Source: https://studylibde.com/doc/2077632/anlage-4--gesch%C3%A4ftsbedingungen-f%C3%BCr-den-bilanzkreisvertrag
Timestamp: 2020-06-05 15:02:33+00:00

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Gegenstand des Vertrages ist der Ausgleich und die Abrechnung von Differenzen zwischen den ein- und ausgespeisten Gasmengen, die dem im jeweiligen Vertrag geregelten Bilanzkreis zugeordnet werden, die Übertragung von Gasmengen zwischen Bilanzkreisen über den Virtuellen Handelspunkt (VHP), die Abrechnung der Regelenergieumlage sowie die Abwicklung der dazu notwendigen Kommunikationsprozesse.
Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, den Bilanzkreis nach Maßgabe dieses
Vertrages zu bewirtschaften. Der Marktgebietsverantwortliche ist zur Bereitstellung von
Daten und zur Abrechnung des Bilanzkreises nach Maßgabe dieses Vertrages verpflichtet.
§ 16 Ziffer 4 Satz 2 und 3 findet ab dem 1. Januar 2013 Anwendung.
Die ergänzenden Geschäftsbedingungen des Marktgebietsverantwortlichen in der zum
Zeitpunkt des Abschlusses dieses Vertrages gültigen Fassung sind wesentlicher Bestandteil dieses Vertrages.
Im Falle von Widersprüchen zwischen den Bestimmungen des Vertrages und den ergänzenden Geschäftsbedingungen des Marktgebietsverantwortlichen haben die Bestimmungen dieses Vertrages Vorrang vor den ergänzenden Geschäftsbedingungen.
Online-Vertragsschluss und Implementierungsfrist
Der Abschluss eines Vertrages muss zum Zwecke der systemtechnischen Implementierung des Vertrages spätestens 10 Werktage vor Beginn der Nutzung des Bilanzkreises
erfolgen (Implementierungsfrist). Innerhalb der Implementierungsfrist können bereits
Ein- und Ausspeisepunkte (im Folgenden zusammenfassend „Punkte“ genannt) dem
Bilanzkreis zugeordnet werden. Das Erfordernis zur Durchführung des Kommunikationstests des Marktgebietsverantwortlichen bleibt hiervon unberührt. Die von der Bundesnetzagentur getroffene Festlegung GeLi Gas bleibt unberührt.
Der Marktgebietsverantwortliche muss in einem qualitätsübergreifenden Marktgebiet
den Abschluss sowohl von H- als auch von L-Gas-Bilanzkreisverträgen anbieten.
Soweit Nominierungen nach § 17 abgegeben werden sollen, muss der Bilanzkreisverantwortliche sicherstellen, dass alle dafür erforderlichen Kommunikationsprozesse, ggf.
auch mit den Ein- bzw. Ausspeisenetzbetreibern, eingerichtet sind.
Der Bilanzkreisverantwortliche gibt mit der Eingabe und Bestätigung der hierzu seitens
des Marktgebietsverantwortlichen angeforderten Daten ein verbindliches Angebot zum
Abschluss eines Vertrages ab. Die Annahme des Angebotes erfolgt unmittelbar durch
Anlage 4 Geschäftsbedingungen für den Bilanzkreisvertrag
eine elektronische Vertragsbestätigung. Der Abschluss des jeweiligen Vertrages erfolgt
über die Online-Plattform des Marktgebietsverantwortlichen.
Sub-Bilanzkonten
Im Rahmen eines bestehenden Bilanzkreises kann der Bilanzkreisverantwortliche SubBilanzkonten bilden. Das Sub-Bilanzkonto ist ein Konto, das einem Bilanzkreis zugeordnet ist und die Zuordnung von Ein- und Ausspeisemengen zu Transportkunden
und/oder die übersichtliche Darstellung von Teilmengen ermöglicht.
Der Bilanzkreisverantwortliche meldet die Bildung von Sub-Bilanzkonten unter Angabe
der Bilanzkreisnummer bei dem Marktgebietsverantwortlichen an. Unter Mitteilung einer
Sub-Bilanzkontonummer bestätigt der Marktgebietsverantwortliche dem Bilanzkreisverantwortlichen die Bildung eines Sub-Bilanzkontos.
Sub-Bilanzkonten können mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende eines Kalendermonats schriftlich per Brief oder per Fax geschlossen werden. Der Marktgebietsverantwortliche kann eine entsprechende Möglichkeit zur Schließung von Sub-Bilanzkonten auch
im Portal anbieten.
Verbindung von Bilanzkreisen
Innerhalb eines Marktgebietes können ein oder mehrere Bilanzkreisverantwortliche ihre
Bilanzkreise verbinden und gegenüber dem Marktgebietsverantwortlichen erklären,
dass entstehende Forderungen oder Verbindlichkeiten aus dem Vertrag des Marktgebietsverantwortlichen nur noch gegenüber einem dieser Bilanzkreisverantwortlichen (Bilanzkreisverantwortlicher des Rechnungsbilanzkreises als benannter Bilanzkreisverantwortlicher) abgerechnet werden. Diese Erklärung bewirkt, dass die Bilanzkreisabrechnungen wie folgt zusammengeführt werden:
a) Die täglichen Differenzen zwischen ein- und ausgespeisten Gasmengen eines jeden
dieser Bilanzkreise werden miteinander in dem benannten Bilanzkreis saldiert und
nur noch gegenüber dem benannten Bilanzkreisverantwortlichen abgerechnet.
b) Die Abrechnung der jeweiligen Regel- und Ausgleichsenergieumlage gemäß § 25 erfolgt, indem die Umlage jedes dieser Bilanzkreise ausschließlich gegenüber dem
benannten Bilanzkreisverantwortlichen abgerechnet wird.
c) Die Abrechnung des stündlichen Anreizsystems gemäß § 24 erfolgt, indem die
stündlichen Abweichungen der einzelnen Bilanzkreise ermittelt, miteinander saldiert
und gegenüber dem benannten Bilanzkreisverantwortlichen abgerechnet werden.
Dabei wird die Summe aller anzuwendenden Toleranzen aus den einzelnen Bilanzkreisen auf das ermittelte Saldo angewendet.
Soweit der Marktgebietsverantwortliche seine Forderung gegenüber dem benannten
Bilanzkreisverantwortlichen nicht innerhalb von 2 Wochen nach Eintritt des Zahlungsverzugs realisieren kann, sind die anderen Bilanzkreisverantwortlichen in Höhe der auf
ihren jeweiligen Bilanzkreis anfallenden Forderungen zur Zahlung verpflichtet.
Anlage 4 Kooperationsvereinbarung Gas, 29.06.2012
Die weiteren Einzelheiten werden in einem gesonderten Vertrag (Vereinbarung über die
Verbindung von Bilanzkreisen) mit einer Mindestlaufzeit von einem Kalendermonat zwischen dem Marktgebietsverantwortlichen und den betroffenen Bilanzkreisverantwortlichen geregelt. Eine Verbindung von qualitativ unterschiedlichen Bilanzkreisen nach § 8
Ziffer 1 erfolgt ebenso in diesem gesonderten Vertrag (Vereinbarung über die Verbindung von Bilanzkreisen). Der Vertrag ist vor Beginn des jeweiligen Kalendermonats abzuschließen. Abweichend hiervon gilt für Biogas-Bilanzkreise eine Mindestlaufzeit von
Qualitätsübergreifende Bilanzierung und Konvertierung
Alle von einem Bilanzkreisverantwortlichen in ein Marktgebiet eingebrachten Gasmengen werden qualitätsübergreifend bilanziert. Ergibt sich tagesscharf für einen Bilanzkreisverantwortlichen eine Überspeisung in der einen und eine Unterspeisung in der
anderen Gasqualität, so wird die kleinere der beiden Mengen vom Marktgebietsverantwortlichen bilanziell konvertiert. Hierfür ist ein Konvertierungsentgelt gemäß § 7 zu entrichten. Das Konvertierungssystem dient der Erleichterung des qualitätsübergreifenden
Gashandels. Eine Nutzung des Konvertierungssystems zum Zwecke der Herbeiführung
von Regelenergiebedarf ist nicht gestattet
Der Marktgebietsverantwortliche erhebt von dem Bilanzkreisverantwortlichen, soweit für
diesen innerhalb des Marktgebietes qualitätsübergreifend Gasmengen bilanziert werden, ein Konvertierungsentgelt in ct pro kWh qualitätsübergreifend bilanzierte Gasmenge. Zu diesem Zweck werden alle in einem qualitätsübergreifenden Marktgebiet auf den
Bilanzkreisverantwortlichen entfallenden H- und L-Gasmengen für die Berechnung des
zu zahlenden Konvertierungsentgelts gemäß § 8 berücksichtigt. Darüber hinaus erhebt
der Marktgebietsverantwortliche vom Bilanzkreisverantwortlichen eine nach § 11 bestimmte Konvertierungsumlage, wenn erwartet wird, dass die Kosten der Konvertierung
die aus dem Konvertierungsentgelt erzielbaren Erlöse übersteigen bzw. wenn Residualkosten aus vorhergehenden Geltungszeiträumen vorliegen.
Das Konvertierungsentgelt und die Konvertierungsumlage sind so bemessen, dass die
beim Marktgebietsverantwortlichen prognostizierten effizienten Kosten für die Konvertierung möglichst ergebnisneutral gedeckt werden. Weder beim Marktgebietsverantwortlichen noch bei Netzbetreibern verbleiben dauerhaft Kosten oder Erlöse aus dem
System. Stehen mehrere Maßnahmen zur Konvertierung zur Verfügung, so wählt der
Marktgebietsverantwortliche zur Minimierung der Konvertierungskosten die kostengünstigste Maßnahme aus.
Konvertierungsentgelt und Konvertierungsumlage werden vom Marktgebietsverantwortlichen auf Grundlage der durch ein geeignetes Prognoseverfahren ermittelten voraussichtlichen Konvertierungskosten im Geltungszeitraum festgesetzt. Für die Mengenprognose werden die voraussichtlich im Geltungszeitraum zukünftig anfallenden
Konvertierungsmengen vom Marktgebietsverantwortlichen auf Basis der bisherigen tat-
sächlichen Konvertierungsmengen und unter Einbeziehung vorliegender Erkenntnisse
hinsichtlich der künftigen vorhersehbaren Mengenentwicklung berücksichtigt. Insbesondere sind das Ausmaß der Marktverschiebung sowie die Rahmenbedingungen für den
Einsatz technischer und kommerzieller Konvertierungsmaßnahmen und deren Kosten
Ermittlung der abzurechnenden Konvertierungsmenge
Bilanzkreisverantwortliche, die innerhalb eines Marktgebietes sowohl H- als auch L-Gas
bilanzieren, sind verpflichtet, ihre qualitativ unterschiedlichen Bilanzkreise miteinander
zu verbinden. Bilanzkreisverantwortliche haben dafür Sorge zu tragen, dass die ihrem
Bilanzkreis zugehörigen Transportkunden alle in dem Marktgebiet transportierten Hund L-Gas-Mengen qualitätsübergreifend bilanzieren.
Zur Bestimmung der auf einen Bilanzkreisverantwortlichen entfallenden Konvertierungsmengen werden die täglich bilanzierten Einspeisemengen und Ausspeisemengen
getrennt nach H- und L-Gas je Bilanzkreis saldiert. Ausspeise- und Einspeisepunkte
werden je Gasqualität getrennten Bilanzkreisen zugeordnet. Für die Saldierung wird ein
verbindender Rechnungsbilanzkreis eingerichtet und einer Gasqualität zugeordnet. Die
Salden aller mit dem Rechnungsbilanzkreis verbundenen Bilanzkreise einschließlich
des Rechnungsbilanzkreises selbst werden getrennt je Gasqualität addiert. Hierbei
werden im Rechnungsbilanzkreis nur die täglich bilanzierten Ein- und Ausspeisemengen berücksichtigt. Ergibt sich dabei eine Überdeckung in der einen und eine Unterdeckung in der anderen Gasqualität, erhebt der Marktgebietsverantwortliche von dem Bilanzkreisverantwortlichen auf den kleineren Betrag der beiden Mengen ein Konvertierungsentgelt in ct pro kWh. Die Abrechnung des Konvertierungsentgelts erfolgt auf der
Grundlage der endgültigen, auch für die Bilanzkreisabrechnung zugrunde gelegten Bilanzwerte.
Die Regelung gemäß Ziffer 1 Satz 2 bezieht sich nur auf die Ein- und Ausspeisepunkte
des Transportkunden, die einem Bilanzkreis des betroffenen Bilanzkreisverantwortlichen zugeordnet sind.
Berechnung des Konvertierungsentgelts
Das Konvertierungsentgelt ist so zu bemessen, dass die durch das Konvertierungsentgeltsystem entstehenden Kosten gedeckt werden können. Es ist jedoch der Höhe nach
begrenzt (Obergrenze). Die Obergrenze beträgt für den ersten Geltungszeitraum des
Konvertierungsentgelts NCG 0,181 ct pro kWh [Gaspool 0,176 ct pro kWh]. Die Obergrenze der Folgezeiträume errechnet sich ausgehend von dem ersten Obergrenzenbetrag auf der Grundlage des Absenkungsverfahrens gemäß § 10.
Der Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, ein unterschiedlich hohes Entgelt je
nach qualitativer Konvertierungsrichtung (H- nach L-Gas bzw. L- nach H-Gas) festzulegen, um angemessene Anreize für ein die physikalische Netzsteuerung des Marktgebiets erleichterndes Transportverhalten der Marktbeteiligten zu setzen.
Will der Marktgebietsverantwortliche das Konvertierungsentgelt für einen Geltungszeitraum oberhalb der Höhe des Konvertierungsentgelts des unmittelbar vorangegangenen
Geltungszeitraums festlegen, so hat er dies gegenüber der Beschlusskammer 7 der
Bundesnetzagentur rechtzeitig vorab gesondert zu begründen.
§ 10 Absenkung des Konvertierungsentgelts
Das Konvertierungsentgelt ist in regelmäßigen Abständen abzusenken. Die Absenkung
erfolgt durch eine mindestens jährliche Absenkung der Obergrenze nach § 9 Ziffer 1.
Die Absenkung erfolgt innerhalb von vier Jahren. Dabei ist die Obergrenze grundsätzlich pro Geltungsjahr des Konvertierungsentgelts um einen zusätzlichen Absenkungs¬faktor von insgesamt 25 Prozentpunkten bezogen auf die erstmalige Obergrenze zu reduzieren, so dass die Obergrenze grundsätzlich nach vier Jahren vollständig
auf Null abgesenkt ist. Der Marktgebietsverantwortliche darf einen Absenkungsfaktor
von größer oder kleiner 25 Prozentpunkten zugrunde legen, wenn dies unter Berücksichtigung der Ergebnisse eines jährlichen Monitorings, der Entwicklung der zur Verfügung stehenden technischen Konvertierungsanlagen, einer möglichen Marktraumumstellung und der Marktentwicklung nachweislich erforderlich ist und die Beschlusskammer 7 der Bundesnetzagentur der vorgesehenen Änderung des Absenkungsfaktors
§ 11 Konvertierungsumlage
Die Konvertierungsumlage wird in ct pro kWh auf alle täglich in einen Bilanzkreis eingebrachten physischen Einspeisemengen erhoben. Maßgeblich für die Ermittlung der
physischen Einspeisung ist die tägliche Allokation in der Form, die sie ggf. nach einer
Renominierung erhalten hat. Virtuelle Einspeisungen in einen Bilanzkreis aufgrund von
Handelsgeschäften sind von der Konvertierungsumlage ausgenommen. Auf physische
Einspeisungen, für die beschränkt zuordenbare Kapazitäten genutzt werden, wird die
Umlage nur dann erhoben, wenn die Ausspeisung an einem Ausspeisepunkt einer anderen Gasqualität erfolgt.
Die Konvertierungsumlage dient neben dem Konvertierungsentgelt dazu, die effizienten
Kosten der Konvertierung zu decken. In die Bemessung der Konvertierungsumlage fließen zum einen die für den Geltungszeitraum prognostizierten Kosten der Konvertierung
ein, soweit diese nicht durch das Konvertierungsentgelt gedeckt werden. Zum anderen
werden die nach § 13 ermittelten Differenzbeträge korrigierend in den nächsten Prognosen der Konvertierungsumlage berücksichtigt. Die Differenzbeträge führen zu einer
gleichmäßigen Erhöhung oder Absenkung der Konvertierungsumlage in den folgenden
zwei bis vier Geltungszeiträumen.
Werden Kapazitäten in einen Bilanzkreis mit Status „beschränkt zuordenbar“ eingebracht, sind die zugehörigen allokierten Einspeisemengen von der Konvertierungsumlage befreit.
§ 12 Geltungsrahmen für Konvertierungsentgelt und Konvertierungsumlage
