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Timestamp: 2018-02-25 11:48:14+00:00

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Junge Piraten gegen Indizierung - VDVC
Junge Piraten gegen Indizierung
Veröffentlicht am 12. Oktober 2010 von Rey Alp
(JuPis) Bei ihrer Bundesmitgliederversammlung in Düsseldorf haben sich die „Jungen Piraten“ zu einer umfassenden Überprüfung des (Jugend-) Medienschutzes bekannt. Neben der Abschaffung von Beschlagnahme und Indizierung sprechen sich die Piraten auch dafür aus die „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (usk) durch die „Pan European Game Information“ (pegi) zu ersetzen. Des Weiteren sollen die USK-Kennzeichen zukünftig weniger groß ausfallen und unverbindlich sein. Letztendlich müsse die Anerkennung von Videospielen als Kulturgüter auch praktisch umgesetzt werden, sowie die Kennzeichnung anhand von wissenschaftlichen Kriterien erfolgen.
Auch wenn diese ambitionierten Pläne bei Gamern sicherlich auf offene Ohren stoßen, bestehen bei der Begründung einige Unstimmigkeiten. So wird die Forderung nach unverbindlichen Alterskennzeichen auch damit begründet, dass diese einen Eingriff in die Erziehung darstellen würden – tatsächlich finden sich in den einschlägigen Gesetzen Ausnahmeregelungen: Durch das „Erziehungsprivileg“ (U.a. in § 28 IV JuSchG) wird gewährleistet, dass für die „personensorgeberechtigte Person und für eine Person, die im Einverständnis mit der personensorgeberechtigten Person handelt„, eine Weitergabe entgegen der Kennzeichen nicht geahndet wird. Auch glaubt man offenbar, dass sich mit einer Abschaffung der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) auch die Beschlagnahme erledige, die jedoch durch Gerichte erfolgt.
Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass sich mit den „JuPis“ vielleicht sogar erstmals eine Parteiorganisation dafür ausspricht die staatliche Medienkontrolle auf ein für freiheitliche Demokratien erträgliches Maß zurückzuschrauben. Bisher hatte stigma gegenüber nur Hans-Joachim Otto (FDP) nicht ausgeschlossen, dass angesichts der faktischen Wirkung als Verbot „eine Modifizierung am Instrument der Indizierung vorzunehmen“ sein könnte. In Papieren der FDP hat sich dies nach unseren Kenntnissen jedoch (noch) nicht niedergeschlagen.
– Zur Meldung
– Zu den Forderungen
– Interview mit Hans-Joachim Otto
51 Gedanken zu “Junge Piraten gegen Indizierung”
greenlight95 sagte am 12. Oktober 2010 um 12:29 :
Das ist ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn ich glaube, dass das so schnell nichts wird. Immerhin spricht sich mal jemand öffentlich gegen diese Zensur mit Namen BPjM aus.
MW-Snake sagte am 12. Oktober 2010 um 12:58 :
Bis die Piraten in einer Position sind solche Forderungen umzusetzen gibt es bestimmt eh schon ein neues Medium auf das sich die Zensursulas dieses Landes stürzen können.
Dennoch eine begrüßenswerte Stellungnahme. Ich vermisse nur wie immer den Hinweis, daß man sich die gane Zensiererei sparen könnte, wenn man die Erzieher/Eltern mal an ihre Aufsichts- und Erziehungspflicht erinnerte.
Sebastian sagte am 12. Oktober 2010 um 13:02 :
„Abschaffung von Beschlagnahme und Indizierung“
“ “Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle” (usk) durch die “Pan European Game Information” (pegi) zu ersetzen.“
Wozu? Das weltbeste Klassifizierungssystem mit -für unsere Gesellschaftlichen Normen und Werte-(meist) nachvollziehbaren und vertretbaren Klassifizierungen.
„Des Weiteren sollen die USK-Kennzeichen […]unverbindlich sein.“
Noch blödsinniger. Ich bin gegen das Verbot von Medien für Erwachsene, aber der Jugendschutz ist gut und klar geregelt. Das darf und MUSS auch so bleiben. Das „Erziehungsprivileg“ ist ausreichend (oder gar das Problem. Letztendlich könnten Eltern damit argumentieren, wenn der Lütte USK18 Titel zockt!)
LiquidSnakE sagte am 12. Oktober 2010 um 13:18 :
Mich wunder, dass niemandem bisher dieses Paradoxon aufgefallen ist:
„Neben der Abschaffung von Beschlagnahme und Indizierung sprechen sich die Piraten auch dafür aus die “Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle” (usk) durch die “Pan European Game Information” (pegi) zu ersetzen. Des Weiteren sollen die USK-Kennzeichen zukünftig weniger groß ausfallen und unverbindlich sein.“
Wenn die USK nicht länger für die Kennzeichnung von Unterhaltungssoftware in Deutschland zuständig ist, wieso sollen ihre Logos dann weniger groß ausfallen? Sie finden in diesem Fall schließlich eh keinen Einsatz mehr.
