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Timestamp: 2020-07-10 03:09:17+00:00

Document:
Lawbrary | BZG - Bundesgesetz über den Bevölkerungsschutz und den Zivilschutz
Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz (2 - 8)
Ausbildung im Bevölkerungsschutz (9 - 10)
Grundsätze (11 - 21)
Rechte und Pflichten (22 - 26)
3. Abschnitt:Aufgebot und Kontrollaufgaben (27 - 28)
Pflichten von Dritten (29 - 32)
Ausbildung im Zivilschutz (33 - 42)
Alarmierungs- undTelematiksysteme sowie Material (43 - 44)
Schutzräume (45 - 49)
Anlagen (50 - 55)
Gemeinsame Bestimmungen (56 - 58)
Internationales Schutzzeichen und Ausweis des Zivilschutzes (59 - 59)
Haftung für Schäden (60 - 65)
Nicht vermögensrechtliche Ansprüche (66 - 66)
Vermögensrechtliche Ansprüche (67 - 67)
Strafbestimmungen (68 - 70)
Finanzierung (71 - 71)
Bearbeitung von Personendaten (72 - 73)
Gewerbliche Leistungen (73 - 73)
Schlussbestimmungen (74 - 77)
vom 4. Oktober 2002 (Stand am 1. Januar 2017)
gestützt auf Artikel 61 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 17. Oktober 20012,
die Zu­sam­men­ar­beit von Bund und Kan­to­nen im Be­völ­ke­rungs­schutz;
den Zi­vil­schutz.
Zweck des Be­völ­ke­rungs­schut­zes ist es, die Be­völ­ke­rung und ih­re Le­bens­grund­la­gen bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen so­wie im Fal­le be­waff­ne­ter Kon­flik­te zu schüt­zen so­wie zur Be­gren­zung und Be­wäl­ti­gung von Scha­dener­eig­nis­sen bei­zu­tra­gen.
Art. 3 Partnerorganisationen
Im Be­völ­ke­rungs­schutz ar­bei­ten als Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen zu­sam­men:
die Po­li­zei zur Auf­recht­er­hal­tung von Si­cher­heit und Ord­nung;
die Feu­er­wehr für die Ret­tung und die all­ge­mei­ne Scha­den­wehr;
das Ge­sund­heits­we­sen, ein­sch­liess­lich des sa­ni­täts­dienst­li­chen Ret­tungs­we­sens, zur me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung der Be­völ­ke­rung;
die tech­ni­schen Be­trie­be zur Ge­währ­leis­tung der tech­ni­schen In­fra­struk­tur, ins­be­son­de­re der Elek­tri­zi­täts-, Was­ser- und Gas­ver­sor­gung, der Ent­sor­gung so­wie der Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen und der Te­le­ma­tik;
der Zi­vil­schutz zum Schutz der Be­völ­ke­rung, zur Be­treu­ung von Schutz su­chen­den Per­so­nen, zum Schutz der Kul­tur­gü­ter, zur Un­ter­stüt­zung der Füh­rungs­or­ga­ne und der an­dern Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen so­wie für In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten und für Ein­sät­ze zu Guns­ten der Ge­mein­schaft.
Die zu­stän­di­gen Be­hör­den bil­den Füh­rungs­or­ga­ne für die fol­gen­den Auf­ga­ben­be­rei­che:
Si­cher­stel­lung der In­for­ma­ti­on der Be­völ­ke­rung über Ge­fähr­dun­gen, Schutz­mög­lich­kei­ten und Schutz­mass­nah­men;
War­nung und Alar­mie­rung so­wie Er­tei­lung von Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen an die Be­völ­ke­rung;
Si­cher­stel­lung der Füh­rungs­tä­tig­keit;
Ko­or­di­na­ti­on der Vor­be­rei­tun­gen und der Ein­sät­ze der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen;
Si­cher­stel­lung ei­ner zeit- und la­ge­ge­rech­ten Be­reit­schaft so­wie der per­so­nel­len und ma­te­ri­el­len Ver­stär­kung des Be­völ­ke­rungs­schut­zes im Hin­blick auf be­waff­ne­te Kon­flik­te.
Art. 5 Aufgaben des Bundes
1Im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen kann der Bund die Ko­or­di­na­ti­on und al­len­falls die Füh­rung bei Er­eig­nis­sen über­neh­men, die meh­re­re Kan­to­ne, die gan­ze Schweiz oder das grenz­na­he Aus­land be­tref­fen.
2Er un­ter­stützt die Kan­to­ne mit spe­zia­li­sier­ten Ein­satz­mit­teln.
3Der Bun­des­rat sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on im Be­völ­ke­rungs­schutz und für des­sen Ko­or­di­na­ti­on mit an­de­ren si­cher­heits­po­li­ti­schen In­stru­men­ten.
4Er über­prüft die Zu­sam­men­ar­beit des Be­völ­ke­rungs­schut­zes mit den an­de­ren si­cher­heits­po­li­ti­schen In­stru­men­ten und re­gelt die Aus­bil­dungs­zu­sam­men­ar­beit.
5Er re­gelt die War­nung und Alar­mie­rung der Be­hör­den und der Be­völ­ke­rung bei dro­hen­den Ge­fah­ren. Er kann dem Bun­des­amt für Be­völ­ke­rungs­schutz (BABS) Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen zur Re­ge­lung:
der Zu­stän­dig­kei­ten und Ab­läu­fe bei der War­nung und Alar­mie­rung;
der Ver­brei­tung von Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen im Rah­men des Be­völ­ke­rungs­schut­zes;
der tech­ni­schen Aspek­te in Zu­sam­men­hang mit den Sys­te­men zur War­nung der Be­hör­den und zur Alar­mie­rung der Be­völ­ke­rung.2
6Er trifft Mass­nah­men zur Ver­stär­kung des Be­völ­ke­rungs­schut­zes im Hin­blick auf be­waff­ne­te Kon­flik­te.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
Art. 6 Aufgaben der Kantone
1Die Kan­to­ne re­geln ins­be­son­de­re die Aus­bil­dung, die zeit- und la­ge­ge­rech­te Füh­rung so­wie den Ein­satz der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen im Be­völ­ke­rungs­schutz.
2Sie re­geln die in­ter­kan­to­na­le Zu­sam­men­ar­beit.
Art. 7 Zusammenarbeit von Bund und Kantonen
Im Rah­men ih­rer Zu­stän­dig­kei­ten ar­bei­ten der Bund und die Kan­to­ne zu­sam­men, na­ment­lich in den Be­rei­chen der kon­zep­tio­nel­len Wei­ter­ent­wick­lung des Be­völ­ke­rungs­schut­zes, der In­for­ma­ti­on und der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit.
1Der Bund sorgt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen für die For­schung und Ent­wick­lung im Be­völ­ke­rungs­schutz, ins­be­son­de­re in den Be­rei­chen der Ge­fähr­dungs­ana­ly­se und der Be­wäl­ti­gung von Ka­ta­stro­phen und Not­la­gen so­wie der macht­po­li­tisch be­ding­ten Ge­fähr­dun­gen.
2Er un­ter­stützt die na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit in der For­schung und Ent­wick­lung im Be­völ­ke­rungs­schutz.
2. Kapitel: Ausbildung im Bevölkerungsschutz
Art. 9 Ausbildung der Führungsorgane
1Für die Grund­aus­bil­dung und die Wei­ter­bil­dung (Aus­bil­dung) der An­ge­hö­ri­gen der Füh­rungs­or­ga­ne gel­ten die Vor­schrif­ten der Kan­to­ne.
2Der Bun­des­rat re­gelt die Aus­bil­dung der Füh­rungs­or­ga­ne im Zu­sam­men­hang mit der Ver­stär­kung des Be­völ­ke­rungs­schut­zes im Hin­blick auf be­waff­ne­te Kon­flik­te.
Art. 10 Unterstützung durch den Bund
ko­or­di­niert die Zu­sam­men­ar­beit in der Aus­bil­dung zwi­schen:
den Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen des Be­völ­ke­rungs­schut­zes,
dem Be­völ­ke­rungs­schutz und der Ar­mee,
dem Be­völ­ke­rungs­schutz und Drit­ten;
un­ter­stützt die Kan­to­ne bei der Aus­bil­dung der Füh­rungs­or­ga­ne;
bie­tet Aus­bil­dun­gen für die Füh­rungs­or­ga­ne an;
