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Timestamp: 2018-03-23 03:01:00+00:00

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Die Verjährungsregeln der Verrechnungssteuer sollten einfach und klar sein. Leider ist dies nicht der Fall: Es gibt nämlich zwei anwendbare „Verjährungssysteme“, und das Fehlen einer absoluten Verjährungsfrist im VStG1 reduziert die Komplexität nicht. Die zwei "Verjährungssysteme" werden anhand des VStG und VStrR erläutert.(Symbolbild) Die ordentliche Verjährungsregel nach VStG ist wie folgt: Die Verrechnungssteuerforderung verjährt gestützt auf Art. 17 Abs. 1 VStG fünf Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie gemäss Art. 12 VStG entstanden ist, d.h. mit Fälligkeit oder Entrichtung der steuerbaren Leistung. Unter bestimmten Voraussetzungen beginnt die Verjährung gemäss Art. 17 Abs. 2 VStG gar nicht oder steht still oder wird gemäss Art. 17 Abs. 3 VStG unterbrochen. Mit der Unterbrechung beginnt die Verjährung von neuem. Hierbei handelt es sich wiederum um die fünfjährige Verjährungsfrist von Art. 17 Abs. 1 VStG, wobei die Frist neu individuell und nicht mehr nach Kalenderjahren zu berechnen ist. Mit Eintritt der Verjährung der Verrechnungssteuerforderung als öffentlich-rechtliche Forderung geht diese unter und die Pflicht zur Bezahlung der Verrechnungssteuer bzw. zur Vornahme einer Meldung entfällt. Bei der fünfjährigen Verjährungsfrist von Art. 17 Abs. 1 VStG handelt es sich um eine relative Verjährungsfrist. Eine absolute Verjährungsfrist, also eine Frist, welche weder unterbrochen werden kann noch stillsteht, kennt das Verrechnungssteuerrecht dagegen nicht. Als Folge dieser Konzeption kann eine Verrechnungssteuerforderung durch Verjährungsunterbrechungen „ewig“ am Leben gehalten werden. Das zweite Verjährungssystem ergibt sich aus der Anwendung des VStrR2 . Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR lautet wie folgt: Ist infolge einer Widerhandlung gegen die Verwaltungsgesetzgebung des Bundes zu Unrecht eine Abgabe (…) nicht erhoben (…) worden, so sind die Abgabe (…) und der Zins, ohne Rücksicht auf die Strafbarkeit einer bestimmten Person, nachzuentrichten oder zurückzuerstatten. Die Verrechnungssteuer gehört zur Verwaltungsgesetzgebung des Bundes und die Nichtdeklaration einer steuerpflichtigen Leistung erfüllt den objektiven Tatbestand einer Steuerhinterziehung im Sinne von Art. 61 Bst. a VStG. Deshalb stellt die Nichtdeklaration einer geldwerten Leistung gemäss Bundesgerichtspraxis bereits eine Widerhandlung im Sinne von Art. 12 Abs. 1 Bst. a VStrR vor und die ESTV hat damit eine zu Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG parallele Anspruchsgrundlage für die Erhebung der Verrechnungssteuer. Unabhängig von einem Verschulden (weil nur der objektive Tatbestand erfüllt sein muss) oder sogar von der Eröffnung eines formellen Strafverfahrens beträgt die anwendbare Verjährungsfrist diesfalls gestützt auf die massgebenden gesetzlichen Grundlagen „Verwaltungsstrafrecht und allgemeines Strafrecht“ sowie die Auslegung des Bundesgerichts sieben Jahre. Art. 17 VStG findet gerade nicht Anwendung. Wichtig ist, dass diese siebenjährige Frist am Tag nach dem Tag, an welchem die „Widerhandlung gegen die Gesetzgebung des Bundes“ erfolgt ist, zu laufen beginnt. Im Fall der Verrechnungssteuer ist dies regelmässig der Tag, an welchem die massgebende Jahresrechnung bei der ESTV eingereicht wird oder hätte eingereicht werden müssen. Ungeachtet der Parallelität der Anspruchsgrundlagen für die Erhebung der Verrechnungssteuer mit den unterschiedlichen Verjährungsregelungen kann festgestellt werden, dass in der Praxis die ESTV in aller Regel auch bei geldwerten Leistungen ihren Anspruch auf