Source: https://diefarbedesgeldes.de/free-lunch-society/
Timestamp: 2020-08-11 10:48:51+00:00

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Free Lunch Society, der Film über das bedingungslose Grundeinkommen
Christian Tod, Regisseur von Free Lunch Society, ist überzeugt, dass das BGE Teil unserer Zukunft sein wird. Es sei nur die Frage in welchen Ländern und in welcher Form es kommen werde.
Bedingungsloses Grundeinkommen, BGE, Free Lunch Society
“There ain’t no such thing as a free lunch” ist im Englischen ein geflügeltes Wort. Frei übersetzt bedeutet es: Es gibt nichts umsonst. Übertragen auf unser derzeitiges Wirtschaftssystem beschreiben es Ökonomen folgendermaßen: Um eine Sache zu bekommen, die wir mögen, müssen wir eine andere Sache aufgeben, die wir mögen. Knappheit ist aus Sicht der dominierenden ökonomischen Strömung der Motor unseres Wirtschaftens. Doch passt diese Sicht noch in unsere Zeit?
Christian Tod, Filmemacher und Ökonom, hinterfragt die gängige ökonomische Weltanschauung nicht nur, sondern stellt ihr eine radikale Idee entgegen: das bedingungslose Grundeinkommen. In einer „Free Lunch Society“ – so heißt Tods Dokumentarfilm – bekämen alle Menschen bedingungslos, ohne Gegenleistung, ein Einkommen. „Ich wollte dafür Bewusstsein schaffen, dass unsere Realität nicht unumstößlich ist und wir sie jederzeit ändern können, wenn wir das wollen“, sagt der Regisseur über seinen Film.
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist in den Augen Tods heute weit mehr als ein „Hirngespinst“. Digitalisierung, Automatisierung, wegbrechende Mittelschichten und erstarkende Populisten – das Grundeinkommen sei heute denkbarer denn je und könne eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit geben, ja eine ganz neue gesellschaftliche Grundlage formen.
Christan Tod hat seinen Film in Kapitel unterteilt und beleuchtet sowohl die aktuelle als auch die historische Dimension der Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen. Er blickt zurück auf das 20. Jahrhundert und die Vordenker der Idee und er schaut auf die heutigen Befürworter. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das bedingungslose Grundeinkommen tief verwurzelt im Denken der Eliten unterschiedlicher Strömungen ist. Unter Präsident Richard Nixon stand es beispielsweise kurz vor der Einführung in den USA, auch der Bürgerrechtler Martin Luther King setzte sich dafür ein – ehe die Idee mit Ronald Reagan vom Tisch gewischt wurde.
Und heute? Seit einigen Jahren hat die Diskussion darüber stark an Fahrt aufgenommen. Christian Tod hat mit bekannten Befürwortern wie dem deutschen Milliardär und dm-Gründer Götz Werner oder dem Schweizer Unternehmer Daniel Häni gesprochen. Häni war es, der die Schweizer Volksabstimmung über ein Grundeinkommen 2016 initiierte.
Revolutionäre Antwort auf gesellschaftliche Fragen oder neoliberale Axt?
„Free Lunch Society“ beschäftigt sich auch mit den unterschiedlichen Interessen der Befürworter eines Grundeinkommens. Es wird nicht nur als visionäres Reformprojekt gezeigt, das Antworten auf die digital-technische Transformation der Gesellschaft und die Vermögensungleichheit bietet, sondern macht auch auf die liberal-konservative Interessen sichtbar. In diesem Fall würde ein Grundeinkommen den Sozialstaat komplett ersetzen und verschlanken. Christian Tod nennt es die „neoliberale Axt“.
Der Regisseur selbst spricht über das bedingungslose Grundeinkommen schon nicht mehr im Konjunktiv. Er ist sich sicher, dass es Teil unserer Zukunft sein wird: „Nachdem ich das Jahr 2016 erlebt habe, bin ich mir sicher, dass es kommen wird. Die Frage ist, in welchen Ländern und in welcher Form es kommen wird.“
Christian Tod zeigt eindrucksvoll die schlichte Eleganz des bedingungslosen Grundeinkommens und die komplexen Interessen, die im Hintergrund um die Deutungshoheit und die Ausgestaltung des Konzepts ringen.