kann die Durch­füh­rung von Aus­bil­dun­gen mit den Kan­to­nen ver­ein­ba­ren; für Aus­bil­dun­gen im Zu­stän­dig­keits­be­reich der Kan­to­ne sind die ent­spre­chen­den Kos­ten von die­sen zu über­neh­men;
stellt die Aus­bil­dung des Lehr­per­so­nals für die Füh­rungs­or­ga­ne si­cher;
er­mög­licht dem Lehr­per­so­nal der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen die Teil­nah­me an Aus­bil­dungs­an­ge­bo­ten;
be­treibt ei­ne Aus­bil­dungs­in­fra­struk­tur.
3. Titel: Zivilschutz
Art. 11 Schutzdienstpflichtige Personen
Män­ner mit Schwei­zer Bür­ger­recht, die für die Schutz­dienst­leis­tung taug­lich sind, sind schutz­dienst­pflich­tig.
Art. 12 Ausnahmen von der Schutzdienstpflicht
1Mi­li­tär- und Zi­vil­dienst­pflich­ti­ge sind nicht schutz­dienst­pflich­tig.
2Män­ner, die aus der Mi­li­tär­dienst­pflicht aus­schei­den, wer­den nicht schutz­dienst­pflich­tig, wenn sie min­des­tens 50 Mi­li­tär­dienst­ta­ge ge­leis­tet ha­ben.1
3Wer aus der Zi­vil­dienst­pflicht aus­schei­det, wird nicht schutz­dienst­pflich­tig.2
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
Art. 12a Dienstbefreiung von Behördenmitgliedern
Fol­gen­de Per­so­nen müs­sen, so­lan­ge sie ih­re Funk­ti­on aus­üben, kei­nen Schutz­dienst leis­ten:
die Mit­glie­der des Bun­des­ra­tes;
der Bun­des­kanz­ler oder die Bun­des­kanz­le­rin und die Vi­ze­kanz­ler und Vi­ze­kanz­le­rin­nen;
die Mit­glie­der der Bun­des­ver­samm­lung;
die Mit­glie­der der eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te;
die Mit­glie­der der kan­to­na­len Exe­ku­ti­ven;
die haupt­amt­li­chen Mit­glie­der der kan­to­na­len Ge­rich­te;
die Mit­glie­der der kom­mu­na­len Exe­ku­ti­ven.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
Art. 13 Dauer
1Die Schutz­dienst­pflicht be­ginnt mit dem Jahr, in dem die Pflich­ti­gen 20 Jah­re alt wer­den, und dau­ert bis zum En­de des Jah­res, in dem sie 40 Jah­re alt wer­den.
2Der Bun­des­rat kann die Schutz­dienst­pflicht:
höchs­tens so weit aus­deh­nen, dass sie bis zum En­de des Jah­res dau­ert, in dem die Schutz­dienst­pflich­ti­gen 50 Jah­re alt wer­den;
höchs­tens so weit ver­kür­zen, dass sie nur bis zum En­de des Jah­res dau­ert, in dem die Schutz­dienst­pflich­ti­gen 35 Jah­re alt wer­den.
Art. 14 Erweiterte Schutzdienstpflicht für den Fall bewaffneter Konflikte
Für den Fall be­waff­ne­ter Kon­flik­te kann der Bun­des­rat zu­sätz­lich der Schutz­dienst­pflicht un­ter­stel­len:
Wehr­pflich­ti­ge, die nicht mehr mi­li­tär- oder zi­vil­dienst­pflich­tig sind;
Män­ner, die aus der Wehr- oder Zi­vil­dienst­pflicht ent­las­sen sind.
Art. 15 Freiwilliger Schutzdienst
1Fol­gen­de Per­so­nen kön­nen frei­wil­lig Schutz­dienst leis­ten:
Män­ner, die aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen sind;
Wehr­pflich­ti­ge, die nicht mehr mi­li­tär­dienst­pflich­tig oder zi­vil­dienst­pflich­tig sind;
Män­ner, die aus der Wehr- oder Zi­vil­dienst­pflicht ent­las­sen sind;
Schwei­ze­rin­nen mit Be­ginn des Jah­res, in dem sie 20 Jah­re alt wer­den;
in der Schweiz nie­der­ge­las­se­ne Aus­län­der und Aus­län­de­rin­nen mit Be­ginn des Jah­res, in dem sie 20 Jah­re alt wer­den.
2Die Kan­to­ne ent­schei­den über die Auf­nah­me. Es be­steht kein Rechts­an­spruch.
3Per­so­nen, wel­che frei­wil­lig Schutz­dienst leis­ten, sind in Rech­ten und Pflich­ten den Schutz­dienst­pflich­ti­gen gleich­ge­stellt.
4Sie sind auf Ge­such hin aus der Schutz­dienst­pflicht zu ent­las­sen. Sie ha­ben je­doch in der Re­gel min­des­tens drei Jah­re Schutz­dienst zu leis­ten.
5Sie wer­den von Am­tes we­gen aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen, wenn sie das 65. Al­ters­jahr vollen­det ha­ben.1
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
Art. 16 Rekrutierung
1Die Re­kru­tie­rung für den Zi­vil­schutz und für die Ar­mee wird ge­mein­sam durch­ge­führt.
2Nicht re­kru­tiert wer­den Stel­lungs­pflich­ti­ge, die:
in­fol­ge ei­nes Stra­f­ur­teils nach Ar­ti­kel 21 Ab­satz 1 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19951 für die Ar­mee un­trag­bar ge­wor­den sind; oder
den An­for­de­run­gen des Mi­li­tär­diens­tes aus psy­chi­schen Grün­den in­so­weit nicht ge­nü­gen, als sie Auf­fäl­lig­kei­ten zei­gen, die auf ein Ge­walt­po­ten­zi­al schlies­sen las­sen.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
Art. 17 Einteilung der Schutzdienstpflichtigen
1Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen ste­hen grund­sätz­lich dem Kan­ton, in wel­chem sie Wohn­sitz ha­ben, zur Ver­fü­gung.
2Im Ein­ver­neh­men mit den be­trof­fe­nen Kan­to­nen kön­nen Schutz­dienst­pflich­ti­ge aus­ser­halb des Wohn­sitz­kan­tons ein­ge­teilt wer­den.2
3Der Wohn­sitz­kan­ton ent­schei­det über die Ein­tei­lung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen.3
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 6015; BBl 2009 5917).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 6015; BBl 2009 5917).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. März 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 6015; BBl 2009 5917).
Art. 18 Personalreserve
1Die Kan­to­ne kön­nen Schutz­dienst­pflich­ti­ge in die Per­so­nal­re­ser­ve ein­tei­len.
2Die in die Per­so­nal­re­ser­ve Ein­ge­teil­ten müs­sen nicht aus­ge­bil­det wer­den und ha­ben kei­nen An­spruch dar­auf, Schutz­dienst zu leis­ten.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
Art. 20 Vorzeitige Entlassung
1Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die in ei­ner Part­ner­or­ga­ni­sa­ti­on be­nö­tigt wer­den, kön­nen vor­zei­tig aus der Schutz­dienst­pflicht ent­las­sen wer­den.
2Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren.
3Die Kan­to­ne ent­schei­den über die vor­zei­ti­ge Ent­las­sung.
Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die zu ei­ner Frei­heits­s­tra­fe oder Geld­stra­fe von min­des­tens 30 Ta­ges­sät­zen ver­ur­teilt wer­den, kön­nen vom Schutz­dienst aus­ge­schlos­sen wer­den.
2. Abschnitt: Rechte und Pflichten
Art. 22 Sold, Verpflegung, Transport und Unterkunft
1Schutz­dienst­leis­ten­de ha­ben An­spruch auf Sold und un­ent­gelt­li­che Ver­pfle­gung.
2Sie ha­ben aus­ser­dem An­spruch auf:
un­ent­gelt­li­chen Trans­port mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln für das Ein­rücken und die Ent­las­sung so­wie für den Trans­port zwi­schen dem Dienst- und dem Wohn­ort wäh­rend des Ur­laubs;
un­ent­gelt­li­che Un­ter­kunft, so­fern sie nicht zu Hau­se Un­ter­kunft neh­men kön­nen.
Art. 23 Erwerbsausfallentschädigung
Schutz­dienst­leis­ten­de ha­ben An­spruch auf Er­werbs­aus­fall­ent­schä­di­gung nach den Be­stim­mun­gen des Er­w­erb­ser­satz­ge­set­zes vom 25. Sep­tem­ber 19521.