„Wozu? Das weltbeste Klassifizierungssystem mit -für unsere Gesellschaftlichen Normen und Werte-(meist) nachvollziehbaren und vertretbaren Klassifizierungen.“
Du hast dich noch nie mit anderen Rating-Systemen beschäftigt, oder? Die USK ist intransparent (die Kennzeichnung findet unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit statt; ein Spiel ist also, sagen wir, ab 12, weil es „so ist“, eine öffentlich einsehbare Begründung seitens der USK wird ausgespart) und ist nicht einmal in der Lage, Spiele selbst zu klassifizieren (da die Kennzeichnung quasi „Staatsakt“ ist). Ihre Gremien beinhalten nicht etwa Medienpädagogen oder -wissenschaftler, sondern bspw. Vertreter der dt. Lehrerschaft oder des Klerus – „unvoreingenommenes“ Fachpersonal, also. Ferner bietet die USK – als mittlerweile einziges mir bekanntes System zum Jugendschutz – keine Content-Indikatoren. Nicht, dass ich auf sowas achten würde (gegenteilig finde ich die Content-Indikatoren der verschiedenen Institutionen oft herrlich widersprüchlich), aber es soll Menschen geben, die es tun.
Die USK ist somit eher die weltweit schlimmste Naturkatastrophe in Sachen Jugendschutz, deren Ablöse eigentlich nur positiv sein kann – oder habe ich den subtilen Sarkasmus in deinem Beitrag überlesen?
Gruß, ebenfalls Sebastian
DoktorTrask sagte am 12. Oktober 2010 um 14:12 :
Momentan ist ja 3D bei Filmen (aber auch bei Spielen – Nintendo 3 DS) groß in kommen, denke da gibt es bald genug an *Skandalen* und *Verrohungsgefahren für die Jugend* um sich darüber herzumachen. Da wird es dann heißen, der Zusacher sei mitten drin in der Gewalt statt nur dabei, den Slogan kennen wir Gamer aber schon. ;O) Und digitale, interaktive Comics kommen ja dank IPad, Internet und co. auch gerade in Fahrt, da hat man auch was böses das man bekämpfen kann und muss, unserer Jugend (Oder doch eher dem Seelenfrieden selbsternannter Gutmenschen) zuliebe.
lanzelotz sagte am 12. Oktober 2010 um 14:39 :
Also ich finde die Klassifizierungspraxis der USK jetzt auch nicht so unangemessen. Die Indizierung und Beschlagnahmung sollte abgeschafft werden. Aber so schlimm ist die USK doch gar nicht. Natürlich lassen sich Einzelfälle finden, die diskussionswürdig sind, aber insgesamt geht es doch.
Eine Content-Angabe ähnlich der PEGI ist wünschenswert, aber das kann man ja auch für die USK einführen.
Soweit kann ich mich Sebastian´s Post anschliessen.
Auf der anderen Seite ist es mir recht egal ob die jetzt die USK oder die PEGI eingeführt würde, hauptsache die Indizierung und Beschlagnahmung fällt weg.
DoktorTrask sagte am 12. Oktober 2010 um 15:13 :
Sie sollten aber auch keine Freigaben mehr einfach so verweigern (müssen), dieses ständige das und dies muss weg sonst gibt es nicht mal eine 18er Freiagbe ist unsinnig und gehört endlich beendet.
Yuri sagte am 12. Oktober 2010 um 15:19 :
@LiquidSnakE: Als Mitverfasser [tm] kann ich das hier an der Stelle ja vielleicht mal vesuchen, zu begruenden.
Es geht vor allem um eine Aenderung der momentanen Situation. Hierbei muss auch berachtet werden, dass eventuell nicht alle Forderungen umgesetzt werden koennen – entsprechend koennte es sein, dass zwar eine Verkleinerung der Logos, nicht aber die Abschaffung der USK erreicht werden kann [umgekehrt koennte auch die USK abgeschafft werden; in dem Fall bezoege sich die Aussage bezueglich der Logogroesse natuerlich auf die PEGI-Kennzeichnungen].
Dementsprechend ist dies zwar auf den ersten Blick durchaus widerspruechlich, wenn man aber bedenkt, dass man bei sowas nicht nur die ‚Idealsituation‘ zeichnet, sondern auch ueberlegt, was – unabhaengig voneinander – zur Verbesserung des Status Quo beitragen koennte, es durchaus vorkommen kann, dass die einzelnen Vorschlaege nicht komplett miteinander vereinbar sind [der Grundgedanke, also freiwillige Alterskennzeichnungen durch die PEGI mit Logos der alten Groesse, ist in sich aber, wenngleich vielleicht die Formulierung bloed ist, stimmig].
Zur Freiwilligkeit: Viele Beispiele aus anderen Laendern zeigen imho, dass dies zum Jugend’schutz‘ nicht zwingend notwendig ist – da ja theoretisch sowieso die Eltern entscheiden. Mit der Freiwilligkeit haben Jugendliche aber auch unabhaengig von ihren Erziehungsberechtigten die Moeglichkeit, selbstbestimmt zu handeln und Eigenverantwortung zu erlernen.
Einige weitere Sachen betreffend [„Abschaffung der Beschlagnahme“] muss ich zugeben, dass der Text nicht einwandfrei formuliert ist. Gemeint ist natuerlich die Abschaffung der BPjM.
Rey Alp sagte am 12. Oktober 2010 um 15:23 :
Also bleibt der § 131 StGB unangetastet?
Pyri sagte am 12. Oktober 2010 um 15:25 :
Sehr gut geschriebene News! Vielen Dank.
