Source: http://gartenbauverein-reichertshofen.org/Vereinschronik.html
Timestamp: 2019-03-20 01:50:17+00:00

Document:
Vereinschronik von 1905 bis 2005
Zum Geleit 4
Die Anfänge des Gartenbauvereins 6 - 12
Der Verein von 1905 bis 2005 13 - 26
Vereinsleitung 26
Der Verein heute 27 - 29
Satzung 30 - 33
Geschichte von Reichertshofen 34 - 37
Unser Kreisverband 38 - 39
Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen e.V.
1. Vorsitzender: Georg Kreitmeier
Erlenweg 4 Agelsberg, 85084 Reichertshofen
Layout: Donaubauer Richard
Bilder: Georg Kreitmeier, Reichertshofen
Endredaktion: Georg Kreitmeier, Reichertshofen
Herstellung: Druck und Kopie, Ingolstadt
Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers u. d. einz. Autoren
© 2005 by Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen e.V.
IN EHRFURCHT UND
DANKBARKEIT GEDENKEN WIR UNSERER VERSTORBENEN MITGLIEDER,
INSBESONDERE DERER, DIE VERANTWORTUNG ÜBERNOMMEN UND SICH DAMIT UM
DIE GARTENKULTUR IN REICHERTSHOFEN VERDIENT GEMACHT HABEN.
vor genau 100 Jahren war es soweit: In Reichertshofen wurde der Obst- und Gartenbauverein gegründet, der aus dem Bienenzucht- und Obstbauverein Baar- Reichertshofen hervorging.Seither hat die Welt im Großen wie im Kleinen massive Veränderungen mitgemacht, die auch am Gartenbauverein und seinen Mitgliedern nicht spurlos vorüberge­gangen sind. Es freut mich, Ihnen in dieser Vereinschronik neben einem Rückblick auf die Entwicklung in den vergangenen 100 Jahren auch einen Blick auf die vielfältigen Aktivi­täten auf dem Gebiet der Gartenkultur in der Gegenwart geben zu dürfen.In unserer Vereinschronik stellen wir dar, wie sich aus dem 1888 gegründeten Bienenzucht- und Obstbauverein Baar- Reichertshofen unser Gartenbauverein entwickelt hat.Die ersten 50 Jahre musste unser Verein in einer wechselvollen, schwierigen und sehr oft stürmischen Zeit überleben. Wegen fehlender Aufzeichnungen konnte trotz vielfältiger Recherchen kein vollständiger Überblick über die Entwicklung des Gartenbauvereins in dieser Zeit zusammengestellt werden. Um so interessanter ist für uns, die wir zu Beginn des 21. Jahr­hunderts in gesicherten Verhältnissen und angemessenem Wohlstand leben können, zu erfahren, womit sich der Gartenbauverein in der Zeit vor und zwischen den Weltkriegen beschäftigen musste. Beim Lesen der Schilderung der Begebenheiten aus dieser Zeit wird auch Ihnen sicher wieder bewusst, welcher Wandel sich in diesen 100 Jahren vollzogen hat und wie sich die Gartenprobleme heute darstellen.Die Zeit in den Jahren seit 1946 haben viele von uns großenteils bewusst miterlebt und -gestaltet. Und trotzdem, bei der Lektüre der Ereignisse dieser Jahre wird uns wieder eindrucksvoll vor Augen geführt, wie rasant die Entwicklung vorangeschritten ist, wie sich die Aufgaben unseres Vereines in und nach dem „Wirtschaftswunder" gewandelt haben - und wie einzelne Persönlichkeiten gerade in diesen Jahrzehnten die Geschicke des Gartenbauvereins geprägt haben. 100 Jahre Gartenbauverein Reichertshofen, das ist natürlich ein geeigneter Zeitpunkt, Rückschau zu halten, die gegenwärtige Lage zu beschreiben und zu analysieren, die Planungen für die Zukunft zu präzisieren und vorzustellen, aber auch um die Leistungen unserer Vorgänger gebührend zu würdigen und zu feiern. Zum Schluss ist es mir ein Bedürfnis, allen zu danken, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass diese Vereinschronik zustande kom­men konnte:Frau Irmgard Bernhart, Herrn Heinz Huber, Herrn Richard Donaubauer und den Mitgliedern der Vereinsleitung für die gute Zusammenarbeit und die hervorragenden Ideen und allen, die mit ihren Beiträgen die Vielfalt in dieser Vereinschronik erst ermöglichten.Ich danke auch allen, die in den vergangenen 100 Jahren für diesen Verein Verantwortung übernommen haben und ihn zu dem gemacht haben, was wir heute feiern können. Mögen sich auch in Zukunft immer Persönlichkeiten finden, die dieses Werk fortführen werden.
Georg Kreitmeier 1. Vorsitzender
Zum hundertjährigen Jubiläum gratuliere ich der Vorstandschaft und allen Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins recht herzlich.
Der Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen ging aus dem 1888 gegründeten Bienenzucht- und Obstbauverein Baar- Reichertshofen hervor. Die Vereine wurden um diese Zeit, vor allem zur Verbesserung der Volksernährung gegründet. Im Vordergrund der damaligen Überlegungen stand die Erzeu­gung von ausreichendem Obst und Gemüse für weite Teile der Bevölkerung. Die Bayerische Krone ordnete sogar in einem Erlass an, dass sich die Ortspfarrer und Schulmeister der Gründung der Obst- und Gartenbauvereine sowie der Imkervereine annehmen müssen. Mittlerweile haben sich die Beweggründe, dem Obst- und Gartenbauverein beizutreten, grundlegend gewandelt und sind vielfältiger geworden. Freude und Liebe zur Natur, die Erzeugung von gesundem, rückstandsfreiem Obst- und Gemüse sowie der Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten stehen heute im Vordergrund. Auch die Hinführung der Kinder zur Natur hat sich der Obst- und Gartenbauverein zu einer zentralen und wichtigen Aufgabe gemacht. Entsprechende Veranstaltungen im Rahmen des Ferienpasses werden gerne von unseren Kleinsten angenommen. Wie faszinierend ist es doch, wenn sie aus nächster Nähe das Wunder des Blühens, Wachsens und Reifens beobachten und miterleben dürfen. Letztlich hat sich der Verein auch um die Gestaltung der Hausgärten und um die Verschönerung unseres Marktes große Verdienste erworben. Immer mehr Grundstückseigentümer haben erkannt, dass eine schöne Blumenwiese und ein naturnaher Garten als erweitertes „Wohnzimmer“ wesentlich attraktiver sind als ein gepflegter Rasenteppich. Als Beispiele des positiven und vielfältigen Wirkens unseres Obst- und Gartenbauvereins darf ich noch die Anlegung der Streuobstwiese und die Errichtung des Obstpresshauses nennen. Mit großem ehrenamtlichem Engagement werden alljährlich bis zu 10.000 Liter Obstsaft gepresst. Der Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen gehört heute zu den mitgliederstärksten Vereinen in unserem Markt. Es ist ein gutes Zeichen, dass sich so viele Frauen und Männer in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Dafür gilt allen, vor allen Dingen dem Vorsitzenden Schorsch Kreitmeier mit seiner gesamten Vorstandschaft, Dank, Respekt und Anerkennung.
Allen Gartlerinnen und Gartlern wünsche ich auch weiterhin viel Freude und Erfolg bei ihrem schönen Hobby.
Anton Westner 1. Bürgermeister
Die Anfänge des Obst- und Gartenbauvereins Reichertshofen
Erarbeitet anlässlich der 100-Jahr-Feier des Obst- und Gartenbauvereins
Reichertshofen im Jahr 2005 von der Schriftführerin Irmgard Bernhart
Vorläufer der Obst- und Gartenbauvereine
1838 gibt der Lehrer Anton Vitztum in Moosburg die erste deutsche Bienenzeitung heraus (Münchner-Bienenzeitung (MBz.) vom 1.1.1903, S. 2)
1860/7 werden erste größere Bienenzucht-Vereine in Ingolstadt, Weilheim und Kaufbeuren gegründet (MBz. vom 1.3.1903, S. 3)
1.1.1879 erscheint die „Münchner Bienenzeitung" für den „Oberbay. Kreisbienen­zuchtverein", gleichzeitig Gründung des Oberbay. Kreisbienenzuchtvereins
1893 ist sie die führende Bienenzeitung Bayerns und eine der verbreitetsten Deutschlands
Bienenzucht-Vereinsgründungen
1862 1. Verein: Ingolstadt
1.2.1888 25. Verein: Baar-Reichertshofen (Ingolst. Zeitung v. 19.
1896 47. Verein: Geisenfeld
1896 50. Verein: Wolnzach
1900 59. Verein: Pörnbach
1900 60. Verein: Pfaffenhofen
1902 69. Verein: Ernsgaden
(MBz.vom 1.1.1903, S. 3 u. 4)
Obstbau-Vereinsgründungen
9. Jan.1893 Erste Versammlung von Obstbaumfreunden in Ansbach und Gründung des „Kreisverbandes Mittelfränkischer Obstbauvereine" 1. Vors. Kirchenrat Eyring
Der Wunsch, eine selbständige Organisation zur Förderung des Obstbaus für ganz Bayern fand nicht nur Zustimmung. Einwendungen kamen vom Landwirtschaftlichen Verein (heute Bauernverband) und vom Bayerischen Erwerbsobstbauverband. Trotzdem folgten rasch:
1893 Oberfränkischer Kreisverband
1893 Unterfränkischer Kreisverband
20. Nov. 1894 Landesverband Bayerischer Obstbauvereine
1895 Oberpfälzer Kreisverband
1895 nimmt der bereits 1876 gegründete Bienenzuchtverein Schwaben die Förderung des Obstbaues in sein Programm auf
1898 Niederbayerischer Kreisverband
27.8.1904 Kreisverband Oberbayern (als letzter Verband)*
(Anmerkung: Die früheren Kreise entsprechen den heutigen Bezirken, die früheren Bezirke den heutigen Landkreisen.)
* zitiert in Gartenratgeber 3/1993, S. 76 ff.
