Source: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003832
Timestamp: 2017-09-21 10:15:19+00:00

Document:
RIS - Gesamte Rechtsvorschrift für Tierhaltungs-Gewerbeverordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 21.09.2017
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Tierhaltungs-Gewerbeverordnung, Fassung vom 21.09.2017
Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über den Schutz und die Haltung von Tieren im Rahmen gewerblicher Tätigkeiten (Tierhaltungs-Gewerbeverordnung – TH-GewV)
StF: BGBl. II Nr. 487/2004
BGBl. II Nr. 29/2006
BGBl. II Nr. 409/2008
Haltung von Tieren in Zoofachgeschäften und vergleichbaren
§ 5. (1) Werden Tiere nur kurzfristig in einem Zoofachgeschäft oder in einer vergleichbaren Einrichtung, in welchen Tiere zum Verkauf angeboten werden, gehalten, so dürfen die in der Anlage 1 festgelegten Unterkünfte Verwendung finden, sofern
die Ausstattung der Unterkünfte und die Betreuung der Tiere den Anforderungen der Anlage entspricht,
(1a) Für die kurzfristige Haltung von Hunden und Katzen in Zoofachhandlungen, gilt Abs. 1 sinngemäß, wenn es sich um Tiere handelt, die nicht älter als 21 Wochen sind, wobei die besonderen Voraussetzungen gemäß § 7a zu erfüllen sind und die Haltung den Mindestanforderungen gemäß Anlage 4 zu entsprechen hat. Im Falle von Tieren ab 22 Wochen sind zusätzlich zu § 7a jedenfalls die Mindestanforderungen an die Haltung von Hunden und Katzen gemäß Anlage 1 Punkt 1 und 2 der 2. Tierhaltungsverordnung einzuhalten.
Besondere Voraussetzungen für das Halten von Hunden und Katzen in
§ 7a. (1) Für das Halten von Hunden und Katzen in Zoofachhandlungen sind zusätzlich zu den allgemeinen Mindestanforderungen gemäß §§ 4 und 5 folgende Voraussetzungen zu erfüllen:
Die Betreuung und Pflege der Tiere sowohl durch eine Betreuungsperson als auch durch den Betreuungstierarzt ist auch außerhalb der Geschäftszeiten sicher zu stellen.
Die Räume, die der Tierhaltung dienen, dürfen nur in Begleitung eines Mitarbeiters der Zoofachhandlung von Kunden betreten werden.
Hunde und Katzen sind räumlich getrennt von einander sowie räumlich getrennt von anderen Tierarten zu halten.
Eine Unterbringungsmöglichkeit für kranke Tiere räumlich getrennt von den anderen Tieren ist vorzusehen. Die räumlich getrennte Unterbringung kann auch durch einen stationären Aufenthalt beim Tierarzt erfolgen.
(2) Durch Abschluss des Betreuungsvertrages ist die ständige und umfassende veterinärmedizinische Betreuung und Beratung des Zoofachhändlers betreffend die Haltung und den Verkauf von Hunden und Katzen sicherzustellen. Bei Vertragskündigung darf keine Zeit ohne Betreuung durch einen Betreuungstierarzt vorliegen.
(3) Unbeschadet des § 21 TSchG ist in Zoofachhandlungen, in denen Hunde und Katzen angeboten werden, vom Zoofachhändler Folgendes zu überprüfen und zu dokumentieren:
Name und Anschrift des Züchters, wenn Zwischenhändler vorhanden, auch von diesen,
(4) Die eingebrachten Tiere sind binnen zwei Werktagen nach der Einbringung in die Zoohandlung vom Betreuungstierarzt klinisch zu untersuchen. Bei dieser Eingangsuntersuchung ist insbesondere auch Folgendes zu überprüfen und mit Angabe des Datums der Eingangsuntersuchung zu dokumentieren:
Gesundheitszustand und Bestätigung, dass die Tiere zur Haltung in der Zoofachhandlung und zum Zwecke des Verkaufes geeignet sind,
im Falle von Katzen Coronavirusuntersuchung gemäß Anlage 4 Punkt II Z 2 sowie das Ergebnis dieser Untersuchung.
(5) Weiters ist vom Betreuungstierarzt Folgendes zu dokumentieren:
Freigabedatum zur Vergesellschaftung mit andereren Tiergruppen der selben Tierart,
(6) Die Aufzeichnungen und Nachweise gemäß Abs. 3, 4 und 5 sind, sofern sie nicht gemäß § 21 TSchG fünf Jahre aufzubewahren sind, mindestens drei Jahre nach der Weitergabe oder dem Tod des betreffenden Tieres aufzubewahren. Diese Aufzeichnungen sind der Behörde anlässlich einer Kontrolle oder auf Anforderung zur Verfügung zu stellen. Stellt der Betreuungstierarzt bei den in Abs. 4 geforderten Überprüfungen Verstöße gegen die veterinärrechtlichen oder tierschutzrechtlichen Bestimmungen fest, ist vom Betreuungstierarzt die Behörde zu informieren.
§ 8. (1) Der Gewerbetreibende ist verpflichtet, leicht verständliche Merkblätter mit ausreichenden Informationen über Haltung und Pflege aller von ihm zum Verkauf angebotenen Tierarten sowie über allfällige Artenschutzbestimmungen und behördliche Bewilligungs- oder Anzeigepflichten bereit zu halten und dem Kunden beim Kauf eines Tieres auszuhändigen.
(2) Werden in einer Zoofachhandlung auch Hunde und Katzen angeboten, sind die Kunden beim Kauf jedenfalls über Folgendes aufzuklären:
Eingriffsverbot gemäß § 7 TSchG,
Erziehung und Ernährung,
Impfungen, Entwurmung und tierärztliche Betreuung,
im Falle von Hunden über Meldepflicht gemäß § 24a TSchG.
Mindestanforderungen an Räumlichkeiten und Unterkünfte, in denen
Tiere gehalten werden
§ 20. Ein Qualifikationsnachweis gemäß § 9 muss spätestens am 1. Jänner 2008 erbracht werden.
Mindestabmessungen der Unterkünfte für die kurzfristige Haltung
von Tieren in Zoofachgeschäften sowie vergleichbaren
Einrichtungen, die Tiere zum Verkauf anbieten
Tierart Mindest- Mindest- Mindest- Mindest-
grund- fläche fläche höhe
fläche pro für
in m² Tier jedes
in m² weitere
Zwerg- 0,5 m² L2 x L1,5 L0,5 x L0,5 0,5 m
Goldhamster, 0,1 m² L3 x L3 L x L0,5 0,3 m
Gerbils, 0,2 m² L5 x L5 L5 x L 0,3 m
Streifen- 0,25 m² L4 x L2 L x L0,5 0,8 m
Chinchillas 0,5 m² L2,5 x L2 L x L0,5 0,6 m
L bezeichnet die Körperlänge des Tieres ohne Schwanz
Die Spalte 1 bezeichnet die Tierarten, die in den jeweiligen Unterkünfte gehalten werden dürfen.
Die Spalte 2 bezeichnet die Mindestgrundfläche der Unterkünfte, die in keinem Fall unterschritten werden darf, unabhängig von der Anzahl der im Behältnis gehaltenen Tiere.
Die Spalte 5 bezeichnet die Mindesthöhe der Unterkünfte, unabhängig von der Anzahl der darin gehaltenen Tiere.
Tierart Mindest- Mindest- Mindest-
grund- fläche höhe
in m² jedes
Sperlingsvögel, 0,15 m²
(wie zB
Kardinäle, 0,04 m² 0,40 m
Webervögel) (1 bis
6 Vögel)
Sittiche und 0,2 m²
bis 30 cm Kopf- 0,05 m² 0,40 m
Schwanz-Länge (1 bis
3 Vögel)
Papageien, 0,5 m²
Graupapageien, 0,25 m² 1,5 m
Kleine Kakadus
(über 30 cm) (1 bis 3
Wachteln, 0,5 m²
Zwergwachteln (1 bis 10 0,05 m² 0,4 m
Ara, Große 1,5 m²
Kakadus (bis zu 0,45 m² 2,0 m
2 Vögel)
