Source: https://issuu.com/bundes-sportorganisation/docs/oe-sport-magazin-01_2010
Timestamp: 2017-06-24 22:46:22+00:00

Document:
Ö-Sport 01/2010 by Bundes-Sportorganisation - issuu
Das Magazin der Bundes-Sportorganisation Nr. 1/2010P.b.b. - Erscheinungsort: Verlagspostamt 1040 Wien - Zulassungsnummer GZ 02Z031321 MÖSTERREICH• Linger und Linger - Die Doppelolympiasieger
• Sportler a. D. - Was kommt danach?
• Was wurde aus - Harry DittertGEMEINSAM GEWINNENERIMA UND BSO — 2 STARKE PARTNERÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010www.erima.atBSO-Generalsekretärin 3editorial
lieber Leser!Große Namen, spannende Berichte und starke Worte
finden Sie im vorliegenden „Österreich Sport“.
Doppel-Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger,
Handball-Legende Harry Dittert, Slalomspezialistin und
KA:DA-Beraterin Roswitha Stadlober sowie Abfahrtsweltmeister und Marketing-Stratege Harti Weirather sind nur
einige der Persönlichkeiten, die wir für Sie zum Interview
baten. Erfolgreiche Menschen und Sportler, die viel zu sagen
Thema „Umstieg vom Sport ins Berufsleben“.
Leistungssportler richten ihr Leben nach dem Sport aus. Sie
streben nach Höchstleistungen und Erfolgen. Nach dem Ende
der aktiven Laufbahn ist der Umstieg in ein „normales“ Leben
oft ein schwieriges Unterfangen, denn neue Aufgaben und
Ziele müssen erst gefunden und definiert werden.
Wir möchten uns in diesem Jahr verstärkt diesem
wichtigen Thema widmen, denn es ist auch eine Frage
der Verantwortung, die die Sportgemeinschaft gegenüber
den jungen Menschen hat, die sich für eine Karriere im
Leistungssport entscheiden. Die erfolgreichste Laufbahn geht einmal zu Ende, das liegt - leider - in der Natur der
Sache. Wir haben ehemalige Spitzensportler getroffen und mit ihnen über das Leben nach dem Sport gesprochen.
Anfang des Jahres sind wir mit der neuen Website der Bundes-Sportorganisation www.bso.or.at online gegangen.
Wir haben die Homepage einer kompletten Neugestaltung unterzogen – für mehr Übersicht, noch mehr Information
& Service und noch mehr Aktualität. Wir würden uns über Ihr Feedback zur neugestalteten Website freuen!
Das vorliegende „Österreich Sport“ hat, wie immer, viele Facetten und bietet Ihnen neben umfassendem Lesestoff
auch viele interessante Informationen und Servicebeiträge seitens der BSO und ihrer Mitglieder.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Schmökern und ein sportliches Frühlingserwachen.BSO-Generalsekretärin Mag. Barbara Spindler
Partner der Österreichischen Bundes-Sportorganisation4AnkündigungenSportmanagerausbildungBSO TrainerfortbildungIhre Meinung ist gefragt „Österreich Sport“ LeserserviceBSO U26 Basis Kurs – Klagenfurt
1.WE: 09.-10.10.2010
2.WE: 16.-17.10.2010
3.WE: 23.-24.10.2010„Trainingsphilosophien - Breite Grundausbildung vs. Frühzeitige Spezialisierung“ 29.05.2010 – RifWas ist die BSO ohne ihre Verbände?
Leserschaft?„Sporttechnik Entwicklungen auf dem Materialsektor
und Auswirkungen auf den Athleten“
18.-19.09.2010 – SchielleitenUm die Bindung zu Ihnen zu verstärken,
leserbrief@bso.or.atBSO TerminkalenderBSO Sportmanager I Kurs – Klagenfurt
1.WE: 03.-05.09.2010
2.WE: 24.-26.09.2010
3.WE: 08.-10.10.2010
4.WE: 22.-24.10.2010
Prüfung (Wien): 03.12.2010
BSO Trainerforum
„Änderungen des Schulsystems und
die Auswirkungen auf den Leistungssport“
Anfang November 2010 – St. PöltenSonstiges
25.09.2010 – Heldenplatz, Wien
BSO Kristall Gala 2010
19.11.2010 – Studio 44, Wien
„Fit für Österreich“-Kongress
22.-24.10.2010 – SaalfeldenWir bedanken uns schon jetzt für Ihr
Die RedaktionUnser Umschlagbild zeigt unsere Olympasieger Andreas und Wolfgang Linger auf ihrem Weg
zum Erfolg! Mehr zu den beiden auf Seite 19.4Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010InhaltsverzeichnisTitelgeschichte89Fällen ein emotionales
sportlers ist in den meisten betrübt, an einem Tag
Die Karriere eines Spitzen
hoch jauchzend bis zu
dann wieder kritisiert:
Wellental. Von himmel
Flop, von den Fans geliebt, alle Ausprägungen des
Top, dann wieder ein
Top-Athleten umfasst
Das Gefühls
zu ProblemenTitelgeschichteLihr Leben nach dem Sport
eistungssportler richten
ungen und Erfolgen.
aus. Sie streben nach Höchstleist t werden private
Diesem sportlichen Engagemen
net, die Konzentration
und berufliche Ziele untergeord
der Sportkarriere. Aus diesem
liegt einzig und allein auf
der aktiven Laufbahn und
Grund kommt dem Ende
se eine besondere
Lebenspha
Beginn der nachsportlichen diesen Umstieg bewältigen
Bedeutung zu. Sportler müssen
Leistungssport neue Aufgaben
und für die Zeit nach dem
und Ziele finden. Ein oftBereichen)
den für den Sportler zentralenFinden einer neuen Rolle
kommen, die erst mit
(Beruf, Familie) im Leben
Verlust der sozialen Kontakte, ich
Wesentlich ist auch der
hinweg nahezu ausschließl
oftmals über viele Jahre
t waren und nunmehr
im Sportumfeld beheimate
kreises außerhalb des
Aufbau eines neuen Bekannten
Sports erforderlich machen.
Sicher ist: auch für
Spitzensportler gibt es
Leben und eine Karriere
danach. Sicher ist leider
auch, dass der Übergang
in den nachsportlichen
Bereich für die allermeisten
und es an systematisch
ganzheitlicher und bereits
frühzeitig ansetzender
Unterstützung mangeltdeHerausforderung KarriereenSportler a. D. was kommt danach?
Spitzensportler – ein BeruAblaufdatum16Österreich Sport - MAGAZINmögen,
im Spitzensport auch sein
So vielgestaltig Karrieren
: sie gehen irgendwann
berufliche Gruppen, wie
zu Ende. Haben andere
t bis ins höhere Alter ihrem
Künstler, die Möglichkei
ist von ganz wenigen Ausnahmen
nachgehen zu können, so
abgesehen, mit spätestens
in sehr spezifischen Sportarten im Spitzensport vorbei.
Mitte bis Ende Dreißig die
Doch was dann? Wolfgang
zahlreicher Studien zum
WU Wien und Verfasser
erfolgreicher Olympiaseg
Karriere sowie selbst ehemals„Die Karriere und das Leben
– bringt es auf den Punkt:
dauern wesentlich länger
Karriere im Spitzensport.“in diesem heft
titelgeschichte:	8
sportler a. d. - was kommt danach?o. Univ.-Prof. Dr.
WU WienWunschdenken versus Realitätist es möglich durch den
witter zu
Nur ganz wenigen Sportlern
im sportlichen Blitzlichtge
vorzusorgen, dass es
in KommenSport finanziell derart
Leben Wenn die Karriere
den Managementetagen,
zu einem sorgenfreien
mit Ende ist, soll sie in
zumindest diesbezüglich
eln weitergehen. So
für diese stellen sich
tatoren- oder Trainersess
reichen kann. Doch selbst
Laufbahn zahlreiche weitere jedenfalls viele Spitzensportler ihre berufliche
dem Ende der sportlichen
Dass dazu auch eine
Lebens- Jobpraxis erforderlich
einmal kein Training
einem nachsportlichen
– auf irgendwann, wenn
Der Übergang hin zu
oder Wettkampf stattfindet.
abschnitt stellt eine der
rtlers dar und kann mitunter
Spitzenspo
gsKarriere
und psychische Verarbeitundie Aber was, wenn einem Profi, aus
droht? Was,
schwierige physische
plötzlicher Karriereknick
sprozesse mit sich ziehen,
probleme und Anpassung neuen beruflichen Tätigkeit auch immer, ein
ausbleiben, der mediale
wenn sportliche Erfolge
weit über das Finden einer
Athleten nicht mehr auf
n Umstellungsprozessen
verstummt und sich gefeierte
hinausreichen. Neben körperliche
von jahrelangen Routinen Überholspur, sondern im Abseits wiederfinden?
stellt vor allem der Wegfall
HerausAbläufen eine zentrale
keiner gefeit.
und durchstrukturierten
Studien und die Erfahrung erworben und
Bereich kann es durch den
durch den Sport Fähigkeiten unerreichbar
Auch im psychosozialen
damit Spitzensportler
haben, die für andere
Spitzensportler und einem
der zentralen Rolle als
eit (in Erfahrungen gemacht
der Überdurchschnittlichk
verbundenen WegfallKommentarÖsterreich Sport - MAGAZINsport kritischDER BSO - NR. 1/20105DER BSO - NR. 1/2010eu projekt:	Athletes2Business14bso-präsident:	Peter Wittmann im o-ton15sport kritisch:	Joe Metzger16von Josef „Joe“ MetzgerWir bejubeln sie, wenn sie auftrumpfen,
mitunter, wenn sie nicht halten, was
sich Fans und/oder Medien
versprechen. Wenn sie aufhören, versiegt
meist das allgemeine
Interesse. Aus den Augen aus den Sinn.
Wer weiß schon, was Spitzensportler
a. D. in der Karriere nach der Laufbahn
machen? Hand aufs Herz, oft erst dann,
wenn sie als Trainer, Sportchefs,
Funktionäre oder gar als gemachte
Persönlichkeiten der Gesellschaft
irgendwann irgendwo wieder auftauchen.Persönlichkeitenhautnah17gebrachtauf den sport10 ganz persönlicheFragen, diesmal an ...Andreas und
Wolfgang Linger2. Meine größte Schwäche:
Andreas und Wolfgang Linger:Andreas: Der Beste sein
Wolfgang: Olympiasiege
oft auch Schinken, Käse
Wolfgang: Honigbrot, abermeinem Nachtisch heißt:
5. Das aktuelle Buch auf Reich der Camorra
Andreas: Gmorrha - Reise
Wolfgang: The Secret6. Auf eine einsame InselZwei Brüder - zwei Ausnahmeathleten
Andreas und Wolfgangsch kommt:
4. Auf meinen Frühstücksti Früchte
Käsebrot, Ei, Joghurt,nehme ich folgende dreiDinge mit:Reisepass
Andreas: Badehose, Zahnbürste,
aber sicher kein Handy und
Wolfgang: Keine Ahnung,7. Mein Vorbild:Vorbild
Andreas: Kein spezielles
die Unglaubliches geleistet
Wolfgang: Es gibt viele Menschen in verschiedenen Hinsichten
ich habe viele Vorbilder8. Sport bedeutet für mich:Andreas: Lebensschule
und Erfüllung vieler Träume
Wolfgang: Beruf, Hobby9. Mein schönstes Erlebnis: 4 Jahre später wieder die 1 zu sehen
Im Ziel von Vancouver
10. Mein peinlichstes Erlebnis:tun ...
Andreas: Hat mit Golf zu
möglichst geheim, werde
Wolfgang: Das halte ich
also hier nicht verraten
Österreich Sport - MAGAZINDER BSO - NR. 1/2010Die Sportler a. D. würden´s danken.... harry dittertVerdient hätten sie es allemal.„Schiaßts auf mi!“ …Und er behielt Recht.
Mit der Mannschaft,
aufgebaut auf drei
Routiniers, marschierte
Dittert bis in die
oberste Liga, blieb 58
Mal ungeschlagen, bildete die Basis für jenes Nationalteam, dem
1992 unter Trainerlegende Vinko Kandija
gelang - das bislang
letzte Mal. Heute
widmet sich Harry
Dittert dem Handballspor
t nach dem aktiven Karriereende
im Jahr 1970 und vielen
Jahren als Trainer und Manager
(u. a. als Nationaltrainer
und Hypo-Damentrainer)
mehr als Berater. Das
Engagement gilt einer
Sportart: Kunstturnen (Tochter
schild im Kunstturn-Spo Steffi ist Wiens Aushängert). Gemeinsam mit
Sportunion Wien arbeitet
er an dem Kunstturnpro
„Union West-Wien“, will
in Wien verbessern, den Stellenwert des Kunstturnens
Kindern die besten Trainer
Trainingsmöglichkeiten bieten.
„Auch wenn der Weg
immer einfach ist – in
mir keimt einfach dieser nicht
der damals am Kahlenberg
gesät wurde und der besagt:
Fördere die Jugend!“
Handball war einst, Kunstturnen
immer: Motorsport. Gemeinsam ist heute, eines war
mit seinem Schulfreund,
dem späteren Motorsportjo
„Mit den Teams der BRD Dittert schon in der Schule urnalisten Helmut Zwickl, war
‚autonarrisch‘, „ein Lehrer
und der DDR, damals Welt- uns immer die Motorsportze
und Vizemeister, treffen zog er viele Jahre als gefragter itungen geschenkt“. Später
wir uns heute noch,
1 von Rennen zu Rennen, PR-Fachmann in der Formel
gab dem ORF-Fernseht
Jahre nach der WM haben Tipps für Kameraeinstellungen,
ist mit Formel 1-Legenden
wir sogar noch einmal wie Stirling Moss auf Du
und Du. Sein besonderer
in derselben Aufstellung die Ennstal-Classic, die
Harry Dittert seit 18 Jahren
spaßhalber gegeneinande organisiert – denn der
gespielt. Aber die Sache
„ja der ist wirklich
es nicht ewig spielen kann Handball ist halt, dass man meine Leidenschaft“.
kann das Aufstehen nach – ab einem gewissen Alter
schmerzhaft sein!“, erzählt einem Wurf mitunter recht
Dittert. Und fügt schmunzelnd
hinzu „ … abgesehen davon,
sieht es nicht schön aus
so hat zumindest unser
damaliger Bundeskapitä
Untersberger unser Revival
kommentiert.“ Untersberger
war es auch, der Ditterts
Werdegang nach 1966 wesentlich
prägte. „Als wir bei der
WM-Siegesfeier am Wiener
Kahlenberg standen, hat
Hans gemeint: ,Bis jetzt
wir für euch da - jetzt sollt
Und das war Dittert. Auch, ihr für die Jugend da sein!‘“
Union West-Wien gekommen ich damals als Trainer zur
bin und meine Aussage
werd‘ Wiener Meister!‘
‚Ich Mit Stirling
von vielen mit einem
Moss bei der Ennstal-Classic
quittiert wurde. Aber ich
wusste halt, dass wir es
können.“ Harry DittertÖsterreich Sport - MAGAZIN DERJa, Harry Dittert wusste
so drückte er als 10-Jähriger immer was er wollte. Und
seinen Mitspielern beim
einen alten Lederball in
die Hand, „und dann
hab‘ ich ihnen gesagt, sie
sollen einfach auf mich schießen.
