Source: https://blog.burkes.de/2017/04/das-darlehen-in-der-einnahmenuberschuss.html
Timestamp: 2018-12-17 13:17:04+00:00

Document:
Recht und Steuern in der Ausbildung: Das Darlehen in der Einnahmenüberschussrechnung § 4 Abs. 3 EStG
Zinsen sind dagegen ganz normale "Aufwendungen" und damit BA. Es gilt das Zuflussprinzip (natürlich unter Beachtung der 10-Tageregelung, falls die Zinsen nicht einmalig sondern regelmäßig zu zahlen sind).
Damnum oder Disagio ist als ein quasi "vorgezogener Zins" natürlich eine Betriebsausgabe. Problematisch ist hier der Zeitpunkt. Es muss über die zwei Spezialregeln von § 11(2) Satz 3 und 4 geklärt werden, ob das Disagio in voller Höhe bei Kreditauszahlung anzusetzen ist oder auf die Jahre verteilt werden muss.
Der Gesetzestext ist zunächst sehr verwirrend:
Der Gesetzestext von § 11(2) Satz 3 EStG lautet:
Der folgende Satz, § 11(2) Satz 4 EStG, lautet:
Satz 3 ist auf ein Damnum oder Disagio nicht anzuwenden, soweit dieses marktüblich ist.
Beide Sätze zusammen ergeben folgende Regel:
Ansatz in der Regel in voller Höhe sofort, außer: wenn das Disagio marktunüblich hoch ist (über 5 %) und die Laufzeit mehr als 5 Jahre beträgt.
Bei unüblich hohem Disagio ist nämlich das Disagio nach § 11 (2) 3 Satz statt nach § 11 (2) 4 EStG zu behandeln. Satz 3 wiederum enthält eine Weiche: bei Laufzeiten bis 5 Jahren darf man auch hier sofort den Gesamtbetrag ansetzen, bei Kreditlaufzeiten über 5 Jahre muss man das Disagio auf die Kreditlaufzeit verteilen.
Da in Prüfungen erfahrungsgemäß immer nur marktübliches Disagio vorkommen wird, ist die Standardlösung ein BA-Ansatz in voller Höhe.
Als marktüblich sieht man in der Praxis als Regelfall "fünf Prozent" an, auch wenn sich aus den BFH-Urteilen keine eine wirklich exakte Festlegung ergibt. In Prüfungsfällen wird der Disagio deutlich unter 5 % sein, und Sie können dann einfach feststellen, es läge ein "marktübliches" Disago vor, das voll ansetzbar ist.
Der Abfluss beim Disagio
Es bleibt die Frage, wann beim Disagio eigentlich der "Abfluss"im Sinne des §11 Abs. 2 EStG vorliegt. Denn das Disagio wird eigentlich gezahlt, sondern umgekehrt von dem Kreditgeber einbehalten. Dazu sagt die Rechtsprechung: "Im Zeitpunkt der Hingabe des um das Damnum gekürzten Darlehns ist der Abfluss vollendet" (BFH, 21.05.1993 - VIII R 1/91, BStBl II 1994, 93).
Ergebnis: Das Disagio gilt als abgeflossen, wenn die Darlehenssumme ausgezahlt wird.
(Dieser Blogbeitrag ist bis hierher ein Auszug aus Kapitel 7 des Buchs "Einnahmeüberschussrechnung für Steuerfachangestellte") Im Buch sind auch Beispiele aus Prüfungen in Form von Fünfspaltern (mit Korrekturspalten)
In Abschlussprüfungen wird üblicherweise der Fünfspalter verwendet, der auch zwei Korrekturspalten enthält. Das heißt, der Mandant hat bereits "Buchungen" gemacht oder nicht und der Prüfling muss entscheiden, ob noch etwas zu erfassen oder zu korrigieren ist.
M nahm zum 28.12.01 bei einer Bank für einen neuen betrieblichen PKW ein Darlehen über 35.000 Euro mit Laufzeit 5 Jahre auf. Die Bank überwies die Darlehenssumme abzüglich eines Disagios in Höhe von 1.050 Euro. M erfasste die von der Bank überwiesenen 33.950 Euro als BE.
Lösung für das Jahr 01:
BE ./.
Darlehen ist keine BE, Storno
marktübliches Disagio ist BA in 01 in voller Höhe (11 Abs. 2 S. 4), Abfluss bei Darlehensauszahlung in 01, § 11 (2) 1 EStG

References: § 4
 § 11
 § 11
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 § 11
 §11
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