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Timestamp: 2020-08-09 09:09:50+00:00

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BGH, 29.02.1984 - VIII ZR 350/82 - dejure.org
https://dejure.org/1984,415
BGH, 29.02.1984 - VIII ZR 350/82 (https://dejure.org/1984,415)
BGH, Entscheidung vom 29.02.1984 - VIII ZR 350/82 (https://dejure.org/1984,415)
BGH, Entscheidung vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 (https://dejure.org/1984,415)
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Gesamtnichtigkeit eines Automaten-Aufstellvertrages bei Unwirksamkeit von einzelnen Vertragsbestandteilen - Wirksamkeit einer Nachfolgerklausel - Wirksamkeit einer Vertragsübertragungsklausel - Verbot der Kumulation von Vertragsstrafe und Schadensersatz im kaufmännischen ...
Keine Gesamtnichtigkeit eines formularmäßigen Automaten-Aufstellvertrags bei wesentlicher Änderung, jedoch nicht völlig neuer Vertragsgestaltung aufgrund ersatzlosen Wegfalls mehrerer Vertragsklauseln
AGBG §§ 3, 5, 6, 9
Unwirksame Klauseln in Automaten-Aufstellvertrag
NJW 1985, 53
ZIP 1984, 841
MDR 1985, 223
WM 1984, 663
BB 1984, 1508
Eine formularmäßige Vertragsbestimmung ist unangemessen (§ 9 Abs. 1 AGBG), wenn der Verwender durch einseitige Vertragsgestaltung mißbräuchlich eigene Interessen auf Kosten seines Vertragspartners durchsetzen will, ohne dessen Interessen hinreichend zu berücksichtigen und ihm einen angemessenen Ausgleich zuzugestehen (BGHZ 90, 280, 284; BGH, Urteile vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 666 unter II 2 e bb und vom 13. Februar 1985 - VIII ZR 154/84 = WM 1985, 542, 543 unter II 1 c bb).
Der Ausnahmefall einer inhaltlich und ihrer sprachlichen Fassung nach teilbaren Klausel (dazu Senatsurteilevom 7. Oktober 1981 - VIII ZR 214/80 = WM 1981, 1354, 1357 undvom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 665; BGH Urteil vom 28. Mai 1984 - III ZR 63/83 = WM 1984, 986, 987) liegt nicht vor.
Diese Formulierung kann dem Vertragspartner des Klauselverwenders Anlaß zu der Überlegung geben, daß der Schaden des Verwenders nicht notwendig 25 % der Kaufsumme betrage muß und er dies einer inhaltlich und ihrer sprachlichen Fassung nach teilbaren Klausel (dazu Senatsurteilevom 7. Oktober 1981 - VIII ZR 214/80 = WM 1981, 1354, 1357 undvom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 665; BGH Urteil vom 28. Mai 1984 - III ZR 63/83 = WM 1984, 986,987) liegt nicht vor.
Danach bedeutet das Festhalten an den Verträgen für den Beklagten - anders als wenn diesem, wie etwa beim Wegfall aller oder der meisten Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei einem gesetzlich nicht geregelten Vertragstyp (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 6.10.1982 - VIII ZR 201/81, NJW 1983, 159, 160 u. 162; Urt. v. 29.2.1984 - VIII ZR 350/82, NJW 1985, 53, 54 u. 56), Ungewißheit oder Streit über die beiderseitigen Rechte und Pflichten drohte - keine unzumutbare Härte i.S. des § 6 Abs. 3 AGBG (nunmehr: § 306 Abs. 3 BGB).
BGH, 09.06.2010 - XII ZR 171/08
Wirksamkeit einer Formularklausel über das dem Vermieter eingeräumte Recht zur …
(Fortführung der Urteile BGH, 29. Februar 1984, VIII ZR 350/82, ZIP 1984, 841; BGH, 11. Juli 1984, VIII ZR 35/83, ZIP 1984, 1093 und BGH, 21. März 1990, VIII ZR 196/89, NJW-RR 1990, 1076).
Zwar habe der Bundesgerichtshof Vertragsübertragungsklauseln in Automaten-Aufstellverträgen als (nach § 9 AGB a. F.) unwirksam angesehen, weil nach der Art des Vertrages dem Gastwirt die Person des Aufstellers typischerweise nicht gleichgültig sein könne, er vielmehr ein besonderes Interesse daran habe, dass der Aufsteller den Publikumsgeschmack zu treffen wisse, den Reparaturdienst gewährleisten könne und bei der Abrechnung zuverlässig sei (BGH Urteile vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 - ZIP 1984, 841; vom 11. Juli 1984 - VIII ZR 35/83 - ZIP 1984, 1093 und vom 21. März 1990 - VIII ZR 196/89 - NJW-RR 1990, 1076).
