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Timestamp: 2020-02-25 09:28:47+00:00

Document:
Landesrecht BW VwV FAKT | Verwaltungsvorschrift (Baden-Württemberg) | Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zum Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (VwV FAKT) | i. d. F. v. 10.01.2019 | gültig ab 01.01.2015 | gültig bis 31.12.2022
VwV FAKT
1 Zuwendungsziel, Zuwendungszweck und Rechtsgrundlagen
2 Zuwendungsempfangende und zuwendungsfähige Maßnahmen
4 Ergänzende Zuwendungsbestimmungen – Einhaltung der Verpflichtung
5 Art, Form und Höhe der Zuwendung
8 Kürzungen und Ausschlüsse, Aufhebung und Erstattungen
10 Publizität (Weggefallen)
Anlage 1: Zuwendungsfähige Maßnahmen des FAKT
Anlage 2: Übersicht über den RGV-/GV-Schlüssel für FAKT
Anlage 3: Kennartenkatalog der Grünlandpflanzen gemäß B 3
Anlage 4: Kennartenkatalog der Grünlandpflanzen gemäß B 5
Anlage 5: Kombinationstabelle FAKT (flächenbezogene Teilmaßnahmen)
Anlage 6: Kompatibilität der FAKT-Teilmaßnahmen mit öVF-Flächen
Aktenzeichen: 25-8872.53
Fundstelle: GABl. 2016, 102
Gesamtvorschrift in der Gültigkeit zum 01.01.2019 bis 31.12.2022
zum Förderprogramm für Agrarumwelt,
Klimaschutz und Tierwohl (VwV FAKT)
Vom 27. Januar 2016 – Az.: 25-8872.53 –
Fundstelle: GABl. 2016, S. 102
Zuletzt geändert durch Verwaltungsvorschrift vom 10.01.2019 (GABl 2019, S. 47)
Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zum Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (VwV FAKT) 10.01.2019
INHALTSÜBERSICHT 19.12.2016
1 Zuwendungsziel, Zuwendungszweck und Rechtsgrundlagen 27.01.2016
1.1 Zentraler Beitrag der Agrarumwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen 27.01.2016
1.2 Landesspezifische Erfordernisse und Prioritäten der EU 27.01.2016
1.3 Gewährung der Zuwendungen 27.01.2016
2 Zuwendungsempfangende und zuwendungsfähige Maßnahmen 27.01.2016
2.1 Flächenbezogene Teilmaßnahmen 27.01.2016
2.2 Tiergerechte Haltungsverfahren 27.01.2016
2.3 Besonderheiten bei den gefährdeten Nutztierrassen und bei der tiergerechten Mastschweine- und Masthühnerhaltung 27.01.2016
2.4 Betriebliche Voraussetzungen bei der tiergerechten Mastschweine- und Masthühnerhaltung 27.01.2016
2.5 Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand 27.01.2016
2.6 Verweis auf Anlage 1 27.01.2016
3 Zuwendungsvoraussetzungen 27.01.2016
3.1 Allgemeine Voraussetzungen 27.01.2016
3.2 Flächenbezogene Zuwendungsvoraussetzungen 05.12.2018
3.3 Berechnung des Tierbesatzes 27.01.2016
3.4 Kombinationen 27.01.2016
4 Ergänzende Zuwendungsbestimmungen – Einhaltung der Verpflichtung 27.01.2016
4.1 Teilmaßnahmen nach Artikel 28 und 29 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 27.01.2016
4.2 Einhaltung einer mindestens fünfjährigen Verpflichtung 27.01.2016
4.3 Teilmaßnahmen nach Artikel 33 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 27.01.2016
4.4 Beantragung von Verpflichtungsübertragungen 19.12.2016
4.5 Erweiterung des Verpflichtungsumfangs 19.12.2016
4.6 Umwandlung der Verpflichtung 27.01.2016
4.7 Übertragung und Auslaufen von Verpflichtungen 05.12.2018
4.8 Verzicht auf Rückforderung 10.01.2019
4.9 Höhere Gewalt und außergewöhnliche Umstände 27.01.2016
5 Art, Form und Höhe der Zuwendung 27.01.2016
5.1 Höhe der Zuwendung 27.01.2016
5.2 Mindestauszahlungsbetrag 27.01.2016
5.3 Veränderung der Rahmenbedingungen 27.01.2016
5.4 Kumulation von Teilmaßnahmen und betriebliche Förderobergrenzen 10.01.2019
5.5 Degressionsregelung 27.01.2016
5.6 Haushaltsvorbehalt 05.12.2018
6 Verfahren 27.01.2016
6.1 Antragstellung 27.01.2016
6.2 Antragszeitpunkt 27.01.2016
6.3 Änderung des Antrags 27.01.2016
6.4 Verspätet eingereichte Anträge. 27.01.2016
6.5 Nachweis- und Meldepflichten 19.12.2016
6.6 Bewilligung des Antrags 27.01.2016
6.7 Bewilligungsbescheid 27.01.2016
6.8 Allgemeine Nebenbestimmungen 27.01.2016
6.9 Verwendungsnachweis 27.01.2016
7 Kontrollen 27.01.2016
7.1 Vorliegen der Beihilfevoraussetzungen 27.01.2016
7.2 Verwaltungskontrolle 27.01.2016
7.3 Vor-Ort-Kontrolle 19.12.2016
7.4 Kontrolle der Einhaltung der anderweitigen Verpflichtung 27.01.2016
7.5 Gegenstand der Vor-Ort-Kontrollen 05.12.2018
7.6 Prüfungsrecht der Europäischen Kommission, des Europäischen Rechnungshofes, des Bundes- und Landesrechnungshofes 27.01.2016
8 Kürzungen und Ausschlüsse, Aufhebung und Erstattungen 27.01.2016
8.1 Untererklärungen von Flächen 27.01.2016
8.2 Übererklärungen von Flächen 27.01.2016
8.3 Untererklärungen von Bäumen oder Tieren 27.01.2016
8.4 Übererklärungen von Bäumen oder Tieren 05.12.2018
8.5 Kürzung gemäß Artikel 16 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014 27.01.2016
8.6 Kürzung gemäß Artikel 35 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014 19.12.2016
8.7 Nichteinhaltung von Cross Compliance-Auflagen 27.01.2016
8.8 Reihenfolge der Kürzungen und Ausschlüsse 27.01.2016
8.9 Rückzahlung 27.01.2016
8.10 Verzicht auf Sanktionierung und Rückforderung 27.01.2016
8.11 Aufrechnung von Rückforderungsbeträgen 27.01.2016
8.12 Mindestrückforderungsbetrag 27.01.2016
9 Transparenz 27.01.2016
10 Prüfungsrechte 19.12.2016
11 Inkrafttreten 05.12.2018
Anlage 1: Zuwendungsfähige Maßnahmen des FAKT 05.12.2018
Anlage 2: Übersicht über den RGV-/GV-Schlüssel für FAKT 05.12.2018
Anlage 3: Kennartenkatalog der Grünlandpflanzen gemäß B 3 27.01.2016
Anlage 4: Kennartenkatalog der Grünlandpflanzen gemäß B 5 05.12.2018
Anlage 5: Kombinationstabelle FAKT (flächenbezogene Teilmaßnahmen) 05.12.2018
Anlage 6: Kompatibilität der FAKT-Teilmaßnahmen mit öVF-Flächen 05.12.2018
Zuwendungsziel, Zuwendungszweck und Rechtsgrundlagen
Zentraler Beitrag der Agrarumwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen
Landesspezifische Erfordernisse und Prioritäten der EU
Gewährung der Zuwendungen
Zuwendungsempfangende und zuwendungsfähige Maßnahmen
Flächenbezogene Teilmaßnahmen
Besonderheiten bei den gefährdeten Nutztierrassen und bei der tiergerechten Mastschweine- und Masthühnerhaltung
Betriebliche Voraussetzungen bei der tiergerechten Mastschweine- und Masthühnerhaltung
Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand
Verweis auf Anlage 1
Flächenbezogene Zuwendungsvoraussetzungen
Berechnung des Tierbesatzes
Ergänzende Zuwendungsbestimmungen – Einhaltung der Verpflichtung
Teilmaßnahmen nach Artikel 28 und 29 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
Einhaltung einer mindestens fünfjährigen Verpflichtung
Teilmaßnahmen nach Artikel 33 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013
Beantragung von Verpflichtungsübertragungen
Erweiterung des Verpflichtungsumfangs
Übertragung und Auslaufen von Verpflichtungen
Kumulation von Teilmaßnahmen
Degressionsregelung
Verspätet eingereichte Anträge
Vorliegen der Beihilfevoraussetzungen
Kontrolle der Einhaltung der anderweitigen Verpflichtungen
Prüfungsrecht der Europäischen Kommission, des Europäischen Rechnungshofes, des Bundes- und Landesrechnungshofes
Kürzungen und Ausschlüsse, Aufhebung und Erstattungen
Untererklärungen von Flächen
Übererklärungen von Flächen
Untererklärungen von Bäumen oder Tieren
Übererklärungen von Bäumen oder Tieren
Kürzung gemäß Artikel 16 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014
Kürzung gemäß Artikel 35 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014
Nichteinhaltung von Cross Compliance-Auflagen
Reihenfolge der Kürzungen und Ausschlüsse
Verzicht auf Sanktionierung und Rückforderung
Aufrechnung von Rückforderungsbeträgen
Mindestrückforderungsbetrag
Nr. 6 der Verwaltungsvorschrift vom 19.12.2016 (GABl. 2017, S. 87) lautet:
„Die nachstehenden Nummern rücken auf.”
Nr. 7 der Verwaltungsvorschrift vom 19.12.2016 (GABl. 2017, S. 87) lautet:
”Die Inhaltsübersicht ist entsprechend anzupassen.”
Die Förderung extensiver Bewirtschaftungsweisen und die Honorierung aktiver Agrarumwelt-, Klima- und Tierschutzmaßnahmen, insbesondere auf den ökologisch besonders wertvollen Flächen, leisten einen zentralen Beitrag
zum Klimaschutz, insbesondere zur Vermeidung von Emissionen,
zum Boden- und Wasserschutz, insbesondere zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie,
zum Erhalt und zur Förderung der Biodiversität, auch soweit sie aufgrund einer naturschonenden landwirtschaftlichen Nutzung entstanden ist, insbesondere zur Umsetzung der FFH- und Vogelschutzrichtlinie,
zur Erhaltung, Pflege und Gestaltung einer regionaltypischen Kulturlandschaft sowie eines traditionellen Landschaftsbildes und
zur tiergerechten Haltung von Nutztieren, die über die Anforderungen des gesetzlichen Tierschutzes hinausgeht.
