Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/LgblNO/LRNI_2012142/LRNI_2012142.html
Timestamp: 2020-07-04 01:49:09+00:00

Document:
0834–0
142. Stück
Die NÖ Landesregierung verlautbart gemäß § 3 Abs. 1 lit.b und c des NÖ Verlautbarungsgesetzes, LGBl. 0700–4
Die NÖ Landesregierung hat die Vereinbarung am 29. November 2011 genehmigt; sie ist gemäß ihrem Art. 7 Abs. 1 und 2 für den Bund und die Länder Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Vorarlberg mit 1. Dezember 2011, für das Land Wien mit 1. Jänner 2012, für das Land Tirol mit 1. März 2012 und für das Land Burgenland mit 1. April 2012 in Kraft getreten.
Der Bund – vertreten durch die Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur – und die Länder Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien, jeweils vertreten durch den Landeshauptmann bzw. die Landeshauptfrau – im Folgenden Vertragsparteien genannt – sind übereingekommen, gemäß Art. 15a des Bundes-Verfassungsgesetzes nachstehende Vereinbarung über Angelegenheiten der Privatwirtschaftsverwaltung zu schließen:
Zielsetzung und Anerkennung
(1) Der Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung Ö-Cert (im Folgenden “Ö-Cert” genannt) hat das Ziel, die österreichweite Anerkennung von Qualitätsmanagement-Systemen und Qualitätssicherungsverfahren in der Erwachsenenbildung zwischen den einzelnen Ländern sowie zwischen dem Bund und den Ländern sicher zu stellen.
(2) Durch Ö-Cert soll Klarheit für Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Bildungsmaßnahmen, Fördergeber und Erwachsenenbildungsorganisationen darüber geschaffen werden, welche Qualitätsmanagement-Systeme und Qualitätssicherungsverfahren in der Erwachsenenbildung im gesamten Bundesgebiet von den Vertragsparteien anerkannt sind, sowie eine Verwaltungsvereinfachung für Fördergeber und Erwachsenenbildungsorganisationen bewirkt werden.
(3) Zur Erreichung der im Abs. 1 und 2 festgelegten Ziele verpflichten sich die Vertragsparteien, bei der Vergabe von Förderungen entsprechend ihren jeweiligen Bestimmungen, sofern diese für Erwachsenenbildungsorganisationen ein Qualitätsmanagement- System oder ein Qualitätssicherungsverfahren vorsehen, die Erfüllung von Ö-Cert jedenfalls als ausreichenden Nachweis anzuerkennen.
Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung Ö-Cert
(1) Es wird nach Maßgabe der folgenden Bestimmungen zwischen den Vertragsparteien Ö-Cert vereinbart.
(2) Ö-Cert ist von einer Erwachsenenbildungsorganisation erfüllt, wenn die folgenden Voraussetzungen vorliegen:
Nachweis des Vorliegens eines der Qualitätsmanagement-Systeme oder Qualitätssicherungsverfahren aus Anlage 1; die aktuelle Liste der von Ö-Cert anerkannten Qualitätsmanagement-Systemen und Qualitätssicherungsverfahren wird über die Website www.oe-cert.at veröffentlicht;
Erfüllung der Grundvoraussetzungen aus Anlage 2.
(3) Die Erfüllung von Ö-Cert wird durch den Eintrag in ein Verzeichnis der Qualitätsanbieter, unter Beachtung des Datenschutzes, kenntlich gemacht. Der Eintrag in das Verzeichnis erfolgt für die Dauer der jeweiligen Zertifizierung zuzüglich sechs Monate. Dieses Verzeichnis wird über die Website www.oe-cert.at veröffentlicht.
(4) Eine Aberkennung von Ö-Cert und eine Streichung aus dem Verzeichnis erfolgt bei Überschreitung der sechsmonatigen Toleranzgrenze nach Ablauf des jeweiligen Zertifikats oder wenn die Grundvoraussetzungen nicht mehr erfüllt werden.
