Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20ZR%2083/07
Timestamp: 2018-10-20 22:28:50+00:00

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BGH, 27.06.2008 - V ZR 83/07 - dejure.org
BGB §§ 267, 362
Erfüllung einer Kaufpreisschuld in einem sog. Dreiecksverhältnis; Erfüllung der Kaufpreisschuld eines Käufers durch die finanzierende Bank durch Zahlung an den Verkäufer unter Abgabe einer eigenen Tilgungsbestimmung als Dritter oder als Hilfsperson des Käufers unter Übermittlung der Tilgungsbestimmung des Käufers; Fehlen einer wirksamen Tilgungsbestimmung des Käufers bei Nichtigkeit des Darlehensvertrages; Verletzung von Aufklärungspflichten durch eine Bank bei Kenntnis von der sittenwidrigen Überhöhung eines Kaufpreises
Erfüllung der Kaufpreisschuld durch die finanzierende Bank nur bei entsprechender Tilgungsbestimmung
BGB §§ 362, 267, 433
Bei Nichtigkeit des Darlehensvertrages i.d.R. keine wirksame Tilgungsbestimmung für Zahlung der finanzierenden Bank an den Verkäufer
Tilgungsbestimmung durch Dritten; Nichtigkeit des Darlehensvertrages und Tilgungsbestimmung
Zur Notwendigkeit einer wirksamen Tilgungsbestimmung, wenn die finanzierende Bank die Kaufpreisschuld des Käufers erfüllen will
Voraussetzungen der Erfüllungswirkung (§ 362 BGB) bei Drittleistungen (§ 267 BGB); Erfordernis einer Tilgungsbestimmung
BGB § 267 § 362
Erfüllung der Kaufpreisschuld des Käufers durch die finanzierende Bank; Wirksamkeit einer Tilgungsbestimmung
Wirksame Tilgungsbestimmung des Käufers?
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BGB §§ 362, 267
Anweisung; Tilgungsbestimmung; Darlehensvertrag
Die Erfüllung fremder Schulden setzt eigene oder überbrachte Tilgungsbestimmung voraus
Zusammenfassung von "Der unwirksame Darlehensvertrag - Gefahr für den Verkäufer bei Kaufpreisabwicklung mittels Finanzierungsvollmacht?" von Notar Prof. Dr. Christopher Keim, original erschienen in: DNotZ 2009, 245 - 251.
LG Mannheim, 28.02.2006 - 3 O 479/04
OLG Karlsruhe, 08.05.2007 - 17 U 126/06
ZIP 2008, 1911
MDR 2008, 1086
DNotZ 2008, 923
WM 2008, 1703
Ein vereinbarter Vorbehalt der Rückforderung - hier in Gestalt erfolgreicher Inanspruchnahme des PayPal-Käuferschutzes - stünde der Erfüllungswirkung schon von Anfang an entgegen, weil diese nicht nur vorläufig eintreten kann (BGH, Urteil vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703 Rn. 26;… MünchKommBGB/Fetzer, aaO Rn. 25a; Hadding, WM 2014, 97 f.; jeweils mwN), sondern regelmäßig als objektive Folge der Leistungsbewirkung (Theorie der realen Leistungsbewirkung), ohne dass es weiterer Umstände bedarf (…vgl. BGH, Urteile vom 21. April 2015 - XI ZR 234/14, BGHZ 205, 90 Rn. 13;… vom 21. November 2013 - IX ZR 52/13, NJW 2014, 547 Rn. 21;… vom 20. Juli 2010 - XI ZR 236/07, aaO Rn. 25).
Das Bewirken der geschuldeten Leistung besteht in der Herbeiführung des Leistungserfolges (BGHZ 179, 298, Tz. 5; BGH, Urteile vom 28. Oktober 1998 - VIII ZR 157/97, WM 1999, 11 und vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703, Tz. 26, jeweils m.w.N.).
Bei einer Geldschuld wird dieser Erfolg - mangels anderer Vereinbarung - nur dann erzielt, wenn der Gläubiger den Geldbetrag, den er beanspruchen kann, endgültig zur freien Verfügung erhält; darf er den Betrag nicht behalten, tritt der Leistungserfolg nicht ein (BGH, Urteil vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703, Tz. 26 m.w.N.).