Die geförderten Maßnahmen sind an landesspezifischen Erfordernissen und an Prioritäten ausgerichtet, mit denen die EU die Ziele zur Entwicklung des ländlichen Raums und den Beitrag zur Strategie Europa 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum verwirklichen will. Dazu zählen gesamtbetriebs-, betriebszweig-, einzelflächen- und tierbezogene Maßnahmen
zur Umstellung oder Beibehaltung der Bewirtschaftung des gesamten Betriebes nach den Kriterien des ökologischen Landbaus,
zum Boden- und Wasserschutz,
zur Förderung der Biodiversität,
zur Erhaltung gefährdeter regionaltypischer Nutztierrassen,
zur Sicherung und Entwicklung ökologisch wertvoller Lebensräume wie Mager- und Trockenstandorte, Feucht- und Teichflächen sowie Lebensräume, die durch besonders naturschonende Nutzungen entstanden und geprägt sind, sowie geschützte und schutzwürdige Flächen,
zur Erhaltung historischer Kulturlandschaften und Landschaftsteile von besonders charakteristischer Eigenart wie traditionelle Streuobstbestände oder Weinbausteillagen und
zur Steigerung des Tierwohls.
der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 17. Dezember 2013 über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1698/2005 (ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 487), die zuletzt durch delegierte Verordnung (EU) 2015/791 (ABl. L 127 vom 22.5.2015) geändert worden ist,
der delegierten Verordnung (EU) Nr. 807/2014 der Kommission vom 11. März 2014 (ABl. L 227 vom 31.7.2014, S. 1) zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates (ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 487),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 808/2014 der Kommission vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsvorschriften zur Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) (ABl. L 227 vom 31.7.2014, S. 18),
der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 17. Dezember 2013 über die Finanzierung, die Verwaltung und das Kontrollsystem der gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 352/78, (EG) Nr. 165/94, (EG) Nr. 2799/98, (EG) Nr. 814/2000, (EG) Nr. 1290/2005 und (EG) Nr. 485/2008 des Rates (ABl. L 347 vom 20.12. 2013, S. 549), die durch Verordnung (EU) Nr. 1310/2013 (ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 865) geändert worden ist,
der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 der Kommission vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates in Bezug auf das integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem und die Bedingungen für die Ablehnung oder Rücknahme von Zahlungen sowie für Verwaltungssanktionen im Rahmen von Direktzahlungen, Entwicklungsmaßnahmen für den ländlichen Raum und der Cross-Compliance (ABl. L 181 vom 20.6.2014, S. 48),
der delegierten Verordnung (EU) Nr. 907/2014 der Kommission vom 11. März 2014 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates im Hinblick auf die Zahlstellen und anderen Einrichtungen, die finanzielle Verwaltung, den Rechnungsabschluss, Sicherheiten und die Verwendung des Euro (ABl. L 255 vom 28.8.2014, S. 18), die durch delegierte Verordnung (EU) 2015/160/Abl. L 27 vom 3.2.2015 S. 7) geändert worden ist,
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 der Kommission vom 17. Juli 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates hinsichtlich des integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems, der Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Cross-Compliance (ABl. L 227 vom 31.7.2014, S. 69),
der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 908/2014 der Kommission vom 6. August 2014 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates hinsichtlich der Zahlstellen und anderen Einrichtungen, der Mittelverwaltung, des Rechnungsabschlusses und der Bestimmungen für Kontrollen, Sicherheiten und Transparenz (ABl. L 255 vom 28.8.2014, S. 59 beziehungsweise ABl. L 114 vom 5.5.2015, S. 25), die zuletzt durch Durchführungsverordnung (EU) 2015/775 (ABl. L 122 vom 19.5.2015, S. 1) geändert worden ist,
der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 17. Dezember 2013 mit Vorschriften über Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe im Rahmen von Stützungsregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 637/2008 des Rates und der Verordnung (EG) Nr. 73/2009 des Rates (ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 608), die zuletzt durch delegierte Verordnung (EU) 2015/851 (ABl. L 135 vom 2.6.2015, S. 8) geändert worden ist,
der InVeKoS-Verordnung (InVeKoSV) vom 24. Februar 2015 (BGBl. I S. 166), die durch Artikel 3 der Verordnung vom 10. Juli 2015 (BAnz 2015 AT 13.7.2015 V1) geändert worden ist,
dem GAK-Gesetz (GAKG) in der Fassung vom 21. Juli 1988 (BGBl. I S. 1055), das zuletzt durch Artikel 367 der Verordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474) geändert worden ist,
dem Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes« für den Zeitraum 2015 bis 2018,
dem Agrarzahlungen-Verpflichtungengesetz (AgrarZahlVerpflG) vom 2. Dezember 2014 (BGBl. I S. 1928),
der Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung (AgrarZahlVerpflV) vom 17. Dezember 2014 (BAnz. AT 23.12.2014 V1), die durch Artikel 2 der Verordnung vom 10. Juli 2015 (BAnz. 2015 AT 13.7.2015 V1) geändert worden ist,
dem Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014 bis 2020 (MEPL III),
den §§ 23 und 44 der Landeshaushaltsordnung für Baden-Württemberg (LHO) vom 19. Oktober 1971 (GBl. S. 428), die zuletzt durch Gesetz vom 16. Dezember 2011 (GBl. S. 777) geändert worden ist, sowie den hierzu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft zur Landeshaushaltsordnung (VV-LHO) vom 10. Dezember 2009 (GABl. S. 441),
dem Landesverwaltungsverfahrensgesetz (LVwVfG) in der Fassung vom 12. April 2005 (GBl. S. 350), das zuletzt durch Gesetz vom 12. Mai 2015 (GBl. S. 324) geändert worden ist, insbesondere §§ 48, 49 und 49 a,
der Verordnung der Landesregierung zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik 2014–2020 und zur Anpassung der Subdelegationsverordnung MLR vom 15. Dezember 2015 (GBl. vom 29.12.2015, S. 1246),
Die Zuwendungen werden ohne Rechtspflicht im Rahmen der verfügbaren Haushaltsermächtigungen durch die Bewilligungsbehörden nach pflichtgemäßem Ermessen bewilligt.
Für einzelne in der Anlage 1 aufgeführte Teilmaßnahmen, deren Rechtsgrundlage das GAK-Gesetz bildet, werden Finanzmittel aus der GAK bereitgestellt.
Eine Zuwendung können im Falle von flächenbezogenen Teilmaßnahmen Betriebsinhaber und Betriebsinhaberinnen erhalten, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit auf Flächen in Baden-Württemberg, deren Nutzung überwiegend landwirtschaftlichen Zwecken dient, ausüben und den Betrieb selbst bewirtschaften. Der Betriebssitz muss in einem Mitgliedstaat der EU liegen. Gehört der Betrieb zu einem Unternehmen, muss der Unternehmenssitz in einem Mitgliedstaat der EU liegen.
Eine Zuwendung für D 2.3 Öko-Kontrollnachweis kann nur Betriebsinhabern und Betriebsinhaberinnen mit Betriebssitz in Baden-Württemberg gewährt werden, um Mehrfachförderungen zu vermeiden.
Zusätzlich zu den Anforderungen von Nummer 2.1 ist für eine Förderung der Teilmaßnahmen »Besonders tiergerechte Haltungsverfahren« (G1 Sommerweideprämie, G2 Tiergerechte Mastschweinehaltung und G3 Tiergerechte Masthühnerhaltung) erforderlich, dass das Unternehmen eine Betriebsniederlassung in Baden-Württemberg hat.
Zusätzlich zu den Anforderungen von Nummer 2.1 beziehungsweise Nummer 2.2 müssen bei den Teilmaßnahmen C3 Sicherung gefährdeter Nutztierrassen, G2 Tiergerechte Mastschweinehaltung und G3 Tiergerechte Masthühnerhaltung die Betriebsstätten, in denen die Tiere gehalten werden, in Baden-Württemberg liegen.
Bei den Teilmaßnahmen G2 Tiergerechte Mastschweinehaltung und G3 Tiergerechte Masthühnerhaltung muss vom teilnehmenden Betrieb mindestens 1 ha landwirtschaftliche Fläche bewirtschaftet werden und der beantragte Stall muss bei Mastschweinen mindestens 30 Mastplätze, bei Masthühnern mindestens 300 Mastplätze aufweisen.
Anträge von Unternehmen mit einer Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand von über 25 Prozent sind unabhängig von der Rechtsform von der Förderung ausgeschlossen.
Die zuwendungsfähigen Teilmaßnahmen sind in der Anlage 1 aufgeführt.
Die zuwendungsempfangende Person verpflichtet sich zur Einhaltung von Cross Compliance-Auflagen nach Artikel 91 bis 95 und des Anhangs II der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 im gesamten Unternehmen (ausgenommen »Kleinerzeuger« gemäß Titel V der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013).
Die zuwendungsempfangende Person verpflichtet sich ferner zur Beachtung der einschlägigen Kriterien und Mindesttätigkeiten gemäß Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe c Ziffern ii und iii der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013, der einschlägigen Mindestanforderungen für den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln und sonstigen einschlägigen verpflichtenden Anforderungen des nationalen Rechts. Diese Verpflichtungen bestehen auch für den Fall, dass die Beihilfe lediglich für die Bewirtschaftung einer Teilfläche des Unternehmens beantragt oder gewährt wird.
Im Unternehmen wird kein kommunaler Klärschlamm ausgebracht.
Die zuwendungsempfangende Person ist nicht Mitglied einer anerkannten Erzeugerorganisation für Obst oder Gemüse mit Sitz innerhalb oder außerhalb von Baden-Württemberg. Eine Mitgliedschaft ist jedoch unschädlich, wenn in dem operationellen Programm der Erzeugerorganisation keine mit dem FAKT identischen Maßnahmen enthalten sind.