Ich hab‘ den Ball dann
gefangen, dabei den einen
anderen Salto rückwärts
gemacht, den Ball aber
ausgelassen - ja, das waren
eigentlich meine HandballAnfänge.“
Danach ging’s nach Hollabrunn,
Dittert erstmals in
einem Verein spielte, und
eine Feld-Handballmannschaft zu Rapid, das damals auch
hatte. In Wien feiert Harry
Dittert auch den größten
Erfolg seiner aktiven Karriere:
Bronze bei der Feld-Handbal
l-WM 1966.BSOVölkerball
- NR. 1/2010Foto: Post AGAndreas:
jeden Fall die beiden Olympiasiege
Wolfgang: Sportlich aufLingerSpitznamen:
Andreas: Andi
Wolfgang: Wolfi
Andreas: 31.05.1981
Wolfgang: 04.11.1982
Zeit (HLSZ)
auf Zeit (HLSZ)
Wolfgang: Militärperson
Andreas: ledig
Wolfgang: ledig
Bergsteigen, Fußball
n, Skifahren,
Wolfgang: Mountainbike
Bergsteigen, Golf
Andreas: meine erste „zufällige“
mit dem Rodeln hatte ich
über den Absamer
Wolfgang: mit 9, als ich
eln kam
Rodelverein zum Kunstbahnrod Erfolge:
Größte bisherige
Andreas: Olympiagold
Vancouver 2010 und Turin
Wolfgang: Olympiagold
Andreas: Gesamtweltcu
Wolfgang: GesamtweltcuLängst widerlegte Vorurteile sind immer
noch mit der Scheu oder Zurückhaltung
Verantwortung einzubinden. Dabei
verbunden, Ex-Sportler in Jobsind´s gerade sie, wer sonst, die gelernt
zu leben. Wie wär´s, einmal kurz angeregt,
wie bereits das Projekt KA:DA es forciert? mit einer Art Sportler-AMS, die sich um berufliche Vermittlung kümmert,
Auf eine notabene sinnvolle Instanz
ankommen, oder? Warum nicht!
mehr oder weniger sollt´s doch nichtFoto: Votavat, genau
Andreas: ehrgeizig, selbstbewuss t, fleissig, ruhig
Wolfgang: zielstrebig, unbekümmer3. Als Kind wollte ich immer:auf den sport gebracht:	17
Andreas und Wolfgang Lingermittlerweile ja verschlingt.
Und nicht zuletzt auch, weil es hierzulande
praktisch kein Universitäts-System existiert zwar spezielle Sportschulen mit unterschiedlichem Abschluss gibt, aber
ideal verbinden lassen, ganz zu schweigen wie anderswo, in dem sich Sport und Studium mit Rücksicht auf Athleten
davon, dass es sich Firmen oder Konzerne
leisten können (dürfen), Posten quasi
in Zeiten wie diesen nicht mehr
zu verschenken oder aber in Reserve
zu halten. Vitamin P, sprich: Protektion,
alles, nur kein Patentrezept, vielmehr
sind Eigeninitiative, aber auch Eigenverantwortung
Darum gilt es für alle, die keinen
Abschluss besitzen, sozusagen zweigleisig
bildungsschienen zu nützen, die angeboten
zu fahren, also jene Aus- und FortPerspektiven einengen. Wie etwa beim werden, um den Horizont zu erweitern, wenn oder bevor sich die sportlichen
Bundesheer oder aber durch die Sporthilfe,
Modell entwickelt hat, das den Weg
die zusammen mit dem WIFI ein
in Berufe weisen und erleichtern soll.Auch wenn schon einiges getan wurde,
was Sportler-Zukunft betrifft, so meine
besteht. Wär´s anders, würde nicht
ich, dass immer noch Nachholbedarf
manch einer der Stars a. D., obwohl
er Qualifikationen oder gar Titel mitbringt,
immer noch adäquate Posten oder
Positionen suchen. Was auch damit
mit Siegern identifiziert, andererseits
aber Sport und Sportler gesellschaftlich dass man sich einerseits zwar gern
besitzen, der ihnen zusteht.
noch nicht immer jenen Stellenwert1. Meine Stärke:Andreas: stur
Wolfgang: übermütigSonst schert sich die Öffentlichkeit
wenig bis gar nicht darum. Umso
wichtiger vor allem für jene, in deren
Sport kaum Geld im Spiel ist
oder wenn, dann nur hoch oben, wo
die Luft dünn ist, sich frühzeitig
ein zweites Standbein zu schaffen,
um den Wechsel ins zweite
Leben leichter schaffen zu können.
Da muss das Motto lauten: Rechtzeitig
vorsorgen statt heulen,
weil´s zu spät ist. Leichter gesagt
als getan angesichts des
Aufwands an Zeit und Kraft, den der
Spitzensport nicht nur für ProfisÖsterreich Sport - MAGAZINDER BSO - NR. 1/2010Der perfekte Schlag
Schläge verhalfen Jürgen
Dieser und zahlreiche andere perfekte
zum Titel „Mister DaMelzer Anfang März in Bad Gleichenberg
und einem Sieg im
vis Cup“. Mit zwei gewonnenen Einzelpartien
Niederösterreicher das österDoppel beförderte der überragende
gegen die Slowakei beinahe
reichische Davis Cup Team im Duell
um die Weltgruppe. Die endim Alleingang zurück in das Rennen
das österreichische Davis Cup
gültige Entscheidung darüber, ob es
schafft, fällt im
Team wieder unter die besten 16 Tennisnationen
September.Österreich Sport - MAGAZIN DER
Österreich Sport - MAGAZIN DERBSO - NR. 1/2010BSO - NR. 1/2010was wurde aus:	Harry Dittert18außerdem:
sport im bild	bso-versicherung	frauen im sport teil 3	aktuelles	fit für österreich	aus den dachverbänden	bso-trainerfortbildung	bso-kommission	bso-seitenblicke:
„hello vancouver“	pauschale reisekostenaufwandsentschädigung	Impressum:6
34Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: Österreichische Bundes-Sportorganisation, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 12;
Für den Inhalt verantwortlich: GS Mag. Barbara Spindler; Redaktionsteam: Mag. Martin Domes, Mag. Christian Halbwachs, Mag. (FH) Georg Höfner,
Mag. Marcus Pucher, Mag. Werner Quasnicka, MMag. Julia Wiltschko, Constanze Weiss - mensch & marke; Produktion & Layout: Peter Petzl - www.petzl.cc;
Druck: DZE Eisenstadt; Blattlinie: Überparteiliche und überregionale Zeitschrift nach den Grundsätzen der BSO. Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen
nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Photos keine Haftung. Jahres-Abopreis: Euro 12.Bankverbindung: ERSTE Bank, Blz 20111, Kto.Nr. 300010-37468.
Bilder: GEPA-Pictures, BSO-Archiv, Votava, crazypixx, showpro, Andreas Tischler, Post AGDiese Publikation wird aus Mitteln der Besonderen Bundes-Sportförderung gefördert.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Der perfekte Schlag
Dieser und zahlreiche andere perfekte Schläge verhalfen Jürgen
Melzer Anfang März in Bad Gleichenberg zum Titel „Mister Davis Cup“. Mit zwei gewonnenen Einzelpartien und einem Sieg im
Doppel beförderte der überragende Niederösterreicher das österreichische Davis Cup Team im Duell gegen die Slowakei beinahe
im Alleingang zurück in das Rennen um die Weltgruppe. Die endgültige Entscheidung darüber, ob es das österreichische Davis Cup
Team wieder unter die besten 16 Tennisnationen schafft, fällt im
September.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/20108TitelgeschichteSportler a. D. was kommt danach?
Spitzensportler – ein Beruf mit AblaufdatumÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Titelgeschichte9Die Karriere eines Spitzensportlers ist in den meisten Fällen ein emotionales
Wellental. Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt, an einem Tag
Top, dann wieder ein Flop, von den Fans geliebt, dann wieder kritisiert:
Das Gefühlsspektrum eines Top-Athleten umfasst alle Ausprägungen des
menschlichen Daseins.Leistungssportler richten ihr Leben nach dem Sport
aus. Sie streben nach Höchstleistungen und Erfolgen.
Diesem sportlichen Engagement werden private
und berufliche Ziele untergeordnet, die Konzentration
liegt einzig und allein auf der Sportkarriere. Aus diesem
Grund kommt dem Ende der aktiven Laufbahn und dem
Beginn der nachsportlichen Lebensphase eine besondere
Bedeutung zu. Sportler müssen diesen Umstieg bewältigen
und für die Zeit nach dem Leistungssport neue Aufgaben
und Ziele finden. Ein oft schwieriges Unterfangen.den für den Sportler zentralen Bereichen) zu Problemen
kommen, die erst mit dem Finden einer neuen Rolle
(Beruf, Familie) im Leben kompensiert werden können.
Wesentlich ist auch der Verlust der sozialen Kontakte, die
oftmals über viele Jahre hinweg nahezu ausschließlich
im Sportumfeld beheimatet waren und nunmehr einen
Aufbau eines neuen Bekanntenkreises außerhalb des
Spitzensportler gibt es ein
alles andere als einfach ist
und es an systematischer,
Unterstützung mangelt.Herausforderung Karriereende
So vielgestaltig Karrieren im Spitzensport auch sein mögen,
eines haben sie alle gemeinsam: Sie gehen irgendwann
zu Ende. Haben andere berufliche Gruppen, wie etwa
Künstler, die Möglichkeit bis ins höhere Alter ihrem Beruf
nachgehen zu können, so ist von ganz wenigen Ausnahmen
in sehr spezifischen Sportarten abgesehen, mit spätestens
Mitte bis Ende Dreißig die Zeit im Spitzensport vorbei.o. Univ.-Prof. Dr.
Wolfgang MayrhoferDoch was dann? Wolfgang Mayrhofer – Professor an der
WU Wien und Verfasser zahlreicher Studien zum Thema
Karriere sowie selbst ehemals erfolgreicher Olympiasegler
– bringt es auf den Punkt: „Die Karriere und das Leben
nach dem Spitzensport dauern wesentlich länger als die
Karriere im Spitzensport.“
Nur ganz wenigen Sportlern ist es möglich durch den
Sport finanziell derart vorzusorgen, dass es danach
zumindest diesbezüglich zu einem sorgenfreien Leben
reichen kann. Doch selbst für diese stellen sich mit
dem Ende der sportlichen Laufbahn zahlreiche weitere
Der Übergang hin zu einem nachsportlichen Lebensabschnitt stellt eine der anspruchvollsten Phasen in der
Karriere eines Spitzensportlers dar und kann mitunter
schwierige physische und psychische Verarbeitungsprobleme und Anpassungsprozesse mit sich ziehen, die
weit über das Finden einer neuen beruflichen Tätigkeit
hinausreichen. Neben körperlichen Umstellungsprozessen
stellt vor allem der Wegfall von jahrelangen Routinen
und durchstrukturierten Abläufen eine zentrale Herausforderung dar.
Auch im psychosozialen Bereich kann es durch den Verlust
der zentralen Rolle als Spitzensportler und einem damit
verbundenen Wegfall der Überdurchschnittlichkeit (inWU WienWunschdenken versus Realität
Wenn die Karriere im sportlichen Blitzlichtgewitter zu
Ende ist, soll sie in den Managementetagen, in Kommentatoren- oder Trainersesseln weitergehen. So sehen
jedenfalls viele Spitzensportler ihre berufliche Zukunft.
Dass dazu auch eine entsprechende Ausbildung und
Jobpraxis erforderlich sind, wird vergessen, verdrängt,
verschoben – auf irgendwann, wenn einmal kein Training
Aber was, wenn einem Profi, aus welchem Grund
auch immer, ein plötzlicher Karriereknick droht? Was,
wenn sportliche Erfolge ausbleiben, der mediale Hype
verstummt und sich gefeierte Athleten nicht mehr auf der
Überholspur, sondern im Abseits wiederfinden? Davor ist
Auch wenn Studien und die Erfahrung zeigen, dass
Spitzensportler durch den Sport Fähigkeiten erworben und
Erfahrungen gemacht haben, die für andere unerreichbarÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201010Titelgeschichtesind, so können diese fachliche und berufliche
Qualifikationen nur eingeschränkt kompensieren. In einer
zunehmend härter werdenden Berufswelt kommt es
primär darauf an, was man fachlich kann und nicht darauf,
wer man einmal war und was man im Sport erreicht hat.
Teilweise unrealistische Annahmen über das Berufsleben
und überzogene Gehaltsvorstellungen werden von
potentiellen Arbeitgebern gerne als Hindernis bei der
Einstellung von Sportlern genannt.
Dennoch – und dies sollte zukünftig noch wesentlich
stärker vermittelt werden – können ehemalige Sportler,
vorausgesetzt die fachlichen Qualifikationen stimmen,
wertvolles Kapital für die Arbeitswelt darstellen. Zahlreiche Arbeitgeber belegen die positiven Erfahrungen
mit ehemaligen Spitzensportlern in ihrem Unternehmen
der Förderinitiative KA:DA
(Karriere Danach) hat für das
Unternehmen RICOH schon
positive Ergebnisse gezeitigt:
Zwei Spitzenathleten
aus dem Fußball und
dem Fechtsport wurden
aufgenommen und haben
sich bestens im Arbeitsleben
bewährt. Ich möchte auch
darauf hinweisen, dass zwei
WM- und Olympiateilnehmer
des Radsportverbandes
seit geraumer Zeit zu
den Top-Mitarbeitern des
Unternehmens gehören. Die
und absolute Zielorientiertheit
von Spitzensportlern hat
sicher nicht nur in meinem
Unternehmen einen hohen
Stellenwert.“Dr. Michael Schaffer
Prokurist Salzburg AGIn der 2005 von Univ.-Prof. Dr. Mayrhofer und Mag.
Pucher durchgeführten Studie „Karrierefit durch
Sport?“ wurden beruflich relevante Fähigkeiten
und Persönlichkeitsmerkmale von österreichischen
Spitzensportlern wissenschaftlich untersucht und
mit anderen Personengruppen in Vergleich gebracht.
Kernergebnisse dabei waren:
•	‚gute Nerven’ (hohe emotionale Stabilität)
•	ausgeprägte Selbstdisziplin (hohe Gewissenhaftigkeit)
•	große Bereitschaft zur Leistungserbringung
(hohe Leistungsmotivation)
Vergleichbar mit dem Durchschnitt
•	Aufbau sozialer Netze
(durchschnittliche Kontaktfähigkeit)
•	Vermitteln eines Bildes von sich selbst
(durchschnittliche Selbstdarstellung)
•	Zusammenarbeit mit anderen (geringe Teamfähigkeit)
•	Anpassung an unterschiedliche Situationen
(geringe Flexibilität)
•	Bereitschaft zur Einflussnahme auf andere
(geringe Führungsmotivation)
Spitzensportler auf ArbeitssucheOtto FlumPräsident des
Radsportverbandes und
Generaldirektor von RICOH
AustriaUnsere österreichischen
Spitzensportler erbringen
konstant Höchstleistungen
und repräsentieren damit
auch unser Land. Talent,
Motivation, Ehrgeiz und
Einsatz sind Eigenschaften,
die diese Sportler beschreiben. Diese Faktoren sind
auch für uns Arbeitgeber
von großem Interesse,
weshalb wir seit Jahren
durch die gewinnbringende
Zusammenarbeit mit KA:DA
ehemalige Spitzensportler
einstellen. Mit Erfolg!
