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Timestamp: 2018-09-24 05:34:09+00:00

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So erstellen Sie Ihre Bilanz – in zwei Teilen! Teil 1: Aufbau Aktiva | quayou Magazin
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quayou Redaktion05.10.2017Kommentare deaktiviert für So erstellen Sie Ihre Bilanz – in zwei Teilen! Teil 1: Aufbau Aktiva01789
Die Bilanz erstellen ist wie Fahrrad fahren! Beim ersten Mal ist es vielleicht noch etwas wackelig, beherrscht man es aber erst einmal, verlernt man es nie wieder.
Und es macht Spaß! Denn so wie Sie Fahrrad fahren mobil macht, gibt Ihnen das Erstellen der Bilanz Kontrolle über Ihr Unternehmen. Welche weiteren Argumente dafür sprechen, dass Sie die Bilanz selbst erstellen, erfahren Sie in dem Artikel „Bilanz selbst erstellen: Geben Sie Ihre Finanzen nicht aus der Hand!“.
Wir werden Sie hier nun Schritt für Schritt begleiten, wenn Sie das erste Mal die Bilanz erstellen – wir bieten Ihnen sozusagen Stützräder für Ihre erste Fahrt. Wichtig ist dabei vor allem, dass Sie den Aufbau kennen und die einzelnen Positionen der Bilanz verstehen. Im Anschluss können Sie die jeweiligen Werte für Ihr Unternehmen ermitteln.
So haben Sie die Bilanz im Nu erstellt und profitieren von den aufschlussreichen Zahlen. Anschließend können Sie auch ohne Stützräder Ihre ersten Touren wagen.
Beachten Sie vor dem Start
Die Bilanz ist in eine Aktivseite (die Aktiva) und eine Passivseite (die Passiva) aufgeteilt. In diesem Workshop beschäftigen wir uns nur mit der Aktivseite. Um auch die Passivseite erstellen zu können, lesen Sie im Anschluss einfach den Workshop „So erstellen Sie Ihre Bilanz – in zwei Teilen! Teil 2: Aufbau Passiva“.
Eine wichtige Voraussetzung, um die Bilanz zu erstellen, ist eine gute Buchführung. Zu diesem Thema finden Sie bei uns demnächst auch eine eigene Anleitung. Die Buchführung ist in unserer Metapher Ihr Fahrrad. Je besser Sie es pflegen, desto angenehmer die Radtour!
Die Bilanz ist die wertmäßige Gegenüberstellung von Vermögen einerseits (auf der Soll-Seite, also die linke Seite in der Bilanz) sowie Eigenkapital (Reinvermögen) und Schulden andererseits (auf der Haben-Seite, also die rechte Seite in der Bilanz).
Der Begriff stammt vom italienischen ‚bilancia‘ und bedeutet die Waage, denn beide Seiten einer Bilanz müssen immer gleich hoch sein.
Die Bilanz ist eine Auf- und Gegenüberstellung von Mittelherkunft und Mittelverwendung eines Unternehmens. Wie auf einer Waage müssen sich Mittelherkunft und Mittelverwendung ausgleichen, d. h. die Mittel, die von Eigen- und Fremdkapitalgebern aufgebracht werden (Haben-Seite), müssen im Betrieb verwendet werden (Soll-Seite).
Darstellung in Kontenform
Üblicherweise erfolgt die Darstellung der Bilanz in Kontenform, wobei auf der Aktivseite Vermögenswerte und auf der Passivseite die Schulden und das Eigenkapital ausgewiesen werden.
Diese Aufstellung hat in einem klaren und übersichtlichen Aufbau unter Einhaltung der Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung zu erfolgen.
Teil des externen Rechnungswesens
Die Bilanzierung ist Teil des externen Rechnungswesens, das ein möglichst zutreffendes Bild der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens nach außen geben soll. Informationsadressaten sind externe Personen wie Banken, Lieferanten, Finanzbehörden, Investoren und auch Konkurrenten.
Dadurch unterscheidet sie sich wesentlich von Instrumenten des internen Rechnungswesens wie der Kosten- und Investitionsrechnung, deren Aussagen nach innen, also für im Unternehmen operativ tätige Personen und Entscheidungsträger, relevant sind.
