Source: https://deubelli.com/news-details/die-pflicht-zur-urhebernennung-was-sie-wirklich-bedeutet.html
Timestamp: 2019-01-15 23:32:01+00:00

Document:
Die Pflicht zur Urhebernennung – was sie wirklich bedeutet - Kanzlei Deubelli - Medienrecht Urheberrecht
Die Pflicht zur Urhebernennung – was sie wirklich bedeutet
So eindeutig die gesetzliche Regelung zur Urhebernennung ist, so viele Gerüchte ranken sich um angebliche Ausnahmen und Privilegierungen. Heute wollen wir damit mal aufräumen.
Zunächst das Wichtigste: Wie wir dem Gesetzestext schon entnehmen, gibt es dort erst einmal kein Wenn oder Aber. Der Urheber ist zu nennen. Das ist die gesetzliche Ausgangslage des § 13 UrhG. Fotografen können auf dieses Recht verzichten. Das bedarf aber einer positiven Erklärung seitens des Fotografen.
Gerade nicht ausreichend ist, dass etwa bei einem Netzfund einer passenden Aufnahme der Urheber nicht ermittelt werden kann. Hier scheinen Verwender meiner Erfahrung nach häufig in die Haltung zu verfallen, dass ich den Urheber nur nennen brauche, wenn ich ihn (einer mir nicht lästigen Zeitspanne) in Erfahrung bringen kann. Ist dies nicht oder nicht sofort möglich, ist es weit verbreitet, dass die Nennung einfach unterlassen wird. „Was hätte ich denn tun sollen?“ höre ich nicht selten von Bildverwendern, gegen die wir für Fotografen aus solchen Sachverhalten vorgehen. Die Antwort hierauf ist eigentlich ganz einfach. Wenn man den Urheber nicht benennen kann, ist die logische Konsequenz auf keinen Fall, dass die Nennung unterlassen werden kann. Vielmehr muss dann eben die Bildverwendung unterlassen werden. So will es das Gesetz.
Ein weiteres häufig ins Feld geführte Argument sind andere Veröffentlichungen derselben oder einfach irgendeiner Aufnahme desselben Fotografen, bei dem die Urhebernennung ebenfalls nicht erfolgt war. Hier ist die Argumentation, dass dem Urheber die Nennung scheinbar nicht so wichtig zu sein scheint und damit quasi jeder darauf verzichten dürfe. Auch das ist weit gefehlt, da es schon ausweislich des Gesetzestextes eben im Ermessen des Urhebers liegt, wie er das mit der Urhebernennung gerne hätte. Es besteht hier auch keine Pflicht zur Gleichbehandlung, sodass man als Fotograf schlichtweg völlig willkürlich entscheiden darf, ob Kunde 1 die Urhebernennung weglassen darf, Kunde 2 sie anbringen muss.
Auch gerne verwechselt: Urhebernennung und Quellenangabe. Kein Link auf die Website oder das Facebook-Profil und vor allem keine „Quellenangabe“ a la
„Quelle: privat“
„Quelle: Archiv“
können eine korrekte Urhebernennung ersetzen.
Und was passiert nun eigentlich, wenn die Urhebernennung nicht erfolgt, obwohl sie es hätte müssen? Vielfach scheint die Auffassung zu bestehen, es handelt sich dabei um ein Kavaliersdelikt. Allerdings besagt § 97 UrhG, dass nicht nur eine Urheberrechtsverletzung, sondern auch der Verstoß gegen ein anderes, nach dem UrhG geschützten Rechts zu Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen des Urhebers führen. Dazu zählt auch das Recht auf Urhebernennung in § 13 UrhG. In der Praxis bedeutet, das, dass man auch „nur“ die unterlassene Urhebernennung mit einer urheberrechtlichen Abmahnung verfolgen kann und hierfür auch Schadensersatz verlangen darf. Ist ein Foto ohne Nutzungsrecht und ohne Urhebernennung (eine häufige Kombination) genutzt worden, hat der Fotograf vor einer Vielzahl von Gerichten daher Anspruch auf den doppelten Schadensersatz.
Ein wenig anders sieht die Sache bei Lizenzformen aus, welche die Namensnennung schon als Voraussetzung für den Lizenzerwerb vorsehen. Dies ist sehr häufig bei kostenfrei zu verwendenden Bildern der Fall, wie etwa bei Bildern, die unter einer Creative Commons (CC) Lizenz stehen. In der Praxis herrscht hier immer wieder Streit darüber, was passiert, wenn die Aufnahmen verwendet werden, ohne dass die dort vorgesehene Namensnennung erfolgt.
Bereits eingangs ist zu betonen, dass es sich bei dieser Namensnennung nicht um die Urhebernennung nach § 13 UrhG handelt, die von Gesetzes wegen einzuhalten ist. Die Namensnennung bei CC - Bildern ist eine auf Vertragsebene vereinbarte Pflicht des Bildverwenders. Die Gemeinsamkeit mit der Pflicht nach § 13 UrhG besteht darin, dass man sich auch an die Pflicht zur Vergabe der ordnungsgemäßen Namensnennung zu halten hat. Der Unterschied besteht in der Ausgestaltung. So ist bei der Urhebernennung nach § 13 UrhG in der Regel der Name des Fotografen zu nennen. Hier der Lizenztext, der etwa bei Bildern unter der CC-Lizenz „Namensnennung 4.0 International“ festlegt, was dort unter einer Namensnennung zu verstehen ist:
„Abschnitt 3 – Lizenzbedingungen
Wenn Sie das lizenzierte Material weitergeben (auch in veränderter Form), müssen Sie die folgenden Angaben beibehalten, soweit sie vom Lizenzgeber dem lizenzierten Material beigefügt wurden:
angeben, dass das lizenzierte Material unter der vorliegenden Public License steht, und deren Text oder URI oder einen Hyperlink darauf beifügen.“
(Quelle: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de)
Wenn nun eine Aufnahme, die unter einer solchen Lizenz steht, ohne Namensnennung benutzt wird und die Bezeichnung des Urhebers fehlt, hat sich der Verwender den Ansprüchen auf Unterlassung und Schadensersatz seitens des Fotografen zu rechtfertigen. Hinzu kommt in diesem Fall dann aber auch noch der Anspruch nach § 13 UrhG, da neben der fehlenden Lizenzvoraussetzung der Namensnennung auch keine Urhebernennung gegeben ist.

References: § 13
 § 97
 § 13
 § 13
 § 13
 § 13
 § 13