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Timestamp: 2020-07-10 02:43:38+00:00

Document:
Lawbrary | KOV - Verordnung über die Geschäftsführung der Konkursämter (KOV)
A. Protokoll-, Akten- und Rechnungswesen
I. Allgemeine Bestimmungen (1 - 7)
II. Protokollführung (8 - 11)
III. Elektronische Datenverarbeitung (12 - 12)
IV. Ordnung und Aufbewahrung der Akten (13 - 15)
V. Buch-, Kassa- und Rechnungsführung (16 - 24)
B. Verfahren in den einzelnen Stadien des Konkurses
I. Feststellung der Konkursmasse und Bestimmung des Verfahrens (25 - 39)
II. Schuldenruf (40 - 41)
III. Verwaltung (42 - 54)
IV. Erwahrung der Konkursforderungen Kollokation der Gläubiger (55 - 70)
V. Verwertung (71 - 81)
VI. Verteilung (82 - 91)
VII. Schluss des Konkursverfahrens (92 - 95)
VIII. Summarisches Verfahren (96 - 96)
C. Geschäftsführung der ausseramtlichen Konkursverwaltungen (97 - 98)
D. Schlussbestimmungen (99 - 100)
vom 13. Juli 1911 (Stand am 1. Januar 1997)
in Anwendung von Artikel 15 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes (SchKG)2,3
1. Ob­li­ga­to­ri­sche Ver­zeich­nis­se und Bü­cher
Die Kon­kur­säm­ter ha­ben fol­gen­de Ver­zeich­nis­se und Bü­cher zu füh­ren:
ein Ver­zeich­nis der Kon­kur­se und Rechts­hil­fe­ge­su­che in Kon­kur­sen;
ein Kassa­buch;
ein Kon­to­kor­rent­buch;
ein Bi­lanz­heft.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
2. Ob­li­ga­to­ri­sche For­mu­la­re
Für fol­gen­de, von den Kon­kurs­be­am­ten zu er­rich­ten­de Ak­ten­stücke sind ein­heit­li­che For­mu­la­re zu ver­wen­den:
Kon­kur­spro­to­koll;
In­ven­tar;
Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben;
Ein­la­dung zur Gläu­bi­ger­ver­samm­lung;
Kol­lo­ka­ti­ons­plan;
Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG;
Stei­ge­rungs­an­zei­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 257 SchKG;
Kos­ten­rech­nung und Ver­tei­lungs­lis­te;
An­zei­ge an die Gläu­bi­ger und an den Ge­mein­schuld­ner über die Auf­le­gung der Ver­tei­lungs­lis­te;
Ver­lust­schein;
Ge­büh­ren- und Aus­la­gen­rech­nung;
Be­kannt­ma­chun­gen über die Kon­kurser­öff­nung, die Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes, den Kon­kurs­wi­der­ruf, die Ein­stel­lung und den Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des Be­schlus­ses des BGer vom 16. Dez. 1988, mit Wir­kung seit 16. Dez. 1988 (AS 1989 262).
3. Mus­ter für Bü­cher, Ver­zeich­nis­se und For­mu­la­re
1Die in den Ar­ti­keln 1 und 2 ge­nann­ten Bü­cher, Ver­zeich­nis­se und For­mu­la­re müs­sen den im An­hang1 zu der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung auf­ge­stell­ten Mus­tern ent­spre­chen.
2Die Kan­to­ne kön­nen noch wei­te­re For­mu­la­re (für Stei­ge­rungs­pro­to­kol­le, An­zei­gen u. dgl.) ge­stat­ten oder vor­schrei­ben.
1 In der AS nicht ver­öf­fent­licht.
4. Kon­kurs­ver­zeich­nis
1Die in das Kon­kurs­ver­zeich­nis in der Rei­hen­fol­ge ih­res Ein­gangs ein­zu­tra­gen­den Ge­schäf­te sind fort­lau­fend zu num­me­rie­ren. Je­des Jahr ist mit der Num­me­rie­rung neu zu be­gin­nen und das Ver­zeich­nis am En­de je­des Jah­res ab­zu­sch­lies­sen. Die un­er­le­dig­ten Fäl­le aus dem Vor­jahr sind im Ver­zeich­nis des neu­en Jah­res sum­ma­risch vorzu­mer­ken.
2Das Ver­zeich­nis ist am Schlus­se mit ei­nem al­pha­be­ti­schen Re­gis­ter nach den Na­men der Ge­mein­schuld­ner zu ver­se­hen.
1 Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Art. aus ei­nem ein­zi­gen Abs.
5. Mit­tei­lun­gen, Emp­fangs­schei­ne und Be­kannt­ma­chun­gen
1Sämt­li­che Mit­tei­lun­gen der Kon­kur­säm­ter sind in Ko­pie zu den Ak­ten zu le­gen.1
2Für je­de Geld- oder Wert­sen­dung so­wie für je­den ein­ge­schrie­be­nen Brief sind Po­st­emp­fangs­schei­ne zu er­he­ben und zu den Ak­ten zu le­gen, oder es ist die Ver­sen­dung in ei­nem Post­quit­tun­gen­buch zu be­schei­ni­gen.2
3Er­folgt die Mit­tei­lung mit­tels öf­fent­li­cher Be­kannt­ma­chung, so ist ein Ex­em­plar des Blat­tes oder ein mit dem Da­tum der Pu­bli­ka­ti­on ver­se­he­ner Aus­schnitt zu den Ak­ten zu le­gen.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
6. Pro­to­koll- und Ak­ten­füh­rung durch den Stell­ver­tre­ter
1Be­fin­det sich der Kon­kurs­be­am­te im Aus­stan­de, so über­mit­telt er die Ak­ten un­ver­züg­lich sei­nem Stell­ver­tre­ter. Kann auch die­ser nicht am­ten und muss da­her ein aus­ser­or­dent­li­cher Stell­ver­tre­ter be­zeich­net wer­den, so soll der Kon­kurs­be­am­te bei der zu­stän­di­gen kan­to­na­len In­stanz die Er­nen­nung ei­nes sol­chen be­an­tra­gen.
