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Timestamp: 2018-02-20 09:47:18+00:00

Document:
AirBerlin Abflughafen + Zeit für Rückflug geändert - FLUGGASTRECHTE
Hallo, wir haben im April 2017 bei AirBerlin Hin- und Rückflug gebucht.
Am 30.06.17 bekamen wir eine Flugänderung von AirBerlin, jetzt soll der Rückflug am 17.11.17 nicht von Alicante sondern von Malaga (ca. 500 km) entfernt um 9:30 Uhr (über 7 Std. früher) gehen.
Auf eine Mail an AirBerlin, das es sich hierbei wohl um ein Irrtum von denen handelt und wir umgehend um eine Bestätigung unseres ursprünglich gebuchten Fluges bestehen, erhielten wir nur eine Bestätigungsmail das die Beantwortung dauern wird.
Welche Möglichkeiten haben wir nun? Kann AirBerlin wirklich von uns verlangen das wir ca. 500 km auf eigene Kosten zum Flughafen Malaga fahren?
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Gefragt 10, Jul 2017 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
wieder getaggt 10, Jul 2017 von admin
Du hast einen Nur-Flug/Direktflug von Düsseldorf nach Alicante gebucht. Nun wurdest du darüber informiert, dass der Rückflug nun nicht mehr von Alicante, sondern von Malaga stattfinden soll. Dazu wurden die Abflugzeit noch um 7 Stunden vorverlegt.
Du fragst dich, welche Rechte du jetzt hast.
Du wurdest darüber informiert, dass dein Flug sowohl einen anderen Abflughafen, als auch eine andere Abflugzeit hat. Meines Erachtens ist daher also von einer Annulierung des ursprünglich gebuchten Fluges auszugehen.
Dann ergeben sich möglicherweise für dich Ansprüche gemäß Artikel 5 EU-VO. In Frage kommen Ansprüche aus Artikel 7, 8 und 9 EU-VO.
Es gibt also Ausnahmen beziehungsweise Einschränkungen diesen Anspruch auf Ausgleichszahlungen betreffend.
Mögliche außergewöhnliche Umstände sind beispielsweise widrige Wetterbedingungen oder ein Fluglotsenstreik. Von dem Vorliegen eines solchen Umstandes ist in deinem Fall aber eher nicht auszugehen.
Der Anspruch auf Ausgleichszahlungen kann aber auch entfallen, siehe Artikel 5 (1) c), wenn :
Das heißt, auch der Zeitraum indem du darüber informiert wurdest dass dein Flug annuliert und du umgebucht wurdest ist entscheidend. Dein Flug soll im November 2017 stattfinden und du wurdest bereits im Juli über die Annullierung informiert. Daher entfällt meines Erachtens leider ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Dir bleibt aber auf jeden Fall ein Anspruch aus Artikel 8 EU-VO:
Solltest du den Flug wahrnehmen wollen, dann sei auf Absatz 3 dieses Artikel hingewiesen:
Was die Transportkosten angeht hat diese also komplett Ihre Fluggesellschaft zu übernehmen. Dazu könntes
Beantwortet 10, Jul 2017 von Stevie (9,460 Punkte)
Sie müssen die Flugänderung durch Air Berlin vom Flughafen Alicante auf den Flughafen Malaga und die Flugzeitenänderung auf den frühen Vormittag nicht akzeptieren.
Beantwortet 10, Jul 2017 von RA Bartholl (15,380 Punkte)
In Ihrem Fall sind die Flugänderungen und insbesondere die Änderung des Flughafens (Flughafen Malaga statt Flughafen Alicante) wesentlich und unzumutbar.
Anspruch auf Kostenersatz und Schadensersatz sowohl, wenn Sie die Flugänderung akzeptieren (dann muss Air Berlin die Taxikosten zum Flughafen Malaga und eventuell entstehende Hotelkosten durch Anfahrt am Tag früher und eventuell entstehende Verpflegungskosten tragen) oder einen Ersatzflug in Eigenregie buchen.
du hast im April 2017 einen Hin- sowie Rückflug DÜSSELDORF<>ALICANTE gebucht.
Der besagte Flug sollte am 29.10.17 um 6:00 in Düsseldorf durchgeführt werden und in um 8:35 in Alicante landen.
Der Rückflug wurde für den 17.11.17 um 16:50 angesetzt und in Düsseldorf um 19:25 landen.
Bedauerlicherweise wurdest du am 30.06.17 von der Fluggesellschaft in Kenntnis gesetzt, dass die besagten Flugzeiten sich geändert haben.
Der Rückflug soll nun anstatt um 16:50 nun um 9:30 stattfinden.
Damit liegt eine Vorverlegung des Rückfluges um 7 Stunden vor.
Zudem wurde der Abflughafen von Alicante auf Malaga abgeändert.
