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Timestamp: 2018-09-18 18:26:36+00:00

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Stadt und Tod. Probleme und Lösungsansätze im Umgang mit Berliner Friedhöfen by kurt-klug - Issuu
Stadt und Tod. Probleme und Lösungsansätze im Umgang mit Berliner Friedhöfen.
Universität Kassel Fachbereich 06 ASL WS 2012/2013 Studienarbeit BPS Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Uwe Altrock Bearbeitung: Jörg Schrader (30228014) Studierender Bachelor of Science März 2013
BauGB BestG BI BVG BVV EEG EVFBS
Baugesetzbuch Bestattungsgesetz BürgerInneninitative Berliner Verkehrsbetriebe Bezirksverordnetenversammlung Erneuerbare-Energien-Gesetz evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte
FEP i.d.R kWh MW o.g. o.ä. ÖPNV qm u.a. u.s.w. StEP v.l.n.r
Friedhofentwicklungsplan in der Regel Kilowattstunde Mega Watt oben genannt oder ähnliches öﬀentlicher Personen Nahverkehr Quadratmeter unter anderem und so weiter Stadtentwicklungsplan von links nach rechts
v.O.n.U. z.T. z.Z.
von Oben nach Unten zum Teil zur Zeit
Einleitung ............................................................................................................................... 09
Historische Übersicht der Friedhofsentwicklung ......................................................................... 11
Gesetzliche Grundlagen der Friedhofsentwicklung ..................................................................... 15
Aktuelle Friedhofsentwicklungen in Berlin ................................................................................. 17
4.1 Friedhofsentwicklungsplan .................................................................................................... 17 4.2 Berliner Friedhofslandschaft .................................................................................................. 18 4.2.1 Allgemeine Situation .......................................................................................................... 18 4.2.2 Friedhofstypen ................................................................................................................. 19 4.2.3 Träger und Konfessionen vorhandener Friedhöfe ................................................................. 21 4.2.4 Verfügbare Friedhofsﬂächen ............................................................................................... 22 4.3 Faktoren für die Friedhofsentwicklung .................................................................................... 23 4.3.1 Demograﬁsche Entwicklung ................................................................................................ 23 4.3.2 Sterberate......................................................................................................................... 24 4.3.3 Anzahl und Art der Bestattungen ........................................................................................ 25 4.3.4 Ruhe- und Pietätsfristen .................................................................................................... 27 4.4 Auswirkungen auf die Friedhöfe ............................................................................................. 27 5 Planerische Bedeutung von Friedhofsﬂächen ................................................................................ 29 5.1 Funktionen von Friedhöfen .................................................................................................... 29 5.2 Typisierung der Flächen ........................................................................................................ 30 5.3 Planerische Bedeutungen für Berlin ........................................................................................ 31 6
Allgemeine Strategien für ungenutzte Flächen auf Friedhöfen ..................................................... 35
6.1 Gesamtstädtische Strategien ................................................................................................ 35 6.2 Leitlinien für den Umgang mit Berliner Friedhöfen ................................................................... 36 6.3 Darstellung im Friedhofentwicklungsplan ............................................................................... 36
Konkrete Strategien im Umgang mit ungenutzten Friedhofsﬂächen ............................................. 41
7.1 Nutzungsansprüche .............................................................................................................. 41 7.2 Nutzungsvorschläge ............................................................................................................ 41 8
Beispiele im Umgang mit ungenutzten Friedhofsﬂächen ............................................................. 51
8.1 Dreifaltigkeitkeitskirchhof III ................................................................................................. 52 8.1.1 Die Rahmenbedingungen ...................................................................................................... 52 8.1.2 Die Planung ........................................................................................................................ 65 8.2 Leise-Park ............................................................................................................................ 70 8.2.1 Die Rahmenbedingungen .................................................................................................... 70 8.2.2 Der Entstehungsprozess ..................................................................................................... 72 8.2.3 Die Bewertung................................................................................................................... 75 9
Fazit ...................................................................................................................................... 77
10 Quellen- und Literaturverzeichnis............................................................................................ 79 11 Anhang ................................................................................................................................ 87
[Abb. 1: Friedhofsallee]
1 Einleitung Friedhöfe sind ein Bestandteil der Stadt, dennoch sind sie uns merkwürdig fremd. Auch wenn die meisten sie schon mehrfach besucht haben, so ist trotzdem eine ständige Unbehaglichkeit mit diesen besonderen Orten verbunden. Hoch sentimentale und sehr private Themen wie Tod, Sterben und Trauer werden auf einem Friedhof zu einer öﬀentlichen Angelegenheit und erhalten gesellschaftliche Prägnanz. Friedhofsﬂächen sind im Gegensatz zur allge-
Die damit verbundene Aktualität ermöglicht einen konkreten Bezug zu gegenwärtigen Planerischen Themen. Den Fokus habe ich in der folgende Arbeit vor allem auf den Umgang von ungenutzten Friedhofsﬂächen gelegt. Dazu werden allgemeine Strategien aufgezeigt, wie mit einem Friedhofsfächenüberhang umgegangen werden könnte. Präzisiert werden diese durch konkrete Umnutzungsstrategien, deren Vielfältigkeit die breite
meinen Vorstellung keine unendlich starren, städtischen Gebilde, sie sind ebenso wie Gesellschaft, Kultur und Stadt einem ständigen Wandlungsprozess unterzogen. Die Dynamiken der letzten Jahrzehnte haben ebenso starke Auswirkungen auf die Stadt wie auf die Friedhofsﬂächen. Deshalb ist es unvermeidlich die Entwicklung der Friedhofsﬂächen unter stadt-
Möglichkeit für Flächen im urbanen Kontext zeigt und versucht die Auswirkungen von Umnutzungen abzuschätzen. Der Leiserpark im Berliner Stadtteil Pankow und die Planungen für den Dreifaltigkeitskirchof in Berlin können als zwei Beispiel dafür gelten.
planerischen Aspekten zu beleuchten, wobei es weniger um die landschaftsarchitektonische Gestaltung als vielmehr um die Bedeutung, Funktion und Chancen für die Stadt geht. In meiner Ausarbeitung bildet eine kulturhistorische Skizze der Friedhofsetwicklung seit dem Mittelalter eine Grundlage, für das nötige Hintergrundwissen. Am Beispiel Berlin wird die Friedhofssituation beschrieben und Faktoren für die vergangene Entwicklung und weiteren Planungen analysiert. Mit dem Friedhofenwicklungsplan (FEP) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
von Friedhofsﬂächen in der Stadt- und Raumplanung. Sie soll die Hemmungen vor dem besonderen Raum des Friedhofes nehmen, ohne dabei seinen besonderen Charakter zu leugnen.
Ziel dieser Arbeit ist die Beurteilung des Potentials
Berlin aus dem Jahre 2006 wurde eine hervorragende Grundlage für diese Analyse geliefert. Der FEP kann teilweise durch aktuelle Daten dieser Behörde auf den Stand von 2012 gebracht werden.
2 Historische Übersicht der Friedhofsentwicklung Die Berliner Friedhofslandschaft ist mit ihren 221 Friedhöfen, wovon 182 im Betstattungsbetrieb genutzt werden, äußerst vielfältig.1 Die ältesten Berliner Friedhöfe stammen aus dem 13. Jahrhundert. Diese Kirchfriedhöfe lagen zumeist direkt neben der zugehörigen Gemeinde. Jedes, der in oder um Berlin liegenden Dörfer besaß mindestens eine dieser Kirchen mit zugehöriger Friedhofsﬂäche. Trotz ihrer zentralen Lage innerhalb der Ortschaften und dem großen gesellschaftlichen Stel-
katholischer Kirchfriedhöfe vorzunehmen. Die Erfahrungen mit der Pest wurden als göttliche Strafe erachtet und hygienisches Missstände als Ursprung wurden negiert. Humanistische Begründungen waren der Anlass für die Errichtung außerstädtischer Grabanlagen.4 Mit der Aufklärung folgten erste Friedhöfe, die einen erhöhten ästhetischen Anspruch vertraten. Mit dem Erlass von neuen Gesetzten in verschiedenen Gebieten des heutigen Deutschlands veränderten sich die Nutzungsan-
lenwert grenzten sich die Kirchhöfe durch Mauern von der umliegenden Bebauung ab und isolierten sich räumlich von ihrer Umgebung. Gleichzeitig boten sie aber auch einen gewissen Anlaufpunkt für Schutz- und Asylsuchende. Der spätmittelalterliche Kirchhof zeichnet sich durch eine willkürliche Anordnung der Gräber, einfache Holzkreuze und eine allgemeine Unordnung aus.2 Für die Kirche
sprüche erheblich. Friedhöfe sollten nun hygienische Probleme lösen. Mit Reihenbestattungen sollte Mehrfachbelegung verhindert werden und durch die Wahrung von Verwesungsfristen konnten auch unansehnliche Funde verhindert werden. Diese Reformschritte wurden aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums wichtig, um den Bedarf an neuen Bestattungsﬂächen decken zu können.
war der Friedhof durch die Bestattungen ein maßgeblicher Teil ihres Einkommens. Darüber hinaus war es „üblich, Friedhöfe auch als Viehweiden oder als Wäschetrockenplatz zu verpachten“.3 Aufgrund der ungeordneten Bestattungsweisen fanden sich teilweise die Gebeine von Verstorbenen auf neu aufgeschütteten Grabhügeln wieder. Ein Zustand der heutzutage nicht mehr vorstellbar ist. Die Reformation durch Martin Luther trug im erheblichen Maße zu Veränderungen der theologischen Strukturen bei. Bisher war es der katholischen Kirche mit ihren Rechtsvorstellungen vorbehaltenen, die Rahmenbedingungen für die Be-
Friedhöfe mit ihren künstlerischen Grabmalen, geplanten Erschließung und Vegetation waren „[...] nicht mehr nur Orte der Trauer […] sondern auch ein [...] Ort der Besinnung, der Information und […] im weitesten Sinne der Erholung.“5 Die Anlage von neuen Friedhofsﬂächen außerhalb der Städte war vor allem der anwachsenden Einwohnerzahl und dem Platzmangel in der Stadt geschuldet. Spätestens mit dem Allgemeinen Landrecht Preußischer Staaten von 1794 wurde die Verlagerung der Friedhöfe außerhalb der Städte zur Pﬂicht. Im Zuge der rasant wachsenden Städte wurden die außerhalb angelegenen Friedhöfe jedoch sehr
stattungen der Verstorbenen festzusetzen. Somit war es jedoch möglich, Bestattungen außerhalb
schnell vom Wachstum eingeholt und in die neu entstehenden Strukturen integriert. Fast scheint
Anhang A vgl. Sörres (2009): 98 Haspel/Henning (2008): 3
vgl. Sörries (2009): 104 Haspel/Henning (2008): 2
es, „[...]dass sich die Berliner Friedhöfe in verschiedenen, aufeinanderfolgenden Ringen um die alte[n] Stadtmauer[n] lagern.“6 Der erste Ring erschließt sich am Landsberger, Halleschen und Oranienburger Tor. Ein Zweiter Ring entstand entlang der Müllerstraße.7 Im gleichen Zeitraum wurden die Friedhöfe aber auch immer weiter säkularisiert. Die über Jahrhunderte andauernde Verbindung von Tod und Kirche war gebrochen. Kommunale Bauwerke zur Versorgung und Bewirtschaftung von Friedhöfen entstanden im Umfeld der Begräbnisstätten und nahmen in ihrer Form und Gestalt ähnlichen Stellenwert ein wie andere öﬀentliche Bauten (Rathäuser u.s.w.). Ende des 18. Jahrhunderts trugen aufwendig gestaltete Gräber zu einer starken architektonischen und ästhetischen Qualiﬁzierung von Friedhöfen bei. Der Friedhof wurde zum Ort der sozialen Kommunikation.8 Am Rande sei zu erwähnen, dass, wie schon in vorangegangener Zeit, die Unterschiede zwischen den verschiedenen sozialen Milieus immer deutlich zu erkennen waren. Ziel auf Kirchenfriedhöfen war es, möglichst nah am Altar zu liegen, um möglichst sicher in den Himmel aufzusteigen. In der bürgerlichen Gesellschaft waren Gestaltung und repräsentative Lage auf dem Friedhof ein wichtiges Mittel, um den gesellschaftlichen Status des Verstorbenen oder der Verstorbenen anzuzeigen. Die Anlage von Friedhöfen weit außerhalb der Stadt ermöglichte dabei eine großﬂächige Gestaltung „..in Form von landschaftlich
Haspel/Henning (2008): 3, zitiert nach Winz 1962: 614 vlg. a.a.O. Haspel/Hening, (2008): 3
angelegten Parkfriedhöfen“.9 Diese Ausprägung wurde zur meist geplanten Friedhofsart. Sie sollte gleichzeitig Funktionen als Grünﬂäche und Erholungsraum bieten. Die Grabanlagen entwickelten sich zu prachtvollen Grabstätten innerhalb weitläuﬁger Parklandschaften.10 Das für Berlin so typische Bild der dezentralen Friedhofsversorgung, welches auch im aktuellen Friedhofsentwicklungsplan festgeschrieben ist, wurde auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht verändert. Städte wie Paris schlossen ihre Begräbnisstätten und errichteten eine oder mehrere Zentralfriedhöfe. Berlin hingegen verfügte über „49 größerer und kleine Friedhöfe“.11 Dennoch gab es 1895 den Versuch durch die evangelische Kirche insgesamt drei große Zentralfriedhöfe zu etablieren.12 Auch ein kommunaler Zentralfriedhof sollte zur Entspannung des großen Flächenbedarfs beitragen. Durch die Legalisierung der Feuerbestattung 1911 löste sich diese Problematik jedoch rasch auf und die großen, geplanten Bestattungsﬂächen wurden nicht benötigt. Ein Umstand der sich in der aktuellen Entwicklung wiederholen wird. Während des Nationalsozialismus wurde auf eine einheitliche Gestaltung von Grab- und Friedhofsanlagen wert gelegt. Mit der Feuerbestattung sollte für das deutsche Volk die angemessene Bestattungsform gefunden wurden sein. Auch wenn der Kunsthistoriker Sörrees auf „[...] keine tiefgreifenden Unterschiede zwischen den Zeiten des ausgehenden Kaiserreiches, dem Nationalsozialismus und DDR oder BRD“13 hinweist, so gibt 9 10 11 12 13
Sörries (2007): 8 a.a.O. a.a.O Mahler (1981): 1 Sörres (2009): 184
es in Berlin diesbezügliche Auﬀälligkeiten. Aufgrund des überdimensionierten städtebaulichen Entwürfs von Albert Speer für den kommunalen Friedhof in der Maxstraße und der Umbettung von 35.000 Gebeinen kann doch von einem erheblichen Charakteristikum Nationalsozialistischer Planung gesprochen werden. Viele Jugendliche ZwangsarbeiterInnen wurden zudem zur Bewirtschaftung der Friedhöfe eingesetzt.14 Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die anonymen Bestattungen zu einem großen Thema. Sie führten zur Entpﬂichten und übertrugen die Verantwortung für Grabanlagen auf die Kommunen. Die Präsenz von Friedhöfen im Alltag relativierte sich immer mehr. Heutzutage stehen viele verschiedene Bestattungsarten zur Auswahl. Durch welche Faktoren man seine Entscheidung triﬀt, ist dabei unklar. Oft dürften neben religiösen und ethischen Ansichten auch ökonomische Zwänge eine Rolle spielt. Die Ansprüche an Flächen sind für die jeweilige Bestattungsart sehr unterschiedlich. Klar ist aber, dass die mit einem hohen Flächenbedarf verbunden klassische Sargbestattung immer weiter rückläuﬁg ist.
Lachenich (2013): mündlich
[Abb. 2: Monumentales Grab auf dem St.Marien-/St. Nikolai Friedhof.]
3 Gesetzliche Grundlagen der Friedhofsentwicklung Die Bestattungs- und Sterbekultur ﬁndet im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Bedingungen ihre Ausdrucksform in verschiedenen Gesetzten und Verordnungen des Landes Berlin. Die rechtlich erlaubten Bestattungsformen sind die Sargbestattung und die Feuerbestattung. Bestattungen „dürfen auf öﬀentlichen (landeseigenen oder nichtlandeseigenen) Friedhöfen vorgenommen werden.“1 Faktisch besteht somit ein Friedhofszwang in Berlin, obwohl Bezirksämter Ausnahmen zulassen können.2 Durch das Friedhofsgesetzt des Landes Berlin und den Friedhofentwicklungsplan wird der Flächenbedarf im Wesentlichen bestimmt. Nachdem sich Ende der 60er Jahre im Westen Berlins ein großer Friedhofsﬂächennotstand entwickelte, wurde die Gesetzgebung weitestgehend liberalisiert. Beispiele hierfür sind u.a.: „Verkürzung der Mindestruhezeit von 25 auf 20 Jahre; Einführung Urnengemeinsschaftsgrab; Liberalisierung der Bedingung für die Feuerbestattung; Erhöhung der Belegungsdichte in Wahlgrabstätten durch Vergrößerung der Anzahl möglicher Zubettungen sowie der Einrichtung von zweietagigen Tiefgräbern“3 Diese Regelungen galten bis zu ihrer Novellierung im Jahre 1997 und beeinﬂussten mit ihrer platzsparenden Eigenschaften die Flächeninanspruchnahme stark. Durch die Abänderung wurden
„Einrichtung von ﬂächenextensiven Familiengrabstätten; Erwerb eines Nutzungsrechtes an Wahlgrabstätten zu Lebzeiten“4 Im Gesetz werden weiterhin Bestimmungen für die Schließung von Friedhöfen gemacht. So ist es möglich, dass ein Friedhof aufgrund von „städtebaulichen, wirtschaftlichen oder anderen zwingenden Gründen des öﬀentlichen Interesses für weitere Bestattungen“ geschlossen wird.5 Ein Friedhof darf jedoch grundsätzlich erst 30 Jahre nach der letzten Bestattung, also i.d.R nach der Schließung, umgenutzt werden.6 Die Mindestlaufzeit für die verschieden Grabarten beträgt mindestens 20 Jahre und darf vorher weder neu belegt noch umgenutzt werden.7 Nach dem Ablauf der Pietätsfristen ist eine Umnutzung jedoch auch nur eingeschränkt möglich. So ist laut § 6 des Friedhofsgesetztes „Eine spätere bauliche oder sonstige, mit der ehemaligen Friedhofsnutzung nicht harmonierende Nutzung [...] aus Gründen der Pietät grundsätzlich nicht zulässig.“8 Die Nutzung für die o.g. Eigenschaften ist nur in einem „zwingendem öﬀentlichem Interesse und nach besonders eingehender Prüfung“9 zuzulassen. Gerade aus den Vorgaben des Gesetzgebers wird deutlich, dass der Umgang mit Friedhöfen in der Planung einen sehr langfristiger Prozess beinhaltet.
folgende Ergänzungen in das Friedhofsgesetz aufgenommen.
BestG (2010): §17 BestG (2010): §18 (1) FEP (2006): 11
a.a.O. Friedhofsgesetz (2010): §7(1) Friedhofsgesetz (2010): §7(2) Friedhofsgesetz (2010): §11(1) Friedhofsgesetz (2010): §6 Friedhofsgesetz (2010): §6
[Abb. 3: Auswirkungen der wirtschaftlichen Sitaution der FriedhofstrĂ¤ger.]
