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Timestamp: 2017-01-17 21:11:32+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 11 Sa 1504/08
11 Sa 1504/08
Ist in der für ein Ka­len­der­jahr von den Par­tei­en ge­trof­fe­nen Ziel­ver­ein­ba­rung de­ren Nach­wir­kung für den Fall des Nicht­zu­stan­de­kom­mens ei­ner Fol­ge­ver­ein­ba­rung vor­ge­se­hen, ist jeg­li­cher Ent­las­tungs­nach­weis des Ar­beit­ge­bers, er ha­be den Nicht­ab­schluss ei­ner neu­en Ziel­ver­ein­ba­rung nicht zu ver­tre­ten, ent­behr­lich.
Arbeitsgericht Düsseldorf, Urteil vom 24.09.2008, 4 Ca 7771/07Nachgehend Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 12.05.2010, 10 AZR 390/09
4 Ca 7771/07Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf Verkündet am 30. April 2009
gez.: Lind­ner Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le
des Herrn T. L., H. str. 28, C.,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­ter: Rechts­an­walt Dr. D. S.,L. damm 187, C.,
die J. Tele­com GmbH, ver­tre­ten durch den Geschäftsführer V. O., T.-Str. 68, E.,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte V. X. & Part­ner H.,H. str. 16, L.,
hat die 11. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 05.03.2009durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Prof. Dr. Vos­sen als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Nauck und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schörnich
Die Be­ru­fung des Klägers ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 24.09.2008 – 4 Ca 7771/07 – wird auf sei­ne Kos­ten zurück­ge­wie­sen.
T A T B E S T A N D : Die Par­tei­en strei­ten über Ansprüche auf va­ria­ble Ar­beits­vergütung.
Der Kläger war vom 01.02.2003 bis zum 31.05.2007 bei der Be­klag­ten als Pro­jekt­lei­ter C. Pro­jekt E-Plus beschäftigt. Dem Ar­beits­verhält­nis lag der schrift­li­che An­stel­lungs­ver­trag vom 06.01.2003 zu­grun­de. In Art. 3 „Vergütung“ un­ter lit. a) heißt es:
„Der Mit­ar­bei­ter erhält für sei­ne Tätig­keit ein Jah­res­ge­halt in Höhe von 61.350,-- € brut­to. Die­ses setzt sich wie folgt zu­sam­men:
75,79 % Jah­res­fest­ge­halt = 46.500,-- € brut­to. Die Aus­zah­lung er-folgt in 12 mo­nat­lich glei­chen Beträgen in Höhe von mo­nat­lich 3.875,-- € brut­to.
25,21 % va­ria­bles Jah­res­ge­halt = 14.850,-- € brut­to gemäß Ziel­ver­ein­ba­rung.
Im Jahr des Ein­tritts bzw. Aus­tritts wird das Ge­halt an­tei­lig, pro ra­ta tem­po­ris, be­zahlt.“
Für den va­ria­blen Ge­halts­be­stand­teil schlos­sen die Par­tei­en für das Ka­len­der­jahr 2003 am 06.01.2003 so­wie für das Ka­len­der­jahr 2004 am 28.05.2004 je­weils ei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung. In der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 heißt es un­ter der Über­schrift „Va­ria­ble Ziel­vergütung“:
„Das Jah­res­ziel­ein­kom­men (100 %) wird auf 61.354 € brut­to fest­ge­legt. Es setzt sich wie folgt zu­sam­men:
Fest­ge­halt = 48.500 € brut­toDie Aus­zah­lung er­folgt in 12 mo­nat­lich glei­chen Beträgen in Höhe von 3.875 € brut­to.
Va­ria­bler Bo­nus­an­teil = 14.854 € brut­to.
Der va­ria­ble An­teil des Jah­res­ge­hal­tes wird nach fol­gen­der Ma­trix er­mit­telt:
- 20 % bei Er­rei­chung der Un­ter­neh­mens­zie­le in Um­satz und Ge­winn. (26. Mio. € Um­satz, 800K→Ebit). - 40 % bei Er­zie­lung ei­nes durch­schnitt­li­chen De­ckungs­bei­tra­ges über al­le be­treu­ten Pro­jek­te von 20 %.- 40 % bei der Ab­nah­me von 273 Mel­len­stei­nen M4 durch den Kun­den F. in der Re­gi­on C. für das Ka­len­der­jahr 2004.
Der va­ria­ble An­teil des Jah­res­ge­halts wird nach Vor­la­ge des tes­tier­ten Jah­res­ab­schlus­ses der J. Tele­com GmbH ge­zahlt.Die Ziel­ver­ein­ba­rung gilt ab dem 1. Ja­nu­ar 2004 für min­des­tens ein Jahr bis zur Un­ter­zeich­nung ei­ner neu­en Ziel­ver­ein­ba­rung. Ansprüche auf Prämi­en­zah­lun­gen für den zurück­lie­gen­den Zeit­raum be­ste­hen nicht.Die Geschäfts­lei­tung behält sich vor, die Stück­zahl der zu er­rei­chen­den Mel­len­stei­ne M4 an ei­ne sich im Ver­lauf des Ka­len­der­jah­res ändern­de Kun­den­zu­sa­ge ge­genüber F. an­zu­pas­sen.Im Fal­le des Aus­schei­dens des Mit­ar­bei­ters, sei es auf Ver­an­las­sung des Un­ter­neh­mens oder des Mit­ar­bei­ters selbst, gilt für die Be­rech­nung des zu zah­len­den Bo­nus aus der Ziel­ver­ein­ba­rung, die bis zum letz­ten Ar­beits­tag er­brach­te Leis­tung.
