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Timestamp: 2019-09-20 05:34:24+00:00

Document:
2125-1-1
Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Lebensmittelchemiker
Vom 20. März 1968
Fundstelle: Amtsblatt 1968, S. 215
geändert durch Art. 9 Abs. 8 des Gesetzes Nr. 1484 vom 07. November 2001 (Amtsbl. S. 2158)
Auf Grund des § 5 des Gesetzes Nr. 850 über die Berufsbezeichnung „Lebensmittelchemiker“ (Lebensmittelchemikergesetz) vom 11. Oktober 1967 (Amtsbl. S. 883) wird verordnet:
Die lebensmittelchemische Ausbildung
ein Hochschulstudium von mindestens 8 Semestern,
eine praktische Ausbildung von zwölf Monaten an hierfür zugelassenen Untersuchungsanstalten,
die Staatsprüfung, welche aus
der Vorprüfung und
der Hauptprüfung, die in 2 Teilen abzulegen ist, besteht.
(1) Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales bildet für die Vorprüfung und die Hauptprüfung je einen Prüfungsausschuss bei der Universität des Saarlandes.
(2) Die Mitglieder der Prüfungsausschüsse und deren Stellvertreter werden vom Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales auf die Dauer von drei Jahren bestellt. Als Vorsitzender soll ein Beamter des höheren Dienstes, der die Befähigung als Lebensmittelchemiker besitzt, als sein Stellvertreter der Hochschullehrer des Faches Lebensmittelchemie bestellt werden. Als Prüfer und deren Stellvertreter sollen bestellt werden:
für die Prüfungsabschnitte der Vorprüfung und des Teils A der Hauptprüfung die Hochschullehrer der Fächer, die Gegenstand der Prüfung sind,
für die Prüfungsabschnitte I bis III des Teils B der Hauptprüfung ein beamteter Lebensmittelchemiker einer zur Ausbildung zugelassenen Untersuchungsanstalt,
für den Prüfungsabschnitt IV des Teils B der Hauptprüfung der Vorsitzende.
Der Vorsitzende leitet die Prüfung, setzt die Prüfungstermine für die einzelnen Prüfungsabschnitte fest und achtet darauf, dass die Bestimmungen der Prüfungsordnung eingehalten werden. Bei Verhinderung eines Mitglieds des Prüfungsausschusses zieht er dessen Stellvertreter heran.
(1) Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung ist beim Vorsitzenden des Prüfungsausschusses einzureichen; dieser entscheidet über die Zulassung.
(2) Die für die Zulassung erforderlichen Nachweise und Zeugnisse sind in Urschrift vorzulegen; der Vorsitzende kann hiervon Ausnahmen zulassen.
Die Zulassung zur Prüfung ist zu versagen, wenn der Bewerber die erforderlichen Nachweise und Zeugnisse nicht vollständig vorgelegt hat.
Ist der Bewerber zur Prüfung zugelassen, so wird er vom Vorsitzenden unter Angabe der Prüfungstermine schriftlich zur Prüfung geladen, über die Höhe der Prüfungsgebühr unterrichtet und dabei darauf hingewiesen, dass mit der Prüfung erst nach Entrichtung der Gebühr begonnen wird.
(1) Die Prüfer haben für jeden Prüfungsabschnitt ein Urteil unter Verwendung folgender Bezeichnung abzugeben:
= eine besonders anzuerkennende Leistung
= eine Leistung, die in jeder Hinsicht durchschnittlichen Anforderungen gerecht wird
= eine Leistung, die abgesehen von einzelnen Mängeln, durchschnittlichen Anforderungen entspricht
= eine unbrauchbare Leistung.
(2) Das Urteil „ungenügend“ hat der Prüfer zu begründen.
