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Timestamp: 2016-10-28 02:57:23+00:00

Document:
2C_860/2014 (24.05.2016)
2C_860/2014, 2C_861/2014 � � Urteil vom 24. Mai 2016
2C_860/2014
2C_861/2014
Beschwerde gegen das Urteil der Steuerrekurskommission des Kantons Wallis
Die Steuerpflichtige Viola Amherd ist seit 2005 Mitglied des Nationalrats und schaffte in den Jahren 2007, 2011 und 2015 die Wiederwahl. Im Jahr 2011 entrichtete sie Beitr�ge in der H�he von Fr. yyy an die Christlichdemokratische Volkspartei Oberwallis (CVPO), auf deren Liste sie kandidierte. In der Steuererkl�rung 2011 machte sie diese Beitr�ge als Zuwendungen an juristische Personen zum Abzug geltend. Zudem fielen ihr im Jahr 2011 zus�tzliche pers�nliche Wahlkampfkosten in der H�he von Fr. yyy an, welche sie als Berufsauslagen bzw. Gewinnungskosten in Abzug brachte.
B.a.�In der Veranlagung vom 21. M�rz 2013 akzeptierte die kantonale Steuerverwaltung von den geltend gemachten Fr. yyy einen Betrag von Fr. yyy (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. yyy (Kantons- und Gemeindesteuern) als Zuwendung an politische Parteien; die Nichtgew�hrung der restlichen Parteibeitr�ge (Fr.yyy f�r die direkte Bundessteuer bzw. Fr. yyy f�r die Kantons- und Gemeindesteuern) wurde von der Steuerpflichtigen in der Folge akzeptiert. Den Abzug der pers�nlichen Wahlkampfkosten von Fr. yyy lehnte die Steuerverwaltung vollumf�nglich ab, da es sich nicht um Gewinnungskosten, sondern um pers�nliche Lebenshaltungskosten handle.
B.b.�Die gegen diese Veranlagung erhobene Einsprache wies die kantonale Steuerverwaltung mit Entscheid vom 21. Juni 2013 ab. Die von Viola Amherd dagegen erhobene Beschwerde hiess die Steuerrekurskommission des Kantons Wallis mit Urteil vom 18. Juni 2014 f�r die direkte Bundessteuer 2011 wie f�r die Kantons- und Gemeindesteuern 2011 gut. Sie kam dabei zum Schluss, dass pers�nliche Wahlkampfkosten, Wahlkampfbeitr�ge an die Partei und andere mit der Wahl in direktem Zusammenhang stehende Auslagen bei einer Wiederwahl - unabh�ngig des Erfolgs - als Berufsunkosten bzw. Gewinnungskosten zum Abzug zuzulassen seien.
Mit Eingabe vom 19. September 2014 erhebt die Steuerverwaltung���des Kantons Wallis Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Sie beantragt, das Urteil der Steuerrekurskommission vom 18. Juni 2013 (recte: 2014) betreffend die Kantons-, Gemeinde- und direkte Bundessteuer 2011 sei aufzuheben. Das steuerbare Nettoeinkommen von Viola Amherd sei auf Fr. yyy (direkte Bundessteuer) bzw. Fr. yyy (Kantons- und Gemeindesteuer) festzusetzen.
Viola Amherd beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne. Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung schliesst auf Gutheissung der Beschwerde. Die Vernehmlassung der kantonalen Steuerrekurskommission erfolgte versp�tet und ist aus diesem Grund aus dem Recht zu weisen.
1.1.�Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen kantonal letztinstanzlichen Endentscheid �ber die Kantons- und Gemeindesteuern bzw. die direkte Bundessteuer. Dagegen steht gem�ss Art. 82 ff. BGG in Verbindung mit Art. 73 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG; SR 642.14) und Art. 146 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer (DBG; SR 642.11) die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht grunds�tzlich offen. Die Beschwerde ist unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (Art. 100 Abs. 1 BGG) und Form (Art. 42 BGG) von einer gem�ss Art. 73 Abs. 2 StHG bzw. Art. 146 DBG in Verbindung mit Art. 89 Abs. 2 lit. d BGG legitimierten Beh�rde eingereicht worden.
