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Timestamp: 2020-07-08 22:04:56+00:00

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Betreff des Beitrags: Bullerjan und Küchenhexe
Verfasst: Fr 1. Jan 2010, 16:06
Hallo, in den Nächsten Wochen eird es bei uns hoffentlich endlich mal losgehe, wenn die Behörden endlich den Erbschein für die Vorbesitzer ausstellen.
Wir werden ein Bauernhaus von 1860 kaufen und Stall und Diele als Wohnraum ausbauen. Die alte Wohnung wird eine zweite Wohnung für einen Verwandten werden.
Bisher wird dort mit Öl geheizt.
Wir sind selbst sehr unschlüssig. Meine erste Idee war Erdwärme, davon wurde uns jedoch abgeraten, weil das ein Vermögen kosten soll. Stimmt das?
Da wir günstig Holz beziehen können, wanderten unsere Gedanken gleich zur Holzheizung.
Ein Keller existiert in diesem Haus nicht und die Idee war jetzt, einen Bullerjan und eine Küchenhexe einzubauen, von denen Rohre die Wärme duch das Haus leiten sollen.
Zusätzlich sollte vorübergehend die Ölheizung weiter bleiben, eben aus Kostengründen.
Aber ich weiß nicht so recht, ob das wirklich so realistisch ist, irgendwie zweifel ich diese Ideen an.
Nun überlege ich, ob nicht doch zusätzlich noch einen Scheiholzkessel sinnvoll ist.
Ich bin im Moment aber auch sehr unsicher, da zur Zeit viel davon geredet wird, dass die Auflagen verändert werden, für Öfen und dann nicht mehr mit herkömmlichen Öfen geheizt werden darf, ob es überhaupt sinnvoll ist, diese Jahr die Öfen einzubauen....
Hat von Euch schon jemand Erfahrungen damit gemacht, die Ofenwärme mit Rohren weiterzuleiten?
Und wie sieht das wirklich mit diesen Gesetzesänderungen aus?
Verfasst: Fr 1. Jan 2010, 17:10
über die neue Rechtslage bei alten Herden und Öfen haben wir in unserer Zeitschrift der Holznagel - Ausgabe 3/09 - ausführlich berichtet.
Wichtige Passagen der neuen Verordnung sind:
§ 4 - Allgemeine Anforderungen
(1) Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe dürfen nur mit Brennstoffen betrieben
werden, für deren Einsatz sie nach den Angaben des Herstellers geeignet sind und
wenn die Anlagen sich in einem ordnungsgemäßen technischen Zustand befinden.
Errichtung und Betrieb haben sich nach der Anweisung des Herstellers zu richten.
(4) Offene Kamine dürfen nur gelegentlich betrieben werden. In ihnen dürfen nur
naturbelassenes stückiges Holz nach § 3 Abs. 1 Nr. 4 oder Presslinge in Form von
Holzbriketts nach § 3 Abs. 1 Nr. 5a eingesetzt werden. ...
§ 5 - Feuerungsanlagen mit einer Nennwärmeleistung von vier Kilowatt oder mehr
(1) Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe mit einer Nennwärmeleistung von vier
Kilowatt oder mehr, ausgenommen Einzelraumfeuerungsanlagen, sind so zu
errichten und zu betreiben, dass die nach Anlage II ermittelten Massenkonzentrationen die folgenden Emissionsgrenzwerte nicht überschreiten: ...
§ 22 - Zulassung von Ausnahmen
Die zuständige Behörde kann auf Antrag Ausnahmen von den Anforderungen der §§
3 bis 11 und des § 19 (Ableitbedingungen für Abgase; Anm. der Redaktion) zulassen, soweit diese im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen und schädliche Umwelteinwirkungen nicht zu befürchten sind.