Art. 24 Wehrpflichtersatzabgabe
Schutz­dienst­leis­ten­den wer­den bei der Be­rech­nung der Wehr­pflich­ter­satz­ab­ga­be nach dem Bun­des­ge­setz vom 12. Ju­ni 19591 über den Wehr­pflich­ter­satz al­le Aus­bil­dungs­diens­te und Ein­sät­ze an­ge­rech­net, die be­sol­det sind und für die An­spruch auf Er­werbs­aus­fall­ent­schä­di­gung be­steht.
1 SR 661. Heu­te: BG über die Wehr­pflich­ter­satz­ab­ga­be
Schutz­dienst­leis­ten­de sind nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. Ju­ni 19921 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung (MVG) ver­si­chert.
Art. 25a Dauer der Schutzdienstleistungen
Die Schutz­dienst­leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 27a und 33-37 dür­fen ins­ge­samt 40 Ta­ge pro Jahr nicht über­schrei­ten.
Art. 26 Pflichten
1Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen ha­ben den dienst­li­chen An­ord­nun­gen Fol­ge zu leis­ten.
2Schutz­dienst­pflich­ti­ge kön­nen ver­pflich­tet wer­den, Ka­der­funk­tio­nen zu über­neh­men und die da­mit ver­bun­de­nen Dienst­leis­tun­gen zu er­fül­len. Sie ha­ben auch aus­ser­dienst­li­che Pflich­ten zu er­fül­len, ins­be­son­de­re zur Vor­be­rei­tung von Aus­bil­dungs­diens­ten und von Ein­sät­zen des Zi­vil­schut­zes.
3. Abschnitt:Aufgebot und Kontrollaufgaben
Art. 27 Aufgebot für Einsätze bei Katastrophen und in Notlagen, im Fall bewaffneter Konflikte sowie für Instandstellungsarbeiten
1Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen kön­nen vom Bun­des­rat auf­ge­bo­ten wer­den:2
bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen, die meh­re­re Kan­to­ne oder die gan­ze Schweiz be­tref­fen;
bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen, die das grenz­na­he Aus­land be­tref­fen;
im Fall be­waff­ne­ter Kon­flik­te;
2Sie kön­nen von den Kan­to­nen auf­ge­bo­ten wer­den:6
bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen, die das Kan­tons­ge­biet, an­de­re Kan­to­ne oder das grenz­na­he Aus­land be­tref­fen;
für In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten;
2bisDer Ein­satz für In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten muss in­ner­halb von drei Jah­ren nach Ein­tritt des Er­eig­nis­ses ab­ge­schlos­sen sein. Schutz­dienst­pflich­ti­ge dür­fen für höchs­tens 21 Ta­ge pro Jahr für In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten auf­ge­bo­ten wer­den. Die Frist be­zie­hungs­wei­se die zeit­li­che Ober­gren­ze kann in Aus­nah­me­fäl­len ver­län­gert wer­den. Der Bun­des­rat legt die Kri­te­ri­en fest.9
3Die Kan­to­ne re­geln das Ver­fah­ren des Auf­ge­bots.10
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
5 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
8 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
Art. 27a Aufgebot für Einsätze zugunsten der Gemeinschaft
1Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen kön­nen für Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft auf­ge­bo­ten wer­den:
vom Bun­des­rat für Ein­sät­ze auf na­tio­na­ler Ebe­ne;
von den Kan­to­nen für Ein­sät­ze auf kan­to­na­ler, re­gio­na­ler oder kom­mu­na­ler Ebe­ne.
2Die ge­sam­te Ein­satz­dau­er be­trägt höchs­tens 21 Ta­ge pro Jahr.
3Das Auf­ge­bot ist den Schutz­dienst­pflich­ti­gen min­des­tens 42 Ta­ge vor Ein­satz­be­ginn zu­zu­stel­len.
4Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen und das Be­wil­li­gungs­ver­fah­ren.2
5Die Kan­to­ne re­geln das Ver­fah­ren des Auf­ge­bots.3
3 Ur­sprüng­lich: Abs. 4
Art. 28 Kontrollaufgaben
1Die Kan­to­ne füh­ren die Kon­trol­le über die Schutz­dienst­pflich­ti­gen. Die­se er­folgt im Per­so­na­l­in­for­ma­ti­ons­sys­tem der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes.2
2Das BABS über­wacht:3
die Ein­hal­tung der zeit­li­chen Ober­gren­zen nach den Ar­ti­keln 25a, 27 Ab­satz 2bis, 27a Ab­satz 2 und 33-36 so­wie der Frist nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2bis;
die Über­ein­stim­mung der In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2 Buch­sta­be b, die nicht in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Ein­tritt des Er­eig­nis­ses ab­ge­schlos­sen wer­den kön­nen, so­wie der Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft nach Ar­ti­kel 27a Ab­satz 1 Buch­sta­be b mit dem Zweck und den Auf­ga­ben des Zi­vil­schut­zes.
3Die Kan­to­ne in­for­mie­ren das BABS vor­gän­gig über:
In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten, die nicht in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Ein­tritt des Er­eig­nis­ses ab­ge­schlos­sen wer­den kön­nen;
Ein­sät­ze zu­guns­ten der Ge­mein­schaft.
4Wer­den die zeit­li­chen Ober­gren­zen nach den Ar­ti­keln 25a, 27 Ab­satz 2bis, 27a Ab­satz 2 und 33-36 über­schrit­ten, so weist das BABS den be­tref­fen­den Kan­ton an, die be­tref­fen­den Schutz­dienst­pflich­ti­gen nicht auf­zu­bie­ten, und in­for­miert die Zen­tra­le Aus­gleichs­stel­le.
5Wird die Frist nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 2bis nicht ein­ge­hal­ten, so weist das BABS den be­tref­fen­den Kan­ton an, die In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten nicht durch­zu­füh­ren.
6Ent­spre­chen die In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten oder der Ein­satz zu­guns­ten der Ge­mein­schaft nicht dem Zweck und den Auf­ga­ben des Zi­vil­schut­zes, so weist das BABS den be­tref­fen­den Kan­ton an, die In­stand­stel­lungs­ar­bei­ten be­zie­hungs­wei­se den Ein­satz nicht durch­zu­füh­ren oder die nö­ti­gen An­pas­sun­gen vor­zu­neh­men.
7Der Bun­des­rat re­gelt das Über­wa­chungs­ver­fah­ren. Er legt ins­be­son­de­re fest, bis wann die In­for­ma­ti­on an das BABS nach Ab­satz 3 so­wie ei­ne all­fäl­li­ge An­wei­sung des BABS nach den Ab­sät­zen 4-6 spä­tes­tens zu er­fol­gen ha­ben.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
2. Kapitel: Pflichten von Dritten
Art. 29 Einzelpersonen
1Je­de Per­son ist ver­pflich­tet, die Alar­mie­rungs­an­ord­nun­gen und Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen zu be­fol­gen.
2Wer beim Ein­satz des Zi­vil­schut­zes Hil­fe leis­tet, ist nach dem MVG1 ver­si­chert.
Art. 30 Hauseigentümer und -eigentümerinnen, Mieter und Mieterinnen
1Die Haus­ei­gen­tü­mer und -ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie die Mie­ter und Mie­te­rin­nen sind ver­pflich­tet, für die Vor­be­rei­tung und den Voll­zug der ih­nen vor­ge­schrie­be­nen Mass­nah­men zu sor­gen.
2Wird der Be­zug der Schutz­räu­me an­ge­ord­net, so müs­sen sie nicht be­nö­tig­te Schutz­plät­ze un­ent­gelt­lich dem Zi­vil­schutz zur Ver­fü­gung stel­len.
Art. 31 Inanspruchnahme von Eigentum in Friedenszeiten
Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie Mie­ter und Mie­te­rin­nen sind ver­pflich­tet, dem Zi­vil­schutz die­nen­de tech­ni­sche Ein­rich­tun­gen auf ih­ren Grund­stücken zu dul­den. Ei­ne all­fäl­li­ge Wert­min­de­rung wird an­ge­mes­sen ent­schä­digt.
Art. 32 Inanspruchnahme von Eigentum bei Katastrophen und in Notlagen sowie im Falle bewaffneter Konflikte
Bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen so­wie im Fal­le be­waff­ne­ter Kon­flik­te hat der Zi­vil­schutz das Re­qui­si­ti­ons­recht zu den glei­chen Be­din­gun­gen wie die Ar­mee.
3. Kapitel: Ausbildung im Zivilschutz
1Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die nach der Re­kru­tie­rung ein­ge­teilt wer­den, ab­sol­vie­ren bis zum En­de des Jah­res, in dem sie 26 Jah­re alt wer­den, ei­ne Grund­aus­bil­dung von 10-19 Ta­gen. Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die für ei­ne Spe­zia­lis­ten­funk­ti­on vor­ge­se­hen sind, kön­nen über­dies zu ei­ner Zu­satz­aus­bil­dung von höchs­tens 5 Ta­gen auf­ge­bo­ten wer­den.
2Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die oh­ne Grund­aus­bil­dung in die Per­so­nal­re­ser­ve ein­ge­teilt wer­den, kön­nen bis zum En­de des Jah­res, in dem sie 30 Jah­re alt wer­den, zur Grund­aus­bil­dung auf­ge­bo­ten wer­den.
3Per­so­nen, die bei ih­rer Ein­bür­ge­rung äl­ter als 25 Jah­re alt sind, wer­den durch die Kan­to­ne zur Re­kru­tie­rung an­ge­mel­det. Sie ab­sol­vie­ren die Grund­aus­bil­dung bis spä­tes­tens zum En­de des Jah­res, in dem sie 30 Jah­re alt wer­den.
4Per­so­nen, die frei­wil­lig Schutz­dienst leis­ten, ab­sol­vie­ren die Grund­aus­bil­dung in­ner­halb von 3 Jah­ren nach der Re­kru­tie­rung. Ver­fügt ei­ne Per­son be­reits über ei­ne gleich­wer­ti­ge Aus­bil­dung, so be­stimmt der Kan­ton, ob sie die Grund­aus­bil­dung ab­sol­vie­ren muss.
Art. 34 Kaderausbildung
1Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die für die Kom­man­dan­ten­funk­ti­on vor­ge­se­hen sind, ab­sol­vie­ren einen Ka­der­kurs für Kom­man­dan­tin­nen und Kom­man­dan­ten von 15-24 Ta­gen. Sie wer­den vom Bund zu 10-12 Ta­gen und von den Kan­to­nen zu 5-12 Ta­gen auf­ge­bo­ten. Die Kan­to­ne tra­gen die ih­nen an­fal­len­den Kos­ten.
2Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die für ei­ne an­de­re Ka­der­funk­ti­on vor­ge­se­hen sind, ab­sol­vie­ren einen Ka­der­kurs von 5-12 Ta­gen.
Art. 35 Weiterbildung
1Schutz­dienst­pflich­ti­ge in Ka­der- und Spe­zia­lis­ten­funk­tio­nen so­wie Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die der Grund­funk­ti­on Ma­te­ri­al­war­tin oder Ma­te­ri­al­wart oder An­la­ge­war­tin oder An­la­ge­wart zu­ge­teilt sind, kön­nen in­ner­halb von 4 Jah­ren zu Wei­ter­bil­dungs­kur­sen von ins­ge­samt höchs­tens 12 Ta­gen auf­ge­bo­ten wer­den.
2Schutz­dienst­pflich­ti­ge nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2 kön­nen in­ner­halb ih­rer Wei­ter­bil­dung nach Ab­satz 1 bis zu höchs­tens 5 Ta­ge von den Kan­to­nen auf­ge­bo­ten wer­den. Die Kan­to­ne tra­gen die ih­nen an­fal­len­den Kos­ten.
Art. 36 Wiederholungskurse
1Schutz­dienst­pflich­ti­ge wer­den nach der Grund­aus­bil­dung jähr­lich zu Wie­der­ho­lungs­kur­sen von 2-7 Ta­gen auf­ge­bo­ten.
2Kom­man­dan­tin­nen und Kom­man­dan­ten so­wie de­ren Stell­ver­tre­te­rin­nen und Stell­ver­tre­ter kön­nen jähr­lich zu höchs­tens 19 wei­te­ren Ta­gen auf­ge­bo­ten wer­den.2
3Schutz­dienst­pflich­ti­ge in den üb­ri­gen Ka­der­funk­tio­nen und in Spe­zia­lis­ten­funk­tio­nen so­wie Schutz­dienst­pflich­ti­ge, die der Grund­funk­ti­on Ma­te­ri­al­war­tin oder Ma­te­ri­al­wart oder An­la­ge­war­tin oder An­la­ge­wart zu­ge­teilt sind, kön­nen jähr­lich zu höchs­tens 12 wei­te­ren Ta­gen auf­ge­bo­ten wer­den.3
4Wie­der­ho­lungs­kur­se kön­nen auch im grenz­na­hen Aus­land ab­sol­viert wer­den.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
Art. 37 Dienst in der Zivilschutzverwaltung
1Bei zwin­gen­dem Be­darf kön­nen Schutz­dienst­pflich­ti­ge zum Dienst in der Zi­vil­schutz­ver­wal­tung auf­ge­bo­ten wer­den.
2Der Dienst in der Zi­vil­schutz­ver­wal­tung gilt als Wie­der­ho­lungs­kurs nach Ar­ti­kel 36.
Art. 38 Aufgebot zur Ausbildung
1Die Kan­to­ne re­geln das Auf­ge­bot für Dienst­leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 33-37.
2Das BABS re­gelt das Auf­ge­bot für die Aus- und Wei­ter­bil­dungs­diens­te nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2.1
3Das Auf­ge­bot ist den Schutz­dienst­pflich­ti­gen min­des­tens sechs Wo­chen vor Dienst­be­ginn zu­zu­stel­len.
4Ge­su­che um Ver­schie­bung von Dienst­leis­tun­gen sind durch den Schutz­dienst­pflich­ti­gen an die auf­bie­ten­de Stel­le zu rich­ten.
Art. 39 Unterstützung durch den Bund
1Der Bund schafft in Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen die Grund­la­gen für ei­ne ein­heit­li­che Aus­bil­dung.
2Er bil­det die Kom­man­dan­tin­nen und Kom­man­dan­ten, de­ren Stell­ver­tre­te­rin­nen und Stell­ver­tre­ter so­wie für die Füh­rungs­un­ter­stüt­zung und für den Kul­tur­gü­ter­schutz Ka­der­mit­glie­der und be­stimm­te Spe­zia­lis­tin­nen und Spe­zia­lis­ten aus.1
3Er kann die Durch­füh­rung von Aus­bil­dun­gen mit den Kan­to­nen ver­ein­ba­ren. Für Aus­bil­dun­gen im Zu­stän­dig­keits­be­reich der Kan­to­ne sind die ent­spre­chen­den Kos­ten von die­sen zu über­neh­men.
Art. 40 Ausbildung von Lehrpersonal
1Der Bund stellt die Aus­bil­dung des Lehr­per­so­nals für den Zi­vil­schutz si­cher.
2Er er­mög­licht dem Lehr­per­so­nal der Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen die Teil­nah­me an Aus­bil­dungs­an­ge­bo­ten.
Art. 41 Ausbildungsinfrastruktur
Der Bund be­treibt ei­ne Aus­bil­dungs­in­fra­struk­tur.
1Wer­den Zi­vil­schutz-Aus­bil­dungs­zen­tren auf­ge­ho­ben und zweck­ent­frem­det ge­nutzt oder ver­äus­sert, so sind die Bun­des­bei­trä­ge zu­rück­zu­er­stat­ten.
2Wer­den Zi­vil­schutz-Aus­bil­dungs­zen­tren in­fol­ge von Re­for­men oder neu­en Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tu­ren auf­ge­ho­ben, so sind kei­ne Bun­des­bei­trä­ge zu­rück­zu­er­stat­ten. Bun­des­bei­trä­ge, die an Lan­d­er­werbs­kos­ten ge­leis­tet wur­den, sind zu­rück­zu­er­stat­ten, so­fern das Land ge­winn­brin­gend ver­äus­sert wird.
3Die Kan­to­ne mel­den dem BABS die Auf­he­bung von Zi­vil­schutz-Aus­bil­dungs­zen­tren.1
4. Kapitel: Alarmierungs- undTelematiksysteme sowie Material
Art. 43 Bund
1Der Bund sorgt für:
die Si­cher­stel­lung der Sys­te­me zur Alar­mie­rung der Be­völ­ke­rung;
die Si­cher­stel­lung der Te­le­ma­tik­sys­te­me des Zi­vil­schut­zes;
die Aus­rüs­tung und das Ma­te­ri­al der Schutz­an­la­gen;
das stan­dar­di­sier­te Ma­te­ri­al des Zi­vil­schut­zes.