Häufigkeit der Bilanzerstellung
Das externe Rechnungswesen (Buchhaltung) weist im Unterschied zum internen Rechnungswesen (Kostenrechnung) einen geregelten zeitlichen Bezugsrahmen auf. Die Bilanzerstellung erfolgt üblicherweise einmal jährlich.
Abweichend davon erstellen gut organisierte Unternehmen unterjährig Quartals- oder Monatsabschlüsse sowie – abhängig vom Zweck – Sonderbilanzen, wie z. B. Fusions- oder Sanierungsbilanzen.
Aufbau der Aktiva
Gemäß § 266 HGB ist die Bilanz in Kontoform aufzustellen. Die Aktivseite soll dabei den folgenden Aufbau haben:
1. Forderungen und Lieferungen aus Leistungen
Pflichten nach Rechtsform
Dabei haben mittelgroße und große Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 2 und 3) auf der Aktivseite die bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge auszuweisen.
Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1) brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen, in die nur die mit Buchstaben und römischen Zahlen bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen werden.
Kleinstkapitalgesellschaften (§ 267a) brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen, in die nur die mit Buchstaben bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen werden.
Beachten Sie beim Aufstellen der Bilanz also die Rechtsform Ihres Unternehmens.
Unternehmen in anderen Rechtsformen als Aktiengesellschaften verwenden in der Regel ebenfalls diese Bilanzstruktur.
Im Folgenden lernen Sie die Aktivseite der Bilanz kennen, indem alle in § 266 Abs. 2 HGB definierten und auszuweisenden Positionen beschrieben und erläutert werden. Ermitteln Sie parallel Ihre eigenen Werte zu jeder Position und halten Sie diese in einer Tabelle (z. B. in Excel) fest.
Die Aktivseite strukturieren
Auf der Aktivseite der Bilanz werden grundsätzlich die Vermögensgegenstände ausgewiesen. Was unter einem Vermögensgegenstand zu verstehen ist, wird im Gesetz nicht explizit definiert.
Nach Rechtsprechung und unternehmerischer Gepflogenheit müssen aber folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Ein Vermögensgegenstand muss einen wirtschaftlichen Wert aufweisen, selbstständig bewertbar und selbstständig verkehrsfähig sein.
Beispiele dafür sind körperliche und unkörperliche Sachen und Rechte wie Maschinen, Gebäude, erworbene Rechte und Software.
Die Vermögensgegenstände werden in Anlagevermögen und Umlaufvermögen unterschieden. Das Kriterium für die Einordnung eines Vermögensgegenstandes in Anlage- oder Umlaufvermögen ist der Zeitraum der Nutzung im Unternehmen.
Sofern ein Gegenstand dauernd (i. d. R. über ein Jahr) dem Geschäftsbetrieb des Unternehmens dient, ist er dem Anlagevermögen zuzuordnen. Gegenstände, die zur Veräußerung bestimmt sind, stellen Umlaufvermögen dar.
Für Zwecke der Abschreibungsermittlung wird das Anlagevermögen weiter in abnutzbares und nicht abnutzbares Anlagevermögen unterschieden.
Während sich der Wert des abnutzbaren Anlagevermögens durch (Ab-)Nutzung bzw. Zeitablauf mindert, ist dies beim nicht abnutzbaren Anlagevermögen nicht der Fall.
Beispiele für abnutzbares Anlagevermögen sind Gebäude und sonstige Bauten, Betriebs- und Geschäftsausstattung oder befristet eingeräumte Rechte. Beispiele für nicht abnutzbares Anlagevermögen sind Grundstücke, Finanzanlagevermögen oder unbefristet eingeräumte Rechte.
Beginnen Sie nun mit der Erfassung der einzelnen Bilanzpositionen unter Beachtung des vorgegebenen Aufbaus:
Die generelle Unterscheidung, ob es sich im Anlagevermögen um immaterielle Vermögensgegenstände wie z. B. Patente, Sachanlagen wie z. B. Maschinen oder Finanzanlagen wie z. B. Beteiligungen handelt, erfolgt nach der körperlichen Greifbarkeit des Gegenstands.
