Source: http://gruene-blomberg.de/Leserbriefe.html
Timestamp: 2020-02-26 07:20:34+00:00

Document:
Bürgermeinung aus Blomberg und über Blomberg
Hier finden Sie Leserbriefe aus den Medien sowie Briefe an uns, die von Blomberger Bürgerinnen und Bürgern zu Blomberger Themen verfasst wurden. In Ausnahmefällen kommt hier auch zu Wort, wer sich von außerhalb zu Blomberger Themen äußert (oder zu Themen, die auch hier von Belang sind).
Die hier aufgeführten Leserbriefe repräsentieren ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser und decken sich damit nicht zwangsläufig mit der Meinung der "Grünen Seiten".
Titel: Wettbewerb der Architekten
Betreff: Vattipark
Der Vattipark bringt Blomberg in alle Munde. Das ist gut für meine Heimatstadt. Kindheit und Jugend habe ich dort verbracht, weil ich gegenüber aufgewachsen bin.
Doch was sich im Umgestaltungsprozess abzeichnet, ist voller Fragen und von der Planung her unbefriedigend. Deshalb halte ich es für dringend geboten, die Geschichte des Ortes umfassend darzustellen und einen offenen landschaftsplanerischen Architektenwettbewerb auszuloben, der die bestmögliche Lösung bieten wird.
Nur so entsteht für Blomberg ein über die Grenzen hinausgehender Mehrwert, der für alle Bürger ein großer Gewinn für die Zukunft sein wird.
Blomberg-Kleinenmarpe
Titel: Statt Grün jetzt ein Schandfleck
Betreff: Zur Debatte über den Kahlschlag im Vattipark in Blomberg.
Es hat mich sehr betroffen gemacht, als ich den Vattipark das erste Mal nach dem Kahlschlag gesehen habe. Ich stimme dem Leserbriefschreiber vom 24./25. Februar voll und ganz zu. Es kann nicht angehen, dass 600.000 Euro Steuergelder für Stadtzugänge ausgegeben werden, die keiner will. Über Planungen zur Veränderung des Vattiparks hat es im Vorfeld von mehreren Vereinen und auch vom Nabu Vorschläge gegeben.
Der Kahlschlag ist schlimm. Wenn man aus der Stadt kommend herausfährt, kann jetzt jede/r die Steine des Baumarktes von gegenüber zählen, anstatt in grüne Bäume zu schauen.
Dass die Grünen dies nicht mehr mittragen konnten, ist gut. Sonst hätten sie auch jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Und dass auch der Nabu daraus seine Konsequenzen zieht, ist nachvollziehbar. Ich persönlich finde es außerordentlich schade, dass unser Bürgermeister kein bisschen Sensibilität in dieser Sache gezeigt hat, um dieses Desaster zu verhindern.
Ich bin froh, dass ich nicht in der Kernstadt wohne. So muss ich diesen Schandfleck nur selten sehen.
Titel: Vattipark jetzt "Plattipark": Schock über die radikale Zerstörung
Betreff: Zur fortlaufenden Berichterstattung über den Vattipark in Blomberg, LZ vom 22. und 25. Februar.
Eine Neuausrichtung (mit Blümchen?) des verschandelten Geländes im Vattipark Blomberg mit dem Nabu kann sich Klaus Geise abschminken. Das ist eine Zumutung und bodenlose "Frechheit für Blomberg", habe ich in einem Leserbrief schon geschrieben. Laut LZ zieht sich der Nabu geprellt zurück. Eine gute, eine weise, zukunftsorientierte, vor allem aufrüttelnde und begrüßenswerte Entscheidung. Der LZ-Kommentar "Die gerechte Quittung" von Patrick Bockwinkel auf der Seite Kreis Lippe passt genau ins Bild. Ein Leserbrief hätte nicht besser geschrieben werden können.
Offenbar sollte eine Sondersitzung, vom Nabu in Verbindung mit der Biostation Schieder vorgeschlagen, verhindert werden. In der Sitzung wollten die Umweltschützer wohl den ominösen Beschluss stornieren lassen. Herr Bockwinkel schreibt dazu: "Diskussion unerwünscht." In Blomberg galt bisher die rote Geschlossenheit, die in erster Linie der CDU missfiel. Das Rätsel, warum die CDU sich diesem zerstörerischen Vorhaben angeschlossen hat, bleibt wohl ungelöst. "GroKo?" Was hindert eigentlich ein Ausschussmitglied daran, zuzugeben, dass er am 24. Januar eine Fehlentscheidung getroffen hat?
Da kommt mir der Gedanke: Wenn die CDU die Fehlentscheidung bekennen würde? Ich bin mir sicher, bei der nächsten Wahl hätte sie die absolute Mehrheit erreicht oder wenigstens die rote Mehrheit im Rat gebrochen. Wer könnte sich in der CDU dafür stark machen? Jetzt müssen sie in den sauren Apfel beißen und mit der SPD Blümchen pflanzen. "Und wohin wollen sie die Nistkästen hängen?", fragt meine Frau. "Warum lassen sie erst die Bäume entfernen, wenn sie Nistkästen aufhängen wollen? Die wenigen restlichen Bäume stehen an den stark befahrenen Straßen. Da werden sich die noch kommenden Vögel bedanken und weiterfliegen." Bis auf einen Mitbürger waren alle anderen, die uns begegnet sind, wie meine Frau und ich geschockt beim Anblick der radikalen Zerstörung. Erinnerungen an frühere Baumfrevel kommen auf.
Warum erkennt Bürgermeister Geise erst nach der Katastrophe den Sachverstand des Nabu? Jetzt wirft er auch ihm wie vorher uns anderen Kritikern Untätigkeit vor. Wie ein angeschlagener Boxer? Anzumerken ist noch, dass der BUND Lemgo voll hinter unserer Kritik steht. Wir hoffen, dass die Kompetenz des Nabu zukünftig in Blomberg rechtzeitig zur Wirkung kommt.
Leserbrief-Überschrift: Solche Entscheidungen müssen den Bürgern vorgelegt werden
Betreff: "Wirbel um den Vatti-Park", LZ vom 30. Januar.
Zuerst mal: Schön, dass auch die LZ einem bevorstehenden Natur-Frevel mal eine ganze Zeitungsseite widmet. Wenn wir Bürger und Naturschützer wirklich was erreichen wollen, müssen wir uns tatsächlich jetzt zusammenschließen und Nein sagen.
Nein zu diesem Vorhaben der Stadt Blomberg. Nein zum Bürgermeister. Nein zum Stadtparlament. Nein zum Leiter Fachbereich Bauen und Stadtentwicklung.
Diese Stadt, meine ehemalige Heimatstadt (sie ist es seit der Grundschul-Schließung in Istrup nicht mehr), agiert zunehmend gegen den Bürgerwillen der Allermeisten in unserer Gemeinde. Friedhöfe werden geschlossen, wegen angeblich nicht mehr tragbarer Kosten von rund 6000 Euro – es sollen sich Bürgervereine gründen, die zukünftig für diese Kosten aufkommen sollen...Aber Gelder von 130.000 Euro für eine bescheuerte und stadtverschandelnde Neon-Reklame-Tafel sind vorhanden?? Wo sind wir denn?? Bevor solche Dinge beschlossen werden, ist die Stadt meiner Meinung nach in der Pflicht, offenzulegen, was derartige Gutachten einer "Planungsfirma" kosten. Das würde sicherlich nicht nur mich mal brennend interessieren. Die Stadt verschwendet gern auch mal öffentliche Gelder, um einer Klientel-Politik nachzukommen – siehe die damalige Neubepflasterung des Marktplatzes zum Bürger-Schützenfest...In der vorherigen Bepflasterung hatte man sich wohl "vertan"... Und das alles aus Steuermitteln? - Nein.
Ich finde, man darf auch gern mal auf "Fördertöpfe" (wie immer diese aussehen) verzichten und man muss seitens der Stadt solche Entscheidungen dem Bürger vorlegen - und zwar, bevor sie getroffen werden. Und auch durch Mitteilung einer Kosten-Nutzen-Gegenüberstellung, damit ein jeder sich seine Meinung bilden und diese dann auch artikulieren kann. Und dann kann darüber gern ein Bürgerentscheid getroffen werden.
So viel sollte man doch auch im Blomberger Stadtrat inzwischen gelernt haben, dass die Bürger an derartigen Entscheidungen mit beteiligt werden wollen und auch sollten, oder nicht?
Anfangs dachte ich (naiv, wie ich war und teilweise immer noch bin), derartige Entscheidungen fallen trotz SPD...In Blomberg ist inzwischen auch mir klar geworden, dass solche Entscheidungen auch wegen der SPD fallen. Schade eigentlich...
Weswegen ich eigentlich geschrieben habe: Wer heute noch unnötig Bäume fällt (sie sind Lebewesen wie Du und ich, spenden Schatten, sorgen für Natur und Insekten etc., sehen wunderschön aus und tun der Seele gut, liefern Sauerstoff und Lebensqualität), der muss wohl wirklich nicht wissen, in welcher Zeit er lebt und was seine Mitmenschen bewegt...
Leserbrief-Überschrift: Ein Zipfelmützenlogo
Betreff: "Blombergs Stadteingänge sollen leuchten", LZ vom 11. Januar.
Das Konzept für die Neugestaltung der Blomberger Ortseingänge ist ein Beispiel für postmodernen Eklektizismus: ein Aufguss von Stilelementen, die man irgendwo schon mal gesehen hat, uninspiriert und halbherzig passend gemacht. Es ist teuer, überdimensioniert, passt nicht zum Charakter unserer hübschen kleinen Stadt und wird wahrscheinlich weder für den Tourismus noch den Einzelhandel in der Stadt irgendetwas bringen, dafür aber weitere Kosten für den Betrieb nach sich ziehen.
Es ist wirklich schade, dass geäußerte Kritik, Anregungen und vor allem alternative Konzepte und Ideen der Bürger praktisch vollständig ignoriert wurden. Gerade im Hinblick auf die zu erwartenden Fördergelder hätte dies ein Projekt werden können, das die Einzigartigkeit unserer Stadt betont und zum Besuch einlädt. Stattdessen bekommt Blomberg ein über die Stadt verteiltes, leuchtendes Zipfelmützenlogo - und eine Videowand!
Es heißt, Bauwerke, egal welcher Art, seien immer auch ein Spiegel der Bedeutung ihrer Schöpfer. Jedem bleibt selbst überlassen, sich Gedanken zu machen, was das für diejenigen bedeutet, die dieses Konzept durchgezogen haben.
Leserbrief-Überschrift: Bitte keine Hunde auf Wilbasen!
Betreff: Hunde auf Wilbasen
Jedes Jahr, wenn die Felder abgeerntet werden, steht sie vor der Tür, die angeblich größte Kirmesveranstaltung in Lippe – der Wilbaser Markt in Blomberg. Auf diese Veranstaltung freuen sich Menschen fast jeder Altersgruppe, denn hier kann man sich nicht nur am Kirmesrummel erfreuen, man trifft auch viele Bekannte und Freunde auf Wilbasen wieder. Auch ich gehe jedes Jahr gerne hin!
Eher ungeeignet, sogar schädlich ist diese Veranstaltung allerdings für unsere vierbeinigen Freunde, unsere Hunde. Jedes Jahr aufs Neue ärgere ich mich über gedanken- und rücksichtslose Hundehalter, die ihre Vierbeiner mit über die Kirmes schleifen. Hunde haben hier wirklich nichts zu suchen!
Es ist nicht nur das enorm empfindliche Gehör und der einzigartige Geruchssinn des Hundes, die hier unzumutbar belastet werden, sondern auch die Psyche kann – vor allem bei einem jungen Hund – schweren Schaden nehmen. Lärmende Menschenmassen, die sich gegenseitig über den Markt schieben, sind schon für mich als Menschen manchmal anstrengend, aber ich tue mir das freiwillig an.
Wie muss sich allerdings erst der Hund einige Stufen tiefer fühlen? Hunde werden dann getreten, angerempelt und ungefragt angefasst. Betrunkene Menschen, die eventuell nicht mehr ausreichend Kontrolle über ihre Bewegungen haben, wirken auf Hunde besonders bedrohlich und können bei ihnen die unterschiedlichsten Reaktionen hervorrufen.
Wie gut, dass die meisten unserer Hunde so ein soziales Wesen haben, dass sie es den Menschen nicht übel nehmen und wahrscheinlich nur innerlich den Kopf schütteln über die Spezies Mensch. Sowohl über die vielen merkwürdigen fremden Gestalten, als auch über den eigenen, der ihm dieses Spektakel zumutet.
Deshalb hier mein Appell an alle Hundehalter: Genießt Wilbasen, Reinholdi und Co. in vollen Zügen! Aber erspart bitte euren Hunden diese Veranstaltung!
Leserbrief-Überschrift: Geschmacklose Litfaßsäule
Betreff: LZ-Bericht "Eine Litfaßsäule soll wildes Plakatieren verhindern", LZ vom 12. Mai.
Hat man nach jahrelangem Zank und Streit, Umbenennung und Renovierung den Platz am Martiniturm als ein Schmuckstück für Blomberg fertiggestellt, platziert man nun vor einem ehrenvollen und historischen Denkmal und Gebäude eine unmögliche Litfaßsäule. An Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. Zur Attraktivität der Altstadt trägt die Säule wahrlich nicht bei. Eine glatte Sechs für die Planer und deren Chef.
Leserbrief-Überschrift: Über die Gegenwart hinaus denken
Betreff: "Für vier Ruhestätten wird es ernst", LZ vom 16. März.
Die elf Blomberger Friedhöfe neu denken – das ist eine Chance. Ein für die Bevölkerung existenzielles Thema wird mit zeitlichem und gefühlsmäßigem Abstand in die öffentliche Diskussion gebracht. Bürger sagen einfach, wie sie sich die Gestaltung ihrer Bestattung vorstellen – entweder Rasengrab, Baumbestattung, Urnenfach in einer gemauerten Wand usw. oder traditionell Erdbegräbnis, Reihengrab, anonyme Bestattung usw.
Der allgemeine gesellschaftliche und kulturelle Wandel und nicht etwa nur betriebswirtschaftliche Zwänge einer Stadt- und ihrer Friedhofsverwaltung erfordern Denken und Planen über den gegenwärtigen Stand der Dinge hinaus. Übers Knie gebrochen wird nichts; an der zukunftsfähigen Gestaltung werden die Bürger beteiligt.
Wenn Politik am Ort aus den Beispielen "Kernstadt-Neugestaltung", "Schulschließung Istrup", "Integrationszentrum Paradies" usw. etwas lernen wollte, dann böte sich bei den Friedhöfen an: Erst mal alles zurück auf Start. Und dann ein viertel oder halbes Jahr Moratorium für Kommunikation ohne Animositäten mit den Bürgern in Kernstadt und Ortsteilen. Nochmal: Es ist eine Chance. Vielleicht wird's ja doch noch was – und unsereiner kann sich auf ein ordentliches Rasengrab freuen. Und nicht nur die Verwaltung auf Einsparungen.
Hagenstr. 64
Leserbrief-Überschrift: Mehr Vertrauen wäre angebracht
Betreff: "Blomberg plant ein Integrationszentrum", LZ vom 4. März.
Welch eine erfreuliche Nachricht für die Flüchtlinge und ihre ehrenamtlichen Helfer. Allerdings scheint es so, als hätte die Stadt Blomberg diesen Plan quasi über Nacht aus dem Boden gestampft. Tagte doch 30 Stunden vorher der "Runde Tisch Flüchtlingshilfe", bei dem auch Vertreter der Stadt anwesend waren. Von diesen war jedoch kein Wort über diesen Plan zu hören. Stattdessen durften sich die Flüchtlingshelfer zwei Stunden lang mit dem mühsamen täglichen Klein-Klein im Umgang mit den Flüchtlingen beschäftigen, ohne über die neuen Perspektiven informiert zu werden, die ihre Arbeit ja wohl auch – und besonders – beeinflussen würden. Diese Information erfolgte dann ja erst 30 Stunden später durch die regionale Presse.
Dies ist leider nicht das erste Mal, dass den ehrenamtlichen Helfern Fakten über neue Entwicklungen vorenthalten werden, die auch sie betreffen. Schon beim vorletzten "Runden Tisch" wurde mit den Informationen über die Flüchtlingsunterbringung im Feriendorf Ulmenallee ähnlich verfahren. Auch damals hat sich das Rathaus sehr kurz danach über die Presse dazu geäußert.
Blumige Dankesworte an die Flüchtlingshelfer von Seiten der politisch Verantwortlichen reichen einfach nicht aus. Ein wenig mehr Vertrauen und Kooperation wären angebracht. "Blomberg plant ein Integrationszentrum" – da sollten doch auch die ehrenamtlichen Helfer in Informationsprozesse "integriert" werden. Der "Runde Tisch" ist dafür wohl das angemessene "Integrationszentrum".
Entmündigte Ehrenamtler, die von den Kommunen nur als "nützliche Idioten" eingesetzt werden, wo Not am Mann ist, könnten unter diesen Umständen sehr bald das Handtuch werfen. Damit wäre weder den Kommunen und erst recht nicht den Flüchtlingen ein Dienst erwiesen.
Heinrich Ewert
Leserbrief-Überschrift: Tolle Idee
Betreff: Marktplatz in Blomberg
Noch nie in seiner enorm langen Existenz war der Marktplatz nachts so strahlend hell wie jetzt. Eine wunderbare Idee, die anheimelnd gemütliche uralte Fachwerk-Stadt in ein für Sportplätze geeignetes Flutlicht zu tauchen. Für die nah an den Laternen liegenden Wohnungen hat das den großen Vorteil des Stromsparens: Es ist dort nun auch in den Nächten taghell. Allerdings gibt es den Nachteil einer starken Dauerbeleuchtung. In der "Chinesischen Folter" kam so etwas mit großem Erfolg zur Anwendung. Bei uns wohl einmalig. Toll! Wer hat das schon? Im wahrsten Sinne des Wortes: Die Planer und der Rat der Stadt hatten eine blendende Idee.
Leserbrief-Überschrift: Kompromiss schafft Freiraum
Betreff: Artikel "Pideritplatz bekommt Teilzeitparkplätze" samt Kommentar, LZ vom 23. Mai.
Nein, der Pideritplatz ist keine reine "Pflasterwüste" für Autos. Wie oft bin ich mit den lieben Kleinen mal eben rausgegangen zu einer Runde Federball oder habe versucht, Bälle vom Touchieren der Mercedesstoßstange abzuhalten. Wenn sich nach der Umgestaltung mehr freie Fläche für solche Aktivitäten ergibt: Juchhu, danke Bezirksregierung! Die Kinder in unserer Nachbarschaft werden sich freuen. Und da ja nun wahrhaftig keine Parkraumnot herrscht (außer an den Tagen, an denen die "Teilzeitparkplätze" zum Einsatz kommen sollen): Was soll die Aufregung? Der Kompromiss ist kein Witz, sondern schafft Freiraum für Menschen.
Irene und Helmut Schmeißner
Leserbrief-Überschrift: Kampf um eine Toilette
Betreff: Zur Berichterstattung über die Toilettensituation in Blombergs Innenstadt.
Mit der Entscheidung des Ausschusses Bauen und Stadtentwicklung werden wir weiter leben können. Auch andere Blomberger sind enttäuscht. Eine nette Toilette (der Beck) hat am Sonntagnachmittag seine Pforten schon wieder geschlossen. Trotz der Toiletten in den Eisdielen bleibt der toilettenlose Zustand täglich noch viel zu lang erhalten und ist unseres Erachtens weiterhin unzumutbar.
Wir werden Frau Marin Stork von den Freien Bürgern in ihrem Bemühen, weiterhin für die öffentliche Toilette zu kämpfen, mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften unterstützen. Blomberg, die kleine Stadt, die nicht alles hat, oder?
Die Leute, die frühmorgens in Blombergs Innenstadt unterwegs sind und nicht die einzige geöffnete nette Toilette aufsuchen möchten, ohne etwas zu kaufen, werden wohl weiter die öffentliche Toilette im Grünen benutzen müssen.
10.01.15 (Blomberg Voices)
Leserbrief-Überschrift: Volkssport Salzstreuen
Sobald es schneit und friert, werden die Blomberger „kriminell“. Sie fahren zu den großen Einkaufsmärkten vor den Toren der Stadt und kaufen säckeweise Salz. Jahr für Jahr schaufeln Anwohner und Räumdienste das Salz auf Gehwege und Plätze. Salzstreuen wird sozusagen zum Volkssport. Ganz Blomberg wird eingepökelt!
Die Märkte unterstützen die Einwohner dabei mit diversen Billigangeboten: 10 Kilogramm Auftausalz kosten im Schnitt nur 2,- €. Billig und einfach für Einwohner: Eis und Schnee sind im Nu hinweggetaut!
Schwerwiegend dagegen sind die Folgen für die Vegetation, für Grund- und Trinkwasser, für Tiere, Gebäudesockel, Blech der Autos und ... viele Schuhsohlen!
Dabei existiert für Blomberg eine gültige und umweltbezogene "Straßenreinigungs- und Gebührensatzung", an die sich alle halten müssen, auch die städtischen und privaten Räumdienste.
Dort heißt es unter § 3 (2) (Zitat):
"Die Gehwege sind in einer für den Fußgängerverkehr erforderlichen Breite von Schnee freizuhalten. Bei Schnee- und Eisglätte sind die Gehwege sowie die für den Fußgängerverkehr notwendigen Übergänge und die gefährlichen Stellen auf den von den Grundstückseigentümern zu reinigenden Fahrbahnen vorrangig mit abstumpfenden Stoffen zu bestreuen. Der Einsatz von Salz oder sonstigen auftauenden Stoffen ist grundsätzlich verboten.
Die Verwendung ist nur erlaubt
an gefährlichen Stellen ...." usw.
Unter § 9 (Zitat) heißt es:
"Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig ... gegen ein Ge- oder Verbot des § 3 dieser Satzung verstößt."
Doch das Ordnungsamt schaut einfach weg!
Skandalös ist auch das Ergebnis einer Umfrage bei allen Blomberger Märkten: Aldi – Edeka – Lidl – Marktkauf – Magowsky - Nahkauf – Raiffeisenmarkt – Recker Baumarkt – Werkmarkt Stumpf.
Kein einziger Markt hatte abstumpfende Mittel für die Winterstreuung im Angebot. Lediglich Recker bot als Ersatz Fugensplitt an.
Dabei lassen sich abstumpfende Mittel sehr gut streuen, sogar nach Abschmelzen des Schnees oder Eises wieder zusammenfegen, um sie dann mehrfach wiederzuverwenden. Eine von mir selbst erfolgreich durchgeführte Methode.
Aufklärung ist also dringend nötig und Verbote sind durch die Ämter der Stadt in Erinnerung zu rufen. Aber vor allem muss der Bürger in Blomberg abstumpfende Mittel kaufen können, damit er umweltbewusst handeln kann!
Blomberg-Wellentrup
Leserbrief-Überschrift: Möglichst schneller Abriss wäre verantwortungslos
Betreff: "Ein Dorf hilft sich selbst – Eschenbrucher kaufen verfallenes Haus und lassen es abreißen", LZ vom 3. Januar.
Der Bericht hat mich fassungslos gemacht: Mitglieder der Dorfgemeinschaft und des Heimatvereins Eschenbruch gründen eine Gesellschaft und kaufen ein leerstehendes Fachwerkhaus im Dorf, um es abreißen zu lassen. Die Stadt Blomberg und der Kreis Lippe unterstützen diese Aktion. Die Frage, ob das seit zwölf Jahren leerstehende und vernachlässigte Fachwerkhaus möglicherweise historisch bedeutsam oder ortsbildprägend sein könnte, wird gar nicht erst gestellt.
