Source: http://www.schweizer.eu/bibliothek/neu/index.html?datum=2016-05
Timestamp: 2017-10-24 09:33:22+00:00

Document:
im Zeitraum: 2016-05
Verlorener Kampf um einen halben Fall bei einer Fachanwaltszulassung
Worauf sich die Rechtsanwälte einstellen müssen: In seiner gestern bekannt gemachten Entscheidung AnwZ (Brfg) 3/16 vom 27. April 2016 hat der Anwaltssenat des BGH zum Nachweis der praktischen Erfahrungen unerbittlich geurteilt. Im Einzelnen:
Der Erwerb besonderer praktischer Erfahrungen im Bank- und Kapitalmarktrecht setzt nach § 5 Abs. 1 Buchst. s FAO voraus, dass der Antragsteller innerhalb der letzten 3 Jahre vor der Antragstellung im Fachgebiet als Rechtsanwalt persönlich und weisungsfrei 60 Fälle, davon mindestens 30 rechtsförmliche Verfahren, bearbeitet hat. Der Anwaltsgerichtshof hat jedoch nur eine Fallzahl von 55,5 festgestellt und dabei strenge Maßstäbe angelegt. Nämlich:
Nach der ständigen Senatsrechtsprechung zählt ein Fall nur einfach, auch wenn sich das Mandat auf mehrere gerichtliche Instanzen erstreckt. Unter Umständen dürfen solche Verfahren höher als mit 1 gewichtet, der Fallbegriff darf jedoch nicht erweitert werden. Das heißt: Auch bei mehreren Instanzen bleibt es doch immer nur ein Fall - und sei er noch so komplex und bedeutend.
Die Fachanwaltsordnung bestimmt in § 5:
(1) Der Erwerb besonderer praktischer Erfahrungen setzt voraus, dass der Antragsteller innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung im Fachgebiet als Rechtsanwalt persönlich und weisungsfrei bearbeitet hat: ...
s) Bank- und Kapitalmarktrecht: 60 Fälle, davon mindestens 30 rechtsförmliche Ver-fahren. Die Fälle müssen sich auf mindestens drei verschiedene Bereiche des in § 14l Nr. 1 bis 9 beziehen, dabei auf jeden dieser drei Bereiche mindestens 5 Fälle.
Der Bundesgerichtshof in Anwaltssachen ist die höchste Instanz der anwaltlichen Gerichtsbarkeit. Rechtsgrundlage sind die §§ 106–112 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO). Neben dem Präsidenten des BGH oder seinem Vertreter qua Amt sind zwei Mitglieder des BGH sowie zwei Rechtsanwälte Mitglieder des Senats.
Eine für Medien- und Wirtschaftsanwälte allgemein interessierende Entscheidung mit Seltenheitswert
Eine einmal eingereichte Schutzschrift darf nicht zurück gezogen werden, hat das Schweizerische Bundespatentgericht am 8. März entschieden, Az. D2015 035. Die Entscheidung wurde soeben in den INGRES-News bekannt gegeben. Das Gericht wörtlich:
Würde man es zulassen, dass der Hinterleger seine Schutzschrift einreicht, auf dass sie das Gericht zur Kenntnis nimmt – wenigstens kursorisch muss das Gericht vom Inhalt der Schutzschrift Kenntnis nehmen, um die Voraussetzungen der Entgegennahme zu prüfen –, um sie dann zurückzuziehen, so würde dem Hinterleger die Möglichkeit eröffnet, der Gegenseite das Einsichtsrecht, welches das Gesetz ihr im Falle des Beantragens einer superprovisorischen Maßnahme ausdrücklich einräumt (ZPO 270 II), zu nehmen. Dafür ist kein Raum. Ein Rückzug der Schutzschrift zur Vermeidung der Zustellung an die Gegenseite ist deshalb nicht möglich. Dasselbe gilt für einen Rückzug der Schutzschrift zur Vermeidung der Beachtung der Schutzschrift durch das Gericht. Die Schutzschrift findet von Gesetzes wegen während sechs Monaten Beachtung (ZPO 270 III). Diese Frist kann der Hinterleger nicht abkürzen. Der Rückzug einer Schutzschrift ist deshalb unter keinem Titel möglich.