Das Konvertierungsentgelt und die Konvertierungsumlage werden jeweils für einen Zeitraum von sechs Monaten, stets zum 1. April und 1. Oktober eines Kalenderjahres beginnend, von dem Marktgebietsverantwortlichen festgesetzt und veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt spätestens sechs Wochen vor Beginn des jeweiligen Geltungszeitraums.
Innerhalb des Geltungszeitraums darf der Marktgebietsverantwortliche nur ausnahmsweise nach vorheriger Zustimmung der Beschlusskammer 7 der Bundesnetzagentur
das Konvertierungsentgelt erhöhen und dabei auch die Obergrenze überschreiten,
wenn dies unvorhersehbare Umstände zwingend erforderlich machen.
Der Marktgebietsverantwortliche übermittelt dem Bilanzkreisverantwortlichen alle Informationen, die zur Prüfung der Abrechnung der Konvertierung erforderlich sind. Die
Übermittlung der Abrechnungsinformationen erfolgt in einem für die elektronische Bearbeitung durch Standardsoftware nutzbaren Format.
§ 13 Kosten-Erlös-Abgleich
Nach Ende des Geltungszeitraums führt der Marktgebietsverantwortliche einen Abgleich durch, um festzustellen, ob Differenzen zwischen den im vorangegangenen Geltungszeitraum aus dem Konvertierungsentgeltsystem erzielten Erlösen und den tatsächlich im vorangegangenen Geltungszeitraum angefallenen Kosten der Konvertierung entstanden sind. Hierzu ermittelt der Marktgebietsverantwortliche zunächst in einem angemessenen, verursachungsgerechten Verfahren tagesscharf die während des
Geltungszeitraums tatsächlich entstandenen Konvertierungskosten und die aus dem
Konvertierungsentgelt im vorangegangenen Geltungszeitraum erzielten Erlöse. Sodann
ermittelt der Marktgebietsverantwortliche die Differenz zwischen den tatsächlichen Kosten und den erzielten Erlösen. Die sich daraus ergebende Differenz ist in den folgenden
zwei bis vier Geltungszeiträumen kostenerhöhend oder -mindernd in der Konvertierungsumlage gemäß § 11 in Ansatz zu bringen. Übersteigen die Erlöse die bereits auf
dem Umlagekonto befindlichen Kosten zuzüglich etwaiger für den nächsten Geltungszeitraum prognostizierter Residualkosten, so werden die Erlöse in dem nächsten Geltungszeitraum kostenmindernd auf das Konvertierungsentgelt angerechnet.
Zur Ermittlung der Differenz zwischen Konvertierungskosten und -erlösen hat der
Marktgebietsverantwortliche für das Marktgebiet ein gesondertes Konto zu führen
(Konvertierungskonto). Auf dieses Konto werden u.a. gebucht:
• Erlöse aus Konvertierungsentgelten,
• Erlöse aus der Konvertierungsumlage,
• Kosten und Erlöse aus der Durchführung von Konvertierungsmaßnahmen,
• Zinserträge und -aufwendungen.
§ 14 Zuordnung von Punkten zu Bilanzkreisen
Voraussetzung für die Bilanzierung von Gasmengen an physischen Ein- oder Ausspeisepunkten ist die Zuordnung dieser Punkte zu Bilanzkreisen oder Sub-Bilanzkonten.
Die Zuordnungen von Ein- und Ausspeisepunkten erfolgen immer gegenüber dem Einbzw. Ausspeisenetzbetreiber durch den Transportkunden auf Grundlage des zwischen
diesen abgeschlossenen Ein- bzw. Ausspeisevertrages unter Angabe der Bilanzkreisbzw. Sub-Bilanzkontonummer.
Physische Ein- oder Ausspeisepunkte dürfen nur ihrer Gasqualität entsprechend (Hoder L-Gas) den Bilanzkreisen bzw. Sub-Bilanzkonten derselben Gasqualität (H- oder
L-Gas) zugeordnet werden.
Für die Bilanzierung von Gasmengen am VHP ist eine gesonderte Erklärung zur Zuordnung nicht erforderlich. Der VHP gilt bereits mit Abschluss dieses Vertrages als in den
Bilanzkreis zugeordnet. Bilanzkreise für beschränkt zuordenbare Kapazitäten enthalten
nicht den VHP.
Die zuzuordnenden Punkte müssen in demselben Marktgebiet liegen, in dem der Bilanzkreis eingerichtet ist. In einen Bilanzkreis können Punkte eines oder mehrerer
Transportkunden zugeordnet werden. Ein- und Ausspeisepunkte gemäß § 20 Ziffer 4
lit. a) können in mehrere Bilanzkreise eingebracht werden.
§ 15 Deklarationsmitteilung und Deklarationsclearing
Der Marktgebietsverantwortliche erstellt aus den monatlichen Deklarationslisten der
Netzbetreiber für den Folgemonat eine Deklarationsmitteilung je Ausspeisenetzbetreiber und je Bilanzkreis bzw. je Sub-Bilanzkonto. Er versendet diese einzeln bis zum
18. Werktag des Fristenmonats an den Bilanzkreisverantwortlichen. Diese Deklarationsmitteilung hat, mit Ausnahme der Möglichkeit der Durchführung eines Deklarationsdatenclearings, für einen Zeitraum vom 1. Kalendertag, 06:00 Uhr, eines Monats bis
zum 1. Kalendertag, 06:00 Uhr, des Folgemonats Gültigkeit.
Die untermonatliche Erstellung und der Versand einer Deklarationsliste bzw. -mitteilung
ist aus folgenden 4 Gründen möglich und notwendig:
a) Bei RLM-Entnahmestellen ist gemäß GeLi Gas ein Lieferende bzw. Lieferbeginn jederzeit möglich;
b) Bei Biogaseinspeisungen, Einspeisepunkten aus Speichern, inländischen Produktionsanlagen (ohne Biogas) oder Konvertierungsanlagen ist ebenfalls ein Einspeisebeginn jederzeit möglich;
c) An buchbaren Marktgebietsübergangs- und Grenzübergangspunkten sowie sonstigen buchbaren Punkten können täglich neue Buchungen und Zuordnungen zu neuen Bilanzkreisen/Sub-Bilanzkonten hinzukommen;
d) Deklarationsclearing.
In allen 4 Fällen ist durch den Netzbetreiber unverzüglich die Deklaration anzupassen.
Der Netzbetreiber versendet nur die geänderten Deklarationen der geänderten Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten an den Marktgebietsverantwortlichen.
Der Netzbetreiber versendet untermonatliche Deklarationslisten an den Marktgebietsverantwortlichen bis spätestens:
am Tag D-2 bis 18:00 Uhr bei Deklarationen für SLP-Ausspeisestellen,
am Tag D-1 bis 18:00 Uhr bei Deklarationen für ENTRY Biogas physisch
ENTRY Biogas MÜP, EXIT Biogas MÜP, RLM-Ausspeisestellen und ENTRYSO/EXITSO außer an Marktgebietsübergangs- und Grenzübergangspunkten,
am Tag D-1 bis 21:00 Uhr bei Deklarationen für ENTRYSO/EXITSO an Marktgebietsübergangs- und Grenzübergangspunkten.
Der Deklarationszeitraum umfasst entweder den Tag D bis zum Ablauf des aktuellen
Monats oder den Nutzungszeitraum, sofern dieser vor Ablauf des aktuellen Monats endet. Der Marktgebietsverantwortliche erstellt aus den untermonatlichen Deklarationslisten der Netzbetreiber eine Deklarationsmitteilung je Ausspeisenetzbetreiber und je Bilanzkreis bzw. je Sub-Bilanzkonto und leitet die Deklarationsmitteilung unmittelbar am
Tag D-1 bis 23:00 Uhr in den Fällen lit. bb) und lit. cc) bzw. am Tag D-2 bis 23:00 Uhr
im Falle von lit. aa) an den Bilanzkreisverantwortlichen weiter.
Der Marktgebietsverantwortliche führt auf einem dem Bilanzkreisverantwortlichen zugänglichen Portal eine aktuelle Gesamtübersicht aller Deklarationsmitteilungen je Bilanzkreis mit allen zugehörigen Sub-Bilanzkonten und Zeitreihentypen.
Der Marktgebietsverantwortliche prüft die monatlichen und untermonatlichen Deklarationslisten der Netzbetreiber auf Zulässigkeit der Bilanzkreise bzw. Sub-Bilanzkonten.
Eine Kontrolle der zugeordneten Zeitreihentypen wird durch den Marktgebietsverantwortlichen nicht vorgenommen. Sofern die Deklarationsliste eine ungültige Bilanzkreisbzw. Sub-Bilanzkontonummer (Zahlendreher, Schreibfehler, nicht vorhandene Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten) enthält, teilt der Marktgebietsverantwortliche dieses unverzüglich jedoch bis spätestens 1 Werktag nach Eingang der Deklarationsliste dem jeweiligen
Netzbetreiber mit. Sofern der Netzbetreiber eine geänderte Deklarationsliste versendet,
prüft der Marktgebietsverantwortliche dann die geänderte Deklarationsliste des Netzbetreibers erneut und sendet dem Bilanzkreisverantwortlichen
a) im Falle einer monatlichen Deklaration spätestens 1 Werktag
b) bzw. für die untermonatliche Deklaration am selben Tag bis 23:00 Uhr
nach Eingang der korrigierten Deklarationsliste die korrigierte Deklarationsmitteilung nur
mit den geänderten Bilanzkreisen bzw. Sub-Bilanzkonten zur Prüfung zu.
Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, die Deklarationsmitteilung des Marktgebietsverantwortlichen zu prüfen und dem Netzbetreiber unverzüglich alle Fehler mitzuteilen. Fehler können insbesondere sein:
Fehlende Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten,
Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten, die der Bilanzkreisverantwortliche nicht besitzt,
Fehlende oder falsche Zeitreihentypen je Bilanzkreis/Sub-Bilanzkonto,
Fehlende Deklarationen eines Netzbetreibers,
Unzutreffendes Beginn- oder Enddatum.
Die Mitteilung an den Netzbetreiber über die fehlerhafte Deklaration erfolgt durch den
Bilanzkreisverantwortlichen per E-Mail unter detaillierter Angabe der betroffenen Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten und einer Begründung.
Eine Änderung der Deklarationsliste für SLP-Zeitreihen ist nur für künftige Zeiträume
möglich. Für ENTRYSO-, EXITSO-, ENTRY Biogas physisch, ENTRY Biogas MÜP,
EXIT Biogas MÜP - und RLM-Zeitreihen kann die Deklaration auch für zurückliegende
Tage des betroffenen Liefermonats innerhalb der Fristen des Allokationsclearings der
entsprechenden Zeitreihen geändert werden. In den Fällen der untermonatlichen Deklarationskorrektur müssen der betroffene Bilanzkreisverantwortliche bzw. die betroffenen
Bilanzkreisverantwortlichen zustimmen.
§ 16 Mengenzuordnung (Allokation) und Allokationsclearing
Der Marktgebietsverantwortliche empfängt bilanzkreisrelevante richtungsscharfe Einund Ausspeisenominierungen für den VHP. Für diese Nominierungen gilt allokiert wie
nominiert. Eine Ersatzwert- oder Brennwertkorrektur findet nicht statt. Es werden nur
bestätigte Nominierungen oder Renominierungen allokiert.
Der Marktgebietsverantwortliche sendet die stündlichen Allokationen der Zeitreihentypen ENTRY VHP ERDGAS und EXIT VHP ERDGAS je Bilanzkreis; für die Zeitreihentypen ENTRY VHP BIOGAS und EXIT VHP BIOGAS je Bilanzkreis und Bilanzkreispaar
im ALOCAT-Format am Tag D+1 bis 13:00 Uhr an den Bilanzkreisverantwortlichen.
Der Marktgebietsverantwortliche übersendet die aggregierten und gemessenen Lastgänge des Liefertages D der Zeitreihentypen ENTRYSO, EXITSO, ENTRY Biogas physisch, ENTRY Biogas MÜP, EXIT Biogas MÜP, RLMoT, RLMmT und RLMNEV getrennt je Zeitreihentyp, je Bilanzkreis/Sub-Bilanzkonto, je Netzbetreiber am Tag D+1 bis
spätestens 13:00 Uhr an den Bilanzkreisverantwortlichen als Geschäftsnachricht in dem
jeweils geltenden ALOCAT-Format. Aus den übersendeten, gemessenen Lastgängen
des Zeitreihentyps RLMmT errechnet der Marktgebietsverantwortliche den Tageswert je
Bilanzkreis/Sub-Bilanzkonto und Netzbetreiber und verteilt diesen gleichmäßig und
ganzzahlig auf die Stunden des Gastages als Tagesband. Diese Daten werden im ALOCAT-Format bis spätestens 19:00 Uhr an den Bilanzkreisverantwortlichen versendet.
Der Bilanzkreisverantwortliche erhält vom Marktgebietsverantwortlichen bis spätestens
M+14 Werktage die nach Abschluss der Ersatzwertkorrektur korrigierten Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten der auf Basis von Messwerten allokierten Zeitreihentypen i.S.d.
Arbeitsblattes G 685 der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs e.V.
(DVGW Arbeitsblatt). Bei RLM-Ausspeisepunkten, die einem Biogas-Bilanzkreis zugeordnet sind, werden die an D+1 versendeten Allokationsdaten für die Allokation von
M+14 Werktage ggf. um Ersatzwerte und K-Zahl korrigiert. Zudem wird bei diesen Ausspeisepunkten der volumetrisch gemessene Lastgang mit dem Abrechnungsbrennwert
Für den Zeitreihentyp RLMmT werden vom Marktgebietsverantwortlichen sowohl der
strukturierte Lastgang als auch das errechnete Tagesband an den Bilanzkreisverantwortlichen übermittelt. Die Korrektur ist entsprechend in den Datenmeldungen gekennzeichnet.
Der Ausspeisenetzbetreiber ermittelt einmal untertägig für jeden Bilanzkreis bzw. jedes
Sub-Bilanzkonto die bis 12:00 Uhr an Ausspeisepunkten zu leistungsgemessenen
Letztverbrauchern ausgespeisten Stundenmengen in kWh auf Basis vorläufiger Messwerte (sog. „Ist-Entnahmen“). Die Mengenmeldung erfolgt vom Ausspeisenetzbetreiber
aggregiert nach Großverbrauchern ohne Tagesband und aggregiert nach Großverbrauchern mit Tagesband sowie aggregiert nach RLM-Ausspeisepunkten, die einem Nominierungsersatzverfahren unterliegen, als Geschäftsnachricht in dem jeweils geltenden
ALOCAT-Format. Der Ausspeisenetzbetreiber ordnet diesen Stundenlastgang vorläufig
dem jeweiligen Bilanzkreis bzw. Sub-Bilanzkonto zu und teilt diese unverzüglich, spätestens bis 18:00 Uhr dem Marktgebietsverantwortlichen mit. Der Marktgebietsverantwortliche teilt diese Information dem Bilanzkreisverantwortlichen bis 19:00 Uhr mit. Weitere Anforderungen an die Übermittlung von ausgespeisten Stundenmengen durch die
Ausspeisenetzbetreiber bleiben von dieser Regelung unberührt.
Der Ausspeisenetzbetreiber ermittelt am Tag D-1 für die SLP-Entnahmestellen die zu
allokierenden Mengen für den Liefertag D (beim synthetischen SLP-Verfahren auf Basis
der Prognosetemperatur, beim analytischen SLP-Verfahren auf Basis Tageswerte D-2)
und übermittelt diese am Tag D-1 bis 12:00 Uhr an den Marktgebietsverantwortlichen.
Die Übermittlung erfolgt jeweils aggregiert für die von bei dem Netzbetreiber deklarierten aktiven Bilanzkreise/Sub-Bilanzkonten. Die Daten, die der Ausspeisenetzbetreiber
dem Marktgebietsverantwortlichen meldet, werden durch den Marktgebietsverantwortlichen an die Bilanzkreisverantwortlichen je Bilanzkreis/Sub-Bilanzkonto ausspeisenetzscharf bis spätestens 13:00 Uhr zur Verfügung gestellt, sodass der Bilanzkreisverantwortliche diese Mengen als Einspeisung nominieren kann. Wenn um 12:00 Uhr keine
oder unvollständige SLP-Allokationsdaten des Ausspeisenetzbetreibers vorliegen, bildet
der Marktgebietsverantwortliche in beiden Fällen für alle Stunden des Tages D+1 Ersatzwerte. Als Ersatzwert wird der Vortageswert angenommen, sofern nicht bereits
mehrtägige Allokationswerte auf Basis einer mehrtägigen Temperaturprognose vom
Ausspeisenetzbetreiber an den Marktgebietsverantwortlichen gesendet wurden. Liegt
kein Vortageswert vor, wird der stündliche Ersatzwert 0 kWh gebildet. Ersatzwerte, die
ggf. gebildet werden, werden bis 13:00 Uhr dem Bilanzkreisverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Der Marktgebietsverantwortliche ermittelt den Bilanzkreisstatus (inkl. Zeitreihen) für jeden Bilanzkreis auf Basis der nach diesem § 16 zur Verfügung gestellten