4 Aktuelle Friedhofsentwicklungen in Berlin 4.1
„Die für das Friedhofswesen zuständige Senatsverwaltung stellt [...] einen Friedhofsentwicklungsplan auf, der die vorhandene Versorgung mit Friedhofsﬂächen feststellt sowie die angestrebte, wohngebietsbezogene Versorgung und die notwendigen Entwicklungsmaßnahmen nach ihrer Dringlichkeit darlegt“1 Mit diesem Gesetzt von 1995 wird die Grundlage für den Friedhofsentwicklungsplan geschaﬀen. Durch die Formulierung der „wohngebietsbezogene Versorgung“ geht der Gesetzgeber auf die vorherrschenden Verhältnisse in Berlin ein. Es gibt keinen zentralen Friedhof für die gesamte Stadt sondern viele in den Bezirken verteilte Versorgungsﬂächen. Dementsprechend wird verlangt, dass auch eine dezentrale, am Bedarf orientierte Versorgung mit Bestattungsﬂächen existiert, was ein Weiterbestehen der Berliner Tradition bedutet. Dieses Ziel spiegelt sich auch in dem Friedhofsentwicklungsplan wieder, dieser soll die bedarfsgerechte Entwicklung der Bestattungsﬂächen erwirken, ohne die „einzigartige Friedhofslandschaft Berlins in ihren wesentlichen Elementen zu beeinträchtigen“.2 1 2
Friedhofsgesetz (2010): §6 FEP (2006): 6
Im Friedhofsentwicklungsplan werden vier Querschnittsfragen beantwortet:
• Quantität: In welchem Ausmaß werden die Berliner Friedhofsﬂächen in Zukunft benötigt? • Qualität: In welcher Art und Weise werden Friedhofsﬂächen fortbestehen, welchen Umfang werden die Flächen besitzen? • Welche Situation herrscht in den Bezirken bzw. bei den Friedhofsträgern? •
Welche Optionen für nicht genutzte Fried-
hofsﬂächen bieten sich an? 3 Der FEP bildet eine tiefgreifende, detaillierte Analyse der Berliner Friedhöfe, deren Bedarf und zukünftige Umnutzungspotentiale. Er stellt somit eine fundierte Planungsgrundlage für Friedhofsträger und Planende dar, um mit Friedhöfen eine nachhaltige Politik unter wirtschaftlichen, planerischen und ethischen Aspekten zu betreiben. Der Friedhofentwicklungsplan liefert eine ganzheitliche Betrachtung von Berlin aber keine Detailplanung für die einzelnen Friedhöfe, wie es die Friedhofsplanung tun würde. 3
vgl. FEP (2006): 6
Berliner Friedhofslandschaft
Die Daten zu der Situation der Berliner Friedhöfe aus dem Friedhofsentwicklungsplan sind aufgrund seines Alters nicht mehr aktuell. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat neue Daten mit dem Stand Dezember 2012 veröﬀentlicht. Diese bilden die Grundlage für die Beschreibung der aktuellen Situation. Zu Bedarf und Überschuss wurden bisher keine aktuellen Daten
veröﬀentlicht. Es muss auf auf die Daten des Friedhofentwicklungsplans von 2006 zurückgegriﬀen werden. Nicht berücksichtigt werden einfachheitshalber und aufgrund der geringeren planerischen Relevant die vier Flächen, welche außerhalb von Berlin liegen.
Die Geschichte der Berliner Friedhöfe wird wurde im zweiten Kapitel bereits behandelt und spielt um folgendem Teil eine untergeordnete Rolle. Es gelten neben allgemeinen Vorstellung von Friedhöfen verschiedene charakteristische Merkmale: Die überwiegende Mehrheit der bestehenden Friedhöfe nimmt eine „besondere innere und äußere Gestalt“ ein. Sie trennen sich durch Mauern, Zäune oder Vegetation bewusst von ihrer Umgebung ab und bilden somit einen charakteristischen, besonderen inneren Ort, der dem/der BesucherIn eine symbolisch andere Welt signalisiert.5 Es existiert ein speziﬁsches Verhalten auf einer Friedhofsﬂäche durch die NutzerInnen.6 In der Regel verhalten sich BesucherInnen auf Friedhöfen immer dem Umstand von Tod und Trauer entsprechend. In der Friedhofsordnung der landeseigen 4
Formulierung festgesetzt: „Das Verhalten auf dem Friedhof hat der Trauer, dem Totengedenken und der Besinnung zu entsprechen.“7 Weiterhin kennzeichnen sich Friedhöfe durch eine gewisse „Trägheit des Systems“.8 Durch ihre langen Ruhefristen wandelt sich die Gestalt von Friedhöfen nur in sehr langfristigen Abständen. Außerdem sind Friedhöfe vom Grundstücksverkehr ausgeschlossen.9 Anzahl, Art und Umfang sorgen für die Bereitstellung von überwiegend „Wohngebietsbezogene Versorgung“ in der Berliner Friedhofslandschaft.10
Friedhöfe in Berlin ist das Verhalten in folgender 4 5 6
FEP (2006): 10 vgl. Gerhardt (2007): 163 vgl. FEP (2006): 10
Friedhofsordnung (2011): §5 (1) FEP (2006): 10 vgl. FEP (2006): 10 vgl. FEP (2006): 8
Mehrere Friedhofstypen sind charakteristisch für die Firedhofslandschaft in Berlin. Dorﬀriedhöfe wurden genutzt um die Mitglieder in einer Gemeinde in der direkten Umgebung ihrer Kirche zu bestatten. Dorfkirchhof Dahlem (1230) und die Dorfkirchhof Karow (1240) sind die ältesten der meist aus dem 13 Jahrhundert stammenden Dorﬀriedhöfen. Laut Homepage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sind z.Z. 23 Dörﬀriedhöfe mit einer Fläche von 17ha geöﬀnet.11 Alleequartierfriedhöfe machen den Großteil der innerstädtischen Friedhofstypen aus. Mit ihrem orthogonalen Aufbau, den rechteckigen Grabfeldern und ihren Baumalleen sind sie markante Flächen in der Stadtgestalt. Mit 436 ha machen sie einen erheblich größeren Anteil als die Dorﬀriedhöfe aus.12 Parkfriedhöfelehnen sich, wie schon aus dem Namen zu entnehmen, gestalterisch an parkähnlichen Freiﬂächen an. Ziel dieser Gestaltung am Anfang des 19. Jahrhunderts war es die Endgültigkeit des Todes zu verschleiern. Die Parkfriedhöfe nehmen mit einer Fläche von 451ha einen ähnlich großen Stellenwert wie die Alleenquartirfriedhöfe ein.13 Waldfriedhöfe sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts in bereits vorhanden Waldbeständen angelegt wurden. Mit 225ha machen sie zwar eine große Fläche aus, sind jedoch durch die geringe Belegungsdichte nicht mit den o.g. Friedhofstypen zu vergleichen.14
[Abb. 4: Der Wandel der Friedhöfe. Langsam aber beständig.]
vgl. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin (o.a.) a.a.O. a.a.O. a.a.O.
[Abb. 5: Geöﬀnete und Geschlossene Friedhöfe nach Trägern.]
Träger und Konfessionen vorhandener Friedhöfe
Die Träger der Berliner Friedhöfe besteht aus insgesamt vier verschiedenen Gruppen und sind als landeseigen, evangelisch, katholisch, sonstige zu klassiﬁzieren. Letztere fasst die britischen, jüdischen, moslemischen und russisch orthodoxen und zusammen. Mit 118 einzelnen Friedhöfen ist die evangelische Kirche der größte Träger. Ihr folgen die landeseigenen (84), die sonstigen (10) und die katholischen Friedhöfe (8).
Insgesamt verfügt Berlin über 221 Friedhöfe, von denen 39 bereits schlossen sind.15 Wie auf der nachfolgenden Karte zu erkennen ist, gibt es gerade in Kreuzberg und im nördlichen Neukölln eine größere Ballung von vor allem evangelischen Friedhöfen. Im restlichen Gebiet ist die Verteilung der Friedhöfe nicht markant auﬀällig, obwohl der Norden Berlins insgesamt mehr Friedhöfe wahrzunehmen sind.
[Abb. 6: Der Große Tiergarten in Berlin.]
Verfügbare Friedhofsﬂächen
Eine Fläche von 1126,67ha16 wird in Berlin als Friedhof genutzt. Geschlossene Friedhöfe machen davon eine Fläche von 110ha aus. Dies entspricht ungefähr der Hälfte des Berliner Tiergartens. Die größten Anteile besitzen die Landeseigenen Friedhöfe mit rund 585ha, von denen bisher 85ha geschlossen wurden. Ihnen folgen die evangelischen Friedhöfe mit insgesamt 434ha und 19ha geschlossenen Flächen. Die Sonstigen Begräbnisplätze machen mit 57ha einen geringeren Anteil 16
aus. Auch deren geschlossenen Flächen belaufen sich auf gerade einmal 5ha. Die katholischen Träger haben bisher keine Friedhöfe geschlossen, sodass deren Größe 48ha ausmacht.17 An dieser Verteilung zeigt sich, dass die landeseigenen und die evangelischen Friedhofsﬂächen den weitaus größten Anteil an Friedhofslandﬂächen in Berlin bereitstellen. Deren Schließungszahlen sind bisher am größten.
in Mio 4,00 3,95 3,90 3,85
Realentwicklung
untere Variante
3,60 3,55 3,50 3,45 3,40 3,35 3,30 3,25 3,20 1990
[Abb. 7: Bevölkerungsprognose bis 2030]
Faktoren für die Friedhofsentwicklung
Im Nachfolgenden werden die Faktoren für die Friedhofsentwicklung beschrieben. Sie orientieren sich im wesentlichen am FEP. Inhaltlich sind z.T. veralteten Daten des FEP durch neue ersetzt oder ergänzt wurden. Es wird somit ein aktuelles Bild von der Berliner Stadtentwicklung
Demograﬁsche Entwicklung
Berlin ist mit seinen 3,501 Millionen Einwohnern 18
die mit Abstand größte Stadt in Deutschland. Phasen von Schrumpfung und Wachstum beherrschen seit jeher die Entwicklung von Berlin. Nachdem die Stadt 1747 das erste Mal die 100.000 Einwohnergrenze überschritt, schaﬀte sie es ab 1877 im Zuge der Industrialisierung dauerhaft die Millionengrenze zu überschreiten. Mit dem Zusammenschluss von Berlins mit verschiedenen Gemeinden aus dem Brandenburger Umland (zu Groß-Berlin) sprang die Einwohnerentwicklung im Jahr 1920 auf 3,9 Millionen Einwohner an. Den bisherigen Höchststand erreichte Berlin 1942 mit 4,478 Millionen. Diese hohe Zahl ließ sich nach dem Kriegsende nicht halten. Bei der Volkszählung am 29. Oktober 1946 wurden lediglich 3,17 Millionen Menschen gezählt.19 Anfang der 1990er Jahr folgt auf ein leichtes Wachstum mit 3,47 Millionen EinwohnerInnen bis 18 19
gezeichnet. Quellen stellen hierfür die Information der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt dar. Um relativ einheitliche und vergleichbar Daten zu verarbeiten, wird das Jahr 2012 als Stichjahr verwendet. Daten aus anderen Jahren werden kenntlich gemacht.
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2013) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2013) (Fußnote
http://de.worg/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Berlin)
zum Jahre 1993 eine Schrumpfung, die bis sich ab der Jahrtausendwende in ihr Gegenteil verkehrte. Seit diesem Zeitraum wuchs Berlin stetig und überschritt 2011 die 3,5 Millionengrenze.20 Im Oktober 2012 veröﬀentlichte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ihre neue Prognose für die EinwohnerInnenentwicklung in Berlin. Die Veröﬀentlichung enthält keine reellen Zahlen, sondern Schätzungen, die Aufgrund der aktuellen Entwicklung, den aktuellen Einﬂüssen und Erwartungen erarbeitet wurden. Gleichzeitig sind sie Anhaltspunkt und Argumentationsgrundlage für stadtentwicklungspolitische Entscheidungen und somit auch ein Faktor, der bei der Beurteilung von Friedhöfen berücksichtigt wird. Die Bevölkerungsprognose 2011 bis 2030 für Berlin und die Bezirke zeigt in drei verschiedenen Varianten die mögliche EinwohnerInnenentwicklung von Berlin. Diese unterscheiden sich vor allem in der Höhe des zu erwartenden Wachstums. Die 20 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Bezirke (2012b): 2
Autoren der Prognose nehmen an, dass die mittleren Variante mit folgenden Ergebnisse für die Gesamtstadt eintritt: Demnach könnte Berlin im Jahre 2030 ein Bevölkerungszuwachs von 254.000 Personen erwarten, wodurch die Einwohnerzahl (7,2%) auf 3,752
debattiert.23 Stadtintern gibt es eine große Divergenz bei den Wachstumsraten. Während Pankow mit 16,3 % ein sehr hohen Anteil ausmacht, wird Reinickendorf mit 1,9% nur sehr gering wachsen. Von der Wachstumsrate entfallen 70% des Wachs-
Millionen wachsen würde.21 Dies entspricht ungefähr der Größe eines Berliner Bezirks.22 Dieses hohe Wachstum hat große Auswirkungen auf schon länger diskutierte Themen in der Berliner
tums auf die Jahre bis 2020, 30% auf den Zeitraum bis 2021-2030. Somit wird es den größten Teil des prognostizierten Wachstums bis zur geplanten Internationalen Bauausstellung 2020 geben.
Stadtentwicklung, vor allem die Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend und bezahlbaren Wohnraum wird in verschiedenster Art und Weiße
Mit dem erhöhten demograﬁschen Wachstum geht ein höherer Bedarf an Siedlungsﬂächen einher.24
21 Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 20112030 (2012): 9 22 Spandau ist mit rund 220.000 EinwohnerInnen der kleinste,Pankow mit 360.000 der größte Bezirk in Berlin
Die Sterberate ist ein weiterer wichtiger Faktor für die Belegung und Nutzung der Berliner Friedhöfe. Die hier angegebene Sterberate bezieht sich auf Verstorbene je 1000 EinwohnerInnen und Jahr. 1970 lag die Sterberate bei 18,1 Promille (58.034 Sterbefälle).25 Bis zum Jahr 1991 sank die Zahl der Sterberate auf 12,67 Promille (43.654 Sterbefälle).26 Bis 2011 änderte sich dieser Trend nicht und die Sterberate sank auf einen Tiefststand von 9,16 Promille (31.380 Sterbefälle).27 Der Rückgang der Sterberate ist zum einen mit der gestiegenen Lebenserwartung, zum anderen anderen aber auch mit den Geburtenausfällen und Bervöl25 26 27
23 Bebauung von Teilen des Tempelhofer Feldes, Nachverdichtung in der gesamten Stadt, zunehmende Verteuerung des Wohnraums, Baugruppen 24 Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 20112030 (2012): 9
FEP (2006): 12 a.a.O. Anhang D
kerungsverlusten während der beiden Weltkriege zu begründen.28 In Zukunft, so wird geschätzt, steigt die Lebenserwartung weiter an. Die Bevölkerungsprognose geht von einer Lebenserwartung bis 2030 von 85 Jahren bei Frauen und 80 Jahren bei Männern aus. Die Tendenz der sinkenden Sterberaten könnte sich weiter fortsetzen, sodass im Jahr 2030 der Sterbeüberschuss bei 21.000 liegen würde.29 Sonstige demograﬁsche Bedingungen wie die Verteilung des Durchschnittsalters, der Geburtenrate oder die Altersspeziﬁsche Geburtenrate ist für die
28 a.a.O. 29 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Bezirke (2012b): 16
Betrachtung der Potentiale für Friedhofsﬂächen kein entscheidender Faktor. Die Belegung der Friedhofsﬂächen durch Sterbende ist trotz der steigenden oder sinkenden
Bevölkerungszahlen in den letzten Jahrzehnten rückläuﬁg und bringt quantitative Veränderungen für die Friedhofsﬂächen mit sich.
Anzahl und Art der Bestattungen
Der Rückgang von Sterbenden geht mit einem Rückgang von Bestattungen auf den Berliner Friedhöfen einher. In 20 Jahren hat sich die Zahl der Bestattungen um ein Viertel verringert. Während es im Jahr 1991 41.277 Bestattungen gab, erfolgten2011 lediglich 29.357. Der Wandel in der Form der Bestattung ist nicht zuletzt auf die veränderten Vorstellungen vom Tod, der Arbeitswelt und den ökonomischen Bedingungen zurück zu führen.30 Auch wenn seit 1911 die Feuerbestattung erlaubt war, so machte sie im Jahr 1950 noch weniger als 40 Prozent der Bestattungen aus, hingegen es heute 80 Prozent sind.31 Die Einführung von Urnengemeinschaftsanlagen 1976 war ein Umstand für die veränderten Beisetzungsformen. Beeinﬂusst wurden die Akzeptanz und die Inanspruchnahme von Urnengemeinschaftsgräbern durch die Gebührenordnung für die kommunalen Friedhöfe. Diese wurden im Zuge des in West Berlin herrschenden Friedhofmangels so gestaltet, dass Flächensparsame Grabarten begünstigt wurden. Seit 2003 richtet sich die Gebührenordnung nicht mehr nach der Größe der Fläche, sondern nach den tatsächlich entstehenden Kosten für die Bewirtschaftung und Unterhaltung 30 31
vgl. FEP (2006): 13 vgl. a.a.O
[Abb. 8: Friedhof für dei Anhänger des Hamburger SV]
der Gräber. Die ﬁnanziellen Kosten wurden somit angeglichen und machen eine Vorhersage der künftigen Entwicklungen von Bestattungsarten schwieriger.32 Die Art der Bestattung hat sich gewandelt. Der prozentuale Anteil der Urnengemeinschaftsgräber hat sich von 1991 bis 2011 verdoppelt, wohingegen die Erdbestattungen auf 20 Prozent sanken. Damit geht ein rückläuﬁger Flächenbedarf einher.33 Doch mit dem sich wandelnden Trauerverhalten 32 vgl. FEP (2006): 14 33 Vor allem Wandurnengräber tragen mit ihrem geringen Fläcehnverbrauch zu dieser Entwicklung bei.
[Abb. 9: Ein Grab im FriedWald im Reinhardswald, in der Nähe von Kassel.] sind heute auch alternative Bestattungsformen gefragt, denn gegenwärtig gedenken wir den Toten anders als noch Mitte des 20. Jahrhunderts.34 Der Wandel der Sepukralkultur dauert unvermindert an. Es entstehen zwei Extrema in der Bestattungkultur. Die anonymen Grabformen und die
wieder der Friedhofszwang diskutiert. Trauer und Bestattungszeremonien sind nicht mehr an einen Ort gebunden. Sie lösen sich zunehmend vom städtischen Raum und verlagern sich die auch in die virtuelle Welt. „Die Internet-Gedenkseiten illustrieren in besonders instruktiver Form die
individualisierten Gräber für verschiedene soziale oder kulturelle Gruppen. „Charakteristische Erinnerungsstätten mit identiﬁkatorischer Funktion entstehen, zum Beispiel buddhistische Grabfelder, Roma-Grabstätten mit Mausoleen, Grabfelder für Kinder, für die Mitglieder eines Fußballvereins oder die Bewohner eines Altenheims.“35 Im Zusammenhang mit dem „Bild der Urne auf dem häuslichen Kaminsims“36 wurde auch immer
gesellschaftlich-kulturellen Wechselbeziehungen zwischen dem Umgang mit dem Tod und dem Potentialen, welche die neuen technischen Medien bieten.“37 38
vgl. Supper (2012): 17 Krebs (2003): 46 Krebs (2003): 44
Eine weitere, populäre Bestattungsform bietet der Friedwald. „Dort werden Urnen am Fuße eines Waldbaumes beigesetzt, der bereits zu Lebzeiten ausgewählt wird.39
37 Fischer/Herzig (2005): 18 38 Ein Beispiel ist das „Portl für digitale Unsterblichkeit“ http://www.stayalive.com 39 Krebs (2003): 46
Ruhe- und Pietätsfristen
Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ruhe und Pietätsfristen wurden im Kapitel 3 Gesetzliche Grundlagen ausgeführt. An dieser Stellle sei jedoch angemerkt, dass die bloße Einhaltung von rechtlichen Fristen nicht automatisch mit dem pietätvollen Umgang mit
Auswirkungen auf die Friedhöfe
Die Berechnung der benötigten Flächen in Berlin ergibt sich aus: •
„der Anzahl der Bestattungsfälle nach Be-
stattungs- und Grabstabstättenart, • dem speziﬁschen Flächenbedarf für die verschiedenen Grabstättenarten, • einer mittleren Grabnutzungszeit von 35 Jahren (20 Jahre aus der gesetzlichen Mindestruhezeit zuzüglich einer geschätzten bisherigen durchschnittlichen Verlängerung um 15 Jahre).“40 Sie beinhaltet den Bedarf an tatsächlichen Bestattungsﬂächen ebenso wie Flächen für Wege und Bewirtschaftung. Laut Friedhofentwicklungsplan kommt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auf einen Bedarf von 1,46 m²/ Einwohner. Aufgrund von schon erwähnten, veränderten
ehemaligen Friedhofsﬂächen einher geht. Viele weiter Faktoren, beispielsweise Wissen, Weltanschauung, Senisbiliserung oder Verbundenheit mit einem Ort entscheiden über die Akzeptanz und die subjektiven Wahrnehmungen zum Thema Pietät.
