Source: https://onlineingenieur.de/seo-day-2019-recap/
Timestamp: 2020-07-16 14:33:52+00:00

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SEO-day 2019 - Recap
SEO-day 2019 – Recap
Am 7. November fand im RheinEnergie Köln der 9. SEO-day statt. Fabian Rossbacher hat sich richtig ins Zeug gelegt und eine Vielzahl an richtig guten Speakern zusammengebracht. Das hat die Wahl, was die Vorträge angeht, nicht wirklich einfacher gemacht. Irgendwie hat es dann doch geklappt und herausgekommen ist dann mein persönlicher Timetable:
9:00 – 09:30 Uhr Bastian Grimm – Why most SEO Audits are SH*T: Ein praktisches Framework, um zu verhindern, dass Sie weiterhin Zeit & Geld verschwenden
9:40 – 10:10 Uhr Johannes Beus – Wettbewerbsbeobachtung im Internet: was machen meine Konkurrenten besser als ich?
10:20 – 10:50 Uhr Michael Atug – Hier optimiert der CEO noch selbst – eBay SEO
11:00 – 11:30 Uhr Marcus Tober: SEO-Erfolgsgeschichten und was wir daraus lernen können Thorsten Loth – Reichweite durch Local SEO
11:40 – 12:10 Uhr Nedim Sabic – CTR Manipulation in Google SERPs
12:20 – 12:50 Uhr Johannes Bornewasser – Vom Testprojekt zur kleinen Marke – 10 Mio. Pageviews als Ziel für 2020
12:50 – 14:00 Uhr Große-Pause-Mittagessen
14:00 – 14:30 Uhr Rene Dhemant – GET SH!T DONE – 11 sofort umsetzbare SEO-Tipps im Wert von 36 Tsd. Euro
14:40 – 15:10 Uhr Britta Behrens – Das Web Analytics 1×1 für SEOs – Wertvollem Traffic & Backlinks auf der Spur
15:20 – 15:50 Uhr Leonard Metzner: Keyword-Kannibalismus auflösen – ein Diätplan für stabilere Rankings Christian Solmecke – Nach dem EuGH Cookie Urteil: wie geht es für SEOs jetzt weiter?
16:00 – 16:30 Uhr Dominik Thoma – RULE YOUR LINKJUICE – Ranking Boost durch gezielte Linkjuice Steuerung
16:30 – 17:00 Uhr Kleine Pause
17:00 – 17:30 Uhr Matthäus Michalik: Wettbewerbsanalysen im SEO: Alles im Blick
17:40 – 18:10 Uhr Werner Noisternigg: Presse unpaid Pause
18:30 – 19:30 Uhr Jens Fauldrath & Thomas Mindnich – Siteclinic auf dem Superpanel
20:00 – 05:00 Uhr Abendessen und die große All-inklusive Networkingparty
Weitere Recaps zum 9. SEO-day
Nachdem schon am Vorabend beim OMT-Club-Treffen zwei inhaltlich sehr gut Vorträge geboten wurden, war ich auf den 9. SEO-day umso mehr gespannt. Da ich in Köln genächtigt habe, musste ich nicht ganz so früh aufstehen und konnte entspannt mit der Tram zum Stadion fahren. An der Einstiegshaltestelle habe ich dann auch gleich mal Michael Janssen von SISU digital getroffen und wir konnten auf der Fahrt ein wenig fachsimpeln. Am Stadion angekommen haben wir dann noch Markus Klöschen von searchmetrics aufgegabelt und gingen somit zu dritt zum Eingang. In der Hoffnung auf einen ersten Kaffee, mussten wir noch ein wenig warten, da der Sicherheitsdienst den Einlass noch nicht freigegeben hatte. Nach gut 20 min. Warten durften wir dann aber endlich rein und waren zum Glück auch gleich die ersten, die ihr Lenyard bekommen haben. Aber was viel wichtiger war… es gab Kaffee. Nach der ersten Tasse und ein paar Croissants ging es dann aber auch hoch zur Veranstaltung, wo ich meinem geschätzten Kollegen David Odenthal von konversion.digital quasi in die Arme lief. Nach einem kurzen Schwatz sollte es dann aber auch schon mit dem ersten Vortrag losgehen.
Bastian Grimm – Why most SEO Audits are SH*T: Ein praktisches Framework, um zu verhindern, dass Sie weiterhin Zeit & Geld verschwenden
Den Anfang machte für mich Bastian Grimm von Peak Ace. Er sprach über ein „praktisches Framework, um zu verhindern, dass man weiterhin Geld und Zeit verschwendet“. Interessant war gleich zu Anfang die Grafik, aus der hervorging, dass 54% der befragten Kunden – nicht von Peak Ace – nur teilweise zufrieden waren, 34% es sogar als totales Desaster empfanden. Die Rede ist hier von SEO-Audits. Für wen aber sind solche Audits interessant und warum?
Für Agenturen und/oder Berater:
Sie zeigen auf, wie es möglich ist, Maßnahmen zu empfehlen und zu priorisieren, die eine maximale Auswirkung auf das Unternehmen haben.
Was den ROI des Kunden erhöht.
Was schlussendlich zu glücklichen Kunden führt.
Für Kunden und/oder In-House-Berater:
Maßnahmen / Änderungen durchführen, die tatsächlich eine maximale Wirkung erzielen.
Die folglich Zeit, Geld und Ressourcen für Maßnahmen sparen, die wenig oder nichts bewirken.
Dabei gibt es drei grundlegende Probleme:
Falsches Format / Output
Es werden seitenlange Berichte abgegeben, die viel zu umfangreich sind, als dass sie komplett gelesen und verstanden werden. Hier besser eine kurze Zusammenfassung mit allen relevanten Kennzahlen und Metriken.