Die 95-minütige Dokumentation „Free Lunch Society“ läuft am 1. Februar in rund 100 Kinos deutschlandweit gleichzeitig an. Dass dies möglich ist, ist dem Start-Up Mein Grundeinkommen zu verdanken, dessen Gründer Michael Bohmeyer auch Protagonist des Films ist. Denn eigentlich reichte das Budget dafür nicht mehr. Mein Grundeinkommen rief kurzerhand dazu auf, vorab Kinokarten zu kaufen. Kamen genug Vorbestellungen in einer Region/Stadt zusammen, brachte Mein Grundeinkommen den Film in ein dortiges Kino.
Die Triodos Bank hat eine Position zum bedingungslosen Grundeinkommen. Welche Hoffnungen wir damit verbinden? Mehr dazu in diesem Kommentar von Georg Schürmann. Die Triodos Bank ist auch ein Sponsor der Deutschlandpremiere.
Bild: Free Lunch Society
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Gitti	∙ vor 3 Jahren
Es ist längst überfällig. Die Schere zwischen arm und reich ist bereits zu weit auseinandergeklafft. Der demütigende Effekt durch die HartzIV Gesetze entfällt. Fakt ist, es gibt schon lange nicht mehr für jeden arbeitssuchenden Menschen einen Arbeitsplatz, geschweige Vollbeschäftigung! Bedingungsloses Grundeinkommen gibt den Menschen ihre Würde zurück! Das Wichtigste: Familien und Kinder leben wieder freier und unbeschwerter.
Grit Scholz	∙ vor 3 Jahren
Da wir zunehmend in einer Welt leben, wo das Überleben ohne Geld, kaum noch machbar ist – weil auch nicht erwünscht und erlaubt, sind wir an einem Punkt, wo LEBEN von Geld abhängig ist. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Leben hier auf Erden, ist von Geld abhängig, nicht mehr von der Erde, die alles Leben ermöglicht und alles Überlebensnotwendige zur Verfügung stellt. Man hat sich sozusagen die Erde Untertan gemacht und mit ihr alles Leben… Um dieses Leben möglich zu machen, muss man den Untertanen Geld geben, weil Geld nicht einfach so auf der Strasse herum liegt und auch durch Arbeit nicht immer ausreichend verdient werden kann. Denn das SYSTEM braucht eine gewisse Anzahl Menschen, damit das Spiel weiter gespielt werden kann. Menschen die nichts kaufen können, nützen dem System nichts.
So herum gedacht, ist es nicht unbedingt ein Fortschritt, dass wir da gelandet sind, bei der Notwendigkeit von Grundeinkommen. Natürlich kommt es auf die Höhe an und wie frei es sich damit leben und arbeiten und weiter entwickeln (innerlich) lässt.
Wenn es am Ende nur darauf hinaus läuft, dass niemand mehr sich beklagen darf, weil niemand mehr verhungert und der Mensch lediglich zu einer Herde wird, die versorgt und gezüchtet wird – so wie wir es mit Schlachtvieh machen… das muss ja auch kein Geld bezahlen, sondern bekommt Kost und Logie frei – dann sollten wir noch mal darüber nachdenken, worum es in unserer Welt, auf unserer Erde wirklich gehen sollte.
Wenn die Menschen mit dem Grundeinkommen Glaubenssätze suggeriert bekommen, dass ja nun ALLES super ist und wir so sozial und human und fortschrittlich sind – dann mache ich mir Sorgen.
Grundeinkommen alleine, macht meiner Meinung nach die Sache nur anders, nicht besser…
Aber in Zusammenhang mit diversen anderen Veränderungen, angefangen beim Geldsystem über das Bildungssystem – über unser Parteinsystem… könnten sich tatsächlich lebendigere und schöpferische Zustände auf Erden entwickeln – wo wir nicht mehr ständig an dem Ast sägen, auf dem wir alle sitzen und uns dabei gegenseitig belügen und betrügen und auf die Schulter klopfen – so dass es niemanden mehr gibt, der die Wahrheit noch kennt und auch niemanden mehr, der wirklich irgendetwas weiß… aber alle glauben zu wissen.
