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1 -nachrichten 5/2003 (53. Jahrgang) EditorialXX DVW-BundXX Liebe Leserinnen, liebe Leser, wenn Sie diese Zeilen lesen, liegt die INTERGEO 2003 schon hinter Ihnen. Während ich dieses schreibe liegt unsere große Jahresveranstaltung allerdings noch vor mir. Die Voranmeldungen lassen auf eine gute Beteiligung sowohl beim Kongress als auch auf der Messe schließen. Ich hoffe, Sie werden die Veranstaltung im Rückblick auch positiv bewerten. Dabei ist mir bewusst, dass in dieser wirtschaftlich, aber auch gesellschaftspolitisch nicht einfachen Zeit die uns gemeinsam drängenden Fragen nicht nur durch Kongresse und Messen beantwortet werden. Der Rückgang an Arbeitsplätzen, die ungebrochen schnellen technischen Weiterentwicklungen und zunehmend europäische Entwicklungen lassen uns häufiger als in vergangenen Jahren nach der Bedeutung unseres Berufstandes, nach unserer Wertschätzung, aber auch nach den Zukunftsperspektiven fragen. Die in diesem Heft angekündigten Kolloquien, Vorlesungsreihen und Veranstaltungen machen dieses sehr deutlich. So vielfältig wie die Fragen sind auch die möglichen und artikulierten Antworten unterschiedlich. Nicht nur die INTERGEO gibt uns Gelegenheit, diese Situation zu diskutieren und Stellung zu beziehen, insbesondere die Landesvereine mit ihren regionalen Veranstaltungen sowie die Universitäten und Fachhochschulen geben die Plattform, um unseren Berufsstand im gegenseitigen Verständnis weiterzuentwickeln. Wir alle sind aufgefordert uns an diesem Prozess zu beteiligen und so sicherzustellen, dass wir auch in der Zukunft den notwendigen Nachwuchs für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement für spannende und anspruchsvolle Aufgaben haben werden. Ihr Hagen Graeff Präsident des DVW DVW-Präsident Hagen Graeff zum 60. Geburtstag Am 26. August dieses Jahres feierte Dipl.- Ing. Hagen Graeff, der Präsident des DVW, seinen 60. Geburtstag. Hagen Graeff wurde am 26. August 1943 in Köslin/Pommern geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium für Jungen in Hamburg studierte er Geodäsie an der Technischen Universität Berlin. Dort legte er im Mai 1968 die Diplom-Hauptprüfung ab. Anschließend ging er zunächst für ein halbes Jahr als wissenschaftlicher Assistent an die Universität Karlsruhe, um dann seinen Referendardienst bei der Baubehörde Hamburg zu beginnen. Hier fand er auch seine berufliche Heimat. Im Jahre 1991 wurde ihm in der Nachfolge von Harry Pahl die Leitung des Vermessungsamtes Hamburg übertragen. Unter seiner Aegide wurde die Digitale Stadtgrundkarte Hamburg realisiert, die sieben Kataster- und Vermessungsämter der Bezirke wurden mit dem Vermessungsamt der Baubehörde organisatorisch und räumlich zusammengelegt, und schließlich wurde zum die Vermessungsverwaltung Hamburgs in den Landesbetrieb»Geoinformation und Vermessung«überführt. Hagen Graeff vertritt die Stadt Hamburg in der Fachkommission Vermessungs- und Liegenschaftswesen des Deutschen Städtetages und ist ebenso Vertreter Hamburgs in der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV). Hier hatte er von 1997 bis 1998 auch den Vorsitz inne. Seit 1968 ist Hagen Graeff Mitglied des Prüfungsausschusses beim Oberprüfungsamt für den Höheren Technischen Verwaltungsdienst in Frankfurt und dort seit 1999 stellvertretender Leiter der Abteilung Vermessungs- und Liegenschaftswesen. Schon bald nach seiner Ausbildung setzte sich Hagen Graeff an verantwortlicher Stelle für die Belange des DVW ein, zunächst von 1975 bis 1983 als Vorsitzender der Bezirksgruppe Hamburg und von 1984 bis 1998 als Vorsitzender des Landesvereins Hamburg/ Schleswig-Holstein. In diese Zeit fiel auch der 63. Deutsche Geodätentag im September 1979, den er als Obmann