Source: https://issuu.com/akvorarlberg/docs/aktion_oktober_2016
Timestamp: 2018-05-23 19:43:07+00:00

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AKtion Oktober 2016 by AK Vorarlberg - issuu
Oktober 2016 Nr. 8/2016, XXX. Jahrgang Zugestellt durch Post.at
fürchten Vorarlberger am meisten. Seite 6
„Elektrische“ mit guten Ergebnissen. Seite 12
Betriebsräte sind auch demokratiepolitisch unerlässlich. Dr. Peter Filzmair, Politikwissenschaftler. Seite 14
AK setzt auf neues Netzwerk VERNETZT. Die AK Vorarlberg geht
neue Wege. Seit Frühsommer baut sie ein einzigartiges Netzwerk. Es umfasst inzwischen 412 Namen. Sie alle sind auf ihre Art „Pioniere der Arbeit“. Sie engagieren sich tagtäglich als Arbeitnehmer, Geschäftsführer, Betriebsräte oder Personalchefs. „Welcher politischen Partei sie nahestehen, ist ganz egal“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle. „Aber sie alle gestalten die Veränderungen der Arbeitswelt mit.“ Das alleine zählt.
Gesellschaftlicher Wandel Die fast 170 Seiten starke Analyse von Mag. Eva King im Auftrag von FAS Research gründet auf 182
Interviews. Neun Themen für die kommenden Jahre kristallisierten sich heraus. Beim ersten Netzwerktreffen wählten 150 „Pioniere“ als erstes Schwerpunktthema „Druck, Schnelllebigkeit, Burnout“. Mehr als vier Stunden nahmen sich die Frauen und Männer Zeit. Die Ergebnisse werden jetzt ausgewertet. Weitere Einladungen der AK sollen das Netzwerk enger knüpfen helfen. „Wir können nur eine starke Interessenvertretung sein, wenn unsere Politik sich breit abstützt“, ist Hämmerle überzeugt. Jeder Vierte im Netzwerk ist Geschäftsführer oder Personalchef. „Das beschert uns unbequeme Antworten. Aber gerade die sind uns wichtig.“ ▸ Seiten 4/5
150 „Pioniere der Arbeit“ trugen Ideen zu den Problemen Druck, Schnelllebigkeit, Burnout zusammen
AK-Präsident Hubert Hämmerle beim ersten Netzwerktreffen: „Wir wollen von anderen lernen.“
„Der Sonntag muss freie Zeit bleiben“
Vom Zauberwort „Crowdwork“
AK-Präsident Hubert Hämmerle warnt vor einer schleichenden Aushöhlung des freien Sonntags – Große Umfrage der AK zeigt deutlich die Angst der Vorarlberger vor wachsendem Druck am Arbeitsplatz. Ist der Druck in der Wirtschaft wirklich so hoch, dass der arbeitsfreie Sonntag fallen muss? „Nein“, sagt AK-Präsident Hubert Hämmerle und warnt eindringlich vor einem schleichenden Prozess, der aus Ausnahmen eine Regel werden lässt.
Schon jetzt ist für mehr als 16.000 Arbeitnehmer in Vorarlberg – größtenteils in der Gastronomie – zumindest zweimal monatlich der Sonntag ein Werktag. „Mehr dürfen es auch nicht werden.“ Allfällige Ausnahmen müssen zeitlich befristet sein und von den Sozialpartnern
Parlament? Ein Führer muss her! Während man andernorts krachledernen Blicks in den goldenen Herbst torkelt und Klein- wie Großstädter sich wenigstens für die Dauer einer bierschwangeren Nacht „vom Land“ wähnen, geht hierzulande die Demokratie vor die Hunde. Oder lässt sich das Ergebnis der jüngsten SORA-Umfrage mit einer „Maß“ einfach unter den Tisch schwemmen? 71 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wünscht sich fast jeder Dritte (29 Prozent) wieder „einen starken Führer, der sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern muss“. Vor allem Menschen mit niedrigerem Bildungsgrad sind dieser Meinung. 56 Prozent der Befragten wollen die Diskussion über den Holocaust beenden, 42 Prozent halten Österreich noch immer für das erste Opfer von Nazideutschland. So viel zum Stand der politischen Bildung in diesem „Land der Hämmer“, was man durchaus allegorisch lesen mag. tm
ten? Die große Meinungsumfrage der AK Vorarlberg hat es im Sommer überdeutlich gezeigt: 77 Prozent nennen „mehr Leistungsdruck am Arbeitsplatz“, 69 Prozent den „Abbau sozialer Leistungen“. Sogar die Angst vor dem Terror (55 Prozent) ist deutlich kleiner.  ▸ Seite 6
mitgetragen werden. „Sonst verlieren wir den freien Sonntag über Nacht“, Anläufe aus der Wirtschaft gab es genug. Dabei wird sinnvolle Arbeit unter menschlichen Bedingungen zunehmend zum Leitthema der kommenden Jahre. Denn was fürchten die Vorarlberger am meis-
284.374 Personen bezogen 2015 bedarfsorientierte Mindestsicherung, um 10,9 Prozent mehr als 2014. Stärkster Anstieg (12,8 Prozent) in Vorarlberg Veränderung 2014/15 in %
Veränderung 2014/15 absolut 11,3
12,8 1993 7,3 1322 Vbg
4,6 694 Tirol
982 Sbg
6,0 312 Ktn
352 Bgld
Grafik: KEYSTONE, Quelle: Statistik Austria
17,5 Millionen Suchergebnisse spuckt Google aus, wenn man „online Geld verdienen“ eintippt. Nun durchleuchtet die erste Studie die österreichische Crowdworkszene: Wie verbreitet ist Crowdwork in Österreich? Wer sind die „digitalen Tagelöhner“? Was verdient man da, und wie sieht‘s mit sozialer Absicherung aus? ▸ Seite 5
Betriebsreferat – 1500 Info Arbeitsrecht – 2000 Insolvenzrecht – 2100 Sozialrecht – 2200 Lehrling/Jugend – 2300 Arbeitsrecht Feldkirch – 2500 Familie/Frau – 2600 Konsumentenschutz – 3000 Steuerrecht – 3100 AK Bregenz – 5000 AK Dornbirn – 6000 AK Bludenz – 7000
www.ak-vorarlberg.at /akvorarlberg /user/AKVorarlberg
„Mit Reda kond d’Lüt zemma“ ist das Motto von AK-Präsident Hubert Hämmerle. Nutzen Sie die Gelegenheit und machen Sie Ihre Fragen, Anliegen und Vorschläge zum Thema.
Kernschmelze statt Umsetzung
Der mit viel Eigenlob angetretene neue Bundeskanzler Kern versprach eine neue Form der Regierungsarbeit. In wichtigen Bereichen sollten nun nach jahrelangen Diskussionen Entscheidungen gefällt werden. Eine Botschaft, die gut ankam und ihm hohe Wählerzustimmung versprach. Inzwischen schwimmt er zwar immer noch auf einer Welle der Zustimmung, allerdings mit deutlich differenzierten Zwischentönen. So war sein plumper Versuch, die Fehler der Flüchtlingspolitik seines Vorgängers zu beheben, etwas übereifrig und endete letztlich in einem Vorgezogene Wetteifern mit seinem jungen Neuwahlen auf Außenminister um die Gunst Bundesebene der FPÖ-Wähler. Dabei hat stehen im Raum. dieser den Vorteil auf seiner Seite, dass er seine Meinung nicht ändern musste. Kern hingegen musste seine eigene Partei auf einen Kuschelkurs mit dem ungarischen Ministerpräsidenten zwingen.
25. Oktober von 14 bis 15 Uhr unter 050/258-6800
Einladung zur Telefon-Sprechstunde Mit AK-Präsident Hubert Hämmerle
Sperrgebühr wurde zu Unrecht verlangt Nach dem Diebstahl ihrer Bankomatkarte ließ Isabelle M. die Karte sperren. Dafür verrechnete die Bank 36 Euro. Zu Recht? Die AK sagt: Nein! Denn die verlangten Kosten widersprechen dem Zahlungsdienste-Gesetz. Demnach dürfen keine Entgelte für Nebenleistungen verrechnet werden. Die Kundin erhielt das Geld zurück.
Was sich seit Kern wirklich geändert hat, ist der mediale Auftritt der Regierung. Statt Pressefoyer mit unbequemen Journalisten schöne PR-Aktionen des Kanzlers. Auf der Strecke bleibt dabei natürlich die Sacharbeit. Die gegenseitigen Blockaden bestehen nach wie vor und die Aussicht auf konkrete Regierungsarbeit trübt die zunehmende Wahrscheinlichkeit von vorgezogenen Nationalratswahlen. Dafür spricht in erster Linie der Abnutzungseffekt von Kern. Seinen Ankündigungen und politischen Botschaften in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit, der Einführung von Wertschöpfungsabgaben oder dem Ende der Sparpolitik auf europäischer Ebene folgen keine konkreten Taten. Das aber rächt sich rasch, der Wähler lässt sich nicht ewig für dumm verkaufen. Das wissen auch Kern und seine Politikberater. Deshalb wird er rasch auf Neuwahlen drängen, solange sein Stern noch glänzt.
Klaus F. arbeitet bei einem Transportunternehmen. Die Auftragslage ist gut. Er hat oft bis in den Abend zu tun.
Gastkommentar von Bernhard Bereuter
Gegensätze prägen derzeit den heimischen Arbeitsmarkt. Auf der einen Seite sind in Vorarlberg so viele Menschen in Beschäftigung wie nie zuvor, auf der anderen Seite haben wir weiterhin eine hohe Anzahl an beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen. Unternehmen suchen händeringend nach Fachkräften und treffen auf arbeitsuchende Menschen, von denen rund 50 Prozent höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. Zudem beeinflusst der demografische Wandel die Situation. Am Arbeitsmarkt gibt es immer Gewinner und Verlierer, diejenigen, welche aus eigener Kraft ihren Weg finden, und solche, die auf „Lebenslanges Hilfe und Unterstützung Lernen“ ist für angewiesen sind.
alle eine Notwendigkeit.
Ein Schlüssel für ein erfolgreiches Arbeitsleben ist die berufliche Qualifizierung. Vor dem Hintergrund eines anhaltenden Trends zur Höherqualifizierung, der wesentlich durch den technologischen Fortschritt getrieben ist, ist „lebenslanges Lernen“ für alle eine Notwendigkeit. Neben den geforderten formalen Qualifikationen profitieren BewerberInnen von adäquaten Fachkenntnissen. Berufliche Höherqualifizierung wird daher immer wichtiger. Auch für Unternehmen ist die Aus- und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen ein zentrales Thema. Unternehmen, die klare Strategien in der Personalentwicklung verfolgen, sind erfolgreicher und können auf loyale MitarbeiterInnen setzen. Gleichzeitig positionieren sich diese Unternehmen als attraktive Arbeitgeber und haben somit auch Vorteile bei der MitarbeiterInnensuche. Profitieren werden letztlich alle, die in Qualifizierung investieren.
▸ E-Mail: bernhard.bereuter@ams.at Bernhard Bereuter leitet ab 1. Dezember das AMS Vorarlberg.
Eine Kollegin gab Klaus eine Broschüre der AK Vorarlberg mit den wichtigsten arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Er bat die AK um Hilfe.“
RECHTSSTREIT. Die AKtion bittet die Leser um ihre Meinung. Ihr Rechtsempfinden ist gefragt! Aus unserer Beratung im Arbeits-, Sozial- und Konsumentenrecht schildern wir reale, anonymisierte Fälle. Schlüpfen Sie für einen Augenblick in die Rolle des AK-Experten. Wie würden Sie entscheiden? Die Auflösung finden Sie in der nächsten Ausgabe.
Monatlich kamen bis zu 50 Mehrstunden zusammen. Klaus sprach seinen Chef darauf an und forderte die Bezahlung der Überstunden. Daraufhin wurde er gekündigt.
Vor Gericht bekam Klaus einen Teil seiner Ansprüche erfüllt, leider verfielen sämtliche Überstunden, die mehr als drei Monate zurücklagen.
FRAGE: Müssen Überstunden grundsätzlich abgegolten werden?
● Ja, weil …
● Nein, weil …
Schreiben Sie an AK Vorarlberg, Leserforum, Widnau 2–4, 6800 Feldkirch, per E-Mail an leserbrief@ak-vorarlberg.at oder auf /akvorarlberg
Impressum Die Vorarlberger Monatszeitung für Arbeit und Konsumentenschutz ▸ Herausgeber, Medieninhaber und Sitz der Redaktion: AK Vorarlberg, Widnau 2–4, 6800 Feldkirch, E-Mail: presse@ak-vorarlberg.at ▸ Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz: siehe www.ak-vorarlberg.at/impressum.htm ▸ Redaktion: Dietmar Brunner, Jürgen Gorbach, Thomas Matt, Arno Miller ▸ Infografik: Bettina Krepper, Gerhard Riezler ▸ Druck: Russmedia Verlag GmbH, Schwarzach Aus Gründen der Lesbarkeit wird in der AKtion überwiegend die männliche Form verwendet. Selbstverständlich sind Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen.
Immer wieder wurde Klaus von seinem Chef aufgefordert, Überstunden zu machen.
Oktober 2016 SERIE Die EU einfach erklärt
Zwei Drittel der Menschheit nutzen das Internet Prozentanteil der Erwachsenen, die zumindest gelegentlich das Internet nutzen oder ein Smartphone besitzen Deutschland 85
Polen 69 Russland 72
Großbritannien 88 Frankreich 75
Österreich 84 Italien 72 Libanon 66
Mexiko 54 Venezuela 67
Palästina 72
Südkorea 69
Äthiopien 8 Ghana 25
In Teilen der EU sind einige Gemeinden und Haushalte noch nicht an schnelle Internetleitungen angeschlossen. Die EU-Kommission möchte deshalb den Ausbau des Glasfasernetzes beschleunigen. Bis 2025 sollen Bürger überall in der EU mit schnellem Internet versorgt sein.
