Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201979,%20Seiten%201409
Timestamp: 2019-11-16 02:11:56+00:00

Document:
BGH, 23.03.1979 - V ZR 106/77 - dejure.org
BGH, 23.03.1979 - V ZR 106/77
https://dejure.org/1979,1039
BGH, 23.03.1979 - V ZR 106/77 (https://dejure.org/1979,1039)
BGH, Entscheidung vom 23.03.1979 - V ZR 106/77 (https://dejure.org/1979,1039)
BGH, Entscheidung vom 23. März 1979 - V ZR 106/77 (https://dejure.org/1979,1039)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1979,1039) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Nachbarrechtlicher Anspruch auf eine ortsübliche Einfriedigung
Rechtmäßigkeit einer Einzäunung aus senkrecht aneinandergereihten Eisenbahnschwellen - Entfernung einer Bodenerhöhung des Nachbargrundstücks im Grenzbereich - Anforderungen an eine ortsübliche Einfriedigung auf der Grenze zu einem Nachbargrundstück
Ortsübliche Einfriedigung
MDR 1979, 655
DB 1979, 2032
Hätte die Klägerin Anspruch auf eine derartige Einfriedung, so könnte sie nach § 1004 Abs. 1 BGB i.V. mit § 50 NachbG NW Beseitigung der schon errichteten Mauer verlangen, weil diese - abgesehen von deren Standort zu einem Teil auf der Grenze - das Erscheinungsbild der anzulegenden Grenzhecke unbestreitbar wesentlich stören würde (Senatsurt. v. 23. März 1979, V ZR 106/77, NJW 1979, 1409, 1410 und v. 23. November 1984, V ZR 176/83, NJW 1985, 1458, 1459 f; in diesem Sinne auch schon das Senatsurteil BGHZ 73, 272).
Das Erfordernis der Ortsüblichkeit im Sinne des § 35 Abs. 1 Satz 1 NachbG NW soll den Belangen der Nachbarn an einer ihnen auch optisch und ästhetisch zumutbaren Beschaffenheit der Einfriedung Rechnung tragen (BGHZ 73, 272, 275; Senatsurt. v. 23. März 1979, V ZR 106/77, NJW 1979, 1409, 1410).
Soweit die Revision dem Berufungsurteil entgegenhält, daß sich die Mauer nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand beseitigen lasse (vgl. Senatsurt. v. 23. März 1979, V ZR 106/77, NJW 1979, 1409, 1410 a.E.), weist sie nicht auf einen entsprechenden Tatsachenvortrag hin.
BGH, 23.11.1984 - V ZR 176/83
Ist eine vom ortsüblichen Erscheinungsbild wesentlich abweichende Einfriedigung bereits vorhanden, so kann der Grundstückseigentümer, der eine ortsübliche Einfriedigung herbeiführen will, nach der Senatsentscheidung vom 23. März 1979 (V ZR 106/77, NJW 1979, 1409) die Beseitigung der abweichenden Einfriedigung verlangen.
BGH, 21.09.2018 - V ZR 302/17
Verlangen der Beseitigung einer bereits vorhandenen Einfriedung von dem …
(1) Der Senat hat für das nordrheinwestfälische Nachbarrecht entschieden, dass der Grundstückseigentümer die Beseitigung einer vorhandenen, vom ortsüblichen Erscheinungsbild wesentlich abweichenden Einfriedung des Nachbarn verlangen kann, wenn und soweit dies zur Erfüllung seines Einfriedungsanspruchs nötig ist (Senat, Urteil vom 23. März 1979 - V ZR 106/77, NJW 1979, 1409, 1410).
Es bestimmt vielmehr im beiderseitigen Interesse auch die zweckgerechte und darüber hinaus die ihnen optischästhetisch zumutbare Beschaffenheit der Einfriedung, weil gerade in Bezug auf das äußere Erscheinungsbild einer Einfriedung die Interessen der Nachbarn häufig widerstreiten und die Nachbargesetze solche Streitigkeiten in angemessener Weise auszugleichen suchen (vgl. Senat…, Urteil vom 9. Fe- bruar 1979 - V ZR 108/77, aaO S. 275; Urteil vom 23. März 1979 - V ZR 106/77, NJW 1979, 1409, 1410; für eine Grenzeinrichtung nach § 921 BGB vgl. Senat…, Urteil vom 20. Oktober 2017 - V ZR 42/17, NZM 2018, 245 Rn. 18).
