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Timestamp: 2020-05-27 04:16:09+00:00

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BPatG, 15.03.2000 - 32 W (pat) 261/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,15497
BPatG, 15.03.2000 - 32 W (pat) 261/99 (https://dejure.org/2000,15497)
BPatG, Entscheidung vom 15.03.2000 - 32 W (pat) 261/99 (https://dejure.org/2000,15497)
BPatG, Entscheidung vom 15. März 2000 - 32 W (pat) 261/99 (https://dejure.org/2000,15497)
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BPatGE 42, 250
(3) Da das Markengesetz keine Vorschriften für den Fall der Änderung und Erweiterung eines Löschungsbegehrens im Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt enthält, kann § 263 ZPO entsprechend angewendet werden (BPatGE 42, 250, 253).
Die Beschwerde der Markeninhaberin, die das Waren- und Dienstleistungsverzeichnis mit den Worten "ausgenommen die Werke von Karl May selbst" eingeschränkt hat, ist erfolglos geblieben (BPatGE 42, 250).
23 (3) Da das Markengesetz keine Vorschriften für den Fall der Änderung und Erweiterung eines Löschungsbegehrens im Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt enthält, kann § 263 ZPO entsprechend angewendet werden (BPatGE 42, 250, 253).
Ob "Pippi Langstrumpf" als Synonym für einen bestimmten charakterlichen Typus verwendet wird (vgl. hierzu die "Winnetou"-Entscheidungen BPatGE 42, 250 und BGH GRUR 2003, 342 und EuG T - 501/13), ist zweifelhaft, spielt allerdings für Beherbergungsdienstleistungen keine entscheidende Rolle, da diese nicht durch Charaktereigenschaften der Romanfigur beschrieben werden, sondern durch deren Umgebung, Abenteuer und Erlebnisse.
Die "Winnetou"-Entscheidungen (BGH GRUR 2003, 342; BPatGE 42, 250; EuG T-501/13) geben - anders als der Beschwerdeführer meint - zu keiner anderen Beurteilung Anlass, obwohl es sich auch dort ebenfalls um den Namen einer fiktiven Person handelt.
Die "Winnetou"-Entscheidungen (BPatGE 42, 250 und BGH GRUR 2003, 342) geben zu keiner anderer Beurteilung Anlass.
Ob auch die Namen von Roman- und Bühnenfiguren, die hinsichtlich ihrer hervorstechendsten Eigenschaften und Charakterzügen zu einer allgemeinen Typenbezeichnung geworden sind - im "Winnetou"-Beschluss des Senats (BPatGE 42, 250, 254) sind als weitere Beispiele "Don Quichote, Werther, Michael Kohlhaas, Woyzeck und Sherlock Holmes" genannt -, unter dieses Schutzhindernis fallen, kann vorliegend dahingestellt bleiben; denn "Percy Stuart" steht - wie oben bereits ausgeführt - nicht für einen bestimmten Typ.
Soweit aus dem - wohl zu weit gefassten - ersten Leitsatz des o. a. "Winnetou"Beschlusses (BPatGE 42, 250) abgeleitet werden sollte, die Namen sämtlicher bekannter Romanfiguren aus gemeinfrei gewordenen Werken unterlägen (als den Inhalt beschreibend) einem Freihaltebedürfnis i. S. d. § 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG, könnte der Senat an dieser Rechtsauffassung nicht festhalten; der Bundesgerichtshof hat in seiner im Rechtsbeschwerdeverfahren ergangenen "Winnetou"Entscheidung (GRUR 2003, 342) diese Überlegung auch nicht aufgegriffen (vielmehr sich im konkreten Fall ausschließlich auf fehlende Unterscheidungskraft gestützt).
Daraus folgt, dass zahlreiche für das Parteiverfahren im Zivilprozess einschlägige Vorschriften (§§ 56 ff., §§ 66 ff., §§ 91 ff. ZPO) entsprechende Anwendung finden, soweit die Besonderheiten des patentamt- bzw. -gerichtlichen Verfahrens dies nicht ausschließen (BPatG GRUR 2004, 685 (688) - LOTTO; BPatGE 42, 250, 253 - Winnetou).
Eine Erweiterung des ursprünglichen Löschungsantrags durch den Löschungsantragsteller im Hinblick auf die Löschungsgründe ist zwar unter den Voraussetzungen der §§ 263, 264 ZPO möglich, setzt aber die hier nicht gegebene Einwilligung des Markeninhabers (BPatG BeckRS 2009, 17856 - Winnetou) oder die Annahme der Sachdienlichkeit voraus.
Daraus, dass der Senat am selben Tag die Schutzfähigkeit der Bezeichnung "Winnetou" für vergleichbare Waren und Dienstleistungen sowie die Zulässigkeit eines entsprechenden Ausnahmevermerks ("ausgenommen die Werke von Karl May selbst") verneint habe (BPatGE 42, 250 - Winnetou), an dem er die Schutzfähigkeit der vorliegenden Marke und die Zulässigkeit eines Ausnahmevermerks im Waren- und Dienstleistungsverzeichnis bejaht habe, ergebe sich, dass der Senat die Überlegungen im Verfahren "Winnetou" bewusst nicht auf das Verfahren "Karl May" habe übertragen wollen.

References: § 263
 § 263
 BGH 
 EuG 
 EuG 
 BGH 
 § 8