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Timestamp: 2018-02-20 15:45:40+00:00

Document:
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Titel
DGUV Regel 101-017
Infektionsgefahr in
medizinischen Bereichen
vom Oktober 2001
Aktualisierte Fassung Oktober 2006
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Inhalt
4.2 Zuordnung zu den Schutzstufen
5 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit bei der Arbeit
5.1 Betriebsanweisung, Unterweisung
5.2 Beschäftigungsbeschränkungen
5.3 Schutzmaßnahmen
5.4 Spezielle Schutzmaßnahmen
7 Verhalten nach Unfällen
Anhang 1 Muster-Gefährdungsbeurteilung
Anhang 2 Prüfliste zur Gefährdungsbeurteilung
Anhang 3 Muster-Betriebsanweisung
Anhang 4 Merkblatt "Kanülenstichverletzung"
Anhang 5 Vorschriften und Regeln
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Vorbemerkung
Werden verbindliche Inhalte aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder aus Unfallverhütungsvorschriften wiedergegeben, sind sie durch Fettdruck kenntlich gemacht oder im Anhang zusammengestellt. Erläuterungen, insbesondere beispielhafte Lösungsmöglichkeiten, sind durch entsprechende Hinweise in Kursivschrift (in blauer Schrift für Bildschirmdarstellung / Anm. d. Red.) gegeben.
Die in dieser BG-Regel enthaltenen technischen Lösungen schließen andere, mindestens ebenso sichere Lösungen nicht aus, die auch in sicherheitstechnischen Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder der Türkei oder anderer Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum ihren Niederschlag gefunden haben können.
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Anwendungsbereich
Biologische Arbeitsstoffe sind Mikroorganismen einschließlich gentechnisch veränderter Mikroorganismen, Zellkulturen und humanpathogene Endoparasiten, die Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können.
Siehe § 2 Abs. 1 der Biostoffverordnung.
In den hier behandelten Bereichen kommen in der Regel keine gentechnisch veränderten Mikroorganismen vor, die bei Menschen Infektionen und Erkrankungen hervorrufen können.
Bezüglich der Gefahren aus physikalischen und chemischen Einwirkungen siehe:
TRGS 525 "Umgang mit Gefahrstoffen in Einrichtungen der humanmedizinischen Versorgung",
TRGS 540 "Sensibilisierende Stoffe",
BG-Regel "Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst" (BGR 206).
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Begriffsbestimmungen
Alten- und Pflegeheime, jedoch deren medizinische Behandlungseinrichtungen,
Zu den Reinigungsarbeiten zählen zum Beispiel:
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Vergabe von Aufträgen
3.1 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr nach dieser BG-Regel und im Übrigen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechend durchgeführt werden. Abweichungen sind zulässig, wenn die gleiche Sicherheit auf andere Art und Weise gewährleistet wird.
3.2 Erteilt der Auftraggeber Arbeiten an Auftragnehmer, so hat er für den Fall, dass bauliche Anlagen für die Durchführung von Schutzmaßnahmen erforderlich sind, sicherzustellen, dass solche Anlagen für die Beschäftigten des Auftragnehmers zur Verfügung stehen bzw. Anlagen des Auftraggebers mitbenutzt werden können.
3.3 Erteilt ein Auftraggeber Aufträge an Auftragnehmer, so hat er diese bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der betriebsspezifischen Gefahren zu unterstützen. Er hat sich zu vergewissern, dass die Beschäftigten seiner Auftragnehmer, die in seinem Betrieb tätig werden, hinsichtlich der Gefahren für ihre Sicherheit und Gesundheit während ihrer Tätigkeit in seinem Betrieb angemessene Anweisungen erhalten haben.
Um die Gefährdung beurteilen zu können, sind Informationen über die Identität und das Infektionspotential der vorkommenden biologischen Arbeitsstoffe erforderlich.
Der Auftraggeber hat anzugeben, welche biologischen Arbeitsstoffe an den entsprechenden Arbeitsplätzen oder in Arbeitsräumen vorkommen können.
Die Unterstützung des Auftragnehmers durch den Auftraggeber bei der Erstellung der Gefährdungs- und Belastungsbeurteilung sollte schriftliche vor der Auftragserteilung erfolgen, so dass der Auftragnehmer die erforderlichen Maßnahmen einschätzen kann.
Siehe §§ 5 und 6 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).
3.4 Ist der Auftraggeber nicht in der Lage, die Pflichten nach Abschnitt 3.3 wahrzunehmen, hat er diese Pflichten schriftlich auf eine fachlich geeignete Person zu übertragen.
