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Timestamp: 2018-04-21 21:22:47+00:00

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BAG, Urteil vom 20.01.2016, 7 AZR 535/13 - HENSCHE Arbeitsrecht
BAG, Ur­teil vom 20.01.2016, 7 AZR 535/13
Aktenzeichen: 7 AZR 535/13
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Stuttgart, Urteil vom 30.08.2012 - 17 Ca 10091/11
Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 21.03.2013 - 6 Sa 105/12
Auf die Re­vi­si­on der Kläge­rin wird das Ur­teil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ba­den-Würt­tem­berg vom 9. April 2013 - 6 Sa 105/12 - auf­ge­ho­ben.
Die BMC er­bringt ge­genüber der MH Büro­ser­vice-, Se­kre­ta­ri­ats- und sons­ti­ge Dienst­leis­tun­gen. Die Dienst­leis­tun­gen wer­den aus­sch­ließlich durch Frau B er­bracht.
dem Gespräch Aus­kunft über Vorgänge be­tref­fend Herrn H aus der Zeit sei­ner Tätig­keit für die Be­klag­te ver­wei­ger­te, ist strei­tig. Auf die­sen Vor­wurf gestützt kündig­te die Be­klag­te das Ar­beits­verhält­nis je­den­falls mit Schrei­ben vom 12. De­zem­ber 2011 außer­or­dent­lich mit ei­ner so­zia­len Aus­lauf­frist zum 31. De­zem­ber 2011. Das Kündi­gungs­schrei­ben ging der Kläge­rin am 13. De­zem­ber 2011 zu.
fest­zu­stel­len, dass die von der Be­klag­ten mit da­tier­tem Schrei­ben vom 12. De­zem­ber 2011 erklärte Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses un­wirk­sam ist und das Ar­beits­verhält­nis über den 31. De­zem­ber 2011 hin­aus zu un­veränder­ten Be­din­gun­gen un­verändert fort­be­steht.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat zu­letzt die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Kündi­gungs­schutz­kla­ge schon des­halb kei­nen Er­folg ha­ben könne, weil zwi­schen den Par­tei­en zum Zeit­punkt des Zu­gangs der Kündi­gung kein Ar­beits­verhält­nis mehr be­stan­den ha­be. Der ursprüng­lich mit ihr be­ste­hen­de Ar­beits­ver­trag sei auf­grund der Über­las­sung der Kläge­rin an die M H GmbH nach § 9 Nr. 1 AÜG un­wirk­sam ge­wor­den, weil sie nicht über die nach § 1 Abs. 1 Satz 1 AÜG er­for­der­li­che Er­laub­nis zur Ar­beit­neh­merüber-
las­sung verfügt ha­be. Statt­des­sen gel­te nach § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG ein Ar­beits­verhält­nis mit der M H GmbH als zu­stan­de ge­kom­men. Je­den­falls sei ein mit ihr - der Be­klag­ten - be­ste­hen­des Ar­beits­verhält­nis wirk­sam zum 31. De­zem­ber 2011 gekündigt wor­den. Die Kläge­rin ha­be durch ih­re Ver­wei­ge­rungs­hal­tung im Gespräch am 1. De­zem­ber 2011 ei­nen ir­re­pa­ra­blen Ver­trau­ens­ver­lust ver­ur­sacht, in­dem sie Herrn H als po­ten­ti­el­len Pro­zess­geg­ner geschützt ha­be.
