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Timestamp: 2018-03-20 12:45:00+00:00

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Raphael Kühner, Friedrich Blass, Ausführliche Grammatik der Griechischen Sprache, chapter 26
bezweifelte), σηρά f. σειρά Hdn. II, 579, βωλά = βουλή (auch Argos D.-I. 3277, Nemea 3320), βώλομαι = βούλομαι, κῆνος = κεῖνος, κῶρος = κοῦρος Theokr. Kallim., u. so kret. Inschr. Κώρα, Κωρῆτες; κωραλίσκος kret. nach Phot., auch lakon.; sonst aber mit Kürze: κόρα Aristoph. Lys. 1308 (urspr. κόρϝα); ὠρανός; nur b. Theokrit μῶνος (μοῦνος ion.) und τὸ ὦρος (οὖρος ion.), nach Ahrens II, p. 162 poet. Dehnungen nach Analogie. Ferner steht ω in ὦς, ὤατος st. οὖς, οὔατος, s. § 130. Dagegen für echtdiphthongisches ου hat auch im streng. Dor. ου zu stehen, ebenso für echtes ει ει; damit hat nichts zu thun die von den Grammatikern als dorisch (und äolisch) angegebene Ersetzung des ει durch η in Wörtern und Wortformen, in denen auf η (= ει) ein Vokal folgt, als: ὄρηος = ὄρειος, Λύκηος = Λύκειος, ὀξῆα = ὀξεῖα, πέληα = πέλεια, πασιχάρηα = πασιχάρεια, πλήων = πλείων, μήων = μείων, äol. Κυπρογένηα, Κυθέρηα, Τυρραδήῳ, παχήᾳ u. s. w. (Meister, Dial. I, 92), wo überall ι ursprünglich ist, vgl. ὄρειος aus ὀρέ-ϊος, ὀξεῖα aus ὀξέια, πλείων aus πλε-ίων. Soweit nämlich hier die Überlieferung richtig und nicht vielmehr ῃ zu schreiben ist (ἐπιμεληίας Inschr. Kyme, D.-I. 250, 5, spät), liegt doch ηι zu Grunde, wie auch im arkad. πλῆστος = πλῆιστος, πλεῖστος; wir werden diese Erscheinungen einerseits § 43, 5, andererseits, da sich ῃ von ηϊ schwer trennen lässt, bei der Lehre von der Diäresis § 55, 4 behandeln. Oder aber, wenn auf dor. Inschr. römischer Zeit sich solches η zeigt, ist dies der allgemein damals erfolgte Lautübergang von ει vor Vokal zu ē, so auf einer Inschr. von Byzanz, D.-I. 3059 χρήας, πλήονας, ἀσαμήωτον, ἐπιτάδηον. Was ου betrifft, so gebraucht zwar Theokr. 9, 7 βῶν (= βοῦν), 8, 48 Akk. Pl. βῶς u. sehr oft βωκόλος, βώτας (auch b. Hom. Il. η, 238 βῶν), aber nicht nur Epicharm. 97 βοῦς, sondern auch tab. Heracl. Βουβῆτις; βῶς ist also wie dor. νᾶς st. ναῦς zu fassen, § 128, 3; Schubert, Misc. z. Dial. Alkmans 63 f. Statt χοῦς sollen die Argiver nach Athen. 8, 365, d. χῶς gesagt haben, aber auf d. t. Heracl. 1, 103 steht Akk. Pl. χοῦς, s. Ahrens II, p. 165 sq. Δοῦλος lautet auch böotisch so, und ΔΟΥΛΙΟΝ hat eine altattische Inschrift; gleichwohl wird in Gortyn ΔΟΛΟΣ δῶλος geschrieben, und diese Form steht bei Theokrit, Kallimach., Hesych. (Ahrens II, 163). — ὦν durchweg b. d. älteren Dor., sowie auch b. d. Aeol. und Ion. (s. oben) st. des att. οὖν, das sich auch bei den späteren Doriern findet; auch πώλυπος (att. πουλύπους) kommt ausser bei Epicharm fr. 33 bei dem ionischen Iambendichter Semonides aus Amorgos b. Athen 7, 318 f. (Bergk, fr. 29) vor1), ist also gleichfalls ein Wort besonderer Art, s. Ahr. II, p. 167 sq., unten § 148, II.