3.5 Vergibt der Auftraggeber Arbeiten an Auftragnehmer, dann hat er, soweit dies zur Vermeidung einer möglichen gegenseitigen Gefährdung erforderlich ist, eine Person zu bestimmen, die die Arbeiten aufeinander abstimmt. Er hat dafür zu sorgen, dass diese Person Weisungsbefugnis gegenüber seinen Auftragnehmern und deren Beschäftigten hat.
Siehe § 6 Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).
Eine gegenseitige Gefährdung liegt z.B. vor, wenn für das Reinigungspersonal nicht vorhersehbare Gefahren durch biologische Arbeitsstoffe vorhanden sind, z.B. Auftreten von Infektionskrankheiten im Stationsbereich.
3.6 Sind die Informationen des Auftraggebers nach Abschnitt 3.3 nicht ausreichend, so hat der Unternehmer von sich aus beim Auftraggeber spätestens vor Aufnahme der Arbeiten Erkundigungen zu Art und Ausmaß der Gefährdungen im Arbeitsbereich einzuholen.
Siehe § 5 Abs. 1 der Biostoffverordnung.
3.7 Vergibt der Auftragnehmer Aufträge, die er von einem Auftraggeber übernommen hat, an Nachunternehmer weiter, so treffen ihn die Pflichten des Auftraggebers selbst.
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Gefährdungsbeurteilung
4.1.1 Der Unternehmer hat vor Aufnahme der Arbeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Diese ist bei maßgeblichen Veränderungen der Arbeitsbedingungen sowie bei Auftreten von möglicherweise durch biologische Arbeitsstoffe bedingten Infektionen und Erkrankungen bei der Tätigkeit zu aktualisieren. Das Ergebnis ist schriftlich festzulegen.
Siehe §§ 7 und 8 der Biostoffverordnung.
Muster einer Gefährdungsbeurteilung siehe Anhang 1 .
4.1.2 Bei der Ermittlung und Beurteilung der Gefährdung müssen folgende Informationen eingeholt werden:
Festlegung und Bezeichnung der Arbeitsbereiche sowie Arbeitsverfahren,
Bezeichnung der Art, des Umfanges und der Dauer der Tätigkeiten,
Beschreibung der biologischen Arbeitsstoffe und der Bedingungen, unter denen erfahrungsgemäß Krankheitserreger übertragen werden können,
Beurteilung von Expositionsmöglichkeiten gegenüber den Krankheitserregern,
Zuordnung der Tätigkeiten und Bereiche zu den Schutzstufen. Dabei hat die Zuordnung entsprechend den zu erwartenden Gefährdungen unter Berücksichtigung der Risikogruppen und unter Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen zu erfolgen.
Einstufung biologischer Arbeitsstoffe in Risikogruppen siehe § 4 der Biostoffverordnung, Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe
TRBA 460 Einstufung von Pilzen in Risikogruppen ,
TRBA 462 Einstufung von Viren in Risikogruppen ,
TRBA 466 Einstufung von Bakterien in Risikogruppen,
und BG-Informationen der Reihe "Sichere Biotechnologie" (BGI 628 bis 636).
Gleiche Arbeitsbereiche können verschiedenen Schutzstufen zugeordnet werden, je nach dem, welche Infektionserreger vorkommen und welche Tätigkeiten ausgeführt werden.
Zuordnung zu den Schutzstufen siehe Abschnitt 4.2.
Festlegungen der Arbeitsverfahren, der Arbeitsmittel und der Arbeitsschutzmaßnahmen unter dem Aspekt der Gefährdungsminimierung.
Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen kann die Beurteilung eines entsprechenden Arbeitsbereiches oder einer Tätigkeit ausreichend sein.
Infektionsgefahren bei Reinigungsarbeiten ergeben sich vorrangig bei
direktem Kontakt zu Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut,
direktem Kontakt zu Ausscheidungen (Stuhl) von infizierten Patienten
beim Einatmen von durch Tröpfcheninfektion übertragener Erreger, z.B. bei Lungentuberkulose.
Prüfliste zur Gefährdungsbeurteilung siehe Anhang 2 .
Zuordnung zu den Schutzstufen
4.2.1.1 Die Zuordnung zu den Schutzstufen ist tätigkeitsbezogen im Rahmen der Gefähr-dungsbeurteilung zu ermitteln. Der Arbeitgeber hat sich bei der Gefährdungsbeurteilung fachkundig beraten zu lassen, sofern er nicht selbst über die erforderliche Fachkenntnis verfügt.
Siehe § 7 Abs. 1 und 2 der Biostoffverordnung.
In der Regel kann die Zuordnung der Reinigungstätigkeiten zu den Schutzstufen gemäß Abschnitten 4.2.2 und 4.2.3 erfolgen.