§ 25 - Übergangsregelung für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe
(4) Abweichend gelten die Absätze 1 bis 3 nicht für
1. nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen die ausschließlich der
Zubereitung von Speisen dienen mit jeweils einer Nennwärmeleistung unter 15
2. Badeöfen,
3. offene Kamine,
4. sowie für Einzelraumfeuerungsanlagen, bei denen der Betreiber gegenüber dem
zuständigen Bezirksschornsteinfeger glaubhaft machen kann, dass sie vor dem
01. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden.
Verfasst: Fr 1. Jan 2010, 18:51
ich koche mit einer Küchenhexe. Außerhalb der kalten Jahreszeit kommt mein Schätzchen nur zum Einkochen zum Einsatz, im Winter halte ich ihn je nach Außentemperaturen auch mal länger am Laufen. Das heißt, dass ich so etwa jede Stunde nachlegen muss. Sehr viel länger reicht das Holz nicht, das im Feuerraum Platz hat. Sinn macht das auch nur, wenn ich sowieso in der Küche zu tun habe.
Ich glaube, unter diesen Umständen ist eine größere "Umleitung" der Wärme mittels Rohren nicht wirklich sinnvoll. Mal ganz davon abgesehen, dass die Rauchgase auch nicht so weit abkühlen dürfen, dass sie beim Austritt aus dem Schornstein schon zu kalt sind. Das würde nur eine unnötige und gefährliche Versottung des Schornsteins nach sich ziehen.
Mit dem Bullerjan kenne ich mich nicht aus.
Absolu Klarheit bringt ein Gespräch mit dem Schornsteinfeger, das ich in jedem Fall empfehle.
Verfasst: Fr 1. Jan 2010, 19:26
Durch die Paragraphen muß ich mich noch durchämpfen, dafür brauche ich noch etwas Zeit, aber dankeschön.
Mit den Wärmerohren, die sollen nur die Wärme leiten, nicht den Rauch (hat man mir gesagt). Hauptsächlich soll das vom Bullerjahn ausgehen, bei der Küchenhexe, nun ja, wenn die nicht so viel bringt, macht das wohl keinen Sinn.
Ich werde diese Konstruktion noch einmal weiter hinterfragen. Und mit dem Schornsteinfeger müssen wir eh in Verbindung treten, das ist ja auch noch das "Schornsteinproblem", das wir lösen müßten.
Auch Euch übrigens alles Gute fürs neue Jahr (Hatte ich glatt vergessen, weil ich es an anderer Stelle irgendwo geschrieben hatte)
Verfasst: Fr 1. Jan 2010, 20:40
Bliebe die Frage, wo Du an einer alten Küchenhexe Warmluftrohre anschließen willst.
Das erste Modell sieht fast genauso aus wie mein Schätzchen. Das hat nur einen größeren Holzkasten der nicht aufgehängt ist.
Verfasst: Sa 2. Jan 2010, 12:23
Hallo allen und ein gesundes neues Jahr,
ein Bullerjan ist eine feine Sache. Letztlich ja nichts anderes eine Einzelfeuerstätte erzeugt er aufgrund seiner speziellen Konstruktion sehr schnell viel Strahlungswärme. Durch die um den Kessel angeordneten Rohre wird darüber hinaus kalte Raumluft erwärmt und zirkuliert in den Raum. Um über ein Rohrsystem das ganze Haus zu beheizen dürfte es je nach Grundrisslage notwendig sein, Ventilatoren einzubauen.
Nachteil des Ofens ist, dass kein Speicher angeschlossen werden kann und somit lediglich die Raumluft erwärmt wird.
Sofern es Überlegungen gibt, einen Holzvergaser einzusetzen, würde ich diese Variante bevorzugen, da dabei eine wesentlich effektivere Nutzung des Brennstoffes gewährleistet ist. Gerade in Verbindung mit einem ausreichend dimensionierten Speicher ist der Heizaufwand überschaubar und darüber hinaus wäre die Trinkwassererwärmung auch noch gewährleistet.
