderausgaben zu mindern. Dabei ist nach § 10b Abs. 1 Satz 9 EStG folgende Reihenfolge zu beachten:Gesamtbetrag der Einkünfte./. Vorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 3 und 4 EStG./. Verlustabzug nach § 10d EStGverbleibender Restbetrag./. abziehbare Zuwendungen nach § 10b EStG (bis max. Einkommen = 0 €)
Die abziehbaren Zuwendungen mindern den verbleibenden Restbetrag bis auf 0 €. Die darüber hinausgehenden abziehbaren Zuwendungen können nach § 10b Abs. 1 Satz 9 in den nächsten Veranlagungszeitraum vorgetragen werden. Die vortragungsfähigen Zuwendungen setzen sich somit aus zwei Teilen zusammen:
Jachmann u.a., Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Sachspenden, DStZ 2002, 355; Tiedtke u.a., Zur steuerlichen Abzugsfähigkeit von Zuwendungen an einen Golfclub, DStR 2007, 765; Fischer, Das Gesetz zur weiteren Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, NWB Fach 2, 9439; Richter u.a., Änderungen des Spendenrechts aufgrund des Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, FR 2007, 1037; Schauhoff u.a., Das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, DStR 2007, 1985; Schienke-Ohletz u.a., Abgeltungsteuer und einkommensteuerrechtlicher Spendenabzug, DStR 2008, 136; Geserich, Die Abzugsfähigkeit von Spenden in andere EU-Staaten, DStR 2009, 1173; Nolte, Das Spendenabzugsrecht, NWB 2009, 2236; Siegle, Steuerbegünstigung von Spenden, Steuer & Studium 2009, 594; Roth, Die Abzugsfähigkeit von Spenden ins EU-/EWR-Ausland, Steuer & Studium 2011, 553; Geserich, Der Abzug von Auslandsspenden, NWB 2010, 1408; Geserich, Auslandsspenden leicht gemacht?, NWB 2011, 2188; Rathke u.a., Die Spendenhaftung, NWB 2012, 3373).
Autor(en): Josef Schneider Steuer-Rechner 15000 60000 120000 Bruttojahresgehalt (€): 0 5 10 Anzahl Ihrer Kinder: Weiter Verwandte Lexikonartikel Altmaterialsammlungen Einkommensteuer Geschenke Stiftung Sonderausgaben Sponsoring Weitere Lexikonartikel mit »S« Sachbezüge Saisonbetriebe Sanierung Sanierungsgewinn Schadensersatz Scheidung Scheinbestandteile Schlichte Änderung Schuldzinsen Schulgeld Interessante Steuertipps Haftpflichtversicherung Spende und Ehrenamt Tagespflege von Kindern Strafverfolgung bei Steuerhinterziehung Pkw-Vermietung an den Arbeitgeber Warengutscheine statt Urlaubsgeld? smartsteuer Blog In vier Schritten den Steuerbescheid prüfen Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente Arbeiten von zuhause aus – was kann man dabei steuerlich geltend machen? Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? Kaffee oder Tee? Was alles versteuert wird Top-Themen bei smartsteuer Lohnsteuerklassen Vorsorgepauschale Entfernungspauschale Photovoltaikanlage Nebenberufliche Tätigkeit Einsatzwechseltätigkeit Eigenheimzulage Gewerbesteuerrechner Weitere Tipps Steuer online Abgabefristen Steuererklärung Steuererklärungspflicht Vorsorgeaufwendungen Altersentlastungsbetrag Doppelte Haushaltsführung Steuertipps Freiberufler Geringwertige Wirtschaftsgüter Technischer Support (Kundenservice) (0800) 7 238 222 7 Tage die Woche, rund um die Uhr –kostenfrei! Oder senden Sie uns einfach jederzeit eine E-Mail an die Adresse hilfe@smartsteuer.de Impressum AGB Presse Datenschutz Bestellung und Zahlung Partnerprogramm Jobs Newsletter Kann man das absetzen? steuern.de ©

References: § 10
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 § 32
 § 43
 § 2
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 § 58
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 § 5
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 Art. 56
 § 51
 § 32
 § 43
 § 2
 § 2
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 § 50
 § 50
 § 50
 § 10
 § 50
 § 175
 § 5
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 § 17
 § 23
 § 23
 § 6
 § 5
 § 10
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 § 17
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 § 10
 § 17
 § 17
 § 3
 § 3
 § 3
 § 15
 § 3
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 § 15
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 § 12
 § 6
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 § 12
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 § 15
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 § 3
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