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Timestamp: 2019-08-26 08:22:17+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1997, 655 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 23.05.1996
https://dejure.org/1996,1123
BGH, 11.12.1996 - VIII ZR 22/96 (https://dejure.org/1996,1123)
BGH, Entscheidung vom 11.12.1996 - VIII ZR 22/96 (https://dejure.org/1996,1123)
BGH, Entscheidung vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 22/96 (https://dejure.org/1996,1123)
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Vertragshändlervertrag - Nichtigkeit - Ausgleichsanspruch - Nutzung der Geschäftsverbindungen
Ausgleichsanspruch trotz nichtigen Vertragshändlervertrages
Handelsvertreterrecht; Ausgleichsanspruch bei nichtigem Vertragshändlervertrag
NJW 1997, 655
ZIP 1997, 237
ZIP 1997, 238
MDR 1997, 247
VersR 1997, 236
WM 1997, 235
BB 1997, 222
DB 1997, 425
Dennoch darf der Anspruch auch unter Berücksichtigung dieser Rechtsprechung nicht allein auf Billigkeitserwägungen gestützt werden (so zur Rechtslage vor Erlass des EuGH-Urteils: Senatsurteil vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 22/96, NJW 1997, 655, unter B I 1 a bb m.w.N.;… Ball, aaO, S. 19;… zur neuen Rechtslage: Thume, aaO;… Emde, aaO, S. 1483; vgl. auch den Bericht der Kommission der Europäischen Gemeinschaften über die Anwendung von Artikel 17 der Richtlinie des Rates zur Koordinierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend die selbständigen Handelsvertreter, KOM 96, 364 endg., S. 1 ff.).
a) Nach § 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 HGB steht dem Vertreter nach Beendigung des Vertragsverhältnisses ein Ausgleichsanspruch - nachdem zuvor die Voraussetzungen der §§ 89 b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2 HGB geklärt worden sind (BGH, Urteil vom 17. Oktober 1984 - I ZR 95/82, WM 1985, 469 unter II 1; Senat, Urteil vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 22/96, WM 1997, 235 unter B I 1 a bb) - zu, "wenn und soweit ... die Zahlung eines Ausgleichs unter Berücksichtigung aller Umstände der Billigkeit entspricht".
Nach der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 129, 290, 293, Urteil vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 22/96 = WM 1997, 235 unter B II 1 a) führt im unmittelbaren Anwendungsbereich von § 89 b HGB die Nichtigkeit des Handelsvertretervertrages nicht zum Wegfall des Ausgleichsanspruchs, wenn der Unternehmer die vom Handelsvertreter hergestellten Geschäftsverbindungen tatsächlich weiterhin nutzen kann.
Denn auch eine relativ kurze Vertragsdauer darf bei der Billigkeitsabwägung im Regelfall nicht zum Nachteil des Handelsvertreters berücksichtigt werden (vgl. Senatsurteil vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 22/96, NJW 1997, 655, unter B I 2 b m.w.N.).
Ferner ist anzumerken, dass bei Nichtigkeit eines Handelsvertreter- bzw. Vertragshändlervertrages der Ausgleichsanspruch nicht zwangsläufig entfällt, wenn der Vertrag in Vollzug gesetzt worden ist (BGHZ 129, 290 = NJW 1995, 1958 = MDR 1995, 1018 und BGH NJW 1997, 655 = MDR 1997, 247 = VersR 1997, 236).
Nur für die Höhe dieses Anspruchs ist auch der Vorteil des Unternehmers durch die Nutzung des Kundenstammes nach Beendigung des Vertragsverhältnisses bedeutsam (BGH-Urteil vom 11. Dezember 1996 VIII ZR 22/96, Neue Juristische Wochenschrift --NJW-- 1997, 655), der notfalls zu schätzen ist (§ 287 Abs. 2 der Zivilprozeßordnung).