Ein Ausgleich wird grundsätzlich nur für Flächen in Baden-Württemberg gewährt.
Förderfähige Flächen werden erst ab einer Mindestschlaggröße von 100 m2 gefördert.
Landschaftselemente (LE), die in § 8 Absatz 1 und 4 AgrarZahlVerplfV, § 19 Absatz 1 bis 4 InVeKoSV und in § 2 GAP-ReformVO genannt werden, sind gemäß Artikel 9 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 grundsätzlich Teil der förderfähigen Fläche. Sofern sie jedoch als ökologische Vorrangfläche (öVF) im Rahmen des Greening in der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) angerechnet werden, ist bei den ackerbaulichen FAKT-Teilmaßnahmen grundsätzlich keine Förderung dieser Landschaftselemente möglich (siehe hierzu Anlage 6 »Kompatibilität der FAKT-Teilmaßnahmen mit öVF-Flächen«).
Eine Ausgleichsleistung wird grundsätzlich nicht gewährt für Flächen, auf denen eine Verpflichtung im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen für Infrastrukturmaßnahmen liegt, zu denen einer Ökokonto-Maßnahme gemäß § 3 der Ökokonto-Verordnung zugestimmt wurde oder bei denen derselbe Sachverhalt über eine Maßnahme nach der Landschaftspflegerichtlinie 2015 vom 28. Oktober 2015 (GABl. S. 834) in der jeweils geltenden Fassung gefördert wird.
Für Flächen, die freiwillig aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommen wurden, wird keine Ausgleichsleistung gewährt, es sei denn die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen gehen über den Erhalt der Flächen in gutem landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand hinaus und sind aus Umweltgesichtspunkten auf diesen Flächen sinnvoll. Dies ist bei folgenden FAKT-Teilmaßnahmen gegeben:
Erhalt von Streuobstbeständen nach C1,
Brachebegrünung mit Blühmischungen nach E2.
Flächen in Problem- und Sanierungsgebieten von Wasserschutzgebieten sind von Förderleistungen für Teilmaßnahmen ausgeschlossen, für die Ausgleichsleistungen im Rahmen der jeweils gültigen Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO) gewährt werden.
Für die Berechnung von Großvieheinheiten (GV) beziehungsweise raufutterfressenden Großvieheinheiten (RGV) gilt der Umrechnungsschlüssel in Anlage 2.
Bei der Berechnung des Besatzes an RGV je Hektar Hauptfutterfläche (HFF) ist eine Änderung der beantragten Hauptfutterfläche bis 31. Oktober des Antragsjahres möglich. Bei der Berechnung des maximalen Tierbesatzes (GV/ha landwirtschaftliche Fläche) wird die Aufnahme beziehungsweise Abgabe von tierischem Wirtschaftsdünger berücksichtigt. Die Abgabeverträge können nur berücksichtigt werden, soweit das aufnehmende Unternehmen unter Einbeziehung des zusätzlichen Wirtschaftsdüngers 2,0 GV/ha landwirtschaftliche Fläche nicht überschreitet.
Die zuwendungsempfangende Person kann grundsätzlich an allen Teilmaßnahmen des Programms teilnehmen. Die Teilmaßnahmen können einzeln oder in Kombination durchgeführt werden. Ausgenommen sind jedoch solche Kombinationen, die zu einer Doppelförderung desselben Sachverhaltes auf derselben Fläche führen (siehe Anlage 5 Kombinationstabelle FAKT).
Die zuwendungsempfangende Person verpflichtet sich bei Maßnahmen nach Artikel 28 und 29 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013, den Maßnahmentatbestand im beantragten Umfang für die Dauer von mindestens fünf Jahren im Betrieb durchzuführen, wobei der Verpflichtungszeitraum am 1. Januar des ersten Verpflichtungsjahres beginnt und am 31. Dezember des letzten Verpflichtungsjahres endet. Insbesondere bei Maßnahmen im Ackerbau können im Rahmen der Fruchtfolge zwingende Unterschreitungen des Verpflichtungsumfangs anerkannt werden.
Die mindestens fünfjährige Verpflichtung geht die zuwendungsempfangende Person für die einzelnen Maßnahmen mit der ersten Antragstellung im Gemeinsamen Antrag (Sammelantrag) ein. Eine jährliche Antragstellung im Verpflichtungszeitraum ist zwingend erforderlich. Wird kein Antrag gestellt, gilt dies als Kündigung der eingegangenen Verpflichtung. Bei Kündigung oder sonstiger Nichteinhaltung des Verpflichtungsumfangs im Verpflichtungszeitraum ist grundsätzlich die für diesen Maßnahmenumfang gewährte Zuwendung für die Vergangenheit zu erstatten.
Bei den nach Artikel 33 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 angebotenen Tierschutzmaßnahmen handelt es sich um Maßnahmen mit einjähriger Laufzeit. Bei den Maßnahmen G2 Tiergerechte Mastschweinehaltung und G3 Tiergerechte Masthühnerhaltung beginnt der Verpflichtungszeitraum am 1. Januar und endet am 31. Dezember. Bei der Maßnahme D1 Sommerweideprämie beginnt der Verpflichtungszeitraum am 1. Juni und endet am 30. September (geförderte Weideperiode), wobei die einzuhaltenden Mindestweideflächen aus den im Verpflichtungszeitraum vorhandenen Weidegruppen sowie den im Antragsjahr vorhandenen weiteren möglichen Weidetieren berechnet werden.
Die Übertragung von Verpflichtungen auf ein anderes Unternehmen ist nur zusammen mit der entsprechenden Fläche, Bäumen oder von Tieren möglich. Die Übertragung ist von beiden Vertragsparteien der zuständigen Bewilligungsbehörde schriftlich vor der jeweiligen Antragstellung mitzuteilen.
Besteht beim übernehmenden Betrieb bereits eine gleichartige Verpflichtung, werden die zusätzlichen Flächen in die bestehende Verpflichtung einbezogen. Bei versetzter Laufzeit der übernommenen sowie der bereits bestehenden Verpflichtung werden diese synchronisiert. Es gilt dann einheitlich die längere Restlaufzeit aus übernommener und bestehender Verpflichtung.
Erweiterung der Verpflichtung bei Erhaltung der Laufzeit beziehungsweise Entstehen neuer Verpflichtungslaufzeiten
Vergrößert die zuwendungsempfangende Person während der Dauer der Verpflichtung ihre Betriebsfläche oder ihren Tierbestand und stellt einen Antrag auf Erweiterung der Verpflichtung, so gilt auf der Grundlage von Artikel 15 Absatz 1 und 2 der Verordnung (EU) Nr. 807/2014 Folgendes:
Die zusätzliche Fläche, Baumzahl oder Anzahl Tiere wird für den restlichen Verpflichtungszeitraum in die bestehende Verpflichtung einbezogen, soweit
die Erweiterung den Umweltzielen der Verpflichtung dient,
die Erweiterung durch die Art der Verpflichtung gerechtfertigt ist,
die Erweiterung bis zu zwei Hektar oder maximal 20 Prozent des bisherigen Verpflichtungsumfangs umfasst. Bei Verpflichtungen zur Haltung gefährdeter Nutztierrassen gilt Entsprechendes für Zuchttiere beziehungsweise bei Streuobstbeständen für Bäume, wobei hier die Erweiterung bis zu zwei Zuchttiere beziehungsweise zwanzig Bäume betragen kann, ohne dass sich dadurch eine neue Verpflichtung mit einer neuen Laufzeit ergibt,
die Restlaufzeit mindestens zwei Jahre beträgt, wobei eine Vergrößerung um bis zu zwei Hektar, zwei Bäume beziehungsweise zwei Tiere in jedem Fall beantragt werden kann,
und die wirksame Überprüfung der Einhaltung der Gewährungsvoraussetzungen nicht beeinträchtigt wird.
Die ursprüngliche Verpflichtung der zuwendungsempfangenden Person wird bei einer Erweiterung von mehr als zwei Hektar beziehungsweise Tieren oder mehr als zwanzig Bäumen und 20 Prozent der bestehenden Verpflichtung durch eine neue Verpflichtung ersetzt, die für die gesamte beantragte Fläche, Baumzahl oder Tierzahl eingegangen wird und deren Bedingungen mindestens genauso hohe Anforderungen beinhalten, wie die der ursprünglichen Verpflichtung.
Buchstaben a) und b) gelten auch in Fällen, in denen die in eine Verpflichtung einbezogenen Flächen innerhalb des Betriebes vergrößert werden.
Die zuständige Bewilligungsbehörde kann unter den in Artikel 14 Absatz 1 Buchstaben a) bis c) der Verordnung (EU) Nr. 807/2014 genannten Voraussetzungen auf schriftlichen Antrag die Umwandlung einer der dort genannten Verpflichtungen in eine andere Verpflichtung während des laufenden Verpflichtungszeitraumes genehmigen. Die ursprüngliche Verpflichtung erlischt, ohne dass eine Rückzahlung gefordert wird. Der Verpflichtungszeitraum für die neue Maßnahme beträgt wiederum mindestens fünf Jahre.
Wird die Gesamtheit oder ein Teil der Fläche, Bäume oder Tiere oder der gesamte Betrieb, auf die beziehungsweise den sich die Verpflichtung bezieht, an eine andere Person übertragen, so kann gemäß Artikel 47 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 die dazugehörige Verpflichtung für die verbleibende Laufzeit von dieser anderen Person übernommen werden oder im Falle von Flächen auslaufen, ohne dass für den tatsächlichen Verpflichtungszeitraum eine Rückzahlung erforderlich wird. Für die Restlaufzeit verringert sich die Ausgleichszahlung im Falle von Flächenabgängen entsprechend dem Umfang der ausscheidenden Flächen.