Al­le an­de­ren Be­stim­mun­gen des Ver­tra­ges blei­ben un­verändert.“
Die Zahl „273“ ist durch­ge­stri­chen und dafür hand­schrift­lich die Zahl „260“ ge­setzt mit dem hand­schrift­li­chen Hin­weis: „sie­he Mail von G. I.“. Für das Jahr 2004 er­hielt der Kläger ei­ne va­ria­ble Vergütung in Höhe von 9.000,-- €.
Der Kläger war in ei­nem Pro­jekt­team für den Kun­den E-Plus tätig. Die­ses Team ko­or­di­nier­te den Auf­bau von Ba­sis­sta­tio­nen. Der in der Ziel­ver­ein­ba­rung ge­nann­te Mei­len­stein „M4“ stellt die In­be­trieb­nah­me ei­nes Stand­or­tes im Netz dar.
Für das Jahr 2005 un­ter­brei­te­te die Be­klag­te dem Kläger ei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung, in der das Ziel sich zu 10 % aus Un­ter­neh­mens­ziel­er­rei­chung, zu 60 % aus Neu­kun­den­ge­win­nung so­wie zu 30 % aus der Er­rei­chung von 71 Mei­len­stei­nen un­ter ei­nem be­stimm­ten De­ckungs­bei­trag zu­sam­men­setz­te. Die­ses An­ge­bot nahm der Kläger nicht an. Auch das ihm am 11.02.2006 sei­tens der Be­klag­ten un­ter­brei­te­te Ände­rungs­an­ge­bot ak­zep­tier­te er nicht. Statt­des­sen bot der Kläger von sich aus mit Schrei­ben vom 13.03.2006 für 2006 ei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung an, nach der 40 % durch Un­ter­neh­mens­zie­le so­wie 60 % durch Pro­jekt­zie­le er-
reicht wer­den soll­ten. Für die Jah­re 2005 bis 2007 wur­de letzt­lich kei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung ab­ge­schlos­sen.
Mit sei­ner beim Ar­beits­ge­richt Düssel­dorf am 24.10.2007 ein­ge­reich­ten Kla­ge hat der Kläger zunächst die Zah­lung der va­ria­blen Vergütung für die Jah­re 2005 und 2006 in Höhe von je­weils 14.850,-- € und hilfs­wei­se Aus­kunft über den Grad der Ziel­er­rei­chung in den Jah­ren 2005 und 2006 auf der Ba­sis der zwi­schen den Par­tei­en für das Jahr 2004 ver­ein­bar­ten Ziel­ver­ein­ba­rung ver­langt. Gemäß dem am 17.12.2007 vor dem Ar­beits­ge­richt ge­schlos­se­nen Teil­ver­gleich hat die Be­klag­te dem Kläger für die Jah­re 2005 und 2006 ei­ne Aus­kunft er­teilt, nach der kei­ne va­ria­ble Vergütung ver­dient wor­den sei. Im We­ge der Kla­ge­er­wei­te­rung be­gehrt der Kläger außer­dem die Zah­lung von 6.187,50 € an­tei­lig für die Mo­na­te Ja­nu­ar bis Mai 2007.
Der Kläger hat im We­sent­li­chen gel­tend ge­macht:
Er könne die be­gehr­te va­ria­ble Vergütung für die Jah­re 2005 bis 2007 be­an­spru­chen, da die Be­klag­te die Initia­ti­ve für den Ab­schluss von Ziel­ver­ein­ba­run­gen nicht er­grif­fen ha­be. Die Be­klag­te sei ihm des­halb zum Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet, weil sie ihm die Möglich­keit ge­nom­men ha­be, auf rea­lis­ti­scher Grund­la­ge sein Ziel zu er­rei­chen. Auf die Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 könne sich die Be­klag­te nicht be­ru­fen, da die­se Zie­le ent­hal­te, die von ihm nicht be­ein­fluss­bar sei­en. We­der der 20 %-ige Ziel­an­teil aus Um­satz und Ge­winn noch der 40 %-ige An­teil ver­schie­de­ner De­ckungs­beiträge könn­ten von ihm be­ein­flusst wer­den. Le­dig­lich die Vor­ga­be von Mei­len­stei­nen sei durch ihn be­ein­fluss­bar. Die Be­klag­te ha­be auch ei­nen zwei­mo­na­ti­gen Pro­jekt­auf­ent­halt in den Nie­der­lan­den nicht berück­sich­tigt. Zu­dem sei er be­reits seit 2005 nicht mehr in der La­ge ge­we­sen, die Mei­len­stein­vor­ga­be von 260 zu er­rei­chen, da sich die Markt- und Auf­trags­la­ge verändert ha­be. Dies sei be­reits ein Jahr zu­vor ab­seh­bar ge­we­sen. Die Be­klag­te hätte da­her min­des­tens ih­re mit der Ver­ein­ba­rung vor­be­hal­te­ne Ände­rungs­be­fug­nis bei den Mei­len­stei­nen in An­spruch neh­men müssen.