„Das weltbeste Klassifizierungssystem mit -für unsere Gesellschaftlichen Normen und Werte-(meist) nachvollziehbaren und vertretbaren Klassifizierungen.“ Wie ist dies zu verstehen? Widersprechen diese Normen und Werte den resteuropäischen der PEGI? Das täte mich als solcher Europäer schon interessieren. Deutschland ist schließlich auch Teil der Europäischen Union
Ich finde es schon bemerkenswert, dass man sich einerseits gegen Verbote ausspricht mit diesem Kommentar, andererseits jedoch „Normen und Werte“ so hochhalten möchte. Das ist aus meiner Sicht mit auch ein Paradoxon das ich mir so ebenfalls nur in Deutschland – spezifisch – vorstellen kann. Hängt das etwa auch mit diesen Vorstellungen einer „Leitkultur“ zusammen?
Aus Australien habe ich tatsächlich noch nie jemanden so reden hören, wenn Kennzeichen dort abgelehnt wurden und werden
Bei der USK fehlen mir auch, sogar vor allem, Content-Indikatoren: dies hängt aber wohl ebenfalls mit deren Intransparenz zusammen
Ein Content-Indiikator müsste irgendwie ja schon auf individuelle Inhalte genauer verweisen, Inhalte welche die USK für gewöhnlich nicht kommuniziert: es gibt bloß allgemeine Beschreibungen von Inhalten welche sich angeblich hinter jedem einzelnen Kennzeichen verbergen würden – was ich schonmal auch nicht nachvollziehen kann
Man kann doch nicht sagen dass ein jeder Krimi so und so wäre, oder weswegen ein Spiel erst ab 18 ist. Ob wegen Sex oder Gewalt in der Darstellung beispielsweise
Da erinnern mich die USK-Einstufungen auch (weiterhin) an Kennzeichnungen von Spielzeugen. So wie es bei LEGO DUPLO gibt
Ich orientiere mich da auch schonmal eher an jene der ESRB oder PEGI – da erfährt man auch einfach mehr
Bei der USK ist es ja nur eher so, dass bestimmte Genres höher oder niedriger eingestuft werden. Fantasy-Rollenspiele, Glücksspiel und Sportspiele tendenziell niedriger, konkrete Shooter höher oder unzensiert gleich gar nicht
frontal21 sagte am 12. Oktober 2010 um 15:43 :
aber bei der pgi gibts ja auch die bilder wo aufschluss über den inhalt geben. jedoch ist zum beisipel bei legobatman (bestimmt) und call of duty beide das faustzeichen für gewalt zu sehen also bringt das recht wenig. ich wäre für ein rating wie bei den gamestarfazists.
Yuri sagte am 12. Oktober 2010 um 15:53 :
@Rey Alp: Jein. Also der Paragraph wird bei den Forderungen tatsaechlich nicht beruecksichtigt in dem Sinne, dass er geaendert werden soll – jeoch sollen die Ausnahmen, die in Bezug auf Kunst momentan fuer bspw. Filme bestehen, praktisch zunaechst mal auch auf Videospiele angewandt werden. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A7_131_StGB#Tatbestandsausschl.C3.BCsse
Rey Alp sagte am 12. Oktober 2010 um 16:20 :
Das ist nicht so eindeutig: Auch Filme die als Kunst gelten können nach § 131 StGB verboten werden.
Yuri sagte am 12. Oktober 2010 um 16:27 :
Hast du da vielleicht ein Beispiel fuer mich? Ich weiss, dass auch Filmdatentraeger beschlagnahmt sind, allerdings meist auf anderer/strengerer Grundlage – zumindest sind ja bspw. sog. verfassungsfeindliche Symbole in Filmen [ausser Pornos] durchaus erlaubt; in Spiele aber in aller Regel nicht [falls sich diese Praxis mittlerweile endlich mal geaendert haben sollte – umso besser]. Aber natuerlich gilt der Paragraph nicht nur fuer Spiele, das ist schon richtig.
Insgesamt habe aber zumindest ich immer den Eindruck gewonnen, dass die angesetzten Masstaebe hier gaenzlich anders sind und allein das find eich schon falsch [dass ich generell nichts von Beschlagnahmung halte, ist wiederum ein anderes Thema].
Pyri sagte am 12. Oktober 2010 um 16:44 :
Aber diese „Kunstfreiheit“ schützt doch auch nicht vor Beschlagnahme?
Wo denn? Ein Beispiel bitte? Mir fällt nachgerecht nur Jörg Buttgereits „Nekroromantik“ ein, das ähnlich wie Spiegelmanns „Maus“ zunächst beschlagnahmt wurde und dann sozusagen wieder frei gelassen. Es ist auch absolut unklar ob für Comics nun die Kunstfreiheit gilt. Selbst der Film scheint mir nie dezidiert anerkannt worden zu sein – er ist bloß älter als die Bundesrepublik schon von wichtiger Wahrnehmung her
Der springende Punkt bleibt diese Idee von Sozialadäquanz welche allerdings irgendwie nicht richtig greifbar ist – jedenfalls für Nicht-JuristInnen. Es steht nirgendwo schonmal geschrieben, dass „Kunstfreiheit“ und damit etwa auch dieses soziale Ermessen, für Games zum Beispiel gar nicht gelte in Deutschland. Es ist bloß so, dass es in Deutschland gewohnheitsmäßig nicht gilt, usw. usf.
