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Timestamp: 2020-02-19 13:10:35+00:00

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BAG, 06.09.1989 - 2 AZR 118/89 - dejure.org
https://dejure.org/1989,300
BAG, 06.09.1989 - 2 AZR 118/89 (https://dejure.org/1989,300)
BAG, Entscheidung vom 06.09.1989 - 2 AZR 118/89 (https://dejure.org/1989,300)
BAG, Entscheidung vom 06. September 1989 - 2 AZR 118/89 (https://dejure.org/1989,300)
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Dreistufige Prüfung der Sozialwidrigkeit einer wegen häufigen Kurzerkrankungen ausgesprochenen ordentlichen Kündigung - Soziale Rechtfertigung einer Kündigung - Angemessene Berücksichtigung einer Gesundheitsprognose - Berücksichtigung prognostizierter krankheitsbedingter ...
Kündigung wegen betriebsbedingter Krankheit
ArbG Hamburg, 25.01.1988 - H 2 Ca 284/87
LAG Hamburg, 30.09.1988 - 8 Sa 36/88
NJW 1990, 2341
NZA 1990, 305
BB 1990, 556
BB 1990, 566
DB 1990, 305
DB 1990, 431
(a) Nach der Rechtsprechung des Senats (6. September 1989 - 2 AZR 118/89 - AP KSchG 1969 § 1 Krankheit Nr. 22 = EzA KSchG § 1 Krankheit Nr. 27) ist bei der Interessenabwägung insbesondere zu berücksichtigen, ob die Erkrankungen des Arbeitnehmers auf betriebliche Ursachen zurückzuführen sind (…vgl. KR-Etzel 6. Aufl. § 1 KSchG Rn. 348;… v. Hoyningen-Huene/Linck KSchG 13. Aufl. § 1 Rn. 183;… Stahlhacke/Preis/Vossen Kündigung und Kündigungsschutz im Arbeitsverhältnis 8. Aufl. Rn. 1232;… Kittner/Däubler/Zwanziger KSchR 5. Aufl. § 1 KSchG Rn. 83).
b) Nach der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 6. September 1989 - 2 AZR 118/89 - a.a.O., zu B II 3 d der Gründe) ist bei der Interessenabwägung insbesondere zu berücksichtigen, ob die Erkrankungen des Arbeitnehmers auf betriebliche Ursachen zurückzuführen sind.
c) Im Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. Senatsurteil vom 6. September 1989 - 2 AZR 118/89 -, a.a.O., zu B II 3 c der Gründe) hat das Berufungsgericht zugunsten der Beklagten einen seit dem Jahre 1982 zu verzeichnenden und damit ganz überwiegend nicht störungsfreien Verlauf des Arbeitsverhältnisses und das verhältnismäßig niedrige Lebensalter des Klägers sowie ferner - wenn auch unzutreffend bereits in der zweiten Prüfungsstufe - den Umstand berücksichtigt, daß die Ausfallquote der vergleichbaren Arbeitnehmer im Betrieb durchschnittlich nur 25 Arbeitstage im Jahr betragen und sonach die Ausfallquote des Klägers um mehr als die Hälfte unterschritten hat.
Insofern konnte er sich nicht allein damit begnügen, seinen Hausarzt Dr. K von der Schweigepflicht zu entbinden, er mußte die Kreislauferkrankungen vielmehr zunächst zeitlich zuordnen, um der Beklagten Gegenvortrag zu ermöglichen, damit diese ihrer letztendlichen Beweislast dafür, daß keine betriebliche Kausalität vorlag, entsprechen konnte (vgl. zu der Verteilung der Vortrags- und Beweislast Senatsurteil vom 6. September 1989 - 2 AZR 118/89 -, aaO, zu B II 3 d cc der Gründe).
Sie hätte vielmehr die Rechtfertigungs- bzw. Entschuldigungsgründe konkret darlegen müssen (ständige Rechtsprechung des BAG, vgl. Urteil vom 6. August 1987 - 2 AZR 226/87 - AP Nr. 97 zu § 626 BGB, zu II 2 a der Gründe; Urteil vom 6. September 1989 - 2 AZR 118/89 - AP Nr. 22 zu § 1 KSchG 1969 Krankheit, zu B II 3 d cc der Gründe; Urteil vom 31. Mai 1990 - 2 AZR 535/89 - unveröffentlicht, zu II 2 a der Gründe; Urteil vom 19. Dezember 1991 - 2 AZR 367/91 - unveröffentlicht, zu B I 2 a und b der Gründe).

References: § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 626
 § 1