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Timestamp: 2020-05-28 05:51:39+00:00

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BGH, 10.12.2015 - I ZR 222/13 - dejure.org
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BGH, 10.12.2015 - I ZR 222/13 (https://dejure.org/2015,37171)
BGH, Entscheidung vom 10.12.2015 - I ZR 222/13 (https://dejure.org/2015,37171)
BGH, Entscheidung vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13 (https://dejure.org/2015,37171)
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Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 Art. 2 Abs. 2 Nr. 5, Art. 10 Abs. 1 und 3, Art. 14 Abs. 1; Verordnung (EU) Nr. 957/2010 Art. 1 in Verbindung mit Anlage I
§§ 8, ... 3, 4 Nr. 11 UWG, Art. 10 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, § 12 Abs. 1 Satz 2 UWG, Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 14 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 10 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, § 91a Abs. 1 Satz 1 ZPO, Art. 10 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, § 3 UWG, § 8 Abs. 1 Satz 1 UWG, § 8 Abs. 3 Nr. 3 UWG, § 4 UKlaG, § 4 Nr. 11 UWG, § 3a UWG, § 3 Abs. 1 UWG, § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG, Art. 2 Abs. 2 Nr. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 13 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 13 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 6 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 13 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 13, Art. 14 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 28 Abs. 2 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 1 Abs. 3 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/ 2006, Verordnung (EU) Nr. 957/2010, Verordnung (EU) Nr. 432/2012, Art. 28 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Anlage I der Verordnung (EU) Nr. 957/2010, Art. 1 der Verordnung (EU) Nr. 957/2010, Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 957/2010, § 561 ZPO, Art. 267 Abs. 3 AEUV, § 91 Abs. 1 ZPO
Art 2 Abs 2 Nr 5 EGV 1924/2006, Art 10 Abs 1 EGV 1924/2006, Art 10 Abs 3 EGV 1924/2006, Art 14 Abs 1 Buchst b EGV 1924/2006, Art 1 Anlage 1 EUV 957/2010
Wettbewerbswidrige Lebensmittelwerbung: Verstoß gegen die EU-Health-Claims-Verordnung in der Werbung für Kindersaft mit gesundheitsbezogenen Angaben - Lernstark
Darstellung der für einen Mehrfruchtsaft verwendeten Angaben "Lernstark" und "Mit Eisen ...zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit" als gesundheitsbezogene Angaben (hier: Rotbäckchen-Saft); Angabe über die Entwicklung und Gesundheit von Kindern
Rotbäckchen-Saft darf mit "Lernstark" beworben werden
Zulässige Werbung für Mehrfruchtsaft "Rotbäckchen" mit gesundheitbezogegen Angaben
Bewerbung des Mehrfruchtsaftes Rotbäckchen als "lernstark" zulässig
"Lernstark" ist eine zulässige Angabe für einen Mehrfruchtsaft (Rotbäckchen)
Bewerbung von Rotbäckchen-Saft mit Angaben "Lernstark" und "Mit Eisen zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit" zulässig
Zur Bewerbung des Mehrfruchtsafts "Rotbäckchen"
"Rotbäckchen" mit gesundheitbezogegen Angaben
Zu Mehrfruchtsaft - Eisen macht wirklich "lernstark"
Werbeaussagen "Lernstark" und "Mit Eisen ... zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit"
Bewerbung eines Mehrfruchtsaftes mit Angabe "Mit Eisen ...zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit" wettbewerbsrechtlich zulässig
Zulässige Werbung für "Rotbäckchen" mit "lernstark" und "konzentrationsfördernd"
"Lernstark" stellt zulässige gesundheitsbezogene Angabe dar
"Lernstark"-Saft: Werbung gebilligt
Fruchtsaft darf mit lernstark werben
Rotbäckchen darf lernstark heißen
Werbung für Kindersaft
Werbung für Mehrfruchtsaft "Rotbäckchen" als "lernstark" zulässig
Rotbäckchen darf mit Aussage lernstark beworben werden
GRUR 2016, 142
GRUR 2016, 412
Nach Erwägungsgrund 16 Satz 3 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 kommt es darauf an, in welchem Sinne der normal informierte, aufmerksame und verständige Durchschnittsverbraucher die Angabe unter Berücksichtigung sozialer, kultureller und sprachlicher Faktoren versteht (vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13, GRUR 2016, 412 Rn. 22 = WRP 2016, 471 - Lernstark).