Daten und teilt diesen D+1 dem Bilanzkreisverantwortlichen bis spätestens 16:30 Uhr
sowie - soweit sich Änderungen ergeben haben - M+15 Werktage sowie zur Rechnungslegung, wenn sich nach M+15 Werktage weitere Änderungen ergeben haben,
mit. Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, den vom Marktgebietsverantwortlichen M+15 Werktage versendeten Bilanzkreissaldo zu prüfen. Bei SLPAusspeisepunkten entsprechen die jeweils D-1 mitgeteilten Allokationen den endgültigen Allokationen, eine Brennwertkorrektur oder Korrektur von Ersatzwerten findet nicht
Der Allokationsclearingprozess wird angestoßen, sobald einer der Marktteilnehmer
(Marktgebietsverantwortlicher, Bilanzkreisverantwortlicher/Transportkunde oder Netzbetreiber) nach dem Versand der finalen Allokation, beim SLP-Zeitreihentyp ist dies der
Tag D-1, 12:00 Uhr, und beim RLM-Zeitreihentyp M+14 Werktage, feststellt, dass sich
Abweichungen ergeben haben.
a) Im Falle der Zeitreihentypen RLMmT, RLMoT, RLMNEV, ENTRYSO, EXITSO,
ENTRY Biogas physisch, ENTRY Biogas MÜP und EXIT Biogas MÜP wird eine
Mindestdifferenz von 5.000 kWh bezogen auf die Monatsmenge des Bilanzkreises/Sub-Bilanzkontos für das Allokationsclearing angesetzt. Abweichungen <5.000
kWh werden nicht gecleart.
b) Der Zeitraum für die Durchführung des Allokationsclearings der Zeitreihentypen gemäß lit. a) beginnt M+14 Werktage und endet M+2 Monate minus 10 Werktage. Somit hat der Marktgebietsverantwortliche 10 Werktage zur Erstellung der Bilanzkreisabrechnung bis zum Zeitpunkt M+2 Monate. Dem Bilanzkreisverantwortlichen
obliegt es, die Allokationen nach der Zusendung durch den Marktgebietsverantwortlichen ab M+14 Werktage unverzüglich zu prüfen. Erfolgt innerhalb des genannten
Zeitraums keine Beanstandung der Allokationswerte durch den Bilanzkreisverantwortlichen, so gelten die Allokationswerte als einvernehmliche Grundlage für die
spätere Abrechnung durch den Marktgebietsverantwortlichen. Nach dem Zeitpunkt
M+2 Monate minus 10 Werktage finden keine Clearingprozesse mehr statt.
c) Der Allokationsclearingprozess der Zeitreihentypen gemäß lit. a) beginnt, indem
ausschließlich der Bilanzkreisverantwortliche auf Antrag vom Marktgebietsverantwortlichen eine Clearingnummer erhält, unabhängig davon, wer das Allokationsclearingverfahren angestoßen hat. Jede Clearingnummer darf nur für einen Monat, für
einen Clearingfall und nur einmal für einen Bilanzkreis/Sub-Bilanzkonto und Zeitreihentyp sowie Netzbetreiber verwendet werden. Nach erfolgter Abstimmung und den
notwendigen Zustimmungen der vom Allokationsclearing betroffenen Marktpartner,
übermittelt der Netzbetreiber dem Marktgebietsverantwortlichen eine CLEARINGALOCAT, in der die vom Bilanzkreisverantwortlichen ihm mitgeteilte Clearingnummer enthalten ist. Die CLEARING-ALOCAT wird nach Zugang beim Marktgebietsverantwortlichen von diesem an den Bilanzkreisverantwortlichen übersendet.
Dadurch ist gewährleistet, dass das Allokationsclearing zwischen allen Marktpartnern abgeschlossen ist. Allokationen von RLM-Kunden, die vor dem 12. Werktag
versendet werden, enthalten keine Clearingnummer.
d) Der Marktgebietsverantwortliche ist nicht verpflichtet, weitere Prüfschritte mit Hilfe
der Clearingnummer durchzuführen. Für den Fall, dass ein Allokationsclearing unter
Missachtung der Grenzwerte eingeleitet wurde, hat der Marktgebietsverantwortliche
das Recht, das Allokationsclearing wieder rückgängig zu machen, auch wenn die Bilanzkreisabrechnung bereits erfolgt ist.
e) Im Falle von SLP-Entnahmestellen findet ein Allokationsclearing nur statt, sobald die
Summe der SLP-Allokationen des Tages D (versendet am Tag D-1) um mehr bzw.
gleich 100% der Vortagesmenge oder weniger bzw. gleich 50 % der Vortagesmenge
ausmachen und mindestens um 50.000 kWh von der Allokation am Tag D-1 abweichen. Erfolgt erstmals eine SLP-Deklaration für einen Bilanzkreis bzw. SubBilanzkreis und keine Allokation durch den Netzbetreiber, kann der Marktgebietsverantwortliche keine Ersatzwerte auf Vortagsbasis bilden und es erfolgt eine Nullallokation. Für diese Daten kann ohne Prüfung auf Grenzwerte immer ein Clearing erfolgen
f) Das Allokationsclearingfenster für SLP-Entnahmestellen beginnt am Tag D-1, ab
13:00 Uhr, und endet M+2 Monate minus 10 Werktage, damit der Marktgebietsverantwortliche die Ergebnisse des Clearingprozesses verarbeiten kann bevor die Bilanzkreisabrechnung erstellt wird. Nach dem Zeitpunkt M+2 Monate minus 10 Werktage finden keine Clearingprozesse mehr statt.
g) Sofern die Kriterien für ein SLP-Allokationsclearing erfüllt sind, kann der Bilanzkreisverantwortliche die Mengen des Tages D-1 nominieren. Der Bilanzkreisverantwortliche kann verlangen, dass diese Menge als Clearingmenge vom Ausspeisenetzbetreiber und Marktgebietsverantwortlichen akzeptiert wird.
h) Ein SLP-Allokationsclearingprozess beginnt, indem ausschließlich der Bilanzkreisverantwortliche auf Antrag vom Marktgebietsverantwortlichen eine Clearingnummer
erhält, unabhängig davon, wer das Allokationsclearingverfahren angestoßen hat. Jede Clearingnummer darf nur für einen Tag und nur einmal für einen Bilanzkreis/SubBilanzkonto und Zeitreihentyp sowie Netzbetreiber verwendet werden. Der Bilanzkreisverantwortliche übersendet die Details des Clearingvorgangs wie Bilanzkreis/Sub-Bilanzkontonummer, Datum, Zeitreihentyp und Menge an den Netzbetreiber. Der Netzbetreiber prüft unverzüglich die Allokation. Sofern die Allokation fehlerhaft war, erstellt der Netzbetreiber eine neue Allokation auf Basis der Vortagesmenge bzw. abgestimmten Mengen und übersendet diese als CLEARING-ALOCAT an
den Marktgebietsverantwortlichen. Die CLEARING-ALOCAT wird nach Zugang beim
Marktgebietsverantwortlichen von diesem an den Bilanzkreisverantwortlichen übersendet. Der Marktgebietsverantwortliche verwendet diese CLEARING-ALOCAT als
Grundlage für die Bilanzkreisabrechnung.
i) Sofern der Netzbetreiber feststellt, dass die originäre SLP-Allokation in Ordnung war,
meldet er dies unverzüglich dem Bilanzkreisverantwortlichen. Der Netzbetreiber
weist dem Bilanzkreisverantwortlichen die Richtigkeit der Allokation nach. Der Bilanzkreisverantwortliche trägt somit das Risiko für die Bilanzkreisabweichung.
j) Im Übrigen findet lit. d) entsprechende Anwendung auf SLP-Entnahmestellen.
k) Der Marktgebietsverantwortliche führt auf einem dem Bilanzkreisverantwortlichen
zugänglichen Portal eine tagesaktuelle Gesamtübersicht aller Allokationsnachrichten
je Bilanzkreis mit allen zugehörigen Sub-Bilanzkonten und Zeitreihentypen. Die Ergebnisse von Clearingprozessen sind dabei zu berücksichtigen. Die Gesamtübersicht repräsentiert nach dem Clearingprozess den Stand der Bilanzkreisabrechnung.
Für den Fall, dass der Bilanzkreis/Sub-Bilanzkonto zuvor noch nicht deklariert wurde,
erfolgt dies bis spätestens 2 Werktage vor Versand der Clearingallokation unter Beachtung von § 15 Ziffer 7.
Der Teilnahme am Clearingprozess kann nur in begründeten Fällen widersprochen
§ 17 Nominierungen an physischen Ein- und Ausspeisepunkten
Nominierungen an physischen Ein- und Ausspeisepunkten sind vom Transportkunden
oder einem von dem Transportkunden beauftragten Dritten im Rahmen des Ein- und
Ausspeisevertrages in den dort geregelten Fällen gegenüber dem Ein-/Ausspeisenetzbetreiber abzugeben.
Der Bilanzkreisverantwortliche ist - soweit er gemäß Ziffer 1 von den Transportkunden
beauftragt wurde - berechtigt, für mehrere Transportkunden zusammengefasste Nominierungen abzugeben, sofern alle Kapazitäten in einen Bilanzkreis eingebracht wurden.
§ 18 Übertragung von Gasmengen zwischen Bilanzkreisen
Der Bilanzkreisverantwortliche kann am VHP Gasmengen innerhalb des Marktgebietes
von einem H-Gas-Bilanzkreis ausschließlich in einen anderen H-Gas-Bilanzkreis und
von einem L-Gas-Bilanzkreis ausschließlich in einen anderen L-Gas-Bilanzkreis über
den VHP übertragen. Die Übertragung von Gasmengen zwischen Bilanzkreisen am
VHP erfordert keine Transportkapazitäten. Der Marktgebietsverantwortliche kann die
Übertragung von Gasmengen auch zwischen Sub-Bilanzkonten in ergänzenden Geschäftsbedingungen vorsehen.
Der Bilanzkreisverantwortliche hat die zu übertragenden Gasmengen am VHP auf
Stundenbasis gegenüber dem Marktgebietsverantwortlichen zu nominieren. Nominierungen können vom Bilanzkreisverantwortlichen im Format [email protected] (ftp) und/oder über
eine webbasierte Eingabemaske abgegeben werden. Die Allokation der übertragenen
Gasmengen am VHP erfolgt auf der Basis nominierter Werte.
a) Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, für die Übertragung von Gasmengen
über den VHP das von dem Marktgebietsverantwortlichen im Internet veröffentlichte
Entgelt in ct/MWh zu zahlen. Die Höhe des VHP-Entgelts wird einen Monat vor Beginn des Geltungszeitraums auf seiner Internetseite veröffentlicht.
b) Das VHP-Entgelt gilt für die Dauer von zwölf Monaten. Beginn des Geltungszeitraumes ist der 1. Oktober eines Kalenderjahres.
c) Das Entgelt wird jeweils sowohl dem Bilanzkreisverantwortlichen des abgebenden
als auch dem Bilanzkreisverantwortlichen des aufnehmenden Bilanzkreises in Rechnung gestellt.
d) Das VHP-Entgelt wird bei jeder nominierten Übertragung von Gasmengen zwischen
zwei Bilanzkreisen am VHP erhoben. Übertragungen von Gasmengen zwischen Unterbilanzkreisen und Sub-Bilanzkonten sind eingeschlossen, sofern diese Übertragungen am VHP separat nominiert wurden.
e) Für die Ausgestaltung des VHP-Entgelts gelten folgende Anforderungen:
Es werden ausschließlich variable VHP-Entgelte, ohne Staffelung, auf Grundlage der am VHP nominierten Gasmenge erhoben.
Die Obergrenze für die VHP-Entgelte beträgt 0,8 ct/MWh.
Der Marktgebietsverantwortliche bestimmt das VHP-Entgelt unter Berücksichtigung der VHP-Kosten sowie unter Einhaltung der festgesetzten Obergrenze
gemäß lit. e) bb) ex-ante für den jeweiligen Zeitraum. Das VHP-Entgelt wird als
Quotient aus den prognostizierten VHP-Kosten und der prognostizierten Handelsmenge ermittelt.
Residualkosten oder Residualerlöse, die sich aus Differenzen zwischen Kosten
und Erlösen ergeben, hat der Marktgebietsverantwortliche zum nächsten Geltungszeitraum durch eine entsprechende Anpassung seiner Prognose zu berücksichtigen.
f) Clearinghäuser sind von der Zahlung von VHP-Entgelten freigestellt, soweit in dem
jeweiligen Handelsgeschäft sonst eine doppelte Erhebung der VHP-Entgelte stattfinden würde.
§ 19 Nominierungen am VHP
Die Übertragung von Gasmengen erfolgt für jede Stunde eines Tages durch 2 gegengleiche Nominierungen für den VHP durch die Bilanzkreisverantwortlichen der an der
Übertragung beteiligten Bilanzkreise der gleichen Gasqualität.
Dabei nominiert der Bilanzkreisverantwortliche des abgebenden Bilanzkreises die zu
übertragenden stündlichen Gasmengen am VHP als Ausspeisung und der Bilanzkreisverantwortliche des aufnehmenden Bilanzkreises die gleichen Stundenmengen am
VHP als Einspeisung.
Der Bilanzkreisverantwortliche meldet dem Marktgebietsverantwortlichen täglich die zu
übertragenden Stundenmengen für den Folgetag an. Diese Anmeldung muss am Vortag bis 14:00 Uhr eintreffen. Nominierungen können für mehrere Tage im Vorhinein abgegeben werden.
Die Nominierungen müssen unter anderem folgende Daten enthalten:
Bilanzkreisnummern des abgebenden und aufnehmenden Bilanzkreises;
Kennung des VHP;
die zwischen den Bilanzkreisen zu übertragenden Stundenmengen als ganzzahlige
Werte in kWh oder wenn vom Marktgebietsverantwortlichen angeboten, eine durch
24 teilbare Tagesmenge.
Der Bilanzkreisverantwortliche kann seine bereits nominierten Gasmengen bei dem
Marktgebietsverantwortlichen nur für einen zukünftigen Zeitraum durch eine Renominierung ändern. Dabei gilt eine Vorlaufzeit von 2 vollen Stunden ab der nächsten vollen
Stunde, bevor geänderte Werte wirksam werden. Der Bilanzkreisverantwortliche hat die
Möglichkeit, für jede Stunde des Gastages zu renominieren. Der RenominierungsAnnahmeschluss für die letzte Stunde des aktuellen Gastages ist 03:00 Uhr. Sobald für
den abgebenden und/oder aufnehmenden Bilanzkreis eine Renominierung durch einen
Bilanzkreisverantwortlichen eingeht, erfolgt ein Matching der Renominierungen entsprechend Ziffer 8..
Bei einer per [email protected] via ftp/isdn oder AS2 übersandten Nominierung bzw. Renominierung, oder einer per Email übersandten Nominierung oder Renominierung, wenn der
Marktgebietsverantwortliche dies anbietet, erhält der Bilanzkreisverantwortliche automatisch eine Empfangsbestätigung via ftp/isdn, AS2 oder Email. Falls diese Empfangsbestätigung ausbleibt, ist der Bilanzkreisverantwortliche verpflichtet, das VHPDispatching im Falle einer Day-ahead Nominierung spätestens bis 14:15 Uhr am
Gastag D-1 bzw. im Falle einer Day-ahead Renominierung nach 14:15 Uhr oder einer
Intraday Renominierung unverzüglich davon zu unterrichten, dass er keine Empfangsbestätigung erhalten hat. In einem solchen Fall haben sich das VHP-Dispatching und
der Bilanzkreisverantwortliche über das weitere Vorgehen zu verständigen.
Es werden die übereinstimmenden Nominierungen allokiert.
Die eingehenden Nominierungen werden durch den Marktgebietsverantwortlichen gegenüber den Bilanzkreisverantwortlichen bestätigt. Im Fall von nicht übereinstimmenden Nominierungen des aufnehmenden und des abgebenden Bilanzkreisverantwortlichen wird jeweils der geringere der beiden nominierten Stundenwerte durch den Marktgebietsverantwortlichen bestätigt (Matching). Sofern das jeweilige Paar der Bilanzkreisnummern bzw. Sub-Bilanzkontonummern beim Matching nicht übereinstimmt bzw. auf
einer der beiden Seiten nicht bekannt ist, wird die Nominierung bzw. Renominierung für
den Gastag auf Null gesetzt. Nominierungen werden frühestens mit einer Frist von 2
vollen Stunden ab der nächsten vollen Stunde nach Eingang der Nominierung wirksam.
Stellt sich bei dem Matching heraus, dass die jeweiligen Nominierungen oder Renominierungen bzw. die Bilanzkreisnummern nicht miteinander übereinstimmen („Mismatch“), bemüht sich der Marktgebietsverantwortliche, den Bilanzkreisverantwortlichen
den Mismatch mitzuteilen.