1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 29.700,-- € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 14.850,-- € seit dem 01.01.2006 und aus wei­te­ren 14.850,-- € seit dem 01.01.2007 zu zah­len;
2. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 6.187,50 € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.01.2008 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat vor al­lem die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 sei auch in den Jah­ren 2005 bis 2007 an­zu­wen­den ge­we­sen.
Mit sei­nem am 24.09.2008 verkünde­ten Ur­teil hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen und dies im We­sent­li­chen wie folgt be­gründet:
Der Kläger könne sei­nen An­spruch nicht auf ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch gemäß § 280 Abs. 1 BGB stützen. Die Be­klag­te ha­be es nämlich nicht schuld­haft un­ter­las­sen, ge­mein­sam mit dem Kläger für die Ziel­pe­ri­oden 2005 bis 2007 Zie­le fest­zu­le­gen. Viel­mehr exis­tie­re mit der Ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 ei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung auch für die Fol­ge­jah­re. Die in die­ser Ver­ein­ba­rung ver­ab­re­de­te Fort­gel­tung der Ziel­ver­ein­ba­rung für 2004 über die­ses Jahr hin­aus be­nach­tei­li­ge den Kläger nicht un­an­ge­mes­sen i. S. von § 307 Abs. 1 BGB. Auch sei die vor­ge­nann­te Ver­ein­ba­rung nicht in­so­weit un­wirk­sam, als die Par­tei­en in die­ser als Kom­po­nen­ten der Ziel­ver­ein­ba­rung teil­wei­se Zie­le des Un­ter­neh­mens ver­ein­bart hätten. Al­lei­ne aus dem Be­griff der „Ziel­ver­ein­ba­rung“ las­se sich nicht der Schluss zie­hen, dass die Zie­le al­lein persönli­cher Art bzw. die ei­ge­ne Leis­tung be­tref­fend ge­steckt wer­den soll­ten. Ein an­de­rer recht­li­cher Ge­sichts­punkt, der ge­gen die wirk­sa­me Ver­ein­ba­rung der in der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 de­fi­nier­ten Zie­le spre­che, sei nicht er­sicht­lich. Ein An-
spruch und ei­ne dar­aus re­sul­tie­ren­de Ver­pflich­tung der Be­klag­ten, ei­ne ein­sei­ti­ge Ände­rung der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 vor­zu­neh­men, ha­be aus­sch­ließlich durch das ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ände­rungs­recht für die Teil­kom­po­nen­te „Mei­len­stei­ne M4“ bei ei­ner sich ändern­den Kun­den­zu­sa­ge be­stan­den. In­so­weit sei aber nicht fest­zu­stel­len, dass die Vor­aus­set­zun­gen der sich ändern­den Kun­den­zu­sa­gen ge­ge­ben sei. Der Kläger ha­be hier­zu kei­ne für die Be­klag­te ein­las­sungsfähi­ge kon­kre­te Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen. Über das ver­trag-li­che An­pas­sungs­recht be­tref­fend die Teil­kom­po­nen­te „Mei­len­stei­ne M4“ hin­aus sei ein ein­sei­ti­ges Leis­tungs­be­stim­mungs­recht nicht er­sicht­lich. Ins­be­son­de­re ha­be der Kläger kei­nen An­spruch dar­auf, dass die Be­klag­te bei Nicht­zu­stan­de­kom­men der ver­trag­lich vor­ge­se­he­nen Ziel­ver­ein­ba­rung ein­sei­tig Zie­le vor­ge­be. Auch kom­me ein An­spruch auf Ver­trags­an­pas­sung nach § 313 BGB nicht in Be­tracht. Der Kläger ha­be nicht im An­satz Ge­sichts­punk­te dafür dar­ge­legt, dass die der Ver­ein­ba­rung zu­grun­de lie­gen­den Vor­ga­ben ins­be­son­de­re für die Un­ter­neh­mens­zie­le sich von 2004 auf 2005 bzw. die Fol­ge­jah­re der­ar­tig gra­vie­rend geändert hätten, dass ei­ne An­pas­sung er­for­der­lich ge­wor­den sei. Sch­ließlich sei der Ver­trag ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Klägers auch nicht ergänzend im Sin­ne ei­nes ein­sei­ti­gen Leis­tungs­be­stim­mungs­rechts ei­ner Par­tei aus­zu­le­gen. Der Ver­trag spre­che deut­lich da­von, dass – mit der Aus­nah­me des An­pas­sungs­rechts für die Be­klag­te im Be­reich der Mei­len­stei­ne für ei­ne be­stimm­te Kon­stel­la­ti­on – ei­ne Ver­ein­ba­rungslösung ge­wollt sei.
