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Timestamp: 2019-11-22 15:36:31+00:00

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BAG, Beschluss vom 17.06.2015, 4 AZR 95/14 (A) - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Be­schluss vom 17.06.2015, 4 AZR 95/14 (A)
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Offenbach am Main, Urteil vom 12.03.2013, 9 Ca 353/12
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 10.12.2013, 8 Sa 512/13
8 Sa 512/13
1. Steht Art. 3 der Richt­li­nie 2001/23/EG des Ra­tes vom 12. März 2001 ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung ent­ge­gen, die vor­sieht, dass im Fal­le ei­nes Un­ter­neh­mens oder Be­triebsüber­gangs al­le zwi­schen dem Veräußerer und dem Ar­beit­neh­mer pri­vat­au­to­nom und in­di­vi­du­ell im Ar­beits­ver­trag ver­ein­bar­ten Ar­beits­be­din­gun­gen auf den Er­wer­ber un­verändert über­ge­hen, so als hätte er sie selbst mit dem Ar­beit­neh­mer ein­zel­ver­trag­lich ver­ein­bart, wenn das na­tio­na­le Recht so­wohl ein­ver­nehm­li­che als auch ein­sei­ti­ge An­pas­sungsmöglich­kei­ten für den Er­wer­ber vor­sieht?
Die Kläge­rin ist seit 1986 un­un­ter­bro­chen im Kran­ken­haus D als Sta­ti­ons­hil­fe beschäftigt. Nach­dem der Kreis O, ei­ne kom­mu­na­le Ge­bietskörper­schaft, im Jahr 1995 das Kran­ken­haus auf ei­ne pri­vat­recht­lich or­ga­ni­sier­te GmbH über­tra­gen hat­te, ging der Be­triebs­teil, in dem die Kläge­rin beschäftigt ist, 1997 auf das Un­ter­neh­men K GmbH (im Fol­gen­den: K) über. Die K, die nicht Mit­glied in ei­nem Ar­beit­ge­ber­ver­band war, ver­ein­bar­te mit der Kläge­rin ver­trag­lich, dass das Ar­beits­verhält­nis sich - wie zu­vor auch - nach dem für den öffent­li­chen Dienst ge­schlos­se­nen Bun­des­man­tel­ta­rif­ver­trag für Ar­bei­ter ge­meind­li­cher Ver­wal­tun­gen und Be­trie­be (BMT-G II) und den die­sen ergänzen-
den, ändern­den und er­set­zen­den Ta­rif­verträgen rich­ten soll­te. Im Fol­gen­den wur­de die K Teil des A-Kon­zerns. In die­sem sind zahl­rei­che Un­ter­neh­men des Kran­ken­haus­we­sens zu­sam­men­ge­fasst. Zum 1. Ju­li 2008 ging der Be­triebs­teil, in dem die Kläge­rin beschäftigt ist, von der K auf ei­ne an­de­re Kon­zern­ge­sell­schaft, die A Dienst­leis­tungs­ge­sell­schaft mbH, die Be­klag­te, über. Auch die­se war und ist nicht durch die Mit­glied­schaft in ei­nem Ar­beit­ge­ber­ver­band an den BMT-G II und den die­sen seit dem 1. Ok­to­ber 2005 er­set­zen­den Ta­rif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst (TVöD) und den hier­zu ver­ein­bar­ten Über­lei­tungs­ta­rif­ver­trag (TVÜ-VKA) ge­bun­den.