In Bezug auf den Wechsel von MEZ zu MESZ (gewöhnlich Ende März eines jeden Kalenderjahres) müssen vom Bilanzkreisverantwortlichen 23 aufeinander folgende Stundenwerte oder wenn vom Marktgebietsverantwortlichen angeboten, eine durch 23 teilbare Tagesmenge nominiert werden. In Bezug auf den Wechsel von MESZ und MEZ
(gewöhnlich Ende Oktober eines jeden Kalenderjahres) müssen vom Bilanzkreisverantwortlichen 25 aufeinander folgende Stundenwerte oder wenn vom Marktgebietsverantwortlichen angeboten, eine durch 25 teilbare Tagesmenge nominiert werden.
Für Nominierungen und Renominierungen gelten die anwendbaren Regelungen der
Common Business Practice CBP 2003-002/02 “Harmonisation of the Nomination and
Matching Process” in der jeweils gültigen Fassung; abzurufen auf der Internetseite des
Marktgebietsverantwortlichen.
Das VHP-Dispatching des Marktgebietsverantwortlichen und der Bilanzkreisverantwortliche müssen an jedem Gastag des Gaswirtschaftsjahres 24 Stunden über die zwischen
ihnen vereinbarten Kommunikationssysteme erreichbar sein. Der Marktgebietsverantwortliche kann zum Zwecke der Sicherstellung der technischen Kommunikation einen
Kommunikationstest zu jeder Zeit während der Vertragslaufzeit des jeweiligen Bilanzkreisvertrags durchführen.
§ 20 Tagesbilanzierung
Die Bilanzierungsperiode für sämtliche Mengen ist der Gastag. Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, innerhalb dieser Bilanzierungsperiode für eine ausgeglichene
Bilanz zu sorgen.
Die Differenz der während der Bilanzierungsperiode ein- und ausgespeisten bilanzrelevanten Gasmengen wird durch den Marktgebietsverantwortlichen am Ende der Bilanzierungsperiode als Ausgleichsenergie abgerechnet. Der Marktgebietsverantwortliche
erhebt oder zahlt hierfür Ausgleichsenergieentgelte gemäß § 22.
Neben das Tagesbilanzierungssystem tritt ein stündliches Anreizsystem gemäß § 24, in
dem alle physischen und virtuellen Ein- und Ausspeisepunkte stundenscharf betrachtet
Bilanzrelevante Gasmengen ergeben sich aus den folgenden Daten:
a) Nominierte Mengen werden grundsätzlich für folgende Punkte in die Bilanz eingestellt:
Ein- und Ausspeisepunkte an der Grenze zwischen Marktgebieten,
Ein- und Ausspeisepunkte an Grenzkopplungspunkten,
Einspeisepunkte aus inländischen Produktionsanlagen,
virtuelle Ein- und Ausspeisepunkte (VHP),
Ein- und Ausspeisepunkte an Speichern.
Für diese Punkte gilt für alle Transportkunden und Bilanzkreisverantwortlichen der
Grundsatz „allokiert wie nominiert“, soweit diese Punkte von den Netzbetreibern auf
Basis von Nominierungen durch Transportkunden gesteuert werden. Erfolgt die
Steuerung durch die Transportkunden selbst, sind die Messwerte bilanzrelevant.
b) Für alle RLM-Entnahmestellen werden ausschließlich gemessene Mengen („IstEntnahmen“) in die Bilanz eingestellt.
c) Standardlastprofile werden für alle die Ausspeisepunkte in die Bilanz eingestellt, für
die die Netzbetreiber nach § 24 Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) verpflichtet
sind, Standardlastprofile zu entwickeln und zuzuweisen („SLP-Entnahmestellen“).
Bei SLP-Entnahmestellen sind die Tagesmengen der Standardlastprofile gemäß folgender Systematik bilanzrelevant:
Beim synthetischen Standardlastprofilverfahren ist die Tagesmenge des Lastprofils relevant, die sich bei Zugrundelegung der Prognosetemperatur am Vortag
Bei der Ermittlung der bilanzrelevanten Mengen im analytischen Standardlastprofilverfahren erfolgt ein Zeitversatz um 48 Stunden: Bilanzrelevant am Tag D
ist die Ausspeisemenge des Vorvortages (D-2) des Lastprofils, das sich aus Zugrundelegung der Ist-Temperatur des Vorvortages (D-2) ergibt.
Der Marktgebietsverantwortliche ist zum Zwecke der Bilanzierung berechtigt und
verpflichtet, eigene SLP anzuwenden, sofern der Ausspeisenetzbetreiber ihm keine
SLP zur Verfügung gestellt hat. Dies hat der Marktgebietsverantwortliche dem Bilanzkreisverantwortlichen vorab mitzuteilen.
Gasmengen, die zum Zwecke der Erbringung von Regelenergie tatsächlich bereitgestellt werden, gelten als an den Marktgebietsverantwortlichen übergeben oder übernommen und werden in der Tagesbilanzierung und im stündlichen Anreizsystem (§ 24)
§ 21 Informationspflichten
Der Marktgebietsverantwortliche leitet die durch den Ausspeisenetzbetreiber ermittelten
und zugeordneten Mengenwerte aggregiert für Entnahmestellen mit registrierender
Leistungsmessung („RLM“) untertägig an den Bilanzkreisverantwortlichen weiter, damit
dieser Ungleichgewichte in seinem Bilanzkreis durch geeignete Maßnahmen vermeiden
oder ausgleichen kann.
Der Marktgebietsverantwortliche saldiert die durch den Ein- bzw. Ausspeisenetzbetreiber ermittelten und vorläufig zugeordneten Mengen mit den dem Bilanzkreis bzw. SubBilanzkonto vorläufig zugeordneten Einspeisemengen und teilt dem Bilanzkreisverantwortlichen unverzüglich den Saldo mit. Entsprechendes gilt für die endgültig zugeordneten Mengen. Die endgültig zugeordneten Mengen sind ebenfalls nicht nachträglich um
den Brennwert zu korrigieren.
§ 22 Ermittlung, Ausgleich und Abrechnung von Differenzmengen
Zur Bestimmung der täglichen Differenzmengen pro Bilanzkreis werden die täglichen
Einspeisemengen und die täglichen Ausspeisemengen fortlaufend in einem Gaskonto
pro Bilanzkreis saldiert, soweit sie dem Bilanzkreis zugeordnet wurden. Ein Abtausch
von Differenzmengen zwischen Bilanzkreisen nach Ende der Bilanzierungsperiode („ex
post-balancing“) ist grundsätzlich nicht zulässig.
Der Marktgebietsverantwortliche hat an den Bilanzkreisverantwortlichen ein Entgelt in
Höhe des zweitgeringsten Verkaufspreises der Referenzpreise multipliziert mit 0,9 zu
zahlen, soweit die Einspeisemengen die Ausspeisemengen überschreiten (nachfolgend
„negative Ausgleichsenergie“). Der Bilanzkreisverantwortliche hat an den Marktgebietsverantwortlichen ein Entgelt in Höhe des zweithöchsten Kaufpreises der Referenzpreise
multipliziert mit 1,2 zu zahlen, soweit die Ausspeisemengen die Einspeisemengen
überschreiten (nachfolgend „positive Ausgleichsenergie“). Toleranzen werden nicht gewährt. Die Referenzpreise werden gemäß Ziffer 3 bestimmt. Sofern an einem oder
mehreren Handelsplätzen keine separaten Verkaufs- und Kaufpreise veröffentlicht werden, gilt der Tagesdurchschnittspreis des jeweiligen Handelsplatzes sowohl als Verkaufs- als auch als Kaufpreis.
Als Referenzpreise gelten für den jeweiligen Gastag die Preise in ct/kWh an folgenden
Handelsplätzen:
Title Transfer Facility in den Niederlanden („TTF“)
Virtueller Handelspunkt des Marktgebietes „GASPOOL“
Verkaufspreis und Kaufpreis ist der Tagesreferenzpreis Erdgas GASPOOL,
der an dem Gastag unmittelbar vorangehenden Börsentag für den Gastag unter www.eex.com/Marktinformation/Erdgas veröffentlicht ist.
Zeebrugge Hub in Belgien („Zeebrugge“):
Verkaufspreis und Kaufpreis ist der unter www.apxgroup.com veröffentlichte
APX TTF-Hi DAM All-Day Index,
APX Zeebrugge DAM All-day Index,
NetConnect Germany Virtueller Handelspunkt („NCG VP“):
Verkaufspreis und Kaufpreis ist der Tagesreferenzpreis Erdgas NCG , der an
dem Gastag unmittelbar vorangehenden Börsentag für den Gastag unter
www.eex.com/Marktinformation/Erdgas veröffentlicht ist.
Maßgeblich für den gesamten Gastag ist der sich für den Kalendertag, an dem der
Gastag beginnt, ergebende Gaspreis. Für jeden Gastag rechnet der Marktgebietsverantwortliche die Referenzpreise in Gaspreise in ct/kWh um. Hierfür wird der gemäß
Veröffentlichung auf der Internetseite der Europäischen Zentralbank www.ecb.int unter
statistics/exchange rates/euro foreign exchange reference rates veröffentlichte Umrechnungsfaktor von Pfund nach € sowie der Faktor von Therm of kWh in Höhe von
29,3071 kWh/Therm verwendet. Für den Fall, dass zur Bildung der Ausgleichsenergieentgelte tagesaktuelle Referenzpreise nicht verfügbar sind, ist der Marktgebietsverantwortliche berechtigt und verpflichtet, für den fehlenden Referenzpreis bzw. die fehlenden Referenzpreise den jeweils zuletzt veröffentlichten Wert heranzuziehen.
Der Marktgebietsverantwortliche ist nach vorheriger Abstimmung mit der Bundesnetzagentur berechtigt, die Referenzpreise eines oder mehrerer Handelsplätze vorübergehend nicht mehr für die Berechnung der Ausgleichsenergiepreise heranzuziehen, wenn
der Marktgebietsverantwortliche aufgrund konkreter Umstände feststellt, dass die von
ihr herangezogenen Preisinformationen keine hinreichende Aussagekraft haben. Der
Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, nach vorheriger Abstimmung mit der Bundesnetzagentur Referenzpreise weiterer liquider Handelsplätze heranzuziehen. Gleiches gilt, wenn die Marktgebietsverantwortlichen andere Veröffentlichungen der oben
angegebenen Handelsplätze heranziehen wollen.
Der Marktgebietsverantwortliche hat die Ausgleichsenergiepreise täglich und zumindest
für die vergangenen 12 Monate auf seiner Internetseite zu veröffentlichen.
§ 23 Ausgeglichenheit des Bilanzkreises
Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, dass innerhalb seines Bilanzkreises die gesamte Gasmenge in kWh, die im Bilanzkreis übertragen wird, möglichst der gesamten Gasmenge
in kWh entspricht, die dem Bilanzkreis entnommen wird. Der Bilanzkreisverantwortliche muss
alle zumutbaren Anstrengungen unternehmen, um prognostizierbare Abweichungen zu vermeiden.
§ 24 Stündliches Anreizsystem
Im Rahmen des stündlichen Anreizsystems saldiert der Marktgebietsverantwortliche für
jede Stunde innerhalb des Gastags die in dieser Stunde gemäß Ziffer 2 lit. a) bis c) relevanten Einspeisungen in den Bilanzkreis mit den relevanten Ausspeisungen aus dem
Bilanzkreis. Eine gesonderte Betrachtung von Ein- oder Ausspeisemengen an einzelnen Punkten findet nicht statt. Für eine nach der Saldierung und Anwendung der ggf.
gewährten Toleranzen verbleibende Über- oder Unterspeisung (Stundenabweichung)
hat der Bilanzkreisverantwortliche an den Marktgebietsverantwortlichen einen Strukturierungsbeitrag in Euro je MWh zu entrichten. Ein Ausgleich der Stundenabweichung
Für das stündliche Anreizsystem werden folgende Fallgruppen unterschieden:
a) Punkte mit besonderer Bedeutung für die Netzstabilität sowie VHP:
Für folgende Ein- und Ausspeisepunkte, ist die stundenscharf allokierte Menge relevant:
Ein- und Ausspeisepunkte aus Speichern sowie
Ausspeisungen an RLM-Entnahmestellen zu Großverbrauchern:
Ausspeisungen an RLM-Entnahmestellen mit einer Ausspeisekapazitätsbuchung oder Vorhalteleistung von mehr als 300 MWh/h unterfallen grundsätzlich der Fallgruppe a). Der Bilanzkreisverantwortliche kann auf Veranlassung des Transportkunden gegenüber dem Marktgebietsverantwortlichen
erklären, dass eine oder mehrere solcher RLM-Entnahmestellen seines Bilanzkreises der Fallgruppe a) nicht angehören sollen. In diesem Fall folgen
die betroffenen RLM-Entnahmestellen in dem stündlichen Anreizsystem den
Regelungen der Fallgruppe b). Die Erklärung des Bilanzkreisverantwortlichen ist für den Marktgebietsverantwortlichen verbindlich, es sei denn dieser weist unverzüglich in Textform nach, dass eine Zuordnung der Entnahmestellen zu der Fallgruppe b) zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der
Systemstabilität führen würde. Von ihrem Wahlrecht können Transportkunden jeweils nur 1 Monat vor Beginn der Umlageperiode gemäß § 25 oder im
Rahmen eines Lieferantenwechsels Gebrauch machen.
Ausspeisungen an RLM-Entnahmestellen mit einer Ausspeisekapazitätsbuchung oder Vorhalteleistung von weniger als 300 MWh/h gehören der Fallgruppe a) an, wenn der Bilanzkreisverantwortliche dies auf Veranlassung
des Transportkunden gegenüber dem Marktgebietsverantwortlichen ausdrücklich erklärt hat. Von diesem Wahlrecht können Transportkunden jeweils nur 1 Monat vor Beginn der Umlageperiode gemäß § 25 oder im
Bezogen auf die vorgenannten Großverbraucher wird für eine nach der Saldierung
verbleibende Über- oder Unterspeisung (Stundenabweichung) eine Toleranz von
+/- 2 % bezogen auf die an diesem Punkt ausgespeiste, gemessene stündliche
Menge gewährt. Dies gilt jedoch nicht für Mengen, die einem Nominierungsersatzverfahren unterliegen. In Bezug auf alle anderen Punkte dieser Fallgruppe erhält der
Bilanzkreisverantwortliche bezogen auf die Stundenabweichung keine Toleranz.
b) Sonstige RLM-Entnahmestellen
Für die sonstigen RLM-Entnahmestellen, die keine Großverbraucher im Sinne von
lit. a) sind, fällt der Strukturierungsbeitrag für die außerhalb einer Toleranz in Höhe
von +/- 15 % bezogen auf die nachfolgend ermittelten stündlichen Werte an: Für diese Entnahmestellen ist für die stündliche Betrachtung der stündliche Anteil der
gleichmäßig über den ganzen Gastag verteilten täglichen Ist-Entnahmemenge relevant („Tagesband“). Dies gilt jedoch nicht für Mengen, die einem Nominierungsersatzverfahren unterliegen.
c) SLP-Entnahmestellen
Für SLP-Entnahmestellen ist der stündliche Anteil der gleichmäßig über den ganzen
Gastag verteilten Tagesmenge des jeweiligen Standardlastprofils für das stündliche
Anreizsystem relevant („Tagesband“). Bezogen auf diese Mengen erhält der Bilanz-
kreisverantwortliche keine Toleranz bei der Ermittlung der für den Strukturierungsbeitrag relevanten Stundenabweichung.
Ergibt das stündliche Anreizsystem eine Über- oder Unterspeisung unter Berücksichtigung einer ggf. bestehenden Toleranz gemäß Ziffer 2 lit. a) und b), so hat der Bilanzkreisverantwortliche an den Marktgebietsverantwortlichen einen Strukturierungsbeitrag
in Euro je MWh zu entrichten.
a) Konstante Strukturierungsbeiträge
Die Höhe des Strukturierungsbeitrags beträgt 15 % des Mittelwertes der beiden
Ausgleichsenergiepreise (positive und negative Ausgleichsenergie), die für die aktuelle Bilanzierungsperiode für den Ausgleich von Über- und Unterspeisungen von Bilanzkreisen angewendet werden.
b) Variable Strukturierungsbeiträge
Abweichend hiervon kann der Marktgebietsverantwortliche für die verschiedenen
Stunden einer Bilanzierungsperiode diskriminierungsfrei unterschiedliche Strukturierungsbeiträge vorsehen. Diese müssen zwischen 5 % und 25 % des Mittelwertes der
beiden Ausgleichsenergiepreise für den aktuellen Gastag liegen.
Der Marktgebietsverantwortliche kann für die Überspeisung von Bilanzkreisen einen
Strukturierungsbeitrag von unter 15 % vorsehen, wenn in einer bestimmten Stunde