Es geht nur um die schnelle Beseitigung des "Schandflecks" – ein Begriff, der meiner Ansicht nach auf die Vorschlagsliste zum "Unwort des Jahres" gehört. Ein historisches Gebäude ist keine Schande, sondern ein Zeugnis der Geschichte eines Ortes, das zunächst einmal Respekt verdient – unabhängig von seinem Erhaltungszustand. Es gibt viele Beispiele für heruntergekommene Fachwerkhäuser, die vor dem Abriss gerettet und instandgesetzt wurden – und die heute eine Zierde ihres Ortsbildes sind.
Auf dem Foto in der LZ ist zu sehen, dass das Haus ein intaktes und vor Jahren neu gedecktes Dach hat – damit wäre mit geringem Pflegeaufwand eine Bestandssicherung über die nächsten Jahre möglich. Das Engagement der Eschenbrucher verdient zweifellos Anerkennung – aber warum setzt man die gesammelten Gelder nicht für eine äußerliche Instandsetzung und Bestandssicherung ein, um dann in aller Ruhe einen Käufer für das Fachwerkhaus zu finden? Ich biete gern an, dabei behilflich zu sein.
Leserbrief-Überschrift: Grob fahrlässig
Betreff: Zur Toiletten-Situation in Blomberg.
Kürzlich war das Sinterklaas-Volksfest in Blomberg. Ein Magnet, der auch Besucher aus dem Umland anzieht und wirklich eines der zwei Alleinstellungsmerkmale für Blomberg ist. Denn da der Sinterklaas mit seinen Pieten auch die sozialen Einrichtungen der Umgebung gern besucht, ist der Bekanntheitsgrad und die Ausstrahlung ins Umland sehr hoch und jedenfalls imagewirksamer als eine neue Pflasterung des Marktplatzes.
Nun haben in diesem Jahr die zwei Hotels am Markt den Geist aufgegeben, also keine "netten Toiletten" am Marktplatz. Das konnte natürlich der Behörde, die die Genehmigung für die Nutzung des Marktplatzes bearbeitet, nach bestem Wissen und Gewissen nicht bekannt sein, denn dann hätte diese Behörde ja sicherlich die wunderschöne 50.000-Euro-Geheim-Toilette im Erdgeschoss des Rathauses für die Zeit des Festes mit zur Verfügung gestellt. Ist doch klar, wenn man Besucher der kleinen Stadt, die alles hat, nicht vergrätzen will. Aber sie (die Behörde samt Chef) konnten das eben nicht wissen.
Und nun weiß man auch in Paderborn, Bielefeld und Hameln, was in Blomberg fehlt. Und natürlich auch, was man in Blomberg hat bzw. ebenfalls nicht hat, aber trotzdem ausgeben will: Beinahe 1,5 Millionen für die Innenstadtneu- und umpflasterung, von der man im Rat glaubt, dass sie Touristen in Massen anziehen wird. Das glauben die wirklich, sagen sie jedenfalls!
Doch eine Veranstaltung, die die Innenstadt auch ohne neues Pflaster mit Besuchern füllt, eventuell mal mit ein paar Hunderten zu stützen, damit es ausnahmsweise – bis die öffentliche Toilette steht – für einen Toilettenwagen reicht, dafür haben die "Stadtväter" ebenfalls nichts übrig.
Darüber wurde offenbar nicht nachgedacht. Wie nennt man das, wenn die einfachsten, naheliegendsten Überlegungen nicht angestellt werden: grobe Fahrlässigkeit, zum Nachteil der Stadt. Und diese Stadt will "Touristikmarke" werden? Damit nun dieses schöne, für Blombergs Image wichtige Fest im nächsten Jahr ohne geplatzte Blasen stattfinden kann, wäre es vielleicht hilfreich, einen Förderkreis "Sinterklaas" ins Leben zu rufen, damit die Organisation des Rahmens nicht wieder allein an den drei oder vier Ehrenamtlern hängen bleibt, die sich die letzten Jahre mit der Organisation abgestrampelt haben. Ein paar mehr Schultern wären da schon hilfreich.
Leserbrief-Überschrift: Die Innenstadt schließt
Betreff: Zur Situation rund um den Blomberger Marktplatz.
Der Countdown läuft! Die Innenstadt schließt nach dem Kartoffelfest. Auf dem Marktplatz ist "tote Hose". Wird Blomberg eine Geisterstadt? Mehr und mehr verschwinden die Gewerbesteuerzahler. Hoffentlich übersteht der Rest von ihnen die "Aufhübschungsmaßnahmen" wegen der fehlenden Parkplätze. Nur für diese Baumaßnahmen ist noch Geld in der Stadtkasse, ohne Mehrkosten.
Steht Blomberg insgesamt vor dem Ruin? Man muss es befürchten. Was kann noch getan werden? Wer hat eine rettende Idee? Wie wäre es, wenn: Auf dem Marktplatz wieder die Linienbusse halten könnten? Hier wieder Kurzzeitparkplätze eingerichtet würden? Eine Fastfoodkette Einzug hielte? Ein Altenheim mit Cafe entstünde? Würden diese Maßnahmen nicht wieder Leben hereinbringen? Man stelle sich diese vielen Menschen, alt und jung, vor. Entstünde dann nicht ein Stückchen Großstadtflair? Alles im "shared space", wie ein Niederländer vor Jahren mal auf dem Kurzen Steinweg vorgeschlagen hatte? Mit neuen Geschäftseröffnungen? Alles Hirngespinste? Ich bin mir da nicht so sicher!
Leserbrief-Überschrift: Kreisverkehr ungefährlicher und umweltschonender
Betreff: Blomberger Polizeimeldung "Radfahrerin schwer verletzt", LZ vom 6. Oktober.
Da ich selbst gegen 12 Uhr am Samstag, 4. Oktober, durch das Niederntor mit dem Auto aus der Stadt fahren wollte und schon die Rettungskräfte am Werk sah, hat mich die Meldung sehr betroffen gemacht. Dieser Unfall hätte sich bestimmt nicht ereignet, wenn es einen Kreisel an der Edeka-Tippenhauer-Kreuzung gäbe!
Radfahrer, die aus Bad Meinberg kommen, sollen nämlich nicht nur einmal abgenervt im ungünstigsten Fall 100 Sekunden auf Grün warten wie alle Autofahrer - um die Fahrbahnseite zu wechseln, um dann noch einmal zu warten, um in Fahrtrichtung weiterradeln zu dürfen. (In der Zeit ist die Tagesschau in 100 Sekunden zweimal fertig!!). Also bleibt der Radler, der nach Blomberg-City möchte, auf dem linken Radweg, denn er müsste sonst noch einmal warten (diesmal nur eine halbe Tagesschau lang, denn er findet eine unbeampelte Querungshilfe vor Reker), um in Richtung Innenstadt zu kommen.
So eine zeitfressende "Umleitung" wird von keinem Autofahrer verlangt, obwohl der doch trocken und gut geschützt ist im Gegensatz zum Radler. Wenn der aus Bad Meinberg kommende Radler zu dem an der Einmündung zum Hellweg wartenden Autofahrer Augenkontakt aufnimmt, kann nichts passieren, denn Fußgängern müsste er ja auch Vortritt lassen. Am Samstag war aber sehr heller Sonnenschein, der vielleicht zu Blendungen auf beiden Seiten führte.
Egal ob viel Verkehr ist oder wenig, egal ob Berufsverkehr oder Mitternacht: Die jetzige, überaus langwierige Ampellösung verführt zu Regelverstößen und lässt sich aus Umwelttechnischen Gründen schon gar nicht mehr halten. Bereits in den 80er Jahren lagen Studien vor über den erhöhten Schadstoff-Ausstoß haltender/wieder anfahrender Autos an Ampeln im Gegensatz zu Kreisverkehr- Lösungen. Viele Tonnen CO2 lassen sich dabei einsparen, und deswegen setzte sich dann das Abschalten der Ampeln zwischen 22 und 5 Uhr durch. Das wäre für Blomberg ja auch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Wie geht es der schwer verletzten Radfahrerin wohl inzwischen?
Leserbrief-Überschrift: In die Tasche gefasst....
Betreff: Zur Berichterstattung über die Neugestaltung des Blomberger Marktplatzes in der LZ, zuletzt am 10. September 2014 unter der Überschrift "Parkplätze und Verkehr sind Dauerbrenner".
Da sich nun die ausgesuchte Ratsmehrheit zusammengefunden hat, geht es trotz Haushaltssperre weiter, bar Geldes. Bezeichnend für die Denkrichtung ist es, dass die Haushaltssanierungvorschläge mit massiver Erhöhung der Steuern und Aufgaben beginnen, und erst ganz am Ende die Idee kommt, man könnte ja vielleicht auf den (zu nichts nutzenden) Pflasterwechsel in der Innenstadt verzichten. Dafür, so hat die Verwaltung mitgeteilt, sei ja ohnehin noch kein Geld zurückgelegt.
Also, wovon wollen die das denn bezahlen? Schon die Aufwendungen für die Unterbringung und Betreuung der der Stadt zugewiesenen Flüchtlinge müssen aus Kassenkrediten bestritten werden. Und der Zustrom der Asylsuchenden wird nicht geringer werden. Das ist eine unabweisbare humanitäre Zukunftsaufgabe und -ausgabe, doch diese Entscheidungsträger wollen unbedingt neues Pflaster und ein Planschbecken auf dem Marktplatz, ach ja, und die Aussichtsplattform. Für eine schlappe Million, inclusive Planerhonorar. Naja, dafür ist der Planer ja auch den Bürgern "entgegengekommen", wie man in der LZ las. Ist doch geradezu menschenfreundlich von dem Manne, den Bürgern, die ihn mit knapp hunderttausend honorieren sollen, entgegenzukommen.
Bei der Bürgeranhörung wollte man gleich zum Start nichts von der öffentlichen Toilette wissen. Wo doch schon vor Jahren aus dem Stand über fünfhundert Bürger UND Besucher der Stadt per Unterschriftsliste sich dafür ausgesprochen haben. Dass etliche aus dem Rat argumentieren: "ICH! brauche keine öffentliche Toilette", ist verständlich, denn wann besuchen die mal die Innenstadt? Außer zu Sitzungen, und da gibt es dann ja unten im Rathaus die vor zwei Jahren für fünfzigtausend Euro hergerichtete wunderschöne "Kunden"toilette, die aber mangels Ausschilderung nur von Eingeweihten gefunden wird. Drum hier die Wegebeschreibung: Durch die Rathaustür ganz gradeaus bis zu der Tür mit dem grün-weißen Kreuz. Mutig drauf zu, die Klinke runterdrücken, und dann ist es gleich die zweite Tür links, und dahinter ist es sogar – cum grano salis – behindertenfreundlich. Gute Verrichtung wünscht ...
Leserbrief-Überschrift: Die Koalition versorgt ihre Kinder
Betreff: Zum Bericht SPD spendiert FDP zwei Posten, LZ vom 23. August
Kaum hat die Lokalpolitik in Blomberg die Koalition aus dem Sack gelassen, da hat eben diese Koalition im Rat schon zwei Tage später in klassisch mehrheitsdemokratischer Manier durchgesetzt, dass die sitzungsgeldträchtigen Gremien von Sparkasse und Blomberger Versorgungsbetrieben (BVB) von sieben auf neun Mitglieder aufgestockt werden sollen.
Für wen denn wohl? Wird ein Gremium schlauer, wenn es um zwei Sitze erweitert wird? Oder wird es nur teurer? Oder war die alte Siebener-Besetzung gar zu unschlau? Da kann man mit Bert Brecht nur singen: ..."welches war dein Preis"
Warum nun neun? Damit der Proporz gewahrt bleibt? Dann täten es auch sechs Sitze: Drei zu zwei zu eins, und es wäre auch noch Geld gespart worden. Und die kleinen Gruppierungen im Rat bleiben ja ohnehin außen vor?
Neun darum, weil der neue Koalitionär natürlich auch mitsitzen muss, doch dann wären es erst acht. Neun darum, weil jemand, der nun nach des Wählers unerforschlichem Abstimmverhalten eigentlich gar nicht mehr reingekommen wäre, – "doch, die Treue, sie ist kein leerer Wahn" – von der SPD Sitz, Stimme und Sitzungsgeld für die nächsten sechs Jahre geschenkt bekommt. Man kann halt auf diesen Experten (den einzigen?) nicht verzichten.
Und der Spaß kostet ja auch nur ein bisschen: 2013 kamen laut LZ 19.800 Euro an Sitzungsgeldern zusammen.
Nun mag man zwar sagen, dass es nicht das Geld der Steuerzahler ist, das da ausgeschüttet wird. Denn BVB und Sparkasse sind ja formell keine „städtischen“ Geldesel. Doch wer füttert denn diese Einrichtungen? Das sind wir, ich und du und Müllers Kuh, die Kunden der Sparkasse, die Strom- Gas- und Wasserverbraucher, und wir bezahlen damit mal wieder den Spaß für unsere jüngst gewählten Koalitionäre (+1).
Und die schauen wieder mit sorgenvoller Miene auf sinkende Wahlbeteiligungen und politisches Desinteresse der lieben Nichtwähler, und fragen sich: Woran mags bloß liegen? Das fragen die sich nach jeder Wahl, und ehe sie eine Antwort erhalten, eilen sie schon wieder ins nächste sitzungsgeldbewährte Gremium.
Nix gegen angemessene Aufwandsentschädigungen für notwendige und zeitaufwändige Ausschuss- und Ratsarbeit. Doch eigens noch ein paar Sitze an gut dotierte Gremien dranzuhängen.....? Nach der 2009er Wahl wurden sogar Gremien verkleinert, damit die gewählten Vertreter der örtlichen Wählervereinigung bloß kein Stimmrecht haben durften.
Tja, Wähler, da guckste!
Leserbrief-Überschrift: Neues Pflaster bringt kein neues Leben
Betreff: Zu den Plänen, in Blomberg den Markt-, den Pideritplatz und andere Bereiche in der Innenstadt neu zu gestalten.
Kann es denn ein Grund sein, alle 25 Jahre die Innenstadt neu zu pflastern, nur weil es mal wieder etliche Millionen Landes-Fördermittel gibt, die es ja eigentlich gar nicht gibt, bei der bekannten Landesverschuldung? Und den kommunalen Eigenanteil von 40 Prozent, also auch Millionen, den gibt es ja bei der bekannt desolaten und unsicheren Finanzlage der Stadt eigentlich auch nicht?! Denn angesichts der Haushaltssperre wird wohl auch dem letzten Ausgabenpolitiker der Stadt klar: Es ist alles bloß gepumpt.
Kann es denn ein Grund sein, über Jahre hinweg Pflaster sacken zu lassen und mit grässlich-hässlichen Bitumenplomben zu verunstalten, nur weil es eben nach 25 Jahren wieder Fördermittel für neues Pflaster gibt, weil laufende Unterhaltung nicht gefördert wird und man eben viel lieber rund zwei Millionen Eigenanteil zubuttert, damit überregionale Baufirmen ein Einkommen haben? Und die das durchsetzenden Politiker sich schulterklopfend sagen können: Das haben wir fein hingekriegt! Und dafür dann alle Bürger verschulden und auf Jahre hinaus bezahlen lassen?
Damit ein höchstkompetentes Planungsbüro auch hier seinen Modulbaukasten auspacken kann, wie es das schon in etlichen anderen Städten hat tun dürfen? Was dabei herauskommt, wenn hübsche Planzeichnungen in die Realität gepflastert werden, darf man am Martiniturm im Detail besichtigen: das vorher ebene wurde stolperig, das schräge wurde grade, das grade wurde schräg, mit gleich mehrfachen Stolperkanten, und die kahl-modernistische Unpässlichkeit betont auffallend entblößend die historische Substanz des "historischen Stadtkerns" an diesem Platz. Das verdeckt auch keine mobile Kunstaufstellung. Und der Planer? Ach, wär er doch in Düsseldorf geblieben!
Womit will Blomberg denn nun wirklich werben? Mit "historischem Stadtkern", oder mit zeitgeistlich-modernistischer Stadtkernpflasterei, die man so auch in vielen anderen Städten findet? Dass selbst die betonköpfige Ratsmehrheit vor der Wahl schon merkte, dass die Planung wohl nicht so das war, was die Bürger wollten, hat nun leider nicht dazu geführt, dass Schluss gemacht wurde mit diesem Prestigeprojekt, sondern es musste unbedingt eine andere Planung her, die nun statt Marktplatzanhebung eine Pflasterlandschaft für Skateboards auf den Marktplatz bringen soll.
Doch wozu das Ganze? Das alte Pflaster kann materialgerecht saniert werden, und der Alheyd-Brunnen mag so bleiben, wie er ist. Den Pideritplatz von Schrägaufstellung in Ost-West-Richtung zu ändern, um mal grade fünf Stellplätze mehr zu haben, rechtfertigt auch den Aufwand nicht. Und danach ebenso wie schon jetzt kein Geld oder nicht den Willen zu haben, Pflanzungen und Pflasterecken zu pflegen?
Auf den Aussichtsturm im Schweigegarten zu verzichten, zeigt Lernfähigkeit, aber nun stattdessen das Ganze einen Meter aufzuschütten? Um einen Blick über die Mauer werfen zu können in das schöne Paradiestal? Dafür reicht auch die Erweiterung der Plattform an der Stadtmauer, wenn man denn schon nicht hundert Meter weiter zum Durchgang an der Burg gehen und schauen will. Dort die Sandsteinstufen wieder trittsicher zu machen und mit einer kleinen Rampe den Durchgang auch für Kinderwagen und Rollstühle passierbar zu machen, damit wäre zu geringem Kosten viel Wirkung zu erzielen.
Also insgesamt: Noch ist es Zeit, weitere Geldverschwendung zu verhindern. Man mag es doch sein lassen, und stattdessen für sorgsame Sanierung statt Neupflasterung, für Unterhaltung, Pflege und Reinigung sorgen, denn allein neue Pflasterung bringt kein Leben in die Innenstadt. Dafür müssen andere Denkprozesse und Initiativen Raum greifen, die gar nicht mal so viel kosten müssen. Darüber kann man gemeinsam nachdenken.
Leserbrief-Überschrift: Nicht zeitgemäß
Betreff: In Blomberg kann man Pass-Bearbeitungsgebühren nicht mit EC-Karte zahlen
Der Bürgermeister und Bürgermeisterkandidat einer kleinen Stadt im lippischen Südosten hat sich nun endlich eine eigene Website zugelegt, wohl wegen des Wahlkampfes und natürlich wegen der Zukunft , die vorerst mal bis 2020 befristet ist.
Ob bis dahin für das Bürgerbüro der Stadt auch die Möglichkeit erfunden wird, mit Scheckkarte zu zahlen? Zugegeben, nur Bares ist Wahres, doch wenn man – der Kunde ist König – erst in die Stadt geschickt wird, um richtiges Geld zu besorgen, ist das auch nicht so prickelnd. Mensch wird ja nicht jünger. Mit nem Rolli über den jetzt abgeschrägt barrierfreien Platz zu rollieren, ist ein herausfordernder Genuss.
Man wird ja zum Beispiel wegen eines neuen Personalausweises vorher auf vieles hingewiesen, aber nicht darauf, dass Gebühren, bei Abholung fällig, nur in bar zu zahlen möglich ist, was gut zum historischen Ambiente des Stadtkerns und des Gebäudes passt, aber nicht zu zeitgemäßen Zahlungsgewohnheiten. Doch dafür müssen dann die Mitarbeitenden der Quittierung und der Bar-Kassenverwaltung die erforderliche Zeit und Sorgfalt widmen. Diese Zeit könnte durchaus dem Bürger zugewandt werden.
Leserbrief-Überschrift: Leben braucht der Platz
Betreff: "Blomberg könnte sich mit Licht in Szene setzen", LZ vom 21. Januar.
Watt se all moaket, doesse Stodeerten: Kaltweiß – eine Pracht, das ganze Jahr Weihnachtsmarkt- und KdW-Stimmung, das Licht der großen weiten Welt. Passt prima zur Global-Werbung von Blomberg-Marketing, und zum historischen Stadtkern-Projekt. Das Foto in der LZ zeigt es deutlich:
Markt und Rathaus stehen verlassen, hell erleuchtet ist das Haus. Keiner zeigt sich auf den Gassen, alles sieht verlassen aus. Und da liegt der Hund begraben: Leben braucht der Platz, richtige, lebendige Menschen, die da was machen, und Menschen, die dabei zuschauen oder sogar mitmachen und sich freuen: Kommunikation im öffentlichen, barrierefreien Raum. Offenes Singen, Laientheater, Tanz und Straßenmusik, Diskussionsforen, Austellungen, und natürlich auch den Frühjahrspflanzenmarkt, mit Nelken und Tulpen, innig sich küssend vereint.
Wer würde denn mal bei so was mitmachen wollen? Mal nur so zum Spaß? Die nächste Open Air-Saison kommt bestimmt.
Tiemannskamp 23
Leserbrief-Überschrift: Offenbarungseid der Behörden
Betreff: Zum Zustand der Landesstraße 961 zwischen Donop und Wendlinghausen
Es ist kein Ruhmesblatt für das Landesstraßenbauamt, wenn ich die langjährigen Bemühungen um einen allen Beteiligten gerecht werdenden Ausbauzustand der L 961 im Bereich Hagendonop bewerte. Es handelt sich dabei um eine in Jahrhunderten gewachsene Dorfstraße, die überwiegend beidseitig von Bruchsteinmauern begrenzt wird.
In den letzten fünf Jahrzehnten, bevorzugt vor Wahlen, wurden die unterschiedlichsten Lösungsvorschläge unterbreitet. Da sollte die Anbindung dieser Straße an die Ostwestfalenstraße nicht mehr durch den Ort erfolgen. Auch stand angeblich die Planung für einen Fuß- und Radweg, und man hoffte auf Haushaltsreste im Herbst des Jahres. Der Tiefpunkt wurde jetzt erreicht, als der Bürgermeister anlässlich einer Ortsversammlung vorgeschlagen hat, dass die Anlieger die Schaufel selbst in die Hand nehmen sollen, denn das Land und die Stadt könnten allenfalls die Kosten für Planung und Material übernehmen.
Dieser Offenbarungseid wird noch verstärkt durch Maßnahmen der zuständigen Behörden. Wegen des schlechten Straßenzustands wurde im Bereich Hagendonop eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde angezeigt und etwas später schon an der Ostwestfalenstraße ein Verbot für Lkw im Durchgangsverkehr.
Für die Anlieger an sich ein paradiesischer Zustand, wenn sich einerseits alle Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten würden und wenn andererseits der Status als Landstraße mit überregionaler Bedeutung es nicht allen Lkw-Fahrern, die ihre Ladung im Umkreis von 70 Kilometern – also etwa Paderborn, Bielefeld, Hameln – aufgenommen haben, ermöglichte, trotzdem die Straße benutzen zu dürfen. Dem Vertreter des Straßenverkehrsamts fiel dazu nur ein, den Bürgern zu empfehlen, diesen Sachverhalt nicht publik zu machen, weil die meisten Lkw-Fahrer nicht darüber informiert sind.
Ich halte es für dringend geboten, dass vor Planung und Erstellung von Radschnellwegen durch Lippe den Bürgern des Ortsteils Hagendonop endlich eine vernünftige Perspektive aufgezeigt und die Finanzierung gewährleistet wird. Vielleicht hilft ja der anstehende Wahlkampf den Kandidaten wieder auf die Sprünge.
