Source: https://media.zwp-online.info/archiv/pub/sim/lj/2010/lj0410/
Timestamp: 2019-06-17 13:03:14+00:00

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Editorial: Ende der Feierlichkeiten …?
Die Überschrift mag (zunächst) kurios anmuten – ein Ende der Feierlichkeiten ausgerechnet zum Jahresende auszurufen, wo erwartungsgemäß die meisten Betriebs-, privaten und Familienfeierlichkeiten stattfinden werden? Auf diese bezieht sich die Überschrift allerdings nicht, sondern auf das zu Ende gehende Laser-Jubiläumsjahr. Drei Dinge galt es zu feiern:
Special: Die bessere Wahl: Konventionell oder mit Laser?
Dr. Ralf Borchers, M.Sc./Bünde
Auch 2010 – mittlerweile 50 Jahre nach der Erfindung des Lasers – arbeiten noch immer ca. 90% der Zahnarztpraxen völlig ohne Laserunterstützung, obwohl die Technik bereits seit 1995 mit diversen, dem Einsatzzweck angepassten Wellenlängen, auf dem Markt verfügbar ist.
Neues aus der Wissenschaft - eine Literaturrecherche zu Anwendungen des Lasers
Viele und vor allem positive Rückmeldungen hat es auf die Literaturrecherche in der Ausgabe 2/2010 gegeben. Dies zum Anlass sollen hier einmal mehr interessante Studien aufgeführt werden, die kürzlich auf Fachkongressen und in einschlägiger Fachpresse zur -Laserzahnmedizin veröffentlicht wurden.
Special: Chirurgische Kronenverlängerung: -minimalinvasiv und schmerzarm ans Ziel
Die Indikationsliste für eine chirurgische Verlängerung der Kronen ist lang. Trotzdem wird dieser Eingriff recht selten durchgeführt, da er sowohl für den Behandler als auch den Patienten auf konventionellem Wege viel Aufwand und oft auch Schmerzen bedeutet. Eine Lösung bietet der Einsatz von Lasertechnologie.
50 Jahre Laser: Happy Birthday, Laser!
Jede Technik hat ihre Geschichte. Entwicklungen brauchen ihre Zeit und oft steht zu -Beginn einer Überlegung ein ganz anderes Ziel für die Verwendung -einer bestimmten Erfindung. So war es sicherlich auch mit dem -Laser und seinem Einsatz in der Zahnheilkunde.
Fachbeitrag: Die Frontzahnrestauration ohne Säure
Dr. med. dent. Thomas Nessler/Ludwigsburg-Hoheneck
Ein wesentlicher Bestandteil bei direkten adhäsiven Restaurationstechniken sind bekanntlich Composite und deren feste Verbindung mit dem Zahn. Konventionell wird diese durch die Verwendung von Säuren erreicht. Doch auch mittels Laser kann ein gutes Ergebnis erreicht werden.
Dr. M. L. V. Prabhuji, Prof. Dr. S. S. Madhu Preetha, Dr. Ameya G. Moghe/Bangalore, Indien
Ein häufig bei Kindern durchgeführter kleiner, recht atraumatischer chirurgischer Eingriff ist die Frenektomie. Sie kann sowohl auf konventionellem Weg und auch unter Verwendung von Lasern vorgenommen werden. Je nach Methode gehen damit gewisse Vor- und Nachteile einher.
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Anwenderbericht: Praxisgerecht und wirtschaftlich – -Erste Erfahrungen mit mobilem Diodenlaser
Dr. Hubert Stieve/Rendsburg
Die Miniaturisierung elektronischer Geräte macht vor der Zahnmedizin nicht halt. Eine Entwicklung, die auch die Dentallaser erreicht hat. Über einen ausgewählten mobilen Diodenlaser liegt nun ein erster Praxisbericht vor, den wir hier vorstellen möchten.
Verdienstausfall selbstständiger Zahnärzte
RA Michael Lennartz/Bonn
Aufschlussreich ist ein aktueller Hinweisbeschluss des Kammergerichtes Berlin (KG) vom 21.06.2010 (12 U 20/10), der sich mit der Berechnung eines unfallbedingten Verdienstausfalles eines selbstständigen Zahnarztes und der Anrechnung einer Leistung einer privaten Praxisausfallversicherung befasst.
Recht: Auskunftspflicht gegenüber der PKV?
Das Auskunftsbegehren der Kostenerstatter gegenüber den Praxen nimmt stetig zu. Aber was darf die Versicherung anfordern und was muss die Praxis tatsächlich herausgeben? Ein Ende Juli gefälltes Urteil des Landesgerichtes Düsseldorf gab Anlass zu neuen Diskussionen. Was es im Einzelnen für Behandler und auch Patienten bedeutet, kann im folgenden Beitrag nachgelesen werden.
Psychologie: Wenn Patienten aggressiv reagieren …
Kein Zahnarzt und keine Assistentin wünscht sich diese Situation herbei, aber jeder hat sie bestimmt schon einmal erlebt: Ein Patient ist verärgert und beschwert sich. Im günstigsten Fall erläutert er sein Problem auf ruhige, sachliche Weise, im schlimmsten Fall geht er mit lauter Stimme und aggressivem, drohenden Tonfall auf den Zahnarzt los und streitet auf persönlich verletzender, unsachlicher Ebene.
Fortbildungs-Trio in Berlin: Jubiläumskongress „20 Jahre DGL“ erfolgreichGewinnspielauswertung
Mehr als 250 Teilnehmer besuchten am letzten Wochenende im Hotel Palace Berlin die Fortbildungshighlights „Nose, Sinus & Implants“, das 14. LASER START UP sowie den -Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL).
Die Abstracts zur 19. Jahrestagung der DGL in Berlin - Laserzahnmedizin up to date
Über 20 Jahre werden Laser mittlerweile in deutschen Zahnarztpraxen angewendet – Jahre voller Weiterentwicklungen, Praxiserfahrung und stetiger Fortbildung. Mittlerweile zum 19. Mal fand am 29. und 30. Oktober die Jahrestagung der DGL statt und spiegelt diese Entwicklung deutlich wider. Auf den folgenden Seiten soll unseren Lesern ein Auszug aus den Vorträgen in Form von Abstracts geboten werden.
Fortbildung: Revolutionäres Lasersystem in Israel vorgestellt
In einer außergewöhnlichen Fortbildungsveranstaltung in Tel Aviv wurde ein neuartiges Dentallasersystem vorgestellt, das viele Probleme der derzeitigen Laserzahnmedizin zu lösen scheint.
Dezember I 13. Jahrgang I 42010 ISSN 1435-6147 I PVSt. F 46072 € 10,00 zzgl. MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin I Special I 50 Jahre Laser I Fachbeitrag I Anwenderbericht I Recht I Fortbildung Die bessere Wahl: Konventionell oder mit Laser? I Neues aus der Wissenschaft I Chirurgische Kronenverlängerung: minimalinvasiv und schmerzarm ans Ziel Statements aus der Industrie Die Frontzahnrestauration ohne Säure Die Frenektomie: Drei Techniken im Vergleich Verdienstausfall selbstständiger Zahnärzte I Auskunftspflicht gegenüber der PKV? Fortbildungs-Trio in Berlin I Laserzahnmedizin up to date Laser versus konventionelle Therapie
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EDITORIAL Ende der Feierlichkeiten …? Die Überschrift mag (zunächst) kurios anmuten – ein Ende der Feierlichkeiten ausge- rechnet zum Jahresende auszurufen, wo erwartungsgemäß die meisten Betriebs-, priva- ten und Familienfeierlichkeiten stattfinden werden? Auf diese bezieht sich die Über- schrift allerdings nicht, sondern auf das zu Ende gehende Laser-Jubiläumsjahr. Drei Dinge galt es zu feiern: Beginnen möchte ich mit „15 Jahre Diodenlaser in der Zahnheilkunde“. In der Tat wurde auf der IDS 1995 in Köln der erste Diodenlaser für Anwendungen in der Zahnmedizin prä- sentiert, basierend auf den Studienergebnissen der Laserarbeitsgruppe der Universi- tätszahnklinik Freiburg im Breisgau. Bereits fünf Jahre zuvor – ebenfalls in Baden-Württemberg – wurde in Stuttgart die Deut- sche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde gegründet. Aus anfänglich sieben Mitgliedern ist heute eine der größten Dentallaserfachgesellschaften weltweit entstanden; fürwahr ein guter weiterer Grund für eine große Feier. Diese fand am letzten Oktoberwochenende in Berlin statt und so kam die „Deutsche Dentallaserfamilie“ zusammen und warf einen dankbaren Blick zurück, wagte aber auch den Blick nach vorne. Und hier muss man kein Prophet sein, um behaupten zu können: Was die DGL betrifft, ist ein Ende der Feierlichkeiten noch lange nicht in Sicht! Beim Jahreskongress fand ein weiteres, enorm wichtiges Jubiläum ebenfalls breite Be- rücksichtigung – „50 Jahre Laser“. Ein halbes Jahrhundert Verwirklichung des Lasers ist ein guter Grund, sich vor dem Lebenswerk Thedore Maimans zu verneigen. 49 Jahre Lasereinsatz in der Medizin sind für unsere humanmedizinischen Kolleginnen und Kollegen übrigens ebenfalls ein Anlass, die Gläser zu erheben. Waren es doch die Ophthalmologen, welche bereits ein Jahr nach Bau des ersten (Rubin-)Lasers diese neue, sensationelle Technik für den Einsatz in ihrem Fachgebiet nutzten. Ganz so lange sind die Erfahrungen in der Zahnmedizin zwar nicht, aber das, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf unserem Fachgebiet bewegt wurde, braucht sich in- des nicht zu verstecken! Grund genug für uns, in allen vier Ausgaben des Laser Journals „Happy Birthday Laser – 50 Jahre Laser“ gebührend zu feiern. Alle Beteiligten kamen zu Wort – die Wissenschaft, die Anwender, die Fachgesellschaft und auch die Dentallaser- industrie. Mit dieser Ausgabe endet diese Reihe. Für den regen Zuspruch, den wir im vergangenen Jahr von Laseranwendern der ersten Stunde, von ehemaligen und aktuellen Vertriebsfir- men unter anderen erfahren durften, bedanken wir uns sehr! Zumindest in diesem Bereich sind nun die Feierlichkeiten zu Ende – freuen wir uns auf ein weiteres, spannendes Jahrzehnt Laserzahnheilkunde – wir begleiten Sie dabei gerne! Ihnen und Ihren Angehörigen ein erholsames, besinnliches Jahresende. Kommen Sie gut in ein hoffentlich erfolgreiches, gesundes Jahr 2011! Dr. Georg Bach
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INHALT Editorial Recht 3 Ende der Feierlichkeiten …? 28 Verdienstausfall Dr. Georg Bach Special 6 Die bessere Wahl: Konventionell oder mit Laser? Dr. Ralf Borchers, M.Sc. 12 Neues aus der Wissenschaft Dr. Georg Bach 14 Chirurgische Kronen - verlängerung: minimalinvasiv und schmerzarm ans Ziel Dr. Thorsten Kuypers, M.Sc. 50 Jahre Laser selbstständiger Zahnärzte RA Michael Lennartz 30 Auskunftspflicht gegenüber der PKV? Dr. Susanna Zentai Psychologie 32 Wenn Patienten aggressiv reagieren … Ralf R. Strupat Fortbildung 36 Fortbildungs-Trio in Berlin Dr. Georg Bach 16 Happy Birthday, Laser! 40 Laserzahnmedizin up to date Dr. Georg Bach Eva Kretzschmann 17 Statements aus der Industrie 40 Abstracts zur 19. Jahrestagung der DGL 48 Revolutionäres Lasersystem in Israel vorgestellt Georg Isbaner 34 Herstellerinformationen 50 Kongresse, Impressum Fachbeitrag 20 Die Frontzahnrestauration ohne Säure Dr. med. dent. Thomas Nessler Anwenderbericht 22 Die Frenektomie: Drei Techniken im Vergleich Dr. M. L. V. Prabhuji, Prof. Dr. S. S. Madhu Preetha, Dr. Ameya G. Moghe 26 Praxisgerecht und wirtschaftlich – Erste Erfahrungen mit mobilem Diodenlaser Dr. Hubert Stieve Dezember I13. Jahrgang I42010 ISSN 1435-6147 IPVSt. F 46072 € 10,00 zzgl.MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin ISpecial I50 Jahre Laser IFachbeitrag IAnwenderbericht IRecht IFortbildung Die bessere Wahl: Konventionell oder mit Laser? I Neues aus der WissenschaftI Chirurgische Kronenverlängerung: minimalinvasiv und schmerzarm ans Ziel Statements aus der Industrie Die Frontzahnrestauration ohne Säure Die Frenektomie: Drei Techniken im Vergleich Verdienstausfall selbstständiger ZahnärzteI Auskunftspflicht gegenüber der PKV? Fortbildungs-Trio in Berlin I Laserzahnmedizin up to date Laser versus konventionelle Therapie Erläuterung zum Titelbild dieser Ausgabe: Der mobile Diodenlaser FOX – mit freundlicher Genehmigung der A.R.C. Laser GmbH.
Special Die bessere Wahl: Konventionell oder mit Laser? Auch 2010 – mittlerweile 50 Jahre nach der Erfindung des Lasers – arbeiten noch immer ca. 90% der Zahnarztpraxen völlig ohne Laserunterstützung, obwohl die Technik bereits seit 1995 mit diversen, dem Einsatzzweck angepassten Wellenlängen, auf dem Markt verfügbar ist. mäßer Anwendung des Lasers keine thermischen Schä- den an der Zahnsubstanz auf. Außerdem kann die Ka- riestherapie in fast allen Fällen ohne die sonst oft nötige Infiltrations- oder Leitungsanästhesie durchgeführt werden. Ebenfalls vorteilhaft ist das völlige Fehlen der Vibratio- nen und des Druckes des Bohrers, da die Laserbehand- lung berührungslos im Non-Kontakt-Modus erfolgt. Allerdings erfordert es eine gewisse Eingewöhnung, da Zahnärzte vorwiegend im taktilen Vorgehen geübt sind. Ist der Behandler mit seinem Laser vertraut, kann mini- malinvasiv präpariert werden und außerdem eine selek- tive Entfernung von kariösem Dentin erfolgen.17 Da kari- öses im Vergleich zu gesundem Dentin deutlich mehr Wasser enthält (25 % zu ⱕ 54 %) können durch Reduzie- rung des Wasser-Luft-Gemisches des Lasers gezielt nur kariöse Bereiche entfernt und somit substanzschonend gearbeitet werden. Ein weiterer Vorteil besteht in der nach der Exkavation völlig schmierschichtfreien Dentinoberfläche mit weit offenen Dentinkanälchen. Bei der Versorgung des De- fektes mit einer Kompositfüllung kann der Haftvermitt- ler so weiter in die Dentinkanäle eindringen und zu einer verbesserten Retention der Füllung beitragen. Klinische Penetrationsuntersuchungen mit Dye-Lösung haben gezeigt, dass durch Lasern und Ätzen ein weit besseres Retentionsmuster erzielbar ist als durch das alleinige Ätzen der Oberflächen.1,13 Doch die Oberfläche der Ka- vität ist nicht nur frei von Schmierschicht, sondern durch den bakteriziden Effekt des Lasers auch bis zu einer Tiefe von 0,3–0,4 mm keimfrei. Sollte es zu einer kleinen arti- fiziellen Eröffnung der Pulpa kommen, bleibt diese ohne weitere Folgen. Bei einer eventuell notwendigen direk- ten Überkappung kann durch Veränderung der Laserpa- rameter eine Blutstillung und Desinfektion mit nachfol- gender Koagulationsnekrose erzeugt werden. Der wei- tere Heilungsverlauf ist nach der laserassistierten direk- Dr. Ralf Borchers, M.Sc./Bünde Viele oft angebrachte Bedenken wie z.B. „zu teuer, zu kompliziert, geht auch ohne …“ entbehren nicht einer gewissen Grundwahrheit. Die Vorteile der laserunter- stützten Behandlung, wie berührungsfreies Arbeiten, bakterizider Effekt und Gewebeschonung, überwiegen jedoch ganz klar. Natürlich kann fast alles, was mit La- sern ausgeführt werden kann, ähnlich auch mit klassi- schen Methoden erreicht werden (Ausnahme: Reini- gung und Dekontamination der Implantatoberfläche mit dem Laser), die besseren und schnelleren Resultate und damit auch wirtschaftlichen Vorteile und die weit- aus angenehmeren Behandlungen durch den Laser sind jedoch sowohl subjektiv wie auch objektiv spürbar. Es beginnt bereits mit der positiven Belegung des Be- griffes „Laser“ durch die Patienten, die damit z.B. fort- schrittliche Technik, Schmerzarmut, gestiegenen Be- handlungskomfort, einen fortgebildeten Zahnarzt und „Premium“-Behandlung verbinden. Durch die verschiedenen zur Verfügung stehenden Wellenlängen sind wir inzwischen in der Lage, fast alle Weich- und Hartgewebsbehandlungen durchzuführen. Anwendungsmöglichkeiten Anamnese Bereits im Anamnesestadium ist es möglich, mithilfe des Lasers (z.B. DIAGNOdent®) kariöse Stellen in den Zähnen zu entdecken, die andernfalls höchstens mit- hilfe einer Bissflügelaufnahme zu finden gewesen wä- ren und damit natürlich zu einer höheren jährlichen Strahlenbelastung des Patienten beigetragen hätten. Zahnerhaltung In der konservierenden Zahnheilkunde lassen sich als Al- ternative zum herkömmlichen Bohrer die Erbium-Laser (Er:YAG/Er,Cr:YSGG) einsetzen. Das Absorptionsmaxi- mum liegt im Wasser und in den OH¯-Gruppen des Hydroxylapatits. Dadurch kann eine effektive Bear- beitung des Zahnschmelzes und Dentins erreicht werden. Die Ab - tragungsgeschwindigkeit während der Füllungstherapie liegt inzwi- schen auf gleich hohem Niveau wie mit diamantierten Schleifkörpern. Im Gegensatz zur konventionellen Technik treten jedoch bei sachge- Abb. 1: Schmelzbearbeitung. – Abb. 2: Dentinbearbeitung. 6 LASER JOURNAL 4/2010
CAD/CAM SYSTEME | INSTRUMENTE | HYGIENESYSTEME | BEHANDLUNGSEINHEITEN | BILDGEBENDE SYSTEME 0 1 - 0 V - 0 0 - 9 5 4 - I D e r N e w c o m e r f ü r N e w c o m e r : S I R O L a s e r X t e n d Angstfreie Patienten. Problemloses Arbeiten. Optimaler Heilungsverlauf. Freuen Sie sich auf eine Behandlung ganz ohne Stress: Starten Sie mit moderner Laser-Zahnmedizin. Und dem SIROLaser Advance oder dem upgradefähigen SIROLaser Xtend. Lasern mit Sirona bereichert Ihre Praxis. Bei Parodontologie, bei Endodontie, bei Chirurgie und, und, und. Es wird ein guter Tag. Mit Sirona. www.sirona.de T h e D e n t a l C o m p a n y
Special Abb. 3: Schmelz nach Lasern, vor Fissurenversiegelung. – Abb. 4: Laser- gereinigte Implantatoberfläche. ten Überkappung deutlich Erfolg versprechender und schneller als nach klassischer Überkappung, was durch die schnellere und bessere Enzymaktivität nach dem La- sern erklärt werden kann.11,14,29 Die komplette konservierende Zahnbehandlung wird da- bei mit dem Laser ohne Instrumentenwechsel durchge- führt, was in der konventionellen Therapie unmöglich ist, da man zumindest einen diamantierten Schleifkörper und einen Rosenbohrer benötigt (Abb. 1 und 2). Einzig die Tatsa- che, dass mit dem Laser keine metallenen Restaurationen (Amalgam- und Goldfüllungen) und keramische Versor- gungen entfernt werden können, ist als Nachteil im Be- reich der konservierenden Zahnheilkunde anzuführen.15 KFO Auch zum Konditionieren der Schmelzoberfläche vor dem Kleben der Brackets ist ein Laser bestens geeignet, ebenso zur Vorbereitung des Schmelzes im Rahmen der Zahnver- siegelung. Hierbei wird als positiver Effekt gleichzeitig zur Erzeugung der retentiven Oberfläche eine effektive Keim- reduktion in den Fissuren erzielt (Abb. 3). Möchte man die Zähne weiterhin vor Karies schützen, ist eine Fluoridierung mithilfe des Ar+-Lasers die Therapie der Wahl. Hierbei wird der Schmelz effektiv und langan- haltend vor chemischen Angriffen geschützt und ge- härtet. Im Vergleich zur konventionellen Therapie lässt sich eine deutlich bessere Wirkung als mit Fluoridierung alleine nachweisen.3,16,23 Prothetik In der prothetischen Zahnheilkunde sind die klassischen Methoden überwiegend im Vorteil. Mithilfe des Lasers lassen sich zwar Veneer- und Teilkronenpräparationen durchführen, doch der Zeitaufwand ist gegenüber dem konventionellen diamantierten Schleifkörper höher und verschiebt sich weiter zugunsten des rotierenden Instrumentes, je großflächiger der Materialabtrag erfolgen muss. Da der Laser die Zahnsubstanz nur punktuell und nicht flächig abtra- gen kann, ist die Erzielung einer pla- nen Fläche, z.B. bei der Kronenpräpa- ration, wie mit einem diamantierten Schleifer äußerst zeitintensiv und wirtschaftlich nicht zu empfehlen. Präprothetische Maßnahmen wie die klinische Kronenverlängerung durch Reduktion von Knochen- und Gingivasaum kön- nen dagegen problemlos und deutlich einfacher mit dem Laser durchgeführt werden als mit Skalpell und Knochenfräse. Auch die vorbereitenden Maßnahmen zur Abdrucknahme lassen sich mit dem Laser vereinfa- chen, da nach der Präparation der Sulkus mithilfe des Lasers sehr einfach blutstillend und dehydrierend be- handelt werden kann. Dies erspart sowohl dem Patien- ten als auch Behandler das Legen der Retraktionsfäden und führt zu einem besseren Abformergebnis.28 Implantologie Die Implantologie ist ein weiteres Feld, auf dem ver- schiedene Laser ergänzend zur klassischen Therapie oder auch solitär eingesetzt werden können.9,21,32 So las- sen sich bei Bedarf sämtliche Weichgewebsschnitte, sei es zur Bildung eines Schleimhautlappens oder aber zur Implantatfreilegung, problemlos mit dem Laser erledi- gen. Benutzt man dabei einen Dioden- oder CO2-Laser, ist die Schnittführung absolut blutungsfrei. Bei Bedarf kann mit der sofortigen Abdrucknahme begonnen wer- den. Durch die dabei auftretende Wärmeeinleitung ins Gewebe ist die nachfolgende Wundheilung jedoch et- was verzögert, die Tendenz zur Narbenbildung dagegen sehr gering. Erfolgt die Schnittführung mit einem Laser der Er:YAG-Gruppe, kann es eventuell zu einer minima- len Blutung kommen, da deren Koagulationsleistung schlechter ist. Im Gegenzug erfolgt hier aber die Wund- heilung etwas schneller und das heilende Gewebe hat eine höhere Qualität. Im Einzelfall lässt sich auch die Knochenbearbeitung hervorragend mit dem Er:YAG-La- ser vornehmen.6 Die Behandlungen reichen vom Entfernen überschüssi- gen Knochens am Implantat bis zur schablonenge- stützten Präparation des Implantatbettes. Das Lasern des Knochens ist wesentlich schonender als das Boh- ren, es treten keine Temperaturerhöhungen auf und es verbleibt keine Schmierschicht auf den Knochenober- flächen. Außerdem entfällt das per Knochenleitung übertragene unangenehme Geräusch des Bohrers und Fräsers. In der Periimplantitistherapie können verschiedene Wellenlängen angewandt werden. Zur Reduktion der Mikroorganismen und des Granulationsgewebes kön- nen im aufgeklappten Zustand sowohl Dioden-, CO2-, Nd:YAG- als auch Er:YAG-Laser eingesetzt werden. Au- ßer dem Er:YAG-Laser arbeiten alle absorptionsbedingt blutungsfrei. Er bietet hingegen als einziges Hilfsmittel die Möglichkeit, das Implantat selbst von Granulations- Abb. 5: WSR: Entfernung des Knochens. – Abb. 6: WSR: Entfernung des Apex’. 8 LASER JOURNAL 4/2010
