Source: https://www.jusline.at/entscheidung/522251
Timestamp: 2020-02-26 17:40:21+00:00

Document:
Entscheidung TE AsylGH Erkenntnis 2011/03/24 E5 418184-1/2011 - JUSLINE Österreich
E5 418.184-1/2011-6E
Der Asylgerichtshof hat durch die Richterin Dr. Kloibmüller als Vorsitzende und den Richter Mag. Habersack als Beisitzer über die Beschwerde des XXXX, StA. Türkei, vertreten durch Dr. KLODNER, gegen den Bescheid des Bundesasylamtes vom 16.02.2011, Zl. 11 00.346-BAW, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:
I.1.1. Der Beschwerdeführer, ein Staatsangehöriger der Türkei türkischer Abstammung, reiste am 07.01.2011 illegal nach Österreich ein und stellte am 13.01.2011 im Zuge einer fremdenpolizeilichen Anhaltung gegenständlichen Antrag auf internationalen Schutz.
Er wurde hiezu am 13.01.2011 durch Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes des LPK für Wien, Abteilung für fremdenpolizeiliche Maßnahmen und Anhaltevollzug, erstbefragt. Im Wesentlichen führte er dort aus, dass es zwischen der Familie des Vaters des Beschwerdeführers und einer Familie aus einem Nachbardorf namens XXXX seit vielen Jahren eine Blutrache gebe. Nähere Angaben zur Blutrache könne er jedoch nicht machen. Er wisse lediglich, dass Personen umgebracht worden seien. Im Sommer 2008 sei auf den Beschwerdeführer, als er sich auf dem Heimweg befunden habe, von einem fahrenden Auto aus geschossen worden. Da er der einzig verbliebene Mann seiner Familie sei, könne nur er das Ziel gewesen sein. Da er nicht umgebracht werden wolle, habe er die Türkei verlassen und sei nach Österreich gereist, da er gehört habe, dass man hier leicht Asyl bekommen würde. Mit den Behörden in seinem Heimatland habe der Beschwerdeführer keinerlei Probleme gehabt.
Am 16.02.2011 wurde der Beschwerdeführer vor dem Bundesasylamt niederschriftlich einvernommen, wo er zusammengefasst ausführte, dass er im Dorf XXXX, Provinz Aksaray geboren worden und aufgewachsen sei und wo er fünf Jahre die Volksschule besucht habe. Bis 1989 habe der Beschwerdeführer in seinem Heimatdorf gelebt. Von 1989 bis 1999 habe sich der Beschwerdeführer legal im Rahmen einer Familienzusammenführung in Deutschland aufgehalten. Aufgrund familiärer Probleme sei er jedoch im Jahr 1999 aufgefordert worden, Deutschland zu verlassen. Der Beschwerdeführer habe von 1999 bis 2000 seinen Militärdienst absolviert und habe bis zu seiner Ausreise als Bauhilfsarbeiter gearbeitet. Er habe sich nach seiner Rückkehr in die Türkei im Jahr 1999 in seinem Heimatdorf und in Ankara aufgehalten.
In der Türkei seien nach wie vor die Mutter des Beschwerdeführers und eine leibliche Schwester aufhältig. Zur Mutter habe der Beschwerdeführer keinen Kontakt, diesen habe er auch nicht gehabt, als er sich noch in der Türkei aufgehalten habe. Der Vater des Beschwerdeführers, zu diesem würde ein Kontakt bestehen, sowie drei Stiefbrüder, ein leiblicher Bruder und eine Stiefschwester würden legal in Deutschland leben. Zwei weitere leibliche Brüder des Beschwerdeführers würden sich in Frankreich glaublich als Asylwerber aufhalten.
In Österreich würden zwar Verwandte der Mutter des Beschwerdeführers leben, zu diesen bestehe jedoch kein Kontakt. Seinen Lebensunterhalt bestreite der Beschwerdeführer durch die Unterstützung von Freunden und durch die Unterstützung seines Vaters.
