Source: https://kahla.de/cs/SuO_Erschliessungsbeitragssatzung.php
Timestamp: 2018-06-18 07:52:14+00:00

Document:
Kahla Thüringen - Erschließungsbeitragssatzung
Satzung der Stadt Kahla über die Erhebung von Beiträgen für die erstmalige Herstellung von Erschließungsanlagen vom 31.03.1993 (Erschließungsbeitragssatzung):
Auf Grund des § 132 des Baugesetzbuches (BauGB) in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Dezember 1986 (BGBl. I S. 2253), zuletzt geändert durch Anlage 1 Kapitel XIV Abschnitt II Nr. 1 des Einigungsvertrages vom 31. August 1990 i. V. m. Artikel 1 des Gesetzes vom 23. September 1990 (BGBI. 1990 II S. 885, 1122) und des § 5 Abs. 1 der Vorläufigen Kommunalordnung für das Land Thüringen - VKO - vom 24. Juli 1992 (ThürGVBl. S. 383) hat das Stadtparlament der Stadt Kahla in seiner Sitzung am 21. Januar 1993 folgende mit Bescheid des Thüringer Landesverwaltungsamtes vom 26. Februar 1993 (Az.: G/JL/S 132-06/02.93) genehmigte Satzung beschlossen.
Zur Deckung ihres anderweitig nicht gedeckten Aufwandes für Erschließungsanlagen erhebt die Stadt Erschließungsbeiträge nach den Vorschriften des Baugesetzbuches (§§ 127 ff.) sowie nach Maßgabe dieser Satzung.
I. für die öffentlichen zum Anbau bestimmten Straßen, Wege und Plätze (§127 Abs. 2 Nr. 1 BauGB) in
mit einer Geschoßflächenzahl bis 0,2 7,0 m
mit einer Geschoßflächenzahl bis 0,3
bei einseitiger Bebaubarkeit 10,0 m
3. Kleinsiedlungsgebieten
soweit sie nicht unter Nr. 2 fallen, Dorfgebieten, reinen Wohngebieten, allgemeinen Wohngebieten, Mischgebieten
II. für die öffentlichen, aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen mit Kraftfahrzeugen nicht befahrbaren Verkehrsanlagen innerhalb der Baugebiete (z. B. Fußwege, Wohnwege; § 127 Abs. 2 Nr. 2 BauGB) bis zu einer Breite von 5 m,
die Bestandteil der Verkehrsanlagen im Sinne von Nr. 1 und Nr. 111 sind, bis zu einer weiteren Breite von 5 m,
soweit sie nicht Bestandteil der in Nr. 1 und Nr. 111 genannten Verkehrsanlagen, aber nach städtebaulichen Grundsätzen innerhalb der Baugebiete zu deren Erschließung notwendig sind, bis zu 15 v. H. aller im Abrechnungsgebiet (§ 5) liegenden Grundstücksflächen,
die Bestandteil der Verkehrsanlagen im Sinne von Nr. 1 bis Nr. 111 sind, bis zu einer weiteren Breite von 5m.
soweit sie nicht Bestandteil der in Nr. 1 bis Nr. 111 genannten Verkehrsanlagen sind, aber nach städtebaulichen Grundsätzen innerhalb der Baugebiete zu deren Erschließung notwendig sind, bis zu 15 v. H. der im Abrechnungsgebiet (§ 5) liegenden Grundstücksflächen,
VI. für Immissionsschutzanlagen,
den Erwerb von Grundflächen,
die Freilegung der Grundflächen,
die Bürgersteige,
(5) Soweit Erschließungsanlagen im Sinne des Abs. 1 als Sackgassen enden ist für den erforderlichen Wendehammer der Aufwand bis zur zweifachen Gesamtbreite der Sackgasse beitragsfähig.
(1) Der beitragsfähige Erschließungsaufwand (§ 2) wird gem. § 130 Abs. 1 BauGB nach den tatsächlichen Kosten ermittelt.