Special frei, da die Gefäße direkt verschlos- sen werden. So kann eine Bakteriä- mie zuverlässig verhindert werden. Führt man den Schnitt gleichzeitig mit höherer Energie aus, bleibt der Schnitt aufgrund der bewusst einge- brachten Hitzeschädigung des an- grenzenden Gewebes für mehrere Tage offen, ohne einen Streifen einle- gen zu müssen. Der gleiche Effekt kann bei der Entfernung einer medi- kamentenbedingten Hyperplasie ge- nutzt werden. Das Auftreten eines Rezidivs kann so deut- lich länger hinausgeschoben werden. Im Vergleich zur konventionellen Therapie dauert die Abheilung nach Schnittführung mit dem Laser etwas länger, dafür ist die Tendenz zur Narbenbildung deutlich geringer und die Qualität des neu entstehenden Gewe- bes ist besser.8,18 Parodontologie Auch in der Parodontologie können die erwähnten Laser bei offener Kürettage zur Reduzierung des Granula- tionsgewebes, Entfernung von Plaque und Säuberung des Knochens genutzt werden. Wird die Parodontalthe- rapie jedoch geschlossen durchgeführt, bieten sich nur Dioden- und Nd:YAG-Laser erfolgreich zur Unterstüt- zung der Therapie an. Im Gegensatz zur Chirurgie, wo die Laser ohne zusätzliche klassische Behandlung einge- setzt werden, ist in der Parodontologie immer nur ein la- serunterstützter Einsatz möglich, da nicht auf die vor- hergehende normale Behandlungsweise verzichtet werden kann. So kann der Laser nach erfolgter Reinigung und Kürettage der Taschen zur weiteren Reduktion der Bakterien und des Granulationsgewebes eingesetzt werden. Auch ein Einsatz vor der eigentlichen Parodon- talbehandlung zur initialen Reduktion der Bakterien- flora ist möglich. Diverse Untersuchungen haben ge- zeigt, dass ein Kombinationseinsatz von konventioneller PA-Therapie und Laser zu gesteigerter Erfolgsrate und höherem Langzeiterfolg führt.2,24,33 Endodontie In der Endodontie lassen sich alle genannten Wellen- längen mit unterschiedlichem Vorgehen und Erfolg anwenden. Auch hier ist immer nur eine laserunter- stützte, aber keine alleinige Therapie mittels Laser möglich. Da der kleinste Faserdurchmesser 200 μm be- trägt, sollte primär immer eine mechanische Aufberei- tung des Wurzelkanals bis mindestens Größe ISO 30 erfolgen, um einen eventuellen Faserbruch des Laser- ansatzes zu verhindern. Er:YAG-Laser lassen sich, be- dingt durch ihr Absorptionsverhalten, nur im Haupt- kanal der Zahnwurzel zur Reinigung und Desinfektion einsetzen. Eine ausreichende Transmission der Laser- strahlung in die lateralen Kanäle ist nicht gegeben. Entscheidend besser ist der Einsatz von Dioden- und Nd:YAG-Lasern in der Endodontie. Bei konventioneller Anwendung einer Spüllösung in den Wurzelkanälen dringt diese bis 100 μm in die Seitenkanäle ein. Bringt Abb. 7: Fibromentfernung. – Abb. 8: Zustand direkt nach der Entfernung des Fibroms. gewebe und Plaque zu befreien, ohne die Oberflächen- beschichtung anzugreifen. Voraussetzung hierbei ist natürlich die korrekte Einstellung der Laserparameter. Bisher war es nur mit Kunststoffküretten und/oder che- mischen Mitteln möglich, die Implantatflächen zu rei- nigen; und das meist nur unvollständig oder aber oft mit Beschädigung der Beschichtung (Abb. 4).6,20 Chirurgie Nahezu alle Lasertypen lassen sich gegenwärtig auch in der Chirurgie einsetzen. Wie bereits erwähnt können Er:YAG-Laser zur Weich- und Hartgewebsbehandlung eingesetzt werden. So lassen sich komplette Wurzel- spitzenresektionen vom Schleimhautschnitt bis zur Entfernung der Wurzelspitze nur mit diesem Gerät durchführen, ohne auch nur einmal das Instrument zu wechseln. Dies bedeutet nicht nur für den Behandler, sondern auch für den Patienten einen gestiegenen Kom- fort (Abb. 5 und 6). Die gesamte Operation läuft berührungslos und blu- tungsärmer ab als bei klassischer Vorgehensweise. Außerdem erhöht sich durch die bakterizide Wirkung des Lasers die Erfolgs- und Überlebensrate.6 Wird der Er:YAG-Laser bei kleineren chirurgischen Eingriffen ein- gesetzt, z.B. bei der Entfernung eines störenden Schleim- hautbandes, kann die Behandlung oft ohne Anästhesie erfolgen. Alle anderen Laser, wie z.B. CO2-, Nd:YAG- und Dioden - laser, erfordern immer eine Anästhesie. Sie sind aus- schließlich für die Weichgewebsbehandlung geeignet. Ihr großer Vorteil liegt in der absoluten Blutungsfreiheit (Abb. 7 und 8). Ein Aspekt, den man mit dem Nd:YAG-La- ser ganz besonders zur fraktionierten Entfernung von Hämangiomen nutzen kann. Mit herkömmlichen The- rapien ist es nicht möglich, dies zu erreichen. Durch den Lasereinsatz in der Chirurgie kann das Operations - gebiet deutlich besser dargestellt und überblickt wer- den.4,5,7,12,26,31 Kleinere Blutungen werden automatisch gestillt. Sehr oft kann auf das Legen einer Naht verzich- tet werden, so z.B. bei der Frenektomie.27 Die Kinder wer- den nicht durch eine Blutung abgeschreckt, eine Gingi- voplastik muss nicht erfolgen und Nähte sind überflüs- sig. Außerdem entfällt der nachfolgende Termin zur Ent- fernung der Nähte, ein unschätzbarer Vorteil in der Behandlung von Kindern. Ähnliches ergibt sich für das Freilegen von Zähnen in der Kieferorthopädie.25 Ein weiterer Vorteil des Lasers in der Chirurgie zeigt sich bei der Inzision eines Abszesses. Der Schnitt ist blutungs- 9 LASER JOURNAL 4/2010
Special Abb. 9: WKB mit Diodenlaser. – Abb.10: Röntgenbild vor Behand- lung. – Abb.11: Röntgenbild zwei Monate nach der Behandlung. Abb. 12: Ausgangszustand: Aphthe vor der Behandlung. – Abb. 13: Laserbestrahlung der Aphthe. – Abb. 14: Zwei Tage nach der Behandlung der Aphthe. man zusätzlich einen Diodenlaser zur Anwendung, werden die Nebenkanäle bis zu einer Tiefe von 1.000 μm erreicht. Goldstandard wäre hier der Einsatz des Nd:YAG-Lasers, der seine bakterizide Wirkung bis zu 5.000 μm in den lateralen Kanälen entfaltet. Für Endodontologen quasi ein „Muss“, um auf dem derzeit gültigen Stand der Technik zu sein.14,22,30,33 Da die Laserstrahlung auch etwas über den Apex hinaus reicht, kann durch zusätzliche Laseranwendung in der Wurzelkanalbehandlung oft eine Wurzelspitzenresek- tion oder Extraktion des Zahnes vermieden werden (Abb. 9 bis 11). Low-Level-Laser-Therapie Ein weiteres Spezialgebiet des Lasers ist die therapeuti- sche Anwendung im mW- Bereich. Mithilfe der Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) lassen sich Biostimulation zur besseren und schnelleren Heilung des Gewebes, Schmerzreduktion von Wunden, Behand- lung von Herpes und Aphthen durchführen. Beispielhaft sei hier die Behandlung von Aphthen erwähnt, die be- reits nach einmaliger Bestrahlung mit Nd:YAG- oder Diodenlasern keine Schmerzsensibilitäten mehr verur- sachen. Die Abheilung der Aphthe wird zwar nicht merk- lich beschleunigt, die damit verbundenen Schmerzen je- doch sofort beseitigt. Ähnliches gilt für die Laserthera- pie des Herpes und auch der postoperative Schmerz nach chirurgischen Eingriffen kann deutlich gedämpft werden. Vergleichend gibt es in der klassischen Behand- lung dieser Symptome keine auch nur annähernd effek- tive Methode (Abb. 12 bis 14). Ein neueres Gebiet innerhalb der LLLT ist die PDT ( photo- dynamische Therapie ), die in der Endodontie und Paro- dontologie angewandt wird und mit deren Hilfe es möglich ist, durch Anfärben und Lasern der Mikroorga- nismen in Wurzeln und Zahnfleischtaschen eine fast keimfreie Umgebung zu erzielen, ohne systemische Nebenwirkungen oder Schädigungen der benachbar- ten Region zu erzeugen (z.B. Helbo®).33 Kosmetische Zahnmedizin Natürlich ist der Lasereinsatz auch im kosmetischen Be- reich möglich. Es reicht vom Bleaching der Zähne mit Dioden- und Er:YAG-Lasern bis zur Narbenkorrektur oder dem Laserpeeling mit Er:YAG- oder CO2-Lasern. Die Prozedur des Zähnenbleichens kann durch die zusätzli- che Anwendung des Lasers auf die Hälfte der regulären Behandlungszeit verkürzt werden, ohne wie bei der An- wendung von speziellen Bleichlampen zu einer starken Temperaturerhöhung des Zahnes zu führen.10,14,19 Resümee Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einsatz von Lasern in der modernen Zahnheilkunde nicht zu unter- schätzende Vorteile bringt. Der alleinige Lasereinsatz ist momentan nur in der LLLT, der Chirurgie und größten- teils in der konservierenden Zahnheilkunde gegeben, während in der Parodontologie, Endodontie und Prothe- tik nur ein laserunterstützter Einsatz möglich ist. Die Kombination beider Techniken führt aber in jedem Fall zu deutlich besseren Behandlungsergebnissen, zu ge- stiegenem Komfort für Behandler und Patient sowie besserer Wirtschaftlichkeit und lässt für die Zukunft auf noch effektivere und schonendere Therapien hoffen, denn gerade in den letzten Jahren wurden Laser immer effektiver, flexibler einsetzbar und wirtschaftlicher. Eine Literaturliste steht ab sofort unter www.zwp-online.info/fachgebiete/ laserzahnmedizin zum Download bereit. KONTAKT Dr. Ralf Borchers, M.Sc. Bahnhofstraße 14 32257 Bünde Tel.: 0 52 23/1 02 22 E-Mail: Dr.Borchers@praxis-borchers.de 10 LASER JOURNAL 4/2010
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Special Neues aus der Wissenschaft Eine Literaturrecherche zu Anwendungen des Lasers Viele und vor allem positive Rückmeldungen hat es auf die Literaturrecherche in der Aus- gabe 2/2010 gegeben. Dies zum Anlass sollen hier einmal mehr interessante Studien auf- geführt werden, die kürzlich auf Fachkongressen und in einschlägiger Fachpresse zur Laserzahnmedizin veröffentlicht wurden. Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau n Der Anspruch, dass „in jeder Zahnarztpraxis ein Den- tallaser stehen sollte“, wie er noch um die Jahretau- sendwende bei einschlägigen Fachkongressen zu hören war, ist zwischenzeitlich aufgegeben worden. Vielmehr hat sich der Dentallaser bei einer gewissen Zahl von Kol- leginnen und Kollegen etabliert, die diesen sehr intensiv anwenden und in ihr Therapiekonzept integriert haben – quasi die Laserlichtanwendung in Sinne einer Praxis- spezialisierung. Die Möglichkeiten hierzu sind mannigfaltig. Es gibt praktisch keinen Teil der aktuellen Zahnheilkunde, wo monochromatisches Licht nicht erfolgreich eingesetzt werden kann. Hier sollen nun einmal mehr einige aus- gewählte aktuelle Literaturstellen präsentiert werden. Problemfall Periimplantitis: Laserlicht setzt sich durch Die Therapie der Periimplantitis rückt – korrespondie- rend mit dem rasanten Anstieg der Fallzahlen zu diesem unerfreulichen Thema – immer mehr in den Fokus der Implantologie. Auch die Wissenschaft nimmt sich die- ses Problems an. In einer zweiphasigen In-vitro-Studie (kontaminierte Implantate und Implantate in einem simulierten De- fekt) kamen verschiedene Verfahren zur Dekontamina- tion von Implantatoberflächen zum Einsatz. Die Dekontamination: – mit Pulverstrahlsystemen (nach den Vorgaben von Petersilka) – mit Phosphorsäure (Vorgehensweise nach Wiltfang) – mit einem Er:YAG-Laser (nach den Vorgaben von Schwarz und Sculean) – mit einem Diodenlaser (Vorgehensweise nach Krekeler und Bach) Quelle: Müller Chr und Bach G: Möglichkeiten zur Dekon- tamination von Implantatoberflächen im Vergleich – eine In-vitro-Studie. Jahrestagung der Arbeitsgemein - schaft Dentale Technologie, Stuttgart 06/2010 Zu schnell, um Schaden anzurichten – der Pikosekundenlaser Dieser Ultrakurzpulslaser erzeugt Laserimpulse im Be- reich von Pikosekunden (also dem billionsten Teil einer Sekunde). In dieser Zeit legt das Laserlicht etwa 0,3 mm zurück. Erste sehr Erfolg versprechende Untersuchun- gen wurden von einer Arbeitsgruppe der Universität Bonn unternommen. Hier kam ein Nd:YAG-Laser (Wel- lenlänge 1.064 nm) mit einer Pulslänge von 8 ps (Piko - sekunde) zum Einsatz, der für Ablationsversuche am Dentin verwendet wurde. Eine Durchschnittsleistung von 9 Watt führte durch die Fokussierung auf einen Punkt von 25 μm Fläche zu einer rechnerischen Intensität von mehreren Millionen Watt pro Quadratzentimeter! Die Versuche ergaben, dass mit einem solchen Gerät pro Minute bis zu 6 mm3 Dentin abgetragen werden können. Hierbei wird das Zahnhartgewebe berüh- rungs- und vibrationslos abgetragen. Schockwellen und Schädigungen an der Zahnhartsubstanz bleiben hingegen aus, wie begleitend durchgeführte REM- Untersuchungen des umliegenden Gewebes ein- drucksvoll belegten. Durch die kurzen Pulse ist zudem die bei anderen Laser- wellenlängen gefürchtete Schädigung des Pulpa-Den- tin-Komplexes nicht zu erwarten, da der Zahn während der Anwendung auf Körpertemperatur bleibt. Quelle: Schelle F, Plasma-Induced Ablation Using an Ultra Short Pulsed Laser System. IADR General Session, Barcelona, 14.–17. Juli 2010 In beiden Verfahren schnitt die Kombinationstherapie, bestehend aus Kürettage und Diodenlaserdekontami- nation, am besten ab, gefolgt von der Dekontamination mittels Er:YAG-Laser und jener unter Verwendung von Pulverstrahlsystemen. Nicht zufriedenstellende Ergeb- nisse wurden hingegen mit der reinen Kürettage durch Kunststoffküretten und der Benetzung mit Phosphor- säure erzielt. Neues zur Photodynamischen Therapie Einen beträchtlichen Zuwachs an Anwendern hat die Photodynamische Therapie im Laufe der letzten Jahre verzeichnen können. Jörg Gustmann verglich in einem Beitrag mehrere Systeme zur Photodynamischen Thera- pie miteinander: Es standen sich in dieser Studie die drei PT-Systeme PACT (Fa. Cumdente), ASEPTIM (Fa. SciCan) 12 LASER JOURNAL 4/2010
Special Abb. 1 bis 3: Photodynmische Therapie an einer rein implantatgetragenen Brücke mit periimplantären Manifestationen im vierten Quadranten. Nach Applikation des Sensitizers wird Softlaserlicht appliziert. Abb. 4 und 5: Ebenfalls eine Perriimplantitis- therapie – hier allerdings mit (Dioden-)Hard - laserlicht. Nach Darstellung des periimplan - tären Defektes (Abb. 4) wird mit der Faser auf Kontakt zur Implantatoberfläche gegangen und Laserlicht der Stärke von einem Watt im cw-mode (max. 20 Sekunden) auf die freilie- gende Implantatoberfläche aufgebracht. und jenes von HELBO gegenüber. Diese kamen bei ver- schiedenen Fällen – unter anderem auch zur Periim- plantitisbehandlung – zum Einsatz und wurden auf de- ren grundsätzliche Eignung zur Bekämpfung des Bio- films getestet. Nach Ansicht des Autors weist das HELBO-System einige Vorteile gegenüber den Mitbe- werbern auf – bessere Sichtbarkeit des Sensitizers, ste- rile Anlieferung des Sensitizers und eine bessere Daten- lage (Studien) sowie ein besseres Handling (u.a. kürzere Akkuladezeiten). Quelle: Gustmann J: Photodynamisches Therapiesystem im Vergleich. Zahn Prax 13, 2, 96–105 (2010) Ebenfalls sehr positiv werten Berakdar und Kollegen die Photodynamische Therapie im Rahmen der Bekämp- fung periimplantärer Läsionen. Auf der Jahrestagung der DGZMK im vergangenen Jahr sprachen die Autoren sogar von der „Allzweckwaffe PT“. Bezüglich Effektivität und minimalinvasivem Vorgehen belegen die Ergebnisse der Studie, dass die Photodyna- mische Therapie eine sinnvolle Alternative zur klassi- schen Periimplantitistherapie darstellt. Quelle: Berakdar M, Fahhr Eddin M, Callaway A: PI-Therapie mit Photodynamischer Therapie. Jahrestagung der DGZMK 2009, DZZ 64 (11) (2009) Selektives Abtöten von Bakterien – Laserlicht macht’s möglich lich. Tsens Annahme basiert darauf, dass aufgrund die- ser Gegebenheiten Bakterien – unter Schonung der Um- gebung – selektiv mit einem Femtosekundenlaser abge- tötet werden können.1 Bei Bakteriophagen liegt die ent- sprechende Inaktivierungsschwelle bei einer Leis- tungsdichte von 60 mW/cm2, bei dem Bakterium E. coli bereits bei 900 mW/cm2 und bei Jurkat T-Zellen bei immerhin 22.000 mW/cm2! Die nordamerikanische Forschergruppe postulierte so- mit eine „revolutionäre Methode“ gefunden zu haben, wie mittels des Nah-Infrarot-Femtosekundenlasers Bak- terien selektiv eliminiert werden können, während hu- mane Zellen überleben. Aktuelle Untersuchungen an der Ludwig-Maximilians- Universität München konnten diese Hypothese aller- dings nicht belegen und testiert dem Femtosekunden- laser, derzeit noch nicht ausgereift zu sein. Die Kollegin Haertel, die diese Forschungsergebnisse im Rahmen ihrer Dissertation erarbeitete, resümiert, dass die Nutzung des RAMAN-Effektes zur Desinfektion tie- fer Taschen momentan nicht praktikabel ist.2 Quellen: 1. Tsen K T et al: Inactivation of viruses with a very low power visible femtosecond laser. J Phys: Condens. Matter 19: 322102 (2007) 2. Haertel U: Über die selektive Abtötung von Bakterien durch Femtosekunden-Laserimpulse. Dissertation an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (2010) n Große Hoffnungen wurden nach der Präsentation von Daten aus der Arbeitsgruppe um Tsen auf den Femto - sekundenlaser gelegt. Der Autor ging darin davon aus, dass durch die sogenannte RAMAN-Streuung struktu- relle Zusammensetzungen von Proteinmänteln und Membranen verändert werden. Somit sind Viren, Bakte- rien und menschliche Zellen unterschiedlich empfind- KONTAKT Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail: doc.bach@t-online.de 13 LASER JOURNAL 4/2010
Special Chirurgische Kronenverlängerung: minimalinvasiv und schmerzarm ans Ziel Die Indikationsliste für eine chirurgische Verlängerung der Kronen ist lang. Trotzdem wird dieser Eingriff recht selten durchgeführt, da er sowohl für den Behandler als auch den Pa- tienten auf konventionellem Wege viel Aufwand und oft auch Schmerzen bedeutet. Eine Lösung bietet der Einsatz von Lasertechnologie. Dr. Thorsten Kuypers, M.Sc./Köln Die chirurgische Kronenverlängerung ist sicher eine Behandlung, die seltener durchgeführt wird, als es die medizinischen Indikationen vorgeben. Nicht nur die Be- einflussung der Rot-Weiß-Ästhetik verlangt gelegentlich nach solchen Eingriffen, sondern auch als Vorbereitung für andere Behandlungen sind sie oft unentbehrlich. Falls z.B. zu kurze klinische Kronen keine ausreichende Stumpfhöhe zur Verankerung von Kronen zulassen, wird die chirurgische Intervention nötig. Auch adhäsiv befes- tigte, vollkeramische Versorgungen sollten die Präpara- tionsgrenze besser supra- oder wenigstens paragingival tragen. Oft wird dies durch den Defekt des Zahnes ver- hindert. Eine vorherige Kronenverlängerung wäre hier indiziert. Natürlich muss auch die Verletzung der biologi- schen Breite bei Präparationen vermieden werden. Ist dies nicht möglich, weil z. B. die kariöse Läsion am Zahn zu tief subgingival endet, so ist eine chirurgische Kronen- verlängerung vorher durchzuführen. Warum also wird dieser Eingriff so selten vorgenommen? Die Antwort ist einfach zu finden. Die konventionelle Kronenverlängerung mit Skalpell, Knochenfräse, Nadel und Faden ist sehr aufwendig, risikoreich, blutig und für den Patienten oft mit Schmerzen assoziiert. Außerdem ist die Abheilungszeit langwierig und verzögert so die Durchführung der eigentlich angestrebten Behandlung erheblich. So wird häufig nach einem Kompromiss ge- sucht und gegebenenfalls ästhetische oder funktionelle Einbußen in Kauf genommen. Eine Lösung dieses Pro- blems kann wieder einmal durch den richtigen Einsatz eines Lasers gefunden werden. Um das entsprechende Vorgehen zu dokumentieren, wird eine chirurgische Kronenverlängerung anhand einer Fallpräsentation dargestellt. Zwei unterschied - liche Laser kamen dabei in Kombination zum Einsatz. Die Bearbeitung der Gingiva erfolgte mit einem Dioden - laser (810 nm), am Knochen hingegen mit einem Er,Cr:YSGG-Laser (2.780 nm). Wir haben hier absicht- lich eine Darstellung aus dem ästhetisch anspruchsvol- len Bereich der Oberkieferfront gewählt, da in solchen Fällen ein prognostizierbares Ergebnis sichergestellt werden muss und sich so eine schönere Fotodokumen- tation zeigen lässt. Vorgehen Prinzipiell lässt sich sicher die komplette Behandlung mit einem Erbiumlaser (Er:YAG oder Er,Cr:YSGG) durch- führen. Falls jedoch unterschiedliche Wellenlängen zur Verfügung stehen, hat sich die Kombination aus Dioden- und Erbiumlaser bewährt. Durch den Einsatz eines Dio- denlasers (in diesem Fall Laser Q 810, F.a A.R.C.) kann man die Gingivamodellation absolut blutungsfrei durchfüh- ren. Dadurch wird auch das Wiederherstellen der biolo- gischen Breite mithilfe des Erbiumlasers erleichtert. Zunächst muss festgestellt werden, wie viel Gingiva ex- zidiert werden muss und wie viel Platz bis zum Limbus alveolaris vorhanden ist. Dies wird durch die Messung mit einer PA-Sonde unter Anästhesie durchgeführt. Ist die Messung abgeschlossen, kann man sich den neuen Gingivaverlauf anzeichnen. Dies ist hilfreich für die wei- tere Umformung (Abb. 1 bis 3). Sodann kann mit der Exzi- sion des Weichgewebes begonnen werden. Wir benutz- ten in diesem Fall 2,8 Watt im cw-Modus. In dieser Ein- stellung wird ein zügiges Arbeiten unter hervorragen- der Koagulation erreicht (Abb. 4 und 5). Wenn die Modellation der Gingiva abgeschlossen ist, kann mit der Abtragung des Knochens begonnen werden. Wenn wir 2–2,5 mm Knochen entfernen, ist die Grundlage für eine neue biologische Breite geschaffen. Die Abtragung kann athermisch subgingival mittels Laser durchgeführt werden. In diesem Fall wurde der Er,Cr:YSGG-Laser mit 2.780 nm Wellenlänge (Waterlase MD, Fa. Biolase) be- nutzt. Die Ablation des Knochens ist athermisch, mini- Abb. 1 bis 3: Ausgangssituation und Messung. 14 LASER JOURNAL 4/2010
Special Abb. 4 und 5: Gingivakonturierung mittels Diodenlaser. Abb. 6 und 7: Knochenresektion mittels Er,Cr:YSGG-Laser und Messung der biologi- schen Breite. Abb. 8: Zustand direkt post OP. – Abb. 9 und 10: Zustand eine Woche post OP. malinvasiv und ohne Lappenbildung möglich, was für die Patientin ein entscheidender Grund war, sich für den Eingriff zu entscheiden. Die Abtragung wird intraoperativ mittels PA-Sonde über- prüft (Abb. 6 und 7). Nach genügender Ablation wurde in diesem Fall noch ein Shaping der Schneidekanten vorge- nommen, da vor einer Versorgung mit Veneers noch funk- tionell vorbehandelt werden muss. Die Abschlusssitua- tion direkt am Ende der OP ist bereits vorzeigbar und schenkt der Patientin ein verbessertes ästhetisches Er- gebnis (Abb. 8). Bereits nach einer Woche ist kaum noch etwas zu sehen (Abb. 9). Die Heilung verlief kompli - kationslos. Die Patientin nahm auf unser Anraten rein prophylaktisch lediglich am Tage der Operation eine Schmerztablette. Danach war keine Medikation mehr erforderlich. Die normale Mundhygiene wurde nach vier Tagen wieder aufgenommen, zuvor sollte der Bereich der Kronenverlängerung beim Putzen ausgespart werden. Nur eine Mundspülung wurde adjuvant benutzt. Nach vier Wochen ist die Heilung stabil abgeschlossen. Die Pa- tientin ist zufrieden und weitere therapeutische Maß- nahmen – in diesem Fall der Aufbau der Eckzahnführung und Frontzahnveneers – können begonnen werden (Abb. 10). Diese Vorgehensweise kann genauso im Seitenzahn- bereich in den bereits genannten Indikationen eingesetzt werden. In aller Regel kann auch hier mit den restaurati- ven Maßnahmen nach zehn Tagen begonnen werden. Vorteile für Behandler und Patient Die Vorteile für den Behandler liegen auf der Hand. Eine (zeit-)aufwendige, chirurgische Vorgehensweise mit Lappenbildung und dem Risiko von anschließend auftretenden Narben kann vermieden werden. Auch ist ein stabil abgeheiltes Ergebnis in kurzer Zeit zu re- alisieren. Das bedeutet, dass mit den nächsten restau- rativen Maßnahmen früher begonnen werden kann. Durch die schonende Vorgehensweise kann sich der Behandler nicht nur über gesteigerte Compliance freuen. Auch der finanzielle Aspekt und die positive Mundpropaganda bieten unverkennbare Vorteile. Für Patienten sind die Vorteile ebenfalls offensicht- lich. Ein blutiger, chirurgischer Eingriff dieser Art ist durch den Einsatz von Laserlicht wesentlich ange- nehmer als auf die herkömmliche Vorgehensweise. Auch die postoperative Heilungsphase gestaltet sich in aller Regel problemlos. Nicht zuletzt hat auch für den Patienten eine verkürzte OP-Dauer und Heilungs- phase Vorteile, da er seinen normalen Alltag nicht umstellen muss. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich hier für Laseranwender Möglichkeiten bieten, die konven- tionell so nicht zu erreichen sind. Die eigene Therapie kann verbessert werden und man kann seine Patien- ten schonender behandeln. Eine klassische „Win-win- Situation“. KONTAKT Dr. Thorsten Kuypers, M.Sc. Neusser Straße 600 50737 Köln Tel.: 02 21/71 50 06 79 E-Mail: info@laserzahnarzt-koeln.de 15 LASER JOURNAL 4/2010