1. Febr. 1888 wird der „Bezirks-Bienen-Verein Reichertshofen" gegründet.
Er hat 44 Mitglieder, der Vorstand ist Bahnmeister Reitschuster (Ingolst. Zeitung vom 19. Jan. 1889)
7. April 1889 besucht der Bez. Bienen-Verein Ingolstadt den Nachbarverein Reichertshofen (Ingolst. Ztg. vom 6.4.1889)
Warum sich vor 100 Jahren Bienenzuchtvereine und Obst- und Gartenbau-Vereine voneinander trennten
Die Vorstandsmitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Reichertshofen waren sich in der Sitzung vom 7. Oktober 2004 im Gasthaus Söltl in Hög einig, das Jahr 1905 als Gründungsjahr anzusehen. Nach der ersten Eintragung im Protokollbuch (datiert ab 17. Nov. 1934) wurde der Verein 1905 von 29 Mitgliedern gegründet. Für die Jahre 1907 bis 1910 wird erstmals die Vorstandschaft benannt:
Schmid Christian, 1. Vorstand
Schlüßl Lorenz, 2. Vorstand
Stuckenberger Wilhelm, Schriftführer
Ziechnaus Josef, Kassier
Massenhauser Xaver, 1. Beisitzer, bz. Ersatzmänner
Schweigard Georg, 2. Beisitzer
Mirbeth Johann, Brgmstr. Ausschußmitglied
Reisner Johann
Der Verein trat zu einem nicht nachweisbaren Zeitpunkt dem Bezirks-Bienenzucht-Verband Ingolstadt bei. Der Jahresbeitrag war 1 Mark und 50 Pfennig, wovon 60 Pfennig an die Bezirkskasse zu entrichten waren. Landwirte zahlten 1 Mark. (Protokollbuch, S. 3 und 4)
- im Archiv des Donau-Kuriers Ingolstadt (früher Ingolstädter Zeitung),
- im „Markt- und Gemeindeboten" Jahrgänge 1904 bis 1920,
- in der Münchner Bienenzeitung, Jahrg. 1902 bis 1907
- in den „Bayerischen Monatsblättern für Obst- und Gartenbau" Jg. 1903-1910, hrsg. vom Landesverband Bayer. Obstbauvereine
- Protokolle 1904-1908 des Bezirks-Bienenvereins Ingolstadt
konnte kein Hinweis auf die Vereinsgründung gefunden werden. Durch die Lektüre von Berichten anderer Vereine, Stellungnahmen, Tabellen und Leserbriefen ergab sich folgendes Bild der damaligen Situation des Vereinslebens: Die Gründer und Förderer der Bienenzucht-Vereine waren meist Pfarrer oder Lehrer. Ihr Bemühen galt nicht nur der Bienenzucht, sondern auch der Pflege und dem Vere­deln von Obstbäumen. Sie organisierten daneben die Bestellungen von Pflanzgut, schrieben die Chroniken der Vereine, bezogen die Fachblätter („Münchner Bienenzei­tung" und „Wegweiser") und wirkten aufklärend. Bienenzucht und Obstbaumpflege wurden als Einheit gesehen.Um zu verstehen, weshalb viele Bienenzucht- und Obstbauvereine sich Anfang des 20. Jahrhunderts (vermehrt um 1905) trennten, ist ein Blick in die Quellen aufschlussreich. Obwohl im Schrifttum immer wieder betont wurde, dass Bienenzucht und Obstbaum­pflege zusammen gehören, sind doch die Bemühungen nicht zu übersehen, der Obst­baumpflege ein eigenes Gewicht zu verschaffen. Bereits 1889 heißt es in einem Be­richt der Ingolstädter Zeitung unter der Rubrik Landwirtschaft, Gewerbe, Handel u. Verkehr:„ Da die zur Pflege der Obstbaumzucht im Regierungsbezirke Oberbayern bisher bestandenen Einrichtungen nach mehrfachen Erfahrungen den Anforderungen einer ersprießlichen und nachhaltigen Hebung dieses für die Landwirtschaft so wichtigen Erwerbszweiges nicht mehr als entsprechend erachtet werden können, hat die oberbayerische Kreisregierung sich daher veranlasst gesehen……folgende Re­gelung zu treffen: „Der Regierungsbezirk wird in drei Inspektionsbezirke eingeteilt, in welchen je ein Wanderlehrer seine Tätigkeit und Fürsorge zu üben hat." Es folgen die Bezirke I und II mit Städten und Namen der Wanderlehrer. Der III. Be­zirk wurde dem „Oberbaumschulgärtner Schinabeck zu Weihenstephan anvertraut". Er umfasste die Bezirke Altötting, Dachau, Erding, Freising, Ingolstadt, Mühldorf und Pfaffenhofen.
„Die Wanderlehrer haben alljährlich im Frühjahr und Herbste ihre Bezirke zu bereisen und hiervon die einschlägigen Distriktpolizeibehörden und landwirtschaftlichen Be­zirkskomitees zu verständigen." (Ingolst. Ztg. vom 16.3.1889) Mit dieser „Neuregelung" bekommt der Obstbau tatsächlich ein größeres Gewicht. Noch im selben Jahr (1889) war in Ingolstadt „eine Obstbaumsektion Ingolstadt ins Leben getreten". Sie wandte sich in häufigen Aufrufen „An die verehrl. Herren Land­wirte und Obstgartenbesitzer!", warnte vor „Obstbaumhausierern", die „ihre schlech­te Waare (sic) mit vertrockneten Wurzeln an den Mann bringen". Es folgt der genaue Hinweis, wer für die Obstsektion Bestellungen „edler Sorten" an­nimmt, nämlich: „Herr Pfarrer Maget in Lenting, die Herren Lehrer Karl in Kösching, Zacherl in Oberhaunstadt, Waizmann in Eitensheim, Heinrich in Mailing und Herr Gastwirt Mayr in Hepberg." (Ingolst. Ztg. vom 5. Febr. 1890) Schon früher war in der Umgebung der Pfarrer von Münchsmünster, Joseph Hermann besonders aktiv. Er hielt jedes Jahr Vorträge über Obstbaumzucht, die, wie die Zeitung schreibt, „großes Inter­esse fanden und nicht nur durch Worte, sondern durch die That selbst erläutert und dargelegt wur­den". (Ingolst. Ztg.vom 20. Okt. 1888) Pfarrer Hermann war nicht nur ein Praktiker. Er schrieb fortlaufend lange Berichte über seine Vor­träge, die er dann in einem Büchlein zusammenfasste und am 13. Febr. 1905 in der Ganghoferschen Buchhandlung in Ingolstadt unter dem Titel „Der Obstbaumfreund" für 20 Pfennige anbot.
Die vermehrte Bedeutung der Obstbaumzucht zeigt sich in Berichten wie: „Der landwirtschaftliche Bezirksverein Pfaffenhofen veranstaltet am Dienstag den 9. April l.J. nachmittags halb 2 Uhr im Bortenschlager-Keller zu Pfaffenhofen eine Obstbaumverlosung, bei welcher 200 Obstbäume in schönen, kräftigen Exemplaren an die Vereinsmitglieder verlost werden. Zugleich wird mit dieser Verlosung eine Wanderversammlung verbunden sein, bei welcher ein Vortrag über Obstbau gehalten wird. Alle Freunde des Obstbaus sind hierzu freundlichst eingeladen." (Ingolst. Ztg. vom 28.3.1889) Bereits im Herbst 1890 gibt es im Müller-Keller in Pfaffenhofen eine Obstausstellung. Die Büste des Prinzregenten war dabei „mit wundervollen Blattpflanzen aus der Schlossgärtnerei zu Reichertshausen umgeben". Es heißt weiter, dass die Gemeinde Gosseltshausen besonders reichhaltig ausgestellt habe, von dort kamen sogar Pfirsi­che, „welche in unserer Gegend selten vorkommen". (Ingolst. Ztg. vom 11. Okt. 1890) Besonders rührig war der Obstbau-Verein Ingolstadt. Er veranstaltete laufend Vorträ­ge: „Herr Obstbaumwanderlehrer Reichenbach spricht über Obstbau in Städten und deren Umgebung. Außerdem findet eine Besichtigung hiesiger Obstbauanlagen durch den k. b. (königlich bayrischen) Landeskonsulenten für Obst- und Gartenbau, Herrn Rebholz statt". (Ingolst. Ztg. vom 5. März 1905)
Bereits am 19. März ist in Ingolstadt wieder eine Versammlung. Der Bericht spricht davon, wie „günstig die Obstbauvereine wirken" und „wie besonders in jüngster Zeit solche in Menge neu entstanden sind". (Ingolst. Ztg. vom 19.3.1905)
Die Frage, warum ausgerechnet um 1905 „in Menge" neue Obstbauvereine entstan­den sind oder sich von den Bienenzuchtvereinen lösten, selbständig wurden oder wie der Verein Reichertshofen sich dem bedeutenden Bezirksobstbauverband Ingolstadt anschlossen, wird beantwortet, wenn man andere Quellen zu Rate zieht. Besonders aufschlussreich ist ein „Referat bei der Delegiertenversammlung zu Lands­berg 1906, erstattet von Pfarrer Schmid in Gmund, 2. Vorstand", in der Münchner Bienenzeitung Nr. 2 vom 16. Jan. 1907. Der Titel: Stellung der Bienenzuchtvereine zu dem Bezirksobstbauverbande: Pfarrer Schmid leitet vorsichtig ein:„ Es ist meiner Wenigkeit die Aufgabe zugeteilt worden, bei der heutigen Delegierten­versammlung über das Verhältnis der Bienenzüchtervereine zum Obstbauverband zu referieren. Das ist nun gerade keine besonders angenehme Aufgabe, denn die Sache, um welche es sich handelt, ist ziemlich schwierig und auch ziemlich kitzlich....." Bereits 1904 sei darüber bei der Delegiertenversammlung eine „lebhafte Debatte ge­führt" worden. Man habe beschlossen: „Der Bienenzuchtverein bleibt nach wie vor bei seiner jetzigen Organisation und hat sich mit dieser Angelegenheit vorläufig nicht zu befassen." Inzwischen seien „aber Dinge eingetreten, welche eine nochmalige Behandlung die­ses Gegenstandes sehr erwünscht erscheinen lassen, ja geradezu notwendig" machten. „So wurden manchen Bienenzuchtvereinen, welche bisher aus den Mitteln ihrer landwirtschaftlichen Bezirksvereine Zuschüsse erhielten, solche nicht mehr gewährt, außer sie schlössen sich dem Bezirksobstbauverband an. Wo ein solcher Anschluss aber erfolgte, musste der Bienenzuchtverein den Titel Ostbauverein und Bienen­zuchtverein N. N. annehmen. Der Referent betont, er wolle das Thema ganz objektiv behandeln. Der Kreisverein Bienenzucht Oberbayern bestehe bereits seit 27 Jahren und zähle 7600 Mitgl.. Der Kreisobstbauverband hingegen erst 2 Jahre. §1 des Bienenzuchtvereins sei es, die Interessen der Bienenzucht und des Obstbaus in Oberbayern zu fördern. §1 des Obstbauverbandes sei die Pflege und Förderung des Obstbaus. Also, „der Obstbauverband pflegt einzig und allein Obstbaumzucht, auf Bienenzucht nimmt er keine Rücksicht. Auch die den Obstbauverbänden gewährten Zuschüsse müssen für Obstbau-Zwecke .verwendet werden; Bienenzucht geht also leer aus". Bei der Gründung des Kreisobstbauverbandes sei wohl die Ansicht vorherrschend gewesen, dass Bienenzucht und Obstbau eine solche Ausdehnung angenommen hät­ten, dass eine gemeinsame Vereinsleitung nicht mehr mit vollem Erfolg möglich sei. Pfarrer Schmid berichtet, er sei „von mehreren Herren" darauf hingewiesen worden, dass „durch die Obstbauverbände unsere Bienenzuchtvereine nur zu leicht in den Hintergrund geschoben werden könnten". Auch sei der Bienenzuchtverein „in gar kei­ner Weise zur Gründungsversammlung des Kreisobstbauvereins beigezogen worden". Nach dem Vergleich der verschiedenen Statuten kommt „der für uns Bienenzüchter so wichtige Satz: „Bienenzucht- und Obstbauvereine ..... können als solche sich einem Bezirksobstbauverband nur dann anschließen, wenn sie sich zunächst als Obstbauverein im Sinne des betr. Normalstatutes organisieren. Deutlicher ausgedrückt heißt das: die Bienenzuchtvereine müssen zunächst aufhören, Bienenzucht­vereine zu sein ........ sie müssen den Titel annehmen Obstbau- und Bienenzucht­verein N. N. Oder ganz nach den Normalstatuten des Kreisobstbauvereins n u r Obstbauverein N. N., nicht wie bisher Bienenzucht- und Obstbauverein N! ......Sie müssen, wenn sie mit dem Obstbauverband zusammengehen wollen, auf ihre Selbständigkeit verzichten, alles hingeben und sich dem jungen Obstbauverband un­terordnen! Das heißt doch, ein sehr großes Opfer unseren Vereinen zumuten; man möchte versucht sein, zu sagen, an unseren Vereinen einen zwangsweisen „Selbstmord" üben." Es ging ums Geld, bzw. die Zuschüsse. Obstbauvereine waren begünstigt. Für den Obstbau sollten 6150 Mark, für die Obstbaumwärter 2500 Mark, also insgesamt 8650 Mark eingesetzt werden. Die Bienen-Vereine erhielten nur 500 Mark. Pfarrer Schmid meint, dass ein Bienenzuchtverein, der sich anschließe „leer" ausgehe. Mancher Verein habe das erfahren müssen. So auch u. a. in Wolnzach: „gerade in letzterem Bezirk, wo dieses Zusammengehen nach sehr lebhafter Debatte vollzogen wurde, musste der bisherige Bienenzuchtverein den Namen Obstbau- und Bienenzuchtverein annehmen; es wurde zugesagt, dahin sorgen zu wollen, dass die Zuschüsse nicht ausschließlich für Obstbau verwendet werden müssen; der anwesende Herr Vorstand des Vereins aber sagte, dass die Zuschüsse nur für Obstbau verwendet werden dürfen." (a.a.O, S. 20) Das Resümee Pfarrer Schmids: „Der Obstbau wird die Oberhand haben!" Für den Bienenzuchtverein sei eine Schädigung zu befürchten. Daher: „Bleiben wir bei unserm selbstorganisierten und gutbestellten Bienenzuchtverein wie bisher! Halten wir zu­sammen treu und fest!......" Der Abdruck dieses Referates löste ein heftiges Echo aus. Die Leserbriefe waren meist nur mit „Ein Bienenzüchter" unterzeichnet. Ein paar Meinungen kurzgefasst: „....... frei von allem Anhängsel, wohl das einzig allein richtige, daher getrennt mar­schieren ......ohne Hindernis der Förderung der heimischen Bienenzucht obliegen zu können..... die Wünsche und Anträge der Obstzüchter jmmer in erster Linie behan­delt hat, während man die Bienenzucht immer ganz stiefmütterlich behandelt hat. Waren Anträge der Bienenzucht vorhanden, schob man diese bis zum Schluss hinaus, und dann hieß es, wir haben keine Zeit mehr, wir wollen die Sache da oder dort oder ein andermal besprechen ...." (MBz. vom 1. Febr. und 16. März 1907) Man kann sich denken, dass diese Auseinandersetzungen zwischen den Mitgliedern der betreffenden Vereine viel Ärger verursachten.