Art. 4 Abs. 1 Bst. b VStG stützt und entsprechend auch die Verjährungsregel von Art. 17 VStG anwendet. Die Betonung liegt jedoch auf „in aller Regel“: Insbesondere bei Eröffnung eines Hinterziehungsverfahrens findet grundsätzlich die Verjährungsordnung des VStrR und somit die siebenjährige Verjährungsfrist Anwendung. Es besteht mithin keine Sicherheit darüber, ob die fünfjährige Verjährungsfrist von Art. 17 Abs. 1 VStG oder die siebenjährige Verjährungsfrist gemäss VStrR angewandt wird oder nicht. „Verjährungssicherheit“ besteht somit erst, wenn die sieben Jahre – nicht ab Entstehung der Steuerforderung, sondern ab Tatbegehung und mithin praktisch mit der Einreichung der Jahresrechnung – abgelaufen sind. # # # Quellenangaben: 1Bundesgesetz vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer (SR 642.21) 2Bundesgesetz vom 22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht Weiterführende Informationen: Herr Thomas Jaussi war am 8. März 2018 Referent der Frühlingsgespräche des SIST zum Thema "Verjährungsdschungel bei der Verrechnungssteuer, andere wichtige Fristen und mögliche Fallstricke an Hand praktischer Beispiele". Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer Website Frühlingsgespräche des SIST.
Spannungsfelder prägen das Umfeld, in dem sich Unternehmen und Institutionen im laufenden Jahr bewegen. Sie entstehen zwischen Polen wie „digital / physisch“, „Mensch / Maschine“, „Automatisierung / Kontrolle“ und „Anonymität / Rückverfolgbarkeit“. Fjord Trends: Das bestimmt Unternehmen 2018 (Grafik: Fjord/Accenture) Es sind technologische Innovationen, welche diese Spannungsfelder erzeugen und verstärken, heisst es im „Trends Report 2018“ der Design- und Innovationsberatung Fjord, die zur Beratungsfirma Accenture Interactive gehört. Dazu zählt die Verbreitung künstlicher Intelligenz, sprachgesteuerter Geräte und intelligenter Kameras. Der Bericht identifiziert insgesamt sieben Trends und skizziert ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Wir stellen eine Auswahl vor. - Die Rückkehr des „Echten“. Menschen legen wieder grösseren Wert auf physische, menschliche und sinnliche Erlebnisse. Neue Services und Produkte müssen physische und digitale Angebote elegant verknüpfen. Die Technologie funktioniert idealerweise im Hintergrund „echter“ Erlebnisse. - Computer haben ein Auge auf alles. Mit intelligenten Kameras können PCs, Smartphones und andere Geräte heute Gesichter, Gefühle und Muster dahinter erkennen. Das eröffnet Chancen für neue Produkte und Dienstleistungen. Deren Akzeptanz hängt jedoch von Datensicherheit und -schutz ab. - Die Marke als Algorithmus-Sklave. Verbraucher kaufen vermehrt über digitale Assistenten und sprachgesteuerte Geräte ein. Alexa & Co. treffen die (Vor-)Auswahl. Das ist für Kunden bequem, für Marken aber ein Problem, weil die Algorithmen der digitalen Assistenten klassische, visuell-emotionale Marketingmassnahmen nicht berücksichtigen. - Erfolgsfaktor Ethik. Ein verkehrter Kommentar zum Weltgeschehen kann Marken in Krisen stürzen. Reichweite und Bedeutung von Social Media verlangen mehr als Reaktionen. Unternehmen müssen mit vollem Einsatz für Werte eintreten. „Die grössten Chancen entstehen dort, wo es um Interaktionen zwischen Mensch und Maschine geht“, stellt Hartmut Heinrich, Group Director und Leiter des Fjord Studios in Zürich fest. Seiner Auffassung nach wird das Digitale zu einem Teil der „echten“ Welt und definiert die Beziehung der Menschen zu ihrer Umwelt neu, ob als Kunden, Anwender, Mitarbeiter, Patienten oder Bürger. Unternehmen und Institutionen sollten sich deshalb bewusst sein, welchen Sinn und Zweck sie für die Menschen erfüllen wollen, auch jenseits von Produkten und Dienstleistungen.
