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Timestamp: 2019-03-26 23:46:54+00:00

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BGH, 02.04.2014 - IV ZR 124/13 - dejure.org
§ 3 Abs 4 Buchst d ARB 2000
Rechtsschutzversicherung: Versicherungsschutz für die Geltendmachung sicherungshalber abgetretener Ansprüche
Leistungsausschluss bei Verfolgen von originär eigenen Ansprüchen des Versicherungsnehmers i.R.d. Übertragung zur Sicherheit an einen Dritten; Feststellung der Gewährung von Deckungsschutz durch den Rechtsschutzversicherer i.R.d. Rückzahlung von Versicherungsprämien des früheren Lebensversicherers
Zur Nichtanwendung des Leistungsausschlusses in der Rechtsschutzversicherung nach § 3 (4) d) ARB-RU 2000, wenn der Versicherungsnehmer originär eigene Ansprüche verfolgen will, die er zur Sicherheit an einen Dritten übertragen hat; zur Unwirksamkeit der Sanktionsregelung in 17 (6) ARB-RU 2000; zu den Folgen einer Verletzung der Hinweispflicht nach 128 VVG
Rechtsschutzversicherung - und die Geltendmachung sicherungshalber abgetretener Ansprüche
Kein Versicherungsausschluss bei zur Sicherheit an Dritte abgetretene Ansprüche gegen Rechtsschutzversicherer
Nichtanwendung des Leistungsausschlusses in der Rechtsschutzversicherung, wenn der Versicherungshemer originär eigene Ansprüche verfolgen will, die er zur Sicherheit an einen Dritten übertragen hat
AG München, 25.05.2012 - 261 C 26459/11
LG München I, 27.02.2013 - 30 S 12152/12
NJW 2014, 1813
VersR 2014, 699
Der Wirksamkeit der Regelung steht auch nicht entgegen, dass in der anschließenden Bestimmung über die Folgen der Verletzung von Obliegenheiten (hier: B Ziff. 14 VB-ERV 2014) zwar auf den vollständigen oder teilweisen Verlust des Versicherungsschutzes nach § 28 Abs. 2 und 3 VVG, nicht aber auf die Hinweispflicht des § 28 Abs. 4 VVG verwiesen wird (Abgrenzung zu Senatsurteil vom 2. April 2014, IV ZR 124/13).
Zutreffend ist allerdings, dass der Senat in einem Urteil vom 2. April 2014 in einem Rechtsstreit betreffend die Leistungsfreiheit eines Rechtsschutzversicherers wegen vorsätzlicher Verletzung der Informationspflicht aus § 17 (3) ARB-RU 2000 entschieden hat, die Regelung über die Rechtsfolgen in § 17 (6) ARB-RU 2000 weiche zum Nachteil des Versicherungsnehmers von der Neuregelung des § 28 VVG ab, weil sie noch auf den gesetzlichen Vorgaben des nicht mehr anwendbaren § 6 Abs. 3 VVG a.F. beruhte (IV ZR 124/13, r+s 2014, 282 Rn. 16 ff.;… vgl. auch Senatsurteil vom selben Tag in der Sache IV ZR 58/13, r+s 2015, 347 Rn. 16 ff.).
In diesem Zusammenhang hat der Senat auch ausgeführt, in Abweichung von § 28 Abs. 4 VVG fehle § 17 (6) ARB-RU 2000 zudem eine Regelung, wonach die Leistungsfreiheit bei Verletzung einer nach Eintritt des Versicherungsfalles bestehenden Aufklärungsobliegenheit voraussetze, dass der Versicherer den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform auf diese Rechtsfolge hingewiesen habe (Senatsurteil vom 2. April 2014 - IV ZR 124/13 aaO Rn. 21).
Die Hinweispflicht gilt auch dann, wenn der Rechtsanwalt des Versicherungsnehmers die Möglichkeit eines solchen Verfahrens kennt (BGH NJW 2014, 1813; BGH ZfS 2016, 38;… Rixecker , in: Römer/Langheid, VVG, 5. Aufl. 2016, § 128 Rn. 5;… Paffenholz , in: Looschelders/Pohlmann, VVG, 3. Aufl. 2016, § 128 Rn. 12;… a.A. Armbrüster , in: Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, § 128 Rn. 5).
Der Wortlaut des § 128 S. 2 VVG sieht eine Einschränkung der Hinweispflicht aus subjektiven Gründen nicht vor; auch § 128 S. 3 VVG knüpft die Fiktion der Anerkennung an rein objektive Kriterien (BGH NJW 2014, 1813, 1815).
Die Abweichung führt nach § 32 Satz 1 VVG i.V.m. § 307 I 1, II Nr. 1 BGB zur Unwirksamkeit der Sanktionsregelung, weil sie mit dem in § 28 IV VVG enthaltenen wesentlichen Grundgedanken - die Wesentlichkeit ergibt sich aus dem halbzwingenden Charakter des § 28 IV VVG - nicht vereinbar ist (BGH [IV. ZS], NJW 2014, 1813 Rn. 21f. = VersR 2014, 699 Rn. 21f.; im Ergebnis ebenso LG Berlin…, Urteil vom 22.06.2016 - 23 O 345/15 - und Marlow, r+s 2015, 591, 592f. sowie ders. in: Versicherungsrechts-Handbuch, 3. Aufl., § 13 Rnrn. 74, 74d und 152 a.E.).
Die Hinweispflicht gilt auch dann, wenn der Rechtsanwalt des Versicherungsnehmers die Möglichkeit eines solchen Verfahrens kennt (BGH NJW 2014, 1813; BGH ZfS 2016, 38;… Rixecker, in: Römer/Langheid, VVG, 5. Aufl. 2016, § 128 Rn. 5;… Paffenholz, in: Looschelders/Pohlmann, VVG, 3. Aufl. 2016, § 128 Rn. 12;… a.A. Armbrüster, in: Prölss/Martin, VVG, 29. Aufl. 2015, § 128 Rn. 5).
Die Hinweispflicht gilt auch dann, wenn der Rechtsanwalt des Versicherungsnehmers die Möglichkeit eines solchen Verfahrens kennt (BGH NJW 2014, 1813;… Rixecker , in Römer/Langheid, Versicherungsvertragsgesetz, 5. Aufl. 2016, § 128 Rn. 5;… a.A. Armbrüster in Prölss/Martin, Versicherungsvertragsgesetz, 29. Aufl. 2015, § 128 Rn. 5).
Der Wortlaut des § 128 Satz 2 VVG sieht eine Einschränkung der Hinweispflicht aus subjektiven Gründen nicht vor; auch § 128 Satz 3 VVG knüpft die Fiktion der Anerkennung an rein objektive Kriterien (BGH NJW 2014, 1813).
Soweit sich die Beklagte im Schriftsatz vom 31.07.2014 auf Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen IV ZR 124/13, IV ZR 156/13 und IV ZR 58/13) zur Frage der Deckungspflicht des Rechtsschutzversicherers im Verhältnis zum Versicherungsnehmer beruft, bestätigen diese nicht ihre Ansicht, dass der Prozessbetreuungsvertrag mit dem RDG zu vereinbaren sei.

References: § 3
 § 3
 § 28
 § 28
 § 17
 § 17
 § 28
 § 6
 § 28
 § 17
 BGH 
 § 128
 § 128
 § 128
 § 128
 § 128
 § 32
 § 307
 § 28
 § 28
 § 13
 BGH 
 § 128
 § 128
 § 128
 § 128
 § 128
 § 128
 § 128