des Vorbereitenden Ausschusses maßgeblich organisierte. Am trat Hagen Graeff als Vizepräsident in das Präsidium des DVW ein, um dann am die Präsidentschaft zu übernehmen. Im DVW war Hagen Graeff maßgeblich am Zustandekommen der neuen Vereinsstruktur beteiligt. Mit dem Neuzuschnitt der Arbeitskreise, abgestimmt auf die heutigen Aufgabenschwerpunkte und Anforderungen der Gesellschaft an unseren Beruf, hat er dazu beigetragen, dass der DVW zukunftsfest wird und jung bleibt. Wir wünschen Hagen Graeff alles nur erdenklich Gute, weiterhin ungebrochene Schaffenskraft, Erfolg im beruflichen Alltag, eine glückliche Hand in der Führung des DVW durch diese wirtschaftlich schwierige Zeit und das Wichtigste gesundheitliches Wohlergehen. Hans Josef Platen 53. Jg. 5/2003 n-572 DVW-nachrichten Mitteilungen Stipendien und Reiseberichte Praktikum an den Rocky Mountains Inzwischen studieren wir im 6. Semester Vermessungswesen an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (FH) in Dresden. Vor einem Jahr, im 4. Semester entschlossen wir uns, ein Praktikumssemester im Ausland zu absolvieren. Unsere Wahl fiel auf die Firma Flatirons Surveying, Inc., in Boulder, Colorado und die Zusage von dort ließ nicht lange auf sich warten. Ein Blick über Boulder Boulder, die Stadt, in der wir lebten und arbeiteten, wurde im Gebiet der Arapahoe und Southern Ute Indianer im Jahre 1859 gegründet und liegt ungefähr 38 km nordwestlich von Denver und somit am Fuße der Rocky Mountains. Es gibt zwei Universitäten, die Naropa University und die University of Colorado, welche 1877 gegründet und ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Boulder mit Einwohnern und über Studenten die achtgrößte Stadt Colorados ist. Die Einheimischen bezeichnen Boulder als sehr unamerikanisch, weil es ein sehr gut ausgebautes Bussystem gibt, das Hauptmerkmal ist jedoch die Einkaufsstraße inmitten der Stadt, die aus vielen kleinen Geschäften und Boutiquen besteht, was eher europäisch als amerikanisch anmutet. Flatirons Surveying, Inc. wurde 1981 von John J. B. Guyton gegründet mit dem ursprünglichen Ziel, Ölfelder zu vermessen und lageplanmäßig zu erfassen. Heute beschäftigen sie 50 Mitarbeiter auf allen Gebieten der Vermessungstechnik, wie Ingenieur-, Katastervermessung und Geoinformationssysteme. Kathrin Hänsel war die ersten Wochen ihres Praktikums im Außendienst tätig und hat dort hauptsächlich»improvement Location Certificates«(ILC s), so eine Art kleine Lagepläne bearbeitet, den größten Teil des Praktikums jedoch hat sie im Innendienst verschiedenste Arten von Plänen erstellt. Katja Ullrich hingegen wurde vorwiegend auf Baustellen eingesetzt, wo sie mit Tachymetern und verschiedenen GPS-Ausrüstungen arbeitete, des Weiteren bearbeitete auch sie zeitweise ILC s. In den USA gibt es kein Katasterwesen wie in Deutschland, also auch keine Vermessungsämter, es werden somit keine Vermessungsunterlagen von Grenzvermessungen bei einer öffentlichen Stelle hinterlegt. In den Gerichtsgebäuden findet man lediglich die verschiedenen»plats«, die den deutschen Flurkarten entsprechen, alles Pläne, die eine Bestätigung des Gerichts benötigen sowie die»monument Records«, auf die später noch eingegangen wird. Für den Eigentumsnachweis an Grundstücken ist jeder Eigentümer selbst verantwortlich. Es gibt einige große Gesellschaften, die diese Dienste anbieten. Solche Gesellschaften sind daher in der Regel für die Rechtsansprüche von Grundstückseigentümern sowie für eventuelle Hypotheken der Grundstücke verantwortlich. Sie bewahren auch alle Urkunden und sonstigen Unterlagen der Eigentümer auf. Diese Gesellschaften übernehmen in etwa die Aufgaben unserer Grundbuchämter, sind aber in privater Hand. Die Vereinigten Staaten von Amerika verfügen nicht über ein übergeordnetes Koordinatensystem in unserem Sinne. Sie haben ihr Land in»sections«eingeteilt, die eine Meile mal eine Meile groß sind und deren Eckpunkte sicher vermarkt sind. Diese bilden viele kleine lokale Systeme, an die größere Vermessungen angeschlossen werden. Über diese vermarkten Punkte gibt es Nachweise mit Einmessungsskizzen, die»monument Records«. Diese entsprechen in etwa unseren AP-Festlegungsrissen und sind in dem jeweilig verantwortlichen Gerichtsgebäude archiviert. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Grenzpunkte nicht mit Koordinaten angegeben werden, sondern es wird der Grenzverlauf mittels der Richtung und der Länge beschrieben. Seit Anfang der 90er Jahre erlebte Colorado einen wirtschaftlichen Aufschwung, viele Firmen siedelten sich an und ihnen folgten viele Menschen, die sich neue Arbeit erhofften. So kam es zu einem regelrechten Bauboom, wovon auch die Vermessungsbüros profitierten. Inzwischen gehen die Auftragszahlen jedoch wieder zurück. Die Hauptumsatzquellen sind immer noch die großen Baustellen, die sich über mehrere Quadratkilometer erstrecken; meist sind dies neu entstehende Wohnsiedlungen und Gewerbeparks. Bei solchen Großaufträgen wird fast ausschließlich mit GPS gemessen. Es wird viel häufiger GPS eingesetzt als in Deutschland, nur die Häuser werden mit dem Tachymeter abgesteckt, um die Genauigkeitsanforderungen einzuhalten. Auf Baustellen nutzt man den größten Vorteil von GPS aus, in kürzester Zeit eine Vielzahl von Punkten abzustecken, da auf solchen riesigen Baustellen keine Häuser oder Bäume stehen, die die Messung behindern. Die Genauigkeitsanforderungen sind ähnlich dem deutschen System, jedoch werden weniger Kontrollmessungen durchgeführt und bei einer Stationierung werden nur zwei Anschlusssichten verwendet. Der Straßenbau unterscheidet sich wesentlich von deutschen Normen. Eine Straße bekommt kein festes Fundament, sondern wird auf der reinen Erde gebaut. Zuerst kommt es zur Absteckung des»curb and gatter«(abflussrinnen); diese werden durch eine Maschine errichtet, zwischen die Rinnen kommt einfach der Straßenbelag und fertig ist die Straße. Die Fußwege bestehen aus Beton, sie werden wie die Straße errichtet. Bei der Absteckung eines Gebäudes bezieht man sich auf Punkte mit höherer Genauigkeit, welche vorher abgesteckt werden. Teil einer GPS Ausrüstung Rückblickend kann man sagen, dass sich die amerikanischen Vermessungsarbeiten in vielen Punkten von den unsrigen unterscheiden. Beide Systeme besitzen ihre Vor- und Nachteile. Die Erfahrungen zeigen uns, dass die deutsche Ingenieursausbildung im Vermessungswesen sehr hoch angesehen wird. Für uns war diese Zeit sehr lehrreich und wir konnten auf diese Weise andere Verfahren der Vermessung kennen lernen. Auf diesem Wege haben wir nicht nur die fachlichen und sprachlichen Kenntnisse erweitert, sondern auch unseren persönlichen Erfahrungsbereich ergänzt. Ein besonderer Dank gilt dem Deutschen Verein für Vermessungswesen e. V. Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement und unserer Praktikumsfirma Flatirons Surveying, Inc., die dieses interessante Praktikum erst ermöglichten. Kathrin Hänsel und Katja Ullrich n-58 5/ Jg.3 Mitteilungen DVW-nachrichten Mitteilungen XX aus den Ländern DVW Bayern Wintervortragsreihe 2003/2004 Fr, ,»Vorbeugender Hochwasserschutz in der Ländlichen Entwicklung«, Dr. Balsy, Dr. Overland, Beratende Ingenieure GbR, Dr.-Ing. Günther Aulig, DLEM, BZA Fr, ,»Georadar Vermessung ohne Sichtkontakt, 3D-Laserscanning Anwendung in der Ingenieurvermessung«, Dr.-Ing. Harald Kunkel, Fa. Härtefelder IT, Dipl.