Leserbrief-Überschrift: Zuerst überlegen
Betreff: Verschiedene Berichte zu den Sanierungsarbeiten am Kurzen Steinweg in Blomberg
Kaum sind die Arbeiten in der Blomberger Innenstadt – Kurzer Steinweg – erledigt, stehen schon die ersten Änderungen an. Limburg lässt grüßen, fast jede Stadt hat einen Bischof, auch wir, und die Planer sind immer im Urlaub, wenn etwas schief geht. Schuld sind immer die anderen.
"Planungsfehlerversicherung" – was für ein Wort, der letzte Schrei. Wofür haben wir Fachleute? Oder hat gar der Bürgermeister seine Baufachleute nicht im Griff ?
Es fehlt nur noch, dass nach Fertigstellung von Martiniturm und Martiniplatz der Kirchturm noch versetzt werden muss.
Leserbrief-Überschrift: Bus wird nicht vermisst
Betreff: Zum Busverkehr in der Blomberger Innenstadt
Auf den Leserbrief des Herrn Franke hin, den ich mit vielen Blombergern sehr begrüße und unterstützen möchte, sollte eine neue Ratsvorlage unter Beibehaltung dieser Verkehrsregelung in Angriff genommen werden. Neben uns beiden haben sich auch viele andere deutlich für die Beibehaltung der jetzigen Busverkehrsregelung ausgesprochen. Der Marketingverein nicht? Ein Deal? Klaus Geise könnte bei gutem Willen mit seiner SPD viel in Bewegung bringen, alles im Hinblick auf die nächste Kommunalwahl. Hat denn eigentlich keiner der Verantwortlichen bemerkt, dass kein Fahrgast den Bus in der City vermisst? Allein das müsste schon ausschlaggebend gegen ein Wiedereinsetzen des Schwerverkehrs sein.
Die neue, technisch gelungene Straßenbeschaffenheit des Kurzen Steinweges lässt allerdings Schlimmeres befürchten. Technisch gelungen, aber passend zur Altstadt Blomberg und ihren Fachwerkhäusern? Eine durchdachte Planung? Das war vorher passender.
Auf dem Asphalt fühlen sich die "Vettels" in ihrem Element, immer mit den richtigen Pneus unterwegs. An der Piste die Zuschauer mit stellenweise verbreiteter VIP-Tribüne.
Leserbrief-Überschrift: Es geht auch ohne Busse
Betreff: Zum bevorstehenden Abschluss der Straßenarbeiten in der Blomberger Innenstadt
Nur noch ein paar Restarbeiten, und endlich ist es geschafft. Unsere neue Geschäftsstraße ist fertig.
Die Blomberger freuen sich, und die Geschäftsleute sind froh, dass alle Geschäfte wieder gut zu Fuß zu erreichen sind.
Fast ein ganzes Jahr haben wir Blomberger uns daran gewöhnt, und niemand hat sie vermisst, die vielen leeren Busse, die durch die Stadt fahren. Auch das Sitzen in den Cafés ist angenehmer. So sollte es bleiben.
Leserbrief-Überschrift: Nelkenstadt ohne Nelken
Betreff: Über die Pflanzen in den öffentlichen Rabatten im Blomberger Stadtgebiet
Wer oder was hindert eigentlich die Blombürger und deren Stadtverwaltung und deren Stadtverschönerungsgrößen seit Jahrzehnten, in den öffentlichen Rabatten und den privaten Vorgärten und den Grünpflanzungen vor Geschäften und Banken Nelken zu pflanzen, damit die Stadt endlich mal ihrem Slogan "Nelkenstadt" auch in der Realität sichtbar gerecht wird???
Vor den Rathausfenstern könnte seit Jahrzehnten sommerlicher Nelkenschmuck herabhängen, von den tragischen Blumenkübeln am Rathausportal ganz zu schweigen, und im frühen Frühjahr könnte es einen Nelken- und natürlich auch Tulpenmarkt geben, und einen Nelkenpflanz-Schmuckwettbewerb, wo der Bürgermeister dann die Preise verleiht, und das tut er sicherlich gerne. Oder er reicht der Blomberger Nelkenkönigin die Preise an; das tut er sicherlich genauso gerne.
Und längs der Stadtmauer und im Schweigegarten und auf den sowieso neu angelegt werdenden Plätzen und auf dem Glacis der Burg und ... Die Bürger sollten nicht länger warten, sondern die Angelegenheit als Pflanz-Mob selber in die Hand nehmen.
Und auf Blomberger Webseiten unter "Stadtgeschichte" könnte was zur Herkunft des Begriffs "Nelkenstadt" zu lesen sein, mit Fotos, oder vielleicht setzen die örtlichen Gärtner auch mal einen thematischen Schwerpunkt dazu. Und die Stadt könnte auch mal den Eigentümern der vielen Gammelecken in der Stadt auf die Füße treten. Der simpelste Beitrag zur Stadtverschönerung. Nur, tun muss man‘s halt.
Leserbrief-Überschrift: Generaldispens
Betreff: Zum Umgang mit der Baumschutzsatzung in Blomberg
Das Fällen von Bäumen auf städtischem Grund ist in Blomberg derzeit ein beliebter Sport. Während sich die Bürgerinnen und Bürger auf ihrem eigenen Grund und Boden an die strenge Baumschutzsatzung halten müssen (und bei Verstößen empfindlich zur Rechenschaft gezogen werden können), führt die öffentliche Hand bei uns ganz nach Belieben die Axt, ohne ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen.
An die Baumschutzsatzung braucht sich die Verwaltung nämlich nicht zu halten, weil für sie in dieser Satzung eine "Spezialregelung" (O-Ton Bürgermeister!) eingebaut wurde, die da wie folgt lautet: "Über Ausnahmen und Befreiungen von den Verboten des § 2 [der Baumschutzsatzung] entscheidet bei Bäumen auf öffentlichen Grünflächen und auf Grundstücken der Stadt Blomberg – die Stadt Blomberg."
Wie unschwer zu erkennen, ist die Stadt mit diesem Generaldispens jederzeit aus dem Schneider und braucht somit keinerlei Konsequenzen zu befürchten – so einfach kann das sein. Als "Geschäft der laufenden Verwaltung" deklariert, verschwindet so im wahrsten Sinne des Wortes "am laufenden Meter" ein Baum nach dem anderen – in der Regel wird darüber im zuständigen Ausschuss für Bauen und Umwelt nur dann berichtet, wenn es sich um komplexere Sachverhalte handelt, wie z.B. die geplante Parkplatzerweiterung hinter dem Alten Amtsgericht.
In den weitaus meisten Fällen jedoch erfährt die breite Öffentlichkeit erst dann davon, wenn es bereits zu spät ist. So auch neulich wieder in der Lessingstraße auf Bexten, wo zwei Eichen (eine davon mit Doppelstamm) auf Veranlassung des Bauamtes vom Bauhof umgenietet wurden. Welcher Sachverstand in diesem "Fall" bei der Beurteilung der Fällnotwendigkeit gewaltet hat, wird die Verwaltung schlüssig erklären müssen.
Interessant ist im diesem Zusammenhang, dass die rechte Verwaltungshand offenbar nicht weiß, was die linke tut. In der Ratssitzung nach dem Verbleib der gefällten Bäume gefragt, antwortete der Bürgermeister, diese würden auf dem städtischen Bauhof zwischengelagert und sukzessive zu den Preisen der Stadtforst veräußert.
In Wirklichkeit jedoch lagern die erbärmlichen Schnittreste dieser Bäume auf der Deponie Hohedömsen und erwarten dort ihr Schicksal. Weiß der liebe Himmel, was es daran noch zu vermarkten gibt ...
Irmela Schlingmann
Leserbrief-Überschrift: Probleme mit grüner Tonne
Bezug: "Kontrolleur checkt die Biotonne", LZ vom 16. Februar
Es ist richtig und wichtig, dass wir den Müll sortieren, und selbstverständlich gehören die genannten Dinge wie Plastik, Metall, Windeln, Asche, Glas und Textilien keinesfalls in die "grüne Tonne". Da bin ich auch der Meinung, dass die Tonnen kontrolliert werden und notfalls stehengelassen werden sollten.
Doch was mich nun verärgert hat, ist der Abschnitt, "…dass der Sheriff nicht mag, dass die kompostierbaren Plastiktüten nun auch nicht verwendet werden sollten". Ich habe jahrelang nur Papiertüten verwendet. Im Sommer weichten diese durch und ekelerregende Maden wucherten im Müll und in der "grünen Tonne". Im Winter gefroren die Papiermülltüten in der Tonne, die dann ungeleert stehen blieb. Nun seitdem ich die Bio-Müllbeutel benutze, ist es gut. Ich denke, es gibt sicher mehr Bürger, die diese Probleme kennen!
Ich habe die Sendung "Haushaltscheck" mit Yvonne Willicks über "Plastik" gesehen. Unter anderem wurde ein Werk gezeigt, dass aus pflanzlichen Rohstoffen eigens für die Küchenabfälle diese kompostierbaren Müllbeutel herstellt. Die sind in einigen Monaten ganz und gar abgebaut. Warum ist denn diese Zeit der Verrottung zu lang? Ich möchte weiterhin die kompostierbaren Müllbeutel verwenden.
Anni Halgmann
Leserbrief-Überschrift: Bäume statt Steine
Bezug: Baumfällung in Blomberg, LZ vom 16. Februar
Tatort: Wendeplatz Lessingstraße, Blomberg/Bexten: Zwei 40-jährige Eichen wurden rigoros gefällt. Keine Bäume mehr, kein Laub mehr, kein Dreck mehr! Damit ist der Platz um insgesamt vier alte Bäume ärmer (aber sauber!).
Wie geht es denn nun weiter am Wendeplatz? Konstruktiver Vorschlag: Joseph Beuys hat es mit seiner Konzeptkunst, der "sozialen Plastik", gewusst. Zur "documenta" 1984 ließ er vor die "heiligen Hallen", dem Fridericianum in Kassel, 7000 schwere Basaltblöcke aus der Eifel schütten. Die Auflage war: Für jeden Block, der entfernt wurde, musste in oder um Kassel eine Eiche gepflanzt werden – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung war seine Idee. Es hat vier Jahre gedauert, bis der letzte Stein entfernt werden konnte.
Platz hätten wir in Blomberg ja auch, zwischen Adelheid und der Rathaustür, auf dem Marktplatz. Es müssten ja nicht gleich 7000 Steine sein. Fürs erste würden 1000 genügen. Übrigens fügte Joseph [Beuys] noch eine bemerkenswerte Aussage hinzu: "Ich sage, Bäume sind intelligenter als Menschen!"
Leserbrief-Überschrift: Stadt hat Freibrief
Bezug: "Freie Bürger fordern Aktualisierung der Baumschutzsatzung", LZ vom 10. Februar
Gleiches Recht für Blomberger Bäume. Nein, in Blomberg braucht es keine weitere Satzung, die Baumschutzssatzung besteht schon seit 1999. Was jedoch der Änderung bedarf, ist die Ungleichheit der Mittel: Dem Bürger wird jeder Baum auf seinem Grundstück einzeln vorgezählt, während die Stadtverwaltung auf eigenen und öffenlichen Grundstücken sich einen Freibrief gesichert hat. Das muss geändert werden, dahin zielt der Antrag der Freien Bürger, dass auch städtische Bäume gleichem Recht unterliegen, damit nicht, wie in diesem Jahr auch wieder, ruckzuck tabula rasa gemacht wird, nach der bekannten Blomberger Majoritätsmethode.
26.01.13 (2)
Ebsdorfer Str. 17a
Blomberg-Siebenhöfen
Leserbrief-Überschrift: Wir alle sind Blomberg
Bezug: "Startschuss für aufwendige Sanierung", LZ vom 22. Januar
"Blomberg, kleine Stadt, die alles hat" – diese Aussage wird wohl bald so nicht mehr stimmen! Werden doch in beängstigender Regelmäßigkeit alte Baumbestände aus der Innenstadt entfernt und durch triste Parkpaletten oder Pflasterungen ersetzt.
Gerade diese alten, von unseren Urgroßeltern oder Großeltern gepflanzten Bestände machen Blomberg doch (noch) aus. Müssen wir nur für ein paar wenige Autos, welche meiner Meinung nach dort genügend Platz zum Wenden finden, derartige, von der Politik durchgesetzte Maßnahmen hinnehmen? Es ist die Aufgabe der von uns gewählten Vertreter, die Geschicke unserer Stadt zu leiten, nach bestem Wissen und Gewissen – das ist ihr Job. Vielleicht sei ihnen aber auch geraten, sich nicht zu oft über die Wünsche bzw. Proteste der Bürger dieser kleinen und wirklich schönen Stadt hinwegzusetzen.
Landesweit werden Entscheidungen getroffen, welche vom Volk, dem Bürger, so nicht mitgetragen werden wollen. "Stuttgart 21" sei hier genannt, ein Prestigeobjekt einiger weniger gegen eine breite Masse. Als kleine Stadt, ohne Bahnhof, müssen wir nicht auf jeden Zug der Neu- oder Umgestaltung mit aufspringen und gleiche Fehler begehen. In diesem Protest gegen eine "gefällte" Entscheidung geht es weniger um das Finanzielle als vielmehr um den Charakter einer Stadt, unserer Stadt. Hier geht es um Gefühl, um das "Wohlfühlgefühl", um einen Wert, einen emotionalen, einen kulturellen, um einen der letzten Teile der grünen Lunge im Stadtkern.
Wir alle sind Blomberg! Die Menschen vor den Toren Blombergs, die innerhalb der Stadtmauern Blombergs und auch die im Rathaus Blombergs. Blomberg ist unsere Stadt. Es ist unser aller Wunsch, dass die durch uns gewählten Vertreter die gemeinschaftlichen Interessen aller Blomberger als solche erkennen und berücksichtigen. Hier und in diesem Moment könnte die Politik einer kleinen Stadt zeigen, wie sie die Interessen ihrer Bürger umzusetzen vermag. Ich jedenfalls genieße es jeden Sommer sehr, wenn es heiß ist, die Sonne brennt, wenn ich mich dann dort in den kühlen Schatten dieser wunderschönen Bäume stellen und mein Eis genießen kann.
26.01.13 (1)
Antje Birner-Spinn
Leserbrief-Überschrift: Identität bewahren
Welchen Sinn macht es, einerseits Bürger ehrenamtlich dazu zu bewegen, "Grüne Ecken" neu anzulegen oder das Ortsbild zu verschönern, und andererseits bestehendes, über Jahre gewachsenes Stadtgrün auf dem Altar design-orientierter Umgestaltungsmaßnahmen oder wirtschaftlicher Interessen zu opfern? Dabei geht es keineswegs darum, den ewig Gestrigen das Wort zu reden und keinerlei Veränderung im Stadtbild zuzulassen.
Gerade in einem historisch geprägten Umfeld wie der Blomberger Altstadt kommt es aber darauf an, mit viel Fingerspitzengefühl und Detailgenauigkeit zu Werke zu gehen und maßgeschneiderte Lösungen zu erarbeiten, die durchaus einem hohen gestalterischen und ökologischen Anspruch genügen können. Lassen Sie uns gemeinsam darauf achten, dass die Identität unserer schönen Stadt nicht verloren geht und wir uns eine lebendige Altstadt bewahren …
Zu der gehören neben schmucken Fassaden, netten Läden und freundlichen Menschen auch mächtige Bäume, die Schatten und Sauerstoff spenden, Geborgenheit schenken und uns den Lauf der Jahreszeiten miterleben lassen.
Vollständige, ungekürzte Version des Leserbriefes von Frau Birner-Spinn:
Blomberg ist nicht Düsseldorf…
Winterlich verschneit, idyllisch liegt es da, unser kleines, beschauliches Städtchen Blomberg, in dem auf den ersten Blick die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Und doch ist da etwas, was an diesem Wintermorgen die "heile Welt" stört … es ist Widerstand, der sich da regt! Ein kleines Häufchen Unerschrockener, gelbe Schilder um den Hals gehängt, die trotz des Schneegestöbers und der Kälte auf dem Platz hinter dem Standesamt ausharren und mutig den "zivilen Ungehorsam" üben! Sie lehnen sich auf gegen einen Ratsbeschluss, den sie – wie soviele andere in Blomberg – nicht nachvollziehen können! Die Fällung von zwei großen stattlichen Linden ist "beschlossene Sache"!
Da nützt es auch nichts, dass Blomberg eine Baumschutzsatzung hat, in deren wohlklingender Präambel Folgendes zu lesen steht:
"Im gesamten Stadtgebiet haben Bäume eine vielfältige und für den Menschen lebensnotwendige Bedeutung. Inmitten einer von technischen Reizen überfluteten Umgebung aus Stein und Beton stellen sie ein Stück natürlichen Lebensraumes dar. Neben ästhetischen Funktionen soll besonders die Verbesserung des Kleinklimas sowie des gesamten Stadtökosystems erreicht werden, um angenehmer in der Stadt zu leben."
Ferner wird da erklärt, dass es
"notwendig und wünschenswert sei, dass alle Bürger den Wert und die Schutzbedürftigkeit der vorhandenen Bäume in der Stadt erkennen und danach handeln."
Große Worte, wunderbare Erkenntnisse, hehre Ziele, hohe Ansprüche (in erster Linie an die Bürger!).
Allerdings habe ich meine begründeten Zweifel daran, dass diese auch schon in den Köpfen und vor allem im Bewusstsein der Damen und Herren Ratsmitglieder angekommen sind! Vielleicht hätte man die Baumschutzsatzung als kleine Gedächtnisstütze der Beschlussvorlage beifügen sollen, auch auf die Gefahr hin, dass sie doch keiner liest, geschweige denn berücksichtigt.
Aber ist es denn nicht so, dass wir Dinge, die wir von anderen erwarten oder gar einfordern, zu allererst selbst praktizieren sollten? Sollte nicht gerade die Stadt selbst mit gutem Beispiel vorangehen? Wie glaubwürdig sind solche Verlautbarungen dann noch, wenn wir mit unserem Handeln Gegenteiliges zum Ausdruck bringen?
Nun ja, Papier ist bekanntlich geduldig! Schreiben kann man erstmal viel …. nur dumm, wenn man sich an diesen Worten messen lassen muss! Noch viel dümmer ist es, wenn der Bürger schließlich den Eindruck gewinnt, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.
Welchen Sinn macht es einerseits, engagierte Blomberger Bürger ehrenamtlich dazu zu bewegen, "Grüne Ecken" neu anzulegen oder anderweitig das Ortsbild zu verschönern und andererseits bestehendes, über Jahre gewachsenes Stadtgrün auf dem Altar design-orientierter Umgestaltungsmaßnahmen oder wirtschaftlicher Interessen zu opfern!
Dabei geht es keineswegs darum, den ewig Gestrigen das Wort zu reden und keinerlei Veränderung im Stadtbild zuzulassen. Gerade in einem historisch geprägten Umfeld wie der Blomberger Altstadt kommt es aber darauf an, mit viel Fingerspitzengefühl und Detailgenauigkeit zu Werke zu gehen und maßgeschneiderte Lösungen zu erarbeiten, die durchaus einem hohen gestalterischen und ökologischen Anspruch genügen können.
Blomberg ist nun mal nicht Düsseldorf! Lassen Sie uns gemeinsam darauf achten, dass die Identität unserer schönen Stadt nicht verloren geht und wir uns eine lebendige Altstadt bewahren ... zu der gehören neben schmucken Fassaden, historischen Gebäuden, netten Läden und freundlichen Menschen auch mächtige Bäume, die Schatten und Sauerstoff spenden, Geborgenheit schenken und uns den Lauf der Jahreszeiten miterleben lassen! Vielleicht sollten wir alle nochmal darüber nachdenken, was unsere "kleine Stadt" wirklich lebenswert und einzigartig macht ....
Irene u. Helmut Schmeißner
Leserbrief-Überschrift: Vielerlei Schmerzen
Bezug: "Linden sollen Autos weichen", LZ vom 11. Dezember
Das darf doch wohl nicht wahr sein. Wer ist heute noch in der Lage, Bäume und Restgrünflächen für Autos zu vernichten? Wer von den Stadtentwicklern hat dieses Ei – die Verwaltung möchte noch zwei Bäume fällen – gelegt, das Herr Bischoff in die Bauausschusssitzung getragen hat? Wer auch immer, er/sie ist als Entscheidungsträger unakzeptabel.
Dieser geplante Naturfrevel muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden. Für "besseres Wenden" am Ende des jetzigen Parkplatzes gibt es immer eine Lösung, wenn gewollt.
"Mehr Licht und Luft" lautet das Motto der Planer von "scape". Mehr Luft durch vernichtete Bäume und dadurch vermehrte Abgase? Irgendetwas passt hier nicht zusammen, paradox ist gelinde ausgedrückt. Die Angelegenheit erinnert mich an den Klimagipfel. Immer mehr Entscheidungsträger kommen mir katastrophengeil vor.
Herr Arnecke (Grüne) hatte in der Sitzung Bauchschmerzen. Nach dem Lesen des Artikels von Marianne Schwarzer hatten wir nicht nur Bauch-, sondern außerdem Kopf- und Herzschmerzen. Grünes Licht konnten die Politiker nicht geben. Wir hoffen, dass für diesen Unsinn niemals grünes Licht gegeben wird.
Leserbrief-Überschrift: Überbesetzung
Bezug: "Verwaltung will Fachbereich untersuchen lassen", LZ vom 4. Juli
30.000 Euro für eine Organisationsuntersuchung! Immer, immer wieder kommt ein Gutachter... Ich frage: Geht's noch? In welchen Haushaltslücken werden diese Gelder gefunden?
Ich muss mich wohl damit abfinden, dass selbständiges Denken und Handeln und vor allem die Würde der Verantwortung im Rathaus immer mehr verloren gehen. Wer hat denn dort die meiste Angst, in eigener Verantwortung zu entscheiden? Die Fachbereichsleiter, der Verwaltungschef oder gar die Ratsmitglieder?
Gibt es für den Fachbereich 30, das ist das Ordnungsamt, auch einen Fachbereichsleiter? Wenn ja, ist er nicht in der Lage, selbst eine Überbesetzung festzustellen und sich mit seinem Chef auseinander zu setzen? Müssen immer Außenstehende sagen, was Sache ist und wo es lang geht?
Eine personelle Umbruchphase im Bürgerservice erscheint notwendig, damit er etwas bürgerfreundlicher werden kann.
Leserbrief-Überschrift: Platz verschandelt
Bezug: Zur Bushaltestelle in der Neuen Torstraße in Blomberg
Seit Monaten steht da, wo früher zwei schöne Bänke standen, ein geschmackloser grauer Kasten. Lange Zeit habe ich gedacht, es ist ein Kasten für Telefonverbindungen, dass hier eventuell ein Kabelschaden vorliegt.
Aber nein! Ein Briefträger machte sich dran zu schaffen. So musste ich feststellen, dass es sich um einen Postverteilungskasten handelt. Muss dieser schiefe Kasten so einen schönen Platz verschandeln und den vielen Fahrgästen den schattigen Sitzplatz nehmen? Außerdem gehören doch dort zwei schöne Bänke hin, damit die Fahrgäste nicht auf den Steinen sitzen müssen. Oder ist es ein Projekt für das Planungsbüro?