Durch die Vorverlegung um 7 Stunden und der Änderung des Abflughafens liegt meiner Meinung nach erst einmal ohne Zweifel eine Annullierung vor.
vgl. AG Hannover, Urt. v. 31.01.11, (einfach zu finden bei google unter "426 C 12868/10reise-recht-wiki.de“.)
Ein ausführendes Luftfahrtunternehmen hat seinen Fluggästen in der Regel gewisse Ausgleichsleistungen nach Art. 7 der EG-VO 261/2004 zu zahlen.
Von dieser Pflicht kann sich das Luftfahrtunternehmen nur in bestimmten Fällen befreien.
Dies ist bspw. dann der Fall, wenn das Luftfahrunternehmen seinen Fluggästen eine rechtzeitige Information über die Annullierung übermittelt.
Diese Zeitpunkte sind wie folgt in Art. 5 I lit. c) geregelt:
mindestens zwei Wochen vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet
Zeitraum zwischen zwei Wochen und sieben Tagen vor der planmäßigen Abflugzeit mit einem Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es den Fluggästen ermöglicht, nicht mehr als zwei Stunden vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens vier Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen
weniger als sieben Tage vor der planmäßigen Abflugzeit mit Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es ihnen ermöglicht, nicht mehr als eine Stunde vor der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens zwei Stunden nach der planmäßigen Ankunftszeit zu erreichen.
Vorliegend wurdest du schon ein paar Monate im Vorfeld über die Annullierung informiert.
Der Begriff „rechtzeitig“ erfährt hierbei eine Abschattung bezüglich der Vorlaufzeit und entsprechenden Möglichkeiten der Flugreisenden auf den Umstand Reaktion zu zeigen. Die in Art. 5 geregelten Ausnahmetatbestände sind laut Rechtsprechung eher eng auszulegen.
vgl. EuGH, Urt. v. 22.12.2008, (einfach zu finden bei google unter „C-549/07reise-recht-wiki.de“.)
Generell müssen Fluggäste, die von einer Flugannullierung unterrichtet wurde gem. Art. 5 II EG-VO 261/2004 Angaben über anderweitige Beförderungsmöglichkeiten erhalten.
In Art. 5 IV der Fluggastrechteverordnung wird klargestellt, dass die Beweislast dafür, ob und wann der Fluggast über die Annullierung informiert wurde, das ausführende Luftfahrtunternehmen zu tragen hat.
Wird die Mitteilung über die Annullierung dem Flugreisenden per SMS/E-Mail zugesandt, so hat das jeweilige Luftfahrtunternehmen darzulegen und ebenfalls zu beweisen, dass diese Mitteilung in den Empfangsbereich des Empfängers gelangt ist, so dass dieser unter gewöhnlichen Umständen die Möglichkeit hatte, von dieser Information Kenntnis zu nehmen. Fortsetzung folgt......
Beantwortet 25, Jul 2017 von George (8,030 Punkte)
Bearbeitet 25, Jul 2017 von George
vgl. AG Frankfurt a.M., Urt. v. 09.10.2006, (einfach zu finden bei google unter „32 C 1788/06-84reise-recht-wiki.de“.)
Einst sah die Rechtsprechung vor, dass einem Passagier gemäß der Fluggastrechteverordnung kein Anspruch auf eine Ausgleichzahlung zusteht, wenn dieser frühzeitig von seinem Reisevermittler über die Annullierung des Fluges informiert wurde,
vgl. LG Landshut, Urt. v. 14.12.2016, (einfach zu finden bei google unter „13 S 1146/16reise-recht-wiki.de“.)
Insoweit genügte, dass das ausführende Luftfahrtunternehmen lediglich den Vermittler über die Annullierung in Kenntnis gesetzt hat.
Der EuGH hat nun allerdings die Rechte der Flugreisenden durch eine neuere Entscheidung erheblich gestärkt.
Kann ein Luftfahrtunternehmen nicht beweisen, dass ein Fluggast über die entsprechende Annullierung mindestens zwei Wochen im Voraus informiert wurde, muss es diesen eine Ausgleichsleistung zahlen,
vgl. EuGH, Urt. v. 11.05.2017, (einfach zu finden bei google „C-302/16reise-recht-wiki.de“)
Insoweit genügt es nun nicht mehr, wenn das Luftfahrtunternehmen lediglich den Reisevermittler informiert.
Ob die eigentliche Buchung des Fluges bei der Airline direkt oder über einen Reisevermittler durchgeführt wurde, spielt für die Frage der Beweis- und Zahlungspflicht nun keine Rolle mehr.
Vorliegend muss Ihnen also meiner Meinung nach die Fluggesellschaft auch stichhaltig nachweisen , dass Sie überhaupt die Möglichkeit der Kenntnisnahme bzgl. der Annullierung hatten.
Sollte dies nicht der Fall sein, so haben Sie, wie ich oben bereits ausgeführt habe, einen Anspruch auf Ausgleichszahlung.
Ich hoffe ich konnte ihnen soweit etwas weiterhelfen und wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche und weiterhin alles gute :)

References: Art. 7
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 EuGH