Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_IV/j510.htm
Timestamp: 2019-05-20 07:36:34+00:00

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510. Die Erzählung von Ayoghara (Ayoghara-Jataka)
Als nun der König merkte, dass die Leibesfrucht der Königin zur Reife gelangt war, ließ er das Erzhaus herrlich schmücken und ging mit ihr in das Erzhaus hinein. Hier gebar sie einen Sohn, der die Kennzeichen des Glückes und der Tugend an sich trug; und man gab ihm den Namen Prinz Ayoghara (= „Erzhaus“). Nachdem ihn der König den Ammen übergeben und eine starke Wache dort verteilt hatte, fuhr er mit der Königin von rechts um die Stadt und stieg wieder in seinen reich gezierten Palast hinauf. — Als aber die Dämonin in ihrem Wunsche nach Wasser einmal fortging und von dem Wasser des Vessavana [2] nahm, verlor sie dabei das Leben. —
§1. „Wenn eine Nacht zum ersten Male
im Mutterschoß geruht der Knabe,
entgeht man drum dem Altern und dem Tod;
unter Geburt und Tod hier leidet alles.
§3. Ein vierteiliges [6] Heer, furchtbar zu schauen,
die Reichsfürsten besiegen und bezwingen;
den Tod jedoch können sie nicht besiegen.
§4. Von Elefanten, Pferden, Wagen, Fußvolk
umgeben können viele sich befreien,
doch können sie sich nicht vom Tode retten.
§5. Mit Elefanten, Pferden, Wagen, Fußvolk
zerstören und vernichten tapfre Helden,
den Tod jedoch können sie nicht zerstören.
§6. Zornige Elefanten vor Wut schäumend
zertreten ganze Städte, töten Leute,
den Tod jedoch können sie nicht zertreten.
§7. Die Bogenschützen, die geschickten, klugen,
die weithin treffen, auf das Auge zielen,
sie können dennoch nicht den Tod verwunden.
§8. Seen vergehn mit Felsen und mit Wäldern,
nach langer Zeit vergeht das alles hier
und alles wird zerstört im Lauf der Zeiten;
§10. Wie Früchte von dem Baum die Menschen fallen
jung sowie alt durch ihres Leibs Zerstörung,
Frauen und Männer in des Lebens Mitte;
§11. Nicht glänzt dies Leben wie der Sterne König [8],
denn was verschwunden, das kehrt nicht zurück;
für 's Alter bleibt nicht Freude mehr noch Glück.
§12. Dämonen und Unholde und Gespenster
mit ihrem Atem töten sie voll Zorn die Menschen;
mit ihrem Atem können sie den Tod nicht töten.
§13. Dämonen und Unholde und Gespenster
kann man, auch wenn sie zornig sind, versöhnen;
den Tod jedoch, ihn kann man nicht versöhnen.
§14. Die Übeltäter, Feinde und Verletzer
die Kön'ge strafen, wenn von Schuld sie hören;
den Tod zu strafen sind sie nicht im Stande.
§15. Die Übeltäter, Feinde und Verletzer
können die Kön'ge auch mit sich versöhnen;
den Tod jedoch können sie nicht versöhnen.
§16. Die Krieger nicht und auch nicht die Brahmanen,
die Reichen nicht und die durch Kraft Berühmten,
nicht finden Mitleid sie beim Herrn des Todes;
§17. Die Löwen, Tiger und Panter besiegen,
wer ihnen widersteht, und fressen ihn;
den Tod jedoch können sie nicht verzehren.
§18. Die Gaukler, die in dem Theater spielen,
täuschen die Augen aller Zuschauer;
den Tod jedoch, ihn können sie nicht täuschen.
§19. Die Giftschlangen voll Zorn mit starkem Gifte,
sie beißen Menschen und sie töten sie;
doch nicht vermögen sie den Tod zu beißen.
§20. Wenn die Giftschlangen in der Wut gebissen,
so machen Ärzte unwirksam ihr Gift;
nicht können sie dies bei des Todes Gift.
§21. Dhammantari, Vetarani und Bhoja [9]
machten das Gift der Schlangen unwirksam;
doch sind sie tot, man hört nur noch von ihnen.
§22. Die Zauberer, die starken Zauber kennen,
machen sich unsichtbar durch ihre Mittel;
des Todes Blick jedoch sie nicht entgehen.
Drum ist es mein Beschluss: ich lebe heilig.
§23. Tugend fürwahr beschützt den Tugendhaften,
die wohl gepflegte Tugend bringt das Glück.
Dies ist der Nutzen wohl gepflegter Tugend:
nicht kommt zu Strafen [10], wer in Tugend lebt [11].
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen und hinzugefügt hatte: „So, ihr Mönche, hat auch früher schon der Vollendete die große Weltentsagung betätigt“, verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals waren die Eltern die Familie des Großkönigs, die Versammlung war die Buddhaschar, der weise Ayoghara aber war ich.“
vom Fötus kommt der Embryo;
vom Embryo entsteht das Fleisch
und aus dem Fleisch entsteht das Feste;
vom Festen darauf Leib und Schenkel,
Haupthaare, Körperhaar und Nägel.
[10] Gemeint sind die oben am Ende des Jataka 509 genannten vier Strafexistenzen. [Hölle, Tiere, büßende Geister, Dämonen]
[11] Diese Strophe steht auch in der Einleitung zum Jataka-Buche (bei Fausböll Band I, S. 31), sowie in den Theragatha 303, und im Kommentar zum Dhammapadam S. 126.

References: §1

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16

§17

§18

§19

§20

§21

§22

§23