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Timestamp: 2019-06-17 23:37:08+00:00

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Arten – Kennzeichnungsverordnung 2013 (ArtKV) - Gesamt - JUSLINE Österreich
Gesamte Rechtsvorschrift ArtKV
Verordnung des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft über die Kennzeichnung von Exemplaren wildlebender Tierarten (Arten – Kennzeichnungsverordnung 2013 – ArtKV )
StF: BGBl. II Nr. 300/2013
§ 1 ArtKV Geltungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für die Kennzeichnung von lebenden Wirbeltieren, deren Art in der Verordnung (EG) Nr. 338/97 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels, ABl. Nr. L 61 vom 03.03.1997 S. 1 angeführt ist, sowie für die Kennzeichnung von unbearbeiteten Stoßzähnen von Afrikanischen Elefanten und Teile davon sowie von unbearbeiteten Nashornhörnern und Teile davon.
(2) Unbearbeitet im Sinne des Abs. 1 bedeutet, dass die Exemplare im Wesentlichen unverändert sind. Ebenso sind polierte, auf einer Vorrichtung montierte oder als Teil einer Trophäe verwendete Exemplare als unbearbeitet anzusehen.
(3) Soweit in dieser Verordnung auf Verordnungen der Europäischen Union verwiesen wird, sind diese in ihrer jeweils geltenden Fassung anzuwenden.
§ 3 ArtKV Kennzeichnungsmethoden
(1) Die Kennzeichnung hat nach einer der in Anhang I genannten Kennzeichnungsmethoden zu erfolgen.
(2) Die für die jeweilige Art anzuwendende Kennzeichnungsmethode ist in Anhang II mit einem (+) angeführt. Sind für eine Art mehrere Kennzeichnungsmethoden angegeben, hat der Halter eine dieser Methoden auszuwählen.
(3) Ist für eine Art ausschließlich die Kennzeichnung mittels Transponder angegeben, reicht eine Kennzeichnung mittels Fotodokumentation aus, sofern das jeweilige Exemplar dauerhafte morphologische Besonderheiten, wie etwa Narben, Verwachsungen, irreguläre Beschuppungen oder andere Anomalien aufweist, die eine eindeutige Wiedererkennung ermöglichen.
(4) Wenn der Vollzugsbehörde nachgewiesen wird, dass die in Anhang II für die jeweilige Art vorgeschriebene Kennzeichnungsmethode wegen physischer oder durch das Verhalten des betreffenden Exemplars bedingter Eigenschaften ungeeignet ist, kann im Einzelfall von der Vollzugsbehörde nach Anhörung der Wissenschaftlichen Behörde eine andere Kennzeichnungsmethode, die eine eindeutige Identifizierung ermöglicht, festgelegt werden.
(5) Für Exemplare von Arten, für die im Anhang II keine Kennzeichnungsmethode festgelegt wurde, hat die Vollzugsbehörde im Einzelfall nach Anhörung der wissenschaftlichen Behörde zu entscheiden, welche Kennzeichnungsmethode anzuwenden ist.
(6) Das Kennzeichen darf nur einmal verwendet werden.
(7) Wird ein Exemplar mittels Fotodokumentation gekennzeichnet, so hat der Halter des Exemplars diese auf Verlangen der Behörde stets nachzuweisen.
§ 4 ArtKV Zeitpunkt der Kennzeichnung
Die Kennzeichnung hat zu erfolgen, sobald die physischen und verhaltensbedingten Eigenschaften eines Exemplars eine ordnungsgemäße Durchführung erlauben.
§ 5 ArtKV Kennzeichnungsprotokoll
Das Kennzeichnungsprotokoll im Sinne des § 5 Abs. 6 des Artenhandelsgesetzes hat hinsichtlich Form und Inhalt dem Anhang III zu entsprechen.
Anl. 1 ArtKV
Kennzeichnungsmethoden gemäß § 3 sind:
Einmalig gekennzeichneter, nahtlos verschlossener und gewerblich hergestellter Beinring mit einem Nummerncode, dem ein „A“ als Kennung für Österreich vorangestellt sein muss.
Der Transponder muss in der Codestruktur und im Informationsgehalt den Kennzeichnungsverfahrensvorschriften (derzeit Art. 66) der Verordnung (EG) Nr. 865/2006 der Kommission vom 4. Mai 2006 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates über den Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels entsprechen.
