Source: http://nsg.naturschutzinformationen.nrw.de/nsg/de/fachinfo/gebiete/gesamt/K-002
Timestamp: 2019-02-17 14:14:47+00:00

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Naturschutzgebiete und Nationalpark Eifel in NRW - Fachinformation - Gebietslisten - Naturschutzgebiete gesamt - NSG Thielenbruch und Thurner Wald
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Naturschutzgebiet Thielenbruch und Thurner Wald (K-002)
NSG Thielenbruch und Thurner Wald
60,07 ha
Das NSG "Thielenbruch und Thurner Wald" wird gemaess § 20 a), b), c) LG Festgesetzt
- zur Erhaltung und Entwicklung des stadtnahen von seltenen Feuchtlebensraeumen gepraegten
Gebietes mit seinem Kalkflachmoor, Pfeifengraswiesen, Feucht- und Auenwaeldern als Refugial-
raum fuer seltene und gefaehrdete Tier- und Pflanzenarten, darunter allein 12 Libellenarten,
- zur Erhaltung und Entwicklung der Lebensraeume der Bauchigen Windelschnecke (Vertigo
moulinsiana) (Art gemaess Anhang II der FFH-Richtlinie, EU-Code 1016),
- wegen der Seltenheit und besonderen Eigenart des Gebietes,
- zur Erhaltung aus naturgeschichtlichen und erdgeschichtlichen Gruenden,
- zur Erhaltung und Entwicklung naturnaher Strukturen der zahlreichen Fließgewaesser,
- zur Erhaltung bzw. naturnahen Entwicklung der Teiche,
Besondere Festsetzungen nach der FFH Richtlinie
Die Unterschutzstellung des Naturschutzgebietes "Thielenbruch und Thurner Wald" erfolgt in
Ausführung des § 48 c LG in Verbindung mit der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992
zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (FFH- Richtlinie) .
Das Gebiet beinhaltet die FFH-Gebietsmeldung DE-5008-301 Thielenbruch (Stand 16. März 2001)
gemäß den Bestimmungen der FFH- Richtlinie. Die Unterschutzstellung erfolgt weiterhin gemäß § 20
Satz 1 Buchstabe a) sowie gemäß § 20 Satz 2 LG wegen der besonderen Bedeutung des Gebietes.
a) Schutzziele für das Netz "Natura 2000"-Gebiet, die Lebensraumtypen und Arten, die für die Meldung
des Gebietes ausschlaggebend sind
- Schutzziel für Pfeifengraswiesen auf kalkreichen, torfigen und tonig-schluffigen Böden (EU-Code 6410)
und Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) (EU-Code 1044)
- Erhaltung typisch ausgebildeter Pfeifengraswiesen mit ihrer charakteristischen Vegetation und Fauna.
b) Schutzziele für Lebensraumtypen und Arten, die darüber hinaus für das Netz "Natura 2000" bedeutsam
sind und/oder für Arten nach Anhang IV der FFH- Richtlinie
- Schutzziel für Erlen-Eschen-Weichhclz-Auenwälder (EU-Code 91EO, Prioritärer Lebensraum)
- Erhaltung der Erlen- und Eschenwälder und Weichholzauenwälder mit ihrer typischen Fauna und
Flora in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen/ Altersphasen und in ihrer standörtlichen typischen
Variationsbreite, inklusive ihrer Vorwälder, -gebüsche, Waldränder und Staudenfluren.
- Schutzziel für Kalkreiche Niedermoore (EU-Code 7230) einschließlich der Übergangs- und Schwin
grasenmoore (EU-Code 7140) und Helm- Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) (EU-Code 1044)
- Erhaltung des charakteristischen Lebensraumkomplexes von kalkreichem Niedermoor bzw. Über-
gangs- und Schwingrasenmoor mit ihrer typischen Vegetation, Flora und Fauna.
