Source: https://rmhserver2.netestate.de/donum_2012/presse
Timestamp: 2019-06-26 00:31:22+00:00

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Hier finden Sie die jüngsten Pressemitteilungen des donum vitae Bundesverbandes. Über die Navigation links können Sie sich die Veröffentlichungen nach Jahren sortiert anzeigen lassen.
donum vitae-Bundesverband:
Bonn / Berlin, 19. März 2019
donum vitae und BVNP zu NIPTs als Kassenleistung:
•	Die Anwendung von NIPTs darf erst nach Abschluss des ersten Trimesters, also 12 Wochen nach Empfängnis erfolgen.
•	NIPTs dürfen nur nach ausführlicher Aufklärung und (fachgebundener) genetischer Beratung, wie es das Gendiagnostikgesetz verlangt, durchgeführt werden.
•	Eine Finanzierung der NIPTs durch die Krankenkassen darf nur bei klarer medizinischer Indikation erfolgen.
•	Voraussetzung für eine Finanzierung muss eine qualifizierte Ultraschallfeindiagnostik nach 12 bis 13 Schwangerschaftswochen (12+0 bis 13+6 SSW) sein.
•	Die Anwendung von NIPTs als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung sollte bereits im Vorfeld der Entscheidungsfindung das Angebot einer psychosozialen Beratung mit umfassen.
Bonn, den 30. Januar 2019
donum vitae zur Neufassung § 219a:
Werbeverbot beibehalten, Information verbessert
Der Bundesverband donum vitae e.V. begrüßt den Gesetzentwurf der Regierungskoalition zur Ergänzung des § 219a, der das Werbeverbot für Abtreibungen festschreibt. „Der vorliegende Kompromissvorschlag verbessert die Information für Frauen und schafft Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte,“ so Rita Waschbüsch, Bundesvorsitzende von donum vitae. „Vor allem aber signalisiert das weiter bestehende Werbeverbot, dass das zentrale Rechtsgut, der Schutz des werdenden Lebens, nicht relativiert wird.“
Der neue Gesetzentwurf entspricht weitgehend den Vorschlägen, für die sich der Bundesverband donum vitae e.V., staatlich anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungen, schon in der Vorfelddiskussion stark gemacht hat. Es gilt weiterhin das Werbeverbot für Abtreibungen, ergänzt um einen „Ausnahmetatbestand“: Krankenhäuser und Arztpraxen, die nach der vorgeschriebenen Beratung in einer anerkannten Beratungsstelle eine straffreie Abtreibung durchführen, dürfen auf diese Tatsache hinweisen. Außerdem kann auf den ärztlichen Homepages auf neutrale, staatliche Seiten und Informationen der anerkannten Beratungsträger verlinkt werden, die weitere Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen, der rechtlichen Situation und den medizinischen Methoden vorhalten. Zur umfassenden Information betroffener Frauen führt die Bundesärztekammer eine aktuelle, bundeszentrale Liste der ÄrztInnen und Krankenhäuser, die auch im Internet verfügbar ist. Für diese Neuregelung wird das Schwangerschaftskonfliktgesetz SchKG um einen Absatz erweitert.
Diese Neufassung entspricht der von donum vitae vertretenen „doppelten Anwaltschaft für Mutter und Kind“ und stärkt das Informationsrecht der Frauen, ohne das Lebensrecht des Kindes zu verwässern.
Förderpreis für das Modellprojekt „Schwangerschaft und Flucht“:
Auszeichnung für die Flüchtlingsarbeit von donum vitae
Bonn/Hadamar. Ehrung für die erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund: Das Team von donum vitae Limburg wurde für seine Arbeit im Rahmen des Modellprojekts „Schwangerschaft und Flucht“ mit dem 9. Transkulturellen Förderpreis des Vitos-Klinikums Weil-Lahn in Hadamar ausgezeichnet.
Im Rahmen der Veranstaltung „Kultur- und Migrationssensible Psychotherapie“ wurde 2018 in Hadamar bei Limburg/Lahn der 9. „Transkulturelle Förderpreis“ verliehen. Mit diesem Preis, der mit 1000 Euro und einem gläsernen Kunstobjekt dotiert ist, würdigt das Vitos-Klinikum Weil-Lahn in Hadamar Initiativen, Projekte oder Einzelpersonen, die sich in besonderer Weise mit der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beschäftigen. Bei einem Festakt im Festsaal des Klinikums überreichte Klinikdirektor Dr. Dieter Schoepf den Preis in diesem Jahr zu gleichen Teilen an zwei Projekte. Neben dem Theaterprojekt „L(i)EBE – wenn du dich traust“ wurde die Umsetzung des Modellprojekts „Schwangerschaft und Flucht“ am Standort Limburg ausgezeichnet – eine besondere Anerkennung der Arbeit der aufsuchenden Beraterin Anna Fuchs. Sie nahm den Preis gemeinsam mit ihrer Kollegin Regina Bach entgegen. Als Vertreterin des Bundesverbandes nahm Ursula Monheim teil, stellvertretende Bundesvorsitzende von donum vitae.
Sie erläuterte das Modellprojekt „Schwangerschaft und Flucht“, das im Mai 2016 startete und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für vorerst drei Jahre gefördert wurde. Ursula Monheim: „Wenn schwangere Frauen nach ihrer Flucht in Deutschland ankommen oder hier schwanger werden, sind sie in diesem neuen, unbekannten Land oft in einer besonders schwierigen Situation. Die Flucht ist zwar zu Ende, aber die Schwangerschaft wird oft zu einer neuen Belastung: Die Frauen haben ihre Netzwerke verloren, sie sprechen die deutsche Sprache nicht und wissen nicht, wie ihre Zukunft aussehen wird.“ Der Bundesverband donum vitae hat diese Herausforderung angenommen. An bundesweit 28 Standorten lassen aufsuchende Beraterinnen den Frauen vor Ort Rat, Hilfe und Unterstützung zukommen. Dabei gehört neben der Beratung zu Fragen nach Geburtsmöglichkeiten und finanzieller Unterstützung verstärkt auch die psychosoziale Beratung zu ihren Aufgaben – nicht zuletzt angesichts häufig traumatisierender Erfahrungen, zum Beispiel durch sexualisierte Gewalt.
donum vitae zum Welt-Frühgeborenentag:
Frühchen können und wollen leben
Manchmal sind Leben und Tod sehr nah beieinander. Vor allem ganz am Anfang des Lebens. Daran erinnert der Bundesverband donum vitae e.V. zum „Internationalen Tag der frühgeborenen Kinder“ am 17. November. donum vitae ist ein staatlich anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungen und berät auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.
In der Regel hat ein Baby 40 Wochen Zeit, im Bauch der Mutter zu reifen. Jeder Tag ist wichtig. Das Signal zur Geburt gibt das Kind. Manchmal kommt dieses Signal sehr früh: Wird der Säugling vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren, spricht man von einer Frühgeburt. Die „Frühchen“ wiegen meist weniger als 2500 Gramm. Laut einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO wird eines von zehn Babys weltweit zu früh geboren. Diese Zahl ist in nahezu allen Ländern steigend, auch bei den Industrienationen, was auf das steigende Alter der Mütter bei der Geburt zurückzuführen ist. Pro Jahr werden in Deutschland rund 63.000 Kinder frühgeboren – sie haben dank der modernen Medizin beste Chancen, gesund und glücklich aufzuwachsen. In Extremfällen gilt dies schon für Winzlinge ab der 22. Woche. Hier sind verlässliche Prognosen allerdings schwierig. Die Eltern müssen dann mit der Ungewissheit leben, ob ihr Kind überleben wird, und wenn ja, ob es später infolge der Frühgeburt zum Beispiel mit Entwicklungsstörungen zu kämpfen hat. „Eltern eines frühgeborenen Kindes müssen lernen, Geduld zu haben und ihr Kind in seinem Tempo, seiner Kraft, seinem Potenzial zu respektieren und liebevoll zu begleiten“, so donum vitae-Referentin Theresia Volhard.
