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Timestamp: 2018-07-23 08:07:15+00:00

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Bilanzierung [ Stand: 11.01.2018 ]
Autor: Dirk J. Lamprecht, Philipp Jahn
Besteht die Pflicht zur Erstellung eines Konzernabschlusses, so kommt es zu einer Wechselwirkung zwischen den handelsrechtlichen Buchführungs- und Bilanzierungspflichten auf Einzelabschlussebene und der Verpflichtung, einen für alle in den Konzernabschluss einzubeziehenden Konzernunternehmen einheitlichen Konzernabschluss zu erstellen.
Im Rahmen einer Konzernrichtlinie werden die Anpassungen an die konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geregelt. Sowohl die Wertansätze auf Einzelabschlussebene wie auf Konzernabschlussebene und der Umfang der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen unterliegen oftmals Veränderungen. Die Richtlinie wird dem Einzelabschluss vorangestellt und erlaubt daher eine beschleunigte Konzernabschlusserstellung.
Nach dem Handelsrecht unterliegen die in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen der Buchführungs- und Bilanzierungspflicht. Erweiternde Vorschriften zur Konzernrechnungslegung ergänzen lediglich die Einzelvorschriften hinsichtlich der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen (sog. Konsolidierungskreis) wie auch die anzuwendenden Konsolidierungsmethoden.
Nach der Einheitstheorie, § 297 Abs. 3 HGB, ist der Konzern so darzustellen, als würde es sich um ein einziges Unternehmen handeln. Dieses Prinzip des Konzernabschlusses wird durch das Weltabschlussprinzip ergänzt, da alle in- und ausländischen Tochterunternehmen unabhängig von ihrer Rechtsform in den Konzernabschluss des inländischen Mutterunternehmens einzubeziehen sind. Damit sollen insbesondere die Informationsziele für externe Bilanzleser erfüllt werden, um einen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmensverbundes zu gewährleisten.
Die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts hat in den ersten fünf Monaten des folgenden Konzerngeschäftsjahrs zu erfolgen. Handelt es sich bei dem Mutterunternehmen um eine Kapitalgesellschaft i. S. d. § 325 Abs. 4 S. 1 HGB,* so verkürzt sich die Frist auf vier Monate. Eine Konzernabschlusspflicht kann sich auch für Nicht-Kapitalgesellschaften aus § 11 PublG ergeben.
Grundsätzlich besteht die Aufstellungspflicht nach § 290 Abs. 1 HGB, wenn ein Unternehmen (Mutterunternehmen) auf ein anderes Unternehmen (Tochterunternehmen) unmittel- oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Die Möglichkeit des beherrschenden Einflusses wird in § 290 Abs. 2 HGB beispielsweise angenommen, wenn:
dem Mutterunternehmen bei einem anderen Unternehmen die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschafter zusteht;
dem Mutterunternehmen das Recht zusteht, die Mehrheit der Mitglieder des die Finanz- und Geschäftspolitik bestimmenden Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsorgans zu bestellen oder abzuberufen, und es gleichzeitig Gesellschafter ist;
dem Mutterunternehmen das Recht zusteht, die Finanz- und Geschäftspolitik auf Grund eines mit einem anderen Unternehmen geschlossenen Beherrschungsvertrages oder auf Grund einer Bestimmung in der Satzung des anderen Unternehmens zu bestimmen, oder
es bei wirtschaftlicher Betrachtung die Mehrheit der Risiken und Chancen eines Unternehmens trägt, das zur Erreichung eines eng begrenzten und genau definierten Ziels des Mutterunternehmens dient (Zweckgesellschaft).
Auch wenn diese Kriterien in Teilen erfüllt werden, sind in §§ 291 bis 293 HGB noch einige Ausnahmen definiert, die bewirken, dass trotz Erfüllung der vorgenannten Voraussetzungen kein Konzernabschluss aufgestellt werden muss. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein übergeordnetes Mutterunternehmen in der EU/EWR oder in einem Drittstaat bereits einen Konzernabschluss aufstellt, der dann befreiende Wirkung haben kann.
