Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-11-2012-9C_838-2012
Timestamp: 2016-10-20 19:41:26+00:00

Document:
9C_838/2012 (26.11.2012)
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 24. August 2012.
A.a H.________ (geb. 1954), welcher als gelernter Koch bei verschiedenen Arbeitgebern (u.a. Service X.________, verschiedene Altersheime, M.________, Metzgerei) in leitender Stellung t�tig gewesen war, meldete sich am 22. Februar 2010 bei der IV-Stelle des Kantons Z�rich unter Hinweis auf rezidivierende Diskushernien und ein operiertes H�ftgelenk links zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle kl�rte den Sachverhalt in beruflicher und medizinischer Hinsicht ab. Dr. med. V.________, Allgemeinmedizin, berichtete am 11. M�rz 2010, der an internistischen (Diabetes mellitus, Hypertonie, Adipositas) und R�cken-, Schulter- sowie Gelenksbeschwerden leidende Versicherte befinde sich in offenbar ausgedehnter Behandlung bei Frau Dr. med. F.________, FMH Physikalische Medizin und Rehabilitation, welche der Durchf�hrungsstelle am 11. Juni 2010 unter Beilegung neurologischer und elektrodiagnostischer Untersuchungsberichte des Dr. med. S.________, Facharzt FMH Neurologie, vom 13. Januar 2010 berichtete.
A.b Am 9. August 2010 lud die IV-Stelle H.________ ein zum Gespr�ch betreffend die berufliche Situation. Aus den beigebrachten Unterlagen geht hervor, dass der Versicherte seit 1. M�rz 2009 teilzeitlich als Koch f�r das Restaurant Y.________ t�tig ist (zu 50 %). Das Erstgespr�ch vom 25. August 2010 ergab unter anderem, dass der Versicherte, zeit seines Lebens als Koch besch�ftigt, eine Teilzeitstelle als Koch in einem Altersheim anstrebt, wobei er sich sogar zutraue, seine T�tigkeit im Umfang von 60 % bis 70 % auszu�ben. Er bewerbe sich nur als Koch und k�nne sich nicht vorstellen eine andere T�tigkeit auszu�ben. Da sich der Versicherte vom RAV (RAV) Fehraltorf bei der Stellensuche ausreichend unterst�tzt f�hlte, schloss die IV-Stelle die Arbeitsvermittlung ab (Mitteilung vom 6. Oktober 2010). Schon am 18. Juni 2010 hatte Dr. med. E.________ vom Regionalen �rztlichen Dienst (RAD), welchem die (medizinischen) Akten unterbreitet wurden, zur Arbeitsf�higkeit in dem Sinne Stellung genommen, dass in der bisherigen T�tigkeit als Koch eine 50%ige Leistungsf�higkeit bestehe (seit Januar 2009); behinderungsangepasste T�tigkeiten (leichte T�tigkeiten in Wechselbelastung �berwiegend im Sitzen, ohne Heben, Tragen und Bewegen von Lasten > als 5 kg, ohne Verharren in Zwangshaltungen) seien zu 90 % zumutbar, wobei die 10%ige Einschr�nkung mit der Notwendigkeit zus�tzlicher Pausen begr�ndet werde. Gest�tzt auf diese Abkl�rungsergebnisse f�hrte die IV-Stelle den Einkommensvergleich durch, indem sie dem Valideneinkommen von Fr. 75'400.- ein Invalideneinkommen von Fr. 53'566.60 gegen�berstellte, woraus sich ein nicht rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad von 29 % ergab. Nach Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens lehnte die IV-Stelle den Rentenanspruch mit Verf�gung vom 8. November 2010 ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 24. August 2012 ab.
H.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, es sei ihm, unter Aufhebung von kantonalem Gerichtsentscheid und ablehnender Verwaltungsverf�gung, eine Dreiviertels-Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei die IV-Stelle zu verpflichten, zus�tzliche medizinische Abkl�rungen durchzuf�hren und danach neu �ber den Rentenanspruch zu entscheiden. Auf die einzelnen Vorbringen wird, soweit erforderlich, in den Erw�gungen eingegangen.
1.1 Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Seinem Urteil legt es den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz, auf R�ge hin oder von Amtes wegen, berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig (dazu E. 1.2) ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 beruht, und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 BGG). Das Vorliegen dieser Voraussetzungen hat die beschwerdef�hrende Person genau darzulegen. Dazu gen�gt es nicht, einen von den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten oder die eigene Beweisw�rdigung zu erl�utern (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; SVR 2012 BVG Nr. 11 S. 44, 9C_779/2010 E. 1.1.2 [nicht publiziert in BGE 137 V 446]).