Im letzten Teil des Interviews mit Dewet Moser, Stv. Mitglied des Direktoriums der SNB, im Rahmen der Veranstaltung „Insight Bankentransformation“ / Meet&Greet an der Kalaidos FH, ging es um die Entscheidungsfindung in der SNB bei heiklen Fragen. Heute nimmt er Stellung zu den Fragen, welche Auswirkungen die Vollgeldinitiative hätte, welche Bedeutung Kryptowährungen haben und was der Trend „weg vom Bargeld hin zum Chipgeld“ für die SNB bedeutet. Die Schweiz diskutiert momentan u.a. die eigene Strategie in Bezug Kryptowährungen, die Vollgeldinitiative und die Zukunft von Bargeld (Symbolbild). Die Wirtschaft boomt, die Aktienkurse steigen … die öffentlichen und privaten Schulden erreichen in vielen Ländern Höchstwerte. Ist diese „Party“ bald vorbei? Welche hauptsächlichen Gründe gibt es, dass diese Situation noch lange anhält? Was könnte sie beenden? Wir erleben zurzeit weltweit eine insgesamt günstige Entwicklung der Konjunktur. Die USA und die meisten Länder der EU weisen ein solides Wirtschaftswachstum auf. Auch in der Schweiz hat sich die wirtschaftliche Dynamik gefestigt. Wo Licht ist, ist aber immer auch Schatten. So beobachten wir in der Tat, dass zum Beispiel die Schuldenstände in einigen Ländern in den letzten Jahren weiter angestiegen sind. Gleichzeitig sind die Zinsen weltweit immer noch sehr tief und die Aktienpreise relativ hoch. Das heisst es kann zu Korrekturen kommen. Wir müssen diese Entwicklungen genau beobachten. Wie könnte sich dann der nachfolgende „Kater“ auswirken? Ob es einen „Kater“ geben wird und wo sich dieser zeigen wird, darüber kann zurzeit nur spekuliert werden. Wichtig ist, dass wir alle relevanten Risiken im Auge behalten um allenfalls geeignete Massnahmen zu ergreifen. Wir werden wohl in diesem Jahr über die Vollgeldinitiative abstimmen. Sie zielt darauf ab, Geschäftsbanken-Buchgeld durch Zentralbankgeld zu ersetzen. Banken dürften mit der Kreditvergabe kein Buchgeld mehr schaffen. Welche Auswirkungen hätte die Initiative auf die Struktur und Stabilität des Finanzsystems sowie auf die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB)? Für die Funktionsweise des Geldsystems hätte die Einführung von Vollgeld unabsehbare Folgen. Der Wettbewerb zwischen den Banken würde eingeschränkt, das Kreditgeschäft würde belastest. Die Banken müssten ihre Geschäftsmodelle wohl komplett überdenken. Umgekehrt würden der SNB in einem Vollgeldsystem neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten aufgebürdet. So wäre die SNB nach dem Willen der Vollgeldinitianten auch für die Sicherstellung einer angemessenen Kreditversorgung der Wirtschaft zuständig. Und sie müsste neues Geld schuldfrei in Umlauf bringen, nicht wie heute durch den Erwerb von Wertschriften. Dies alles würde politische Begehrlichkeiten wecken. Es droht eine „Verpolitisierung“ der Nationalbank, die die Führung der Geldpolitik erschweren würde. Die Vollgeldinitiative ist ein waghalsiges Experiment mit unklarem Nutzen. Wir sehen es grundsätzlich so wie der Bundesrat und sind gegen die Volksinitiative. Was passiert wenn es der Wirtschaft schlecht geht? Jede Wirtschaft weist Konjunkturzyklen auf, in denen es mal besser und mal schlechter läuft. Die SNB kann diese Zyklen nicht beseitigen – das ist auch gar nicht ihr Auftrag. Die Nationalbank leistet ihren Beitrag zum Wohlergehen des Landes indem sie die Preisstabilität in der Schweiz sicherstellt und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung trägt. Dieser Aufgabe sind und bleiben wir auch weiterhin verpflichtet. Wie ist die Haltung der SNB zu Kryptowährungen? Trotz des „Hypes“ den wir in den letzten Monaten erlebt haben, spielen Kryptowährungen für die SNB zurzeit keine nennenswerte Rolle. Mit Geld haben Kryptowährungen fast nichts gemein. Kryptowährungen sind kein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel. Auch ist deren Kaufkraft sehr instabil. Ihnen fehlen damit wesentliche Eigenschaften von Geld. Kryptowährungen sind im Wesentlichen spekulative und hochriskante Anlageinstrumente, die auf einer ausgefeilten Technologie basieren. Die SNB dürfte selbst gar nicht in Kryptowährungen investieren und hegt auch keine entsprechenden Absichten. Was ist die künftige Bedeutung von Bargeld in der Schweiz aus Ihrer Sicht? Zwar ist in einigen Ländern ein gewisser Trend weg vom Bargeld zu beobachten. In der Schweiz hat das Bargeld aber nach wie vor einen vergleichsweise hohen Stellenwert. Die SNB hat im vergangenen Jahr eine Zahlungsmittelumfrage durchgeführt um mehr über die Verwendung von Bargeld in der Schweiz zu erfahren. Die Ergebnisse werden im Laufe dieses Jahres veröffentlicht. Besten Dank Herr Moser für dieses sehr interessante Interview im Rahmen der Meet&Greet / Insight Bankentransformation Veranstaltung der Kalaidos Fachhochschule. # # # Die Veranstaltungsreihe „Insight Bankentransformation“ beschäftigt sich mit Themen, die die Transformation der Finanzbranche vorantreiben. Die Veranstaltungsreihe „Meet&Greet“ lädt Persönlichkeiten mit hohem Verantworungs- und Wirkungskreis zum Austausch mit Studierenden ein.
Performance Management dient als strategisches HR-Instrument zur gezielten Förderung der Mitarbeitenden und Verbesserung der Unternehmensleistung, soviel ist bekannt. Doch was passiert, wenn klassische Führungsinstrumente wie MbO (Management by Objectives) und das jährliche Mitarbeiterbeurteilungsgespräch wegfallen? Neue Instrumente des Performance Managements bei der ZKB (Bild ZKB) „Performance Management 4.0“ bildete das Schwerpunktthema des Praxisgesprächs vom 2. Februar 2018 an der Kalaidos Fachhochschule. Urs Klingler, Experte für Gesamtentlöhnung und Performance Management (PM), zeigte den Studierenden im CAS FH in Personalentwicklung und interessierten Gästen auf, wie Leistung mit Kennzahlen gemessen werden kann. Demgegenüber rückten zwei Vertreter der Zürcherischen Kantonalbank (ZKB) neue flexiblere Wege der Leistungsmessung und -steigerung in den Fokus: Marco Beutler (Leiter Personal Gesamtbank) und Peter Luginbühl (Marktgebietsleiter und Stellvertretender Leiter Private Banking) erläuterten den eindrücklichen Schritt der ZKB weg von standardisierten Prozessen und Kontrollinstrumenten des PM hin zu einer Dialog-orientierten Vertrauenskultur. Welche Kennzahlen sollen es denn sein? Die systematische, mehrdimensionale Leistungsmessung, -steuerung und -kontrolle auf verschiedenen Leistungsebenen (Mitarbeitende, Teams, Abteilungen, Prozesse) – das ist das allgemeine Verständnis von PM, so Gastreferent Urs Klingler. Wesentlich für ein erfolgreiches PM sei ein gemeinsames Verständnis dafür, was gemessen werden soll. Idealerweise würde man die vier Dimensionen Geschäftserfolg (Gewinn, Wachstum) Humankapital (Mitarbeiterqualifikation, Führungs- und Sozialkompetenzen, Mitarbeitermotivation) Strukturkapital (Unternehmenskultur, geteilte Werte, interne Kooperation, Kommunikation) und