Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F28-01-2015-8C_572-2014
Timestamp: 2016-10-24 05:23:44+00:00

Document:
8C_572/2014 (28.01.2015)
8C_572/2014 � � Urteil vom 28. Januar 2015
A.________, geboren 1956, war von 1988 bis zu seinem Stellenverlust wegen R�ckenproblemen 2002 als Betriebsmitarbeiter in der B.________ AG angestellt. Nachdem bei vormaligen Gesuchen ein Anspruch auf Leistungen von der Invalidenversicherung abgelehnt worden war, meldete sich der Versicherte 2007 auf Grund einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes erneut bei der IV-Stelle Luzern zum Leistungsbezug an. Basierend auf den Ergebnissen weiterer Abkl�rungen verneinte die IV-Stelle wiederum einen Rentenanspruch (Verf�gung vom 10. April 2012). Die hiegegen erhobene Beschwerde des erstmals anwaltlich vertretenen A.________ hiess das Kantonsgericht Luzern, 3. Abteilung, am 11. Februar 2014 in dem Sinne gut, als es die Verf�gung vom 10. April 2012 aufhob und die Sache an die IV-Stelle zur�ckwies, damit sie, nach weiteren Abkl�rungen gem�ss den Erw�gungen, neu verf�ge. Der Gerichtsentscheid vom 11. Februar 2014 erwuchs unangefochten in Rechtskraft.
Mit Schreiben vom 4. M�rz 2014 liess A.________ f�r das gem�ss kantonalem R�ckweisungsentscheid wieder aufzunehmende Abkl�rungsverfahren bei der IV-Stelle um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung ersuchen. Mit Verf�gung vom 23. April 2014 verneinte die IV-Stelle einen Anspruch auf unentgeltliche Verbeist�ndung im Administrativverfahren.
Die hiegegen erhobene Beschwerde des A.________ wies das Kantonsgericht Luzern mit Entscheid vom 30. Juli 2014 unter Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung f�r das kantonale Beschwerdeverfahren ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst A.________ unter Aufhebung des kantonalen Gerichtsentscheids und der Verf�gung der IV-Stelle vom 23. April 2014 um Bewilligung der unentgeltlichen Verbeist�ndung und Ernennung von Rechtsanwalt Reto Bachmann als unentgeltlichen Rechtsbeistand f�r das Verwaltungsverfahren ab Gesuchseinreichung vom 4. M�rz 2014 beantragen. Gleichzeitig ersucht der Versicherte f�r das Beschwerdeverfahren vor Bundesgericht um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeist�ndung.
W�hrend die IV-Stelle auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) auf eine Vernehmlassung. Mit Eingabe vom 3. Oktober 2014 nimmt der Beschwerdef�hrer Stellung zur Beschwerdeantwort der IV-Stelle.
Der Beschwerdef�hrer macht geltend, gegen den selbstst�ndig er�ffneten Zwischenentscheid �ber die Verweigerung der unentgeltlichen Rechtsverbeist�ndung sei die Beschwerde ans Bundesgericht zul�ssig.
2.2.�Gegen selbstst�ndig er�ffnete Vor- und Zwischenentscheide ist - von hier nicht interessierenden Ausnahmen abgesehen - die Beschwerde in Anwendung von Art. 93 Abs. 1 BGG nur zul�ssig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann (lit. a) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif�hren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren ersparen w�rde (lit. b).
2.4.1.�Wird in einem kantonalen R�ckweisungsentscheid - oder gest�tzt auf ein daran anschliessendes erneutes Gesuch in einem separaten Verfahren - f�r die Dauer der Wiederaufnahme des Administrativverfahrens die unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung anhaltend verweigert, droht der versicherten Person dadurch in aller Regel ein nicht wieder gutzumachender Nachteil rechtlicher Natur (BGE 126 I 207; Urteil 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 2.4.1). K�nnen Zwischenentscheide �ber die Verweigerung der Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken, sind sie gem�ss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG sofort gesondert anfechtbar (Urteile 2C_143/2008 vom 10. M�rz 2008 E. 2, 5A_108/2007 vom 11. Mai 2007 E. 1.2; zum bisherigen Recht: BGE 129 I 129 E. 1.1 S. 131, 126 I 207 E. 2a S. 210 mit Hinweisen).