Anmerkung: INGRES = (Schweizerisches) Institut für gewerblichen Rechtsschutz.
Sprüche des Kommentators Marcel Reif: gestern bei seiner letzten Reportage auf Sky
Wir haben früher schon an dieser Stelle dreimal am Wochenende Sprüche des bewunderten und verhassten Kommentators zitiert. Gestern beim Champions League-Endspiel hat Reif auch mit Sprüchen wieder nicht enttäuscht. So ist heute bei FOCUS ONLINE und auf anderen Plattformen zu lesen:
„Als Ronaldo einen Pass mit der Hacke spielte, meinte Reif kühl: Es ist ja Wochenende und da schauen Kinder zu. Also, liebe Kinderchen, merkt euch das bitte: Man kann solche Bälle auch ganz normal mit der Innenseite spielen.”
Und über den nach seinem Siegelfmeter figurbewusst, halbnackt jubelnden Cristiano Ronaldo meinte er: „Das ist doch prima, wenig Zucker, wenig Kohlehydrate und dann geht so was schon.”
Anmerkung: Umgangssprachlich gefragt - Wen bevorzugen Sie: einen gestandenen Bayer mit einem echten Astralkörper oder Ronaldo?
Das ist doch nicht die Ethik der Rechtsanwälte?
Eine Hausfrau, ein Buchhalter und ein Anwalt werden gefragt, wieviel 2+2 ist. Die Hausfrau antwortet "Vier!". Der Buchhalter sagt: "Ich denke, entweder 3 oder 4. Lass' mich noch mal mit dem Taschenrechner nachrechnen!" Der Anwalt fragt als erstes: "Wieviel wollen Sie, dass es ist?"
Quelle: Prof. Löffler, Juristenwitze
Erstes deutsches Medienschiedsgericht
Im Medienrecht-Newsletter des Instituts für Urheber- und Medienrecht wird unter der Überschrift „Erstes Deutsches Medienschiedsgericht” wörtlich berichtet:
In Leipzig soll das erste deutsche Schiedsgericht für Streitfälle in Medienfragen entstehen und ab 1. September seine Arbeit aufnehmen. Dies teilte der Staatsminister und Leiter der Sächsischen Staatskanzlei Fritz Jaeckel beim »Medientreffpunkt Mitteldeutschland« in Leipzig mit. Experten aus dem gesamten Bundesgebiet haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, als Richter mitzuwirken, heißt es. Einzelheiten sind aber noch nicht bekannt.
Das Schiedsgericht soll Streitfälle deutlich »schneller und einfacher« lösen im Vergleich zum bisherigen verwaltungs- oder zivilgerichtlichen Rechtsweg. »Zum raschen Wandel der Medien in einem globalen Wettbewerbsumfeld passt es nicht, wenn Medienunternehmen in Deutschland über Monate hinweg mit der Klärung von juristischen Konflikten beschäftigt sind. Von der Alternative Medienschiedsgericht wird deshalb die ganze Branche profitieren«, so Jaeckel.
Fronleichnam, ein katholisches Hochfest - Gesetzlicher Feiertag an unserem Standort München
Fronleichnam leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort "vronlichnam" ab und bedeutet Fron (= Herrn) Leichnam, also „Leib des Herrn".
Das Fronleichnamsfest geht auf eine Vision der Nonne Juliane von Lüttich zurück:
Im Jahr 1209 hatte sie den Mond mit einem dunklen Fleck gesehen. Christus habe ihr erklärt, dass der Mond das Kirchenjahr bedeute, der dunkle Fleck das Fehlen eines Festes des Altarssakraments.
Im Fokus steht die Eucharistie, die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi.