-Ing. Axel Wagner, Fa. Geosys Fr, , Podiumsdiskussion»Welche Anforderungen werden an Absolventen von Verwaltung und freiem Beruf gestellt«, das Podium ist besetzt mit Vertretern der Hochschulen, der Verwaltung, der freien Wirtschaft und Berufsanfängern. Fr, ,»Leitfaden für kommunale GIS-Einsteiger«, MR Dr.-Ing. Rainer Bauer, StMF, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Matthäus Schilcher, TUM Fr, ,»eGovernment in der Bayerischen Verwaltung«, MR Dr.-Ing. Albert Stark, Bayer. Staatskanzlei. Die Veranstaltungen finden jeweils um Uhr im Großen Prüfungssaal des Bayerischen Landesvermessungsamtes, Alexandrastraße 4/IV, München statt. Die Vorträge vom und werden am um 9.30 Uhr in der Otto- Friedrich-Universität Bamberg, Feldkirchenstraße 21, Hörsaal 137 in Bamberg wiederholt. DVW Niedersachsen/Bremen Geodätische Impressionen mit Pinsel, Feder und Zeichenstift Im Rahmen der DVW-Fachtagung am 13./14. Juni 2003 in Papenburg, des»niedersächsischen Geodätentages«, stellten drei Künstlerinnen/Künstler ihre Bilder/Zeichnungen aus, die ausnahmslos geodätische Impressionen zeigen. Mehr als 200 Besucher waren beeindruckt von diesen insgesamt 25 ausgestellten Exponaten, von denen hier drei beispielhaft wiedergegeben werden, von jeder Künstlerin bzw. jedem Künstler eines. Die Erklärung, warum geodätische Motive gewählt worden sind, liegt auf der Hand: Alle Künstler/innen sind von Haus aus Vermessungsingenieur, mit Fachhochschulstudium in Berlin bzw. Hamburg. Hier ein Kurzporträt der drei Künstler und je ein Werk: Gisela Sturm, geborene Hoffmann, wohnt heute in Wolfenbüttel und arbeitet als Diplom-Vermessungsingenieurin in der Abteilung Geoinformation der Stadt Braunschweig»Vermessung«. Studiert hat sie in Berlin. Ihre Liebe zum Malen und Zeichnen entdeckte sie bereits in ihrer Jugend. Sie arbeitet mit Aquarellfarben, Öl, Tempera und Kreide. Ihre Vorliebe liegt beim Aquarellstift, wie auf der unten stehenden Abbildung, sie beherrscht auch die Radierung und den Holzschnitt. Eine Serie mit geodätischen Motiven ist bisher entstanden, alles Unikate. Besonders ansprechend sind davon einige Motive auf Briefkarte, ideal geeignet als Glückwunschkarte in Geodäsiekreisen. DVW-nachrichten DVW im Internet: Schriftleiterin: Dipl.-Ing. Christiane Salbach, Am Badenberg 28, Vogtsburg, Tel. ( ) Fax ( ) Redaktionsschluss für die nächsten DVW-nachrichten ist der Margret Hackmann-Voskuhl ist in Papenburg zu Hause. Nach dem Vermessungsstudium in Oldenburg arbeitet sie heute als Diplom-Ingenieurin beim Katasteramt in Papenburg. Ihre Bilder sind der freien Malerei zuzuordnen, zum Teil mit geodätischen Motiven und großformatig. Wolfgang Ludwig, der dritte Künstler, der beim Geodätentag in Papenburg eine Reihe seiner Werke ausgestellt hat, ist ebenfalls ausgebildeter Vermessungs-Diplom-Ingenieur (Studium in Berlin), hat sich seit gut drei Jahrzehnten allerdings ganz auf die Kunst des Malens und der Grafik verlegt mit vielen Ausstellungen und mit großen Erfolgen. Das Forum im Hotel»Alte Werft«in Papenburg, der früheren»meyer Werft«, bot der Ausstellung eine ausgezeichnete»location«. Die ehemaligen Werfthallen sind zum Hotel, Restaurant sowie zu Vortrags- und Ver- Werke von Margret Hackmann-Voskuhl 53. Jg. 5/2003 n-594 DVW-nachrichten Mitteilungen Briefkarte von Gisela Sturm Werk von Wolfgang Ludwig anstaltungssälen umgebaut worden, inzwischen zu einer der»besten Adressen der Region«avanciert. Klaus Kertscher DVW Nordrhein-Westfalen Veranstaltung»Vermessungswesen aktuell 2003«Der DVW-Landesverein NRW veranstaltet am Donnerstag, den 6. November 2003 im Haus der Technik, Essen, eine Vortrags- und Fortbildungsveranstaltung mit folgenden Vortragenden und Themen: Begrüßung und Moderation Univ.-Prof. Wilhelm Benning»Aufstand der Laien Expertentum und Demokratie in der technisierten Welt«Univ.