Source: http://www.zahnwissen.de/lexikon_Gn-Gz.htm
Timestamp: 2019-07-20 02:56:19+00:00

Document:
Gn, Kinnpunkt, engl.: do.; der am weitesten vorstehenden Punkt des Unterkieferrandes (der knöchernen Kinnspitze) in der Median-Sagittal-Ebene. Unmittelbar in der knöchernen Nachbarschaft befindet sich das Menton als kaudalster Messpunkt.
Fazialebene, Gonion, Kieferprofilfeld, Kieferwinkel, Mandibularlinie
gnathogen , engl.: gnathic; vom Kiefer ausgehend, zum Kiefer gehörend Gnathologie
"Lehre vom Kiefer", Wissenschaft der Anatomie, Histologie, Physiologie und Pathologie des stomatognathen Systems, engl.: gnathology; in den 70er Jahren des letzten Jhds. aufkommende Lehrmeinung, welche von einer vorwiegend mechanischen Gesamtbetrachtung des Kauorgans ausgeht; besonders geprägt von den Amerikanern Stuart, Thomas, Stallard und McCollum. Dabei wird besonderer Wert auf die normalen (physiologischen) und krankhaften (pathologischen) Zustände, wie auch die strukturellen und funktionellen Gegebenheiten gelegt. Die bisweilen bei größeren Wiederherstellungsmaßnahmen (Rekonstruktionen) eingesetzte Lehrmeinung versuchte demnach bei der Rekonstruktion verlorener Kaueinheiten ein optimales Zusammenspiel von Muskulatur, Okklusion und Zahnhalteapparat (Parodontium) unter Berücksichtigung des Kiefergelenkes zu erreichen. Grundlage war u.a. dabei das Konzept einer Zentrik ("zentrischen Relation") mit der "korrekten" Position des Kiefergelenks in der rückwärtigsten, obersten und nicht seitenverschobenen Lage. Andere Positionen wurden als schädlich erachtet. Da dieser Zustand nur selten anzutreffen ist, wurde gefordert, durch Einschleifmaßnahmen oder aufwendige Rekonstruktionen - teilweise unter nicht unerheblicher Opferung von gesunder Zahnsubstanz - diesen Zustand zu erreichen.
keine Mediotrusionskontakte
Aufwachstechnik, Bissnahme, Einschleifen, FGP-Verfahren, Fischer-Winkel, Fixierungsschiene, Frontzahnstufe, funktionelles Dreieck, Funktionsanalyse, Gleitbahn, Gnathomat, Kaufläche, Kieferrelationsbestimmung, Malokklusion, Myoarthropathien, Okklusaler Kompass, Okklusion, Okklusionskonzepte, PKT-Instrument, stable base appliance, Registrierung, stomatognathes System, Stuart-Artikulator
http://www.medunigraz.at/zahnklinik/Download/FunktionslehreBiomechanik.pdf
Bewegungssimulator, Gleitbahnartikulator, engl.: do.; meist zu den Artikulatoren zählendes Gerät, welches nach den Bewegungsbahnen der natürlichen Zahnreihe programmiert werden kann. Hierbei wird das Prinzip der "freischwingenden Achse" angewandt. Artikulatoren mit "freischwingender" Achse (z.B. Gnathomat, Stratos 200) verfügen auch über künstliche Gelenkteile. Die führenden Flächen dieser Gelenke können außer Funktion gestellt werden. In diesem Zustand kommt die Führungsfunktion der Zähne zur Geltung ( Gleitbahn). Dadurch können diese sowohl als “gelenkbezogene” als auch als “kaubahnbezogene” Artikulatoren benutzt werden
Gnathometrie
Ausmessung des Gebisses, engl.: gnathometric; aus der Kieferorthopädie bekanntes Verfahren nach A.M. Schwarz: Es erfolgt eine metrische Strukturuntersuchung des Gebisses anhand von Fernröntgenseitenbildern.
Die Gnathophysiognometrie (nach Viggo Andresen) benutzt bei der Diagnostik Fotoaufnahmen (gemeinsame Wiedergabe von Gesicht und Gebiss)
historisches, 1919 von Paul Simon eingeführtes Hilfsmittel, welches die Lage des Gebisses zu bestimmten Messpunkten und zur Frankfurter Horizontalen über einen spez. Gesichtsbogen in Beziehung setzt.
engl.: Goddard's plate; herausnehmbares kieferorthopädisches Gerät zur Gaumennahterweiterung bei starker Kompression des Oberkiefers
www.godentis.de, www.gomedus.de/
MacDent, McZahn, Praxis, Zahnheilkundegesetz
Gold , Au, Aurum, Edelmetall, in legierter - seltener in reiner - Form vielfältig eingesetztes Metall in der ZHK, Duktilität, Glanzgold, Goldallergie, Goldprobe, Legierung, Vergolden
engl.: gold allergy; äußerst selten auftretende Überempfindlichkeitsreaktion in Form einer Kontaktallergie gegen Gold-Ionen; wobei primär nicht geklärt ist, ob es sich um eine G. auf das reine Metall Gold handelt oder vielmehr Legierungsbestandteile dafür verantwortlich sind (in der ZHK wird, bis auf seltene Ausnahmen, nur legiertes Gold verarbeitet). Als Symptome werden ein Juckreiz unter dem Schmuckstück, eine Hautentzündung und die Bildung kleiner Knötchen beschrieben. Als Hauptauftrittsgebiete werden die Hände, das Gesicht und die Augenlieder angegeben; im Mund sollen lichenartige Veränderungen vorkommen.