FEP (2006): 15
Bestattungsverhalten und eventuellen unvorhergehenen Ereignissen wie Naturkatastrophen o.ä. wird jedoch der Wert von 2,0 m²/Einwohner als Planungsgrundlage angenommen.41 Unter Annahme dieses Wertes wird von Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt mit einem Bedarf von 751,1 ha an Friedhofsﬂächen bis 2030 gerechnet.42 Leider besteht eine Diskrepanz in den von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zur Verfügung gestellten Daten. Mit Stand vom Dezember 2012 weißt die Quelle in Anhang A eine Friedhofs bestand von 1.016,66ha aus. Auf Anfrage vom 04.03.2013 an eine für den Friedhofsentwicklungsplan zuständige Mitarbeiterin in der Senatsverwaltung wurden die Daten aus der Anlage B zur Verfügung gestellt. Diese gehen jedoch von einem Friedhofsbestand von 941,62ha aus. Der Unterschied von 75,04ha könnte sich zum einem aus der nicht Einbeziehung
a.a.O. Anhang B
von Opfergräber und Sowjetische Ehrenmalen zum anderen aufgrund der neu eingearbeiteten Daten ergeben.43 Aus diesen Gründen ist der Vergleich mit den Zahlen aus der Anlage B angebracht.
Die Diskrepanz zwischen Bestand und Bedarf beläuft sich demnach auf eine Gesamtﬂäche von 190,52ha. Die entspricht ungefähr dem bereits oben genannten Beispiel des Großen Tiergartens.
43 Die Zuständige Mitarbeiterin Frau Pröpper schrieb in einer E-Mail vom 14.03.2013:„Die Daten sind aktualisiert und weichen somit geringfügig mit der Graﬁk im Internet ab.“
[Abb. 10: Der Große Tiergarten mit seinen ca. 200ha Fläche.]
5 Planerische Bedeutung von Friedhofsﬂächen 5.1
Funktionen von Friedhöfen
Die verschiedenen Funktionen von Friedhöfen lassen sich in drei verschiedene Bereiche gliedern. Die Primärfunktion für Friedhöfe innerhalb der Stadt ist klar durch Gesetze und Verordnungen streng geregelt. Sie sind Bestattungsplatz1 für verstorbene Menschen. Dieser eher „technischen“ Funktion wird oft im Zusammenhang mit einer nötigen Stadthygiene erwähnt. Weiterhin sind verschiedene Sekundärfunktionen für den Friedhof auszumachen, welche jedoch in ihrer Bedeutung nicht hinter der Primärfunktion zurück treten. Bei immer größeren ungenutzten Flächen muss man sich fragen, ob nicht sogar die Primärfunktion mit den Senkundärfunktionen einher gehen. Mit ihren verschiedenen kulturhistorischen Schätzen sind Friedhöfe Kulturstätte.2 Durch verschiedenste Gräber, Grabanlagen aber auch durch den Friedhof an sich, stellen Friedhöfe kulturelle Einrichtungen dar.3 Nicht ohne Grund sind von allen 221 Berliner Friedhöfen, 154 Gartendenkmal, Baudenkmal oder Denkmalbereich4 und nehmen dadurch einen großen Stellenwert als kulturelles Gedächtnis ein. Mittels direkter Konfrontation mit Friedhöfen wird der/die BesucherIn einem Gefühl der Besinnung und der Reﬂektion mit dem Thema Tod ausgesetzt und der Friedhof erhält eine sehr individuelle Dimension. Er stellt einen emotionalen und intimen
v.O.n.U. [Abb. 11: Ort mit besonderer Identität] [Abb. 12: Der Friedhof als öﬀentlicher Raum] [Abb. 13: Funktion für das Stadtklima]
vgl. FEP (2006): 10 a.a.O. vgl. Friedhofsgesetzt (2010): §2(1) Anhang E
Raum für Angehörige dar.5 Gleichzeitig ist der Friedhof ein öﬀentlicher Raum, indem BesucherInnen spazieren gehen, die Natur genießen oder ihn als einfache Durchquerung nutzen. Hier treten durch die verschiedenen Nutzungsansprüche Interessenskonﬂikte auf.
Grünwegenetz ein. Zu den Sekundärfunktionen kann auch eine ökonomische Dimension gezählt werden. Es ist nicht zu vernachlässigen, dass sich im Friedhof selbst und um ihn herum erhebliches Gewerbe angesiedelt hat. Neben Planern, Architekten, Gärtnern oder
Eine durch Mauern, Zäune und Vegetation geschützte „[...]erhebliche Ansammlung von Flora, Fauna und Bedeutsamen Biotopen“6 zeichnet die Friedhöfe als Grünﬂäche und ökologische Fläche
Friedhofsverwaltern arbeiten auch Bestattungsunternehmen und Steinmetze im Kontext von Friedhöfen. Letztgenannte meist in großer räumlicher Nähe zu angrenzenden Friedhöfen.
aus. Gerade Tiere können sich auf den nachts verschlossenen Flächen frei bewegen. Die Größe und oftmals innerstädtische Lage ist für das Stadtklima von enormer Bedeutung. Sie bilden eine Ausgleichsﬂäche gegenüber der städtischen Bebauung und gliedern sich oft in ein überörtliches
Für die Friedhöfsträger stellen die Bestattungsﬂächen vor allem ein Kostenfaktor dar. Die Berechnung der tatsächlichen Kosten ist jedoch aufgrund der o.g. Sekundärfunktionen schwierig. Gesellschaftliche Funktionen wie Grünraumversorgung oder Naherholung lassen sich schlecht in ökonomische Statistiken integrieren. 7
Wahl (2007): 21 FEP (2006): 10
Wahl (2007): 22
Typisierung der Flächen
Freiliegende Flächen sollten für ihre zukünftige Planung in verschiedene Typen untergliedert werden. Die Beurteilung hängt von der bisherige Nutzung, der Größe und der Lage auf dem Friedhof ab.8 Die unterschiedlichen Träger spielen bei der Typisierung von Flächen primär keine Rolle. Flächentypus A: Zusammenhängende Flächen, welche nie für die Bestattung genutzte wurden, bilden die erste Gruppe. Diese können Reserveﬂächen sein, die für eine nachträgliche Erweiterung des Friedhofes geplant waren. Es können aber 8
Venne (2010): 182
auch wirtschaftliche Flächen sein. Flächentypus B: Die zweiten Klasse bilden zusammenhängende Flächen, auf denen zwar Bestattungen stattgefunden haben, deren Flächen jedoch von allen Fristen befreit sind. Flächentypus C: Zusammenhängende Flächen, die eine geringe Belegung aufzeigen auf denen jedoch noch Ruhefristen gelten, prägen den dritten Typ. Diese Flächen können erst langfristig für eine Umnutzung in Betracht gezogen werden.9
Planerische Bedeutungen für Berlin
Friedhöfe sind „Bestandteil des modernen Siedlungsgefüges“.10 Zu ihrer Primärfunktion, der Bestattung, kommen viele verschiedene Sekundärfunktionen hinzu, welche im planerischen Entscheidungsprozessen überprüft werden müssen. Im Zuge der Reurbanisierung, die sich durch wachsende Städte bemerkbar macht, haben neue Themen an Präsenz gewonnen. So wird in Berlin stark über bezahlbaren Wohnraum diskutiert. Wie kann die steigende Zahl von BewohnerInnen angemessenen Wohnraum erhalten? Wie kann man mit der Nachverdichtung in innerstädtischen Lagen umgehen? Welche neue Bauherren (Baugruppen, Genossenschaften, Syndikate u.s.w.) beteiligen sich an der Schaﬀung von neuem Wohnraum? Unter dem Eindruck der Bevölkerungsprognose vom Oktober 2012 sieht der aktuell in der Erarbeitung beﬁndliche Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen einen „deutlich höheren Neubau von Wohnungen“11 vor. In diesem Zusammenhang ist die Fläche als „städtebaulich gut integrierten Bereich[...], vorzugsweise in der Inneren Stadt oder am Innenstadtrand“12 maßgebend, um neue Wohneinheiten zu errichten. Es handelt sich um die innere Verdichtung für die auch Friedhofsﬂächen, welche im Friedhofentwicklungsplan bewertet werden, in Betracht kommen.
v.O.n.U. [Abb. 14: Flächentypus A] [Abb. 15: Flächentypus B] [Abb. 16: Flächentypus C]
10 Wahl (2007): 20 11 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin (2012a) 12 a.a.O.
Dabei wird das stetig aktuelle Thema der Partizipation eine entscheidende Rolle spielen. Bei den Planungen für das Spreeufer und das Tempelhofer Feld gab es bereits erhebliche Proteste. Auch bei der geplanten temporären Nutzung des St. Thomas Kirchhofes in der Hermannstraße in Neukölln
sicherzustellen. Durch eine städtebaulich sensible Umgestaltung von Friedhöfen kann deren kulturhistorische Anlage bewahrt werden. Der Umgang mit wichtigen Gräbern, baulichen Anlagen ist ebenso in die Planungen für den konkreten Friedhof aufzunehmen.
scheiterten die Planungen u.a. am Widerstand der örtlichen Bevölkerung. Weniger Pietätsaspekte als vielmehr ungelöste Nutzungskonﬂikte verhinderten ein Zwischennutzungsprojekt.13 Eine
Die Grenze zwischen dem typischen Friedhof und der Stadt wird zunehmend verschwinden.16 Auch wenn es in Deutschland nach wie vor einen Friedhofszwang gibt, so könnte dessen Abschaf-
Bebauung von ungenutzten Friedhofsﬂächen ist ein wichtiges Potential, um auf das Bevölkerungswachstum reagieren zu können. Bereits jetzt werden verschiedene Friedhofs(teile) bebaut oder eine Bebauung ist geplant. Auf de ehemaligen St. Simeon und St. Luka in Neukölln wurde der Bau eines Lebensmittelmarktes genehmigt. Die Fläche
fung oder zunehmende Nichtanwendung zu neuen Dynamiken für Friedhofsﬂächen führen, wofür Waldfriedhöfe ein Beispiel sind. Gleichzeitig werfen Waldfriedhöfe aber auch die Frage des Flächenbedarfs außerhalb von dicht besiedelten Gebieten auf. Gerade Grabarten mit viel Flächenverbrauch können auf Dauer nicht inner-
des Emmaus Friedhofes beﬁndest sich z.Z. Im BPlan Verfahren für Appartments.14 Es ist jedoch unumgänglich die Sekundärfunktionen von Friedhöfen zu betrachten. Gerade unter Aspekten des Stadtklimas ist eine Bebauung und Versiegelung weiterer Flächen nicht wünschenswert.15 An dieser Stelle tritt ein Zielkonﬂikt für die Planung auf, welcher abgewogen werden sollte. Grundsätzlich ist aber darauf zu drängen, dass umgenutzte Friedhofsﬂächen möglichst viele Sekundärfunktionen der Friedhöfe behalten. Sie sollten sich in großräumige Grünraumverbindungen eingliedern und Verbindungen schaﬀen. Der Erhalt schützenswerter Flora und Fauna ist am konkreten Friedhof zu überprüfen und
städtisch betrieben werden. Zeitlich gesehen bieten Friedhöfe die Möglichkeit einer langen Planungsphase. Nicht alle Friedhofsﬂächen sind gleichzeitig verfügbar. Sie können nur Schritt für Schritt umgenutzt werden. Dieser Umstand bringt die Hoﬀnung mit sich, besser auf gewandelte Rahmenbedingungen reagieren zu können. Erfahrungen bei der Umsetzung können evaluieren, um verbessert zu werden. Wie viel Friedhofsﬂäche tatsächlich ungenutzt ist spielt für die gesamtplanerische Betrachtung ein große Rolle. Durch die bisher gemachten angaben von 700ha17, den Angaben des Friedhofewicklungsplans von 2006 mit 350ha ungenutzte Friedhofsﬂäche bis 202518 oder den aktuellen
13 Ein temoprärer Zeltplatz sollte auf einer Teilﬂäche des Friedhofes entstehen. (vgl. Marzillier (2012): 52) 14 vgl. Labinski (2012) 15 vgl. Venne (2010): 189
vgl. Supper (2012): 17 Mies (2002b): 29 FEP (2006): 18
Zahlen von 190,5219 ha wird aber deutlich, dass es sich um eine abnehmende Flächengröße handelt, welche bereits jetzt die Auswirkungen der zukünftigen Stadtentwicklung integriert. Dennoch handelt es sich bei der letztgenannten Zahl immer noch um eine Fläche die der Größe des Tiergar-
zu den sonstigen Berliner Flächen mit erheblichen Entwicklungspotential dar.20 Klar ist jedoch auch, dass nur ein kleiner Teil zu Deckung des Wohnungsmangels genutzt werden kann.
tens entspricht. Sie stellt ein großes Potential für die Berliner Stadtentwicklung dar. Gerade weil sie aus vereinzelten, kleineren Grundstücken besteht bringt sie Chancen für die meisten der Berliner Bezirke. Sie ist somit einen Kontrapunkt 19
20 Es sei vor allem an die beiden Flächen der Flughäfen Tegel und Tempelhof erinnert.
[Abb. 17: Die Verbindung von Friedhof und Stadt mit aktuellen Planerischen Themen als Kernaufgabe der Firedhofentwicklungsplanung.]
6 Allgemeine Strategien für ungenutzte Flächen auf Friedhöfen Um eine integrierte Planung und nachhaltige Entwicklung von Friedhofsﬂächen zu garantieren, benötigt es gesamtstädtische Strategien zum Erhalt oder zur Umnutzung dieser besonderen Flächen. Die wichtigste Grundlage für die gesamtstädtische Betrachtung ist zweifellos ein Bericht über die aktuelle Friedhofssituation im der jeweiligen Stadt. Berlin hat mit der Erstellung des Friedhofsentwicklungsplans eine solche Grundlage geschaﬀen, die
von der Analyse über einen städtischen Gesamtzusammenhang zu konkreten Handlungsempfehlungen geht. Für Planende und Friedhofsträger stellt dieser Plan ein wichtiges Instrument im Umgang mit Friedhofsﬂächen dar. Für die folgenden Strategien wird ein Überhang an Friedhofsﬂächen angenommen.
Gesamtstädtische Strategien
Denis Bilbrey schlägt in seinem Aufsatz „Die Situation der Berliner Friedhöfe und die Entwicklung neuer Ideen zum Erhalt der historischen Substanz“1 die museale Strategie vor. Sie ist als ein Konzept zu verstehen, welches den Friedhöfen die neue Primärfunktion eines Museums gibt. Hierdurch sollen die Friedhöfe qualitativ aufgewertet und im Kontext ihres Stadtraumes erhalten werden. Der Fokus liegt bei diesem Vorschlag auf der kulturhistorischen Funktion. Die Aufgaben der Firedhofsﬂächen wäre wie bei jedem Museum durch „Sammeln, Bewahren, Forschen, Präsentieren“2 geprägt. Im Kontext von Bestattungsﬂächen würde sich dies auf „Grabmähler, Friedhöfe (Bauwerk, Strukturen, Gartenanlagen, Naturraum),Friedhöfe im städträumlichen Kontext, […], Akten, Unterlagen, Informations- und Bedeutungsträger“3 beziehen. Auf verschiedenen Friedhofsﬂächen sollen
Bilbery (2007): 212 a.a.O. a.a.O
[Abb. 18: Der Friedhof der jüdischen Gemeinde von Berlin als Teil der musealen Friedhofslanschaft.] verschiedene thematische Schwerpunkte gesetzt werden. Die Nutzung reicht vom klassisch musealen Charakter über Sonderausstellungen, Rundgänge und Hinweise auf den Stadtraum sowie den kultur- und kunsthistorischen Kontext. Im Zusammenhang mit einer für Museen üblichen Erfassung von „Exponaten“ soll eine „ﬂexible Organisation geschaﬀen werden, die mit dem Sammlungsbestand arbeitet, verschiedene Einzelinitiativen einbindet, Archivalien erschließt,
den bestehenden Gebäudebestand nutzt, überkonfessionall arbeitet“.4 Die sehr weitreichenden Aufgaben gliedern sich in die dezentrale und kulturhistorisch schützenswerte Friedhofslandschaft ein. Neben konkreten Museumsstandorten schlägt Bilbrey einzelne Friedhöfe für das Weltkulturerbe
dienen nicht mehr als Ort der Trauer, sondern werden als Ort der sozialen Kommunikation wiederentdeckt. Das Nebeneinander von Grabfeldern verschiedener Konfessionen ist völlig zur Normalität geworden, da die Bevölkerung aktiv an der Planung partizipieren konnte. Auch dadurch
vor.5
ist es gelungen die Friedhofsﬂäche zu Teilen als Grünﬂäche zu gestalten. Da Friedhöfe weiterhin eine quartiersbezogene, dezentrale Einrichtung darstellen, dienen sie der Identitätsbildung und
Eine anderes Szenario beschreibt Hannes Wahl in seiner Arbeit Friedhöfe im Wandel.6 Friedhöfe 4 a.a.O. 5 Konkret benennt er den Friedhof der jüdischen Gemeinde in Berlin 6 vgl. Wahl (2007): 44f
integrieren öﬀentliche Gebäude in ihrem Umfeld. Die Präsenz des Todes nimmt im Alltag wieder zu.7 7
Leitlinien für den Umgang mit Berliner Friedhöfen
Die Entwicklung der Berliner Friedhöfe soll weiterhin nach einem wohngebietsbezogenen Friedhofssystem organisiert werden. Es gilt die
Stadtteilen gleichberechtigt zu behandeln, um eine Bestattung nach Weltanschauung oder Glauben zu ermöglichen. Ebenso wird ein Fokus auf die Ver-
Friedhofsﬂächen in überversorgten Gebieten zu schließen. Dabei soll es, wenn möglich, zu Teilschließungen statt Schließungen kompletter Friedhöfe kommen. Auch soll darauf geachtet werden, verschiedene Konfessionen in den jeweiligen
netzung mit Grün- und Landschaftsräumen gelegt. Im Blick liegt also immer der gesamtstädtische Charakter, welcher über seiner Funktion als Friedhofsﬂäche hinaus geht.8
FEP (2006): 20ﬀ
Darstellung im Friedhofentwicklungsplan
Der Berliner Friedhofentwicklungsplan triﬀt eine Aussage über die zukünftige Nutzung aller
Friedhofsﬂächen in Berlin. Dazu werden verschiedene, ﬂächenbezogene Bewertungskriterien
angesetzt. „Nutzungsintensität (Maß der Inanspruchnahme entspr. der Anzahl der Bestattungen je ha Friedhofsﬂäche); Auslastung (Maß des relativen Flächenbedarfes, abhängig von der Anzahl der Bestattungen in den einzelnen Grabstättenarten); Bindungsfristen in den einzelnen Grabfeldern;
Die hier genannte „Sonstigen Umnutzung“ bedeutet neue Flächennutzung für „gewerblicher, insfrastrukturelle, bauliche u.a. wirtschaftliche“ Nutzungen.12 Konkrete Möglichkeiten zur Umnutzung dieser Fläche werden im Kapitel 8 beschrieben, auch wenn die Flächen der „Sonstigen Nutzung“
Eigenarten des Friedhofs (Denkmalschutz, Gedenkstätte, Ehrengräber, Biotope)“9 Der Friedhofsentwicklungsplan bezieht die Sekundärfunktionen wie z.B. „den historischen Wert, […] den Erholungswert, die Grünanbindung (Funktion im Grünsystem der Stadt), den Klimawert und die Bedeutung der Freiﬂächen für den Naturhaushalt / Naturschutz“10 mit ein. Grundsätzlich gibt es zwei Tendenzen für ein jeweilige Friedhofsﬂäche. Zum
einen großen planerischen Reiz ausmachen, sind sie unter rechtlicher Sicht schwierig begründbar. Sie müssen entweder nicht pietätsbelastet sein oder sie müssen laut §6 des Friedhofsgesetzes aus
einen der Erhalt für Bestattungen, bei der keine Flächen oder Teilﬂächen geschlossen werden. Voraussetzung dafür ist eine hohe Auslastung oder eine große Bedeutung des Friedhofs als Grünfäche, Kulturstätte oder Biotop. Die andere Entwicklung ist die Schließung oder Teilschließung der Fläche und eine damit verbunden Umnutzung. Erstere Tendenz wird als „Erhalt Bestattungen“ und „Erhalt Friedhofspark“ gekennzeichnet. Letztere Tendenz hat die Umnutzung als „Grünﬂäche/Wald“ oder „Sonstige Nutzung“ im Friedhofentwicklungsplan zugewiesen bekommen. Eine Unterteilung in kurzfristige (nach geschaﬀenem Planungsrecht) und langfristige Umnutzung (nach 2020) erfolgt ebenso. Mit der Kategorie „Grünﬂäche/Wald“ werden alle natürlichen Flächennutzungen „gemäß Baugesetzbuch subsumiert“.11 9 10 11
FEP (2006): 22 a.a.O. FEP (2006): 24
einem „zwingenden öﬀentlichen Interessese“ umgenutzt werden.
