Source: http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/artikel/Bremen
Timestamp: 2018-07-23 00:32:39+00:00

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Studieren ohne Abitur: Bremen
Bremen hat in den letzten Jahren die Zugangsmöglichkeiten zum Studium ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife ausgebaut. Wie in den anderen Bundesländern auch sind Meister- und ähnlich hochwertige Fortbildungsabschlüsse der allgemeinen Hochschulreife gleichgestellt. Personen mit diesen Qualifikationen können ihr Studienfach frei wählen. Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung können einen fachgebundenen Hochschulzugang erhalten, sofern sie eine Eignungsprüfung bestehen. Unter besonderen Umständen ist auch ein Probestudium oder die Zulassung mit „Kleiner Matrikel“ zulässig. Nach dem Abwärtstrend seit 2010 erfährt das Bundesland in diesem Jahr, vor allem im Bereich der Studienanfänger(innen) ohne Abitur, einen starken Aufschwung und kann hier erstmals die Zwei-Prozent-Marke knacken. Auch im Bereich der Studierenden und Absolvent(inn)en ohne schulische HZB wird der Negativtrend durchbrochen, wobei die Zahlen der Absolvent(inn)en weiterhin nicht den Höchstwert aus dem Jahr 2014 erreichen. Insgesamt liegt Bremen weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt und belegt mit seinen Anteilen das untere Mittelfeld im Ländervergleich.
Erfolgreicher Abschluss eines fachlich einschlägigen Kontaktstudiums, eines Propädeutikums oder eines anderen weiterbildenden Studiums an einer Bremer Hochschule.
Ja (Einstufungsprüfung)
Ja, mit abgeschlossener Berufsausbildung und fünfjähriger Erwerbstätigkeit
§ 33 Abs. 3a BremHG: Eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung besitzt, wer eine Meisterprüfung bzw. eine der Meisterfortbildung vergleichbare Ausbildung mit vergleichbarer Prüfung bestanden, einen Bildungsgang einer zweijährigen Fachschule mit staatlicher Prüfung bzw. einen vergleichbaren Bildungsgang absolviert hat, über einen Fortbildungsabschluss nach §§ 53 oder 54 Berufsbildungsgesetz oder §§ 42 oder 42a der Handwerksordnung (mit mindestens 400 Unterrichtsstunden) oder über einen Abschluss nach vergleichbarer Fortbildung für Berufe im Gesundheitswesen bzw. im Bereich der sozialpflegerischen/sozialpädagogischen Berufe verfügt.
§ 33 Abs. 5 Nr. 1 BremHG: Eine fachgebundene Hochschulreife kann durch eine bestandene Einstufungsprüfung gemäß § 57 erlangt werden.
Teil II der Verordnung über den Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife regelt die Voraussetzungen für die Zulassung zur Einstufungsprüfung: Zum Zeitpunkt der Bewerbung muss eine mindestens zweijährige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen sein (entweder in einem anerkannten oder gleichwertig geregelten Ausbildungsberuf, schulisch oder in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis) und eine sich daran anschließende mindestens dreijährige Berufstätigkeit nachgewiesen werden (oder eine Gesamtdauer von mindestens fünf Jahren). Abweichend genügt auch eine mindestens fünfjährige hauptberufliche Tätigkeit, die mit den Anforderungen eines entsprechenden Ausbildungsberufs vergleichbar ist. Auch der erfolgreich abgeschlossene Besuch einer zweijährigen Berufsfachschule oder Fachschule gilt als Berufsausbildung.
Teil II der Verordnung regelt weiterhin auch die Antragstellung zur Einstufungsprüfung und die Zuständigkeit der Hochschule bezüglich Zulassung, Durchführung und Bewertung der Einstufungsprüfung. Die Regelungen müssen in einer von Rektor oder Rektorin zu erlassenden Ordnung schriftlich vorliegen.
§ 33 Abs. 4 BremHG: Eine bestandene Zwischenprüfung an der Universität hebt die Fachbindung auf.
Gemäß Teil II der Verordnung können u. a. die selbstständige Führung eines Familienhaushaltes mit mindestens einer erziehungs- oder pflegebedürftigen Person oder vom Arbeitsamt bescheinigte Zeiten der Arbeitslosigkeit von maximal einem Jahr auf die Zeit der Berufstätigkeit angerechnet werden, sofern während der Arbeitslosigkeit Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen erfolgt sind. Auch der Facharbeitertätigkeit vergleichbare Tätigkeiten von mindestens fünf Jahren oder Tätigkeiten, die nicht unbedingt eine einschlägige Berufsausbildung voraussetzen, werden anerkannt.
§ 33 Abs. 5 Nr. 2 BremHG und Teil III der Verordnung über den Erwerb der fachgebundenen Hochschulreife: Auch nach erfolgreichem Beste­hen eines (jeweils für die angestrebte fachgebun­dene Hochschulreife fach­lich einschlägigen) Kon­taktstudiums, eines Propädeutikums oder eines anderen weiterbil­denden Studiums an einer Hochschule der Freien Hansestadt Bremen erhält man die fachgebundene Hochschulreife. Vorausset­zung für die Zulassung ist i. d. R. eine dreijährige Berufstätigkeit. Wird eine der o. g. Studienvarianten erfolgreich abgeschlossen, erteilt die Hochschule ein Zertifikat, das die fachge­bundene Hochschulreife bescheinigt. Näheres zum Kontaktstudium auch unter § 58 BremHG.