Goldarme Legierung, Goldreduzierte Legierung ; Legierung
Bezeichnung für ein Werkstoff- und Therapiekonzept der Fa. Degudent, wobei die Komponenten des GoldenGate Systems aus nur ganz wenigen Materialzusammenstellungen auf der Basis von Gold- und Keramikwerkstoffen bestehen, welche sowohl auf biologische Verträglichkeit geprüft als auch perfekt aufeinander abgestimmt sind. Hinzu kommen klinische Untersuchungen, in denen sich das Werkstoff- und Therapiekonzept ebenfalls bewährt hat. Das Einsetzen dieses Systems seit bereits zehn Jahren hat die Voraussetzung dafür geschaffen, erstmals die Leistungsfähigkeit eines metallkeramischen Systems über einen sehr großen Zeitraum zu untersuchen. Die Dokumentation der Arbeitsgruppe Kerschbaum umfasst neun Jahre: Grundlage waren GoldenGate System-Arbeiten einer Zahnarztpraxis zwischen 1993 und 2001. Lückenlos nachverfolgt wurden dabei insgesamt 2.083 Restaurationen bei 600 Patienten. Dabei stellte sich heraus, dass am Ende der Beobachtungszeit noch 99 Prozent aller Versorgungen in Funktion waren. Nur in neun Fällen war eine Neuanfertigung auf Grund von Keramikschäden nötig geworden.
Biokompatibilität, Legierung
Dysplasia oculoauricularis, oculo-auriculo-vertebrale Dysplasie (OAV); angeborene Gesichts- und Kiefermissbildung, welche meist halbseitig auftritt und als ausgeprägte Merkmale eine fehlgebildete Ohrmuschel und ein nach der kranken Seite hin verschobenes zu kleines Kinn aufweist. Das Auge kann verkümmert sein oder ganz fehlen.
http://www.orpha.net/ http://www.azcranio.com/ (Abb.)
Goldgussfüllung , Einlagefüllung, Goldinlay, engl.: gold cast inlay; Einlagefüllung, Inlay
Goldklopffüllung, Goldstopffüllung, "Kohäsivfüllung", engl.: goldfoil (compaction); wenig gebräuchliche und aufwendige Füllungsart für kleine Kavitäten, die an den Seiten von noch intakter Zahnsubstanz umgeben sind (Zahnhals, okklusale Flächen); derartige Füllungen besitzen einen optimalen Randschluss und zeichnen sich durch hohe Bioverträglichkeit aus. Zum Einsatz kommen dabei Formen von reinem Gold ( "Stopfgold") als Folien oder "Schwämmchen", die in der Kavität maschinell oder mit Handstopfern kondensiert werden. Dabei kommt heute die kohäsive Goldhämmerfüllung mit Schwammgold (gesinterte Ausfällung kleiner poröser Partikel) oder leicht geglühtem Blattgold hauptsächlich zum Einsatz.
der Kern der G. besteht aus Schwammgold. Dieses wird mit einer Deckschicht aus einer Blattgoldfolie versehen.
Abbot-Hammer, Feingold, Füllungsmaterialien, Kondensation, Passung, Power Hammer, Stopfgold, Zahnhalsfüllung
Knopfzähne, Keramikzähne, Frontzahn-Porzellanzähne, engl.: porcelain veneer gold crowns/ fixed prosthesis; fabrikmäßige, künstliche Front-Zähne aus Keramik. Zur Verankerung in der Prothesenbasis dienen goldüberzogene oder -legierte Krampons (i.d.R. zwei), zuweilen auch aus Platin; im Backenzahnbereich werden dagegen bei den Kunstzähnen Höhlungen an der Unterseite zur Retention eingesetzt.
1.) engl.: gold standard; beste und zuverlässigste Methode in der Diagnostik und Therapie, ohne dass damit ausgesagt wird, wer diesen Standard festlegt.
Evidence, State of Art
Tauredon, engl.: auro- o. chrysotherapy; mittels dem organischen Natriumaurothiomalat, welches in den Muskel injiziert wird; soll eine chronische Polyarthritis bessern. Bekannt sind auf jeden Fall allergische Reaktionen und Mundschleimhautentzündungen durch diese "Therapie"
Sharpey-Fasern, Thekodontie, Wurzelhaut
Keimdrüsendosis, engl.: gonadal dose; die von den Geschlechtsdrüsen (Eierstöcke, Hoden) aufgenommene Menge an ionisierenden Strahlen. Diese Organe gelten als besonders strahlenempfindlich und können zu genetischen Veränderungen führen. Die genetisch signifikante Dosis wird berechnet aus der mittleren Keimdrüsendosis aller solcher Personen, die aufgrund ihres Alters noch Kinder gebären bzw. zeugen können und damit genetisch signifikant sind. Eine Schwellendosis, unterhalb der keine zusätzlichen genetischen Wirkungen zu erwarten sind, ist nicht bekannt. Für Deutschland setzt man die Schwankungsbreite der G. mit 0,5 mSv pro Jahr an, weltweit sind weit höhere Werte bekannt.