(2) Der beitragsfähige Erschließungsaufwand wird für die einzelne Erschließungsanlage ermittelt. Die Stadt kann abweichend von Satz 1 den beitragsfähigen Erschließungsaufwand für bestimmte Abschnitte einer Erschließungsanlage oder diesen Aufwand für mehrere Anlagen, die für die Erschließung der Grundstücke eine Einheit bilden, ermitteln.
(3) Die Aufwendungen für Fußwege und Wohnwege (§ 2 Abs. 1 Nr. 11), für Sammelstraßen (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 V b), für Grünanlagen (§ 2 Abs. 1 Nr. V b) und für Immissionsschutzanlagen (§ 9) werden den zum Anbau bestimmten Straßen, Wegen und Plätzen, zu denen sie von der Erschließung her gehören, zugerechnet. Das Verfahren nach Satz 1 findet keine Anwendung, wenn das Abrechnungsgebiet (§ 5) der Fuß- und Wohnwege, der Sammelstraßen, Parkflächen, Grünanlagen oder Immissionsschutzanlagen von dem Abrechnungsgebiet der Straßen, Wege und Plätze abweicht; in diesem Fall werden die Fuß- und Wohnwege, die Sammelstraßen, Parkflächen, Grünanlagen und Immissionsschutzanlagen selbständig als Erschließungsanlagen abgerechnet.
Die Stadt trägt 10 v. H. des beitragsfähigen Erschließungsaufwandes gem. § 129 Abs. 1 Satz 3 BauGB.
(1) Bei zulässiger gleicher Nutzung der Grundstücke wird der nach § 3 ermittelte Erschließungsaufwand
nach Abzug des Anteils der Stadt (§ 4) auf die Grundstücke des Abrechnungsgebietes (§ 5) nach den Grundstücksflächen verteilt.
(2) Ist in einem Abrechnungsgebiet (§ 5) eine unterschiedliche bauliche oder sonstige Nutzung zulässig, wird der nach § 3 ermittelte Erschließungsaufwand nach Abzug des Anteils der Stadt (§ 4) auf die Grundstücke des Abrechnungsgebiets (§ 5) verteilt, indem die Grundstücksflächen mit einem Nutzungsfaktor vervielfacht werden, der im einzelnen beträgt:
bei eingeschossiger Bebaubarkeit und gewerblich oder sonstig nutzbaren Grundstücken, auf denen keine oder nur eine untergeordnete Bebauung zulässig ist. 1,0
bei mehrgeschossiger Bebaubarkeit zuzüglich je weiteres Vollgeschoß 0,3.
bei Grundstücken im Bereich eines Bebauungsplanes die Fläche, die der Ermittlung der zulässigen Nutzung zugrunde zulegen ist.
wenn ein Bebauungsplan nicht besteht oder die erforderlichen Festsetzungen nicht enthält, die tatsächliche Grundstücksfläche bis zu einer Tiefe von 50 m, gemessen von der der Erschließungsanlage zugewandten Grenze des beitragspflichtigen Grundstücks. Reicht die bauliche oder gewerbliche Nutzung über diese Begrenzung hinaus, so ist die Grundstückstiefe maßgebend, die durch die hintere Grenze der Nutzung bestimmt wird. Grundstücksteile, die lediglich die wegemäßige Verbindung zur Erschließungsanlage herstellen, bleiben bei der Bestimmung der Grundstückstiefe unberücksichtigt.
(4) Beitragspflichtige Grundstücke. die ohne bauliche Nutzungsmöglichkeit oder die mit einer untergeordneten baulichen Nutzungsmöglichkeit gewerblich oder sonstig genutzt werden oder genutzt werden dürfen, werden mit 0,5 der Grundstücksfläche in die Verteilung einbezogen.
(6) Ist im Einzelfall eine größere Geschoßzahl zugelassen oder vorhanden so ist diese zugrunde zu legen.
