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Timestamp: 2019-04-22 23:03:31+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 02.05.2006 - 15 A 817/04 - dejure.org
Überprüfbarkeit eines Ratsbeschlusses im Rahmen eines kommunalrechtlichen Organstreits ; Rüge der Mitwirkung befangener Ratsmitglieder bei einer Ratssitzung; Mitwirkung eines wegen Befangenheit von der Abstimmung auszuschließenden Ratsmitglieds als ein im Wege des Kommunalverfassungsstreitverfahrens durchsetzbares Mitgliedschaftsrecht; Umfang der Rechte von Ratsfraktionen; Internes Kontrollsystem zur Überwachung der Einhaltung der Gesetze; Verstoß gegen den Grundsatz der Sitzungsöffentlichkeit; Voraussetzungen eines rechtmäßigen Ausschlusses der Öffentlichkeit; Geheimhaltungsbedürftigkeit bestimmter Angelegenheiten; Sparkassen als öffentlich-rechtlicher Aufgabenträger; Begriff des "Gemeinwohls"; Verletzung organschaftlicher Mitwirkungsrechte durch unzureichende Informationen
DVBl 2007, 454 (Ls.)
DÖV 2007, 847
BeckRS 2006, 23435
Die Kammer geht zu Gunsten der Kläger davon aus, dass eine Rechtsverletzung zumindest im Hinblick auf die Verletzung von Befangenheitsvorschriften nicht offensichtlich ausscheidet und die Kläger, da Gegenstand des Verfahrens ein einheitlicher Streitgegenstand ist, damit insgesamt klagebefugt sind (vgl. dazu OVG NW, Urteil vom 02.05.2006, a.a.O.).
Der Grundsatz der Organtreue begründet die Obliegenheit von Ratsfraktionen und -mitgliedern, Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit einer anstehenden Beschlussfassung in der verfahrensrechtlich gebotenen Form rechtzeitig geltend zu machen (vgl. zur Verpflichtung, bei vermeintlich unzureichender Information eine Vertagung der Beschlussfassung zu beantragen, OVG NW, Urteil vom 02.05.2006, a.a.O.; vgl. zur Verwirkung der Rüge verspäteter Information im Fall der rügelosen Beschlussfassung über den Verhandlungsgegenstand VGH Bad.-Württ., Urteil vom 16.04.1999 - 8 S 5/99 -, [...]).
Ob eine solche geschützte Rechtsposition im Hinblick auf die Beschlussfassung des Rates besteht, ist durch Auslegung der jeweils einschlägigen Norm zu ermitteln (vgl. OVG NW, Urteil vom 02.05.2006, a.a.O.).
Der Ausschluss befangener Ratsmitglieder bezweckt vielmehr ausschließlich im öffentlichen Interesse die Sicherstellung einer unvoreingenommenen, nicht durch unsachliche Motive bestimmten Beschlussfassung des Rates (ebenso OVG NRW, Urteil vom 02.05.2006, a.a.O., undBeschluss vom 07.08.1997 - 15 B 1811/97 -, NVwZ-RR 1998, 325 f; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 29.08.1984 - 7 A 19/84 -, DVBl. 1985, 177; BayVGH, Urteil vom 02.07.1976 - 47 V 73 -, BayVBl. 1977, 182 f.; VG Arnsberg, Urteil vom 05.12.2003 - 12 K 4477/02 -, [...];… Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, § 42 Rn. 99;… Eyermann, VwGO, 12. Aufl., § 42 Rn. 142;… a.A. Kunze/Bronner/Katz, GemO BW, § 18 Rn. 22 unter Hinweis auf OVG Lüneburg, Urteil vom 11.10.1960 - V A 80/60 -, DÖV 1961, 548 ff.; Suerbaum, JuS 1994, 324 ff.).