I. Streit­ge­gen­stand ei­ner Kündi­gungs­schutz­kla­ge nach § 4 Satz 1 KSchG 15 ist, ob das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en aus An­lass ei­ner be­stimm­ten Kündi­gung zu dem von dem Ar­beit­ge­ber vor­ge­se­he­nen Ter­min auf­gelöst wor­den ist. Die be­gehr­te Fest­stel­lung er­for­dert nach dem Wort­laut der ge­setz­li­chen Be­stim­mung ei­ne Ent­schei­dung über das Be­ste­hen ei­nes Ar­beits­verhält­nis­ses im Zeit­punkt der Kündi­gung. Mit der Rechts­kraft des Ur­teils im Kündi­gungs­schutz­pro­zess steht fest, dass das Ar­beits­verhält­nis bis zu dem vor­ge­se­he­nen Auflösungs­ter­min auch nicht durch mögli­che an­de­re Be­en­di­gungs­tat­bestände auf­gelöst wor­den ist. Die Rechts­kraft schließt gemäß § 322 ZPO im Verhält­nis der Par­tei­en zu­ein­an­der ei­ne hier­von ab­wei­chen­de ge­richt­li­che Fest­stel­lung in ei­nem späte­ren Ver­fah­ren aus (BAG 26. März 2015 - 2 AZR 783/13 - Rn. 18; 18. De­zem­ber 2014 - 2 AZR 163/14 - Rn. 22, BA­GE 150, 234; 27. Ja­nu­ar 2011 - 2 AZR 826/09 - Rn. 13).
I. Nach Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts war das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en be­reits vor dem 13. De­zem­ber 2011 be­en­det. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat an­ge­nom­men, der Dienst­leis­tungs­ver­trag zwi­schen der Be­klag­ten und der M H GmbH vom 1. Au­gust/7. Sep­tem­ber 2009 sei recht­lich als Ar­beit-
aa) Die­se Vor­schrift fin­det seit ih­rem In­kraft­tre­ten am 1. De­zem­ber 2011 auf die Rechts­be­zie­hun­gen der Kläge­rin, der Be­klag­ten und der M H GmbH An-
wen­dung. Das Ers­te Ge­setz zur Ände­rung des Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­set­zes - Ver­hin­de­rung von Miss­brauch der Ar­beit­neh­merüber­las­sung vom 28. April 2011 (BGBl. I S. 642) enthält bezüglich des neu ge­fass­ten § 1 AÜG kei­ne Über­g­angs­re­ge­lung für Altfälle. Hierfür sah der Ge­setz­ge­ber ua. des­halb kei­ne Ver­an­las­sung, weil durch das In­kraft­tre­ten des Ge­set­zes am 1. De­zem­ber 2011 und die Verkündung be­reits im Bun­des­ge­setz­blatt vom 29. April 2011 den Ver­lei­hern und Ent­lei­hern aus­rei­chend Zeit zur Verfügung stand, ih­re ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen und sons­ti­ge Re­ge­lun­gen bei Be­darf an die neue Rechts­la­ge an­zu­pas­sen (BT-Drs. 17/4804 S. 11).
cc) Die Über­las­sung der Kläge­rin er­folg­te im Rah­men der wirt­schaft­li­chen Tätig­keit der Be­klag­ten.
der Un­wirk­sam­keit des Ar­beits­ver­trags kann aber nicht da­durch um­gan­gen wer­den, dass die Ar­beit­neh­merüber­las­sung ge­set­zes­wid­rig dau­er­haft er­folgt. Dies wäre mit dem Schutz­zweck des AÜG nicht in Ein­klang zu brin­gen. Viel-mehr fin­det § 9 Nr. 1 AÜG auch auf die ge­setz­wid­rig nicht vorüber­ge­hen­de und oh­ne Er­laub­nis be­trie­be­ne Ar­beit­neh­merüber­las­sung An­wen­dung.
c) Auch entfällt die Er­laub­nis­pflicht nicht nach § 1 Abs. 3 Nr. 2 AÜG.