Vor allem in ländlichen Gegenden, aber auch in Städten wie München ist Fronleichnam immer noch ein gesellschaftliches Ereignis. Die Häuser entlang der Prozessionswege sind oft in ländlichen Gemeinden mit Fahnen, Girlanden und bunten Blumen geschmückt, meistens sind sind in den Straßen Altäre aufgebaut und aufwändig mit Blumenteppichen verziert. In München führt die Prozession durch die Innenstadt. An dem festlichen Zug nehmen traditionell Vertreter von Staat und Stadt, Studentenverbindungen und Ordensritter teil. Nach alter Tradition werden bei den Prozessionen Fahnen, Standarten, Bilder, Figuren und Leuchter mitgetragen.
Seit der Reformation gibt es Konflikte um das Fronleichnamsfest. Ausgehend von Luther. Er bezeichnete es 1527 als das „schädlichste aller Feste“ und betrachtete die Prozessionen als unbiblisch und als Gotteslästerung. Die katholische Kirche reagierte auf dem von 1545-1563 tagenden Konzil von Trient, indem es das Fronleichnamsfest zu einer gegenreformatorischer Machtdemonstration bestimmte. Heute ist dieser Konflikt der Ökumene entsprechend - also der Bewegung, die das Gemeinsame der evangelischen und katholischen Kirchen betont - abgeflacht.
Zusammenleben ohne Trauschein? Das müssen Sie beachten.
So betitelt die Ausgabe 22/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.
Ehefrau nicht weglaufen lassen, wenn sie den einzigen Briefkastenschlüssel bei sich trägt. Wer eine Frist versäumt, trägt die Nachteile.
Das Oberlandesgericht Hamm hat am 3. Mai unter dem Az.: 4 Ws 103/16 entschieden und nun bekannt gemacht:
Es ist zwar glaubhaft, dass die Ehefrau im Besitz des einzigen Briefkastenschlüssels war und diesen nach einer Auseinandersetzung mitgenommen hat. Der Ehemann hatte deshalb für circa elf Tage keinen Zugang zum Inhalt des Briefkastens.
Derjenige, der den Zugang zu seinem Briefkasten unverschuldet verliert, muss sich bemühen, umgehend an den Inhalt seines Briefkastens zu gelangen. Unterlässt er dies, handelt er jedenfalls hinsichtlich einer versäumten Frist schuldhaft.
Jetzt muss oder kann oder darf sich die Ehefrau mit ihrem Mann auf zwei Freiheitsstrafen für den Ehemann von insgesamt zwei Jahren und vier Monaten ohne Bewährung einstellen.
Wer das nationale Verfahrensrecht nicht einhielt, kann den Mangel nicht europäisch heilen lassen - auch wenn um die interessante Frage gestritten wurde, ob eine Rechtsanwältin im Gerichtssaal mit einem Kopftuch auftreten darf.
Der Anwaltverein Brüssel hat sofort nach der Entscheidungsverkündung gemeldet:
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat am 19. Mai 2016 eine Beschwerde abgewiesen; Sache Barik Edidi ./. Spanien ,Nr.21780/13. Beschwerdeführerin in diesem Verfahren war eine spanische Anwältin. Sie war während einer Gerichtsverhandlung im Oktober 2009 von einem Richter aufgefordert worden, den für die Parteien vorgesehenen Bereich zu verlassen und sich stattdessen in den Publikumsraum zu setzen. Grund dafür war, dass die Anwältin neben der vorgeschriebenen Anwaltsrobe ein Kopftuch trug und eine Kopfbedeckung nach Auffassung des Richters nicht als Anwaltskleidung zulässig war. Der EGMR hat nun entschieden, dass die Beschwerde, soweit sie sich auf Artikel 6 EMRK (Recht auf ein faires Verfahren) stützte, unbegründet sei, da sich die Beschwerdeführerin erst fünf Tage nach Fristablauf an die Audiencia Nacional (nationaler Staatsgerichtshof) gewandt habe. Damit habe ihr eigenes Verhalten dazu geführt, dass das nationale Gericht sich nicht mit dem Sachverhalt habe beschäftigen können. Das Gericht habe das nationale Recht hier auch nicht unverhältnismäßig oder willkürlich angewandt.