Bei Art. 10 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 handelt es sich um eine Marktverhaltensregelung im Sinne von § 4 Nr. 11 UWG aF, § 3a UWG, deren Missachtung geeignet ist, den Wettbewerb zum Nachteil von Mitbewerbern und Verbrauchern im Sinne des § 3 Abs. 1 UWG aF, § 3a UWG spürbar zu beeinträchtigen (st. Rspr.; zu § 3 Abs. 1 UWG aF vgl. nur BGH…, Urteil vom 9. Oktober 2014 - I ZR 162/13, GRUR 2015, 498 Rn. 15 = WRP 2015, 569 - Combiotik, mwN; Urteil vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13, GRUR 2016, 142 Rn. 14 = WRP 2016, 471 - Lernstark).
Der Begriff "gesundheitsbezogene Angabe" erfasst daher jeden Zusammenhang, der eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs des Lebensmittels impliziert (EuGH…, Urteil vom 6. September 2012 - C-544/10, GRUR 2012, 1161 Rn. 34 f. = WRP 2012, 1368 - Deutsches Weintor;… Urteil vom 18. Juli 2013 - C-299/13, GRUR 2013, 1061 Rn. 22 = WRP 2013, 1311 - Green-Swan Pharmaceuticals; BGH…, Urteil vom 17. Januar 2013 - I ZR 5/12, GRUR 2013, 958 Rn. 10 = WRP 2013, 1179 - Vitalpilze;… BGH, GRUR 2015, 498 Rn. 33 - Combiotik; BGH…, Urteil vom 12. Februar 2015 - I ZR 36/11, GRUR 2015, 403 Rn. 33 = WRP 2015, 444 - Monsterbacke II; BGH, GRUR 2016, 142 Rn. 21 - Lernstark).
Die Frage, ob eine Aussage auf das gesundheitliche Wohlbefinden abzielt, ist anhand der in Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 aufgeführten Fallgruppen zu beurteilen (…vgl. BGH, GRUR 2013, 958 Rn. 13 - Vitalpilze; BGH…, Urteil vom 24. Juli 2014 - I ZR 221/12, GRUR 2014, 1013 Rn. 23 = WRP 2014, 1184 - Original Bach-Blüten; BGH, GRUR 2016, 142 Rn. 22 - Lernstark).
Für die Abgrenzung zwischen speziellen und nichtspezifischen gesundheitsbezogenen Angaben kommt es danach darauf an, ob mit der Angabe ein unmittelbarer Wirkungszusammenhang zwischen einer Lebensmittelkategorie, einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile und einer Funktion des menschlichen Organismus hergestellt wird, dessen wissenschaftliche Absicherung (vgl. Art. 6 Abs. 1 der Verordnung) in einem Zulassungsverfahren nach Art. 13 Abs. 3 der Verordnung (für Angaben nach Art. 13 Abs. 1 der Verordnung) oder nach Art. 15 bis 17 dieser Verordnung (für Angaben nach Art. 14 Abs. 1 der Verordnung) überprüft werden kann (vgl. BGH, GRUR 2016, 412 Rn. 26 - Lernstark).
Vielmehr dürfen auch mit einer zugelassenen Angabe gleichbedeutende, also inhaltlich übereinstimmende Angaben verwendet werden (BGH, GRUR 2016, 412 Rn. 51 - Lernstark, mwN).
Bei dieser Prüfung ist allerdings das berechtigte Interesse der Lebensmittelunternehmen zu berücksichtigen, den Wortlaut einer zugelassenen Angabe der Produktaufmachung und dem maßgeblichen Verbraucherverständnis (vgl. Art. 5 Abs. 2 der Verordnung [EG] Nr. 1924/2006) anpassen zu können, ohne für jede sprachlich abweichende Angabe einen eigenen Zulassungsantrag stellen zu müssen (BGH, GRUR 2016, 412 Rn. 52 - Lernstark, mwN).
Die Annahme einer inhaltlichen Übereinstimmung zwischen zugelassener und verwendeter Angabe setzt daher voraus, dass die zugelassene Angabe und die verwendete Angabe hinsichtlich des Nährstoffs oder der anderen Substanz oder des Lebensmittels oder der Lebensmittelkategorie, für die die Angabe zugelassen wurde bzw. verwendet wird, übereinstimmen (BGH, GRUR 2016, 412 Rn. 53 - Lernstark; OLG Bamberg, WRP 2014, 609, 614;… Rathke/Hahn in Zipfel/Rathke, Lebensmittelrecht, 162. EL November 2015, Art. 10 Verordnung [EG] Nr. 1924/2006 Rn. 45a).
