Source: https://www.bfn.de/themen/awz-zulassungen-in-nord-und-ostsee/netzanbindung.html
Timestamp: 2019-04-19 05:17:17+00:00

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BfN: Netzanbindung
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Netzanbindung der Offshore-Windparks
Eine der großen Herausforderungen im Bereich der Offshore-Windenergie ist die Netzanbindung. Um den durch die Offshore-Windparks der Nord- und Ostsee erzeugten Strom an Land bringen zu können, müssen diese mit Seekabeln an das landseitige Stromnetz angeschlossen werden. Diese Kabel werden durch Schiffe mit besonderer Ausrüstung verlegt und im Anschluss in den Meeresboden eingespült. In der Ostsee werden Wechselstromkabel verlegt, in der Nordsee handelt es sich um Gleichstromkabel, mit denen die Energie über große Distanzen verlustarm transportiert werden kann. Gleichzeitig lassen sich dabei höhere Leistungen übertragen, was die Anzahl der notwendigen Kabel reduziert aber den Bau von Konverterstationen notwendig macht.
Verantwortlich für den Netzausbau im Offshore-Bereich sind die Übertragungsnetzbetreiber TenneT für die deutsche Nordsee und 50 Hertz für die deutsche Ostsee.
Einen übergeordneten Rahmen zur zeitlichen und räumlichen Steuerung des Netzausbaus bilden derzeit der Bundesfachplan Offshore (BFO) des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie der Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP) der Bundesnetzagentur (BNetzA). Das am 01.01.2017 in Kraft getretene Gesetz zur Entwicklung und Förderung der Windenergie auf See (Windenergie-auf-See-Gesetz - WindSeeG) sowie die Änderungen des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) haben unter anderem eine Ablösung des O-NEP und des BFO zur Folge. Mit dem O-NEP 2030 wird derzeit letztmalig ein Offshore-Netzentwicklungsplan aufgestellt. Ab dem 31. Dezember 2017 wird kein BFO mehr erstellt, wobei begonnene Verfahren zu Ende geführt werden. Der BFO wird danach im neugeschaffenen Flächenentwicklungsplan nach den §§ 4 ff. WindSeeG aufgehen, der O-NEP teilweise im Flächenentwicklungsplan und teilweise im Netzentwicklungsplan nach § 12b und § 12c EnWG .
Die Planfeststellungsverfahren nach § 45 f. WindSeeG, in denen die Netzanbindungen zukünftig im Bereich der deutschen AWZ zugelassen werden (§ 44 Abs. 1, § 45 WindSeeG), führt das BSH durch. Das BfN ist als in der AWZ zuständige Naturschutzbehörde gemäß § 58 Abs. 2 BNatSchG in die Verfahren eingebunden. Im Rahmen der Vorhabenzulassung sind die verschiedenen Instrumente des Naturschutzrechts (gesetzlicher Biotopschutz, FFH-Verträglichkeitsprüfung, besonderer Artenschutz und naturschutzrechtliche Eingriffsregelung) zu beachten. Im Gegensatz zu den Offshore-Windkraftanlagen, die vor dem 1. Januar 2017 genehmigt worden sind, oder die auf Grundlage eines Zuschlags nach § 34 des Windenergie-auf-See-Gesetzes zugelassen werden, sind die Netzanbindungen nicht nach § 56 Abs. 3 BNatSchG von den Verursacherpflichten der Eingriffsregelung freigestellt.
Einen Überblick über bestehende und geplante Netzanbindungen geben die Karten des BSH (Nordsee / Ostsee). Durch das BSH erteilte Zulassungen von Netzanbindungen sind auf den Seiten des BSH abrufbar.
Positionen des BfN
Das Ziel des BfN ist es, die Netzanbindung der Offshore-Windparks so naturverträglich wie möglich zu gestalten. Dazu gilt es insbesondere, im Rahmen der Zulassungsverfahren zu den konkreten Vorhaben durch Einfordern entsprechender Auflagen die bau-, anlage- und betriebsbedingten Auswirkungen zu vermeiden und zu minimieren. Zu den Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen bei der Netzanbindung gehören unter anderem:
Optimierte Trassenwahl und Feintrassierung zur Vermeidung der Beeinträchtigung von nach § 30 BNatSchG gesetzlich geschützten Biotopen und FFH-Lebensraumtypen,
Wahl einer ausreichenden Verlegetiefe zur Vermeidung von Auswirkungen auf das Sediment und Bodenlebewesen durch Erwärmung (Einhaltung des 2 K-Wertes in 20 cm Sedimenttiefe, Vermeidung elektromagnetischer Felder),
Einsatz einer möglichst sediment- bzw. bodenschonenden Verlegetechnik mit geringer Eingriffsfläche,
Verlegung der Kabel vorzugsweise in weniger sensiblen Zeiten, z. B. außerhalb der Hauptrastzeit der Seetaucher (März bis Mitte Mai),
kein Eintrag von Schadstoffen (z. B. Betriebsstoffe) in Nord- und Ostsee durch die verwendeten Maschinen und Geräte,
Vermeidung von Beeinträchtigungen in Form einer physischen Gefährdung von Schweinswalen durch Einhaltung der Grenzwerte für Lärmemissionen, insbesondere bei den schallintensiven Rammarbeiten beim Bau der Konverterstationen (vgl. Schallschutzkonzept)

References: § 12
 § 12
 § 45
 § 45
 § 58
 § 34
 § 56
 § 30