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Timestamp: 2018-01-18 09:30:15+00:00

Document:
Diplomprüfungsordnung für Studierende der Psychologie 1941vorlage Geschichte
Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie IP-GIPT DAS=13.07.2002
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Diplom Prüfungsordnung für Studierende der Psychologie vom 16.6.1941, gültig ab 1.4.1941
veröffentlicht in "Deutsche Wissenschaft Erziehung und Volksbildung. Amtsblatt des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung und der Unterrichtsverwaltungen der Länder. Jahrgang 7, Berlin, den 5. Juli 1941, Heft 13, 255-260.
Internet-Erstausgabe 12.07.2002, Letztes Update 13.7.2 [Links]
Inhaltsverzeichnis Diplomprüfungsordnung * Vordrucke * Durchführungsbestimmungen * Geuter zum Hintergrund der Diplomprüfungsordnung * Kommentar * Externe Links zur Geschichte der Psychologie unter dem Nationalsozialismus * Querverweise
§ 2 Gang der Prüfung
§ 3 Bewertung der Kenntnisse
§ 4 Gesamturteil
§ 5 Wiederholung der Prüfung
III. Diplom-Hauptprüfung
§ 5 Wiederholungsprüfung
§ 6 Zeugnis, Diplom
§ 8 Ungültigkeitserklärung der Prüfung
Vordruck 1: Prüfungszeugnis Diplom-Vorprüfung
Vordruck 2: Bescheinigung für die praktisch-psychologische Tätigkeit
Vordruck 3: Prüfungszeugnis Diplom-Hauptprüfung
Vordruck 4: Diplom
Durchführungsbestimmungen zur Diplomprüfungsordnung für Studierende der Psychologie
I, § 1, 2, 3 * Anfang Inhaltsverzeichnis
II., §1, 2 * Anfang Inhaltsverzeichnis
II. § 3, 4 * Anfang Inhaltsverzeichnis
II. § 5, 6, 7, III. Anfang * Anfang Inhaltsverzeichnis
III. § 2-4 * Anfang Inhaltsverzeichnis
III. $ 5-7, IV, V, Anfang Vordruck 1 * Anfang Inhaltsverzeichnis
Vordruck 1,2,3 * Anfang Inhaltsverzeichnis
Vordruck 4, Durchführungsbestimmungen I, II
* Anfang Inhaltsverzeichnis
Durchführungsbestimmungen Fortsetzung zu II, § 4-7
Durchführungsbestimmungen Abschnitt III Fortsetzung
Geuter zum Hintergrund der Diplomsprüfungsordnung
Bis zur Einführung der Diplom-Prüfungsordnung von 1941 war der Widerspruch zwischen der akademischen Ausbildung in Psychologie und ihrer beruflichen Anwendung formell nicht gelöst. Das Studium konnte nur mit einer Promotion abgeschlossen werden. Nicht an allen Universitäten war dabei die Wahl von Psychologie als Hauptfach möglich, an manchen mußte die psychologische Dissertation als philosophische oder als pädagogische Arbeit eingereicht werden. Für die mündliche Prüfung kamen zwei Nebenfächer hinzu. In den 20er und 30er Jahren wurde in den Promotionsordnungen Psychologie mehr und mehr als eigenständiges Hauptfach anerkannt. Solange das Fach noch nicht unabhängig war, gab es auch Probleme mit einer Habilitation in »Psychologie«. [>350]
Überlegungen, einen professionellen Studienabschluß für Psychologie-Studenten einzuführen, kamen, zusammen mit
Überlegungen zu einer stärkeren Orientierung des Studiums auf die Praxis, nach dem Ersten Weltkrieg aus Kreisen psychotechnisch wirkender Hochschullehrer. Der Verband der deutschen praktischen Psychologen wurde 1931 für ein Verbandsexamen aktiv, der Psychotechniker Moede legte dem Ministerium 1935 eine Denkschrift vor, mit der er ein psychologisch- psychotechnisches Spezialexamen für Ingenieure erwirken wollte. Diese Initiativen hatten keinen Erfolg. Erst 1940 kam es zu einer für die Durchsetzung einer Examensregelung tragfähigen Koalition von akademischen und praktischen Psychologen. Maßgebend dafür waren die Interessen der Wehrmachtpsychologie an einer Regelung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen für die Laufhahn des Wehrmachtbeamten und die Hoffnungen der akademischen Psychologen auf eine universitäre Stärkung des Faches. Die Wehrmachtpsychologie hatte 1937 ein Assessorenexamen eingeführt, eine Art zweite Staatsprüfung, die inhaltlich in Teilen die DPO vorwegnahm und die erstmals 1940 abgehalten wurde. Auch die akademischen Psychologen schienen nun daran interessiert, für Psychologen ein Berufsmonopol zu schaffen. Der Vorstand der DGfPs begann, über die bisherige Disziplinpolitik hinaus eine aktive Fach- und Berufspolitik zu betreiben. Gegenüber der Öffentlichkeit stellte man die Abgrenzung gegen Quacksalber heraus.
