Source: https://issuu.com/koelner_alpenverein/docs/gl_2018_2
Timestamp: 2020-05-29 14:38:03+00:00

Document:
gletscherspalten 2/2018 by Kölner Alpenverein - Issuu
gletscher spalten 2/2018 | Mitteilungen der Sektion Rheinland-Kรถln des Deutschen Alpenvereins
> 11. Kรถlner AlpinTag am 6. Oktober 2018 im Forum Leverkusen
der Sommer ist da, was bringt er uns Schönes? Die DSGVO! Was das ist, weiß ich selbst nicht so genau, aber es ist wichtig. Sie geht jedes Vereinsmitglied an. Also studieren Sie genau, was im Datenschutz dazu geschrieben steht (Seite 9). Den heißesten Diskussionsstoff in unserem Vereinssommer dürfte der Plan für unser neues Sektionszentrum liefern. Auf der Mitgliederversammlung kam es zu lebhaften Diskussionen über das Für und das Wider. Am Ende hatten die Befürworter im Meinungsbild die Mehrheit. Weitere wichtige Informationen dazu und zur Versammlung können Sie dem Protokoll (Seite 24) und unserer Website (Veranstaltungen, Mitgliederversammlung) entnehmen. Viel erbaulicher zum Lesen sind allerdings die zahlreichen Berichte über die Aktivitäten unserer Mitglieder. Sie waren wieder in der ganzen Welt unterwegs – von Waldbreitbach bis Peru. Das Fazit: Schön ist es überall. Wer sein Traumziel auf den folgenden Seiten nicht findet, braucht nicht zu verzweifeln. Im Herbst gibt es eine Fülle von Inspirationen für Globetrotter. Das Vortragsprogramm AlpinVisionen (Seite 14) führt uns zum Start am 21. September auf den Friedensweg. Dem sollten wir alle folgen. Beim Kölner AlpinTag in Leverkusen am 6. Oktober (Seite 15) können Sie nicht nur bei aufregenden Reisereportagen dabei sein, sondern auch ein spannendes Unterhaltungsprogramm genießen oder jede Menge Know-how für alle möglichen Unternehmungen abfragen. Und mit ein bisschen Glück lässt sich dort ein passendes Schnäppchen auf dem Alpinen Secondhandmarkt finden.
Ich wünsche Ihnen schöne Erlebnisse in diesem Sommer Herzlichst Ihre
bergauf – bergab 5	Chiemgau
infos der sektion 8	Neu gewählte Gremienmitglieder
thema datenschutz 9	DSGVO
tourentipp 10	Naturpark Rhein-Westerwald tourengruppe 12	Ammergauer Alpen 13	Oberstdorf veranstaltungen 14	AlpinVisionen 2018/2019 15	11. Kölner AlpinTag 2018 16
sektions-archiv Ein Wandbuch erzählt
hütten und wege Sommer im Kölner Haus Serfauser Pillen
infos der sektion 20	Verschiedenes reportage 21	Peru 24
editorial  |  gletscherspalten 2/2018
Großbrand zerstört das Chimpanzodrome
Die Kultkletterhalle Chimpanzodrome in Frechen wurde in der Nacht vom 27. auf den 28. April ein Raub der Flammen. Der Kölner Alpenverein hat über Jahrzehnte eine enge Zusammenarbeit mit der Halle gelebt. Viele Veranstaltungen und Kurse wurden gemeinsam durchgeführt. Wir sind geschockt und so unendlich traurig – unsere Anteilnahme gilt dem Team des Chimpanzodromes rund um Achim und Richy und allen, die diese Kletterhalle geliebt haben! Wir wünschen Euch viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. Spenden willkommen
Neue Stolpersteine für ehemalige Mitglieder Am 18. April verlegte der Künstler Gunter Demnig auf unseren Wunsch die nächsten Stolpersteine für unsere ehemaligen jüdischen Mitglieder des Kölner Alpenvereins. Am Vormittag wurden die Stolpersteine für die Familie von Dr. Robert R. ­Gidion im Maarweg 27 in Köln-Braunsfeld und am Nachmittag die für das Ehepaar Marum, ganz in der Nähe unserer Geschäftsstelle, am Neumarkt 41, verlegt. Nähere Infos, Bilder und das Video dazu finden Sie unter ovt.dav-koeln.de. > Kalle Kubatschka
Die große Welle der Solidarität zeigt, welche Stellung die charaktervolle Kletterhalle mit der großen Glasfront in der Klettergemeinde hatte und welche riesige Lücke ihre Zerstörung hinterlässt. Es haben sich bereits mehrere private Spendeninitiativen gegründet: Wer für das Team des Chimpanzodromes spenden will, kann dies über Paypal www.paypal.me/chimpanzodrome oder das Spendenkonto DE19 3056 0548 3212 2210 14 tun. Förderverein gegründet Einige Kletterinnen und Kletterer haben den gemeinnützigen Förderverein „Klettersport in Frechen – Chimpanzodrome“ gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Projekte zu fördern, die dem Klettersport in Frechen und im Kölner Westen ein neues Zuhause geben. Der Verein soll der lokalen und regionalen Kletterwelt eine neue Plattform bieten, die den Geist des Chimpanzodromes weiterträgt und die Grundlage schafft, langfristig und auf solider Grundlage den Klettersport zu entwickeln und zu fördern. Der gemeinnützige Verein nimmt Fördermitglieder auf. Der Jahresbeitrag beträgt 50 Euro für Privatpersonen und 100 Euro für Unternehmen. Weitere Informationen unter www.foerdervereinchimpanzodrome.de. In memoriam Chimpanzodrome Das Chimpanzodrome hat als eine der ältesten großen Kletterhallen in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren den Hallenklettersport entscheidend mitgeprägt und Geschichte geschrieben. Die in einem historischen Gebäude untergebrachte Kletterhalle in Frechen bot den Leistungsorientierten eine ideale Plattform und hat dabei internationale Spitzensportlerinnen und Spitzensportler hervorgebracht. Gleichzeitig bot sie jungen Familien die Möglichkeit, entspannt ihren Sport auszuüben, während ihre Kinder von klein auf in dem unverwechselbar charmanten Ambiente aufwachsen konnten. Bis zu dem Brandunglück war bereits die 3. Klettergeneration in der Halle in der Vertikalen unterwegs. Diese Bandbreite an Möglichkeiten, dieser weltoffene Mix hat das Chimpanzodrome ausgemacht! > Kalle Kubatschka
Über den Service „Mein Alpenverein“ auf unserer Webseite kann der Mitglieder-Service mit dem Mitglieder-Passwort genutzt werden. Sie finden den Link dazu ganz oben im Menu, gekennzeichnet mit einem kleinen Edelweiß. Der Vorteil ist, dass Sie Ihre Mitgliederdaten einsehen können, bevor Sie uns Änderungen mitteilen. Ebenso haben Sie die Möglichkeit, sich Beitragsbescheinigungen auszudrucken. Das Mitglieder-Passwort ist nach einmaliger Regis­ trierung sofort nutzbar. Über „Mein Alpenverein“ können Sie jetzt aber noch weitere Funktionen nutzen: Sie erhalten Einsicht in Ihre Mitteilungen, die Sie über den Mitglieder-Service an uns gerichtet haben, zu Ihren Online-Anmeldungen zu Veranstaltungen und Kursen sowie zu Ihren Bestellungen von Karten für die AlpinVisionen oder zu ermäßigten Karten zu Kletterhallen. Aus „Mein Alpenverein“ können Sie darüber hinaus direkt Karten bestellen, sich für die Kletteranlage Hohenzollernbrücke eintragen oder die Kölner Eifelhütte reservieren. Dabei werden Ihre persönlichen Daten automatisch in die Formulare übernommen, was Ihnen Arbeit erspart und lästige Tippfehler vermeidet. Über Ihr persönliches Tourenbuch können Sie alle Gipfelsiege und Tourenerfolge in den Tourenarten Wanderung, Hüttentour, Bergtour, Klettertour, Eis-/Hochtour, Skitour, Trekking, Sportklettern oder Klettersteig eintragen. Damit behalten Sie den Überblick über Ihre Touren und können bei Anmeldungen zu Kursen und anspruchsvolleren Touren Ihren Kenntnisstand belegen. > Kalle Kubatschka
infos der sektion  |  gletscherspalten 2/2018
Auf der Terrasse der Priener Hütte
Jakobsmuschel und Wurstsemmel Kurze Genusstour im Chiemgau „Das nenne ich ’mal ’ne Hütte“. Freund Vitus zele­ briert die Jakobsmuschel auf seinem ­Vorspeisenteller. Wir sitzen im geräumigen und schicken Speisesaal der Sonnenalm (1.500 m), nahe der Bergstation hoch über Aschau. Draußen, vor den großen Panoramafenstern ist es still und dunkel geworden. Nur ferne Blitze wetterleuchten vom Chiemsee herüber. Als wir heute Nachmittag durstig und verschwitzt hier oben ankamen, war die große Terrasse bis auf den letzten Platz besetzt und Dutzende von Trachtengruppen bildeten mit ihren Fahnen, Musikinstrumenten und Böllern eine lange Schlange vor der Seilbahn, um zurück ins Tal gebracht zu werden. Immer am letzten Sonntag im August wird bei der Steinlingkapelle auf der Kampenwand eine der größten Bergmessen zum Gedenken an die Gefallenen der beiden Kriege gefeiert. Für heute ist die letzte Übernachtung unserer kurzen Tour durch die Chiemgauer Berge angesagt. Wir, fünf gebürtige Moselaner, sind bis auf ein Vater-Tochter-Pärchen die einzigen Gäste auf der Sonnenalm, genießen die komfortable Halbpension und lassen uns von der freundlichen Wirtin verwöhnen.
bergauf – bergab   |  gletscherspalten 2/2018
Vor fünf Tagen sind wir nach staufreier Fahrt in Neubeuern angekommen, wenige Kilometer vom Chiemsee und unserem Startpunkt Hohenaschau entfernt. Diesen Übernachtungsort haben wir gewählt, um den gesalzenen Übernachtungspreisen in Aschau aus dem Weg zu gehen. Vorgefunden haben wir ein romantisches Kleinod, ein Örtchen wie aus einem Modellbahnkatalog. Neubeuern wurde 1981 zum schönsten Dorf Deutschlands gewählt und es diente schon vielen Fernseh- und Filmproduktionen als malerische Kulisse.