1bisDer Bun­des­rat legt fest, wel­che Kos­ten der Bund zur Si­cher­stel­lung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a trägt.1
2Er legt Art und Um­fang des stan­dar­di­sier­ten Ma­te­ri­als nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d fest.2
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
Art. 43a Kantone
1Die Kan­to­ne sor­gen für das Ein­satz­ma­te­ri­al und die per­sön­li­che Aus­rüs­tung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen.
2Das BABS er­ar­bei­tet im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen Emp­feh­lun­gen, um die Ein­heit­lich­keit des Ein­satz­ma­te­ri­als und der per­sön­li­chen Aus­rüs­tung zu ge­währ­leis­ten.
Art. 43b Wasseralarmsystem
1Die Werk­ei­gen­tü­mer von Stau­an­la­gen sor­gen für die Er­stel­lung, den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der zum Was­ser­alarm­sys­tem ge­hö­ren­den bau­li­chen Ein­rich­tun­gen.
2Der Bun­des­rat legt die tech­ni­schen An­for­de­run­gen an die Was­ser­alarm­sys­te­me so­wie an die not­wen­di­gen bau­li­chen Ein­rich­tun­gen fest.
5. Kapitel: Schutzbauten
Für je­den Ein­woh­ner und je­de Ein­woh­ne­rin ist in zeit­ge­recht er­reich­ba­rer Nä­he des Wohn­or­tes ein Schutz­platz be­reit­zu­stel­len.
1Sind in ei­ner Ge­mein­de zu we­nig Schutz­plät­ze vor­han­den, so hat die Ei­gen­tü­me­rin oder der Ei­gen­tü­mer ei­nes Wohn­hau­ses bei des­sen Bau Schutz­räu­me zu er­stel­len und aus­zu­rüs­ten. Muss sie oder er kei­ne Schutz­räu­me er­stel­len, so hat sie oder er einen Er­satz­bei­trag zu ent­rich­ten.
2Die Ei­gen­tü­me­rin oder der Ei­gen­tü­mer ei­nes Heims oder Spi­tals hat bei des­sen Bau Schutz­räu­me zu er­stel­len und aus­zu­rüs­ten. Ist dies aus tech­ni­schen Grün­den nicht mög­lich, so hat sie oder er einen Er­satz­bei­trag zu ent­rich­ten.
3Die Ge­mein­den sor­gen in Ge­bie­ten mit zu we­nig Schutz­plät­zen da­für, dass ei­ne ge­nü­gen­de An­zahl aus­ge­rüs­te­ter öf­fent­li­cher Schutz­räu­me vor­han­den ist.
4Die Kan­to­ne kön­nen die Ei­gen­tü­me­rin oder den Ei­gen­tü­mer so­wie die Be­sit­ze­rin oder den Be­sit­zer un­be­weg­li­cher und be­weg­li­cher Kul­tur­gü­ter von na­tio­na­ler Be­deu­tung ver­pflich­ten, bau­li­che Mass­nah­men zu de­ren Schutz zu tref­fen oder zu dul­den.
5Der Bun­des­rat be­stimmt die Min­dest­an­for­de­run­gen an bau­li­che Mass­nah­men zum Schutz von Kul­tur­gü­tern so­wie an Kul­tur­gü­ter­schutz­räu­me.2
2 Ein­ge­fügt durch Art. 23 des BG vom 20. Ju­ni 2014 über den Schutz der Kul­tur­gü­ter bei be­waff­ne­ten Kon­flik­ten, bei Ka­ta­stro­phen und in Not­la­gen, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 3545; BBl 2013 8987).
Art. 47 Steuerung, Ersatzbeiträge
1Zur Ge­währ­leis­tung ei­nes aus­ge­wo­ge­nen Schutz­platz­an­ge­bots steu­ern die Kan­to­ne den Schutz­raum­bau.
2Die Er­satz­bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 46 Ab­sät­ze 1 und 2 die­nen in ers­ter Li­nie zur Fi­nan­zie­rung der öf­fent­li­chen Schutz­räu­me der Ge­mein­den und zur Er­neue­rung pri­va­ter Schutz­räu­me. Die ver­blei­ben­den Er­satz­bei­trä­ge kön­nen für wei­te­re Zi­vil­schutz­mass­nah­men ver­wen­det wer­den.
3Die Er­satz­bei­trä­ge ge­hen an die Kan­to­ne.
4Der Bun­des­rat legt die Rah­men­be­din­gun­gen fest für die Steue­rung des Schutz­raum­baus und für die Hö­he der Er­satz­bei­trä­ge und re­gelt de­ren Ver­wen­dung.
1Bau­be­wil­li­gun­gen dür­fen erst er­teilt wer­den, wenn die zu­stän­di­gen Stel­len über die Schutz­raum­baupflicht ent­schie­den ha­ben.
2Um die ord­nungs­ge­mäs­se Aus­füh­rung der Schutz­räu­me zu ge­währ­leis­ten, kön­nen die Kan­to­ne vom Bau­herrn Si­cher­heits­leis­tun­gen ver­lan­gen.
Art. 48a Unterhalt
Der Un­ter­halt der Schutz­räu­me ob­liegt der Ei­gen­tü­me­rin oder dem Ei­gen­tü­mer.
Art. 49 Aufhebung
1Schutz­räu­me kön­nen von den Kan­to­nen auf­ge­ho­ben wer­den.
2Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen fest; er re­gelt bei Auf­he­bung öf­fent­li­cher Schutz­räu­me die Rück­er­stat­tung der Bun­des­bei­trä­ge.
Art. 50 Schutzanlagen
Schutz­an­la­gen sind:
Kom­man­do­pos­ten;
Be­reit­stel­lungs­an­la­gen;
ge­schütz­te Sa­ni­täts­stel­len;
ge­schütz­te Spi­tä­ler.
Der Bund re­gelt zur Er­rei­chung ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Be­reit­schaft die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, den Un­ter­halt, die Er­neue­rung und die Um­nut­zung der Schutz­an­la­gen.
Art. 52 Kantone
1Die Kan­to­ne le­gen den Be­darf an Schutz­an­la­gen fest.
2Sie sor­gen für die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der Kom­man­do­pos­ten, der Be­reit­stel­lungs­an­la­gen und der ge­schütz­ten Sa­ni­täts­stel­len.
3Der Bun­des­rat legt die Rah­men­be­din­gun­gen für die Be­darfs­pla­nung fest.
Art. 53 Spitalträgerschaften
1Die Spi­tal­trä­ger­schaf­ten sor­gen für die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, den Un­ter­halt und die Er­neue­rung der ge­schütz­ten Spi­tä­ler.
2Der Bun­des­rat legt die Rah­men­be­din­gun­gen für die Be­darfs­pla­nung so­wie die tech­ni­schen An­for­de­run­gen fest.
Art. 55 Aufhebung
1Schutz­an­la­gen dür­fen nur mit Ge­neh­mi­gung des BABS1 auf­ge­ho­ben wer­den.
2Wer­den Schutz­an­la­gen auf­ge­ho­ben, wel­che den Min­dest­an­for­de­run­gen ent­spre­chen (Art. 56), so sind die Bun­des­bei­trä­ge zu­rück­zu­er­stat­ten.
3Wer­den Schutz­an­la­gen in­fol­ge von Re­for­men oder neu­en Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tu­ren auf­ge­ho­ben, so sind kei­ne Bun­des­bei­trä­ge zu­rück­zu­er­stat­ten.
4Wer­den ge­schütz­te Sa­ni­täts­stel­len oder ge­schütz­te Spi­tä­ler auf­ge­ho­ben, so ist die vor­ge­ge­be­ne Min­dest­zahl Pa­ti­en­ten­plät­ze zu ge­währ­leis­ten.2
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
Art. 56 Mindestanforderungen
Der Bun­des­rat be­stimmt die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Schutz­bau­ten.
Art. 57 Betriebsbereitschaft
Die Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie die Be­sit­zer und Be­sit­ze­rin­nen ha­ben da­für zu sor­gen, dass die Schutz­bau­ten auf An­ord­nung des Bun­des be­triebs­be­reit ge­macht wer­den kön­nen.
Art. 58 Ersatzvornahme
Füh­ren die Ei­gen­tü­mer und Ei­gen­tü­me­rin­nen so­wie die Be­sit­zer und Be­sit­ze­rin­nen von Schutz­bau­ten die vor­ge­schrie­be­nen Mass­nah­men nicht durch, so sind die­se auf ih­re Kos­ten von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Bun­des oder des Kan­tons an­zu­ord­nen.
Art. 58a Rechtsetzungsdelegation
Der Bun­des­rat kann dem BABS im Be­reich der Schutz­bau­ten Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen zur Re­ge­lung tech­ni­scher Aspek­te über­tra­gen.
