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Timestamp: 2020-01-22 01:28:23+00:00

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OLG Jena, 10.04.2002 - 7 U 938/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,2965
OLG Jena, 10.04.2002 - 7 U 938/01 (https://dejure.org/2002,2965)
OLG Jena, Entscheidung vom 10.04.2002 - 7 U 938/01 (https://dejure.org/2002,2965)
OLG Jena, Entscheidung vom 10. April 2002 - 7 U 938/01 (https://dejure.org/2002,2965)
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Bauzeitverzögerung bei der Erbringung von Gerüstbauarbeiten; Unwirksamkeit einer Vertragsstrafenklausel; Inhaltskontrolle; Kumulierung von Einzelvertragsstrafen ; Überschreitung mehrerer Zwischentermine; Verwirkung
Formularmäßige Vereinbarung einer Vertragsstrafe für die Überschreitung von Zwischenfristen
Vertragsstrafe wegen Überschreitung von Zwischenfristen
Wann ist eine Vertragsstrafenklausel für Zwischenfristen unwirksam? (IBR 2002, 542)
LG Gera, 29.06.2001 - 4 O 896/00
NJW-RR 2002, 1178
MDR 2002, 1245
BauR 2002, 1135
BauR 2003, 1416
Ein angemessenes Gleichgewicht der Interessen von Auftraggeber und Auftragnehmer ist mithin nicht gewahrt (vgl. BGH…, Urteil vom 06.12.2012 - VII ZR 133/11 -, juris Rn. 18 ff.; OLG Nürnberg…, Beschluss vom 24.03.2010 - 13 U 201/10 -, juris Rn. 15 ff.; OLG Celle…, Urteil vom 13.07.2005 - 7 U 17/05 -, juris Rn. 43 f.; Thüringer Oberlandesgericht, Urteil vom 10.04.2002 - 7 U 938/01 -, juris Rn. 46).
Das OLG Jena (BauR 2003, 1416) zitiert zwar die Entscheidung des Senats vom 14. Januar 1999 - VII ZR 73/98, befasst sich jedoch nicht mit der Frage, ob die Vertragsstrafe für die Endtermine einer eigenen Inhaltskontrolle zugängig ist.
Eine solche Klausel kann dazu führen, dass bei nur geringfügiger Überschreitung mehrerer Zwischenfristen durch die Kumulierung der Einzelvertragsstrafen innerhalb weniger Tage die gesamte Vertragsstrafe verwirkt sein kann und zwar unabhängig davon, ob der Endtermin eingehalten wird oder nicht (OLG Jena Urteil vom 10.4.2002 - 7 U 938/01 - [BauR 2003m 1416, 1417]).
Ist dies der Fall, so ist Klausel gemäß § 307 Abs. 1 BGB unwirksam (…so z. B. OLG Hamm BauR 2000, S. 1202; OLG Jena NJW-RR 2002, S. 1178).
Ist dies der Fall, so ist Klausel gemäß § 307 Abs. 1 § 307 Abs. 1 BGB unwirksam (so OLG Hamm, MDR 200, 881; Thüringer OLG, NJW-RR 2002, 1178 ).
Unabhängig vom Einwand des Beklagten, dass sich bei einem Objekt wie demjenigen im vorliegenden Fall mit einer mehrjährigen Bauzeit dieselbe anfängliche Verzögerung nur äußerst unwahrscheinlich auch bis zum Ende der Bauzeit fortsetzt, ist zu beachten, dass nach der gefestigten Rechtsprechung bei der Formulierung von Vertragsstrafenvereinbarungen stets darauf zu achten ist, dass die Kumulierung von Tatbeständen, welche Vertragsstrafen auslösen können, nicht dazu führen darf, dass der Höchstbetrag bei an sich nur geringfügigen Verzögerungen bereits vollständig verwirkt ist (…vgl. BGH, Urt. v. 14.01.1999 - VII ZR 73/98;… BGH, Urt. v. 18.01.2001 - VII ZR 238/00;… OLG Hamm, Urt. v. 10.02.2000 - 21 U 85/98; OLG Jena, Urt. v. 10.04.2002 - 7 U 938/01).
Auch verkennt der Senat nicht, dass die in der Rechtsprechung anerkannten Höchstsätze von ca. 0,2 % je Arbeits-/Werk- oder Kalendertag (vgl. bspw. OLG Jena , NJW-RR 2002, 1178 [1179], 0,2 % pro Tag, sowie BGH NJW-RR 2008, 615, Tz. 8 mwN., 0,3 % pro Werktag) und 5 % des gesamten Vergütungsanspruchs (vgl. BGH NJW 2003, 1805 [1808]) ebenso eingehalten sind wie eine Anknüpfung an ein Verschulden des Auftragnehmers erfolgt (vgl. BGH NJW-RR 2008, 615, Tz. 9 mwN.).

References: § 307
 § 307
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 BGH 
 BGH 
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