Darüber hinaus hat der EGMR entschieden:
Bezüglich der Geltendmachung einer Verletzung von Artikel 8 und 9 EMRK (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens und Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit) sei die Beschwerde zurückzuweisen, da die innerstaatlichen Rechtsbehelfe nicht ausgeschöpft worden seien, denn die Beschwerdeführerin habe sich nicht an die nationalen Regelungen zum Einlegen eines Rechtsbehelfs gehalten.
Die Golf-Clubs sind nun in voller Aktion, und damit beginnen auch die unzähligen Golf-Geschichten am 19. Loch, also im Club-Lokal.
Der erste Flight: Gott und Jesus. Gott überlässt Jesus - wie die Golfer sagen - „die Ehre”. Gleich wird klar, warum. Jesus schlägt also ab, der Ball liegt - ein Traum - 15 cm neben dem Loch. Gott schwingt den Schläger, der Ball landet im Gebüsch, dort schnappt sich eine Maus den Ball und rennt los. Ein Habicht fängt die Maus, er wird von einem Blitz getroffen und lässt die Maus kurz neben das Loch fallen, der Ball kullert aus dem Maul der Maus in das Loch. Jesus verärgert: "Wollen wir jetzt rumblödeln oder Golf spielen?"
Achten Sie auf jedes Wort der Teilungserklärung einer Wohnungs-Eigentümergemeinschaft: kein Swimmingpool.
Das Amtsgericht München hat einem Eigentümer trotz eines ausschließlichen Sondernutzungsrechts an der Gartenoberfläche und der Gartenterrasse keinen Swimmingpool erlaubt. Das Urteil wurde am 13.5.2016 mitgeteilt, aber schon am 18.8.2015 verkündet (Az.: 484 C 5329/15 WEG). Es ist bereits rechtskräftig.
Der Richter stellte auf den Wortlaut der Teilungserklärung ab, nach dem das ausschließliche Sondernutzungsrecht „an der Gartenoberfläche und Gartenterrasse” besteht. Bei wörtlicher Auslegung bedeute dies, dass nur ein Sondernutzungsrecht an der Gartenoberfläche bestehe und nicht an dem darunterliegenden Erdreich.
Hätte die Teilungserklärung überhaupt nichts bestimmt, hätte der Richter wohl genauso geurteilt. Er hat nämlich in der Urteilsbegründung u.a. noch hinzu gefügt:
Diese Auslegung erscheine auch nicht erklärungsbedürftig oder überraschend, da andere Eigentümer durch eine intensivere Nutzung stärker beeinträchtigt werden würden.
Würde die Teilungserklärung ausdrücklich einen Pool zulassen, würde das Gericht wohl anders entscheiden, also einen Pool zulassen. Sicher ist das jedoch nicht, weil der eine oder andere Richter annehmen kann, eine solche Regelung sei überraschend und deshalb rechtswidrig.
Diese Versicherungen sind wirklich wichtig…
So betitelt die Ausgabe 21/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.
Heute um 18:00 Uhr Mein schöner Garten Live Video-Chat zum Thema: „Nutzung von privaten Flugdrohnen”. Es referiert Rechtsanwältin Andrea Schweizer.
Selbst wer nur leichtfertig den Markt manipuliert oder Insiderhandel betreibt, wird nach einem vom Bundestag beschlossenen Gesetz hart bestraft
Nämlich mit Geldbußen bis zu 5 Millionen Euro. Bisher: eine Million.
Besonders schwere Fälle vorsätzlicher Marktmanipulationen gelten künftig als Verbrechen und werden mit Freiheitsstrafen zwischen einem und 10 Jahren bestraft. Sind die Verstöße einem Unternehmen zuzurechnen, knüpft das ihnen drohende Bußgeld an den Konzernumsatz des Geschäftsjahres an.
Die Bedeutung von Pfingsten: Die Geburtsstunde der Kirche
Die Geistsendung an Pfingsten war, wie es im Neuen Testament nachzulesen ist, der Ursprung für das missionarische Wirken der Jünger Jesu. Theologen sehen daher in der Geistsendung an Pfingsten die Geburtsstunde der Kirche.