Günstig logieren im schönsten Dorf Deutschlands
Unterwegs auf dem E4 Nur eine halbe Stunde Autofahrt bringt uns am nächsten Morgen auf den Parkplatz an der Talstation der Kampenwandbahn. Die Wanderschuhe an die Füße, die Rucksäcke auf den Buckel und ab geht es im Schatten des Schlosses über die Prien auf den E4, dem wir bis heute Abend folgen werden. Obwohl es noch früh am Morgen ist, die Steigung sich in Grenzen hält, und der Weg schattig durch Bergwälder führt, geraten wir schnell ins Schwitzen. Ein heißer, ein schwüler Tag
Die moderne Hochrieshütte
Ein erneuter Ruhetag zwingt uns zu einem Umweg
kündigt sich an. Das Schild „Heute Ruhetag“ an der Hofalm macht unseren Durst nur noch schlimmer und so ist ein halbstündiger Umweg zur Frasdorfer Hütte alternativlos. Gestärkt, aber bald wieder schweißnass steigen wir durch Mischwälder zur seit langem geschlossenen Riesenhütte hinauf. Hier auf der weiten Alm wird Mittagspause gemacht und der Blick geht dabei hoch zur Hochrieshütte (1.569 m). Sie thront noch weit entfernt auf dem geometrisch perfekt kegelförmigen Hochries: unser Tagesziel. Fast eben führt der Weg zur Abzweigung zum Predigtstuhl (1.496 m), der morgen die erste Etappe unseres Weiterweges sein wird. Heute aber heißt es, die verbleibenden 200 Höhenmeter zur Hochrieshütte anzugehen. Auf halber Höhe kommt uns im Laufschritt ein aufgelöster junger Mann entgegengelaufen, der voller Panik laut die Namen zweier Mädchen ruft. Leider können wir ihm nicht weiterhelfen und noch lange hören wir seine immer verzweifelter werdenden Rufe. Wir können nur hoffen, dass nichts Schlimmes passiert ist. Gewitterspektakel auf der Hochrieshütte
Fantastische Aussicht von der Hochrieshütte
Die weite Terrasse der brandneu renovierten Hütte ist stark besucht, was an der Seilbahn liegt, die von Grainbach heraufführt. Von hier oben gibt es ein fantastisches Panorama über die niedrigen Berge der auslaufenden Chiemgauer Alpen bis hin zum fernen Chiemsee mit seinen berühmten Inseln. Wie stets leert sich die Hütte schnell, wenn die letzten Talfahrten anstehen und auch wir müssen gegen Abend die Terrasse räumen, als dunkle Wolken die Sonne verbergen und erste dicke Regentropfen auf dem Blechdach der Hütte ihren Rhythmus anschlagen. Was nun folgt, ist für alle Beteiligten – Hüttenwirt eingeschlossen – etwas ganz Besonderes. Ein Gewitter
Hochalm unterhalb der Priener Hütte
baut sich rings um die Gipfelhütte auf. Wir sitzen im rundum verglasten Eingangsbereich und ein wahres Inferno von Blitzen und Donnerschlägen umgibt uns für mehr als eine Stunde ohne jede Unterbrechung. Wir fühlen uns im Zentrum des Unwetters und genießen die offensichtliche Sicherheit der Konstruktion, genauso wie später am Abend die komfortablen Zimmer mit ihren eigenen Nasszellen. Mehrere Wege führen zum Spitzsteinhaus Der nächste Morgen zeigt klare Luft und blauen Himmel. Es geht den Kegel wieder hinab zur Abzweigung. Hier verlässt uns Heiner, der in der Tourenbeschreibung das Reizwort „ausgesetzt“ gelesen hat und nun seiner Höhenangst folgend zur Schwarzrieshütte absteigen und anschließend am Spitzsteinhaus (1.252 m) wieder zu uns stoßen wird. Über Wiesen steigen wir steil hinauf zum Predigtstuhl, dann lange in der prallen Sonne über den aussichtsreichen Brandelberggrad weiter zum etwas ausgesetzten Durchlass am Spitzstein. Über Stunden gibt es keine Möglichkeit, die Wasserflaschen aufzufüllen und die niedrigen Latschenkiefern geben kaum Schatten. Schließlich führt der Weg unmittelbar unter der senkrechten Spitzsteinwand, erfrischend kühl, aber stark steinschlaggefährdet, hinaus auf die Aueralm und über einen kurzen Anstieg zum Spitzsteinhaus. Wir beziehen unsere reservierten Zimmer und feiern mit Heiner bald bei einem Weißbier unser Wiedersehen. Auf Irrwegen zur Priener Hütte Der nächste Wandertag beginnt mit einem halbstündigen Irrweg über die Almwiesen, bis wir endlich den Einstieg in den Pfad hinunter nach Sachrang
Abstieg vom Weitlahnerkopf
im Priental finden. 550 Höhenmeter müssen wir hinunter und sind froh, dass unsere Knie nicht laut jammern können. Das Dörfchen Sachrang döst bei unserer Ankunft in der Mittagshitze, das Schild „Heute Ruhetag“ an der Dorfkneipe kommt uns bekannt vor, doch zu unserer Rettung hat ein Kiosk an der Dorfstrasse geöffnet. Ein kaltes Radler und eine frische Wurstsemmel werden zu einer Delikatesse. Nach ausgiebiger Pause machen wir uns auf der gegenüberliegenden Talseite an die 700 Höhenmeter Aufstieg zur Priener Hütte (1.410 m). Dabei folgen wir dem Fahrweg und bleiben dabei, auch als eine etwas längere, aber abwechslungsreiche Alternative in die Almhänge führt, was ein Fehler war. Endlos und immer steiler führt die Fahrstraße auf Schotter kurvenreich die Wälder hinauf und nach jeder Kurve wird die Hoffnung auf Hüttensicht enttäuscht. Erst als der Wald aufhört und sich eine weite Almfläche öffnet, kommt die große Priener Hütte in Sicht. Einen letzten steilen Anstieg hat sie dem Besucher noch aufgehoben. Es ist Samstagmittag und viele Familien haben sich für diese Nacht eingemietet. Gut, dass wir auch hier frühzeitig reserviert hatten, denn die Hütte ist bis auf den letzten Platz belegt.
te, das bachgekühlte Bier schmeckt wunderbar. In der Hütte werden ausdauernd heimische Lieder auf der Quetschkommode gespielt und wir müssen uns schließlich zwingen, diese Heidi-Idylle zu verlassen und unsere Rucksäcke zu schultern.
Heidi-Idylle an der Rossalm Heiner entdeckt eine weitere Kletterstelle in der Beschreibung des am nächsten Tag anstehenden Weges und beschließt, ins Priental abzusteigen, nach Hohenaschau an der Prien entlang zu laufen und mit der Kampenwandbahn schließlich wieder zu uns zur Sonnenalm zu kommen. Wir vier machen uns auf die ersten 300 Höhenmeter hinauf zum Pass am Geigelstein. Wieder wird es schnell warm und zunehmend schwül. Flach geht es weiter zur Rossalm. Wir sitzen auf einer Bank vor der einfachen Sennerhüt-
Der Aufbruch von der Rossalm fällt schwer
Kurze Kletterstelle auf der letzten Etappe Wieder sind es niedrige Bäume und Büsche, die unseren Weiterweg begleiten, bis das Gipfelkreuz des Weitlahnerkopfes (1.615 m) uns anzeigt, dass nun die kurze, drahtseilversicherte Kletterstelle auf uns wartet. Es geht sehr steil zwanzig Meter hinab, dann nimmt uns wieder ein unschwieriger Wanderweg durch Latschenkiefern auf. Von tief unten leuchten die saftigen Wiesen der Dalsenalm herauf. Kurz bevor wir dort ankommen und uns an den Gegenanstieg zur hochaufragenden Kampenwand (1.669 m) machen, kommen uns zwei junge Männer in voller Trachtenmontur, einschließlich Krachlederner, Wadenschutz, Leinenhemd und Gamsbart geschmücktem Hut, entgegen. Sie erzählen schnaufend, dass sie von der Bergmesse an der Kampenwand kommen, noch drei Stunden Fußweg in der schwülen Hitze den Berg hinauf vor sich haben, und es nach der Messe wohl ein paar Bierchen zu viel waren. Unser Mitleid, aber auch unser Verständnis haben die beiden und wir wünschen ihnen trotz allem einen guten Weiterweg. Als wir uns nun an den weiten und durchaus anstrengenden Aufstieg machen, ahnen wir, dass uns wohl einiges an Betrieb dort oben erwarten wird, ahnen, dass die feuchte Schwüle ein weiteres Gewitter ankündigt, ahnen aber keineswegs, dass wir zum Abschluss unserer Tour hier durch die Chiemgauer Berge heute noch herrlich zubereitete Jakobsmuscheln werden genießen können.
Unerwartete Gourmetfreuden zum Abschied
Daniel Vehrenberg
Warum möchtest Du im Kölner Alpenverein aktiv werden? Eigentlich hat sich diese Frage mir nie gestellt, da ich schon länger in der Jugend aktiv bin. Über meine Familie hatte ich schon immer eine Verbindung zum Alpinsport. Ziemlich früh bin ich, nachdem ich einige Jahre mit meinen Eltern in einigen Familiengruppen war, einer Jugendgruppe des JDAV Köln beigetreten. Nach einigen Jahren in dieser Gruppe stellten sich viele aus der Gruppe die Frage, ob sie nicht selbst Leiter werden wollten. Nachdem ich mit 17 Jahren meine Grundausbildung als Jugendleiter beendet hatte, übernahm ich mit anderen unsere eigene Gruppe. Da mir die Arbeit als Leiter sehr viel Spaß macht, begann ich mit der Überlegung zu spielen, einen weiteren Posten in der Jugend zu übernehmen.
Warum möchtest Du im Kölner Alpenverein aktiv werden? Als gebürtiger Rosenheimer identifiziere ich mich sehr stark mit dem Bergsport sowie dem landschaftlichen und kulturellen Erscheinungsbild des Alpenraums. Ich lebe nun seit fünf Jahren in Köln und habe bereits durch das vielfältige Angebot des Kölner Alpenvereins zahlreiche Leute getroffen, die ähnliche Interessen haben. Von der aktiven Mitarbeit im Verein erhoffe ich mir insbesondere den Austausch mit Menschen die meine Begeisterung für die Berge teilen.
Warum möchtest Du im Kölner Alpenverein aktiv werden? Schon vor zwei Jahren habe ich auf der Lindauer Hütte die Ausbildung zum Wanderleiter gemacht und führe seitdem Gruppen der Sektion durch die Berge. Ich lerne dabei wunderbare Menschen kennen. Dass ich jetzt die Tourengruppe leiten darf, hat sich so ergeben. Ich bin den anderen Wanderleitern sehr dankbar für ihren Rückhalt, und danke auch allen anderen im Verein, die mich unterstützen.
Was reizt Dich gerade an diesem Amt? Das Amt des Beisitzers/Kassenwarts ist für mich eine gute Möglichkeit, mehr Einblicke in die Struktur eines großen Vereins wie dem DAV zu bekommen. Außerdem sehe ich es als Möglichkeit an, in einem Bereich, der mich interessiert, einige Zeit nach meinem Abitur zu arbeiten und persönliche Fortschritte zu machen. Was möchtest Du mit Deinem Engagement erreichen? Ich denke nicht, dass ich im direkten Sinne etwas über die Stelle als Kassenwart erreichen möchte. Aber ich möchte die Jugendarbeit, in der ich mich wohl fühle, mit einem Amt, das ich hoffentlich gut bewältigen kann, unterstützen. Zu erreichen wäre weiterhin, Fahrten und Gruppenabende zu organisieren, die durch solche ehrenamtliche Arbeit den Leitern sowie den Kindern Spaß machen.
Beisitzer Anzeigenakquise
Was reizt Dich gerade an diesem Amt? An meinem Amt reizt mich unter anderem die Möglichkeit, die erzielten Ergebnisse – das heißt die Anzeigen – unmittelbar in der gedruckten Ausgabe der gletscherspalten in den Händen halten zu können. Darüber hinaus habe ich Spaß an Verhandlungssituationen. Was möchtest Du mit Deinem Engagement erreichen? Mit meinem Engagement möchte ich einen Beitrag dazu leisten, die gletscherspalten auch in Zukunft in ihrer aktuellen Form produzieren zu können. Gerade in der heutigen Zeit ist es nicht selbstverständlich, ein derartiges Printmedium anbieten zu können. Ich glaube, dass es nach wie vor viele Menschen gibt, die gerne in einem gedruckten Medium blättern. Die Möglichkeit der Wahl zwischen digitaler und gedruckter Ausgabe möchte ich durch die Tätigkeit in der Anzeigenakquise unterstützen.
Gruppenleiter Tourengruppe
Was reizt Dich gerade an diesem Amt? Ich möchte daran anknüpfen, was erst von Hanno Jacobs und dann von Peter Hommens aufgebaut worden ist. Unser Angebot an die Mitglieder, mit unserer Gruppe im Hochgebirge zu wandern, ist immer umfangreicher geworden. Mir gefallen auch unsere Touren in Klettergärten und Höhlen und natürlich auch unsere Radtouren. Ich empfinde es als Herausforderung, diese Vielfalt zu bewahren und weiterhin attraktive Angebote möglich zu machen. Was möchtest Du mit Deinem Engagement erreichen? Ich bin froh, dass wir so unterschiedlich ausgerichtete Wanderleiterinnen und -leiter haben, die sich jedes Jahr aufs Neue überlegen, was sie wo anbieten können. Mir ist wichtig, dass wir uns immer wieder über unsere Ideen austauschen und auch untereinander einen guten Draht behalten. Die Tourengruppe soll für alle Mitglieder der Sektion attraktiv bleiben: für besonders sportliche Routiniers, aber auch für mutige Einsteiger, für Junge und Alte. Und selbstverständlich möchte ich auch den bewährten Austausch mit der Alpinistenund Wandergruppe weiter pflegen.
Seit 25. Mai 2018 gilt die neue EUDatenschutzgrundverordnung (kurz DSGVO). Neue Mitglieder müssen bei der Aufnahme in die Sektion die nachfolgende Datenschutz­erklärung akzeptieren und werden zur Einwilligung der Nutzung von E-Mail und Telefonnummern für die Kommunikation zwischen Mitglied und Sektion aufgefordert. Nur so ist auch zukünftig die Nutzung moderner Kommunikationswege wie unsere Webseite (zum Beispiel Anmeldung zu Touren und Veranstaltungen, Kartenverkauf, Mein Alpenverein), gletscherspalten und Panorama als ePaper oder die ALPINEWS etc. möglich.