(3) Prüfen in einem Prüfungsabschnitt mehrere Prüfer, so wird das Urteil für den Prüfungsabschnitt vom Vorsitzenden ermittelt, indem er die Summe der Zahlwerte der Einzelurteile durch die Zahl der beteiligten Prüfer teilt. Ein verbleibender Rest von mehr als 0,5 wird aufgerundet; im Übrigen bleibt er unberücksichtigt. Lautet das Urteil eines Prüfers „ungenügend“, so gilt es für den ganzen Prüfungsabschnitt.
Für jeden Prüfling wird vom Vorsitzenden eine Niederschrift über die Prüfung angefertigt, in der die Namen der Prüfer, die Prüfungsabschnitte, die Prüfungstage, die Urteile und das Gesamturteil anzugeben sind. Ist eine Prüfung zu wiederholen, so sind außerdem die nach § 18 Abs. 3, § 29, § 32 Abs. 3 und § 41 Abs. 1 und 3 festgesetzten Fristen in die Niederschrift aufzunehmen und dem Prüfling bekannt zu geben.
(1) Erscheint ein Prüfling ohne genügende Entschuldigung zu einem Prüfungstermin nicht oder nicht rechtzeitig, so gilt die Prüfung in dem betreffenden Prüfungsabschnitt als nicht bestanden. In die Niederschrift ist einzutragen: „nicht bestanden, weil nicht erschienen“.
(2) Tritt ein Prüfling ohne genügende Entschuldigung von der Prüfung zurück, nachdem er in einem Prüfungsabschnitt nicht bestanden hat, so gilt die Prüfung in allen Abschnitten als nicht bestanden.
(3) Tritt ein Prüfling mit genügender Entschuldigung von der Prüfung zurück, nachdem er in einem oder mehreren Prüfungsabschnitten nicht bestanden hat, so wird er in den nicht bestandenen Abschnitten nur zu einer Wiederholungsprüfung zugelassen.
(4) Der Vorsitzende entscheidet, ob die Voraussetzungen der Absätze 1 bis 3 vorliegen.
(5) Werden bei einem Prüfling während der Prüfung Unregelmäßigkeiten, insbesondere Täuschungsversuche, festgestellt, so kann der Vorsitzende die Prüfung in dem betreffenden Prüfungsabschnitt oder in besonders schwerwiegenden Fällen in allen Prüfungsabschnitten als nicht bestanden erklären.
(1) Eine Wiederholungsprüfung ist nur vor dem Prüfungsausschuss zulässig, bei dem die Vorprüfung oder der Teil A oder der Teil B der Hauptprüfung begonnen wurde. Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales kann in besonders begründeten Fällen den Wechsel des Prüfungsausschusses gestatten.
(2) Zu einer Wiederholungsprüfung in einem nicht bestandenen Prüfungsabschnitt oder in den Fällen des § 18 Abs. 3 und § 32 Abs. 3 in zwei nicht bestandenen Prüfungsabschnitten ist ein Prüfling unter Beachtung der festgesetzten Fristen erst zuzulassen, wenn nach dem Verlauf der Prüfung feststeht, dass nicht die gesamte Vorprüfung oder der gesamte Teil A oder der gesamte Teil B der Hauptprüfung zu wiederholen ist.
(3) Eine mündliche Wiederholungsprüfung findet in Anwesenheit des Vorsitzenden oder seines Stellvertreters statt.
(4) Eine Wiederholungsprüfung gilt als nicht bestanden, wenn in einem Prüfungsabschnitt das Urteil „ungenügend“ erteilt ist. Sobald dies feststeht, ist die Wiederholungsprüfung nicht fortzusetzen.
(5) Wer eine Wiederholungsprüfung nicht besteht, wird zu einer nochmaligen Prüfung nicht zugelassen. Ausnahmen dürfen vom Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales aus besonderen Gründen gestattet werden. Wird eine Ausnahme gestattet, so muss die gesamte Vorprüfung oder der gesamte Teil A oder Teil B der Hauptprüfung wiederholt werden.