Von einer Rückforderung kann weiter abgesehen werden, wenn
die zuwendungsempfangende Person infolge von Flurbereinigungsverfahren oder anderweitigen, öffentlichen oder von den zuständigen Behörden anerkannten Bodenordnungsverfahren beziehungsweise aus Gründen des öffentlichen Interesses an der Erfüllung ihrer eingegangenen Verpflichtungen gehindert ist. In diesen Fällen ist die Verpflichtung an die neue Situation des Betriebes anzupassen. Erweist sich eine solche Anpassung als unmöglich, so endet die Verpflichtung, ohne dass für den tatsächlichen Verpflichtungszeitraum eine Rückzahlung gefordert wird. Für die Restlaufzeit der Verpflichtung verringert sich die Ausgleichszahlung in diesen Fällen entsprechend dem Umfang der ausscheidenden Flächen,
diese zu unangemessenen und nicht verhältnismäßigen Ergebnissen führen würde. Eine Erstattung kann insbesondere unterbleiben:
sofern der Verpflichtungsumfang hinsichtlich der Fläche bei nicht fruchtfolgebedingten Maßnahmen um nicht mehr als 5 Prozent unterschritten wird,
sofern der Verpflichtungsumfang hinsichtlich der Fläche bei fruchtfolgebedingten Maßnahmen bei vor 2018 eingegangenen Verpflichtungen um nicht mehr als 30 Prozent unterschritten wird. Für Neuverpflichtungen ab 2018 kann der Verpflichtungsumfang um nicht mehr als 20 Prozent unterschritten werden,
sofern der Verpflichtungsumfang hinsichtlich der Anzahl Zuchttiere oder Bäume bei vor 2018 eingegangenen Verpflichtungen um nicht mehr als zwei Zuchttiere oder Bäume beziehungsweise ab einem Verpflichtungsumfang von zwanzig Zuchttieren oder Bäumen um nicht mehr als 10 Prozent unterschritten wird. Für Neuverpflichtungen ab 2018 kann der Verpflichtungsumfang hinsichtlich der Anzahl der Zuchttiere oder Bäume um nicht mehr als 10 Prozent unterschritten werden.
Die Regelungen zur Unterschreitung des Verpflichtungsumfangs sind für die Teilmaßnahme B 1.2. »Extensive Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen ohne Stickstoffdüngung in Betrieben mit 0,3 RGV/ha DGL« nicht anwendbar. Bei der genannten Teilmaßnahme ist die Verpflichtung über den gesamten Verpflichtungszeitraum auf derselben Fläche durchzuführen.
In Fällen höherer Gewalt und außergewöhnlicher Umstände kann die zuständige Bewilligungsbehörde Ausnahmen von den eingegangenen Verpflichtungen zulassen. Unbeschadet besonderer Umstände des Einzelfalls sind höhere Gewalt und außergewöhnliche Umstände insbesondere in folgenden Fällen anzunehmen:
Tod der Betriebsinhaberin beziehungsweise des Betriebsinhabers,
länger andauernde Berufsunfähigkeit der Betriebsinhaberin beziehungsweise des Betriebsinhabers,
Enteignung des gesamten Betriebes oder eines wesentlichen Teils davon, soweit diese Enteignung am Tag des Eingangs der Verpflichtung nicht vorherzusehen war,
eine Seuche oder Pflanzenkrankheit, die den ganzen Tier- beziehungsweise Pflanzenbestand der zuwendungsempfangenden Person oder einen Teil davon befällt.
Fälle höherer Gewalt und außergewöhnlicher Umstände sind der Bewilligungsbehörde schriftlich und mit entsprechenden Nachweisen innerhalb von fünfzehn Arbeitstagen nach dem Zeitpunkt anzuzeigen, ab dem die zuwendungsempfangende Person hierzu in der Lage ist.
Die Ausgleichsleistung wird als Projektförderung in Form eines jährlichen Zuschusses (Festbetragsfinanzierung) gewährt. Die Höhe der Zuwendung richtet sich grundsätzlich am Verpflichtungsumfang aus und wird nach der Flächennutzung im Antragsjahr, der Anzahl an Streuobstbäumen sowie dem jährlichen Bestand an Tieren (bei der Sommerweideprämie der Bestand im Weidezeitraum 1. Juni bis 30. September) auf der Grundlage der Angaben im Gemeinsamen Antrag/HIT beziehungsweise der Ergebnisse der Kontrolle gemäß Nummer 7 berechnet.
Beträge unter 250 Euro je Antrag werden nicht ausgezahlt.
Bei signifikanten Veränderungen der Rahmenbedingungen auf den Agrarmärkten (Preis-Kosten-Entwicklung) können die Ausgleichssätze auch während des Verpflichtungszeitraums angepasst werden.
Kumulation von Teilmaßnahmen und betriebliche Förderobergrenzen
Bei Kumulation verschiedener Teilmaßnahmen dürfen die im Anhang II der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 genannten Höchstsätze nicht überschritten werden.
Es gelten folgende jährliche betriebliche Förderobergrenzen
E 2.1 Brachebegrünung mit Blühmischungen
3 550 Euro bis 2017,
4 970 Euro ab 2018,
F 5 Freiwillige Hoftorbilanz
E7 Blüh-, Brut- und Rückzugsflächen
1 080 Euro.
Gemäß den Vorgaben aus dem EU-Recht ist sicherzustellen, dass die Flächen auf denen eine Leistung erbracht wird, eine Prämie erhalten. Eine monetäre Förderobergrenze je Antrag kann deshalb nicht festgesetzt werden. Aufgrund der Fixkostendegression mit zunehmender Betriebsgröße wird jedoch nachfolgende Degressionsregelung angewandt.
Die Auszahlung beträgt:
bis zum 100. Hektar: 100 Prozent der Förderung,
über dem 100. bis zum 200. Hektar: 80 Prozent der Förderung,
über dem 200. Hektar: 60 Prozent der Förderung.
Die Berechnung der Kürzung erfolgt durch Bildung eines betrieblichen Degressionsfaktors.
Die Degression wird bei folgenden FAKT-Teilmaßnahmen angewendet:
Fruchtartendiversifizierung (mindestens fünfgliedrige Fruchtfolge),
Silageverzicht im gesamten Unternehmen (Heumilch),
Extensive Bewirtschaftung des Dauergrünlands mit Viehbesatz bis 1,4 RGV/ha HFF,
Extensive Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen ohne Stickstoffdüngung in Betrieben ab 0,3 RGV/ha DGL,
Verzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel,
Einführung ökologischer Landbau,
Beibehaltung ökologischer Landbau,
Ökologischer Landbau – Nachweis der Kontrolle,
Herbstbegrünung im Acker- und Gartenbau,
Begrünungsmischungen im Acker- und Gartenbau,
Sommerweideprämie.
Die Gewährung der Ausgleichsleistung erfolgt unter dem Vorbehalt der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Neubeantragung und Erweiterung von Maßnahmen sind ab dem Antragsjahr 2019 in einem Vorantragsverfahren im Vorfeld der Antragstellung im Zeitraum 2. November bis 15. Dezember zu beantragen. Zur Anpassung an den zur Verfügung stehenden Finanzplafonds können gegebenenfalls einzelne Teilmaßnahmen nicht angeboten werden oder die bei den einzelnen Teilmaßnahmen beantragten Flächen, Bäume beziehungsweise Tiere entsprechend prozentual gekürzt werden.
Anträge sind unter Verwendung des Gemeinsamen Antrags mit den erforderlichen Anlagen bei der örtlich zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde zu stellen. Die Antragstellung erfolgt im Rahmen von FIONA.
Örtlich zuständig ist das Landratsamt, in dessen Zuständigkeitsbereich das Unternehmen gemäß § 2 Absatz 2 InVeKoSV seinen Betriebssitz hat. Hat die antragstellende Person keinen Betriebssitz innerhalb des Landes, so ist das Landratsamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich der überwiegende Teil der von ihr in Baden-Württemberg bewirtschafteten landwirtschaftlichen Flächen liegt.
Antragszeitpunkt ist der Termin, der gemäß Artikel 13 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 in Verbindung mit Artikel 12 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 festgesetzt wird.
Für Änderungen von Anträgen gelten Artikel 15 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 in Verbindung mit Artikel 13 Absatz 3 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014. Eine Rücknahme von Anträgen ist unter den in Artikel 3 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 genannten Voraussetzungen möglich.
Verspätet eingereichte Anträge.
Für verspätet eingereichte Anträge gilt Artikel 13 Absatz 1 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014.
Bei einzelnen FAKT-Teilmaßnahmen sind folgende Nachweis- und Meldepflichten zu beachten:
A2 Silageverzicht im gesamten Unternehmen (Heumilch)
Mit dem Gemeinsamen Antrag ist der unteren Landwirtschaftsbehörde ein Nachweis über die Milcherzeugung (Milchgeldabrechnung, Bestätigung der Molkerei oder Verkaufsbelege) vorzulegen.
C3 gefährdete Nutztierrassen
Bei Beantragung der Rinderrassen Vorderwälder, Hinterwälder, Limpurger und Braunvieh alter Zuchtrichtung erfolgt der Nachweis, dass es sich um eine Milchkuh handelt über die Milchleistungsprüfung. Kühe, bei denen die letzte Abkalbung länger als zwei Jahre zurückliegt, sind nicht förderfähig.
Bei Beantragung der Pferderassen Schwarzwälder Fuchs und Altwürttemberger Pferd ist für die Auszahlung bei Zuchtstuten ein aktueller Deck- oder Besamungsschein und bei Zuchthengsten ein aktueller Zuchtbuchauszug erforderlich. Bei Zuchtstuten darf das letzte Deckdatum maximal drei Jahre vor dem Jahr der Antragstellung liegen.
Bei Beantragung der Schweinerasse Schwäbisch Hällisches Schwein ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde vor der Auszahlung des Folgejahres das Bestandsverzeichnis für das vorangegangene Antragsjahr mit Bestätigung der Zuchtorganisation, dass es sich bei den darin aufgeführten Tieren um Zuchttiere der Rasse Schwäbisch Hällisches Schwein handelt, vorzulegen.
D2 Ökologischer Landbau
Bei erstmaliger Beantragung oder bei Wechsel der Kontrollstelle ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde ein Vertrag vorzulegen, aus dem hervorgeht, dass das Unternehmen ab Beginn des Verpflichtungszeitraums von einer anerkannten Kontrollstelle überprüft wird. Der Ökokontrollbericht nach amtlichem Muster (Kontrollbescheinigung) ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde grundsätzlich vor der Auszahlung vorzulegen.