- Fotogröße etwa 9 x 13 cm oder 10 x 15 cm (zweifache Ausfertigung).
- Jedes Foto muss das Datum des Aufnahmetages integral beinhalten, dieses darf nicht nachträglich auf das Foto angebracht werden. Bei Anträgen für mehr als ein Exemplar müssen Fotos entsprechend gekennzeichnet sein, damit klar ersichtlich ist, welchem Exemplar welche Fotos zuzuordnen sind.
- Fotoausarbeitung: glänzend (nicht matt).
- Fotohintergrund: einheitlich hell (Exemplar muss sich gut abheben)
- Größenmaß muss objektiv ableitbar sein: Lineal, Maßstab etc. darf nicht handgezeichnet sein. In allen Fällen muss die wahre Größe des Exemplars aus dem Foto objektiv ableitbar sein.
- Jeder zu fotografierende Körperteil muss im geraden Winkel aufgenommen werden (z. B. senkrecht für Bauch- oder Rückenpanzer bei Schildkröten).
- Das Exemplar muss trocken (ausgenommen Fische und Amphibien) und gesäubert sein.
- Das Exemplar (oder der darzustellende Körperteil) muss mindestens 70% der Fotofläche einnehmen.
- Das Exemplar (oder der darzustellende Körperteil) muss in voller Schärfe und einheitlicher Belichtung (keine Schatten) abgebildet sein.
- Sofern Schildkröten-Panzer mit Nummern oder anderen Kennzeichnungen versehen sind, darf am Rückenpanzer nicht mehr als 1 Rückenschild davon verdeckt sein. Bei den dazugehörigen Fotos der Bauchpanzer müssen dieselben Kennzeichnungen integral am Foto, nicht am Exemplar, ersichtlich sein.
- Fotos der Rücken- bzw. Bauchpanzer von Schildkröten müssen das gesamte Exemplar zeigen.
- Grundsätzlich ist alle 5 Jahre ein neues Foto des Exemplars anzufertigen.
- Sobald bei Krokodilen und Schlangen die Gesamtlänge, sowie bei Echsen die Kopf-Rumpflänge (Schnauzenspitze bis Kloakalspalte) seit dem Zeitpunkt der Anfertigung des letzten Fotos um 50% zugenommen hat, ist ein neues Foto des Exemplars anzufertigen.
- Innerhalb des 1. Lebensjahres sind bei Schildkröten je ein Foto vom Schlupf und ein Foto nach einem halben Jahr anzufertigen. Bis zum 5. Lebensjahr ist jährlich ein Foto anzufertigen. Sobald Schildkröten um 75% ihrer Panzerlänge seit dem Zeitpunkt der Anfertigung des letzten Fotos gewachsen sind, ist ein neues Foto des Exemplars anzufertigen .
- Sobald sich Erkennungsmerkmale geändert haben (z. B. Pigmentierung am Bauchpanzer von Schildkröten; Bauchpanzer hat sich geschlossen; geheilte und daher nicht mehr erkennbare oder neue hinzugekommene Verletzungen wie Risse am Panzer, Narben oder ähnliches), ist ein neues Foto des Exemplars anzufertigen.
ISO Ländercode (2 Buchstaben) des Ursprungslandes oder, falls unbekannt, des Landes, in dem die Kennzeichnung durchgeführt wurde – von der Vollzugsbehörde vergebene Seriennummer – die letzten beiden Ziffern des Jahres der Kennzeichnung – Gewicht in Kilogramm – Länge in Zentimeter – LO (für Loxodontidae).
ISO Ländercode (2 Buchstaben) des Ursprungslandes oder, falls unbekannt, des Landes, in dem die Kennzeichnung durchgeführt wurde – von der Vollzugsbehörde vergebene Seriennummer – die letzten beiden Ziffern des Jahres der Kennzeichnung – Gewicht in Gramm – Länge in Zentimeter – RH (für Rhinoceros).
