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Timestamp: 2017-06-25 05:29:18+00:00

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Strafrechtsklausur – Dezember 2011 – 1.Staatsexamen NRW | Juraexamen.info
Strafrechtsklausur – Dezember 2011 – 1.Staatsexamen NRW |
Wir danken Katharina für die Zusendung eines Protokolls der heute in NRW im Strafrecht gelaufenen Klausur.
A findet im Stadtpark einen Gepäckschein, den C zuvor verloren hatte und nimmt diesen an sich und sucht den Gepäckschalter des V auf, um den Schein einzulösen. Der Schein ist feucht und schmutzig, weshalb V zunächst nachfragt, ob dieser denn wirklich noch „gültig“ sei. A vergewissert dies und fordert „sein Gepäckstück“ heraus. Daraufhin händigt V den Koffer des C an A aus. In dem Koffer befinden sich neben wertlosen Gegenständen 2 sehr wertvolle, hochwertige Anzüge. Da kommt A die Idee für einen großen Coup.
Gemeinsam mit seinem eingeweihten Freund F mietet er sich einen Sportwagen und fährt damit bei dem Juweliergeschäft des J vor. A und F tragen die teuren Anzüge aus dem Koffer des C, A hat sich zudem den rechten Arm eingipsen lassen, um vorzugeben dieser sei gebrochen. A gibt sich als „Justus Prinz von und zu“ aus und F als seinen britischen Privatsekretär, der leider kein Wort Deutsch sprechen könne. J ist von der Aufmachung beeindruckt und nimmt A und F deren Maskerade ab. A gibt nun vor ein besonders wertvolles Schmuckstück für seine Frau erwerben zu wollen und lässt sich ein teures Armband im Wert von 75.000 Euro von J zeigen. A gibt vor dies kaufen zu wollen und zu diesem Zweck von F das nötige Geld aus seinem Tresor holen zu lassen. Dazu will er eine Anweisung an seine Frau schreiben. Da sein rechter Arm jedoch eingegipst ist und sein „Privatsekretär“ kein Deutsch spricht, bittet er J für ihn das Schreiben anzufertigen. So diktiert er dem J : „Mein liebevolles Raubkätzchen, sei doch so gut und hole aus dem Tresor 75.000 von meinem Geld, ich benötige dies für eine liebevolle Überraschung. Dein Justus“
A schickt F mit diesem Schreiben sofort los, angeblich zu seiner Frau. In Wirklichkeit soll F damit zu der Ehefrau des Juwelier J, der E fahren. A hatte zuvor erfahren, dass J, der mit Vornamen Justus hieß, seine Ehefrau immer Kätzchen zu nennen pflegte. F überreicht E, wie von Anfang an geplant, das Schreiben. Diese erkennt die Handschrift ihres Mannes und holt sofort 75.000 aus dem Tresor, in Vorfreude auf das Geschenk. Dieses Geld bringt F sodann zu A, welcher damit das Armband bezahlt und dieses von J ausgehändigt bekommt.
Später teilen A und F, wie geplant den Erlös aus dem Weiterverkauf des Armbandes untereinander auf. Den teuren Anzug darf F behalten. Diesen verkauft er später gewinnbringend weiter.
Wie haben sich A und F nach dem StGB strafbar gemacht?
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Der Fall lief heute mit minimalen Unterschieden so auch in HH (der Gepäckschein wurde vor einem Einkaufszentrum gefunden).
Der letzte Satz zum „teuren Anzug“ den F behalten durfte, fehlte;
folgender Bearbeitervermerk:
Strafbarkeit A & F nach StGB
§§ 246 und 259 StGB waren nicht zu prüfen
Strafanträge waren als gestellt anzunehmen
Ausführungen zu Konkurrenzen sollten keine erfolgen
Oh man….ich hoffe, dass ich nicht mal wieder den Bearbeitervermerk überlesen habe, passt mir manchmal im Eifer des Gefechts 🙁
Ich meine aber, das eine solche Einschränkung bei uns nicht stand. Jemand aus NRW hier, der das bestätigen kann?
Hab in NRW geschrieben und bei uns stand der Bearbeitungsvermerk nicht 😉
Danke! Dann war das ganze in HH doch ein ganzes Stück weniger Arbeit als bei uns…..gerade § 246 ging doch im ersten Teil durch?!
Denke auch, dass Eure Klausur in NRW dann noch etwas mehr Zeitdruck aufgebaut hat…
lasimir
wie habt ihr den Fall gelöst?
Wann wird in HH Ö-Recht geschrieben? Der Plan im Internet auf dem Justizportal stimmt ja nicht ganz. Da wurde laut Plan StGB am Montag geschrieben, tatsächlich wurde aber mit NRW am Dienstag geschrieben?!
Der Teil um den Gepäckschein war an sich machbar, hier mein Vorschlag:
§ 242 am Gepäckschein (-) da C Gewahrsam verloren hat
§ 246 am Gepäckschein (+) nicht schon mit bloßen Aufheben, aber mit Einlösen am Gepäckschalter
§ 263 gg und zum Nachteil des V: (-) unabhängig ob überhaupt Irrtum, jedenfalls kein Schaden bei V, da V gem § 808 BGB frei wurde
§ 263 gg V zum Nachteil C (-) Irrtum war zu problematisieren, anfängliche Zweifel bezogen sich nicht auf Berechtigung sondern auf Gültigkeit des Scheins, dann fraglich ob sich V bei Legitimationspapier überhaupt Gedanken über Berechtigung macht, da so oder so frei wird
Im Ergebnis Irrtum (-)
In Hamburg haben wir Montag ÖR I, Dienstag (mit NRW) StrafR und gestern ÖR II geschrieben
Oh echt? dann mal her mit den Sachverhalt von ÖR II ^^
§ 808 BGB dürfte hier nicht greifen, da nach hM der Gepäckschein ein bloßes Beweiszeichen und gerade kein Inhaberpapier ist.
aber der Gepäckschein unterfällt § 807!
Nach hM werden diese auch nicht von § 807 umfasst (siehe MüKo, Jaunernig, etc.)
2cartmen
Ich habe diesen Sachverhalt als haarsträubend abwegig empfunden und mich ein wenig geärgert. Vom Realitätsgrad liegt die Klausur nicht weiter hinter so einem SAchverhalt: A fliegt auf dem Mond um die Amerikanische Flagge abzunehmen-Er bittet B ihm das Raumschiff dafür zu bauen, weil er selbst zwar Raumfahrtsingenieur ist, aber einen gebrochenen Arm hat. B baut ihm das Raumschiff und denkt allerdings, er baut ein U-Boot um damit die versunkene Stadt Atlantis wiederzufinden.Seine Mutter hat die dafür nötigen Materialien in der Gartenlaube versteckt-Strafbarkeit der Beteiligten?
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Bitte schreibt doch mal etwas zum zweiten TK!!!
Ich schrieb die Klausur beim OLG Köln mit und erzielte 11 Punkte.
Ich hatte den Gepäckschein als Inhaberkarte (807 BGB iVm 793 I BGB) eingestuft, und hatte, soweit ich mich erinnere, bei der Vorlage dieses Gepäckscheins einen Irrtum des Mitarbeiters -und damit den Betrug zum Nachteil des C- bejaht.

References: § 246

§ 242

§ 246

§ 263
 § 808

§ 263

§ 808
 § 807
 § 807