50 Jahre Laser Happy Birthday, Laser! Jede Technik hat ihre Geschichte. Entwicklungen brauchen ihre Zeit und oft steht zu Beginn einer Überlegung ein ganz anderes Ziel für die Verwendung einer bestimmten Erfindung. So war es sicherlich auch mit dem Laser und seinem Einsatz in der Zahnheilkunde. Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau nicht mehr wegzudenken ist. Zwar erhielt Mai- man für seine Forschungsergebnisse viel Ehrun- gen (u.a. Berufung in die US National Academy und in die National Inventors Hall of Fame), doch der Nobelpreis für Physik blieb ihm trotz zweimali- gen Vorschlags leider versagt. Er selbst hat von seiner Erfindung persön- lich profitiert, als er sich 2000 in München einer Laseroperation unterzog. Die Laser- Koryphäe starb am 5. Mai 2007 in Vancou- ver an systemischer Mastozytose. Laser – für jeden etwas dabei! Noch im Jahre 1960 interessierten sich Ärzte für die Erkenntnisse Maimans und versuchten diese für Anwendungen in der Medizin zu nutzen. So verwundert es nicht, dass bereits 1961, ein Jahr nach Bau des ersten Lasers, Augenärzte ophthalmologische Anwendung mit monochromatischem Licht durchführten. Dermatolo- gen, Urologen u.a. folgten, sodass heute Laserlicht unent- behrlicher Bestandteil der Humanmedizin geworden ist. Die Zahnmedizin hingegen tat sich mit dem Laser schwer. Erstversuche im asiatischen Raum scheiterten daran, dass für die Bearbeitung von Zahnhartsubstanz damals keine geeigneten Wellenlängen zur Verfügung standen und so bedurfte es eines vollen Vierteljahrhun- derts, bis Anfang der Neunzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts die Renaissance der Laserzahnheilkunde eingeläutet wurde. Wenn diese auch spät einsetzte, so kann die Entwicklung nur als stürmisch bezeichnet wer- den. Nicht ohne Stolz kann man sagen, dass sie heute ei- nen Stand erreicht hat, den man noch vor einem Jahr- zehnt schlicht und ergreifend nicht für möglich gehal- ten hätte! Dass hierzu auch deutsche Wissenschaftler und Praktiker einen beträchtlichen Anteil beizusteuern vermochten, ist ein weiterer hocherfreulicher Aspekt! Und so wollen wir dieses halbe Jahrhundert Laser ge- bührend feiern, und lassen in der für dieses Jahr letzten Ausgabe des Laser Journals führende Vertreter aus der Industrie zu Wort kommen. n KONTAKT Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail: doc.bach@t-online.de n Es begann mit einem Beitrag in der „Physikalischen Zeitschrift“ XVIII im Jahre 1917. Hier beschrieb der in Ulm ge- borene Physiker Albert Einstein mitten im verheerenden Ersten Weltkrieg die Quantentheorie der Strahlung und legte einen wichtigen Grundstein für den Bau eines Lasers. Dessen Verwirklichung sollte allerdings erst 43 Jahre spä- ter (!) erfolgen. Es gelang dem US-Amerikaner Theodore Maiman mit seinem Assistenten Charles Asawa 1960 den ersten (Rubin-)Laser zu bauen. Zuvor hatte er an dem so- genannten Maser (Microwave Amplification by Stimula- ted Emission of Radiation) gearbeitet, einem Vorläufer des Lasers, wollte aber nicht mehr Mikrowellen, sondern Licht konzentrieren. Aufgrund pessimistischer Berichte aus an- deren Forschungseinrichtungen, die sich mit dem glei- chen Themenkomplex beschäftigten, untersagten die Vorgesetzten Maimans eine Weiterführung seiner Stu- dien. Erst eine Kündigungsdrohung des Spitzenforschers führte zu einer Entscheidungsänderung. Maiman durfte weiter an seinem Laser arbeiten und konnte am 16. Mai 1960 das erste funktionsfähige Gerät präsentieren! Erfolg im zweiten Anlauf Völlig hürdenfrei gelang die Veröffentlichung seiner Ent- wicklung jedoch nicht. Im ersten Versuch kurioserweise von der renommierten Zeitschrift „Physical Review Let- ters“ abgelehnt, erkannte die ebenfalls hochrangige Zeit- schrift „Nature“ die enorme Bedeutung der Maiman’- schen Forschungsergebnisse und veröffentlichte diese in der Augustausgabe 1960. Wir verdanken es also primär der Beharrlichkeit Theodore Maimans, dass der Laser ver- wirklicht wurde und heute aus unserem Leben absolut 16 LASER JOURNAL 4/2010
50 Jahre Laser „Wir freuen uns auf die nächsten 50 Jahre“ Betrachtet man die Gesamtent- wicklung der Lasertechnologie, so ist das, was die elexxion AG seit ihrer Gründung im Jahre 2002 zum Thema beigetragen hat, natürlich nur ein „Nano-Beitrag“. Dennoch: Ohne die Er- findung des Lasers gäbe es die elexxion AG nicht. Und das ist für uns natürlich nicht unwichtig. Von der Ent- wicklung des ersten Rubinlasers 1960 bis heute sind 50 Jahre vergangen. Mit der Erfindung von Halbleiter- Diodenlasern um 1980 herum gab es noch einmal einen Entwicklungsschub. Dadurch wurden nicht nur CD- und DVD-Laufwerke sowie moderne Glasfaser-Datennetze möglich, sondern eben auch die Diodenlaser für Weich- gewebeindikationen, wie sie heute in vielen medizini- schen Fachgebieten Einzug gehalten haben. Die „Fehlstarts“, die es in den frühen 90er-Jahren in der Zahnmedizin mit vollmundigen Versprechungen und wenig gebrauchstüchtigen Dentallasern gegeben hat, interessieren die aufgeklärte Fachwelt heute nicht mehr. Zahnmediziner lernen schnell. Moderne, leistungsstarke Diodenlaser ebnen den Weg für neue Therapien, ermög- lichen schnelles, sicheres Arbeiten, steigern die Erfolgs- quote und stehen für erhöhte Wirtschaftlichkeit. Der Trend geht deshalb ganz ein- deutig zu hochwertigen, professio- nellen Diodenlasern, denn „Spiel- zeuge“ sind in der Praxis nicht an- gebracht. Ohne Laserspezialisten, die mit ihren Erfahrungen – ob mit modernen Er:YAG- oder hochwerti- gen Diodenlasern – die Entwicklung vorantreiben und der Zahnmedizin immer wieder neue Anwendungsfel- der erschließen, wäre der heutige Stand der Laserzahn- medizin nicht möglich. Das Wichtigste jedoch: Die Zahl der Patienten, die er- folgreich mit einem Dentallaser behandelt werden, steigt. Patienten finden Laser „klasse“. Deshalb steigt die Nachfrage nach dieser Therapieart auch beim um- fassend behandelnden Praktiker. Von der elexxion AG können auch in Zukunft wesentliche Innovationen rund um das Thema Dentallaser erwar- tet werden – wir freuen uns auf die nächsten 50 Jahre! Olaf Schäfer, CTO der elexxion AG „Kein Grund zum Pessimismus“ 50 Jahre Laser in der medizinischen Anwendung haben in den verschie- denen Fachdisziplinen zu bahnbrechenden thera- peutischen Fortschritten geführt. Behandlungen mit Laserlicht gehören dadurch heute z.B. in der Ophthal- mologie, HNO und vor allem auch Dermatologie zum klinischen Alltag. Wo steht dagegen die Lasertherapie in der Zahnmedizin? Erst an einem sehr bescheide- nen Anfang. In den Laserzentren der Kliniken fehlt auf Universitätsebene fast immer die Zahnklinik. Studen- ten lernen während des Studiums nichts über die La- seranwendung. Nur sehr wenige Zahnkliniken haben Lasererfahrung und noch weniger sind forschend tä- tig. Der therapeutische Nutzen wird immer noch kon- trovers diskutiert. Was sind die Gründe für die geschichtliche Entwick- lung des Stellenwertes der Laserzahnmedizin der letzten 25 Jahre? 1. Die ersten Lasersysteme haben die hochgesteck- ten Erwartungen nicht erfüllt. So kam es zur Skep- sis und fehlender Begeisterung. 2 Der medizinische Nutzen ist groß, aber nicht spek- takulär. So wurde schnell nach Ökonomie statt nach medizinischem Nutzen gefragt. In der Hu- manmedizin werden Lasersysteme eingesetzt, die z.T. deutlich teurer sind und nur selten größeren wirt- schaftlichen Nutzen bringen. 3 Hersteller, die das Know-how für die Entwicklung neuer Technologien hätten, haben die künftige Bedeutung für den Dentalmarkt noch nicht erkannt. Damit bleibt die Entwicklung technologischer Neuerungen hinter vorhandenen Möglichkeiten zurück. Trotzdem gibt es keinen Grund zum Pessimismus, da auch Fortschritte erkennbar sind und das Bewusst- sein besteht, dass Lasertherapie zum konventionel- len Vorgehen die sanftere und bessere Alternative in vielen zahnmedizinischen Indikationen ist. Der Wunsch des Patienten nach der besten Behand- lungsmethode ist eine ideale Voraussetzung für die Entwicklung neuer Ansätze durch Ärzte und die In- dustrie. Mit dem LiteTouch-Laser der Firma Syneron ist bereits ein großer Schritt in diese Richtung be- gangen worden. Joachim Koop, Senior Consultant NMT München GmbH 17 LASER JOURNAL 4/2010
50 Jahre Laser „Gegen Konkurrenzverfahren behaupten“ Seit der Erfindung des Lasers und den ersten Anwendungen in der Medizin in der 60er-Jahren haben Laser bei der Behandlung von Krankheiten, bzw. der Therapie oder Chirurgie ihren festen Platz in der Medizin erobert. So kann z.B. eine photodynamische Therapie nur deshalb effektiv und nebenwirkungsarm durchgeführt werden, weil ein La- sersystem nur eine ganz spezielle Wellenlänge emit- tiert und diese zu dem Empfängerfarbstoff passt. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal, welches nur mit Laser- technik vergleichbar effizient realisiert werden kann. Die Verwendung von Lasern in der Zahnheilkunde ist bisher ein umstrittenes Thema. Sie ist z.B. im Gegen- satz zu der Anwendung eines Lasers in der augenärzt- lichen Praxis oft nicht zwingend indiziert. Eine Netz- hautkoagulation ist mit dem Laser konkurrenzlos und kann durch keine andere Technik adäquat ersetzt werden. Im Gegensatz dazu muss sich die Laserthe - rapie in der Zahnheilkunde gegen Konkurrenzver- fahren und auch konventionelle Therapie ohne Laser behaupten. Zurzeit sind aber auch hier Neuentwick- lungen im Gange, die anlehnend an das Verfahren der photodynamischen Therapie den Einsatz des Lasers gegenüber Konkurrenzverfahren attraktiver machen. Bei den Behandlungen in der Zahnheil- kunde, für welche vonseiten des Patienten ein Laser als wünschenswert angesehen wird bzw. mit hoher Akzeptenz versehen wäre, steht vor allem die Präparation mittels des so gehassten „Bohrers“. Ge- rade aber die Technik der Präpa- ration mit dem Laser ist dieje- nige, welche sich heutzutage im Vergleich zu anderen Laseran- wendungen noch nicht wesentlich verbreitet hat. An- dere Anwendungsfelder in der Endodontie und Pa - rodontologie werden dagegen von Lasern mehr und mehr bevölkert. Die für diese Anwendungen notwen- digen Systeme sind wesentlich günstiger, kleiner und einfach zu handhaben. Werden für eine Zahnpräpara- tion Festkörperlaser mit Kühlung und hohen Pulsener- gien benötigt, so kommen für Endodontie und Paro- dontologie kleine Diodenlaser zum Einsatz, die mit weniger als 10.000 Euro zu Buche schlagen und damit ca. fünfmal günstiger sind als die vergleichbaren Fest- körperlasersysteme für die Präparation. Seit mehre- ren Jahren sind nun schon batteriebetriebene Dioden- lasersysteme kleinster Abmessungen wie der FOX™ (Fa. A.R.C. Laser) für den Anwender verfügbar, die her- vorragend in die Praxis zum vorhan - denen Equipment ergänzbar sind. Dr. Rudolf Walker, Leiter Applikation A.R.C. Laser GmbH Ein halbes Jahrhundert Laser: Wir gratulieren! Dass Lasersysteme eines Tages nicht mehr aus der Medizin wegzu- denken sind, hat sich der US-Physi- ker Theodore Maiman wohl nur in seinen kühnsten Träu- men ausmalen können, als er 1960 den ersten Laser ent- wickelte. Schon früh wussten Mediziner jedoch die Vor- teile des Lasers zu nutzen, etwa, dass die berührungslose Behandlung Irritationen neuraler Strukturen vermeidet und sich die Traumatisierung von Gewebe verringert. Dennoch kamen Laser in der Zahnmedizin zunächst zö- gerlich zum Einsatz. Erst in den 1980er-Jahren wurde der CO2-Laser mehr oder weniger aus der Humanmedizin übernommen. Seitdem sind weitere Lasertypen hinzu- gekommen. Insbesondere die Diodenlaser haben sich schnell aufgrund ihres vielseitigen Einsatzspektrums eta- bliert. Sie können in fast allen zahnärztlichen Fachberei- chen, etwa der Endodontie, Parodontologie und dentalen Chirurgie, aber auch bei Behandlungen von Herpes, Aph- then und sensiblen Zahnhälsen genutzt werden. Beim Ar- beiten mit dem Laser ist ein schonender, minimalinvasiver und präziser Eingriff möglich, der dem Patienten weniger Schmerzen bereitet als herkömmli- che Methoden; zudem hat er einen bakteriziden Effekt, stimuliert die Wundheilung und reduziert Nach- beschwerden. Nach dem Einstieg in den Zu- kunftsmarkt der Laser-Technolo- gie 2005 mit dem SIROLaser haben wir uns mit dem Nachfolger SIROLaser Advance und dem vor Kurzen ein- geführten SIROLaser Xtend etabliert. Fest steht: Akzeptanz und Einsatz der Lasertechnologie in der Zahnmedizin nehmen stetig zu. Wir glauben, dass Laser in Zukunft noch stärker und effektiver in den Praxis - alltag integriert werden. Auch wenn noch viele behan- delnde Zahnärzte keinen Laser nutzen, lässt die welt- weite Entwicklung darauf schlie- ßen, dass in rund 20 Jahren fast jede Praxis einen verwenden wird. Ingo Höver, Produktmanager Sirona Dental Systems GmbH 18 LASER JOURNAL 4/2010
50 Jahre Laser „Chancen und Potenzial für die Zahnmedizin“ 50 Jahre Laser sind ein Grund zu feiern. Auch wenn die erfolgreiche Anwendung von Lasern in der Zahn- hartsubstanz erst sehr viel später erfolgte, so stellt das Jahr 1960 doch den Beginn einer neuen medizintechni- schen Ära dar, die viele Chancen und Potenziale für die Zahnmedizin mit sich gebracht hat. Insbesondere in den letzten zehn Jahren blicken wir auf eine rasante Entwicklung zurück. Die einstmals hochpreisigen und un- handlichen, zumeist aus der Humanmedizin übernom- menen Laser wurden speziell für die Anwendung in der Zahnmedizin und auf Basis der neusten wissenschaft- lichen Erkenntnisse weiterentwickelt. Wie einfach, un- kompliziert und zugleich vielfältig Lasertherapie heute sein kann, zeigen die modernen Diodenlaser (z.B. iLase, Fa. Biolase). Diese sind besonders handlich und anwen- derfreundlich. Zweifellos ermöglichen die heutigen Dentallaser bei vielen Indikationen eine effiziente und schonende Be- handlung. Für Zahnärzte wie Patienten sind die Vorteile der Laserbehandlung offensichtlich. Dennoch arbeiten bis heute vergleichsweise wenige Zahnarztpraxen mit Laser. Eine Ursache für die aus medizinischer Sicht nicht nachvollziehbare geringe Verbreitung ist der Schu- lungsaufwand für die Anwender. Die Unsicherheit über den Umfang und die Kosten der Ausbildung am Laser lässt viele Zahnärzte zögern. Mit den offiziel- len Ausbildungsrichtlinien zur La- sersicherheit und den Standards der „Evidence based Proceedings of Lasers in Dentistry“ wurden in den letzten Jahren entscheidende Schritte für mehr Klarheit und Sicherheit in der Laserausbildung unter- nommen. Henry Schein Dental Depot leistet mit dem Fortbildungskonzept Laser einen Beitrag dazu, dass so- wohl Neueinsteiger als auch routinierte Anwender schnell und unkompliziert das passende Schulungsan- gebot finden. Es ist zu erwarten, dass der Prozentsatz der Zahnärzte, die in ihrer Praxis Laser verwenden, in den kommenden Jahren nach oben schnellen wird. Dies ist – im Interesse von Patienten und Zahnärzten gleicher - maßen – ebenfalls ein Grund zu feiern. In diesem Sinne sagen wir: Herzlichen Glückwunsch, Laser! Bernd-Thomas Hohmann Managing Director Dental Group Germany der Henry Schein Dental Depot GmbH Technologievorsprung durch Innovation Mit der Erfindung des Lasers vor 50 Jahren war sofort auch das Interesse am möglichen Einsatz des gebündelten Lichtes in medizinischen Anwendungen vorhanden. Mit der Vorstellung des Er:YAG-Lasers durch Zharikov et al. im Jahre 1974 wurde erstmals ein Laser erprobt, der durch seine hohe Absorption in Wasser den Wärmeeintrag ins Gewebe drastisch reduzierte und dadurch den Einsatz in biologischen Hartgeweben in greifbare Nähe rückte. Es bedurfte aber noch der Einführung ei- nes zusätzlichen Wassersprays durch Hibst und Kel- ler, um den Laser letztendlich auch in der Dentalme- dizin unbeschränkten Eingang finden zu lassen. Diese neuen Entwicklungen führten nach dem er - folgreichen Selbstversuch der ersten lasergestützten Kavitätenpräparation von Hibst und Keller im Jahre 1988 schon bald (1992) zum ersten kommerziell er- hältlichen dentalen Er:YAG-Laser, dem KaVo KEY Laser. Aus dieser Zeit stammt auch die streng wissen- schaftlich basierte Entwicklung dieser Technologie, die bis heute andauert, und die seither einen unüber- troffenen fachlichen Hintergrund auf diesem Gebiet sichert. Wir freuen uns zu sehen, dass dieses Gebiet der Laserzahnmedizin, an das wir selbst stark glauben, sich nicht nur in Krisenzeiten sehr gut bewährt hat, sondern vor al- lem den Anwendern, die diese Technologie richtig in ihrer Pra- xis eingeführt haben, eine bes- sere Positionierung im immer stärker werdenden Wettbewerb ermöglicht. Die hohen Technologiekos- ten werden aber offensichtlich von vielen immer noch als Haupthindernis gesehen, selbst in dieses Ge- biet einzusteigen. Deshalb werden unsere zukünfti- gen Bemühungen verstärkt dahin gehen, Neueinstei- gern neben der wissenschaftlich fundierten klini- schen Ausbildung auch die besten Umsetzungskon- zepte für die Praxis nahezubringen, um damit einer deutlich erweiterten Anwenderschaft einen sicheren Eintritt in diese sehr fortgeschrittene Zahnmedizin zu ermöglichen. Dr. Emanuel von Kienlin, Director Clinical Affairs, KaVo Dental GmbH 19 LASER JOURNAL 4/2010
Fachbeitrag Die Frontzahnrestauration ohne Säure Ein wesentlicher Bestandteil bei direkten adhäsiven Restaurationstechniken sind be- kanntlich Composite und deren feste Verbindung mit dem Zahn. Konventionell wird diese durch die Verwendung von Säuren erreicht. Doch auch mittels Laser kann ein gutes Er- gebnis erreicht werden. Dr. med. dent. Thomas Nessler/Ludwigsburg-Hoheneck Abb 1: Schollenmuster, erzeugt durch einen Er:YAG-Laser (Key Laser 3 bei 600 mJ, 4 Hz – Quelle: KaVo). – Abb 2: Retentionsmuster im Dentin, erzeugt durch einen Er:YAG-Laser (Key Laser 3 bei 250 mJ, 6 Hz – Quelle: KaVo). n Compositefüllungen ohne Säu- reätzung sind sowohl möglich als auch pulpenschonend. Die Kondi- tionierung von Schmelz- wie Den- tinoberflächen durch einen Er:YAG- Laser (KaVo Key Laser 3) erzeugt ein Schollenmuster, das per se nie- drigere mikromechanische Reten- tionswerte erzeugt als ein Schmelz - ätzmuster nach Ätzung mit Or- thophosphorsäure. Auch im Dentin entsteht lediglich ein flaches Reten- tionsmuster, allerdings mit der Be- sonderheit, dass die Dentintubuli geöffnet werden. Dies ist der Fähig- keit des Er:YAG-Lasers zu verdanken, den Smearlayer abzutragen (was auch bei der Parodontalbehand- lung positive Effekte erbringt). In die geöffneten Dentintubuli kann der Primer beim Auftrag des Bondings eindringen und so zu einer Verbesserung der mikrome- chanischen Verankerung beitra- gen. Hypersensibilitäten sind bei derart vorbehandelten Zahnflächen selten bis nie zu beobachten. Der Er:YAG-Laser: Korrekt angewendet ein großer Helfer Der geübte Er:YAG-Laser-Anwender weiß um die Mög- lichkeiten, durch Veränderung der Impulsenergie und des Arbeitsabstandes die Beschaffenheit des Kavitäten- randes in Schmelz und Dentin zu optimieren. Die früher beobachteten „weißen Ränder“ im Schmelz – bedingt durch strukturelle Veränderungen des Schmelzgefüges Abb. 3: Alte Kunststofffüllungen. – Abb. 4: Zustand nach Entfernung der Füllungen und Kondi- tionierung der Zahnoberfläche. in Verbindung mit der für diesen Lasertyp charakteristi- schen Dehydrierung des Zielgewebes – lassen sich durch folgendes Vorgehen vermeiden: Die Kavitätenpräparation sollte mit einer höheren Ener- gieeinstellung zum schnellen Abtrag kariösen Zahn - materials begonnen und nachfolgend mit einer niedri- gen Impulsenergie-Einstellung und defokussiertem Be- arbeiten der Kavitätenränder abgeschlossen werden. Ausreichende Wasserkühlung und eine leicht reduzierte Absaugleistung unterstützen ein ästhetisches Präpara- tionsergebnis. Die Entfernung alter Kunststofffüllungen gelingt mit dem KaVo Key Laser 3 ebenfalls schnell, vibrationsfrei Abb. 5: Ausgangsbefund. – Abb. 6: Kavitätenpräparation und Konditionierung. – Abb. 7: Präparierte Kavitäten. 20 LASER JOURNAL 4/2010
