Source: http://www.hp.heimat-schoemberg.de/Texte/Archiv/GP31.htm
Timestamp: 2020-02-23 03:34:46+00:00

Document:
Gemeinderatsprotokoll 1931
2. Jan. 1931
§3 Gehaltskürzung
Es wird davon Kenntnis gegeben, daß die Angestellten der Gemeinde, soweit sie mehr als 1500 RM jährliches Einkommen haben, sich damit einverstanden erklärt haben, daß ihre Bezüge ab 1 Febr. 1931 in gleichem Ausmaße wie die Bezüge der Angestellten des Reiches und der Länder herabgesetzt werden.
21. Jan. 1931
§16 Keser, Gemeinderat
Herr Fritz Keser, Gemeinderat, konnte am 20. Jan. 1931 eine 25 jährige Tätigkeit als Direktor der Neuen Heilanstalt zurückblicken. Zu diesem Jubiläum werden Herrn Keser die besten Glückwünsche ausgesprochen.
§28 Schulhaus Erweiterung
Das Oberschulamt hat beschlossen, daß von einer Erweiterung bis 1933 Abstand genommen werden kann, daß aber 1933 der Raum für die Oberklasse nicht mehr groß genug wäre eine Erweiterung bis dahin dringend notwendig sei.
§31 Kursaal
die Frage der Schaffung eines Kursaals ist wieder Gegenstand der Betrachtung geworden. Der Wunsch nach einem Unterhaltungs- Musik- und Lesezimmers ist in den Kreisen der Kurgäste immer lauter geworden. Die Verwendung des Rathausaales wird nicht befürwortet. Es wird die Möglichkeit der leerstehenden Räume im EG des Gemeindehauses angesprochen.
30. Jan. 1931
§37 Verwaltungsbericht
Der Vorsitzende erstattet den Verwaltungsbericht für das Jahr 1930 (keine Zahlen)
§44 Festsetzung der Zahl der Gemeinderatsmitglieder
Die Zahl der Mitglieder des Gemeinderats muß laut Gesetz neu festgelegt werden. Schömberg gehört der Gemeindeklasse II an und kann zwischen 10 –16 unbesoldete Gemeinderäte haben.
Beschluß: Die Zahl der Mitglieder ab 1. Jan 1932 auf 14 festzusetzen.
§51 Kursaal
Im Gemeindehaus ließe sich ein Saal unter Verwendung von 3 Räumen einbauen. Dies kann aber nur eine Zwischenlösung sein. Die Umbaukosten werden im Verhältnis zum Nutzen als zu hoch betrachtet. Es gibt auch noch andere Möglichkeiten, die noch nicht spruchreif sind.
Als Zwischenlösung wird beschlossen den Rathaussaal an 1 Tag in der Woche zu Konzertzwecken zur Verfügung zustellen.
13. Febr. 1931
§56 Lichtklimatische Station
Auf ein Schreiben vom 24. Jan. d.J. wegen Verbilligung des Aufwands auf die lichtklimatische Station und evtl. Aufhebung derselben, hat der Leiter der Landeswetterwarte, Prof. Dr. Kleinschmidt Stgt. geantwortet.
Hiernach rät dieser von einer Aufhebung der Station dringend ab und sichert die weitere finanzielle Unterstützung derselben zu.
§65 Taglöhne
Im Hinblick auf die gegenwärtige Zeit werden die Tagelöhne neu festgesetzt.
Diese betragen je nach Alter zwischen 55 – 65 Pf/Std.
§69 Gemeindepflegerstelle
Es wird nochmals ausführlich darauf eingegangen, warum die Stelle eines Ortsbaumeisters und Gemeindepflegers geschaffen wurde. Es wird nochmals festgehalten, daß die Notwendigkeit einer Ortsbaumeisterstelle nicht mehr gesehen wird. Die Stelle des Gemeindepflegers war früher nebenberuflich besetzt. Dies wird wieder angestrebt.
§71 Gemeindepflegestelle
Die Stelle des Gemeindepflegers ist auf 1. April neu zu besetzen. Die dienstliche in Anspruchnahme wird mit ca 45 – 50% angenommen. Es wird beschlossen:
Den festen Gehalt des Gemeindepflegers – zugleich Frohnmeisters auf jährlich 1400 RM festzusetzen.
Die Dienstzeit beträgt wöchentlich mindestens 24 Std.
Das Dienstverhältnis läuft 3 Jahre
Anspruch auf Urlaub besteht nicht
Es ist freiwillig eine Sicherheit von 3000RM zu leisten.
Der Bewerber soll nicht unter 30 und nicht über 45 Jahre alt sein.
Einen Bewerber auch unter den hiesigen Bürgern zu erlassen.
