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Timestamp: 2019-05-20 01:45:09+00:00

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BGH, 08.01.1985 - VI ZR 15/83 - dejure.org
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BGH, 08.01.1985 - VI ZR 15/83 (https://dejure.org/1985,87)
BGH, Entscheidung vom 08.01.1985 - VI ZR 15/83 (https://dejure.org/1985,87)
BGH, Entscheidung vom 08. Januar 1985 - VI ZR 15/83 (https://dejure.org/1985,87)
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Durchtrennter Harnleiter
§ 823 Abs. 1 BGB, Aufklärungspflicht, Beweiswert von unterzeichneten Formularen und Merkblättern;
Beweiswürdigung bei ständiger Übung hinsichtlich der Aufklärung;
§§ 286, 360, 404 Abs. 1 Satz 3 ZPO, zur Verwertbarkeit eines Gutachtens, das ein anderer als der im Beweisbeschluß benannte Sachverständige erstattet hat
Zu Beweisführung und Beweislastverteilung im Arzthaftungsprozeß
ZPO § 286, § 360, § 404 Abs. 1 Satz 3
Arzt - Beweisobliegenheit - Aufklärungspflicht - Gutachten - Beweisbeschluß - Sachverständiger - Rüge - Mitteilungspflicht - Urkundenbeweis - Beweisaufnahme
NJW 1985, 1399
MDR 1985, 923
VersR 1985, 361
Die gefestigte Rechtsprechung des Senats, wonach an den Nachweis der ordnungsgemäßen Selbstbestimmungsaufklärung des Patienten im Allgemeinen lediglich moderate Anforderungen zu stellen sind (…vgl. Senatsurteile vom 30. September 2014 - VI ZR 443/13, NJW 2015, 74 Rn. 9;… vom 28. Januar 2014 - VI ZR 143/13, NJW 2014, 1527 Rn. 11 ff.; vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83, VersR 1985, 361, 362), lässt sich auf die Aufklärung des Spenders über die Risiken einer Lebendorganspende nicht übertragen.
Auch wird die Erinnerung des - vor der Organentnahme jedenfalls insoweit notwendig gesunden (§ 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1c TPG) - Spenders regelmäßig nicht durch therapeutische Interessen überlagert sein (…vgl. zu diesen Kriterien Senatsurteile vom 30. September 2014 - VI ZR 443/13, NJW 2015, 74 Rn. 9;… vom 28. Januar 2014 - VI ZR 143/13, NJW 2014, 1527 Rn. 11; vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83, VersR 1985, 361, 362).
Nach der Rechtsprechung des Senats bedarf es allerdings zum Zwecke der Aufklärung des "vertrauensvollen Gesprächs zwischen Arzt und Patienten" (Urteil vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83 - VersR 1985, 361, 362).
Freilich vermögen solche Merkblätter nicht das erforderliche Arztgespräch zu ersetzen (Senatsurteil vom 8. Januar 1985 aaO), in dem sich der Arzt davon überzeugen muß, ob der Patient die schriftlichen Hinweise gelesen und verstanden hat, und das ihm die Möglichkeit gibt, auf die individuellen Belange des Patienten einzugehen und eventuelle Fragen zu beantworten.
Deshalb muss auch der Arzt, der keine Formulare benutzt und für den konkreten Einzelfall keine Zeugen zur Verfügung hat, eine faire und reale Chance haben, den ihm obliegenden Beweis für die Durchführung und den Inhalt des Aufklärungsgesprächs zu führen (vgl. Senatsurteil vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83, aaO).
Einen wesentlichen Anhaltspunkt für die Tatsache, dass ein Aufklärungsgespräch stattgefunden hat, gibt dabei das von dem Arzt und dem Patienten unterzeichnete Formular, mit dem der Patient sein Einverständnis zu dem ärztlichen Eingriff gegeben hat (vgl. Senatsurteile vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83, aaO; vom 29. September 1998 - VI ZR 268/97, VersR 1999, 190, 191;… vom 22. Mai 2001 - VI ZR 268/00, aaO;… Geiß/Greiner, aaO; Petig/Rensen, MDR 2012, 877, 880, 881).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats bedarf es zum Zwecke der Aufklärung grundsätzlich des vertrauensvollen Gesprächs zwischen Arzt und Patienten, auf dessen Inhalt das Berufungsgericht bei seiner Überzeugungsbildung zulässigerweise abgestellt hat (vgl. Senatsurteile vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83 - VersR 1985, 361, 362).