Wie sieht es heute, 100 Jahre später aus?
Selbst „Fachleuten" ist dieser Gram unserer „Vereins-Vorfahren" unbekannt. Obst- und Gartenbauvereine und Bienenzuchtvereine existieren getrennt friedlich nebeneinander. Der Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen hat 367 Mitglieder, der 1. Vorsitzende ist Georg Kreitmeier aus Agelsberg. Der Bienenzuchtverein Baar- Ebenhausen hat 54 Mitglieder, davon 48 aktive mit 650 Bienenvölkern. Sein 1. Vorsitzender ist Simon Steiniger.
Reichertshofen/ Hög, im März 2005
Dokumentation 1905 bis 2005
Jahreszahl, Versammlungsorte, Versammlungsthema, Unternehmungen, Vorstände, Vereinsleitung und Anzahl der Mitglieder.
Erster schriftlicher Eintrag im Protokoll. Der Verein tritt dem Bezirksobstbau und Bienenzuchtverband Ingolstadt bei. Jahresbeitrag 1 Mark 50 Pfennig, davon 60 Pfennig an die Bezirkskasse.
Bauern zahlen nur 1 Mark.
Lorenz Schlüßl
Wilhelm Stuckenberger
Josef Ziechnaus
Gründ-ungs-mitgl.
34 Mitgl.
36 Mitgl.
40 Mitgl.
50 Mitgl.
Seit 22. Dezember gelten die Statuten des Obstbauvereins Reichertshofen.
Sie sind noch im Original erhalten.
54 Mitgl.
58 Mitgl.
1913 bis 1929 Aus dieser Zeit existieren keine Aufzeichnungen mehr.
Der Obstbauverein wurde wieder ins Leben gerufen.
Georg Schweigard
14 Mitgl.
Werbe und Aufklärungsversammlung im Oberbräu. Es ergeht an sämtliche Obstbaum-besitzer die Aufforderung, an dieser wichtigen Versammlung teilzunehmen. Erscheinen ist Pflicht hieß es in der Einladung. Der Kassen-bestand wurde mit 20 Mark 51Pfennig ange-geben. Bespritzen und Generalreinigung der Obstbäume nach Oberpolizeilichen Vorschriften des Staatsministers für Wirtschaft, Abt. Landwirtschaft vom 17.01.34 Über die Abwehr und Vertilgung von Obstbaumschädlingen.
Im Original vorhanden.
Hans Gillhuber
2. Vorst. Georg Schweigard
Ludwirg Weiß
Baumwart Hans Schwarzmeier
Anton Reichl, Jacob Huber
Jahresversammlung im Unterbräu
Vortrag von Bezirksgärtner Schmidt über Schädlingsbekämpfung und dem richtigen Obstbaumschnitt. Jahresbeitrag beträgt 1Mark 50 Pfennig, an die Bezirkskasse müssen 50 Pfennig abgeführt werden.
Für ein 1Liter Carbolineum zahlt ein Mitglied 40 Pfennig, das Nichtmitglied 50 Pfennig
Kassier Georg Schweigard
Schriftführer Ludwig Weiß
Johann Gillhuber
Schriftführer und Kassier
Jakob Huber wird zum 1. Vorstand gewählt.
Dieses Ehrenamt übt er 40 Jahre aus.
Hörmann Josef
Spiese August
47 Mit
1949 bis 1960 Aus dieser Zeit existieren keine Aufzeichnungen mehr.
Jahreshauptversammlung im Oberbräu mit Neuwahlen.
Filmvortrag von Kreisfachberater Loichinger.
Die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Ingolstadt richtet der Gartenbauverein Reichertshofen aus. Der erste Vorsitzende des Kreisverbandes Landrat Dr. Stinglwagner, hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, dass so überaus viele Gäste anwesend waren. Unter den Gästen waren auch Assessor Mang vom Landwirtschaftsamt, Amtmann Maier vom Stadt-bauamt, Oberinspektor a.D. Falkner und Dr. Rüppold, als Fachbearbeiter für Bayern einer Pflanzenschutzgesellschaft. Der Kreisverband umfasst gegenwärtig 23 Ortsvereine mit 2110 Mitgliedern.
107 Mitgl.
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Oberbräu.
Es wurden zwei Tonfilme vorgeführt. Der eine handelte von der modernen Torfgewinnung und dem Einsatz von Düngetorf. Der zweite hatte den Titel „Kleine Laus ganz groß“. Kreisfachberater Loichinger sprach anschließend noch über Blumenschmuck.
Diplome für schönen Blumenschmuck bekamen
Anne Finkenzeller und Josef Hörmann
Josef Hörmann
Ernst Eirich
Johann Neutzer
Gisela Fochler
96 Mitgl.
Jahreshautversammlung im Oberbräu.
Kreisfachberater Loichinger zeigte einen Farbtonfilm und sprach über Frühjahrsspritzung, Düngung, Schädlingsbekämpfung und über den richtigen Baumschnitt, anschließend noch über Blumenschmuck. Diplom für schönen Blumenschmuck bekam Adam Stenger
Kreisfachberater Loichinger zeigte einen Farbtonfilm und sprach über Frühjahrsspritzung, Düngung, Schädlingsbekämpfung und über den richtigen Baumschnitt, anschließend noch über „Unser Dorf soll schöner werden“. Diplom für schönen Blumenschmuck bekam Pfarrer Dunau
82 Mitgl.
Jahreshauptversammlung im Oberbräu.
Herr Reuter zeigt einen Farbfilm „Gesundes Obst“.
Bürgermeister Hammerl spricht über „Unser Dorf soll schöner werden“. Diavortrag von Loichinger über Blumenschmuck, Kindergärten und Dorfverschönerung. Diplom für schönen Blumenschmuck bekam Dr. Hegenbart.
Großer Blumenschmuckwettbewerb des Gartenbauvereins und der Markgemeinde.
Diavortrag von Frau Fochler über die Blumen und Pflanzenwelt in Reichertshofen.
Diavortrag von Loichinger über Blumenschmuck am Fenster, auf dem Balkon und am Haus.
Neutzer und Weiher
83 Mitgl.
Olympia Blumenschmuckwettbewerb
Diavortrag eines Mitarbeiters von Spiess/Urania über Schädlinge und Krankheiten im Obstbau.
Herr Loichinger sprach über die Blumenolympiade.
Auflösung des Kreisverbandes Ingolstadt. Angliederung des Vereins an den Kreisverband Pfaffenhofen.
Kreisfachberater Andreas Blüm hält einen Diavortrag zum Thema „Quer durch den Garten“.
88 Mitgl.
Kreisvorsitzender Sellmeier hielt einen Diavortrag zum Thema „Obstbau und Umwelt“ und Herr Raitl führte einen Film über Blumenschmuck und Hopfenbau vor.
Herr Blüm sprach über Frühjahrsspritzung, Düngung, Schädlingsbekämpfung und über den richtigen Baum -schnitt. Es wurde darüber ein Farbtonfilm vorgeführt. Schnittkurs
116 Mitgl.
Fahrt zur Bundesgartenschau nach Mannheim
Diavortrag von Herr Blüm über Frühjahrsspritzung, Düngung, Schädlingsbekämpfung und über den richtigen Baumschnitt.
Bürgermeister Hammerl sprach über Umweltschutz
115 Mitgl.
Diavortrag von Herrn Blüm zum Thema Baumschnitt Schnittkurs
Fahrt zur Bundesgartenschau Stuttgart
Diavortrag von Kreisvorsitzenden Singer zum Thema „Garten mein Hobby“.
Jakob Huber wird Ehrenmitglied
125 Mitgl.
In Langenbruck wird ein Obst- und Gartenbauverein gegründet.
Jahreshauptversammlung im Oberbräu
Diavortrag von Kreisvorsitzenden Singer zum Thema „Frühjahrsarbeiten im Garten“.
Diavortrag von Herrn Fritsche über heimische Blumen und Zimmerpflanzen
127 Mitgl.
Diavortrag von Hans Singer Thema „Theoretischer Teil des Obst- und Gehölzschnitts“
Praktischer Obst- und Gehölzschnitt in Langenbruck.
Ausflug nach Weihenstephan und Freising.
Beteiligung am Festzug des Paarfestes und beim Sport und Nasenfest in Langenbruck
75 Jahrfeier Sterngarten
Festredner bei der Feier waren: Kreisvorsitzender Hans Singer, Bezirksvorsitzender Herr Landrat Müller-Hahl, Bürgermeister Hans Hammerl. Das Festreferat hielt anschließend der Geschäftsführer des Landesverbandes Herr Schindler. Herr Blüm bekommt für 30 jährige Tätigkeit die goldene Rose überreicht.