Sofern möglich ist eine Kombination mit einer Öl- oder Gasheizung sinnvoll, da dann in Abwesenheitszeiten (z.B. Skiurlaub) das Haus auf "Temperatur" gehalten werden kann.
Was ist die Erdwärme betrifft, sollte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung Klarheit verschaffen. Höhere Anfangsinvestitionen bedeuten nicht zwangsläufig das etwas ein Vermögen kostet. Solche Urteile sind mehrheitlich auf eine unreflektierte Beurteilung zurückzuführen.
Die Frage dürfte eher sein, ob Erdwärme bei euch Sinn macht.
Verfasst: Sa 2. Jan 2010, 22:37
Das sind gute und brauchbare Tipps von Euch, vielen Dank dafür.
Ich werde mich noch einmal wieder mehr mit der Holzscheitvergasung befassen. Das wäre dann die Alternative, oder? Bei uns macht es eben am meisten Sinn, weil wir so relativ günstig an das Holz bekommen.
Also entschuldigt bitte, wenn ich jetzt eine richtig blöde Frage stelle, aber so einen Holzscheitvergaser stelle ich dann eher in so einer Art Heizraum und weniger ins Wohnzimmer, oder? Ist ein Ofen oder Kamin zusätzlich dann noch sinnvoll oder eher Blödsinn (im Moment scheint mi das dann sehr überflüddig zu sein).
Ich werde mich in den nächsten Tagen noch einmel sehr mit diesem Thema befassen müssen, glaube ich
Verfasst: Sa 2. Jan 2010, 22:59
zum ersten Kennenlernen der Holzvergaser am besten mal die Infos der einschlägigen Hersteller er-googeln.
Zwischen Fröhling (Österreich) und Atmos (Tschechien) gibt es eine ziemliche Bandbreite und viele deutsche Anbieter haben lediglich Adaptionen im Angebot.
Die Preisunterschiede sind mitunter gewaltig.
Auf jeden Fall darauf achten, dass min. Scheite von 30 cm Länge eingefüllt werden können.
Verfasst: So 3. Jan 2010, 10:40
Natürlich gibt es keine blöden Fragen.
Der Holzvergaser würde in einem separaten Raum stehen, der am besten auch noch von außen zugänglich ist. Das erspart Dreck in der Wohnung und erleichtert auch das unterbringen der sonstigen Technik.
Ob zusätzliche Öfen oder ein Kamin dann noch sinnvoll sind, lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Das hängt von eurem Gesamtkonzept ab.
Da ja grundsätzlich nicht nur Heizenergie benötigt wird, sondern auch warmes Wasser, steht natürlich die Frage im Raum, wie Ihr die Warmwasserversorgung in der Übergangszeit und im Sommer gewährleisten wollt.
Da würde sich sicherlich eine solare Trinkwassererwärmung anbieten. Gerade in Verbindung mit einem Holzvergaser. Denkbar wäre aber auch ein zusätzlicher Kamin, der über Wassertaschen (Wärmetauscher) verfügt und für eine Wassererwärmung sorgt.
Das hätte natürlich im Sommer den Nachteil, das es in dem Kaminraum sehr warm ist.
Je nach zu beheizendem Volumen kann auch so ein Kamin in Verbindung mit einer solaren Trinkwassererwärmung ausreichend sein. Das hängt aber vom Objekt ab und eures dürfte dafür eher zu groß sein.
Eine weitere Möglichkeit ist die dezentrale Trinkwassererwärmung in Verbindung einer Stromerzeugung über PV.
Wie gesagt, es gibt eine Reihe von Möglichkeiten.
Verfasst: So 3. Jan 2010, 15:39
hmmh, ich glaube ich bin vom Bullerjan erst einmal ab und werde mal nachsehen, welche Scheitholzvergaser Sinn machen, das scheint mir die beste Alternative für uns zu sein.