Fachkundige Personen sind insbesondere der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
4.2.1.2 Ist eine Zuordnung nicht möglich, so sind die erforderlichen Schutzmaßnahmen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik vorzunehmen.
Siehe Abschnitt 7.3 der BG-Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (BGR 250/TRBA 250).
4.2.2 Schutzstufe 1
Der Schutzstufe 1 sind Reinigungsarbeiten in Bereichen zuzuordnen, in denen die Infektionsgefahren als gering einzuschätzen sind.
Betroffene Bereiche können z.B. sein:
Allgemeine Verkehrswege (Treppen, Flure, Stationsflure),
allgemein zugängliche Toilettenanlagen,
Patienten- und Besucheraufenthaltsräume,
Wartebereiche für Patienten und Besucher,
Umkleide-, Aufenthalts- und Sozialräume für das Personal,
Patientenzimmer einschließlich zugeordneter sanitärer Anlagen, soweit nicht von einer höheren Schutzstufe erfasst.
4.2.3 Schutzstufe 2
Der Schutzstufe 2 sind Reinigungsarbeiten zuzuordnen, bei denen Infektionsgefahren durch Erreger der Risikogruppe 2 oder 3** gemäß Biostoffverordnung auftreten können und die nicht der Schutzstufe 3 zuzuordnen sind.
Stationsflure,
Patiententoiletten,
Patientenbehandlungsräume,
Arbeitsräume des medizinischen Personals,
Infektionseinrichtungen,
mikrobiologische Laboratorien,
Pädiatrische Einrichtungen.
Erreger der Risikogruppe 2 der Biostoffverordnung sind insbesondere
solche, die über die Atemwege übertragen werden, z.B. Röteln, Keuchhusten, Masern, Mumps, Windpocken.
Betroffene Bereiche sind pädiatrische Einrichtungen. Hier kann eine spezielle arbeitsmedizinische Beratung erforderlich sein. Es können auch spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen erforderlich sein, z.B. bei Infektionsgefährdung durch vorstehend genannte Erreger. Auf die besondere Gefährdung des ungeborenen Lebens in der Schwangerschaft, z.B. durch Windpocken und Röteln, wird hingewiesen.
Beschäftigungsbeschränkungen für Schwangere ergeben sich aus der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz,
solche, die durch den Mund bzw. über den Verdauungstrakt übertragen werden, z.B. der Erreger der Hepatitis A (HA-Virus).
Infektionseinrichtungen, soweit nicht der Schutzstufe 3 zugeordnet,
Stuhllaboratorien,
pädiatrische Einrichtungen z.B. bei regelmäßigem Stuhlkontakt.
Bei bestimmten biologischen Arbeitsstfoffen, die in der Richtlinie 2000/54/EG in Risikogruppe 3 eingestuft und mit zwei Sternchen (**) versehen wurden, ist das Infektionsrisiko für Arbeitnehmer begrenzt, da eine Infizierung über den Luftweg normalerweise nicht erfolgen kann (siehe auch Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 462 "Einstufung von Viren in Risikogruppen" ).
Erreger der Risikogruppe 3** sind im Wesentlichen die Erreger der Hepatitis B und C. Sie werden durch Kontakt zu Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut aufgenommen oder werden bei Stich- und Schnittverletzungen an benutzten Instrumenten oder Kanülen übertragen. In Einzelfällen können auch andere Erreger zu einer Gefährdung führen, z.B. HIV bei Einsatz in Spezialstationen.
Besonders betroffene Bereiche können z.B. sein:
Operationseinrichtungen,
Infektionseinrichtungen, soweit nicht der Schutzstufe 3 zuzuordnen,
Intensiveinrichtungen,
Endoskopieeinrichtungen,
Notfallbehandlungseinheiten,
Kreißsäle,
Medizinische Laboratorien,
Sektionseinrichtungen,
Zahnärztliche Behandlungseinrichtungen.
Eine Gefährdung kann darüber hinaus auch in folgenden Bereichen möglich sein, wenn es bei der Tätigkeit regelmäßig und in größeren Umfang zu Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten bzw. Ausscheidungen kommen kann, z.B. bei direktem Kontakt zu benutzten Instrumenten, Kanülen oder sonstigen Materialien, wenn die Gefährdung durch technische und organisatorische Maßnahmen nicht verringert werden kann.
Siehe Abschnitt 3.2.3 der BG-Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (BGR 250/TRBA 250).
Einrichtungen der Bettenreinigung einschließlich Schwarzbereich der Wäscherei.
4.2.4 Schutzstufe 3
Der Schutzstufe 3 sind Reinigungsarbeiten in Bereichen zuzuordnen, in denen sich Patienten befinden oder behandelt werden, die bekanntermaßen an einer offenen Lungentuberkulose erkrankt sind.
