Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202008,%202576
Timestamp: 2020-05-28 13:19:01+00:00

Document:
https://dejure.org/2008,66
BGH, 03.06.2008 - XI ZR 319/06 (https://dejure.org/2008,66)
BGH, Entscheidung vom 03.06.2008 - XI ZR 319/06 (https://dejure.org/2008,66)
BGH, Entscheidung vom 03. Juni 2008 - XI ZR 319/06 (https://dejure.org/2008,66)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2008,66) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB §§ 123, 276, §§ 195, 199 Abs. 1 Nr. 2, 488 ff.; EGBGB Art. 229 § 6 Abs. 4 Satz 1
Kenntnis des Erwerbers von unzureichenden Mietpooleinnahmen begründet noch nicht Kenntnis von diesbezüglicher vorvertraglicher Täuschung durch Vermittler und damit keinen Verjährungsbeginn
Schadensersatz wegen vorvertraglicher Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Finanzierung einer Eigentumswohnung; Vorvertragliches Aufklärungsverschulden der finanzierenden Bank wegen eines konkreten Wissensvorsprungs im Zusammenhang mit einer ...
Verjährungsbeginn von Schadensersatzansprüchen eines Mietpool-Teilnehmers gegen die finanzierende Bank wegen Aufklärungsverschuldens
Zu den Voraussetzungen der Verjährung eines Schadensersatzanspruchs des Anlegers wegen eines aufklärungspflichtigen Wissensvorsprungs der finanzierenden Bank über eine arglistige Täuschung durch den Anlagevermittler
Aufklärungsverschulen: Verjährung d. Schadensersatzanspruchs
§§ 123, 276, 195, 199 I Nr. 2 BGB; Art. 229 § 6 IV 1 EGBGB
Zur Frage des Verjährungsbeginns von Schadenersatzansprüchen wegen Aufklärungsverschulden (hier: Pflichtverletzung durch finanzierende Bank bei geforderter Teilnahme an einem Mietpool)
BGB §§ 199, 123, 241, 311
Aufklärungsverschulden und Verjährung; Wissensvorsprung bei arglistiger Täuschung
Fehlende Mieteinnahmen vermitteln nicht Kenntnis der arglistigen Täuschung! (IMR 2008, 319)
Dieses kann lediglich prüfen, ob der Streitstoff umfassend, widerspruchsfrei und ohne Verstoß gegen Denkgesetze oder Erfahrungssätze gewürdigt worden ist (BGH, Urteil vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, NJW 2008, 2576 Rn. 24;… Urteil vom 8. Juli 2010 - III ZR 249/09, BGHZ 186, 152 Rn. 35).
Für eine dahingehende Kenntnis oder grobfahrlässige Unkenntnis des Klägers trägt der Beklagte als Schuldner die Darlegungs- und Beweislast (…BGHZ 171, 1, 11 Rn. 32; BGH, Urteil vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06 - NJW 2008, 2576, 2578 Rn. 25).
Kenntnis liegt damit vor, wenn dem Forderungsinhaber die Erhebung einer Klage, sei es auch nur in der Form der Feststellungsklage, Erfolg versprechend, wenn auch nicht risikolos möglich ist (BGH, Urteile vom 6. Mai 1993 - III ZR 2/92, BGHZ 122, 317, 324 f., vom 2. April 1998 - III ZR 309/96, BGHZ 138, 247, 252…, vom 11. Januar 2007 - III ZR 302/05, BGHZ 170, 260 Rn. 28, vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346 Rn. 27 …und vom 23. September 2008 - XI ZR 262/07, WM 2008, 2155 Rn. 15).
Dementsprechend hat es der Bundesgerichtshof für die Kenntnis der anspruchsbegründenden Umstände i.S.v. § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB für unerheblich gehalten, wenn in der höchstrichterlichen Rechtsprechung später Beweiserleichterungen entwickelt wurden, durch die sich die Erfolgsaussichten einer Klage für den Anspruchsinhaber verbessert hatten (vgl. BGH Urteile vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06 - NJW 2008, 2576 Rn. 28 …und vom 27. Mai 2008 - XI ZR 132/07 - NJW-RR 2008, 1495 Rn. 36).
Hierzu gehört bei unzureichender Aufklärung auch die Kenntnis der Umstände, aus denen sich die Rechtspflicht zur Aufklärung ergibt (BGH, Urteile vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, VersR 2003, 511 unter II 3; vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, NJW 2008, 2576 Rn. 27; jeweils m.w.N.).
Es muss dem Geschädigten lediglich zumutbar sein, auf Grund dessen, was ihm hinsichtlich des tatsächlichen Geschehensablaufs bekannt ist, Klage zu erheben, wenn auch mit dem verbleibenden Prozessrisiko, insbesondere hinsichtlich der Nachweisbarkeit von Schadensersatz auslösenden Umständen (BGH, Urteil vom 03.06.2008, XI ZR 319/06, NJW 2008, 2576 unter Zusammenfassung und Benennung der bisherigen Rechtsprechung).
Vielmehr genügt aus Gründen der Rechtssicherheit und Billigkeit im Grundsatz die Kenntnis der den Ersatzanspruch begründenden tatsächlichen Umstände (…st. Rspr., BGH, Urteile vom 11. Januar 2007 - III ZR 302/05, BGHZ 170, 260 Rn. 28 …und vom 19. März 2008 - III ZR 22/07, WM 2008, 1077 Rn. 7; Senatsurteil vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346 Rn. 27).
Auch insoweit genügt vielmehr die Kenntnis derjenigen tatsächlichen Umstände, aus denen sich die Aufklärungspflicht ergibt (Senatsurteile vom 29. Januar 2002 - XI ZR 86/01, WM 2002, 557, 558, vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1447 und vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346 Rn. 27; BGH, Urteile vom 2. April 1998 - III ZR 309/96, BGHZ 138, 247, 252, vom 14. März 2002 - III ZR 302/00, BGHZ 150, 172, 186 …und vom 11. Januar 2007 - III ZR 302/05, BGHZ 170, 260 Rn. 28).
cc) Ebenso wird in Fällen unzureichender Aufklärung für den Beginn der kenntnisabhängigen Verjährung beim geschädigten Anleger auch die Kenntnis der Umstände einschließlich der wirtschaftlichen Zusammenhänge verlangt, aus denen sich eine Rechtspflicht zur Aufklärung ergibt (BGH, Urteil vom 28. Mai 2002 - XI ZR 150/01, WM 2002, 1445, 1447; vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346 Rn. 27, jeweils mwN;… vgl. auch MünchKomm-BGB/Grothe, 6. Aufl., § 199 Rn. 26).
Insoweit handelt es sich um Fragen der Würdigung des konkreten Einzelfalles, die jeweils dem Tatrichter obliegt und deshalb in der Revisionsinstanz nur beschränkt darauf überprüft werden kann, ob die tatrichterliche Würdigung ohne weiteres vertretbar ist, nicht gegen Denkgesetze verstößt und nicht auf verfahrenswidriger Tatsachenfeststellung beruht (vgl. Senat, Urteil vom 3. Juni 2008 - XI ZR 319/06, WM 2008, 1346, Tz. 18 m.w.N.).
BGH, 09.02.2009 - II ZR 157/08
Rechtsfehlerhafte Annahme eines Gerichts in Bezug auf die Verjährung eines …
KG, 25.05.2016 - 21 U 174/14
Eigen- oder Fremdgeschäft im Unternehmenskontext: Wer ist Vertragspartner …

References: Art. 229
 § 6
 Art. 229
 § 6
 § 199
 BGH 
 § 199