Da wird noch dazu mit vielen Unterstellungen und Unwahrheiten auch handiert – zum Beispiel von Olaf Zimmermann dereinst in der Gamestar: dieser behauptete doch tatsächlich, dass Filme auch einen Bildungsauftrag in gewisser Hinsicht erfüllen müssten um Hakenkreuze darstellen zu dürfen. Weil ja die aus meiner Sicht Geschichte eklatant verharmlosende US-Klamaukserie „Hogan’s Heroes“ (Ein Käfig voller Helden) Bildungsprogramm ist… Kopfschütteln
Rey Alp sagte am 12. Oktober 2010 um 16:46 :
Sogar bei der Beschlagnahme von „Left 4 Dead 2“ wurde schon berücksichtigt, dass die Kunstfreiheit berücksichtigt werdne muss:
– http://www.technolex-anwaelte.de/index.php?id=43&news_id=360&bpid=10&textsearch=beschlagnahme
„Die Beschlagnahme ist verhältnismäßig, auch wenn unter Abwägung mit dem Verfassungsrang genießenden Schutz der Menschenwürde und dem Jugendschutz, abgeleitet aus Artikel 1 Abs. 1 , Artikel 2 Abs. 2 und Artikel .6 Abs. 2 GG, und der verfassungsrechtlichen geschützten Kunstfreiheit des Artikels 5 Abs. 3 GG.“
btw: Ist das überhaupt ein Satz?
Und sonst: Filme – wie z.B. „Die Nacht der lebenden Toten“ werden wie auch Videospiele nach § 131 StGB beschlagnahmt. Den einzigen „praktischen“ Unterschied, den ich kenne, sind auch die Hakenkreuze. Wobei ich denke, dass wenn sich ein Publisher hier juristisch ins Zeug legen würde, die auch in Videospielen vorkommen könnten.
Pyri sagte am 12. Oktober 2010 um 16:53 :
Nachtrag: die Gründe dafür liegen vor allem wohl darin, dass auch in Deutschland der Kunstbegriff offen ist
Das was man einfordern sollte wäre demnach eher eine bestimmte Praxis Games gegenüber, dass die USK Spiele mit Hakenkreuzen eben nicht mehr ablehnt zu kennzeichnen zum Beispiel – wie sie es offensichtlich tut. Und wenn wem das nicht passt, dass sie ihre Kennzeichen auch verteidigt! So wie sie ihre Kennzeichen für GTA IV und Dead Space nach drei Anläufen theoretisch zumindest doch auch verteidigen würde – oder einem Druck von außen doch lieber klein beigeben :-( Im Grunde genommen fehlt dafür, für diese Diskriminierung, nämlich jegliche dezidierte gesetzliche Grundlage. Es ist bloß Usus (scheinbar), weil Spielen misstraut wird – da können sie formal noch so antifaschistisch sein
Rey Alp sagte am 12. Oktober 2010 um 16:53 :
Und hier auch Beschlagnahmebeschluss für einem Film gemäß § 131 StGB – wobei man diesem kurzerhand auch die Kunsteigenschaft abspricht:
– http://www.technolex-anwaelte.de/index.php?id=43&news_id=281&bpid=10&textsearch=beschlagnahme
In ausführlich:
„Es könne offen bleiben, ob der Film als Werk der Filmkunst einzustufen sei. Die Kunstfreiheit sei jedenfalls nicht schrankenlos gewährt, sondern durch das Grundgesetz selbst begrenzt. Die gebotene Abwägung mit anderen Grundrechtsgaran­tien führe dazu, dass die Kunstfreiheit hier auch dann hinter der Menschenwürde anderer zurücktreten müsse, wenn man dem Film überwiegend künstlerische Darstellung zubilligen würde. Im Übrigen habe der Regisseur selbst seinen Film nicht als künstlerisch eingeschätzt und auch kein künstlerisches Schauspiel gewollt, wie sich aus einem von der Beschwerdeführerin vorgelegten Interview mit ihm ergebe.“
– http://www.technolex-anwaelte.de/index.php?id=43&news_id=83&bpid=10&textsearch=beschlagnahme+kunstfreiheit
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2010 um 16:55 :
Das Problem ist gravierender… seit Mitte der 1980er ist die Verletzung der Menschenwürde eine Tatbestandsalternative des § 131 StGB. Von 1974 bis 1983 kam es zu „nur“ 22 Beschlagnahmungen gem. § 131 StGB, die neue Tatbestandsalternative war zentral für das Mehr an Beschlagnahmung seit 1985, denn der Schutz der Menschenwürde ist aber das höchste Rechtsgut des GG, die Kunstfreiheitsgarantie ist generell nachrangig (bis dato funktionierte der Verweis auf die Kunstfreiheitsgarantie).
So konstatierte das LG München bzgl. der Beschlagnahmung von „Tanz der Teufel“:
„Es könne offen bleiben, ob der Film als Werk der Filmkunst einzustufen sei. Die Kunstfreiheit sei jedenfalls nicht schrankenlos gewährt, sondern durch das Grundgesetz selbst begrenzt. Die gebotene Abwägung mit anderen Grundrechtsgarantien führe dazu, daß die Kunstfreiheit hier auch dann hinter der Menschenwürde anderer zurücktreten müsse, wenn man dem Film überwiegend künstlerische Darstellung zubilligen würde.“ [BVerfGE 87, 209 (218)] Leider befasste sich das BVerfG selbst nicht mit dem evidenten Konflikt der Rechtsgüter, resp. der Frage der Wesensgehaltsgarantie (die Beschlagnahmung unterminiert die Wesensgehaltsgarantie bzgl. der Kunstfreiheitsgarantie und der Kommunikationsfreiheiten).