Im Neuen Testament wird berichtet:
Fünfzig Tage nach Ostern trafen sich die Jünger von Jesus in Jerusalem. Die Menschen in der Stadt feierten ein großes Fest. Doch die Jünger machten nicht mit. Sie fürchteten sich vor den Männern, die Jesus - Gottes Sohn - gefangen genommen und getötet hatten. Doch dann geschah etwas ganz Wunderbares: Der Heilige Geist kam zu ihnen. Die Jünger spürten die göttliche Kraft. Sie wurden mutig und gingen auf die Straßen. Sie berichteten von Jesus und seinen Taten - in vielen verschiedenen Sprachen! Sie schafften es, dass immer mehr Menschen zu Jesus gehören wollten. Die Leute ließen sich taufen.
Pfingsten ist neben Weihnachten und Ostern das dritte große Fest im Kirchenjahr.
Quellen: zahlreiche Beiträge im christlichen und weltlichen Schrifttum.
„Pfingsten das liebliche Fest” - Auf wen oder was geht dieser Ausdruck zurück?
Auf Johann Wolfgang von Goethe, Reineke Fuchs - Erster Gesang
Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen!
Anmerkung: Pfingsten wird seit jeher mit dem Frühlingserwachen verbunden. Im Laufe der Zeit haben sich Bräuche zu Pfingsten entwickelt. Kirchliche und weltliche Pfingstbräuche gehen ineinander über. So wenn Birken-Zweige an Häusern oder Birkenzweige an Brunnen angebracht werden. Geprägt sind Bräuche zu Pfingsten stärker weltlich. Wie etwa Kirmes-Veranstaltungen. Geschichtlich sind vor allem bretonische Sagen, französische und deutsche Ritterromane bekannt. Am bekanntesten sind die glanzvollen Pfingstfeste des sagenumwobenen Königs Artus (5./6. Jahrhundert).
Düsseldorfer Silvesternacht: Gefängnis ohne Bewährung für Grapscher mit mehreren weiteren Straftaten
Verurteilt hat das Amtsgericht Düsseldorf vorgestern, also am 11. Mai 2016 wegen gefährlicher Körperverletzung und tätlicher Beleidigung.
Allein für die Belästigung einer 18-jährigen Frau in der Düsseldorfer Altstadt erhielt er neun Monate Haft. Die Frau sagte aus, sie sei von einer Gruppe von 15 bis 20 südländisch aussehenden Männern umzingelt und von unzähligen Händen an Brüsten, Po und im Genitalbereich berührt worden. Etwa drei Minuten habe dies gedauert. Der 33-jährige Verurteilte war früher schon wegen Diebstahls mehrfach vorbestraft worden, und er wurde nun auch noch neben der Grapscherei wegen zwei weiterer Gewalttaten für schuldig erklärt.
Der Täter hatte sich von "Spiegel TV" zu Diebstählen und Diebesbanden interviewen lassen. Bei der Ausstrahlung des Beitrags hatte ihn das Opfer wiedererkannt.
Gewinnen Sie einen Einblick in die Schwierigkeiten des Strafrechts und die Compliance-Risiken eines Finanzministers mit Aufsichtsratssitz und überhaupt von Mitarbeitern in der Wirtschaft. Guter Wille kann viel Zeit kosten und schwer bestraft werden.
Es kann nützlich sein, in das gestern vom Bundesgerichtshof auf seiner Homepage bekannt gegebene Nürburgring-Urteil Az.: 3 StR 17/15 einen Blick zu werfen. Vor allem lohnt sich ein Blick für Sie, wenn Sie vielleicht Vorurteile gegen die Schwierigkeiten von Strafverfahren und die Compliance-Risiken derer hegen, die in der Wirtschaft arbeiten. Die Leitsätze lesen sich ja noch recht gefällig. So etwa der 1. Leitsatz:
1. „Ein Mitglied des Aufsichtsrats einer GmbH trifft die Pflicht im Sinne des Un-treuetatbestands, das Vermögen der Gesellschaft zu betreuen. Es verletzt diese Pflicht u.a. dann, wenn es mit einem leitenden Angestellten der Gesellschaft bei einem das Gesellschaftsvermögen schädigenden, die Grenzen der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit überschreitenden Fehlverhalten zusammenwirkt.”
