Source: https://www.streifler.de/artikel/-327-anfechtbarkeit-bei-stillem-gesellschafter-2c-c2-a7-136-inso-_6477
Timestamp: 2019-09-18 09:48:56+00:00

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<br /><div style="margin-left: 80px;"><a title="Anwalt für Insolvenzrecht - Insolvenzanfechtung - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB" href="artikel/bsp/-327-anfechtbarkeit-bei-stillem-gesellschafter-2c-c2-a7-136-inso-_6477">3.2.7.1. Anwendbarkeit</a></div><div style="margin-left: 80px;"><a title="Rechtsanwalt für Insolvenzrecht - Insolvenzanfechtung - BSP Bierbach, Streifler & Partner PartGmbB" href="artikel/bsp/-327-anfechtbarkeit-bei-stillem-gesellschafter-2c-c2-a7-136-inso-_6477">3.2.7.2. Voraussetzungen</a></div><br /><br />Der stille Gesellschafter i.S.v. § 230 HGB, d.h. eine natürliche oder juristische Person, die sich am Handelsgewerbe eines anderen mit einer Vermögenseinlage beteiligt, ohne dass dies i.d.R. für einen Außenstehenden erkennbar ist, muss sein Stammkapital grundsätzlich nicht erhalten. Hat er gem. § 231 Abs. 1 HGB den Verlust der Gesellschaft nicht mitzutragen, kann er sogar bei Insolvenz des Geschäftsinhabers als Insolvenzgläubiger seine Einlage gem. § 236 Abs. 1 HGB zurückfordern. Eine Einschränkung erfährt dies durch den Anfechtungstatbestand des § 136 InsO. Danach ist die Rückgewähr der Einlage eines stillen Gesellschafters oder der Erlass seines Anteils am entstandenen Verlust anfechtbar, wenn Entsprechende im letzten Jahr vor dem Eröffnungsantrag oder danach vereinbart wurde. Hierfür bedarf es keines Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes. Hintergrund der Norm ist der Eigenkapitalcharakter der Einlage des stillen Gesellschafters.<br /><br />§ 136 InsO kann nicht im Gesellschaftsvertrag abbedungen werden.<br /><br /><br /><strong><a name="3.2.7.1.">3.2.7.1. Anwendbarkeit</a><br /><br /></strong>Neben § 136 InsO kann der Insolvenzverwalter auch nach den sonstigen Anfechtungstatbeständen vorgehen.<br /><br /><br /><strong><a name="3.2.7.2.">3.2.7.2. Voraussetzungen</a><br /><br /></strong><!--[if gte mso 9]><xml> Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4 </xml><![endif]--><!--[if gte mso 9]><xml> </xml><![endif]--><!--[if gte mso 10]><style> /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable	{mso-style-name:"Normale Tabelle";	mso-style-parent:"";	font-size:11.0pt;"Calibri","sans-serif";	mso-fareast-"Times New Roman";	mso-bidi-"Times New Roman";}</style><![endif]--><table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0" style="margin-left: 2.75pt; border-collapse: collapse;"> <tbody> <tr> <td width="313" valign="top" style="width: 234.55pt; border-width: 1pt medium 1pt 1pt; border-style: solid none solid solid; border-color: black -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p><b>§ 136 Abs. 1 S. 1 F. 1 InsO</b></p> </td> <td width="299" valign="top" style="width: 224.5pt; border: 1pt solid black; padding: 2.75pt;"> <p><b>§ 136 Abs. 1 S. 1 F. 2 InsO</b></p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>stille Gesellschaft (im Anfechtungszeitraum)</p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>- bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Geschäftsinhabers muss die stille Gesellschaft nicht mehr bestehen</p> <p>= über die fehlerhafte Gesellschaft (noch) wirksame stille Gesellschaft</p> <p>≠ nichtige Gesellschaft</p> </td> </tr> <tr> <td width="313" valign="top" style="width: 234.55pt; border-width: medium medium 1pt 1pt; border-style: none none solid solid; border-color: -moz-use-text-color -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>Rechtshandlung, durch die einem stillen Gesellschafter die Einlage ganz oder teilweise zurückgewährt wird</p> </td> <td width="299" valign="top" style="width: 224.5pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>Rechtshandlung, durch die der Anteil des stillen Gesellschafters an dem entstandenen Verlust ganz oder teilweise erlassen wird</p> </td> </tr> <tr> <td width="313" valign="top" style="width: 234.55pt; border-width: medium medium 1pt 1pt; border-style: none none solid solid; border-color: -moz-use-text-color -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>= z.B. Sicherung durch Verpfändung, Sicherungsübereignung, sonstige Bestellung von Sicherheiten, die dem Dritten ein Absonderungsrecht gewähren</p> <p>≠ z.B. Auszahlung eines Gewinnanteils, auf den der stille Gesellschafter grundsätzlich einen gesetzlichen oder vertraglichen Anspruch hat; Umwandlung der Einlage in ein (normales) Darlehen; wenn eine noch nicht geleistete Einlage erlassen wird</p> </td> <td width="299" valign="top" style="width: 224.5pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p> </p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>- unerheblich: