Source: https://www.familienrecht.de/scheidung/neues-scheidungsrecht-2013-einzelveranlagung/
Timestamp: 2020-03-29 09:39:14+00:00

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Neues Scheidungsrecht: Ab 2013 an Einzelveranlagung denken | Familienrecht
Neu im Scheidungsrecht
Das Steuervereinfachungsgesetz gilt bereits seit dem 01.01.2012, die neuen Regeln zur steuerlichen Veranlagung greifen aber erstmals für den Veranlagungszeitraum 2013.
Denn ab dem 01.01.2013 gibt es statt sieben nur noch vier mögliche Veranlagungs- und Tarifvarianten:
die Einzelveranlagung mit Grundtarif,
die Zusammenveranlagung mit Ehegattensplitting.
Wichtig für Eheleute, die sich mit einer Trennung oder Scheidung befassen: Die getrennte Veranlagung fällt weg und wird nach § 26a EStG durch die Einzelveranlagung ersetzt.
Einzelveranlagung bringt signifikante Änderungen
Die neue Einzelveranlagung nach § 26a EStG stellt eine signifikante Änderung gegenüber der getrennten Veranlagung nach altem Recht dar.
Denn die Einzelveranlagung in der geänderten Fassung ermöglicht nicht mehr die steueroptimierte freie Zuordnung verschiedener Kosten.
So werden Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen künftig demjenigen Partner zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen, also bezahlt hat.
Aus Vereinfachungsgründen lässt die Neufassung bei übereinstimmendem Antrag der Ehegatten aber zumindest eine Zuordnung der Aufwendungen im Verhältnis 50:50 zu.
Und in begründeten Einzelfällen – etwa bei heftigem Streit zwischen den Partnern – reicht dem Finanzamt bereits der Antrag desjenigen Ehegatten, der die jeweiligen Aufwendungen getragen hat.
Als weitere Änderung müssen Eheleute beachten, dass sich die zumutbare Eigenbelastung etwa für Krankheitskosten bei einzeln veranlagten Ehegatten ab 2013 nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte des einzelnen Ehepartners bestimmt und nicht – wie bislang gewohnt bei der getrennten Veranlagung – nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte beider Ehegatten.
Gesetzestext: Die neuen Veranlagungsarten
Neuregelung § 26 EStG
(1) Ehegatten können zwischen Einzelveranlagung (§ 26a) und Zusammenveranlagung (§ 26b) wählen, wenn
Hat ein Ehegatte in dem Veranlagungszeitraum, in dem seine alte Ehe aufgelöst worden ist, eine neue Ehe geschlossen und liegen bei ihm und dem neuen Ehegatten die Voraussetzungen des Satzes 1 vor, bleibt die zuvor bestehende Ehe für die Anwendung des Satzes 1 unberücksichtigt.
2. die Änderung der Wahl der Veranlagungsart der zuständigen Finanzbehörde bis zum Eintritt der Unanfechtbarkeit des Änderungs- oder Berichtigungsbescheides schriftlich oder elektronisch mitgeteilt oder zur Niederschrift erklärt worden ist und
3. der Unterschiedsbetrag aus der Differenz der festgesetzten Einkommensteuer entsprechend der bis-her gewählten Veranlagungsart und der festzusetzenden Einkommensteuer, die sich bei einer geänderten Ausübung der Wahl der Veranlagungsarten ergeben würde, positiv ist. Die Einkommensteuer der einzeln veranlagten Ehegatten ist hierbei zusammenzurechnen.
Neuregelung § 26a EStG
(2) Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a werden demjenigen Ehegatten zugerechnet, der die Aufwendungen wirtschaftlich getragen hat. Auf übereinstimmenden Antrag der Ehegatten werden sie jeweils zur Hälfte abgezogen. Der Antrag des Ehegatten, der die Auf-wendungen wirtschaftlich getragen hat, ist in begründeten Einzelfällen ausreichend. § 26 Absatz 2 Satz 3 gilt entsprechend.
Fazit: Die neuen Veranlagungsarten sind eine absolut relevante Neuerung rund um das Scheidungsrecht 2013.
15. Januar 2013	| Scheidung sauber und schnell durchführen: So funktioniert es	| Scheidung, Scheidungsrecht	| FamR-Redaktion

References: § 26
 § 26
 § 26
 § 26
 § 35
 § 26