Zu seinem Ausreisegrund wurde vom Beschwerdeführer zusammengefasst ausgeführt, dass es vor etwa 40 Jahren einen Streit zwischen der Familie des Vaters des Beschwerdeführers und der Familie XXXX, diese würde in einem Nachbardorf namens XXXX wohnen, gegeben habe. Anlässlich dieses Streites habe der Vater des Beschwerdeführers ein Mitglied dieser Familie getötet, jedoch habe der Onkel seines Vaters die Tat auf sich genommen. Aus diesem Grund sei dieser 19 Jahre lang in Haft gewesen und als er in den 90er Jahren entlassen worden sei, sei er von einem Mitglied der Familie XXXX getötet worden. Im Jahr 1996 habe der Sohn des getöteten Onkels des Vaters des Beschwerdeführers ein Mitglied der Familie XXXX getötet. Dieser sei für diese Tat neun Jahre im Gefängnis gewesen und würde jetzt in Frankreich leben. Weil der Beschwerdeführer das einzige männliche Mitglied seiner Familie gewesen sei, sei er bedroht, indem er einen Brief erhalten habe, und sei im Jahr 2008 auf ihn geschossen worden. Diesen Vorfall habe er auch bei der Polizei gemeldet, jedoch habe diese keine Beweise gefunden und sei sie aus diesem Grund nicht tätig geworden. In der Folge habe sich der Beschwerdeführer versteckt gehalten und dazu entschlossen, die Türkei zu verlassen. Er habe jedoch nicht früher die Türkei verlassen können, da er keinen Schlepper gefunden habe. Bezüglich der Familie XXXX könne der Beschwerdeführer keine Angaben machen, zumal er niemanden kenne. Hinsichtlich des Grundes für den Streit führte er aus, dass es sich dabei um Grundstücksstreitigkeiten gehandelt habe.
Mit Bescheid des Bundesasylamtes vom 16.02.2011, Zl. 11 00.346-BAW, wurde der Antrag auf internationalen Schutz in Spruchteil I unter Berufung auf § 3 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG 2005 bezüglich der Zuerkennung des Status des Asylberechtigten abgewiesen; in Spruchteil II wurde gemäß § 8 Abs. 1 iVm § 2 Abs. 1 Z 13 AsylG der Antrag auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des Status des subsidiär Schutzberechtigten in Bezug auf den Herkunftsstaat Türkei abgewiesen; in Spruchpunkt III wurde der Beschwerdeführer gemäß § 10 Abs. 1 Z 2 AsylG aus dem österreichischen Bundesgebiet in die Türkei ausgewiesen.
Die Erstbehörde traf darin aktuelle Feststellungen mit nachvollziehbaren Quellenangaben zur allgemeinen Lage in der Türkei.
Beweiswürdigend wurde ausgeführt, dass ob der Unglaubwürdigkeit des Vorbringens bzw der fehlenden Asylrelevanz von einer Verfolgung in der Türkei nicht ausgegangen werden könne.
Im Einzelnen wurde dazu ausgeführt, dass der Beschwerdeführer erst aus Anlass einer fremdenrechtlichen Kontrolle einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt habe. Grundsätzlich sei jedoch davon auszugehen, dass tatsächlich verfolgte Personen unmittelbar nach ihrer Einreise aus eigenem Kontakt mit den Asylbehörden aufnehmen würden. Auch sei davon auszugehen, dass Personen, die eine Verfolgung im Herkunftsland behaupten, sich nicht dem Asylverfahren entziehen und über eine ladungsfähige Adresse verfügen würden. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass die Einreise nach Österreich nicht aus asylrelevanten Gründen erfolgt sei. Bezüglich des Vorbringens des Beschwerdeführers, in der Türkei von Blutrache bedroht zu sei, wurde ausgeführt, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass er nur vage und oberflächliche Angaben zu seinem Ausreisegrund zu machen in der Lage sei. Dies lasse sich auch nicht mit dem Vorbringen, dass die Blutrache seit Jahrzehnten bestehen würde, in Einklang bringen. Es sei davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer bei Bestehen einer jahrzehntelangen Blutrache eingehend über die Hintergründe informiert hätte bzw die betroffenen oder involvierten Personen namentlich angeben könne. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, nachdem von der verfeindeten Familie im Jahr 2008 auf ihn ein Schussattentat verübt worden sein, weiterhin in seinem Heimatort verblieben sei. Die diesbezüglich gelieferte Erklärung, er habe nicht früher einen Schlepper gefunden, vermag nicht zu überzeugen, sei ihm doch die Übersiedlung in eine große Stadt möglich und zumutbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe jedoch im Jahr 2009 einen Führerscheinkurs in seinem Heimatort besucht (auch der Führerschein wurde in seinem Heimatort ausgestellt) und dort auch als Bauhilfsarbeiter bis zu seiner Ausreise gearbeitet. Was das Vorbringen bezüglich der Inanspruchnahme der Polizei hinsichtlich des Schussattentates anbelangt, so verwickelte sich der Beschwerdeführer diesbezüglich in Widersprüche. Auch hinsichtlich der Angaben, der Beschwerdeführer sei in der Türkei das einzige männliche Mitglied seiner Familie gewesen, wurde festgehalten, dass er sich von 1989 bis 1999 legal in Deutschland aufgehalten habe. Wenn der Beschwerdeführer tatsächlich beführtet hätte, Opfer einer jahrzehntelangen Blutrache zu werden, so wäre er nicht in die Türkei zurückgekehrt. In einer Gesamtscheu kam das Bundesasylamt zu Ergebnis, dass die vom Beschwerdeführer behauptete Blutrache nicht den Tatsachen entspreche und es sich dabei um ein ausschließlich gedankliches Konstrukt handeln würde. Weiters wurde hervorgehoben, dass der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt eine asylrechtlich relevante Verfolgung von staatlicher Seite behauptet habe.