Erreger der Lungentuberkulose können mit der Atemluft in Form von Stäuben bzw. Aerosolen aufgenommen werden.
Tuberkuloseeinrichtungen,
pulmologische Einrichtungen,
veterinärmedizinische Bereiche.
Eine Zuordnung in Schutzstufe 3 ist auch dann gegeben, wenn beim Transport von Abfällen der Gruppe C (Abfallschlüssel 18 01 03; TRBA 250 und LAGA-Richtlinie) aus den geschlossenen Behältnissen Müll freigesetzt werden kann.
4.2.5 Schutzstufe 4
Der Schutzstufe 4 sind Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahren durch Erreger der Risikogruppe 4 zuzuordnen, bei deren Auftreten in Abstimmung mit der staatlichen Arbeitsschutzbehörde, der Berufsgenossenschaft und dem Gesundheitsamt Maßnahmen im Einzelfall zu treffen sind.
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit bei der Arbeit
Betriebsanweisung, Unterweisung
5.1.1 Der Unternehmer hat auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung vor Aufnahme der Tätigkeiten eine arbeitsbereichs- und stoffbezogene Betriebsanweisung zu erstellen, in der auf die Gefahren für den Menschen hingewiesen wird sowie die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Verhaltensmaßregeln festgelegt werden. Auf die sachgerechte Entsorgung entstehender gefährlicher Abfälle ist hinzuweisen. Die Betriebsanweisung ist in verständlicher Form und Sprache der Versicherten abzufassen und an geeigneter Stelle in der Arbeitsstätte bekanntzumachen. In der Betriebsanweisung sind auch Anweisungen über das Verhalten im Gefahrfall und über die Erste Hilfe zu treffen.
Siehe § 12 der Biostoffverordnung und § 4 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).
Musterbetriebsanweisung siehe Anhang 3 .
5.1.2 Die Versicherten sind vom Unternehmer anhand der Betriebsanweisung über die auftretenden Gefahren sowie über die Schutzmaßnahmen vor Aufnahme der Beschäftigung oder bei maßgeblichen Änderungen der Arbeitsbedingungen und danach mindestens einmal jährlich und arbeitsplatzbezogen zu unterweisen. Die Unterweisungen sind zu dokumentieren.
Siehe § 12 der Biostoffverordnung
Im Rahmen der Unterweisung ist für die Beschäftigten eine allgemeine arbeitsmedizinische Beratung durchzuführen.
Siehe § 12 Abs. 2a der Biostoffverordnung und § 4 Abs. 2 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).
5.1.3 Der Unternehmer hat darauf hinzuwirken, dass die Versicherten die in den Betriebsanweisungen genannten Schutzmaßnahmen und Verhaltensmaßregeln beachten.
5.1.4 Für Tätigkeiten mit erhöhter Unfallgefahr, bei denen als Folge eines Unfalles mit Infektionen zu rechnen ist, hat der Unternehmer zusätzliche Arbeitsanweisungen zur Verhütung von Unfällen aufzustellen.
Siehe § 12 Abs. 3 Biosfoffverordnung.
Eine solche Tätigkeit kann z.B. die Abfallbeseitigung im Krankenhaus sein.
Als mögliche Unfälle kommen z.B. Stich- und Schnittverletzungen durch benutzte Kanülen bzw. andere spitze und scharfe Gegenstände in Betracht.
5.2.1 Der Unternehmer darf Jugendliche bei Reinigungsarbeiten in medizinischen Einrichtungen mit Infektionsgefahr nicht beschäftigen.
Siehe § 22 Abs. 1 Nr. 7 Jugendarbeitsschutzgesetz.
5.2.2 Abweichend von Abschnitt 5.2.1 dürfen Jugendliche beschäftigt werden, wenn
dies zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich ist,
Siehe § 22 Abs. 2 Nr. 1 und 2 Jugendarbeitsschutzgesetz.
Jugendliche im Sinne des § 2 Abs.2 Jugendarbeitsschutzgesetz sind Personen, die das 15. Lebensjahr erreicht und das 17. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Fachkundige Aufsicht (Aufsichtführender) ist, wer die Durchführung von Arbeiten zu überwachen und für die betriebssichere Ausführung zu sorgen hat. Er muss hierfür ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen sowie weisungsbefugt sein.
5.2.3 Der Unternehmer darf werdende oder stillende Mütter bei Reinigungsarbeiten in medizinischen Einrichtungen mit Infektionsgefahr nicht beschäftigen.
Siehe § 4 Abs. 1 und § 6 Abs. 3 Mutterschutzgesetz.
