Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=02.04.2008&Aktenzeichen=IX%20R%2018/06
Timestamp: 2019-09-16 05:01:50+00:00

Document:
BFH, 02.04.2008 - IX R 18/06 - dejure.org
https://dejure.org/2008,610
BFH, 02.04.2008 - IX R 18/06 (https://dejure.org/2008,610)
BFH, Entscheidung vom 02.04.2008 - IX R 18/06 (https://dejure.org/2008,610)
BFH, Entscheidung vom 02. April 2008 - IX R 18/06 (https://dejure.org/2008,610)
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AO § 39 Abs. 2 Nr. 2; EStG § 9, § 21
Kein Anschaffungsvorgang bei Umschichtung von Miteigentum in GbR
Steuerrechtlich geltend zu machende Anschaffungsvorgänge bei von Miteigentümern in eine GbR eingebrachten Grundstücken nur bei Erhöhung der bisherigen Beteiligungsquote der Gesellschafter an jeweiligem Grundstück
AO § 39 Abs. 2 Nr. 2; EStG § 9 § 21
Anschaffungsvorgänge bei Einbringung von Grundstücken
Anerkennung der zu fremdüblichen Bedingungen geschlossenen Veräußerungsgeschäfte zwischen einer mitunternehmerischen Personengesellschaft und ihren Gesellschaftern; Gebäude-AfA als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung; Anwendung des § 39 Abs. 2 ...
Einbringung von Miteigentumsanteilen an Grundstücken in eine vermögensverwaltende Personengesellschaft
notbz.de , S. 18 (Kurzinformation)
Einbringung von Grundstücken in eine personen- und teilweise beteiligungsidentische Vermietungs-GbR
Anschaffungskosten und Abschreibungen bei der Einbringung von Grundstücken
Verkauf von Grundstücksmiteigentum an vermögensverwaltende GbR ist keine Anschaffung! (IMR 2008, 365)
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BFH v. 02.04.2008, Az.: IX R 18/06 (Einbringung in eine vermögensverwaltende GbR)" von RA/StB Dr. Jürgen Schimmele, original erschienen in: EStB 2008, 235 - 236.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH v. 02.04.2008, Az.: IX R 18/06 (Einbringen von Miteigentumsanteilen an Grundstücken in eine vermögensverwaltende Personengesellschaft)" von RA Dr. Bernd Früchtl, original erschienen in: BB 2008, 1717 - 1718.
BFHE 221, 1
Die Anwendung des § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO wird in diesen Fällen durch § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbsatz 1 EStG verdrängt (vgl. BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 18/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679, unter II.2., m.w.N.).
Die Anwendung des § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO wird in diesem Fall nicht --wie bei einer mitunternehmerischen Personengesellschaft-- durch § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 1 Halbsatz 1 EStG verdrängt (BFH-Urteil in BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679, unter II.2., m.w.N.).
Aus diesem Grund hat der BFH entschieden, dass (steuerrechtlich) keine Anschaffungsvorgänge gegeben sind, wenn Miteigentümer mehrerer Grundstücke ihre Miteigentumsanteile aufgrund eines notariellen Kaufvertrages in eine Personengesellschaft mit Vermietungseinkünften einbringen, soweit die den Gesellschaftern nach der Übertragung ihrer Miteigentumsanteile nach § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zuzurechnenden Anteile an den Grundstücken ihre bisherigen Miteigentumsanteile nicht übersteigen (BFH-Urteil in BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679).
Die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts entsprechen dabei dem gemeinen Wert des weggegebenen Wirtschaftsguts (BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 18/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679, m.w.N.).
Eine unmittelbare Zurechnung der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft, die zum Gesamthandsvermögen einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft gehört, bei deren Gesellschaftern erfolgt nur im Rahmen des § 17 EStG (…BFH-Urteile vom 9. Mai 2000 VIII R 40/99, BFH/NV 2001, 17, unter II.2.b aa; VIII R 41/99, BFHE 192, 273, BStBl II 2000, 686, unter II.2.a; zu § 23 EStG siehe BFH-Urteile vom 2. April 2008 IX R 18/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679, unter II.2.b; vom 21. Januar 2014 IX R 9/13, BFHE 244, 225, Rz 20 und 24).
Die Beteiligten selbst haben in der Urkunde keinen Aufteilungsmaßstab festgelegt, sodass der gemeine Wert der beiden hingegebenen Grundstücke nach dem Verhältnis der gemeinen Werte der erworbenen Grundstücke aufzuteilen ist (BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 18/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679).
Der Umfang des beruflichen Kostenanteils ist notfalls zu schätzen (BFH-Urteil in BFHE 245, 218, BStBl II 2014, 804 unter Hinweis auf den Beschluss des Großen Senats vom 21. September 2009 GrS 1/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2010, 672, unter III. 2. c)).
Zunächst wird das FG untersuchen müssen, was nach dem wirtschaftlichen Gehalt (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 18/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679, m.w.N.) des Vertrags vom 15. August 1996 überhaupt veräußert wurde.
Dabei ist § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO insbesondere auch auf die vermögensverwaltende Personengesellschaft, die z.B. - wie im Streitfall - Anteile an einer Kapitalgesellschaft hält, anzuwenden (vgl. BFH-Urteile vom 27. Juli 2004 - IX R 20/03, BStBl II 2005, 33; vom 6. Oktober 2004 - IX R 68/01, BStBl II 205, 324; vom 2. April 2008 - IX R 18/06, BStBl II 2008, 679).
Die getrennte Zurechnung ist im Sinne dieser Vorschrift für die Besteuerung erforderlich, weil eine vermögensverwaltende Personengesellschaft bei der Ertragsteuer - anders als z.B. bei Umsatz- und Grunderwerbsteuer, die die Erwerbsvorgänge der Gesamthandsgemeinschaft als solcher besteuern - nur insoweit Steuerrechtssubjekt (partielle Steuerrechtsfähigkeit) ist, als sie in der gesamthänderischen Verbundenheit ihrer Gesellschafter die Merkmale eines Besteuerungstatbestandes verwirklicht, welche den Gesellschaftern für deren Besteuerung zuzurechnen sind (vgl. BFH-Urteil vom 2. April 2008 - IX R 18/06, BStBl II 2008, 679).
Die Anwendung des § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO wird auch nicht - wie bei einer mitunternehmerischen Personengesellschaft - durch § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Halbsatz 1 EStG verdrängt (vgl. BFH-Urteil vom 2. April 2008 - IX R 18/06, BStBl II 2008, 679).

References: § 39
 § 9
 § 21
 § 39
 § 9
 § 21
 § 39
 § 39
 § 15
 § 39
 § 15
 § 39
 § 17
 § 23
 § 39
 § 39
 § 15