Anl. 2 ArtKV
Liste der auf die jeweilige Art anzuwendenden Methoden
Fell, Kopf
Panay-Riesenflughund
Gesicht, Fell
Büschelohriger Katzenmaki
Juan Fernandez-Seebär
Schwarzbrauen-Geoffroy-Klammeraffe
Bawean-Schweinshirsch oder Kuhlhirsch
Pinselschwanz-Bürstenkänguruh, Ogilby - Bürstenkänguruh
Bürstenkänguruh – soweit nicht anderes angeführt
Wildyak oder Grunzochse
Tamarau oder Mindorobüffel
Schwarzer Uakari
Uakaris oder Kurzschwanzaffen – soweit nicht anders angeführt
Weißohrseidenäffchen
Gelbkopfbüscheläffchen
Jentink-Ducker
Cetaceae spp.
Großer Katzenmaki
Mittlerer Katzenmaki
Katzenmakis – soweit nicht anders angeführt
Kurzschwanz-Chinchilla
Langschwanz- Chinchilla
Chinchillas – soweit nicht anders angeführt
Weißnasensaki
Schwarzer Stummelaffe, Schwarzer Guereza
Dugong oder Pazifische Seekuh
Ohr seitlich
Nacken, Brust
Gelbschwanzwollaffe
Lemuren – falls nicht anders angeführt
Goldkopf- Löwenäffchen
Löwenäffchen – falls nicht anders angeführt
Südlicher Flußotter
Wander- oder Bartaffe
Großer Kaninchennasenbeutler, Großer Bilbi
Megaladapidae spp.
Zügel- oder Kurznagel-Känguruh
Weiße Oryx
Ovis ammon nigrimonata
Steppenschaf oder Ladakschaf
Persischer Löwe
Tschiru (Orongo) oder Tibetantilope
Gabelstreif- Katzenmaki
Mentawilangur
Indische Bengalkatze oder Leopardkatze
Iriomotokatze
Kamerun-Stummelaffe
Rotkopfstummelaffe oder Roter Colobus
Shark Bay-Falschmaus
Vietnamesisches Waldrind,
Pteropus livingstonei
Mortlock-Flughund
Stumpfnasen- und Kleideraffen – falls nicht anders angeführt
Abruzzengemse
Flußdelphine
Tapire – falls nicht anders angeführt
Francois-Langur
Gee´s Langur
Sundajahrvogel
Gilbstarling
Roatan-Gelbnackenamazone
Rotbug-Gelbnackenamazone
Tukuman-Amazone
Auckland-Ente oder Auckland-Kastanienente
Span. Kaiseradler
Großer Soldatenara, Bechstein-Ara
Caninde-Ara, Blaukehlara
Indische Trappe
Bänder-Steinkauz
Mauritiussänger
Chondrohierax unicatus wilsonii
Wilsons Langschnabelweihe
Spix-Blauara
Westliche Rötlich-braune Grasmücke
Westliche Langschnabelgrasmücke
Korea-Weißbauch-Schwarzspecht
Mindoro-Bronzefruchttaube
Wüsten- oder Berberfalke
Mauritius Turmfalke
Weißbauch- Fregattvogel
Lord Howe-Waldralle
Kubakranich
Haliaeetus spp.
Wellstaube
Bali-Star oder Rothschild-Mynah
Büschelohr- Honigfresser
Grünschwanz- Glanzfasan
Weißschwanz- Glanzfasan
Riesen-Zwergohreule od. Rotohreule
Malaien-Nimmersatt, Milchstorch
Gold- oder Orangebauchsittich
Norfolk-Buschkauz, Unterart des Kuckuckskauzes
Dünnschnabel- Brachvogel
Ophyrsia superciliosa
Bergguan
Sokoko-Eule
Zwergohr-Eule
Gelbkopf-Felshüpfer oder Stelzenkrähe
Buntkopffelshüpfer
Schakuhuhn
Philippinenadler, Affenadler
Ara-Kakadu, Palmkakadu
Sirintaraschwalbe
Ramphodon dorhnii
Hakenschnabel- Kolibri
Rheinartfasan
Rosenkopf- oder Nelkenente
Rhynochetos jubatos
Grausteißtao oder Macuco-Steißhuhn
Blyth-Satyrhuhn oder Blyth-Tragopan
Cabot-Satyrhuhn oder Cabot-Tragopan
West-Satyrhuhn oder West-Tragopan
Sachalin- Grünschenkel
cupido attwateri
Weißkehlbrillenvogel
