Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=05.05.2011&Aktenzeichen=X%20B%20191%2F10
Timestamp: 2020-08-04 14:49:03+00:00

Document:
BFH, 05.05.2011 - X B 191/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,15283
BFH, 05.05.2011 - X B 191/10 (https://dejure.org/2011,15283)
BFH, Entscheidung vom 05.05.2011 - X B 191/10 (https://dejure.org/2011,15283)
BFH, Entscheidung vom 05. Mai 2011 - X B 191/10 (https://dejure.org/2011,15283)
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Ausschluss eines Richters wegen dessen Mitwirkung im vorausgegangenen Verwaltungsverfahren - Zweck des § 51 Abs. 2 FGO - Unverzichtbarkeit der Vorschriften über die Besetzung des Gerichts
Ausschluss eines Richters wegen dessen Mitwirkung im vorausgegangenen Verwaltungsverfahren; Zweck des § 51 Abs. 2 FGO; Unverzichtbarkeit der Vorschriften über die Besetzung des Gerichts
FGO § 51 Abs 2, FGO § 116 Abs 6, FGO § 119 Nr 2, FGO § 115 Abs 2 Nr 3, ZPO § 295
§ 51 Abs 2 FGO, § 116 Abs 6 FGO, § 119 Nr 2 FGO, § 115 Abs 2 Nr 3 FGO, § 295 ZPO
Ausschluss eines Richters wegen dessen Mitwirkung im vorausgegangenen Verwaltungsverfahren
Ausschluss eines Richters wegen Mitwirkung in einem vorausgegangenen Verwaltungsverfahrens
FG Nürnberg, 22.04.2010 - 6 K 1383/08
Ziel dieser Bestimmungen ist es, das Vertrauen in die Unparteilichkeit des Gerichts zu schützen und dem Eindruck entgegenzuwirken, der Richter sei infolge einer früheren Befassung mit der Angelegenheit in der Sache schon festgelegt (vgl. BVerfG-Beschluss vom 03.06.1980 - 1 BvL 114/78, BVerfGE 54, 159, unter D.III.1.c; ähnlich auch Beschluss des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 05.05.2011 - X B 191/10, BFH/NV 2011, 1385).
Vorausgegangenes Verwaltungsverfahren i.S. von § 51 Abs. 2 FGO ist daher das gesamte Verfahren, das final zum Erlass der gerichtlich zu überprüfenden Entscheidung geführt hat (ständige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss in BFH/NV 2011, 1385, m.w.N.; s.a. Leipold in HHSp, § 51 FGO Rz 36).
Soweit eine Mitwirkung in demselben Verwaltungsverfahren vorlag, muss diese keine besonderen quantitativen oder qualitativen Voraussetzungen erfüllen; selbst eine lediglich beratende Tätigkeit im Verwaltungsverfahren genügt (BFH-Beschlüsse in BFH/NV 2011, 1385, …und vom 14.03.2012 - V B 111/10, BFH/NV 2012, 1196).
Selbst eine lediglich beratende Tätigkeit im Verwaltungsverfahren genügt (BFH-Beschlüsse vom 5. Mai 2011 X B 191/10, BFH/NV 2011, 1385; vom 14. März 2012 V B 111/10, juris).
Die erforderliche Finalität fehlt nur dann, wenn das Tätigwerden des Richters dem Verwaltungsakt weder vorausgegangen ist noch ihn vorbereitet hat, z.B. eine andere Steuerart oder einen anderen Veranlagungszeitraum betrifft (…vgl. BFH-Urteil vom 5. Oktober 1994 I R 31/93, BFH/NV 1995, 576;… BFH-Beschlüsse vom 6. August 2001 IV B 133/00, BFH/NV 2002, 44; in BFH/NV 2011, 1385).
Selbst eine lediglich beratende Tätigkeit im Verwaltungsverfahren genügt (z.B. BFH-Beschluss vom 5. Mai 2011 X B 191/10, BFH/NV 2011, 1385).
Da die Ausschließung unverzichtbar und in jeder Lage des Verfahrens von Amts wegen zu berücksichtigen ist, steht der Aufhebung und Zurückverweisung nicht entgegen, dass das FA diese nicht bereits in erster Instanz gegenüber dem FG gerügt hat (vgl. BFH-Beschluss vom 5. Mai 2011 X B 191/10, BFH/NV 2011, 1385).

References: § 51
 § 51
 § 51
 § 116
 § 119
 § 115
 § 295

§ 51
 § 116
 § 119
 § 115
 § 295
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