5.3.1.1 Der Unternehmer hat auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen zur Abwehr von biologischen Gefährdungen zu treffen. Davon unberührt bleiben die Schutzmaßnahmen, die der Unternehmer für das gleiche Arbeitsverfahren auf Grund anderer Gefährdungen zu treffen hat.
5.3.1.2 Bei Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Einrichtungen haben Unternehmer und Versicherte vorrangig darauf hinzuwirken, dass die Übertragungswege unterbrochen werden.
Anforderungen zu allgemeinen Hygienemaßnahmen enthalten die Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 500 "Allgemeine Hygienemaßnahmen; Mindestanforderungen" .
5.3.2 Maßnahmen der Schutzstufe 1
Siehe Technische Regeln für Gefahrsfoffe TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt  Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen" .
5.3.3 Maßnahmen der Schutzstufe 2
Eine besondere Infektionsgefahr besteht durch Verletzungen der Haut an Injektionskanülen, Instrumenten oder sonstigen Einrichtungen, die mit Blut oder menschlichen Ausscheidungen verunreinigt sind und dadurch keimbelastet sein können, da hierbei die Schutzbarriere der Haut und der persönlichen Schutzausrüstung durchbrochen wird.
Es gehört zu den Pflichten des Auftraggebers, dafür zu sorgen, dass diese Gegenstände bestimmungsgemäß gesammelt, verpackt und entsorgt werden. Kommt der Auftraggeber dieser Verpflichtung in ausreichendem Maß nach, so dass bei den Beschäftigten der Reinigungsarbeiten Verletzungen an benutzten Injektionskanülen bzw. anderen möglicherweise mit Infektionserregern kontaminierten Gegenständen des Abfalls ausbleiben, dann ist davon auszugehen, dass die Expositionswahrscheinlichkeit in diesem Arbeitsbereich nicht über das übliche Maß hinausgeht.
Siehe Abschnitt 7 der BG-Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (BGR 250/TRBA 250).
5.3.4 Maßnahmen zur Schutzstufe 3
Bei Reinigungsarbeiten im Krankenhaus ist vor Beginn der Arbeiten durch den Unternehmer bzw. dessen Beauftragten der Hygienebeauftragte hinzuzuziehen und bei der Auswahl eventuell zusätzlich erforderlich werdender Schutzmaßnahmen zu beteiligen.
5.4.1 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
5.4.1.1 Der Unternehmer darf Versicherte für Tätigkeiten nach Anhang IV der Biostoffverordnung bzw. Tätigkeiten mit Infektionsgefahr nur dann beschäftigen, wenn sie arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen durch einen Arzt für Arbeitsmedizin oder einen Arzt mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin unterzogen wurden. Diese arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sind in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, bei Erregern impfpräventabler Erkrankungen hingegen nur für Beschäftigte ohne ausreichenden Immunschutz. Darüber hinaus sind sie am Ende der Beschäftigung anzubieten.
Siehe § 15 der Biostoffverordnung.
5.4.1.2 Den Versicherten sind bei sonstigen Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Schutzstufe 2 vor Aufnahme der Tätigkeiten und danach in regelmäßigen Abständen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. Das gilt auch für die Risikogruppe 2, es sei denn auf Grund der getroffenen Schutzmaßnahmen ist nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen.
Siehe § 15a Abs. 5 der Biostoffverordnung.
5.4.1.3 Zusätzlich zu Abschnitt 5.4.1.2 sind Versicherten, die sich eine Infektion oder Erkrankung zugezogen haben, die auf Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen zurückzuführen sein kann, unverzüglich arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen anzubieten. Dies gilt für alle Versicherten des gleichen Tätigkeitsbereiches, es sei denn, die Infektion/Erkrankung ist auf eine personenbezogene Schädigung zurückzuführen.
Siehe § 15 Abs.6 der Biostoffverordnung.
Für die Auswahl der zu untersuchenden Beschäftigten sind die im Anhang IV Abs. 2 Spalten 1 bis 3 der Biostoffverordnung beschriebenen biologischen Arbeitsstoffe, Arbeitsbereiche sowie Expositionsbedingungen zu berücksichtigen. Die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen richten sich nach dem BG-Grundsatz "Berufsgenossenschaftliche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen" G42 "Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung".
Siehe Technische Regeln für biologische Arbeitsstoffe TRBA 300 (in Vorbereitung).
5.4.1.4 Bei Reinigungsarbeiten in Bereichen, die der Schutzstufe 1 zuzuordnen sind, sind spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für die Versicherten nicht verpflichtend. Ergibt sich jedoch im Einzelfall eine Gefährdung durch Erreger der Risikogruppe 2 oder 3, so hat der Unternehmer den Versicherten das Angebot zu unterbreiten, sich einer speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen.
