Source: http://www.anwalt24.de/rund-ums-recht/BGH_21_12_2011_VIII_ZR_70_08_Erfassen_des_Ausbaus_und_des_Ab-d4760399.html
Timestamp: 2016-12-05 09:11:04+00:00

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BGH, 21.12.2011 - VIII ZR 70/08 - Erfassen des Ausbaus und des Abtransports der mangelhaften Kaufsache von der Nacherfüllungsvariante "Lieferung einer mangelfreien Sache" i.S.d. § 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB | Urteile auf anwalt24.de
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BGH, 21.12.2011 - VIII ZR 70/08 - Erfassen des Ausbaus und des Abtransports der mangelhaften Kaufsache von der Nacherfüllungsvariante "Lieferung einer mangelfreien Sache" i.S.d. § 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB
BundesgerichtshofUrt. v. 21.12.2011, Az.: VIII ZR 70/08Gericht: BGHEntscheidungsform: UrteilDatum: 21.12.2011Referenz: JurionRS 2011, 34339Aktenzeichen: VIII ZR 70/08 Verfahrensgang:vorgehend:LG Kassel - 24.11.2006 - AZ: 4 O 1248/06OLG Frankfurt am Main - 14.02.2008 - AZ: 15 U 5/07BGH - 14.01.2009 - AZ: VIII ZR 70/08EuGH - 16.06.2011 - AZ: C-65/09Rechtsgrundlagen:§ 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB§ 439 Abs. 3 S. 3 BGBFundstellen:BGHZ 192, 148 - 172BauR 2012, 995BauR 2012, 793-803BB 2012, 585-586BB 2012, 65-66 (Pressemitteilung)BB 2012, 792-797CR 2012, 221-224DAR 2012, 206-212DB 2012, 6-8DNotZ 2012, 671-683EWiR 2012, 173IBR 2012, 201IBR 2012, 262JA 2012, 386JurBüro 2012, 388-389JuS 2012, 456JZ 2012, 468-473Life&Law 2012, 239-247MDR 2012, 7MDR 2012, 333-334MMR 2012, 664-667NJ 2012, 7-8NJ 2012, 3NJW 2012, 1073-1080NJW-Spezial 2012, 140NWB 2012, 3152-3153NWB direkt 2012, 1014-1015RIW/AWD 2012, 313-319RÜ 2012, 211-216UBB 2012, 14-15VersR 2012, 623VuR 2012, 5-6 (Pressemitteilung)VuR 2012, 154-156WM 2012, 1143-1150WuB 2012, 417-418ZAP 2012, 253ZAP EN-Nr. 144/2012ZfBR 2012, 341-348ZIP 2012, 430-437ZIP 2012, 5Amtlicher Leitsatz:BGB § 439 Abs. 1, Abs. 3a)§ 439 Abs. 1 Alt. 2 BGB ist richtlinienkonform dahin auszulegen, dass die dort genannte Nacherfüllungsvariante "Lieferung einer mangelfreien Sache" auch den Ausbau und den Abtransport der mangelhaften Kaufsache erfasst (im Anschluss an EuGH, Urteil vom 16. Juni 2011 - Rechtssachen C-65/09 und C-87/09, NJW 2011, 2269 - Gebr. Weber GmbH/Jürgen Wittmer und Ingrid Putz/Medianess Electronics GmbH). b)Das in § 439 Abs. 3 Satz 3 BGB dem Verkäufer eingeräumte Recht, die einzig mögliche Form der Abhilfe wegen (absolut) unverhältnismäßiger Kosten zu verweigern, ist mit Art. 3 der Richtlinie nicht vereinbar (EuGH, aaO). Die hierdurch auftretende Regelungslücke ist bis zu einer gesetzlichen Neuregelung durch eine teleologische Reduktion des § 439 Abs. 3 BGB für Fälle des Verbrauchsgüterkaufs (§ 474 Abs. 1 Satz 1 BGB) zu schließen. Die Vorschrift ist beim Verbrauchsgüterkauf einschränkend dahingehend anzuwenden, dass ein Verweigerungsrecht des Verkäufers nicht besteht, wenn nur eine Art der Nacherfüllung möglich ist oder der Verkäufer die andere Art der Nacherfüllung zu Recht verweigert. c)In diesen Fällen beschränkt sich das Recht des Verkäufers, die Nacherfüllung in Gestalt der Ersatzlieferung wegen unverhältnismäßiger Kosten zu verweigern, auf das Recht, den Käufer bezüglich des Ausbaus der mangelhaften Kaufsache und des Einbaus der als Ersatz gelieferten Kaufsache auf die Kostenerstattung in Höhe eines angemessenen Betrags zu verweisen. Bei der Bemessung dieses Betrags sind der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand und die Bedeutung des Mangels zu berücksichti-gen. Zugleich ist zu gewährleisten, dass durch die Beschränkung auf eine Kostenbeteiligung des Verkäufers das Recht des Käufers auf Erstattung der Aus- und Einbaukosten nicht ausgehöhlt wird. Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 21. Dezember 2011 durch den Vorsitzenden Richter Ball, die Richterin Dr. Milger, den Richter Dr. Schneider, die Richterin Dr. Fetzer und den Richter Dr. Bünger für Recht erkannt: Tenor:Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des 15. Zivilsenats in Kassel des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 14. Februar 2008 wird als unzulässig verworfen, soweit die Beklagte erstinstanzlich zur Zahlung von 273,10 € nebst Zinsen verurteilt worden ist. Im Übrigen wird auf die Revision der Beklagten das vorgenannte Urteil des Oberlandesgerichts im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Beklagte zur Zahlung von mehr als 326,90 € nebst Zinsen verurteilt worden ist. Insoweit wird die Berufung des Klägers gegen das Urteil der 4. Zivilkammer des Landgerichts Kassel vom 24. November 2006 zurückgewiesen. Die weitergehende Revision wird zurückgewiesen. Die Kosten der ersten beiden Rechtszüge haben der Kläger zu 74 % und die Beklagte zu 26 % zu tragen. Von den Kosten des Revisionsverfahrens einschließlich der Kosten des Verfahrens vor dem Gerichtshof der Europäischen Union tragen der Kläger 72 % und die Beklagte 28 %. BGH, 21.12.2011BGH, 21.12.2011
03.02.2012 - 516 mal gelesen.Autor: Rechtsanwalt Thomas Feil aus HannoverHändler trägt Kosten bei MängelNach einem BGH-Urteil müssen Händler kaputte Ware ersetzen, ausbauen und die neue Ware wieder einbauen. Das gilt, wenn der Mangel nicht reparabel ist und vor dem Einbau nicht bekannt war. Ist das… mehr

References: § 439
 § 439
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 Art. 3
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