Keine passende Kommunikation
Es bietet sich an, z. B. über Jira-Tickets die Audits gezielt zu steuern, sodass die Umsetzung von SEO-Maßnahmen gezielt beschleunigt werden können. Hier ist es auch hilfreich, wenn z. B. kleine Code-Beispiele bereitgestellt werden, die dann einfach umzusetzen sind.
Alles was festgestellt wird, ist wichtig! Dass dem nicht so ist, liegt auf der Hand. Wichtig ist, dass es für alle Maßnahmen, die durchgeführt werden sollen, eine Priorisierung festgelegt wird. Das lässt sich am besten mit Tabellen bzw. Listen bewerkstelligen. Dabei kann und sollte auf die Erfahrung der Auditoren, auf A/B-Tests etc. vertraut werden, denn diese helfen bei der Umsetzung. Wichtig ist auch: Nicht alles inkludieren. Das bedeutet, dass nicht alles ins Reporting direkt muss, sondern auch der Anhang genutzt werden kann. Das macht die ganze Sache wesentlich schlanker.
Was bei der ganzen Thematik aber auch und besonders wichtig ist: Habe immer einen Plan B! Nicht alles, was in einem Audit festgestellt wird, kann im Unternehmen auch umgesetzt werden. Sich vorher zu überlegen, was realistisch und was wünschenswert ist, kann eine Menge Frust vermeiden. Auf beide Seiten.
Je nach Art des Unternehmens gibt es unterschiedliche Mengen an URLs, die bei einem Audit berücksichtig werden müssen. Daher sollte das Audit von vornherein passgenau zugeschnitten sein. Hier mal als Beispiel der Bereich E-Commerce / Onlineshopping und was dabei zu beachten ist:
Verwaltung mehrerer Versionen eines Produkts (Farbe / Größe)
Ein Produkt, allerdings über mehrere Kategorien erreichbar
Brandfilter vs. gebrandete Kategorie. Bsp.: /watches/breitling vs. /breitling/all
Die Frage ist jetzt, wie OOS richtig zu handhaben ist. Das Ganze ist eine Mischung aus Weiterleitungen (z. B. verschiedene Farben / ähnlichen Produkte / Nachfolger) und Weiterleitungen zur internen Suche und 410er, kombiniert mit einem Infolayer, um Kunden entsprechend zu informieren.
Indexierungsstrategie: Tags, Archive, Kategorien etc.
Auffindbarkeit: (XML) Sitemaps, interne Crawl Hubs etc.
Erreichbarkeit: Ad-Integration, Interstitials, Paywall
Besonderheiten von Google News: Sitemaps, News Bots, AmP etc.
Wie sehen nun also richtig gute Audits aus?
Das richtige Format basierend auf den Zielen und für den Adressanten auswählen; manchmal sind mehrere Formate nötig.
Grundlegende Ursachen bekämpfen
Niemals etwas abgeben, das nur die Symptome hervorhebt. Es soll umsetzbar sein und Orientierung bieten. Rücksichtslose Priorisierung erlaubt!
Für tiefgehende Audits
Executive Summary, korrekte Formulierung & Grammatik, Quellenangaben, ein Dokumentenindex und Priorisierung sind ein Muss.
Art & Umfang zählen
Schwerpunkte und Ansätze für jede Domain- & Unternehmensart wie auch für ihre Größenordnung individualisieren.
Automatisierte Audits sowie Tool-Exporte etc. sind kein SEO-Audit! Einfach nicht machen!
Johannes Beus – Wettbewerbsbeobachtung im Internet: was machen meine Konkurrenten besser als ich?
Weiter ging es mit dem geschätzten Kollegen Johannes Beus von Sistrix. Er sprach über die Wettbewerbsbeobachtung im Internet und was (evtl.) meine Konkurrenten besser machen als ich selbst. Er brachte gleich zu Anfang eine unangenehme Wahrheit ans Tageslicht:
Fast alle hier im Raum sind keine Marktführer!
Und doch beschäftigt ihr euch hauptsächlich mit euch und eurer eigenen Webseite!
Damit wäre das also geklärt. Johannes zeigte ein Bild des Sprinters Jim Hines und fragte in die Runde, wer diese Person kennen würde. Keine Wortmeldung. Dann kam die Auflösung: Hines war der erst Mensch, der die 100 m in unter 10 Sekunden lief. Das an sich ist schon etwas besonders. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass bei der gleich Sportveranstaltung zwei weitere Sprinter die 10 Sekunden unterboten, dann ist das doch etwas besonders. Denn: nur weil es jemand vorgemacht hat, war es (den anderen beiden) möglich es nachzumachen. Was bedeutet das jetzt für den Online Marketing Bereich? Über die letzten 10 Jahre hat z. B. ein Unternehmen wie Zalando gezeigt, wie es möglich ist, erfolgreich zu wachsen und an Sichtbarkeit zu gewinnen. Durch dieses Wissen, dass es möglich ist, hat z. B. about you gesehen, dass es geht und vor allem auch wie und wächst stetig weiter.
Wer ist denn eigentlich mein Wettbewerb? Hier gab Johannes ein paar schöne Beispiele: Waren es im Bereich der Arbeitsvermittlung Unternehmen wie indeed oder die Bundesagentur für Arbeit, die sich um die Arbeitsvermittlung gekümmert haben, kam auf einmal ein Unternehmen wie StepStone und hat diesen Sektor revolutioniert.
