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Timestamp: 2018-12-17 04:59:32+00:00

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Fakten zum Energieausweis für Verkäufer, Vermieter und Verpächter - EnEV 2014 - Bundesverband Deutscher Sachverständiger und Fachgutachter e.V.
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Die §§ 16, 16a sind von Vermietern, Verpächtern und Leasinggebern bezüglich der Vermietung, der Verpachtung oder dem Leasing eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer sonstigen selbständigen Nutzungseinheit entsprechend anzuwenden und gelten in gleichem Umfang auch für beauftragte Personen oder Firmen (z.B. Immobilienmakler).
Für den Fall, dass einem Immobilienmakler der Energieausweis und die entsprechenden Daten nicht zur Verfügung gestellt werden, ist dieser entschuldigt, wenn er seinen Auftraggeber schriftlich zur Einholung eines Energieausweises aufgefordert hat und dieser dem nicht nachgekommen ist.
Wer die neue Anzeigepflicht bewusst, wissentlich oder fahrlässig nicht erfüllt, handelt verordnungswidrig. Dies kann hohe Geldbußen zur Folge haben.
Kennwerte im Energieausweis
Die energetischen Kennwerte werden im Energieausweis auch weiterhin auf der Skala von grün bis rot dargestellt. Zusätzlich werden nun Effizienzklassen eingeführt, bei denen die genutzte Endenergie ins Verhältnis zur Gebäude-nutzfläche (in die z.B. auch indirekt beheizte Flure und Treppenhäuser einbezogen werden) gesetzt wird. Die neunstufige Skala reicht von der Bestnote "A+" (grün) bis zur schlechtesten Bewertung "H" (rot). Außerdem gab es im Energieausweis eine Neuskalierung des Bandtachos. Ab Mai 2014 gelten folgende Verbrauchswerte für die beste und schlechteste Bewertung:
Energieeffizienzklasse A+ < 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche jährlich (m²a)
Energieeffizienzklasse H > 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche jährlich.
Bei bereits vorliegenden und noch gültigen Energieausweisen entfällt die Pflicht zur Angabe der Energieeffizienzklasse. Diese Energieausweise können aber um die neu erforderlichen Angaben ergänzt werden.
Energieausweis - Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis
Wenn der Bauantrag für ein Wohngebäude vor dem 01.11.1977 gestellt wurde und dieses weniger als 5 Wohneinheiten hat, darf nur der Bedarfsausweis ausgestellt werden (§ 17 Absatz 2 der EnEV 2014). Der bedarfsorientierte Energieausweis beruht auf einer technischen Bewertung, hinsichtlich des baulichen Zustandes der Immobilie. Beurteilt werden dabei bauliche Aspekte wie Heizungsanlagen, Fenster, Dämmung.
Es gilt eine Abweichung vom § 17 Absatz 2, wenn das Gebäude bereits bei seiner Errichtung und Fertigstellung den Anforderungen der Wärmeschutzverordnung vom August 1977 entsprach (§ 17 Absatz 2 Satz 1) oder später auf dieses Anforderungsniveau gebracht wurde (§ 17 Absatz 2 Satz 2). In diesen Fällen ist es zulässig, sowohl den Energiebedarf als auch den Energieverbrauch in Energieausweisen anzugeben.
In Bezug auf Wohngebäude, deren Bauantrag ab dem 01.11.1977 gestellt wurde, kann zwischen den zwei Möglichkeiten des Energieausweises gewählt werden, ebenso bei Nichtwohngebäuden. Hier reicht generell der verbrauchsorientierte Energieausweis, der anhand der Heizkostenabrechnung der vergangenen 3 Jahre erstellt wird. Der Energieverbrauch ist vom Verhalten der Verbraucher abhängig und stellt deshalb nur eine begrenzte Aussagemöglichkeit hinsichtlich der anfallenden Kosten für die neuen Eigentümer oder Mieter dar.
Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig. Sollten in den 10 Jahren am Gebäude bezüglich der energetischen Kennwerte Änderungen vorgenommen werden, erfordern diese eine Neuausstellung des Energieausweises. Die Ausstellung eines Energieausweises ist kostenpflichtig. Mit der EnEV 2014 wird die Ausstellung auch behördlich registriert.
Vorlage- und Übergabepflicht für den Energieausweis
Der Energieausweis muss potenziellen Kunden künftig bereits vorgelegt werden, wenn sie das betreffende Objekt besichtigen. Die Pflicht zur Vorlage des Energieausweises wird auch erfüllt, wenn dieser deutlich sichtbar ausgehängt oder ausgelegt ist.