Brasilien 60 Peru 52
Australien 93 Südafrika 42
Chile 78 Argentinien 71
weniger Internetzugang
67 % Median weltweit
Grafik: KEYSTONE, Quelle: Global Attitudes Survey, Frühling 2015
ARBEIT. Die EU-Kommission hat neue Maßnahmen zur Schaffung eines einheitlichen Internet-Marktes in Europa vorgeschlagen. Dabei stehen die bessere Anbindung aller Bürger ans schnelle Internet und Änderungen der Urheberrechte im Zentrum der beiden Maßnahmenpakete, die die Kommission veröffentlicht hat. Gesellschaftlicher Wandel „Es ist an der Zeit, dass wir uns zu einer Digital-Gesellschaft entwickeln und sicherstellen, dass alle Europäer, unabhängig davon, ob sie auf dem Land oder in Städten wohnen, Zugang zu qualitativ hochwertigen Internetverbindungen haben“, kommentierte der EU-Kommissar für Digitalwirtschaft, Günther Oettinger, die Maßnahmen zur besseren Internetausstattung. Sie bestehen im Kern aus zwei Vorschlägen: ● Freier Zugang: Die Initiative WiFi4EU hat zum Ziel, allen EU-Bürgern freien Zugang zu drahtlosen Inter-
Schnelles Internet für alle? Das löst mancherorts Begeisterung aus.
netverbindungen zu ermöglichen. Lokale Behörden sollen dabei unterstützt werden, frei zugängliche WLAN-Hotspots in ihren Gemeinden einzurichten und somit den Zugang aller zum Internet zu ermöglichen. ● Blitzschnell: Der Aktionsplan 5G wiederum soll dafür sorgen, dass die EU mit der Vorbereitung auf die neueste Generation des ultraschnellen Mobi l f u n k net zes 2018 starten kann. 2020 soll 5G dann vermarktet werden. „Europa hat den Ehrgeiz, führend bei der Nutzung der neuen Technologie zu sein“, teilte Oettinger mit. Daneben veröffentlichte die EU-Kommission Vorschläge, um den Ausbau neuer Internetleitungen zu beschleunigen. Das soll durch den Wegfall bisheriger Beschränkungen und mehr Wettbewerb unter den potenziellen Netzbetreibern geschehen. Beim Urheberrecht schlägt die EU-Kom-
mission eine teilweise Abschaffung des sogenannten Geoblockings und die dafür notwendigen rechtlichen Änderungen vor. TV-Inhalte, die im Internet ausgestrahlt werden, sollen überall in der EU angeschaut werden können. Gleichzeitig sollen die Rechte von Künstlern, Autoren und Medienhäusern gegenüber Internetkonzernen gestärkt werden. Google und Co dürften demnach künftig nicht mehr Videos oder Zeitungsar-
tikel auf ihren Seiten online stellen, wenn sie nicht zuvor Lizenzen dafür erworben haben. Die Vorschläge der EU-Kommission müssen in den kommenden Monaten vom Europaparlament und den EU-Mitgliedstaaten im EU-Rat verabschiedet werden. Änderungen sind dabei möglich.
▸ Download Das Original-Papier der EU zum Download (in englischer Sprache): http://bit.ly/2dkOzDc
WWW mancherorts noch eine lahme Ente Österreich will eine Milliarde Euro ins schnelle Surfen stecken – Alpenrepublik hat Nachholbedarf GROSSE UNTERSCHIEDE.
Beim schnellen Internet hinkt die EU deutlich hinterher. Vor allem, weil einigen Mitgliedstaaten der Ausbau der Netze offenbar schwerfällt. In Deutschland etwa versucht die Telekom, wenigstens durch die Aufrüstung von Kupferleitungen etwas mehr Geschwindigkeit zu liefern. Anders zum Beispiel Schweden, das lange schon auf leistungsfähige Glasfaser-Leitungen gesetzt hat. Europaweit haben nur 28 Prozent der Haushalte in ländlichen Gebieten Zugang zu Leitungen, die Down-
loads von mindestens 30 Megabit pro Sekunde ermöglichen. Damit sich das ändert, will die EU kleinere Marktteilnehmer ermuntern, sich am Aufbau von Glasfasernetzen auch in dünn besiedelten Regionen zu beteiligen. In Spanien und Portugal habe das schon Erfolge gezeitigt. Österreich ist dabei, das Glasfasernetz um eine Milliarde Euro auszubauen. Das ist auch notwendig. Im europäischen Vergleich hinkt die Alpenrepublik inzwischen beachtlich hinterher.
Nicht nur AK-Präsident Hubert Hämmerle und Vizepräsidentin Jutta Gunz (rechts) erlebten den Dialog als enorm bereichernd.
Die AK Vorarlberg baut ein Netzwerk auf. In der ersten Runde diskutierten 150 Menschen aus dem ganzen Land vier Stunden lang über Druck und Burnout. NETZWERK. Das sieht man gleich:
Hier stehen nicht die „üblichen Verdächtigen“. Die 150 Frauen und Männer, die sich an diesem Abend vier Stunden Zeit nehmen, um mit der AK ins Gespräch zu kommen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Drüben plaudert der Vorarlberger Fastfood-König Loek Versluis mit Caritasdirektor Walter Schmolly, Getzner-Betriebsrätin Perrine Burtscher sucht derweil ihren Namen auf der großen Wandkarte, die verteufelt an ein Schnittmuster errinnert.
„Nur breit abgestützt gelin AK eine gute Interessenpo Eva King quittiert den Vergleich mit einem kernigen Lachen: Wer die 412 Namen richtig verknüpft, erntet keinen Pullover für kalte Tage, sondern hält den Schlüssel für das Netzwerk in der Hand, das die AK da eben gründet. Die Vorarlberger Arbeitnehmervertretung geht neue Wege. Die ersten Schritte erfolgten im Frühjahr. Mit der sozialwissenschaftlichen Forschungsgesellschaft FAS Research schickte die AK Profis ins Feld. Mag. Eva King führte 182 Inter-
Pioniere der Arbeitswelt: Neun Themenfelder FAS Research suchte im Frühjahr 2016 im Auftrag der AK das Gespräch mit Experten, die sich mit den Veränderungen der Arbeitswelt beschäftigen. Mag. Eva King führte 182 Interviews durch. Ein Netzwerk von mehr als 400 Menschen entstand aus allen Branchen. Neun Themen wurden als „die Themen“ der kommenden Jahre identifiziert:
● Fachkräftemangel ● Arbeitskräfte 45+ ● Arbeitsmarktchancen für
● Berufsorientierung von
● Flexibilisierung der Arbeitszeit ● Industrie 4.0 / Digital Economy
Hilfskräfte Betriebsräte Druck, Schnelllebigkeit, Burnout
● Betriebliches Eingliederungsmanagement
views. Ihre Gesprächspartner umrissen aus ihrer Sicht Chancen und Probleme der neuen Arbeitswelt,
überzeugt. Jeder Vierte im Netzwerk ist Geschäftsführer oder Personalchef. „Das beschert uns auch unbe-
Dass so viele Pioniere das Netzwerk bilden, freut uns ungemein. Die Ergebnisse werden wir eingehend beraten. Rainer Keckeis AK-Direktor
skizzierten mögliche Lösungen und ordneten der AK klare Rollen zu. Jeder Dritte sieht sie als Berater, jeder Vierte als Sprachrohr und Anwalt der Arbeitnehmerinteressen.
412 Namen aus allen Branchen Vor allem bezeichnen Kings Gesprächspartner die zentralen Akteure für die Zukunft der Arbeitswelt in Vorarlberg. Am Ende des Prozesses stehen 412 Namen, allesamt auf ihre Weise Pioniere der Arbeitswelt. Und längst nicht alle enge Freunde der AK. „Wir können nur eine starke Interessenvertretung sein, wenn unsere Politik sich breit abstützt“, ist AK-Präsident Hubert Hämmerle
queme Antworten. Aber gerade die sind uns wichtig.“
Brisante Themenfelder Vor allem bezeichnen Kings Gesprächspartner die Themenfelder, die uns in den kommenden Jahren am meisten unter den Nägeln brennen werden. Am ersten Abend ist seriöserweise nur Raum für ein Thema. Also entscheiden sich die 150 Gäste per SMS-Voting für „Druck, Schnelllebigkeit und Burnout“. Da hat jeder Erfahrung. Es hagelt Beispiele aus den privaten Umfeldern und vom Arbeitsplatz. Natürlich ist jeder Einzelne gefordert, die Warnzeichen wahrzu-
nehmen. Aber das reicht eben nicht. Bald ist von den kollektiven Zwängen die Rede, denen man sich nicht entziehen kann. Von der E-Mail-Flut und Schichtmodellen, die man überdenken sollte. Dabei gäbe es unzählige Best-Practice-Beispiele im Land. Aber gibt es auch einen Wissens­ ort, der all die Erfahrung sammelt? Eine Art
Oktober 2016
Eingeladen wurde ich vermutlich, weil ich der größte Gastronom bin in Vorarlberg. Wir betreiben Schnellrestaurants von Bludenz bis Dornbirn. Das hier ist klassisches Networking, und das ist deshalb so wichtig, weil jeder so seine Probleme hat. Wichtig ist, dass wir diese Probleme individuell anschauen. Da entdeckt man rasch: Ja, das hab ich auch. Dann kann man sich schlau machen, wie der andere die Dinge löst. So lernt man voneinander.
Als ich die Einladung erhalten habe mit diesem sehr breiten Themenfeld, haben mich von diesen neun Themen sicher mehr als die Hälfte angesprochen, weil sie extrem relevant sind für unsere Zeit, aber auch für die Zukunft. Gewünscht habe ich mir den Austausch mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Branchen, beruflichen und privaten Hintergründen, um gemeinsam diskutieren zu können. Das hat sich völlig erfüllt.
Vom Leben als digitaler Tagelöhner
Eva Häfele, selbstständige Sozialwissenschaftlerin, Hohenems
Der Rahmen zählt
Gesundheit betonen
Genau das braucht‘s, dass Menschen mit verschiedenen Hintergründen zusammen überlegen, welche Rahmenbedingungen es braucht, dass heute unsere Gesellschaft einfach funktioniert. An unserem Tisch sahen wir rasch, dass es die Rahmenbedingungen sind, die wir schaffen müssen, damit Menschen wieder sozusagen ihre eigene Antwort finden. Wenn Menschen das tun dürfen, was zuinnerst ihres ist, dann gibt‘s kein Burnout.
Ich profitiere sehr von den vielen Gesprächen und den vielen Erfahrungen, die wir hier machen können. Einfach auch über den Austausch und die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Und ich fühle mich durch die Diskussion über Schnelllebigkeit, Druck und Burnout sehr darin bestärkt, mit unseren Dialoggruppen – vor allem den jungen Erwachsenen – das Thema Gesundheit wieder mehr in den Vordergrund zu stellen.
Peter Girardi, Geschäftsführer der SMP, Bregenz
Elmar Luger, Leiter der Dornbirner Jugendwerkstätten
ngt der olitik“
Gütesiegel, wie es die energieeffizienten Gemeinden unter dem Namen „e5“ im Wappen führen, wird erwogen. So dauern die Diskussionen bis nach 22 Uhr an. Da wird erdacht und verworfen, notiert und gesammelt. Was die „Pioniere der Arbeit“ an einem einzigen Abend zusammentrugen, ergibt letztendlich einen dicken Stapel Papier – vom beschriebenen Tischtuch bis zum Moderationskärtchen. Jetzt wird ausgewertet.
Crowdworker sind jung und kaum begütert. Bei elf Prozent der Befragten macht Crowdwork die Hälfte des Einkommens aus.
Fast jeder fünfte Österreicher hat 2015 wenigstens einmal über Web-Plattformen Aufträge erledigt
DIGITAL. Weltweit arbeiten hun-
Loek Versluis, Franchisenehmer von McDonald‘s, Rankweil
UMFRAGE Was hat Ihnen dieser Workshop gebracht?
derttausende Menschen als sogenannte „Crowdworker“. Das geschieht in fast allen Branchen. Erledigt werden so auch komplexere Tätigkeiten – von Übersetzungen bis zur technischen Entwicklungsarbeit. Die grundlegenden Rechte der Menschen, die dort Arbeit erledigen, bleiben dabei oft auf der Strecke. Erstmals wurde nun erhoben, wie verbreitet Crowdwork in Österreich ist. Die AK Wien hat eine umfassende Studie ermöglicht. Durchgeführt wurde sie von der University of Hertfordshire und Ipsos MORI in Zusammenarbeit mit der Foundation for European Progressive Studies (FEPS) und UNI-Europa.
Fast jeder Fünfte
Im Worldcafé diskutierten die 150 Gäste in drei Runden jeweile 15 Minuten lang das Thema „Druck, Schnelllebigkeit, Burnout“.
▸ AK-Netzwerk: Einen Videobeitrag über das erste Netzwerktreffen in der AK Vorarlberg finden Sie auf dem AK-Youtube-Kanal /user/AKVorarlberg
Online gaben zu diesem Thema 2003 Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 18 bis 65 Jahren Auskunft. Demnach haben 18 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr mindestens einmal Arbeit über Plattformen wie Upwork, Clickwork, Freelancer oder MyHammer verrichtet. 36 Prozent der Befragten – also doppelt so viele – haben versucht, über diese Plattformen einen Job zu erhalten. Und was sind das für Leute? In der Regel leben Österreicherinnen und Österreicher mit Crowd­workErfahrung nicht auf großem Fuß. Ihr gesamtes persönliches Einkommen (also nicht nur das durch Crowdwork erzielte) beziffert fast die Hälfte der Befragten mit weniger als 18.000 Euro brutto pro
Jahr. Weitere 43 Prozent verdienen zwischen 18.001 und 36.000 Euro brutto im Jahr. Crowdworker sind eher jünger, aber nicht durchwegs Studenten, wie oft angenommen wird. Unter den Befragten finden sich nur elf Prozent, die studieren.
Welche Arbeit wird verrichtet? Die häufigsten Arten von Crowdwork-Tätigkeiten sind Büroarbeiten, kleinere Aufgaben wie Botendienste oder online durchgeführte Clickworktätigkeiten. 62 Prozent der Crowdworker sind im kreativen Bereich oder im IT-Bereich tätig. 48 Prozent arbeiten als Fahrer, 44 Prozent erbringen persönliche Dienstleistungen. Diese Ergebnisse verstärken den Eindruck, dass viele, die Crowdwork betreiben, ihren Lebensunterhalt mit einer Reihe von verschiedenen Tätigkeiten bestreiten müssen. Die AK ist nicht a priori gegen Crowdworking. Aber auch für Crowdworker muss es Mindeststandards geben. Sie brauchen Rechtssicherheit und haben ein Recht auf faire Entlohnung, Transparenz, Klarheit und auf gewerkschaftliche Organisation. Technik darf nicht als Ausrede für Rechtsbruch herhalten. Online-Plattformen müssen sich an die rechtlichen Regeln der Länder halten, in denen sie ihre Dienste anbieten.