2.4.2.�Bleibt der rechtsuchenden versicherten Person die gegebenenfalls - im Rahmen von Art. 37 Abs. 4 ATSG infolge des Untersuchungsgrundsatzes (Art. 43 Abs. 1 und Art. 61 lit. c ATSG) ohnehin nur bei Bejahung der nach einem strengen Massstab zu pr�fenden sachlichen Gebotenheit (BGE 125 V 32 E. 4b i.f. S. 36 mit Hinweisen) - zu bewilligende notwendige unentgeltliche Rechtsverbeist�ndung verwehrt, erleidet sie einen irreparablen Rechtsnachteil, welcher auch mit einem f�r die Beschwerde f�hrende Partei g�nstigen Endentscheid nicht oder nicht vollst�ndig behebbar ist (BGE 133 V 645 E. 2.1 S. 647 mit Hinweisen). Gem�ss Urteil 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 2.4.2 ist ein nicht wieder gutzumachenden Nachteil aus Sicht der Beschwerde f�hrenden versicherten Person auf Grund der Abweisung des Gesuchs um Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung im Verwaltungsverfahren jedenfalls dann in der anhaltenden Verweigerung der Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Rahmen der Wiederaufnahme des Verwaltungsverfahrens zu erblicken, wenn der Sozialversicherungstr�ger nach Massgabe eines kantonalen R�ckweisungsentscheides zu weiteren Abkl�rungen und Neuentscheidung �ber den strittigen Leistungsanspruch verpflichtet wird und die Verwaltung nicht bloss die einzelnen rechtsverbindlichen Anweisungen gem�ss R�ckweisungsentscheid ohne eigenen Ermessensspielraum konkret umzusetzen hat.
2.4.3.�Dies trifft hier zu. Laut Dispositiv-Ziffer 1 des R�ckweisungsentscheids vom 11. Februar 2014 ordnete die Vorinstanz die Aufhebung der rentenablehnenden Verf�gung vom 10. April 2012 an und wies die Sache an die IV-Stelle zur�ck, damit sie, nach weiteren Abkl�rungen gem�ss den Erw�gungen, neu verf�ge. Das kantonale Gericht hielt den rechtserheblichen Sachverhalt bez�glich des Gesundheitszustandes des Beschwerdef�hrers sowohl in somatischer also auch in psychischer Hinsicht als ungen�gend abgekl�rt und beanstandete das Fehlen einer psychiatrischen und neurologischen Begutachtung. In den Akten zeigten sich gewichtige Anhaltspunkte daf�r, dass seit Juli 2009 weitere gesundheitliche Beeintr�chtigungen hinzugetreten seien. Die neurologische Begutachtung habe auch zu pr�fen, ob ein CRPS (Complex Regional Pain Syndrome) Typ II vorliege und gegebenenfalls welche Einschr�nkungen diese Beschwerden in Bezug auf die Arbeitsf�higkeit zur Folge h�tten. Zudem bed�rfe es einer Gesamtschau, welche die verschiedenen Einzelaspekte in einen Zusammenhang bringe. Die Verwaltung habe diese Abkl�rungen grundlegender Natur zu veranlassen. Weiter f�hrte das kantonale Gericht in den Erw�gungen aus, die IV-Stelle habe anschliessend auch bei einem zuk�nftigen Einkommensvergleich zu pr�fen, ob eine Parallelisierung der Einkommen vorzunehmen ist. Daraus erhellt, dass die IV-Stelle gem�ss kantonalem R�ckweisungsentscheid nicht nur zu umfassenden, grunds�tzlich neuen Abkl�rungen medizinischer Natur, sondern auch zu einer Neupr�fung des Einkommensvergleichs mit offenem Ausgang verpflichtet wurde.
2.4.4.�Nach dem Gesagten ist auf die Beschwerde angesichts des drohenden nicht wieder gutzumachenden Nachteils bei anhaltender Verweigerung der unentgeltlichen Verbeist�ndung f�r die Dauer der Wiederaufnahme des Administrativverfahrens einzutreten.