Datenschutzerklärung Informationen zum Datenschutz Wir möchten Sie darüber informieren, dass die von Ihnen in Ihrer Beitrittserklärung angegebenen Daten über Ihre persönlichen und sachlichen Verhältnisse (sogenannte personenbezogene Daten) gleichermaßen auf DatenverarbeitungsSystemen der Sektion, der Sie beitreten, wie auch des Bundesverbandes des Deutschen Alpenvereins (DAV) gespeichert und für Verwaltungszwecke der Sektion, bzw. des Bundesverbandes verarbeitet und genutzt werden. Verantwortliche Stelle im Sinne des § 3 (7) BDSG bzw. Art. 4 lit. 7. DSGVO ist dabei die Sektion, der Sie beitreten. Eine Übermittlung von Teilen dieser Daten an die jeweiligen Landes- und Sportfachverbände findet nur im Rahmen der in den Satzungen der Landes- und Sportfachverbände festgelegten Zwecke
thema datenschutz  |  gletscherspalten 2/2018
statt. Diese Datenübermittlungen sind notwendig zum Zwecke der Organisation eines Spiel- bzw. Wettkampfbetriebes und zum Zwecke der Einwerbung von öffentlichen Fördermitteln. Wir sichern Ihnen zu, Ihre personenbezogenen Daten vertraulich zu behandeln und nicht an Stellen außerhalb des DAV, weder außerhalb der Sektion, noch außerhalb des Bundesverbandes und der jeweiligen Landes- und Sportfachverbände weiterzugeben. Sie können jederzeit schriftlich Auskunft über die bezüglich Ihrer Person gespeicherten Daten erhalten und Korrektur verlangen, soweit die bei der Sektion und der Bundesgeschäftsstelle gespeicherten Daten unrichtig sind. Sollten die gespeicherten Daten für die Abwicklung der Geschäftsprozesse der Sektion, bzw. des Bundesverbandes nicht erforderlich sein, so können Sie auch eine Sperrung, gegebenenfalls auch eine Löschung Ihrer personenbezogenen Daten verlangen. Der Bundesverband des DAV sendet periodisch das Mitgliedermagazin DAV Panorama in der von Ihnen gewählten Form (Papier oder digital) zu. Sollten Sie kein Interesse am DAV Panorama haben, so können Sie dem Versand bei Ihrer Sektion des DAV schriftlich widersprechen. Nach einer Beendigung der Mitgliedschaft werden Ihre personenbezogenen Daten gelöscht, soweit sie nicht, entsprechend der steuerrechtlichen Vorgaben, aufbewahrt werden müssen. Eine Nutzung Ihrer personenbezogenen Daten für Werbezwecke findet weder durch die Sektion, den Bundesverband, Kooperationspartner des Bundesverbandes des Deutschen Alpenvereins noch durch die jeweiligen Landes- und Sportfachverbände statt. Ich habe die obenstehenden Informationen zum Datenschutz zur Kenntnis genommen und akzeptiert.
der Übermittlung der von mir ausgewählten Medien sowie zur allgemeinen Kommunikation nutzt. Eine Übermittlung der E-Mail-Adresse an Dritte ist dabei ausgeschlossen. Nutzung der Telefonnummer durch Sektion und Bundesverband Ich willige ein, dass die Sektion sowie der Bundesverband des DAV, soweit erhoben, meine Telefonnummern zum Zwecke der Kommunikation nutzen. Eine Übermittlung der Telefonnummern an Dritte ist dabei ausgeschlossen.
Da wir nicht von allen Bestands­ mitgliedern – das sind derzeit fast 17.000 – mit einem vertretbaren Aufwand die jeweiligen Zustimmungen schriftlich einholen können, informieren wir Sie hier über unsere neue Datenschutzerklärung. Wenn Sie die Datenschutzerklärung akzeptieren und der Nutzung von E-Mail und Telefonnummern für die Kommuni­ kation mit Ihnen zustimmen, brauchen Sie weiter nichts zu tun. Wenn Sie der Nutzung von E-Mail und/oder Telefonnummern für die Kommunikation mit Ihnen widersprechen möchten, dann teilen Sie uns dies bitte innerhalb einer Frist von vier Wochen mit, an: info@dav-koeln.de. Geben Sie dann bitte genau an, welchen Kommunikationswegen Sie zustimmen und welchen nicht.
Nutzung der E-Mail-Adresse durch Sektion und Bundesverband Ich willige ein, dass die Sektion sowie der Bundesverband des DAV, soweit erhoben, meine E-Mail-Adresse zum Zwecke
Blick von der Gleitschirmflieger-Schneise auf das Wiedtal
Weißes Kreuz über dem Wiedtal
Verscheider Runde Tageswanderung im Naturpark Rhein-Westerwald
Das Wandergebiet Wiedtal ist vielfältig
Eine gut gepflegte Kulturlandschaft führt nach Niederbreitbach
Das Wiedtal liegt mitten im Naturpark Rhein-Westerwald. Die quirlige Wied und ihre ruhigen Seitentäler bieten die Kulisse für lange und kurze – aber stets aussichtsreiche und schweißtreibende Wanderungen. Ausgangspunkt dieses Tourentipps ist die Wallfahrtskapelle in Verscheid. Wir starten über den Pano­ramaweg bis zum „Schäfers Kreuz“. Dafür folgt man dem grünen W und der Wegmarkierung N2 pa­ rallel der Straße nach Waldbreitbach. Keine Sorge, die Aussicht entschädigt für die Straßennähe. Schäfers Kreuz. weiß und aus Stein, erinnert an den Mord an einem Schäfer und seinen Hund im Jahre 1800. Wir lassen uns davon nicht aus der Ruhe bringen. An der Infotafel kurz vor Schäfers Kreuz biegt unser Weg links ab. Auf dem Feld recht schnell dann nach rechts. Aber Achtung, es gibt dort nur eine Wegmarkierung auf einer Bodenplatte. Der Landwirt mag keine Schilderpfosten. Es folgt das Luh-Kapellchen. Dort geht es weiter nach links. Am besten orientiert man sich am N2, da bis zum Neuerburgblick (Raststelle mit Infotafel) und weiter zum Clausberg verschiedene Wege zusammenlaufen (Klosterweg/3 rote Türme, Wiedweg/weißes W und N5). Bis zum „Neuerburgblick“ ist der Weg bestens geeignet, um sich warm zu laufen. Weiter geht es zum Clausberg und durch die ehrenamtlich gut gepflegte Kulturlandschaft über N1 talwärts nach Niederbreitbach. Zur anderen Wiedseite führt eine Brücke zum Campingplatz (Mündung Fockenbach). Dort geht
der Weg nach rechts entlang der Wied (N5, N3, grünes W). Kurz nach dem Campingplatz beginnt der Einstieg in das enge und für die Region typische Wurbachtal – es steht der erste knackige Anstieg an. Wir folgen dabei immer der Markierung N3, bis wir die Raststelle am „Stollen Pluto“ erreichen. Er war einst eines von mehreren EisenerzBergwerken, die in den Hangbereichen am Malberg (373 m) eingerichtet wurden. Im 19. Jahrhundert wurden am Malberg Basalt, Erze und Silikate abgebaut. Der Basaltabbau ging bis 1932. Über die Geschichte des Bergbaus informieren Schautafeln und ein Lehrpfad. Nach einer kurzen Rast nehmen wir gestärkt den nächsten Aufstieg bis zum Aussichtspunkt Malberg in Angriff. Dazu folgen wir dem N3 bis zur Straße und dann dem grünen W auf den Aussichtspunkt und wieder zurück. Das sich oben bietende Panorama und der Malbergsee mit seinen Basaltsäulen laden zum Verweilen und Genießen ein. Einst soll von der Spitze des Malbergs bei schönem Wetter gar der Kölner Dom gesichtet worden sein. Der folgende Abstieg über den Westerwaldsteig bis nach Hausen ist weniger schweißtreibend. Wir überqueren das Klostergelände der Franziskanerbrüder vom heiligen Kreuz mit dem Kloster St. Josefshaus. Die katholische Ordensgemeinschaft wurde 1862 hier gegründet und das Kloster ist bis heute das Stammhaus geblieben. Auf dem Gelände wird ein Alten- und Pflegeheim unterhalten.
tourentipp   |  gletscherspalten 2/2018
Einstieg Kletterstelle beim Weißen Kreuz
Hochebene bei Verscheid, im Hintergrund Fockenbachtal
Wir gehen an der Kapelle vorbei und erreichen den Einstieg zum Kreuzweg. Dann steht ein kurzer Abstecher zur Klosterterrasse an. Nach dem Klostergelände geht es über eine Fußgängerbrücke zurück auf die andere Wiedseite. Der W2 führt uns bis nach Waldbreitbach, einem staatlich anerkannten Luftkurort. Der Ort kann auf eine mehr als 1.100-jährige Geschichte zurückblicken. Mehrere historische Sehenswürdigkeiten gibt es dort zu bestaunen: eine besondere, einzigartige Ölmühle oder eine liebevoll restaurierte Dorfschmiede.
lich genutzten Weg trifft und später auf eine kleine asphaltierte Straße gelangt, die bergauf Richtung Hochscheid führt. Dort überqueren wir die B1und folgen später der Markierung W2 zum Aussichtspunkt „Bärenkopp“ (304 m), dem letzten Rastplatz auf unserer Wanderung. Wer es einfacher haben will, geht zurück bis zur Verzweigung (Hochscheider Seifen) und folgt der Wällertour zum Bärenkopp.
Nach der Ortsgrenze wandern wir am alten Jüdischen Friedhof vorbei. Er wurde 1830 eröffnet und bis 1940 belegt. Wir folgen der Wegweisung „Wällertour Bärenkopp“. Dies ist einer von mehreren zertifizierten abwechslungsreich gestalteten Rundwanderwegen im Naturpark Rheinland-Westerwald. Die Bärenkopp Tour verbindet über eine Länge von 11,6 Kilometern Waldbreitbach mit den Höhen des Westerwaldes bei Verscheid. 2015 wurde sie eröffnet und darf sich mit dem Zertifikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ schmücken. Der Weg führt teilweise in Serpentinen weiter. Links geht ein Abstecher zum „Weißen Kreuz“. Es ist ein schöner, auf einem Felsen gelegener Rastplatz. Nun wird es richtig spannend: es gilt eine kleine Kletterstelle zu überwinden. Ab der Kletterstelle ist der weitere Verlauf nicht gekennzeichnet! Nach dem steilen Aufstieg über den „Grad“ erreicht man ein Feld. Weiter läuft man am linken Rand entlang. Kurz nach der Schneise für Gleitschirmflieger beginnt ein Pfad, später ein Forstweg. Dem folgen wir, bis er merklich nach unten führt. Kurz davor gehen wir nach rechts ohne Weg kurz durch den Wald. Es liegen dort auffällig weiße Steine. Zielrichtung ist ein Hochsitz bis man danach auf einen landwirtschaft-
Auch dort steht ein weißes Kreuz. Dem Wanderer bietet sich von oben ein herrlicher Weitblick über das Wiedtal. Noch einmal heißt es Wohlgefühl einatmen, bevor wir nach 22 Kilometern und 850 Höhenmetern zu unserem Ausgangspunkt, der Wallfahrtskapelle in Verscheid, zurückkehren. Gegenüber der Kapelle lädt der seit 70 Jahren von der italienischen Familie Paganetti geführte Land­ gasthof „Zur Erholung“ mit Biergarten zur Schlusseinkehr ein.
Herrlicher Weitblick am „Bärenkopp“
Text: Ralf Lüdecke Fotos: Ralf Klein
Infos Ralf Lüdecke ist DAV-Wanderführer und Tourenleiter im Kölner Alpenverein. Er bietet diese Tour als geführte Wanderung an. Weitere Infos und Anmeldung: ralfluedecke@gmx.de. Einkehr unterwegs Landgasthof Paganettis, www.paganettis.de Malberg Hütte, www.malberg-huette.de Restaurant Klosterbergterassen, www.restaurant-klosterbergterrassen.de Anfahrt Mit dem Pkw über die A3 Fahrtrichtung Frankfurt, Ausfahrt Neustadt/Wied – Fernthal – Ausschilderung am Ortsende folgen. Öffentliche Verkehrsmittel: Linie 131 vom Bahnhof Neuwied. Wochentags stündlich, am Wochenende alle 2 Stunden Fahrten ins Wiedtal.
