Source: http://de.wikimannia.org/Abtreibung
Timestamp: 2018-05-22 00:07:09+00:00

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Abtreibung ist der Eingriff zur gezielten Abtötung und Entfernung eines Embryos[wp] ("ungeborene Leibes­frucht") beziehungs­weise Fötus[wp] ("die Brut, Nach­kommen­schaft") aus der Gebärmutter.[1]
1996 wurde jedes siebte deutsche Kind auf diese Weise getötet, Tendenz weiter steigend. Obwohl innerhalb von zehn Jahren die absolute Zahl von 140.000 so genannten "Schwanger­schafts­abbrüchen" jährlich in Deutschland auf rund 120.000 sank, war doch gemessen an den Geburten die Zahl der Abtreibungen angestiegen.[2]
Einige Journalisten wie Ellen Kositza verwenden inzwischen den Begriff "Abtreibungsgeschäft".[3]
2 Der Kampf um § 218
2.1 Von der Täterin zum Opfer
Abtreibungsgegner sprechen oft von "Vorgeburtliche Kindstötung"[4], während Abtreibungs­befürworter den Begriff "Schwanger­schafts­abbruch"[5] vorziehen. Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten[wp] verwendete 1794 den Begriff "Abtreibung der Leibesfrucht".[6] Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich[wp] sprach 1871 von der "Schwangere(n), welche ihre Frucht vorsätzlich abtreibt oder im Mutterleibe tödtet".[7]
Der Begriff Abtreibung wurde im § 218 des Strafgesetzbuchs weitere 82 Jahre verwendet. Erst am 1. Oktober 1953 verschwand der Begriff aus dem Gesetzes­text, welcher fortan lautet: "Eine Frau, die ihre Leibes­frucht abtötet ..." Die entscheidende Änderung des Gesetzes­textes wurde am 25. Februar 1975 vor­genommen, worin fortan weder das Wort "Frau" noch das Wort "Leibesfrucht" vorkommen. Der Text lautet nun "Wer eine Schwanger­schaft abbricht ...". In zauberhafter Weise sind die Handlung (abtreiben, töten), das handelnde Subjekt (die Frau, die Schwangere) sowie das Objekt der Handlung (die Leibesfrucht) begrifflich aus dem Gesetzestext verschwunden.[8]
Um der geneigten Öffentlichkeit zu vermitteln, das es sich bei dem Kinde noch nicht um eine "richtige" Person handle, schlagen sie vor, den Begriff der "postnatalen Abtreibung" dem Begriff "Kindstötung" vorzuziehen.[9][10]
Der Kampf für die Legalisierung der Tötung Ungeborener war in den 1970er Jahren eines der Kernthemen des Feminismus. 374 Frauen bekannten 1971 öffentlich, abgetrieben zu haben. Die Kampagne ebnete politisch den Weg für ein "liberaleres Abtreibungsrecht". Heute ist an die Stelle des politischen Bekenntnisses das Schweigen einer ganzen Gesellschaft getreten. Viele Frauen treiben ohne erkennbare Not ab. Und niemand fragt warum.[2]
«Viele Frauen treiben ohne erkennbare Not ab. Und niemand fragt warum.»[2]
Alice Schwarzer tritt offen für ein "Recht auf Abtreibung" ein.[11]
Für die Straflosstellung der Abtreibung wurde extra ein Paragraph 218a StGB ins Strafgesetzbuch eingeführt, welche besagt, dass der Tatbestand des § 218 (allein dadurch) nicht verwirklicht ist, "wenn die Schwangere die Abtreibung verlangt und dem Arzt durch eine Bescheinigung nach § 219 Abs. 2 Satz 2 nachgewiesen hat, dass sie sich mindestens drei Tage vor dem Eingriff hat beraten lassen".[12]
«Der Paragraph 218 klingt wie juristische Satire: Der Schwangerschafts­abbruch ist rechtswidrig, aber straffrei.» - Elisabeth Raether[13]
Es geht bei Abtreibung also nicht um Frauenrechte, sondern um die Straflosstellung der Frau bei einer Straftat.[14]
1. das Eintreten in eine Konfliktberatung; dazu wird erwartet, dass die schwangere Frau der sie beratenden Person die Gründe mitteilt, derentwegen sie einen Abbruch der Schwanger­schaft erwägt; der Beratungs­charakter schließt aus, daß die Gesprächs- und Mitwirkungs­bereitschaft der schwangeren Frau erzwungen wird; [...][15]
Der Beratungsschein besagt also nichts darüber, ob die in § 219 geforderte Beratung auch wirklich stattgefunden hat. Die "Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage" stellt faktisch ebenso eine rechtliche Fiktion dar wie das fiktive Rechtskonstrukt von der "Zerrüttung der Ehe".[16]
Man sieht, wie kurios es ist, einen derartigen Weg zu beschreiten. [...] Die Behauptung, das Beratungs­konzept rette insgesamt mehr ungeborenes Leben als eine Strafdrohung es vermöchte, ist reine Illusion. Meist wird sie wider besseres Wissen aufgestellt, ist dann nichts anderes als eine simple Lüge." [17]
"Diese 'Beratung' war bekanntlich damals nur das Vehikel, um die Straffreiheit durchzusetzen. Mithin geht es nicht um eine echte Beratung, sondern nur um einen Erlaubniszettel." [18]