eine Überspeisung den Gesamtregelenergiebedarf des Marktgebietes zu reduzieren
vermag. In der gleichen Stunde hat der Marktgebietsverantwortliche dann für Unterspeisungen einen Strukturierungsbeitrag von über 15 % vorzusehen. Entsprechendes kann der Marktgebietsverantwortliche für Stunden anwenden, in denen eine Unterspeisung den Gesamtregelenergiebedarf des Marktgebietes zu verringern vermag. Macht der Marktgebietsverantwortliche von dieser Möglichkeit Gebrauch, muss
der Tagesmittelwert der für die unterschiedlichen Stunden geltenden Strukturierungsbeiträge 15 % des Mittelwerts der beiden Ausgleichsenergiepreise betragen.
Soweit der Marktgebietsverantwortliche variable Strukturierungsbeiträge erhebt, hat
der Marktgebietsverantwortliche die für die verschiedenen Stunden eines Gastags
anzuwendenden Prozentsätze der Strukturierungsbeiträge getrennt nach Über- und
Unterspeisungen in maschinenlesbarer Form auf ihrer Internetseite zu veröffentlichen und zu begründen. Die Veröffentlichung hat mindestens 10 Werktage im Voraus zu erfolgen. Der Marktgebietsverantwortliche wendet die variablen Strukturierungsbeiträge für mindestens einen Monat unverändert an. Die Frist beginnt mit der
Veröffentlichung auf der Internetseite.
Die Regelungen zum Strukturierungsbeitrag in Ziffern 1 bis 3 lassen die Tagesbilanzierung unberührt.
§ 25 Regel- und Ausgleichsenergieumlage
Die aus der Beschaffung der Regelenergie entstehenden Kosten oder Erlöse, Erlöse
aus Strukturierungsbeiträgen sowie die Kosten oder Erlöse aus der abgerechneten
Ausgleichsenergie werden nach Maßgabe der nachfolgenden Ziffern auf den Bilanzkreisverantwortlichen umgelegt (Regel- und Ausgleichsenergieumlage).
Für die Regel- und Ausgleichsenergieumlage errichtet der Marktgebietsverantwortliche
für sein Marktgebiet ein Umlagekonto für Kosten und Erlöse für Regel- und Ausgleichsenergie. Auf dieses Konto werden u.a. gebucht:
Erlöse aus positiver Ausgleichsenergie für den notwendigen Ausgleich von Unterspeisung,
Kosten für negative Ausgleichsenergie für den Ausgleich von Überspeisung,
Erlöse aus Strukturierungsbeiträgen,
Kosten und Erlöse aus der Beschaffung oder Veräußerung von externer Regelenergie.
Der Stand des Umlagekontos wird für die Abrechnungsperiode des Umlagekontos (Umlageperiode) prognostiziert. Wird erwartet, dass die zu verbuchenden Erlöse geringer
sein werden als die zu verbuchenden Kosten, erhebt der Marktgebietsverantwortliche
eine Regelenergieumlage in einer zuvor veröffentlichten, für die Dauer der Umlageperiode unveränderlichen Höhe. Die Umlageperiode erstreckt sich jeweils auf den Zeitraum
eines Gaswirtschaftsjahres. Sie kann abweichend hiervon auch auf 6 Monate verkürzt
werden, wobei die Umlageperiode stets zum 1. April oder 1. Oktober eines Kalenderjahres beginnt.
Fehlbeträge und Überschüsse des Umlagekontos werden korrigierend in der nächsten
Prognose berücksichtigt und führen zu einer entsprechenden Erhöhung oder Senkung
der Umlage.
Die Regel- und Ausgleichsenergieumlage haben jene Bilanzkreisverantwortlichen zu
tragen, die SLP-Entnahmestellen und RLM-Entnahmestellen mit Tagesband, im Sinne
von § 24 Ziffer 2 lit. b), beliefern.
Die Regel- und Ausgleichsenergieumlage wird auf der Grundlage der bilanzrelevanten
Ausspeisungen dieser Entnahmestellen in Euro pro ausgespeister MWh erhoben.
Bei Standardlastprofilen bleibt die Abrechnung der Jahres-Mehr- und -Mindermenge für
die Berechnung der Umlage unberücksichtigt. Der Marktgebietsverantwortliche kann
angemessene monatliche Abschläge auf die Regel- und Ausgleichsenergieumlage verlangen.
Wird in einer Umlageperiode ein Überschuss erwirtschaftet, der einen prognostizierten
Fehlbetrag für die nächste Umlageperiode übersteigt, ist die Differenz zwischen Überschuss und prognostiziertem Fehlbetrag zu Beginn der folgenden Umlageperiode anteilig zunächst an die Bilanzkreisverantwortlichen bis maximal in Höhe der von ihnen in
der abrechnungsrelevanten Umlageperiode geleisteten Regel- und Ausgleichsenergieumlage ausgeschüttet. Sollten darüber hinaus Überschüsse bestehen, werden diese
auf die bilanzrelevanten ausgespeisten Transportmengen aller Bilanzkreisverantwortlichen verrechnet.
Der Marktgebietsverantwortliche veröffentlicht die folgenden Informationen in einem für
die elektronische Weiterverarbeitung durch Standardsoftware nutzbaren Format im Internet:
Informationen zu Umfang und Preis der eingesetzten Regelenergie, für externe
Regelenergie unterschieden nach Dienstleistungen zur untertägigen Strukturierung
und der Beschaffung oder Veräußerung von Gasmengen. Diese Informationen sind
möglichst am Folgetag des Einsatzes der Regelenergie und mindestens für die
letzten 12 Monate zu veröffentlichen. Außerdem ist zu veröffentlichen, welcher Anteil der externen Regelenergie aufgrund lokaler oder räumlich begrenzter Ungleichgewichte eingesetzt wurde;
monatlich den Saldo des Kontos für die Regel- und Ausgleichsenergieumlage zum
Schluss des Vormonats.
§ 26 Sonstige Bilanzierungsregelungen
Der Preis der Ausgleichsenergie wird mit 4 Nachkommastellen berechnet und kaufmännisch gerundet.
Die Abrechnung des Bilanzkreises erfolgt spätestens 2 Monate nach dem jeweils abzurechnenden Monat.
Für RLM-Entnahmestellen mit einer Ausspeisekapazitätsbuchung oder Vorhalteleistung
von genau 300 MWh/h gilt § 24 Ziffer 2 lit. a) entsprechend.
§ 20 Ziffer 4 lit. a) gilt entsprechend für den Mini-MüT.
Der Marktgebietsverantwortliche veröffentlicht die Regel- und Ausgleichsenergieumlage
gemäß § 25 Ziffer 3 zum 15. Februar und zum 15. August des Jahres.
§ 27 Sicherheitsleistung
Der Marktgebietsverantwortliche kann in begründeten Fällen für alle Zahlungsansprüche aus der Geschäftsbeziehung zum Bilanzkreisverantwortlichen eine angemessene
Sicherheitsleistung oder Vorauszahlung verlangen. Die Anforderung der Sicherheit bzw.
Vorauszahlung ist gegenüber dem Bilanzkreisverantwortlichen in Textform zu begründen.
a) der Bilanzkreisverantwortliche mit einer fälligen Zahlung in Verzug geraten ist und
auch auf ausdrückliche Aufforderung nicht gezahlt hat,
b) gegen den Bilanzkreisverantwortlichen Zwangsvollstreckungsmaßnahmen wegen
Geldforderungen (§§ 803 - 882a Zivilprozessordnung (ZPO)) eingeleitet sind,
c) ein Antrag des Bilanzkreisverantwortlichen auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens
über sein Vermögen vorliegt oder
d) ein Dritter einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen
des Bilanzkreisverantwortlichen stellt.
Darüber hinaus hat der Marktgebietsverantwortliche das Recht, eine angemessene Sicherheitsleistung oder Leistung einer Vorauszahlung zu verlangen, wenn auf Grund einer über den Bilanzkreisverantwortlichen eingeholten Auskunft einer allgemein im Geschäftsleben anerkannten Auskunftei oder aufgrund einer sonstigen Sachlage eine begründete Besorgnis besteht, dass er den Verpflichtungen aus diesem Vertrag nicht
nachkommen wird und der Bilanzkreisverantwortliche dies nicht innerhalb von 5 Werktagen durch einen geeigneten Nachweis seiner Bonität entkräftet. Hierzu können gegebenenfalls geeignete Bönitätsnachweise, wie z.B. durch Vorlage eines aktuellen Geschäftsberichts, eines Handelsregisterauszugs und erforderlichenfalls weitergehende
bonitätsrelevante Informationen vorgelegt werden. Ist der Bilanzkreisverantwortliche
nicht in der Lage, einen entsprechenden Nachweis innerhalb der genannten Frist zu
führen, so ist die Sicherheitsleistung innerhalb von weiteren 5 Werktagen zu leisten.
Soweit der Bilanzkreisverantwortliche über ein Rating einer anerkannten RatingAgentur verfügt, liegt eine begründete Besorgnis insbesondere dann vor, wenn sein Rating nicht mindestens
im Langfristbereich nach Standard & Poors BBB-,
im Langfristbereich nach Fitch BBB-,
im Langfristbereich nach Moody’s Baa3,
nach Creditreform (Bonitätsindex 2.0) Risikoklasse II (gemäß Creditreform RatingMap Stand Dezember 2011) beträgt.
Gleiches gilt, wenn der Bilanzkreisverantwortliche bei einer anderen anerkannten Ratingagentur kein entsprechendes vergleichbares Rating aufweist. Liegen mehrere der
vorgenannten Auskünfte vor, liegt eine begründete Besorgnis auch dann vor, wenn nur
eine der genannten Bonitätsindikatoren eine begründete Besorgnis auslöst.
Die Daten und die wesentlichen Inhalte der Auskunft, auf denen die begründete Besorgnis beruht, sind dem Bilanzkreisverantwortlichen durch den Marktgebietsverantwortlichen mit der Anforderung der Sicherheitsleistung vollständig offen zu legen.
Arten der Sicherheitsleistungen sind unbedingte unwiderrufliche Bankgarantien, unbedingte unwiderrufliche Unternehmensgarantien (z.B. harte Patronats- und Organschaftserklärungen), unbedingte unwiderrufliche, selbstschuldnerische Bürgschaften
sowie Hinterlegungen von Geld oder festverzinslichen Wertpapieren. Die Auswahl der
Art der Sicherheitsleistung obliegt dem Bilanzkreisverantwortlichen. Außerdem kann der
Marktgebietsverantwortliche Barsicherheiten oder Forderungsabtretungen akzeptieren.
Der Bilanzkreisverantwortliche ist berechtigt, die Sicherheitsleistung durch Vorauszahlungen abzuwenden.
Die Sicherheit ist innerhalb von 5 Werktagen nach ihrer Anforderung vom Bilanzkreisverantwortlichen an den Marktgebietsverantwortlichen zu leisten. Im Fall der Ziffer 2 d)
ist die Sicherheit innerhalb von 10 Werktagen zu leisten, wenn der Bilanzkreisverantwortliche nicht innerhalb dieser Frist das Fehlen eines Eröffnungsgrundes im Sinne von
§§ 17 Abs.2, 19 Abs.2 Insolvenzordnung (InsO) nachweist. Sollte die Sicherheitsleistung in Anspruch genommen werden, kann der Marktgebietsverantwortliche den in Anspruch genommenen Teil der Sicherheitsleistung nachfordern. Die Leistung der Sicherheit nach Satz 3 hat durch den Bilanzkreisverantwortlichen ebenfalls innerhalb der in
Satz 1 genannten Frist zu erfolgen.
Als Anforderungen an die einzelnen Arten der Sicherheitsleistungen gelten:
a) Banksicherheiten sind in Form einer unbedingten, unwiderruflichen und selbstschuldnerischen Bankbürgschaft bzw. Bankgarantie zu leisten. Das Kreditinstitut,
welches die Sicherheitsleistung ausstellt, muss mindestens ein Standard & Poor’s
Langfrist-Rating von A- bzw. ein Moody’s Langfrist-Rating von A3 aufweisen, oder
dem deutschen Sparkassen- bzw. Genossenschaftssektor angehören.
b) Für Unternehmensgarantien und Bürgschaften gilt, dass das Unternehmen, welches
die Sicherheit leistet, mindestens ein Standard & Poor’s Langfrist-Rating von BBB-,
ein Fitch-Rating von minimal BBB-, ein Moody’s Langfrist-Rating von Baa3 oder einen Bonitätsindex von Creditreform (Bonitätsindex 2.0) von mindestens Risikoklasse
II oder besser (gemäß Creditreform RatingMap Stand Dezember 2011) aufweisen
muss. Weiterhin darf die Höhe der Unternehmensgarantie oder Bürgschaft 10 % des
haftenden Eigenkapitals des Sicherheitengebers nicht übersteigen. Dieses ist durch
den Bilanzkreisverantwortlichen gegenüber dem Marktgebietsverantwortlichen mit
der Beibringung der Sicherheitsleistung nachzuweisen.
c) Im Falle von Barsicherheiten sind diese durch Einzahlung auf ein vom Marktgebietsverantwortlichen benanntes Konto zu leisten. Sie werden zu dem von der Deutschen
Bundesbank am ersten Bankentag des Rechnungsmonats bekanntgegebenen Basiszinssatz verzinst. Alternativ ist auch eine Guthabenverpfändung eines vom Bilanzkreisverantwortlichen geführten Kontos zugunsten des Marktgebietsverantwortlichen möglich.
d) Die Bürgschaft oder Garantieerklärung ist auf erstes Anfordern zu zahlen und hat
generell den Verzicht auf die Einreden der Vorausklage, der Anfechtbarkeit und der
Aufrechenbarkeit, soweit es sich nicht um unstrittige oder rechtskräftig festgestellte
Forderungen handelt, zu enthalten. Eine selbstschuldnerische Bürgschafts- oder Garantieerklärung muss mindestens für 12 Kalendermonate gültig sein, maximal jedoch
bis zum Ende der Vertragslaufzeit und die beiden der Vertragslaufzeit unmittelbar
Die Höhe der Sicherheitsleistung beläuft sich auf den höheren der jeweils folgenden
a) die maximale monatliche Forderungshöhe aus den Bilanzkreisabrechnungen der
letzten 12 Monate gegenüber dem betreffenden Bilanzkreisverantwortlichen zuzüglich einer durchschnittlichen Monatsabrechnung aus den letzten 12 Monaten gegenüber dem betreffenden Bilanzkreisverantwortlichen. Für den Fall, dass zumindest
ein, aber noch keine 12 Monate abgerechnet sind, wird die Höhe der Sicherheitsleistung entsprechend aus den (der) bisher erfolgten Bilanzkreisabrechnung(en) ermittelt;
b) die voraussichtliche Forderungshöhe aufgrund der abzurechnenden Menge seit der
letzten Abrechnung bis zum Zeitpunkt der Anforderung der Sicherheitsleistung. Für
den Fall, dass eine erfolgreiche Korrektur der Allokationsdaten bis M+12 Werktagen
bzw. ein Clearing bis zum Zeitpunkt M + 2 Monate – 10 Werktage stattgefunden hat,
ist die Sicherheitsleistung anteilig unverzüglich zurück zu erstatten.
Für neu abgeschlossene Bilanzkreisverträge hat der Marktgebietsverantwortliche das
Recht, unter den Voraussetzungen der Ziffer 2, wie dem Vorliegen einer begründeten
Besorgnis, eine Sicherheitsleistung in Höhe von 100.000,- € zu verlangen. Nach Ablauf
des ersten Liefermonats hat der Marktgebietsverantwortliche eine Berechnung der Höhe der Sicherheitsleistung entsprechend Ziffer 7 b) vorzunehmen.
Der Marktgebietsverantwortliche kann eine geleistete Sicherheit in Anspruch nehmen,
wenn er nach Verzugseintritt eine Zahlungserinnerung ausgesprochen hat und die mit
der Zahlungserinnerung gesetzte angemessene Frist fruchtlos verstrichen ist.
Eine Sicherheitsleistung ist unverzüglich zurückzugeben, wenn die Voraussetzungen zu
deren Erhebung entfallen sind. Der Marktgebietsverantwortliche hat das Fortbestehen
eines begründeten Falles jeweils mindestens halbjährlich zu überprüfen. Der Marktgebietsverantwortliche prüft bei Fortbestehen, ob die Höhe der Sicherheitsleistung der in
Ziffer 7 beschriebenen Höhe entspricht. Falls die vorgenannte Prüfung ergibt, dass der
realisierbare Wert aller Sicherheitsleistungen den anzuwendenden Wert gemäß Ziffer 7
nicht nur unwesentlich übersteigt, hat der Marktgebietsverantwortliche entsprechende
Anteile der Sicherheitsleistung zurückzugeben. Sollten mehrere Sicherheiten geleistet
