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Timestamp: 2020-02-26 16:10:14+00:00

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Urheberrecht - LHR Rechtsanwälte Köln
Die wichtigsten Fakten, die Sie zum Urheberrecht wissen müssen.
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a. Vervielfältigungsrecht
b. Verbreitungsrecht
c. Recht der öffentlichen Zugänglichmachung
d. Bearbeitungsrecht
e. Recht auf Urhebernennung
f. Weitere Rechte des Urhebers
Das Urheberrecht gewährt vor allem Ansprüche gegen die unberechtigte Verwendung von Werken. Wer urheberrechtlich geschütztes Material ohne Zustimmung des Urhebers verwendet, sieht sich schnell mit einer Abmahnung, einstweiliger Verfügung oder einer Klage konfrontiert. Aber es ist nicht nur Werknutzer, sondern auch für die Urheber selbst wichtig, zu wissen, wann welche Werke geschützt sind und welche Rechtsschutzmöglichkeiten es bei einem Urheberrechtsverstoß gibt.
Obwohl keine Publizität gegeben sein muss ist der Schutz des Urheberrechts weitreichend. Es handelt sich um ein absolutes Recht, das alleine dem Urheber zusteht. Eine Verfügung oder eine Abtretung dieses Rechtes ist nicht möglich, somit steht das Recht für seine Lebenszeit alleine dem Urheber zu. Der Urheber kann Dritten lediglich Nutzungsrechte einräumen.
Aus der Eigenschaft als Urheber ergibt sich eine Reihe von Rechten, die das Urheberrecht in den §§ 12-27 UrhG regelt. Übt ein Dritter ohne die Zustimmung des Urhebers ein solches Recht aus, liegt eine Verletzung des Urheberrechts vor. Von besonderer Bedeutung sind das Vervielfältigungsrecht gem. § 16 UrhG und das Verbreitungsrecht aus § 17 UrhG. Das Vervielfältigungsrecht verbietet eine körperliche Fixierung des Werkes ohne Zustimmung des Urhebers. Das bloße Betrachten eines Werkes ist daher nicht erfasst, das Fotografieren hingegen schon. Das Verbreitungsrecht gewährt dem Urheber das alleinige Recht zu entscheiden, wann und wie sein Werk oder Vervielfältigungen an die Öffentlichkeit gelangen soll. Im Folgenden werden die wichtigsten Rechte des Urhebers kurz dargestellt.
Das Vervielfältigungsrecht aus § 16 UrhG ist eines der wichtigsten Rechte des Urhebers, es garantiert, dass ohne seine Zustimmung keine Kopien des Werkes angefertigt werden. Wie die Kopie erstellt wird ist dabei nicht relevant. Sowohl Screenshots und Downloads, als auch eine bloße Abschrift eines Textes können eine Kopie darstellen. Entscheidend ist, dass eine körperliche Fixierung vorliegt und nicht ein bloßes Betrachten des Werkes. Eine solche Vervielfältigung erfordert grundsätzlich die Zustimmung des Urhebers.
Das Verbreitungsrecht schützt die Entscheidungsfreiheit des Urhebers wann und wie sein Werk erstmalig in den Verkehr gelangen soll, § 17 UrhG. In den Verkehr bringen bedeutet dabei das Werk in irgendeiner Weise auf dem Markt vertrieben werden. Nach dem Urheberrecht ist allerdings auch schon das bloße Anbieten verboten. Es muss daher nicht zum Vertrieb kommen. Deshalb ist beispielsweise der Verkauf oder der Verleih von Werken, aber auch das bloße Bewerben von urheberrechtlich geschützten Material, erfasst.
Das nur das erste Inverkehrbringen des konkreten Werkexemplars erfasst sein soll, ergibt sich aus § 17 Abs. 2, 3 UrhG. Mit der Erstverbreitung des Werkexemplars tritt eine Erschöpfung des Verbreitungsrechts für dieses ein. Der Weiterverkauf eines Musikalbums – das einen urheberrechtlichen Schutz genießt – ist in der Folge auch ohne die Zustimmung des Urhebers möglich.
Der Urheber hat auch das alleinige Recht das Werk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, § 19a UrhG. Damit sind so genannte „On-Demand“-Dienste im Internet gemeint. Der Urheber darf als einziger entscheiden ob und in wie weit Nutzer sein Werk zu einer beliebigen Zeit von einem beliebigen Ort aus abrufen können. Es muss für die Benutzung des „On-Demand“-Dienstes kein Entgelt gefordert werden. Es sind zwei Gruppen von Angeboten dieser Dienste zu unterscheiden. Zum einen gibt es Download-Plattformen und zum anderen gibt es Streaming-Plattformen. Maßgeblicher unterschied ist, dass nach einem Download das Werk auch offline aufgerufen und verwendet werden kann, wogegen ein Stream eine dauerhafte Verbindung mit dem Internet benötigt. Beispiele sind einerseits das Angebot von Büchern als E-Book für einen E-Book-Reader, andererseits das Angebot von Filmen auf Netflix oder auch auf Youtube. In welcher der beiden Formen das Angebot stattfindet ist dabei selbstverständlich ebenfalls alleinige Sache des Urhebers.
Das Bearbeitungsrecht gewährt dem Urheber des alleinige Recht Bearbeitungen oder Umgestaltungen an seinem Werk vorzunehmen, § 23 UrhG. Unter Bearbeitung oder Umgestaltung wird jegliche Veränderung des Werkes erfasst. Eine Veränderung kann dabei sowohl das Bearbeiten aber auch das Kürzen eines Werkes sein. Auch das Hinzufügen von neuen Bestandteilen in ein bereits bestehendes Werk stellt eine Veränderung dar. Zudem ist auch die reine Übersetzung eines Textes erfasst.
Ein weiteres Recht des Urhebers ist es, dass er bei jeglicher Verwendung seines Werkes, unabhängig von der Form, namentlich genannt werden muss, § 13 UrhG. Durch das Recht auf Urhebernennung soll gewährleistet werden, dass das Werk immer seinem Urheber persönlich zugeordnet werden kann. Eine Namensnennung ist natürlich auch dann erforderlich, wenn das Werk in einer bearbeitenden Form veröffentlicht wird.
Der Urheber hat noch einige weitere Recht, die nur er alleine an seinem Werk ausüben darf. Es gibt unter anderem noch das Vortragsrecht § 19 Abs. 1 UrhG für Sprachwerke, das Aufführungsrecht § 19 Abs. 2 UrhG für Theater- und Bühnenstücke und das Recht der Wiedergabe durch Bild- und Tonträger § 21 UrhG. Zudem gibt es aber auch das Senderecht § 20 UrhG, für die Verbreitung via Funk oder Fernsehen und das Verfilmungsrecht § 88 UrhG, das besonders bei erfolgreichen Büchern relevant ist.
Die sicherste Methode um urheberrechtlich geschütztes Material zu verwenden, ohne sich der Gefahr einer Abmahnung oder eines gerichtlichen Anspruchs auszusetzen, ist sich ein Nutzungsrecht vom Urheber einräumen zu lassen. Dazu schließt man mit dem Urheber einen Vertrag, in dem einem die Nutzung des Werkes in gewisser Art und gewissem Umfang erlaubt wird. Durch diese Erlaubnis ist es einem Dritten möglich, im genehmigten Umfang, die sonst alleinigen Rechte des Urhebers auszuüben.

References: § 16
 § 17
 § 16
 § 17
 § 17
 § 19
 § 23
 § 13
 § 19
 § 19
 § 21
 § 20
 § 88