Source: https://www.aerztekammer.at/faq-notarztausbildung
Timestamp: 2019-08-19 15:25:52+00:00

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FAQ Notarztausbildung - aerztekammer
FAQs Notarztausbildung
I.1. Wer ist zum Erwerb der notärztlichen Qualifikationen berechtigt?
I.2. Darf ich als Turnusärztin/Turnusarzt Notärztin/Notarzt werden?
I.3. Ab wann ist eine notärztliche Ausbildung für Turnusärztinnen/Turnusärzte möglich?
I.4. Welche Ausbildungsinhalte sind für Turnusärztin/ Turnusarzt anrechenbar?
I.5. Dürfen Fachärztinnen/Fachärzte für Anatomie, Labordiagnostik, Radiologie Notärztin/Notarzt werden?
I.6. Ich bin bereits Notärztin/Notarzt. Was muss ich tun um weiterhin notärztlich tätig sein zu können?
I.7. Ich bin Ärztin/ Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/ Facharzt und habe bereits mit meiner notärztlichen Qualifikation vor dem 1.7.2019 begonnen. Was muss ich beachten?
I.8. Ich bin Ärztin/ Arzt in Ausbildung (Turnusärztin/Turnusarzt) und habe bereits mit meiner notärztlichen Qualifikation vor dem 1.7.2019 begonnen. Was muss ich beachten?
III.3. Wie ist die Abschlussprüfung organisiert?
III.4. Welche Prüfungsgebühr ist zu entrichten?
III.5. Wie ist die Prüfung gestaltet?
III.6. Wie erfahre ich von meinem Prüfungsergebnis?
III.7. Gibt es die Möglichkeit, ein negatives Prüfungsergebnis zu beeinspruchen?
III.8. Besteht die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen?
III.9. Kann ich mich von der Abschlussprüfung abmelden?
IV.2. Wo werden Weiterbildungslehrgänge angeboten?
IV.3. Welche Fertigkeiten werden in den Weiterbildungslehrgängen für Notärztinnen/Notärzte erworben?
IV.4. Habe ich eine Prüfung abzulegen?
IV.5. Wie erfolgt die Bestätigung der positiven Absolvierung des Weiterbildungslehrgangs?
V.1. Wann habe ich Anspruch auf die Ausstellung des notärztlichen Diploms nach dem neuen System?
V.2. Wie beantrage ich die Ausstellung des notärztlichen Diploms im neuen System?
V.3. Wie lange ist das notärztliche Diplom gültig?
V.4. Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms
V.5. Kosten für die Ausstellung des Diploms?
V.6. Wer stellt das Diplom Notärztin/Notarzt aus?
V.7. Wie lange ist das Diplom Notärztin/Notarzt neu gültig?
V.8. Ich habe bereits ein Diplom Notärztin/Notarzt, muss ich ein neues beantragen?
VI.1. Wann habe ich Anspruch auf die Ausstellung des Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt?
VI.2. Wie beantrage ich die Ausstellung des Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt?
VI.3. Wie lange ist das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt gültig?
VI.4. Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt:
VI.5. Kosten für die Ausstellung des Diploms?
VI.6. Wer stellt das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt aus?
VI.7. Wie lange ist das Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt neu gültig?
VI.8. Ich habe bereits ein Diplom Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt, muss ich ein neues beantragen?
VII.1. Fortbildungen für Notärztinnen/Notärzte
VII.2. Fortbildungen für Leitende Notärztinnen/ Leitende Notärzte
+ VIII Ausländische notärztliche Ausbildung
VIII.1. Anerkennung von notärztlichen Qualifikationen, die im Ausland erworben wurden?
VIII.2. Welche Kosten entstehen für die Prüfung der Gleichwertigkeit?
+ IX Organisatorisches
IX.1. Anerkennung von notärztlichen Lehrgängen („Notarztkurs“) und Weiterbildungslehrgängen zur leitenden Notärztin/zum leitenden Notarzt?
