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Helferzelle :: Thema anzeigen - Dürfen Heilpraktiker HIV-positive Patienten behandeln?
23 Aug 2018 00:00:16 UTC
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Helferzelle Foren-Übersicht » Forum » Komplementäre Therapie » Dürfen Heilpraktiker HIV-positive Patienten behandeln?
Verfasst: Sa 17 Feb, 2018 3:08 pm Titel: Dürfen Heilpraktiker HIV-positive Patienten behandeln?
Der Artikel wurde bis zum 16.2.2018 im Infopool bereits 10.184 mal aufgerufen
und muss aus technischen Gründen jetzt im Forum neu eingestellt werden.
Seit vielen Jahren werden von einem Aribert Deckers von der Deutschen Amalgam Page die folgenden nicht der Wahrheit entsprechenden Behauptungen verbreitet und Äußerungen aus einem seit vielen Jahren nicht mehr existierenden HIV/Aids-Diskussionsforum wiedergegeben und zum großen Teil mit merkwürdigen und zum Teil unqualifizierten Kommentaren versehen, die von Unkenntnis und mangelnder Erfahrung der von mir beschriebenen Thematik zeugen.
Meine damaligen Äußerungen stammen noch aus der frühen HIV-Zeit, in der ich mich aus guten Gründen an der HIV/Aids-Kritik orientierte. Ab dem Jahre 2001 stellte ich die Hypothesen und Argumente der HIV/Aids-Kritik zunehmend in Frage und bin spätestens seit dem Jahre 2006 kein HIV/Aids-Kritiker mehr, was insbesondere mit meiner folgenden Stellungnahme vom 1.5.2006 belegbar ist. Insofern vertrete ich bereits seit 2006 zu vielen Fragen und Themen andere erfahrungsbezogene Ansichten.
Ein Heilpraktiker behandelt Aids. Aber wie!?
Die folgenden Behauptungen sind unhaltbar und werden hier von mir richtig gestellt:
1. Es scheint an einigen Heilpraktikern vorbeigegangen zu sein, aber seit Inkrafttreten des IfSG am 1.1.2002 ist Heilpraktikern die Behandlung von HIV-Patienten verboten (Paragraphen 7 und 24 IfSG)
2. Was heißt, daß Wilfried Bales noch immer HIV-Infizierte behandelt ...
3. Was er aber weder kann noch überhaupt darf, denn Heilpraktiker dürfen laut Gesetz kein HIV behandeln
4. Ein Heilpraktiker heilt Aids. Aber wie!?
5. Ein Heilpraktiker behandelt Aids. Aber wie!?
Der Gesetzestext des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) zum § 24 „Behandlung übertragbarer Krankheiten“ lautet wörtlich:
„Die Behandlung von Personen, die an einer der in § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, 2 und 5 oder § 34 Abs. 1 genannten übertragbaren Krankheiten erkrankt oder dessen verdächtig sind oder die mit einem Krankheitserreger nach § 7 infiziert sind, ist insoweit im Rahmen der berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde nur Ärzten gestattet. Satz 1 gilt entsprechend bei sexuell übertragbaren Krankheiten und für Krankheiten oder Krankheitserreger, die durch eine Rechtsverordnung auf Grund des § 15 Abs. 1 in die Meldepflicht einbezogen sind. Als Behandlung im Sinne der Sätze 1 und 2 gilt auch der direkte und indirekte Nachweis eines Krankheitserregers für die Feststellung einer Infektion oder übertragbaren Krankheit; § 46 gilt entsprechend.“
Die HIV-Infektion wird unter § 7 Ziffer 3 Nr. 2 unter den nicht namentlich zu meldenden Infektionskrankheiten aufgeführt.
Das Mißverständnis zum Gesetzestext entsteht nach meiner Ansicht, die von einem durch meinen Berufs- und Fachverband Freie Heilpraktiker e.V., Düsseldorf, beauftragten Rechtsanwalt bestätigt wurde, offensichtlich durch das im juristischen Sprachgebrauch übliche Wort „insoweit“. Dieses Wort bezieht sich lediglich auf den Erreger HIV.
Die direkte Behandlung des HI-Virus kann nach schulmedizinischer Sichtweise nur mit antiretroviralen Medikamenten erfolgen und wird nach dem neuen IfSG nur Ärzten erlaubt, was sich schon aus der Verschreibungspflicht dieser Medikamente ergibt. Heilpraktiker dürfen aber alles andere behandeln bis hin zu Krebs bei HIV-Infizierten.
Das schließt aber nicht aus, daß im Rahmen einer fachlich kompetenten ganzheitlich-biologischen Therapie eines Heilpraktikers infolge der Unterstützung der Faktoren, die eine Virusreduktion fördern, unter Einbeziehung daran beteiligter Stoffwechsel- und Immunfunktionen, insbesondere hinsichtlich der Helferzellen, auch die HI-Viruslast sinken kann und darf.