So kann ein Gericht seitdem z.B. einen Film oder ein Spiel als Kunstwerk definieren, ohne das die Kunstfreiheitsgarantie eine Beschlagnahmung negieren würde. De facto realisieren die Gerichte in den Beschlagnahmebeschlüssen gar regelmäßig, dass die Werke, die Gegenstand der Prozesse sind, Kunstwerke sind.
Wenn man das Problem des § 131 StGB angehen will, muss man da anderes fordern, anders herangehen…
Beim Fall „Nekromantik“ hat das mit der Kunstfreiheit aber (afair) nur funktioniert, weil das Gericht sich erst garnicht mit der Frage dieser Frage auseinandergesetzt, quasi einen Formfehler begangen hat. Seitdem wird ja auch regelmäßig auf die Kunstfrage eingegangen… da reicht es in der Praxis dann aber auch aus, dass mit den üblichen Floskeln (s. Zitat von Rey Alp) vom Tisch zu fegen………
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2010 um 17:00 :
„Der Film kann auch nicht die Grundrechte der Kunstfreiheit nach Art. 5 Abs. 3 und der Meinungsfreiheit nach Art. 5 Abs. 1 Grundgesetz in Anspruch nehmen. Sie Intensität und die Häufung der Gewaltdarstellung sprechen dagegen. Eine Handlung besitzt der Film nicht. Er besteht aus einer Aneinanderreihung von Gewaltexzessen. Gewalt- und Tötungshandlungen prägen das mediale Geschehen.“
Meine Fresse… das die Rechteinhaber da nicht den Rechtsweg eigneschlagen haben, also dagegen klagten. Das BVerfG hat schon damals, bzgl. der Beschlagnahme von „Tanz der Teufel“ eindeutig klargestellt, dass die „Intensität und Häufung der Gewaltdarstellungen“ absolut rein garnichts mit der Frage der Kunstfreiheit zu tun hat (geschweige denn, dass eine besodners Komplexe Handlung nötig sei, um die Kunstfreiheitsgarantie zu aktivieren). Aber ein wudnerbares bsp.dafür, dass Beschalgnahmebeshclüsse meist nur ein Sammelsurium an Floskeln sind, die die Inhalte der inkrimierten Werke nciht mal kursorisch zusammenfassen. Stattdessen wird von einer „Aneinanderreihung von Gewaltexzessen“ gesprochen, als bestünde der Film aus nichts anderem… das sit der pornographische Blick in Reinkultur. Da wird die subjektive Rezeption zum Faktum erhoben und in prängantester Weise die eigene Medieninkompetenz dokumentiert.
Rey Alp sagte am 12. Oktober 2010 um 17:03 :
„Aber ein wudnerbares bsp.dafür, dass Beschalgnahmebeshclüsse meist nur ein Sammelsurium an Floskeln sind“
Jo – mittlerweile kenne ich die Textbausteine auch schon. Wobei ich bei Filmen dieser Art selbst kein Verlangen verspüre sie mir zu Gemüte zu führen.
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2010 um 17:06 :
Noch ein Nachtrag, weil mich der Beschlagnahmebeschluss zu „Storm Warning“ gerade so empört: Der Beshcluss demonstriert die häufigsten Praktiken bei Beschlagnahmungen gem. § 131 StGB. Da werden dekontextualisiert einzelne Gewaltszenen aufgelistet und kosntetiert, diese erfüllten die Strafttatbestandskriterien… und das ist ein Vorgehen, dass durch die Bank weg illegitm ist. Das BVerfG hatte nämlich auch ebreits geurteilt, dass man nicht einfach Einzelszenen aus dem Gesamtwerk lösen darf, um dann deren strafwürdigkeit festzustellen, sodnern dass es immer nur um das Gesamtwerk gehen darf. Mithin ergibt sich schon aus rein logischen Gesichtspunkten, dass sich z.B. eine Gewaltverherrlichung/-verharmlosung (ohne jetzt wieder eine generelle kritik der Konzepte üben zu wollen) nicht aus dem Bildwert einzelner Szenen ergeben kann, sondern nur aus dem Gesamtkontext, dem Tenor, der allgemeinen Aussage des Werkes etc..
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2010 um 17:07 :
Nein… für mich sind die Filme auch nichts. Aber wir sind uns ja einig, dass es darum nicht gehen kann.
Green Ninja sagte am 12. Oktober 2010 um 17:08 :
Rey Alp sagte am 12. Oktober 2010 um 17:09 :
Ich glaube bei dem Umgang mit der Materie wäe es gesünder eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Auch wenn ich ebenfalls überrascht bin, dass nicht nur die Beschlagnahme-Beschlüsse von Spielen, sondern wohl auch die von Filmen, anscheinend von zweifelhafter Qualität sind.
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2010 um 17:14 :
Von „ebenfalls überrascht“ kann nicht die Rede sein, ich kenne den generellen Tenor der Beschlagnahmebeschlüsse bzgl. Filmen seit Jahren; der „Storm Warning“-Beshcluss war mir nur neu (ich lese nicht alle aktuellen Beschlüsse, die sind immer gem. „Schema F“ formuliert). Ich finde es nur traurig, dass die Rechteinhaber nicht mal gegen evidente Formfehler klagen (s. „Nekromantik“). Das die Beschlüsse „von zweifelhafter Qualität“ seien, ist m.M.n. noch euphemistisch formuliert.
