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Timestamp: 2020-07-03 17:43:51+00:00

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BGH, 09.11.1992 - II ZR 141/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,634
BGH, 09.11.1992 - II ZR 141/91 (https://dejure.org/1992,634)
BGH, Entscheidung vom 09.11.1992 - II ZR 141/91 (https://dejure.org/1992,634)
BGH, Entscheidung vom 09. November 1992 - II ZR 141/91 (https://dejure.org/1992,634)
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Allgemeine Hinweispflichten und Aufklärungspflichten eines Rechtsanwalts zur Vermeidung einer Schädigung des Mandanten
Publikumsgesellschaft; Verjährung von Schadensersatzansprüchen
Verjährung von Schadensersatzansprüchen gegen einen Rechtsanwalt-Treuhänder (IBR 1993, 80)
BGHZ 120, 157
NJW 1993, 199
ZIP 1992, 1744
MDR 1993, 84
VersR 1993, 700
WM 1992, 2132
BB 1992, 2454
DB 1993, 87
ZfBR 1993, 74
Gegen einen Steuerberater als Treuhandkommanditisten einer Publikums-KG gerichtete Schadensersatzansprüche von Kapitalanlegern aus Verschulden bei Vertragsverhandlungen unterlagen nicht der kurzen Verjährungsfrist gemäß § 68 a.F. StBerG, sondern verjährten in 30 Jahren (Abgrenzung zum Senatsurteil BGHZ 120, 157).
Soweit aus dem Senatsurteil vom 9. November 1992 (II ZR 141/91, BGHZ 120, 157) - zur Anwendbarkeit der Verjährungsvorschrift des § 51 a.F. BRAO auf Ersatzansprüche gegen einen Rechtsanwalt als "Gesellschaftertreuhänder" wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei der Anbahnung des Treuhandverhältnisses mit künftigen Gesellschaftern - Gegenteiliges zu entnehmen sein sollte, wird daran nicht festgehalten.
Die Anwendung des anwaltlichen Berufsrechts und damit des § 51 BRAO auf eine von dem Rechtsanwalt ausgeübte Tätigkeit setzt voraus, daß sie auch eine Rechtsberatung zum Gegenstand hat (BGH, Urteil vom 29. Juni 1972 - VII ZR 184/71 - LM BRAO § 51 Nr. 1; BGHZ 120, 157, 159).
Auf die Frage, ob sich der Beklagte auf den Ablauf der dreijährigen Frist des § 51 BRAO berufen könnte oder ob er hieran gehindert wäre, weil er den Vertragspartner nicht über sein Fehlverhalten aufgeklärt und damit eine erneute Pflichtverletzung begangen hätte (sog. Sekundäranspruch; BGHZ 94, 380, 385 f; BGH, Urteil vom 9. November 1992 - II ZR 141/91 - NJW 1993, 199, 200, insoweit in BGHZ nicht abgedruckt), kommt es nicht mehr an.
Ein Rechtsanwalt kann eine treuhän- derische Tätigkeit ohne Rechtsberatung und -vertretung überneh- men (…BGH, Urt. v. 1.12.1994 ­ III ZR 93/93, WM 1995, 344, 347); ihm kann eine Treuhandschaft aber auch mit der Aufgabe der Rechtsbetreuung übertragen werden (BGHZ 120, 157, 159).
Es darf sich deshalb nicht um eine Treuhandtätigkeit handeln, die ausschließlich wirtschaftlich geprägt ist oder bei der die Rechtsberatung weitgehend hinter die wirtschaftliche Geschäftsabwicklung zurücktritt (BGH, Urteil vom 09.11.1992 - II ZR 141/91 -, BGHZ 120, 157 [159 f.];… Feuerich/Weylandt, a.a.O., Einl. BRAO Rdnr. 18).
Von der Art der Tätigkeit her kann deshalb die Anlageberatung allgemein auch zum Gegenstand einer Rechtsberatung werden (vgl. für die treuhänderische Verwaltung von Vermögensbeteiligungen durch einen Rechtsanwalt BGHZ 120, 157, 159 f).
Es kommt deshalb nicht mehr entscheidend darauf an, daß auch Ansprüche gegen Rechtsanwälte als Treuhänder gemäß § 51 BRAO in drei Jahren verjähren (BGHZ 120, 157, 159 f).
Die Treuhandtätigkeit gehört seit jeher zum Berufsbild der Rechtsanwälte (BGH, Beschluss vom 4. März 1985 - AnwZ (B) 43/84, BGHZ 94, 65, 70; Urteil vom 9. November 1992 - II ZR 141/91, BGHZ 120, 157, 159; vgl. auch Urteil vom 18. Juli 2011 - AnwZ (BrfG) 18/10, NJW 2011, 3036 Rn. 8 bis 10; Beschluss vom 15. Juli 2014 - II ZB 2/13, BGHZ 202, 92 Rn. 21).
Dabei hatte das Berufungsgericht offenbar die Rechtsprechung im Auge, daß eine Schmiergeldvereinbarung grundsätzlich sittenwidrig ist (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 26. März 1962 - II ZR 151/60, NJW 1962, 1099; v. 14. Dezember 1972 - II ZR 141/91, NJW 1973, 363; v. 25. Juni 1986 - IVa ZR 234/84, WM 1986, 1389, 1390; v. 5. Dezember 1990 - IV ZR 187/89, WM 1991, 645, 646) und daß sich die daraus folgende Nichtigkeit regelmäßig auch auf den durch das Schmiergeld zustande gekommenen Hauptvertrag erstreckt (…BGH, Urt. v. 17. Mai 1988 - VI ZR 233/87, NJW 1989, 26, 27), daß aber etwas anderes gilt, wenn die Schmiergeldzahlung auf den Inhalt des Hauptvertrages keinen Einfluß gehabt haben kann (…BGH, Urt. v. 10. Januar 1990 - VIII ZR 337/88, NJW-RR 1990, 442, 443).
Der Bundesgerichthof sieht in § 1 Abs. 2 BRAGO kein Abgrenzungskritierium mehr zwischen anwaltlich-rechtsberatender und vermögensbetreuender Tätigkeit (vgl. BGH NJW 1993, 199 unter I.2.; NJW 1999, 3040 unter I.3.b)bb); allgemein Borgmann NJW 2000, 2953; s. auch BFH BStBl. II 1998, 760) und stellt vielmehr auf die jeweilige Tätigkeit ab.
VGH Hessen, 14.08.2008 - 6 B 815/08
Verschwiegenheitspflicht und Berufsbild des Rechtsanwaltes - Treuhandtätigkeit
OLG Köln, 10.11.1993 - 11 U 101/93
Wann verjähren Ansprüche gegen einen Steuerberater bei fehlerhafter …
LG München I, 22.03.2001 - 31 S 10537/00
Schadensersatzanspruch wegen positiver Vertragsverletzung (pVV) des …

References: § 68
 § 51
 § 51
 § 51
 § 51
 § 51
 § 1
 BGH