Hinsichtlich Art 8 EMRK wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer über keine familiären Anknüpfungspunkte in Österreich verfügen würde. Hinsichtlich des Privatlebens wurde ausgeführt, dass der Beschwerdeführer sich illegal im Bundesgebiet aufgehalten habe und erst aus dem Anhaltezentrum heraus einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt habe. Er habe keinen Aufenthaltstitel, abgesehen von der vorübergehenden Aufenthaltsberechtigung aufgrund der Antragstellung, für Österreich, verfüge über keine familiären Beziehungen im Bundesgebiet, pflege Kontakt mit Landsleuten, spreche kaum Deutsch und übe keine Erwerbstätigkeit aus. In einer Gesamtabwägung würden daher jedenfalls die öffentlichen Interessen an seiner Ausweisung überwiegen.
I.1.2. Gegen diesen am 16.02.2011 vom Beschwerdeführer persönlich übernommenen Bescheid wurde mit Schreiben vom 23.02.2011 fristgerecht Beschwerde erhoben.
Begründend wurde im Wesentlichen das erstinstanzliche Vorbringen wiederholt. Abgesehen davon erging sich die Beschwerde in apodiktische Aussagen, die in keinem Zusammenhang zum Vorbringen des Beschwerdeführers stehen. Des Weiteren wurde moniert, dass das Bundesasylamt zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit des Vorbringens des Beschwerdeführers Erhebungen vor Ort hätte machen müssen.
Einsicht in den dem Asylgerichtshof vorgelegten Verwaltungsakt des Bundesasylamtes, beinhaltend unter anderem die Niederschriften der Erstbefragung und der Einvernahmen vor dem Bundesasylamt sowie die Beschwerde des Beschwerdeführers;
Einsicht in die vom Bundesasylamt in das Verfahren eingebrachten Erkenntnisquellen betreffend die allgemeine Lage im Herkunftsstaat des Beschwerdeführers, die dem Asylgerichtshof von Amts wegen vorliegen.
Der Beschwerdeführer ist Staatsangehöriger der Türkei, Angehöriger der türkischen Volksgruppe und sunnitischen Glaubens. Er wurde im Dorf XXXX, Provinz Aksaray geboren, wo er auch aufwuchs und fünf Jahre die Volksschule besuchte. Bis 1989 hat der Beschwerdeführer in seinem Heimatdorf gelebt. Von 1989 bis 1999 hat sich der Beschwerdeführer legal im Rahmen einer Familienzusammenführung in Deutschland aufgehalten. Aufgrund familiärer Probleme ist er jedoch im Jahr 1999 aufgefordert worden, Deutschland zu verlassen. Der Beschwerdeführer absolvierte von 1999 bis 2000 seinen Militärdienst und arbeitete bis zu seiner Ausreise als Bauhilfsarbeiter. Er hat sich nach seiner Rückkehr in die Türkei im Jahr 1999 in seinem Heimatdorf und in Ankara aufgehalten.
In der Türkei sind nach wie vor die Mutter des Beschwerdeführers und eine leibliche Schwester aufhältig. Zur Mutter hat der Beschwerdeführer keinen Kontakt, diesen hat er auch nicht gehabt, als er sich noch in der Türkei aufgehalten hat. Der Vater des Beschwerdeführers, zu diesem besteht ein Kontakt, sowie drei Stiefbrüder, ein leiblicher Bruder und eine Stiefschwester leben legal in Deutschland. Zwei weitere leibliche Brüder des Beschwerdeführers sind glaublich als Asylwerber in Frankreich aufhältig.
In Österreich leben zwar Verwandte der Mutter des Beschwerdeführers, zu diesen besteht jedoch kein Kontakt. Seinen Lebensunterhalt bestreitet der Beschwerdeführer durch die Unterstützung von Freunden und durch die Unterstützung seines Vaters.
I.3.2.1. Die Beschwerde hält der substantiierten und schlüssigen Beweiswürdigung der Erstbehörde in Bezug auf die fehlenden bzw nicht glaubwürdigen Fluchtgründe des Beschwerdeführers nichts Substantiiertes entgegen.