Antwort an Grit Scholz
Sorry, das sollte keine Antwort an Gitti sein, lediglich mein Kommentar…
Linde Lutz	∙ vor 3 Jahren
Ja die Sache mit der Würde sehe ich genauso und Vollbeschäftigung brauchen wir gar nicht. Eine 40h-Woche ist nicht notwendig und führt ohnehin zu Bourn Out und jeder Menge Probleme, die z.B. mit einer 20-25 h Woche gar nicht erst entstehen. So könnte die Arbeit f a i r g e t e i l t werden und es würde nicht immer nur für den unermesslichen! Konsum gearbeitet, sondern es bliebe mehr Zeit für Familie, Kinder und für eigene Interessen (z.B. auch zum Nachdenken über ein erfülltes Leben)
Kann nur das Büchlein “Utopien für Realisten” empfehlen – es ist hervorragender Denkanstoß, mal die Dinge aus einer ganz anderen Sicht zu betrachten, weil wir mit unseren Ansichten eingeengt und festgefahren sind.
Gedanken wie ein “Grundeinkommen” für alle aussehen könnte, ohne dass das große Nichtstun ausbricht, findet ihr in der Triodos-Diskussion zum BGE.
Wir dürfen uns nicht mit der jetzigen Fehlentwicklung abfinden, dann sind wir verloren und wir müssen auch unsere Kinder und Kindeskinder immer wieder ermutigen, sich nicht mit den Dingen so abzufinden, wie sie sind.
anke solveig	∙ vor 3 Jahren
Ich sehe das ganze Thema aus Sicht einer unfreiwillig Arbeitslosen… Mir wurde gesagt, “Kind, wenn du studierst, dann wirst du mal gut verdienen…“ Also habe ich brav studiert, viele Jahre lang unterhalb der Armutsgrenze gelebt und dann? Doch erstmal keinen Job bekommen. Mich dann jahrelang von Projektvertrag zu Projektvertrag geschuftet für einen Hungerlohn, so dass luxuriöse Dinge wie “Kinder kriegen“ am unerreichbaren Traumhorizont hängen blieben. Dann stand endlich der erste feste Arbeitsvertrag an aber nein…bumms…is uns zu teuer…statt mich zu behalten als feste Arbeitskraft hat man lieber acht Studenten frei beschäftigt und ich saß auf der Straße. Fast wortwörtlich, denn meine Miete konnte ich wegen des miesen Gehalts das ich vorher bekommen hatte auch nicht vom Arbeitslosengeld bezahlen. Jetzt lebe ich zusammen mit meinem Freund (mit 15000 € Studienschulden) auf 35 m2, schreibe seit Monaten verzweifelt eine Bewerbung nach der anderen, bilde mich weiter und sacke jeden Tag ein kleines Stückchen mehr in das Gefühl hinein völlig wertlos zu sein. Denn wem nütze ich was? Ich habe beeindruckende Skills wenn man sich meinen Lebenslauf anschaut, aber häufig genug werde ich abgelehnt, weil ich studiert habe und jemand gesucht wird, der eine Ausbildung hat. Oder es werden nur Teilzeitjobs vergeben von denen man selbst wenn man einen ergattern würde nicht leben könnte. Kaufen kann ich mir nichts, also kurbele ich die Wirtschaft nicht an. Kinder kann ich mir nicht leisten, so unfassbar gern ich welche hätte, also wird auch von meiner Seite aus kein Kind in die Rentenkasse einzahlen. Mir bleibt im Moment nichts anderes übrig als Hartz IV zu beantragen. Aus lauter Scham wegen dem eigenen Scheitern habe ich das monatelang vor mir hergeschoben und stattdessen mein angespatrtes Vermögen restlos aufgebraucht. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen wäre wenigstens diese permanente finanzielle Existenzangst gemindert. Ich könnte mir vielleicht sogar wieder ein Sozialleben leisten… Und ein mies bezahlter Teilzeitjob würde mir tatsächlich reichen, um mich wieder als Teil der Gesellschaft fühlen zu können…
Antwort an anke solveig
Torsten Priesemann	∙ vor 3 Jahren
Tragisch nach dem Studium ohne festen Arbeitsvertrag und von Existenzängsten bedroht zu sein. Doch eine Frage stellt sich mir jetzt: War das gewählte Studienfach nicht am Bedarf der Wirtschaft, sondern eher nach persönlichen Vorlieben und Neigungen gewählt? MINT-Fach-Abgänger erfreuen sich meines Wissens hoher Nachfrage und starten mit einem hohen Anfangsgehalt. Man kann die Situation für alle Absolventen nicht verallgemeinern. Die Nachfrage bestimmt noch immer den Preis.