οε u. οι: Auf alten böotischen Inschriften, insbes. von Tanagra, wird für ΑΙ (gemeingr. αι und ᾳ) ΑΕ, für ΟΙ (gemeingr. οι u. ῳ) ΟΕ geschrieben, welche böotische Schreibung auch Priscian kannte und mit der lateinischen Weise (comoedia, tragoedia f. κωμωιδία, τραγωιδία) verglich (I, § 53). Beispiele: Αἐσχρόνδας (= -ώνδας), Ἀβαεόδορος (d. i. -δωρος), ἐπὶ Ἀμεινοκλείαε (Dat.), Μοέριχος, Πολυαράτοε (Dat.). Auch auf altkorinthischen Denkmälern findet sich dergleichen: ΑΘΑΝΑΕΑ; doch bedeutet in diesem Alphabet E das att. ει, so dass Ἀθαναεία zu transkribieren ist, vgl. auf lat. Inschr. der Übergangszeit zw. altlat. ai u. neuerem ae die Schreibungen wie quaeistor. Anderweitig, so auf att. Vasen, ist ΑΕ, ΟΕ äusserst selten. Terentianus Scaurus VII, 16 Keil: antiqui qu<*>que Graecorum hanc syllabam per ae scripsisse traduntur. Blass, Ausspr.^{3}, 55 f.; Meister, Dial. I, 235, 238.
η u. αι (ᾳ): Im jüngeren Böot., doch bereits seit Ende des 5. Jahrh. (und zwar hat dieses η nach den Gramm. wie das gewöhnliche αι am Ende des Wortes in der Flexion keinen Einfluss auf die Betonung, als: τύπτομη = τύπτομαι): I. Dekl. als: ἱππότη (Dat. Sg. u. Nom. Pl.), εὐεργέτης, τῆς, φίλης ἀγκάλης Corinna (die indes selbst noch nicht so geschrieben haben kann) = φίλαις ἀγκάλαις, λιγουροκωτίλης ἐνοπῆς dies.; in d. Adj. auf ηος (= αιος) v. Subst. d. I. Dekl. als: Θειβῆος = Θηβαῖος, den Patronymika, als: Καλλιῆος = Καλλιαῖος; über die Endung εῖος st. ῆος s. ει u. αι; in d. Konjug., als ὀφείλετη = ὀφείλεται, κεκόμιστη, δεδόχθη = δεδόχθαι, ἀπογράφεσθη = ἀπογράφεσθαι; endlich überall sonst, als: ἠ = lesb. u. dor. αἰ (εἰ), κή = καί, χῆρε = χαῖρε, πῆδα Cor. = παῖδα, Ἠολεῖα = Αἰολέα u. s. w., Meister, das. 238 ff.
ι_ u. (echtdiphthongisches) ει: Böot. schon seit alter Zeit: ἄρχι = ἄρχει, ἀπέχι; Subst. auf ια = εια, als: ἀσφάλια, Adj. auf ιος = ειος, als: Ἀργῖος = Ἀργεῖος, Patronym., als Φιλοκρατῖος, auf ίδας = είδας, als: Καλλικλίδας, ἠΐ = αἰεί, Θεογίτων, ἰράνα, πλίονα, ἶμι = εἶμι, ἀΐδων Cor. 18, κίμενος u. a. In anderen Dialekten ist dieser Übergang in klassischer Zeit entweder gar nicht oder nur ganz vereinzelt zu konstatieren, während in nachklassischer jedes ει (ausser vor Vokal, s. oben η und ει） mindestens in der Aussprache in ι_ überging. In dem attischen Monatsnamen Ποσιδεών (ion. Ποσι^δηϊών Anakr. 6) ist Verkürzung (vgl. § 27<*> ι^ u. ει), die auch für das dor. Ποτιδάν, Ποτιδᾶς anzunehmen; das Verhältnis von dor. ϝίκατι (tab. Heracl.) zu ϝείκατι (das.), εἴκατι ist unklar (nach Ahrens, Philol. XXIII, 202 ist der Diphth. hier missbräuchlich; s. auch G. Meyer S. 375^{2}). Über χίλιοι nb. χέλλιοι (lesb.) χείλιοι (böot., ion. Chios) χηλίοι (streng dor.) aus χίσλιοι, χέσλιοι s. § 66, 3. 184, 1.