Fachbeitrag Abb. 8: Bonden der laserkonditionierten Oberflächen ohne weitere Schmelzätzung. – Abb. 9: Doppelt gebondete Kavitäten – bereit zur Einbrin- gung der Kompositschichten. – Abb. 10: Beginn der Schichtung mit einem Flow-Material, das in der Nähe des Sulkus besonders sorgfältig aufge- bracht und ausgehärtet wird. Abb. 11 bis 14: Einbringen und Aushärten des Komposits in Schichten. Abb. 15: Ausarbeiten mit Hartmetallfinierern. – Abb. 16 und 17: Ausgearbeitete und polierte Zahnhalsfüllungen. und atraumatisch. Insbesondere Füllungen nahe der Gingiva können ohne Mikroverletzung des Sulkus mit anschließender Blutung entfernt werden. Gleichzeitig wird die Dentinoberfläche entkeimt und konditioniert. Es hat sich in unserer Praxis bewährt, ein Ein-Kompo- nenten Bonding-Material zu verwenden, dies mit Appli- Tips in das Dentin „einzubürsten“ und nach Aushärtung den Vorgang zu wiederholen. Die Kunststofffüllungen werden größtenteils in Schichttechnik erbracht, begin- nend mit der Rekonstruktion der Defekte mit einem Flow-Material, das insbesondere in der Nähe des Sulkus besonders sorgfältig aufgebracht und ausgehärtet wird. Speziell bei Zahnhalsdefekten und -füllungsaustausch hat der KaVo Key Laser 3 eine Reihe von Vorteilen gegen- über der konventionellen Vorgehensweise: – Eine Änästhesie ist empfehlenswert, erfordert jedoch nur gut ein Drittel der regulär benötigten Menge An- ästhesie-Lösung. – Die Präration der Kavität erfolgt vibrationsfrei – insbe- sondere der Einsatz eines Rosenbohrers zur Kariesent- fernung entfällt. – Auf das Legen von Retraktionsfäden kann fast immer verzichtet werden, weil es bei routinierter Anwendung selbst bei leicht subgingivalen Defekten nicht zur Trau- matisierung des Gingivalsaumes kommt. – Der Verzicht auf Säure schont die Pulpa wie auch das Sulkusgewebe – ein weiterer Grund für die ausblei- bende Blutung bei dieser Technik. – Bei der Ausarbeitung der Füllungen erfolgt ebenfalls keine Traumatisierung von Zahnhartsubstanz – ein für Patienten wichtiger Vorteil dieser Behandlungsmethode, der zur hohen Akzeptanz von Laseranwendung beiträgt. Die Abrechnung erfolgt in unserer Praxis bei Privatpa- tienten über einen erhöhten Steigerungsfaktor bei den über Analogposition 215a – 217a gemäß §6 Abs. 2 GOZ liquidierten Restaurationen. Bei gesetzlich versicherten Patienten liquidieren wir bei Füllungen in Schichttechnik wie oben beschrieben und bei gewünschter Erbringung ohne Schichttechnik über einen Laserzuschlag als Analogposition 901a gemäß §6 Abs. 2 mit Kosten zwischen 15,– bis 18,– EUR je behandeltem Zahn. n KONTAKT Dr. med. dent. Thomas Nessler Bottwartalstraße 83 71642 Ludwigsburg-Hoheneck E-Mail: drnessler@t-online.de 21 LASER JOURNAL 4/2010
Anwenderbericht Die Frenektomie: Drei Techniken im Ver- gleich Ein häufig bei Kindern durchgeführter kleiner, recht atraumatischer chirurgischer Eingriff ist die Frenektomie. Sie kann sowohl auf konventionellem Weg und auch unter Verwen- dung von Lasern vorgenommen werden. Je nach Methode gehen damit gewisse Vor- und n Das Wort „Frenum“ leitet sich vom lateinischen Wort „fraenum” ab. Frenae sind dreiecksförmige Ge- webefalten, die sich in den Kinnba- cken und der mandibulären Alveo- larschleimhaut befinden. Sie liegen zwischen den mittleren Schneide- zähnen und dem Bereich der Eck- und vorderen Backenzähne. Das Frenum wird je nach seiner Morphologie eingestuft als: a) lang und dünn oder b) kurz und breit Abhängig von seinem Anhaftungsgrad wird das Frenum eingestuft als (Placek et al. 1974): a) mukosal b) gingival c) papillär d) papillär durchdringend Abb. 1: Anormale Frenum-Anatomie. – Abb. 2: Hämostat in Position und Schnitt. Abb. 3: Zustand nach Nahtlegung. – Abb. 4: Zustand zwei Monate post operationem. Falls sich der Anfangspunkt des Frenum an der Zahn- fleischkante befindet, könnten sich daraus Probleme er- geben (Corn 1964). Diese anormale anatomische Form vermag es, einen grenzwertigen Rückgang des Zahnflei- sches zu verursachen. Der Randbereich des Zahnflei- sches oder der Papille schwillt an und weicht von den Zähnen zurück, wenn die Lippen gestreckt werden. Ein Frenum, das auf den Randbereich des Zahnfleisches einwirkt, könnte bei einer Zahnbe- lagentfernung hinderlich sein, da die Spannung ein Öffnen des Sulkus möglicherweise begünstigt. Dieser Zusammenhang kann eine An- sammlung von Zahnbelag fördern und eine angemessene Mundhy- giene verhindern. Als Behandlungsoption stehen die Frenektomie und Frenotomie zur Debatte. Die Frenektomie bein - haltet eine komplette Resektion des Frenums, einschließlich seiner Anhaftung am darunterliegenden Knochen, und ist gegebenenfalls notwendig, um eine anormale Zahnlücke zwischen den zentralen Oberkieferschneidezähnen zu kor- rigieren (Friedmann 1957). Die Fre- notomie stellt einen Einschnitt und Repositionierung des Frenum- ansatzes dar. Abb. 5: Papillär angewachsenes Frenum. – Abb. 6: Setzen eines horizontalen Schnitts. Abb. 7: Schnittführung bei der Z-Plastik. –Abb. 8: Platzierte Nähte nach der Durchführung des Eingriffs. 22 LASER JOURNAL 4/2010
Indikationen Die Durchführung einer Frenektomie ist indiziert bei: – Spannung am Zahnfleischansatz (Frenum-Zug mit oder ohne Zahnfleischrückgang) – Unterstützung einer kieferorthopädischen Behandlung – Förderung einer Zahnpflege zu Hause Die Frenektomie kann zum einen mittels konventionel- ler chirurgischer Technik oder durch den Einsatz von Weichgewebelasern durchgeführt werden. Konventionelle Technik Anwenderbericht Abb. 9: Der im vorgestellten Fall verwendete Diodenlaser: FOX (Fa. A.R.C. Laser). Bei der konventionellen Vorgehensweise werden tradi- tionelle Instrumente wie Skalpelle und parodontale Messer verwendet. Verschiedene Verfahren sind der konventionellen Technik zuzuschreiben wie die Metho- den nach Dieffenbach, Schuchardt und Mathis. Am wei- testen verbreitet sind die Dieffenbach V-Plastik und die Schuchardt Z-Plastik. Instrumentarium: Bard-Parker Handstück Nr. 3, Klinge Nr. 15, Mosquito Hämostat, Nahtmaterial. Vorgehensweise bei der Dieffenbach V-Plastik Zu Beginn steht die Anästhesie des Operationsgebiet mit einer lokalen Injektion (2 % Lignocaine mit 1 : 20.000 Adrenaline). Im Anschluss wird das Frenum mit dem Mosquito Hämostat in seiner ganzen Tiefe gefasst. Mit der Klinge Nr. 15 fixiert auf dem Bard-Parker-Handstück wird ein Schnitt entlang der Oberseite des Hämostats bis zur vollen Tiefe des Frenums, an der Übergangsstelle ins Vestibulum ausgeführt. Ein vergleichbarer Schnitt wird wiederholt auf der Unterseite des Hämostats, so- dass der Hämostat mit dem Frenumgewebe zwischen seinen Zangen herausgenommen wird. Nach diesem Schritt sieht man eine rhomboidförmige Fläche, welche das verbindende tieferliegende Gewebe zeigt. Mithilfe einer feinen Schere werden die tieferliegenden verbin- denden Gewebefasern vom darunter liegenden Periost ANZEIGE
Anwenderbericht Abb. 10: Ausgangssituation: Papillär eindringendes Frenum. – Abb. 11: Anwendung des Diodenlasers. – Abb. 12: Zustand unmittelbar nach der Be- handlung, … Abb. 13: … zwei Tage postoperativ, … – Abb. 14: … eine Woche postoperativ und … – Abb. 15: … zwei Monate postoperativ. abgetrennt. Im Periost wird eine Einkerbung mit einem Skalpell vorgenommen, um die erneute Anhaftung von Gewebefasern zu verhindern. Die labiale Schleimhaut wird unterminiert, um eine Anlagerung der Ecken zu er- reichen. Durch das Auflegen von Druckumschlägen kann die Blutung kontrolliert werden. Die diamantförmige Wunde wird entweder mit einem 4-0 oder 5-0 Seidenfaden in einfacher unterbrochener Weise vernäht. Eine gute Zusammenfügung der Gewe- beränder ist damit sichergestellt. Ein parodontaler Ver- band deckt die operierte Fläche ab. Eine Frenektomie mittels V-Plastik kann Narbenbildung zur Folge haben, welche eine mesiale Bewegung der zentralen Schneidezähne verhindert (West 1968). Trotz- dem stellt diese Vorgehensweise normalerweise einen sicheren chirurgischen Eingriff ohne nennenswerte Komplikationen dar. Vorgehensweise bei der Schuchardt Z-Plastik Der Hauptvorteil dieser Methode gegenüber der V-Plas- tik ist die geringe Neigung zur Narbenbildung. Die Me- thode verlangt nach einem fähigen Operateur, da sie schwierig durchzuführen ist. Frenektomie mittels Diodenlaser Für den Eingriff wurde ein Diodenlaser (A.R.C. Laser, FOX) mit einer Wellenlänge von 810 nm verwendet (Abb. 9). Der Patient erhielt keine lokale Betäubung. Das Frenum wurde gedehnt, um seine Ausmaße im Ganzen darzustellen. Der Diodenlaser kommt im Kon- taktmodus, d.h. mit dem Fiberende im Kontakt zum Gewebe zum Heraustrennen des Gewebes zum Ein- satz. Zerstörtes Gewebe, das beim Schneidevorgang entsteht, wird fortwährend mit einem feuchten Gaze- tupfer weggewischt, um eine Ausdehnung der ther- mischen Schädigung auf darunterliegende Weichge- webe zu verhindern. Die Laserbestrahlung Das Gewebe wurde solange mit dem Laser bestrahlt, bis alle darunterliegenden Muskelfasern abgetrennt wa- ren. Am Ende der Behandlung wurde keine Naht ver- wendet. Den Patienten wurde empfohlen, nur im Falle von Schmerzen Analgetika zu nehmen. Vorteile der Laseranwendung gegenüber einer konventionellen Technik – Aufgrund der schmerzarmen Behandlung ist keine Lokalanästhesie notwendig – demzufolge ist die Furcht des Patienten vor der Be- handlung gering – blutungsfreies Operationsfeld, bessere Sicht auf die zu behandelnde Stelle – keine Notwendigkeit eines parodontalen Verbands, daraus folgend keine Beeinträchtigung des Komforts für den Patienten aufgrund einer durch den Verband verursachten Reizung – bessere Heilung und weniger Narbenbildung – kürzere Operationszeit. n Eine Literaturliste steht ab sofort unter www.zwp-online.info/fachgebiete/ laserzahnmedizin zum Download bereit. KONTAKT Dr. M. L. V. Prabhuji Department of Periodontics Krishnadevaraya College of Dental Sciences Hunasamaranhalli, Via Yelahanka Bangalore, 562157, Indien E-Mail: prabhujimlv@gmail.com 24 LASER JOURNAL 4/2010
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Anwenderbericht Praxisgerecht und wirtschaftlich – Erste Erfahrungen mit mobilem Diodenlaser Die Miniaturisierung elektronischer Geräte macht vor der Zahnmedizin nicht halt. Eine Ent- wicklung, die auch die Dentallaser erreicht hat. Über einen ausgewählten mobilen Dio- denlaser liegt nun ein erster Praxisbericht vor, den wir hier vorstellen möchten. Dr. Hubert Stieve/Rendsburg n Die adjuvante Anwendung von Lasern in der Zahn- heilkunde ist längst aus dem Schatten des „Exoti- schen“ herausgetreten und im Armamentarium der modernen, effektiven Therapien fest etabliert. Allein die Investitionssumme hat bisher viele Kollegen davon abgehalten, zum Nutzen der Patienten in die Laserthe- rapie „einzusteigen“ und von der damit verbundenen Reputation zu profitieren. Abb. 1: Softlaser-Einsatz: Das Therapiehandstück kommt mit erprob- ten Behandlungsprotokollen zur Schmerzreduktion und Biostimula- tion zur Anwendung. Im Bild: adjuvante LLLT-Therapie bei akuten Kie- fergelenk-Beschwerden. Neue Entwicklungen wie der „claros pico“ von elexxion dürften die Einstiegsschwelle für viele Zahnmediziner aufgrund der Anschaffungskosten und des geringen Platzbedarfes noch einmal erheblich senken. Für nicht wenige lasererfahrene Spezialisten kann ein mobiler Diodenlaser zum idealen Zweitgerät werden, das auch im Laserbleaching und in einer Reihe von Therapiean- wendungen durch das Assistenzteam wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann. Der hier vorgestellte Diodenlaser arbeitet mit der etablierten Wellenlänge von 810nm und deckt damit den gesamten Bereich Endo - dontie, Parodontologie sowie Chirurgie und Therapie - laser/Biostimulation ab. Die folgenden Features und Benefits ermöglichen es auch Laser-Einsteigern, sich schnell in die Lasertherapie einzuarbeiten: Mobilität Der mobile, nur 590 g leichte Diodenlaser lässt sich mü- helos z. B. auf dem Schwebetisch platzieren. Die Bedie- nung erfolgt über das Handstück, ein Fußschalter ist deshalb nicht nötig. Das Ladekabel bleibt während der Behandlung abgezogen. Benutzerfreundliche Bedienoberfläche Ein komplettes Behandlungsprogramm – über fünf Tas- ten abzurufen und zu steuern – vereinfacht die Einarbei- tung und erleichtert effektives Arbeiten. Ergonomisches, leichtes Handstück Das praktische Handstück kann mit sieben unterschied- lichen Behandlungsspitzen (chirurg. Applikationsfasern mit 200–600 μm, Paro- und Endo-Spitzen sowie Appli- katorspitze zum Therapielasern) versehen werden, die sich ohne Werkzeug schnell und unkompliziert aus- wechseln und ausrichten lassen. Die Applikatoren sind autoklavierbar. Behandlungsprogramm Alle Indikationen für die oben genannten Diodenlaser- Behandlungen einschließlich der Softlaser-Therapien (LLLT) sind mit Behandlungsparametern hinterlegt und auf „Knopfdruck“ abrufbar. Abb. 2: Zustand während subgingivaler CEREC-Kronen-Präparation und adhäsivem Stiftaufbau. Man beachte die hyperämische mesiale Papille. – Abb. 3: Mesiale Gingiva nach subgingivaler Präparation. Blutung und Schwellung sind offensichtlich. Gingivektomie, Gingivoplastik und Hä- mostase sind zum Erreichen eines harmonischen Ergebnisses erforderlich. – Abb. 4: Gute Übersicht und Zugang während der Laserapplikation ist durch Biegung der Laserspitze gewährleistet. Man beachte die Karbonbildung an der Faserspitze. 26 LASER JOURNAL 4/2010
Anwenderbericht Abb. 5: Zustand von mesio-bukkal unmittelbar nach adhäsivem Eingliedern der Krone. Man beachte die mesiale Gingiva, die sich trotz subgingiva- ler Präparation und laserinduzierter Gingivektomie ohne Blutung und fast reizlos darstellt. – Abb. 6: Zustand von okkluso-bukkal unmittelbar nach dem Eingliedern und Versäubern. Patient wurde mit Hinweisen zu adäquater Mundhygiene (sanfter Einsatz von Zahnseide, CHX-Spülung) entlas- sen. – Abb. 7: Endodontie: Das abgewinkelte Handstück des „pico“ sowie die Lage des Handschalters erlauben gute Übersicht und leichten Zugang bei endodontischen Behandlungen. Eine Dekontamination der Kanäle bei entsprechender Aufbereitung (ISO 35 und höher) ist sicher möglich. Preis-Leistungs-Verhältnis Der Anschaffungspreis steht bei diesem professionellen Mobilgerät in einem guten Verhältnis zum zu erwarten- den „return on investment (ROI)“. Einsatz in der Praxis Die folgenden klinischen Beispiele zeigen den Einsatz in der Praxis. Die sogenannte Biostimulation oder Low-Le- vel-Laser-Therapie (LLLT) wirkt durch Energie-Eintrag auf Zellniveau. Hier wird der Zell-Metabolismus nach- weislich angeregt, was sich in beschleunigter Wundhei- lung und Schmerzlinderung ausdrückt. Die LLLT wird in unserer Praxis routinemäßig nach chirurgischen Ein- griffen (Tractio, WSR, Mukogingivalchirurgie) und wie im abgebildeten Fall bei akuter Schmerzsymptomatik im Rahmen einer CMD/Schienen-Therapie angewendet. Eine in der täglichen Praxis auftauchende Fragestellung ist die Hämostase bei subgingivaler Präparation eines kariösen Defektes. Hier ist es entscheidend, zeitnahe, si- chere Hämostase zu erreichen, um den Fortgang und die Qualität der Behandlung zu sichern. Im vorliegenden Fall galt es, Zahn 14 nach endodonti- scher Behandlung mit einem Stift (LuxaPost, DMG) ad- häsiv zu versorgen um anschließend – in gleicher Sit- zung – eine Feldspat-Keramik-Krone (VITABLOCS® for CEREC, Fa. VITA) durch CEREC 3D (Sirona) chairside her - zustellen und einzugliedern. Der Einsatz von Dentallasern zur Keimreduzierung im Kanalsystem ist u.a. von Moritz et al., Wien, gut doku- mentiert. Es kommen unterschiedliche Protokolle in- frage. Die Faser wird zur Kanaldekontamination nach ausreichender Spülung und Trocknung in den Kanal ein- geführt und dann nach Aktivierung mit leicht rotieren- den Bewegungen nach koronal bewegt, um eine gleich- mäßige Ausbreitung des Laserlichtes zu ermöglichen. Hierbei ist gute Sicht und eine ausreichende Bearbei- tung möglichst bis ISO-Größe 35 erforderlich, um sichere Laserapplikation zu gewährleisten und Faserbruch si- cher zu verhindern. Fazit Das in diesem Bericht vorgestellte Gerät erfüllt die An- forderungen und lässt sich ohne Aufwand im Praxisall- tag integrieren. Es überzeugt durch seine charakteristi- schen Merkmale und seine Wirtschaftlichkeit. n KONTAKT Dr. Hubert Stieve Laserzentrum Zahnheilkunde Rendsburg Lancasterstraße 42, 24768 Rendsburg Tel.: 0 43 31/52 05 E-Mail: DocHu@t-online.de ANZEIGE Das Laser Journal auch online lesen – auf Ihrem Computer, iPad oder iPhone! www.zwp-online.info m.zwp-online.info
Recht Verdienstausfall selbstständiger Zahnärzte Aufschlussreich ist ein aktueller Hinweisbeschluss des Kammergerichtes Berlin (KG) vom 21.06.2010 (12 U 20/10), der sich mit der Berechnung eines unfallbedingten Verdienstaus- falles eines selbstständigen Zahnarztes und der Anrechnung einer Leistung einer privaten Praxisausfallversicherung befasst. RA Michael Lennartz/Bonn n In dem konkreten Fall wurde ein selbstständiger Zahnarzt 2006 bei einem Straßenverkehrsunfall ver- letzt, woraufhin er unfallbedingt die Praxis vom 01.07.2006 bis 10.09.2006 und vom 06.07.2008 bis 10.09.2008 schließen musste. Die Haftpflichtversiche- rung des Schädigers zahlte neben den Reparaturkosten 3.000,00 Euro Schmerzensgeld sowie 9.500,00 Euro Verdienstausfall. Von seiner Praxisausfallversicherung erhielt der Zahnarzt darüber hinaus für die durch die krankheitsbedingte Praxisschließung im Jahr 2006 ver- ursachten Einnahmeausfälle 7.733,14 Euro. arztes seien durch die gezahlten 3.000,00 Euro abge- golten. Die unfallbedingt bewiesenen Verletzungen (HWS-Distorsion I. Grades, Thoraxprellung, Posttrauma- tisches Belastungssyndrom) seien spätestens zweiein- halb Monate nach dem Unfall abgeklungen (1.000,00 Euro Schmerzensgeld pro Monat). Auch die Verdienst- ausfallansprüche seien mit den darauf gezahlten 9.500,00 Euro ausgeglichen. Eine Schadensschätzung auf der Grundlage der Berechnung des Zahnarztes sei mangels Angabe der durch die Praxisschließung erspar- ten Aufwendungen nicht möglich. Die Schadensschät- zung aufgrund der vorgelegten Steuerbescheide ergäbe einen Er- werbsschaden für 2006 in Höhe von allenfalls 7.429,00 Euro, wobei sich der Zahnarzt auch den er- langten Vorteil aus den Leistun- gen der Praxisausfallversiche- rung anrechnen lassen müsse. Darüber hinaus sei die Praxis- schließung im Jahr 2008 nach dem medizinischen Gutachten nicht unfallbedingt erfolgt. Zu- dem könne der Zahnarzt auch keine Darlehenskosten verlan- gen, da er die Erforderlichkeit der Darlehensaufnahme nicht darge- legt habe. Der Zahnarzt war mit den Leistungen der Haftpflicht- versicherung für den erlittenen Verdienstausfall nicht einverstanden und verlangte vor dem LG Berlin einen Verdienstausfall für die Praxisschließungen im Jahr 2006 und 2008 in Höhe von insgesamt 49.353,32 Euro, wobei er die bereits erhaltenen Haftpflichtzahlungen von dieser Summe abzog. Zusätzlich verlangte der Zahn- arzt für ein von seinen Eltern kurzfristig gewährtes Überbrückungsdarlehen in Höhe von 50.000,00 Euro 2,5 % Zinsen sowie ein angemessenes Schmerzensgeld nicht unter 45.000,00 Euro. Die Vorinstanz Vor dem Landgericht Berlin konnte sich der Zahnarzt mit seiner Klage nach Beweisaufnahme (u. a. Gutachten ei- nes Orthopäden) mit seiner Klageforderung nicht durchsetzen. Die Schmerzensgeldansprüche des Zahn- Hinweisbeschluss des Kammergerichtes Gegen das Urteil des LG Berlin legte der Zahnarzt Beru- fung ein, wobei er die Zahlung von 16.485,97 Euro (Ver- dienstausfall 16.280,10 Euro und Fixkosten 9.705,87 Euro abzgl. gezahlter 9.500,00 Euro) für die Praxisschließung vom 01.07.2006 bis 10.09.2006 verlangte. Das Schmer- zensgeld bezifferte er dabei mindestens mit 13.000,00 Euro, wobei er darüber hinaus die Feststellung der Er- satzpflicht für materielle und immaterielle Zukunfts- schäden begehrte. Zur Begründung führte der Zahnarzt aus, dass die Schätzung seines Verdienstausfalles als Differenz seiner Einnahmen der Jahre 2005 und 2006 auf der Grundlage der Steuerbescheide rechtsfehler- haft sei. Es sei vielmehr auf der Grundlage seiner Be- rechnungen die Schätzung möglich und geboten. Das vom Zahnarzt angerufene KG Berlin regt in seinem Beschluss bei dem Zahnarzt an, die Fortführung der Be- rufung zu überdenken, wobei in dem Beschlusstenor 28 LASER JOURNAL 4/2010
Recht ausgeführt wird, dass der Senat des KG beabsichtigt, die Berufung nach § 522 Abs. 2 S. 1 ZPO durch Beschluss zu- rückzuweisen (Anm.: Nach § 522 Abs. 2 S. 1 ZPO kann das Berufungsgericht die Berufung durch einstimmigen Be- schluss unverzüglich zurückweisen, wenn es davon überzeugt ist, dass die Berufung keine Aussicht auf Er- folg hat). aber als Grundlage für eine gerichtliche Schätzung eher weniger geeignet. Der Kläger habe zwar auf der Grund- lage durchschnittlicher Gewinne (also Einnahmen abzgl. Ausgaben) gerechnet. Er habe allerdings seinen Gewinneinbruch nach 2003 nicht berücksichtigt, wobei auch die in der Klageschrift aufgeführten Beträge keine Grundlage in der Gewinnermittlung des Steuerberaters für 2006 fänden. Schmerzensgeldforderung überzogen In seinem Hinweisbeschluss führt das KG dabei aus, dass die Berufung des Zahnarztes keine Aussicht auf Er- folg habe. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme habe der Zahnarzt unfallbedingt mit „hoher Wahr- scheinlichkeit“ eine leichte Distorsion der Halswirbel- säule erlitten, weshalb die unfallbedingte Arbeitsunfä- higkeit aus orthopädisch-traumatologischer Sicht „mit zwei bis maximal zweieinhalb Monate anzusetzen sei". Auch die Thoraxbeschwerden als Folge einer Prellung würden ebenfalls nach zwei bis drei Wochen folgenlos ausheilen. Das LG Berlin habe vor diesem Hintergrund mit Rücksicht auf die einschlägige Rechtsprechung des KG ein Schmerzensgeld von 3.000,00 Euro für ange- messen gehalten. Bei einer HWS-Distorsion I. Grades sei regelmäßig ein Schmerzensgeld im Bereich von 1.000,00 Euro pro Monat der Erwerbsunfähigkeit ange- messen, solange letztere mindestens 50 % betragen habe. Der Betrag von 3.000,00 Euro sei an den Zahnarzt vorprozessual gezahlt worden, sodass sein Anspruch erloschen sei. Berechnungsmethode überzeugte nicht Hinsichtlich des Verdienstausfalles könne im Wege einer Schätzung nach § 287 ZPO ein höherer Verdienst- ausfallschaden als 9.500,00 Euro für die Zeit der un- fallbedingten Praxisschließung im Jahre 2006 nicht festgestellt werden. Als nicht überzeugend wurde offensichtlich die vom Zahnarzt vorgenommene Be- rechnungsmethode angesehen. Dieser hatte für die Berechnung seines Verdienstausfalles im Jahr 2006 die durchschnittlichen Gewinne pro Woche in den Jah- ren 2001 bis 2006 ermittelt und diese Zahl mit zehn multipliziert. Nach Auffassung des KG Berlin wurde aber gleichwohl ein höherer Verdienstausfall als die gezahlten 9.500,00 Euro nicht überzeugend dargelegt. Ein Verdienstausfall lasse sich namentlich bei Selbstständigen und Freiberuf - lern in der Regel nur mithilfe des § 252 BGB und des § 287 ZPO ermitteln. Nach § 252 BGB müsse der Geschädigte die Umstände darlegen und ggf. beweisen, aus denen er nach dem gewöhnlichen Verlauf oder nach den beson- deren Umständen des Falles eine Gewinnerwartung herleitet. Genaue Tatsachen, die zwingend auf das Be- stehen und den Umfang eines Schadens schließen las- sen, brauche er nicht anzugeben. Es genüge, wenn der Kläger hinreichend Anhaltspunkte für eine Schadens- schätzung liefere. Die Berechnung des Zahnarztes sei Keine Anrechnung Praxisausfallversicherung Hinsichtlich der Anrechnung der Leistungen aus der Pra- xisausfallversicherung vertritt das KG Berlin eine andere Auffassung als das LG Berlin. In seinem Beschluss weist das KG darauf hin, dass sich der Zahnarzt die Leistungen aus seiner privaten Praxisausfallversicherung nicht im Wege des Vorteilsausgleiches auf seinen Verdienstaus- fall anrechnen lassen müsse. Denn bei den Risikoversi- cherungen aufgrund privater Schadensvorsorge wider- spräche es dem Sinn des Versicherungsverhältnisses, wenn die Leistungen des Versicherers dem Schädiger zugute kämen. Im Ergebnis kommt das KG Berlin zu dem Schluss, dass der Verdienstausfall des Zahnarztes aufgrund der be- sonderen Umstände des Einzelfalles (u. a. erheblicher Gewinneinbruch nach 2003) im Wege einer Schätzung sachgerecht sei, die direkt an die Gewinne vor und nach dem Unfall im Jahre 2006 anknüpfen. Unter Zugrunde- legung der Verdienstsituation 2005 und 2004 kommt das KG Berlin dabei zu dem Ergebnis, dass der Verdienst- ausfall des Zahnarztes durch die Zahlung von 9.500,00 Euro ausgeglichen worden war. Bewertung Auch wenn das KG Berlin in der Sache keine Entschei- dung getroffen hat, zeigt dieser Vorgang gleichwohl, wie komplex die Geltendmachung eines Verdienstaus- fallschadens eines Freiberuflers sein kann. Hier gibt es diverse „Stellschrauben“, nach denen ein Schaden zu bemessen ist, wobei auch die Methoden sehr unter- schiedlich sein können. Zur Geltendmachung eines Ver- dienstausfalles ist es unbedingt ratsam, sich mit sei- nem Steuerberater abzustimmen und ggf. spezielle bei der Begutachtung von Praxisausfallschäden versierte Gutachter hinzuziehen. Wichtig ist auch, die entspre- chende Rechtsprechung in diesem Bereich genau zu kennen, da es auch in der Rechtsprechung keinen „Kö- nigsweg“ zur Berechnung des Verdienstausfalles eines Freiberuflers gibt. n KONTAKT Kazemi & Lennartz Rechtsanwälte Rheinallee 27 53173 Bonn Web: www.medi-ip.de 29 LASER JOURNAL 4/2010
