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Timestamp: 2019-04-26 14:54:09+00:00

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BGH, 27.11.1997 - GSZ 1/97, GSZ 2/97 - dejure.org
BGH, 27.11.1997 - GSZ 1/97, GSZ 2/97
Nicht ausgefüllte Freigabeklauseln
§ 9 AGBG (jetzt § 307 BGB <Fassung seit 1.1.02>), revolvierende Globalsicherungen: die Pflicht des Sicherungsgebers, ab einer bestimmten Übersicherung Werte freizugeben, ergibt sich ohne weiteres aus dem fiduziarischen Charakter der Sicherungsrechtsgeschäfte - bei fehlender, unbestimmter oder unangemessener Freigabeklausel gilt § 237 BGB (kein Anwendungsfall des Verbots der geltungserhaltenden Reduktion, § 6 AGBG, jetzt § 306 BGB <Fassung seit 1.1.02>)
Freigabeanspruch des Sicherungsgebers bei formularmäßig bestellten, revolvierenden Globalsicherungen im Falle nachträglicher Übersicherung bei fehlender oder ermessensabhängig ausgestalteter Freigabeklausel
Ermessensunabhängiger Freigabeanspruch des Sicherungsgebers revolvierender Globalsicherungen bei nachträglicher Übersicherung
AGBG § 6 Abs 2, AGBG § ... 8, AGBG § 9 Abs 1, AGBG § 9 Abs 2 Nr 2, GVG § 132 Abs 3, InsO § 170 Abs 2, InsO § 171 Abs 2 S 3, BGB § 138 Abs 1, BGB § 232, BGB § 234 Abs 3, BGB § 236, BGB § 237 S 1, BGB § 240, BGB § 262, BGB § 398, BGB § 812 Abs 1 S 1 Alt 1, BGB § 930, BGB § 1230 S 1
Freigabeklauseln bei Globalsicherungen
Freigabeklausel bei formularmäßig vereinbarten Globalsicherungen
Freigabeanspruch des Sicherungsgebers im Falle nachträglicher Übersicherung
Bürgschaft - Freigabeanspruch bei sittenwidriger Übersicherung
Großer Senat für Zivilsachen entscheidet über Freigabeklauseln bei Globalsicherungen
Anspruch auf Pfandfreigabe
Zivilrecht; Freigabeklauseln bei Globalsicherungen
Freigaberegelung; Deckungsgrenze; Antwort auf die Anfragen des IX. und XI. Zivilsenats
Übersicherung bei Globalabtretung und Sicherungsübereignung
BGHZ 137, 212
NJW 1998, 671
ZIP 1998, 235
MDR 1998, 550
WM 1998, 227
BB 1998, 438
DB 1998, 358
Der in der vorliegenden Sache angerufene Große Senat für Zivilsachen hat mittlerweile entschieden (Beschl. v. 27. November 1997 - GSZ 1 u. 2/97, ZIP 1998, 235 ff, z.V.b. in BGHZ), daß bei formularmäßig bestellten, revolvierenden Globalsicherungen weder eine ausdrückliche Freigaberegelung noch eine zahlenmäßig bestimmte Deckungsgrenze noch eine Klausel für die Bewertung der Sicherungsgegenstände Wirksamkeitsvoraussetzungen sind.
Das Fehlen einer ausdrücklichen wirksamen Regelung des vertraglichen Freigabeanspruchs führt deshalb nicht zur Unwirksamkeit der Sicherheitenvereinbarung (BGH, Beschluss vom 27. November 1997 - GSZ 1/97, GSZ 2/97, BGHZ 137, 212, 218 ff. m.w.N.).
Geht man davon aus, daß sich die zu sichernde Schuld insgesamt auf 1, 5 Mio DM belief, bedeutete ein Mindestdeckungsbestand von 2 Mio DM, falls sich dieser auf den Nennwert bezog, keine Gefahr der Übersicherung (BGH, Beschl. v. 27. November 1997 - GSZ 1 u. 2/97, WM 1998, 227, 231, 234, z.V.b. in BGHZ).
