Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=20.11.1987&Aktenzeichen=4%20C%2039.84
Timestamp: 2019-09-16 05:00:09+00:00

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BVerwG, 20.11.1987 - 4 C 39.84 - dejure.org
https://dejure.org/1987,538
BVerwG, 20.11.1987 - 4 C 39.84 (https://dejure.org/1987,538)
BVerwG, Entscheidung vom 20.11.1987 - 4 C 39.84 (https://dejure.org/1987,538)
BVerwG, Entscheidung vom 20. November 1987 - 4 C 39.84 (https://dejure.org/1987,538)
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Luftverkehr - Genehmigungsbescheid - Planfeststellungsverfahren - Rechtsschutzinteresse - Gemeinde - Beteiligungsrechte
VG Stuttgart, 03.11.1981 - 7 K 134/80
VGH Baden-Württemberg, 09.04.1984 - 5 S 898/83
NVwZ 1988, 731
DVBl 1988, 532
DÖV 1988, 696
Die hiergegen von einzelnen Gemeinden erhobenen Klagen blieben ohne Erfolg (vgl. BVerwG, Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - DVBl. 1988, 532 = NVwZ 1988, 731 ).
Die Ausgestaltung, welche die Genehmigung im vorliegenden Falle erfahren hat und die dem beschließenden Senat aus anderen Verfahren bekannt ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17 = NVwZ 1988, 731 ), trägt alle Merkmale einer Verfestigung in dem hier gemeinten Sinne.
In ihren tatsächlichen Wirkungen ist die luftverkehrsrechtliche Genehmigung kein lediglich verfahrensleitendes Internum, das nur Rechtmäßigkeitsvoraussetzung für das sich anschließende Planfeststellungsverfahren ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - NVwZ 1988, 731 ); sie ist vielmehr z.B. geeignet, den Grundstücksmarkt nachhaltig zu beeinflussen.
Die luftverkehrsrechtliche Genehmigung nach § 6 Abs. 1 LuftVG und die gemäß § 8 Abs. 1 LuftVG erforderliche Planfeststellung haben zwar einen jeweils eigenen Regelungsbereich, sie sind aber (bei den planfeststellungsbedürftigen Flugplätzen) in einem mehrstufigen Verwaltungsverfahren sachlich und verfahrensmäßig miteinander verzahnt (Urteil vom 7. Juli 1978 - BVerwG 4 C 79.76 - BVerwGE 56, 110 ; vgl. ferner Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17).
Je wichtiger die Informationen und je gravierender die Auswirkungen des militärischen Vorhabens für die Planung der Gemeinde sind, desto dringender muß es - soweit dies im Hinblick auf den Verteidigungsauftrag der Bundeswehr noch vertretbar ist - in einem Genehmigungsverfahren nach §§ 6, 30 Abs. 3 LuftVG unter Beteiligung der Gemeinde geprüft werden (…vgl. Urteile vom 3. Mai 1988 - BVerwG 4 C 11 und 12.85 - a.a.O. und vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17).
Die vorgeschriebene Anhörung dient dazu, etwa entgegenstehende, abwägungserhebliche Interessen möglichst frühzeitig in den Planungsvorgang einfließen zu lassen (vgl. Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17 S. 1 ).
Die Rechtslage ist insbesondere deswegen anders zu beurteilen, weil die hier gebotene Koordination unter mehreren hoheitlichen Planungsträgern (vgl. Urteil des Senats vom 20. November 1987 a.a.O.) nur auf der Grundlage einer abschließenden Entscheidung im luftverkehrsrechtlichen Genehmigungsverfahren sinnvoll stattfinden kann.
Dies umso mehr, als selbst die Verlegung der gesamten Allgemeinen Luftfahrt auf andere Flugplätze schon damals in der Öffentlichkeit diskutiert worden ist (zum Umfang der Informationspflicht bei der Anhörung im luftverkehrsrechtlichen Verfahren vgl. Urteile des Senats vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17 …und vom 5. Dezember 1986 - BVerwG 4 C 13.85 - a.a.O. § 8 LuftVG Nr. 6 = BVerwGE 75, 214).
Soweit diese Planungshoheit durch überörtliche Enscheidungen betroffen wird, muß der einzelnen Gemeinde auch im Hinblick auf Art. 28 Abs. 2 GG eine substantielle Möglichkeit verbleiben, ihre Interessen angemessen wahrzunehmen (vgl. auch BVerfGE 56, 298 (320); ferner BVerwG, Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17 = DVBl. 1988, 532).
Wie der Senat wiederholt entschieden hat, steht den Gemeinden, die von der Anlegung und dem Betrieb eines Flughafens mit möglicher Auswirkung auf ihre eigene Planungshoheit berührt werden können, in einem luftverkehrsrechtlichen Genehmigungsverfahren ein subjektives Recht auf Beteiligung zu; das gilt sowohl für die Fälle, in denen das Vorhaben luftverkehrsrechtlich allein und abschließend durch eine Genehmigung zugelassen wird, als auch für die Fälle, in denen zusätzlich eine Planfeststellung erforderlich ist (…Urteile vom 14. Februar 1969 a.a.O., vom 22. Juni 1979 4 C 40.75 Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 11 , vom 7. Juli 1978 BVerwG 4 C 79.76 u.a. BVerwGE 56, 110 und vom 20. November 1987 BVerwG 4 C 39.84 Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17).
Das den Naturschutzverbänden eingeräumte Recht auf Verfahrensbeteiligung hat somit eine andere Funktion als das Anhörungsrecht betroffener Privatpersonen und betroffener Gemeinden (zum Beteilungsrecht der Gemeinden im luftverkehrsrechtlichen Genehmigungsverfahren vgl. z. B.: BVerwG, Urteil vom 20. November 1987 - 4 C 39.84 -, NVwZ 1988, 731; Urteil vom 22. Juni 1979 - 4 C 40.75 -, NJW 1980, 718).
In dieser Entscheidung ist das Bundesverwaltungsgericht zwar davon ausgegangen, dass das in einem luftverkehrsrechtlichen Genehmigungsverfahren den Gemeinden zustehende formelle Recht auf Beteiligung ihnen in spezifischer Weise und unabhängig vom materiellen Recht eine eigene, selbstständig durchsetzbare verfahrensrechtliche Rechtsposition einräumt (…a.a.O. S. 106; vgl. zu der besonderen Rechtsstellung der Gemeinden gerade in diesem Genehmigungsverfahren: Urteil vom 20. November 1987 - BVerwG 4 C 39.84 - Buchholz 442.40 § 6 LuftVG Nr. 17 S. 3 f.).
VG Darmstadt, 25.01.1995 - 2 E 1830/91
Rechtmäßigkeit der Zulassung einer Abweichung vom Regionalen Raumordnungsplan …

References: § 6
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 § 8
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 § 6
 § 8
 Art. 28
 § 6
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