Im Gegenlicht zurück zum Herzogstand
Blick auf dem Weg zum Heimgarten
Auf König Ludwigs Spuren Gipfel und Genuss in den Ammergauer Alpen
Schöne Kunst am Wegesrand
In den Ammergauer Alpen, dem größten zusammenhängenden Naturschutzgebiet Bayerns, folgten wir im Spätherbst den Spuren des Wittelsbacher „Märchenkönigs“ Ludwig II. Zu Gast waren wir aber im „Ludwig der Bayer“, dem schönen Hotel des Benediktinerklosters Ettal, dessen Name auf den einzigen Wittelsbacher Kaiser des Heiligen Römischen Reiches zurückgeht, der 1330 das Kloster gegründet hat. Regenwetter zu Beginn! – Der Kofel baute sich mit seiner markanten Bergspitze im Regennebel vor uns auf. Wir aber folgten dem Höhenweg nach Oberammergau und bewunderten dort die Lüftlmalereien. Nach einem Abstecher zu der von König Ludwig II. gestifteten, zwölf Meter hohen Kreuzigungsgruppe ging es zurück durch das Ettaler Weidmoos entlang der smaragdgrün schimmernden Ammer. Nach einer Führung durch die Ettaler Basilika mit ihrer reichen Historie, verkosteten wir dann noch in der Likörmanufaktur die Traditionsliköre mit ihren seit 400 Jahren unveränderten Rezepturen. Tags darauf, die Gipfel schneebedeckt, wanderten die einen über Graswang nach Schloss Linderhof. Außen barocke Fassade – innen reiche Ornamentik im Stil des Neurokoko, liegt das Schloss umgeben von Bergen eingebettet in einem Englischen Landschaftsgarten. Die anderen erkundeten das Murnauer Moos und besuchten das schlichte Münter-Haus, das Gabriele Münter mit Wassily Kandinsky gestaltete, und wo sie ihren Sprung weg vom „impressionistischen Naturabmalen“ hin zum „Abstrahieren des Fühlens“ vollzog.
Zur Wochenmitte hin gab es dann ein wahres „Wander-Feuerwerk“: Durch die wildromantische Schleifmühlenklamm zum Teufelsstättkopf. Ein Teil erklomm den Kofel, andere wanderten zur Kolbensattelhütte, um dann mit dem „Alpine Coaster“ in wilder Fahrt zu Tal zu sausen. Einige Virengeschwächte besuchten das Franz Marc Museum in Kochel am See und wanderten vom Walchensee aus über den Grat zwischen Herzogstand und Heimgarten mit Blick auf das wegen seiner blauen Farbstimmungen von Franz Marc so betitelte „Blaue Land“. Die „Fitten“ erklommen über die Ziegelspitz die Notkarspitze, wurden mit einem spektakulären Blick auf Kloster Ettal belohnt und nahmen auf dem Rückweg noch den Brünstelskopf mit. Wie der erste Tag so der letzte – mit bangen Blicken auf die Wetter-App zogen drei Gruppen aus, das Ettaler Mandl zu bezwingen. Hagel, Blitz und Donner: zwei Gruppen kehrten um. Eine Gruppe aber, schon kurz unterhalb des Ettaler Mandls angelangt, kämpfte sich tropfnass zur Bergstation der Laberbahn durch, die wegen des stürmischen Wetters ihr „Go“ erst nach einer Zitterpartie gab. Getröstet hat zum Schluss die lehrreiche Führung in der Klosterbrauerei Ettal. Die gelungene Wanderwoche hat ein unvergessliches Band zwischen uns und der Natur- und Kulturlandschaft geflochten – einen herzlichen Dank an die Tourenleiter Sabine Fischer, Ludwig Eichinger und Matthias Wegener. Text: Ludwig Eichinger Fotos: Angelika Spriesterbach
tourengruppe   |  gletscherspalten 2/2018
Geschafft! Gipfelkapriolen auf dem Großen Widderstein
Auf dem Weg zu den Sonnenköpfen treffen wir Max mit seinem Hund Fee
Donner-Wetter! Eine Tourenwoche in Oberstdorf Oberstdorf und das Kleinwalsertal hatten es uns Wanderern der Tourengruppe im letzten Sommer nicht leicht gemacht. Der Himmel sandte heftige Regengüsse Richtung Spielmannsau und ließ Blitze zucken und Donner grollen. Vor der Alpe Oberau saßen wir abends beisammen und blickten versonnen in die Berge sowie auf unsere verschiedenen elektronischen Ratgeber. Weit oben, von uns aus nicht zu sehen, thronte die Kemptner Hütte im Schnittpunkt des E5 für Alpenüberquerer mit dem legendären Heilbronner Weg. Unsere Bank vor der Alpe hatten wir zum Kinogestühl umbenannt, und es spielten sich dramatische Szenen ab. Am Himmel das heftige Wolkendrama, auf dem Tisch der unvermeidbare Nachschub an Kaltgetränken. Die Programmfolge war atemberaubend. Mal verschwand die steinerne Kulisse im Nebel und wurde von den Regenvorhängen abgeschirmt. Dann riss der Himmel auf, die einzigartige Trettachspitze streckte ihr Haupt in die Höhe, die Sonne sah sich bemüßigt, eine grandiose Beleuchtung beizugeben. Schließlich verschwand das Spektakel wieder im Grau der ins Tal wehenden Schwaden und versank dann im Dunkel der Nacht. Tagsüber waren wir emsig unterwegs. Wir fuhren aus der Spielmannsau nach Schöllang, um die Sonnenköpfe zu besteigen. Eine mittelschwere Tour über mehrere Grasbuckel um 1.800 Meter: Sonnenkopf, Heidelbeerkopf, Schnippenkopf. Eine andere Tour führte uns ins schöne Baad im hinteren Kleinwalsertal. Auf dem Programm stand der Gipfel des Grünhorn, 2.039 Meter hoch, und anschließend überschritten wir die drei Ochsenhofer Köpfe. Viele
Wandersleute machen das von der anderen Seite aus, vom Walmendinger Horn, weil dort eine Seilbahn hinaufführt. Man ist, um dem Gegenverkehr auszuweichen, gut beraten, früh aufzubrechen. Klarsicht auf dem Höhepunkt Der Höhepunkt der Woche – wörtlich zu nehmen – war der wuchtige Große Widderstein, der mit 2.533 Metern seine Kollegen ringsum überragt. Ein herrlicher, freistehender Klotz im Talschluss. Der Wetterbericht hatte für den späteren Tag bis in den Abend endlich Gutes vorhergesagt – keine Gewitter, kein Regen. Am Morgen, als wir aufbrachen, schüttete es allerdings aus Eimern: Dauerregen, düstere Wolkendecke, Wind. Wer unter solchen Umständen ins Gebirge aufbricht, hat entweder nicht alle Tassen in der Vitrine oder allen Grund, den Meteorologen zu vertrauen. Ab neun Uhr stiegen wir mit den Wolken auf. Hin und wieder tröpfelte es noch, und als wir die Felsen angingen, gut 400 Höhenmeter unter dem Gipfel, rissen die düsteren Watteberge über uns endlich auf. Für geübte Bergwanderer ist die Sache der reine Genuss – trittsicher, schwindelfrei und konditionsstark müssen sie allerdings sein. 1.400 Höhenmeter geht es von Baad aus unaufhaltsam bergauf, Acht Stunden oder mehr werden für die Tour veranschlagt. Für unsere geländegängigen Einsteiger in der Gruppe war es anstrengend, sie ließen sich Zeit und konzentrierten sich auf den Aufstieg. Am Ende war es für alle ein tolles Erlebnis.
Der Widderstein ist für Geübte der reine Genuss
Text und Fotos: Matthias Wegener
Peter Schlickenrieder: Auf dem Friedensweg
Albert Leichtfried: Arctic Ice
AlpinVisionen 2018/2019 Unsere bewährte Vortragsreihe startet im Herbst 2018 mit einem spannenden Programm in die Saison 2018/2019. Eine abwechslungsreiche Auswahl von Profifotografen, Bergsteigern bis hin zu Geowissenschaftlern laden uns ein, sie bei ganz unterschiedlichen Touren zu begleiten. Die Reihe startet am 21. September 2018. Peter Schlickenrieder nimmt uns dann mit auf eine emotionale und kulturhistorische Reise auf den „Sentiero della Pace“ in den Dolomiten. Ein besonderes Schmankerl steht am 7. Dezember 2018 auf dem Programm: Einer der berühmten „HuberBuam“ – Thomas Huber – gibt für uns ein Gastspiel in Köln.
21.09.2018 – P  eter Schlickenrieder: Auf dem Friedensweg Vom Adamello zur Marmolada Peter Schlickenrieder wurde am 16. Februar 1970 geboren und ist einer der erfolgreichsten Skilangläufer Deutschlands. Seit Beendigung seiner aktiven Laufbahn 2002 arbeitet er als Fernsehexperte, Co-Moderator, und Buchautor. Zu seinen Film- und Abenteuerprojekten zählen: die Überquerung der Alpen per Ski, die Durchquerung des Atlasgebirges in Marokko mit dem Mountainbike, die Durchquerung des Westkaukasus’ mit Besteigung des höchsten Berges Europas, dem Mount Elbrus (5.642 m). In seinem Vortrag berichtet Peter Schlickenrieder über den bekannten Weitwanderweg, den er zu Fuß und mit dem Mountainbike in Angriff genommen hat. Der Friedensweg (Sentiero della Pace) führt entlang der ehemaligen Alpenkriegsfront des Ersten Weltkriegs, der vor genau einhundert Jahren beendet wurde. Der Friedensweg ist circa 1.400 Kilometer lang und führt über 500 Kilometer durch die eindrucksvollen Gletscher- und Gebirgslandschaften der italienischen Region Trentino. Neben dem historischen Aspekt des Weges geht es in dem Vortrag auch um die Erinnerungen der Nachkommen von Menschen aus der Region, die den Krieg miterlebt haben. Und es geht darum, welchen Einfluss der Krieg auf die Werte und Identität der Menschen, die Natur und die ganze Region bis heute hat. Aber vor allem geht es um die Faszination des Mehretappenwanderns in eindrucksvollen Kulissen: durch die großen Gletscherwelten des Adamello, das mediterrane Klima des Gardasees und auf der anderen Seite entlang der schroffen Dolomitenfelsen und einsamen Regionen das Val di Fiemme und des Val di Fassa.
16.11.2018 – A  lbert Leichtfried: Arctic Ice Eisklettern im hohen Norden Der 41-jährige Meteorologe, Bergführer und Extremkletterer lebt zusammen mit seiner Familie am 1.800 Meter hoch gelegenen Bergbauernhof in Marlstein/Ochsengarten im vorderen Ötztal in Tirol. Als Mensch, der seinen Tag gerne im Freien verbringt, leitet ihn diese Leidenschaft immer wieder auf der Suche nach Neuem und Unberührtem. Ihm gelangen zahlreiche schwierige Erstbegehungen in Fels und Eis. In der Kletterszene wird er als einer der besten Eiskletterer seiner Generation bezeichnet. In seinem Vortrag zeigt Albert Leichtfried uns, welche Begeisterung Eisklettern auslöst. Er klärt über die Hintergründe und Einzelheiten einer Lebensweise auf, die das stete Streben nach Neuem an oberste Stelle stellt. Eisiges Ambiente fand Albert an der Nordspitze Norwegens. Ein weiterer Höhepunkt des Vortrags ist die Geschichte über einen ganz besonderen Eisklettertrip im hohen Norden. Zusammen mit Benedikt Purner verbrachte er in den Lyngen-Alpen seine bisher intensivste, beeindruckendste und erfolgreichste Zeit beim Eisklettern. Auf 70° Nord gelegen – weit nördlich des Polarkreises – gelingt den beiden Eisspezialisten eine schwierige Erstbegehung nach der anderen.