E1.1 Begrünung im Acker-/Gartenbau
Bis zum 15. September des jeweiligen Antragsjahres können die für die Begrünung beantragten Flurstücke innerhalb der im Gemeinsamen Antrag angegebenen Ackerflächen getauscht werden. Ein Tausch ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde unverzüglich anzuzeigen. Der angemeldete Flächenumfang darf sich dadurch jedoch nicht erhöhen. Neue Flurstücke, die nicht bereits im Gemeinsamen Antrag aufgeführt sind, können nicht berücksichtigt werden.
E1.2 Begrünungsmischungen im Acker-/Gartenbau
Bis zum 31. August des jeweiligen Antragsjahres können die für diese Teilmaßnahme beantragten Flurstücke innerhalb der im Gemeinsamen Antrag angegebenen Ackerflächen getauscht werden. Ein Tausch ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde unverzüglich anzuzeigen. Der angemeldete Flächenumfang darf sich dadurch jedoch nicht erhöhen. Neue Flurstücke, die nicht bereits im Gemeinsamen Antrag aufgeführt sind, können nicht berücksichtigt werden.
F1 Winterbegrünung
Bis zum 31. August des jeweiligen Antragsjahres können die für die Winterbegrünung beantragten Flurstücke innerhalb der im Gemeinsamen Antrag angegebenen in der Wasserkulisse liegenden Ackerflächen getauscht werden. Ein Tausch ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde unverzüglich anzuzeigen. Der angemeldete Flächenumfang darf sich dadurch jedoch nicht erhöhen. Neue Flurstücke, die nicht bereits im Gemeinsamen Antrag aufgeführt sind, können nicht berücksichtigt werden.
F3 Precision Farming
Als Nachweis der Durchführung ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde vor der Auszahlung ein Ausdruck der digital erfassten Ausbringungskarte vorzulegen. Dem Ausdruck können die Einsatzdaten, die Schlaggröße und die Umrisse der Schläge, auf denen die Maßnahme durchgeführt wurde, entnommen werden.
F4 Reduzierte Bodenbearbeitung mit Strip Till
Bei Durchführung der Maßnahme in Eigenmechanisierung ist ein Ausdruck des digital erfassten Maschineneinsatzes erforderlich und der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde vor der Auszahlung vorzulegen. Dem Ausdruck müssen die Einsatzdaten, Schlaggröße und die Umrisse der Schläge auf denen das Verfahren durchgeführt wurde, entnommen werden können.
F5 Freiwillige Hoftorbilanz
Die Berechnung der Hoftorbilanz ist jährlich vor der Auszahlung der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde vorzulegen.
G1 Sommerweideprämie
Mit dem Gemeinsamen Antrag ist ein Nachweis über die Milcherzeugung (Milchgeldabrechnung, Bestätigung der Molkerei oder Verkaufsbelege) einzureichen.
Das vollständige Weidetagebuch nach amtlichem Muster ist der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde bis zum ersten Werktag nach dem 1. November des Antragsjahres vorzulegen.
Mit dem Gemeinsamen Antrag ist das Formblatt »Tiergerechte Mastschweinehaltung« mit Anlagen für jeden der beantragten Ställe sowie der aktuelle Bescheid der Tierseuchenkasse einzureichen. Vor der Auszahlung sind der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde für jeden beantragten Stall ein gesondertes Bestandsverzeichnis des Antragsjahres und Nachweise über die erzeugten Mastschweine je Stall (Einkaufs- beziehungsweise Zugangs- und Verkaufs- beziehungsweise Abgangsbelege) vorzulegen.
G3 Tiergerechte Masthühnerhaltung
Mit dem Gemeinsamen Antrag ist das Formblatt »Tiergerechte Masthühnerhaltung« mit Anlagen für jeden der beantragten Ställe einzureichen.
Vor der Auszahlung sind der zuständigen unteren Landwirtschaftsbehörde für jeden beantragten Stall ein gesondertes Bestandsverzeichnis und Nachweise über die erzeugten Masthühner je Stall (Einkaufs- und Verkaufs- beziehungsweise Abgangsbelege) vorzulegen.
Über die Bewilligung des Antrags entscheidet die örtlich zuständige untere Landwirtschaftsbehörde.
Der Bewilligungsbescheid kann mit Auflagen verbunden oder unter Bedingungen erteilt werden.
Abweichend von Nummer 5.1 der VV-LHO zu § 44 finden die allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) keine Anwendung.
Als Verwendungsnachweis nach Nummer 10.1 der VV-LHO zu § 44 gelten die Angaben im Antrag.
Die zuständigen Bewilligungsbehörden oder sonstige vom Land Beauftragte prüfen im Rahmen der Verwaltungskontrollen und der Kontrollen vor Ort, ob die Beihilfevoraussetzungen vorliegen.
Die Verwaltungskontrolle wird gemäß Artikel 28 und 29 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 erschöpfend durchgeführt und umfasst Gegenkontrollen insbesondere der Parzellen und Tiere, die Gegenstand einer Verpflichtung sind.
Die Kontrollen vor Ort werden gemäß Artikel 32 und 33 sowie Artikel 34 bis 41 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 durchgeführt. Grundsätzlich sind alle Verpflichtungen einer zuwendungsempfangenden Person Gegenstand einer Kontrolle. Falls erforderlich, sind Kontrollen spezifischer Verpflichtungen zu verschiedenen Zeiten des Jahres durchzuführen.
Kontrolle der Einhaltung der anderweitigen Verpflichtung
Die Kontrollen der Einhaltung der anderweitigen Verpflichtungen erfolgen gemäß den Artikeln 65 bis 72 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014.
Nach Artikel 37 Absatz 2 und Artikel 42 Absatz 1 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 sind Gegenstand der Vor-Ort-Kontrollen alle Förderkriterien, Verpflichtungen und sonstigen Auflagen einer begünstigten Person. Hierzu zählen nach Artikel 28 Absatz 3, Artikel 29 Absatz 2 und Artikel 33 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 bei FAKT-Maßnahmen auch die einschlägigen obligatorischen Grundanforderungen. Die zu prüfenden Grundanforderungen begründen sich insbesondere aus dem deutschen Fachrecht in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz (zum Beispiel Düngeverordnung oder Pflanzenschutzgesetz) sowie Viehverkehrsverordnung, Tierschutz (Tierschutzgesetz, Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung). Die Vor-Ort-Kontrollen der Grundanforderungen im Rahmen der Verordnung (EU) Nr. 1305/2013 sind somit grundsätzlich unabhängig von den Cross Compliance-Kontrollen und den Fachrechtskontrollen. Festgestellte Verstöße gegen die Grundanforderungen sind in der Regel auch bei Cross Compliance (Cross Checks) und nach dem Fachrecht relevant und gegebenenfalls zu sanktionieren.
Die Grundanforderungen sind für die einzelnen FAKT-Maßnahmen in der Anlage zu Kapitel 8.1 Baseline-Anforderungen des Maßnahmen- und Entwicklungsplanes Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014 bis 2020 beziehungsweise der Anlage 6 (Gegenüberstellung Baseline – AUKM) der Nationalen Rahmenregelung der Bundesrepublik Deutschland (NRR) definiert.
Das Prüfungsrecht der Europäischen Kommission, des Europäischen Rechnungshofes, des Rechnungshofes des Bundes und des Rechnungshofes des Landes Baden-Württemberg bleibt unberührt.
Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass bei einer Teilmaßnahme die tatsächlich ermittelte Fläche über der im Gemeinsamen Antrag angegebenen Fläche liegt, so wird gemäß Artikel 18 Absatz 5 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 die Teilmaßnahme auf der Grundlage der angegebenen Fläche berechnet.
Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass bei einer Teilmaßnahme die im Gemeinsamen Antrag angegebene Fläche über der ermittelten Fläche liegt, so wird die Teilmaßnahme gemäß Artikel 18 Absatz 6 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 auf der Grundlage der ermittelten Fläche berechnet und gegebenenfalls gemäß Artikel 19 der genannten Verordnung gekürzt oder ausgeschlossen, sofern nicht die Regelung nach Artikel 18 Absatz 6 Unterabsatz 2 dieser Verordnung anzuwenden ist.
Es sind folgende Sanktionen in Form einer weiteren Flächenkürzung vorgesehen:
Beträgt die Differenz zwischen beantragter und ermittelter Fläche
bis zu 3 Prozent der ermittelten Fläche und maximal zwei ha: keine Kürzung der ermittelten Fläche;
über 3 Prozent oder über zwei ha und bis 20 Prozent der ermittelten Fläche: Kürzung der ermittelten Fläche um das Doppelte der festgestellten Differenz für die Teilmaßnahme;
über 20 Prozent der ermittelten Fläche: keine Ausgleichsleistung für die betreffende Teilmaßnahme;
über 50 Prozent der ermittelten Fläche: keine Ausgleichsleistung für die betreffende Teilmaßnahme und weitere Beihilfeausschlüsse bei Folgezahlungen.
Soweit die Abweichung bereits in vergangenen Förderjahren vorgelegen hat, erfolgt rückwirkend – auch für vorangegangene Jahre – eine entsprechende Sanktion.
Wird bei einer Kontrolle festgestellt, dass bei einer Teilmaßnahme die beantragte Anzahl an Bäumen oder Tieren kleiner als die tatsächlich ermittelte Anzahl ist, so wird bei der Berechnung der Ausgleichsleistung nur die beantragte Anzahl berücksichtigt.
Ergibt die Kontrolle bei einer Teilmaßnahme eine geringere Anzahl an Bäumen oder Tieren als beantragt, so wird die tatsächlich festgestellte Anzahl der Berechnung der Ausgleichsleistung zugrunde gelegt.
Es sind folgende Sanktionen in Form einer weiteren Kürzung vorgesehen:
Beträgt die Differenz zwischen beantragter und ermittelter Anzahl Tiere/Bäume
bis zu drei oder über drei Tiere/Bäume, aber nicht mehr als 10 Prozent der ermittelten Zahl an Tieren/Bäumen: es erfolgt eine zusätzliche Kürzung in Höhe des Quotienten aus festgestellter Differenz sowie ermittelter Zahl an Tieren/Bäumen;
über drei Tiere/Bäume sowie mehr als 10 jedoch nicht mehr als 20 Prozent der ermittelten Zahl an Tieren/Bäumen: es erfolgt eine Kürzung um das Doppelte des Quotienten aus festgestellter Differenz sowie ermittelter Zahl an Tieren/Bäumen;
über drei Tiere/Bäume und über 20 Prozent der ermittelten Zahl an Tieren/Bäumen: es wird keine Ausgleichsleistung für die betreffende Teilmaßnahme gewährt;
über 50 Prozent der ermittelten Zahl an Tieren/Bäumen: es wird keine Beihilfe für die betreffende Teilmaßnahme gewährt und es erfolgen weitere Beihilfeausschlüsse bei Folgezahlungen.