Nach der Rechtsprechung des Senats (BGHZ 129, 290, 293; Urteil vom 11. Dezember 1996 - VIII ZR 22/96 = WM 1997, 235 unter B II 1 a) führt im unmittelbaren Anwendungsbereich von § 89 b HGB die Nichtigkeit des Handelsvertretervertrages nicht zum Wegfall des Ausgleichsanspruchs, wenn der Unternehmer die vom Handelsvertreter hergestellten Geschäftsverbindungen tatsächlich weiterhin nutzen kann.
Das Landgericht habe mit dieser Vorgehensweise das von dem Bundesgerichtshof (u.a. Urteil vom 11.12.1996, VIII ZR 22/96) entwickelte und von dem Europäischen Gerichtshof (Entscheidung vom 26.03.2009, C-348/07) für die Berechnung eines Ausgleichsanspruchs ausdrücklich vorgesehene Verfahren in eklatanter Weise missachtet.
Aber auch ohne Wettbewerbsverbot ist die nachvertragliche Konkurrenztätigkeit anspruchsmindernd zu berücksichtigen, weil durch diese Vorteile des Unternehmers beeinträchtigt werden (BGH, NJW 1997, 655; DB 1981, 1772).
OLG Karlsruhe, 08.08.2017 - 13 U 155/15
Wenn ein Handelsvertreter mitgewirkt hat, fällt Provision an!
https://dejure.org/1996,1154
BGH, 23.05.1996 - I ZR 122/94 (https://dejure.org/1996,1154)
BGH, Entscheidung vom 23.05.1996 - I ZR 122/94 (https://dejure.org/1996,1154)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 1996 - I ZR 122/94 (https://dejure.org/1996,1154)
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Sittenverstoß - Wettbewerbsverein - Fotographieren - Ladengeschäft
"Testfotos II"; Handeln eines Wettbewerbsvereins; Zulässigkeit des Fotografierens durch Testpersonen
Wettbewerbsrecht; Fotografieren durch Testpersonen in Geschäftsräumen
NJW 1997, 655 (Ls.)
NJW-RR 1997, 104
MDR 1997, 161
WM 1996, 2166
DB 1996, 2613
So ist etwa vom Landgericht Koblenz (NJW-RR 1997, 104 f. m. w. N.) das Vorzeigen eines Kunstpenis nicht als exhibitionistische Handlung im Sinne des § 183 Abs. 1 StGB gewertet worden (wohl aber als Erregung öffentlichen Ärgernisses, dazu sogleich).
Kann ein Wettbewerbsverstoß nur durch Fotoaufnahmen hinreichend bestimmt dargelegt und bewiesen werden, ist die Anfertigung der Fotos innerhalb der Geschäftsräume des Verletzers nicht unlauter, wenn ein überwiegendes Interesse des Geschäftsinhabers an der Vermeidung einer möglichen Betriebsstörung nicht besteht, insbesondere die (konkrete) Gefahr einer erheblichen Belästigung nicht gegeben ist (Fortführung von BGH, Urt. v. 23.5.1996 - I ZR 122/94, WRP 1996, 1099 = NJW-RR 1997, 104 - Testfotos II).
a) In der Rechtsprechung des Senats zu § 1 UWG a.F. ist das ungenehmigte, der Dokumentation eines angeblichen oder wirklichen Wettbewerbsverstoßes dienende Fotografieren durch Testpersonen innerhalb der Geschäftsräume eines Kaufmanns als wettbewerbswidrig angesehen worden (…BGH, Urt. v. 25.4.1991 - I ZR 283/89, GRUR 1991, 843 - Testfotos I; Urt. v. 23.5.1996 - I ZR 122/94, WRP 1996, 1099 = NJW-RR 1997, 104 - Testfotos II;… vgl. ferner Köhler in Hefermehl/Köhler/Bornkamm, Wettbewerbsrecht, 25. Aufl., § 4 UWG Rdn. 10.163;… Ohly in Piper/Ohly, UWG, 4. Aufl., § 4 Rdn. 10/21;… Omsels in Harte/Henning, UWG, § 4 Nr. 10 Rdn. 48).