Anschließend werden Jakob Huber, Karl Uhlmann und weitere 16 Mitgl. mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. 11 Mitgl. bekamen die silberne Ehrennadel überreicht. Anerkennung fand auch die mehr als 10 jährige Aktivität der Vorstandsmitglieder Herbert Schneider und Johann Kaltenegger, Karl Uhlmann als Schriftführer und Max Stiebler als Kassenwart. Zu letzt wurden an 58 Sieger des
Blumenschmuckwettbewerb Geschenke überreicht.
Herbstversammlung im Gasthaus Fröhlich
Diavortrag von Hans Singer „Der Garten mein Hobby“
und über den Blumenschmuckwettbewerbs vom Sommer
Advendsteckkurs im Sterngarten durchgeführt von Karl Singer
Ehrenmitglied Jakob Huber ist am 12.12.1980 verstorben.
306 Mitgl.
Betty Reith und Theresia Thaler trugen maßgeblich zur Mitgl.-
Werb-ung bei.
Der Jahresbeitrag wird von DM 5,- auf DM 10,- erhöht.
Jahreshauptversammlung im Sterngarten.
Diavortrag von Hans Singer
„Frühjahrsarbeiten im Garten“.
Praktischer Obstgehölzschnitt in Langenbruck
319 Mitgl.
Jahreshauptversammlung in Langenbruck und
Reichertshofen. Diavortrag von Hans Singer
„Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten“.
Praktischer Obstgehölzschnitt in Hög durch Hans Singer
2 Steckkurse, Jahresausflug nach Würzburg
Teilnahme an der Fahnenweihe der FFW Reichertshofen und des Schützenvereins
Alt-Hög
342 Mitgl.
Gartlerball des Kreisverbandes im Gasthof Fröhlich
Reichertshofen Diavortrag von Hans Singer
„Frühjahrsarbeiten im Garten“
Teilnahmen am Festzug anlässlich des Jubiläum des BRK Reichertshofen
Besuch der IGA München
Teilnahmen am Festzug der Freinhausener Schützen
2 Steckkurse
343 Mitgl.
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Sterngarten. Referat von Josef Stadler „Der Garten und seine Einrichtungen“.
Praktischer Obstgehölzschnitt in Winden/Aign durch Hans Singer
Teilnahme am Paarfestumzug und Umzug des Heimat- und Trachtenvereins
Jahresausflug nach Würzburg- Volkach
Referent Bernhard Engelhardt
„Pflanzenschutz und Düngung im Hausgarten“
Christa Ottowitz
Wenzel Stark
Theresia Thaler
Thea Klinger
Renate Hammerl
Karl Uhlmann wird Ehrenmitglied
(22 Jahre Schriftführer).
404 Mitgl.
Jahreshauptversammlung im Schnitzelwirt.
Diavortrag von Heinz Huber „Obstbaumsorten heute, Umweltschutz“
Praktischer Schnittkurs mit Hans Singer in Reichertshofen
Jahresausflug zur Landesgartenschau Augsburg
Gründungsfest Hubertus Pobenhausen
Vereinsjubiläum TSV Reichertshofen Paarfestumzug
Vereinsjubiläum TSV Ebenhausen
Herbstversammlung im Gasthof Fröhlich
Referat von Frau Lohr vom Landwirtschaftsamt.
„Entsaften und Obstverwertung“
Steckkurs beim Schnitzelwirt
412 Mitgl.
Eine hydraulische Obstpresse mit elektrischem Zerkleinerer wird gekauft und bei Fam. Reith eingestellt. Im ersten Jahr werden 10 802 Liter gepresst.
Jahreshauptversammlung im Schnitzelwirt
Referent ist Hans Singer
„Veredeln in Theorie und Praxis“
Praktischer Schnittkurs durch Josef Stadler in Agelsberg
Referent ist Herr Blüm „Obstverwertung“
Steckkurs
414 Mitgl.
Am 05.03. wird die vorgetragene und noch heute gültige Satzung von der Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. Es werden 14 541 Liter Obstsaft gepresst.
Jahreshauptversammlung beim Schnitzelwirt
Diavortrag von Josef Stadler
„Naturschutz im Garten“
Herbstversammlung im Müllerwirt
Referat von Herrn Eid
„Häusliche Saft und Fruchtweinbereitung“
416 Mitgl.
Der Verein wird Gemeinnützig
Referent Frau Rast „Gewürzkräuter“.
Praktischer Schnittkurs durch Hans Singer in Reichertshofen bei Martin Lindner
Umzug in Ebenhausen
Teilnahmen am Festzug der FFW Ebenhausen
Kräutergarten im Landwirtschaftsamt besichtigt
Blumenschmuckwettbewerb 80 Sieger
Vereinsausflug zum Naturpark im Bayrischen Wald
Herbstversammlung beim Schnitzelwirt
Referent Herr Käsbauer „Biologischer Pflanzenschutz“
Adventssteckkurs in Winden
424 Mitgl.
Frühjahrsversammlung im Gasthaus Müller
Diavortrag von Prof. Niller „Frühbeet und Folie“
Praktischer Schnittkurs durch Hans Singer
in Ronnweg
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen beim Schnitzelwirt
Vereinsausflug ins Fichtelgebirge (Wunsiedel- Luisenburg)
Bodenprobeaktion
Diavortrag von Heinz Huber „Der Garten das Wohnzimmer im Freien“
36 Mitgl. bekommen die bronzene Ehrennadel.
Steckkurs in Winden
Herta Lohbrandt
426 Mitgl.
Referent Herr Kampert „Umweltgerecht düngen im Hausgarten“
Praktischer Schnittkurs durch Jakob Höckmeier in Reichertshofen
Aufklärungsversammlung und Auswertung der Bodenproben durch Herrn Langer
Vereinsausflug zur Landesgartenschau Würzburg
Herbstversammlung in Winden
Diavortrag von Josef Stadler„Kompostieren“
422 Mitgl.
Am 16.08.1991 ist unser 1. Vorstand Johann Kaltenegger verstorben.
Theoretischer und
praktischer Schnittkurs durch Hans Singer in Reichertshofen
Jahreshauptversammlung im Gasthof Fröhlich
Diavortrag von Herrn Leinfelder aus Weihenstephan „Sommerblumen für den Balkon“
Vereinsausflug zur Glennleitn Kochel am See
Herbstversammlung im Sterngarten
Diavortrag von Josef Stadler„Gestalten von Hausgärten"
Vorführung in der Landwirtschaftsschule
„Sauerkraut einmal anders“
Max Stiebler bisher Kassier tritt zurück.
Herta Lohbrandt wird zur neuen Kassiererin gewählt.
Baumwart wird
Georg Kreitmeier
Der Verein kauft eine Fertiggarage, die als Mosthaus genutzt wird.
Der Jahresbeitrag wird von DM 10,- auf DM 18,- erhöht.
Praktischer Schnittkurs durch Georg Kreitmeier
Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des 1. Vorstandes im Gasthof Fröhlich Referat von Frau Rast
„Umweltbewusst Gärtnern“
Vereinsausflug nach Weinstadt ins Remstal
Ehrung langjähriger Mitgl., Referent Rainer Roos „Gewürzpflanzen und Heilkräuter“
436 Mitgl.
Theoretischer und praktischer Schnittkurs in Langenbruck durch Georg Kreitmeier
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Gasthof Fröhlich. Diavortrag von Josef Stadler„Gärtnern ohne Gift“
Anlegen und bepflanzen der neuen Streuobstwiese mit Obstbaumunterlagen
Umzug Blaskapelle Puch
Sommerschnittkurs in Reichertshofen
Fahnenweihe Schützensektion Reichertshofen in Oberstimm
Diavortrag von Herrn Dinkel „Pflege und Überwintern von Kübelpflanzen“
Steckkurs im Haus der Vereine durch Helga Pauker
Adelhaid Petschenka
Alfred Losert
Richard Donaubauer
427 Mitgl.
Eintragung ins Vereinsregister VR 413
Theoretischer und praktischer Schnittkurs in Winden von Jakob Höckmeier
Diavortrag von Herrn Reuther „Stauden im Garten“
Veredelungskurs im Haus der Vereine durch Markus Wagner
FFW Einweihungsfeier
10 Jahre Reichertshofener Musikanten
Ausflug zur Landesgartenschau Hof
Paarfestumzug, Wettbewerb „Lebensraum Obstbaum“ Sieger Frau Irmgard Bernhart
Ferienpass „Wandern und Natur erleben“
Diavortrag von Prof. Niller
„Gemüseanbau unter Glas und Folie“
Adventsbasteln mit Helga Pauker
Jahreshauptversammlung in Winden Referent Herr Jakob Höckmeier „Theoretischer Schnittkurs“
Praktischer Schnittkurs mit Jakob Höckmeier
Osterbasteln mit Helga Pauker
10 Jahre Rei. Musikanten
70 Jahre Rei Trachtler
100 Jahre TSV Reichertshofen
90 Jahre Schützenverein Langenbruck
Herbstversammlung Diavortrag von Josef Stadler „Bodenbearbeitung und Düngung“ Auswertung der Bodenproben.
Praktischer Schnittkurs durch 1.Vorstand bei Fr. Müller
Sterngarten: „Vogelschutz im Hausgarten“
Vortrag von Herrn Plank
Jahreshauptversammlung im Gasthaus Fröhlich
Ehrung von Mitgliedern durch Herrn Riegler
Dorflinde und Sträucher werden in Winden gepflanzt.
Eine Info und Insektenwand wird an der Streuobstwiese errichtet.
10 Jahre Theaterverein Langenbruck
Radtour zum Versuchsgut Baumannshof mit „Vortrag über Gewürzkräuter“
Herbstversammlung im Sterngarten. Vortrag von Christa Schwarzmeier „Biostoffe in Obst und Gemüse“
Lindenpflanzaktion mit Schulkindern und dem BN Reichertshofen
406 Mitgl.
Praktischer Schnittkurs in Reichertshofen bei Fam. Müller durch 1. Vorstand
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen in Winden. Vortrag von Herrn Langkopf Ilmmünster über „Bienen im Garten“
Pflanzen einer Wildhecke bei der Streuobstwiese
Wettbewerb Lebensraum Obstgarten Sieger Frau Irmgard Bernhart
100 Jahre FFW Winden
100 Jahre FFW Hög
100 Jahre Liederkranz Reichertshofen
125 Jahre FFW Reichertshofen
4 Tagesfahrt nach Paks mit Paul Stenger
Ferienpass „Obst aus unseren Gärten“
Beteiligung an der Präsentation „Heimisches Obst“ im Landratsamt
Adelheid Petschenka
410 Mitgl.
Theoretischer und praktischer Schnittkurs durch Godehard Reichold
Fachvortrag Diavortrag von Josef Huber Thema „Mond und Garten“
Jahreshauptversammlung: Ehrung langjähriger Mitglieder. Diavortrag von der Ungarnfahrt 1997