Dann muß ich jetzt nur noch grübeln, wie ich Warmwasser im Sommer hole, werde das aber vermutlich über Strom reinholen, zumal wir im Dorf schon eine eigene Solaranlage haben.
Ich glaube, mit dem Scheitholsvergaser sind wir auch eher förderwürdig, als mit dem Bullerjan.
Die Küchenhexe finde ich dennoch toll, die wird dann vermutlich aber noch ein paar Jahre warten müssen
Jetzt werden die Scheitholzkessel mal miteinander verglichen. Irgendwo habe ich gelesen, dass die "Pufferspeicher" (ich hoffe, den Begriff habe ich richtig in Erinnerung) gut oder groß sein sollte.
Da unser Nachbar aber so etwas hat, werde ich den einfach mal ausfragen
Ihr habt wirklich gute Tipps. Dankeschön
Verfasst: Mo 4. Jan 2010, 12:50
Bei der Brauchwassererwärmung soll man sich einige Gedanken machen, denke ich. Man kann sich natürlich einen riesigen Speicher mit Solaranlage usw usw dafür hinstellen, dass man pro Tag die maximal pro Person nötigen ca. 50 l 60 Grd warmes Wasser (Mehr braucht man selbst als Vielduscher normalerweise nicht!) zur Verfügung hat. Nehmen wir einen 4-Personenhaushalt, als 200 l pro Tag, die um 50 Grad erwärmt werden müssen. Der Energiebedarf dafür beträgt 10.000 kcal, etwa 42.000 kJ, geteilt durch 3600 Sekunden macht etwa 12 kwh. Das entspricht weniger als einer Stunde alle Platten eines Elektroherdes auf voller Leistung oder einem guten Liter Öl oder ca. 4 kg trockenes Holz. Diese Energie kostet in Primärenergie (Gas, Öl) etwa 80 Cent, in "normalem" Strom etwa 2,50 Euro (Solarstrom ehrlich gerechnet aber mindestens etwa 8 Euro). Das ist eine Maximalzahl für einen Haushalt mit Kleinkindern!
Ein überdimensionierter Warmwasserspeicher gibt den allergrössten Teil der in ihm gespeicherten Wärme über Auskühlung ab. Wenn man Primärenergie einsetzt, ist also die Frage, ob man speichert oder nach Bedarf erzeugt, bei Solarenerige, ob die Kosten dafür in irgendeinem vernünftigen Verhältnis zu den möglichen Einsparungen stehen.
Ich habe mich bei der Renovierung unseres Gründerzeithauses auch dafür entschieden, die Warmwasserversorgung über elektronisch geregelte elektrische Durchlauferhitzer (ca. 450 Euro) vorzunehmen, die zusätzlich dadurch Warmwassersparen, dass man nicht lange bruacht, um die Temepratur einzuregulieren, sondern das Wasser sofort mit Wunschtemperatur aus dem Hahn fliesst. Das hat mir den Aufbau eines aufwendigen Warmwassernetzes (Verkalkung etc., kurze Lebensdauer!) erspart und auch noch den Betrieb einer Heizanlage in den 5 Sommermonaten. Eine Familie mit 2 Kleinkindern hat dann den Durchschnittswert von 10-12 kWh pro Tag wirklich erreicht, die anderen Mieter brauchten deutlich weniger (Ca. 3-5 kWh/Tag). Das war also wohl die wirtschaftlichste Lösung. Elektroheizungen sind zwar normalerweise (Nachtspeicher) energetisch ziemlicher Schwachsinn, können als Nischenlösungen aber durchaus sinnvoll sein.
Ich fürchte, wer da bei aller Solarförderung zuviel des guten tun will, schneidet oft im Effekt deutlich schlechter ab. Zumal ein Solarspeicher ja u.U. auch etwa 1 kWh Elektronergie pro Tag verbraucht (20 l warmes Wasser....) Erst rechnen - dann bauen!