Nachvollziehbar führte das Bundesasylamt im Einzelnen dazu aus, dass der Beschwerdeführer erst aus Anlass einer fremdenrechtlichen Kontrolle einen Antrag auf internationalen Schutz gestellt habe. Grundsätzlich sei jedoch davon auszugehen, dass tatsächlich verfolgte Personen unmittelbar nach ihrer Einreise aus eigenem Kontakt mit den Asylbehörden aufnehmen würden. Auch sei davon auszugehen, dass Personen, die eine Verfolgung im Herkunftsland behaupten, sich nicht dem Asylverfahren entziehen und über eine ladungsfähige Adresse verfügen würden. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass die Einreise nach Österreich nicht aus asylrelevanten Gründen erfolgt sei. Bezüglich des Vorbringens des Beschwerdeführers, in der Türkei von Blutrache bedroht zu sein, wurde ausgeführt, dass es nicht nachvollziehbar sei, dass er nur vage und oberflächliche Angaben zu seinem Ausreisegrund zu machen in der Lage sei. Dies lasse sich auch nicht mit dem Vorbringen, dass die Blutrache seit Jahrzehnten bestehen würde, in Einklang bringen. Es sei davon auszugehen, dass sich der Beschwerdeführer bei Bestehen einer jahrzehntelangen Blutrache eingehend über die Hintergründe informiert hätte bzw die betroffenen oder involvierten Personen namentlich angeben könne. Insbesondere sei nicht nachvollziehbar, dass der Beschwerdeführer, nachdem von der verfeindeten Familie im Jahr 2008 auf ihn ein Schussattentat verübt worden sei, weiterhin in seinem Heimatort verblieben sei. Die diesbezüglich gelieferte Erklärung, er habe nicht früher einen Schlepper gefunden, vermag nicht zu überzeugen, sei ihm doch die Übersiedlung in eine große Stadt möglich und zumutbar gewesen. Der Beschwerdeführer habe jedoch im Jahr 2009 einen Führerscheinkurs in seinem Heimatort besucht (auch der Führerschein wurde in seinem Heimatort ausgestellt) und dort auch als Bauhilfsarbeiter bis zu seiner Ausreise gearbeitet. Was das Vorbringen bezüglich der Inanspruchnahme der Polizei hinsichtlich des Schussattentates anbelangt, so verwickelte sich der Beschwerdeführer diesbezüglich in Widersprüche. Auch hinsichtlich der Angaben, der Beschwerdeführer sei in der Türkei das einzige männliche Mitglied seiner Familie gewesen, wurde festgehalten, dass er sich von 1989 bis 1999 legal in Deutschland aufgehalten habe. Wenn der Beschwerdeführer tatsächlich beführtet hätte, Opfer einer jahrzehntelangen Blutrache zu werden, so wäre er nicht in die Türkei zurückgekehrt. In einer Gesamtscheu kam das Bundesasylamt zu Ergebnis, dass die vom Beschwerdeführer behauptete Blutrache nicht den Tatsachen entspreche und es sich dabei um ein ausschließlich gedankliches Konstrukt handeln würde. Weiters wurde hervorgehoben, dass der Beschwerdeführer zu keinem Zeitpunkt eine asylrechtlich relevante Verfolgung von staatlicher Seite behauptet habe.
Die Beschwerde vermochte die Beweiswürdigung des Bundesasylamtes nicht in Zweifel zu ziehen. Begründend wurde im Wesentlichen das erstinstanzliche Vorbringen wiederholt. Abgesehen davon erging sich die Beschwerde in apodiktische Aussagen, die in keinem Zusammenhang zum Vorbringen des Beschwerdeführers stehen. Des Weiteren wurde moniert, dass das Bundesasylamt zur Überprüfung der Glaubwürdigkeit des Vorbringens des Beschwerdeführers Erhebungen vor Ort hätte machen müssen.
