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Timestamp: 2020-01-25 02:01:07+00:00

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OVG Thüringen, 17.05.2010 - 1 EO 854/10 - dejure.org
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OVG Thüringen, 17.05.2010 - 1 EO 854/10 (https://dejure.org/2010,9748)
OVG Thüringen, Entscheidung vom 17.05.2010 - 1 EO 854/10 (https://dejure.org/2010,9748)
OVG Thüringen, Entscheidung vom 17. Mai 2010 - 1 EO 854/10 (https://dejure.org/2010,9748)
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GG Art 3 Abs 1; GG Art 3 Abs 3 S 2; VwGO § 123; SGB-VIII § 35a; ThürSchulO § 67 Abs 8; ThürSchulO § 64 Abs 13; ThürSoFöV § 28
Schulrecht; Nachteilsausgleich für Schüler mit Dyskalkulie; Dyskalkulie; Nachteilsausgleich; Prüfungen; Behinderung; Chancengleichheit
Nachteilsausgleich für Schüler mit Dyskalkulie
Nachteilsausgleich für Schüler mit Dyskalkulie in schulischen Prüfungen in Ausnahmefällen bei eingeschränktem Nachweis hinsichtlich der Kompensierung der Leistungsfähigkeit; Verwertungfähigkeit von Privatgutachten im gerichtlichen Verfahren; Wahrung der Chancengleichheit ...
Prüfungsvergünstigungen - Nachteilsausgleich bei Dyskalkulie
VG Weimar, 03.05.2010 - 2 E 377/10
DÖV 2010, 783
OVG Thüringen, 09.04.2019 - 4 EO 132/19
Schulrecht; Zum - ausnahmsweisen - Nachteilsausgleich durch Zulassung eines …
Wird - wie hier - zudem teilweise die Vorwegnahme der Hauptsache begehrt, muss das glaubhaft zu machende Vorbringen darlegen, dass eine bestimmte Regelung zur Gewährung eines effektiven Rechtsschutzes schlechterdings notwendig ist, das heißt, dass die sonst zu erwartenden Nachteile für den Antragsteller unzumutbar wären, und es müsste danach ein hoher Grad an Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg in der Hauptsache sprechen (vgl. ThürOVG, Beschluss vom 15. Mai 2010 - 1 EO 854/10 - juris Rdnr. 23).
Dies wird durch die formale Gleichbehandlung aller Prüflinge und Schüler gesichert (vgl. BVerwG…, Urteil vom 29. Juli 2015 - 6 C 33/14 - juris Rdnr. 15; ThürOVG, Beschluss vom 17. Mai 2010 - 1 EO 854/10 - juris 26; OVG Sachsen-Anhalt…, Beschluss vom 10. Februar 2014 - 3 M 358/13 - juris Rdnr. 13).
Bei Behinderungen hingegen, die nicht die in der Prüfung zu ermittelnde Leistungsfähigkeit, sondern lediglich den Nachweis derselben beeinträchtigen, gebietet es hingegen die Chancengleichheit, ausnahmsweise einen Nachteilsausgleich durch Einräumung besonderer Prüfungsbedingungen zu gewähren (BVerwG, Beschluss vom 13. Dezember 1985 - 7 B 210.85 - DÖV 1986, 477 m. w. N.; ThürOVG, Beschluss vom 17. Mai 2010 - 1 EO 854/10 - juris Rdnr. 28 zur Abschlussprüfung in der Regelschule, Dyskalkulie; Niedersächs. OVG, Beschluss vom 10. Juli 2008 - 2 ME 309/08 - juris - zum zweiten juristischen Staatsexamen; HessVGH, Beschluss vom 3. Januar 2006 - 8 TG 3292/05 - juris - zum zweiten juristischen Staatsexamen; OVG Schleswig-Holstein, Beschluss vom 19. August 2002 - 3 M 41/02 - zur ärztlichen Vorprüfung).
Dies wird regelmäßig von Wertungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und prognostischen Einschätzungen abhängen (ThürOVG, Beschluss vom 17. Mai 2010 - 1 EO 854/10 - juris Rdnr. 37 m. w. N.; BVerfG…, Beschluss vom 8. Oktober 1997 - 1 BvR 9/97 - juris Rdnr. 69, BVerfGE 96, 288 [302 f.]).
Dies erfordert auch ein mehr an Vortrag und Beleg zu der Frage, ob nur der Nachweis oder die Leistungsfähigkeit selbst "ausgeglichen" werden soll (ThürOVG, Beschluss vom 17. Mai 2010 - 1 EO 854/10 - juris Rdnr. 41).
Daraus kann sich ein Anspruch auf Maßnahmen des Nachteilsausgleichs ergeben (…vgl. Schl.-Holst. VG, Urt. v. 10.06.2009 - 9 A 208/08 - , juris, unter Verweis auf die prüfungsrechtliche Rechtsprechung des BVerwG im Urt. v. 17.02.1984 - 7 C 67.82 - , BVerwGE 69, 46; ebs. Nds. OVG, Beschl. v. 10.07.2008 - 2 ME 309/08 -, juris; Thüringer OVG, Beschl. v. 17.05.2010 - 1 EO 854/10 - , juris).
Ob eine Dyskalkulie überhaupt eine Behinderung im Sinne des Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG ist, muss danach nicht entschieden werden (vgl. dazu Thür. OVG, Beschl. v. 17.05.2010, a. a. O.).
