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Timestamp: 2020-08-11 19:55:20+00:00

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BGH, 19.01.1989 - I ZR 6/87 - dejure.org
https://dejure.org/1989,674
BGH, 19.01.1989 - I ZR 6/87 (https://dejure.org/1989,674)
BGH, Entscheidung vom 19.01.1989 - I ZR 6/87 (https://dejure.org/1989,674)
BGH, Entscheidung vom 19. Januar 1989 - I ZR 6/87 (https://dejure.org/1989,674)
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Bauaußenkante, Bauaussenkante
§ 2 Abs. 1 Nr. 4, Nr. 7, Abs. 2 UrhG
UrhG § 2 Abs. 1 Nr. 4 und Nr. 7
"Bauaußenkante"; Urheberrechtsschutzfähigkeit einer als Rundbogen gestalteten Bauaußenkante
Urheberrechtsschutzfähigkeit - Hotelbau - Baufluchtlinie
NJW-RR 1989, 618
GRUR 1989, 416
ZUM 1989, 419
BauR 1989, 348
Das Berufungsgericht hat mit Recht angenommen, dass auch Teile eines Werkes - wie etwa die Gestaltung der Fassade eines Bauwerkes - Urheberrechtsschutz genießen, sofern sie für sich genommen eine persönliche geistige Schöpfung im Sinne des § 2 Abs. 2 UrhG darstellen (RGZ 82, 333, 336; BGHZ 61, 88, 94 - Wählamt;… BGH, Urt. v. 10.12.1987 - I ZR 198/85, GRUR 1988, 533, 534 - Vorentwurf II; Urt. v. 19.1.1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416 - Bauaußenkante; BGHZ 151, 15, 21 - Stadtbahnfahrzeug;… Schricker/Loewenheim aaO § 2 UrhG Rdn. 66 f. und 151).
Auch die Verwendung allgemeinbekannter, gemeinfreier Gestaltungselemente kann urheberrechtsschutzfähig sein, wenn dadurch eine besondere eigenschöpferische Wirkung und Gestaltung erzielt wird (st. Rspr.; vgl. BGH GRUR 1989, 416, 417 - Bauaußenkante).
Auch die Verwendung allgemeinbekannter, gemeinfreier Gestaltungselemente kann urheberrechtsschutzfähig sein, wenn dadurch eine besondere eigenschöpferische Wirkung und Gestaltung erzielt wird, wie dies nach den Feststellungen des Berufungsgerichts hier der Fall ist (vgl. BGH, Urt. v. 19.1.1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416, 417 - Bauaußenkante).
Diese Individualität kann auch in der Einfügung oder Anpassung des Bauwerks in seine Umgebung oder in die Landschaft zum Ausdruck kommen (vgl. BGHZ 24, 55, 64 f. - Ledigenheim; BGH, Urt. v. 19.1.1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416, 417 - Bauaußenkante).
Eine Urheberrechtsverletzung kommt unter diesen Umständen nur in Betracht, wenn der entlehnte Teil den Schutzvoraussetzungen des § 2 UrhG genügt (vgl. BGHZ 9, 262, 266 ff. - Lied der Wildbahn I; 22, 209, 219 - Europapost; 28, 234, 237 - Verkehrskinderlied;… BGH, Urt. v. 23.6.1961 - I ZR 105/59, GRUR 1961, 631, 633 = WRP 1961, 318 - Fernsprechbuch;… Urt. v. 20.12.1977 - I ZR 37/76, GRUR 1978, 305, 306 - Schneewalzer;… Urt. v. 10.12.1987 - I ZR 198/85, GRUR 1988, 533, 534 - Vorentwurf II; Urt. v. 19.1.1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416 - Bauaußenkante).
Denn der Schutzumfang des § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG ist begrenzt auf einen Schutz in der gleichen Dimension; ein Schutz gegen einen Nachbau wird - anders als bei § 2 Abs. 1 Nr. 4 UrhG - nicht gewährt (BGH, Urt. v. 19.1. 1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416, 417 - Bauaußenkante).
Urheberrechtsschutz kann auch für Werkteile wie eine Fassadengestaltung zuerkannt werden, wenn diese bereits für sich genommen eine persönliche geistige Schöpfung im Sinne des § 2 Abs. 2 UrhG darstellen (vgl. - zu Werken der Baukunst - BGHZ 61, 88, 94 - Wählamt;… BGH, Urt. v. 10.12.1987 - I ZR 198/85, GRUR 1988, 533, 534 - Vorentwurf II; Urt. v. 19.1.1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416 - Bauaußenkante;… Schricker/Loewenheim aaO § 2 Rdn. 151).
Soweit die betreffenden Werkteile demgegenüber nicht für sich genommen persönliche geistige Schöpfungen sind, ist ihre Benutzung urheberrechtlich gestattet (vgl. BGH GRUR 89, 416 - "Bauaußenkante"; Schricker-Loewenheim, Urheberrecht, 2.Aufl., § 2 RZ 66 mit umfangreichen Nachweisen aus der älteren Rechtsprechung und § 16 RZ 14; Nordemann-Vinck, Urheberrecht, 9.Aufl. § 2 RZ 26).
Denn auch mit herkömmlichen Gestaltungsmitteln, insbesondere durch eine individuelle Auswahl und Kombination bekannter Methoden, kann insgesamt eine hinreichend eigentümliche Formgestaltung erzielt werden (vgl. BGH GRUR 1987, 360, 361 - Werbepläne;… BGH, Urt. v. 14.4. 1988 - I ZR 99/86, GRUR 1988, 690, 692 - Kristallfiguren; BGH, Urt. v. 19.1. 1989 - I ZR 6/87, GRUR 1989, 416, 417 - Bauaußenkante; st. Rspr.).
Es ist vielmehr erforderlich, dass besondere gestalterische Elemente hinzutreten, die dem Bauwerk ein eigenschöpferisches Gepräge geben, etwa durch die Größe von Bauelementen, Proportionen, Verteilung der Baumassen, Gliederung und Gestaltung der Fassaden, Einbindung in das Gelände und die Umgebungsbebauung oder andere besondere Gestaltungselemente (vgl. BGH GRUR 1989, 416 - "Bauaußenkante". Schricker/Loewenheim, § 2 UrhG Rn. 152).
Die danach erforderliche eigenschöpferische Leistung kann auch bei einer Verwendung allgemein bekannter, gemeinfreier Gestaltungselemente vorliegen, wenn jedenfalls durch eine schöpferische, kreative Komposition solcher Elemente eine besondere eigenschöpferische Wirkung und Gestaltung erzielt wird (vgl. BGH GRUR 1989, 416, 417 - "Bauaußenkante". BGH GRUR 1988, 690, 692 - "Kristallfiguren". Fromm/Nordemann/Vinck, Urheberrecht, 9. Aufl., § 2 UrhG Rn. 70. Schricker/Loewenheim, § 2 UrhG Rn. 152).

References: § 2
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 § 16
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