5159 5163
5155 5156 5028 Friedhofsträger
Planung Erhalt für Bestattungen
landeseigene Träger
Erhalt als Friedhofspark
Umnutzung Grünfläche kurzfristig Umnutzung Grünfläche langfristig Sonstige Nutzung kurzfristig Sonstige Nutzung langfristig
[Abb. 19: Ausschnitt aus dem Friedhofentwicklungsplan für Neukölln.]
5534 5085 5037 5535 5038 5527
5083 5536
5166 5540
5044 5081 5040
5093 5006
5542 5541
5524 5072 5523 5208
5531 5533 5525 5545 5209 5210 5544
5510 5509 5508
5111 5123
5543 5073
5206 5077 5039 5205 5168 5164 5107 5167 5165 5108 5103 5101 5003 5105 5002 5110 5001 5106 5102 5207 5104 5507 5505 5506 5502 5504 5503
5074 5526
5069 5514 5522 5089
5120 5119 5113 5114 5118 5115 5116
5046 5009
5131 5011
5154 5033 5029 5204 5158 5157 5159 5153 5163 5155 5156 5028 5152
5135 5019
5170 5010
5021 5045 5149
5012 5020 5016 5125
5202 5147
5025 5145 5151
5059 5055
5146 5136 5127 5018
5023 5022 5138
5139 5031
5148 5057 5169 5058
Karte 2 Bearbeitungsstand
Karte 2 Einbindung der Friedhofentwicklungsplanung in das Freiflächensystem Berlins Planung vollständiger Erhalt für Bestattungen Erhalt als Friedhofspark teilweise bzw. vollständige Umnutzung in Grünfläche inkl. diverser kleiner Teilflächen für sonstige Nutzung
überwiegend bzw. vollständig sonstige Nutzung 5091 5546
Nutzungen gemäß Landschaftsprogramm Grün- und Freiflächen Wohngebiete Sonstige Gebiete
Freiflächensystem Grünvernetzung Regionalpark
5518 5066 5067
Bearbeitung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. Stadt- und Freiraumplanung I C 223 Bearbeitungsstand: Dezember 2005 Kartengrundlage: Landschaftsprogramm, Karte "Erholung und Freiraumnutzung" (Stand: 11/2002 Entwurf)
[Abb. 20: Übersicht des Friedhofsentwicklungsplanung Berlin]
7 Konkrete Strategien im Umgang mit ungenutzten Friedhofsﬂächen „Die Gestaltung des Friedhofes gilt noch immer als Lieblingsbeschäftigung des Landschaftsarchitekten, vielleicht, weil sie die beinahe einzige, unangefochtene Domäne unseres Berufsstandes darstellt.“1 Es gibt zwei verschiedene Ebenen im Umgang mit Friedhöfen: deren Gestaltung als Bestattungsﬂächen oder deren Umnutzung. Im folgenden Kapitel wird es sich jedoch nicht um 1
Kiensast (1990): 10
eine Auseinandersetzung mit der Gestaltung von Friedhofsﬂächen (im Sinne von Kienast) drehen und auch wirtschaftliche Strukturen der Träger, unterschiedliche Grabformen oder Grabgestaltungen spielen in diesem Kapitel keine Rolle. Vielmehr wird dieses Kapitel Folgenutzungen für Friedhofüberhangﬂächen aufzeigen. Die Aussage über die im Kapitel 5.2. getätigte Flächentypisierung gibt an, auf welchen Flächen die jeweils genannte Nachnutzung möglich wäre.
Die Anforderungen an Friedhofsﬂächen sind ebenso
der Friedhöfe gesichert wird und im künftigen
hoch wie anspruchsvoll. Aufgrund des hohen Nutzungsdrucks sollten die Flächen möglichst viele ihrer ursprünglichen Funktionen beibehalten, ob es dabei eine dauerhafte oder temporäre Lösung darstellt, ist nur für den Einzelfall entscheiden. Es wäre also wichtig, dass das historische Erbe
städtebaulichen Kontext weiterhin lesbar ist; keine Grünverbindung zerstört, sondern errichtet oder qualiﬁziert wird; der Ort nach wie vor ein identitätsstiftendes Merkmal aufweist; die Umnutzung mit der städtebaulichen und sozialen Umgebung harmoniert.
Grünﬂächen werden den größten Teil der Nachnutzungen für Friedhofsﬂächen ausmachen. Mit rund 195ha „öﬀentliche Grünﬂäche/Wald“2 stellt diese Kategorie auch im Friedhofentwicklungsplan den größten Anteil dar. Wahrscheinlich gilt diese
Morgenroth (2007): 15
Nutzung als „Nachnutzungs-Regelfall“.3 Ein Beispiel für die Umnutzung als Grünﬂäche ist eine klassischer Park. Die Fläche muss ihre Bestattungsfunktion nicht im vollen Umfang aufgeben. Deshalb wäre die Flächentypen A, B und C für diese Nutzung geeignet. Vorteile von Parkanlagen 3
Venne (2010): 176
oder Grünﬂächen im Allgemeinen wären, dass ihre Sekundärfunktionen, wie Klima, Naturschutz oder Wegeverbindung, erhalten bliebe. Eine Gestaltung mit pﬂegextensiven Grün ist unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf Klima und Natur durchaus denkbar. Es ist jedoch gerade der
unter hohem wirtschaftlichem Druck und haben daher ein großes Interesse, ihre Flächen gewinnbringend zu verkaufen. Die öﬀentliche Hand wird hingegen nur im geringen Umfang Mittel bereitstellen können, um ehemalige Friedhofsﬂächen zu kaufen und zu unterhalten. Eine teilweise
alter Baumbestand, die Zusammensetzung der verschiedenen Pﬂanzen und die vorhandene Freiraumstruktur, die das Interesse als Parkanlage stärken.4 Die oftmals innerstädtische Lage mit
Überbauung der Flächen könnte ein Lösungsansatz für diese Problematik sein. Andere, nicht im Regelfall zu erwartende Lösungen, könnten durch Städtbaufördermittel erreicht werden, wie es beim
guter Anbindung zu ÖPNV stellt ein weiteres attraktives Merkmal für die jeweilige Fläche dar. Nach dem Ablauf von Ruhe und Pietätsﬁsten und vor allem der Entwidmung wird der Friedhof zu einer „normalen“ Freiﬂäche. Diese kann nun nach allen Maßgaben und Bedürfnissen des Umgebenden Stadtquartierts umgestaltet werden.
„Alten Friedhof Schkeudiz“ in der Nähe von Leipzig geschah.5
Dennoch sei zu beachten, dass Friedhöfe im kollektiven Gedächtnis weiterhin verankert sind und ein sensibler Umgang bei der Gestaltung gewahrt werden sollte. Eine weitere Frage ist, ob ein Friedhof entwidmet werden sollte oder nicht. Entwidmete Flächen genießen weniger Rechtsschutz als Friedhöfe. Letztere sind dürfen nicht nur an Träger des öﬀentlichen Rechts veräußert werden. Die Überbauung von entwidmeten Friedhöfen ist durch §34 BauGB wesentlich einfacher als bei Friedhöfen. Sie stellen damit auch einen höheren Reiz für InvestorInnen dar, wohingegen deren Interesse an Grünﬂächen wirtschaftlich gering sein dürfte. Es stellt sich daher auch die Frage, wer als Parkanlagen umgenutzt Friedhöfe betreiben und ﬁnanzieren würde. Konfessionelle Friedhofsträger stehen bereits jetzt 4
vgl. Mies (2002a): 69
[Abb. 21: Der Leisepark in Berlin-Pankow.]
Der Friedhof als Museum ist eine weitere Nutzungsmöglichkeit. Im Gegensatz zu der in Punkt 6 beschriebenen Strategie handelt es sich jedoch nicht um eine gesamtstädtische Sicht, sondern um einen ﬂächenbezogenen Nutzungs-/Umnutzungsvorschlag. Grundsätzliches Ziel ist ein weitgehender Erhalt von Friedhofsﬂächen mit kulturhistorischem Wert in Form eines Freichlichtmuseums. Der ursprüngliche Gestaltungszustand soll rekonstruiert 5
vgl. Mies (2002a): 73
[Abb. 22, 23, 24, 25, 26: Der Dorotheenstädtische Friedhof in Berlin: Kulturhistorisches Erbe, Park und idenditätsstiftender Ort. v.l.n.r.: zebrochene Grabsteine, Grab Karl Friedrich Schinkel, Grab Bertold Brecht, Kriegsgrab I. Weltkrieg, Statur
werden, wodurchvergangene ästhetische Merk-
könnte. Für eine fachlich fundierte Gestaltung bzw.
male und kulturhistorische Eigenschaften zum Vorschein kommen können.6 Möglicherweise ist es bei besonders alten Friedhöfen überhaupt nicht mehr nötig diese Eigenschaften herauszuarbeiten, da sie noch immer vorhanden sind. Die Friedhofsﬂäche würde zur Bewahrung und Präsentation von Grabsteinen und Skulpturen genutzt werden, die
Aufarbeitung der einzelnen Objekte ist der Kontakt mit Musen zu suchen. Auch Veranstaltungen, wie Tagungen oder Führungen sind in diesem Rahmen durchaus denkbar. Finanzierbar wäre dies Umnutzungsmaßnahme nicht nur durch Städtebaufördermittel, sondern
sich im Gegensatz zu einem Friedhofspark durch eine hohe Dichte dieser kulturhistorischen Relikte auszeichnen würde. Durch die große Anzahl von Baudenkmälern und Gartendenkmälern wäre diese Nutzungsform für viele Friedhöfe eine denkbare Option. Auch wenn jeder Flächentypus geeignet wäre, sind bei dieser Variante vor allem Flächen mit beendeten Fristen (Flächentypus B) oder andauernden Fristen (Flächentypus C) zu bevorzugen. Der Denkmalwert bringt für diese Friedhöfe per se ein gutes Image und einen „Sympathievorschuss durch die Bevölkerung“.7 Vor allem würde die Identiﬁkation mit dem Friedhof eine positive Auswirkung auf die umliegende, städtische Struktur haben. So wäre ein Friedhofsmuseum eine Attraktion, welche stadtweit Aufmerksamkeit erreichen 6 7
vgl. Mies (2002a): 75 Mies (2002a): 76
auch durch öﬀentliche Einrichtungen wie z.B. Museen. Auch wenn bei dieser Variante von einem geschlossenen Friedhof ausgegangen wird, so sei darauf hingewiesen, dass auch bestehende, geöﬀnete Friedhöfe einen fast musealen Charakter besitzen. Ein gutes Berliner Beispiel ist der Dorotheenstädtische Friedhof, der sich „wie das ‚who is who‘ der geistigen Elite Deutschlands“ ließt und die Möglichkeit gibt „unzählige künstlerische Bildhauerarbeiten zu bewundern“.8 Auf dem Berliner Friedhof St. Marien und St. Nikolai fanden im Sommer 2011 Konzerte, Filmvorführungen und Führungen über das Friedhofsgelände statt. Organisiert wurden diese Veranstaltungen von der „AG Friedhofsmuseum“ des evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte.9 8 berlin.de (o.A.) 9 vgl. Evangelischer Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (2011)
Der Verbraucherschutzvereins Aeternitas schlägt in einer Studie zu Überhangﬂächen Kleingärten als Nachnutzungsmöglichkeit vor.10 Grundidee
belastet sein.13 Um eine adäquate Umnutzung zu gewährleisten, sollten in diesem Falle nur Reserve- oder Versorgungsﬂächen (Flächentypus A)
ist die Gärtnerische/landwirtschaftliche Betätigung im städtischen Siedlungsgefüge.11 Eine Nichtversiegelung der Flächen würde dem Klimahaushalt und dem Naturschutz zugutekommen. Andererseits würde mit der Anlage von Gärten die kulturhistorischen Zeugnisse erheblich leiden.
gewählt werden. Für den seit lange Brach liegenden St. ThomasFriedhof (neu) gab es u.a. die Diskussionen um einen internationalen Garten.14 Sport und Freizeitanalgen sind mit ihrer dynamischen Funktion nur schwer auf ehemaligen Friedhofsﬂächen vorstellbar. Der Flächentypus A (Reserveﬂächen) ist wohl der Einzige, auf dem eine Sport oder Freizeitanlage denkbar wäre. Aber auch hier
Mit Ausnahme von Bäumen oder Baumreihen würde die Friedhofsstruktur sicherlich nicht mehr zu erkennen sein. Ganz Abgesehen davon ist die Beräumung des ehemaligen Friedhofs sehr wichtig. Die gärtnerischen Erdarbeiten könnten Gebeine, Urnen o.a. Überreste der Bestattung zu Tage treten lassen. Eine derartiges Vorkommiss wäre nicht akzeptabel. Deshalb müsste die gesamte ehemalige Friedhofsﬂäche nach ihrer Entwidmung beräumt werden. Auch die Bodenbelastung ist im Zuge Dessen zu überprüfen.12 Ebenso könnte der Boden mit Schwermetallen
gibt es ein Beispiel für die genannte Umnutzung. Der Bremer Westfriedhof ist nach seiner Fertigstellung nie in Betrieb genommen worden. So war es möglich ein Golfplatz auf dem 40ha großen Gebiet zu errichten. Eine so große Fläche wird wohl ein einmaliger Zufall sein, zeigt jedoch, dass auch auf den ersten Blick unrealistische Planungsideen zur Umsetzung gebracht wurden.15 In der Studie Aeternitas ist die landwirtschaftliche Nutzung in Form von Ackerland/Beweidung ist ein weiterer Punkt. Es könnten verschiedene Getreide oder Gemüsearten angepﬂanzt werden. Welche Arten dies genau sein können, wird wohl durch die Wirtschaftlichkeit geregelt werden. Wichtig ist, dass die verschiedenen Flächen frei von Hecken o.ä. Vegetation sind, um einen möglichst wirtschaft-
[Abb. 27: Der Bremer Westfriedhof wird als Golfplatz genutzt] 10 vgl. Morgenroth (2009): 15 11 Vergleichbar mit Urban Gardening 12 Urnenaschen haben einen pH-Wert von 12,33 – was einer sehr starken Lauge entspricht.
lichen Anbau zu gewährleisten. Es kämen sowohl der Flächentypus A als auch B für jene Nutzung in Betracht. Eine Beweidung ist auf jenen Flächen ebenfalls Vorstellbar. So geschehen ist dies auf 13 14 15
vgl. Morgenroth (2007): 15 vgl. a.a.O. vgl. Morgenroth (2007): 16
[Abb. 28: Der Heidefriedhof in Berlin Gatow wird als Viehweide genutzt.]
