Source: http://www.kathvita.net/index.php?page=Thread&threadID=56&s=f17a39d7e8525f1bc97ec9f40318ab6142b2712e
Timestamp: 2018-07-22 06:44:39+00:00

Document:
50 Jahre - II. Vaticanum - röm-kath. Kirche - KathVita
Sonntag, 22. Juli 2018, 08:45 UTC+2
50 Jahre - II. Vaticanum
Antworten im Thema: 86 » Der letzte Beitrag (13. August 2013, 07:46) ist von diaconus.
Erfahrungspunkte: 13.952.082
Aus der Chronik des Konzils
25. 1. 1959
Ankündigung des Konzils durch Papst Johannes XXIII:
5. 6. 1960
Einsetzung von 10 Kommissionen und 3 Sekretariaten zur Vorbereitung der Schemata und Organisation
25. 12. 1961
Apostolische Konstitution „Humanae salutis“ – Einberufung des Konzils für 1962
2. 2. 1962
Motoprorio „Consilium“ – Festlegung des Konzilsbeginn auf 11. Oktober
6. 8. 1962
Erlass der Geschäftsordnung des Konzils
11. 10. 1962
1. Öffentliche Sitzung; Beginn der 1. Sitzungsperiode
8. 12. 1962
Abschluss der 1. Sitzungsperiode
3. 6. 1963
Unterbrechung durch den Tod Johannes XXIII.
Offizielle Wiedereinberufung des Konzils durch Papst Paul VI.
29. 9. 1963
2. Öffentliche Sitzung, Beginn der II. Sitzungsperiode
4. 12 1963
3. Öffentliche Sitzung, Abschluss der II: Sitzungsperiode
14. 9. 1964
4. Öffentliche Sitzung, Beginn der III. Sitzungsperiode
21. 11. 1964
5. Öffentliche Sitzung, Abschluss der III. Sitzungsperiode
14. 9. 1965
6. Öffentliche Sitzung, Beginn der IV. Sitzungsperiode
28. 10. 1965
7. Öffentliche Sitzung
18. 11. 1965
8. Öffentliche Sitzung
7. 12. 1965
9. Öffentliche Sitzung
8. 12. 1965
10. Öffentliche Sitzung, Feierlicher Schiuss des Konzils
Sonntag, 24. Juli 2011, 18:09
Das Konzil – Bruch mit der bisherigen Lehre?
Immer wieder hört man von vielen in der Kirche das 2. Vaticanum war ein Konzil, das einen kompletten Neuanfang in der katholischen Kirche ermöglicht habe. Wird dann rückgefragt, so kann festgestellt werden, dass die meisten von ihnen weder die Konzilstexte des 2. Vaticanums im Detail noch wesentliche Texte aus der Lehre der Kirche kennen. Selbst den Inhalt des Katechismus der Katholischen Kirche kennen diese Menschen oft nicht, zu dem jeder Katholik verpflichtet wäre. Aber oft berufen sie sich auf das 2. Vaticanum mit Aussagen, die es dort in den Texten in dieser Form gar nicht gibt.
Zu dieser Sachlage gibt es folgenden Text in der Einleitung von Rahner-Vorgrimmler, „Kleines Konzilskonpendium“, Seite 19, unterer Absatz:
„Dieses Konzil war, so könnte man formulieren, ein Konzil in Freiheit und echtem Dialog und gleichzeitig ein Konzil auf der Grundlage des alten und bleibenden Glaubens der Katholischen Kirche. Das zweite zunächst ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Aber dies festzustellen ist doch wichtig, weil es innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche während des Konzils genug Leute gab, die meinten, auf diesem Konzil werde alles und jedes in Frage gestellt, auch definierte Glaubenwahrheiten der Kirche könnten nicht nur im Blick auf das Ganze des christlichen Glaubens ein vertiefteres und nuancierteres Verständnis finden, sondern auch unter Umständen auch abgeschaffen werden, das Konzil sei ein Parlament, in dem über alles und jedes diskutiert werde. Das war natürlich nicht so.“
Nachdem sowohl Karl Rahner als auch sein ehemaliger Schüler Herbert Vorgrimmler nicht zu den „Konservativen“ sondern zu den „Liberalen“ zu rechnen sind, sollten der oben angeführten Text auch jenen zum denken geben, die behaupten, dass das Konzil ein „Neubeginn der Lehre“ gewesen sei.
Ebenso ist es mit dem oft viel strapazierten „Geist des Konzils“, der eigentlich eine Chimäre ist, die von modernistischen Theologen „erfunden“ worden ist, die im Widerspruch zur allgemein gültigen Lehre der Kirche stehen.
Die Texte des Konzils sind daher ausnahmslos auf der Grundlage der Tradition und der vorkonziliaren Lehre des 2. Vaticanums zu betrachten. Daher ist jeder Text eines Konzils- Dokumentes auf dieser Grundlage zu betrachten und nicht abweichendes hineinzuinterpretieren, dass im Widerspruch zur bisherigen Lehre steht.
Wer etwas anderes behauptet, der will die Hl. Mutter Kirche in Richtung Protestantismus führen. Und auch dieser Weg steht im Gegensatz zum Ökumenedokument des Konzils wenn es richtig und mit redlichem Charakter gelesen wird.
Fehlverlauf des Konzils?
Von einer gewissen katholischen Seite, die leider im Schisma ist, wird immer wieder der Vorwurf erhoben, dass das 2. Vaticanum „nicht ordnungsgemäß“ verlaufen ist.
Selbst Rahner–Vorgrimmler gibt dies in der Einleitung des Kompendium faktisch indirekt zu, indem sie schreiben, dass vieles anders gelaufen ist, wie es sich die Päpste Johannes XXIII. bzw. Paul VI. gewünscht hätten. Und wenn man auf verschiedene Informationen aus der Konzilsgeschichte zugreifen kann, muss dies bestätigt werden.
Rahner-Vorgrimmler schreibt u. a. „Es ist nicht zu bestreiten, dass eine gewisse Gruppe römischer Theologen in der Vorbereitung des Konzils der Einstellung war, das Konzil könne praktisch nichts tun, als den unter der Aufsicht des Papstes an der vorkonziliaren Zeit erarbeiteten Entwürfen von Konzilsdekreten zu applaudieren, eine längere Diskussion und auch nur einigermaßen erhebliche Meinungsverschiedenheiten seien konkret eigentlich gar nicht mehr möglich.“
Dieser Satz von Rahner–Vorgrimmler bestätigt, dass die über Auftrag des Papstes Johannes XXIII. die in seinem Sinne vorbereiteten Schemata bei Konzilsbeginn verworfen worden sind.
Aus verschiedener Literatur (Wiltgen, Malinksi u.a.) ist auch bekannt: Eine Gruppe westeuropäischer Konzilsväter und einige andere (Namen bekannt) hatten sich schon bei der Eröffnung, wahrscheinlich schon in der Vorbereitungszeit, gut organisiert und haben in der Folge dem Konzil ihre Meinung „aufgedrückt.“ Diese Gruppe hat es sofort geschafft die vorbereitete Liste der Experten (Konzilsberater) in der 1. Arbeitssitzung am 13. Oktober zu Fall zu bringen und bei der Sitzung am 16. Oktober ihre Leute als Konzilsberater in den Sattel zu heben. Weiters wurden dann alle vorgelegten, vom Papst beauftragten, Schemata verworfen.