υ_ u. οι: Böot. spät, erst im 3. u. 2. Jahrh., u. auch da ohne Konsequenz (wenn υ_ am Ende des Wortes steht, nach den Gramm. ohne Einwirkung auf die Betonung), als: ϝυκία = οἰκία, καλύ = καλοί, ἐμύ = ἐμοί, Ὅμηρυ = Ὅμηροι, τύ = τοί (οἱ), τύδε = τοίδε (οἵδε), Dat. Pl. τῦς ἄλλυς, ἵππυς; doch auch οι, als ϝοικία, u. so fast immer Βοιωτοί; βριμώμενοι Cor. 18, λευκοπέπλοις 20, doch scheint die Schreibung υ_ auch in Corinnas Gedichte nachmals eingedrungen zu sein, da die Gramm. ihre Kenntnis eben aus Cor. haben werden, u. so Bergk λευκοπέπλυς.
υ_ u. ῳ: Böot. Inschr. in gleicher Weise wie υ_ für οι, als: τῦ δάμυ (τῷ δάμῳ), τῦ, αὐτῦ, ὁδῦ, indem der Diphth. ῳ von Alters her fehlte. Die Gramm. lehren πατροῖος, ἡροῖος als böotisch, Meister, Dial. I, 249 f.; Blass, Ausspr.^{3}, 57.
Lesbische ι-Diphthonge durch Epenthese und durch Schwund eines ν vor folgendem ς:2)
αι und α_ (η): Die Epenthese eines ι (j) aus der folgenden Silbe in die vorige, wodurch Diphthong entsteht (§ 21, 7), hat im Lesbischen noch folgende Belege: ἴσταιμι, νίκαιμι (§ 284, 2), αἴμισυς st. ἥμισυς (ἥμ. auch dor., § 25, Anm. 3) Gramm. u. Inschr. Mytil. D.-I. 213; αἰμίονος, Αἰσίοδος (Ἡσίοδος） Gramm., μαῖνις (μᾶνις, μῆνις), παίτρα f. πα?́τρα (dies beides nur Tzetzes). Die letzteren eigentümlichen Erscheinungen sind noch wenig aufgeklärt.3) Ferner gebrauchen die Lesbier αι st. α_, wenn ν vor ς ausgefallen ist, a) Nom. S. III. Dekl., als: τάλαις st. τάλᾶς (τάλανς), μέλαις st. μέλᾶς, παῖς Adesp. Bgk. 59 st. πᾶς (aus πάν[τ]ς); b) Fem. v. πᾶς παῖσα st. πᾶσα (πάν[τ]σα); c) Partic. im Mask. und Fem., als: ἴσταις, ἴσταισα, γέλαις (v. γέλαιμι = γελάω), γέλαισα, κέρναις Alc. 34. 41 st. κιρνάς, so auch dor. Lyr. χαλάξαις Pind. P. 1, 6, ῥίψαις 45, τελέσαις 79, συντανύσαις 81, θρέψαισα 8, 26, s. Hermann, Opusc. I, p. 259; Mommsen, Fleckeis. Jahrb. 1861, 40 ff.; Peter, dial. Pind. 57 f.; d) Akk. Pl., als: ταὶς δίκαις = τὰς δίκᾶς (aus τὰνς δίκανς), ὄχθαις (= ὄχθας) Alc. 9, κυλίχναις μεγάλαις u. πλέαις 41, νύμφαις, ταίς, τετυγμέναις 85, ἀπάλαις, πλέκταις Sapph. 46, λύγραις Theokr. 28, 20, αὐλεΐαις θύραις 29, 39; e) 3. Pers. Pl., als: φαῖσι st. φασί (aus φάντι, φάνσι) S. 66, δίψαισι v. δίψαιμι Alc. 39, wonach man auch Alk. 34 πεπάγασιν in πεπάγαισιν korrigiert.