Soweit die Abweichung bereits in vergangenen Förderjahren vorgelegen hat, erfolgt rückwirkend – auch für vorangegangenen Jahre – eine entsprechende Sanktion.
Gibt der Antragsteller oder die Antragstellerin nicht alle landwirtschaftlichen Flächen im Gemeinsamen Antrag an, so erfolgt eine Kürzung gemäß Artikel 16 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014.
Kürzungen bei Nichterfüllung oder teilweiser Erfüllung von Verpflichtungen sowie bei Verstößen gegen Grundanforderungen bei flächen- und tierbezogenen Teilmaßnahmen nach Artikel 35 der Verordnung (EU) Nr. 640/2014
Werden mit der Gewährung der Ausgleichsleistung verbundene Verpflichtungen, ausgenommen Verpflichtungen, die sich auf eine Abweichung der angegebenen Fläche oder Zahl an Bäumen oder Tieren beziehen, nicht erfüllt, oder wird gegen Grundanforderungen, die für die jeweiligen Teilmaßnahmen einschlägig sind, verstoßen, so wird die beantragte Ausgleichsleistung auf der Grundlage von Schwere, Ausmaß, Dauer und Häufigkeit des festgestellten Verstoßes gekürzt oder verweigert. Artikel 36 der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014, wonach bei einem Verstoß, der die Verwirklichung des Ziels der Teilmaßnahme insgesamt nicht gefährdet und innerhalb einer festgesetzten Frist (maximal 3 Monate, in der Regel aber kürzer) abgestellt werden kann, die Förderung zunächst nur ausgesetzt werden kann, bleibt unberührt. Sollte der Verstoß nach Ablauf der Frist geheilt sein, bedarf es keiner weiteren Sanktion gemäß Artikel 35 der genannten Verordnung. Sollte der Verstoß innerhalb der Frist jedoch nicht geheilt werden können, weil es die antragstellende Person versäumt hat die erforderlichen Informationen zu liefern, so werden die betroffenen Teilmaßnahmen auf Grundlage von Artikel 35 Absatz 6 abgelehnt und die Förderung wird für das Folgejahr ausgeschlossen.
Werden mit der Gewährung der Ausgleichsleistung verbundene Fördervoraussetzungen nicht erfüllt, so wird die beantragte Ausgleichsleistung verweigert.
Werden die Cross Compliance-Auflagen nach Artikel 91 bis 95 und des Anhangs II der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 (ausgenommen »Kleinerzeuger« gemäß Titel V der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013) nicht im gesamten Unternehmen eingehalten, so wird der Gesamtbetrag von FAKT gemäß Artikel 6 Absatz 4 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 in Verbindung mit Titel IV Kapitel II der delegierten Verordnung (EU) Nr. 640/2014 gekürzt oder es wird keine Zahlung gewährt.
Die Reihenfolge der vorzunehmenden Kürzungen und Ausschlüsse erfolgt nach den Vorgaben in Artikel 6 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014.
Bei zu Unrecht gezahlten Beträgen ist die zuwendungsempfangende Person gemäß Artikel 7 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 zur Rückzahlung, gegebenenfalls zuzüglich Zinsen, verpflichtet. Gemäß Artikel 63 der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 wird in diesem Fall der Zuwendungsbescheid ganz oder teilweise aufgehoben und die zu Unrecht gezahlten Beträge werden zurückgefordert. Für die Aufhebung und Erstattung der Zuwendungen ist das LVwVfG anzuwenden. Die Erstattungsbeträge werden gemäß Artikel 7 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 809/2014 in Verbindung mit § 49 a Landesverwaltungsverfahrensgesetz ab dem Ende der in der Einziehungsanordnung angegebenen Zahlungsfrist verzinst.
Auf eine Sanktionierung beziehungsweise eine Rückforderung der gewährten Ausgleichsleistung im Falle der Nichteinhaltung von Förderkriterien, Auflagen oder anderen Verpflichtungen kann in den Fällen des Artikels 77 Absatz 2 der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 verzichtet werden.
Rückforderungsbeträge bestandskräftiger Forderungen einschließlich der darauf entfallenden Zinsen werden gegebenenfalls mit der jeweils nächsten Zahlung aus der betreffenden und anderen EU-Fördermaßnahmen gemäß Artikel 28 der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 908/2014 aufgerechnet.
Auf die Rückforderung von zu Unrecht ausgezahlten Beträgen, die einen Betrag von 100 Euro pro Antragsjahr unterschreiten, kann gemäß Artikel 54 Absatz 3 Buchstabe a Ziffer ii der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 verzichtet werden. Ein Verzicht auf die Rückforderung von Zinsen ist nicht möglich.
Angaben über die Empfängerinnen und Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) und die Beträge, die jeder Zuwendungsempfänger und jede Zuwendungsempfängerin erhalten hat, werden auf der Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 sowie der Durchführungsverordnung (EU) Nr. 908/2014 im Internet (www.agrar-fischereizahlungen.de) veröffentlicht. Diese Daten können zum Zweck des Schutzes der finanziellen Interessen der Europäischen Union von Rechnungsprüfungs- und Untersuchungseinrichtungen der Europäischen Union, des Bundes, der Länder, der Kreise und der Gemeinden verarbeitet werden.
Den zuständigen Behörden der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Baden-Württemberg, ihren Beauftragten sowie ihren Prüforganen und den entsprechenden Rechnungshöfen ist im Rahmen ihrer Zuständigkeit und Befugnisse das Betreten von Geschäfts-, Betriebs- und Lagerräumen sowie von Betriebs- oder Vertragsflächen gestattet. Auf Verlangen sind von der zuwendungsempfangenden Person die in Betracht kommenden Bücher, Aufzeichnungen, Belege, Schriftstücke, Datenträger und Karten sowie sonstige Unterlagen zur Einsicht zur Verfügung zu stellen sowie Auskünfte zu erteilen und die erforderliche Unterstützung zu gewähren. Bei automatisiert geführten Aufzeichnungen ist die zuwendungsempfangende Person verpflichtet, auf eigene Kosten die erforderlichen Ausdrucke zu erstellen, soweit die Prüforgane dies verlangen. Ein Antrag wird abgelehnt oder die Förderung widerrufen, wenn die zuwendungsempfangende Person oder eine von ihr beauftragte oder bevollmächtigte Person die Kontrolle verweigert.
Diese Verwaltungsvorschrift tritt mit Wirkung vom 1. Januar 2015 in Kraft und am 31. Dezember 2022 außer Kraft. Sie findet jedoch auch nach Außerkrafttreten weiterhin Anwendung auf die Abwicklung der in den Antragsjahren 2015 bis 2022 gestellten FAKT-Anträge.
Zuwendungsfähige Maßnahmen des FAKT
A 1 Fruchtartendiversifizierung (mindestens fünfgliedrige Fruchtfolge)
Ausgleichsleistung: 75 €/ha, bei Kombination mit D2 50 €/ha.
Jährlich mindestens fünf verschiedene Kulturen auf der Ackerfläche.
Mindestanteil von 10 Prozent und Maximalanteil von 30 Prozent je Kultur oder Kulturgruppe.
(bei Gemengen aus Gräsern und Leguminosen als Hauptfrucht maximal 40 Prozent).
Maximal zwei Drittel Getreide.
Mindestens 10 Prozent Leguminosenanteil in Reinsaat oder als Gemenge.
Nach Leguminosen Anbau einer über Winter vorhandenen Folgekultur.
Aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommene Ackerflächen zählen zur Ackerfläche, jedoch nicht als förderfähige Kultur.
A 2 Silageverzicht im gesamten Betrieb (Heumilch)
Antragsberechtigt sind Unternehmen mit Milcherzeugung.
Keine Silagebereitung oder -einsatz sowie Lagerung von Silage im gesamten Unternehmen.
Förderfähig sind Grünland- und Ackerfutterflächen, auf denen Heu erzeugt werden kann.
Nur in Kombination mit D2 Ökologischem Landbau, D1 Verzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel oder mindestens 0,3 RGV je ha Grünland und maximal 1,7 RGV je ha Hauptfutterfläche.
Keine Kombination mit artenreichem Grünland (B4), Bewirtschaftung von FFH-Mähwiesen und § 30 BNatSchG/§ 33 NatSchG Biotopen (B5) sowie dem Messerbalkenschnitt (B6) möglich.
Fläche zählt zur Hauptfutterfläche.
Von einer Milcherzeugung ist auszugehen, wenn mindestens 0,3 RGV/ha antragsberechtigter Heumilchfläche für die wirtschaftlich ausgerichtete Milcherzeugung genutzt werden.
B 1.1 Extensive Bewirtschaftung des Dauergrünlandes mit höchstens 1,4 RGV/ha Hauptfutterfläche ohne mineralische Stickstoffdüngung
Ausgleichsleistung: 150 €/ha
RGV-Besatz von maximal1,4 RGV je ha Hauptfutterfläche.
GV-Besatz von maximal 1,4 GV je ha landwirtschaftliche Fläche.
Mindestbesatz von 0,3 RGV je ha Dauergrünland.
Durchführung der erforderlichen Weidepflege, sofern keine jährliche Schnittnutzung erfolgt.
Verzicht auf Meliorationsmaßnahmen und Beregnung.
Keine Düngung des Dauergrünlandes mit mineralischem Stickstoff.
Keine flächige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.
Umbruchlose Grünlanderneuerung ausschließlich über Nachsaat erlaubt.
B 1.2 Extensive Bewirtschaftung bestimmter Dauergrünlandflächen ohne Stickstoffdüngung in Betrieben ab 0,3 RGV/ha Dauergrünland
Keine Düngung der Einzelfläche mit mineralischem und organischem Stickstoff auf der Einzelfläche, mit Ausnahme der Ausscheidungen von weidenden Tieren.
Mindestbesatz von 0,3 RGV/ha Dauergrünland (DGL).
