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Timestamp: 2018-02-23 00:40:56+00:00

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C. Resumée : Der Gruppenbezug jugendlicher Delinquenz
C. Resumée : Der Grupp...
Zur Notwendigkeit der Berücksichtigung gruppenbezogener Straftaten bei der Anwendung und Auslegung von Jugendstrafrecht
9783653981162
http://dx.doi.org/10.3726/978-3-653-04363-1
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. XIV, 251 S., 17 Tab., 5 Graf.
C. Resumée
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In dieser Arbeit ist der Gruppenbezug jugendlicher Delinquenz mit dem Ziel untersucht worden, die Frage, inwieweit das strafrechtliche Handeln junger Menschen aus einer Gruppe heraus strafschärfend oder strafmildernd zu berücksichtigen ist, zu klären.
Die der Arbeit zugrunde liegenden Arbeitshypothesen haben sich abschließend im Rahmen der Sekundäranalyse der Intensivtäterstudie bestätigt bzw. konnten anhand dieser korrigiert werden. Darüber hinaus haben sich die Arbeitshypothesen in einigen Sachverhalten der analysierten Urteile zu gruppendynamischen Aspekten widergespiegelt.
Gleichzeitig konnte im Rahmen der Untersuchung der Arbeitshypothesen ein Mehrfaktorenmodell für die Erklärung gruppendelinquenten Verhaltens entwickelt und weiter modifiziert werden.
Am Ende dieser Arbeit steht als Ergebnis ein Fragenkatalog, der im Zusammenhang mit den einzelnen Fallgruppen künftig als Basis für den Umgang mit dem Gruppenbezug als Aspekt jugendlicher Delinquenz dienen soll.
Die erzielten Ergebnisse boten darüberhinaus Anlass dazu, die Notwendigkeit einer jugendspezifischen und mithin restriktiven Auslegung der bandenmäßigen Begehung als tatbestandliches Qualifikationsmerkmal bzw. als Regelbeispiel eines besonders schweren Falles zu dokumentieren.
I. Untersuchungsgegenstand und Ziel der Arbeit
1. Gruppe – Gruppenbezug – Gruppendynamik
1.1 Peers/Peergroup
1.1.1 Organisiert – sozial angepasst – Sportverein, Jugendorganisation
1.1.2 Organisiert – sozial abweichend – (Jugend-)Bande, Gang
1.1.3 Unorganisiert – sozial angepasst – „Clique“ Street corner society
1.1.4 Unorganisiert – sozial abweichend – kriminelle Spontan- und Gelegenheitsgruppen
1.1.5 Heterogene und komplexe Peergroups?
1.2 Bande
1.2.1 Strafrechtlicher-, historisch-soziologischer und kriminologischer Bandenbegriff
1.2.2 Erscheinungsformen und Delikte der allgemeinen Bandenkriminalität
1.2.2.1 Vermögenskriminelle Banden
1.2.2.2 Gewalt-/Aggressionsorientierte Banden
1.2.2.3 Ethnische Banden
1.2.2.3.1 Politisch orientierte Tätergemeinschaften
1.2.2.3.2 Vermögenskriminelle Banden/Streetgangs
1.2.3 Eurogangparadox
1.3 Kultur und Subkultur
1.4 Mittäterschaft
1.5 Mittäterschaft und gruppendynamische Prozesse
1.6 Gruppenbezug und Tätergemeinschaft
2. Begriffsverwendung in dieser Arbeit
I. Allgemeiner Peergroupeinfluss
1. Die Peergroup als Sozialisationsinstanz
1.1 Historischer Aspekt: Der Bedeutungszuwachs der Peergroup
1.1.1 Die Wandervogelbewegung (1896–1913)
1.1.2 Bündische Jugend (1919–1933)
1.1.3 Die Halbstarken
1.1.4 Die Beatbewegung und weitere Jugendkulturen der 1960er Jahre
1.1.5 Punk
1.1.6 Skinheads, Hooligans und Neonazis
1.1.7 Die Jugendkulturen der 1990er Jahre bis zur Gegenwart
1.2 Befragungsergebnisse zur Cliqueneinbindung Jugendlicher (Shell Jugendstudien)
1.2.1 Jugend ’92
1.2.2 Jugend ’97
1.2.3 Jugend 2002
1.2.4 Jugend 2006
1.2.5 Jugend 2010
1.2.6 Auswertung der Ergebnisse
1.3 Verschulung des Jugendalters
2. Aspekte Jugendlicher Gruppenbildung – Ein Ausblick
II. Entwicklungspsychologische Befunde zur Bedeutung der Gleichaltrigen auf Einstellung und Verhaltensweisen von Jugendlichen