Die (vollständige) Beseitigung der Metallwand kann die Klägerin nämlich nur verlangen, wenn dies zur Erfüllung der gesetzlichen Einfriedungspflicht nötig ist, etwa weil die Metallwand die zu errichtende ortsübliche Einfriedung in ihrem Erscheinungsbild völlig verändern würde, diese also den Charakter als ortsübliche Einfriedung verlöre (vgl. Senat, Urteil vom 9. Februar 1979 - V ZR 108/77, BGHZ 73, 272, 274, 275; Urteil vom 22. Mai 1992 - V ZR 93/91, NJW 1992, 2569;… Urteil vom 17. Januar 2014 - V ZR 292/12, NJW-RR 2014, 973 Rn. 18), oder weil die ortsübliche Einfriedung nicht ohne Beseitigung der Metallwand errichtet werden könnte (vgl. Senat, Urteil vom 23. März 1979 - V ZR 106/77, NJW 1979, 1409, 1410).
Es kann sogar ein Vergleich bloß mit der engeren, in Sichtweite gelegenen Umgebung angebracht sein, wenn dort nach Art der Grundstücke vergleichbare Verhältnisse bestehen, da das Erfordernis der "Ortsüblichkeit" im Sinne des Nachbarrechts nur den Belangen der Nachbarn an einer ihnen auch optisch und ästhetisch zumutbaren Beschaffenheit der Einfriedung Rechnung tragen soll (BGH, Urteil vom 22.05.1992, Az.: V ZR 93/91, u.a. in: NJW 1992, Seiten 2569 f.; BGH, Urteil vom 23.03.1979, Az.: V ZR 106/77, u.a. in: NJW 1979, Seiten 1409 f.; BGH, Urteil vom 09.02.1979, Az.: V ZR 108/77, u.a. in: NJW 1979, Seiten 1408 f.; OLG Naumburg, Urteil vom 22.07.2014, Az.: 12 U 192/13, u.a. in: "juris"; OLG Köln, Urteil vom 11.11.1992, Az.: 27 U 83/90, u.a. in: WuM 1993, Seiten 77 f.; LG Potsdam, Urteil vom 29.05.2015, Az.: 1 S 35/12; LG Bochum, Urteil vom 17.03.1992, Az.: 9 S 497/91, u.a. in: NJW-RR 1992, Seite 913; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 05.08.2015, Az.: 34 C 93/12, u.a. in: Grundeigentum 2015, Seiten 1227 ff.; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 06.07.2012, Az.: 34 C 97/11).
Mobiler Elektro-Weide-Zaun als Grundstückseinfriedung?
Es kann sogar ein Vergleich bloß mit der engeren, in Sichtweite gelegenen Umgebung angebracht sein, wenn dort nach Art der Grundstücke vergleichbare Verhältnisse bestehen, da das Erfordernis der "Ortsüblichkeit" im Sinne des Nachbarrechts nur den Belangen der Nachbarn an einer ihnen auch optisch und ästhetisch zumutbaren Beschaffenheit der Einfriedung Rechnung tragen soll (BGH, Urteil vom 22.05.1992, Az.: V ZR 93/91, u. a. in: NJW 1992, Seiten 2569 f.; BGH, Urteil vom 23.03.1979, Az.: V ZR 106/77, u. a. in: NJW 1979, Seiten 1409 f.; BGH, Urteil vom 09.02.1979, Az.: V ZR 108/77, u. a. in: NJW 1979, Seiten 1408 f.; OLG Naumburg, Urteil vom 22.07.2014, Az.: 12 U 192/13; OLG Köln, Urteil vom 11.11.1992, Az.: 27 U 83/90, u. a. in: WuM 1993, Seiten 77 f.; LG Potsdam, Urteil vom 29.05.2015, Az.: 1 S 35/12; LG Bochum, Urteil vom 17.03.1992, Az.: 9 S 497/91, u. a. in: NJW-RR 1992, Seite 913; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 06.07.2012, Az.: 34 C 97/11).