Antwort an Torsten Priesemann
Rieke Frey	∙ vor 3 Jahren
Die Entscheidung, beruflichen Interessen nicht mit einer Ausbildung, sondern mit einem Studium nachzugehen, um danach mit einem weiteren Horizont arbeiten zu können, was sich auch finanziell niederschlagen sollte, heißt für mich nicht zwangsläufig, die Berufsneigung dem Bedarf der Wirtschaft anpassen zu müssen. Ich glaube sogar, dass das nie gut geht, außer es geht einem Menschen nur ums Geld und um sonst nichts. Letzteren Fall wünsche ich übrigens niemandem, denn das erscheint mir sehr traurig.
Daniel Sieben	∙ vor 3 Jahren
Mich erschüttert, von Deinem Schicksal zu lesen. Ich habe unten geschrieben, dass den Menschen einem ökonomisch-materiellen Existenzkampf zu unterwerfen, ein Angriff auf die Menschenwürde ist. Das war, bevor ich Deinen Kommentar gelesen habe. Und nun schilderst Du Deinen Existenzkampf, so dass es mir Wut in den Bauch und Tränen in die Augen treibt. Auch weil es so gänzlich unnötig ist, als Menschen einander in eine solche Lage zu bringen.
Was kann ich Dir konstruktiv anbieten? Lass uns zunächst miteinander reden und über Deine Lage sprechen. Ich bin Relationship Manager der Triodos Bank für erneuerbare Energien und dies gehört nicht zu meinen Aufgaben, vor allem nicht während meiner Arbeitszeit. Aber als Mensch Daniel Sieben möchte ich Dir zumindest Zeit für ein Gespräch widmen, um darauf aufbauend handlungsorientierte Ideen zu entwickeln. Schreibe mir gerne an danielsieben@gmx.de.
Daniel Sieben	∙ vor 2 Jahren
Liebe Anke Solveig!
Hat sich in den letzten zwei Monaten Ihre berufliche und persönliche Lage verbessert?
Es ist Ostern, ich habe Sie nicht vergessen und ich wünsche es Ihnen von Herzen.
Damit es aber nicht nur beim Wünschen bleibt, möchte ich Ihnen gerne das Angebot unterbreiten, Ihnen einen Kurs zu bezahlen, der für Sie einen Unterschied machen kann, falls dieser noch nicht in Ihrem Leben eingetreten sein sollte.
Hans-Jürgen Frhr.v.Donop	∙ vor 3 Jahren
Die Forderung der IGMetall nach einer 28Std-Woche ist wohl ein wichtiger gesellschaftspolitischer Schritt auf dem Weg zum BGE. Sicherlich völlig ungewollt von den Gewerkschaften, denn die sind beim BGE überflüssig, genauso wie die Arbeitgeberverbände. Und ich bin sicher, dass die Lobbyisten im Bundestag genau auch deshalb das BGE nicht wollen. Und wo bleiben all die Verwaltungsbeamten, die heute Machtspielchen mit den HartzIV-Beziehern und anderen Unterstützungsbeziehern spielen?