Beziehungskapital (Beziehungsmanagement zu Kunden, Lieferanten und Kapitalgebern) messen. So wäre es brillant, wenn man beispielsweise einen Zusammenhang zwischen Führungsqualität und Führungserfolg bzw. Unternehmenserfolg herstellen könnte. Als problematisch bezeichnet Klingler jedoch, dass Führungskräfte sich nicht messen lassen wollen. Viele würden nicht offenlegen, welches die guten und welches die schlechten Vorgesetzten sind – so Klingler – und nicht einmal die guten Chefs würden die guten Mitarbeitenden nennen. Kurz gesagt, da sich Humankapital nur mittels Umfragen messen liesse, seien diese im Rahmen des PM nicht praktikabel. Als weitere Methode der Leistungsmessung nennt Klingler die Messung des Wirkungsprozesses, bzw. der Ebenen Unternehmensstrategie, kritische Erfolgsfaktoren, Leistungsvereinbarungen und -fähigkeit versus Leistungserwartungen. Doch auch diese Methode bezeichnet er aufgrund des hohen Komplexitätsgrads als ungeeignet, um Leistung zu messen. Die beste Methode, wie man Leistung bewerten und in ein System integrieren kann, ist Klingler zufolge, die Interessen der Stakeholder zu messen: Aktionäre Gemeinde, Konsumenten, Lieferanten etc. (siehe äussere Kreise in der Graphik). Anschliessend gehe es darum, diese in Verbindung mit den klassischen HR-Themen (Kosten für Rekrutierung, Entlohnung, Aus- und Weiterbildung, etc. (siehe innere Kreise in der Graphik) zu setzen. Beteiligte Stakeholder-Interessen verstehen, Spannungs- und Interessensfelder (Bild Klingler) „Wenn man Vertrauen ins System bringen will, muss man Kontrollinstrumente rausnehmen.“ Ein ganz anderer Ansatz des PM verfolgt die ZKB: Leistungsbeurteilungen und das Führen mittels Zielvereinbarungen (MbO) seien in der heutigen Welt des schnellen Wandels weder möglich noch sinnvoll, weil sich Ziele, Aufgaben und Teamzusammensetzungen oft innerhalb eines Jahres verändern. So hat die ZKB seit Anfang 2017 wie schon andere Vorreiter (Microsoft, General Electric und Accenture) ihr Leistungsbeurteilungssystem grundlegend modifiziert: Sie schaffte MbO sowie das standardisierte jährliche Mitarbeiterbeurteilungsgespräch und den Leistungswert ab. Marco Beutler und Peter Luginbühl stellen am Praxisgespräch der Kalaidos FH vom 2. Februar 2018 den neuen Ansatz des Leistungsbeurteilungssystems der ZKB vor (Bild). "Performance & Entwicklung (P&E)": Antwort der ZKB auf den Wandel in der Finanzindustrie Die ZKB ist nach wie vor überzeugt, dass Führungskräfte, die ihre Mitarbeitenden fair beurteilen und fördern, die Weichen für den Erfolg sowohl für Mitarbeitende als auch für das Unternehmen stellen. In folgender Hinsicht ist die ZKB jedoch Pionierin in der Bankenwelt: Sie setzt nicht auf obligatorische, einheitliche Kontrollinstrumente und das rückwärtsgerichtete Jahresendgespräch sondern vielmehr auf den freiwilligen, individuellen Dialog und die kontinuierliche Entwicklung der Mitarbeitenden. Entscheidend für das Gelingen dieses neuen Verständnisses von PM, das in der ZKB als „Performance und Entwicklung“ bezeichnet wird, sei Beutler zufolge der Reifegrad des Unternehmens. Selbstverständlich kennen die Mitarbeitenden die Strategie der ZKB – so Beutler – und wissen auch, welchen Beitrag sie und ihr Team an die Umsetzung leisten. Nur Dank der guten Vorarbeit, nämlich der Hinwendung zu einer offenen und vertrauensvollen Unternehmenskultur, sei die Transformation des PM-Prozesses überhaupt denkbar gewesen. Neue Führungsinstrumente: