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Timestamp: 2020-03-30 19:25:12+00:00

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BGH, 19.11.1987 - VII ZR 39/87 - dejure.org
BGH, 19.11.1987 - VII ZR 39/87
https://dejure.org/1987,336
BGH, 19.11.1987 - VII ZR 39/87 (https://dejure.org/1987,336)
BGH, Entscheidung vom 19.11.1987 - VII ZR 39/87 (https://dejure.org/1987,336)
BGH, Entscheidung vom 19. November 1987 - VII ZR 39/87 (https://dejure.org/1987,336)
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Verletzung von Treuhänderpflichten eines Wirtschaftsprüfers - Verjährungsfrist bei Treuhandverträgen - Befugnisse eines Wirtschaftsprüfers zu unbeschränkter Hilfeleistung in Steuersachen - Umfang der vorvertraglichen und vertraglichen Pflichten des Treuhänders
Fünfjährige Verjährung der Ansprüche gegen einen Steuerberater/Wirtschaftsprüfer als Treuhänder bei Bauherrenmodell
BGB § 675; StBerG § 68; WirtschaftsprüferO § 51a
Bauherrenmodell: Schadensersatzansprüche gegen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater als Treuhänder
BGHZ 102, 220
NJW 1988, 1663
NJW-RR 1988, 857 (Ls.)
ZIP 1988, 32
MDR 1988, 308
WM 1988, 54
BB 1988, 165
DB 1988, 330
BauR 1988, 103
Er hat damit in einer Angelegenheit, die für einen Verbraucher regelmäßig von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist, gewissenhaft allein dessen Interessen zu vertreten (vgl. BGHZ 102, 220, 225; BGH, Urteil vom 7. Dezember 1983 - IVa ZR 52/82 - BB 1984, 564, 565).
In diesem Fall richtet sich die Verjährung nach § 68 StBerG a.F. (BGHZ 83, 328, 332 f ; 102, 220, 223 ;… BGH, Urt. v. 27. Januar 1994 - IX ZR 195/93, WM 1994, 504;… Zugehör in Zugehör/Fischer/Sieg/Schlee, Handbuch der Anwaltshaftung 2. Aufl. Rn. 1304 f).
Bei einem Rechtsanwalt, der zugleich Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ist (Mehrfachberufler), ist entscheidend der Parteiwille zu beachten und daneben darauf abzustellen, welchem Berufsbild die konkrete Tätigkeit unterfällt (…BGH Urt. v. 21.4.1982 - IVa ZR 291/80, NJW 1982, 1866, 1867;… BGH Urt. v. 29.9.1982 - IVa ZR 309/80, NJW 1983, 1053, 1054; BGH Urt. v. 19.11.1987 - VII ZR 39/87, BGHZ 102, 220ff = NJW 1988, 1663f;… BGH Urt. v. 25.3.1987 - IVa 250/85, NJW 1987, 3136;… BGH Urt. v. 28.9.1995 - IX ZR 158/94, NJW 1995, 3248, 3251; Zugehör, Schwerpunkte der zivilrechtlichen Steuerberaterhaftung, DStR 2001, 1613).
Dieselbe Abgrenzung ist letztlich maßgeblich dafür, welchen Verjährungsvorschriften die Tätigkeit eines Mehrfachberuflers unterstellt wird (vgl. BGHZ 83, 328, 332 [BGH 21.04.1982 - IVa ZR 291/80]; 102, 220, 223 [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87];… BGH, Urt. v. 25. März 1987 - IVa ZR 250/85,.WM 1987, 928, 929;… Gräfe/Lenzen/Rainer, Steuerberaterhaftung 2. Aufl. Rdn. 869).
Zu den Pflichten eines sogenannten Mittelverwendungstreuhänders innerhalb eines "Bauherrenmodells" (im Anschluß an Senat, BGHZ 102, 220 [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87] = NJW 1988, 1663 = LM § 675 BGB Nr. 134).
Maßstab dafür, ob der Beklagte mit der Überweisung der Beträge an den Generalübernehmer gegen seine Pflichten verstoßen hat, ist der ihm durch den Treuhändervertrag übertragene Pflichtenkreis (Senatsurteil BGHZ 102, 220, 224 [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87]/227).
Der Umfang des dem Treuhänder obliegenden Pflichten einschließlich seiner Kontroll- und Beratungspflichten hängt auch und maßgeblich davon ab, welche Vorstellungen den Treugeber nach den Umständen des Einzelfalles, vor allem nach der Vertragsgestaltung erkennbar dazu veranlaßt haben, dem Treuhänder die Treuhandschaft zu übertragen (Senatsurteil BGHZ 102, 220, 224 [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87]/226 m.w.N.).
