Source: https://www.kwh-seniorenbetreuung.de/24-stunden-pflege/kosten-der-24h-pflege
Timestamp: 2020-08-15 05:28:39+00:00

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Was kostet eine 24-Stunden-Pflege zu Hause? - KWH Seniorenbetreuung
Was kostet eine 24-Stunden-Pflege zu Hause?
Die Kosten einer 24-Stunden-Pflege und Betreuung zu Hause einer alleinstehender Person liegen zwischen 2.000 und 2.350 Euro und beinhalten alle Sozialabgaben, Kranken- und Unfallversicherung der polnischer Betreuungskraft sowie anfallende Steuern. Bei der Betreuung einer zweiten in dem selben Haushalt lebenden Person ist mit einem Aufschlag, je nach der Betreuungsbedarf, von bis zum 15% zu rechnen.
Die Reisekosten für die Hin- und Rückfahrt betragen ingesmat ca. 180 EUR und sind erfahrunsgemäß sechs mal im Laufe eines Jahres fällig.
Dabei sollte erwähnt werden, dass die drei kostenbestimmensten Faktoren bei der sog. 24 Stunden Betreuung einerseits die Deutschkenntnisse der Pflegekraft, andererseits die Belastung während des Einsatzes sowie die Ausbildungsqualifikation sind. Hinzu kommen andere Faktoren wie vorhandener Führerschein oder Einsätze während der Weihnachts- und Osterfeiertage.
Auch spielen unterschiedliche Feststellungen des Pflegegrades und die steuerliche Absetzbarkeit eine Rolle. Daher ist die Feststellung des Tarifs erst nach Kenntniserlangung der Rahmenbedingungen und des tatsächlichen Hilfsbedarfs möglich.
Da wir aufgrund von gesetzlich auferlegten Restriktionen nicht befugt sind, Sie auch steuerrechtlich zu beraten und diese Aufgabe den Steuerberatern, sowie einigen weiteren Berufsangehörigen vorenthalten ist, möchten wir Sie an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die im folgenden Text enthaltenen Informationen ausschließlich dem Zweck dienen, Ihnen einige steuerrechtliche Aspekte aufzuzeigen, damit Sie gegebenenfalls besser ins Gespräch mit Ihrem Steuerberater finden. Daher können wir trotz gewissenhafter Recherche nicht für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Angaben garantieren.
1. Fall: Steuerpflichtiger finanziert die Pflege- und Betreuungsleistungen eigenständig
In einem Schreiben vom 15.2.2010 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) zum nunmehr fünften Mal Anwendungsanweisungen herausgegeben, die Klarheit bei der Rechtsanwendung des § 35 a EStG, (Steuerermäßigung bei Aufwendungen u. a. für haushaltsnahe Dienstleistungen) schaffen sollen.
Anlage 1 dieses Schreibens zählt beispielhaft begünstigte und nicht begünstigte haushaltsnahe Dienstleistungen auf. Demnach zählen zu den begünstigten haushaltsnahen Dienstleistungen u. a.
allgemeine Hausarbeiten, wie Fenster putzen, Wohnungsreinigung, bügeln usw.,
Kleidungs-, Wäschepflege und -reinigung,
Nebenpflichten der Haushaltshilfe, wie kleine Botengänge oder Begleitung von kranken, alten oder pflegebedürftigen Personen bei Einkäufen oder zum Arztbesuch,
Notbereitschaft, soweit es sich um eine nicht gesondert berechnete Nebenleistung handelt,
Pflege der Außenanlagen innerhalb des Grundstücks (z. B. Gartenpflegearbeiten) und
Abfallmanagement ("Vorsortierung"), innerhalb des Grundstücks.
Laut Randziffer 10 des BMF-Schreibens ist dabei von grundsätzlicher Bedeutung, dass die haushaltsnahen Dienstleistungen gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden und eine Dienstleistungsagentur oder ein selbstständiger Dienstleister in Anspruch genommen wird. Daneben bestimmt Randziffer 14, dass die Dienstleistungen im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden müssen.
Wenn dies zutreffend ist, begünstigte haushaltsnahe Dienstleistungen ergo erbracht werden und der Steuerpflichtige in diesem Zusammenhang einen Antrag auf Steuerermäßigung stellt, ergibt sich nach dem Wortlaut des § 35 a Abs. 2 S. 1 EstG eine Steuerermäßigung in Höhe von 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens jedoch 4 000 Euro. Als weitere Voraussetzungen nennt § 35 a EStG, dass der Haushalt des Steuerpflichtigen innerhalb der Europäischen Union liegen muss, der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt ist.