1.2.�Die Vorinstanz hat ein einziges Urteil f�r die Kantons- und Gemeindesteuern sowie f�r die direkte Bundessteuer erlassen, was zul�ssig ist, soweit die zu entscheidende Rechtsfrage im Bundesrecht und im harmonisierten kantonalen Recht gleich geregelt ist (BGE 135 II 260 E. 1.3.1 S. 262 f.). Dies trifft hier zu: Art. 9 StHG regelt abschliessend und inhaltlich weitgehend �bereinstimmend mit Art. 26 Abs. 1 DBG (Urteile 2C_71/2014 vom 15. September 2014 E. 5.4, in:���ASA 83 S. 232; 2C_28/2011 vom 15. November 2011 E. 5, in: StE 2012 B 27.6 Nr. 17) die zul�ssigen Abz�ge vom Einkommen, und die Kantone sind verpflichtet, diese Abz�ge ohne Abweichung oder Einschr�nkung auf kantonaler Ebene zu �bernehmen. Dies gilt namentlich f�r die zur Erzielung der Eink�nfte notwendigen Aufwendungen (Gewinnungskosten oder organische Abz�ge), die nach Art. 9 Abs. 1 StHG bzw. Art. 26 Abs. 1 DBG generell abziehbar sind (BGE 128 II 66 E. 4b S. 71; Urteil 2A.224/2004 vom 26. Oktober 2004 E. 6.1, in: ASA 75 S. 253).
Unter diesen Umst�nden ist der Beschwerdef�hrerin nicht vorzuwerfen, nicht zwei getrennte Beschwerden eingereicht zu haben; aus ihrer Eingabe geht deutlich hervor, dass sie beide Steuerarten betrifft (BGE 135 II 260 E. 1.3.3 S. 264; Urteil 2C_1086/2012, 2C_1087/2012 vom 16. Mai 2013 E. 1.1). Das Bundesgericht hat hier f�r die Kantons- und Gemeindesteuern (2C_860/2014) und die direkte Bundessteuer (2C_861/2014) getrennte Dossiers angelegt. Da beide Verfahren auf demselben Sachverhalt beruhen und sich dieselben Rechtsfragen stellen, sind die Verfahren zu vereinigen und die Beschwerde ist in einem einzigen Urteil zu erledigen (vgl. Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 24 BZP [SR 279]; BGE 131 V 59 E. 1 S. 60 f. mit Hinweis).
1.4.�Der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt ist vorliegend unbestritten und damit f�r das Bundesgericht grunds�tzlich verbindlich (Art. 105 Abs. 1 und 2, Art. 97 Abs. 1 BGG).
2.1.�Der direkten Bundessteuer als Einkommenssteuer nat�rlicher Personen unterliegen alle wiederkehrenden und einmaligen Eink�nfte mit Ausnahme der Kapitalgewinne aus der Ver�usserung von Privatverm�gen (Art. 16 - 23 DBG). Von den gesamten steuerbaren Eink�nften sind die Aufwendungen und die allgemeinen Abz�ge nach den Art. 26 - 33a DBG absetzbar (Art. 25 DBG). Von den Eink�nften aus unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit k�nnen als Gewinnungskosten u.a. "die �brigen f�r die Aus�bung des Berufes erforderlichen Kosten" abgezogen werden (Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG). N�heres regelt die Verordnung des Eidgen�ssischen Finanzdepartements �ber den Abzug von Berufskosten der unselbst�ndigen Erwerbst�tigkeit bei der direkten Bundessteuer vom 10. Februar 1993 (Berufskostenverordnung; SR 642.118.1; im Folgenden: BKV; vgl. auch das diesbez�gliche Kreisschreiben der Eidgen�ssischen Steuerverwaltung [KS der ESTV] vom 22. September 1995, ASA 64 S. 692).