▸ Falter-Beilage Die Wiener Stadtzeitung hat zusammen mit der AK eine Beilage über „Leben und Arbeiten in digitalisierten Zeiten“ herausgebracht. Spannend! Download: http://bit.ly/2cqp2aQ
Eva King hat die 170 Seiten starke Netzwerkanalyse erarbeitet.
Alle Inputs wurden gesammelt und werden nun ausgewertet.
AK-Vizepräsident Bernhard Heinzle im Gespräch.
Das Prinzip Crowdwork ist einfach: Ein Unternehmen schreibt Arbeit über Internetplattformen an eine große, anonyme Masse an Menschen aus. Große Arbeitsmengen werden dabei meist in viele sehr kleine Einzelaufgaben zerlegt. Die Crowdworker übernehmen diese Aufträge und erledigen die Arbeit online und von zu Hause aus. Die Entlohnung für erledigte Arbeitsaufträge kommt von der Plattform. Das heißt: Mit dem eigentlichen Auftraggeber kommt der Arbeiter dabei nie direkt in Kontakt.
Weiberkram von Univ.-Prof. Irene Dyk-Ploss
Ängste und Befürchtungen in Bezug auf negative Entwicklungen Ich nenne Ihnen jetzt einige denkbare Entwicklungen, die von manchen Leuten befürchtet werden. Befürchten Sie diese Entwicklung selbst eher auch oder eher nicht? Eher nicht
Abbau von sozialen Leistungen
Starke Kürzungen der Pensionen
Durch die Reihen der Eltern geht seit ein paar Wochen ein Aufatmen – vor allem Mütter sind nicht selten froh und dankbar, dass die Sprösslinge wieder einige Stunden am Tag sicher verwahrt sind. Für viele könnte die Zeit in der Schule auch durchaus noch ein wenig länger sein: mit Mittagstisch, Nachmittagsbetreuung und fertigen Hausaufgaben, abgestimmt auf die Dauer des Berufsalltages. Das Angebot hält hier mit dem Bedarf österreichweit keineswegs Schritt – zu sehr werden bildungspolitische Ressourcen durch fruchtlose ideologische Debatten gebunden und Mittel inadäquat eingesetzt. Und so sind viele Mütter zur Teilzeitbeschäftigung gezwungen, damit ihre Kinder satt, behütet und gefördert werden. Nach den Mühen der Organisation der Ferienbetreuung also wieder das, was verniedlichend Doppelbelastung heißt und in Wirklichkeit neben dem Beruf ein ganzes familiäres Rollenbündel einschließlich Nachhilfelehrerin umfasst …
Mehr Leistungsdruck am Arbeitsplatz
Steigende Kriminalität 62 %
Überfremdung durch Ausländer
Verlust der inneren Werte
Verminderung der Berufschancen
5% 12 % 8% 10 % 8% 12 %
Angst vor wachsendem Leistungsdruck ist groß
Grafik: AK, Quelle: Dr. Edwin Berndt
Selbst eher auch
AK fragte die Vorarlberger nach ihren Ängsten – Wachsender Leistungsdruck und der drohende Abbau sozialer Leistungen bereiten den Menschen am meisten Sorgen – Auch Zuwanderung verursacht Angst UNMENSCHLICH.
Manager verdienen 12 Mal so viel … Österreichs Manager erhalten teils extreme Gehälter. In den börsennotierten Top-Unternehmen kommen die Spitzen-Manager laut dem Unternehmensberater hkp auf durchschnittlich 2,18 Millionen Euro im Jahr 2015 (+36 % gegenüber 2014). Dafür müssten durchschnittliche vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer länger als 50 Jahre arbeiten.
Was fürchten die Vorarlberger am meisten? Die große Meinungsumfrage der AK Vorarlberg hat es im Sommer überdeutlich gezeigt: „77 Prozent nennen mehr Leistungsdruck am Arbeitsplatz“, liest AK-Präsident Hubert Hämmerle aus den Ergebnissen, „69 Prozent den Abbau sozialer Leistungen.“ Sogar die Angst vor dem Terror (55 Prozent) tritt deutlich geringer zutage.
Quer durch alle Schichten Den empfundenen Stress entdeckt man bei Hilfsarbeitern (82 Prozent) genauso wie bei Facharbeitern (75 Prozent) und Führungskräften (70 Prozent). Frauen sind laut Hämmerle mit 81 Prozent etwas stärker davon betroffen als Männer (75 Prozent).
Auch die Angst vor Jobverlust geht wieder um im äußersten Westen der Republik. 2011 waren es nur 43 Prozent der Befragten, die ihren
ist ein Menschenrecht, aber Arbeit, die krank macht, nützt niemandem. Die AK Vorarlberg setzt sich mit den wachsenden Belastungen am
Diese Ängste müssen wir sehr ernst nehmen, denn Arbeit ist ein Menschenrecht.
Arbeitsplatz in Gefahr sahen. Bis zum Jahr 2016 wuchs ihre Zahl auf 60 Prozent an. Schlechter ausgebildete Arbeitskräfte hegen deutlich mehr Befürchtungen als besser qualifizierte.
Angst um den Sozialstaat „Diese Ängste müssen wir sehr ernst nehmen“, betont Hämmerle. Arbeit
Arbeitsplatz vielschichtig auseinander, nicht zuletzt durch unzählige Vorstöße für ein sanftes Wiedereingliederungssystem, das die behutsame Rückkehr von langfristig Erkrankten in den Arbeitsprozess zum Ziel hat. Ein anderer „Dauerbrenner“ sind die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer, die allzu oft nur mehr als Belastung empfunden und auch so
behandelt werden. Die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung wird auch bei der Furcht vor dem Abbau sozialer Leistungen deutlich. 69 Prozent der Befragten glauben eher daran, dass die sozialen Leistungen des Staates bei Krankheit, Arbeitslosigkeit, Armut oder Familienbelangen in Zukunft schwinden werden. 68 Prozent befürchten anstehende Kürzungen der Pensionen. Vor steigender Kriminalität in Vorarlberg fürchten sich 70 Prozent der Befragten, 65 Prozent nehmen Anzeichen einer Überfremdung durch Ausländer wahr, 57 Prozent fürchten um den sozialen Frieden in der Gesellschaft. Die Terrorangst ist mit 55 Prozent vergleichsweise gering, aber 2001 – vor den Anschlägen in New York – lag sie noch bei 31 Prozent.
Überfallsartige Kündigung: Von wegen einvernehmlich
Verkäufer erfuhr im Betriebsurlaub von seiner „einvernehmlichen Kündigung“ – AK klagte und sicherte Ansprüche von über 7500 Euro Für den 53-jährigen Verkäufer aus dem Unterland schien alles ganz normal. In seiner Branche ist es durchaus üblich, dass das Unternehmen im Dezember für einen ausgedehnten Betriebsurlaub den Laden dichtmacht. Im neuen Jahr sollte es dann mit frischem Schwung wieder losgehen. Also räumte er am 5. Dezember 2013 seinen Arbeitsplatz auf und ging. Ende Jänner würde er wieder Kunden kontaktieren. Aber daraus wurde nichts. Denn am 30. Dezember 2013 fand der Dienstnehmer, der seit Mai desselben Jahres auf Vollzeitbasis beschäftigt war, seine Abrechnungsunterlagen nebst Arbeitsbe-
scheinigung seines Arbeitgebers in der Post vor. Aus den übersendeten Unterlagen ergab sich, dass das Arbeitsverhältnis am 19. Dezember 2013 durch Lösung im beiderseitigen Einvernehmen beendet worden sei. Der Mann staunte nicht schlecht. Er hatte zu keinem Zeitpunkt einer einvernehmlichen Auflösung zugestimmt. Also suchte er Hilfe bei der Arbeiterkammer.
AK zog vor Gericht Die versuchte es erst gütlich. Aber als die außergerichtlichen Versuche der AK, die Angelegenheit zu bereinigen, nicht fruchteten, reichte die Arbeiterkammer die Mahn-
Der Verkäufer staunte nicht schlecht, als er von seiner „einvernehmlichen Kündigung“ erfuhr. klage am Landesgericht Feldkirch für Arbeits- und Sozialrechtssachen ein. In dieser
Klage machte die AK die Ansprüche des Klägers für den Zeitraum vom 20. Dezember
2013 bis 15. Februar 2014 in Höhe von 7542,23 Euro netto geltend. Die Arbeitsrechtsexperten der AK stützten sich darauf, dass der Dienstnehmer völlig unerwartet im Urlaub die Arbeitsbescheinigung samt Abrechnungsunterlagen vom Dienstgeber erhalten hatte. Er hatte erst zu diesem Zeitpunkt erfahren, dass der Dienstgeber das Dienstverhältnis offenbar beenden wollte. Von einvernehmlicher Auflösung konnte keine Rede sein. Daran hätte er sich wohl erinnert.
Mehr als 7500 Euro Sowohl das Landesgericht Feldkirch als auch das Oberlandesgericht Innsbruck be-
stätigten die Rechtsansicht der Arbeiterkammer. Weil Einvernehmlichkeit ausgeschlossen werden konnte, hatte der Dienstgeber das Arbeitsverhältnis durch Zusendung der Unterlagen am 30. Dezember 2013 einseitig beendet, und zwar ohne die Kündigungsfrist zu berücksichtigen. Aus dem Dienstvertrag ergab sich nämlich, dass eine Kündigungsmöglichkeit entsprechend § 20 Angestelltengesetz zu jedem 15. und Letzten eines Kalendermonats unter Einhaltung einer sechswöchigen Kündigungsfrist vereinbart worden war. Der Dienstnehmer erhielt den Klagsbetrag von 7542,23 Euro netto zur Gänze zugesprochen.
Wie wird das werden: Stressiger? Erdrückender? Alle reden von der Zukunft der Arbeit. Und viele fürchten sich.
BEÄNGSTIGEND? Was Parteien aller Farben in ihrem Bemühen um Arbeitsplätze unterschätzen, das ist die Orientierungslosigkeit, wie Arbeit in der Zukunft aussehen soll. Nicht jeder ist in Panik, morgen gekündigt zu werden. Die AK-Umfrage zeigt das. Genauso Angst macht vielen die Unsicherheit, ob sie den Anforderungen wohl auf lange Sicht gewachsen sind. Werden die Belastungen beim Arbeiten weiter stetig steigen? Erweist
sich das Erlernte infolge von Computerisierung und Co nicht morgen schon als unbrauchbar? Mag sein, dass die Arbeit von morgen noch viel mehr Flexibilität verlangt. Aber geschieht das auch zum Nutzen der Arbeitnehmer? Oder werden die bald schon nur mehr bei Bedarf herangezogen und bleiben in wirtschaftlich flauen Zeiten weitgehend sich selber überlassen? Moderne Arbeitnehmerpolitik braucht gute Antworten.
Arbeit der Zukunft verunsichert viele
Steht der Arbeitnehmer der Zukunft tatsächlich im Zentrum oder haben ihn Maschinen bald schon an den Rand gedrängt?
Fraktionsobmann Bernhard Heinzle
WANDEL. Die Arbeitswelt verändert sich in unglaublichem Tempo – vor allem durch den Einsatz neuer Technologien und die Globalisierung. Dieser Wandel birgt erhebliche Unsicherheiten, Unwägbarkeiten und neue Herausforderungen. Unsere Aufgabe wird es sein, die zukünftige Arbeitswelt mitzugestalten. Dazu gilt es, zusammen mit den Arbeitgebern kollektivvertragliche Rahmen-
Neue Arbeitswelt – wir arbeiten intensiv an neuen Ideen bedingungen zu schaffen, die es allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglichen, in der schnelllebigen und von hohem Druck geprägten Arbeitswelt mitzuhalten. Einige neue Ideen, um sich Auszeiten zu verschaffen, wurden schon
umgesetzt. Die Sabbatregelung im Vor­ arlberger Sozialkollektivvertrag zum Beispiel. Sie sieht vor, dass Zeitgutschriften angesammelt und dann als Sabbatical konsumiert werden können. Vor enorme Herausforderungen stellt uns alle die Digitalisierung der Ar-
beit. In der digitalisierten Arbeitswelt entstehen Arbeitsplätze nämlich auf digitalen Plattformen. Dies bedeutet: Es gibt keinen fixen Arbeitsplatz, keine fixen Arbeitszeiten und eine unklare soziale Absicherung. Da sind neue Ideen und Lösungen ebenso gefragt wie neue Verbündete. Wir Arbeitnehmervertreter arbeiten intensiv daran.
▸ E-Mail: bernhard.heinzle@gpa-djp.at
Es ist eine Tatsache: Die Digitalisierung und der Einsatz von Robotern werden die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Wir müssen daher diese Entwicklung genau analysieren und die Beschäftigten wie ihre Interessenvertretungen dafür sensibilisieren. Und wir müssen uns massiv in diesen Prozess einschalten, um von den gewaltigen Veränderungen nicht überrollt zu werden. Dabei gilt es, Rah-
Arbeit der Zukunft: Bessere (Aus-)Bildung ist der Schlüssel! menbedingungen zu schaffen, die den ArbeitnehmerInnen auch in Zeiten der Digitalisierung faire Löhne und bestmögliche Arbeitsbedingungen garantieren. Ebenso wichtig ist es, deutlich mehr in Wachstum und Beschäftigung zu investieren und unseren Sozialstaat dauer-
haft abzusichern. Dazu müssen u. a. die von Bundeskanzler Kern vorgeschlagene Wertschöpfungsabgabe in Form eines Beschäftigungsbonus, aber auch eine gerechtere Verteilung von Vermögen und Arbeit ernsthaft diskutiert werden! Unabhängig davon braucht es aber vor
allem eines: Eine Bildungsoffensive auf allen Ebenen, um die Beschäftigten, Auszubildenden und SchülerInnen auf den technologischen Wandel in der Arbeitswelt und die künftigen Anforderungen in der Berufswelt vorzubereiten! Denn eine möglichst gute Bildung und Ausbildung sind und bleiben der Schlüssel für eine aktive Teilhabe am Erwerbsleben.