Leserbrief-Überschrift: Weg instand setzen
Bezug: "Blomberg sucht die besten Ideen zur Gestaltung", LZ vom 15. März
Nach den Kosten für das überflüssige Planungsteam sollen nun noch einmal 30.000 Euro unnötig ausgegeben werden. Vielleicht für ein paar Bänke oder neue Blumenkübel. Diese eventuellen Veränderungen muss der Stadtrat selbst zustande bringen. Stoppt den Unsinn der Geldverschwendung in Zeiten, da manch Blomberger seine Nebenkosten nicht einmal mehr zahlen kann. Eine sinnvolle und zweckmäßige Geldausgabe besteht darin, den Blomberger Panoramaweg vom Vattipark über den Weinberg, Sommerweg bis zum Gergerloh, der inzwischen reichlich verfallen, teilweise schon fast gefährlich zu begehen ist, für Blomberger und ihre Gäste top instand zu setzen.
Leserbrief-Überschrift: Ehemaliges Unwort
Bezug: Artikel über den neuen Personalchef von Phoenix Contact, "Mitarbeiter gelten als kostbares Firmenkapital", LZ vom 14. Februar
Das Blomberger Unternehmen Phoenix Contact hat einen neuen Human Resources Manager. Human resources: Menschenreserven. Human resources, ein Wort aus der Sprache derer, die Menschen als verfügbarer Masse betrachten, war vor einigen Jahren noch Unwort des Jahres. Tja, so ändern sich die Zeiten und die Wertigkeit von Begriffen, wenn die Nationen, besonders Deutschland – Schröder muss man es danken – mit Erfolg um die Hegemonie in Europa und noch ein paar anderen Weltgegenden kämpfen.
Solch große nationale Aufgaben vertragen keine sprachliche Kleinkariertheit.
Schambrede 25
Leserbrief-Überschrift: Verkehrte Welt in Blomberg
Bezug: Artikel "Einbahnstraße am Kurzen Steinweg kommt", LZ vom 9. Februar
Verkehrte Welt – oder ist "Schilda" in Sicht? Man kann über diesen Beschluss nur den Kopf schütteln! Objektive Indikatoren wie überdurchschnittlicher Einwohnerschwund im Verhältnis zu Gesamt-Lippe, Besucherfrequenz, Leerstände, Schließungen usw., sind anscheinend nicht existent. Im Allgemeinen ist unter "Stadtentwicklungsplanung" eindeutig Weiterentwicklung zu verstehen. Und der Ratsbeschluss? Fakt ist: wir brauchen in jeder Beziehung mehr Belebung in unser Stadt! Bedeutet: mehr Besucher, Neubürger, Gäste, Fakten und Sachargumente jedoch zählen offensichtlich nicht. Die Verantwortlichen für diese eigenartige, kontraproduktive SPD-/FDP-Abstimmungskoalition erinnern an den James Dean-Film: "Denn sie wissen nicht was sie tun".
Diese Einbahnregelung, stadtauswärts bis in Höhe Heutorstraße/Gartenstraße, hindert Besucher geradezu, unsere wunderschöne Stadt näher kennen zu lernen. Besser kann man nicht ausdrücken, "..wir wollen euch (Besucher, Fremde) nicht". Dafür auch noch 36.000 Euro rauszuschmeißen, spottet jeder Beschreibung und Logik. Die sollten besser z.B. für die nächtliche Sicherheit der Bürger (Straßenbeleuchtung) oder die Sauberkeit in der Stadt eingesetzt werden.
Viele ehrenamtlich engagierte Bürger, sowie Industrie-Gewerbe-Einzelhandel-Hotellerie/Gastronomie versuchen seit Jahren, auch über Blomberg Marketing, die von der Politik über Jahrzehnte vernachlässigten strukturellen Probleme mit großem persönlichen, aber auch eigenem finanziellen Engagement abzubauen. Kontraproduktives Ergebnis: der "Dank" einer offensichtlich Macht demonstrierenden Ratsmehrheit ist ihnen gewiss! Dieses scheint ein neues, besonderes Verständnis der viel bemühten "Bürgernähe" zu sein, die wir Bürger natürlich nur nicht verstehen.
Lieber Rat der Stadt Blomberg und Bürgermeister, nehmen Sie die Bürger ernst. Weniger Parteiengeplänkel, mehr sachorientierte, parteiübergreifende, konstruktive Zusammenarbeit mit Augenmaß. Übrigens – schon mal gehört?: Gemeinsamkeit macht stark. Gewinner: unser schönes Blomberg. Den Umkehrschluss gibt es natürlich auch.
Am Spiekersberg 12
Leserbrief-Überschrift: Starrsinnige Haltung
Bezug: "Einzelhändler fordern das Optimum", LZ vom 1. Februar 2012
Wie im Artikel von Marianne Schwarzer am Mittwoch zu lesen war, ist die Ablehnung einer Einbahnregelung für den Kurzen Steinweg vom Einzelhandel erneut zementiert worden. Auch der Vorschlag der Verwaltung – eine Einbahnstraße zum Marktplatz – eventuell als Testphase – ist vom Einzelhandel erneut abgelehnt worden. Diese Haltung kann man nur mit Starrsinn bezeichnen. Anstatt den Bürgern störungs- und hindernisfreie Zufahrt zu ermöglichen, selbst als Testphase, setzen sie weiterhin auf Begegnungsverkehr mit wenig Raum für Fußgänger, Behinderte, Kinder (im Kinderwagen) und Stau, nicht nur an Markttagen.
Nun könnte man ja argumentieren, dass die direkt betroffenen Einzelhändler die Entscheidungsträger sein müssten, denn sie leben von den einkaufenden Bürgern. Aber die möchten sich auch wohlfühlen und störungsfrei hineinfahren in die Stadt.
Heutzutage dürfte allen klar sein, dass sich das Kaufverhalten der Bürger mit den Großmärkten vor der Stadt verändert hat. Einmal vorfahren und einkaufen: Haushaltswaren, Lebensmittel, Zeitschriften, Gemüse, Obst, Backwaren, Socken, Unterwäsche, Fleisch und Wurst und "billig" tanken. Aber darauf hat der Einzelhandel nicht rechtzeitig reagiert und entgegengewirkt, zum Beispiel mit Zusammenschlüssen und gemeinsamen Investitionen.
Eine rigorose Ablehnung des Verkehrskonzeptes ist auf verändertes Kaufverhalten keine Antwort, aber ein baulich attraktives und verkehrsgünstiges Stadtentwicklungskonzept ist ein richtiger Ansatz.
Hans-Jürgen Gaube
Drosteweg 11
Leserbrief-Überschrift: Mehr Rücksicht nehmen!
Bezug: Zur Diskussion um das Blomberger Verkehrskonzept
Zur Zeit wird heftig über das Verkehrkonzept und die Busführung in Blombergs Innenstadt diskutiert. Warum? Weil es manchmal zu Engpässen im Begegnungsverkehr auf dem Kurzen Steinweg kommt. Als man seinerzeit das Verkehrskonzept entwickelt hat, sind gerade am Kurzen Steinweg einige Flächen nicht zum Parken freigegeben worden, um Ausweichflächen im Begegnungsverkehr zu haben. Leider hält sich heute keiner daran; die Autofahrer parken, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt und das nur, weil sie möglichst bis in den Laden fahren möchten. Und manchmal können sie ihre "RiesenSUVs" auch nicht richtig parken.
Auf der anderen Seite sollen die schwächsten Verkehrsteilnehmer – Seniorinnen und Senioren, die kein Auto mehr fahren können oder wollen, Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kindern, die kein zweites Familienauto haben – bis an den Rand der Altstadt zur Bushaltestelle laufen. Dem Autofahrer, der auch überall am Rande der historischen Altstadt parken könnte, hier sind ausreichend Parkpaletten und Parkplätze vorhanden, ist dies offensichtlich nicht zuzumuten. Alle Lösungsvorschläge, die zur Zeit auf dem Tisch liegen, sind nicht realistisch, die anderen Straßen sind für ständigen Begegnungsverkehr zu schmal. Und Einbahnstraßen sind doch wohl die schlechteste Lösung.
Wir brauchen kein neues Konzept, vielleicht sollte man das vorhandene noch ein wenig modifizieren. In Blomberg kommt jeder – Fußgänger, Autofahrer und auch die Busfahrgäste – bequem in die Innenstadt und auch wieder heraus. Wo gibt es das schon in anderen Städten? Im Gegenteil, da fahren manchmal die Busse in die Stadt, und die Autos bleiben draußen. Wenn sich jeder rücksichtsvoll verhält, Verständnis für den Anderen aufbringt, diszipliniert fährt und sich an die Verkehrsregeln hält, gibt es auch am Kurzen Steinweg keine Probleme.
Leserbrief-Überschrift: Nicht überzeugt
Bezug: "Geschäftsleute lehnen Einbahnstraße ab", LZ vom 30. Dezember 2011
Die rigorose Ablehnung des Verkehrstests Einbahnstraße vom Marktplatz bis zur Kreuzung Garten- und Rosenstraße halte ich für völlig unflexibel und stur. Außerdem haben Herr Krull und Leidensgenossen mich nicht von der einhelligen Übereinstimmung der Ablehnung überzeugt.
Ich habe von Einzelhändlern, Gastronomen, Dienstleistern und vor allem Kunden viel Zustimmung gehört. Herr Gustav Krull, der Vater des oben Genannten und bis vor kurzem noch selbst betroffener Einzelhändler, sieht sogar große Vorteile in der Versuchsregelung: "Es könnten mehr Parkplätze entstehen, die Durchfahrt wäre bequemer, und die Fußgänger hätten mehr Platz", wird er in einem Artikel zitiert. Dem kann ich nur zustimmen. Auch der Äußerung seines Sohnes "Wenn der Kurze Steinweg ohnehin saniert wird, könnte man das viel geschickter anordnen" stimme ich voll und ganz zu.
Die ablehnenden Geschäftsleute sehen doch auch, was die "Kunden" aus den beispielhaft aufgeführten Märkten Lidl, Aldi, Marktkauf usw. herausschleppen. Hoffentlich verlieren sie durch ihre Unflexibilität nicht auch noch uns und ihre letzten treuen Kunden.
Zu den so genannten Wohnstraßen in der City ist zu sagen, dass auch hier Einbahnstraßenregelungen infrage kämen. Seit längerer Zeit liegen mehrere Vorschläge von mir zum Stadtentwicklungsprojekt der Stadt vor, was mir bestätigt wurde. War alles umsonst?, frage ich mich.
Zu wünschen wäre, dass die Stadt sich mit ihrer Verkehrsplanung gegenüber der Wirtschaft durchsetzt und das ausgeklammerte Thema Buslinienverkehr wieder auf die Tagesordnung setzt. Die großen Linienbusse haben im Bereich des Marktplatzes und des Kurzen Steinweges nichts verloren. Dazu gibt es wohl den größten Konsens.
Leserbrief-Überschrift: Einen Versuch ist es allemal wert
Das Votum der Geschäftsleute, einen Einbahnstraßenversuch am Kurzen Steinweg rigoros abzulehnen, halte ich für provokant. Bei den öffentlichen Vorstellungen hierfür waren die Einzelhändler auch nur sparsam vertreten, um sich Bürgermeinungen anzuhören.
Bevor jedoch die Sanierung ansteht, sollte alles ausgelotet werden, was machbar und vernünftig für Blomberg ist. Über Straßenführung und Laternenstandpunkte kann nach Ende des Versuches immer noch entschieden werden. Darum ist gerade jetzt ein Versuch so wichtig wie eine gute Planung.
Was die Nebenstraßen Gartenstraße, Kuhstraße und Petersilienstraße betrifft, werden diese von den Blombergern doch sowieso nur im Notfall genutzt. Freiwillig fährt hier kein Blomberger durch.
Die Auswärtigen können doch sehr leicht bei aktiver Beschilderung die nahen Parkplatz um die Altstadt erreichen. Eine schöne Altstadt lebt von attraktiven Angeboten. Es liegt am Einzelhandel, die Leute in die Stadt zu locken, zu begeistern und zu halten. Da kann auch ein kleiner Fußmarsch vom Parkplatz schon interessant sein.
Leserbrief-Überschrift: Fauler Kompromiss
Bezug: "Rote Dächer dürfen dunkle Flecken kriegen – Dachflächen in Blombergs Altstadt können jeweils bis zu 15 Prozent für Sonnenenergie genutzt werden", LZ vom 21. Dezember
Bravo, Herr Bürgermeister! Wer ans Geldverdienen denkt, kann das woanders tun. Hauptsache, er bezahlt brav seine Steuern in Blomberg.
Natürlich ist das Stadtbild wichtig, ja sogar sehr wichtig. Aber findet dies auf den Dächern statt? Wie groß ist der Schock der vielen Überflieger, wenn sie von den 15 Prozent der Solaranlagen geblendet werden?
Manchmal habe ich den Eindruck, hier wird von anderen Gemeinden etwas übernommen, was für Blomberg auch gut sein soll. Sind zum Beispiel die Lemgoer Planer vorausschauender, oder denken die weiter?
Wir sparen Energie, indem wir im Dunkeln sitzen, um den faulen Kompromiss zu umgehen. Denn die Energie kommt ja aus der Steckdose.
Leserbrief-Überschrift: Ausgerechnet Krupp
Bezug: Leserbrief "Prinzipielle Frage" von Hans Schröder, LZ vom 3./4. Dezember, zum LZ-Artikel "Bärbel Dieckmann gestaltet Kunst für Kreisel"
Sehr geehrter Herr Schröder, ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum Sie so etwas schreiben. Sicherlich haben Sie vollkommen Recht, dass man über Kunst streiten kann. Wenn diese aber noch nicht einmal erschaffen ist, frage ich mich, wie man hierüber schon herziehen kann. Vielleicht gefällt Ihnen ja sogar das Werk, wenn es fertig ist?
Auch wird die Skulptur der Frau Dieckmann wohl nicht ganz geheim sein, denn in einem weiteren Bericht stand auch, dass sich das Werk mit Blomberg und seinen Bürgern befasst, da wird es wohl eher kein Käfig oder rostender Keil werden. Wenn man sich im Internet Fotos von den Kunstwerken von Frau Dieckmann ansieht, kommt auch dort nicht die Vermutung nach etwas völlig Entartetem auf (siehe auch Sankt Martin im Blomberger Burggarten).
Was mich sehr getroffen hat, ist Ihre Auffassung, dass Herr Eisert mit seinem Geschenk an die Stadt die Politik beeinflussen möchte, so habe ich jedenfalls Ihren Aufruf zum Dreiklassenwahlrecht und der völlig entgleisten Erläuterung dazu verstanden. Auch sehe ich hier keine Bestimmung zur Gestaltung öffentlichen Raumes. In wie vielen Städten dieses Planeten stehen gesponserte Kunststücke oder ganze Hallen, die Namen ihrer Sponsoren tragen. Haben diese Städte ein Dreiklassenwahlrecht eingeführt? Gefiel Ihnen das in die Jahre gekommene Modell des Niederntores besser?
Wer Herrn Eisert kennt, und ich glaube dies sehr ansatzweise zu tun, weiß, dass er einer der bodenständigsten Menschen in Deutschlands Unternehmerschaft ist. Was wäre Blomberg ohne sein Unternehmen? Ohne die längst abgezogenen niederländischen Natoeinheiten, ohne Möbelindustrie? Ich vermute, nicht mehr viel. Herr Eisert schafft mit seinem Unternehmen die Lebensgrundlage für viele tausend Familien und tut sonst auch sehr viel für die Stadt Blomberg.
Und Sie nennen in Ihrer Erläuterung ausgerechnet einen Herrn Krupp, dessen Unternehmen im Dritten Reich das Regime massiv als Rüstungsunternehmen unterstützt hat. Ich glaube, dass Herrn Eisert einfach nur am Herzen liegt, den Kreisel etwas schöner zu machen – nichts weiter. Und was liegt da näher, als den Auftrag dazu einer ihm bekannten Person zu übertragen?
Leserbrief-Überschrift: Eine Frechheit
Bezug: "Politiker diskutieren Solarverbot in der Altstadt", LZ vom 12./13. November
Dass die Bürger der Blomberger Innenstadt nur noch eingeschränkt Solaranlagen oder Dachflächenfenster auf ihren Dächern installieren dürfen, ist eine Frechheit. Wer geht schon mit langem Hals durch die Innenstadt? Vielmehr geht der Blomberger Bürger mit dickem Hals durch die Stadt, wenn er die schon seit Monaten unmöglichen Hinweisschilder in historischen Straßen und vor historischen Gebäuden sieht. Vor dem Bürgerhaus sogar derer drei. Aber das Allergeschmackloseste ist doch das Hinweisschild vor dem historischen Rathaus. Wer möchte so etwas mit Weihnachtsbaum schon auf seinem Foto haben?
Leserbrief-Überschrift: Prinzipielle Frage
Bezug: "Bärbel Dieckmann gestaltet Kunst für Kreisel", LZ vom 8./9. Oktober
Wenn der Schnee geschmolzen ist, wird uns der Geschäftsführende Gesellschafter von Phoenix Contact mit einer "geheimen" Skulptur auf dem Kreisel der B 1 in Blomberg beglücken. Gestaltet von einer ihm persönlich bekannten Künstlerin. Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten. Interessanterweise hat niemand reagiert und sich gestritten, denn einem geschenkten Gaul…
Vielleicht hilft ein Gedankenspiel weiter. Was wäre, wenn ich viel Geld hätte und Blomberg ein Kunstwerk von, sagen wir mal, Wilfried Hagebölling aus Paderborn schenken und an einem stark frequentierten Ort aufstellen wollte? Ein schickes, rostendes "Keil-Stück" wie in Minden zum Beispiel auf dem Piderit-Platz. Oder einen mahnenden Käfig à la "Abu Ghureib" am Niederntor. Den Aufschrei der Blomberger Honoratioren, die ihre Provinzialität zuletzt bei der Diskussion um den Hindenburg-Platz stolz vor sich hertrugen, kann ich mir lebhaft vorstellen.
Es bleibt die prinzipielle Frage: Wer entscheidet in Fragen der Gestaltung des öffentlichen Raumes? Ein sicherlich verdienstvoller, wohlhabender Blomberger Bürger oder demokratisch gewählte Politiker? Sollte Ersteres der Fall sein, bitte ich inständigst darum, bei der nächsten Kommunalwahl das preußische Dreiklassenwahlrecht in Blomberg wieder einzuführen.
Zur Erläuterung: Das Dreiklassenwahlrecht führte dazu, dass Alfred Krupp in Essen alleine ein Drittel der Kommunalpolitiker bestimmen konnte (Quelle: Wikipedia).
Friedrich Foht
Leserbrief-Überschrift: Noch nicht am Ziel
Bezug: "Neue Allianz gegen den Kanal-TÜV", 14. Oktober
Das leidige Dichtheitsproblem wird nun in den parlamentarischen Gremien des Landtages NRW behandelt. Ziel ist es, den verunglückten § 61a des Landeswassergesetzes aus der Welt zu schaffen und Hausbesitzer von dem Druck unnötiger finanzieller Belastungen zu befreien.
Allerdings sind wir noch nicht am Ziel. Also verkündet die Stadt Blomberg in einem Schreiben, dass die bisherige grundsätzliche Übereinstimmung der Landtagsfraktionen von CDU, SPD und Grünen, die Dichtheit zwangsweise prüfen zu lassen, fortbestehe.
Und weil das so ist, verkündet die Stadt listig, sollten Hausbesitzer verschiedener Ortsteile doch jetzt bitteschön die "fristgerechte Antragstellung 2011 unbedingt nutzen". Die Stadt selber habe kräftig in das öffentliche Kanalnetz investiert, um die Belastung durch Fremdwasser zu reduzieren.
Dazu muss man wissen, dass das bisherige Mischwassersystem im Stadtzentrum lediglich durch ein neues Kloakensystem ersetzt wurde, ganz im Sinne einer Reduzierung des Fremdwassers, das ja angeblich die Kläranlagen stark belastet. Schließlich wird das so genannte Fremdwasser zu einem landesweiten Problem hochstilisiert. Ganz im Stil eines Duodezfürstentums wird versucht, Hausbesitzer zu verunsichern und sie in finanzielle Verbindlichkeiten zu verwickeln, die in absehbarer Zeit zwecklos sein werden.
Adressat: LZ@lz-online.de
Betreff: Ehemalige LZ-Geschäftsstelle in Blomberg
die Samstags-Ausgabe (24.09.2011) enthielt eine volle Seite der Werbung in eigener Sache:
"Service: Die LZ-Geschäftsstellen. In den LZ-Geschäftsstellen finden Sie den kompletten Service rund um Ihre Zeitung durch unsere freundlichen Mitarbeiter."
Eine Hälfte der Seite zeigt Bilder von fünf Geschäftsstellen, darunter auch die Geschäftsstelle Blomberg mit einem Bild aus vergangenen Tagen. Sie ist leider Vergangenheit und nur die großen Buchstaben über den Fenstern erinnern noch an sie. Alle Räumlichkeiten sind von der Medienagentur Brink in Beschlag genommen worden, was in jedem Fenster angezeigt wird. Außerdem sind alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der LZ verschwunden. Von zwei Mitarbeiterinnen wissen wir, dass sie nach Detmold versetzt worden sind, auch die Redakteure. Einige Serviceleistungen werden wohl von der Agentur übernommen.
Diese rigorosen Veränderungen sind für uns Blomberger sang- und klanglos über die Bühne gegangen.
Ihre Werbeabteilung hat offenbar auch nichts davon mitbekommen. Sonst wäre das alte Bild wohl nicht veröffentlicht worden. Es entsteht der Eindruck einer Vortäuschung falscher Tatsachen. Oder weiß die eine Hand nicht, was die andere tut?
Wir haben uns schon in einem vor kurzem an Sie gesandten Beschwerdebrief Luft verschafft. Diese Werbeseite treibt den Ärger auf die Spitze, nicht zu vergessen diesen miserablen Zeitungsständer für Kleinwüchsige.
Wir hoffen, dass Sie einige Korrekturen veranlassen können.
32825 Blomberg, 26.09.2011
Leserbrief-Überschrift: Eine Gruselkammer?
Bezug: Zum Zustand der Burgkapelle in Blomberg
Vor etwa zehn Jahren bekam die Burg Blomberg einen Anbau für eine Kapelle, damit das Burghotel neben standesamtlichen Eheschließungen auch kirchliche Trauungen anbieten konnte. Der moderne Anbau war damals bei vielen Blombergern sehr umstritten, da ein Teil der schönen Schnitzereien am Giebel außen verdeckt wurde. Unterschriftenlisten konnten den Bau nicht verhindern und schließlich wurde die Kapelle im Beisein von Blomberger Pfarrern und eines Vertreters der Landeskirche eingeweiht.
Nach einiger Zeit bekam die Kapelle ein modernes Kruzifix, das von oben herunterhing. Ich schaute mir bald danach die Kapelle an und war von dem hölzernen Altartisch, dem darüber hängenden Kreuz vor den blauen Glaswänden beeindruckt. Hier könnten Hotelgäste eine Oase der Ruhe finden, dachte ich.
Bei einem Stadtrundgang mit auswärtigen Besuchern am 18. September schauten wir uns die Burg an und fragten an der Rezeption, ob wir die Kapelle besichtigen dürften, was uns gestattet wurde. Als ich die Tür öffnete, erstarrte ich voller Entsetzen: Auf dem Altartisch saß eine lebensgroße Ritterrüstung mit einer Lanze in der Hand, die direkt nach oben auf das Kreuz zeigte. Unsere Besucher reagierten amüsiert, zumal an aufgestapelten Stühlen am Rande des Raumes auch noch eine Säge hing und die Galerie oben als Stuhlmagazin diente.
Ich habe mich für das Burghotel, für Blomberg geschämt, unseren Gästen den Anblick dieser Kapelle zugemutet zu haben.