Möglich sind auch Erleichterungen aufgrund der Unterschreitung bestimmter Größenkriterien, die in § 293 Abs. 1 Nr. 1 und 2 HGB definiert sind. Demnach ist ein Mutterunternehmen von der Erstellung eines Konzernabschlusses befreit, wenn am Abschlussstichtag und am vorhergehenden Abschlussstichtag mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale zutreffen:
Die Bilanzsummen in den Bilanzen des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen, die in den Konzernabschluss einzubeziehen wären, übersteigen insgesamt nicht 24 Mio. Euro
Die Umsatzerlöse des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen, die in den Konzernabschluss einzubeziehen wären, übersteigen in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag insgesamt nicht 48 Mio. Euro
Das Mutterunternehmen und die Tochterunternehmen, die in den Konzernabschluss einzubeziehen wären, haben in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 250 Arbeitnehmer beschäftigt;
wenn für ein Mutterunternehmen am Abschlussstichtag eines von ihm aufzustellenden Konzernabschlusses und am vorhergehenden Abschlussstichtag mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale zutreffen:
Die Bilanzsumme übersteigt nicht 20 Mio. Euro.
Die Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag übersteigen nicht 40 Mio. Euro.
Das Mutterunternehmen und die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 250 Arbeitnehmer beschäftigt.
Wie zu sehen ist, kann die Beurteilung der Überschreitung der Größenkriterien sowohl nach der Bruttomethode als auch nach der Nettomethode vorgenommen werden. Bei der Bruttomethode wird die Summe der Einzelabschlüsse des Mutterunternehmens und der Tochterunternehmen ohne Konsolidierungsmaßnahmen, also auf HB I-Basis betrachtet, was zunächst einen geringeren Aufwand bei der Prüfung durch die Gesellschaft bedeutet. Die Beurteilung nach der sog. Nettomethode erfolgt auf Basis eines vorläufigen Konzernabschlusses, bei dem bereits eine an konzerneinheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsregeln angepasste HB II erstellt wurde.
Das Unternehmen kann jedes Jahr frei entscheiden, nach welcher Methode sie die Einhaltung bzw. die mögliche Überschreitung der Größenkriterien beurteilt.*
Neben den größenabhängigen Erleichterungen zur Erstellung eines Konzernabschlusses gibt es noch weitere Möglichkeiten, von der Einbeziehung eines Tochterunternehmens in den Konzernabschluss abzusehen, wenn eines der folgenden Kriterien, die in § 296 Abs. 1 HGB geregelt sind, erfüllt ist:
Es bestehen erhebliche und andauernde Beschränkungen, die die Ausübung der Rechte des Mutterunternehmens in Bezug auf das Vermögen oder die Geschäftsführung dieses Unternehmens nachhaltig beeinträchtigen,
Die für die Aufstellung des Konzernabschlusses erforderlichen Angaben sind nicht ohne unverhältnismäßig hohe Kosten oder unangemessene Verzögerungen zu erhalten oder
Die Anteile des Tochterunternehmens werden ausschließlich zum Zwecke ihrer Weiterveräußerung gehalten und stellen somit Umlaufvermögen dar.
Ein weiteres Kriterium kann sein, dass ein Tochterunternehmen von untergeordneter Bedeutung aus Sicht der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist.
Dass eines der Kriterien erfüllt ist, sollte entsprechend dokumentiert sein und muss jeweils im Konzernanhang nach § 296 Abs. 3 HGB begründet werden.
Ein möglichst vollständiges und rationelles Konsolidieren bedeutet, dass möglichst viele Konsolidierungsvorarbeiten auf Ebene der Tochterunternehmen durchgeführt werden. Daher sollte neben der Erstellung der sog. HB I auch die Erstellung der HB II auf Einzelabschlussebene erfolgen. Diese Anforderung kann nur erfüllt werden, sofern klare Anweisungen und Vorgaben für die Anpassungen gegeben sind.
Die Konsolidierungsstelle erteilt diese Vorgaben durch Grund- und Arbeitsanweisungen, die nicht nur die Ansatz- und Bilanzierungsvorschriften beinhalten, sondern auch den Workflow z. B. hinsichtlich der Terminplanung und Berichtsvorgaben beinhalten. Damit wird gewährleistet, dass im Rahmen der Erstellung der HB II die Anpassungen auf Einzelabschlussebene erfolgen, um nicht diese auf Konzernebene durchführen zu müssen. Die Konsolidierungsstelle bräuchte dafür zusätzliche Informationen, die wiederum die Konzernabschlusserstellung erschweren könnten.