Die Deckungsgrenze wäre dann zwar unangemessen; sie würde indes durch die 110 %-Grenze ersetzt (BGH, Beschl. v. 27. November 1997 - GSZ 1 u. 2/97, WM 1998, 227, 231, 233).
Die schuldrechtliche Freigabeklausel in Nr. 11 des Abtretungsvertrages entspricht den von der höchstrichterlichen Rechtsprechung entwickelten Grundsätzen (BGHZ 137, 212, 228).
In einem derartigen Fall hat grundsätzlich der Darlehensgeber/Sicherungsnehmer das Wahlrecht, aus welcher Sicherheit er sich befriedigen und welche er freigeben will (BGHZ 137, 212, 219;… BGH, Urt. v. 23. November 2006 aaO S. 590).
c) Eine ausdrückliche Freigaberegelung für den Fall der Übersicherung ist nicht Wirksamkeitsvoraussetzung (BGH, Großer Senat für Zivilsachen, Beschluss vom 27. November 1997 - GSZ 1 und 2/97, BGHZ 137, 212, 221 f).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs führt die nachträgliche Übersicherung nur zu einer teilweisen Freigabepflicht des Gläubigers (vgl. BGH, Urteil vom 30. Mai 1995 - XI ZR 78/94, BGHZ 130, 59, 69 f; Großer Senat für Zivilsachen, Beschluss vom 27. November 1997 - GSZ 1/97, 2/97, BGHZ 137, 212, 221 f;… Ganter in Schimansky/Bunte/Lwowski, Bankrechts-Handbuch, 4. Aufl., § 90 Rn. 358 mwN;… Schmidt/Thole, InsO, 18. Aufl., § 51 Rn. 10).
Die Entscheidung des Großen Senats für Zivilsachen des Bundesgerichtshofs (BGHZ 137, 212), daß jeder Vertrag über die Bestellung fiduziarischer Sicherheiten ein Treuhandverhältnis begründe, aus dem sich bei Eintritt einer Übersicherung ein ermessensunabhängiger Freigabeanspruch ergebe, sei auf eine unzureichende Verwertungsregelung übertragbar.
Aus der Treuhandnatur der Sicherungsabrede und der Interessenlage der Vertragsparteien ergibt sich gemäß § 157 BGB die Pflicht des Sicherungsnehmers, die Sicherheiten schon vor Beendigung des Vertrages zurückzugewähren, wenn und soweit sie endgültig nicht mehr benötigt werden (BGHZ 137, 212, 219; Senat, Urteil vom 5. Mai 1998 - XI ZR 234/95, WM 1998, 1280, 1281).
Der Beschluß des Großen Senats für Zivilsachen vom 27. November 1997 - GSZ 1 und 2/97 (BGHZ 137, 212 ff.) gibt entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts (…ebenso Palandt/Heinrichs, BGB 64. Aufl. § 307 Rdn. 126) keinen Anlaß zu einer Änderung.
Es ist grundsätzlich anerkannt, dass im Fall unberechtigter Inanspruchnahme einer Bürgschaft und Rückgriff des Bürgen - aufgrund Forderungsübergangs (§ 774 BGB) - beim Dritten, letzterem aus der Sicherungsabrede ein Erstattungsanspruch gegen den Gläubiger zusteht (vgl. allgemein BGH, Urteil vom 24. September 1998 - IX ZR 371/97 - BGHZ 139, 325): Aus Inhalt und Zweck der Sicherungsabrede folgt die Verpflichtung des Gläubigers, die Sicherung zurückzugewähren, sobald feststeht, dass der Sicherungsfall nicht mehr eintreten kann (vgl. etwa BGH, Beschluss vom 27. November 1997 - GSZ 1/97, GSZ 2/97 - BGHZ 137, 212).
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References: § 9
 § 307
 § 237
 § 6
 § 306
 § 6
 § 9
 § 9
 § 132
 § 170
 § 171
 § 138
 § 232
 § 234
 § 236
 § 237
 § 240
 § 262
 § 398
 § 812
 § 930
 § 1230
 § 90
 § 51
 § 157
 § 307
 § 648