Source: https://revosax.sachsen.de/vorschrift/15150.3
Timestamp: 2019-11-21 04:35:49+00:00

Document:
REVOSax Landesrecht Sachsen - Festsetzung NSG „Moorwald am Pechfluss bei Medingen“
03.09.1999 - 21.06.2001
22.06.2001 - 29.11.2001
Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Moorwald am Pechfluss bei Medingen“
Vollzitat: Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Festsetzung des Naturschutzgebietes „Moorwald am Pechfluss bei Medingen“ vom 15. Juli 1999 (SächsABl. S. 705), die zuletzt durch die Verordnung vom 6. November 2001 (SächsABl. S. 1142) geändert worden ist
„Moorwald am Pechfluss bei Medingen“
Aufgrund von § 16 und § 50 Abs. 1 Nr. 2 des Sächsischen Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Sächsisches Naturschutzgesetz – SächsNatSchG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Oktober 1994 (SächsGVBl. S. 1601, berichtigt 1995 S. 106), und § 32 Abs. 1 Sächsisches Landesjagdgesetz (SächsLJagdG) vom 8. Mai 1991(SächsGVBl. S. 67, zuletzt geändert durch Artikel 12 des Gesetzes vom 4. Juli 1994 (SächsGVBl. S. 1261), wird im Einvernehmen mit der höheren Jagdbehörde verordnet:
1Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Laußnitz im Landkreis Kamenz und der Gemeinde Großdittmannsdorf im Landkreis Meißen werden als Naturschutzgebiet festgesetzt. 2Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung „Moorwald am Pechfluss bei Medingen“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von etwa 84 ha.
(2) Das Schutzgebiet umfasst nach dem Stand vom 26. Januar 1999 auf dem Gebiet
der Gemeinde Laußnitz, Gemarkung Laußnitz die Flurstücke 1356, 1358, 1360, 1362, 1363 (teilweise), 1369 (teilweise), 1371 (teilweise), 1373 (teilweise);
der Gemeinde Großdittmannsdorf, Gemarkung Großdittmannsdorf die Flurstücke 242, 244, 245 (teilweise), 246 (teilweise).
(3) 1Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Dresden vom 15. Juli 1999 im Maßstab 1 : 10 000 und in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Dresden vom 15. Juli 1999 im Maßstab 1 : 5 000 rot eingetragen. 2Maßgebend für den Grenzverlauf ist die Linienaußenkante der Grenzeintragungen in der Flurkarte. 3Im Südosten wird das Naturschutzgebiet durch den Diebsteig begrenzt, der selbst Bestandteil des Naturschutzgebietes ist. 4Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. 5Die Verordnung wird zusammen mit der Übersichtskarte im Sächsischen Amtsblatt verkündet. 6Die Verordnung mit Karten ist beim Regierungspräsidium Dresden, in 01099 Dresden, Stauffenbergallee 2, auf die Dauer von zwei Wochen nach der Verkündung im Sächsischen Amtsblatt zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(4) Die Verordnung mit Karten wird nach Ablauf der Auslegungsfrist beim Regierungspräsidium Dresden, in 01099 Dresden, Stauffenbergallee 2, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
(1) 1Schutzzweck ist die Erhaltung, Entwicklung und wissenschaftliche Dokumentation eines bewaldeten Moor- und Quellgebietes entlang des Pechflusses einschließlich der sich anschließenden Aue am Südwestrand der Laußnitzer Heide. 2Es weist eine landesbedeutsame Biotop- und Artenausstattung sowie Moorwaldentwicklung auf.
die Erhaltung des hydrologischen und hydrogeologischen Zustandes des Pechflusses und des gebietseigenen Hydroregimes einschließlich von Schutz- und Pufferzonen ohne Entwässerung;
die Bewahrung und Entwicklung eines intakten Moor- und Torfkörpers mit Waldmooren, Sümpfen, seggen- und binsenreichen Nassstandorten, Moorwäldern, Quellbereichen, naturnahen Kleingewässern, Verlandungsbereichen stehender Gewässer, höhlenreichen Altholzinseln und höhlenreichen Einzelbäumen als ungestörten Lebensraum für die moortypischen gefährdeten und empfindlichen Pflanzengesellschaften und Tiergemeinschaften;
die Erhaltung und Entwicklung eines naturnahen Moorwaldes mit einem hohen Anteil an Altbäumen, Höhlenbäumen und Totholz sowie von Wäldern trockenwarmer Standorte mit Halbtrockenrasen und Zwergstrauchheiden;
die Erhaltung und Entwicklung einer moortypischen Flora von überregionaler Bedeutung, insbesondere der Torfmoos-Wasserschlauch-Gesellschaft;
die Erhaltung und Entwicklung des Lebensraumes einer beispielhaft vollständigen moortypischen Fauna, insbesondere für Libellen-, Lurch-, Kriechtier- und Vogelarten;
die Erhaltung und Entwicklung einer schlenkenreichen Pfeifengrasfläche als Lebensraum für seltene und gefährdete Tierarten und als Abbild einer historischen Mähwiese in der Bachaue;