Ist auf die Beschwerde einzutreten, bleibt zu pr�fen, ob das kantonale Gericht in Best�tigung der Verwaltungsverf�gung vom 23. April 2014 zu Recht die Voraussetzung der sachlichen Gebotenheit (eine von drei kumulativ zu erf�llenden Voraussetzungen: vgl. dazu BGE 132 V 200 E. 4.1 mit Hinweisen und Kieser, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, Rz. 22 f. zu Art. 37 ATSG) der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art. 37 Abs. 4 ATSG in Bezug auf die Dauer der Wiederaufnahme des Administrativverfahrens im Anschluss an den Erlass des R�ckweisungsentscheides vom 11. Februar 2014 verneint hat. Die prozessuale Bed�rftigkeit steht gem�ss angefochtenem Entscheid unbestritten fest.
4.2.�Die Notwendigkeit einer anwaltlichen Vertretung im Besonderen ist auch Voraussetzung des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtsverbeist�ndung im sozialversicherungsrechtlichen Verwaltungsverfahren (BGE 132 V 200 E. 4.1 S. 201; SVR 2009 IV Nr. 3 S. 4, I 415/06 E. 4.2). Sie ist namentlich mit Blick darauf, dass der Untersuchungsgrundsatz gilt, die Versicherungstr�ger und Durchf�hrungsorgane der einzelnen Sozialversicherungen also den rechtserheblichen Sachverhalt unter Mitwirkung der Parteien nach den rechtsstaatlichen Grunds�tzen der Objektivit�t, Neutralit�t und Gesetzesgebundenheit (BGE 136 V 376) zu ermitteln haben (Art. 43 ATSG), nur in Ausnahmef�llen zu bejahen. Es m�ssen sich schwierige rechtliche oder tats�chliche Fragen stellen und eine Interessenwahrung durch Dritte (Verbandsvertreter, F�rsorgestellen oder andere Fach- und Vertrauensleute sozialer Institutionen) muss ausser Betracht fallen (BGE 132 V 200 E. 4.1 i.f. S. 201). Zu ber�cksichtigen sind die Umst�nde des Einzelfalles, die Eigenheiten der anwendbaren Verfahrensvorschriften sowie die Besonderheiten des jeweiligen Verfahrens (Urteil 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 4.2 mit Hinweis). Dabei fallen neben der Komplexit�t der Rechtsfragen und der Un�bersichtlichkeit des Sachverhalts auch in der Person des Betroffenen liegende Gr�nde in Betracht, wie etwa seine F�higkeit, sich im Verfahren zurechtzufinden (Schwander, Anmerkung zu BGE 122 I 8, in: AJP 1996 S. 495; Urteil 9C_316/2014 vom 17. Juni 2014 E. 1.2).
5.1.�Gem�ss angefochtenem Entscheid ist der Beizug eines Rechtsvertreters f�r die Dauer der Wiederaufnahme des Verwaltungsverfahrens ab M�rz 2014 nicht erforderlich. Dies ungeachtet der Tatsache, dass die Vorinstanz bereits im ersten Rechtsgang die Beschwerde des anwaltlich vertretenen Versicherten mangels rechtsgen�glicher Abkl�rung des massgebenden Sachverhalts bez�glich des Gesundheitszustandes sowohl in somatischer wie auch psychischer Hinsicht gutgeheissen und die Sache zur weiteren Abkl�rung (vgl. E. 2.4.3 hievor) an die IV-Stelle zur�ckgewiesen hatte. Das kantonale Gericht vertrat die Auffassung, eine R�ckweisung zur weiteren Abkl�rung alleine gen�ge nicht f�r die Bejahung der Erforderlichkeit eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes im Sinne von Art. 37 Abs. 4 ATSG. Aus der St�rkung der Parteirechte gem�ss BGE 137 V 210 folge kein genereller Anspruch auf unentgeltliche Verbeist�ndung. Da es sich hier um einen Neuanmeldungsfall handle, drohe kein besonders schwerer Eingriff in die Rechtsstellung des Beschwerdef�hrers. Die laut kantonalem R�ckweisungsentscheid von der Verwaltung nachzuholende Beurteilung des Gesundheitszustandes (vgl. E. 2.4.3 hievor) umfasse keine rechtlich oder tats�chlich schwierige Fragen. Andernfalls m�sste in praktisch allen F�llen mit medizinischen Begutachtungen ein Anspruch auf unentgeltliche Verbeist�ndung bejaht werden. Es spr�chen auch keine Sprach- und Rechtsunkundigkeit oder krankheitsbedingte Einschr�nkungen f�r die Bejahung dieses Anspruchs. Der Versicherte sei mit Unterst�tzung von Fach- und Vertrauensleuten sozialer Institutionen in der Lage, seinen Standpunkt ohne anwaltliche Vertretung wirksam ins Verfahren einzubringen.