§72 Schutzmann
Nach dem Tode des Schutzmann Schwemmle wird das Amt in der Weise versehen, daß der Amtsbote zum Hilfsschutzmann bestellt und für den Nachtdienst ein stellvertretenden Schutzmann nebenberuflich aufgestellt worden ist. Die damit gemachten Erfahrungen sind befriedigend. Die Polizeiaufgaben konnten bei diese Dienstregelung voll und ganz erfüllt werden.
§86 Fremdenverkehrsstatistik
Es wird bekannt gegeben, daß die Zahl der Fremden sich gegenüber 1929 vermindert hat, die Zahl der Übernachtungen aber gestiegen ist.
§89 Grunderwerb im Talgrund
Die Schaffung eines staubfreien Spaziergangs im Talgrund des Orts ist der Kurgäste wegen dringend erforderlich. Zu diesem Zweck ist geplant, einen Verbindungsweg zwischen dem Schröder Weg und dem Hohlweg zu schaffen und den Sägmühlenweg als Gehweg herzurichten.
§96 Rathausbauschuld Tilgungsplan
Die Gemeinde hat durch Auflösung von Rücklagen seitens des Elektrizitätswerks Teinach Station eine Ausschüttung von 22080 RM erhalten. Diese Summe soll mit dem Darlehen beim Elektrizitätswerk verrechnet (getilgt) werden.
§97 Gemeindepfleger Wahl
Aus 5 Bewerbern wurde Kaufmann Konstantin Eitel gewählt.
§102 Ortsbautechniker
Um der Gemeindebehörde die Zuständigkeit in baupolizeilichen Angelegenheiten zu erhalten empfiehlt es sich, wieder den Oberamtsbaumeister als Ortsbautechniker aufzustellen.
§103 Schule – Abteilungsunterricht
Im Schuljahr 1931/32 sinkt die Schülerzahl der Unterklasse auf 63 zurück. Damit fallen die Voraussetzungen für Erteilung von Abteilungsunterricht an dieser Klasse weg.
§104 Schulhaus Erweiterung
Das Evang. Oberschulamt regt an, schon jetzt sich darüber schlüssig zu werden in welcher Weise die Erweiterung des Schulgebäudes erfolgen soll.
Das Oberschulamt um Auskunft zu bitten, wie die Aussichten auf die Erlangung eines Staatsbeitrags bei einer Erweiterung oder bei einem Neubau sind.
§113 Straße Schömberg – Langenbrand
Der Bezirksbaurat brachte wieder vor, daß die Straße Schömberg – Langenbrand, soweit sie durch den Wald führt dringend einer Befestigung bedürfe, da sie gar keinen Halt mehr habe.
§113 Oberamtssparkasse – Agentur
Der Erwerbslosenausschuss stellt in einer Eingabe vom 17 März den Antrag, dahin zu wirken, daß die Doppelverdiener abgeschafft und die frei werdenden Stellen den Arbeitslosen übertragen werden. Vor allen Dingen beantragt er, daß die Agentur der Oberamtssparkasse Neuenbürg aus dem Schulhaus herauskomme. Begründung: Der Inhaber dieser Agentur hat als Lehrer ohnedies ein ausreichendes Einkommen.
§121 Notstandsarbeiten
Die Grundförderung von 2,75 RM/Tag ist für folgende Arbeiten bewilligt:
Herstellung des Sägmühlenwegs und eines Gehwegs im Wiesental
Herstellung von Wegen in Erweiterung der Kuranlage
Bearbeitung der Rieselwiesen im Eulenloch
Bearbeitung der des Weberackers
Umbrachen des Rasens in der Kuranlage
Korrektion der Lindenstr. zwischen Linde und Haus Amann
§122 Desinfektionsanstalt
Nachdem ein Bauplatz für die Erstellung einer Desinfektionsanstalt erworben ist, sollte nun auch dem Bau der Anstalt näher getreten werden.
Beschluß: Pläne und Kostenschätzung aufstellen zu lassen.
§129 Kuranlage
Der Laubengang in der Kuranlage, den ein Sturm teilweise niedergelegt hat und dessen anderer Teil baufällig ist, muß erneuert werden.
§135 Schneeschuhsport – Sprungschanze
Der Schwarzwaldverein und die Schneeschuhabteilung haben um die Erstellung einer Sprungschanze nachgesucht.