Was bedeutet das jetzt aber für SEO? Schaut man sich z. B. Google einmal an, so waren früher schlaue Software-Entwickler damit beschäftigt aus gut 200 Rankingfaktoren einen Algorithmus zu entwickeln. Manchmal haben sich einzelne Faktoren geändert, die dann aber alle global für alle Seiten und Branchen gelten. Die SEOs kannten alle relevanten Faktoren und haben versucht sie für die Webseiten zu optimieren. Im Zweifel halfen mehr und bessere Links. Wie sieht das ganze heute aus? Der Google-Algorithmus wird über Machine Learning durch Computer erstellt und so wirklich versteht ihn niemand mehr. Jetzt gibt es für jede Branche und Themen eigene Gewichtungen. Eine globale Gewichtung gibt es nicht mehr. Für SEOs ist es weiterhin wichtig, dass die Grundlagen wie Technik, Inhalte oder Verlinkungen sitzen müssen, jedoch kommen immer komplexere Ranking-Signale dazu, die auch mit immer mehr Unsicherheiten behaftet sind.
SEO ist undurchsichtiger, individueller und komplexer als früher.
Jede Branche / jedes Thema funktioniert nach anderen (Ranking-)Regeln.
Neue, schwer messbare Signale kommen hinzu: Search Intent, Nutzerverhalten, …
Aber: Die Lösung liegt in den SERPs:
Analysiere, welche Formate in der (Google-)Suche für deine Branche funktionieren.
Verstehe diese Erfolgsformate, kopiere und verbessere sie kontinuierlich.
Hierzu gibt es ein schönes Zitat von Picasso, was Steve Jobs im Zuge einer Keynote einmal gebracht hat: Gute Künstler kopieren, großartige Künstler stehlen.
Soweit das Ganze in der Theorie. Johannes hat aber gezeigt, wie das alles in der Praxis umzusetzen ist:
Erstelle dein eigenes Keyword-Set
Erkenne Marktführer in deiner Nische
Identifiziere Erfolgsformate der Marktführer
Verstehe die Erfolgsformate vollständig
Kopiere das Erfolgsformat
Was ist nun das Fazit aus der ganzen Sache?
Marktführer sind dein Maßstab
Sie zeigen, was du mindestens erreichen kannst.
Niemand versteht Google
In Zeiten von ML-/AI-Technologie versteht nicht einmal Google das Ranking.
Identifiziere und kopiere Erfolg
Erkenne, was in deiner Branche funktioniert. Verstehe diese Erfolgsformate und kopiere sie.
Michael Atug – Hier optimiert der CEO noch selbst – eBay SEO
Weiter ging es mit Michael Atug, der über ebay-SEO sprach. Hier fällt meine Zusammenfassung sehr kurz aus, denn einen wirklich roten Faden konnte ich bei dem Vortrag nicht erkennen. Es wurde über Amazon und Marktplätze im Allgemeinen gesprochen, es kam das Pareto-Prinzip zur Sprache und es wurde einige Tools genannt, die man bei SEO nutzen sollte. Schade eigentlich, denn ich hatte gehofft, dass ich speziell zu ebay noch einiges lernen könnte. Dem war aber leider nicht so und ich hätte mir vielleicht besser den Vortrag von Tim Ullrich („Zu geizig oder kein Geld für SEO-Tools? So baut man ein eigenes SEO-Dashboard im Google Data Studio“) oder von Maximilian Muhr & Jan Achtermann („(Sichtbarkeit ≠ Traffic) + (Traffic ≠ Conversions) * Semantische Verlinkung / Nutzersignale = SEO 2019“) anhören sollen. So aber konnte ich ein wenig entspannen und mich auf den nächsten Vortrag freuen.
Thorsten Loth – Reichweite über Local SEO
Ursprünglich hatte ich geplant zu Marcus Tober zu gehen und mir seine „SEO-Erfolgsgeschichten und was wir daraus lernen können“ anzuhören. Aber vor Ort habe ich ihn nicht mehr auf dem Timetable gefunden und so habe ich mich dann kurzer Hand für den Vortrag von Thorsten Loth entschieden, der erklärt hat, wie man mit Local SEO mehr Reichweite generieren kann. Er begann damit aufzuzeigen, wie ein klassischer Nutzerfunnel aussieht:
-> Entscheidung / Kauf / Reservierung / Besuch
-> Bewertung des Vorgangs
-> Tell your Friends
Soweit erst einmal nicht Besonderes. Wenn man jetzt jedoch bedenkt, dass mehr als ein Drittel einen Ortsbezug haben, dann sieht die Sache schon wieder etwas anders aus. Denn eine Studie hat ergeben, dass gut 50 % der mobilen Nutzer, die eine Suchanfrage nach einem Geschäft gestellt haben, dieses auch innerhalb eines Tages aufsuchen. Daher ist eine gute Auffindbarkeit unablässig. Dabei steigen nicht nur die lokalen Suchanfragen MIT Ortsangabe stetig, sondern auch die generischen Suchen OHNE Ortsangabe und das konstant. Es sind aber nicht nur die Ergebnisse von Google (Maps) relevant, sondern auch die von z. B. bing. Denn gerade über Voice Search werden über die Geräte Amazon Alexa auf diese Ergebnisse zurückgegriffen.
Thorsten brachte mit den Google-Ergebnissen von Aldi Nord ein „sehr gutes“ Beispiel, wie man es bei der lokalen Suche denn bitte nicht machen sollte. Sucht man ein Ladengeschäft in einer bestimmten Stadt, so wird dieser Treffer zwar rechts neben den SERPs angezeigt. Klickt man dort aber auf „Webseite“, so landet man nicht etwa auf der gewünschten Seite von Aldi Nord, sondern es öffnet sich ein Pop-up-Fenster von yellowmap, was noch nicht einmal responsiv ist. Dazu hat man nicht die Möglichkeit auf eine Store-Unterseite zu gelangen oder irgendwie Kontakt aufzunehmen. Sehr schlechte User Experience. Anders macht es der Autovermieter sixt. Hier hat man auf der Startseite gleich eine große Suchmaske, in der man den gewünschten Standort auswählen kann. Man gelangt dann auf individuelle Local Pages, die zu der jeweiligen Stadt gehören. Dazu erhält man maßgeschneiderte Informationen zu jeder Stadt in form von Bildern und entsprechenden Texten. Zusätzlich sind passende Angebote für den jeweiligen Standort als Banner zu sehen.