5.2.1.�Zwar stellte das kantonale Gericht zutreffend verschiedene Gr�nde dar, welche im Einzelfall praxisgem�ss zur Ablehnung eines Anspruchs auf unentgeltliche Verbeist�ndung im sozialversicherungsrechtlichen Administrativverfahren f�hren k�nnen. Daraus ist jedoch nicht zu schliessen, dass jeder einzelne Grund f�r sich allein oder in Kombination mit anderen Gr�nden ungeachtet der konkreten Verh�ltnisse im Einzelfall die Verneinung der Erforderlichkeit eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes nach Art. 37 Abs. 4 ATSG zur Folge hat. So trifft zwar zu, dass nicht jede R�ckweisung an die IV-Stelle zur weiteren Abkl�rung in Bezug auf die Wiederaufnahme des Administrativverfahrens einen Anspruch auf unentgeltliche Rechtsverbeist�ndung im Sinne von Art. 37 Abs. 4 ATSG zu begr�nden vermag. Gegenteilig verh�lt es sich beispielsweise dann, wenn die Verwaltung bloss einzelne rechtsverbindliche Anweisungen gem�ss R�ckweisungsentscheid ohne eigenen Ermessensspielraum konkret umzusetzen hat (vgl. Urteil 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 2.4.2 i.f.). Wird jedoch die IV-Stelle - wie hier nach einer fast viereinhalbj�hrigen Abkl�rungsdauer - ohne das Verschulden des bis dahin nicht anwaltlich vertreten gewesenen Versicherten auf dem Rechtsweg vom kantonalen Sozialversicherungsgericht nach Feststellung einer ungen�genden Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhalts nicht nur zu einer umfassenden Neubeurteilung des Gesundheitszustandes, sondern auch zur Neupr�fung des Einkommensvergleichs unter allf�lliger Parallelisierung der Einkommen veranlasst, so ist entgegen der Vorinstanz nicht mehr von einem einfachen Sachverhalt und einem rechtlich durchschnittlich gelagerten Verwaltungsverfahren auszugehen.
5.2.2.�Dem kantonalen Gericht kann nicht gefolgt werden, soweit es argumentiert, der Beschwerdef�hrer habe sich bis zum 10. April 2012 (Erlass der mit kantonalem R�ckweisungsentscheid aufgehobenen Verf�gung der IV-Stelle) ohne anwaltliche Hilfe zurecht gefunden. Zutreffend verweist der Versicherte darauf, dass zwischen seiner Neuanmeldung zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung im Jahre 2007 wegen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes bis zur Verneinung eines Rentenanspruchs mit Verf�gung vom 10. April 2012 - ohne Rechtsbeistand - fast viereinhalb Jahre vergingen, ohne dass die Verwaltung den Sachverhalt in diesem langen Zeitraum - trotz des geltenden Untersuchungsgrundsatzes - gem�ss kantonalem R�ckweisungsentscheid rechtsgen�glich abzukl�ren vermochte. Dass beim Beschwerdef�hrer keine Verst�ndigungsschwierigkeiten erkennbar seien, wie die Vorinstanz geltend macht, findet in den Akten keine St�tze. Im Gegenteil: Der vor kantonalem Gericht aufgelegten E-Mail vom 29. April 2014 des Sozialberatungszentrums C.________ ist ausdr�cklich zu entnehmen, dass die Beratungen mangels eines ausreichenden Sprachverst�ndnisses mehrheitlich mit Unterst�tzung einer Dolmetscherin durchgef�hrt wurden. Ebenso erfolgte die Einzelpsychotherapie in der Muttersprache des Versicherten. Gem�ss Bericht vom 16. Juli 2009 der Beruflichen Abkl�rungsstelle (BEFAS) der Stiftung D.________ spricht der Beschwerdef�hrer "sehr wenig und scheint Erkl�rungen auf Deutsch nicht gut zu verstehen. Dadurch wirkt er etwas abweisend und zur�ckgezogen. Er bleibt bei den Aufgaben sitzen und kommt nicht fragen, wenn er nicht weiter weiss." Wie der Versicherte unter diesen Umst�nden in der Lage sein soll, seine Interessen selbst wahrzunehmen, ist dem angefochtenen Entscheid nicht zu entnehmen.
