Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212830
Timestamp: 2018-11-15 12:27:28+00:00

Document:
(GVBl.II/96, [Nr. 23], S.377)
geändert durch Artikel 3 der Verordnung vom 29. Januar 2014
Die in § 2 dieser Verordnung näher bezeichneten Flächen in den Gemeinden Rückersdorf Ortsteil Friedersdorf, Gruhno, Schadewitz, Theisa, Dobra, Kraupa, Dreska, Haida, Hohenleipisch, Elsterwerda, Döllingen, Kahla, Plessa, Gorden, Staupitz, Finsterwalde, Sorno und Oppelhain (Landkreis Elbe-Elster) werden als Landschaftsschutzgebiet festgesetzt. Das Landschaftsschutzgebiet trägt die Bezeichnung "Hohenleipisch-Sornoer Altmoränenlandschaft".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rund 10.510 Hektar und umfaßt Teile der Niederlausitzer Randhügel der Lausitzer Becken- und Heidelandschaft. Es wird wie folgt ungefähr begrenzt:
im Norden durch die Landstraße Friedersdorf-Oppelhain-Sorno-Pechhütte,
im Osten von der Gemarkungsgrenze Sorno-Finsterwalde und der Landstraße Grünewalde-Lauchhammer/West,
im Süden durch die Bahnlinie Lauchhammer/West-Elsterwerda/ Biehla und
im Westen durch die Ortsverbindungsstraße Elsterwerda-Kraupa-Dobra-Theisa-Friedersdorf.
(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in Karten im Maßstab 1:25.000 und in Flurkarten mit einer ununterbrochen Linie eingetragen; als Grenze gilt der innere Rand der Linie. Die innerhalb des Landschaftsschutzgebietes liegenden Flurstücke sind in einem Flurstücksverzeichnis aufgeführt.
eines strukturreichen Mosaiks aus verschiedenen Landschaftselementen wie großflächigen Waldkomplexen, Heideflächen, Sandtrockenrasen, Wiesen- und Ackerflächen, Streuobstbeständen, Alleen, Flachmooren und Torfstichen,
der Bergbaufolgelandschaft mit ihrem charakteristischen Relief und Restseen,
eines vielfältigen Mosaiks historisch gewachsener Nutzungs- und Siedlungsstrukturen;
der Funktionsfähigkeit unbelasteter Böden durch Sicherung und Förderung der natürlichen Vielfalt der Bodeneigenschaften und des Bodenlebens, vor allem durch den Schutz vor Abtragung, Überbauung und Erosion,
der Oberflächengewässer der ehemaligen Torfstiche, Tongruben, Tagebaurestlöcher und Gräben als naturnahe Lebensräume,
eines weitgehend unbeeinträchtigten Wasserhaushaltes und eine naturnahe Gewässerdynamik sowie die Grundwasserregeneration,
des überwiegend extensiv genutzten Grünlandes unterschiedlicher standörtlicher Ausprägung, vor allem der Quell- und Feuchtwiesen,
der Entlastungswirkung der unterschiedlichen Landschaftstypen, vor allem der Wälder, in ihrer Bedeutung für das Regionalklima und als Frischluftentstehungsgebiet,
der naturnahen und strukturreichen Waldgesellschaften, insbesondere der Kiefernmischwälder, Traubeneichenwälder, Erlenbrüche, feuchten Kiefern-Birken-Stieleichenwälder mit ihren jeweils charakteristischen Tier- und Pflanzenarten sowie der autochthonen Vorkommen der Tieflandfichte und Rotbuche;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes für eine naturorientierte Erholung auf der Grundlage eines naturverträglichen und gelenkten Tourismus.
(1) Vorbehaltlich der in § 5 dieser Verordnung benannten zulässigen Handlungen sind im Landschaftsschutzgebiet gemäß § 22 Abs. 3 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes folgende Handlungen verboten:
die Gewässer mit Wasserfahrzeugen zu befahren, die mit Verbrennungsmotor betrieben werden.
Veranstaltungen jeder Art außer Wander-, Lauf- oder Radwanderveranstaltungen abzuhalten;