Wer den Ablauf von Konferenzen nur etwas kennt, kann daraus nachweisbar erkennen, dass es also schon vor Konzilbeginn, in der Vorbereitungszeit, Absprachen gegeben haben muss, eigene Leute „hinaufzubringen“, wobei zusätzlich festzuhalten ist, dass einige dieser Konzilsberater (Namen bekannt) „unter Zensur“, standen, d. h. dass sie lehrbedenkliche Texte veröffentlich hatten.
Weiters weisen Rahner-Vorgrimmler darauf hin, dass die Konzilsväter einen vom Papst sehr deutlich empfohlenen Entwurf des Missionsdekretes ablehnten.
Allein aus diesen kurzen Ausführungen ist ersichtlich, dass der Verlauf des Konzils und die Dokumenttexte, ziemlich sicher, nicht den von Papst Johannes XXIII. vorgesehenen Verlauf genommen hatten.
Daher ist es nicht zu verwundern, dass so manche “unklare bzw. weiche“ Formulierungen in den Dokumenten vorhanden sind, die jeder Interpretation Spielraum boten und dann weidlich ausgenützt wurden.
Es bleibt, aufgrund dieser Fakten, also jedem überlassen, sich diesbezüglich seine Gedanken zu machen und seine Schlüsse zu ziehen. Ich gestehe, seitdem ich mich seit kurzem damit eingehender beschäftige, für mich vieles klarer geworden ist, sowohl die Konzilstexte betreffend aber auch die heutige Situation in der deutsprachigen Kirche bzw. deren Hirten. M. M. hat unser heutiger Heiliger Vater, als ehemaliger Konzilsberater von Kardinal König, bald nach Ende des Konzils erkannt, dass doch manches „schiefgelaufen“ sei und versuchte schon als Präfekt der Glaubenskongregation diesbezüglich etwas korrigierend einzugreifen ohne die Konzilstext grundsätzlich in Frage zustellen.
Sonntag, 31. Juli 2011, 17:21
Nach dem Buch von P. Ralph Wiltgen „Der Rhein fließt in den Tiber“ erklärte Papst Johannes XXIII. am 11. Oktober bei der Konzilseröffnung, dass es nicht um die Verkündigung neuer Dogmen oder Lehrverurteilungen gehe, sondern es handle sich um ein Pastoralkonzil. Die Wahrheit müsse bei gleichem Inhalt in eine neues Gewand gehüllt werden, um für die Welt anziehender zu werden. „Das größte Anliegen des Ökumenischen Konzils ist, dass das heilige Depositum der christlichen Lehre wirksam bewahrt und gelehrt werden soll“ so seine Worte. (S 14—15)
Zur Bedeutung von Karl Rahner, SJ, erklärt Ralph Wiltgen in seinem Buch: „Da die Stellungnahme der deutschsprachigen Bischöfe regelmäßig von der europäischen Allianz übernommen wurde und dass die Stellungnahme der Allianz im allgemeinen vom Konzil übernommen wurde, hätte ein einzelner Theologe erreichen können, dass das ganz Konzil seine Ansichten übernimmt, falls sie von den deutschsprachigen Bischöfen übernommnen worden wären.“
Dazu sei noch festzustellen, dass Karl Rahner unmittelbar noch vor dem Konzil unter Zensur gestanden ist. Rahner war nur beratender Theologe. Aber in der Praxis wurde er jedoch von vielen Konzilsvätern des deutschen und österreichischen Episkopats konsultiert und war auch der einflussreichste Kopf der Fuldaer Konferenz, die vor dem Beginn der zweiten Sitzungsperiode am 29. September 1963 tagte, und an der 4 Kardinäle und 70 Erzbischöfe des deutschen Sprachraumes teilnahmen. Für diese Fuldaer Konferenz hatte Rahner eine Stellungnahme zu den nächsten vom Konzil zu behandelnden Schemata ausgearbeitet, vor allem ging es um die Lehre der Kirche. ZBspl. fiel durch diesen Einfluss Rahners das vorbereitete eigene Schemata über die Jungfrau Maria zum Opfer und es wurde daraus nur noch ein Abschnitt im Kirchenschemata.
E. J. Lengeling, der auch an der Liturgiereform beteiligt war, meinte im Liturgischen Jahrbuch 1970 auf Seite 29: „Manches musste sicherlich in den Jahren vor dem Konzil und in den beiden ersten Konzilssessionen zurückhaltend, beinahe verklausuliert formuliert werden, wenn man die möglichste einmütige Zustimmung zum Ganzen erreichen wollte. Dabei ist es in der Formulierung gelungen, Türen zu Entwicklungen offenzuhalten, für die auch in den letzten Konzilssessionen sicherlich keine Zweidrittelmehrheit erreichbar gewesen wäre.“
Aus den oben zitierten Kommentaren ergibt sich klar warum es in den Konzilsdokumenten so „weiche“ Formulierungen gibt, die oft jede Interpretation zulassen. Vor allem in Westeuropa erfuhren die Konzilsdokumente eine „eigene“ Auslegung, die damit auch den Liturgiemissbräuchen Tür und Tor öffneten, und man berief sich immer wieder auf den nicht existierenden „Geist des Konzils“, dieser Chimäre. Dass dabei der Wunsch der Päpste, dass das Depositum der Lehre bewahrt werden solle, damit unter die Räder kam, sei dabei nur am Rande erwähnt. Nur das 2. Vaticanum muss als Fortsetzung der bisherigen Lehre der Kirche gesehen werden und nicht als Festlegung einer neuen bzw. geänderten Lehre wie es manche Kreise behaupten.
Papst Benedikt XVI. als Kardinal Ratzinger im Jahre 1988 an die chilenischen Bischöfe
Die Wahrheit ist, dass das Konzil selbst kein Dogma definiert hat und sich bewusst in einem niedrigeren Rang als reines Pastoralkonzil ausdrücken wollte; trotzdem interpretieren es viele, als wäre es fast das Superdogma, dass allem anderem n die Bedeutung nimmt.
Sonntag, 7. August 2011, 16:55
Erklärung der Kirche über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen
Dieses Dokument wurde in der Urfassung auf Wunsch von Johannes XXIII. vom Sekretariats für die Förderung der Einheit der Christen ausgearbeitet und bereits im Juni 1962 der Zentralkommission vorgelegt. Ursprünglich was das Schema gegen den Antisemitismus gerichtet und musste auf arabischen Druck hin zurückgezogen. Anschließend hatte es eine „wechselhafte“ Geschichte. Es wurde im November 1963 versucht es in das Ökumenismusschema einzugliedern, dann später jenem der Religionsfreiheit. Die im September 1964 vorgelegte Fassung war substantiell so abgeschwächt, dass die Diskussion eine neue Bearbeitung erforderte. Im November 1964 wurde der neue Text vorgelegt und enthielt Ausführungen über andere nichtchristliche Religionen. In dieser erweiterten Form wurde das Schema im November 1964 grundsätzlich angenommen, wobei jedoch eine weitere leicht abgeschwächte Fassung im Oktober 1965 den Einzelabstimmungen unterzogen und gebilligt wurde. Die feierliche Schlussabstimmung am 28. Oktober 1965 ergab 2221-Ja- gegen 88-Nein-Stimmen und wurde am gleichen Tag feierlich verkündet.