Anfänge, Schömberg zu einem Wintersportplatz zu erheben, sind gemacht. Der Ausbau dazu verdient die Unterstützung und Förderung durch die Gemeinde, weil diese geeignet ist, Fremde heranzuziehen und dadurch das wirtschaftliche Leben noch mehr zu befruchten,
Beschluß: Die Erstellung der Sprungschanze finanziell zu unterstützen.
§137 Kurtaxe
Die Kurtaxe betrug bisher 20 bis 25 Pf. Die häufigen Gesuche um Ermäßigung dieser an sich niederen Sätze weisen auf die wirtschaftliche Notlage der Kurgäste hin und schon der geringste Nachlaß wird dankbar empfunden. Die Devise im Fremdenverkehr ist daher heute: Herabsetzung der Kurtaxe. Die Befolgung dieser bedeutet Reklame und Steigerung des Besuchs.
Die Herabsetzung der Kurtaxe in den Sommermonaten um 5 Pf würde einen Ausfall von ca 3300 RM bedeuten.
Beschluß: Kurtaxe bis auf weiteres auf 20Pf/Tag festzusetzen.
§140 Gemeindepfleger
Gemeindepfleger Eitel hat sich verpflichtet freiwillig eine Sicherheit von 300 RM zu leisten. Er stellt diese Sicherheit durch 3 Bürgen.
Es wird festgestellt, daß diese Bürgen leistungsfähig sind.
§159 Schulhaus
Das Kultusministerium kann über die Höhe eine Zuschusses nur anhand eines Kostenvoranschlages eine Aussage machen.
Da in den nächsten Jahren weder die Gemeindeumlage erhöht werden darf, noch Schulden aufgenommen werden dürfen muß die Erweiterung des Schulgebäudes bis auf weiteres zurückgestellt werden.
§162 Hochwasser
Das Hochwasser vom 7. Mai 1931 hat auch hier große Schäden an Häusern, Gärten und Straßen verursacht.
Der entstandene Schaden wird für Privatpersonen auf 2000 RM. Für die Gemeinde auf 4600 RM und für den Staat auf 500 RM geschätzt.
Zur Verhinderung bzw., Minderung von Schäden durch Hochwasser vom Bühlweg her beim Haus des Joh. Rägle soll ein Geröllfang und von da bis zum Haus der Wwe. Nothacker und über die Straße soll eine Kandel angelegt werden der größere Mengen Wasser aufnehmen kann.
§167 Kurverwaltung Voranschlag für 1931
Der Voranschlag schließt mit Einnahmen und Ausgaben von 29500 RM ab.
Den Beschluß vom 22. Sept. 1927 wonach Mittel aus der Kurtaxe für Reklamezwecke nicht mehr verwendet werden sollen rückwirkend aufzuheben.
§168 Gemeindehaushalt, Voranschlag 1931
Der Voranschlag beläuft sich auf 143028 RM
§188 Dickweg
Durch Hochwasser ist der obere und untere Dickweg stark beschädigt worden. Das dieser Weg stark von Kurgästen begangen wird, soll er aus Mitteln der Kurverwaltung wieder instand gesetzt werden.
§191 Fernsprechanschlüsse
Die Gemeinde hat einen Fernsprechhauptanschluß und 3 Nebenanschlüsse. Von den Nebenanschlüssen ist 1 entbehrlich ( Ortsbauamt und Gemeindepflege)
§196 Desinfektor (Zimmer)
Als Zimmer Desinfektor ist Georg Erlemaier, (Schreiner) aufgestellt. Er hat bei jedem Wohnungswechsel die von Kurgästen in Privathäusern bewohnten Zimmer zu desinfizieren, wofür der Inhaber der Wohnung eine Gebühr zu entrichten hat. Diese Gebühr beträgt 8 RM, davon erhält der Desinfektor 2 RM Belohnung.
§198 Reisachgerechtigkeit
Nach dem mit der Staatsforstverwaltung abgeschlossenen Vertrag erhält die Gemeinde an Stelle des Reisachs aus den mit der Reisachgerechtigkeit der Gemeinde belasteten Staatswaldungen eine Abfindung von jährlich 1800 RM.
§202 Ausrufen
Das öffentliche Ausrufen besorgt der Schutzmann Rathfelder; dann und wann werden auch private Bekanntmachungen durch diesen ausgerufen.
Die Gebühr für das Ausrufen wird auf 1,50RM festgesetzt. Diese wird dem Schutzmann überlassen.
§215 Kinderfest
Der Kriegerverein mit Schützenabteilung beabsichtigt am 26. Juli in Verbindung mit einem Schützenfest auch ein Kinderfest abzuhalten.