In der Diskussion ist zu beachten: Gewebeoberflächendosis ((Haut-)Oberflächendosis, OD, HOD) ist nicht gleich Gonadendosis (GOD). Falls die Dosimeter an der ventralen und dorsalen Hodenhauthaut befestigt wurden, so mag damit eine gute Beurteilung der wahren Gonadendosis beim Mann möglich sein. Bei der Frau jedoch ist die Bestimmung der Dosis der Eierstöcke mit Messpunkten an der Hautoberfläche wohl kaum möglich. Die G. durch die natürliche Strahlenbelastung beträgt etwa 1,1 mSv/Jahr (110 mrem/a).
Dosimeter, Ionendosis, Oberflächendosis, Strahlenbelastung, Strahlenschutz
Go, Kieferwinkelpunkt, engl.: do.; der am weitesten außen, unten und nach hinten liegende Punkt des Unterkiefers(-winkels) als kephalometrischer Bezugspunkt bei der Fernröntgenanalyse; ein konstruierter Punkt am Tangentenschnittpunkt der hinteren Ramuslinie mit dem Mandibularplanum. Gelegentlich auch Bezeichnung für den Kieferwinkel
ArGoMe-Winkel, Gelenkwinkel, Mandibularlinie, Messpunkte, Pogonion
GCP; die irreführende engl. Übersetzung "gute klinische Praxis" bezeichnet international anerkannte, nach ethischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten aufgestellte Vorgehensweisen bei der Durchführung von klinischen Studien. Hierbei wird besonders der Schutz der Studienteilnehmer und deren Einwilligung nach gründlicher Aufklärung gefordert. Damit wird gewährleistet, dass die Rechte, die Sicherheit und das Wohlergehen der betroffenen Person geschützt werden und die Ergebnisse der klinischen Prüfung glaubwürdig sind. Bedeutung hauptsächlich bei der Durchführung von klinischen Prüfungen mit Arzneimitteln zur Anwendung am Menschen.
http://www.gesetze-im-internet.de/gcp-v/index.html
Goodwill , ideeller Wert, Wert einer Zahnarztpraxis
Goretex ® , nicht resorbierbare Kunststoff-Folie auf Polytetrafluorethylen-Basis. Anwendung in der ZHK als Augmentationsmembran (GTAM) ; Gesteuerte Geweberegeneration
engl.: gothik arch (apex); Aufzeichnung des Inzisalpunktes bei Unterkiefergrenzbewegungen in horizontaler Ebene auf einem Registrat. Die g. B. Methode wird besonders bei einem funktionsgestörten, aber auch bei zahnlosen Patienten zur Ermittlung der Zentrik angewandt.
engl.: Gottlieb's solution; gelbes Blutlaugensalz (Kaliumferrocyanid) als historisches Mittel zur Behandlung von überempfindlichen Dentin ; überempfindlichen Zähne
Gebührenordnung für Zahnärzte, engl.: (dental) tarif, scale of charges, dental fee schedule; Grundlage für private Behandlungsvereinbarungen ("Privatpatient"); Am 1. Januar 2012 trat eine neue "GOZ ('12)" in Kraft, welche die GOZ '88 ablöste; GOZ ('12) + Kommentar der BZÄK bzw. © BZÄK. Die GOZ '88 wiederum war Nachfolgerin der BUGO-Z; Werdegang: PreuGO = Preußische Gebührenordnung, 1924; BUGO-Z = Bundesgebührenordnung-Zahnärzte (1965).
Der Wert 2,3-fach GOZ wird auch als Schwellenwert (threshold value) bezeichnet, dies deshalb, weil darüber hinaus eine schriftliche Begründung erforderlich ist. Die Überschreitung des Schwellenwertes erfordert eine auf die konkrete Behandlung bezogene Begründung und kann nicht einfach mit dem Hinweis auf ein besonderes Verfahren gerechtfertigt werden. Dies heißt jedoch nicht, dass nur patientenbezogene und keine verfahrensbezogenen Begründungen anzuerkennen sind. Da die Gebührenbemessung insgesamt leistungsbezogen ist, rechtfertigen auch verfahrensbezogene Besonderheiten eine Überschreitung des Schwellenwertes. Durch vorherige Abdingung (schriftlich!) kann die Begrenzung durch den Steigerungssatz auf das 3,5-fache außer Kraft gesetzt werden - Faktoren in beliebiger Höhe oder ein Pauschalhonorar (engl.: overall fee) sind dann möglich ( Honorarvereinbarung). Wurde diese schriftliche Form vor der Behandlung nicht getroffen, gilt grundsätzlich die G.