Recht Auskunftspflicht gegenüber der PKV? Das Auskunftsbegehren der Kostenerstatter gegenüber den Praxen nimmt stetig zu. Aber was darf die Versicherung anfordern und was muss die Praxis tatsächlich herausgeben? Ein Ende Juli gefälltes Urteil des Landesgerichtes Düsseldorf gab Anlass zu neuen Dis- kussionen. Was es im Einzelnen für Behandler und auch Patienten bedeutet, kann im fol- genden Beitrag nachgelesen werden. Dr. Susanna Zentai/Köln n Eine aktuelle Entscheidung des LG Düsseldorf 29.07.2010 (Az. 3 O 431/02) schlägt eine bedenkliche Richtung ein und öffnet Versicherungen Tür und Tor, um weitreichende Informationen ihrer Versicherungsneh- mer einzuholen. Das Problem Versicherungen fragen zunehmend entweder un- mittelbar die Praxis oder mittelbar über den Patienten nach Herausgabe der Behandlungsdokumentation. Einsichtnahmerecht des Patienten Soweit der Weg über den Patienten geht, ist dies unbe- denklich. Unzweifelhaft hat der Patient gegenüber dem Behandler zu jedem Zeitpunkt das Recht auf Einsicht- nahme in seine Behandlungsdokumentation. „Einsicht- nahme“ heißt übersetzt: Der Patient kann in der Praxis die Dokumentation einsehen oder – gegen Kostenübernahme – eine Kopie der Unterlagen erhalten. Dieses Recht steht dem Patienten un- abhängig davon zu, warum er Einsicht wünscht. Er kann damit die Weiterbehandlung unter- stützen wollen, einen Haftungsprozess vorbe- reiten oder eben die Auskünfte an seinen Kos- tenerstatter weitergeben. Was er mit der Be- handlungsdokumentation – auf die er Anspruch hat – macht, bleibt ihm überlassen. Vorsicht – Keine Originale herausgeben Es ist ausdrücklich davor zu warnen, Originale herauszu- geben. Diese sind zwingend in der Praxis zu belassen. Al- leine schon vor dem Hintergrund, dass sie eines Tages zu Beweiszwecken benötigt werden. Einen Anspruch auf die Herausgabe von Originalen hat der Patient nicht. Per- sönliche Anmerkungen dürfen ebenso wie für den Pa- tienten „schädliche“ Bemerkungen geschwärzt werden. Einsichtnahme durch PKV? Wie aber verhält es sich, wenn die PKV die Herausgabe unmittelbar von der Praxis verlangt? Wendet sich die PKV unmittelbar an die Praxis und begehrt Auskünfte jedweder Art, muss grundsätzlich und unverzichtbar eine Schweigepflichtentbindungserklärung des Patien- ten vorliegen. Hinweise der Versicherung, eine solche würde ihnen vorliegen, sie seien allgemein berechtigt oder die Erklärung würde nachgereicht werden, reichen unter keinen Umständen aus. Die Schweigepflichtent- bindungserklärung muss der Praxis in aktueller und unterschriebener Form vorliegen. Auskunftsverpflichtung aus dem Behandlungsvertrag Das Urteil des LG Düsseldorf 29.07.2010 (Az. 3 O 431/02) räumt der Versicherung erstaunlich weitreichende Rechte ein, die von anderen Gerichten bislang in diesem Ausmaß nicht gewährt wurden. Andersherum formu- liert: Das LG Düsseldorf leitet als Nebenpflicht aus dem Behandlungsvertrag die Verpflichtung des Behandlers zur Auskunft gegenüber der Versicherung ab. Aus den Entscheidungsgründen des LG Düsseldorf: „Der Beklagte hat einen fälligen An- spruch gegen den Kläger aus § 242 BGB i.V.m. Behandlungsvertrag auf Erläute- rung der Gebührenabrechnung gehabt. Der Behandlungsvertrag steht wirt- schaftlich unter der Rahmenbedingung, dass der Patient Ausgleich seiner Auf- wendungen bei seiner Krankenversiche- rung sucht. Der Patient als Versicherungs- nehmer hat gemäß §§ 34 VVG, 9 Abs. 2 MB/KK dem Versicherer jede Auskunft zu erteilen, die zur Feststel- lung des Versicherungsfalles oder der Leistungspflicht des Versicherers oder ihres Umfangs erforderlich ist. Der Versicherer kann hierfür diejenigen Auskünfte ver- langen, die er für notwendig erachtet. Dazu gehört auch die Einsicht in die vollständigen Behandlungs- unterlagen. Vor Erteilung der Auskünfte oder Bezie- hung der Krankenunterlagen ist die Versicherungsleis- tung gemäß § 6 Abs. 1 MB/KK nicht fällig. Da allein der behandelnde Arzt in der Lage ist, die von der Versicherung zur Prüfung ihrer Eintrittspflicht benötig- ten Angaben zu machen und der Patient auf diese Infor- mationen angewiesen ist, um eine Kostenerstattung zu 30 LASER JOURNAL 4/2010
Recht muliert haben oder nicht. Der Patient kann die Heraus- gabe der gesamten Behandlungsunterlagen an sich oder an seine Versicherung verlangen. Hieraus ergibt sich, dass der Patient nicht darauf beschränkt sein kann, fest umrissene Fragen zu stellen.“ Kein Honoraranspruch ohne Auskunft Noch weiter geht das LG Düsseldorf, indem es die Auf- fassung vertritt, der Zahlungsanspruch könne von dem Patienten so lange blockiert werden, bis der Behandler die Auskünfte erteilt hat. Das LG Düsseldorf leitet wie folgt her: „Infolge der Nichterfüllung der Nebenpflicht aus dem Behandlungsvertrag ist der Beklagte berechtigt gewe- sen, sich auf ein Zurückbehaltungsrecht gemäß § 273 BGB zu berufen. Denn der Patient kann nicht darauf ver- wiesen werden, die Arztrechnung umgehend zu bezah- len, obwohl er wegen der fehlenden Unterstützung des Arztes eine Erstattung seiner Versicherung nicht erlan- gen kann. Dies würde dem Grundsatz von Treu und Glau- ben widersprechen. Dem Patient ist es nicht zuzumuten, ohne Handhabe gegen den Arzt die Rechnung zu bezah- len und den Arzt danach auf Herausgabe der Kranken- unterlagen oder Erteilung von näheren Auskünften ver- klagen zu müssen.“ Kritik an dem Urteil des LG Düsseldorf Das Urteil ist in mehrerer Hinsicht deutlich zu kritisie- ren. Einmal muss der Auskunftsanspruch der Versiche- rung ganz konkret und ausschließlich auf das be- schränkt sein, was die Versicherung tatsächlich zur Prü- fung ihrer Erstattungsverpflichtung benötigt. Alles dar- über Hinausgehende – im schlimmsten Falle bis hin zur Herausgabe der gesamten Behandlungsdokumenta- tion – muss hier ganz klar herausgehalten werden. Weiter darf der Honoraranspruch des Behandlers auf keinen Fall davon abhängen, ob dieser jeder – sei sie noch so unsinnig und wiederholt – Nachfrage der Versiche- rung nachgekommen ist. Fazit Alles in allem darf das Ergebnis nicht sein, dass es ohne jedes Rechtsverhältnis zwischen Praxis und Versiche- rung zu so weitreichenden Eingriffen seitens der PKV kommen darf. n KONTAKT erlangen, ist der Arzt aus dem Behandlungsvertrag ver- pflichtet, dem privat versicherten Patienten alle Infor- mationen zur Verfügung zu stellen, welche dieser benö- tigt, um eine Kostenerstattung von seinem Versicherer zu erlangen. Es handelt sich insoweit um eine aus § 242 BGB herleitbare selbstständige Nebenpflicht des Arztes. Die Erfüllung dieser Pflicht ist dem Arzt auch zumutbar. Denn er und kein anderer Beteiligter hat die Leistungen erbracht und die Gebührenrechnung gestellt. Der Pa- tient als medizinischer Laie ist dagegen nicht in der Lage, ohne die erforderliche Unterstützung des Arztes seinen Verpflichtungen aus dem Versicherungsvertrag nach- zukommen.“ Es müssen keine konkreten Fragen gestellt werden Nach Auffassung des LG Düsseldorf müssen dem Be- handler keine konkreten Fragen gestellt werden. Seine Auskunftspflicht besteht demnach unabhängig von ei- nem Fragenkatalog seitens der Versicherung. Das LG Düsseldorf führt aus: „Der Anspruch auf Erläuterung der Gebührenrechnung hat auch unabhängig davon bestanden, ob der Beklagte bzw. die Streithelferin konkrete Fragen an den Arzt for- Dr. Zentai · Heckenbücker Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft Hohenzollernring 37, 50672 Köln Web: www.goz-und-recht.de 31 LASER JOURNAL 4/2010
Psychologie Wenn Patienten aggressiv reagieren … Kein Zahnarzt und keine Assistentin wünscht sich diese Situation herbei, aber jeder hat sie bestimmt schon einmal erlebt: Ein Patient ist verärgert und beschwert sich. Im günstigsten Fall erläutert er sein Problem auf ruhige, sachliche Weise, im schlimmsten Fall geht er mit lauter Stimme und aggressivem, drohenden Tonfall auf den Zahnarzt los und streitet auf persönlich verletzender, unsachlicher Ebene. wenn das gewünschte Produkt nicht im Regal steht und noch mehr empört es Kunden, wenn sie dann ein Pro- dukt kaufen, das sich außerdem als mangelhaft heraus- stellt. Auch beim Ausgabeverhalten gibt es Schmerz- grenzen: Ist ein Produkt zu teuer, verärgert das den Kun- den. Genauso empfinden manche Käufer, wenn sie keine oder nur marginale Preisnachlässe erhalten. Teilweise trifft dies natürlich auch auf Zahnarztpraxen zu. Unge- nießbar können Patienten allerdings dann werden, wenn sie sich gering geschätzt fühlen oder den Eindruck haben, übertölpelt worden zu sein. Der Patient will aus- reichend über die Behandlungsmethoden informiert werden, dann aber selbst entscheiden, und er will vor al- lem mit seinem Anliegen und seinen ganz individuellen Bedürfnissen ernst genommen werden. Das Problem hierbei: Verärgerte Patienten sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Typische Konfliktsignale Erste Signale sendet der Patient durch einen veränder- ten Tonfall in der Stimme oder durch seine Körperspra- che. Einzelne Signale müssen nicht eindeutig auf einen verstimmten Kunden hinweisen, aber meist tritt ein An- zeichen nicht alleine auf. Im Bündel wird der verärgerte Patient klar. Bevor er seinen Ärger artikuliert und kom- Ralf R. Strupat/Versmold Dass aggressive Patienten dem Harmoniebedürfnis von Menschen alles andere als entgegenkommen, ver- steht sich von selbst. Zahnärzte sollten diese Patienten jedoch nicht als lästige Störenfriede ansehen, denn sie lassen sich wenigstens noch auf eine Form der Kommu- nikation ein. Zwar ist diese Kommunikation mit „hitzi- gen“ Patienten nicht ganz einfach zu bewältigen, aber eine Herausforderung, die gemeistert werden kann. Vor- ausgesetzt, die Praxis nutzt die Chance auf Verbesse- rung und dem Zahnarzt selbst und auch seinem Team steht ein ausreichendes Wissen im Umgang mit aggres- siven Patienten beziehungsweise der Lösung von Konfliktsitua tionen zur Verfügung. Erfahrungen auf Patientenseite Viele verärgerte Kunden machen in Deutschland in den unterschiedlichsten Bereichen ähnliche Erfahrungen: Beschwerden werden oft völlig ignoriert, es gibt keine festen Ansprechpartner dafür, sie müssen sich durchfra- gen und endlos lange telefonieren, bis sie endlich je- manden gefunden haben, der ihnen ein Ohr leiht. Zu- dem müssen sie damit rechnen, zuerst angemeckert zu werden und dann auch noch damit, dass ihre Be- schwerde ergebnislos im Sande verläuft. Das liegt hauptsächlich an zwei Gründen: Zum einen ist die per- sönliche Einstellung zu Konflikten oft so, dass Unter- nehmen Beschwerden als Störung betrachten anstatt als Chance zur Weiterentwicklung. Menschen neigen deshalb dazu, Auseinandersetzungen zu vermeiden, zu ignorieren und so lange zu „flüchten“, bis es eskaliert. Zum anderen haben Unternehmer und speziell auch Zahnärzte oft keine konkreten Handlungsanweisungen oder Richtlinien entworfen, die den eigenen Umgang des Praxisteams mit Patienten im Streitfall regeln. Gründe für die Unzufriedenheit Damit Zahnärzte Richtlinien für ein wertvolles Konflikt- management entwerfen können, müssen sie wissen, was ihre Patienten verstimmt. Im (Einzel-)Handel sind uns die häufigsten Motive für die Verärgerung von Kun- den oft selbst bekannt: Mitarbeiter, die an Freundlichkeit und Fachkenntnis zu wünschen übrig lassen. Lange War- tezeiten drücken auf das Gemüt – ob im Geschäft an der Kasse oder in der Praxis. Die Kauflust schwindet ebenso, 32 LASER JOURNAL 4/2010
Psychologie Ein paar Tipps für Konfliktgespräche (cid:129) Lassen Sie Ihren Patienten ausreden, hören Sie aufmerksam zu und signalisieren Sie Zustimmung. (cid:129) Unterstellen Sie Patienten nichts: „Haben Sie die Anweisung nicht befolgt?“ (cid:129) Bleiben Sie bei den Fakten und kommunizieren Sie klar: Auch an der Körperhaltung und Mimik kann der Patient erkennen, wenn Sie ihn nicht ernst nehmen. (cid:129) Senden Sie Ich-Botschaften: Vermeiden Sie das Wörtchen „man“ – wer ist das? (cid:129) Verschränken Sie nicht die Arme vor Ihrem Patienten oder wenden sich klar von ihm ab. (cid:129) Bleiben Sie ruhig im Tonfall und sachlich in der Wortwahl. (cid:129) Verzichten Sie auf Verallgemeinerungen: Bei der Behandlung ging noch nie etwas schief! (cid:129) Vermeiden Sie Gegenanschuldigungen: Das hätten Sie gleich erzählen müssen, dann … ! muniziert, drückt er ihn meist schon durch nonverbale Signale aus: Im Gesicht tritt eine gerunzelte Stirn auf, er rümpft die Nase oder zieht die Augenbraue hoch und er presst die Lippen zusammen (damit die Wut nicht von selbst in Form von Worten herausdringt) – zumindest, wenn er auf dem Behandlungsstuhl überhaupt in der Lage dazu ist. Ein Tipp am Rande: Wenn es Konflikte gibt, lassen sich diese an einem neutralen Ort, sprich einem normalen Schreibtisch, vielleicht manchmal besser besprechen als im Behandlungsraum. Mit angespannten Schultern und halb abgewandtem Körper droht er vielleicht noch mit dem Zeigefinger, den er wie eine Pistole auf Sie rich- tet. Verschränkt er seine Arme vor dem Körper und schüt- telt den Kopf – sind die Anzeichen eindeutig. Manche Pa- tienten gehen dann sehr schnell und aggressiv auf den Zahnarzt oder auch die Assistentin zu und vergessen jegliche Distanz, indem sie ihr Gegenüber berühren. Gleichzeitig wird die Stimme lauter, der Tonfall aufmüp- fig, rechthaberisch und dickköpfig. Der Patient kann sich in der Wortwahl vergreifen, er wird unsachlich und nimmt keine Argumente mehr wahr. Strategien zur Deeskalation Hilfreich ist, wenn in der Praxis ein Leitfaden für Kon- fliktgespräche erarbeitet wird. Meist hat sich schon Wut aufgestaut, wenn sich ein Patient beschwert. Ein wichti- ges Ventil ist, wenn er seine Luft erst mal ablassen kann. Lassen Sie ihn reden – und hören Sie genau zu. Fragen Sie nach und wiederholen Sie seine Vorwürfe in eigenen Worten: Erstens können Sie sich damit sicher sein, ihn richtig verstanden zu haben, zweitens soll er ausspre- chen dürfen, was ihn aufregt. Übernehmen Sie als Emp- fänger Verantwortung, auch wenn Sie nicht der Verur- sacher waren. Verweisen Sie nicht auf den Zahntechni- ker XY oder Kollegin „Meier“, die am Malheur schuld sind (oder sein sollen). Sie repräsentieren in diesem Moment für den Beschwerdeführer die Praxis und sollten sich so- fort um die Erledigung kümmern. Die emotionale Seite einer Auseinandersetzung ist nicht zu unterschätzen. Versuchen Sie, sich in die Situa- tion des Patienten zu versetzen und bringen Sie Ver- ständnis für seine Lage auf. Er fühlt sich dann nicht so al- leine gelassen. Bleiben Sie ruhig und geben Sie auf gar keinen Fall dem Patienten die Schuld. Besser ist es, das Problem zu lösen als die Schuldfrage klären zu wollen, was nur zur weiteren Eskalation beitragen würde. In ei- nem nächsten Schritt sollte versucht werden, eine ge- meinsame Lösung zu finden, die für beide Seiten an- nehmbar ist. Wird neben der Behebung der sachlichen Mängel dem Patienten vor allem auf der emotionalen Ebene gezeigt, dass man sein Anliegen ernst nimmt und ihn wertschätzt, so können aus unzufriedenen sogar be- geisterte Patienten werden. Eigene Einstellung als Teil der Lösung Wenn eine Situation kurz vor der Eskalation steht und der Patient „barsch“ wird, ist es menschlich verständlich, in Abwehrhaltung zu gehen. Wie sich Zahnärzte und As- sistentinnen dann verhalten, hängt von ihrer Persön- lichkeit ab. Selbstbewusste Menschen verteidigen die eigene Position, Harmoniebedürftige versuchen, sich aus der Affäre zu ziehen und Gesprächspartner ohne Selbstvertrauen schieben die Gründe für den Ärger auf andere. Diese Reaktionen beruhen auf der Vorstellung, dass Konflikte grundsätzlich negativ und damit über- flüssig sind. Konflikte sind aber naturgegeben und soll- ten deshalb offen angegangen werden, damit eine Lö- sung erreicht werden kann. Grundsätzlich ist Konfliktmanagement auf der Ebene der Führungskräfte angesiedelt. Zahnärzte sind in die- sem Zusammenhang für ihr Praxisteam verantwortlich – als Ansprechpartner im Krisenfall und als Vorbild im Alltag. Eine gute Konfliktkultur kann also nicht nur ver- ordnet werden, Mitarbeiter können und sollten sie ler- nen – vom Zahnarzt ebenso wie von eventuell vorhan- denen Teamleitern. Leben Sie Ihnen also vor, wie Sie mit Auseinandersetzungen fertig werden. Beschwerden zu vermeiden oder unter den Teppich kehren zu wollen, ist illusorisch, denn selbst wenn die Patientenzufrieden- heit insgesamt hoch ist, kann es vorkommen, dass dies in Einzelfällen anders ist. Patienten müssen sich be- schweren können. Eine Zahnarztpraxis gibt ihren Pa- tienten so zu verstehen, dass deren Wünsche ernst ge- nommen werden. KONTAKT Ralf R. Strupat STRUPAT.KundenBegeisterung! Kreuzstraße 9, 33775 Versmold Tel.: 0 54 23/4 74 27-0 E-Mail: mit@begeisterung.de Web: www.begeisterung.de 33 LASER JOURNAL 4/2010
Herstellerinformationen Sirona Training für Laseranwender Bei der Laserbehandlung steht Sicherheit an erster Stelle. Das Wichtigste: Zahnärzte sollten ein zertifiziertes Training ab- solvieren, wie es Sirona anbietet. Dort erlernen Anwender pra- xisnah und umfangreich alle Aspekte rund um das Lasern und er- halten wertvolle Tipps zu Sicherheit und klinischer Anwendung. Das Aus- und Weiterbildungsangebot der Sirona Dental- akademie findet sich unter der Rubrik „Service“ oder auf den Produktseiten von SIROLaser Advance und SIRO- Laser Xtend auf www.sirona.de Sicherheit beim Einsatz eines Lasers beginnt mit der Auswahl eines geeigneten Behandlungsrau- mes, ein Warnschild an der Tür ist verpflich- tend. Während der Behandlung sollte der Zutritt für Unbefugte verbo- ten sein. Patient und alle anderen anwesenden Personen müssen eine Oemus Media Weitere Informationen zu diesem Unternehmen befinden sich auf www.zwp-online.info Laserschutzbrille tragen, um Verletzungen der Augen auszu- schließen. Laut Gesetz muss es in Praxen, die einen Dentalla- ser der Klassen 3b und 4 verwenden, einen Laserschutzbe- auftragten geben, der nachweislich über Sach- und Fach- kenntnisse der klinischen Anwendung und des Laser- schutzes verfügt. Als erster Ansprechpartner innerhalb der Praxis bei Fragen bezüglich des Gerätes ist diese Person für die Gewährleistung und Überwachung ge- wisser Sicherheitsstandards verantwortlich. Sirona Dental Systems GmbH Fabrikstraße 31, 64625 Bensheim E-Mail: contact@sirona.de Web: www.sirona.de Weitere Informationen zu diesem Unternehmen befinden sich auf www.zwp-online.info Topaktuell – Das Jahrbuch Laserzahnmedizin 2011 Die mittlerweile 12. überarbeitete Auflage des Jahrbuchs Laserzahn- medizin präsentierte die Oemus Media AG auf dem kürzlich stattge- fundenen Gemeinschaftskongress 19. Jahrestagung der DGL und LASER START UP 2010 in Berlin. Mit dem Jahrbuch Laserzahnmedi- zin 2011 wird ein aktuelles Kompen- dium zum Thema „Laser in der Zahn- arztpraxis“ angeboten – sowohl in- haltlich als auch im äußeren Er- scheinungsbild aufgewertet. Darin informieren renommierte Autoren aus Wissenschaft, Praxis und In- dustrie über die Grundlagen der La- sertechnologie und geben Tipps für den Einstieg in diesen Trendbereich der Zahnheilkunde sowie dessen wirtschaftlich sinnvolle Integration in die tägliche Praxis. Zahlreiche Fallbeispiele und ca. 190 farbige Abbildungen dokumentieren die breite Einsatzmöglichkeit der Lasertechnologie. Einzigartig gebündelte Informationsquelle – schnell und einfach informiert Relevante Anbieter stellen ihre Produkt- und Servicekonzepte vor. Thematische Marktübersichten ermöglichen die schnelle Informa- tion über CO2-Laser, Er:YAG-Laser, Nd:YAG-Laser, Diodenlaser und Therapielaser auf einen Blick. Präsentiert werden bereits eingeführte Produkte sowie Neuentwicklungen, die neues Potenzial erschließen. Das Kompendium wendet sich an Einsteiger und erfahrene Anwen- der, die in der Laserzahnheilkunde eine vielversprechende Chance sehen, ihr Leistungsspektrum zu erweitern und damit die Zukunft ihrer Existenz zu sichern. Eine Leseprobe und ein Bestellformular als PDF sind ab sofort unter www.zwp-online.info/publikationen verfügbar. Das aktuelle Handbuch ist für 50 ⇔ zzgl. MwSt. und Versandkosten außerdem erhältlich bei Oemus Media AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig E-Mail: grasse@oemus-media.de Web: www.oemus.com LIMO Zwei parallele Wellenlängen für umkomplizierte chirurgische Behandlungen Auf der BIOS 2011 (Stand 8601) stellt LIMO den besonders kom- beits- und Umgebungstemperatur und in fast jedem Betriebsmodus von cw bis zu unterschiedlichsten Pulsbedingungen. Die LIMO-Dio- pakten Diodenlaser mit einer Wellenlänge von 1.470nm vor, der um denlasermodule sind ausnahmslos wartungsfrei, sodass flexible eine weitere parallele Wellenlänge ergänzt wurde: 980nm, 940nm Garantiezeit angeboten werden können. Die- oder 810nm. Diese längst auf dem Medizin- markt etablierte Standardwellenlänge, kombi- ses hat den Vorteil, dass Kosten im Aus- tauschfall komplett entfallen. Das Produkt niert mit der vorteilhaften Wellenlänge von eignet sich in der Endanwendung optimal für 1.470nm, kann separat angesteuert werden. Die medizinische Eingriffe im Bereich moderner Leistung des fasergekoppelten Lasers beträgt Chirurgie und Urologie. Dank der beiden Wel- 15 W bzw. 30 W. Auf Anfrage können zudem auch Leistungen >100 W angeboten werden. lenlängen ermöglicht der Laser eine hohe Ab- sorption in Wasser und Hämoglobin. Neben Die Abmaße des potenzialfreien Gehäuses sind stark verkleinert und dennoch komplett ausge- der hohen Abtragungsrate kann die Behand- stattet: Schutzfenster, Faserkontaktschalter, Monitordiode und Pilot- laser sind bereits integriert. Die Kombination aus kompakter Bau- weise und aus allen Zusatz- sowie Sicherheitsfeatures eignet sich zur Integration in Endgeräte, ohne zusätzliche Entwicklungs- und Pro- duktionskosten zu verursachen. Weiterhin ermöglicht das Hochleis- tungslasermodul dem Endanwender den Betrieb bei nahezu jeder Ar- LIMO Lissotschenko Mikrooptik GmbH Bookenburgweg 4–8, 44319 Dortmund E-Mail: kontakt@limo.de Web: www.limo.de lung ambulant, schnell und schonend erfolgen. Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 34 LASER JOURNAL 4/2010