Mit dieser hohen Nein-Stimmenzahl gehört diese Erklärung zu jenen wenigen Dokumenten, die eine derart große Anzahl an Nein-Stimmen aller Konzilsdokumente erhalten hatten. Außerdem zeigt die oben angeführte Geschichte der Erklärung, dass sie von Anfang an sehr umstritten war und fast die ganze Konzilsdauer darüber gerungen wurde. Für mich ist vor allem unverständlich, dass dem arabischen Druck nachgegeben wurde, denn das Problem des tlw. in der Kirche vorhandenen Antisemitismus, der ja angeblich aus der Offenbarung stammte und durch deren Missinterpretation zustande gekommen ist, war zu klären und nichts anderes. Nachdem es mit nur 5 Abschnittsnummern auch das kürzeste Dokument ist und trotzdem so lange darum „gestritten“ wurde, sagt dies auch viel über die Qualität dieser Erklärung aus. Weiters ist zu beachten, dass ja auch nicht jeder Konzilvater zu Wort gekommen ist, was ja bei rd. 2.300 Konzilsvätern bei jedem Dokument unmöglich gewesen wäre, bedeutet dies, dass die Abstimmungen faktisch über Empfehlungen der wortführenden Fraktionen erfolgte.
Obwohl ich voll zum 2. Vaticanum stehe, ist diese Erklärung für mich mit den darin enthaltenen Formulierungen doch problematisch. Dazu in einem späteren Post.
Sonntag, 7. August 2011, 18:09
Fortsetzung - wichtiges aus dem Dokument
Aus Nr. 2
So sind auch die übrigen in der ganzen Welt verbreiteten Religionen bemüht, der Unruhe des menschlichen Herzens auf verschiedener Weise zu begegnen, indem sie Wege weisen: Lehren und Lebensregeln sowie auch heilige Riten.
Die katholische Kirche lehnt nicht von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist. Mit aufrichtigen Ernst betratet sie jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren, die zwar in manchem vom dem abweichen was sie selber für wahr hält und lehrt, doch nicht selten einen Strahl jener Wahrheit erkennen lassen, die alle Menschen erleuchtet. Unabhängig aber verkündet sie und muss sie verkündigen Christus, der ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6), in dem die Menschen die Fülle des religiösen Lebens finden, in dem Gott alles mit sich versöhnt hat (vgl. 2 Kor 5,18-19)
Aus Nr. 3
Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat.
Da es jedoch im Lauf der Jahrhunderten zu manchen Zwistigkeiten und Feindschaften zwischen Christen und Muslim kam, ermahnt die Heilige Synode alle, das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen zu bemühen und gemeinsam einzusetzen für Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen.
Der letzte Absatz der Nr. 2 ist voll zu unterstreichen, aber die Nr. 3 enthält eine sehr bedenkliche Formulierung, die eindeutig eine Verbeugung bzw. ein Niederwerfen vor den Muslimen ist, nämlich das Wort „alleiniger Gott“, ein Begriff, der sogar der Offenbarung im NT widerspricht, denn dort hat Jesus eindeutig gesagt: „... tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes .....“ (vgl. 28,19), also ist es ein Gott in drei Gestalten, die Trinität (Dogma). Und die Muslim lehnen Gott Sohn eindeutig ab, „Gott hat keinen Sohn“ siehe Sure 4,172, 5,18, 5,73 usw. Weiters ist es ständige Lehre der Kirche, dass mit dem Neuen Testament die Offenbarung Gottes endgültig abgeschlossen ist, daher kann es nachher keine andere Offenbarung mehr geben. Außerdem ist als Gemeinsamkeit nur der Schutz und Förderung der sozialen Gerechtigkeit, der sittlichen Güter und nicht zuletzt des Friedens und der Freiheit für alle Menschen erwähnt, keine Glaubensgemeinsamkeit. Das war sicher ein Versuch die Lage der Christen in islamischen Ländern zu verbessern, was es gebracht hat, zeigt das Ansteigen der Christenverfolgungen in den islamischen Ländern in den letzten 3 Jahrzehnten.
Mittwoch, 10. August 2011, 17:16
Aus Nr. 4 (Abschnitt über unsere „älteren“ Brüder, die Juden)
Bei ihrer Besinnung auf das Geheimnis der Kirche gedenkt die Heilige Synode des Bandes, wodurch das Volk des Neuen Bundes mit dem Stamme Abrahams geistlich verbunden ist. So anerkennt die Kirche Christi, dass nach dem Heilsgeheimnis Gottes die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung sich schon bei den Patriarchen, bei Moses und den Propheten finden. Sie bekennt, dass alle Christgläubigen als Söhne Abrahams dem Glauben nach (vgl. Gal. 3,7) in der Berufung dieses Patriarchen eingeschlossen sind und dass in dem Auszug des erwählten Volkes aus dem Lande der Knechtschaft das Heil der Kirche geheimnisvoll vorgebildet ist. Deshalb kann die Kirche auch nicht vergessen, dass sie durch jenes Volk, mit dem Gott aus unsagbarem Erbarmen den Alten Bund geschlossen hat, die Offenbarung des Alten Testamentes empfing und genährt wird von der Wurzel des guten Ölbaums, in den die Heiden als wilde Schösslinge eingepfropft sind (vgl. Röm 11,17-24). Denn die Kirche glaubt, dass Christus, unser Friede, Juden und Heiden durch das Kreuz versöhnt und beide in sich vereinigt hat. (vgl. Eph. 2,14-15).
Die Kirche hat auch stets die Worte des Apostels Paulus vor Augen, der von seinen Stammesverwandten sagt, dass „ihnen die Annahme an Sohnes Statt und die Herrlichkeit, der Bund und das Gesetz, der Gottesdienst und die Verheißungen gehören wie auch die Väter und dass aus ihnen Christus dem Fleische nach stammt“ (Röm 9,4-5) der Sohn der Jungfrau Maria. Auch hält sie sich gegenwärtig, dass aus dem jüdischen Volk die Apostel stammen, die Grundfesten und Säulen der Kirche sowie die meister jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet haben.
Obgleich die jüdischen Obrigkeiten mit ihren Anhängern auf den Tod Christi gedrungen haben (Vgl. Joh 19,6), kann man dennoch die Ereignisse seines Leidens weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den heutigen Juden zur Last legen.
In Bewusstsein des Erbes das sie mit den Juden gemeinsam hat, beklagt die Kirche, die alle Verfolgungen gegen irgendwelche Menschen verwirft, nicht aus politischen Gründen, sondern auf Antrieb der religiösen Liebe des Evangeliums alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemanden gegen die Juden gerichtet haben.
Freitag, 12. August 2011, 18:43
Sacrosanctum Concilium (SC) - 1. Teil
Die Konstitution über die Heilige Liturgie
Die Konstitution wurde von der Vorbereitenden Liturgischen Kommission entworfen, wobei in der Vorbereitungszeit des Konzils an die 2.300 Vorschläge aus aller Welt eingegangen waren.