Dies ist weit zu verstehen, so dass jede Angabe erfasst wird, die eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs des Lebensmittels impliziert (…EuGH, GRUR 2012, 1161 Rn. 35 - Deutsches Weintor; BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark m. w. N.).
Solche Angaben können jedoch anders als spezielle gesundheitsbezogene Angaben gemäß Art. 10 Abs. 1 HCVO aufgrund ihrer allgemeinen nichtspezifischen Formulierung nicht Gegenstand eines Zulassungsverfahrens sein; stattdessen können sie nach Art. 10 Abs. 3 HCVO unter den dort geregelten Voraussetzungen zusammen mit einer zugelassenen gesundheitsbezogenen Angabe nach Art. 13 oder 14 HCVO verwendet werden (vgl. BGH, GRUR 2013, 958 - Vitalpilze; BGH, WRP 2015, 444 - Monsterbacke II; BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark m. w. N.).
Für die Abgrenzung zwischen speziellen und nichtspezifischen Angaben ist grundsätzlich maßgebend, ob die Aussage auf bestimmte, die Gesundheit oder das gesundheitliche Wohlbefinden unterstützende oder steigernde Funktionen des Körpers Bezug nimmt (BGH, WRP 2013, 1179 - Vitalpilze; BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark).
Spezielle gesundheitsbezogene Angaben setzen aber zudem voraus, dass im Hinblick auf die konkrete Wirkung für eine bestimmte Körperfunktion ein bestimmter Nährstoff, eine bestimmte andere Substanz, bei der es sich auch um eine Stoffkombination handeln kann, oder das Lebensmittel als Ganzes bezeichnet wird (vgl. BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark, Rn 29 und 32).
Soweit es auf der Umverpackung statt "trägt ... bei" heißt "leistet einen Beitrag" oder "unterstützen" ist dies gleichbedeutend, weil der Verbraucher unter einer Unterstützung nichts anderes versteht als einen Beitrag (vgl. BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark).
Eine verwendete Angabe kann ferner nur dann als gleichbedeutend mit einer zugelassenen Angabe angesehen werden, wenn sich aus der im Zulassungsverfahren abgegebenen Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ergibt, dass die mit der verwendeten Angabe aufgestellte Wirkungsbehauptung von der mit der zugelassenen Angabe aufgestellten Wirkungsbehauptung gedeckt ist (BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark m. w. N.).
Andererseits ist bei dieser Prüfung das berechtigte Interesse der Lebensmittelunternehmen zu berücksichtigen, den Wortlaut einer zugelassenen Angabe der Produktaufmachung und dem Verbraucherverständnis (vgl. Art. 5 Abs. 2 HCVO) anpassen zu können, ohne für jede sprachlich abweichende Angabe einen eigenen Zulassungsantrag stellen zu müssen (BGH, WRP 2016, 471 - Lernstark m. w. N.).
Das Verb "unterstützen" in einer gesundheitsbezogenen Angabe weicht von dem Verb "beitragen" in einer zugelassenen gesundheitsbezogenen Angabe nicht in relevanter Weise ab, denn der Verbraucher versteht unter einer Unterstützung nichts anderes als einen Beitrag (Anschluss an: BGH, GRUR 2016, 412 , Rn. 56 - Lernstark).
Für ihr Verständnis vom Begriff der Gleichbedeutung nimmt die Beklagte auf die Entscheidung des BGH "Lernstark" (GRUR 2016, 412 ff.) Bezug.
Der Begriff "gesundheitsbezogene Angabe" erfasst deshalb jeden Zusammenhang, der eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs des Lebensmittels impliziert (…EuGH, GRUR 2012, 1161 , Rn. 34 f. - Deutsches Weintor;… EuGH, GRUR 2013, 1061 , Rn. 22 - Green-Swan Pharmaceuticals;… BGH, GRUR 2016, 1200 , Rn. 19 - Repair-Kapseln;… BGH, GRUR 2013, 958 , Rn. 10 - Vitalpilze;… BGH, GRUR 2015, 498 , Rn. 33 - Combiotik;… BGH, GRUR 2015, 403 , Rn. 33 - Monsterbacke II; BGH, GRUR 2016, 142 , Rn. 21 - Lernstark).