Wenn sich die allgem. politische und wirtschaftliche Lage, die Zeit der Arbeits- und Verdienstlosigkeit, das Festen verbieten würde, so läßt sich die Ermöglichung der Veranstaltung doch auch aus Gründen der Förderung des Kur- und Fremdenverkehrs rechtfertigen
§220 Kurwesen – Weganlagen –
Zur Anlegung des Gehwegs für Kurgäste in Fortsetzung der Poststraße bis Wald Klause wurde durch Kaufvertrag die dazu erforderliche Fläche zum Preis von 1 RM/m2 erworben.
§221 Desinfektion (Auswurf)
Der Apparat zur Desinfektion des Auswurfs der in Privathäusern wohnenden lungenkranken Kurgäste ist defekt. Aber die ganze Desinfektionseinrichtung die in der Friedhofshalle untergebracht ist, ist primitiv und entspricht nicht den hygienischen Anforderungen. Dem Plan eine neue Desinfektionsanstalt zu bauen muß deshalb näher getreten werden.
Es ergibt sich die Möglichkeit der notwendigen Apparate aus einer Konkursmasse billig zu erwerben. Dies wird beschlossen.
§224 Liegehallengebühr
Der Rückgang der Zahl der Privatkurgäste einerseits und die Erstellung von Liegehallen andererseits wirkt sich mehr und mehr auf die Belegung der Gemeindeliegehallen aus. So sind die 3 Hallen z. Zt. nur mit 8 – 9 Kurgästen belegt.
§235 Privatkrankenanstalten
Verschiedene Pensionsinhaber beabsichtigen Anträge auf Konzessionierung für Privatkrankenanstalten zu stellen. Als Sachverständiger wurde Obermedizinalrat Dr. Kreuser benannt.
Dieser teilt in einem Schreiben mit, daß er im Bezug auf eine Konzessionierung zu einem ablehnenden Standpunkt kommt, und deshalb um Entbindung von der Aufgabe eines Gutachtens bittet.
§269 Schülerzahlen
Die Staatshauptkasse hat die für die Anteile der hiesigen Gemeinde am Einkommen- und Körperschaftssteueraufkommen des Rechnungsjahres 1931 maßgebende Schülerzahl nach dem Stand vom 1. Mai 1931 auf 138 festgestellt.
§273 Privatkrankenanstalten
Um die Erlaubnis zum Betrieb einer Privatkrankenanstalt in ihren Häusern suchen nach:
Christian Bühler, Friedrich Burkhardt, Albert Großmann, Franz Luig, Elise Menges, Fr. Stöhr, Fritz und Robert Zillinger
In diesen Häusern werden seit Jahren leicht Lungenkranke zur Durchführung von Kuren aufgenommen und verpflegt. Sie sind für einen solchen Betrieb vollständig eingerichtet und eingestellt, Bei den zur Aufnahme kommenden Kranken handelt es sich vielfach um Gäste die die Kur von Versicherungen bezahlt bekommen.
Mehr und mehr macht sich nun bemerkbar, daß die Belegung dieser Häuser zurückgeht. Die Erforschung der Ursachen dieses Rückgangs ergab, daß er hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, daß diese Kassen und Fürsorgestellen die Übernahme der Kurkosten von staatlich konzessionierten Krankenanstalten durchgeführt wird. Bei einer solchen Einstellung der Versicherungen usw. müßte der hiesige private Kurbetrieb nach und nach zum Erliegen kommen.
Es wird beschlossen: Die Notwendigkeit der Konzessionierung als dringlich zu bezeichnen und die Gesuche zu befürworten.
§275 Charlottenhöhe
Der Verein für Volksheilstätten hat seine Rechenschaftsbericht für das Jahr 1930 mitgeteilt.
Der Inhalt wird zur Kenntnis genommen und festgestellt, daß die Kurkosten in der Heilstätte nicht billiger zu stehen kommen als hier in den Kurhäusern und Pensionen.
§278 Kurbetrieb
Der Vorsitzende berichtet über die Auswirkungen der Notverordnungen im Kurbetrieb und Fremdenverkehr. Diese Schwierigkeiten haben den Reiseverkehr etwas gehemmt, andererseits hat die Notverordnung über die Auslandsreisen viele vom Besuch des Auslands abgehalten. Für die deutschen Kur- und Badeorte wirkt sich diese VO zweifellos günstig aus. Um eine zu frühe Aufhebung Aufhebung zu verhindern, ist eine Eingabe an das Reichswirtschaftsministerium gemacht worden.
