Source: https://www.arbeitsvermittler.de/arbeitslosigkeit/zumutbarkeit/job-ablehnen-wegen-zu-geringem-gehalt
Timestamp: 2020-07-08 14:25:03+00:00

Document:
Zumutbarkeit - Einkommen
/Job ablehnen wegen zu geringem Gehalt
Die zumutbaren Einkommensgrenzen sind in § 140 SGB III relativ eindeutig geregelt, sie müssen aber nicht so eindeutig verstanden werden:
1.-3. Monat bis 20% unter bisherigem Bruttolohn *)
4.-6. Monat bis 30% unter bisherigem Bruttolohn *)
Nettolohn**) mindestens in Höhe des Arbeitslosengelds
*) Es gilt der durchschnittliche Bruttolohn, der für die Berechnung des Arbeitslosengeldes zugrundegelegt wurde.
**) vermindert um Aufwendungen, die anlässlich der Tätigkeit anfallen
Das bedeutet, dass Sie von Anfang an mit Lohneinbußen rechnen müssen. Ein zusätzlicher Anreiz, möglichst schnell eine neue Beschäftigung zu finden.
Die Arbeitsvermittlung der Agentur für Arbeit sollte diese Grenzen beachten. Allerdings wird von Arbeitgebern oft keine Lohnhöhe genannt. Deshalb ist es legitim, wenn Sie dann vom potentiellen Arbeitgeber einen niederen Lohn hören, nochmals mit der Arbeitsvermittlung Kontakt aufzunehmen. Ihr Arbeitsvermittler wird Ihnen sagen, ob der angebotene Lohn zumutbar ist.
Wichtig: Ein Lohn innerhalb der Zumutbarkeitsgrenzen kann aber dann unzumutbar sein, wenn weitere ungünstige Arbeitsbedingungen hinzutreten. Deshalb muss im Gespräch mit dem Arbeitsvermittler immer die Gesamtsituation besprochen werden.
Ein Arbeitsentgelt kann sittenwidrig sein, wenn es um 30 % und mehr unter dem tariflichen oder ortsüblichen Arbeitsentgelt liegt.
Tarifwidrigkeit
Eine Bezahlung kann tarifwidrig sein, wenn sie unterhalb des maßgeblichen Tariflohns liegt und beide Parteien (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) tarifgebunden sind.
durch die Agentur für Arbeit erfolgt
mit einer Belehrung über die Rechtsfolgen versehen ist
den Regelungen des § 140 SGB III, hier insbesondere Abs. 3 entspricht.
Auch wenn der angebotene Lohn gerade noch zumutbar erscheint, kann er durch andere Umstände (lange Pendelstrecke) unzumutbar werden.
Nennen Sie deshalb alle Gründe, die die Annahme einer Stelle für Sie unzumutbar machen. Auch Gründe, die für Sie erst an vierter oder fünfter Stelle stehen. Denn nach den „Fachlichen Weisungen“ zu § 159 SGB III muss ein Arbeitsvermittler „alle Gründe und alle Umstände des Einzelfalls“ bei seiner Entscheidung berücksichtigen. Selbst Gründe, die Sie nicht nennen, die der Arbeitsvermittler aber aufgrund früherer Beratungsgespräche kennen muss.
Sittenwidriges Entgelt
FW Pkt. 140.2 zu § 140 SGB III
Zumutbares Entgelt
§ 140 Absatz 3 SGB III
FW Pkt. 140.3 zu § 140 SGB III
Rechtsfolgenbelehrung zu Vermittlungsvorschlägen

References: § 140
 § 140
 § 159
 § 140

§ 140
 § 140