DE-5008-301
BK-5008-901
BK-5008-950
NSG-Thielenbruch und Thuner Wald
Kernbereich des NSG Thielenbruch und Thuner Wald. Das NSG Thielenbruch und Thuner Wald befindet sich an der Kölner Stadtgrenze nach Bergisch Gladbach. Der Kernbereich gliedert sich in drei Teile: Nördlich der Bahnlinie das Kalkflachmoor "Katharinenkammer" mit angrenzenden bachbegleitenden Erlenwäldern, südlich der Bahnlinie mehrere bachbegleitende Erlenwälder sowie westlich der Paffrather Straße zwei naturnahe Teiche sowie ein Niedermoor, das aus einem verlandeten Weiher hervorgegangen ist. Hinzu kommen im Thuner Wald sumpfige Erlenwaelder mit einem naturnahen Bachlauf. Das Kalkflachmoor hat sich in einer eingesenkten Mulde entwickelt, die von mehreren randlich austretenden Kallkquellen vernaesst wird, zeitweilig bildet sich eine offene Wasserflaeche. Im Bereich der Quellen befinden sich Kalk-Binsensuempfe mit Dominanz der Armbluetigen Sumpfbinse sowie Kalk-Kleinseggenrieder. Hier kommt auch das Fettkraut haeufig vor. In der suedlich hiervon gelegenen Mulde wechseln Grosseggenrieder mit Wollgrasbestaenden. Hier kommen auch verschiedene Orchideenarten vor. An der Muldenboeschung und auf den hoeher gelegenen Bereichen waechst eine ausgedehnte Pfeifengras-Feuchtwiese mit Uebergaengen zur Feuchtheide, zum Faulbaumgebuesch und zu oertlich sumpfigen Erlen-Birkenwaeldern. Dieser Bereich wird durch regelmäßige Pflegemaßnahmen offen gehalten. Westlich der Katharinenkammer befinden sich ausgedehnte bachbegleitende Erlenwaelder mit dominantem Vorkommen der Schlank-Segge. Weiter westlich befindet sich auf einem etwas erhoeht liegenden Bereich ein Kahlschlag, auf dem Adlerfarn, Pfeifengras und Himbeere dominieren. Suedlich des Bahndammes setzen sich die bachbegleitenden Erlenwälder fort, sie werden umgeben von Birken- und Birken-Eichenwäldern mit Stammdurchmessern um 30 cm. An der Südgrenze der Fläche verläuft ein begradigter Bach, der stark beschattet wird und nur eine spärliche Ufervegetation aufweist. Östlich an die Paffrather Straße angrenzend liegt ein Komplex aus Schilfroehricht, Tuempel feuchtem Weidengebuesch und kleinflaechigem Erlenbruch. Wiederum östlich hiervon liegt ein künstlich angelegter Tümpel, der sich naturnah entwickelt hat. Westlich der Paffrather Strasse liegen zwei alte Teiche, umgeben von Eichen- und Ahornwaeldern. Sie wirken naturnah, die Uferbereiche sind oertlich flach ausgepraegt mit Roehricht, feuchtem Weiden- und Erlengebuesch, eine Schwimmblattvegetation ist vorhanden. Trotz Verbots sind mehrere Angelstellen am Ufer erkennbar. Suedlich der Teiche und im suedwestlichen Teil des NSG befinden sich alte bachbegleitende Erlenwaelder, die maechtige Erlen mit Stammdurchmessern um 50 cm sowie eine artenreiche, typisch ausgepraegte Krautflora aufweisen. Sie werden von einem naturnahen, temporaer wasserfuehrenden, 0,5 m breiten Bach mit sandiger Sohle durchzogen. Am Nordwestrand des NSG liegt ein stark in Verlandung befindlicher Weiher,der kaum noch offene Wasserflaechen aufweist. Hier hat sich ein ausgedehntes Übergangsmoor entwickelt, das eine schwingende, gut entwickelte Tormoosdecke aufweist. Hier dominiert oertlich die Schnabel-Segge. Das Moor stellt einen wertvollen Lebensraum fuer zahlreiche Amphibien dar. Nordoestlich davon befindet sich eine weitere Flaeche mit einem kleinflaechigen Birkenbruchwald auf einem vermutlich durch eine Quelle vernaessten Standort mit Uebergang zum Birkenwald. Die höher gelegenen Flächen im Thuner Wald werden von alten Kiefernwäldern eingenommen, die einen hohen Anteil an Buchen und Hainbuchen aufweisen. Durch das NSG verlaufen eine Hochspannungsfreileitung sowie mehrere Gasleitungen. Im Bereich der Leitungstrassen haben sich oertlich Gebueschstreifen, oertlich auch magere Ruderalfluren entwickelt. In dem Gebiet kommen Biotoptypen nach § 62 vor (siehe Rubrik Biotoptyp)