-Prof. Dr. Phil. Max Kerner, Historisches Institut, RWTH Aachen»Das Berufsrecht der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure im europarechtlichen Kontext«ÖbVI Volkmar Teetzmann, Präsident BDVI, Ahrensburg»Koordinatenbasierte Führung des Liegenschaftskatasters«MR Dipl.-Ing. Klaus Mattiseck, Innenministerium des Landes NRW, Düsseldorf»Geoinformationswirtschaft und Geodateninfrastrukturen Aktueller Stand, Trends und zukünftige Chancen«Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek, Geschäftsführer, GeGi Center for Geoinformation GmbH, Dortmund Der Teilnehmerpreis für DVW-Mitglieder beträgt 25,00. Anmeldungen werden erbeten an: Haus der Technik Hollestraße Essen Tel./Fax: (0201) /-280. DVW Rheinland-Pfalz Rückblick auf die Jahrestagung 2003 Zur diesjährigen Jahrestagung hat der Landesverein seine Mitglieder und Gäste in den Westerwald eingeladen. Am 20. Mai fand in der Stadthalle von Ransbach-Baumbach die fachwissenschaftliche Tagung mit sich anschließender ordentlicher Mitgliederversammlung statt. In seiner Eröffnungsansprache begrüßte der Vorsitzende des Landesvereins, Dipl.-Ing. Hans-Gerd Stoffel, die zahlreich erschienenen Ehrengäste. Im Vorblick auf die Fachvorträge verglich er die neuen Techniken im Bereich des Vermessungswesens mit den Einführungen der technischen Verbesserungen zu Beginn der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts. Die Satellitentechnik, die Informationstechnik und die Bereitstellung digitaler Daten des Vermessungswesens stellen einen gewaltigen Umbruch in der bisher vorherrschenden Arbeitsweise dar. Die neuen Techniken beeinflussen stark das gesellschaftliche Leben insgesamt, von daher ist es von großer Bedeutung die Nutzung und Bereitstellung der Geoinformationen noch stärker in das Bewusstsein von Politik und Gesellschaft zu rücken. In einem weiteren Punkt sprach er die aktuellen Entwicklungen hinsichtlich des Berufsrechts der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure auf europäischer Ebene an. Insbesondere im Hinblick auf die Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit in den Grundlagenverträgen zu Europa sieht die EU-Kommission Handlungsbedarf, der zunächst mit Blick auf die hoheitliche Tätigkeit der ÖbVI in ihrer Stellungnahme durch die Bundesrepublik Deutschland zurückgewiesen wurde. Unter Berücksichtigung, dass die Notare ebenfalls im Fokus der Kommission stehen, geht es nicht alleine um die Berufsstände, sondern auch um unser Eigentumssicherungssystem am Grund und Boden. Anschließend überbrachte Bürgermeister Gottfried Dahm Grußworte und stellte in einem Kurzporträt die gastgebende Stadt Ransbach-Baumbach vor. Für den Westerwaldkreis sprach die Kreisbeigeordnete Bettina Deinling-Isack und lud die Teilnehmer der Fachtagung zu einem erneuten Besuch in den Westerwald ein. MdL Harald Schweitzer (SPD) überbrachte die Grüße der SPD- Landtagsfraktion und des Innenausschusses. Ebenso begrüßte MdL Ulla Schmidt (CDU) alle anwesenden DVW-Mitglieder und Gäste. Vom DVW-Bundesverein überbrachte Vizepräsident Christof Rek Grußworte und wünschte der fachwissenschaftlichen Tagung ein gutes Gelingen. Das musikalische Rahmenprogramm zur festlichen Eröffnung wurde durch Herrn Thomas Rompf von der Musikschule Multrus aus Koblenz mit eigenen Kompositionen gestaltet. n-60 5/ Jg.5 Mitteilungen DVW-nachrichten Im ersten Fachvortrag referierte Dipl.-Ing. Winfried Pompe (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) über»die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes mit Hilfe der Europäischen Union in Rheinland-Pfalz«. Hierbei stellte Herr Pompe in einer erfrischenden Vortragsart die verschiedenen Fördermöglichkeiten anhand konkreter Beispiele aus Rheinland- Pfalz vor. Mit dem derzeit aktuellen Programm LEADER + werden innovative Ideen zur Förderung regionaler Potenziale unterstützt. Vor der Mittagspause stellte Dipl.