Beispiel (leicht abgeändert aus dem BMF-Schreiben S. 12)
Ein pflegebedürftiger Steuerpflichtiger der Pflegestufe I beantragt anstelle der häuslichen Pflegehilfe (§ 36 SGB XI) ein Pflegegeld nach § 37 SGB XI. Im Veranlagungsjahr 2009 erhält er 215 Euro pro Monat. Der Steuerpflichtige beauftragt zur Deckung seines häuslichen Pflege- und Betreuungsbedarfs zusätzlich eine professionelle 24 Stunden Betreuungsagentur. Die Aufwendungen dafür betragen jährlich 20 400 Euro.
Es handelt sich um die Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen i. S. des § 35 a Abs. 2 Satz 2 EStG, für die der Steuerpflichtige eine Steuerermäßigung in Anspruch nehmen kann. Das Pflegegeld ist nicht anzurechnen. Die Steuerermäßigung für die Pflege- und Betreuungsleistungen wird für den Veranlagungszeitraum 2009 wie folgt berechnet:
20 % von 20 400 Euro = 4 080 Euro. Da die Obergrenze jedoch 4 000 Euro beträgt, greift diese, so dass der Steuerpflichtige 4 000 Euro als Steuerermäßigungsbetrag in Anspruch nehmen kann.
2. Fall: Familienangehörige eines Pflegebedürftigen finanzieren die Pflege- und Betreuungsleistungen
Steuerermäßigung nach § 33 EStG i. V. m. R 33.3 EStR 2005
Der Gesetzgeber räumt Steuerpflichtigen, denen "außergewöhnliche Belastungen" erwachsen und diese sich ihnen u. a. aus sittlichen Gründen nicht entziehen können, die Möglichkeit ein, einen Teil der hierfür angefallenen Aufwendungen vom Gesamtbetrag der Einkünfte abzuziehen, sofern sie über einer gewissen zumutbaren Belastung liegen. Die Höhe der zumutbaren Belastungen wird u. a. in Abhängigkeit des jährlichen Gesamtbetrags der Einkünfte durch § 33 Abs. 3 EStG festgelegt und bestimmt zusammen mit der Höhe der tatsächlichen Belastungen denjenigen Betrag, um welchen die Steuerbemessungsgrundlage auf Antrag (§ 33 Abs. 1 EStG) gemindert wird.
Wichtige Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung ist gem. R 33.3. Abs. 1 EstR mindestens ein Schweregrad der Pflegebedürftigkeit i. S. d. §§ 14, 15 SGB XI (Einstufung der hilfsbedürftigen Person in eine Pflegestufe) oder die Feststellung einer erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz nach § 45a SGB XI, eine Vorschrift, die im Grunde demenzbedingte Fähigkeitsstörungen auflistet.
Ein Steuerpflichtiger mit zwei Kindern beauftragt eine 24 Stunden Pflegeagentur die Betreuung seiner pflegebedürftigen Eltern (beide Pflegestufe 2) zu übernehmen. Die jährlichen Kosten hierfür betragen 22 800 Euro.
Der Steuerpflichtige hat im Bemessungszeitraum 2009 Gesamteinkünfte in Höhe von 65 000 Euro. Nach § 33 Abs. 3 EStG beträgt die zumubare Belastung 4 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte, also 0,04 * 65 000 Euro = 2 600 Euro, der Differenzbetrag zwischen den jährlichen Betreuungskosten und der zumutbaren Belastung beträgt 20 200 Euro. Gemäß § 33 Abs. 1 EStG mindert sich die einkommensteuerliche Bemessungsgrundlage auf 44 800 Euro, sofern der Steuerpflichtige einen Antrag diesbezüglich stellt.
Wir möchten Sie nochmals darauf hinweisen, dass bei Fragen und Unklarheiten, insbesondere im Hinblick auf die Antragsstellung, der Steuerberater Ihres Vertrauens der beste Ratgeber ist.

References: § 35
 § 35
 § 35
 § 37
 § 35
 § 33
 § 33
 § 45
 § 33
 § 33