Verfasst: Mi 6. Jan 2010, 10:52
Natürlich wird ein Speicher innerhalb einer Anlage nicht ausschließlich für die Bereitstellung von Trinkwasser errichtet. Bei Anlagen, die mehrheitlich auf regenerative Energieträger zurückgreifen ist das sogar nebensächlich, da die Hauptspeichermasse für die Bereitstellung der Wärmeenergie zur Verfügung stehen soll.
Insofern ist die Warmwassererzeugung eher ein Abfallprodukt.
Die Vor- und Nachteile der zentralen Warmwasserbereitung lassen sich wie nachfolgend zusammenfassen:
"Eine zentrale Versorgung bietet verschiedene Vorteile:
Die Warmwasserbereitung kann in die Zentral-Heizungsanlage eingebunden werden. Dadurch entstehen Kostenvorteile beim Brennstoffbezug und bei den Nebenkosten, wie Wartung, Hilfsenergiekosten und Gebühren für den Schornsteinfeger.
Ein hoher Wirkungsgrad moderner Wärmeerzeugung wird bei der Warmwasserbereitung meist ebenso erreicht
Ein Energieträgerwechsel oder eine Ergänzung (z.B. zusätzlicher Holzvergaserkessel) ist ohne Änderungen an der Warmwasserbereitung möglich.
Die Einbindung alternativer Wärmequellen (Solaranlage, Wärmepumpe) ist mit relativ geringem Aufwand möglich.
Da nur ein Speicher bzw. Durchlauferhitzer erforderlich ist, entstehen auch nur einmal Kosten für Wartung und Instandhaltung.
Die auf einen, großvolumigen Speicher bezogenen Verluste sind geringer als bei einer Vielzahl kleinerer Speicher, da das Verhältnis Oberfläche zu Volumen günstiger ist
Die Haustechnik kann an einem Ort konzentriert werden.
Der Gesamtverbrauch an Warmwasser ist mit einem Warmwasserzähler≡ einfach zu ermitteln, z.B. für vermietete Wohnungen.
Für die Warmwasserführung ist ein zweites Leitungsnetz erforderlich
Eine Zirkulationseinrichtung ist ggf. unumgänglich und verursacht zusätzliche Investitions- und Betriebskosten (Strom, Instandhaltung, Kostenaufwand für die Wärmedämmung der Rohrleitungen, Zeitschaltuhr usw.).
Es entstehen Wärmeverluste bei der Verteilung, die allerdings nur in der warmen Jahreszeit als unerwünschte Verluste zu betrachten sind.
Je nach Wasserqualität und Rohrmaterial entsteht zusätzlich Korrosion im Warmwassernetz.
Eine nachträgliche Installation eines zentralisierten Systems ist schwierig und kostenintensiv.
Längere Leitungswege führen zu etwas erhöhtem Wasserverbrauch, da erst mehr oder weniger größere Mengen Wasser bis zum Erreichen der gewünschten Zapftemperatur weglaufen." (Quelle http://www.heiz-tipp.de/ratgeber-522-zentral_oder_dezentral.html)
Zu der Berechnung des Energieverbrauches will ich mich gar nicht weiter auslassen. Nur soviel:
Ich halte es für sehr bedenklich "Solarstrom ehrlich gerechnet" mit einem fiktiven Wert anzugeben und das so unreflektiert stehen zu lassen. Wenn diese Aussage von Kraftwerksbetreibern kommt hätte ich keine andere Erwartungshaltung.
Diese unterschlagen natürlich die realen Kosten für die Bereitstellung von Strom nur all zu gerne. Dieser Preis ist über so viele Mechanismen auf dem Markt subventioniert, dass ich gar nicht wissen möchte, was eine kwh real kosten müsste. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur auf die Rekultivierung im Braunkohletagebau, den Transport und die Lagerung von Atommüll, die massive Subventionierung bei der Entwicklung von Atomreaktoren etc. erinnern.