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Fortbildung Fortbildungs-Trio in Berlin Jubiläumskongress „20 Jahre DGL“ erfolgreich Bildergalerie in der E-Paper-Version des Laser Journals unter: www.zwp-online.info/publikationen Mehr als 250 Teilnehmer besuchten am letzten Wochenende im Hotel Palace Berlin die Fortbildungshighlights „Nose, Sinus & Implants“, das 14. LASER START UP sowie den Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL). Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau n Zum zweiten Mal fanden der LASER START UP und die Jahrestagung der DGL unter einem Dach als Paral- lelveranstaltung mit einem gemeinsamen Schlusspo- dium statt. Erneut lobten die Teilnehmerinnen und Teil- nehmer ausdrücklich, dass die „beiden Konstanten“ der Laserzahnheilkunde zusammen aktiv werden, blicken doch sowohl DGL als auch die Macher des LASER START UP auf jahrzehntelange Aktivitäten auf dem Gebiet der Laserzahnheilkunde zurück. „20 Jahre DGL“ – so das Ju - biläumsthema der diesjährigen Jahrestagung. Erfreut konnte Prof. Dr. Norbert Gutknecht einen Rück- blick auf die zurückliegenden zwei Jahrzehnte dieser einzigartigen Fachgesellschaft geben. Daher gleich zu Beginn des Kongresses eine wichtige Botschaft: „Die DGL und die gesamte Laserzahnheilkunde sind endgül- tig und für alle wahrnehmbar in der evidenzbasierten Zahnheilkunde angekommen. Unser Bemühen für die nächste Zeit muss sein, Laserlicht als unterstützendes Medium in unsere zahnärztlichen Therapien zu inte- grieren und mit anderen Techniken, wie z.B. CAD/CAM zu verknüpfen.“ Credo des DGL-Präsidenten: „Lasertechnologie ist ein Profit für die Zahnmedizin!“ In seinem Grußwort, in des- sen Rahmen er zahlreiche Gäste aus dem In- und Aus- land sowie erfreulich viele DGL-Mitglieder begrüßen durfte, konnte Gutknecht auch Willkommensgrüße an hochrangige Vertreter ausländischer und internationa- ler Laserfachgesellschaften richten. So unter anderem auch an Prof. Carmen Todea (Präsidentin der rumäni- schen Fachgesellschaft), an Prof. Joseph Arnabat (Präsi- dent der Spanischen Lasergesellschaft und Organizing Chairman des WFLD Weltkongresses 2012 in Barcelona), an Prof. Umberto Romeo (Organizing Chairman des Eu- ropäischen Laserkongresses 2011 in Rom) sowie an Prof. Carlos de Paula Eduardo (langjähriger Freund und Weg- begleiter der DGL und Divisionspräsident der südameri- kanischen WFLD Division). Doch der Blick des langjähri- gen DGL-Präsidenten war nicht nur in die Vergangenheit seiner Fachgesellschaft gerichtet, nein, mit seinem Bei- trag „Vergangenheit und Zukunft des Lasers in der Zahnheilkunde“ wies Gutknecht auch auf die glänzen- den Zukunftsaussichten bei der Anwendung mono- chromatischen Lichtes in der Mundhöhle hin. „Wir sind noch lange nicht am Ziel angekommen!“, so der Aache- ner Hochschullehrer. „Neue Techniken, ggf. auch wei- tere Wellenlängen werden das Anwendungsspektrum der Dentallaser wesentlich erweitern und viele zahn- ärztliche Tätigkeiten vereinfachen und verbessern!“ „Happy Birthday, Laser“ – Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau stellte fest, dass es 2010 gleich drei Dinge zu feiern gibt, einmal die Verwirklichung des Lasers durch Maiman im Jahre 1960, die sich nun ein halbes Jahrhun- dert jährt, dann der „runde Geburtstag“ der DGL und letztendlich auch 15 Jahre Diodenlaser, eine Technik, die aufgrund deutscher Studien in die Zahnheilkunde eingeführt wurde und letztendlich heute die größte Gruppe der Dental laser darstellt. Dieser dreifachen Feierlaune (teilweise) zum Trotz, nutzte der Freiburger Oralchirurg seinen Beitrag für eine kritische Bestands- aufnahme aus der Sicht des niedergelassenen Kollegen. Er konnte hierbei eine kuriose Situation feststellen: Zum einen liegen valide Daten und hervorragende wissen- schaftliche Ergebnisse vor, die den Einsatz des Lasers in der Zahnheilkunde mehr als begründen, zum anderen ist jedoch die Akzeptanz bei Hochschulen und Fachge- sellschaften nach wie vor eher zurückhaltend bis mitun- ter auch kritisch. Auch die Zahl der Laseranwender stag- niert, zwar auf erfreulichem Niveau, jedoch nicht we- sentlich wachsend. Einen Ausweg aus dieser Situation sieht der Referent in dem konsequenten Ausbau der Qualifizierungsmöglichkeiten der Laseranwender und 36 LASER JOURNAL 4/2010
Fortbildung misst hierbei den zahlreichen Fort- und Weiterbildungs- szenarien der DGL höchste Wertigkeit zu. Credo des süd- deutschen Referenten: Nur mittels einer konzertierten Aktion kann es gelingen, der Verbreitung des Lasers in der Zahnheilkunde wesentliche neue Impulse zu geben. Hier bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung der DGL als einzig relevante Fachgesellschaft und der be- freundeten Fachgesellschaften, der laseraktiven Hoch- schulen und letztendlich der Anwender! „Nur im Team werden wir Erfolg haben“, dies das Schlusswort Bachs. Wissenschaftliche Beiträge Hinweis der Redaktion: Aufgrund der enormen Größe des wissenschaftlichen Programms kann hier nur auf einen Teil der Vorträge eingegangen werden. Den gesamten Bei- trag finden Sie unter: www.zwp-online.info/kammern_verbaende/fachgesell- schaften/dgl Indikationen für Lasereinsatz in der Zahnheilkunde Laserunterstützte Endodontologie Einen umfassenden Überblick über den Bereich der laserunterstützten Endodontologie gab Dr. Michael Hopp/Berlin. Der zudem an der Universität Greifswald Tätige betonte, dass die geringe Absorption des Nd:YAG- Lasers auf Wasser, jedoch die hohe Absorption auf dun- kel pigmentierte Bakterien, in Kombination mit einer hohen Energiedichte, sehr günstig für endodontolo - gische Maßnahmen sind. Somit könne ein Versiege- lungseffekt an der Kanalinnenwand erzielt werden. Bei gleichzeitiger Vermeidung von Schäden an parodon - talen Strukturen kann bei Anwendungen mit dem Nd:YAG-Laser auch eine Schädigung des Problemkeims e. faecalis beobachtet werden. Ebenfalls eine endo - dontologische Fragestellung, allerdings dem Aspekt der ausschließlichen Anwendung des Nd:YAG-Lasers ge- widmet, war der Beitrag von Prof. Carmen Todea/Rumä- nien. Die Präsidentin der rumänischen Laserfachgesell- schaft und anerkannte Wissenschaftlerin betonte, dass die bakterizide Wirkung von Nd:YAG-Laserlicht nicht nur von der Leistung, sondern auch von der Dosis abhängig ist. Eine Energiedichte von knapp 320 J/cm2 habe sich hierbei bewährt. Dies habe in der laserunterstützten Endodontologie besondere Bedeutung, denn die mit zahlreichen Laserquellen zu erzielende, zwischen 95 und 98 % liegende Keimreduktion im Hauptkanal, sei an - gesichts der Keime in den Nebenkanälen sekundär. Hier gelte es, für eine Keimreduktion zu sorgen. Die Referen- tin fasste zusammen: „Die Nummer 1 bei den Endo- Lasern ist und bleibt der Nd:YAG-Laser.“ Dr. Iris Brader, M.Sc./Meiningen konnte, die Ausführungen Hopps und Todeas bestätigend, ergänzen: „Von enormer Wichtig- keit ist die Einbindung des Nd:YAG-Lasers in ein sinnvol- les Behandlungskonzept.“ Für Aufmerksamkeit im Au - ditorium sorgte die von der Meininger Laserspezialistin vorgestellte praxiseigene statistische Auswertung, die mit 91 % Erfolg (bei knapp 9 % Rezidiv) sogar noch etwas höher ausfiel, als die, die Prof. Gutknecht vor einigen Jah- ren ebenfalls im Rahmen einer DGL-Tagung präsen - tieren konnte. Alle Autoren betonten: „Einfache“ endo - dontische Anwendungen bedürfen nicht der laser- unterstützten Vorgehensweise, diese ist vor allem bei therapieresistenten Langzeitversagern, also den „Prob - lemzähnen“ sinnvoll. Laserunterstützte Periimplantitistherapie Gleich zwei Beiträge zum (unerfreulichen) Thema Periim- plantitis steuerten Priv.-Doz. Sabine Sennhenn-Kirch- ner/Göttingen und Prof. Herbert Deppe/München bei. Beide Autoren waren sich einig, dass der Einsatz von La- serlicht im Rahmen der Therapie periimplantärer Infek- tionen deutliche Vorteile gegenüber konventionellen Ver- fahren berge und somit eine absolute Domäne der Laser- zahnheilkunde sei. Hierbei kann auf eine stattliche Anzahl von Wellenlängen zurückgegriffen werden. Sowohl der von Deppe favorisierte CO2-Laser als auch der von Frau Sennhenn-Kirchner erläuterte Diodenlaser, aber auch die Er:YAG-Wellenlänge können bei dieser Anwendung er- folgreich eingesetzt werden. Deppe wies darauf hin, dass bereits nach gut zehn Jahren nach Inkorporation bereits acht bis 14 Prozent der Implantatpatienten periimplan- täre Manifestationen an ihren künstlichen Zahnpfeilern aufweisen. Laser gebe hier die Möglichkeit, suffizient an den verursachenden Biofilm heranzugehen. Das Laser- licht, so Deppe, ist „das zentrale Instrument zur Bekämp- fung der Periimplantitis“. Grundsätzlich sind alle in der Zahnheilkunde eingesetzten Laserlichtquellen für eine laserunterstützte Periimplantitisbehandlung geeignet, hier konnte Deppe zahlreiche Untersuchungen, die mit Er:YAG, Nd:YAG und Diodenlasern durchgeführt wurden, nennen. Der Fokus seiner Ausführungen beschränkte sich dann auf das Vorgehen mit den CO2-Laser, wozu der Mün- chener Hochschullehrer zahlreiche eigene Untersuchun- gen und deren Ergebnisse vorstellen und erläutern konnte. Priv.-Doz. Sabine Sennhenn-Kirchner hingegen präsen- 37 LASER JOURNAL 4/2010
Fortbildung die präsentierten Bilder und Behandlungsdokumenta- tionen, die beim Auditorium große Zustimmung hervor- rief und belegte, dass der CO2-Laser, der in der allgemei- nen Laserzahnheilkunde eher eine Ausnahmewellen- länge darstellt, aus der Kieferchirurgie als „Skalpell - ersatz und mehr“ definitiv nicht mehr wegzudenken ist. Einen sehr interessanten Vergleich zog Dr. Frank Lieb- aug/Steinbach-Hallenberg zwischen HF-Chirurgie und Laser und stellte hier Indikationen/Möglichkeiten, aber auch Grenzen beider Verfahren dar. Einen weiteren „profunden Kenner der Materie“ als Referenten konnte Professor Gutknecht in Person von Prof. Umberto Ro- meo/Rom gewinnen, der in seinem englischsprachigen Referat über Oralchirurgie/Oralpathologie nach Laser- anwendung sprach. Seit Jahren eine feste Größe in der deutschen Laserzahnheilkunde ist Dr. Stefan Grümer, M.Sc./Mülheim, der zudem auch bereits zahlreiche Posi- tionen innerhalb der DGL inne hatte und hat. Grümer sprach über den „Nd:YAG-Laser in der Parodontologie“ und konnte diesen chirurgischen Teilbereich mit Fokus auf die Nd:YAG-Wellenlänge umfassend darstellen. Mainpodium Ein Paukenschlag zuletzt – das gemeinsame Podium für beide Parallelveranstaltungen (LASER START UP und DGL-Jahrestagung): DGL-Vorstand und wissenschaft- licher Beirat diskutierten mit dem Auditorium zum Thema „Laser – Eine Philosophie oder ein Wirtschafts- faktor?“. Rasch entwickelte sich die rege und mitunter auch kontrovers geführte Diskussion dahingehend, dass beide Einschätzungen nicht zutreffen. Laserzahn- medizin ist keinesfalls unter dem Gebote des rein Mer- kantilen zu sehen. Diesen Vorwurf haben gerade die DGL, aber auch die zahlreichen deutschen Wissen- schaftler und Praktiker, welche auf diesem Gebiet tätig sind, längst zerstreut. Laser ist aber auch nicht reine Philosophie, es ist vielmehr ein Spezialinstrument für Spezialisten. LASER START UP 2010 Wesentlichen Anteil am Erfolg der letzen 14 Jahre LEC – Laserzahnmedizin-Einsteiger-Congress hatten und ha- ben neben den namhaften Referenten auch die Mitar- beiter der Laserhersteller und Vertriebsfirmen, die nicht nur mit ihren gesamten Produktpaletten vor Ort waren, sondern auch in den Workshops, die im Laufe des Sams - tages stattfanden, Lasergerätschaften und Firmenphi- losophie ausführlich erläutern konnten. Ferner profi- tierte die Veranstaltung durch die massive Unterstüt- zung der Fachgesellschaft DGL, die sich mit der Anwen- dung monochromatischen Lichtes in der Mundhöhle beschäftigt. Der gesamte Freitagmittag und -abend sowie zwei Ses- sionblöcke am Samstag, die die Workshops einrahmten, waren jedoch den Vorträgen des wissenschaftlichen Programms zugeordnet. tierte eine Nachuntersuchung an 40 Periimplantitis-Pa- tienten mit 71 Implantaten, wobei 31 im geschlossenen und 40 im offenen chirurgischen Verfahren behandelt wurden. Bei den schweren Fällen (im offenen Verfahren behandelt) wurde eine Diodenlaserdekontamination als integraler Behandlungsbestandteil durchgeführt. Nach Auswertung der wissenschaftlichen Daten konnte die Göttinger Hochschullehrerin eine Rezidivquote von 35 % im Mittel (bei den im offenen Verfahren behandelten Pa- tienten 50% Rezidiv, bei den im geschlossenen Verfahren lediglich 23%) angeben. Take-Home-Message Sennhenn- Kirchners: Diodenlaserdekontamination ermöglicht die Verhinderung eines Rezidivs einer Periimplantitis um bis zu fünf Jahre, sollte allerdings alle sechs bis zwölf Monate durchgeführt werden. Ästhetische Laserzahnheilkunde Einer der einflussreichsten zahnärztlichen Laserfor- scher überhaupt (und zudem Vorsitzender der Südame- rikanischen Division der WFLD) ist Prof. Carlos de Paula Eduardo/Brasilien. Er verfügt nicht nur über ein einzig- artiges Laserforschungszentrum in São Paulo, sondern kann auch auf eine einzigartige wissenschaftliche Kar- riere auf dem Gebiet der Laserzahnheilkunde zurück - blicken. All dies wurde bei seinem Beitrag „Ästhetische Zahnheilkunde – Laserunterstützt“ mehr als deutlich. Die faszinierenden Ausführungen und brillanten Bilder des brasilianischen Hochschullehrers zogen das Audito- rium vom ersten Wort an in den Bann. Es wurde deutlich, dass es DGL-Präsident Gutknecht gelungen ist, einen der wichtigsten Männer der Laserzahnheilkunde zum DGL-Kongress nach Deutschland zu holen. Laserunterstützte Kinderzahnheilkunde Eine weitere Domäne der Laserzahnheilkunde ist zwei - fellos die laserunterstützte Kinderzahnheilkunde. Fol- gerichtig konnte Dr. Gabriele Schindler-Hultzsch, M.Sc./ Aichbach die Ergebnisse einer klinischen Studie über die (hohe!) Akzeptanz der Lasertherapie vorstellen und ferner über das Laserkids®-Konzept im Split-Mouth-De- sign referieren. Laserunterstützte Chirurgie und Parodontitistherapie Einen Höhepunkt (aus oral- und kieferchirurgischer Sicht) stellte das Referat von Prof. Dr. Dr. Siegfried Jäni- cke/Osnabrück dar, der zu dem Thema „Laser in der Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie“ sprach. Eindrucksvoll 38 LASER JOURNAL 4/2010
In seinen Einführungsworten zeigte der Kongresspräsi- dent vier durch das Programm zu erfüllende Forderun- gen im Sinne der „Kongresskonzeption“ auf: • Vermittlung von Lasergrundlagen und -physik • Aufzeigen sämtlicher Indikationen der Laserzahnmedizin • Präsentation der für die Zahnmedizin geeigneten Laser- wellenlängen • Darstellung rechtlicher Aspekte und der Abrechnung von Laserleistungen. Integration des Lasers in die tägliche Praxisarbeit Mit dem Fokus „nachhaltiges Arbeiten“ konnte Dr. Thors - ten Wegner/Garbsen mit seinem Vortrag „Lasereinsatz in der Zahnarztpraxis“ quasi die Essenzen des ersten Ta- ges zusammenfassen und um die wesentlichen Berei- che Abrechnung von Laserleistungen und Sicherheits- aspekte erweitern. Black sieht den Betrieb eines Dental- lasers als wichtige Möglichkeit der Praxis, ein moder- nes Image sowie hohe Patientenakzeptanz durch hohe Kompetenz und Innovationsfreude zu vermitteln. Black wies auch darauf hin, dass sich mit einer Laserspeziali- sierung nicht nur die Stellung der Praxis, sondern auch deren Image zum Positiven verändere und damit eine wesentliche Rolle bei der Bindung von Patienten spiele. Fortbildung Extraorale Anwendungen von Laserlicht Hier war es Dr. Georg Bach mit seinem vierten Vortrag „Extraorale Anwendungen des Lasers/Lasertypen und Wellenlängen“ vorbehalten, den Kongressteilnehmern anhand von Langzeitdaten und Studien in einem Resü- mee Indikationen und Kontraindikationen der jeweili- gen Wellenlängen vorzustellen und entsprechende Empfehlungen zu geben; es gelang hier die „Domänen (Endo/Paro/Periimplantitis/Chirurgie) der Laserzahn- heilkunde darzustellen und zuvor den „Blick über den Tel- lerrand zu wagen“, um Anwendungen des monochro- matischen Lichtes in der Ophthalmologie, der Dermato - logie, der HNO und der Urologie vorzustellen. Mehrfach betonte der Breisgauer Referent, dass zahlreiche, der von ihm beschriebenen, humanmedizinischen Anwen- dungen zum Standard avanciert und einige sogar nur noch mit dem Laser möglich seien. In der Humanmedi- zin sei der Laser nicht mehr wegzudenken! n KONTAKT Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail: doc.bach@t-online.de Gewinnspiel- auswertung Des Rätsels Lösung lautet … In der vergangenen Ausgabe des Laser Journals stellten wir das physikalische Wissen unserer Leser in Form eines Gewinnspiels auf die Probe. Das Ergebnis und eine Erläuterung dazu können wir Ihnen heute präsentieren. Die Frage lautete: Welche Prozesse werden hier beschrieben? Befindet sich ein Planck’scher Resonator in einem Strahlungsfeld, än- dert sich die Energie des Resonators dadurch, dass das elektromag- netische Feld der Strahlung auf den Resonator Arbeit überträgt. Diese Arbeit kann je nach den Phasen des Resonators und des oszillieren- den Feldes positiv oder negativ sein. Dementsprechend führen wir die folgende quantentheoretische Hypothese ein. Unter der Wirkung der Strahlungsdichte ␳ der Frequenz ␯ kann ein Molekül vom Zustand Zn in den Zustand Zm übergehen, indem das Molekül die Strahlungs- energie ␧m–␧n aufnimmt, gemäß dem Wahrscheinlichkeitsgesetz dW = Bm n ␳dt Ebenso sei ein Übergang Zm ➝ Zn unter der Einwirkung der Strahlung möglich, wobei die Strahlungsenergie ␧n–␧m frei wird, gemäß dem Wahrscheinlichkeitsgesetz Die Lösung: Wer richtig aufgepasst hat, wird gemerkt haben: Beide Antworten sind korrekt! Sie beschreiben jeweils einen Teilaspekt der Frage, das heißt Prozesse, die durch die äußere Einwirkung von Strahlung induziert werden. Dazu zählen die (stimulierte) Absorption „… kann ein Mole- kül vom Zustand Zn in den Zustand Zm übergehen, indem das Molekül die Strahlungsenergie ␧m–␧n aufnimmt …“ und die stimulierte Emis- sion „… ebenso sei ein Übergang Zm ➝ Zn unter der Einwirkung der Strahlung möglich, wobei die Strahlungsenergie ␧n–␧m frei wird …“. Beide Vorgänge nennen wir „Zustandsänderungen durch Einstrah- lung“. Es handelt sich hierbei um Textpassagen aus der Arbeit von Al- bert Einstein aus dem Jahre 1917: „Zur Quantentheorie der Strah- lung“ (Physik. Zeitschr. XVIII, 1917), welche die Beeinflussung von Materie durch äußere Strahlungseinwirkung beschreiben. m ␳dt dW = Bn Bm n und Bn m sind Konstante. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Wert der Gewinne kann nicht ausgezahlt werden. 39 LASER JOURNAL 4/2010
