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Timestamp: 2018-03-24 15:58:17+00:00

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Rechtsprechung: MDR 2011, 787 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Koblenz, 19.01.2011
ZPO § 32; BGB § 826
§ 32 ZPO, § 826 BGB, § 830 BGB
Klage gegen ausländische Broker: Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte; bedingt vorsätzliche Beteiligung an der vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung von Kapitalanlegern durch einen inländischen Terminoptionsvermittler
Deutsche Gerichte sind international zuständig für Klagen gegen ausländische Beihilfe zu einer im Inland begangenen unerlaubten Handlung leistende Broker; Bewusstes und offenkundiges Eröffnen des unkontrollierten Zugangs zu ausländischen Börsen durch ausländische Broker ist eine Beteiligung an einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung von Kapitalanlegern
Internationale Zuständigkeit für Klage gegen ausländischen Broker bei Beihilfe zu unerlaubter Handlung im Inland
BGB § 826 A; ZPO § 32
Wirksamkeit einer Schiedsvereinbarung, Schiedsvereinbarung mit Verbrauchern, haftungsrechtlich relevante Mitwirkungshandlung deutscher Terminoptionsvermittler
Zur vorsätzlichen Beteiligung eines ausländischen Brokers an einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung von Kapitalanlegern
Internationale Zuständigkeit deutscher Gerichte für Klagen gegen ausländischen Broker aus unerlaubter Handlung; zur bedingt vorsätzlichen Beteiligung eines ausländischen Brokers an einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung von Kapitalanlegern (Festhalten an der bisherigen Rechtsprechung)
Zuständigkeit deutscher Gerichte für Klagen gegen ausländische Broker
Verfahrensrecht - Internationale Zuständigkeit für Klagen gegen ausl. Broker
Der ausländische Broker und sein deutscher Terminoptions-Vermittler
Zur Beteiligung ausländischer Broker an vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigungen von Kapitalanlegern
BGB §§ 826, 830
Beteiligung eines ausländischen Brokers an sittenwidriger Schädigung von Kapitalanlegern durch inländischen Terminoptionsvermittler
Zuständigkeit deutscher Gerichte bei deliktischem Handeln ausländischer Broker; Beteiligung an Schädigung von Kapitalanlegern
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.04.2011, Az.: XI ZR 101/09 (Internationale Zuständigkeit für Klagen gegen ausländische Broker bei Beihilfe zu im Inland begangenen unerlaubten Handlungen)" von Dipl.-Kfm. Prof. Dr. Christoph Thole, original erschienen in: ZBB 2011, 394 - 406.
WM 2011, 1028
Besteht in anderen Fällen der die vorsätzliche sittenwidrige Schädigung kennzeichnende und den eine (vor-) vertragliche Aufklärungspflichtverletzung übersteigende Vorwurf darin, zum Zweck eigener Gewinnerzielung ahnungslose Kunden bedingt vorsätzlich in die Falle einer praktisch chancenlosen Kapitalanlage laufen zu lassen (vgl. z.B. BGH, U. v. 15.11.2011, Az. XI ZR 54/09, BKR 2012, 78 ff., Tz. 46; BGH, U. v. 12.04.2011, Az. XI ZR 101/09, WM 2011, 1028 ff., Tz. 19; BGH, U. v. 09.03.2010, Az. XI ZR 93/09, MDR 2010, 807 , Tz. 26) - was der Beklagten im vorliegenden Fall nicht vorgeworfen werden kann -, liegt ein gleich schwer wiegender Redlichkeitsverstoß darin, dass die Beklagte das Informationsdefizit der angesprochenen Kundenkreise durch aktives Handeln aktiv vergrößert und aufrechterhalten hat - wenn auch nicht konkret bezogen auf die Anlageentscheidung des hiesigen Klägers, Dazu gehören das als Bl. 75 ff. bei den Akten befindliche Rundschreiben des Vorstandsvorsitzenden der Beklagten, in dem dieser sogar den Willen der Beklagten betont, in Notfällen ausstiegswillige Anleger auch vor Ablauf der Kündigungsfrist aus dem Geschäft zu entlassen.
Ein solches Verhalten erfüllt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs das Merkmal vorsätzlichen Handelns (U. v. 12.04.2011, Az. XI ZR 101/09, WM 2011, 1028, [...]Tz. 30).
