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Timestamp: 2018-11-16 11:55:01+00:00

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Abfindungszahlung steuer - Alles über Steuern
Abfindungszahlung steuer
Ratgeber Abfindung versteuern
Weniger Steuern zahlen
Zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2017
Arbeitnehmer, die für den Jobverlust eine Abfindung erhalten, müssen diese grundsätzlich voll versteuern.
Falls die Abfindung vollständig in einem Kalenderjahr ausgezahlt wurde, können Sie oft eine Steuerermäßigung beantragen: die Fünftel-Regelung.
Es kann sich lohnen, die Abfindungszahlung auf zwei Kalenderjahre aufzuteilen. Doch hierfür setzt die Finanzverwaltung eine 10-Prozent-Grenze.
Abfindungszahlungen sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Eine Ausnahme gibt es für freiwillig Krankenversicherte.
Sie können Steuern sparen, indem Sie die Abfindung freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung, in eine Direktversicherung oder in eine Rürup-Rente einbezahlen.
Wer seinen Arbeitsplatz verliert, kann oft eine Abfindung herausholen. Manche Arbeitgeber bieten einen Aufhebungsvertrag an und zahlen freiwillig eine Abfindung. Auch wenn sich Ex-Mitarbeiter und Arbeitgeber im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses vor einem Arbeitsgericht vergleichen, erhält der gekündigte Mitarbeiter meist eine Entlassungsentschädigung. Das heißt, beide Seiten einigen sich darauf, dass das Dienstverhältnis endet, der Mitarbeiter jedoch eine Entschädigung erhält. Manchmal muss auch erst ein Arbeitsgericht ein Urteil fällen.
Wer eine Abfindung erhält, muss diese jedoch grundsätzlich versteuern. Im Folgenden geht es um die Besteuerung der Abfindung, alles, was Sie dagegen über das Heraushandeln einer Entschädigung wissen müssen, lesen Sie in unserem Ratgeber Abfindungen.
Eine Abfindung ist zwar steuerpflichtig, Sozialversicherungsbeiträge dagegen fallen in vielen Fällen nicht an (§ 14 SGB IV Sozialgesetzbuch). Das gilt für alle Zweige: für die Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Eine Ausnahme besteht jedoch für freiwillig Krankenversicherte. Sie müssen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nachzahlen, sobald sie eine Abfindung erhalten.
Abfindungen gelten als außerordentliche Einkünfte
Durch die Auszahlung einer Abfindung erhält der entlassene ehemalige Mitarbeiter zusammengeballte Einkünfte in einem Veranlagungsjahr. Der Gesetzgeber hat für solche sogenannten außerordentlichen Einkünfte (§ 34 Einkommensteuergesetz) aber eine Steuerermäßigung geschaffen (§ 24 Nummer 1a EStG).
Bis 2003 waren Abfindungen sogar steuerfrei, danach gab es eine Übergangsregelung und Freibeträge. Entschädigungen, die nach dem 1. Januar 2006 vereinbart und ausgezahlt wurden, sind in vollem Umfang zu versteuern. Die sogenannte Fünftel-Regelung ist aktuell die maßgebliche mögliche Steuererleichterung in diesem Bereich. Oft fällt die Linderung relativ bescheiden aus.
Fünftel-Regelung mindert Steuerlast
Die Einkommensteuersätze sind progressiv. Das heißt, mit steigenden Einkünften erhöht sich auch der Steuersatz. Insbesondere, wenn ein Arbeitnehmer am Ende einer langjährigen Tätigkeit eine Abfindung ausgezahlt bekommt, ist der Steuersatz durch das zusätzliche Gehalt besonders hoch. Um diesen Effekt zu mildern, gibt es die Fünftel-Regelung. Die Abfindung verteilt sich in der Steuerberechnung gleichmäßig auf fünf Jahre.
So wird die Steuer berechnet
Beispiel: Ein lediger Mann wird entlassen und erhält eine Abfindung über 20.000 Euro. Im Jahr 2016 hat er nach Abzug seiner gesamten Aufwendungen (Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen) ansonsten 50.000 Euro als Lohn zu versteuern. Bei der Fünftel-Regelung wird ein Fünftel der Abfindung dazugezählt. Die darauf entfallende Einkommensteuer wird mit derjenigen verglichen, die auf das zu versteuernde Einkommen ohne Abfindung anfällt. Der fünffache Unterschiedsbetrag aus beiden Beträgen gilt als Einkommensteuer für die Abfindung.
