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Timestamp: 2019-12-11 14:38:06+00:00

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BVerwG, 15.01.2008 - 1 C 17.07 - dejure.org
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BVerwG, 15.01.2008 - 1 C 17.07 (https://dejure.org/2008,882)
BVerwG, Entscheidung vom 15.01.2008 - 1 C 17.07 (https://dejure.org/2008,882)
BVerwG, Entscheidung vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 (https://dejure.org/2008,882)
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Genfer Flüchtlingskonvention - GFK - Art. 6, Art. 23, Art. 26, Art. 31; Staatenlosenübereinkommen - StlÜbK - Art. 26; Wiener Übereinkommen über das Recht der Verträge - WVRK - Art.... 31 Abs. 1; Europäisches Fürsorgeabkommen - EFA - Art. 1; Richtlinie 2004/83/EG Art. 32; AufenthG § 12 Abs. 2 Satz 2, § 25 Abs. 2; AsylVfG § 3; SGB XII § 23 Abs. 5; VwGO § 113 Abs. 1 Satz 4
Wohnsitzauflage; Bezug von Sozialhilfe; Aufenthaltsbeschränkungen; Flüchtling; fiskalisches Interesse; migrationspolitisches Interesse; Fortsetzungsfeststellungsklage; Ausländergleichbehandlung; Inländergleichbehandlung
Rechtmäßigkeit der einer Aufenthaltsbefugnis beigefügten Wohnsitzauflage; Möglichkeit der Versehung einer Aufenthaltserlaubnis mit räumlichen Beschränkungen im Wege einer Auflage; Möglichkeit der Überprüfung des Ermessens einer Behörde hinsichtlich der Entscheidung über ...
Wohnsitzbeschränkung für anerkannte Flüchtlinge beanstandet
Rechtmäßigkeit von Wohnsitzauflagen für Flüchtlinge
Wohnsitzbeschränkungen für anerkannte Flüchtlinge sind rechtswidrig - Verstoß gegen Genfer Flüchtlingskonvention
123recht.net (Pressemeldung, 15.1.2008)
Wohnsitzauflagen für anerkannte Asylbewerber // Länder-Vereinbarung verstößt gegen Flüchtlingskonvention
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BVerwG v. 15.01.2008, Az.: 1 C 17.07 (Wohnsitzauflage, Bezug von Sozialhilfe, Aufenthaltsbeschränkungen, Flüchtling)" von VorsRiVG Andreas Pfersich, original erschienen in: ZAR 2008, 270 - 273.
BVerwG, 12.06.2007 - 1 PKH 40.07
BVerwG, 28.06.2007 - 1 C 17.07
BVerwGE 130, 148
NVwZ 2008, 796
DVBl 2008, 717
Zur Sicherstellung einer umfassenden Rechtsweggarantie nach Art. 19 Abs. 4 GG ist bei Erledigung einer Nebenbestimmung die Feststellung der Rechtswidrigkeit der jeweiligen Nebenbestimmung im Rahmen einer analogen Fortsetzungsfeststellungsklage statthaft (vgl. z. B. BVerwG, U. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 - NVwZ 2008, 796;… VG Berlin, U. v. 11.3.2016 - 1 K 59.14 - juris Rn. 16 ff.;… VG Hamburg, U. v. 4.5.2015 - 15 K 5256/13 - juris Rn. 27 ff.;… Gerhardt in Schoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand Februar 2016, § 113 Rn. 79;… Stelkens/Bonk/Sachs, VwVfG, 8. Aufl. 2014, § 36 Rn. 55a).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist die "gleiche Behandlung" im Sinne von Art. 23 GFK ein weit gefasster Ausdruck, der nicht nur die gleichen Leistungen nach Art und Höhe einschließt, sondern auch voraussetzt, dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen wird als mit den eigenen Staatsangehörigen (vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 - BVerwGE 130, 148 Rn. 19 m.w.N.).
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, juris Rn.15. Vgl. auch Funke-Kaiser, in: GK-AufenthG, § 12a AufenthG Rn. 27, der den Verzicht auf eine Anhörung im Falle des § 5 Abs. 7 Satz 3 AWoV aber wohl für zulässig hält.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, juris Rn. 20 ff.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008, a.a.O., Rn. 20.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008, a.a.O., Rn. 23.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008, a.a.O., Rn. 15.
