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Timestamp: 2019-08-21 22:55:44+00:00

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Fusg.ch — § 9 Rechnungslegung > V. Vermögensübertragung > 2. Jahresrechnung des Übernehmers
1. Übertragungsbilanz2. Jahresrechnung des Übernehmers
Aus Sicht des Übernehmers ist eine Vermögensübertragung wesensgleich wie eine Absorption ohne Kapitalerhöhung; deshalb ist auf die dortigen Ausführungen zu verweisen.2423 In Höhe eines Mehrbetrags des übernommenen Vermögens gegenüber der allfälligen Gegenleistung realisiert der Übernehmer einen Gewinn. In Höhe eines Minderbetrags kommt es zu einem Verlust, der auch daraus resultieren kann, dass das Vermögen nicht zu Verkehrswerten erscheint oder darüber hinaus ein Goodwill erworben wurde.2424 Sofern wesentlich, ist der Posten in der Erfolgsrechnung oder im Anhang separat ­auszuweisen.2425 Basis sind nicht notwendig die im Übertragungsvertrag aufgeführten Werte.2426
Beispiel 5: Vermögensübertragung
Alternativ zu der Abspaltung in Beispiel 3 ist unter anderem der Spin-off möglich: Die C-AG überträgt die Arzneimittelproduktion2427 an ein zu diesem Zweck gegründetes oder bereits bestehendes, hundertprozentiges Tochterunternehmen (als Übernehmer; im Wege der Sacheinlage oder des Erwerbs). Dessen Anteile werden anschliessend von den beiden Partnern 4 und 5 erworben. Die Mittel hierzu beschaffen diese sich durch Verkauf ihrer C-Aktien an die bisherigen Partner 1, 2 und 3. Zwecks Steuerneutralität der Vermögensübertragung erfasst das Tochterunternehmen die übertragenen Nettoaktiven zu Buchwerten.
Die Übertragungsbilanz der C-AG (Überträger) entspricht der Spalte «Zu übertragendes Teilvermögen» in Beispiel 3. Eine Kapitalherabsetzung entfällt, weil das verbleibende Nettovermögen der C-AG deren Haftungssubstrat weit übersteigt (vgl. Beispiel 3) und die Vermögensübertragung keine solche er­­fordert.
Die Bilanz des neu gegründeten Tochterunternehmens «eine juristische Sekunde» nach der Vermögensübertragung entspricht der Gründungsbilanz der D-GmbH in Beispiel 3. Die Auswirkung auf die Bilanz eines bereits bestehenden Tochterunternehmens wäre die gleiche; ggf. stünde den übertragenen Nettoaktiven kein neu geschaffenes Eigenkapital gegenüber, sondern der Mittelabfluss an die C-AG.
Zu den Auswirkungen auf die Jahresrechnung vgl. ausserdem Di Nino, 94 ff.; Rentsch, 215 ff.
Zum Ganzen vgl. EXPERTsuisse, HWP 2014, 314 f. Hier wird ein Wahlrecht an­­genommen, den Unterschiedsbetrag stattdessen irgendwelchem frei verwendbaren Eigenkapital gutzuschreiben bzw. zu belasten. Nur bei fehlender Gegenleistung wird die Erfassung als gesetzliche Kapitalreserve i.S. einer Sacheinlage für ebenfalls zulässig erachtet. Vgl. auch Di Nino, 95 ff.; Rentsch, 215 ff.
Eine Darstellung als ausserordentlicher Ertrag bzw. Aufwand kann infrage kommen; soweit nötig, ist dieser zu erläutern (Art. 959c Abs. 2 Ziff. 12 OR).
Zu den Voraussetzungen der Steuerneutralität vgl. Art. 19 Abs. 1 und 2, Art. 61 sowie Art. 64 Abs. 1bis DBG; Art. 8 Abs. 3 und 3bis, Art. 12 Abs. 4 lit. a, Art. 24 Abs. 3, 3ter, 3quater, 3quinquies und 4bis StHG; Auslegung gemäss Kreisschreiben 5, 18 ff., 68 ff.; Kreisschreiben 29a, 9 und 14. Dabei muss ein Betrieb, Teilbetrieb oder Gegenstand des betrieblichen Anlagevermögens übertragen werden und der Übernehmer (nicht der Überträger) muss einen Betrieb oder Teilbetrieb fortführen.
Auch hier mittels besonderen Inventars (Art. 71 Abs. 1 lit. b FusG).

References: § 9
 Art. 19
 Art. 61
 Art. 64
 Art. 8
 Art. 12
 Art. 24