Diese Voraussetzung hat der Bundesgerichtshof bei einem auf mehrere Jahre abgeschlossenen Automaten-Aufstellvertrag, der neben mietvertraglichen Elementen auch personenbezogene Merkmale aufweist, bejaht (BGH Urteile vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 - ZIP 1984, 841; vom 11. Juli 1984 - VIII ZR 35/83 - ZIP 1984, 1093 und vom 21. März 1990 - VIII ZR 196/89 - NJW-RR 1990, 1076; vgl. näher oben sub I.1. letzter Absatz).
Eine Klausel, die den Gastwirt selbst dann gesamtschuldnerisch neben dem Nachfolger weiterhaften lassen will, wenn der Vertragspartner der Nachfolge zugestimmt hat, ist in einem Automatenaufstellvertrag für unwirksam erklärt worden (BGH, Urteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82, WM 1984, 663 unter II a 2 bb).
In dem verbleibenden Umfang kann die inhaltlich und ihrer sprachlichen Fassung nach teilbare Bestimmung aufrechterhalten werden (dazu Senatsurteile vom 7. Oktober 1981 - VIII ZR 214/80 = WM 1981, 1354, 1357 und vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 665).
Die Übertragung eines Vertrages mit den sich aus ihm ergebenden Rechten und Pflichten hängt schon nach allgemeinem Vertragsrecht (§ 415 Abs. 1 BGB) von der Genehmigung des anderen Vertragsteils ab (vgl. auch Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 665 unter II 2 b).
Eine im kaufmännischen Geschäftsverkehr verwendete Vertragsstrafenklausel unterliegt jedoch der Inhaltskontrolle nach § 9 AGBG (§ 24 Satz 2 AGBG, vgl. Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 667 unter II 2 g; Senatsurteil vom 18. April 1984 - VIII ZR 50/83 = WM 1984, 931, 932 = NJW 1985, 57 f [BGH 18.04.1984 - VIII ZR 50/83] unter II 4).
Grundsätzlich rechtfertigt aber die Unwirksamkeit einer einzelnen oder auch einiger vertraglicher Regelungen nach dem Grundsatz des § 6 Abs. 1 AGBG die Annahme einer Gesamtnichtigkeit noch nicht (Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663, 664 = NJW 1985, 53, 54 unter II 1 m.w.Nachw.;… Wolf/Eckert, Handbuch des gewerblichen, Miet,- Pacht,- und Leasingrechts, 5. Aufl., Rz. 540).
dd) Unwirksam ist hingegen, wie das Berufungsgericht ohne Widerspruch seitens der Parteien angenommen hat, Nr. 2 c des Vertrages (Vertragsübertragung); ob dies auch für die weiteren formularmäßigen Klauseln Nr. 2 b (Nachfolgeklausel) und Nr. 7 (Rentabilitätsminimum) gilt (vgl. Senatsurteil vom 6. Oktober 1982 - VIII ZR 201/81 = WM 1982, 1354, 1356 f = NJW 1983, 159 ff unter II 3 a und c; Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 aaO unter II 2 a aa und c bb), bedarf keiner abschließenden Entscheidung.
Auch bei Unwirksamkeit dieser und der in Nr. 8 enthaltenen formularmäßigen Klauseln blieben die Hauptpflichten der Parteien bestehen, so daß der Vertragszweck erreicht und der Vertrag sinnvoll durchgeführt werden konnte; eine neue, von der bisherigen völlig abweichende Vertragsgestaltung liegt - ähnlich wie bei dem dem Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 aaO - zugrundeliegenden Sachverhalt - nicht vor.
Grundsätzlich rechtfertigt die Unwirksamkeit einiger Formularbedingungen noch nicht die Annahme, der Vertrag sei in seiner Gesamtheit nichtig, solange nur die wesentlichen Rechte und Pflichten der Vertragsparteien ganz oder in nur unbedeutend eingeschränkter Form erhalten bleiben (Senatsurteil vom 29. Februar 1984 - VIII ZR 350/82 = WM 1984, 663 unter II 1, 3).
BGH, 11.07.1984 - VIII ZR 35/83
Auslegung von AGB; Formularmäßige Vereinbarung der Vertragsübertragung ohne …
BGH, 26.04.1995 - XII ZR 105/93
Verjährung des Anspruchs auf Gewährung des Gebrauchs der Pachtsache
OLG Düsseldorf, 22.03.2002 - 5 U 85/01
Formularmäßige Vereinbarung einer Vertragsstrafe neben Schadensersatz bei …
OLG Frankfurt, 08.11.2012 - 22 U 127/10
Vertraglich vereinbarter Mindermengenausgleich bei Bezugsverpflichtung
LG Mainz, 21.06.2002 - 1 O 430/01
Formularmäßiger Automatenaufstellvertrag: Unangemessene Benachteiligung durch die …
LG Aachen, 25.03.1987 - 7 S 445/86
Begründetheit einer Berufung wegen eines Vertragsstrafeversprechens; …

References: BGH 
 BGH 
 § 6
 § 306
 § 9
 § 9
 § 6