Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NVwZ%201997,%20171
Timestamp: 2019-03-26 23:34:27+00:00

Document:
BVerwG, 12.02.1996 - 4 A 38.95 - dejure.org
Fernstraßen - Einwendungsausschluss
FStrG § 17 Abs. 4 S. 1
BVerwG, 11.12.1995 - 4 A 38.95
BVerwG, 15.03.1996 - 4 A 38.95
BVerwG, 25.03.1996 - 4 A 38.95
BVerwG, 04.04.1996 - 4 A 38.95
BVerwG, 19.04.1996 - 4 A 38.95
BVerwG, 14.06.1996 - 4 A 38.95
BVerwG, 11.09.1996 - 4 A 38.95
NVwZ 1997, 171
DVBl 1996, 684
DÖV 1996, 608
Das Vorbringen muss so konkret sein, dass die Planfeststellungsbehörde erkennen kann, in welcher Weise sie bestimmte Belange einer näheren Betrachtung unterziehen soll (Beschluss vom 12. Februar 1996 - BVerwG 4 A 38.95 - NVwZ 1997, 171; Urteil vom 30. Januar 2008 - BVerwG 9 A 27.06 - NVwZ 2008, 678 ).
Die Einwendungsfrist besitzt für das gerichtliche Verfahren, das einem Planfeststellungsverfahren folgt, materiellrechtlichen Charakter (BVerwG, Beschluß vom 12. Februar 1996 - BVerwG 4 A 38.95 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 109 = DVBl 1996, 684).
Das Anhörungsverfahren dient nicht nur der wechselseitigen Unterrichtung, sondern auch der streitbefriedigenden Erörterung (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Mai 1995 - BVerwG 4 A 38.95 - DVBl 1997, 51).
Allerdings wird die Klägerin gehindert, im Klageverfahren neue tatsächliche Gründe vorzutragen, aus denen sich nach ihrer Ansicht die Rechtswidrigkeit des angegriffenen Planfeststellungsbeschlusses ergeben soll (vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Mai 1996 - BVerwG 4 A 38.95 - a.a.O.).
Der Betroffene bestimmt daher mit seinem (fristgemäßen) Tatsachenvortrag - sowohl im Einwendungsschreiben als auch im Klagevortrag - die Ermittlungs- und Prüfungsintensität der Planfeststellungsbehörde und der Gerichte (BVerwG, Urteil vom 24. Mai 1996 - BVerwG 4 A 38.95 - DVBl 1997, 51 = UPR 1996, 386).
Der Einwendungsausschluss erstreckt sich auch auf das gerichtliche Verfahren (stRspr; u.a. BVerwG, Beschl. v. 12.02.1996 -4VR19.95-, NVwZ 1997, 171 ; zuletzt rt. v. 30.01.2008 - 9 A 27.06 -, NVwZ 2008, 678 ; OVG Bremen, zuletzt rt. v. 13.01.2005 -1 D 224/04- ; speziell zu § 29 Abs. 4 PBefG : VGH Baden-Württemberg, rt. v. 01.04.2003 - 5 S 748/02 -, DöV 2003, 910 ).
Die Behörden müssen erkennen können, in welcher Weise sie bestimmte Belange einer näheren Betrachtung unterziehen sollen (BVerwG, Beschl. v. 12.02.1996 - 4 VR 19.95 -, NVwZ 1997, 171 , rt. v. 30.01.2008 -9A27.06-, NVwZ 2008, 678 ).
110 vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Mai 1996 - 4 A 38.95 , NVwZ 1997, 489, Beschluss vom 12. Februar 1996 - 4 A 38.95 , NVwZ 1997, 171.
Der neue Eigentümer eines Grundstücks ist nämlich mit den auf das Grundstück bezogenen Einwendungen ausgeschlossen, wenn sein Rechtsvorgänger keine fristgerechten Einwendungen erhoben hat (BVerwG…, Beschluss vom 27. Oktober 1997 - 11 VR 4.97 -, juris, Rn. 11, Beschluss vom 12. Februar 1996 - 4 A 38.95 -, juris, Rn. 33;… OVG Nordrhein-Westfalen, a.a.O., juris, Rn. 93).
Eine unzumutbare Verkürzung berechtigter Belange der davon Betroffenen stellt die auferlegte Mitwirkungslast nicht dar (so ausdrücklich BVerwG, Beschluss vom 12. Februar 1996 - 4 A 38/95 -, NVwZ 1997, 171 zu § 17 Abs. 4 FStrG a.F).
84 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Mai 1996 - 4 A 38.95 , NVwZ 1997, 489, Beschluss vom 12. Februar 1996 - 4 A 38.95 , NVwZ 1997, 171.85 Die Rüge fehlender sachlicher Entscheidungskompetenz der Bezirksregierung unterfällt dem nicht.
Die Vorschrift normiert eine materielle Verwirkungspräklusion, die sich nach Wortlaut sowie Sinn und Zweck der Regelung auch auf ein nachfolgendes verwaltungsgerichtliches Verfahren erstreckt, in dem sie als zwingendes Recht von Amts wegen zu beachten ist (vgl. BVerwG, Beschl. v. 12.02.1996 - 4 A 38.95 - NVwZ 1997, 171 sowie ständige Rechtsprechung des erkennenden Senats).