Die Frage, ob eine Aussage auf das gesundheitliche Wohlbefinden abzielt, ist anhand der in Art. 13 Abs. 1 und Art. 14 Abs. 1 HCVO aufgeführten Fallgruppen zu beurteilen (…BGH, GRUR 2016, 1200 , Rn. 19 - Repair-Kapseln;… BGH, GRUR 2013, 958 , Rn. 13 - Vitalpilze;… BGH, GRUR 2014, 1013 , Rn. 23 - Original Bach-Blüten; BGH, GRUR 2016, 142 , Rn. 22 - Lernstark).
Für die Abgrenzung zwischen speziellen und nichtspezifischen gesundheitsbezogenen Angaben kommt es danach darauf an, ob mit der Angabe ein unmittelbarer Wirkungszusammenhang zwischen einer Lebensmittelkategorie, einem Lebensmittel oder einem seiner Bestandteile und einer Funktion des menschlichen Organismus hergestellt wird, dessen wissenschaftliche Absicherung (vgl. Art. 6 Abs. 1 HCVO) in einem Zulassungsverfahren nach Art. 13 Abs. 3 HCVO (für Angaben nach Art. 13 Abs. 1 HCVO) oder nach Artt. 15 bis 17 HCVO (für Angaben nach Art. 14 Abs. 1 HCVO) überprüft werden kann (BGH, GRUR 2016, 412 , Rn. 26 - Lernstark;… BGH, GRUR 2016, 1200 , Rn. 24 - Repair-Kapseln).
Bei der Prüfung, ob eine verwendete gesundheitsbezogene Angabe mit einer zugelassenen gesundheitsbezogenen Angabe gleichbedeutend ist, ist grundsätzlich ein strenger Maßstab anzulegen (BGH, GRUR 2016, 412 , Rn. 53 - Lernstark;… zur Prüfung, ob eine verwendete gesundheitsbezogene Angabe inhaltlich mit einer im Sinne der Übergangsvorschrift des Art. EWG_VO_1924_2006 Artikel 28 HCVO angemeldeten gesundheitsbezogenen Angabe übereinstimmt vgl. BGH, GRUR 2014, GRUR Jahr 2014 Seite 500 , Rn. GRUR Jahr 2014 Seite 500 Randnummer 29 - Praebiotik).
Eine verwendete Angabe kann ferner nur dann als gleichbedeutend mit einer zugelassenen Angabe angesehen werden, wenn sich aus der im Zulassungsverfahren abgegebenen Stellungnahme der EFSA ergibt, dass die mit der verwendeten Angabe aufgestellte Wirkungsbehauptung von der mit der zugelassenen Angabe aufgestellten Wirkungsbehauptung gedeckt ist (BGH, GRUR 2016, 412 , Rn. 53 - Lernstark;… vgl. Meisterernst in Meisterernst/Haber, 20. Lf. 07/13, Art. 5 Rn. 17 b; Meisterernst, WRP 2012, WRP Jahr 2012 Seite 405 , WRP Jahr 2012 413).
Zwar besteht im Hinblick auf die Verwendung des Verbs "unterstützen" in der streitgegenständlichen Werbeangabe statt des in der zugelassenen Angabe verwendeten Verbs "beitragen" bei Zugrundelegung der aktuellen BGH-Rechtsprechung keine relevante Abweichung, denn der Verbraucher versteht unter einer Unterstützung nichts anderes als einen Beitrag (vgl. BGH, GRUR 2016, 412 , Rn. 56 - Lernstark).
Für das Anlegen eines strengen Auslegungsmaßstabs spricht außerdem, dass die Bestimmungen der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 nach den Erwägungsgründen 1, 9 und 36 dem Zweck dienen, ein hohes Verbraucherschutzniveau zu gewährleisten (vgl. auch BGH…, Urteil vom 26. Februar 2014 - I ZR 178/12, GRUR 2014, 500 Rn. 29 = WRP 2014, 562 - Praebiotik; Urteil vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13, GRUR 2016, 412 Rn. 52 = WRP 2016, 471 - Lernstark).
Bei Art. 8 und Art. 9 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 handelt es sich um Marktverhaltensregelungen im Sinne von § 4 Nr. 11 UWG aF, § 3a UWG, deren Missachtung geeignet ist, den Wettbewerb zum Nachteil von Mitbewerbern und Verbrauchern im Sinne des § 3 Abs. 1 UWG aF, § 3a UWG spürbar zu beeinträchtigen (vgl. zu Art. 10 der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und § 3 UWG aF BGH…, Urteil vom 9. Oktober 2014 - I ZR 162/13, GRUR 2015, 498 Rn. 15 = WRP 2015, 569 - Combiotik, mwN; Urteil vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13, GRUR 2016, 142 Rn. 14 = WRP 2016, 471 - Lernstark).