[Abb. 29: Auf St. Andreas/St. Markus wurden Weihnachtsbäume aufgezogen und verkauft.]
der Erweiterungsﬂäche des Heidefriedhofs Gatow in Berlin-Spandau.16 Eine solche Nutzung ist vor allem in städtischen Randbereichen vorstellbar. Der hohe Nutzungsdruck und wirtschaftliche Argumente würden einen derartigen Vorschlag in innerstädtischen Lagen nicht begründbar machen. Ebenfalls in städtischen Randbereichen und auf Flächen des Typus A oder B könnten Baumschul-
könnten die Friedhofsträger die Wirtschaftlichkeit ihrer Friedhofsﬂächen erhöhen. Falls diese nach einem Verkauf von privaten Unternehmen betrieben werden würden, könnten sie sich in die umliegende wirtschaftliche Struktur eingliedern. Sicherlich würde durch eine Schließung der Flächen für die Öﬀentlichkeit der Erholungswert bestehen bleiben, denn der Grünraum, wenn auch in anderer
kulturen entstehen. In den vergangenen Zeiten deckten die Friedhöfe ihren Bedarf an Beetpﬂanzen und Baumschulwaren aus eigener Produktion.17 Unter der Argumentation der Wirtschaftlichkeit wird diese Eigenproduktion an externe Orte aus-
Form, existiert weiterhin für das Stadtklima und den Naturschutz.
gelagert. Die Freiedhofsträger sollten überprüfen ob die eigene Aufzucht nicht doch einen größeren wirtschaftlichen Ertrag mit sich führen könnte.18 Auf dem in Berlin-Lichtenberg beﬁndlichen Friedhof St.Andreas/St.Markus wurden Weihnachtsbäume aufgezogen und verkauft. Überreste wurden als Grabbedeckung oder Brennmaterial weiter verwendet. Durch derartige Nutzungen
blem. Durch die Versiegelung viele Flächen ist es schwierig das Regenwasser in einer ausreichenden Geschwindigkeit zu klären und dem Wasserkreislauf zuzuführen. Deshalb werden in der Wasserwirtschaft aus ökologischer und ökonomischer Sicht immer Flächen/Anlagen zur Rückhaltung von Regenwasser benötigt.19 Ungenutzte Friedhofsﬂächen haben dafür ein erhebliches Potential. Die naturnahe Gestaltung von Regenrückhaltebecken
vgl. Morgenroth (2007): 17 vgl. Morgenroth (2007): 18 vgl. Morgenroth (2007): 19
In Großstädten ist die Ableitung von Regenwasser, besonders bei Starkregen, ein stetiges Pro-
[Abb. 30: Ein Regenrückhaltebecken wurde auf
[Abb. 31: Im Berliner Stadtteil Mariendof beﬁndet
dem St. Bartholomäus Friedhof errichtet.]
sich ein Tierfriedhof.]
oder die Errichtung von Zisternen erhalten die ökologische Funktion der Friedhöfe aufrecht. Zahlreiche Biotoptypen, Flora und Fauna könnten entstehen. Gleichzeitig würden Becken mit Wasserfüllung einen Anziehungspunkt für Menschen
der Eigentümer/die Eigentümerin der Fläche von dem Entgelt befreit werden. Es ist zu prüfen nach welcher Zeit sich die Investition in ein Rückhaltebecken o.ä. amortisiert. Die Nutzung der Flächen für verschiedene städtische Funktionen rechtfer-
darstellen. Sie würden auf andere Art und Weise den Friedhöfen dennoch einen individuellen Charakter in der Flächennutzung wieder anerkennen. Die Grünﬂäche könnte weiterhin Bestandteil im örtlichen und überörtlichen Freiﬂächensystem darstellen. Für die Fertigstellung der Regenrückhalteanlagen sind massive Eingriﬀe nötig, die
tigt eine Verortung sowohl in Randbereichen als auch in innerstädtischen Lagen. „Der Verwalter des 10 ha großen St. BartholomäusFriedhofs in Berlin-Weißensee hatte 1994 die Idee, die ehemaligen Fäkaliengruben der Toiletten zur Zisterne umzubauen. Die erforderliche Sanierung und Umrüstung kostete 4.000 DM – ein Betrag, der
temporär den Naturhaushalt stören könnten. Mit einer Umgestaltung besteht die Gefahr, dass das kulturhistorische Erbe stark beeinträchtigt wird. Auch wenn im Gestaltungsdetail auf Elemente der Friedhofsgeschichte verwiesen wird, so ist unwahrscheinlich, dass die gesamte Friedhofs-
sich binnen Jahresfrist amortisierte.“21
struktur erhalten bleibt. Für die Eigentümer der Fläche stellt sie trotz ihrer Sekundärfunktion als Grünﬂäche ein wirtschaﬂtlichen Faktor dar. Aufgrund des Niederschlagswasserentgeldes20 kann 20
1,825€ je m² und Jahr
„Ca. 10.000 Hunde sterben jährlich allein in Berlin, davon werden ca. 90 % der Tierkörperbeseitigung zugeführt“.22 Es stellt sich automatisch die Frage, wie mit den verbleibenden 10 % der Tierkörper umgegangen wird. „Verwalter berichten regelmäßig von illegalen Haustierbestattungen im Familiengrab.“23 Für Bestattungen von Tieren, 21 22 23
Morgenroth (2007): 20 a.a.O. a.a.O.
welche in unseren gegenwärtigen Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert eingenommen haben, könnte man die Anlage von Tierfriedhöfen in Betracht ziehen. Diese können ähnlich wie Friedhöfe für Menschen dezentral entstehen und eine Möglichkeit der Trauer für TierliebhaberInnen
sich im Grundsatz auch ungenutzte Friedhofsﬂächen stellen müssen. Die erste zur überprüfende Energieform ist die Fotovoltaik. Strahlungsenergie (meist Sonnenstrahlen) wird in elektrische Energie umgewandelt. Aktuell kann man Fotovoltaikanlagen in verschiedenen städtischen Situationen
bieten. Jenen Flächen von Tierfriedhöfen kämen die gleichen Primär- und Sekundärfunktionen wie normalen Friedhöfen zu. Um ein Diﬀerenzierung zu ermöglichen schlägt die Studie zu Über-
betrachten. Auf Dächern, an Fassaden, in Glasﬂächen, als Sonnenschutz oder sogar als Solarbäume. Solarenergie ist nach wie vor eine durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderte
hangﬂächen folgende Maßnahmen vor: „Eigene Formensprache (z. B. Gedenkzeichen aus Holz, naturnahe Pﬂege); Inanspruchnahme einer überschaubaren Fläche (gegebenenfalls ehemalige Werkhoﬄäche); eine geringere Beisetzungstiefe (80 cm lt. Tierkörperbeseitigsges.), Ruhezeit max. 5 Jahre; Beibehaltung der Umzäunung, separater
Energieart. Für Anlagen auf Freiﬂächen erhält man bis 10 MW eine Einspeisevergütung von 13,5 ct/ kWh abzüglich Degression, wenn sie als Konversionsﬂächen behandelt werden.25 Die Anerkennung könnte indes gelingen, da sie im Sinne des EEG als wirtschaftliche Konversionsﬂäche gilt.26 Die durch das EEG gegeben Sicherheit lässt die sicher
Zugang, Blickdichte zum bestehenden Friedhof; Festlegung einer Tierfriedhofsordnung; ein privater Betreiber und marktübliche Pachtkonditionen.“24 Die Flächentypen A und B wären für diese Nutzung vorstellbar. Aufgrund der relativ kleinen Flächeninanspruchnahme ist die Verwendung innerstädtischer, gut erschlossener Flächen vorstellbar. In Berlin Mariendorf existiert bereits ein solcher Tierfriedhof.
Kalkulation der Investitionen in Solaranlagen zu. Des weiteren besteht die Möglichkeit die Solarmodule ohne großen Aufwand zurückzubauen um die Möglichkeit für eine andere Nutzung zu schaﬀen. Optisch würden die Solaranlagen das Bild des Friedhofes stark beeinträchtigen. Die architektonische Friedhofsstruktur würde jedoch erhalten bleiben. Eine Versiegelung im klassischen Sinn ist nicht zu erwarten. Für eine optimale Energieernte bedarf es jedoch ausreichend Sonneneinstrahlung. Je nach Friedhofsﬂäche müssten Bäume an die Solaranlagen angepasst werden. Dies bedeutet für die meist sehr alten Baumbestände einen starken Eingriﬀ. Auch diese Nutzung würde in Berlin aufgrund des hohen Nutzungsdruck auf randstädtischen Flächen angewendet werdem.
Nach wie vor ist die regenerative Energie ein viel diskutiertes Thema. Auch im Zusammenhang mit der Stadt nimmt dieses Thema eine große Rolle ein. Wie kann in einer Stadt dezentral Energie erzeugt werden? Welche Energiearten können genutzt werden? Wie wirken sie sich auf ihr Umfeld aus? Dies sind nur einige wenige Fragen, denen 24
vgl. EEG § 32(1) Punkt 3 c) und cc) vgl. Morgenroth (2007): 22
hohem ﬁnanziellen Aufwand und mit hohem Konﬂiktpotential nötig. Eine Bebauung bedeutet nicht gleichzeitig, dass ein gesamter Friedhof bebaut wird.27 Es können, wie auch im Friedhofentwicklungsplan vorgesehen, Teilﬂächen bebaut werden. Das Interesse
[Abb. 32: In Schöneberg wurde ein Teil des ZweiApostel-Kirchhofs überbaut.]
[Abb. 33: Ein Kreuz als Symbolik für den überbauten Teil des Kirchhofs.]
Die Wohl dauerhafteste und konﬂiktreichste Umnutzungsart ist die Wohnbebauung. Viele Friedhofsträger stehen unter wirtschaﬂichem Druck und erhoﬀen sich durch eine Veräußerung von Friedhöfen ﬁnanzielle Entlastung. Die Flächenaufgaben auf unbestimmt Zeit erfolgen und das städtische Gefüge wird stark beeinﬂusst. Möglich ist so etwas nur, wenn alle Belegungsfristen abgelaufen sind oder nie vorhanden waren (Flächentypus A und B). Sollten noch mit Fristen belastete Flächen (Typus C) vorhanden sein, so ist eine Beräumung unter
an einem möglichst hochpreisigen Verkauf der meist innerstädtisch gelegenen Friedhofsﬂächen ist nachvollziehbar. Dennoch haben die VerkäuferInnen die Möglichkeit ihren Einﬂuss geltend zu machen, um bestimmte Rahmenbedingungen für eine Bebauung zu erwirken. Mit dem Errichten von Gebäuden lässt der Charakter der ursprünglichen Friedhofsfäche deutlich nach. Der Friedhof nimmt am Grundstücksverkehr teil, die Starre des Systems wird gelockert und die Begrenzung nach außen wird abnehmen. Dennoch ist es möglich, durch einen Städtebau der sich in Form von Grundstruktur und Vegetation (Baumalleen etc.) auf das historische Erbe bezieht, die kulturhistorische Vergangenheit des Friedhofes abzubilden. Die Versiegelung eines Großteils der Fläche wird die Funktion als Grünﬂäche deutlich minimieren oder gar komplett nivellieren. Im Zuge dessen werden höchstwahrscheinlich Ausgleichsmaßnahmen nötig. Durch die Bauleitplanung gibt es Einﬂussmöglichkeiten auf die Ausgestaltung der zu bebauenden Fläche. Ökonomisch betrachtet sind die Flächen, wenn sie z.B. mit sozialer Infrastruktur, Einzelhandel o.ä. ausgestattete werden, ein potentieller Wirtschaftsstandort. Aufgrund der innerstädtischen Lage und der aktuell hohen Wohnungsnachfrage in Großstädten kann sich an einer solchen Fläche aber auch ein sozialer 27
vgl. Mies (2002a): 121
Brand entfachen. Welche Interessengruppen sollen mit den zu errichtenden Häusern angesprochen werden? Wer kann sich eine Bebauung in innerstädtischen Lagen leisten? Wie verändert sich die Wohnqualität für die Umliegenden Quartiere? All diese Fragen müssen in einem Planungs- und Vermarktungsprozess erörtert werden. Für eine Teilﬂäche des alten Zwölf- Apostel Friedhofs in Berlin Schöneberg wurde eine Bebauung realisiert. Der in schlechtem Zustand Beﬁndliche Friedhof wurde zum einem kleinen Teil als Erbpachtgrundstück ergeben.28
Berlin-Neukölln]
Im Kontrast dazu steht eine temporäre Nachnutzung von Friedhofsﬂächen als Zeltplatz. Diese ist wiederum auf den Flächentypen A und B möglich. Eine zeitweilige Nutzung eines Grundstückes hätte viele positive Auswirkungen.So ist davon auszugehen, dass die ökologische und kulturhistorische Funktion des Friedhofes nicht oder nur zeitweilig eingeschränkt werde. Jegliche dauerhaften Veränderungen an Grund und Boden stehen der Zwischennutzung entgegen. ZwischennutzerInnen können in einem Quartier als neue NutzerInnen einen Nutzungskonﬂikt die Flächen auslösen. Andererseits werden Zwischennutzungen oft als etwas sehr positives wahrgenommen, da sie oft mit Migration von neuen Bevölkerungsgruppen einher gehen.29 Auf dem Berliner Friedhof St. Thomas (neu) plante die Gruppe Tentstation Berlin den auf 5 Jahre ausgelegte Betrieb eines innerstädtischen Zeltplatzes. In direkter Umgebung zum Tempelhofer Feld, dem Schillerkiez und der U+S Bahn Haltestelle Hermannstraße sollte. 28 29
Morgenroth (2007): 21 Misselwitz, Oswalt, Overmeyer: (2013): 12
[Abb. 35: gescheiterte Planung von Tentstation Berlin]
Alle der o.g. Nachnutzungarten sind ernsthafte Vorschläge, die sich jedoch nicht verallgemeinert bewerten lassen. Sie müssen für jede einzelne Fläche im Kontext ihre planerischen Konzeption überprüft werden. Ob diese Vorschläge für eine Fläche sinnvoll sind, hängt von den verschiedenen, erwähnten Faktoren ab. Zu Pietätsargumenten sei direkt an die Zustände der Kirchhöfe des Mittelalters erinnert. Friedhöfe sind seit jeher, genauso wie der gesamte städtische Raum, vom Wandel betroﬀen. Keine Friedhofsﬂäche wird für
immer Friedhofsﬂäche bleiben. Das Einzige, was an der derzeitigen Umnutzung neu ist, ist die ihre Geschwindigkeit. In vorherigen Zeiten lagen die Friedhofsﬂächen brach und verschwanden so aus dem kollektiven Gedächtnis. Heutzutage entfällt dieser Schritt und löst emotionale Reaktionen aus. Die Antwort darauf lautet, Information und Beteiligung der Betroﬀenen, planerisch sinnvolle Umnutzungvorschläge sowie Bewusstsein und Sensibilität im Umgang mit Friedhofsﬂächen.
8 Beispiele im Umgang mit ungenutzten Friedhofsﬂächen Im folgenden werden zwei umzunutzende Friedhofsﬂächen vorgestellt. Zum einen handelt es sich um die den ehemaligen Friedhofs „ Neuer St.Marien-/St. Nicolai-Friedhof“ zum anderen um den Dreifaltigkeitskirchhof III. Ihnen ist gemein, dass sie im Friedhofentwicklungsplan als Sonstige Nutzung eingetragen sind. Auch sind (bzw. waren) beide Flächen in Besitz des evangelischen Friedhofsverbandes Berlin Stadtmitte (EVFBS). In den Meisten anderen Punkten unterscheiden
Berlin mit hohem bürgerschaftlichen Engagement und einer starken Nachfrage nach Grün- und Freiﬂächen. Der Friedhof ist geschlossen und wird seit 2012 als Leise-Park genutzt. Es wird der Prozess der Umnutzung beschrieben. Im Gegensatz dazu steht der Dreifaltigkeitskirchhof III. Er liegt im Ortsteil Mariendorf (Bezirk Tempelhof-Schöneberg), außerhalb des S-Bahnrings und ist von Gewerbe und Kleingärten umgeben. Die Planungen für diese Fläche sind in einem sehr
siche die Beiden Flächen: Der St. Marien/St. Nicolai-Friedhof“ liegt im Prenzlauer Berg. Einem hochverdichteten Stadtteil von
frühen Stadium, wenngleich die Friedhofsﬂäche bereits für neue Bestattungen geschlossen ist. Es wird ein städtebauliches Konzept vorgestellt.
D [Abb. 36: Verortung der Beispiele: Alexanderplatz (A), Zoologischer Garten (B), Leise-Park (C), Dreifaltigkeitskirchhof (D)]
Dreifaltigkeitkeitskirchhof III
8.1.1 Die Rahmenbedingungen Das erste Beispiel ist der Dreifaltigkeitskirchhof III in der Eisenacherstraße, Berlin-Mariendorf. Der südlich des S-Bahn Ring und Temeplhof gelegenen Stadtteil ist unweit des Tempelhofer Hafens, dem Ullstein Verlaggebäudes und der großen Hauptverkehrsstraße Tempelhofer Damm enfernt.
[Abb. 37: Verortung Dreifaltigkeitskirchhof III]
Im Wohnungmarktbericht für Tempelhof-Schöneberg kommen die AutorInnen auf das Ergebniss, dass ausschließliche in Schöneberg Nord und Friedenau Neubaubedarf besteht. Einzig durch Ersatzbedarf würde Neubau entstehen.1 Ob diese Aussage noch 1 vgl.: Bezirksamt TempelhofSchöneberg von Berlin (2012)
aufrecht gehalten werden kann ist im Lichte der Neuen Bevölkerungsprogniose für Berlin fraglich. Der Wohnungsmarkt Bericht erschien 5 Monate vor der Veröﬀentlichung der Bevölkerungsprognose.
Mit den 6 Grabfeldern auf der westlichen Seite ist jedoch die ursprüngliche Form gut erkennbar. Die Gesamte Fläche des Friedhofs umfass 46.600qm.
Der typische Alleequartierfriedhof gibt mit der Pﬂanung der 629 Bäume eine klare, orthohonale Struktur vor, welche im Zentrum auf ein Gebäude zuläuft. Die ursprüngliche Symmetrie des Friedhofes ist durch die Bebauung am östlichen Teils mit Wohngebäuden nur noch schwer lesbar.
[Abb. 38: Verortung Dreifaltigkeitskirchhof III]
Der Firedhhof ist umgeben von einem großen Netz an Grün und Freiﬂächen. Im Süden grenzt der Volkspark Mariendortf, im Norden der Teltowkanal, Franckepark und am nördlichen Rand
[Abb. 39:
Günﬂächen
des Ausschnittes sogar das Tempelhofer Feld. Mit den U-Bahn Stadtionen Westphalenweg und Ullsteinstraß sowie zwei Bushaltestellen ist eine gute Anbindung den den ÖPNV gegeben.
Spielplätze]
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Mit den nördlich gelegenen Schätzelbergen grenzt die Fläche direkt an eine Grünﬂäche im Freiﬂächensystem Mariendorfs. Die beiden Spielplätze sind in einem Qualitativ schlechten Zusaten. Der Grünzug ist durch fehlende Infrastruktur (Licht,
[Abb. 40:
Bänke) und Pﬂege belastet. Z.z. stellt der Dreifaltigkeitskirchhof III und der angrenzende HeiligKreuz-Kirchhof eine optische Verbindung zwischen den nörlich und südlich angrenzenden Grünﬂächen dar. Eine Durchquerung ist jedoch nicht möglich.
Die städtebauliche Umgebung ist sehr heterogen. Während im Norden ausschließlich Gewerbe zu ﬁnden ist, reihen sich östlich Kleingärten, und Zeilenbebauung aus den 1950er Jahren aneinander. Südlich der Friedhofsﬂäche erstrecken sich verschiedene Ausformungen von Blockrandbebauung.
Der Kirchhof Heilig-Kreuz grenzt westlich direkt an den Friedhof das Unteruschungareal. Die nach dem Gartenstadtprinzip errichtete Monopolsiedlung schließt sich an den Heilig-Kreuz-Kirchhof an.
Gewerbe Kleingartenanlage
Grünzug Monopolsiedlung (1922)
Zeilenbebauung der 1950er Kleingartenanlage
Blockranbebauung der Gründerzeit
Blockrandbebauung, Lückenschluss nach 1945 Blockrand und Zeilenbebauung der 1920er/1930er Jahre [Abb. 41: Städtebauliche Umgebung.]
Blockrand und Zeilenbebauung der 1920er/1930er Jahre
Das Areal gliedert sich in zwei Bereiche. Zum einen der geschlossene Teil A mit ca 23.700 qm, zum anderen der vollständig geschlossen Teil B mit einer Fläche von 22.900 qm. Aufgrund dieser Einteilung, welche durch die unterschiedlichen Ruhezeiten zustande kommt ist die Entwicklung des Areals vorgezeichnet. Es wird in zwei Stufen entwickelt, jedoch eine ganzheitliche Planung zu als Grundlage besitzen.
[Abb. 42: Schließungen:
vollständig geschlossen.
Das unter Denkmalschutz stehende Eingangstor ist der einzige Zugang zum Friedhof, welcher von seiner Atmosphäre wie ein Park wirkt. Er zeichnet sich neben der bereits erwähnten Allee Struktur an deren Ende eine Kappele errichtet wurde, durch sehr viele unbelegte Grabstellen aus. Im hinteren, westlichen Teil wurde eine Gedenkstätte für gefallene Mitarbeiterinnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) errichtet. Direkt angrenzend zum Übergang zum Heilig-Kreuz-Kirchhof beﬁndet sich ein Wandurnengrab. Im nördlichen Teil ist eine verwilderte, kaum zugängliche Fläche mit unvermuteter Größe gelegen. Aufgrund der vorhergegangen Analyse, der Aussage des Friedhofentwicklungsplans, des Interesses des Trägers wird für die ungenutze Friedhofsﬂäche eine Umnutzung mit Wohnbebauung vorgeschlagen. Diese wird im folgendem durch ein städtebauliches Konzept für die Umgebung und für die Fläche des Dreifaltigkeitskirchhof III erarbeitet.