So wirkt sich die Fünftel-Regelung aus
¹ Dieser Betrag entspräche der zu zahlenden Einkommensteuer bei einer Vollversteuerung von 50.000 Euro + 20.000 Euro Abfindung (= 70.000 Euro Jahresgehalt nach Werbungskosten).
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 9. März 2016)
Den größten Steuerspar-Effekt haben diejenigen, die ein sehr hohes zu versteuerndes Einkommen haben und bei denen die Differenz zwischen der Abfindung und dem Gehalt groß ist.
Arbeitgeber zieht Lohnsteuer ab
Der Arbeitgeber muss diese Form der Lohnsteuerberechnung nur dann anwenden, wenn sie zu einer niedrigeren Lohnsteuer führt als die Besteuerung als nicht begünstigter Bezug. Er muss von der Abfindung die nach dieser Günstigerprüfung ermittelte Lohnsteuer sowie den Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer einbehalten. Diese Abgaben muss er in den Gehaltsunterlagen gesondert bescheinigen.
Weiternutzung eines Dienstwagens
Die Steuerermäßigung gibt es auch, wenn der gekündigte Mitarbeiter weiterhin ein Firmenauto oder eine Werkswohnung nutzt. Weitere wesentliche Leistungen des Arbeitgebers neben der Abfindungszahlung müsste der Arbeitnehmer aber voll versteuern.
Keine Fünftelregelung bei vertraglich vereinbarter Abfindung
Die Entlassungsentschädigung darf nicht von vornherein arbeitsvertraglich vereinbart worden sein (Urteil des Finanzgerichts München vom 16. September 1999, Az. 16 K 4486/97).
Wichtig ist außerdem, dass die Abfindungszahlung in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Entlassung beziehungsweise der endgültigen Auflösung eines Dienstverhältnisses steht – beispielsweise, weil der Arbeitgeber seinem Mitarbeiter gekündigt hat oder weil ein entsprechendes Gerichtsurteil ergangen ist. Sie darf kein Entgelt für bereits verdiente Ansprüche wie noch nicht ausgezahltes Gehalt, Bonus-Zahlungen oder Tantiemen sein.
Bei einer Änderungskündigung, einem Betriebsübergang, einer anderen Tätigkeit innerhalb eines Konzerns oder einer Versetzung gilt ein Dienstverhältnis nicht als aufgelöst. Damit eine Entlassungsentschädigung im Sinne des Paragrafen 24 Nummer 1a des Einkommensteuergesetzes vorliegt, muss diese für entgangene oder entgehende Einnahmen gewährt werden. Üblicherweise erhält ein Arbeitnehmer die Abfindung, weil er künftig keinen Lohn mehr erhalten wird.
Vorsicht bei Zahlung in Raten
Der ermäßigte Steuersatz auf die Abfindung ist grundsätzlich nur möglich, wenn sie in einem Betrag ausbezahlt wurde. Dabei wäre es in vielen Fällen steuerlich günstiger, wenn sie in zwei Raten bezahlt werden könnte. Schließlich hat der Gekündigte im Folgejahr – oft ohne neuen Arbeitsplatz – geringere Einkünfte zu versteuern, und der Grundfreibetrag (und gegebenenfalls weitere Freibeträge wie Kinderfreibeträge) führen zu einer niedrigeren Bemessungsgrundlage.
Dass die Abfindung aufgespalten werden kann, haben die höchsten Steuerrichter abgesegnet (BFH, Urteil vom 11. November 2009, Az. IX R 1/09). Bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über die Abfindungshöhe ist mithin die darauf entfallende Einkommensteuer zu berücksichtigen.
Wenn die Abfindung aufgespalten wird, kann die Fünftel-Regelung nicht mehr für alle Raten angewandt werden, es sei denn, es wird nicht mehr als fünf Prozent der Hauptsumme auf ein anderes Kalenderjahr verschoben (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 4. März 2016, Az. IV C 4 – S 2290/07/10007 :031). Diese 10-Prozent-Grenze akzeptieren Finanzämter in allen offenen Fällen. Damit setzt die Finanzverwaltung ein steuerzahlerfreundliches Urteil um (Bundesfinanzhof, Urteil vom 13. Oktober 2015, Az. IX R 46/14). Bislang durfte die Teilrate maximal 5 Prozent betragen, um den Steuervorteil nicht zu gefährden.