Die Maßnahme ist über den gesamten Verpflichtungszeitraum auf derselben Fläche durchzuführen.
Schlagbezogene Aufzeichnungen zu Düngung und Pflanzenschutz auf allen Grünlandflächen des Betriebes.
Eine flächige Anwendung von Herbiziden ist im Einzelfall nach vorheriger Genehmigung durch die untere Landwirtschaftsbehörde möglich.
B 3.1 Bewirtschaftung von artenreichem Dauergrünland mit vier Kennarten
Ausgleichsleistung: 230 €/ha
Vorkommen von mindestens vier Kennarten aus einem Katalog von dreißig Kennarten (Anlage 3).
Schlagbezogene Aufzeichnungen über Düngung und Schnittzeitpunkte.
Die schlagbezogenen Aufzeichnungen über Düngung und Schnittzeitpunkte sind zeitnah zu führen. Die Überprüfung erfolgt im Rahmen der Vor-Ort-Kontrolle.
B 3.2 Bewirtschaftung von artenreichem Dauergrünland mit sechs Kennarten
Ausgleichsleistung: 260 €/ha
Wie B 3.1, jedoch mit sechs Kennarten aus einem Katalog von dreißig Kennarten (Anlage 3).
B 4 Extensive Nutzung von § 30 BNatSchG/ § 33 NatSchG Biotopen
Ausgleichsleistung: 280 €/ha
Biotopfläche nach § 30 Absatz 2 Satz 1 BNatSchG beziehungsweise § 30 Absatz 2 Satz 2 BNatSchG in Verbindung mit § 33 NatSchG.
Angepasste extensive Bewirtschaftung zu deren Erhaltung.
Bewilligungsgrundlage ist die Kulisse der § 30/33 Biotopflächen.
B 5 Extensive Nutzung der FFH-Lebensraumtypen Flachland- und Bergmähwiese
Kartierte FFH-Flachland- und Bergmähwiesen.
Vorkommen von mindestens sieben Kennarten aus einem Katalog von Gras- und Kräuterarten (Anlage 4).
Gefördert werden können ausschließlich kartierte FFH-Flachland- und Bergmähwiesen innerhalb und außerhalb von Natura 2000-Gebieten. Die förderfähigen Flächen sind in einer Kulisse hinterlegt. Ausgleich wird auch in begrenztem Umfang für angrenzende, nicht kartierte Flächen mit entsprechenden Bewirtschaftungseinschränkungen aufgrund der einheitlichen Schlagbewirtschaftung gewährt. Umfasst die restliche förderfähige Grünlandfläche des Flurstücks nicht mehr als 50 Prozent der gesamten Grünlandfläche des Flurstücks und ist diese Restfläche nicht größer als 2 ha, kann für die gesamte förderfähige Grünlandfläche des Flurstücks B 5 beantragt werden.
B 6 Messerbalkenschnitt auf artenreichem Dauergrünland
Ausgleichsleistung: 50 €/ha
Ausschließliche Mahd der Grünlandflächen mit dem Messerbalken.
Sonstige Auflagen wie B 3.
Ein Antrag kann nur auf Flächen mit den Maßnahmen B 3.1 und B 3.2 gestellt werden.
B 6 Messerbalkenschnitt auf § 30 BNatSchG/§ 33 LNatSchG Biotopen
Sonstige Auflagen wie B 4
Ein Antrag kann nur auf Flächen mit der Maßnahme B 4 gestellt werden.
B 6 Messerbalkenschnitt auf FFH Flachland- und Bergmähwiese
Sonstige Auflagen wie B 5.
Ein Antrag kann nur auf Flächen mit der Maßnahme B 5 gestellt werden.
C 1 Erhaltung von Streuobstbeständen
Förderfähig sind maximal 100 Bäumen je ha auf dem Schlag.
Bewirtschaftung bzw. Pflege des Bewuchses unter und zwischen den Bäumen.
Der Gesamtbestand an Bäumen/Streuobstbäumen (über und unter 140 cm Stammhöhe) darf maximal 200 Stück je Hektar betragen.
Auch abgestorbene Bäume sind ausgleichsberechtigt sofern diese noch im Boden verwurzelt sind.
C 2 Weinbausteillagen
C 3 Vorderwälder Rind
C 3 Hinterwälder Rind/Limpurger Rind /Braunvieh alter Zuchtrichtung
Weibliche oder männliche Zuchttiere der Rinderrassen Hinterwälder, Limpurger oder Braunvieh alter Zuchtrichtung.
C 3 Altwürttemberger Pferd/Schwarzwälder Fuchs
Nachweis der Zuchtnutzung über Deckschein (Zuchtstuten) beziehungsweise Auszug aus dem Zuchtbuch (Hengste).
Der Nachweis der aktiven Zuchtnutzung der Stuten erfolgt über die Vorlage des Deck-/Besamungsscheins mit dem letzten Deckdatum (bis zu N – 3 Jahre zulässig) oder einen anderen Nachweis, zum Beispiel Abfohlmeldung. Es muss die zur Förderung beantragte Zahl von Zuchttieren jederzeit im Unternehmen gehalten werden. Sofern abgängige Tiere nicht unverzüglich ersetzt werden können, ist dies der unteren Landwirtschaftsbehörde umgehend mitzuteilen.
C 3 Schwäbisch Hällisches Schwein
Ausgleichsleistungen: 160 €/Zuchtsau, 160 €/Zuchteber
Muttersauen (Zuchttiere) bzw. Zuchteber der Schweinerasse Schwäbisch Hällisches Schwein.
D Ökologischer Landbau/Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel im gesamten Unternehmen
D 1 Verzicht auf chemisch-synthetische Produktionsmittel
Kein Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutz- und Düngemittel im gesamten Unternehmen.
Eine Einzelpflanzenbehandlung im Grünland mit Herbiziden ist unter bestimmten Voraussetzungen nach vorheriger Genehmigung durch die untere Landwirtschaftsbehörde möglich.
D 2 Ökolandbau
Bewirtschaftung des gesamten Unternehmens entsprechend der EU-Öko-Verordnung.
Vertrag mit der Öko-Kontrollstelle.
Jährliche Vorlage eines Öko-Kontrollberichts.
D 2.1 Einführung Ökolandbau in zweijähriger Umstellungszeit
Ausgleichsleistungen: 350 €/ha für Acker/Grünland, 935 €/ha für Gartenbauflächen, 1.275 €/ha für Dauerkulturen
Weil die Verpflichtung zum 1. Januar des Antragsjahres beginnt, muss der Vertrag mit der Kontrollstelle spätestens zu diesem Zeitpunkt begonnen haben. Beim Wechsel zu einer anderen Kontrollstelle muss eine lückenlose Kontrolle gemäß den oben genannten EU-Vorschriften gewährleistet sein. Der neue Vertrag ist der unteren Landwirtschaftsbehörde unverzüglich vorzulegen. Zur landwirtschaftlichen Nutzfläche, die in D 2 gefördert werden, zählen nur Kulturen, in denen auf den regelmäßigen Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln verzichtet wird und die der Erzeugung von Öko-Produkten dienen.
Ausgleichsleistungen: 230 €/ha für Acker/Grünland, 550 €/ha für Gartenbauflächen, 750 €/ha für Dauerkulturen
Weil die Verpflichtung zum 01.01. des Antragsjahres beginnt, muss der Vertrag mit der Kontrollstelle spätestens zu diesem Zeitpunkt begonnen haben. Beim Wechsel zu einer anderen Kontrollstelle muss eine lückenlose Kontrolle gemäß den oben genannten EU-Vorschriften gewährleistet sein. Der neue Vertrag ist der unteren Landwirtschaftsbehörde unverzüglich vorzulegen. Zur landwirtschaftlichen Nutzfläche, die in D 2 gefördert werden, zählen nur Kulturen, in denen auf den regelmäßigen Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln verzichtet wird und die der Erzeugung von Öko-Produkten dienen.
E 1.1 Begrünung im Acker-/Gartenbau
Es ist ausgeschlossen, dass der Zwischenfruchtanbau gleichzeitig als öVF für das Greening in der 1. Säule der GAP anerkannt und im Rahmen von FAKT gefördert wird. Bis zum 15. September des Antragsjahres ist eine Ummeldung der Begrünungsflächen möglich.
E 1.2 Begrünungsmischungen im Acker-/Gartenbau
E 2.1 Brachebegrünung mit Blühmischungen (ohne öVF-Anrechnung)
Ausgleichsleistung: 710 /ha, bis 2017 maximal 5 ha je Betrieb, ab 2018 maximal 7 ha je Betrieb
Die Maßnahme kann auch in aufeinanderfolgenden Jahren auf der gleichen Fläche gefördert werden. Sie kann außerdem in Problem- und Sanierungsgebieten von Wasserschutzgebieten und im Anschluss an eine im Vorjahr als öVF-Zwischenfrucht ausgewiesenen Ackerfläche gefördert werden.
E 2.2 Brachebegrünung mit Blühmischungen (mit öVF-Anrechnung)
Siehe Ausführungen bei E 2.1. Eine betriebliche Obergrenze existiert für E 2.2 nicht.
E 3 Herbizidverzicht im Ackerbau
E 4 Ausbringung von Trichogramma in Mais
Sonderfall: In abgegrenzten Regionen Südbadens (Dienstbezirke Lörrach, Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen) wird neben der Ausbringung von Trichogramma eine weitere Bekämpfung (biologisch oder chemisch) ohne Ausnahmegenehmigung zugelassen.
E 5 Nützlingseinsatz unter Glas
E 6 Pheromoneinsatz im Obstbau
E 7 Blüh-, Brut- und Rückzugsflächen (Lebensräume für Niederwild)
ab 2019, Ausgleichsleistung: 540 /ha, maximal 2 ha je Betrieb
Aussaat einer vorgegebenen Blühmischung auf aus der Erzeugung genommenen Ackerflächen in einer Aussaatstärke von mindestens 10 kg/ha bis spätestens 15. Mai.
Die Mindestgröße des förderfähigen Einzelschlages beträgt 0,5 ha.
In den Folgejahren ist auf der Förderfläche bis einschließlich 15. Januar eine Winterruhe einzuhalten. Danach kann mit Mulchen und Bodenbearbeitung auf mindestens 1/3, jedoch maximal 2/3 der Fläche für die Neuansaat bis zum 15. Mai begonnen werden.