Denn die Genfer Flüchtlingskonvention selbst gewährt dem Flüchtling unmittelbar kein Aufenthaltsrecht, sondern nur Abschiebungsschutz gemäß Art. 33 GFK; im Übrigen stehen ihre Gewährungen unter dem Vorbehalt des rechtmäßigen Aufenthalts (vgl. zu Art. 26 und Art. 31 GFK: Urteil vom 15. Januar 2008 - BVerwG 1 C 17.07 - BVerwGE 130, 148 = Buchholz 402.22 Art. 26 GK Nr. 3, jeweils Rn. 16 ff.).
Die Erteilung einer Wohnsitzauflage ist grundsätzlich zulässig, weil sie gegenüber der in § 12 Abs. 2 Satz 2 AufenthG ausdrücklich genannten räumlichen Beschränkung der Aufenthaltserlaubnis einen geringeren Eingriff darstellt (vgl. Urteil vom 15. Januar 2008 - BVerwG 1 C 17.07 - BVerwGE 130, 148 = Buchholz 402.22 Art. 26 GK Nr. 3, jeweils Rn. 13).
Daher darf anerkannten Flüchtlingen - anders als Staatenlosen, Kontingentflüchtlingen und sonstigen Inhabern von Aufenthaltserlaubnissen aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen - die Wahl des Wohnsitzes nicht zum Zweck der angemessenen Verteilung der Sozialhilfelasten eingeschränkt werden (vgl. Urteil vom 15. Januar 2008 a.a.O., jeweils Rn. 18 ff.).
Denn gegenüber anerkannten Flüchtlingen dürfen nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts Wohnsitzauflagen nicht allein zum Zweck der angemessenen Verteilung öffentlicher Sozialhilfelasten verfügt werden (Urteil vom 15. Januar 2008 - BVerwG 1 C 17.07 - BVerwGE 130, 148 = Buchholz 402.22 Art. 26 GK Nr. 3, jeweils Rn. 18 ff.).
Erforderlich ist vielmehr, dass von den zuständigen Behörden die migrations- oder integrationspolitischen Gründe beschrieben, z.B. mögliche soziale Brennpunkte benannt und die Eignung von Wohnsitzauflagen, einen Beitrag zur Lösung der Probleme zu leisten, jedenfalls in Umrissen angegeben werden, ohne dass die dabei anzuerkennende generelle Einschätzungsprärogative der Verwaltung von dieser Darlegungsverpflichtung berührt wird (vgl. Urteil vom 15. Januar 2008 a.a.O. Rn. 23).
vgl. zu § 12 AuslG BVerwG, Urteil vom 19. März 1996 - 1 C 34.93 -, BVerwGE 100, 335 = InfAuslR 1996, 392; vgl. auch Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, www.bverwg.de, Rn. 11 = BVerwGE 130, 148 = InfAuslR 2008, 268.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 13.
So BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 14 f.
vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 14.
Das Bundesverwaltungsgericht hat zwar in seinem Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 - entschieden, dass Wohnsitzauflagen gegenüber anerkannten Flüchtlingen, die Sozialhilfeleistungen beziehen, gegen Art. 26 und Art. 23 GFK verstoßen, wenn sie zum Zweck der angemessenen Verteilung öffentlicher Sozialhilfelasten verfügt werden.
So BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 16 ff.
vgl. den Hinweis im Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 17, zu Art. 26 Staatenlosenübereinkommen.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 17.
Soweit das Bundesverwaltungsgericht zu § 12 Abs. 2 S. 2 AufenthG entschieden hat, dass die Wohnsitzbeschränkung als Minus in der räumlichen Beschränkung enthalten sei, BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 13, erstreckt sich die bundesgerichtliche Rechtsprechung nicht auf Art. 32 Richtlinie 2004/83/EG.
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 19 a. E.
vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 15. Januar 2008 - 1 C 17.07 -, a. a. O., Rn. 24.
Die Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris), wonach eine Wohnsitzauflage bei nach der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) anerkannten Flüchtlingen nicht zulässig sei, seien entsprechend auf subsidiär Schutzberechtigte zu übertragen.