Immaterielles Vermögen und Finanzanlagevermögen sind körperlich nicht greifbar. Darunter fallen beispielsweise erworbene Rechte, Rezepturen, Software und Servitute (Nutzungsrechte an einer fremden Sache).
Das Finanzanlagevermögen umfasst sämtliche Anteile an anderen Unternehmen, unabhängig davon, ob diese verbrieft sind (z. B. Aktien) oder nicht (z. B. Anteile an Personengesellschaften).
Der Begriff des immateriellen Anlagenguts ist gesetzlich nicht definiert. In der Regel werden darunter aber all jene Vermögensgegenstände verstanden, die körperlich nicht fassbar und dazu bestimmt sind, dem Geschäftsbetrieb dauernd zu dienen.
Immaterielles Anlagevermögen darf nur dann in der Bilanz ausgewiesen werden, wenn es entgeltlich erworben wurde. Bei der Zugangsbewertung sind die Anschaffungskosten der relevante Wertmaßstab. Der Ansatz von Herstellungskosten kommt aufgrund des Bilanzierungsverbotes nicht in Betracht.
Bei den meisten immateriellen Gegenständen des Anlagevermögens handelt es sich um zeitlich begrenzte Rechte. Dieses abnutzbare Anlagevermögen unterliegt im Rahmen der Folgebewertung der planmäßigen Abschreibung über die Nutzungsdauer.
Im Einzelnen werden die immateriellen Vermögensgegenstände unterschieden in:
Dies sind z. B. Patente, Muster oder Gebrauchsmuster.
Dies sind z. B. Konzessionen oder Lizenzen.
Dies ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis für das ganze Unternehmen oder einem Unternehmensanteil und dem entsprechenden Eigenkapital (entspricht dem Reinvermögen).
Geleistete Anzahlungen kreieren den Anspruch an den Geschäftspartner, eine vereinbarte Leistung zu erbringen.
Als Sachanlagen werden sämtliche Vermögensgegenstände ausgewiesen, die körperlich greifbar sind, sowie geleistete Anzahlungen und grundstücksgleiche Rechte. Bei diesem dauernd dem Geschäftsbetrieb dienenden Vermögen kann es sich sowohl um bewegliche, unbewegliche, abnutzbare als auch um nicht abnutzbare Gegenstände handeln.
Bei der Zugangsbewertung sind die Gegenstände des Sachanlagevermögens mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten anzusetzen.
Im Einzelnen werden als Sachanlagen folgende Positionen in der Bilanz ausgewiesen:
Dies umfasst z. B. Grund und Boden, Gebäude und Bauten auf fremden (z. B. gepachteten) Grund und Boden.
Dies sind vor allem Produktionsanlagen, Maschinen, Pkw, Lkw und Werkzeuge.
Dies sind vor allem Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie EDV.
Dies umfasst also Anzahlungen hinsichtlich künftig zu erwerbender Investitionsgüter und Anlagen, die sich noch im Erstellungsstadium befinden.
Finanzanlagen sind diejenigen Werte des Anlagevermögens in der Bilanz, die auf Dauer finanziellen Anlagezwecken (Ausleihungen und Wertpapiere) bzw. Unternehmensverbindungen (Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen sowie damit zusammenhängende Ausleihungen) dienen.
Als verbundene Unternehmen bezeichnet man Unternehmen ein und desselben Konzerns. Sie sind zwar juristisch selbstständig (siehe Unternehmensformen), jedoch wirtschaftlich miteinander verbunden.
Der deutsche Gesetzgeber hat den Begriff in § 15 Aktiengesetz wie folgt definiert: „Verbundene Unternehmen sind rechtlich selbständige Unternehmen, die im Verhältnis zueinander in Mehrheitsbesitz stehende Unternehmen und mit Mehrheit beteiligte Unternehmen (§ 16), abhängige und herrschende Unternehmen (§ 17), Konzernunternehmen (§ 18), wechselseitig beteiligte Unternehmen (§ 19) oder Vertragsteile eines Unternehmensvertrags (§ 291, § 292) sind.“
Ausleihungen sind ein Teil des Finanzanlagevermögens eines Unternehmens. Es handelt sich dabei z. B. um Darlehen, die (entsprechend der Definition des Anlagevermögens in § 247 Abs. 2 HGB) dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen – d. h. Darlehen mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr.