Die der aktiven Sportkarriere
zugrundeliegenden Fähigkeiten führen auch im Berufsleben zu guten Ergebnissen.“Aufgrund der Unvermeidbarkeit des Karriereendes
könnte das zwangsläufig kommende Aus eigentlich recht
gut geplant werden. Dennoch ist aber – und dies führt zu
teilweise wesentlich schwierigeren Übergängen – immer
auch mit einem plötzlichen und ungewollten Ausstieg zu
rechnen. Verletzungen und Kaderausteilungen kommen
teils über Nacht.
Einen Aufschrei gab es im Herbst 2009 bei der
Österreichischen Fußballspielergewerkschaft „Vereinigung
der Fußballer“, als publik wurde, dass jeder dritte von den
450 registrierten Profifußballern als arbeitslos gemeldet
war. „Betroffen sind oft Spieler Mitte 20, die plötzlich aus
ihrer Berufslaufbahn gerissen werden und zwar aus dem
einzigen Beruf, den sie gelernt haben“, erzählt Rudolf
Novotny, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft.
Ein böses Erwachen erlebte unter anderem der langjährige Profifußballer Markus Hiden, als durch einen
Riss der Achillessehne sein Karriere-Aus drohte. Bis auf
seinen Maturaabschluss und eine Jugendtrainer-Lizenz
hatte der Ex-Teamkicker keine Ausbildung: „Berufliche
Qualifikationen, Joberfahrungen – Fehlanzeige. Wenn ich
den Stellenmarkt den Zeitungen durchblättere, merke ich,
was ich und viele andere Sportler versäumt haben. Da tut
sich ein großes Loch auf.“
Ein Schicksal, das in Österreich zahlreiche Athleten teilen,
unabhängig davon, ob sie eine Randsportart ausüben
oder als Promi-Sportler gut über Sponsoren vernetzt sind.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Titelgeschichte
Davon weiß auch die ehemalige Skirennläuferin Alexandra
Meissnitzer zu berichten: „Als ich vor dem Karriereende
stand, wusste ich nicht, wie es beruflich weitergeht – ob im
eigenen Lokal, bei der Polizei oder doch im Medienbereich.Früher erfolgreich im Rennsport - heute ORF-Co-KommentatorinAlexandra Meissnitzer
Ich entschied mich für Letzteres. Nach Schnupperversuchen als ORF-Co-Kommentatorin habe ich Blut
geleckt und lerne nun den Job der TV-Journalistin von
der Pike auf“. Meissnitzer ist überzeugt, dass Sportler
ihre Zukunft besser meistern können, wenn sie bereits
in der aktiven Karriere neben dem Körper auch den Kopf
trainieren, denn „dass einem Athleten nach Karriereende
automatisch die beruflichen Türen bei Sponsoren offen
stehen, ist Wunschdenken“.
Vom Siegespodest ins Karriere-Out?
Es kann schnell gehen im Sport. Triumph und Tragödie
liegen eng beieinander. Es ist Vorsorge gefragt, nicht nur
was Fitness und Gesundheit, sondern vor allem auch das
Leben nach der Sportkarriere betrifft.Einer, der sein Leben nach dem Sport schon sehr früh aktiv
zu gestalten begann, war Harti Weirather, einst Sieger
des Abfahrtsweltcups (1981) und Weltmeister (1982),
heute gefragter Marketing-Stratege und Organisator.
Noch während seiner aktiven Zeit als Skirennläufer
erzielte Weirather nicht nur Bestzeiten, sondern
schloss auch lukrative Werbeverträge für sich und seine
Skikollegen ab. Da diese Sponsoren auch Betreuung
und Rahmenprogramm benötigten, agierte er in einer
Doppelrolle – als aktiver Rennfahrer und engagierter
Eventorganisator.
Der nahtlose Übergang vom Spitzensportler zum erfolgreichen Unternehmer erfolgte 1987 mit der Gründung
der Sportmarketing-Agentur Weirather, Wenzel & Partner
(WWP) zusammen mit seiner Ehefrau Hanni WeiratherWenzel. In einem interessanten Gespräch erzählt der
einstige Weltmeister, wie er den Übergang vom Dasein als
Spitzensportler in das eines Unternehmers erlebt hat.
BSO: Warum haben Sie mit dem Skisport aufgehört?
Hätten Sie noch weitermachen können oder wollen?
Harti Weirather: Mich hat die kommerzielle Seite des
Sports zunehmend einfach mehr interessiert, als die
sportliche und so war der Übergang ins Agenturgeschäft
in meinem Fall eigentlich ein nahtloser.
BSO: Am Ende Ihrer Sportkarriere stand der Einstieg
in einen neuen Lebensabschnitt. Wie haben sie den oft
nicht einfachen Weg vom medialen Rampenlicht in ein
„normales“ Leben bewältigt? Hatten Sie das Gefühl in ein
schwarzes Loch zu fallen?
HW: Da ich gewusst habe was ich wollte, hatte ich das
Glück, dieses „schwarze Loch“ nie kennenlernen zu
müssen. Aber der Weg war natürlich nicht immer der
einfachste und teilweise sogar extrem schwierig zu gehen,
da man alles neu lernen muss.Denn Beispiele von ehemaligen Top-Athleten, die nach
Beendigung ihrer aktiven Laufbahn in das berüchtigte
„schwarze Loch“ gefallen sind, gibt es leider immer
wieder. Die Folgen dieser Abstürze sind oft fatal: Drogen,
Alkohol, der vollständige Rückzug aus dem öffentlichen
Leben. Der Umstieg in ein „normales Leben“ kann, wenn
das Auffangnetz nach dem Karriere-Aus dünn und löchrig
ist, höchst problematisch ausfallen.
Doch das muss er nicht. Denn glücklicherweise gibt es
auch jenen überwiegenden Anteil, dem der Übergang
vom Leben als Sportler ins „Leben danach“ gelungen ist
bzw. der die richtigen Weichen gestellt hat.
Ehemalige Athleten, die erfolgreiche Unternehmer
wurden (wie Olympiasieger Leonhard Stock) oder die
eine Kombinierbarkeit von akademischer Ausbildung
und Leistungssport bewiesen haben, wie die erfolgreiche
Radrennfahrerin und Ärztin Christiane Soeder, mögen als
Vorbild dienen.11Bereits während seiner
aktiven Laufbahn als Sportler
hat er begonnen, sich als
Unternehmer zu etablieren.Harti Weirather
BSO: Haben Sie sich schon während Ihrer Sportkarriere
Gedanken über ein Leben nach dem Sport gemacht?
HW: Ja. Und da ich doch schon während meiner
Sportkarriere Sponsoren an meine Kollegen vermittelt
habe, waren es ja nicht nur Gedanken, sondern ich habe
diese auch gleich in die Realität umgesetzt.
BSO: Welche Ziele hatten Sie nach Beendigung Ihrer
Sportkarriere?Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201012	Titelgeschichte
HW: Ich wollte auch nach meiner Karriere eine Rolle
im Sportbusiness spielen und durch meine Arbeit den
Professionalisierungsgrad in der Vermarktung erhöhen.
BSO: Würden Sie nach dem heutigen Stand der Dinge
noch einmal den gleichen Weg nach der Sportkarriere
gehen? Entspricht Ihre heutige berufliche Beschäftigung
HW: Ja, bis auf die eine oder andere „Randaktivität“, wie
zum Beispiel den Hotelbau, würde ich alles noch einmal
BSO: Wie beurteilen Sie Ihre bisherige berufliche
HW: Ich denke, ich habe meine Potentiale ziemlich gut
BSO: Wirkten sich im Sport erworbene Eigenschaften wie
Lernbereitschaft, Zielstrebigkeit und Eigeninitiative positiv
auf Ihren Einstieg ins Berufsleben aus?
HW: Natürlich. Auch wenn ich anfangs erst schmerzvoll
lernen musste, teamfähig zu sein.
BSO: Sie sind in vielen verschiedenen Bereichen tätig. Wie
würden Sie Ihren derzeitigen Beruf beschreiben?
HW: UnternehmerDoppelbelastung Sport und Beruf/Ausbildung
Viele Athleten sind glücklicherweise in der Lage, ihre
Sportkarriere mit einer Berufsausbildung – Lehre oder
Studium – kombinieren zu können, obgleich diesbezüglich
in Österreich kaum spezielle Förderprogramme für
Spitzensportler existieren. Denn selbst große internationale Erfolge führen nur in Ausnahmefällen dazu,
dass die Sportler nach der Karriere von den Früchten ihres
Erfolges leben können.
Deswegen ist es umso wichtiger, sich bereits während
der aktiven Laufbahn Gedanken über die berufliche
Zukunft zu machen. Da in der Regel viel Zeit ins Training
und in Wettkämpfe investiert wird, fällt es den Aktiven
oft schwer, die berufliche Ausbildung im Auge zu
behalten. Nennenswerte institutionelle Unterstützung
für Spitzensportler beim Karriereübergang sind das
Bundesheer, das den Sportlern zum einen eine soziale
Absicherung und zum anderen nach Beendigung der
Vertragszeit Möglichkeiten zur beruflichen (Weiter-)
Bildung bietet, sowie die WIFI-Sporthilfe-Akademie und
KA:DA (Karriere Danach).Was wird aus österreichischen Spitzensportlern in der
Zeit nach ihrer aktiven Laufbahn? Diese Frage beschäftigt
die Förderinitiative KA:DA, die am 1. April 2006 ins Leben
gerufen wurde und bislang als arbeitsmarktpolitischeBeratungs- und Betreuungseinrichtung des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich geführt wurde. Unter der Leitung
von Roswitha Stadlober, der erfolgreichen Skirennläuferin
der 80er Jahre, wurden in den vergangenen vier Jahren
Sportler beim schwierigen Karriereübergang mit Rat und
Tat unterstützt.Als ehemalige Weltklassesportlerin kennt sie die Probleme, die
mit dem Karriereende verbunden sind.Roswitha Stadlober
Zum einen waren es konkrete Hilfestellungen beim Finden
eines Jobs und zum anderen Beratung durch fachlich
versierte Mitarbeiter im psychosozialen Bereich. Mit
großem Erfolg konnten hier für Österreich neue Wege
beschritten werden, die nunmehr zu einer weiteren
Verbesserung bei KA:DA geführt haben. Mit April 2010
wird KA:DA dank maßgeblicher Unterstützung durch
das Sportministerium von einem Projekt zu einer
institutionellen Fördereinrichtung, die noch gezielter und
professioneller österreichischen Sportlern beim Übergang
hilfreich zur Seite stehen soll.
Christoph Stangl (Judoka und KA:DA-Teilnehmer):
„KA:DA war für mich die Möglichkeit meinen Weg als
Bautechniker und Immobilienmakler in einem Jahr zu
gehen, für den ich sonst vier Jahre gebraucht hätte.
Durch die Vernetzungen mit Sporthilfe, KA:DA und AMS
wurden für mich sinnvolle Maßnahmen organisiert,
weitestgehend finanziert und auch koordiniert.“
Neben der bislang hauptsächlich auf die Intervention bei
bereits bestehenden Problemen spezialisierten Arbeit
soll künftig zusätzlich ein größeres Augenmerk auf die
Prävention und Laufbahnberatung gelegt werden. Die
Hinzunahme des ehemaligen Eisschnellläufers Michael
Hadschieff soll das Team in diesem Bereich unterstützen
und neue Impulse bringen.
Wir haben Roswitha Stadlober zum Interview getroffen
und mit ihr über KA:DA gesprochen.
BSO: Was ist KA:DA?
Roswitha Stadlober: KA:DA ist eine österreichweite
Beratungs- und Betreuungseinrichtung für Spitzensportler,Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Titelgeschichte 13
die beim Übergang von der sportlichen in die berufliche
Karriere unterstützt und auf damit verbundene
Schwierigkeiten vorbereitet. Weiters versucht KA:DA
generell für die Problematik zu sensibilisieren und
darüber hinaus einen Pool an potentiellen Arbeitgebern
BSO: Wer ist die Zielgruppe von KA:DA?
RS: Die Zielgruppe sind Sportler, die ihre sportliche
Laufbahn bereits beendet haben oder kurz davor stehen
und sich aktiv um eine Arbeitsintegration bemühen.
Auch Athleten, die verletzungsbedingt eine längere
Wettkampfpause einlegen müssen, werden bei KA:DA
betreut. Dazu kommen noch Sportlerinnen, die nach ihrer
Karriere Kinder bekommen haben und österreichische
Athleten, die aufgrund ihres Migrationhintergrunds
besonderer Qualifizierung bedürfen.
Ganz besonders wichtig und erfreulich ist, dass in der
zukünftigen Struktur mehr Platz für Laufbahnberatungen
vorhanden sein wird. Das heißt, unsere Zielgruppe dehnt
sich nun auch auf die aktiven Sportler aus.
BSO: Wie viele Teilnehmer nehmen aktuell am KA:DAProjekt teil und aus welchen Verbänden kommen diese?
RS: Aktuell werden 21 Teilnehmer parallel in
unterschiedlichen Stufen betreut. Seit 2004 haben wir
über 240 Sportler unterstützt. Wir betreuen sehr viele
Fußballer, gefolgt von Skifahrern. Aber auch Sportler aus
den sogenannten Randsportarten nehmen unser Angebot
BSO: Gibt es Unterschiede beim Anteil von männlichen
und weiblichen Teilnehmern bei KA:DA?
RS: Das Verhältnis ist 30 % Frauen zu 70 % Männer. Im
Jahr 2009 ist der Frauenanteil auf 10 % gesunken. Der
Grund dafür liegt meiner Erfahrung nach darin, dass der
Hochleistungssport von Männern dominiert wird – sowohl
unter den Sportlern als auch unter den Funktionären.
BSO: Was sind die zentralen Tätigkeiten bei KA:DA?
RS: Unser Aufgabenbereich ist sehr vielfältig. Das fängt mit
einem Clearinggespräch und einer Orientierungsphase
an und geht über eine berufliche Standortbestimmung
und Karriereplanung bis zur Unterstützung bei der
Aufbereitung von Bewerbungsunterlagen. Der zweite
große Teilbereich sind die Unterstützung bei der Suche
von Jobs und Praktikumsplätzen, das Zusammenführen
mit potentiellen Arbeitgebern und der Aufbau eines
Arbeitgeberpools.
BSO: Was raten Sie den Teilnehmern?