Da die einheitliche Bilanzierungspolitik einem stetigen Wandel unterliegt und auch der Konsolidierungskreis nicht statisch ist, ist es erforderlich, die Konzernrichtlinie stetig zu überprüfen und anzupassen.
Aufbau einer Konzernrichtlinie
Idealerweise sollte eine Konzernrichtlinie in einzelne Kapitel unterteilt werden, so dass erforderliche Anpassungen wie in einer Loseblattsammlung ergänzt und angepasst werden können. Die einzelnen Kapitel können jedoch nicht losgelöst betrachtet werden, da Ansatz- und Bewertungsregelungen, der Umfang der zu konsolidierenden Unternehmen sowie Wahlrechte i. d. R. mehrere Kapitel betreffen.
Im Rahmen des Konsolidierungskreises ist festzulegen, welche Unternehmen in den Konzernabschluss einzubeziehen sind und ob u. U. ein Einbeziehungswahlrecht ausgeübt wird. Der Konsolidierungskreis ist entsprechend den Beteiligungsabstufungen einzuteilen und bei sich verändernden Beteiligungsverhältnissen entsprechend anzupassen.
Im Workflow sollte als Ziel der späteste Meldetermin der in den Konzernabschluss einzubeziehenden Abschlüsse und Berichte vermerkt werden. Auf dem Zeitstrahl rückwärts gerichtet können folgende Meilensteine festgelegt werden:
Vorlage des Konzernabschlusses zur Prüfung und Erstellung des Prüfungsberichts;
Durchführung der Konsolidierung bzw. Probekonsolidierung und möglicher Abstimmungen;
Durchführung der Anpassungen auf Konzernebene;
Termin für die Abgabe bzw. Übermittlung des testierten Abschlusses nach HB I bzw. Übermittlung der HB II;
Termin für ein Vorgespräch bzw. Vorprüfung;
Termin für die Abstimmungsvorgänge bei den Zahlungen und konzerninterne Leistungs- und Lieferungsbeziehungen;
Termin der letzten konzerninternen Erfassung von Zahlungsströmen und Geschäftsvorfällen.
Die Zuständigkeit für die Konzernrichtlinie sollte bei der Konsolidierungsstelle liegen. Hierfür ist jedoch erforderlich, mit den in den Konzernabschluss einzubeziehenden Unternehmen bedeutsame Sachverhalte abzusprechen und ein Meldewesen nicht nur für Sachverhalte einzuführen, die für die Konzernabschlusserstellung erforderlich sind, sondern bereits im laufenden Geschäftsverkehr Abstimmungen erfordern. Die verantwortliche Stelle hat auch die Terminierung des Workflows zu überwachen.
Hierunter fällt in erster Linie die Verwendung eines einheitlichen Kontenplans für alle Konzernunternehmen. Jedoch sind hierbei länderspezifische handelsrechtliche* wie auch u. U. fiskalpolitische* Besonderheiten zu beachten. Andererseits sollte auf Einzelabschlussebene das betreffende Unternehmen u. U. spezifische Kontenrahmenanpassungen vornehmen können.
Weichen die Rechnungslegungsvorschriften der einzubeziehenden Konzernunternehmen wesentlich von denen des Mutterunternehmens ab, kann es erforderlich sein, eine spezielle Anpassungs- bzw. Überleitungsrichtlinie dieser Einzelabschlüsse hin zum Konzernabschluss einzuführen.
Neben dem Kontenrahmen sind auch die Abschreibungsmethoden wie auch die Nutzungsdauern des abnutzbaren Anlagevermögens einheitlich zu regeln.
Weiterhin ist es erforderlich, Besonderheiten hinsichtlich der Währungsunionsrechnung wie aber auch Sonderfragen der Bilanzierung von Abschlüssen aus Hochinflationsländern zu berücksichtigen, § 308 a HGB.
Für die Ermittlung der latenten Steuern werden die Wertansätze aus der HB II zugrunde gelegt. Darauf aufbauend werden die latenten Steuern ermittelt, § 306 HGB. Darin enthalten sind damit sämtliche Anpassungen aufgrund rechtsform- oder länderspezifischer Bilanzierungs- und Bewertungsabweichungen.
Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung hat die Konzernrichtlinie beispielsweise festzulegen, wie vorhandene stille Reserven zu behandeln sind bzw. wie mit einem Unterschiedsbetrag aus der Konsolidierung verfahren wird.
Die im Rahmen der Schuldenkonsolidierung benötigten Daten können entweder von den zu konsolidierenden Unternehmen selbstständig der Konsolidierungsstelle gemeldet werden oder aber von der Konsolidierungsstelle über Saldenbestätigungen ermittelt werden. Durch ein Konzernclearing entfällt die gegenseitige Saldenabstimmung.
Wird im Konzernverbund eine einheitliche ERP-Software verwendet, kann technisch der Konzern einheitliche Kontenrahmen der Art verwenden, dass ein wesentlicher Hauptteil der Konsolidierung bereits elektronisch erfolgen kann.
Darüber hinaus ist bei Organschaftsverhältnissen* aus steuerrechtlicher Sicht ebenfalls eine Konsolidierung der steuerrechtlichen Ergebnisse durchzuführen, so dass dahingehend das konzerninterne Meldewesen ebenfalls aufzubauen ist.
Im Rahmen der Aufstellung eines Konzernabschlusses muss zunächst beurteilt werden, nach welcher Methode ein Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen wird. Grundsätzlich wird zwischen der At-Equity-Methode (§ 311 HGB), Quotenkonsolidierung (§ 310 HGB) und Vollkonsolidierung (§ 300 ff. HGB) unterschieden.
Die At-Equity Methode kann beispielsweise angewandt werden, wenn ein Unternehmen auf ein anderes Unternehmen einen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, was in der Regel bei einem Anteil von mind. 20 Prozent am Kapital vermutet wird.* Kann dies bejaht werden, wird der Anteil an diesem Unternehmen im Konzernabschluss als sog. Anteil an einem assoziierten Unternehmen ausgewiesen. Die Aktiva und Passiva des Unternehmens gehen nicht in den Konzernabschluss ein. Der Anteil am Kapital wird lediglich fortgeführt und um das jeweilige Jahresergebnis angepasst – ähnlich der sog. steuerrechtlichen Spiegelbildmethode bei Anteilen an Personenhandelsgesellschaften.
Beträgt die Beteiligung unter 20 Prozent am Kapital einer Gesellschaft, wird im Konzernabschluss nur die Beteiligung im Finanzanlagevermögen ausgewiesen. Es werden keine Konsolidierungsbuchungen im Zusammenhang mit diesem Unternehmen vorgenommen.
Die Quotenkonsolidierung wird vorgenommen, wenn zwei Unternehmen ein weiteres Unternehmen gemeinsam führen. Dann werden nur 50 Prozent der Vermögensgegenstände und Schulden sowie der Aufwendungen und Erträge dieses Unternehmen im Konzernabschluss abgebildet und im Rahmen möglicher Konsolidierungsmaßnahmen beachtet.
Die weitere Art der Konsolidierung ist die sog. Vollkonsolidierung, die angewandt wird, wenn der beherrschende Einfluss auf ein Unternehmen von einem Unternehmen (Mutterunternehmen) alleine oder zusammen mit einem weiteren Tochterunternehmen besteht. Demnach werden alle Vermögensgegenstände und Schulden sowie Aufwendungen Erträge im Konzernabschluss erfasst. Die nachfolgenden Beispiele und Erläuterungen beziehen sich jeweils auf den Anwendungsfall der Vollkonsolidierung.
Im Rahmen der Konzernabschlusserstellung müssen verschiedene Konsolidierungsbuchungen vorgenommen werden, um dem Grundsatz der Einheitstheorie gerecht zu werden. In einer entsprechenden Konzernrichtlinie sollten daher die Grundzüge der jeweiligen Konsolidierungsmethoden beschrieben werden, um deren gleichmäßige Anwendung sicherzustellen. Nachfolgend werden die notwendigen Konsolidierungsschritte mit kurzen Beispielen dargestellt.
Bei der Kapitalkonsolidierung werden gem. § 301 HGB die Anteile des Mutterunternehmens oder eines in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmens am Kapital eines weiteren in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmens mit dem entsprechenden Eigenkapital verrechnet.
