Source: https://photovoltaiksolarstrom.com/photovoltaiklexikon/erneuerbare-energien-gesetz-eeg-2017/
Timestamp: 2017-08-17 17:32:39+00:00

Document:
EEG 2014 → EEG 2017
Dieser Artikel wird derzeit überarbeitet. Die Informationen sind nicht falsch – allerdings beziehen sie sich noch auf die letzte Fassung des Gesetzes, das EEG 2014.
Das EEG wird ständig weiter entwickelt. Vom Jahr 2017 an gilt eine neue Fassung, das EEG 2017.
Sie finden den Gesetzestext dort: Nichtamtlicher Gesetzestext EEG 2017.
Informationen dazu in der Wikipedia: Wikipedia zum EEG 2017
Die für PV-Bauherren wichtigen Erläuterungen, in verständliche Sprache gegossen, finden Sie demnächst wieder hier auf dieser Seite, an gewohnter Stelle.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz: Triebfeder der Energiewende
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert die Weiterentwicklung und Verbreitung von Technologien zur Energieversorgung aus Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien (“EE-Anlagen"). Es dient dem Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz.
Lesen Sie hier, was Photovoltaik-Bauherren und -Betreiber über das Erneuerbare-Energien-Gesetz wissen sollten.
Erneuerbare Energien sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz die folgenden (§3 S.21 EEG).
Deponiegas, Klärgas,
Biomasse, Biogas,
Bioabfällen,
und ferner aus Grubengas.
Sind “erneuerbare Energien" tatsächlich erneuerbar? Vgl. unter Erneuerbare Energien.
Welche Förderung sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetzes für eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Dach vor?
Jetzt kostenlos berechnen lassen
Ziel und Instrumente des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Erklärtes Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist die Erhöhung erneuerbarer Energien zu folgenden Zeitpunkten auf folgenden Anteil an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland (§1 Abs.2 EEG).
Tabelle: Zwecke des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Zeitpunkt, zu dem das Ziel erreicht werden soll
Der Anteil, den erneuerbare Energien erreichen sollen
18% des gesamten Energieverbrauchs
2025 40 bis 45% des Stromverbrauchs
spätestens 2035 55 bis 60% des Stromverbrauchs
2050 80% des Stromverbrauchs
Das in §1, Abs. 2 formulierte Ziel des Gesetzes, bis 2050 80% des deutschen Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien decken zu wollen, wurde mit der Novelle vom Januar 2017 beibehalten. Die Zwischenziele hat die Bundesregierung jedoch weiter nach hinten verschoben: Kurzfristig verfolgt das neue EEG also weniger engagierte Ziele – und das obwohl 2014 bereits 27% des Stromverbrauchs aus regenerativen Energiequellen stammten. Die selbstgesteckten Klimaziele für 2020 dürften durch diese Verzögerung aber wohl deutlich verfehlt werden.
Aktuell EEG-Reform 2017: Das Anfang Januar 2017 in Kraft getretene EEG 2017 dürfte – nach Meinung vieler Experten – daran nichts ändern. Im Bereich der Photovoltaik wird die Förderung für Anlagen über 750 kW auf ein Ausschreibungsverfahren umgestellt. Für kleinere PV-Anlagen, insbesondere jene auf Dächern von Ein- und Zweifamilienhäusern, ändert sich an der bisherigen Förderung aber nichts.
Fassungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Natürlich brauchen wir eine Novelle des Erneuerbare-Ener­gien-Gesetzes.
Bundeskanzlerin Angela Mer­kel, CDU, 12. Juni 2013
In seiner ersten Fassung trat das Erneuerbare-Energien-Gesetz am 1. April 2000 in Kraft, dabei löste es seinen Vorläufer, das Strom­ein­speisungs­gesetz vom Dezember 1990 ab.
Seitdem wurde das EEG immer wieder novelliert, die letzte Fassung ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014, das zum 1. August 2014 in Kraft trat.
Mit der Novellierung 2014 waren einige Neuerungen verbunden, die für Photovoltaikbetreiber von großem Interesse sind. So werden große PV-Anlagen mit mehr als 500 kWp Leistung (ab 2016 mit mehr als 100 kWp), nicht mehr vergütet. Für den Verkauf des in diesen Anlagen erzeugte Solarstroms kann aber eine Förderung in Anspruch genommen werden (Marktprämie). Neuerungen gab es auch beim Eigenverbrauch. Ab August 2014 müssen Betreiber von neuen PV-Anlagen über 10 kWp für den eigenverbrauchten Solarstrom 30% der EEG-Umlage entrichten; ab 2016 35%, ab 2017 40%. Betreiber von Anlagen, die vor dem 1. August 2014 errichtet wurden, und Betreiber kleiner Photovoltaik-Anlagen – etwa auf Ein- und Zweifamilienhäusern (rund 2 bis 7 kWp) – sind davon nicht betroffen.