Anlage der Abfindung fürs Alter spart Steuern
Um Abfindungen möglichst günstig zu versteuern, gibt es noch eine Möglichkeit: die sofortige Einzahlung in eine
in eine „Rürup-Rentenversicherung“ (Basisrente) gegen Einmalzahlung oder
in die gesetzliche Rentenversicherung.
Sonderfall beschränkt Steuerpflichtige
Als beschränkt Steuerpflichte gelten diejenigen, die in Deutschland weder Wohnsitz noch gewöhnlichen Aufenthalt haben. Deren in Deutschland erzielte Einkünfte sind nur beschränkt steuerpflichtig. In Paragraf 49 EStG sind die inländischen Einkünfte aufgeführt, die in Deutschland zu versteuern sind.
Nicht dazu gehören Abfindungen eines in die Schweiz verzogenen und zuvor in Deutschland tätigen Arbeitnehmers. Dies entschied der BFH in seinem Urteil vom 10. Juni 2015 (Az. I R 79/13; veröffentlicht am 30. September 2015). In dem Fall war entscheidend, dass in Artikel 15 Absatz 1 Doppelbesteuerungsabkommen mit der Schweiz kein deutsches Besteuerungsrecht für eine Abfindungszahlung vorgesehen ist.
Abfindungsrechner 2018 –
Rechner zur Besteuerung der Abfindung
Um Ihnen die Berechnung der Abfindung zu erleichtern, finden Sie auf dieser Seite einen Online-Rechner, der Ihren Steuerbetrag für die Abfindung ermittelt. Sie benötigen lediglich die Ihnen bereits vorliegenden Daten und können auf diesem Weg ein sofortiges Ergebnis erhalten. Ermitteln Sie anhand Ihres Bruttojahresgehalts sowie der Höhe Ihrer Abfindung das entsprechende und detailliert aufgeführte Steueraufkommen. Nutzen Sie unseren Abfindungsrechner:
Der Rechner wird geladen .
Nach dem Abfindungsrechner – Zusatzinfos zu Abfindungen
Möchte ein Arbeitgeber eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen, so wird häufig die Zahlung einer Abfindung angeboten. Diese richtet sich nach den gesetzlichen oder tariflichen Vorgaben, die sich beispielsweise aus der Länge der Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers ergeben oder nach der Kulanz des Arbeitgebers. Die Abfindung darf frühestens in dem Monat ausgezahlt werden, in dem das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde und hat in jedem Fall sowohl eine Auswirkung auf die Zahlung von Arbeitslosengeld sowie auf die Besteuerung der Einkünfte.
Besteuerung von Abfindungen nach der Fünftelregelung
Früher wurden bei der Besteuerung von Abfindungen festgelegte Freibeträge berücksichtigt, die zwischen 7.200 Euro und 11.000 Euro lagen. Nach einer Gesetzesanpassung sind diese jedoch entfallen, dafür wird die so genannte Fünftelregelung angewandt. Es wird die Differenz der Steuer für das Einkommen ohne Abfindung und der Steuer für das Einkommen inklusive einem Fünftel der Abfindung gebildet. Diese Differenz bildet dann den Steuerbetrag für ein Fünftel der Abfindung und muss nur noch verfünffacht werden, um die Steuer für die gesamte Abfindung zu erhalten. So ergibt sich eine geringere Steuerprogression und damit eine deutlich geringere Steuerbelastung, als wenn der Gesamtbetrag in einer Summe der Steuer unterworfen würde. Dies leitet sich aus der Staffelung der Einkommensteuertabellen ab. Die genauen Auswirkungen der Besteuerung entnehmen Sie unserem Abfindungsrechner oben auf der Seite. Oder schauen Sie sich folgendes Beispiel zur Berechnung der Steuer auf die Abfindung an.
Beispiel zur Besteuerung der Abfindung
Herr Schulz hat 2018 ein Jahreseinkommen von 60.000 Euro und erhält eine Abfindung in Höhe von 100.000 Euro. Er ist ledig und ist aus der Kirche ausgetreten.