οι u. ου: Lesb. analog dem αι für α_: a) Nom. Partic., als: ὔψοις v. ὔψωμι = ὑψόω (aus ὕψον[τ]ς), ὄρθοις; b) Femin. Partic., als: παθοίσας Alc. 42, πνέοισα (πνεύοισα) 66, πλήθοισα Sapph. 3, λίποισα 84, δοῖσαι 10, ἔχοισα 85; so auch Μοῖσα st. Μοῦσα (f. Μόνσα); Akk. Pl. II. Dekl., als πασσάλοις Alc. 15 (= πασσάλους), aus πασσάλονς), στεφάνοις Sapph. 78, ἀνδρεΐοις πέπλοις, μαλάκοις πόκοις, δόμοις, νόσοις Theokr. 28, 10. 12. 16. 20; d) 3. Pers. Pl., als: κρύπτοισιν Alc. 15, φορέοισι Theokr. 28, 11 st. φορέουσι aus φορέονσι; ἐμμενέοισι, οἰκήσοισι Inschr. Das Fem. der Partic. auf οισα st. ουσα findet sich auch bei dor. Lyrikern, wie καχλάζοισαν Pind. O. 7, 2, θέοισαν 6, 12, ἀΐοισα 26, παπταίνοισα 28, ἔχοισα 30, πταίοισα 7, 26, αἰθοίσας 48; ebenso die 3. Pl. auf οισι（ν), als φιλέοισιν Pind. P. 3, 18, besonders wo das ν parag. erfordert wird, welches an -οντι nicht antreten kann, Peter, dial. Pind. 55 f. Die Endung οισι zeigt sich auch auf dem ion. Chios: πρήξοισιν Bechtel, Inschr. d. ion. Dial. 174 (für πρήξουσιν, Konjunkt. Aor. mit kurzem Modusvokal).
ῳ und ω: Lesb. im Konjunktiv, doch nur auf den älteren Inschr. (später ω ohne ι): γινώσκωισι D.-I. 304, *a, 39, γράφωισι 213, 3, aus γινώσκωνσι, γράφωνσι. Ebenso auf dem ion. Chios: λάβωισιν Bechtel a. a. O.
Bei εις für ενς, als τίθεις, τίθεισα trifft das Lesbische mit dem Ion.-Att. scheinbar zusammen; doch ist das ει im Lesb. wirklicher Diphthong, im Att.-Ion. nur verlängertes ε.
αι u. α_ (dor.) od. η: Lesb. θναίσκω, μιμναίσκω, dor. θνά̂σκω, μιμνά̂σκω, besser θνᾴσκω, μιμνᾴσκω, s. Inschr. Mitt. d. arch. Inst. VI, 304 ΘΝΑΙΣΚΩΝ, att. θνῄσκω, μιμνῄσκω (so mit ι zu schr., aus θνη-ίσκω, μιμνη-ίσκω). Ferner lesb. μαχαίτας Alk. 33, μαχατάς dor., μαχητής Hom., unklarer Entstehung.
