Source: https://hospiz-akademie.de/2020/P10.html
Timestamp: 2020-01-28 17:17:33+00:00

Document:
Hospiz-Ak. BA: P10/2020 Behandlung im Voraus planen (BVP) - § 132 g SGB V
Behandlung im Voraus planen (BVP) - § 132 g SGB V
Modulare Weiterbildung nach dem Standard der DiV-BVP e.V.
In § 132 g SGB V des Hospiz- und Palliativgesetzes wurde das Angebot einer „Gesundheitlichen Versorgungsplanung" in Pflegeeinrichtungen der Alten- und Eingliederungshilfe verankert. Den Bewohnern und ihren gesetzlichen Betreuern/Angehörigen kann eine Beratung zur gesundheitlichen Versorgungsplanung angeboten werden, die von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird. Inhaltlich beruht eine derartige Vorausplanung auf dem international etablierten Konzept des „Advance Care Planning" (ACP). Eine deutsche Adaption erfolgt durch das Konzept „Behandlung im Voraus planen" (BVP) nach den Standards der Deutschen interprofessionellen Vereinigung Behandlung im Voraus Planen e.V. (DiV-BVP)..Die Vorausplanung wird dabei als mehrzeitiger kommunikativer Prozess verstanden, innerhalb dessen die Wünsche der Bewohner an ihre zukünftige medizinische Behandlung und Versorgung ermittelt, anwendungstauglich dokumentiert und bei Bedarf aktualisiert werden.
Die Vorausplanung wird durch qualifizierte Gesprächsbegleiter angeboten. Daneben hat die Einrichtung im Rahmen ihres Aufgabenbereiches sicherzustellen, dass der ermittelte Patientenwille auch zur Umsetzung gelangt (interne Vernetzung). Zusätzlich ist durch eine enge Zusammenarbeit mit den regionalen Versorgungs- und Betreuungsanbietern darauf hinzuwirken, dass diese den Willen des Bewohners umsetzen (externe Vernetzung). Damit bedarf es einer „institutionellen und regionalen Implementierung" und Koordination des Konzeptes. Grundvoraussetzung der Finanzierung gemäß §132g SGB V ist die Erstellung eines Konzeptes zur Implementierung.
Die 8-tägige modulare Präsenzschulung orientiert sich an den Anforderungen des § 132 g SGB V sowie darüber hinaus an dem aktuellen Schulungsstandard der Deutschsprachigen interprofessionellen Vereinigung Behandlung im Voraus planen (DiV-BVP e.V.). Sie umfasst ein Basismodul (Modul A = 3 Tage) und zwei Aufbaumodule (Modul B = 3 Tage; Modul C = 2 Tage) Zusätzlich gibt es zwei Praxisteile. Nur ein erfolgreiches Durchlaufen aller Abschnitte berechtigt dauerhaft zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen.
Das Basismodul (Modul A) richtet sich an Mitarbeiter, die die institutionelle Implementierung und Koordination unterstützen (nach erfolgreichem Abschluss von Modul A), und ist das erste Modul zur Ausbildung zum Gesprächsbegleiter.
Das Basismodul enthält folgende Themenfelder und Methoden:
Ethische Grundlagen: Hintergrund zu Patientenautonomie, Stellvertreterentscheidung Rechtliche Grundlagen: Betreuung und Patientenverfügungsgesetz
Um an den für die Weiterbildung zum Gesprächsbegleiter erforderlichen zwei Aufbaumodulen teilnehmen zu können, bedarf es neben einer Empfehlung durch das BVP-Trainerteam jeweils des Nachweises der zwischen Modul A und B durchgeführten 6 Übungsgespräche des Praxisteils 1 (s. Hinweise). Es sind maximal 10% Fehlzeiten zulässig. Sollte die Weiterbildung unterbrochen werden müssen, ist das nächste Modul innerhalb eines Jahres zu beginnen. Ist dies nicht möglich, ist der Kurs neu zu beginnen.
insgesamt 12 selbständig durchgeführte Übungsgespräche;
Nach der erfolgreichen Teilnahme an allen drei Modulen und dem Absolvieren von Praxisteil 1 sind die Gespräche gemäß der § 12 der Vereinbarung vom 13.12.17 zu § 132g SGB V vorläufig abrechenbar.
Die endgültige Zertifizierung gemäß der Vereinbarung vom 13.12.17 zu § 132g SGB V erfordert im Anschluss den Nachweis von Praxisteil 2.
Teilnahme an drei von vier Plenartreffen im Laufe eines Jahres (im Kurspreis enthalten)
Praxisteil 2 wird durch die Akademie begleitet. Diese erstellt das Zertifikat, sofern Teil 2 erfolgreich abgeschlossen wurde. Wenn das Zertifikat nicht innerhalb eines Jahres nach Abschluss von Teil 1 der Qualifizierung den Kassen vorgelegt, gilt die Weiterbildung als nicht abgeschlossen und weitere Leistungen werden nicht erbracht (§ 12 Abs. 7 Rahmenvereinbarung).
berufliche Voraussetzungen: abgeschlossenes Studium im Bereich der Gesundheits-, Pflege-, Geistes-, Sozial-, oder Erziehungswissenschaften oder alternativ eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem Beruf der Gesundheitswissenschaften sowie eine mindestens dreijährige, für die gesundheitliche Versorgungsplanung einschlägige Berufserfahrung innerhalb der letzten 8 Jahre mit mindestens einer halben Stelle.
personale Kompetenzen wie Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstreflexion, nicht-direktiver Kommunikation, Empathie, Vernetzung
Personen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, können teilnehmen; die Gespräche können jedoch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden.
Ärzte, Sozialpädagog/innen, examinierte Pflegende und pädagogische Fachkräfte in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe
Beginn: Montag, 7. Dezember 2020, 9.00 Uhr
Ende: Mittwoch, 9. Dezember 2020, 17.30 Uhr
Beginn: Montag, 8. März 2021, 9.00 Uhr
Ende: Mittwoch, 10. März 2021, 17.30 Uhr
Beginn: Montag, 17. Mai 2021, 9.00 Uhr
Ende: Mittwoch, 19. Mai 2021, 17.30 Uhr
Anmeldung: : bis 15. November 2020
1.500,-- Euro (alle 3 Module)
1.971,-- Euro (alle 3 Module inkl. Übernachtung/Verpflegung)
Zzgl. 150,--Euro pro Coaching (4 Termine) in den Einrichtungen durch die Trainer und anfallende Reisekosten.
Plenartreffen sind kostenfrei.
Prof. Dr. Dr. med. Berend Feddersen, Neurologe, Palliativmedizin
Dr. rer. biol. hum. Sabine Petri, MAS Palliative Care, Psychoonkologin, Juristin

References: § 132
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