2.2.�Nicht zu beurteilen sind vorliegend Mitgliederbeitr�ge und Zuwendungen an politische Parteien im Sinne des seit 1. Januar 2011 in���Kraft stehenden Art. 33 Abs. 1 lit. i DBG (vgl. BBl 2008 7463 und 7485; AS 2010 449). Ebenso wenig bildet hier die sog. Mandatssteuer Beschwerdegegenstand. Umstritten und n�her zu pr�fen ist im Folgenden einzig die Frage, ob die 2011 angefallenen pers�nlichen Wahlkampfkosten f�r die Wiederwahl der Beschwerdegegnerin in den Nationalrat als Berufsunkosten bzw. Gewinnungskosten im Sinne von Art. 25 bzw. Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG qualifiziert werden k�nnen. Dabei sind sich die Verfahrensbeteiligten einig, dass es sich bei den geltend gemachten Fr. yyy tats�chlich um Wahlkampfkosten im Zusammenhang mit den Nationalratswahlen 2011 (im Einzelnen: Kommunikations- und Werbekonzept, Planung und Konzeption des Wahlauftritts, Instandstellen der Internetseite, digitale Portraitaufnahmen, Booklet, Inserate in Printmedien, Banner in E-Medien, Strassenplakate, usw.) handelt, welche die Beschwerdegegnerin selber bezahlt hat (vgl. angefochtener Entscheid E. 2a).
2.3.�Die Vorinstanz hat dazu ausgef�hrt, dass pers�nliche Wahlkampfkosten, Wahlkampfbeitr�ge an die Partei und andere mit der Wahl in direktem Zusammenhang stehende Auslagen bei einer Wiederwahl als Berufsunkosten bzw. Gewinnungskosten zum Abzug zuzulassen seien und dies unabh�ngig davon, ob der oder die Amtierende wiedergew�hlt werde oder nicht. Zur Begr�ndung hat die Vorinstanz dargelegt, in den letzten Jahren habe sich die Praxis zur Abzugsf�higkeit von pers�nlichen Wahlkampfkosten als Gewinnungskosten auch in anderen Kantonen konkretisiert, wobei eine erw�nschte Differenzierung zwischen einer Erstwahl und einer Wiederwahl vorgenommen worden sei. Bei einer Erstwahl sei ein Abzug nicht m�glich, da es um die Schaffung einer neuen Erwerbsquelle gehe. Bei einer Wiederwahl erfolgten hingegen die Aufwendungen f�r den Wahlkampf aus beruflichen bzw. gesch�ftlichen Gr�nden. Dabei gehe es nicht um Aufwendungen zur Schaffung, Erweiterung oder Verbesserung einer Einkommensquelle, sondern einzig um den Erhalt einer bereits bestehenden Einkommensquelle. Zudem rechtfertige sich der Abzug der Wahlkampfkosten bei einer Wiederwahl auch aus Gr�nden der Rechtsgleichheit, da in den meisten Kantonen die Wahlauslagen der Selbst�ndigerwerbenden als gesch�ftsm�ssig begr�ndeter Aufwand zum Abzug zugelassen werde.
2.4.�Die kantonale Steuerverwaltung macht dagegen geltend, Wahlkampfkosten stellten keine Gewinnungskosten dar, weil diese sich auf die n�chste Amtsperiode beziehen w�rden, f�r welche die kandidierende Person das Mandat gar noch nicht erhalten habe und mit Bezug auf welche auch unsicher sei, ob sie es je erhalten werde. Das jeder Wiederwahl innewohnende aleatorische Element spreche daf�r, dass die Wahlkampfkosten - unbesehen davon, ob sie im Zusammenhang mit einer Erst- oder Wiederwahl stehen - nicht als Gewinnungskosten zum Abzug zuzulassen seien. Der angefochtene Entscheid verletze Art. 26 DBG bzw. Art. 9 StHG, da die Vorinstanz in falscher bzw. zu weit gehender Auslegung des Gesetzesartikels den engen Konnex zwischen den Ausgaben und den Eink�nften bejaht und den Abzug der Wahlkampfkosten bei einer Wiederwahl gew�hrt habe.
3.1.�Vorab ist festzuhalten, dass der Begriff der Berufskosten nach Art. 26 DBG nicht nur sogenannte "finale Aufwendungen" umfasst, die unmittelbar f�r die Erzielung des Einkommens get�tigt werden und mit ihr in einem direkten urs�chlichen Zusammenhang stehen. Abzugsf�hig sind unter Umst�nden auch sog. "kausale Kosten", die Folge der Einkommenserzielung sind und direkt durch die berufliche T�tigkeit verursacht werden (Urteile 2C_692/2013 vom 24. M�rz 2014 E. 4.3, in: StR 69/2014 S. 531; 2C_465/2011 vom 10. Februar 2012 E. 2.2, in: StR 67/2012 S. 429).