-Ing. Berthold Wagner (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland- Pfalz) im ersten Teil des Fachvortrages»Rheinland-Pfalz auf dem Weg zu ALKIS«den bisher beschrittenen Weg dar. Ausgehend von den ersten Schritten ELIKA/FOLIKA hin zu ALB und parallel dazu ALK ergibt sich jetzt die Zusammenführung dieser Datenbestände hin zum einheitlichen Datenbestand ALKIS. Das Datenmodell hierzu ist genormt und in einem gemeinsamen Vertrag werden die Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein die Datenhaltungskomponente zu ALKIS entwickeln lassen. Darüber hinaus stellte der Referent die verschiedenen Ausgabearten zum Datenaustausch mit Datennutzern und für Präsentationszwecke vor. Im zweiten Teil dieses Fachvortrages referierte Dipl.-Ing. Stefan Schliebner (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz) über die technische Vorgehensweise zur Definition des Datenmodells. Am Beispiel eines Flurstückobjektes wurde das Datenmodell ALKIS vorgestellt und intensiv erläutert sowie die Abbildung in der NAS, der normbasierten Austauschschnittstelle für ALKIS, dargestellt. Zum Abschluss stellte der Referent das Migrationskonzept und die nächsten Schritte zur Überführung der Datenbestände ALB/ ALK nach ALKIS vor. Dipl.-Ing. Hanno Beckers (Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz) referierte über das Thema»Satellitengeodäsie und Galileo«und stellte anhand vieler allgemein verständlicher Bilder und Vortragsfolien die bisherige, aktuelle und zukünftige Satellitenmesstechnik vor. Themen wie GPS/NavStar, GLONASS, SAPOS, Rapid Statik, RTK sowie EUREF, DREF, RPREF wurden anschaulich zu einem überschaubaren Ganzen zusammengefügt und in den Kontext von Galileo gestellt. An die Fachtagung schloss sich die Mitgliederversammlung des Landesvereins an. Der Vorsitzende stellte in seinem Geschäftsbericht auch die Neustrukturierung der DVW-Arbeitskreise und deren Besetzung aus rheinland-pfälzischer Sicht vor. Besonderen Wert legt er auf die erfolgreich durchgeführte Kassenkonsolidierung. Dies wurde im Anschluss daran durch die Schatzmeisterin anhand der Zahlen des Kassenberichtes nochmals verdeutlicht. Nach dem Bericht der Kassenprüfer konnte Ehrenmitglied Eckhard Voigt nach einstimmigem Beschluss der Versammlung feststellen, dass der Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr entlastet wurde. Als Rechnungsprüfer für das kommende Jahr wurden die Kollegen Dipl.-Ing. Walter Jachmann und Dipl.-Ing. (FH) Werner Wagner gewählt. Weitere Wahlen standen nicht an. Der Vorschlag, die nächste Fachtagung am in Daun durchzuführen, wurde einvernehmlich angenommen. Zum Abschluss dankte der Vorsitzende den Mitgliedern der DVW-Bezirksgruppe Koblenz-Montabaur für die gelungene Organisation der Jahrestagung. Besonderer Dank galt dem Vorsitzenden der Bezirksgruppe, Dipl.-Ing. Lothar Hühnerfeld. DVW Thüringen Einladung zum 5. Jenaer GeoMessdiskurs Der DVW-Landesverein Thüringen möchte erneut auf den 5. Jenaer GeoMessdiskurs unter dem Titel»Laserscanning und Alternativen Erfassung, Auswertung, Bildsemantik«hinweisen. Termin ist der (Beginn 9.30 Uhr), das Tutorium findet bereits am (15.00 Uhr) statt. Die Tagungsgebühren betragen 50 für DVW-Mitglieder, 75 für Nicht-Mitglieder und 15 für Studenten. Die Veranstaltung findet in Jena, Carl-Zeiss-Promenade 10 (Konferenzraum TRIMBLE JENA GMBH) statt. Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldung und weitere Informationen über die Geschäftsstelle des DVW Thüringen c/o Flurneuordnungsamt Gotha Hans-C.-Wirz-Straße 2 Tel./Fax: (03621) /-99 Peter Albert (Bildmitte) auf der DVW-Exkursion 2003 in Dankmarshausen/Obersuhl Zum 60. Geburtstag des Landesvorsitzenden Peter Albert Seit über zwölf Jahren steht Dipl.