Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Rheinland-Pfalz&Datum=05.09.2006&Aktenzeichen=8%20A%2010343/06
Timestamp: 2019-10-18 20:12:13+00:00

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OVG Rheinland-Pfalz, 05.09.2006 - 8 A 10343/06.OVG - dejure.org
OVG Rheinland-Pfalz, 05.09.2006 - 8 A 10343/06.OVG
https://dejure.org/2006,5904
OVG Rheinland-Pfalz, 05.09.2006 - 8 A 10343/06.OVG (https://dejure.org/2006,5904)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 05.09.2006 - 8 A 10343/06.OVG (https://dejure.org/2006,5904)
OVG Rheinland-Pfalz, Entscheidung vom 05. September 2006 - 8 A 10343/06.OVG (https://dejure.org/2006,5904)
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§ 1 Abs 4 BauGB, § 6 Abs 2 BauGB, § 10 Abs 6 S 1 LPlG RP, § 10 Abs 6 S 2 LPlG RP, § 16 Abs 3 LPlG RP
Raumordnungsplan; regionaler Raumordnungsplan; Windenergie; Windkraft; Windenergieanlage; Windkraftanlage; Ziel der Raumordnung; Zielabweichung; Zielabweichungsverfahren; Zieländerung; Zieländerungsverfahren; Gemeinde; Verwaltungsakt; Verpflichtungsklage;
Antrag einer Gemeinde auf Zulassung einer Abweichung von Zielen der Raumordnung zur Durchführung eines Vorhabens auf dem Gemeindegebiet; Voraussetzung für die Zulassung einer Zielabweichung; Auswirkungen des Fehlens einer naturschutzrechtlichen Befreiung; ...
Abweichung von Zielen der Raumordnung
VG Trier, 18.01.2006 - 5 K 996/05
NVwZ-RR 2007, 303
DVBl 2007, 68 (Ls.)
BauR 2007, 63
Die beantragte Zulassung der Zielabweichung ist - wie deren Ablehnung durch Bescheid des Regierungspräsidiums vom 21.06.2007 - ein Verwaltungsakt (BVerwG, Urteil vom 05.11.2009 - 4 C 3.09 -, NVwZ 2010, 133; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 05.09.2006 - 8 A 10343/06 -, NVwZ-RR 2007, 303; Urteil vom 15.10.2008 - 1 A 10388/08 -, DVBl 2009, 386; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 17.12.2009 - 3 S 2110/08 -, VBlBW 2010, 357).
Die beantragte Zulassung der Zielabweichung ist - wie deren Ablehnung durch Bescheid des Regierungspräsidiums vom 21.06.2007 - ein Verwaltungsakt (BVerwG, Urteil vom 05.11.2009 - 4 C 3.09 - OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 05.09.2006 - 8 A 10343/06 -, NVwZ-RR 2007, 303; Urteil vom 15.10.2008 1 A 10388/08 -, DVBl 2009, 386).
Da die begehrte Abweichungszulassung gegenüber der Klägerin einen Verwaltungsakt darstellt, kommt als zulässige Klageart nur die Verpflichtungsklage in Betracht (OVG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 05.09.2006 - 8 A 10343/06 - juris, m.w.N. sowie Nonnenmacher, a.a.O., S. 201)).
Der von der Klägerin als Gemeinde begehrten Zielabweichung kommt Verwaltungsaktqualität zu (vgl. BVerwG…, Urteil vom 5. November 2009 - BVerwG 4 C 3.09 -, juris Rn. 14; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 5. September 2006 - 8 A 10343/06 -, juris Rn. 14;… Spannowsky/Runkel/Goppel, ROG, 2010, § 6 Rn. 47; Runkel/Spannowsky/Reitzig/Schmitz, Raumordnungs- und Landesplanungsrecht des Bundes und der Länder, Stand 7/2017, § 6 Rn 183).
Die Abweichung muss - soll sie mit den Grundzügen der Planung vereinbar sein - durch das planerische Wollen gedeckt sein; es muss - mit anderen Worten - angenommen werden können, die Abweichung liege noch im Bereich dessen, was der Plangeber gewollt hat oder gewollt hätte, wenn er den Grund für die Abweichung gekannt hätte (BVerwG…, Urteil vom 16. Dezember 2010 - BVerwG 4 C 8.10 -, juris Rn. 26 m.w.N.; vgl. OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 5. September 2006 - 8 A 10343/06 -, juris Rn. 21; VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 4. Juli 2012 - 3 S 351/11 -, juris Rn. 57).
Im Verhältnis zur Belegenheitsgemeinde eines Vorhabens, die selbst einen Antrag auf Abweichung von den Zielen der Raumordnung gestellt hat, ist geklärt, dass die zu treffende Entscheidung eine Regelung mit Außenwirkung beinhaltet, weil es der betreffenden Kommune als nach § 1 Abs. 4 BauGB an die Ziele der Raumordnung gebundene Trägerin der Bauleitplanung ermöglicht wird, sich von dieser Bindung bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen zu befreien (vgl. OVG RP, Urteil vom 05.09.2006, NVwZ-RR 2007, 303).
vgl. BVerwG, Urteil vom 5. November 2009 - 4 C 3.09 -, juris, Rn 14; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 5. September 2006 - 8 A 10343/06 -, juris, Rn 14; Goppel in Spannowsky/Runkel/Goppel, ROG, § 6, Rn 47.
So auch OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 5. September 2006 - 8 A 10343/06 -, juris, Rn 14.
Im Verhältnis zur Belegenheitsgemeinde eines Vorhabens, die selbst einen Antrag auf Abweichung von den Zielen der Raumordnung gestellt hat, ist nämlich geklärt, dass die zu treffende Entscheidung eine Regelung mit Außenwirkung beinhaltet, weil es der betreffenden Kommune als nach § 1 Abs. 4 BauGB an die Ziele der Raumordnung gebundene Trägerin der Bauleitplanung ermöglicht wird, sich von dieser Bindung bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen zu befreien (vgl. OVG Rheinland- Pfalz, NVwZ-RR 2007, 303).
Die Abweichung muss - soll sie mit den Grundzügen der Planung vereinbar sein - durch das planerische Wollen gedeckt sein; es muss - mit anderen Worten - angenommen werden können, die Abweichung liege noch im Bereich dessen, was der Planer gewollt hat oder gewollt hätte, wenn er die weitere Entwicklung einschließlich des Grundes für die Abweichung gekannt hätte (vgl. vgl. BVerwG…, Urteil vom 16. Dezember 2010, a.a.O. = juris Rn. 26; OVG RP, Urteil vom 5. September 2006 - 8 A 10343/06.OVG -, BauR 2007, 63 = juris Rn. 21 unter Verweis auf BVerwG…, Urteil vom 9. März 1990 - 8 C 76/88 -, BVerwGE 85, 66 = juris Rn. 19).
Die normierten Voraussetzungen stehen nebeneinander und müssen kumulativ gegeben sein (vgl. OVG Rh-Pf, Urt. V. 05.09.2006 - 8 A 10343/06 -, juris, Rn. 18, zur Frage der Ergänzung nach dem ROG a.F.).

References: § 1
 § 6
 § 10
 § 10
 § 16
 § 6
 § 6
 § 1
 § 6
 § 1