Aber wer die Urteilsbegründung durchliest, wird umdenken müssen, falls er bislang annahm, beim Strafrecht handele man eben nacheinander ein paar Gesetzesmerkmale logisch ab, und wer sich in der Wirtschaft für eine wichtige Angelegenheit redlich einsetze, brauche für sich nur noch eine gute Versicherung sowie eine Spitzenvergütung auszuhandeln. Hochachtung für die Richter, die guten Wirtschaftsanwälte und diejenigen, die bereit sind, in der Wirtschaft Verantwortung zu übernehmen.
Knöllchen im Urlaub? Das geht richtig ins Geld.
So betitelt die Ausgabe 20/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.
Ein zeitaufwändiger Sieg. Richterliches Vergessen. Hatte der Einzelrichter der Berufungsinstanz wegen einer Nebenerwerbsquelle keine Zeit gefunden?
Ein reiner Zufall: Vergangenen Samstag hatten wir an dieser Stelle unter „Humor” eine Anekdote zum Vergessen erzählt („Golf spielen im Alter”). Vgl. unten den Eintrag am 7. Mai. Gestern hat der Bundesgerichtshof unter dem Az.: II ZR 261/15 einer Revision statt gegeben, weil ein Einzelrichter sich eventuell nicht mehr richtig an seine Verhandlung erinnert. Ehe der OLG-Richter sein Urteil verkündete, hatte er schon zweimal die Verkündung der Entscheidung verschoben und dann das Urteil nicht begründet. Der BGH folgt in dem Urteil seiner ständigen Rechtsprechung zum Versäumen der Fünfmonatsfrist.
Wörtlich legt der BGH dar:
„Tragender Gesichtspunkt für diesen übergreifenden verfahrensrechtlichen Grundsatz ist die Einsicht, dass das richterliche Erinnerungsvermögen abnimmt und nach Ablauf von mehr als fünf Monaten nicht mehr gewährleistet ist, dass der Eindruck von der mündlichen Verhandlung noch zuverlässigen Niederschlag in den so viel später abgefassten Gründen der Entscheidung findet. Es geht mithin um die Vermeidung von Fehlerinnerungen und damit um Gründe der Rechtssicherheit.”
Im BGH-Fall lag fünf Monate nach der Verkündung noch immer kein unterschriebenes, mit Gründen versehenes Berufungsurteil des OLG Frankfurt in Kassel vor. Der BGH entschied deshalb:
„Das Berufungsgericht wird nochmals in der Sache zu verhandeln und zu entscheiden haben.”
Also, nochmals Zeitaufwand, in der Überlastungs-Statistik des Gerichts wohl ein weiterer Fall, nochmals verhandeln, nochmals urteilen und endlich das Urteil begründen, dann, wenn wieder gleich entschieden wird, voraussichtlich erneut Revision.
Das Landgericht Kassel hatte zur Auseinandersetzung einer Gemeinschaftspraxis einer Partei immerhin 178.000 Euro zugesprochen. Ein Trost für die Rechtsuchenden:
Nach § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG werden Gerichtskosten für das Revisionsverfahren nicht erhoben.
Der Gleichbehandlungsgrundsatz im Markenrecht
Das Schweizerische Bundesverwaltungsgericht, BVGer, hat am 1.2.2016 (B-6068/2014) auch für das deutsche Recht hoch interessant dargelegt:
Die Wortmarke "Goldbären" ist für "confiserie, à savoir bon-bons gélifiés" (Klasse 30)
zwar nicht unterscheidungskräftig, aber angesichts einer jahrelangen, konstanten IGE-Eintragungspraxis gestützt auf den Gleichbehandlungsgrundsatz trotzdem als Marke zuzulassen.