2Die Ein­tra­gung des vom Stell­ver­tre­ter durch­ge­führ­ten Kon­kur­ses er­folgt stets im Ver­zeich­nis des zu­stän­di­gen Kon­kur­sam­tes. Da­bei ist in der Ru­brik «Be­mer­kun­gen» auf die Be­sor­gung des Kon­kur­ses durch den or­dent­li­chen oder aus­ser­or­dent­li­chen Stell­ver­tre­ter hin­zu­wei­sen und der Grund des Aus­stan­des an­zu­ge­ben.
3Der Stell­ver­tre­ter hat auf sämt­li­chen von ihm zu un­ter­zeich­nen­den Ak­ten­stücken sei­ne Ei­gen­schaft als Stell­ver­tre­ter an­zu­füh­ren und nach Er­le­di­gung des Kon­kur­ses Pro­to­koll und Ak­ten an das zu­stän­di­ge Kon­kur­samt ab­zu­lie­fern.
7. Amts­über­ga­be bei Be­am­ten­wech­sel
1Bei je­dem Be­am­ten­wech­sel hat ei­ne förm­li­che Amts­über­ga­be un­ter Lei­tung ei­ner von der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de zu be­zeich­nen­den Amts­stel­le statt­zu­fin­den. Da­bei sind sämt­li­che Bü­cher ab­zu­sch­lies­sen und vom bis­he­ri­gen Kon­kurs­be­am­ten ei­gen­hän­dig zu un­ter­zeich­nen. Fer­ner ist die Rech­nungs­füh­rung nach­zu­prü­fen und fest­zu­stel­len, ob der Kassa­be­stand mit der Sum­me der Kon­to­kor­rent­sal­di nach Ab­rech­nung des De­po­si­ten­sal­dos über­ein­stimmt, so­wie das End­da­tum der Amt­stä­tig­keit des bis­he­ri­gen und das An­fangs­da­tum der­je­ni­gen des neu­en Be­am­ten in den Bü­chern zu ver­ur­kun­den.
2Über den Über­ga­be­akt ist ein Pro­to­koll auf­zu­neh­men, das von sämt­li­chen an­we­sen­den Per­so­nen zu un­ter­zeich­nen ist.
II. Protokollführung
Kon­kur­spro­to­koll
a. Zweck und In­halt
Die Kon­kurs­be­am­ten ha­ben in al­len Kon­kur­sen, auch in den­je­ni­gen, wel­che man­gels Ak­ti­ven ein­ge­stellt wer­den, so­wie über je­des bei ih­nen ein­ge­hen­de Rechts­hil­fe­ge­such so­fort nach Ein­gang des Kon­kur­ser­kennt­nis­ses oder des Auf­tra­ges des er­su­chen­den Kon­kur­sam­tes ein Pro­to­koll an­zu­le­gen und nach­zu­füh­ren, in wel­chem sämt­li­che Kon­kurs­hand­lun­gen und sons­ti­gen das Kon­kurs­ver­fah­ren be­ein­flus­sen­den Vor­gän­ge je­wei­len un­ver­züg­lich in zeit­li­cher Rei­hen­fol­ge zu ver­ur­kun­den sind.
1 Im fran­zö­si­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus zwei Ab­sät­zen.
b. Ein­tra­gun­gen
Die Ein­tra­gun­gen sol­len nur den we­sent­li­chen In­halt der ein­zel­nen Hand­lun­gen und Vor­gän­ge, so­weit zum Ver­ständ­nis des Pro­to­kolls oder für die Be­weis­kraft er­for­der­lich, wie­der­ge­ben. Eben­so sind Mit­tei­lun­gen des Kon­kur­sam­tes nur in­so­weit zu no­tie­ren, als ihr In­halt recht­s­er­heb­lich ist. Für ge­richt­li­che Ver­fü­gun­gen, Be­schlüs­se und Ur­tei­le ge­nügt die sum­ma­ri­sche Er­wäh­nung des Dis­po­si­tivs. Im üb­ri­gen ist stets auf die Ak­ten in der hier­für be­stimm­ten Ru­brik zu ver­wei­sen.
c. An­la­ge und Auf­be­wah­rung
1Die Ein­tra­gun­gen im Pro­to­koll er­fol­gen auf flie­gen­den Bo­gen, wel­che zu pa­gi­nie­ren und durch einen ge­mä­ss dem vor­ge­schrie­be­nen For­mu­lar be­ti­tel­ten Um­schlag zu­sam­men­zu­hal­ten sind. Das Pro­to­koll ist am Schluss vom Kon­kurs­be­am­ten un­ter Bei­set­zung des amt­li­chen Stem­pels zu un­ter­zeich­nen.
3Die­sem Pro­to­koll sind als in­te­grie­ren­de Be­stand­tei­le bei­zu­le­gen: das In­ven­tar, das Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben, die Kos­ten­rech­nung, die Pro­to­kol­le der Gläu­bi­ger­ver­samm­lun­gen, des Gläu­bi­ge­raus­schus­ses, die Be­rich­te der Kon­kurs­ver­wal­tung und die ge­richt­li­chen Ver­fü­gun­gen über den Schluss oder den Wi­der­ruf des Kon­kurs­ver­fah­rens.2
4Nach Er­le­di­gung ei­nes Rechts­hil­fe­ge­su­ches lie­fert das er­such­te Amt die sämt­li­chen Ak­ten dem er­su­chen­den Am­te ab.3
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 5 der V des BGer vom 14. März 1938 über die Auf­be­wah­rung der Be­trei­bungs- und Kon­kurs­ak­ten, in Kraft seit 30. März 1938 (AS 54 131).
