Source: http://landesrecht.thueringen.de/jportal/?quelle=jlink&query=FischPrV+TH&psml=bsthueprod.psml&max=true&aiz=true
Timestamp: 2019-04-20 04:13:05+00:00

Document:
Landesrecht TH ThürFischPVO | Landesnorm Thüringen | Gesamtausgabe | Thüringer Verordnung über die Fischerprüfung (ThürFischPVO) vom 12. Juli 1993 | gültig ab: 04.08.1993
Thüringer Verordnung über die Fischerprüfung (ThürFischPVO)...
§ 2 - Aufgaben des Prüfungsausschusses
§ 3 - Vorbereitungslehrgang
§ 5 - Zulassung zur Prüfung, Prüfungsgebühr
§ 6 - Prüfung, Prüfungsdauer
§ 7 - Prüfungsniederschrift, Prüfungsauswertung, Prüfungsergebnis...
§ 8 - Wiederholung der Prüfung
§ 9 - Anerkennung anderer Fischerprüfungen
§ 10 - Akteneinsicht
Amtliche Abkürzung: ThürFischPVO
Ausfertigungsdatum: 12.07.1993
Fundstelle: GVBl. 1993, 427
Gliederungs-Nr: 793-2
Vom 12. Juli 1993
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 4 geändert und § 11 aufgehoben durch Artikel 11 der Verordnung vom 18. Februar 2003 (GVBl. S. 109)
Thüringer Verordnung über die Fischerprüfung (ThürFischPVO) vom 12. Juli 1993 04.08.1993
Eingangsformel 04.08.1993
§ 1 - Prüfungsausschuß 04.08.1993
§ 2 - Aufgaben des Prüfungsausschusses 04.08.1993
§ 3 - Vorbereitungslehrgang 07.02.2003
§ 4 - Prüfungstermin 01.01.2003
§ 5 - Zulassung zur Prüfung, Prüfungsgebühr 07.02.2003
§ 6 - Prüfung, Prüfungsdauer 07.02.2003
§ 7 - Prüfungsniederschrift, Prüfungsauswertung, Prüfungsergebnis und Prüfungszeugnis 07.02.2003
§ 8 - Wiederholung der Prüfung 07.02.2003
§ 9 - Anerkennung anderer Fischerprüfungen 07.02.2003
§ 10 - Akteneinsicht 04.08.1993
§ 11 - Inkrafttreten 01.01.2003
§ 12 - Inkrafttreten 04.08.1993
Anlage 1 04.08.1993
Anlage 2 04.08.1993
Anlage 3 04.08.1993
Aufgrund des § 29 Abs. 4 des Thüringer Fischereigesetzes (ThürFischG) vom 22. Oktober 1992 (GVBl. S. 515) verordnet der Minister für Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Minister für Umwelt und Landesplanung:
(1) Die Fischerprüfung zur erstmaligen Erteilung eines Fischereischeines ist bei der unteren Fischereibehörde abzulegen.
(2) Für die Abnahme der Prüfung wird bei jeder unteren Fischereibehörde ein Prüfungsausschuß gebildet. Für den Bereich einer kreisfreien Stadt und eines angrenzenden Landkreises kann ein gemeinsamer Prüfungsausschuß gebildet werden. In diesem Fall ist die untere Fischereibehörde des Landkreises zuständig.
(3) Der Prüfungsausschuß besteht aus drei Mitgliedern:
einem Vertreter der unteren Fischereibehörde, dem der Vorsitz obliegt,
dem Fischereiberater,
einem Vertreter des Landesfischereiverbandes.
(4) Die Mitglieder des Prüfungsausschusses müssen die zur Abnahme der Prüfung erforderliche Eignung haben. Diese ist durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang eines Landesfischereiverbandes oder einer staatlichen Lehranstalt nachzuweisen. Der Prüfungsausschuß wird für jeweils drei Jahre durch die untere Fischereibehörde berufen.
(5) Für jedes Mitglied ist ein stellvertretendes Mitglied zu berufen. Die Berufung des Mitgliedes nach Absatz 3 Nr. 3 und seines Stellvertreters erfolgt auf Vorschlag der Fischereivereine und - verbände. Sie wählen aus ihrer Mitte das Mitglied und das stellvertretende Mitglied.