-Ing. (FH) Peter Albert dem DVW-Landesverein Thüringen vor. Sein 60. Geburtstag am 19. September bietet Gelegenheit, ihn der breiten Mitgliedschaft vorzustellen und das erfolgreiche Wirken für den DVW zu würdigen. Geboren in Friedrichroda erlernte er nach dem Schulabschluss den Beruf eines Vermessungsfacharbeiters und war danach als Truppführer in der Ingenieurvermessung tätig, bevor er 1969 als Lehrausbilder an die zentrale Ausbildungsstätte Thüringens nach Gotha berufen wurde. Nach dem erfolgreichen Abschluss als Vermessungsingenieur an der Ingenieurschule für Geodäsie und Kartographie in Dresden und einem zusätzlichen Studium als Ingenieurpädagoge hat er bis 1990 in der praktischen Ausbildung vielen Berufsanfängern den Weg in das Vermessungswesen gewiesen. In diesem Rahmen hat er sich auch wissenschaftlich-praktisch mit Problemen des in der damaligen DDR wenig gebräuchlichen Koordinatenkatasters sowie der Aufbereitung von modernen Verfahren der Koordinatentransformation beschäftigt, was auch durch Aufsätze in der Fachzeitschrift»Vermessungstechnik«dokumentiert wurde. Mit der Umstrukturierung des thüringischen Vermessungswesens im Zuge der politischen Wende führte sein neues Tätigkeitsfeld in das Flurneuordnungsamt Gotha, wo er bis heute erfolgreich besonders bei der Umsetzung des Landwirtschaftsanpassungsgesetzes tätig ist. Daneben ist er Mitglied des Prüfungsausschusses für die Vermessungstechnikerausbildung in Thüringen. Bei der Umgestaltung der fachwissenschaftlichen Vereinsstrukturen für die Thüringer Geodäten war er vom ersten Tage mit dabei und übernahm Ende 1990 nach einstimmiger Wahl den Vorsitz des im Juni 1990 also vor der staatlichen Einheit gegründeten DVW-Landesvereins Thüringen. 53. Jg. 5/2003 n-616 DVW-nachrichten Mitteilungen Die heutige Zahl von fast 300 Mitgliedern, denen ein interessantes Veranstaltungs- und Weiterbildungsprogramm geboten wird, ist ein Ergebnis ehrenamtlicher Vereinsarbeit unter seinem Vorsitz, was auch auf der Mitgliederversammlung 2002 mit der 3. Wiederwahl bestätigt wurde. Schon lange gilt sein privates Interesse dem Rodelsport, was sich nicht nur in der vermessungstechnischen Mitwirkung beim Bau von Bob- und Rodelbahnen der damaligen DDR niederschlug, sondern auch bei den sportlichen Erfolgen seines Sohnes Karsten Albert (u. a. Vizeeuropameister sowie Olympiasechster 2002 in Salt Lake City) erklärbar ist. Die Mitglieder des DVW-Thüringen gratulieren ihrem Vorsitzenden ganz herzlich zu seinem Ehrentag und wünschen ihm neben Glück und Gesundheit auch weiterhin das Erfolgserlebnis mit dem DVW. Dr. Helmut Hoffmeister Stellv. Landesvorsitzender aus den Arbeitskreisen Der Arbeitskreis 3»Messmethoden und Systeme«berichtet: Der AK 3 (Messmethoden und Systeme) wurde zum Jahresbeginn neu gebildet und deckt die Themenbereiche der früheren Arbeitskreise 4 (Hydrographie) und 5 (Vermessungsinstrumente und -methoden) ab. Auf der konstituierenden Sitzung, am 12. Februar 2003 an der Universität Karlsruhe, wählten die 14 Mitglieder Rudolf Staiger (Uni Duisburg-Essen) zum Leiter. Zur sinnvollen Bearbeitung der Themen wurden 5 Ad-hoc- Gruppen gebildet, deren Aufgaben und Schwerpunkte auf der 2. Sitzung, am 1. und 2. Juni (Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz), ausführlich diskutiert wurden. Für einige Arbeitsgruppen konnten bereits konkrete Arbeitsprogramme beschlossen werden. GNSS Global Navigation Satellite Systems (Leitung: Dr. Schwieger) Die Arbeitsgruppe GNSS wird die erfolgreiche Arbeit der GPS-Gruppe fortsetzen. Der Startschuss der Europäischen Kommission zum Bau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo, führte zu der veränderten Namensgebung. Die Schwerpunkte sind: kinematisches GPS, Höhenbestimmung