Source: http://immowertermittlung.de/erschliessung.htm
Timestamp: 2020-02-19 04:50:50+00:00

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Anliegerbescheinigungen - Erschließungsbescheinigungen, erschließungsbeitragsrechtliche Auskunft | © Rolf Schubert + Kollegen, Köln, 0221/7409464, öbuv Sachverständige Immobilienbewertung
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Anliegerbescheinigungen - Erschließungsbescheinigungen
Gemäß § 4(2) und § 6(3) ImmoWertV ist der beitrags- und abgabenrechtliche Zustand des Grundstücks eindeutig zu bestimmen. Da die Vergleichsgrundstücke oder die von den Gutachterausschüssen aus der Kaufpreissammlung abgeleiteten Boden­richtwerte hinsichtlich des beitrags- und abgabenrechtlichen Zustands von den Verhältnissen des Bewertungsgrundstücks abweichen können, ist für eine korrekte Bodenbewertung der beitrags- und abgabenrechtliche Zustand des Bewertungs­grundstücks zu erheben.
Dabei kommen folgende nichtsteuerlichen Abgaben bzw. Beiträge in Betracht:
Erschließungsbeiträge nach den §§ 124 ff. BauGB sind Kosten, die für die erstmalige Erstellung von Erschließungsanlagen im Sinne des § 127 BauGB in Form von Erschließungsbeiträgen erhoben werden können.
Abgaben nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) der Länder sind Beiträge, die die Gemeinden nach landesrechtlichen Vorschriften für die Erweiterung und Verbesserung von Erschließungsanlagen erheben.
Naturschutzrechtliche Ausgleichsabgaben sind Kostenerstattungsbeträge nach § 135 a BauGB für im Bebauungsplan festgesetzte naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen.
Umlegungsausgleichsleistungen nach § 64 BauGB.
Ausgleichsbeiträge nach den §§ 154 f. BauGB in förmlich festgesetzten städtebaulichen Sanierungsgebieten.
Bodenschutzrechtliche Ausgleichsbeträge für Grundstücke, die unter Einsatz öffentlicher Mittel von Altlasten bereinigt wurden, sind nach Maßgabe des § 25 BSchG einem bodenschutzrechtlichen Ausgleichsbetrag unterworfen. Ein solcher Ausgleichsbetrag ruht als öffentliche Last auf dem Grundstück und wird mit einem Bodenschutzvermerk in Abt. II des Grundbuchs eingetragen.
Ablösebeträge für Stellplatzverpflichtungen
Beiträge auf Grund von Satzungen der Wasser- und Bodenverbände
Ersatzzahlungen nach Baumschutzverordnungen
Walderhaltungsabgaben nach Landeswaldgesetz
Weitere Begriffsdefinitionen:
Anliegerbeiträge sind Abgaben, die die Gemeinden vom Anlieger für Ver- und Entsorgungseinrichtungen neben Erschließungskosten erheben. Derartige Abgaben werden in Einzelfällen oft erst Jahre nach Herstellung der Erschließungsanlagen abgerechnet und erhoben und deshalb ist es erforderlich, den konkreten Stand zum Bewertungszeitpunkt zu erheben.
Grundlasten sind dauernde, vom Grundeigentümer zu tragende Lasten, einschließlich der öffentlichen Lasten (z.B. gemeindliche Erschließungskosten); früher besonders auch die auf dem bäuerlichen Besitz lastenden Zins-, Dienst- und Zehntverpflich­tungen.
Informationen darüber, ob für das zu bewertende Grundstück zum Bewertungsstich­tag noch derartige Beiträge offen stehen, bereits abgerechnet sind oder gar nicht erst erhoben werden, erhält man durch eine Anliegerbescheinigung des Tiefbauverwal­tungsamts der Gemeinde oder Stadt. Dies dauert in einzelnen Fällen bis zu 3 Monate und kostet zwischen 20 und 50 €.
© Rolf Schubert & Kollegen, Sachverständige · Immobilienbewertung, Baptiststr. 27, D-50769 Köln, ( 0221/7409464, Email Me, Stand 22.03.2014

References: § 4
 § 6
 § 127
 § 135
 § 64
 § 25