Kopf und Rücken des ganzen Tieres von oben, Kopf seitlich
Kopf seitlich, Kopf und Nacken von oben, Schwanz seitlich
Rückenpanzer, Kopf seitlich, Kopf von oben
Rückenpanzer, Bauchpanzer
Rückenpanzer, Bauchpanzer, Kopf seitlich
Südliche Abgottschlange
Kopf und Rumpf seitlich, Kopf von oben
Kopf und Rumpf seitlich
Kopf seitlich, Kopf von oben, Kopf und Rumpf seitlich
+ Rückenpanzer, Bauchpanzer, Kopf von oben
Chitra vandijk
Burmesische Kurzkopf-Weichschildkröte
Kopf und Rumpf seitlich, Kopf seitlich, Kopf von oben
Rückenpanzer, Kopf seitlich
Puerto Rico-Boa
Kopf und Rücken des ganzen Tieres von oben, Kopf seitlich, Kopf von oben
Jamaika-Boa
Kopf und Rücken des ganzen Tieres von oben, Kopf von oben, Brustbereich von unten
Geochelone nigra (syn. Chelonoidis nigra)
Elefantenschildkröte oder Galapagos-Riesenschildkröte
Rückenpanzer, Kopf von oben
Burma-Landschildkröte
Rückenpanzer, Bauchpanzer, Kopf von oben
Geochelone yniphora (syn. Asterochelys yniphora)
Mühlenberg-Schildkröte
gesamtes Tier von oben
Bergers Flachschildkröte
Hinterindische Pfauenaugen-Sumpfschildkröte
Dunkle Weichschildkröte
+ Kopf seitlich, Kopf und Nacken von oben, Schwanz seitlich
Günthers Taggecko
Kopf und Rücken des ganzen Tieres von oben, Kopf von oben
Kopf und Rücken des ganzen Tieres, Kopf seitlich, Brustbereich von unten
Pityuseneidechse
Falsche Spitzkopfschildkröte
St. Esteban-Chuckwalla
Kopf und Rumpf seitlich,
(syn. Testudo werneri)
Sundagavial
Kopf und Nacken von oben, Kopf seitlich, Schwanz seitlich
Kopf und Rücken des ganzen Tieres von oben,
Kopf seitlich, Kopf von oben
Bauch des ganzen Tieres
(syn. Spinophrynoides spp.)
Äthiopische Kröte
Dorsalansicht, Lateralansicht
Zipfelkröte
Dorsalansicht (ohne Schwanz)
Dorsalansicht, Lateralansicht, Gularregion (= Kopf von unten)
Zagros – Molch
Dorsalansicht (ohne Schwanz), Lateralansicht (ohne Schwanz)
Dorsalansicht, Ventralansicht
Südlicher Magenbrüterfrosch
Cynoscion (Totoaba) macdonaldi
Macdonalds Umberfisch
Ganzes Tier links, rechts, von oben
Malaiischer Knochenzüngler
6. Unbearbeitete Stoßzähne vom Afrikanischen Elefanten und Teile davon
Kennzeichnungscode am Exemplar
7. Unbearbeitetes Nashornhorn und Teile davon
Anl. 3 ArtKV
Kennzeichnungsprotokoll gemäß § 5 Abs. 6 ArtHG (BGBl. I Nr. 16/2010)
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Abt. II/4
Kennzeichnungsmethode:
Kennzeichennummer:
Aus folgenden Gründen ist keine Angabe möglich:
Größe: 1)
Ort der Platzierung des Kennzeichens:
Kennzeichnende Person:
1) Anzugeben ist:
bei Schildkröten die Länge, Breite und Höhe des Panzers
bei Echsen, Brückenechsen und Krokodilen die Distanz zwischen Schnauzenspitze und Kloakalspalte (Kopf-Rumpflänge)
bei allen anderen Arten die Gesamtlänge
Arten – Kennzeichnungsverordnung 2013 (ArtKV) Fundstelle
Auf Grund des § 5 Abs. 2, 3 und 6 des Artenhandelsgesetzes, BGBl. I Nr. 16/2010, wird verordnet:
Übersicht ArtKV
Arten – Kennzeichnungsverordnung 2013 (ArtKV)Anlage

References: § 1

§ 3

§ 4

§ 5
 § 5
 § 3
 Art. 66
 § 5
 § 5