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Timestamp: 2018-06-25 13:42:26+00:00

Document:
27.12.2010, 16:53 #176
Das wird nicht nur an den Finanzen scheitern, schon alleine das Wort bedingungsloses, wird niemals zu erfüllen sein.
Es gab nie eine bedingungslose Krankenversicherung, wird es auch niemals geben. Die wäre zumindest erfüllbar gewesen, aber hatten wie die jemals?
27.12.2010, 17:33 #177
Ich gehe auf verschiedene Postings ein:
@Ziviler Ungehorsam Die pdf-Datei habe ich mir durchgelesen. Einige Punkte außerhalb des BGE kann ich natürlich mit unterschreiben. Ich befürworte den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, von Kinderbetreuungsangeboten und von Bildungsangeboten und unterstütze die Forderung, dass die öffentliche Grundversorgung und der Zugang zu Informationen (Bibliotheken, Open Source Projekte etc.) vom Staat getragen und gefördert werden muss. Meiner Meinung nach muss der Staat auch wieder mehr in den kommunalen und sozialen Wohnungsbau eingreifen, vor allem im Westen, wo sich mit geringem Einkommen nur wenige und nur schlecht ausgestattete Wohnungen finden lassen.
Ich bin auch für eine Bürgerversicherung, die gleiche Prozentsätze von jedem Mitglied erhebt, und die gleiche Gesundheitsvorsorge für alle bietet.
Angelehnt an arbeitslos_in_holland bin ich auch dafür, dass auch auf bisher nicht besteuerte Einkünfte eine Steuer erhoben werden muss. Das Wegfallen einer Beitragsbemessungsgrenze halte ich auch für angebracht.
Insgesamt bin ich also dafür, dass das paritätische System ausgebaut werden muss, und höhere Besteuerungen eingeführt werden müssen.
Und selbst das wird natürlich ein steiniger Weg, da viele dann wieder jammern werden, dass die Industrie uns dann wegrennt.
In dem von dir genannten Modell wird die paritätische Finanzierung von Rente und Erwerbslosenversicherung beibehalten, das ist natürlich gut. Ich erhebe aber - wie bereits ausgeführt- Zweifel daran, dass sich Einkommen kumulieren lassen.
Dieser Ansatz geht davon aus, dass man das BGE in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung einführen kann, und man hofft, damit könne man vielleicht den Kapitalismus aushöhlen und aufweichen. Diese Hoffnung kann ich leider nicht teilen, da ich eher glaube, dass ein BGE in einer solchen Ordnung dann eher zu den hier genannten Götz Werner oder Dieter Althaus-Konzepten neigen wird.
Man darf auch nicht unterschätzen wieviele Menschen schon allein berufs- und milieubedingt der neoliberalen Ideologie unterliegen, und man darf nicht vergessen, mit welchen Machtstrukturen wir konfrontiert sind.
Ich persönlich denke, dass wir eine (klingt wahrscheinlich wieder konservativ) Wertedebatte brauchen, die einen gemeinsamen Grundkonsens weiter Bevölkerungsschichten festlegt. Wir müssen versuchen klarzumachen, dass der Neoliberalismus mit seinem verächtlichen Menschenbild, seiner Entsolidarisierung und seiner kulturbarbarischen Profitgier im Endeffekt jeder religiösen und jeder humanistischen Auffassung widerspricht.
Was ich mir noch gut als Projekt vorstellen könnte, wären von den Angestellten geleitete demokratische Unternehmen. Projekte dieser Art scheint es in Nord- und Südamerika zu geben.
Insgesamt bin ich dafür nach und nach für die oben genannten Punkte die Menschen zu begeistern, und sie in die Politik einzubringen. Fertige Lösungen habe ich keine, die Gesellschaft komplett umzukrempeln halte ich für unmöglich. Die Menschheit entwickelt sich nach und nach, und auch unser Denken und unsere Fertigkeiten fußen auf 5000 Jahre der Zivilisationsgeschichte.