Ge­gen das ihm am 29.09.2008 zu­ge­stell­te Ur­teil hat der Kläger mit ei­nem beim Lan­des­ar­beits­ge­richt am 29.10.2008 ein­ge­reich­ten Schrift­satz Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se – nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 02.01.2009 – mit ei­nem hier am 02.01.2009 ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz be­gründet.
Der Kläger hat un­ter teil­wei­ser Wie­der­ho­lung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens im We­sent­li­chen gel­tend ge­macht:
Zu Un­recht ha­be das Ar­beits­ge­richt ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch nach § 280 Abs. 1 BGB zu sei­nen Guns­ten ab­ge­lehnt. Die Klau­sel in der Ver­ein­ba­rung vom
28.05.2004, nach der sich die Ziel­ver­ein­ba­rung man­gels Neu­ab­schlus­ses ei­ner ablösen­den Ver­ein­ba­rung au­to­ma­tisch verlängern sol­le, ver­s­toße ge­gen §§ 305 ff. BGB. Mit dem Ver­weis auf § 313 Abs. 1 BGB ge­he das Ar­beits­ge­richt eben­falls fehl. Sei­ne Auf­fas­sung würde da­zu führen, dass der ver­trag­lich ab­ge­si­cher­te An­spruch auf ei­ne va­ria­ble Ab­fin­dung aus­ge­he­belt würde, dass die Kri­te­ri­en auf Jah­re hin­aus nicht mehr er­reicht wer­den könn­ten und an die Stel­le des An­spruchs auf Ver­ein­ba­rung rea­lis­ti­scher­wei­se zu er­rei­chen­der Zie­le ein viel schwie­ri­ger durch­zu­set­zen­der An­spruch auf An­pas­sung gemäß § 313 Abs. 1 BGB träte. Es wi­der­spre­che darüber hin­aus der Rechts­si­cher­heit, wenn Ziel­ver­ein­ba­run­gen un­abhängig vom In­halt der Ar­beits­leis­tung fort­gel­ten soll­ten. Er sei im Jah­re 2005 für cir­ca sechs Wo­chen in den Nie­der­lan­den ein­ge­setzt wor­den und ha­be des­halb nicht in ir­gend­ei­ner Wei­se auf die Un­ter­neh­mens­zie­le Ein­fluss neh­men können.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Düssel­dorf vom 24.09.2008, 4 Ca 7771/07, ab­zuändern und die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn 35.887,50 € nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz aus 14.850,-- € seit dem 01.01.2006, aus wei­te­ren 14.850,-- € seit dem 01.01.2007 und aus wei­te­ren 6.187,50 € seit dem 01.01.2008 zu zah­len.
Die Be­klag­te ver­tei­digt in ers­ter Li­nie das an­ge­foch­te­ne Ur­teil und führt un­ter teil­wei­ser Wie­der­ho­lung ih­res erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens ergänzend aus:
Zu Recht ha­be die Vor­in­stanz die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Sie ha­be rich­tig ge­se­hen, dass ge­ra­de kein Fall der un­ter­blie­be­nen Ziel­ver­ein­ba­rung vor­ge­le­gen ha­be. Der Kläger wen­de sich wei­ter­hin ge­gen ein­deu­ti­ge Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts, in­dem er be­an­stan­de, dass in sei­ner Ziel­ver­ein­ba­rung auch
Kom­po­nen­ten ent­hal­ten ge­we­sen sei­en, die an Un­ter­neh­mens­zie­le an­ge­knüpft hätten. Der Kläger tra­ge wei­ter­hin nicht schlüssig vor, dass die ihm an­ge­bo­te­ne Ziel­ver­ein­ba­rung für 2005 hin­sicht­lich der Er­rei­chung der Zie­le für ihn unmöglich ge­we­sen wäre. So­weit der Kläger in die­sem Zu­sam­men­hang sei­nen Auf­ent­halt in den Nie­der­lan­den ein­brin­ge, ha­be die­ser nur drei Wo­chen ge­dau­ert. Im Übri­gen sei durch sei­ne Ab­we­sen­heit die Erfüllung sei­ner Zie­le nicht er­schwert wor­den. Denn die­se sei­en iden­tisch ge­we­sen mit den Grup­pen­zie­len der Ar­beits­grup­pe des Dr. H. I., der der Kläger an­gehört und die während sei­ner Ab­we­sen­heit un­verändert wei­ter­ge­ar­bei­tet ha­be. Was den Mei­len­stein M4, hin­sicht­lich des­sen sie laut der Ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 ein An­pas­sungs­recht ge­habt ha­be, be­tref­fe, ha­be der Kläger selbst in sei­nem Schrift­satz vom 15.07.2008 ein­geräumt, dass die Mei­len­stei­ne M4, die ihm vor­ge­schla­gen – von ihm aber ab­ge­lehnt wor­den sei­en – im Jah­re 2005 weit über­trof­fen und 2007 et­was über­trof­fen, nur im Jah­re 2006 nicht er­reicht wor­den sei­en.