Auch wenn dem Dienstherrn hinsichtlich der Gestaltung des Prüfverfahrens zur Eignungsfeststellung eine Beurteilungsprärogative verbleibt (s.o.), so ist diese doch rechtlich gebunden durch den das Prüfungsrecht beherrschenden Grundsatz der Chancengleichheit (vgl. z.B. Thür. OVG v. 17.05.2010, Az. 1 EO 854/10, Rn. 25 ff. bei juris;… VG Regensburg v. 16.07.2013, Az. RN 1 E 13.1166, Rn. 31 bei juris;… VG Ansbach v. 26.04.2013, Az. 2 E 13.00754, Rn. 18 bei juris;… Niehues / Fischer, Prüfungsrecht, 5. Aufl. 2010, Rn. 2, 4, 130, 402), der allgemein in Art. 3 GG, soweit es aber wie hier um Prüfungen geht, deren Bestehen Zulassungsvoraussetzung zum Vorbereitungsdienst und damit zum Zugang zum Beamtenverhältnis sind, in Art. 3 Abs. 1 GG i.V. mit Art. 12 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 2 GG dogmatisch zu verankern ist (…Bezug zu Art. 33 Abs. 2 GG: BVerwG v. 29.11.2012, Az. 2 C 6.11, Rn. 25 bei juris;… VG Regensburg v. 22.07.2013, Az. RO 1 E 13.867, Rn. 28 ff. bei juris;… Bezug zu Art. 12 GG: Hess. VGH v. 03.01.2006, Az. 8 TG 3292/05, Rn. 10 bei juris;… VG Regensburg v. 16.07.2013 a.a.O., Rn. 30 bei juris;… VG Saarl. v. 05.03.2009, Az. 1 K 643/08, Rn. 62 bei juris;… Niehues / Fischer a.a.O., Rn. 4).
OVG v. 17.05.2010, Az. 1 EO 854/10, Rn. 28 ff. bei juris - Dyskalkulie; OVG Rheinland-Pfalz v. 16.01.1980, Az. 2 A 49/79 = DVBl. 1981, 591 - Nervosität und Konzentrationsschwäche als Folge einer Schilddrüsenerkrankung; VG Regensburg v. 16.07.2013, Az. RN 1 E 13.1166, Rn. 31 ff. bei juris - epileptisch bedingte Abwesenheitszustände; VG Augsburg v. 01.10.2009, Az. Au 3 E 09.1377, Rn. 13 ff. bei juris - Erschöpfungs- und Müdigkeitszustände aufgrund einer Colitis ulcerosa); VG Ansbach v. 26.04.2013, Az. 2 E 13.00754, Rn. 18 ff. bei juris - seelische Krankheit mit GdB 50; VG Berlin v. 30.01.2008, Az. 12 A 634.05, Rn. 15 f. bei juris - Dysthymia, CFS-chronisches Erschöpfungssyndrom, Depressionen, Zwangsneurose; VG Freiburg v. 30.08.2007, Az. 2 K 1667/07, Rn. 8 ff. bei juris - ADHS / ADS; VG Saarl.
Gewicht, Bedeutung und Glaubwürdigkeit hat das Gericht im Rahmen der Beweiswürdigung zu beurteilen (vgl. Thür OVG, B. v. 17.05.2010, 1 EO 854/10 - zitiert nach Juris):.
OVG, Beschluss vom 17.05.2010 - 1 EO 854/10 -, sämtlich veröffentlicht bei juris, dass grundsätzlich nur solche Nachteile ausgeglichen werden können, die nicht das mit der Prüfung abgefragte Leistungsvermögen als solches, sondern allein die Darstellung des Wissens betreffen.
VG Augsburg, 05.04.2016 - Au 3 K 14.1741
Nachteilsausgleich und Notenschutz wegen Legasthenie bei der Einstellungsprüfung …
Auch wenn dem Dienstherrn hinsichtlich der Gestaltung des Prüfverfahrens zur Eignungsfeststellung eine Beurteilungsprärogative verbleibt, so ist diese doch rechtlich gebunden durch den das Prüfungsrecht beherrschenden Grundsatz der Chancengleichheit (vgl. hierzu allg. ThürOVG, B.v. 17.5.2010 - 1 EO 854/10 - juris Rn. 25 ff.;… VG Regensburg, B.v. 16.7.2013 - RN 1 E 13.1166 - juris Rn. 31;… VG Ansbach, B. v. 26.4.2013 - 2 E 13.00754 - juris Rn. 18).
VG Würzburg, 29.11.2017 - W 2 K 16.284
Erfolgloser Antrag auf Nachteilsausgleich in Form eines weiteren …
Nicht ausgleichsfähig sind dagegen nach ständiger höchst- und obergerichtlicher Rechtsprechung Dauerleiden, die als persönlichkeitsbedingte Eigenschaften die geistige Leistungsfähigkeit des Prüflings dauerhaft prägen (BVerwG, B.v. 13.12.1985 - 7 B 210.85 - juris; VGH München, B.v. 28.1.2011 - 7 ZB 10.2236 - juris; VGH Mannheim, B.v. 29.4.2016 - 9 S 582/16 - juris; OVG Thüringen, B.v. 17.5.2010 - 1 EO 854/10 - juris; OVG Schleswig-Hollstein, U.v. 19.8.2002 - 3 M 41/02 - juris).

References: § 123
 § 35
 § 67
 § 64
 § 28
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 12
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 12