§296 Apotheke
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die Grundstücke des Johann Völlnagel die dem Betrieb der Apotheke dienen versteigert werden.
Hieran ist die Gemeinde insofern interessiert, Als die Apothekenkonzessionsinhaber die Mietzins vorausbezahlt haben und die Gemeinde für einen evtl. Ausfall haftbar machen wollen.
28. Sept. 1931
§315 Apotheke
Längere Abhandlung und wirtschaftliche Überlegungen über den evtl. Kauf des Hauses Nr. 237 (Völlnagel). Die Gemeinde ist verpflichtet die Räume für die Apotheke zu stellen. Es wird erwartet daß ab 1932 eine Vollapotheke eingerichtet wird.
§318 Sanatorium Schwarzwaldheim - Steuer –
Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs ist das Schwarzwaldheim ab 1929 von der Gemeindeumlage freigestellt. Dieses verlang die Rückzahlung der Steuern ab 1929. Der Vorsitzende hat eine Eingabe gemacht, diesen Steuerausfall bei der Bemessung des Zuschusses aus dem Ausgleichsstock zu berücksichtigen.
§324 Desinfektionsanstalt
Die Vorarbeiten für den Bau einer Desinfektionsanstalt sind nun so weit gediehen, daß mit dem Bau demnächst begonnen werden kann.
Architekt Rest legt 2 Entwürfe vor. Der eine beschränkt sich auf die Einrichtung einer Sputumdesinfektion, der andere sieht auch Räume für eine Bettendesinfektion vor.
Der Gemeinderat entscheidet sich für die kleinere Lösung.
§325 Bettler- und Stromertum
Dies bildet eine schwere Belastung für die Einwohnerschaft. Ein Mittel, es zu bekämpfen, wäre die Einführung und Ausgabe von Wohlfahrtsmarken die den Bettlern an Stelle von Bargeld auszuflaggen wären und die diese im Rathaus einzulösen hätten gegen eine Gutschein für Speisen
9. Okt. 1931
§327 – 329 Neuwahl des Ortsvorstehers
Infolge Ablaufs der Wahlzeit des seitherigen Amtsinhabers Bürgermeister Gustav Hermann ist die Neuwahl eines Ortsvorstehers für die hiesige Gemeinde notwendig geworden.
Bürgermeister Hermann erklärt sich bereit eine Wiederwahl unter den bisherigen Bedingungen anzunehmen. Zur Frage der Ausschreibung wird vom Gemeinderat beschlossen: Die Stelle nicht auszuschreiben.
§330 Apotheke
Das Gebäude des Joh. Vollnagel wurde von der Kreditbank Calw zum Preis von 16000 RM ersteigert. Damit sind die Rechte der Gemeinde gedeckt.
Für ein Unterkommen nach Verselbstständigung der Apotheke zu sorgen ist nicht mehr Sache der Gemeinde.
§336 Besoldungskürzung
Nach der Ersten Notverordnung des Staatsministeriums vom 26. Sept. 1931 sind die Bezüge der Beamten und Angestellten in der Gemeinde vom 1. Oktober 1931 ab zu kürzen
§343 Poststraße zwischen Schiller- und Lindenstraße
Die notwendigen Vorarbeiten (Pläne, Einsprüche usw.) sind abgeschlossen. Die finanzielle Lage der Gemeinde und der Anlieger hat sich allerdings stark verschlechtert.
Es wird daher beschlossen: Die Planung fertig zustellen aber die Ausführung bis zum Eintritt besserer Zeiten zurück zustellen.
§345 Nothilfe
Der Vorsitzende berichtet über von der Wohltätigkeit geplanten Maßnahmen zur Bekämpfung der für den kommenden Winter drohenden Not. Von den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege will ein umfassendes Hilfswerk zu Gunsten der Notleidenden durchgeführt werden.
§348 Kläranlage
Die Schlammbeete bei der Kläranlage sind seit längerer Zeit gefüllt. Sie sollen nun entleert werden. Dazu erhebt sich nun die Frage, wohin der Schlamm verbracht werden soll?
27. Okt. 1931
§355 Kfz-Verkehr – Geschwindigkeit
Am 8. Jan 1925 wurde beschlossen die Höchstgeschwindigkeit für KFZ innerhalb des Ortsetters und auf der Liebenzeller Straße auf 15 km / Std. festzusetzen. Diese Beschränkung wurde vor allem wegen der Staubplage erlassen.