(5) Die Vertragsparteien vereinbaren die Kriterien für die Anerkennung von Qualitätsmanagement-Systemen und Qualitätssicherungsverfahren gemäß Anlage 3 als Grundlage für allfällige Aktualisierungen der Anlage
(6) Zur Umsetzung von Ö-Cert werden eine Lenkungs- und eine Akkreditierungsgruppe eingerichtet.
(1) Der Lenkungsgruppe gehören als Mitglieder eine Vertreterin oder ein Vertreter pro Land und vier Vertreterinnen oder Vertreter des Bundes an; Fachexpertinnen oder Fachexperten können mit beratender Stimme beigezogen werden. Die Vertreterinnen oder Vertreter der Länder werden von den jeweiligen Ländern nominiert. Die Vertreterinnen oder Vertreter des Bundes werden von der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur nominiert.
(2) Die Aufgaben der Lenkungsgruppe sind:
Aktualisierung der Anlage 1 gemäß Art. 2 Abs. 5;
Auswahl der Mitglieder der Akkreditierungsgruppe gemäß Art. 4;
Akkordierung der Öffentlichkeitsarbeit und
Erlassung einer Geschäftsordnung für die Lenkungsgruppe und die Akkreditierungsgruppe.
(3) Entscheidungen gemäß Abs. 2 Z. 2, 3 und 4 werden bei Anwesenheit von mindestens der Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder mit Dreiviertelmehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder getroffen. Entscheidungen gemäß Abs. 2 Z. 1 bedürfen der Zustimmung aller Mitglieder der Lenkungsgruppe. Die Vorsitzende oder den Vorsitzenden wählt die Lenkungsgruppe aus ihrer Mitte.
(1) Der Akkreditierungsgruppe gehören fünf Mitglieder an, die wissenschaftlich im Bereich der Erwachsenen""bildung tätig oder Expertinnen oder Experten im Bereich der Erwachsenenbildung sind. Die Funktionsperiode der Mitglieder beträgt zwei Jahre. Entscheidungen werden bei Anwesenheit von mindestens vier Mitgliedern einstimmig getroffen.
(2) Die Aufgaben der Akkreditierungsgruppe sind:
Prüfung der vorgelegten Bewerbungen für Ö-Cert und der Beschluss über die Vergabe bzw. Nicht-Vergabe von Ö-Cert (Eintrag in das Verzeichnis) gemäß Art. 2 Abs. 3 sowie Prüfung und Beschluss der Verlängerung bzw. Aberkennung dieses Eintrages in das Verzeichnis; die Entscheidungen der Akkreditierungsgruppe sind der Lenkungsgruppe zur Kenntnis zu bringen;
Überprüfung der halbjährlichen Berichte der Erwachsenenbildungsorganisationen, die vorläufig in das Verzeichnis aufgenommen wurden und
Herausgabe eines Jahresberichts.
Geschäftsstelle und Finanzierung
Die Geschäftsstelle als operative Ebene wird von der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur eingerichtet und finanziert. Die Geschäftsstelle stellt auch die Infrastruktur für die Tätigkeit der Lenkungs- und Akkreditierungsgruppe bereit. Die Kosten für die Akkreditierungsgruppe trägt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.
Die Dienstreisekosten der Ländervertreterinnen oder Ländervertreter in der Lenkungsgruppe werden von den entsendenden Ländern getragen.
Von dieser Vereinbarung bleibt § 8 des Bundesgesetzes über die Berufsreifeprüfung, BGBl. I Nr. 68/1997, in der Fassung BGBl. I Nr. 45/2010 unberührt.
(1) Diese Vereinbarung tritt für alle Vertragsparteien, deren Mitteilungen über die Erfüllung der nach der Bundesverfassung bzw. nach den Landesverfassungen für das In-Kraft-Treten erforderlichen Voraussetzungen bis zu diesem Zeitpunkt beim Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur eingelangt sind, mit 1. Dezember 2011 in Kraft, sofern bis zu diesem Zeitpunkt die Mitteilungen des Bundes und von zumindest sechs Ländern eingelangt sind. Ist dies nicht der Fall, tritt sie zu jenem folgenden Monatsersten in Kraft, an dem die Mitteilungen des Bundes und von zumindest sechs Ländern eingelangt sind.
