Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=311
Timestamp: 2019-02-17 09:59:03+00:00

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steriales etc. genennet worden sind. Es durften
die dienstmanne in lehnssachen über fürsten-lehne
zu richten sich nicht ermächtigen, sihe des freiherrns
von Senkenbergs corpus iuris feudalis s. 551.
Da nun in Teutschland der reichsherren undder reichs-
adel-stand
heutige adelstand höchst ungleich und von einan-
der sehr unterschieden waren, und noch sind; so
ist es eine ungereimte mengerei, wo man den für-
sten, grafen und heutigen edelmann in eine reihe,
auch in gleichen stand zu setzen sich unterwindet.
Sind aber der reichsherrenstand und die ritter-
schaft unterschiden; so dürfen sie einander nicht
heiraten, sondern weiln alle heirat der Teutschen
eine ebenbürtigkeit mit sich brachten, freiherr von
Senkenberg in den anfangsgründen der Teut-
schen rechtsgelehrsamkeit, ersten buche cap. VII-
VIIII auch XV, Just Henning Böhmer im iure
eccles. protestantium lib. IIII tit. X § 2 s. 100
so muß eine jede ehe wegen dieser gleichheit in eben
dem stande geschehen. Daher wenn eine unglei-
che heirath vorging, die kinder zur ärgern hand
gehöreten (§ 170 § 171), das ist, sie erlangten
nur denjenigen stand, worin der ungleiche ehe-
gatte sich befand, Schwäbisches landrecht cap. 48,
cap. 49, der freiherr von Senkenberg am a. o.
cap. XV, und de iuribus nobilitatis Germanicae
§ 9 nota 9 s. 29. Böhmer am a. o. und de se-
cundis nuptiis cap. II § 15 - 21, von Pisto-
rius in den amoenitatibus iuris et histor.
P. V s. 1375, P. VI s. 1574, 1609, Johann Pe-
ter von Ludewig in der erläuterung der gülde-
nen bulle IIten teile s. 1365, Gundling vtrum
nobilitet venter cap. III § 54, Kopp am a. o.
s. 315 fgg., der herr professor Riccius im spici-
legio iuris Germanici s. 222 num. 3, der herr
professor Johann George Cramer am a. o.
ſteriales ꝛc. genennet worden ſind. Es durften
die dienſtmanne in lehnsſachen uͤber fuͤrſten-lehne
zu richten ſich nicht ermaͤchtigen, ſihe des freiherrns
von Senkenbergs corpus iuris feudalis ſ. 551.
Da nun in Teutſchland der reichsherren undder reichs-
adel-ſtand
ſind von
heutige adelſtand hoͤchſt ungleich und von einan-
der ſehr unterſchieden waren, und noch ſind; ſo
iſt es eine ungereimte mengerei, wo man den fuͤr-
ſten, grafen und heutigen edelmann in eine reihe,
auch in gleichen ſtand zu ſetzen ſich unterwindet.
Sind aber der reichsherrenſtand und die ritter-
ſchaft unterſchiden; ſo duͤrfen ſie einander nicht
heiraten, ſondern weiln alle heirat der Teutſchen
eine ebenbuͤrtigkeit mit ſich brachten, freiherr von
Senkenberg in den anfangsgruͤnden der Teut-
ſchen rechtsgelehrſamkeit, erſten buche cap. VII-
VIIII auch XV, Juſt Henning Boͤhmer im iure
eccleſ. proteſtantium lib. IIII tit. X § 2 ſ. 100
ſo muß eine jede ehe wegen dieſer gleichheit in eben
dem ſtande geſchehen. Daher wenn eine unglei-
che heirath vorging, die kinder zur aͤrgern hand
gehoͤreten (§ 170 § 171), das iſt, ſie erlangten
nur denjenigen ſtand, worin der ungleiche ehe-
gatte ſich befand, Schwaͤbiſches landrecht cap. 48,
§ 9 nota 9 ſ. 29. Boͤhmer am a. o. und de ſe-
cundis nuptiis cap. II § 15 ‒ 21, von Piſto-
rius in den amoenitatibus iuris et hiſtor.
P. V ſ. 1375, P. VI ſ. 1574, 1609, Johann Pe-
ter von Ludewig in der erlaͤuterung der guͤlde-
nen bulle IIten teile ſ. 1365, Gundling vtrum
ſ. 315 fgg., der herr profeſſor Riccius im ſpici-
legio iuris Germanici ſ. 222 num. 3, der herr
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[299/0311] von den ungleichen ehen. ſteriales ꝛc. genennet worden ſind. Es durften die dienſtmanne in lehnsſachen uͤber fuͤrſten-lehne zu richten ſich nicht ermaͤchtigen, ſihe des freiherrns von Senkenbergs corpus iuris feudalis ſ. 551. § 720 Da nun in Teutſchland der reichsherren und heutige adelſtand hoͤchſt ungleich und von einan- der ſehr unterſchieden waren, und noch ſind; ſo iſt es eine ungereimte mengerei, wo man den fuͤr- ſten, grafen und heutigen edelmann in eine reihe, auch in gleichen ſtand zu ſetzen ſich unterwindet. Sind aber der reichsherrenſtand und die ritter- ſchaft unterſchiden; ſo duͤrfen ſie einander nicht heiraten, ſondern weiln alle heirat der Teutſchen eine ebenbuͤrtigkeit mit ſich brachten, freiherr von Senkenberg in den anfangsgruͤnden der Teut- ſchen rechtsgelehrſamkeit, erſten buche cap. VII- VIIII auch XV, Juſt Henning Boͤhmer im iure eccleſ. proteſtantium lib. IIII tit. X § 2 ſ. 100 ſo muß eine jede ehe wegen dieſer gleichheit in eben dem ſtande geſchehen. Daher wenn eine unglei- che heirath vorging, die kinder zur aͤrgern hand gehoͤreten (§ 170 § 171), das iſt, ſie erlangten nur denjenigen ſtand, worin der ungleiche ehe- gatte ſich befand, Schwaͤbiſches landrecht cap. 48, cap. 49, der freiherr von Senkenberg am a. o. cap. XV, und de iuribus nobilitatis Germanicae § 9 nota 9 ſ. 29. Boͤhmer am a. o. und de ſe- cundis nuptiis cap. II § 15 ‒ 21, von Piſto- rius in den amoenitatibus iuris et hiſtor. P. V ſ. 1375, P. VI ſ. 1574, 1609, Johann Pe- ter von Ludewig in der erlaͤuterung der guͤlde- nen bulle IIten teile ſ. 1365, Gundling vtrum nobilitet venter cap. III § 54, Kopp am a. o. ſ. 315 fgg., der herr profeſſor Riccius im ſpici- legio iuris Germanici ſ. 222 num. 3, der herr profeſſor Johann George Cramer am a. o. cap. III der reichs- herren- und heutige adel-ſtand ſind von einander unterſchie- den.
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 299. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/311>, abgerufen am 17.02.2019.

References: § 2
 § 171

§ 9
 § 15
 § 54
 § 2
 § 171

§ 9
 § 15
 § 2
 § 171

§ 9
 § 15
 § 54
 § 720
 § 2
 § 171
 § 9
 § 15
 § 54