(60.000 + 1/5 der Abfindung)
Grundtarif oder Splittingtarif
Der Grundtarif gilt für Unverheiratete und getrenntveranlagte Ehepaare. Der Splittingtarif wird bei zusammenveranlagten Ehepaaren angewendet.
Tipp zur Auszahlung von Abfindungen
Soll die betriebsbedingte Kündigung im November oder Dezember eines Jahres wirksam werden, so ist es möglich, den Auszahlungsbetrag auf zwei Jahre aufzuteilen. Somit hat der Steuerpflichtige die Möglichkeit, die anfallenden Steuerbeträge möglichst gering zu halten und ebenfalls aufzuteilen. Noch ein Tipp: Wenn Sie noch Unsicherheiten bzgl. Ihrer Lohnsteuer oder der zu erstellenden Steuererklärung haben, empfehlen wir immer den Kontakt mit einem Anwalt oder Steuerberater. Dieser berät Sie auch bei detaillierten Berechnungen der Nettoabfindung und einer möglichen Zusammenballung von Einkünften.
ARBEITSRECHT FЬR ARBEITNEHMER, MANAGER UND BETRIEBSRДTE
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Ab­fin­dung und Steu­er
Le­sen Sie hier, was Sie beim The­ma Ver­steue­rung Ih­rer Ab­fin­dung be­ach­ten soll­ten und wann Fäl­lig­keits­re­ge­lun­gen steu­er­lich sinn­voll sind.
Für die Be­rech­nung und Abführung der auf die Ab­fin­dung ent­fal­len­den Lohn­steu­er ist der Ar­beit­ge­ber zuständig, d.h. er muss bei der Aus­zah­lung der Ab­fin­dung ei­ne (Lohn-)Ab­rech­nung hierüber er­tei­len und da­bei die ein­zu­be­hal­ten­de Lohn­steu­er be­rech­nen.
Außer­dem muss er die er­rech­ne­te Steu­er bei der Aus­zah­lung ein­be­hal­ten und an das für den Be­trieb zuständi­ge Fi­nanz­amt abführen („Be­triebsstätten­fi­nanz­amt“).
Ei­ne Ab­fin­dung erhöht das zu ver­steu­ern­de Ein­kom­men des Ar­beit­neh­mers im Jahr des Zu­flus­ses schlag­ar­tig so sehr, dass der ab­fin­dungs­be­rech­tig­te Ar­beit­neh­mer im Jahr des Zu­flus­ses der Ab­fin­dung ei­nem für sei­ne gewöhn­li­chen Verhält­nis­se sehr ho­hen Steu­er­ta­rif un­ter­lie­gen würde. Die­se Zu­sam­men­bal­lung von Einkünf­ten (re­guläres Ge­halt plus Ab­fin­dung) ist steu­er­recht­lich un­ge­recht, da sie ei­nen Aus­nah­me­fall dar­stellt:
BEISPIEL: Wer 30.000,00 EUR brut­to im Jahr ver­dient und in­fol­ge der Be­en­di­gung sei­nes lan­ge Zeit be­ste­hen­den Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ne ein­ma­li­ge Ab­fin­dung von 30.000,00 EUR brut­to erhält, würde in dem Jahr der Aus­zah­lung der Ab­fin­dung ein zu ver­steu­ern­des Jah­res­ein­kom­men von 60.000,00 EUR be­zie­hen, d.h. dop­pelt so viel wie in nor­ma­len Jah­ren. Und vor­aus­sicht­lich lan­det er im nächs­ten Jahr schon wie­der bei sei­nem übli­chen Ar­beits­ein­kom­men von un­gefähr 30.000,00 EUR pro Jahr. Der Steu­er­ta­rif, der sich aus ei­nem ein­ma­lig be­zo­ge­nen Ein­kom­men von 60.000,00 EUR er­rech­net, wäre da­her un­verhält­nismäßig, denn ein Jah­res­ein­kom­men in die­ser Höhe stellt ei­nen „Aus­reißer nach oben hin“ dar.