Nach die­ser Vor­schrift be­darf die Ar­beit­neh­merüber­las­sung kei­ner Er­laub­nis, wenn sie zwi­schen Kon­zern­un­ter­neh­men iSd. § 18 AktG er­folgt und wenn der Ar­beit­neh­mer nicht zum Zweck der Über­las­sung ein­ge­stellt oder beschäftigt wird. Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen hier nicht vor. Nach § 18 Abs. 1 Satz 1 AktG bil­den ein herr­schen­des und ein oder meh­re­re abhängi­ge Un­ter­neh­men ei­nen sog. Un­ter­ord­nungs­kon­zern, wenn sie un­ter der ein­heit­li­chen Lei­tung des herr­schen­den Un­ter­neh­mens zu­sam­men­ge­fasst sind. Von ei­nem abhängi­gen Un­ter­neh­men wird nach § 18 Abs. 1 Satz 3 AktG ver­mu­tet, dass es mit dem herr­schen­den Un­ter­neh­men ei­nen Kon­zern bil­det (BAG 11. Fe­bru­ar 2015 - 7 ABR 98/12 - Rn. 23). Nach § 18 Abs. 2 AktG können auch selbständi­ge Un­ter­neh­men ei­nen Kon­zern bil­den, oh­ne dass das ei­ne Un­ter­neh­men von dem an­de­ren abhängig ist. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat das Vor­lie­gen ei­nes
Ab­wick­lungs­zwe­cken für längs­tens zwölf Mo­na­te fort­geführt wer­den können, wenn sie vor­her er­laubt war und sich der Ver­lei­her ver­geb­lich um ei­ne wei­te­re Er­laub­nis bemüht hat. Das Feh­len ei­ner Er­laub­nis soll der Ab­wick­lung be­ste­hen­der rechtmäßig im Rah­men er­laub­ter Ar­beit­neh­merüber­las­sung ge­schlos­se­ner Verträge dann nicht ent­ge­gen­ste­hen (BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 853/12 - Rn. 32). Zur Ver­mei­dung von Wer­tungs­wi­dersprüchen hat der Se­nat den die­ser Vor­schrift zu­grun­de lie­gen­den Rechts­ge­dan­ken auch auf die Si­tua­ti­on über­tra­gen, in der erst­mals durch die ge­setz­li­che Neu­re­ge­lung des AÜG ei­ne Er­laub­nis­pflicht ent­stan­den ist. Das gilt je­den­falls dann, wenn der Ver­lei­her ei­ne Er­laub­nis be­an­tragt hat (BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 853/12 - Rn. 33). Auf den Rechts­ge­dan­ken des § 2 Abs. 4 Satz 4 AÜG kann sich ein Ver­lei­her auch dann be­ru­fen, wenn er vor der Ge­set­zesände­rung kei­ne Er­laub­nis zur Ar­beit­neh­merüber­las­sung benötig­te und ei­ne sol­che nicht be­an­tragt hat, weil ei­ne der­ar­ti­ge Er­laub­nis nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 AÜG nicht hätte er­teilt wer­den können (BAG 23. Ju­li 2014 - 7 AZR 853/12 - Rn. 35).
Vor­tei­le er­wuch­sen (BAG 2. Ju­ni 2010 - 7 AZR 946/08 - Rn. 19; 25. Ja­nu­ar 2005 - 1 ABR 61/03 - zu B II 4 b bb (2) der Gründe, BA­GE 113, 218; zu mit­tel­ba­ren wirt­schaft­li­chen Vor­tei­len bei kon­zern­in­ter­ner Ar­beit­neh­merüber­las­sung BAG 18. Ju­li 2012 - 7 AZR 451/11 - Rn. 23). Nach dem Vor­brin­gen der Kläge­rin wur­den der M H GmbH je­weils nur die Per­so­nal­kos­ten in Rech­nung ge­stellt und von die­ser be­zahlt, so­dass für ei­ne Ge­winn­erzie­lungs­ab­sicht kein An­halts­punkt be­steht.
2011 in den Be­trieb der M H GmbH ein­ge­glie­dert ge­we­sen sein und für die­se Ar­beits­leis­tun­gen er­bracht ha­ben. Hier­zu hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt bis­lang kei­ne Fest­stel­lun­gen ge­trof­fen. Al­lein der Fort­be­stand des Dienst­leis­tungs­ver­trags zwi­schen der Be­klag­ten und der M H GmbH bis zum 31. De­zem­ber 2011 reicht für den Ein­tritt der Rechts­fol­ge des § 9 Nr. 1 AÜG nicht aus. Dies hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht berück­sich­tigt.