3 Ur­sprüng­lich Abs. 3.
d. Edi­ti­on2
Die Haupt­ak­ten (Pro­to­koll und in­te­grie­ren­de Be­stand­tei­le ge­mä­ss Art. 10) dür­fen in der Re­gel an Dritt­per­so­nen oder Ge­rich­te nur dann aus­ge­ge­ben wer­den, wenn die Um­stän­de den Er­satz durch be­glau­big­te Ab­schrif­ten oder durch die per­sön­li­che Ein­ver­nah­me des Kon­kurs­ver­wal­ters nicht er­lau­ben.
1 Ur­sprüng­lich Art. 12
III. Elektronische Datenverarbeitung
Zu­läs­sig­keit
Die Füh­rung der in Ar­ti­kel 1 ge­nann­ten Ver­zeich­nis­se und Bü­cher so­wie die Er­stel­lung der in Ar­ti­kel 2 er­wähn­ten Ak­ten­stücke und der Mit­tei­lun­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 5 kön­nen mit Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de mit­tels elek­tro­ni­scher Da­ten­ver­ar­bei­tung er­fol­gen.
IV. Ordnung und Aufbewahrung der Akten
1. Ord­nung und Num­me­rie­rung der Ak­ten
1Sämt­li­che dem Kon­kur­samt zu­ge­hen­de Schrift­stücke sind so­fort mit dem Ein­gangs­da­tum zu ver­se­hen.1
2Die Ak­ten je­des Kon­kur­ses sind, un­ter Vor­be­halt der be­son­de­ren Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 21 und 24 Ab­satz 2 be­tref­fend die Kas­sa- und Kos­ten­be­le­ge, nach Ma­te­ri­en (In­ven­tar, Ei­gen­tums­an­spra­chen, un­pfänd­ba­re Ge­gen­stän­de, Kol­lo­ka­ti­ons­plan usw.) zu son­dern, in­ner­halb je­der Ma­te­rie nach al­pha­be­ti­scher oder zeit­li­cher Ord­nung zu num­me­rie­ren und in ei­nem mit der Be­zeich­nung des Kon­kur­ses zu über­schrei­ben­den Ord­ner bei­sam­men­zu­hal­ten.23
3Die von den Kon­kurs­gläu­bi­gern ein­ge­leg­ten Be­le­ge er­hal­ten die Num­mer der ent­spre­chen­den For­de­rungs­ein­ga­be und wer­den fort­lau­fend mit Buch­sta­ben be­zeich­net.
1 Im ita­lie­ni­schen Text bil­den die Abs. 1 und 2 einen ein­zi­gen Ab­satz.
3 Im ita­lie­ni­schen Text bil­den die Abs. 1 und 2 einen ein­zi­gen Ab­satz.
2. Auf­be­wah­rung
a. der Ak­ten
1Die Ak­ten er­le­dig­ter Kon­kur­se dür­fen nach Ab­lauf von zehn Jah­ren, vom Ta­ge der Er­le­di­gung an ge­rech­net, ver­nich­tet wer­den, eben­so die Kassa­bü­cher nebst Be­le­gen, die Kon­to­kor­rent­bü­cher und Bi­lanz­hef­te nach Ab­lauf von zehn Jah­ren seit de­ren Ab­schluss.
2Das Kon­kurs­ver­zeich­nis ist wäh­rend 40 Jah­ren seit des­sen Ab­schluss auf­zu­be­wah­ren.
b. der Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re
Hin­sicht­lich der Auf­be­wah­rung der vom Kon­kur­samt zu den Kon­kurs­ak­ten bei­ge­zo­ge­nen Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re des Ge­mein­schuld­ners ist nach fol­gen­den Grund­sät­zen zu ver­fah­ren:
Wird das vom Ge­mein­schuld­ner be­trie­be­ne Ge­schäft im Kon­kurs­ver­fah­ren als Gan­zes an einen Drit­ten ver­äus­sert, so sind die Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re auf Ver­lan­gen dem Er­wer­ber zu über­ge­ben.
Fin­det kein sol­cher Über­gang des Ge­schäfts und da­mit der Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re auf einen Drit­ten statt, so ist wie folgt zu ver­fah­ren:
Im Fal­le des Kon­kur­ses über ei­ne Ein­zel­fir­ma sind die Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re nach durch­ge­führ­tem Kon­kurs­ver­fah­ren dem Ge­mein­schuld­ner her­aus­zu­ge­ben, und es ist als­dann sei­ne Sa­che, für ih­re Auf­be­wah­rung wäh­rend der zehn­jäh­ri­gen Frist des Ar­ti­kels 962 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2zu sor­gen.
War der Ge­mein­schuld­ner ei­ne Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft, so hat die Rück­ga­be der Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re an den­je­ni­gen un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­ter zu er­fol­gen, der von den an­dern Ge­sell­schaf­tern zu ih­rer Emp­fang­nah­me er­mäch­tigt ist. Be­steht hier­über un­ter ih­nen kein Ein­ver­ständ­nis, so blei­ben die Bü­cher und Pa­pie­re so lan­ge beim Kon­kur­samt, bis sie ent­we­der ge­richt­lich ei­nem der Ge­sell­schaf­ter zu­ge­spro­chen wor­den sind oder die ge­setz­li­che zehn­jäh­ri­ge Frist vom Ta­ge der letz­ten Ein­tra­gung an ab­ge­lau­fen ist.
Die Ge­schäfts­bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re von fal­li­ten Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten sind auch nach Schluss des Kon­kurs­ver­fah­rens auf dem Kon­kur­samt auf­zu­be­wah­ren, so­lan­ge nicht die nach Ar­ti­kel 747 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts hier­zu kom­pe­tente Han­dels­re­gis­ter­be­hör­de einen an­de­ren si­che­ren Ort für die Nie­der­le­gung auf die Dau­er von zehn Jah­ren be­stimmt hat.
Ist die Auf­be­wah­rung durch den Ge­mein­schuld­ner nicht mög­lich, so sind die Bü­cher und Pa­pie­re auf dem Kon­kur­samt auf­zu­be­wah­ren.