Um die ökologische Funktionsfähigkeit der Vorhabensart zu gewährleisten, ist eine Mindestbreite der Förderfläche von 10 m erforderlich. Die Maßnahme kann in Problem- und Sanierungsgebieten von Wasserschutzgebieten und im Anschluss an eine im Vorjahr als öVF-Zwischenfrucht ausgewiesene Ackerfläche gefördert werden.
F 1 Winterbegrünung
Beantragte Fläche liegt in der “Wasserkulisse”**.
Im Folgejahr kein Mulchen/Einarbeitung des Aufwuchses vor dem 15. Januar.
** Flächen in gefährdeten Grundwasserkörpern (GWK) nach Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) außerhalb von Problem- und Sanierungsgebieten (Stand 2014). Es ist ausgeschlossen, dass der Zwischenfruchtanbau gleichzeitig als öVF für das Greening in der 1. Säule der GAP anerkannt und im Rahmen von FAKT gefördert wird. Bis zum 31. August des Antragsjahres ist eine Ummeldung der Begrünungsflächen möglich.
F 2 N-Depotdüngung mit Injektion
** Flächen in gefährdeten GWK nach WRRL außerhalb von Problem- und Sanierungsgebieten (Stand 2014).
F 3 Precision Farming
Anwendung von Precision Farming als Paket mit den Maßnahmen 1. “Stickstoffdüngung mit N-Sensor”, 2. “Phosphat-Grunddüngung, 3. “Ermittlung des Phosphat-Düngebedarfs”.
** Flächen in gefährdeten GWK nach WRRL außerhalb von Problem- und Sanierungsgebieten (Stand 2014)
F 4 Reduzierte Bodenbearbeitung mit Strip Till
Beantragte Fläche liegt in der “Wasserkulisse”** oder in der Erosionskulisse.
Strip Till (“Streifenziehen”) im Herbst des Vorjahres oder im Frühjahr in die Stoppel beziehungsweise Zwischenfrucht.
Im Antragsjahr Säen oder Pflanzen der Hauptfrucht in die Streifen mit GPS-Unterstützung.
Als Nachweis der Durchführung dieser Maßnahme sind Ausdrucke des digital erfassten Maschineneinsatzes erforderlich (Strip-Till-Maschine und Saat-/Pflanzmaschine). Dem Ausdruck können die Einsatzdaten, die Schlaggröße und die Umrisse des Schlages entnommen werden, auf dem die Maßnahme durchgeführt worden ist.
Ausgleichsleistung: 20 €/ha, (maximal 180 €/Betrieb)
Betrieb liegt mit mindestens 1 ha LF in der “Wasserkulisse”**.
Viehhaltende Betriebe mit mindestens 0,5 GV/ha LF und ab 2018 maximal 2,5 GV/ha LF (wenn über 50 GV oder über 30 ha LF).
** Flächen in gefährdeten GWK nach WRRL außerhalb von Problem- und Sanierungsgebieten (Stand 2014). Die Obergrenze von 2,5 GV/ha LF gilt auch bei Aufnahme von Wirtschaftsdünger.
G 1 Sommerweideprämie
Mindestens 0,15 ha Weidefläche je beantragter RGV im Weidezeitraum vom 1. Juni - 30. September und mindestens 0,10 ha Weidefläche je sonstiger im Betrieb vorhandener möglicher Weidetiere (RGV).
Förderfähig sind nur aktive Milcherzeuger beziehungsweise Rinder aus Milchviehbetrieben.
G 2.1 Tiergerechte Mastschweinehaltung – Einstiegstufe
Stallplatz in m2 je Tier
davon Liegebereich in m2 je Tier
Zur Bewertung der Belegdichte ist das Formblatt „Tiergerechte Mastschweinehaltung-Einstiegsstufe“ mit Anlagen (Lageplan, Stall-und Buchtenpläne mit Belegungszahlen
sowie exemplarischer Möbilierungsplan Bucht) vorzulegen.
G 2.2 Tiergerechte Mastschweinehaltung – Premiumstufe
Gesamtnettobuchtenfläche in qm je Tier
(Innenfläche) in qm je Tier
davon Liegebereich
Auslauf in qm je Tier
Zur Bewertung der Belegdichte ist das Formblatt „Tiergerechte Mastschweinehaltung – Premiumstufe“ mit Anlagen (Lageplan, Stall- und Buchtenpläne mit Belegungszahlen sowie exemplarischer Möbilierungsplan Bucht) vorzulegen.
Vorlage des/der Bestandsverzeichnisse/s sowie von Einkaufs- beziehungsweise Verkaufsbelegen beziehungsweise von Zugangs- und Abgangsbelegen (bei innerbetrieblicher Verbringung).
G 3.1 Tiergerechte Masthühnerhaltung – Einstiegstufe
Höheres Platzangebot je Tier, maximal 25 kg/m2 bezogen auf die Stallgrundfläche. Kaltscharraum kann insoweit auf die Besatzdichte angerechnet werden, dass eine Besatzdichte von maximal 29 kg/m2 bezogen auf die Stallinnenfläche nicht überschritten wird. Ausnahmen für bestehende Louisiana-Ställe und Mobilställe.
Zur Beschäftigung ab der Einstallung mindestens pro 2 000 Tieren drei Strohballen (Standardgröße Kleinballen/HD-Ballen) mit Langstroh, die erneuert werden, sobald sie aufgelöst sind; in Betrieben unter 2 000 Tieren mindestens zwei Strohballen.
Zur Bewertung der Belegdichte ist das Formblatt „Tiergerechte Masthühnerhaltung – Einstiegsstufe“ mit Anlagen (Lageplan, Stall- und Abteilpläne mit belegungszahlen sowie exemplarischer Möbilierungsplan Abteil) vorzulegen.
Stall mit mindestens dreihundert Mastplätzen.
G 3.2 Tiergerechte Masthühnerhaltung – Premiumstufe
Höheres Platzangebot je Tier, maximal 21 kg/m2 bezogen auf die Stallgrundfläche. Kaltscharraum kann insoweit auf die Besatzdichte angerechnet werden, dass eine Besatzdichte von maximal 25 kg/m2 bezogen auf die Stallinnenfläche nicht überschritten wird. Ausnahmen für Mobilställe.
Zur Beschäftigung ab der Einstallung mindestens pro 2.000 Tiere drei Strohballen (Standardgröße Kleinballen/HD-Ballen) mit Langstroh, die erneuert werden, sobald sie aufgelöst sind; in Betrieben unter 2 000 Tieren mindestens zwei Strohballen.
Pro 1 000 Tieren mindestens 15 m Sitzstangen im Stall in 10 - 30 cm Höhe oder höhenverstellbar.
Zur Bewertung der Belegdichte ist das Formblatt „Tiergerechte Masthühnerhaltung – Premiumstufe“ mit Anlagen (Lageplan, Stall- und Abteilpläne mit Belegungszahlen sowie exemplarischer Möbilierungsplan Abteil) vorzulegen.
Übersicht RGV-/GV-Schlüssel für FAKT
Bei der Berechnung des Viehbesatzes ist folgender Umrechnungsschlüssel anzuwenden:
RGV1)
GV2)
Pferde bis 6 Monate, Kleinpferde einschl. Ponys, Esel und Maultiere
Pferde über 6 Monate
Schaflämmer, Ziegenkitze, Damtierkälber über 20 kg bis 1 Jahr
Schafe, Ziegen, Damtiere (außer Mutterschafe, -ziegen und -damtiere) über 1 Jahr
Mutter/Milch-Schafe/Ziegen, Mutterdamtiere
Ferkel von 10 bis 30 kg
Mastschweine, Jungsauen und Jungeber
Zuchtsauen und Zuchteber
Junghennen, Masthähnchen und Perlhühner
Legehennen, Enten und Gänse
Strauße (Aufzucht/Mast)
Strauße über 2 Jahre (Zucht)
Mutterhäsinnen
Lamas und Alpakas bis 2 Jahre
Alpakas über 2 Jahre
Lamas über 2 Jahre
Kamele über 1 Jahr bis 3 Jahre
Kamele über 3 Jahre
Der Umrechnungsschlüssel kann für nicht aufgeführte Tierarten entsprechend den amtlichen Berechnungsempfehlungen ergänzt werden.
Kennartenkatalog der Grünlandpflanzen gemäß B 3
1 Augentrost-Arten
2 Bärwurz
3 Kohl-Kratzdistel
4 Margerite-Arten
6 Echtes Labkraut
7 Flügelginster
8 Gelbblütige Kleearten
9 Wiesenbocksbart-Arten
Tragopogon pratensis agg.
10 Klappertopf-Arten
11 Kleines Habichtskräuter
12 Milch- und Ferkelkräuter
Leontodon spec.Hypochoeris radicata
13 Pippau-Arten
14 Schlüsselblumen
15 Sumpfdotterblume
16 Bachnelkenwurz
17 Flockenblumen
18 Futter-Esparsette
19 Lichtnelken
Silene dioica/Lynchnis flos-cuculi
20 Rotklee
21 Storchschnabel-Arten
22 Tauben-Skabiose, Acker-Witwenblume
Scabiosa columbaria, Knautia arvensis
23 Thymian-Arten
24 Wiesen-Knöterich
25 Wiesenknopf-Arten
26 Glockenblumen
27 Kreuzblumen
28 Sumpf-Vergissmeinnicht
29 Teufelskrallen
30 Wiesen-Salbei
Kennartenkatalog der Grünlandpflanzen gemäß B 5
Gewöhnliche Schafgarbe (Artengruppe)
Spitzlappen-Frauenmantel (Artengruppe)
Flaum-Trespe
Bleich-Segge
Schwarzvioletter Schwingel
Wiesen-Labkraut (Artengruppe)
Wiesen-Margerite (Artengruppe)
Gewöhnliche Hainsimse (Artengruppe)
Kleines Träubel
Sumpf-Vergissmeinnicht (Artengruppe)
Wiesen-Bocksbart (Artengruppe)
Gold-Grannenhafer

References: § 8
 § 19
 § 2
 § 3
 § 2
 § 44
 § 44
 § 49
 § 30
 § 30
 § 33
 § 30
 § 30
 § 33
 § 30
 § 30