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ᐅ § 985 oder § 812? - Bürgerliches Recht allgemein - JuraForum.de
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§ 985 oder § 812?
Dieses Thema "ᐅ § 985 oder § 812? - Bürgerliches Recht allgemein" im Forum "Bürgerliches Recht allgemein" wurde erstellt von FR-CDI, 4. September 2005.
FR-CDI Boardneuling 04.09.2005, 17:38
Ich habe ein 17-jährigen K der auf einen 2000 Kaufvertrag 500 angezahlt hat. Vater hat eingewilligt, Mutter(getrennt lebend, nicht geschieden!) hat Genehmigung verweigert. Ergo KV unwirksam. Jetzt folgendes Problem: kann K bezüglich der 500 kondizieren oder vindizieren?
M.E. kann er vindizieren, da das Verfügungsgeschäft wie der KV ungültig ist.
Zudem kommt noch das der Geschäftspartner das Geld "im Tresor seperat aufbewahrt"(Zitat) hat. Könnte eine Geldwertvindikation bedeuten, aber auch bei "seperat"? Und wenn GWV, wann prüf ich die?
P.S. hat noch einer Literaturhinweise zur Mindermeinung "Angebot durch "invitatia ad offerendum" "(J.Köndgen vertritt die soweit ich weiß)? Find nichts. Danke!!
FR-CDI
mechtilde Junior Mitglied 05.09.2005, 18:06
AW: § 985 oder § 812?
als erstes würde ich den 985er prüfen und ihn ablehnen, da die Übereignung des Geldes an sich als eigenes Rechtgeschäft ja ok war. Im Anschluss daran den 812er I S1 Alt1 und diesen letztendlich bejahen, da hier der Rechtsgrund durch den fehlenden Kaufvertag nicht gegeben ist.
Gruß Mechtilde
FR-CDI Boardneuling 05.09.2005, 21:10
Dachte ich eigentlich auch, das die Übereignung OK ist, aber das Verfügungsgeschäft ist ja dann auch nicht lediglich rechtlich vorteilhaft. Könnte mich aber auch irren.
Dann gäbe es ja direkt einen Anspruch aus 985 und alle "probleme" wären umgangen, deshalb bin ich so mißtrauisch.
"Streitet Sie sich!" (Zitat Fr.Prof. Puppe - Uni Bonn)
Pete76 V.I.P. 05.09.2005, 21:45
Ich für meinen Teil hätte die Prüfung des 985 weggelassen. Ist es die bessere Praxis in einem solchen Fall den 985 zu prüfen? Und wenn ja, womit wird es begründet?
P.S. Das ist nur meine Ansicht. Ich wäre für jeden Hinweis dankbar, der mir neue oder bessere Wege aufzeigt.
Remby V.I.P. 06.09.2005, 06:31
985 würde ich nicht prüfen. Das Eigentum an den Geldscheinen ist nach § 929 S. 1 an den Geschäftspartner übergegangen. Die separate Aufbewahrung der Scheine könnte eine kleine Finte im Sachverhalt darstellen.
Ansonsten die Lösung wie bei Mechtilde.
FR-CDI Boardneuling 07.09.2005, 18:07
Aber das Verfügungsgeschäft ist doch wg. § 107 ungültig, weswegen der Minderjährige sein Eigentum ja nicht verloren hat. Oder kann ein rechtlich nachteiliges Rechtsgeschäft gegen einen Minderjährigen gelten wenn die ges. Vertreter nicht zugestimmt haben?
Die Prüfung hängt eben daran, ob die Übereignung wirksam ist oder nicht.
Und ich würde den 985 auch prüfen wenn ein Scheitern absehbar ist. Man muss ja jedes mögliche Problem aufführen. Man muss dem Prüfer ja seinen Gedankengang vor Augen führen.
Wieder eine bescheidene Meinung meinerseits.
Gegenteilige Meinungen sind sehr willkommen
"Jursit...schlechter Christ" (Martin Luther)
Twinky Boardneuling 27.09.2005, 12:44
Als Student würde ich den § 985 prüfen. Da das Geld ja noch genauso vorhanden ist, wäre nämlich eine Naturalrestitution möglich. Würde den § 985 dann aber ablehnen und den § 812 prüfen und bejahen.

References: § 985
 § 812
 § 985
 § 812

§ 985
 § 812
 § 985
 § 812
 § 985
 § 812
 § 929
 § 107
 § 985
 § 985
 § 812