Source: https://www.sterbegeld.net/versicherungsbedingungen-sterbegeld/
Timestamp: 2018-11-19 03:24:57+00:00

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Wie sehen die Versicherungsbedingungen für Sterbegeld aus?
Was in den AVB zur Sterbegeldversicherung wichtig ist
Die Versicherungsbedingungen der Sterbegeldversicherung
Blick in die AVB I: Die Leistung der Sterbegeldversicherung
Der Unfalltod in der Sterbegeldversicherung
Polizei- und Wehrdienst, Krieg und Kernenergie
Definitionen für innere Unruhen und Krieg
Blick in die AVB II: Der Beitrag zur Sterbegeldversicherung
Zahlungsverzug in der Sterbegeldversicherung
Beitragsstundung bei Arbeitslosigkeit
Blick in die AVB III: Die vorzeitige Kündigung der Sterbegeldversicherung
Die Abzüge bei vorzeitiger Kündigung
Abzüge können abhängig von der Kapitalmarktsituation sein
Regelungen zur Beitragsfreistellung
Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Sterbegeldversicherungen sind denen klassischer Kapitallebensversicherungen sehr ähnlich. Versicherungsnehmer müssen die Bedeutung der vorvertraglichen Anzeigepflicht verstehen und wissen, wie sich die Rendite ihres Vertrages zusammensetzt und welche Folgen eine vorzeitige Vertragskündigung hat. Ein Überblick über die wichtigsten Abschnitte branchentypischer Vertragsbedingungen.
AVB regeln Pflichten des Versicherungsnehmers
Geregelt werden auch die Zillmerung der Abschlusskosten
Rückkaufswerte inklusive Abzüge sind einsehbar
AVB folgen häufig weitgehend den Verbandsempfehlungen des GdV
Typische AVB sind in 12-20 Abschnitte unterteilt
Die Versicherungsbedingungen regeln alles, was mit dem Schutz der Sterbegeldversicherung zu tun hat. In den AVB wird festgelegt, was versichert ist und was nicht, welche Obliegenheiten der Versicherungsnehmer im Versicherungsfall zu erfüllen hat, welche Folgen Pflichtverletzungen nach sich ziehen können, an wen und unter welchen Umständen die Leistung erbracht wird, wann der Versicherungsschutz beginnt und unter welchen Bedingungen die Police vorzeitig gekündigt oder beitragsfrei gestellt werden kann. In diesem Beitrag soll die typische inhaltliche Zusammensetzung der AVB anhand der Regelwerke der Versicherer ERGO Direkt und Debeka dargestellt werden.
Auf den ersten Blick scheint das Leistungsprofil von Sterbegeldversicherungen ausgesprochen trivial: Die Police sollte zahlen, wenn der Versicherungsnehmer verstirbt. Ganz so einfach ist es in der Praxis aber nicht. Erstens müssen bei vielen Tarifen Wartezeiten berücksichtigt werden, die sich für einen Teil der Versicherungssumme im Anschluss an deren nachträgliche Erhöhung verlängern können.
Deutlich wird dies an § 1 der AVB zur Sterbegeldversicherung von ERGO Direkt: „Bei Tod der versicherten Person bei bestehendem Versicherungsschutz (Versicherungsfall) erstatten wir während der ersten drei Jahre nach dem im Versicherungsschein angegebenen Beginn die eingezahlten Beiträge für diese Versicherung. Bei einem Tod durch Unfall wird bedingungsgemäß die vereinbarte Versicherungs-Leistung erbracht. Nach Ablauf der oben genannten drei Jahre zahlen wir bei Tod die vereinbarte Versicherungs-Summe. Zusätzlich beteiligen wir Sie gemäß § 153 Versicherungsvertragsgesetz an den Gewinnen und Bewertungsreserven (Gewinn-Beteiligung). Bei nachträglichen Erhöhungen der Versicherungs-Summe, abgesehen von planmäßigen Erhöhungen (Dynamikerhöhungen), gilt für den erhöhten Teil der Versicherungs-Summe eine erneute dreijährige Aufbauzeit entsprechend ab dem Änderungszeitpunkt.“
Bei ERGO gestaltet sich der Versicherungsschutz demnach wie folgt:
In den ersten drei Jahren werden die eingezahlten Beiträge erstattet
Bei einem Tod durch Unfall in den ersten drei Jahren wird die Versicherungssumme gezahlt
Bei Tod nach Ablauf der drei Jahre wird die Versicherungssumme zzgl. angelaufener Gewinne gezahlt
Wird die Versicherungssumme nachträglich erhöht, beginnt die Wartezeit für den erhöhten Teil der Versicherungssumme erneut
Die erneute Wartezeit gilt nicht für Erhöhungen infolge einer vereinbarten Dynamisierung
Aufgrund der besonderen Behandlung von Unfällen sind die weiteren Ausführungen in den AVB dazu einen Blick wert. Als Unfall gilt bei allen Versicherungen ein „plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis“, das unfreiwillig eintritt. Schlaganfälle gelten somit ebenso nicht als Unfall wie ein Defekt eines Herzschrittmachers oder Selbsttötungen. ERGO schließt in § 2 der AVB eine Reihe von Unfällen für die ersten drei Jahre nach Versicherungsbeginn aus dem Versicherungsschutz aus: Tritt eines der folgenden Ereignisse während der Wartezeit ein, werden lediglich die eingezahlten Beiträge erstattet.
