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Timestamp: 2019-02-24 06:22:45+00:00

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Rechtsprechung: NZV 2004, 211 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: LG Zweibrücken, 15.09.2003
Verkehrsordnungswidrigkeit: Fahrverbot bei beharrlicher Pflichtverletzung; Übersehen eines Verkehrszeichens wegen grob pflichtwidrig unterlassener Aufmerksamkeit
Geschwindigkeitsbeschränkung übersehen.
Übersehen einer Geschwindigkeitsbeschränkung
Geschwindigkeitsüberschreitung: Geschwindigkeitsbeschränkung übersehen
Voraussetzungen für die Berufung auf ein Augenblicksversagen im Straßenverkehr
Ausschluss der Beschränkung einer Rechtsbeschwerde innerhalb des Rechtsfolgenausspruchs allein auf die Verhängung des Fahrverbots; Ausschluss der Berufung auf ein Augenblicksversagens wegen grob pflichtwidriger Missachtung der gebotenen Aufmerksamkeit; Anordnung eines Fahrverbots wegen der Beharrlichkeit der Pflichtverletzung
Verkehrsrecht - Augenblicksversagen in der Tempo-30-Zone?
Fahrverbot - Augenblicksversagen und beharrliche Pflichtverletzung
NStZ-RR 2003, 279 (Ls.)
NZV 2004, 211
Von der Verhängung eines Fahrverbots kann daher nur in Ausnahmefällen abgesehen werden, wenn dieses zu einer beruflichen Härte ganz außergewöhnlicher Art, wie dem Existenzverlust bei einem Selbständigen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes bei einem Arbeitnehmer, führen würde (Senat NZV 2004, 211 ff.; VRS 106, 393 f.; OLG Frankfurt NStZ-RR 2000, 313 f.).
Einem Betroffenen ist es daher grundsätzlich zuzumuten, solche Nachteile durch Inanspruchnahme von Urlaub oder der vorübergehenden Beschäftigung eines Fahrers, der Aufnahme eines Kredites oder der Kombination dieser Maßnahmen auszugleichen (Senat NZV 2004, 211 ff.).
Bußgeldverfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitung: Beschränkung der …
Auch wenn sich das Rechtsmittel vorwiegend gegen das Absehen von der Verhängung eines Fahrverbots wendet, erfasst dieses wegen der bestehenden Wechselwirkung gleichwohl den gesamten Rechtsfolgenausspruch (vgl. Senat NZV 2004, 211 ff. = VRS 104, 454 ff. = NStZ-RR 2003, 279).
Soll jedoch vom Regelfall der Verhängung eines Fahrverbots abgesehen werden, so bedarf es wegen der grundsätzlich gebotenen Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer einer besonders eingehenden und kritischen Überprüfung der Einlassung eines Betroffenen, um das missbräuchliche Behaupten eines solchen Ausnahmefalles auszuschließen und auch dem Rechtsbeschwerdegericht die Nachprüfung der richtigen Rechtsanwendung zu ermöglichen (vgl. Senat NZV 2004, 211 ff. - Augenblicksversagen - OLG Rostock VRS 101, 380 ff. - Härtefall - ; OLG Düsseldorf NStZ-RR 1997, 52 f. - notstandsähnliche Lage;… vgl. allg. hierzu Hentschel, a.a.O., StVG, § 25 Rn. 26).
Zwar hat der Verteidiger eine solche Begrenzung nicht ausdrücklich erklärt, jedoch ergibt sich dies aus der Begründung der Rechtsbeschwerde zweifelsfrei (vgl. BGH NJW 1956, 756 f.;… LR-Hanack, StPO, 25. Aufl. 1999, § 344 Rn. 9; Senat VRS 104, 454 ff.).
Es liegt auch kein Fall vor, in welchem ausnahmsweise von der Verhängung eines Fahrverbots abgesehen werden kann, weil das Fahrverbot zu einer beruflichen Härte ganz außergewöhnlicher Art, wie dem Existenzverlust bei einem Selbständigen oder dem Verlust des Arbeitsplatzes bei einem Arbeitnehmer führen würde (Senat VRS 104, 454 ff.; OLG Frankfurt NStZ-RR 2000, 313 f.; 2001, 344 f.).