Freuen Sie sich auch auf die weiteren Vorträge der Saison 2018/2019 der AlpinVisionen: 07.12.2018 – Thomas Huber: STEIN ZEIT 11.01.2019 – Heinz Zak: Abenteuer in der Senkrechten 15.02.2019 – Bettina Haas und Nicolas Sinanis: Dachstein 15.03.2019 – Alix von Melle und Luis Stitzinger: 7 x 8.000 12.04.2019 – Ludger Feldmann: Die Entstehung der Alpen Ein Vortrag der Serie „Neue Horizonte“. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website > www.alpinvisionen.de
> Text: Heike Skok, Nikolai Kunz > Fotos: Peter Schlickenrieder.de (l.), Klaus Kranebitter (r.)
veranstaltungen  |  gletscherspalten 2/2018
Unser Stand der Gruppen und Referate
Dani Arnold live mit seiner Show „Der Grenzgänger“
11. Kölner AlpinTag am 6. Oktober 2018: Auf die Berge, fertig, los! Raus aus dem Alltag, hinein in die Natur: Der Kölner AlpinTag ist die richtige Adresse für alle, die das Draußensein und die Berge lieben. Zum mittlerweile elften Mal lädt der Kölner Alpenverein Besucher dazu ein, sich auf das nächste Abenteuer vorzubereiten. Spektakuläre Bergsportreportagen, praktische Workshops und mehr als 70 Aussteller sorgen am 6. Oktober 2018 für ein volles Programm. Der Kölner AlpinTag ist zu einem erlebnisreichen Event herangewachsen, das jedes Jahr rund 5.000 Bergsportler, Outdoor-Fans und Reiselustige aus der ganzen Region anzieht. Dennoch ist die Veranstaltung familiär geblieben. Neben den großen Bergsportreportagen bieten zahlreiche Workshops sowie Vorträge und Infostände des Alpenvereins die Gelegenheit, Fragen loszuwerden. Egal, ob man die erste eigene Hochtour plant, Tipps für bessere Fotos braucht oder sicherer in den Bergen unterwegs sein möchte – Experten vor Ort wissen wie’s geht.
Drei Highlights aus dem Veranstaltungsprogramm Dass große Abenteuer oft vor der eigenen Haustür beginnen, weiß Extrem­bergsteiger und Speedkletterer Dani Arnold. „Der Grenzgänger“ heißt die Reportage über sein Leben am Berg – eines der Highlights im Vortragsprogramm. Angefangen hat es mit zwei Eispickeln und dem Versuch, den gefrorenen Bach neben dem Elternhaus hochzukraxeln. Irgendwann kletterte er dann die schwierigsten Routen über Fels und Eis – und das atemberaubend schnell. Die Eiger Nordwand bezwang er in 2 Stunden 28 Minuten. Das ist nur eine von Arnolds unglaublichen Bestmarken: ein Adrenalinkick für jeden Zuschauer! Wer im Bergsport immer wieder an Grenzen geht, tickt besonders. Kultzeichner Erbse spürt diesen Besonderheiten in seinen Klettercomics schon lange nach. Jetzt setzt er erneut ein urkomisches Kabarettprogramm obendrauf, das er mit seiner Gitarre untermalt. Fans seiner Comics können Erbse während des Events beim Zeichnen über die Schulter schauen. Wer Glück hat, nimmt eines seiner Kunstwerke mit nach Hause.
veranstaltungen   |  gletscherspalten 2/2018
Irmgard Braun weiß, wovon sie schreibt. Die Kletterin hat die Berge zum Schauplatz ihrer Krimis erkoren. „Tod an der Alpspitze“ ist der Titel ihres gerade erschienenen Buches. Daraus und aus anderen liest sie – mit musikalischer Untermalung. Das wird sehr atmosphärisch und mordsmäßig spannend!
Neues und Gebrauchtes im Ausstellungsbereich Im Ausstellungsbereich präsentieren sich Veranstalter, Tourismusverbände, Hersteller und Ausrüster mit aktuellen Trends. Besucher können zum Beispiel brandneue Lawinenairbags ausprobieren. Nicht brandneu, aber gut erhalten und zu Schnäppchenpreisen erhältlich, sind dagegen Kleidung und Equipment beim Alpinen Secondhandmarkt. Eine Tombola mit hochwertigen Preisen wie Reisegutscheinen und Ausrüstung rundet das Angebot des AlpinTags ab. > Text: Nina Zenker > Fotos: Sven Meurs (l.), Dani Arnold (r.)
Infos Der 11. Kölner AlpinTag findet am Samstag, den 6. Oktober 2018 von 10:00 bis 19:00 Uhr im Forum Leverkusen statt. Der Eintritt ist frei. Ausgenommen sind Bergsportreportagen und Workshops. DAV-Mitglieder erhalten die Tickets 33% günstiger. Ausführliche Informationen und Tickets gibt es unter > www.koelner-alpintag.de.
Ein Wandbuch erzählt 45 Jahre Klettergeschichte der Gerolsteiner Dolomiten
Buch in desolatem Zustand
Als ich mich in der Kletterroute „Zwölfie“ in das dort aufgehängte Wandbuch eintragen wollte, erwartete mich ein trauriger Anblick: Das Buch war aufgeweicht und angeschimmelt. Ich entschloss mich, es zu bergen, bevor es völlig verrottet sein würde und sein wertvoller Inhalt für immer verloren. Ich habe die Eintragungen, soweit sie noch zu lesen waren, abgeschrieben und elektronisch gesichert. Die insgesamt 477 Einträge erfolgten innerhalb von 45 Jahren; der letzte Eintrag am 03.10.2015. Zu Beginn liest man: „WANDBUCH ZWÖLFIE IV+ Angefangen am 17.5.1970“ sowie die klettergeschichtlich bedeutsame Notiz: „Erstbegehung am 2.6.1969 durch Werner Jaeger (noch immer Mitglied unserer Sektion, Anmerkung der Redaktion) DAV Köln, Elfie Baldus DAV Köln, Material: 8 Normalhaken, Zeit: … Stunden.“ Fest im Felsen verankert
Route führt durch zentralen Wandbereich
Die Route ist eine gut 20 Meter hohe Rissverschneidung durch den zentralen Wandbereich der Hustley. Am ursprünglichen Umlenkhaken ist ein Kasten aufgehängt, in dem das Wandbuch deponiert wurde. Die Schwierigkeit IV+ richtete sich nach der alten Welzenbach-Skala, die 1969 nur bis maximal VI+ reichte. Im aktuellen Kletterführer aus dem Jahr 2016 wird die Route mit glatt 6 nach der UIAA-Skala bewertet. Die Schwierigkeit IV+ bezieht sich auf das seinerzeit übliche Klettern mit technischen Hilfsmitteln. Die ersten sportlich einwandfreien Begehungen erfolgten erst
1977 (alles frei, Florian Schmitz/Lorenz Lachart) beziehungsweise 1980 (Rotpunkt, ebenfalls Florian Schmitz). In den Eintragungen finden sich die heute nicht mehr gebräuchlichen Begehungsstile „Rotkreuz“ (1982 durch Klaus Auen) und „Rotkreis“ (am 18.10.1988 durch Christoph Schwarz, Bonn). Das Wandbuch legt damit Zeugnis ab über die bewegten Jahre, als der Freiklettergedanke aus den USA übernommen wurde. Aus „Elfie“ wird „Zwölfie“ Zur Entstehung des Namens der Kletterroute konnte der Erstbegeher nicht befragt werden. Es liegt aber auf der Hand, dass Werner Jaeger mit dem Routennamen an den Vornamen seiner Kletterpartnerin anknüpfen wollte: aus Elfie Baldus wurde – Zwölfie. Als Herkunftsort der Kletterer wird Köln am häufigsten (89-mal) genannt. Aus dem Kölner Umland stammen ebenfalls zahlreiche Einträge: Bonn (28), Aachen (9), Siegburg (6), Düren, Düsseldorf, Rheydt und Solingen. Aus den Benelux-Ländern sind verzeichnet: Niederlande (14), Belgien (7) und Luxemburg (3). Trier, beziehungsweise der DAV Trier wird insgesamt 40-mal genannt. Auffallend wenige Kletterer (9) kommen aus dem direkten Umland von Gerolstein. Die große DAV-Sektion Koblenz ist mit nur 13 Nennungen schwach vertreten. Vereinzelt werden entferntere Städte und Gebiete erwähnt: Frankfurt, Mannheim, Berlin/Potsdam, Paderborn, Hamburg, München, Bad Soden, Staffelstein/Ober-
sektions-archiv   |  gletscherspalten 2/2018
Eintragung der Erstbegehung
Die Hustley mit der Route Zwolfie (knapp links der Bildmitte)
franken sowie Pfalz und Sachsen. Es finden sich noch einige Eintragungen aus Polen (5), England/Wales (5), AVS Bozen, Spanien, Ungarn, Florida/USA. So wird deutlich, dass die Hustley nur regionale Bedeutung für die Eifel und die angrenzende Region hat.
ley gelangen ihm, aber auch im Mayener Basaltgebiet hat er anspruchsvolle Erstbegehungen gemacht. Hans Nathan aus Bonn verewigte sich mehrmals im Wandbuch. In den späten 1970er und 1980er Jahren hatte Nathan sich durch die ersten freien Begehungen bislang technisch gekletterter Routen einen Namen gemacht, vor allem im Rurtal und am Stenzelberg. Einen Markstein hinterließ er 1985 mit der Route Hühnerbrust (9+) in Nideggen. Besonders zu erwähnen ist ein Eintrag aus dem Jahr 1977: „Hans Laub/Pfalz, Christine/Lxb“. Hans Laub, Jahrgang 1929, war in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg einer der stärksten Kletterer und eifrigsten Erschließer an den Buntsandsteinfelsen der Südpfalz. Auf sein Konto gehen so berühmte Wege wie der Jubiläumsriss, die Himmelsleiter, die Bogenverschneidung, der DAV-Weg oder der Dezemberweg. Immer wieder finden sich auch die Namen von Kletterern, die andernorts aktiv gewesen sind. Stellvertretend seien hier genannt: Horst Wündsch, Jürgen Pellenz (†), Andreas Eisenhauer, Marc Wolff und Hendrik Kardinal.
Interessante Details von Kletterern Die Eintragungen über die Routenbegehungen folgen dem Schema: Datum – Name – Kletterverein. Nach 1985 wurden die formal standardisierten Einträge zunehmend um persönliche Bemerkungen, zum Beispiel über das aktuelle Wetter oder die subjektiven Eindrücke bei einer Begehung, ergänzt. Auch hierin mag man eine Emanzipation der jungen Sportklettergeneration von althergebrachten Kletterregeln sehen. Dabei bewiesen die Kletterer oftmals Fantasie und Humor, aber es gibt auch teilweise herabsetzende Bemerkungen. Besonders interessant ist es, wenn bekannte Persönlichkeiten aus der Kletterszene in dem Wandbuch erscheinen. Werner Jaeger aus Köln, geboren am 08.06.1946, hat sich nicht nur mit der Erstbegehung der Zwölfie und Aufhängung des Wandbuchs verdient gemacht, er hat sich auch über viele Jahre hinweg um die Route und das Buch gekümmert. Seinen genauen Eintragungen kann entnommen werden, dass er in der Zeit zwischen 1969 und 1994 immer wieder „seine“ Route geklettert hat – insgesamt 60-mal. Berühmtheiten im Verzeichnis 18-mal erscheint der Kölner Kletterer Florian Schmitz, Jahrgang 1960 (Ehrenmitglied unserer Sektion, Anmerkung der Redaktion). Er prägte in den 1980er Jahren das Sportklettern in der Eifel maßgeblich mit. Berühmte Routen, wie der Walkerpfeiler an den Grandes Jorasses oder die Salathé im Yosemite-Val-
Berühmte Namen: Florian Schmitz, Hans Nathan, Hans Laub
Neues Wandbuch wartet auf Einträge Während in den letzten anderthalb Jahren vor der Bergung keine Eintragungen mehr erfolgten, ging und geht das Klettern in der Route Zwölfie natürlich weiter. Inzwischen ist ein neues Wandbuch in der Route deponiert worden. Der Tradition folgend, kann dort jeder Begeher seinen Namen und seine Gedanken der Klettergemeinde hinterlassen. Das alte Wandbuch wird jetzt im Archiv der DAV-Sektion Rheinland in Köln aufbewahrt – dort, wo vor 45 Jahren der Erstbegeher Werner Jaeger seine klettersportlichen Wurzeln hatte.