Während die Medizin darum kämpft, Frühchen ab der 22. Schwangerschaftswoche ins Leben zu helfen, haben Kinder, die nicht dem Wunschkindschema entsprechen, im gleichen Zeitraum schlechtere Chancen. Wird zum Beispiel bei der Pränataldiagnostik das Down-Syndrom prognostiziert, entscheiden sich rund 90 % der Eltern für eine Spätabtreibung. Rita Waschbüsch, Bundesvorsitzende von donum vitae: „Wir von donum vitae treten dafür ein, dem ungeborenen Leben eine Stimme zu geben, und dieses Leben auch dann zu würdigen, wenn es den Normen und Zielen einer auf Wachstum und Optimierung orientierten Gesellschaft nicht entsprechen kann.“
donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch nimmt Stellung:
In der Sache richtig, in der Wortwahl nicht
Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz am 10. Oktober hat Papst Franziskus in einer Predigt über das Gebot „Du sollst nicht töten!“ die „Abwertung menschlichen Lebens“ durch Kriege, Ausbeutung und Ausgrenzung angeprangert. Jedes menschliche Leben sei ein Geschenk Gottes. Abweichend vom Predigttext ging er auf das Thema Abtreibung ein.
Er bezeichnete es als „widersprüchlich“, Schwangerschaftsabbrüche mit dem Schutz anderer Rechte zu begründen und fragte die versammelten Gläubigen. „Ist es gerecht, jemanden umzubringen, um ein Problem zu lösen? Das kann man nicht machen, ..... auch wenn er klein ist. Es ist, wie einen Auftragsmörder zu mieten, um ein Problem zu lösen. Wie kann eine Handlung, die unschuldiges Leben beseitigt, therapeutisch, zivilisiert und menschlich sein?“
Der Bundesverband donum vitae e.V., staatl. anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, ist keine katholische Einrichtung, sondern ein freier bürgerlicher Verein. Aber er wird aus christlichem Geist und von Christen beider Konfessionen getragen.
„Aus christlicher Sicht hat der Papst in der Sache absolut recht“, so die donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch. „und klare Worte sind allemal besser als politisch-korrekte Wattesprache. Abtreibung ist zweifellos eine Tötung. Nur ist im deutschen Recht zwischen Mord und Tötung ein erheblicher Unterschied. Ich hätte mir an dieser Stelle eine weniger drastische Wortwahl gewünscht und dafür den seelsorgerischen Ton, der Papst Franziskus sonst auszeichnet, und der wenige Sätze später anklingt, als er auf die Not durch negative PND-Prognosen eingeht.“
Die Erfahrungen aus der Praxis in den mehr als 200 donum vitae-Beratungsstellen zeigen, dass die allermeisten Frauen, die im Konfliktfall donum vitae aufsuchen, unter existenzieller Not leiden und einfach nicht mehr weiter wissen. Rita Waschbüsch: „Abtreibung ist die frauenfeindlichste der angestrebten Lösungen. Abtreibung beseitigt nicht ein Problem, sondern ein Kind und lässt die Frau damit allein.“
Bonn / Gießen, 9. Oktober 2018
Bonn/Gießen. Am 12. Oktober findet vor dem Landgericht Gießen der Berufungsprozess gegen die Ärztin Kristina Hänel statt, die im November 2017 in erster Instanz vom Amtsgericht Gießen wegen verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbrüche nach § 219a StGB zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Der Fall wurde zum Politikum und hat die Diskussion um die Paragraphen 218 und 219 StGB neu entfacht. Auch für den Berufungsprozess ist mit einem lautstarken Begleitkonzert derer zu rechnen, die eine Abschaffung des § 219a StGB befürworten, regelmäßig gefolgt von der Forderung nach einer Änderung oder Aufhebung des § 218. Zu diesem Thema hat der Bundesverband donum vitae e.V. zuletzt bei der Expertenanhörung in Berlin eindeutig Stellung bezogen und die Beibehaltung der aktuellen Gesetze gefordert. Rita Waschbüsch, Bundesvorsitzende von donum vitae, erinnert daran, dass das Lebensrecht des ungeborenen Kindes ein grundlegendes Rechtsgut ist und bleiben muss.
Der Bundesverband donum vitae e.V., staatlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, weist darauf hin, dass der § 219a nicht ohne den § 218 gesehen werden darf, der die Abtreibung grundsätzlich verbietet und nur in bestimmten Ausnahmefällen von Strafe absieht. „Die Beratungslösung der Paragraphen 218 und 219 StGB war ein Kompromiss und hatte sich bewährt. Sie ist die bestmögliche Lösung im anscheinend unlösbaren Konflikt zwischen dem Lebensrecht des ungeborenen Kindes und dem Selbstbestimmungsrecht der schwangeren Frau“, so Rita Waschbüsch. „Der § 219 berührt das unbestrittene Recht der Frauen auf Information und freie Arztwahl überhaupt nicht. Es gibt also keinen Grund für gesetzgeberischen Aktionismus.“
donum vitae e.V. und die Kölner „Kinderwunsch-Tage 2018“:
Kein Kinderwunsch-Kommerz
Köln / Bonn, 8. Oktober 2018
Köln. Am 13. und 14. Oktober 2018 finden in Köln die „Kinderwunsch-Tage“ 2018 statt. Neben dem umfangreichen Seminarprogramm findet eine Publikumsmesse statt, auf der sich nicht nur Anbieter psychosozialer Beratung präsentieren, sondern auch eine Reihe kommerzieller Anbieter. „Wir finden es äußerst fragwürdig, mit der Not von Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch Geschäfte zu machen“, stellt donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch fest. „Von einzelnen Anbietern wird suggeriert, mit ausreichend Geld ließen sich alle Probleme lösen, und sei es mit Hilfe einer Leihmutterschwangerschaft im Ausland. Eine Methode, die in Deutschland zu Recht verboten ist, weil sie die Rechte des Kindes und der Leihmutter, möglicherweise auch ihres Partners und weiterer Geschwisterkinder mit Füßen tritt.“
Das deutsche Embryonenschutzgesetz, 1990 erlassen, zählt zu den konsequentesten Regelungen in Europa. Es erlaubt zum Beispiel die künstliche Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation) und die Samenspende. Nicht erlaubt sind aber die Eizellenspende oder die Leihmutterschaft, weil ein Kind keine zwei Mütter haben soll. 2017 kam das Samenspenderregistergesetz dazu, das den Rechtsanspruch eines Kindes auf den Namen seines Vaters sichert. Das alles macht Deutschland zu einem attraktiven Markt für ausländische Anbieter aus Europa und den USA, die zumindest den finanzstarken Teil der ungewollt kinderlosen Klientel im Blick haben. Die Kinderwunsch-Tage bieten nicht nur, aber auch diesen Anbietern ein Forum zur Information und werbenden Selbstdarstellung.