Besteht in anderen Fällen der die vorsätzliche sittenwidrige Schädigung kennzeichnende und den eine (vor-) vertragliche Aufklärungspflichtverletzung übersteigende Vorwurf darin, zum Zweck eigener Gewinnerzielung ahnungslose Kunden bedingt vorsätzlich in die Falle einer praktisch chancenlosen Kapitalanlage laufen zu lassen (vgl. z.B. BGH, U. v. 15.11.2011, Az. XI ZR 54/09, BKR 2012, 78 ff., Tz. 46; BGH, U. v. 12.04.2011, Az. XI ZR 101/09, WM 2011, 1028 ff., Tz. 19; BGH, U. v. 09.03.2010, Az. XI ZR 93/09, MDR 2010, 807 , Tz. 26) - was der Beklagten im vorliegenden Fall nicht vorgeworfen werden kann -, liegt ein gleich schwer wiegender Redlichkeitsverstoß darin, dass die Beklagte das Informationsdefizit der angesprochenen Kundenkreise durch aktives Handeln aktiv vergrößert und aufrechterhalten hat - wenn auch nicht konkret bezogen auf die Anlageentscheidung des hiesigen Klägers.
Wie bereits im Hinweisbeschluss auszuführen war, kann sich jedoch derjenige, der das unkontrollierte Betreiben eines Geschäftsmodells ermöglicht, nicht auf fehlendes Wissen berufen, denn er überlässt die Verwirklichung sich aufdrängender Gefahren dem Zufall und leistet zumindest bedingt vorsätzliche Beihilfe zur unerlaubten Handlung eines Vermittlers (BGH, Urteil vom 12. April 2011 - XI ZR 101/09 -, Rn. 30, juris; BGH…, Urt. vom 9. März 2010 - XI ZR 93/09, BGHZ 184, 365; vom 8. Juni 2010 - XI ZR 349/08, WM 2010, 2025; vom 13. Juli 2010 - XI ZR 57/08, BKR 2010, 421; vom 12. Oktober 2010 - XI ZR 394/08, WM 2010, 2214).
Danach leistet derjenige, der infolge von Gewissenlosigkeit oder grober Fahrlässigkeit (Leichtfertigkeit) bewusst die Augen vor der sich aufdrängenden Erkenntnis des sittenwidrigen Verhaltens eines Dritten verschließt, diesem sein Handeln ermöglicht und die Verwirklichung der erkannten Gefahr dem Zufall überlässt, zumindest bedingt vorsätzlich Beihilfe zu der als möglich vorgestellten sittenwidrigen Schädigung (vgl. BGH, Urt. v. 12.04.2011 - XI ZR 101/09 - WM 2011, 1028 ;… BGH, Urt. v. 03.12.2013 - XI ZR 295/12 - NJW 2014, 1098 ;… siehe auch - für einen Mittäter - BGH, Urt. v. 27.01.1994 - I ZR 326/91 - NJW 1994, 2289 ).
BGB §§ 254, 280, 823
Verkehrssicherungspflicht im Eingangsbereich eines Lebensmittelgeschäfts
BGB § 823 Abs. 1; BGB § 280; BGB § 254
Das Auslegen einer nicht hinreichend befestigten Fußmatte zum Schutz der Kunden vor Nässe und Glätte begründet keinen Verstoß gegen Verkehrssicherungspflichten; Umfang der Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich einer nicht ausreichend befestigten Fußmatte vor einem Lebensmittelladen
Supermarkt haftet nicht für Sturz über unbefestigte Fußmatte im Eingangsbereich - Zur Verkehrssicherungspflicht eines Lebensmittelhändlers / Ausschließliche Mitschuld des Kunden bei Stolpern über die Fußmatte
LG Trier, 19.03.2010 - 2 O 201/09
Ein Tätigwerden des Verkehrssicherungspflichtigen zur Gefahrenabwehr ist dann geboten, wenn sich für ein sachkundiges Urteil die nahe liegende Möglichkeit einer Rechtsgutsverletzung anderer ergibt (BGH…, Urteil vom 09.09.2008 - VI ZR 279/06 -, Rn. 11, juris; OLG Hamm NVwZ-RR 2014, 951; OLG Koblenz, Beschluss v. 19.01.2011 - 2 U 468/10 -, Rn. 11, juris; OLG Hamm, NJW-RR 2006, 1100; OLG Hamm, NJW-RR 2005, 255; OLG Hamm, NZV 1997, 43; jeweils m.w.N.).