Und noch ein letztes: Wenn selbst der Gesetzgeber erkannt hat, das Nachtspeicherheizungen energetischer Unsinn sind und diese mittelfristig von der Wärmebereitstellungslandschaft verschwinden sollen, weiß ich nicht was so eine Empfehlung soll. Solche Geräte dürften lediglich bei einer Insellösung Sinn machen, bei der Tagsüber der eigene Strom erzeugt wird und Nachts zur Verfügung stehen soll. Aufgrund des Wirkungsgrades von Nachtspeicherheizungen ist aber auch das Blödsinn, da über einen entsprechenden Speicher deutlich effektiver gehaushaltet werden kann.
Verfasst: Mi 6. Jan 2010, 19:23
Da gibt es wirklich erstaunlich viel zu berücksichtigen
Im Moment tendiere ich für Warm-Wasser jedoch immer noch die Variante Durchlauferhitzer, in Kombination mit dem Scheitholzkessel.
In dem Dorf ist eine Solaranlage eingerichtet worden, in die man einen Genossenschaftsanteil einzahlen kann, um sich einzukaufen, und darüber ist dann recht günstig der Strom zu beziehen. Bisher sind wir bei einem ökologischem Stromanbieter. Je nachdem, wie sich das mit der Genossenschaft dort rechnet, werden wir entweder unseren Strom über die Genossenschaft beziehen, oder unseren bisherigen Stromanbieter, der sich sehr stark in der Öffentlichkeit angagiert. Auf diese Weise würden wir zwar den Strom nutzen, würden damit aber dennoch nicht die Atomkraft fördern.
Hätte ich diese Möglichkeit nicht, würde ich mir vermutlich auch noch viel mehr den Kopf zerbrechen, wie ich das mit dem Warmwasser lösen könnte.
Verfasst: Do 7. Jan 2010, 13:44
Diese Gedanken haben wir uns auch lange und reichlich gemacht. Jetzt steht im ehemaligen Stall ein Holzvergaser der Firma Atmos mit 25 KW, inkl. 2 Pufferspeicher á 850 l. In der Übergangszeit, die je nach Wetterlage sehr lange dauern kann, heizen wir das komplette Haus mit einem 8 KW Heizeinsatz in der Diele und dem Kaminofen im Wohnzimmer (da fehlt ja dank Wirtschaftskrise noch immer unser Grundofen). Unseren Holzvergaser mussten wir in der jetzigen Heizperiode zum ersten Mal Mitte Dezember anheizen und erst jetzt, wo wir die heftigen Minusgrade haben, läuft er täglich mit 1 1/2 Füllungen. Dann sind aber auch die beiden Speicher auf über 90°C aufgeheizt, die Wärmeversorgung reicht somit gute 24 Std. weit. Bis dahin reichte es völlig, ihn alle 2-3 Tage anzuheizen. Die Räume werden mittels einer Fußheizleistenheizung erwärmt.
Die WW-Versorgung ist über Einzeldurchlauferhitzer an den Verbrauchstellen in der Küche und den beiden Bädern gelöst. Wobei vom großen Bad aus auch noch die Waschküche nebenan versorgt wird.
Wir sahen den Vorteil darin, dass wir keine Trinkwasserleitungen quer durchs Haus verlegen mussten und damit einen Wärmeverlust hinnehmen. Der andere Vorteil besteht für uns natürlich darin, dass wir im Sommer eben nicht Heizenergie verschleudern, nur um Warmwasser zum Duschen und Abwaschen zu haben. Solarenergie und andere regenerative Alternativen kamen für uns aus rechnerischen und technischen Gründen nicht in Frage.
Verfasst: So 11. Apr 2010, 19:11
Bei Holz(zentral)heizungen ist immer auch folgende Frage zu beantworten:
Wo und wie lagere ich das Holz?

References: § 4
 § 3
 § 3

§ 5

§ 22
 § 19

§ 25