1940 konstituierte sich eine Kommission mit Vertretern der DGfPs, der Wehrmachtpsychologie, der Arbeitspsychologie, der Psychotherapie und der Lehrerbildung, die einen Entwurf für eine Diplom-Prüfungsordnung ausarbeitete. Kroh als Vorsitzender der DGfPs und Simoneit als leitender Wehrmachtpsychologe spielten dabei die entscheidende Rolle. In seinen wesentlichen fachlichen Teilen wurde der im September 1940 dem Ministerium überreichte Entwurf dort übernommen. Eine Vorprüfung erfolgte danach in Allgemeiner Psychologie, Entwicklungspsychologie, Charakterkunde und Erbpsychologie, Ausdruckspsychologie, Philosophie und Weltanschauung sowie in den biologisch- medizinischen Hilfswissenschaften Biologie, Physiologie, medizinische Psychologie und Psychopathologie. Die Hauptprüfung enthielt Diagnostik, Angewandte Psychologie, Pädagogische Psychologie sowie Kultur- und Völkerpsy- [>351]
chologie. Die Gliederung dieser Fächer, insbesondere die Trennung von Pädagogischer und Angewandter Psychologie, sowie die Festlegung der prüfrelevanten Inhalte in den Durchführungsbestimmungen waren nicht nur systematischen Überlegungen geschuldet, sondern ebenso den institutionalisierten Anwendungsgebieten der Psychologie und einigen Besonderheiten ihrer damaligen Entwicklung. Die Fächer waren weniger ein Ausdruck eines verbindlichen Kanons psychologischen Wissens als vielmehr eine äußerliche Ordnung der verschiedenen Spezialgebiete und Anwendungsfelder der Psychologie.
Das Problem der Berufsethik, das sich immer bei der Professionalisierung einer Wissenschaft stellt, wurde damals als ein Problem der charakterlich richtigen Auslese der Studenten angesehen, die bei der Zulassung zum Studium wie beim Examen erfolgen sollte.
Dem Vorschlag der Kommission stimmte das Ministerium in sehr rascher Zeit zu. Mit Einverständnis der Parteizentrale wurde noch im Juni 1941 die DPO mit Wirkung zum 1.4.1941 erlassen. Für die Zustimmung des Ministeriums dürften nicht nur die Erfolge beim praktischen Einsatz der Psychologie ausschlaggebend gewesen sein. Um 1941 wurden vielmehr eine Reihe von Studiengängen rationalisiert und auf berufspraktische Aufgaben ausgerichtet." [349-351]
Kommentar von Rudolf Sponsel
Die Diplomprüfungsordnung war nicht nur wissenschaftlich, akademisch- organisatorisch sondern auch gesellschafts- und berufspolitisch eine Aufwertung der Psychologie. Es besteht wohl kein Zweifel, daß hierzu auch sehr stark die Entwicklung der Wehrpsychologie beigetragen hat, wenn sie auch schon 1942 so in Mißkredit fiel, daß die Luftwaffen- und Heerespsychologie aufgelöst wurde. Auch wenn die erste Diplomprüfungsordnung für Studierende der Psychologie im Nationalsozialismus geschaffen wurde, so folgt hieraus grundsätzlich nicht Anstößiges oder Ehrenrühriges für die Psychologie als Wissenschaft und für die PsychologIn in ihrem Beruf wie es gelegentlich psychoanalytisch- antipsychologische Propaganda darstellt. Daß die Psychologie berufsfähig und -bedürftig wurde trifft nur zufällig mit dem Nationalsozialismus zusammen, sonst hätte es ja außerhalb Deutschland auch keine akademischen psychologischen Berufsordnungen geben dürfen.
