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Timestamp: 2019-05-19 17:41:06+00:00

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Verlustabzug beim Mantelkauf? Anwalt für Steuerrecht in Berlin
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Verlustabzug beim Mantelkauf?
Unter einem Mantelkauf versteht man im Steuerrecht zunächst den Erwerb von Geschäftsanteilen einer vermögenslosen Körperschaft, meist GmbH, welche nach neuem Kapitalzufluss wieder aktiv in der Wirtschaft tätig wird. Neben der Mantelgesellschaft eignet sich aber auch der Erwerb einer Vorratsgesellschaft zum Verlustabzug. Während bei einer Mantelgesellschaft eine bereits bestehende Kapitalgesellschaft ihre operative Geschäftstätigkeit einstellt, aber als juristische Person bestehen bleibt, muss bei einer Vorratsgesellschaft eine Kapitalgesellschaft erst neu gegründet werden, wobei die operative Tätigkeit von Anfang an gar nicht aufgenommen wird. Nach heutiger Ansicht verstößt der Mantelkauf auch nicht mehr gegen § 134 BGB.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Was gilt beim Erwerb von GmbH-Anteilen?
Die Ausnutzung von Verlustvorträgen der Zielgesellschaft ist bei vielen Unternehmenskäufen ein starkes Motiv. Damit sich dieses Ziel aber auch verwirklicht, sollte man bei der Übertragung von Anteilen auf deren Höhe achten. Werden nämlich gemäß § 8c KStG innerhalb von 5 Jahren mittelbar oder unmittelbar mehr als 25 % des gezeichneten Kapitals, der Mitgliedschaftsrechte, Beteiligungsrechte oder der Stimmrechte an einer Körperschaft an einen Erwerber oder diesem nahe stehende Personen übertragen oder liegt ein vergleichbarer Sachverhalt vor (schädlicher Beteiligungserwerb), sind insoweit die bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht ausgeglichenen oder abgezogenen negativen Einkünfte (nicht genutzte Verluste) nicht mehr abziehbar. Sie gehen somit anteilig verloren. Unabhängig von § 8c I 1 KStG sind bis zum schädlichen Beteiligungserwerb nicht genutzte Verluste sogar vollständig nicht mehr abziehbar, wenn innerhalb von fünf Jahren mittelbar oder unmittelbar mehr als 50 % des gezeichneten Kapitals, der Mitgliedschaftsrechte, Beteiligungsrechte oder der Stimmrechte an einer Körperschaft an einen Erwerber oder diesem nahe stehende Personen übertragen werden oder ein vergleichbarer Sachverhalt vorliegt. Überlegen Sie sich daher genau, wie viele Anteile Sie erwerben.
Anwalt für Steuerrecht in Berlin - Was gilt beim Erwerb von GbR-Anteilen?
Auch bei der GbR als Personengesellschaft ist der Erwerb von Anteilen möglich und seit 2004 auch wieder der vertikale Verlustausgleich, mit Ausnahme der Einkünfte aus Kapitalvermögen. Verluste, die nach dem Verlustausgleich nicht ausgeglichen werden können, können gemäß § 10d EStG zurück- oder vorgetragen werden. Der Verlustabzug ist jedoch zum Teil begrenzt. Dies gilt z.B. für negative Einkünfte aus nicht EU-Staaten gemäß § 2a EStG. Diese Verlustvorträge sind personengebunden und gehen daher bei einem Unternehmenskauf über Anteile an Personengesellschaften verloren. Nichts anderes gilt jedoch auch im Gewerbesteuerrecht. Wird ein Unternehmen verkauft, so gilt der Gewerbebetrieb gemäß § 5 GewStG als eingestellt. Dies gilt jedoch nicht beim Verkauf eines Mitunternehmeranteils. Lassen Sie sich beraten.

References: § 134
 § 8
 § 8
 § 10
 § 2
 § 5