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Aussteuerung von Krankenkasse nach §125 oder ALG? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Aussteuerung von Krankenkasse nach §125 oder ALG?
Hallo, ich bin seit 13.01.2010 krank geschrieben wegen Epilepsie. Ich bin Berufskraftfahrer und darf nach einen vermutlichen Epileptischen Anfall 5 Jahre nicht fahren. Ich habe in März 2011 eine neue Diagnose machen lassen und die konnten keine Epilepsie feststellen und haben das Fahrverbot nach Januar 2012 runter gedreht. Meine Aussteuerung der Krankenkasse ist am 12.07.2011. Mir ist gesagt worden in der Klinik das ich nach § 125 weiter Krankengeld bekommen würde und in Januar wieder ohne Probleme bei meinen Arbeitgeber anfangen kann. Gekündigt bin ich in die zeit nicht durch meine Firma und bin seit Juli 1999 da. Ich war diese Woche beim Arbeitsamt und die sagten das ich bis Januar andere Tätigkeiten machen kann und kein Geld nach § 125 bekomme weil ich nicht krank bin sonder 2 Jahre nicht fahren darf. Mein Arzt würde mich ohne Probleme bis Januar 2012 weiter krankschreiben.
Wenn ich ALG 1 bekomme, ist dann meine Festanstellung damit beendet und muss ich dann wieder neu in meine Firma anfangen in Januar 2012? Mein Personalchef meint von wohl.
Wenn ich mich weiter krankschreiben lasse bekomme ich nach 6 Wochen kein ALG mehr ist mir gesagt worden. Werde ich jetzt gezwungen meine Arbeitsstelle nach fast 12 Jahren aufzugeben wegen eine Fehldiagnose?
Vielleicht kann mir jemand hier ein paar Tipps geben. Vielen dank.
01.06.2011, 23:17 #2
AW: Aussteuerung von Krankenkasse nach §125 oder ALG?
Meine Aussteuerung der Krankenkasse ist am 12.07.2011. Mir ist gesagt worden in der Klinik das ich nach § 125 weiter Krankengeld bekommen würde
die obige Aussage zum § 125 Ist falsch.
Der § 125 SGB III ist geschaffen worden, um ALG I zu beziehen.
§ 125 Abs. 1 SGB III gibt einem Arbeitslosen, der nach den Feststellungen der Agentur für Arbeit wegen Minderung seiner Leistungsfähigkeit mehr als 6 Monate nicht mehr in der Lage ist/voraussichtlich nicht mehr in der Lage sein wird, 15 Stunden wöchentlich unter arbeitsmarktüblichen Bedingungen zu arbeiten, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I.etc. pp.
Der ganze Text ist hier: Nahtlosigkeitsregelung
Wenn du bei der KK aus gesteuert bist, hast du die maximale Dauer des Krankengeldbezuges von 78 Wochen laut § 48 SGB V ausgeschöpft. Dann kann die KK nicht weiter zahlen.
Danke lopo, für die Antwort. Es geht mir im Moment mehr um meinen Arbeitsplatz. Es kann doch nicht sein das alles so schlecht geregelt ist das jemand seinen Arbeitsplatz verliert weil er länger als 78 Wochen nicht seine Arbeit nicht ausüben darf/kann. Ich glaub ich muss mich doch mal einen Info holen bei einen Anwalt für Arbeitsrecht.
02.06.2011, 10:31 #4
Du bist momentan offensichtlich nicht generell arbeitsunfähig, könntest also durchweg Beschäftigungen von mehr als 15 Wochenstunden ausüben. Bloß eben nicht im zuletzt ausgeübten Beruf als Berufskraftfahrer. Deswegen wird hier wohl § 125 SGB III nicht in Frage kommen. Das dürfte das sein, was die Arbeitsagentur gemeint hat.
Die Krankschreibung des Arztes besagt nur, daß du gegenwärtig im zuletzt ausgeübten Beruf nicht tätig sein kannst, was ja für sich genommen auch richtig ist. Deshalb bekommst du auch Krankengeld, was allerdings nach Aussteuerung im Juli 2011 enden wird. Eine Krankschreibung heißt nicht, daß du generell arbeitsunfähig bist.
Dein Arbeitsvertrag besteht weiterhin, ruht allerdings gegenwärtig. Du bist wegen des Fahrverbots nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet, und der Arbeitgeber hat keine Verpflichtung zur Lohnfortzahlung mehr.
Ich sehe nun anders als dein Personalchef nicht, wieso dein Arbeitsvertrag bei Zahlung von ALG zu beenden wäre. Die Beschäftigung im Sinne des Sozialversicherungsrechts (also die tatsächliche Ausübung deiner Arbeit nach Weisung deines Arbeitgebers) besteht gegenwärtig zwar nicht mehr, der Arbeitsvertrag im Sinne des Arbeitsrechts besteht jedoch in der obengenannten Form weiter fort. Beschäftigungsverhältnis und Arbeitsvertrag sind zwei verschiedene Dinge. Von daher bist du also "beschäftigungslos" (§ 119 SGB III) und müßtest Anspruch auf normales ALG haben. Ich sehe nicht, wieso du dazu deine Arbeitsstelle formal kündigen müßtest. Du könntest ohne weiteres bis Jahresende eine andere Tätigkeit ausüben und dann wieder, sofern das Fahrverbot aufgehoben wird, zur alten Firma zurückkehren und das alte Beschäftigungsverhältnis wieder aufleben lassen.
Außerdem läßt sich arbeitsvertraglich doch alles individuell regeln. Selbst wenn der Arbeitsvertrag gekündigt würde, könnte bei einem späteren Neuabschluß beispielsweise vereinbart werden, daß die Betriebszugehörigkeit seit 1999 gerechnet wird.
Ich würde dir aber auch raten, die Sache durch einen Fachmann prüfen zu lassen, da das doch ein Sonderfall ist und auch von deiner Firma die korrekten Angaben in der Arbeitsbescheinigung gemacht werden müßten. Das hier sollen nur ein paar unmaßgebliche Überlegungen sein. Alles ohne Gewähr und hoffentlich hilft es ein bißchen bei deinem Problem.
Nachtrag: Beratung durch einen Anwalt ist hier eine gute Idee. Sprich ihn insbesondere auf den genannten Unterschied zwischen Beschäftigungsverhältnis und Arbeitsvertrag samt der entsprechenden Folgen an.
02.06.2011, 11:47 #5
Toll, Gurkenaugust - ich sehe das exakt genauso!
06.06.2011, 14:43 #6
Hallo gurkenaugust, danke für deine ausführliche Antworten.
Mein Personalchef hat in der Arbeitsbescheinigung angekreuzt das dass Beschäftigungsverhältnis beendet ist weil die Beschäftigung nicht mehr ausgeübt wird aber das Arbeitsverhältnis besteht jedoch fort ( z.B bei Freistellung während der Kündigungsfrist oder Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug).
Eine Kündigung habe ich nicht erhalten bis heute und ich glaube das da auch keine Kündigung kommt. Ich werde jetzt erst mal einen Termin machen beim Chef und fragen wie das aussieht in Januar. Ob ich weiter beschäftigt bleibe oder neu anfangen muss. Wenn er meint das ich neu anfangen muss werde ich einen Anwalt besuchen und alles klären lassen.
Deutschlands Regierung lässt seine Arbeiter ganz schön im Stich wenn einem was passiert. Das weiß ich jetzt wohl.
aussteuerung, krankenkasse, §125

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