6. Kapitel: Internationales Schutzzeichen und Ausweis des Zivilschutzes
1Das Per­so­nal und das Ma­te­ri­al des Zi­vil­schut­zes so­wie die Schutz­bau­ten wer­den mit dem in­ter­na­tio­na­len Schutz­zei­chen des Zi­vil­schut­zes ge­kenn­zeich­net.
2Mit dem Schutz­zei­chen kön­nen auch ge­kenn­zeich­net wer­den:
Ein­zel­per­so­nen, die ei­nem Auf­ruf der zu­stän­di­gen Be­hör­den Fol­ge leis­ten und un­ter de­ren Lei­tung Zi­vil­schutz­auf­ga­ben wahr­neh­men;
wäh­rend ih­rer Ver­wal­tungs­tä­tig­keit Per­so­nen von Stel­len des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den, die mit Zi­vil­schutz­auf­ga­ben be­traut sind.
3Die Schutz­dienst­pflich­ti­gen er­hal­ten den Aus­weis für das Per­so­nal des Zi­vil­schut­zes.
4Die Ge­stal­tung des Schutz­zei­chens und des Aus­wei­ses rich­tet sich nach dem Zu­satz­pro­to­koll vom 8. Ju­ni 19771 zu den Gen­fer Ab­kom­men vom 12. Au­gust 1949 über den Schutz der Op­fer in­ter­na­tio­na­ler be­waff­ne­ter Kon­flik­te (Pro­to­koll I).
7. Kapitel: Haftung für Schäden
Art. 60 Grundsätze
1Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den haf­ten für al­le Schä­den, die das Lehr­per­so­nal so­wie Schutz­dienst­pflich­ti­ge in Aus­bil­dungs­diens­ten oder bei sons­ti­gen Ver­rich­tun­gen Drit­ten wi­der­recht­lich zu­fü­gen, so­fern sie nicht be­wei­sen, dass der Scha­den durch hö­he­re Ge­walt oder durch Ver­schul­den des Ge­schä­dig­ten oder Drit­ter ver­ur­sacht wur­de.
2Sind Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den scha­den­er­satz­pflich­tig, so haf­ten sie so­li­da­risch. Der Bun­des­rat re­gelt die Kos­ten­ver­tei­lung un­ter den Er­satz­pflich­ti­gen.
3Ge­schä­dig­te kön­nen ge­gen das fehl­ba­re Lehr­per­so­nal so­wie ge­gen Schutz­dienst­pflich­ti­ge kei­ne An­sprü­che gel­tend ma­chen.
4Bei ge­mein­sa­men Übun­gen des Zi­vil­schut­zes mit den Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen und der Ar­mee rich­tet sich die Haf­tung nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels.
5Beim Ein­satz des Zi­vil­schut­zes im Fal­le be­waff­ne­ter Kon­flik­te sind die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels über die Haf­tung für Schä­den nicht an­wend­bar.
6Bei Tat­be­stän­den, die un­ter an­de­re Haft­pflicht­be­stim­mun­gen fal­len, ge­hen die­se dem vor­lie­gen­den Ge­setz vor.
Art. 61 Rückgriff und Schadloshaltung
1Ha­ben Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den Scha­den­er­satz ge­leis­tet, so steht ih­nen der Rück­griff auf das Lehr­per­so­nal so­wie auf die Schutz­dienst­pflich­ti­gen zu, die den Scha­den vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sacht ha­ben.
2Wer um einen Ein­satz des Zi­vil­schut­zes zu­guns­ten der Ge­mein­schaft auf na­tio­na­ler Ebe­ne er­sucht, muss Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den im Scha­dens­fall für Leis­tun­gen an Drit­te schad­los hal­ten und hat ge­gen­über die­sen Ge­mein­we­sen kei­ne Scha­den­er­satz­an­sprü­che für ihr oder ihm di­rekt zu­ge­füg­te Schä­den. Vor­be­hal­ten blei­ben An­sprü­che aus grob­fahr­läs­si­ger oder vor­sätz­li­cher Scha­dens­zu­fü­gung.2
Art. 62 Haftung für Schädigungen gegenüber Bund, Kantonen und Gemeinden
1Das Lehr­per­so­nal so­wie die Schutz­dienst­pflich­ti­gen haf­ten für den Scha­den, den sie Bund, Kan­to­nen oder Ge­mein­den durch vor­sätz­li­che oder grob­fahr­läs­si­ge Ver­let­zung ih­rer Pflich­ten un­mit­tel­bar zu­fü­gen.
2Sie sind für das ih­nen über­ge­be­ne Ma­te­ri­al ver­ant­wort­lich und haf­ten für vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sach­te Schä­den oder Ver­lus­te.
3Die Rech­nungs­füh­rer und -füh­re­rin­nen sind für die Rech­nungs­füh­rung, die ih­nen an­ver­trau­ten Gel­der und Mit­tel so­wie de­ren vor­schrifts­ge­mäs­se Ver­wen­dung ver­ant­wort­lich. Sie haf­ten für vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig ver­ur­sach­ten Scha­den.
4In glei­cher Wei­se haf­ten die Kon­troll­or­ga­ne für das Rech­nungs­we­sen, wenn sie ih­re Kon­troll­pflich­ten ver­let­zen.
Art. 63 Bemessung der Entschädigung
1Bei der Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung gel­ten die Ar­ti­kel 42, 43 Ab­satz 1, 44 Ab­satz 1, 45-47, 49, 50 Ab­satz 1 und 51-53 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 (OR) sinn­ge­mä­ss.
2Bei der Haf­tung des Lehr­per­so­nals oder von Schutz­dienst­pflich­ti­gen wer­den aus­ser­dem ihr Ver­hal­ten im Dienst, ih­re fi­nan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und die Art des Diens­tes an­ge­mes­sen be­rück­sich­tigt.
Art. 64 Beschädigung oder Verlust von persönlichem Eigentum
1Das Lehr­per­so­nal so­wie die Schutz­dienst­pflich­ti­gen müs­sen für Ver­lust und Be­schä­di­gung ih­res Ei­gen­tums selbst auf­kom­men. Bund, Kan­to­ne und Ge­mein­den rich­ten ih­nen ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung aus, wenn der Scha­den durch einen dienst­li­chen Un­fall oder un­mit­tel­bar durch die Aus­füh­rung ei­nes Be­fehls ver­ur­sacht wur­de.
2Bei Selbst­ver­schul­den kann die Ent­schä­di­gung an­ge­mes­sen her­ab­ge­setzt wer­den. Da­bei wird auch be­rück­sich­tigt, ob die Ver­wen­dung des pri­va­ten Ge­gen­stan­des dienst­lich ge­bo­ten war.
Art. 65 Verjährung
1Scha­den­er­satz­an­sprü­che ge­gen­über Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den nach den Ar­ti­keln 60 und 64 ver­jäh­ren nach Ab­lauf ei­nes Jah­res, nach­dem der Ge­schä­dig­te vom Scha­den Kennt­nis er­hal­ten hat, auf al­le Fäl­le nach fünf Jah­ren seit dem Tag, an dem das Scha­dener­eig­nis ein­ge­tre­ten ist.
2Der An­spruch des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den auf Rück­griff nach Ar­ti­kel 61 ver­jährt nach Ab­lauf ei­nes Jah­res seit der Kennt­nis des Scha­dens und der er­satz­pflich­ti­gen Per­son, auf al­le Fäl­le nach fünf Jah­ren seit dem Tag, an dem das Scha­dener­eig­nis ein­ge­tre­ten ist.
3Wird der An­spruch auf Scha­den­er­satz oder auf Rück­griff aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rung vor­sieht, so gilt die­se.
4Für die Un­ter­bre­chung und Gel­tend­ma­chung der Ver­jäh­rung gel­ten die Ar­ti­kel 135-142 des OR1 sinn­ge­mä­ss. Als Kla­ge gilt auch die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung des Scha­den­er­satz­an­spruchs bei Bund, Kan­to­nen und Ge­mein­den.
8. Kapitel: Beschwerderecht und Verfahren
1. Abschnitt: Nicht vermögensrechtliche Ansprüche
Art. 66 Beurteilung der Schutzdiensttauglichkeit
1Ge­gen Ent­schei­de der me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on Re­kru­tie­rung so­wie der an­de­ren me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chungs­kom­mis­sio­nen über die Be­ur­tei­lung der Schutz­dienst­taug­lich­keit kann bei ei­ner an­de­ren me­di­zi­ni­schen Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on Be­schwer­de ge­führt wer­den. Die­se ent­schei­det end­gül­tig.