(8) In unbeplanten Gebieten und Gebieten. für die ein Bebauungsplan weder die Zahl der Vollgeschosse noch die Baumassenzahl festsetzt, ist
bei unbebauten, aber bebaubaren Grundstücken die Zahl der auf den Grundstücken der näheren Umgebung überwiegend vorhandenen Vollgeschosse maßgebend.
(10) Werden in einem Abrechnungsgebiet (§ 5) außer überwiegend gewerblich genutzten Grundstücken oder Grundstücken, die nach den Festsetzungen eines Bebauungsplanes in einem Kern-, Gewerbe- oder Industriegebiet liegen, auch andere Grundstücke erschlossen. so sind für die Grundstücke in Kern, Gewerbe- und Industriegebieten sowie für die Grundstücke, die überwiegend gewerblich genutzt werden, die in Absatz 2 genannten Nutzungsfaktoren um je 50 v. FI. zu erhöhen. Als überwiegend gewerblich genutzt oder nutzbar gelten auch Grundstücke, wenn sie überwiegend Geschäfts-, Büro-, Praxis-, Unterrichts-, Heilbehandlungs- oder ähnlich genutzte Räume beherbergen oder in zulässiger Weise beherbergen dürfen.
(11) Für Grundstücke, die von mehr als einer Erschließungsanlage im Sinne des § 127 Abs. 2 Nr. 1 BauGB erschlossen werden, ist die Grundstücksfläche im Sinne von Abs. (3) des § 6 dieser Satzung bei Abrechnung jeder Erschließungsanlage nur mit zwei Dritteln anzusetzen.
wenn ein Erschließungsbeitrag nur für eine Erschließungsanlage erhoben wird und Beiträge für weitere Anlagen zu deren erstmaligen Herstellung weder nach dem geltenden Recht noch nach vergleichbaren früheren Rechtsvorschriften erhoben worden sind oder erhoben werden.
für Grundstücke in Kern-, Gewerbe- und Industriegebieten sowie für Grundstücke, die überwiegend gewerblich genutzt werden.
die Fahrbahn, auch Richtungsfahrbahnen,
die Bürgersteige zusammen oder einzeln,
die Sammelstraßen,
die Entwässerungseinrichtungen
(1) Die zum Anbau bestimmten Straßen, Wege und Plätze sowie Sammelstraßen und Parkflächen sind technisch endgültig hergestellt, wenn sie die nachstehenden Merkmale aufweisen:
betriebsfertige Straßenentwässerung und Straßenbeleuchtung,
Anschluss an eine dem öffentlichen Verkehr gewidmete Straße,
(2) Bürgersteige und Radwege sind technisch endgültig hergestellt, wenn sie eine Abgrenzung gegen die Fahrbahn und gegeneinander sowie eine Befestigung mit matten. Pflaster, Asphaltbelag oder eine ähnliche Decke in neuzeitlicher Bauweise mit dem technisch notwendigen Unterbau aufweisen.
(4) Zur endgültigen Herstellung gehören neben den in den Absätzen 1 bis 3 genannten technischen Merkmalen alle Maßnahmen, die durchgeführt werden müssen, damit die Stadt das Eigentum an den für die Erschließungsanlage erforderlichen Grundstücken erlangt.
Art, Umfang, Verteilungsmaßstab und Herstellungsmerkmale von Anlagen zum Schutz von Baugebieten gegen schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-lmmissionsschutzgesetzes werden durch ergänzende Satzung im Einzelfall geregelt.
Der Erschließungsbeitrag kann im ganzen vor Entstehung der Beitragspflicht abgelöst werden (§133 Abs. 3 Satz 5 BauGB). Ein Rechtsanspruch auf Ablösung besteht nicht. Die Höhe des Ablösungsbeitrages richtet sich nach der Höhe des voraussichtlich entstehenden Erschließungsbeitrages.
Kahla, den 31. März 1993

References: § 132
 § 5
 § 127
 § 130
 § 129
 § 3
 § 3
 § 127
 § 6