Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/3/83270000071.htm
Timestamp: 2018-11-12 23:16:29+00:00

Document:
3.27.071 Lupfen
Verordnung des Landratsamtes Tuttlingen über das Landschaftsschutzgebiet "Lupfen" auf den Gemarkungen Durchhausen, Seitingen-Oberflacht und Talheim vom 22. April 1996(Gränzbote vom 27.04.1996).
Aufgrund von §§ 22 und 58 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (Gesetzblatt S. 385) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinden Durchhausen, Seitingen-Oberflacht und Talheim wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Lupfen".
(1)Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von rd. 502 ha.
(2)Das Schutzgebiet umfaßt folgende Landschaftsteile (im Südosten beginnend):
Gemarkung Durchhausen: Gewanne Kohlerstöckle, Teilenwald, Allmend, Hinter der Reute, Riedwiesen, Kienerbühl, Oberes Hart, Fürstenbrunnen, Wühlen, Buchwald, Lupfenberg, Obere Binsen (teil­weise), Haldenäcker;
Gemarkung Oberflacht: Gewanne Höllbühl, Stettholz (teilweise), Lochern (teilweise), Urenbrunnen(teilweise), Kiefersreute;
Gemarkung Talheim: Gewanne Herrenwald (teilweise), Waldberg (teilweise), Grund, Blume, Ötishofer Grund, Häsle, Engelrain, Erdbrüste, Fetschenäcker, Ziehäcker, Baurenbub, Gretle, Schafäcker, Forchenwald, Greutwasen, Gauger, Usser, Krotenziel, Anwender (teilweise), Schildäcker, Frauenwies, Schalmenried, Gilgenhölzle (teilweise), Abraham, Lupfenberg, Lupfenberger Wasen, Herrenesch, Oberflachter Äcker, Höll, Hagwiese, Neuenhölzle, Neubahnhölzle.
(3)Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25 000 und in einer Karte im Maßstab ca. 1:7 000 grün eingetragen. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung, gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Tuttlingen, Bahnhofstr. 100, 78532 Tuttlingen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt. Bei den Bürgermeisterämtern Durchhausen, Seitingen-Oberflacht und Talheim liegt ebenfalls eine Ausfertigung auf.
Wesentlicher Schutzzweck ist es, die "Lupfen"-Kuppe mit ihren artenreichen Mischwaldbeständen, seinen Hangbereichen mit landschaftsprägenden Heckenzeilen bzw. Gehölzstreifen sowie Wacholderheiden wegen ihrer Eigenart und Schönheit zu erhalten und ihren Erholungswert für die Allgemeinheit zu sichern. Des weiteren die Flächen für die dort vorkommenden Pflanzen und Tiere als Lebensraum zu erhalten und zu sichern.
1. Errichtung von baulichen Anlagen i. S. der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen;
14. Anlegung von Schmuckreisigkulturen oder Vorratspflanzungen von Bäumen;
15. Anpflanzung von standortfremden Gehölzen einschließlich Christbaumkulturen oder Ballenware;
16. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen.
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen oder unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch das Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde und der Gemarkungsgemeinde ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatlicher Behörden durchgeführt werden.
6. für das alljährlich stattfindende "Lupfenfest" der Gemeinde Talheim im bisherigen Rahmen auf den Grundstücken, Flst.Nrn. 1105, 1106, 1107 und 1109, Gemarkung Talheim. Evtl. erforderliche Unterhaltungsarbeiten am Festplatzgelände sind mit der unteren Naturschutzbehörde abzustimmen.
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann die untere Naturschutzbehörde nach § 63 Naturschutzgesetz Befreiung erteilen.
Ordnungswidrig i.S. des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig:
1. entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG i. V. m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen;
§ 9 Aufhebung von Verordnungen
Die Zweite Verordnung zum Schutz der Landschaftsteile und Landschaftsbestandteile im Landkreis Tuttlingen vom 08.11.1957 für den Bereich "Sommerschafweide mit Heckenreihen am unteren und mittleren Hang des Lupfen in den Gewanden Hagen und Greutloch" tritt außer Kraft.
Tuttlingen, 22. April 1996

References: § 2
 § 4
 § 63
 § 64
 § 22
 § 4

§ 9