5.2.3.�Aus dem unangefochten in Rechtskraft erwachsenen R�ckweisungsentscheid vom 11. Februar 2014 geht nicht klar hervor, ob die IV-Stelle zur Einholung eines polydisziplin�ren MEDAS-Gutachtens im Sinne von BGE 137 V 210 verpflichtet wurde. Fest steht einzig, dass das kantonale Gericht die mangelhafte Abkl�rung des Gesundheitszustandes sowohl in somatischer wie auch psychischer Hinsicht beanstandete und ausdr�cklich eine psychiatrische und eine neurologische Begutachtung f�r unerl�sslich hielt.
5.2.3.1.�Sollte demnach eine bidisziplin�re medizinische Begutachtung zu veranlassen gewesen sein, waren die rechtsstaatlichen Anforderungen im Sinne von BGE 137 V 210 nicht vollumf�nglich zu ignorieren. Nach BGE 139 V 349 sind abgesehen von der Auftragsvergabe nach dem Zufallsprinzip die �brigen rechtsstaatlichen Anforderungen (Partizipationsrechte, Verf�gungspflichten und Rechtsschutz) gem�ss BGE 137 V 210 auch auf mono- und bidisziplin�re medizinische Begutachtungen sinngem�ss anwendbar (BGE 139 V 349 E. 5.4 S. 357). Weil hier die zufallsbasierte Zuweisung zu einer Gutachterstelle nicht zur Anwendung gelangt (vgl. BGE 139 V 349), ist die Beachtung der Verfahrensgarantien bei mono- und bidisziplin�ren Expertisen umso wichtiger (BGE 139 V 349 E. 5.4 S. 357) und die prozessuale Chancengleichheit bei der Auswahl der Fachdisziplinen und der Gutachterfragen besonders bedeutsam (BGE 139 V 349 E. 5.2.2.2 und 5.3 S. 355 f.). Die mit dieser Rechtsprechung betonten und in differenzierter Weise dargelegten Partizipationsrechte der versicherten Person lassen jedenfalls im Rahmen einer gerichtlich erstrittenen R�ckweisung zwecks Wiederaufnahme des Verwaltungsverfahrens zur erneuten medizinischen Begutachtung besondere Umst�nde erkennen, welche die Sache als nicht (mehr) einfach und eine anwaltliche Vertretung als notwendig erscheinen lassen (Urteile 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 5.2.1 und 9C_692/2013 vom 16. Dezember 2013 E. 4.2 mit Hinweis).
5.2.3.2.�Dass gem�ss angefochtenem Entscheid und Vernehmlassung der Beschwerdegegnerin hinsichtlich der gegebenen Umst�nde und der zu kl�renden Fragen im wieder aufgenommenen Administrativverfahren nicht von einer besonderen Komplexit�t auszugehen sei, trifft unter Ber�cksichtigung des bereits Gesagten nicht zu, weil sich die IV-Stelle mit dem Versicherten beziehungsweise dessen Rechtsvertreter unter Wahrung der praxisgem�ss zu gew�hrleistenden Partizipationsrechte (vgl. dazu BGE 139 V 349 E. 5 S. 354 ff.) konsensorientiert �ber die Gutachterstelle, die Fachdisziplinen und den Fragenkatalog zu einigen hatte. Dies setzt eine fachliche Kompetenz voraus, welche die versicherte Person selbst nicht aufwies und welche ihr durch die Beiordnung eines Rechtsvertreters verschafft werden konnte (vgl. SVR 2009 IV Nr. 5 S. 9, 8C_48/2007 E. 2.2). Ist schliesslich bei der Pr�fung der Erforderlichkeit der unentgeltlichen Verbeist�ndung im Sinne von Art. 37 Abs. 4 ATSG auch den konkreten subjektiven Verh�ltnissen (SVR 2009 IV Nr. 3 S. 4, I 415/06 E. 4.2 und 6.2) - der fachlichen Kompetenz (SVR 2009 IV Nr. 5 S. 9, 8C_48/2007 E. 2.2) und den F�higkeiten (hievor E. 4.2 i.f.) - der gesuchstellenden Person Rechnung zu tragen, so f�llt hier ins Gewicht, dass der schlecht Deutsch sprechende Beschwerdef�hrer angesichts der komplexen verfahrensrechtlichen Anforderungen mit Blick auf die Wiederaufnahme des Administrativverfahrens nach dem R�ckweisungsentscheid vom 11. Februar 2014 ohne anwaltliche Interessenwahrung seine Partizipationsrechte nicht chancengleich wahrnehmen k�nnte.