Vereinsausflug zur Landesgartenschau Neumarkt
125 Jahre FFW Pörnbach
415 Mitgl.
Praktischer Schnittkurs in Hög, Fam. Schweiger
durch 1. Vorstand
Diavortrag von Hans Singer über „Rasen und Rosen“
Besuch des Gartenbauvereins Paks
Fahnenweihe der Fischer Reichertshofen
Vortrag von Josef Huber über „Schädlingsvernichtung“
Fahnenweihe der FFW Langenbruck
Vereinsausflug nach Bayreuth
Jubiläum Trachtenverein
Herbstversammlung „Pflanzenschutz“
405 Mitgl.
Praktischer Schnittkurs bei Fam. Kohlhuber durch 1.Vorstand
Jahreshauptversammlung im Gasthof Fröhlich Diavortrag von Herrn Haas Weihenstephan „Beet und Balkonblumen“
Vereinsausflug zur LGS Memmingen
Ehrung langjähriger Mitglieder, Diaschau vom Blumenschmuckwettbewerb Sieger: Frau Fuchs, Frau Dauer, Frau Bernhart, Frau Schneider, Frau Klinker, Herr Schwarz, Frau Heidingsfelder, Frau Weber, Fam. Rank, Fam. Molik
396 Mitgl.
Theoretischer und praktischer Schnittkurs durch Hans Singer in Langenbruck bei Fam. Mayr
Jahreshauptversammlung im Gasthof Fröhlich Diavortrag von Hubert Servus „Ganzheitliche Lebensmittelqualität“
Vereinsausflug ins Freilichtmuseum Bad Windsheim
Kräuterwanderung mit Frau Skibbe, Reichertshofen
Obstpressen mit den Kindergärten von Reichertshofen, Hög und Ingolstadt an 9 Tagen
Herbstversammlung mit Neuwahlen im Schützenheim Reichertshofen. Diavortrag von Herrn Haug über Orichdeen „Tipps für Fensterbänkler und Treibhäusler“
Irmgard Bernhart
Franz Glöckl
Hans Hammerl wird zum Ehrenmitglied ernannt
Praktischer Schnittkurs mit Herrn Kristoff im Kindergarten Thannbergstraße
Jahreshauptversammlung im Gasthof Fröhlich. Diavortrag von Herrn Stiglmair „Schädlinge im Haus“
Radtour nach Kleinhohenried mit Führung
Pakser Gartler 4 Tage zu Besuch
Vereinsausflug LGS Kronach
Kräuterwanderung mit Hermann Schmied, Baar-Ebenhausen
Herbstversammlung in Hög Diavortrag „Heimische Vögel“ von Prof. Leppelsack
386 Mitgl.
Praktischer Schnittkurs an der Streuobstwiese
durch Adolf Kristoff
Diavortrag von Frau Ina Krosch über Wildobst-arten Arten, Sorten, Pflege und Verwendung
Sensenmähkurs auf der Streuobstwiese durch Johann Frank
Radtour zum Gartenfest des Gartenbaubetriebs Huber in Oberpinthart
Vereinsausflug nach Veitshöchheim zum Tag der offenen Gartentür, anschließend zur Weinprobe nach Retzstadt.
Kräuterwanderung mit Hermann Schmied, Baar- Ebenhausen
Ferienpass „Vom Apfel zum Apfelsaft“
Herbstversammlung im Vereinsheim der Schützen. Diavortrag von Heinz Huber über „Naturschutz im nördlichen Landkreis“
Ehrenmitglied Max Stiebler ist am 21.12.2003 verstorben
377 Mitgl.
Vortrag von Rainer Roos übers „Heilfasten“ Entschlacken für Körper Seele und Geist.
Radtour nach Eschelbach zum Brotbacken.
Vereinsausflug zur LGS Burghausen
Teilnahme von Fam. Bernhart am „Tag der offenen Gartentür“ eine Veranstaltung des Landkreis Pfaffenhofen mit 1245 Besuchern.
Herbstversammlung im Gasthof Söltl/Hög
Diavortrag „Das Grab, ein Teil des Ganzen“ von
Herrn Schmöger
369 Mitgl.
Praktischer Schnittkurs durch Adolf Kristoff im Kindergarten Thannbergstraße
Jahreshauptversammlung im Vereinsheim der Schützen Reichertshofen. Diavortrag „Wissenswertes über Fuchsien“ von Rosa Friedl, Markt Indersdorf
Wanderung des KV von Wolnzach nach Hüll
Besuch der Pakser Gartler
Radtour zum Bauerngerätemuseum Hundszell
100 Jahre Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen
kleine Feier mit Gottesdienst,
· Apfelausstellung
· Saftverkostung
· Veredelungstechnik
· Bienenstand
· Kaffee und Kuchen
· Ausstellung „Gärten im Wandel der Zeit“
· Chronik des ehem. Gartenbauvereins Hög
· Interessantes und Kurioses aus der Zeit der Vereinsgründung
· Kinderspiele
Ehrung langjähriger Mitgl.
Siegerehrung des Blumenschmuckwettbewerbs
367 Mitgl.
1.Vorsitzender Kreitmeier Georg
Erlenweg 4, 85084 Agelsberg
2. Vorsitzender: Losert Alfred
Dürerstr. 5, 85084 Reichertshofen
Kassier: Braun Helmut
Am Sportplatz 1, 85084 Langenbruck
Schriftführerin: Bernhart Irmgard
Birkenweg 3a, 85084 Hög
Beisitzer: Weiß Marlene, Waldstr. 11, 85084 Agelsberg
Doppler Andreas, Dürerstr. 1, 85084 Reichertshofen
Donaubauer Richard, Dürerstr. 4, 85084 Reichertshofen
Glöckl Franz, Dürerstr. 17, Reichertshofen
Kassenprüfer: Seidl Josef, Ziegelstr. 22, 85084 Agelsberg
Gruber Fritz, Kellerweg 17, 85084 Reichertshofen
Der Gartenbauverein heute.
Der Verein ist selbstlos tätig. Der Verein bezweckt im Rahmen des Obst- und Gartenbaues, die Förderung der Landespflege und des Umweltschutzes zur Erhaltung einer schönen Kulturlandschaft und der menschlichen Gesundheit. Der Verein fördert insbesondere die Verschönerung unserer Orte und dient damit der Verschönerung der Heimat, der Heimatpflege und somit der gesamten Landeskultur.
Der Obstbau und die Obstverwertung war und ist auch heute noch das Hauptbetätigungsfeld des Vereins. Hier versucht der Verein seine Mitglieder anzuregen wieder mehr Halb- und Hochstämme zu pflanzen. Selbst pflanzt der Verein Obstbäume in Orten, an Ortsrändern und außerhalb. Leider sind die Möglichkeiten eingeschränkt, in unserer schnelllebigen und technisierten Zeit und durch den starken Verkehr geeignete Standorte zu finden. Man muss vieles bedenken: Kann man einen ausreichenden Abstand zur Straße einhalten? Steht eine Straßenerweiterung oder eine Begradigung der Straße an? Obstbäume werden alt und man pflanzt ja für die nächste und übernächste Generation. Kernstück des Vereins ist eine 1993 mit Obstbaumunterlagen bepflanzte Wiese. Die Wiese wurde dem Verein von der Marktgemeinede Reichertshofen zur Verfügung gestellt und liegt sehr Zentral und gut erreichbar in der Mitte der Gesamtgemeinde, an der Kompostanlage. Sie sollte eine große Streuobstwiese werden. Doch leider musste der Verein 2005, nach 12 Jahren der Bepflanzung, seine über 30 stattliche Obstbäume versetzen. Der Landkreis Pfaffenhofen siedelt seinen Containerhof wegen Platzmangels aus. Mit einem Radlader wurden die Bäume, die inzwischen einen Durchmesser von bis zu 20 cm haben, umgepflanzt. Dieser Fall beweist, wie gut eine Neupflanzung von Streuobst oder Einzelbäumen bedacht werden sollte.
In der Obstverwertung wurde Anfang der achtziger Jahre von der damaligen Vereinsleitung, besonders von Johann Kaltenegger und Altbürgermeister Hans Hammerl, an die Anschaffung einer großen Obstpresse gedacht, 1986 war es dann soweit. Seit Herbst 1986 betreibt der Gartenbauverein die Obstverwertung im großen Stil. Damals trennte sich der Verein von seiner Korbpresse und kaufte sich eine moderne und leistungsfähige, hydraulische Packpresse mit elektrischer Obstmühle. Die Obstpresse wurde in den ersten Jahren bei Familie Reith in Langenbruck eingestellt. Betty Reith und ihr Mann bedienten auch die Presse, als Sie jedoch aus gesundheitlichen Gründen diese Arbeit nicht mehr ausüben konnte, kaufte sich der Verein eine Fertiggarage. Ein Stellplatz wurde von der Marktgemeinde Reichertshofen zur Verfügung gestellt. Ende August 1992 wurde die Garage aufgestellt, 14 Tage später sprudelte schon der erste Apfelsaft. Zu beginn betreute Anton Mirlach und der 1. Vorstand die Obstpresse, in den letzten Jahren hat dies ein Sohn des 1. Vorstands übernommen. Seit 1986 wurden 232.000 Liter Obstsaft, hauptsächlich Apfelsaft, gepresst. Das sind ca. 7000 Ztr. Äpfel die 12 Eisenbahnwaggons füllen würden. Auch Johannisbeeren oder Weintrauben werden jedes Jahr ausgepresst. Die Obstverwertung dieser Art, Schnittkurse im Frühjahr und im Sommer und mehrere Fachvorträge im Jahr sind im Verein eine feste Einrichtung geworden.
Der Pflanzenschutz im Obst- und Gemüsegarten ist ein Dauerthema in Gartenbauvereinen und hat die Mitglieder schon zu Gründerzeiten beschäftigt, und das ist heute noch so. Wir versuchen den Mitgliedern in Fachvorträgen ein gewisses Maß an Grundkenntnisse zu vermitteln und dieses Wissen ihnen mit Merkblättern nach Hause mitzugeben. Auch stehen bestimmte Mitglieder des Vereins für Fragen zur Verfügung. Diese können bei Bedarf von Fachleuten des Kreisverbandes und vom Kreisfachberater Josef Stadler Auskunft und Hilfe einholen. In der Bekämpfung von Schädlingsbefall und Pflanzenkrankheiten liegt der Schwerpunkt eindeutig im umweltfreundlichen Pflanzenschutz, aber auch von dem modernen chemischen Pflanzenschutz darf man sich nicht ganz abwenden. Wenn man bedenkt, dass alle Jahre für X-Milliarden chemische Pflanzenschutzmittel über die Ladentische an Gartenbesitzer gehen, kann und soll ein Gartenbauverein nicht die Augen schließen und so tun, als gebe es das nicht. Hier muss der Verein auch beratend auf seine Mitglieder einwirken, diese Mittel, wenn sie schon verwendet werden, verantwortungsvoll einzusetzen. Das heißt nur zur Chemie zu greifen, wenn es unbedingt nötig ist, Mittel zu verwenden, die Nützlingsschonend sind und die Mittel richtig dosiert auszubringen.
Der richtige Schnitt von Zier und Obstgehölzen ist die Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Ertrag und guten Pflanzenschutz. Schaut man in die Gärten, findet man jedes Jahr genug Gründe, einen Schnittkurs durchzuführen. Schnittkurse sind daher ein Dauerbrenner im Verein. Diese werden alle Jahre und das schon seit über 30 Jahren mit großer Beteiligung durchgeführt dies wird wohl auch so bleiben.
