Source: http://flugrechte.eu/9366/flugzeit%C3%A4nderung-durch-airberlin
Timestamp: 2018-12-13 02:41:16+00:00

Document:
Flugzeitänderung durch AirBerlin - FLUGGASTRECHTE
Hatte schon im Dezember gebucht AB 6880 10:20 23.07. DUS-Sylt und 30.07. AB 6885 21:45 Sylt-DUS
AB hat folgende Änderung vorgenommen:
Hinflug jetzt AB 6884 18:25 Abflug ab DUS (die 6880 ist gestrichen, es gibt aber noch 6882 um 11:25)
Rückflug jetzt AB 6883 13:15 ab Sylt (obwohl 6885 mit Ablug um 20:10 noch besteht)
Ist das so rechtens? Uns gehen durch den neuen Abflug am Abend, statt morgens, und den Abflug mittags, statt abends) fast 2 ganze Urlaubstage verloren, wenn man bedenkt, daß wir für den Rückflug ja schon um 11:30 Uhr am Flufhafen sein müssen!
Gefragt 6, Jun 2017 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
wieder getaggt 6, Jun 2017 von admin
Du hast Flüge mit Airberlin von Düsseldorf nach Sylt und wieder zurück gebucht. Leider wurden deine Flüge verändert. Dein ursprünglicher Flug wurde gestrichen, und du fliegst nun unter einer anderen Flugnummer anstatt um 10:20 um 18:25. Auch dein Rückflug wurde verändert, so fliegst du nun nicht um 21:45, sondern um 13:15 zurück.
Du fragst dich, ob das so in Ordnung ist.
Ich denke für dich an Ansprüche aus der EU-Fluggastrechteverordnung. Bei Flugannulierungen können sich Ansprüche aus Artikel 5 EU-VO ergeben:
Blicken wir dazu noch einmal genauer auf deine Flugveränderungen. Du schreibst, dass dein Hinflug unter der betreffenden Rufnummer auf jeden Fall nicht mehr existiert, und das auch dein Rückflug verändert wurde, obwohl die Flugnummer noch besteht.
Keiner deiner beiden Flüge soll noch so durchgeführt werden wie geplant. Außerdem:
BGH, Urteil vom 17. März 2015, X ZR 34/14 (ganz einfach zu finden, wenn Du bei Google eingibst: " BGH X ZR 34/14 reise-recht-wiki.de")
Auch zeitliche Verschiebungen nach hinten können Annullierungen sein. Außerdem kann bereits bei einer Verschiebung von etwa 4 Stunden über eine Annullierung nachgedacht werden. Ich persönlich würde deshalb eine Annullierung annehmen.
Dann können Ansprüche für dich aus Artikel 7 und 8 EU-VO interessant sein denke ich.
Du meldest dich hier Anfang Juni, deine Flüge waren Ende Juli geplant. Nach Artikel 5, siehe oben, entfallen Ansprüche aus Artikel 7, wenn du früh genug informiert wurdest - und früh genug meint, mehr als 2 Wochen im Voraus. Bei dir würde ich das annehmen, und deshalb davon ausgehen, dass Artikel 7 leider nicht in Frage kommt.
Aber es bleibt Artikel 8 EU-VO:
Du schreibst, dass du mit den Verschiebungen nicht zufrieden bist. Nach Artikel 8 EU-VO kannst du bei einer Annullierung, Artikel 5 EU-VO, zwei Dinge tun: deine Flugscheinkosten erstatten lassen, oder nach Möglichkeiten der Umbuchung fragen.
So auch der BGH zu den Möglichkeiten aus Artikel 8 EU-VO:
Und falls diese Umbuchung nicht möglich sind kannst du nach wie vor eine Erstattung in Betracht ziehen:
Ich persönlich meine also, dass Airberlin sich rechts verhält - es kann immer mal zu Flugverschiebungen kommen. Aber eben auch, dass du dem nicht ohne Möglichkeiten "ausgeliefert" bist.
Ich persönlich meine also, dass Airberlin sich rechts verhält - es kann immer mal zu Flugverschiebungen kommen.
Uff, Expo, so nachsichtig, mitfühlend und großzügig müssen Fluggäste gegenüber großen Luftfahrtunternehmen nicht sein ;-)
Sie haben einen Flug von Düsseldorf nach Sylt gebucht. Nun wurden Sie darüber unterrichtet, dass sich die Flugzeiten geändert haben. Sie fliegen nun unter einer anderen Flugnummer anstatt um 10:20 um 18:25. Auch Ihr Rückflug wurde verändert, so fliegen Sie nun nicht um 21:45, sondern um 13:15 zurück.
Bezüglich Ihre Hinfluges, welcher nun eine neue Flugnummer hat, ist unzweifelhaft von einer Annullierung auszugehen.
Fraglich ist, ob auch hinsichtlich Ihres Rückfluges von einer Annullierung auszugehen ist. Dieser wurde um ca 8 Stunden vorverlegt.
In Ihrem Fall wurde der FLug aber nur um 8 Stunden vorverlegt, hinsichtlich Ihres Rückfluges ist also wahrscheinlich nicht von einer Annullierung auszugehen.
Ansprüche ergeben sich aber auf jeden Fall hinsichtlich des Hinfluges. Ein Blick auf Art.5 der VO zeigt, dass sich verschiedene Ansprüche aus Art. 7 und 8 und 9 der Verordnung ergeben.
Sie könnte zunächst einen Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus Art. 7 I EG VO 261/2004 geltend machen. Wie hoch diese ausfallen, ist abhängig von der jeweiligen Flugstrecke:
Dieser Anspruch entfällt allerdings, wenn Sie rechtzeitig vor der Reise über diese Annullierung informiert wurden. Rechtzeitig bedeutet gem. Artikel 5 Absatz 1 c) mindestens 14 Tage vor Abflug. Diese Frist wurde in Ihrem Fall eingehalten. Sie haben daher meines Erachtens keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen.
Beantwortet 28, Jun 2017 von Stevie (15,180 Punkte)
Bearbeitet 27, Jun 2017 von Stevie
"Wird ein Flug erheblich nach vorne verlegt, so wird dies wie die Annullierung des Fluges behandelt. Als erheblich gilt dabei in jedem Fall eine Vorverlegung ab 10 Stunden."
NEIN. Ab 60 Minuten Flugänderung beginnt die wesentliche Leistungsänderung. Das Zauberwort der rechtlichen Bewertung lautet: ZUMUTBARKEIT. Flugänderungen über mehrere Stunden sind grundsätzlich unzumutbar!
Sie können jedoch Ansprüche aus Artikel 8 geltend machen.
Art.8 der VO:
Sie können also wählen, ob Sie sich die Flugscheinkosten erstatten lassen wollen, oder nach Möglichkeiten der Umbuchung fragen wollen.
Falls Sie stornieren wollen, beachten Sie, dass die Fluggesellschaft dafür keine Gebühren erheben darf.

References: BGH 
 BGH 
 Art.5
 Art. 7
 Art. 7

Art.8