5.2.4.�Hat das kantonale Gericht die Sache zur weiteren medizinischen Abkl�rung resp. zur Veranlassung eines bidisziplin�ren Gutachtens an die IV-Stelle zur�ckgewiesen, und war der Versicherte bereits im damaligen gerichtlichen Verfahren durch den heute nach wie vor gleichen Rechtsbeistand vertreten, so sprechen (auch) diese Umst�nde (vgl. zudem hievor E. 5.2.1 bis 5.2.3) f�r die Erforderlichkeit der Vertretung (vgl. Ackermann, Aktuelle Fragen zur unentgeltlichen Vertretung im Sozialversicherungsrecht, in: Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Sozialversicherungsrechtstagung 2010, S. 161 f. insbes. bei Fn. 56 S. 162; vgl. auch Kieser, a.a.O., Rz. 23 zu Art. 37 ATSG; Urteile 8C_557/2014 vom 18. November 2014 E. 5.2.2 und 9C_692/2013 vom 16. Dezember 2013 E. 4.2 mit Hinweis).
5.2.5.�Demnach ist die Erforderlichkeit des Beizugs eines unentgeltlichen Rechtsbeistandes nach Art. 37 Abs. 4 ATSG mit Blick auf die dargelegten Grunds�tze f�r die Dauer der Wiederaufnahme des Verwaltungsverfahrens seit Einreichung des entsprechenden Gesuches vom 4. M�rz 2014 ausnahmsweise (vgl. E. 4.2 hievor) zu bejahen.
5.3.�Folglich sind der angefochtene Entscheid sowie die Verf�gung der IV-Stelle vom 23. April 2014 aufzuheben. Weil weder Verwaltung noch Vorinstanz bisher zur dritten, kumulativ erforderlichen Voraussetzung f�r die Bejahung eines Anspruchs im Sinne von Art. 37 Abs. 4 ATSG - n�mlich der Nichtaussichtslosigkeit des verfolgten Verfahrensziels - Stellung genommen haben, ist die Sache an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit sie die einzig verbleibende Voraussetzung pr�fe und anschliessend erneut �ber die Gew�hrung oder Verweigerung der unentgeltlichen Verbeist�ndung verf�ge.
Praxisgem�ss entspricht die R�ckweisung einem vollen Obsiegen (BGE 137 V 210 E. 7.1 S. 271 mit Hinweisen). Die unterliegende IV-Stelle hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG) und dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 2 BGG; BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235). Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung im bundesgerichtlichen Verfahren gegenstandslos. Gleiches gilt f�r das entsp rechende Gesuch bei der Vorinstanz (Art. 68 Abs. 5 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Kantonsgerichts Luzern, 3. Abteilung, vom 30. Juli 2014 und die Verf�gung der IV-Stelle Luzern vom 23. April 2014 werden aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Verf�gung an die IV-Stelle Luzern zur�ckgewiesen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.

References: Art. 93
 Art. 93
 BGE 
 Art. 37
 Art. 61
 BGE 
 Art. 37
 Art. 37
 BGE 
 Art. 37
 BGE 
 Art. 37
 Art. 37
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 37
 Art. 37
 Art. 37
 Art. 37
 BGE