Am 25 Oktober 2004 hat das Bundesverfassungsgericht diese Honorarvereinbarungen nach § 2 Abs. 1 GOZ ausdrücklich bestätigt (1 BvR 1437/02). Die höchstrichterliche Instanz widersprach damit einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm in einem Honorarstreit, bei dem ein Zahnarzt mit einer Patientin Faktoren bis zum 8,2-fachen des Mindestsatzes vereinbart hatte. Das OLG hatte dem Zahnarzt wegen eines Verstoßes gegen § 9 Abs. 2 Nr. 1 des Gesetzes über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Berechtigung abgesprochen, den 3,5-fachen Steigerungssatz zu überschreiten. Darin sieht das Bundesverfassungsgericht eine Verletzung des Grundrechts auf Berufsfreiheit.
Zur seit Jahrzehnten umstrittenen Frage eines Auslagenersatzes bei zahnärztlichen Verbrauchsmaterialien hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2004 eine Entscheidung getroffen. Der Tenor des BGH-Urteils lautet: Rechnet ein Zahnarzt zahnärztliche Leistungen nach der GOZ ab, hat er keinen Zugriff auf den § 10 GOÄ und kann somit Auslagen wie Lokalanästhetika, Einmalartikel etc. nicht gesondert in Rechnung stellen. Dies bedeutet: Materialien, die im Zusammenhang mit einer Leistung aus der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) verbraucht werden, sind gem. §§ 3 und 4 GOZ nur berechenbar, wenn die Berechnungsfähigkeit in der GOZ ausdrücklich genannt ist. Materialien, die im Zusammenhang mit einer Leistung aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verbraucht werden, sind entsprechend § 10 GOÄ berechenbar. Ausführlich downloadbar (als PDF-File) unter BGH-Urteil oder von direkt von dieser Seite (falls der vorhergehende Link nicht funktioniert, ©: Bundesgerichtshof).
Vom Wesen her ist die G. kein Gesetz, sondern eine Rechtsverordnung auf Grundlage des §15 Zahnheilkundegesetz:
Dieser Paragraph ermächtigt die Bundesregierung eine private Gebührenordnung zu erlassen, formuliert zugleich aber die dabei zu berücksichtigenden Ziele wie folgt: Verhinderung eines ruinösen Preiswettbewerbs um die Patienten, Schaffung eines Ausgleiches zwischen den widerstreitenden Interessen von Zahnärzten und Patienten und nicht zuletzt Stärkung der Transparenz privatzahnärztlicher Liquidationen.
Im Zusammenhang mit nicht in der GOZ '12 erwähnten und/oder Verlangensleistungen: "Wunschbehandlungen"
Analogposition, Basistarif, Behandlung auf Verlangen, Beihilfe, BEMA, BuGO-Z, CPT, Freie Berufe, GOÄ, Honorarordnung für Zahnärzte (HOZ), Honorarvereinbarung ("Freie Vereinbarung"), Öffnungsklausel, Private Krankenversicherung, Standardtarif
GOZ: Die Zeit ist reif! (zm, 2019)
GOZ '12 Kommentierung (amtlichen Begründung) aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) (© BMG)
Kommentierung der privaten Krankenversicherung (PKV) zur Gebührenordnung für Zahnärzte (2014, © PKV)
Die vollständige (alte, ungültige) GOZ '88 im Download: http://www.lzk-bw.de/ (© LZK-BW)
Kein Grund für ein rauschendes Geburtstagsfest: 30 Jahre keine Punktwerterhöhung (LZK-BW, 2018)
zum Vergleich: "AUTONOME HONORARRICHTLINIEN 2010/2011" (Österreich) (©: Österreichische Zahnärztekammer)
wissenschaftlich-kalkulatorische neue Leistungsbeschreibung der Bundeszahnärztekammer (sog. HOZ): © BZÄK
internationale Krankheitsbeschreibungen der Mundhöhle - ICD-10-GM Version 2010 bzw.: http://apps.who.int/classifications/apps/icd/icd10online/
engl.: Gracey's curet(te); eines der gebräuchlichste mechanischen Handinstrumente mit halbmondförmigen Arbeitsende zur Kürettage im Rahmen einer Parodontalbehandlung; von Dr. Clayton Gracey, University of Michigan, 1930 entwickelt. Im Gegensatz zu den Universalküretten umfasst ein G. K.-Satz 14, den jeweiligen Zahnoberflächen angepasste Instrumente.
Bakterienanfärbung, engl.: Gram stain; eine der Farbreaktion bei Bakterien, welche in erster Linie durch den unterschiedlichen Anteil von Murein in der Bakterien-Zellwand bedingt ist. Diese, nach dem gleichnamigen dänischen Bakteriologen entwickelte Färbung, dient zur diagnostischen Unterscheidung von:
grampositiven Bakterien (wie z.B. Staphylokokken, Streptokokken, Pneumokokken, Sporenbildner, Laktobazillen, Aktinomyzeten, Pilze) nehmen nach Anfärbung mit Gentianaviolett (Triphenylmethan-Farbstoff) eine dunkelblau-violette Farbe an,
gramnegativen Bakterien (wie z.B. Gonokokken, Menigokokken, Fusobakterien, Schraubenbakterien) zeigen eine rote Anfärbung.
gramlabilen Bakterien zeigen ein wechselndes Verhalten, bedingt z.B. durch das Alter oder Nährmedium bei speziellen Bakterienstämmen
säurefesten Bakterien, welche wachsartige Substanzen enthalten (z.B. Mycobakterien), sind mit den gängigen Färbemethoden nicht anfärbbar.
