Source: https://www.akademie-klausenhof.de/ueber-uns/akademie-klausenhof-ggmbh/gb-i-lehrgaenge-und-kurse/fb-17-jugendhilfe/
Timestamp: 2018-09-24 17:20:54+00:00

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Die Akademie Klausenhof mit ihren stationären Hilfen zur Erziehung versteht sich als eine nach außen offene Einrichtung, die den Menschen in seinen sozialen Bezügen sieht und sich an seinen Lebenslagen orientiert. Wir leisten unseren Beitrag dazu, "Benachteiligungen zu vermeiden, abzubauen und positive Lebensbedingungen sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen" (SGB VIII §1). Unser Handeln geschieht aus einer ganzheitlichen Sichtweise heraus und im systemischen Sinne. Unser Menschenbild wird bestimmt von entsprechender Wertschätzung für den Umgang mit Jugendlichen und Familien und dem angemessenen Verhalten untereinander. Im Mittelpunkt steht dabei die Annahme eines jeden Einzelnen - so wie er ist und dort wo er steht.
Wir setzen bei den Ressourcen der jungen Menschen und ihrer Familien sowie familiären Kontexten in Deutschland an, begegnen ihnen mit Offenheit, Empathie und Wertschätzung und fördern ihre persönlichen Stärken. Dabei achten wir ihre bisherigen Handlungsstrategien als Lösungsversuche für ihre Problematik, erkennen und loben ihren Veränderungswillen. Wir unterstützen sie darin, persönliche Defizite abzubauen sowie "kleine Schwächen" - eigene und die Anderer - besser akzeptieren zu können. Auffälligkeiten und Schwierigkeiten der jungen Menschen begreifen wir nicht als Fehlverhalten, dessen Ursache bei den Jugendlichen liegt, sondern als Botschaft und Hilferuf, der auf Störungen oder belastende Umstände in ihrem Lebensraum hinweist. Auf Basis einer multisystemischen Betrachtungsweise beziehen wir dabei ihr soziales und emotionales Umfeld sowie alle relevanten Personen aktiv in unsere Arbeit ein. Schwierigkeiten und Defizite junger Menschen und ihrer Familien im Migrationsprozess begreifen wir im Kontext ihrer persönlichen, sozialen, biografischen Bezüge und ihrer aktuellen Lebenswelt und richten unsere Arbeit an ihren speziellen Bedarfslagen aus.
Unter aufmerksamer Wahrung der sich aus dem § 8a SGB VIII abgeleiteten Erfordernisse stehen wir für das Wohl und die Unversehrtheit des einzelnen Jugendlichen ein und bieten einen schützenden Rahmen. In unserem professionellen Wirken bringen wir ausgewogen menschliche und fachliche Kompetenzen zum Ausdruck und richten unser Denken und Handeln stets analog dazu aus. Wir stellen den Hilfegedanken zugunsten der uns anvertrauten Jugendlichen in den Fokus unserer pädagogischen Arbeit.
Im Sinne des Leitbildes der Akademie Klausenhof ist unsere Arbeit mit der Zielgruppe der unbegleiteten minderjährigen Ausländer/-innen in besonderer Weise bedeutsam: Die uns anvertrauten Menschen stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen, und dies gilt besonders für die von Verlust- und Gewalterfahrungen geprägten jungen Menschen als einer in erheblichem Maße gesellschaftlich benachteiligten Gruppe (s. Leitbild - Allgemeine Grundsätze Abs. 2). Übergeordnetes Ziel unserer Bemühungen zum Wohl der jungen Flüchtlinge ist es, "den Menschen aus seiner Abhängigkeit zu befreien, ihn fähig zu machen, in eigener Verantwortung sein materielles Wohl, seinen sittlichen Fortschritt, seine geistige Entwicklung in die Hand zu nehmen." (Leitbild Abs. 1.5).
An unserem Hauptsitz in Dingden bieten wir eine Intensiv- und drei Regelgruppen mit bis zu 40 Plätzen an. Rechtlich können wir den Rahmen der (vorläufigen) Inobhutnahmen gemäß den § 42 und 42a SGB VIII, über die Heimunterbringung gemäß § 34 SGB VIII bis hin zur Hilfe für junge Volljährige gemäß § 41 SGB VIII abbilden. In besonders gelagerten Ausnahmefällen können hier Hilfen auch in den Bereich des § 35a SGB VIII übergeleitet werden.
Die Geschichte der Akademie Klausenhof als Bildungsträger erlaubt uns, grade im Bereich der außerschulischen, schulabschlussbezogenen und ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen ein breites Begleitangebot zur Verfügung zu stellen.
Aufgenommen werden Jugendliche ab 15 Jahren männlichen Geschlechts, die durch in hohem Maße belastende Fluchterfahrungen als besonders schutzbedürftig gelten. Insbesondere durch den Verlust ihrer Eltern durch Tod, mindestens aber durch die Trennung von ihren Eltern infolge von Kriegswirren, sind die jungen Menschen in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung erheblich gestört. Vielfach sind sie traumatisiert, nicht selten durch selbst- oder fremdgerichtetes aggressives Verhalten auffällig geworden.
Auch Jugendliche, die ambulant therapeutisch behandlungsbedürftig sind und deshalb erhöhten Betreuungsbedarf aufweisen, sind Teil unserer Zielgruppe. Intelligenzminderung ist kein Ausschlusskriterium.
Ausschlusskriterien indes sind schwere Suchtmittelerkrankungen und schwerwiegende psychische Diagnosen sowie geistige und erhebliche körperliche Behinderungen.
Möglichkeiten der Belegung
Die Plätze werden durch die für die jeweilige Hilfe zuständigen Jugendämter belegt. Über die Aufnahme entscheidet die Einrichtungsleitung nach einem ersten Vorstellungsgespräch in unserer Einrichtung. Bei Interesse an unseren Angeboten sowie einer differenzierten Leistungsbeschreibung nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
Herr Mario Tenhumberg
Fachbereichsleiter FB 17

References: §1
 § 8
 § 42
 § 34
 § 41
 § 35