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Timestamp: 2020-01-19 02:13:02+00:00

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BGH, 22.08.2012 - VII ZR 2/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,26439
BGH, 22.08.2012 - VII ZR 2/11 (https://dejure.org/2012,26439)
BGH, Entscheidung vom 22.08.2012 - VII ZR 2/11 (https://dejure.org/2012,26439)
BGH, Entscheidung vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11 (https://dejure.org/2012,26439)
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Art 103 Abs 1 GG, § 287 Abs 1 S 2 ZPO
Erforderlichkeit der Beweiserhebung im Schadensersatzprozess wegen entgangenen Gewinns: Vorliegen einer "in Blaue hinein" gemachten Beweisbehauptung
Verletzung des rechtlichen Gehörs durch Nichtbeachtung erheblichen Sachvortrags und übersteigerte Anforderungen an die Substanziierung von Parteivorbringen.
Verfahrensrecht - Beweisantritt: Wann erfolgt er "ins Blaue" hinein, wann nicht?
Beweisantritt: Wann erfolgt er "ins Blaue" hinein, wann ist ihm nachzugehen? (IBR 2012, 684)
LG Gera, 19.05.2009 - 1 HKO 100/08
OLG Jena, 15.12.2010 - 7 U 517/09
BauR 2012, 1822
Das Gebot des rechtlichen Gehörs soll als Prozessgrundrecht sicherstellen, dass die Entscheidung frei von Verfahrensfehlern ergeht, welche ihren Grund in unterlassener Kenntnisnahme und Nichtberücksichtigung des Sachvortrags der Parteien haben (…st. Rspr., vgl. BGH, Beschlüsse vom 16. November 2016 - VII ZR 23/14, ZfBR 2017, 146 Rn. 10;… vom 20. Mai 2015 - VII ZR 78/13, BauR 2015, 1528 Rn. 7; vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, BauR 2012, 1822 Rn. 14 m.w.N.).
a) Die Nichtberücksichtigung eines erheblichen Beweisangebots verstößt gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie im Prozessrecht keine Stütze mehr findet (BVerfG, NJW 2009, 1585; BGH, Beschluss vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, juris Rn. 14 m.w.N.).
Die der Beweiserhebung vorgeschaltete Handhabung der Substantiierungsanforderungen verletzt Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie offenkundig unrichtig ist (BGH, Beschluss vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, juris Rn. 14; BGH…, Beschluss vom 16. November 2010 - VIII ZR 228/08, juris Rn. 14).
a) Zu Recht macht die Nichtzulassungsbeschwerde geltend, dass das Berufungsgericht Substantiierungsanforderungen offenkundig überspannt und es dadurch versäumt hat, den entscheidungserheblichen Sachvortrag der Klägerin in der nach Art. 103 Abs. 1 GG gebotenen Weise zur Kenntnis zu nehmen und den angebotenen Zeugenbeweis zu erheben (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 22. Januar 2013 - XI ZR 471/11, juris, Rn. 7;… vom 8. November 2012 - VII ZR 199/11, juris, Rn. 8; vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, juris, Rn. 14;… vom 28. Februar 2012 - VIII ZR 124/11, juris, Rn. 5;… vom 16. November 2010 - VIII ZR 228/08, juris, Rn. 14; jeweils m. w. N.).
Die Nichtberücksichtigung eines erheblichen Beweisangebots verstößt gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie im Prozessrecht keine Stütze mehr findet (st. Rspr., vgl. BGH, Beschlüsse vom 20. Mai 2015 - VII ZR 78/13, BauR 2015, 1528 Rn. 7; vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, BauR 2012, 1822 Rn. 14 m.w.N.).
Eine Ablehnung des Beweises für eine erhebliche Tatsache ist zulässig, wenn diese so ungenau bezeichnet ist, dass ihre Erheblichkeit nicht beurteilt werden kann, oder wenn sie ins Blaue hinein aufgestellt worden ist ( BGH , Beschl. v. 22.08.2012 - VII ZR 2/11, BeckRS 2012, 19272 Rn . 14).
Die der Beweiserhebung vorgeschaltete Handhabung der Substantiierungsanforderungen verletzt Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie offenkundig unrichtig ist (…BGH, Beschlüsse vom 8. November 2012 - VII ZR 199/11, juris Rn. 8; vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, BauR 2012, 1822 Rn. 14;… vom 16. November 2010 - VIII ZR 228/08, juris Rn. 14).
Mit Erfolg macht die Nichtzulassungsbeschwerde geltend, dass das Berufungsgericht hierbei die Substantiierungsanforderungen an die Darlegung entgangenen Gewinns offenkundig überspannt und es dadurch versäumt hat, den entscheidungserheblichen Sachvortrag der Beklagten in der nach Art. 103 Abs. 1 GG gebotenen Weise zur Kenntnis zu nehmen und die angebotenen Beweise zu erheben (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 20. Mai 2010 - V ZR 201/09, juris Rn. 6;… vom 25. Oktober 2011 - VIII ZR 125/11, NJW 2012, 382 Rn. 13;… vom 28. Februar 2012 - VIII ZR 124/11, WuM 2012, 311 Rn. 5; vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, BauR 2012, 1822 Rn. 14).
Diese Vorschrift umfasst auch die Pflicht zur Erschöpfung der Beweismittel als Ausfluss der Pflicht zur Gewährung rechtlichen Gehörs gemäß Art. 103 I GG (BVerfGE 50, 32 = NJW 1979, 413 ; BVerfGE 60, 247 [249]; 69, 145 = NJW 1985, 1150 ; BVerfG NJW 2003, 125 [127]; NJW 2005, 1487 ; BGHZ 6, 185 = NJW 1952, 931 [933]; BGH NJW 1997, 1988 ; NJW-RR 2008, 414 ;… Beschl. v. 28.04.2011 - V ZR 220/10 [[...], dort Rz. 11 ff.]; VersR 2011, 1384;… v. 15.08.2012 - VIII ZR 256/11 [[...], dort Rz. 14]; v. 22.08.2012 - VII ZR 2/11 [[...], dort Rz. 14]; KG DAR 2004, 223 ; OLG München SchiedsVZ 2011, 230 ff.; OLG Jena MDR 2012, 542 f.).
Die Nichtberücksichtigung eines erheblichen Beweisangebots verstößt gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie im Prozessrecht keine Stütze mehr findet (BGH, Beschluss vom 22. August 2012 - VII ZR 2/11, BauR 2012, 1822 Rn. 14 m.w.N.).
Behauptungen ins Blaue hinein sind solche, die von einer Partei aufgestellt werden, ohne dass für sie tatsächliche Anhaltspunkte gegeben wären (BGH, NJW 1991, 2707; Beschluss vom 22.08.2012, VII ZR 2/11, juris; BVerfG, ZIP 1996, 1761).

References: § 287
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 BGH 
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103
 BGH 
 Art. 103