BeispielDie X AG (Mutterunternehmen) hat am 1. August X1 75 Prozent der Anteile an der C GmbH zu einem Kaufpreis von 150.000 GE erworben. Die weiteren 25 Prozent werden zum selben Zeitpunkt von der B GmbH erworben, die ebenfalls zu 100 Prozent im Besitz der X AG steht. Der Kaufpreis für 25 Prozent am Kapital der C GmbH betrug 50.000 GE. Das Eigenkapital der C GmbH im Zeitpunkt des Erwerbs enthielt nur das Stammkapital von 50.000 GE und keinen Ergebnisvortrag mehr, da dieser an die bisherigen Gesellschafter ausgekehrt wurde. Die C GmbH ist ein Startup-Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern und geringem Anlagevermögen.
Insgesamt haben die X AG und die B GmbH somit 200.000 GE für ein Eigenkapital von 50.000 GE der C GmbH bezahlt. Das den Konzernabschluss erstellende Unternehmen muss zunächst prüfen, ob die C GmbH über stille Reserven in den jeweiligen Aktiva verfügt, denen der im Rahmen der Kapitalkonsolidierung entstehende Unterschiedsbetrag zugeordnet werden kann. In der Praxis kommen hierfür oftmals unterbewertete Sachanlagen oder Gebäude, aber auch das Vorratsvermögen in Betracht. Denkbar sind auch selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände, wie Marken oder Kundenlisten der C GmbH, die auf Ebene des Einzelabschlusses einem Bilanzierungsverbot (§ 248 Abs. 2 S. 2 HGB) unterliegen. Auch stille Lasten beispielsweise im Bereich der Rückstellungen sind denkbar. Diese sind dann ebenfalls anzusetzen.
Sofern die stillen Reserven von 150.000 GE keinem Aktivposten zugeordnet werden können und auch keine stillen Lasten identifiziert wurden, ist eine Zuordnung des aktiven Unterschiedsbetrags als Geschäfts- oder Firmenwert vorzunehmen, der nach § 309 Abs. 1 HGB entsprechend über die Nutzungsdauer abzuschreiben ist.
Sofern ein passiver Unterschiedsbetrag entstehen würde, könnte dieser ergebniswirksam aufgelöst werden, sofern dies sachgerecht ist und in Einklang mit §§ 297, 298 HGB und den Vorschriften des ersten Abschnitts des HGB steht (§ 309 Abs. 2 HGB).
Im vorliegenden Fall würde sich folgende verkürzte Summenbilanz mit entsprechenden Konsolidierungsbuchungen ergeben, wobei angenommen wird, dass die jeweiligen Einzelabschlüsse bereits an die Bilanzierung und Bewertung des Mutterunternehmens angepasst wurden. Auf die Darstellung der Konsolidierungsbuchungen der B GmbH wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet:
Der Buchungssatz im Rahmen der Kapitalkonsolidierung lautet wie folgt:
Stammkapital C GmbH
Anteile an verb. Unternehmen
Bei Durchführung der Schuldenkonsolidierung sind alle Ausleihungen und andere Forderungen, Rückstellungen und Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen inkl. des Mutterunternehmens sowie entsprechende Rechnungsabgrenzungsposten zu eliminieren.*
Sofern die entsprechenden Beträge von untergeordneter Bedeutung aus Sicht des Konzernabschlusses sind, kann nach § 303 Abs. 2 HGB auf die Konsolidierung verzichtet werden.
Neben den klassischen Beispielen Forderungen und Verbindlichkeiten im Konzernverbund ist es ebenso möglich, dass Rückstellungen für Verpflichtungen gegen anderen Konzerngesellschaften bestehen. Denkbar sind hier Rückstellungen für Gewährleistungen aus Lieferungen an andere Gesellschaften. Diese sind entsprechend zu eliminieren, da ein Unternehmen keine Ansprüche gegen sich selbst haben kann.