Leserbrief-Überschrift: Kein Öl- und Gasland
Bezug: Leserbrief "Beispiellose Steuerverschwendung", LZ vom 27./28. August
Die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien wird nicht aus Steuermitteln bestritten. Das ist allgemein bekannt. Drum sollte sie auch nicht zum Zweck der Meinungsmache als "im Strompreis versteckte" Zusatzsteuer zum Aufreißer eines beispiellosen Leserbriefes gemacht werden.
Dass Herr Oettinger Deutschland als "kein Sonnenland" bezeichnet, ändert nichts daran, dass pro installiertem Kilowatt Leistung 800 bis 900 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt werden. Deutschland ist auch "kein Ölland" und auch "kein Gasland", und gerade drum haben wir hinlänglich Erfahrung damit, von Energielieferung aus sicheren oder unsicheren Drittländern abhängig zu sein.
Dass Strom für 5 Cent/kWh hinzugekauft werden kann, trifft zu. Insbesondere ist der Strom dann so billig, wenn ihn keiner braucht, in Zeiten niedrigsten Verbrauchs. Dann brauchen auch Stadtwerke keine Zukäufe, es sei denn, sie betrieben Pumpspeicherwerke mit dem Billigstrom. Aber welches Stadtwerk tut das schon?
Wenn der Strom aber in Spitzenzeiten, so um die Mittagszeit, knapp wird, dann kostet er plötzlich so um die 1,20 Euro. Und wenn dann nicht erfreulicherweise auch Solarstrom zur Verfügung stünde zu festen Einstandspreisen, dann wäre er noch teurer. Das schlägt natürlich auf die Netto-Erträge der Energiemultis durch.
Und dass Module aus China kommen, würde auch für Photovoltaikmonsteranlagen in den "Sonnenländern" Nordafrikas gelten, noch mehr als bei uns, denn die Module aus inländischer Fertigung sind ohne Weiteres konkurrenzfähig hier einsetzbar. Es muss nicht das "Chinamodul" sein.
Und dass zu aktuellen Einstandspreisen selbst angebauter Photovoltaikstrom nicht teurer ist als der Strom von beispielsweise den Blomberger Versorgungsbetrieben, das lässt sich nachrechnen. Auf Anfrage rechne ich es auch gerne vor.
Drum nochmal gesagt (ohne Beschimpfungen, ohne Pöbeleien, ohne die Unterstellung strafbarer Handlungen): Wer keine Größtanlagen in der Sahara oder auf deutschen Äckern mit zwangsläufig zugehörigen Leitungstrassen haben möchte und auch nicht noch mehr Windräder auf besagten Äckern und Hügeln vor der Haustür und keine Kernkraft und auch keine Energiepflanzenmonokulturen und, und, und …, der soll eben den Strom, den er so braucht, auf seinem eigenen Dach in der Region produzieren.
Nur machen muss man ihn halt, den Lippe-Strom eben.
Arno Kirschberg
Schererstraße 14
Leserbrief-Überschrift: Sache geht zu schnell
Bezug: Arbeitskreis feiert Party gegen die Bedrohung", LZ vom 16./17. Juli
Am 16. Juli 1945 explodierte in Alamogordo/New Mexico die erste Atombombe der Welt, im Unterstand auch Robert Oppenheimer. Die meisten Wissenschaftler schwiegen in feierlicher Stille. Claude Eatherly startete am 6. August 1945 seinen B29-Bomber bei Okinawa. Sein Ziel: Hiroshima. In 6000 Meter Höhe, mitten über der Stadt, klinkte der Pilot die Bombe aus. Mehr als 150 000 Menschen starben in diesem Inferno, und die atomare Verseuchung begann.
Herr Söhnel ist durch die Zerstörung des Atomkraftwerks in Fukushima zum Atomstromgegner geworden. Das kann ich begrüßen. Auch ich bin seit Tschernobyl Atomgegner.
Nun startet Hermann Söhnel mit dem Blomberger Arbeitskreis gegen Atomstrom eine Stromwechselparty. Interessierte können sich über Ökostrom informieren und vor Ort den Anbieter wechseln. Mir geht die Sache mit dem Wechseln zu schnell. Wer einmal wechselt, den bekommen die Blomberger Versorgungsbetriebe (BVB) nicht so schnell zurück. Das wissen alle Energieanbieter aus eigener Erfahrung. Die Lieferverträge sind langfristig angelegt, die lassen sich nicht so schnell wechseln wie die Unterhose. Letztlich erwirtschaften die BVB auch Gewinne. Davon profitieren doch auch alle Blomberger. Ein Intensivgespräch mit den BVB sehe ich erstmal günstiger, als den Versorgungsbetrieben die Stromkunden zu entlocken.
Warum hat sich der Arbeitskreis nicht schon nach Tschernobyl gebildet? Das war doch direkt vor unserer Haustür. Drei Monate später ging der Atommeiler Brokdorf ans Netz. Auch hier, keine Atomstromgegner aus Blomberg. Kernkraftorte haben leider auch Vorteile, der kleine Ort Brokdorf hat zwar nur 1000 Einwohner, kann sich aber dennoch ein Sportzentrum, ein beheiztes Freibad mit Riesenrutsche und eine Eislaufhalle leisten.
Dem Arbeitskreis wünsche ich erfolgreiche Aufklärungsarbeit und ein konstruktives Gespräch mit den Blomberger Versorgungsbetrieben, das zum verträglichen Abbau von Atomstrom führt.
Leserbrief-Überschrift: Unverantwortliche Umverteilung
Bezug: "Blomberg nutzt die Kraft der Sonne", LZ vom 14. Juli
Der Artikel von Frau Strathmann über die Bereitstellung von 42000 Quadratmetern Gewerbefläche durch die Stadt Blomberg zur Errichtung eines Solarparks treibt für mich den Solarschwindel auf die Spitze. Die Förderung der Solarstromerzeugung ist so ineffektiv und teuer, dass die gesamte Energiewende gefährdet wird. Der Schweizer Professor Hansjürg Leibundgut von der ETH Zürich stellte schon im Jahr 2007 fest: Jeder Quadratmeter Fotovoltaik auf deutschen Dächern ist ein Verbrechen am deutschen Volk.
Wie lange lässt sich die deutsche Öffentlichkeit noch von der Solarlobby und Politikern mit Scheuklappen vorgaukeln, dass mit Solarstrom eine gesicherte und bezahlbare Versorgung aufgebaut werden kann? Die durchaus einmal sinnvolle Einstiegsförderung muss sofort gestrichen werden, weil eine effektive Anwendung dieser Technologie nur in Mittelmeeranrainerstaaten oder Afrika möglich ist.
Wer dann noch mit eigenem Geld in Solarstrom investiert, betreibt zwar ein teures Hobby. Er müsste dann aber kein schlechtes Gewissen als Beteiligter am Solarschwindel und an der unverantwortlichen Umverteilung von Arm zu Reich haben.
Dipl. Ing. Johannes Knippschild
Geierweg 11
Leserbrief-Überschrift: Bitte mehr Sachlichkeit
Bezug: Zur anhaltenden Diskussion über Sinn und Zweck der Dichtheitsprüfung
Es vergeht kaum ein Tag, an dem man nicht etwas über die Dichtheitsprüfungen in der Zeitung lesen kann. Die Argumente werden allerdings immer unsinniger, so dass man dem Dezernatsleiter des Regierungspräsidenten, Bert Schumacher, nur beipflichten kann, der in Leopoldshöhe dazu aufforderte, die Diskussion zu versachlichen, denn falsche Behauptungen werden auch durch mehrfache Wiederholung nicht richtig.
Zunächst muss der Grund für die Dichtheitsprüfung in den Blick gerückt werden: Durch undichte Kanäle läuft Schmutzwasser in das Erdreich und damit in das Grundwasser, was in den Einzugsgebieten von Trinkwasserentnahmestellen zur Verschmutzung des Trinkwassers führt. Außerdem dringt Grundwasser in undichte Kanäle, steht als Trinkwasser nicht mehr zur Verfügung und belastet außerdem Kanäle, Pumpwerke und Kläranlagen.
Immer wird nur über hohe Kosten gesprochen, die von den Hauseigentümern aufzubringen sind und nicht davon, dass Abwasser im Trinkwasser ekelerregend ist. Damit diese Probleme durch undichte Kanäle nicht auftreten, ist in einem Regelwerk von verschiedenen DIN-Normen festgelegt, dass Grundstückskanäle dicht sein müssen. Diese Deutschen Normen gelten für ganz Deutschland und nicht nur für Nordrhein-Westfalen.
Für den Zustand seiner Grundstückskanäle und für ihren bestimmungsgemäßen Betrieb ist jeder Grundstückseigentümer zuständig und verantwortlich. Meistens weiß er nicht, in welchem Zustand sich seine Kanäle befinden. Ähnlich wie beim Auto, wo vorgeschrieben ist, dass es regelmäßig einer TÜV-Prüfung unterzogen werden muss, worüber sich niemand aufregt, muss es auch für die Kanäle eine regelmäßige Prüfung geben, weil der Laie diese Überprüfung nicht selbst durchführen kann.
Übrigens wird die Verunreinigung eines Gewässers, und Grundwasser gehört dazu, nach dem Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt. Wer also aus seinen undichten Rohren das Grundwasser verunreinigt, macht sich strafbar.
Über die Kosten der Prüfung wird wild spekuliert, wobei meistens gewaltig übertrieben wird. Oft kennen die Leute schon die gewaltigen Summen für die Sanierung, bevor sie überhaupt wissen, ob eine Sanierung notwendig ist.
Als neueste Horrormeldung wird von selbst ernannten Fachleuten behauptet, dass die Kanäle durch die Dichtheitsprüfung mit Wasserdruck zerstört würden, damit man danach sanieren kann. Dazu möchte ich kurz erklären, wie die Prüfung durchgeführt wird: Das Kanalsystem wird am tiefsten Punkt, dem Kontrollschacht, verschlossen. Dann lässt man Wasser in die Kanäle, bis sie 0,5 Meter über dem höchsten Kanalscheitel im Keller gefüllt sind. Der Druck beträgt 0,5 Meter Wassersäule. Bei einem Rückstau aus dem öffentlichen Kanalnetz, der immer mal vorkommt, muss man mit einem Stau bis zur Rückstauebene rechnen. Der Wasserdruck beträgt dann gewöhnlich 2,0 bis 3,0 Meter Wassersäule.
Übrigens werden die Rohre im Herstellerwerk einem Prüfdruck von 5,0 Meter Wassersäule ausgesetzt, ehe sie in den Handel kommen. Dass also durch eine Dichtheitsprüfung mit einem Druck von 0,5 Metern Wassersäule ein Rohr zerstört werden kann, ist der pure Unsinn. Also bitte mehr Sachlichkeit.
Schambrede 5a
Leserbrief-Überschrift: Ganzheitlicher Prozess
Bezug: Verschiedene Berichte zur Schulpolitik in Blomberg
Seit mehr als einen Jahr dreht sich die Schulpolitik in Blomberg im Kreis. Wechselseitige Vorwürfe, teils auch unter der "Gürtellinie", bestimmen das Klima. Hier tragen alle Beteiligten ein großes Maß an Schuld.
Das Verwaltungsgericht Minden hat in seinem Urteil, bezogen auf die Klage von Eltern der OGS Istrup, eindeutig und klar Wege aufgezeichnet. Drei davon sind hervorzuheben und sollten für das weitere Vorgehen berücksichtigt werden:
Kein Schulentwicklungsplan als Grundlage für den Ratsbeschluss (nicht gesetzeskonform);
Beteiligung der Schulkonferenz nach dem Beschluss (nicht gesetzeskonform);
Problem der Schulschließung bleibt bestehen und muss gelöst werden (Bezirksregierung).
Daraus ergeben sich als notwendige Folgerungen: Meiner Ansicht nach muss ein Schulentwicklungsplan in einem ganzheitlichen Prozess entwickelt und zielbezogen umgesetzt werden. Zunächst im Grundschulbereich ist ein umfassendes Beteiligungsverfahren einzuleiten. Es sollten möglichst viele Betroffene beteiligt werden. Vorschlag: Fünf Grundschulleiter plus zwei Lehrer jeder Grundschule, je Fraktion mindestens ein Vertreter, besser zwei, dazu die Stadtverwaltung mit zwei bis drei Vertretern, Schulkonferenzen und Fördervereine sowie Vertreter aus der Wirtschaft. Insgesamt also um die 40 Personen.
Eingeladen werden sollten je nach Sachstand: Ortsvorsteher, Kirchen, Vereine, Bezirksregierung, Schulamt des Kreises Lippe, Vertreter aus Kompetenzteams beim Kreis sowie der Lippe-Bildungsgenossenschaft (falls Modellversuch notwendig).
Beteiligung aller Vertreter aus den gesetzlich betroffenen Gremien;
zunächst alle Standorte erhalten (Garantie der Stadt bis zur Verabschiedung des verbindlichen Schulentwicklungsplanes);
Einschulung an den jeweiligen GS-Standorten in den Ortsteilen;
Parallel dazu Entwicklung pädagogisch-organisatorischer Konzepte.
Die jetzt vom Bürgermeister vorgeschlagene Mediation zielt in die richtige Richtung. Sie muss aber ergänzt werden. Die persönlichen Beziehungen sollten für alle Beteiligten gewahrt werden. Der Mediator ist verantwortlich für den Prozess, die Parteien sind verantwortlich für den Inhalt. Es muss eine konstruktive und friedliche Einigung in der zur Zeit eskalierten Konfliktsituation erzielt werden. "Richterliche Mediation" und Klagen vor dem VG Minden sind keine Problemlösung.
Leserbrief-Überschrift: Gedankenfreiheit
Bezug: Zur geplanten Schließung der Grundschule Istrup
Demagogen in Blomberg verführen, so meinen Blombergs Mehrheitler, die Bürgerinitiative Grundschule Istrup in irreale Wolkenkuckucksheime. Die Mehrheitler dagegen seien in Wahrnehmung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe die wahren Demokraten, die für das Recht (laut Gutachten) einträten. Wenn bloß der beauftragte Gutachter nicht "zwei Juristen, drei Meinungen" an den Anfang seines Vortrags in der Ratssitzung gestellt hätte: Das lässt denn doch den Treuesten zweifeln. Die bleiben lieber gleich weg, aus wichtigen Gründen.
Dass die Gründe für den Schulschließungsbeschluss nicht nachvollziehbar sind, ist sogar dem Verwaltungsgericht aufgefallen. Drum soll der Bürgermeister auch Gründe und Erklärungen einsammeln und nachliefern.
Und wenns schon den Richtern nicht klar wird, wie soll es dann den betroffenen Bürgern klar sein. Wir glauben ja gern, dass die Mehrheitler sich viele Gedanken gemacht haben. Aber mit eben diesem Denkergebnis hätte der moderierende Bürgermeister in Erörterung mit den Bürgern eintreten müssen. Das kann er, wenn er will.
Stattdessen aus dem Stand einen Ratsbeschluss zu erzwingen, denn der Mehrheit war er sich sicher – das ist Ursache für mindestens 50 Prozent der bürgerlichen Erregung, und das spornt die Bürger an, in der Sache aus gutem Grund beharrlich zu sein.
Die Zeiten schröderscher Basta-Demokratie sollten wir hinter uns gelassen haben. Für das Angebot eines gemeinsamen Denkprozesses sind die Bürger nach wie vor offen und qualifiziert, das war dem Verlauf der Sitzung deutlich zu entnehmen.
Versuchen Sie Gedankenfreiheit, Sire.
Leserbrief-Überschrift: Bekennermut
Bezug: Zum Streit um die Zukunft der Grundschule Istrup
Die künftige Wählbarkeit der Blomberger SPD, zumindest in Teilen, ist wohl durch den Bekennermut der Istruper Aussteiger gerettet, wenn denn die Betonköpfe der SPD-Ratsfraktion nun die Zeichen endlich wahrnehmen wollen.
Endlich steigen welche aus dem über die Bürger hinwegrollenden Kaderzug aus, um die Hoffnung auf die eigenständige Denkfähigkeit der lokalen Polit-Mehrheit zu retten. Nun wäre es an der Zeit, dass sich Vertreter aller Ratsfraktionen, die Schulvertreter, die Vertreter der Schulelternschaften, der Bürgerinitiative und der örtlichen Wirtschaft zusammensetzen und die Schulsituation in Blomberg – die ja in Lippe hinsichtlich der Grundschulversorgung vorbildlich und damit ein wichtiger Standortvorteil war bzw. noch ist – mit dem Ziel der Beibehaltung aller Schulstandorte und deren Finanzierung angehen, auch in Verbindung mit Kreis und Land, auch unter Betrachtung alternativer Schulformen und Schulstrukturen. Dies unter Berufung auf das in Blomberg gern strapazierte Motto: Gemeinsam schaffen wirs.
Denn Gemeinsinn geht vor Kaderdisziplin. Und dass der Stadtverbandsvorsitzende von dem Ausstieg der Istruper überrascht war, überrascht keinen. Außer ihm selbst.
Am Hankenberg 10
Leserbrief-Überschrift: Eindeutiges Signal
Bezug: "Erstes Begehren ist unzulässig", LZ vom 15. Dezember
Das Mitdenken, Mitreden und Mitkämpfen für den Erhalt der Istruper Grundschule ist weiterhin notwendig. Bedauerlicherweise verwischen wieder einige Informationen der Stadt Blomberg die Wahrheit.
"Wegen der geplanten Schließung hatten diverse Eltern ihr Kind gar nicht erst in Istrup angemeldet – das wird ihnen jetzt zum Verhängnis, weil bis zum Anmeldestichtag nicht genügend Anmeldungen für die Weiterführung der Grundschule vorgelegen hätten, seien die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt." (LZ).
"Diverse Eltern" konnten ihre Kinder gar nicht in Istrup anmelden, weil die Stadt Blomberg die offiziellen Anmeldekarteien bereits in Großenmarpe und in Reelkirchen abgegeben hatte. Somit sollte man den Blomberger Bürgern auch nicht durch Darstellung falscher Tatsachen einen anderen Sachstand vortäuschen.
"Und da die Bezirksregierung die sofortige Vollziehung des Ratsbeschlusses zur auslaufenden Schließung der Schule angeordnet habe, richte sich das Bürgerbegehren auch auf ein gesetzwidriges Ziel." (gleicher LZ-Artikel)
Die Bezirksregierung Detmold hat den Beschluss vom 22.10.10 genehmigt, aber nicht angeordnet, dass die Stadt Blomberg Ende 2010 eine Entscheidung zur Schließung treffen soll.
An anderer Stelle wird argumentiert, dass der schulorganisatorische Handlungsbedarf aufgrund des starken Schülerrückgangs besteht. In den Grundschulen der Stadt Blomberg werden zu viele kleine Klassen gebildet: z.B. im vorigen Schuljahr wurden für 684 Schülerinnen und Schüler 34 Klassen gebildet, und im jetzigen Schuljahr wurden für 665 Schülerinnen und Schüler 32 Klassen gebildet. Die deutliche Unterschreitung des Klassenfrequenzrichtwertes von 24 Schülern (Blomberg 20,1 ) führt zu Lehrerunterversorgung.
Wenn nun zum Schuljahr 2011/12 laut Schülerprognosen vom 24.11.2009 der Bezirksregierung Detmold die GS Weinberg 64 Schülern in 3 Klassen, die GS Paradies 39 Schüler in 2 Klassen, die GS Großenmarpe 39 Schülern in 2 Klassen, die GS Istrup 24 Schüler in 1 Klasse und die GS Reelkirchen 15 Schüler in 1 Klasse einschulen – warum wird dann genau die Schule geschlossen, die optimale Zahlen vorweist?
Des Weiteren wird im SPD-Stadtboten unterstellt, dass die Initiative nach dem Motto "Einzelinteressen stehen vor der Verantwortung für die Großgemeinde" handelt und "laut und selbstüberzeugend ruft ". Die Initiative ruft nicht, sondern ist gut organisiert und rechtlich beraten. Sie hat sich auf den Weg gemacht, für die soziale Gerechtigkeit zu kämpfen und eine Lobby für die Kinder zu bilden. 2212 Bürger, davon 2016 gültige Unterschriften, setzen beim zweiten Bürgerbegehren ein eindeutiges Signal. Wovor hat der Rat der Stadt Blomberg bzw. die Mehrheit der SPD-Fraktion Angst?
Helmut Deneke
Leserbrief-Überschrift: Istruper engagieren sich
Bezug: Dank an die Unterstützer des Istruper Bürgerbegehrens.
Ich war einer der vielen Helfer, die beim Unterschriftensammeln für das Bürgerbehren zum Erhalt der Grundschule Istrup bei den Bürgern aus dem Raum Blomberg angeklopft haben. Das haben wir drei Mal gemacht. Herzlichen Dank an alle, die uns unterstützt haben. Von der Resonanz bin ich sehr angetan. Egal welche Glaubensgemeinschaft oder Nationalität, es war unglaublich, wie der Zusammenhalt gegen die Schließung ist.
Sollte das Bürgerbegehren wieder von dem Rat für ungültig erklärt werden, so werde ich auch ein viertes Mal meine Runde machen.
Leserbrief-Überschrift: Gemütliche Stadt
Bezug: "Blomberg entdeckt seine Schätze", LZ vom 20./21. November
Die Stadt Blomberg bewirbt sich zum dritten Mal beim Stadtwettbewerb "Ab in die Mitte". Für diesen Wettbewerb beantragte Katrin Bünten vom Blomberger Marketing 120.000 Euro Fördergelder vom Land NRW. Ich bewundere Frau Büntens Ideenreichtum, Ausdauer und intensives Nachsetzen, etwas bewegen zu wollen. Die gleiche Initiative lautet für das Jahr 2011 "Innen handeln – Stadt verwandeln". Hoffentlich ist Blomberg wieder dabei.
Von anderen Kommunen kann ich die Umsetzung der Ideen zur Erlangung der Fördergelder vom Bund und Land nur schleppend erkennen. Die Zeiten, in denen die Mehrheit einer politischen Organisation im Stadtrat ein Parkhaus bauen oder den halben Marktplatz abreißen will oder sich um eine Radfahrervorfahrt streitet, gehören wohl der Vergangenheit an. Aus meiner Sicht ist für derartig gravierende Veränderungen eine breite Bürgerbeteiligung erforderlich. Nur so kann eine Stadt zur Zufriedenheit aller attraktiver gestaltet werden.
Die förderliche Initiative "Ab in die Mitte" wendet sich gegen sinkende Besucherzahlen und mangelnde Attraktivität der Innenstädte und will die Zentren als Orte von Handel, Kunst, Freizeit, Wohnen und Arbeit stärken. Blomberg, eine kleine überschaubare und gemütliche Stadt mit einer historischen Burg kann noch mehr leisten. Sicherlich wird sich vorerst keine "Prada"- oder "Escada"- Filiale etablieren, man kann aber daran arbeiten. Wenn am Ortseingang der holländisch geprägten Stadt "Hartelijk welkom" und an den vielen Café-Restaurants zu erkennen wäre "Koffie is klaar", dann kann Blomberg mit größerer Belebung holländischer Touristen rechnen. Ich selbst kann nur in Blomberg meine holländische Tageszeitung kaufen.
Birgit Kukuk
Lohbraken 4
Leserbrief-Überschrift: Für Erhalt aller Schulen
Bezug: "Grundschule Reelkirchen geht in die Offensive", LZ vom 30. Oktober
Es ist eine Tatsache, dass die Grundschule Reelkirchen gut funktioniert, und es ist auch ihr gutes Recht, für sich zu werben. Aber alle positiven Kriterien Reelkirchens treffen auch auf die Grundschule Istrup zu.