Nach arbeitsmedizinischen Erkenntnissen sind bei Reinigungsarbeiten spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen nach dem BG-Grundsatz "Berufsgenossenschaftliche arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen" G42 "Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung" zu veranlassen
im Hinblick auf die Gefährdung durch Erreger von Hepatitis B und C bei den unter Abschnitt 4.2.3 beschriebenen Tätigkeiten und besonders betroffenen Bereichen,
im Hinblick auf Hepatitis A bei den unter Abschnitt 4.2.3 aufgeführten Tätigkeiten und Bereichen,
im Hinblick auf Lungentuberkulose bei den unter Abschnitt 4.2.4 aufgeführten Bereichen.
5.4.2 Aktive Immunisierung
Steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung, ist Versicherten, die mit Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr beschäftigt werden und über keinen ausreichenden Immunschutz verfügen, im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, eine Impfung anzubieten. Das schließt ein, dass die Versicherten vom untersuchenden Arzt über die zu verhütende Krankheit, den Nutzen der Impfung und mögliche Nebenwirkungen/Komplikationen aufzuklären sind.
Siehe § 15a Abs. 3 der Biostoffverordnung.
Den Versicherten dürfen dabei keine Kosten entstehen.
Siehe Arbeitsschutzgesetz und Abschnitt 9.5 der BG-Regel "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" (BGR 250/TRBA 250).
5.4.3 Tätigkeitsbeschränkung
Bei ärztlichen Bedenken gegen die Tätigkeit mit biologischen Arbeitsstoffen sind vom Unternehmer zusätzliche Schutzmaßnahmen zu treffen, gegebenenfalls ist dem Beschäftigten eine andere Tätigkeit zuzuweisen.
Siehe § 15a Abs. 7 der Biostoffverordnung.
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Erste Hilfe
Der Unternehmer hat die erforderlichen Einrichtungen zur Ersten Hilfe bei Unfällen und das erforderliche Personal zur Verfügung zu stellen. Er kann mit dem Auftraggeber vereinbaren, dass dessen Personal und Einrichtungen seinem Betrieb zur Verfügung stehen.
Bei dem erforderlichen Personal handelt es sich z.B. um Ersthelfer.
Siehe § 24 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1).
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Verhalten nach Unfällen
7.1 Bei Verletzungen hat der Unternehmer dem Versicherten zu ermöglichen, sich in ärztliche Behandlung zu begeben.
Hierbei kann es sich z.B. um Stich- und Schnittverletzungen an benutzten Kanülennadeln handeln.
7.2 Versicherte haben den erstversorgenden Arzt über ihre Tätigkeit und die möglichen Infektionsgefährdungen zu informieren, damit sie der Arzt hinsichtlich der nachsorgenden Maßnahmen beraten kann.
Es wird empfohlen, den Versicherten entsprechende Handzettel zur Information des Arztes zur Verfügung zu stellen.
Siehe auch Anhang 4 : Merkblatt "Kanülenstichverletzung".
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Zeitpunkt der Anwendung
Diese BG-Regel ist anzuwenden ab Oktober 2001, soweit nicht Inhalte dieser BG-Regel nach geltenden Rechtsnormen oder allgemein anerkannten Regeln der Technik bereits zu beachten sind.
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Anhang 1
- Krankenhausreinigungsarbeiten -
Tätigkeit Bereich - Arbeitsplatz Gefährdungen Maßnahmen Mängel
ja nein Mängelbes. erledigt bis
- Unterhalts­reinigung der Bodenbeläge
- Reinigung der Einrichtungen Allgemein zugängliche
Personalräume usw. - Rutschgefahr auf Glattböden
- Gefährdung durch Gefahrstoffe, z.B. Reinigungsmittel
- Infektions­gefährdung gering - Allgemeine Hygiene­maßnahmen gemäß TRBA 500
- ggf. Arbeits­medizinische Vorsorge
- ggf. Impfschutz der Beschäftigten
- ggf. Schutz­hand­schuhe
- Reinigung der Einrichtungen Patientenzimmer
Potiententoiletten
Arbeitsräume (medizinisches Personal)
medizinische Laboratorien - Rutschgefahr auf Glattböden
- Schnitt- und Stichverletzungen durch Abfälle
- Infektions­gefährdung - Allgemeine Hygiene­maßnahmen gemäß TRBA 500
- Maßnahmen gegen Schnitt- und Stichverletzungen
- Arbeits­medizinische Vorsorge*)
- Impfschutz der Beschäftigten**)
- Abfall­beförderung aus den Funktions­bereichen zu den Sammelstellen - Schnitt- und Stichverletzungen
- Schutz­hand­schuhe
- Instru­menten­aufbereitung - Schnitt- und Stichverletzungen
- Gefährdung durch Metall/ Metallverbindungen, z.B. Nickel
- Gefährdung durch Gefahrstoffe, z.B. Desinfektionsmittel
- Bettenauf­bereitung - mechanische Einwirkungen
*) falls zutreffend - siehe hierzu Abschnitt 5.4.1
**) falls zutreffend - siehe hierzu Abschnitt 5.4.2
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Anhang 3
Gemäß § 12 BioStoffV Betrieb: Firma Michael May
Objekt: Kreiskrankenhaus X-Stadt
Krankenhausreinigungsarbeiten
Gefahren für das Reinigungspersonal
Das Reinigungspersonal kann bei der Reinigung und der Desinfektion der Räume und der Einrichtungen der Patientenzimmer, der Patiententoiletten, der Patientenbehandlungsräume, der Arbeitsräume des medizinischen Personals sowie der Stationsflure und beim Transport des Abfalls aus diesen Räumen zur innerbetrieblichen Sammelstelle der Einwirkung von Infektionserregern ausgesetzt sein, die der Risikogruppe 2 bzw. 3** zuzuordnen sind.