Reproduktionstourismus löst nicht, sondern schafft Probleme
Der Bundesverband donum vitae e.V. findet das ebenso bedenklich wie bedenkenlos. Rechtlich bedenklich ist es, öffentlich für die Umgehung gültiger Gesetze zu werben. Ethisch bedenkenlos ist es, die Notlage ungewollt Kinderloser unter Ausnutzung der finanziellen Notlage zum Beispiel armer Frauen im Ausland lösen zu wollen. „Das ist kein seriöses Geschäft auf Gegenseitigkeit“, so Rita Waschbüsch. „Der Kaufgegenstand ist ein Mensch, der Preis die Gesundheit der Leihmutter.“ Hinzu kommt, dass durch die Anonymität der Spender dem Kind jede Chance genommen wird, später seine leiblichen Eltern kennenzulernen. In diesem Urteil ist sich donum vitae mit den Kirchen ebenso einig wie zum Beispiel mit dem Beratungsnetzwerk Kinder Deutschland BKiD oder dem Verein Spenderkinder.
Beratung aus menschlichem, nicht kommerziellem Interesse
Der Bundesverband donum vitae, gesetzlich anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungen, geht einen anderen Weg. An mehr als 200 Standorten in Deutschland finden kinderlose Paare kompetente und einfühlsame AnsprechpartnerInnen, für die der Mensch mit seinen Fragen und seiner Not im Vordergrund steht - ohne kommerzielle Interessen im Hintergrund. Aus welchen Gründen auch immer der Kinderwunsch bislang unerfüllt war – donum vitae-BeraterInnen informieren und beraten. Sie begleiten während einer reprodukti-onsmedizinischen Behandlung, und sie zeigen Alternativen wie die Adoption oder auch Wege zu erfülltem Leben trotz unerfüllten Kinderwunschs. Nicht allen, aber vielen können sie weiterhelfen – ganz ohne Verletzung staatlicher Gesetze und ethischer Grundsätze.
Aktionstag „Schwangerschaft und Flucht“ bei donum vitae Darmstadt:
„LebenskunstLeben“ trifft Fluchtbiographie
Seine ersten 15 Jahre in Darmstadt feierte donum vitae, staatlich anerkannter Träger von Schwangerschafts(konflikt-)beratungen, mit einer Ausstellung vom 26. September bis 2. Oktober 2018 in der Sparkasse Darmstadt. Unter dem Titel „LebenskunstLeben“ präsentierte die Heidelberger Künstlerin Gülay Keskin in der Rheinstraße eine mehrdimensionale Fotoinstallation mit zwölf überlebensgroßen Schwarzweiß-Bildern zum Thema Schwangerschaftskonfliktberatung, bei denen jeweils ein Hintergrundfoto und ein transparentes Vordergrundbild je nach Blickwinkel in eine quasi lebendige Beziehung gesetzt werden. Mit einem Aktionstag zum Modellprojekt „Schwangerschaft und Flucht“ stellte donum vitae hier das Tätigkeitsfeld vor, das in den letzten Jahren für die größte Resonanz gesorgt hatte: die aufsuchende Beratung in der Lebenswelt der Flüchtlinge – Hilfeleistung da, wo sie gebraucht wird.
Mit ihren außergewöhnlichen Bildinstallationen vermittelt Gülay Keskin ungewohnte, sensible, berührende Zugänge zu zwölf ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, wie sie in der Beratungspraxis von donum vitae immer wieder vorkommen. Die Lebensgeschichten, mit denen die Sozialpädagogin Carina Stey konfrontiert wird, sehen allerdings noch einmal ganz anders aus. Als aufsuchende Beraterin geht sie im Rahmen des Projekts „Schwangerschaft und Flucht“ (gefördert vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend) dorthin, wo Hilfe gebraucht wird: in Flüchtlingsunterkünfte und andere Orte, an denen sie Geflüchtete antrifft. Sie berät, unterstützt und begleitet geflüchtete Frauen, die auf ihrer Flucht schwanger geworden sind oder hier in Deutschland schwanger werden, und lotst sie durch das deutsche Hilfe- und Gesundheitssystem. An 29 Modellstandorten in Deutschland wird diese niedrigschwellige Arbeit geleistet – Darmstadt ist der einzige Standort in Hessen. Entsprechend groß war das Interesse der Passanten im Sparkassenfoyer, sich nach ihren Bankgeschäften aus erster Hand über eine Welt zu informieren, mit der der Durchschnittsdarmstädter sonst eher selten in Berührung kommt. Auch Geflüchtete nutzten den Aktionstag „Schwangerschaft und Flucht“ – und stellten ihre Fragen in einer für sie ungewohnten Umgebung.
Die Zukunft begann in Fulda
Fulda, 15. September 2018
Die Zukunft hat begonnen – und zwar in Fulda, wo sich rund 100 Beraterinnen, Berater und Vorstände von donum vitae, staatlich anerkannter und bundesweit aktiver Träger von Schwangerschaftsberatungsstellen, vom 14. bis 15. September zu ihrer Jahrestagung trafen. Im Fokus der Tagung im Kolping Parkhotel stand das Thema Digitalisierung unter dem Motto „donum vitae 4.0 – die Zukunft beginnt jetzt“. Der Rückblick auf zehn Jahre Online-Beratung zeigte allerdings, dass die digitale Zukunft bei donum vitae längst angefangen hat.
Die Digitalisierung schreitet voran, ob man sich beteiligt oder nicht. Immer mehr Bereiche des Lebens werden durch die technischen Möglichkeiten verändert, und die Digitalisierung macht auch vor den Beratungsangeboten von donum vitae nicht halt. Da stellen sich wichtige Fragen. Wie kann ein Beratungsverband mit Hilfe der Digitalisierung Familien – Frauen und Männer – in ihrer anspruchsvollen und herausfordernden Lebensphase rund um die Schwangerschaft unterstützen? Wo lässt sich Nutzen aus der voranschreitenden Digitalisierung ziehen? Wo gibt es Fallstricke? Was ist zu tun, wenn eine Beraterin oder ein Berater per WhatsApp oder Mail kontaktiert wird? Wie lassen sich insbesondere die jüngeren Zielgruppen erreichen, die sich längst ganz selbstverständlich in der virtuellen Welt bewegen?
donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch, die als ehemalige ZdK-Präsidentin am Vorabend noch am Festakt zum 150-jährigen Bestehen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken teilgenommen hatte, eröffnete die Tagung und gab einen Überblick über die Arbeit des Verbandes seit dem letzten Treffen in Fulda. Sie erklärte: „Die digitale Zukunft muss an vielen Stellen stets aufs neue beginnen. Wir starten heute digitale Zukunftsprojekte und werden das auch künftig immer wieder tun müssen. Der Rückblick auf zehn Jahre Online-Beratung, die wir heute feiern können, zeigt aber auch, dass die digitale Zukunft bei donum vitae längst angefangen hat.“
Die Digitalisierung verändert auch Abläufe in der Politik. Das zeigte Tankred Schipanski MdB, digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und Abgeordneter für die thüringischen Landkreise Gotha und Ilm-Kreis, in seinem Vortrag „Interessenvertretung, Lobbyarbeit und Politik unter dem Vorzeichen der Digitalisierung“. Interessenvertretung und Lobbyarbeit funktionieren heute anders als früher. Sogenannte soziale Medien, zum Beispiel Facebook und Twitter, öffnen neue Kommunikationskanäle, sorgen aber auch für die Bildung sogenannter Filterblasen, die nur eingeschränkt für Informationen und für die Meinungen anderer durchlässig sind. Mehr Inhalts- und Medienvielfalt gibt es nur um den Preis fehlender Qualitätskontrolle, wie sie nur bei klassischen Medien funktioniert. Das erfordert zwingen mehr Medienkompetenz – und das muss schon in der Schule anfangen. Wer sich im Netz bewegt, wird zudem kommentiert. Neben „Likes“ und „Favs“ erhalten gerade Politiker auch viele Hasskommentare, mit denen es umzugehen gilt.