Wie die Steu­er­ermäßigung ent­spre­chend der Fünf­tel­re­ge­lung durch­zuführen ist, re­gelt § 34 Abs.1 Satz 2 EStG. Die­se Vor­schrift zeich­net sich wie vie­le steu­er­recht­li­che Ge­set­zes­vor­schrif­ten da­durch aus, dass sie auf den ers­ten Blick voll­kom­men un­verständ­lich ist. Sie lau­tet:
Soll heißen: Man teilt die Ab­fin­dung (= die außer­or­dent­li­chen Einkünf­te) durch fünf und rech­net die­ses Fünf­tel zu den übri­gen, „re­gulären“ Be­stand­tei­len des Jah­res­ein­kom­mens hin­zu. Dann be­rech­net man die Steu­er, die sich aus die­sem Jah­res­ein­kom­men er­gibt und ver­gleicht sie mit der (ge­rin­ge­ren) Steu­er, die sich ganz oh­ne Ab­fin­dung er­ge­ben würde. Her­aus kommt die steu­er­li­che Mehr­be­las­tung, die sich er­ge­ben würde, wenn der Ar­beit­neh­mer nicht die gan­ze, son­dern nur ein Fünf­tel der tatsächlich er­hal­te­nen Ab­fin­dung be­kom­men hätte (da­her der Aus­druck Fünf­tel­re­ge­lung). Die sich so er­ge­ben­de steu­er­li­che Mehr­be­las­tung wird mit fünf mul­ti­pli­ziert, d.h. die für ei­ne Fünf­tel der Ab­fin­dung sich er­ge­ben­de, re­la­tiv güns­ti­ge Be­steue­rung wird auf die gan­ze Ab­fin­dung an­ge­wen­det.
BEISPIEL: Wer re­gulär 30.000,00 EUR brut­to im Jahr ver­dient, zahlt gemäß dem aus der Ta­bel­le sich er­ge­ben­den Steu­er­satz (20,4 %) oh­ne al­le Ermäßigun­gen, Frei­beträge etc. ei­ne Lohn­steu­er ein­sch­ließlich So­li­da­ritäts­zu­schlag von 6.126,00 EUR. Er be­kommt im Jah­re 2008 ei­ne Ab­fin­dung von 30.000,00 EUR, die ent­spre­chend der Fünf­tel­re­ge­lung ver­steu­ert wird. Da­zu wird ein Fünf­tel der Ab­fin­dung zu dem sons­ti­gen Ein­kom­men hin­zu­ge­setzt und die sich dar­aus er­ge­ben­de Steu­er be­rech­net. Man rech­net da­her: 30.000,00 EUR Ab­fin­dung : 5 = 6.000,00 Ab­fin­dung + 30.000 Ge­halt = 36.000 EUR. Die sich dar­aus er­ge­ben­de Steu­er­last beträgt 8.231,00 EUR ein­sch­ließlich So­li­da­ritäts­zu­schlag bei ei­nem Steu­er­satz von 22,9 %. Ver­gli­chen mit der Steu­er bei 30.000,00 EUR er­rech­net sich ei­ne Mehr­be­las­tung von (8.231,00 – 6.126,00 =) 2.105,00 EUR, die mal fünf zu neh­men ist. Her­aus kommt ei­ne auf die Ab­fin­dung be­zo­ge­ne Steu­er ein­sch­ließlich So­li­da­ritäts­zu­schlag von 10.525,00 EUR, die zu­sam­men mit der oh­ne­hin auf­grund des Ge­hal­tes zu zah­len­den Steu­er (6.126,00 EUR) ins­ge­samt zu ei­ner Steu­er­last von 16.651 EUR führt. Die­se ist ge­rin­ger als die Steu­er­last, die sich bei ei­nem Jah­res­ein­kom­men von 60.000,00 EUR und dem dar­aus fol­gen­den Steu­er­satz von 30,4 % er­ge­ben würde (die­se Steu­er­last wäre 18.237 EUR). Die Steu­er­ermäßigung auf­grund der Fünf­tel­re­ge­lung beträgt da­her in die­sem Bei­spiel 1.586,00 EUR.