(1) Vorprüfungen finden in jedem Studiensemester statt.
(2) Die Vorprüfung ist vor dem Prüfungsausschuss bei der Hochschule abzulegen, an der der Prüfling das nach § 12 Abs. 1 Nr. 4 vorgeschriebene Studium beendet. Ausnahmen dürfen vom Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales aus besonderen Gründen gestattet werden.
(3) Das Gesuch um Zulassung ist beim Vorsitzenden bis spätestens acht Wochen vor Semesterschluss einzureichen. Verspätete Gesuche können in besonders begründeten Fällen berücksichtigt werden.
(1) Dem Gesuch sind beizufügen:
der Nachweis über den Erwerb der Hochschulreife,
ein Lebenslauf, in welchem der Ausbildungsgang dargelegt ist,
Nachweise darüber, dass der Studierende an deutschen Hochschulen mindestens 4 Semester studiert und hierbei Vorlesungen in anorganischer, organischer und physikalischer Chemie sowie in Physik und Botanik gehört und
mindestens 4 Semester an anorganisch- und organisch-chemischen Übungen,
an einer Übung physikalisch-chemischer Untersuchungsmethoden,
an physikalischen Übungen,
an botanisch-mikroskopischen Übungen regelmäßig und mit Erfolg teilgenommen hat.
(2) Die Nachweise über die Studienzeit und das Hören der Vorlesungen sind durch die Studienbücher, die Nachweise über die Teilnahme an den Übungen durch Bescheinigungen der Institute zu erbringen.
Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales kann auf das Studium ein gleichwertiges Studium an einer ausländischen Hochschule ganz oder teilweise anrechnen.
(1) Die Vorprüfung ist mündlich und nicht öffentlich.
(2) Der Prüfling hat in der gesamten Chemie gründliche Kenntnisse darzutun und nachzuweisen, dass er in Botanik und Physik die allgemeinen wissenschaftlichen Grundkenntnisse und Fähigkeiten besitzt.
Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales kann auf die Vorprüfung einzelne gleichwertige Prüfungsfächer oder Prüfungsabschnitte einer anderen Prüfung, die an einer deutschen Hochschule vollständig bestanden wurde, anrechnen.
Die Vorprüfung umfasst folgende Prüfungsabschnitte:
Chemie (anorganische, organische, analytische und physikalische Chemie),
(1) Der Prüfling ist einzeln in Chemie etwa eine Stunde, in Botanik und Physik je etwa 30 Minuten zu prüfen. Der Vorsitzende oder sein Stellvertreter kann an den Prüfungen teilnehmen und Prüfungsfragen stellen.
(2) Die Prüfungen in Chemie werden von zwei Prüfern, die Prüfungen in Botanik und Physik von je einem Prüfer abgehalten.
(1) Lautet das Urteil in einem Prüfungsabschnitt „ungenügend“, so ist die Prüfung in diesem Abschnitt nicht bestanden.
(2) Lautet das Urteil in Chemie und in einem weiteren Prüfungsabschnitt „ungenügend“, so ist die Vorprüfung nicht bestanden. Sobald dies feststeht, ist die Prüfung nicht fortzusetzen.
(3) Eine nicht bestandene Prüfung kann wiederholt werden. Die Prüfung in einem einzelnen Prüfungsabschnitt oder in den Prüfungsabschnitten II und III darf frühestens nach 2 Monaten wiederholt werden. Wird die Wiederholungsprüfung nicht innerhalb von 9 Monaten nach Beginn der Vorprüfung abgelegt, so hat der Prüfling die ganze Vorprüfung zu wiederholen. Die Wiederholung der Vorprüfung darf frühestens nach 6 Monaten stattfinden.
(1) Der Vorsitzende stellt dem Prüfling über das Ergebnis der Vorprüfung ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 1 aus.