Beispiel: Die Konzernmutter M AG gewährt ihrer Tochtergesellschaft T GmbH am 1.1. ein verzinsliches Darlehen in Höhe von 10 Mio. Euro mit einer Laufzeit von 5 Jahren. Die M AG weist die 10 Mio. Euro also unter dem Bilanzposten „Ausleihungen an verbundene Unternehmen“ aus.
Unter Kapital- oder Unternehmensbeteiligung versteht man den Besitz von Kapitalanteilen an einem Unternehmen.
Dabei handelt es sich z. B. um Darlehen an Unternehmen, an denen das bilanzierende Unternehmen beteiligt ist.
Beteiligungen können in Form von Aktien, Anteilen an einer GmbH, Komplementär- und Kommanditeinlagen und Beteiligungen als stiller Gesellschafter vorliegen.
Das HGB unterscheidet in Abhängigkeit davon, an wen die Ausleihungen gewährt wurden (vgl. § 266 Abs. 2 A. III. HGB):
Ausleihungen an verbundene Unternehmen (d. h. an Konzernunternehmen),
Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht sowie
Die Bilanz macht hier also die Verflechtung mit anderen Unternehmen deutlich. Ausleihungen sind eher innerhalb des Konzernverbunds üblich und weniger an Dritte.
Umlaufvermögen ist unterteilt in Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, Wertpapiere, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten, Kassenbestand und Schecks.
Umlaufvermögen ist nicht dazu bestimmt, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen – vielmehr wird es aufgrund der Umsatztätigkeit laufend erneuert.
Die Gliederung erfolgt hinsichtlich der abnehmenden Liquidierbarkeit, d. h. Vorräte sind am wenigsten schnell zu Geld zu machen, Kassenbestand hingegen ist Bargeld.
Für die Bilanzierung der Vorräte ist die zentrale Frage die wertmäßige Beurteilung des Wareneinsatzes und des Warenbestandes. Der Wareneinsatz ist hierbei die Menge an Vorräten, die für die betriebliche Leistungserstellung im Abschlussjahr verbraucht wurde.
Damit eine wertmäßige Ermittlung dieses Verbrauchs erfolgen kann, muss vorerst eine mengenmäßige Ermittlung durchgeführt werden. Diese kann indirekt oder direkt erfolgen. Im zweiten Schritt erfolgt die Bewertung des Einsatzes und des Vorrats.
Bei den Vorräten werden in der Bilanz folgende Positionen unterschieden:
Die Gruppe der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe umfasst Vorräte, die unmittelbar in der Produktion verwendet werden. Eine nähere Unterscheidung hat hinsichtlich der Bewertungsfragen keine Relevanz.
Als Rohstoffe werden Grundstoffe bezeichnet, die in die Produktion eingehen und den Erzeugnissen wesentlichen Charakter verleihen (z. B. Holz, Metall, Keramik). Hilfsstoffe gehen ebenso in die Produktion ein, stellen aber keinen wesentlichen Bestandteil dar (z. B. Schrauben, Lacke, Kleber). In der Produktion verwendete, aber nicht unmittelbar eingehende Stoffe werden als Betriebsstoffe bezeichnet (z. B. Fette, Öle, Verbrauchsmaterial).
Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt grundsätzlich mit den Anschaffungskosten. Wird von der vereinfachenden Festwertbewertung Gebrauch gemacht, so wird der Festwert ebenfalls mit den Anschaffungskosten angesetzt.
In der Praxis kann jedoch ein Abschlag davon zweckmäßig sein, um Fehlmengen, Verluste und sonstige Abwertungen zu berücksichtigen.
Auch Halb- und Fertigfabrikate genannt. Es handelt sich um Produkte, für deren Bearbeitung oder Verarbeitung einem Unternehmen Kosten entstanden sind, die aber aus der Sicht der Unternehmung noch keine fertigen Erzeugnisse sind. Es handelt sich um be- oder verarbeitete Stoffe, deren Produktionsprozess noch nicht beendet ist.