Vereinsausflüge sind in der veranstaltungsarmen Sommerzeiten eine von vielen Vereinen praktizierte Veranstaltung. Auch der Gartenbauverein Reichertshofen macht jedes Jahr einen Ausflug. Das Ausflugsangebot des Gartenbauvereins beschränkt sich auf Ausflugsziele, die mit dem Thema Garten etwas gemeinsam haben. Einen Ausflugstorismus, so dass man meinen könnte, der Gartenbauverein sei Sitz eines Reisebüros, lehnen wir ab. Seit einigen Jahren werden Radtouren zu heimischen Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten im Landkreis durchgeführt. Gelegenheiten zu gesellige Beisammensein bieten sich jedes Jahr viele. Allein 1997 standen vier 100 Jahrfeiern von Vereinen in der Marktgemeinde plus dem Paarfestumzug an. Überall ist der Gartenbauverein recht zahlreich und farbenfroh vertreten.
Neu im Programm des Gartenbauvereins sind seit 1994 Veranstaltungen im Rahmen des Ferienprogramms der Markgemeinde. Hier werden Kindern aller Altersklassen einen Nachmittag vom Verein sinnvoll beschäftigt. Auf dem Programm steht „Wandern und Natur erleben“. In einer gemütlichen Wanderung um Reichertshofen von ca 5 - 10 km werden den Kindern heimische Bäume und Sträucher erklärt und näher gebracht. Danach gibt es zur Stärkung eine kleine Brotzeit und anschließend wird ein kleines Quiz durchgeführt. Und seit 1997 gestalten wir einen zweiten Nachmittag mit Kindern, unter dem Thema „Vom Apfel zum Apfelsaft“. Auch von unserer Kindergärten wird dieser Vorführung gerne zusätzlich angenommen.
Die Aktivitäten der Gartler sind vielfältig und wurden mit den Jahren immer umfangreicher. Längst geht die Arbeit über den Gartenzaun hinaus und bezieht die gesamte Landschaft mit ein. Doch Hauptbetätigungsfeld ist und bleibt der Obst und Gemüsegarten.
Der heimische Garten hat einen hohen Erholungswert. Auch als Gemüse- und Obsterzeuger steigt er wieder in der Gunst der Gartenbesitzer.
Die Gartenbauvereine versuchen den Mitgliedern zu vermitteln dass eigenes Gemüse und Obst am besten schmecken, zu seiner Wachstumszeit und weg von der „Immerzeit“. Immerzeit heißt, das es das ganze Jahr über alles zu erwerben gibt. Dieses Obst und Gemüse muss allerdings unter hohem Energieaufwand und unter Geschmackseinbusen erzeugt werden.
Der Trend, die Freizeit im Garten zu verbringen, setzt sich nach wie vor fort. Artenreiche Gärten fördern das geistige und körperliche Wohlbefinden und machen Naturbeobachtungen und Erlebnisse ohne lange Autofahrten möglich. Die Ernte selbst angebauter Gartenfrüchte trägt zudem zu einer gesunden Ernährung bei. Gärten schaffen Lebensfreude, da sie Sinnbild sind für eine behagliche Umgebung der menschlichen Existenz. Die Gartenbauvereine sind Motore, von denen die entscheidenden Impulse für die praktizierte Gartenkultur ausgeht. Sie setzten bei allen Bürgern, ob als Privatperson oder organisiert im Verein, kreative Quellen frei, von denen letztlich alle profitieren. Der Privatgarten ist der Zufahrtsweg zur Natur!
Am Ende ein Zitat von Adalbert Stifter: „Die großen Taten der Menschen sind nicht die, welche lärmen. Das wirklich Große geschieht so schlicht, wie das Rieseln des Wassers, die Bewegung der Luft oder das Wachsen eines Baumes“. Gemäß diesen Sinnesspruchs hat sich der Gartenbauverein in den zurückliegenden Jahren bemüht, die gestellten Aufgaben aufgeschlossen zu bewerten und kraftvoll, aber ohne Forderungen und laute Töne tätig zu sein.
Der Gartenbauverein kann seinen Mitgliedern folgendes bieten.
· jährlich mehrere Fachvorträge von A – Z, mit und ohne Dia, von erfahrenen Fachleuten, unter anderem auch durch eigene Mitglieder und des Kreisverbandes
· praktische Gartenkurse, z.B. Schnittkurse, Veredelungskurse oder, wie Obst und Gemüse, richtig angebaut, verarbeitet werden
· Vereinsausflüge, die fachliche und kulturelle Ziele haben
· aushändigen von gartenfachlichen Merkblätter
· Beratung in allen Fragen zur Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenpflege durch Mitglieder des Vereins und des Kreisverbandes
· verbilligter Bezug der Fachzeitschrift „Der praktische Gartenratgeber“
· er stellt seinen Mitgliedern gegen eine geringe Gebühr zwei Vertikutierer zur Verfügung
· kostenlos einen Kleinhäcksler, um gute Komposterde zu erzeugen
· kostenlos eine moderne Motorspritze
· kostenlos Bohreisen zum Entnehmen von Bodenproben
· Obstpressen gegen eine geringe Gebühr
Satzung des Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen e.V.
Der Obst- und Gartenbauverein Reichertshofen e.V. erstreckt seine Tätigkeit auf das Gebiet Reichertshofen und Umgebung. Der Sitz des Vereins ist Reichertshofen. Der Verein ist in das Vereinsregister einzutragen.
(1) Der Verein ist selbstlos tätig. Der Verein bezweckt im Rahmen des Obst und Gartenbaues, die Förderung der Landespflege und des Umweltschutzes zur Erhaltung einer schönen Kulturlandschaft und der menschlichen Gesundheit. Der Verein fördert insbesondere die
Ortsverschönerung und dient damit der Verschönerung der Heimat, der Heimatpflege und somit der gesamten Landeskultur.
(2) Der Verein arbeitet gemeinnützig im Sinne des Abschnitts .Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.
(3) Es darf keine Person durch Ausgaben, die den Zwecken des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Die Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Die Mitglíeder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
2. eines Aufnahmebeschlusses des Vorstandes. Lehnt der Vorstand die Aufnahme ab, so kann der Abgewiesene Berufung an die Vereinsleitung ergreifen, welche endgültig entscheidet. Personen, welche sich um den Verein und seine Bestrebungen besonders verdient gemacht haben, können auf Antrag der Vereinsleitung von der Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt werden.
2. durch Austritt; der Austritt muss schriftlich erklärt werden und ist nur zum Schluss des Geschäftsjahres unter Einhaltung einer vierteljährliche Kündigungsfrist möglich, der Jahresbeitrag für das laufende Jahr ist daher voll zu entrichten; der Austretende verliert jeden Anspruch gegen den Verein und sein Vermögen,
2. wegen Rückständen von Beträgen, welche trotz zweifacher Mahnung nicht entrichtet wurden.
Die Ausschließung erfolgt durch Beschluss des Vorstandes zum Schluss des Geschäftsjahres. Vor der Beschlussfassung ist dem auszuschließenden Mitglied Gelegenheit zur Äußerung zu geben. Der Ausschließungsbeschluss hat die Tatsachen, auf denen die Ausschließung beruht, sowie den gesetzlichen oder satzungsmäßigen Ausschließungsgrund anzugeben. Der Beschluss ist dem ausgeschlossenen Mitglied vom Vorstand unverzüglich mittels eingeschriebenen Briefes mitzuteilen. Vom Zeitpunkt der Absendung desselben kann das Mitglied nicht mehr an der Mitgliederversammlung teilnehmen, es sei denn, dass der Ausgeschlossene Berufung gegen den Ausschluss eingelegt hat. Das ausscheidende Mitglied kann den Vorstandsbeschluss innerhalb von vier Wochen seit Zustellung des Briefes durch Berufung an die Vereins­leitung anfechten, welche, vorbehaltlich des ordentlichen Rechtsweges, endgültig entscheidet. Ausgeschiedene oder ausgeschlossene Mitgl. haben keinerlei Anspruch an das Vereinsvermögen. Sie sind aber verpflichtet, ihre Verbindlichkeiten dem Verein gegenüber voll zu erfüllen.
§ 6 Rechte der Mitgl.
Die Mitgl. haben das Recht
§ 7 Pflichten der Mitgl.
Die Mitgl. haben die Verpflichtung
Die ordentliche Mitgliederversammlung findet alljährlich tunlichst in der Zeit von Dezember bis Februar statt. Zur Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ist der Vorstand jederzeit berechtigt; er ist hierzu verpflichtet, wenn ihre Einberufung von mindestens einem Fünftel der Vereinsmitglieder unter Angabe des Zweckes schriftlich beantragt wird.
Die Einberufung der Mitgliederversammlung durch den Vorstand kann durch schriftliche Einladung oder durch Bekanntmachung im Mitteilungsblatt des Marktes Reichertshofen erfolgen. Die Einberufung muss mindestens acht Tage vorher, unter Bekanntgabe der Beratungsgegenstände, erfolgen. Über Gegenstände, welche nicht auf der Tagesordnung stehen, kann die Mitgliederversammlung keinen endgültigen Beschluss fassen.
Die Mitgliederversammlung ist. ohne Rücksicht auf die Zahl der vertretenen Mitgl. beschlussfähig. Sie fasst ihre Beschlüsse, soweit nicht eine qualifizierte Mehrheit in der Satzung festgelegt ist, mit einfacher Stimmenmehrheit der anwesenden Mitgl.. Beschlüsse über Abänderung der Satzung bedürfen einer Mehrheit von drei Viertel der erschienenen Mitgl.. Stimmengleichheit gilt als Ablehnung. Die Art der Abstimmung bestimmt die Versammlung. Das Stimmrecht muss durch das Mitglied persönlich ausgeübt werden. Den Vorsitz in der Mitgliederversammlung führt der 1. Vereinsvorsitzende. Ist dieser am Gegenstand der Beratung beteiligt, so übernimmt den Vorsitz der 2. Vereinsvorsitzende. Ist auch dieser verhindert oder am Gegenstand der Beratung beteiligt, so wählt die Mitgliederversammlung für diesen Punkt der Tagesordnung einen Vorsitzenden aus ihrer Mitte. Über die Mitgliederversammlung und ihre Beschlüsse ist vom Schriftführer, bei dessen Verhinderung von einem vom Vorsitzenden zu bestimmenden Mitglied der Vereinsleitung, eine Niederschrift zu fertigen und vom Vorsitzenden und Schriftführer zu unterzeichnen.
1. Genehmigung des alljährlich zu erstattenden Tätigkeits- und Kassen­berichtes, Entlastung des Vorstandes und des Vereinskassiers.
6. Ernennung von Ehrenmitgliedern,
7. Beschlussfassung über die von Mitgliedern gestellten Anträge,
8. Verbescheidung von Beschwerden gegen die Vereinsleitung,
9. Beschlussfassung über Auflösung des Vereins.
Die Vereinsleitung besteht aus dem 1. Vereinsvorsitzenden, dem 2. Vereinsvorsitzenden, dem Schriftführer und dem Kassier sowie zwei bis drei Vereinsmitgliedern, welche auf die Dauer von vier Jahren von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Wiederwahl ist zulässig.
Die Ämter des Schriftführers und des Kassiers können auch von einer Person geführt werden.
Die Mitgliederversammlung kann jederzeit die Bestellung der Vereinsleitung oder einzelner Mitgl. widerrufen, ebenso die Aufgabenverteilung innerhalb der Vereinsleitung.
Die Bestellung ist zu widerrufen, wenn ein Mitglied der Vereinsleitung sich eine grobe Pflichtverletzung hat zuschulden kommen lassen oder sich zur ordnungsgemäßen Führung der Geschäfte als ungeeignet erwiesen hat.
Die Vereinsleitung ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte ihrer Mitgl. anwesend ist.