Laserzahnmedizin up to date Die Abstracts zur 19. Jahrestagung der DGL in Berlin Über 20 Jahre werden Laser mittlerweile in deutschen Zahnarztpraxen angewendet – Jahre voller Weiterentwicklungen, Praxiserfahrung und stetiger Fortbildung. Mittlerweile zum 19. Mal fand am 29. und 30. Oktober die Jahrestagung der DGL statt und spiegelt diese Entwicklung deutlich wider. Auf den folgenden Seiten soll unseren Lesern ein Aus- zug aus den Vorträgen in Form von Abstracts geboten werden. Eva Kretzschmann/Leipzig Happy Birthday Laser! Eine kritische Bestandsaufnahme zum Fünfzigsten aus Sicht des Zahnmediziners Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau Kurz nach Bekanntwerden der bahnbrechenden Erfindung Theodore Maimans begannen Mediziner die neue La- sertechnik zu nutzen. Heute ist in vielen Bereichen der Humanmedizin der Einsatz von Laserlicht unentbehrlich ge- worden. Erstversuche zur Verwendung in der Zahnmedizin scheiterten in den 1960er-Jahre des vergangenen Jahr- hunderts kläglich. Es bedurfte eines weiteren knappen Vierteljahrhunderts, bis Anfang der Neunzigerjahre eine Renaissance der Laserzahnheilkunde eingeleitet wurde. Ziel des Beitrages ist es, die vielseitigen Möglichkeiten des Lasereinsatzes in der heutigen Zahnheilkunde darzustellen und zu werten. Neben den etablierten Hart- und Weich- gewebsanwendungen von monochromatischem Licht in der Mundhöhle sollen auch neuere, aktuelle Aspekte aus dem Bereich der ästhetischen Zahnmedizin Erwähnung finden. Der Fokus dieses Teiles der Präsentation wird auf der Option der Bekämpfung des Biofilmes mit Laserlicht mit allen diesbezüglichen Indikationen liegen. Ein Vergleich mit der Implantologie, zu der oftmals Parallelen zur Laserzahnheilkunde betont werden, wird her- angezogen, um letztendlich den heutigen Stand der Laserzahnheilkunde in der Zahnmedizin aus Sicht des Autors zu würdigen. In diese Wertung fließen die verfügbaren Statements der Fachgesellschaften zu einzelnen Laserin- dikationen und die Verbreitung der Laserzahnheilkunde in der Kollegenschaft und bei unseren Patienten mit ein. Ultrakurzpulslaser – All-in-One-Therapiesysteme der Zukunft? Prof. Dr. Matthias Frentzen/Bonn In den letzten Jahren wurden ultrakurz gepulste Laser in die zahnmedizinische Grundlagenforschung eingeführt. Ziel dieser Technologie ist es, orale Hart- und Weichgewebe mit minimaler thermischer und akustischer Schädi- gung effizient zu bearbeiten. Die hochpräzise Abtragung biologischer Gewebe soll u.a. auch mit einer geringen Schmerzbelastung verbunden sein. Erste Erfahrungen bezüglich dieser Technologie wurden in den 90er-Jahren mit ns-gepulsten Eximerlasern erworben, die im ultravioletten Bereich strahlen. Die neu entwickelte Ultrakurz- pulslaser-Technologie basiert auf Lasersystemen mit einer Wellenlänge im Bereich von 1 μm (z.B. Nd:YAG-Laser) mit Pulsdauern von fs bis ps. Die Gewebeablation beruht bei diesen Lasertypen auf photodestruktiven Effekten, die mit der Erzeugung eines Plasmas einhergehen. Die Pulsenergien bei dieser Technologie liegen bei nur ca. 50–100 μJ. Die Repetitionsraten liegen jedoch im Bereich von 100 kHz oder darüber. Der Laserstrahl wird hierbei über ein Scannersystem geführt. Histologische Studien zeigen, dass Zahnhartgewebe, Knochen und orales Weich- gewebe ohne sichtbare thermische Belastung effektiv abgetragen werden können. Auch Restaurationsmateria- lien (Komposit/Keramik und Metalle) können bearbeitet werden. Die Ultrakurzpulslaser-Technologie verspricht sich zu einem exzellenten Werkzeug für die Bearbeitung der unterschiedlichen Zahnhart- und Weichgewebe einschließlich entsprechender Restaurationsmaterialien zu entwickeln. Durch Variationen der Laserparameter können Effekte unterschiedlichster Laser im Sinne eines All-in-One-Systems generiert werden. 40 LASER JOURNAL 4/2010
Antimikrobielle Therapie mit Laserlicht – eine Alternative zu Antibiotika bei der Parodontitistherapie? Priv.-Doz. Dr. Andreas Braun/Bonn Die Entfernung bakterieller Beläge von der Zahnoberfläche stellt die Grundlage der systematischen Parodontitis- therapie dar. Allerdings nimmt die Vollständigkeit der Reinigung mit zunehmender Taschentiefe und einer Mitbe- teiligung von Wurzelfurkationen ab. In diesem Zusammenhang können bakteriell besiedelte Wurzelbereiche un- bearbeitet bleiben und die Ausheilung beeinflussen. Weiterhin besteht das Risiko, dass zusätzliche oder alleinige Vorliegen einer immunologischen Komponente dazu führen, dass entzündliche parodontale Veränderungen nicht ausheilen oder sich ausweiten. In diesen speziellen Fällen kann die Verwendung eines gegen das individuelle Keim- spektrum wirksamen Antibiotikums gerechtfertigt sein. Allerdings dürfen die möglichen Nebenwirkungen auf den Gesamtorganismus oder auch die Entwicklung von Resistenzen nicht unberücksichtigt bleiben. Folglich ist es sinn- voll, alternative antimikrobielle Therapieansätze für die Parodontitistherapie und -prophylaxe zu entwickeln. Bei der antimikrobiellen Photodynamischen Therapie (aPDT) wird Laserenergie verwendet, um über den entste- henden Singulettsauerstoff einen toxischen Effekt auf Mikroorganismen auszuüben. Eine Wirkung auf parodon- talpathogene Bakterien wie Porphyromonas gingivalis oder Fusobacterium nucleatum konnte nachgewiesen wer- den. Im Rahmen der Behandlung von aggressiver Parodontitis zeigte ein solches Verfahren vergleichbare klinische Ergebnisse wie die konventionelle Instrumentierung von Wurzeloberflächen. Ein Vergleich von konventioneller The- rapie und adjunktiver aPDT zeigte bei der Behandlung von chronischer Parodontitis bessere Ergebnisse in der zu- sätzlich mit dem lasergestützten Verfahren behandelten Gruppe. Daher könnte die adjunktive antimikrobielle Photodynamische Therapie eine sinnvolle Ergänzung bisheriger parodontaler Behandlungsmaßnahmen sein. Die sinnvolle Integration zweier innovativer Technologien (CEREC und Laser) Dr. Thorsten Kuypers, M.Sc./Köln Es gilt, die Schnittstellen zwischen CEREC- und Laseranwendung aufzuzeigen. Bei der Versorgung und Behandlung un- serer Patienten mittels CEREC 3D gibt es immer wieder Komplikationen, die den Einsatz dieser Technologie erschwe- ren und ggf. den Behandlungserfolg gefährden. Kann hier der Einsatz von Lasertechnologie hilfreich sein? Wo machen die unterschiedlichen Wellenlängen im Rahmen einer Behandlung mittels CEREC 3D Sinn? Wo ist ein adjuvanter Lasereinsatz sinnvoll, wo kann der Laser die herkömmliche Behandlung sinnvoll ersetzen? Gibt es in der klinischen Anwendung eine Verbesserung oder Vereinfachung der Therapie? Anhand von wissenschaftlichen Grundlagen und klinischen Behandlungsfällen sollen die sinnvollen Ergänzungen mit ihren Vor- und Nachteilen erläutert werden. Enhance of Fluoride Effect on the Prevention of Enamel Erosion through Laser Irradiation Dr. Marcella Esteves-Oliveira, M.Sc., Ph.D./Aachen The prevalence of dental erosion is growing in different countries. The latest findings indicate that from 30 until 60 % of the population are affected by this multifactorial condition. Not only the increased consumption of citric juices, soft drinks and sport beverages, but also disturbs like bulimia, anorexia and gastroesophageal reflux may be the ori- gin of the acids causing surface demineralization. Different from dental caries, erosion is an irreversible process and occurs without involvement of bacteria. The fact that the tooth substance loss occurring cannot be reversed, turns its prevention especially important. Up to now the current preventive methods using fluoride mouthrinses and gels were not able to totally prevent surface softening and subsequent cavitation. In fact, still little success has been ob- tained and there is still a demand for a more effective prevention method. As in the recent years promising results have been obtained with the use of CO2 lasers for caries prevention, a series of experiments have been conducted in order to verify its application for increasing enamel resistance to erosive acid attack. Especially the hypothesis of po- tentializing fluoride effects has been tested through different methods, like profilometry, microhardness and meas- urements of fluoride uptake. Thus, the aim of present presentation is to show the new possibilities for using the CO2 laser irradiation to enhance the effect currently marked fluoride compounds on prevention of dental erosion. 41 LASER JOURNAL 4/2010
Periimplantitistherapie – Desinfektion und Dekontamination mit dem Laser? Prof. Dr. med. dent. Herbert Deppe/München Infolge der stetig steigenden Zahl enossaler Implantationen wird sich das Bemühen in Zukunft vermehrt auf die Vermeidung bzw. Beherrschung postimplantologischer Komplikationen richten. Hierbei gewinnt insbe- sondere die Therapie periimplantärer Infektionen an Bedeutung. Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Ver- mittlung einer befundadäquaten Therapie periimplantärer Entzündungen mit Empfehlungen zur Dekonta- mination und Augmentation periimplantärer Defekte. Besonderer Wert wird auf die Abgrenzung nicht - chirurgischer und chirurgischer Therapieverfahren gelegt, wobei der Stellenwert des Lasereinsatzes kritisch diskutiert werden soll. Applications of Lasers in Pediatric Dentistry Dr. Maziar Mir, Prof. Dr. Friedrich Lampert, Prof. Dr. Norbert Gutknecht/Aachen One century ago the cavity preparation in dentistry classified and it is just five decades that paediatric dentistry started to be as a speciality in dental fields. Lots of methods are under development and all specialists are aware that several procedures in their daily treatments are not satisfying! While dealing with all required procedures starting with diagnostic techniques and ending to pulpotomy and pulpectomy or finally extraction, we feel that need of some more accurate and beneficial tools. Laser wave lengths could be one of the answers to help in improvement of the health that we serve to the child and adoles- cent patients population of our societies. In this study report we are going to present evidence based applications of lasers in paedodontics. Conclusion of the study: Using lasers in paediatric dentistry is discussed for more than 15 years, but no foreground was still designed. Therefore with the aim of improving these applications all availale information were organ- ized. Such sientific classification of topics makes it easier for dentists to understand which wavelengths act bet- ter for each procedure. Also it shows that in which parts we need more studies to have a solid base for our daily treatments. It means that paediatric dentistry could be more comfortable for professionals and patients while lasers are in use if clinicians follow the evidence based recommendations. Erbiumlaser – eine Übersicht Dr. Jörg Meister/Aachen Die Erbiumlaser (Er:YAG und Er,Cr:YSGG) haben sich aufgrund ihres breiten Indikationsspektrums in der Zahn- heilkunde etabliert. In den letzten 20 Jahren wurde durch eine Vielzahl grundlegender Untersuchungen ein so- lides Fundament geschaffen, um den therapeutischen Nutzen wissenschaftlich zu untermauern. Das Potenzial der Erbiumlaser in der zahnmedizinischen Anwendung basiert auf der Licht-Gewebe-Wechsel- wirkung bei den Wellenlängen um 3 μm. Die momentan klinisch eingesetzten Erbiumlaser emittieren aus- schließlich gepulste Strahlung, wodurch die auf der Materialoberfläche applizierte Energie- bzw. Leistungs- dichte zur wichtigsten physikalischen Größe wird. Die Bandbreite der veränderbaren Laserparameter wie Puls- energie, Pulsdauer und Pulswiederholrate üben hierbei großen Einfluss aus. Ein kurzer Einblick in die Technik sowie eine Beschreibung der möglichen Interaktionsprozesse –erläutert anhand der Absorptionskurve biologischer Materialien und dem Nomogramm zur Einordnung der Art der Wirkung und der Wirkbereiche zwischen Laser und Gewebe – soll die Wirkungsweise der Erbiumlaser verdeutlichen. Mittlerweile verfügen die Erbiumlaser über ein Indikationsspektrum, welches über die klassische Kavitäten- präparation hinausreicht. Parodontal- und Wurzelkanalbehandlungen gehören zum erweiterten Repertoire und auch das Bleaching ist Bestand aktueller Untersuchungen. In der Grundlagenforschung werden zukünf- tige Anregungsarten für Erbiumlaser erprobt, welche die Einschränkung eines gepulsten Erbiumlasers hinfäl- lig machen und einen kontinuierlichen Laserstrahl ermöglichen, der von extrem hohem Interesse u.a. für die Chirurgie (Laserskalpell) ist. 42 LASER JOURNAL 4/2010
Möglichkeiten und Grenzen von Hochfrequenzchirurgie und Laser in der täglichen Praxis – eine Standortbestimmung Prof. (Univ. Shandong) Dr. med. Frank Liebaug/Steinbach-Hallenberg Vor zirka 50 Jahren begannen die ersten Versuche, Laser in der Medizin, insbesondere in der Zahnheilkunde, zu nutzen. Jedoch gelang erst in den 90ern der Durchbruch. In der Praxis werden vor allem CO2-,Nd:YAG-, Er:YAG- und Diodenlaser verwendet. Die Interaktion mit dem Gewebe ist bestimmt durch den Energieeintrag und die Ab- sorption. Dabei werden fotothermale und fotochemische Effekte sowie nichtlineare Prozesse unterschieden und genutzt. Die Indikation der Laseranwendung richtet sich nach dessen Wellenlänge. Neuere Entwicklungen auf dem Lasermarkt führten zur Indikationserweiterung vom Weichgewebe auf die Zahnhartsubstanz und so- gar den Kieferknochen. Gerade für eine schmerzarme Behandlung und für geringe postoperative Beschwerden bieten sich verschiedene Lasersysteme an. Die Laserzahnheilkunde stellt damit eine wichtige Ergänzung zur konventionellen zahnärzt- lichen Therapie dar und verbessert in meiner Praxis den klinischen Behandlungserfolg deutlich. Es werden aber auch immer wieder kontroverse Diskussionen geführt. Besonders für den Einsatz in der dentalen Chirurgie hat die Hochfrequenzchirurgie immer noch ihre Berechti- gung. Mit ihr ist es möglich, in der täglichen zahnärztlichen Praxis schnell und effizient eine saubere und blu- tungsarme Schnittführung zu erzeugen, welche letztlich den meisten Lasern überlegen ist. Ebenfalls ist es eine betriebswirtschaftliche Frage, ob sich eine zahnärztliche Einzelpraxis oder eine kleine Klinik mehrere den ver- schiedenen Indikationen gerechte Lasergeräte anschaffen und finanziell leisten kann. Aus meiner klinischen Erfahrung möchte ich heute weder den Laser noch das HF-Chirurgiegerät missen. Bei HF- Chirurgie handelt es sich keineswegs um eine veraltete oder überholte Technologie. Eine Auswahl von klinischen Fallbeispielen wird im Zuge des Vortrages zur Diskussion gestellt. Diodenlaser – eine Übersicht Dr. René Franzen/Aachen Diodenlaser (810, 940 und 980 nm) haben sich aufgrund ihres breiten Indikationsspektrums in der Zahnheil- kunde etabliert. Die Indikationen basieren auf den Licht-Gewebe-Wechselwirkungen bei den Wellenlängen im nahen Infrarotbereich, insbesondere die Absorption in Wasser, Melanin und Hämoglobin. Ein Abriss der Technik der Halbleiterlaser sowie eine Beschreibung der Absorptionskurven biologischer Materia- lien soll die Wirkungsweise der Diodenlaser verdeutlichen. Neben einem kurzen Überblick über die wichtigsten Indikationen werden das für Diodenlaser typische Emissionsverhalten hinsichtlich Spitzen- und Durchschnitts- leistung sowie aktuelle Trends in der Entwicklung vorgestellt. Einsatz des Lasers in der MKG-Chirurgie Prof. Dr. Dr. Siegfried Jänicke/Osnabrück Der Einsatz des Lasers in der Mund-, Kiefer- und plastisch-ästhetischen Gesichtschirurgie ist in den letzen Jahren kontinuierlich ausgebaut worden. Neben den klassischen Einsatzmöglichkeiten des CO2-Lasers mit seinen intra- oder extraoralen Indikationen sind des Weiteren Nd:YAG-, Argon- und Erbium:YAG-Laser zu nennen. Als verhält- nismäßig neue Anwendungsbereiche haben sich die Abtragung von Knochen mit gepulsten CO2-Lasern, die Ent- fernung oberflächlicher maligner Tumore mit der fotodynamischen Therapie (Temoporfin) und eine Reihe von äs- thetischen und anderen medizinischen Indikationen mit dem blitzlampengepumpten gepulsten Farbstofflaser ergeben. Thema des Vortrages ist es daher, die an die eigentlichen Kerngebiete der Laserzahnheilkunde angren- zenden Möglichkeiten des Lasers im intra- und extraoralen Bereich darzustellen und einen Ausblick über die Ent- wicklungsmöglichkeiten der nächsten Jahre, insbesondere im chirurgischen und plastisch-ästhetischen Bereich zu geben. Es erfolgt eine Darstellung der wichtigsten Laser und laserähnlichen Therapiegeräte mit deren Indika- tionsbereich und klinischen Anwendungsbeispielen. 43 LASER JOURNAL 4/2010
Is the Use of Laser in a Polyvalent Dental Surgery Profitable? Dr. Želimir Božicˇ/Ljubljana, Slowenien Currently the economic crisis is still deeply present and quite some dental surgeons as well as their patients have to face it as part of their daily lives. Therefore any new investments are critically judged, especially those, which are financially demanding but do not necessarily achieve value for money. Such investment is undoubt- edly dental laser, which ensures high quality work with both, hard and soft dental tissues. In the following arti- cle I would like to explain my own views on this question and my experience with laser in a polyvalent dental surgery in a period of more than fifteen years. Der Er:YAG-Laser in Theorie und Praxis Dr. med. Thorsten Kleinert/Berlin Dieser Vortrag zeigt klinische Fälle aus der routinemäßigen Anwendung des KEY Laser 3+ (Fa. KaVo Biberach). Die erfolgreiche Einbindung des Lasers in die praktische Behandlung 1. des Parodontiums und der Periimplantitis, 2. der Zahnerhaltung und 3. chirurgischen Behandlungen mit Knochenersatzmaterial werden in Anbindung an das bereits 2004 vorgestellte wissenschaftliche Konzept der lasergestützten Parodon- titisbehandlung unter Berücksichtigung der Genotypisierung zur Bestimmung des Entzündungsrisikos im Überblick dargestellt. Die sinnvolle Einbindung des Nd:YAG-Lasers in ein endodontisches Behandlungskonzept Dr. Iris Brader, M.Sc./Meiningen Die moderne Endodontie ist durch technische Entwicklungen wie maschinelle Wurzelkanalaufbereitung, elektro- metrische Längenmessung, Lupenbrille usw. einfacher und sicherer, die Ergebnisse vorhersagbarer geworden. Trotzdem geraten wir, insbesondere bei der Behandlung von ausgedehnter oder länger bestehender apikaler Pe- riodontitis, gelegentlich an biologische Grenzen. Im Vortrag wird auf die Einbindung des Nd:YAG-Lasers in ein endodontisches Behandlungskonzept eingegangen, die Überlegenheit der laserunterstützten Behandlung apikaler Periodontiden anhand eigener Fälle statistisch und bildlich dargestellt. Insbesondere die erfolgreiche Behandlung ausgedehnter Periodontitis, Revisionsbe- handlungen und die Behandlung von Endo-Paro-Läsionen werden exemplarisch dokumentiert. Indikationserweiterungen in der laserunterstützten Endodontie Dr. med. Michael Hopp/Berlin, Prof. Dr. Reiner Biffar/Greifswald Laserdekontamination als adjuvantes Verfahren im Rahmen der Endodontie ist in ihrer Wirksamkeit klinisch nachgewiesen (Gutknecht, Moritz etc.). Es übersteigt in ihrer dekontaminierenden, keimtötenden Wirkung alle konventionellen Verfahren. Die höchste Effizienz haben Diodenwellenlängen und der Nd:YAG-Laser. Je nach Wellenlänge gibt es Unterschiede in der Eindringtiefe und in der Wechselwirkung mit der Zahnhartsubstanz im Pulpenkavum, tiefen Dentinschichten und dem Parodont. Hervorzuheben ist die Wirkung der bisher häufig unterschätzten Low Intensity Laser-Komponente auf die Ausheilung apikaler und parodontaler Strukturen. Die Verfahren der laserunterstützten Endodontie sind in den letzten 15 Jahren erfolgreich zur Behandlung api- kal beherdeter Zähne und in Fällen der Paro-Endo-Läsionen erweitert und in die Praxis integriert worden. Die erweiterten Verfahren werden im Detail vorgestellt, in ihrer Wirksamkeit beschrieben und Erfahrungen aus mehr als einem Jahrzehnt Anwendung anhand von Fallbeispielen ausgewertet. 44 LASER JOURNAL 4/2010
Periimplantitis Therapy with the Er:YAG Laser Dr. Avi Reyhanian/Netanya, Israel Osseointegration of dental implants have become a routinely recommended procedure in the clinical practice of dentistry. Although orodental rehabilitation through the use of implants offers very high success, there are some complications involved with this technique, such as periimplant disease and, with in this category, periimplanti- tis, an inflammatory reaction that is associated with the presence of a sub marginal biofilm and with advanced breakdown of soft and hard tissue surrounding endosseous implant with the following clinical signs: bleeding in probing, probing depth, suppuration, X-ray and bone loss around the implant. Treatment of the contaminated implant surface by mechanical and chemotherapeutic (air powder, citric acid, plastic curettes and antiseptic therapy) means has met with mixed success. In addition to conventional treat- ment modalities the use of the Er: YAG laser has been increasingly proposed for the treatment of periimplantitis. The goal of this presentation is to evaluate the applications of the Er:YAG laser(2,940 nm), in the field of Periim- plantitis and IPL (implant periapical lesion). Results from both controlled clinical and basic studies have pointed to the high potential of an Er:YAG laser. The use of this laser has been proposed for cleaning and detoxification of implant surface. It has a good potential to remove cytotoxic bacterial components from implant surface, without altering surface morphology and with- out leading to any thermal damages to the surrounding tissue. The Er:YAG laser can be used for decontamination of infected implants surfaces and is highly efficient at remov- ing potential contaminants without any effect on the titanium substrate, and has been shown to be effective and safe. The use of this wavelength (2,940 nm) for these procedures presents many advantages vs. conventional methods, such as reducing patient discomfort and enhancing the surgical site. In addition, post-operative effects such as pain and swelling are less pronounced. This laser has become an invaluable tool for many procedures by simplifying treatment and offering patients faster, less stressful oral therapy with enhanced outcomes This presentation emphasize the advantages of using the Er:YAG laser vs. conventional method treatments us- ing video films for demonstration and follow-up of eight years. Orthodontics plus Laser Dr. Peter Kleemann, M.Sc./Dinslaken Um Weich- und Hartgewebesprobleme im Rahmen kieferorthopädischer Behandlungen zu lösen, wurde eine Kombination aus Nd:YAG/Er:YAG- und 2W-Nd:YAG-Lasern bei 1.500 Patienten im Zeitraum von 2003 bis 2010 eingesetzt. Das Ziel der klinischen Studie war, mögliche Indikationen und Anwendungen dieser drei Wellenlängen zu untersuchen. Das therapeutische Spektrum der Laseranwendungen umfasste Bracket- und Retainerklebetechnik, Reinigen von Bracketbasen, Kleben auf Keramik, Entfernen hyperplastischen Weichgewebes, Frenektomie, Gingivektomie, Gingivoplastik, Freilegung impaktierter und unvollständig durchgebrochener Zähne, klinische Kronenverlängerung, Operculectomie, Behandlung von Druckstellen, Herpes, Aphthen und Bleaching. Verschiedene Laserparameter wurden angewandt und die Ergebnisse durch klinische Inspektion und Verlaufskontrolle bewertet. Die wichtigsten Resultate lauten wie folgt: Mit dem Er:YAG-Laser (mit 90 μs, 70 mJ, 20 Hz, Luft/Wasser und anschließendem Säureätzen) konnte ein klinisch angemessener Haftverbund auch für Mini- und Molarenbrackets erreicht werden. Bei Weichgewebebe- handlungen war ein rasches und mit einem Minimum an Blutung und Karbonisation verbundenes Vorge- hen mit dem Er:YAG-Laser (bei 900 μs, 200 mJ, 15 Hz, ohne Luft/Wasser) möglich. Mit dem Nd:YAG-Laser (3 W, 70 Hz, Kontaktmodus, 300 μm-Faser) oder mit dem 2W-Nd:YAG-Laser (2 W, cw, Kontaktmodus, 300 μm-Faser) konnte Weichgewebe sehr fein reduziert und rekonturiert werden. Der 2 W-Nd:YAG-Laser erwies sich effi- zienter im Schneiden mit stärkerer Hämostase. Verzögerungsfreies und direktes Bracketing war in allen Fäl- len möglich. Mit dem 2 W-Nd:YAG-Laser (1 W, cw, Nonkontakmodus, 300 μm-Faser) in Kombination mit ei- nem rotgefärbten H2O2-Bleachinggel konnten Zähne ohne Hypersensitivitäten aufgehellt werden. Zu- sammenfassend erwies sich die Drei-Wellenlängen-Kombination als geeignet, verschiedene Hart- und Weichgewebsprobleme bei kieferorthopädischen Behandlungen „minimalinvasiv“ zu lösen. Perspektiven des Konzeptes „Orthodontics Plus Laser“ werden erörtert. 45 LASER JOURNAL 4/2010