Das abgeschwächte Schema wurde ab 22. Oktober 1962 als erster Konzilstext diskutiert und dann im November 1962 als Ganzes angenommen . Weitere Abänderungsvorschläge wurden bis Mai 1963 eingearbeitet, sodass im Oktober 1963 bereits detaillierte Abstimmungen stattfinden konnten, wobei neuerliche Abänderungsvorschläge vorgebracht wurden. Die feierliche Schlussabstimmung erfolgte am 4. Dezember 1963 und ergab 2147 Ja-Stimmen und 4 Nein-Stimmen. Noch am gleichen Tag wurde die Konstitution feierlich verkündet.
Es ist auch darauf zu verweisen, dass es schon lange vor dem Konzil neuere Liturgische Bewegungen gegeben hatte, zurückgehend bis auf den Katholikentag in Mecheln 1909, aber auch in Österreich ab Mitte der 1930er-Jahre in der u. a. auch der Augustiner-Chorherr Pius Parsch aus dem Stift Klosterneuburg bei Wien seinen Anteil hatte. In der Enzyklika „Mediator Dei“ aus 1947 von Papst Pius XII. erfolgte auch die höchstamtliche Anerkennung der Liturgischen Bewegung.
Dienstag, 16. August 2011, 17:43
Sacrosanctum Concilium (SC) - 2. Teil
Die Konstitution ist mit 130 Artikeln und einem Anhang das detailreichste Dokument des Konzils. Es zwar mit 7806 Worten nicht das wortreichste Dokument des Konzils, diesbezüglich steht es an der 4. Stelle aller Konzilsdokumente. Gegliedert ist es in einem Vorwort, das aus vier Artikeln besteht sowie in sieben Kapiteln, wobei das I. Kapitel mit seinen 42 Artikeln in fünf Teile geteilt und der dritte Teil des Kapitels in weitere drei Unterteile aufgeteilt wurde.
Aufgrund des Umfanges der Konstitution werden im Forum nur die wesentlichsten Punkte zitiert und erörtert.
Auf zwei Punkte, die in der heutigen Zeit von Menschen, die die Dokumente meist gar nicht und sehr selten im Detail kennen, immer wieder diskutiert werden, wird vorab eingegangen. In der ganzen Konstitution steht kein einziges Wort, dass erstens das Latein als Liturgiesprache abgeschafft wird sowie dass zweitens die Handkommunion regulär sei.
Zur Handkommunion sei festgestellt, dass diese durch ein Indult (Gnadenerweis) von Papst Paul VI. im Jahr 1970 für jene Länder erlaubt wurde, wo dies bereits üblich sei. Außerdem wird immer wieder behauptet, dass die Handkommunion bereits altkirchlich üblich gewesen sei. Dazu ist nur zu sagen, dass die Handkommunion wie sie jetzt praktiziert wird der altkirchlichen Tradition nicht entspricht wie dies auch bei Cyrill von Jerusalem nachzulesen ist.
Aus Nr. 1
Das Heilige Konzil hat sich zum Ziel gesetzt, das christliche Leben unter den Gläubigen mehr und mehr zu vertiefen.
In der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie „vollzieht sich“ „das Werk unserer Erlösung“ und so trägt es in höchsten Maße dazu bei, dass das Leben der Gläubigen Ausdruck und Offenbarung des Mysteriums Christi und des eigentlichen Wesens der wahren Kirche wird, der es eigen ist, zugleich göttlich und menschlich zu sein, sichtbar und mit unsichtbaren Gütern ausgestattet, voll Eifer der Tätigkeit hingegeben und doch frei für die Beschauung, in der Welt zugegen und doch unterwegs; und zwar so, dass das Menschliche auf das Göttliche hingeordnet und ihm untergeordnet ist, das Sichtbare auf das Unsichtbare, die Tätigkeit auf die Beschauung, das Gegenwärtige auf die künftige Stadt, die wir suchen (Vgl. Hebr13,14).
Unter diesen Grundsätzen und Richtlinien sind manche, die sowohl auf den römischen Ritus wie auf alle Riten angewandt werden können und müssen .
Aus Nr. 4
Treu der Überlieferung erklärt das Heilige Konzil schließlich, dass die heilige Mutter Kirche allen rechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt. Es ist ihr Wille, dass diese Riten in Zukunft erhalten und in jeder Weise gefördert werden.
Im Artikel 2 wird schon auf das sakramentalen Wesen der Kirche hingewiesen, die im Artikel 5 und 26 ausdrücklich erwähnt wird, daher ist die Kirche das „Ursakrament“.
Der Artikel 3 weist darauf hin, dass die Konstitution den römischen (lateinischen) Ritus betrifft, sodass die Kompetenz für die orientalischen Riten grundsätzlich von diesen zu regeln sind, während der Artikel 4 darauf hinweist, dass alle Riten in der katholischen Kirche gleichberechtigt sind und ihnen die gleiche Ehre zuzuerkennen ist.
Mittwoch, 17. August 2011, 17:10
Sacrosanctum Concilium (SC) - 3. Teil
Das I. Kapitel trägt die Überschrift „Allgemeine Grundsätze zur Erneuerung und Förderung der Heiligen Liturgie“, während der 1. Abschnitt in diesem Kapitel mit „Das Wesen der heiligen Liturgie und ihre Bedeutung für das Leben der Kirche“ überschrieben ist und in den Artikel 5 – 13 diese Thematik behandelt..
Während der Artikel 5 mit der heilgeschichtlichen Beschreibung des Erlösungswerkes Christi einsetzt, ausgehend vom allgemeinen Heilswillen Gottes für den Menschen, das sich im „Pascha-Mysterium“ des Leidens. Sterbens, der Auferstehung und der Himmelfahrt Christi manifestiert, zeichnet der Artikel 6 die Sendung der Apostel zur Evangeliums-Verkündigung und zum Vollzug des verkündeten Heilswerkes im Opfer und Sakrament nach. Der Artikel 7 weist auf die Gegenwart Christi in den liturgischen Handlungen seiner Kirche hin. Im Artikel 8 wird auf das Verhältnis von „irdischer“ und „himmlischer“ Liturgie hingewiesen. Der Artikel 9 weist daraufhin, dass sich in der Liturgie nicht das ganze Tun der Kirche erschöpft sondern auch auf die Glaubensvermittlung und das Apostolat verwiesen. Dennoch wird im Artikel 10 die Aussage getroffen, dass die Liturgie Höhepunkt und Quelle für das Tun der Kirche ist. Artikel 11 weist auf die Hinführung er Menschen zur Mitfeier der Liturgie hin, die eine besondere Aufgabe der Seelsorger sei. Dass das geistliche Leben eines Menschen sich nicht allein mit der Teilnahme an der Liturgie erschöpfe sondern auch Gebet und Aszese beinhaltet, erörtert der Artikel 12, während der Artikel 13 auf die Andachtsübungen des Volkes, auch in der Tradition, verweist.
Aus Nr. 6
Seither hat die Kirche niemals aufgehört, sich zur Feier des Pascha-Mysteriums zu versammeln, dabei zu lesen, „was in allen Schritten von ihm geschrieben steht“ (Lk 24,27), die Eucharistie zu feiern, in der „Sieg und Triumph seines Todes dargestellt werden“ (Konzil von Trient) und zugleich “Gott für die unsagbar große Gabe dankzusagen“ (2 Kor 9,15), in Christus Jesus „zum Lobe seiner Herrlichkeit“ (Eph 1,12). All das aber geschieht in der Kraft des Heiligen Geistes.