Fraktionsobmann Wolfgang Kofler
Für mich ist es kein Wunder, dass unter der Arbeitnehmerschaft große Unsicherheit herrscht. Die Arbeitsplätze in Zentraleuropa wandeln sich. Noch heute werden täglich Arbeiten der „verlängerten Werkbank“ in EU-Billiglohnländer wie Slowenien etc. ausgegliedert. Ungelernte Arbeitnehmer bleiben da vollständig auf der Strecke und die Arbeitslosigkeit steigt und steigt. Auch die Massenzuwanderung
Am lebenslangen Lernen kommt niemand mehr vorbei nach Europa wird sich spätestens in fünf bis sechs Jahren massiv auf den Arbeitsmarkt auswirken und einen enormen Druck erzeugen. Umso wichtiger ist eine gute schulische und fachliche Ausbildung, denn die zukünftigen Arbeitsplätze werden von Spezialisten besetzt.
Komplett unverständlich ist es, dass sich der Wirtschaftsminister dieser Tage gegen die Lehrlingsförderung ausspricht. Wenn es nicht gelingt, unseren Schülern schnellstmöglich das Lesen, Rechnen und Schreiben beizubringen, wird sich die derzeitige Baustelle in unserem Bil-
dungssystem noch bitterböse rächen. Auch geplante Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP werden ihres dazu tun, den Druck am Arbeitsmarkt zu erhöhen. Wiederum ist hier die Haltung unserer Bundesregierung absolut unverständlich. Wir leben in einer Zeit, in der wirtschaftlicher Lobbyismus mehr zählt als das Wohl der Arbeitnehmerschaft.
▸ E-Mail: wolfgang.kofler@cable.vol.at
SPALTUNG VERHINDERN.
Fraktionsobmann Sadettin Demir
Der wichtigste Zukunftstrend in der Arbeitswelt wird wohl sein, dass immer noch mehr Arbeit von Computern verrichtet wird. Wir müssen verhindern, dass dabei unsere Gesellschaft zerfällt: In eine kleine besitzende Gruppe, die immer noch reicher wird, in eine Gruppe, die unter steigenden Konkurrenzbedingungen die verbleibende Arbeit noch machen „darf“, und in eine wachsende Zahl von Menschen, die
Gesellschaft zusammenhalten! Arbeit und Reichtum fair teilen! aus dem Arbeitsprozess hinausfallen. Es muss also die vorhandene Arbeit und der erwirtschaftete Reichtum auf möglichst viele verteilt werden, d. h. eine radikale Arbeitszeitverkürzung auf zumindest 30 Stunden und die Besteuerung von Vermögen, Gewinn und Wertschöpfung bei
gleichzeitiger Entlastung der Arbeit von Steuern und Abgaben. Den wachsenden Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitnehmer/innen kann nur entsprochen werden, indem unser Bildungssystem qualitativ weiterentwickelt wird. Das beginnt im Kindergarten und setzt sich
in einer gemeinsamen Schule der 7- bis 14-Jährigen, in der Lehre, an den Universitäten und in der Erwachsenenbildung fort. Das Bildungssystem benötigt dringend einen Modernisierungsschub. In einer 30-Stunden-Woche werden die Menschen noch flexibler arbeiten müssen. Flexibilität muss aber für beide Seiten gewährt sein.
▸ E-Mail: sadettin.demir@gemeinsam-ug.at
VERSCHIEBUNGEN. In naher Zukunft
werden fast alle Maschinen untereinander vernetzt sein und intelligente Roboter einen Großteil der menschlichen Arbeit übernehmen. Europa wird hierbei eine führende Rolle spielen, ansonsten ist die Wettbewerbsfähigkeit im globalen System nicht mehr gegeben. Gut und recht, aber was machen wir dann als ArbeiterInnen? Bevor wir dieser Frage nachgehen, sollten wir eins in Erin-
Die ArbeitnehmerInnen haben keine Angst vor der Zukunft nerung rufen: Als die Automatisierung in den Achtzigerjahren begann, galt sie als Arbeitsplatzvernichter, trotzdem gibt es in Österreich heute mehr Beschäftigte als damals. Wir als Arbeitnehmer müssen uns den neuen Herausforderungen stellen, tendenziell wird es
zwar eine Verschiebung zu anspruchsvolleren Tätigkeiten und höheren Qualifikationen geben. Aber auch mittlere Qualifikationen werden weiterhin gebraucht, sogar für Niedrigqualifizierte wird es höherwertige Aufgaben geben, d. h. wenn wir uns den neuen Anfor-
derungen stellen, werden wir dies auch wie in den Achtzigern meistern. Wir als Arbeitnehmer müssen uns besser organisieren und unsere Vertreter mehr unterstützen, damit unsere Gewerkschaftler bei den Verhandlungen für uns das Optimale herausholen und uns bestens informieren können, sodass wir nicht auf der Strecke bleiben.
▸ E-Mail: info@nbz-online.at
AK-BIBLIOTHEKEN Weil Lesen das Leben bereichert  ● Bludenz
Bahnhofplatz 2a; Di 10–12 und 13–19 Uhr, Mi bis Fr 10–12 und 13–18 Uhr, Tel. 050/258-4550, E-Mail: bibliothek.bludenz@ak-vorarlberg.at
Widnau 2–4; Di 10–19 Uhr, Mi bis Fr 10–18 Uhr, Tel. 050/258-4510, E-Mail: bibliothek.feldkirch@ ak-vorarlberg.at
BÜCHERTIPPS PONS Lektüre in Bildern Französisch – Le vin bleu de Monsieur Dupont: 20 typisch französische Kurzgeschichten zum Sprachenlernen / PONS 2015 Cook, Bruce: Trumbo: A biography of the Oscar-winning screenwriter who broke the Hollywood blacklist / Two roads 2015 Patterson, James: 15th Affair (Women’s Murder Club 15) / Random House 2016 / Audio-CD
In der digitalen AK-Bibliothek findet sich ein breites Angebot an E-Books, E-Hörbüchern und Spezialbibliotheken. Ein Benutzer kann parallel zehn E-Medien ausleihen. Wo? www.ak-vorarlberg.at/ebooks
Was diesen Monat zählt
Termine für Leser
KONTEN Am 1. endete de facto das Bankgeheimnis: Alle Bankverbindungen sind in einem zentralen Kontoregister geführt • FERNSEHEN Alle Kabelanbieter schalten mit Monatsanfang die analogen Signale ab • SCHULE Herbstferien zwischen Nationalfeiertag (26.10.) und Allerseelen (2.11.)
mit Wolfgang Hermann, 5. Oktober 2016, 19:30, Bibliothek Bludenz.
● Großer Bücherflohmarkt
8. Oktober 2016, 10–17 Uhr in den Bibliotheken Feldkirch und Bludenz
Sprachgewandt lebt es sich viel reicher GUT BEGLEITET. Bonjour, Hello oder Buenas tardes? Wer heute Fremdsprachen lernt, tut das mit moderner Technik und mit viel Freude. Stures Auswendiglernen – das war gestern. Ulrike Keckeis zieht wahllos den „Gondoliere des Todes“ von
Gewinnen Sie 3 x 2 Skikarten für den Diedamskopf Senden Sie die Antworten auf die drei Fragen zu dieser Ausgabe der AKtion bitte bis 21. Oktober 2016 an gewinnen@ak-vorarlberg.at oder auf einer Postkarte an AK Vorarlberg, AKtion, Widnau 2–4, 6800 Feldkirch, und Sie nehmen an der Verlosung für 3 x 2 Skikarten für den Diedamskopf teil. Wir wünschen Ihnen viel Glück! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ein Solarpanel für den Rucksack gewonnen hat in der Septemberausgabe Irene Carbonare-Monz aus Götzis. Wir gratulieren!
Alessandra Barabaschi aus dem Regal. Die Autorin hat ihren Italienisch-Sprachkurs kurzerhand in einen spannenden Lernkrimi verpackt, den Venedig-Reiseführer inklusive. Die AK-Bibliotheken haben noch viel mehr davon.
●	Frage 1: Wie lautete das Thema des ersten Netzwerktreffens der AK? ●	Frage 2: Wie viel Geld lag im gläsernen Würfel am AK-Stand bei der Dornbirner Herbstmesse? ●	Frage 3: Schreiben Sie uns – Warum sind Sie für oder gegen das Handelsabkommen TTIP?
Angioni/Hälbig/Hoff-Nabhani: Einfach los! Deutsch für Asylwerber (mit Audio-CD) / TELC 2016 Bildwörterbuch Arabisch– Deutsch: 500 Begriffe, Szenen, einfache Sätze / goodworkbooks 2016 Foto: Fotolia
Italienisch entdecken: Der spannende Sprachkurs für Kinder – Audio-CD / audio junior 2015
Auf Österreichs Straßen sind im Vorjahr rund 38.000 Verkehrsunfälle, davon 479 (Quelle: Statistik Austria) mit tödlichem Ausgang passiert - viele davon wegen einer unerkannten oder unterschätzten Sehschwäche. Solche Unfälle ließen sich durch regelmäßige Kontrollen beim Augenarzt verhindern.
Ursachen und Behelfe
Risikofaktor Sehdefizit & Reaktion Schlecht sehen bedeutet schlechter reagieren. Wer die Gefahr bei Tempo 130 eine Sekunde zu spät erkennt, tritt rund 36 Meter zu spät aufs Bremspedal.
Unfallursache Blendung Sie verursacht zwei Drittel der witterungsbedingten Verkehrsunfälle. Das Risiko, kurzzeitig blind durch Blendung zu sein, ist bei Älteren zwei- bis dreimal so hoch wie bei Jüngeren.
Risikofaktor Gesichtsfeldausfall Augenkrankheiten wie der Grüne Star können dazu führen, dass Personen, Fahrzeuge und andere Dinge auf der Straße wie in einem Loch verschwinden und übersehen werden.
Unfallursache Sehdefizite 2015 war von den mehr als 2,5 Millionen Verkehrsunfällen in Deutschland fast jeder neunte eine Folge von Sehdefiziten. In Österreich verhält es sich weitgehend gleich.
Risikofaktor Nachtsehstörung Mit zunehmendem Alter vermindert sich das Nacht- und Dämmerungssehvermögen. Von den über 60-jährigen Autofahrern sind rund 20 Prozent nachts nicht mehr fahrtauglich.
Unfallursache Mensch 90 Prozent aller Straßenverkehrsunfälle sind auf menschliches Versagen zurückzuführen.
Risikofaktor Wetter Bei schlechtem Wetter und in den dunklen Jahreszeiten haben Menschen mit vermindertem Sehvermögen noch größere Probleme mit der Wahrnehmung. Die Unfallgefahr steigt.
Maßnahme Fahrzeugcheck Klare Sicht heißt Fahrsicherheit. Deshalb stets für reibungslos arbeitende Scheibenwischer, innen und außen saubere Scheiben sowie funktionierende Beleuchtung sorgen.
Risikofaktor Alter Fast die Hälfte aller Unfälle mit Personenschaden, bei denen Pkw-Fahrer Hauptverursacher waren, ging 2014 auf das Konto von über 45-Jährigen.
Maßnahme Autofahrerbrille Brillengläser, hergestellt nach neuen Technologien, vermindern beispielsweise Blendung bei Nachtfahrten, minimieren Spiegelungen und ermöglichen besseres Sehen bei schlechter Sicht.
Risikofaktor Farbsinnstörung Im Straßenverkehr ist eine Rotstörung besonders gefährlich, da die Bremslichter nicht richtig erkannt werden können und ihre Warnfunktion verlieren.
Maßnahme Sehtests Sehleistung ab einem Alter von 20 Jahren alle vier Jahre, ab 40 alle zwei Jahre und ab 60 jedes Jahr vom Augenoptiker oder Optometristen prüfen lassen.
7 Tipps für Kraftfahrer In regelmäßigen Abständen das Sehvermögen prüfen lassen.
Für Durchblick Brille und Windschutzscheibe immer von Schmutz und Schlieren befreien.
Auf jeden Fall Sonnenbrille und Ersatzbrille im Auto griffbereit halten.
Lüftung im Auto nicht direkt auf die Augen richten und nicht zu warm einstellen.
Augentraining vor Fahrtantritt und/oder in Fahrpausen – mindestens nach zwei Stunden Fahrt.
Trockene Augen vermeiden: genug trinken, bei starrem Blick auf die Straße bewusst blinzeln.
Arzneimittel auf Nebenwirkungen checken, die das Fahren und Sehen beeinträchtigen.