Neues Wandbuch wartet auf Einträge
Text und Fotos: Peter May, Koblenz
Das Kölner Haus ist nicht nur bei Kölnern geschätzt
Regionales wird mit Bergblick aufgetischt
Sommer im Kölner Haus Ein Genuss nicht nur für Rheinländer
Komfort und Gastfreundschaft sind sehr geschätzt
Was macht ein Kölner auf 1.965 Metern Höhe? Er isst ein Käsebrötchen, nippt an einem kühlen Glas Wein, und fühlt sich wie zu Hause. Kein Wunder, denn er ist im „Kölner Haus“. Wenn Köln die schönste Stadt Deutschlands ist – wie der Kölner behauptet, dann ist unser Kölner Haus das schönste Haus in den Alpen. Ist einfach so „e Jeföhl“. Es sind nicht nur Kölner, die den Komfort, die Gastfreundschaft und die tolle Lage unserer Hütte mitten in den Bergen zu schätzen wissen. „Die meisten unserer Gäste kommen aus ganz Deutschland. Wir haben aber auch viele Besucher aus den Niederlanden“, sagt Anja Hangl. Gemeinsam mit Walter Kerscher bewirtschaftet sie seit dem Umbau in 2013 das Haus. „Wir sind sehr froh und stolz darauf, dass wir gemeinsam mit dem Kölner Alpenverein ein so modernes, gemütliches und gepflegtes Haus geschaffen haben“, freut sich Anja. Die Gäste kommen zum Übernachten, zum Feiern, zum Essen oder zum Bergeschauen auf der Sonnenterrasse. Jetzt zur Sommersaison ist das Kölner Haus Herberge für Wanderer, Bergsteiger, Mountainbiker. 90 Schlafplätze stehen als Übernachtungsmöglichkeit in Ein-, Zwei- und Mehrbettzimmern sowie im Bettenlager zur Verfügung. „Wir haben für diesen Sommer unsere Programme ‚Bergferien für Familien‘ und das Wanderprogramm für Singles und Alleinreisende ausgebaut“, verkündet Anja. An Familien mit Kindern im Alter von 7–12 Jahren richtet sich das eine Paket, das andere verspricht Glücksmomente am Berg nicht nur für
einsame Herzen. Zu den Angeboten gehören unter anderem Übernachtung, Verpflegung, teils kostenlose Bergbahnnutzung sowie geführte Bergtouren. Neben Familienfreundlichkeit und Sauberkeit liegt unseren Hüttenwirten vor allem Nachhaltigkeit sehr am Herzen. Anja: „Wir sind stolz darauf, dass wir von den meisten Convenienceprodukten Abschied genommen haben und frisch zubereitete Mahlzeiten bieten können.“ Mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine ist das Haus bereits ausgezeichnet. Das reicht aber nicht. Geplant ist, den Hüttenbetrieb noch mehr nach Kriterien auszurichten, die für Bio, Regionalität oder Fairen Handel stehen. Den Gästen scheint’s zu gefallen. „Wir haben sehr viele zufriedene und begeisterte Gäste,“ berichtet Anja und bezieht sich auf das hausinterne Bewertungssystem. Im DAV-Hüttentest schreibt ein Gast: „… Ich habe mich wirklich sehr wohl gefühlt. … Die Serviceleistung war genial …“ Für Bedürfnisse der Gäste haben die Hüttenwirte immer ein offenes Ohr. Momentan denken sie über Leselampen nach. „Die stehen ganz oft als Wunsch auf unserem Fragebogen.“ Text: Annelie Weigand Fotos: Andreas Schalber (l.), Lucas Rucek (r.)
Infos Unser Kölner Haus (1.965 m) liegt oberhalb von Serfaus in Tirol. Es hat 25 Zimmer und ein Bettenlager sowie drei heimelige Stuben für je 40 bis 50 Gäste. > www.koelner-haus.at
hütten und wege   |  gletscherspalten 2/2018
Der Heuschober in desolatem Zustand …
… und nun frisch renoviert
Serfauser Pillen … sind keine bittere Medizin Vielmehr ist „Pillen“ die in der Region um Serfaus in Tirol gebräuchliche Bezeichnung für einen speziellen Heustadel. Solche Überbauungen für Heuschober wurden schon vor vielen hundert Jahren auf den schwer zugänglichen Berghängen errichtet und bei der Bergmahd als Zwischenlager für Heu genutzt. Im Winter brachte man das Heu von dort kräftesparend mit Hörnerschlitten ins Tal. Eine dieser Heuhütten ist zum Teil Eigentum unserer Sektion. Sie steht auf einem Grundstück in der Nähe unseres Kölner Hauses. Der Pillen steht genau auf der Grenze zweier Wiesen, die der Sektion und dem Serfauser Hotelier Aloys Schalber gehören. Der First der Pille entspricht genau dem Grenzverlauf. Diese Konstruktion ist einmalig für die Serfauser Gegend. Heuschober mit Geschichte Aloys Schalber wies uns auf die Beschädigung und Renovierungsbedürftigkeit unseres Teils des Pillen hin. Das Dach drohte einzustürzen und verschiedene Baumstämme, die die Wände bilden, waren marode. Die Sektion hat seit vielen Jahren nichts mehr an dem Pillen gemacht. Er soll über 400 Jahre alt sein. In seiner Kindheit hat Aloys Schalber im Sommer hier mit seiner Mutter die Wiese gemäht und Heu gemacht. Da man zu der Zeit – vor über 60 Jahren – von der Wiese nur zu Fuß in einer Gehzeit von eineinhalb Stunden nach Serfaus kommen konnte, haben die beiden dann öfters im Heuschober übernachtet. Erinnerungen …
Wegen des Wieseneigentums besitzt die Sektion ein Holzrecht. Wir können so kostenlos Holz aus dem dortigen Wald beziehen. Aloys Schalber schlug vor, den örtlichen „Maschinenring“ mit der Renovierung zu beauftragen, einem Zusammenschluss unterschiedlicher Handwerker, die sich gegenseitig aushelfen. Die Sektion entschied sich für die Renovierung – auch weil der Erhalt eines solchen historischen, lokalen Bauwerks unserem Vereinszweck entspricht.
Erhalt des Pillen gesichert
Solide Bauweise für die Zukunft Dann ging es los. Der Förster kennzeichnete die Bäume, die das Holz für die Renovierung liefern sollten und Holzfäller schlugen die Bäume, die ins Sägewerk gebracht und dort zurechtgeschnitten wurden. Die Zimmerleute renovierten den Pillen. Die Wände errichteten sie aus querliegenden Baumstämmen. Das Dach wurde mit Latten in dreifacher Lage versehen – und fertig war der Pillen. Er sollte nun wieder viele Jahrzehnte halten. Ohne Renovierung hätte der Heustadel die Schneelast des Winters 2017/18 wohl nicht überstanden. Zurzeit wird er als Lager genutzt. In einem Abschlussgespräch mit Aloys Schalber haben wir die Geschichte des Pillen noch einmal ablaufen lassen. Alle waren mit der geleisteten Arbeit sehr zufrieden. Dies veranlasste Aloys Schaber, einen beträchtlichen Zuschuss für die Renovierungskosten beizusteuern. Text: Ulrich Ehlen Fotos: Fritz Rodenhäuser
Der Kölner Alpenverein auf dem Kölner Ehrenamtstag am 2. September 2018
Auch in diesem Jahr wird unsere Referentin für Ehrenamt Monique Heimann den Kölner Alpenverein wieder auf dem Kölner Ehrenamtstag vertreten. „Ich freue mich auf jeden Besucher am Stand. Alle Mitglieder, die mehr über die tolle ehrenamtliche Arbeit in unserem Verein erfahren möchten, sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen.“ In unserer Sektion sind derzeit mehr als 400 Mitglieder ehrenamtlich aktiv. Der Kölner Ehrenamtstag, zu dem Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker einlädt, findet am 2. September 2018 auf dem Kölner Heumarkt statt. Er hat sich inzwischen zu einem kunterbunten Markt entwickelt, zu dem viele Bürger kommen, um sich über die Möglichkeiten ehrenamtlicher Tätigkeit zu informieren. Darüber hinaus gibt es ein Rahmenprogramm für Erwachsene und Kinder mit Aktivitäten von Rettungsgesellschaften und musikalischen und künstlerischen Darbietungen auf der Bühne. Im Rahmen des Ehrenamtstages wird immer auch der Ehrenamtspreis „­KölnEngagiert“ verliehen. Monique Heimann auf dem Kölner Ehrenamtstag 2017
> Text und Foto: Annelie Weigand
> Kölner Eifelhütte (Eifelheim Blens), St. Georg­straße 4, 52396 Heimbach, Tel. 02446 3517 > Kölner Haus auf Komperdell, 6534 Serfaus, ÖSTERREICH, Tel. 0043 5476 6214, Fax -62144, www.koelner-haus.at > Hexenseehütte siehe Kölner Haus
Akklimatisierungsspaziergang in der Nähe von Huaraz
Hochgefühl in den Anden Alpinisten auf einer traumhaften Expedition Am 1. Juli 2017 landet um fünf Uhr morgens ein Flieger in Lima. An Bord unser Team aus der Alpinistengruppe, bestehend aus Anna, Lukas, Michael und Jan. Unsere bunte Truppe hatte zur Vorbereitung von der Fletschhorn Nordwand, über Eisklettern in Cogne bis hin zur Königsspitze dieses Jahr schon einige Touren gemacht, sodass wir gut vorbereitet und eingespielt waren. Konditionell hatten wir uns über diverse AV-Touren im Sektionsangebot fit gemacht und massenweise Höhenmeter in Eifel und Siebengebirge gesammelt. Die Hausaufgaben waren also erledigt. Unser Ziel war es nun, einen Sechstausender zu bezwingen und ein paar schöne Routen in Schnee und Eis zu klettern. Anreise und Organisation der Touren Um uns möglichst schnell an die Höhe zu gewöhnen, ging es nach Landung in Lima, der Hauptstadt Perus, direkt weiter. Wir wollten in die zentrale Bergsteigerstadt Huaraz, welche bereits auf über 3.000 Metern Höhe liegt. Das geht normalerweise am einfachsten per Bus, aber wir hatten einen mit Anna und Lukas befreundeten Bergführer gebeten, uns in Lima abzuholen. Auf den 400 Kilometern durch die peruanische Küstenwüste hinein in die Anden, konnten wir bereits einige Eindrücke der überwältigend schönen Landschaft sammeln, besonders da wir diese wegen einer Panne gleich ein paar Stunden erkunden konnten.
reportage   |  gletscherspalten 2/2018
Angekommen in Huaraz organisierten wir zunächst die ersten Touren. Dabei war unser befreundeter Bergführer David Wilder sehr hilfreich. Um in die Täler der Cordillera Blanca vorzustoßen, braucht es fast immer ein paar Esel, damit man sich nicht bereits beim Erreichen der Basislager verausgabt. Am besten bestellt man vorab in einer der zahlreichen Agenturen ein paar Tragtiere und bekommt auch direkt die Informationen, mit welchem Colectivo – so nennen sich Sammeltaxis in Südamerika – man zum Startpunkt des Treks fahren kann. Sollte eine Tasche auf dem Flug verloren gegangen sein, kann man sich in Huaraz noch sehr gut mit Material eindecken. Hier gibt es nahezu alles, was der Bergsteiger benötigt. In unserem Fall waren das lediglich Gaskartuschen für die Kocher und ein paar im Alpenraum eher unübliche Schneeanker, welche man zur Absicherung in langen Firnwänden oder steilen Tiefschneepassagen nutzen kann. In dieser zentralen Stadt schlägt man sich zwar sehr gut mit Englisch durch, sollte sich aber im Hinblick auf die meisten Regionen zumindest Spanisch-Grundkenntnisse aneignen und ein Reisewörterbuch zur Hand haben.