Zum Teil geändert haben sich schließlich auch die Regeln zum Einspeisemanagement. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wissenswerten Details des Gesetzes.
Welche Maßnahmen sieht das Erneuerbare-Energien-Gesetz vor?
Um die oben genannten Ziele zu erreichen, stellt das Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht allein auf die Förderung durch die Einspeisevergütung ab.
Das Gesetz enthält auch Umsetzungsvorschriften zu Anschlüssen, technischen Vorgaben, Vermarktung, Ausgleichsmechanismus und EEG-Umlage, Aufgaben von Clearingstelle EEG und Bundesnetzagentur (siehe dort).
Interessant für Photovoltaik-Betreiber sind vor allem diejenigen Abschnitte des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die sich mit den Vergütungsvorschriften für Solarstrom (§48 und §21 EEG), dem Ausbaupfad für Photovoltaik (§4, Satz 3 EEG) sowie der geförderten Direktvermarktung für Anlagen über 500 kWp bzw. 100 kWp ab 2016 (§§19-21 EEG) befassen.
Gerade diese Abschnitte sind immer wieder Gegenstand von Überarbeitungen und Reformen, die in Politik, Solarindustrie und Medien hoch umstritten sind.
Bekannteste Maßnahme des Erneuerbare-Energien-Gesetzes: Die Einspeisevergütung
Zentrales Förderinstrument des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist die Vergütung der Einspeisung des Stroms, der durch EE-Anlagen gewonnen wird (§§34-36, 37-39 und 40 bis 51 EEG). Sie sollen den wirtschaftlichen Betrieb der EE-Anlagen sicherstellen.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert den Betreibern von Photovoltaik­anlagen die Einspeise­vergütung als Abgeltung für erzeugten und in das öffentliche Netz eingespeisten Strom für 20 Jahre in gleichbleibender Höhe.
Der für zwei Jahrzehnte konstant bleibende Vergütungsbetrag pro kWh orientiert sich neben der verwendeten Technologie (z.B. Windkrafträder oder Photovoltaikanlagen) zum einen am Zeitpunkt der Inbetriebnahme, zum anderen am Standort – bei der Photovoltaik z.B. daran, ob es sich um eine Dach- oder eine Freilandanlage handelt.
Abnahmepflicht nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
Die Netzbetreiber sind durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz – §§8 Abs.1 und 16 Abs.1 – verpflichtet, den Strom aus Erneuerbarer Energie zu vergüten und unverzüglich und vorrangig abzunehmen (vgl. Abnahmegarantie).
Bis 2010 von Jahr zu Jahr, seit 2011 zweimal jährlich und seit 1. Mai 2012 sogar monatlich wird die Einspeisevergütung gekürzt (Allgemeine Kürzungen §26 EEG, Kürzung der Einspeisevergütung PV §31 EEG).
Die Degression der Sätze hat den Sinn, am Markt der Erneuerbaren Energien einen beständigen Kostendruck erzeugen und die Hersteller dazu anhalten, immer effizientere und kostengünstigere Anlagen zu produzieren – mit dem Ziel, dass die Erneuerbaren Energien mittelfristig am Markt ohne Förderungen bestehen können.
Meldepflicht nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
Nach §6 Abs.2 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes müssen der Bundesnetzagentur Standort und Leistung von neu in Betrieb genommenen Photovoltaikanlagen gemeldet werden; falls die Meldung ausbleibt, sind die Netzbetreiber nicht verpflichtet, den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom zu vergüten. Die Bundesnetzagentur ist seit dem EEG 2014 ihrerseits dazu verpflichtet, zur besseren Datenerfassung ein eigenes Anlagenregister zur führen.
Zur Online-Meldung bei der Bundesnetzagentur geht es hier.
Außerdem müssen Anlagenbetreiber laut §71 EEG ihrem jeweiligen Netzbetreiber bis zum 28 Februar die für die Endabrechnung des Vorjahres notwendigen Daten übermitteln.
