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Timestamp: 2020-02-25 18:08:36+00:00

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Baugenehmigung für Terraseüberdachung in Hessen Baurecht Forum 123recht.de
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3.2.2019 Thema abonnieren
Frage vom 3.2.2019 | 09:15
Antwort vom 3.2.2019 | 10:09
Unparteiischer (9992 Beiträge, 1653x hilfreich)
Zitat (von Timbuktu1985):
Können sie mir bitte helfen die Sache aufzuklären
Wenn man einen schriftlichen Antrag beim Bauamt stellt, darin erklärt, was man wo beabsichtigt zu bauen... und dafür eine Genehmigung *beantragt*, dann wird das Bauamt schriftlich antworten.
Das ist dann das, was dir das Bauamt als Bescheid zugehen lässt. Das Schriftstück ist dann als verbindlich anzusehen.
Du selbst hast im § 6 HBO gefunden, was dort alles unterschieden wird? Der § 6 hat immerhin 12 lange, unterteilte Absätze.
Hast du auch die Anlage zu § 63 gelesen?
Hast du dort 1.13 gelesen?
Hast du Abschnitt V, Nr. 3 gelesen?
Alles ab S.89...der geltenden HBO
Die HBO 2011 gilt ganz einfach nicht mehr.
Die Aussage, *grundsätzlich sei...* heißt doch nichts anderes, als dass es auch Ausnahmen gibt.
trivial: ...eigentlich ja, kommt halt drauf an.
Da du wahrscheinlich kein Verwaltungsangestellter im Bauamt werden willst, sondern (auch) einfach deine Terrasse überdachen willst, empfehle ich dir:
Stelle einen schriftlichen Antrag. Ohne §§.
Antwort vom 3.2.2019 | 10:36
danke für den Tipp, ich werde vermutlich tatsächlich den Antrag stellen. Ich wollte aber zunächst versuchen die Sache möglichst weit zu klären, um zu vermeiden dass den Antrag abgelehnt wird, und man dann den neuen Antrag (wo die Breite der Terrasse nur 30cm kürze ist) stellt.
Die erwähnen Anlagen und Ergänzungen habe ich gelesen, die sind ziemlich klar. Allerdings es heißt einfach:
"1.13 Überdachungen und Teilverglasungen von erdgeschossigen Terrassen bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3, unter dem Vorbehalt des Abschnitts V Nr. 3",
und im Abschnitts V Nr. 3 geht es um die Beteiligung von Nachweisberechtigten, und über die Mindestabstand konnte ich nirgendwo was finden. Allein wenn man nach "3 m" (im Sinne 3 Meter) im ganzem HBO sucht, findet man nichts was für dieses Bauvorhaben relevant ist.
-- Editiert von Timbuktu1985 am 03.02.2019 10:37
-- Editiert von Timbuktu1985 am 03.02.2019 10:39
Antwort vom 3.2.2019 | 11:19
Die Terrasse ist genehmigungsfrei wenn der Mindestabstand von 3 m eingehalten wird. Da laut HBO von einer überdachten Terrasse die gleiche Wirkung wie von einem Gebäudes ausgeht. Genehmigungsfrei heißt nicht, das die baurechtlichen Vorschriften (Statik, Abstandfl. usw.) nicht eingehalten werden brauchen. Es bedeutet lediglich das der Bauherr eigenverantwortlich für sein Bauvorhaben ist.
Hier die Definition der HBO was ein Gebäude ist.
"Gebäude sind selbstständig nutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zudienen."
Ich habe aber in §6 HBO nichts über 3m Abstand gefunden.
§ 6 Abs. (5)
Den Gewerbe- und Industriegebieten stehen nach ihrer Nutzung vergleichbare Sondergebiete sowie im Zusammenhang bebaute Ortsteile, die diesen Gebieten nach Art ihrer tatsächlichen baulichen oder sonstigen Nutzung entsprechen, gleich. Das jeweilige Maß ist auf volle 0,10 m abzurunden.