Während Frauen straflos ihre Leibesfrucht töten dürfen, wird der Mann, der die Webseite eines Abtreibungs­anbieters knackte und dort eine Anti-Abtreibungs­botschaft platzierte, für zwei Jahren und acht Monaten eingeknastet.[19] Dies entspricht einer allgemein festgestellten Tendenz der westlichen Zivilisation, Tätigkeiten, die überwiegend weiblich sind, zu dekriminalisieren, auch wenn sie schädliche Folgen für anderes menschliches Leben haben, Tätigkeiten, die überwiegend von Männern ausgeübt werden, und nicht als nützlich angesehen werden, zu kriminalisieren.[20]
Das Gesetz stellt es dem Arzt frei, ob er als Gynäkologe Abtreibungen durchführt oder nicht. So steht es in Paragraph 12 Absatz 1 des Schwanger­schafts­konflikt­gesetzes: "Niemand ist verpflichtet, an einem Schwanger­schafts­abbruch mitzuwirken." Doch das ist nur die Theorie.[13]
«Heute überlässt der Staat den Frauen selbst die Entscheidung, [ob sie abtreiben oder nicht]. Einigen von ihnen fällt der Entschluss schwer, anderen nicht. Einige sehen keinen anderen Ausweg, andere fanden es die leichteste Lösung. [...] Zu jeder dieser Frauen, zu jeder dieser unterschiedlichen Geschichten von Trauer, Furcht, Erleichterung gehört die Geschichte eines Arztes, der den Eingriff durchgeführt hat. Unter ihnen gibt es diejenigen, die Frauen aus einer Notlage helfen wollen, es gibt diejenigen, die ihre Arbeit für notwendig und sinnvoll halten. Und es gibt Ärzte, die sich deswegen Vorwürfe machen.»[13]
Der behandelnde Arzt darf sich nicht in die Geschichten der Patientinnen einmischen. Geredet wird bei der Beratung, die das Gesetz vorschreibt und die mindestens drei Tage vor dem Eingriff in einer Beratungsstelle stattfindet.[13] So ist das grausame Handwerk bestens organisiert: Die Beraterin muss die Abtreibung, zu der sie ermutigt, nicht selbst vornehmen. Und der Arzt darf die Geschichte der Frau nicht kennen, bei der er die Abtreibung vornehmen muss.
"Ich bin sechsunddreißig, da finde ich zwei Abtreibungen auf ein lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig." - Jutta Ditfurth [21]
"Ganz abgesehen von ethischen Argumenten ist es nahezu absurd, dass der Staat durch die Finanzierung der Abtreibungen (über 90 Prozent) die negative Bevölkerungs­entwicklung und den damit drohenden Kollaps der Sozialsysteme selbst aktiv unterstützt! Seit Einführung der Fristen­regelung im Jahr 1974 sind mehr als acht Millionen ungeborener Kinder getötet worden. Jahr für Jahr eine Großstadt." - Peter Hahne [22]
Aufgrund vorliegender Erfahrungs­berichte betroffener Männer fordern Männerrechtler, aber auch Fachleute zunehmend[23], auch die Situation der Männer ins Blickfeld zu nehmen, da diese in der Diskussion bisher außen vor geblieben sind. Eine Forderung lautet z. B. dahingehend, dass dem Mann zumindest eine schriftliche Dokumentation, dass er mit einem Abbruch nicht einverstanden ist, zugestanden wird.
Sind in der Absicht, eine Weibsperson unfruchtbar zu machen, schädliche Arzeneyoder andre Mittel gebraucht, oder gegeben worden: so findet gegen den Thäter Gefängniß oder Zuchthausstrafe auf zwey bis vier Jahre statt.[24]
So aber eyn kind / das noch nit lebendig wer / von eynem weibßbild getriben würde / sollen die vrtheyler der straff halber bei den rechtuerstendigen oder sunst wie zuo end diser ordnung gemelt / radts pflegen.[25]
Das Überleben eines Neugeborenen ist nicht so sicher wie das Weiterleben der Mutter: Zur Zeit des Propheten starben Kleinkinder häufiger als heute an Kinderkrankheiten, da die Medizin nicht so weit entwickelt war. Die Situation hat sich im Laufe der Zeit geändert, so dass dieser Punkt heute in der westlichen Welt nicht mehr den gleichen Stellenwert hat wie früher.[26]
Auch in Israel liegt die Abtreibung ausschließlich im Ermessen der Frau. Bei einer Schwangerschaft außerhalb der Ehe erfolgt die Bewilligung automatisch. Die Frau geht ins nächst­gelegene Krankenhaus zur Kommission für Schwanger­schafts­abbrüche, legt dort lediglich ihren Personal­ausweis mit dem Eintrag "Rawaka", ledig, vor und kurze Zeit später ist alles vorbei. Schätzungs­weise 40.000 bis 50.000 Frauen entscheiden sich in Israel jährlich gegen das Kind. Nach dem Gesetz darf eine Abtreibung nur in die Wege geleitet werden, wenn die zuständige Kommission sie bewilligt hat. In der Praxis aber kann jede Frau nach eigenem Gutdünken entscheiden: Die Kommissionen legen den Frauen keine Hürden in den Weg. Laut einer Amts­statistik wurden im Jahre 2005 nicht einmal 300 der insgesamt 19.000 Anträge auf eine Abtreibung abgelehnt.[27][28]
Kriminologische Indikation[29] 0,02 %
Medizinische Indikation[30] 2,63 %
Beratungsregelung[31] 97,35 %
Das Bundesinstitut für Bevölkerungswissenschaft (BiB) beim Statistischen Bundesamt in Wiesbaden geht davon aus, dass die offizielle Abtreibungs­statistik nur rund 60 % der Abtreibungen erfasst.[32] Diese Dunkelziffer eingerechnet werden in Deutschland täglich rund 500 Kinder vor der Geburt getötet.