RS: Ich persönlich empfehle Sportlern immer, sich besserRoswitha Stadlober
KA:DA (Karriere Danach)
rstadlober@sporthilfe.at
+43/664/405 36 99auf das Karriereende vorzubereiten und sich bereits
während der sportlichen Laufbahn Gedanken über Stärken,
Interessen und mögliche Ausbildungen zu machen. Die
Arbeitsmarktsituation hat sich enorm verschärft und es
befinden sich immer mehr topausgebildete Personen am
Arbeitsmarkt.Geringe Bildung erhöht das Arbeitslosigkeitsrisiko. Alarmierend ist die Tatsache, dass 57 % unserer Teilnehmer
keine berufliche Ausbildung nach Beendigung ihrer
Sportlaufbahn vorweisen können.
BSO: Wie lange werden KA:DA-Teilnehmer unterstützt
und dürfen sie das Service in Anspruch nehmen?
RS: Unsere Teilnehmer werden solange unterstützt bis sie
ein Arbeitsverhältnis eingehen oder sich selbständig
machen, bzw. eine Ausbildung oder Qualifizierungsmaßnahmen absolvieren. Die Betreuungsdauer unserer Teilnehmer liegt im Schnitt bei knapp über 6 Monaten.
BSO: Wie hoch ist die aktuelle Erfolgsquote von KA:DA?
RS: Die Erfolgsquote liegt bei 77 %. Die meisten unserer
Teilnehmer sind direkt von KA:DA in ein Dienstverhältnis
gewechselt, haben sich selbständig gemacht oder haben
in eine langfristige Ausbildung gewechselt.
BSO: Ihre bisher persönlich schönste Erfolgsgeschichte
bei KA:DA?
RS: Jeder einzelne positiv ins Berufsleben integrierte
Sportler ist vergleichbar mit meinen Weltcupsiegen. Nach
fünf Jahren Aufbauarbeit wird nun die Notwendigkeit
unserer Einrichtung auch vom offiziellen Sport zunehmend
erkannt.Erfolg = Unterstützender Rahmen +
persönliche AnstrengungWie im Spitzensport wird dem Athleten auch im
Leben danach nichts geschenkt. Wer neue Ziele
anvisiert muss dafür kämpfen und „trainieren“ –
nicht anders als im Sport. Eigenverantwortung der
Sportler ist genauso notwendig, wie Verständnis
und Verantwortungsbewusstsein von Verbänden
und Funktionären, denn Instanzen wie KA:DA oder
die WIFI-Sporthilfe-Akademie können zwar Brücken
bauen, Tore öffnen und Wege bereiten. Diese gehen
und neue Meilensteine setzen muss aber jeder selbst.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201014	TitelgeschichteEU-Projekt: Athletes2Business
Wie können bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Athleten in der Ausübung
ihrer „Dualen Karriere“ (Verbindung von Sport
und Beruf) zu unterstützen, um deren spätere
berufliche Eingliederung zu erleichtern, ohne
die sportliche Laufbahn zu gefährden?
So lautet die zentrale Fragestellung des von der
Europäischen Kommission geförderten Projektes
„Athletes2Business“ (A2B), das vom EOC EU Büro mit
10 europäischen Kooperationspartnern bis März 2011
A2B fokussiert auf vier Zielgruppen, die entscheidend
„Duale Karriere“ beeinflussen können: Athleten,
Ausbildungseinrichtungen, Sportverbände und Unternehmen.
In der ersten Projektphase wurden spezifische Fragebögen
für die vier identifizierten Zielgruppen entworfen, die
über www.athletestobusiness.eu (die Projekthomepage)
abgerufen werden können. Vertreter von Sportvereinen
und Verbänden sind dazu aufgerufen, den Fragebogen
Basierend auf der Analyse der übermittelten Fragebögen
und dem Austausch bewährter Verfahren werden
Studienbesuche und Workshops organisiert, im Rahmen
derer Richtlinien und Empfehlungen zur Förderung der
„Dualen Karriere“ in Europa erarbeitet werden.
Der Workshop über Athleten findet am 7. Mai 2010 in
Paris statt und der über Unternehmen voraussichtlich
im Juni 2010 in Wien. Die Workshops über Ausbildungseinrichtungen und Sportverbände sollen in Lausanne,
Schweiz, beim IOC sowie während des ENGSO Forums in
Dubrovnik, Kroatien, organisiert werden.
Im Rahmen einer Abschlusskonferenz im Februar 2011
werden die Ergebnisse des Projektes einer breiten
Öffentlichkeit präsentiert.Athletes2Business möchte überdies Impulse zur Schaffung
eines thematischen Netzwerkes für „Duale Karriere“
auf europäischer Ebene geben. Fachexperten aus dem
breiten Netzwerk des Projektes Athletes2Business (A2B)
erarbeiten diese Empfehlungen, die auf den Ergebnissen
des Fragebogens, der Studienbesuche und Workshops
basieren, die im Rahmen dieses Projektes umgesetzt
Die Identifikation von vorbildlichen Verfahren sollen
veranschaulichen, welche Initiativen im Bereich der
„Dualen Karriere“ bereits existieren, und Hilfestellung bei
der Planung und Umsetzung neuer Maßnahmen anbieten.
A2B wird auch während des EU Sport Forums vom 19. bis
20. April 2010 in Madrid vorgestellt. Besonders erfreulich
ist, dass dieses EU-Projekt von einem BSO Mitarbeiter
(Mag. Michael Trinker) in Brüssel geleitet wird.
Unterstützen Sie die BSO
Mag. Michael Trinker, BSO Mitarbeiter und Projektleiter:
„Wir erwarten uns vom Projekt A2B einen großen Beitrag
zur Förderung der „Dualen Karriere“ in Europa, weil
diese Initiative zum ersten Mal Vertreter von Athleten,
Ausbildungseinrichtungen, Sportverbänden und Unternehmen an einen Tisch bringt.“
Im Zuge der zentralen Rolle, die Mag. Michael Trinker in
diesem Projekt spielt, würden wir uns freuen, wenn auch
Sie die BSO dabei unterstützen, auf internationalem Level
tätig zu sein und den Fragebogen auf unserer Website
www.bso.or.at oder unter www.athletestobusiness.eu
ausfüllen.ZielsetzungGeschäftskoordination:Ziel des Projektes ist es, Empfehlungen für die vier
Zielgruppen des Projektes - Athleten, Ausbildungseinrichtungen, Sportverbände und Unternehmen - zu
formulieren, wie sie bessere Rahmenbedingungen für
Athleten zur Ausübung ihrer „Dualen Karriere“ schaffen
Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Mag. Michael Trinker
Tel.: +32/2/738 03-28
Fax: +32/2/738 03-27
E-Mail: trinker@
euoffice.eurolympic.orgBSO-Präsident15meine meinung
Liebe Freundinnen und Freunde des Sports!Als Präsident der Österreichischen BundesSportorganisation finde ich es sehr schade, dass
die Leistungen der österreichischen Athletinnen
und Athleten bei den Olympischen Winterspielen in
Vancouver durch teilweise negative Berichterstattung
und dem Nachtrauern von vierten Plätzen geschmälert
wurden. Viele vergessen dabei, dass abseits der Alpinen
Skisportler jede Menge andere Wintersportlerinnen und
-sportler Österreichs Farben sehr erfolgreich vertreten
haben. Vor allem diese „anderen“ sorgten dafür, dass
2010 für Österreich die dritterfolgreichsten Olympischen
Winterspiele aller Zeiten waren. Nach 16 Medaillen und
dem neunten Platz im Medaillenspiegel kann man sich
wirklich nicht beschweren – das war eine tolle Leistung
und jedem der erfolgreichen Teilnehmer gebührt größte
Es ist auch nach wie vor bedauerlich, dass den
Paralympischen Winterspielen nicht annähernd soviel
Aufmerksamkeit geschenkt wird wie den „regulären“.
Unsere paralympischen Sportlerinnen und Sportler leisten
Hervorragendes und verdienen sich Anerkennung! Leider
lassen die mediale Berichterstattung und die öffentliche
Wahrnehmung noch zu Wünschen übrig. Doch ich bin
optimistisch, dass sich in den nächsten Jahren vieles tun
Um auch kleineren, vermeintlich unpopuläreren „Randsportarten“ eine mediale Plattform zu bieten, war die
Einigung auf die Fortführung von ORF Sport Plus ein großer Erfolg, über den ich sehr froh bin. Nach intensivem
Einsatz seitens der BSO für den Erhalt des Fernsehkanals, kann somit weiterhin eine breite Berichterstattung über
den gesamten heimischen Sport gewährleistet werden.
Das Jahr 2010 wird in vielerlei Hinsicht ein spannendes Jahr für den österreichischen Sport werden. Von
besonderem Interesse mit langfristigen Auswirkungen wird dabei die in Angriff genommene Reform der
Bundessportförderung sein. Hier ist gerade die BSO als Interessensvertretung des gesamten Sports gefordert, die
Wahrung der Autonomie des Sports und eine Sicherstellung einer allen Verbänden zukommenden Basisförderung
Euer Peter WittmannÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201016Kommentarsport kritisch
von Josef „Joe“ MetzgerWir bejubeln sie, wenn sie auftrumpfen, oder verfluchen sie
mitunter, wenn sie nicht halten, was sich Fans und/oder Medien
versprechen. Wenn sie aufhören, versiegt meist das allgemeine
Wer weiß schon, was Spitzensportler a. D. in der Karriere nach der Laufbahn
machen? Hand aufs Herz, oft erst dann, wenn sie als Trainer, Sportchefs,
Funktionäre oder gar als gemachte Persönlichkeiten der Gesellschaft
irgendwann irgendwo wieder auftauchen.
Sonst schert sich die Öffentlichkeit wenig bis gar nicht darum. Umso
wichtiger vor allem für jene, in deren Sport kaum Geld im Spiel ist
oder wenn, dann nur hoch oben, wo die Luft dünn ist, sich frühzeitig
ein zweites Standbein zu schaffen, um den Wechsel ins zweite
Da muss das Motto lauten: Rechtzeitig vorsorgen statt heulen,
weil´s zu spät ist. Leichter gesagt als getan angesichts des
Aufwands an Zeit und Kraft, den der Spitzensport nicht nur für Profis mittlerweile ja verschlingt.
Und nicht zuletzt auch, weil es hierzulande zwar spezielle Sportschulen mit unterschiedlichem Abschluss gibt, aber
praktisch kein Universitäts-System existiert wie anderswo, in dem sich Sport und Studium mit Rücksicht auf Athleten
ideal verbinden lassen, ganz zu schweigen davon, dass es sich Firmen oder Konzerne in Zeiten wie diesen nicht mehr
leisten können (dürfen), Posten quasi zu verschenken oder aber in Reserve zu halten. Vitamin P, sprich: Protektion, ist
alles, nur kein Patentrezept, vielmehr sind Eigeninitiative, aber auch Eigenverantwortung gefragt.
Darum gilt es für alle, die keinen Abschluss besitzen, sozusagen zweigleisig zu fahren, also jene Aus- und Fortbildungsschienen zu nützen, die angeboten werden, um den Horizont zu erweitern, wenn oder bevor sich die sportlichen
Perspektiven einengen. Wie etwa beim Bundesheer oder aber durch die Sporthilfe, die zusammen mit dem WIFI ein
Modell entwickelt hat, das den Weg in Berufe weisen und erleichtern soll.
Auch wenn schon einiges getan wurde, was Sportler-Zukunft betrifft, so meine ich, dass immer noch Nachholbedarf
besteht. Wär´s anders, würde nicht manch einer der Stars a. D., obwohl er Qualifikationen oder gar Titel mitbringt,
immer noch adäquate Posten oder Positionen suchen. Was auch damit zu tun hat, dass man sich einerseits zwar gern
mit Siegern identifiziert, andererseits aber Sport und Sportler gesellschaftlich noch nicht immer jenen Stellenwert
Längst widerlegte Vorurteile sind immer noch mit der Scheu oder Zurückhaltung verbunden, Ex-Sportler in JobVerantwortung einzubinden. Dabei sind´s gerade sie, wer sonst, die gelernt haben, mit und nach dem Leistungsprinzip
zu leben. Wie wär´s, einmal kurz angeregt, mit einer Art Sportler-AMS, die sich um berufliche Vermittlung kümmert,
wie bereits das Projekt KA:DA es forciert? Auf eine notabene sinnvolle Instanz mehr oder weniger sollt´s doch nicht
Die Sportler a. D. würden´s danken. Verdient hätten sie es allemal.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Persönlichkeiten hautnahauf den sport17gebracht10 ganz persönliche Fragen, diesmal an ...Andreas und
1. Meine Stärke:Andreas: ehrgeizig, selbstbewusst, genau
Wolfgang: zielstrebig, unbekümmert, fleissig, ruhig2. Meine größte Schwäche:
Andreas: stur
Wolfgang: übermütig3. Als Kind wollte ich immer:Andreas und Wolfgang Linger: Zwei Brüder - zwei AusnahmeathletenAndreas: Der Beste sein
Wolfgang: Olympiasieger werdenAndreas und Wolfgang Linger4. Auf meinen Frühstückstisch kommt:Andreas: Käsebrot, Ei, Joghurt, Früchte
Wolfgang: Honigbrot, aber oft auch Schinken, Käse und Ei5. Das aktuelle Buch auf meinem Nachtisch heißt:
Andreas: Gmorrha - Reise ins Reich der Camorra
Wolfgang: The Secret6. Auf eine einsame Insel nehme ich folgende drei Dinge mit:
Andreas: Badehose, Zahnbürste, Reisepass
Wolfgang: Keine Ahnung, aber sicher kein Handy und Computer7. Mein Vorbild:Andreas: Kein spezielles Vorbild
Wolfgang: Es gibt viele Menschen die Unglaubliches geleistet haben,
ich habe viele Vorbilder in verschiedenen Hinsichten8. Sport bedeutet für mich:Andreas: Lebensschule
Wolfgang: Beruf, Hobby und Erfüllung vieler Träume9. Mein schönstes Erlebnis:Andreas: Im Ziel von Vancouver 4 Jahre später wieder die 1 zu sehen
Wolfgang: Sportlich auf jeden Fall die beiden Olympiasiege10. Mein peinlichstes Erlebnis:Andreas: Hat mit Golf zu tun ...
Wolfgang: Das halte ich möglichst geheim, werde es
also hier nicht verratenSpitznamen:
Andreas: Militärperson auf Zeit (HLSZ)
Wolfgang: Militärperson auf Zeit (HLSZ)
Andreas: Golf, Skitouren,
Wolfgang: Mountainbiken, Skifahren,
Andreas: meine erste „zufällige“ Begegnung
mit dem Rodeln hatte ich 1992
Wolfgang: mit 9, als ich über den Absamer
Rodelverein zum Kunstbahnrodeln kam
Größte bisherige Erfolge:
Vancouver 2010 und Turin 2006
Andreas: Gesamtweltcupsieg
Wolfgang: GesamtweltcupsiegÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201018Was wurde aus ...... harry dittert
„Schiaßts auf mi!“ …Foto: Post AGFoto: VotavaJa, Harry Dittert wusste schon immer was er wollte. Und
so drückte er als 10-Jähriger seinen Mitspielern beim
Völkerball einen alten Lederball in die Hand, „und dann
hab‘ ich ihnen gesagt, sie sollen einfach auf mich schießen.
