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Timestamp: 2019-11-17 08:24:45+00:00

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Urhe­ber­rechts­ver­gü­tung bei Dru­ckern und PCs | Rechtslupe
Urheberrechtsvergütung bei Druckern und PCs
Urhe­ber­rechts­ver­gü­tung bei Dru­ckern und PCs
Nach der seit dem 1. Janu­ar 2008 gel­ten­den Fas­sung des Urhe­ber­rechts­ge­set­zes besteht nach § 54 Abs. 1 UrhG ein Ver­gü­tungs­an­spruch zuguns­ten der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten hin­sicht­lich sämt­li­cher Gerä­te und Spei­cher­me­di­en, deren Typ zur Vor­nah­me von bestimm­ten Ver­viel­fäl­ti­gun­gen zum eige­nen Gebrauch benutzt wer­den. Der Ver­gü­tungs­an­spruch besteht dabei gene­rell für die­se Gerä­te und ist nicht davon abhän­gig, ob die Gerä­te oder Spei­cher­me­di­en dazu bestimmt sind, ein Werk auf eine bestimm­te Wei­se zu ver­viel­fäl­ti­gen.
Aber auch nach der bis zum 31. Dezem­ber 2007 gül­ti­gen Fas­sung des Urhe­ber­rechts­ge­set­zes zäh­len Dru­cker und PCs zu den ver­gü­tungs­pflich­ti­gen Ver­viel­fäl­ti­gungs­ge­rä­ten nach §§ 54, 54a UrhG aF.
Der Urhe­ber eines Wer­kes hat­te nach dem bis Ende 2007 gel­ten­den Recht einen Ver­gü­tungs­an­spruch gegen den Her­stel­ler, den Impor­teur und den Händ­ler von Gerä­ten, wenn die­se dazu bestimmt sind, ein Werk "durch Ablich­tung eines Werk­stücks oder in einem Ver­fah­ren ver­gleich­ba­rer Wir­kung" zu ver­viel­fäl­ti­gen (§ 54a Abs. 1 Satz 1 UrhG aF). Dar­über hin­aus hat­te er einen Ver­gü­tungs­an­spruch gegen den Her­stel­ler, den Impor­teur und den Händ­ler von Gerä­ten und von Bild- und Ton­trä­gern, wenn die­se dazu bestimmt sind, ein Werk "durch Über­tra­gun­gen von einem Bild- und Ton­trä­ger auf einen ande­ren" zu ver­viel­fäl­ti­gen (§ 54 Abs. 1 Satz 1 UrhG aF). Die­se Ver­gü­tungs­an­sprü­che sol­len dem Urhe­ber einen Aus­gleich dafür ver­schaf­fen, dass Ver­viel­fäl­ti­gun­gen sei­nes Wer­kes zum eige­nen Gebrauch unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch ohne sei­ne Zustim­mung zuläs­sig sind.
Dies hat nun der Bun­des­ge­richts­hof in vier bei ihm anhän­gi­gen, noch nach dem alten bis 2007 gel­ten­den Recht zu beur­tei­len­den Kla­gen der VG Wort ent­schie­den.
Die VG Wort nimmt die urhe­ber­recht­li­chen Befug­nis­se von Wort­au­toren und Ver­le­gern wahr. Sie ist in den hier in Rede ste­hen­den Ver­fah­ren auch im Auf­trag der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft Bild-Kunst tätig. Deren Auf­ga­be besteht in der Wahr­neh­mung der urhe­ber­recht­li­chen Nut­zungs­rech­te an Foto­gra­fi­en, Bild­wer­ken und Gra­fi­ken aller Art. Die Beklag­ten ver­trei­ben in Deutsch­land Dru­cker und PCs, die sie selbst her­stel­len oder impor­tie­ren. Die Klä­ge­rin nimmt die unter­schied­li­chen Beklag­ten in vier ver­schie­de­nen Ver­fah­ren auf Zah­lung einer Ver­gü­tung für die­se Gerä­te in Anspruch.
In den Vor­in­stan­zen haben die Ober­lan­des­ge­rich­te Stutt­gart 1 und Mün­chen 2 den dort erho­be­nen Kla­gen weit­ge­hend statt­ge­ge­ben. In den bei­den ande­ren Ver­fah­ren hat in der Vor­in­stanz das OLG Düs­sel­dorf die dort erho­be­nen Kla­gen abge­wie­sen 3.