und dem Veräußerer des Be­triebs in un­veränder­ter Form auf das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen dem Ar­beit­neh­mer und dem Er­wer­ber des Be­triebs so über­ge­hen, als hätte die­ser sie selbst mit dem Ar­beit­neh­mer ver­ein­bart. Da­bei ist fer­ner strei­tig, ob dies auch für ei­ne rein ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung zwi­schen Veräußerer und Ar­beit­neh­mer gilt, wo­nach die Re­ge­lun­gen ei­nes be­stimm­ten Ta­rif­ver­trags in sei­ner je­wei­li­gen (dy­na­mi­schen) Fas­sung In­halt des Ar­beits­ver­trags sind. Im Aus­gangs­ver­fah­ren ist da­bei auch von Be­deu­tung, dass der im Ar­beits­ver­trag in Be­zug ge­nom­me­ne Ta­rif­ver­trag nach sei­nen ei­ge­nen Gel­tungs­be­reichs­be­stim­mun­gen nor­ma­tiv we­der für den Veräußerer noch für den Er­wer­ber gel­ten konn­te und er des­halb im Ar­beits­verhält­nis be­reits vor dem Be­triebsüber­gang aus­sch­ließlich auf­grund der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung an­zu­wen­den war. Nach na­tio­na­lem Recht sind die Re­ge­lun­gen ei­nes in­di­vi­du­al­ver­trag­lich in Be­zug ge­nom­me­nen Kol­lek­tiv­ver­trags Teil der Rech­te und Pflich­ten des Ar­beits­ver­trags, die im Fal­le ei­nes Be­triebsüber­gangs nach § 613a Abs. 1 Satz 1 BGB un­verändert auf den Er­wer­ber über­ge­hen. Ob dies auch nach Art. 3 RL 2001/23 der Fall ist, er­scheint dem vor­le­gen­den Ge­richt un­ter Berück­sich­ti­gung der Recht­spre­chung des EuGH nicht hin­rei­chend geklärt.
dies den We­sens­ge­halt sei­nes Grund­rechts auf un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit be­ein­träch­ti­gen könn­te (EuGH 18. Ju­li 2013 - C-426/11 - [Alemo-Her­ron ua.] Rn. 31 ff.).
ih­re Mit­glie­der un­mit­tel­bar und zwin­gend gel­ten­de Ar­beits­be­din­gun­gen ver­ein­ba­ren.
der hierfür nach dem na­tio­na­len Recht vor­ge­se­he­nen ver­trags­recht­li­chen In­stru­men­ta­ri­en - zB Ände­rungs­ver­trag oder Ände­rungskündi­gung - vor­neh­men. Die Möglich­keit ei­ner Teil­nah­me an Ta­rif­ver­trags­ver­hand­lun­gen kann da­nach al­len­falls dann von Be­deu­tung sein, wenn dem Er­wer­ber die­se ver­trags­recht­li­chen An­pas­sungsmöglich­kei­ten nicht zur Verfügung ste­hen, son­dern die Gel­tung der Ta­rif­nor­men - an­ders als im Aus­gangs­fall - kol­lek­tiv­recht­lich, zB durch Mit­glied­schaft in ei­ner Ko­ali­ti­on, ver­mit­telt ist. An­dern­falls würde der ver­trag­lich ver­ein­bar­te In­halt des Ar­beits­verhält­nis­ses al­lein und aus­sch­ließlich durch den Be­triebsüber­gang zum Nach­teil des Ar­beit­neh­mers verändert. Ge­ra­de dies soll Art. 3 RL 2001/23 je­doch aus­sch­ließen.
- C-313/07 - [Kir­tru­na und Vi­ga­no] Rn. 36, Slg. 2008, I-7907; 6. No­vem­ber 2003 - C-4/01 - [Mar­tin ua.] Rn. 39, Slg. 2003, I-12859; 12. No­vem­ber 1992 - C-209/91 - [Rask und Chris­ten­sen] Rn. 26, Slg. 1992, I-5755). Die Ar­beit­neh­mer sol­len ihr Beschäfti­gungs­verhält­nis mit dem neu­en Ar­beit­ge­ber zu den Be­din­gun­gen fort­set­zen können, die mit dem Veräußerer ver­ein­bart wa­ren (zB EuGH 6. März 2014 - C-458/12 - [Ama­to­ri ua.] Rn. 49; 29. Ju­li 2010 - C-151/09 - [UGT-FSP] Rn. 40, Slg. 2010, I-7591; 27. No­vem­ber 2008 - C-396/07 - [Ju­uri] Rn. 28 mwN, Sgl. 2008, I-8883; 2. De­zem­ber 1999 - C-234/98 - [Al­len ua.] Rn. 