Die da sind: ein saniertes, renoviertes Gebäude, ein engagiertes Lehrerkollegium, volle Stundentafel, viele Arbeitsgemeinschaften, eine Bücherei, eine Randstundenbetreuung, eine OGS und eine sehr fleißige Elternpflegschaft nebst Förderverein. Fakt ist aber auch (laut Rektor Hans-Georg Rüter), dass es ausreichend Schüler gibt, um eine Eingangsklasse zu bilden. Und das für die nächsten 5 Jahre! Dies macht die Schließung unserer Grundschule auch so unbegreiflich. Der Unmut aller Beteiligten richtet sich allerdings nicht gegen andere Grundschulen, sondern gegen die verantwortlichen Politiker.
Man kämpft in Istrup für den Erhalt aller Grundschulen, da mit allen Schülern intensiver Unterricht in kleineren Klassen ermöglicht werden kann. Dies möchte ich hiermit noch einmal deutlich machen.
Leserbrief-Überschrift: Kein Mitspracherecht
Bezug: Kommentar "Das Kind beim Namen nennen", LZ vom 22. Oktober.
Ein prima zutreffender Kommentar von Frau Schwarzer. Denn immer, wenn die öffentliche Hand nicht mehr weiter weiß, wird der Ruf nach ehrenamtlicher Tätigkeit und engagierten Bürger laut. Sollte man nicht schon vorher mit Weitsicht bei Planung und Anlage von Plätzen, Grünflächen und Anpflanzungen die weitere Pflege bedenken?
Wer möchte schon gern im Hundedreck arbeiten? Der Privatmann denkt bei solchen Projekten nach. Ein sparsamer Einsatz von Spritzmitteln kann doch nicht so schädlich sein, würde aber sicher hier und da helfen. Was bei euch, liebe Herrentruper, an einigen Ecken wächst, haben wir Blomberger zuhauf. Warten wir mal ab, wie in einigen Jahren unser "Vorzeigeplatz", der alte Friedhof, aussieht.
Unnötige Ausgaben, wie zum Beispiel Gutachterhonorare, würden den selbst gemachten Kostendruck mindern. Für die Honorare könnten Leute eingestellt werden. Eine Verwaltung sollte wie eine Kutsche funktionieren. Der Chef sitzt oben auf dem Wagen, und er muss wissen, wohin der Wagen rollt. Aber Bürger haben ja in Blomberg kein Monopol oder Mitspracherecht.
Leserbrief-Überschrift: Die Kritik will nicht verstummen
Bezug: LZ vom 9./10. Oktober
Vier der bekanntesten Blomberger Honoratioren, ein "Modezar", ein "Medizinalrat", ein "Ökonomierat" und ein "Justizrat" (lauter Männer) aus der Crème de la Crème haben sich jetzt noch zu Hindenburg geoutet: Die Kritik zur Namensänderung eines Blomberger Platzes darf nicht verstummen, obwohl sie aufgrund des Ratsbeschlusses zwecklos ist. Auch der interessante politische Meinungskrieg vor dem Ratsbeschluss fand doch endlich sein Ende.
Wenden wir uns also wieder den wichtigeren Problemen zu, zum Beispiel dem wunderschönen Kartoffelfest. Auf den Zusatz Oktoberfest sollte verzichtet werden. Mein Problem war: Leider habe ich eines meiner Leibgerichte (eingelegte Bismarckheringe mit Pellkartoffeln) nicht erhalten können.
Im letzten Satz des Berichtes in der LZ kam einer der hochrangigen Kritiker doch noch auf die Idee der historischen Variante zur Umbenennung mit Berücksichtigung auf den Martiniturm. Sehr gut! Schon gleich nach der Aufforderung zur Namensfindung habe ich bei der Stadtverwaltung den Vorschlag gemacht, den Platz in Martiniplatz umzubenennen. Zur weiteren Verschönerung würde auch die Einrichtung einer Fußgängerzone ohne Parkplätze beitragen.
Leserbrief-Überschrift: Warum kein Verbund?
Bezug: "Nicht an den Rändern ausfransen", LZ vom 6.10.10
Die Diskussionen seit Bekanntwerden der geplanten Schließung der Grundschule Istrup nehmen kein Ende. Das ist auch gut so! Natürlich ist nun seitens der Politik, besonders SPD und FDP, die die Schließung bestimmt haben, das Bedürfnis groß, diese Entscheidung zu begründen und zu rechtfertigen. Mit mäßigem Erfolg, wie ich finde.
Die Aussagen werden eher noch windiger und widersprüchlicher, je mehr Infos man seitens der Fraktionen erhält. Hieß es doch anfangs, man wolle die flächendeckende Versorgung der Großgemeinde Blomberg langfristig sichern, so liest man am 6. Oktober, dass bereits 2015 nur noch zwei Grundschulen in Blomberg Bestand haben werden: Großenmarpe und eine in der Kernstadt. Ist das flächendeckend? "Ausgefranster" geht’s doch kaum! Wie sind diese Aussagen vereinbar? Gar nicht. Die Reelkirchener Kinder müssten durchs "halbe Lipperland" befördert werden. Wollen Sie das den Kleinen zumuten?
Noch vor kurzem hieß es, finanzielle Hintergründe für die Entscheidung habe es nicht gegeben. Im Artikel vom 6. Oktober jedoch heißt es, dass das Schulgebäude in Istrup noch am ehesten anders verwendet werden könnte. Ob die Mehrzweckhalle in Istrup weiterlaufen könnte, lassen wir mal dahin gestellt. Herr Hohenner hat ganz Recht: "Die Eltern haben eine klare Entscheidung gefordert." Aber sollte diese heißen, eine Grundschule zu schließen? Wohl kaum. Die Eltern wollen Gewissheit und eine wohnortnahe Grundschule.
Wie bereits mehrfach erfahren, hätte die Bezirksregierung bei Nicht-Agieren der Stadt Blomberg die Grundschule Reelkirchen auslaufen lassen, da in diesem Bereich die sinkenden Schülerzahlen besonders gewichtig auftreten. Bereits in diesem Schuljahr gibt es für die Bildung einer Eingangsklasse mit nur 17 Schülern eine Sondergenehmigung. Wenn der Stadt Blomberg so viel an der Erhaltung der Schule gelegen ist, wie sicherlich auch den meisten Blomberger Bürgern, dann hätte man sich mit allen Mitteln dafür einsetzen müssen, eine Verbundschule zu gründen!
Auch für diese Lösung gäbe es sicherlich Sondergenehmigungen. Selbst das Schulgesetz gibt doch eine Richtung vor. Dort heißt es im § 82 Abs. 3: "Grundschulen mit weniger als zwei Klassen pro Jahrgang sollen, wenn der Schulträger deren Fortführung für erforderlich hält, zur Erreichung angemessener Klassen und Schulgrößen im Sinne von § 81 Abs. 1 möglichst als Teilstandort geführt werden (Grundschulverbund)."
Wir brauchen nur in unsere Nachbargemeinden zu blicken. Dort häufen sich mittlerweile die Verbund-Grundschulen: Diestelbruch-Remmighausen, Elbrinxen-Rischenau, Barntrup-Alverdissen etc. Dort werden Verbundschulen gegründet, um den Eltern, und vor allem den Kindern (!), die wohnortnahe Schulversorgung zu ermöglichen.
Warum nicht in Blomberg? Was macht Blomberg so besonders, dass bei uns so ein Verbund angeblich nicht machbar ist? Wo bleibt die Bürgernähe, die Verbundenheit? Und vor allem die Ehrlichkeit?
Am Hohenberg 3
Leserbrief-Überschrift: Eine wird geschlossen
Bezug: "Istrup auf den Barrikaden", LZ vom 8. Oktober
Die Einleitung eines Bürgerbegehrens und des eventuell sich anschließenden Bürgerentscheides steht jedem Menschen und jeder Institution zu, die gegen einen Beschluss, in diesem Fall den Ratsbeschluss der Stadt Blomberg, vorgehen oder diesen nicht akzeptieren möchten. So kann ich als Mitglied der Schulpflegschaft der Grundschule Reelkirchen diesen Schritt nachvollziehen, da ich ihn selbst gewählt hätte, wenn unsere Schule geschlossen worden wäre.
Dieses Bürgerbegehren der Grundschule Istrup hat aber Auswirkungen auf die verbleibenden Grundschulen Großenmarpe, Reelkirchen und das Paradies in Blomberg. Die Grundschule am Weinberg betreffen diese Auswirkungen nicht, da diese mittelfristig eine gesicherte Zweizügigkeit vorweisen kann.
Sollte dieses Begehren bzw. dieser Entscheid für die Istruper erfolgreich verlaufen, so würde eine der verbleibenden Grundschulen durch den Rat der Stadt Blomberg doch noch geschlossen werden müssen. Die Begründung liegt in den stark zurückgegangenen Schülerzahlen und in dem demographischen Wandel.
Das bedeutet, dass jeder, der dieses Begehren unterschreibt, gleichzeitig die Schließung einer anderen der drei verbleibenden Grundschulen unterstützt. Eine Erhaltung aller Grundschulen wird aus finanziellen Gründen nicht möglich sein. Ich möchte daher nur jeden bitten, mit seiner Stimme und Unterschrift verantwortungsbewusst umzugehen, und nur das zu unterstützen, was in seinem Interesse liegt.
Leserbrief-Überschrift: Unfaire Politik
Bezug: Zur Diskussion um die Grundschule Istrup
Das Wohl und die Zukunft der Kinder liegt den Politikern am Herzen, uns auch. Aus diesem Grund ist unsere Enttäuschung und Betroffenheit bezüglich einer schulpolitischen Entscheidung unbeschreiblich groß. Am 16. September hat der Rat mit Stimmen der SPD, FDP und des Bürgermeisters gegen die Stimmen von CDU, Grünen und Freien Bürgern die Schließung der Grundschule Istrup beschlossen.
Unfassbar ist für uns der Beschluss, 2011 keine neue Eingangsklasse zu bilden, obwohl es in den nächsten Jahren vor Ort genügend Erstklässler gibt und die Grundschule eine gute Bausubstanz aufweist. In einer Dorfausschusssitzung am 22. September stellten sich Widersprüche in den Aussagen unseres SPD-Bürgermeisters Klaus Geise dar. Er musste einräumen, eine rettende Antragstellung zur Verbundschule an die Bezirksregierung Detmold unterlassen zu haben.
Eine unfaire Kommunalpolitik zerstört gnadenlos die Zukunft unserer Kinder. Alle Istruper Vereine und Institutionen wehren sich dagegen, dass eine komplett gesunde Infrastruktur zerschlagen wird. Wir kämpfen mindestens bis zum 15. November (Anmeldeschluss für die Schulanfänger 2011/2012) mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für eine lückenlose Klärung des Sachverhaltes und die weitere Existenz unserer Grundschule!
Leserbrief-Überschrift: Keine andere Wahl
Bezug: Zur aktuellen Schulsituation in und um Blomberg
Zur Zeit höre und sehe ich nur Protest und Anschuldigungen an die Politiker – sprich: Ratsmitglieder der SPD und der FDP –, die entschieden haben, dass die Grundschule Istrup im nächsten Schuljahr keine Eingangsklasse mehr haben und somit auslaufen soll.
Mir liegt es daran, gerade diese Politiker als besonders verantwortungsbewusst und umsichtig hervorzuheben. Unter dem Motto "kurze Beine, kurze Wege" haben sie für die nächsten Jahre so entschieden, dass der Norden, Süden und Osten der Stadt eine Grundschule zur Verfügung stellt und somit die Kinder möglichst kurze Fußwege oder Busfahrten zu bewältigen haben. In Anbetracht der Tatsache, dass die Schülerzahlen in den folgenden Jahren noch weiter rückläufig sind, blieb ihnen im Zuge der allgemeinen Sparmaßnahmen keine andere Wahl.
Natürlich wäre es für jede Dorfschule, nicht nur hier in Blomberg, sinnvoll, erhalten zu bleiben, auch wenn sich die Klassenstärke auf 15 bis 18 Schüler beliefe. Gerade im Hinblick darauf, dass demnächst möglichst alle Schüler mit besonderem Förderbedarf in "normale" Klassen integriert werden sollen, wären kleine Klassen von Vorteil. Leider haben aber die Bildungspolitiker unsere Bundeslandes festgelegt, dass 23,42 Schüler auf eine Lehrstelle berechnet werden sollen. Mehr wird für die Bildung der Kinder in NRW nicht ausgegeben, und deshalb bleibt Ratsmitgliedern und auch der Bezirksregierung nicht viel Spielraum.
Eine Woche vor Mitteilung, dass es Istrup treffen wird, wurde entschieden, die Einzugsgebiete neu festzulegen und eine Blomberger Schule zu schließen. Kaum jemand, aber schon gar nicht Bürger aus Istrup, meldeten Protest deswegen an. Erst als es um "ihre" Schule ging, wurden diese wach und griffen zu allen Mitteln, um diese Entscheidung rückgängig zu machen.
Unter dem Titel "Wollen Sie, dass keine Grundschule in Blomberg geschlossen wird?" werden für ein Bürgerbegehren Unterschriften gesammelt. Mit welchen finanziellen Mitteln soll das auf Dauer durchführbar sein? Das ist eine Frage, die sich unter anderem der Landtagsabgeordnete Berghahn aus Istrup schon längst hätte stellen sollen, um dann mit durchsetzbaren Lösungsmöglichkeiten voranzuschreiten. Statt dessen glänzt er mit Abwesenheit bei Entscheidungen, die "sein" Dorf betreffen, um nachher mitzuteilen, dass er persönlich ja nicht der Meinung seiner Fraktionsmitglieder war.
Also, nochmal ein großes Lob an alle Ratsmitglieder, die in der Mensa der Realschule aufgestanden sind und zu ihrer Entscheidung standen und weiterhin stehen, weil es in ihrem Entscheidungsrahmen die einzig vernünftige Lösung war. Bleibt nur noch zu wünschen, dass die Busse zur Schule sicher und pünktlich sind und Busfahrer den Schülern freundlich und wohlwollend begegnen.
Leserbrief-Überschrift: Name als Mahnmal
Bezug: "Hindenburgs Zeit in Blomberg ist um", LZ vom 29. September
Bravo SPD, nun hat man sich ja gegen die Meinung der Bürger durchgesetzt, was angeblich überwiegend im Interesse der Öffentlichkeit ist, welches ich sehr bezweifele. Eine unter damaligen Umständen erfolgte Namensgebung sollte man auch einmal respektieren und als Mahnmal stehen lassen.
Hoffentlich wird nun in ganz Deutschland eine Hindenburgwelle losgetreten.
Leserbrief-Überschrift: Bismarck im Hering
Nachdem eine Mehrheit der Mitglieder des hiesigen Stadtrates unter Führung der SPD es durchsetzen konnte, dass der Name "Hindenburg" künftig aus der Bezeichnung "Hindenburgplatz" getilgt wird, haben wir einen Vorschlag für eine weitere Weltverbesserung an die Politiker zu machen. Bitte fassen Sie kraft Mehrheit den Beschluss, dass baldmöglichst in dem Wort "Bismarck-Hering" der Wortteil "Bismarck" verschwindet und durch einen anderen Begriff ersetzt wird (Bismarck: preußischer Junker, Kriegs-Initiator, Parlaments-Verächter, Monarchist und Mitschöpfer der Sozialisten-Gesetze).
Leserbrief-Überschrift: Debatte beenden!
Bezug: Zur anhaltenden Diskussion um die Umbenennung des Hindenburgplatzes in Blomberg
Für den Antrag auf Umbenennung des Hindenburgplatzes kann ich keinerlei Verständnis aufbringen. Als nächstes könnte jemand auf die Idee kommen, den Antrag zu stellen, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica zu entfernen, weil der Namensgeber maßgeblich an der Entstehung des unheilvollen Ersten Weltkrieges beteiligt war.
Paul von Hindenburg hatte sich in seiner Zeit ein hohes Ansehen in der deutschen Bevölkerung erworben und wurde laut Brockhaus im Jahr 1932 auch von der SPD bei seiner Wahl zum Reichspräsidenten unterstützt. Wer die damaligen Verhältnisse aus heutiger Sicht betrachtet, muss zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen, dass die Nazis es geschafft hatten, nicht nur das deutsche Volk, sondern auch die ganze Welt hinsichtlich ihrer wahren Absichten zu täuschen.
Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass eine Stadt wie Blomberg, die auf ihrem historischen Marktplatz einer Hostiendiebin die Ehre erweist, auch dem alten Hindenburg weiterhin auf dem Nebenplatz Gerechtigkeit angedeihen lassen sollte. Ich plädiere deshalb dafür, die ohne Not angezettelte Debatte zu beenden und kommenden Generationen das geschichtsträchtige Denkmal und den damit verbundenen Namen des Platzes unverändert zu bewahren.
Leserbrief-Überschrift: Bürger befragen
Bezug: Leserbrief "Die Hoffnung bleibt", LZ vom 7./8. August
Wie Recht Sie haben, Frau und Herr Krüger, bezüglich der Blomberger Geschäfte. Manchmal glaubt man, für unsere Stadtväter zählen nur noch die so genannten "Events" in der Stadt, nicht aber die Versorgung älterer Bürger. Selbst ist man ja noch jung und mobil.
Gutachten auf Gutachten wird eingeholt. Schulmeisterlich, denn jeder meint, Recht zu haben, wird über den Hindenburgplatz diskutiert. Vielleicht sollte man die EU in Brüssel befragen. Das ist schon große Politik, nichts für kleine Bürger und bringt uns in Blomberg voran in die Mitte.
Wenn die Meinung der Bürger zählt, wäre eine Bürgerbefragung hierzu sehr angebracht, dann aber aller Blomberger Bürger. Der Platz ist für alle Blomberger. Oder bleibt nur die Hoffnung auf das richtige Gutachten vom richtigen Gutachter?
Leserbrief-Überschrift: Total legal
Thema: Zur Gewinnabführung der Blomberger Versorgungsbetriebe
Die Bilanz stimmt! So verkündeten Plakate in Blomberg letztjährig noch bis wenige Tage vor der Kommunalwahl. Naja, und wenn sie dann doch nicht stimmt, die Bilanz – was ja niemand ahnen konnte und was die Wähler auch weder kümmern noch was angehen soll –, dann holen wir uns zum Haushaltslochstopfen eben mal 500.000 Euro Gewinnabführung von den Stromkunden der Blomberger Versorgungsbetriebe, denn die BVB bedient ja jetzt ganz Blomberg, und da bleibt eben auch mehr über.
Und die BVB kann sich das Geld ja dann über den etwas höheren Strompreis reinholen und auch bei der Sparkasse oder den Sparkassenkunden leihen: "Prima-Klima-Sparbrief" nennt sich das dann, müsste aber eher "Prima-Bilanz-Sparbrief" heißen. Und die Zinsen dafür zahlen die BVB-Kunden. Und wenn darüber keiner meckert, dann können wir das noch öfter machen. So, liebe Gemeinde, liebe BVB-Kunden, werden Bilanzen geheilt! Und total legal!
Da ich nun seit einem Jahr BVB-Kunde bin und auch den etwas höheren Tarif zahle, denn damit möchte ich die lokale und regionale Energieerzeugung stützen, darf ich darauf hinweisen, dass ich als BVB-Kunde nicht zum Haushaltslochstopfen beitragen wollte. Kunde bleibe ich gleichwohl, damit ich mich berechtigt fühlen darf, zu solchen Finanzierungspraktiken eine Meinung zu haben.
Diese Meinung darf aber auch jede/r andere haben! Gibt’s solche?
Annette und Hans Krüger
Leserbrief-Überschrift: Die Hoffnung bleibt
Bezug: Artikel "Coach gibt dem Einzelhandel Impulse", LZ vom 29. Juli
Ich war sehr gespannt, als ich anfing den Artikel zu lesen, war aber enttäuscht, nachdem ich zu Ende gelesen hatte. Ich finde, von der Aufmachung her unsere "kleinen Geschäfte" in der Innenstadt sehr schön, ältere Ausstattungen in den Geschäft en nicht so schlimm. Hauptsache ist doch, dass die Geschäfte überhaupt noch da sind und existieren können. Dies soll auch kein Angriff auf Herrn Schnödt sein, er hat nur die von ihm abverlangte Arbeit getan.
Wichtiger für die Stadt, und hier komme ich zum eigentlichen Thema, wäre wieder ein Lebensmittelmarkt an der "Neuen Torstraße" (ehemals Preisgut). Die großen Märkte sind alle vor den Toren der Stadt, warum sollten die Leute dann noch in der Stadt die zirka zehn attraktiven Läden besuchen?
Wir persönlich (Fußgänger und gehbehindert) nehmen die kürzeste Strecke zum Einkaufen – Edeka-Markt an der B1, und wir denken schon mit Schrecken an die Wintermonate: keine einzige Lampe am Weg durch den Vati-Park, ausgewaschene Wege, defekte Bänke, alles zugewachsen, Schnee wird dort nicht beseitigt, und dann kommt zum guten Schluss noch die unter Einsatz des Lebens zu bewältigende Überquerung der stark befahrenen Bundesstraße 1. Für ältere oder behinderte Personen fast unmöglich.
Darüber sollte sich die Stadt oder Marketing mal Gedanken machen und nicht darüber, wie vorhandene schöne Geschäfte mit viel Geld umgestaltet werden können. Wir haben die Hoffnung auf einen neuen Lebensmittelmarkt in der Innenstadt noch nicht aufgegeben und sind weiter gespannt.
Leserbrief-Überschrift: Ohne Not
Thema: Zur andauernden Diskussion um den Hindenburgplatz in Blomberg
Aus meiner Sicht wurde die Diskussion um die Person des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Blomberger Platz künstlich und ohne Not auf die Tagesordnung gesetzt. Namensgeber öffentlicher Straßen und Plätze sollten sich in besonderer Weise um Demokratie und Gesellschaft verdient gemacht haben, so die SPD-Ratsfraktion in einem Schreiben an den Blomberger Bürgermeister. Dem kann man zustimmen.
Aber da wurde noch eine weitere Forderung der Mehrheitsfraktion aufgestellt. Gemeinden, sofern sie immer noch Straßen, Plätze usw. nach Paul von Hindenburg benannt haben, eines fatalen Irrtums zu zeihen und mit Schande zu überziehen, ist mit Verlaub eine gehörige Unanständigkeit. Die Erkenntnisse des Herrn Pyta kommen für politisch korrekte Menschen wie gerufen nach dem Motto: Wir geben nicht auf; auch bei den drei Punischen Kriegen muss ein Deutscher zu finden sein, der sie angezettelt hat.
Besser wäre es gewesen, die SPD-Ratsfraktion hätte sich auch bei gestandenen Wissenschaftlern erkundigt als da sind: Prof. Dr. Walter Hubatsch, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Herzfeld, Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher und andere.
Leserbrief-Überschrift: Tafeln in Blomberg (ungekürzte Version)
Thema: Blomberg Marketing Veranstaltung "Goede Smaak", Dinieren am Weinberg
Bezug: LZ-Bericht vom 08.07.2010: "Blumenliebe geht durch den Magen"
Wir befinden uns irgendwann im Mittelalter. Erzherzog Ottokar hat verkünden lassen: Wir machen es erst einmal für uns schön!
Gesagt, getan. Er bittet den Hochadel, etliche Raubritter und die Oberkommandierenden des Alten Blomberger Schützenbataillons zur Tafelrunde an der Burgmauer zu Füßen der Ritterburg Blomberg. Das Festmahl findet am Abend bei Kerzenschein und drei frisch dafür aufgehängten Laternen, die die festliche Atmosphäre der Tafelrunde mit den Erlauchten erhellen sollen, statt. Obwohl der Magistrat nur noch Reste im Säckel hat, werden dafür und für die neu gefassten Gräber des Friedhofs an der Stadtmauer noch etliche Taler abgezweigt und ausgegeben.