I.3.2.2. Die beweiswürdigenden Ausführungen des Bundesasylamtes waren schlüssig und nachvollziehbar und die Beschwerde in ihrer Oberflächlichkeit nicht geeignet, diese in Zweifel zu ziehen. In der Beschwerdeschrift wurde nicht einmal ansatzweise versucht, der ausführlichen und schlüssigen Beweiswürdigung des Bundesasylamtes in qualifizierter Form entgegenzutreten. Vielmehr beschränkte man sich darauf, das bisherige Vorbringen des Beschwerdeführers zu wiederholen. Abgesehen davon erging sich die Beschwerde in apodiktischen Ausführungen, die mit den Angaben des Beschwerdeführers in keinem Zusammenhang stehen. Zu den in der Beschwerde monierten Erhebungen vor Ort, um die Glaubwürdigkeit des Vorbringens des Beschwerdeführers zu überprüfen, ist auszuführen, dass sich für den Asylgerichtshof nicht erhellt, was genau erhoben werden sollte. Diesbezügliche Ausführungen blieb nämlich die Beschwerde schuldig. Überdies brachte der Beschwerdeführer keinerlei Beweismittel in Vorlage, die zum einen seine Ausreisegründe untermauert hätten und die zum anderen einer Überprüfung zugänglich wären. Die bloße Rüge alleine, dass das Verfahren aufgrund der fehlenden Erhebungen vor Ort aus diesem Grund mangelhaft geblieben sei, genügt jedoch nicht.
Aus Sicht des Asylgerichtshofes ist es entbehrlich, näher auf die Ausführungen in der Beschwerde hinsichtlich der undetaillierten Angaben des Beschwerdeführers ("Man möge bitte nicht schon wieder mit dem Konkretisierungsgebot kommen, wo ich doch bereits bei der ersten Poleinvernahme [gemeint wohl: Polizeieinvernahme] aus eigenem Antrieb vorgebracht hatte, dass ich natürlich nicht alle Details dieser Blutfehde wissen könnte, weil die mir nächsten Verwandten aus reinen Sicherheitsgründen mir nicht alle Details mitteilen konnten, da schon eine daraus eine weitere Gefährdung nicht nur von ihnen, sondern speziell auch von mir zu erwarten gewesen wäre.") einzugehen, zumal diese Begründung insofern unplausibel ist, da anzunehmen ist, da sich gerade die Person, in diesem Fall der Beschwerdeführer, - wie bereits in der Beweiswürdigung des Bundesasylamtes ausgeführt - über eine potentielle Gefährdungslage in allen Details schon aus reinem Eigeninteresse informieren wird. Worin die Sicherheitsgründe liegen sollten, weshalb man dem Beschwerdeführer nichts Näheres über die behauptete Blutrache erzählt habe, ist für den Asylgerichtshof nicht ersichtlich, wäre sogar im vorliegenden Fall bei Wahrunterstellung letztlich kontraproduktiv.
Auch die Argumentation im Hinblick auf die beweiswürdigenden Ausführungen des Bundesasylamtes, dass der Beschwerdeführer erst nachdem er einer fremdenpolizeilichen Kontrolle unterzogen worden sei, einen Asylantrag gestellt habe, dass er in Traiskirchen schlechtes erlebt habe, wobei offen bleibt, was dort genau geschehen sein soll, und ihn dies nicht dazu veranlasst habe, dem nächstbesten Polizisten in die Arme zu springen und ihm freudig entgegen zu schmettern, dass er hier sei, in diesem superdemokratischen Land und er ihn nach Traiskirchen führe, wie gesetzlich vorgesehen, um dort einen Asylantrag zu stellen, ist insofern völlig absurd, zumal die Einvernahmen ja erst nach einer Asylantragstellung erfolgen, somit seine behaupteten schlechten Erfahrungen in Traiskirchen zum Zeitpunkt seiner Einreise bis zum Zeitpunkt seiner Kontrolle noch gar nicht bestanden. Was ihn tatsächlich daran gehindert haben soll, sofort nach seiner Einreise in Österreich einen Asylantrag zu stellen, bleibt somit offen. In diesem Zusammenhang muss noch festgehalten werden, dass der Beschwerdeführer in Traiskirchen niemals eine Einvernahme hatte, sondern durch ein Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes des LPK für Wien, Abteilung für fremdenpolizeiliche Maßnahmen und Anhaltevollzug, und vor dem Bundesasylamt Wien einvernommen wurde. Des Weitern wurde mehr als oberflächlich behauptet, dass es anläßlich der Erstbefragung durch das Organ des öffentlichen Sicherheitsdienstes des LPK für Wien, Abteilung für fremdenpolizeiliche Maßnahmen und Anhaltevollzug, zu einem "Humbug" im Hinblick auf die Angaben des Beschwerdeführers gekommen sei. Dies vermag insofern nicht zu überzeugen, zumal dies erstmalig in der Beschwerde behauptet wurde, ohne detailliert darauf einzugehen, was genau damit gemeint sei bzw was er anderes angegeben hätte. Überdies wurden etwaige Probleme anlässlich der Erstbefragung vor dem Bundesasylamt nicht moniert, obschon er ausdrücklich gefragt wurde, ob er bei seinen dort gemachten Angaben bleibe.