kontinuierlicher Dialog und zeitnahe Rückmeldung Die neuen Führungsinstrumente und -hilfsmittel, welche die Performance und Mitarbeitenden-Entwicklung konkret unterstützen, geben den Mitarbeitenden und Vorgesetzten mehr Frei- und Gestaltungsspielraum, stärken die Zusammenarbeit und intensivieren den Dialog. Die Führungskräfte erhalten deutlich mehr Verantwortung und werden in administrativer Hinsicht entlastet. Im Führungsalltag empfiehlt die ZKB, die Instrumente wie folgt einzusetzen (siehe Abbildung): Einsatz des „P&E-Werkzeugkoffers“ im Alltag (Bild ZKB) Gemäss Luginbühl rücken diese Instrumente den Mitarbeitenden ins Zentrum. So geht es beispielsweise in den Kurzsitzungen nicht nur darum, über Leistung zu sprechen sondern auch die Befindlichkeit des Mitarbeitenden abzuholen und gut zuzuhören, wo der Schuh drückt. Auch stehen für den erfolgreichen Einsatz des „P&E-Werkzeugkoffers“ diverse Hilfsmittel zur Verfügung: Ein ausführlicher Leitfaden dient der Vorbereitung und Durchführung des Entwicklungsgesprächs sowie dem Tracking des entsprechenden Massnahmenplans. Das Instant-Feedback gibt der/die Vorgesetzte mittels einer App, welches fröhliche, traurige oder neutrale Smileys an die Mitarbeitenden verteilt. Auch gibt es zum Leistungsindikator Hilfsfragen für die Führungskraft: „Entspricht die Leistung des Mitarbeitenden meinen Erwartungen?“, „Was sagen Dritte über die Leistung meines Mitarbeitenden?“ oder: „Würde ich diesem Mitarbeitenden eine maximale Lohnerhöhung geben?“ Diese individuelle Beurteilung ist anonym und für die Mitarbeitenden nicht einsehbar. Abschliessend ist festzuhalten, dass beide PM-Ansätze – sowohl die Messung der Stakeholder-Interessen (Klingler) als auch die kontinuierliche Rückmeldung und Wertschätzung von Leistung und Entwicklung (ZKB) – bezüglich Praktikabilität und Effektivität mehrheitlich positive Erfahrungen verzeichnen.
Die Übergangsbestimmungen des revidierten Obligationenrechts (OR) betreffend die Vorschriften zur Schweizer Inhaberaktie sind verstrichen. Ist die Inhaberaktie weiterhin attraktiver als eine Namensaktie? Nimmt die Beliebtheit der Inhaberaktie in der Schweiz ab? (Symbolbild) Übergangsbestimmungen (UeB) Die Übergangsbestimmungen sahen vor, dass die Gesellschaften zwei Jahre Zeit hatten, seit Inkraftsetzung der neuen Gesetzgebung per 1. Juli 2015, ihre Statuten und Reglemente an die neuen Bestimmungen anzupassen. Statutenbestimmungen und Reglemente, die mit dem neuen Recht nicht vereinbar waren, blieben bis zur Anpassung, längstens aber noch zwei Jahre in Kraft (Art. 2 UeB OR). Ebenso in den Übergangsbestimmungen festgehalten wurde, dass Personen, die Inhaberaktien per 1. Juli 2015 hielten, den Meldepflichten nach Art. 697i OR und Art. 697j OR nachzukommen hatten. Die Frist zur Verwirkung der Vermögensrechte nach Art. 697m OR lief über sechs Monate, also bis zum 31. Dezember 2015 (Art. 3 UeB OR). Die Namenaktien waren von dieser Übergangsbestimmung nicht betroffen. Wie weiter?	