H. Erdle, Regierungsdirektor im Bayer. Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit: Infektionsschutzgesetz, Kommentar, ecomed Verlag, schreibt dazu folgendes:
„Das Verbot des § 24 erscheint jedoch nur hinsichtlich der alleinigen kausalen Therapie von HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen sachgerecht und angemessen. Es spricht deshalb nichts dagegen, wenn Heilpraktiker HIV-Infizierte und Aids-Kranke ergänzend zur ärztlichen Behandlung betreuen (vgl. Dünisch-Bachmann, Das Recht des Heilpraktikerberufs und der nichtärztlichen Heilkundeausübung, Am. 3.7 zu § 1 HeilprG).“
WIR Heilpraktiker, Fachzeitschrift für Naturheilkunde, Berufs- und Medizinalpolitik, 1/2001, Aktiv Forum S. 1, Hrsg. Freie Heilpraktiker e.V., Düsseldorf:
Zum Kommentar § 24 von Helmut Erdle in „Infektionsschutzgesetz“, ecomed Verlag, schreibt auf unsere Anfrage hin der Autor wie folgt:
... für Ihr Schreiben herzlichen Dank.
„Mit Ihrer Rechtsauffassung stimme ich voll und ganz überein. Ich hielt es jedoch – insbesondere im Hinblick auf meine Erläuterungen zur Therapie bei HIV bzw. Aids – für überflüssig, auf die Selbstverständlichkeit hinzuweisen, daß sich das Verbot des § 24 IfSG nur auf die darin ausdrücklich genannten Krankheiten bezieht, so daß folglich auch Krankheiten der Geschlechtsorgane (anders als bisher nach dem GeschlKrG) von Heilpraktikern behandelt werden dürfen, soweit es sich dabei nicht um sexuell übertragbare Krankheiten handelt. ..."
Helmut Erdle, RD im Bayer. Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit“
WIR Heilpraktiker, 2/2002, Aktiv-Forum S. 27:
„Dem Heilpraktiker ist gestattet
Behandlung von Personen, die an einer anderen Erkrankung als der meldepflichtigen erkrankt sind, d.h. der HP darf z.B. eine Krebsbehandlung, oder eine Rhinitis bei einem Hepatitis-Patienten behandeln.
Durch die einschränkende Formulierung „insoweit“ in Satz 1 ist nur die Behandlung im Hinblick auf die in der Vorschrift genannten Krankheiten (§ 6 Abs. 1, 2 und 5; § 15 und § 34) und Krankheitserreger (§§ 7 und 15) unter den Arztvorbehalt gestellt. (lt. Kommentar zum Infektionsschutzgesetz).
Das bedeutet: der Heilpraktiker darf ansonsten alle anderen Krankheiten behandeln, jedoch unter Berücksichtigung des § 6 Abs. 1 Nr. 5.“
Auszug aus einem Gutachten für eine private Krankenversicherung der GEBÜH- und GUTACHTERKOMMISSION der Heilpraktikerverbände vom 15.4.2006:
"Eine gezielte Behandlung infektiöser Erkrankungen mit einer unmittelbaren Abtötung der Erreger ist nach derzeitigem Kenntnisstand mit biologischen Methoden nicht möglich. Insofern kann auch ein Heilpraktiker mit seinen Methoden keinen direkten und unmittelbaren Einfluss auf die Erkrankung nehmen. Das Behandlungsverbot richtet sich insbesondere bei HIV-Infektionen ausschließlich gegen die unmittelbar wirksame und in der Regel antiretrovirale Therapie. Somit stellt eine Heilpraktikerbehandlung keinen Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz dar."
Daß Wilfried Bales noch immer HIV-Infizierte behandelt...Was er aber weder kann noch überhaupt darf ist irreführend. Richtig ist, daß Wilfried Bales wie alle anderen KollegenInnen HIV-positiv definierte Patienten behandeln darf. Was nicht behandelt werden darf ist lediglich der HI-Virus mit antiretroviralen Medikamenten, da diese verschreibungspflichtig sind.
Die Behauptung: „Ein Heilpraktiker heilt Aids. Aber wie!?“ bzw. Ein Heilpraktiker behandelt Aids. Aber wie!? stimmt nicht mit dem überein, was ich bislang veröffentlicht habe. Ich habe nie behauptet, daß ich Aids heile und auch nicht, daß ich Aids behandle. Was ich behandle sind Stoffwechsel- und Immundysregulationen sowie Mikro- und Makro-Nährstoffdefizite bei HIV-positiv definierten Patienten, die in aller Regel einer Entwicklung in Richtung Aids vorausgehen bzw. Entgleisungszustände ergänzend zur ärztlichen Betreuung und/oder Therapie.
Im übrigen ist das Gesundheitsamt als Aufsichtsbehörde für Heilpraktiker über meinen HIV-Schwerpunkt bestens informiert und hat vor Jahren anläßlich eines Praxisbesuches daran nichts zu kritisieren gehabt.
Es ist nach meiner Auffassung und Erfahrung nicht der HI-Virus alleine, der einen Zustand auslösen kann, der bei Vorliegen einer der rund 30 Aids-definierenden Erkrankungen in Aids umbenannt wird, sondern es sind IMMER multifaktorielle Ursachen an dieser Entwicklung beteiligt.
