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Timestamp: 2019-06-18 16:00:19+00:00

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In Kategorie(n): Internetbetrug - 16. Mai 2017 von Rechtsanwalt Thomas Feil
Egal ob Sie sich eine Uhr, Bekleidung oder Elektronik im Internet kaufen möchten, Online-Shops bieten mittlerweile eine Vielzahl von Produkten an, die Sie sich bequem nach Hause bestellen können. Aufgrund der hohen Nachfrage von Verbrauchen hat sich dabei nicht nur das Angebot der einzelnen Online-Shops erweitert, sondern es sind auch eine Vielzahl neue Online-Shops entstanden. Dies machen sich auch Betrüger mit sogenannten Fake-Shops zu Nutze. Leider kommt es immer wieder vor, dass Verbraucher mit solchen Fake-Shops Erfahrungen machen. So kann es bei einer Bestellung aus dem Internet dazu kommen, dass Ihr Geld weg ist, Sie jedoch keine Ware oder nur minderwertige Ware erhalten haben. Sollten Sie zu einem Opfer eines Fake-Shops geworden sein, so stellt sich zunächst die Frage, wie Sie Ihr Geld zurückbekommen können. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen darstellen, welche Fälle es zu dem Thema „Fake-Shops“ gibt, wie Sie solche Shops erkennen können und wie Sie Ihr Geld von den Online-Betrügern zurück bekommen können.
Wie kann man einen Fake-Shop erkennen und einen Betrug vermeiden?
Was tun, wenn man Opfer geworden ist?
Was können Online-Händler tun?
Welche Fälle von Fake-Shops gibt es?
Bewertungen im Netz fälschen
Bei Fake-Shops handelt es sich um gefälschte Internet-Verkaufsplattformen, welche den Anschein eines echten Shops erwecken sollen und mitunter nur schwer zu erkennen sind. Oftmals bedienen sich die Täter an echten Internet-Shops und versuchen diese zu kopieren, um bei dem Verbraucher den Eindruck eines echten und seriösen Shops zu erwecken. Die Betrüger wollen mit einer möglichst seriösen Gestaltung der Fake-Shops das Vertrauen der Verbraucher gewinnen und diese dazu bringen bei dem Fake-Shop eine Bestellung zu tätigen. Als ein weiterer Anreiz für den Verbraucher dienen die besonders günstigen Preise der gesuchten Produkte.
Konnten die Betrüger den Kunden dazu bringen, dass dieser Ware von einem Fake-Shop bestellt, so wird entweder minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis verschickt oder aber es kommt zu gar keiner Lieferung der bestellten Ware. Auch versuchen Betrüger oftmals die Kunden mit dem Vorspielen von Lieferschwierigkeiten davon abzuhalten, bereits getätigte Überweisungen wieder rückgängig zu machen.
Fake-Shops sind oftmals Kopien von real existierenden Internet-Shops und daher nur schwer zu erkennen, jedoch gibt es einige Merkmale die auf die Täuschung hindeuten könne.
Falls Sie sich unsicher sein sollten ist es ratsam, sich über den Betreiber der Seite über das Impressum zu informieren. Sollten Sie im Impressum keinerlei Angaben über den Verkäufer finden, sollten Sie in dem Shop auch keine Bestellung tätigen. Auch können Sie den Namen des Online-Shops in eine Suchmaschine eingeben und sich beispielsweise anhand von Kundenbewertungen orientieren. Oftmals lässt sich so bereits im Vorfeld feststellen, ob es sich um einen seriösen Online-Shop handelt. Sollten Sie jedoch mithilfe einschlägiger Suchmaschinen nichts über den Online-Shop in Erfahrungen bringen können, so können Sie sich auch bei der Verbraucherzentrale informieren. Oftmals werden Fake-Shops aus dem Ausland betrieben, weshalb auch Rechtschreibfehler ein Anzeichen für mangelnde Seriosität sein können.
Eine weitere Sicherheitsmaßnahme ist die Wahl eines sicheren Zahlungswegs. Schützen können Sie sich durch den Kauf auf Rechnung, da getätigte Überweisungen wieder Rückgängig gemacht werden können. Eine Zahlung auf Vorkasse sollte vermieden werden.
Auch ist es im Falle von Zweifel sicherer, Markenware direkt beim Händler oder von diesem lizenzierten Händler zu kaufen. Grundsätzlich gilt, dass Sie im Falle von aufkommenden Zweifeln von einer Bestellung des jeweiligen Online-Shops absehen sollten.
Als erstes sollten Sie Ihre Bank informieren und um ihr Geld zurückzubekommen die Zahlung rückgängig machen. Zudem sollten Sie sämtliche Beweise sammeln und diese im Falle eines möglichen Verfahrens aufheben.
Nicht nur den Betroffenen Kunden entsteht durch Fake-Shops ein Schaden, bei dem es sich oft als schwierig erweist, das verlorene Geld zurückzubekommen. Auch Online-Anbieter leiden unter den Fake-Shops. Nach Angaben des Einzelhandelsverbands HDE verlieren Online-Anbieter durch Fake-Shops das Vertrauen der Kunden. Eine wirksame Maßnahme kann die Verwendung eines Gütesiegels sein. Um ein weitverbreitetes Siegel handelt es sich bei dem Siegel des Unternehmens Trusted Shops. Die Käufer können dort die Internetseite des Anbieters angeben und dadurch prüfen, ob das Siegel tatsächlich vergeben wurde.
Der erste Schritt sollte zunächst eine Strafanzeige bei der Polizei sein. Denn rechtlich gesehen handelt es sich bei der Masche der Fake-Shops um einen Betrug, der nach § 263 Strafgesetzbuch (StGB) strafbar ist und mit Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe belegt werden kann.