Da nun die Straßen befestigt sind, kann diese Vorschrift aufgehoben werden. Es gilt dann die vom Gesetz vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30km/h.
§360 Bürgersteuer
Nach den Reichsnotverordnungen müssen Gemeinde unter bestimmten Bedingungen eine Bürgersteuer erheben. Dies trifft für Schömberg zu.
Also der Not gehorchend, nicht aus eigenem Triebe entschloß sich der Gemeinderat bei der Feststellung des Gemeindehaushaltplanes für 1931 die Bürgersteuer einzuführen.
§364 Gü. Pa.
Der ausgesteuerte Arbeitslose Pa. Gü. kommt der Zahlung seines Hauszinses und von Lebensmitteln nicht mehr nach. Seine Familie besteht aus Frau und 3 kleinen Kindern.
Es wird beschlossen: Um Gü. Die Zahlung seiner Verpflichtungen zu ermöglichen, ihn voll mit einem Stundenlohn von 55 Pfg. zu beschäftigen. Teile seines Lohnes zur Begleichung seiner Zahlungsrückstände einzubehalten.
10. Nov. 1931
§365 Kathol. Kirche
Am Sonntag den 15. Nov. findet die Glockenweihe für die katholische Kirche in Anwesenheit des Bischofs statt.
§380 Arbeitslosigkeit
Das Sanatorium Schömberg sah sich zu Personal Kündigungen genötigt. Von den Kündigungen wurden auch einige verheiratete hier wohnende Arbeiter betroffen.
§381 Gehaltskürzungen
Bekannt gegeben wird das Ergebnis der Kürzungen der Gehälter der Gemeindebeamten und Angestellten auf Grund der bisherigen Notverordnungen. Die gesamten Kürzungen belaufen sich bis jetzt auf jährlich 4111 RM.
1. Dez. 1931
§390 Ortsvorsteherwahl
Der Vorsitzende bedankt sich bei der Bürgerschaft und dem Gemeinderat für das Vertrauen und die Unterstützung die er anläßlich seiner Wiederwahl erfahren durfte.
Gemeinderat Keser beglückwünscht den Vorsitzenden namens des Gemeinderats.
§406 Gebhardt Willy, Gehilfe
Der Gehilfe Eberhard Höfele konnte wegen Antritts einer Dauerstelle den Abschluß der Rechnung 1930/31 nicht mehr bewerkstelligen. Zu diesem Zweck und zur Fertigstellung der Finanzstatistik 1930 machte sich deshalb wieder die Anstellung einer Hilfskraft notwendig.
Als solche wurde auf 26. Okt 1931 angestellt der Verw. Kand. Willy Gebhardt aus Willsbach.
§407 Wasserversorgung
Das Ergebnis der Untersuchung der Quellwasser wird bekannt gegeben. Hiernach enthält das Wasser sehr viel aggressive Kohlensäure, ist im übrigen aber gut und rein.
Durch die Kohlensäure werden die Rohrleitungen erheblich angegriffen, was zu einem starken Zuwachsen der Rohrleitungen führt.
Über den Stand der Projekte für eine Entsäuerungsanlage wird in diesem Zusammenhang Aufschluß gegeben.
§425 Schuldentilgung
Nach dem Stand vom 31. März 1931 soll der Schuldenstand der Gemeinde für die Zwecke des Rathausbaus, des Gemeindehauses der Kanalisation und der Kläranlage 134631 RM betragen.
Tatsächlich betragen die Schulden noch 145049 RM.
Die Gemeinde ist als mit 10418 RM mit der Tilgung im Rückstand.
Gründe hiefür liegen in der Minderüberweisung aus dem Ausgleichsstock und höheren Kosten als geplant vor allem bei der Kanalisation und der Kläranlage.

References: §3

§16

§28

§31

§37

§44

§51

§56

§65

§69

§71

§72

§86

§89

§96

§97

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§103

§104

§113

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§121

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§162

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§188

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§325

§327

§330

§336

§343

§345

§348

§355

§360

§364

§365

§380

§381

§390

§406

§407

§425