Es gilt als Naturgesetz, dass 104 bis 106 männliche Babys auf 100 weibliche kommen. In Indien und Vietnam liegt das Verhältnis bei rund 112 zu 100. In China sind es 118 zu 100, in Aserbeidschan, Georgien und Armenien liegen auch bereits bei 115 zu 100. Der französische Demographie­forscher Christopher Guilmoto kommt auf 117 Millionen fehlende Frauen in Asien, die in China lebende Wissenschafts­journalistin Mara Hvistendahl gibt die Zahl in ihrem Buch "Unnatural Selection" gar mit 160 Millionen an. Das sind etwas mehr als die gesamte weibliche Bevölkerung der USA.[33]
Das demographische Ungleichgewicht entsteht durch die Abtreibung weiblicher Föten, das sich mit wachsendem Wohlstand in Indien in den letzten zwanzig Jahren akzentuiert hat. Mit dem Einzug von Ultraschall­unter­suchungen haben geschlechts­spezifische Abtreibungen aber stark zugenommen. Da mobile Ultraschallgeräte mittlerweile selbst in abgelegene Dörfer gebracht werden können und eine Untersuchung nicht mehr als 500 Rupien (rund 10 Franken) kostet, machen heute mehr Inderinnen denn je von der Methode Gebrauch.[34] Auch in Schweden ist seit 2009 die geschlechts­selektive Abtreibung erlaubt. Die Abtreibung aufgrund des "falschen Geschlechts" hat auch Kanada erreicht. Das sei aber nun "eine Diskriminierung der Frau in ihrer extremen Ausformung".[35]
"Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." [36]
Würden Feministen ihre eigene Ideologie (Feministische Thesen) ernst nehmen, könnten sie schwerlich behaupten, dass Frauen bei der Abtreibung benachteiligt würden. Denn es werden nach feministischer Weltsicht ja keine Frauen geboren, sondern sie werden ja erst später zu Frauen gemacht.[37] Aus Gendersicht sind einfach nur zu wenige Kinder nach dem Vorbild David Reimers zu Maiden geformt worden.
«Als meine Freundin ungeplant schwanger wurde, wollte ich, dass wir das Kind bekommen. Doch meine Freundin entschied sich dagegen. Bis heute lässt mich das nicht los.» - Felix Langer[38]
In den USA sprechen Abtreibungsbefürworter grundsätzlich nur von "pro-choice"[wp] (deutsch: "Für die Wahlfreiheit (zur Abtreibung)"), im Gegensatz zu dem Slogan "pro-life" (deutsch: "Für das Leben") der Abtreibungsgegner). Damit soll den Frauen vorgegaukelt werden, die Entscheidung, ein Baby abzutreiben, wäre nicht viel schwerwiegender als die Entscheidung, ein rotes oder ein blaues Kleid zu kaufen.
1969 wurde in den USA die Gruppe NARAL (National Association for the Repeal of Abortion Laws) gegründet, als Vereinigung von verschiedenen anderen Organisationen. Die Feministin Betty Friedan wurde in das neue Komitee gewählt. Die neue Gruppe griff die katholische Kirche an (nicht die Katholiken selbst, sondern die anonyme "Kirchenhierarchie") und verschwieg, dass auch die meisten anderen Religionen der Abtreibung bestenfalls kritisch gegenüberstanden. Gefälschte Statistiken wurden zitiert, wonach die Mehrheit der Christen pro Abtreibung wären. Der Kardinal Cushing wurde als Anhänger der Abtreibungsreform dargestellt, obwohl er es nie war, um unentschlossene Katholiken zu überzeugen. Gleichzeitig wurde der katholischen Kirche religiöse Polarisierung unterstellt - obwohl dies in Wahrheit NARALs eigene Strategie war. Neueste Methoden der Massenpsychologie ausnutzend, wurde die Situation systematisch dramatisiert, um genug Sympathie für die Legalisierung der Abtreibung zu gewinnen. Die Anzahl der illegalen Abtreibungen in den USA betrug jährlich etwa 100.000. Die Zahl, die aber wiederholt an die Öffentlichkeit und an die Medien weitergegeben wurde, war 1 Million. Die Anzahl der Frauen, die in den USA jährlich bei illegalen Abtreibungen starben, lag zwischen 200 und 250. Die Anzahl, die beständig wiederholt wurde, war 10.000. Diese Zahlen begannen, das öffentliche Bewusstsein Amerikas zu prägen und erfüllten ihren Zweck, Amerika davon zu überzeugen, die Abtreibungsgesetze zu beseitigen. Darüber hinaus vermischte NARAL den Kampf für die Abtreibung mit dem Vietnamkrieg und "machte den Standpunkt der Abtreibungsbefürworter zu dem Standpunkt, der trendgemäß, sexy und kultiviert war".[39]
Auch nach dem bekannten Fall "Roe v. Wade" 1973, als der US-amerikanische Gerichtshof das Recht auf Abtreibung in die Verfassung aufnahm, lebte die Gruppe weiter, und agitierte weiterhin für das Recht auf Abtreibung sowie für Sexualerziehung - sprich Frühsexualisierung von Kindern - in Schulen. Bei den Präsidentschaftswahlen 2008 unterstützte sie Barack Obama[wp].
Im April 1971 unterschrieb Simone de Beauvoir das "Manifest der 343" [40], eine Liste prominenter Frauen (meist Künstlerinnen in Paris), die darin behaupteten, abgetrieben zu haben. Es besteht der Verdacht, dass die Mehrheit der Unterzeichnerinnen gelogen hatte, speziell die Beauvoir, die diese aus Solidarität mit der Frauenbewegung erfunden hatte.[41] Im Juni desselben Jahres kopierte Alice Schwarzer die Aktion der Pariser Feministinnen unter dem Slogan "Wir haben abgetrieben!" in Deutschland. Auch sie hatte selbst niemals abgetrieben. Seit dieser Zeit wird der Feminismus mit einer Pro-Abtreibung-Einstellung verbunden, obwohl es immer noch eine Minderheit von "Pro-Life-Feministinnen" gibt, die Abtreibung mit Kindesmord vergleichen. In der Vergangenheit sprachen sich sogar die meisten bekannten Feministinnen entschieden gegen die Abtreibung aus, so zum Beispiel Susan B. Anthony[wp], die Abtreibung als ein Übel betrachtete, das ihrer Ansicht nach - nicht überraschend - den Frauen von den Männern aufgezwungen wurde.
«Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigen Körper ist ein Menschenrecht. Dass sich Frauen in Deutschland noch immer nicht ohne Beratungszwang für einen Schwanger­schafts­abbruch entscheiden können, ist beschämend. Der Paragraph 218 muss endlich vollständig aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch gestrichen werden.»[42] - Anmerkung: Mittlerweile hat "Die Linke" diese Presse­mitteilung abgeändert und den § 218 dem Strafgesetzbuch zugeordnet[43], die ursprüngliche Erklärung ist aber weiterhin im Internet aufrufbar).[44]
Die steirische Jugendlandesrätin Bettina Vollath[wp] (SPÖ) schlug Alarm und forderte umgehend die Schulleiter auf, Mitglieder dieses Vereins, die noch ein Wertebewusstsein besitzen, künftig nicht mehr auf die Schüler loszulassen, da es sich um "Radikale" handele.[45]
Es gibt Abtreibungsgegner, die sagen "Abtreibung ist Mord".[46]
«Das Lebensrecht ist von Anfang an gegeben und bleibt unteilbar. Denn jeder Mensch ist gewollt und geliebt. Wenigstens von Gott. Und das ist schon eine Menge. Also sollten wir der Fantasie freien Lauf lassen, wie wir dieser Vorgabe gerecht werden können.»[47]
Nach der aktuellen katholischen Moral­lehre gilt Abtreibung zu jedem Zeitpunkt als Mord. Dies wird naturrechtlich begründet und beansprucht daher, als Norm für alle Menschen zu gelten, nicht nur für Christen. Dies war allerdings nicht immer so. Bei den Theologen herrschte lange die Lehre der Sukzessiv­beseelung vor, auch Epigenismus genannt; demnach findet die Beseelung nach und nach stufenweise fortschreitend statt (Augustinus, Hieronymus, Thomas von Aquin, Alfons von Liguori). Diese Lehre geht auf Aristoteles zurück, der meinte, ein Embryo bzw. Fetus habe zunächst eine pflanzliche Seele (anima vegetativa oder vegetalis), auf Grund deren er überhaupt lebt, dann eine empfindende tierische Seele (anima sensitiva oder animalis), und erst 40 Tage (bei einem männlichen Fetus) bzw. 90 Tage (bei einem weiblichen Fetus) nach der Empfängnis eine vernunftbegabte menschliche Seele (anima intellectiva oder rationalis oder humana).[48] Die Scholastik[wp] definiert eine Person als ein Wesen mit einer vernünftigen Seele. Obwohl die Sukzessiv­beseelung theologisch auch in der Scholastik umstritten war, unterschied das katholische Kirchenrecht[wp] vom Decretum Gratiani[wp] um 1140 bis 1869 gemäß dieser Lehre zwischen dem fetus inanimatus oder informatus und dem fetus animatus oder formatus, dem unbeseelten oder ungeformten und dem beseelten oder geformten Fetus. Eine Abtreibung galt aus katholischer Sicht immer als Sünde und wurde mit monate- bis jahrelanger Buße belegt, aber nur bei einem beseelten Fetus wurde er als Mord betrachtet und mit Exkommunikation, manchmal sogar mit Todesstrafe geahndet. Im mittelalterlichen Corpus Iuris Canonici[wp] hieß es: "Der ist kein Mörder, der eine Abtreibung vornimmt, bevor die Seele dem Körper eingegossen ist." Da man das Geschlecht noch nicht feststellen konnte, wurde erst bei einer Abtreibung mindestens 80 Tage nach der Empfängnis exkommuniziert. Davor galt der Fetus als "Körperteil der Mutter" (pars viscerum matris). Die Auffassung von der späteren Frauen­beseelung hatte also, was die Strafe der Exkommunikation bei Abtreibung betrifft, eine Fristenlösung von fast drei Monaten zur Folge.[49][50]
Die Unterscheidung zwischen dem unbeseelten und dem beseelten Fetus wurde erst von Papst Pius IX.[wp] 1869 in der Bulle Apostolicae Sedis[wp] abgeschafft. Seitdem spricht das Kirchenrecht nur noch vom Fetus, und die offizielle deutsche Übersetzung übersetzt fetus sogar mit "Kind" (Canon 871 CIC 1983[51]). Das Kind empfange seine Seele bereits zum Zeitpunkt der Zeugung (Simultan­beseelung). Pius IX. stützte sich auf den Leibarzt des Papstes Innozenz X., Paul Zacchias, der schon 1661 sagte, die vernunftbegabte Seele (anima rationalis) werde dem Menschen im Augenblick der Empfängnis eingegossen. Damit ist die Angelegenheit für die Katholische Kirche aber noch nicht erledigt. Im 20. Jahrhundert neigte der bedeutende neu­scholastisch geprägte Jesuit Karl Rahner[wp] weiterhin zur Sukzessiv­beseelung: "Auch aus dogmatischen Definitionen der Kirche ist nicht zu entnehmen, daß es gegen den Glauben wäre, wenn man annähme, daß der Sprung in die Geist-Person erst im Lauf der Entwicklung des Embryo geschieht. Kein Theologe wird behaupten, den Nachweis führen zu können, daß Schwanger­schafts­unter­brechung in jedem Fall ein Menschenmord ist."[52][53] Zur Verwendung von menschlichem Keimmaterial für die Forschung schrieb er: "Es wäre doch an sich denkbar, daß [...] Gründe für ein Experiment sprechen, die in einer vernünftigen Abwägung stärker sind als das unsichere Recht einer dem Zweifel unterliegenden Existenz eines Menschen."[52][54] Die Möglichkeiten, dass sich ein Embryo einige Tage nach der Empfängnis in eineiige Zwillinge trennt oder dass sich umgekehrt zweieiige Zwillinge zu einem einzigen Embryo verschmelzen (Chimäre bzw. Mosaik), hindern die katholische Kirche nicht, bereits bei der Empfängnis von einem Individuum zu sprechen.