Jahrestagung des Bundesverbandes „donum vitae e.V.“ in Fulda:
„donum vitae 4.0 – die Zukunft beginnt jetzt"
Fulda, 8. September 2018
Vom 14. bis 15. September treffen sich die Beraterinnen, Berater und Vorstände von donum vitae , staatlich anerkannter und bundesweit aktiver Träger von Schwangerschaftsberatungsstellen, zu ihrer Jahrestagung 2018 in Fulda. Im Fokus der Tagung im Parkhotel Kolpinghaus steht in diesem Jahr das Thema „donum vitae 4.0 – die Zukunft beginnt jetzt“.
Die Teilnehmer werden gemeinsam darüber nachdenken, wie sich die Digitalisierung des Alltags in der Beratungspraxis auswirkt und wie sich insbesondere die jüngeren Zielgruppen erreichen lassen, die sich längst ganz selbstverständlich in der virtuellen Welt bewegen. Namhafte Referenten wie Prof. Dr. phil. Michael Ziemons von der Katholischen Hochschule NRW, der Dipl.-Psychologe Dr. Jürgen Thorwart, der Sozialarbeiter Hendrik Epe oder Tankred Schipanski MdB, digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Bundestag, geben in ihren Fachvorträgen dazu wesentliche Impulse. Der Rückblick auf zehn Jahre Online-Beratung zeigt aber auch, dass die digitale Zukunft bei donum vitae längst angefangen hat. PS
Fotoausstellung Jenny Klestil – Vernissage bei donum vitae:
Bonn, 7. September 2018
Dass Glück keine Behinderung kennt, wird bei donum vitae
buchstäblich vor Augen geführt. Mit einer Vernissage wurde in den Räumen der Bundesgeschäftsstelle in Bonn am 7. September eine Fotoausstellung mit Werken von Jenny Klestil eröffnet. Der Name der Ausstellung „Glück kennt keine Behinderung“ ist Programm: Die Fotomodelle der Frankfurter Fotografin Jenny Klestil sind Kinder und Jugendliche mit einem gewissen Extra. Sie haben in ihrem Genom ein Chromosom mehr als andere – landläufig gesagt: Sie haben das Down-Syndrom. Dass Menschen mit einem Chromosom mehr ihr Leben kein bisschen weniger als Glück empfinden, das springt den Betrachter förmlich an: Ihre Fotos sind voller Leben, ihre Modelle erfüllt von Glück. „Sie alle haben ein Recht auf Glück“, so Jenny Klestil, „und das lösen sie ein!“
Fröhlicher als sonst üblich ging es bei dieser Vernissage zu: Statt getragener Reden gab es Aktion. Die Ausstellung zeigt nicht das Ergebnis einer abgeschlossenen Schaffensphase, sondern sie lebt und wächst. Zahlreiche Kinder trauten sich trotz der vielen Zuschauer vor die Kamera. Jenny Klestil gelingen einfühlsame, sensible, ästhetische Portraits, entstanden mit viel Sympathie und Respekt, aber ganz ohne Mitleid.
Dass ihre Fotomodelle sich portraitieren lassen können, verdanken sie dem Mut ihrer Eltern und ihrem Ja zum Lebensrecht auch für Kinder mit Beeinträchtigungen. Darauf wies die Bundesgeschäftsführerin von donum vitae,
staatlich anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungen, bei ihren Eröffnungsworten hin. Andrea Redding: „ Wir erleben bei unseren Beratungsgesprächen immer wieder, dass die Eltern bei der Diagnose Trisomie 21 in Verzweiflung stürzen. Erst mit der Zeit gelingt es, die Möglichkeiteines Lebens mit einem besonderen Kind ernsthaft in Betracht zu ziehen. Unsere Beraterinnen unterstützen die betroffenen Paare auf diesem Weg und bei ihrer Entscheidungsfindung.“ PS
donum vitae gratuliert Juliane Seifert:
Gemeinsam für Mutter und Kind
Bonn / Berlin, 10. Juli 2018
Die Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ hat eine neue Führung. Juliane Seifert, Staatsekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wurde vom Stiftungsrat einstimmig zur neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Der Bundesverband donum vitae, gesetzlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschafts-konfliktberatung, gratuliert der neuen Stiftungsratsvorsitzenden, die als erste Frau dieses Amt übernimmt. Ursula Monheim, stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes donum vitae e.V. und Mitglied im Kuratorium der Bundesstiftung Mutter und Kind, betonte den gemeinsamen Auftrag: „Die Zielsetzung der Stiftung ist, durch ergänzende finanzielle Hilfen die Notlage schwangerer Frauen zu lindern, um ihnen die Fortsetzung der Schwangerschaft zu erleichtern. In dieser doppelten Anwaltschaft für Mutter und Kind sehe ich den wichtigen gesellschaftlichen und politischen Auftrag der Stiftung.“
Doppelte Anwaltschaft für Mutter und Kind
Die doppelte Anwaltschaft für Mutter und Kind ist auch die Leitlinie in der Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung von donum vitae. Ähnlich wie die Bundesstiftung den „Schutz des ungeborenen Lebens“ im Namen trägt, hat auch donum vitae den „Schutz des menschlichen Lebens“ als Vereinsziel im Namen formu-liert.
Die Bundesstiftung Mutter und Kind vergibt jährlich mindestens 92 Mio. Euro an bundesweit rund 150.000 Schwangere in Notlagen und unterstützt so etwa ein Fünftel aller werdenden Mütter mit ergänzenden Hilfen insbesondere für Schwangerschaftsbedarf, Erstausstattung, Einrichtung und Betreuung des Kleinkinds. Diese tatkräftige finanzielle Unterstützung ist eine wichtige Ressource für die Beratungspraxis von donum vitae.
donum vitae bei Expertenanhörung zum § 219a im Rechtsausschuss: Nein zur Aufweichung des Rechts
Der Bundesverband donum vitae, gesetzlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung, bekräftigte im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages sein Nein zu einer Änderung des § 219a StGB. Bei der öffentlichen Anhörung zu den Gesetzent-würfen von FDP, Linken und Bündnis 90/Die Grünen im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus am 27. Juni 2018 kamen Expertinnen und Experten zu Wort. Dazu hatte der Bundestag den Bundesverband donum vitae e.V. eingeladen, vertreten durch die Bundesgeschäftsführerin Andrea Redding, die als Sachverständige aus ihrer Praxiserfahrung der Schwangerschaftskonfliktberatung Stellung bezog. „Es gibt keinen vernünftigen Grund, das bestehende Recht zu verändern“, so Andrea Redding. „Frauen erhalten alle notwendigen Informationen in den staatlich anerkannten Beratungsstellen und sollten nicht auf das Internet als Informationsquelle verwiesen werden.“
Mit ihren Gesetzentwürfen zur Änderung des Strafgesetzbuches mit dem Ziel, das Verbot der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche einzuschränken, hatten die drei Oppositionsparteien die Kampagne genutzt, die das Urteil gegen eine Gießener Ärztin ausgelöst hatte, die für Abtreibung als ärztliche Leistung warb. Andrea Red-ding erinnerte daran, dass der § 219a nicht ohne den § 218 gesehen werden dürfe, der die Abtreibung grundsätzlich verbietet und nur in bestimmten Ausnahmefällen von Strafe absieht. Die Beratungslösung der Paragraphen 218 und 219 StGB hat sich bewährt und ist die bestmögliche Lösung im scheinbar unlösbaren Konflikt zwischen dem Lebensrecht des ungeborenen Kindes und dem Selbstbestimmungsrecht der schwangeren Frau.