(2) In den Fällen des § 9 Abs. 1 und 2 ist in dem Zeugnis an Stelle eines Urteils anzugeben, dass die Prüfung nicht bestanden ist.
(3) In den Fällen des § 15 ist in dem Zeugnis ein Hinweis auf die angerechnete Prüfung aufzunehmen.
Rückgabe der eingereichten Zeugnisse und Nachweise
(1) Die mit dem Zulassungsgesuch eingereichten Zeugnisse und Nachweise sind dem Prüfling nach beendeter Vorprüfung zurückzugeben.
(2) Wurde die Vorprüfung nicht bestanden oder wurde sie nicht beendet, so ist ein entsprechender Vermerk in das Studienbuch einzutragen.
(1) Die Hauptprüfung besteht aus einem Teil A und einem Teil B. Sie ist nicht öffentlich.
(2) Der Prüfling hat im Teil A nachzuweisen, dass er gründliche wissenschaftliche Kenntnisse auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und Lebensmitteltechnologie besitzt und fähig ist, Lebensmittel und Bedarfsgegenstände zu untersuchen. Im Teil B hat er nachzuweisen, dass er Lebensmittel und Bedarfsgegenstände vom Standpunkt eines in der amtlichen Lebensmittelüberwachung tätigen Lebensmittelchemikers zu untersuchen und zu beurteilen vermag und das Lebensmittelrecht und den Vollzug der Lebensmittelüberwachung kennt.
(3) Die Prüfung beginnt mit dem Teil A.
Prüfung des Teils A
Der Teil A ist vor dem Prüfungsausschuss bei der Hochschule abzulegen, an der der Prüfling das nach § 24 Abs. 1 Nr. 4 vorgeschriebene Studium beendet. Ausnahmen dürfen vom Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales aus besonderen Gründen gestattet werden.
(1) Die Prüfung des Teils A findet zweimal im Jahr statt.
(2) Das Gesuch um Zulassung ist beim Vorsitzenden zum 1. April oder 1 Oktober einzureichen. Verspätete Gesuche können in besonders begründeten Fällen berücksichtigt werden.
die in § 12 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 aufgeführten Nachweise,
das Zeugnis über
die bestandene Vorprüfung oder
die bestandene mündliche Prüfung der Diplom-Chemiker-Hauptprüfung oder der Diplom-Prüfung als Diplom-Ingenieur der Fachrichtung Chemie und eine bestandene Prüfung in Botanik oder
die bestandene pharmazeutische Prüfung,
Nachweise über das in § 12 Abs. 1 Nr. 4 angegebene Studium,
Nachweise darüber, dass der Bewerber an deutschen Hochschulen insgesamt mindestens 8 Semester studiert hat und dabei außer dem in Nummer 3 angegebenen Studium
Chemie und Technologie der Lebensmittel einschließlich Lebensmittelhygiene,
Ernährungslehre einschließlich ihrer chemisch-physiologischen Grundlagen,
chemische Toxikologie,
rechtliche Grundlagen der Überwachung und Beurteilung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen
gehört und mindestens
3 Semester an lebensmittelchemischen Übungen einschließlich chemisch-toxikologischer Untersuchungen,
2 Semester an Übungen zur mikroskopischen Untersuchung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen und 1 Semester an mikrobiologischen und bakteriologischen Übungen sowie an einer Einführung in die Mikrobiologie und Bakteriologie der Lebensmittel
regelmäßig und mit Erfolg teilgenommen hat. Bewerber mit dem Zeugnis nach Nummer 2 a müssen an den Übungen nach Nummer 4 b nach bestandener Vorprüfung teilgenommen haben.
(2) Pharmazeutisch-chemische Vorlesungen und pharmazeutisch-chemische Übungen, an denen während eines mit der bestandenen pharmazeutischen Prüfung abgeschlossenen pharmazeutischen Studiums teilgenommen wurde, gelten als anorganisch- und organisch-chemische Vorlesungen und Übungen im Sinne des § 12 Abs. 1 Nr. 4 .