Weiter ging es mit dem Thema Pagespeed. Hier wurde als Negativbeispiel die Drogeriemarktkette dm gezeigt. Warum deren Pagespeed bei NULL liegt, hat folgende Gründe:
Übergroßes DOM
Rendering blockiert
Anders sieht es dagegen z. B. bei der Seite von Deichmann aus, die einen Wert von 96 (von 100) aufweist:
Ein weiteres Beispiel von Thorsten war die Firma Buchbinder, die wie sixt Autos vermieten, sich aber mehr auf Transporter spezialisiert haben. Wie sieht es bei ihnen mit bei dem Local Pages mit Structured Data aus?
Alle local-relevanten Daten für SERPs werden aufgerufen via @id
Jede Station von Buchbinder verfügt über ein eigenes Bild der Station für die SERPs
Individuelle Beschreibung der Produkte und Leistungen
Genaue Preis-Range, mit welcher der Kunde bei der Buchung rechnen kann
Angabe genauer Öffnungszeiten für jeden Tag der Woche, um Google möglichst genau Ergebnisse zu liefern
Wichtig, und das nicht nur für die genannten Beispiele, sondern grundsätzlich, ist auch die Überprüfung, ob die Seiten auch mobile-friendly sind. Dieses sollte man mit entsprechenden Tools für möglichst viele Smartphones und Tablets testen.
Spannend ist es auch, wenn man sich Portale, Brand und Traffic anschaut. Denn Portale wie KaufDA, Marktjagd oder Prospektangebote konkurrieren stark mit Brand-related Content aller Art. Daher sollte das Ziel jeder Optimierung sein den Brandtraffic von solchen Portalen auf die eigene Seite zu lenken. Ärgerlich kann es nämlich sein, dass z. B. bei der Suche nach einem bestimmten Discounter auf einmal Prospekte von der Konkurrenz angezeigt werden. Deswegen ist es wichtig, dass man mit der eigenen Webseite vor solchen Portalen rankt. Dieses bekommt man hin, indem man großflächig die Standortseiten optimiert. Deswegen ist auch ein kontinuierliches Monitoring und die stetige Aufbesserung des Contents nötig, um dauerhaft vor den Portalen zu bleiben und den Rank-Traffic auf die eigene Seite zu bringen. Was sind aber Ranking-Faktoren, die dieses beeinflussen (können)?
Aussagekräfte Bilder für die einzelnen Standort
Bilder vom POS (innen & außen), Mitarbeitern, Produkten, etc. (entsprechend benannt). Bilder mit EXIF-GEO-Daten auszeichnen
Relevanter und interessanter Content für die einzelnen Standorte
Für den User relevanter Content zur Destination wie Anreise, Parkplätze, Besonderheiten
Title, Description & Semantik
Ort und Branche ohne „Keywirdstuffing“. Headlines
Local Business und ggf. branchenspezifische Erweiterungen und Reviews
Filialfinder und Landingpages
Mobil- und Pagespeed-optimiert
Open Graph Meta Tags implementieren
ContactData, GeoPoint
Map Einrichtung
NAP = Name, Adress, Phone. Konsistente Einbindung über alle eigenen und „fremden“ Seiten (z. B. Verzeichnisse)
Einträge in trust-haltige, bekannte, thematisch relevante und ggf. sogar branchenspezifische Verzeichnisse oder einfach: „Lokale“ Backlinks
Storedaten verfügbar machen
So viele Informationen wie möglich in den StorePages und GMB einsichtig machen
Mögliche Verzeichnisse, in denen man sich recht bedenkenlos eintragen kann – bedenke immer: Qualität vor Quantität – sind: Yellowmap, Yalwa, Jelloo oder Lokale Auskunft.
Nedim Sabic – CTR Manipulation in Google SERPs
Weiter ging es mit einem nicht minder spannenden Thema. Nedim Sabic, den ich schon lange von Facebook kenne und verfolge, sprach über „CTR-Manipulation in Google SERPs“. Er zeigte also auf, was man bitte alles NICHT machen soll, denn diese Manipulationen sind alles andere als rechtens. Wie alles begann: Seit ungefähr 2008 sind Google Adwords Bots bekannt. Es wurde über VPS-Netzwerke mit Klickbots gearbeitet, die über aufgezeichnete und abgespielte Mausbewegungen auf die Anzeigenlinks in den SERPs geklickt haben. Eine Agentur hat dann den Kunden auf die „schlechten“ Kampagnen hingewiesen und nach Vertragsabschluss war die Conversion Rate „plötzlich“ viel besser. Quasi wie von Geisterhand gelöst. Heute sieht es so aus, dass nach offiziellen Angaben ungefähr 3 % der Klicks auf Anzeigen immer noch über Bots kommen, inoffizielle Zahlen sprechen sogar von über 15 %.
Warum ist die CTR ein Rankingfaktor? Weil das eine Möglichkeit ist, mit der der Nutzer „abstimmen“ kann. Dabei gibt es drei mögliche Fälle:
Nutzer klickt gar nicht
Nutzer klickt auf ein Ergebnis und kommt nicht zurück
Nutzer klickt auf mehrere Ergebnisse und kommt nicht zurück
Eine der interessantesten Fragen, die Nedim beantwortet hat, war, warum sich Black-hat-CTR-Manipulation heute nicht mehr wirklich lohnt. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Abmahnbar!
Das Vergütungsmodell für den „Käufer“ ist nicht lukrativ, weil bindend
Lohnt sich nur für Keywords mit enorm großen Suchvolumen und einer enormen Conversion Rate
Du willst einen Black Hat nicht als Feind.
