Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/ganswindt_faerberei_1889?p=489
Timestamp: 2019-04-20 08:58:16+00:00

Document:
Kochen mit Wasser hergestellt werden. Um die Stärke möglichst vollständig
in Lösung zu bringen, benutzt man gewöhnlich Hochdruckkocher und zwar be-
sonders jene Kessel, welche § 21 zum Kochen der Farbe als Kippkessel und
Doppelkessel mit Rührwerk, sowie als Hochdruckkochkessel (Fig. 99 bis 101)
beschrieben sind. Diese Kessel werden deshalb auch als Stärke- oder
Appretkochapparat resp. -Kessel bezeichnet.
§ 33. Appretur der Garne.
Der Zweck der Garnappretur ist entweder die Erzielung einer beson-
deren Weichheit oder einer besonderen Härte, meist immer auch von Glanz
und Glätte. Ersterem Zweck dient das Dämpfen, Mangeln und
Strecken. Steifheit erhalten die Garne durch das Stärken, Gummieren,
Leimen, Imprägnieren; Glanz und Glätte durch das Mangeln,
Strecken, Lüstrieren und Schwillieren. Alle diese Verrichtungen,
weil rein mechanischer Art, werden mit Hilfe von Maschinen bewerkstelligt,
von denen die gebräuchlicheren nachstehend beschrieben sind.
Dämpfapparat für Garne (Fig. 132) zum Dämpfen der auf
Stäben hängenden Garnsträhne, hauptsächlich auch zum Fixieren der Farben.
[Abbildung] Fig. 132.
Dämpfapparat für Garne.
In einem gußeisernen, auf Rollen laufenden Wagen werden die Stäbe
mit den Garnsträhnen eingehangen, hierauf fährt man den ganzen Wagen in
einen schmiedeeisernen Kessel, und verschließt denselben mittels des gußeisernen
Deckels durch Scharnierschrauben. Der eingefahrene Wagen steht auf einem
Lattenboden und unter diesem liegt ein Dampfrohr; nun läßt man durch
Kochen mit Waſſer hergeſtellt werden. Um die Stärke möglichſt vollſtändig
in Löſung zu bringen, benutzt man gewöhnlich Hochdruckkocher und zwar be-
ſonders jene Keſſel, welche § 21 zum Kochen der Farbe als Kippkeſſel und
Doppelkeſſel mit Rührwerk, ſowie als Hochdruckkochkeſſel (Fig. 99 bis 101)
beſchrieben ſind. Dieſe Keſſel werden deshalb auch als Stärke- oder
Appretkochapparat reſp. -Keſſel bezeichnet.
Der Zweck der Garnappretur iſt entweder die Erzielung einer beſon-
deren Weichheit oder einer beſonderen Härte, meiſt immer auch von Glanz
und Glätte. Erſterem Zweck dient das Dämpfen, Mangeln und
Strecken, Lüſtrieren und Schwillieren. Alle dieſe Verrichtungen,
weil rein mechaniſcher Art, werden mit Hilfe von Maſchinen bewerkſtelligt,
von denen die gebräuchlicheren nachſtehend beſchrieben ſind.
Stäben hängenden Garnſträhne, hauptſächlich auch zum Fixieren der Farben.
In einem gußeiſernen, auf Rollen laufenden Wagen werden die Stäbe
mit den Garnſträhnen eingehangen, hierauf fährt man den ganzen Wagen in
einen ſchmiedeeiſernen Keſſel, und verſchließt denſelben mittels des gußeiſernen
Deckels durch Scharnierſchrauben. Der eingefahrene Wagen ſteht auf einem
Lattenboden und unter dieſem liegt ein Dampfrohr; nun läßt man durch
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[451/0489] Kochen mit Waſſer hergeſtellt werden. Um die Stärke möglichſt vollſtändig in Löſung zu bringen, benutzt man gewöhnlich Hochdruckkocher und zwar be- ſonders jene Keſſel, welche § 21 zum Kochen der Farbe als Kippkeſſel und Doppelkeſſel mit Rührwerk, ſowie als Hochdruckkochkeſſel (Fig. 99 bis 101) beſchrieben ſind. Dieſe Keſſel werden deshalb auch als Stärke- oder Appretkochapparat reſp. -Keſſel bezeichnet. § 33. Appretur der Garne. Der Zweck der Garnappretur iſt entweder die Erzielung einer beſon- deren Weichheit oder einer beſonderen Härte, meiſt immer auch von Glanz und Glätte. Erſterem Zweck dient das Dämpfen, Mangeln und Strecken. Steifheit erhalten die Garne durch das Stärken, Gummieren, Leimen, Imprägnieren; Glanz und Glätte durch das Mangeln, Strecken, Lüſtrieren und Schwillieren. Alle dieſe Verrichtungen, weil rein mechaniſcher Art, werden mit Hilfe von Maſchinen bewerkſtelligt, von denen die gebräuchlicheren nachſtehend beſchrieben ſind. Dämpfapparat für Garne (Fig. 132) zum Dämpfen der auf Stäben hängenden Garnſträhne, hauptſächlich auch zum Fixieren der Farben. [Abbildung	Fig. 132.	Dämpfapparat für Garne.] In einem gußeiſernen, auf Rollen laufenden Wagen werden die Stäbe mit den Garnſträhnen eingehangen, hierauf fährt man den ganzen Wagen in einen ſchmiedeeiſernen Keſſel, und verſchließt denſelben mittels des gußeiſernen Deckels durch Scharnierſchrauben. Der eingefahrene Wagen ſteht auf einem Lattenboden und unter dieſem liegt ein Dampfrohr; nun läßt man durch 29*
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Zitationshilfe: Ganswindt, Albert: Handbuch der Färberei und der damit verwandten vorbereitenden und vollendenden Gewerbe. Weimar, 1889, S. 451. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/ganswindt_faerberei_1889/489>, abgerufen am 20.04.2019.

References: § 21

§ 33
 § 21
 § 21
 § 21
 § 33