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Timestamp: 2020-07-06 21:40:37+00:00

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BGH, 12.02.2009 - VII ZR 39/08 - dejure.org
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BGH, 12.02.2009 - VII ZR 39/08 (https://dejure.org/2009,341)
BGH, Entscheidung vom 12.02.2009 - VII ZR 39/08 (https://dejure.org/2009,341)
BGH, Entscheidung vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08 (https://dejure.org/2009,341)
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BGB §§ 139, 305 ff., 768 Abs. 1 Satz 1
Teilunwirksamkeit nur des Einredeverzichts bei AGB-Verpflichtung zur Stellung einer selbstschuldnerischen Bürgschaft
Wirksamkeit einer Sicherungsvereinbarung im Übrigen bei Unwirksamkeit einer in dieser Vereinbarung enthaltenen Verpflichtung zum Verzicht des Bürgen auf die Einrede nach § 768 BGB; Geltendmachung der Unwirksamkeit einer Bürgschaft wegen Unwirksamkeit der der Bürgschaft ...
Wirksamkeit der Verpflichtung des Hauptschuldners zur Stellung einer selbstschuldnerischen Bürgschaft trotz unwirksamer Verpflichtung des Bürgen zum Verzicht auf Einreden des Hauptschuldners
Wirksamkeit der formularmäßigen Verpflichtung des Hauptschuldners zur Stellung einer selbstschuldnerischen Vertragserfüllungsbürgschaft trotz unwirksamer Verpflichtung des Bürgen zum Verzicht auf Einreden des Hauptschuldners
Wirksame Verpflichtung aus Bürgschaft trotz unwirksamer Teilabreden
Zur Frage, ob die Unwirksamkeit der Verpflichtung zum Verzicht des Bürgen auf die Einrede nach § 768 BGB zur Unwirksamkeit der Sicherungsvereinbarung im Übrigen führt
BGB § 768; BGB § 770 Abs. 2; BGB § 771
Verzicht auf Einrede § 768 BGB unwirksam - Rest nicht!
Sicherheiten - Wenn die Sicherheit zur Streitfrage wird ...
Vertragserfüllungsbürgschaft und Allgemeine Geschäftsbedingungen
Ausschluss von § 768 BGB - Unwirksamkeit der Sicherungsabrede?
Bankrecht - Bürgschaft - Bauunternehmer - Wirksamkeit einer Sicherungsvereinbarung - gesonderte Wirksamkeitsprüfung
Sicherheiten - Verpflichtung zur Bürgschaft in AGB? BGH klärt, was geht und was nicht!
Verpflichtung des Bürgen zum Verzicht auf die Einrede des Hauptschuldners
Ausschluss von § 768 BGB in AGB führt nur zur Teilunwirksamkeit der Sicherungsabrede! (IBR 2009, 199)
LG Köln, 22.06.2007 - 18 O 617/06
BGHZ 179, 374
NJW 2009, 1664
ZIP 2009, 814
MDR 2009, 500
DNotZ 2009, 678
NZBau 2009, 307
VersR 2010, 773
WM 2009, 643
BauR 2009, 308
BauR 2009, 809
ZfBR 2009, 446
b) Dahinstehen kann ferner, ob die Vereinbarung anderer in § 8 Abs. 2 Nr. 1 VOB/B (2009) genannter Kündigungsgründe nach § 307 BGB unwirksam ist, da § 8 Abs. 2 Nr. 1 Fall 2 VOB/B inhaltlich von den weiteren Regelungen der Klausel trennbar und aus sich heraus verständlich ist (vgl. zur Trennbarkeit BGH…, Urteil vom 22. Januar 2015 - VII ZR 120/14, BauR 2015, 832 Rn. 19 = NZBau 2015, 223;… Urteil vom 1. Oktober 2014 - VII ZR 164/12, NZBau 2014, 759 Rn. 28; Urteil vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 15;… Urteil vom 10. Oktober 1996 - VII ZR 224/95, BauR 1997, 302, 303, juris Rn. 16).
aa) Für die Teilbarkeit einer solchen Klausel kommt es darauf an, ob die Sicherungsvereinbarung - hier die Ablösung eines Einbehalts durch eine selbstschuldnerische Bürgschaft unter Verzicht des Bürgen auf die Einrede nach § 770 Abs. 2 BGB - als konzeptionelle Einheit zu verstehen ist, was zu einer die wirtschaftlichen Interessen der Vertragsparteien berücksichtigenden Gesamtbeurteilung des Regelungsgefüges zwingt (BGH, Urteile vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 20 mwN …und vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 34).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bildet eine Vereinbarung zur Sicherung von Gewährleistungsansprüchen mit der Ablösungsmöglichkeit durch eine Gewährleistungsbürgschaft - hier Nr. 23.4 ZVB - eine untrennbare Einheit (BGH, Urteile vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 106, vom 22. November 2001 - VII ZR 208/00, WM 2002, 133, 134, vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, WM 2005, 268, 269 f., vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 20…, vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 36 …und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 14).