Während positiv überrascht - moderner als mancherorts heute - , daß zum Prüfungsgegenstand der Allgemeinen Psychologie die "Grundtatsachen des bewußten und unbewußten Seelenslebens in person- und gemeinschaftspsychologischer Hinsicht" gerechnet wurde, verwundert in negativer Hinsicht nicht sehr, daß in den Durchführungsbestimmungen (III., 2) gefordert wurde: "Vor allem muß der Prüfling zeigen, daß er die theoretischen und praktischen Aufgaben seines Faches aus dem vollen Verständnis der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus anzugehen und zu lösen vermag." Tatsächlich findet man aber selbst in einem volkstümlichen Werk der Wehrpsychologie "Menschenformen - Volkstümliche Typen" keine nationalsozialistischen Ausführungen, ja im Gegenteil [und im Gegensatz zur Wissenschaftsliteratur im Kommunismus], sogar ausgesprochen kritische Stellen etwa in der Arbeit Brosius zum Fanatiker, als ob Hitler und seine Schergen hier porträtiert worden sind - obwohl das Werk von Generalleutnant von Voß mit herausgegeben wurde.
Externe Links zur Geschichte der Psychologie unter dem Nationalsozialismus (Beachte)
Psychologie im Nationalsozialismus: http://www.lascap.de/Downloads/Nazipsy.pdf
Militärpsychologie, ein wichtiges und legitimes psychologisches Forschungs- und Berufsfeld? http://www.uni-muenster.de/PeaCon/wuf/wf-93/9310601m.htm
Zum Verhältnis von Wissenschaft und Parteilichkeit von Anke Woschech: http://psylux.psych.tu-dresden.de/psychopath/ausgabe03/parteilichkeit.html
Zur Geschichte der Psychoanalyse im Dritten Reich:
Petra Bühring Deutsches Ärzteblatt |PP| Heft 7, Juli 2002: Psychoanalytiker im Nationalsozialismus http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/lit.asp?id=31982
Der Verdacht: Psychoanalytische Aufarbeitung der psychosomatischen Medizin und Psychotherapie im Nationalsozialismus: Entwertende Verdächtigung statt Wissenschaft? Kritik der Methoden der Professores Ulrich Schultz-Venrath und Ludger M. Hermanns (1991).
Siehe bitte auch Querverweise und die Linkliste bei Kronfeld
Psychoanalytische antipsychologische Propaganda. So etwa ein gewisser Gerd Böttcher, der schreibt [http://www.bbpp.org]: "Der 'Diplompsychologe' ist ein direktes Kind aus der Hitlerzeit" und damit dokumentiert, daß er von der Geschichte der Psychologie und der Diplomprüfungsordnung keine Ahnung hat; wohin diese Formulierung und damit die Absicht zielt bedarf wohl keiner besonderen Deutung. [Zur Kritik der Psychoanalyse]
Der einzige öffentliche Protest im 3. Reich durch einen Psychologie-Hochschullehrer: durch den Gestaltpsychologen Wolfgang Köhler (1897-1967) in der Deutschen Allgemeinen Zeitung, Berlin, vom 28.4.1933. Dokumente zur Geschichte der Psychologie im Nationalsozialismus.
Sponsel, Rudolf (DAS). Diplom Prüfungsordnung für Studierende der Psychologie 1941. Dokumente zur Geschichte der Psychologie. Internet Publikation für Allgemeine und Integrative Psychotherapie IP-GIPT. Erlangen: http://www.sgipt.org/gesch/psych/diplom41.htm
Ende_ Diplom 1941_ Rel. Aktuelles_ Überblick_ Rel. Beständiges_ Titelblatt_ Konzept_ Archiv_ Regionales_ Mail: sekretariat@sgipt.org_ _ Wichtige Hinweise zu Links und Empfehlungen

References: § 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 5

§ 6

§ 8
 § 1
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 § 3
 § 5
 § 2
 § 4