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind zur unparteiischen und gewissenhaften Ausübung ihrer Tätigkeit und zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die §§ 20 und 81 des Thüringer Verwaltungsverfahrensgesetzes finden Anwendung.
(1) Der Antragsteller hat an einem von den Angelfischereiverbänden oder den von ihnen beauftragten Mitgliedsvereinen angebotenen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung teilzunehmen. Grundlage für die Durchführung der Lehrgänge bildet eine Vereinbarung zwischen der obersten Fischereibehörde und den Angelfischereiverbänden.
(2) Der Lehrgang umfaßt einen theoretischen sowie einen praktischen Teil. Fischereifachkunde, Ökologie und die praktische Handhabung von Fanggeräten bilden eine Ausbildungseinheit.
(3) Die Lehrgangsdauer beträgt mindestens 30 Stunden; Zeit und Ort sind in ortsüblicher Weise bekanntzugeben.
(1) Die Prüfungstermine werden von den unteren Fischereibehörden nach Bedarf, jedoch mindestens einmal im Jahr angesetzt. Sie sind von der unteren Fischereibehörde mindestens drei Monate zuvor in ortsüblicher Weise öffentlich bekanntzugeben.
(2) Die Prüfung ist bei der unteren Fischereibehörde abzulegen, in deren Zuständigkeitsbereich der Antragsteller seine Hauptwohnung hat.Mit Einwilligung der zuständigen unteren Fischereibehörde kann die Prüfung auch vor dem Prüfungsausschuss einer anderen Fischereibehörde abgelegt werden.
(3) Die Prüfung ist nicht öffentlich. Vertreter der obersten Fischereibehörde sowie der unteren Naturschutzbehörde können bei der Prüfung zugegen sein.
(4) Anträge auf Zulassung zur Fischerprüfung sind auf Antragsformularen nach Anlage 1 zu stellen. Die Formulare gibt die untere Fischereibehörde aus.
Zulassung zur Prüfung, Prüfungsgebühr
(1) Der Antrag auf Zulassung zur Fischerprüfung ist spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin bei der für den Antragsteller zuständigen unteren Fischereibehörde einzureichen. Minderjährige Antragsteller haben die Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters dem Antrag beizufügen.
(2) Für die Prüfung wird eine Gebühr in Höhe von 15 Euro erhoben; sie ist spätestens vier Wochen vor Prüfungsbeginn bei der unteren Fischereibehörde zu entrichten. Die Bescheinigung über die gezahlte Gebühr ist dem Antrag auf Zulassung zur Prüfung beizufügen. Die Gebühr wird zur Deckung der notwendigen Auslagen der Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie der bei der unteren Fischereibehörde entstehenden Sachkosten verwendet. Die Erstattung von Reisekosten an die ehrenamtlichen Mitglieder des Prüfungsausschusses erfolgt nach Maßgabe des Thüringer Reisekostengesetzes vom 10. März 1994 (GVBl. S. 265) in der jeweils geltenden Fassung.
(3) Der Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme am Vorbereitungslehrgang (§ 3) ist dem Prüfungsantrag beizufügen.
(4) Die Zulassung zur Fischerprüfung ist Antragstellern zu versagen, die
das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
entmündigt sind,
ihre Antragsunterlagen nicht fristgemäß oder unvollständig vorgelegt haben.
(5) Die Zulassung kann versagt werden, wenn Gründe vorliegen, bei denen nach § 31 Abs. 2 ThürFischG der Fischereischein versagt werden kann.