Wer ein Gebäude ganz oder teilweise verkauft oder neu vermietet, muss dem Käufer bzw. dem neuen Mieter den Energieausweis übergeben bzw. eine Kopie hiervon (Muster in der Anlage 6 und 7 der EnEV 2014).
Diese Regelung betrifft die neuen Energieausweise, die nach dem Inkrafttreten der neuen EnEV ab Mai 2014 ausgestellt werden.
Ausstellung des Energieausweises und Ausstellungsberechtigte
Lt. § 16 Absatz 1 müssen die Ausstellung und die Übergabe des Energieausweises oder einer Kopie hiervon unverzüglich nach Fertigstellung des Gebäudes erfolgen.
In der EnEV 2014 (§ 21 Ausstellungsberechtigung für bestehende Gebäude) ist genau vorgeschrieben, wer einen Energieausweis ausstellen darf. Ausstellungsberechtigt sind z.B. Personen mit Hochschulabschluss in einer der grundlegenden Baufachrichtungen, aber auch staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker zur Beurteilung von Gebäudehüllen, Heizungs- und Warmwasser- oder Lüftungs- und Klimaanlagen.
Darüber hinaus gilt u. a. ebenso eine öffentliche Bestellung als vereidigter Sachverständiger für ein Sachgebiet im Bereich des energiesparenden Bauens oder in ausschlaggebenden bau - oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus als Voraussetzung für die Ausstellungsberechtigung des Energieausweises.
§§ 16, 16a, 17, 18, 19, 21 der EnEV 2014
§ 16 – Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen
(1) Wird ein Gebäude errichtet, hat der Bauherr sicherzustellen, dass ihm, wenn er zugleich Eigentümer des Gebäudes ist, oder dem Eigentümer des Gebäudes ein Energieausweis nach dem Muster der Anlage 6 oder 7 unter Zugrundelegung der energetischen Eigenschaften des fertig gestellten Gebäudes ausgestellt und der Energieausweis oder eine Kopie hiervon übergeben wird. Die Ausstellung und die Übergabe müssen unverzüglich nach Fertigstellung des Gebäudes erfolgen.
Die Sätze 1 und 2 sind entsprechend anzuwenden, wenn unter Anwendung des § 9 Absatz 1 Satz 2 für das gesamte Gebäude Berechnungen nach § 9 Absatz 2 durchgeführt werden. Der Eigentümer hat den Energieausweis der nach Landesrecht zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.
(3) Der Eigentümer eines Gebäudes, in dem sich mehr als 500 Quadratmeter oder nach dem 8. Juli 2015 mehr als 250 Quadratmeter Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr befinden, der auf behördlicher Nutzung beruht, hat dafür Sorge zu tragen, dass für das Gebäude ein Energieausweis nach dem Muster der Anlage 6 oder 7 ausgestellt wird. Der Eigentümer hat den nach Satz 1 ausgestellten Energieausweis an einer für die Öffentlichkeit gut sichtbarer Stelle auszuhängen. Wird die in Satz 1 genannte Nutzfläche nicht oder nicht überwiegend vom Eigentümer selbst genutzt, so trifft die Pflicht zum Aushang des Energieausweises den Nutzer. Der Eigentümer hat ihm zu diesem Zweck den Energieausweis oder eine Kopie hiervon zu übergeben. Zur Erfüllung der Pflicht nach Satz 1 ist es ausreichend, von einem Energiebedarfsausweis nur die Seiten 1 und 2 nach dem Muster der Anlage 6 oder 7 und von einem Energieverbrauchsausweis nur die Seiten 1 und 3 nach dem Muster der Anlage 6 oder 7 auszuhängen; anstelle des Aushangs eines Energieausweises nach dem Muster der Anlage 7 kann der Aushang auch nach dem Muster der Anlage 8 oder 9 vorgenommen werden.
§ 16a – Pflichtangaben im Immobilienanzeigen
durch spätere Änderungen mindestens auf das in Nummer 1 bezeichnete Anforderungsniveau gebracht worden ist. Bei der Ermittlung der energetischen Eigenschaften des Wohngebäudes nach Satz 3 können die Bestimmungen über die vereinfachte Datenerhebung nach § 9 Abs. 2 Satz 2 und die Datenbereitstellung durch den Eigentümer nach Absatz 5 angewendet werden.
(3)Energieausweise werden für Gebäude ausgestellt. Sie sind für Teile von Gebäuden auszustellen, wenn die Gebäudeteile nach § 22 getrennt zu behandeln sind.