Aus Nr. 7
Um dieses große Werk voll zu verwirklichen, ist Christus in seiner Kirche immerdar gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen .... wie vor allem unter den eucharistischen Gestallten. Gegenwärtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten. ...., in seinem Wort, das er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. Gegenwärtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt...
Infolgedessen ist jede liturgische Feier als Werk Christi, des Priesters und seines Leibes, der die Kirche ist, in vorzüglichen Sinn heilige Handlung, deren Wirksamkeit kein anderes Tun der Kirche an Rang und Maß erreicht.
Aus Nr. 9
In der heiligen Liturgie erschöpft sich nicht das ganze Tun der Kirche; denn ehe die Menschen zur Liturgie hintreten können, müssen sie zu Glauben und Bekehrung gerufen werden.
Darum verkündet die Kirchen denen, die nicht glauben, die Botschaft des Heils, damit alle Menschen den allein wahren Gott erkennen und den, den er gesandt, Jesus Christus, und dass sich sie bekehren von ihren Wegen und Buße tun.
Aus Nr. 10
Dennoch ist die Liturgie der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der alle ihre Kraft strömt.
Aus der Liturgie, besonders aus der Eucharistie, fließt uns wie aus einer Quelle die Gnade zu; in höchstem Maß werden in Christus die Heilung der Menschen und die Verherrlichung Gottes verwirklicht, auf die alles Tun der Kirche als auf sein Ziel hinstrebt.
Aus Nr. 12
Das geistliche Leben deckt sich aber nicht schlechthin mit der Teilnahme an der heiligen Liturgie. Die Christ ist zwar berufen, in Gemeinschaft zu beten, doch muss er auch in sein Kämmerlein gehen und den Vater im Verborgenen anbeten (vgl. Mt 6,6), ja ohne Unterlass beten, wie der Apostel mahnt (vgl. 1 Thess 5,17).
Montag, 22. August 2011, 17:34
Sacrosanctum Concilium (SC) - 4. Teil
Im zweiten Teil des I. Kapitels wird in den Artikeln 14 - 20 die liturgische Ausbildung und die tätige Teilnahme an der Liturgie behandelt. Für die Allgemeinheit sind nur die Artikel 14 und 19 interessant, der lauten:
Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, „das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk“ (1 Petr 2,9, vgl. 2,4-5) kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist.
Dies Seelsorger sollen eifrig und geduldig bemüht sein um die liturgische Bildung und die tätige Teilnahme der Gläubigen, die innere und äußere, je nach deren Alter, Verhältnissen, Art des Lebens und Grad der religiösen Entwicklung. Damit erfüllen sie einer der vornehmsten Aufgaben der treuen Spender der Geheimnisse Gottes. Sie sollen ihre Herde dabei nicht bloß mit dem Wort, sondern auch durch das Beispiel führen.
Sacrosanctum Concilium (SC) - 5. Teil
Der dritte Teil des I. Kapitel beschäftigt sich in den Artikel 21 bis 40 mit der Liturgie und deren Erneuerung.
Im Artikel 21 wird erklärt, dass es der Wunsch der Kirche sei, eine allgemeine Erneuerung der Liturgie in die Weg zu leiten und zwar jener Teile die reformbedürftig geworden sind und erklärt dazu als Grundsatz, dass Texte und Riten das bezeichnete deutlicher zum Ausdruck bringen sollen, sodass das christliche Volk sie „möglichst leicht erfassen und in voller, tätiger und gemeinschaftlicher Teilnahme mitfeiern“ können. Damit ist dieser Artikel das „Grundgesetz“ aller Liturgiereform.
Anmerkung zu Artikel 21:
Dazu muss ich aus meiner Kindheit und Jugend feststellen, dass damals in vielen heiligen Messen die gemeinschaftliche Teilnahme gar nicht gewünscht war, denn es gab verschiedene Anweisungen für diese Messe und diese sprachen von den religiösen „Privatübungen“ während der Messe. Und so betete einer/eine den Rosenkranz, ein anderer/eine andere irgendetwas anderes, ein weiterer saß da und ließ das „Geschehen“ an sich vorüberziehen, denn nicht einmal das gemeinsame Beten des Vater unser oder des Credo erfolgte. Besonders war dies in den stillen Messen oder in den Singmessen, da wurde von Beginn bis zum Ende ununterbrochen gesungen, der Fall, mit einer Ausnahme: das Glockenzeichen zur Wandlung ließ alle niederknien, der Priester sprach die Wandlungsworte leise, er hob Hostie und Kelch, dann erfolgte wieder das Glockenzeichen alles erhob sich und jeder setzte dort fort wo er unterbrochen worden war bzw. die Orgelmusik mit Gesang wurde wieder aufgenommen und dies alles bis zum Ende der Messe. Dass hier von einer gemeinschaftlichen Feier keine Rede sein konnte, versteht sich wohl von selbst. Erst gegen Ende des Pontifikats Pius XII. (so ab 1956/57) änderte sich dies. Bei uns ist Österreich, vor allem in Ostösterreich, wurde nach dem 2. Weltkrieg die Betsing-Messe einmal am Sonntag, meist in der Kindermesse, gefeiert. In dieser Messe, die aufgrund der Liturgischen Bewegung vom Augustiner-Chorherr Pius Parsch zusammengestellt worden war, war bereits ein gemeinschaftlicher Charakter gegeben und möglich. Vieles was in dieser Betsingmesse bereits vorhanden war, wurde in der Liturgiereform übernommen.
Der Unterteil A des III. Teils des I. Kapitels , der wichtige „Allgemeine Regeln“ für die Liturgie bestimmt, wird im nächsten Post erörtert.
Donnerstag, 25. August 2011, 19:33
Sacrosanctum Concilium (SC) - 6. Teil
Im Unterteil A des III. Teils des I. Kapitels werden die „Allgemeinen Regeln“ für die Liturgie in den Artikeln 22 – 25 bestimmt
Der wichtige Artikel 22 lautet:
Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.
Auch den rechtsmäßig konstituierten, für bestimmte Gebete zuständigen Bischofsvereinigungen verschiedener Art steht es auf Grund einer vom Recht gewährten Vollmacht zu, innerhalb festgelegter Grenzen die Liturgie zu ordnen.
§ 3 Deshalb darf durchaus niemand sonst, auch wenn er Priester wäre, nach eigenem Gutdünken in der Liturgie etwas hinzufügen, wegnehmen oder ändern.
Anmerkung zu N. 22
Dieser Artikel stellt eindeutig fest, dass das Recht die Liturgie zu ordnen allein dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist, d. h. er allein ist berechtigt die liturgischen Bücher zu approbieren. Auch das Partikularrecht für die Bistümer, Bischofsvereinigungen usw. darf nichts gegenteiliges aufweisen, denn darauf weisen die Worte „nach Ma0gabe des Rechtes“ im § 1 bzw. „innerhalb festgelegter Grenzen“ im § 2 hin.
Und der § 3 verbietet eindeutig, dass der zelebrierende Priester etwas anderes zulässt als es in den approbierten liturgischen Büchern vorgegeben ist. Daher ist zBspl. in der Hl,. Messe jede kleinste Abweichung von den Vorgaben im Missale unzulässig. Selbst wenn der Liturgieausschuss der Pfarre derartiges fordert, hat der Priester die Verpflichtung derartige Abweichungen zu verhindern. Dass es trotzdem immer wieder zu derartigen Missbräuchen kommt, ist ein eindeutiges Versagen der Priester, die nicht genügend Rückgrat haben und alles zulassen.