Unfälle infolge von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, auch soweit diese auf Trunkenheit beruhen
Unfälle infolge von Schlaganfällen, epileptischen Anfällen und Krampfanfällen
Unfälle infolge von Heilmaßnahmen oder Eingriffen, die der Versicherungsnehmer vornehmen lässt oder selbst vornimmt
Selbsttötung mit Vorsatz. Ausnahme: Die Selbsttötung geht auf eine krankhafte Störung der Geistestätigkeit zurück, die die freie Willensbestimmung ausschließt
Bei Unfällen, die dem Versicherungsnehmer bei der (versuchten) Durchführung einer Straftat ereilen (z. B. Schlägerei ohne Vorliegen von Notwehr)
Mittelbar oder unmittelbar durch Kernenergie verursachte Unfälle
Nicht nur in der Sterbegeldversicherung sind Ausschlüsse für Schäden infolge von atomaren Unfällen oder Krieg weit verbreitet – solche Einschränkungen finden sich z. B. auch bei Sachversicherungen wie der Wohngebäude- oder Hausratversicherung. ERGO schließt allein die Kernenergie als Risiko aus. Andere Versicherer nehmen Einschränkungen auch für den Fall kriegerischer Ereignisse vor. So regelt die Debeka Versicherung in § 4 der AVB zur Sterbegeldversicherung etwa, dass der Tod infolge von inneren Unruhen versichert ist, für den Tod infolge von kriegerischen Ereignissen dagegen nur eingeschränkter Versicherungsschutz gilt.
„Grundsätzlich leisten wir unabhängig davon, auf welcher Ursache der Versicherungsfall beruht. Wir leisten auch dann, wenn die versicherte Person in Ausübung des Polizei- oder Wehrdienstes oder bei inneren Unruhen gestorben ist.
Stirbt die versicherte Person in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen, ist unsere Leistung eingeschränkt. In diesem Fall vermindert sich die Auszahlung auf den für den Todestag berechneten Rückkaufswert ohne die vorgesehenen Abzüge. Unsere Leistung vermindert sich nicht, wenn die versicherte Person in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang mit kriegerischen Ereignissen stirbt, denen sie während eines Aufenthaltes außerhalb der Bundesrepublik Deutschland ausgesetzt und an denen sie nicht aktiv beteiligt war.“
Die Einschränkungen sind weniger als Anreiz für risikominderndes Verhalten denn als Vorsichtsmaßnahme der Versicherungswirtschaft zu verstehen. Käme es auf dem Gebiet der BRD zu kriegerischen Handlungen, wäre mit einer deutlichen Zunahme der Todes- und damit auch der Versicherungsfälle zu rechnen. Die Versicherer reduzieren für ein solches Krisenszenario bereits vorsorglich ihre Leistungen.
Innere Unruhen liegen gemäß den gültigen Definitionen vor, wenn ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung Gewalt gegen Personen und/oder Sachen ausübt und dabei den inneren Frieden und die öffentliche Ordnung stört. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese Gewalt politisch, wirtschaftlich oder anders motiviert ist. Ein Terroranschlag erfüllt demgemäß nicht die Definition innerer Unruhen, einzelne, punktuelle „Straßenschlachten“ zwischen Demonstranten und Polizei ebenfalls nicht.