Zu den Einreden, die der Bürge seiner Inanspruchnahme entgegenhalten kann, gehört auch die Unwirksamkeit der der Bürgschaftsübernahme zugrunde liegenden Sicherungsvereinbarung (BGH, Urteil vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, WM 2009, 643, Tz. 9 m.w.N., zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen).
Für die Vertragserfüllungsbürgschaft hat der Bundesgerichtshof dies verneint und angenommen, dass diese Klausel isoliert betrachtet teilbar ist (BGH, Urteil 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, WM 2009, 643, Tz. 20, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen;… aA Joussen in Ingenstau/Korbion, VOB-Kommentar, 16. Aufl., VOB/B § 17 Nr. 4 Rn. 40;… Schmitz, Sicherheiten für die Bauvertragsparteien, ibronline Stand: 21. April 2008, Rn. 129 f.; Stammkötter, BauR 2001, 1295, 1296).
Der unwirksame Verzicht auf die Einrede der Aufrechenbarkeit führe bei einer Vertragserfüllungsbürgschaft - mangels konzeptioneller Einheit der Sicherungsvereinbarung (vgl. BGH, NZBau 2009, 784) - nur zur Teilnichtigkeit dieser speziellen Klausel gemäß § 306 Abs. 1 BGB (vgl. BGH, WM 2009, 643).
Dabei habe das LG übersehen, dass sich das Urteil des BGH vom 12.02.2009 (VII ZR 39/08) ausschließlich auf eine Klausel beziehe, die den Verzicht auf die Einreden des § 768 BGB vorschreibe und im dortigen Fall in der Bürgschaftsurkunde ausdrücklich festgehalten worden sei, dass die Einrede der Aufrechenbarkeit mit einer rechtskräftig festgestellten oder unbestrittenen Forderung erhalten bleibe (dort Rn 3).
Auch die infolgedessen vom LG vorgenommene ergänzende Vertragsauslegung sei - entsprechend der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 30.05.2008, 22 U 13/07), bestätigt durch BGH (Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08) - nicht zu beanstanden, da davon auszugehen sei, dass die Parteien bei Kenntnis der (Teil-)Unwirksamkeit der Klausel an der Sicherungsabrede festgehalten hätten und nicht gänzlich andere alternative Sicherungen vereinbart oder gar gänzlich auf eine Vertragserfüllungsbürgschaft verzichtet hätten.
Soweit sich die Beklagte als Bürgin gegen ihre Inanspruchnahme aus der von ihr übernommen Vertragserfüllungsbürgschaft mit dem gemäß § 768 Abs. 1 Satz 1 BGB statthaften Einwand des Bürgen (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 809, dort Rn 9 mwN; BGH, Urteil vom 23.01.2003, VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311; BGH, Urteil vom 10.02.2000, IX ZR 397/98, BGHZ 143, 381), auf den sie hier auch nicht wirksam verzichtet hat (dazu noch unten), verteidigt, die der Vertragserfüllungsbürgschaft zugrundeliegende Sicherungsvereinbarung im GU-Vertrag sei insgesamt unwirksam, ist dieser statthafte Einwand der Beklagten unbegründet.
Nur wenn der als wirksam anzusehende Teil im Gesamtgefüge des Vertrages nicht mehr sinnvoll, insbesondere der als unwirksam beanstandeten Teil der AGB-Klausel von so einschneidender Bedeutung ist, dass von einer gänzlich neuen, von der bisherigen Regelung völlig abweichenden Vertragsgestaltung gesprochen werden muss, ergreift die Unwirksamkeit der Teilklausel die Gesamtklausel (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 809, dort Rn 15; BGH, Urteil vom 10.10.1996, VII ZR 224/95, BauR 1997, 302;… Palandt-Grüneberg, a.a.O., § 306, Rn 7 mwN).
Nach den vorstehenden Grundsätzen hat die Vereinbarung, eine selbstschuldnerische, unbefristete Bürgschaft zu stellen, auch dann Bestand, wenn die Verpflichtung, die Bürgschaft mit einem Verzicht auf die Einrede der Aufrechenbarkeit gemäß § 770 Abs. 2 BGB zu versehen bzw. zu erbringen, unwirksam ist (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 809, vgl. dort Rn 16 zu einem teilweisen Verzicht des Bürgen auf die Einreden des Hauptschuldners gemäß § 768 BGB; vgl. dort Rn 23 zu einem Verzicht des Bürgen auf die Einrede der Aufrechenbarkeit gemäß § 770 Abs. 2 BGB).