(2) Für jede andere Vertragspartei tritt diese Vereinbarung mit dem Monatsersten nach Einlangen der Mitteilung in Kraft.
(3) Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur informiert die Länder über das In-Kraft-Treten.
Die Vereinbarung wird auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und kann jederzeit unter Einhaltung einer Frist von zwölf Monaten von jeder Vertragspartei schriftlich gekündigt werden. Im Falle einer Kündigung bleibt die Vereinbarung für die verbleibenden Vertragsparteien aufrecht, sofern der Bund und mindestens sechs Länder Vertragsparteien bleiben.
Diese Vereinbarung wird in einer Urschrift ausgefertigt. Die Urschrift wird beim Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur hinterlegt. Dieses hat allen Vertragsparteien beglaubigte Abschriften der Vereinbarung zu übermitteln.
Liste der für den Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung Ö-Cert anerkannten Qualitätsmanagement-Systeme und Qualitätssicherungsverfahren
Österreichische Norm,
Europäische Norm,
“committed to”,
“recognised for
Qualitätsentwicklung im
Verbund von
Qualitätszertifikat für
CERT-Niederösterreich,
Qualitätssicherungs-/Qualitätsentwicklungsverfahren
Qualitäts-Zeichen für
Wiener Bildungsträger.
Förderungsfonds – ein
Fonds der Stadt Wien
Grundvoraussetzungen für die Aufnahme in den Qualitätsrahmen für die Erwachsenenbildung Ö-Cert
A.) Allgemeine
Grundvoraussetzungen -
Leitende Paradigmen der
1. Grundlegende
Bildung hat einen
eigenen Wert in allen
Lebensphasen: Sie wirkt
sich positiv auf
Identität aus. Bildung
instrumentelles Lernen,
als Qualifizierung und
Schulung. 2.
umfasst alles formale,
nichtformale und
informelle Lernen an
verschiedenen Lernorten
von der Kindheit bis
Phase des Ruhestands.
wird definiert als jede
Lerntätigkeit, die
einer kontinuierlichen
Kompetenzen dient.
Dabei wird ‚Lernen’
Kenntnissen, Einsichten
und Kompetenzen. 3.
Weiterbildung) umfasst
alle Formen des
formalen, nichtformalen
und zielgerichteten
informellen Lernens
durch Erwachsene nach
Beendigung einer
ausgedehnten ersten
unabhängig von dem in
diesem Prozess
erreichten Niveau.
umfasst alle
allgemeinbildenden,
kulturellen Lehr- und
Lernprozesse für
Erwachsene, die im
öffentlichen, privaten
Kontext von anderen
und/oder selbst
Erwachsenenbildnerisches
Handeln basiert auf
sowie rechtlichen und
Grundlagen. 4.
Anbieterdefinition Als
gelten alle
(Vereine, Unternehmen,
Organisationen von
Kooperationen) die
im Sinne der oben
genannten Definition
1. Die Organisation*
benötigt zumindest ein
Angebot in Österreich,
das regelmäßig, geplant
und systematisch ist
muss; es herrscht
Angebotstransparenz. 2.
ist Kernaufgabe der
Organisation. 3. Die
Organisation muss zum
Wirtschafts-/Kalenderjahren
Erwachsenenbildungs-/Weiterbildungsmaßnahmen
durchgeführt haben. 4.
Die Leiterin oder der
oder zumindest eine
Mitarbeiterin oder ein
Mitarbeiter müssen über
eine pädagogisch
fundierte Aus- bzw.
Weiterbildung und eine
2-jährige einschlägige
Berufspraxis verfügen.
der Organisation müssen
öffentlich transparent
zugänglich sein. *Unter
Organisation werden in
Folge auch
verstanden, die über
Autonomie, finanzielle
und qualitätsrelevante
und Handlungsbefugnisse
verfügen. Die
müssen daher
einer eigenständigen
Organisation aufweisen.