BeispielDie X AG (Mutterunternehmen) hat ihrer Tochtergesellschaft B GmbH ein langfristiges Darlehen über 400.000 GE ausgereicht, das mit 3 % p. a. verzinst wird. Weiterhin bestehen Forderungen der B GmbH aus Liefer- und Leistungsverkehr in Höhe von 130.000 GE an die ebenfalls im Konzernabschluss einbezogene D KG. Diese Positionen sind im Rahmen der Schuldenkonsolidierung zu eliminieren, wobei sich nachfolgende verkürzte Summenbilanz mit Konsolidierungen ergibt:
Der Buchungssatz im Rahmen der Schuldenkonsolidierung lautet wie folgt:
Verbindlichkeiten ggü. verb. Unternehmen
Forderungen ggü. verb. Unternehmen
Grds. sind noch die zwischen der X AG und der B GmbH erhobenen Zinsen zu konsolidieren, was jedoch erst im Rahmen der nachfolgend dargestellten Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt.
Im Rahmen dieser Konsolidierungsmethode sind alle Aufwendungen und Erträge bzw. Umsatzerlöse zwischen Konzerngesellschaften zu eliminieren. Dies ist in § 305 HGB geregelt. Üblicherweise werden Umsatzerlöse und Kosten für bezogene Leistungen und Waren eliminiert, sofern diese nicht im Rahmen einer Bestandsveränderung erfasst werden. Möglich sind aber auch Zinsaufwendungen und -erträge oder weiterbelastete Kosten für Administration und Beratung.
Die X AG berechnet monatlich 2.000 GE für Mieten an die B GmbH weiter. Die weiterberechneten Kosten sind gem. Neuregelung der Umsatzqualifikation im Zuge des BilRuG als Umsatzerlöse bei der X AG auszuweisen. Bislang wurde oftmals der Ausweis als sonstiger Ertrag gewählt.* Die B GmbH hat im Geschäftsjahr im Gegenzug Waren in Höhe von 350.000 GE an die X AG geliefert, die bereits vollständig weiterveräußert wurden. Gewinnaufschläge wurden nicht berechnet. Zudem ergaben sich aus dem vorab beschriebenen Darlehen (Schuldenkonsolidierung) Zinserträge bei der X AG von 10.000 GE.
Es ergibt sich folgende verkürzte Summen-GuV mit entsprechenden Konsolidierungsmaßnahmen:
Aufwendungen für bezogene Waren
Die letzte im Rahmen der Konzernrichtlinie zu regelnde Konsolidierungsmethode ist die sog. Zwischenerfolgseliminierung gemäß § 304 HGB. Hierbei werden Gewinne bzw. Gewinnaufschläge zwischen Konzerngesellschaften eliminiert, wobei dies nur zum Tragen kommt, sofern die bezogenen Waren oder Leistungen noch bei der empfangenden Konzerngesellschaft in der Bilanz erfasst sind, bspw. im Vorratsvermögen. Anderenfalls wurden die Gewinne schon über die Aufwands- und Ertragskonsolidierung eliminiert.
Die B GmbH veräußert im Dezember X1 Waren an die Muttergesellschaft X AG. Die B GmbH hatte Kosten für den Wareneinkauf von 300.000 GE und hat die Produkte für 320.000 GE an die X AG weiterveräußert und somit auf Ebene ihres Einzelabschlusses einen Gewinn von 20.000 GE erwirtschaftet. Bei der X AG sind die Waren zum Stichtag noch im Bestand und werden mit 320.000 GE im Vorratsvermögen ausgewiesen. Die Waren wurden noch vor dem Bilanzstichtag (31. Dezember) bezahlt.
Da im Konzernabschluss die vorab beschriebene Einheitstheorie gilt, kann ein Unternehmen keinen Gewinn mit sich selbst erwirtschaften, sodass der Zwischengewinn entsprechend eliminiert werden muss. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, werden nachfolgend sowohl die Konsolidierungen der Umsätze und des Wareneinsatzes als auch die Eliminierung der Zwischenergebnisse in einer Tabelle dargestellt, da der Warenverkehr zwischen der X AG und der B GmbH grundsätzlich bereits im Rahmen der Aufwands- und Ertragseliminierung zu konsolidieren wäre.
Es ergibt sich wiederum folgende verkürzte Summenbilanz und Summen-GuV mit entsprechenden Konsolidierungsbuchungen:
Der Buchungssatz im Rahmen der Zwischenerfolgseliminierung lautet wie folgt:

References: § 297
 § 325
 § 11
 § 290
 § 290
 § 293
 § 296
 § 296
 § 308
 § 306
 § 301
 § 309
 § 303
 § 305
 § 304