Die Schutzmaßnahmen sind der Schutzstufe 2 zugeordnet.
Bei Nass- und Feuchtarbeiten mit der Hand zur Verfügung gestellte Schutzhandschuhe benutzen.
Vor Beginn der Pausen und nach Beendigung der Arbeiten Hände mit zur Verfügung gestellten Mitteln waschen und trocknen.
Vor der Arbeit zur Verfügung gestellte Hautschutzmittel auf die Hände auftragen, nach dem Waschen zur Verfügung gestellte Hautpflegemittel benutzen.
Straßenkleidung so aufbewahren, dass sie nicht mit der Arbeitskleidung, der Schutzkleidung, den Arbeitsstoffen und den Arbeitsmitteln in Kontakt kommt.
Arbeitskleidung regelmäßig wechseln und bei Bedarf reinigen.
Bereitgestellte Schutzkleidung (z.B. wasserdichte Schürzen, wasserdichte Überziehhosen, wasserdichte Stiefel) anlegen, wenn mit dem Durchnässen der Arbeitskleidung zu rechnen ist.
Arbeitsräume nicht mit Straßenschuhen betreten.
In den Arbeitsbereichen fersenumschließende Schuhe mit rutschhemmender Sohle benutzen.
Pausenräume nicht mit Schutzkleidung und nicht mit durchnässter bzw. stark verschmutzter Arbeitskleidung betreten.
Bei der Arbeit nicht rauchen, essen und trinken, dazu Aufenthaltsräume aufsuchen.
Verpflegung und Getränke nicht in Arbeitsräumen und nicht so aufbewahren, dass der Kontakt zu Arbeitsstoffen, verschmutzter Arbeitskleidung und Schutzkleidung möglich ist.
Reinigungsabfälle in dafür vorgesehenen Behältnissen sammeln. Das Einsammeln von benutzen Injektionskanülen ist nicht Aufgabe des Reinigungspersonals.
Nicht in die Abfallbehältnisse hineingreifen, Abfallsäcke nicht mit den Händen zusammendrücken.
Abfallsäcke beim Tragen vom Körper fernhalten; zur Verfügung gestellte Transportwagen benutzen.
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen beachten.
Bei Kontakt der Haut mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten sofort abspülen und mit vorgegebenen Desinfektionsmitteln behandeln.
Bei Verletzungen Wunde bluten lassen, desinfizieren und mit zur Verfügung gestellten Mitteln der Wundversorgung abdecken.
Bei Verletzungen an benutzten Kanülen bzw. an durch die Abfallsäcke durchstoßenden Gegenständen sofort betrieblichen Vorgesetzten informieren und unbedingt Arzt aufsuchen. Dem Arzt das Merkblatt "Kanülenstichverletzung" aushändigen.
Eintragung in das Verbandsbuch vornehmen.
Reinigungsabfälle in dafür vorgesehenen Sammelbehälter geben.
Sammelbehälter mittels zur Verfügung gestellter Transportmittel zur Sammelstelle befördern.
Ort, Datum Unterschrift des Unternehmers
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Anhang 4
Merkblatt "Kanülenstichverletzung"
(Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen)
Das Merkblatt ist nach einer Verletzung an benutzten Kanülen oder Instrumenten von der verletzten Person dem erstversorgenden bzw. weiterbehandelnden Arzt (D-Arzt) auszuhändigen.