In allen Fällen muss die Tiefe der Abstandsflächen mindestens 3 m betragen. Dieser Satz bezieht sich auf alle Gebäudearten auch auf die Terrassenüberdachung.
Antwort vom 3.2.2019 | 11:44
PS. hatte ich vergessen. Auch wenn es genehmigungsfrei ist besteht fast immer eine Anzeigepflicht bei der Gemeinde, Stadt. Auch heute ist es nicht zulässig einfach mit einem Bauwerk zu beginnen, ohne es vorher anzuzeigen.
Antwort vom 3.2.2019 | 12:21
Kann das Bauamt einen solchen Antrag doch genehmigen, wenn der Nachbar mit der 2,70m Abstand zu seiner Grenze einverstanden ist?
Ich habe vergessen zu sagen, dass die Terrasse soll auch einen Seitenwand zu diesen Nachbar haben. Es spielt aber für die Genehmigung keine Rolle, oder?
Die Terrasse an sich wollen wir von einer spezializierten Firma bauen lassen, deswegen mit der Statik und Co. sollte eigentlich alles in Ordnung sein.
-- Editiert von Timbuktu1985 am 03.02.2019 12:21
Antwort vom 3.2.2019 | 12:45
Da laut HBO von einer überdachten Terrasse die gleiche Wirkung wie von einem Gebäudes ausgeht.
ich lesen allerdings in HBO §6 folgendes:
"Keine Wirkungen wie von Gebäuden sind insbesondere anzunehmen bei: Terrassen, die nicht mehr als 1 m über der Geländeoberfläche angeordnet odereinschließlich ihrer Umwehrung nicht mehr als 2 m hoch sind."
Der Boden (Fundament) unserer Terrase ist etwa 60cm über der Geländeoberfläche, heißt es dann dass sie nicht mehr gleiche Wirkung wie Gebäude hat, und somit gelten auch 3m Mindestabstand nicht?
Antwort vom 3.2.2019 | 14:03
ch lesen allerdings in HBO §6 folgendes:
Umwehrung bedeutet nicht gleich Überdachung. Umwehrung sind z.B. Geländer, Brüstung usw. Sobald es sich um eine Terrassenüberdachung handelt gilt diese Ausnahmeregelung nicht.
Tut mir leid. Auch die Bauaufsicht wird sicherlich nichts anderes sagen.
Antwort vom 3.2.2019 | 14:13
Ich halte eine Terrassenüberdachung mit Seitenwand NICHT für ein Gebäude.
Von einer solchen Terrasse geht mE keine Wirkung wie von Gebäuden aus. In meinem Bundesland ginge von einer Terrassenüberdachung mit oder ohne Seitenwand auch keine Wirkung wie von Gebäuden aus.
Baute ich mir eine Überdachung über meine Terrasse, wäre das kein Gebäude.
dass die Terrasse soll auch einen Seitenwand zu diesen Nachbar haben.
Und wie wird die hergestellt? Gemauert, aus Holz, aus Gold, wie hoch, wie breit, wie dick??
Bitte stell nen Antrag, erkläre, was du bauen willst. Erkläre, dass dein Nachbar einverstanden ist.
Kann das Bauamt einen solchen Antrag doch genehmigen,
Das schreibt dir dein Bauamt ganz sicher.
Das kann ich in der HBO nicht lesen.
Dieser Absatz bezieht sich auf die Tiefe der Abstandsfläche:
Ich halte eine Terrassenüberdachung NICHT für ein Gebäude, erst recht nicht für eine bauliche Anlage nach § 6 Abs.5 HBO
Antwort vom 3.2.2019 | 14:23
Konnte leider nicht mehr editieren. Also ein zweites PS. Wenn der Nachbar seine Zustimmung gibt steht dem nichts im Wege. Meines Wissens wäre eine Baulast von 30 cm auf dem Nachbargrundstück einzutragen. Danach beim Bauamt nachfragen.