IX.2. Anerkennung bereits bestehender – „alter“ (bestehend vor 1.7.2019) – Lehrgänge?
IX.3. Anerkennung von notärztlichen Fortbildungen („Refresher“) für Notärztinnen/Notärzte sowie leitende Notärztinnen/leitende Notärzte?
Die Notärztinnen/Notärzte-Verordnung (544KB) der Österreichischen Ärztekammer (NA-V) basiert auf den neuen Bestimmungen der §§ 40 ff ÄrzteG in der Fassung BGBl I 20/2019, durch welche das Notarzt-System grundlegend neu geregelt wird. Sie normiert die Inhalte und genauen Ausbildungsmodalitäten für die Qualifikation als Notärztin/Notarzt sowie die Qualifikationserfordernisse für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte.
Zum Erwerb der notärztlichen Qualifikation sind berechtigt (§ 40 Abs 3 ÄrzteG):
an 20 dokumentierten notärztlichen Einsätzen mit Patientenversorgung im Rahmen krankenanstaltenangebundener organisierter Notarztdienste teilgenommen wurde (siehe Logbuch (134KB)) und
Die Teilnahme an einem notärztlichen Lehrgang war für Ärztinnen/Ärzte in Ausbildung bereits nach den gesetzlichen Bestimmungen des alten Systems (vor 1.7.2019) möglich. An einem notärztlichen Lehrgang im neuen System kann auch vor Absolvierung des Rasterzeugnisses oder des Logbuchs teilgenommen werden. Eine Ausübung einer notärztlichen Tätigkeit war allerdings erst mit ius practicandi möglich.
Seit dem 01.07.2019 können auch Ärztinnen/Ärzten in Ausbildung vor Erlangung des ius practicandi unter bestimmten Voraussetzungen notärztlich tätig werden.
In der Übergangsphase bis 30.06.2022 kann zwischen der Qualifikation im „Notarztwesen alt“ oder „neu“ die Notarztausbildung gewählt werden. Eine notärztliche Tätigkeit vor dem ius practicandi ist nur nach den neuen Regelungen möglich.
I.4. Welche Ausbildungsinhalte sind für Turnusärztinnen/Turnusärzte anrechenbar?
Die im Rahmen der Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin oder zur Fachärztin/zum Facharzt erworbenen klinischen notärztlichen Kompetenzen sind gem § 5 Abs 3 NA-V in das Rasterzeugnis (167KB) zu übertragen und von der für die Vermittlung des Ausbildungsinhalts anleitenden Ärztin/ Arzt zu unterschreiben.
Der Krankenanstalten-Träger hat in diesem Zusammenhang dafür Sorge zu tragen, dass gem. § 7 NA-V ein/e zur selbständigen Berufsausübung berechtigte Ärztin/berechtigter Arzt nicht mehr als zwei in der notärztlichen Qualifikation stehende Ärztinnen/Ärzte anleiten darf. Zum Erwerb der klinischen Qualifikationen hat der KA-Träger auch die notwendige Rotation auf den verschiedenen Abteilungen zu ermöglichen.
Für Ärztinnen/Ärzte die bereits über eine Berechtigung zur Tätigkeit als Notärztin/Notarzt verfügen (Diplom), bleibt diese weiterhin aufrecht, solange fristgerecht Fortbildungen (Refresher) absolviert werden. Für die Fortbildung gelten die Fristen nach dem alten System, wonach zumindest alle zwei Jahre, gerechnet ab dem Abschluss des Lehrganges (Stichtag), eine zweitägige theoretische und praktische Fortbildungsveranstaltung im Zeitraum von 19. bis 30. auf den Stichtag folgenden Monat besucht werden muss. Mit Abschluss einer notärztlichen Fortbildung wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom Notärztin/Notarzt ausgestellt. Wird ein Refresher ab dem 1. Juli 2019 besucht, erfolgt der Übergang ins neue Notarztsystem und es gilt weiterhin die dreijährige Fortbildungsfrist (§ 40 Abs 8 ÄrzteG iVm § 31 Abs 3 NA-V), aber es wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom ausgestellt. Für die Leitende Notärztin/den Leitenden Notarzt gelten abweichende Fristen bzgl der Fortbildung.