BTW; letzter Nachtrag:
„Beide Szenen sind grausem im Sinne § 131 Abs. 1 StGB. Zudem kommt in ihnen eine menschenverachtende und rücksichtslose Tendenz zum Ausdruck, da grausame und unmenschliche Vorgänge gezeigt werden, um dem Betrachter ein sadistisches Vergnügen am Geschehen zu vermitteln.“ So viel zum Thema Unterstellungen, sowohl bzgl. der Kreativen, als auch der Rezipienten: Szenen hätten objektiv diesen und jenen Sinn und Zweck, alles sei affirmativ gemeint und für ein affirmatives Publikum… von „Sadisten“ für „Sadisten“. Da mag man speien…
Vicarocha sagte am 12. Oktober 2010 um 17:15 :
Achja… Tippfehler bitte ignorieren. ^^
Pyri sagte am 12. Oktober 2010 um 17:33 :
Ich kenne den Film ebenso wie den Buttgereit-Film persönlich nicht, und habe auch kein Bedürfnis mir die anzusehen, aber es gibt davon offenbar auch eine gekürzte FSK-18-Fassung über Koch.
Wenn dem so wäre wie das Gericht da schreibt dürfte es so etwas eigentlich auch nicht geben aus meiner Sicht. Das ist ja schonmal ein Widerspruch in sich
Von hier aus Österreich glaube ich zumindest DVDs aus dem Untergrund zu kennen, welche quasi als Lehrfilme für Spezialeffekt-KünstlerInnen dienen können und einzelne Effekte im Bereich der Gewaltdarstellung bloß aneinander reihen
Es ist mir völlig rätselhaft wie man auch bloß theoretisch das noch von diesem doch Spielfilm unterscheiden möchte bei Gericht. Das sind doch alles bloß Ressentiments welche in diesen Beschlüssen artikuliert werden…
Das „Tanz der Teufel“-Urteil mit der Menschenwürde ist natürlich ganz wichtig und deshalb steht seitdem ja auch im Gesetz was von „menschenähnlichen“ Wesen für welche diese Würde so ebenfalls gelte. Siehe auch „Dead Rising“, etc. Da, in den Fällen zumindest, blicke ich als Nicht-Jurist jedenfalls auch noch durch… Verständnis habe ich aber auch da nicht das Geringste für diese Zugänge zu einer Rede von „Würde“.
purchaser sagte am 12. Oktober 2010 um 17:39 :
Weg mit der USK! So schnell es irgend geht, bevor Christian Pfeiffer sich das lukrative Geschäft unter den Nagel reißt.
Und wer glaubt, dass es bei der USK offen zugeht, der möge sich das Interview mit Marek Klingelstein im Netz suchen. Dann weiß er auch den Unterschied zu Pegi zu schätzen.
Danke, Piraten!
frontal21 sagte am 12. Oktober 2010 um 19:18 :
seit wann mach den die regierung halt vor ihren eigenen gesetzen. sie haben sie entworfen dann bestimmen sie auch was kunst ist und was nicht. für mich ist die videosipelherstellung kunst aber nicht unbedingt videospiele selbst. für mich sind die videospiele kunst die etwas schaffen, was andere nicht schaffen, unabhängig von millioneschweren budgets. ich könnte aber genauso einen nazipropagantafilm drehen und sagen so das muss jetzt veröffentlicht werden weil filme ja kunst sind
Booomboy sagte am 12. Oktober 2010 um 21:31 :
Tolle Forderungen, aber niemanls umsetzbar!
Die USK-Logos sind nicht aus Jux so gross, sondern weil zu viele Leute die bisherigen USK-Logos schlicht weg übersehen haben.
Zweitens wird die USK niemals durch PEGI ersetzt werden können.
Die Verantwortlichen (nicht von der USK) wollen nicht ihr Kontrollzepter aus der Hand geben, und das ist die USK.
Beschlagnahmung und Indizierung abzuschaffen wäre einfacher durchzusetzen, als die USK durch PEGI zu ersetzen.
Ich bin persönlich schon für die Alterskennzeichnung, damit Eltern zumindest erkennen können welche Spiele vom Alter her für ihr Kind geeignet ist.
Zensur, Indizierung und Beschlagnahmung hingegen braucht keine Sau und das sollte auf jeden Fall endlich aufhören.
frontal21 sagte am 12. Oktober 2010 um 21:38 :
aber die piratenpartei geht ja anscheinned davon aus, dass sie die kennzeichnubg den eltern vorschreibt wie sie ihre kinder zu erziehen haben und dass die eltern gefälligst selber durchspielen sollen um den kindern zu sagen ob ein spiele für es geeignet ist.
Yuri sagte am 12. Oktober 2010 um 21:59 :
@Booomboy: Die Alterskennzeichnungen bleiben doch erhalten, auch wenn sie freiwllig sind.
Booomboy sagte am 12. Oktober 2010 um 21:59 :
Dann haben die selber Schuld, wenn aus ihren „Träumen“ nichts wird.
Ich jedenfalls sehe die USK-Label als Altersklassifizierung und derzeit natürlich auch als Hinweis, dass das Spiel mit dem USK-Label eine Zensurversion ist.