Die Versicherungsbedingungen regeln auch die Fälligkeit der Versicherungsbeiträge, die Folgen eines Zahlungsverzugs und Möglichkeiten zur Stundung von Prämien. Die AVB regeln sogar, dass säumige Versicherungsnehmer zur Zahlung ihrer Beiträge außerhalb des Lastschriftverfahrens verpflichtet werden können.
Die Debeka regelt in § 11, Abs. 1 etwa: „Die Beiträge zu Ihrer Lebensversicherung können Sie je nach Vereinbarung in einem einzigen Betrag (Einmalbeitrag), durch Monats-, Vierteljahres-, Halbjahres- oder Jahresbeiträge (laufende Beiträge) entrichten.“
Nicht alle, aber die meisten Versicherer bieten mehrere Zahlungsintervalle an. Das Zahlungsintervall entspricht auch der Versicherungsperiode. Die Folgen eines möglichen Zahlungsverzugs richten sich auch danach, welcher Beitrag nicht gezahlt wurde, wobei hier ausschließlich zwischen Einlösungs- und Folgebeitrag zu unterscheiden ist. Ausführliche Regelungen dazu finden sich in § 6 der AVB zur Sterbegeldversicherung von einer anderen Versicherung:
„Wenn Sie den Einlösungsbeitrag nicht rechtzeitig zahlen, können wir – solange die Zahlung nicht bewirkt ist – vom Vertrag zurücktreten. Wir sind nicht zum Rücktritt berechtigt, wenn uns nachgewiesen wird, dass Sie die nicht rechtzeitige Zahlung nicht zu vertreten haben. Bei einem Rücktritt können wir von Ihnen die Kosten der zur Gesundheitsprüfung durchgeführten ärztlichen Untersuchungen verlangen.
Ist der Einlösungsbeitrag bei Eintritt des Versicherungsfalles noch nicht gezahlt, sind wir nicht zur Leistung verpflichtet. Dies gilt nur, wenn wir Sie durch gesonderte Mitteilung in Textform oder durch einen auffälligen Hinweis im Versicherungsschein auf diese Rechtsfolge aufmerksam gemacht haben. Unsere Leistungspflicht bleibt jedoch bestehen, wenn Sie uns nachweisen, dass Sie das Ausbleiben der Zahlung nicht zu vertreten haben.“
Der erste Beitrag zu jeder Versicherung ist der Einlösungsbeitrag. Wird dieser nicht unverzüglich nach dem Beginn des Versicherungsschutzes gezahlt, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Die Kosten möglicher Gesundheitsprüfungen können dann vom Versicherungsnehmer zurückverlangt werden. Darüber hinaus besteht bis zum Zahlungseingang keine Leistungspflicht im Versicherungsfall.
Werden Folgebeiträge nicht gezahlt, mahnen Versicherer zunächst die Zahlung an. Schon nach sehr kurzer Zeit kann der Versicherungsschutz gefährdet sein. Auch dazu findet sich eine für die Sparte typische Regelung in § 6 einer anderen Versicherung-AVB:
„Wenn Sie einen Folgebeitrag nicht rechtzeitig zahlen, erhalten Sie von uns auf Ihre Kosten eine Mahnung in Textform. Darin setzen wir Ihnen eine Zahlungsfrist von mindestens 2 Wochen. Für einen Versicherungsfall, der nach Ablauf der gesetzten Zahlungsfrist eintritt, entfällt oder vermindert sich der Versicherungsschutz, wenn Sie sich bei Eintritt des Versicherungsfalles noch mit der Zahlung in Verzug befinden.
Mit der Mahnung werden wir vorsorglich unsere Kündigung zum Ablauf der Zahlungsfrist erklären. Sie wird dann automatisch mit Ablauf der Frist wirksam, wenn Sie zu diesem Zeitpunkt noch immer mit der Zahlung in Verzug sind. Zahlen Sie innerhalb eines Monats nach Fristablauf den angeforderten Betrag nach, so wird die Kündigung wieder unwirksam. Für Versicherungsfälle, die zwischen dem Ablauf der Zahlungsfrist und Ihrer Nachzahlung eintreten, besteht kein oder nur ein verminderter Versicherungsschutz.“
Wird ein Folgebeitrag nicht gezahlt, schickt der Versicherer eine Mahnung mit Fristsetzung und Androhung der Kündigung. Die Kündigung wird automatisch wirksam, wenn die Frist verstreicht
Für Versicherungsfälle nach Ablauf der gesetzten Frist gilt kein oder nur ein eingeschränkter Versicherungsschutz
Kündigt der Versicherer infolge anhaltenden Zahlungsverzugs, kann die Versicherung wieder in Kraft gesetzt werden,wenn die fälligen Beiträge innerhalb eines Monats nachgezahlt werden. Für die Zwischenzeit besteht kein Versicherungsschutz.