Und das Argument, die meisten Menschen wüßten dann nichts mit Ihrer Zeit anzufangen, gilt nur in der Zuweisung an meinen Nachbarn, nicht aber für mich selbst, wie eine Studie überraschend feststellt.
Wie löst man diesen “Neidkomplex” auf?
Wie ich die Initiative der Gewerkschaften bewerte, habe ich gerade schon geschrieben.
Aber welches Licht wirft die heute morgen im WDR5 geäußerte Meinung einer Arbeitsforscherin auf eine typische Mittelstandsfamilie? Sie begründet die Notwendigkeit der 28-Std.Woche damit, dass in sehr vielen Familien beide Eheleute arbeiten gehen, um überhaupt noch am sozialen Leben teilnehmen zu können und daher mehr Zeit für die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige nötig sei und das durch eine Reduktion der Arbeitszeit möglich wäre.
Wie wäre es damit, endlich die Löhne und Gehälter der Steigerungsrate der Produktivität anzupassen oder parallel zu steigern? Wenn mehr erwirtschaftet wird, sollte auch mehr verteilt werden. Denn wenn weniger erwirtschaftet wird, werden ja auch die Lohnforderungen reduziert oder gar auf marginal Null gesetzt.
Die berechtigte Frage, woher denn das Steueraufkommen kommen solle, wenn keine Lohnsteuern mehr von den Arbeitgebern gezahlt werden würden, kann sehr einfach und vollständig kompensatorisch durch eine Maschinen steuer erreicht werden. Denn wenn die Digitalisierung weiter so fortschreitet wie derzeit, werden wir um diese Alternative sowieso nicht herum kommen.
Ulrich	∙ vor 3 Jahren
Es ist in unserer neoliberalen Zeit überhaupt nicht einsehbar, dass ein kleiner Teil der Gesellschaft (z. B. Erben) über ein bedingungsloses (Grund-)Einkommen verfügen, ohne je eine Leistung dafür erbracht zu haben. Warum wird der Großteil der Gesellschaft über Knappheit des Einkommens, der Rente, der Sozialtransfers in ‘Geiselhaft’ der Ökonomie gehalten? Wenn elementare Bedürfnisse (z. B. Energie, Wohnen) für einen großen Teil der Gesellschaft kaum noch bezahlbar sind, weil Arbeitsplätze Mangelware werden und die Einkommen der Mittel- und Unterschicht permanent abgesenkt werden, dann muss über Alternativen wie ein EXISTENZSICHERNDES Grundeinkommen nachgedacht und diskutiert werden.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist für mich ein grundloses Bedingungseinkommen. Ich brauche als Mensch keinen zusätzlichen Grund, denn meine Existenz als Mensch ist der Grund und auch die Bedingung, um am Spiel des Lebens teilzunehmen.
Das BGE ist Ausdruck der unantastbaren Menschenwürde, die nicht einem ökonomisch-materiellen Existenzkampf unterworfen sein darf, um als Menschenwürde unantastbar zu sein und zu bleiben. Sonst bleibt die Menschenwürde eine leere Hülle.
Den Menschen statt am Spiel des Lebens teilnehmen zu lassen, einem Existenzkampf zu unterwerfen, ist ein Angriff auf die Menschenwürde durch ein Denksystem, das nicht die Würde des Menschen zum Ziel und Zweck hat, sondern seine Instrumentalisierung für anderweitige Interessen. Beim BGE geht es also um nichts weniger als einen Ein- und Umstieg in eine menschenwürdige, nachhaltige und partizipative Wirtschaft und Gesellschaft.
Roland Wenzel	∙ vor 3 Jahren
Warum spricht eigentlich niemand über das “Solidarische Grundeinkommen”? Dessen Definition gefällt mir weitaus besser! Vor allem wäre gewährleistet, dass der Empfänger (also: Jeder!) sich mit seinen ganz persönlichen Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe und Teilnahme beschäftigt und quasi “gezwungen” ist, sich zu fragen, wie das im besten Sinne gute menschliche Zusammenleben zu gestalten ist und was er selbst (ganz nach den individuellen Möglicheiten) dazu beitragen kann. Bei der Gestaltung und Mithilfe in Kultur, Sozialleben, Daseinsfürsorge, Umweltschutz,…usw. , z.B. minimal 2 und maximal 10 Stunden pro Woche.