Die Festbeleuchtung am Fuße der Burg soll von weither zu sehen sein. Dafür sorgt der "Windbruch", der vor kurzem eine Schneise vom Fuße des Burgberges bis hoch zur Burgmauer geschlagen hat. Die hohen Bäume wurden dabei auf halber Höhe wie von einem Messer glatt abrasiert.
Die Burgfräulein mit ihren Marketender/innen kredenzen das Beste aus Küche und Keller.
An der Tafel werden 70 Plätze für die Auserwählten bereitgestellt. Jeder gibt einen Obolus von 39 Talern in die Burgschatulle, vermutlich vorgesehen für die Armen.
Minnesänger mit Klampfe und Fidel runden das Fest ab. Die Gesellschaft singt:
"Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel…" Der Hofnarr fällt ein:
nicht alle, viele, viele hinter Schloss und Riegel…"
Vor Blombergs Toren werden die Zwei-, Vier- und Mehrspännerkutschen angehalten und, von Neugierde getrieben von den Kutschern durch die Tore in die Stadt gelenkt. Doch oh weh, es gibt nur wenige Marställe für die Kutschen und noch weniger Pferdeställe, die auch noch aussehen wie Kohlenkeller. Hat man sich bis zur Tafel durchgefragt, ist der Schreck groß: Es handelt sich um eine geschlossene Gesellschaft.
Auch das niedere Volk und die Schützenbrüder sind neugierig und möchten nichts verpassen. Allerdings sind die meisten Zugangswege bis zu den Toren der Stadt nur noch mit Messern, Bachten und anderen Schlag- und Schneidwerkzeugen zu erreichen. Das Volk bleibt besser in den Niederungen und hätte auch nur gestört. Es schickt einen Boten und wünscht den Erlauchten viele genussreiche Stunden.
Wir stellen fest: Bis heute hat sich bei ähnlichen Gepflogenheiten kaum etwas geändert.
Fände ein solcher Schildbürgerstreich in unserer Zeit statt, könnte man nur an die Herrschaften appellieren, die Reste des Festmahls den "Tafeln" zu übergeben.
Für die Sanierung des Stadthaushaltes und die Erfüllung aller notwendigen Außenarbeiten (außerhalb der City) sollte die Schuldenlast anteilig von allen Bürger/innen aufgebracht werden. Für die liegen- und stehengebliebenen Landschaftspflegearbeiten könnten endlich die fehlenden Kräfte eingestellt und die staatlich Unterstützten verringert werden.
Jetzt kriege ich bestimmt nicht nur Zuspruch, für den ich mich bei dieser Gelegenheit herzlich bedanke, sondern auch Kritik! Nur zu.
Im Hoffeld 30a
Leserbrief-Überschrift: Intellektuelles Armutszeugnis
Thema: SPD-Antrag auf Umbenennung des Hindenburgplatzes
Bezug: LZ-Artikel "Hindenburg spaltet die Lager" vom 16. Juli
Über die Frage, ob der Hindenburgplatz in Blomberg umzubenennen sei, lässt sich trefflich streiten. Aber sicher nicht mit der – vorsichtig aus gedrückt – etwas unreflektierten Argumentation der Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP. Wenn CDU-Fraktionschef Friedrich-Wilhelm Meier allen Ernstes verkündet, er könne Hindenburgs Handeln nicht beurteilen, weil er nicht dabei gewesen sei, stellt er sich selbst ein intellektuelles Armutszeugnis aus.
Wer dieser Argumentation folgt, müsste den Geschichtsunterricht an deutschen Schulen abschaffen. "Leute, vergesst Caesar! Wir waren im Gallischen Krieg schließlich nicht mit dabei."
Die Geschichtswissenschaft hat Methoden erarbeitet, nach denen man historische Prozesse und das Wirken von Menschen sehr wohl beurteilen kann. Die Quellen zur späten Geschichte der Weimarer Republik, die Akten der Reichsbehörden – sie alle sind publiziert oder in Archiven zugänglich. Und selbst, wenn heute noch Debatten darüber geführt werden, ob Hindenburg aus Senilität oder ideologischer Überzeugung Hitler zum Reichskanzler gemacht hat, bestreitet niemand: Hindenburg war kein Demokrat, er war Steigbügelhalter Adolf Hitlers. Dieses Wissen müsste Herrn Meier trotz der Gnade seiner späten Geburt für die Urteilsfindung eigentlich zur Verfügung stehen.
Mehr noch: Gerade die Geschichtswissenschaft eröffnet erst die Möglichkeit, historische Vorgänge wirklich zu beurteilen. Zeitzeugen können immer nur ihre subjektive Sicht des Erlebten weitergeben. Und die kann durchaus verzerrt, unvollständig oder aus der Erinnerung heraus sogar schlicht falsch sein.
Ein Wort noch zu FDP-Fraktionschef Albrecht. Der Satz "Man könne an jedem Namen, ‚wenn er einmal alt genug ist, etwas Kritisches finden’", ist eine gefährliche Binsenweisheit. Diese Feststellung ist nicht falsch, öffnet aber einem ethischen Relativismus Tür und Tor. Hindenburgs Verhalten ist eben anders zu beurteilen als das seines Amtsvorgängers Friedrich Ebert, der fraglos auch seine Fehler gemacht hat. Wir müssen das Handeln von Menschen auch weiterhin als gut oder böse, richtig oder falsch, gerecht, ungerecht oder gar verbrecherisch beurteilen dürfen. Sonst geben wir moralische Maßstäbe auf.
Und die sind in einer Gesellschaft , die mehr und mehr ihren inneren Zusammenhalt verliert, weiter dringend nötig. Selbst dann, wenn es nur um Straßennamen geht.
Leserbrief-Überschrift: Mahnendes Andenken
Thema: Zum SPD-Antrag auf Umbenennung des Hindenburgplatzes in Blomberg
Es ist mal wieder soweit: In Blomberg wird deutsche Geschichte bereinigt. Die Umbenennung des Hindenburgplatzes – zum wiederholten Male.
Ach, dieses Straßenschild, ihr sollt es lassen stahn und einen Deut dran haben! Macht doch aus dem ehrenden Andenken ein mahnendes Andenken mit einer Mahntafel, die den Straßennamensträger und seine Zeit ins rechte (oder linke) Licht rückt.
Denn auch die Linke, zumindest die SPD, ist in Treue fest mitmarschiert in den 1. Weltkrieg, und danach, als eine Revolution sie an die Macht geschubst hat, da hat sie regiert, hat sich angebiedert bei der Reaktion, nach rechts gebückt und nach links getreten, Reichswehr und Freikorps prügeln und schießen lassen und damit der Reaktion in die Steigbügel geholfen. Auch das gehörte auf eine Mahntafel zur Erläuterung der Geschichte. Man lese das mal nach, z.B. bei Tucholsky, und der ist sicher nicht rechter Tendenzen verdächtig.
Und dass der Platz auch das alte Amtsgericht und das Kriegerdenkmal aufweist, atmet doch so sehr Zeitgeist der Weimarer Republik, das kann gar nicht passender sein. Und wenn’s denn doch zur Umbenennung kommen soll, dann nehme man doch die Namen verdienter Sozialdemokraten jener Zeit: Noske oder Gessler. Oder aktuell: Schröder?
Jochen Dönau
Leserbrief-Überschrift: Unmengen an Eichenlaub
Thema: Eichenbestand an der B 1 in Herrentrup
Bezug: Bericht "Die Eichen müssen nicht weichen" und Kommentar "Lasst die Bäume stehen", LZ vom 25. Juni
Das Foto zu dem Artikel ist ja wohl ein Witz! Es zeigt im Vordergrund ein paar Eichenblätter, dahinter ein paar Zweige eines Eichenbaumes und auf der gegenüberliegenden Seite ein paar Kugelbäume, aber keinen der insgesamt 30, etwa 20 Meter hohen Eichenbäume entlang der B 1 in Herrentrup. Gegen diese kleinen Kugelbäume hat niemand etwas einzuwenden. Im Gegenteil, wir Anwohner haben sogar im Zuge der Umbaumaßnahme der B 1 vor einigen Jahren für eine zusätzliche Pflanzung von Ahorn beziehungsweise Hainbuchenbäumen direkt vor unseren Häusern plädiert.
In unserem Antrag zur Beseitigung der Eichenbäume haben wir wörtlich erklärt: "Möglicherweise wäre eine Neupflanzung durch Bäume in Größe und Art wie im Stadtbereich (die regelmäßig beschnitten werden) zu überlegen." Bevor man nun so einen Kommentar schreibt wie Frau Schwarzer, sollte man richtig recherchieren und nicht behaupten, wir Anwohner würden am liebsten alles zubetonieren und dann grün streichen. Es geht einzig und allein um die Unmengen von Eichenlaub, welches im Gegensatz zu anderem Laub noch nicht einmal verrottet.
In Blomberg-Stadt wurden übrigens im Frühjahr am Weinberg und im Vati-Park etwa 20 dicke Bäume gefällt, um einen besseren Blick auf die Stadt zu haben und weil die Fichten nicht arttypisch seien (aber große Eichen im Dorf sind arttypisch?). Nach kurzem Bericht in der LZ lagen die Bäume zwei Tage später am Boden, da blieb ja keine Zeit mehr, dagegen anzugehen.
Außerdem: Wenn eine Kommune eine Reinigungssatzung vorschreibt, muss sie sich auch auf den städtischen Flächen daran halten – auch an der B 1 in Herrentrup. Bleibt abzuwarten, ob die Stadt mangels Bauhof-Mitarbeitern und geeigneter, nicht defekter Maschinen in diesem Jahr die vermehrte Entsorgung des Laubes vornimmt, wie mündlich mehrfach versprochen.
Im übrigen haben nicht nur "einige wenige", sondern bis auf drei Personen, die zur Zeit der Unterschriftenaktion nicht anwesend waren, alle Anwohner der B 1, insgesamt 28, den Antrag gestellt. Wir hatten außerdem darauf hingewiesen, dass die Wurzeln der Eichenbäume an mehreren Stellen die Platten des Gehweges hochheben und mit den im Herbst abfallenden Eicheln eine Unfallgefahr für Fußgänger darstellen.
Aber über all dieses setzt sich unser Dorfausschuss hinweg. Die Herren wohnen ja auch nicht an der viel befahrenen B 1. Vielleicht holen sie ja, wie Frau Schwarzer sarkastisch anmerkt, "im Akt der Solidarität" im Herbst die Besen raus und füllen die Säcke mit Laub. Aber sicher nur, wenn anschließend gegrillt wird, natürlich auf Kosten der Anwohner.
Leserbrief-Überschrift: Alle haben es gewusst…
Thema: Zur Pflege öffentlicher Grünflächen in der Stadt Blomberg
Die Planer, die Berater, die Gestalter und alle haben es gewusst: Nach der Umgestaltung des Alten Friedhofs zum Groene Plaats werden außergewöhnliche Pflegeleistungen erforderlich. Genau daran hapert es, moniert Halke Lorenzen jetzt. Schilda lässt grüßen. Warum haben die Planer mit der Stadt nicht vor der Ausführung die Zuständigkeiten für die Pflege (auch des Marketing-Vereins) festgeschrieben?
Die Umgestaltung hat außer der Bewunderung für die schönen Blumen auch äußerst kritische, teilweise ausfallende Bemerkungen hervorgerufen. Einige Beispiele etwa so: Zwei, drei kleinere Blumenbeete längs der Gehbahnen hätten gereicht, viel zu aufwändig und zu teuer. Durch unschöne Eiseneinfassungen Vergleich mit Massengräbern, Erinnerung an Kreuze aus Kriegszeiten und ähnliches.
Leider hapert es auch außerhalb der City auf vielen öffentlichen Gehwegen an Freischnitt und Pflege. An Walkenmühle und Bextenstraße wachsen die Gehbahnen teilweise bis zu einem Drittel zu, so dass zwei Leute Schwierigkeiten haben, nebeneinander zu gehen. Das Entfernen der Erde ist dort nur noch mit Spaten und Schaufel und harter Arbeit möglich. Bei Regen zwingen überhängende Zweige zum Ausweichen auf die Holstenhöfener Straße. Hat der Baubetriebshof der Stadt auch diese Zustände aus den Augen verloren?
Es ist offensichtlich, dass Arbeitskräfte für alle genannten Arbeiten fehlen. Natürlich wegen der desolaten Finanzsituation. Da ruft der Planer nach ehrenamtlichen Kräften, wie immer, wenn nicht mehr weiter gewusst wird.
Fazit: Grüne Plätze müssen, soweit sie nicht als Spielplätze oder Spielwiesen genutzt werden sollen, neben einigen Blumenbeeten und -kübeln mit wenig Pflegebedarf so lange wie möglich der Natur mit ihren wunderschönen hiesigen Pflanzen wie Löwenzahn, Distel, Brennnessel und zahlreichen Gräser, mit ihren Blumen, Sträuchern und Bäumen überlassen werden. Nur ein- bis zweimal im Jahr mähen, schneiden (Randstreifen nach Bedarf) und auf den Stock setzen reicht als Pflege. Hundehaufen werden unauffälliger. Auch der Ruf nach ehrenamtlicher Arbeit ist hinfällig. Sie kann dann ohne Druck aus Eigeninitiative erbracht werden. Freiheit für "Unkraut"!
Leserbrief-Überschrift: Keine Luftschlösser
Thema: Schlechter Pflegezustand des "Groene Plaats"
Bezug: LZ-Artikel "Löwenzahn und Distel schießen ins Kraut" vom 17. Juni
Der ehemalige "Alte Friedhof" hatte früher seinen unverwechselbaren, etwas wilden Charakter. Nagelscherengärtnerei war hier nicht nötig und wurde auch von niemandem erwartet. Neu auferstanden als "Groene Plaats" mit großflächigem Beetbesatz benötigt er nun aber deutlich umfangreichere Pflegemaßnahmen. Ob sich die Stadt als Auftraggeber darüber vorher wohl Gedanken gemacht hat?
Dabei gäbe es schon mit den vorhandenen städtischen Flächen gärtnerisch mehr als genug zu tun. An allen Ecken und Ende wuchert im öffentlichen Bereich das Unkraut. "Alt"-Grünanlagen wie Burggarten oder Schweigegarten machen auch nicht gerade einen sonderlich gepflegten Eindruck.
Trotz der bereits vorhandenen Pflegedefizite bei den bestehenden Grünanlagen wird munter weitergeplant. Das in diesen Tagen vorgestellte Stadtentwicklungskonzept sieht weitere Grünbereiche vor, die im Zuge der Umgestaltung des Pideritplatzes, des Hagenplatzes, des Volmerplatzes und der Bahnhofstraße entstehen werden. Das ist zwar alles sehr schön, lässt aber die Frage völlig offen, wer das denn in Zukunft alles pflegen soll – und ganz nebenbei, wie die Stadt diese umfangreichen Investitionen eigentlich finanzieren will.
Vom Bauhof allein sind zusätzliche Pflegeaufwände kaum zu leisten, denn der hat auch so schon genug zu tun. Außerdem schrumpft seit Jahren die Zahl der Bauhof-Mitarbeiter. Neue Mitarbeiter wird es auf Grund der desolaten städtischen Finanzlage auch nicht geben.
Genau diese desolate Finanzlage wird möglicherweise auch verhindern, dass überhaupt noch neue Projekte aus dem tollen Stadtentwicklungskonzept realisiert werden können. Wenn die Stadt erst einmal im bereits drohenden Nothaushalt steckt, werden wir alle die neue Bescheidenheit kennenlernen. Dann wird man schon froh sein dürfen, wenn die bestehenden Anlagen noch halbwegs gepflegt werden können.
Bestandssicherung muss daher das Gebot der Stunde sein, nicht Luftschlösser auf Pump. Schulden hat diese Stadt (und dieses Land) auch so schon mehr als genug.
Leserbrief-Überschrift: Blombergs "Gute Stube"
Thema: Zur Aufstellung von Bänken auf Blombergs Marktplatz
Die Stadtentwickler aus Dortmund, von denen sich Blomberg beraten lässt, hatten angeregt, das "Stadt-Mobiliar" zu optimieren. Das Stadt-Was? Seit kurzem hat unsere "gute Stube", der Marktplatz, ringsherum solide Bänke. Stadtmobiliar eben. Geht doch.
Jetzt noch ordentliches Sommerwetter, auf dass viele Platz nehmen. Zur Stadtentwicklung lässt sich schon dadurch beitragen, dass viele die möblierte "gute Stube" auch live bewohnen. Und wenn es nur für einen Schwatz und auf eine halbe Stunde ist ...
Leserbrief-Überschrift: An die Kinder denken
Thema: Stadtentwicklungskonzept, Fortbestehen der Grundschule am Paradies
Bezug: LZ-Artikel "Ein Schatten fällt aufs Paradies" vom 01. Juni
Jetzt ist das Maß mehr als voll! Als Mutter eines zukünftigen Schülers in der Grundschule am Paradies verfolge ich die entstandene Diskussion um die Blomberger Grundschule sehr genau.
Aber wenn über Stadtentwicklung gesprochen wird, brauchen wir kein Dortmunder Planungsbüro, welches zigtausend Euro kostet, wobei seit Monaten über die Sanierung unserer Grundschule samt Hort und Turnhalle diskutiert wird. 40 von 50 Kindern des Hortes besuchen die Grundschule am Paradies. Wenn Blomberg sich für die Zukunft rüsten will, dann müssen wir bei leeren Kassen (von wem auch immer gefördert?) ganz bestimmt nicht den Pideritplatz für Auswärtige gestalten, sondern an unsere Kinder in Blomberg denken.
2,5 Millionen Euro soll die Stadt aufbringen. Da ist ja die Sanierung der Grundschule am Paradies noch aus der Portokasse bezahlbar. Auch das ist eine politische Entscheidung und betrifft nicht die Besucher, sondern jeden Blomberger Bürger. Da die Zukunft von Blomberg unsere Kinder sind, fordern wir unsere Politiker auf, das entgegengebrachte Vertrauen zu erwidern.
Leserbrief-Überschrift: Wer soll das bezahlen?
Thema: Stadtentwicklungskonzept
Bezug: LZ-Artikel "Blomberg soll nicht ausbluten" vom 21. Mai
Zur Vorstellung des Stadtentwicklungskonzeptes von Junker und Partner waren außer einigen Politikern verschiedener Couleur nur einige wohlhabende und am Projekt mitwirkende Bürger/innen erschienen – also in erster Linie die Lobbyisten. Frau Schwarzer stellte in ihrem Bericht in der LZ, wie auch einige Bürger/innen im Bürgerhaus, die Frage: Wer soll das vorgestellte Konzept und auch die Folgekosten bezahlen? Diese Frage konnte mit gutem Gewissen auch der Bürgermeister nicht beantworten. Er sagte, dies muss den Beratungen in den Ausschüssen vorbehalten bleiben. Na klar.
Unter Berücksichtigung der finanziellen Lage der Stadt möchte ich einen weiteren den Finanzen betreffenden Vorschlag an den Stadtrat mit seine Gremien machen: Bei den Prüfungen, von wo die Mittel für das vorgeschlagene Stadtentwicklungsprojekt denn nun fließen können, sollten die der Stadt verbleibenden Kosten zu einem wesentlichen Teil (etwa 50 Prozent) den Händlern der Stadt (Marketing-Verein) zugemutet werden. Diese Klientel ist neben der Stadt, wenn alles klappt, der größte Profiteur des riesigen Projekts. Ohne Risiko geht nichts!
Wir, die wir außerhalb der Kernstadt unsere Immobilien nutzen, rechnen sowieso mit Abgabenerhöhungen (Grundbesitz, Straßenerhalt und etliche Nebenkosten). Dazu kämen dann noch die nicht deklarierten Beteiligungskosten am schönen Stadtbild. Damit hätten wir einen wesentlichen Beitrag für unsere noch schöne Stadt Blomberg geleistet. Auf die fehlenden Pflegeleistungen in den Randgebieten der Kernstadt komme ich bestimmt später noch einmal zurück!
Zunächst werde ich mir als immer noch leidenschaftlicher Fußgänger eine Astschere einstecken und die an den in unserem Wohnbereich und in der Nähe der Kernstadt überhängenden und die Gehbahn versperrenden Zweige und Äste beseitigen. Auf, auf, wir lassen Blomberg nicht sterben!
Feldohlentrup 23
Leserbrief-Überschrift: Nicht übers Knie brechen
Thema: Standortsicherung der Grundschulen
Bezug: LZ-Artikel "Eine Schule muss dran glauben" vom 6. Mai
Als ich, Mutter eines Schülers der Grundschule am Paradies in Blomberg, den Artikel las, war ich geschockt! Nicht, weil ich nicht über die Diskussion von Varianten zur Standortsicherung der Grundschulen in Blomberg wusste, sondern weil hier die Rede von "einer Schule" ist, die dran glauben muss!
Liebe Leser, haben Sie sich schon einmal gefragt, woraus eine Schule besteht und wer letztendlich dran glauben muss? Da ist erstens eine stattliche Anzahl von Schülern, die in den letzten Jahren nicht abgenommen, sondern zum kommenden Schuljahr sogar zugenommen hat, und der Zweizügigkeit dieser Schule Bestand gibt.
Zweitens gehören etliche Lehrer und weitere Angestellte zur Schule, die an ihren Arbeitsplätzen großes Interesse haben! Letztendlich sorgen Eltern mit Förderverein und Schulpflegschaft dafür, der Schule Leben zu geben und das Beste für unsere Kinder zu ermöglichen.
Die Diskussion um die Gelder, welche für die Sanierung erforderlich sind, wird schon sehr viele Jahre hinausgeschoben und muss auch jetzt nicht übers Knie gebrochen werden. Steht doch gerade im Wahlkampf wieder die bestmögliche Förderung unserer Kinder in der Schule als Argument oben an, so brauchen wir nur anfangen – ohne große Reden zu schwingen!
Barbara Prosche
Email an info@gruene-blomberg.de:
Ich wende mich an Sie, weil ich glaube, bei Ihnen auf offene Ohren zu stoßen, wenn es um unsere Umwelt und Tierwelt geht.
Am letzten Wochenende feierte die Firma Kraus am Schmuckenberger Weg 24 in Blomberg ihr 50. Betriebsjubiläum. Das war für die Firma sicher eine tolle Sache, aber nicht für die Anwohner und schon gar nicht für die Natur.
Die Firma grenzt an ein Landschaftsschutzgebiet, das mitten in der Brutzeit und Jungtieraufzucht ist. Die Nachtigall hat hier ein Zuhause gefunden und ein Greifvogelpärchen nistet in dieser Naturhecke, die an die Firma Kraus grenzt.
Anlässlich dieses Jubiläums hatte die Firma Kraus am Freitag, 07.05. und am Samstag 08.05. jeweils von 13.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr einen Hubschrauber geordert, der so etwa im 10-Minuten-Takt auf dem firmeneigenen Parkplatz, der, wie gesagt, an das Landschaftsschutzgebiet Duddenloch grenzt, für Rundflüge gestartet und gelandet ist. Für die Anwohner eine unglaubliche und fast nicht auszuhaltende Lärmbelästigung, aber für die Nester in der Hecke und die Rehe, die hier ihre Kitze gesetzt haben, eine Katastrophe.
Von der Stadt Blomberg habe ich erfahren, dass das alles ordentlich genehmigt worden ist. Da wird nach Sicherheitsmerkmalen entschieden, nicht nach Umweltverträglichkeit. Der wirklich sehr nahegelegene Flugplatz wäre da doch wohl der bessere Ausgangspunkt für diese Aktion gewesen.