20, Slg. 1999, I-8643). Die Richt­li­nie soll die Fort­set­zung des Ar­beits­ver­trags oder des Ar­beits­verhält­nis­ses mit dem Er­wer­ber in un­veränder­ter Form gewähr­leis­ten, um ei­ne Ver­schlech­te­rung der La­ge der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer al­lein auf­grund des Über­gangs zu ver­hin­dern (EuGH 6. Sep­tem­ber 2011 - C-108/10 - [Scat­to­lon] Rn. 77, Slg. 2011, I-7491; 15. Sep­tem­ber 2010 - C-386/09 - [Bri­ot] Rn. 26 mwN, Slg. 2010, I-8471). Die­ser Über­gang er­folgt ip­so iu­re, dh. au­to­ma­tisch und oh­ne dass der even­tu­ell ent­ge­gen­ste­hen­de Wil­le ei­ner der Be­tei­lig­ten da­bei von Be­deu­tung ist (EuGH 14. No­vem­ber 1996 - C-305/94 - [Rots­art de Her­ta­ing] Rn. 18, Slg. 1996, I-5927). Ei­ne ein­ver­nehm­li­che Ände­rung, die an­sons­ten nach dem je­wei­li­gen na­tio­na­len Recht zwi­schen Veräußerer und Ar­beit­neh­mer ge­nau­so möglich sein muss wie zwi­schen Er­wer­ber und Ar­beit­neh­mer, darf nach der Recht­spre­chung des Ge­richts­hofs nicht anläss­lich des Be­triebsüber­gangs ver­ein­bart wer­den. In­so­weit ist ei­ne Verkürzung der Rech­te der Ar­beit­neh­mer selbst mit ih­rer Zu­stim­mung un­zulässig (zB EuGH 6. No­vem­ber 2003 - C-4/01 - [Mar­tin ua.] Rn. 40, aaO; 10. Fe­bru­ar 1988 - C-324/86 - [Dad­dy’s Dance Hall] Rn. 15, Slg. 1988, 739). Das Recht und die Möglich­keit, ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung nach dem Be­triebsüber­gang mit dem Ar­beit­neh­mer zu tref­fen, in der zB die in­di­vi­du­al­recht­li­che Ver­wei­sung auf den Ta­rif­ver­trag geändert, auf­ge­ho­ben oder an­ge­passt wird, bleibt dem Er­wer­ber je­doch - an­ders als bei ei­ner kol­lek­tiv­ver­trag­li­chen nor­ma­ti­ven Gel­tung - je­der­zeit of­fen, wie dies auch vor­her dem Veräußerer möglich ge­we­sen war (EuGH 6. No­vem­ber 2003 - C-4/01 - [Mar­tin ua.] Rn. 42, aaO; 12. No­vem­ber 1992 - C-209/91 - [Rask und Chris­ten­sen] Rn. 28, 31, aaO). Die­ses Recht wird nicht an­ge­tas­tet. Es gehört
viel­mehr zum Be­stand der auf den Er­wer­ber über­ge­hen­den „Rech­te und Pflich­ten“ aus dem Ar­beits­ver­trag nach Art. 3 Abs. 1 RL 2001/23.
Hin­ter­grund, dass die Ver­wei­sung auf Re­ge­lun­gen aus Kol­lek­tiv­verträgen im Ar­beits­ver­trag häufig nur ergänzen­de Funk­ti­on ha­ben und nur so­weit rei­chen sol­len, wie die Ar­beits­verträge selbst kei­ne ei­genständi­ge Re­ge­lung ge­trof­fen ha­ben (vgl. da­zu BAG 11. De­zem­ber 2013 - 4 AZR 473/12 - Rn. 18, BA­GE 147, 41). Da­mit ist die Ver­wei­sung auf den Kol­lek­tiv­ver­trag ein un­selbstständi­ger Be­stand­teil ei­nes En­sem­bles von Ver­trags­be­din­gun­gen, die zwi­schen Veräuße-rer und Ar­beit­neh­mer pri­vat­au­to­nom ver­ein­bart wor­den sind.
RL 2001/23 zei­gen. Ei­ner un­be­schränk­ten Ausübung der un­ter­neh­me­ri­schen Frei­heit des er­wer­ben­den Ar­beit­ge­bers steht ge­ra­de der drit­te Erwägungs­grund der RL 2001/23 ent­ge­gen, nach dem die Be­stim­mun­gen der Richt­li­nie für den Ar­beit­neh­mer­schutz bei ei­nem In­ha­ber­wech­sel „not­wen­dig“ sind. Würden be­stimm­te in­di­vi­du­ell zwi­schen Veräußerer und Ar­beit­neh­mer aus­ge­han­del­te Rech­te und Pflich­ten von die­ser Ver­pflich­tung aus­ge­nom­men wer­den, würde dies dem Art. 3 Abs. 1 RL 2001/23 sei­ne vol­le Wir­kung neh­men.