Bakterien, Granulozyten
engl.: granulation tissue; neugebildetes, blutgefäßreiches Gewebe; besondere Produktion bei der Wundheilung und bei chronischen Entzündungen, z.B. am Ende der Zahnwurzel eines avitalen Zahnes.
Bildet sich ein Zuviel an G. ("überschießende" Bildung), so spricht man von einem Granulationsgeschwulst (granulation tumor). In der ZHK z.B. als Epulis bekannt.
Eitersäckchen, Granuloma, "beherdeter Zahn" engl.: granuloma; Schlagwortbezeichnung für eine abgegrenzte Ansammlung von Granulationsgewebe als Reaktion auf entzündungsauslösende Stoffe (meist Mikroorganismen); in der ZHK meist als Synonym für eine Paradontitis apicalis chronica gebraucht. Generelle Einteilung in:
am häufigsten im Kieferbereich vorkommende Entzündungsreaktion aus lymphozytenhaltigem Granulationsgewebe als Schutzreaktion (mit bindegewebiger "Abkapselung") an der Wurzel von devitalen ("toten") Zähnen vorkommend. Das G. ist in der Regel mit denselben Keimen besiedelt, wie diese auch im endodontische Hohlraumsystem selbst anzutreffen sind. Es kann als Krankheitsherd u.U. den ganzen Körper beeinflussen ("Störfelder", Fokalinfektion). Gelegentliche Entartung zu einer (gutartigen) Zyste. Bei verminderter Abwehrlage des Körpers können G. zu einer "dicken Backe" bis hin zur Osteomyelitis führen. Vereinzelt kann sich der verflüssigte Inhalt eines G. einen Kanal durch den Kieferknochen und die Mundschleimhaut bahnen ( Fistel).
Eine Therapie besteht meist in einer Wurzelkanalbehandlung mit wechselnden medikamentösen Einlagen bis zur Auflösung des G. als Folge des Wegfalls des Entzündungsreizes oder Wurzelspitzenresektion mit G.-Entfernung. Im Extremfall (vernachlässigtes Gebiss, mangelnde Patienten-Compliance, fortgeschrittene Erkrankung des Zahnhalteapparates) in einer Extraktion des Zahnes
chronisch entzündetes Zahnnervgewebe innerhalb der intakten (geschlossenen) Pulpenkammer. Durch langsame Vergrößerung und dadurch bedingter Resorption des Zahnhartgewebes (Dentin) schimmert das G. als sich langsam vergrößender Fleck nach außen durch, welches im englischen als "pink spot (disease)" bezeichnet wird, wenn sich das G. innerhalb der Kronenpulpa befindet. Sehr selten auftretend; erste Erkennung meist im Röntgenbild als Zufallsbefund. Wird die meist noch lebende (vitale) erkrankte Pulpa nicht entfernt, kann die Resorption bis zur Zerstörung der Wurzel fortschreiten. Auslösende Ursachen sind bisher nicht bekannt. Die Behandlung besteht i.d.R. in einer Entfernung der Pulpa ( Vitalextirpation) und anschließender Wurzelkanalfüllung. pink spot
Abszess, apical, Behandlung von Milchzähnen, Calciumhydroxid, chronisch granulierende Entzündung, Hemisektion, Osteolyse, Osteonekrose, PAI-Index, periapikale Läsionen, Perkussionstest, PRI Index, Restostitis, Riesenzellgranulom, Schrödersche Lüftung, Sinusitis, Vitalitätsprüfung
©: medecoinfo.de
internes G. innerhalb des Wurzelpulpa
www.smw.ch/
©: SMW und Infomed-Verlags AG
Grauhan Syndrom ; engl.: Grauhan's syndrome; seltene erblich rezessive Kombination von Fehlbildungen der Finger, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und des Urogenitaltraktes
engl.: gray scale (value); Bezeichnung für:
Kontrast-Beeinflussung des Röntgenbildes
Ein menschliches Auge kann nur ca. 64 Grauwerte unterscheiden, ein CT aber 4096
Gy, engl.: do.; eine der SI-Einheiten für die durch Radioaktivität und andere ionisierende Strahlung verursachte Energiedosis; sie drückt die pro Masse absorbierte Energie aus. Es gilt die Formel 1 Gy = 1 J/kg = 100 rad. Weiter entspricht ein Gy einem Sievert (Äquivalentdosis)
"flacher Kiefer", engl.: geriatric jaw; altersbedingter, fast vollständiger Verlust der Alveolarfortsätze und anderer Teile der Kieferknochen (= spangenförmiger Unterkiefer). Ursache ist meist ein entzündlicher Schwund des Knochen durch Parodontitis oder ein nicht Abgedecktsein der zahnlosen Bezirke durch Zahnersatz (= Inaktivitätsatrophie). Vom anatomischen Aufbau des Alveolarfortsatzes von Ober- und Unterkiefers her ergibt sich beim Schwund ein kleinerer Durchmesser des Alveolarkamms im Oberkiefer und ein größerer im Unterkiefer.