(3) Die Nachweise über die Studienzeit und das Hören der Vorlesungen sind durch die Studienbücher, die Nachweise über die Teilnahme an den Übungen durch Bescheinigungen der Institute zu erbringen.
(1) Der Teil A besteht aus einer praktischen und einer mündlichen Prüfung.
(2) Zur mündlichen Prüfung wird nur zugelassen, wer die praktische Prüfung bestanden hat. Zwischen der praktischen und der mündlichen Prüfung darf ein Zeitraum von höchstens 8 Wochen liegen. Der Vorsitzende kann in besonders begründeten Fällen die Frist verlängern.
Die praktische Prüfung umfasst folgende Prüfungsabschnitte:
eine Aufgabe aus dem Gebiet der Lebensmittelchemie,
eine Aufgabe aus der chemisch-toxikologischen Analytik,
zwei Aufgaben aus der Mikroskopie von Lebensmitteln oder Bedarfsgegenständen.
(1) Die Aufgaben werden von den einzelnen Prüfern gestellt. Sie sind so zu wählen, dass die praktische Prüfung in 3 Wochen abgeschlossen werden kann.
(2) Die Aufgaben dürfen dem Prüfling erst bei Beginn des betreffenden Prüfungsabschnitts bekannt gegeben werden. Dabei ist die Frist anzugeben, innerhalb der die gestellte Aufgabe zu lösen ist.
(3) Der Prüfling hat die Aufgabe unter Aufsicht des Prüfers oder dessen Beauftragten auszuführen und über die Untersuchungsergebnisse täglich eine vom Aufsicht Führenden gegenzuzeichnende Niederschrift anzufertigen.
(4) Nach Ausführung der Aufgaben hat der Prüfling in schriftlichen Berichten jeweils den Arbeitsgang genau zu beschreiben und die Ergebnisse zusammenzufassen. Ferner hat er hierbei die benutzte Literatur anzugeben und zu erklären, dass er die Aufgaben ohne fremde Hilfe gelöst hat. Die Berichte sind jeweils binnen 3 Tagen nach Ausführung der Aufgaben dem Prüfer zu übergeben.
(5) Der Vorsitzende kann die nach Absatz 2 und 4 festgesetzten Fristen verlängern, wenn der Prüfling die Verzögerung nicht zu vertreten hat.
(1) Die Prüfer haben die Berichte zu beurteilen und mit den Untersuchungsniederschriften binnen einer Woche nach Empfang dem Vorsitzenden zu übermitteln.
(2) Hat ein Prüfling eine der Fristen des § 27 Abs. 2 oder 4 nicht eingehalten, so muss für den betreffenden Prüfungsabschnitt das Urteil „ungenügend“ abgegeben werden.
(1) Lautet das Urteil in einem Prüfungsabschnitt „ungenügend“, so ist die Prüfung in diesem Abschnitt nicht bestanden. Sie kann wiederholt werden. Wird die Wiederholungsprüfung nicht innerhalb von 9 Monaten nach Beginn der praktischen Prüfung abgelegt, so hat der Prüfling die ganze praktische Prüfung zu wiederholen.
(2) Lautet das Urteil in mehr als einem Abschnitt „ungenügend“, so ist die ganze praktische Prüfung nicht bestanden. Sobald dies feststeht, ist die Prüfung nicht fortzusetzen. Sie darf frühestens nach 6 Monaten wiederholt werden.
Die mündliche Prüfung umfasst folgende Prüfungsabschnitte:
Chemie der Lebensmittel, des Wassers und der Bedarfsgegenstände unter Berücksichtigung chemisch-toxikologischer und chemisch-technologischer Fragen,
Botanik der Lebensmittel,
Mikrobiologie der Lebensmittel einschließlich der Grundzüge der Bakteriologie.