Ich hab‘ den Ball dann gefangen, dabei den einen oder
anderen Salto rückwärts gemacht, den Ball aber nie
ausgelassen - ja, das waren eigentlich meine HandballAnfänge.“
Danach ging’s nach Hollabrunn, wo Dittert erstmals in
einem Verein spielte, und dann zu Rapid, das damals auch
eine Feld-Handballmannschaft hatte. In Wien feiert Harry
Dittert auch den größten Erfolg seiner aktiven Karriere:
Bronze bei der Feld-Handball-WM 1966.Und er behielt Recht.
Dittert dem Handballsport nach dem aktiven Karriereende
im Jahr 1970 und vielen Jahren als Trainer und Manager
(u. a. als Nationaltrainer und Hypo-Damentrainer) nur
mehr als Berater. Das Engagement gilt einer anderen
Sportart: Kunstturnen (Tochter Steffi ist Wiens Aushängeschild im Kunstturn-Sport). Gemeinsam mit der
Sportunion Wien arbeitet er an dem Kunstturnprojekt
„Union West-Wien“, will den Stellenwert des Kunstturnens
in Wien verbessern, den Kindern die besten Trainer und
Trainingsmöglichkeiten bieten. „Auch wenn der Weg nicht
immer einfach ist – in mir keimt einfach dieser Samen,
der damals am Kahlenberg gesät wurde und der besagt:
Handball war einst, Kunstturnen ist heute, eines war
immer: Motorsport. Gemeinsam mit seinem Schulfreund,
dem späteren Motorsportjournalisten Helmut Zwickl, war
Dittert schon in der Schule ‚autonarrisch‘, „ein Lehrer hat
uns immer die Motorsportzeitungen geschenkt“. Später
zog er viele Jahre als gefragter PR-Fachmann in der Formel
1 von Rennen zu Rennen, gab dem ORF-Fernsehteam
Tipps für Kameraeinstellungen, ist mit Formel 1-Legenden
wie Stirling Moss auf Du und Du. Sein besonderer Stolz:
die Ennstal-Classic, die Harry Dittert seit 18 Jahren mit
organisiert – denn der Motorsport, „ja der ist wirklich
meine Leidenschaft“.„Mit den Teams der BRD
und der DDR, damals Weltund Vizemeister, treffen
wir uns heute noch, 25
Jahre nach der WM haben
wir sogar noch einmal
in derselben Aufstellung
spaßhalber gegeneinander
gespielt. Aber die Sache beim Handball ist halt, dass man
es nicht ewig spielen kann – ab einem gewissen Alter
kann das Aufstehen nach einem Wurf mitunter recht
schmerzhaft sein!“, erzählt Dittert. Und fügt schmunzelnd
hinzu „ … abgesehen davon, sieht es nicht schön aus –
so hat zumindest unser damaliger Bundeskapitän Hans
Untersberger unser Revival kommentiert.“ Untersberger
war es auch, der Ditterts Werdegang nach 1966 wesentlich
prägte. „Als wir bei der WM-Siegesfeier am Wiener
Kahlenberg standen, hat Hans gemeint: ,Bis jetzt waren
wir für euch da - jetzt sollt ihr für die Jugend da sein!‘“
Und das war Dittert. Auch, „als ich damals als Trainer zur
Union West-Wien gekommen bin und meine Aussage ‚Ich Mit Stirling Moss bei der Ennstal-Classic
werd‘ Wiener Meister!‘ von vielen mit einem Lächeln
quittiert wurde. Aber ich wusste halt, dass wir es können.“ Harry Dittert
Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010BSO-VersicherungAb sofort nur mehr die halbe Jahresprämie für den vollen Versicherungsschutz für das Versicherungsjahr 09/10
Die Erweiterung des Versicherungsschutzes aus 08/09
und die zusätzlichen Versicherungsvarianten haben sich
bewährt und wurden beibehalten.
Die „Standard“ Versicherungssummen der BSO-KollektivSportunfallversicherung:
Tod durch Unfall	dauernde Invalidität *) bis Unfallkosten: Heilkosten / Bergungs
kosten a) Rückholkosten b)	(Selbstbehalt € 50,-- pro Schadenfall)
(ausgenommen Zahnersatz)	Rehab-Pauschale	€ 3.640,-€ 72.680,-€ 1.000,-€ 10.000,-€
300,--Für die BSO-Kollektiv-Sportunfallversicherung werden
für die Verbände und Vereine bedarfsgerecht diverse
Versicherungsvarianten angeboten.www.erstebank.atInformationen aus erster Hand:
In Österreich verschwindet das
meiste Geld durchs Fenster.
Sanieren Sie jetzt mit den flexiblen
s Energiesparfinanzierungen.Wer sein Haus saniert, saniert auch sein Haushaltsgeld.
Denn in den meisten heimischen Haushalten verpufft das
Geld durch ungedämmte Dächer, durch alte Fenster und
durch schlecht isolierte Wände. Dagegen kann man etwas
tun. Gezielte Sanierungen mit unseren flexiblen s Energiesparfinanzierungen sorgen dafür, dass das Geld im Haus
bleibt. Mehr Informationen gibt es bei Ihrem Kundenbetreuer
der Erste Bank.EB_Energiespar_90x138_OE-Sport.indd 119preiswert und sicher
1) Die Versicherungsvariante „Standardvereine“ ohne
Erweiterung der Rückhol- bzw. Bergekosten. Die
Jahresprämie pro Erwachsene beträgt € 6,60, für
Jugendliche bis zur Vollendung des 15. Lj. € 3,30.
2 a) Bei der Variante „Bergekosten Outdoor-Vereine“
stehen zusätzlich Bergekosten (inkl. Hubschrauberbergung) in Höhe von € 7.267,-- pro Person zur Verfügung. Die Jahresprämie pro Person beträgt € 12,--.
3 b) Bei der Variante „Rückholkosten Standard-Vereine“
stehen zusätzlich unfallbedingte Rückholkosten (im Inund Ausland) von € 15.000,-- pro Person zur Verfügung.
Die Jahresprämie pro Person beträgt € 12,--.
4 a+b) Bei der Variante „Bergekosten & Rückholkosten
Outdoor-Vereine“ stehen zusätzlich Bergekosten (inkl.
Hubschrauberbergung) in Höhe von € 7.267,-- UND
unfallbedingte Rückholkosten (im In- und Ausland)
in Höhe von € 15.000,-- pro Person zur Verfügung.
Die Jahresprämie pro Person beträgt € 17,40.
5 a) Bei der Variante „Für das Flugsportrisiko“ stehen
zusätzlich Bergekosten (inkl. Hubschrauberbergung) in
Höhe von € 7.267,-- pro Person zur Verfügung. Die
Jahresprämie pro Person beträgt € 110,--.
Anmeldungen von zu versichernden Personen zur BSOKollektiv-Sportunfallversicherung haben ausschließlich
durch die Verbände oder Vereine zu erfolgen. Eine
namentliche Nennung der einzelnen Mitglieder ist
nicht erforderlich. Eine Anmeldung erfolgt in Form
einer definierbaren Nennung einer Gruppe wie z. B. alle
Funktionäre, der gesamte Kader, alle Mitglieder, etc. Bei
einem Einschluss von Berge- bzw. Rückholkosten sind
nur Erwachsenenprämien möglich. Eine Anmeldung
von Flugsport-Vereinen bzw.
Flug-Sportlern ist
ausschließlich in der Versicherungsvariante 5 a) „Für
das Flugsportrisiko“ durch bezahlen der gesamten
Jahresprämie von € 110,-- möglich. Versicherungspartner
ist die Uniqa Personenversicherung AG
Anmeldungen bzw. Rückfragen:
BSO Versicherungberatung Held & Held
Tel: 02236 / 53086-0 Fax: 02236 / 53086-4
Mail: office@diehelden.at Web: www.diehelden.at
Ein Versicherungsjahr beginnt mit jeweils dem 1.
Oktober = Hauptfälligkeit. Eine Anmeldung ist jederzeit
möglich.*) Eine Versicherungsleistung für dauernde Invalidität erfolgt erst dann, wenn der festgestellte Invaliditätsgrad 20 %
erreicht oder übersteigt. Für Invaliditätsgrade unter 20 % wird
keine Leistung erbracht. Bei Invaliditätsgraden von 20 %
und darüber entspricht die Versicherungsleistung dem
Invaliditätsgrad in Prozent der Versicherungssumme (Lineare
Leistung 1:1).10.03.10 10:10
DER BSO - NR. 1/201020Serie: Frauen im Sport Teil 3Frau und Mann im Training: Geme
Sportliche Leistungen hängen von vielen
Faktoren ab, das Geschlecht ist nur einer davon.
Dem wird im Wettkampfsport Rechnung
getragen, indem Frauen und Männer nicht
Aber bestehen grundsätzliche geschlechtsspezifische
Unterschiede im Trainingsaufbau und in der Trainierbarkeit
motorischer Fähigkeiten?
Ein Leistungsaufbau von AnfängerInnen bis HochleistungssportlerInnen dauert 8 – 15 Jahre. Das ist eine
Gesetzmäßigkeit, die für Mädchen und Burschen in
gleichem Maß gilt, die allgemein bekannt sein dürfte und
trotzdem in sehr vielen Fällen missachtet wird.
Frühe Spezialisierung führt zu mangelhafter motorischer
Grundausbildung und wenn eine solche nicht durch
eine überdurchschnittlich gute Konstitution teilweise
ausgeglichen wird, auch zu Überlastungsschäden,
Verletzungs- und Krankheitsanfälligkeit oder einfach
Leistungsstagnation.
Häufige Beispiele sind das Auftreten von Entzündungen
an Knien von heranwachsenden Ballsportlern, dort wo
die Sehnen am Knochen verankert sind. Auch nicht selten wird über Atemnot bei sehr intensiven Belastungengeklagt, bei AthletInnen, wo ein begleitendes Grundlagenausdauertraining vernachlässigt wurde und die Atemnot dann als Belastungsasthma fehlinterpretiert wird.
Sportliche Leistungen finden heutzutage auf einem
sehr hohen Niveau statt - demgegenüber stehen mehr
Anfänger mit ungenügenden sportmotorischen Basisfähigkeiten, was das Problem
noch verschärft. Systematische Geschlechtsunterschiede sind mir nicht bekannt.
Gesunde Gelenke vorausgesetzt, hängt die passive
Beweglichkeit von der Dehnfähigkeit des Bindegewebes
ab, die wiederum zu einem
großen Teil genetisch vorgegeben ist, aber auch von
Muskelkater, Tageszeit, etc.
beeinflusst wird.Dr. Andrea Podolsky
Die Koordination und Kraft
der an der Bewegung beteiligten Muskulatur bestimmen die aktive Beweglichkeit
mit. Frauen werden häufig als beweglicher beschrieben,
was dem höheren Östrogenspiegel, dem geringeren
Muskeltonus und der geringeren
Gewebsdichte
wird. Trotzdem bestehen große
individuelle Unterschiede.
Eine Gefahr stellt die Hypermobiliät
(Überbeweglichkeit) dar, die zu
Instabilitäten von Gelenken und
Wirbelsäule führen kann, bei
Frauen und Männern vorkommt,
aber bei Männern öfter durch
ausgeglichen werden kann. Dafür,
dass sich die aktive Beweglichkeit
geschlechtstypisch unterscheidet,
konnten bisher keine schlüssigen
Hinweise gefunden werden.
trainierten Frauen liegt etwa 8
bis 15 % unter der von MännernÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Serie: Frauen im Sport Teil 321einsames und Unterschiedlichesmit gleichen Körpermaßen und vergleichbarem
Trainingszustand. Gründe dafür sind die kleinere
Dimensionierung der Sauerstoff liefernden Systeme und
der hormonell bedingt höhere Fettanteil bei Frauen, auch
bei schlanken.Trotzdem erreichen Männer mit einem gegebenen
Trainingsreiz einen absolut gesehen höheren Kraftzuwachs,
was hormonell bedingt ist und sie in allen Fähigkeiten
und Fertigkeiten, in denen Kraft eine Komponente ist,
überlegen macht.Aber: im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie wurden Frauen und Männer mit gleichem Marathonlauftempo ausgewählt und deren Laufleistungen bei 15 km,
Halbmarathon und 90 km verglichen: während bei 15 km
die Männer ein höheres Lauftempo hatten, waren bei 90
km die Frauen überlegen.
Dies spricht man unter anderem der unterschiedlichen
Energieverwertung der Muskulatur zu, Frauen verbrennen
früher und mehr Fettsäuren, Männer früher und mehr
Glykogen, das einen höheren Energiedurchsatz erlaubt,
aber limitiert vorhanden ist.
Die Trainierbarkeit der Ausdauer in Relation zum
Ausgangswert ist vergleichbar.Die Schere geht erst in der Pubertät auf, in der bei
Burschen das Dickenwachstum der Muskulatur und damit
die Kraft überdurchschnittlich zunehmen.Kraft
Die Kraft pro Quadratzentimeter Muskelquerschnitt ist bei
Männern und Frauen gleich - es gibt also keine männlichen
und weiblichen Muskeln. Auch die Trainierbarkeit in
Relation zum Ausgangswert ist vergleichbar.Der Unterschied ist für die Oberkörpermuskulatur größer
als für die Beinmuskulatur. Krafttraining beeinflusst
Schnelligkeit positiv und kann die aktive Beweglichkeit
Kräftige Muskulatur kann Gelenke und Rumpf stabilisieren und führt durch bessere inter- und intramuskuläre
Koordination zu besserer Bewegungsökonomie.
Außerdem führt sie zu einer höheren Belastung
der Knochen und beugt damit der Entstehung von
Osteoporose vor.
Deshalb sollte Krafttraining ein fixer Bestandteil des
Trainings jeder Frau sein, egal ob es aus sportlicher, oder
gesundheitlicher Motivation betrieben wird.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201022Serie: Frauen im Sport Teil 3Schnelligkeit
Reaktionsschnelligkeit ist die Fähigkeit, auf Reize schnell
zu reagieren, Aktionsschnelligkeit Einzelbewegungen
mit hoher Geschwindigkeit und Bewegungsfrequenz
ausführen zu können. Bewegungsschnelligkeit wiederum
hängt von der Art und Kraft der Muskulatur ab, ebenso
wie der Energiebereitstellung und den koordinativen
Spezifisch trainierte Frauen zeigen bei allen Schnelligkeitsanforderungen, bei denen Muskelkraft keine Rolle
spielt, vergleichbare Leistungen. In Schnellkraft und
Schnelligkeitsausdauer sind sie unterlegen.
Schnelligkeit ist vor allem im Kindes- und Jugendalter bei
Mädchen und Burschen in gleichem Ausmaß sehr gut
trainierbar. Aktionsschnelligkeit ist von Maximalkraft mit
dominiert und somit ab der Pubertät bei Burschen besser
Für die drei koordinativen Eigenschaften Lernfähigkeit,
Steuerungsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit werden
keine grundsätzlichen Geschlechtsunterschiede beschrieben.