α_ u. αι: Att. ἐλά̂α, Ölbaum und Olive, κά̂ω, κλά̂ω, gew. ἐλαία, καίω, κλαίω. Diesem attischen α_ wird ᾳ zu Grunde liegen: κάϝjω, κά̂jω, κᾴω, vgl. § 21, 9, so auch ἐλᾴα aus ἐλαι-ία von ἔλαιον (Cauer, Curt. Stud. VIII, 270), indem αιι zu ᾳ verschmilzt (Wackernagel, Kuhns Zeitschr. XXVII, 278), als Κωπᾴδων (Aristoph.) aus Κωπαίδων, ματᾴζειν aus ματαιίζειν, ὡρᾴζεσθαι aus ὡραιίζ., Φιλᾴδης (Riemann, Revue de philol. IX, 178) aus Φιλαιίδης von Φίλαιος, σπηλᾴδιον aus σπηλαιίδιον von σπήλαιον. Die Grammatiker lehren κάω, κλάω als attisch (s. d. St. bei Voemel, Dem. Cont. p. 36, Wecklein, Cur. epigraph. 63 ff.); die hdschr. Überlieferung ist sehr schwankend, bietet aber überwiegend αι;4) inschr. Zeugnisse mangeln, während für ἐλάα (im 5. Jahrh. auch noch ΕΛΑΙΑ, Meisterhans, Gr. d. att. Inschr. 25^{2}) solche vorhanden sind. (Bei Homer wird vor ι ἐλά̂ινος, ἐλᾶΐνεος geschrieben.) Für den Verlust des ι von ᾳ vor Vokal (vgl. § 39, 2) sind zu vergl. λῶον, σωῶ (att. Inschr.) für λῷον, σῳῶ, Ἀμφιαρᾶον f. Ἀμφιαρά-ιον (Meisterhans das.). Die Sache scheint hiernach keine übergrosse Bedeutung zu haben, indem in Athen sowohl ΚΑΙΩ (d. i. κᾴω) als ΚΑΩ beliebig geschrieben sein wird; in der hellenistischen u. ionischen Form καίω war α kurz und Diphthong αι. Noch stellen die Gramm. mit κάω, κλάω att. ἀετός für αἰετός zusammen; indes bieten hier die Inschr. der klassischen Zeit durchweg αι (Meisterhans das.), und das α in ἀετός (so Delos, Dittenberger Syll. 367, v. 191; ἀέτωμα Athen Afg. 3. Jahrh., Ἀετίων Jasos, Bechtel, Inschr. d. ion. Dial. = ep. Ἠετίων?) kann als kurz genommen werden. Ferner ἀεί für αἰεί (urspr. αἰϝεί), s. Voemel, a. a. O. 28 ff., und zwar behauptet Apollon. adv. p. 600 die Länge des α, die sich aber schwer erweisen lässt. (Vgl. § 27 unter α^ und αι.)
αι u. ει: Lesb., dor., episch αἰ = εἰ, αἴθε = εἴθε, so auch eleisch αἰ u. αἴτε (böot. aus αι᾽ ἠ, s. o.); dor. κύπαιρος (κύπειρος), κυπαιρίσκω Alkm. 38; ἄναιρον kret. (ὄνειρον), φθαίρω Gramm. (φθείρω, doch auch lokr. Inschr. φθείρω); lesb. κταίνω (κτείνω) Meister, Dial. I, 181; dagegen dor. κλᾷξ (κλείς) hat ᾳ entspr. dem ion. ηι (κληίς); unklar λαία Pind. O. 1.0, 44 (λᾴα?), ion ληίη, att. λεία; vgl. λαῖον, Saatfeld, Theokr. 10, 21. 42, λᾷον Bergk mit Ahrens n. Apollon. adv. 567, ion. λήιον. Endlich Kompos. von γῆ: dor. μεσόγαιον (μεσόγειον), κατώγειον, ἀνώγαιον (Gramm.), ἔγγαιος (Inschr. Thera); att. ει ist auch hier aus ηι hervorgegangen.
ει u. αι: Böot. spät in d. Endung αῖος, als Θειβεῖος (= Θηβαῖος), vordem Θειβῆος; das ει vor Vokal wird in hellenistischer Weise ein ē bezeichnen. Meister I, 241. Aber ziemlich ausgedehnt ist der Übergang von αι zu ει im Thessalischen: Verbalendungen Med. 3. Sg. τει (βελλειτει = βούληται), 3. Plur. νθειν, Infin. σθειν; ferner Εἵμουν = Αἵμων, Ἀνδρείμουν = Ἀνδραίμων.
