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Timestamp: 2019-06-27 05:11:36+00:00

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BGH, 20.01.2004 - VI ZB 68/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1795
BGH, 20.01.2004 - VI ZB 68/03 (https://dejure.org/2004,1795)
BGH, Entscheidung vom 20.01.2004 - VI ZB 68/03 (https://dejure.org/2004,1795)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 2004 - VI ZB 68/03 (https://dejure.org/2004,1795)
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ZPO § 519, GG Art. 2 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3
Vernünftige Zweifel über die Person des Rechtsmittelklägers bei unrichtiger Parteibezeichnung; Anspruch auf Gewährung wirkungsvollen Rechtsschutzes; Verwerfung einer Berufung als unzulässig wegen Formmangels
ZPO § 519; GG Art. 2 Abs. 1, Art. 20 Abs. 3
Verfahrensrecht - Berufungsverwerfung wegen unrichtiger Parteibezeichnung?
NJW-RR 2004, 862
MDR 2004, 643
VersR 2004, 1623
Vielmehr kann sie - nicht zuletzt unter Beachtung des Grundsatzes, daß der Zugang zu den Instanzen aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht unzumutbar erschwert werden darf - auch im Wege der Auslegung der Berufungsschrift und der etwa sonst vorhandenen Unterlagen gewonnen werden (BGH, Urteile vom 13. Oktober 1998 - VI ZR 81/98 - NJW 1999, 291, 292 = VersR 1999, 636, 637; vom 15. Dezember 1998 - VI ZR 316/97 - NJW 1999, 1554 = VersR 1999, 900, 901 und vom 19. Februar 2002 - VI ZR 394/00 - NJW 2002, 1430 f.; Beschlüsse vom 18. April 2000 - VI ZB 1/00 - NJW-RR 2000, 1371 f.; vom 30. Mai 2000 - VI ZB 12/00 - VersR 2000, 1299, 1300 und vom 20. Januar 2004 aaO).
Sie liegt aber, da das eigene Mandatsverhältnis jedem Rechtsanwalt vor Augen steht, fern (s. auch BGH, Beschluß vom 20. Januar 2004 aaO, Umdruck S. 7).
a) Dieses Verfahrensgrundrecht verbietet es, einer Partei den Zugang zu einer in der Verfahrensordnung eingeräumten Instanz in unzumutbarer, aus Sachgründen nicht mehr zu rechtfertigender Weise zu erschweren (vgl. BVerfGE 74, 228, 234; BVerfG NJW 1991, 3140; BVerfGK 9, 225, 228; Senatsbeschluss vom 20. Januar 2004 - VI ZB 68/03, VersR 2004, 1623, juris Rn.14;… BGH, Beschlüsse vom 11. Mai 2010 - VIII ZB 93/09, NJW-RR 2011, 281 Rn. 7;… vom 5. April 2011 - VIII ZB 81/10, NJW 2011, 1601 Rn. 5;… vom 5. März 2014 - XII ZB 736/12, VersR 2015, 1047 Rn. 6).
aa) Die Auslegung von Prozesshandlungen und damit auch der Berufungsschrift unterliegt nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs der freien revisionsrechtlichen Nachprüfung (Senatsbeschluss vom 24. Juni 1992 - VIII ZR 203/91, NJW 1992, 2413, unter I 2 a; BGH, Beschluss vom 20. Januar 2004 - VI ZB 68/03, NJW-RR 2004, 862, unter II 3 a; jeweils m.w.N.).
Lediglich theoretisch mögliche Zweifel, für die tatsächliche Anhaltspunkte nicht festgestellt sind, können bei der Auslegung der Berufungsschrift nicht ausschlaggebend sein (BGH, Beschluss vom 20. Januar 2004, aaO).
Sie orientiert sich an dem Grundsatz, dass im Zweifel dasjenige gewollt ist, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und dem recht verstandenen Interesse entspricht (vgl. BGH Beschluss vom 20. Januar 2004 - VI ZB 68/03 - FamRZ 2004, 697, 698 mwN).
Daran fehlt es, wenn in der Berufungsschrift anstelle des wirklichen Berufungsklägers ein anderer, mit ihm nicht identischer Beteiligter bezeichnet wird (BGH, Beschlüsse vom 16. Juli 1998 - VII ZB 7/98 - VersR 1998, 1529, 1530; vom 20. Januar 2004 - VI ZB 68/03 - NJW-RR 2004, 862 f).
Aus Gründen der Gewährung wirkungsvollen Rechtsschutzes und des rechtlichen Gehörs ist es geboten, im Zweifel dasjenige als gewollt anzusehen, was nach den Maßstäben der Rechtsordnung vernünftig ist und dem recht verstandenen Interesse des Berufungsklägers entspricht (BGH, NJW-RR 2004, 862).
OLG Frankfurt, 29.08.2006 - 9 U 69/06
Wiedereinsetzung: Sorgfaltspflichtverletzung eines Prozessbevollmächtigten; …
Eine solche Angabe ist über den Wortlaut der genannten Norm hinaus nach ständiger Rechtsprechung für die Zulässigkeit des Rechtsmittels unverzichtbar, weil das Berufungsgericht nur so Klarheit über Gegenstand und Beteiligte des Berufungsverfahrens erlangen kann (BGHZ 21, 168; BGH NJW-RR 2004, 862).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (siehe nur Beschl. v. 20. Januar 2004, VI ZB 68/03, NJW-RR 2004, 862 f. mit umfangreichen Nachweisen) ist der Formvorschrift des § 519 Abs. 2 ZPO (früher § 518 Abs. 2 ZPO) nur entsprochen, wenn bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist angegeben wird, für wen und gegen wen das Rechtsmittel eingelegt werden soll.
Eine Beschwerdeschrift muss als Prozesserklärung einem bestimmten oder zumindest einem ohne weiteres eindeutig bestimmbaren Rechtsmittelführer zuzuordnen sein, ansonsten ist sie formwidrig (vgl. BGH NJW-RR 2004, 862 f.).

References: § 519
 Art. 2
 Art. 20
 § 519
 Art. 2
 Art. 20
 BGH 
 BGH 
 § 519
 § 518
 BGH