Sie fasst ihre Beschlüsse mit Stimmenmehrheit der Anwesenden. Stimmengleichheit gilt als Ablehnung.
Die Vereinsleitung ist zuständig zur Führung aller Vereinsgeschäfte, so­weit diese nicht ausdrücklich der Mitgliederversammlung oder dem Vorstand zugewiesen ist. Insbesondere obliegt ihr
1. Aufstellung des Tätigkeitsberichtes,
5. Vorbehandlung aller der Mitgliederversammlung vorzulegenden Fra­gen und Anträge.
Der Vorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden und dem 2. Vereinsvor­sitzenden. Die Vorstandsmitglieder werden von der Mitgliederversamm­lung in geheimer, schriftlicher Abstimmung aus ihrer Mitte auf vier Jahre gewählt (§ 13). Die Bestellung der Vorstandsmitglieder kann jederzeit durch die Mitgliederversammlung widerrufen werden.
Die Vorstandsmitglieder verwalten ihr Amt grundsätzlich unentgeltlich. In besonderen Fällen kann ihnen im Verhältnis ihrer Mühewaltung eine von der Vereinsleitung zu bestimmende Vergütung und der Ersatz barer Aus­lagen gewährt werden. Der 1. Vereinsvorsitzende und der 2. Vereinsvorsitzende vertreten, je­weils allein, den Verein gerichtlich und außerordentlich. Sie haben die Stellung eines gesetzlichen Vertreters. Im Innenverhältnis gilt, dass der 2. Vereinsvorsitzende sein Vertretungsrecht erst wahrnimmt, wenn der 1. Vereinsvorsitzende verhindert ist. Der 1. Vereinsvorsitzende beruft die Mitgliederversammlung ein und bestimmt den Tagungsort sowie das Tagungslokal.
Vereinsintern gilt, dass der 1. Vereinsvorsitzende und der 2. Vereinsvorsit­zende den Verein in Angelegenheiten mit einem Geldwert bis zu € 250,- vertreten, darüber hinaus nur mit Zustimmung der Vereinsleitung. Sie erteilen Zahlungsanweisungen.
Der 1. Vereinsvorsitzende leitet die Mitgliederversammlung, er beruft und leitet die Sitzungen der Vereinsleitung ein. Er führt die laufenden Ge­schäfte nach der Satzung und nach den Beschlüssen der Mitgliederver­sammlung, der Vereinsleitung sowie nach den Beschlüssen der Kreis-, Bezirks- und Landesverbände. Er gibt dem Schriftführer Anweisung über den alljährlich zu erstellenden Tätigkeitsbericht.
2. Einnahmen aus Unternehmungen und Veranstaltungen des Vereins,
3. Stiftungen und sonstige Zuwendungen an den Verein.
§19 Jahresmitgliedsbeitrag
Der Kassier führt die Kassengeschäfte des Vereins. Er darf keine Zahlung leisten ohne Anweisung des Vereinsvorsitzenden. Er hat insbesondere 1. sämtliche Einnahmen und Ausgaben des Vereins nach den Anweisungen des Vereinsvorsitzenden zu tätigen, alle Einnahmen aus Ausgaben in ein Tagebuch einzutragen und die Belege, welche mit der Ziffer des Tagebucheintrages zu versehen sind, zu sammeln,
2. die Jahresrechnung nach Jahresabschluss so zeitig zu fertigen, dass sie der ordentlichen Mitgliederversammlung vorgelegt werden kann,
4. die Mitgliederbeiträge rechtzeitig einzuziehen,
Der Schriftführer erledigt alle schriftlichen Vereinsarbeiten nach den Wei­sungen des Vereinsvorsitzenden. Über alle Versammlungen des Vereins und alle Sitzungen der Vereinsleitung und des Vorstandes hat er ein besonderes Niederschriftenbuch fortlaufend eine ausführliche Niederschrift einzutragen. Alle Niederschriften sind vom Vereinsvorsitzenden und vom Schriftführer zu unterzeichnen. Der Schriftführer fertigt sofort nach Jahresschluss im Benehmen mit dem Vereinsvorsitzenden den Tätigkeitsbericht so zeitig, dass er der ordent­lichen Mitgliederversammlung vorgelegt werden kann.
§ 23 Satzungsänderung - Auflösung des Vereins
(1) Anträge auf Satzungsänderung oder Auflösung des Vereins, welche nicht von der Vereinsleitung ausgehen, bedürfen der Unterstützung von mindestens einem Fünftel der Vereinsmitglieder und müssen mindestens vier Wochen vor der beschließenden Mitgliederversammlung beim Vor­stand schriftlich eingereicht werden.
(2) Zur Satzungsänderung und Auflösung des Vereins ist eine Drei-Viertel-Mehrheit der Mitgl. erforderlich.
(3) Bei Auflösung oder Aufhebung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zweckes fällt das Vermögen des Vereins an den Markt Reichertshofen
(Bezeichnung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts oder einer anderen steuerbegünstigten Körperschaft)
der es unmittelbar und ausschließlich für Kultur und Umwelt zu verwen­den hat.
Diese Satzung tritt mit dem Tag der rechtsgültigen Beschlussfassung durch die Mitgl. Versammlung - falls der Verein in das Vereinsregister eingetragen wird mit dem Tag der Eintragung in das Vereinsregister - in Kraft.
Reichertshofen den 06.10.1993
Reichertshofen, eine uralte Siedlung an der Paar, wurde urkundlich erstmals um das Jahr 1100 erwähnt. Der Ort hieß damals noch Rihcozhofa (zu den Höfen Richarts), demzufolge dürfte ein Mann dieses Namens mit seiner Burg und zwei Sedi‑ oder Mayrhöfen der Gründer dieser Siedlung gewesen sein. Bis ins 14. Jahrhundert war Reichertshofen im Besitze eines Ortsadels, der Ritter von Rei­chertshofen. Ludwig von Reichertshofen, der letzte seines Stammes, erhielt 1330 von seinem Vater, Ludwig dem Bayern, als "ejus naturalis" den Besitz Reichertshofen.
Um 1400 wurde Reichertshofen Sitz eines Wittelsbachischen Amtes. Nachdem 1405 Ludwig der Gebartete von Ingolstadt Burg, Ort und Besitz Reichertshofen erworben hatte, ging alles nach seiner Niederlage gegenüber dem Herzog Heinrich von Landshut in dessen Besitz über. Von diesem Herzog erhielt Reicherts­hofen am 6.2.1449 das Marktrecht.
1505 wurde das gesamte Pflegeamt Reichertshofen im Zusammenhang mit der Gründung des Fürstentums „Junge Pfalz" oder "Pfalz Neuburg" diesem zugeschlagen und 1522 Sitz eines Landgerichtes, das schon an die zuvor bestandene Pflegsgerichtsbarkeit anknüpfte. Es umfaßte ein großes Gebiet mit 14 Dörfern und zwei Hofmarken. Zu Reichertshofen gehörten damals: im "oberen Gericht" Zuchering, Winden, Hagau und Lichtenau, im "unteren Gericht" Manching, Oberstimm, Niederstimm und Pichl, und schließlich im "mittleren Gericht" Ebenhausen, Baar, Gotteshofen und Starkerts­hofen, abgesehen vom Markt Reichertshofen selbst, sowie, das heutige Gurnöbach (Pfalzdörfel) im damaligen Landgericht Pfaffenhofen/Ilm und die Hofmarken Stockau und Brautlach.
1777 kam für Reichertshofen und die dazugehörenden Gebiete des Landgerichtes Rei­chertshofen, infolge der Vereinigung der beiden Linien Bayern und Pfalz, die Rückkehr zu Bayern, wenn auch Reichertshofen vorläufig noch zum Landgericht Neuburg/Donau im Kreis Schwaben gehörte.
1897 kam dann der Markt Reichertshofen und das einstige Landgerichtsgebiet zu Oberbayern und damit zum späteren Landkreis Ingolstadt.
Der Umstand, dass man schon um 1400 Rei­chertshofen als Sitz eines Pflegeamtes auswählte und die wenig später erfolgte Verlei­hung des Marktrechtes, brachte es mit sich, dass Reichertshofen sich zu einem Zentrum inmitten der vielen umliegenden kleineren Orte entwickelte, zu einem Mittelpunkt, in dem über Jahrhunderte Handwerk, Gewerbe und Indu­strie bis in unsere Zeit hinein dominiert. Der Markt überstand Kriege und Hungersnöte, Brandschatzungen und Seuchen, wenngleich die Auflösung des Landgerichtes Ende des 18. Jahrhunderts dem Ort eine nicht zu unterschät­zende Einbuße brachte.
Aus dem einstigen Gericht war den Reichertshofenern lediglich die Hofmark Stockau geblieben. Hier erbaute 1572 Kaspar Griebel, Pfleger von Reichertshofen und Pfalzneuburgischer Landschaftskommissär, bei der "Stockmühle" ein Schloß. Herzog Philipp von Pfalz Neuburg verlieh Griebel für die Stockau die Hofmarksgerechtigkeit. 1636 erwarb Philipp de Milkau, ein reicher niederländischer Kaufmann, von Herzog Philipp Wilhelms Sohn und Nachfolger, Herzog Wolfgang Wilhelm von Neuburg, die Hofmark Stockau mit Schloß. Sein Schwiegersohn, der berühmte Maler, Kupferstecher und Kunstschriftsteller, Joachim von Sandrat, erbte 1644 den stolzen Besitz, der im Dreißigjährigen Krieg gebrandschatzt wurde, doch von Sandrart bis 1657 wieder aufgebaut wurde. 1660 erwarb sein Freund, der kur­bayerische geheime Rat, Freiherr Franz von Mayr, den Besitz und richtete hier im Stockauer Schloß eine der wertvollsten Gemäldesammlungen ein, die sich seinerzeit in Privatbesitz befanden. Bis zum Abbruch des Schlosses Stockau um 1849, das sich damals in privatem Besitz befand, besaßen es zwischenzeitlich seine hochfürstliche Durchlaucht Herzog Albrecht Sigmund Bischof zu Freising und Regensburg, die Jesuiten von Ingolstadt und später diente Schloß und dazugehöriger Besitz als Kommende des Malteser Ordens.
Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung nach 1948 brachte es mit sich, dass auch Hand­werk, Gewerbe und Industrie im Markt Reichertshofen neue Impulse erhielt und sich der Ort selbst durch die Ausweisung vieler Baugebiete sowie eines Industrie‑ und Gewerbegebietes, durch Erweiterung der ortsansässigen Industrie ‑und Gewerbegebiete, durch den Sitz der Hauptschule und vieler öffentlicher Einrichtungen zu einem neuen Mittelpunkt inmitten der umliegenden Orte herauskristalli­sierte.
Inzwischen zum Kleinzentrum im Rahmen der bayerischen Landesplanung auser­sehen, gingen die Jahre 1971 und 1972 als besondere Marksteine in die Reichertshofener Geschichte ein.
Am 1. Mai 1971 schloss sich die Nachbargemeinde, die "Dreibrückengemeinde" Gottes­hofen dem Markt an. Die einzelnen Ortsteile, die alle schon um 1200 erstmals urkundlich genannt wurden, wie Gotteshofen (Gotenshoven) und Starkertshofen (Starhoiteshoven), gehörten ohne dies jahrhundertelang zum einstigen Gericht Reichertshofen, nur der Ortsteil Wolnhofen (Wolvenhoven) machte eine Ausnahme, er gehörte immer dem bayerischen Gebiet zu und kam erst jetzt endgültig zu Reichertshofen, während bei den anderen vorer­wähnten Ortsteilen schon zuvor eine kirchliche und schulische Bindung zum Markt bestand.
