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Timestamp: 2019-12-07 16:04:30+00:00

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Category: WEG-Recht
Veröffentlicht am 06/03/2019 06/02/2019
Kurzzeitvermietung generell zulässig in WEG
Eine interessante Entscheidung im WEG-Recht hat der BGH kürzlich getroffen, der Anbietern wie AirBerlin und anderen, erfreuen dürfte. Deutschlands oberste Zivilrechtler erklärten es für unzulässig, dass eine WEG-Gemeinschaft mehrheitlich beschlossen hatte, dass eines ihrer Mitglieder seine Wohnung nicht an kurzfristige Feriengäste vermieten darf.
Rascher Wechsel der Gäste störte
Die anderen WEG-Mitglieder fühlen sich von dem raschen Wechsel der Gäste gestört und beschlossen dank einer Öffnungsklausel in der Teilungserklärung mehrheitlich legitimerweise, dass Kurzzeitvermietung in ihrem Gebäude nicht erlaubt sei und anzuzeigen sei. Zu Unrecht, wie der BGH jetzt entschied, denn der Beschluss greife in die unentziehbaren Rechte des WEG-Mitglieds ein. Es handele sich nicht um eine eine Gebrauchsänderung, sondern der Zweck des Eigentums werde substanziell verändert, was auch Einfluss auf dessen Wert hat.
Überbelegung, Hausordnungsverstöße und Lärm durch Feriengäste
Tipp vom Anwalt: WEG-Mitglieder sind der mit der Kurzzeitvermietung einhergehenden Störungen aber nicht schutzlos ausgesetzt, sondern können gegen Überbelegung, fortwährende Verstöße gegen die Hausordnung oder Lärmbelästigung durch Feriengäste mit dem Unterlassungsanspruch nach § 15 III WEG vorgehen.
Anzeigepflicht der Kurzzeitvermietungen aber zulässig
Grundsätzlich als zulässig sahen die BGH-Richter zudem den Zwang an die Kurzzeitvermietung jeweils der Verwaltung anzeigen zu müssen, da dies nur die Verwaltung des gemeinschaftsrechtlichen Eigentums betrifft.
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Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar, sondern informiert über eine Einzelfallentscheidung des BGH. Lassen Sie sich daher auf jeden Fall immer individuell anwaltlich beraten.
Veröffentlicht am 04/17/2019 04/13/2019
Veröffentlicht am 04/15/2019 04/13/2019
Notwendige Instandsetzung über das Gericht durchgesetzt
WEG-Mitglieder müssen Beschlüsse nicht hinnehmen, die letztlich nur dazu führen gravierende Mängel zu kaschieren. Diese nicht allzu unerwartete Feststellung hat der BGH kürzlich wieder mal getroffen (BGH-Urteil vom 04.05.2018, Az.: V ZR 203/17).
Feuchtigkeitsschäden sind zu beseitigen
Drei Teileigentümer des Erdgeschosses eines über 100 Jahre altem Hamburger Gemeinschaftsgebäudes hatten sich gegen verschiedene mehrheitlich gefasste Beschlüsse zur Wehr gesetzt, die unter anderem die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden und die Einbringung einer Horizontalsperre im Mauerwerk ablehnten und stattdessen auf die Einholung eines weiteren Privatgutachtens setzten.
Verstoß gegen Grundsatz ordnungsgemäßer Verwaltung
Diese ablehnenden Beschlüsse würden gegen den Grundsatz ordnungsmäßiger Verwaltung verstoßen, waren sich die Richter sicher. Eine Sanierung müsse zu einer Ursachenbeseitigung nach heutigem Baustandard führen. Daher wurden die Beschlüsse gem. § 21 VIII WEG durch das Gericht mittels Gestaltungsurteil ersetzt.
Tipp vom Anwalt: Anders ist dies dem Grundsatz nach beim Schallschutz, wo nur der Zur Zeit der Errichtung des Gebäudes geltende technische Schallschutz gewährleistet werden muss.
Wegen Durchfeuchtungen zum Aufenthalt ungeeignet
Vorliegend war entscheidend, dass die Kläger ihr Sondereigentum wegen der gravierenden Mängeln des Gemeinschaftseigentums nicht nutzen konnten, weil wegen der massiven Durchfeuchtungen der Aufenthalt von Menschen nicht mehr möglich war. Der Zweck der Gemeinschaftsordnung wurde daher nicht mehr gesichert werden. Dabei spielte auch keine Rolle, dass das Gebäude hier sehr alt war.