Das II. Vatikanische Konzil der katholischen Kirche hält in der "Pastoral­konstitution über die Kirche in der Welt von heute", Gaudium et Spes[wp] von 1965, in Artikel 51 fest: "Gott, der Herr des Lebens, hat nämlich den Menschen die hohe Aufgabe der Erhaltung des Lebens übertragen, die auf eine menschen­würdige Weise erfüllt werden muss. Das Leben ist daher von der Empfängnis an mit höchster Sorgfalt zu schützen. Abtreibung und Tötung des Kindes sind verabscheuens­würdige Verbrechen". Papst Johannes Paul II.[wp] gibt die Lehre der katholischen Kirche in dieser Frage in der Enzyklika Evangelium Vitae[wp] von 1995, wo auch die Todesstrafe abgelehnt wird, mit folgenden Worten wieder: "Mit der Autorität, die Christus Petrus und seinen Nachfolgern übertragen hat, erkläre ich deshalb in Gemeinschaft mit den Bischöfen - die mehrfach die Abtreibung verurteilt und, obwohl sie über die Welt verstreut sind, bei der eingangs erwähnten Konsultation dieser Lehre einhellig zugestimmt haben - dass die direkte, das heißt als Ziel oder Mittel gewollte Abtreibung immer ein schweres sittliches Vergehen darstellt, nämlich die vorsätzliche Tötung eines unschuldigen Menschen. Diese Lehre ist auf dem Naturrecht[wp] und auf dem geschriebenen Wort Gottes begründet, von der Tradition der Kirche überliefert und vom ordentlichen und allgemeinen Lehramt der Kirche gelehrt." Die aktuelle katholische Morallehre wird naturrechtlich begründet und beansprucht daher, als Norm für alle Menschen zu gelten, nicht nur für Christen.[55]
Es gibt natürlich noch viel mehr zu sagen. Ich habe mich nur mit einem Merkmal der Geburtenkontrolle beschäftigt - ihrem äußerst unangenehmen Ursprung. Ich sagte, sie sei rein kapitalistisch und reaktionär; Ich wage zu sagen, dass ich bewiesen habe, dass sie völlig kapitalistisch und reaktionär ist. Aber es gibt viele andere Aspekte dieser bösen Sache. Sie ist unrein im Lichte der Instinkte; sie ist unnatürlich in Bezug auf die Neigungen; sie ist Teil eines allgemeinen Versuchs, die Bevölkerung auf eine Routine der Quack­salber­medizin und der stinkenden Wissenschaft zu führen; sie ist durchmischt von einer verworrenen Vorstellung, dass Frauen frei sind, wenn sie ihren Arbeitgeber dienen, aber Sklaven, wenn sie ihren Ehemännern helfen; sie ist ignorant gegenüber der wahren Existenz von echten Haushalten, wo Vorsicht durch Willens­freiheit und Über­ein­stimmung entsteht. [56]
There is of course a great deal more to be said. I have dealt with only one feature of Birth Control - its exceedingly unpleasant origin. I said it was purely capitalist and reactionary; I venture to say I have proved it was entirely capitalist and reactionary. But there are many other aspects of this evil thing. It is unclean in the light of the instincts; it is unnatural in relation to the affections; it is part of a general attempt to run the populace on a routine of quack medicine and smelly science; it is mixed up with a muddled idea that women are free when they serve their employers but slaves when they help their husbands; it is ignorant of the very existence of real households where prudence comes by free-will and agreement. - Gilbert Keith Chesterton [57]
Schon der Name "Geburtenkontrolle" ist ein Prachtstück reinen Humbugs. Er ist einer dieser unverfrorenen Euphemismen, die in den Schlagzeilen der Presse verwendet werden, der wir vertrauen. Genau wie "Tarifreform". Wie "Freie Arbeit". Der Begriff soll nichts bedeuten, damit er alles aussagen kann, im Speziellen vor allem etwas völlig anderes als das, was er sagt. Jeder glaubt an Geburten­kontrolle, und fast jeder hat etwas Kontrolle ausgeübt hinsichtlich der Bedingungen von Geburt. Menschen heiraten nicht als Schlafwandler oder produzieren Kinder während sie schlafen. Aber über unzählige Zeitalter und Nationen hinweg wird die gewöhnliche und wirkliche Geburten­kontrolle Selbstkontrolle genannt. Wenn jemand sagt, das könne nicht funktionieren, erwidere ich: Es geht. [58]
The very name of "Birth Control" is a piece of pure humbug. It is one of those blatant euphemisms used in the headlines of the Trust Press. It is like "Tariff Reform." It is like "Free Labour." It is meant to mean nothing, that it may mean anything, and especially some thing totally different from what it says. Everybody believes in birth control, and nearly everybody has exercised some control over the conditions of birth. People do not get married as somnambulists or have children in their sleep. But throughout numberless ages and nations, the normal and real birth control is called self control. If anybody says it cannot possibly work, I say it does. - Gilbert Keith Chesterton [59]