Ich bin sehr traurig über das Geschehene und mag mir gar nicht vorstellen, wieviele Nester dieser "Spaß" gekostet hat.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Aktion vielleicht bei passender Gelegenheit mal im Rat der Stadt anbringen könnten und für die Zukunft etwas mehr Fingerspitzengefühl bei der Genehmigung derartiger Aktionen gezeigt wird. Zu retten ist jetzt natürlich nichts mehr, das weiß ich, aber wenn keiner etwas sagt (geärgert hat sich die ganze Straße) passiert auch nichts. Es muss nicht alles immer dem Spaß oder besser der Belustigung geopfert werden.
Ich hoffe, dass es die Nachtigall nicht vertrieben hat, vielleicht hat der Inhaber der Firma Kraus noch nie gehört, wie schön ihr Lied ist.
Vielen Dank, dass sie meine Mail gelesen haben und vielleicht passt es ja mal, dass es zur Sprache kommt.
Leserbrief-Überschrift: Keine sterbende Stadt
Thema: Innenstadtentwicklung
Bezug: LZ-Artikel "Vier Läden schließen auf einen Schlag" vom 10. April
Den im Bericht beschriebenen Meinungen der Blomberger Einzelhändler kann ich nur bedingt zustimmen. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte. Ich halte Blomberg für keine sterbende Stadt und durchaus für einen Wohn- und Lebensstandort mit Zukunft. Man muss also die anstehenden Schließungen durchaus losgelöst von einander betrachten.
Ich finde, dass die Gründe für die Schließungen eher im Erscheinungsbild, der Lage und dem zeitgemäßen Angebot der Einzelhändler zu suchen sind. Stufen, enge Gänge, fehlendes Angebot, mäßiges Erscheinungsbild der Immobilien und auch ein wenig Kurzsichtigkeit der Einzelhändler sind wohl eher die Gründe für die anstehenden Schließungen und nicht der Standort Blomberg. Natürlich muss man auch das Stadtmarketing und die Stadtentwicklung kritisch hinterfragen. Aus meiner Sicht werden die Ortsteile zu wenig in das Stadtmarketing einbezogen. Gehören nicht auch die Dörfer zu Blomberg und somit zum Wirkungskreis von Blomberg Marketing? Wann werden nicht nur Tulpen, sondern auch der Hinweis auf den Wochenmarkt an den Ortseingängen von Blomberg aufgestellt? Wann wird das Straßenpflaster in der Kernstadt endlich wieder sicher und fußgängerfreundlich? Wann geht die Stadtverwaltung gegen den Dreck in unserer Stadt und nicht nur gegen Parksünder vor?
Man könnte noch eine Vielzahl von Fragen stellen. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen mit Weitblick und Nachhaltigkeit Antworten suchen und vor allem finden. Nur dann bleibt Blomberg auch erlebenswert und ein Lebensstandort mit Zukunft, auch für Einzelhändler.
LZ-Leserbriefüberschrift: Stadtkern abgewickelt
Thema: Geplanter Getränkemarkt Neue Torstr. 48a
Bezug: LZ-Artikel "Edeka gibt Innenstadt auf" vom 1. April
1. April in der LZ die Meldung: Edeka im Blomberger Stadtkern macht dicht.
Ein Aprilscherz? Denkste – dahinter stecken politische Logik und unternehmerische Logistik. Denn siehe: Am gleichen Tag eine Stellenanzeige für einen Getränkemarkt als Nachfolger des aufgegebenen Ladens. Das nenne ich endlich mal einen Beitrag zu Stadtentwicklung!
Dem Baumdenkmal Blutbuche vor dem Areal winkt nun endlich eine Karriere als Szenetreff für unsere Kampftrinker. Das ist dann ganzjährig. Daneben machen sich kommunale Stadtentwicklungs-Pläne und Bemühungen um Nelke & Tulpe doch eher rührend aus.
Die Mehrheitsfraktionen im Rathaus können auf ihre Erfolge stolz sein: Hauptsache, wir haben unsere "Einzelhändler" ringsum vor den Toren der Stadt; Grundstücke, früher in Bestlagen, sind für Parkplätze versiegelt und der Stadtkern wird sozial-kulturell abgewickelt. Super.
LZ-Leserbriefüberschrift: Es gibt Alternativen
Thema: Grünen-Antrag auf Schaffung eines Friedwaldes im Blomberger Forst
Bezug: LZ-Artikel "Friedwald würde Beerdigungen teurer machen" vom 19. März
Viele Hinterbliebene, vor allem die Kinder, bleiben heute nicht mehr an dem Ort wohnen, wo die Gräber ihrer Lieben sind. Das macht die Grabpflege oft zum Problem und teuer.
Kein Wunder, dass nach Alternativen zur herkömmlichen Bestattungspraxis gesucht wird. Friedwald ist nicht die einzige. Daneben kommen zum Beispiel infrage: 1.) der "Grüne Rasen" mit eingelegten schlichten Grabsteinen; darauf Namen, Geburts- und Todesjahr; darunter die Urne; 2.) das "Kolumbarium", ein quasi-sakrales, umgenutztes Gebäude mit Vitrinen und Stelen.
Beispiele für 1.), gesehen in kommunalen Gemeinden Ost-Holsteins; Beispiel für 2.), gesehen in Erfurt (Allerheiligenkirche). Für Blomberg wäre 1.) praktikabel unter der Voraussetzung, dass die Kommune auf dem bestehenden Rasenfeld des Friedhofs ein Gräberfeld für Urnenbestattung unter Grünem Rasen mit der Möglichkeit eingelegter Grabsteine als Erinnerungsorte an Verstorbene ausweist. Das wäre wohl eine zeitgemäße, pflegeleichte und kostengünstige Alternative.
Guido Hovestadt-Roser
Köllerweg 15
Der Versuch und die Durchführung der Bürgereinbindung in die Haushaltsberatung der lippischen Kommunen muss durchaus als positiv gewertet werden. Leider ist das Interesse – warum auch immer (?) – der Einwohner recht gering.
Aus Erfahrung weiß ich, dass das Verstehen eines Haushaltplanes einer Kommune nicht ganz einfach und auch für den ungeübten Kameralisten undurchsichtig ist. Vermutlich hat auch das ein oder andere Ratsmitglied hier Schwierigkeiten. Wenn dann vom Kämmerer erfreulicherweise mitgeteilt wird, dass seit 2005 die Personalkosten von 20,3 Mio Euro auf nunmehr 14,6 Mio Euro gesunken sind, scheint dies ja grundsätzlich – wenn es denn stimmen würde – erfreulich. Der Zuhörer bzw. Bürger oder Wähler wäre möglicherweise erfreuter gewesen, wenn von Personalreduktion (prozentual) in ähnlicher Höhe gesprochen worden wäre.
Erstens ist dies rechtlich kaum möglich, es sei denn es werden "goldene Löffel gestohlen", zweitens muss immer die Frage gestellt werden, ob dies tatsächlich sinnvoll und erstrebenswert ist. Kann bestimmte Arbeit in kleinen Schritten ausgegliedert werden, erscheint dies vernünftig, sofern sie in mittelbarer Nähe in der Privatwirtschaft im Ort bleibt. Werden dem Zuhörer dann hohe Personalkosteneinsparungen seitens des Kämmerers präsentiert, dann sollte auch der Hinweis gebracht werden, dass sämtliche Personalkosten der Eigenbetriebe zwar nicht im Haushaltsplan ausgewiesen werden müssen (rechtlich) aber trotzdem natürlich von der Stadt bezahlt werden.
Berücksichtigt man z.B. das Grünflächenamt, den Baubetriebshof und die anderen "internen Eigenbetriebe", wird auch der Kämmerer wissen, dass insgesamt vermutlich immer noch 20 Mio. Euro an Gesamtpersonalkosten in der Stadt gezahlt werden, vermutlich sogar mehr.
Wichtig: Immer schön bei der Wahrheit bleiben.
LZ-Leserbriefüberschrift: Chance zur Verbesserung
Thema: Buslinienführung in der Innenstadt
Bezug: Leserbrief "Hoffung auf Vernunft" vom 16.01.10
Wenn sich eine Situation plötzlich ändert, wie zum Beispiel aufgrund der Zerstörung des Asylantenheims durch das (unvorhersehbare) Feuer, ergeben sich oft mals unverhoffte Chancen und Möglichkeiten. Ist es nun vernünftiger, darüber nachzudenken, oder ist es vernünftiger, wie Leserbriefschreiberin Frau Schlingmann es möchte, sich keine weiteren Gedanken zu machen?
Laut dem Leserbrief sieht es so aus, als ob von mir Besucher per Bus als unwichtig angesehen würden. Dies bitte ich als total falsche Einstellung zu erkennen. Nach dem von mir vorgelegten Konzept ändert sich die Zahl der Bushaltestellen in der Innenstadt überhaupt nicht. Einer dieser Parkplätze würde nur um ein kurzes Stück in Richtung Gasthaus Sölter verschoben, käme also der Wohnung von Frau Schlingmann sogar näher. Aus dem Leserbrief kann man nur herauslesen, dass sie das Gegenteil befürchtet. Kann das ein Mensch verstehen?
Die Behauptung Frau Schlingmanns, dass die Busse nicht stören, mag für vollkommen schmerzfreie Mitmenschen stimmen. Ich jedenfalls erlebe ständig direkt und einfach beweisbar das Gegenteil.
Bei der angedachten Veränderung kämen die Busse mit gern gesehenen Besuchern bis unmittelbar an den Innenstadtkern. Sie müssten dann aber nicht an dem vom Bus-Corso verursachten Stau, Lärm und Gestank leiden.
Der einzige triftige Grund, alles beim Alten zu belassen, liegt für mich in den Argumenten der OWL-Verkehrs-GmbH. Ich lasse mich gern belehren, und wenn ich hier erkennen muss, dass diese im Fall des Falles Probleme sowohl in wirtschaftlicher als auch in logistischer Hinsicht bekäme, sehe ich eine Ablehnung durchaus als berechtigt an – selbst wenn dadurch die einmalige Chance für eine weitere Verbesserung des schönen Blomberg wegfällt.
LZ-Leserbriefüberschrift: Vorschlag für Blomberg
Thema: Buslininen- und Verkehrsführung in der Innenstadt
Bezug: LZ-Artikel "Der Bauausschuss bleibt linientreu" vom 14.01.10
Die Linienbusse werden weiter durch die Innenstadt fahren. Für die Beschwerdeführer gegen diese erst 2007 zustande gekommene Regelung möchte ich den Vorschlag zur Entlastung des Innenstadtverkehrs wiederholen.
Die Linienbusse werden bereits einbahnmäßig durch die Innenstadt geführt. Diese Einbahnregelung könnte auf die übrigen Kraftfahrzeuge ausgedehnt werden. Das müsste doch den Freunden des "geteilten Raumes", zu denen auch ich mich zähle, sehr entgegenkommen. In den von mir vorgeschlagenen Einbahnstraßen hätten die Fußgänger viel mehr Freiraum, sich im geteilten Raum zu bewegen. Ihre besondere Aufmerksamkeit müsste sich hauptsächlich in eine Richtung der Straße konzentrieren.
Die Kraftfahrer könnten sich dadurch den Fußgängern gegenüber rücksichtsvoller verhalten, was auch im Projekt "Shared Space" so gewollt war. An dieser Rücksichtnahme ist das vergangene Versuchsprojekt doch mehr oder weniger gescheitert. Damit die Kraftfahrer sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten können, sollten Hindernisse wie Blumenkübel, Sitzgruppen und andere Schmuckstücke wechselseitig angebracht werden. Wo möglich, müssten dazu angepasste und gekennzeichnete Kurzzeitparkplätze, wie bereits vorhanden, zusätzlich angelegt werden.
Nun zur Einbahnstraßenführung: Diejenigen, die über das Niedere Tor die Innenstadt erreichen wollen, werden über die Brinkstraße entweder durch die Burgstraße in den Kurzen Steinweg in Richtung Heutorstraße oder auf den Langen Steinweg wieder in Richtung Niederes Tor oder auf den Parkplatz Pideritplatz und in einen Kreisverkehr geführt. Die Führung aus der Neuen Torstraße bleibt wie bisher erhalten.
Wer die Innenstadt von der Bahnhofstraße oder der B 1 aus erreichen will, kann in Richtung Marktplatz entweder in die Rosenstraße oder in die Gartenstraße abbiegen. Der Kurze Steinweg ist von da an Einbahnstraße. Alle anderen Straßen können wie bisher genutzt werden.
LZ-Leserbriefüberschrift: Zwei Tage im Januar
Thema: Winterdienst in Istrup
Bezug: LZ-Artikel "Beim Parken bricht das Chaos aus" vom 12.01.10
Bei uns in Istrup an der Durchgangsstraße "Am Grundgarten" gibt es einen Bürgerweg, der auf der gleichen Teerdecke "platziert" ist wie die Straße. Wir als pflichtbewusste Bürger reinigen den Gehweg mehrmals täglich, der als Kindergarten-und Schulweg dient, und die Schneeschieber – allen voran der Bauamtsleiter – interessiert die Sicherheit der Bürger gar nicht, sondern bloß die Schneeschiebung (also die sicheren Autofahrer). Erst nachdem unser Bürgermeister hinzugezogen wurde, hat es für zwei Tage (!) funktioniert, dass nicht die Straße freigeschoben wurde. Dann hat sich scheinbar der Bauamtsleiter durchgesetzt, und es wurde wieder die Straße freigeschoben.
Resümierend stelle ich fest, dass teilweise Geld verschleudert wird (Schneeschieben), und aus Sicherheitsgründen werden die Schneehaufen in Blomberg gelassen (falsche Sparsamkeit?). Und dann spricht man von etwas, was keine Akzeptanz hatte in Blomberg (Shared Space).
LZ-Leserbriefüberschrift: Hoffnung auf Vernunft
Thema: Busverkehrsführung in der Innenstadt
Bezug: LZ-Artikel vom 06.01.10
Mir ist es unverständlich, dass plötzlich der Busverkehr in der Innenstadt stören soll. Jahrelang war das kein Thema, warum jetzt? Die Busfahrer haben kein Problem, der jetzigen Verkehrsführung zu folgen. Ich finde es sehr gut, dass in der Stellungnahme der OWL Verkehr GmbH auf die steigende Anzahl der Senioren hingewiesen wird.
Wen stören denn die Busse wirklich? Wie viele Senioren möchten wohl, dass keine Busse in der Innenstadt halten? Da sollte mal nachgefragt werden! Nach meiner Beobachtung benutzen hauptsächlich Senioren, aber auch Mütter mit Kindern unter anderem mit Kinderwagen und Jugendliche die verschiedenen Buslinien.
Ich bin froh, als gehbehinderte Seniorin eine Bushaltestelle nahe meiner Wohnung zu haben. Andere Senioren und auch ich fahren nicht nur nach Detmold, Lemgo oder Bad Pyrmont, sondern benutzen die Linien auch innerhalb von Blomberg für Kurzstrecken, um Einkäufe in den Märkten am Stadtrand zu tätigen.
Die Linie 777 nach Bexten/Steinkuhle wird häufig und gern benutzt. Für uns Senioren wäre es schlimm, wenn die Bushaltestellen in der Innenstadt wegfielen. Ich hoffe auf die Vernunft derjenigen, die endgültige Entscheidungen treffen müssen.
Anmerkung der "Grünen Seiten" vom 14.01.10:
Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung vom 11.01.10 mehrheitlich beschlossen, dass die Busverkehrsführung unverändert bleiben soll.
LZ-Leserbriefüberschrift: Bürger als Darlehnsgeber
Thema: Stadt muss zur Bank
Bezug: LZ-Artikel vom 07.12.2009
Es hängt mit einem Ist-Ergebnis von 30 Millionen in 2008 und einer Soll-Stellung von 5,3 Millionen in 2009 zusammen. Warum, wird nicht gesagt. Wie können solche Ausfälle vom vorigen zu diesem Jahr allein in der Gewerbesteuer entstehen? Hier hätte doch zum besseren Verständnis der Leser vor der Veröffentlichung dieses Berichtes ein Fachmann Hilfestellung leisten sollen. Verstanden habe ich, dass ab April oder Mai 2010 Kassenkredite aufgenommen werden müssen, weil die laufenden Kosten nicht mehr beglichen werden können. Erschreckend! Dabei muss ich an die Staatsverschuldung des Bundes und an die damit verbundenen Zinszahlungen denken. Sie sind durch immer höhere Neuverschuldungen so riesig, dass an die Tilgung der Schulden gar nicht mehr nachgedacht werden kann.
Gibt es für die Blomberger Bürger nicht eine bessere Lösung als Bankschulden? Sie, die Bürger und Bürgerinnen, die Einkommensteuer zahlen, die über Vermögen verfügen, das angelegt werden könnte, Gewerbetreibende und andere Unternehmen könnten sich doch als Darlehensgeber in den Stadthaushalt einbringen. Es ist auch an Anteile, Pfandbriefe oder andere Beteiligungen zu denken. Zinslos? Von mir aus ja, aber damit kein Verlust entstehen kann, wäre ein Zinssatz in Höhe der jeweiligen Inflationsrate mit einem zu vereinbarenden Höchstzinssatz zu empfehlen. Ein Verteilungsmaßstab auf freiwilliger Basis könnte für die einzelnen Anleger gefunden werden. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der "Blomberger" würde so meines Erachtens erheblich gesteigert und ehrenamtliche Aktivitäten ohne Aufforderung fördern.
Für das Management Geldbeschaffung für die Stadt Blomberg bietet sich kein Besserer als "Bürgerstiftung Zukunft Blomberg" an. Hier hat es die Fachleute, Spezialisten, Sponsoren und Supervisor, die das nötige Netzwerk mit Bürgern, Bürgergemeinschaften, Sparkasse, Bürgermeister, Stadtkämmerer und Blomberg-Marketing flechten können. Der erste Schritt wäre die Bürgerbefragung, ob und wenn ja, wie viel Darlehen zur Verfügung gestellt werden.
Vielleicht werde ich für einen Utopisten gehalten, aber nur durch Anregungen kann sich was verändern. Andernorts werden ähnliche Projekte bereits praktiziert.
In ihrem heutigen Kommentar hat Frau Schwarzer ausdrücklich ihre lieben LZ-Leser aufgefordert, bei der Stadtentwicklung mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg zu halten.
Dieser Aufforderung komme ich hiermit wieder einmal nach, damit ich mich, falls erforderlich, auch mal beschweren darf.
LZ-Leserbriefüberschrift: "Netter Versuch"
Thema: Zur Bilanz der Aktion "Shared Space" in Blomberg
Bezug: LZ-Artikel zum Thema
So, so – nun ist also durch eine wissenschaftliche Studie bestätigt worden, dass das "Shared Space" in Blomberg gefloppt ist. Mussten für diese Erkenntnisse erst knappe Steuergelder ausgegeben/verschwendet werden? Jeder, der sehenden Auges durch die Innenstadt gegangen ist, wäre zu diesem Ergebnis gekommen.
Bleibt nur zu hoffen, dass die gebetsmühlenartigen Verteidigungsversuche der Initiatoren nun verstummen. "Shared Space" war ein netter Versuch, vielleicht ein guter Marketing-Gag – mehr nicht. Der betroffene Verkehrsraum sah im Projektzeitraum aus wie "gewollt, aber nicht gekonnt". Wie ein Platz, der sich in einer stetigen Umbauphase befindet, und das in der Vergangenheit ach so gepriesene historische Flair des Marktplatzes und Rathauses war nicht zu erkennen.
Ich bin sicher jemand, der stets offen für Neues ist und Querdenkertum gerne dem "Schema F" vorzieht, aber dem "Shared Space" kann ich nichts Positives abgewinnen. Eine Verkehrsberuhigung durch gezielte Verunsicherung der Teilnehmer will ich dem Projekt ja gar nicht absprechen, aber dieser Effekt würde mit der zunehmenden Gewöhnung an die nicht mehr vorhandenen Regeln verwässern.
Dass vor allem Rentner und Kinder mit der Verkehrsregelung ihre Probleme haben, kann ich mir lebhaft vorstellen. Ich habe es immer als positiv und angenehm empfunden, wenn sich meine Kinder auf dem Marktplatz frei bewegen konnten, während man selber ein Eis gegessen oder Bierchen getrunken hat. Von dem Standpunkt ist "Shared Space" ganz sicher ein Rückschritt in Sachen Lebensqualität.
Zudem erinnere ich mich, dass bei der vorletzten Bürgermeisterwahl ein Udo Möller scharf kritisiert und abgestraft wurden, weil er den Vorschlag äußerte, auf dem Marktplatz Parkplätze einrichten zu wollen. Und plötzlich fahren Autos und Busse quer über den Marktplatz, und dort parkende Autos werden mit kleinen Zettelchen darauf hingewiesen, dies doch bitte zu unterlassen. Ja, was denn nun: "Shared Space" oder doch nicht "Shared Space"? Ganz oder gar nicht?
Die verantwortlichen Personen sollen sich lieber einmal intensiv und kreativ Gedanken machen, wie der Busverkehr sinnvoll am Marktplatz und Kurzen Steinweg vorbeigeleitet werden kann. Dies ist das Hauptverkehrsproblem in Blomberg.
Die wissenschaftliche Auswertung zum "Shared Space"-Projekt ist auf der Homepage der Stadt Blomberg als PDF-Datei abrufbar.
LZ-Leserbriefüberschrift: Blomberger Baumopfer
Thema: Bericht und Kommentar zur Baumfällung in Blomberg
Bezug: LZ-Artikel vom 27.08.09
Im Workshop "Der Groene Plaats" von Blomberg Marketing hat der Landschaftsgärtner aus Istrup vehement die Meinung vertreten "Die Blutbuche muss weg; da sind Ameisen drin". Die Auffassung wurde, wie ich mich erinnere, von niemandem geteilt, von den vertretenden Mitarbeitern der Verwaltung zurückgewiesen. Einem neuen Gutachten wollte man nicht im Wege stehen.
Und nun das. Wir kennen von höchster bundespolitischer Ebene Beispiele, dass Gutachten auf Druck politischer Macht und wirtschaftlicher Interessen ins Gegenteil umgeschrieben werden. Ich protestiere entschieden gegen die Vernichtung des ehrwürdigen alten, aber vitalen Baumdenkmals auf dem Alten Friedhof Blombergs.
Frau Schwarzer greift den Widerspruch zwischen den beiden einschlägigen Gutachten auf. Ich wüsste da noch einen erstaunlichen Widerspruch: Den Weinberg unterhalb der Stadtmauer hat man zwar vor Jahren mit einem realen Weinberg angehübscht.
Andererseits beobachte ich seit Jahrzehnten, wie vom Tal des Diestelbachs her der Weinberg zuwuchert. Zwischen Burglinde und Bargop-Tor kein Blick ins Blomberger Becken. Alles "Grüne Hölle", wie auswärtige Freunde schon bemerkten. Nur im Winter gibt's den Blick auf den Hermann, wenn das Laub fehlt.
Geht das auch aufs Konto von Landschaftsgärtnern, Gutachtern oder städtischen Behörden?
Derzeit wird von der Stadt Blomberg ein "Pflegeprojekt" für den Weinberg vorbereitet, das zusammen mit dem Bauhof und der VHS durchgeführt werden soll. Da es sich beim Weinberg bzw. beim Diestelbachtal um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, ist der Kreis Lippe als Untere Naturschutzbehörde mit im Boot. Sobald die Witterung es erlaubt, soll mit dem Projekt gestartet werden.

References: § 3
 § 9
 § 3
 § 2
 § 61
 § 82
 § 81