Das Gesetz spricht bei den hier relevanten "�brigen Berufskosten" nach Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG von den "f�r die Aus�bung des Berufes erforderlichen Kosten" und l�sst damit nicht jedweden Zusammenhang zur Einkommenserzielung gen�gen (vgl. Art. 1 Abs. 1 BKV; Urteil 2C_566/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.3, in: StE 2009 B 22.3 Nr. 99). Eine klare Abgrenzung der Gewinnungskosten zu den nicht abziehbaren Lebenshaltungskosten (Art. 34 lit. a DBG) f�llt mitunter schwer, wie sich etwa an den Beispielen der Mandatssteuern oder Standeskosten zeigt (Art. 1 Abs. 2 BKV; BGE 124 II 29 E. 5b S. 37; 100 Ib 480 E. 3a S. 481; 78 I 145 E. 1 S. 149).
3.2.�Gem�ss st�ndiger Praxis zu den Gewinnungskosten wird nicht verlangt, dass das Erwerbseinkommen ohne die streitige Auslage �berhaupt nicht h�tte erzielt werden k�nnen oder dass eine rechtliche Pflicht zur Bezahlung der entsprechenden Aufwendungen best�nde (Urteil 2C_1001/2012 vom 1. Mai 2013 E. 2.1.2 mit Hinweisen, in: StE 2013 B 27.6 Nr. 18). Als Gewinnungskosten gelten vielmehr diejenigen Auslagen, deren Vermeidung der steuerpflichtigen Person nicht zumutbar ist und die wesentlich durch die Erzielung von Einkommen verursacht bzw. veranlasst sind (BGE 124 II 29 E. 3a S. 32 mit Hinweisen; Urteile 2C_692/2013 vom 24. M�rz 2014 E. 4.3, in: StR 69/2014 S. 531; 2C_728/2010 vom 25. M�rz 2011 E. 2.1; 2C_14/2009 vom 22. April 2009 E. 2.1, in: StR 64/2009 S. 571). Es ist jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der konkreten Umst�nde zu pr�fen, ob zwischen den geltend gemachten Aufwendungen und der Einkommenserzielung ein gen�gend enger Zusammenhang besteht (Urteile 2C_692/2013 vom 24. M�rz 2014 E. 4.3, in: StR 69/2014 S. 531; 2C_819/2009 vom 28. September 2010 E. 2.1, in: RDAF 2010 II S. 605; 2C_566/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 4.3, in: StE 2009 B 22.3 Nr. 99).
3.3.�Die Aus�bung eines politischen Amtes ist steuerrechtlich unbestrittenermassen als unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit zu qualifizieren (BGE 124 II 29 E. 4d S. 35; RICHNER/FREI/KAUFMANN/MEUTER, Handkommentar zum DBG, 2. Aufl. 2008, Art. 17 DBG N. 26 und Art. 26 DBG N. 47). Bei Einkommen aus unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit werden praxisgem�ss jene Kosten zugelassen, die objektiv notwendig sind, um die betreffenden Eink�nfte zu erzielen. Im Lichte der von der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin angerufenen Rechtsgleichheit sind zwar unselbst�ndig und selbst�ndig Erwerbende nicht grunds�tzlich unterschiedlich zu behandeln, zumal der Gesetzgeber bewusst die Abzugsm�glichkeiten der unselbst�ndig Erwerbenden denjenigen der selbst�ndig Erwerbenden angleichen wollte (BGE 124 II 29 E. 3b S. 32 f., mit Hinweisen; vgl. auch PHILIP FUNK, Der Begriff der Gewinnungskosten nach Schweizerischem Einkommenssteuerrecht, 1989, S. 145 ff.). Trotzdem ist zu ber�cksichtigen, dass f�r unselbst�ndig Erwerbende Gewinnungskosten nur im Rahmen der gesetzlichen Umschreibung von Art. 26 Abs. 1 lit. a - c DBG abgezogen werden k�nnen. Danach sind bei unselbst�ndiger Erwerbst�tigkeit - abgesehen von den Weiterbildungs- und Umschulungskosten - nur die "notwendigen" bzw. "erforderlichen" Kosten abziehbar (BGE 124 II 29 E. 3b S. 33 mit Hinweisen).