Die Angabe "(zur) Entgiftung" enthält - nicht anders als etwa auch die Aussagen "Zur unterstützenden Vorbeugung gegen Wassereinlagerungen" (vgl. BGH…, Urteil vom 17. Januar 2013 - I ZR 5/12, GRUR 2013, 958 Rn. 13 = WRP 2013, 1179 - Vitalpilze) und "Zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit" (vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13, GRUR 2016, 412 Rn. 26 = WRP 2016, 471 - Lernstark) - eine Aussage über spezielle physiologische Wirkungen, die als solche messbar und damit hinreichend spezifisch und wissenschaftlich nachweisbar ist.
Das Berufungsgericht hat damit bei seiner tatrichterlichen Würdigung des zu beurteilenden Sachverhalts in Übereinstimmung mit der Senatsrechtsprechung die Einbettung der konkret angegriffenen Aussagen in die insgesamt beanstandeten Werbeauftritte der Beklagten berücksichtigt (…vgl. BGH, GRUR 2014, 1224 Rn. 15 - ENERGY & VODKA; BGH…, Urteil vom 9. Oktober 2014 - I ZR 162/13, GRUR 2015, 498 Rn. 26 ff. = WRP 2015, 569 - Combiotik; Urteil vom 10. Dezember 2015 - I ZR 222/13, GRUR 2016, 412 Rn. 18 = WRP 2016, 471 - Lernstark).
Der Umstand, dass die streitgegenständlichen Äußerungen den Formulierungen der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 nicht wörtlich entsprächen, sei nach dem Erwägungsgrund 9 der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und der Randnummer 51 des Urteils BGH, GRUR 2016, 412 - Lernstark unschädlich.
Der Begriff " gesundheitsbezogene Angabe " erfasst daher jeden Zusammenhang, der eine Verbesserung des Gesundheitszustands dank des Verzehrs des Lebensmittels impliziert (EuGH, Urteil vom 6. September 2012 - C-544/10, - Deutsches Weintor; Urteil vom 18. Juli 2013 - C-299/13, Green-Swan Pharmaceuticals; BGH, Urteil vom 17. Januar 2013 - I ZR 5/12, - Vitalpilze; Urteil vom 12.02 2015 - I ZR 36/11 - Monsterbacke II; Urteil vom 10.12.2015 - I ZR 222/13 - Lernstark).
Bei der Prüfung, ob der Durchschnittsverbraucher eine Angabe auf die Gesundheit bezieht, ist nicht nur auf die Angabe selbst, sondern - soweit dies vom Streitgegenstand erfasst ist - auch auf die Aufmachung und Präsentation des Produkts abzustellen (BGH, Urteil vom 10.12.2015 - I ZR 222/13 - Lernstark).
Vielmehr dürfen auch mit einer zugelassenen Angabe gleichbedeutende, also inhaltlich übereinstimmende Angaben verwendet werden (BGH, Urteil vom 10.12.2015 - I ZR 222/13 - Lernstark, m.w.N).
Bei dieser Prüfung ist allerdings das berechtigte Interesse der Lebensmittelunternehmen zu berücksichtigen, den Wortlaut einer zugelassenen Angabe der Produktaufmachung und dem maßgeblichen Verbraucherverständnis (vgl. Art. 5 Abs. 2 der HCVO) anpassen zu können, ohne für jede sprachlich abweichende Angabe einen eigenen Zulassungsantrag stellen zu müssen (BGH, Urteil vom 10.12.2015 - I ZR 222/13 - Lernstark, mwN).
VG München, 01.03.2017 - M 18 K 16.68
Durchschnittsverbrauch als Indikator bei der Wahl der Produktbezeichnung
OLG Hamburg, 17.01.2019 - 3 U 105/16

References: Art. 2
 Art. 10
 Art. 14
 Art. 1
 Art. 10
 § 12
 Art. 2
 Art. 14
 Art. 10
 § 91
 Art. 10
 § 3
 § 8
 § 8
 § 4
 § 4
 § 3
 § 3
 § 2
 Art. 2
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 6
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 28
 Art. 1
 Art. 14
 Art. 28
 Art. 1
 § 561
 Art. 267
 § 91
 Art. 10
 § 4
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 6
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 15
 Art. 14
 Art. 5
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 10
 Art. 13
 Art. 5
 BGH 
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 6
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 14
 Art. 5
 Art. 8
 Art. 9
 § 4
 § 3
 § 3
 § 3
 Art. 10
 § 3
 Art. 5