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Timestamp: 2019-08-22 12:38:36+00:00

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BGH, 15.11.1989 - IVb ZR 95/88 - dejure.org
https://dejure.org/1989,1267
BGH, 15.11.1989 - IVb ZR 95/88 (https://dejure.org/1989,1267)
BGH, Entscheidung vom 15.11.1989 - IVb ZR 95/88 (https://dejure.org/1989,1267)
BGH, Entscheidung vom 15. November 1989 - IVb ZR 95/88 (https://dejure.org/1989,1267)
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Bemessung der Höhe des nach den ehelichen Lebensverhältnissen bestehenden Unterhaltsbedarfs - Erhöhung des Elementarunterhalts und Krankheitsvorsorgeunterhalts, wenn das Einkommen des Unterhaltsverpflichteten in der Zwischenzeit steigt - Steigung des Einkommens aufgrund geringer gewordener Grundstücksbelastungen - Bedeutung von nach der Scheidung eintretenden Änderungen in den Einkünften der Ehegatten - Möglichkeit einer freien, von der bisherigen Höhe unabhängigen Neufestsetzung des Unterhalts durch eine Abänderungsklage
BGB § 1578 Abs. 1 S. 1, S. 2; ZPO § 323
NJW-RR 1990, 194
FamRZ 1990, 280
Dem von der Revision angeführten Senatsurteil vom 15. November 1989 (- IVb ZR 95/88 - FamRZ 1990, 280, 281) läßt sich Gegenteiliges nicht entnehmen.
Der BGH hat eine solche absolute Sättigungsgrenze stets abgelehnt (BGH, FamRZ 2010, 1637; FamRZ 1990, 280; FamRZ 1983, 150; FamRZ 1982, 151).
Für seine Ermittlung kann vielmehr an die Aufwendungen angeknüpft werden, mit denen die Parteien während ihres Zusammenlebens ihren allgemeinen Lebensstandard bestritten haben, wenn auch letztlich - objektiviert - der Lebenszuschnitt maßgebend ist, den entsprechend situierte Ehegatten im Regelfall wählen (vgl. Senatsurteile vom 22. Dezember 1982 - IVb ZR 340/81 - nicht veröffentlicht; vom 6. Oktober 1982 - IVb ZR 311/81 = FamRZ 1982, 1187, 1188; vom 16. Januar 1985 - IVb ZR 62/83 = FamRZ 1985, 582, 583; vom 15. November 1989 - IVb ZR 95/88 = FamRZ 1990, 280, 281;… Gernhuber/Coester-Waltjen, Lehrbuch des Familienrechts, 4. Aufl., § 30 X 1 S. 445, 446).
Auf dieser durch Auslegung zu ermittelnden Grundlage hat der Richter im Abänderungsverfahren unter Berücksichtigung der neuen Verhältnisse festzustellen, welche Veränderungen in diesen Umständen eingetreten sind und welche Auswirkungen sich daraus für die Höhe des Unterhalts ergeben (st.Rspr. des Senats vgl. Urteile vom 11. Januar 1984 - IVb ZR 10/82 - FamRZ 1984, 374, 375, vom 23. April 1986 - IVb ZR 30/85 - FamRZ 1986, 790 und vom 15. November 1989 - IVb ZR 95/88 - FamRZ 1990, 280, 281 jeweils m.w.N.).
Die Bindung kann sich danach u.a. erstrecken auf die Ermittlung der Einkommensverhältnisse, die Einbeziehung fiktiver Einkünfte oder besonderer Belastungen (…Senatsurteil vom 11. Januar 1984 aaO.), auf den Pauschalabzug berufsbedingter Aufwendungen, soweit dies in einem Prozeßvergleich dem Parteiwillen entsprach (…Senatsurteil vom 23. April 1986 aaO.), auf einen konkret ermittelten Lebensbedarf (Senatsurteile vom 16. Januar 1985 - IVb ZR 62/83 - FamRZ 1985, 582, 583 und vom 15. November 1989 aaO.) oder die Anrechnung oder Nichtanrechnung von bestimmten Einkommensanteilen, z.B. den Kinderzuschuß zur Rente (…Senatsurteil vom 14. Februar 1990 - XII ZR 51/89 - BGHR ZPO § 323 Abs. 1 Bindung 5 = FamRZ 1990, 981, 984).
Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Senats (vgl. zuletzt Senatsurteil vom 15. November 1989 - IVb ZR 95/88 - FamRZ 1990, 280, 281 m.w.N.).
Der Beschluss des Vollstreckungsgerichts vom 10. Juli 2006, den der Senat selbständig und ohne Bindung an das Auslegungsergebnis des Berufungsgerichts auszulegen hat (vgl. BGHZ 31, 279, 283 ; allgemein zur Auslegung gerichtlicher, schiedsgerichtlicher und behördlicher Entscheidungen durch das Revisionsgericht RGZ 74, 201, 205; BGHZ 24, 15, 20 ; 86, 104, 110 ; BGH, Urt. v. 15. November 1989 - IVb ZR 95/88, NJW-RR 1990, 194; v. 19. März 1998 - IX ZR 120/97, ZIP 1998, 822, 823), ermächtigt den Kläger nicht zur Geltendmachung des hier streitgegenständlichen Anspruchs aus § 816 Abs. 2 BGB gegen die Beklagten.
a) Der Unterhaltsbedarf nach den ehelichen Lebensverhältnissen (§ 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB) ist bei dem sehr guten eheprägenden Einkommen des Antragsgegners konkret zu bestimmen (BGH FamRZ 1990, 280; BGH FamRZ 1985, 582).
Entgegen der Ansicht des Antragstellers gibt es nach der ständigen Rechtsprechung des BGH (FamRZ 2010, 1637; FamRZ 1990, 280; FamRZ 1983, 150) keine Sättigungsgrenze für die Bedarfsbemessung.
OLG Karlsruhe, 26.08.1999 - 2 UF 228/98
Auskunft - Unterhaltsbedarf - überdurchschnittliche Einkünfte
Bei einer solchen Unterhaltsbemessung sind alle zur Aufrechterhaltung des bisherigen Lebensstandards benötigten Lebenshaltungskosten konkret zu ermitteln, etwa die Aufwendungen für das Wohnen, für Kleidung, Geschenke, Putzhilfe, Reisen, Urlaub, sportliche Aktivitäten, kulturelle Bedürfnisse, Pkw-Nutzung und sonstige notwendige Lebenshaltungskosten (…vgl. Wendl/Gerhardt, aaO., § 4, Rn. 366 f.; BGH FamRZ 1987, 691, 693; BGH FamRZ 1990, 280, 281; OLG Hamm FamRZ 1993, 1085,1087; FamRZ 1995, 1578; OLG Köln FamRZ 1993, 64, 65).
OLG Bamberg, 11.08.1998 - 7 UF 261/97
Höhe des nachehelichen Unterhalts bei außergewöhnlich hohen Einkünften - …
OLG Brandenburg, 05.12.2005 - 9 UF 157/05
Nachehelicher Unterhalt: Abänderung eines auf einer konkreten Bedarfsberechnung …
OLG Düsseldorf, 09.02.1996 - 6 UF 38/95
Feststellung des eheangemessenen Bedarfs bei überdurchschnittlich hohem …
OLG Frankfurt, 13.08.2004 - 1 UF 19/04

References: § 1578
 § 323
 BGH 
 § 30
 § 323
 § 816
 BGH 
 BGH 
 § 4
 BGH 
 BGH