Bei kleinmotorischen Aufgaben (Geschicklichkeit) wirdeine Überlegenheit von Frauen beschrieben, während
bei grobmotorischen Koordinationsaufgaben eher die
Männer im Vorteil sind.
Die Trainierbarkeit der koordinativen Eigenschaften, die
durch Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Steuerungsprozesse determiniert sind, scheint geschlechtsneutral zu
haben Frauen ein riesiges Potential an körperlicher
Leistungsfähigkeit, was von einigen wenigen auch
ausgenützt wird. Die breite Masse der Frauen macht
davon leider wenig Gebrauch und viele büßen das mit
früher Leistungseinschränkung bereits im mittleren
Lebensalter, die dann auch Krankheitswert bekommen
Volksgesundheitlich betrachtet halte ich eine umfassende
Bewegungsförderung für möglichst viele Menschen,
Männer und Frauen, die sich nicht nur an Wettkampfsport
orientiert, für wichtig. Für die sportliche Karriere ist ein
langfristiger und vielseitiger Aufbau unerlässlich und für
Frauen möglicherweise noch wichtiger. Menschen, die
das befolgen, bekommen als Draufgabe meist auch einen
gesundheitlichen Benefit.Coach statt Couch!
Die Versicherung einer neuen Generationhweit die
nkheitsvorso
beste Un
ww w.uniqa.aAktuelles 23gemeinsam gegen doping
Anti-Doping Informationsveranstaltung von NADA Austria,
Sportministerium und BSO im
Informationsoffensive der NADA
Austria für die Österreichischen
Im Rahmen einer von der Österreichischen BundesSportorganisation (BSO) gemeinsam mit dem
Sportministerium organisierten Veranstaltung wurden
am 22. Jänner 2010 im Haus des Sports die Vertreter
und Anti-Doping Beauftragten der österreichischen
Bundes-Sportfachverbände von der Nationalen AntiDoping Agentur (NADA Austria) über Neuerungen und
gesetzliche Änderungen im Kampf gegen das Doping im
Sport informiert.
An der jährlich abgehaltenen Fachverbandsschulung
nahmen diesmal mehr als 70 Sport-Funktionäre der
österreichischen Sportfachverbände teil, für NADA
Geschäftsführer Andreas Schwab „ein Zeichen dafür,
dass das Thema Anti-Doping auf großes Interesse in den
Österreichischen Fachverbänden stößt.“
Von den Mitarbeitern der NADA Austria wurden die
• geplante und umgesetzte Doping-Präventionsmaßnahmen• Medizinische Ausnahmegenehmigungen
• Neuerungen im Doping-Kontrollsystem und
• Änderungen im Anti-Doping Bundesgesetz
präsentiert und behandelt.
Die anschließende Diskussion und die zahlreichen
Fragen der Fachverbände machten deutlich, wie wichtig
Information und Aufklärung ist.
Die Fachverbandsschulung ist ein jährliches, von den
Fachverbänden sehr geschätztes Service der NADA
Austria und stößt jedes Jahr auf großes Interesse seitens
der österreichischen Sport-Funktionäre. Die NADA Austria
setzt bei der Verbreitung von Information und Aufklärung
auf die Unterstützung durch Multiplikatoren (Anti-Doping
Beauftragte, Betreuer, etc).
„Daher ist es wichtig, diese Partner des organisierten
Sports immer über aktuelle Entwicklungen auf dem
Laufenden zu halten“, so NADA Geschäftsführer Schwab
abschließend.verstärkung für die bso
Die BSO verstärkt ihr Team mit zwei neuen Mitarbeitern.
Zum einen übernimmt Mag. (FH) Georg Höfner seit
Dezember die Verantwortung für die Bereiche Marketing,Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen und sorgt in
diesen Abteilungen für neuen Schwung, zum anderen
verstärkt Alexandra Braunstingl die Geschäftsstelle der
BSO im Sekretariat seit März tatkräftig.Mag. (FH) Georg HöfnerAlexandra BraunstinglMarketing,
PublikationenSekretariat
Tel.: +43/1/504 44 55-13
Fax: +43/1/504 44 55-66
E-Mail: a.braunstingl@bso.or.atTel.: +43/1/504 44 55-18
„Persönlich bin ich eher ein Teamsportler – beim Fußball,
Basketball oder (Beach-)Volleyball bin ich oft zu finden.
Aber auch Skifahren, Schwimmen oder Mountainbiking
zählen zu meinen favorisierten Aktivitäten.“„Ich verbringe den größten Teil meiner Freizeit
outdoor. Entspannung finde ich bei ausgedehnten
Bergwanderungen, Trekking sowie bei Radreisen mit
Schlafsack und Zelt.“Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201024Aktuelleskurz und bündig
Auswirkungen der rechtlichen
Verankerung des Sports im
EU-Vertragswerk
Die Europäische Union besitzt mit Artikel 165 des am 1.
Dezember 2009 in Kraft getretenen Lissabon-Vertrags
rechtlich gesehen keine direkte Zuständigkeit für den
Sport, muss jedoch gemäß dem Subsidiaritätsprinzip
die Sportpolitik ihrer Mitgliedsstaaten unterstützen und
Die Quintessenz des Sportartikels ist daher, dass die
rechtlichen Voraussetzungen für die Europäische
Kommission (EK) geschaffen wurden, um ein
europäisches Sportförderprogramm konzipieren und
umsetzen zu können. Zur Vorbereitung des europäischenSportförderprogramms hat die EK bereits 2009 eine
Sportbudgetlinie in ihrem Haushalt eingezogen und
mit vier Millionen Euro zur Förderung von spezifischen
Sportprojekten ausgestattet. Im Haushaltsjahr 2010
werden zirka drei Millionen Euro in Sportprojekte fließen.
Die EK wird voraussichtlich drei Förderprioritäten für
2010 definieren: Anti-Doping, Freiwilligentätigkeit und
soziale Eingliederung. Wie im Jahr 2009 sollen auch 2010
europäische Großprojekte unterstützt werden, die bis zu 9
und mehr Partnerorganisationen aus EU-Mitgliedsstaaten
involvieren sollen. Ein Aufruf für Projekteinreichungen
wird im April/Mai 2010 erwartet.Der Weg zum EU-Sportförderprogramm
• Rechtliche Verankerung des Sports im Lissabon-Vertrag
• „Vorbereitende Maßnahmen im Bereich Sport“ 2009, 2010 und 2011
• Schaffung eines eigenen „Mini-EU-Sportförderprogramms“ (2012-13)
• Schaffung eines umfassenden Förderprogramms im Rahmen der nächsten Finanziellen Vorausschau 2014-2020bso-website neu
Seit 12. Februar 2010 präsentiert sich
die Österreichische Bundes-Sportorganisation in einem neuen, modernen
in Österreich, mit Zahlen, Daten und Fakten rund um
den Sport sowie mit Neuigkeiten aus den vielfältigen
Aufgabengebieten der Österreichischen BundesSportorganisation.Nach der Neugestaltung zeigt sich die Seite nun in
einem grafisch ansprechenden und völlig neugestalteten
Die neue Seite ist ein Informationsportal mit aktuellen
Meldungen aus den Mitgliedsverbänden der BSO, mit
interessanten Informationen rund um das SportsystemDie BSO, die „Service- und Dachorganisation des organisierten Sports“, bietet jedem Sportinteressierten nun
einen benutzerfreundlichen und zeitgemäßen Zugang zu
Aus- und Fortbildungen, Veranstaltungen, Dokumenten,
Fotos und Rechsinformationen.
Eine klare Struktur der Seite sorgt für eine größere
Übersichtlichkeit. Ein barrierefreier Zugang sowie
Verknüpfungen mit Web 2.0-Funktionen wie z. B.
Wikipedia oder Facebook verleihen der Seite ein
zeitgemäßes Auftreten und höhere Relevanz für die
Mitglieder der BSO.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Aktuelles25sportjahrbuch in neuem gewand
Das traditionelle offizielle Österreichische Sportjahrbuch 2009/10 wird in
neuem Format und Layout ab Mitte Mai
bei der BSO erhältlich sein.
Neben einem Überblick über alle österreichischen
StaatsmeisterInnen und MeisterInnen finden
sich darin auch die wichtigsten internationalen
Ergebnisse sowie ein ausführlicher Adressteil der
nationalen und internationalen Verbände.
Das Sportjahrbuch kostet 15 € zuzüglich
Versandspesen (14 € bei Bestellmengen über
100 Stück).MiA award 2010
Die BSO als Pate beim MiA Award 2010 in der Kategorie SportJährlich werden dabei
Wissenschaft & Forschung, Wirtschaft,
Humanitäres & Gesellschaftliches Engagement, Kunst & Kultur, Sport und
Sonderpreis:Journalismus würdige Preisträgerinnen gewählt. Es werden
Frauen mit außerösterreichischen Wurzeln vor den Vorhang gebeten, die
dazu beigetragen haben, Österreich
zu einem besseren wirtschaftlichen,
gesellschaftlichen oder sozialen Standort zu machen.
Die diesjährige Gala für die Verleihung der MiA 2010 fand
am 8. März 2010 (internationaler Frauentag) im Studio 44
der Österreichischen Lotterien statt. Bereits zum dritten
Mal wurde der Award, durch den Arabella Kiesbauer
führte, verliehen.
Prominente Gäste wie Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
und jede Menge bekannte SportlerInnen erlebten einen
abwechslungsreichen Abend.Das Programm erstreckte sich von einem Theaterstück der
„Fatimas“, der Uraufführung der MiA-Hymne „Nicht dort,
nicht hier“ (komponiert von Sylvester Levay und Michael
Kunze; aufgeführt von Maya Hakvoort und Sandra Pires),
bis hin zur Überreichung der Preise.
Kategorie Sport mitüberreichen. (siehe Fotos)
Jolanta Kolodziejek, Wissenschafterin
an der Vet.med. Universität Wien
Selma Prodanovic, Networking-Agentur
„Brainswork“
Humanitäres & Gesellschaftliches Engagement: Joana Adesuwa Reiterer, Autorin und Gründerin des Vereins „Exit“Kunst & Kultur:
Yasemin Sencalis. ASKÖ Wien
Koordinatorin der Initiative
Sonderpreis: Journalismus:
Irene Brickner, StandardRedakteurinÖsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Fotos: Andreas TischlerDer MiA Award ist eine
lebende Frauen mit
Migrationshintergrund.26Fit für Österreich„Fit für Österreich“ in allen Apotheken!
Selbstverständlich freue ich mich
auch über die Anerkennung, die
unsere Vereine mit ihren gesundheitsorientierten Qualitätssiegelangeboten durch den Partner
„Apotheken“ erhalten.“
der Kooperation:
Eine Broschüre mit Qualitätssiegelangeboten, die es bislang nur
in Wien im Rahmen des Projekts
BEWEGT GESUND mit der Wiener
Gebietskrankenkasse gegeben hat,
ist nunmehr in jedem Bundesland
verfügbar. Die derzeit mehr als
5.400 Qualitätssiegelangebote sind
also nicht nur im Internet abrufbar,
sondern können - länderspezifisch
- auch daheim bequem in den
Broschüren studiert werden.Österreichs Apotheken haben den März zum
Ergänzt wird die Aktion der
Monat der Bewegung erklärt.
Für die Umsetzung dieses Schwerpunktmonats haben sich
die Apotheken „Fit für Österreich“ als Partner ausgesucht.
„Die „Fit für Österreich“-Qualitätssiegelangebote sind
genau das, was wir unseren Kundinnen und Kunden als
Service bieten wollen. Wir sind überzeugt davon, dass
dieses Produkt perfekt zu unserem Anspruch passt,
Gesundheitszentren zu sein“, erklärte der Präsident der
Österr. Apothekerkammer, Mag. Heinrich Burggasser.Für „Fit für Österreich“ seinerseits eröffnet diese
Kooperation neue Möglichkeiten, wie es BSO-Präsident Dr.
Peter Wittmann bei der Pressekonferenz formulierte: „Die
Zusammenarbeit mit den rund 1.250 österreichischen
Apotheken ist für unsere Sportvereine von ASKÖ, ASVÖ
und SPORTUNION eine Chance, neue Zielgruppen zu
erreichen.Österreichischen Apothekerkammer durch Plakate, ÜbungsSchautafeln und sogar kurze
Spots zum Thema „Bewegung“,
die in den 500 mit Videoscreens
ausgestatteten Apotheken ausgestrahlt werden.
In der offiziellen Zeitschrift der
Apothekerkammer „Die Apotheke“ ist ein
zweiseitiger Artikel zu „Fit für
Österreich“ zu finden (Auflage
140.000 Stück).
Im Fernsehmagazin Tele, das
in einer Auflage von über
1,250.000 Stück etwa 2 Mio. Leser
erreicht, hat die Apothekerkammer Anfang März ebenfalls
einen Artikel zur gemeinsamen Aktion geschaltet.
Nicht zuletzt wurde die Aktion beim 43. Apothekerkongress
in Saalfelden (28.2.-5.3.) vor den 500 teilnehmenden
ApothekerInnen präsentiert, wo auch die „Fit für
Österreich“-Broschüren auflagen.
Auf www.fitfueroesterreich.at/bewegungsangebote
genügt die Eingabe der Postleitzahl, um alle Angebote
in der Nähe gelistet zu bekommen. Auch eine Suche
nach Stichwort bzw. eine Suche nach Angeboten für
verschiedene Altersgruppen ist möglich.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010„Fit für Österreich“-Forum 2010
Am 25. März 2010 ging das 4. „Fit für Österreich“Forum im Spiegelsaal des Haus des Sports in Wien
Es war die zentrale Veranstaltung von „Fit
für Österreich“ für Meinungsbildner und
Entscheidungsträger. „Netzwerk in Bewegung“
war der Titel, der die Grundintention von „Fit für
Österreich“ aufzeigen sollte, nämlich die Bildung
von Netzwerken im Sinne gesundheitsorientierter
Bewegungsförderung. Beim Forum wurden bestehende Kooperationen vor den Vorhang geholt
(Vereine, Fonds Gesundes Österreich, WGKK),
aber auch neue Netzwerkpartner präsentiert
(Österr. Apothekerkammer, Hauptverband).Termin-Vorankündigung
„Fit für Österreich“ ist an vorderster
Stelle dabei, wenn der Fonds Gesundes
Österreich (FGÖ) am 22./23.4. in
Wien seine 12. Präventionstagung
zum Thema „Leben in Bewegung Bewegungsspezifische Strategien der
Gesundheitsförderung“ abhält.
gibt einen breiten Einblick in aktuelle
Entwicklungen, Aktivitäten und Strategien in der bewegungsorientierten
Gesundheitsförderung. Mit dabei sind
auch sieben MitarbeiterInnen von „Fit
für Österreich“ sowie weitere zehn
Fachleute aus dem Bereich der SportDachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION, die Arbeitskreise moderieren
oder erfolgreiche Strategien und Projekte präsentieren.