Die Verzichtserklärungen des Bürgen sind sowohl im GU-Vertrag als auch in der Bürgschaftserklärung selbst ein sprachlich und inhaltlich hinreichend deutlich trennbarer Teil der jeweiligen Vereinbarungen (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 308, dort Rn 17/23).
Der Fortfall der Verpflichtung, einen Verzicht des Bürgen auf die Einrede der Aufrechenbarkeit herbeizuführen, ist nicht von so einschneidender Bedeutung, dass von einer gänzlich neuen, von der bisherigen Vertragsgestaltung völlig abweichenden Vertragsgestaltung gesprochen werden muss (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 308, dort Rn 18/23).
In einer Regelung, die versucht, diesen Vorgaben gerecht zu werden, liegt eine "geschlossene Konzeption" dahingehend, dass Sicherungseinbehalt und Ablösungsrecht untrennbar miteinander verknüpft sind, was zu einer einheitlichen, die wirtschaftlichen Interessen der Vertragsparteien berücksichtigenden Gesamtbeurteilung des die Sicherungsvereinbarung betreffenden Regelungsgefüges zwingt (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 308, dort Rn 20 mwN/23).
Die Stellung einer selbstschuldnerischen, unbefristeten Bürgschaft ist - im Gegenteil - gerade erst recht ohne den Verzicht auf die Einrede der Aufrechenbarkeit gemäß § 770 Abs. 2 BGB (ebenso wie ohne den Verzicht auf die Einrede des Hauptschuldners gemäß § 768 BGB) unbedenklich (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 308, dort Rn 20 mwN/23).
Selbst wenn er beabsichtigt, in seinen AGB die Sicherung abweichend von den gesetzlichen Regelungen (sei es durch den Verzicht des Bürgen auf die Einrede des § 768 BGB, sei es durch den Verzicht des Bürgen auf die Einrede des § 770 Abs. 2 BGB) noch verstärken zu wollen, so ist die Vereinbarung für ihn und auch für den Auftragnehmer auch dann sinnvoll und als gewollt anzunehmen, wenn die AGB hinsichtlich des Einredeverzichts lediglich teilweise unwirksam sind (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 308, dort Rn 21/23).
Sie entkleidet die Sicherungsvereinbarung im Ergebnis von dem Teil, dessen Realisierung zu einer unangemessenen Benachteiligung des Auftragnehmers/Hauptschuldners führen würde, ohne diesen - ebenso wenig interessengerecht - von der Verpflichtung zur Stellung einer Vertragserfüllungsbürgschaft als solchen vollständig zu befreien (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 308, dort Rn 22/23, BGH, Urteil vom 13.11.2003, VII ZR 371/01, BauR 2004, 500; BGH, Urteil vom 04.07.2002, VII ZR 502/99, BGZ 151, 229;… vgl. auch Vygen/Joussen, Bauvertragsrecht nach VOB und BGB, 4. Auflage -, Rn 3053;… Werner/Pastor, Der Bauprozess, 14. Auflage -, Rn 1663 mwN in Fn 733/734; vgl. auch Kuffer BauR 2003, 155/161; Schulze-Hagen, BauR 2003, 785; Siegburg, ZfIR 2002, 709).
des GU-Vertrages zur Unwirksamkeit der gesamten Sicherungsabrede führe, da es sich um eine nicht teilbare Klausel handele, steht entgegen, dass hier - und zwar sowohl im GU-Vertrag als auch in der Bürgschaftsurkunde - die Übernahme der selbstschuldnerischen Bürgschaft als solchen und die Einredeverzichte (als lediglich angefügte Modalitäten der zuvor übernommen Bürgschaft) jeweils sprachlich und inhaltlich/systematisch - wie oben unter Bezugnahme auf die Rechtsprechung des BGH (Urteil vom 12.02.2009, VII ZR 39/08, BauR 2009, 809, dort Rn 17: "... sprachlich und inhaltlich trennbarer Teil ...") bereits ausgeführt - getrennt worden sind.
Die Berufung der Beklagten macht auch ohne Erfolg geltend, das LG habe übersehen, dass sich das Urteil des BGH vom 12.02.2009 (VII ZR 39/08, a.a.O.) ausschließlich auf eine Klausel beziehe, die den Verzicht auf die Einreden des § 768 BGB vorschreibe.
