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Timestamp: 2019-12-08 10:53:25+00:00

Document:
BVerwG, 1 B 174.06: Schutz des Lebens, Genfer Flüchtlingskonvention, Hund, Sicherheit
Urteil des BVerwG vom 18.10.2006, 1 B 174.06
Aktenzeichen: 1 B 174.06
Schutz des Lebens, Genfer Flüchtlingskonvention, Hund, Sicherheit
BVerwG 1 B 174.06 OVG 16 A 4051/05.A
hat der 1. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 18. Oktober 2006 durch die Vizepräsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Eckertz-Höfer und die Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Mallmann und Hund
Die Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 18. Juli 2006 wird verworfen.
1Die auf § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO gestützte Beschwerde ist unzulässig. Die
grundsätzliche Bedeutung der Rechtssache wird nicht den Anforderungen des
setzt voraus, dass eine klärungsfähige und klärungsbedürftige Rechtsfrage
aufgeworfen wird. Die Beschwerde hält die Frage für grundsätzlich klärungsbedürftig,
ob die Wegfall-der-Umstände-Klausel in Art. 1 C Nr. 5 des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Genfer Flüchtlingskonvention - GFK -) erst dann eingreift, wenn über den Wegfall der ursprünglich die Verfolgung begründenden Umstände hinaus im Staat, dessen Staatsangehörigkeit der Betroffene besitzt, grundlegende, stabile und dauerhafte Änderungen stattgefunden haben, aufgrund derer dort die psychische Sicherheit des Betroffenen im Rahmen einer staatlichen Friedensordnung grundsätzlich gewährleistet ist.
3Die Beschwerde macht geltend, die Frage, wann eine entscheidungserhebliche
Änderung der politischen Verhältnisse im Herkunftsstaat im Sinne des § 73
Abs. 1 Satz 1 AsylVfG angenommen werden könnte, sei in Übereinstimmung
mit der sog. Wegfall-der-Umstände-Klausel in Art. 1 C Nr. 5 GFK zu beurteilen.
Darüber hinaus wendet sich die Beschwerde in der Art einer Berufungsbegründung gegen die ihrer Ansicht nach unzutreffende rechtliche Würdigung in dem
angegriffenen Berufungsurteil. Sie macht u.a. geltend, die aufgeworfene Frage
sei entgegen der Ansicht des Berufungsgerichts zu bejahen. Da der Begriff
„Schutz des Lebens“ in Art. 1 C Nr. 5 GFK über den Schutz vor erneuter politischer Verfolgung hinausgehe, umfasse er den Schutz vor Gefahren, die ein
Staat grundsätzlich zu gewährleisten habe. Mit diesem und ihrem weiteren Vorbringen zeigt die Beschwerde die Klärungsbedürftigkeit der aufgeworfenen Frage nicht den Darlegungsanforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO entsprechend auf. Im Übrigen ist nach der Rechtsprechung des Senats die Asylund Flüchtlingsanerkennung insbesondere zu widerrufen, wenn sich die zum
Zeitpunkt der Anerkennung maßgeblichen Verhältnisse nachträglich erheblich
und nicht nur vorübergehend so verändert haben, dass bei einer Rückkehr des
Ausländers in seinen Herkunftsstaat eine Wiederholung der für die Flucht maßgeblichen Verfolgungsmaßnahmen auf absehbare Zeit mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen ist und nicht aus anderen Gründen erneut Verfolgung
droht. Unter „Schutz“ ist nach Wortlaut und Zusammenhang der Wegfall-der-
Umstände-Klausel ausschließlich der Schutz vor erneuter Verfolgung zu verstehen (Urteile vom 1. November 2005 - BVerwG 1 C 21.04 - BVerwGE 124,
276 = Buchholz 402.25 § 73 AsylVfG Nr. 15 = DVBl 2006, 511 und vom 18. Juli
2006 - BVerwG 1 C 15.05 - zur Veröffentlichung in der Entscheidungssammlung des Bundesverwaltungsgerichts vorgesehen). Damit setzt sich die Beschwerde nicht wie erforderlich auseinander. Sie macht einen weiter gehenden
1 B 174.06
Schutz des Lebens, Genfer Flüchtlingskonvention, Hund, Sicherheit, Staat, Veröffentlichung, Flucht, Wiederholung, Übereinstimmung, Begriff

References: § 132
 Art. 1
 § 73
 Art. 1
 Art. 1
 § 133
 § 73