Aus diesem Grund stellt die Existenz einer unterzeichneten Einwilligungserklärung auf einem individualisierbaren Aufklärungsbogen ein Indiz dafür dar, dass ein tatsächliches Aufklärungsgespräch über die Behandlung mit deren Risiken erfolgt ist (vgl. BGH VersR 1985, 361, 362; OLG Hamm VersR 2011, 625).
Dies gilt auch mit Rücksicht darauf, dass aus vielerlei verständlichen Gründen Patienten sich im Nachhinein an den genauen Inhalt solcher Gespräche, die für sie etwa vor allem von therapeutischer Bedeutung waren, nicht mehr erinnern (vgl. BGH-Urteil vom 08.01.1985 VI ZR 15/83 - juris unter Rdn. 13;… BGH Urt. v. 28.01.2014 VI ZR 143/13, juris).
OLG Köln, 16.01.2019 - 5 U 29/17
In der Rechtsprechung ist dabei seit langem der Grundsatz anerkannt, dass eine Aufklärung bei einem Patienten, der im Hinblick auf einen operativen Eingriff stationär untergebracht ist, mindestens einen Tag vor dem Eingriff erfolgen muss (Senat, Beschl. v. 4.10.2011, 5 U 184/10, VersR 2012, 863; grundlegend BGH NJW 1985, 1399; BGH NJW 2003, 2012).
Aber auch bei im voraus geplanten Operationen, jedenfalls bei einfachen Eingriffen sowie bei solchen mit geringen bzw. weniger einschneidenden Risiken wird einem Patienten im allgemeinen auch am Tag vor der Operation noch genügend Zeit bleiben, um Nutzen und Risiken des Eingriffs abzuwägen, so daß er nicht wegen der in der Klinik bereits getroffenen Operationsvorbereitungen unter einen unzumutbaren psychischen Druck gerät (vgl. Senatsurteil vom 8. Januar 1985 - VI ZR 15/83 - VersR 1985, 361, 362 = AHRS 5400/9).
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Ist einiger Beweis für ein gewissenhaftes Aufklärungsgespräch erbracht, sollte dem Arzt im Zweifel geglaubt werden, dass die Aufklärung auch im Einzelfall in der gebotenen Weise geschehen ist; dies auch mit Rücksicht darauf, dass aus vielerlei verständlichen Gründen Patienten sich im nachhinein an den genauen Inhalt solcher Gespräche, die für sie etwa vor allem von therapeutischer Bedeutung waren, nicht mehr erinnern (vgl. etwa BGH-Urteil v. 08.01.1985 - VI ZR 15/83 -, Juris unter Rz.13; BGH GesR 2014, S.227).
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OLG Köln, 04.08.2014 - 5 U 157/13
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OLG München, 25.02.2010 - 1 U 2408/09
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OLG Oldenburg, 26.10.1993 - 5 U 70/93
Sterilisation, Mann, Vasektomie, Vasoresektion, Samenleiter, Entfernung, …
OLG Hamm, 12.10.1988 - 11 U 271/87
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OLG Koblenz, 30.04.1997 - 5 U 262/96
OLG München, 14.08.2008 - 1 U 3709/07
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Schmerzensgeldbegehren wegen fehlerhafter ärztlicher Behandlung
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OLG Hamm, 02.02.2005 - 3 U 245/04
Geltendmachung von Schadenersatz und Schmerzenzgeld wegen eines …
LG Tübingen, 05.08.1992 - 5 O 118/91
BGB §§ 823, 847, 830, 840

References: § 823
 § 286
 § 360
 § 404
 BGH 
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