Gerade beim letzten Satz ging ein Lacher durchs Publikum.
Wenn man sich das Gegenteil davon anschaut, also die White-Hat-CTR-Optimierung, dann stellt man schon einige deutliche Unterschiede fest. Hier gibt es nämlich folgende Optimierungsmöglichkeiten:
Nutzer ruft besser positionierte Konkurrenz auf, extrahiert eine Information
Kommt auf unsere Seite und löst idealerweise einen Coupon ein und kauft damit ein
Welche Ergebnisse darf man dann erwarten? Was passiert, wenn in der Google Search Console die CTR Fällt, aber die Impressionen stark steigen? Das kann einen ganz einfachen Grund haben: Man ist – z. B. durch eine Umfrage – von Seite 2 bei Google auf Seite 1 vorgerückt und wird so in den SERPs öfters angezeigt und wahrgenommen. Bei einem Suchvolumen von unter 1.000 sind auch schon nach kurzer Zeit sehr gute Ergebnisse festzustellen. Grundsätzlich gibt es aber viele Faktoren von denen solch eine Veränderung abhängig ist.
Johannes Bornewasser – Vom Testprojekt zur kleinen Marke – 10 Mio. Pageviews als Ziel für 2020
Der letzte Vortrag vor der Mittagspause kam von Johannes Bornewasser. Er zeigte, wie man mit einem Testprojekt zu einer kleinen Marke werden kann und wie man sich für dieses Projekt 10 Mio. Pageviews als Ziel für 2020 setzt. Aufgrund seiner Vergangenheit hat Johannes einen starken Bezug zu der Insel Teneriffa. Daher lag es für ihn auch nahe damit etwas anzugfangen und so gründete er „Teneriffa News“, eine Seite, die Neuigkeiten rund um diese Insel bringt. Das Ganze lief vor sich hin, bis auf einmal seine Seite im Zuge einer Reportage genannt wurde und so die Zugriffszahlen sprungartig stiegen; zumindest für diesen einen kurzen Moment. Daraufhin hat der gelernte Journalist seine Arbeit auf seinem Portal intensiviert und dazu täglich (mind.) drei News herausgebracht. Das hat dann dazu geführt, dass er sich nach mehreren Versuchen bei Google News eintragen lassen konnte und so noch mehr Relevanz bekam. Spannend dabei war, dass solche News nicht mehr als 80 Wörter lang sein müssen, was sich ja schnell schreiben lässt; vor allem, wenn man dieses gelernt hat. Das Ergebnis war dann, dass die Zugriffszahlen nun konstant stiegen.
Nach diesen Erläuterungen, wie es zu dem Projekt kam, zeigte Johannes noch einige Tools, die er auf seiner Seite einsetzt. Zum einen nutzt er zum Hosting Siteground ein, was für ihn die sinnvollste Performance bietet. Zusätzlich hat er Cloudflare als CDN vorgeschaltet. Dann ist auch Comet Cache ein Tool seiner Wahl, da er damit die Erfahrung gemacht hat, dass die Performance der Seite gesteigert wird. Darüber hinaus zählte er noch einige Plugins auf, die er für seine WordPress-Seite verwendet: AMP, Advanced Custom Fields, Consent-Tool, Cloudflare, Comet Cache, Google News Sitemap, Heartbeat Control, MailPoet 3, One Signal, VG Wort, SG Optimizer, WP-PageNavi und Yoast. Zu dem Plugin One Signal gab es noch einen Pro-Tipp: Das Plugin ist bis 30.000 Abonnenten kostenfrei. Gelangt man an diese Grenze, so bietet es sich an in regelmäßigen Abständen immer wieder nach Nutzern zu schauen, die seit 6 Woche inaktiv sind, diese dann in ein custom Segment zu verschieben und vom Support löschen zu lassen. So hält man seine Liste schön sauber und hat nur interessierte Nutzer dabei. Eine wirklich verrückte Idee teilte Johannes auch noch, was die Texte der News oder Blogbeiträge angeht: Einfach mal selber schreiben! Klingt verrückt, hilft aber ungemein.
Ein nicht ganz unwichtiges Thema war auch die Monetarisierung (s)einer Seite. Dafür schaute er sich plista und andere diverse Vermarkter an. Am Ende sind dann aber Google AdSense, VQ Wort und Get Your Guide dabei herausgekommen.
Am Ende gab es noch eine Liste an Learning mit an die Hand und die ganzen Fuck Ups, die man tunlichst vermeiden sollte:
Setze von Beginn an auf die richtige URL-Struktur
301er schreiben nervt
Vertraue deinem Content oder beziehe ihn anders
Linkaufbau ist unnötig
Schreib‘ mal selbst
mindestens für die Augenhöhe mit den Textern
Bewirb dich bei Google News
mehrfach – nicht aufgeben
Verschwende keine Zeit mit dem Hosting!
Nutze lieber ein CDN
Räume Push- und Mail-Abonnenten auf
Kosten und Spam-Rating
Beschäftige dich mit der VW Wort
Vergiss Vermarkter-Netzwerke
lieber in der Nische werben
Du brauchst kein Abo-Plugin
außer bei Special Interest Plugins und Consent
Spiele mit Werbeplatzierungen
weniger = mehr und vermarkte nach Content-Art
Kenne deinen ARPU (Average Revenue per User, dt. „durchschnittlicher Erlös pro Kunde“)
und triff Entscheidungen immer auf dessen Basis
Spiele nie direkt vor dem Urlaub mit der .htaccess
Die Hälfte war geschafft und das anstehende Mittagessen war auch bitter nötig. Zusammen mit Tina Odenthal und Stefan Warner machte ich mich auf den Weg zum Mittagsbuffet. Wir waren leider etwas spät dran, um noch etwas von der vegetarischen Chili Sin Carne abzubekommen, aber auch das Essen mit Fleisch war lecker und brachte die nötige Stärkung für die zweite Hälfte des Tages.
