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BGE - bedingungsloses Grundeinkommen - Seite 547 - www.politik-forum.eu
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Beitragvon lili » Do 15. Aug 2019, 10:42
Ja aber da gibt es keine Sanktionen mehr und niemand wird dann mehr von Obdachlosigkeit bedroht werden. Man kann aktuell die ganzen Sozialleistungen streichen und die Leute noch weiter in die Armut führen. Gerade wenn das Amt bis 0% sanktioniert. Die Sozialgerichte schlagen jetzt schon Alarm. Da wäre doch ein BGE die bessere Alternative. Das heißt nicht, dass die anderen Sachen so bleiben wie sie sind. Es soll aufjedenfall der Wohnungsmarkt bezahlbar werden, weil aktuell ist es eine Katastrophe.
Beitragvon Adam Smith » Do 15. Aug 2019, 10:48
lili hat geschrieben: (15 Aug 2019, 10:42)
Auf dem ersten Blick klingt das einleuchtend. Aber was würde im Grossraum München passieren, wenn eine Person nur noch pauschal 800 Euro erhält und sonst gar nichts?
Beitragvon lili » Do 15. Aug 2019, 10:52
Adam Smith hat geschrieben: (15 Aug 2019, 10:48)
Deswegen habe ich ja gemeint, dass man in dem Bereich etwas ändern muss.
Beitragvon Regenmacher » Do 15. Aug 2019, 10:53
Mendoza hat geschrieben: (15 Aug 2019, 10:05)
Beim BGE gehts um das Geld der anderen Leute, deswegen bringt ein Versuch, bei dem man unter sich ist, nur noch größere Not. Die Hardcore-Fans wollen Kohle bekommen, ohne sich lästiger Erwerbsarbeit widmen zu müssen. Und deswegen werden andere mehr erarbeiten müssen, als sie für sich selbst brauchen. BGE ist - salopp formuliert - wie der erwachsene Sohn, der im Haus seiner Eltern wohnt, zu faul zum arbeiten ist und sich von Mammi und Pappi versorgen läßt, Zigaretten, Bier, Flatscreen-Fernseher und Internet-Flat inklusive.
Beitragvon Europa2050 » Do 15. Aug 2019, 11:02
Die Leute würden sich preiswerteren Wohnraum am Land suchen und das Mietpreisproblem in den Städten würde reduziert.
Oder entsprechend hinzuverdienen müssen.
Beitragvon Mendoza » Do 15. Aug 2019, 11:13
Regenmacher hat geschrieben: (15 Aug 2019, 10:53)
Sehe ich ganz genau so. Vielleicht würden am Anfang noch 90% arbeiten gehen. Dann schmeißt einer nach dem anderen das Handtuch, weil sie sehen es geht ja auch ohne Arbeit. Zum Schluss gibt auch der letzte nützliche Idiot auf und das System bricht zusammen. In mancher Familie klappt das vielleicht. Blut ist eben dicker als Wasser. In den meisten Familien und in der Gesellschaft bekommst du zurecht einen Tritt in den Hintern. Aber das sehen die BGE-Fans mit ihrem idealistischem Weltbild ja nicht ein.
Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 15. Aug 2019, 11:26
Aber was würde im Grossraum München passieren, wenn eine Person nur noch pauschal 800 Euro erhält und sonst gar nichts?
Arbeiten oder umziehen...
Beitragvon Skull » Do 15. Aug 2019, 11:31
Europa2050 hat geschrieben: (15 Aug 2019, 11:02)
Die Leute würden sich preiswerteren Wohnraum am Land suchen
und das Mietpreisproblem in den Städten würde reduziert.
Dann sage mal,
wo die Normalverdiener im Gesundheitswesen, beim öffentlichen Dienst, Staat und Dienstleistungssektor hinziehen sollen,
damit sie weiterhin IN München arbeiten, aber ausserhalb Münchens auf dem Land preiswert wohnen können ?
Welcher Radius schwebt Dir da vor, wieviel Zeit und Geld darf es für DIE kosten, um noch in München zu arbeiten ?
Beitragvon Billie Holiday » Do 15. Aug 2019, 11:31
3x schwarzer Kater hat geschrieben: (15 Aug 2019, 11:26)
ja so ein Pech, offenbar muß für ein angenehmes Leben doch noch gearbeitet werden.
Beitragvon Adam Smith » Do 15. Aug 2019, 11:42
Wie viele Menschen wären davon betroffen? Könnten einige Orte deutlich attraktiver als andere Orte sein?
Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 15. Aug 2019, 12:23
"müssen" ist ein Wort, das man im Zusammenhang mit dem BGE gar nicht gerne hört. Denn "müssen" bedeutet Zwang und Zwang bedeutet nicht frei zu sein. Ist es doch Sinn des BGE frei zu sein ... im wesentlichen frei vom Zwang arbeiten zu "müssen", sich selber versorgen zu "müssen", sich irgendwem erklären zu "müssen". Nur dann ist man ist man wirklich frei und kann frei entscheiden was man denn machen will. Und natürlich sollte das BGE entsprechend hoch sein, höher als die Grundsicherung jetzt, dann erst richtig wirklich frei ist man, wenn man halbwegs angenehm leben. Und das Beste ist, man ist sogar frei zu arbeiten und was dazuzuverdienen, wenn man denn mehr haben möchte als das was es denn an BGE gibt. Das ist doch so toll, dass es eigentlich unvorstellbar ist, dass es das BGE noch nicht gibt. All das lernt man hier.
Was man nicht lernt, ist dass genau am letzten Punkt der Zwang greift, das "müssen", die staatliche Gewalt. Denn wer letztendlich mehr haben möchte als das BGE und sich frei entscheidet zu arbeiten, der "muss" dann erstmal andere mitversorgen und zwar bedingungslos, ohne Anspruch auf eine Gegenleistung. Es ist geradezu unverschämt eine Gegenleistung zu verlangen, denn letztendlich soll doch der, der die Semmeln bäckt, die andere essen zumindest soviel umsonst backen, dass andere halbwegs angenehm davon leben können. Denn letztendlich erwirbt man sich durch pure Existenz schon das Recht sich von anderen mitversorgen zu lassen, ohne dass derjenige der versorgt eine wie auch immer geartete Gegenleistung zu bekommen hat. Das wäre geradezu unverschämt, würde es denn anderen doch wiederum dazu zwingen was zu leisten, was zum Tausch anzubieten. Derjenige der die Brötchen bäckt, den kann man allerdings durchaus zwingen andere mitzuversorgen, ihm mit Gewalt etwas wegnehmen, ihn sanktionieren, wenn er nichts abgibt und ihn der Freiheit berauben, das was er herstellt, was er produziert frei und fair mit anderen zu tauschen. Das ist anscheinend egal, denn letztendlich hat er sich ja frei entschieden mehr haben zu wollen als das BGE. Er bräuchte sich ja nur mit dem BGE zufriedengeben. Jeder kann sich schließlich frei entscheiden und niemand muss arbeiten, wenn er sich doch mit dem bescheidenen Wohlstand, den das BGE bietet, zufrieden gibt.
Beitragvon Europa2050 » Do 15. Aug 2019, 12:36
Skull hat geschrieben: (15 Aug 2019, 11:31)
Ich gehe davon aus, dass sich ein „Normalverdiener“ mit Normalverdienst + BGE und aufgrund des reduzierten Druckes auf die städtischen Mieten dann auch eher wieder eine Wohnung in München leisten kann.
Beitragvon Skull » Do 15. Aug 2019, 12:38
Europa2050 hat geschrieben: (15 Aug 2019, 12:36)
Ich gehe davon aus, dass sich ein „Normalverdiener“ mit Normalverdienst + BGE und
aufgrund des reduzierten Druckes auf die städtischen Mieten
dann auch eher wieder eine Wohnung in München leisten kann.
Beitragvon Europa2050 » Do 15. Aug 2019, 12:40
3x schwarzer Kater hat geschrieben: (15 Aug 2019, 12:23)
Trifft denn deine Beschreibung auf das Hartz IV - System nicht auch zu?
Beitragvon Mendoza » Do 15. Aug 2019, 12:41
Ja, aber ab morgen kommt doch Industrie 4.0 und die ganze Welt funktioniert automatisch . Da wird doch wohl das bisschen BGE drin sein und dann muss überhaupt keiner was "müssen" ( ironie off)
Beitragvon Europa2050 » Do 15. Aug 2019, 12:45
Skull hat geschrieben: (15 Aug 2019, 12:38)
Weil meines Erachtens mit BGE die Menschen wieder dazu angehalten werden, das verfügbare Einkommen (=BGE) wirtschaftlich einzusetzen, und das halt bezüglich Wohnraum in z.B. Oberfranken besser geht, als in München.
