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Timestamp: 2020-08-12 12:27:19+00:00

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BSG Urteil vom 29.01.2014 - B 5 R 36/12 R | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BSG Urteil vom 29.01.2014 - B 5 R 36/12 R
1. Die Forderungsübertragung verändert im Sozialrecht nur die Rechtszuständigkeit über die Forderung, ohne dass der Zessionar in die Rechtsstellung des Zedenten aus dem Sozialrechtsverhältnis eintritt (vgl BSG vom 30.1.2002 - B 5 RJ 26/01 R = SozR 3-1300 § 50 Nr 25 im Anschluss an BSG vom 6.2.1991 - 13/5 RJ 18/89 = BSGE 68, 144 = SozR 3-1200 § 53 Nr 1).
2. Durch § 1 Abs 1 Halbs 2 TVG werden die Tarifvertragsparteien lediglich ermächtigt, Rechtsnormen in Bezug auf "Arbeitsverhältnisse" zu schaffen. "Arbeitsverhältnis" ist die zivilrechtliche Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, insbesondere aufgrund eines Arbeitsvertrages. Dagegen ist das Sozialrechtsverhältnis zwischen Rentenversicherungsträger und Versichertem ein gesetzliches Schuldverhältnis auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts, das gerade nicht Bestandteil des zivilrechtlichen Arbeitsverhältnisses ist, sondern unabhängig davon existiert und kraft Gesetzes entsteht.
SGG § 54 Abs. 5; SGB 1 § 53 Abs. 1, 2 Nrn. 1-2, Abs. 3; SGB 6 § 43 Abs. 2; SGB 10 §§ 31, 53 Abs. 1 S. 1, §§ 103, 107 Abs. 1; TVG § 1 Abs. 1 Hs. 2, § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 S. 1, § 5; BGB §§ 133, 157, 398, 611; ZPO § 850c; TVöD §§ 1, 22 Abs. 4 Sätze 2, 4; GG Art. 9 Abs. 3
LSG Nordrhein-Westfalen (Urteil vom 08.05.2012; Aktenzeichen L 18 R 334/11)
SG Köln (Urteil vom 16.11.2010; Aktenzeichen S 34 (30) R 60/08)
I. Auch insofern hätte die Klägerin - entgegen der Auffassung des LSG - den geltend gemachten Zahlungsanspruch aus übertragenem Recht im Wege der allgemeinen Leistungsklage (§ 54 Abs 5 SGG) als statthafter Klageart verfolgen können. Denn mit ihr kann die Verurteilung zu einer Leistung, auf die ein Rechtsanspruch besteht, auch dann begehrt werden, wenn ein Verwaltungsakt (§ 31 S 1 SGB X) nicht zu ergehen hatte. Nachdem die Beklagte das Recht auf Rente wegen voller Erwerbsminderung (§ 43 Abs 2 SGB VI) und den (Höchst-)Wert dieses Rechts im Rentenbescheid vom 16.3.2007 gegenüber dem Versicherten bindend (§ 77 SGG) festgestellt hatte, waren die daraus resultierenden - hier nach Grund und Höhe unstreitigen - Rentenauszahlungsansprüche jedenfalls gegenüber der klagenden Zessionarin nicht durch feststellenden Verwaltungsakt (erneut) zu regeln (BSG Urteile vom 22.2.1990 - 4 RA 19/89 - Die Leistungen 1992, 306 ff, vom 12.7.1990 - 4 RA 47/88 - BSGE 67, 143, 145 = SozR 3-1200 § 52 Nr 1 S 4, vom 23.10.2003 - B 4 RA 25/03 R - SozR 4-1200 § 53 Nr 1 RdNr 24 und vom 15.6.2010 - B 2 U 26/09 R - SozR 4-1200 § 53 Nr 3 RdNr 16). Ein entsprechender Verwaltungsakt ist auch nicht ergangen. Die Forderungsübertragung verändert im Sozialrecht nur die Rechtszuständigkeit über die Forderung, ohne dass der Zessionar in die Rechtsstellung des Zedenten aus dem Sozialrechtsverhältnis eintritt, wie der erkennende Senat (Urteil vom 30.1.2002 -B 5 RJ 26/01 R - SozR 3-1300 § 50 Nr 25 S 87) im Anschluss an den 13. Senat (Urteil vom 6.2.1991 - 13/5 RJ 18/89 - BSGE 68, 144, 147 = SozR 3-1200 § 53 Nr 1 S 4) bereits entschieden hat. Der Dritte erhält damit "nur das begrenzte, ihm übertragene Recht aus dem Gesamtkomplex der Rechtsbeziehungen, ohne dass sich dessen Inhalt verändert" (BSG, aaO).
BSGE 2015, 110
ZTR 2015, 337
SGb 2014, 134
Breith. 2014, 1042

References: § 50
 § 53
 § 1
 § 54
 § 53
 § 43
 § 1
 § 3
 § 4
 § 5
 § 850
 Art. 9
 § 52
 § 53
 § 53
 § 50
 § 53