Der Vollständigkeit halber ist festzuhalten, dass dem Antrag in der Beschwerde, den Beschwerdeführer amtswegig einer psychiatrischen Untersuchung zuzuführen, nicht zu folgen war, zumal sich weder aus dem Verfahren vor dem Bundesasylamt, der Aktenlage oder der Beschwerde Hinweise auf eine Möglich psychische Beeinträchtigung ergaben. Überdies ist für den Asylgerichtshof nicht ersichtlich, zu welchem Zweck eine solche Untersuchung angeordnet werden sollte, zumal in der Beschwerde, abgesehen vom diesbezüglichen Antrag, keine weiterführenden Erklärungen enthalten sind.
In einer Gesamtschau war die Beschwerde nicht geeignet, die beweiswürdigenden Ausführungen des Bundesasylamtes in Zweifel zu ziehen.
Nichtsdestotrotz soll in diesem Zusammenhang - abgesehen von der Glaubwürdigkeit des diesbezüglichen Vorbringens des Beschwerdeführers - Folgendes ausgeführt werden:
Festzuhalten ist in diesem Zusammenhang, dass eine asylrelevante Verfolgung im Lichte der Genfer Flüchtlingskonvention und der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshofes nicht nur dann angenommen werden kann, wenn die Verfolgungshandlungen vom Verfolgerstaat ausgehen, sondern auch wenn die staatlichen Maßnahmen nicht im Ergebnis dazu führen, dass der Eintritt eines asylrechtlich, relevante Intensität erreichenden Nachteils aus der von dritter Seite ausgehenden Verfolgung nicht mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit abgewendet werden kann (vgl. hiezu etwa VwGH 30.06.2005, Zahl 2002/20/0205; VwGH 01.09.2005, Zahl 2005/20/0357), was im letzteren Fall dann Relevanz zeitigen könnte, wenn die staatlichen Behörden nicht "schutzwillig" oder "schutzfähig" gegenüber solchen - aus den in der Genfer Flüchtlingskonvention genannten Gründen erfolgenden - Angriffen Dritter sind.
Nach der Judikatur des EGMR, H.L.R gegen Frankreich, Urteil vom 29.4.1997, ist es in erster Linie Aufgabe des Antragstellers, konkret darzustellen bzw. glaubhaft zu machen, dass die staatlichen Autoritäten nicht in der Lage sind, ausreichend vor solchen Gefahren zu schützen.
Die Verpflichtung der Behörde zur amtswegigen Ermittlungspflicht geht nicht so weit, dass sie in jeder denkbaren Richtung Ermittlungen durchzuführen hätte, sondern sie besteht nur insoweit, als konkrete Anhaltspunkte aus den Akten, etwa das Vorbringen der Partei (VwSlg 13.227 A/1990) dazu Veranlassung geben (VwGH 4.4.2002, 2002/08/0221).
Vorliegend sind dem Vorbringen des Beschwerdeführers bzw in der Beschwerdeschrift keine konkreten Hinweise zu entnehmen, dass im gegenständlichen Fall keine ausreichenden Schutzmechanismen der zuständigen staatlichen Behörden vorhanden wären, um den Eintritt eines von ihm für möglich gehaltenen Erfolges mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit nicht zuzulassen. Der Beschwerdeführer hat eigenen Angaben zufolge eine Anzeige bei der Polizei erstattet, somit den Versuch unternommen, sich unter den Schutz des türkischen Staates zu stellen. Das die Ermittlungen zu keinem Ergebnis geführt hätten ändert nichts an der Schutzfähigkeit und -willigkeit des türkischen Staates. Es kann daher - ohne konkretes Vorbringen - eine Schutzunfähigkeit bzw. -unwilligkeit der türkischen Behörden nicht angenommen werden (vgl. hierzu auch die Ausführungen des VwGH im Erk. vom 8.6.2000, Zahl 2000/20/0141 zu den Voraussetzungen der Schutzwilligkeit und Schutzfähigkeit des türkischen Staates).
Es war im gegenständlichen Fall daher davon auszugehen, dass auf Grund ausreichender Schutzmechanismen, zu denen der Beschwerdeführer auch Zugang hatte, eine Furcht vor einer mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden asylrelevanten Verfolgung, unter Zugrundelegung eines objektiv-subjektiven Maßstabes (VwGH 09.05.1996, Zl.95/20/0380), nicht als wohlbegründet zu erachten wäre. Das apodiktische Vorbringen in der Beschwerdeschrift, dass die türkische Polizei dem Beschwerdeführer keinen Schutz habe bieten können, vermag an dieser Beurteilung ob der Oberflächlichkeit nichts zu ändern, zumal es auch in der Beschwerde unterlassen wurde, die diesbezüglichen Ungereimtheiten im Vorbringen des Beschwerdeführers aufzuklären.