worden sein, steht dem Marktgebietsverantwortlichen das Recht zu, eine der geleisteten Sicherheiten auszuwählen und zurückzugeben. Soweit der realisierbare Wert aller
Sicherheitsleistungen den anzuwendenden Wert gemäß Ziffer 7 nicht nur unwesentlich
unterschreitet, kann der Marktgebietsverantwortliche eine Anpassung der Sicherheitsleistung verlangen. Der Bilanzkreisverantwortliche kann eine Einstellung der Vorauszahlungsregelung frühestens nach einem halben Jahr fordern, sofern innerhalb der letzten 12 Monate die Zahlungen fristgerecht eingegangen sind.
§ 28 Änderungen des Vertrages
Der Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, die Geschäftsbedingungen dieses Vertrages mit sofortiger Wirkung zu ändern, sofern eine Änderung erforderlich ist, um einschlägigen Gesetzen oder Rechtsverordnungen, und / oder rechtsverbindlichen Vorgaben nationaler oder internationaler Gerichte und Behörden, insbesondere Festlegungen
und dazu ergangenen Mitteilungen der Bundesnetzagentur, und / oder allgemein kannten Regeln der Technik zu entsprechen. In diesem Fall hat der Marktgebietsverantwortliche den Bilanzkreisverantwortlichen unverzüglich hiervon in Kenntnis zu setzen. Ergeben sich für den Bilanzkreisverantwortlichen durch die Änderung im Hinblick auf seinen
Vertrag wesentliche wirtschaftliche Nachteile, so ist der Bilanzkreisverantwortliche berechtigt, seine Verträge zum Ende des Monats, der auf den Wirksamkeitszeitpunkt folgt,
mit einer Kündigungsfrist von 15 Werktagen zu kündigen. Eine Entschädigung ist dabei
ausgeschlossen. Diese Regelung gilt entsprechend für Änderungen, die bei weiterer
Zusammenlegung von Marktgebieten erforderlich sind.
Der Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, die Geschäftsbedingungen dieses Vertrages in anderen Fällen als Ziffer 1 für die Zukunft zu ändern. Der Marktgebietsverantwortliche informiert den Bilanzkreisverantwortlichen vorab, 2 Monate vor dem Wirksamkeitszeitpunkt, über die geänderten Geschäftsbedingungen dieses Vertrages in Textform und veröffentlicht die geänderten Geschäftsbedingungen dieses Vertrages auf
seiner Internetseite. In begründeten Fällen kann der Marktgebietsverantwortliche von
der in Satz 2 genannten Frist abweichen. Die Änderung der Geschäftsbedingungen
dieses Vertrages gilt durch den Bilanzkreisverantwortlichen als angenommen, sofern
dieser nicht binnen 30 Werktagen ab Zugang der Information der Änderung widerspricht. Soweit ein Widerspruch erfolgt ist, gelten die bisherigen Geschäftsbedingungen
dieses Vertrages. Für den Widerspruch ist die Textform ausreichend. Der Marktgebietsverantwortliche ist verpflichtet, den Bilanzkreisverantwortlichen auf den Beginn der Widerspruchsfrist und auf die Wirkung des nicht ausgeübten Widerspruchs als Annahme
der geänderten Geschäftsbedingungen dieses Vertrages hinzuweisen.
Änderungen der Entgelte erfolgen gemäß § 29.
§ 29 Änderungen der Entgelte
Für Leistungen nach diesem Vertrag zahlt der Bilanzkreisverantwortliche an den Marktgebietsverantwortlichen die auf Grundlage dieses Vertrages bestimmten Entgelte. Entgelte im Sinne des Satzes 1 sind die Regel- und Ausgleichsenergieumlage, Strukturierungsbeitrag, Konvertierungsentgelt, Konvertierungsumlage,VHP-Entgelt und Ausgleichsenergieentgelte. Diese sind auf der Internetseite des Marktgebietsverantwortlichen veröffentlicht.
Eine Erhöhung und / oder Absenkung der Entgelte ist nur möglich, sofern eine Änderung vorgesehen oder erforderlich ist, um einschlägigen Gesetzen oder Rechtsverordnungen, und / oder rechtsverbindlichen Vorgaben nationaler oder internationaler Gerichte und Behörden, insbesondere Festlegungen und dazu ergangenen Mitteilungen
der Bundesnetzagentur, und / oder allgemein anerkannten Regeln der Technik zu entsprechen.
Der Marktgebietsverantwortliche wird die Änderungen auf seiner Internetseite veröffentlichen und den Bilanzkreisverantwortlichen über die geänderte Veröffentlichung mindestens 1 Monat vor deren Inkrafttreten per E-Mail informieren. Im Falle der Unterschreitung der vorgenannten Frist bei der Veröffentlichung auf seiner Internetseite tritt die
Wirksamkeit der Änderung erst mit Wirkung zum Monatsersten des jeweils folgenden
Monats ein.
Im Falle einer Änderung der Preise nach Ziffer 1 ist der Bilanzkreisverantwortliche berechtigt, den mit dem Marktgebietsverantwortlichen abgeschlossenen Vertrag bis zu
2 Wochen auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung schriftlich zu kündigen.
§ 30 Rechnungsstellung und Zahlung
Rechnungsstellung und eventuelle Abschlagszahlungen ergeben sich aus den veröffentlichten ergänzenden Geschäftsbedingungen des Marktgebietsverantwortlichen.
Die ernsthafte Möglichkeit eines offensichtlichen Fehlers in der Rechnung berechtigt
den Bilanzkreisverantwortlichen zum Zahlungsaufschub oder zur Zahlungsverweigerung.
Der Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, einen Verzugsschaden pauschal in
Rechnung zu stellen. Es bleibt dem Bilanzkreisverantwortlichen unbenommen, einen
tatsächlich geringeren Verzugsschaden nachzuweisen.
Einwendungen gegen die Richtigkeit der Rechnung sind unverzüglich, in jedem Fall
jedoch spätestens binnen 4 Wochen nach Rechnungserhalt vorzubringen. Einwendungen, die vom Bilanzkreisverantwortlichen ohne Verschulden nicht erkannt werden können, können auch nach Ablauf der oben genannten Frist unverzüglich vorgebracht werden, nachdem die einwendende Partei Kenntnis von dem Einwendungsgrund erlangt
hat oder spätestens am Ende des folgenden Gaswirtschaftsjahres.
§ 31 Ansprechpartner
Die Kontaktdaten der Ansprechpartner beim Marktgebietsverantwortlichen für Fragen zum
Vertrag und deren Erreichbarkeit sind auf der Internetseite des Marktgebietsverantwortlichen
Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages oder seiner Anlagen unwirksam oder
undurchführbar sein oder werden, so bleiben der Vertrag und die Anlagen im Übrigen
Die Parteien verpflichten sich, die unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmungen
in einem geeigneten Verfahren durch andere, ihrem wirtschaftlichen Erfolg möglichst
gleichkommende Bestimmungen zu ersetzen. Dies gilt entsprechend bei Regelungslücken.
Dieser Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit. 1 Jahr nach Ablauf des Monats, in dem die letzte
Einbringung oder Nominierung von Ein- oder Ausspeisepunkten in den Bilanzkreis oder der
Nominierung von virtuellen Ein- oder Ausspeisepunkten in den Bilanzkreis stattgefunden hat
kann der Marktgebietsverantwortliche dem Bilanzkreisverantwortlichen die Beendigung des
Vertrages mit einer Frist von einem Monat schriftlich mitteilen. Der Bilanzkreisverantwortliche
kann der Beendigung des Vertrages schriftlich widersprechen. Ab dem Zeitpunkt des Widerspruchs gelten Satz 2 und 3 entsprechend.
§ 34 Steuern
Werden im Rahmen des jeweiligen Vertrages vom Marktgebietsverantwortlichen an
einen Bilanzkreisverantwortlichen, der nicht Lieferer im Sinne des § 38 Abs. 3 Energiesteuergesetz (EnergieStG) ist, Gasmengen geliefert, hat der Bilanzkreisverantwortliche
die darauf entfallenden Entgelte zuzüglich Energiesteuer in der jeweiligen gesetzlichen
Höhe zu zahlen.
Erfolgt die Lieferung von Gasmengen an einen Bilanzkreisverantwortlichen, der angemeldeter Lieferer im Sinne des § 38 Abs. 3 EnergieStG ist, ist der Bilanzkreisverantwortliche verpflichtet, das Vorliegen der Voraussetzungen des § 38 Abs. 3 EnergieStG
dem Marktgebietsverantwortlichen gegenüber durch Vorlage einer von der zuständigen
Zollverwaltung ausgestellten aktuellen Anmeldebestätigung im Sinne von § 78 Abs. 4
Energiesteuer - Durchführungsverordnung (EnergieStV), nach der der Bilanzkreisverantwortliche als angemeldeter Lieferer zum unversteuerten Bezug von Gasmengen berechtigt ist, nachzuweisen. Der Nachweis über das Vorliegen der Voraussetzungen des
§ 38 Abs. 3 EnergieStG ist dem Marktgebietsverantwortlichen spätestens 1 Woche vor
der Lieferung zur Verfügung zu stellen. Wird ein geeigneter Nachweis über das Vorliegen der Voraussetzungen des § 38 Abs. 3 EnergieStG nicht innerhalb des vorgeschriebenen Zeitraums vorgelegt, hat der Marktgebietsverantwortliche das Recht, dem Bilanzkreisverantwortlichen die auf die Lieferung der Gasmengen entfallenden Entgelte
zuzüglich Energiesteuer in der jeweiligen gesetzlichen Höhe in Rechnung zu stellen.
Der Bilanzkreisverantwortliche ist verpflichtet, den Marktgebietsverantwortlichen umgehend schriftlich zu informieren, wenn der Bilanzkreisverantwortliche nicht bzw. nicht
mehr Lieferer im Sinne des § 38 Abs. 3 EnergieStG ist. Bei Adressänderungen, Umfirmierungen, Änderungen der Rechtsform ist die Vorlage einer aktuellen Liefererbestätigung der Zollverwaltung erforderlich. Kommt der Bilanzkreisverantwortliche dieser Hinweispflicht nicht oder nicht rechtzeitig nach, ist er verpflichtet, die daraus für den Marktgebietsverantwortlichen entstehende Energiesteuer an diesen zu erstatten.
Sollten Steuern oder andere öffentlich-rechtliche Abgaben auf die Entgelte gemäß dem
jeweiligen Vertrag, einschließlich von Steuern oder anderen öffentlich-rechtlichen Abgaben auf Dienstleistungen, die die Grundlage für diese Entgelte bilden, eingeführt, abgeschafft oder geändert werden, nimmt der Marktgebietsverantwortliche eine dementsprechende Anhebung oder Absenkung der Entgelte in dem jeweiligen Vertrag mit Wirkung zu dem Zeitpunkt vor, an welchem die Einführung, Abschaffung oder Änderung
der Steuern oder anderen öffentlich-rechtlichen Abgaben in Kraft tritt. Dies gilt entsprechend bei der Einführung oder Abschaffung oder Änderung anderer Entgelte durch oder aufgrund nationaler oder europäischer Rechtsvorschriften, Verwaltungsakte oder
anderer Anordnungen von Behörden.
Sämtliche Entgelte entsprechend des jeweiligen Vertrages sind ohne darauf entfallende
Steuern aufgeführt. Der Bilanzkreisverantwortliche hat diese Steuern zusätzlich zu diesen Entgelten zu entrichten.
Die Entgelte gemäß dem jeweiligen Vertrag und diesem Paragraphen sowie jegliche
Zuschläge hierzu bilden das Entgelt im Sinne des Umsatzsteuergesetzes und verstehen sich ohne Umsatzsteuer (USt). Zusätzlich zu diesem Entgelt hat der Bilanzkreisverantwortliche an den Marktgebietsverantwortlichen die Umsatzsteuer in der jeweiligen
gesetzlichen Höhe zu entrichten.
§ 35 Höhere Gewalt
Soweit ein Vertragspartner in Folge Höherer Gewalt gemäß Ziffer 2 an der Erfüllung
seiner Pflichten gehindert ist, wird er von diesen Pflichten befreit. Der andere Vertragspartner wird soweit und solange von seinen Gegenleistungspflichten befreit, wie der
Vertragspartner aufgrund von Höherer Gewalt an der Erfüllung seiner Pflichten gehindert ist.
Höhere Gewalt ist ein von außen kommendes, nicht voraussehbares und auch durch
Anwendung vernünftigerweise zu erwartender Sorgfalt und technisch und wirtschaftlich
zumutbarer Mittel nicht abwendbares oder nicht rechtzeitig abwendbares Ereignis.
Hierzu zählen insbesondere Naturkatastrophen, terroristische Angriffe, Stromausfall,
Ausfall von Telekommunikationsverbindungen, Streik und Aussperrung, soweit die Aussperrung rechtmäßig ist, oder gesetzliche Bestimmungen oder Maßnahmen der Regierung oder von Gerichten oder Behörden (unabhängig von ihrer Rechtmäßigkeit).
Der betroffene Vertragspartner hat den anderen Vertragspartner unverzüglich zu benachrichtigen und über die Gründe der Höheren Gewalt und die voraussichtliche Dauer
zu informieren. Er wird sich bemühen, mit allen technisch möglichen und wirtschaftlich
zumutbaren Mitteln dafür zu sorgen, dass er seine Pflichten schnellstmöglich wieder erfüllen kann.
Nutzt ein Vertragspartner Dienstleistungen Dritter zur Erfüllung seiner vertraglichen
Verpflichtungen, so gilt ein Ereignis, das für den Dritten höhere Gewalt oder einen sonstigen Umstand i.S.d. Ziffer 2 darstellen würde, auch zugunsten dieses Vertragspartners
als höhere Gewalt.
Die Vertragspartner haften einander für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des
Körpers oder der Gesundheit, es sei denn, der Vertragspartner selbst, dessen gesetzliche Vertreter, Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen haben weder vorsätzlich noch fahrlässig gehandelt.
Im Fall der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten haften die Vertragspartner einander für Sach- und Vermögensschäden, es sei denn, der Vertragspartner selbst, dessen
gesetzliche Vertreter, Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen haben weder vorsätzlich
noch fahrlässig gehandelt; die Haftung der Vertragspartner im Fall leicht fahrlässig verursachter Sach- und Vermögensschäden ist auf den vertragstypisch, vorhersehbaren
a) Unter wesentlichen Vertragspflichten werden hier die Verpflichtungen verstanden,
b) Vertragstypische, vorhersehbare Schäden sind solche, die der Vertragspartner bei
Vertragsschluss als mögliche Folge einer Vertragsverletzung vorausgesehen hat
oder unter Berücksichtigung der Umstände, die ihm bekannt waren oder die er hätte
kennen müssen, bei Anwendung verkehrsüblicher Sorgfalt hätte voraussehen müssen.
c) Typischerweise ist bei Geschäften der fraglichen Art von einem Schaden in Höhe
von EUR 2,5 Mio. bei Sachschäden und EUR 1,0 Mio. bei Vermögensschäden auszugehen.
Die Vertragspartner haften einander für Sach- und Vermögensschäden bei nicht wesentlichen Vertragspflichten, es sei denn, der Vertragspartner selbst, dessen gesetzliche Vertreter, Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen haben weder vorsätzlich noch grob
a) Die Haftung der Vertragspartner selbst und für ihre gesetzlichen Vertreter, leitende
Erfüllungsgehilfen und Verrichtungsgehilfen ist im Fall grob fahrlässig verursachter
Sach- und Vermögensschäden auf den vertragstypisch, vorhersehbaren Schaden
b) Die Haftung der Vertragspartner für sog. einfache Erfüllungsgehilfen ist im Fall grob
fahrlässig verursachter Sachschäden auf EUR 1,5 Mio. und Vermögensschäden auf
EUR 0,5 Mio. begrenzt.
§§ 16, 16 a EnWG bleiben unberührt. Maßnahmen nach §§ 16 Abs. 2 und 16 a EnWG
sind insbesondere auch solche, die zur Sicherstellung der Versorgung von Haushaltskunden mit Erdgas gemäß § 53 a EnWG ergriffen werden.
Eine Haftung der Vertragspartner nach zwingenden Vorschriften des Haftpflichtgesetzes und anderen Rechtsvorschriften bleibt unberührt.