In Arbeit befindliche Fertigungsaufträge stellen bis zur Abnahme durch den Kunden unfertige Erzeugnisse dar. Unfertige Bauten auf fremden Grund und Boden sind nach dem Grundsatz der wirtschaftlichen Betrachtungsweise als unfertige Erzeugnisse beim Hersteller zu bilanzieren, auch wenn sie juristisch (§§ 93, 946 BGB) Eigentum des Auftraggebers sind.
Stellt der Unternehmer ein neues Produkt her oder veredelt er ein bestehendes Produkt und ist es dann versandfertig, liegt ein fertiges Erzeugnis vor. Waren sind zugekaufte Vermögensgegenstände, die ohne wesentliche Bearbeitung zum Weiterverkauf (Handelsartikel und Zubehör) vorgesehen sind.
Geleistete Anzahlungen für nicht erbrachte Leistungen sind Zahlungen, die vom Kunden geleistet werden, bevor der Lieferant bzw. das Unternehmen die vereinbarte Leistung erbracht hat. Erst wenn die Leistung fertiggestellt oder die Lieferung erfolgt ist, werden diese Ausgaben zum Vermögen oder Aufwendungen gezählt.
Eine Anzahlung ist eine Teilvorauszahlung, während eine Vorauszahlung den gesamten Rechnungsbetrag betrifft.
Als Forderungen werden künftige Zahlungsansprüche des Unternehmens bilanziert. Die Zugangsbewertung der Forderungen erfolgt mit den Anschaffungskosten, die in der Regel dem Rechnungsbetrag entsprechen.
Aufgrund des handelsrechtlich strengen Niederstwertprinzips ist im Rahmen der Folgebewertung eine Abschreibung vorzunehmen, wenn sich im Zeitablauf herausstellt, dass der zur Zahlung Verpflichtete die Forderung nicht oder nur teilweise erfüllen wird.
Dazu ist im Rahmen der Bilanzierung jede einzelne Forderung hinsichtlich ihrer Werthaltigkeit zu prüfen. Diese Einschätzung hat der Unternehmer unter Bedacht auf das Vorsichtsprinzip vorzunehmen. Indizien für dubiose (zweifelhafte) Forderungen gegenüber dem Verpflichteten sind: mehrmaliges Mahnen ohne Erfolg, Einstellen der (Raten-)Zahlung, Liquiditätsprobleme, Ersuche um Zahlungsaufschub an Lieferanten oder Eröffnung eines Sanierungs- oder Insolvenzverfahrens.
Die Höhe der dadurch notwendigen Einzelwertberichtigung liegt in der Praxis zwischen 10 Prozent (Vorliegen erster Indizien) und 100 Prozent (Eröffnung des Konkursverfahrens). Eine etwaige enthaltene Umsatzsteuer darf erst im Falle des tatsächlichen Forderungsausfalls vom Finanzamt zurückgefordert werden.
Unternehmensrechtlich kann das Ausfallsrisiko auch im Rahmen der Pauschalwertberichtigung berücksichtigt werden. Dabei werden Erfahrungswerte des Unternehmers aus der Vergangenheit oder aufgrund einer allgemeinen Konjunkturschwäche auf den Gesamtbestand der Forderungen angewendet.
Als Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden in der Bilanz die folgenden Positionen unterschieden:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind die aus Lieferungen (z. B. bei einem Versandunternehmen) oder Dienstleistungen (z. B. bei einer Reinigungsfirma) entstehenden Forderungen gegenüber Kunden; kurz: die offenen Rechnungen.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen dadurch, dass den Kunden i. d. R. ein Zahlungsziel (d. h. eine Zahlungsfrist) eingeräumt wird — bei Barverkäufen entstehen keine Forderungen.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben Vorrang vor dem Ausweis von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen; d. h., eine offene Rechnung für eine Lieferung an ein verbundenes Unternehmen wird hierunter ausgewiesen.