Auch der Bun­des­ge­richt­hof hat zunächst die hier­ge­gen gerich­te­ten Revi­sio­nen der VG Wort zurück­ge­wie­sen 4.
Auf die dar­auf­hin von der VG Wort erho­be­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­den hat sodann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs auf­ge­ho­ben und die vier Rechts­strei­te an den Bun­des­ge­richts­hof zurück­ver­wie­sen 5, da der Bun­des­ge­richts­hof nach Ansicht des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts mit sei­nen Urtei­len die VG Wort in ihrem grund­rechts­glei­chen Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter dadurch ver­letzt hat, dass er eine Vor­la­ge zum Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nicht geprüft hat.Der Bun­des­ge­richts­hof hat dar­auf­hin mit Beschlüs­sen jeweils vom 21.07.2011 6 die Ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on Fra­gen zur Aus­le­gung der Richt­li­nie 2001/​29/​EG zur Har­mo­ni­sie­rung bestimm­ter Aspek­te des Urhe­ber­rechts und der ver­wand­ten Schutz­rech­te in der Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft zur Vor­ab­ent­schei­dung vorgelegt.Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on hat die­se Vor­la­ge­fra­ge durch Urteil vom 27. Juni 2013 beant­wor­tet 7 und hier­bei ent­schei­den, dass die Abga­be für die Ver­viel­fäl­ti­gung geschütz­ter Wer­ke auch auf den Ver­trieb eines Dru­ckers oder eines Com­pu­ters erho­ben wer­den kann, die EU-Mit­glieds­staa­ten inso­weit aber bei der Bestim­mung des Schuld­ners die­ser Abga­be, durch die den Urhe­bern die ohne ihre Geneh­mi­gung erfolg­te Ver­viel­fäl­ti­gung ihrer Wer­ke ver­gü­tet wer­den soll, über einen wei­ten Ermes­sens­spiel­raum ver­fü­gen.
Die­se Ent­schei­dung des Uni­ons­ge­richts­hofs hat der Bun­des­ge­richts­hof nun­mehr umge­setzt und in den vier bei ihm anhän­gi­gen Ver­fah­ren etnschie­den, dass Dru­cker, nicht aber PCs zu den ver­gü­tungs­pflich­ti­gen Ver­viel­fäl­ti­gungs­ge­rä­ten nach § 54a UrhG aF gehö­ren. Die­se Bestim­mung erfasst bei richt­li­ni­en­kon­for­mer Aus­le­gung nur Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren, bei denen ana­lo­ge Ver­viel­fäl­ti­gungs­stü­cke ent­ste­hen; dabei kommt es nicht dar­auf an, ob ein ana­lo­ges oder ein digi­ta­les Werk­stück als Ver­viel­fäl­ti­gungs­vor­la­ge dien­te. Erfasst wer­den auch Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren mit­tels ver­schie­de­ner Gerä­te, wenn die­se Gerä­te mit­ein­an­der ver­bun­den sind und es sich um ein ein­heit­li­ches Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren han­delt, das unter der Kon­trol­le der­sel­ben Per­son steht und auf die Her­stel­lung ana­lo­ger Ver­viel­fäl­ti­gungs­stü­cke abzielt. Unter die­ser Vor­aus­set­zung sind Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren nicht nur mit einer aus Scan­ner, PC und Dru­cker bestehen­den Gerä­te­ket­te, son­dern auch mit einer nur aus PC und Dru­cker bestehen­den Gerä­te­ket­te ver­gü­tungs­pflich­tig. Inner­halb einer sol­chen Gerä­te­ket­te ist aller­dings nur das Gerät ver­gü­tungs­pflich­tig, das am deut­lichs­ten dazu bestimmt ist, zusam­men mit den ande­ren Gerä­ten wie ein Ver­viel­fäl­ti­gungs­ge­rät ein­ge­setzt zu wer­den. Inner­halb der aus Scan­ner, PC und Dru­cker gebil­de­ten Funk­ti­ons­ein­heit ist dies der Scan­ner; inner­halb der aus PC und Dru­cker gebil­de­ten Funk­ti­ons­ein­heit ist dies der Dru­cker. Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren mit einem PC als End­ge­rät sind nicht nach § 54a UrhG aF ver­gü­tungs­pflich­tig, weil dabei digi­ta­le Ver­viel­fäl­ti­gungs­stü­cke ent­ste­hen.