Von der Markenhinterlegerin vorgebrachte Beispiele belegen eine konstante, seit den Achtzigerjahren bestehende und trotz angepasster Richtlinien weitergeführte Praxis des IGE, Wortkombinationen der Elemente GOLD mit einer auf eine übliche Form der beanspruchten Waren hinweisenden Tier- oder Sachbezeichnung als Marke für Süsswaren der Klasse 30 einzutragen.
IGE = Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum. Es ist das Zentrum der Schweizerischen Eidgenossenschaft für alle Fragen zu Patenten, Marken, Herkunftsbezeichnungen, Designschutz und Urheberrecht.
Am Montag, 8. Januar 2007, haben wir an dieser Stelle aus einem von uns geführten Verfahren berichtet:
Warum sich Frankreichs Intellektuelle nicht für Flüchtlinge einsetzen
Der französische Schriftsteller Pascal Bruckner begründet diese Einstellung so:
"Noch im Jahr 1979, als Sartre und Aron ihren berühmten Flüchtlingsaufruf zeichneten, begründete die islamische Revolution in Teheran eine historische Zäsur. Später folgte der 11. September, der Terrorismus kam hinzu. Aus alldem leitet sich heute das Gefühl ab, dass wir Europäer nicht für den Krieg in Syrien verantwortlich sind."
Quelle: zitiert in European Circle Newsletter
Golf spielen im Alter
Georg ist 63 Jahre alt, spielt aber noch jede Woche Golf, und zeichnet sich in der 1. Seniorenmannschaft seines Eliteclubs aus. Nach einer Runde sagt er zu seiner Frau: „Heute lief es wieder prima, nur meine Augen machen mir zu schaffen, viele Bälle finde ich nicht." "Spiel doch mit meinem Bruder als Caddy, der ist zwar schon 84 Jahre alt, hat aber Augen wie ein Falke". Am nächsten Tag stehen Georg und Peter am ersten Abschlag. Als hätte es seine liebe Frau gewusst: Georg schlägt einen 230 Meter Drive, den weitesten seit Jahren, jedoch in schon etwas höher gewachsenes Gras. "Hast du ihn gesehen?" fragt Georg im Golferglück. "Natürlich!" antwortet Peter. Die beiden gehen bis zu jener Stelle, wo der Ball gelandet sein sollte, finden ihn aber nicht. Da sagt Georg: "Ich dachte, du hast gesehen, wo er gelandet ist?" "Natürlich" sagt Peter, "Genau habe ihn gesehen, aber ich hab' es vergessen!"
Quelle: in Anlehnung an www.golfsatire.de
Apostelgeschichte des Lukas:
9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. 10 Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen 11 und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
1. Theologisches Verständnis
Himmelfahrt wird in der Theologie nicht mehr als Reise verstanden. Der Himmel ist nach der heutigen Theologie kein geografischer Ort, sondern der Herrschaftsbereich Gottes. Wenn es im Glaubensbekenntnis heißt: "...aufgefahren in den Himmel", bedeutet dies nach christlichem Verständnis, dass der auferstandene Christus bei Gott ist.
Der zentrale Glaubenssatz der christlichen Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen) ist: Das Reich Gottes hat mit der Menschwerdung Jesu Christi und der Auferstehung begonnen, wie sie in Lukas 24,50-53 und der von Lukas verfassten Apostelgeschichte 1,1-11 (ebenso wie bei Matthäus, Johannes, Epheser, Thessalonicher und Hebräer) beschrieben wird. „Er ist am dritten Tag auferstanden und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.”
2. Warum „Vatertag”?
Eine Meinung nimmt an, der Vatertag wurzele in religiösem Brauchtum; so etwa in der Apostelprozession, dem Gang der elf Jünger zum Ölberg. Als offizieller Feiertag kommt der Vatertag aus den USA: Ehrentag der Väter ähnlich wie der Muttertag. Louisa Dodd, deren Vater im Sezessionskrieg gekämpft hatte, gründete 1910 eine Bewegung zur Ehrung von Vätern. Es bildete sich nach und nach ein Feiertag in den Einzelstaaten der USA. Präsident Nixon erklärte ihn 1974 zum offiziellen Feiertag.