Rene Dhemant - GET SH!T DONE – 11 sofort umsetzbare SEO-Tipps im Wert von 36 Tsd. Euro
Frisch gestärkt und motiviert ging es nun mit Rene Dhemant weiter, der 11 SEO-Tipps aus der Praxis mitbrachte. Solche kurzen und knackigen Hacks sind immer gut, da man sie meistens auch sofort umsetzen kann. Also los:
SEO-Traffic sauber messen
Du hast mehr „search traffic“ als du denkst
„FAQPage“ Markup nach schema.org
Rich-Suchergebnisse gewinnen
Content für „FAQpage“ finden
„müßiges Laden“ von Bild-Elementen
F*CK Java-Script
CSS 3 statt JS
In-for-ma-tion-Re-t-ri-val
Syntax, Semantik, Annotationen
Struktur & UX verbessern
UX Playbook von Google
Interne Dokumente als Blaupause nutzen
Die Tipps 10 und 11 sind – dank der Zeitvorgabe von 30 Minuten – leider entfallen, wobei auch diese neun Tipps schon sehr hilfreich waren.
Britta Behrens – Das Web Analytics 1×1 für SEOs – Wertvollem Traffic & Backlinks auf der Spur
Britta Behrens zum Zweiten. Hatte sie am Vorabend noch auf dem OMT-Club-Treffen bei morefire über Analytics und Marketing gesprochen, ging es bei 9. SEO-day um das Web-Analytics 1×1 für SEOs und wie man wertvollem Traffic und Backlinks auf die Spur kommt. Dazu gab es zwei wichtige Hinweise gleich ganz zu Anfang:
Verschafft euch Zugang zu Analytics!
Traffic ist kein KPI!
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch: Keine Ziele = keine Analytics! Dabei hilft es auch, wenn man seinen Zielen und Conversions einen €-Wert zuweist, da man es dann so quantitativ messen kann. Gleiches gilt auch für SEO: Was bringt mir SEO? Was kostet SEO? SEO ist ein Investment. Daher sollte man seiner Arbeit auch einen WERT geben.
Bei den Conversions hat Britta dann zwei Unterscheidungen gemacht:
Makro Conversions
Mikro Conversions
Telefonnummer-Clicks
Dabei gilt: Werteermittlung nach Art der Conversions & gesamte Converions.
Bei der Segmentierung von Traffic und Daten gibt es einiges zu beachten. So sollte man Organic und Referral Traffic separieren, genauso wie Desktop und Mobile. Auch bei Branded Content sollte man den vom Non-Branded Content unterscheiden, ebenso, und jetzt greifen wir die Conversions von oben wieder auf, wird auch zwischen Traffic mit und Traffic ohne Conversions unterschieden. Dabei schaut man auch, dass man die Einstiegsseiten, die der Nutzer besucht, klassifiziert und nach Möglichkeit auch Content Grouping betreibt. So sollte man nach Produktseiten, Kategorieseite, Landing Pages, Blog- oder Magazienseite, Serviceseiten oder der Startseite unterscheiden. Ganz wichtig ist aber auch, dass man zwischen informationalem und tranksaktionalem Content differenziert.
Britta ging in ihrem Vortrag weiter auf das Happy Bouncing ein und stelle weiter heraus, worauf ein bei der Organic Traffic Performance ankommt. So sollte auf jeden Fall irrelevanter und fehlgeleiteter Traffic auf Content unbedingt abgebaut und umgeleitet werden. Ebenso zeigte sie, was bei Referral Traffic Performance wichtig ist. Dabei sollte z. B. neben der Quantifizierung der Backlinks auf jeden Fall das Feedback an alle beteiligten Abteilungen im Vordergrund stehen. Worauf kommt es am Ende also bei einem Analytics SEO Dashboard an?
Wirtschaftlichkeit dokumentieren & Maßnahmen ableiten
Schnelle Entscheidungen & Handlungsempfehlungen
Baut euch übersichtliche Dashboards
Verliert euch nicht in Details
Legt Kennzahlen fest
Greift auf Reportings & Visualisierungstools zurück.
Am Ende wiederholte Britta noch eine Sache, die sie tags zuvor schon beim OMT-Club-Treffen bei morefire ausgeführt hat: der Consent Manager aka Cookie Banner. Diese Thematik sollte dann aber auch im nachfolgenden Vortrag näher besprochen werden.
Christian Solmecke – Nach dem EuGH Cookie Urteil: wie geht es für SEOs jetzt weiter?
Ein spannendes, weil aktuelles Thema ist das EuGH-Cookie-Urteil. Genau dazu sprach Rechtsanwalt Christian Solmecke. Worum ging es in dem Urteil genau? Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat gegen den Anbieter Planet 49 geklagt, weil dieser bei einem Gewinnspiel zwei Felder mit einer Einverständniserklärung vorangekreuzt hatte. Dabei ging es zum einen darum, dass der Nutzer der Weitergabe seiner Daten an Werbepartner und Sponsoren der Seite zustimmt, zum anderen, dass alle seine Daten getrackt werden durften. Darüber hat der EuGH beraten und entschieden, dass das nicht rechtmäßig ist. Somit dürfen Checkboxen für eine Einwilligung nicht vorausgewählt sein, sondern der Nutzer muss der ganzen Sache aktiv zustimmen. Dieses bezieht sich allerdings nicht auf die notwendigen Informationen, die man zur Nutzung einer Webseite auf jeden Fall benötigt – das s.g. berechtigte Interesse. Hier wird oft eine vorausgewählte Checkbox angezeigt, die man auch nicht deaktivieren kann, aber selbst diese wer nicht nötig. Auf jeden Fall müssen dem Nutzer umfassende Informationen über die Daten, die getrackt werden wollen, bereitgestellt werden. Dieses wären dann z. B. Tracking- oder Marketingtools oder Drittanbieter-Cookies.