Der Prüfling ist einzeln, im Abschnitt I etwa 45 Minuten, in den übrigen Abschnitten je etwa 30 Minuten zu prüfen. Der Vorsitzende oder sein Stellvertreter kann an den Prüfungen teilnehmen und Prüfungsfragen stellen.
(2) Lautet das Urteil im Prüfungsabschnitt I und in einem weiteren Prüfungsabschnitt „ungenügend“, so ist die mündliche Prüfung nicht bestanden. Sobald dies feststeht, ist die Prüfung nicht fortzusetzen.
(3) Eine nicht bestandene Prüfung kann wiederholt werden. Die Wiederholungsprüfung in einem einzelnen Prüfungsabschnitt oder in den Prüfungsabschnitten II und III darf frühestens nach 2 Monaten stattfinden. Wird die Wiederholungsprüfung nicht innerhalb von 9 Monaten nach Beginn der mündlichen Prüfung abgelegt, so hat der Prüfling die ganze mündliche Prüfung zu wiederholen. Die Wiederholung darf frühestens nach 6 Monaten stattfinden. Meldet sich der Prüfling ohne genügende Entschuldigung nicht innerhalb von 12 Monaten nach Beginn der mündlichen Prüfung zu ihrer Wiederholung, so hat er den gesamten Teil A zu wiederholen; die Entscheidung trifft der Vorsitzende.
(1) Hat der Prüfling den Teil A bestanden, so stellt ihm der Vorsitzende einen Ausweis nach dem Muster der Anlage 2 aus.
(2) Wurde der Teil A nicht bestanden oder wurde die Prüfung nicht beendet, so ist ein entsprechender Vermerk in das Studienbuch einzutragen.
(3) Die mit dem Zulassungsgesuch eingereichten Zeugnisse und Nachweise sind dem Prüfling nach beendeter Prüfung des Teils A zurückzugeben.
Prüfung des Teils B
Der Teil B kann vor jedem Ausschuss für die Hauptprüfung abgelegt werden.
(1) Das Gesuch um Zulassung zur Prüfung kann dem Vorsitzenden jederzeit vorgelegt werden. Es muss jedoch innerhalb von 2 Jahren nach vollständig bestandener Prüfung des Teils A eingereicht werden. Die Frist kann vom Vorsitzenden auf Antrag des Praktikanten der Lebensmittelchemie verlängert werden, wenn diesem eine frühere Meldung zur Prüfung wegen einer Fortbildung an einem deutschen Hochschulinstitut in einem Prüfungsfach der Vorprüfung oder der Hauptprüfung Teil A oder wegen länger dauernder Krankheit oder wegen Behinderung aus anderen zwingenden Gründen nicht möglich war.
der Ausweis über den bestandenen Teil A der Hauptprüfung,
Nachweise darüber, dass der Praktikant der Lebensmittelchemie nach Ausstellung des in Nummer 1 genannten Ausweises zwölf Monate an höchstens zwei hierfür von der zuständigen Landesbehörde zugelassenen, in der amtlichen Lebensmittelüberwachung tätigen chemischen Untersuchungsanstalten mit Erfolg und ohne längere Unterbrechung ausgebildet worden ist.
(3) Den in Abs. 2 Nr. 2 genannten Untersuchungsanstalten können von der zuständigen Landesbehörde ausnahmsweise sonstige Einrichtungen, die sich mit der Untersuchung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen befassen, gleichgestellt werden.
(4) Die Nachweise zu Absatz 2 Nr. 2 und Absatz 3 sind durch Zeugnisse der Leiter der Untersuchungsanstalten nach dem Muster der Anlage 3 zu erbringen.
Hat sich der Praktikant der Lebensmittelchemie nach vollständig bestandener Prüfung des Teils A in einem Prüfungsabschnitt dieses Teils an einem deutschen lebensmittelchemischen Hochschulinstitut mit sehr gutem Erfolg fortgebildet, so wird diese Tätigkeit bis zu sechs Monaten auf die nach § 35 Abs. 2 Nr. 2 vorgeschriebene Ausbildung angerechnet.
