Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/4/84350000026.htm
Timestamp: 2018-12-11 20:56:43+00:00

Document:
4.35.026 Spätwürmeiszeitliche Terrassen zwischen Burnau, Prestenberg, Vorderreute, Buch und Krumbach
Verordnung über den Schutz des Landschaftsteils "Eiszeitliche Terrassen zwischen Burnau, Prestenberg, Vorderreute, Buch und Krumbach" im Gemeindegebiet Tannau.
Aufgrund der §§ 5 und 19 des Reichsnaturschutzgesetzes vom 26. Juni 1935 (RGBl. I S. 821) in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung und Ergänzung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 1. Dezember 1936 (RGBl. I S. 1001) sowie des § 13 der Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 31. Oktober 1935 in der Fassung der Änderungsverordnung vom 17. Oktober 1962 (GBl. S. 203) wird mit Ermächtigung der höheren Naturschutzbehörde folgendes verordnet:
(1) Der in der Landschaftsschutzkarte bei der Kreisnaturschutzbehörde Tettnang mit grüner Farbe eingetragene Landschaftsteil "Eiszeitliche Terrassen zwischen Burnau, Prestenberg, Vorderreute, Buch und Krumbach" im Gemeindegebiet Tannau, Landkreis Tettnang, wird in dem Umfang, der sich aus der Eintragung in die Landschaftsschutzkarte ergibt, dem Schutz des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt.
(2) Mehrfertigungen der Landschaftsschutzkarte befinden sich beim Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern in Tübingen und beim Bürgermeisteramt Tannau.
Im geschützten Gebiet ist es verboten, Veränderungen vorzunehmen, die die Landschaft verunstalten oder die Natur schädigen.
(1) Der Erlaubnis der Kreisnaturschutzbehörde bedarf, wer Maßnahmen durchführen will, die geeignet sind, eine der in § 2 genannten Wirkungen hervorzurufen.
b) Stützmauern und betonierte Einfriedigungen,
c) Drahtleitungen, zu errichten oder zu ändern,
d) Bagger und Bohrtürme aufzustellen,
e) Steine, Lehm, Ton, Sand, Kies oder andere Erdbestandteile abzubauen oder die bisherige Bodengestaltung in irgendwelcher Weise zu ändern,
f) Tümpel und Teiche zuzuschütten oder auf andere Weise zu beseitigen;
g) Ablagerungsplätze für Schutt, Unrat oder Abfälle zuzulassen.
(1) Von den Verboten und Beschränkungen der §§ 2 und 3 bleiben die land- und forstwirtschaftliche Nutzung der im Schutzgebiet liegenden Grundstücke und Kulturänderungen ausgenommen, soweit sie nicht den Zielen dieser Verordnung widersprechen. Kulturänderungen bei Streuewiesen fallen unter das Verbot des § 2.
(2) Nutzung im Sinn des Absatzes 1 ist die Nutzung eines Grundstücks als Ackerland, Obstwiese, Hopfengarten, Weide, Wald, Streuewiese. Eine Kulturänderung im Sinn des Absatzes 1 ist der Übergang von einer dieser Nutzungsart auf eine andere hier genannte.
Die §§ 2 und 3 finden keine Anwendung auf die rechtmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei ohne Errichtung von Jagdhütten.
(1) In besonderen Fällen kann die Kreisnaturschutzbehörde Ausnahmen von § 2 zulassen.
Beim Inkrafttreten dieser Verordnung bereits vorhandene Verunstaltungen der Landschaft sind auf Verlangen der Kreisnaturschutzbehörde ganz oder teilweise zu beseitigen, wenn dies den Betroffenen zuzumuten und ohne größere Aufwendungen möglich ist. Behördlich genehmigte Anlagen werden hierdurch nicht berührt.
Verstöße gegen die Vorschriften dieser Verordnung werden nach § 21 Abs. 3 und § 22 des Reichsnaturschutzgesetzes sowie § 16 der Durchführungsverordnung hierzu bestraft oder nach § 13 Abs. 3 des Gesetzes zur Ergänzung und Änderung des Reichsnaturschutzgesetzes vom 8. Juni 1959 (GBl. S. 53) geahndet.
(2) Die Anordnung über die einstweilige Sicherstellung vom 10. Februar 1962 wird aufgehoben.
Tettnang, den 25. Januar 1963

References: § 13
 § 2
 § 2
 § 2
 § 21
 § 22
 § 16
 § 13