Einspeisemanagement nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
Zu den mit der Novelle 2012 eingeführten und im EEG 2014 übernommenen Änderungen und Neuerungen gehört die Art und Weise, wie Photovoltaikanlagen in das Strom-Einspeisemanagement integriert werden (§14 EEG): Für den Fall, dass eine Überlastung des Netzes droht, kann die Einspeisung des Stroms aus PV-Anlagen unter Umständen vorübergehend abgeregelt werden.
Für die dabei entgangene Einspeisevergütung werden Photo­voltaik­besitzer nach §15 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes mit 95% der entgangenen Summe entschädigt (vgl. Einspeisemanagement) – zur Wahrung ihrer Investitionssicherheit ist der Verlust aber auf höchstens 1% des jährlichen Vergütungserlöses begrenzt.
Vermarktung selbsterzeugten Stroms nach EEG
Mit dem EEG 2014 erhalten nach §34-36 EEG Betreiber von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie mit einer Leistung von mehr als 500 kW keine Einspeisevergütung mehr (ab 1. Januar 2016 gilt das für alle Anlagen ab 100 kW) können ihren Solarstrom aber folgendermaßen:
Entweder über Lieferverträge mit Stromhändlern bzw. direkt an der Börse
oder nach dem Marktprämienmodell (§34).
Die Entscheidung für eines der beiden Modelle bedeutet keine Festlegung auf Dauer: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz §20 können die Betreiber monatlich zwischen dem Einspeisevergütungs-Modell und der Direktvermarktung wechseln.
Vermarktung über Lieferverträge nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
Grundsätzlich können Betreiber von Photovoltaikanlagen ihren Strom sowohl durch die Direktvermarktung über Lieferverträge mit Stromhändlern als auch durch die Vermarktung direkt an einer Strombörse verkaufen.
Nicht mehr möglich ist seit dem EEG 2014 aber die Direktvermarktung über das sogenannte Grün­strom­privileg. Es befreite Elektrizitäts­versorgungs­unternehmen (Stromgroßhändler) von der EEG-Umlage in Höhe von bis zu 2 Cent/kWh, wenn sie mindestens 50% des Stroms, den sie an ihre Endkunden durchgeleitet haben leiten, aus Erneuerbaren Energiequellen bezogen, und der vermarktete Strom zu mindestens 20% aus fluktuierenden erneuerbaren Energien – Windkraft oder Photovoltaik – stammte. Auf diese Weise sollte das Grünstromprivileg zur besseren Marktintegration des Stroms aus fluktuierenden erneuerbaren Energiequellen beitragen.
Vermarktung nach dem Marktprämienmodell
Beim Marktprämienmodell verkauft der Betreiber den Strom an der Börse und erhält zusätzlich zum Stromverkaufserlös eine Marktprämie.
Sie gleicht die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Börsenpreis (maßgeblich ist der im Nachhinein berechnete durchschnittliche Strom­preis des vergangenen Monats) und der Einspeise­vergütung aus. Einerseits ist somit garantiert, dass der Betreiber bei der Direktvermarktung im Vergleich zur Einspeisevergütung keine Einbußen erleidet.
Andererseits kann der Betreiber, wenn es ihm gelingt, den Strom über dem durchschnittlichen Börsenpreis zu verkaufen, auch Mehrerlöse erzielen.
Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Vermarktungsgesellschaften, die sich auf die Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Energieanlagen spezialisiert haben.
Weitere Inhalte des Erneuerbare-Energien-Gesetzes
Über die geschilderten Bestimmungen hinaus legt das Gesetz den Anschluss der Anlage ans Netz fest, den Ausgleichsmechanismus (gemeint ist die Umlage der Einspeisekosten), Informationspflichten und Besonderheiten der Ausnahme von der EEG-Umlage bei besonders energieintensiven Unternehmen.
Streitfragen im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz klärt die Clearingstelle EEG, die zu diesem Zweck vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingerichtet wurde.
Vgl. den amtlichen Gesetzestext aus dem Jahr 2000 und die Gesetzesänderung 2014 im Bundesgesetzblatt. Eine lesbarere nicht amtliche Fassung findet sich auf dem Server des Bundesministeriums für Justiz, Juris.
Die Clearingstelle EEG hat eine “Arbeitsfassung" des EEG ins Internet gestellt, die dem Bedürfnis nach Lesbarkeit und Benutzbarkeit am weitesten entgegenkommt.
© 2017 "EEG 2017": spondeus solar Inh. Hanns-Stefan Finke | All Rights Reserved

References: §1
 §21
 §26
 §31
 §6
 §71
 §15
 §34
 §20