I.7. Ich bin Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/ Facharzt und habe bereits mit meiner notärztlichen Qualifikation vor dem 1.7.2019 begonnen. Was muss ich beachten?
Ärztinnen/ Ärzten, die zur selbständigen Berufsausübung berechtigt sind und einen notärztlichen Lehrgang vor dem 1.7.2019 begonnen und erfolgreich abgeschlossen haben, wird nach den Regelungen des alten Systems ein Notarzt Dekret ausgestellt.
Ärztinnen/ Ärzten, die zur selbständigen Berufsausübung berechtigt sind und einen notärztlichen Lehrgang vor dem 1.7.2019 begonnen, diesen aber nach dem 1.7.2019 abschließen oder einen Lehrgang nach dem 1.7.2019 beginnen, wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom, ausgestellt.
Die Ausbildung zur Notärztin/ zum Notarzt kann in der Übergangsfrist bis 30.06.2022 nach dem alten oder bereits neuen System absolviert werden. Mit dem Beginn der Ausbildung neu nach dem 1.7.2019 sind zur Erlangung eines Diploms Notärztin/Notarzt die klinisch notärztlichen Qualifikationen, ein notärztlicher Lehrgang, 20 dokumentierte notärztliche Einsätze und die Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt zu absolvieren.
Die Ausbildung zur Notärztin/ zum Notarzt kann auch für Turnusärztinnen/Turnusärzte nach dem alten System bis zum 30.06.2022 begonnen und absolviert werden. Die Diplomausstellung (erfolgt nach dem alten System jedoch erst nach Erwerb der Berufsberechtigung (= ius practicandi). Daraus folgt für die Diplomausstellung:
Turnusärztinnen/ Turnusärzten, die ihre notärztliche Ausbildung vor dem 1.7.2019 begonnen und abgeschlossen haben und auch vor dem 1.7.2019 ihr ius practicandi erhalten, wird nach den Regelungen des alten Systems ein Notarzt Dekret ausgestellt.
Turnusärztinnen/ Turnusärzten, die ihre notärztliche Ausbildung vor dem 1.7.2019 begonnen und abgeschlossen haben, aber erst nach dem 1.7.2019 ihr ius practicandi erhalten, wird nach den Regelungen des alten Systems ein auf drei Jahre befristetes Diplom ausgestellt.
Turnusärztinnen/ Turnusärzten, die ihre notärztliche Ausbildung vor dem 1.7.2019 begonnen und abgeschlossen haben, aber erst nach dem 30.06.2022 ihr ius practicandi erhalten, wird nach den Regelungen des neuen Systems ein auf drei Jahre befristetes Diplom ausgestellt.
Darunter versteht man die Ausbildung zur Notärztin/zum Notarzt. Die Notarztausbildung neu sieht die Erfüllung der gem § 5 NA-V iVm Anlage 1 der NA-V aufgezählten notärztlichen Fertigkeiten und klinisch notärztlichen Kompetenzen vor, welche im Rahmen einer zumindest 33monatigen notärztlichen Qualifikation zu erwerben sind. Zusätzlich sind 20 dokumentierte notärztliche Einsätze mit Patientenversorgung nachzuweisen und ein notärztlicher Lehrgang zu besuchen.
Die Auflistung der zu erwerbenden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten sind in der Anlage 1 der NA-V (544KB) zu finden. Die oben genannten klinischen Kompetenzen können an anerkannten Ausbildungsstätten für die Basisausbildung und an gem. §§ 9 und 10 ÄrzteG 1998 anerkannten Ausbildungsstätten sowie an Organisationseinheiten, an die organsierte Notarztdienste angebunden sind, erworben werden.