Nun zu @FMD82 Götz Werner will das BGE und jeden staatlichen Aufwand nur noch allein über die Mehrwertsteuer finanzieren. Alle sonstigen Steuern werden dabei abgeschafft. Das heisst, dass wir mit unserem Konsum selbst für unser BGE aufkommen, während die Unternehmen dann Gewinne ohne Ende einfahren, und damit natürlich dem Kapitalismus zum endgültigen Sieg verholfen haben. Natürlich wirbt Götz Werner damit, wieviel besser es uns mit dem BGE gehen würde. Er weiss, dass er seine Version massentauglich und mit scheinbaren Vorteilen für jedermann verkaufen muss, um damit überhaupt erst politisch Erfolg haben zu können. Aber durch das BGE gibt es dann auch nicht mehr Arbeitsplätze als vorher, und die Arbeitgeber können sich weiterhin aus hunderten von Bewerbern die eierlegende Wollmilchsau aussuchen.
Und wenn ich dann die Postings von Gartenfreund sehe, dann weiss ich mit Sicherheit: zumindest einige linke BGE Befürworter lassen sich von den neoliberalen Modellen catchen.
27.12.2010, 17:56 #178
27.12.2010, 21:28 #179
Götz Werner will das BGE und jeden staatlichen Aufwand nur noch allein über die Mehrwertsteuer finanzieren. Alle sonstigen Steuern werden dabei abgeschafft. Das heisst, dass wir mit unserem Konsum selbst für unser BGE aufkommen, während die Unternehmen dann Gewinne ohne Ende einfahren, und damit natürlich dem Kapitalismus zum endgültigen Sieg verholfen haben.
Als Endverbraucher trägst du heute schon sämtliche Steuern. Die Unternehmen wälzen alles, was sie zu zahlen haben (inkl. Einkommens- und Ertragssteuer) auf den Endverbraucher ab. D. h. die Kosten, die ein Unternehmen hat, sind in den Preisen versteckt. Die Konsumsteuer würde das nur deutlich machen.
In diesem Zusammenhang mein Tipp zum Thema BGE und Konsumsteuer:
Schau dir mal den Film „Grundeinkommen“ an und oder lies das Buch „Einkommen für alle“ von Götz Werner. Sowohl im Film, als auch im Buch wird die Idee Konsumsteuer sehr gut erklärt.
Btw – die Konsumsteuerfinanzierung ist eine von diversen Finanzierungsmodellen eines BGEs.
Link zum Film: http://www.youtube.com/watch?v=XqJjWe1QeUY
Lohnt sich, sich mal die Zeit zu nehmen und ihn anzuschauen.
(Hoffe, es ist erlaubt, im Forum auf den Film-Essay zu verweisen.)
Natürlich wirbt Götz Werner damit, wieviel besser es uns mit dem BGE gehen würde. Er weiss, dass er seine Version massentauglich und mit scheinbaren Vorteilen für jedermann verkaufen muss, um damit überhaupt erst politisch Erfolg haben zu können. Aber durch das BGE gibt es dann auch nicht mehr Arbeitsplätze als vorher (…)
Durch ein BGE könnten sehr wohl neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wohlgemerkt Arbeitsplätze; keine sinnlose Subventionierung von volkswirtschaftlich unnützen Einkommensplätzen.
Warum könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden? Weil die Arbeit steuerlich entlastet würde auf der einen Seite, auf der andere Seite, weil jeder Mitarbeiter schon ein Einkomen mit zur Arbeit mitbringen würde. Das würde bedeuten, dass sich die Arbeitgeber wieder mehr Arbeitnehmer „leisten“ könnten; zudem könnten durch das BGE Arbeitszeitverkürzungen bei vollem Lohnausgleich eingeführt und somit auch wieder mehr Mitarbeiter eingestellt werden.
Nicht zu vergessen, dass Arbeitgeber nicht mehr Maschinen Menschen vorziehen müssten, da die Menschen durch das BGE und die wegfallenden Lohnnebenkosten „billiger“ würden und aufgrund der Konsumsteuer Maschinen nicht mehr steuerlich subventioniert würden.
28.12.2010, 12:14 #180
28.12.2010, 12:16 #181
Allein schon dadurch, dass viele in den Massnahmen enthaltene Praktika entfallen, würden viele neue Arbeitsplätze entstehen.
28.12.2010, 12:36 #182
1. Wie soll das alles finanziert werden?
Um es mit den Worten von Götz Werner zu sagen: Es ist bereits finanziert.
Denn bereits heute bekommt jeder Mensch ein Einkommen.
Die Frage ist viel mehr, können wir genügend Güter und Dienstleistungen hervorbringen, um die ganze Nation zu versorgen. Und die Antwort lautet eindeutig Ja. Diesbezüglich waren wir noch nie so reich wie heute.
