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Timestamp: 2016-10-20 21:27:39+00:00

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8C_352/2015 (24.09.2015)
8C_352/2015, 8C_353/2015 � � Urteil vom 24. September 2015
Helsana Versicherungen AG, Recht, Postfach, 8081 Z�rich Helsana,
Die 1973 geborene A.________ ist seit April 1996 beim Betagtenheim B.________ als Pflegefachfrau angestellt und damit bei der AXA Versicherungen AG (im Folgenden: AXA), Winterthur, obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 6. Dezember 2011 rutschte die Versicherte auf einer Treppe aus, st�rzte und verletzte sich an der linken Schulter (Unfallmeldung UVG vom 13. Dezember 2011). Die AXA erbrachte die gesetzlichen Leistungen (Heilbehandlung; Taggeld). Nach diversen medizinischen Abkl�rungen holte sie die Stellungnahme des Dr. med. C.________, Facharzt FMH f�r Chirurgie, Sportmedizin SGSM, Leiter medizinischer Dienst Region D.________, vom 2. Mai 2013 ein. Demnach erlitt die Versicherte im Jahre 1991 eine Schulterluxation links, nicht aber beim Unfall vom 6. Dezember 2011, zumal auf dem MRI (magnetic resonance imaging) vom 9. Dezember 2011 keine frischen strukturellen L�sionen sichtbar geworden seien; m�glich sei, dass die Versicherte eine Schulterdistorsion erlitt, deren Folgen sp�testens sechs Monate nach dem 6. Dezember 2011 als abgeheilt zu betrachten seien. Mit Verf�gung vom 8. Mai 2013 hielt die AXA fest, ab 1. Juni 2012 bestehe zufolge Erreichen des Status quo sine kein Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung mehr. Die von der Versicherten und ihrem Krankenversicherer, Helsana Versicherungen AG (im Folgenden: Helsana), Z�rich, erhobenen Einsprachen lehnte die AXA ab (Einspracheentscheid vom 18. September 2013.
A.________ l�sst Beschwerde f�hren und beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die AXA zu verpflichten, die Leistungen �ber den 1. Juni 2012 hinaus zu erbringen; eventualiter sei die Angelegenheit zu weiteren medizinischen Abkl�rungen an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Die Helsana verweist auf die im Verfahren 8C_352/2015 gemachten Ausf�hrungen. Die AXA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Helsana f�hrt ebenfalls Beschwerde und beantragt, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids habe die AXA die gesetzlichen UVG-Leistungen zu erbringen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung zur�ckzuweisen.
A.________ l�sst beantragen, die Beschwerde sei gutzuheissen. Die AXA schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Gesundheit verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Da den beiden Beschwerden derselbe Sachverhalt zugrunde liegt, sich die gleichen Rechtsfragen stellen und die Rechtsmittel den n�mlichen Entscheid betreffen, rechtfertigt es sich, die beiden Verfahren zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen (BGE 128 V 124 E. 1 S. 126).
2.1.�Die Beschwerde kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist somit weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (vgl. BGE 132 II 257E. 2.5 S. 262; 130 III 136E. 1.4 S. 140). Gem�ss Art. 42 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde hinreichend zu begr�nden, andernfalls wird darauf nicht eingetreten (Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG). Das Bundesgericht pr�ft grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen; es ist nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu pr�fen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr vorgetragen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Es kann die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht nur insofern pr�fen, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG).
2.2.�Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Daher kommt den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin und der Helsana, das kantonale Gericht habe die Beweise willk�rlich gew�rdigt, keine selbst�ndige Bedeutung zu.