-- Editiert von Isotop am 03.02.2019 14:26
-- Editiert von Isotop am 03.02.2019 14:28
Antwort vom 3.2.2019 | 16:38
OK, jetzt verstehe ich es. Terrasse ist halt nicht gleich die Terrasse mit Überdachung.
Deswegen war auch auf dem ursprünglichen Bebauungsplan die Terrasse an sich (mit 2,70cm Abstand zur Nachbar) schon eingetragen und vom Bauamt genehmigt. Aber mit einer Überdachung geht sie aus dieser Kategorie raus.
Ich vermute der Nachbar wird ohne Problem der 2.70m Abstand zustimmen, allerdings scheint mir dieser Weg an sich ziemlich kompliziert. Das er schriftlich der Baulast von 30cm zustimmt... Schließlich wenn ich das richtig verstehe, wenn er jetzt, zum Beispiel, in fünf oder zehn Jahren etwas auf seinem Grundstück mir gegenüber bauen wollte, dann würde er statt 3m Mindestabstand zu unserer Grenze 3.30m haben. Meine Überdachung raubt ihm sozusagen 30cm seiner eigene Fläche die er nicht bebauen kann. Das klingt irgendwie nicht gut aus.
OK, eine Überdachung die 30cm-50cm kürze ist wird vermutlich in diesem Fall eine bessere Alternative sein.
Ist es ok, dass der Fundament der Terrasse 2,70m Abstand zur Nachbar hat (war halt so im Plan damals eingetragen und steht so schon knapp 20 Jahren), die Überdachung aber wird kürze, so dass der Abstand zur Überdachung (bzw. zur Seitenwand/Sichtschutzwand aus Polycarbonat) 3m oder mehr sein wird. Klar werde ich es bei Bauamt noch nachfragen und bestätigen lassen, aber was meinen Sie - ist es ok.
Antwort vom 3.2.2019 | 17:18
Klar werde ich es bei Bauamt noch nachfragen und bestätigen lassen, aber was meinen Sie - ist es ok.
Sie haben es richtig verstanden und auch schon die richtige Lösung gefunden. Überdachung mit 3 m Grenzabstand. Die Aussichten sind gut das es so gebaut werden darf.
Terrasse ist ja genehmigt. Es geht um die Überdachung. Grenzabstand soll dem Nachbarn Luft,Licht u. Sonne sichern und aus Gründen des Brandschutzes. Das würde bei einer Überdachung anders aussehen.
-- Editiert von Isotop am 03.02.2019 17:27
Antwort vom 3.2.2019 | 17:27
Klar werde ich es bei Bauamt noch nachfragen und bestätigen lassen,
Verstehen Sie eigentlich, was Antragstellung bedeutet?
Antwort vom 3.2.2019 | 20:57
zwar habe ich es vorher noch nie gemacht, ist ja aber wohl klar wie es funktioniert. Ich werde diese Woche enfach anrufen und fragen ob solcher Antrag notwendig ist. Vermutlich ist ja auch besser eine verbindliche schriftliche Genehming in der Hand zu haben, auch wenn es ohne diese in Ordnung wäre.
Vielen Dank für alle Ihre Antworten, die Situation ist für mich jetzt ziemlich klar. Mal sehen was das Bauamt sagt.
Antwort vom 4.2.2019 | 07:40
Wir haben festgestellt dass eine Terrasse mit Überdachung wohl als eine Gebäude gilt, somit muss 3m Mindestabstand.
Aber warum greift hier nicht der §6 (5) Satz 9 Punkt 2 HBO:
Antwort vom 4.2.2019 | 09:20
Ich halte eine Terrassenüberdachung NICHT für ein Gebäude,
sonstige Anlagen und Einrichtungen, von denen Wirkungen wie von Gebäuden ausgehe."