dem Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren Alemo-Her­ron ua. zu­grun­de lie­gen­den Fall - nicht da­zu, dass der Er­wer­ber kei­ne Möglich­keit hätte, sich von den in Be­zug ge­nom­me­nen Ar­beits­be­din­gun­gen zu lösen (zu die­sem Er­for­der­nis vgl. EuGH 11. Sep­tem­ber 2014 - C-328/13 - [Öster­rei­chi­scher Ge­werk­schafts­bund] Rn. 29; 18. Ju­li 2013 - C-426/11 - [Alemo-Her­ron ua.] Rn. 33 ff.). Viel­mehr kann die­ser nach deut­schem Recht mit dem Ar­beit­neh­mer oh­ne Wei­te­res ei­ne an­de­re Ab­ma­chung tref­fen. Auch hat er die Möglich­keit, ei­ne Ände­rungskündi­gung zu erklären und so­mit den In­halt des Ar­beits­ver­trags durch ein­sei­ti­ge Wil­lens­erklärung zu ändern. Auf die­se Wei­se ist nach na­tio­na­lem Recht gewähr­leis­tet, dass er - un­ter an­ge­mes­se­ner Wah­rung der Ar­beit­neh­mer­inter­es­sen (§ 2 Kündi­gungs­schutz­ge­setz) - die für sei­ne künf­ti­ge wirt­schaft­li­che Tätig­keit not­wen­di­gen An­pas­sun­gen vor­neh­men kann. Der Er­wer­ber kann die Rech­te und Pflich­ten aus dem Ar­beits­verhält­nis, in das er ein­tritt, in dem­sel­ben Um­fang und auf die­sel­be Wei­se ändern, wie dies dem Veräußerer möglich war (EuGH 14. Sep­tem­ber 2002 - C-343/98 - [Col­li­no und Chiap­pe­ro] Rn. 52, Slg. 2002, I-6659).
gangs­ver­fah­ren von ei­ner Kon­zern­toch­ter­ge­sell­schaft auf ei­ne an­de­re er­folgt ist. Dar­auf be­zieht sich die Vor­la­ge­fra­ge I.3.b.
nom ver­ein­bart hat, ermögli­chen würde, das Ar­beits­verhält­nis al­lein durch Über­tra­gung der be­tref­fen­den wirt­schaft­li­chen Ein­heit auf ei­ne an­de­re, eben­falls nicht ta­rif­ge­bun­de­ne Kon­zern­toch­ter­ge­sell­schaft von die­ser ver­trag­li­chen Ver­pflich­tung zu be­frei­en und sie hier­zu nicht auf die dafür nach na­tio­na­lem Recht zur Verfügung ste­hen­den ver­trag­li­chen Mit­tel ei­ner ein­ver­nehm­li­chen oder ein­sei­ti­gen Ver­tragsände­rung zu ver­wei­sen.
mun­gen des zwi­schen ih­nen be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses sich dy­na­misch aus ei­nem ex­ter­nen Re­gel­werk er­ge­ben und wei­ter­ent­wi­ckeln sol­len.
Maßnah­men er­grei­fen oder re­geln, han­delt es sich ge­ra­de nicht um ei­ne Ver­pflich­tung zur Um­set­zung von Uni­ons­recht. Es genügt auch nicht, dass die frag­li­chen Sach­be­rei­che be­nach­bart sind oder der ei­ne von ih­nen mit­tel­ba­re Aus­wir­kun­gen auf den an­de­ren ha­ben kann (EuGH 6. März 2014 - C-206/13 - [Si­ra­gu­sa] Rn. 24; 10. Ju­li 2014 - C-198/13 - [Ju­li­an Hernández ua.] Rn. 37).