Der notärztliche Lehrgang ist ein von der Österreichischen Ärztekammer anerkannter Lehrgang mit theoretischen und praktischen Inhalten für die Tätigkeit im Rahmen organisierter Notarztdienste. Dieser Lehrgang hat nach den neuen Regelungen aus 80 Einheiten zu bestehen, davon zumindest 50 Einheiten theoretischer Inhalt und zumindest 20 Einheiten praktischer Inhalt (§ 40 Abs 2 iVm § 8 Abs 2 NA-V sowie Anlage 3).
Im Rahmen der neuen notärztlichen Ausbildung sind zumindest 20 dokumentierte notärztliche Einsätze mit Patientenversorgung mittels Logbuch (134KB) nachzuweisen (§ 40 Abs 2 ÄrzteG iVm § 10 NA-V). Dabei ist zu beachten, dass ein Einsatz erst dann für das Logbuch relevant ist, wenn es sich um einen Einsatz mit einer Bewertung von mindestens NACA 3 handelt. Turnusärztinnen/Turnusärzte müssen darüber hinaus diese Einsätze unter verpflichtender Supervision absolvieren (§ 10 Abs 2 NA-V). Ärztinnen/Ärzte mit ius practicandi können diese Einsätze unter freiwilliger Supervision durchführen, wobei eine Nachbesprechung mit einem notärztlichen Supervisor jedenfalls zu erfolgen hat (§ 10 Abs 3 NA-V).
Voraussetzung ist die Anmeldung und die erfolgte Zulassung zur Prüfung.
Nach Überprüfung der Eintragung in die Ärzteliste, des Rasterzeugnisses, des Logbuchs sowie der Kursbestätigung des notärztlichen Lehrgangs durch die zuständige Landesärztekammer wird das Anmeldeformular an die Österreichische Akademie der Ärzte übermittelt. Die Zulassung zur Abschlussprüfung wird mittels Anmeldebestätigung, welche die Österreichische Akademie der Ärzte ausstellt, abgeschlossen. Eine Ablehnung der Zulassung zur Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt erfolgt mittels Bescheid durch die Österreichische Ärztekammer.
Die Abschussprüfung Notärztin/Notarzt besteht aus einem theoretischen (schriftlich) und praktischen (mündlich) Teil. Nach Absolvierung der 33monatigen notärztlichen Qualifikation (Rasterzeugnis), der Teilnahme an 20 notärztlichen Einsätzen mit Patientenversorgung und Absolvierung eines notärztlichen Lehrgangs, ist die Abschlussprüfung Notärztin/Notarzt zu absolvieren.
(Gem § 27 NA-V ist die Prüfungsgebühr vom Vorstand der ÖÄK festzulegen. Dies wird voraussichtlich am 11.09.2019 erfolgen.)
Die Prüfung ist in deutscher Sprache und im Inland abzuhalten. Sie besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil. Die Prüfungstermine werden gem § 26 NA-V auf der Homepage der Österreichischen Akademie der Ärzte veröffentlicht. Der erste Prüfungstermin ist der 18.12.2019. Ab 1.7.2022 werden zumindest vier Prüfungstermine pro Kalenderjahr angeboten.
IV.1. Voraussetzungen, um Leitende Notärztin/Leitender Notarzt zu werden?
Notärztinnen/Notärzte, die beabsichtigen, eine leitende Tätigkeit im Rahmen organisierter Notarztdienste auszuüben, sowie ärztliche Leiterinnen/Leiter von Rettungsdiensten haben einen Weiterbildungslehrgang für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte zu absolvieren. Erforderlich ist die Absolvierung eines Weiterbildungslehrganges für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte mit zumindest 60 Lehreinheiten gem. § 11 Abs. 2 NA-V. Für die Teilnahme an diesem Weiterbildungslehrgang ist vorausgesetzt, dass die Notärztin/der Notarzt zumindest drei Jahre als Notärztin/Notarzt im Rahmen eines organsierten Notarztdienstes tätig war oder gleich lang eine notärztliche Tätigkeit im Rahmen einer Krankenanstalt ausgeübt wurde. Es muss eine gültige Berechtigung als Notärztin/Notarzt vorliegen. Zum Nachweis der dreijährigen notärztlichen Tätigkeit ist eine schriftliche und unterzeichnete Bestätigung vom Leiter der Organisationseinheit des organisierten Notarztdienstes (Stützpunktleiter) oder vom ärztlichen Direktor der Krankenanstalt der Anmeldung zu einem Weiterbildungslehrgang vorzulegen.