Leistungsfähigkeit der anderen WEG-Mitglieder beachten
Tipp vom Anwalt: Wohnungseigentümer haben bei der ordnungsgemäßen Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums einen Gestaltungsspielraum, so dass das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu beachten ist und zumindest im Grundsatz auf die Leistungsfähigkeit der anderen Wohnungseigentümer Rücksicht zu nehmen ist.
Veröffentlicht am 04/03/2019 03/31/2019
Unterbringung von Obdachlosen von Teilungserklärung nicht ausgeschlossen
Dass auf die Formulierung des Nutzungszwecks in der Teilungserklärung des Wohnungseigentums besondere Sorgfalt gelegt werden muss, sollte eigentlich bekannt sein. Daher verwundert es, dass die klagende WEG-Eigentümergemeinschaft aus Berlin hier vor dem Bundesgerichtshof auf die Nase gefallen ist, die einem ihrer Mitglieder die gewerbliche Vermietung an eine Einrichtung, die Obdachlose tageweise unterbringt, verbieten wollte (BGH vom 08.03.2019, Az.: V ZR 330/17).
Lesen Sie hier mehr, zur Kündigung des Mietverhältnisses bei zweckfremder Nutzung des Untervermieters im Gegensatz zur Teilungserklärung
Teilungserklärung enthielt Verbot des Wohnens
Zunächst wollte die Klägerin mit Verweis auf die Teilungserklärung der Einrichtung die Vermietung verbieten, weil der Teilungszweck das Wohnen ausgeschlossen hatte. In der Teilungserklärung sei sogar die Nutzung als “Laden” festgehalten. Für die Richter war aber der Teilungszweck zu unbestimmt und könne daher gar nichts verbieten.
Wegen heimähnlicher Struktur nicht dem Wohnen zuzuordnen
Zum anderen sei die Unterbringung von Obdachlose auch nicht dem Wohnen zuzuordnen, sondern sei als eine Nutzung als Heim oder heimähnliche Einrichtung zu verstehen. Denn an Stelle der Eigengestaltung der Haushaltsführung und des häuslichen Wirkungskreises trete eine heimähnliche Struktur mit der Zuweisung von Schlafplätzen, bestimmten Verhaltensregeln im Hinblick auf Ruhezeiten sowie die Nutzung der gemeinschaftlichen Küchen- und Sanitäreinrichtungen etc.
Tipp vom Anwalt: Daher ist auch die Unterbringung von Flüchtlingen u.U. keine dem Wohnen zuzuordnende Nutzung. Nach der Art der Einrichtung, der baulichen Gestaltung und Beschaffenheit der Einheit kann eine derartige Nutzung aber im Einzelfall doch gegen den Zweck in der Teilungserklärung verstoßen. Lassen Sie sich bei Fragen hier anwaltlich beraten.
Unterlassensbegehren gegen Nutzung als Gemeinschaftsunterkunft nicht erfolgreich
Als die Klägerin ihre Felle davon schwimmen sah, stellte sie den als etwas asozial anmutenden Hilfsantrag, dass der Beklagte alles Erforderliche und Zumutbare zu unternehmen habe, das seine Überlassung der Teileigentumseinheiten zu Unterkunftszwecken an Obdachlose unterbleibt.Der BGH nutzte den Fall um einen Grundsatzstreit zu klären: Auch aus dem Charakter einer Anlage und den diese prägenden örtlichen Verhältnissen kann eine sich formal im Rahmen der Zweckbestimmung haltende Nutzung aus Gründen der Rechtssicherheit nicht mehr verhindern lassen.
Tipp vom Anwalt: Verstoßen die untergebrachten wohnungslosen Personen hingegen gegen das Rücksichtnahmeverbot kann über §§ 15 III, 14 Nr. 1 WEG jedoch sehr wohl vom Eigentümer verlangt werden, dass die konkrete Beeinträchtigung unterlassen wird. Dies kann letztlich durch eine Unterlassensklage und im schlimmsten Fall durch die Entziehungsklage nach §§ 18, 19 WEG durchgesetzt werden.
Veröffentlicht am 04/01/2019 03/31/2019
Auchtung WEG-Mitglieder: Nicht vorschnell zahlen!
Keine Haftung für Sozialverbindlichkeiten
Auf die Nase gefallen ist ein Mitglied einer WEG-Gemeinschaft, der für die WEG offene Rechnungen bezahlt hatte. Genauer gesagt hatte er eine ausstehende Versicherungsprämie im Alleingang gezahlt, nachdem die Versicherungsgesellschaft die Gebäudeversicherung wegen des Zahlungsrückstand von mehrere tausend Euro gekündigt hatte (BGH vom 28.10.2018, Az.: V ZR 279/17).