Probestudium („Immatri­kulation mit Kleiner Mat­rikel“):
§ 35 Abs. 1, 2 und 4 BremHG gestattet den Hochschulen, die Immatri­kulation mit Kleiner Mat­rikel bei Bewerber(inne)n ohne Hochschulzugangsberech­tigung nach § 33 BremHG. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine fünfjährige Erwerbstätigkeit (oder entsprechende Er­satzzeiten). Diese Perso­nen werden jeweils für ein Semester immatrikuliert (insgesamt maximal für vier Semester) und müssen glaubhaft machen, inner­halb von zwei Jahren die Hochschulzugangsberech­tigung erwerben zu wollen. Die Hochschule entscheidet über die endgültige Immatrikulation und über die Anrechnung bereits erbrachter Studien­leistungen auf das weitere Studium. Näheres regeln die Immatrikulationsord­nungen.
§ 33 Abs. 8 BremHG: In der Regel genügt eine mindestens einjährige einschlägige Berufserfahrung oder eine entsprechende einschlägige Tätigkeit, um die Zugangsvoraussetzungen für weiterbildende Masterstudiengänge und weiterbildende Zertifikatsstudienangebote zu erfüllen. Voraussetzung ist hierbei jedoch der NAchweis einer mindestens fachgebundene Hochschulreife. § 60 Abs. 2 BremHG: Das weiterbildende Studium steht auch Personen offen, die die für eine Teilnahme erforderliche Eignung im Beruf oder auf andere Weise erworben haben. „Hierbei ist die besondere Lebenssituation von Frauen zu berücksichtigen.“
§ 56 Abs. 2 BremHG: „Über die Anrechnung und gegebenenfalls das Nichtbestehen wesentlicher Unterschiede entscheidet die Hochschule. Nachgewiesene Kompetenzen und Fähigkeiten, die außerhalb des Hochschulbereichs erworben wurden und keine wesentlichen Unterschiede zu den in einer Hochschule erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten aufweisen, sind bis zur Hälfte der für das Studienangebot vorgesehenen Leistungspunkte anzurechnen.“
§ 57 BremHG: Studienbewerber(innen), die Kenntnisse und Fähigkeiten in anderer Weise als durch ein Studium erworben haben, können diese in einer besonderen Hochschulprüfung (Einstufungsprüfung) nachweisen und dann unter Anrechnung dieser Kenntnisse in einen entsprechenden Abschnitt oder ein entsprechendes Modul des Studiums zugelassen werden.
§ 7 Abs. 1 Nr. 3 HSVVO: Die Hochschulvergabeverordnung legt eine Vorabquote in Höhe von maximal 2 Prozent jedoch mindestens einem Studienplatz für Bewerber(innen) fest, die „auf Grund bestandener Einstufungsprüfung oder eines Kontaktstudiums [...] oder für ein Probestudium“ eine Zulassung zum Studium erworben haben.
Die Studienplätze in dieser Quote werden gemäß § 12a HSVVO „nach dem Ergebnis eines Losverfahrens“ vergeben. Nach der Durchführung des Losverfahrens frei gebliebende Studienplätze aus der Quote werden soweit per Hochschulsatzung nicht anders geregelt zu 80 Prozent „nach dem durch die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung nachgewiesenen Grad der Qualifikation und im Übrigen nach der Wartezeit vergeben“ (§ 7 Abs. 3 HSVVO).
Entgegen der eher zaghaften Entwicklung des Studiums ohne Abitur der letzten Jahre, verzeichnet Bremen 2016 ein auffälliges Wachstum im Bereich des Anteils der Studienanfänger(inn)en ohne Hochschulzugangsberechtigung. Der Anteil konnte in diesem Bereich um 0,73 Prozentpunkte auf 2,07 Prozent und damit erstmals über die Zwei-Prozent-Marke gesteigert werden. Betrachtet man die Zahl der Studienanfänger(innen) auf Hochschulebene wird deutlich, dass dieser Anstieg vor allem der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen als auch der Universität Bremen, welche ihre Zahlen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hat, geschuldet ist. Jedoch fällt ebenfalls auf, dass die Anzahl der Personen, die über die Begabten- oder Eignungsprüfung den Zugang zum Studium an der Hochschule für Künste Bremen erlangt haben, ebenfalls stark – nämlich um ein Sechsfaches im Vergleich zum Vorjahr – gestiegen ist. Dies ist wahrscheinlich auch der neuen HZB-Systematik (siehe Informationen zu den verwendeten Daten) in der Hochschulstatistik zuzuschreiben, sodass diese Entwicklung in den nächsten Jahren weiter besonders beobachtet werden sollte, um genauere Rückschlüsse ziehen zu können. Bremen rückt damit vom 11. auf den 7. Rang im Bundesländervergleich auf. Auch die Absolvent(inn)enquoute ohne Abitur steigt mit 0,63 Prozent um einen Platz auf Rang 13. Bei den Studierenden gewinnt Bremen, wie auch schon im Vorjahr, einen Platz im Vergleich zu den anderen Bundesländern und landet mit 1,44 Prozent auf dem 9. Platz. Dies ist ein neuer Höchststand seit 2012. Insgesamt liegt Bremen in allen Kategorien unter dem Bundesdurchschnitt und damit im unteren Mittelfeld.
Websites der Hochschulen im Land Bremen
Website der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz
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References: § 33

§ 33
 § 57

§ 33

§ 33
 § 58

§ 35
 § 33

§ 33
 § 60

§ 56

§ 57

§ 7
 § 12