„Es bedarf keiner gesetzlichen Änderung, um betroffenen Frauen weiterhin Informationen über die Möglichkeiten zu einem Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung stellen zu können“, betonte Redding. „Es kann allerdings auch nicht die Aufgabe der Beraterinnen und Berater sein, entsprechende Ärztelisten zu recherchieren. Hier sollten die Bundesländer in Verbindung mit den Ärztekammern für ein geregeltes Verfahren sorgen, das die Aktualität der Informationen gewährleistet, auf die die Fachstellen zugreifen können.“
UN-Weltflüchtlingstag 2018:
donum vitae engagiert in der Beratung schwangerer Flüchtlingsfrauen
Die Flucht ist zu Ende, die Unsicherheit bleibt. Besonders für schwangere geflüchtete Frauen, die in der Regel aus ganz anderen Kulturkreisen stammen und im deutschen Gesundheits- und Rechtssystem noch nicht angekommen sind. Im Rahmen des Modell-Projekts „Schwangerschaft und Flucht“, über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erhalten sie an 29 Standorten in Deutschland Hilfe, Beratung und Begleitung durch aufsuchende Beraterinnen, Beraterinnen, die dorthin gehen, wo die Hilfe gebraucht wird. Träger der Maßnahme ist der Bundesverband donum vitae e.V., gesetzlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatung. Er erinnert am Weltflücht-lingstag, der 2001 von der UNO auf den 20. Juni festgesetzt wurde, daran, wie wichtig die Beratungsarbeit in dieser Schwellensituation des Lebens ist. „Aufsuchende Beratung schwangerer geflüchteter Frauen ist für Mütter und ihre Kinder Unterstützung und Hilfe vom ersten Tag an“, so Projektleiterin Petra Schyma von donum vitae.
Schwangere Frauen nicht allein lassen
Ein Kind ist unterwegs. Was bei aller Belastung durch die Schwangerschaft üblicherweise ein Grund zur Freude ist, erfahren Frauen in Extremsituationen oft als zusätzliche Belastung. Das gilt vor allem für schwangere geflüchtete Frauen, die erst seit kurzem in Deutschland leben. Sie haben die vertrauten Netzwerke verloren, verstehen kaum die deutsche Sprache, kennen das deutsche Gesundheits- und Rechtssystem nicht, leben unter schwierigen Bedingungen in Sammelunterkünften oder in kleinen Wohnungen, wissen nicht, ob sie bleiben können oder abgeschoben werden. In dieser komplexen Notsituation sind die aufsuchenden Beraterinnen von donum vitae, unterstützt von Dolmetschern und Dolmetscherinnen, wichtige Lebensbegleiterinnen. Sie sind oft die ersten Ansprechpartnerinnen der Frauen, leisten professionelle Hilfe vor und nach der Geburt, begleiten sie in einer besonderen Lebensphase, geben Lebensmut und dienen als Lotsinnen in unser Beratungs- und Gesundheitssystem.
Das Projekt läuft nun schon seit zwei Jahren überaus erfolgreich. Von Flüchtlingseinrichtungen und Kooperationspartnern von Standorten, an denen die aufsuchende Beratung stattfindet, wird die aufsuchende Beratung mittlerweile als unverzichtbar angesehen. Projektreferentin Petra Schyma: „Das Feedback ist ausgesprochen positiv, von den beratenen Frauen sowieso, aber auch von anderen Partnern, die professionell oder ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe tätig sind. Gerade auch im Blick auf nachhaltige Integration von Anfang an.“
donum vitae auf dem 101. Katholikentag 2018 in Münster:
Frieden gesucht und gefunden
Bundespräsident Steinmeier und viele Bischöfe zu Gast am Infostand
Münster, 13. Mai 2018
Münster. Sehr prominenter Besuch machte als Stargast des ersten Kirchenmeilentages Station bei donum vitae: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender besuchten donum vitae und informierten sich mehr als eine halbe Stunde über die Arbeit des staatlich anerkannten Trägers von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen. Am Ende des 101. Deutschen Katholikentags zog donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch eine positive Bilanz. „Wir durften viele Besucherinnen und Besucher des Katholikentags an unserem Stand begrüßen, und auch viele Bundes- und Landespolitiker waren zu Gast. Besonders freut es uns, dass sich nach dem anerkennenden Schreiben von Kardinal Marx so viele Bischöfe auf den Weg zu donum vitae gemacht haben und damit zeigen, dass wir uns in den Zielen einig sind.“ „Suche Frieden“, der Auftrag aus Psalm 34, den das ZdK als Motto für den Katholikentag 2018 in Münster gewählt hatte, wurde eingelöst.
Neben den vielen Prominenten aus Kirche und Politik kamen bei meist gutem Wetter Tausende von Besuchern und suchten neben dem Frieden das Gespräch vor dem donum vitae-Zelt: viele Kinder, oft in Begleitung ihrer Eltern, viele jugendliche Noch-nicht-Eltern ohne Eltern, auch viele Ältere im Oma- bzw. Opa-Alter. Es kamen neugierige Münsteraner ohne Kirchenaffinität und Menschen aller Konfessionen aus verschiedenen Kontinenten, auch Ordensleute und Weltpriester bis hin zu Bischöfen aus dem Ausland. Die meisten gingen mit einer Spiegelkarte in der Hand, einem Lächeln im Gesicht und dem Bewusstsein: „Ich bin ein Geschenk Gottes!“
Familien suchen Frieden
Der Infostand auf der „Kirchenmeile“ war die „Ständige Vertretung“ von donum vitae. Daneben war donum vitae bei zwei großen Podiumsveranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern präsent. In Kooperation mit dem Kath. Deutschen Frauenbund (KDFB) brachte donum vitae das Thema „Reproduktionsmedizin – wessen Wünsche, welche Wirklichkeit?“ in die Debatte ein. Expertinnen und Experten aus Theologie, Rechtswissenschaft, Ethik und Medizin diskutierten über ethische und familienpolitische Perspektiven, über Chancen und Grenzen der repromedizinischen Möglichkeiten.
Das zweite Podium: „Immer mehr. Immer Schneller. Außer Atem - Familien suchen ihren Frieden“. Aber wie? Andrea Redding, Bundesgeschäftsführerin von donum vitae, ging mit ihren Gästen in der Kongress-Halle dieser Frage nach. Auch Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK, hob in seinem Schlusswort am Sonntag die Bedeutung der Familie als Keimzelle des Friedens hervor: „Wir selbst suchen unseren Frieden: Tief berührt hat mich, wie deutlich die Familie als Ort des Friedens genannt wurde. Stützen wir die Familien über die Generationen hinweg!"