Der Bun­des­ge­richts­hof hat wei­ter ent­schie­den, dass PCs zu den ver­gü­tungs­pflich­ti­gen Ver­viel­fäl­ti­gungs­ge­rä­ten nach § 54 UrhG aF gehö­ren. Die­se Bestim­mung erfasst Ver­viel­fäl­ti­gun­gen durch Über­tra­gun­gen von einem Bild- oder Ton­trä­ger auf einen ande­ren. Unter einem Bild- oder Ton­trä­ger ist nach § 16 Abs. 2 UrhG eine Vor­rich­tung zur wie­der­hol­ba­ren Wie­der­ga­be von Bild- oder Ton­fol­gen zu ver­ste­hen. Dazu zäh­len auch digi­ta­le Spei­cher­me­di­en wie Fest­plat­ten. Durch Über­tra­gun­gen von einem digi­ta­len Spei­cher­me­di­um auf ein ande­res kön­nen nicht nur Fil­me und Musik, son­dern auch "ste­hen­de" Tex­te oder "ste­hen­de" Bil­der der von der Klä­ge­rin und der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft Bild-Kunst ver­tre­te­nen Urhe­ber von Sprach­wer­ken, Foto­gra­fi­en, Bild­wer­ken und Gra­fi­ken ver­viel­fäl­tigt wer­den; der­ar­ti­ge Tex­te oder Bil­der kön­nen bei­spiels­wei­se über das Inter­net von der Fest­plat­te eines Ser­vers auf die Fest­plat­te eines Com­pu­ters her­un­ter­ge­la­den wer­den. Soweit PCs auf die­se Wei­se als End­ge­rä­te in einem ein­heit­li­chen Ver­viel­fäl­ti­gungs­ver­fah­ren zur Her­stel­lung digi­ta­ler Ver­viel­fäl­ti­gungs­stü­cke ver­wen­det wer­den, sind sie nach § 54 UrhG aF ver­gü­tungs­pflich­tig.
Bun­des­ge­richts­hof, Urtei­le vom 3. Juli 2014 – I ZR 28/​11 – I ZR 29/​11 – I ZR 30/​11 und I ZR 162/​10
Urhe­ber­rechts­ver­gü­tung bei Dru­ckern und PCs Nach der seit dem 1. Janu­ar 2008 gel­ten­den Fas­sung des Urhe­ber­rechts­ge­set­zes besteht nach § 54 Abs. 1 UrhG ein Ver­gü­tungs­an­spruch zuguns­ten der Ver­wer­tungs­ge­sell­schaf­ten hin­sicht­lich sämt­li­cher…
OLG Stutt­gart, Urteil vom 11.05.2005 – 4 U 20/​05, GRUR 2005, 943[↩]
OLG Mün­chen, Urteil vom 15.12 2005 – 29 U 1913/​05, GRUR-RR 2006, 121[↩]
OLG Düs­sel­dorf, Urtei­le vom vom 23.01.2007 – 20 U 38/​06, GRUR 2007, 416; und om 13.11.2007 – 20 U 186/​06, MMR 2008, 100[↩]
BGH, Urtei­le vom Urteil vom 06.12 2007 – I ZR 94/​05, BGHZ 174, 359; vom 14.08.2008 – I ZR 17/​07 und – I ZR 208/​07; und vom 02.10.2008 – I ZR 18/​06, GRUR 2009, 53[↩]
BVerfG, Beschlüs­se vom 30.08.2010 – 1 BvR 1631/​08, GRUR 2010, 999; und vom 21.12 2010 – 1 BvR 506/​09, GRUR 2011, 225; – 1 BvR 2742/​08, CR 2011, 86; und – 1 BvR 2760/​08, GRUR 2011, 223[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 21.07.2011 – I ZR 162/​10, ZUM 2011, 729; – I ZR 30/​11, GRUR 2011, 1012; – I ZR 29/​11, ZUM-RD 2011, 537; und – I ZR 28/​11, GRUR 2011, 1007[↩]
EuGH, Urteil vom 27.06.2013 – C‑457/​11 bis C‑460/​11, GRUR 2013, 812[↩]
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References: § 54
 § 54
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 § 54
 § 16
 § 54
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