Ein zu Unrecht unterbliebener Ausschluss eines befangenen Ratsmitgliedes berührt das Stimmrecht als subjektives Recht nicht (ebenso OVG NRW, Urteil vom 02.05.2006, a.a.O., …und Beschluss vom 07.08.1997, a.a.O.).
Wird diese Obliegenheit verletzt, so ist die spätere Geltendmachung der Rechtsverletzung gegenüber dem Gemeinderat bzw. Kreistag treuwidrig und deshalb unzulässig (vgl. OVG NW, Urteil vom 02.05.2006, a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Urteile vom 25.03.1999 …und vom 14.12.1987, a.a.O.).
OVG NRW, Urteil vom 2.5.2006 - 15 A 817/04 -, juris Rdnr. 44 ff.
OVG NRW, Urteil vom 2.5.2006 - 15 A 817/04 -, juris Rdnr. 76.
2007, 75 = juris Rn. 8, Urteil vom 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, juris Rn. 66 ff.
vgl. OVG NRW, Urteile vom 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, juris Rn. 70, und vom 24. April 2001 - 15 A 3021/97 -, DVBl. 2001, 1281 = juris Rn. 11.
2009, 221 = juris Rn. 11, Urteil vom 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, juris Rn. 76, auch der Umstand, dass der Kläger diesen nicht zuvor gemäß § 48 Abs. 2 Satz 3 GO NRW beantragt hatte.
OVG Niedersachsen, 31.10.2013 - 10 LC 72/12
Teilausschluss von der Gemeinderatssitzung; Anfechtbarkeit des Beschlusses, der …
Der Begriff des Rechtsverhältnisses im Sinne des § 43 Abs. 1 VwGO ist nicht auf Außenrechtsverhältnisse beschränkt, sondern umfasst ebenso die Rechtsbeziehungen innerhalb von Organen einer juristischen Person (vgl. nur OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 2.5.2006 - 15 A 817/04 -, juris, Rn. 42 f.).
VG Arnsberg, 24.08.2007 - 12 K 127/07
Witten: Bürgermeisterin hätte weitere Maßnahmen gegen Störungen einer Ratssitzung …
vgl. etwa Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein- Westfalen (OVG NRW), Urteil vom 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, abrufbar in JURIS.
Auch unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Organtreue, der es gebieten kann, Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit des Handelns eines anderen Organs oder Organteils in der verfahrensrechtlich gebotenen Form rechtzeitig geltend zu machen vgl. dazu OVG NRW, Urteil vom 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, a.a.O.
vgl. OVG NRW, Urteil 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, juris, Rn. 42 f.
vgl. OVG NRW, Beschl. v. 12. September 2008 - 15 A 2129/08 - Urt. v. 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, m.w.N.
vgl. OVG NRW, Urt. vom 2. Mai 2006 - 15 A 817/04 -, DVBl. 2007, 454 = EildienstStNRW 2007, 132; Beschl. v. 12. September 2008 - 15 A 2129/08 - ferner zur Folge entsprechender Obliegenheitsverletzungen z.B. im Prüfungsrechtsverhältnis: BVerwG, Urt. v. 17. Februar 1984 - 7 C 67/82 -, BVerwGE 69, 46.
Die gesetzliche Regelung des Art. 52 Abs. 2 GO verlangt auch keine "atomisierende Betrachtung" dergestalt, dass innerhalb des einzelnen Tagesordnungspunkts der Ausschluss der Öffentlichkeit auf die voraussichtlich betroffenen Teilaspekte beschränkt werden müsste (vgl. OVG NW vom 2.5.2006 - 15 A 817/04 - juris Rn. 75).
Anwendbarkeit des Grundsatzes der Organtreue auf innerorganisatorische …
OVG Rheinland-Pfalz, 23.03.2009 - 2 A 10100/09
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VG Sigmaringen, 20.12.2010 - 8 K 3873/10
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VG Minden, 31.10.2006 - 3 L 497/06

References: § 42
 § 42
 § 18
 § 48
 § 43
 Art. 52