Reproduktionsmedizin – wessen Wünsche, welche Wirklichkeit?
Großes Podium zu ethischen und familienpolitischen Perspektiven
Münster, 10. Mai 2018
Münster. Unerfüllter Kinderwunsch ist ein Problem für kinderlose Paare. Mit Mitteln der Repromedizin erfüllter Kinderwunsch kann ein Problem für „Spenderkinder“ sein. In Deutschland verbotene, aber im Ausland zugängliche Methoden wie die Leihmutterschaft lösen ein Problem auf Kosten anderer Menschen und schaffen ein ethisches Problem. Genügend Gesprächsstoff für das Podium „Reproduktionsmedizin – wessen Wünsche, welche Wirklichkeit?“, gemeinsam veranstaltet vom Bundesverband donum vitae e.V., staatlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, und dem Kath. Deutschen Frauenbund (KDFB).
„Die meisten Paare wünschen sich Kinder“, so Rita Waschbüsch (Bonn/Lebach), Bundesvorsitzende von donum vitae, „donum-vitae-Beraterinnen und -Berater arbeiten mit ihrem vielfältigen Hilfsangebot genau an einer Schnittstelle von Glück und Leid, Freude und Erwartung, Enttäuschung und Verzicht. Die Kinderwunschberatung spielt eine zunehmende Rolle. Unerfüllter Kinderwunsch ist kein Luxusproblem, sondern tief empfundene Not, dass das eigene Leben nicht gelingen könnte.“
Auch Dr. Maria Flachsbarth MdB (Köln), Präsidentin des KDFB, wies in ihrer Begrüßungsrede darauf hin: „Immer mehr Frauen (und Männer) mit Kinderwunsch sind heute mit der Frage konfrontiert, ob sie eine Methode reproduktionsmedizinischer Assistenz in Anspruch nehmen möchten. Wir brauchen die starken Stimmen von Christinnen in der öffentlichen Diskussion dazu – mit Blick auf die medizinische Forschung, die Praxis in den Kinderwunschzentren, die politischen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt angesichts der globalen Dimension, welche die heutige Reproduktionsmedizin bereits hat. Wir brauchen ethische und frauenpolitische Leitlinien und Grenzen!“
Der Journalist Joachim Frank (Köln) moderierte das Podiumsgespräch zum Thema „Die Familie im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit“. Über deren Chancen und Grenzen diskutieren die Moraltheologin Prof. Dr. Monika Bobbert (Münster), die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Kathrin Braun (Stuttgart), die Familienrechtlerin Prof. Dr. Anne Sanders (Bonn) und Dr. Jürgen Krieg vom Kinderwunschzentrum Amberg. Neben diesen Expertinnen und Experten aus Theologie, Rechtswissenschaft, Ethik und Medizin kamen auch eine Frau zu Wort, die ihren Kinderwunsch mit Unterstützung der Reproduktionsmedizin erfüllen konnte, ein Mann, der durch reproduktionsmedizinische Maßnahmen gezeugt wurde, und ein Schulpfarrer, der in seiner Seelsorgepraxis durch das Thema herausgefordert wurde.
Eine Herausforderung, der sich auch die Beraterinnen und Berater von donum vitae immer wieder stellen müssen. Rita Waschbüsch: „Zunehmend werden auch die Fragen nach der Reproduktionsmedizin gestellt. Bei diesen bewegt uns auch die Sorge um deren Zumutungen gegenüber den Frauen. Wo ist Segen, wo Fluch, was Hilfe, was Kommerz?“
Deutlich entschärfen ließe sich das Problem durch Veränderung der politischen Rahmenbedingungen. „Wir fordern besonders auch Weichenstellungen, dass junge Frauen sich nicht genötigt sehen, die Geburten ihrer Kinder wegen langer Ausbildungszeiten, Berufseinstieg und wirtschaftlicher Unsicherheit immer mehr in die Lebensjahre abnehmender Fertilität zu schieben“, so Rita Waschbüsch. „Kinder dürfen auch nicht, wie leider noch so oft, sozialen Abstieg bedeuten.“
Immer schneller, immer mehr. Außer Atem.
Andrea Redding (donum vitae) moderierte das Große Podium „Familien suchen ihren Frieden”
Münster. Familien stehen unter Druck. In immer kürzerer Zeit ist immer mehr zu tun. Das ist nicht Frieden, sondern ein ständiger Krieg gegen das eigene Ungenügen. Wie lässt sich Frieden finden? Andrea Redding, Bundesgeschäftsführerin von donum vitae e.V. (Bonn), ging mit ihren Gästen in der Kongresshalle dieser Frage nach.
Die Kongresshalle war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als Birgit Mock (Bonn), Sprecherin des ZdK-Sachbereichs „Familie“, die Teilnehmer der Podiumsveranstaltung begrüßte.
Der Jenaer Soziologe Prof. Dr. Hartmut Rosa forderte in seinem Einführungsvortrag „kollektive Ruheräume“ für die Gesellschaft. Die Menschen in Deutschland stünden unter Dauerdruck, sagte Rosa am Donnerstag beim Katholikentag in Münster. Man müsse immer mehr tun, um den gleichen Lebensstandard zu halten: „Nächstes Jahr müssen Sie schneller laufen, damit alles so bleibt, wie es ist." Jeder einzelne Punkt des Lebens sei mit Erwartungen konfrontiert, etwa Familie, Freunde und Arbeit. Flexiblere Arbeitszeiten seien keine Lösungen, sagte Rosa: „Wenn man jederzeit alles tun kann, kommt der Dauerdruck aus allen Sphären gleichzeitig." Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr habe eine besondere Qualität, weil die ganze Gesellschaft dann zur Ruhe komme.
Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping (Dresden), sagte, Zeitdruck sei nicht Schuld des Einzelnen, sondern ein gesellschaftliches Problem: „Wir brauchen eine kleine Kulturrevolution." Für Pflegende und Erziehende sei das Heimbüro „schlechtes Gewissen in konzentrierter Form“; niemand könne allen anfallenden Aufgaben des Lebens gleichzeitig gerecht werden. Kipping forderte, die Wünsche der Menschen nach weniger Arbeit politisch umzusetzen. „Längere Teilzeit für alle“ könne auch bei der gerechteren Aufgabenteilung in Familien helfen: „Liebevolle Familienarbeit“, etwa Kinder zur Kita zu bringen oder ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen, solle Vätern nicht länger vorenthalten werden.
Wie Familien ihren Frieden finden können, darüber diskutierten neben Kipping und Rosa Dr. Stefan Nacke (Münster), CDU-Abgeordneter im NRW-Landtag und Vorsitzender des Kolping-Werks NRW, sowie Stephanie Träger (Osnabrück), berufstätige Mutter von drei Kindern.
Eine Stimme für das Leben
Beraten – schützen – weiter helfen – und Frieden suchen
Bonn/Münster 30. April 2018
Von der katholischen Kirchen nicht gefördert, aber durchaus anerkannt, präsentiert sich donum vitae als unbestritten christliche Initiative auf Einladung des ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) auch 2018 wieder auf dem Katholikentag in Münster. donum vitae e.V., staatlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, stellt im Rahmen der Kirchenmeile auf dem Schlossplatz westlich der Altstadt von Münster seine Arbeit vor. Der donum vitae-Stand (Standnummer LW-11) ist Teil des Themenbereichs „Lebenswelten“ im südlichen Teil des Platzes.