«Es ist politisch nicht richtig, in der Truppe auch nur davon zu sprechen, aber ... ein großer Prozentsatz von Soldatinnen treibt ihre Föten bewusst ab, wenn diese ihren Zweck erfüllt haben, den Einsatz bei der Operation Wüstensturm zu umgehen ... Es ist nicht richtig, einen Fötus zu benutzen, um sich vor etwas zu drücken, wozu du dich vertraglich verpflichtet hast, und dann den Fötus zu töten.» - Militärarzt, Kuwait (will nicht genannt werden)[60]
«Es ist in unserer Gesellschaft leichter, ein Kind im Mutterleib zu töten, als einen Baum zu fällen.» - Barbara Wussow[wp][61]
Heranwachsende Frauen unter 16 dürfen (in Großbritannien und den USA) weder Zigaretten noch Alkohol kaufen, aber ohne Zustimmung der Eltern abtreiben. Die am 23. Januar 2006 veröffentlichte Entscheidung des obersten britischen Gerichtshofes besagt, dass Jugendliche Abtreibungen vornehmen lassen dürfen, ohne die eigenen Eltern über ihre Situation und diesen Schritt in Kenntnis gesetzt zu haben.[62]
Zwischen 16 und 17 kann der Arzt zwar noch auf die Einwilligung der Eltern bestehen, aber das geschieht nur in Ausnahme­fällen. In den meisten Fällen kannst du also ab 16 allein entscheiden und den Abbruch ohne das Wissen deiner Eltern vornehmen lassen.»[63]
Der Schlachtruf "Mein Bauch gehört mir!" diente der Ausgrenzung der Männer aus dem Bereich der Reproduktion und weist ihm lediglich eine Rolle als Statisten und Samenspender zu. Außerhalb der Rollen­zu­weisung als Vergewaltiger und Geldautomat, wenn es um Unterhalts­forderungen geht, haben Männer für Feministinnen keinerlei Bedeutung. Im Zuge einer Dokumentation "Ein Meilenstein der Frauenbewegung" hat die Filmemacherin Birgit Schulz deshalb nur folgerichtig kommentiert: "In all den Gesprächen, die ich bei der Recherche geführt habe, spielten Männer keine Rolle."[64]
«In einer Gesellschaft, in der die Frau ein "Recht auf Abtreibung" beansprucht, hat der Mann kein Recht mehr, sein ungeborenes Kind zu verteidigen. In einem demokratischen Sozial- und Rechtsstaat ist es dem Vater verwehrt, sein eigenes Kind zu beschützen!»[65]
Wenn eine Frau von einem Mann schwanger wird, ist es ihre Entscheidung, ob sie das Kind austrägt oder tötet. Wenn ein Mann von der Tötung seines Nachwuchses traumatisiert sein sollte, muss er sehen, wie er damit zurechtkommt. Möchte ein Vater hingegen auf seine Vaterschaft verzichten, darf er feststellen, dass er diese Freiheit nicht hat, sondern beispielsweise ins Armenhaus geklagt werden kann, was Unterhalts­zahlungen angeht. Für immerhin sieben Prozent der Männer (in den USA) ist dies die größte Ungerechtigkeit im Geschlechterkonflikt.[66]
«Der Vater übernimmt keine Verantwortung für sein Kind und die schwangere Frau. Die Frau fühlt sich von ihrem Mann allein gelassen.»[65]
«Das Bild, das der Mann von sich selbst in seinem Innern hat, wird zutiefst verletzt, wenn ihm klar wird, dass seine Sexualität einem Menschen den Tod gebracht hat. Beim Mann kommen häufig sexuelle Störungen nach einer Abtreibung vor. Außerdem nimmt auch die Gewalt des Mannes gegen die Frau in all ihren Ausdrucksformen erheblich zu.»[65]
«Die Mehrzahl der werdenden Väter, deren ungeborenes Kind getötet wird, berichtet über negative Gefühle; sogar von Seelen­qualen sprachen Männer im Magazin der Wochen­zeitung Die Zeit, die die Folgen der Liberalisierung der vorgeburt­lichen Kindes­tötung in den vergangenen dreißig Jahren auf der Titelseite thematisierte (Ausgabe 08/2009 vom 12. Februar). Was Männern zu schaffen macht, soll hiernach nicht für werdende Mütter gelten, die ihr Kind abgetrieben haben.»[67]
Und ich wüsste gern, warum nicht einer - nur einer - unserer modernen Kako­phoniker den Schrei der zu Aber­tausenden abgetriebenen Föten in einem musikalischen Werk ertönen lässt, warum nicht ein einziger unserer kolossal freigeistigen Künstler ihre zerfetzten Körperchen malt oder meißelt oder "inszeniert", warum keiner unserer preis­behängten Autoren, keiner unserer wunder wie wilden Bühnen­dichter und Theater­regisseure ihnen eine Stimme gibt, als seien sie wahrhaftig nichts und nichtig, als existierte dieses ungeheuerliche Problem überhaupt nicht.» - Michael Klonovsky[68]
«Für diese Linksextremisten heißt Religionsfreiheit "Freiheit von jeglicher Religion" wie einst in der Sowjetunion. Also neben ihrer eigenen links­extremistischen Religion, dem Genderismus, ist keine andere zugelassen. Geschmacklose Parolen für Abtreibung schreien, gegenüber von behinderten Kindern und Erwachsenen im Rollstuhl, war heftig erleben zu müssen. Außerdem sollten die schwulen und lesbischen Euthanasie-Befürworter[wp] bitte daran denken, dass ihresgleichen mit fortschreitender Entwicklung in der Diagnostik bald ebenfalls von Abtreibung betroffen werden dürften.» - Noname[69]
So gesehen ist die Situation extrem paradox: Die katholische Kirche tritt dafür ein, dass Kinder auch dann leben dürfen, wenn sie schwul oder lesbisch sind, während die Gender-Lobby dafür eintritt, sie abtreiben zu dürfen.» - Hadmut Danisch[70]