Eine Sachverhaltsfeststellung ist nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst, wenn sie eindeutig und augenf�llig unzutreffend ist (BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44). Es liegt noch keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere L�sung ebenfalls in Betracht f�llt, selbst wenn diese als die plausiblere erschiene (vgl. BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9; Urteil 9C_967/2008 vom 5. Januar 2009 E. 5.1). Diese Grunds�tze gelten auch in Bezug auf die konkrete Beweisw�rdigung (Urteil 9C_999/2010 vom 14. Februar 2011 E. 1 und 9C_734/2010 vom 21. Oktober 2010 E. 3; SVR 2012 BVG Nr. 11 S. 44, 9C_779/2010 E. 1.1.1 [nicht publiziert in: BGE 137 V 446]).
Streitig und zu pr�fen ist allein, ob das kantonale Gericht dadurch Bundesrecht verletzt hat, dass es f�r die Beurteilung der Arbeitsunf�higkeit (Art. 6 ATSG) als Element der angefochtenen Invalidit�tsbemessung (Art. 7, 8 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 4 Abs. 1, Art. 28, Art. 28a Abs. 1 IVG und Art. 16 ATSG) auf die Einsch�tzung des RAD-Arztes Dr. med. E.________ abgestellt hat, welcher eine 90%ige Leistungsf�higkeit f�r die im Sachverhalt unter lit. A.b erw�hnten zumutbaren Verweisungst�tigkeiten attestierte.
2.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes und eine "unkorrekte Feststellung" der ihm noch zumutbaren Arbeitsf�higkeit. Die Beschwerdeschrift fasst sodann den Inhalt der Berichte der behandelnden Spezial�rztin, Frau Dr. med. F.________, und des Dr. med. S.________ zusammen und gibt den Schluss wieder, welchen der RAD-Arzt Dr. med. E.________ daraus gezogen hat: eine 50%ige Arbeitsf�higkeit als Koch und ein Leistungsverm�gen von 90 % in behinderungsangepassten T�tigkeiten, worauf sich Verwaltung und Vorinstanz abgest�tzt haben. Dr. med. E.________, welcher hinsichtlich der Arbeitsf�higkeit als Koch mit Frau Dr. med. F.________ �bereinstimme, begr�nde "seine Beurteilung der zumutbaren Arbeitsf�higkeit in einer behinderungsangepassten T�tigkeit von 90 % nicht weiter"; insbesondere fehlten "jegliche Angaben zum aufgestellten Zumutbarkeitsprofil, welches sich mit den Angaben von Frau F.________ nicht" decke; Dr. med. E.________ sei "praktischer Arzt und kein Spezialist der Rheumatologie oder der physikalischen Medizin" wie die behandelnde Frau Dr. med. F.________. Unter gesamthafter W�rdigung von deren Aussagen und aufgrund der spezial�rztlich ausgewiesenen Probleme vonseiten des R�ckens (radikul�res Ausfallsyndrom L5 und S1 rechts, neurogene Sch�digung L5 m�ssig und S1 schwerst) sowie aufgrund der Fussheber- und Fusssenker-Parese sei "auch in einer gesundheitlich angepassten T�tigkeit von einer h�heren Einschr�nkung als 10 % auszugehen". Insbesondere lasse "die Angabe einer Arbeitsf�higkeit von 50 % durch Frau Dr. F.________ auf die erg�nzenden Fragen in Ber�cksichtigung der gesundheitlichen Situation im Gesamten den Schluss zu, dass beim Beschwerdef�hrer sowohl f�r die angestammte wie auch eine angepasste T�tigkeit eine Einschr�nkung von 50 %" bestehe. Die vorinstanzliche Feststellung, dass die Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit durch Dr. med. E.________ den Ausf�hrungen von Frau Dr. med. F.________ entspr�che, werde durch die vorliegenden Akten nicht best�tigt, habe sich doch bei den einzelnen Teilaspekten einer zumutbaren T�tigkeit Frau Dr. med. F.________ zum Ausmass der Einschr�nkungen nicht ge�ussert. Deren attestierte Einschr�nkungen beim Gehen und Stehen bez�gen sich klar nur auf die angestammte und bisherige T�tigkeit als Koch, wovon auch Dr. med. E.________ selber in seiner kurzen Beurteilung ausgehe. Denn Frau Dr. med. F.________ stelle auf die Frage 1.7 (Einschr�nkungen zur bisherigen T�tigkeit) fest, der Beruf als Koch k�nne fast nur ausschliesslich im Stehen und Gehen ausge�bt werden, sodass hier sicherlich eine Einschr�nkung bestehe (Verweis auf das Zusatzblatt f�r Erg�nzungen), womit sie nicht generell sage, dass sich die Einschr�nkungen auf das Gehen und Stehen reduzierten.