ει u. η: Böot., thessal. ist die Ersetzung des dor.-lesb. η durch ει, welches in älterer Zeit E geschrieben wird (also das geschlossene, allmählich nach i übergehende ē statt des offenen; Mittelstufe zum Itacismus), so böot. εὐγενείς, εὐσεβείς, πατείρ, μάτειπ, εἵρως = ἥρως, πονειρός = πονηρός; τίθειμι = τίθημι, φίλειμι, ἔθεικα = ἔθηκα, ἐπόεισε = ἐπόησε (ἐποίησε), ποειτάς, ἑβδομείκοντα, εἴ = ἤ, ἐπῖδεί = ἐπειδή, μεί = μή, Θειβῆος, Φωκεῖος = Φωκῆος v. Φωκεύς, εἶμεν = dor. ἦμεν (att. εἶναι); das unechte att.-ion. ει lautet demnach auch böot. so (strengdor., lesb. η), so auch χείλιοι, strengdor. χηλίοι (χίλιοι), ὀφείλω, παρμείναντα, Φαεινός, Χειρίας u. s. w., während das echte ει böot. zu ι wird (s. o.). Auch für ῃ (Konjunkt.) steht böot. ει, als ἴει (ἔῃ, ᾖ), δοκίει (δοκέῃ, δοκῇ); vgl. arkad. η, als νέμη, was auch im Böot. vorausliegen wird. — Thessal. ὀνέθεικε = ἀνέθηκε, ἱερομναμονείσας, οἰκοδόμειμα, μειννός = μηνός, Κιεριείων u. s. w.; Inf. Aor. Pass. -θεῖμεν, Konj. -θεῖ. Vgl. unten den analogen thessal. Übergang des ω in ου. Eine merkwürdige Ausnahme bildet in beiden Dialekten der Name Herakles mit seinen Ableitungen, als Ἡρακλίδας böot., Ἡρακλείδας thessal. (doch Ἑρακλίος, Bull. de corr. hell. 1889, 400, Εἱρακλεῖ das. 435 = Dial.-I. 1286), während die von Ἥρα gebildeten Namen den gew. Übergang zeigen, als Εἱρόδοτος; ebenso die von ἥρως: Εἱρωίδας böot., Εἱρουίδας thessal. — Dor. steht ει mit η wechselnd oft für ηι in der 3. Pers. Konj., s. § 213, 2.
ει u. υι: Das Femin. Perf. hat bei den meisten Doriern die Endung εῖα statt υῖα, als: ἐρρηγεῖα, ἐπιτετελεκεῖα, ἑστακεῖα, συναγαγοχεῖα auf Inschr. (ion. -οῖα Gramm. Hippokr., s. § 145, Anm. 7). So auch neuattisch γεγονεῖα (vom 3. Jahrh. v. Chr. ab); man kann neuatt. ει für οι in δυεῖν, οἴκει = οἴκοι (Menander) vergleichen (Herodian I, 504. II, 463); dazu τοῖς λοιπεῖς, C. I. Att. II, 467, 12 f. (100 v. Chr.), Blass, Ausspr. 56^{3}f.
οι u. αι: Arkad. -τοι für -ται im Medium 3. Pers., als βόλητοι = βούληται.
οι u. ει: ὄνοιρος lesb. st. ὄνειρος; arkad. Ποσοιδάν, lakon. Ποοἱδάν; auch böot. Ποτοιδάϊχος, Prellwitz, Bzz. Btr. IX, 329, Dial.-I. 474, 12.
ου u. ευ: Kret. ψούδια = ψεύδη Phot., so auch auf einigen kret. Inschr. βωλουομέναις, ἐξοδούσαντες, ἐπιτάδουμα, ἐλούθερον (Bull. de corr. hell. IX, 11). Der erste Laut hat sich dem zweiten angeglichen, gleichwie im Lat. altes eu durchgängig zu ou (ū u. s. w.) geworden ist.