IV.3. Welche Fertigkeiten werden in den Weiterbildungslehrgängen für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte erworben?
Die organisatorische Durchführung der Prüfung sowie die Ausstellung eines Prüfungszertifikats nach erfolgreicher Absolvierung obliegt dem Anbieter des Weiterbildungslehrganges. Das Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt wird auf Antrag, welcher bei der Österreichischen Akademie der Ärzte zu stellen ist, befristet auf vier Jahre ausgestellt (§ 32 NA-V).
Das Diplom Notärztin/Notarzt ist ab dem Datum der Abschlussprüfung im neuen System, nach Ende des Lehrgangs im alten System drei Jahre gültig, danach erlischt es automatisch. Wird innerhalb dieser drei Jahre eine Fortbildungsveranstaltung (= „Refresher“) absolviert und ein Antrag auf Neuausstellung gestellt, wird ein neuerlich auf drei Jahre befristetes Diplom Notärztin/Notarzt nach Ablauf des vorhergegangenen Gültigkeitszeitraums ausgestellt.
V.4. Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms:
2. die Teilnahme an 20 notärztlichen Einsätzen ( Logbuch (134KB)),
Für die erstmalige Ausstellung eines neuen befristeten Diploms Notärztin/ Notarzt gem. § 31 Abs 1 NA-V wird eine Bearbeitungsgebühr von € 110,00 verrechnet, vorausgesetzt die notärztliche Ausbildung wurde nach dem 01.07.2019 im neuen Notarztsystem begonnen und absolviert. Die Ausstellung von Folgediplomen Notärztin/ Notarzt erfolgt kostenfrei, ist aber dennoch rechtzeitig zu beantragen.
Die Ausstellung des notärztlichen Diploms gem. §§ 31 NA-V erfolgt über die Österreichische Akademie der Ärzte. Aufgrund der Übergangbestimmung gilt das alte Notarztsystem jedoch bis zum 30.06.2022 weiter, und es kann auch bis zu diesem Zeitpunkt nach den alten Regelungen ein Diplom Notärztin/Notarzt erworben werden. Diplome nach dem alten System werden bis dahin weiterhin durch die ÖÄK ausgestellt, die wie bisher das Diplom der Landesärztekammer postalisch übersendet.
Hierbei ist der Stichtag das Datum des Inkrafttretens der NA-V am 01.07.2019:
1. Wurde ein alter notärztlicher Lehrgang und die Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt (ius practicandi) vor dem 01.07.2019 absolviert, wird ein Notarzt Dekret von der ÖÄK ausgestellt.
2. Wurde ein alter notärztlicher Lehrgang vor dem 01.07.2019, aber die Ausbildung zur Ärztin für Allgemeinmedizin/zum Arzt für Allgemeinmedizin oder Fachärztin/Facharzt (ius practicandi) nach dem 01.07.2019 absolviert, ist bereits ein auf drei Jahre befristetes Diplom von der ÖÄK auszustellen. Die Ausbildung zum Notarzt wurde jedoch nach dem alten System erworben, weshalb für die Ausübung der Tätigkeit sowie Diplomausstellung das ius practicandi notwendig ist.
3. Für notärztliche Lehrgänge sowie Fortbildungen nach dem neuen System, die also nach dem 01.07.2019 begonnen und absolviert wurden, wird ein auf drei Jahre befristetes Diplom von der Österreichischen Akademie der Ärzte ausgestellt.