Grundkenntnisse in Spanisch sind ratsam
Akklimatisierung mit Hindernissen Nach zwei Tagen in Huaraz ging es für uns endlich in das Cayesh-Tal zum Akklimatisieren. Wir unternahmen zwei ausführliche Spaziergänge bis auf etwa
Maparaju – der erste Gipfelerfolg
Flexibilität in der Planung ist nötig
5.000 Meter Höhe und gingen am dritten Tag den 5.326 Meter hohen Maparaju an. Hier konnte unser Team den ersten Gipfelerfolg verbuchen. Leider nur zu dritt, denn bei mir wurde ein leichter Husten immer stärker, weshalb ich absteigen musste. Zurück in Huaraz stellte sich glücklicherweise heraus, dass es sich nur um eine Erkältung und nicht um ein Lungenödem handelte. Es wurden neue Pläne geschmiedet. Lukas, Anna und Michael wollten direkt wieder aufbrechen und die Besteigung des 6.354 Meter hohen Chopicalqui angehen. Ich wollte etwas regenerieren, dann mit dem Gruppengepäck nach Caraz aufbrechen und von dort in Richtung Refugio Peru unterhalb des Pisco starten, um meine Höhenanpassung etwas langsamer voranzutreiben. Dort wollten wir uns dann wieder treffen. Die Höhe fordert ihren Tribut
Die Gefahr darf nie unterschätzt werden
Gesagt, getan. Lukas, Anna und Michael legten am nächsten Morgen direkt los. Es ging zunächst in das Moränenlager auf etwa 5.000 Meter Höhe, um von dort aus die gemeinsame Ausrüstung im Hochlager auf 5.500 Meter Höhe zu deponieren. Leider erwischten Michael hier anhaltende starke Kopfschmerzen, weshalb er als Vorsichtsmaßnahme wieder abstieg. Anna und Lukas überquerten derweil den Gletscher bis zum Grat. Ein echtes Abenteuer, denn Sie mussten eine Spalte von etwa zwei Metern Breite über eine äußerst fragile Schneebrücke queren. An der gleichen Stelle stürzte am nächsten Tag ein peruanischer Bergführer, verletzte sich aber glücklicherweise nur leicht. Die beiden kämpften sich im Anschluss auf den Gipfel und holten sich damit den ersten Sechstausendererfolg für unsere Truppe.
Unsere Gruppe vor der Pisco Südwand
In der Zwischenzeit hatten Michael und ich uns im Refugio Peru gefunden und planten gemeinsam den Gipfel des Pisco auf dem Normalweg zu besteigen. Da uns das Wetter hold war, konnten wir traumhafte Bilder der umliegenden Berge von dem 5.752 Meter hohen und nach unserer Ansicht schönsten Aussichtsgipfel der Cordillera Blanca machen. Am Tag nach dem Gipfelerfolg trafen wir am Refugio wieder auf Lukas und Anna, sodass unser Team für neue Touren wiedervereint war. Wettlauf in der Pisco-Südwand Unseren Ursprungsplan, den Westgipfel des Huandoy zu besteigen, mussten wir wegen der sehr schlechten Schneebedingungen und einem anstehenden Wetterwechsel begraben. Dafür lachte uns die Südwand des Pisco an und schon war ein neues Projekt gefunden. Nachdem wir unser Hochlager im Moränencamp des Pisco auf circa 5.100 Metern Höhe aufgeschlagen hatten, legten wir noch eine Spur bis an die etwa 600 Meter hohe Südwand. Auch hier rechneten wir mit sehr tiefem und losem Schnee, sodass wir am nächsten Morgen früh aufbrachen. Kurz vor uns waren noch zwei Mitglieder des spanischen Alpinkaders gestartet, die am Ende unserer Spur auf uns warteten. Wir hatten am Vortag eine Gletscherspalte übersehen, die wir nun im traumhaften Sonnenaufgangsszenario noch umgehen mussten, bevor wir loslegen konnten. Die Spanier ließen uns den Vortritt, sodass wir erneut spuren durften, aber dafür auch als erste in die Wand einstiegen. Der Schnee war wirklich sehr locker und um eine Sicherung mittels Schneeanker zu setzen, musste man tief graben. So kamen wir als Viererseilschaft nur langsam voran und brauchten etwa sechs
Glücklich auch ohne Zelt: Biwak im Moränenlager
Sonnenuntergang im Tocllaraju Highcamp
kraftraubende Stunden, um die Wand zu durchsteigen. Die Spanier kletterten in einer parallelen Rinne und als wir oben ankamen, fanden wir nur noch ihre Abstiegspuren. Wir hingegen quälten uns noch eine Stunde die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel, den wir dann erschöpft aber glücklich erreichten. Nach dem Abstieg über den Normalweg erfuhren wir, dass die Spanier auch nur eine halbe Stunde schneller durch die Wand gestiegen waren und es ihnen zu kalt war, um noch auf den Gipfel zu gehen. Zusammengefasst: Wir hatten für den spanischen Alpinkader gespurt, waren nur etwas langsamer in der Wand und haben uns dann noch zum Gipfel durchgebissen, während die beiden lieber schnell wieder warmen Tee im Lager genießen wollten. Zum Dank fürs Spuren gaben uns die beiden einen Tag später sogar noch ein Bier im Refugio aus.
der Wind aber ständig drehte, war ein Aufbau unmöglich. Also durfte er die Nacht tiefergelegt verbringen und schlief sogar besser als wir im Zelt, weil uns der stark böige Wind wach hielt. Den Aufstieg begannen wir am nächsten Morgen gegen vier Uhr. Vorher waren schon mindestens zwei andere Seilschaften an unserem Lager vorbeigezogen und so machten wir uns an die Verfolgung. Der Wind hatte über Nacht wieder deutlich zugenommen und kurz vor Sonnenaufgang wurden die Böen so stark, dass ein Geradeausgehen fast nicht mehr möglich war. Wir entschieden uns trotzdem, weiterzugehen und als wir kurz nach Sonnenaufgang am Fuß des Gipfelanstieges ankamen, hatten wir die anderen Seilschaften eingeholt und waren wieder etwas im Windschatten des Berges. Mit vermummten Gesichtern erstiegen wir dann die zwei Seillängen bis zum Gipfelplateau und waren überglücklich, als wir uns, oben angekommen, endlich in die Arme fallen konnten. Definitiv einer der magischen Momente unserer Tour.
Abschlusswoche im Ishinka-Tal Die ersten drei Wochen waren mittlerweile vorbei und Anna musste uns leider in Richtung Deutschland verlassen. Lukas, Michael und ich hingegen brachen noch einmal für eine Woche in das Ishinka-Tal auf. Unser Plan war es, den Tocllaraju zu besteigen und im Anschluss gegebenenfalls noch den Ranrapalca zu versuchen. Die Ambitionen auf zwei Sechstausender mussten wir jedoch schnell aufgeben, denn hier hatte sich ein ziemlich starker Wind eingenistet, der auf den Gipfeln fast ein Sturm zu sein schien. So verbrachten wir den ersten Tag im Refugio Ishinka beim Kartenspiel, während wir den Tocllaraju nur aus der Ferne im Auge behielten. Als der Wind am zweiten Tag etwas abflaute, wagten wir den Aufstieg bis auf den Gletscher. Hier schlugen wir unser Highcamp, bestehend aus einem Zelt und einer Schneegrube, auf. Michael wollte eigentlich sein Tarp nutzen, da
Überglücklich auf dem Gipfel
Was bleibt zum Schluss? Die Cordillera Blanca in Peru ist zum Bergsteigen wirklich ein Traum. Erfahrene Alpinisten können hier auch ohne Bergführerpflicht Sechstausender bezwingen. Neben der Landschaft hat uns besonders die Freundlichkeit und Offenheit der lokalen Bevölkerung beeindruckt. Selbst die Bergführer sind sehr auskunftsfreudig was Wetter und Bedingungen angeht. Spanische Sprachkenntnisse und Flexibilität bei der Planung sind dabei die Schlüssel zu einer traumhaften Expedition in die Anden. Wir waren auf jeden Fall nicht zum letzten Mal dort! Text: Jan Dominic Emrich Fotos: Jan Emrich (21, 22 r., 23 r.), Anna Skora (22 l., 23 l.)
Protokoll der Mitgliederversammlung am 17.05.2018 in der Aula der Königin-LuiseSchule
Anwesend: 90 Mitglieder Beginn: 19:30 Uhr Ende: 22:50 Uhr Versammlungsleiter: Karl-Heinz Kubatschka Protokollführer: Ulrich Ehlen
1. Begrüßung Der 1. Vorsitzende, Karl-Heinz Kubatschka, eröffnet die Versammlung. Er begrüßt die Anwesenden – namentlich die Ehrenmitglieder – und dankt allen für ihr Kommen. Einladung und Tagesordnung sind rechtzeitig in den „gletscherspalten“ 1/2018 veröffentlicht worden. Er stellt fest, dass die Versammlung gemäß § 19 Abs. 1 der Satzung beschlussfähig ist. Die Tagesordnung wurde ergänzt um Punkt 15 „Option für ein neues Sektionszentrum“. Anträge von Mitgliedern zum Punkt „Verschiedenes“ liegen keine vor. 2. Totengedenken Die Namen der verstorbenen Mitglieder des Jahres 2017 werden verlesen und ihrer stehend gedacht. 3. E  hrung der Wettkämpferinnen und Wettkämpfer Peter Plück zeigt verschiedene Videos zum Wettkampfklettern. Die Ehrung der
in 2017 besonders erfolgreichen Wettkämpfer/innen nehmen Peter Plück und Jochen Prox vor. Bundesweit ist unsere Sektion wieder auf Platz zwei gelandet.
im Vorfeld in der Geschäftsstelle ausgehangen und als Tischvorlage zur Mitgliederversammlung zur Verfügung gestellt wurde.
4. H öhepunkte der Jahre 2017/2018
Karl-Heinz Kubatschka informiert, dass der 11. Kölner AlpinTag am 6. Oktober wieder mit vielen Ausstellern, Vorträgen und interessanten Angeboten im Forum Leverkusen stattfinden wird. Auch die AlpinVisionen bieten in der kommenden Saison wieder viele interessante Vorträge. Die Kölner Bergwoche findet dieses Jahr vom 21.-28. Juli statt und am 9. Juni wird in der Kölner Eifelhütte in Blens das Sommerfest gefeiert.
Bärbel Eisert berichtet, dass sie und Heike Wirtz die Jahresrechnung zum 31.12.2017 am 02.05.2018 geprüft haben. Es war alles vollständig und geordnet. Es gab keine Beanstandungen. Die Mitgliederversammlung beschließt einstimmig mit Enthaltungen: Teilabschluss Kölner Haus / Hexenseehütte: Der Jahresüberschuss i.H.v. 42.292,40 Euro wird festgestellt. Teilabschluss Sektion RheinlandKöln e.V.: Das positive Vereinsergebnis i.H.v. 10.758,72 Euro nach Einstellung von Rücklagen sowie nach Verwendung des Ergebnisvortrags aus Vorjahren i.H.v. 151.476,70 Euro, wird festgestellt.