Wer etwa während der Fahrt sein Autotelefon benutzt (KG, Beschluss vom 19.01.2000, 2 Ss 319/99), intensiv auf Wegweiser achtet (Senat VRS 98, 385 ff.), sich durch ein am Straßenrand liegen gebliebenes Fahrzeug ablenken lässt (Senat VRS 111, 439 ff. = NZV 2007, 213 f.) oder in einen Kreuzungsbereich zu schnell einfährt (BayObLG DAR 1999, 559 f.) kann nicht geltend machen, er habe nur versehentlich ein Verkehrszeichnen nicht wahrgenommen, denn durch sein vorheriges sorgfaltswidriges Verhalten hat er selbst in grob nachlässiger Weise zu seiner eigenen Unaufmerksamkeit beigetragen (vgl. OLG Karlsruhe NZV 2004, 211 ff.).
In einem solchen Fall beruht der Verkehrsverstoß nicht auf einer augenblicklichen Unaufmerksamkeit, sondern auf der Nichtbeachtung weiterer Sorgfaltspflichten (Senat NZV 2004, 211 ff.; OLG Köln DAR 2001, 469 f.; vgl. auch OLG Zweibrücken NZV 1998, 420/Burhoff (Hrsg), Handbuch für das straßenrechtlich OWi-Verfahren, 2005, 820).
Einem Betroffenen ist es daher grundsätzlich zuzumuten ist, diese Nachteile durch Inanspruchnahme von Urlaub oder der vorübergehenden Beschäftigung eines Fahrers, der Aufnahme eines Kredites oder der Kombination dieser Maßnahmen auszugleichen (Senat NZV 2004, 211 ff.).
Soll nämlich vom Regelfall der Verhängung eines Fahrverbots abgesehen werden, so bedarf es wegen der grundsätzlich gebotenen Gleichbehandlung aller Verkehrsteilnehmer einer besonders eingehenden und sorgfältigen Überprüfung der Einlassung eines Betroffenen, um das missbräuchliche Behaupten eines solchen Ausnahmefalles auszuschließen und auch dem Rechtsbeschwerdegericht die Nachprüfung der richtigen Rechtsanwendung zu ermöglichen (vgl. Senat NZV 2004, 211 ff.: Augenblicksversagen; OLG Rostock VRS 101, 380 ff.: Härtefall; OLG Düsseldorf NStZ-RR 1997, 52 f.: notstandsähnliche Lage;… vgl. allg. hierzu Hentschel, Straßenverkehrsrecht, 38. Aufl. 2005, StVG, § 25 Rn. 26).
2000, 312 [313] u. NStZ-RR 2001, 214 [215] sowie NStZ-RR 2002, 88; OLG Hamm VRS 96, 458, 463; VRS 96, 466, 468; VRS 97, 207, 209; NStZ-RR 1999, 374 = VRS 97, 449 [454] = NZV 2000, 92 [94] m. w. Nachw.; OLG Hamm [15.11.00] NZV 2001, 90 [91]; OLG Hamm [29.10.02] VRS 104, 233 [235] = NZV 2003, 103 [104]; OLG Karlsruhe VRS 105, 306 [309] = NZV 2004, 211; NZV 2004, 653 [654] = zfs 2005, 101 = DAR 2005, 228 [229] = VRS 108, 37 [38] u. zfs 2006, 230 = DAR 2006, 227; KG NZV 2005, 596 [597] = VRS 109, 132 [133] u. VRS 108, 288 [289]; OLG Rostock VRS 101, 380 [386] = NZV 2002, 137 [139]; st. Senatsrechtsprechung: SenE v. 25.06.1999 - Ss 264/99 B - m. w. Nachw. = VRS 97, 381 [384]; SenE v. 30.07.1999 - Ss 343/99 B - = DAR 1999, 516 = NZV 2000, 97 [98] = VRS 97, 442 [447]; SenE v. 08.08.2000 - Ss 306/00 B - = VRS 99, 288 [290] = DAR 2000, 583 [584] = NZV 2001, 391 [393]; SenE v. 08.06.2004 - Ss 247/04 B - = DAR 2004, 541 = NZV 2004, 422 [423] = VRS 107, 129; SenE v. 26.10.2004 - 8 Ss OWi 69/04 -).