In die gleiche Richtung zielt im �brigen auch Art. 1 Abs. 1 BKV, wonach als steuerlich abziehbare Berufskosten der unselbst�ndigen Erwerbst�tigkeit Aufwendungen gelten, die f�r die Erzielung des Einkommens erforderlich sind und in einem direkten urs�chlichen Zusammenhang dazu stehen.
3.4.�Keine Gewinnungskosten stellen die Aufwendungen f�r den Unterhalt des Steuerpflichtigen dar. Dazu geh�ren unter anderem auch die sogenannten Standesauslagen, das heisst der infolge einer gehobenen beruflichen Stellung des Steuerpflichtigen get�tigte Privataufwand. Ebenso wenig k�nnen Aufwendungen abgezogen werden, die nicht zur Erzielung eines ganz bestimmten Einkommens, sondern zur Erreichung oder Erhaltung der Erwerbsf�higkeit schlechthin get�tigt werden. Dazu geh�ren etwa die Kosten f�r die allgemeine Erhaltung oder Verbesserung der Arbeitskraft bzw. der Gesundheit oder die Kinderbetreuung w�hrend der Arbeitszeit. Schliesslich stellen Anlagekosten keine Gewinnungskosten dar, das heisst Aufwendungen zur Schaffung, Erweiterung oder Verbesserung einer Einkommensquelle; dazu geh�ren namentlich Ausgaben, welche get�tigt werden, um in Zukunft eine h�here berufliche Stellung zu erreichen oder einen anderen Beruf aus�ben zu k�nnen. Abzugsf�hig sind demgegen�ber Auslagen, die get�tigt werden, um eine bestehende Einkommensquelle zu erhalten oder den weiteren Einkommensbezug zu sichern (BGE 124 II 29 E. 3d S. 34 f. mit zahlreichen Hinweisen).
3.5.�Die notwendige finale oder kausale Verkn�pfung zwischen den Aufwendungen bzw. Kosten einerseits und der Einkommenserzielung andererseits setzt nach dem Ausgef�hrten unter anderem auch einenzeitlichen Konnex der Aufwendungen mit einer aktuell ausge�btenT�tigkeit voraus. Danach k�nnen Aufwendungen nur insofern als Gewinnungskosten qualifiziert werden, als sie zeitgleich mit der Einkommenserzielung anfallen; so werden beispielsweise die Kosten einer erwerbst�tigen Person f�r die Suche einer neuen Stelle praxisgem�ss nicht als Gewinnungskosten qualifiziert, sondern als Lebenshaltungskosten betrachtet. Anders zu beurteilen w�re mit Blick auf den erforderlichen Konnex dagegen die Situation in Bezug auf Auslagen bei der Stellensuche von steuerpflichtigen Personen, welche Arbeitslosentaggelder beziehen, weil deren Ersatzeinkommen von Bewerbungen abh�ngig ist (Urteil 2C_681/2008 vom 12. Dezember 2008 E. 3.3, in: StR 64/2009 S. 380).
4.1.�Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin wollen vorliegend die angefallenen Wahlkampfkosten unter Art. 25 (Generalklausel) bzw. Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG ("die �brigen f�r die Aus�bung des Berufes erforderlichen Kosten") subsumieren. Da es sich bei der Aus�bung eines politischen Amtes steuerrechtlich unbestrittenermassen um eine unselbst�ndige Erwerbst�tigkeit handelt, sind die erw�hnten Voraussetzungen der Notwendigkeit bzw. Erforderlichkeit (vgl. E. 3.3 hiervor) massgebend. Dabei ist insbesondere zu beachten, dass keine Berufskosten gegeben sind, wenn die Aufwendungen nicht im Zusammenhang mit einer bestimmten Erwerbst�tigkeit stehen, sondern gleichsam die Voraussetzung bilden, damit �berhaupt eine Erwerbst�tigkeit ausge�bt werden kann (BGE 124 II 29 E. 3d S. 34; RICHNER/FREI/ KAUFMANN/MEUTER, a.a.O., Art. 26 DBG N. 7).