Arbeitsvertrag ändern: Was ist da möglich?
So betitelt die Ausgabe 19/2016 der FREIZEIT REVUE das „Rechtsthema der Woche”. Weitere Informationen finden Sie im FREIZEIT REVUE Ratgeber Recht.
Ohne Ausweg: Vor einer Haftstrafe wegen wiederholten Fahrens ohne Fahrerlaubnis kann sich der Fahrer auch mit einer verständnisvollen Begründung nicht schützen. Der Mann wird, soweit ersichtlich, einen anderen Beruf ausüben müssen.
Das Frankfurter Amtsgericht verhängte am 18.4.2016 gegen einen 20-jährigen Bauunternehmer ein Jahr Haft.
Zwei Wochen nach einer Bewährungsstrafe war der Fahrer wieder „erwischt” worden. Zuvor, aber nach dem Urteil, wurde er ohne Sicherheitsgurt geblitzt. Einmal fuhr er auf einen Zivilpolizisten zu, der ihn noch von seinem Prozess kannte.
Die Verteidigung: Er brauche beruflich ein Fahrzeug, um auf die Baustellen zu kommen. Aufgrund der gegen ihn verhängten Führerscheinsperren könne er keine Fahrprüfung absolvieren. Das Gericht verhängte neben der Haftstrafe auch noch eine erneute Führerscheinsperre von einem Jahr.
Kanzleiorganisation: Verhalten bei Poststreik. - Ein Rechtsuchender wurde da offenbar vom Pech verfolgt; man kann auch sagen: vom Anwaltsverschulden.
Die in einem soeben bekannt gegebenen Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 12.4.2016 - XI ZR 515/15 aufgeführten Grundsätze wird sich jeder Anwalt mehr oder weniger auch ohne dieses höchstrichterliche Urteil denken. Noch interessanter ist an dem Beschluss, dass in Kanzleien Daten zu Mandanten offenbar so höchst nachlässig in den Akten geführt werden, wie man es sich auch als Ausnahme nicht vorstellen kann. Zudem hat sich die Kanzlei nach ihrem Vortrag zur Recherche so ungeschickt gezeigt, dass der Eindruck entstehen kann, sie habe von Anfang bis Ende schlampig gearbeitet oder überhaupt nichts getan. Der Wert betrug immerhin 76.887,73 €.
Streikt die Post, verlangt die Rechtsprechung ständig, dass der Anwalt „gesteigert sorgfältig” arbeitet; vgl. BVerfG NJW 1995, 1210, 1211 f.; BGH, Urteile vom 9. Dezember 1992 VIII ZB 30/92, NJW 1993, 1332 und vom 25. Januar 1993 II ZB 18/92, NJW 1993, 1333, 1334. Der Rechtsanwalt muss sich deshalb rechtzeitig vor Ablauf der Frist bei dem Antragsteller auf irgendeinem Wege erkundigen, ob dieser ein Mitteilungsschreiben erhalten hat. Dazu, dass der in zweiter Instanz bevollmächtigte Anwalt diese Voraussetzung nicht erfüllt hat, führt der BGH aus:
Weder wird vorgetragen, noch ist sonst ersichtlich, dass es dem Anwalt unmöglich war, etwa der Online-Ausgabe des örtlichen Telefonbuchs für H. die private Telefonnummer zu entnehmen. Dabei besteht auch keine Verwechslungsgefahr, da der Anschlussinhaber in diesem Telefonverzeichnis mit vollem Namen und der hier dem Anwalt bekannten Privatadresse genannt ist. Ebenso wird nicht dargelegt, weshalb der Prozessbevollmächtigte des Antragstellers gehindert war, in dem weiteren, von der Deutsche Telekom Medien GmbH herausgegebenen, online abrufbaren Telefonverzeichnis "Das Telefonbuch" die Telefonnummer des Antragstellers unter dessen vollem Namen und korrekter Anschrift aufzufinden.
Das Mailied - Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe

References: BGH 
 § 5
 § 5
 § 14
 BGH 
 BGH 
 EGMR 
 EGMR 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 21
 BGH