Zuvor Beschlussfassung der WEG nötig
Der Kläger hat keinen Anspruch auf Erstattung auf Sozialverbindlichkeiten, d.h. Ansprüche die aus dem Gemeinschaftsverhältnissen herrühren, wie die Verwaltungskosten, stellten die Richter fest. Denn es waren nicht zuvor Regeln zu einem Wirtschaftsplan oder eine Instandhaltungsrücklage, geschaffen wurden. Eine Haftung nach § 10 VI 1 WEG der Wohnungseigentümer gebe es für Verbindlichkeiten des Verbandes nicht. Hier sei für diese zerstrittene Wohnungseigentümergesellschaft auch keine Ausnahme zu machen, da das Stimmrecht abweichend vom Gesetz (vgl. § 25 II 1 WEG) geregelt wurde.
Durchgriff auf WEG-Mitglieder möglich
Tipp vom Anwalt: Sorgen Sie vor der Entstehung von offenen Forderungen der Gemeinschaft dafür, dass eine Beschlussfassung für einen Wirtschaftsplan und die Umlage auf die WEG-Mitglieder erfolgt. Reicht das Verbandsvermögen mal nicht aus zur Begleichung der Verbindlichkeit, dann kann es zur Durchgriff auf die Wohnungseigentümer kommen, wenn zuvor ein entsprechender Beschluss gefasst wurde. Versperrt sich die Mehrheit dagegen, gibt es die Möglichkeit diesen gem. § 21 VIII WEG vom Gericht ersetzen zu lassen.
Veröffentlicht am 01/24/2019 12/24/2018
Der Staat kann´s: Bedürftigkeitseinrede ohne Grenze
Wer mit staatlichen Stellen öfters zu tun hat, der weiß es: Wenn zwei dasselbe tun, ist es noch immer nicht das gleiche. Während der einfache Bürger sich an die Regeln halten muss, nimmt sich der Staat mehr Freiheiten. Der Bundesgerichtshof hat dem Staat hierfür kürzlich Rückendeckung gegeben (Urteil v. 14.12.2018, Az.: V ZR 309/17).
Eine Wohnungseigentümergemeinschaft hatte mehrere Anerkenntnisurteile erwirkt gegen Vater Staat, der als Nachlassverwalter für ein WEG-Mitglied ohne Erben den herrenlosen Nachlass übernehmen musste. Nachdem der Staat das in Rechnung gestellte Wohngeld zunächst zahlte, verweigerte er nach einigen Monaten die Zahlung.
Die Vollstreckungsgegenklage des Staates gegen die Wohnungseigentümergemeinschaft unter Berufung auf die Bedürftigkeitseinrede des § 1990 I BGB war erfolgreich, weil die Wohngeldschulden hier Nachlassverbindlichkeiten des Erblassers seien und keine Eigenverbindlichkeiten des Staates. Die Ausnahme, dass der Staat die Wohnung zu eigenen Zwecken genutzt habe, lag nicht vor 10
Veröffentlicht am 05/16/2018 05/13/2018
Weist das Gemeinschaftseigentum gravierende bauliche Mängel auf, die die zweckentsprechende Nutzung von Wohnungs- oder Teileigentumseinheiten erheblich beeinträchtigen oder sogar ausschließen, ist eine sofortige Instandsetzung zwingend erforderlich, und einzelne Wohnungseigentümer können die Sanierung gemäß § 21 Abs. 4 WEG verlangen. Das hat der für das WEG-Recht zuständige BGH-Senat kürzlich entscheiden (Urteil vom 4. Mai 2018 – V ZR 203/17).
Gewerbeobjekte waren von Durchfeuchtung betroffen
Die Kläger sind die waren Eigentümer und Vermieter drei Teileigentumseinheiten in einem Altbau, die sie mit Gewerbemietvertrag als Naturheilpraxis, Künstleragentur und Kommunikationsagentur vermieteten. Weil die Wände Durchfeuchtungen aufweisten, holten sie ein Gutachten eines Ingenieurbüros und eines Architekten ein, die ergaben, dass die fehlende außenseitige Sockelabdichtung, eine fehlende Horizontalsperre und im Mauerwerk eingelagerte Salze dafür die Ursache waren. In der Eigentümerversammlung wurde der Antrag auf Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden jedoch abgelehnt.
