Source: https://www.strafrechtsiegen.de/die-gefaehrliche-koerperverletzung/
Timestamp: 2018-11-13 07:43:40+00:00

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Sofern eine Körperverletzung angeklagt wird, gilt es zwischen einer einfachen, gefährlichen und schweren Körperverletzung zu unterscheiden. Die gefährliche Körperverletzung unterscheidet sich von der einfachen dadurch, dass sie durch ein bei der Tat verwendetem Mittel definiert wird.
1 Was ist eine gefährliche Körperverletzung und welche Strafe droht?
1.1 § 223 StGB – Körperverletzung
1.2 § 224 StGB – Gefährliche Körperverletzung
1.3 Die einfache Körperverletzung nach § 223 StGB
1.4 Einzelne Arten der gefährlichen Körperverletzung
1.4.1 Gift oder andere gesundheitsschädliche Stoffe
1.4.2 Waffe oder gefährliches Werkzeug
1.4.3 Hinterlistiger Überfall
1.4.4 Gemeinschaftlich
1.5 Versuchte gefährliche Körperverletzung: Bestraft wird auch hier!
1.6 Das Strafmaß
1.8 Jetzt beraten lassen!
Was ist eine gefährliche Körperverletzung und welche Strafe droht?
Da die gefährliche Körperverletzung eine Qualifikation der einfachen ist, muss auch bei ihrer rechtlichen Betrachtung sowohl der Tatbestand des § 223 StGB sowie derjenige des § 224 StGB berücksichtigt werden. Sie sagen:
§ 223 StGB – Körperverletzung
§ 224 StGB – Gefährliche Körperverletzung
Die einfache Körperverletzung nach § 223 StGB
Foto: vchal/Bigstock
Nach § 223 Abs. 1 StGB macht sich derjenige einer Körperverletzung strafbar, wer eine andere Person wissentlich und/ oder willentlich körperlich misshandelt oder eine Gesundheitsschädigung zufügt. Da sich es bei der gefährlichen Körperverletzung um eine Qualifikation des § 223 StGB handelt, müssen auch die hier vorgegebenen Voraussetzungen enthalten sein.
Eine körperliche Misshandlung liegt in diesem Zusammenhang bei jeder üblen unangemessenen Behandlung vor, die entweder das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt.
Von einer Gesundheitsschädigung spricht man demgegenüber beim Hervorrufen oder Steigern eines (vorübergehenden) pathologischen Zustandes. Eine körperliche Misshandlung ist dafür nicht notwendig.
Beide Voraussetzungen müssen nicht vorliegen. Vielmehr ist es ausreichend, dass eines der beiden Tatbestandsmerkmale erfüllt ist.
Einzelne Arten der gefährlichen Körperverletzung
Wie sich aus dem Gesetzeswortlaut des § 224 Abs. 1 StGB schon ergibt, muss für dessen tatbestandliche Verwirklichung neben den Voraussetzungen aus § 223 StGB eine der aufgelisteten Mittel bei der Körperverletzung verwendet worden sein.
Gift oder andere gesundheitsschädliche Stoffe
Als Gift werden organische sowie anorganische Stoffe bezeichnet, die durch chemische Wirkung die Gesundheit beeinträchtigen können.
Gesundheitsschädliche Stoffe können mechanisch (z.B. Glassplitter essen) oder thermisch wirken. Auch Viren fallen unter diesen Begriff.
Waffe oder gefährliches Werkzeug
Als gefährliches Werkzeug gelten alle Gegenstände, die nach der konkreten Art ihrer Verwendung geeignet sind, erhebliche Verletzungen herbeizuführen. Konkretes Beispiel dafür ist die Schusswaffe. Auch festes Schuhwerk kann im Einzelfall als gefährlicher Gegenstand gewertet werden, wenn der Täter diesen für Tritte gegen den Kopf des Opfers verwendet.
Hinterlistiger Überfall
Eine hinterlistige Körperverletzung setzt voraus, dass die Tat im Vorfeld geplant wurde. Der Täter hat dabei seine Absichten versteckt und hat dem Opfer dadurch eine Verteidigungsmöglichkeit genommen oder jedenfalls erschwert. Die Hinterlist kann durch Auflauern, Anschleichen oder Entgegentreten mit vorgetäuschter Friedfertigkeit erfolgen.
Eine Körperverletzung wird gemeinschaftlich ausgeführt, wenn mindestens zwei Personen am Geschehen beteiligt sind. Die Qualifikation zur gefährlichen Körperverletzung erhält diese Begehungsmöglichkeit dadurch, dass das Opfer in seiner Abwehrmöglichkeit eingeschränkt wird, wenn sich die Täter in der Überzahl befinden.
Versuchte gefährliche Körperverletzung: Bestraft wird auch hier!
Im Gegensatz zu vielen anderen Delikten steht der Versuch der gefährlichen Körperverletzung unter Strafe. Das bedeutet, dass auch wenn der konkrete Erfolg, also die körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung, am Opfer nicht realisiert werden kann, macht sich der Täter wegen eines Versuchs strafbar.
Für eine gefährliche Körperverletzung ist die Strafe meist mit einem Gefängnisaufenthalt verbunden. Laut der Vorschrift des § 224 Abs. 1 StGB beträgt das Strafmaß der gefährlichen Körperverletzung sechs Monate bis 10 Jahre Freiheitsstrafe. Im Gegensatz zur einfachen Körperverletzung kann diese Strafe nicht mit einer Geldstrafe umgangen werden.
Besteht ein minder schwerer Fall, so kann die Freiheitsstrafe als eine Bewährungsstrafe ausgesetzt werden.
Wird die gefährliche Körperverletzung durch einen Minderjährigen begangen, so muss der Vollzug und die Strafe derart gestaltet sein, dass die Resozialisierung und der erzieherische Lernerfolg bestmöglich sind.
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