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Timestamp: 2020-07-03 14:47:51+00:00

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BGH, 12.02.1963 - VI ZR 70/62 - dejure.org
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BGH, 12.02.1963 - VI ZR 70/62 (https://dejure.org/1963,82)
BGH, Entscheidung vom 12.02.1963 - VI ZR 70/62 (https://dejure.org/1963,82)
BGH, Entscheidung vom 12. Februar 1963 - VI ZR 70/62 (https://dejure.org/1963,82)
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BGHZ 39, 103
NJW 1963, 853
NJW 1963, 953
MDR 1963, 399
VersR 1963, 485
Zutreffend und von der Revision nicht angegriffen hat das Berufungsgericht angenommen, dass der Beklagte dem Grunde nach gemäß § 823 Abs. 1 BGB zum Schadensersatz verpflichtet ist und die Voraussetzungen für die Unzurechnungsfähigkeit gemäß § 827 Satz 1 BGB, die zur Beweislast des Schädigers stehen (vgl. Senatsurteile vom 12. Februar 1963 - VI ZR 70/62, BGHZ 39, 103, 108; vom 1. Juli 1986 - VI ZR 294/85, BGHZ 98, 135, 136 ff.), nicht vorliegen.
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist von einer "Handlung" im Sinne des § 823 Abs. 1 BGB nur bei einem Verhalten auszugehen, das der Bewusstseinskontrolle und Willenslenkung unterliegt und somit beherrschbar ist (vgl. BGH, Urteil v. 12.02.1963 - VI ZR 70/62; OLG Köln, Urteil vom 27.1. 1994 - 1 U 52/93;… Spindler, in: Beck'scher Online-Kommentar BGB, 01.11.2013, § 823 Rn. 5 m.w.N.).
Die Einwilligung des Verletzten ist aber als Rechtfertigungsgrund nach allgemeiner Meinung vom Schädiger darzutun und zu beweisen (BGHZ 39, 103, 108; BGH GSZ 24, 21, 27).
Anderes ergibt sich hier weder aus der Gesetzesformulierung noch aus ihrer Begründung (vgl. zu diesem Erfordernis z. B. BGH, Urteil vom 12.02.1963 - VI ZR 70/62 - anderer Ansicht LG Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019 - 23 O 178/18 -, betreffend einen Pkw Mercedes Benz, Typ E 250 TDI mit einem Motor OM 651), sondern allenfalls aus den Grundsätzen der sekundären Darlegungslast: Die deutsche Zivilprozessordnung kennt keine - über die anerkannten Fälle der Pflicht zum substantiierten Bestreiten hinausgehende - allgemeine Aufklärungspflicht der nicht darlegungs- und beweispflichtigen Partei (BGH, Urteil vom 11.06.1990 - II ZR 159/89 -).
Wollte die Erstbeklagte letzteres behaupten, so würde die Beweislast dafür, wie das Berufungsgericht mit Recht angenommen hat, der Erstbeklagten als Tierhalterin obliegen (vgl. BGHZ 39, 103, 109).
Unter "Handlung" im haftungsrechtlichen Sinne ist ein der Bewusstseinskontrolle und Willenslenkung unterliegendes beherrschbares Verhalten unter Ausschluss eines physischen Zwangs oder willkürlichen Reflexes durch fremde Einwirkung zu verstehen (s. nur BGH, Urt. v. 12.02.1963 - VI ZR 70/62, BGHZ 39, 103 = NJW 1963, 953, [...] Rn. 12;… OLG Frankfurt, Urt. v. 11.10.2004 - 1 U 87/04, [...] Rn. 20;… OLG Celle, Urt. v. 27.03.2002 - 9 U 283/01, MDR 2002, 1124, [...] Rn. 20).
Anderes ergibt sich hier weder aus der Gesetzesformulierung noch aus ihrer Begründung (vgl. zu diesem Erfordernis z.B. BGH, Urteil vom 12.2. 1963 - VI ZR 70/62; a.A. LG Stuttgart, Urteil vom 17.01.2019 - 23 O 178/18, betreffend einen PKW Mercedes Benz Typ E 250 CDI mit einem Motor OM 651), sondern allenfalls aus den Grundsätzen der sekundären Darlegungslast:.
bb) Wendet man § 831 BGB in dieser Weise an, und zwar auf der Grundlage des erfolgsbezogenen Rechtswidrigkeitskonzepts (vgl. etwa BGHZ 21, 27 f; 39, 103, 108; 42, 118, 122; 79, 9, 14), so wäre, wenn ein Verrichtungsgehilfe die Entscheidung über die Vornahme der Sicherungsmaßnahmen getroffen hat, eine Haftung der Beklagten zu 4 an sich zu bejahen, vorbehaltlich der Möglichkeit der Entlastung nach Absatz 1 Satz 2. Dieses Ergebnis bedarf jedoch mit Rücksicht auf den Schutzzweck der Norm einer Einschränkung.
Da der Kläger als Ursache für den nachträglichen Erinnerungsverlust eine tief greifende Bewusstseinsstörung im Sinne von § 827 BGB geltend macht, trifft ihn die volle Beweislast insoweit nicht nur nach § 6 Abs. 3 VVG, sondern auch nach dem Rechtsgedanken des § 827 Satz 1 BGB, wonach derjenige die Voraussetzungen dieser Vorschrift darzulegen und zu beweisen hat, der sich auf sie beruft (BGHZ 39, 103, 108).
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References: § 823
 § 827
 § 823
 § 823
 BGH 
 § 831
 § 827
 § 6
 § 827