Das Diplom ist auf drei Jahre befristet. Die Gültigkeit wird auf dem Diplom direkt vermerkt. In diesem Zeitraum besteht eine aufrechte Berechtigung, notärztlich tätig zu sein. Spätestens bis zum Ende des 36. folgenden Monatsletzten, gerechnet ab dem Datum der Abschlussprüfung oder dem Abschluss einer Fortbildung, ist eine anerkannte zweitägige Fortbildungsveranstaltung zu absolvieren.
Das Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt ist ab dem Datum der Prüfung des Weiterbildungslehrganges zur Leitenden Notärztin/zum Leitenden Notarzt vier Jahre gültig, danach erlischt es automatisch. Wird innerhalb dieser vier Jahre eine Fortbildungsveranstaltung (= „LNA-Refresher“) absolviert, wird ein neuerliches, vier Jahre gültiges Diplom Leitende Notärztin/Leitender Notarzt nach Ablauf des vorhergegangenen Gültigkeitszeitraums auf Antrag ausgestellt.
VI.4. Voraussetzungen für den erstmaligen Erwerb eines neuen befristeten Diploms Leitende Notärztin/Leitender Notarzt:
2. Absolvierung eines Weiterbildungslehrgangs zur Leitenden Notärztin/ Leitender Notarzt.
3. Positive Absolvierung der theoretisch-praktischen Prüfung des Weiterbildungslehrganges gem § 11 Abs 4 NA-V anhand von Fallbeispielen.
Für die erstmalige Ausstellung eines auf vier Jahre befristeten Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt gem. § 32 Abs 1 NA-V wird eine Bearbeitungsgebühr von € 110,00 verrechnet, vorausgesetzt die notärztliche Ausbildung wurde nach dem 01.07.2019 im neuen Notarztsystem begonnen und absolviert. Die Ausstellung von Folgediplomen Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt ist kostenfrei.
Die Ausstellung des Diploms Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt gem. §§ 32 NA-V erfolgt im neuen System ausschließlich über die Österreichische Akademie der Ärzte.
Das Diplom ist auf vier Jahre befristet. Die Gültigkeit wird auf dem Diplom direkt vermerkt. In diesem Zeitraum besteht eine aufrechte Berechtigung zur Tätigkeit als Leitende Notärztin/Leitender Notarzt. Bis zum Ende des 48. folgenden Monatsletzten, gerechnet ab dem Datum der Prüfung des Lehrgangs oder dem Absolvieren einer Fortbildung, ist spätestens eine anerkannte zweitägige Fortbildungsveranstaltung für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte zu absolvieren.
Bei Versäumung der rechtzeitigen Fortbildung erlischt die Berechtigung zur Tätigkeit als Leitende Notärztin/ Leitender Notarzt und darf erst wiederaufgenommen werden, wenn die Prüfung des Weiterbildungslehrganges gem § 11 Abs 4 NA-V wiederholt wurde.
VII.1. Fortbildung für Notärztinnen/ Notärzte („Refresher“)
Notärztinnen/Notärzte haben gem § 40 Abs 7 ÄrzteG iVm § 28 NA-V regelmäßig eine anerkannte zweitägige notärztliche Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Diese ist spätestens bis zum 36. auf die Abschlussprüfung gem § 13 NA-V oder den Abschluss der letzten Fortbildung folgenden Monatsletzten zu absolvieren.
Ärztinnen/Ärzte, die über ein Diplom „alt“, also ein Notarzt Dekret nach den Regelungen des alten NA-Systems, verfügen, haben nach dem 01.07.2019 eine Fortbildung innerhalb der Fristen nach § 40 Abs 3 ÄrzteG alte Fassung (vor BGBl I 20/2019) zu absolvieren, d.h. mindestens nach zwei Jahren. Nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung erhalten diese Notärztinnen/Notärzte ein befristetes Diplom und werden somit fließend in das neue System übergeführt. Die Fortbildungsverpflichtung verlängert sich im neuen System auf drei Jahre.