Al­ler­dings ist zu be­ach­ten, dass die Fünf­te­lungs­re­ge­lung bei höhe­ren Ein­kom­men und größeren Ab­fin­dungs­beträgen zu kei­nen oder al­len­falls mi­ni­ma­len Steu­er­er­spar­nis­sen führt, da in die­sen Fällen die steu­er­li­che Mehr­be­las­tung, die sich durch die Ad­di­ti­on ei­nes Fünf­tels der Ab­fin­dung zu dem re­gulären Jah­res­ge­halt er­gibt, für den Ar­beit­neh­mer pro­gres­si­ons­be­dingt ver­gleichs­wei­se hoch ist. Mul­ti­pli­ziert man die­se Mehr­be­las­tung mit fünf, er­gibt sich ei­ne so dras­ti­sche Be­steue­rung der Ab­fin­dung, dass der durch die Fünf­tel­re­ge­lung be­ab­sich­tig­te Ermäßigungs­ef­fekt ver­pufft.
In sol­chen Fällen kann es sich da­her bei sehr großen und zah­lungs­kräfti­gen Ar­beit­ge­bern emp­feh­len, die Aus­zah­lung der Ab­fin­dung durch ent­spre­chen­de Ver­ein­ba­rung über ei­ni­ge Jah­re zu stre­cken.
Nein, ei­ne sol­che Re­ge­lung gibt es nicht mehr. Die dies­bezügli­chen Aus­nah­me­vor­schrif­ten wur­den zum 01.01.2006 ab­ge­schafft.
Bis zum 31.12.2005 sah § 3 Nr.9 EStG vor, dass ei­ne Ab­fin­dung we­gen ei­ner vom Ar­beit­ge­ber ver­an­lass­ten oder ge­richt­lich aus­ge­spro­che­nen Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses bis zu ei­nem Höchst­be­trag von 7.200 EUR steu­er­frei war. Hat­te der Ar­beit­neh­mer das 50. Le­bens­jahr voll­endet und hat­te das Ar­beits­verhält­nis min­des­tens 15 Jah­re be­stan­den, erhöhte sich der Frei­be­trag auf 9.000,00 EUR. Hat­te der Ar­beit­neh­mer das 55. Le­bens­jahr voll­endet und hat­te das Ar­beits­verhält­nis min­des­tens 15 Jah­re be­stan­den, galt ein noch­mals erhöhter Frei­be­trag, nämlich ein Frei­be­trag von 11.000,00 EUR.
Bei der Fra­ge, wann die Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses im Sin­ne von § 3 Nr.9 EStG vom Ar­beit­ge­ber „ver­an­lasst“ war, kam es nach der Recht­spre­chung dar­auf an, wer die we­sent­li­chen Ur­sa­chen für die Be­en­di­gung ge­setzt hat. Wie die Be­en­di­gung dann im Ein­zel­nen voll­zo­gen wur­de (ob durch Kündi­gung des Ar­beit­ge­bers oder des Ar­beit­neh­mers oder durch Auf­he­bungs­ver­trag), spiel­te da­ge­gen für die Be­steue­rung kei­ne Rol­le.
Der Ge­setz­ge­ber hat mit dem „Ge­setz zum Ein­stieg in ein steu­er­li­ches So­fort­pro­gramm“ vom 27.12.2005 die Vor­schrift des § 3 Nr.9 EStG mit Wir­kung vom 01.01.2006 er­satz­los ab­ge­schafft und mit ihm die bis­her gel­ten­de Steu­er­vergüns­ti­gung für Ab­fin­dun­gen.
Für Ar­beits­verhält­nis­se, die nach dem 01.01.2006 ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung auf Ver­an­las­sung des Ar­beit­ge­bers be­en­det wer­den, gibt es da­her kei­ne steu­er­li­chen Begüns­ti­gun­gen von Ab­fin­dun­gen mehr.
Wei­te­re In­for­ma­tio­nen, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Ab­fin­dung und Steu­er in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Check­lis­ten und Mus­ter­schrei­ben, die Sie im Zu­sam­men­hang mit dem The­ma Ab­fin­dung und Steu­er in­ter­es­sie­ren könn­ten, fin­den Sie hier:
Letzte Überarbeitung: 15. Juni 2017
Was kцnnen wir fьr Sie tun?