We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en im Ein­zel­nen wird auf den münd­lich vor­ge­tra­ge­nen In­halt der Ak­te ergänzend Be­zug ge­nom­men.
E N T S C H E I D U N G S G R Ü N D E : A.
Die Be­ru­fung des Klägers, ge­gen de­ren Zulässig­keit kei­ner­lei Be­den­ken be­ste­hen, ist un­be­gründet. Zu Recht hat das Ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen.
I. Der Kläger kann die von ihm für die Jah­re 2005 bis 2007 ver­lang­te va­ria­ble Vergütung in ei­ner Ge­samthöhe von 35.887,50 € brut­to we­gen ei­ner nicht ab­ge­schlos­se­nen Ziel­ver­ein­ba­rung nach Ab­lauf der für sie ge­dach­ten Ziel­pe­ri­ode al­len­falls im We­ge ei­nes Scha­dens­er­satz­an­spruchs gemäß § 280 Abs. 1 und Abs. 3 BGB i. V. m. §§ 283 Satz 1, 252 BGB we­gen der ent­gan­ge­nen Ver-
gütung ver­lan­gen (vgl. näher BAG 12.12.2007 – 10 AZR 97/07 – Rz. 14, EzA § 611 BGB 2002 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prämie Nr. 22). Die Fest­le­gung von Zie­len wird je­den­falls mit Ab­lauf der Ziel­pe­ri­ode unmöglich i. S. von § 275 Abs. 1 BGB.
II. Die Fra­ge, ob und ge­ge­be­nen­falls in wel­cher Höhe ein Ar­beit­neh­mer ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch we­gen der ihm ent­gan­ge­nen er­folgs­abhängi­gen Vergütung hat, wenn die Par­tei­en ent­ge­gen ei­ner Ab­re­de im Ar­beits­ver­trag für ei­ne Ziel­pe­ri­ode nicht ge­mein­sam Zie­le fest­ge­legt ha­ben, kann al­ler­dings oh­ne die Berück­sich­ti­gung der Gründe für das Nicht­zu­stan­de­kom­men der für ein Ka­len­der­jahr ge­dach­ten Ziel­ver­ein­ba­rung nicht ent­schie­den wer­den (vgl. BAG 10.12.2008 – 10 AZR 889/07 – Rz. 7, EzA § 611 BGB 2002 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prämie Nr. 23 im An­schluss an BSG 23.03.2006 – B 11 a AL 29/05 – R–NZA–RR 2007, 101).
1. Ob­lag es dem Ar­beit­ge­ber, die Initia­ti­ve zur Führung ei­nes Gesprächs mit dem Ar­beit­neh­mer über ei­ne Ziel­ver­ein­ba­rung zu er­grei­fen und hat er ein sol­ches Gespräch nicht an­be­raumt, hat er ei­ne ver­trag­li­che Ne­ben­pflicht ver­letzt. Al­ler­dings ist der Ar­beit­ge­ber nach § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB nicht zur Leis­tung von Scha­dens­er­satz ver­pflich­tet, wenn er das Nicht­zu­stan­de­kom­men ei­ner Ziel­ver­ein­ba­rung nicht zu ver­tre­ten hat. Weist der Ar­beit­ge­ber nach, dass er sei­ner ar­beits­ver­trag­li­chen Ver­pflich­tung, für je­de Ziel­pe­ri­ode ge­mein­sam mit dem Ar­beit­neh­mer Zie­le fest­zu­le­gen, nach­ge­kom­men ist und dem Ar­beit­neh­mer Zie­le vor­ge­schla­gen hat, die die­ser nach ei­ner auf den Zeit­punkt des An­ge­bots be­zo­ge­nen Pro­gno­se hätte er­rei­chen können, fehlt es an ei­ner Ver­let­zung der Ver­hand­lungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers und da­mit an ei­ner Vor­aus­set­zung für ei­nen Scha­dens­er­satz­an­spruch des Ar­beit­neh­mers (BAG 10.12.2008 – 10 AZR 889/07 – Rz. 14, a. a. O.).
2. In der Re­gel reicht es für den Ent­las­tungs­nach­weis des Ar­beit­ge­bers noch nicht aus, wenn die­ser nach­weist, dass er dem Ar­beit­neh­mer die Fortführung ei­ner ab­ge­lau­fe­nen Ziel­ver­ein­ba­rung an­ge­bo­ten und der Ar­beit­neh­mer die­ses An­ge­bot ab­ge­lehnt hat. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn sich die für den Ab­schluss der ab­ge­lau­fe­nen Ziel­ver­ein­ba­rung maßge­ben­den Rah­men­be-
din­gun­gen der Leis­tungs­er­brin­gung durch in­ner- oder außer­be­trieb­li­che Ein­flüsse geändert ha­ben. Ei­ne veränder­te in­ner­be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on und/oder ei­ne an­de­re Wett­be­werbs­si­tua­ti­on oder Wirt­schafts­la­ge können da­zu führen, dass die bis­he­ri­gen Zie­le vom Ar­beit­neh­mer nicht mehr oder auch leich­ter er­reicht wer­den können und die Par­tei­en sich des­halb im Ver­gleich zur ab­ge­lau­fe­nen Ziel­pe­ri­ode auf we­ni­ger ehr­gei­zi­ge­re oder auf an­spruchs­vol­le­re Zie­le verständi­gen müssen, um dem mit dem Ab­schluss ei­ner Ziel­ver­ein­ba­rung ver­bun­de­nen Sinn und Zweck ge­recht zu wer­den. Ist nicht ver­ein­bart, dass ei­ne ge­trof­fe­ne Ziel­ver­ein­ba­rung nach Ab­lauf der Ziel­pe­ri­ode nach­wirkt, bis sie durch ei­ne an­de­re Ab­ma­chung er­setzt wird, ist die­ser Wil­le der Ar­beits­ver­trags­par­tei­en zu ach­ten (BAG 10.12.2008 – 10 AZR 889/07 – Rz. 16, a. a. O.).