Ärztinnen/Ärzte, die über ein neues Diplom Notärztin/Notarzt verfügen, haben nach § 40 Abs 7 ÄrzteG neue Fassung (BGBl I 20/2019) spätestens bis zum 36. auf die Abschlussprüfung gem § 13 NA-V oder den Abschluss der letzten Fortbildung folgenden Monatsletzten zu absolvieren. Wird innerhalb dieser Frist keine Fortbildung absolviert, erlischt die Berechtigung zur Tätigkeit als Notarzt (zu den Voraussetzungen der Wiederaufnahme der notärztlichen Tätigkeit).
Wird nach dem alten System die Fortbildungsverpflichtung versäumt, gilt das alte System bis 30.06.2022 weiter und es die Lehrgangsprüfung eines Notarztkurses zu wiederholen.
Der Lehrgangsanbieter hat über den erfolgreichen Abschluss einer Fortbildungsveranstaltung eine schriftliche Teilnahmebestätigung auszustellen und die Landesärztekammer und die Österreichische Akademie der Ärzte zu informieren. Die Fortbildungsveranstaltung ist verpflichtend auf das Online-Fortbildungskonto zu buchen. Für die Ausstellung des Folgediploms Notärztin/ Notarzt ist, nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung, ein Antrag bei der Österreichischen Akademie der Ärzte zu stellen.
VII.2. Fortbildung für Leitende Notärztinnen/leitende Notärzte („Refresher“)
Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte haben gem § 40a Abs 4 ÄrzteG neue Fassung (BGBl I 28/2019) iVm § 29 NA-V eine von der Österreichischen Ärztekammer anerkannte Fortbildungsveranstaltung für Leitende Notärztinnen/Leitende Notärzte im Umfang von 16 Einheiten zu besuchen. Diese sind spätestens bis zum 48. Monat gerechnet ab dem Datum des Abschlusses des Weiterbildungslehrganges oder auf die letzte Fortbildung für Leitende Notärztinnen/Notärzte folgenden Monat zu absolvieren.
Wird nach dem alten System die Fortbildungsverpflichtung versäumt, ist die Prüfung des Weiterbildungslehrgangs zur Leitenden Notärztin/zum Leitenden Notarzt zu wiederholen.
Der Lehrgangsanbieter hat über den erfolgreichen Abschluss einer Fortbildungsveranstaltung eine schriftliche Teilnahmebestätigung auszustellen. Die Fortbildungsveranstaltung ist verpflichtend auf das Online-Fortbildungskonto zu buchen. Für die Ausstellung des Folgediploms Leitende Notärztin/Leitender Notarzt ist, nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung, ein Antrag bei der Österreichischen Akademie der Ärzte zu stellen.
Ärztinnen/Ärzte, die über ein Diplom Notärztin/Notarzt „alt“, also ein unbefristetes Diplom nach dem alten Notarztsystem verfügen, haben nach dem 01.07.2019 eine Fortbildung innerhalb der Fristen nach § 40 Abs 3 ÄrzteG alte Fassung (vor BGBl I 20/2019) zu absolvieren, d.h. nach vier Jahren. Nach erfolgreicher Absolvierung einer Fortbildungsveranstaltung erhalten diese Notärztinnen/Notärzte ein auf vier Jahre befristetes Diplom und werden somit fließend in das neue System übergeführt.
Die Fortbildungsverpflichtung ist in § 40a Abs 4 ÄrzteG neue Fassung (BGBl I 28/2019) geregelt und normiert, dass spätestens bis zum 48. Monat des auf den Abschluss des Weiterbildungslehrgangs oder der letzten Fortbildung folgenden Monats eine Fortbildungsveranstaltung zu absolvieren ist. Wird innerhalb dieser Frist keine Fortbildung absolviert, erlischt die Berechtigung zur Ausübung einer Leitenden notärztlichen Tätigkeit.
Die Anerkennung von im Ausland absolvierten notärztlichen Lehrgängen sowie Fortbildungsveranstaltungen erfolgt derzeit mittels Formblatt gestellten Antrags (684KB) bei der ÖÄK. Einzubringen ist der Antrag bei jener Landesärztekammer, deren Mitglied die Ärztin/der Arzt ist oder direkt bei der Österreichischen Ärztekammer (post@aerztekammer.at) oder Frau Gruber (h.gruber@aerztekammer.at).