durch ein Hinweisschild "Vorsicht Stufe" fehlt sowie keine ausreichenden Beleuchtung vorhanden ist (in Anknüpfung an BGH, Urteil vom 12. November 1996, VI ZR 270/95, VersR 1997, 250; BGH, Urteil vom 15. Juli 2003, VI ZR 155/02, VersR 2003, 1319; OLG Celle…, Urteil vom 25. Januar 2007, 8 U 161/06, Juris Rn. 5, VersR 2008, 1553; OLG Koblenz, Hinweisentscheidung gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 4. Dezember 2009, 2 U 565/09, VersR 2011, 362, OLG Koblenz, Hinweisbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 15. Juni 2010 i.V.m. Zurückweisungsbeschluss vom 4. Oktober 2010, 2 U 950/09, VersR 2012, 374; OLG Koblenz, Urteil vom 21. Juni 2012, 2 U 271/11; zur Problematik des Auslegens einer Fußmatte vor einem Lebensmittelladen OLG Koblenz, Hinweisbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 19. Januar 2011, 2 U 468/10, MDR 2011, 787; OLG Koblenz, Hinweis gemäß § 522 Abs. 2 vom 16. Dezember 2009 i.V.m. Zurückweisungsbeschluss vom 22. Januar 2010, 2 U 904/09, MDR 2010, 630; OLG Karlsruhe…, Urteil vom 14. Mai 2003, 7 U 138/01, OLGR Karlsruhe 2003, 407 ff.).
Die Verkehrssicherungspflicht verpflichtet grundsätzlich denjenigen, der eine Gefahrenlage schafft, die notwendigen und zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um eine Schädigung anderer möglichst zu verhindern (BGH, Urteil vom 19.12.1989 - VI ZR 182/89 - NJW 1990, 1236; Urteil vom 12.11.1996 - VI ZR 270/95 - VersR 1997, 250 = MDR 1997, 356 = NJW 1997, 582; Urteil vom 04.12.2001 - VI ZR 447/00 - NJW-RR 2002, 525; Urteil vom 15.07.2003 - VI ZR 155/02 - VersR 2003, 1319 = NJW-RR 2003, 1459 = MDR 2003, 1352; Urteil vom 08.11.2005 - VI ZR 332/04 -NJW 2006, 610;… Urteil vom 06.02.2007 OLG Celle Urteil vom 25.01.2007 - 8 U 161/06 - Juris Rn. 5;…- VI ZR 274/05 - NJW 2007, 1684 = MDR 2007, 777 = VersR 2007, 659 ff.; OLG Koblenz Hinweisverfügung gemäß § 522 Abs. 2 vom 16.12.2009 i.V.m. Zurückweisungsbeschluss vom 22.01.2010 - 2 U 904/09 - MDR 2010, 630; Hinweisbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 15.06.2010 i.V.m. Zurückweisungsbeschluss vom 04.10.2010 - 2 U 950/09 - VersR 2012, 374; Hinweisbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 19.1.2011 - 2 U 468/10 - MDR 2011, 787; Hinweisbeschluss vom 06.10.2011 - 2 U 1104/10 - i.V.m Zurückweisungsbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 01.12.2011).
Der Dritte ist aber nur vor den Gefahren zu schützen, die er selbst, ausgehend von der sich ihm konkret darbietenden Situation bei Anwendung der von ihm in dieser Situation zu erwartenden Sorgfalt erfahrungsgemäß nicht oder nicht rechtzeitig erkennen und vermeiden kann (OLG Koblenz, Hinweisverfügung gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 4. Dezember 2009 - 2 U 565/09 - VersR 2011, 362 , Hinweisbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 15. Juni 2010 i.V.m. Zurückweisungsbeschluss vom 4. Oktober 2010 - 2 U 950/09 - VersR 2012, 374; OLG Hamm, Urteil vom 17. Dezember 2011 - 13 U 171/01 - VersR 2003, 605 ; Urteil vom 13. Januar 2006 - 9 U 143/05 - NJW-RR 2006, 1100 ; OLG Koblenz, Urteil vom 21. Juni 2012 - 2 U 271/11 - MDR 2012, 1035 f. ; Hinweisbeschluss gemäß § 522 Abs. 2 ZPO vom 19. Januar 2011 - 2 U 468/10 - MDR 2011, 787 ; Hinweis gemäß § 522 Abs. 2 vom 6. Dezember 2009 i.V.m. Zurückweisungsbeschluss vom 22. Januar 2010 - 2 U 904/09 - MDR 2010, 630 ).

References: § 32
 § 826

§ 32
 § 826
 § 830
 § 826
 § 32
 BGH 
 § 823
 § 280
 § 254
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522
 § 522