C.) Angebotsbezogene
der Organisation ist
öffentlich oder
(u.a. Frauen, Ältere,
Migrantinnen oder
Bibliothekarsausbildungen,
zugänglich. 2. Angebote
des formalen
Bildungswesens werden
anerkannt, wenn sie
sich an Erwachsene
richten und deren
Studienprogramme der
privaten Universitäten,
Hochschulen fallen
nicht darunter. 3.
Organisationen fühlen
Angeboten den
demokratischen Werten
von Ö-Cert (Länder,
Bund) verpflichtet. 4.
Büchereiwesen ist ein
Im Sinne von Ö-Cert
gelten allerdings nur
Angebote im Sinne einer
aktiven Vermittlung
(u.a. Kurse, Lesungen)
durchführen. 5.
Kundinnen oder Kunden
und Mitgliederwerbung
abzielen anbieten, sind
von Ö-Cert
von Anwenderprogrammen
Office-Programme fallen
nicht in die Kategorie
Produktschulungen. 6.
Coaching als angewandte
Methode im Rahmen eines
durchführen, werden im
Sinne von Ö-Cert
Organisationen, deren
Angebote sich
Einzelpersonen im Sinne
eines Coachings wenden,
unberücksichtigt. 7.
primär Angebote zur
reinen Sportausübung
und im Freizeitbereich
anbieten, werden im
Sinne von Ö-Cert nicht
berücksichtigt. 8.
machen, werden im Sinne
berücksichtigt, wenn
dienen. Darunter fallen
nicht Aufführungen,
Ausstellungen. 9. Im
Bereich muss bei den
Organisationen im Sinne
von Ö-Cert der
vermittelnde Aspekt den
ausübenden Aspekt
übertreffen. Das heißt,
hinsichtlich ethischer
und demokratischer
erkennt die gültige
der Menschenrechte an.
Das heißt, der Zugang
Bildungsangeboten muss
unabhängig von ihrem
ihrer Bildung, ihrer
beruflichen Stellung,
Orientierung und ihrer
Nationalität möglich
sein. In den
Bildungsmaßnahmen wird
gefördert. 2. Die
Organisation ist der
verpflichtet. Diesem
antidemokratischen,
sexistischen und andere
zugelassen. Diesen
Inhalten, Tendenzen und
Verhaltensweisen wird
entgegengewirkt. Zudem
bietet die Organisation
keinen Ort für die
Weltbildern, sie bietet
oder Produktwerbung zu
machen oder “Klientel”
religiöse und andere
Gruppierungen zu
hinsichtlich Qualität
muss ein von Ö-Cert
anerkanntes externes
Qualitätstestat nach
Anlage 1 aufweisen. 2.
kann eine vorläufige
erfolgen, wenn die
Organisation den
Nachweis begonnener
nach Anlage 1 nachweist.
Kriterien für die Anerkennung von Qualitätsmanagement-Systemen und Qualitätssicherungsverfahren als Grundlage für allfällige Aktualisierungen der Anlage 1
1. Kriterium Externe
Es erfolgt eine externe
rechtlich und faktisch
durchgeführt wird und
(zumindest prinzipiell)
2. Kriterium Verbreitung
Das Verfahren findet in
allgemein Anwendung, es
ist nicht auf einzelne
Bereiche oder
Zertifikatsbefristung
und Folgeverfahren
Die Gültigkeit des
Zertifikats ist auf
begrenzt. Es gibt klare
Überwachung und zu
Folgeverfahren.
Qualitätsbegriff (v.a.
Teilnehmerinnenbezug
sowie Teilnehmer- und
Teilnehmerinnenschutz)
Es liegt ein expliziter
Qualitätsbegriff vor,
der Teilnehmer- und
Teilnehmerinnenschutz
(Bestandteil der
Es wird im Verfahren
Bezug auf künftige
Entwicklungen genommen;
Entwicklungsbezug ist

References: § 3
 Art. 7
 Art. 15
 Art. 2
 Art. 4
 Art. 2
 § 8