Wenn Sie vor der Ent­schei­dung ste­hen, ei­ner Be­en­di­gung Ih­res Ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­gen Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung zu­zu­stim­men und in die­sen Zu­sam­men­hang Fra­gen zur steu­er­li­chen Be­hand­lung von Ab­fin­dungs­zah­lun­gen ha­ben, oder wenn Ih­nen be­reits ein kon­kre­ter Ab­fin­dungs­vor­schlag, mög­li­cher­wei­se auf der Grund­la­ge ei­nes So­zi­al­plans, vor­liegt und Sie den Vor­schlag an­walt­lich be­wer­ten las­sen wol­len, be­ra­ten wir Sie je­der­zeit ger­ne.
Telefon: 030 – 26 39 62 0
Telefax: 030 – 26 39 62 499
Vi­deo Ab­fin­dung: Wo­von hängt die Hö­he von Ab­fin­dun­gen ab? Wann ist ei­ne Ab­fin.
Was ist ei­ne Ab­fin­dung (Ab­fin­dungs­de­fi­ni­ti­on)? – Ha­ben Sie als Ar­beit­neh­mer bei Kün­di­gung ei­nen An­spruch auf Ab­fin­dung? – Wann ha­ben Sie aus­nahms­wei­se ei­nen Ab­fin­dungs­an­spruch? – Ver­hilft Ih­nen .
Wor­in be­steht der Zweck von § 1a KSchG? – In wel­chen Fäl­len ist § 1a KSchG an­wend­bar? – Wann be­steht ein Ab­fin­dungs­an­spruch ge­mäß § 1a KSchG? – Wie hoch ist ei­ne Ab­fin­dung ge­mäß § 1a KSchG? – .
War­um wer­den Ab­fin­dun­gen auch dann ge­zahlt, wenn kein Ab­fin­dungs­an­spruch be­steht? – Soll­te man bei der Kal­ku­la­ti­on frei aus­ge­han­del­ter Ab­fin­dun­gen eher in die Ver­gan­gen­heit oder eher in die .
Was ist ein Auf­he­bungs­ver­trag? – Auf­he­bungs­ver­trag oder Kün­di­gung – wor­in be­steht der Un­ter­schied? – Auf­he­bungs­ver­trag oder Ab­wick­lungs­ver­trag – wor­in be­steht der Un­ter­schied? – Auf­he­bungs­ver­trag .
Auf­he­bungs­ver­trag und Sperr­zeit
War­um führt ein Auf­he­bungs­ver­trag zur Sperr­zeit? – Un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen wird ei­ne Sperr­zeit we­gen Ar­beits­auf­ga­be ver­hängt? – Wie lan­ge dau­ert ei­ne Sperr­zeit bei Ar­beits­auf­ga­be? – Wann .
Mus­ter­ver­trag: Auf­he­bungs­ver­trag
Hier fin­den Sie ei­ne Vor­la­ge für ei­nen Auf­he­bungs­ver­trag. Der Mus­ter­text be­inhal­tet u.a. die Pflicht zur Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung.
Mus­ter­ver­trag: Auf­he­bungs­ver­trag nach Kün­di­gung (Ab­wick­lungs­ver­trag)
10/036 Fäl­lig­keit der Ab­fin­dung kann ver­scho­ben wer­den
22.02.2010. Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass es zu­läs­sig ist, den Zeit­punkt, an dem ei­ne Ab­fin­dung fäl­lig wird, durch Ver­ein­ba­rung mit dem Ar­beit­ge­ber nach hin­ten zu ver­schie­ben, .
06/01 Ab­fin­dung und Steu­er: Än­de­run­gen 2006
03.01.2006. Die Steu­er­ver­güns­ti­gung für Ab­fin­dun­gen wur­de mit Wir­kung vom 01.01.2006 ab­ge­schafft. Es gel­ten aber Über­gangs­fris­ten.
Kün­di­gung – Rück­nah­me der Kün­di­gung
04.12.2017. Will der Ar­beit­ge­ber mit der Rück­nah­me ei­ner un­wirk­sa­men Kün­di­gung den An­nah­me­ver­zug be­en­den, muss er dem Ar­beit­neh­mer mit­tei­len, wann und wo er wie­der bei der Ar­beit er­schei­nen soll: .
27.11.2017. Ar­beit­neh­mer kirch­li­cher Ein­rich­tun­gen be­hal­ten ih­re ver­trag­li­chen An­sprü­che auf Be­zah­lung nach Ar­beits­ver­trags­richt­li­ni­en (AVR) auch bei ei­nem Be­triebs­über­gang auf ei­nen welt­li­chen .
