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Timestamp: 2019-01-16 02:43:50+00:00

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| 21.12.2014 13:28 |
Zusammenfassung: Ansprüchen von Miteigentümern untereinander: Aufhebungsanspruch mittels Teilungsversteigerung und Kosten- und Lastentragung
ich bin Miteigentümer eines Grundstücks (70%). Der andere Miteigentümer (30%) verstarb vor einigen Jahrzehnten. Er vererbte ohne gesonderte Erwähnung des Grundstücks zu 1/2 an seine Frau und zu je 4/8 an seine 4 Kinder.
Nach dem Tod der Frau vererbte Sie zu je 1/6 an die 4 Kinder und an 2 Kinder aus erster Ehe. Es gibt also quasi eine Erbengemeinschaft (EG) von 6 Personen (ggf. schon mehr wegen Weitervererbung?) zu dem Miteigentum von 30%.
Versuche, mich mit der EG zu verständigen (Kontakt mit 2 Personen), um den 30%-Anteil rauszukaufen schlugen fehl. Es besteht kein Interesse, zumal das Grundstück zum jetzigen Zeitpunkt sehr wenig wert ist. Konnte aber auch nicht alle Erben ausfindig machen.
Nun möchte ich das Grundstück bebauen. Der Wert würde sich somit vervielfachen. Ggf. ändert sich damit auch die Interessenlage der EG.
1. Wie kann ich mich davor schützen, dass es später einmal zu Forderungen seitens der EG kommt z.B. durch Beantragung Verkauf gem. §753 BGB?
2. Kann ein einzelner dieser EG dies beantragen oder müssen sich alle 6 (+ X?) einig sein?
3. Habe ich andere Möglichkeiten mich zu schützen z.B. Ist-Wertfeststellung vor der Bebauung und Hinterlegung des 30%-Wertes bei einem Notar? Und spielt es dabei eigentlich eine Rolle, dass ich über Jahrzehnte sämtliche Grundstückskosten alleine getragen habe?
Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus. Ich weiß nicht, was so etwas kostet. Falls der eingeblendete Betrag nicht ausreicht, teilen Sie mir das bitte mit.
Erbe BGB Erbe Erbengemeinschaft Verkauf
Die gesetzliche Norm des § 753 BGB - Teilung durch Verkauf - (Absatz 1: "Ist die Teilung in Natur ausgeschlossen, so erfolgt die Aufhebung der Gemeinschaft durch Verkauf des gemeinschaftlichen Gegenstands nach den Vorschriften über den Pfandverkauf, bei Grundstücken durch Zwangsversteigerung, und durch Teilung des Erlöses.") greift jedenfalls dann ein, wenn es an keine abweichende Teilungsvereinbarung dazu gibt, die vorrangig wäre.
Das Problem besteht hier dann jedoch darin, dass wenn die Erben als Miteigentümer da nichts mit Ihnen vertraglich vereinbaren wollen, Sie sich nicht vor der Geltung des § 753 BGB schützen können.
Sie selbst können sich eben aber auch darauf berufen und die Teilungsversteigerung einleiten.
Aber wichtig ist die Kenntnis von der Vorschrift des § 749 Aufhebungsanspruch
"(1) Jeder Teilhaber kann jederzeit die Aufhebung der Gemeinschaft verlangen.
Bei der Erbengemeinschaft gibt es nur hinsichtlich der Verwaltung die Möglichkeit eines Mehrheitsbeschlusses, ansonsten müssen sich alle einig sein, wenn es um einen Verkauf geht.
Bei der Erbengemeinschaft untereinander gilt das Gleiche wie oben, auch da kann jeder die Auseinandersetzung verlangen und zur Not gerichtlich die Teilung durch Zwangsversteigerung einleiten.
Wie gesagt, solange kein vertraglicher Schutz eingreift, gelten die oben genannten einseitige Loslösungsrechte, wobei § 749 BGB nicht aufgehoben werden kann.
Sie können über Ihren Miteigentumsanteil verfügen, § 747 BGB, ihn verkaufen, belasten usw.
§ 748 BGB Lasten- und Kostentragung ("Jeder Teilhaber ist den anderen Teilhabern gegenüber verpflichtet, die Lasten des gemeinschaftlichen Gegenstands sowie die Kosten der Erhaltung, der Verwaltung und einer gemeinschaftlichen Benutzung nach dem Verhältnis seines Anteils zu tragen.") führt zur Aufwendungsersatzansprüchen von Ihnen gegenüber den anderen Miteigentümern, sofern Sie nicht innerhalb der Regelverjährung von drei Jahren nicht mehr geltend gemacht werden können.
Nachfrage vom Fragesteller	20.01.2015 | 10:20
vielen Dank nochmal für Ihre Antwort vom 21.12.2014.
Sie führten u.a. aus, dass ich über meinen Miteigentumsanteil nach § 747 BGB frei verfügen, also ihn auch übertragen oder verkaufen, kann.
Ich wollte eine Notarin damit beauftragen. Sie teilte mir jedoch mit, dass eine Übertragung meines Anteils auf meinen Sohn nur unter Mitwirkung aller Beteiligten, also auch der Erben des anderen Miteigentümers (30%) möglich ist. Da dies nicht möglich ist, empfiehlt Sie mir einen Nachlasspfleger einzuschalten.
Hat die Notarin Recht, so dass ich doch nicht über mein Miteigentum frei verfügen kann und immer die Mitwirkung der anderen Seite bzw. eines Nachlasspflegers benötige. Und wenn ja, warum? Ich will doch nur mein eigenes Miteigentum (70%) übertragen.
Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich. MfG
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2015 | 12:50
"Irgendwo" gibt es hier ein Missverständnis.
Ich verstehe da die Notarin nicht, weil
- es ja nur um Ihren ursprünglichen Miteigentumsanteil geht;
- das mit dem Erbe nur mittelbar zu tun hat;
- und Sie KEINE Erbauseinandersetzung anstreben.
Sie können wie gesagt über Ihren Miteigentumsanteil verfügen, § 747 BGB, ihn verkaufen, belasten usw., egal, ob der andere Miteigentumsanteil von einer Mehrheit von Erben als Erbengemeinschaft gehalten wird oder nicht.
Legen Sie am besten die hiesige Korrespondenz der Notarin vor, denn ich sehe hier keine Notwendigkeit, einen Nachlasspfleger einzuschalten, wenn Ihr Sohn kein Erbe dieser Gemeinschaft ist, wovon ich nicht ausgehe. Dann sollte sich dieses entgültig klären lassen.
Bewertung des Fragestellers 21.12.2014 | 15:38
"Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Sie haben mir sehr geholfen!"
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References: §753
 § 753
 § 753
 § 749
 § 749
 § 747

§ 748
 § 747
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