Bei Verletzungen an mit Blut oder anderen Körpersekreten behafteten Gegenständen kann eine Infektion mit Erregern der Hepatitis B, C oder von HIV nicht ausgeschlossen werden.
Es empfiehlt sich derzeit folgende Vorgehensweise hinsichtlich Hepatitis B/C und HIV:
Bei sicherem Immunschutz des Verletzten gegen die Hepatitis B (früher durchgemachte Erkrankung mit Antikörpernachweis, vollständige und erfolgreiche aktive Immunisierung mit Antikörpernachweis nach der dritten Impfung (anti-HBs > 100 IE/l) und wenn die letzte Impfung nicht über fünf Jahre zurückliegt bzw. wenn ein aktueller anti-HBs-Titer von > 100IE/l vorliegt): →
Kontrolle von anti-HCV und anti-HIV sofort. Weitere Kontrollen/Abklärung nach Ergebnis (wenn möglich auch des Spender-Immunstatus; siehe Empfehlungen www.kompetenznetz-hepatitis.de )
Keine Gabe von Hepatitis-B-Immunglobulin (passive Impfung) oder Hepatitis-B-Impfstoff (aktive Impfung/Boosterung)
Bei keinem oder nicht sicherem Immunschutz gegen Hepatitis B richtet sich das weitere Vorgehen je nach aktuell bestimmten anti-HBs-Titer:
a) > 100 IE/l → weder aktive noch passive Impfung
b) ≥ 10 < 100 IE/l → aktive Impfung
c) < 10 IE/l → aktive und passive Impfung
(z.B. low-responder nach vorausgegangener Impfung)
d) ist anti-HBs nicht innerhalb von 48 h zu bestimmen → aktive und passive Impfung
In jedem Fall ist die Vorgehensweise nach der individuellen Situation und den vorliegenden Befunden zu entscheiden.
Aktuelle Informationen einschließlich Postexpositionsprohphylaxe (PEP) des Robert-Koch-Institutes sind zu berücksichtigen (www.rki.de , aktuelles Epidemiologisches Bulletin)
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Anhang 5
Arbeitsschutzgesetz ,
Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz,
Biostoffverordnung mit zugehörigen Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA), insbesondere
TRBA 462 "Einstufung von Viren in Risikogruppen" ,
TRBA 500 "Allgemeine Hygienemaßnahmen; Mindestanforderungen" ,
Gefahrstoffverordnung mit zugehörigen Technische Regeln Gefahrstoffe (TRGS), insbesondere
TRGS 401 "Gefährdung durch Hautkontakt  Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen" ,
TRGS 540 "Sensibilisierende Stoffe".
BG-Regel "Einsammeln, Befördern und Lagern von Abfällen in Einrichtungen des Gesundheitsdienstes" (BGR 125),
BG-Regel "Desinfektionsarbeiten im Gesundheitsdienst" (BGR 206),
BG-Informationen der Reihe "Sichere Biotechnologie" (BGI 627 bis 636),
BG-Information "Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 42 "Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung"" (BGI 504-42).
Bezugsquelle: Gentner Verlag, Abt. Buchdienst,
BG-Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 42 "Tätigkeiten mit Infektionsgefahr".
4. Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
http://www.rki.de (Link: "Infektionsschutz" und "Krankenhaushygiene").
DGUV Regel 101-017: Reinigungsarbeiten mit Infektionsgefahr in medizinischen Bereichen, Änderungen
Die vorhergehenden Fassung vom Oktober 2001 wurde im Rahmen eines Nachdrucks durch den Fachausschuss "Bau" der BGZ überarbeitet und hinsichtlich der in Bezug genommenen Vorschriften und Regeln an den derzeitigen Stand der Arbeitsschutzvorschriften angepasst; siehe auch nachstehenden Hinweis.
Insbesondere wurden in dieser Fassung folgende Abschnitte aktualisiert:
- 2 Nr. 1,
- 4.1.1,
- 4.1.2,
- 4.2.1,
- 4.2.2,
- 4.2.3 (Erläuterungen),
- 4.2.4 (Erläuterungen),
- 5.1.1,
- 5.1.2,
- 5.3.2,
- 5.3.3 (Erläuterungen),
- 5.4.1,
- 5.4.2,
- Anhang 3,
- Anhang 4.
Es wurde folgender Abschnitt eingefügt:
- 5.4.3.
"http://www.dguv.de/inhalt/medien/datenbank/index.jsp" .
Webcode: M1533-1

References: § 2
 § 6
 § 5
 § 4
 § 7
 § 12
 § 4
 § 12
 § 12
 § 4
 § 12
 § 22
 § 22
 § 2
 § 4
 § 6
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 24
 § 12