Die kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­den ha­ben da­für zu sor­gen, dass die Kon­kur­säm­ter, wel­che nicht in der La­ge sind, die nach vor­ste­hen­den Grund­sät­zen bei ih­nen lie­gen­den Bü­cher und Pa­pie­re auf­zu­be­wah­ren, sie an ei­nem zen­tra­len Or­te ar­chi­vie­ren kön­nen.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
3. Auf­zeich­nung auf Bild- und Da­ten­trä­gern2
1Die auf­zu­be­wah­ren­den Ak­ten kön­nen mit Zu­stim­mung der kan­to­na­len Auf­sichts­be­hör­de auf Bild- oder Da­ten­trä­gern auf­ge­zeich­net und die Ori­gi­nal­ak­ten hier­auf ver­nich­tet wer­den.3
2Die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de sorgt da­für, dass die Vor­schrif­ten der bun­des­rät­li­chen Ver­ord­nung vom 2. Ju­ni 19764 über die Auf­zeich­nung von auf­zu­be­wah­ren­den Un­ter­la­gen sinn­ge­mä­ss be­folgt wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 18. Mai 1979, in Kraft seit 1. Ju­li 1979 (AS 1979 813).
4 [AS 1976 1334. AS 2002 1399 Art. 11]. Sie­he heu­te die Ge­schäfts­bü­cher­ver­ord­nung vom 24. April 2002 (SR 221.431).
V. Buch-, Kassa- und Rechnungsführung
1. Kassa­buch
1Al­le Ein- und Aus­zah­lun­gen, wel­che dem Kon­kur­samt oder von ihm auf Rech­nung ei­ner Kon­kurs­li­qui­da­ti­on ge­macht wer­den, wie na­ment­lich Kon­kurs­kos­ten (Vor­schüs­se und Sal­do), in­ven­tier­te Bar­schaft, ein­ge­hen­de Gut­ha­ben, Miet- und Pacht­zin­se, Stei­ge­rungs­er­lö­se, Be­zü­ge des Kon­kur­sam­tes auf Rech­nung der Kon­kurs­ge­büh­ren, Ein­zah­lun­gen und Rück­zü­ge bei der De­po­si­ten­an­stalt, Ab­schlags­ver­tei­lun­gen, Aus­rich­tung der Di­vi­den­den, sind un­ver­züg­lich nach ih­rer zeit­li­chen Fol­ge in das Kassa­buch ein­zu­tra­gen.
2Die Ein­tra­gun­gen sol­len ent­hal­ten: das Da­tum der Zah­lung, die An­ga­be des Kon­kur­ses, Na­me und Wohn­ort des Zah­len­den oder des Emp­fän­gers, Be­trag der ein- oder aus­be­zahl­ten Sum­me (ers­te­rer im Soll, letz­te­rer im Ha­ben) und das Fo­lio der ent­spre­chen­den Ein­tra­gung im Kon­to­kor­rent­buch.
3Das Kassa­buch ist mo­nat­lich ab­zu­sch­lies­sen und der Sal­do vor­zu­tra­gen.
2. Kon­to­kor­rent­buch
a. An­la­ge im all­ge­mei­nen
1Für je­de Kon­kurs­li­qui­da­ti­on ist im Kon­to­kor­rent­buch ei­ne lau­fen­de Rech­nung zu er­öff­nen, wel­che ei­ne über­sicht­li­che chro­no­lo­gi­sche Zu­sam­men­stel­lung sämt­li­cher auf die Li­qui­da­ti­on be­züg­li­cher Kassa­vor­gän­ge auf Grund der Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch ge­ben soll und mit der Be­en­di­gung der Li­qui­da­ti­on ab­zu­sch­lies­sen ist.
2Die Ein­tra­gun­gen sol­len ent­hal­ten: das Da­tum der Zah­lung, Na­me und Wohn­ort des Zah­len­den oder des Emp­fän­gers, kur­ze Be­zeich­nung der Na­tur der Zah­lung, Hin­weis auf den Ein­trag im Kassa­buch, Be­trag der ein- oder aus­be­zahl­ten Sum­me (ers­te­rer im Ha­ben, letz­te­rer im Soll). Setzt sich ein Kass­apo­sten aus meh­re­ren Teil­pos­ten zu­sam­men, so sind die­se auf­zu­füh­ren.
b. Bu­chung der De­po­si­ten
1Fer­ner ist im Kon­to­kor­rent­buch über den Ver­kehr mit der De­po­si­ten­an­stalt ein be­son­de­res Kon­to zu füh­ren, in wel­chem sämt­li­che Ein­la­gen und Rück­zü­ge des Kon­kur­sam­tes (ers­te­re im Soll, letz­te­re im Ha­ben), so­wie all­fäl­li­ge Zin­sen ein­zu­tra­gen sind, un­ter An­ga­be des Kon­kurs­fal­les, auf des­sen Rech­nung die Zah­lun­gen statt­ge­fun­den ha­ben.
2Die Ein­la­gen sind bei der De­po­si­ten­an­stalt auf den Na­men der be­tref­fen­den Kon­kurs­mas­se (nicht des Kon­kur­sam­tes) ein­zu­tra­gen, in der Mei­nung, dass die De­po­si­ten­an­stalt für je­den Kon­kurs ein be­son­de­res Kon­to zu füh­ren ha­be.
3. Bi­lanz­heft
1Die am En­de je­des Mo­nats vor­zu­neh­men­den Kas­saab­schlüs­se (Art. 16 Abs. 3) sind im Bi­lanz­heft ein­zu­tra­gen und vom Kon­kurs­be­am­ten zu un­ter­zeich­nen. Durch die Bi­lanz soll so­wohl die Über­ein­stim­mung der Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch mit den­je­ni­gen im Kon­to­kor­rent­buch als auch die Über­ein­stim­mung des Bar­sal­dos und der De­po­si­ten mit den Ein­tra­gun­gen im Kas­sa- und Kon­to­kor­rent­buch fest­ge­stellt wer­den.
