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Timestamp: 2020-07-03 22:55:04+00:00

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Kapitalverbrechen - WULLBRANDT Rechtsanwälte - Heidelberg & Wörrstadt
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Kapitaldelikte oder Kapitalverbrechen sind die Verbrechen, bei denen das Opfer zu Tode gekommen ist, oder bei denen der Täter versucht hat, das Opfer zu töten. Die bekanntesten Kapitaldelikte sind Mord (§ 211 StGB), Totschlag (§ 212 StGB), Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB) und Raub mit Todesfolge (251 StGB). Aufgrund der Schwere der Verbrechen und der gravierenden Strafandrohungen (beim Mord lebenslange Freiheitsstrafe) ist es beim Vorwurf eines Kapitalverbrechens besonders wichtig, sofort die bestmögliche Verteidigung sicherzustellen.
Verteidigung gegen Kapitaldelikte
Die Verteidigung gegen Tatvorwürfe bei Kapitaldelikten muss umfangreich geplant werden. Einerseits können hier offensive Maßnahmen wie Beweis- und Gutachtenanträge notwendig sein, andererseits ist es für den Beschuldigten in einigen Fällen am günstigsten, sich zu den Vorwürfen gar nicht einzulassen und durchweg zu Schweigen. Welches Vorgehen am sinnvollsten ist, kann nur nach aufwändigem Studium aller Akten der Anklage und unter Berücksichtigung der individuellen Lage des Beschuldigten entschieden werden.
Verfahren vor dem Schwurgericht
Kommt es wegen des Tatverdacht eines Kapitaldelikts zum Gerichtsverfahren, dann findet dies gemäß der Regelung des § 74 Gerichtsverfassungsgesetz immer vor dem Schwurgericht statt. Das Schwurgericht ist eine große Strafkammer des Landgerichts in erster Instanz – besetzt mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen. Auch hieran lässt sich erkennen, welche gewichtige Bedeutung Tatvorwürfe wegen Kapitalverbrechen haben.
Strafverteidigung bei Kapitaldelikten
Wir übernehmen Ihre Verteidigung bei allen Kapitaldelikten, insbesondere in folgenden Angelegenheiten
sexueller Mißbrauch von Kindern mit Todesfolge (§ 176b des Strafgesetzbuches),
sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge (§ 178 des Strafgesetzbuches),
sexuelle Mißbrauch widerstandsunfähiger Personen mit Todesfolge (§ 179 Abs. 7 in Verbindung mit § 178 des Strafgesetzbuches),
Mord (§ 211 des Strafgesetzbuches),
Totschlag (§ 212 des Strafgesetzbuches),
Aussetzung mit Todesfolge (§ 221 Abs. 3 des Strafgesetzbuches),
Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 des Strafgesetzbuches),
Entziehung Minderjähriger mit Todesfolge (§ 235 Abs. 5 des Strafgesetzbuches),
Nachstellung mit Todesfolge (§ 238 Absatz 3 des Strafgesetzbuches),
Freiheitsberaubung mit Todesfolge (§ 239 Abs. 4 des Strafgesetzbuches),
erpresserischen Menschenraub mit Todesfolge (§ 239a Absatz 3 des Strafgesetzbuches),
Geiselnahme mit Todesfolge (§ 239b Abs. 2 in Verbindung mit § 239a Absatz 3 des Strafgesetzbuches),
Raub mit Todesfolge (§ 251 des Strafgesetzbuches),
räuberischer Diebstahl mit Todesfolge (§ 252 in Verbindung mit § 251 des Strafgesetzbuches),
räuberische Erpressung mit Todesfolge (§ 255 in Verbindung mit § 251 des Strafgesetzbuches),
Brandstiftung mit Todesfolge (§ 306c des Strafgesetzbuches),
Herbeiführen einer Explosion durch Kernenergie (§ 307 Abs. 1 bis 3 des Strafgesetzbuches),
Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge (§ 308 Abs. 3 des Strafgesetzbuches),
Mißbrauch ionisierender Strahlen gegenüber einer unübersehbaren Zahl von Menschen (§ 309 Abs. 2 und 4 des Strafgesetzbuches),
räuberischer Angriff auf Kraftfahrer mit Todesfolge (§ 316a Abs. 3 des Strafgesetzbuches),
vorsätzliche Umweltstraftaten mit Todesfolge (§ 330 Abs. 2 Nr. 2 des Strafgesetzbuches),
Körperverletzung im Amt mit Todesfolge (§ 340 Absatz 3 in Verbindung mit § 227 des Strafgesetzbuches),
Abgeben, Verabreichens oder Überlassens von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch mit Todesfolge (§ 30 Absatz 1 Nummer 3 des Betäubungsmittelgesetzes),
Einschleusen mit Todesfolge (§ 97 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes)
Da die Strafandrohung bei Kapitalverbrechen so erheblich ist, ist jedem Beschuldigten beim Vorwurf eines Kapitalverbrechens ein Pflichtverteidiger zu bestellen. Bitte beachten Sie, dass die Beiordnung eines Pflichtverteidigers völlig unabhängig von den finanziellen Verhältnissen eines Beschuldigten geschieht. In Deutschland besteht nach § 140 StPO die Pflicht, bei Delikten besonderer Schwere dem Beschuldigten einen „notwendigen Verteidiger“ beizuordnen. Das Gericht ist also verpflichtet, einen Verteidiger beizuordnen – daher der Begriff Pflichtverteidiger.
Der Beschuldigte hat das Recht, einen Pflichtverteidiger auszuwählen. Kennt er selbst keinen Rechtsanwalt für Strafrecht, dann hat er die Möglichkeit, dem Gericht die Wahl zu überlassen. Im Regelfall erhält er jedoch bis zu 10 Tage Zeit, einen Verteidiger seiner Wahl zu benennen, den das Gericht ihm dann als Pflichtverteidiger beiordnet.
Rechtsanwalt Wullbrandt übernimmt als Strafverteidiger und Rechtsanwalt für Strafrecht laufend Pflichtverteidigungen, insbesondere vor den Gerichten in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen sowie Mainz, Alzey und Bad Kreuznach.
Jugendstrafrecht Rechtsmittel in Strafverfahren (Berufung & Revision)

References: § 74
 § 178
 § 239
 § 251
 § 251
 § 227
 § 140