Yuri sagte am 13. Oktober 2010 um 09:46 :
@Booomboy: Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Auch auslaendische Ausgaben [z.B. aus Oesterreich oder der Schweiz, teilweise aber auch aus anderen europaeischen Laendern] haben mitunter USK-Kennzeichnungen, obwohl es sich um unveraenderte Originalversionen handelt. Wenn du die USK-Einschaetzung [prinzipiell?] als Altersklassifizierung siehst, was ist dann fuer dich das – oft ebenfalls angebrachte – PEGI-Label?
Den ersten Satz habe ich nicht verstanden.
Auf die restlichen Kommentare moechte ich gerne ach noch eingehen, werde dies auch spaeter noch tun, aber momentan hab ich leider keine Zeit dazu.
Kranki sagte am 13. Oktober 2010 um 10:41 :
Eine internationale Version hat nur dann ein USK-Kennzeichen, wenn die USK-geprüfte Version sowieso identisch ist mit der internationalen. Keinesfalls hat eine ungeschnittene Version eine USK-Alterseinstufung auf der Packung, wenn die deutsche Version geschnitten wurde. Die Titel, bei denen das der Fall ist, kann man an einer Hand abzählen.
Kranki sagte am 13. Oktober 2010 um 10:45 :
Ich mein: Wir haben hier teilweise Versionen, die geschnitten werden müssen, damit man sie offen verkaufen darf, und das Original ist dann Pegi 16 und BBFC 15. Andere Spiele sind international bekannt und erfolgreich, und hier steht bis zu 1 Jahr Haft auf den Verkauf. Das kanns doch nicht sein.
Yuri sagte am 13. Oktober 2010 um 11:05 :
@Kranki: Du hast natuerlich Recht. Habe das bloed ausgedrueckt. Ich wollte damit eigentlich nur sagen, dass USK-gespruefte Versionen nicht immer zensiert sind…
DoktorTrask sagte am 13. Oktober 2010 um 11:44 :
Ja aber bei Titeln ab 18 sind von 10 Spielen 7 bereits zensiert.
DoktorTrask sagte am 13. Oktober 2010 um 11:48 :
Titel die in Österreich und der Schweiz mit USK-Sigelel verkauft werden sind dort nur vorhanden weil es sich nicht rechnet für diese Länder eine Extrafassung in Deustch anzubieten wenn sie nicht gerade als AAA-Titel gehandelt werden.
Yuri sagte am 13. Oktober 2010 um 12:45 :
@DoktorTrask: Naja… es gibt doch aber haeufig andere Versionen dort, oder irr eich mich da? I.d.R. sind dort doch die ungeschnitenen Fassungen erhaeltlich. Auch von Crackdown gibt es z.B. eine deutschsprachige Version, obwohl das Spiel hierzulande beschlagnahmt wurde [und m.W. auch nie offiziell erschien]. Koennte aber natuerlich ein Ausnahmefall sein.
DoktorTrask sagte am 13. Oktober 2010 um 13:14 :
Yuri@
Ja die gibt es ABER die tragen zumeist die Pegi, habe ja einige Fassungen von dort.
Crackdown ist nicht beschlagnahmt, nur auf Liste B indiziert.
Yuri sagte am 13. Oktober 2010 um 14:28 :
@DoktorTrask: Kann mich ja irren, aber m.W. is doch die B-Liste die Beschlagnahmeliste, oder nicht? Also Medien mit mutmasslich strafrechtlich relevanten Inhalten kommen dort drauf, dann ueberprueft das Gericht den Sachverhalt und entweder wird das ganze dann beschlagnahmt oder auf Liste A umgetragen [Quelle: http://www.bpjm.com/board/viewtopic.php?f=4&t=1062&sid=02336de9c41fe135091757e4a8e22515%5D.
Allerdings scheint Crackdown auch nicht [mehr? – dachte, ich haette das mal dort gesehen] auf dieser Liste zu stehen.Was aber nichts daran aendert, dass es eine deutschsprachige Version gibt [natuerlich nicht mit USK-Freigabe, da dies eine Indizierung ausschloesse].
Pyri sagte am 13. Oktober 2010 um 15:14 :
Nein. Die Liste B ist keine „Beschlagnahmeliste“. Die BPjM führt keine Beschlagnahmungen durch, sondern Gerichte. Das ist strafrechtliche Verfolgung und (sollte/)hat eigentlich auch nichts mit (den) Jugendschutz(gesetzen) zu tun!
Was die BPjM mit der zweiten öffentlichen Liste B für Trägermedien macht ist lediglich strafrechtliche Relevanz aus ihrer Sicht festzustellen – sie gibt damit schlimmstenfalls Empfehlungen für Gerichte ab aktiv zu werden. Ob diese (Gerichte) denen nachkommt ist deren Sache. In den meisten Fällen tun sie es wohl nicht, ansonsten wären auch ungleich mehr Titel in Deutschland beschlagnahmt als es gegenwärtig sind. Von „Crackdown“ ist mir auch keine Beschlagnahmng bekannt
Im Übrigen kann ich dem Admin nur empfehlen dass er diesen Link hier löscht. Das ist nicht die Bundesprüfstelle! Um Himmel Willen :-(
Rey Alp sagte am 13. Oktober 2010 um 15:20 :
Zur „Ehrenrettung der Gerichte“. Die dürfen in Deutschland nicht von sich aus tätig werden – die Staatsanwaltschaft muss Anklage erheben. Was ich im Moment gar nicht weiß ist, ob die aber – ohne die tatsächliche Kenntnis von einem den Tatbestand erfüllenden Verkauf – ein Verfahren zur Beschlagnahme einfach so einleiten kann.