2Die Über­ein­stim­mung der Ein­tra­gun­gen in bei­den Bü­chern ist nach­ge­wie­sen, wenn die Sum­me der Sald­o­be­trä­ge der ein­zel­nen Kon­ti nach Ab­rech­nung des De­po­si­ten­sal­dos dem Be­trag des Kas­sa­sal­dos ent­spricht. All­fäl­li­ge Bu­chungs­feh­ler sind auf­zu­su­chen und zu be­rich­ti­gen, be­vor der Sal­do vor­ge­tra­gen wird.
4. Form der Ein­tra­gun­gen und Be­rich­ti­gun­gen
Die Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch, Kon­to­kor­rent­buch und Bi­lanz­heft sind in sorg­fäl­ti­ger Schrift un­ter Ver­mei­dung von Ra­su­ren, Durch­strei­chun­gen, Zwi­schen­schrif­ten und Lücken aus­zu­füh­ren. Die Be­rich­ti­gung irr­tüm­li­cher Ein­tra­gun­gen er­folgt durch Nach­trä­ge oder Ein­schal­tung von Stor­ni­pos­ten.
5. Quit­tun­gen
Die Quit­tun­gen (Art. 16) sind ent­we­der, für je­de Li­qui­da­ti­on ge­son­dert, in zeit­li­cher Rei­hen­fol­ge zu num­me­rie­ren, in ei­nem mit der Be­zeich­nung des Kon­kur­ses über­schrie­be­nen Um­schlag zu sam­meln und nach Ab­schluss der Li­qui­da­ti­on bei den üb­ri­gen Ak­ten des Kon­kur­ses auf­zu­be­wah­ren, oder sie sind fort­lau­fend in der Rei­hen­fol­ge der Ein­tra­gun­gen im Kassa­buch zu num­me­rie­ren, je­des Jahr mit Nr. 1 be­gin­nend, und nach Jahr­gän­gen ge­ord­net auf­zu­be­wah­ren. Im ers­ten Fal­le sind die Be­leg­num­mern im Kon­to­kor­rent­buch, im zwei­ten Fal­le im Kassa­buch vorzu­mer­ken.
1 Im fran­zö­si­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus drei Ab­sät­zen. Dem Abs. 1 ent­spricht der ers­te Satz­teil des ers­ten Sat­zes bis «auf­zu­be­wah­ren», Abs. 2 der zwei­te Satz­teil des ers­ten Sat­zes und Abs. 3 der zwei­te Satz.
6. De­po­si­ten
1Al­le er­heb­li­chen Bar­ein­gän­ge so­wie Wert­pa­pie­re und Wert­sa­chen sind spä­tes­tens am vier­ten Ta­ge nach dem Ein­gan­ge der De­po­si­ten­an­stalt (Art. 9 und 24 SchKG) zu über­ge­ben. Es darf im­mer­hin so­viel Bar­schaft zu­rück­be­hal­ten wer­den, als zur De­ckung na­he be­vor­ste­hen­der Aus­la­gen er­for­der­lich ist. Die Ab­lie­fe­rung der Gel­der hat oh­ne Rück­sicht dar­auf zu er­fol­gen, ob Zin­sen ver­gü­tet wer­den.
2Im Fal­le ei­nes Rechts­hil­fe­ge­su­ches sind die bei dem er­such­ten Kon­kur­samt ein­ge­gan­ge­nen Gel­der, Wert­schrif­ten und Wert­sa­chen so­fort der er­su­chen­den Amts­stel­le ab­zu­lie­fern.
7. Ge­son­der­te Buch- und Kas­sa­füh­rung
Den Kon­kurs­be­am­ten ist un­ter­sagt:
so­wohl im Bar­ver­kehr als im Ver­kehr mit der De­po­si­ten­an­stalt Amts­gel­der mit ih­rem Pri­vat­ver­mö­gen zu ver­mi­schen;
da, wo der Be­am­te noch ein an­de­res staat­li­ches Amt be­klei­det, das Kassa­buch und das Kon­to­kor­rent­buch für an­de­re Ein­tra­gun­gen als für das Kon­kur­samt zu be­nut­zen, es sei denn, dass es in be­son­dern Ko­lon­nen ge­schieht;
die aus ei­ner Kon­kurs­mas­se stam­men­den Bar­ein­gän­ge auch nur vor­über­ge­hend zur Be­frie­di­gung von Be­dürf­nis­sen ei­ner an­dern Kon­kurs­mas­se zu ver­wen­den. So­weit der Be­am­te selbst zur Be­strei­tung von Aus­la­gen für Rech­nung ei­ner Kon­kurs­mas­se Vor­schüs­se leis­tet, müs­sen die­se so­fort als sol­che ge­bucht wer­den.
8. Ge­büh­ren- und Aus­la­gen­rech­nung
1Über die Ge­büh­ren und Aus­la­gen des Kon­kur­sam­tes so­wie der Mit­glie­der des Gläu­bi­ge­raus­schus­ses ist vom Kon­kurs­be­am­ten für je­den Kon­kurs und für je­des Rechts­hil­fe­ge­such von der Er­öff­nung des Ver­fah­rens an ei­ne be­son­de­re de­tail­lier­te Rech­nung zu füh­ren.
2Die Be­le­ge für die Ba­raus­la­gen (Massa­kos­ten) sind fort­lau­fend nach ih­rem Da­tum zu num­me­rie­ren, in ei­nem Um­schlag zu sam­meln und nach Schluss des Ver­fah­rens bei den üb­ri­gen Ak­ten des Kon­kur­ses auf­zu­be­wah­ren.