Die kennen Sie schon?
Gut. Aber was Sie nicht kennen,
sind die aktuellen österreichischen
Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung, die bei dieser Tagung
erstmals vorgestellt werden.
Unter Mitwirkung der BSO entstanden,
bilden sie auch die Grundlage für
den anschließenden Ideenworkshop.
Dort steht die Frage im Mittelpunkt:
„Welche Rahmenbedingungen brauchtes, damit die Empfehlungen auch in
die Praxis umgesetzt werden können?“
Hier besteht auch für VertreterInnen
des Sports die Chance, ihre Ideen
einzubringen. Denn Sportvereine
können das Ihre dazu beitragen, dass
Österreich bewegter wird.
Dann wird Ihnen dieser Hinweis die
letzten Zweifel nehmen, dass Sie bei
der Veranstaltung dabei sein sollten.
Den Abschluss der Tagung übernimmt
nämlich der Doyen der Sportmedizin,
Univ.-Prof. mult. Dr. Wildor Hollmann.
Er wird in seinem Vortrag darlegen,
dass in einer Zeit, in der sich die
klassische Alterspyramide umkehrt,
Bewegungsprojekte die passende Antwort für viele brennende Probleme
Angst vor zu viel Sitzen?
Über Bewegung wird nicht nur geredet
werden – die Bewegungsstationen von
„Fit für Österreich“ laden zwischen
den theoretischen Impulsen zum
praktischen Umsetzen ein.
und wir verlinken Sie zur Anmeldung.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010TERMIN 2
Der „Fit für Österreich“Kongress in Saalfelden
findet heuer vom 22.
statt. Das Motto: “Spiel.
Sport.Spaß.Bewegung.
Und auch heuer kommen
wieder alle ÜbungsleiterInnen auf ihre Rechnung, egal, ob sie im Kinder- oder im Seniorenbereich tätig sind.
werden wieder Angebote
Dabei bleiben wir unserer Linie treu: Praxisorientierung steht im
Und, wie schon der Titel
sagt: Locker lächelnd
geht’s am besten.28dachverbändeUGOTCHI bringt Kinder in Bewegung
Punkten mit Klasse – Unterwegs im Schlemmerland! Unsere
Kinder machen mehr Bewegung, verzichten freiwillig auf Süßigkeiten und Computer, essen Gemüse und Obst, schlafen
mehr als zehn Stunden pro Tag! Ein Wunder? Nein – es ist das
Küken namens UGOTCHI, das ab 19. April wieder Bewegung in
Österreichs Volksschulen bringt!
UGOTCHI, Österreichs
größte Bewegungsinitiative in den Volksschulen, geht in die
fünfte Runde – und
dem Ziel, unsere Kinder zu mehr Bewegung und zu einem
aktiveren Lebensstil
zu motivieren!
Wie gefragt und beliebt diese Initiative in den Volksschulen
ist, welche die Gesundheit ihrer SchülerInnen fördern wollen,
zeigen am eindrucksvollsten die vorliegenden Zahlen: Fast 50
Prozent aller Volksschulen in Österreich, nämlich 1.400 Schulen, haben in den vergangen vier Staffeln bereits an diesem einzigartigen Projekt teilgenommen. Und Jahr für Jahr werden es
mehr: 2009 konnte mit über 2.000 teilnehmenden Klassen ein
neuer Rekord verzeichnet werden – der in diesem Jahr, wenn
UGOTCHI zum fünften Mal auf Tour geht, mit über 2.200 angemeldeten Klassen sogar wieder getoppt wird.Kurz zusammengefasst nochmals der Ablauf:
Bei der Aktion „Punkten mit Klasse“ geht es für die Kinder darum, für gesunde Tätigkeiten Punkte zu sammeln. Jedes Kind erhält eine Karte, auf der es Punkte eintragen kann. Diese Punkte
gibt es für ausreichendes Trinken, für jede absolvierte Turnstunde, für den Sport in der Familie und/oder im Verein. Aber auch
im Alltag warten Belohnungen: ausreichend schlafen, einen
Tag keine Süßigkeiten essen oder auf zuckerhältige Limos verzichten, sich in der Pause bewegen und mindestens einmal pro
Woche zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen – all das wird
ebenfalls mit Sammelpunkten belohnt.
Teamwork macht stark:
Jede Schülerin/jeder Schüler trägt mit den persönlich gesammelten Punkten zum gemeinsamen Klassenergebnis bei!
Und je mehr Punkte die Klasse gemeinsam sammelt, desto weiter reist UGOTCHI auf einer Schatzkarte. Neu ist in diesem Jahr,
dass UGOTCHI auf der Reise wertvolle Informationen zum Thema Ernährung gibt: Jede Klasse erhält eine große Schatzkarte
und jedes Kind ein eigenes Schulheft, in dem das Thema Ernährung anhand einer fesselnden Geschichte erzählt wird.
Neben der „Punkten mit Klasse“ ­ Aktion sollen vor allem eine
enge Kooperation mit den regionalen Sportvereinen, ein Fotowettbewerb, die „Capri Sonne­Schultour“ (UGOTCHI kommt
auch in die Schulen), ein „actioncamp“ im Club SPORTUNION
Niederöblarn und viele weitere tolle Aktivitäten zum Erfolg des
Projekts beitragen.ASKÖ-Fit-Start stärkt Arbeitssuchende
Fit-Start gibt Lebensmut! Wer krank ist,
wird leichter arbeitslos. Länger bestehende
Arbeitslosigkeit belastet die Seele, macht
einsam und krank. Bewegungsangebote fördern
die Gesundheit und Job-Fitness.übertroffen und die qualitativen Bewertungen in der Evaluation
waren viel versprechend“, freuen sich die Projektbetreuer Mag.
Christian Fessl und Mag. Günter Schagerl. „Unser Ziel müsste
daher sein, dass in Schulungsmaßnahmen für Arbeitssuchende,
auf die Chancen von Bewegung gezielt zurückgegriffen wird.“2006 startete das vom Fonds Gesundes Österreich und Fit für
Österreich finanzierte Fit-Start-Projekt der ASKÖ. In den drei
Jahren waren im Burgenland, Niederösterreich und Salzburg
exakt 1038 verschiedene Arbeitssuchende in 795 abgehaltenen
„Fit-Start-Treffs“ aktiv.Über 8 % Arbeitslosigkeit bedeutet, dass in Österreich an die
400.000 Menschen davon betroffen sind und dies gravierende
Folgen nach sich zieht - individuell, aber auch für die Gemeinschaft. Daher steht auch AMS-Vorstand Dr. Herbert
Buchinger der Idee von Fit-Start positiv gegenüber.Geeignete AktivierungsmodelleSportvereine leisten wertvolle BeiträgeZiel war das Finden geeigneter Aktivierungsmodelle. „Mit den
erreichten Zahlen wurden die quantitativen Ziele deutlich„Sportvereine können gerade jetzt dazu beitragen, die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen von Arbeitslosig-Reden und Bewegen baut einfach auf!Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010dachverbände2960 Jahre ASVÖ Wien: Sportliche Aktivitäten zum Jubiläum - Der ASVÖ Landesverband Wien steht bereits in seinem 61. Bestandsjahr und feiert den „runden
Sechziger“ heuer nach.
Die Vielfalt des Verbandes wird dabei in mehreren Veranstaltungen gezeigt. Neben der Leichtathletik-Hallengala Ende
Jänner und dem Hans-Hanauska-Hallenfußballcup sind noch
weitere Sportarten eingebunden.
Turnen und eine Wassersportart, Rudern oder Schwimmen,
sind interessant. Vier bis fünf Veranstaltungen werden auf jeden Fall noch folgen. Sicher ist das internationale ASVÖ-Schülerfußballturnier im
Juli in Wien mit neun
Bundesländerteams
und Banska Bystrica
als Gastmannschaft“,
so ASVÖ Wien-Präsident Kopal.
„Wir erachten es als
sinnvoll, den Sport
im Jubiläumsjahr in
den Mittelpunkt zu
Die ASVÖ Leichtathletik-Hallengala bot wieder ... stellen.“
Gegründet wurde der ASVÖ Wien am 9. Mai 1949. Waren es
zum Start 55 Vereine, so nähert man sich nach sechs Jahrzehnten der 500er-Marke.Die ersten beiden Jubiläumsveranstaltungen gerieten zu vollen Erfolgen.
Der Hans-Hanauska-Hallencup für 32 Wiener
ASVÖ-Fußballmannschaften hat bereits lange
Heuer standen sich in der
Sporthalle Brigittenau im
Endspiel Post SV und ASV
13 gegenüber.
... großartige Leistungen in 26 BewerbenDie ASVÖ Hallengala der
Leichtathleten im Ferry-Dusika-Stadion ist offen für Spitzenund Hobbyathleten und bietet auch dem Nachwuchs eine der
wenigen Möglichkeiten zu Hallenwettkämpfen in Österreich. In
26 Bewerben starteten Athletinnen und Athleten aus 14 Nationen, Österreich war mit allen Bundesländern vertreten.
National wie international beachtliche Leistungen (bis hin zur
Jahresweltbestzeit) wurden heuer erzielt. Die ASVÖ Wien Leichtathletikgala wird jährlich in Kooperation von ASVÖ Bundes- und
Landesverband sowie dem Wiener LA-Verband durchgeführt.keit zu bremsen“, so BSO- und ASKÖ-Präsident
Dr. Peter Wittmann.
Projekt waren die geglückte Vernetzung mit
Organisationen wie z. B. das BFI-Mattersburg,
sowie gut ausgewählte und gut geschulte
Wer sich künftig in diesem Bereich qualifizieren
und tätig sein möchte, vielleicht sogar selbst
arbeitslos ist und Interesse hat, meldet sich
per Mail unter guenter.schagerl@askoe.at oder
telefonisch 0676 / 750 30 21.
Weitere Infos zum Projekt und wie man
Arbeitssuchende mit der Fit-Start-InternetKampagne unterstützen kann, finden Sie unter
www.fit-start.at
Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201030BSO-TrainerfortbildungFortbildungen: Überblick 2010
Homepage: www.bso.or.at unter dem Schwerpunkt „Ausund Fortbildung“.
Vor der Sommerpause am 29. Mai 2010 wird es noch
eine weitere Fortbildung geben. Das ULSZ Rif in Salzburg
wird Austragungsort für die Fortbildung zum Thema
„Trainigsphilosophien - Breite Grundausbildung vs. Frühzeitige Spezialisierung“ sein. Auch hier werden wieder
heimische und internationale Referenten zu Wort kommen.anzahl
derdie besorger · steyrlen.S ankreuzen!nisation55– 66.or.atNach den Sommermonaten wird es erst wieder im
September so richtig spannend, denn dann steht ein
echter Klassiker unter den Fortbildungsveranstaltungen
auf dem Programm - Schielleiten.TrainerfortbildungSport
Persönlichkeit im
rriereübergänge
Entw icklungschance
und Gefahren des ScUhr
2010, 9.30 – 16.30
ann Steinböck-Straße
BSFZ Südstadt, Joh
2344 Maria5des-SportorganisationÖsterreichischen Bun
Sportministeriums.
mit Unterstützung des(BSO)In den letzten Jahren wurde die einzige zweitägige
Fortbildungsveranstaltung im BSFZ Schloss Schielleiten
zum absoluten Teilnehmermagneten.
Die Möglichkeit, im BSFZ Schielleiten neben den klassischen
Vorträgen auch praktische Übungen und Methoden in
Ruhe anbieten zu können, macht diese Veranstaltung
immer zu etwas Besonderem. Im Fokus steht diesmal die
„Sporttechnik - Entwicklungen auf dem Materialsektor
und Auswirkungen auf den Athleten“.Den Abschluss des diesjährigen Fortbildungsjahres im
Bereich „Trainerwesen und Leistungssport“ bildet das
Trainerforum mit dem Thema „Änderungen im Schulsystem
und Auswirkungen auf den Leistungssport“. Ein sehr
heikles Thema, bei dem neben Vertretern aus dem Sport
Auch dieses Jahr hat die BSO in Kooperation auch die BM Darabos und Schied zu Wort kommen sollen.mit dem Sportministerium keine Kosten und
Mühen gescheut, um Trainern, Lehrwarten und
Instruktoren hervorragende Fortbildungen zu
bieten.Um weiterhin am Puls der Zeit zu bleiben und noch mehr
auf Ihre Bedürfnisse und Anforderungen im Bereich
Trainerfortbildung eingehen zu können, haben wir auf
unserer Website www.bso.or.at unter der Rubrik Aus- und
Fortbildung einen eigens dafür vorgesehenen Postkasten
Bereits am 20. März fand die erste von vier Fortbildungen eingerichtet. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!
statt. Zum Thema „Persönlichkeit im Sport - Entwicklungschancen, Karriereübergänge und Gefahren des Mit diesem Ausblick auf das Ausbildungsjahr 2010
Scheiterns“ referierten neben Experten aus Österreich wüschen wir Ihnen viel Vergnügen.
wie Dr. Thomas Wörz (betreute Marlies Schild während
ihrer Verletzungspause), Dr. Thomas Brandauer, und DDr.
Peter Geißler auch zwei internationale Experten in der
Geschäftskoordination:
Dr. Achim Conzelmann, Direktor des Instituts für
Sportwissenschaft in Bern, und Priv.-Doz. Dr.med. Ulrike
Korsten-Reck von der Universität Freiburg nahmen die
Die gesamten Unterlagen finden Sie auf unserer
Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Mag. Martin Domes
Tel.: +43/1/504 44 55-17
E-Mail: m.domes@bso.or.atBSO-Kommission31Jugend: Ehrenamt im Sport
Ehrenamt und Freiwilligenarbeit:
Heißt das Leistung zu erbringen, ohne dafür
entlohnt zu werden?
Rein finanziell betrachtet, ja. Manche meinen, von
einem Ehrenamt kann man nicht leben – man lebt
für ein Ehrenamt. In der Zeit, in der Freiwillige Arbeit
leisten, identifizieren sie sich sehr stark mit ihrem
Womöglich scheint für Außenstehenden diese Bindung
belastend zu sein, ganz im Gegensatz dazu wird die
freiwillige Arbeit für Beteiligte meist als bereichernd
empfunden. Von nahezu jeder ehrenamtlichen Tätigkeit
fließt auch immer etwas zu einem selbst zurück.
Zum einen sind das Erfahrungen, die jeder Beteiligte
durch seine Arbeit sammeln kann, zum anderen - und
das ist für viele die eigentliche Bereicherung - sind es
besondere Momente, die Ehrenamtliche entlohnen.
Diese persönlichen Highlights, sei es die Freude an der
Arbeit mit Kindern, das Glücksgefühl jemanden zu helfen,
oder der Stolz mitgestalten zu können, zeichnen die
Freiwilligenarbeit aus.
Der Einsatz von Ehrenamtlichen schafft einen enormen
Gewinn an Lebensqualität in unserer Gesellschaft und
sichert die Zukunft vieler Organisationen und auch
Sportvereine. Dem trägt auch die Europäische Union
Rechnung und hat daher das Jahr 2011 zum „European
Year of Volunteers“ ausgerufen.
