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Timestamp: 2017-11-24 05:51:36+00:00

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Asylstatistik für 2007
Rund 19.000 Asylbewerber im Jahr 2007 – Geringster Zugang seit 1977
Aufgrund der sich im Verlauf des Jahres 2007 verschlechternden Sicherheitslage im Irak und der sich in diesem Zusammenhang ändernden Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge stellten im vergangenen Jahr 4.327 irakische Staatsangehörige einen Asylerstantrag sowie 5.576 einen Asylfolgeantrag. 2006 waren es noch 2.117 Erst- und 468 Folgeanträge. Etwa ein Drittel aller Asylerst- und Asylfolgeantragsteller im Jahr 2007 waren somit Iraker.
Dies wirkte sich entsprechend auf die Bilanz der Asylentscheidungen insgesamt aus: In 25 Prozent aller Asylentscheidungen des Bundesamtes im Jahr 2007 wurden Asylanerkennungen oder Flüchtlingsschutz gewährt. Im Jahr 2006 waren es noch 4,4 Prozent.
I. Laufendes Jahr
Für den Zeitraum Januar bis Dezember 2007 ergeben sich folgende Zahlen:
In der Zeit von Januar bis Dezember 2007 haben insgesamt 19.164 Personen in Deutschland Asyl (Erstanträge) beantragt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (21.029 Personen) bedeutet dies einen Rückgang um 1.865 Personen (‑8,9 Prozent).
Januar 1.969 1.663
Februar 1.779 1.299
März 2.140 1.468
April 1.500 1.203
Mai 1.693 1.347
Juni 1.504 1.241
Juli 1.390 1.483
August 1.899 1.918
September 1.631 1.771
Oktober 1.842 1.922
November 1.749 1.953
Dezember 1.516 1.265
Die Hauptherkunftsländer 2007 waren:
1. Irak 2.117 4.327
2. Serbien ca. 3.100* 1.996 ca -36
ca.-1.100
3. Türkei 1.949 1.437 -26,3
4. Vietnam 990 987 -0,3
5. Russ. Föderation 1.040 772 -25,8
6. Syrien 609 634 +4,1
7. Iran 611 631 +3,3
8. Libanon 601 592 -1,5
9. Nigeria 481 503
10. Indien 512 413 -19,3
* keine exakte Vergleichszahl, da Serbien wurde erst ab August 2006 gesondert gezählt wurde (vorher unter „Serbien und Montenegro“)
Im gesamten Zeitraum von Januar bis Dezember 2007 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 28.572 Entscheidungen (Vorjahr: 30.759) getroffen. 304 Personen (1,1 Prozent) wurden als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt. 6.893 Personen (24,1 Prozent) erhielten Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i.V.m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes. Dies ergibt bei entsprechender Aufschlüsselung nach Herkunftsländern (in Prozent):
12.749 Asylanträge (44,6 Prozent) wurden abgelehnt. 7.953 Anträge (27,8 Prozent) wurden anderweitig erledigt (z.B. durch Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages).
Bei 673 Personen (2,4 Prozent) hat das Bundesamt in der Zeit von Januar bis Dezember 2007 Abschiebungsverbote im Sinne von § 60 Abs. 2, 3, 5 und 7 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.
Die Zahl der Personen, über deren Anträge noch nicht entschieden wurde, betrug Ende Dezember 2007 10.926 (7.716 Erstanträge und 3.210 Folgeverfahren).
Entwicklung der Asylbewerberzahlen der wichtigsten Hauptherkunftsländer:
Im Jahr 2007 ging der Zugang an Asylbewerbern gegenüber dem Vorjahr bei sechs von zehn Hauptherkunftsländern zurück, und zwar zwischen 0,3 (Vietnam) und 38 Prozent (Serbien). Bei drei Hauptherkunftsstaaten stiegen die Asylzugänge nur geringfügig zwischen 3,3 und 4,6 Prozent an (Iran, Syrien und Nigeria), beim Herkunftsstaat Irak dagegen deutlich.
