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Timestamp: 2018-05-23 16:41:06+00:00

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Posted on 15. Mai 2015 by Pferderecht Wissen	Veröffentlicht in — 2 Kommentare ↓
Der BGH stellt fest, dass der Auftrag an den Tierarzt, eine Ankaufsuntersuchung bei einem Pferd durchzuführen, ein Werkauftrag ist und der zugrunde liegende Vertrag ein Werkvertrag. Dieser Vertrag verpflichtet den Tierarzt nicht nur, eine Ankaufsuntersuchung des Pferdes ordnungsgemäß durchzuführen. Sondern dieser Vertrag verpflichtet den Tierarzt auch, seinem Auftraggeber das Ergebnis der Ankaufsuntersuchung und insbesondere vorliegende Auffälligkeiten des Tieres mitzuteilen. Hier schuldet der Tierarzt einen fehlerfreien Befund.
Im Falle eines fehlerhaften Befundes bzw. einer Schlechtdurchführung des Werkvertrags haftet der Tierarzt gemäß § 634 Nr. 4, § 280 Abs. 1 BGB auf Ersatz des Schadens, der bei dem Vertragspartner dadurch entstanden ist, dass er das Pferd aufgrund des fehlerhaften Befundes erworben hat.
Der BGH stellt klar, dass es dem Käufer überlassen bleibt, zu entscheiden, ob er den Verkäufer wegen Überlassung einer mangelhaften Kaufsache oder den Tierarzt wegen mangelhafter Durchführung der Ankaufsuntersuchung in Anspruch nehmen will. Etwas anderes kann sich nur ausnahmsweise nach den Maßstäben von Treu und Glauben ergeben, wenn der Verkäufer unproblematisch zur Rückabwicklung des Kaufvertrags bereit ist. Gibt er jedoch zu erkennen, dass er nicht bereit ist, die geltend gemachten Aufwendungen und Schäden zu ersetzen und den Kaufpreis zurück zu zahlen, so hat der Käufer die freie Wahl, ob er ihn oder den Tierarzt in Anspruch nehmen will. Der BGH macht hier deutlich, dass die Haftung des Tierarztes nicht nachrangig zur Mängelgewährleistungshaftung des Verkäufers besteht.
In sinngemäß gleicher Weise urteilte derselbe Senat des BGH bereits am 22.12.2011 in den Entscheidungen VII ZR 136/11 und VII ZR 7/11. In den beiden letzt genannten Entscheidungen wird zudem vom BGH festgestellt, dass der Verkäufer und der Tierarzt hinsichtlich der meisten Forderungen des Käufers/Auftraggebers gesamtschuldnerisch haften. Sie können auch gleichzeitig in einer Klage verklagt werden.
Mehr zum Thema: Haftung des Tierarztes bei der Kaufuntersuchung
Autor: Rechtsanwalt Stephan Pahl
2 Kommentare zu “Tierarzt: Haftung bei fehlerhafter Ankaufsuntersuchung”
Christa handle sagt:
3. Februar 2017 um 23:03 Uhr
Ich habe im Mai 2016 ein Pferd gekauft
Nach einem halben Jahr stellte mein Tierarzt ein spritzt abszess fest. Mittlerweile sieht es so das das er operiert werden muss. Telefonnummer gelöscht – bitte nicht öffentlich posten! – Die Redaktion
4. Februar 2017 um 10:54 Uhr
bitte richte deine Anfrage direkt an redaktion@pferderecht-wissen.de, damit unsere Experten darauf zugreifen können.

References: BGH 
 § 634
 § 280
 BGH 
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