9. An­de­re Or­ga­ni­sa­ti­ons­art
Die kan­to­na­le Auf­sichts­be­hör­de kann ei­ne an­de­re Art der Or­ga­ni­sa­ti­on der Buch-, Kas­sa- und Rech­nungs­füh­rung zu­las­sen, so­fern sie den vor­ste­hen­den An­for­de­run­gen ge­nügt.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
1. In­ven­tar
1Im In­ven­tar sind in be­son­de­ren Ab­tei­lun­gen, je­doch mit fort­lau­fen­der Num­me­rie­rung, auf­zu­neh­men: die Grund­stücke, die be­weg­li­chen Sa­chen, die Wert­schrif­ten, Gut­ha­ben und sons­ti­gen An­sprü­che und die Bar­schaft. Am Schluss des In­ven­tars sind die Schat­zungs­s­um­men der ein­zel­nen Ka­te­go­ri­en zu­sam­men­zu­stel­len. Fin­den sich für ein­zel­ne Ka­te­go­ri­en kei­ne Ob­jek­te vor, so ist dies in der Zu­sam­men­stel­lung zu be­mer­ken.1
2Statt ka­te­go­ri­en­wei­se in be­son­dern Ab­tei­lun­gen kön­nen die ein­zel­nen Ge­gen­stän­de auch un­un­ter­schie­den nach­ein­an­der auf­ge­nom­men wer­den.
3Bei al­len Ob­jek­ten ist an­zu­ge­ben, wo sie sich be­fin­den (Kon­kurs­kreis, Ge­mein­de, Räum­lich­keit).
b. Bei Grund­stücken im be­son­dern
1Die Grund­stücke sind auf Grund ei­nes Aus­zu­ges aus dem Grund­buch un­ter An­ga­be der Rech­te Drit­ter auf­zu­zeich­nen oder es ist auf den Aus­zug zu ver­wei­sen.
2Sind die Grund­stücke ver­mie­tet oder ver­pach­tet, so sind An­ga­ben über die Per­so­na­li­en des Mie­ters oder Päch­ters, die Dau­er des Rechts­ver­hält­nis­ses, die Hö­he des Zin­ses und den Ver­fall­ter­min ins In­ven­tar oder in ei­ne be­son­de­re Lis­te auf­zu­neh­men.
c. In­ven­ta­ri­sie­rung von Ob­jek­ten im Aus­land und von An­fech­tungs­an­sprü­chen
1Die im Aus­land lie­gen­den Ver­mö­gens­stücke sind oh­ne Rück­sicht auf die Mög­lich­keit ih­rer Ein­be­zie­hung in die in­län­di­sche Kon­kurs­mas­se ins In­ven­tar ein­zu­stel­len.
2Ste­hen der Kon­kurs­mas­se An­fech­tungs­an­sprü­che nach den Ar­ti­keln 214 und 285ff. SchKG zu, so sind sie im In­ven­tar vorzu­mer­ken, un­ter Bei­fü­gung ei­ner un­ge­fäh­ren Schät­zung für den Fall ei­nes güns­ti­gen Er­geb­nis­ses der An­fech­tung.
d. Be­hand­lung der Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel
Im Be­sitz des Ge­mein­schuld­ners be­find­li­che Pfand­ti­tel über auf sei­nem Grund­stück pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen sind im In­ven­tar nicht als Ak­ti­ven auf­zu­füh­ren, son­dern le­dig­lich pro me­mo­ria vorzu­mer­ken und vom Kon­kur­samt in Ver­wah­rung zu neh­men (vgl. Art. 75 hier­nach).
e. An­er­ken­nung durch den Ge­mein­schuld­ner und Un­ter­zeich­nung
1Das In­ven­tar ist zu da­tie­ren und hat die Dau­er der In­ven­tur so­wie die Na­men sämt­li­cher mit­wir­ken­der Per­so­nen an­zu­ge­ben.
2Der Kon­kurs­be­am­te und die nö­ti­gen­falls zu­ge­zo­ge­nen Schät­zer ha­ben das In­ven­tar zu un­ter­zeich­nen.1
3So­dann ist der Ge­mein­schuld­ner vom Kon­kurs­be­am­ten an­zu­fra­gen, ob er das In­ven­tar als voll­stän­dig und rich­tig an­er­ken­ne, und auf die Straf­fol­gen ei­ner un­voll­stän­di­gen Ver­mö­gens­an­ga­be aus­drück­lich auf­merk­sam zu ma­chen.
4Die Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners sind mit Be­zug auf je­de Ab­tei­lung des In­ven­tars zu pro­to­kol­lie­ren und von ihm zu un­ter­zeich­nen.
f. An­er­ken­nung an Stel­le des Ge­mein­schuld­ners
1Ist der Ge­mein­schuld­ner ge­stor­ben oder flüch­tig, so sind sei­ne er­wach­se­nen Haus­ge­nos­sen zur Ab­ga­be die­ser Er­klä­run­gen (Art. 29 Abs. 3 und 4) an­zu­hal­ten. Im Fall des Kon­kur­ses über ei­ne Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft sind die Er­klä­run­gen von al­len un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­tern ab­zu­ge­ben, wel­che an­we­send und zur Ge­schäfts­füh­rung be­fugt sind, im Fall des Kon­kur­ses über ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft oder ei­ne Ge­nos­sen­schaft von ih­ren Or­ga­nen.
2Kön­nen die Er­klä­run­gen nicht er­hält­lich ge­macht wer­den, so ist der Grund ih­res Feh­lens vorzu­mer­ken.
1 Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ar­ti­kel aus ei­nem ein­zi­gen Ab­satz.
g. Aus­schei­dung der Kom­pe­tenz­stücke und Mit­tei­lung an den Ge­mein­schuld­ner
1Die Kom­pe­tenz­stücke mit Ein­schluss ei­ner all­fäl­li­gen Fa­mi­li­en­heim­stät­te (Art. 349ff. ZGB1) sind am Schlus­se des In­ven­tars aus­zu­schei­den, un­ter Ver­wei­sung auf die Num­mer der ein­zel­nen Ge­gen­stän­de im In­ven­tar.
2Von die­ser Aus­schei­dung ist dem Ge­mein­schuld­ner ent­we­der bei der Vor­la­ge des In­ven­tars oder durch be­son­de­re schrift­li­che Ver­fü­gung Mit­tei­lung zu ma­chen.
