Source: http://www.schlumpfs-welt.de/finder-und-finderlohn/
Timestamp: 2017-06-22 20:36:08+00:00

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Finder und Finderlohn auf Schlumpf's Welt
Selbst ein juristischer Laie wird sich vorstellen können, dass es in Deutschland für das Auffinden von fremden Sachen gesetzliche Bestimmungen gibt. Dass sich jedoch im Bürgerlichen Gesetzbuch allein zwanzig Paragraphen mit dem Fund und den sich daraus ergebenen Folgen befasst, dürfte den meisten Nicht-Juristen neu sein.
Auch der Inhalt dieser zivilrechtlichen Vorschriften dürfte viele an dieser Stelle überraschen. Die Aussage nämlich
Wenn man etwas findet, darf man es behalten oder bekommt zumindest Finderlohn….
stimmt so nicht. Richtig ist, dass dem Finder nach § 971 BGB Finderlohn zusteht. Bis zu 500 € erhält man 5 % vom Wert der Fundsache. Ist die Sache mehr Wert, erhält man vom Mehrwert noch zusätzlich 3 % – also bei einer Sache im Wert von 750 € würde man 32,50 € Finderlohn erhalten ( 5 % von 500 € = 25 € plus 3 % von 250 € = 7,50 €). Bei Tiere beträgt der Finderlohn generell 3 % des Wertes. Wie das in der Rechtswelt jedoch so üblich ist, gilt dies nicht ausnahmslos. Wenn man nämlich etwas in einer öffentlichen Behörde (z.B. dem Rathaus) oder einem öffentlichen Verkehrsmittel (die Regionalexpresse der Deutschen Bahn AG beispielsweise), muss die Fundsache erst einmal einen Wert von mehr als 50 € haben, bevor der Finder überhaupt Anspruch auf Finderlohn hat. Darüber hinaus erhält man nur die Hälfte des normalen Finderlohns. Geregelt ist der Fund in öffentlichen Behörden und Verkehrsmitteln in § 978 BGB.
Damit wäre das Thema Finderlohn geklärt. Bleibt noch die Frage nach dem Behalten dürfen von Fundsachen.
Nach § 965 BGB ist jeder Finder einen Fund dem Eigentümer der Sache (oder einem sonstigen Empfangsberechtigten) anzuzeigen. Da dies im Normalerweise dürfte sich dies aber als sehr schwierig bis unmöglich erweisen. Für diesen Fall hat sich der Gesetzgeber den Absatz 2 von § 965 BGB ersonnen. Ist der Eigentümer durch den Finder nicht zu ermitteln, so ist der Finder verpflichtet ab einem Wert von 10 € den Fund bei der zuständigen Behörde anzuzeigen. Im Zweifelsfall dürfte die örtliche Polizei einem da weiterhelfen können.
Meldet sich der Eigentümer dann, so händigt ihm die Behörde – falls der Finder dies angemeldet hat erst nach Zahlung des Finderlohns – die Fundsache aus. Erst wenn nach der Anzeige des Fundes (oder bei Sachen unter einem Wert von 10 € ab Fund) der Eigentümer sechs Monate lang nicht bekannt geworden ist bzw. sich gemeldet hat, wird der Finder nach § 973 BGB Eigentümer der Fundsache.
Zwei Bemerkungen noch am Rande :
als Finder darf man eine Fundsache nicht einfach wegwerfen. Nach § 966 BGB ist man zur Aufbewahrung verpflichtet (für verderbliche Sachen gilt dann Absatz 2) und
wer einfach eine Fundsache behält und den Fund nicht anmeldet, macht sich strafbar und zwar nach § 246 StGB wegen Unterschlagung.
Geschrieben in Jura-Schlumpf| Tags: Anzeigepflicht, Eigentumserwerb, Finder, Finderlohn, Fund, Fundsache, Unterschlagung | Kommentare aus

References: § 971
 § 978
 § 965
 § 965
 § 973
 § 966
 § 246