Während der Artikel 23 die konkreten Grundlagen für die Liturgiereform bezeichnet wie gründliche Untersuchungen, Beachtung der allgemeinen Gestalt- und Sinngesetze der Liturgie und der Erfahrungen der neuesten Zeit sowie dass Neuerungen nur dann eingeführt werden sollen, wenn davon ein sicherer Nutzen für die Kirche zu erhoffen ist, wird im Artikel 24 .darauf hingewiesen, dass der Heiligen Schrift ein größeres Gewicht in der Liturgiefeier beizumessen ist und es wird ein inniges, lebendiges Ergriffensein von der Schrift gewünscht.
Aus Nr. 23
Damit die gesunde Überlieferung gewahrt bleibe und dennoch einen berechtigten fortschritt die Tür aufgetan werde, sollen jeweils gründliche theologische, historische und pastorale Untersuchungen vorausgehen, wenn die einzelnen Teile der Liturgie revidiert werden.
Dabei ist Sorge zu tragen, dass die neuen Formen aus den schon bestehenden gewissermaßen organische herauswachsen.
Aus Nr. 24
Von größten Gewicht für die Liturgiefeier ist die Heilige Schrift.
Anmerkung zu Nr. 23 und 24
Der Artikel 23 weist darauf hin, dass die Liturgiereform auf dem bestehenden aufbauen muss. Dazu nur ein Beispiel: Der Friedensgruß ist in den Schriften der Kirchenväter beschrieben als Friedenskuss unter den Gläubigen. Diesen Friedenkuss gab es auch in der Tridentinischen Messe – aber nur unter den Klerikern. Die Liturgiereform weitet den Friedensgruß wieder auf alle teilnehmenden Gläubigen aus und näherte sich der Urkirche an. Wie ich überhaupt der Ansicht bin, dass die Liturgiereform eine wesentliche Annäherung an die Urkirche gebracht hat.
Und die Einführung der drei Lesejahre basiert auf Nr. 24 wodurch den Gläubigen der Reichtum eines wesentlichen größeren Teiles der Hl. Schrift nahegebracht wird als vorher, wo es für jeden Sonntag des Jahres immer die dieselbe Lesung und dasselbe Evangelium verkündet worden war. Somit erhalten jetzt die Gläubigen aus den Evangelien an vielen Sonntagen, vor allem im Jahreskreis, die unterschiedlichen synoptischen Texte für das gleiche Ereignis aus dem Wirken Jesu.
Der kurze Artikel Nr. 25 spricht den Willen aus, dass eine baldige Revision der liturgischen Bücher gewünscht ist.
Sacrosanctum Concilium (SC) - 7. Teil
Der Unterteil B des III. Teils des I. Kapitels beinhaltet in den Artikeln 26 – 32 die „Regel aus der Natur der Liturgie als einer hierarchischen und gemeinschaftlichen Haltung“ und macht damit klar, dass die Liturgie der Kirche nicht eine Klerikersache ist sondern dass auch Sache der Gemeinschaft der Gläubigen ist.
Der Artikel 26 stellt fest, dass die liturgischen Handlung nicht privater Natur sind, sondern Feiern der Kirche, die das „Sakrament der Einheit“ ist. der letzte Halbsatz weist jedoch darauf hin, dass damit eine unterschiedliche Berührung verbunden ist und zwar „seine einzelne Glieder aber kommen mit ihnen in verschiedener Weise in Berührung, je nach der Verschiedenheit von Stand, Aufgabe und tätiger Teilnahme.“ Mit diesem Halbsatz wird bereits indirekt auf den wichtigen Artikel 28 verwiesen,
Artikel 27 weist darauf hin, dass wo Riten auf die gemeinschaftliche Feier ausgelegt sind, so ist die zu bevorzugen. Daher hat die Feier jede Heilige Messe in jedem Falle „öffentlichen und sozialen Charakter.“ Dieser öffentliche Charakter der Feier ist auf alle Fälle jener vom Einzelnen gleichsam privat vollzogenen vorzuziehen.
Der Artikel 28 ist so wichtig, dass er vollständig zitiert wird
„Bei den liturgischen Feiern soll jeder, sei er Liturge oder Gläubiger, in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun was ihm aus der Natur der Sache und gemäß der liturgischen Regeln zukommt.“
Dieser Artikel legt eindeutig fest, dass der Priester seine Aufgabe allein als Liturge wahrzunehmen hat, wenn ein Diakon anwesend ist, der Priester diesem seine Aufgaben, die er ansonsten selbst ausüben müsste, überträgt und Laien als Lektoren für die Lesungen eingesetzt werden dürfen. Dabei ist auch noch das Kirchenrecht zu beachten, das verbietet, dass Laien predigen, denn die Predigt steht ausnahmslos dem Priester oder Diakon zu (Can. 767 CIC). Außerdem ist es ein oft verbreiteter Missbrauch, wenn die Schlussdoxologie des Hochgebets „Durch Ihn und mit Ihm.....“ von den Gläubigen mitgebetet wird, denn selbst der Diakon darf diese nicht mit den Priestern mitbeten.
Im Artikel 29 weist daraufhin dass Ministranten, Lektoren, Kommentatoren und Mitglieder der Kirchenchöre einen liturgischen Dienst vollziehen, der in Frömmigkeit und in einer Ordnung so zu erfüllen ist, wie es ein solcher Dienst es verlangt. Daher soll jeder von diesen in seiner Weise in den Geist der Liturgie eingeführt und unterwiesen werden, damit sie ihre Aufgaben in rechter Art und Ordnung ausführen..
Der Artikel 30 weist auf die tätige Teilnahme des Volkes Gottes hin und dass dieser tätigen Teilnahme die Sorge zuzuwenden ist, damit die Akklamationen, die Antworten, der Psalmengesang, die Antiphonen, die Lieder und die Handlungen und Gesten sowie die Körperhaltungen entsprechen richtig erfolgen. Außerdem soll das heilige Schweigen zu seine Zeit erfolgen.
Artikel 31 weist daraufhin, dass bei der Revision der liturgischen Bücher diese vorhergehenden Punkte beachtet werden sollen, während der Artikel 32 festgelegt, dass besondere Ehrungen nur auf Grund liturgischer Gesetze der weltlichen Autorität zukommen und daher weder im Ritus noch im äußeren Aufwand ein Ansehen von Person oder Rang gelten darf ausgenommen jener Auszeichnungen, die auf dem liturgischen Amt oder der heiligen Weihe beruhen.
Freitag, 9. September 2011, 19:04
Piusbrüder wollen Konzil nicht anerkennen
Nachdem bereits seit einigen Tagen unter diesem Titel in verschiedenen Internetplattformen berichtet wird, nimmt heute auch die Tagespost diesen Bericht auf.
Am 14. September soll der Generalobere der Piusbruderschaft, Bernard Fellay und seine beiden Assistenten mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Levada, zusammentreffen. Für diese Gespräche schloss Fellay Zugeständnisse aus, wenn dadurch die Prinzipien seiner Gemeinschaft in Gefahr gerieten. „Wozu würde es nutzen, irgendeinen Vorteil zu erhalten, wenn dadurch der Glaube aufs Spiel gesetzt würde?“, fragte der Generalobere im O-Ton, der diese Aussage bereits Mitte August im französischen Saint-Malo machte, wobei es sich um eine Mitschrift einer Konferenz handelt.