Einige Versicherer räumen ihren Kunden die Möglichkeit zu Beitragsstundungen bei Arbeitslosigkeit ein. Dies ist zumeist nur für Arbeitnehmer und nur für einen festgelegten Höchstzeitraum möglich. Fällt die Arbeitslosigkeit fort, müssen die gestundeten Beiträge in der Regel sehr rasch nachgezahlt werden.
Besteht der Vertrag bereits 3 Jahre und werden Sie als Arbeitnehmer arbeitslos, können Sie, solange sie arbeitslos sind, für die Dauer von bis zu einem Jahr seit Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit eine zinslose Stundung der Folgebeiträge verlangen. Der Versicherungsschutz bleibt während der Stundung in vollem Umfang bestehen. Werden Sie mehrmals arbeitslos, können Sie die Stundung der Folgebeiträge jeweils erneut verlangen. Insgesamt haben Sie das Recht 3 auf Beitragsstundung während der gesamten Vertragsdauer für höchstens 24 Monate.
Den Eintritt und die Dauer der Arbeitslosigkeit müssen Sie uns durch eine schriftliche Bestätigung (z.B. Bescheid über den Bezug von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II) der zuständigen Stelle nachweisen. Den Wegfall der Arbeitslosigkeit müssen Sie uns unverzüglich anzeigen. Nach Ablauf des Stundungszeitraumes müssen Sie die gestundeten Beiträge unverzüglich in einem Betrag nachzahlen. Ist ein Überschussguthaben in entsprechender Höhe vorhanden, können Sie auch verlangen, dass der Betrag dem Überschussguthaben entnommen und für die Beitragsnachzahlung verwendet wird.
Die AVB können Beitragsstundungen vorsehen
Zumeist ist dies nur für Arbeitnehmer und nach einer festgelegten Vertragsdauer möglich
Die Stundung ist zumeist zinsfrei
Es gibt Höchstzeiträume für die Inanspruchnahme
Nach dem Ende der Arbeitslosigkeit müssen die Beiträge rasch nachgezahlt werden
Anstelle der Nachzahlung können Überschüsse „umgebucht“ werden
Sterbegeldversicherungen können durch den Versicherungsnehmer gekündigt werden. Wann und insbesondere zu welchen Konditionen dies möglich ist, regeln die Versicherungsbedingungen. Diese legen insbesondere die Abzüge vom Rückkaufswert und die Verteilung der Abschlusskosten fest. Häufig ist eine Beitragsfreistellung die bessere Alternative zur Kündigung.
Sterbegeldversicherung kann zum Ende jeder Versicherungsperiode gekündigt werden
Teilweise Kündigung ist möglich, wobei Mindestbetrag für verbleibende Versicherungssumme festgelegt werden kann
Nach einer Kündigung wird der Rückkaufswert um Abzüge vermindert
Die Beitragsfreistellung ist unter Bedingungen möglich
Die AVB einer getesteten Versicherung legen in § 7 1-3 repräsentativ für weite Teile der Branche die Modalitäten einer vorzeitigen Kündigung durch den Versicherungsnehmer fest:
„Sie können Ihre Versicherung jederzeit zum Schluss der Versicherungsperiode ganz oder teilweise in Schriftform kündigen. Kündigen Sie Ihre Versicherung nur teilweise, ist diese Kündigung unwirksam, wenn die verbleibende beitragspflichtige Versicherungssumme unter einen Mindestbetrag von 1.000 € sinkt. Auszahlungsbetrag. Nach der Kündigung zahlen wir – den Rückkaufswert vermindert um einen Abzug sowie – die Überschussbeteiligung. Beitragsrückstände werden von dem Auszahlungswert abgezogen.“
Die Berechnung des Rückkaufswertes ist in § 169 VVG geregelt. In Abschnitt (3) heißt es dort: „ Der Rückkaufswert ist das nach anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik mit den Rechnungsgrundlagen der Prämienkalkulation zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode berechnete Deckungskapital der Versicherung, bei einer Kündigung des Versicherungsverhältnisses jedoch mindestens der Betrag des Deckungskapitals, das sich bei gleichmäßiger Verteilung der angesetzten Abschluss- und Vertriebskosten auf die ersten fünf Vertragsjahre ergibt“.