1. Freundschaften und Cliquen
2. Funktion und Bedeutung der Peers
2.1 Eltern-Kind- und Peer-Beziehungen im Vergleich
2.2 Funktionen der Peers in ihrer Rolle als Sozialisationsinstanz
2.3 Zur Bedeutung der Peers aus Sicht der Jugendlichen
2.4 Gefahren und Risiken einer jugendlichen Peerbeziehung
3. Feststellungen und Ausblick
III. Der Gruppenbezug jugendlicher Delinquenz
1. Empirische Befunde zur Häufigkeit/Verbreitung (Zahlen, Daten, Fakten)
1.1 Hellfeld
1.1.1 Niedersachen
1.1.2 Berlin
1.1.3 Saarland
1.1.4 Baden-Württemberg
1.1.5 Sachsen-Anhalt
1.1.6 Zusammenfassung: Hellfeld
1.2 Dunkelfeld
1.2.1 Warr
1.2.2 Beulke
1.2.3 Wetzels/Enzmann/Mecklenburg/Pfeiffer
1.2.4 Wilmers/Enzmann/Schaefer/Herbers/Greve/Wetzels
1.2.5 Baier
1.2.6 Zusammenfassung: Dunkelfeld
1.3 Folgerungen und Kategorisierung
2. Erklärungsversuche
2.1 Erkenntnisse sozialpsychologischer Forschung
2.1.1 Bildung und Weitergabe sozialer Normen
2.1.2 Bedingungen menschlich konformen Verhaltens
2.1.3 Soziale Normen, konformes Verhalten und Gruppendelinquenz
2.1.4 Das Konzept der Gruppenpolarisierung
2.1.5 Gruppendelinquenz, Gruppenpolarisierung und Risikoverhalten
2.1.6 Jugendliches Risikoverhalten im Gruppenkontext
2.1.7 Risikoverhalten in Adoleszenz und Erwachsenenalter
2.2 Kriminologische Theorien
2.2.1 Grobüberblick
2.2.2 Ausgewählte (geeignete, erklärungskräftige) Theorien für die Erklärung abweichenden Verhaltens
2.2.2.1 Subkulturansätze
2.2.2.2 Theorien des differentiellen Lernens und der differentiellen Assoziation
2.2.2.3 Techniken der Neutralisierung
2.2.2.4 Folgerungen
2.3 Gängige Hypothesen zum Zusammenhang von Peerdelinquenz und individuellem normabweichenden Verhalten
2.3.1 Reine Selektionshypothese
2.3.2 Reine Sozialisationshypothese
2.3.3 Interaktionales Modell
2.3.4 Entwicklungsorientiertes Modell
2.4 Das Mehrfaktorenmodell
3. Spezielle Gruppenphänomene
3.1 Besondere Gefahren des Gruppenbezuges
3.1.1 Konformitätsdruck
3.1.2 Verstärkerwirkung der Gruppe
3.1.3 Größere Bereitschaft zum Risiko
3.1.4 Der Kontakt zur devianten Peergroup und die Anpassung an soziale Normen
3.2 Das modifizierte Mehrfaktorenmodell
3.3 Die Tatbegehung – Ein gruppendynamischer Prozess?
3.3.1 „Intensivtäter in Berlin“
3.3.1.1 Typische Konfliktsituation
3.3.1.2 Sekundäranalyse
3.3.2 Zu den Anforderungen an künftige Untersuchungen/Forschung
IV. Zur Begründung der strafrechtlichen Berücksichtigung gruppenbezogener Straftaten von Jugendlichen
1. Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse
2. Der Gruppenbezug im Rahmen der allgemeinen strafrechtlichen Schuldminderungs- und Schuldausschließungsgründe des StGB
2.3 Jäger
2.5 Verlagerung der Diskussion
3. Besonderheiten des Jugendstrafrechts
3.1 Der Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht
3.2 Das Jugendstrafrecht als individuelles spezialpräventives Täterstrafrecht