Die Klage gegen die der Aufenthaltserlaubnis beigefügte Wohnsitzauflage ist als Anfechtungsklage zulässig (vgl. BVerwG, Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris).
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist es schließlich nicht zu beanstanden, wenn das Ermessen durch Erlasse gelenkt wird und sich die Vorgaben der Erlasse nicht auf einzelne Ausländer, sondern auf Gruppen von Ausländern beziehen und das Bedürfnis für eine Wohnsitzbeschränkung aus dem (bloß) erwarteten oder befürchteten Verhalten einer Ausländergruppe abgeleitet wird (hier: Gefahr einer überproportionale Belastung einzelner Kommunen in finanzieller Hinsicht und des Entstehens von sozialen Brennpunkten), solange nicht die Besonderheiten des Einzelfalles aus den Augen verloren werden (BVerwG, Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris, mwN., v. 19.3.1996 - 1 C 34.93 -, BVerwGE 100, 335, juris).
Die Wohnsitzauflage ist nicht wegen eines Verstoßes gegen das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (v. 28.7.1951, BGBl. 1953 II S. 559, GFK; vgl. hierzu BVerwG, Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, aaO) als ermessensfehlerhaft anzusehen, weil die Klägerin "lediglich" als subsidiär Schutzberechtigte, nicht aber als Flüchtling im Sinne der GFK anerkannt worden ist.
dass freizügigkeitsbeschränkende Maßgaben gegenüber Flüchtlingen nicht (allein) zum Zweck der angemessenen Verteilung öffentlicher Soziallasten eingesetzt werden dürfen (BVerwG, Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris).
Die "gleiche Behandlung" iSv. Art. 23 GFK ist ein weit gefasster Ausdruck, der nicht nur die gleichen Leistungen nach Art und Höhe einschließt, sondern auch voraussetzt, dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen wird als mit eigenen Staatsangehörigen (BVerwG, Urt. v. Urt. v. 15.1.2008 - 1 C 17.07 -, BVerwGE 130, 148, juris, v. 18.5.2000 - 5 C 29.98 -, BVerwGE 111, 200, juris).
Da eigenen Staatsangehörigen (nur) wegen des Bezugs von öffentlichen Leistungen keine Wohnsitzbeschränkung auferlegt werden darf, steht Art. 23 GFK mithin einer (nur) auf den Bezug von öffentlichen Leistungen gestützten Wohnsitzbeschränkung bei Flüchtlingen entgegen (BVerwG, Urt. v. 15.1.2008, aaO.).
Diese wohnsitzbeschränkenden Auflagen sind als selbstständige Verwaltungsakte anfechtbar (Urteil vom 15. Januar 2008 - BVerwG 1 C 17.07 - BVerwGE 130, 148 Rn. 11 zu Wohnsitzauflagen nach § 12 Abs. 2 Satz 2 AufenthG).
Das Erfordernis einer individuellen Ermessensentscheidung gebietet es vielmehr, die Belange und Interessen des betroffenen Ausländers von Amts wegen bei der Entscheidung über die Erteilung einer wohnsitzbeschränkenden Auflage zu berücksichtigen (Urteil vom 15. Januar 2008 a.a.O. Rn. 15).
Nach der Rechtsprechung des Senats genügen Wohnsitzauflagen gegenüber anerkannten Flüchtlingen nicht den Anforderungen an eine zulässige Beschränkung der Freizügigkeit nach Art. 26 GFK, wenn sie zum Zwecke der angemessenen Verteilung der öffentlichen Sozialhilfelasten verfügt wurden und deshalb nicht mit Art. 23 GFK vereinbar sind (Urteil vom 15. Januar 2008 a.a.O. Rn. 17 ff.).
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References: Art. 6
 Art. 23
 Art. 26
 Art. 31
 Art. 26
 Art. 1
 Art. 32
 § 12
 § 25
 § 3
 § 23
 § 113
 Art. 19
 § 113
 § 36
 Art. 23
 § 12
 § 5
 Art. 33
 Art. 26
 Art. 31
 Art. 26
 § 12
 Art. 26
 Art. 26
 § 12
 Art. 26
 Art. 23
 Art. 26
 § 12
 Art. 32
 Art. 23
 Art. 23
 § 12
 Art. 26
 Art. 23
 § 25