mit GPS, DGPS Korrekturdienste sowie Antennenkalibrierung. Die angesprochenen Thematiken werden im Rahmen von DVW-Fortbildungsseminaren den Vereinsmitgliedern näher gebracht. Für die laufende Periode sind zwei Fortbildungsseminare geplant. QMM Qualitätsmanagement und Messmittelprüfung (Leitung: Prof. Huep) Die Ad-hoc-Gruppe QMM wird ebenfalls fortgeführt; sie befasst sich weiterhin mit Fragen zur Qualität geodätischer Messungen, einschl. den Prüfverfahren für geodätische Messsysteme. KMS Kinematische Messverfahren und -systeme (Leitung: Dr. Foppe) Kinematisch sind Messverfahren, wenn sich der (die) Sensor(en) oder das Messobjekt selbst in Bewegung befindet. Am 17. und 18. Februar 2004 wird der aktuelle Stand der kinematischen Messtechnik auf einem DVW-Seminar an der Uni Stuttgart präsentiert (zusammen mit der Ad-hoc-Gruppe GNSS) Internationale Aktivitäten Der AK 3 wird in den FIG-Kommissionen vertreten durch Dr. Behrens (Komm. 4) und Prof. Staiger (Komm. 5). Beide nahmen mit eigenen Beiträgen an der diesjährigen Working Week in Paris teil. Für die diesjährige Regional Conference (Marrakesh, Marokko) haben Dr. Schwieger und Prof. Staiger einen Beitrag angekündigt. Prof. Rudolf Staiger aus den Verwaltungen 1. GiN-Forum»GIS in der Kommune«am in Hannover Unter dem Leitthema»GIS in der Kommune«fand die erste Veranstaltung vom Kompetenzzentrum für Geoinformatik in Niedersachsen (GiN) mit der Unterstützung der Firma ESRI statt. Der Einladung in die niedersächsische Hauptstadt Hannover waren 123 Teilnehmer gefolgt. Diesen wurde eine interessante Zusammenstellung von acht Vorträgen zum Leitthema präsentiert. Ferner konnte man sich in den Pausen intensiv bei einigen GIS-Anbietern über den neusten Stand der Entwicklungen informieren. Die Veranstaltung eröffnete Herr Dr. Hans Schröder vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Er betonte in seiner Begrüßung die hohen Erwartungen, die man mit der Gründung des GiN in Niedersachsen verknüpfe, und stellte weiterhin fest, dass für die Folgejahre die finanzielle Unterstützung gesichert sei und dass diese zum überwiegenden Teil von der Privatwirtschaft bereitgestellt würde. Es folgte ein kurzes Grußwort von Herrn Prof. Norbert de Lange (Universität Osnabrück) in seiner Funktion als Mitglied der GiN-Lenkungsgruppe. Im Anschluss stellte Herr Dr. Matthias Möller, Geschäftsführer der GiN, die Ziele und Arbeitsbereiche des Kompetenzzentrums vor. Das breit gefächerte Aufgabenfeld soll von Beratung für Verwaltung und private Firmen bis zu einer engen Kooperation mit kommerziellen GiN Partnern im Sinne der»public Private Partnerships«reichen. Der einleitende Vortrag von Herrn Dieter Pasternack vom Niedersächsischen Landkreistag vermittelte einen sehr differenzierten Einblick in den Stand, wie geografische Informationssysteme bei den niedersächsischen Landkreisen und der Region Hannover Hydrographie (Leitung: Dr. Ellmer) Der bisherige Arbeitskreis 4 (hydrographische Vermessung) geht in der neuen Ad-hoc-Gruppe Hydrographie auf und befasst sich mit aktuellen Methoden und Messsystemen sowohl zur Vermessung von Binnengewässern als auch zur Seevermessung. Eine Fortbildungsveranstaltung ist in der Diskussion. Geolokalisation für Location Based Services (Leitung: Prof. Wunderlich) Ortsbezogene Dienste (Location Based Services) gewinnen momentan stark an Bedeutung. In Abstimmung mit den Arbeitskreisen 2 und 4 wird sich diese Arbeitsgruppe mit der Komponente»Ortsbestimmung«(Geolokalisation) für diese Dienste auseinander setzen. 1. GiN-Forum»GIS in der Kommune«am 19. Juni 2003 in Hannover n-62 5/ Jg. Mehr anzeigen
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 Art. 60
 Art. 1
 Art. 60
 Art. 1
 Art. 60
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