Ist der Link zu bpjm.com wirklich problematisch bzw. sind da Inhalte zu finden, weshalb ich ihn löschen sollte?
Vicarocha sagte am 13. Oktober 2010 um 16:06 :
„Was die BPjM mit der zweiten öffentlichen Liste B für Trägermedien macht ist lediglich strafrechtliche Relevanz aus ihrer Sicht festzustellen – sie gibt damit schlimmstenfalls Empfehlungen für Gerichte ab aktiv zu werden. Ob diese (Gerichte) denen nachkommt ist deren Sache. In den meisten Fällen tun sie es wohl nicht, ansonsten wären auch ungleich mehr Titel in Deutschland beschlagnahmt als es gegenwärtig sind. Von “Crackdown” ist mir auch keine Beschlagnahmng bekannt.“
Die Lsite B hat zwei Funktionen: 1.) Titel, die aus der Perspektive der BPjM strafrechtlich relevant sind, werden in dieser eingetragen und entsprechend den Strafverfolgungsbehörden übermittelt. 2.) Titel, die beschlagnahmt worden sind (deren strafrechtliche Relevanz also gerichtlich festgestellt wurde… kein Kommentar), werden automatisch dort eingetragen.
Das die Gerichte den Beschlagnahmegesuchen (und als solche kann man Eintragungen in Liste B gem. der ersten Kategorie geflissentlich ebzeichnen) niht nachkommen, hat aber auch mit der chronischen Überbelastung der Gerichte zu tun und der Trivialität der ganzen Problematik: Man befasst sich halt leiber mit „richtigen“ Straftaten, als mit dieser… die Titel, die auf Liste B stehen, aber noch nicht beschlagnahmt sind, sind aber nicht aus dem Schneider, die hängen nur (z.T. seit Jahren) in der Schwebe.
Yuri sagte am 13. Oktober 2010 um 17:01 :
@Pyri: Wer behauptet, das sie das ist? Es geht hier lediglich um eine Erklaerung der Gesetze. Dass die BPjM selbst beschlagnahmt, habe ich auch nicht egschrieben. Nur, dass die Liste fuer Medien mit mutmasslich strafrechtlich relevanten Inhalten ist – und nach einer Pruefug Dinge auch wieder von dort entfernt werden s[oll[t]en], wenn sie dies eben nicht sind.
Ansonsten das, was Vicarocha sagt.
Zu bpjm.com: Es handelt sich lediglich um eine Seite mit Informationen, die auch nirgends den Anspruch erhebt, selbst die BPjM zu sein. Was ist daran problematisch?
Pyri sagte am 13. Oktober 2010 um 18:46 :
„… in der Schwebe.“ Ja kann man denn so von einer Verpflichtung der Gerichte diese zu beschlagnahmen demnach schon sprechen? Ich dachte die Gerichte wären unabhängig, das heisst auch nicht dieser Behörde verpflichtet?
Problematisch ist an BPjM.com selbst gar nichts. Bin neuerdings dort auch registriert. Es werden hier meiner Erfahrung nach nur auch Links zu SB.com schon nicht gerne gesehen, wobei auf BPjM.com im Unterschied zu SB.com auch politischer Extremismus behandelt findet, der etwa bei der monatlichen SB.com-Veröffentlichung zu Indizierungen und Beschlagnahmungen schon ausgespart wird. Das war alles. Ein Hinweis – nicht mehr, sorry falls das missverständlich gewesen sein sollte
The_Real_Black sagte am 14. Oktober 2010 um 12:41 :
http://greenninja87.blogspot.com/2010/10/jupis-fordern-abschaffung-der-bpjm.html
Green hätte ein Update der News ^^
Pyri sagte am 14. Oktober 2010 um 14:06 :
Seltsam, dass mein Posting von Gestern auf Heute hier nicht erschien…
Was ich über BPjM.com war über die Seite selbst jedenfalls absolut nichts Negatives. Bin neuerdings dort auch registriert, auch wenn ich leider feststellen musste dass sich nicht soviel tut bei der Plattform – ähnlich wie bei Medienzensur.
Es ist bloß so, dass hier schon Links zu SB.com nicht gern gesehen werden meiner Erfahrung nach – aus berechtigten Gründen nicht – wobei SB.com im Unterschied zu BPjM.com aber noch längst nicht über alle Indizierungen/Beschlagnahmungen – wie etwa in den monatlich veröffentlichten News auf SB.com – berichtet. Bei dieser „BPjM“ wird hingegen auch politischer Extremismus themtatisiert
Das war alles. Tut mir leid falls das missverständlich gewesen sein sollte
„… in der Schwebe.“ Heißt das letztendlich dass die Gerichte irgendwie doch verpflichtet wären den BPjM-Vorgaben nachzukommen? Wie sieht es da mit deren Unabhängigkeit aus. Sind sie so an die Behörde BPjM schon gebunden? Wie Rey bereits hingewiesen hat geht es zunächst ja um Staatsanwaltschaften, welche aktiv werden müssen.
Das war dann natürlich falsch von mir
Booomboy sagte am 16. Oktober 2010 um 19:31 :
Achtung Achtung, eine wichtige Durchsage an alle!
Heute um 20:15 kommt auf -VOX- eine Sendung über Amok, vorallem aber scheint es sich um den Amoklauf von Winnenden zu handeln!
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References: § 28
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 Art. 5
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