Eine entsprechende Aufklärung der Erwerber gehörte deshalb, wie vom Berufungsgericht ohne Rechtsirrtum angenommen, zu den selbstverständlichen, jedermann ohne weiteres einleuchtend Aufgaben der Treuhänderin, die ihre Vergütung auch und gerade dafür erhielt, daß der Erwerber sich um diese Dinge nicht zu kümmern brauchte (vgl BGH…, Urteil vom 30. Oktober 1987 V ZR 144/86 = ZIP 1988, 316, 318 = BGHR BGB vor § 1/Verschulden bei Vertragsschluß - Aufklärungspflicht 1; BGHZ 102, 220, 224 ff. [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87]; BGH, Urteil vom 24. März 1988 VII ZR 232/86 = NJW-RR 1988, 915, 916 f.).
Das Berufungsgericht hat ohne Rechtsirrtum angenommen, daß die in § 5 Nr. 6 des Treuhandvertrages getroffene Regelung, nach der ein möglicher Anspruch gegen den Treuhänder drei Jahre nach Beendigung des Treuhandvertrages verjährt, nach § 9 AGBG unwirksam ist (vgl. BGHZ 97, 21, 24 ff. [BGH 16.01.1986 - VII ZR 61/85]; BGH, Urteil vom 10. April 1986 - VII ZR 214/85 = WM 1986, 940 ff.; BGHZ 100, 132, 134 ff.; 102, 220, 222 ff. [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87]) und die hier geltende Fünfjahresfrist des § 51 a WPO bei Klageeinreichung am 1. August 1989 noch nicht abgelaufen war (vgl. insoweit auch BGHZ 83, 328, 333 f.) [BGH 21.04.1982 - IVa ZR 291/80].
Zu den danach zu wahrenden Interessen der Bauherren gehören auch ihre steuerlichen Belange, die für ihren Beteiligungsentschluß oft ausschlaggebend sind (BGHZ 102, 220, 224 [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87] und 226;… Koeble, Festschrift für Korbion S. 215, 223;… Reithmann/Brych/Manhart, Kauf vom Bauträger und Bauherrenmodelle, 5. Aufl. Rdnr. 134 c;… Brych/Pause, Bauherrenkauf und Baumodelle, 1989, Rdnr. 651).
Zwar hängt der konkrete Umfang des für den Treuhänder maßgebenden Pflichtenkreises auch von den Umständen des Einzelfalls und dabei insbesondere von der Vertragsgestaltung ab; dazu zählen u.a. die Beschränkung und Abgrenzung seines Tätigkeitsbereiches zu demjenigen des Baubetreuers und den Aufgaben der anderen bei der Durchführung des Bauvorhabens eingesetzten Funktionsträger sowie der Zeitpunkt des Beitritts des Bauherrn und dessen Kenntnis von der vorgesehenen Vertragsgestaltung (BGHZ 102, 220, 226) [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87].
Zwar hat der Treuhänder gemäß der Entscheidung BGH WM 1988, 54, die Interessen des Treugebers gewissenhaft zu wahren (so z.B. schon BGH BB 1984, 564, 565); zu seinen vorvertraglichen und vertraglichen Pflichten sollten auch Beratung und Unterrichtung des Bauherrn gehören.
BGH, 09.11.1992 - II ZR 141/91
Verjährung von Schadensersatzansprüchen gegen anwaltlichen Treuhandgesellschafter …
Der Bundesgerichtshof wendet aus dem entsprechenden Grund auf Steuerberater die dreijährige Verjährungsfrist des § 68 StBerG und auf Wirtschaftsprüfer die fünfjährige Frist des § 51 a WPO an (BGHZ 97, 21, 25 [BGH 16.01.1986 - VII ZR 61/85]; BGHZ 100, 132, 134 [BGH 11.03.1987 - IVa ZR 290/85]; BGHZ 102, 220, 222 ff. [BGH 19.11.1987 - VIII ZR 39/87]; anders, wenn ein Steuerberater als Initiator oder Prospektverantwortlicher mit den Anlegern in keine vertraglichen Beziehungen tritt, BGHZ 115, 213).
BGH, 15.05.1991 - VIII ZR 123/90
Treuhandvertrag über ein Bauherrenprojekt - Treuhänder-Pflicht zur …
BGH, 17.01.1991 - VII ZR 143/89
Pflichten des Treuhänders, Haftung
OVG Nordrhein-Westfalen, 28.01.2000 - 4 A 3379/97
Berufsrecht - Wirtschaftsprüfer: Begriff der Zweigniederlassung
OLG Nürnberg, 12.05.2004 - 4 U 2439/99
Haftung bei ungeeignetem Estrich
BGH, 24.03.1988 - VII ZR 232/86
Haupt- und Hilfsbegründung; Pflichten des Treuhänders
OLG Köln, 25.11.1998 - 2 U 100/95
Prospekthaftung und Aufklärungspflicht des Treuhänders im Bauherren- und …
BGH, 25.01.1990 - III ZR 334/89
Ist der Treuhänder verpflichtet, die Bonität der Vertragspartner laufend zu …
BGH, 26.11.1997 - IX ZR 300/96
BGB § 611; StBerG § 68

References: § 675
 § 68
 § 51
 § 68
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 675
 § 1
 § 5
 § 9
 § 51
 BGH 
 BGH 
 § 68
 § 51
 § 611
 § 68