Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=GRUR%202015,%20603
Timestamp: 2018-12-18 14:12:25+00:00

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§§ 8, ... 3, 4 Nr. 9 Buchst. a, b UWG, § 4 Nr. 9 Buchst. b UWG, § 8 Abs. 1 Satz 1 UWG, § 8 Abs. 1 Satz 2 UWG, § 4 Nr. 9 Buchst. a UWG, § 8 Abs. 1 UWG, § 4 Nr. 9 Buchst. a und b UWG, § 4 Nr. 9 UWG, § 561 ZPO, § 562 Abs. 1 ZPO, § 563 Abs. 3 ZPO, § 91 Abs. 1 ZPO
Begehungsgefahr bei Präsentation eines nachgeahmten Produkts auf einer Messe
Zwar gibt es keinen Erfahrungssatz, dass die Ausstellung eines Produkts auf einer Messe im Inland die Besucher stets zum Erwerb dieses Produkts im Inland anregen soll (vgl. BGH, Urteil vom 23. Oktober 2014 - I ZR 133/13, GRUR 2015, 603 Rn. 21 bis 24 = WRP 2015, 717 - Keksstangen;… Urteil vom 23. Februar 2017 - I ZR 92/16, GRUR 2017, 793 Rn. 25 = WRP 2017, 956 - Mart-Stam-Stuhl).
Die Feststellung, eine so deutliche Kennzeichnung könne dem Fachpublikum, das regelmäßig über genauere Kenntnisse der im Markt vertretenen Produkte, ihrer Gestaltung und ihrer Herkunft verfügt als das allgemeine Publikum (vgl. BGH, GRUR 2015, 603 Rn. 36 - Keksstangen), nicht entgehen, erfordert keine besondere Sachkunde.
Die Annahme einer Erstbegehungsgefahr setzt ernsthafte und greifbare tatsächliche Anhaltspunkte dafür voraus, dass der Anspruchsgegner sich in naher Zukunft rechtswidrig verhalten wird (BGH, GRUR 2001, 1174, 1175 - Berühmungsaufgabe; GRUR 2008, 912, 913 - Metrosex; GRUR 2010, 1103, 1104 - Pralinenform II; GRUR 2011, 1038, 1042 - Stiftparfüm; GRUR 2012, 728, 730 - Einkauf Aktuell; Mitt. 2015, 86 - Keksstangen).
Die die Erstbegehungsgefahr begründenden Umstände müssen die drohende Verletzungshandlung so konkret abzeichnen, dass sich für alle Tatbestandsmerkmale zuverlässig beurteilen lässt, ob sie verwirklicht sind (vgl. BGH, GRUR 2008, 912, 913 - Metrosex; GRUR 2010, 1103, 1104 - Pralinenform II; GRUR 2012, 728, 730 - Einkauf Aktuell; Mitt. 2015, 86 - Keksstangen).
Zwar folgt eine Erstbegehungsgefahr des Bewerbens, Anbietens, Vertreibens und Inverkehrbringens gegenüber inländischen Verbrauchern nicht ohne weiteres aus der Präsentation des Produkts auf einer internationalen, ausschließlich dem Fachpublikum zugänglichen Messe (BGH GRUR 2015, 603 - Keksstangen).
Insofern unterscheidet sich der vorliegende Fall auch von dem Sachverhalt, der der Entscheidung des BGH in der Sache "Keksstangen" zugrunde lag; denn dort ging es um das Fachpublikum auf einer Messe, dessen Grad an Aufmerksamkeit der BGH höher eingeschätzt hat als den der Verbraucher (vgl. BGH, GRUR 2015, 603 Rn. 36 - Keksstangen).

References: § 4
 § 8
 § 8
 § 4
 § 8
 § 4
 § 4
 § 561
 § 562
 § 563
 § 91
 BGH 
 BGH