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Timestamp: 2017-11-20 02:10:28+00:00

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BGH, 03.05.2005 - VI ZR 238/04 - dejure.org
BGB § 833; § 254; ZPO § 286
Halterhaftung für Hunde auf einem Reiterhof - Hunde als "Nutztiere" für die Bewirtschaftung eines Reiterhofes - Objektiver Zweck der Tiere und konkludente Widmung ausschlaggebend für das Vorliegen einer Entlastungsmöglichkeit im Sinn des § 833 S. 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) - Haftungsfreistellung des Schädigers durch ein "Handeln auf eigene Gefahr"
Tierhalterhaftung nach § 833 BGB, Begriff des Nutztiers, "gemischte Nutzung" von Tieren, Beweislast, Mitverschulden und Handeln auf eigene Gefahr bei Gefährdungshaftung
BGB § 833 § 254; ZPO § 286
Schadensrecht - Halterhaftung für Hunde auf einem Reiterhof
BGB § 254 Da, § 254 F, § 833 Ha; ZPO § 286 C
Tierhalterhaftung: Aggressive und bissige Hunde begründen erhöhte Sorgfaltsanforderung an der Beaufsichtigung - Handeln auf eigene Gefahr nur bei Bewusstsein der Gefährdung
NJW-RR 2005, 1183
NZV 2005, 466
VersR 2005, 1254
Diese Frage kann allerdings Bedeutung bei der Abwägung der beiderseitigen Verursachungsbeiträge nach §§ 17, 7 Abs. 1 StVG, § 833 Satz 1, § 823 Abs. 1 BGB erlangen (vgl. Senatsurteile vom 6. März 1990 - VI ZR 246/89, NJW-RR 1990, 789, 791; vom 3. Mai 2005 - VI ZR 238/04, VersR 2005, 1254, 1255).
Für ein die Haftung minderndes Mitverschulden des Geschädigten ist aber regelmäßig der Schädiger darlegungs- und beweispflichtig (Senatsurteil BGHZ 175, 153, 158), im Anwendungsbereich des § 833 BGB also der Tierhalter (vgl. Senatsurteil vom 3. Mai 2005 - VI ZR 238/04 - VersR 2005, 1254, 1256).
Generell trägt der Ersatzpflichtige die Beweislast für das Verschulden des Geschädigten und dessen Ursächlichkeit, im Anwendungsbereich des § 833 BGB also der Tierhalter (BGH VersR 2005, 1254, 1256).
Ein solcher erfordert nämlich grundlegend, dass ein typischer Geschehensablauf vorliegt, der nach der Lebenserfahrung auf eine bestimmte Ursache oder eine bestimmte Folge hinweist und so sehr das Gepräge des Üblichen und Gewöhnlichen trägt, dass die besonderen individuellen Umstände in ihrer Bedeutung zurücktreten (BGH NJW-RR 2010, 1331; BGH NJW-RR 2005, 1183-1185).
Die Tierhalterhaftung kann auch dann eingreifen, wenn sich jemand einem Tier unbefugt nähert (vgl. Senatsurteil vom 3. Mai 2005 - VI ZR 238/04, VersR 2005, 1254, 1255 mwN).
Im Übrigen geht der Bundesgerichtshof in ständiger Rechtsprechung von einem haftungsausschließenden "Handeln auf eigene Gefahr" dann aus, wenn der Geschädigte sich im Bewusstsein der Gefährdung einer besonderen, erhöhten Tiergefahr ausgesetzt hat, die über die gewöhnliche Tiergefahr hinausgeht (…BGH, Urt. v. 24.11.1954 - VI ZR 255/53, VersR 1955, 116;… BGH, Urt. v. 13.11.1973 - VR 152/72, NJW 1974, 234, juris Rn. 9 f.;… BGH, Urt. v. 14.07.1977 - VI ZR 234/75, NJW 1977, 2158 f., juris Rn. 12 f.;… BGH, Urt. v. 19.11.1991 - VI ZR 69/91, NJW 1992, 907, juris Rn. 14 f.; BGH, Urt. v. 03.05.2005 - VI ZR 238/04, NJW-RR 2005, 1183, juris Rn. 21;… BGH, Urt. v. 20.12.2005 - VI ZR 225/04, NJW-RR 2006, 813, juris Rn. 12;… ebenso OLG Düsseldorf, Urt. v. 11.02.2000 - 22 U 170/98, NJW-RR 2001, 390 f., juris Rn. 33;… OLG Hamm, Urt. v. 20.09.2000 - 13 U 78/98, NJW-RR 2001, 390;… LG Itzehoe, Urt. v. 28.05.1991 - 1 S 28/91, NJW-RR 1991, 1500; Geigel/Haag, Haftpflichtprozess, 26. Aufl. 2011, 18.