Dazu gehören insbesondere erhebliche Härten durch Arbeits- oder Existenzverlust, die auch durch Vollstreckung im Urlaub oder andere Maßnahmen nicht vermeidbar sind, oder mehrere für sich betrachtet gewöhnlichen Umstände, welche die Tat aus dem Rahmen der typischen Begehungsweise herausheben (BGH NJW 1992, 1397; OLG Düsseldorf VRS 93, 200, 201; OLG Frankfurt NStZ-RR 2000, 312 [313] u. NStZ-RR 2001, 214 [215] sowie NStZ-RR 2001, 344; OLG Karlsruhe VRS 105, 306 [309] = NZV 2004, 211 u. NZV 2004, 653 [654] = zfs 2005, 101 = DAR 2005, 228 [229] = VRS 108, 37 [38]; KG NZV 2005, 596 [597] = VRS 109, 132 [133]; Senat VRS 86, 152 = NZV 1994, 161 sowie NStZ-RR 1996, 52 u. NZV 1998, 165; SenE v. 25.06.1999 - Ss 264/99 B - m. w. Nachw. = VRS 97, 381 [383]; SenE v. 30.07.1999 - Ss 343/99 B -= DAR 1999, 516 = NZV 2000, 97 [98] = VRS 97, 442 [447] ; SenE v. 08.06.2004 - Ss 247/04 B - = DAR 2004, 541 = NZV 2004, 422 [423] = VRS 107, 129; SenE v. 09.07.2004 - Ss 306/04 B -).
aa) der Betroffene schuldhaft eine Ursache für das Übersehen gesetzt hat (z.B. durch Telefonieren; OLG Karlsruhe NZV 2004, 211 unter Hinweis auf KG, 2 Ss 319/99 vom 19.1.2000 - in: jurisweb);.
In einem solchen Fall beruht der Verkehrsverstoß nicht auf einer augenblicklichen Unaufmerksamkeit, sondern auf der Nichtbeachtung weiterer Sorgfaltspflichten (OLG Köln DAR 2001, 469 [470]; OLG Karlsruhe NZV 2004, 211 [212]).
OLG Dresden, 06.06.2005 - Ss OWi 712/04
Abstand von Verkehrszeichen und Messstelle bei Geschwindigkeitsverstoß - …
OLG Karlsruhe, 27.10.2004 - 1 Ss 178/04
Bußgeldurteil wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung: Anforderungen an die …
Rechtskrafterstreckung auf doppelrelevante Tatsachen bei einer wirksamen …
OLG Hamm, 26.04.2007 - 1 Ss OWi 270/07
Geldbuße; Erhöhung; Voreintragungen; Verwertbarkeit; Fahrverbot; Absehen; Gründe
OLG Bamberg, 09.03.2012 - 2 Ss OWi 195/12
Verkehrsordnungswidrigkeitenverfahren: Regelfahrverbot bei fahrlässiger …
BayObLG, 10.12.2003 - 2 ObOWi 624/03
Verletzung rechtlichen Gehörs durch Entbindung von Pflicht zum persönlichen …
dejure.org Übersicht LG Zweibrücken Merken
LG Zweibrücken, 15.09.2003 - Qs 93/03
ra-buechner.de (Kurzinformation)
Kein Fahrverbot bei psychischer Ausnahmesituation
StPO § 111a; StGB § 69 § 315b
Vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis: Absehen von der Entziehung bei Fehlverhalten in psychischer Ausnahmesituation

References: § 25
 BGH 
 § 344
 § 25
 § 111
 § 69
 § 315