Der BSO-Jugendausschuss hat sich mit dieser Thematik
bereits in den letzten Monaten beschäftigt und möchte
mit einem kurzen Motivationsvideo und einer Broschüre,
die im April erscheint, aufzeigen, wie junge Menschen
durch ihr Engagement im Sport in ihrer persönlichen
Seit März 2004 gibt es in der Österreichischen BundesSportorganisation eine gewählte Jugendvertretung - den
10-köpfigen BSO-Jugendausschuss.
Kommissionsvorsitzender:Mag. Helmut Baudis
Tel.: +43/1/505 73-50
Fax: +43/1/505 72-88
E-Mail: baudis@oelv.atDieser hat die Aufgabe, jugendrelevante Themen, die für
Dach- und Fachverbände, das heißt, für Leistungs- und
Breitensport von Interesse sind, aufzugreifen und diese
Zentrale Anliegen sind Projekte im Bereich der
„Allgemeinen Jugendarbeit“, internationale Aktivitäten,
die Aus- und Fortbildung junger Menschen, sowie die
organisierten Sports.
Diese thematische Arbeit schlug sich auch in verschiedenen
Publikationen nieder. Die Unterlagen zum Thema
„Diskriminierung im Sport“ waren so erfolgreich, dass sie
von der Deutschen Sportjugend übernommen wurden
und mittlerweile auch vom Europäischen Dachverband
auf Englisch herausgegeben wurden.
Die Publikationen „Sporternährung – leicht gemacht“ und
„Jugend, Sport & Alkohol“ stießen ebenfalls auf großes
Interesse im In- und Ausland.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201032BSO-Seitenblicke„Hello Vancouver“: Ein AbendIm Vorfeld der Olympischen
luden die Österreichische
B u n d e s - S p o r to rga n i s at i o n
(BSO) und das Österreichische
Olympische Comité (ÖOC)
am 27.01.2010 zu einem
gemütlichen österreichischen
Abend in den „Tirolergarten“
des Tiergartens Schönbrunn ein.
Unter dem Motto „Hello
Vancouver“ - Ein Abend des
österreichischen Sports, diente
die Veranstaltung als Kommunikationsplattform für namhafte
Gerade für Sportverbände, die
sonst medial weniger im Rampenlicht stehen, bot sich die
Gelegenheit, sich in angenehmer Atmosphäre mit den
jeweiligen Bereichen auszutauschen.
Nach der Begrüßung durch BSOPräsident Dr. Peter Wittmann,
ÖOC-Präsident Dr. Karl Stoss und
S. E. John Barett sorgte ein ausgiebiges Buffet für leibliches
Wohl. Für musikalische Unterhaltung sorgten das steirische
Trio „Buschenschankmusi Max
Lustig & Freunde“ sowie der
Country Sänger Hermann Posch.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010BSO-Seitenblicke33d des รถsterreichischen Sportsรsterreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/201034Servicepauschale reisekostenaufwandsentschädigungen
Mit der Neuregelung im § 3 Abs. 1 Z 16c EStG sowie im § 49
Abs. 2 Z 28 ASVG wurde die Rechtsgrundlage für gemeinnützige
Sportvereine geschaffen, wonach Kostenersätze (pauschale
Reisekostenaufwandsentschädigungen) für die mit der sportlichen Tätigkeit zusammenhängenden Aufwendungen von
Sportlern, Schiedsrichtern und Sportbetreuern (z. B. Trainer,
Masseure) bis zu einer Höhe von € 60,00 pro Tag bzw. maximal
€ 540,00 pro Kalendermonat der sportlichen Tätigkeit steuerund sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden können.
Mit den gesetzlichen Änderungen wurde eine Vereinheitlichung
von steuerrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften sowie die entsprechende Befreiung von der Kommunalsteuer und dem Dienstgeberbeitrag zum Familienausgleichsfonds erreicht. Die Befreiung von der Sozialversicherung
gilt jedoch nur für nebenberuflich tätige Sportler bzw. Sportbetreuer.
Bei der Steuerbefreiung handelt es sich um einen Freibetrag,
sodass bei Auszahlung höherer Beträge nur der übersteigende
Betrag steuerpflichtig ist. Seit Inkrafttreten der steuerrechtlichen Bestimmungen mit 01.01.2009 wurden auch in den
Lohnsteuerrichtlinien 2002 idF Wartungserlass 2009, Vereinsrichtlinien 2001 idF Wartungserlass 2009 Ergänzungen bzw.
Klarstellungen vorgenommen.die Begünstigung den Begünstigungen der Vereinsrichtlinien
Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit (Dienstverhältnis)
steht die Steuerfreiheit nur dann zu, wenn daneben keine
weiteren Reisevergütungen, Tages- oder Nächtigungsgelder
oder Reiseaufwandsentschädigungen ausbezahlt werden. Es
ist zulässig, dass der Dienstgeber die Kosten für Bahn-, Busund Flugtickets trägt, es dürfen jedoch keine Kilometergelder
Die pauschalen Reiseaufwandsentschädigungen können unabhängig vom tatsächlichen Vorliegen einer Reise iS des § 26 Z 4
EStG bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen nach § 3 Abs. 1
Z 16c EStG gewährt werden.
AufzeichnungspflichtenDie folgenden Hinweise sollen für die Umsetzung in der Praxis
dienen.Um nachzuweisen, dass lediglich für Einsatztage pauschale
Reiseaufwandsentschädigungen ausbezahlt wurden, müssen
die Einsatztage vom Arbeitgeber (Verein) pro Arbeitnehmer
aufgezeichnet werden. Als Einsatztag gilt der Tag, an dem ein
Training oder Wettkampf stattfindet. Da die Steuerfreiheit
unabhängig von der Einkunftsart zusteht, sind diese Aufzeichnungen auch dann zu führen, wenn kein Dienstverhältnis
vorliegt.Steuerrechtliche Bestimmungen gemäß
§ 3 Abs. 1 Z 16c EStGÜbersteigen die pauschalen Reiseaufwandsentschädigungen
€ 60,00 pro Einsatztag bzw. € 540,00 pro Kalendermonat, sind
nur die übersteigenden Beträge zu versteuern.Für wen gelten die neuen Regelungen?
Für die Auszahlung durch gemeinnützige Vereine (begünstigte
Rechtsträger iS der §§ 34 ff BAO) deren satzungsgemäßer Zweck
die Ausübung oder Förderung des Körpersports ist, an Sportler,
Schiedsrichter und Sportbetreuer (z. B. Trainer, Masseure,
Zeugwart), in Höhe von € 60,00 pro Einsatztag, höchstens aber
€ 540,00 pro Kalendermonat der Tätigkeit, darüber hinausgehende Beträge sind zu versteuern.
Unabhängig von der Einkunftsart, stehen die Freibeträge
für Einkünfte aus selbständiger Arbeit gemäß § 22 EStG,
für Einkünfte aus Gewerbebetrieb gemäß § 23 EStG, für
nichtselbständige Einkünfte gemäß § 25 EStG und sonstige
Einkünfte gemäß § 29 EStG zu.Werden die Entschädigungen nur in einzelnen Monaten
ausbezahlt, gilt trotzdem die Obergrenze von € 60,00 pro
Einsatztag bzw. € 540,00 pro Kalendermonat. Nicht verbrauchte
Beträge können nicht in andere Zeiträume verlagert werden. Der
begünstigte Personenkreis hat jedoch die Wahl, den pauschalen
Freibetrag oder die Absetzbarkeit der tatsächlichen Reisekosten
nach § 16 Abs. 1 Z 9 EStG in einem Monat geltend zu machen.
Ein Wechsel innerhalb eines Monats ist jedoch nicht zulässig.
Die pauschalen Reiseaufwandsentschädigungen können auch
nur anlassbezogen und zeitweise ausbezahlt werden (z. B. wenn
eine Mannschaft einen Sieg errungen hat).Nicht zum begünstigten Personenkreis zählen Funktionäre.
Für diese gelten weiterhin die Vereinsrichtlinien 2001 idF
Wartungserlass 2009. Ebenso steht der Steuerfreibetrag nicht
für den Platzwart sowie für Begleitpersonen und Eltern zu.
Ist eine begünstigte Person gleichzeitig Funktionär und werden
dieser Person im gleichen Monat steuerfreie, pauschale
Reiseaufwandsentschädigungen iS des § 3 Abs. 1 Z 16c EStG (als
Sportler, Schiedsrichter und Sportbetreuer) ausbezahlt, so geht
Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Hermann Gugler
Geschäftsführer der Hermann
Gugler Steuerberatung GmbH
1030 WienService 35
Es ist nicht erforderlich, dass die pauschalen Reiseaufwandsentschädigungen seitens des Vereins immer gewährt werden,
wenn Aufwendungen für den Sportler vorliegen.Die Tätigkeit als Student (bei ordentlichem Studienfortgang)
oder Hausfrau/Hausmann (gilt nicht bei Singlehaushalt), gilt als
Hauptberuf.Bei mehreren Dienstverhältnissen können die pauschalen
Aufwandsentschädigungen von jedem Arbeitgeber im Rahmen
des Lohnsteuerabzuges bis zur Obergrenze steuerfrei belassen
werden. Im Wege der Arbeitnehmerveranlagung erfolgt die Zurückführung auf das einfache (maximale) Ausmaß.Pensionisten und Arbeitslosengeldbezieher bzw. Notstandshilfebezieher gelten nicht als Hauptberuf und es kann daher keine
versicherungsfreie pauschale Reiseaufwandsentschädigung berücksichtigt werden.Erklärt der Arbeitnehmer schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber
(Verein), dass er nur bei diesem Arbeitgeber pauschale Reiseaufwandsentschädigungen bezieht und zahlt der Arbeitgeber
keine anderen Entgelte an den Arbeitnehmer aus, hat der
Arbeitgeber für diesen Arbeitnehmer kein Lohnkonto zu führen
und es ist auch keine Übermittlung eines L16 (Lohnzettel) an
das Finanzamt erforderlich.
Die gleiche Regelung gilt, wenn nur Kostenersätze gemäß
§ 26 Z 4 EStG ausbezahlt werden. Die Auszahlung der Reiseaufwandsentschädigungen bzw. der Reisekostenersätze muss
jedoch aus anderen Aufzeichnungen hervorgehen.
Sind tatsächlich höhere Reisekosten angefallen, kann der übersteigende Betrag als Werbungskosten im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung geltend gemacht werden, insoweit steuerpflichtige Einnahmen vorliegen (und nicht nur steuerfreie
pauschale Aufwandsentschädigungen).
Für die steuerfreie pauschale Reiseaufwandsentschädigung
sind kein Dienstgeberbeitrag und keine Kommunalsteuer
Die Bestimmung des § 3 Abs. 1 Z 16c EStG trat rückwirkend
mit 01.01.2009 in Kraft. Es bestehen keine Bedenken, wenn
vor der Veröffentlichung des Gesetzes im Juni 2009 die
Vereinsrichtlinien angewendet wurden.Sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen
gemäß § 49 Abs. 3 Z 28 ASVG
Die folgenden Bestimmungen gelten ausschließlich bei
Vorliegen eines echten oder freien Dienstverhältnisses. Neben
den Bestimmungen nach § 3 Abs. 1 Z 16a EStG, wie:
-	die Höhe der bezahlten steuerfreien pauschalen Reiseaufwandsentschädigung (€ 60,00 pro Einsatztag, höchstens
€ 540,00 pro Kalendermonat),
-	die Auszahlung durch gemeinnützige Vereine,
-	der begünstigte Personenkreis der Zahlungsempfänger
Weiters ist nach § 49 Abs. 3 Z 28 ASVG zu beachten
Bei der Tätigkeit von begünstigten Personen muss es sich um
eine nebenberufliche Tätigkeit handeln. Dies ist der Fall, wenn
im Hauptberuf der Zeitaufwand überwiegt.
Sollte die Vereinstätigkeit mehr Zeitaufwand erfordern, aber
im Hauptberuf das Einkommen höher sein, dann ist die Vereinstätigkeit trotz überwiegendem Zeitaufwand eine nebenberufliche Tätigkeit.Die Neuregelung nach ASVG ist mit 01.08.2009 in Kraft getreten,
gleichzeitig wurde die bisherige Ausnahmebestimmung über
beitragsfreie pauschalierte Aufwandsentschädigungen (Verordnung) aus 2002/409 mit 31.07.2009 aufgehoben.
Bei Beiträgen über € 540,00 pro Kalendermonat ist der Dienstnehmer bei der zuständigen Gebietskrankenkasse anzumelden.
Ist bei Aufnahme der Tätigkeit absehbar, dass die Höchstgrenzen
überschritten werden, ist die Anmeldung bereits im Vorhinein
Wird ein Überschreiten der Höchstgrenzen erst im Zuge
der Tätigkeit erkennbar, hat die Anmeldung unverzüglich zu
Durch die Neuregelung wurde zum Teil eine klarere Rechtsgrundlage für gemeinnützige Sportvereine geschaffen. Zunächst
ist zu klären, ob überhaupt eine Einkunftsquelle vorliegt. Danach
ist festzustellen, unter welche Einkunftsart nach den EStG die
Einkünfte fallen.
Bei Vorliegen eines Dienstverhältnisses sind die verantwortlichen
Vereinsorgane verpflichtet, die sozialversicherungsrechtlichen
und steuerrechtlichen Bestimmungen einzuhalten.
Insbesonders ist darauf zu achten, dass bei Vorliegen eines
Dienstverhältnisses die Anmeldung termingerecht erfolgt und
die entsprechenden Aufzeichnungen geführt werden. Für die
Beurteilung, ob die pauschalen Reiseaufwandsentschädigungen
nach § 49 Abs. 3 Z 24 ASVG nicht zum Entgelt gehören, haben die
Vereinsorgane u. a. festzustellen, ob es sich um den Hauptberuf
und um die Haupteinnahmequelle handelt. Bei Studenten ist
der ordentliche Studienfortgang festzustellen.
Zur Unterstützung der großteils ehrenamtlichen Funktionäre
erscheint es wünschenswert, dass sowohl das Bundesministerium für Finanzen als auch der Hauptverband der Sozialversicherungsträger erforderliche Klarstellungen möglichst
rasch veröffentlicht und Unklarheiten nicht erst im Zuge von
Prüfungen und Rechtsmittelverfahren geklärt werden müssen.Auf der Website der BSO
„Service / Kontrolle“ Formulare und nähere
Erläuterungen mit Beispielen zur
pauschalen Reiseaufwandsentschädigung.Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010Österreich Sport - MAGAZIN DER BSO - NR. 1/2010All pages:3457910111213141516171819202122232425262728293031323435InfoRead laterLikeShareDownloadMoreÖ-Sport 01/2010 Published on Jan 22, 2014 bundes-sportorganisationFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 3
 § 49
 § 26
 § 3

§ 3
 § 22
 § 23
 § 25
 § 29
 § 16
 § 3

§ 26
 § 3
 § 49
 § 3
 § 49
 § 49