«In China und Indien werden beispielsweise gezielt weibliche Föten abgetrieben, weil es weibliche Föten sind. Diese weiblichen Föten werden von Frauen abgetrieben, weil für sie ein weiblicher Fötus einen geringeren Wert hat als ein männlicher Fötus. Ein Mädchen zu bekommen bedeutet in der Regel eine finanzielle Belastung, zumindest solange, bis man irgendeinen Trottel findet, der es heiratet und einem damit die Belastung abnimmt. [...] In diesem Kontext macht es für Weiber absolut Sinn ihr weibliches Kind zu töten und lieber auf ein männliches zu hoffen, da ein weibliches Kind sie selbst im Alter nicht versorgen kann. Das nächste Mal, wenn ihr also solche Sprüche hört wie "Mein Bauch gehört mir", denkt daran, dass die Opfer von weiblichem Abtreibungs­aktivismus nach Wahl weibliche Kinder sind.»[71]
Das Versagen der Kirchen (nicht nur in dieser Frage) trug zum Siegeszug der "Mein Bauch gehört mir-Mentalität" mit bei. Die beiden Kirchen haben sich mit den politischen Verhältnissen arrangiert und die Ungeborenen im Stich gelassen.» - Peter Helmes[72]
Dazu kommt eine großzügige Finanzierung der Abtreibung durch die Eliten.[73][74]
In einem ersten Schritt wird mit sprachlichen Mitteln ein Nebel über den Tatbestand gelegt. Wie in George Orwells[wp] Roman 1984 wird ein Neusprech eingeführt, das die Dinge nicht mehr klar benennt. Wenn den Menschen aber die Begriffe genommen werden, können sie sich nicht mehr artikulieren, keine Kritik mehr formulieren und eine argumentative Aus­einander­setzung wird verunmöglicht.
Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich[wp] spricht 1871 von der "Schwangere(n), welche ihre Frucht vorsätzlich abtreibt oder im Mutterleibe tödtet".[7] Der Wortlaut des § 218 StGB_neu ist seit dem 25. Februar 1975 "Wer eine Schwangerschaft abbricht". Weder das Wort "Frau" noch das Wort "Leibesfrucht" kommen darin vor. In zauberhafter Weise sind das handelnde Subjekt (die Frau, die Schwangere), das Objekt der Handlung (die Leibesfrucht) sowie die Handlung (abtreiben, töten) begrifflich aus dem Gesetzestext verschwunden - Täter, Opfer und Tat sind verschwunden (schlimmer noch: Aus einer Abtreibung wird eine Trivialität: der Abbruch - ein Wort, das man eher aus der Job-Steuerung als aus der Reproduktionsmedizin her kennt). Es ist dann nur noch ein kleiner Schritt, dass sie auch aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden.
Das Menschenrecht auf Leben wird so hintertrieben. Diese schlichte Tatsache wird von radikalen Abtreibungs­Befürwortern ausdrücklich anerkannt: Darauf aufbauend, dass vorgeburtliche Abtreibung ja bereits weitgehend akzeptiert sei, leiten sie aus der Tatsache, dass es kein moralischer Unterschied sei, ein Kind vor­geburtlich oder nach­geburtlich zu töten, die Folgerung ab, dass es demnach in allen Fällen, wo Abtreibung akzeptiert sei, auch gestattet werden solle, Kleinkinder zu töten. Die Autoren Alberto Giubilini (Universität Mailand) und Francesca Minerva (Universität Melbourne) benennen eine Reihe von Gründen, die es einer Mutter unerträglich erscheinen lassen könnten, ihr Kind aufzuziehen.[10] Die Legalisierung der Abtreibung bricht einen Damm, dessen verhängnisvollen Folgen öffentlich zu diskutieren vermieden wird. Der Staat kann sich hier unter dem Vorwand "Frauenrechte verteidigen" zu wollen, die Deutungshoheit über Leben und Tod seiner Untertanen erschleichen.
Feministinnen haben unter Verwendung der Parole "Mein Bauch gehört mir!" das vermeintliche "Recht auf Abtreibung" für Frauen eingefordert. Im Sinne der Selbstbestimmung sollten Frauen allein über ihren Körper bestimmen dürfen. Nicht diskutiert wird, dass der Staat sich mit der Legalisierung der Abtreibung die Voraussetzung geschaffen hat, Frauen bei Bedarf auch zur Ungeborenen­tötung drängen oder gar nötigen zu können.[75] Die staatliche Subventionierung der allein­erziehnenden Mutter kann ihr ja jederzeit unter Hinweis auf eine jederzeit mögliche Abtreibung entzogen werden. Das Menschenrecht auf Leben kann also auf sehr subtile Weise zur Disposition gestellt werden.
Es wird, um die Tötung zu rechtfertigen, zunächst dem Kind die Persönlichkeit abgesprochen. Es habe nur "das Potential, eine Persönlichkeit zu werden", sei aber keine. Dies wird konsequenter­weise für das ungeborene wie für das geborene Kind behauptet, was natürlich die Frage aufwirft, in welchem Alter denn nach Meinung der Autoren aus dem bloßen "Potential, eine Persönlichkeit zu werden" sich eine tatsächliche Persönlichkeit entwickelt haben könnte. Wenn das Kind abgestillt ist? Bis zur Einschulung? Bis es durch Berufs­tätigkeit und Steuer­zahlungen nachgewiesen hat, dass es ein nützliches Mitglied der Gesellschaft ist?[9] Die Geschichte der Euthanasie[wp] ist also keineswegs abgeschlossen.
