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Timestamp: 2020-04-04 05:28:08+00:00

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Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 11 ... / 2. Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen | Steuer Office Premium | Steuern | Haufe
Littmann/Bitz/Pust, Das Einkommensteuerrecht, EStG § 11 ... / 2. Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen
Einnahmen sind dann als regelmäßig wiederkehrend iSd § 11 Abs 1 S 2 EStG anzusehen, wenn sie aufgrund des zu Grunde liegenden Rechtsverhältnisses (vgl BFH v 06.07.1995, IV R 72/94, BFH/NV 1996, 209) regelmäßig wiederkehrend am Beginn o am Ende eines Kj zu erbringen sind, wie dies bei Mietzahlungen, Zinsen u Gehältern der Fall ist, vgl zu Sparzinsen: BFH v 10.12.1985, VIII R 15/83, BStBl II 1986, 342; zu monatlichen Abschlagszahlungen: BFH v 24.07.1986, IV R 309/84, BStBl II 1987, 16; zu Quartalsabschlusszahlungen: BFH v 06.07.1995, IV R 63/94, BStBl II 1996, 266. Nur wenn die Einnahme aufgrund des zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses ihrer Art nach regelmäßig wiederkehrend ist, findet § 11 Abs 1 S 2 EStG Anwendung. Regelmäßigkeit ist dann anzunehmen, wenn es sich um eine nach dem zu Grunde liegenden Rechtsverhältnis zweimal wiederkehrende Leistung handelt, Krüger in Schmidt, § 11 EStG Rz 26 (37. Aufl); Glenk in Blümich, § 11 EStG Rz 90 (Oktober 2013); aA FG SchlH v 20.07.1972, I 9/72, EFG 1972, 485; Kister in H/H/R § 11 EStG Rz 78 (Januar 2017): dreimalige Wiederkehr.
Liegen die vorgenannten Voraussetzungen vor, so ist bereits die erste Einnahme als regelmäßig wiederkehrend zu beurteilen, dies gilt auch für den Fall , dass weitere Zahlungen ausbleiben, Krüger in Schmidt, § 11 EStG Rz 26 (37. Aufl); Walter in Frotscher/Geurts, § 11 EStG Rz 42 (Dezember 2017).
Wird die Leistung freiwillig wiederkehrend erbracht, findet § 11 Abs 1 S 2 EStG keine Anwendung, FG D'dorf v 28.04.1971, X 290/70 L, EFG 1971, 432; dasselbe gilt, wenn die Leistung jeweils von einer neuen Entschlussfassung o Vereinbarung abhängig ist, vgl BFH v 06.07.1995, IV R 63/94, BStBl II 1996, 266.
Regelmäßigkeit ist dann anzunehmen, wenn die Einnahmen entsprechend dem zugrunde liegenden Rechtsverhältnis in bestimmten Zeitabständen u für bestimmte Zeitabschnitte (monatlich, jährlich) zahlbar sind, wie dies bei festen Zahlungs- bzw Fälligkeitsterminen der Fall ist, BFH v 10.10.1957, IV 98/56 U, BStBl III 1958, 23. Hingegen ist es nicht Voraussetzung, dass die Zahlungen in gleicher Höhe zu erbringen sind, BFH v 01.08.2007, XI R 48/05, BStBl II 2008, 282; BFH v 24.07.1986, IV R 309/84, BStBl II 1987, 16; BFH v 03.06.1975, VIII R 47/70, BStBl II 1975, 696.
Nicht unter die regelmäßig wiederkehrende Einnahmen fallen Dividenden u Gewinnanteile, Gratifikationen, Tantiemen, Raten in Abgeltung einer einmaligen Leistungsverpflichtung, rückständige Pachtzinsen, Lohnnachzahlungen, vgl BFH v 29.05.1998, VI B 275/97, BFH/NV 1998, 1477; BFH v 22.07.1993, VI R 104/92, BStBl II 1993, 795. § 11 Abs 1 S 2 EStG findet ferner keine Anwendung auf den Zufluss von sonstigen Bezügen als Arbeitslohn, BFH v 24.08.2017, VI R 58/15, BStBl II 2018, 72.
Ihrer Natur nach regelmäßig wiederkehrende Leistungen auf der Einnahmenseite sind:
Sparzinsen, BFH v 03.06.1975, VIII R 47/70, BStBl II 1975, 696; BFH v 23.09.1999, IV R 1/99, BStBl II 2000, 121 mwN; BMF v 27.09.2002, BStBl I 2002, 1346 Tz 1; BFH v 24.06.1987, IV R 309/84, BStBl II 1987, 16 zu Zinsen auf Raten; sonstige Zinsen, BFH v 10.12.1985, VIIII R 15/83, BStBl II 1986, 342;
Renten, Gehälter;
Unterhaltszahlungen, es sei denn, sie werden freiwillig o ganz unregelmäßig entrichtet, BFH v 22.05.1981, VI R 140/80, BStBl II 1981, 713;
Zahlungen der kassenärztlichen Vereinigung, BFH v 06.07.1985, IV R 63/94, BStBl II 1996, 266;
Miet- u Pachtzahlungen, BFH v 23.09.1999, IV R 1/99, BStBl II 2000, 121;
Erbbaurechtsentgelte;
periodische Abschlagszahlungen;
Beiträge zu einer Rentenversicherung, FG Münster v 17.08.2010, 1 K 1821/07 E, EFG 2010, 2080;
USt-Vorauszahlungen, BFH v 01.08.2007, XI R 48/05, BStBl II 2008, 282; BFH v 11.11.2014, VIII R 34/12, BStBl II 2015, 285.
Weiter ist für das Vorliegen regelmäßig wiederkehrender Einnahmen erforderlich, dass die Einnahmen kurz vor o kurz nach dem Jahreswechsel fällig geworden sind, eines festen Fälligkeits- o Zahlungstermin bedarf es hingegen nicht, BFH v 09.05.1974, VI R 161/72, BStBl II 1974, 547; BFH v 24.07.1986, IV R 309/84, BStBl II 1987, 16; BFH v 06.07.1995, IV R 63/94, BStBl II 1996, 266. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um (viertel-)jährlich, monatlich o wöchentlich fällige Zahlungen handelt, Krüger in Schmidt, § 11 EStG Rz 27 (37. Aufl). Es kommt auch nicht darauf an, ob die Zahlung noch in dem Kj fällig geworden ist, für das sie geleistet wird, vgl BFH v 23.09.1999, IV R 1/99, BStBl II 2000, 121 zu einer am 01.01. fälligen u am 05.05. gezahlten Pacht für den Dezember, die im Vorjahr zu erfassen ist; Glenk in Blümich, § 11 EStG Rz 92 (Oktober 2013); Krüger in Schmidt, § 11 EStG Rz 27 (37. Aufl). Das Erfordernis der Fälligkeit vor o kurz nach dem Jahreswechsel folgt aus dem Zweck der Regelung, Zufälligkeiten bei den zum Jahreswechsel fälligen Zahlungen zu vermeiden, insb bei nicht termingerechten Zahlungen, BFH v 24.07.1986, IV R 309/84, BStBl II ...

References: § 11
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