die Erhaltung der als historische Zeugnisse früherer Kulturlandschaft überkommenen Elemente, wie Kleinteiche, Dämme, Gräben, Forst- und Wegesäulen sowie der Heidewege.
Forstarbeiten im Zeitraum zwischen 1. September und dem 1. März eines jeden Jahres durchzuführen sind; notwendige Forstarbeiten außerhalb dieses Zeitraumes bedürfen der Genehmigung der Naturschutzbehörde; Maßnahmen des Forstschutzes bleiben hiervon unberührt;
Kahlhiebe im Sinne des § 19 Waldgesetz für den Freistaat Sachsen (SächsWaldG) vom 10. April 1992 (SächsGVBl. S. 137) in der jeweils geltenden Fassung, verboten sind;
Düngung, Kalkung, die Lagerung oder der Einsatz von Bioziden, Auftaumitteln oder anderen Chemikalien verboten sind;
für die Tätigkeiten im Rahmen von Forschungsarbeiten einschließlich Dokumentationen und Sicherungsarbeiten, die von der Naturschutzbehörde veranlasst oder genehmigt werden. 1
Die in § 5 festgelegten Verbote, Gebote und Maßgaben für die land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Bodennutzung gelten nicht, solange und soweit sich der Nutzungsberechtigte durch schriftliche Vereinbarung mit der Naturschutzbehörde oder im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde zur Einhaltung der dort ausgesprochenen Vorgaben verpflichtet hat. 2
den Torfbildungsprozess zu fördern, wobei Art und Umfang der Vernässung von waldbestockten Flächen im Einvernehmen mit der Forstbehörde erfolgt;
die nach § 26 SächsNatSchG geschützten oder aus Artenschutzgründen bedeutsamen Offenlandflächen regelmäßig von Verbuschung freizuhalten und die ehemalige Nasswiese ihrem Charakter entsprechend einschürig zu mähen und auszuhagern oder extensiv zu beweiden;
auf eine Ausgewogenheit schattiger und durchsonnter Moorwaldbereiche zu achten und
entgegen § 4 Abs. 2 Nr. 8 Pflanzen oder Pflanzenteile einbringt, entnimmt, beschädigt oder zerstört:
entgegen § 4 Abs. 2 Nr. 9 Tiere einbringt, wild lebenden Tieren nachstellt, sie beunruhigt, sie fängt, verletzt oder tötet oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtstätten dieser Tiere entfernt, beschädigt oder zerstört;
entgegen § 4 Abs. 2 Nr. 13 Flächen außerhalb von Wegen betritt, auf diesen reitet oder mit motorgetriebenen oder bespannten Fahrzeugen befährt;
sofern diese Handlungen nicht nach § 5 zulässig sind.
(3) Ordnungswidrig im Sinne § 61 Abs. 1 Nr. 1 SächsNatSchG handelt des Weiteren, wer vorsätzlich oder fahrlässig
entgegen § 8 Nr. 1 Buchst. d als Jagdausübungsberechtigter die gemäß § 26 SächsNatSchG geschützten moor- und nässebestimmten Biotope außerhalb der Wege betritt, soweit dies nicht zur Nachsuche und Aufnahme des erlegten Wildes erfolgt;
entgegen § 5 Nr. 2 Buchst. a ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde Forstarbeiten außerhalb des Zeitraumes zwischen 1. September und 1. März eines jeden Jahres durchführt, soweit sie nicht dem Forstschutz dienen;
entgegen § 5 Nr. 2 Buchst. b nicht standortheimische Gehölze pflanzt;
(4) Ordnungswidrig im Sinne von § 61 Abs. 1 Nr. 1 SächsNatSchG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer vollziehbaren Auflage zuwiderhandelt, mit der eine nach § 53 SächsNatSchG erteilte Befreiung oder eine nach § 7 Abs. 2 dieser Verordnung erteilte Genehmigung versehen worden ist.
entgegen § 5 Nr. 1 Buchst. a und Buchst. b die Jagd anders als durch Ansitz- oder Pirschjagd ausübt oder ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde die Drückjagd auf Schalen- oder Raubwild außerhalb des Zeitraumes vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember eines jeden Jahres durchführt oder
entgegen § 5 Nr. 1 Buchst. c in den gemäß § 26 SächsNatSchG geschützten moor- und nässebestimmten Biotopen Federwild jagt. 3
1Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist gemäß § 2 Abs. 3 Satz 6 in Kraft.
2Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur einstweiligen Sicherstellung des Naturschutzgebietes „Moorwald am Pechfluß bei Medingen“ vom 14. November 1995 (SächsABl. S. 38) und die Verordnung des Regierungspräsidiums Dresden zur Verlängerung der Geltungsdauer der einstweiligen Sicherstellung vom 23. Dezember 1998 (SächsGVBl. 1999 S. 11) außer Kraft.
§ 5 geändert durch Verordnung vom 17. Mai 2001 (SächsGVBl. S. 690)
§ 8 geändert durch Verordnung vom 17. Mai 2001 (SächsGVBl. S. 690)
SächsABl. 1999 Nr. 33, S. 705
Quelle: REVOSax http://revosax.sachsen.de/vorschrift/15150.3 Stand vom 21.11.2019

References: § 16
 § 50
 § 32
 § 2
 § 19
 § 5
 § 26
 § 4
 § 4
 § 4
 § 5
 § 61
 § 8
 § 26
 § 5
 § 5
 § 61
 § 53
 § 7
 § 5
 § 5
 § 26
 § 2

§ 5

§ 8