[Abb. 43: Atmosphäre/Impressionen]
Wohnnutzung Mischnutzung Gewerbe Die Friedhofsnutzung wird im Osten, Süden und Westen von Wohn- bzw. Mischnutzung umgeben. Im Norden grenzt Gewerbe und öﬀentliche Freiﬂächen an. Der Nord-Osten ist durch Kleingärten geprägt.
Kleingartenanlagen Friedhof öﬀentliche Freiﬂäche
[Abb. 44: Flächennutzung Bestand]
Im Schwarzplan kann man sehr gut die Struktur der Monopolsiedlung und der Blockranbebauung ablesen. Das Gewerbe und die Zeilenbebauung aus den 1950ern sind gut zu erkennen. Im Zusammenhang mit den Schätzelbergen bilden die beiden Friedhöfen eine große unbebaute Fläche.
[Abb. 45: Schwarzplan mit Grundstücksgrenzen]
Flächenumnutzung
Bebbaung
sozialer Treﬀpunkt
qualitative Grünﬂächen
BVG-Gräber
[Abb. 46: Konzept-Schema]
Grünverbindung
Spielplätze Flächenumnutzung
TXDOLWDWLYH*UQÀlFKHQ Grünzug „Schätzelberge“
Städtebauliche Grenzen
[Abb. 47: Konzept-Flächengrößen] Grünverbindung
TXDOLWDWLYH*U
QÀlFKHQ
Grünzug Schätzelberge ca. 41000 qm
Gewerbeﬂäche ca. 24000 qm
Friedhof Dreifaltigkeit III ca. 47000 qm
Erschließung Steinhellenweg ca. 4000 qm
Geschlossene Friedhofsﬂäche (Heilig-Kreuz) ca. 8000 qm
8.1.2 Die Planung Die Umnutzung des Friedhofs geht mit einer Veräderung der direkten Umgebung einher. Ziel ist vor allem mit der Entwicklung weitere Flächen den
BewohnerInnen diesen als Freiﬂäche. Weitere NutzerInnen könnten die Anwohner der jetzigen Gewerbeﬂäche (D) sein. Auf dem 24.000qm
Grünzug Schätzelberge (B) zu qualiﬁzieren. In ihm werden Grünpﬂegearbeiten durchgeführt und die Infrastuktur verbessert. Dazu wäre ein Freiraumkonzept zu erstellen. In dieses ist die seit langem geschlossene Friedhofsﬂäche des Heilig-KreuzFriedhof (C) zu integriert. Diese Fläche C ist ebenfalls im Besitz des Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte. Die Sekundärfunktion des Dreifaltigkeitskirchhof (A) als Freiﬂäche würde im Zuge einer Bebauung nicht aufgegeben. Durch einer erhöhte Durchlässigkeit wird das Grünwegenetz in Mariendorf
großen Areal könnten ebenso neue Wohngebäude entstehen. Mit allen geplanten Bauwerken und dem nördlich der Schätzelberge (B) beﬁndlichen Gewerbeareal ist eine schlüssige Raumbildung zu erwarten. Die aufgewertete Fläche B ist somit Grünraum, Wegeverbindung und Naherholungsort in dem sich zusätzlich zwei Spielplätze beﬁnden. Wünschenswert wäre ein weiterer Ausbau des Grünwegenetzes nach Westen. Aufgrund des Denkmalschutzes und der Eigentümberstruktur der Monopolsiedlung wird dies jedoch schwer zu erreichen sein.
sogar erweitert. Während die städtebauliche Anordnung der Neubauten auf dem Friedhofareal den Grünzug räumlich deﬁniert nutzen die neuen
Für eine Entlastung der umliegenden Straßen und ein sinnvolle Erschließung der Fläche A könnte eine neue Wegeverbindung (E) errichtet werden.
Wohnnutzung Mischnutzung Aus der Friedhofsﬂäche im Zentrum des Kartenausschnittes ist Wohnnnutzung geworden. Im nördlichen Bereich des Heilig-Kreuz-Friedhofs ist ein weiterer Teil Grünﬂäche entstanden. Der ehemalige Gewerbestandort dient gemischter Nutzung.
Gewerbe Kleingartenanlagen Friedhof öﬀentliche Freiﬂäche
[Abb. 48: Konzept-Flächennutzung]
Die Erschließung erfolgt über die Bereits existierenden überörtliche, örtlichen und Ergänzungsstraßen. Neu errichtet wird die örtliche Straße zwischen der Zeilenbebauung der 1950er Jahre und Dreifaltigkeitskirchhof. Die Geh- und Radwege im und um den Grünzug sind Zuge der Quali•zierung ebenfalls anzupassen.
überörtliche Straßen örtliche Straßen Ergänzungsstraßen Geh- und Radwege
[Abb. 49: Konzept-Erschließung]
ohne Maßstab [Abb. 50: Konzept-Flächengrößen]
Bäume Grünverbindung
Denkmalschutz Erschließung BVG-Gräber
Wandurnengrab
Grünübergänge
besondere Flächennutzung
Das Konzept für die Friedhofs•äche besteht aus der bereits obenen genanntern Grünverbindung, welche sich an der bestehden Baumallee orientieren wird. Auf dieser Achse liegen gleichzeitig das denkmalgeschütze Eingangsportal sowie die
um die Friedhofs•äche entstehen Übergänge zu anderen Grünräumen. Hierdurch erhöht sich die Durchlässigkeit im Gegensatz zur Ursprungsnutzung erheblich. Die Erschließung erfolgt über drei gleichberechtigte Ergänzungsstraßen, welche sich
Kapelle, welche in Zukunft als sozialer Tre•punkt genutzt werden kann. Die BVG-Gräber und das
an den bestehenden Bäumen orientieren, diese aber nicht beschädigen. Da die Friedhofs•ächen
Wandurnengrab werden als historische Zeugnisse des Friedhofs in die Planung integriert. Diese besondere Fläche bedarf einer sensiblen Planung. Sowohl im nördlichen als auch im südlichen Bereich be!nden sich zwei Fläche Spielplätze für die zükünftigen BewohnerInnen und für die AnwohnerInnen aus der Umgebung entstehen. Rund
nur in Intervallen bebaut werden kann ist die die Erschließung darauf abgestimmt. Viele der bereits beschriebenen Sekundärfunktionen wurden in das Konzept aufgenommen um die Umnutzung möglichst Rücksichtsvollb zu gestalten.
Leise-Park Die Rahmenbedingungen
Das Beispiel Leise-Park handelt von einer bereits umgenutzen Spiel•äche in Berlin Pankow. Des-
am Prenzlauer Berg und im Osten durch den Friedhof Georgen Parochial Friedhof begrenzt.
halb wird die Beschreibung eine Aufarbeitung des Weges zu einer Umnutzung darstellen. Der Friedhof „Neuer Friedhof St. Marien/St. Nikolai II“ liegt im Prenzlauer Berg wird im Norden durch die Heinricht-Roller Straße, im Westen durch die Prenzlauer Alle (untebrochen durch eine Reihe Blockrandbebauung), im Süden durch die Straße
Seit dem Jahr 1857 ist der Friedhof geö•net. Zwischen 1970 und 1995 war er für Bestattungen geschlossen.1 Der mit der Nummer 5510 geführte Friedhof wird laut FEP für eine „teilweise oder vollständige
[Abb. 51: Verortung Neuer Friedhof St. Marien-/St. Nikolai]
vgl. Marzillier (2012): 18
Umnutzung in Grünﬂäche (inklusive diverser kleinen Flächen für sonstige Nutzung.)“2 geführt.
Die Umgebung zeichnet sich durch eine hohe Dichte aus. Der Prenzlauer Berg steht bei vielen
Auf einer Fläche von 0,75ha sollen weiterhin bestattet werden. Die restlichen 2,38 ha des insgesamt 3,13ha großen Areals stehen für eine andere Nutzung zur Verfügung. (1,72ha für Grünﬂäche/
Menschen als ein Synonym für Verdrängung und Gentriﬁzierung.4
Wald und 0,66 ha für sonstige Nutzung).3 2 3
FEP (2006): 25 vgl. FEP (2006b): 1
vgl. Heise/Häußermann (2010)
[Abb. 52: Verortung Neuer Friedhof St. Marien-/St. Nikolai]
Nach der Festlegung eines Teilstücks als „sonstige Nutzung“ gemäß Friedhofentwicklungsplan und der somit entstanden Möglichkeit einer Wohnbebauung beauftrage die St. Petri/St.Marien Gemeinde ein Wertgutachten für die mögliche Umnutzung. Dies schien im Rahmen der Entwicklung des Prenzlauer Berges durchaus sinnig, sodass sich die Gemeinde von diesem Teilstück des Friedhofes einen hohe Einnahme erwartete.5 Nach dem Bekanntwerden der Pläne für eine Bebauung des Areals wurden diese kritisiert. An einer einberufenen AnwohnerInnenversammlung am 26. April 2006 waren ca. 100 Teilnehmenden zugegen. Aus den Anwesenden bildete sich die Bürgerinitiative (BI) „Friedhof an der Heinrich-Roller-Straße“. Sie machte es sich zur Aufgabe die Bebauung der Fläche zu verhindern. Gleichzeitig stellte eine Initatorin der BI eine Bürgeranfrage an damaligen Bezirksbürgermeister Matthias Köhne und brachte spätestens damit das Thema auf eine politische Ebene.
Die BI knüpfte Kontakt mit dem Sanierungsbeauftragten Winsstraße, der Betroﬀenenvertretung, und Stadtrat für Stadterneuerung Michail Nelken. Letzterer sprach sich in einer Pressemitteilung für den Erhalt als Grünﬂäche aus. Unterstützung erhielt die BI außerdem durch S.T.E.R.N.6 und die Betroﬀenenvertretung. Die Mitglieder der BI gelang es gute Verbindungen in die Verwaltung und Politik aufzubauen und konnte durch ein Professionelles auftreten ihren Einﬂuss erhöhen. Dennoch ergab ein Treﬀen zwischen dem für die Friedhofsﬂäche zuständigen Pfarrer und der BI kein konstruktives Ergebnis oder einen Kompromissvorschlag.7 Nach einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung unter Anhörung der BI wurde ein Dringlichkeitsantrag an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gestellt, welcher folgende Forderungen beinhaltete: „Änderung der Fläche im FEP von „kurzfristig sonstige Nutzung“ in „kurzfristige, grüne Nutzung“; Erweiterung des Sanierungsgebiet Winsstraße um die Friedhofsﬂäche um die Sanierungsziele „Schaffung von wohnortnahem Grün“ und „Schaﬀung von Spielﬂächen“ zu erreichen; keinerlei Engagement des Bezirksamtes zur baurechtlicher Fakten; Kontaktaufnahme von Bezirksamt zum Friedhofs träger um Nutzungsmöglichkeiten zu diskutieren.“8 In der Begründung des Antrages wurden die in Kapitel 5.1 beschrieben Sekundärfunktionen von Friedhofes als wichtiger Faktor für die Umgebende
[Abb. 53: Grabsockel als Gestaltungselement] 5
vgl.: Marzillier (2012): 19f
S.T.E.R.N. Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung vgl.: Marzillier (2012): 22f Marzillier (2012): 23f
Stadt genannt. Die Antrag stellenden Fraktionen verweisen auf „schwerwiegenden ökologischen Folgewirkungen“ und kulturhistorischen bzw. denkmalpﬂegerischen Bedeutung“.9 Weiterhin wird in der Begründung davon gesprochen, dass rechtlich gesehen die Aussagen des FEP als informelles Planungsinstrument keine Verbindlichkeit besitzt. Außerdem wäre für eine Bebauung der Fläche laut §6 des Friedhofsgesetztes eine „zwingendes öﬀentliches Interesse“ erforderlich. Dieses sei in Abwägung der ökonomischen Not der Friedhofsträger und des Bedarfs an Grün- und Freiﬂächen nicht vorhanden.10 In einem Brief wandte sich die BI an die Kirchenleitung der evangelischen Kirche Berlins. In ihrem schreiben brachten sie im wesentlichen die gleiche Argumentation wie im Dringlichkeitsantrag hervor. Sie ergänzten ihrer Argumentation jedoch hinsichtlich der Spiritualität, welche die Kichre in ihrer Funktion als gesellschaftlicher Akteur doch über materielle Interessen stellt sollte. In Antworten auf diesen Brief wurden vor allem die schwierige ﬁnanzielle Situation der konfessionellen Friedhofsträger beschrieben und um Verständnis gebeten.11 Eine weitere Aktion war eine Petition im Petitionsausschuss. In ihre wurde eine Beschwerde über die Festlegung der Flächennutzung im FEP angeführt. Begründet wurde sie mit dem Widerspruch zu den Zielen des FEP. Konkret heißt dies: Die Festlegung der Fläche wiederspricht dem Prinzip der wohnraumnahen Versorgung, die mit der Umnutzung des St.Marin/St.Nikolai und
9 vgl. BVV Dringlichkeitsanfrage vom 13.06.2007 mit der Nummer VI-0207 10 a.a.O. 11 vgl.: Marzillier (2012): 25f
[Abb. 54: Kastanien an der Hauptallee]
Georgen-Parochial nicht mehr gegeben sein.12 Eine Unterschriftenkampagne und einen Laternenumzug sollten das Anliegen der BI weiter unterstützen. Nach vielen Gesprächen auf verschiedenen Ebenen und zwischen verschiedenen Akteuren wurde durch das Bezirksamt Pankow die Aufstellung eines BPlans beschlossen. Ziel war es die Nachnutzung des Friedhofs(teils) als öﬀentliche Grünﬂäche als zwingendes, öﬀentliches Interesse darzustellen. Gleichzeit bedeutete dies aber, dass die öﬀentliche Hand im Falle eines erfolgreichen B-Plan Verfahrens die Fläche ankaufen muss. Der Aufstellungsbeschluss für einen B-Plan kann als Erfolg der Bürgerinitiative gedeutete werden, da sie sich mit 12
vgl. Marzillier (2012): 26f
[Abb. 55: Lageplan Leise-Park]
ihrem massiven Engagement auf verschiedenen Wege eine Diskussion angestoßen und begleitet hatte. An der Öﬀentlichkeitsbeteiligung im Zuge der Aufstellung des B-Plans brachten sich Mitglieder der BI ein. Sie waren jedoch nicht die einzigen. Sowohl die St. Petri/St. Marien Gemeinde, das Konsistorium der evangelischen Kirche Berlin Brandenburg als auch die Senatsverwaltung legten Widerspruch gegen den vorgestellten B-Plan ein.13 Ab Mai 2009 erklärte der Friedhofträger, dass die Fläche weder verkauft noch als Spielplatz genutzt wird. Sie sollte weiterhin als Friedhofsﬂäche bleiben. Auch die Eingänge des Friedhofes blieben verschlossen. Durch die Aufstellung des B-Plans war der Bezirk 13
vgl. Marzillier (2012): 29
gezwungen die Fläche anzukaufen. Nach Verhandlungen des Bezirks und der Senatsverwaltung mit dem Evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte (der nunmehr Eigentümer der Fläche war) einigte man sich neben den Kosten auch über die Größe der zu verkaufenden Fläche. Gelder aus dem Sanierungsgebiet Winsstraße sollten für die Gestaltung des Spielplatzes verwendet werden.14 Nach der Durchführung eines dreistuﬁgen Beteiligungsverfahren begannen die Arbeiten an der Fläche im Frühjahr 2012. Eröﬀnet wurde der Park am 25.05.2012.15 14 15
vgl. Marzillier (2012): 31f vgl. Marzillier (2012): 34f
[Abb. 56: Passepartout]
Der Prozess zur Umnutzung der Friedhofsﬂäche in der Heinrich-Roller Straße war vor allem durch die
Kirche, der sensiblen Gestaltung, sondern ebenso an der Parkordnung deutlich. „Rücksichtsvoll
Verhinderung der geplanten Bebauung und den in Aussicht gestellten Fördermitteln durch das Sanierungsgebiet Winsstraße möglich. Weniger Pietätsaspekte als vielmehr „klassische“ städtische Konﬂikte spielten bei der Umnutzung eine Rolle. Bei der Argumentation wurde vor allem auf die Sekundärfunktionen, nur teilweise auf die Primärfunktionen verwiesen. In der Gestaltung wird jedoch die kulturhistorische Funktion einen hohen
sollen die Besucher sein, die alten Grabsteine inmitten der neuen Spielgeräte seien noch ‚Orte der Andacht und Trauer‘ “.16 Ob das Projekt jedoch ein Mustervorbild für die Umnutzung anderer Friedhofsﬂächen sein kann ist fraglich. Gerade in Bezug auf die ﬁnanziellen Möglichkeiten von Kommunen ist dies nicht zu erwarten.17 Es zeigt jedoch gut, welche Diskussionen bei der Umnutzung ehemaliger Friedhofsﬂächen zu erwarten sind.
Stellenwert zugemessen. Mit der Verwedung alter Grabsteinteil oder der Wegeführung entlang alter Alleen wird diesem Umstand Rechnung getragen. Dennoch ist die Sensibilität mit Firedhofsﬂächen unbedingt zu beachten. Dies macht sich nicht nur im Brief an leitende Personen der evangelischen
16 Strauß, Stefan 2012 17 Die Fläche kostete 1,9 Mio€, die Parkgestaltung 371.000€; a.a.O. Strauß, Stefan (2012)
9 Fazit Der Friedhofentwicklungsplan ist eine gute Grundlage für alle Träger von Friedhöfen um mit den strukturellen Schwierigkeiten umzugehen. Jeder einzelne Friedhof wurde erfasst und seine zukünftige Entwicklung unter Beachtung der gesamt städtischen Situation beurteilt. Die Fortschreibung des Friedhofsentwicklungsplans erfolgt laut Friedhofsgesetzt nach Bedarf. Sechs Jahre nach seiner Erstellung ist bisher keine Fortschreibung erfolgt. Diese wäre jedoch wichtig,
Die Ideensammlung für ungenutzte Friedhofsﬂächen hat eine mögliche Bandbreite von Umnutzungen aufgezeigt. Selbst für ungewöhnliche Nachnutzungen konnten Praxisbeispiele gefunden werden. Dabei war es wichtig zu sehen, welche Funktionen der umgenutzte Friedhof weiterhin erbringen kann oder welche Einbuße zu erwarten sind.
um die Auswirkungen des aktuellen Friedhofentwicklungsplans und die veränderten städtischen Rahmenbedingungen evaluieren zu können. Es sei hierbei vor allem an die neuen Bevölkerungsprognose erinnert, die eine völlig andere Dynamik als 2006 signalisiert. Die im Dezember 2012 veröffentlichten Daten lassen die Vermutung zu, dass bereits an einem neuen Friedhofsentwicklungsplan
wurden zwei Friedhofsprojekte exemplarisch vorgestellt. Ihre Unterschiede in Bezug auf Lage im Stadtraum, Nutzung und Projektstand führten die bei der Ideensammlung begonnene Bandbreite fort. Eine Evaluation der Erfahrungen mit umgenutzten Friedhofsﬂächen wäre wünschenswert.
gearbeitet wird, jedoch fehlen bisher zusammenhängende und aussagekräftige Informationen. In Zuge der Informationsbeschaﬀung könnte man auch feststellen, inwiefern der Friedhofsentwicklungsplan als nicht rechtsverbindliche Planungsgrundlage in den Bezirken angenommen und umgesetzt wird. Gerade in Bezug auf die Folgenutzung von Friedhöfen wäre dies ein interessanter Aspekt, weil die Folgenutzung durch die Wünsche der einzelnen Friedhofsträger beeinﬂusst sind. In der Realität könne diese jedoch mit den Interessen von AnwohnerInnen kolidieren (Tentstaition, Leise-Park)
planerisches Potential für Berlin. Mit der Zahl von 190ha wird die Ausmaße dieser Möglichkeiten bewusst. Positiv ist ebenfalls, dass die zur verfügung stehenden Flächen jeweils stark in einen städtebaulichen Kontext eingebunden sind und so ein spannende Herausforderung für Planende darstellt. Aufgrund der nur allmählich Nutzbaren Friedhofsﬂächen werden Friedhofsüberhangﬂächen eine kontinuierlich zu Thema in der Stadtplanung sein.