Was keine wirksame Einwilligung ist, was aber dennoch gerade in Deutschland viel genutzt wird, sind die Opt-out-Banner. Hier wird dem Nutzer mitgeteilt, dass er getrackt wird, wenn er weitersurft, und dieses nur noch bestätigen kann. Das Weitersurfen auf einer Webseite ist keine wirksame Einwilligung, so der EuGH. Was ebenfalls nicht erlaubt ist, ist eine Einwilligung an die Nutzung einer Seite zu koppeln. Es darf also nicht gesagt werden: entweder stimmst du dem Tracking zu oder du darfst die Seite nicht lesen. Auch hier gibt es Ausnahmen, wie ein Beispiel aus Österreich zeigt. Hier dürfen User eine Seite kostenfrei lesen, wenn sie dem Tracking zustimmen. Tuen sie dieses nicht, so müssen sie ein kostenpflichtiges Abo abschließen, um die Seite lesen zu können. Ob das auch in Deutschland so rechtens wäre, lässt sich nur vermuten.
Wie also muss nun so eine Einwilligung eingeholt werden? Durch einen Opt-In-Banner kann dieses erfolgen. Hier muss der Nutzer die Möglichkeit bekommen, auszuwählen welchen Tracking-Cookies er zustimmt. Der EuGH hat auch einen Mindestinhalt vorgegeben, der wie folgt aussieht:
Die Empfänger oder Kategorien der Empfänger der Daten
Ferner muss drauf geachtet werden, dass dieser Banner nicht den Link zum Impressum verdeckt, denn dieser Link muss immer anklickbar sein. Wie wird es in Zukunft aussehen? Da es bisher „nur“ ein Urteil des EuGHs war, muss das Ganze auch noch in Deutschland durch den BGH entschieden werden. Das hier könnte kommen:
Bisher keine richtlinienkonforme Auslegung von § 15 Abs. 3 TMG laut DSK
Entscheidung des BGH steht aus
Wirtschaftsministerium plant Entwurf zur Umsetzung der ePrivacy-RL
ePrivacy-Verordnung wird noch beraten
Opt-in soll eingeführt werden
Dominik Thoma – RULE YOUR LINKJUICE – Ranking Boost durch gezielte Linkjuice Steuerung
Eigentlich sollte Dominik Thoma auf der Bühne stehen. Doch krankheitsbedingt musste er sich von (s)einem Kollegen René vertreten lassen, der den Vortrag aber mindestens genauso gut gehalten hat. Er sprach über Linkjuice und wie man damit das Ranking gezielt steuern kann. Das war auch der dritte Abschnitt des Vortrags. Vorher ging es noch darum, was Linkjuice eigentlich ist und wohin wieviel Linkjuice fließt. Anhand mehrerer Grafiken zeigte René Wie sich der Linkjuice verteilt und dass nicht zwingend immer die Menge an Linkjuice weitergeleitet wird, die auch reinkommt.
Nun gab es noch eine weitere kleine Pause, bevor es mit den letzten Vorträgen und dem Superpanel weiterging. Auch stand die Siegerehrung des diesjährigen SEO-Contests auf dem Programm.
Endspurt auf dem 9. SEO-day mit Matthäus Michalik von Claneo. Er zeigte, wie man Wettbewerbsanalysen im SEO betreibt. Als erstes stellte er die Fragen, die mit eben einer Solchen Wettbewerbsanalyse beantwortet werden wollen:
Welche Themen soll ich abdecken?
Woher bekomme ich relevante Verlinkung?
Was brauche ich, um die Wettbewerber zu schlagen?
Um die erste Frage zu beantworten, bieten sich SEO Suiten wie Sistrix, searchmetrics, SEMrush o.ä. an, um einen ersten Eindruck zu bekommen, wer die eigenen Wettbewerber eigentlich sind. Diese Tools haben Wettbewerbsanalysen, die das gewünschte Ranking sehr gut aufzeigen können. Wobei Matthäus auch darauf hinweist, dass die direkten Wettbewerber nicht immer die Wettbewerber in den Search-Kanälen sein müssen. Dafür bietet sich an dedizierte Keyword-Sets zu definieren, verschiedene Rankings zu erheben und daraus dann die tatsächlichen Wettbewerber zu bestimmen. Wie Britta Behrens in ihren Vortrag schon drauf hingewiesen hat, gibt es Unterschiede zwischen transaktionalen und informationalen Keyword-Sets, die dann auch unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Auf welche Keywords sollte man nun optimieren? Bevor diese Frage beantwortet wird, sollte man sich besser die Wettbewerber anschauen und sich überlegen, welche und wie viele relevante Unterseiten eben dieser besitzt. Hier kann es helfen, wenn man sich einmal die Sitemap des Wettbewerbers anschaut. Wie kann man das machen?
Mittels URL: domain.de/sitemap.xml
Mittels robots.txt
Mittels Google Suchparametern: site: domain.de filetype: xml
Dann erhält man die gewünschten Informationen. Wenn man nun die Seiten systematisch crawlt, kann man diese nach verschiedenen Seitentypen auswerten (hier mal am Beispiel eines Online-Shops):
(Filter-Seiten)
Wie können jetzt solche einzelnen Unterseiten kategorisiert und benannt werden? Dafür bietet sich folgendes an:
„c“ oder „kat“ als URL-Parameter
Sortierung und Pagination im Quellcode
? als URL-Identifier
„p“ oder „product / produkt“ als URL-Identifier
Warenkorb-Button im Quellcode
„service“ oder ähnliches als URL-Identifier
Datum oder Autor
Entsprechend kann man dann die Daten für einen Crawl mit weiteren Informationen anreichern:
Content vorhanden: ja / nein
Ranking / Position
Breadcrumb (Seitenstruktur)
Was ebenfalls nicht außeracht gelassen werden sollten, ist der Page Speed der eigenen Seite. Dabei sollte man drauf achten, dass man sich nicht mit den Besten vergleicht, sondern mit den Wettbewerbern im eigenen Umfeld. Hier ist es dann empfehlenswert, dass man selbst zu den Schnellsten gehört.