Grafik: KEYSTONE, Foto: Fotolia, Quelle: Kuratorium Gutes sehen e.V., Vereinigung der österreichischen Augenärzte
Bildung 9
AUTONOM Österreichs Schulen brauchen mehr Spielraum für eigene Entscheidungen
Ein bisschen Autonomie wird nicht funktionieren
Das neue Schuljahr brachte einige Neuerungen mit sich. Eine besondere Schlüsselrolle soll der Schulautonomie zukommen, wobei darunter wohl jeder etwas anderes versteht. „Schulautonomie soll aus unserer Sicht die einzelne Schule in die Lage versetzen, darüber zu entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten möchte, wofür das Budget ausgegeben werden soll und wie man die vorgegebenen Unterrichtsziele erreichen will“, sagt Gerhard Ouschan, Leiter des AK-Bildungsbereichs. Das wird, da darf man sich nichts vormachen, noch eine Menge Diskussionen auslösen. Alleine die Frage, was tatsächlich unter Schulautonomie zu verstehen ist. Da drängt sich die Frage nach der freien Schulwahl und damit die Auflösung der Schulsprengel ebenso auf, wie nach dem Mandat der Schulleitung bei der Zusammensetzung des pädagogischen Personals. „Ein bisschen Autonomie“ gibt es jetzt schon, was wir benötigen sind klare Definitionen, Zielsetzungen und Maßnahmen für eine qualitätskontrollierte Schulautonomie, für Mitbestimmung und Mitgestaltung vor Ort.
mitentscheiden, mit welchem Personal und welchen Methoden an ihrer Schule unterrichtet wird (siehe Interview). Eine der wichtigsten Neuerungen für die AK Vorarlberg ist der sogenannte Chancenindex, aus dem heuer 40 Millionen Euro fließen sollen. 2017 sollen es sogar 80 Millionen Euro sein. Kriterien für die Verteilung sind das Bildungsniveau der Eltern und die Frage, ob eine andere Erstsprache als Deutsch gesprochen wird. Diese zusätzlichen Mittel sollen also insbesondere in Schulen fließen, die aufgrund der Zusammensetzung ihrer
Schüler vor großen Herausforderungen stehen. Umgesetzt wird die Mittelzuteilung von den Landesschulbehörden. „Der Chancenindex geht in die von uns geforderte Richtung“, sagt Gerhard Ouschan, Leiter des AK-Bildungsbereichs. Die Schulen können autonomer als bisher über die Mittel entscheiden, ob aber die 40 bzw. 80 Millionen Euro nachhaltig eingeplant werden können, steht noch in Frage. Derzeit kommen sie aus dem I nteg r at ion s topf. Dieser Topf ist ein Teil des Maßnahmenpakets der Regierung zur
Bestenfalls „Teilautonomie“
Übergang verbessert Außerdem ist der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule besser geregelt als bisher. Konkret machte der Datenschutz die Kommunikation zwischen der aufnehmenden Volksschule und dem Kindergarten alles andere als leicht. Es bestand keine Klarheit zum Informationsaustausch über möglichen Förderbedarf oder eine schwierige Familiensituation des Kindes. Die neuen Regelungen sehen hier eine Informationspflicht der Volksschule vor, damit kann das Schuljahr viel konkreter geplant werden und man wird nicht vom Förderbedarf überrascht. Fotos: contrastwerkstatt, Fotolia, Jürgen Gorbach
Noch gibt es aber zu viele Hemmschuhe für Schulleiter, die nur begrenzt darüber
Flüchtlingsbewegung in Europa und enthält insgesamt rund 250 Millionen Euro. „Eigentlich sollten die Mittel aus dem Bildungsbudget kommen, weil individueller Förderbedarf und Schulentwicklung nichts mit den Fluchtbewegungen zu tun haben. Es wäre Augenauswischerei, zu behaupten, die Probleme bestünden erst seit zwei oder drei Jahren. Wir verfolgen dieses Ungleichgewicht der Chancen schon seit etlichen Jahren und es sind beileibe nicht nur Kinder betroffen, die eine Zuwanderungsgeschichte haben“, merkt Ouschan kritisch an.
Eine Neuausrichtung der Sprengel würde mehr Chancengleichheit schaffen. Jürgen Bodlak
Direktor der Volksschule Bregenz Rieden
Euro werden dieses Jahr in den sogenannten „Chancenindex“ investiert. Nächstes Jahr sollen es sogar 80 Millionen Euro für Brennpunktschulen sein.
lang können Volksschulkinder ohne Ziffernbenotung auskommen, wenn die Schule das für sich so entscheidet.
zusätzlich stehen für Berufsorientierung in der 9. Schulstufe ab diesem Schuljahr zur Verfügung.
„Autonomie ist nur ein Schlagwort“
Wir werfen mit Volksschuldirektor Jürgen Bodlak einen Blick auf die Neuigkeiten in der Schule.
Zwischen ministeriellen Erlässen und der schulischen Praxis besteht oft ein himmelweiter Unterschied. Die AKtion hat sich mit Jürgen Bodlak, seit sechs Jahren Direktor der Volksschule Bregenz Rieden, über die Neuerungen im Grundschulbereich unterhalten. AKtion: Das neue Schuljahr bringt einige Neuerungen, mehr Autonomie, besseres Übergangsmanagement vom Kindergarten in die Volksschule, mehr Sprachförderung. Was spürt man davon in der Praxis? Jürgen Bodlak: Ich bin mit ein paar Dingen sehr glücklich, der Übertritt vom Kindergarten in die Volksschule ist gut aufgestellt worden und alle Beteiligten sind auch juristisch auf
der sicheren Seite, weil förderbezogener Datenaustausch verpflichtend geworden ist. Die Sprachförderung ist aus meiner Sicht im Ansatz auch schon richtig. An unserer Schule stehen für 215 Kinder jetzt hochgerechnet zwei Vollzeitkräfte für zusätzliche Sprachförderung zur Verfügung. Allein mit der propagierten Autonomie ist es für mich noch nicht so weit her, wie sich die Ministerin das vielleicht wünscht. Was heißt das konkret? Bodlak: Für mich ist Autonomie nur ein Schlagwort. Solange Schulleiter keinen Einfluss auf die Rekrutierung ihres Personals haben, solange Sprengeleinteilungen vorherrschen und das private Schulwesen sich die Rosinen aus dem
Kuchen pickt, kann von Schulautonomie nicht wirklich die Rede sein. Was wäre aus Ihrer Sicht nötig? Bodlak: Eine Neuausrichtung der Sprengeleinteilung mit besserer Durchmischung würde mehr Chancengleichheit schaffen. Man sollte sich auch Spezialisierungen für Schulen überlegen, ich könnte mir für meinen Standort einen handwerklichen Schwerpunkt gut vorstellen. Und eine der wichtigsten Voraussetzungen für Autonomie ist der Einfluss auf das Personal; wenn das Durchgriffsrecht fehlt, wird der Direktor oft nur belächelt, weil er nicht sanktionieren kann. Oft wird über das System geredet, zum Beispiel verschränkte Ganztags­angebote. Was halten Sie davon? Bodlak: Dafür braucht es Lehrerinnen und Lehrer, die das wollen und in ihrer Ausbildung auch gelernt haben. Außerdem kann ich dann nicht nur allein mit Lehrern arbeiten. Es braucht zusätzlich Freizeitpädagogen und in hohem Maße auch Vereine in der Region, die das mittragen.
Der Reformbedarf an österreichischen Schulen ist immer noch hoch. Oft hängt es aber nur von den handelnden Personen in der Klasse ab.
Für Schulleiter Jürgen Bodlak ist das Thema Schulautonomie von der Politik noch nicht zu Ende gedacht. Gibt es Alternativen dazu? Bodlak: Mir wäre am liebsten eine Kernzeit, zum Beispiel von acht bis 16 Uhr, in der das Personal am Schulstandort verfügbar ist. Man könnte flexibler und schneller auf die Bedürfnisse der Kinder reagie-
ren und individuell fördern, wenn tatsächlicher Bedarf besteht. Für einen solchen Versuch würde ich meine Schule sofort melden, auch wenn das meine Lehrerinnen und Lehrer nicht gerade gerne hören (lächelt).
Die Menschen sind mehr als ihre Arbeit
Manifest für mehr Menschlichkeit Schaffen wir die Arbeit – oder schafft sie uns? Joachim Bauer nimmt unsere Art zu arbeiten unter die Lupe.
▸ „Arbeit – Warum sie uns glücklich oder krank macht“, Heyne Verlag, 272 Seiten, 10,30 Euro, ISBN 978-3-453-60354-7
jungesUnternehmen
7 norwegische Münze
AKtion: Arbeit wird meist nur in problematischen Kontexten thematisiert: Wenn sie fehlt, wenn sie Druck erzeugt, wenn sie kaum zu bewältigen ist. Werden wir dem Thema so überhaupt gerecht? Joachim Bauer: Die menschliche Arbeit ist eine überaus positive Ressource. Sie soll den Menschen ernähren, aber nicht nur das. Sie kann einen wichtigen Beitrag zum Selbstwertgefühl des Menschen leisten, sie kann uns soziale Verbundenheit erleben lassen, im Idealfall kann sie dem Leben sogar einen persönlichen Sinn geben. Die Arbeit sollte jedoch nicht der einzige Sinnstifter unseres Lebens sein, das wäre nicht ganz unproblematisch. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass der Mensch mehr ist als seine Arbeit. Was passiert, wenn Arbeit aufs Gehirn trifft? Bauer: Das hängt von der Qualität der Arbeit ab. Wenn
Arbeitsentgelt f. Angestellte
japan. Arbeitsphilosophie Abteilung eines Betriebs
5 Vorläufer der EU
Speiseraum im Betrieb
3 japanische Münze Gefolge
Wissen fürs Leben 2016 Die nächsten Vorträge der Reihe „Wissen fürs Leben“ befassen sich mit Trauer und mit Zuwanderung.
● Papa hat sich erschossen
Donnerstag, 6. Oktober, Saskia Jungnikl
● Kultureller Wandel durch Zuwanderung Donnerstag, 20. Oktober, Univ.-Prof. Dr. Timo Heimerdinger
Alle Vorträge finden im Saal der AK Feldkirch, Widnau 2–4, statt. Wir bitten um Anmeldung unter wissen@ak-vorarlberg.at oder Telefon 050/258-4026. Der Eintritt ist frei.
Kinder und Traumata
GRENZERFAHRUNG. In Kooperation mit dem Landeselternbüro findet am 14. November der Vortrag „Erste Hilfe für die verletzte Seele – Traumatisierung bei Kindern“ von Prof. Dr. Helga Kohler-Spiegel statt. Der Begriff Trauma bezeichnet in der Psychologie eine seelische Verletzung. Die Auslöser sind so vielfältig wie die Menschen, die sie erleiden. Krieg, Naturkatastrophen, der Verlust einer geliebten Person und vieles andere mehr kann Menschen in einen Zustand völliger Hilflosigkeit versetzen.
Bildungswissenschaften. Als Lehrund Psychotherapeutin verknüpft sie gekonnt die Theorie mit der Praxis und kann auch konkrete Handlungsanleitungen für den Fall der Fälle mit auf den Weg geben. Die Teilnahme ist kostenlos möglich, allerdings ist eine Anmeldung erforderlich.
▸ Anmeldung und Information per
E-Mail an bildungspolitik@ak-vorarl­ berg.at oder unter Telefon 050/2584121
Erkennen und begleiten
Hautfalte zum Schutz d. Auges
Im Gespräch mit Franz Josef Köb (r.) sprach Joachim Bauer zuletzt über das Geheimnis der Spiegelneuronen. Die AKtion befragte ihn zum Thema Arbeit.
Wenn Kinder im Zustand völliger mentaler Hilflosigkeit sind, ist es wichtig, sie richtig zu begleiten.
japan. Feldherrentitel
nichtuniformierte Kleidung
▸ Prof. Dr. med. Joachim Bauer ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut. Er lehrt an der Universität Freiburg und ist als Oberarzt in der Ambulanz für Psychosomatische Medizin in Freiburg tätig. Seinen aktuellen Vortrag über Spiegelneurone finden Sie auf unserem Youtube-Kanal:
Arbeitsraum der Verwaltung
Und die berühmte Rede vom guten und vom schlechten Stress? Bauer: Guter Stress wird durch Aufgaben erzeugt, die mein Können und mein Engagement herausfordern, die am Ende aber lösbar und leistbar sind. Schlechter Stress entsteht durch Überoder Unterforderung. „Multitasking-fähige“ Menschen gelten als besonders talentiert. Aber ist Multitasking wirklich ein Fortschritt? Bauer: Nein, Multitasking ist nicht gut für unser Gehirn, es vermindert unsere Fähigkeit, konzentriert zu sein und Aufgaben zu lösen, für die wir fokussiert sein müssen. Wir werden Multitasking nicht abschaffen können, das geht nicht. Gut für unser Gehirn ist aber, wenn wir möglichst oft nur eine Sache zu einer Zeit verrichten.
fester, farbloser Überzug
österr. Nationalökonom †
engl. Staatsmann (Tony)
kleines Oberfenster
Kerbtierschaden
die am Arbeitsplatz gestellten Aufgaben dem entsprechen, was der oder die Beschäftigte zu leisten in der Lage ist, wenn also weder Überforderung noch Langeweile herrscht, dann kommt es zu Erfolgserlebnissen. Und Erfolgserlebnisse aktivieren die Motivations- und Glückssysteme des Gehirns. Diese Systeme werden zusätzlich auch dadurch aktiviert, dass wir am Arbeitsplatz Wertschätzung und Anerkennung – vor allem von Vorgesetzten, aber natürlich auch von Kolleginnen und Kollegen – erleben. Was ist gute Arbeit, was ist Arbeit, die krank macht? Bauer: Eine notwendige, allerdings noch nicht hinreichende Voraussetzung für gute Arbeit ist zunächst einmal, wenn der Lohn es dem Beschäftigten erlaubt, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, die Miete zu bezahlen, Urlaub zu machen und für Angehörige – vor allem für die Kinder – zu sorgen. Das ist aber nur das Minimum. Gute Arbeit zu haben, bedeutet auch, die eigene Tätigkeit als sinnvoll zu erleben. Ebenso wichtig ist es, dass am Arbeitsplatz eine gute zwischenmenschliche Atmosphäre herrscht.
den Stress, und Dauerstress zermürbt. Krankheiten wie Depression und Burnout steigen rapide an. Müssen immer mehr Menschen „arbeiten, bis der Arzt kommt“? Die AK baten Joachim Bauer zum Interview.
▸ Als Lösungswort ist ein Begriff aus dem Sozialbereich gesucht. Auflösung Seite 15
In ihrem Vortrag verdeutlicht Kohler-Spiegel anhand von Beispielen, was Traumatisierungen sind, wie unser Gehirn auf traumatischen Stress reagiert und welche Symptome sich zeigen. Sie wird auch auf die Möglichkeiten von Erwachsenen in Familie und Schule eingehen, Traumatisierungen bei Kindern wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Kohler-Spiegel lehrt und forscht an der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg im Bereich Human- und
GUTE ARBEIT. Das sind die zwei Gesichter der Arbeit: Aus ihr schöpfen wir Befriedigung und ein Leben in Wohlstand. Doch sie kann auch krank machen. Wer arbeitet, erlebt Leistungsdruck, Multitasking, schlechte Führung und Konflikte am Arbeitsplatz. Das fördert
Der Neurobiologe Joachim Bauer plädiert für mehr Menschlichkeit am Arbeitsplatz – Nur lösbare Aufgaben motivieren, andernfalls nimmt der schlechte Stress überhand.
Kinder werden nicht nur durch Krieg und Gewalt traumatisiert.
Wie viel Geld lag im Würfel?