Grünland in Ackerland umzuwandeln oder in eine andere Nutzung zu überführen, ausgenommen sind Pflegeumbrüche zur Wiedereinsaat des Grünlandes;
§ 4 Abs. 1 Nr. 3 bis Nr. 4 und § 4 Abs. 2 Nr. 9 bis 12 gelten,
Düngemaßnahmen auf Wildäsungsflächen im Wald nur im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde erfolgen;
§ 4 Abs. 1 Nr. 3 und § 4 Abs. 2 Nr. 12 gelten,
keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Der Herstellung des Benehmens bedarf es nicht, soweit es sich um unaufschiebbare Maßnahmen handelt;
die Durchführung von Maßnahmen auf der Grundlage von Sanierungsplänen nach § 12 des Gesetzes zur Einführung der Regionalplanung und der Braunkohlen- und Sanierungsplanung im Land Brandenburg im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde; der Herstellung des Einvernehmens bedarf es nicht, soweit es sich um sicherheitstechnisch notwendige Maßnahmen der Gefahrenabwehr handelt;
der Abbau von Torf im Bewilligungsfeld Döllingen zur Deckung des Bedarfs der Kurklinik Bad Liebenwerda mit Genehmigung der obersten Naturschutzbehörde.
auf den feuchten, ehemals landwirtschaftlichen Nutzflächen südlich der Ortschaften Theisa, Schadewitz, Gruhno, Rükkersdorf, Oppelhain, Sorno und Gorden soll der Verbuschung durch geeignete Pflegemaßnahmen entgegengewirkt werden;
zur Förderung der Ackerwildflora sollen Ackerrandstreifen erhalten bzw. angelegt werden; Feuchtgrünland soll nach Möglichkeit extensiv als Dauergrünland bewirtschaftet werden. Die Feuchtwiesen südlich Friedersdorf sollen durch einschürige Mahd einschließlich Flächenberäumung erhalten werden;
die Flachmoore in den Naturschutzgebieten "Der Loben" und "Suden" sollen durch Regulierung der Wasserstände in den angrenzenden Gräben erhalten werden. In Bereichen, die durch Austrocknung bereits gesackt sind, sollen Wiedervernässungen vorgenommen werden. Im Bereich der Flösse soll eine naturnahe Ufervegetation hergestellt werden;
zur Anreicherung der Landschaft mit strukturierenden Elementen sowie zur Minimierung von Nährstoffeinträgen in Oberflächengewässer und zur Verminderung der Bodenerosion sollen in der Offenlandschaft Flurgehölzpflanzungen angelegt werden. Bei der Auswahl des Pflanzmaterials ist auf landschaftstypische einheimische Gehölze zurückzugreifen;
für die naturverträgliche Erholung soll ein geschlossenes Rad-, Reit- und Wanderwegenetz ausgewiesen und ausgebaut werden. Hierbei ist eine Beeinträchtigung seltener und gefährdeter Arten auszuschließen. Bestehende Wegeführungen sollen gegebenenfalls zum Schutz störungsempfindlicher Arten und Lebensgemeinschaften verändert oder beseitigt werden;
sich die Artenzusammensetzung in den Waldgebieten künftig weitgehend an der potentiell natürlichen Vegetation orientieren soll und Pflanzungen im Wald möglichst mit naturraumheimischem Material vorgenommen werden,
stehendes und liegendes Totholz sowie Altholz in ausreichendem Maße im Wald belassen werden soll.
Der Beschluß-Nr. 03-2/68 des Rates des Bezirkes Cottbus vom 1. Mai 1968 zur "Erklärung von Landschaftsteilen des Bezirkes Cottbus zu Landschaftsschutzgebieten" für das Landschaftsschutzgebiet Flachmoor "Der Loben" für den Geltungsbereich dieser Verordnung sowie für die außerhalb des Geltungsbereichs dieser Verordnung liegenden, jedoch vom Landschaftsschutzgebiet allseits umschlossenen Flächen.

References: § 2
 § 5
 § 22

§ 4
 § 4

§ 4
 § 4
 § 12