Alveolarkammatrophie, Augmentation.
Röntgenröhre, Röntgenstrahlen, Strahlentherapie
Griebe ; Griefe, Vulgärbezeichnung für Lippenbläschen ( Herpes simplex) bzw. Mundwinkelrhagaden
Gripit™ ; Richwil Crown and Bridge Remover
engl.: Gritman's articulator, "fixed condylar guide"; 1899 patentierter "Mittelwert-Artikulator", welcher mit 15° gekrümmte Kondylenbahnen aufweist, aber noch auf eine anteriore Führungsplatte verzichtet. Wurde seinerzeit zusammen mit dem von Snow konstruierten Gesichtsbogen ("Snow facebow") angewandt, welcher ebenfalls als Vorläufer der heute gängigen Gesichtsbögen gilt.
Vordesinfektion, engl.: low-level disinfection; Bezeichnung für die Desinfektion ("Entseuchung") größerer Mengen oder größerer Bezirke mit infektiösem Material. Meist handelt es sich dabei um die Desinfektion von Räumen, Toiletten, Abwässern und Krankheitsprodukten (Eiter).
engl.: groove; rundliche Vertiefungen auf der Kaufläche unterer kleiner Backenzähne ( Prämolar) anstelle von Fissuren. Der Übergang zu echten Fissuren ist fließend. Im Sprachgebrauch häufig gleichgesetzt mit der Fossa (jene Vertiefung im Kauflächenbereich, auf die der Höcker des Gegenzahnes trifft).
Fissur, Fossa, Höcker, Kaufläche, Scherhöcker
engl.: base salary; Begriff aus dem Sozialrecht: Zur Finanzierung ihrer Ausgaben stehen den Gesetzlichen Krankenkassen überwiegend die Beiträge ihrer Mitglieder zur Verfügung. Diese orientieren sich an den eigentlichen Löhnen bzw. Gehältern ihrer Versicherten (sog. "Grundlohnsumme") bis zu einer jährlich variierenden Höchstgrenze - ohne spezielle Zulagen oder Gratifikationen - (sog. "Eckwerte").
Grauschleier, engl.: gray fog; Röntgenfilmschwärzung, welche bei der Entwicklung eines unbelichteten Röntgenfilms auftritt. Meist Lagerungsbedingt durch natürliche radioaktive Strahlung. Liegt der G. über dem Schwellenwert (der Bereich der Schwärzungskurve, der die Bildinformationen enthält), so wird er als Grauschleier bezeichnet.
engl.: basic health care; sowohl fachlich, wie auch gesellschaftspolitisch nur vage beschriebene Definition eines unbedingt notwendigen medizinischen Behandlungsangebotes in der Allgemeinmedizin, Zahnmedizin, Krankenpflege, usw., wobei eine "kostenlose Inanspruchnahme" - d.h. ohne eigene Zuzahlungen - dieser G. durch den Erkrankten möglich sein soll.
" = von Ärzten verordnet, von Patienten bezahlt", engl.: green prescription; Schlagwortbezeichnung für eine Folge der Gesundheitsreform ab 2004 (GMG):
Mit dem GKV-Modernisierungsgesetz werden in den meisten Fällen nicht-rezeptpflichtige Arzneimittel nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Diese primär unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffene Entscheidung grenzt Arzneimittel aus, die sich bisher in der Therapie bewährt haben - und die, auch nach Willen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung, weiterhin wichtiger Bestandteil der Therapie sein sollen. Das Grüne Rezept wird den Vertragsärzten zur Verfügung gestellt. Seine Ausgestaltung orientiert sich an den Rezeptvordrucken - mit einem wesentlichen Unterschied: Es ist GRÜN. Das Grüne Rezept geht auf eine Vereinbarung zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Apothekerverbänden sowie dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie und dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller zurück. Die Einführung des Grünen Rezeptes dient verschiedenen Zielen:
Gesundheitsreform ab 2004 (GMG), Pharmakon, Rezept
http://www.aerztezeitung.de/ ; http://www.aerztezeitung.de/ (Zumutbarkeit)
©: Ärztezeitung
Grüne Prophylaxe ; Ökologie in der Zahnarztpraxis; http://www.zm-online.de/hefte/Gruene-Prophylaxe_404133.html#1
Gruppenkontakt, engl.: canine or group guidance; dynamische Okklusion zwischen den Antagonisten auf der Laterotrusionsseite.
Eckzahnführung, Frontzahnführung, Gnathologie, Okklusion, Okklusionskonzepte, Zentrik
Kollektivprophylaxe, engl.: preventive dental treatment (for children up to 14, etc.); kariesvorbeugende Maßnahme für größere Bevölkerungsschichten ohne individuellen Charakter und besondere Gewichtung der Mitarbeit des Einzelnen; in der ZHK in D. meist in Form von zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen (vormals "Reihenuntersuchungen") in Kindergärten und Schulen. Hauptziel der G. ist es, den Kindern und Jugendlichen ein mundgesundheitsbewusstes Verhalten beizubringen. Zahmedizinische G. versteht sich weiter als eine Förderung zur Erreichung einer gesunder Lebensweise, und Unterstützung der Gesundheitsbildung in der Familie; generell zielt sie auf eine Eigenverantwortung für die persönliche Gesundheit hin.