el­len Be­triebs­mit­tel auf­grund frei­er Ent­schei­dung er­wer­ben, wenn er sich mit dem Veräußerer auf den hierfür zu zah­len­den Preis ge­ei­nigt hat. Die ge­nann­ten Re­ge­lun­gen ord­nen für den Fall, dass die er­wor­be­nen Be­triebs­mit­tel ei­ne wirt­schaft­li­che Ein­heit iSv. Art. 1 Abs. 1 RL 2001/23 bil­den, an, dass oh­ne Rück­sicht auf den Wil­len des Veräußerers oder des Er­wer­bers die an die­se Ein­heit ge­bun­de­nen Ar­beits­verhält­nis­se mit den dort ge­re­gel­ten Rech­ten und Pflich­ten des Veräußerers auf den Er­wer­ber über­ge­hen. Die Richt­li­nie soll ge­ra­de die Kon­ti­nuität der im Rah­men ei­ner wirt­schaft­li­chen Ein­heit be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se un­abhängig von ei­nem In­ha­ber­wech­sel gewähr­leis­ten (EuGH 20. No­vem­ber 2003 - C-340/01 - [Ab­ler ua.] Rn. 29, Slg. 2003, I-14023; vgl. auch oben Rn. 33). Dies ist nur dann möglich, wenn der Er­wer­ber an die Ge­samt­heit der im Ar­beits­verhält­nis ver­ein­bar­ten Rech­te und Pflich­ten ge­bun­den ist. Die­se Rechts­fol­ge ist nicht ab­ding­bar. Da­mit ist es dem Er­wer­ber nicht nur ver­wehrt, Ar­beits­verhält­nis­se nach sei­nem frei­en Wil­len zu über­neh­men oder nicht, son­dern auch we­gen des Un­ter­neh­mensüber­gangs die Ar­beits­be­din­gun­gen zu ändern (vgl. da­zu oben Rn. 33, 40).
schran­ken­los gilt, son­dern im Zu­sam­men­hang mit sei­ner ge­sell­schaft­li­chen Funk­ti­on zu se­hen ist (vgl. nur EuGH 22. Ja­nu­ar 2013 - C-283/11 - [Sky Öster­reich] Rn. 45; 6. Sep­tem­ber 2012 - C-544/10 - [Deut­sches Wein­tor] Rn. 54 mwN; 6. De­zem­ber 2005 - C-453/03 ua. - [AB­NA ua.] Rn. 87, Slg. 2005, I-10423; 30. Ju­ni 2005 - C-295/03 P - [Ales­sand­ri­ni ua.] Rn. 86, Slg. 2005, I-5673; 9. Sep­tem­ber 2004 - C-184/02 und C-223/02 - [Spa­ni­en und Finn-land/Par­la­ment und Rat] Rn. 51 f., Slg. 2004, I-7789). Folg­lich kann die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit Ein­schränkun­gen un­ter­wor­fen wer­den, so­fern die­se tatsächlich dem Ge­mein­wohl die­nen­den Zie­len der Ge­mein­schaft ent­spre­chen und nicht ei­nen im Hin­blick auf den ver­folg­ten Zweck un­verhält­nismäßigen, nicht trag­ba­ren Ein­griff dar­stel­len, der das Recht in sei­nem We­sens­ge­halt an­tas­tet (EuGH 30. Ju­ni 2005 - C-295/03 P - [Ales­sand­ri­ni ua.] Rn. 86 mwN, aaO; 14. De­zem­ber 2004 - C-210/03 - [Swe­dish Match] Rn. 72 mwN, Slg. 2004, I-11893; je­weils für das Ei­gen­tums­recht und die freie Be­rufs­ausübung; 9. Sep­tem­ber 2004 - C-184/02 und C-223/02 - [Spa­ni­en und Finn­land/ Par­la­ment und Rat] Rn. 52, aaO, für die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit).