(4)Energieausweise einschließlich Modernisierungsempfehlungen müssen nach Inhalt und Aufbau den Mustern in den Anlagen 6 bis 9 entsprechen und mindestens die dort für die jeweilige Ausweisart geforderten, nicht als freiwillig gekennzeichneten Angaben enthalten. Zusätzliche, nicht personenbezogene Angaben können beigefügt werden. Energieausweise sind vom Aussteller unter Angabe seines Namens, seiner Anschrift und Berufsbezeichnung sowie des Ausstellungsdatums eigenhändig oder durch Nachbildung der Unterschrift zu unterschreiben. Vor Übergabe des neu ausgestellten Energieausweises an den Eigentümer hat der Aussteller die nach § 26c Absatz 2 zugeteilte Registriernummer einzutragen. Hat bei elektronischer Antragstellung die nach § 26c zuständige Registrierstelle bis zum Ablauf von drei Arbeitstagen nach Antragstellung und in sonstigen Fällen der Antragstellung bis zum Ablauf von sieben Arbeitstagen nach Antragstellung keine Registriernummer zugeteilt, sind statt der Registriernummer die Wörter „Registriernummer wurde beantragt am“ und das Datum der Antragstellung bei der Registrierstelle einzutragen (vorläufiger Energieausweis). Unverzüglich nach Erhalt der Registriernummer hat der Aussteller dem Eigentümer eine Ausfertigung des Energieausweises mit der eingetragenen Registriernummer zu übermitteln. Nach Zugang des vervollständigten Energieausweises beim Eigentümer verliert der vorläufige Energieausweis seine Gültigkeit. Die Modernisierungsempfehlungen nach § 20 sind Bestandteil der Energieausweise nach den Mustern in den Anlagen 6 und 7.
(5)Der Eigentümer kann die zur Ausstellung des Energieausweises nach § 18 Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 2 Satz 1 in Verbindung mit den Anlagen 1, 2 und 3 Nummer 8 oder nach § 19 Absatz 1 Satz 1 und 3, Absatz 2 Satz 1 oder 5 und Absatz 3 Satz 1 erforderlichen Daten bereitstellen. Der Eigentümer muss dafür Sorge tragen, dass die von ihm nach Satz 1 bereitgestellten Daten richtig sind. Der Aussteller darf die vom Eigentümer bereitgestellten Daten seinen Berechnungen nicht zugrunde legen, soweit begründeter Anlass zu Zweifeln an deren Richtigkeit besteht. Soweit der Aussteller des Energieausweises die Daten selbst ermittelt hat, ist Satz 2 entsprechend anzuwenden.
(1) Werden Energieausweise für zu errichtende Gebäude auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs ausgestellt, sind die Ergebnisse der nach den §§ 3 bis 5 erforderlichen Berechnungen zugrunde zulegen. Die Ergebnisse sind in den Energieausweisen anzugeben, soweit ihre Angabe für Energiebedarfswerte in den Mustern der Anlagen 6 bis 8 vorgesehen ist. In den Fällen des § 3 Absatz 5 Satz 3 sind die Kennwerte zu verwenden, die in den Bekanntmachungen nach § 3 Absatz 5 Satz 1 der jeweils zutreffenden Ausstattungsvariante zugewiesen sind.
§ 19 Ausstellung auf der Grundlage des Energieverbrauch
3. Personen, die für ein zulassungspflichtiges Bau- , Ausbau- oder anlagentechnisches Gewerbe oder für das Schornsteinfegerwesen die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle erfüllen, sowie Handwerksmeister der zulassungsfreien Handwerke dieser Bereiche und Personen, die auf Grund ihrer Ausbildung berechtigt sind, eine solches Handwerk ohne Meistertitel selbständig auszuüben,
5. Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder zur Unterzeichnung von bautechnischen Nachweisen des Wärmeschutzes oder der Energieeinsparung bei der Errichtung von Gebäuden berechtigt sind, im Rahmen der jeweiligen Nachweisberechtigung, wenn sie mit Ausnahme der in Nummer 5 genannten Personen mindestens eine der in Absatz 2 genannten Voraussetzungen erfüllen. Die Ausstellungsberechtigung nach Satz 1 Nr. 2 bis 4 in Verbindung mit Absatz 2 bezieht sich nur auf Energieausweise für bestehende Wohngebäude. Für Personen im Sinne des Satzes 1 Nummer 1 ist die Ausstellungsberechtigung auf bestehende Wohngebäude beschränkt, wenn sich ihre Fortbildung im Sinne des Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b auf Wohngebäude beschränkt hat und keine andere Voraussetzung des Absatzes 2 erfüllt ist.

References: § 17
 § 16

§ 16
 § 9
 § 9

§ 16
 § 9
 § 22
 § 26
 § 26
 § 20
 § 18
 § 19
 § 3
 § 3

§ 19