3Ver­zich­tet der Ge­mein­schuld­ner auf die Kom­pe­tenz­qua­li­tät be­stimm­ter Ge­gen­stän­de zu­guns­ten der Kon­kurs­mas­se, so ist die­se Er­klä­rung im In­ven­tar von ihm zu un­ter­zeich­nen.
h. Mit­tei­lung von der Aus­schei­dung an die Gläu­bi­ger
1Von der Ver­fü­gung über die Kom­pe­tenz­stücke ist an der ers­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung durch Auf­le­gung des In­ven­tars den an­we­sen­den Kon­kurs­gläu­bi­gern Kennt­nis zu ge­ben, und es läuft als­dann für sie die Frist für die Be­schwer­de an die Auf­sichts­be­hör­den von die­sem Zeit­punkt an. Ei­ne spä­te­re An­fech­tung der Ver­fü­gung durch die Kon­kurs­gläu­bi­ger ist aus­ge­schlos­sen.
2Ist die Aus­schei­dung der Kom­pe­tenz­stücke bis zur ers­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung nicht mög­lich und eben­so im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren soll die Mit­tei­lung von der Auf­le­gung des In­ven­tars mit der Be­kannt­ma­chung über die Auf­la­ge des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes ver­bun­den wer­den, in wel­chem Fal­le die Frist für die An­fech­tung des In­ven­tars vom Ta­ge der Auf­le­gung an läuft.
i. Fruch­t­er­lös
Der Er­trag aus den na­tür­li­chen und den zi­vi­len Früch­ten, wel­che die Grund­stücke wäh­rend des Kon­kur­ses ab­wer­fen, ist im In­ven­tar in ei­ner be­son­de­ren Ab­tei­lung suk­zes­si­ve an­zu­ge­ben.
k. Vor­mer­kung der Ei­gen­tums­an­spra­chen und ih­rer Er­le­di­gung
1Eben­so sind die Ei­gen­tums­an­spra­chen (Art. 242 SchKG) in ei­ner be­son­dern Ab­tei­lung des In­ven­tars un­ter An­ga­be des An­spre­chers, der In­ven­tar­num­mer des an­ge­spro­che­nen Ge­gen­stan­des und der all­fäl­li­gen Be­le­ge fort­lau­fend zu­sam­men­zu­stel­len. Im In­ven­tar sel­ber ist bei den an­ge­spro­che­nen Ge­gen­stän­den in der Ru­brik «Be­mer­kun­gen» auf die­sen Vor­merk hin­zu­wei­sen.
2Am En­de des Ti­tels sind die Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners so­wie die spä­tern Ver­fü­gun­gen der Kon­kurs­ver­wal­tung über die Ei­gen­tums­an­spra­chen und das Re­sul­tat all­fäl­li­ger Pro­zes­se sum­ma­risch vorzu­mer­ken.
2. Kos­ten­vor­schuss
1Hat das Kon­kur­ser­kennt­nis vom Gläu­bi­ger oder Schuld­ner, auf des­sen Be­geh­ren die Er­öff­nung des Kon­kur­ses aus­ge­spro­chen wur­de, nicht einen Kos­ten­vor­schuss für die bis und mit der Ein­stel­lung des Kon­kur­ses man­gels Ak­ti­ven oder bis zum Schul­den­ruf er­lau­fen­den Kos­ten ge­for­dert, so kann das Kon­kur­samt selbst von den nach Ar­ti­kel 169 SchKG für die­se Kos­ten Haf­ten­den noch einen sol­chen ver­lan­gen.1
2Die Auf­nah­me des In­ven­tars darf da­durch kei­ne Ver­zö­ge­rung er­fah­ren.
3. Ab­schluss der Ge­schäfts­bü­cher
Wird das Ge­schäft des Ge­mein­schuld­ners bis zur ers­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung wei­ter be­trie­ben, so sind die Bü­cher auf den Tag der Kon­kurser­öff­nung ab­zu­sch­lies­sen und von da an auf Rech­nung der Kon­kurs­mas­se wei­ter­zu­füh­ren, so­fern nicht be­son­de­re Bü­cher von der Kon­kurs­ver­wal­tung ge­führt wer­den.
4. Ein­ver­nah­me des Ge­mein­schuld­ners
An­läss­lich der In­ven­tar­auf­nah­me hat der Kon­kurs­be­am­te den Ge­mein­schuld­ner über fol­gen­de Punk­te ein­zu­ver­neh­men:
über die dem Na­men und Wohn­ort nach be­kann­ten Gläu­bi­ger, so­fern die Bü­cher dar­über nicht Auf­schluss ge­ben;
über den Be­stand von Pro­zes­sen im Sinn von Ar­ti­kel 207 Ab­satz 1 SchKG;
über den Be­stand von Scha­dens- und Per­so­nen­ver­si­che­run­gen (vgl. Art. 54 und 55 des BG vom 2. April 19081 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag);
ob Kin­der oder Mün­del un­ter sei­ner Ge­walt ste­hen und ob zu ih­ren Guns­ten Ei­gen­tums- oder For­de­rungs­an­sprü­che be­ste­hen;
ob er Un­ter­of­fi­zier, Of­fi­zier oder Fa­ch­of­fi­zier (Sol­dat, Ge­frei­ter oder Un­ter­of­fi­zier in Of­fi­ziers­funk­ti­on) der Ar­mee sei.
5. Be­schlag­nah­me von Post­sen­dun­gen
Die Kon­kur­säm­ter sind be­rech­tigt, von der zu­stän­di­gen Kreis­post­di­rek­ti­on für die Dau­er des Kon­kur­ses die Ein­sicht­nah­me oder Aus­lie­fe­rung von Post­sen­dun­gen und Post­scheck­gel­dern, die an den Ge­mein­schuld­ner adres­siert oder von ihm ab­ge­sandt wer­den, so­wie Aus­kunf­ter­tei­lung über den Post­ver­kehr des Ge­mein­schuld­ners zu ver­lan­gen (vgl. Art. 14 und 18 der Ver­ord­nung [1] vom 1. Sep­tem­ber 19672 zum Post­ver­kehrs­ge­setz). Der Ge­mein­schuld­ner hat je­doch das Recht, der Öff­nung der Sen­dun­gen bei­zu­woh­nen.