2Be­schwer­de­be­rech­tigt sind:
die be­ur­teil­te Per­son oder de­ren ge­setz­li­che Ver­tre­tung;
die Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
die me­di­zi­ni­sche Lei­tung der psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken und Spi­tä­ler, der An­stal­ten für Epi­lep­sie­kran­ke, der Heil­an­stal­ten für Al­ko­hol­kran­ke so­wie der Dro­gen­the­ra­pie­sta­tio­nen;
die Ärz­tin­nen und Ärz­te des mi­li­tär­ärzt­li­chen Diens­tes.
3Das Be­schwer­de­ver­fah­ren rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.
Art. 66a Zuteilung einer Funktion
Wer mit der Zu­tei­lung ei­ner Funk­ti­on im Zi­vil­schutz nicht ein­ver­stan­den ist, kann beim Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) Be­schwer­de füh­ren.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. März 2010 (AS 2010 6015; BBl 2009 5917). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
Art. 66b Beschwerden gegen letztinstanzliche kantonale Verfügungen
1In Strei­tig­kei­ten nicht ver­mö­gens­recht­li­cher Na­tur kann, aus­ser im Be­reich des Auf­ge­bots­we­sens, ge­gen letz­tin­stanz­li­che kan­to­na­le Ver­fü­gun­gen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.2
2Das VBS kann ge­gen letz­tin­stanz­li­che kan­to­na­le Ver­fü­gun­gen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de füh­ren. Die letz­tin­stanz­lich ver­fü­gen­den kan­to­na­len Be­hör­den stel­len dem VBS auf Ver­lan­gen ih­re Ver­fü­gun­gen so­fort und un­ent­gelt­lich zu.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. März 2010 (AS 2010 6015; BBl 2009 5917). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
2. Abschnitt: Vermögensrechtliche Ansprüche
Art. 67 Zuständigkeiten und Beschwerde
1Die Kan­to­ne be­zeich­nen die Be­hör­den, die auf Stu­fe Kan­ton und Ge­mein­de über Scha­den­er­satz­an­sprü­che und Rück­griffs­for­de­run­gen für Schä­den ent­schei­den, die wäh­rend kan­to­na­len oder kom­mu­na­len Schutz­dienst­leis­tun­gen ent­stan­den sind. De­ren Ent­schei­de kön­nen an des BABS wei­ter­ge­zo­gen wer­den.
2Das BABS ent­schei­det über Scha­den­er­satz­an­sprü­che und Rück­griffs­for­de­run­gen für Schä­den, die wäh­rend Schutz­dienst­leis­tun­gen ent­stan­den sind, wel­che der Bund or­ga­ni­siert oder durch­ge­führt hat.
3Über An­sprü­che ver­mö­gens­recht­li­cher Na­tur des Bun­des oder ge­gen den Bund, die sich auf das Zi­vil­schutz­recht stüt­zen, je­doch nicht die Scha­den­haf­tung be­tref­fen, ent­schei­det das BABS.
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 47 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197 1069; BBl 2001 4202).
Art. 67a Einsprache
1Lehnt das BABS die Über­nah­me der Mehr­kos­ten nach Ar­ti­kel 71 Ab­sät­ze 2 und 2bis ganz oder teil­wei­se ab oder lehnt es die Leis­tung des Pau­schal­bei­trags nach Ar­ti­kel 71 Ab­satz 3 ab, so be­grün­det es dies.
2Ge­gen den Ent­scheid kann in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Er­öff­nung Ein­spra­che er­ho­ben wer­den.
Art. 68 Widerhandlungen gegen das Gesetz
als schutz­dienst­pflich­ti­ge Per­son ei­nem Auf­ge­bot nicht Fol­ge leis­tet, den Dienst oh­ne Be­wil­li­gung ver­lässt, nach ei­ner be­wil­lig­ten Ab­we­sen­heit nicht mehr zu­rück­kehrt, einen Ur­laub über­schrei­tet oder sich auf an­de­re Wei­se der Schutz­dienst­leis­tung ent­zieht;
Aus­bil­dungs­diens­te oder Ein­sät­ze des Zi­vil­schut­zes stört oder Schutz­dienst­leis­ten­de be­hin­dert oder ge­fähr­det;
öf­fent­lich da­zu auf­for­dert, Schutz­dienst­leis­tun­gen oder amt­lich an­ge­ord­ne­te Mass­nah­men zu ver­wei­gern.
2Mit Bus­se wird be­straft, wer in den Fäl­len nach Ab­satz 1 fahr­läs­sig han­delt.
3Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
als schutz­dienst­pflich­ti­ge Per­son sich wei­gert, die im Zi­vil­schutz über­tra­ge­ne Auf­ga­be und Funk­ti­on zu über­neh­men;
als schutz­dienst­leis­ten­de Per­son dienst­li­che An­ord­nun­gen nicht be­folgt;
mit der Alar­mie­rung ver­bun­de­ne An­ord­nun­gen und Ver­hal­tens­an­wei­sun­gen nicht be­ach­tet;
das in­ter­na­tio­na­le Schutz­zei­chen des Zi­vil­schut­zes oder den Aus­weis für das Per­so­nal des Zi­vil­schut­zes miss­bräuch­lich ver­wen­det.
4Mit Bus­se bis 5000 Fran­ken wird be­straft, wer in den Fäl­len nach Ab­satz 3 fahr­läs­sig han­delt.
5Sind Schuld und Tat­fol­gen ge­ring­fü­gig, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de auf die Er­stat­tung ei­ner Straf­an­zei­ge oder die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens ver­zich­ten; sie kann die be­tref­fen­de Per­son ver­war­nen.
6Die Straf­ver­fol­gung und zi­vil­recht­li­che For­de­run­gen nach an­de­ren Ge­set­zen blei­ben vor­be­hal­ten.
Art. 69 Widerhandlungen gegen Ausführungserlasse
1Mit Bus­se wird be­straft, wer den in Aus­füh­rung die­ses Ge­set­zes er­las­se­nen Vor­schrif­ten, de­ren Über­tre­tung un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ser Be­stim­mung für straf­bar er­klärt ist, vor­sätz­lich zu­wi­der­han­delt. In schwe­ren Fäl­len oder bei Rück­fall kann ei­ne Bus­se bis 20 000 Fran­ken ver­hängt wer­den.
2Mit Bus­se bis 5000 Fran­ken wird be­straft, wer fahr­läs­sig han­delt.
3Sind Schuld und Tat­fol­gen ge­ring­fü­gig, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de auf die Er­stat­tung ei­ner Straf­an­zei­ge oder die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens ver­zich­ten; sie kann die be­tref­fen­de Per­son ver­war­nen.
Art. 70 Strafverfolgung
1Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung der in die­sem Ge­setz mit Stra­fe be­droh­ten Hand­lun­gen ob­lie­gen den Kan­to­nen.
1. Kapitel: Finanzierung
1Der Bund trägt die Kos­ten für:
die Re­kru­tie­rung der Schutz­dienst­pflich­ti­gen;
die ge­mä­ss die­sem Ge­setz von ihm durch­zu­füh­ren­de Aus­bil­dung und die da­zu er­for­der­li­che Aus­bil­dungs­in­fra­struk­tur;
Ein­sät­ze der Schutz­dienst­pflich­ti­gen beim Auf­ge­bot durch den Bun­des­rat;
die ei­ge­nen Auf­wen­dun­gen für die Be­rei­che ge­mä­ss Ar­ti­kel 7;
die ei­ge­nen Auf­wen­dun­gen für die For­schung und Ent­wick­lung;
die Mass­nah­men ge­mä­ss Ar­ti­kel 43;
die Ver­stär­kung des Zi­vil­schut­zes im Hin­blick auf be­waff­ne­te Kon­flik­te;
Ein­sät­ze im Fal­le be­waff­ne­ter Kon­flik­te.
2Er trägt die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten für die Er­stel­lung, die Aus­rüs­tung, die Er­neue­rung, die Um­nut­zung so­wie, bei ei­ner Auf­he­bung, den not­wen­di­gen Rück­bau der tech­ni­schen Schutz­bau­sys­te­me von Schutz­an­la­gen. Fällt auf­grund der Auf­he­bung ei­ner ge­schütz­ten Sa­ni­täts­stel­le oder ei­nes ge­schütz­ten Spi­tals die An­zahl Pa­ti­en­ten­plät­ze un­ter die vor­ge­ge­be­ne Min­dest­zahl, so über­nimmt der Bund die­se Kos­ten nicht.1