Meine Arbeit wird im übrigen von Ärzten und HIV-Schwerpunktärzten dergestalt unterstützt, daß sie bei gesetzlich Versicherten die von mir empfohlenen zusätzlichen Laboruntersuchungen veranlassen als Grundlage für eine optimale ganzheitliche alternative bzw. komplementäre Therapie und in Einzelfällen auch Infusionen bei Patienten vor Ort nach meinen Therapieschemata durchführen.
Nachtrag 25.5.2014
Beurteilung seitens der Staatsanwaltschaft
Obwohl die Rechtssituation hier seit 2005 ausführlich dargestellt wurde, zweifelten selbsternannte Bürgerpolizisten aus dem seinerzeitigen anonymen Forum „Esowatch.com“ (jetzt: Psiram.com, ebenfalls anonym) an der Richtigkeit, weshalb die damalige Moderatorin "Conni" sich mit einer Bürgereingabe an die Rechtsabteilung des Robert-Koch-Institutes in Berlin wandte. Der dort zuständige Rechtsanwalt war seinerseits über die Rechtssituation unzureichend informiert und leitete die Eingabe an die Staatsanwaltschaft in Köln weiter ohne sich vorher beim HIV-Referat seines Hauses über die Rechtslage zu informieren, wo man über meine Arbeit seit Jahren informiert war. Das Verfahren wurde seitens der Staatsanwaltschaft Köln Anfang 2011 ohne Anhörung meiner Person eingestellt, wobei zur Begründung ganze Passagen von Texten meiner damaligen Praxis-Homepage sowie von helferzelle.de zu diesem Thema verwandt wurden.
Etwa ein Jahr später gab es eine weitere Bürgereingabe, die trotz der vorhergehenden Einstellung des Verfahrens seitens der Staatsanwaltschaft erneut von der Rechtsabteilung des Robert-Koch-Institutes an die Staatsanwaltschaft Köln weitergeleitet wurde. Hierzu erhielt ich die Chance ausführlich schriftlich Stellung zu nehmen, woraufhin das Verfahren umgehend ohne weitere Begründung eingestellt wurde.
Durch die Bürgereingabe und die daraus resultierende polizeiliche Vernehmung der seinerzeitigen Moderatorin des Esowatch-Forums "Conni" wurden deren Personalien und ihr Arbeitgeber bekannt. Da im promed.watch-Forum eine andere Frau mit gleichem Vornamen als wahrscheinliche Moderatorin genannt wurde, informierte ich die Landesdirektion Leipzig entsprechend. Der dortige Landesdirektor machte innerhalb der Landesbehörde die richtige Esowatch-Moderatorin, Cornelia Reuter, Leipzig, ausfindig. Sie erhielt seitens ihres Arbeitgebers wegen der massiven privaten Internetnutzung im Esowatch-Forum während der Arbeitszeiten entsprechende arbeitsrechtliche Konsequenzen und durfte kein Internet mehr benutzen. Der Anwalt von Frau Reuter belästigte mich telefonisch, ich solle aufhören beim Arbeitgeber seiner Mandantin zu intervenieren. Dabei hatte ich überhaupt keinen weiteren Kontakt.
Hier sei darauf hingewiesen, dass das Robert Koch Institut in Berlin überhaupt nicht zuständig ist hinsichtlich der hier aufgeworfenen Fragen zur Rechtssituation nach dem Infektionsschutzgesetz. Zuständig für die Einhaltung der Rechtsvorschriften, die sich aus dem Infektionsschutzgesetz ergeben, ist das jeweils örtliche Gesundheitsamt. Dieses aber hatte selbst anlässlich eines Praxisbesuches vor vielen Jahren in rechtlicher Hinsicht nichts an meiner Arbeit mit HIV-Patienten auszusetzen und wurde meinerseits wiederholt über die berufsschädigenden Aktivitäten des Esowatch-Forums informiert. Das Gesundheitsamt sah aber kein fehlerhaftes Verhalten meinerseits. Da die seinerzeitigen Esowatch- wie auch die heutigen Psiram-Verantwortlichen ohne Impressum anonym im rechtsfreien Raum agieren und das deutsche Recht gegen derartige Diffamierungen im Internet bislang keinen Schutz bietet, habe ich keine Möglichkeit rechtliche Schritte einzuleiten.
Es bleibt zu hoffen, dass nunmehr auch die letzten vermeintlichen Besserwisser und selbsternannten Bürgerpolizisten die Entscheidungen einer Staatsanwaltschaft akzeptieren. Der zu Anfang dieses Beitrags genannte Aribert Deckers verbreitet dennoch in Kenntnis der vorgenannten Entscheidungen der Staatsanwaltschaft weiterhin seine altbekannten falschen Behauptungen zur Rechtssituation.
© Wilfried P. Bales, Heilpraktiker, 50825 Köln, Mai 2005, aktualisiert 3.8.2006, 3.10.2013, 25.5.2014, 17.10.14, 16.02.2018
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 § 6
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 § 46
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