4.2.�Die Beschwerdegegnerin hat die hier in Frage stehenden Aufwendungen im Jahr 2011 get�tigt. Die Nationalratswahlen fanden am 23. Oktober 2011 statt. Die Mitglieder des Nationalrats werden auf eine Amtsdauer von vier Jahren gew�hlt (Art. 145 BV). Mit anderen Worten: Die der Beschwerdegegnerin im Verlauf des Jahres 2011 angefallenen Wahlkampfkosten betreffen nicht die - im Zeitpunkt des angefochtenen Entscheides - noch laufende Amtsperiode, sondern die darauf folgende Amtsperiode (Dezember 2011 bis Dezember 2015). Unter diesen Umst�nden muss den geltend gemachten Wahlkampfkosten der f�r Gewinnungskosten notwendige, unmittelbare Zusammenhang mit der aktuellen Berufst�tigkeit schon aufgrund der fehlenden zeitlichen Kongruenz abgesprochen werden. Zwar trifft es zu, dass Wahlkampfaufwendungen heute faktisch unvermeidlich sind, um (wieder) gew�hlt zu werden, wie die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin geltend machen. Wie aber die kantonale Steuerverwaltung zu Recht ausf�hrt, erfolgten die Ausgaben in Hinblick auf die Erzielung eines k�nftigen Einkommens, dessen tats�chliche Realisierung indes als unsicher zu bezeichnen ist. Nicht von entscheidender Bedeutung ist dabei - entgegen der Ansicht der Vorinstanz - die Frage, ob es sich um eine Erstwahl oder eine Wiederwahl handelt, da in beiden F�llen die Amtstr�ger jeweils auf eine feste vierj�hrige Amtsdauer gew�hlt werden. Die Wahlkampfkosten beziehen sich somit in beiden F�llen auf die jeweils dem Wahltermin folgende Amtsperiode, f�r welche die Kandidierenden das Mandat noch gar nicht gewonnen haben.
Die von der Vorinstanz vorgenommene Unterscheidung zwischen einer Erstwahl und einer Wiederwahl w�rde zudem heikle Abgrenzungsfragen, insbesondere in Hinblick auf den Grundsatz der Gleichbehandlung aufwerfen. Gleiches gilt im �brigen in Bezug auf die Wahlkampfkosten von nicht gew�hlten Kandidierenden bzw. von Kandidierenden, die erst im Verlaufe einer Amtsperiode (z.B. aufgrund eines R�cktritts oder eines Todesfalls) in den Nationalrat nachrutschen.
4.3.�Die Ansicht, wonach Wahlkampfkosten keine Gewinnungskosten darstellen, wird auch von der Lehre, soweit sie sich �berhaupt zur Thematik �ussert, geteilt (LOCHER, Kommentar zum DBG, I. Teil, 2001, Art. 26 DBG N. 52 mit Verweis auf StE 2000 B. 22.3 Nr. 71 und KSGE 1993 Nr. 5; FUNK, a.a.O., S. 122; vgl. auch ECKERT, in: Commentaire Romand, Imp�t f�d�ral direct, 2008, Art. 26 DBG N. 44; KN�SEL, in: Kommentar zum Schweizerischen Steuerrecht, Band I/2a, 2. Aufl. 2008, Art. 26 N. 16). LOCHER vergleicht dabei die Kosten f�r Wahlpropaganda in zutreffender Weise mit den Kosten einer erwerbst�tigen Person f�r die Suche einer neuen Stelle (vgl. E. 3.5 hiervor).
4.4.�Dies f�hrt insgesamt zum Schluss, dass die pers�nlichen Wahlkampfkosten der Steuerpflichtigen nicht als abzugsf�hige Gewinnungskosten im Sinne von Art. 25 bzw. Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG betrachtet werden k�nnen und damit der angefochtene Entscheid gegen Bundesrecht verst�sst.