Darüber hinaus wurden vom Beschwerdeführer keine weiteren, vor allem staatliche, Verfolgungen behauptet. Der Asylgerichtshof sieht vor dem Hintergrund, dass sich fast die gesamte Familie des Beschwerdeführers im Ausland befindet, vielmehr den Grund für die Ausreise aus der Türkei.
Abgesehen davon ist festzuhalten, dass etwaige wirtschaftliche Schwierigkeiten objektiv nicht dazu geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der GFK zu begründen. Der bloße Wunsch in Österreich ein besseres Leben aufgrund eines erhofften leichteren Zugangs zum Arbeitsmarkt zu haben, vermag die Gewährung von Asyl jedenfalls nicht zu rechtfertigen.
Es kann der belangten Behörde im Hinblick auf die Beachtung des Grundsatzes der materiellen Wahrheit zur Erforschung des für ihre Entscheidung maßgebenden Sachverhaltes (§ 37 AVG) nicht vorgeworfen werden, wenn sie ihrerseits bestrebt ist, im Rahmen des Ermittlungsverfahrens auftretende Widersprüche oder Unklarheiten aufzuklären. Im Übrigen kommt dem betroffenen Asylwerber eine besondere Verpflichtung zur Mitwirkung an der Feststellung des für seine Sache maßgebenden Sachverhaltes zu, der sich auf Grund der für das Asylverfahren typischen Sach- und Beweislage in vielen Fällen oft nur aus den persönlichen Angaben des Asylwerbers erschließt. Um die Angaben des Asylwerbers für glaubhaft halten zu können, müssen diese für die belangte Behörde und den Asylgerichtshof auf Grund der vorhandenen Beweise nach freier Überzeugung jedenfalls wahrscheinlich erscheinen. Dies war jedoch in der gegenständlichen Rechtssache nicht der Fall.
I.3.3. Des Weiteren kann auch vom Asylgerichtshof nicht erkannt werden, dass der Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in die Türkei einer im Sinne des Art. 2 oder 3 EMRK relevanten Gefährdung ausgesetzt wäre.
Es kann auch nicht erkannt werden, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in die Türkei die notdürftigste Lebensgrundlage entzogen und die Schwelle des Art. 3 EMRK überschritten wäre (vgl. diesbezüglich das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 16.07.2003, 2003/01/0059, zur "Schwelle" des Art. 3 EMRK), hat doch der Beschwerdeführer selbst nicht ausreichend konkret vorgebracht, dass ihm im Falle einer Rückführung in die Türkei jegliche Existenzgrundlage - im Sinne des bereits zitierten Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofes vom 16.07.2003, 2003/01/0059 - fehlen würde und er in Ansehung existenzieller Grundbedürfnisse (wie etwa Versorgung mit Lebensmittel oder Unterkunft) einer lebensbedrohenden Situation ausgesetzt wäre, zumal sich Verwandte des Beschwerdeführers laut seinen Angaben nach wie vor in die Türkei aufhalten. Auch kann nicht davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer in die Türkei mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit jegliche Arbeitsmöglichkeit versagt bleiben würde, zumal es sich bei seiner Person um einen arbeitsfähigen und gesunden Mann handelt und er durchaus in der Lage war, vor seiner Ausreise einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dem wurde in der Beschwerdeschrift nichts Konkretes entgegengesetzt.
Dieser Einschätzung des Bundesasylamtes, dass im konkreten Fall keine Gründe vorliegen würden, die eine Verletzung des Art. 8 EMRK darstellen würden, wurde in der Beschwerde nicht entgegengetreten.
Mangels Vorliegens von familiären Anknüpfungspunkten im Bundesgebiet, der Beschwerdeführer gab selbst an, dass er zwar Verwandte in Österreich habe, zu diesen jedoch kein Kontakt bestehe, liegt kein Eingriff in das Familienleben des Beschwerdeführers vor.
Des Weiteren ergaben sich keinerlei Sachverhaltselemente, welche besonders im Rahmen der Ausweisung betreffend den Beschwerdeführer im Hinblick auf sein Privatleben zu berücksichtigen gewesen wären. Der Beschwerdeführer hält sich seit Jänner 2011 in Österreich auf. Hinweise auf eine zum Entscheidungszeitpunkt vorliegende berücksichtigungswürdige besondere Integration des Beschwerdeführers in sprachlicher, beruflicher und gesellschaftlicher Sicht sind nicht erkennbar, zumal er keiner Arbeit nachgeht und Unterstützung durch Freunde und seinem in Deutschland lebenden Vater erhält sowie sich offensichtlich vorwiegend in der türkischen Gesellschaft aufhält. Im Zusammenhang mit der illegalen Einreise des Beschwerdeführers nach Österreich und seinem erst kurzen Aufenthalt kann von keinem Umstand gesprochen werden, der über einem geordneten Fremdenwesen stehen würde.