3.1.�Die vom Unfallversicherer einmal anerkannte Leistungspflicht entf�llt erst, wenn dieser nachweist, dass der Gesundheitszustand erreicht ist, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder wie er sich nach dem schicksalsm�ssigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall fr�her oder sp�ter eingestellt h�tte (Status quo sine; RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f., U 180/93 E. 3b mit Hinweisen). Trifft ein Unfall auf einen vorgesch�digten K�rper und steht aus �rztlicher Sicht fest, dass weder der Status quo ante noch der Status quo sine je wieder erreicht werden k�nnen, so spricht die Rechtsprechung von einer richtunggebenden Verschlimmerung (vgl. RUMO-JUNGO/HOLZER, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht, Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung [UVG], 4. Aufl., Z�rich/Basel/Genf 2012, S. 54 mit Hinweis auf das Urteil 8C_467/2007 vom 25. Oktober 2007 E. 3.1).
3.2.1.�Ob zwischen einem sch�digenden Ereignis und einer gesundheitlichen St�rung ein nat�rlicher Kausalzusammenhang besteht, ist Tatfrage, wor�ber die Verwaltung bzw. im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweisw�rdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht �blichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse M�glichkeit eines Zusammenhangs gen�gt f�r die Begr�ndung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 119 V 335 E. 1 S. 338; 118 V 286 E. 1b S. 289 f., je mit Hinweisen). Die Parteien tragen im Sozialversicherungsrecht in der Regel eine Beweislast nur insofern, als im Falle der Beweislosigkeit der Entscheid zu Ungunsten jener Partei ausf�llt, die aus dem unbewiesen gebliebenen Sachverhalt Rechte ableiten wollte. Diese Beweisregel greift erst Platz, wenn es sich als unm�glich erweist, im Rahmen des Untersuchungsgrundsatzes auf Grund einer Beweisw�rdigung einen Sachverhalt zu ermitteln, der zumindest die Wahrscheinlichkeit f�r sich hat, der Wirklichkeit zu entsprechen (BGE 117 V 261 E. 3b S. 264). Der Beweis des nat�rlichen Kausalzusammenhangs (bzw. dessen Wegfallen) ist in erster Linie mittels Ausk�nften �rztlicher Fachpersonen zu f�hren ( RUMO-JUNGO/HOLZER, a.a.O., S. 55 mit Hinweisen).
3.2.2.�Bei Entscheiden gest�tzt auf versicherungsinterne �rztliche Beurteilungen, die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungstr�ger stammen, sind an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen sind. Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der �rztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff.; 122 V 157 E. 1d S. 162).
4.1.�Das kantonale Gericht hat erkannt, dass zur Beurteilung des nat�rlichen Kausalzusammenhangs auf die voll beweiskr�ftigen, anhand s�mtlicher medizinischer und anderweitiger Unterlagen erstellten Ausk�nfte des Dr. med. C.________ abgest�tzt werden k�nne. Er lege nachvollziehbar dar, dass auf den radiologischen Aufnahmen vom 9. Dezember 2011 sowie 9. Januar 2012 keine neuen strukturellen Sch�digungen sichtbar geworden seien, weshalb anzunehmen sei, dass die andauernden Beschwerden auf Vorzust�nde oder allenfalls auf den von der erstbehandelnden Dr. med. E.________ erw�hnten Sturz beim Skifahren von ca. im Jahr 1991 zur�ckzuf�hren seien. Zwar seien die medizinischen Akten dieses Unfalles nicht mehr verf�gbar, indessen sei angesichts fehlender frischer L�sionen anzunehmen, dass die Versicherte am 6. Dezember 2011 keine (Sub) Luxation des linken Schultergelenks erlitten habe. Daher sei auch die Annahme des Dr. med. C.________, die Versicherte habe beim Treppensturz allenfalls eine Schulterdistorsion, nicht aber eine Schulterluxation erlitten, ohne Weiteres nachvollziehbar.