…man überlässt es der durch die hinzugewonnene Zeit keimenden Kreativität eines jeden, sich aus ganz eigenem Antrieb eine Ausdrucksform innerhalb seiner neuen Freiheitsgrade zu suchen. Hoffentlich eine, die der Gesellschaft dann mehr nutz, als ihr zu schaden… Denn reichen wird die “Kohle” dann sowieso nur für das Nötigste. Die meisten Menschen werden hinzuverdienen wollen. Und da gibt es dann wieder die “alten Kräfte” – gute und böse sozusagen. Bin sehr gespannt, wo die Reise hingeht.
Joerg	∙ vor 3 Jahren
Wer qualifiziert sich fuer das bG?
Wie haltet ihr die nicht-qualifizierten draussen?
Wie verhindert ihr, dass die breiten Schultern/Netto-Zahler abhauen?
Elke Zetl	∙ vor 3 Jahren
Unter allen Kommentaren finde ich nur bei H.-J. V. Donut einen Verweis auf die nötige Anpassung der Löhne an die Produktivität sowie die Frage nach der Finanzierbarkeit des BGE über Steuereinnahmen.
Da das BGE schon vom Siemens-Vorstand befürwortet wird, schrillen bei mir alle Alarmglocken bzgl. des sozial verträglichen Aspektes. Die Finanzierung aus Steuereinnahmen ist ebenso erklärungsbedürftig, wie die damit verbundene Abschaffung der Sozialvericherungen. Es ist sicher nicht nur die Frage, wie mit wegfallenden Verwaltungsarbeitsplätzen umgegangen wird. Solche Probleme gibt es schon lange und große Konzerne setzen sich ständig darüber hinweg. Für mich hört sich das BGE nach einer pauschalen „Abfütterung“ aller Bedürftigen an und nach einer Vereinfachung längst vernachlässigter sozialpolitischer Notwendigkeiten.
Wichtiger wäre m. E. eine saktionsfreie Grundsicherung von ca. 1050,-€ für Arbeitslose u. Berufsunfähige und eine armutsfeste Rente – jeweils finanziert über paritätische (!) Sozialversicherungsbeiträge und Arbeitseinkommen, die der Produktivität angepasst werden. Eine freiwillige (!) Verringerung der Arbeitszeit sollte erleichtert werden. Ebenso muss der Überstundendruck in bestehenden Beschäftigungsverhältnissen zugunsten einer ausreichenden Personaldecke entschärft werden. Durch höhere Besteuerung sehr hoher Einkommen und Vermögen zugunsten unterer Einkommensschichten könnten die Binnenwirtschaft gefördert und Handelsbilanzüberschüsse abgebaut werden, wodurch wiederum Arbeitsplätze geschaffen würden.
Solche volkswirtschaftlichen Überlegungen scheinen jedoch anstrengender zu sein, als das scheinbar leicht verständliche BGE. Wer mehr darüber wissen möchte, kann umfangreiche Informationen in dem Buch von Heiner Flassbeck finden: „Irrweg Grundeinkommen“
@ v. Donop: Entschuldigung für die ungewollte Autokorrektur ihres Namens bei meinem Kommentar !
karl-heinz schaier	∙ vor 3 Jahren
Wenn es gelingt einem guten teil der Menschen die sinnlos-stressige jobs tun klarzumachen dass die maschinen das besser können, und sie nicht die verlierer sind wenn sie abgeben, sondern dadurch vielfältig dazugewinnen, dann ist es morgen da! bdg Eine andere variante ist da, wenn die “banken” die macht vollends übernommen haben werden. mfsg khs
und noch was soziale härten und ungerechtigkeiten, auch missbrauch oder machtdominanzen werden auch durch bdg nicht verschwinden, aber die reale chance wieder mehr zeit für und miteinander zu haben besteht und damit auch der eigentliche gewinn, eben der nicht materielle oder pekuniäre. mfsg khs

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