Source: http://www.juraforum.de/urteile/olg-koblenz/olg-koblenz-urteil-vom-24-09-2007-az-12-u-143704
Timestamp: 2013-05-22 15:42:49+00:00

Document:
OLG-KOBLENZ - 24.09.2007, 12 U 1437/04 - JuraForum.de
JuraForum.de > Urteile > OLG-KOBLENZ > Urteil vom 24.09.2007, Aktenzeichen: 12 U 1437/04 OLG-KOBLENZ – Aktenzeichen: 12 U 1437/04Urteil vom 24.09.2007
Leitsatz:Ein Entlastungsbeschluss der Gesellschafterversammlung ist bei Selbstentlassung von Aufsichtsratsmitgliedern nicht ohne weiteres nichtig. Unwirksam sind nur die zu Unrecht abgegebenen Stimmen. Zu prüfen ist daher, ob das Abstimmungsergebnis sich nach Abzug der nichtigen Stimmen ändert. Eine rechtskräftige Gerichtsentscheidung über die Nichtigkeit des Entlastungsbeschlusses wirkt für und gegen jedermann. Ein am Anfechtungsprozess nicht Beteiligter, der von der Rechtskraftwirkung der Nichtigkeitsfeststellung getroffen ist, kann im Fall einer entscheidungserheblichen Verletzung seines Anspruchs auf Gehör vor Gericht nachträglich die Anhörungsrüge oder eine Verfassungsbeschwerde erheben.
Dem Geschäftsführer einer Bank, der in die Vorbereitung von Entscheidungen interner Kontrollgremien bei der Vergabe großer Kredite eingeschaltet ist, aber nicht alleine selbst entscheiden kann, kommt im Vorfeld der Entscheidung des Gremiums kein Ermessensspielraum bezüglich der Informationen zu der unternehmerischen Entscheidung zu. Er hat den Aufsichtsrat vollständig und zutreffend zu informieren.
Eine Pflichtverletzung des Geschäftsführers liegt zudem bei einer Kompetenzüberschreitung vor. Das gilt insbesondere, wenn das zuständige Aufsichtsgremium weisungswidrig nicht eingeschaltet wird. Dann gibt es für den Geschäftsführer auch keine Entlastungsmöglichkeit.
Den Geschäftsführer trifft im Übrigen die Darlegungs- und Beweislast für die Wahrnehmung der erforderlichen Sorgfalt sowie dafür, dass das Aufsichtsgremium, wenn es angerufen worden wäre, den Kredit gleichwohl bewilligt hätte.
Eine Beschränkung des Verschuldens des Geschäftsführers auf Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit nach den arbeitsrechtlichen Grundsätzen der gefahrgeneigten Tätigkeit findet nicht statt. Es gibt auch keinen Anspruch des Geschäftsführers gegen die Gesellschaft auf Abschluss einer speziellen Haftpflichtversicherung (directors and officers-Versicherung)Rechtsgebiete:VerbrKrG, RechtsBerG, GmbHG, BGB, StGB, KWG, ZPO, AktG, GenG, RBerGVorschriften:VerbrKrG § 9 Abs. 1, VerbrKrG § 9 Abs. 3, RechtsBerG § 1, GmbHG § 43 Abs. 1, GmbHG § 43 Abs. 2, GmbHG § 43 Abs. 4, GmbHG § 46 Nr. 5, GmbHG § 46 Nr. 8, GmbHG § 47 Abs. 4 Satz 1, BGB § 134, BGB § 407, BGB § 823 Abs. 2, StGB § 266, KWG § 18 Abs. 1, ZPO § 139 Abs. 1, ZPO § 253 Abs. 2 Nr. 2, ZPO § 256, ZPO § 256 Abs. 1, ZPO § 287, ZPO § 321a, ZPO § 325 Abs. 1, ZPO § 531 Abs. 2, ZPO § 540 Abs. 1 Nr. 1, AktG § 93 Abs. 2 Satz 2, AktG § 248 Abs. 1, AktG § 248 Abs. 1 Satz 1, GenG § 34 Abs. 2 Satz 2, RBerG § 1, Verfahrensgang:LG Koblenz, 9 O 320/02 vom 04.11.2004VolltextUm den Volltext vom OLG-KOBLENZ – Urteil vom 24.09.2007, Aktenzeichen: 12 U 1437/04 anzusehen, müssen Sie die Einzelentscheidung kaufen.Volltext der Entscheidung kaufen	Weitere Entscheidungen der Gerichte
Sie lesen gerade das Thema "OLG-KOBLENZ - 24.09.2007, 12 U 1437/04" © JuraForum.de — 2003-2013

References: § 9
 § 9
 § 1
 § 43
 § 43
 § 43
 § 46
 § 46
 § 47
 § 134
 § 407
 § 823
 § 266
 § 18
 § 139
 § 253
 § 256
 § 256
 § 287
 § 321
 § 325
 § 531
 § 540
 § 93
 § 248
 § 248
 § 34
 § 1