Entscheidend sei allein, dass die genannten nachteiligen Folgen generell mit dem Fotografieren in Geschäftsräumen verbunden sein könnten (BGH GRUR 1991, 843, 844 - Testfotos I; WRP 1996, 1099, 1101 - Testfotos II).
Ob etwas anderes zu gelten habe, wenn der angenommene Wettbewerbsverstoß ohne eine Fotografie überhaupt nicht verfolgt werden könnte, hat der Senat offengelassen (BGH WRP 1996, 1099, 1101 - Testfotos II).
Insoweit ist nicht erforderlich, dass bereits eine Betriebsstörung eingetreten ist (vgl. BGH NJW-RR 1997, 104, 105 - Testfotos II).
Eine unlautere Behinderung durch sie liegt aber dann vor, wenn sich der Tester nicht mehr wie ein normaler Kunde verhält, sondern dabei den Betriebsablauf stört, indem er etwa durch sein Verhalten das Personal von seiner Beschäftigung abhält, andere Kunden abschreckt oder offenkundig Testfotos anfertigt, so dass das Personal entsprechend aufmerksam wird und sich andere Kunden über den Anlass hierfür Gedanken machen (BGH GRUR 1991, 843 - Testfotos I; WRP 1996, 1099 - Testfotos II;… Piper/Ohly, a.a.O., § 4 Rn. 10/21;… Köhler, a.a.O., § 4 Rn. 10.163).
Zunächst wendet sich die Beklagte mit der Berufung zu Recht unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (WRP 1996, 1099, 1101 - Test-fotos II -) gegen die Annahme des Landgerichts, die Klägerin habe beim Fotografieren innerhalb der Verkaufsstätte der Beklagten nicht zu Zwecken des Wettbewerbs gehandelt.
Auszugehen ist von den Grundsätzen, die der Bundesgerichtshof in den (von der Beklagten schriftsätzlich ausführlich zitierten) Entscheidungen Testfotos I und II (GRUR 1991, 843, 844 und WRP 1996, 1099-1001) zu der Frage, inwieweit das ungenehmigte, der Dokumentation eines angeblichen oder wirklichen Wettbewerbsverstoßes dienende Fotografieren durch Testpersonen in den Geschäftsräumen eines Kaufmannes zulässig ist, entwickelt hat.
Dies ist jedoch bisher vom Bundesgerichtshof nicht als Rechtfertigungsgrund anerkannt worden (offengelassen in Testfotos II WRP 1996, 1099, 1001).
Solches Verhalten ist geeignet, in den Verkaufsräumen negatives Aufsehen zu erzeugen (BGH GRUR 1991, 843 "Testfoto I"; WRP 1996, 1099 "Testfoto II").
Erklärungen einer Partei im Rahmen einer Parteivernehmung nach § 445 ZPO enthalten kein Geständnis nach § 288 Abs. 1 ZPO (BGH Urteil vom 14. März 1995 -V I ZR 122/94 - BGHZ 129, 108 = NJW 1995, 1432).
Wettbewerbsförderung durch Fachverband - Hinweis der Mitglieder auf günstige …
Subjektiv erfordert die Wettbewerbshandlung die Absicht des Handelnden, den eigenen oder fremden Wettbewerb zu fördern, sofern diese Absicht nicht völlig hinter anderen Beweggründen zurücktritt (BGH WRP 1996, 1099 - Testfotos II).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist das ungenehmigte, der Dokumentation eines angeblichen oder wirklichen Wettbewerbsverstoßes dienende Fotografieren durch Testpersonen innerhalb der Geschäftsräume eines Kaufmanns nicht mit § 1 UWG zu vereinbaren (BGH: GRUR 91, 843 f "Testfotos I"; WRP 96, 1099 "Testfotos II"), Ein Kaufmann als Inhaber des Hausrechts verbindet mit der Öffnung seines Verkaufsgeschäfts für das Publikum nicht die Erlaubnis, innerhalb des Ladenlokals zu fotografieren.

References: § 89
 § 89
 BGH 
 § 89
 § 183
 § 1
 § 4
 § 4
 § 4
 BGH 
 § 4
 § 4
 § 445
 § 288
 § 1