Source: http://www.bgebge.de/Kritische_Fragen_und_Missverstaendnisse/Weniger_Maschineneinsatz_durch_billigere_menschliche_Arbeit.html
Timestamp: 2019-02-21 20:19:09+00:00

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Weniger Maschineneinsatz durch billigere menschliche Arbeit?
Oft wird behauptet, Menschenarbeit würde durch ein BGE attraktiver, weil sie wieder billiger wird und dadurch im Vergleich zu Maschinenarbeit weniger kostet. Aber: Maschinen fallen nicht vom Himmel, sondern entstehen durch menschliche Arbeit, werden also auch billiger! Und zwar in gleichem Maße. Wenn also heute Maschinenarbeit an einer Stelle günstiger ist als Handarbeit, dann wird es auch nach Einführung eines BGE so sein. BGE wird also nicht dazu führen, dass wieder mehr Menschen eingestellt werden zu lasten von maschineller Arbeit.
Warum auch? Gerade von BGE-Befürwortern wird doch gerne damit argumentiert, dass das BGE gerade deshalb zeitgemäß sei, weil wir nur noch wenig mit den eigenen Händen schaffen und in einem Überangebot von effizient und maschinell erzeugten Produkten leben. Warum sollte man ein Konzept vorschlagen, das seine eigene Grundlage abschafft?
Wenn man etwas mehr ins Detail geht, könnte man noch mit den Kapitalkosten und den Rohstoffen argumentieren. Allerdings bestehen Maschinen im Zuge der Effizienzsteigerung aus immer weniger Rohstoffen (z. B. Eisen) und verbrauchen auch immer weniger Energie. Zum andern dürften die reinen Rohstoffkosten, die wirklich nicht auf Arbeitskosten bei der Förderung und Verarbeitung entstehen, verschwindend gering sein.
Ernst zu nehmen wäre auch die Argumentation mit den Kapitalkosten, also den Zinsen. Wenn die Arbeitskosten sinken, nicht aber die Zinsen (warum eigentlich?), dann wäre in der Tat Arbeit wieder attraktiver. Um das zu erreichen, bräuchte man aber kein BGE. Eine höhere Abgabe auf Zinserträge hätte die gleiche Wirkung. Schlimmer noch: Wenn nach Einführung eines BGE die Arbeitskosten sinken aber nicht die Zinserträge, dann entspräche dies einer Umverteilung hin zum Kapital was sicher nicht gewollt ist.
Noch ein Argument: Die Arbeitskosten werden für den Unternehmer nur dann niedriger, wenn die Finanzierung des BGE nicht über die Lohnsteuer sondern über die Umsatzsteuer erfolgt. Würde sie über die Lohnsteuer erfolgen, so würden die Bruttolöhne gleich hoch bleiben wie bisher.

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