Die Therapie periimplantärer Infektionen mit und ohne Laserapplikation – eine retrospektive Untersuchung Priv.-Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner/Göttingen Der zunehmende Einsatz dentaler Implantate (> 1 Mio. Insertionen im Jahr 2009 in Deutschland) geht naturge- mäß mit steigenden Zahlen periimplantärer Infektionen einher (Fünfjahresrate: 5–10 %), deren Therapie nach wie vor eine Herausforderung darstellt. In der hier vorgestellten Arbeit wurden 40 Patienten mit manifester Pe- riimplantitis nachuntersucht, von denen 15 ohne und 25 unter Einsatz eines Diodenlasers zur Dekontamination therapiert worden waren. Nach einer ausführlichen Anamnese und allgemeiner zahnärztlicher Untersuchung wurden speziell an den be- troffenen Implantaten folgende Parameter aufgenommen: BOP, Plaque-Index, Sondierungstiefe, Periotest- Wert, Entwicklung der periimplantären Knochenverläufe im Zahnfilm (Rechtwinkeltechnik). Die Ergebnisse zeigten 26 rezidivfreie Patienten. Bei 14 Patienten wurden Rezidive diagnostiziert. Unter Einbeziehung der Er- gebnisse einer rasterelektronenmikroskopischen Untersuchung von 18 Implantaten, die aufgrund einer rezidi- vierenden periimplantären Infektion entfernt werden mussten, können Pilze als schwer therapeutisch hand- habbare Ursache nicht ausgeschlossen werden. In-vitro-Studien zeigen die Problematik einer ausreichenden dekontaminativen Wirkung von Diodenlaserlicht auf Candida albicans, sodass eine Erklärung für die relativ hohe Rezidivquote hier gesucht werden kann. Die An- wendung anderer Laserwellenlängen weist in diesen Studien höhere dekontaminative Potenz aus, sodass eine Verbesserung der klinischen Ergebnisse zu erwarten ist. One Day at a Clinical for Laser Supported Dentistry Dr. Peter Fahlstedt/Akersberga, Schweden Treatment protocols based on science in the field of Laser Dentistry are frequently used in our clinic. In nine out of ten treatments we find indications for laser supported dentistry that the patient will benefit from. Using different wavelength, the laser even promotes selective removal of infected/decayed hard and soft tissue as well as improved prognosis compared with conventional treatment methods alone. Clinical photos and films are presented to underline the multiple benefits coming out of evidence based laser treatment in dentistry. Laser Assisted Aesthetic Contemporary Dentistry Carlos de Paula Eduardo, DDS, MSc, PhD/São Paulo, Brasilien Contemporary dentistry requires high quality esthetic treatments and techniques associated with technolog- ical equipments and new materials. Basic and clinical researches that support the possibilities of the use of lasers in esthetic and prosthetic dentistry will be described and discussed. Different esthetic techniques asso- ciated with high and low power lasers protocols will be presented, as well as the benefits of laser technology on all steps of the restorative treatment. Lasers can be used on esthetic procedures and are shown to significantly contribute for achieving advanced clinical outcomes. High intensity laser can be used for bacterial reduction, enamel and dentin conditioning, selective caries removal and were recently reported for internal surface con- ditioning of ceramics prior to final luting. Low power lasers are widely used following cavity preparation to de- crease post operative sensitivity and can also contribute on the reduction of inflammatory processes in peri- odontal tissue. Several in vitro and in vivo studies have been conducted to support lasers clinical application and have highlighted that the correct protocol is of extreme importance to reach the expected effects. Correct clinical protocols when using high power lasers will certainly reduce the chance of damaging hard and soft tissues, with minimal thermal effects. On the other hand, selecting the right parameters for low power lasers application will avoid undesirable effects, such as inhibition of cells activity. The Special Laboratory of Lasers in Dentistry (LELO – University of São Paulo, Brazil) has developed basic re- searches and clinical protocols using high and low power lasers making their use feasible in clinical practice. 46 LASER JOURNAL 4/2010
Laser Applications in Oral Surgery/Oral Pathology Prof. Dr. Romeo Umberto/Rom, Italien In oral surgery lasers were often used to perform oral biopsies. During a biopsy it is fundamental to keep safe and readable the cut margins, to permit a histological vision of possible marginal infiltrations or malignant transfor- mation of a lesion. In previous “ex vivo” experiences, our group tested the peripheral damage produced by KTP, diode, erbium and Nd:YAG lasers in performing a biopsy on pig tongues, showing that the thermal damage affecting the histological sample depends on the parameters used. We distinguish the oral soft tissues lesions into two groups: a) the clinically non-suspicious lesions (e.g.: fibroma, haemangioma, gingival hyperplasia, mucocele, nevus, etc); b) the suspected dysplastic or neoplastic lesions (e.g.: leukoplakia, lichen planus, cancer, melanoma, etc),. Nevertheless, based on our experimental studies and our clinical experience, we performe the oral excision biop- sies of exophytic lesions by diode, Nd:YAG and KTP laser, because we have the following advantages: – a completely bloodless surgical field, which is very important in the treatment of vascularizated lesions and management of patients with infectious diseases (HIV, HBC, HCV); – the absence of sutures, with good healing by secondary intention, that is particularly useful in critical anato- myc areas such as hard or soft palate; – an almost complete absence of postoperative symptoms, lower compared to scalpel procedures; – a relative easy and speed of execution, although it is always appropriate to consider that laser requires a learn- ing curve; of course if not used properly it may cause a tissue thermal damage. Concerning the suspected dysplastic or neoplastic lesions, if we decide to use the laser it will be prudential to en- large the surgical incision at least of about 0.5 mm, with the purpose to make the histological diagnosis totally free from uncertainties. Diodenlaser in der Oralchirurgie – cw- versus Puls-Modus Dr. Ralf Borchers, M.Sc./Bünde Diodenlaserunterstützte Oralchirurgie kann die chirurgische Vorgehensweise vereinfachen, ein besseres Langzeit - ergebnis erzielen und die Behandlung für Patient und Praktiker angenehmer gestalten. Durch die Nutzung von ge- pulsten anstatt von cw-Diodenlasern kann die Behandlung zusätzlich optimiert werden. Diodenlaser unterschiedlicher Wellenlängen (810, 940, 980 nm) mit verschiedenen Energieeinstellungen (2,5 bis 50 W) und unterschiedlichem Pulsmodus (cw, gepulst, supergepulst) wurden für chirurgische Eingriffe, wie z.B. Fre- nektomien, Fibrombeseitigung, Entfernung von Hyperplasien, Vestibulo- und Gingivoplastiken, Freilegung von Im- plantaten und Zähnen sowie Abszessinzisionen verwendet. Da während der chirurgischen Behandlung keine Blu- tung auftrat, war die Übersicht über das OP-Feld sehr gut. Schwellungen oder Schmerzen post OP waren selten zu beobachten. Ein Wundverschluss durch Nähte war nicht erforderlich und die Tendenz zur Narbenbildung sehr ge- ring. Im gepulsten Modus konnte ein schneller und genauerer Schnitt erzielt werden, die Schwellungen und Nach- schmerzen waren geringer und die Heilung ging schneller vonstatten. Karbonisation trat vermehrt im cw-Modus auf. Die Akzeptanz und Mitarbeit der Patienten war in allen Fällen hoch. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass laserunterstützte Oralchirurgie deutlich angenehmer für Pa- tient und Zahnarzt ist. Der Eingriff erfolgt unter besserer Sicht und die Langzeitprognose fällt günstiger aus. Im ge- pulsten Modus kann außerdem eine schnellere und genauere Behandlung und eine höhere Gewebeschonung (kaum Karbonisation) erzielt werden, die im Anschluss weniger Schwellung und Schmerzen, geringere funktionelle Beeinträchtigung und eine schnellere Heilung nach sich zieht. Aus diesen Gründen ist in der Oralchirurgie der cw-Modus dem gepulsten Modus unterlegen und sollte in diesem Bereich nicht mehr angewandt werden. Weitere Abstracts können Sie in der Ausgabe 1/11 des Laser Journals lesen. 47 LASER JOURNAL 4/2010
Fortbildung Revolutionäres Lasersystem in Israel vorgestellt In einer außergewöhnlichen Fortbildungsveranstaltung in Tel Aviv wurde ein neuartiges Dentallasersystem vorgestellt, das viele Probleme der derzeitigen Laserzahnmedizin zu lösen scheint. Georg Isbaner/Leipzig n In Zusammenarbeit mit NMT München GmbH und Syneron Dental Laser konnten Teilnehmer aus Deutsch- land und Bulgarien exklusiv die bahnbrechende Laser- technologie kennenlernen. Der LiteTouch™ Er:YAG-La- ser (Wellenlänge 2.940 nm) von Syneron arbeitet mit der sogenannten „Laser-in-the-Handpiece™“-Techno- logie. Dabei wird der Laser im Handstück selbst gene- riert und muss nicht erst über eine Fiber vom Gerät zum Handstück übermittelt werden. Allein diese Konstruk- tion kommt einer Revolution in der Laserzahnmedizin gleich. Die bisherige Fiber-Technologie ist zu reparatur- anfällig und daher extrem kostspielig. Dieses technologische Risiko stellt daher ein beträcht - liches wirtschaftliches Risiko für den Behandler dar. Nicht wenige Zahnärzte haben in der Vergangenheit teure Geräte erworben, um festzustellen, dass diese für den Praxisalltag untauglich sind. Der LiteTouch™ gibt dem Behandler die Sicherheit und den Bewegungsfreiraum, die er benötigt, um eine opti- male Therapie vorzunehmen. Ira Prigat, Präsident von Syneron Dental, bringt das bisherige Problem auf den Punkt: „Anstatt, dass sich die Zahnärzte bei herkömm- lichen Lasern mit Fiber ganz auf die Behandlung konzen- trieren können, müssen sie sich ständig Sorgen um die un- handliche, anfällige und kostspielige Fiber machen.“ – Und genau dieses Problem wollte Syneron Dental ein für alle Mal lösen. Der Anspruch war, nichts Geringeres als eine Revolution in der Lasertechnologie zu erreichen. 2005 begann man bei Syneron mit der Arbeit an ei- nem neuartigen Laserkonzept. Physiker, Ingenieure und Laserspezialisten präsentierten schließlich 2007 die „Laser-in-the-Handpiece™“-Technologie. – Diese Komprimierung kommt einem industriegeschicht- lichen Meilenstein gleich. Darüber hinaus kann der LiteTouch™ sowohl für Hart- als auch für Weichgewebstherapien eingesetzt werden und daher ein breites Indikationsspektrum abdecken: Implantologie, restaurative Zahnmedizin, Parodontolo- gie, Hart- und Weichgewebschirurgie, Kinderzahnmedi- zin usw. 48 LASER JOURNAL 4/2010
Fortbildung und Hersteller. Dr. Avi Reyhanian, anerkannter interna- tionaler Laserspezialist aus Israel, demonstrierte den Anwesenden den praktischen Nutzen der Parodontal- therapie mit dem LiteTouch™. Dr. Mark Levin ging in sei- nem Seminar vor allem auf die Vorteile des D-Touch™- Laser (Wellenlänge 810 nm und 980 nm) ein, der sich her- vorragend für die parodontologische und endodontolo- gische Therapie und Weichgewebsbehandlung eignet. In der Bio-Stimulation des Gewebes und bei ästheti- schen Behandlungen ist der D-Touch™ ebenfalls ein- setzbar. Dies wurde vor allem am nächsten Tag in der Tel Aviver Praxis von Dr. Levin demonstriert, wo die Teilneh- mer über Videoübertragung den Laserbehandlungen live folgen konnten. Abgerundet wurde die Israelreise durch abendliche Be- suche in Tel Avivs besten Restaurants sowie durch einen Ausflug ins geschichtsträchtige Jerusalem und ans Tote Meer. Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer von der Fortbildungsveranstaltung überzeugt. Sie werden mit neuen Ideen und kollegialen Anregungen ihre Laser- zahnmedizin fortsetzen und intensivieren. n Vor allem durch die minimalinvasiven Behandlungs- möglichkeiten des Lasers lassen sich unnötige Trau- mata an gesundem Gewebe des Patienten reduzieren. Zusätzlich eröffnen sich dem Behandler neue Spiel- räume in der zahnmedizinischen Therapie. Die Wund- heilung verbessert sich nicht zuletzt durch die desinfi- zierende Wirkung des Lasers. Der Patient kann mit we- niger Schwellungen und Blutungen rechnen. Dies sind natürlich keine zahnmedizinischen Alleinstellungs- merkmale des LiteTouch™ – aber seine Beweglichkeit, Kontrollierbarkeit, sein Indikationsspektrum, seine Ef- fizienz, Zuverlässigkeit und Kompaktheit scheinen bei- spiellos. Prigat betont auch, dass das äußere Design einen ent- scheidenden Einfluss auf den Praxisalltag hat: „Letztlich behandeln wir Menschen, und wenn unsere Patienten schon allein durch die schiere Größe und den Lärm des Lasergerätes eingeschüchtert werden, werden wir den Laser nicht so oft einsetzen können wie wir wollen. Und das ist nicht wirtschaftlich.“ Der LiteTouch™ hingegen ist ein sehr kleines und kompaktes Gerät, das gerade mal 20 Kilogramm wiegt und so groß wie ein PC mit Rollen ist. Man kann sich auch vorstellen, dass das Gerät in Zu- kunft Teil der Behandlungseinheit ist. Auf die Frage hin, wie Syneron Dental einen so konser- vativen Markt wie den deutschen erobern möchte, sagte Prigat, dass ein maßgeschneidertes Konzept da- für entscheidend sei. „Was sind die Ansprüche und was ist die Nachfrage? Es reicht nicht den Laser zu verkau- fen, Langzeitunterstützung ist nötig“, so der Präsident. „Man kann nicht von hier auf jetzt die Art und Weise verändern, wie ein Zahnarzt arbeitet. Deswegen bilden wir unsere Kunden schrittweise aus mithilfe unseres deutschen Vertriebspartners.“ In diesem Sinne fand auch die Fortbildung für die deutschen Zahnärzte in Israel statt. Das besondere an der gesamten Veranstaltung waren der enge Kontakt zwischen Teilnehmern, Referenten 49 LASER JOURNAL 4/2010
Fortbildung Kongresse, Kurse und Symposien Datum Ort Veranstaltung Info/Anmeldung 21./22. 01. 2011 Unna 10. Unnaer Implantologietage 13./14. 05. 2011 München IMPLANTOLOGIE START UP 2011 20./21. 05. 2011 Siegen 3. Siegener Implantologietage 02./03. 06. 2011 München 21. Jahrestagung des DZOI Tel.: 03 41/4 84 74-3 08 Fax: 03 41/4 84 74-3 90 Web: www.unnaer-implantologietage.de Tel.: 03 41/4 84 74-3 08 Fax: 03 41/4 84 74-3 90 Web: www.startup-implantologie.de Tel.: 03 41/4 84 74-3 08 Fax: 03 41/4 84 74-3 90 Web: www.siegener-implantologietage.de Tel.: 03 41/4 84 74-3 08 Fax: 03 41/4 84 74-3 90 Web: www.dzoi-jahrestagung.de 10./11. 06. 2011 Rom 3rd Congress of WFLD Web: www.wfld-org.info 29./30. 10. 2011 Berlin 20. Jahrestagung der DGL/ LASER START UP 2011 Tel.: 03 41/4 84 74-3 08 Fax: 03 41/4 84 74-3 90 Web: www.dgl-jahrestagung.de www.startup-laser.de Laser Journal Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) Sekretariat: Eva Speck Pauwelsstraße 30 · 52074 Aachen Tel. 02 41/80 88-1 64 · Fax 02 41/80 33 88-1 64 E-Mail: sekretariat@dgl-online.de Web: www.dgl-online.de Impressum Herausgeber: Oemus Media AG in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: Oemus Media AG · Holbeinstr. 29 · 04229 Leipzig Tel. 03 41/4 84 74-0 · Fax 03 41/4 84 74-2 90 E-Mail: kontakt@oemus-media.de Web: www.oemus-media.de Deutsche Bank AG Leipzig · BLZ 860 700 00 · Kto. 1 501 501 Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke · Tel. 03 41/4 84 74-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) · Tel. 03 41/4 84 74-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller · Tel. 03 41/4 84 74-0 Chefredaktion: Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 · 79098 Freiburg im Breisgau Tel. 07 61/2 25 92 Redaktion: Eva Kretzschmann · Tel. 03 41/4 84 74-3 35 Kristin Urban · Tel. 03 41/4 84 74-3 25 Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Norbert Gutknecht, Universität Aachen; Prof. Dr. Matthias Frentzen, Universität Bonn; Prof. Dr. Anton Sculean, Universität Bern; Dr. Detlef Klotz, Duisburg; Dr. Thorsten Kleinert, Berlin; Priv.-Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner, Universität Göttingen; Prof. Dr. Herbert Deppe, Universität München; Prof. Dr. Siegfried Jänicke, Universität Osnabrück; Priv.-Doz. Dr. Andreas Braun, Universität Bonn; Dr. Jörg Meister, Universität Aachen; Dr. René Franzen, Universität Aachen Herstellung: Sandra Ehnert · Tel. 03 41/4 84 74-1 19 W. Peter Hofmann · Tel. 03 41/4 84 74-1 16 Ingrid Motschmann, Frank Sperling · Tel. 03 41/4 84 74-1 25 Korrektorat: Druck: Messedruck Leipzig GmbH, An der Hebemärchte 6, 04316 Leipzig Erscheinungsweise: Das Laser Journal – Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin – erscheint 2010 mit 4 Aus gaben. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Bei träge und Abbildun gen sind urhe- berrechtlich geschützt. Jede Ver wer tung ist ohne Zu stim mung des Ver - legers und Heraus gebers unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfäl tigungen, Übersetzungen, Mikro verfil mungen und die Ein spei - che rung und Bear bei tung in elek tro nischen Systemen. Nach druck, auch auszugsweise, nur mit Geneh migung des Ver lages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Ein verständnis zur vollen oder auszugsweisen Ver- öffent li chung vorausgesetzt, sofern nichts an deres vermerkt ist. Mit Ein- sendung des Manuskriptes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Da- tenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge auf Form - fehler und fachliche Maß geb lichkeiten zu sichten und gegebenen falls zu berichtigen. Für unverlangt eingesandte Bücher und Ma nu skrip te kann keine Gewähr über nommen werden. Mit anderen als den redaktionsei- genen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitrages trägt die Verant - wor tung. Gekenn zeichnete Sonder teile und Anzeigen befinden sich außer halb der Veran t wortung der Redak tion. Für Verbands-, Unterneh- mens- und Mark t infor ma tionen kann keine Ge währ übernommen wer- den. Eine Haf tung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Dar - stellungen wird in je dem Falle ausgeschlossen. Ge- richts stand ist Leipzig. Grafik/Layout: Copyright Oemus Media AG 50 LASER JOURNAL 4/2010
LASER Abo n Das Laser Journal richtet sich an alle zahnärzt- lichen Laseranwender und Interessenten im deutschsprachigen Raum. Die Zeitschrift für innovative Lasermedizin ist das auflagenstärks - te autorisierte Fach medium für Praktiker und eine der führenden Zeitschriften in diesem Informationssegment. Über 4.000 spezialisier- te Leser erhalten quartalsweise durch anwen- derorientierte Fallberichte, Studien, Markt - übersichten und komprimierte Produktin - formationen ein regelmäßiges medizinisches Update aus der Welt der Laserzahn heilkunde. n OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 03 41/4 84 74-0 Fax: 03 41/4 84 74-2 90 LJ 4/10 November I 13. Jahrgang I 42010 ISSN 1435-6147 I PVSt. F 46072 € 10,00 zzgl. MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin I Special I 50 Jahre Laser I Fachbeitrag I Anwenderbericht I Recht I Fortbildung Die bessere Wahl: Konventionell oder mit Laser? I Neues aus der Wissenschaft I Chirurgische Kronenverlängerung: minimalinvasiv und schmerzarm ans Ziel Statements aus der Industrie Die Frontzahnrestauration ohne Säure Die Frenektomie: Drei Techniken im Vergleich Verdienstausfall selbstständiger Zahnärzte I Auskunftspflicht gegenüber der PKV? Fortbildungs-Trio in Berlin I Laserzahnmedizin up to date Laser versus konventionelle Therapie | Erscheinungsweise: 4 x jährlich 35,00 € | Abopreis: 10,00 € | Einzelheftpreis: Preise zzgl. Versandkosten + gesetzl. MwSt. Bestellung auch online möglich unter: www.oemus.com/abo Faxsendung an 03 41/4 84 74-2 90 ❏ Ja, ich möchte das im Jahresabonnement zum Preis von 35,– €/Jahr zzgl. Versandkosten und gesetzl. MwSt. beziehen. Das Abonnement verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn es nicht sechs Wochen vor Ablauf des Bezugszeitraumes schriftlich gekündigt wird (Poststempel genügt). Name, Vorname: E-Mail: Straße: PLZ/Ort: Telefon/Fax: Unterschrift ✗ Widerrufsbelehrung: Den Auftrag kann ich ohne Begründung innerhalb von 14 Tagen ab Bestellung bei der OEMUS MEDIA AG, Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig schriftlich widerrufen. Rechtzeitige Absendung genügt. Unterschrift ✗
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