Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j504.htm
Timestamp: 2017-05-26 20:53:55+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 504. Die Erzählung von Bhallatiya (Bhallatiya-Jataka)
„Bhallatiya mit Namen hieß ein König“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Königin Mallika. Sie bekam nämlich eines Tages mit dem Könige wegen des Bettes Streit [1]. Der König zürnte ihr und blickte sie nicht mehr an. Da dachte sie: „Jetzt weiß der Vollendete nicht, dass der König mir zürnt.“ — Als der Meister von dieser Begebenheit erfuhr, ging er am nächsten Tage von der Mönchsgemeinde umgeben nach Savatthi hinein, um seinen Almosengang zu machen und kam auch an das Haustor des Königs. Der König ging ihm ehrfurchtsvoll entgegen, nahm ihm seine Almosenschale ab und ließ den Meister in seinen Palast hinaufsteigen. Auch die Mönchsgemeinde ließ er, wie es sich für sie gebührte, Platz nehmen, gab ihnen das Schenkungswasser und bewirtete sie mit vorzüglicher Speise. Nach Beendigung der Mahlzeit setzte er sich zur Seite nieder. Da fragte der Meister: „Warum, o Großkönig, sieht man nichts von Mallika?“ Als jener antwortete: „Weil sie von ihrem Glücksrausch verrückt geworden ist“, sprach er weiter: „Hast du nicht, o Großkönig, in der Vorzeit, da du als ein Feenmännchen wiedergeboren warest, als du nur eine einzige Nacht von deinem Feenweibchen getrennt warest, siebenhundert Jahre lang darüber geklagt?“ Nach diesen Worten erzählte er auf dessen Bitte folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§1. Bhallatiya mit Namen hieß ein König; sein Reich verließ er und ging auf die Jagd. Zum schönsten Berg Gandhamadana kam er, dem blütenschweren, von Feen besuchten.
§2. Nachdem der Hunde Scharen er beruhigt, beiseit gelegt den Bogen und den Köcher, ging er, um sich mit ihnen zu besprechen, dahin, wo diese beiden Feen waren.
§5. „Gar sehr betrübt aussehend klaget ihr, umschlungen hast du, Lieber, deine Liebe. Ich frage euch, die ihr wie Menschen ausseht: Was weint ihr schmerzerfüllt in diesem Walde?
§6. Gar sehr betrübt aussehend klaget ihr, umschlungen hast du, Lieber, deine Liebe.
Ich frage euch, die ihr wie Menschen ausseht: Was klagt ihr schmerzerfüllt in diesem Walde?
§7. Gar sehr betrübt aussehend klaget ihr, umschlungen hast du, Lieber, deine Liebe. Ich frage euch, die ihr wie Menschen ausseht: Was seid ihr traurig schmerzerfüllt im Walde?“
§8. „Wir waren eine Nacht getrennt, o Jäger, lustlos und doch des anderen gedenkend. Weil wir die eine Nacht bereuen, sind wir betrübt; denn nie kommt wieder diese Nacht.“
§9. „Weil ihr die eine Nacht so sehr betrauert wie Geldverlust und wie den Tod des Vaters, ich frage euch, die ihr wie Menschen ausseht: Wie kam es denn, dass ihr euch trennen musstet?“
§10. „Den Fluss, den du hier siehst mit raschem Laufe, von Bäumen dicht beschattet, felsumgeben, den überschritt zur Regenzeit mein Lieber und glaubte, dass auch ich ihm folgen würde.
§12. Auch sammelte ich noch Kuravakas [8], Uddalakas [9], Patalis [10], Sinduvaras [11];
§13. Von einem Sala-Baum [12] mit schönen Blüten sammelt' ich Blumen und band einen Kranz; es sollte mein Geliebter Kränze tragen und ich mich auch bekränzt zu ihm gesellen.
§14. Von einem Sala-Baum mit schönen Blüten sammelt' ich Blumen und macht' eine Last; dies sollte uns als weiches Polster dienen, worauf die Nacht wir uns erfreuen wollten.
§15. Auch wohlriechenden Staub und Sandelpulver streute ich auf den Stein nachlässig hin: damit sollt' sich besprengen der Geliebte und ich mich auch besprengt zu ihm gesellen.
§16. Da kam herbei das Wasser mit raschem Flusse, es trieb mir fort die Salas und Kannikaras [13], im Augenblicke war das Bett voll Wasser und diesen Strom konnt' ich nicht überschreiten.
§17. Da standen nun wir zwei an beiden Ufern und schauten beide uns einander an
und einmal weinten, einmal lachten wir; gar langsam nur verging uns diese Nacht.
§18. Am frühen Morgen, als die Sonne aufging, wir gingen über den entleerten Fluss; und wir umarmten beide uns, o Jäger, und einmal weinten, einmal lachten wir.
§19. Von siebenhundert Jahren fehlen drei, seitdem wir damals hier uns trennen mussten.
Ein einz'ges Leben gibt es hier nur, Fürst; wer könnte fern von der Geliebten weilen?“
§20. „Wie lange dauert euer Leben, Liebe? Wenn ihr es wisst, so nennt mir euer Alter, oder wenn ihr 's gehört habt von den Alten; teilt es mir mit und habet keine Angst!“
§21. „Es dauert unser Leben tausend Jahre, dazwischen gibt es keine schlimme Krankheit. Ein kleines Leid macht größer noch das Glück; treu bleibt uns Liebeslust bis an das Ende.“ —
dacht' er: „Dies Leben ist recht niedrig“; zurück er kehrte und gab auf die Jagd, die Macht genoss er und tat gute Werke.
§23. „Da ihr von den Unirdischen dies hörtet, seid einträchtig, beginnet keinen Streit, dass euch nicht quäle eigene Verschuldung, so wie das Feenpärchen eine Nacht.
§24. Da ihr von den Unirdischen dies hörtet, seid einträchtig, beginnet keinen Zank, dass euch nicht quäle eigene Verschuldung, so wie das Feenpärchen eine Nacht.“ —
§25. „Mit Freuden hör ich die verschiednen Worte, die du zu meinem Heile ausgesprochen. Mit deinem Liede nahmst du mir den Kummer; du heiliger Glückbringer, lebe lange!“
[5] Die Pflanze Alangium heptospermum. [6] Die Schlingpflanze Gaertnera racemosa.

References: §1

§2

§5

§6

§7

§8

§9

§10

§12

§13

§14

§15

§16

§17

§18

§19

§20

§21

§23

§24

§25