4.5.�Die Vorinstanz hat schliesslich noch ausgef�hrt, die Zulassung der pers�nlichen Wahlkampfkosten als Gewinnungskosten stehe "auch im Einklang mit der neueren Praxis verschiedener Schweizer Kantone" und gem�ss einer "zur Entscheidfindung im vorliegenden Fall durchgef�hrten Umfrage" w�rden acht Schweizer Kantone die pers�nlichen Wahlkampfkosten bei einer Wiederwahl zum Abzug zulassen (vgl. angefochtener Entscheid E. 4b). Dagegen ist Folgendes einzuwenden: Selbst wenn eine Mehrheit der Kantone die pers�nlichen Wahlkampfkosten zum Abzug zuliesse, w�rde dies nichts am Ergebnis �ndern, dass diese Praxis gegen Art. 25 bzw. Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG verst�sst. Indes l�sst sich dem in den vorinstanzlichen Akten liegenden Erg�nzungsbericht vom 11. Juni 2014 entnehmen, dass die Mehrheit der Schweizer Kantone (14 von 22 Kantonen, von denen eine R�ckmeldung vorliegt) einen Abzug der pers�nlichen Wahlkampfkosten auch im Falle einer Wiederwahl bzw. Nichtwiederwahl verweigert. Aufgrund dieser Umfrageergebnisse erscheint der Verweis der Vorinstanz auf die Praxis in den verschiedenen Kantonen auch in dieser Hinsicht als wenig �berzeugend.
4.6.�Die Beschwerde der Steuerverwaltung des Kantons Wallis erweist sich damit betreffend die direkte Bundessteuer als begr�ndet und ist gutzuheissen. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und das steuerbare Einkommen der Steuerpflichtigen gem�ss dem Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung vom 21. Juni 2013 festzusetzen.
5.1.�Art. 21 und 22 Abs. 1 lit. c des Steuergesetzes [des Kantons Wallis] vom 10. M�rz 1976 (StG/VS; SGS 642.1) entsprechen im Wesentlichen Art. 25 sowie Art. 26 Abs. 1 lit. c DBG. Diese Bestimmungen harmonieren mit Art. 9 Abs. 1 StHG (vgl. E. 1.2 hiervor). Daraus folgt, dass die Erw�gungen zur direkten Bundessteuer f�r die kantonalen Steuern analog massgebend sind. Damit ergibt sich f�r die Kantons- und Gemeindesteuern dasselbe Ergebnis wie bei der direkten Bundessteuer.
5.2.�Demnach erweist sich die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten betreffend die Kantons- und Gemeindesteuern ebenfalls als begr�ndet und ist gutzuheissen. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und das steuerbare Einkommen der Steuerpflichtigen gem�ss dem Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung vom 21. Juni 2013 festzusetzen.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die unterliegende Steuerpflichtige kostenpflichtig. Ihr sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens aufzuerlegen (Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG). Dem obsiegenden Kanton Wallis steht keine Parteientsch�digung zu (Art. 68 Abs. 3 BGG). Zur Regelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens wird die Sache schliesslich an die Steuerrekurskommission des Kantons Wallis zur�ckgewiesen.
Die Verfahren 2C_860/2014 und 2C_861/2014 werden vereinigt.
Die Beschwerde betreffend die direkte Bundessteuer 2011 (2C_861/2014) wird gutgeheissen, das Urteil der Steuerrekurskommission des Kantons Wallis vom 18. Juni 2014 aufgehoben und der Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung vom 21. Juni 2013 best�tigt.
Die Beschwerde betreffend die Staats- und Gemeindesteuern 2011 (2C_860/2014) wird gutgeheissen, das Urteil der Steuerrekurskommission des Kantons Wallis vom 18. Juni 2014 aufgehoben und der Einspracheentscheid der Kantonalen Steuerverwaltung vom 21. Juni 2013 best�tigt.
Die Gerichtskosten von insgesamt Fr. 2'500.-- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Zur Regelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen des kantonalen Verfahrens wird die Sache an die Steuerrekurskommission des Kantons Wallis zur�ckgewiesen.

References: Art. 82
 Art. 73
 Art. 146
 Art. 73
 Art. 146
 Art. 89
 Art. 9
 Art. 26
 Art. 9
 Art. 26
 Art. 71
 Art. 24
 BGE 
 Art. 97
 Art. 26
 Art. 33
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 9
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 1
 BGE 
 Art. 17
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 1
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 26
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 9