Fraglich ist, wie sich die Verbreitung der Inhaberaktie im Vergleich zur Namenaktie in Zukunft entwickeln wird. Da die Inhaberaktie durch die neue „GAFI-Gesetzgebung“ einigen grösseren Veränderungen unterworfen wurde und somit keine wesentlichen Vorteile gegenüber der Namenaktie mehr vorweisen kann, ist davon auszugehen, dass der Trend zur weiteren Zunahme von Inhaberaktien gestoppt sein dürfte, wenn sie nicht gar an Boden verlieren dürfte. Die rechtlichen Entwicklungen rund um die Inhaberaktie dürften dazu führen, dass diese immer mehr auf das Abstellgleis gerät. Insbesondere die Angleichung der Inhaberaktie an die Namenaktie mit der Meldepflicht aufgrund von Art. 697i OR und die damit einhergehende Bekanntgabe des Inhaberaktionärs dürfte dies begünstigen. Fazit Aufgrund dieser Vorzeichen ist der Autor der Meinung, dass es gerade für Aktiengesellschaften mit ausstehenden Inhaberaktien und einem breiten Aktionariat im Streubesitz durchaus Sinn machen kann, die bisherigen Inhaberaktien in Namenaktien umzuwandeln. Durch den Umwandlungsbeschluss können auch Synergien und positive Aspekte mitberücksichtigt werden. Denn durch die Bekanntgabe der Aktionärinnen und Aktionäre kann die Kommunikation der Gesellschaft mit diesen, z. B. mittels periodischer Aktionärsbriefe, intensiviert werden. Ebenso gehören gerade die eigenen Aktionäre zu den besten Botschaftern einer Aktiengesellschaft. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen und für die Gesellschaft gewinnbringend zu machen. Heute besteht die Zielsetzung des Aktionärs nicht nur mehr in der Erzielung einer angemessenen Rendite, er möchte auch mitreden und mitbestimmen können. Hierzu deckt die Namenaktie dieses Bedürfnis weitaus besser ab, als dass dies mit Inhaberaktien möglich wäre. Des Weiteren hat der Bundesrat am 17. Januar 2018 die Vernehmlassung über das „Bundesgesetz zur Umsetzung von Empfehlungen des Global Forum über die Transparenz juristischer Personen und den Informationsaustausch für Steuerzwecke“ eröffnet. Darin ist vorgesehen, dass börsenkotierte Gesellschaften Aktien auf den Namen oder den Inhaber lautend haben können. Wobei Gesellschaften ohne börsenkotierte Aktien nur auf den Namen lauten können. Diese würde bedeuten, dass nur noch börsenkotierte Gesellschaften über Inhaberaktien verfügen dürften, was quasi der Abschaffung der Inhaberaktie gleichkommt. Lesen Sie hier weitere Blogbeiträge: „Inhaberaktie auf dem Abstellgleis? (1/3)“: Unterschiede zwischen Namenaktie und Inhaberaktie, Legitimation, Vor- und Nachteile der Inhaberaktie, Nationale Verbreitung der Inhaberaktie „Inhaberaktie auf dem Abstellgleis? (2/3)“: Revidiertes Obligationenrecht, Meldung des Erwerbs von Inhaberaktie, Meldung der an Aktien wirtschaftlich berechtigten Person, Führung eines Verzeichnisses, Beauftragung eines Finanzintermediärs, verschiedene Sanktionsmöglichkeiten, Umwandlung von Inhaber- in Namenaktien, Vertretung der Aktiengesellschaft # # # Weiterführende Literatur: Stefanicki, K. (2015). Verstärkte Geldwäschereiprävention durch neue gesellschaftsrechtliche Transparenzvorschriften.
Juristen scheuen Digitalisierung
Die internen Rechtsabteilungen von in der Schweiz ansässigen Unternehmen nutzen digitale Lösungen bisher nur zurückhaltend, zeigt die erstmals erstellte "General Counsel Barometer"-Studie des Beratungsunternehmens EY. Hierfür wurden 102 Befragungen von Unternehmensjuristen aus den Branchen Life Science, Energie, Telekommunikation, Industrie und Handel/Konsum bezüglich der Digitalisierung ausgewertet. An vielen Rechtsabteilungen geht die Digitalisierung noch vorbei (Sym

References: Art. 17
 Art. 12
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 12
 Art. 61
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 Art. 4
 Art. 17
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 Art. 17
 Art. 17
 Art. 697
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