3. Ist al­ler­dings in der für ein Ka­len­der­jahr von den Par­tei­en ge­trof­fe­nen Ziel­ver­ein­ba­rung de­ren Nach­wir­kung für den Fall des Nicht­zu­stan­de­kom­mens ei­ner Fol­ge­ver­ein­ba­rung vor­ge­se­hen, ist nach Auf­fas­sung der Kam­mer jeg­li­cher Ent­las­tungs­nach­weis des Ar­beit­ge­bers, er ha­be den Nicht­ab­schluss ei­ner neu­en Ziel­ver­ein­ba­rung nicht zu ver­tre­ten, ent­behr­lich. Denn eben­so wie der Wil­le der Ver­trags­par­tei­en zu ach­ten ist, dass ei­ne neue Ziel­ver­ein­ba­rung ge­trof­fen wer­den soll, falls die bis­he­ri­ge kei­ne Nach­wir­kungs­klau­sel enthält, muss dies im um­ge­kehr­ten Fall gel­ten. Denn die Par­tei­en können ge­mein­sa­me Zie­le nicht nur für ein be­stimm­tes Ka­len­der­jahr, son­dern auch für künf­ti­ge Jah­re ver­ein­ba­ren (vgl. BAG 12.12.2007 – 10 AZR 97/07 – Rz. 18, a. a. O.).
4. Im Streit­fall be­stand ei­ne der­ar­ti­ge nach­wir­ken­de Ziel­ver­ein­ba­rung auf­grund der am 28.05.2004 ge­trof­fe­nen Ab­re­de. Denn die Par­tei­en hat­ten in der Ziel­ver­ein­ba­rung für das Ka­len­der­jahr 2004 die Re­ge­lung ge­trof­fen, dass die­se Ziel­ver­ein­ba­rung ab dem 01.01.2004 für min­des­tens ein Jahr bis zur Un­ter­zeich­nung ei­ner neu­en Ziel­ver­ein­ba­rung gilt.
III. Die für die Jah­re 2005 bis 2007 man­gels ei­ner an­der­wei­tig ge­trof­fe­nen Ziel­ver­ein­ba­rung wei­ter­gel­ten­de Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 un­ter­liegt kei­ner all­ge­mei­nen Bil­lig­keits- oder In­halts­kon­trol­le nach den §§ 307 ff. BGB. Denn ist, wie im Streit­fall, ver­ein­bart, dass die Zah­lung ei­ner va­ria­blen Vergü-
tung durch die Er­rei­chung von Zie­len in­ner­halb ei­ner Ziel­pe­ri­ode auf­schie­bend be­dingt ist (§ 158 Abs. 1 BGB), und sind, wie vor­lie­gend, nach der ver­trag­li­chen Re­ge­lung die Zie­le von den Ar­beits­ver­trags­par­tei­en ge­mein­sam fest­zu­le­gen, un­ter­liegt die ge­trof­fe­ne Ziel­ver­ein­ba­rung als Ent­gelt­re­ge­lung grundsätz­lich kei­ner all­ge­mei­nen Bil­lig­keits- oder In­halts­kon­trol­le nach den §§ 307 ff. BGB (BAG 12.12.2007 – 10 AZR 97/07 – Rz. 16, EzA § 611 BGB 2002 Gra­ti­fi­ka­ti­on, Prämie Nr. 22; vgl. auch An­nuß NZA 2007, 290). Es fin­den die Grundsätze über die freie Ent­gelt­ver­ein­ba­rung un­ein­ge­schränkt An­wen­dung (BAG 12.12.2007 – 10 AZR 97/07 – Rz. 16, a. a. O.; Bau­er/Dil­ler/Göpfert BB 2002, 882, 884; Bau­er FA 2002, 295, 297). Denn es ist nicht Auf­ga­be des Ge­richts, über die §§ 305 ff. BGB den „ge­rech­ten Preis“ zu er­mit­teln (BAG 31.08.2005 – 5 AZR 545/04 – EzA § 6 Arb­ZG Nr. 6; vgl. auch BAG 20.02.2008 – 10 AZR 125/07 – Rz. 14, EzA § 307 BGB 2002 Nr. 31). Al­ler­dings muss die Ziel­ver­ein­ba­rung dem Trans­pa­renz­ge­bot (§ 307 Abs. 3 Satz 2 BGB i. V. m § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB) ent­spre­chen (BAG 12.12.2007 – 10 AZR 97/07 – Rz. 16, a. a. O.). Hier­von ist im Streit­fall aus­zu­ge­hen.
1. Nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB kann sich ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung auch dar­aus er­ge­ben, dass die Be­stim­mung nicht klar und verständ­lich ist. Sinn des in die­ser Vor­schrift ge­re­gel­ten Trans­pa­renz­ge­bots ist es, der Ge­fahr vor­zu­beu­gen, dass der Ver­trags­part­ner des Klau­sel­ver­wen­ders von der Durch­set­zung be­ste­hen­der Rech­te ab­ge­hal­ten wird (BAG 03.04.2007 – 9 AZR 867/06 – Rz. 30, NZA 2007, 1046, 1048; BAG 24.10.2007 – 10 AZR 825/06 – Rz. 14, NZA 2008, 40, 41). Ein Ver­s­toß ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot liegt des­halb nicht schon dann vor, wenn der Ar­beit­neh­mer kei­ne oder nur ei­ne er­schwer­te Möglich­keit hat, die be­tref­fen­de Re­ge­lung zu ver­ste­hen. Erst in der Ge­fahr, dass der Ver­trags­part­ner des Klau­sel­ver­wen­ders we­gen un­klar ab­ge­fass­ter All­ge­mei­ner Ver­trags­be­din­gun­gen sein Recht nicht wahr­nimmt, liegt ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung i. S. von § 307 Abs. 1 BGB (BAG 14.03.2007 – 5 AZR 630/06 – Rz. 27, EzA § 307 BGB, 2002, Nr. 18; BAG 24.10.2007 – 10 AZR 825/06 – Rz. 14, a. a. O).
2. Un­ter Be­ach­tung die­ser Ausführun­gen kann im Streit­fall nicht von ei­nem Ver­s­toß ge­gen das in § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB nor­mier­te Trans­pa­renz­ge­bot aus­ge­gan­gen wer­den. Der Kläger hat zu kei­nem Zeit­punkt gel­tend ge­macht, ihm sei es kaum möglich ge­we­sen, den In­halt der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 zu ver­ste­hen. Im Ge­gen­teil: Der Kläger hat für 2004 auf der Grund­la­ge die­ser Ver­ein­ba­rung 9.000,-- € als va­ria­ble Vergütung er­hal­ten, oh­ne hier­ge­gen zu de­mons­trie­ren.
IV. Un­ter­liegt die auch für die Jah­re 2005 bis 2007 gel­ten­de Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 dem­nach kei­ner all­ge­mei­nen Bil­lig­keits- oder In­halts­kon­trol­le nach den §§ 307 ff. BGB, bleibt, was ih­re Wirk­sam­keit be­trifft, nur die für je­den Ver­trag gel­ten­de Rechts­kon­trol­le be­zo­gen auf all­ge­mein gel­ten­de Nich­tig­keits- bzw. Un­wirk­sam­keits­nor­men, wie z. B. § 138 Abs. 1 oder Abs. 2 BGB (vgl. An­nuß NZA 2007, 290; Bau­er/Dil­ler/Göpfert BB 2002, 882, 884; vgl. auch BAG 21.06.2000 – 5 AZR 806/98 – DB 2000, 1920, 1921). Die­ser Rechts­kon­trol­le hält die Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 ins­be­son­de­re auch im Hin­blick auf die Re­ge­lung, wo­nach die Par­tei­en als Kom­po­nen­ten für die Ziel­er­rei­chung teil­wei­se auch Zie­le des Un­ter­neh­mens (die Er­rei­chung ei­nes be­stimm­ten Um­sat­zes, Er­rei­chen ei­nes be­stimm­ten EBITs, Er­rei­chen ei­nes durch­schnitt­li­chen De­ckungs­bei­tra­ges) ver­ein­bart ha­ben, stand. Es ist all­ge­mein an­er­kannt, dass die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en Un­ter­neh­mens­zie­le und da­mit Zie­le fest­le­gen können, die an den Er­folg des Un­ter­neh­mens, z. B. den Ge­winn oder den Um­satz, an­knüpfen. Sie können be­stim­men, dass für die Ziel­er­rei­chung der Er­folg ei­ner Ab­tei­lung oder ei­nes „Teams“ maßge­bend sein soll. Ge­gen­stand ei­ner Ziel­ver­ein­ba­rung können aber auch persönli­che Zie­le sein, die in­di­vi­du­el­le Leis­tun­gen im Blick ha­ben (BAG 12.12.2007 – 10 AZR 97/07 – Rz. 26, a. a. O.; vgl. auch Hess. LAG 14.08.2008 – 20 Sa 1172/07 – Rz. 37, ju­ris; An­nuß NZA 2007, 290; Hei­den DB 2006, 2401, 2403; Lembke BB 2008, 170).