Mit Abstand stärkstes Herkunftsland wurde 2007 der Irak (stärkstes Herkunftsland 2006: Serbien). Der Asylbewerberzugang verdoppelte sich von 2.117 im Jahr 2006 auf nunmehr 4.327. 46 Prozent der Antragsteller waren Kurden. Zudem entfielen mit 5.576 auch die Hälfte aller Asylfolgeanträge auf den Irak.
Bei Serbien als zweitwichtigstem Herkunftsstaat sanken die Zugangszahlen von 2006 zu 2007 deutlich um etwa 36 Prozent (ca. 1.100 Erstanträge). Da die Monatsstatistiken des Bundesamtes bis Juli 2006 Serbien und Montenegro als einen Staat, ab August 2006 aber infolge der staatlichen Trennung Montenegro und Serbien als zwei Staaten auswiesen, lässt sich der Rückgang allerdings nicht ganz genau beziffern.
Der Anteil der ethnischen Albaner lag 2007 bei 41 Prozent (2006: 34 Prozent), der der Roma bei 40 Prozent (2006: 46 Prozent).
Auf Platz 3 der Hauptherkunftsländer im Jahr 2007 lag die Türkei. Die Zahl der Asylerstanträge ging wiederum deutlich um 26,3 Prozent (-512 Anträge) zurück. Damit sanken die Asylzahlen bereits im sechsten Jahr hintereinander signifikant ab. Im Jahr 2001 stellten noch 10.869 Türken in Deutschland einen Erstantrag. 79 Prozent aller türkischen Asylbewerber im Jahr 2007 waren kurdischer Volkszugehörigkeit.
Im Jahr 2007 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge neben 19.164 Erstanträgen auch 11.139 Asylfolgeanträge gestellt (2006: 21.029 Erst- und 9.071 Folgeanträge). Hauptherkunftsländer bei den Folgeanträgen waren der Irak (5.576), Serbien mit 911 und die Türkei mit 701 Anträgen.
Im Jahr 2007 erhöhte sich der Anteil der Folgeanträge auf 36,8 Prozent an allen Asylanträgen (2006: 30,1 Prozent; 2005: 32,6 Prozent; 2004: 29,0 Prozent; 2003: 25,5 Prozent; 2002: 22,2 Prozent; 2001: 25,4 Prozent). Damit war mehr als jeder dritte gestellte Asylantrag im Jahr 2007 ein Folgeantrag.
Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben im Dezember 2007 1.265 Personen (Vormonat 1.953 Personen) Asyl beantragt.
Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vormonat um 688
(-35,2 Prozent) gesunken. Gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr (Dezember 2006: 1.516 Personen) hat sich die Zahl der Asylbewerber im Dezember 2007 um 251 (-16,6 Prozent) verringert.
Hauptherkunftsländer im Dezember 2007 waren:
1. Irak 609 591 407
2. Serbien 190 169 98
3. Türkei 132 123 86
4. Vietnam 68 97 74
5. Syrien 71 81 66
6. Sri Lanka 42 38 36
7. Iran 65 70 33
8. Algerien 32 55 33
9. Russische Föderation 41 69 32
10. Libanon 50 51 32
Im Dezember 2007 wurden neben den 1.265 Erstanträgen 417 Folgeanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt.
Im Dezember 2007 hat das Bundesamt über die Anträge von 1.990 Personen (Vormonat: 2.895 ) entschieden.
Als Asylberechtigte anerkannt wurden 23 Personen (1,2 Prozent). Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i.V.m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten 597 Personen (30,0 Prozent). Abgelehnt wurden die Anträge von 764 Personen (38,4 Prozent). Anderweitig erledigt wurden die Anträge von 561 Personen (28,2 Prozent).
Bei 45 Personen (2,2 Prozent) hat das Bundesamt im Dezember 2007 Abschiebungsverbote im Sinne von § 60 Abs. 2, 3, 5 und 7 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.
Geschrieben von jnwwebmaster am January 11 2008 09:55:55

References: Art. 16
 § 3
 § 60
 § 60
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 § 60
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