Aus Sicht des Asylgerichtshofes, es ist aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer von keiner Aufenthaltsverfestigung in Österreich auszugehen und die rechtsmissbräuchliche Antragstellung zu berücksichtigen, überwiegt daher das öffentliche Interesse an einer Effektuierung der vorliegenden negativen Entscheidung über den Asylantrag, sofern man durch eine Ausweisung überhaupt einen Eingriff in Art. 8 EMRK bejahte (im Sinne von VfGH 29.09.2007, B 1150/07; 01.10.2007, G 179, 180/07 unter Bezugnahme auf Judikatur des EGMR). Die Ausweisung stellt daher keinen unzulässigen Eingriff in eine gemäß der EMRK geschützte Rechtsposition dar.
So ist die belangte Behörde ihrer Ermittlungspflicht durch detaillierte Befragung sowie mehrmalige Belehrung der beschwerdeführenden Partei über ihre Mitwirkungspflichten nachgekommen. Es muss berücksichtigt werden, dass dieser Ermittlungspflicht stets auch die Verpflichtung des Antragstellers gegenüber steht, an der Feststellung des verfahrensrelevanten Sachverhaltes mitzuwirken und ist es nicht der Asylbehörde anzulasten, wenn der Antragsteller durch offenkundig nicht den Tatsachen entsprechende Vorbringen dazu nicht bereit ist.
I.3.6. Den vom Bundesasylamt ins Verfahren eingeführten Länderberichten wurde durch die Beschwerde nicht fundiert entgegengetreten bzw wurde die Richtigkeit dieser nicht fundiert in Frage gestellt.
Sonstige Gründe zum Verlassen des Herkunftsstaates, insbesondere irgendeine staatliche Repression, hat der Beschwerdeführer nicht behauptet. Eine mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit eintretende Gefährdung im Sinn des Art. 3 EMRK kann demnach nicht erkannt werden.
Sofern der Beschwerdeführer implizit wirtschaftliche Gründe für das Verlassen der Türkei ins Treffen führt, ist darauf hinzuweisen, dass alleine in allgemeinen schlechten wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen keine Verfolgung gesehen werden kann (vgl. VwGH 08.06.2000, Zl. 99/20/0597 unter Bezugnahme auf VwGH 24.10.1996, Zl. 95/20/0321, 0322) und eine dem Beschwerdeführer diesbezüglich aus Gründen der GFK drohende Verfolgung nicht ersichtlich ist.
Es kann auch nicht erkannt werden, dass dem Beschwerdeführer im Falle einer Rückkehr in die Türkei die notdürftigste Lebensgrundlage entzogen und die Schwelle des Art. 3 EMRK überschritten wäre (vgl. diesbezüglich das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 16.07.2003, 2003/01/0059, zur "Schwelle" des Art. 3 EMRK), hat doch der Beschwerdeführer selbst nicht ausreichend konkret vorgebracht, dass ihm im Falle einer Rückführung in die Türkei jegliche Existenzgrundlage - im Sinne des bereits zitierten Erkenntnisses des Verwaltungsgerichtshofes vom 16.07.2003, 2003/01/0059 - fehlen würde und er in Ansehung existenzieller Grundbedürfnisse (wie etwa Versorgung mit Lebensmittel oder Unterkunft) einer lebensbedrohenden Situation ausgesetzt wäre, zumal Verwandte des Beschwerdeführers laut seinen Angaben nach wie vor in der Türkei leben. Auch kann nicht davon ausgegangen werden, dass dem Beschwerdeführer in der Türkei mit maßgeblicher Wahrscheinlichkeit jegliche Arbeitsmöglichkeit versagt bleiben würde, zumal es sich bei seiner Person um einen arbeitsfähigen und gesunden Mann handelt und er durchaus in der Lage war, vor seiner Ausreise einer Erwerbstätigkeit in der Türkei nachzugehen.
den Grad der Integration des Fremden, der sich in intensiven Bindungen zu Verwandten und Freunden, der Selbsterhaltungsfähigkeit, der Schulausbildung, der Berufsausbildung, der Teilnahme am sozialen Leben, de

References: § 3
 § 2
 § 8
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 § 10
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3