ord­ne­te Rechts­fol­ge darf nicht durch ein­zel­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen um­gan­gen wer­den (EuGH 24. Ja­nu­ar 2002 - C-51/00 - [Tem­co] Rn. 35, Slg. 2002, I-969; 14. No­vem­ber 1996 - C-305/94 - [Rots­art de Her­ta­ing] Rn. 16 bis 18, Slg. 1996, I-5927, „Über­gang ip­so iu­re“; 10. Fe­bru­ar 1988 - C-324/86 - [Dad­dy’s Dance Hall] Rn. 14, Slg. 1988, 739). Dass die da­durch be­wirk­te Ein­schränkung nur zu­las­ten des Ar­beit­ge­bers ein­sei­tig zwin­gend ist, er­gibt sich aus dem Schutz­cha­rak­ter der Richt­li­nie. Die Ver­trags­frei­heit des Ar­beit­neh­mers wird nicht be­ein­träch­tigt. Ent­schei­det er sich frei dafür, das Ar­beits­verhält­nis mit dem Er­wer­ber nicht fort­zu­set­zen, entfällt der Schutz­auf­trag der Richt­li­nie und die Mit­glied­staa­ten können un­abhängig da­von be­stim­men, was in ei­nem sol­chen Fall zu gel­ten hat (EuGH 12. No­vem­ber 1998 - C-399/96 - [Eu­ro­pièces] Rn. 37 bis 39, Slg. 1998, I-6965). Ent­spre­chend die­sen Grundsätzen muss der Er­wer­ber die uni­ons- und na­tio­nal­recht­li­chen zwin­gen­den Vor­ga­ben bei der Ausübung sei­ner Ver­trags­frei­heit in Form der Ver­hand­lun­gen und ggf. des pri­vat­au­to­no­men Ab­schlus­ses ei­nes Über­nah­me­ver­trags als preis­bil­den­den Fak­tor ein­be­zie­hen. Dies be­inhal­tet auch den ge­setz­lich an­ge­ord­ne­ten Über­gang der Rech­te und Pflich­ten aus den Ar­beits­verhält­nis­sen. Die­se Einschätzung und die der Kos­ten, die mit den ver­schie­de­nen Möglich­kei­ten ver­bun­den sind, gehören zum frei­en Wett­be­werb (EuGH 25. Ja­nu­ar 2001 - C-172/99 - [Liiken­ne] Rn. 23, Slg. 2001, I-745). Auch führt dies nicht zu ei­nem Ein­griff in die Wett­be­werbs­stel­lung des Er­wer­bers ge­genüber an­de­ren Markt­teil­neh­mern, weil für die­se im Fal­le des Er­werbs ei­nes Un­ter­neh­mens- oder Be­triebs­teils je­weils die­sel­ben Be­din­gun­gen gel­ten. So hat der Ge­richts­hof bei der Aus­le­gung von Art. 3 Abs. 1 der RL 2001/23 dar­auf ab­ge­stellt, dass die durch die dort an­ge­ord­ne­te Rechts­fol­ge ein­tre­ten­de Ein­schränkung der Ver­trags­frei­heit des Er­wer­bers un­mit­tel­bar be­ab­sich­tigt und durch den Zweck der Richt­li­nie ge­recht­fer­tigt ist. Dort ging es um die Fra­ge, ob Art. 3 Abs. 1 RL 77/187 (ent­spricht Art. 3 Abs. 1 RL 2001/23) da­hin aus­zu­le­gen ist, „dass al­le im Zeit­punkt der Veräußerung ei­nes Un­ter­neh­mens zwi­schen dem Veräußerer und den Beschäftig­ten ... be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­se kraft der bloßen Tat­sa­che der Veräußerung au­to­ma­tisch auf den Er­wer­ber über­ge­hen“. Die Be­klag­ten des Aus­gangs­ver­fah­rens und die ita­lie­ni­sche Re­gie­rung hat­ten ein­ge­wandt, die Richt­li­nie würde bei die­ser Aus­le-
gung die un­ter­neh­me­ri­sche Frei­heit be­ein­träch­ti­gen. Da­zu hat der Ge­richts­hof aus­geführt, die­se Be­ein­träch­ti­gung der un­ter­neh­me­ri­schen Frei­heit gehöre „ge­ra­de zur Zweck­be­stim­mung der Richt­li­nie“, die dar­auf ab­zie­le, im In­ter­es­se der Ar­beit­neh­mer die sich aus den Ar­beits­verträgen oder -verhält­nis­sen er­ge­ben­den Ver­pflich­tun­gen auf den Er­wer­ber zu über­tra­gen (EuGH 25. Ju­li 1991 - C-362/89 - [d’Ur­so ua.] Rn. 15, Slg. 1991, I-4105). Ein Veräußerer, der sich ar­beits­ver­trag­lich zur dy­na­mi­schen An­wen­dung ei­nes Kol­lek­tiv­ver­trags oder ei­nes Teils da­von ver­pflich­tet hat, ist an die­ses Er­geb­nis der auch von ihm aus­geübten Ver­trags­frei­heit ge­bun­den. Würde man den Er­wer­ber al­lein durch den Be­triebsüber­gang von die­ser Ver­pflich­tung be­frei­en, wäre er bes­ser ge­stellt als der Veräußerer und der Ar­beit­neh­mer al­lein durch den Be­triebsüber­gang schlech­ter als ge­genüber dem Veräußerer.
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References: Art. 3
 § 613
 Art. 3
 EuGH 
 Art. 3
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 3
 Art. 3
 EuGH 
 Art. 1
 EuGH 
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 3