Da die Kontoinhaberin nach dem Widerruf der Kontovollmacht des Beklagten zu diesem Zeitpunkt wieder die alleinige Verfügungsbefugnis über das Girokonto hatte, hat sie den Geldbetrag bereits mit der zu ihren Gunsten erfolgten vorbehaltlosen Gutschrift zur freien Verfügung erlangt, so dass damit gemäß § 362 Abs. 1 BGB Erfüllung eintrat (vgl. Senatsbeschluss vom 23. Januar 1996 - XI ZR 75/95, WM 1996, 438 f.; BGH, Urteile vom 28. Oktober 1998 - VIII ZR 157/97, WM 1999, 11 f. und vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703 Rn. 26).
Dies ist insbesondere der Fall, wenn eine verwerfliche Gesinnung des Begünstigten hervorgetreten ist (Senat, Urteile vom 19. Januar 2001 V ZR 437/99, BGHZ 146, 298, 301 ff.; vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703 Rn. 15;… vom 25. Februar 2011 - V ZR 208/09, NJW-RR 2011, 880 Rn. 13).
Da eine höchstpersönliche Leistungspflicht der Darlehensschuldner nicht bestand und die Kläger mit dem erklärten Willen gehandelt haben, die fremde Schuld zu tilgen (vgl. hierzu etwa BGH Urteil vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07 - WM 2008, 1703 Rn. 28;…MünchKomm-BGB/Krüger 5. Aufl. § 267 Rn. 11;… Palandt/Grüneberg BGB 71. Aufl. § 267 Rn. 3), sind die Beklagte und ihr Ehemann in Höhe der Zahlungen von der Darlehensverbindlichkeit befreit worden.
Bedient sich der Schuldner zur Begleichung seiner Verbindlichkeit allerdings eines Zahlungsmittlers, hängt die Erfüllung mit Rücksicht auf die in dem Dreiecksverhältnis stattfindende Drittzahlung ausnahmsweise von der konstitutiven Wirksamkeitsvoraussetzung ab, dass der Schuldner eine entsprechende Tilgungsbestimmung über seinen Zahlungsmittler als Boten oder Vertreter gegenüber seinem Gläubiger verlautbart (vgl. BGH, Urteil vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703 Rn. 28;… Remmerbach, aaO S. 48 f;… MünchKomm-BGB/Fetzer, 6. Aufl., § 362 Rn. 10, 11;… Bamberger/Roth/Dennhardt, BGB, 3. Aufl., § 362 Rn. 12;… weitergehend MünchKomm-BGB/Schwab, 6. Aufl., § 812 Rn. 47 ff).
Ein Vollmachtsmissbrauch kann in diesem Zusammenhang nur dann vorliegen, wenn die Vereinbarung und Finanzierung einer solchen Provision von dem Geschäftsbesorgungsvertrag und dem mit diesem Vertrag umzusetzenden Investitionskonzept zum Nachteil des Kapitalanlegers - hier des Beklagten - abweicht (vgl. dazu BGH, Urteil vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703 Rn. 13).
Dies kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn die Innenprovision zu einer so wesentlichen Verschiebung der Relation zwischen Kaufpreis und Verkehrswert beiträgt, dass das Kreditinstitut - anders als im vorliegenden Fall - von einer sittenwidrigen Übervorteilung des Käufers durch den Verkäufer ausgehen muss oder wenn die Bank positive Kenntnis von unrichtigen Angaben hierzu hat (st.Rspr., vgl. etwa BGH, Senatsurteile vom 23. März 2004 - XI ZR 194/02, WM 2004, 1221, 1225, vom 15. März 2005 - XI ZR 135/04, WM 2005, 828, 830, vom 10. Juli 2007 - XI ZR 243/05, WM 2007, 1831, 1832 Tz. 15, vom 23. Oktober 2007 - XI ZR 167/05, WM 2008, 154, 156 Tz. 16 und Urteil vom 27. Juni 2008 - V ZR 83/07, WM 2008, 1703, 1707 Tz. 40 f., jeweils m.w.Nachw.).
Neues zur Haftung eines Kommanditisten
Die Klägerin handelte insofern als deren Hilfsperson unter (gebündelter) Übermittlung von deren Tilgungsbestimmungen gemäß § 362 I BGB und nicht als Dritte i.S. des § 267 I 1 BGB (zur Abgrenzung siehe BGH 27.6.2008 - V ZR 83/07, ZIP 2008, 1911, unter II.4.b.).
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References: § 267
 § 362
 § 362
 BGH 
 § 267
 § 267
 § 362
 § 362
 § 812
 § 362
 § 267
 BGH