Hat der Bürge eine Sicherung gewährt, obwohl die Sicherungsabrede zwischen Hauptschuldner und Gläubiger unwirksam ist, so kann er sich nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gegenüber dem Leistungsverlangen des Gläubigers dauerhaft auf die Unwirksamkeit der Sicherungsabrede und auf die Einrede des Hauptschuldners berufen, dass der Gläubiger die Inanspruchnahme des Bürgen zu unterlassen hat (BGH, Urteile vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311, 316 f. mwN, vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 9…, vom 1. Oktober 2014 - VII ZR 164/12, WM 2015, 844 Rn. 15 …und vom 22. Januar 2015 - VII ZR 120/14, WM 2015, 1076 Rn. 14).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bildet eine Vereinbarung zur Sicherung von Gewährleistungsansprüchen mit der Ablösungsmöglichkeit durch eine Gewährleistungsbürgschaft - hier Ziffer 12.2 ZVB - eine untrennbare Einheit (BGH, Urteile vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 106, vom 22. November 2001 - VII ZR 208/00, WM 2002, 133, 134, vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, WM 2005, 268, 269 f., vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 20…, vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 36 …und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 14).
Sie ist sprachlich und inhaltlich trennbar in einen wirksamen und in einen unwirksamen Teil (siehe hierzu z.B. BGH, Urteil vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, NJW 2009, 1664 Rn. 15).
Nur wenn der als wirksam anzusehende Teil im Gesamtgefüge des Vertrags nicht mehr sinnvoll, insbesondere der als unwirksam beanstandete Klauselteil von so einschneidender Bedeutung ist, dass von einer gänzlich neuen, von der bisherigen völlig abweichenden Vertragsgestaltung gesprochen werden muss, ergreift die Unwirksamkeit der Teilklausel die Gesamtklausel (BGH…, Urteil vom 22. Januar 2015 - VII ZR 120/14, BauR 2015, 832 Rn. 19 = NZBau 2015, 223;… Urteil vom 1. Oktober 2014 - VII ZR 164/12, BauR 2015, 114 Rn. 27 = NZBau 2014, 759; Urteil vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 15 ff.).
Nur wenn der als wirksam anzusehende Teil im Gesamtgefüge des Vertrags nicht mehr sinnvoll, insbesondere der als unwirksam beanstandete Klauselteil von so einschneidender Bedeutung ist, dass von einer gänzlich neuen, von der bisherigen völlig abweichenden Vertragsgestaltung gesprochen werden muss, ergreift die Unwirksamkeit der Teilklausel die Gesamtklausel (BGH, Urteile vom 10. Oktober 1996 - VII ZR 224/95, NJW 1997, 394, 395 mwN und vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, NJW 2009, 1664 Rn. 15).
Der Fortfall der Möglichkeit zur Weiterabtretung ist nach alledem nicht von so einschneidender Bedeutung, dass von einer gänzlich neuen, von der bisherigen völlig abweichenden Vertragsgestaltung gesprochen werden muss (vgl. auch BGH, Urteile vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, NJW 2009, 1664 Rn. 17 ff;… vom 16. Juni 2009 - XI ZR145/08, NJW 2009, 3422 Rn. 32 ff;… vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, NJW-RR 2011, 1526 Rn. 14, 20).
Hat der Bürge eine Sicherung gewährt, obwohl die Sicherungsabrede zwischen Hauptschuldner und Gläubiger unwirksam ist, kann er sich gegenüber dem Leistungsverlangen des Gläubigers auf die Unwirksamkeit der Sicherungsabrede und auf den Einwand des Hauptschuldners berufen, dass der Gläubiger die Inanspruchnahme des Bürgen zu unterlassen habe (BGH, Urteil vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 375, 378 m.w.N.).
a) Das Berufungsgericht hat unter Bezugnahme auf das Urteil des Senats vom 12. Februar 2009 (VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374) angenommen, dass die Sicherungsabrede zur Vertragserfüllungsbürgschaft als sprachlich und inhaltlich ausreichend abgetrennter Teil des Vertrags unabhängig von den sonstigen vertraglichen Regelungen einer AGB-rechtlichen Überprüfung zu unterziehen sei.
OLG Frankfurt, 14.06.2017 - 16 U 58/16
Bürgschaft: Unwirksamkeit eines formularmäßigen Verzichts auf Einrede der …

References: § 768
 § 768
 § 768
 § 770
 § 771
 § 768
 § 768
 BGH 
 § 768
 § 8
 § 307
 § 8
 § 770
 § 17
 § 306
 BGH 
 § 768
 BGH 
 § 768
 § 306
 § 770
 § 768
 § 770
 § 770
 § 768
 § 768
 § 770
 BGH 
 BGH 
 § 768