Untersuchungen zeigen, dass Gruppenpräventionsprogramme dann keinen Erfolg zu haben scheinen, wenn sie lediglich "unterrichtenden Charakter" haben und keine Fluoride angewandt werden.
Die G. hat ihre Rechtsgrundlage im §21 Sozialgesetzbuch V und umfasst nach dessen gesetzlicher Definition die Untersuchung der Mundhöhle und die Anfertigung eines Zahnstatus, Fluoridierungs-Maßnahmen zur Verbesserung der Schmelzqualität (sog. "Zahnhärtung"), Ernährungsberatung und Anleitung zur Mundhygiene.
Die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege e. V. (DAJ) definiert gruppenprophylaktische Maßnahmen wie folgt:
Fissurenversiegelung bei gegebener Indikation
" 1,9 Millionen Kinder werden über die Gruppenprophylaxe an Schulen und Kindergärten erreicht."
BZÖG, DAJ, Individualprophylaxe, Karies, Kariesprophylaxe, Öffentlicher Gesundheitsdienstes, Prävention, Prophylaxe
Zur Rolle von Gruppen-, Individual- und Kollektivprophylaxe - Mehr Prävention im Milchgebiss! (zm, 2018)
(GBT); systematische Lösung für das Biofilm Management im Rahmen der professionellen Prophylaxe unter Anwendung der von EMS entwickelten AIRFLOW®, PERIOFLOW® und PIEZON® Technologien. https://www.ems-dental.com/de/guided-biofilm-therapy
wörtlich übersetzt: "Zahnfleisch-Lächeln", von engl. gum = Zahnfleisch; meist bedingt durch eine zu kurze Oberlippe und/oder eine vertikale Überentwicklung des Alveolarfortsatzes bzw. überlanger Schneidezähne; seltener durch eine Überaktivität der Oberlippenmuskulatur oder ein "Überwachsen" des Zahnfleischs über die Zahnkrone. Beim Lachen oder auch nur geringer Mundöffnung ist dabei überverhältnismäßig viel "Rot" (Zahnfleisch) zu sehen. Beim Lachen ist im Idealfall eine Fläche zwischen drei Vierteln der Kronenhöhe der oberen Schneidezähne und 2 mm der Gingiva zu sehen; sind mehr als 3 mm sichtbar, spricht man von einem g. s.. In kosmetisch ausgeprägten Fällen kann bei einem g. s. ein chirurgisches Hochverlagern des Oberkiefers oder Eingriffe an einem der Lachmuskeln (M. orbicularis oris) erforderlich sein.
ästhetische Analyse, Ästhetische Zahnmedizin, Frontzahnlinie (Lachlinie), Oberlippenlänge, Pink Esthetic Score, rosa Ästhetik
Goldgussfüllung, Einlagefüllung, Inlay, engl.: cast filling; eine der Bezeichnungen für eine Einlagefüllung (Inlay), welche im zahntechnischen Labor aus einer Metall-Legierung (i.d.R. eine goldhaltige) gegossen wird. Untergliederung in Inlay, Pinledge, Onlay, Overlay
Abdruckarten, aktives Zementieren, anfinieren, Haltbarkeit von Inlays vs. Teilkronen, Inlay, Onlay, Overlay, Passung, Scheibenschliffpräparation, Schlagpolierer
Sehr ausführliches Skript (Uni Tübingen, 2,7 MB), © Uni Tübingen
Klammer, Modellguss, Ney-Klammersystem
engl.: cast crown; im Gegensatz zur historischen Bandkrone heute überwiegende Kronenart, welche aus einer Legierung in einem Dentallabor im Metallguss-Verfahren hergestellt wird. Sie kann ganz aus Metall bestehen (= Vollgusskrone) oder zahnfarben verblendet sein (= Verblendkrone).
/ Gutachter, Sachverständiger, engl.: medical report / expert; Tätigkeiten durch "sachkundige Personen" (s.u.) bei Gerichts- und sonstigen Auseinandersetzungen/Überprüfungen. Im privatzahnärztlichen Bereich werden diese Gutachter von der Zahnärztekammer benannt. Nur diese Personen dürfen - auch nach der zahnärztlichen Berufsordnung - kritische Aussagen zu einer zahnärztlichen Arbeit tätigen. Das von einem Gutachter erstellte Gutachten ist juristisch von erheblicher Bedeutung und muss bei der Urteilsfindung vor einem Gericht angemessen berücksichtigt werden. Der Gutachter selbst schöpft sein Wissen aus den sog. Leitlinien, sonstigen Veröffentlichungen der wissenschaftlichen Fachgesellschaften (z.B. wissenschaftlichen Stellungnahmen) und seiner persönlichen Berufserfahrung.