Die Aussage weist daraufhin, dass der unzulässig zum Bischof gewehte Fellay seine Eigeninteressen über jene der Hl. Mutter Kirche stellt, denn bei einer Wiedervereinigung wäre es möglicherweise ein kirchenrechtliches Problem ob seine Weihe anerkannt werden könnte.
Grundsätzlich verstehe ich zwar die früheren Aussagen der Pius-Gemeinschaft zum Konzil V II, dass in einigen Konzilsdokumenten unklare Formulierungen vorhanden sind. Auch ich bin der Meinung, dass es in so manchen Konzilsdokumenten Formulierungen gibt, die den willkürlichen Interpretationen Tür und Tor öffnen.
Nun hat aber unser Heiliger Vater, auch als Präfekt der Glaubenskongregation, wiederholt darauf hingewiesen, dass die Konzilsdokumente in der Tradition der Lehre der Kirche zu lesen sind. Auch in Konzilsdokumenten wird auf diese Tatsache hingewiesen. Also würde es genügen, wenn man weltliche Konferenz- und Protokollmaßstäbe anwendet, verbindliche Interpretations-Anhänge zu diesen Dokumenten zu verabschieden und zu veröffentlichen. Dies wäre eine vertretbare Lösung und damit wäre die Ablehnung des V II obsolet.
Conclusio: Die Piusbruderschaft will gar nicht in den Schoß der Hl. Mutter Kirche zurückkehren sondern sich immer weiter von der Kirche entfernen und so zu einer Sekte mutieren. Hier fehlt der eindeutige Wille zur Einheit mit dem Papst und damit auch zur wirklichen Tradition der Kirche, denn sonst würden sie der Aussage des Hl. Ambrosius folgen: „Ubi Petrus, ibi Ecclesia -wo Petrus ist, da ist die Kirche.“
Sonntag, 11. September 2011, 18:06
Sacrosanctum Concilium (SC) - 8. Teil
Im Unterteil C des III. Teils des I. Kapitels mit den Artikeln 33 – 36 beinhaltet die „Regeln aus dem belehrenden und seelsorglichen Charakter der Liturgie“.
Der Artikel 33 weist daraufhin, dass auch die Anbetung der göttlichen Majestät in der Liturgie, viel Belehrung für das gläubige Volk in sich birgt, denn in der Liturgie spricht Gott zu seinem Volk, während das Volk mit Gesang und Gebet antwortet.
„Überdies werden die Gebete, dioe der Priester, in der Rolle Christi an der Spitze der Gemeinde stehend, an Gott richtet im Namen des ganzen heiligen Volkes und aller Umstehenden gesprochen.“ so lautet einer der wesentlichsten Sätze in diesem Artikel.
Die Artikeln 34 – 36 erörtern die vom Konzil gewünschten Veränderungen, aber auch Beibehaltungen. Artikel 34 weist daraufhin, dass die Riten von Einfachheit geprägt sein solle, durchschaubar und frei von unnötigen Wiederholungen, vor allem so, dass sie nicht vieler Erklärungen bedürfen.
In Nr. 35 1.) heißt es: „Bei den heiligen Feiern soll die Schriftlesung reicher, mannigfaltiger und passender ausgestaltet werden.
Aufgrund dieser Bestimmung wurden die drei Lesejahre eingeführt, die den „Tisch des Wortes“ für das Volk reichhaltiger machte, den vorher wurden jedes Jahr am selben Sonntag immer die gleiche Lesung, es gab nur eine, und das gleiche Evangelium verkündet. So blieben dem Volk wesentlich große Teile der Offenbarung verschlossen und sie hörten diese nie in der Messe.
Nr. 35 2.) stellt die Predigt als Teil der liturgischen Handlung fest, denn vorher wurde zwar gepredigt, aber sie war nicht unmittelbarer Teil der Hl. Messe, denn der Priester ging in die Sakristei, legte die Casel (Messgewand) ab, kam zur Predigt und nachher folgte der umgekehrte Vorgang und die Messe wurde fortgesetzt.
§ 1 Der Gebrauch der lateinischen Sprache soll in den lateinischen Riten erhalten bleiben, soweit nicht Sonderrecht entgegensteht.
§ 2 Da bei der Messe, bei der Sakramentenspendung und in den anderen Bereichen der Liturgie nicht selten der Gebrauch der Muttersprache für das Volk sehr nützlich sein kann, soll es gestattet sein ihr einen weiteren Raum zuzubilligen, vor allem in den Lesungen und Hinweisen und in einigen Orationen und Gesängen.
In den § 3 und 4 wird festgelegt, dass die Beschlüsse im Hinblick auf den § 2 der Billigung, d. h. der Bestätigung, durch den Apostolischen Stuhl bedarf sowie dass die muttersprachlichen Übersetzungen des lateinischen Texte von der zuständigen Autorität approbiert werden muss.
Aus dem Artikel 36 geht eindeutig hervor, dass die lateinische Sprache in der Liturgie nie abgeschafft oder verboten worden ist, sondern die Muttersprache verwendet werden kann.
Der Unterteil D des III. Teils des I. Kapitels mit den Artikeln 37 – 40 handelt von der Anpassung an die Eigenart und Überlieferung der Völker, also von der Inkulteration. Besonders werden hier die Missionsländer erwähnt.
Der IV. und V. Teil des I. Kapitels befasst sich mit der „Förderung des liturgischen Lebens in Bistum und Pfarrei“ sowie der „Förderung der pastoralliturgischen Bewegung“ und hat damit keine allgemeine Bedeutung
Mittwoch, 14. September 2011, 17:40
Sacrosanctum Concilium (SC) – 9. Teil
Im Folgenden wird das Kapitel II der Liturgie-Konstitution eher zusammenfassend erörtert. Es umfasst die Artikel 47 – 58 und trägt die Überschrift „Das heilige Geheimnis der Eucharistie“.
Der Artikel 47 enthält die theologische Beschreibung der Eucharistie. Darin ist von der „Fortdauernlassen“ des Kreuzesopfers die Rede, während die Ausdrücke „Vergegenwärtigen“ gemäß dem Konzil von Trient und „Erneuern“ wie es in dem neueren vorkonziliaren Dokumenten verwendet wurde absichtlich vermieden werden. Aber dafür wird die Eucharistiefeier mit einem in der jüngeren evangelischen Diskussion viel verwendeten Wort als „Memoriale“, „Gedächtnisfeier“ des Todes und der Auferstehung Jesu bezeichnet.
Im Artikel 48 wird darauf hingewiesen, dass die Christen nicht außenstehend oder stumme Zuschauer bei der Eucharistiefeier sein sollen, dass sie das Mysterium verstehen lernen sollen und zwar durch die Riten und Gebete der Feier. Artikel 49 verlangt, dass bei den Messen, die mit dem Volk gefeiert werden sollen eine Reform der Riten notwendig ist, aber die Substanz der Riten gewahrt bleiben soll.