Die Ziffern 1 bis 5 gelten auch zu Gunsten der gesetzlichen Vertreter, Arbeitnehmer
sowie der Erfüllungs- oder Verrichtungsgehilfen der Vertragspartner, soweit diese für
den jeweiligen Vertragspartner Anwendung finden.
§ 37 Leistungsaussetzung und Kündigung
Der Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, vertragliche Leistungen auszusetzen
oder anzupassen, soweit diese infolge der Anwendung der §§ 16 und 16 a EnWG
durch den Netzbetreiber von dem Marktgebietsverantwortlichen nicht mehr ausgeführt
werden können. Im Falle einer Aussetzung oder Anpassung von vertraglichen Leistungen haben die Vertragspartner ihre jeweiligen Verpflichtungen unverzüglich wieder aufzunehmen, sobald die Gründe für die Aussetzung oder Anpassung entfallen sind.
Der Vertrag kann mit einer Frist von 3 Monaten auf das Ende eines Kalendermonats
schriftlich per Brief oder per Fax gekündigt werden. Der Vertrag kann von dem Marktgebietsverantwortlichen jedoch nur gekündigt werden, soweit eine Pflicht zum Netzzugang auf der Grundlage des EnWG, der GasNZV oder anderer Rechtsvorschriften nicht
oder nicht mehr besteht oder gleichzeitig mit der Kündigung der Abschluss eines neuen
Bilanzkreisvertrages angeboten wird, der den Anforderungen des EnWG, der GasNZV
und anderer Rechtsvorschriften entspricht.
Dieser Vertrag kann fristlos aus wichtigem Grund gekündigt werden.
a) gegen wesentliche Bestimmungen dieses Vertrages wiederholt trotz Abmahnung
schwerwiegend verstoßen wird oder
b) der Bilanzkreisverantwortliche seiner Verpflichtung zur Stellung einer Sicherheit oder
zur Leistung einer Vorauszahlung nach § 27 nicht fristgerecht oder nicht vollständig
c) ein Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Bilanzkreisverantwortlichen vorliegt und der Insolvenzverwalter trotz Aufforderung keine
Fortführung i.S.d. § 103 InsO erklärt und im Falle eines Antrages durch einen Dritten
der Bilanzkreisverantwortliche bzw. der Insolvenzverwalter nicht innerhalb von 5
Werktagen das Fehlen eines Eröffnungsgrundes im Sinne von §§ 17 Abs.2, 19
Abs.2 InsO nachweist.
§ 38 Datenweitergabe und Datenverarbeitung
Der Marktgebietsverantwortliche ist berechtigt, Verbrauchs-, Abrechnungs- und Vertragsdaten an Netzbetreiber weiterzugeben, soweit und solange dies zur ordnungsgemäßen Abwicklung des jeweiligen Vertrages erforderlich ist. Der Bilanzkreisverantwortliche erklärt sein Einverständnis zur automatisierten Datenverarbeitung durch den Marktgebietsverantwortlichen
oder ein von dem Marktgebietsverantwortlichen beauftragtes Unternehmen nach den Vorschriften der Datenschutzgesetze.
§ 39 Vertraulichkeit
Die Vertragspartner haben den Inhalt eines Vertrages und alle Informationen, die sie im
Zusammenhang mit dem Vertrag erhalten haben (im Folgenden „vertrauliche Informationen“ genannt) vorbehaltlich der Bestimmungen in Ziffer 2 sowie § 38 vertraulich zu
behandeln und nicht offen zu legen oder Dritten zugänglich zu machen, es sei denn,
der betroffene Vertragspartner hat dies zuvor schriftlich genehmigt. Die Vertragspartner
verpflichten sich, die vertraulichen Informationen ausschließlich zum Zweck der Durchführung des jeweiligen Vertrages zu verwenden.
Jeder Vertragspartner hat das Recht, vertrauliche Informationen, die er vom anderen
Vertragspartner erhalten hat, ohne deren schriftliche Genehmigung offen zu legen
a) gegenüber einem verbundenen Unternehmen, sofern dieses in gleicher Weise zur
Vertraulichkeit verpflichtet ist,
b) gegenüber seinen Vertretern, Beratern, Banken und Versicherungsgesellschaften,
wenn und soweit die Offenlegung für die ordnungsgemäße Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen erforderlich ist und diese Personen oder Gesellschaften sich
ihrerseits zuvor zur vertraulichen Behandlung der Informationen verpflichtet haben
oder von Berufs wegen gesetzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet sind; oder
c) in dem Umfang, wie diese vertraulichen Informationen - dem diese Informationen
empfangenden Vertragspartner zu dem Zeitpunkt, zu dem er sie von dem anderen
Vertragspartner erhalten hat, berechtigterweise bereits bekannt sind, bereits öffentlich zugänglich sind oder der Öffentlichkeit in anderer Weise als durch Tun oder Unterlassen des empfangenden Vertragspartners zugänglich werden; oder von einem
Vertragspartner aufgrund einer gesetzlichen Bestimmung oder einer gerichtlichen
oder behördlichen Anordnung oder einer Anfrage der Regulierungsbehörde offen gelegt werden müssen; in diesem Fall hat der offen legende Vertragspartner den anderen Vertragspartner unverzüglich hierüber zu informieren.
Die Pflicht zur Einhaltung der Vertraulichkeit endet 2 Jahre nach dem Ende des jeweiligen Vertrages.
§ 6a EnWG bleibt unberührt.
§ 40 Wirtschaftlichkeitsklausel
Sollten während der Laufzeit eines Vertrages unvorhergesehene Umstände eintreten,
die erhebliche wirtschaftliche, technische oder rechtliche Auswirkungen auf den Vertrag
haben, für die aber im Vertrag und den ergänzenden Geschäftsbedingungen keine Regelungen getroffen oder die bei Vertragsabschluss nicht bedacht wurden und sollte infolgedessen irgendeine vertragliche Bestimmung dadurch für einen Vertragspartner unzumutbar werden, kann der betroffene Vertragspartner von dem anderen eine entsprechende Anpassung der vertraglichen Bestimmungen verlangen, die den geänderten
Umständen, unter Berücksichtigung aller wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen
Auswirkungen auf den anderen Vertragspartner, Rechnung trägt.
Der Vertragspartner, der sich auf solche Umstände beruft, hat die erforderlichen Tatsachen darzulegen und zu beweisen.
Der Anspruch auf Änderung der vertraglichen Bestimmungen besteht ab dem Zeitpunkt,
an dem der fordernde Vertragspartner das erste Mal Änderungen der vertraglichen
Bestimmungen aufgrund geänderter Umstände fordert, es sei denn, dass eine frühere
Geltendmachung des fordernden Vertragspartners vernünftiger Weise nicht zuzumuten
§ 41 Rechtsnachfolge
Die vollständige oder teilweise Übertragung von vertraglichen Rechten und / oder
Pflichten bedarf der vorherigen Zustimmung durch den anderen Vertragspartner. Die
Zustimmung darf nur aus wichtigem Grund verweigert werden.
Die Übertragung gemäß Ziffer 1 auf ein verbundenes Unternehmen i.S.d. § 15 Aktiengesetz (AktG) bedarf nicht der vorherigen Zustimmung, sondern lediglich einer schriftlichen Mitteilung an den anderen Vertragspartner.
§ 42 Gerichtsstand und anwendbares Recht
Es gilt die ordentliche Gerichtsbarkeit.
Gerichtsstand ist der Sitz des Marktgebietsverantwortlichen.
Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss des zwischenstaatlichen Kollisionsrechts,
soweit dieses nicht zwingendes Recht ist. UN-Kaufrecht ist ausgeschlossen.
§ 43 Anlagenverzeichnis
Ggf. Anlage 2 Zusätzliche Regelungen zur Bilanzierung von Biogas im Marktgebiet
Netzbetreiber, mit dem der Transportkunde nach § 3 Abs. 1 Satz 1 GasNZV einen Ausspeisevertrag, auch in Form eines Lieferantenrahmenvertrages, abschließt.
Ein Punkt innerhalb eines Marktgebietes, an dem Gas durch einen Transportkunden
aus einem Netz eines Netzbetreibers zur Belieferung von Letztverbrauchern oder zum
Zwecke der Einspeicherung entnommen werden kann bzw. an Marktgebietsgrenzen
oder Grenzübergängen übertragen werden kann. Als Ausspeisepunkt gilt im Fernleitungsnetz auch die Zusammenfassung mehrerer Ausspeisepunkte zu einer Zone gemäß § 11 Abs. 2 GasNZV.
Die Bilanzierungsperiode für sämtliche Gasmengen, ausgenommen Biogasmengen in
einem Biogas-Bilanzkreis, ist der Gastag.
Eindeutige Nummer, die von dem Marktgebietsverantwortlichen an einen Bilanzkreisverantwortlichen für einen Bilanzkreis vergeben wird und insbesondere der Identifizierung der Nominierungen oder Renominierungen von Gasmengen dient.
Netzbetreiber, mit dem der Transportkunde nach § 3 Abs. 1 Satz 1 GasNZV einen Einspeisevertrag abschließt.
von Grenzübergängen, Marktgebietsgrenzen, inländischen Quellen und Produktionsanlagen, LNG-Anlagen, Biogasanlagen oder aus Speichern an einen Netzbetreiber in
dessen Netz übergeben werden kann. Als Einspeisepunkt gilt im Fernleitungsnetz auch
die Zusammenfassung mehrerer Einspeisepunkte zu einer Zone gemäß § 11 Abs. 2
GasNZV.
die in § 27 Abs. 2 GasNZV beschriebene Regelenergie.
Festlegung der Bundesnetzagentur in Sachen Ausgleichsleistungen Gas (Az. BK7-08002) vom 28. Mai 2008.
Der Zeitraum vom 1. Oktober, 06:00 Uhr, eines Kalenderjahres bis zum
1. Oktober, 06:00 Uhr, des folgenden Kalenderjahres.
Festlegung einheitlicher Geschäftsprozesse und Datenformate der Bundesnetzagentur
(Az. BK7-06-067) vom 20. August 2007 oder einer diese Festlegung ersetzende oder
ergänzende Festlegung der Bundesnetzagentur.
Die Übertragung von Gasmengen des jeweiligen Transportkunden zwischen Bilanzkreisen unterschiedlicher Marktgebiete im Ausspeisenetz.
Monat M ist der Liefermonat.
Tag D ist der Liefertag.
Ein nicht zu buchender Ausspeisepunkt eines Bilanzkreises über den Gas in einen anderen Bilanzkreis übertragen werden kann.
Ein nicht zu buchender Einspeisepunkt eines Bilanzkreises über den Gas aus einem
anderen Bilanzkreis übertragen werden kann.
Die an einem Ein- oder Ausspeisepunkt eines Verteilernetzes mit Netzpartizipationsmodell festgelegte, maximal mögliche Leistungsinanspruchnahme im Auslegungszustand des Netzes.
Abweichend von der Definition in § 2 Nr. 16 GasNZV sind im Folgenden unter Werktagen für die Fristenregelung alle Tage zu verstehen, die kein Sonnabend, Sonntag oder
gesetzlicher Feiertag sind. Wenn in einem Bundesland ein Tag als Feiertag ausgewiesen wird, gilt dieser Tag bundesweit als Feiertag. Der 24. Dezember und der 31. Dezember eines jeden Jahres gelten als Feiertage.
Anlage 2 zu den „Geschäftsbedingungen für den Bilanzkreisvertrag“
Zusätzliche Regelungen zur Bilanzierung von Biogas im Marktgebiet
Gegenstand dieser Vereinbarung ist der erweiterte Bilanzausgleich für die Ein- und Ausspeisung von Biogas nach § 35 GasNZV.
Voraussetzung für den Abschluss des Biogas-Bilanzkreisvertrages ist der Abschluss
eines allgemeinen Bilanzkreisvertrages im entsprechenden Marktgebiet, dessen Bestimmungen durch die im Folgenden aufgeführten zusätzlichen Regelungen für die Bilanzierung von Biogas ergänzt werden.
Mit dem Abschluss dieser Vereinbarung auf Grundlage der vorliegenden zusätzlichen
Regelungen zur Bilanzierung von Biogas finden die folgenden Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages keine Anwendung:
§ 8 Ziffer 2 (Ermittlung der abzurechnenden Konvertierungsmenge),
§ 20 Ziffern 1, 2, 3, 5 (Tagesbilanzierung),
§ 22 Ziffer 1 (Differenzmengen),
§ 24 (Stündliches Anreizsystem),
§ 26 Ziffern 2, 3, 4 (Sonstige Bilanzierungsregeln).
Dies gilt auch, soweit in anderen Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages
auf diese Regelungen Bezug genommen wird.
Abweichend von § 27 Ziffer 7 des allgemeinen Bilanzkreisvertrages wird die Höhe der
Sicherheitsleistungen bei Biogas-Bilanzkreisverträgen wie folgt berechnet:
Für neu abgeschlossene Biogas-Bilanzkreisverträge und den Fall, dass noch kein Bilanzierungszeitraum abgerechnet ist, beträgt die Höhe der Sicherheitsleistung 10.000,€. Wenn schon ein Bilanzierungszeitraum abgerechnet wurde, ergibt sich die Höhe der
Sicherheitsleistung aus der zweifachen Forderungshöhe aus den Bilanzkreisabrechnungen des letzten abgerechneten Biogas-Bilanzierungszeitraums gegenüber dem betreffenden Bilanzkreisverantwortlichen. Der Marktgebietsverantwortliche kann die Höhe
der Sicherheitsleistung auf die voraussichtliche Forderungshöhe aufgrund der abzurechnenden Menge seit der letzten Abrechnung bis zum Zeitpunkt der Anforderung der
Sicherheitsleistung anpassen.
Die übrigen Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages gelten auch für die
Biogas-Bilanzierung, mit der Maßgabe, dass sich die darin enthaltenen Regelungen mit
dem Abschluss dieser Vereinbarung ausschließlich auf die Bilanzierung von Biogas beziehen.
Sollten einzelne der folgenden Regelungen den Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages oder dessen ergänzenden Geschäftsbedingungen widersprechen,
so haben die Regelungen für die Biogas-Bilanzierung Vorrang.
§ 4 Ziffer 6 findet ab dem 1. Januar 2013 Anwendung.
Der Abschluss dieser Vereinbarung erfolgt elektronisch, zusätzlich zu dem allgemeinen
Bilanzkreisvertrag, nach Maßgabe der dort in § 3 geregelten Vorgaben zum Vertragsabschluss.
Bereits bei Abschluss des Bilanzkreisvertrages ist anzugeben, ob es sich um einen Biogas-Bilanzkreisvertrag handelt. Eine Einbeziehung dieser Anlage in einen bereits bestehenden allgemeinen Bilanzkreisvertrag ist ausgeschlossen.
Bilanzierung von Biogas
Die zusätzlichen Regelungen zur Bilanzierung von Biogas gelten nur, wenn es sich bei
dem eingespeisten Gas um auf Erdgasqualität aufbereitetes Biogas nach § 3 Nr. 10c
EnWG handelt.
Der Bilanzierungszeitraum für in den Biogas-Bilanzkreis ein- und ausgespeiste Biogasmengen beträgt 12 Monate. Der Marktgebietsverantwortliche und der Bilanzkreisverantwortliche können hiervon abweichend einen ersten Bilanzierungszeitraum von weniger als 12 Monaten vereinbaren (Rumpfbilanzierungszeitraum).
Entspricht nicht die gesamte in den Biogas-Bilanzkreis eingespeiste Gasmenge den
Anforderungen der Ziffer 1 finden die zusätzlichen Regelungen zur Biogas-Bilanzierung
ab dem Zeitpunkt, zu dem der Marktgebietsverantwortliche Kenntnis davon erhält, dass
nicht ausschließlich Biogas eingespeist wurde, bis zum Ende des Bilanzierungszeitraums keine Anwendung mehr. In diesem Fall gelten fortan uneingeschränkt die Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages (siehe § 2 Ziffer 1).
Erlangt der Bilanzkreisverantwortliche Kenntnis darüber, dass die Einspeisemengen
nicht mehr den Anforderungen der Ziffer 1 entsprechen, wird er unverzüglich nach
Kenntniserlangung den Marktgebietsverantwortlichen darüber informieren.
Biogas kann in einem Biogas-Bilanzkreis nur dann bilanziert werden, wenn:
es sich bei den in den Bilanzkreis eingebrachten Einspeisepunkten ausschließlich
um Einspeisepunkte von Biogasanlagen handelt,
bei aus anderen Marktgebieten eingespeistem Gas durch den Bilanzkreisverantwortlichen sichergestellt wird, dass dieses Gas aus Biogas-Bilanzkreisen stammt,
jeder zur Verrechnung verbundene Bilanzkreis ein Biogas-Bilanzkreis ist,