Außerdem veranstaltet donum vitae in Kooperation mit dem Kath. Deutschen Frauenbund (KDFB) eine der zentralen Podiumsveranstaltungen: „Reproduktionsmedizin – wessen Wünsche, welche Wirklichkeit?“ Neben Expertinnen und Experten aus Theologie, Rechtswissenschaft, Ethik und Medizin kommen Frauen und Männer zu Wort, die ihren Kinderwunsch mit Unterstützung der Reproduktionsmedizin erfüllen konnten bzw. die durch reproduktionsmedizinische Maßnahmen gezeugt wurden. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 10. Mai ab 14.00 Uhr im Hörsaalgebäude der WWU statt.
donum vitae wirkt auch an einer weiteren zentralen Veranstaltung zur Familienpolitik am selben Tag mit. Prof. Dr. Hartmut Rosa, der stellv. Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Dr. Joachim Stamp, sowie die Parteivorsitzende der LINKEN, Katja Kipping, diskutieren über die Be- und Entlastung von Familien. Die Podiumsveranstaltung findet ab 16.30 Uhr in der MCC-Halle Münsterland statt.
Die Hauptaufgabe von donum vitae ist natürlich nach wie vor, in mehr als 200 Beratungsstellen in ganz Deutschland schwangeren Frauen zur Seite zu stehen, sie zu begleiten und sie stark zu machen für das neue Leben. Daneben wird aber auch eine Reihe von weitergehenden Arbeitsfeldern vorgestellt. Zum Beispiel die Online-Beratung oder die sexualpädagogischen Angebote. Zum Beispiel das Thema Inklusion oder die psychosoziale Beratung im Kontext von Pränataldiagnostik sowie bei unerfülltem Kinderwunsch. Auch zwei Jahre nach dem Projektstart noch jüngstes Arbeitsfeld von donum vitae: das Modellprojekt „Schwangerschaft und Flucht“ zur aufsuchenden Beratung von schwangeren Flüchtlingsfrauen. PS
donum vitae e.V. zum Welt-Down-Syndrom-Tag 2018:
Ein Chromosom mehr – kein Recht weniger
Bonn, 20. März 2018
Das Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt, ist Folge einer angeborenen Genom-Mutation, bei der das sonst zweifach vorliegende 21. Chromosom ganz oder in Teilen dreifach vorhanden ist. Das erklärt, dass der 21.3. seit einigen Jahren weltweit als Down-Syndrom-Tag begangen wird. Der Bundesverband donum vitae e.V., gesetzlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungen, erinnert an diesem Tag daran, dass die Diagnose „Trisomie 21“ kein Nein zum Leben legitimiert, sondern ein Ja zur Vielfalt ungenormter Menschen fordert. „Das Leben der Kinder mit Down-Syndrom darf in einer humanen Gesellschaft nicht in Frage gestellt werden“, stellt donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch fest. „Sie bereichern uns und haben das Recht und die Chance auf ein glückliches Leben – wenn man sie lässt.“
Recht auf Leben ist unteilbar
„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ So einfach formuliert es Artikel 2 des Grundgesetzes. Gilt das auch für Menschen mit Down-Syndrom? Selbstverständlich – sollte man meinen. Doch wenn nach einer Nackenfaltenmessung oder dem PraenaTest, einer Blutuntersuchung, Indizien auf eine mögliche Trisomie 21 hindeuten, wird diese Selbstverständlichkeit bisweilen plötzlich in Frage gestellt und das Indiz zur Indikation umgedeutet. Die moderne Pränataldiagnostik ist ein Segen, wenn es darum geht, bereits vor der Geburt mögliche Krankheiten zu diagnostizieren und medizinische Interventionen zielgerichtet durchzuführen oder vorzubereiten. Doch gerade der Bluttest, bei dem aktuell geprüft wird, ob er als Kassenleistung eingeführt werden sollte, wirft besondere ethische Probleme auf, weil werdende Mütter in die Situation gebracht werden, bereits zu einem frühen Schwangerschaftszeitpunkt entscheiden zu müssen, ob sie das Kind austragen oder nicht.
Vom Lebensschutz zur Lebensteilhabe
donum vitae erwartet vom neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der sich schon eindeutig zum Lebensschutz positioniert hat, sich gegen die Kassenzulassung für den PraenaTest einzusetzen. Außerdem müsse die Politik die Situation für Eltern, die unabhängig von PND-Diagnosen Ja sagen zum Leben, weiter verbessern. Rita Waschbüsch: „Wir wünschen uns, dass die Politik durch zusätzliche Fördermaßnahmen und finanzielle Hilfen den Eltern von Kindern mit Down-Syndrom Lasten abnimmt und den älter werdenden Kindern als Erwachsenen volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.“
„Schwangerschaft und Flucht“ geht online:
Kardinal Lehmann (1936 – 2018):
donum vitae trauert um einen Freund
Bonn / Mainz, 12. März 2018
Am 11. März 2018 starb Karl Kardinal Lehmann im Alter von 81 Jahren. Mit ihm verliert die katholische Kirche einen ihrer profiliertesten Köpfe. Auch donum vitae e.V., staatlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschafts-konfliktberatungsstellen, erinnert sich mit Dankbarkeit und Respekt an den Mann, der sich vor 20 Jahren für den Verbleib der katholischen Kirche im staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung eingesetzt hat.
Rita Waschbüsch, ehemalige Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und bis heute Vorsitzende des Bundesverbandes donum vitae e.V.: „Auch wenn die deutschen Bischöfe in der Frage der Schwangerschaftskonfliktberatung einen anderen Weg gehen mussten, ist Kardinal Lehmann uns und unserem Dienst immer mit hohem Respekt begegnet. Das hat uns sehr ermutigt, unsere Arbeit auch weiterhin zu tun. Wir haben mit Kardinal Lehmann einen wichtigen Freund verloren!“
donum vitae-Landesverband Hessen:
Nachruf auf Karl Kardinal Lehmann
Darmstadt, den 28. März 2018
Karl Kardinal Lehmann war ein starker Mann, ein Diener Gottes und ein Freund der Menschen. Er war nicht nur anerkannter und beliebter Bischof von Mainz, sondern als Kardinal auch Brückenbauer zwischen den einzelnen Strömungen der katholischen Kirche, aber auch zur evangelischen Kirche und anderen Religionen.
Er hatte immer ein offenes Ohr für die Laien und deren Bewegungen und die Kämpfe für die Anliegen der Menschen. Denn Kirche ging für ihn nicht nur von oben nach unten, sondern war vor allem bestimmt durch ihre Mitglieder und Gläubigen.
Wir sind ihm zu Dank verpflichtet, dass er sich für das Leben eingesetzt hat und dabei nie die Lebenswirklichkeiten der Menschen aus den Augen verloren hat. Die Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger lagen ihm am Herzen. So gelang es ihm immer, im Glauben die nötigen Antworten auf ganz verschiedene Fragen und Probleme im Leben zu finden.