Als Fazit des Vortrags von René bleibt:
Starte bei deinem Wettbewerber
Nutze verschiedene Tools
Lerne von deinem Wettbewerb
Ziehe aus deiner Wettbewerbsanalyse Schlüsse
Kopiere nicht, sondern mach es besser!
Eigentlich wollte ich mir zum Abschluss vom 9. SEO-day den Vortrag „Presse unpaid“ von Werner Noisternigg anhören. Quasi als entspannter Ausklang eines langen Tages. Leider fiel eben jener Vortrag aus und wurde durch jemand anderes kurzfristig ersetzt. Stattdessen nutze dich die Möglichkeit, eine weitere kleine Pause einzulegen und mit anderen den einen oder anderen kurzen Schnack zu halten, was nicht minder lustig war. So konnte ich mich dann auf das große Finale freuen.
Jens Fauldrath & Thomas Mindnich – Siteclinic auf dem Superpanel
Mit dem Superpanel wurde der 9. SEO-day dann beendet. Doch bevor zwei Webseiten analysiert wurden, die im Vorfeld der Veranstaltung eingereicht und von Fachleuten beleuchtet wurden, gab es noch die Siegerehrung der SEO-Contests. In diesem Jahr ging es um das Wort „Wildsauseo“ und die Teilnehmer zogen alle Register, um ihre Seite nach vorne zu bringen. Gewonnen hat am Ende die Firma Sumax, die bis auf einen kurzen Zeitraum von ein paar Stunden – und das noch mal letzten Tag, kurz vor der Preisverleihung – konstant auf Platz 1 gelegen hat und somit auch verdient gewonnen hat. Es folgten auf den Plätzen 2 – 4 die Seiten von der SEO-Küche, Red Ram Media, SEM Deutschland und Geld und Welt.
Nun aber zum Superpanel. Hatte in den Jahren zuvor noch der Veranstalter himself, Fabian Roßbacher, diese Siteclinic durchgeführt, wurde das Zepter wortwörtlich an Jens Faudrath übergeben. Dieser hatte sich namehafte Kollegen zur Seite genommen, die dann gemeinsam die eingereichten Seiten sichteten und eine kleine Auswahl unter die Lupe nahmen. Diese besagten Personen waren: Johannes Beus von Sistrix, Thomas Mindnich von termlabs.io, Nicolas Sarotte von Contentking.de und der Rechtsanwalt Christian Solmecke. Sie alle zusammen haben sich ein paar Seiten angeschaut – genauer gesagt drei – von denen aus zeitlichen Gründen nur zwei besprochen werden konnten. Es war interessant zu sehen, dass vermeintlich einfache Dinge in der Umsetzung einer Seite nicht berücksichtigt wurden, was aber gleichzeitig auch ein Apell war, sich seine eigene Seite immer und immer wieder vorzunehmen und zu optimieren.
Abendessen und die große All-inklusive Networkingparty
Der 9. SEO-day war damit also Geschichte. Zumindest, was die Vorträge betraf. Es sollte aber noch weitergehen. Denn Fabian hat es sich nicht nehmen lassen, zwei Linienbusse zu mieten, um damit die Teilnehmer der Konferenz in die Kölner Altstadt bringen zu lassen, um im Club Nachtflug noch ein leckeres Abendessen einzunehmen und den Tag mit einer ordentlichen Party abzurunden. Die Tische waren mit gekühlten Drinks wie Wodka, Barcardi oder Gin eingedeckt, zu denen Cola, Tonic Water oder Red Bull gereicht wurde. Somit stand einer ordentlichen Feier nichts mehr im Wege. Für mich war an dem Abend aber schon gegen 22.00 Uhr zu Ende, da der gesamte Tag mit den Vorträgen schon ein wenig geschlaucht hatte und ich noch über eine Stunde Fahrt nach Hause hatte. Dennoch konnte ich tolle Gespräche führen und nette Leute kennenlernen.
Der 9. SEO-day war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Auch wenn ich bei dem einen oder anderen Vortrag nicht so zufrieden war, so habe ich aus fast jedem etwas für mich mitgenommen. Ich werde meine eigenen Webseiten und die meiner Kunden auf jeden Fall hinsichtlich der neuen Erkenntnisse überprüfen und optimieren.
Online Ingenieur: SEO-day 2019 – Recap
seobility: SEO Day 2019 Recap
texte-im-web.de: Recap: SEO-Day 2019 in Köln
Almaron: SEO Day 2019 Recap: Aktuelle Tipps, Trends und Thesen zur Suchmaschinenoptimierung
OMT: Lohnt sich der SEO Day wirklich? Unser Recap!
Advidera: SEO-DAY 2019 RECAP
Staffxperts: SEO-DAY in Köln – Warum sich der Besuch lohnt
Webneo: UNSER RECAP ZUM BESUCH BEIM SEO DAY IN KÖLN AM 7. NOVEMBER 2019
lunapark: SEO Day 2019 Recap: Google Updates, SEO Trends und mehr
Contify: Recap: Contify auf dem SEO Day 2019!
fuf.de: SEO DAY 2019 RECAP: TIPPS UND TRENDS AUS DER SEO-WELT
evisions: SEO DAY Recap 2019 – Jährlich grüßt das Murmeltier
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