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Timestamp: 2016-09-26 03:39:03+00:00

Document:
9C_95/2016���{T�0/2} � � Urteil vom 30. Mai 2016
Der 1982 geborene A.________ arbeitete bei der B.________ GmbH als Fenstermonteur. Am 27. Dezember 2009 erlitt er bei einem Snowboard-Unfall eine Schulterluxation rechts (mit SLAP II-L�sion und partieller Ruptur der Infraspinatussehne). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Die IV-Stelle Glarus sprach A.________ nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren mit Verf�gung vom 30. April 2015 vom 1. M�rz bis 30. September 2011 eine ganze (Invalidit�tsgrad: 100 %) und vom 1. Oktober 2011 bis 31. Mai 2012 eine halbe Invalidenrente (Invalidit�tsgrad: 55 %) zu.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus mit Entscheid vom 17. Dezember 2015 teilweise gut und gew�hrte A.________ (bei unver�ndertem Invalidit�tsgrad) vom 1. M�rz bis 31. Oktober 2011 eine ganze und vom 1. November 2011 bis 30. September 2013 eine halbe Invalidenrente.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit den Rechtsbegehren, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei ihm auch nach dem 1. November 2011 eine ganze Invalidenrente auszurichten; eventualiter sei die Sache zur Vornahme weiterer Abkl�rungen an die IV-Stelle, allenfalls an die Vorinstanz, zur�ckzuweisen. Sodann ersucht A.________ um unentgeltliche Rechtspflege.
Streitgegenstand bildet einzig die Frage (vgl. Art. 107 Abs. 1 BGG), ob �ber den 1. November 2011 hinaus ein Anspruch des Versicherten auf eine ganze Invalidenrente besteht.
Das kantonale Gericht hat diesbez�glich auf die Berichte des Dr. med. C.________ vom 7. September 2011 sowie des Dr. med. D.________, Regionaler �rztlicher Dienst (RAD), vom 16. September 2011 abgestellt und ab Juli 2011 eine Verbesserung des Gesundheitszustandes angenommen (Arbeitsf�higkeit bei adaptierter T�tigkeit: 50 %). Gest�tzt darauf hat es die ganze Invalidenrente des Versicherten ab 1. November 2011 (Art. 88a Abs. 1 IVV) auf eine halbe Invalidenrente herabgesetzt. Im Weiteren hat die Vorinstanz, nach Beizug der Unfallakten, mit Blick auf die kreis�rztliche Untersuchung des Dr. med. E.________ (Bericht vom 12. Juni 2013) ab Untersuchungsdatum (Juni 2013) f�r angepasste T�tigkeiten eine vollumf�ngliche Arbeitsf�higkeit bejaht, weshalb sie die halbe Invalidenrente per Ende September 2013 aufgehoben hat. Die nach Erlass der Verf�gung vom 30. April 2015 datierende Entwicklung - insbesondere die Schulteroperation vom 1. Juli 2015 - hat das kantonale Gericht nicht ber�cksichtigt.
3.1.�Nach st�ndiger Rechtsprechung ist, in Abweichung von der Grundregel �ber den zeitlich massgebenden Sachverhalt (vgl. BGE 132 V 215 E. 3.1.1 S. 220; 130 V 138 E. 2.1 S. 140), die Entwicklung der - hier medizinischen - Verh�ltnisse nach Erlass der angefochtenen Verf�gung ausnahmsweise dann in die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung miteinzubeziehen, wenn sich daraus R�ckschl�sse auf den Sachverhalt bis zum Zeitpunkt des Verwaltungsaktes ziehen lassen (vgl. statt vieler Urteil 9C_352/2010 vom 30. August 2010 E. 2.3.3 mit Hinweis auf BGE 121 V 362 E. 1b in fine S. 366; SVR 2008 IV Nr. 15 S. 43 E. 2.2.2.3, I 514/06). Im Lichte dieses prozessualen Grundsatzes, einer Rechtsregel, deren Verletzung nach Art. 95 lit. a BGG ger�gt werden kann bzw. die im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen (Art. 106 Abs. 1 BGG) der Beurteilung durch das Bundesgericht zugrunde zu legen ist, kann die vorinstanzliche Annahme nicht best�tigt werden, wonach der Beschwerdef�hrer im Laufe der Zeit eine die Rentenherabsetzung und -aufhebung rechtfertigende Arbeitsf�higkeit wiedergewonnen habe. Vielmehr hat das kantonale Gericht selber festgestellt und ergibt sich aus den Akten (vgl. Bericht des Spitals F.________ vom 3. Juni 2015 ["Diagnose"]), dass sich der Beschwerdef�hrer im Anspruchszeitraum mehreren operativen Eingriffen am rechten Schultergelenk unterziehen musste, zuletzt durch Prof. Dr. med. G.________, Chefarzt der Klinik f�r Orthop�dische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, Spital F.________, am 1. Juli 2015. Dieser Spezialist h�tte dem Versicherten keine Hemiprothese in die rechte Schulter implantiert, wenn deren Zustand so gewesen w�re, wie das kantonale Gericht annimmt. Dessen Tatsachenfeststellungen sind in diesem Punkt unhaltbar (Art. 105 Abs. 2 BGG) und daher f�r das Bundesgericht nicht verbindlich (E. 1).
3.2.�Damit waren bis zum Verf�gungszeitpunkt (30. April 2015) die Voraussetzungen f�r eine Rentenrevision (Art. 17 Abs. 1 ATSG) nicht erf�llt, weshalb der Beschwerdef�hrer (weiterhin) Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat (betreffend analoge Anwendung der Revisionsbestimmungen bei abgestuften oder befristeten Renten vgl. BGE 133 V 263 E. 6.1 S. 263 mit Hinweisen). Wie es sich f�r die Folgezeit verh�lt, insbesondere ob die von Prof. Dr. med. G.________ im Bericht vom 20. August 2015 attestierte, sehr erfreuliche postoperative Entwicklung anh�lt, hat die IV-Stelle abzukl�ren und alsdann �ber den Rentenanspruch ab Mai 2015 und im �brigen auch eingehend �ber die von den behandelnden �rzten vielfach empfohlenen beruflichen Eingliederungsmassnahmen neu zu verf�gen.
Dem Verfahrensausgang entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Der obsiegende Beschwerdef�hrer hat Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Glarus vom 17. Dezember 2015 und die Verf�gung der IV-Stelle Glarus vom 30. April 2015 werden aufgehoben mit der Feststellung, dass der Beschwerdef�hrer bis und mit April 2015 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente hat. Die Sache wird an die IV-Stelle Glarus zur�ckgewiesen, damit sie, nach Aktenerg�nzung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Rentenanspruch ab Mai 2015 neu verf�ge.
Die Sache wird zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientsch�digung des vorangegangenen Verfahrens an das Verwaltungsgericht des Kantons Glarus zur�ckgewiesen.

References: Art. 107
 BGE 
 BGE 
in fine
 Art. 95
 BGE