Nach § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG gilt im Fal­le der Un­wirk­sam­keit des Ar­beits­ver­trags zwi­schen dem Ver­lei­her und dem Ar­beit­neh­mer nach § 9 Nr. 1 AÜG ein Ar­beits­verhält­nis zwi­schen dem Ent­lei­her und dem Ar­beit­neh­mer als zu­stan­de ge­kom­men. Die Fik­ti­on des § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG setzt die Un­wirk-
sam­keit des Ver­trags zwi­schen dem Ver­lei­her und dem Ar­beit­neh­mer nach § 9 Nr. 1 AÜG vor­aus und ist für den Ar­beit­neh­mer ein Aus­gleich dafür, dass der mit dem Ver­lei­her ge­schlos­se­ne Ar­beits­ver­trag auf­grund der Über­las­sung oh­ne die er­for­der­li­che Er­laub­nis un­wirk­sam ist. Dar­aus ist zu schließen, dass bei­de Rechts­fol­gen zu dem­sel­ben Zeit­punkt ein­tre­ten.
Der Wort­laut des § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG könn­te zwar dafür spre­chen, dass die Fik­ti­on des Ar­beits­verhält­nis­ses zwi­schen dem Ent­lei­her und dem Ar­beit­neh­mer - und da­mit auch die Un­wirk­sam­keit des Ver­trags zwi­schen dem Ver­lei­her und dem Ar­beit­neh­mer - im Zeit­punkt der zwi­schen dem Ver­lei­her und dem Ent­lei­her ver­ein­bar­ten Ar­beits­auf­nah­me bei dem Ent­lei­her - im Fal­le der erst späte­ren Un­wirk­sam­keit des Ver­trags zwi­schen dem Ver­lei­her und dem Ar­beit­neh­mer mit der Un­wirk­sam­keit - ein­tre­ten, un­abhängig da­von, ob der Ar­beit­neh­mer ab die­sem Zeit­punkt tatsächlich Leis­tun­gen für den Ent­lei­her er-bringt (so für die Fik­ti­on des § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG et­wa Sand­mann/Mar­schall/Schnei­der AÜG Stand De­zem­ber 2015 AÜG Art. 1 § 10 Anm. 4; ErfK/Wank 16. Aufl. § 10 AÜG Rn. 3). Ein der­ar­tig en­ges Verständ­nis des Ge­set­zes­wort­lauts würde aber dem sys­te­ma­ti­schen Verhält­nis der § 9 Nr. 1, § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG zu § 1 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 AÜG nicht ge­recht. Nach § 1 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 AÜG kommt es für die Er­laub­nis­pflicht dar­auf an, dass ei­nem Ent­lei­her Ar­beits­kräfte zur Verfügung ge­stellt wer­den, die in des­sen Be­trieb ein­ge­glie­dert sind und ih­re Ar­beit al­lein nach Wei­sun­gen des Ent­lei­hers und in des­sen In­ter­es­se ausführen (BAG 15. April 2014 - 3 AZR 395/11 - Rn. 20; 18. Ja­nu­ar 2012 - 7 AZR 723/10 - Rn. 26). Es wäre nicht kon-
se­quent, für die Er­laub­nis­pflicht der Ar­beit­neh­merüber­las­sung die tatsächli­che Ein­glie­de­rung in den Ent­lei­her­be­trieb vor­aus­zu­set­zen, für die Rechts­fol­gen bei feh­len­der Er­laub­nis aber aus­sch­ließlich auf die Ver­ein­ba­run­gen der Be­tei­lig­ten ab­zu­stel­len. Nur ein Verständ­nis, bei dem auch für den Ein­tritt der Rechts­fol­gen die tatsächli­che Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers bei dem Ent­lei­her maßgeb­lich ist, ver­mei­det