2.2.1 Die interdisziplin�r zusammengesetzten Regionalen �rztlichen Dienste (Art. 59 Abs. 2 IVG) stehen den IV-Stellen zur Beurteilung der medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs zur Verf�gung. Sie setzen die f�r die Invalidenversicherung nach Art. 6 ATSG massgebende funktionelle Leistungsf�higkeit der Versicherten fest, eine zumutbare Erwerbst�tigkeit oder T�tigkeit im Aufgabenbereich auszu�ben. Sie sind in ihrem medizinischen Sachentscheid im Einzelfall unabh�ngig (Art. 59 Abs. 2bis IVG). Die Regionalen �rztlichen Dienste beurteilen die medizinischen Voraussetzungen des Leistungsanspruchs. Die geeigneten Pr�fmethoden k�nnen sie im Rahmen ihrer medizinischen Fachkompetenz und der allgemeinen fachlichen Weisungen des Bundesamtes frei w�hlen (Art. 49 Abs. 1 IVV). Solche Stellungnahmen der Regionalen �rztlichen Dienste unterliegen der freien, pflichtgem�ssen, objektiven und umfassenden Beweisw�rdigung durch die rechtsanwendenden Instanzen (Art. 61 lit. c ATSG; Urteil 9C_323/2009 vom 14. Juli 2009, SVR 2009 IV Nr. 56 S. 174 mit zahlreichen Verweisungen; vgl. auch BGE 135 V 254).
2.2.2 Die Vorbringen in der Beschwerde verkennen, dass Dr. med. E.________ als RAD-Arzt bei seiner Stellungnahme vom 18. Juni 2010 genau im Sinne von Art. 59 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 49 Abs. 1 IVV geamtet hat. In Ber�cksichtigung der s�mtlichen medizinischen Akten - �lteren und neuen Datums - , insbesondere der Berichte der Frau Dr. med. F.________ und des Dr. med. S.________, hat er zur Arbeitsunf�higkeit Stellung bezogen. Nun ist richtig, dass Frau Dr. med. F.________ ihre Arbeitsunf�higkeitssch�tzung nur in Bezug auf den bisherigen Beruf als Koch quantifiziert hat ("halbtags oder 50 % �ber den Tag verteilt mit mehreren Pausen"), wogegen eine solche zahlenm�ssige Angabe f�r zumutbare Verweisungst�tigkeiten fehlt. Der RAD-Arzt hat diese Quantifizierung vorgenommen (90 %). Daran w�re dann rechtlich Anstoss zu nehmen, wenn die Angabe eines 90%igen Leistungsverm�gens f�r angepasste T�tigkeiten mit den �brigen medizinischen Akten im Widerspruch st�nde. Das trifft nicht zu. Frau Dr. med. F.________ selber, auf welche sich die Beschwerde beruft, hat auf die Frage "Welche Arbeiten sind der versicherten Person unter Ber�cksichtigung ihrer gesundheitlichen Einschr�nkungen in behinderungsangepasster T�tigkeit noch zumutbar?" im Einzelnen geantwortet und dabei lediglich drei von zw�lf Arten T�tigkeiten als nicht mehr m�glich bezeichnet: rein stehende T�tigkeiten, vorwiegend im Gehen ausge�bte T�tigkeiten und Auf Leitern/Ger�ste steigen. Rein sitzende T�tigkeiten hat sie als ganzt�gig zumutbar bejaht, bei den sonstigen k�rperlich anstrengenden T�tigkeiten wie B�cken, �ber-Kopf-Arbeiten, Kauern, Knien, Heben/Tragen und Treppensteigen bloss die ganzt�gige Aus�bung verneint. Nun gilt es zu ber�cksichtigen, dass dem Beschwerdef�hrer im Verlauf der Eingliederungsberatung T�tigkeiten aufgezeigt wurden, in denen diese Funktionen nicht relevant sind, wie insbesondere eine vorwiegend sitzende T�tigkeit mit der M�glichkeit aufzustehen und ein paar Schritte zu machen (Mitarbeiter in einem Callcenter, z.B. im Vertrieb der T.________ AG, wo selbst eine Vollzeitbesch�ftigung m�glich w�re, �berwachungsarbeiten am Bildschirm, z.B. �berwachung eines Parkhauses). Wird dieses in der konkreten Eingliederungssituation massgebliche Arbeitsprofil zum Bezugspunkt genommen, kann die auf 90 % lautende Sch�tzung f�r zumutbare Verweisungst�tigkeiten durch Dr. med. E.________, welcher nicht nur Praktischer Arzt FMH ist, sondern auch Facharzt Vertrauensarzt (SGV) und Zertifizierter medizinischer Gutachter (SIM), keinesfalls als offensichtlich unrichtig, geschweige denn unhaltbar oder willk�rlich bezeichnet werden.
Die �brigen Aspekte der Ermittlung des Invalidit�tsgrades werden in der Beschwerde nicht in Frage gestellt. Zu einer n�heren Pr�fung von Amtes wegen besteht kein Anlass. Die Beschwerde ist unbegr�ndet.

References: Art. 95
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 4
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 16
 Art. 6
 BGE 
 Art. 59
 Art. 49