Das betrifft natürlich nur Leute, die nicht durch ihre Arbeit an München gebunden sind, aber auch ein kleiner Anteil an diesen wird den Münchener Mietwohnungsmarkt drücken.
Beitragvon Skull » Do 15. Aug 2019, 12:53
Europa2050 hat geschrieben: (15 Aug 2019, 12:45)
Das betrifft natürlich nur Leute, die nicht durch ihre Arbeit an München gebunden sind
Ich meinte die, die in München arbeiten sollen...und müssen.
Beitragvon Mendoza » Do 15. Aug 2019, 13:01
Europa2050 hat geschrieben: (15 Aug 2019, 12:40)
Da arbeitet man aber für Leute mit, die nicht können und nicht für die, die nicht wollen. OK, Missbrauch gibt es auch bei Hartz4. Die Welt ist leider nicht perfekt.
Beitragvon 3x schwarzer Kater » Do 15. Aug 2019, 13:04
Nur insofern, dass ich auch mit Gewalt zur Finanzierung gezwungen werde
Aber H4 setzt eine Notsituation voraus in der unterstützt wird. Und zumindest implizit kann ich erwarten, dass mich derjenige den ich heute unterstütze vielleicht mal mich in Zukunft unterstützt, sofern ich Unterstützung brauche. Das ist letztendlich das Solidaritätsprinzip, das mit dem BGE außer Kraft gesetzt wird. Denn eine Gegenleistung darf man ja nicht mehr erwarten und muss man auch nicht mehr leisten.
Es wird sogar noch perfider. Denn je mehr Menschen die Freiheit des BGE für sich in Anspruch nehmen, weil sie weniger oder gar nicht mehr arbeiten wollen (was letztendlich ja das Ziel des BGE ist) umso mehr muss derjenige arbeiten und abgeben, der einen Lebensstandard über dem BGE hat und diesen halten will. Die Freiheit, dass was er macht, was er kann in einem fair zu tauschen wird immer mehr eingeschränkt. Was ihm letztendlich bleibt, ist die Freiheit sich zu entscheiden nicht zu arbeiten, nur vom BGE zu leben.
Beitragvon Atue001 » Do 15. Aug 2019, 23:10
Teeernte hat geschrieben: (14 Aug 2019, 00:54)
Ich denke, da hast du eine falsche Vorstellung vom BGE.
Wenn überhaupt, dann geht es beim BGE um HALTUNG. Die Haltung dahinter ist, dass der Staat jedem seiner Bürger garantiert, dass dieser ein Leben in Würde ohne Bedingungen auf einfachem Niveau leben kann.
Vieles anderes ist vor allem eine andere Art der Berechnung zu heute.
Ein beständiger Irrtum der BGE-Gegner ist, dass mit einem BGE alle im Schlaraffenland leben würden. Das ist mitnichten der Fall. Wir reden über ein Leben auf Niveau Hartz IV, allenfalls geringfügig darüber.
Mendoza hat geschrieben: (15 Aug 2019, 11:13)
Klar - machen auch heute schon alle. Ich mein - es ist nicht so arg schwierig, sich selbst in die Situation zu bringen, dass man Hartz IV bekommt. Die meisten Sanktionen kann man auch dann umgehen - die, die das heute schon machen wollen, tun das. Drangsal ist es für die, die unverschuldet in Hartz IV sind, und dann mit völlig überflüssigen Behördengängen fremdbestimmt werden.
Adam Smith hat geschrieben: (15 Aug 2019, 11:42)
Das Problem von attraktiven Städten oder weniger attraktiven Orten zum Leben ist kein BGE-Thema, und wird durch das BGE alleine auch nicht adressiert. Tatsächlich wäre es so, dass sich mit einer BGE-Gesellschaft dieses Problem in der Tendenz sogar verschärfen würde.
Wenn man das Problem der Wohnungsnot in den Städten beseitigen will, braucht es als erstes bezahlbaren Wohnraum, und als zweites so etwas wie einen Vermögensausgleich. Letzteres KANN man mit einem BGE verknüpfen - das kommt aber darauf an, wie konkret das BGE finanziert würde.
Generell adressiert das BGE lediglich den Umstand, dass die Existenzgrundsicherung als Gemeingut anerkannt wird - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und alleine dies wäre schon eine Menge, weil sich die staatliche Mißtrauensgesellschaft gegen seine Bürger in eine eigenverantwortliche erwachsene Zivilgesellschaft wandeln würde.

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