zu­dem prak­tisch nicht hand­hab­ba­re, vom Schutz­zweck der Nor­men nicht ge­bo­te­ne Er­geb­nis­se. Kann bei­spiels­wei­se ein nach dem Ar­beit-neh­merüber­las­sungs­ver­trag vor­ge­se­he­ner Ar­beit­neh­mer sei­ne Ar­beit im Ent­lei­her­be­trieb nicht auf­neh­men und ent­sen­det der Ver­lei­her für die­sen ei­ne Er­satz­kraft, würden - woll­te man al­lein auf die Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen dem Ent­lei­her und dem Ver­lei­her ab­stel­len - zwei Ar­beits­verhält­nis­se mit dem Ent­lei­her fin­giert, nämlich zum ei­nen mit dem Ar­beit­neh­mer, der ver­ein­ba­rungs­gemäß die Ar­beits­leis­tung beim Ent­lei­her hätte an­tre­ten sol­len und zum an­de­ren mit dem Leih­ar­beit­neh­mer, der an sei­ner Stel­le die Ar­beit auf­ge­nom­men hat. Die­ses Er­geb­nis ent­spricht er­sicht­lich nicht dem ge­setz­ge­be­ri­schen Re­ge­lungs­kon­zept (vgl. auch Schüren in Schüren/Ha­mann AÜG 4. Aufl. § 10 Rn. 47; Lembke in Bo­em­ke/Lembke AÜG 3. Aufl. § 10 Rn. 26 ff.). Dar­aus er­gibt sich, dass die Rechts­fol­gen des § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG - und da­mit auch des § 9 Nr. 1 AÜG - an die tatsächli­che Über­las­sung des Ar­beit­neh­mers an den Ent­lei­her und da­mit an die Er­brin­gung von Ar­beits­leis­tun­gen für den Ent­lei­her an­knüpfen (so für § 10 Abs. 1 Satz 1 AÜG auch Schüren in Schüren/Ha­mann AÜG 4. Aufl. § 10 Rn. 35).
Satz 1 AÜG dient dem Schutz des Ar­beit­neh­mers, des­sen Ar­beits­ver­trag mit dem Ver­lei­her nach § 9 Nr. 1 AÜG un­wirk­sam ist (BT-Drs. VI/2303 S. 13 f.). Mit die­sem Re­ge­lungs­gefüge soll ein ge­rech­ter In­ter­es­sen­aus­gleich zwi­schen den Be­tei­lig­ten ge­schaf­fen wer­den. Da­bei ist nach der Ge­set­zes­be­gründung auch berück­sich­tigt, dass so­wohl der Ar­beit­neh­mer als auch der Ent­lei­her die­se Rechts­fol­gen ver­mei­den können, in­dem sie sich ver­ge­wis­sern, ob der Ver­lei­her die Er­laub­nis nach § 1 AÜG be­sitzt, was durch die schrift­li­chen Erklärun­gen des Ver­lei­hers nach § 11 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AÜG und § 12 Abs. 1 Satz 2 AÜG so­wie die Mit­tei­lungs­pflicht nach § 12 Abs. 2 AÜG er­leich­tert wird (BT-Drs. VI/2303 S. 14). Zu ver­mei­den sind die Rechts­fol­gen al­ler­dings nur dann, wenn tatsächlich kei­ne Über­las­sung statt­fin­det, dh. wenn der Ar­beit­neh­mer die Ar­beit bei dem Ent­lei­her nicht auf­nimmt bzw. - im Fal­le der später ein­tre­ten­den Un­wirk­sam­keit des Ver­trags mit dem Ver­lei­her - für den Ent­lei­her kei­ne Ar­beits­leis­tun­gen mehr er­bringt.
Nach­weis­pflich­ten des Ver­lei­hers nach § 11 Abs. 1 und Abs. 2 AÜG ver­hin­dern kann.
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References: § 9
 § 1
 § 10
 § 4
 § 322
 § 1
 § 9
 § 1
 § 18
 § 18
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 § 18
 § 2
 § 3
 § 9
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