(6) Die untere Fischereibehörde hat die zugelassenen Antragsteller unter Angabe von Ort und Zeit der Prüfung schriftlich zu laden. Personen, die nicht zur Prüfung zugelassen wurden, ist der Grund der Ablehnung unter Beifügung einer Rechtsbehelfsbelehrung schriftlich mitzuteilen.
Prüfung, Prüfungsdauer
(1) Der Prüfungsausschuß hat die Prüfung vorzubereiten und den zeitlichen Ablauf festzulegen.
(2) Die Prüfung wird in schriftlicher Form abgelegt. Die schriftlichen Prüfungsarbeiten bestehen aus einem Fragebogen mit je zehn Fragen aus den Prüfungsgebieten:
Wasser als Lebenselement,
Fischhege- und Gewässerpflege,
den die Prüflinge unter Aufsicht auszufüllen haben.
Das Nähere über die in den Prüfungsgebieten nach Absatz 2 nachzuweisenden Kenntnisse ist der Anlage 2 zu entnehmen.
(3) Die Prüfung darf höchstens 90 Minuten dauern. Die Fragebögen sind so zu gestalten, daß die Beantwortung der Fragen durch Ankreuzen einer von drei vorgeschlagenen Antworten möglich ist. Hilfsmittel sind nicht zugelassen. Die Fragebögen werden von der unteren Fischereibehörde erstellt. Die einzelnen Fragen werden aus einem Fragenkatalog mit insgesamt 600 Fragen ausgewählt, der von der obersten Fischereibehörde erstellt und in einem zeitlichen Abstand von fünf Jahren aktualisiert wird.
(4) Die schriftliche Arbeit ist von zwei Prüfern zu bewerten. Jede richtig beantwortete Frage wird mit einem Punkt bewertet. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn in jedem der in Absatz 2 bezeichneten Prüfungsgebiete mindestens sechs Punkte und als Gesamtergebnis mindestens 45 Punkte erreicht werden.
(5) Vor Beginn der Prüfung sind die Prüflinge darauf hinzuweisen, daß jede gegenseitige Fühlungsnahme sowie die Benutzung von Hilfsmitteln untersagt sind und ein Verstoß gegen diese Anweisungen den Ausschluß von der weiteren Prüfung zur Folge hat. Die Prüfung gilt dann als "nicht bestanden". Die Erteilung der Hinweise nach Satz 1 sowie Verstöße, die den Ausschluß von der Prüfung zur Folge hatten, sind in der Prüfungsniederschrift zu vermerken.
Prüfungsniederschrift, Prüfungsauswertung, Prüfungsergebnis und Prüfungszeugnis
(1) Über den Prüfungsverlauf ist eine Niederschrift anzufertigen, in der die Prüflinge, die jeweiligen Prüfer sowie besondere Vorkommnisse aufzunehmen sind. Diese Niederschrift ist von allen Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen und zusammen mit den Prüfungsunterlagen von der unteren Fischereibehörde aufzubewahren.
(2) Die Prüfungsbögen werden im Anschluß an die erfolgte Fischerprüfung vom Prüfungsausschuß bewertet.
(3) Die Prüfung ist mit "bestanden" oder "nicht bestanden" zu bewerten.
(4) Nach bestandener Prüfung erhält der Prüfling ein Zeugnis nach Anlage 3, das von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses unterzeichnet und von der unteren Fischereibehörde mit dem Dienstsiegel zu versehen ist. Hat der Prüfling nicht bestanden, so ist ihm oder bei Minderjährigen dem Erziehungsberechtigten dieses schriftlich mitzuteilen.
(1) Eine nicht bestandene Prüfung kann nur vollständig wiederholt werden.
(2) Wird eine Prüfung zum zweiten Mal nicht bestanden, so hat der Prüfling vor der Wiederholung der Prüfung die erneute Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang nachzuweisen.
Anerkennung anderer Fischerprüfungen
(1) Der für die erstmalige Erteilung des Fischereischeines nach § 29 Abs. 1 ThürFischG vorgeschriebenen Fischerprüfung gleichgestellt sind:
die in den Ländern Bremen oder Niedersachsen vor einem staatlich anerkannten Landesfischereiverband abgelegte Fischerprüfung.
(2) Der fischereiliche Abschluss einer biologisch ausgerichteten Fachhochschule oder einer Universität wird der Fischerprüfung gleichgestellt.
Der Prüfling kann binnen eines Monats nach Beendigung der Prüfung auf Antrag bei der unteren Fischereibehörde Einsicht in die Prüfungs- und Bewertungsunterlagen nehmen. Die Einsichtnahme in die Prüfungs- und Bewertungsunterlagen hat unter Aufsicht zu erfolgen.
Erfurt, den 12. Juli 1993
§ 4 Abs. 4)
Stadtverwaltung/Kreisverwaltung*)
Hiermit beantrage ich meine Zulassung zur Fischerprüfung
Ständiger Wohnsitz (PLZ, Ort, Straße, Nr.)
b) Diesem Antrag ist die Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters beigefügt (gilt nur für Minderjährige).
c) Ich bin nicht wegen Verstoßes gegen fischereirechtliche Vorschriften oder wegen Tierquälerei oder wegen vorsätzlicher Beschädigung von Anlagen, Fahrzeugen, Geräten oder Vorrichtungen, die der Fischerei oder Fischzucht dienen, oder von Wasserbauten rechtskräftig verurteilt oder mit einem Bußgeld belegt (bejahendenfalls das Gericht oder die Verwaltungsbehörde, das Aktenzeichen und den Zeitpunkt angeben):
d) Ich habe noch an keiner Fischerprüfung - an der von dem Prüfungsausschuß der unteren Fischereibehörde in:
_____________________ abgehaltenen Fischerprüfung ohne Erfolg teilgenommen.
Es ist mir bekannt, daß ich im Falle unrichtiger Angaben oder im Falle der Vorlage unzutreffender Urkunden von der Teilnahme an der Prüfung ausgeschlossen oder die bestandene Prüfung für ungültig erklärt werden kann und das Fischerprüfungszeugnis sowie der erteilte Fischereischein eingezogen werden können.
§ 6 Abs. 2)
Anatomie der Fische,
Funktions- und Wirkungsweise der wichtigsten Organe,
Unterscheidung der heimischen Fischarten und der am häufigsten in Küstengewässern vorkommenden Meeresfischarten,
Kenntnis über die Lebensweise der unter a) benannten Fische,
Kenntnis über die wichtigsten Fischkrankheiten,
Einordnung der Gewässertypen,
Kenntnisse über Wirkungen des Wasserchemismus auf den Fisch (Sauerstoff, pH, Temperatur, Verunreinigungen),
Unterscheidung der Fischregionen,
Bedeutung und Unterscheidung der Wasserpflanzen und der Tierwelt im und am Gewässer, insbesondere der Lebensgrundlagen für die Fische,
Die Bedeutung der Erhaltung der naturnahen Gewässer,
Besatzmaßnahmen, Fischhege und Pflege der Fischgewässer,
Bedeutung von Gewässerverunreinigungen und Verhalten bei deren Feststellung,
Bedeutung von Fangregelungen,
Verhalten und Wirken in Schongebieten,
Behandlung gefangener Fische,
praktische Handhabung der Fanggeräte,
Grundsätze und wichtige Einzelbestimmungen des Landesfischereirechtes,
wichtige Grundsätze des Tierschutzrechtes (waidgerechtes Verhalten beim Fischen),
Tierseuchenrecht - Verhalten beim Auftreten von übertragbaren Fischkrankheiten - Kenntnisse über die Verhinderung der weiteren Verbreitung von Fischkrankheiten,
Grundsätze und wichtige Einzelbestimmungen des Naturschutz- und Wasserhaushaltsrechtes.

References: § 2

§ 3

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10
 § 4
 § 11

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12
 § 29
 § 31
 § 29

§ 4

§ 6