Während 1972 im Zusammenhang mit der Gebietsreform in Bayern, nach Auflösung des bisherigen Landkreises Ingolstadt, der Markt Reichertshofen zum Landkreis Pfaffenhofen/Ilm kam, vollzog sich am 1. Juli 1972, durch die Eingemeindung der östlichen Nachbarge­meinden Hög, Langenbruck und Winden am Aign, die Bildung der Großgemeinde Reicherts­hofen. Die Einwohnerzahl des Marktes ver­größerte sich von rund 2400 Einwohnern auf 5500 Einwohner, die Gemarkung vergrößerte sich von ursprünglich 719 ha auf nunmehr 3617 ha. Nachbargemeinden die schon längst auf dem Markt Reichertshofen orientiert waren, schlossen sich aus vernünftigen Erwägungen heraus dem Markt an.
Hög (Heg oder Hoeg ‑ Umfriedung, Hecke), schon um 1200 urkundlich erwähnt, gehörte einst dem Geschlecht derer von Hege, nach deren Aussterben um 1300 dem Kloster Gei­senfeld. Der Ortsteil, der Weiler Dörtl (Dörflein) wird, wie der Ortsteil Ronnweg (Ronanweg, de Ronenweg ‑ Wege aus Holzprügeln im sumpfi­gen Gelände) ebenfalls bereits um 1200 ur­kundlich erwähnt. Das auch zur ehemaligen Gemeinde Hög gehörende Feilenmoos ist da­gegen eine Siedlung aus jüngster Zeit.
Langenbruck, schon um 1128 im Besitze des Geschlechtes der "Langenbrucke" (einst wurde hier die Straße Augsburg‑Regensburg über eine lange Brücke durch Sumpfgebiete geführt), zog in jüngerer Zeit seinen Nutzen aus der Lage an der Autobahnausfahrt gleichen Namens und schuf ein kleines Schulzentrum und förderte die Industrieansiedlung.
Der Orts­teil Stöffel (ahd.: stophi ‑ Verkleinerungsform von hochragend und steil. Bezeichnung für Lage des Ortes am Fuße eines steilaufragen­den Berges) war vor seiner Zerstörung im Drei­ßigjährigen Krieg größer als Langenbruck. Das besondere Wahrzeichen der Großgemeinde ist der Kastlberg mit St. Kastl und seiner gleich­namigen Wallfahrtskirche, am Tor zur Haller­tau".
Als Bindeglied zwischen diesen Ortsteilen und dem Zentrum der Gesamtgemeinde Reichertshofen liegen, östlich des Industrie- und Gewerbegebietes "Reichertshofen‑Ost" drei Ortsteile aus der ehemaligen Gemeinde Win­den am Aign. Um 1200 erstmals urkundlich genannt, ist der Name dieses Ortsteiles 1276 "Winden auf dem acigen" und erinnert daran, daß ursprünglich die Siedlung von fremden, neuzugezogenen Siedlern gegründet wurde. Im heutigen Au am Aign (ouwa ‑ wasser­reiches Wald‑, Wiesen‑ und Weideland) lebte um 1223 ein Waldaufseher des klösterlichen Feilenforstes. Der Ortsteil Agelsberg (um 1200: Adelsperg) gewinnt ebenfalls als neues Wohn­siedlungsgebiet an Bedeutung im Bereich der Gesamtgemeinde: Markt Reichertshofen.
Postleitzahl: 85084
38° 39'nördl. Breite
11° 28' östl. Länge
Ortsmitte 380,2 m
südl. Höhenzüge 440 m
St. Kastl 494,6 m (höchste Erhebung)
1800 685
1840 712
1880 945
1900 1093
1925 1358
1950 2142
1960 2116
1970 2368
1972 4601
1983 5475
1999 7102
2005 7396
Fläche: 3617 ha
Gemarkung Reichertshofen 719 ha
übrige Ortsteile: Hög, 966, Langenbruck 366, Winden 639, Feilenforst 491, Gotteshofen 536.
B 13/300 München/Ingolstadt/Augsburg/Regensburg BAB München‑Nürnberg (Ausfahrt Langenbruck)
Eisenbahnlinie München/Treuchtlingen (Bahnhof Reichertshofen)
Omnibusverbindung Reichertshofen‑Ingolstadt und Reichertshofen‑Pfaffenhofen
Entfernungen: München, Augsburg und Regensburg je ca. 65 km, Nürnberg 105 km, 10 km n. Ingolstadt, n. Pfaffenhofen 18 km u. nach Neuburg/Donau u. Schrobenhausen 25 km.
Wappenbeschreibung Markt ‑ Wappen:
Das Wappen zeigt auf blauem Grund zwei silberne, abgewendete Reiherhälse mit roten Schnäbeln.
(Hupp: "Deutsche Ortswappen" ‑ Oberbayern Nr. 62)
Weitere Hinweise sind bis jetzt nicht über die Herkunft des Wappens gefunden worden.
Zunächst ist es lediglich das Siegelbild der seit 1449 siegelberechtigten Marktgemeinde. Die Bilder sind im Laufe der Zeit etwas unterschiedlich. Einmal findet sich um 1702 ein kreisrundes Siegel. Die Vogelköpfe weisen kürzere Hälse auf und befinden sich auf einem Schild das von zwei Zweigen umkränzt wird, und mit "M.R." (= Markt Reichertshofen) überschrieben ist.
Um 1721 ist das Siegel bereits ein hochgestelltes Oval und innerhalb der Umschriftung findet man die Inschrift: "Markt Reichertshofen". Die Vogelhälse zeigen die auch heute gültige Gestaltung.
Quelle: Chronik von Reichertshofen, Gerhard Krahn
26 Gartenbauvereine • 6.400 Mitgl.
1. Vorsitzender: Bernhard Engelhard, Pfaffenhofen
Der Landkreis Pfaffenho­fen an der Ilm liegt im nördlichen Oberbayern zwi­schen den Ballungsräumen München und Ingolstadt. Auf einer Fläche von 760 km2 le­ben rund 110000 Menschen. Das Tertiäre Hügelland, das den süd­lichen Landkreis prägt, entstand durch gewaltige Gletscherbewegungen. Das Hügelland wird von zwei Flüssen, der Ilm und der Paar, von Süden nach Norden durchflossen, ehe sie in die Donau münden. Der Norden des Land­kreises wird durch das weite Tal der Donau geprägt. Einige Juraausläufer reichen bis an die Donau heran. Der überwiegende Teil des Landkreises ge­hört zur weithin bekannten Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt.
Naturschutzgebiet Nöttinger Vieh­weide: Eine Halbkulturlandschaft, die durch Rodung und Jahrhunderte lan­ge Beweidung entstand. Geprägt wird das Gebiet durch Besenheide, Wachol­der, Eichen und Birken. Seenplatte Feilenmoos: In den letzten Jahrzehnten entstand durch Kies- und Sandabbau im Feilermoos (zwischen Geisenfeld und Manching) eine Seenlandschaft, die grö­ßer ist als der Schliersee. Die Seen werden sehr gerne zum Baden genutzt. Das Paartal von Hohenwart bis Reichertshofen: Eines der reizvollsten Flusstäler Bayerns, das als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. Mit etwas Glück kann man den Storch oder Brachvogel bewundern. Die westlich angrenzenden Prallhänge und Hügel beherbergen äußerst selte­ne Magerrasengesellschaften. Das Ilmtal erstreckt sich durch den ge­samten Landkreis (40 km von Süd nach Nord) und wird von der Ilm mit einer Flusslänge von etwa 80 km durchflos­sen. Auf dem Weg von Süden nach Nor­den kann man auch viele kulturelle Stätten besuchen. Ilmmünster: christliche Urzelle des Landkreises. Die Basilika von 1210 ist dem heiligen Arsatius geweiht. Bis 1495 war Ilmmünster ein bedeutendes Kloster. Pfarrer Korbinian Aigner war von 1911 - 1912 Pfarrer in Ilmmünster. Pfaffenhofen: Kreishauptstadt mit ca. 25000 Einwohnern, Stadtpfarrkirche St. Baptist, erbaut 1393, Spitalkirche erbaut 1717, Heimatmuseum. Rohrbach: Sehr schöne Ortsmitte. Die stammen noch aus dem Mittelalter. Geisenfeld. Es gilt als Wiege des Hop­fenanbaues. Kriegsgefangene vom Stamme der Wenden kultivierten dort im 8. Jahrhundert den ersten Hopfen. Das alte Rathaus wurde 1626 erbaut und ist heute ein Heimatmuseum. Hohenwart: Reizvoller Marktplatz, Markttor von 1409, Klosterberg mit der Regens-Wagner-Stiftung, eine Taub­stummenanstalt mit Fahnenstickerei. Besichtigung ist möglich. Pfarrkirche St. Georg auf dem Klosterberg. Manching: Ehemalige Keltenstadt bis 50 v. Chr.; die Römer errichteten 40 n. Chr. ein Kastell. Bekannt ist der Barthelmarkt im August. Wanderweg auf dem ehemaligen Keltenwall mit einer Kulisse des Osttores in Original­größe. Keltisch-römisches Museum. Vohburg: Alte Wehrmauer aus dem Mittelalter. Auf der Vohburg heiratete und lebte Agnes Bernauer mit ihrem Gemahl Herzog Albrecht III. Kloster Scheyern: Einstiger Stammsitz der Wittelsbacher. Die spätromanische Basilika wurde 1215 erbaut. Schöne Wanderwege rund um Scheyern. In der Weiherkette des Klosters kommt noch die Wassernuss vor. St. Kastulus: Östlich der Autobahn bei Langenbruck. Die spätgotische Wall­fahrtskirche (1447) ist dem Schutz­patron der Hallertau, dem heiligen Kastulus geweiht. Wolnzach: Hopfenmetropole der Hallertau. Die Pfarrkirche St. Laurentius, der Dom der Hallertau, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Ein land­wirtschaftlicher Naturlehr­pfad von 4 km Länge infor­miert über Landwirtschaft, Hopfen, Wald und Land­schaft. Hopfenmuseum und Handmuseum.
Die Oase Steinerskirchen wurde erst­mals von den Bajuwaren besiedelt. Um das Jahr 700 gründete der heilige Rupert eine Missionsstation, um die heidnischen Bajuwaren zu bekehren. Heute ein beliebter Seminarort. Erkun­dungswanderweg mit den verschie­densten Biotoptypen.
Landwirtschaftliche Schwerpunkte
Auf dem fruchtbaren, tiefgründigen Lössboden des tertiären Hügellandes zwischen Ilm und Abens findet der Hopfen, die Pflanze, die den Landkreis am meisten prägt, ideale Standort­bedingungen. Der Hopfen gibt der Hallertau, der Landschaft links und rechts der Ilm, ihre charakteristische Eigenart. In den letzten Jahren wurde an den Hügeln zum Paartal der Spargelanbau Landschaftsbestimmend.
Die Vorstandschaft des Kreisverbandes :
ENGELHARD Bernhard
3. Vorsitzender, Jugend:
ARNDT Stefan
RAITH Heinrich
Kreisfachberater:
LOY Birgit
OBERPRIELER Josef
SCHMIDPETER Georg

References: §1
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§ 7

§19

§ 23