Er war uns immer eine starke Stütze und ein aktiver Unterstützer unserer Arbeit für das Leben. Ohne ihn sähe heute vieles anders aus oder wäre so nicht möglich gewesen. Sein Beistand und seine mutigen Worte gaben uns die Kraft, in schweren Zeiten weiterzumachen und im Sinne der Nächstenliebe und unserer christlichen Verantwortung für andere da sein zu können.
Danke, verehrter Herr Kardinal Lehmann. Wir schließen Sie in unsere Gebete ein und sind uns sicher, dass Sie nun in göttlicher Obhut Ihren ewigen Frieden gefunden haben.
donum vitae e.V. und die „Kinderwunsch-Tage 2018“:
Am 17. und 18. Februar 2018 finden in Berlin die „Kinderwunsch-Tage“ statt. Aus diesem Anlass präsentieren sich auf einer Publikumsmesse neben einigen Anbietern psychosozialer Beratung vor allem kommerzielle Anbieter. „Wir finden es äußerst fragwürdig, mit der Not von Menschen mit unerfülltem Kinder-wunsch Geschäfte zu machen“, stellt donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch fest. „Von einzelnen Anbietern wird suggeriert, mit ausreichend Geld ließen sich alle Probleme lösen, und sei es mit Hilfe einer Leihmutterschwangerschaft im Ausland. Eine Methode, die in Deutschland zu Recht verboten ist, weil sie die Rechte des Kindes und der Leihmutter, möglicherweise auch ihres Partners und weiterer Geschwisterkinder mit Füßen tritt.“
Das deutsche Embryonenschutzgesetz, 1990 erlassen, zählt zu den strengsten Regelungen in Europa. Es erlaubt zum Beispiel die künstliche Befruchtung (In-Vitro-Fertilisation) und die Samenspende. Nicht erlaubt sind aber die Eizellenspende oder die Leihmutterschaft, weil ein Kind keine zwei Mütter haben soll. 2017 kam das Samenspenderregistergesetz dazu, das den Rechtsanspruch eines Kindes auf den Namen seines Vaters sichert. Diese Rechtslage macht Deutschland zu einem attraktiven Markt für ausländische Anbieter aus Europa und den USA, die zumindest den finanzstarken Teil der ungewollt kinderlosen Klientel im Blick haben. Die Kinderwunsch-Tage bieten nicht nur, aber auch diesen Anbietern in Deutschland verbotener Praktiken ein Forum zur Information und werbenden Selbstdarstellung.
Der Bundesverband donum vitae e.V., gesetzlich anerkannter Träger von Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungen, findet das ebenso bedenklich wie bedenkenlos. Rechtlich bedenklich ist es, öffentlich für die Umgehung gültiger Gesetze zu werben. Ethisch bedenkenlos ist es, die Notlage ungewollt Kinderloser unter Ausnutzung der finanziellen Notlage zum Beispiel armer Frauen im Ausland lösen zu wollen. „Das ist kein seriöses Geschäft auf Gegenseitigkeit“, so Rita Waschbüsch. „Der Kaufgegenstand ist ein Mensch, der Preis die Gesundheit der Leihmutter.“ Hinzu kommt, dass durch die Anonymität der Spender dem Kind jede Chance genommen wird, später seine leiblichen Eltern kennenzulernen. In diesem Urteil ist sich donum vitae mit den Kirchen ebenso einig wie zum Beispiel mit dem Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland BKiD.
Der Bundesverband donum vitae geht einen anderen Weg. An mehr als 200 Standorten in Deutschland finden kinderlose Paare kompetente und einfühlsame AnsprechpartnerInnen, für die der Mensch mit seinen Fragen und seiner Not im Vordergrund steht - ohne kommerzielle Interessen im Hintergrund. Aus welchen Grün-den auch immer der Kinderwunsch bislang unerfüllt war – donum vitae-BeraterInnen informieren und beraten, sie begleiten auch während einer reproduktionsmedizinischen Behandlung und zeigen ebenso Alternativen wie die Adoption oder auch Wege zu erfülltem Leben trotz unerfüllten Kinderwunschs. Nicht allen, aber vielen können sie weiterhelfen – ganz ohne Verletzung staatlicher Gesetze und ethischer Grundsätze.
Wende im Konflikt mit der katholischen Kirche
Im Ziel des Lebensschutzes vereint
Im Konflikt zwischen der katholischen Kirche in Deutschland und dem Bundesverband donum vitae e.V., gesetzlich anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungen, zeichnet sich eine Wende ab. Der Ausstieg der Bischöfe aus der gesetzlichen Beratung hatte vor 19 Jahren zur Gründung von donum vitae geführt – unter maßgeblicher Beteiligung zahlreicher Mitglieder des ZdK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken). Ein Schreiben des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, an den Präsidenten des ZdK würdigt nun die Arbeit von donum vitae und stellt die Übereinstimmung im Ziel des Lebensschutzes fest. donum vitae-Bundesvorsitzende Rita Waschbüsch begrüßt den neuen Entspannungskurs. „Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass die Bischöfe den Abgrenzungsbeschluss von 2006 zu den Akten gelegt haben. Dieser Weg aufeinander zu ist sicher an einigen Stellen noch nicht zu Ende. Entscheidend ist aber die Anerkennung, dass wir zwar getrennte Wege gehen, aber in dieselbe Richtung.“
2014 - auf dem Katholikentag in Regensburg – hatte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, bereits signalisiert, die Ausgrenzung von donum vitae e.V. beenden zu wollen. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst. Im Schreiben an das ZdK heißt es: „Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel von donum vitae ebenso wie der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Lebens ist. Ich stelle fest, dass es über die Jahre hinweg auch vielen Beraterinnen von donum vitae gelungen ist, zahlreichen Frauen bzw. Eltern Mut zu machen für ein Leben mit dem Kind ... Dafür dürfen wir gemeinsam dankbar sein.“
Die neue Entspannung wirkt sich ganz konkret im Abbau der Hürden bei kirchlichen Arbeitsverhältnissen ab. So dürfen kirchliche Mitarbeiter sich bei donum vitae engagieren und ehemalige donum vitae-Mitarbeiter in kirchliche Dienste treten. „Ein überfälliger Schritt, der die Ausgrenzung vieler engagierter Katholiken überwindet,“ so Rita Waschbüsch, ehemalige ZdK-Vorsitzende und heutige Bundesvorsitzende von donum vitae. Dennoch wird es keinen Weg zurückgeben. donum vitae ist eine engagierte, selbständige Laienbewegung, die sich bewährt hat. Die Beratung innerhalb des gesetzlichen Systems bedeutet für viele Frauen einen hilfreichen Weg. Außerdem ist donum vitae ein bürgerlicher Verein, in dem sich mittlerweile auch viele evangelische Christen engagieren. Rita Waschbüsch: „Wichtig ist, dass wir an einem Strang für das Leben ziehen!“ PS
Das Leben ist die gemeinsame Schnittmenge. Bei seinem Neujahrsempfang in Bonn hat donum vitae (lat. für „Geschenk des Lebens“), gesetzlich anerkannter Träger von Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatungen, zugleich eine Ausstellung in den Räumen der Bundesgeschäftsstelle eröffnet. „Bausteine des Lebens“ zeigt 20 Werke des Malers Wolf Vonwegen aus Much-Siefen. Rund 50 Besucher nutzten die Vernissage, „ihre Augen auf die Weide zu führen“ und sich ein Bild von Kunst und Künstler zu machen.
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