5. Jubilare der Sektion Die Ehrung der Jubilare für bis zu 60 Jahre Mitgliedschaft im DAV wurde während des Empfangs vor der Mitgliederversammlung vorgenommen. Betroffen waren 48 Frauen und 108 Männer. 6. Geschäftsbericht des Vorstands Die Jahresberichte der Referate und Gruppen wurden in den gletscherspalten 1/2018 publiziert. Der Vorstand der Sektion hat 9 Vorstandssitzungen, 2 Gesamtvorstandssitzungen durchgeführt und war bei 2 Landesverbandssitzungen, der DAV-Hauptversammlung in Siegen und zahlreichen weiteren Sitzungen vertreten. Ende 2017 hatte die Sektion 16.333 Mitglieder. Das war wieder ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Auch für 2018 wird wieder eine deutliche Zunahme erwartet. Der Vorstand dankt allen Aktiven und Ehrenamtlichen für ihre Arbeit und für die vielfältigen Aktivitäten. 7. Jahresrechnung Der Schatzmeister, Bernd Koch, trägt die Jahresrechnung zum 31.12.2017 vor, bestehend aus dem Teilabschluss Kölner Haus/Hexenseehütte und dem Teilabschluss Sektion Rheinland-Köln e.V., die
9. Entlastung des Vorstands Auf Vorschlag der Rechnungsprüferinnen erteilt die Mitgliederversammlung dem Vorstand für das Geschäftsjahr 2017 einstimmig mit einer Enthaltung Entlastung. 10. Ergebnisverwendung Die Mitgliederversammlung stimmt den nachfolgenden zwei Empfehlungen des Vorstands zur Ergebnisverwendung wie folgt einstimmig zu: Teilabschluss Kölner Haus / Hexenseehütte: Der Jahresüberschuss 2017 i.H.v. 42.292,40 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen. Teilabschluss Sektion Rheinland-Köln e.V.: Aus dem positiven vorläufigen Vereinsergebnis und nach anteiliger Auflösung der Rücklagen aus Vorjahren hat der Vorstand u.a. 80.000 Euro für eine Betriebsmittelrücklage, insgesamt 260.000 Euro für das Projekt des Erwerbes oder Umbaus zu einer neuen Geschäftsstelle (unter Verwendung des Ergebnisvortrags aus Vorjahren i.H.v. 151.476,70 Euro), 62.000 Euro in die freie Rücklage, 20.000 Euro für das Projekt AlpinTag 2018 ver-
vorstand  |  gletscherspalten 2/2018
wendet bzw. den Rücklagen zugeführt. Das verbleibende positive Vereinsergebnis in Höhe von 10.758,72 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen. 11. Wirtschaftsplan 2018 Bernd Koch stellt den Wirtschaftsplan 2018 vor, der im Vorfeld in der Geschäftsstelle ausgehangen und als Tischvorlage zur Mitgliederversammlung zur Verfügung gestellt wurde. Die Mitgliederversammlung stimmt der Genehmigung des vom Gesamtvorstand am 30.11.2017 sowie am 10.04.2018 beratenen und vom Vorstand in der Sitzung am 25.04.2018 beschlossenen Wirtschaftsplan 2018 einstimmig zu. 12. Wahlen zu den Gremien Die Wahlvorschläge des Vorstands wurden zusammen mit der Einladung und der Tagesordnung zur Mitgliederversammlung rechtzeitig in der Ausgabe 1/2018 der gletscherpalten veröffentlicht und in der Geschäftsstelle ausgehängt. Wahlvorschläge von Mitgliedern wurden dem Vorstand zur Kenntnis gebracht und waren ebenfalls in der Geschäftsstelle ausgehängt. Damit wurde entsprechend der Geschäftsordnung der Mitglieder­versammlung (§ 7) verfahren. Die Wahlleitung erfolgt entsprechend § 8 der G ­ eschäftsordnung der Mitgliederversammlung durch den 1. Vorsitzenden. Einstimmig gewählt werden: Oswald Palsa, 2. Vorsitzender (­Wiederwahl) Frank Berthold, Schriftführer (­Wiederwahl) Fritz Rodenhäuser, Referent für Hütten und Wege (Wiederwahl) Elisabeth Roesicke, Referentin für ­Naturschutz (Wiederwahl) Matthias Wegener, Gruppenleiter ­Tourengruppe Daniel Vehrenberg, Beisitzer ­Anzeigenakquise Wolfgang Halter, Beisitzer Richterhütte Felix Budde, Beisitzer Jugend (nur Bestätigung)
13. Satzungsänderung Karl-Heinz Kubatschka erläutert die Satzungsänderungen wegen der Neufassung der Sektionsjugendordnung und Änderungen beim Ältestenrat. Die Mitgliederversammlung beschließt die Änderung der § 12 Abs. 3, § 20 Abs. 1, § 24 Abs. 5 einstimmig wie vorgeschlagen. 14. B  eschluss der Sektionsjugendordnung Leo Rolff erläutert die Sektionsjugendordnung. Die Mitgliederversammlung stellt die Wirksamkeit der neuen Sektionsjugendordnung einstimmig fest. 15. O  ption für ein neues Sektionszentrum Uli Ehlen und Oswald Palsa stellen die bisherige Arbeit der AG Sektionszentrum und die sich aktuell ergebende Option für ein neues Sektionszentrum vor. Zurzeit wird daran gearbeitet, mit dem SSBK gemeinsam eine neue Immobilie mit der Firma Wassermann im Gewerbegebiet TRIOTOP in Vogelsang zu errichten. Sie soll die vielfältigen Interessen der Mitglieder abdecken, neue Aktivitäten ermöglichen und alle Funktionen der Sektion konzentrieren.
Am Ende der ausführlichen Diskussion, die sich vor allem mit der Eignung des Standorts befasste, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden um ein Meinungsbild gebeten: Dieses ergibt eine deutliche Mehrheit, bei 9 Gegenstimmen und ca. doppelt so vielen Enthaltungen. 16. Verschiedenes Peter Hommens ist von seinem Amt als Gruppenleiter der Tourengruppe zurückgetreten und wird gebührend verabschiedet. Auf Antrag des Vorstands werden Michael Stein, Boris Klinnert und Bernd Kästner von der Mitgliederversammlung einstimmig für ihre langjährigen Verdienste zu Ehrenmitgliedern entsprechend § 5 Nr.2 der Satzung ernannt. Am Ende der Mitgliederversammlung bedankt sich der Versammlungsleiter für das Interesse und die Mitwirkung. Beschlossen in der Vorstandssitzung am 04.06.2018.
Wir gratulieren unseren Jubilaren 60 Jahre im DAV Josefine Bechem Dr. Antje Hellwig Prof. Dr. Heribert Johlen Heidrun König Erich Läufer Georg Michaelis Richard Mülhöfer Johanna Schneider Elisabeth Stöppler Irene Wilke 50 Jahre im DAV Wolfram Arnold Martin Behling Ernst-Wilhelm Bergmann Franziska Bürgerhoff Walter Büttgens Prof. Dr. Werner Diem Hans-Christoph Hoffmann Michael Hottenrott Elfriede Jaeger
Werner Jaeger Renate Kamplade Jürgen May Dr. Peter Mennenöh Elisabeth Pennemann Wolfgang Pfeiffer Gisbert Steinacker Otti Stotzem Rolf Wicharz Karin Zander 40 Jahre im DAV Peter Bach Jürgen Bogner Christa Buder Gerd Buder Bibi Engel Reinhard Haack Gisela Hegewald Henning Jäger Elisabeth Kotthaus Heidrun Kraus
Irene Kubatschka Diethelm Lambert Volker Monzel Klaus Nitsche Reinhold Nomigkeit Michael Otten Jürgen Pfeil Karl-Heinz Pütz Ingrid Reuter Hans-Josef Roels Florian Schmitz Leo Schotten Marianne Schröder Regina Schuh Helmut Silber Trudi Steyer Dr. Ingrid Teuchert Wolfgang Weesbach Kurt Zils Margarete Zils
SOUNDS OF THE DOLOMITES: Open-Air-Konzerte lassen die trentiner Bergwelt erklingen
Auch in diesem Sommer verwandelt sich die
rühmte internationale Künstler: Ferenc Snet-
mit den Teilnehmern. Die Tour ist als Pauschal-
Bergwelt des Trentino in einen Konzertsaal un-
berger und Tony Lakatos treten am 10. Au-
paket mit zwei Übernachtungen und Bergführer
ter freiem Himmel. Im Rahmen des Musikfesti-
gust bei der Bergvagabunden Hütte im Val di
vals Sounds of the Dolomites bietet die nord-
Fassa auf. Am 20. August wird das Andrea
italienische Region von 30. Juni - 31. August
Motis Quartett in Val di Non zu hören sein.
2018 internationalen Musikgrößen hoch oben
Ein unvergessliches Naturspektakel bietet
in den Dolomiten eine Bühne für ihre Musik.
sich dem Publikum auch bei dem Konzert,
Ein Highlight ist seit dem letzten Jahr die
Das Besondere: Die Teilnahme an den meisten
das in der Morgendämmerung stattfindet.
Campiglio Special Week, das Festival innerhalb
Konzerten ist kostenlos.
Um sechs Uhr in der Früh spielen die Musiker
des Festivals rund um den beliebten Urlaubsort
belebende Stücke wie die Sunrise Serenade
Madonna di Campiglio in den Brenta-Dolomi-
Musikalische Reise durch die imposante
während die Berggipfel von der „Enrosadira“,
ten. In dieser Woche musizieren Gidon Kremer
der Morgenröte, in ein warmes Licht getaucht
und Kremerata Baltica auf der großen Bühne
werden. Wer teilnehmen möchte kann sich
und treten gemeinsam mit diversen Musikern
Felsen, kleine Seen und Wälder bilden die Ku-
alleine auf den Weg zum Veranstaltungs-
in der imposanten Berglandschaft auf.
lisse für die außergewöhnliche Veranstaltung.
ort machen oder sich für eine geführte
Musiker wie der deutsche Oboist Albrecht
Wanderung bei den örtlichen Touristen-Infor-
Nachhaltigkeit unterstützen und
Mayer, die Violinistin Isabelle Faust, der
mationszentren anmelden.
Cellisten der Berliner Philharmoniker traten
Musikalisches Trekking mit Cellist Mario
Neben dem musikalischen Genuss möchten die
hier bereits auf und wissen um die Beson-
Brunello und der Alpinist Manolo
Initiatoren der Veranstaltungsreihe einen nach-
Die Campiglio Special Week
Trompeter Markus Stockhausen sowie die 12
haltigen Bergtourismus in der italienischen
derheiten beim Musizieren in der imposanten Bergwelt des Trentino: Der Luftdruck auf über
Mario Brunello nahm als begeisterter Wande-
Provinz fördern. Den Konzertort hoch oben in
1.000 Metern Höhe ist geringer, wodurch der
rer sein Instrument mit auf die Pfade der Dolo-
den Bergen zu Fuß zu erklimmen macht den
Widerstand zur Erzeugung der Schallwellen
miten und entwickelte so das Konzept für das
Besuch des Sounds of the Dolomites zu einem
abnimmt – so entsteht ein ganz neues Klang-
Festival in den Bergen.
einmaligen Erlebnis, das Naturverbundenheit
erlebnis, für Musiker wie auch die Zuhörer.
Das musikalische Trekking bietet Musikliebha-
schafft. Deshalb raten sie: „Lassen Sie das
Open-Air zu spielen und zuzuhören ohne jeden
bern und Bergfreunden in jedem Jahr die Mög-
Auto einfach stehen und wählen Sie die zahl-
Schatten inmitten der Mittagssonne und mit
lichkeit den Initiator auf seinem Weg bergwärts
reichen Fahrradwege und Wanderpfade um un-
Blick auf das unvergleichliche Dolomiten-
zu begleiten. Auf einer Drei-Tages-Wanderung
sere Naturbühnen zu erreichen.“
Panorama hat für sie einen ganz besonderen
führt er entlang des Gebirgspanoramas, spielt
Reiz. Auf dem Programm 2018 stehen be-
spontane Konzerte und musiziert gemeinsam Fotos: Fotoarchiv Trentino Sviluppo S.p.A.
Mehr Informationen zum Festival Sounds of the Dolomites gibt es unter: www.isuonidelledolomiti.it www.visittrentino.info Foto di Daniele Lira
Foto di Arturo Cuel
Zeitschrift für die Mitglieder des DAV Sektion Rheinland-Köln e.V., herausgegeben vom Referat für Öffentlichkeitsarbeit, DAV Sektion Rheinland-Köln e.V. Auflage: 9.800 Eingeheftet: Veranstaltungsprogramm (Grüne Seiten), Ausbildungsprogramm (Gelbe Seiten) Titelbild: Auf dem Weg zur Schwarzrieshütte, Foto: Heiner Nilles Redaktion: Bettina Fleckenstein, Heike Hunsmann, Karl-Heinz Kubatschka, Wolfgang Spicher, Karin Spiegel, Bernd Weber, Annelie Weigand (verantwortlich).
11. KÖL NE R
A L PINTAG
6. OKT. 2018 FORUM LEVERKUSEN 10 - 19 UHR
Texte an: redaktion@gletscherspalten.de Die Redaktion behält sich vor, einge­reichte Texte zu ­kürzen. Anzeigen: Daniel Vehrenberg Anzeigen an: anzeigen@gletscherspalten.de Druck: Warlich Druck, Meckenheim Satz: Jeanette Störtte, Berlin
Redaktionsschluss für Heft 3/2018: 1.9.2018
natureOffice.com | DE-229-124831
EINTRIT T FREI www.koelner-alpintag.de ZAHLREICHE AUSSTELLER, BERGSPORT-REPORTAGEN & WORKSHOPS ALPINER SECONDHANDMARKT, KLET TERTURM TOMBOLA, AKTIV- & KINDERPROGRAMM
40x IN
RHEINLAND IM x 5 D N U D N D E UT S C H L A
gletscherspalten 2/2018
Ausgabe Juli 2018 der Sektionszeitschrift "gletscherspalten" des Kölner Alpenvereins.

References: § 3
 Art. 4
 § 19
 § 8
 § 12
 § 20
 § 24
 § 5