ου u. ω: Thessalisch, dem Übergange von η in ει (s. o.) entsprechend, als: Σουσίπατρος, Κραννουνίουν, γνούμα, ὀνάλουμα; Dat. II. Dekl. (mit Verlust des ι), als τοῦ κοινοῦ, ἱαροῦ st. τῶ u. s. w., G. Plur. κοινάουν ποθόδουν, τοῦν, πολιτάουν, s. Meister, Dial. I, 297 f. In Pharsalos indes findet sich auf etwas älteren Inschr. noch Ω, als Ἀφθονε（ί）τω, D.-I. 328, vgl. Bull. de corr. hell. 1889, p. 403.
υ_ u. υι: Allgemein vor Konsonanten (§ 43, 2), indem υι nur vor Vokal (bei Homer u. s. w. auch am Ende) vorkommt (ausser dor. υἷς für υἷ, οἷ, lesb. τυῖδε): ἰχθύ̂διον st. ἰχθυ-ίδιον, ἐκδῦμεν Hom. st. ἐκδυῖμεν (§ 214, 1; § 281, Anm. 3). In Athen ist aber schon im 4. Jahrh. auch das υι vor Vokal regelmässig υ_ geworden, als ὗός, κατεαγῦα, s. Cauer, Curt. Stud. VIII, 275. Riemann, Rev. de philol. I, 35. Meisterhans 46^{2} ff. (der irrig das υ als kurz ansieht, während kein att. Dichter ὑός mit kurzer 1. Silbe gebraucht). Allen, Arch. Inst. of America IV, 71 f.
υ_ u. ω: Lesb. (vgl. lesb. υ^ für ο § 24) n. d. Gramm. in χελύνα χελώνη, τέκτυν τέκτων, s. indes Meister, Dial. I, 75 f. (τέκτονͅες Sapph. 91; zu τέκτυνες wäre τέκτῦν analog). Doch zeigt sich dieser Übergang in ἀμύμων Hom. nb. ἀμώμητος (μῦμαρ, ψόγος Hesych.); Κύμη d. i. κώμη.
1 Auch bei Hippokr. VI, 214 L. hat die beste Hdschr. θ πώλυπος (die Vulg. πόλυπος) von dem Gewächs in der Nase; das. 550 θ πουλύποδες, andere πολύποδες (das Tier); VII, 50, 52 πώλυπος, πώλυπον θ u. a., v. l. mit ο u. ου (d. Gewächs); das. 222. 226 πολύποδας θ, a. Hdsch. πουλ. wie 276 (das Tier).
2 S. Ahrens, Dial. I, p. 96. 69 sqq.; Meister, Dial. I, 77 ff.
3 Da an αἴμισυς (αἰμίονος) nicht gezweifelt werden kann, so will Meister S. 83 in dem αι die Wiedergabe des früher durch η (ἡμιτύβιον Sapph. 116) ausgedrückten Lautes ä sehen, d. h. er erklärt einen besonderen Fall aus allgemeinem, aber merkwürdiger Weise sich nur hier zeigendem Lautübergange des αι in ä (wie böot.). Ebenso G. Meyer 45^{2}. Es ist doch ganz offenbar, dass in allen diesen Fällen (πάτρα f. πατρία) ein ι der folgenden Silbe im Spiele ist.
4 Bei Aristophanes insgem. κάω, κλάω, dagegen bei den Tragg. καίω, κλαίω; ἐλάα und ἐλαία Aristoph., Tragg. ἐλαία, Gerth, Curt. Stud. I, 2, 204 (Soph. O. C. 17 ἐλάας Laur.?). Über Plato s. Schneider ad Civ. 10, 614 e, T. III, p. 273 (ganz überwiegend κλαίω, wie auch in S des Demosth.); bei Xenoph. fast immer καίειν, κλαίειν, s. Sauppe, Lexilog. 75 (Dindorf schreibt überall α).

References: § 130
 § 43
 § 55
 § 128
 § 148
 § 53
 § 27
 § 66
 § 25
 § 21
 § 39
 § 27
 § 213
 § 145
 § 281
 § 24