Nach der Scheidung ist die Ausgrenzung des Mannes am Größten, wenn die Mutter den Umgangsboykott betreibt und das Familiengericht ihr dazu nach das alleinige Sorgerecht zuspricht. Das Motto "Das Kind gehört mir!" ist nur die folgerichtige Fortsetzung des Schlachtrufs "Mein Bauch gehört mir!", mit dem die Frau dem Mann aus dem Bereich der Reproduktion hinausdrängt und ihm lediglich eine Rolle als Statisten und Samenspender zuweist. Schon Esther Vilar konstatierte schon 1971: "Außerhalb seiner Funktion als Ernährer misst die Frau dem Mann keinen Wert zu."[76] Daran hat sich nichts geändert. Die Filmemacherin Birgit Schulz kommentiert vierzig Jahre später: "In all den Gesprächen, die ich bei der Recherche geführt habe, spielten Männer keine Rolle."[64]
In einer Gesellschaft, in der die Frau ein "Recht auf Abtreibung" beansprucht, hat der Mann kein Recht mehr, sein ungeborenes Kind zu verteidigen. In einem demokratischen Sozial- und Rechtsstaat ist es dem Vater verwehrt, sein eigenes Kind zu beschützen! [65]
De facto ist die Rede vom "Schutz des ungeborenen Lebens" genauso eine Worthülse wie der Satz "Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen" aus § 1353 BGB Abs. 1 Satz 1. Und die Schwanger­schafts­konflikt­beratung ist ebenso eine juristische Fiktion wie die Ehezerrüttung, die als juristischer Begriff mit der Familienrechtsreform 1976 eingeführt wurde. Mit diesen Fiktionen soll der Schein aufrechterhalten werden, dass der "Schutz des ungeborenen Lebens" und der "Bestand von Ehe und Familie" dem Gesetzgeber irgendwas bedeuten würde.
Schon die Legalisierung der Abtreibung wurde mit Kampagnen erreicht, die mit gefälschten Umfragen und übertriebenen Abtreibungs­zahlen die öffentliche Meinung manipulierten.[77] Die Strategie des Tarnen, Tricksens und Täuschens wurde auch in der Gesetzgebung fortgeführt. Man führt die Bürger in die Irre, indem man den Eindruck erweckt, bei der Beratung nach § 219 StGB müsse alles getan werden, um Auswege aus der Problematik der ungewollten Schwangerschaft zu finden und Alternativen zur Abtreibung zu finden.
Eine Beratung wird entweder ergebnisoffen geführt oder sie wird zur Motivation geführt, die Schwangerschaft fortzusetzen. Der Satz, "die Schwanger­schafts­konflikt­beratung diene dem Schutz des ungeborenen Lebens" ist ebenso eine Worthülse, wie die Fiktion einer "Ehezerrüttung", welche den Schein aufrecht erhalten soll, der Satz "Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen"[78] habe nach der Familienrechtsreform 1976 noch irgendeine Bedeutung.
Die "Beratung der Schwangeren in einer Not- und Konfliktlage" stellt faktisch ebenso eine rechtliche Fiktion dar wie das fiktive Rechts­konstrukt von der "Zerrüttung der Ehe".[79] Mit komplizierten Gesetzen und juristischen Fiktionen soll der Schein aufrecht­erhalten werden, dass der "Schutz des ungeborenen Lebens" und der "Bestand von Ehe und Familie" dem Gesetzgeber irgendwas bedeuten würde.
This Time - John Elefante[wp] (September 2013) (Länge: 5:40 Min.)[80]
Martina Kempf: Frauenfeindlich. Wie Frauen zur Ungeborenentötung gedrängt werden., Gerhard Hess Verlag 2012, ISBN 3-87336-403-4
Alexandra Maria Linder: Geschäft Abtreibung., Sankt Ulrich Verlag 2009, ISBN 3-86744-084-0[81][82]
↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Miriam Hollstein: Abtreibung: Stell dir vor, du treibst ab - und keiner fragt warum, Die Welt am 20. Januar 2008
↑ 7,0 7,1 WikiSource: Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich, Sechszehnter Abschnitt - Verbrechen und Vergehen wider das Leben, § 218
↑ 9,0 9,1 Geiers Notizen: Kinder-Geburts-Tag, 4. März 2012
↑ 10,0 10,1 After-birth abortion: why should the baby live?[webarchiv], Journal of Medical Ethics am 23. Februar 2012
↑ 13,0 13,1 13,2 13,3 Elisabeth Raether: Abtreibungen: Die Gewissenhafte, Die Zeit am 24. Oktober 2013 (Eine Frauenärztin ringt mit sich: Sie will keine Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Aber es führt kein Weg daran vorbei.)
↑ Felix Langer: Schwangerschaftsabbruch: Ich durfte nicht Vater werden, Zeit Online am 24. März 2018 (An ihrem Gesichtsausdruck und ihrer Einsilbigkeit erkannte ich sofort, dass sie meine Euphorie nicht teilen konnte. Sie fragte mich, ob wir statt von "Kind" nicht lieber erst einmal von "Zellmasse" sprechen könnten.)
↑ 52,0 52,1 Uta Ranke-Heinemann: Abtreibung: Wann ist der Mensch ein Mensch? (Die Lehren der katholischen Kirche zur Beseelung), Die Zeit am 26. Juli 1991
↑ 64,0 64,1 Ein Meilenstein der Frauenbewegung, Kölner Stadtanzeiger am 8. Juni 2011
↑ 65,0 65,1 65,2 65,3 Folgen der Abtreibung für den Vater, Ramybe - Beratung im Schwangerschaftskonflikt und nach Abtreibung, abgelesen am 26. September 2012
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References: § 218
 § 218
 § 218
 § 219
 § 219
 § 218
 § 218
 § 1353
 § 219
 § 218