Können sich Grundstücksnachbarn insofern - wie hier - nicht auf die Art und Höhe der Einfriedung einigen, muss dann aber auch nur ein etwa 1, 25 m hoher Zaun aus Maschendraht errichtet werden (AG Berlin-Wedding, Urteil vom 12.04.1996, Az.: 3a C 335/95, u. a. in: Grundeigentum 1996, Seiten 679 ff.), so dass die Beklagten vorliegend auch nur verpflichtet sind, einen etwa 1, 25 m hohen Zaun aus Maschendraht als Einfriedung auf ihrem Grundstück - und somit nicht auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze der Prozessparteien oder gar auf dem Grundstück des Klägers - zu errichten (BGH, Urteil vom 11.10.1996, Az.: V ZR 3/96, u. a. in: NJW-RR 1997, Seiten 16 f.; BGH, Urteil vom 23.03.1979, Az.: V ZR 106/77, u. a. in: NJW 1979, Seiten 1409 f.; LG Potsdam, Urteil vom 29.05.2015, Az.: 1 S 35/12; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 06.07.2012, Az.: 34 C 97/11; AG Berlin-Wedding, Urteil vom 12.04.1996, Az.: 3a C 335/95, u. a. in: Grundeigentum 1996, Seiten 679 ff.).
Vielmehr ist diese Einfriedung auf dem Grundstück der Beklagten zu errichten und genügt ein hinreichender räumlicher Bezug zu der Grundstücksgrenze (BGH, Urteil vom 11.10.1996, Az.: V ZR 3/96, u. a. in: NJW-RR 1997, Seiten 16 f.; BGH, Urteil vom 23.03.1979, Az.: V ZR 106/77, u. a. in: NJW 1979, Seiten 1409 f.; OLG Hamm, Beschluss vom 26.03.2007, Az.: 15 W 131/06, u. a. in: ZMR 2008, Seiten 227 f.; LG Potsdam, Urteil vom 29.05.2015, Az.: 1 S 35/12; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 06.07.2012, Az.: 34 C 97/11).
Nimmt der Schuldner die Wahl im Falle seiner Verurteilung nicht vor dem Beginn der Zwangsvollstreckung vor, so kann der Anspruchsberechtigte die Zwangsvollstreckung gem. § 264 Abs. 1 BGB nach seiner Wahl auf die eine oder andere Art der Einfriedigung richten (BGH, Urteil vom 23.03.1979 - V ZR 106/77, juris Rz. 19, WM 79, 655; BGH…, Urteil vom 22.05.1992 - V ZR 93/91, juris Rz. 8, WM 92, 1669;… Schäfer, Nachbarrechtsgesetz für Nordrhein-Westfalen, 16. Aufl., § 35 Rz. 3).
OLG Frankfurt, 07.11.1996 - 15 U 173/95
Verjährung des nachbarrechtlichen Anpruchs auf Rückschnitt einer Hecke
Mit diesem Anspruch, eine ortsübliche Einfriedigung anzubringen, korrespondiert aber der Anspruch des Nachbarn, dass nicht neben eine solche Einfriedigung eine weitere, andersartige gesetzt wird (BGHZ 73, 272 - 275; BGH NJW 1979, 1409 f.;… Hodes/Dehner a.a.O. § 15 Rdnr. 1).
OLG Köln, 13.02.1998 - 16 Wx 3/98
Unzulässigkeit einer Sichtschutzwand
Dabei ist anerkannt, daß eine Grenzeinrichtung auch in ihrem Erscheinungsbild vor Beeinträchtigungen durch den Nachbarn geschützt ist (vgl. BGH NJW 85, 1458 und 79, 1409;… BayObLG a.a.O.).
hat (vgl. BGHZ 73, 272; BGH NJW 79, 1409); kann dabei im Ergebnis auf sich beruhen.
OLG Naumburg, 22.07.2014 - 12 U 192/13
Nachbarschaftsrecht in Sachsen-Anhalt: Einfriedungsanspruch des Nachbarn eines …
Das Erfordernis der Ortsüblichkeit im Sinne des § 23 NbG LSA soll den Belangen der Nachbarn an einer ihnen auch optisch und ästhetisch zumutbaren Beschaffenheit der Einfriedung Rechnung tragen (z. B. BGH NJW 1992, 2569; BGHZ 73, 272, 275; BGH NJW 1979, 1409, 1410).
LG Kleve, 18.01.2008 - 5 S 114/07
Beseitigung eines Lamellenzauns; Grundstücksgrenze; Nachbarschaft

References: § 1004
 § 50
 § 35
 § 921
 § 264
 § 35
 BGH 
 § 15
 BGH 
 BGH 
 § 23
 BGH 
 BGH