Exakt 1201 Euro in Münzen galt es am Stand der AK zu schätzen – Schuldenberatung des IfS und Konsumentenberater der AK gaben Messebesuchern zahlreiche Tipps für den Umgang mit Geld – Kulturcafé bot Entspannung mit ländlicher Untermalung MESSETRUBEL. Und wenn Sie nun Ihr Girokonto überziehen, wie viel Zinsen will die Bank dafür haben? Oh, da gingen die Meinungen auseinander. Die richtigen „durchschnittlich 10 Prozent“ boten nur eines von vielen Aha-Erlebnissen am Stand der AK Vorarlberg auf der Dornbirner Herbstmesse. Heuer baten
die Konsumentenberater der AK und die Schuldenberater des Instituts für Sozialdienste (IfS) gemeinsam Gespräche an. „Für uns war das vorteilhaft, weil wir ganz unverdächtig mit Menschen in Kontakt kamen, die um die Schuldenberatung sonst einen weiten Bogen machen“, zog Peter Kopf vom IfS Bilanz. AK-Präsident
Hubert Hämmerle ließ es sich nicht nehmen, vier der fünf Messetage persönlich im Trubel präsent zu sein. Unzählige Gespräche waren das Ergebnis – am Stand, aber auch im Kulturcafé der AK, das heuer von Integra betreut wurde und mit Volksmusik und Trachtenhandwerk einen willkommenen Ruhepol bildete.
Messe-Quiz-Gewinner Am Stand der AK galt es, den Gesamtwert zahlloser Münzen in einem gläsernen Würfel zu schätzen. Die richtige Antwort lautete 1201 Euro. Neun Antworten waren gleich nah dran. Die Gewinnerin wurde ausgelost. Gewinn/Name
geschätzter Betrag Abweichung
1 Apple iPad 1200
je 1 AK-Sporttasche Anna Felder, Schoppernau	Ruth Krenn, Rankweil	Klaus Vonbank, Braz	Brigitte Vallaster, Bludenz	Stefan Haller, Sulzberg	Barbara Roy, Dornbirn	Hans Becker, Bludenz	Andrea Böhm, FK-Gisingen	Ulrike Wehinger, Dornbirn	Ilse Böckle, Batschuns	Richard Scheidbach, Dornbirn
1200	1200	1200	1200	1200	1200	1200	1200	1210	1210	1192
1 1 1 1 1 1 1 1 9 9 9
Kevin Limmen, Dornbirn	1220	Andreas Walkner, Lustenau	1180	Nicole Bergmann, Hörbranz	1179	Erika Dietrich, Schwarzach	1230	Josef Müller, Altach	1234,56	Brigitte Amann, Hörbranz	1235	Irma Slootmaker, Feldkirch	1238	Beate Steinhauser, Rankweil	1246
19 21 22 29 33,56 34 37 45
Die elfjährige Anna-Lena Mohr aus Lustenau gewann das iPad. AK-Vizepräsidentin Jutta Gunz freut sich von Herzen mit der Gewinnerin.
Fotos: Thomas Matt, Jürgen Gorbach / AK
Anna-Lena Mohr, Lustenau,
je 1 AK-Rucksack
Gute Wimperntusche muss nicht teuer sein 10 Milliliter der günstigsten sehr guten Wimperntusche sind für 3,74 Euro zu haben. Die gleiche Menge der teuersten kostet 23,55 Euro und erhielt nur ein Befriedigend. Analysiert hatte die Inhaltsstoffe von Mascaras die Zeitschrift „Öko-Test“: 10 von 19 Produkten erhielten die Note Sehr gut und können uneingeschränkt empfohlen werden; neun davon sind zertifizierte Naturkosmetikprodukte aus dem Bioladen oder Drogeriemarkt.
▸ Der gesamte Test auf https:// media.arbeiterkammer.at/ooe/ KI_2016_T_Wimperntusche.pdf
Roaming-Gebühren: EU beugt sich Druck Es war zuletzt ein Hin und Her. Schlussendlich beugte sich die EU-Kommission dem Druck der Konsumentenschützer: Für die EU-weite Abschaffung der Roaming-Gebühren für Telefonie, SMS und Internet ab Juni 2017 wird es nun doch keine Einschränkungen geben. Die EU-Kommission hatte noch Anfang Herbst ihren Entwurf insofern „verwässert“, dass die Roaming-Freiheit auf 90 Tage pro Jahr eingeschränkt bleiben sollte. Spannend bleibt, wie die Netzanbieter den Einnahmenentgang kompensieren werden.
Elke und Markus Bitsche aus Röns besuchten die AK gemeinsam mit ihren Kindern Katharina, Florian und Lukas.
Konzerne und Finanzjongleure sollen faire Steuern zahlen. Mit der Kampagne „No to Tax Havens“ informiert die Arbeiterkammer über Steuerungerechtigkeit und ruft zum Widerstand auf. SCHLUPFLÖCHER. Die AK-Kampagne trägt bewusst einen englischen Titel, weil das Problem international ist. Multinationale Konzerne und vermögende Privatpersonen nutzen Steueroasen, Briefkastenfirmen, Trusts, Offshore-Geschäfte und vieles mehr, um ihre Gewinne an den nationalen Steuerbehörden vorbei in „sichere Häfen“, eben in „Tax Havens“ zu schleusen. Diese Schlupf­ löcher sind – großteils – zwar legal, das dahinterstehende System sorgt jedoch für immense Steuerausfälle in vielen Staaten und dort für Wut bei jenen Bürgern, die brav ihren Obolus an den Finanzminister abliefern. Gerechtigkeit sieht anders aus. Schlechte Erfahrungen Mit „No to Tax Havens“ will die Arbeiterkammer für öffentlichen Druck auf die EU-Entscheidungsträger sorgen, damit die von der EU-Kommission angekündigten Maßnahmen gegen Steueroasen und für mehr Steuergerechtigkeit auch tatsächlich umgesetzt werden. Erfahrungen aus der Vergangenheit haben gezeigt, dass Vorhaben
auf EU-Ebene allzu oft auf die lange Bank geschoben, verwässert oder schließlich derart verändert wurden, dass sie sich gegen die Interessen der Bevölkerung richten.
Es braucht wirksame Kontrollen „Speziell Arbeitnehmer können sich nicht vor der Steuerlast drücken. Sie zahlen die Zeche dafür, dass es sich die ,Großen‘ richten. Es braucht daher internationale Regeln und wirksame Kontrollen, um diesen
lungsstand und Entscheidungen auf EU-Ebene rund um Steueroasen und Steuergerechtigkeit informiert, damit dieses Wissen weitergetragen wird. ● Aktionen setzen: Vor wichtigen Entscheidungen werden die Unterstützer gebeten, Forderungen an die Entscheidungsträger in der EU zu senden – per E-Mail, Twitter und Facebook. Bereits im Oktober ist die Zeit für die erste Aktion gekommen.
Der Kampf gegen Steuer-Dumping muss konsequent geführt werden. Die AK-Kampagne setzt Zeichen. Hubert Hämmerle AK-Präsident
Steuerbetrug zu verhindern“, zeigt AK-Präsident Hubert Hämmerle null Verständnis für diese Praktiken. Der Schaden durch solche Steuertricksereien macht weltweit jährlich eine Billion Euro aus. Die Kampagne hat daher folgende Ziele: ● Aufklären und informieren: Unterstützer werden über Verhand-
In Brüssel soll die endgültige Entscheidung darüber fallen, ob eine Finanztransaktionssteuer eingeführt wird. Aus diesem Grund will „No to Tax Havens“ so viele Menschen wie möglich dazu ermutigen, den Regierungschefs und Finanzministern jener zehn Staaten zu schreiben , die positiv zu einer Finanztransaktions-
steuer stehen, um sie zur raschen Einführung zu ermutigen.
Einigkeit in der AK Vorarlberg Denn es geht nicht zuletzt um die Finanzierbarkeit unseres Sozialgefüges, das sich auch um die Schwächeren und Benachteiligten kümmert, erinnert AK-Präsident Hubert Hämmerle: „Bereits im Mai hat die Vollversammlung der AK Vorarlberg daher einstimmig eine Forderung an den Gesetzgeber verabschiedet, die geplanten Maßnahmen von OECD und EU-Kommission zu unterstützen: Gewinne dürfen nicht dorthin verschoben werden, wo die niedrigsten Steuern verlangt werden, weltweite Meldepflicht für Vermögens- und Kapitaltransfers in Steueroasen, weg mit den Briefkastenfirmen.“ Dass ausgerechnet jene, die nur wenig zur Finanzierung des Staatswesens beitragen, erklären, der Sozialstaat sei zu teuer und auf Dauer unfinanzierbar, stößt AK-Präsident Hämmerle besonders sauer auf.
▸ Kampagnen-Website: www.nototaxhavens.eu
Die Bawag PSK hatte ihre Klauseln zum Online-Banking geändert, Kunden protestierten, der VKI zog vor Gericht. Mehrere Instanzen beurteilten jene Klausel als gesetzwidrig, wonach eine Mitteilung in der Mailbox des Online-Kontos ausreiche, wenn sich die Bedingungen zur Kontoführung ändern. Der OGH legte die Sache dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Entscheidung vor. Die Schlussanträge des Generalanwalts beim EuGH geben den Konsumentenschützern Recht: Mit dieser Mitteilungsform sei nicht gewährleistet, dass Kunden tatsächlich erreicht werden. Die Schlussanträge sind für die endgültige – aber noch ausstehende – Entscheidung des EuGH erfahrungsgemäß grundlegend.
Unübersehbar auf allen Wegen ein regelrechter Boom: Fahrrad fahren mit unterstützendem Akku. Die Bequem genehm: Nach dem Aussetzen der Pedalbewegung hat der Motor eine vergleichsweise lange Nachlaufzeit. Das Bike überträgt also noch für kurze Zeit Kraft auf die Räder – auch wenn man vielleicht schon zum Stehenbleiben oder Schalten angesetzt hat. Das Schaltverhalten wird dadurch noch schlechter.
Billigbike nicht zu empfehlen Das Fischer ECU ist zudem relativ kurz gebaut, die dadurch entstehende Sitzposition haben unsere Tester als unangenehm empfunden. Und im Test zeigte sich noch ein weiterer Mangel: Der Motor lässt sich von Hobby- und Militärfunk beeinflussen. Der Einfluss war aber nicht so
Bestes Preis-Leistungsverhältnis Beim Decathlon Riverside um zirca 1800 Euro bekommt man grundsätzlich die gleiche Technik wie in teureren Modellen – etwa Magura Hydraulik-Bremsen und einen Bosch-Antrieb.
Schalten Beim Schaltverhalten gibt es noch Verbesserungsbedarf. Alle getesteten E-Bikes haben Nabenschaltungen. Diese lassen sich auch im Stand
Testergebnisse E-Bikes
betätigen, dafür aber nicht unter Belastung. Beim Bergauffahren kann das Probleme machen.
Lange Reichweiten Mit Reichweiten um die 60 Kilometer pro Akkuladung eignen sich die E-Bikes auch für ausgedehnte Touren oder als günstiger Zweitauto-Ersatz. Je nach der Kapazität des Akkus und dem Verbrauch schwankt die Reichweite. Am schnellsten geht Fischer (40 km) der Atem aus, am weitesten kommt man mit dem Kalkhoff Impulse – es schafft ganze 100 Kilometer. Kehrseite der guten Reichweiten: Ist der Strom erst verbraucht, sind die Ladezeiten mit zirka drei Stunden relativ lange. Auf
Fahrstabilität ohne Gepäck
850,– 750,– 670,– 500,– 800,– 650,– 1.170,– 670,– 670,– 700,– 670,– 700,– 330,– 380,–
3.300,– 2.700,– 1.800,– 2.600,– 2.600,– 2.350,– 2.600,– 2.700,– 2.400,– 2.400,– 2.400,– 2.700,– 1.200,– 2.600,–
Bezeichnung B-8.1 e-Manufaktur 7.9 28“ Riverside City Nexus Dover 8 HS Agattu Impulse 8 Vitality Eco 3 Amparo 8-LL BC 50 F Urbanico E8 F Achat Deluxe + Premio E8F E-Courier Alu-Elektro-Citybike Traveller E Tour FL
Marke Flyer Victoria Decathlon Raleigh Kalkhoff Kreidler KTM Sinus Hercules Diamant Pegasus Stevens Fischer Kettler
Testurteil Erreichte von 100 Prozentpunkten gut (76) gut (70) gut (66) gut (66) gut (60) gut (60) gut (60) durchschnittlich (56) durchschnittlich (54) durchschnittlich (52) nicht zufriedenstellend (16) nicht zufriedenstellend (14) nicht zufriedenstellend (10) nicht zufriedenstellend (10)
● Nach Protesten werden Mieten
Kurz gemeldet … für Schülerspinde mit Ablauf des Schuljahres ein Ende haben. ● Der deutsche Bundesgerichtshof bejaht den Schadenersatzanspruch von Bietern auf eBay, wenn ein Anbieter zu unlauteren Mitteln greift. Ein Verkäufer hatte die Gebote durch ein eigenes zweites Benutzerkonto in die Höhe getrieben („Shill Bidding“). ● Der OGH hat ein einseitiges Rücktrittsrecht eines Sportwettenportals als unwirksam aufgehoben: Ein Wettteilnehmer hatte mehrere idente Wetten abgegeben, weshalb der Portalbetreiber den Gewinn nicht auszahlen wollte.
gravierend, dass eine Abwertung nötig gewesen wäre. Vom Kauf des Fischer-Bikes ist dennoch abzuraten – man merkt an allen Ecken, dass es sich um ein Billigprodukt handelt.
Bei der Motorunterstützung hat der größte Teil der Pedelecs gut abgeschnitten. Negativ aufgefallen ist das Fischer ECU 1603. Die Unterstützung ist bei diesem Modell schwer kontrollierbar, der Antrieb setzt unregelmäßig ein. Besonders unan-
PRAKTISCHE PRÜFUNG
Generalanwalt auf Konsumenten-Seite
Kein anderes Fortbewegungsmittel boomt derzeit so wie die elektrisch unterstützten Fahrräder, die E-Bikes. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat bequeme City-Räder einem Test unterzogen. Die geprüften Bikes sind allesamt Modelle mit tiefem Durchstieg im Rahmen. Die Motoren sind mittig platziert – keines der E-Fahrräder hat einen Heck- oder Frontmotor. Durch diese Konstruktionsweise lassen sich Laufräder wechseln, ohne den Motor auszubauen. Und auch die Bremsen kann man mit wenigen Handgriffen einstellen.