Mit dem Leise-Park und dem Dreifaltigkeitskirchhof
Ich sehe in den Friedhofsﬂächen ein erhebliches
Eventuell wäre in diesen Zusammenhang ein bezirklicher Friedhofsentwicklungsplan zu erstellen, welcher die Vorschläge der Senatsverwaltung konkretisiert oder auch bewerten kann.
Gesetzestexte/Normen: Gesetz über das Leichen- und Bestattungswesen (Bestattungsgesetz, BestG), in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Mai 2004
Verordnung über die Verwaltung und Benutzung der landeseigenen Friedhöfe Berlins (Friedhofsordnung) Vom 19. November 1997, zuletzt geändert durch Verordnung vom 11. Januar 2011
Gesetz über die landeseigenen und nicht landeseigenen Friedhöfe Berlins(Friedhofsgesetz), in der Fassung vom 1. November 1995 zuletzt geändert am 01.06.2010
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Abbildungen Abb. 1: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 2: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 3: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 4: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 5: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung, Friedhofentwicklungsplan (FEP), Juni 2006: 9. Online
verfügbar unter: http://www.stadtentwicklung. berlin.de/umwelt/stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/friedhofsentwicklungsplan/index.shtml [13.03.2013] Abb. 6: Kartengrundlage Google maps Abb. 7: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Ref. I A – Stadtentwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (2012): Bevölkerungsprognose für Berlin und die Bezirke 20112030.http://www.stadtentwicklung.berlin.de/ planen/bevoelkerungsprognose/ [24.02.2012]
Abb. 8: Deutsche Presse Agentur (o.A.): o.A. http://www.n24.de/ media/_fotos/3panorama/2008_9/ september_8/080909_1/hsvfriedhof_ dpa_gr.jpgFriedhof [16.03.2013] Abb. 9 Ratgeber Zentrale (2012): o.A. http:// w w w . ra t g e b e r z e n t ra l e . d e / u p l o a d s / t x _ news/17786_29428_Bild2.jpg [16.03.2013] Abb. 10: Kartengrundlage Google maps Abb. 11: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 12: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 13: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 14: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 15: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 16: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 17: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. Abb. 18: : monumente-online.de (o.A.): o.A. http://www.monumente-online.de/__generated/12/03/images/bb_friedhof_weissensee_trauerhalle_J__dische_Gemeinde_zu_ Berlin_1_324x324.jpg [16.03.2013]
Abb. 19: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2006b): Friedhofentwicklungsplan (FEP), Anlage 11, Neukölln. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/friedhofsentwicklungsplan/index.shtml [13.03.2013] Abb. 20: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2006a): Friedhofentwicklungsplan (FEP). www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/ stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/ de/friedhofsentwicklungsplan/index.shtml [13.03.2013] Abb. 21: Prenzlauer Stimme (o.A.): o.A.http:// www.prenzlberger-stimme.de/wordpress/ wp-content/uploads/2012/04/106.jpg [15.03.2013] Abb. 22: Berlin.de (o.A.): o.A. http://www. berlin.de/tourismus/fotos/sehenswuerdigkeiten/1355350-1355138.gallery.html [15.03.2013] Abb. 23: Berlin.de (o.A.): o.A. http://www. berlin.de/tourismus/fotos/sehenswuerdigkeiten/1355350-1355138.gallery.html [15.03.2013] Abb. 24: Berlin.de (o.A.): o.A. http://www. berlin.de/tourismus/fotos/sehenswuerdigkeiten/1355350-1355138.gallery.html [15.03.2013]
Abb. 25: Berlin.de (o.A.): o.A. http://www. berlin.de/tourismus/fotos/sehenswuerdigkeiten/1355350-1355138.gallery.html [15.03.2013]
Abb. 40: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker.
Abb. 26: o.A. (2012): Der Vorsprung geht weiter:
Abb. 41: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
http://3.bp.blogspot.com/-cToPqAYSG6Y/ UKq6mupopDI/AAAAAAACn4I/e2fN_vXFgDM/ s1600/Dorotheensta%25CC%2588dtischer%2 BFriedhof%2BIMG_5682.JPG [15.03.2013] Abb. 27: Kartengrundlage Google maps Abb. 28: Kartengrundlage Google maps Abb. 29: Kartengrundlage Google maps
de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 42: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 31: Kartengrundlage Google maps
Abb. 43: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 32: Kartengrundlage Google maps
Abb. 44: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft
Abb. 33: Kartengrundlage Google maps
mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 30: Kartengrundlage Google maps
Abb. 34: Kartengrundlage Google maps Abb. 35: Anhang F Abb. 36: Kartengrundlage Google maps
Abb. 45: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 37: Kartengrundlage Google maps Abb. 38: Kartengrundlage Google maps Abb. 39: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 46: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB) Abb. 47: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker.
de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB) Abb. 48: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB) Abb. 49: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB) Abb. 50: STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH (2012): o.A. ; Kartengrundlage: ﬁsbroker. de (2012): Digitale farbige Orthophotos 2011 (DOP10RGB)
Abb. 51: Kartengrundlage Google maps Abb. 52: Kartengrundlage Google maps Abb. 53: gruppeF Landschaftsarchitekten (2012): Umgestaltung Heinrich-Roller-Straße Abb. 54: gruppeF Landschaftsarchitekten (2012): Umgestaltung Heinrich-Roller-Straße Abb. 55: gruppeF Landschaftsarchitekten (2012): Umgestaltung Heinrich-Roller-Straße Abb. 56: gruppeF Landschaftsarchitekten (2012): Umgestaltung Heinrich-Roller-Straße
Anhang Anhang A: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2012): Übersicht über die Friedhöfe Berlins. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/daten_fakten/index.shtml Anhang B: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2012): Übersicht über die Berliner Friedhofsﬂächen Bestand 2012 und den Bedarf 2030. http:// www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/
daten_fakten/index.shtml Anhang C: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2012): Übersicht über die Anzahl der Beisetzungen und den Friedhofsﬂächenbedarf. http:// www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/ stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/ daten_fakten/index.shtml
stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/
Anhang D: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2012): Übersicht über die Anzahl der Verstorbenen und der Beisetzungen in den einzelnen Grabstättenarten auf den Berliner Friedhöfen. http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/daten_fakten/index.shtml Anhang E: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Abt I Stadt- und Freiraumplanung (2012): Liste Berliner Friedhöfe. http://www. stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/stadtgruen/friedhoefe_begraebnisstaetten/de/ daten_fakten/index.shtml Anhang F: Tentstation Berlin (2010): Nutzungskonzept Variante 1.2, Hermannstraße Nebeneingang Leinestraße.
1 Mitte 2 Friedrichshain-Kreuzberg 3 Pankow 4 Charlottenburg-Wilmersdorf 5 Spandau 6 Steglitz-Zehlendorf 7 Tempelhof-Schöneberg 8 Neukölln 9 Treptow-Köpenick 10 Marzahn-Hellersdorf 11 Lichtenberg 12 Reinickendorf Berlin Gesamt Berl. Frh. im Umland Berlin & Umland
29 20 14 14 38 28 13 13 5 5 21 17 23 18 22 19 16 13 8 6 13 12 19 17 221 182 4 4 225 186
9 82,29 62,36 0 47,91 47,84 10 192,49 166,47 0 70,42 70,42 0 75,99 75,99 4 121,58 120,66 5 115,49 95,12 3 116,20 113,40 3 84,13 49,71 2 42,06 38,08 1 67,03 66,80 2 111,08 109,81 39 1.126,67 1.016,66 0 274,00 274,00 39 1.400,67 1.290,66
19,93 0,07 26,02 0,00 0,00 0,92 20,37 2,80 34,42 3,98 0,23 1,27 110,01 0,00 110,01
8 0 13 6 3 11 6 7 11 6 3 10 84 2 86
3 0 8 6 3 10 3 7 8 4 2 9 63 2 65
5 16,49 8,33 0 0,00 0,00 5 52,79 35,29 0 40,19 40,19 0 74,82 74,82 1 110,95 110,62 3 46,73 26,91 0 50,17 50,17 3 67,93 33,51 2 38,75 34,77 1 29,09 28,86 1 57,41 56,40 21 585,32 499,87 0 37,89 37,89 21 623,21 537,76
8,16 19 16 0,00 14 14 17,50 20 17 0,00 5 5 0,00 2 2 0,33 10 7 19,82 15 13 0,00 13 10 34,42 4 4 3,98 2 2 0,23 8 8 1,01 6 5 85,45 118 103 0,00 2 2 85,45 120 105
Fläche in ha geöffnet
3 62,79 51,55 0 47,91 47,84 3 88,66 87,21 0 22,01 22,01 0 1,17 1,17 3 10,63 10,04 2 54,07 53,52 3 62,80 60,00 0 16,05 16,05 0 3,31 3,31 0 25,19 25,19 1 38,99 38,73 15 433,58 416,62 0 314,00 314,00 15 747,58 730,62
Fläche in ha geschlossen
11,24 0,07 3,93 0,00 0,00 0,59 0,55 2,80 0,00 0,00 0,00 0,26 19,44 0,00 19,44
katholisch Anzahl
1 0 1 0 0 0 2 1 0 0 2 2 9 0 0
landeseigen
2,48 0,00 2,67 0,00 0,00 0,00 14,69 2,99 0,00 0,00 12,75 12,70 48,28 0 0
1 0 4 2 0 0 0 1 1 0 0 1 10 0 10
0 0 2 2 0 0 0 1 1 0 0 1 7 0 7
1 0 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 3 0 3
0,53 0,00 45,89 8,22 0,00 0,00 0,00 0,24 0,15 0,00 0,00 1,98 57,01 0,00 57,01
0,00 0,00 41,30 8,22 0,00 0,00 0,00 0,24 0,15 0,00 0,00 1,98 51,89 0 51,89
sonstige (brit, jü, mo, ro, so) Anzahl geöffnet
Friedhöfe gesamt
Anzahl komplett geschlossen
Bez. Nr. Bezirk
Übersicht über die Friedhöfe Berlins (einschl. Opfergräber und Sowjetische Ehrenmale)
0,53 0,00 4,59 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5,12 0,00 5,12
Übersicht über die Berliner Friedhofsflächen Bestand 2012 und den Bedarf 2030
1 Mitte 2 Friedrichshain-Kreuzberg 3 Pankow 4 Charlottenburg-Wilmersdorf 5 Spandau 6 Steglitz-Zehlendorf 7 Tempelhof-Schöneberg 8 Neukölln 9 Treptow-Köpenick 10 Marzahn-Hellersdorf 11 Lichtenberg 12 Reinickendorf Berlin Gesamt
62,36 47,52 101,28 62,12 77,99 120,43 94,51 113,23 49,56 38,08 66,80 107,74 941,62
369.000 298.200 437.200 344.000 241.900 316.600 345.300 338.900 265.300 265.700 284.600 248.800 3.755.500
Friedhöfe geöffnet Einwohner im in ha Jahr 2030 Prognose
1,69 1,59 2,32 1,81 3,22 3,80 2,74 3,34 1,87 1,43 2,35 4,33 2,51
73,80 59,64 87,44 68,80 48,38 63,32 69,06 67,78 53,06 53,14 56,92 49,76 751,10
Friedhofs- Friedhofsfläche fläche rechn. Bedarf im geöffnet pro Jahr 2030 in ha Einwohner in m²
(Grundlage: Bevölkerungsprognose für Berlin von 2007 bis 2030, Richtwert 2 m² Friedhofsfläche / Einwohner)
und einer durchschnittl. Liegezeit von 35 Jahren)
(auf Grundlage der Beisetzungszahlen von 1991-2011
Übersicht über die Anzahl der Beisetzungen und den Friedhofsflächenbedarf
Anzahl der Beisetzungen in Urnengemeinschaftsgrabstätten
Anzahl der Beisetzungen in einzelnen Urnengrabstätten
Anzahl der Bestattungen in Erdgrabstätten
Anzahl der Beisetzungen Gesamt
Bedarf Friedhofsfläche für Urnengemeinschaftsgrabstätten
Bedarf Friedhofsfläche für einzelne Urnengrabstätten
Bedarf Friedhofsfläche für Erdgrabstätten
Bedarf Friedhofsfläche Gesamt
Durchschnitt 1991-2011
3.424.696
3.446.031 3.465.748 3.475.392 3.472.009 3.471.418 3.458.763 3.425.759 3.398.822 3.386.667 3.382.169 3.388.434 3.393.425 3.388.477 3.387.828 3.395.189 3.404.037 3.416.255 3.431.675 3.442.675 3.460.725 3.427.114
43.654 42.004 41.273 40.738 39.245 38.099 36.447 35.224 34.996 33.335 32.826 33.492 33.146 31.792 31.985 31.523 30.980 31.911 31.713 32.234 31.380
12,67 12,12 11,88 11,73 11,31 11,02 10,64 10,36 10,33 9,86 9,69 9,87 9,78 9,38 9,42 9,26 9,07 9,30 9,21 9,31 9,16
Sterberate in ‰
41.299 40.948 39.905 40.142 37.882 38.137 36.030 35.351 35.281 33.351 32.738 32.734 32.934 31.034 30.993 30.710 29.217 30.393 30.155 30.691 29.357
Anzahl der gesamten Bestattungen
11.673 11.428 11.226 10.908 10.251 10.090 9.568 9.206 8.779 8.391 8.119 7.921 7.973 7.046 6.953 6.642 6.365 6.440 6.011 6.067 5.843
28,26 27,91 28,13 27,17 27,06 26,46 26,56 26,04 24,88 25,16 24,80 23,65 24,05 22,03 22,43 21,63 21,79 21,19 19,93 19,77 19,90
Prozentualer Anteil der Bestattungen in Erdgrabstätten
20.849 20.417 19.047 18.777 17.204 16.893 15.244 14.828 14.386 13.082 12.621 12.606 12.173 11.913 12.232 11.638 11.171 11.776 12.263 11.805 10.845
50,48 49,86 47,73 46,78 45,41 44,30 42,31 41,95 40,78 39,23 38,55 38,51 36,96 38,33 39,47 37,90 38,23 38,75 40,67 38,46 36,94
Prozentualer Anteil der Beisetzungen in einzelnen Urnengrabstätten
8.777 9.103 9.632 10.457 10.427 11.154 11.218 11.317 12.116 11.878 11.998 12.207 12.788 12.075 11.808 12.430 11.681 12.177 11.881 12.819 12.669
21,25 22,23 24,14 26,05 27,52 29,25 31,14 32,01 34,34 35,62 36,65 37,29 38,83 38,85 38,10 40,48 39,98 40,07 39,40 41,77 43,15
Prozentualer Anteil der Beisetzungen in Urnengemeinschafsgrabstätten
Übersicht über die Anzahl der Verstorbenen und der Beisetzungen in den einzelnen Grabstättenarten auf den Berliner Friedhöfen (alle Träger und Umland) in den Jahren 1991 bis 2011
Liste Berliner Friedhöfe (einschließlich Umland) Stand: Dezember 2012 Bezirk
Friedhofskennzahl
FlächenFriedhofsgröße in m² träger
Gesamtanlage/ Ensemble
5050 5051 5207 5304 5501 5502 5503 5504 5505 5506 5507 550a 5097 5111 5402 5001 5002 5003 5004 5101 5102 5103 5104 5105 5106 5107 5108 5109 5110
Ld. Invaliden-Friedhof Ld. Alter Garnison-Friedhof Rk. St. Hedwig-Friedhof I Jüd. Friedhof Große Hamburger Straße Ev. Sophien-Friedhof I Ev. Sophien-Friedhof II Ev. Französischer Friedhof I Ev. Dorotheenstädt.-Friedrichswerderscher Friedhof Ev. Französischer Friedhof II Ev. Dom-Friedhof I Ev. St. Elisabeth-Friedhof I Ev. Parochialfriedhof Ld. Friedhof gegenüber dem Amtsgericht Ev. St. Johannis-Friedhof I Sowjetischer Soldatenfriedhof/Ehrenmal Tiergarten Ld. Urnenfriedhof Gerichtstraße Ld. Friedhof Turiner Straße Ld. Urnenfriedhof Seestraße Ld. Friedhof am Plötzensee Ev. Sophien-Friedhof III Ev. Dorotheenstädtischer Friedhof II Ev. Dom-Friedhof II Ev. St. Johannis-Friedhof II Ev. St. Philippus-Apostel-Friedhof Ev. Nazareth-Friedhof I Ev. Französischer Friedhof III Ev. St. Elisabeth-Friedhof II Ev. St. Johannis und Heiland - Friedhof Ev. St. Paul-Friedhof I
Scharnhorststraße 33 Kl. Rosenthaler Str. 3-7 Liesenstraße 8 Große Hamburger Straße 26 Sophienstraße 2-3 Bergstraße 29 Chausseestraße 127 Chausseestraße 126 Liesenstraße 7 Liesenstraße 6 Ackerstraße 37 Klosterstr. 65/67 Wilsnacker Straße Alt-Moabit 24-25 Straße des 17. Juni Gerichtstraße 37-38 Turiner Straße 9-17 Seestraße 92-93 Dohnagestell 4 Freienwalder Straße 19 b Liesenstraße 9 Müllerstraße 72-73 Seestraße 126 Müllerstraße 44-45 Seestraße 125 Wollankstraße 50 Wollankstraße 66 Nordufer 31 Seestraße 124
10115 10119 13355 10115 10178 10115 10115 10115 13355 13355 10115 10179 10559 10559 10623 13347 13347 13347 13351 13359 13355 13349 13353 13349 13353 13359 13359 13351 13353
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
21.430 8.926 24.796 5.290 6.897 52.534 6.858 17.149 10.401 12.209 26.903 4.570 2.387 3.265 27.000 15.902 14.789 51.896 21.866 52.888 31.214 44.322 35.432 36.374 26.124 10.642 111.859 100.903 37.344
5511 5512 5513 5514 5515 5113 5114 5115 5116 5117 5118 5119 5120 5150
Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev. Ev.