Ein Beispiel: Die Tochter GmbH liefert am 23. Dezember Waren im Wert von (brutto) 19.000 Euro an die Mutter AG, die Muttergesellschaft des Konzerns. Ist die Rechnung bis zum 31. Dezember noch nicht bezahlt, weist die Tochter GmbH in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 19.000 Euro Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus. Grund für den separaten Ausweis ist, dass die Konzernverflechtungen aufgezeigt werden und damit das Risiko der Forderungen besser eingeschätzt werden kann.
Der Posten umfasst sowohl Forderungen an Unternehmen, an denen das bilanzierende Unternehmen beteiligt ist, als auch Forderungen an solche Unternehmen, die an dem bilanzierenden Unternehmen beteiligt sind.
Handelt es sich um verbundene Unternehmen, so ist der Ausweis als Forderungen gegen verbundene Unternehmen vorrangig. Häufig wird es sich um Minderheitsbeteiligungen handeln. Die Ausführungen zu den Forderungen gegen verbundene Unternehmen gelten hier entsprechend.
Bei den sonstigen Vermögensgegenständen handelt es sich um einen Sammelposten für alle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, die sich keinem anderen Posten zuordnen lassen.
Soweit keinem anderen Posten zuordenbar, werden hier z. B. ausgewiesen: Steuererstattungsansprüche, Ansprüche auf Boni und Warenrückvergütungen, kurzfristige Ansprüche an die Belegschaft und die Organe des bilanzierenden Unternehmens, Zinsansprüche oder Rückkaufwerte von Rückdeckungsversicherungen.
Zu den sonstigen Vermögensgegenständen gehören normalerweise auch bilanzierungsfähige Ansprüche, die rechtlich erst nach dem Abschlussstichtag entstehen (sog. antizipative aktive Rechnungsabgrenzungsposten) und geleistete Anzahlungen, soweit sie nicht dem Anlagevermögen bzw. den Vorräten zuzuordnen sind (d. h. vor allem Vorleistungen auf nicht aktivierungsfähige Gegenleistungen).
Wertpapiere des Umlaufvermögens werden mit Veräußerungsabsicht gehalten.
Dies sind Anteile an verbundenen Unternehmen (z. B. eine 60-Prozent-Beteiligung), die nicht dauerhaft gehalten werden sollen (also mit Veräußerungsabsicht).
Sie sollen nur kurzfristig gehalten werden; z. B. Anleihen, die der kurzfristigen Geldanlage beispielsweise für drei Monate dienen, oder Aktien, von denen kurzfristige Kurssteigerungen erwartet werden und die dann nach kurzer Haltedauer verkauft werden sollen.
Ansonsten sind die Wertpapiere unter den Wertpapieren des Anlagevermögens auszuweisen.
Entsprechend des Titels handelt es sich hier um Bargeld in Form von Kassenbeständen sowie Bankguthaben bei Kreditinstituten und Schecks.
Nun sind alle Positionen des Anlage- und Umlaufvermögens bestimmt. Darüber hinaus gehören jedoch auch Rechnungsabgrenzungsposten, aktive latente Steuern und aktive Unterschiedsbeträge aus der Vermögensverrechnung zu den Aktivposten einer Bilanz.
Rechnungsabgrenzungen dienen dazu, einen periodengerechten Ausweis von Aufwendungen und Erträgen sicherzustellen. Sie sind dann in die Bilanz aufzunehmen, wenn Vorauszahlungen geleistet oder erhalten wurden bzw. wenn Zahlungen nachträglich geleistet oder erhalten werden.
Ein Beispiel: Die Haftpflichtversicherung in Höhe von 360 Euro wird jedes Jahr am 1. August fällig. Eine Jahresprämie in Höhe von 360 Euro bedeutet eine monatliche Prämie von 30 Euro. Wenn am 1. August eine Prämie von 360 Euro für ein Jahr bezahlt wird, ist davon der Anteil für die Monate Januar bis Juli des Folgejahres, also für sieben Monate, über die aktive Rechnungsabgrenzung zu berücksichtigen.
Latente Steuern können als Aktiv- oder Passivposten in der Bilanz angesetzt werden und dienen dazu, eine mögliche Differenz zwischen der Steuerschuld aus der Steuerbilanz und der Handelsbilanz auszugleichen.