Randbereiche des NSG Thielenbruch und Thuner Wald. Auf den östlichen Teilflächen stocken nördlich der Bahnlinie mittelalte naehrstoffreiche Hainbuchen-Eichenbestaende mit Stammdurchmessern zwischen 15 und 40 cm. Sie werden von einem tief eingeschnittenen Bach durchzogen, der nur temporär Wasser führt und durch die Beschattung keine Ufervegetation aufweist. Suedlich der Bahnlinie wachsen vorwiegend Birken-, Eichen- und Birken-Eichenwälder mit Stammdurchmessern um 30 cm. Die Krautschicht wird örtlich von der Brombeere, örtlich auch vom Adlerfarn dominiert. Ein kleiner, brachgefallener Teich im Osten der Fläche weist eine naturnahe Ufervegetation auf. Östlich der Paffrather Strasse befinden sich ein Hunde-Uebungsplatz sowie mehrere Gebaeude und Gaerten. Unter der Hochspannungs-Freileitung haben sich oertlich Gebueschstreifen, oertlich auch magere Ruderalfluren entwickelt. Westlich der Paffrather Straße stocken ausgedehnte Kiefernwälder, die einen hohen Buchen- und Hainbuchenanteil aufweisen. Sie sollten langfristig in Laubholzbestände überführt werden. Westlich des angrenzenden Weihers im Thuner Wald verläuft ein begradigter Bach, der durch die Beschattung kaum Ufervegetation aufweist. Die kleine Teilfläche an der Paffrather Straße wird von einem eingezäunten, naturfernen Teich eingenommen. In dem Gebiet kommen Biotoptypen nach § 62 vor (siehe Rubrik Biotoptyp)
Eichenwald <AB0> (2,79 ha)
Birken-Eichenmischwald <AB2> (4,62 ha)
Hainbuchen-Eichenmischwald <AB9> (2,23 ha)
Erlenwald <AC0> (1,80 ha)
Erlenmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AC1> (1,20 ha)
Birkenwald <AD0> (4,66 ha)
Eichen-Birkenmischwald <AD1> (3,47 ha)
Kiefernmischwald mit einheimischen Laubbaumarten <AK1> (11,91 ha)
Eschenmischwald <AM1> (0,84 ha)
Ahornmischwald <AR1> (1,43 ha)
Kahlschlagflaeche <AT1> (1,80 ha)
Gebuesch, Strauchgruppe <BB0> (2,59 ha)
Gruenlandbrache <EE0> (2,59 ha)
Teich <FF0> (0,56 ha)
Gleisanlage, Bahnhof <HD0> (0,56 ha)
Ziergarten <HJ1> (0,28 ha)
Gebaeude <HN1> (0,28 ha)
Sport- und Erholungsanlage <HU0> (1,39 ha)
Erlen-Bruchwald <yAC4> (0,30 ha)
Birken-Bruchwald <yAD4> (0,60 ha)
Roehrichtbestand hochwuechsiger Arten <yCF2> (0,30 ha)
Teich <yFF0> (1,46 ha)
Sicker-, Sumpfquelle <yFK2> (0,30 ha)
Bach <yFM0> (0,30 ha)
Bachbegleitender Erlenwald <zAC5> (3,89 ha)
Uebergangs-, Zwischenmoor, Quellmoor <zCA3> (0,90 ha)
Kalk-Kleinseggenried <zCC2> (0,60 ha)
Kalk-Binsensumpf <zCC4> (0,60 ha)
Rasen-Grossseggenried <zCD1> (0,60 ha)
basenreiche Pfeifengraswiese <zEC3> (0,90 ha)
Veraenderliches Starknervmoos (Palustriella commutata)
Erhaltung und Entwicklung eines vielfaeltigen Biotopkomplexes mit
kleinraeumigem Wechsel trocken-saurer und kalkreicher, feucht-nasser
Standorte mit Bruchwaeldern, bachbegleitenden Waeldern,
Niedermoorbereichen, einer Pfeifengraswiese und Feuchtheide sowie
einem Kalkflachmoor mit Vorkommen der Helm-Azurjungfer.Erhaltung und Entwicklung eines überwiegend von Wäldern dominierten Biotopkomplexes als Lebensraum für verschieden Tier- und Pflanzenarten sowie als Pufferzone für die angrenzenden Kernbereiche des NSG

References: § 20
 § 48
 § 20
 § 20
 § 62
 § 62