Anspruch auf Sanierung aus § 21 IV WEG
Das war nicht richtig, wie die BGH-Richter jetzt feststellten, weil weil die Kläger natürlcih einen Anspruch auf die Sanierung des Gemeinschaftseigentums haben, da dadurch das Sondereigentum beeinträchtigt wurde. Die Innen- und Außenwände der Teileigentumseinheiten waren massiv durchfeuchtet, wobei die Ursache in einer fehlenden Abdichtung des Gebäudes und damit im Gemeinschaftseigentum lagen.
Hohe Sanierungskosten nicht unbedingt Hindernis
Die Sanierung war den anderen WEG-Mitgliedern nach Meinung der Richter auch zuzumuten. Denn ist der Erhalt der Gebäudesubstanz gefährdet, muss ohnehin saniert werden. Dem stündenen auch nicht die mit 300.000 € bezifferten hohen Sanierungskosten entgegen, zumal im konkreten Fall nicht ersichtlich sei, dass sie völlig außer Verhältnis zu dem erzielbaren Nutzen für die Gebäudesubstanz im Allgemeinen stehen. Eine “Opfergrenze” für einzelne Wohnungseigentümer ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ohnehin nicht anzuerkennen.
Tipp vom Anwalt: Im Einzelfall können Wohnungseigentümer unter strengen Voraussetzungen eine Anpassung der in einer Teilungserklärung möglicherweise vorgesehenen Zweckbestimmung gemäß § 10 Abs. 2 Satz 3 WEG verlangen. Ob Mängel vom Sondereigentümer dann unter Umständen hingenommen werden müssten, und ob unverhältnismäßige Kosten der Instandsetzung dazu führen können, ist dann ausnahmsweise denkbar.
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Veröffentlicht am 02/26/2018 02/25/2018
Die Tendenz der Mietgerichte geht dahin immer häufiger Hausverwaltern die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen, auch wenn der Mieter eigentlich die WEG verklagt hat. Der im Immobilien- und Mietrecht tätige Rechtsanwalt Christopher Richter, LL.M.Eur., stellt Ihnen die häufigsten Konstellationen vor, in denen der Hausverwalter die Prozesskosten nach § 49 I WEG aus seiner eigenen Schatulle berappen musste.
Fehler bei WEG-Beschlüssen
Werden nicht hinreichend bestimmte Beschlussanträge gefasst oder der Beschluss nicht von der Tagesordnung gedeckt ist, dann muss der Hausverwalter hierfür fast immer haften, wenn es zur (erfolgreichen) Anfechtung des Beschlusses kommt. Gleiches gilt, wenn das Protokoll das Abstimmungsergebnis fehlerhaft festhält oder bei der Ermittlung des Abstimmungsergebnis – dazu zählt auch die jederzeitige Erfassung der Beschlussfähigkeit – Fehler passieren. Fehlt zudem die Beschlussfähigkeit, etwa weil bei einer WEG mit mehreren Wohngebäuden nur eine Teil-Eigentümergemeinschaft abstimmt, haftet in der Regel der Verwalter.
Grundsatz der Nichtöffentlichkeit und fehlende Beschlusskompetenz
Auch die Verletzung des Grundsatzes der Nichtöffentlichkeit von Wohnungseigentümerversammlungen ist ein grobes Foul, also wenn Dritte auf den Beschluss Einfluss nehmen konnten und zuvor kein Geschäftsordnungsbeschluss herbeigeführt wurde, die ihnen ausnahmsweise die Anwesenheit gestattet. Zu achten ist zudem auch darauf, dass von Stimmrechtsvollmachten nicht willkürlich Gebrauch gemacht wird. Die nur per Fax übersandte Vollmacht reicht nach der Rechtsprechung nicht. Im Zweifel sollte der Hausverwalter auf seine Bedenken im Hinblick auf die Wirksamkeit oder Nichtigkeit gem. § 24 IV 2 WEG eines Beschlusses hinweisen, auch dann, wenn er meint eine Mehrheitsentscheidung sei vorliegend nicht möglich.
Änderung des Kostenverteilungsschlüssels durch den Verwalter
Ändert der Hausverwalter eigenmächtig den Kostenverteilungsschlüssel bei Maßnahmen der Instandhaltung und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums ist das ein Fehler, der dementsprechend von den Mietgerichten geahndet wird.

References: BGH 
 BGH 
 § 15
 BGH 
 § 21
 BGH 
 § 10
 § 25
 § 21
 § 1990
 § 21
 § 21
 § 10
 § 49
 § 24