Rückgewähr oder Erlass vor oder bei Auflösung der stillen Gesellschaft (§ 136 Abs. 1 S. 2 InsO)</p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>den anfechtbaren Maßnahmen liegt eine im Anfechtungszeitraum geschlossene Vereinbarung</p> <p>zugrunde</p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>- unerheblich: Auflösung der stillen Gesellschaft im Zusammenhang mit der Vereinbarung</p> <p>- e<span>ntscheidend: Zeitpunkt der Vereinbarung (nicht der Rechtshandlung)</span></p> <p>- nicht, wenn<span> die Rückgewähr auf Grund des Gesellschaftsvertrages selbst erfolgt, da dann eine zusätzliche „Vereinbarung“ fehlt</span></p> <p><span>- Vereinbarung fehlt, wenn die Einlage unabhängig vom freien Willen des Geschäftsinhabers zurückgewährt wird</span></p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>* im letzten Jahr vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Inhabers des Handelsgeschäfts</p> <p>oder</p> <p>*nach diesem Antrag</p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>mindestens mittelbare Gläubigerbenachteiligung</p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>Unanfechtbarkeit: Eintritt des Eröffnungsgrundes (nicht des Eröffnungsantrags) erst nach Abschluss der Vereinbarung, § 136 Abs. 2 InsO</p> </td> </tr> <tr> <td width="612" valign="top" colspan="2" style="width: 459.05pt; border-width: medium 1pt 1pt; border-style: none solid solid; border-color: -moz-use-text-color black black; padding: 2.75pt;"> <p>- beweispflichtig: stiller Gesellschafter</p> </td> </tr> </tbody></table><br /><form action="" name="ihsnu692853719"> </form><br type="_moz" />
Der stille Gesellschafter i.S.v. § 230 HGB, d.h. eine natürliche oder juristische Person, die sich am Handelsgewerbe eines anderen mit einer Vermögenseinlage beteiligt, ohne dass dies i.d.R. für einen Außenstehenden erkennbar ist, muss sein Stammkapital grundsätzlich nicht erhalten. Hat er gem. § 231 Abs. 1 HGB den Verlust der Gesellschaft nicht mitzutragen, kann er sogar bei Insolvenz des Geschäftsinhabers als Insolvenzgläubiger seine Einlage gem. § 236 Abs. 1 HGB zurückfordern. Eine Einschränkung erfährt dies durch den Anfechtungstatbestand des § 136 InsO. Danach ist die Rückgewähr der Einlage eines stillen Gesellschafters oder der Erlass seines Anteils am entstandenen Verlust anfechtbar, wenn Entsprechende im letzten Jahr vor dem Eröffnungsantrag oder danach vereinbart wurde. Hierfür bedarf es keines Gläubigerbenachteiligungsvorsatzes. Hintergrund der Norm ist der Eigenkapitalcharakter der Einlage des stillen Gesellschafters.
§ 136 InsO kann nicht im Gesellschaftsvertrag abbedungen werden.
Neben § 136 InsO kann der Insolvenzverwalter auch nach den sonstigen Anfechtungstatbeständen vorgehen.
§ 136 Abs. 1 S. 1 F. 1 InsO
§ 136 Abs. 1 S. 1 F. 2 InsO
stille Gesellschaft (im Anfechtungszeitraum)
- bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Geschäftsinhabers muss die stille Gesellschaft nicht mehr bestehen
= über die fehlerhafte Gesellschaft (noch) wirksame stille Gesellschaft
≠ nichtige Gesellschaft
Rechtshandlung, durch die einem stillen Gesellschafter die Einlage ganz oder teilweise zurückgewährt wird
Rechtshandlung, durch die der Anteil des stillen Gesellschafters an dem entstandenen Verlust ganz oder teilweise erlassen wird
= z.B. Sicherung durch Verpfändung, Sicherungsübereignung, sonstige Bestellung von Sicherheiten, die dem Dritten ein Absonderungsrecht gewähren
≠ z.B. Auszahlung eines Gewinnanteils, auf den der stille Gesellschafter grundsätzlich einen gesetzlichen oder vertraglichen Anspruch hat; Umwandlung der Einlage in ein (normales) Darlehen; wenn eine noch nicht geleistete Einlage erlassen wird
- unerheblich: Rückgewähr oder Erlass vor oder bei Auflösung der stillen Gesellschaft (§ 136 Abs. 1 S. 2 InsO)
den anfechtbaren Maßnahmen liegt eine im Anfechtungszeitraum geschlossene Vereinbarung
- unerheblich: Auflösung der stillen Gesellschaft im Zusammenhang mit der Vereinbarung
- entscheidend: Zeitpunkt der Vereinbarung (nicht der Rechtshandlung)
- nicht, wenn die Rückgewähr auf Grund des Gesellschaftsvertrages selbst erfolgt, da dann eine zusätzliche „Vereinbarung“ fehlt
- Vereinbarung fehlt, wenn die Einlage unabhängig vom freien Willen des Geschäftsinhabers zurückgewährt wird
* im letzten Jahr vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Inhabers des Handelsgeschäfts
*nach diesem Antrag
Unanfechtbarkeit: Eintritt des Eröffnungsgrundes (nicht des Eröffnungsantrags) erst nach Abschluss der Vereinbarung, § 136 Abs. 2 InsO
- beweispflichtig: stiller Gesellschafter

References: § 230
 § 231
 § 236
 § 136
 § 136
 § 136
 § 230
 § 231
 § 236
 § 136

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