das vom VHP bezogene Gas aus einem anderen Biogas-Bilanzkreis übertragen
das aus einer Speicheranlage eingespeiste Gas aus einem Biogas-Bilanzkreis
stammt, aus dem in die Speicheranlage ausgespeist wurde.
Lastgänge von RLM-Ausspeisepunkten, die einem Biogas-Bilanzkreis bzw. BiogasBilanzkonto (§ 7) zugeordnet sind, werden täglich mit einem Bilanzierungsbrennwert
umgewertet. Nach Abschluss des Monats werden diese Lastgänge auf eventuelle Ersatzwertkorrekturen oder Korrekturen der K-Zahl geprüft und dann mit dem Abrechnungsbrennwert umgewertet. Eine Mehr-/Mindermengenabrechnung für diese Ausspeisepunkte entfällt.
Biogas-Bilanzkreise
Zur Bildung eines Biogas-Bilanzkreises hat der Bilanzkreisverantwortliche Einspeisepunkte, die der physischen Einspeisung von Biogas über den Netzanschluss in das
Netz dienen, in einen Biogas-Bilanzkreis einzubringen. Auf Verlangen des Marktgebietsverantwortlichen muss der Bilanzkreisverantwortliche in geeigneter Weise (z.B.
Nachweis gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, Wirtschaftsprüfertestat) nachweisen, dass es sich bei dem physisch eingespeisten Gas um Biogas handelt. Abweichend von Satz 1 kann der Bilanzkreisverantwortliche auch andere physische Einspeisepunkte (z.B. Marktgebietsübergangspunkte, Speicher) oder den virtuellen Einspeisepunkt zur Bildung eines Biogas-Bilanzkreises einbringen, wenn er nachweist, dass das
eingespeiste Gas Biogas ist. Der Nachweis gilt grundsätzlich als erbracht, wenn das
Gas aus einem Biogas-Bilanzkreis übertragen wird.
Mehrere Biogas-Unterbilanzkreise können über einen Rechnungsbilanzkreis miteinander verbunden werden. Die miteinander verbundenen Biogas-Unterbilanzkreise müssen
einen am gleichen Datum endenden Bilanzierungszeitraum aufweisen; das Datum für
den Beginn des Bilanzierungszeitraums kann unterschiedlich sein.
Der Bilanzkreisverantwortliche bleibt berechtigt, Biogas-Einspeisepunkte in einen Bilanzkreis des Marktgebietsverantwortlichen gemäß § 14 des allgemeinen Bilanzkreisvertrages einzubringen. In diesem Fall hat der Bilanzkreisverantwortliche keinen Anspruch auf den erweiterten Biogas-Bilanzausgleich. Eine separate Abrechnung der Biogasmengen ist in diesem Fall nicht möglich.
Erweiterter Bilanzausgleich für Biogas-Bilanzkreise
Der Marktgebietsverantwortliche gewährt dem Bilanzkreisverantwortlichen einen erweiterten Bilanzausgleich für Biogas-Bilanzkreise in Höhe von 25 % bezogen auf die physisch eingespeiste Biogasmenge innerhalb des jeweiligen Bilanzierungszeitraumes. Der
Flexibilitätsrahmen bezieht sich auf die kumulierte Abweichung der eingespeisten von
der ausgespeisten Menge innerhalb des Bilanzierungszeitraumes.
Vor Beginn eines jeden Bilanzierungszeitraumes nennt der Bilanzkreisverantwortliche
dem Marktgebietsverantwortlichen unverbindlich die voraussichtlichen Ein- und Ausspeisemengen sowie deren zeitliche Verteilung für den Bilanzierungszeitraum.
Die kumulierten Ein- und Ausspeisungen werden innerhalb des Bilanzierungszeitraums
unter Berücksichtigung der Vorzeichen fortlaufend durch den Marktgebietsverantwortlichen auf täglicher Basis saldiert. Dieser Saldo des Biogas-Bilanzkreises darf zu keinem
Zeitpunkt außerhalb des Flexibilitätsrahmens liegen. Für die Ermittlung des Flexibilitätsrahmens werden alle physischen Einspeisemengen der Biogaseinspeisepunkte (Biogasanlagen) im Biogas-Bilanzkreis ermittelt, d.h. diejenigen Mengen, die über direkt in
den jeweiligen Biogas-Bilanzkreis eingebrachte physische Biogas-Einspeisepunkte eingespeist wurden. Am VHP oder zwischen Marktgebieten (über MüT) übertragene Mengen bleiben unberücksichtigt. Der Marktgebietsverantwortliche ermittelt durch Addition
aller physischen Einspeisemengen der Biogaseinspeisepunkte je Biogas-Bilanzkreis die
insgesamt physisch eingespeiste Jahresmenge. +/- 25 % der physisch eingespeisten
Jahresmenge ergeben die absolute Flexibilität in kWh. Mögliche ex-post Übertragungen
von Flexibilitäten sind zu beachten (Ziffer 4). Darüber hinausgehende tägliche Abweichungen werden mit den jeweiligen täglichen Ausgleichsenergiepreisen (Verkaufs/Kaufpreis) nach Maßgabe des § 22 Ziffer 2 und 3 des allgemeinen Bilanzkreisvertrages
am Ende des Bilanzierungszeitraumes abgerechnet. Im Fall der Abrechnung einer darüber hinausgehenden täglichen Abweichung wird jeweils der gekürzte Saldo weitergeführt. Daneben ist einvernehmlich eine vorläufige monatliche Abrechnung möglich, z.B.
auf Basis der nach Ziffer 2 gemeldeten voraussichtlichen Einspeisejahresmenge im Bilanzierungszeitraum.
Der Bilanzkreisverantwortliche ist berechtigt, die auf Basis der physisch eingespeisten
Jahresmenge ermittelte absolute Flexibilität seines Biogas-Bilanzkreises bzw. von anderen Biogas-Bilanzkreisen übertragene Flexibilitäten nach Ende des Bilanzierungszeitraumes in andere Biogas-Bilanzkreise innerhalb eines Marktgebietes oder zu BiogasBilanzkreisen in einem anderen Marktgebiet ex-post ganz oder teilweise zu übertragen,
wenn der Bilanzierungszeitraum der Biogas-Bilanzkreise zum gleichen Zeitpunkt endet.
Bei der Bildung von Biogas-Unterbilanzkreisen findet die Übertragung von Flexibilität
über den gemeinsamen Rechnungsbilanzkreis statt (§ 5 Ziffer 2).
Nach Ablauf des Bilanzierungszeitraums und anschließender finaler Ermittlung der
Mengen der Biogas-Bilanzkreise teilt der Marktgebietsverantwortliche dem Bilanzkreisverantwortlichen die absolute Flexibilität der relevanten Biogas-Bilanzkreise.
Dies zugrunde gelegt, teilen sowohl der die Flexibilität abgebende als auch der die Flexibilität aufnehmende Bilanzkreisverantwortliche dem Marktgebietsverantwortlichen innerhalb von 20 Werktagen nach Vorliegen der Abrechnungsdaten für die maßgeblichen
Biogas-Bilanzkreise die Übertragung der Flexibilität und deren Höhe je BiogasBilanzkreis mit. Die Übertragung von Flexibilitäten zwischen Biogas-Bilanzkreisen bzw.
Biogas-Rechnungsbilanzkreisen (vgl. Ziffer 4 Abs. 1 Satz 2) erfolgt dabei nach folgenden Vorgaben:
Der Marktgebietsverantwortliche richtet dem Bilanzkreisverantwortlichen für jeden
Biogas-Bilanzkreis zur Übertragung der Flexibilität ein Flexibilitätskonto ein. Der
Kontostand bei Eröffnung des Flexibilitätskontos entspricht dem von dem Marktgebietsverantwortlichen zuvor auf Basis der physisch eingespeisten Jahresmenge
ermittelten absoluten Flexibilität. Je nach übertragener Flexibilität aktualisiert der
Marktgebietsverantwortliche täglich den Kontostand und damit die Höhe der am
Folgetag übertragbaren Flexibilität (Tagesstartwert).
Der Bilanzkreisverantwortliche kann innerhalb von 20 Werktagen täglich Flexibilität
maximal in Höhe des an dem jeweiligen Tag ermittelten Tagesstartwertes übertragen. Die Höhe der übertragenden Flexibilität darf maximal dem Tagesstartwert des
Flexibilitätskontos des abgebenden Biogas-Bilanzkreises entsprechen und darf
nicht darüber hinaus erhöht werden. Aus dem Saldo der täglich abgegebenen und
aufgenommenen Flexibilitäten ergibt sich der Tagesstartwert des jeweiligen Flexibilitätskontos der beteiligen Biogas-Bilanzkreise für den nächsten Tag.
Der Marktgebietsverantwortliche teilt dem Bilanzkreisverantwortlichen innerhalb der
20 Werktage, in denen Flexibilitäten übertragen werden können, den Tagesstartwert für den Folgetag jeweils täglich bis spätestens 21:00 Uhr mit. Der Bilanzkreisverantwortliche sendet darauf basierend eine Nachricht mit den Übertragungsmengen je abgebenden und aufnehmenden Biogas-Bilanzkreis täglich bis 17:00 Uhr.
Der Marktgebietsverantwortliche prüft täglich ab 17:00 Uhr diese Nachrichten und
erteilt dem Bilanzkreisverantwortlichen eine Empfangs- und Übertragungsbestätigung bis 20:00 Uhr. Am Ende der 20 Werktage teilt der Marktgebietsverantwortliche dem Bilanzkreisverantwortlichen den finalen Stand der Flexibilität mit.
Der Marktgebietsverantwortliche prüft die Einhaltung der o.g. Voraussetzungen für die
Übertragung von Flexibilitäten. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, ist der Marktgebietsverantwortliche, nach Mitteilung an die/den Bilanzkreisverantwortlichen, berechtigt, die Übertragung abzulehnen. Das gilt insbesondere in dem Fall, dass die Summe
der nominierten zu übertragenden Flexibilitäten den Tagesstartwert des abgebenden
Flexibilitätskontos übersteigt. Eine Ablehnung führt jedoch nicht zur vollständigen Beendigung des Übertragungsprozesses. Der Bilanzkreisverantwortliche kann innerhalb
der 20 Werktage bei Einhaltung der o.g. Voraussetzungen die abgelehnte Übertragung
am Folgetag wiederholen.
Der Marktgebietsverantwortliche prüft überdies täglich die Mitteilungen des/der Bilanzkreisverantwortlichen auf Übereinstimmung der gemeldeten Übertragungswerte. Sollten
die gemeldeten Übertragungswerte nicht übereinstimmen, ist der Marktgebietsverantwortliche, nach Mitteilung an die/den Bilanzkreisverantwortlichen berechtigt, eine Kürzung auf den geringeren Wert vorzunehmen („Matching“-Prozess); stimmen die Mitteilungen des abgebenden und des aufnehmenden Bilanzkreisverantwortlichen im Übrigen nicht überein, setzt der Marktgebietsverantwortliche die abgehenden Nominierungen auf „Null“, woraufhin die zu übertragende Flexibilität neu berechnet werden muss.
Am VHP führt der jeweilige Marktgebietsverantwortliche die Prüfung eigenständig
durch; bei der Übertragung zwischen Marktgebieten muss der Prozess in Abstimmung
mit dem/den benachbarten Marktgebietsverantwortlichen erfolgen.
Der Bilanzkreisverantwortliche zahlt an den Marktgebietsverantwortlichen für den erweiterten Bilanzausgleich das Entgelt gemäß § 35 Abs. 8 GasNZV für die Nutzung des tatsächlich in Anspruch genommenen Flexibilitätsrahmens. Der für den Bilanzierungszeit-
raum in Anspruch genommene Flexibilitätsrahmen bemisst sich nach der betragsmäßig
höchsten täglichen Abweichung der kumulierten Ein- und Ausspeisungen innerhalb des
unter Ziffer 3 genannten Flexibilitätsrahmens von +/- 25 %. Die Übertragung von Flexibilität nach Ziffer 4 ist zu beachten. Die Abrechnung erfolgt am Ende des jeweiligen Bilanzierungszeitraumes.
Der Bilanzkreisverantwortliche hat sicherzustellen, dass die kumulierten Ein- und Ausspeisemengen am Ende des Bilanzierungszeitraums ausgeglichen sind. Verbleibt nach
Ablauf des Bilanzierungszeitraums dennoch ein Saldo zwischen Ein- und Ausspeisung,
gleicht der Marktgebietsverantwortliche diesen, ggf. nach Abzug eines übertragenen
positiven Saldos gemäß Ziffer 7, aus. Der Marktgebietsverantwortliche hat an den Bilanzkreisverantwortlichen ein Entgelt in Höhe des durchschnittlichen Ausgleichsenergiepreises des Bilanzierungszeitraums zu zahlen, soweit die Einspeisemengen die
Ausspeisemengen, ggf. nach Abzug eines übertragenen positiven Saldos gemäß Ziffer 7, überschreiten (nachfolgend „negative Ausgleichsenergie“). Der Bilanzkreisverantwortliche hat an den Marktgebietsverantwortlichen ein Entgelt in Höhe des durchschnittlichen Ausgleichsenergiepreises des Bilanzierungszeitraums zu zahlen, soweit
die Ausspeisemengen die Einspeisemengen überschreiten (nachfolgend „positive Ausgleichsenergie“).
Im Rahmen der Biogas-Bilanzierung ist ein Übertrag eines positiven Saldos bis in Höhe
des bestehenden Flexibilitätsrahmens auf den nächsten Bilanzierungszeitraum möglich.
Die Übertragung erfolgt automatisch, wenn der Bilanzkreisverantwortliche dem nicht
rechtzeitig vor Ablauf des Bilanzierungszeitraums widerspricht. Dieser Saldo wird bei
der Ermittlung des in dem nächsten Bilanzierungszeitraum in Anspruch genommenen
Flexibilitätsrahmens nach Ziffer 3 nicht berücksichtigt, sondern am Ende des nächsten
Bilanzierungszeitraums mit dem dann festgestellten Saldo verrechnet.
Der Marktgebietsverantwortliche ist nicht zum Einsatz von Biogas hinsichtlich des nach
Ziffern 3 und 6 vorzunehmenden Ausgleichs verpflichtet.
Biogas-Sub-Bilanzkonten
Im Rahmen eines bestehenden Biogas-Bilanzkreises kann der Bilanzkreisverantwortliche
Biogas-Sub-Bilanzkonten bilden.
Konvertierung von Biogas
Abweichend von § 8 Ziffer 2 der Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages
gilt für Biogas-Bilanzkreise Folgendes:
Zur Bestimmung der auf einen Bilanzkreisverantwortlichen entfallenden Konvertierungsmengen werden die während des Biogas-Bilanzierungszeitraums bilanzierten Einspeisemengen und Ausspeisemengen getrennt nach H- und L-Gas je Bilanzkreis saldiert. Ausspeise- und Einspeisepunkte werden je Gasqualität getrennten Bilanzkreisen
zugeordnet. Für die Saldierung wird ein verbindender Rechnungsbilanzkreis eingerichtet und einer Gasqualität zugeordnet. Die Salden aller mit dem Rechnungsbilanzkreis
verbundenen Bilanzkreise einschließlich des Rechnungsbilanzkreises selbst werden
getrennt je Gasqualität addiert. Hierbei werden im Rechnungsbilanzkreis nur die bilanzierten Ein- und Ausspeisemengen berücksichtigt. Ergibt sich dabei eine Überdeckung
in der einen und eine Unterdeckung in der anderen Gasqualität, erhebt der Marktgebietsverantwortliche von dem Bilanzkreisverantwortlichen auf den kleineren Betrag der
beiden Mengen ein Konvertierungsentgelt in ct pro kWh. Die Abrechnung des Konvertierungsentgelts erfolgt auf der Grundlage der endgültigen, auch für die Bilanzkreisabrechnung zugrunde gelegten Bilanzwerte.
Ergänzend zu § 9 Ziffer 1 bis 3 der Bestimmungen des allgemeinen Bilanzkreisvertrages gilt für Biogas-Bilanzkreise Folgendes:
Bei der Abrechnung der Konvertierung ist das zeitgewichtete Mittel der während des
Biogas-Bilanzierungszeitraums geltenden Konvertierungsentgelte heranzuziehen.
Anlage 1: Geschäftsbedingungen für den Ein- und
Simsky AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen – Therapeutische
Antrag auf Anerkennung - idk Hannover

References: § 16
 § 17
 § 25
 § 24
 § 8
 § 7
 § 8
 § 11
 § 10

§ 10
 § 9

§ 11
 § 13

§ 12

§ 13
 § 11

§ 14
 § 20

§ 15

§ 16
 § 16
 § 15

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20
 § 22
 § 24
 § 24

§ 21

§ 22

§ 23

§ 24
 § 25
 § 25

§ 25
 § 24

§ 26
 § 24

§ 20
 § 25

§ 27

§ 28
 § 29

§ 29

§ 30

§ 31

§ 34
 § 38
 § 38
 § 38
 § 78

§ 38
 § 38
 § 38

§ 35
 § 53

§ 37
 § 27
 § 103

§ 38

§ 39
 § 38

§ 6

§ 40

§ 41
 § 15

§ 42

§ 43
 § 3
 § 11
 § 3
 § 11
 § 27
 § 2
 § 35

§ 8

§ 20

§ 22

§ 24

§ 26
 § 27

§ 4
 § 3
 § 3
 § 2
 § 14
 § 22
 § 35
 § 8
 § 9