Nenn-Kapazität in Ah
Freeplane ist ein Open-Source-Mind-Mapping-Tool, das auf Freemind basiert. Das Programm wurde in Java programmiert und kann plattformübergreifend auf Windows, Linux und Mac eingesetzt werden. Des Weiteren gibt es auch eine portable Version, die direkt von einem USB-Stick ausgeführt werden kann. In Freeplane können Sie beliebig viele Knoten erstellen, die frei positionierbar sind. Die einzelnen Knoten können mit unterschiedlichsten Stilen versehen werden. Außerdem beinhaltet das Programm noch eine Aufgabenverwaltung mit Kalender und Erinnerungsfunktion – Sie können also auch kleinere Projekte realisieren. Die Benutzeroberfläche dieses Tools kann über den Menüpunkt „Werkzeuge“ – „Einstellungen“ auf Deutsch umgestellt werden. Freeplane können Sie von der Seite des Herstellers (https://sourceforge.net/projects/freeplane) herunterladen.
Die „Kinderkrankheiten“ sind überwunden, krasse Mängel gehören der Vergangenheit an. Verbesserungsbedarf gibt es dennoch.
E-Bike-Test: Radeln ohn
von Oliver Fink, Leiter der EDV-Abteilung der AK Vorarlberg
27,2 26,8 24,6 26,3 26,0 24,5 27,0 25,0 25,4 25,5 27,6 24,0 27,2 24,8
G V G H H H H G G G G G G G
11 11 11 11,25 14,25 11 15 11 11 11 11 11 8,8 11
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+ o + + + + + + + + + + o +
+ + + + + + + + + + + + o +
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+ + o + o + o –1) –1) –1) + –1) o o
+ + + + o + + + + o + o + o o o
Alle Modelle mit Laufradgröße 28 Zoll Zeichenerklärung: ● = ja ❍ = nein G = im Gepäckträger, H = hinter dem Sattelrohr, V = vor dem Sitzrohr (Rahmenakku) 1) führt zur Abwertung Beurteilungsnoten: sehr gut (+ +), gut (+), durchschnittlich (o), weniger zufriedenstellend (–), nicht zufriedenstellend (– –) Prozentangaben = Anteil am Endurteil Preise: Mai 2016
D&M-Mahnschreiben: alter Trick für Abzocke
VKI warnt vor privater Pflegeversicherung
Rechtsanspruch auf Basis-Girokonto
Es ist wohl kein Zufall, dass die D&M Forderungsgesellschaft dieselbe Telefonnummer hat wie das Inkassobüro EK FLEX B.V., vor dem die AK Vorarlberg erst unlängst warnen musste. Jedenfalls wurden in den vergangenen Wochen Vorarl­ berger Konsumenten aus heiterem Himmel mit Mahnschreiben der D&M Forderungsgesellschaft konfrontiert. Es gilt auch dieses Mal die Warnung der AK-Konsumentenschützer: Zahlen Sie nicht! Das ist plumpe Abzocke. Geschädigte sollten sich an die Polizei wenden.
Wer in Österreich pflegebedürftig wird, hat einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegegeld. In Vorarlberg beziehen ca. 17.000 Menschen Pflegegeld. Die Höhe des Pflegegeldes hängt von der Pflegestufe ab. Wer zusätzlich vorsorgen will, kann eine private Pflegeversicherung abschließen. Der Verein für Konsumenteninformation rät, sich genau zu informieren: Es ist teuer, und private Versicherungen zahlen meist erst ab der dritten Pflegestufe, die nur 30 Prozent aller Fälle betrifft.
Lange und intensiv hat sich die Arbeiterkammer für den Rechtsanspruch auf ein Zahlungskonto mit grundlegenden Basisfunktionen eingesetzt.Seit 18. September gibt es einen gesetztlichen Anspruch darauf. Es ist vor allem für Menschen in beengten finanziellen Situationen wichtig. Ohne eigenes Konto ist es zum Beispiel schwierig, einen Job zu finden. Viele Firmen beharren auf einem Girokonto.
▸ Nähere Infos auf www.ak-vorarlberg.at / Konsumentenschutz
Kellertreppe hinauf- oder hinunterbefördern müssen, sollten daher auf das Gewicht achten.
mlichkeit hat aber auch ihren Preis. Touren zahlt sich deshalb ein Ersatzakku aus, mit 500 bis 700 Euro ist das jedoch ein ziemlich teurer Spaß.
Fahren mit Motorunterstützung hat seinen Preis. Die Kosten für den Akku und für den Strom belaufen sich (je nach Modell) auf 2 bis 3,5 Cent pro Kilometer, das sind 20 bis 35 Euro für 1000 km (durchschnittliche Fahrleistung pro Jahr).
SCHADSTOFFE IN DEN GRIFFEN
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▸ Detaillierte Testergebnisse (kostenpflichtig): www.konsument.at/ ebike072016
TECHNISCHE PRÜFUNG
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HANDHABUNG
61 65 66 79 100 53 85 59 62 63 61 61 39 58
Ladedauer in h:min ca.
Reichweite in km ca.
ANTRIEBSSYSTEM UND REICHWEITE 20 %
E-Bikes sind schwerer und sperriger als herkömmliche Fahrräder. Gut gefällt daher die Schiebehilfe, die inzwischen in allen Modellen verbaut ist. Per Knopfdruck aktiviert man den Motor, das verhindert Muskelkater, wenn man das Bike bergauf schieben muss. Will man das E-Bike über eine Treppe tragen, hilft freilich auch die Schiebehilfe nicht. Akku und Motor wiegen einiges – Konsumenten, die in der Stadt wohnen und das Bike auch mal die
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Der Akku eines E-Fahrrads gilt als Gefahrengut, deshalb ist beim Transport Vorsicht angebracht. Wenn man das Rad mit dem Auto transportiert, sollte man den Akku auf jeden Fall entnehmen. Auch beim Putzen mit Wasser – keinesfalls mit Hochdruckreiniger! – den Akku entnehmen und die Kontakte abkleben. Wer in den Urlaub fliegt und sein E-Bike unbedingt dabeihaben will, sollte sich am besten vorab bei der Fluglinie über die Modalitäten informieren. Man sollte nie unterschätzen, dass die E-Bikes schneller als normale Fahrräder sind, auch wenn man nur gemütlich in die Pedale tritt. Also das Fahrverhalten anpassen und sich auf einen längeren Bremsweg einstellen. Bei der Wartung regelmäßig die Schrauben kontrollieren und nachziehen – vor allem die Befestigung des Gepäckträgers ist anfällig.
Gutes Zeugnis für Eier auf heimischen Märkten AK Vorarlberg ließ Freilandeier auf mögliche Dioxinbelastung untersuchen. LEBENSMITTEL.
Der Skandal um dioxinverseuchte Eier in Deutschland ist vielen noch in Erinnerung. Die Supermarktketten achten seither verstärkt auf die Qualität ihrer Ware. Die Konsumentenschützer der AK Vorarlberg wollten für Gewissheit sorgen, ob auch jene Eier unbedenklich sind, die über die zahlreichen Wochenmärkte im Land den Weg vom Produzenten zum Konsumenten finden. Die klare und positive Antwort lautet: Sie sind hundertprozentig verkehrsfähig.
Umfangreiche Untersuchung Für die gewissenhafte Untersuchung durch das Umweltbundesamt wurden bei insgesamt 15 Marktständen und Produzenten im ganzen Land (siehe Kasten) Freilandeier gekauft und ihre Herkunft geklärt. Keine einzige Probe hat den Test nicht bestanden. Das Umweltbundesamt hat die Eier auf Dioxine und chemisch ähnliche polychlorierte Biphenyle (PCB) hin analysiert. Dazu muss man wissen, dass diese Stoffe in geringer Dosis natürlich sind. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Futterangebot der Tiere. In allen 15 untersuchten Hühnereiproben lagen die nachgewiesenen Dioxin- und PCB-Gehalte unter den entsprechenden gesetzlichen Grenzwerten. „Damit sind alle Hühnereiproben als ,verkehrsfähig‘ zu beurteilen“, versichert das Umweltbundesamt in seiner zusammenfassenden Expertise.
Marktstände und Produzenten Verkäufer und Eierproduzenten stimmen nicht immer überein. Die AK-Mitarbeiter haben jeweils nachgefragt und die Angaben anhand des Erzeugercodes und der Datenbankregistrierung (soweit vorhanden) überprüft. Es gibt Vorarlberger Produzenten, die mehrere Marktstände beliefern. In diesen Fällen hat die AK Vorarlberg die Test-Eier direkt bei den Produzenten „ab Hof“ eingekauft. Wochenmarkt in Bregenz Rheintalhof Giesinger Thomas, Hard Wochenmarkt in Dornbirn Feinkost Pasolli Bruno, Bregenz (Herkunft Linsbod Franz, Pucking/ Oberösterreich) St. Michaelshof Ataman AG, Aichstetten/Deutschland Schaflandwirt Meusburger (Herkunft: Artur Fetz, Dornbirn) Familie Fink (Herkunft Fink Walter, Sulzberg; lt. Verkäuferin werden die eigenen Eier mit Eiern des Nachbarn gemischt angeboten) Wochenmarkt in Hard Dielenhof-Hühnerfarm Hard Wochenmarkt in Hohenems Hagspiel Maria und Peter (Herkunft Ramona Hagspiel, Hittisau) Wochenmarkt in Schruns Alpe Innerkapell, Bernd Stocker, Schruns Markt in Bezau Bauernstand Felder-Hof, Alpe Wildmoos, Muxel-Hof, Schafmilchbetrieb Gmeiner (Herkunft lt. Aussage der Verkäuferin Alpe Wildmoos, lt. Etikett Familie Eberle, Bezau) Wochenmarkt in Wolfurt Kapellenhof Schnepfau (Herkunft Muxel Arnold, Au-Rehmen) Wochenmarkt in Götzis Ingrid und Klaus Tiefenthaler, 6830 Rankweil Stadt & Land Markt Altstadt Bludenz Gartenbau und Geflügelhof Helmut Teuchner, Obst & Gemüse & Freilandeier, Doren Einkauf direkt bei Produzenten Tobelbauer, Sulzberg (kein eigener Ab-Hof-Verkauf, beliefert nur Verkäufer) Sennhof-Frischei-Erzeugungs- und Vertriebs GmbH & Co KG, Rankweil Martinshof, Buch Einkauf 26. bis 30.7.2016
Politische Bildung – Angebote Schüler erhalten – mehr oder minder – Unterricht in politischer Bildung, aber was tun Erwachsene? Wir haben Angebote.
Fotos: Bernhard Heinzle
● Bundeszentrale für politische Bildung „Demokratie
Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) ermöglichte mit der AK Vorarlberg Betriebsräten ein Kommunikationstraining mit Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier im Bildungshaus Batschuns.
Sozialpartnerschaft „wird bewundert“
Was hierzulande oft als überkommen belächelt wird, erntet andernorts viel Beachtung. „Schließlich hat sich Österreich so Streiks und Konflikte erspart“, sagt Peter Filzmaier. DEMOKRATIE. Die frei nach
Churchill beste aller bisher ersonnenen Staatsformen will gelernt sein. Und nicht nur auf staatlicher Ebene. Weil Betriebsräte Demokratie an der Basis leben, luden die Gewerkschaft GPA-djp und die AK Vorarlberg Arbeitnehmervertreter zur Kommunikationsschulung: Trainer war Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier. Aktion: Betriebsräte werden gar nicht selten als Relikte einer überkommenen Struktur kritisiert … Peter Filzmaier: Dabei sind sie unerlässlich, auch demokratiepolitisch. Neben der großen Politik geht es schließlich um Demokratie in allen Lebensbereichen. Auch in den Arbeitsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Betriebsräte sind die unmittelbare Vertretung vor Ort. Die man übrigens in der Geschichte der Republik mühsam erkämpfen musste. Sie müssen natürlich ihren Arbeitsstil laufend den Erfordernissen anpassen. Sie haben es ja auch mit Kollegen zu tun, die nicht automatisch von 9 bis 17 Uhr am fixen Ort anzutreffen sind. Stichwort: Teleworking usw. Aber Betriebsräte sind nie ein Relikt. Für die demokratiepolitische Grundhaltung bietet Österreich im Augenblick wenig guten Nährboden. Filzmaier: Österreich ist an sich ein Musterbeispiel durch die Tradition der Sozialpart-
nerschaft, die auch in den Betrieben gelebt wird. Das hat andere Formen der Konfliktaustragung – Arbeitskonflikte, Streiks, Demos – weitestgehend verhindert. Diese Sozialpartnerschaft wird international in bewundernder Form nachgefragt. Wenn man freilich das Wort „Sozialpartnerschaft“ in einer Schulklasse fallen lässt, erntet man nur fragende Gesichter. Filzmaier: Sie haben recht. Das ist das große Defizit sowohl der politischen Bildung wie der Wirtschaftsbildung.
die Sozialpartnerschaft hat, nämlich die Akzeptanz der Regierung, fehlt dort ganz. Unter dem Deckmantel der scheinbar völligen Freiheit kann jeder sozusagen eine Arbeiterkammer gründen und auflösen, nur sorgt das für keinerlei Stabilität. Der Satz vom freien Markt, der alles regelt, stimmt einfach nicht. Hierzulande gebricht es oft an der Motivation, sich am politischen Hickhack zu beteiligen. Filzmaier: Es stimmt. Wir laufen Gefahr, dass zu we-
Betriebsräte sind unerlässlich, auch demokratiepolitisch. Sie sind die unmittelbaren Vertreter vor Ort. Dr. Peter Filzmaier
Politikwissenschaftler Donau-Universität Krems
Beides sind Unterrichtsprinzipien und sollten in allen Fächern und allen Schulstufen berücksichtigt werden. Ich persönlich bin ja für ein eigenständiges Fach, das politische und Wirtschaftsbildung kombiniert. Die USA etwa gehen in puncto Sozialpartnerschaft einen völlig anderen Weg. Filzmaier: Das amerikanische Modell bedeutet die völlig freie Bildung und auch jederzeit wieder Auflösung von Interessengruppen, die untereinander im Wettbewerb stehen. Das erzeugt keinerlei Verhandlungssicherheit für Arbeitnehmer. Was bei uns
nig erkannt wird, was Politik eigentlich ist. Sie umfasst Regeln unseres Zusammenlebens. In der Gemeinde, im Bundesland, in Österreich, in der Welt. Es ist daher nicht nur naiv, sondern einfach falsch zu sagen: Damit will ich nichts zu tun haben. Wir sind alle betroffen. Von den Verkehrsregeln über den Unterricht bis zu den Pensionen. Dieses Bewusstsein der persönlichen Betroffenheit muss gefördert werden. Natürlich offenbart die Parteipolitik mit negativen Kommunikationsformen viele Schwächen. Aber Demokratie ist immer noch – frei
nach Churchill – die beste aller Staatsformen. Warum fristet demokratiepolitische Bildung hierzulande so ein stiefmütterliches Dasein? Filzmaier: Zunächst einmal: Wenn eine politische Verdrossenheit entstanden ist, gibt es nichts, was sie sofort wieder wegbringt. Wir brauchen deshalb dringend eine flächendeckende Stärkung der Demokratiebildung für alle Bevölkerungsgruppen, von der offene Jugendarbeit bis zur Erwachsenenbildung. Ähnlich der Schweiz? Filzmaier: Ich denke eher an Deutschland früher: die Bundeszentrale und die Landeszentralen für politische Bildung. Das sind Informationsparadiese. Der Grund dafür ist, dass Deutschland in
Filzmaier: Betriebsräte gehören zur demokratischen Grundstruktur.