Zu der dem Betroffenen mit dem Einwendungsausschluss auferlegten Mitwirkungslast gehört es, dass seine Einwendungen zumindest erkennen lassen, welche seiner Rechtsgüter er als gefährdet ansieht; er muss diese Rechtsgüter bezeichnen und die Beeinträchtigungen darlegen; die Einwendungen müssen erkennen lassen, in welcher Hinsicht Bedenken gegen die Planung - aus der Sicht des Einwenders - bestehen könnten; das Vorbringen muss so konkret sein, dass die Planungsbehörde erkennen kann, in welcher Weise sie bestimmte Belange einer näheren Betrachtung unterziehen soll (vgl. BVerwG, Beschl. v. 12.02.1996 - 4 A 38.95 - a.a.O.).
Sie bewirkt einen materiell-rechtlichen Rechtsverlust (BVerwG, B.v. 12.2.1996 - 4 A 38/95 - NVwZ 1997, 171/172; BVerwG, U.v. 24.5.1996 - 4 A 38/95 - NVwZ 1997, 489;… Gärditz in: ders., VwGO, 1. Aufl. 2013, § 42 Rn. 104) und möglicherweise auch einen prozessualen Ausschluss ihrer Klagebefugnis (…vgl. Happ in: Eyermann, 13. Aufl. 2010, § 42 Rn. 106); letzteres kann hier offen bleiben.
Der Ausschluss nicht rechtzeitig innerhalb der Einwendungsfrist erhobener Einwendungen begegnet insbesondere auch am Maßstab der Rechtsweggarantie des Art. 19 Abs. 4 GG keinen verfassungsrechtlichen Bedenken, weil die Rechts- und Planungssicherheit bei Großvorhaben von triftigen öffentlichen Interessen getragen wird (vgl. BVerwG, B.v. 12.2.1996 - 4 A 38/95 - NVwZ 1997, 171/172; BVerfG, B.v. 8.7.1982 - 2 BvR 1187/80 - BVerfGE 61, 82/110 ff.).
Die Planfeststellungsbehörde muss an Hand des Vorbringens zumindest erkennen können, in welcher Weise sie bestimmte Belange einer näheren Betrachtung unterziehen soll (vgl. BVerwG, B.v. 12.2.1996 - 4 A 38/95 - NVwZ 1997, 171/172).
Das Vorbringen muss so konkret sein, dass die Planfeststellungsbehörde erkennen kann, in welcher Weise sie bestimmte Belange einer näheren Betrachtung unterziehen soll (BVerwG, Beschluss vom 12. Februar 1996 - BVerwG 4 A 38.95 - Buchholz 407.4 § 17 FStrG Nr. 109).
VG München, 10.02.2014 - M 1 SN 13.5660
Materielle Präklusion; Voraussetzungen einer Bekanntmachung im Internet
BVerwG, 09.06.2004 - 9 A 16.03
VGH Hessen, 17.06.1997 - 14 TG 2673/95
Dinglicher Verwaltungsakt - Einzelrechtsnachfolge - Eintritt in ein schwebendes …
BVerwG, 11.05.2010 - 7 VR 2.09
Eisenbahnrechtliche Planfeststellung; Ausschluss von Einwendungen; Anforderungen …
BVerwG, 04.08.2011 - 9 B 33.11
Neubau einer Bundesstraße; Einwendungen Privater wegen Verletzung des …
VGH Bayern, 04.06.2003 - 22 CS 03.1109
Materielle Präklusion bei unsubstantiierten Einwendungen im …
BVerwG, 05.05.1999 - 4 VR 20.98
Aufschiebende Wirkung einer Anfechtungsklage gegen einen …
VGH Baden-Württemberg, 16.06.1998 - 10 S 909/97
Ersetzung abfallrechtlicher Planfeststellung durch immissionsschutzrechtliche …
OVG Schleswig-Holstein, 13.03.1996 - 4 K 29/95
Landesnaturschutzverband; Beteiligtenrechte; Substantiierung; …
OVG Schleswig-Holstein, 17.03.1998 - 4 K 26/94
BVerwG, 02.03.2001 - 4 B 12.01
Verletzung von Landesrecht bei der Zulassung der Revision - Anforderungen an den …
BVerwG, 02.03.2001 - 4 B 13.01
Voraussetzungen für die Annahme einer Präklusion - Rüge der Einstufung einer …
VGH Baden-Württemberg, 22.03.1996 - 8 S 3060/95
Wasserrechtliche Planfeststellung: Einwendungsausschluß iSv WasG BW § 107 Abs 2; …
BVerwG, 17.07.2003 - 9 VR 15.03
Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen einen …
OVG Rheinland-Pfalz, 20.05.1999 - 1 A 12285/98
Materielle Verwirkungspräklusion; Einwendungsbegriff; Planfeststellung
BVerwG, 05.08.2002 - 4 A 9.02
VGH Baden-Württemberg, 29.07.1999 - 5 S 357/99
Eigentumserwerb nach Ablauf der Einwendungsfrist im Planfeststellungsverfahren
BVerwG, 07.06.1996 - 11 VR 27.95
BVerwG, 07.06.1996 - 11 VR 28.95
VG Ansbach, 11.02.1999 - AN 4 K 98.01394
Rechtsanspruch der Nachbarn auf das Unterlassen der Erweiterung des Städtischen …
VG München, 26.02.2013 - M 2 K 13.780
Wasserrecht; Planfeststellung; Präklusion von Einwendungen
OVG Rheinland-Pfalz, 23.01.1998 - 1 A 12147/96

References: § 17
 § 17
 § 29
 § 17
 § 42
 § 42
 Art. 19
 § 17
 § 107