Die meisten Versicherer vermindern den Rückkaufswert um festgelegte Abzüge, die sich ausschließlich an der zeitlichen Distanz bis zum Erreichen der Beitragsfreistellung orientieren. Bei einer getesteten Versicherung ist dazu in § 7, Abschnitt (5) der AVB festgelegt:
„Beträgt zum Zeitpunkt der Kündigung bei beitragspflichtigen Versicherungen die Dauer bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Beitragszahlung oder bei vorzeitig beitragsfreigestellten Versicherungen die Dauer bis zum Ende des Versicherungsjahres, in dem die versicherte Person das rechnungsmäßige Alter von 90 Jahren erreicht, mehr als 10 Jahre, so erfolgt von dem so ermittelten Wert ein Abzug. Der Abzug beträgt bei beitragspflichtigen Versicherungen 0,43 % von dem nach Abs. 4 ermittelten Wert multipliziert mit den verbleibenden Jahren vom Zeitpunkt der Kündigung bis zum Ende der um 10 Jahre verkürzten vertraglich vereinbarten Beitragszahlungsdauer.“
Die Formulierung ist relativ umständlich, das Prozedere aber eigentlich simpel: Von der Zeitspanne von der Kündigung bis zur Beitragsfreistellung werden zehn Jahre abgezogen und der so ermittelte Wert mit 0,43% des Rückkaufswertes multipliziert – das Ergebnis ergibt den Abzug.
Deutlich einfacher formuliert ERGO Direkt die Berechnung der Abzüge vom Rückkaufswert. In § 8 (3) ist geregelt: „Von dem nach 8.2 ermittelten Rückkaufswert nehmen wir einen Abzug vor. Dieser beträgt 1 % des Wertes multipliziert mit der Restlaufzeit in Jahren bis zum Ende des Vertragsjahres, in dem die versicherte Person das 85. Lebensjahr vollendet.“
In den Bedingungen zur Sterbegeldversicherung der Debeka findet sich eine weitaus kompliziertere Regelung, die den Abzug vom Rückkaufswert an die Situation am Kapitalmarkt knüpft. In § 14 (5) ist geregelt:
„Der Abzug ist abhängig von dem Null-Kupon-Euro-Zinsswapsatz mit einer Laufzeit von zehn Jahren, der von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird. Sofern dieser Zinssatz nicht mehr von der Deutschen Bundesbank ermittelt wird, kann ein vergleichbarer Index der Deutschen Bundesbank oder der Europäischen Zentralbank herangezogen werden.
Die Höhe des Abzugs richtet sich nach der Differenz, die sich aus einem Vergleich dieses Zinsswapsatzes im dritten Monat vor dem Beendigungstermin mit dem im gleichen Monat gebildeten Zehn-Jahres-Durchschnitt dieses Zinsswapsatzes ergibt. Sollte die zurückgelegte Laufzeit Ihres Vertrages bis drei Monate vor dem Beendigungstermin weniger als zehn Jahre betragen haben, wird der Zeitraum vom Versicherungsbeginn bis drei Monate vor dem Beendigungstermin für die Ermittlung des Durchschnittswertes zugrunde gelegt.“
Definiert werden daraus folgende Szenarien für den Kapitalmarkt mit 0-15% Abzug vom Rückkaufswert: „Kapitalmarktsituation 1 (Differenz von weniger als 0,5 Prozentpunkte): kein Abzug – Kapitalmarktsituation 2 (Differenz zwischen 0,5 und weniger als 1 Prozentpunkt): 5 % Abzug – Kapitalmarktsituation 3 (Differenz zwischen 1 und weniger als 1,5 Prozentpunkte): 10 % Abzug – Kapitalmarktsituation 4 (Differenz ab 1,5 Prozentpunkte): 15 % Abzug.“
Mit solchen Regelungen tragen Versicherer den Zinsänderungsrisiken am Kapitalmarkt Rechnung. Im Deckungsstock der Versicherer befinden sich überwiegend festverzinsliche Wertpapiere, deren Kurswert von der Zinsentwicklung abhängig ist. Zugleich hängen die Erträge des Deckungsstocks maßgeblich vom Zinsniveau ab.