Aber wenn du nach Finanzierungsmodellen fragst, da gibt es diverse.
Z. B. die negative Einkommenssteuer, die Konsumsteuer und das Ulmer Transfergrenzenmodell u. a.
Hab schon irgendwo gelesen, daß alles über die erhöhte Mehrwertsteuer gegenfinanziert würde. Wenn man davon ausginge, es gäbe ein bGE nur innerhalb der deutschen Grenzen, dann würde auf einem recht breiten Grenzstreifen zu den Nachbarstaaten hin kein Friseur und keine Tanke mehr existieren können, weil alle über die Grenze fahren würden, wo der Haarschnitt oder der Liter Sprit dann eben nicht mit 50% Mwst. sondern nur mit 15% besteuert und dementsprechend billiger wäre. Das wird wohl so nicht funktionieren?!
Das ist falsch gedacht. Du gehst von unserem jetzigen Steuersystem aus, zusätzlich mit einer erhöhten MwSt. So ist das aber nicht gedacht.
Bei der Konsumsteuerfinanzierung würden Einkommens- und Ertragsbesteuerung wegfallen; die Preise würden dadurch sinken (denn heute werden sämltiche Kosten eines Unternehmens in die Preise weitergegeben; also ein Teil der Steuern ist heute schon in den Preisen „versteckt“).
Im Gegenzug würde in Zukunft die MwSt. (bzw. Konsumsteuer oder wie auch immer wir das dann nennen wollen) erhöht.
An den Preisen würde sich also nichts ändern. Es gibt Berechnungen, die veranschaulichen, dass bei einem Steuersystem mit Konsumsteuer und BGE die Preise im Vergleich zu heute sogar leicht sinken würden.
Übrigens – die Idee mit der Konsumsteuer ist nicht aus der Frage entstanden „Wie könnte man ein BGE finanzieren?“.
Es war eigentlich umgekehrt: Schon in den 80er Jahren machte sich der Steuer- und Finanzexperte Dr. Benediktus Hardorp (er entwickelte übrigens in den 60ern die MwSt. mit) Gedanken darüber, wie man unser kompliziertes und von vielen als ungerecht angesehenes Steuersystem einfacher, gerechter und transparenter gestalten könnte und entwickelte das Konzept der Konsumsteuer.
Da lag die Frage auf der Hand, wo der Steuerfreibetrag auf diese eine Steuer bleibt. Der Steuerfreibetrag bei der Konsumsteuer ist das bedingungslose Grundeinkommen.
Zunächst mal: Was hat die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens damit zu tun, dass manche Menschen nicht mit Geld umgehen können?
Und bist du schon mal darauf gekommen, dass gerade deshalb weil so viele Menschen unter Existenzängsten leiden und sich gesellschaftlich ausgegrenzt fühlen, zur Flasche greifen oder Drogen nehmen?
Und was die Fürsorge für Menschen, die im Leben nicht klarkommen betrifft - der Sinn des BGEs ist doch nicht, sich jeder Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber zu entziehen. Im Gegenteil:
Gerade ein BGE würde ermöglichen, dass Menschen mehr Zeit füreinander hätten.
Schon heute arbeiten 22 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich.
Niemand zwingt sie dazu. Sie machen es freiwillig, weil sie einen Sinn darin sehen und sie machen es, weil sie die Zeit und das Geld haben.
Zeit und Geld… Man braucht nicht weit denken zu müssen, um absehen zu können, dass ein BGE noch viel mehr gesellschaftliches Engagement ermöglichen würde als es bereits heute der Fall ist.
28.12.2010, 12:58 #183
28.12.2010, 14:47 #184
28.12.2010, 19:00 #185
28.12.2010, 19:04 #186
29.12.2010, 15:14 #187
29.12.2010, 15:31 #188
29.12.2010, 18:22 #189
29.12.2010, 18:33 #190
29.12.2010, 19:23 #191
29.12.2010, 20:38 #192
29.12.2010, 21:06 #193
29.12.2010, 21:10 #194
29.12.2010, 21:10 #195
29.12.2010, 21:16 #196
29.12.2010, 21:22 #197
29.12.2010, 23:29 #198
30.12.2010, 15:34 #199
30.12.2010, 15:41 #200

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