Der zu entrichtende Steueraufwand (effektiver Steueraufwand), der sich aus der Steuerbilanz ableitet, kann sich von dem fiktiven Steueraufwand, der sich bei Besteuerung des handelsbilanziellen Gewinns ergeben würde, unterscheiden. Der handelsrechtliche und steuerliche Gewinn bzw. Verlust eines Unternehmens kann also in verschiedener Höhe bemessen werden.
Dies ergibt sich in erster Linie aus den steuerlichen Bilanzierungsvorschriften, die in der Handelsbilanz keine Anwendung finden. Um eine mögliche Differenz – ob positiv oder negativ – nun zu begleichen, werden latente Steuern angesetzt.
Ist das Handelsbilanzergebnis niedriger als das steuerpflichtige Ergebnis, ist eine aktive latente Steuerposition zu bilden. Aktive latente Steuern ergeben sich grundsätzlich, falls niedrigere Werte für Vermögensgegenstände bzw. höhere Werte für Schulden in der Handelsbilanz im Vergleich zur Steuerbilanz vorliegen.
Zudem liegen aktive latente Steuern vor, wenn Vermögensgegenstände nicht in der Handelsbilanz, aber in der Steuerbilanz angesetzt werden bzw. ein Ansatz der Schulden in der Handelsbilanz, aber kein Ansatz in der Steuerbilanz erfolgt.
Ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung resultiert aus § 246 Abs. 2 Sätze 2 und 3 HGB, wenn Altersversorgungsverpflichtungen durch Vermögensgegenstände, die dem Zugriff aller übrigen Gläubiger (d. h. mit Ausnahme der Arbeitnehmer) entzogen sind (d. h. zugunsten der Arbeitnehmer und Betriebsrentner verpfändet und damit insolvenzsicher) und ausschließlich der Erfüllung von Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbaren langfristig fälligen Verpflichtungen dienen (sog. Deckungsvermögen, teilweise auch als Planvermögen bezeichnet), gedeckt werden.
Ein Unternehmen hat z. B. zum Bilanzstichtag 31.12. laut versicherungsmathematischem Gutachten Pensionsverpflichtungen in Höhe von 800.000 Euro. Zu ihrer Deckung hat das Unternehmen Rückdeckungsversicherungen (Deckungsvermögen) im Anschaffungswert von 800.000 Euro aufgenommen, die zum Bilanzstichtag einen Zeitwert in Höhe von 1.000.000 Euro haben.
Im Ergebnis wird der Saldo in Höhe von 200.000 Euro in einem gesonderten Bilanzposten „Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung“ (§ 266 Abs. 2 E. HGB) ausgewiesen.
Halten Sie nach diesem vorgegebenen Aufbau alle Werte Ihres Unternehmens übersichtlich und schriftlich auf der Soll-Seite der Bilanz fest. Verwenden Sie am besten MS-Excel, da Sie dann gleich Nebenrechnungen erstellen und mit den Bilanzbewertungen Szenarien durchspielen können.
Wenn Sie den Aufbau der Bilanz einmal verstanden haben und wissen, welche Angaben bei den jeweiligen Unterpunkten erwartet werden, ist das Erstellen der Bilanz nicht mehr viel Arbeit!
Haben Sie also die Werte zu den Positionen der Aktivseite errechnet und dokumentiert, haben Sie auch schon den ersten Prozessschritt der Bilanzierung erfolgreich abgeschlossen. Den zweiten Prozessschritt der Bilanzierung finden Sie dann in dem Workshop „So erstellen Sie Ihre Bilanz – in zwei Teilen! Teil 2: Aufbau Passiva“.
Bedenken Sie: Wenn Sie sich optimal auf die Bilanzierung vorbereiten wollen, ist eine gute Buchführung unumgänglich! Falls Sie damit noch Schwierigkeiten haben, wird Ihnen unsere Anleitung zur Buchführung demnächst alle dazu wichtigen Schritte erklärt.
Mit dieser Vorarbeit wird die Bilanzierung noch übersichtlicher und schneller!
Bilanz Aufbau Passiva

References: § 266
 § 266
 § 15
 § 292
 § 247
 § 266
 § 246