Artikel Nr. 50 lautet:
„Der Meß-Ordo soll so überarbeitet werden, dass der eigentliche Sinn der einzelnen Teile und ihre wechselseitiger Zusammenhang deutlicher hervortreten und die fromme und tätige Teilnahme der Gläubigen erleichtert werde. Deshalb sollen die Riten unter treulicher Wahrung ihrer Substanz einfacher werden. Was im Lauf der Zeit verdoppelt und weniger glücklich eingefügt wurde, soll wegfallen. Einiges dagegen, was durch die Ungunst der Zeit verlorengegangen ist, soll, sowie es angebracht oder nötig erscheint, nach der altehrwürdigen Norm der Väter wiederhergestellt werden
Auf dass den Gläubigen der Tisch des Gotteswortes reicher bereitet werde soll die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan werden, sodass innerhalb einer bestimmten Anzahl von Jahren die wichtigsten Teile der Heiligen Schrift dem Volk vorgetragen werden.
Während in Nr. 52 Homilie wieder Teil der Liturgie wird, wird in Nr. 53 das „Gebet der Gläubigen“ (Fürbitten) wiedereingeführt.
Die Nummer 54 erörtert die Verwendung der Muttersprache insbesondere bei den Lesungen und dem Fürbittgebet sowie in jenen Teilen, die dem Volk zukommen. Aber es heißt auch darin: „Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, dass die Christgläubigen, die ihnen zukommenden Teile des Meß-Ordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können.
Nummer 55 weist daraufhin, dass nach Möglichkeit die Kommunion aus derselben Opferfeier zu verwenden sind und daher die Hostien aus dem Ziborium im Tabernakel nur als Ergänzung zu verwenden wären. Außerdem bestimmt diese Nummer, dass die Kommunion unter beiden Gestalten nur aus besonderen Anlässen bzw. Feiern, die auch aufgezählt sind, erfolgen soll. Also nicht, dass es eine ständige Form ist.
Nr. 56 erörtert, dass die beiden Teile der Messe, der Wortgottesdienst sowie die Eucharistiefeier, ein einziger Kultakt ist.
Die Nummer 57 und 58 betreffen nur die Konzelebration und sind daher für die Allgemeinheit uninteressant.
Ich persönlich bedauere, dass die Ausdrücke „Vergegenwärtigen“ und „Erneuern“ im Artikel 47 absichtlich vermieden und der Begriff „Gedächtnisfeier“ verwendet wurde, denn genau darin sehe ich die Grundlage für die vielen Missbräuche, die in der Heiligen Messe nunmehr sehr oft stattfinden und dass das Kreuzesopfer in den Hintergrund gerückt ist und der evangelische Mahlcharakter in den Vordergrund.
Und zu den Nummern 50 bis 54 verweise ich meine Vorkommentare, wo ich diesbezüglich auf vorkonziliare Praktiken insbesondere als Anmerkungen zu den Nummern 23 und 24 verweise. Aus dieser Sicht bejahe ich den Ordo Novus, da er m. M. nach dem Ritus der Urkirche näher ist als der Tridentinische, wobei ich jedoch alle Abweichungen vom Missale strikt ablehne, also gegen „selbstgestrickte“ Texte, Messfeiern usw., da diese nicht der Intention des Konzils entsprechen.
Sonntag, 2. Oktober 2011, 16:34
Sacrosanctum Concilium (SC) – 10. Teil
Das Dritte Kapitel der Liturgie-Konstitution trägt die Überschrift „Die übrigen Sakramente und die Sakramentalien“ und umfasst die Artikeln 59 bis 82.
Wichtig sind die Artikel 59 bis 62 sowie Nummer 79, die im Wesentlichen zitiert werden, während die Artikel 63 bis 78 die einzelnen Sakramente und deren Anpassung betreffen.
Die Sakramente sind hingeordnet auf die Heiligung der Menschen, den Aufbau des Liebes Christi und schließlich auf die Gott geschuldete Verehrung; als Zeichen haben sie auch die Aufgabe der Unterweisung. Den Glauben setzen sie nicht nur voraus, sondern durch Wort und Übung nähren sie ihn auch, stärken ihn und zeigen ihn an; deshalb heißen sie Sakramente des Glaubens. Sie verleihen Gnade, aber ihre Feier befähigt auch die Gläubigen in hohem Maße, diese Gnade und Freude zu empfangen, Gott recht zu verehren und die Liebe zu üben.
Es ist darum sehr wichtig, dass die Gläubigen die sakramentalen Zeichen leicht verstehen und immer wieder zu jenen Sakramenten voll Hingabe hinzutreten, die eingesetzt sind, um das christliche Leben zu nähren.
Außerdem hat die heilige Mutter Kirche Sakramentalien eingesetzt. Diese sind heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung des Sakramentes Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden. Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen, zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt.
Die Wirkung der Liturgie der Sakramente und Sakramentalien ist also diese: Wenn die Gläubigen recht bereitet sind, wird ihnen nahezu jedes Ereignis ihres Lebens geheiligt durch die göttliche Gnade, die ausströmt vom Pascha-Mysterium des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi, aus dem alle Sakramente und Sakramentalien ihre Kraft ableiten.
Da sich aber im Laufe der Zeit einiges in die Riten der Sakramente und Sakramentalien eingeschlichen hat, wodurch ihre Natur und ihr Ziel uns heute weniger einsichtig erscheinen, und da es mithin notwendig ist, einiges an ihnen den Erfordernissen unserer Zeit anzupassen, so erlässt das Heilige Konzil für ihre Reform folgende Anordnungen. (Anm. in den Nrn. 63 – 78 )
Die Sakramentalien sollen überarbeitet werden, und zwar im Sinne des obersten Grundsatzes von der bewussten, tätigen und leicht zu vollziehenden Teilnahme der Gläubigen und im Hinblick auf die Erfordernisse unserer Zeit. Bei der Überarbeitung der Ritualien nach Maßgabe von Art. 63 (Anm. Muttersprache) können nach Bedarf auch neue Sakramentalien zugefügt werden.
Nr. 80 betrifft die Jungfrauenweihe (Anm. nicht jene der Ordensfrauen sondern jener Frauen, die sich innerweltlich weihen) sowie die Nummern 81 und 82 den Begräbnisritus.
Das Kapitel IV betrifft und regelt das Stundengebet für die Kleriker und Ordenleute. Im Kapitel V werden die Regeln für das liturgische Jahr erörtert und festgelegt, während das Kapitel VI die Kirchenmusik und das Kapitel VII die sakrale Kunst sowie das liturgische Gerät und Gewand betrifft. Nachdem die Kapitel IV bis VII für spezielle Bereiche gelten und nicht direkt die Gläubigen betreffen, werden sie daher nicht im Detail erörtert.
Erfahrungspunkte: 5.163.837
Sonntag, 2. Oktober 2011, 20:59
Nun, ich denke schon, dass die Kirchenmusik auch die Gläubigen etwas angeht, sind sie doch in den liturgischen Antworten und im Gemeindegesang involviert.
Darüber etwas mehr zu wissen, kann den Gläubigen nicht schaden und... macht es den Kirchenmusikern etwas einfacher...
Daher wäre schön, lieber Diaconus, wenn Du die Ausführungen Deines letzten Beitrags in diesem Thread diesbezüglich ergänzen würdest.

References: § 3
 § 1
 § 2
 § 3

§ 1

§ 2
 § 3
 § 2
 Art. 63