3.3 Probleme der täterstrafrechtlichen Ausrichtung des Jugendstrafrechts
3.4 Zur Ungleichbehandlung jugendlicher und erwachsener Gruppendelinquenz
4. Jugendstrafrechtliche Konsequenzen gruppendynamischer Einflüsse
4.1 Das Verhältnis des § 3 JGG zu den §§ 17, 20, 21 StGB
4.2 Der Status quo in der (jugend-)strafrechtlichen Rechtsprechung und Literatur
4.2.1 Berücksichtigung gruppendynamischer Aspekte in der Rechtsprechung
4.2.1.1 BGH 1. Strafsenat, Urteil vom 03.12.1985
4.2.1.2 BGH 2. Strafsenat, Beschluss vom 11.01.1991
4.2.1.3 BGH 1. Strafsenat, Urteil vom 17.10.2000
4.2.1.4 OLG Düsseldorf, Beschluss vom 15.12 2000
4.2.1.5 BGH 1. Strafsenat, Urteil vom 11.03.2003
4.2.1.6 BGH 5. Strafsenat, Urteil vom 20.01.2004
4.2.1.7 LG Verden, Urteil vom 02.07.2004
4.2.1.8 OLG Hamm, Urteil vom 01.02.2006
4.2.1.9 LG Düsseldorf 7. Große Strafkammer, Urteil vom 17. 11.2006
4.2.1.10 LG Bonn 8. Große Strafkammer, Urteil vom 04.10.2007
4.2.1.11 OLG Frankfurt, Beschluss vom 09.04.2008
4.2.1.12 LG Darmstadt, Beschluss vom 10.04.2008
4.2.1.13 LG Köln 2. Große Strafkammer, Urteil vom 10.07.2008
4.2.1.14 BGH 5. Strafkammer, Beschluss vom 27.11.2008
4.2.1.15 BGH 5. Strafsenat, Beschluss vom 28.04.2010
4.2.1.16 BGH 1. Strafsenat, Beschluss vom 20.02.2013
4.2.2 Erste Auffälligkeiten und Gedanken
4.2.3 Berücksichtigung gruppendynamischer Aspekte in der jugendstrafrechtlichen Literatur
4.2.3.1 § 105 JGG
4.2.3.2 §§ 17 Abs. 2, 18 JGG
4.2.3.3 §§ 32 JGG und weitere Prognoseentscheidungen
4.2.3.4 §§ 20, 21 StGB
4.2.3.5 § 228 StGB
4.2.3.6 Berücksichtigung außerhalb des JGG und StGB
4.2.4 Stellungnahme
4.3 Die Sachverhalte – Ein Spiegelbild der Arbeitshypothesen?
4.3.1 Situative Analyse
4.3.2 Täterbiographische Analyse
4.3.2.1 Jugendkultureller Bezug
4.3.2.2 Strafrechtliche Vorbelastungen
5. Der Gruppenbezug jugendlicher Delinquenz unter dem Aspekt der Strafzumessung
5.1 Die Gruppensituation als Solche
5.2 Der kriminelle Werdegang unter dem Aspekt des Gruppenbezuges
5.3 Das Tatmotiv vs. Opferperspektive
6. Der Gruppenbezug: Strafmilderungsgrund oder Grund der Strafschärfung
6.1 Spontan- und Gelegenheitsdelinquenz in der Gruppe
6.2 Gruppenersttäter ohne kriminelle Vorbelastung
6.3 Einschlägig vorbestrafte Gruppentäter
7. Umsetzung in der jugendstrafrechtlichen Praxis
8. Der Gruppenbezug juveniler Delinquenz – Kein autonomer Schuldminderungsgrund
9. Zur Notwendigkeit der weiteren Berücksichtigung jugendspezifischer Besonderheiten
9.1 Die verschiedenen Standpunkte
9.2 Stellungnahme
9.3 Zur jugendspezifischen Auslegung der bandenmäßigen Begehung als tatbestandliches Qualifikationsmerkmal oder als Regelbeispiel eines besonders schweren Falls
9.3.1 Zur Anwendbarkeit des § 244a StGB auf Jugendbanden
9.3.2 Stellungnahme

References: § 3
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 105
 § 228
 § 244