2bisEr trägt die an­er­kann­ten Mehr­kos­ten für die Er­stel­lung und die Er­neue­rung von Kul­tur­gü­ter­schutz­räu­men für die kan­to­na­len Ar­chi­ve und die Samm­lun­gen von na­tio­na­ler Be­deu­tung so­wie die Kos­ten für die Aus­rüs­tung der Kul­tur­gü­ter­schutz­räu­me der kan­to­na­len Ar­chi­ve.2
3Er leis­tet einen jähr­li­chen Pau­schal­bei­trag zur Si­cher­stel­lung der Be­triebs­be­reit­schaft der Schutz­an­la­gen für den Fall be­waff­ne­ter Kon­flik­te.
4Er kann Tä­tig­kei­ten öf­fent­li­cher oder pri­va­ter Or­ga­ni­sa­tio­nen im Be­reich des Zi­vil­schut­zes fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen.
5Er be­tei­ligt sich nicht an:
Lan­d­er­werbs­kos­ten so­wie Ent­schä­di­gun­gen für die In­an­spruch­nah­me von öf­fent­li­chem und pri­va­tem Grund;
kan­to­na­len und kom­mu­na­len Ge­büh­ren;
Kos­ten für den or­dent­li­chen Un­ter­halt der Schutz­an­la­gen.
2. Kapitel: Bearbeitung von Personendaten
Art. 72 Bearbeitung von Daten
1Das BABS be­ar­bei­tet zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben im Rah­men der Re­kru­tie­rung (Art. 16) und der Kon­trol­l­auf­ga­ben (Art. 28) Per­so­nen­da­ten von Schutz­dienst­pflich­ti­gen im Per­so­na­l­in­for­ma­ti­ons­sys­tem der Ar­mee und des Zi­vil­schut­zes.2 Es kann da­bei fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­ten:
Da­ten über die Ge­sund­heit;
Per­sön­lich­keitspro­fi­le:
für Ent­schei­de über die Zu­tei­lung der Grund­funk­ti­on,
zur Ab­klä­rung des Ka­der­po­ten­zi­als.
1bisEs be­ar­bei­tet die Per­so­nen­da­ten von Kurs­teil­neh­men­den zur Durch­füh­rung der Aus­bil­dun­gen im Ver­an­stal­tungs­ad­mi­nis­tra­tor­sys­tem. Es kann da­bei fol­gen­de be­son­ders schüt­zens­wer­ten Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­ten:
Per­sön­lich­keitspro­fi­le zur Be­ur­tei­lung des Ka­der- oder Spe­zia­lis­ten­po­ten­zi­als.3
2Die Kan­to­ne dür­fen die Da­ten von Schutz­dienst­pflich­ti­gen be­ar­bei­ten, so­weit dies zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz not­wen­dig ist. Ins­be­son­de­re dür­fen sie die für die Be­ur­tei­lung der Dienst­fä­hig­keit not­wen­di­gen sa­ni­täts­dienst­li­chen Da­ten der Schutz­dienst­pflich­ti­gen be­ar­bei­ten.
3Die Da­ten nach Ab­satz 2 sind spä­tes­tens fünf Jah­re nach der Ent­las­sung aus der Schutz­dienst­pflicht zu ver­nich­ten.5
5Das BABS und die Kan­to­ne sind be­rech­tigt, die AHV-Ver­si­cher­ten­num­mer zur Wahr­neh­mung ih­rer Kon­trol­l­auf­ga­ben sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.7
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 3. Okt. 2008 über die mi­li­tä­ri­schen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me, in Kraft seit 1. Jan. 2010 (AS 2009 6617; BBl 2008 3213).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013 (AS 2015 187; BBl 2013 2105). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
6 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 7 des BG vom 18. März 2016, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4277; BBl 2014 6955).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 17. Ju­ni 2011 (AS 2011 5891; BBl 2010 6055). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 27. Sept. 2013, in Kraft seit 1. Fe­br. 2015 (AS 2015 187; BBl 2013 2105).
Art. 73 Bekanntgabe von Daten
1Die kon­troll­füh­ren­den Stel­len der Kan­to­ne ge­ben dem BABS die Da­ten über Schutz­dienst­pflich­ti­ge wei­ter, so­weit sie zur Er­fül­lung von Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz be­nö­tigt wer­den.
2Sie ge­ben zu­dem die Da­ten der Mi­li­tär­ver­si­che­rung1 wei­ter, wel­che die­se für die Er­le­di­gung ih­rer Auf­ga­ben nach dem MVG2 be­nö­tigt.
2bisDas BABS kann den für die Aus­bil­dung zu­stän­di­gen Stel­len der Kan­to­ne die Be­ur­tei­lun­gen des Ka­der- oder Spe­zia­lis­ten­po­ten­zi­als der an Aus­bil­dun­gen des Bun­des teil­neh­men­den Per­so­nen zur Ver­fü­gung stel­len.3
3Es kann den zu­stän­di­gen Stel­len des Bun­des und den für den Zi­vil­schutz zu­stän­di­gen Stel­len der Kan­to­ne die Da­ten des Zen­tra­len Zi­vil­schutz-In­for­ma­ti­ons­sys­tems be­kannt ge­ben oder durch ein Ab­ruf­ver­fah­ren zu­gäng­lich ma­chen.4
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. II Abs. 1 Bst. c des BG vom 18. März 2005 über die Über­tra­gung der Füh­rung der Mi­li­tär­ver­si­che­rung an die SU­VA, in Kraft seit 1. Ju­li 2005 (AS 2005 2881; BBl 2004 2851).
3. Kapitel: Gewerbliche Leistungen
1Das BABS kann Drit­ten ge­werb­li­che Leis­tun­gen er­brin­gen, wenn die­se Leis­tun­gen:
mit den Haupt­auf­ga­ben der Stel­le in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang ste­hen;
2Ge­werb­li­che Leis­tun­gen sind auf der Grund­la­ge ei­ner Kos­ten- und Leis­tungs­rech­nung zu min­des­tens kos­ten­de­cken­den Prei­sen zu er­brin­gen. Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Ver­tei­di­gung, Be­völ­ke­rungs­schutz und Sport kann für be­stimm­te Leis­tun­gen Aus­nah­men vor­se­hen, wenn da­durch die Pri­vat­wirt­schaft in kei­ner Wei­se kon­kur­ren­ziert wird.
Der Bun­des­rat übt die Auf­sicht aus.
Art. 75 Ausführungsbestimmungen
2Er kann dem BABS Recht­set­zungs­kom­pe­ten­zen über­tra­gen.
3Der Voll­zug ist im Üb­ri­gen Auf­ga­be der Kan­to­ne.
Art. 75a Übertragung von Vollzugsaufgaben
Der Bund kann im Rah­men sei­ner Zu­stän­dig­kei­ten Drit­te für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes bei­zie­hen und ih­nen Voll­zugs­auf­ga­ben über­tra­gen.
Fol­gen­de Er­las­se wer­den auf­ge­ho­ben:
Bun­des­ge­setz vom 17. Ju­ni 19941 über den Zi­vil­schutz;
Bun­des­ge­setz vom 4. Ok­to­ber 19632 über bau­li­che Mass­nah­men im Zi­vil­schutz.
1 [AS 1994 2626, 1995 1227 An­hang Ziff. 9, 1996 1445 An­hang Ziff. 14]
2 [AS 1964 487, 1978 50 Ziff. II, 1980 1786, 1985 1649 Ziff. II, 1994 2667]
KAG Federal

References: Art. 3

Art. 5

Art. 6

Art. 7

Art. 9

Art. 10

Art. 11

Art. 12

Art. 12

Art. 13

Art. 14

Art. 15

Art. 16

Art. 17

Art. 18

Art. 20

Art. 22

Art. 23

Art. 24

Art. 25

Art. 26

Art. 27

Art. 27

Art. 28

Art. 29

Art. 30

Art. 31

Art. 32

Art. 34

Art. 35

Art. 36

Art. 37

Art. 38

Art. 39

Art. 40

Art. 41

Art. 43

Art. 43

Art. 43
 Art. 23

Art. 47

Art. 48

Art. 49

Art. 50

Art. 52

Art. 53

Art. 55

Art. 56

Art. 57

Art. 58

Art. 58

Art. 60

Art. 61

Art. 62

Art. 63

Art. 64

Art. 65

Art. 66

Art. 66

Art. 66

Art. 67

Art. 67

Art. 68

Art. 69

Art. 70

Art. 72

Art. 73

Art. 75

Art. 75