Die Spalte 2 bezeichnet die Mindestgrundfläche der Unterkunft, die
in keinem Fall unterschritten werden
Die Spalte 3 bezeichnet den Mindestplatzbedarf pro zusätzlich in der
selben Unterkunft gehaltenes Tier.
fläche pro für (Wasser-
in m² Tier jedes tiefe bei
in m² weitere Wasser-
Tier in schild-
m² kröten)
Landschild-
kröte 0,18 m² L3 x L3 L3 x L 0,3 m
kröte 0,06 m² L2 x L L x L 0,3 m
kröte 0,12 m² L3 x L2 L2 x L 10 cm
Boden- 0,18 m² LS0,66 x LS0,2 x 0,6 m
schlangen LS0,5 LS0,1
Kletternde 0,18 m² LS0,66 x LS0,2 x 0,8 m
Schlangen LS0,5 LS.,1
Bodenlebende 0,18 m² LS2 x LS2 LS0,5 x LS0,5 0,35 m
Kletternde 0,18 m² LS2 x LS LS0,5 x LS0,2 0,6 m
L bezeichnet die Körperlänge des Tieres ohne Schwanz. LS bezeichnet die Körperlänge des Tieres mit Schwanz. Die Spalte 1 bezeichnet die Tierarten, die in den jeweiligen Unterkünften gehalten werden dürfen.
Die Spalte 4 bezeichnet bei der Haltung mehrerer Tiere die Mindestfläche für jedes weitere gehaltene
die Betreuung der Tiere bei kurzfristiger Haltung im
Zoofachhandel und in vergleichbaren Einrichtungen,
die Tiere zum Verkauf anbieten
1. Kleinsäugetiere
1.1. Einstreu
Aufgrund des hohen Sauerstoffbedarfs und zur Verhinderung von
Wärmestaus muss ein ausreichender
1.6.1. Sozial lebende Kleinsäugetiere (z.B. Meerschweinchen, Kaninchen) dürfen nur gemeinsam mit Artgenossen in einer Gruppe gehalten werden.
2.1. Beschaffenheit und Aufstellung der Unterkünfte
2.1.2. Die Vergitterung muss aus korrosionsbeständigem Material bestehen. Die Gitterweite und –festigkeit muss der Größe der gehaltenen Vögel angepasst sein. Käfige, in denen Papageienvögel gehalten werden, müssen querverdrahtet sein.
zu § 9 Z 4
Der Lehrgang ist am Wirtschaftsförderungsinstitut, einer Kammer der gewerblichen Wirtschaft oder an einer vergleichbaren sonstigen nichtschulischen Berufsbildenden Einrichtung zu absolvieren.
Der Lehrgang hat in jedem Fall folgende Gegenstände zu umfassen:
2.1. Hundehaltung einschließlich Ernährung
2.2. Katzenhaltung einschließlich Ernährung
2.3. Kleintierhaltung einschließlich Ernährung
2.4. Vogelhaltung einschließlich Ernährung
2.5. Terraristik
2.6. Aquaristik
2.7. Tierschutz und Tierschutzrecht
2.8. Artenschutz und Artenschutzrecht
2.9. Grundzüge des Tierseuchenrechtes
2.10. Grundzüge des Futtermittelrechts
3. Der Lehrplan ist vom Bundesminister für Gesundheit und Frauen nach Anhörung der Wirtschaftskammer Österreichs und dem Tierschutzrat (§ 42 TSchG ) auszuarbeiten, in regelmäßigen Abständen auf seine Aktualität zu überprüfen und in den Amtlichen Veterinärnachrichten (AVN) zu verlautbaren.
I. Mindestanforderung für die Haltung von Hunden
1. Bewegungsmöglichkeit, Beschäftigungsmöglichkeit und Sozialkontakt
II. Mindestanforderung für die Haltung von Katzen
Bewegungsmöglichkeit, Beschäftigungsmöglichkeit und Sozialkontakt
Katzenwelpen aus einem Wurf sind gemeinsam in einem Raum zu halten. Eine weitere Vergesellschaftung mit anderen Katzen ist frühestens nach je einer Woche Aufenthalt in der Zoofachhandlung, nach tierärztlicher Freigabe und unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Coronavirusuntersuchung (FIP) aus dem Kot jedes Einzeltieres möglich.

References: § 5
 § 7
 § 7

§ 7
 § 21
 § 21

§ 8
 § 7
 § 24

§ 20
 § 9
 § 9