4.2.�Die Beschwerdef�hrerin und die Helsana machen zu Recht geltend, dass an der Schl�ssigkeit des Dr. med. C.________ zumindest geringe Zweifel bestehen. Zun�chst ist darauf hinzuweisen, dass f�r den Sturz beim Skifahren in den Jahren 1991/1992 keine �rztlichen Akten mehr verf�gbar sind und diesbez�glich unbestritten feststeht, dass die Versicherte schon nach wenigen Wochen w�hrend �ber zwanzig Jahren beschwerdefrei war. Daher leuchtet wenig ein, wenn Dr. med. C.________ von der als spekulativ zu bezeichnenden Annahme ausgeht, die Versicherte habe damals eine Luxation des linken Schultergelenkes erlitten, deren Folgen nunmehr f�r die geltend gemachten Beschwerden verantwortlich sein sollen. Das kantonale Gericht hat sich denn auch von dieser Schlussfolgerung mit der Erw�gung distanziert, das Krankheitsbild sei "allenfalls" auf den damaligen Unfall zur�ckzuf�hren. Es hat die dezidierte Auffassung des behandelnden Dr. med. F.________, Facharzt f�r orthop�dische Chirurgie und Traumatologie FMH, Shouldercare, der ein erfahrener Spezialist auf dem Gebiete von Schulterverletzungen ist, vor allem mit der Bemerkung widerlegt, er habe sich zu den ihm von Dr. med. C.________ schriftlich gestellten Fragen nicht ge�ussert und er habe im �brigen in seinen Berichten nie Bezug auf den Unfall aus den Jahren 1991/1992 genommen, weshalb seinen Ausk�nften bei der Beurteilung der Kausalit�t kein relevanter Stellenwert zukomme. Nachdem mit dem von der Versicherten ins kantonale Verfahren eingebrachten Bericht des Dr. med. F.________ vom 20. Februar 2014, gem�ss welchem s�mtliche von ihm klinisch wie arthroskopisch erhobenen Befunde (Bankart-L�sion und Hill-Sachs-Delle) in �bereinstimmung mit den radiologischen Aufnahmen vom 9. Januar und 19. September 2012 standen und daher eindeutig auf das Unfallereignis vom 6. Dezember 2011 zur�ckzuf�hren waren, l�sst sich die vorinstanzliche Beweisw�rdigung nicht ohne Weiteres halten. Die Beschwerdef�hrerin und die Helsana weisen zu Recht darauf hin, dass die R�ntgenaufnahme vom 9. Dezember 2011 allein dazu diente, eine kn�cherne Verletzung auszuschliessen, sich danach radiologisch aber eine traumatisch bedingte Bankart- oder Perthesl�sion und Hill-Sachs-Delle nachweisen liessen.
4.3.�Zusammengefasst sind zumindest geringe Zweifel an den Ausk�nften des Dr. med. C.________ angebracht, weshalb die Sache praxisgem�ss und entsprechend den Antr�gen der Beschwerdef�hrerin sowie der Helsana an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen ist, damit es ein medizinisches Gutachten einhole. Der Einwand der AXA, das Urteil U 417/01 vom 17.7.2002 E. 3a und E. 3c (SVR 2002 Nr. UV 6 S. 522), wonach ein Leistungsanspruch der versicherten Person auch dann besteht, wenn eines von mehreren in Frage kommenden Unfallereignissen nicht mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit m�glich ist, sei nicht einschl�gig, trifft den entscheidenden Punkt nicht. Auch gem�ss dem f�r sie arbeitenden Dr. med. C.________ war die Ursache der Befunde im linken Schultergelenk einer (Sub) Luxation und somit einem Unfall zuzuschreiben. Im �brigen wird das anzuordnende Gerichtsgutachten zur Kl�rung auch dieser Frage beitragen.
5.1.�Der AXA werden als unterliegender Partei die Gerichtskosten auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).
5.2.�Sie hat die Beschwerdef�hrerin (A.________) angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerden werden gutgeheissen. Der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Solothurn vom 13. April 2015 wird aufgehoben. Die Sache wird an das kantonale Gericht zur�ckgewiesen, damit es nach erfolgter Abkl�rung �ber den Anspruch auf Leistungen aus der obligatorischen Unfallversicherung neu entscheide.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdef�hrerin (A.________) f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'800.- zu entsch�digen.

References: Art. 95
 Art. 96
 BGE 
 Art. 42
 Art. 105
 Art. 44