Friedenstraße 82 Friedenstraße 81 Landsberger Allee 48-50, Friedenstr. 80 Boxhagener Straße 99-101 Tunnelstraße 5-11 Zossener Straße ohne Nr. Mehringdamm 21 Bergmannstraße 42-44 Bergmannstraße 45-47 Südstern 8-12 Eingang nur über Mehringdamm 21 Zossener Str., ohne Nr. Eingang nur über Mehringdamm 21 Bergmannstraße 39-41
10249 10249 10249 10245 10245 10961 10961 10961 10961 10961 10961 10961 10961 10961
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
7.771 46.369 131.019 14.367 13.499 7.034 28.719 36.639 33.077 90.155 8.084 10.457 4.925 46.923
5053 5305 5508 5509 5510 5072 5073 5074 5208 5307 5308 5523 5524 5525 5526 5527 5528 5529 5531 5532 5533 5076 5077 5078 5079 5080 5081 5083 5084 5085 5404 5534 5535 5536 5537 5538 5539 5540
Friedhof Pappelallee Jüd. Friedhof Schönhauser Allee Ev. St. Marien-und St. Nikolai-Friedhof I Ev. Georgen-Parochial-Friedhof I Ev. St. Marien-und St. Nikolai-Friedhof II Ld. Friedhof Pankow XV - Weißensee Ld. Friedhof Pankow XIV - Heinersdorf Ld. Friedhof Pankow X - Blankenburg Rk. St. Hedwig-Friedhof II Jüd. Friedhof Adass Jisroel Jüd. Friedhof Weißensee Ev. Georgen-Parochial-Friedhof III Ev. Segens-Friedhof Ev. Auferstehungs-Friedhof Ev. Dorfkirchhof Blankenburg Ev. Dorfkirchhof Karow und Friedhof Karow III Ev. Friedhof Karow II Ev. Dorfkirchhof Heinersdorf Ev. St. Bartholomäus-Friedhof Ev. Alter Friedhof Weißensee Ev. Neuer Friedhof Weißensee Ld. Friedhof Pankow II Ld. Friedhof Pankow III Ld. Friedhof Pankow IV Ld. Friedhof Pankow V Ld. Friedhof Pankow VI Ld. Friedhof Pankow VII Ld. Friedhof Pankow IX Ld. Friedhof Pankow XI Ld. Friedhof Pankow XII Sowj. Soldatenfriedhof/Ehrenmal Schönholzer Heide Ev. Schloßkirchhof Buch Ev. Friedhof Blankenfelde Ev. Neuer Friedhof Rosenthal Ev. Dorfkirchhof Rosenthal Ev. Friedhof Nordend Bereich Gethsemane Ev. Friedhof Nordend Bereich Frieden-Himmelfahrt Ev. Friedhof Nordend Bereich Zions
Pappelallee 15-17 Schönhauser Allee 23-25 Prenzlauer Allee 1 Greifswalder Straße 229-234 Prenzlauer Allee 7 Roelckestraße 48-51, Schönstr. 71-78 Romain-Rolland-Straße 144 Kastanienallee 2 Smetanastraße 36-54 Wittlicher Straße 2 Herbert-Baum-Straße 45 (Markus-Reich-Platz 1) Roelckestraße 142-150 Gustav-Adolf-Straße 67-74 Indira-Gandhi-Straße 110 Alt-Blankenburg 12 Alt-Karow 13-14 Blankenburger Chaussee 68 Romain-Rolland-Straße 54 Giersstraße 19 Piesporter-/Bernkasteler Str. Piesporter Straße 9-22 Gaillardstraße 8-12 Gaillardstraße 8-12 Hermann-Hesse-Str.103, Am Bürgerpark 24 Buchholzer Straße 6-8 Germanenstr. 1 Schönholzer Heide, Hermann-Hesse-Str. Uhlandstraße 54-56 Mühlenstraße, Rosenthaler Weg 91 Viereckweg 114 Schwanebecker Chaussee 14 Germanenstraße Alt-Buch 37 Hauptstraße 38 Mönchmühler Straße 12-14 Hauptstraße 149 Blankenfelder Straße 23-27 Blankenfelder Straße 29-43 Blankenfelder Straße 45-55
10437 10435 10405 10405 10405 13086 13089 13129 13088 13088 13088 13086 13086 13088 13129 13125 13125 13089 13088 13088 13088 13187 13156 13156 13156 13156 13158 13127 13125 13125 13156 13125 13159 13158 13158 13158 13158 13158
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
5.614 40.154 33.115 41.481 15.447 43.638 7.222 10.116 26.685 20.685 392.362 131.485 61.160 83.619 2.163 9.647 14.204 1.327 99.594 10.173 28.245 10.839 150.553 13.838 17.818 38.870 25.068 36.303 4.389 142.270 27.424 2.396 2.679 10.210 2.964 86.847 140.662 93.284
Ld. Friedhof Heerstraße Ld. Friedhof Ruhleben Ev. Luisen-Friedhof III Ev. Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof Ev. Luisen-Friedhof II Ev. Luisen-Friedhof I Jüd. Friedhof Charlottenburg Britischer Soldatenfriedhof Ld. Friedhof Grunewald Ld. Friedhof Grunewald-Forst Ld. Friedhof Schmargendorf Ld. Friedhof Wilmersdorf Ev. Dorfkirchhof Alt-Schmargendorf
Trakehner Allee 1 Am Hain ohne Nr. Fürstenbrunner Weg 67 Fürstenbrunner Weg 69 Königin-Elisabeth-Str. 46 Guerickestraße 5-9 Heerstraße 141 (Scholzplatz) Heerstraße 139-140 Bornstedter Straße 11 Im Jagen 135, Schildhornweg 92b Misdroyer Straße 51-53 Berliner Straße 81-103 Breite Straße 38
14053 13597 14059 14059 14059 10587 14055 14055 10711 14193 14199 10713 14199
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
129.093 128.807 119.904 37.386 47.710 13.321 44.581 37.588 11.508 4.981 16.125 101.200 1.820
4 3 G 4 2
Georgen-Parochial-Friedhof V St. Petri-Luisenstadt-Friedhof Georgen-Parochial-Friedhof II Georgen-Parochial-Friedhof IV Friedhof Alt-Stralau Jerusalems- u. Neue Kirche, Friedhof II Jerusalems- u. Neue Kirche, Friedhof III Friedrichswerderscher Friedhof II Jerusalems- und Neue Kirche, Friedhof IV Alter Luisenstadt-Friedhof Dreifaltigkeits-Friedhof I Jerusalems- u. Neue Kirche, Freidhof I Böhmisch-Lutherischer Bethlehems-Friedhof I Dreifaltigkeitsfriedhof II
G G G G G G E G E G E
Charlottenburg-Wimersdorf Charlottenburg
5005 5006 5121 5122 5123 5124 5301 5401 5008 5009 5010 5011 5170
5007 5046 5093 5125 5126
Ld. Friedhof "In den Kisseln" Ld. Landschaftsfriedhof Gatow Ld. Friedhof Staaken Ev. Dorfkirchhof Kladow Ev. Friedhof Gatow
Pionierstraße 82-156 Maximilian-Kolbe-Straße 6 Buschower Weg 18-34 Sakrower Landstraße 13-19 Alt-Gatow 32-38
13589 14089 13591 14089 14089
605.422 137.540 25.254 4.773 6.910
Ld. Friedhof Lankwitz Ld. Parkfriedhof Lichterfelde Ld. Friedhof Lichterfelde Ld. Friedhof Steglitz Ev. Dreifaltigkeits-Friedhof IV Ev. Luther-Friedhof Ev. Dorfkirchhhof Lichterfelde-Giesensdorf Ev. Kreuz-Friedhof Ev. Dorfkirchhof Alt-Lankwitz Ev. Paulus-Friedhof Ld. Friedhof Dahlem Ld. Friedhof Schönow Ld. Friedhof Wannsee I Ld. Friedhof Zehlendorf Ld. Waldfriedhof Dahlem Ld. Waldfriedhof Zehlendorf Ld. Friedhof Wannsee II Ev. Friedhof Nikolassee Ev. Friedhof Nikolskoe, St. Peter und Paul Ev. Dahlemer St. Annen-Friedhof Ev. Paulus-Kirchhof Zehlendorf
Lange Straße 8-9, Kiesstr. 33 Thuner Platz 2-4 Moltkestraße 41 a Bergstraße 38 Paul-Schneider-Straße 46-50 Malteserstraße 113 Ostpreußendamm 131 a Malteserstraße 123-133 Alt-Lankwitz Hindenburgdamm 101 (Dorfaue) Königin-Luise-Straße 57 Teltower Damm 270 Friedenstraße 8-10 Onkel-Tom-Straße 30 Hüttenweg 47 Potsdamer Chaussee 75, Wasgensteig 30 Lindenstraße 1-2 a Kirchweg 8-12 Im Jagen 100, Nikolskoer Weg Königin-Luise -Straße 55 Clayallee 357
12209 12205 12203 12169 12247 12249 12207 12249 12247 12203 14195 14167 14109 14169 14195 14129 14109 14129 14109 14195 14169
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
21.450 202.775 21.821 267.021 15.820 37.395 2.415 23.960 2.126 1.514 10.738 3.267 17.308 91.995 73.527 375.794 18.831 17.523 1.029 2.237 2.239
5026 5027 5142 5143 5144 5145 5146 5147 5148 5149 514a 514b 5151 5202 5203 5019 5020 5021 5045 5131 5132 5133 5135
Ld. Tempelhofer Parkfriedhof Ld. Heidefriedhof Tempelhof Ev. Friedhof Lichtenrade Ev. Christus-Friedhof Ev. Dorfkirchhof Alt-Mariendorf Ev. Friedhof "Zum Heiligen Kreuz" Ev. Friedhof Alt-Mariendorf II Ev. Friedhof Mariendorf-Ost Ev. Friedhof Marienfelde Ev. Dorfkirchhof Alt-Tempelhof Ev. Dorfkirchhof Alt-Marienfelde Ev. Dorfkirchhof Alt-Lichtenrade Ev. Dreifaltigkeitsfriedhof III Rk. Neuer St. Michael-Friedhof Rk. St. Matthias-Friedhof Ld. Friedhof Schöneberg III Ld. Friedhof Schöneberg II Ld. Friedhof Schöneberg I Ld. Friedhof Schöneberg IV Ev. Alter St. Matthäus-Friedhof Ev. Friedhof Alt-Schöneberg Ev. Alter Zwölf-Apostel-Friedhof Ev. Neuer Zwölf-Apostel-Friedhof
Gottlieb-Dunkel-Str. 26-27 Reißeckstr. 14 Paplitzer Straße 10-24 Mariendorfer Damm 225-227 Alt-Mariendorf 37 Eisenacher Straße 62 Friedenstraße 14 Rixdorfer Straße 51-53 Marienfelder Allee 127 Parkstraße 5 Alt-Marienfelde Alt-Lichtenrade Eisenacher Straße 61/62 Gottlieb-Dunkel -Straße 29 Röblingstraße 91 Stubenrauchstraße 43-45 Eythstraße 1 Eisackstraße 40 a Priesterweg 17 Großgörschenstraße 12 Hauptstraße 47 Kolonnenstraße 24-25 Werdauer Weg 5
12099 12107 12307 12107 12107 12109 12107 12109 12277 12103 12277 12309 12109 12099 12105 12161 12105 10827 10829 10829 10827 10829 10829
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
123.706 175.378 83.403 62.644 3.864 101.264 45.543 40.156 28.997 2.248 2.872 2.664 46.621 50.512 96.437 21.062 109.417 16.645 18.167 48.695 18.698 31.396 21.683
5028 5029 5030 5031 5032 5033 5034 5152 5153 5154 5155 5156 5157 5158 5159 515a 515b 5162 5163 5169 5204 5302
Ld. Friedhof Britz I Ld. Friedhof Columbiadamm Ld. Friedhof Britz II Ld. Friedhof Alt-Buckow Ld. Friedhof Rudow Ld. Friedhof Lilienthalstraße Ld. Parkfriedhof Neukölln Ev. St. Simeon und St. Lukas-Friedhof Ev. Magdalenen-Friedhof Ev. Alter St. Jacobi-Friedhof Ev. Neuer St. Jacobi-Friedhof Ev. Emmaus-Friedhof Ev. St. Thomas-Friedhof (alter und neuer Teil) Ev. Neuer Luisenstadt-Friedhof Ev. Böhmische Friedhöfe (3 Gemeindeteile) Ev. Dorfkirchhof Alt-Britz Ev. Dorfkirchhof Alt-Rudow Ev. Dorfkirchhof Alt-Buckow Ev. Jerusalems- u. Neue Kirche, Friedhof V Ev. Friedhof Rudow Rk. Alter St. Michael-Friedhof Türkischer Friedhof
Buschkrugallee 38 Columbiadamm 122 Koppelweg 10 Alt-Buckow 39 b Köpenicker Straße 131 Lilienthalstraße 7 Buckower Damm 148 und Leonberger Ring 54 Tempelhofer Weg 9 Kirchhofstr. 35 Karl-Marx-Straße 4 Hermannstraße 99-105 Hermannstraße 133 Hermannstraße 79-83 und 179-183 Hermannstraße 186-190 Karl-Marx-Platz 10 Alt-Britz Köpenicker Straße 187 Alt-Buckow 36-38 Hermannstraße 84-90 Ostburger Weg 43 Hermannstraße 191-195 Columbiadamm 122-158
12359 10965 12347 12349 12355 10965 12349 12347 12055 12043 12051 12051 12049 12049 12043 12359 12355 12349 12051 12355 12049 10965
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
57.133 101.697 54.040 5.537 9.701 95.669 177.944 70.774 6.748 39.483 75.430 106.920 117.690 48.074 5.596 2.327 3.686 1.880 56.595 93.462 29.887 2.429
Ld. Friedhof Baumschulenweg (alter und neuer Teil) Ld. Friedhof Adlershof Ld. Friedhof Altglienicke Ld. Friedhof Bohnsdorf Sowj. Soldatenfriedhof/Ehrenmal Treptower Park Ev. Friedhof Altglienicke Ld. Waldfriedhof Oberschöneweide Ld. Waldfriedhof Grünau Ld. Waldfriedhof Müggelheim Ld. Friedhof Rahnsdorf Ld. Friedhof Hessenwinkel Ld. Friedhof Rudower Straße Friedhof des Ortsteils Rauchfangswerder Ev. St. Laurentius-Friedhof Ev. Friedhof Rahnsdorf-Wilhelmshagen Ev. Christophorus-Friedhof
Kiefholzstraße 208-221 und 222-236 Friedlander Straße 156 Schönefelder Chaussee 100 Buntzelstraße 141 Am Treptower Park ohne Nummer Straße 130 Nr. 27-44 An der Wuhlheide 131 a Rabindranath-Tagore-Str. 18-20 Gosener Landstraße 1, Im Jagen 172 Fürstenwalder Allee 93 Biberpelzstr. 29 Rudower Straße 23 Schmöckwitzer Damm, Im Jagen 2 Rudower Straße 23 Saarower Weg 51 Peter-Hille-Straße 84
12437 12489 12524 12526 12435 12524 12459 12527 12559 12589 12589 12557 12527 12557 12589 12587
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
310.787 121.223 23.520 5.657 93.000 19.169 57.338 27.798 20.012 10.153 5.445 4.551 1.504 78.620 7.419 55.286
Ld. Alter Friedhof Marzahn Ld. Parkfriedhof Marzahn Ld. Friedhof Biesdorf Ld. Anstalts-Friedhof Wuhlegarten Ld. Friedhof Kaulsdorf Ld. Friedhof Mahlsdorf Ev. Dorfkirchhof Mahlsdorf Ev. Friedhof Mahlsdorf
Landsberger Allee 496 Wiesenburger Weg 10 Biesdorfer Friedhofsweg 10 Buckower Ring 10 Dorfstraße 23 Walter-Leistikow-Weg 10-13 Hönower Straße 17-19 Rahnsdorfer Straße 30
12685 12681 12683 12683 12621 12623 12623 12623
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
5.861 241.068 60.272 33.911 24.383 28.951 5.000 28.136
Steglitz-Zehlendorf Steglitz
5022 5023 5024 5025 5136 5137 5138 5139 513a 5141 5012 5013 5014 5015 5016 5017 5018 5127 5128 5129 5130
Tempelhof-Schöneberg Tempelhof
Treptow-Köpenick Treptow
5055 5056 5057 5058 5403 5516 5059 5061 5064 5066 5067 5096 5306 5517 5518 5519
5087 5088 5089 5090 5091 5092 5546 5547
5069 5071 5520 5521 5522 Hohenschönhausen 5086 5209 5210 5541 5542 5543 5544 5545
Ld. Zentralfriedhof Friedrichsfelde Ld. Friedhof Rummelsburg Ev. Neuer Friedhof Friedrichsfelde Ev. Friedhof "Zur frohen Botschaft" Ev. Alter Friedhof Friedrichsfelde Ld. Friedhof Hohenschönhausen Rk. St. Pius-Friedhof Rk. St. Hedwig-Friedhof IV Ev. Dorfkirchhof Falkenberg Ev. Dorfkirchhof Wartenberg Ev. Dorfkirchhof Malchow Ev. St. Andreas- St. Markus Friedhof Ev. Oranke-Friedhof
Gudrunstraße ohne Nummer. Rummelsburger Straße 71-73 Robert-Siewert-Straße 57 Robert-Siewert-Straße 67 Marzahner Chaussee 20 Gärtnerstraße 7 Konrad-Wolf-Straße 31-32 Konrad-Wolf-Straße 31-32 Dorfstraße 38 Dorfstraße13 Dorfstraße 39 Konrad-Wolf-Straße 33-34 Friedhofstraße 14
10365 10315 10318 10318 10315 13053 13055 13055 13057 13059 13051 13055 13053
281.506 2.320 36.399 41.482 19.665 7.068 63.854 63.594 3.192 2.016 2.894 131.376 14.973
Ld. Friedhof Frohnau Ld. Friedhof Heiligensee Ld. Friedhof Hermsdorf Ld. Friedhof Lübars Ld. Friedhof Reinickendorf Ld. Friedhof Tegel Ld. Friedhof Wittenau Ld. Friedhof Hermsdorf II Ld. Friedhof Reinickendorf I Ld. Friedhof "Am Fließtal" Ev. Dankes-Friedhof Ev. Dorotheenstädtischer Friedhof III Ev. Martin-Luther-Friedhof Ev. Golgatha-Gnaden u. Johannes-Evangelist-Frh. Ev. Nazareth-Friedhof II Ev. Dorfkirchhof Heiligensee Rk. St. Hedwig- Friedhof III Rk. St. Sebastian-Friedhof Russ-orth. Frh. d. Hl. Konstantin u. Helena Kirche
Hainbuchenstraße 64 Sandhauser Straße 78-130 Frohnauer Straße 112 Zabel-Krüger-Damm 176 Humboldtstraße 74-90 Wilhelm-Blume-Allee 3 Thiloweg 2 Schulzendorfer Straße 53 Am Freiheitsweg ohne Nummer Waidmannsluster Damm 13 Blankestr. 12 Scharnweberstraße 2 A Barnabasstraße 5-19 Holländerstraße 36 und 90 (neuer und alter Teil) Eingang nur über Blankestr. 12 Alt-Heiligensee Ollenhauerstraße 24-28 Humboldtstraße 68-73 Wittestraße 37
13465 13505 13465 13469 13403 13509 13437 13467 13407 13509 13403 13405 13509 13407 13403 13503 13403 13403 13509
Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin
41.761 125.900 79.489 33.691 155.532 40.604 24.636 6.282 10.087 56.116 45.944 27.326 58.874 156.185 98.086 2.607 73.882 46.741 19.797
Wilmersdorfer Waldfriedhof Stahnsdorf Südwest Friedhof Stahnsdorf Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde Ostfriedhof Ahrensfelde
Bahnhofstraße 2 Bahnhofstraße ohne Nr. Potsdamer Damm 11a-c Ulmenallee 1
14532 14532 14532 16356
Stahnsdorf Stahnsdorf Güterfelde Ahrensfelde
2 G G G G E E G
5035 5036 5037 5038 5039 5040 5041 5042 5043 5044 5164 5165 5166 5167 5168 516a 5205 5206 5303
im Land Brandenburg Land Brandenburg
6000 6001 6002 6004
281.014 2.060.000 97.848 1.080.000
Legende zur Liste der Berliner Friedhöfe 1. Friedhofsträger landeseigen
Kurzbez. ld
britisch sonstig
brit so
2. Friedhofstyp
geschl. Anlage Kriegsgräber/Ehrenmal
Stadt und Tod. Probleme und Lösungsansätze im Umgang mit Berliner Friedhöfen
Studienarbeit im Wintersemester 2012/2013

References: § 6
 §17
 §18
 §7
 §7
 §11
 §6
 §6
 §6
 §5
 §2
 §6
 §34
 § 32
 §6