Das Bewusstsein der Gefährdung ist aber stets Voraussetzung, um ein Handeln auf eigene Gefahr anzunehmen (vgl. BGH, Urt. v. 03.05.2005 - VI ZR 238/04, NJW-RR 2005, 1183, juris Rn. 21 a.E.; BGH, Urt. v. 20.12.2005 - VI ZR 225/04, NJW-RR 2006, 813, juris Rn. 16 a.E.).
Das Maß der von dem Tierhüter zu beobachtenden Sorgfalt hängt von der Gattung und den besonderen Eigenschaften des Tieres, die er kennt oder kennen muss, sowie den sonstigen Umständen ab (s. zur Tierhalterhaftung im Rahmen des § 833 Satz 2 BGB entsprechend BGH, Urt. v. 03.05.2005 - VI ZR 238/04, NJW-RR 2005, 1183, juris Rn. 19 m.w.Nachw.;… Erman/Schiemann, 13. Aufl. 2011, § 833 Rn. 13).
Der Beklagte als Schädiger ist für ein die Haftung hinderndes Mitverschulden der Klägerin im Anwendungsbereich des § 833 BGB als Tierhalter darlegungs- und beweispflichtig (BGH, Urteil vom 03. Mai 2005, Az.: VI ZR 238/04, VersR 2005, 1254).
Hunde sind nach der Rechtsprechung "potenziell doppelfunktionale" Tiere, bei denen es zur Abgrenzung darauf ankommt, welchem Zweck sie objektiv dienstbar gemacht und gewidmet worden sind (BGH, Urteil vom 03.05.2005, VI ZR 238/04, zitiert nach juris;… vgl. Palandt-Sprau, BGB, 69. Auflage, § 833, RN 17).
Hätte dem Beklagten und seinen Kindern das Holz nicht zur Verfügung gestanden, hätten sie sich das notwendige Heizmaterial mit entsprechenden Kosten anderweitig beschaffen müssen (vgl. zum Ganzen BGH, Urteil vom 3.5.2005, Az. VI ZR 238/04, Rn. 11 nach juris;… Münchener Kommentar, 5. Aufl. 2009, § 833 BGB Rn. 40; BGH, Urteil vom 30.6.2009, Az. VI ZR 266/08).
Es handelte sich also um "doppelfunktionale" Tiere, bei denen die allgemeine Widmung bzw. die hauptsächliche Zweckbestimmung darüber entscheidet, ob sie als Nutz - oder Luxustiere einzustufen sind (BGH, Urteil vom 3.5.2005, Az. VI ZR 238/04, Rn. 12 nach juris;… Münchener Kommentar, a.a.O., Rn. 42).
Nach der Normentheorie (…vgl. hierzu Baumgärtel/Laumen/Prütting, Handbuch der Beweislast - Band 1: Grundlagen, § 5 Rdn. 20 ff.), die in der Rechtsprechung allgemein anerkannt ist (vgl. etwa BGH, Urteil vom 3. Mai 2005 - VI ZR 238/04, MDR 2005, 1290; Urteil vom 17. März 1992 - XI ZR 84/91, NJW-RR 1992, 751; Urteil vom 16. Juni 1983 - VII ZR 370/82, BGHZ 87, 393 ff.), bedeutet dies, dass die Partei die Beweislast für das Vorhandensein aller tatsächlichen Voraussetzungen der ihr günstigen Normen trägt.
Diese Sorgfaltspflicht des Tierhalters bestimmt sich nach dem zu hütenden Tier und der sich aus der Natur des Tieres in Verbindung mit der jeweiligen Hüteart im Einzelfall ergebenden Tiergefahren (vgl. BGH, NJW-RR 2005, 1183; BGH, NJW 1986, 2501).
Von einer Nutztiereigenschaft kann nur dann ausgegangen werden, wenn die Gewinnerzielung im Vordergrund gestanden hat, das heißt die Einkünfte nicht nur gelegentlich bzw. nebenbei erzielt worden sind, sondern der Hauptzweck der Tierhaltung war (BGH NJW-RR 2005, 1183).
Unnötig angefallene Kosten muss der Mieter nicht ersetzen!
LG Münster, 01.12.2006 - 16 O 344/05
Tiergefahr, Schafherde, Haftung des Schafhüters/-halters

References: § 833
 § 254
 § 286
 § 833
 § 833
 § 833
 § 254
 § 286
 § 254
 § 254
 § 833
 § 286
 § 833
 § 823
 § 833
 § 833
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 § 833
 § 833
 § 833
 § 833
 § 833
 § 5