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Timestamp: 2019-05-23 08:12:47+00:00

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BFH, 26.05.2004 - I R 112/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1118
BFH, 26.05.2004 - I R 112/03 (https://dejure.org/2004,1118)
BFH, Entscheidung vom 26.05.2004 - I R 112/03 (https://dejure.org/2004,1118)
BFH, Entscheidung vom 26. Mai 2004 - I R 112/03 (https://dejure.org/2004,1118)
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Wirtschaftliche Identität bei Mantelkauf trotz Umschichtung
KStG (1999) § 8 Abs. 4
Kein Verlust der wirtschaftlichen Identität i. S. des § 8 Abs. 4 KStG 1999 bei bloßer Umschichtung der Finanzanlagen [BStBl 2004 II S. 1085]
Einordnung interner Umschichtungen von Finanzanlagen und anteilige Schuldentilgung aus dem selbst erwirtschafteten cash flow als Zuführung neuen Betriebsvermögens; Bestehen eines sachlichen und zeitlichen Zusammenhangs zwischen der Fortführung des Betriebs mit veränderter Zielsetzung und verändertem Betriebsvermögen und Übertragung der Geschäftsanteile als Voraussetzung eines Verlustes der wirtschaftlichen Identität
Verlustabzug trotz späterer Übertragung von Mehrheitsanteilen einer GmbH bei fehlender Aufnahme des bisherigen Geschäftszwecks mit neuem Vermögen
Zusammenfassung von "Urteilsanmerkung zu BFH vom 26.5.2004 - I R 112/03 - Kein Verlust der wirtschaftliche Identität bei bloßer Umschichtung der Finanzanlagen" von RA, WP, StB Volker Bock, LL.M. (M&A), original erschienen in: GmbHR 2004, 1472 - 1477.
BFHE 206, 533
BB 2004, 2387
DB 2004, 2346
BStBl II 2004, 1085
Maßgeblich sind vielmehr die Gegebenheiten des Einzelfalles (Anschluss an Senatsurteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03, BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085, sowie Senatsbeschluss vom 15. Dezember 2004 I B 115/04, BFHE 209, 53, BStBl II 2005, 528; Abweichung vom BMF-Schreiben vom 16. April 1999, BStBl I 1999, 455 Tz. 12 und 33).
Der Verlust der wirtschaftlichen Identität einer GmbH setzt jedoch außerdem voraus, dass zwischen der Übertragung der Gesellschaftsanteile und der Zuführung neuen Betriebsvermögens ein sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (Senatsbeschluss vom 15. Dezember 2004 I B 115/04, BFHE 209, 53, BStBl II 2005, 528; Senatsurteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03, BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085).
b) Entgegen der Ansicht der Vorinstanz und im Grundsatz auch der Verwaltungspraxis (BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 455 Tz. 09) muss zudem das neue Betriebsvermögen nicht stets "von außen" über Einlagen oder Fremdkapital finanziert werden, sondern kann auch im Wege der Anschaffung von Aktivvermögen aus selbst erwirtschafteten Mitteln (Innenfinanzierung) erworben werden (a.A. z.B. Schloßmacher in Herrmann/Heuer/Raupach, § 8 KStG Rz 452;… Brendt in Erle/Sauter, KStG, 2. Aufl., § 8 Rz 540 ff.; Lenz/Behnes, BB 2005, 2219, 2223;… B. Lang in Ernst & Young, a.a.O., § 8 Rz 1273.2 ff.;… Simon in Heckschen/Simon, a.a.O., § 13 Rz 41 ff.; Bock, GmbHR 2004, 221, 228; offengelassen im Senatsurteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03, BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085).
Aus dem Senatsurteil in BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 185 ergibt sich für den Streitfall nichts anderes.
Soweit der bisherigen Rechtsprechung etwas anderes entnommen werden könnte (Senatsurteil in BFHE 196, 178, BStBl II 2002, 392; offenlassend Senatsurteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03, BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085; vgl. auch Senatsbeschluss vom 19. Dezember 2001 I R 58/01, BFHE 197, 248, BStBl II 2002, 395), hält der Senat daran nicht mehr fest.
Soweit dem Senatsurteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03 (BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085, zu II.2.b bb) möglicherweise etwas anderes entnommen werden könnte, hält der Senat daran nicht fest.
Der Verlust der wirtschaftlichen Identität einer GmbH gemäß § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1999/2002 setzt voraus, dass zwischen der Übertragung der Gesellschaftsanteile und der Zuführung neuen Betriebsvermögens ein sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht (Bestätigung des Senatsurteils vom 26. Mai 2004 I R 112/03, BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085).
Gleichwohl ist ein gewisser zeitlicher Zusammenhang vonnöten (vgl. Senatsurteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03, BFHE 206, 533, BStBl II 2004, 1085, m.w.N.; insoweit auch BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 455 Tz. 12, dort Satz 1).
Diese Rechtsfragen konnten im Verfahren nicht geklärt werden, weil die Revision zurückgenommen worden ist (ausgeführt im BFH-Urteil vom 26. Mai 2004 I R 122/03, BFH/NV 2004, 1735).
Dieser ist nicht gegeben, wenn die GmbH zunächst ihren Unternehmenszweck umgestellt und die neue Tätigkeit mit verändertem Betriebsvermögen aufgenommen hat und mehr als acht Jahre später die Gesellschaftsanteile veräußert werden (BFH-Urteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03 a.a.O.).
Sind die Finanzmittel von der Gesellschaft erwirtschaftet, so kann deren Verwendung der Gesellschaft nicht mehr zum Nachteil gereichen (Lang in Arthur Andersen, Kommentar zum KStG § 8 Anm. 1273.1.3; BFH-Urteil vom 26. Mai 2004 I R 112/03 a.a.O.).
In seinem Urteil vom 26.5.2004 ( I R 112/03 DStR 2004, 1866 , ZSteu 2004 R 524) hat der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung dahingehend konkretisiert, dass die Zuführung neuen Betriebsvermögens im Sinne des § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1999 zumindest dann zu verneinen ist, wenn die Veränderungen des Betriebsvermögens gegenüber dem Vorjahr lediglich auf internen Umschichtungen der Finanzanlagen der Körperschaft und auf eine anteilige Schuldentilgung aus dem selbst erwirtschafteten cash flow zurückzuführen sind.
Ebenso wie in dem vom Bundesfinanzhof durch Urteil vom 26.5.2004 ( I R 112/03 a. a. O.) entschiedenen Fall sieht der erkennende Senat in dem vorliegenden Fall lediglich interne Umschichtungen des Umlaufvermögens, welche allein nicht zu einer Zuführung neuen Betriebsvermögens führen können, da sich aus diesen betriebsinternen Umschichtungen keinerlei wesentliche Strukturveränderungen für die Gesellschaft ergeben.
Die Klägerin hat sich anders als in dem vom BFH durch Urteil vom 26.5.2004 ( I R 112/03 a. a. O.) entschiedenen Fall nicht mit der Verwaltung von Kapitalvermögen beschäftigt; vielmehr hat sie Guthaben bei Kreditinstituten abgebaut, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch den Verkauf der Forderungen an verbundene Unternehmen heruntergefahren und Verbindlichkeiten beglichen.

References: § 8
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 § 13
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