Der Teil B umfasst folgende Prüfungsabschnitte:
Untersuchung und lebensmittelrechtliche Beurteilung eines Lebensmittels,
Untersuchung und lebensmittelrechtliche Beurteilung eines Bedarfsgegenstandes,
Untersuchung und Beurteilung eines Trinkwassers,
mündliche Prüfung über Lebensmittelrecht und Vollzug der Lebensmittelüberwachung.
(1) In den Abschnitten I bis III ist je eine Aufgabe zu lösen. Die Aufgaben werden von dem Prüfer bestimmt. Sie sind so zu wählen, dass sie zusammen in 3 Wochen abgeschlossen werden können. § 27 Abs. 2 und 3 gelten entsprechend.
(2) Nach Ausführung der Aufgaben hat der Prüfling in schriftlichen Berichten jeweils den Arbeitsgang und die Untersuchungsergebnisse genau zu beschreiben, die daraus zu ziehenden Schlüsse darzulegen und eingehend zu begründen. Die Berichte zu den Prüfungsabschnitten I und II müssen in Form eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens abgefasst werden. Der Prüfling hat in den Berichten die benutzte Literatur anzugeben und zu erklären, dass er die Aufgaben ohne fremde Hilfe gelöst hat. Die Berichte sind jeweils binnen 4 Tagen nach Ausführung der Aufgaben dem Prüfer zu übergeben. § 27 Abs. 5 gilt sinngemäß.
Der Prüfer hat die Berichte zu beurteilen und mit den Untersuchungsniederschriften binnen einer Woche nach Empfang dem Vorsitzenden zu übermitteln. § 28 Abs. 2 gilt sinngemäß.
Die mündliche Prüfung des Abschnitts IV dauert etwa 30 Minuten.
(1) Lautet das Urteil in einem Prüfungsabschnitt „ungenügend“, so ist die Prüfung in diesem Abschnitt nicht bestanden. Sie kann wiederholt werden. Meldet sich der Prüfling nicht innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Prüfung zur Wiederholungsprüfung, so hat er den ganzen Teil B zu wiederholen.
(2) Lautet das Urteil in mehr als in einem Prüfungsabschnitt „ungenügend“, so ist der Teil B nicht bestanden. Sobald dies feststeht, ist die Prüfung nicht fortzusetzen.
(3) Die Wiederholung des Teils B darf frühestens nach 6 Monaten stattfinden. Meldet sich der Prüfling ohne genügende Entschuldigung nicht innerhalb von 9 Monaten nach Beginn der Prüfung des Teils B zu ihrer Wiederholung, so darf er zur Wiederholungsprüfung nur zugelassen werden, wenn er nachweist, dass er eine zusätzliche Ausbildungszeit im Sinne des § 35 Abs. 2 Nr. 3 von mindestens 9 Monaten abgeleistet hat; die Entscheidung trifft der Vorsitzende.
(4) Wurde der Teil B nicht bestanden oder wurde die Prüfung nicht beendet, so sind dem Prüfling auf Antrag die mit dem Zulassungsgesuch eingereichten Zeugnisse und Nachweise zurückzugeben. In diesem Fall ist auf dem Ausweis über den bestandenen Teil A der Hauptprüfung ein entsprechender Vermerk anzubringen.
Feststellung des Gesamturteils der Hauptprüfung
(1) Hat der Prüfling den Teil B bestanden, so stellt der Vorsitzende ein Zeugnis nach dem Muster der Anlage 4 aus. Das Gesamtergebnis der Hauptprüfung ist dabei auf folgende Weise festzustellen: Die Zahlenwerte der erzielten Urteile für alle Prüfungsabschnitte der Teile A und B der Hauptprüfung sind zusammenzuzählen. Das Gesamturteil lautet bei einer Summe bis zu 15 „sehr gut“, von 16 bis 25 „gut“, von 26 bis 35 „befriedigend“ und von 36 ab „ausreichend“. Musste der Prüfling eine Wiederholungsprüfung ablegen, so kann das Gesamturteil höchstens „gut“ lauten.