braucht eine lebendige und streitbare Zivilgesellschaft. Sie kann nur funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger das politische und gesellschaftliche Leben mitgestalten.“ So steht es auf der Homepage der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung. „Deutschland hat Die Hefte „Aus im 20. Jahrhundert zwei DiktatuPolitik und Zeitgeren hervorgebracht. Daher trägt schichte“ werden die Bundesrepublik Deutschland gratis angeboten. eine besondere Verantwortung dafür, dass in Politik und Gesellschaft demokratische Grundwerte akzeptiert und gelebt werden.“ Gegründet wurde das Institut 1952. Es ist dem Innenministerium zugeordnet und unterhält Medienzentren in Bonn und Berlin. DIe Bundeszentrale veranstaltet Kongresse und Seminare, bietet Journalisten Weiterbildung an und hat im Internet einen schier unerschöpflichen Wissensort zur Demokratie geschaffen. ▸ Zur Website www.bpb.de
● Österreichische Gesellschaft für politische Bildung Die ÖGPB ist quasi das Pendant zur deutschen
Gesellschaft. Der gemeinnützige Verein wurde 1977 gegründet und wird vom Bildungsministerium unterstützt. Mag.a Rahel Baumgartner und ihr Team bieten Workshops an und eine kleine Publikationsreihe. . ▸ Zur Website www.politischebildung.at
● Universitätslehrgang politische Bildung
Wird in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg in Schloss Hofen durchgeführt. Dauert vier Semester, berufsbegleitend. ▸ Zur Website www.fhv.at/weiterbildung/
verwaltungsakademie/politischebildung
● Plattform politische Kommunikation An der Donau-Universität Krems bieten Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier und sein Team drei Lehrgänge an: „Unser Ziel ist eine interdisziplinäre Verknüpfung von Faktenwissen und sozialer Kompetenz, um politische Prozesse transparent und demokratisch beeinflussbar zu machen.“ ▸ Zur Web-
site www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/netpol/
der Rolle des Täterlands die politische Bildung als Verpflichtung nach der Zeit des Nationalsozialismus ansah. In Österreich hat sich die Opfertheorie durchgesetzt. Und heute rangiert politische Bildung in der Erwachsenenbildung hinter der Esoterik. Dabei stellt uns die Integration vor ganz neue Aufgaben. Wer ist gefordert? Politische Bildung ist primär eine staats- und landespolitische Aufgabe. Man kann durch technische Veränderungen nur das Symptom bekämpfen. Wenn sie etwa im Wahlrecht das elektronische Wählen einführen, dann wird das vielleicht ein paar Twens mehr zur Wahlurne bringen, aber es löst das Grundproblem nicht. Stehen wir wie Mitte der 1980er-Jahre nach dem Glykolskandal vor geläuterten, besseren Zeiten? Filzmaier: Es gibt zwei Denkschulen. Die Zyniker sagen: Wir brauchen wirklich die totale Unregierbarkeit. Da möchte ich nicht dazugehören. Die anderen sagen, dass
Einreichschluss: 31. Januar 2017
uns die Warnsignale doch eigentlich reichen müssten. Das Schlimme ist, dass wir wesentliche Zeitfenster einfach verstreichen ließen. 2011 und 2012 waren zwei Jahre keine Wahlen, da hätte man über Verfassungsreform und Wahlrecht reden können. Theoretisch tut sich ein kleineres Zeitfenster nun nach der Präsidentschaftwahl am 4. Dezember auf, denn 2017 wäre an sich ein wahlfreies Jahr. Glauben Sie daran? Filzmaier: Ich hab große Bedenken.
Zur Person Der 49-jährige Peter Filzmaier ist Politik­ wissenschaftler und unterrichtet als Professor für Demokratiestudien und Politikforschung an der Donau-Universität Krems und für Politische Kommunikation an der Karl-Franzens-Universität Graz. In der Öffentlichkeit tritt er immer wieder als politischer Analytiker im ORF in Erscheinung.
Arbeitszeitkalender für Lehrlinge so wichtig!
Den Arbeitszeitkalender erhalten Lehrlinge zu Beginn des ersten Lehrjahrs gratis von der AK. Am Beispiel von Diana (16 Jahre), die eine Lehre als Floristin absolviert, zeigen wir, wie der Kalender geführt wird. AUFZEICHNUNGEN. Einen Arbeits-
zeitkalender führen? Ist das nicht ätzend? Nein, es kann enorm hilfreich sein, z. B. Überstunden oder Zeitausgleich nachweisen zu können. Wenn ihr den Kalender nicht mehr habt, könnt ihr ihn über die AK-Homepage gratis nachbestellen.
Am Mittwoch hat Diana Berufsschultag; die Berufsschulzeit wird auf die tägliche Arbeitszeit angerechnet. Achtung: Die Unterrichtsstunde einer freiwilligen Religionsbefreiung kann vom Lehrberechtigten abgezogen werden!
Die wichtigen Abkürzungen des Kalenders von „Arbeitsbeginn“ bis „Urlaubstage“ auf einen Blick:
Die Pause muss zumindest 30 Minuten dauern, Diana hat eine Mittagspause von zwei Stunden.
Am Dienstag muss Diana zu Mittag noch ein paar Blumen wegräumen, weshalb sie eine Viertelstunde später in die Mittagspause gehen kann. Am Samstag muss Diana mittags ebenfalls eine halbe Stunde länger arbeiten, da noch einiges aufzuräumen ist. Lehrlinge unter 18 Jahre dürfen zu Vor- und Abschlussarbeiten maximal eine halbe Stunde pro Tag und nicht mehr als drei Stunden pro Woche herangezogen werden – allerdings muss diese Zeit möglichst zeitnah wieder kompensiert werden
Da Diana in dieser Woche eine dreiviertel Stunde länger gearbeitet hat, kann sie am darauffolgenden Montag bereits um 17.15 Uhr nach Hause gehen.
Überstunden für unter 18-Jährige sind nicht erlaubt! Die Abgeltung von Überstunden für volljährige Lehrlinge erfolgt immer auf Basis des niedrigsten im Betrieb ausbezahlten Facharbeiterlohnes samt Überstundenzuschlag. Tipp: Immer abklären, ob Überstunden ausbezahlt werden oder ob Zeitausgleich genommen werden kann. Achtung: In den Kollektivverträgen gibt es unterschiedliche Verfallsfristen, die zu beachten sind! Deshalb: selber mitschreiben – somit ist auch die genaue Anzahl der geleisteten (Über-)Stunden bekannt – und mit Lehrberechtigten abklären, wann die Stunden konsumiert werden können bzw. ausbezahlt werden!
LEHRLINGSTIPP von Christine Raggl, Leiterin der Lehrlingsabteilung der AK Vorarlberg
Mehr Geld für Ältere? Immer wieder wird die Lehrlings- und Jugendabteilung mit der Frage konfrontiert, ob einem Lehrling, der bei Lehrzeitbeginn bereits volljährig ist, eine höhere Lehrlingsentschädigung zusteht. Leider gibt es keine gesetzliche Regelung, die vorsieht, dass Personen, die älter als 18 Jahre alt sind, Anspruch auf eine höhere Lehrlingsentschädigung haben. Es gibt lediglich einzelne Kollektivverträge, die eine Sondervereinbarung beinhalten. So sieht z. B. der Kollektivvertrag für das Baugewerbe eine höhere Lehrlingsentschädigung für Lehrlinge vor, die bei Lehrzeitbeginn bereits 18 Jahre alt sind. Auch der Kollektivvertrag für das holz- und kunststoffverarbeitende Gewerbe legt fest, dass Lehrlinge, die am Beginn der Lehre bereits das 20. Lebensjahr vollendet haben, über die gesamte Lehrzeit Anspruch auf Auszahlung der Lehrlingsentschädigung für das 3. Lehrjahr haben. Sieht dagegen der anzuwendende Kollektivvertrag keine Vereinbarung vor, so ist tatsächlich auch einem volljährigen Lehrling lediglich die Lehrlingsentschädigung des entsprechenden Lehrjahres auszubezahlen.  ▸ Information und Beratung: www.­ak-basics.at
Das kleine Handbuch der AK zur Lehre Das „starter kit“ ist ein kleines Handbuch zur Lehre. Hier stehen die wichtigsten Informationen zur Ausbildung, zu Pflichten, aber auch zu den Rechten als Lehrling.
▸ Broschüre einfach über die Homepage der AK anfordern: www.ak-vorarlberg.at oder akbasics.at Lehrling und
Startgebühr: 125 Euro pro Mannschaft Anmeldung: www.ak-vorarlberg.at/charityrace Anmeldeschluss: 7. Oktober 2016
zur Lehre. facebook.c om/akvora rlberg
starter kit Ein kleines
facebook.c om/akvora rlberg
Ma fahrt für „Ma hilft“ AK Charity-Kartrace für Firmen.
QUALIFYING VON 9 BIS 18 UHR
Auflösung des Rätsels von Seite 10 B E H O E L T O S G E Z I N K GA U F
S GA T R I E B D A C H I E R E A L A T B L A I R U P E T D P F WO C K A L I I F A L L E N V I L D A Z L E H E A E F E R R R N H N A A E R S T L E G E L E I
S AC H S U F S T H E ON G U L N S U T B A G
B H L U A Y E R R S O O P N E N A E K RO A S N P T OA I L U N S E L E
Das gesuchte Lösungswort ENTGELTBEIHILFE lautet: ENTGELTBEIHILFE
F K E K U L E I B D E R P F R A O L L S E N I T
HERO. Vorschusslorbeeren? Nein, aber dass mit Sabine Treimel erstmals eine Frau die Messe Dornbirn leitet, finden wir schon gut. Es gibt so wenige Frauen in Spitzenpositionen. Fotos: J. Gorbach, APA, picturedesk.com, Messe Dornbirn
ZAHL DES MONATS. Österreichs Unternehmen schulden dem Staat 7,6 Milliarden Euro an Steuern. Lediglich 2,1 Milliarden Euro davon sind laut Rechnungshof auch vollstreckbar.
Das AK-Znüne mit Ulrike Furtenbach stieß auf großes Interesse. Betriebsräte genießen oft großes Vertrauen und sind für Mitarbeiterinnen manchmal die letzte Hoffnung, wenn Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.
ZERO. Mit seinen „unterhaltsamen“ TV-Auftritten setzt Innenminister Wolfgang Sobotka der Wahlkartenpanne das Sahnehäubchen auf.
Frage der Bewegung SEMINAR. Regelmäßig bei der Arbeit durchgeführte Bewegungseinheiten wirken wahre Wunder. Die VGKK bietet dazu nun eine zweitägige Ausbildung an. Dr. Hannes Pratscher wird am 14. und
15. November von 8.30 bis 16.30 Uhr wertvolle Tipps vermitteln. Kosten: 120 Euro.
▸ Infos und Anmeldung: Carolin Amann, MSc, Tel.: 050/ 84 55-1655, E-Mail: gesundheitsfoerderung@vgkk.at
AK-Znüne: Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt
Veranstaltungsreihe für Betriebsräte versucht mit Fachvorträgen Informationen an die richtigen Stellen zu bringen und bei der täglichen Arbeit zu unterstützen.
AK-Vizepräsidentin Jutta Gunz mit Referentin Ulrike Furtenbach und Organisator Manfred Brunner vom Betriebsreferat der AK Vorarlberg (von links).
HILFE. Ein Viertel der Frauen zwischen 16 und 85 Jahren erlebt wenigstens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexualisierte Gewalt durch einen männlichen Beziehungspartner. Gewalterfahrungen sind ein Tabu-Thema, deshalb wollte die AK Vorarlberg Betriebsräten konkrete Hilfestellungen für den Umgang mit Opfern von häuslicher Gewalt geben. Beim bisher letzten AK-Znüne war Ulrike Fur-
Sabine Rudigier, Thomas Steurer, Elke Zimmermann und Ishak Yilmaz (von links) ließen sich das AK-Znüne in Feldkirch nicht entgehen.
Erik Kollmann, Helmut Sprickler, Iris Seewald und Johannes Möslinger (von links) tauschten sich nicht nur über das Vortragsthema aus.
tenbach, die Leiterin der Gewaltschutzstelle des Instituts für Sozialdienste, zu Gast. Thema ihres Vortrags: „Kein Rezept gegen blaue Flecken? So helfe ich bei häuslicher Gewalt“ Unter den interessierten Zuhörern waren auch Stephan Hoch, Oliver Grießer, Franz Valandro, Christian Pellini, Patricia Zangerl und Markus Kohler.
Die Betriebsräte von Fulterer Auszugssysteme
(oben), Reha-Klinik Schruns (Mitte) und Sutterlüty (unten) besuchten die AK in Feldkirch. Präsident Hubert Hämmerle diskutierte gerne mit ihnen aktuelle arbeitspolitische Themen.
Fotos: Jürgen Gorbach (2), Christine Branner (1), AK
▸ Fotos und Präsentation: https://vbg.arbeiterkammer.at/service/betriebsrat
AKtion Oktober 2016

References: § 25
 § 20
 OGH 
 EuGH 
 EuGH 
 OGH