Ich halte eine Terrassenüberdachung NICHT für eine Anlage oder Einrichtung, von der eine Wirkung wie von Gebäuden ausgeht.
Antwort vom 4.2.2019 | 09:53
Bist ja auch keine Bauaufsicht.
Schau mal nach § 55 HBO Baugenehmigungsfreie Vorhaben dort ist alles aufgelistet. Vielleicht findet sich ja eine Anlage zum Download.
§ 55 HBO 1.13 Überdachungen und Teilverglasungen von erdgeschossigen Terrassen bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 mit einem Mindestabstand von 3 m zur Nachbargrenze, unter dem Vorbehalt des Abschnitts V Nr. 3, , (Vorbehalt nur wenn die statische Unbedenklichkeit festgestellt ist)
Wie schon gesagt, Genehmigungsfreiheit ist nicht Baurechtsfreiheit.
auf den § hätte ich schon viel früher kommen können, habe aber anscheinend auf der Leitung gesessen.
-- Editiert von Isotop am 04.02.2019 09:54
Antwort vom 4.2.2019 | 12:47
das war der Ursprung meiner Frage. Diesen Satz hat mir auch der Mitarbeiter im Bauamt zitiert. Allerdings geht es hier um die veraltete HBO 2011. In der neuen (HBO 2018) ist wohl "3m" nicht zu finden.
Antwort #1 zu lesen war nicht möglich?
§ 55 HBO Baugenehmigungsfreie Vorhaben--- gilt nicht mehr. Leicht lesbar...
Antwort vom 4.2.2019 | 18:26
Gültig sind die Festlegungen dieses §55 HBO immer noch, sie sind nur in zwei andere § der HBO umgezogen. schwerer lesbar........
§55 alte HBO zu zietieren war vielleicht die schnelle Erklärung des Mitarbeiters weil hier der Satz 3 m Mindestabstand noch steht. In der HBO Fassung 2018 aber unter §6 Abstandsflächen Abs. 5 verschoben wurde.Der Sinn ist der gleiche nur ist §55 auf zwei verteilt und zwar einmal § 63 Baugenehmigungsfreie Bauvorhaben und zweitens §6 Abstandsflächen wo dieser Satz zu finden ist. In allen Fällen muss die Tiefe der Abstandsflächen mindestens 3 m betragen.
Es gibt also genehmigungsfreie Bauvorhaben für die man trotzdem eine Genehmigungsfreistellung (§64) beantragen muss. Auch wenn man die Abstandsflächen einhält. Typische Beamtenlogik.
Jetzt wiederhole ich mich. Genehmigungsfreiheit ist nicht Baurechtsfreiheit.
Zur Gemeinde oder Stadt gehen, Planskizzen, alten Lageplan mit eingetragenen Grenzabstand mitnehmen und nachfragen ob laut Bebauungsplan etwas dagegen spricht. Nachfragen was man für eine Genehmigungsfreistellung braucht und schon ist man weiter.
Genehmigungsfreistellung (§64) wird beim Bauamt beantragt. Alle wichtigen Planungsunterlagen werden vom Bauplaner eingereicht. Die Behörde prüft, ob das Bauvorhaben den Kriterien des Bebauungsplans entspricht. Wenn die Gemeinde innerhalb eines Monats keine Einwände meldet, muss keine Baugenehmigung mehr eingeholt werden und der Bau kann beginnen.
Antwort vom 4.2.2019 | 18:51
Die HBO 2011 gilt NICHT mehr.
In der HBO Fassung 2018 aber unter §6 Abstandsflächen Abs. 5 verschoben wurde.
Schau doch bitte mal in den 1. Beitrag des TE.
§55 alte HBO zu zietieren
Das warst du und nicht der Mitarbeiter im Bauamt.
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References: § 6
 § 6
 § 63
 §6

§ 6
 §6
 §6
 § 6
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 § 55

§ 55

§ 55
 §55

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 §6
 §55
 § 63
 §6
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