Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20W%20276/07
Timestamp: 2019-01-20 07:57:13+00:00

Document:
KG, 09.11.2007 - 5 W 276/07 - dejure.org
§ 3 UWG, § 4 Nr 11 UWG, § 312c BGB, § 346 BGB, § 355 BGB
Inhalt der Belehrung über einen ordnungsgemäßen Widerruf bei einem Fernabsatz von Waren im Internet; Folgen der Fehlerhaftigkeit einer Widerrufsbelehrung; Vorliegen einer unlauteren Handlung bei einem fehlenden Hinweis auf eine mögliche Haftung auf Wertersatz wegen Verschlechterung oder Untergangs der empfangenen Sache
Unlauterer Wettbewerb bei fehlendem Hinweis auf die Wertersatzpflicht in der Widerrufs- oder Rückgabebelehrung
Aufklärung über Wertersatz in der Widerrufsbelehrung ist Pflicht
Widerrufsfolgenbelehrung und Fernabsatz
Pflichtangaben bei der Widerrufsbelehrung
LG Berlin, 06.09.2007 - 96 O 253/07
GRUR-RR 2008, 129
Ob im Sinne einer einheitlichen Belehrung umfassend darüber aufzuklären ist, dass nicht nur der Verbraucher, sondern auch der Unternehmer mit der Pflicht zur Entgeltrückzahlung 30 Tage nach Zugang der Widerrufserklärung ohne Mahnung in Verzug gerät (OLG Stuttgart…, Urteil vom 10.12.2009 - 2 U 51/09, juris Rn. 34; a. A. OLG Celle…, Beschluss vom 14.07.2014 - 3 W 34/14, juris Rn. 16; OLG Frankfurt…, Urteil vom 05.08.2015 - 23 U 178/14, juris Rn. 55; OLG Köln…, Urteil vom 24.02.2016 - 13 U 84/15, juris Rn. 65 ff.), oder ob ein solcher Hinweis mit Blick auf § 1 I Nr. 10 BGB-InfoV nur bei Fernabsatzverträgen geschuldet ist (Kammergericht, Beschluss vom 09.11.2007 - 5 W 276/07, juris Rn. 19), kann dahinstehen.
Darüber ist zu belehren (§ 312 c Abs. 1 i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV; vgl. KG GRUR-RR 2008, 129 [juris Tz. 19 f];… allg. Grüneberg a.a.O. BGB-InfoV § 1, 1, insbes. 7;… Schulte-Nölk a.a.O. § 312 c, 2).
Die aufgezeigten Beklagtenverstöße unterfallen auch § 4 Nr. 11 UWG (…Köhler in Hefermehl/Köhler/Bornkamm a.a.O. § 4, 11.170; vgl. ferner etwa zu § 312 c Abs. 1 S. 1 BGB und § 1 Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV: KG GRUR-RR 2008, 129 [juris Tz. 24]; zu § 357 Abs. 2 BGB: Senat B. v. 10.11.2008 - 2 W 62/08).
Sinn und Zweck des § 312 c Abs. 1 BGB a.F. und des § 1 Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV ist es insofern, den Verbraucher nicht nur vor den mit Fernabsatzverträgen einhergehenden Gefahren zu schützen, sondern ihm eine gesicherte Grundlage für die Entscheidung zu geben, ob er das Widerrufsrecht ausüben will oder nicht (KG Berlin, Beschl. v. 09.11.2007, 5 W 276/07).
Sinn und Zweck des § 312 c Abs. 1 BGB a.F. und des § 1 Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV ist es insofern, den Verbraucher nicht nur vor den mit Fernabsatzverträgen einhergehenden Gefahren zu schützen, sondern ihm eine gesicherte Grundlage für die Entscheidung zu geben, ob er das Widerrufsrecht ausüben will oder nicht (KG Berlin, Beschluss vom 09.11.2007, Az. 5 W 276/07, GRUR-RR 2008, 129, 130).

References: § 3
 § 4
 § 312
 § 346
 § 355
 § 1
 § 1
 § 1
 § 312
 § 4
 § 4
 § 312
 § 1
 § 357
 § 312
 § 1
 § 312
 § 1