(2) Hat der Prüfling den Teil B nicht vor dem gleichen Prüfungsausschuss bestanden wie den Teil A, so stellt der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, vor dem der Prüfling den Teil B bestanden hat, das Gesamturteil der Hauptprüfung nach Absatz 1 fest.
IV. Befähigungsausweis
(1) Der Vorsitzende legt nach Feststellung des Gesamturteils der Hauptprüfung die Prüfungsunterlagen dem Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales vor.
(2) Das Ministerium für Justiz, Gesundheit und Soziales stellt dem Prüfling auf Antrag den Befähigungsausweis gemäß § 1 des Gesetzes über die Berufsbezeichnung „Lebensmittelchemiker“ aus.
(3) Die mit dem Zulassungsgesuch eingereichten Zeugnisse und Nachweise sind dem Prüfling zurückzugeben.
V. Prüfungsgebühren
(1) Für die Vorprüfung, die Hauptprüfung - Teil A - und die Hauptprüfung - Teil B - sind Gebühren zu entrichten.
(2) Die Gebühr für die Vorprüfung beträgt 25,70 Euro.
1. auf Prüferanteile
Prüfungsabschnitt I (zwei Prüfer)
2. auf sachliche Kosten und Verwaltungskosten
5,15 Euro.
(3) Für die Wiederholung einzelner Prüfungsabschnitte werden die jeweiligen Prüferanteile und 2,56 Euro für sächliche Kosten und Verwaltungskosten erhoben. Für die Wiederholung der gesamten Vorprüfung gilt Absatz 2.
(4) Die Gebühr für die Hauptprüfung - Teil A - beträgt 66,50 Euro.
a) für den praktischen Teil
b) für den mündlichen Teil
2. auf sächliche Kosten und Verwaltungskosten
(5) Für die Wiederholung einzelner Prüfungsabschnitte werden die jeweiligen Prüferanteile und 5,15 Euro an sächlichen Kosten und Verwaltungskosten erhoben. Für die Wiederholung der ganzen Prüfung gilt Absatz 4.
(6) Die Gebühr für die Hauptprüfung - Teil B - beträgt 61,50 Euro.
Prüfungsabschnitt IV
(7) Für die Wiederholung einzelner Prüfungsabschnitte werden die jeweiligen Prüferanteile und 7,65 Euro an sächlichen Kosten und Verwaltungskosten erhoben. Für die Wiederholung der ganzen Prüfung gilt Absatz 6.
(8) Tritt ein Prüfling nach Entrichtung der Prüfungsgebühr, aber vor Beginn der Prüfung zurück, so sind die Prüferanteile voll, die Gebühr für die sächlichen Kosten und Verwaltungskosten zur Hälfte zurückzuzahlen.
(9) Tritt ein Prüfling von der begonnenen Prüfung mit oder ohne genügende Entschuldigung zurück, so werden die auf die nicht geprüften Prüfungsabschnitte entfallenden Prüferanteile zurückgezahlt.
(10) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses kann die Prüferanteile mit Zustimmung aller Mitglieder des Prüfungsausschusses ermäßigen oder erlassen.
Diese Ausbildungs- und Prüfungsordnung tritt am Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt des Saarlandes in Kraft.
Der Minister für Frauen, Arbeit, Gesundheit und Soziales

References: Art. 9
 § 5
 § 18
 § 29
 § 32
 § 41
 § 18
 § 32
 § 12
 § 9
 § 15
 § 24
 § 12
 § 12
 § 12
 § 27
 § 35
 § 27
 § 27
 § 28
 § 35
 § 1