Für gesetzliche Krankenversicherte besteht auf Grund von Regelungen im Sozialgesetzbuch V ein vorgerichtliches Gutachterverfahren, bei welchem die Gutachter einvernehmlich (mit Zustimmung der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen und der Gesetzlichen Krankenkassen) bestellt werden. Gegen die Beurteilung dieser G. gibt es verschiedene Beschwerdestellen (Prothetik-Einigungsausschuss, Obergutachter), bevor eine gerichtliche Untersuchung vor einem Sozialgericht eingeleitet werden kann. Wichtig für Patienten Gesetzlicher Kassen: Die Krankenkasse bezahlt nur solche Gutachten, die von ihr selbst in Auftrag gegeben wurden. Patienten sollten sich deshalb immer zunächst an ihre Krankenkasse wenden.
Im Bereich Zahnersatz wurden 2009 bei den Gesetzlich Versicherten insgesamt 146.259 G. (Planungs- und Mängelgutachten) durchgeführt. Bei 10,5 Millionen prothetischen Behandlungsfällen wurden lediglich 16.514 Mängelgutachten angefordert.
Behandlungsfehler, Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung, Haftung, Leitlinie, Mängelgutachten ("Mängelrüge"), MDK, MDZ, Nachbesserung, Schweigepflicht
Stellungnahme der Bundeszahnärztekammer zur Patientenberatung und Gutachterverfahren, 2008 ; ©: Bundeszahnärztekammer
http://www.bzaek.de/nc/patienten/patientenberatungsstellen.html
Daten und Fakten 2009 (Stichwort "Gutachterwesen", ausführliche Zahlen)
für Fragen zahnärztlicher Haftung, "Schiedsstelle", "Schlichtungsstelle", engl.: advisory committee for questions of dental liability; bei den Zahnärztekammern angesiedelte Schiedsstellen-ähnliche Einrichtung zur Klärung von Behandlungsfehlern und damit verbundenen Haftungsfragen. Sie wird von einem unabhängigen Richter unter Beisitz von 3 Zahnärzten geleitet. Jeder Patient - wie auch seltener - jeder Zahnarzt kann sich an diese Stelle im Streitfall wenden, ohne auf das spätere Recht zur Anrufung eines ordentlichen Gerichtes zu verzichten.
Behandlungsfehler, Beweislast, Gutachten, Haftung, Mängelgutachten ("Mängelrüge")
GfG, engl.: Expert Commission for Health Professionals; Kommission zur Überprüfung der Gleichwertig der Ausbildung, sog. "Gleichwertigkeitsprüfung" für (Zahn-)Ärzte aus Ländern (meist aus sog. Drittländern), in welchen die medizinischen Abschlüsse in D nicht anerkannt sind im Sinne von "gravierenden Unterschieden bezüglich der Fächer, die für die Ausübung des Berufs grundlegend sind". Untergebracht ist diese 2016 gegründete Einrichtung bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen.
Gutta-Flow ® ; neuartiges Wurzelkanalfüllmaterial; Sealer, Wurzelkanalfüllung; Herstellerinfo
Bei Raumtemperatur besitzt die G. den physikalischen beta-Zustand. Durch Erhitzung auf ca. 65° C (Erweichung) und anschließender Abkühlung entsteht bei einer Temperatur zwischen 49-42° C die klebrige alpha-Form, welche zwar gut fließfähig aber zu weich für eine Kondensation im Wurzelkanal ist.
Beim Guttapercha-Injektionsverfahren, engl.: gutta-percha injection technique, (z.B. Obtura®, Ultrafil®) wird G. auf etwa 70° erwärmt und mittels einer Injektion in den Wurzelkanal gebracht. Generell besteht bei derartigen Methoden eine fehlende bzw. eingeschränkte Längenkontrolle und dadurch eine Gefahr des Überfüllens ("Überstopfens").
Abdruck, BeeFill, BRT, Chloroform, Endotom, Guttapercha-Abformung, Plugger, Point, Separation, Wurzelkanalfüllung
Guttapercha-Abformung , Guttapercha Abdruck, engl.: guttapercha impression; historisches thermoplastisches Abdruckverfahren zahnloser Kiefer durch Guttapercha
GH, bakterielle DNS-Gyrase-Hemmer, zur Gruppe der Antibiotika gehörend, engl.: topoisomerase inhibitor; die Gyrase ist ein Enzym, das die Bakterien-DNA aufdrillt, damit diese in die Bakterienzelle passt. Die Verpackung der menschlichen Erbsubstanz ist völlig anders, weil unsere Zellen im Gegensatz zum Bakterium einen Zellkern besitzen.
Alfred, Züricher wissenschaftlich arbeitender Zahnarzt (1865 - 1957); u.a. bekannt durch die Gysi-Artikulationslehre und dem von ihm entwickelten Artikulator mit 34° Gelenkbahnneigung. Dieser sog. "Simplex-Artikulator" wird als einer der Vorläufer der Mittelwertartikulatoren angesehen.
Artikulator, Okklusionskonzepte, Truebyte-Artikulator
von Gysi entwickelter "Simplex"

References: § 2
 § 9
 § 10
 § 10
 §15
 §21