24.11.2017. Die Ver­tei­lung von Be­triebs­rats­sit­zen mit­hil­fe des Höchst­teil­zahl­ver­fah­rens nach d´Hondt gem. § 15 Wahl­ord­nung zum Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­setz (WO) ist rech­tens: Bun­des­ar­beits­ge­richt, .
17.11.2017. In ei­ner Ent­schei­dung vom gest­ri­gen Tag hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) die Fra­ge vor­ge­legt, ob Leih­ar­beit­neh­mer bei Mas­sen­ent­las­sun­gen .
09.11.2017. Auch Ak­kord- und Leis­tungs­zu­la­gen er­fül­len den An­spruch auf den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn, d.h. sol­che Zu­la­gen sind nicht zu­sätz­lich zu Min­dest­lohn zu zah­len: Bun­des­ar­beits­ge­richt, .
20.10.2017. In Klein­be­trie­ben gilt der Kün­di­gungs­schutz nicht, so dass ge­kün­dig­te Ar­beit­neh­mer auch kei­ne Wie­der­ein­stel­lung ver­lan­gen kön­nen, wenn der Kün­di­gungs­an­lass nach Aus­spruch der .
19.10.2017. Ar­beit­ge­ber kön­nen die Um­set­zung in ei­ne an­de­re Schicht per Ar­beits­an­wei­sung auch dann mit dem Ziel des Ge­sund­heits­schut­zes be­grün­den, wenn sie zu­vor kein BEM durch­ge­führt ha­ben: .
18.10.2017. Wird ei­ne Ab­mah­nung kurz vor ei­ner kon­kret zu be­fürch­ten­den Pflicht­ver­let­zung aus­ge­spro­chen und dann miss­ach­tet, sind wei­te­re Ab­mah­nun­gen über­flüs­sig: Lan­des­ar­beits­ge­richt .
05.10.2017. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) muss die Ab­leh­nung ei­nes An­trags auf Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit „schrift­lich“ im strik­ten Sin­ne er­klärt wer­den, d.h. auf .
22.09.2017. Bei ar­beits­ge­richt­li­chen Kla­gen von Crew­mit­glie­dern ei­ner aus­län­di­schen Air­lines ist die Hei­mat­ba­sis ein wich­ti­ges In­diz für die Be­stim­mung des Ge­richts­or­tes: Eu­ro­päi­scher .
19.09.2017. Seit 2012 war der Fünf­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) der Mei­nung, dass Ar­beit­neh­mer „un­bil­li­ge“ Ar­beits­an­wei­sun­gen bis zu ei­ner ge­richt­li­chen Klä­rung be­fol­gen müs­sen. Die­se .
17/230 Pac­ta sunt ser­van­da – auch im Ar­beits­recht
31.08.2017. Die lang­jäh­ri­gen ZDF-Fern­seh­kom­mis­sa­re Pier­re Sa­nous­si-Bliss („Axel Rich­ter“) und Mar­kus Bött­cher („Wer­ner Ried­mann“) schei­tern mit ih­ren Ent­fris­tungs­kla­gen in Er­furt: .
23.08.2017. Bei Lohn­pfän­dun­gen kann der Gläu­bi­ger nicht auf Zu­la­gen für Sonn­tags-, Fei­er­tags- und Nacht­ar­beit zu­grei­fen, denn die­se sind un­pfänd­bar. An­ders ist es bei Schicht­zu­la­gen: .
15.08.2017. Die rechts­wid­ri­ge Be­schat­tung ei­nes Ar­beit­neh­mers durch ei­nen Pri­vat­de­tek­tiv ist kei­ne Lap­pa­lie, son­dern kann er­heb­li­che Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen an den be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer nach .
12.08.2017. Nur wer in Deutsch­land für den TUI-Kon­zern ar­bei­tet, kann Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter in den Auf­sichts­rat der TUI-Mut­ter wäh­len. Das ver­stößt nicht ge­gen die Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit und .
Источники: http://www.finanztip.de/abfindung-steuerermaessigung/, http://www.smart-rechner.de/abfindung/rechner.php, http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Abfindung_Steuern.html
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References: § 34
 § 3
 § 3
 § 3
 § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 15