Jede Sterbegeldversicherung kann durch den Versicherungsnehmer beitragsfrei gestellt werden. Dies ist sinnvoll, wenn die laufenden Beiträge nicht mehr aufgebracht werden können und eine Kündigung vermieden werden soll oder wenn der Versicherungsschutz im ursprünglichen Umfang nicht mehr benötigt wird. Mit der Beitragsfreistellung reduziert sich der Umfang des Versicherungsschutzes deutlich, da mit den Prämien auch die Risikoversicherung entfällt. Der Versicherungsschutz nach einer Beitragsfreistellung entspricht im Wesentlichen dem Rückkaufswert.
Die Debeka regelt dazu in § 13 (1) ihrer AVB: „Sie können jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode in Schriftform verlangen, ganz oder teilweise von der Beitragszahlungspflicht befreit zu werden. In diesem Fall setzen wir die Versicherungssumme ganz oder teilweise auf eine beitragsfreie Summe herab, die – nach anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik mit den Rechnungsgrundlagen der Beitragskalkulation, – für den Schluss der laufenden Versicherungsperiode und – unter Zugrundelegung des Rückkaufswertes errechnet wird. Der aus Ihrem Vertrag für die Bildung der beitragsfreien Versicherungssumme zur Verfügung stehende Betrag mindert sich um rückständige Beiträge.“
Der Versicherer ERGO Direkt ermöglicht Beitragsfreistellungen zu jedem Monatsende. Bemerkenswert deutlich wird in § 8 (4) der AVB des Versicherers zwischen „beitragsfreier Versicherungssumme“ und „Rückkaufswert“ unterschieden:
„Anstelle einer Kündigung können Sie verlangen, dass wir Ihren Vertrag beitragsfrei weiterführen. In diesem Fall reduziert sich die Versicherungs-Summe auf die beitragsfreie Summe, die nach den anerkannten Regeln der Versicherungsmathematik für den Schluss des laufenden Monats errechnet wird, mindestens aber den bei Vertragsschluss vereinbarten Garantiebetrag erreicht, dessen Höhe vom Zeitpunkt der Beitrags-Freistellung abhängt.
Bei Tod nach Beitrags-Freistellung leisten wir die entsprechende herabgesetzte Versicherungs-Summe, auch wenn diese unter der Summe der eingezahlten Beiträge liegt. Der aus Ihrer Versicherung für die Bildung der beitragsfreien Versicherungs-Summe zur Verfügung stehende Betrag ist der Rückkaufswert, vermindert um ausstehende Forderungen, z. B. Beitrags-Rückstände. Erreicht die beitragsfreie Versicherungssumme den Mindestbetrag von 1.500,00 Euro nicht, so erhalten Sie den Rückkaufswert.“
Die Beitragsfreistellung ist jederzeit zum Ende der Versicherungsperiode möglich
Der Versicherungsschutz reduziert sich auf den Rückkaufswert oder den Garantiebetrag
Beitragsrückstände werden verrechnet
Die AVB zur Sterbegeldversicherung enthalten bei den meisten Versicherern ca. 12-20 Absätze und regeln neben (vor)vertraglichen Pflichten insbesondere die Konditionen für Kündigung und Beitragsfreistellung und die Folgen eines Zahlungsverzugs. Auch die Leistungen des Versicherers sind geregelt – inklusive detaillierter Regelungen für Selbsttötung, Unfall und Krieg. In einigen Punkten sind sich die Bedingungen verschiedener Anbieter sehr ähnlich, in anderen gibt es größere Unterschiede. So macht die Debeka die Abzüge vom Rückkaufswert bei einer vorzeitigen Kündigung z. B. stärker vom Kapitalmarkt abhängig.
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References: § 1
 § 153
 § 2
 § 4
 § 11
 § 6
 § 6
 § 7
 § 169
 § 7
 § 8
 § 14
 § 13
 § 8