Für Anträge zur Überprüfung der Gleichwertigkeit einer ausländischen Qualifikation als Notärztin/Notarzt, Leitende Notärztin/Leitender Notarzt und im Ausland absolvierter nicht approbierter Fortbildungsveranstaltungen (§ 40 Abs. 9 ÄrzteG) ist gemäß der auf Basis des § 13b ÄrzteG erlassenen Verordnung eine Bearbeitungsgebühr für Angelegenheiten im eigenen Wirkungsbereich in der geltenden Fassung in der Höhe von € 141,43 im Voraus einzuheben. Wenn es sich um eine approbierte Veranstaltung handelt, ist gemäß der Bearbeitungsgebührenverordnung eine reduzierte Bearbeitungsgebühr in der Höhe von € 71,25 im Voraus zu bezahlen.
Die Anerkennung von Lehrgängen und Weiterbildungslehrgängen gem. §§ 9 und 12 NA-V erfolgt nach einem Antrag des Lehrgangs-Anbieters mittels Bescheid nach Beschluss durch den Vorstand der ÖÄK. Die Prüfung der Inhalte der Lehrgänge, welche den Anforderungen der Curricula in Anlage 3 (140KB) der NA-V und Anlage 5 (14KB) der NA-V entsprechen müssen, erfolgt gem. § 9 NA-V durch den beratenden, vom Vorstand eingerichteten Notarzt-Ausschuss. Eine Anerkennung durch den Vorstand der ÖÄK erfolgt nur einmal und ist so lange aufrecht, solange der Lehrgang oder der Weiterbildungslehrgang in unveränderter Form veranstaltet wird. Dennoch ist für jeden wiederkehrenden notärztlichen Lehrgang oder Weiterbildungslehrgang eine Eintragung in den DFP-Kalender vorzunehmen. Im Zuge der DFP-Approbation wird überprüft, ob die Anforderungen die zur Anerkennung durch den Vorstand erbracht wurden, immer noch erfüllt werden.
Gem. § 9 Abs. 3 NA-V gelten zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung am 01.07.2019 begonnene oder absolvierte notärztliche Lehrgänge bis 30.06.2022 als anerkannt, somit kann weiterhin das Diplom Notärztin/Notarzt im Rahmen des „alten“ Systems erworben werden. Eine Abschlussprüfung ist im „alten“ System nicht vorgesehen.
Durch die Anerkennung im Vorstand der ÖÄK können notärztliche Lehrgänge mit Kursprüfung bis 30.06.2022 für den alten Notarzt absolviert werden, als auch nach positiver Absolvierung der Abschlussprüfung zum Erwerb des befristeten Diploms Notärztin/Notarzt verwendet werden. Die Übergangsbestimmung gem. § 9 Abs. 3 NA-V bewirkt somit, dass bis zum 30.06.2022 das „alte“ Notarztsystem parallel mit der neuen Ausbildung läuft und auch nach den alten Regelungen ein Diplom Notärztin/Notarzt erworben werden kann.
Die Anerkennung von Fortbildungen erfolgt gem. § 30 NA-V durch den Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer und gem. den Vorgaben der Verordnung über ärztliche Fortbildung. Der Anbieter einer Fortbildung hat diese in den DFP-Kalender einzutragen und ein Approbationsansuchen zu stellen.
Referat Notfallmedizin
Ärzte-Ausbildungsordnung (ÄAO) 2015

References: § 5
 § 7
 § 31
 § 5
 § 8
 § 10
 § 27
 § 26
 § 11
 § 31
 § 11
 § 32
 § 11
 § 40
 § 28
 § 13
 § 40
 § 40
 § 13
 § 40
 § 29
 § 40
 § 40
 § 13
 § 9
 § 9
 § 9
 § 30