V. Ei­ne Un­ver­bind­lich­keit der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 für die Jah­re 2005 bis 2007 folgt auch nicht dar­aus, dass die Be­klag­te in den ge­nann­ten Jah­ren von ih­rem in der vor­ge­nann­ten Ziel­ver­ein­ba­rung ent­hal­te­nen Recht, die Stück­zahl der zu er­rei­chen­den Mei­len­stei­ne M4 an ei­ne sich im Ver­lau­fe des
Ka­len­der­jah­res ändern­de Kun­den­zu­sa­ge ge­genüber F. an­zu­pas­sen, kei­nen Ge­brauch ge­macht hat. Bei die­ser An­pas­sungs­klau­sel han­delt es sich um ein sog. ein­sei­ti­ges Leis­tungs­be­stim­mungs­recht der Be­klag­ten, auf des­sen Ausübung der Kläger kei­nen An­spruch hat. In­so­fern teilt die Kam­mer auch nicht die Auf­fas­sung der Vor­in­stanz, dass erst, wenn fest­ste­he, die Kun­den­zu­sa­ge ha­be sich geändert, die Be­klag­te ver­pflich­tet sei, ei­ne ent­spre­chen­de Ände­rung un­ter Ausübung des bil­li­gen Er­mes­sens durch­zuführen. Ei­nen An­pas­sungs­an­spruch zu­guns­ten des Klägers ha­ben die Par­tei­en in der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 ge­ra­de nicht ver­ein­bart. Der Kläger hätte nur dann, wenn die Be­klag­te von ih­rem ein­sei­ti­gen An­pas­sungs­recht Ge­brauch ge­macht hätte, das Er­geb­nis auf sei­ne Bil­lig­keit gemäß § 315 Abs. 3 Satz 1 BGB über­prüfen las­sen können. Die­se Bil­lig­keits­kon­trol­le erübrigt sich im Streit­fall, da die Be­klag­te, wie be­reits erwähnt, von ih­rem An­pas­sungs­recht in den Jah­ren 2005 bis 2007 kei­nen Ge­brauch ge­macht hat.
VI. Ei­ne An­pas­sung der in der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 ent­hal­te­nen Kom­po­nen­ten für die Ziel­er­rei­chung könn­te der Kläger be­zo­gen auf die Jah­re 2004 bis 2007 al­ler­dings, wor­auf die Vor­in­stanz zu Recht hin­weist, nach § 313 Abs. 1 Satz 1 BGB ver­lan­gen (vgl. auch Bau­er/Dil­ler/Göpfert BB 2002, 882, 884). Da­nach kann, so­fern sich Umstände, die zur Grund­la­ge des Ver­trags ge­wor­den sind, nach Ver­trags­schluss schwer­wie­gend verändert ha­ben und die Par­tei­en den Ver­trag nicht oder mit an­de­rem In­halt ge­schlos­sen hätten, wenn sie die­se Verände­rung vor­aus­ge­se­hen hätten, die An­pas­sung des Ver­trags ver­langt wer­den, so­weit ei­nem Teil un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­fal­les, ins­be­son­de­re der ver­trag­li­chen oder ge­setz­li­chen Ri­si­ko­ver­tei­lung, das Fest­hal­ten am un­veränder­ten Ver­trag nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann. Der in­so­weit dar­le­gungs­pflich­ti­ge Kläger hat je­doch we­der erst noch zweit­in­stanz­lich Ge­sichts­punk­te dafür vor­ge­tra­gen, dass die der Ziel­ver­ein­ba­rung vom 28.05.2004 zu­grun­de lie­gen­den Vor­ga­ben, ins­be­son­de­re für die Un­ter­neh­mens­zie­le, sich im Ver­gleich des Jah­res 2004 mit den Jah­ren 2005 bis 2007 der­ar­tig gra­vie­rend geändert ha­ben, dass ei­ne An­pas­sung nach § 313 Abs. 1 Satz 1 BGB er­for­der­lich ge­we­sen wäre.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO i. V. m. § 64 Abs. 6 Satz 1 ArbGG.
Die Kam­mer hat der Rechts­sa­che grundsätz­li­che Be­deu­tung bei­ge­mes­sen und des­halb die Re­vi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt gemäß § 72 Abs. 1 Nr. 1 ArbGG zu­ge­las­sen.
R E C H T S M I T T E L B E L E H R U N G : Ge­gen die­ses Ur­teil kann vom Kläger
ein­ge­legt wer­den.Die Re­vi­si­on muss inner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim
1. Rechts­anwälte,2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Nr. 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju-
ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und Pro­zess­ver­tre­tung der Mit­glie­der die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
Ei­ne Par­tei, die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. * ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den.
gez.: Prof. Dr. Vos­sen gez.: Nauck gez.: Schörnich	m.hensche.de
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References: Art. 3
 § 280
 § 307
 § 313
 § 280
 § 313
 § 313
 § 280
 § 611
 § 275
 § 611
 § 280
 § 611
 § 6
 § 307
 § 307
 § 307
 § 307
 § 307
 § 307
 § 138
 § 315
 § 313
 § 313
 § 97
 § 64
 § 72