Nach § 263 Abs. 1 StGB macht sich jemand strafbar „Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält.“
Doch besonders im Falle der Fake-Shops spielt auch der versuchte Betrug eine große Rolle, da Täter durch das Erstellen eines Fake-Shops zwar versuchen an Ihre Geld zu gelangen, Besucher solcher Seiten jedoch nicht immer auch etwas bestellen. Nach § 263 StGB ist bereits der bloße Betrugsversuch strafbar und wird verfolgt. So handelt es sich um einen versuchten Betrug, wenn ein Mangel im objektiven Tatbestand vorliegt, die subjektiven Voraussetzungen aber erfüllt sind. So liegt beispielsweise kein vollendeter Betrug vor, wenn Sie einen Fake-Shop lediglich besuchen, aber dort keine Bestellung tätigen. Vielmehr kann es sich in einem solchen Fall um einen versuchten Betrug handeln. Bemerken Betroffene noch rechtzeitig, dass es sich um einen Fake-Shop handelt, können diese trotzdem eine Strafanzeige gegen die Betrüger stellen. Denn auch wenn sich für Sie nicht die Frage stellt, wie Sie Ihr Geld zurückbekommen, so haben die Betreiber durch das Erstellen eines Fake-Shops zumindest versucht an Ihr Geld zu gelangen.
Die erste Frage, die sich Opfer eines Fake-Shops stellen ist vermutlich „Wie bekomme ich mein Geld zurück?“. Denn neben strafrechtlichen Sanktionen können Opfer von Fake-Shops auch zivilrechtlich gegen die Täter vorgehen, um ihr Geld zurückzubekommen. Ein Anspruch auf Schadensersatz besteht gem. § 823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). So ist es möglich, sofern man die Täter der Fake-Shops ausfindig machen kann, das Geld nach § 823 BGB in Verbindung mit § 263 StGB zurückzubekommen.
Mittlerweile handelt es sich bei dem Betrug beim Online-Handel längst um ein Massendelikt, bei dem Kriminelle immer neue Wege finden um sich das Vertrauen von potentiellen Kunden erschleichen. Doch eins haben alle Fake-Shops gemeinsam, sie sollen alle an reale Verkaufsplattformen erinnern oder zumidest einen seriösen Eindruck machen, um bei Verbrauchen Vertrauen zu erwecken. Die täuschend echte Aufmachung der Fake-Shops ist sozusagen der erste Schritt, den alle Täter verfolgen. Fake-Shops werden nicht nur häufig versucht so aufzubauen wie real existierende Onlineshops, es werden auch Produktbilder, Geschäftsbedingungen und das Impressum professionell aufgemach,t um den Eindruck eines Fake-Shops vollends zu vermeiden.
Viele Betrüger bieten in ihren Fake-Shops besonders Markenartikel zu günstigen Preisen an, um Kunden neugierig zu machen. Ein weiteres besonderes Merkmal von Fake-Shops ist, dass lediglich die Zahlung per Vorkasse möglich ist, da es Ihnen so am schwierigsten fällt Ihr Geld zurückzubekommen.
Es sind auch Fälle bekannt, in denen Kunden erst nach der Bestellung von den Betreibern der Fake-Shops kontaktiert wurden und Ihnen mitgeteilt wurde, dass bei dem von ihnen ausgewählten Produkt nur eine Vorauszahlung möglich ist. Dabei kann eine solche E-Mail zum Beispiel so aussehen „Vielen Dank für Ihre Bestellung in unserem Shop. Leider ist bei Erstbestellungen nur eine Vorauszahlung machbar. Wir hatten in der Vergangenheit mehrere Betrugsversuche mit geklauten Bankverbindungen, die zur Zahlung benutzt wurden.“ Oftmals wird einer solchen Nachricht Vertrauen geschenkt und es wird eine Vorauszahlung getätigt. Häufig ist es auch der niedrige Preis, der Kunden alle Zweifel an der Seriosität des Shops vergessen lässt. Denn Fake-Shops locken potentielle Kunden mit Offerten, die 30-70% unter dem marktüblichen Niveau liegen. Aus diesem Grund sollten Sie sich nicht von den vermeintlichen Schnäppchen zu einem voreiligen Kauf verleiten lassen und auch von einer Zahlung per Vorkasse absehen.
Eine weitere Beliebte Methode von Betrügern ist es, dafür zu sorgen, dass ihr Fake-Shop ganz oben bei Google angezeigt wird und auch von Preisvergleichsportalen mit einer positiven Kundenbewertung gelistet wird. Bewertungsprotale spielen mittlerweile bei Kaufentscheidungen eine große Rolle. Sei es um ein passendes Produkt zu finden, Preise zu vergleichen oder aber im Falle von Online-Shops deren Seriosität herauszufinden. Vor allem bei den vermeintlichen Schnäppchen der Fake-Shops wird sich häufig gefragt, ob es sich dabei um ein real existierendes Angebot handeln kann. Kunden, denen ein solches „Schnäppchen“ komisch vorkommt suchen bei Google nach dem jeweiligen Online-Shop um einen Betrug ausschließen zu können, aus Angst ihr Geld nicht zurückzubekommen. Betrüger machen sich auch dies zu Nutze und fälschen Kundenbewertungen um auch die letzten Zweifel an der Echtheit des Shops auszuräumen. Auch ist es ohne größeren Aufwand möglich Suchanzeigen zu erstellen und mit relevanten Keywords den eigenen Online-Shop bei Google weiter oben zu platzieren. Dass Kunden sich auf positive Bewertungen verlassen zeigt zum Beispiel der TNS Infratest, nachdem sich 80 Prozent der Internet Shopper auf eine positive Bewertung von anderen Kunden verlassen.
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References: § 263
 § 263
 § 263
 § 823
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 § 263