2 [AS 1967 1405, 1969 385 1120, 1970 480 714, 1971 683 1712, 1972 2675, 1974 578 1977 2050, 1975 2033, 1976 962, 1977 2122, 1979 287 1180, 1980 2 777, 1981 1863, 1983 1656, 1986 39 991, 1987 440, 1988 370, 1989 565 764 1899, 1990 1448, 1992 94 1243, 1993 62 2473, 1994 1442 2788, 1995 5491, 1996 14 470, 1997 270 1435; AS 1986 1991 Art. 45 Ziff. 2. AS 1997 2461 Art. 13 Bst. a]. Sie­he heu­te: die Post­ver­ord­nung vom 29. Aug. 2012 (SR 783.01).
6. Be­stim­mung des ein­zu­schla­gen­den Ver­fah­rens
1Bei der Be­gut­ach­tung der Fra­ge, ob der Er­lös der in­ven­ta­ri­sier­ten Ak­ti­ven vor­aus­sicht­lich zur De­ckung der Kos­ten des or­dent­li­chen Ver­fah­rens hin­rei­chen wer­de (Art. 231 Abs. 1 Ziff. 1 SchKG), hat das Kon­kur­samt zu be­rück­sich­ti­gen, dass, so­weit Pfand­rech­te an den Ver­mö­gens­stücken haf­ten, nur ein all­fäl­li­ger Über­schuss des Er­lö­ses über die pfand­ge­si­cher­ten For­de­run­gen hin­aus zur De­ckung der all­ge­mei­nen Kon­kurs­kos­ten ver­wen­det wer­den kann (Art. 262 SchKG).
2Deckt der mut­mass­li­che Über­schuss in Ver­bin­dung mit dem Er­lös aus den un­ver­pfän­de­ten Ak­ti­ven die vor­aus­sicht­li­chen Kos­ten nicht, so hat das Kon­kur­samt beim Kon­kurs­ge­richt Durch­füh­rung des Kon­kur­ses im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren oder Ein­stel­lung des Kon­kur­ses, sind die Ver­hält­nis­se ein­fach, Durch­füh­rung des Kon­kur­ses im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren zu be­an­tra­gen.
II. Schuldenruf
1. Spe­zi­al­an­zei­gen über die Kon­kurser­öff­nung1
1In die Spe­zi­al­an­zei­gen nach Art. 233 SchKG ist der In­halt der Kon­kur­spu­bli­ka­ti­on auf­zu­neh­men. Da­mit ist die Auf­for­de­rung an die Pfand­gläu­bi­ger so­wie an die Dritt­per­so­nen, de­nen die Pfand­ti­tel wei­ter­ver­pfän­det wor­den sind, zu ver­bin­den, die­se Ti­tel dem Kon­kur­samt ein­zu­ge­ben.
2Sol­che Spe­zi­al­an­zei­gen sind im or­dent­li­chen Ver­fah­ren zu er­las­sen:
an die Gläu­bi­ger, de­ren Na­men und Wohn­ort be­kannt sind;
an das Ge­richt, vor wel­chem ein Zi­vil­pro­zess im Sinn von Ar­ti­kel 207 Ab­satz 1 SchKG, und an die Be­hör­de, vor wel­cher ein Ver­wal­tungs­ver­fah­ren im Sinn von Ar­ti­kel 207 Ab­satz 2 SchKG hän­gig ist;
an den Ver­si­che­rer, wenn der Ge­mein­schuld­ner ei­ne Scha­dens- oder ei­ne Per­so­nen­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen hat­te;
an die zu­stän­di­ge Vor­mund­schafts­be­hör­de, wenn Kin­der oder Mün­del un­ter sei­ner Ge­walt ste­hen;
an die Grund­buchäm­ter der an­dern Kon­kurs­krei­se, in de­nen der Ge­mein­schuld­ner laut dem In­ven­tar Grund­stücke be­sass.2
3Die Na­men der Gläu­bi­ger, an wel­che Spe­zi­al­an­zei­gen er­ge­hen, sind im Kon­kur­spro­to­koll oder in ei­ner be­son­dern, vom Kon­kurs­be­am­ten zu un­ter­zeich­nen­den Lis­te zu­sam­men­zu­stel­len.
2. Rück­ga­be der Be­weis­mit­tel
Be­weis­mit­tel sol­len, wenn der Gläu­bi­ger nicht spe­zi­el­le Grün­de gel­tend macht, bis zum Ab­lauf der Frist zur An­fech­tung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes bei den Ak­ten be­hal­ten und erst her­nach zu­rück­ge­ge­ben wer­den.
1. Pro­to­kol­le der Gläu­bi­ger­ver­samm­lun­gen
1Über je­de Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ist vom Kon­kur­samt ein aus­führ­li­ches Pro­to­koll auf­zu­neh­men, wel­ches die Na­men sämt­li­cher er­schie­ne­ner Gläu­bi­ger und ih­rer Ver­tre­ter, evtl. un­ter Ver­wei­sung auf ei­ne be­son­ders an­ge­fer­tig­te, vom Kon­kurs­be­am­ten und den Mit­glie­dern des Bü­ros zu un­ter­zeich­nen­de Lis­te der be­kann­ten Gläu­bi­ger so­wie die Fest­stel­lung ent­hal­ten soll, ob die Ver­samm­lung be­schluss­fä­hig war (Art. 236 und 254 SchKG).
2Der vom Kon­kur­samt ge­mä­ss den Ar­ti­keln 237 Ab­satz 1 und 253 Ab­satz 1 zu er­stat­ten­de Be­richt soll ent­we­der schrift­lich ab­ge­fasst, un­ter­zeich­net und un­ter Vor­mer­kung am Pro­to­koll zu den Ak­ten ge­legt oder, falls er münd­lich er­stat­tet wird, in sei­nen we­sent­li­chen Be­stand­tei­len pro­to­kol­liert wer­den.
3Das Pro­to­koll soll im üb­ri­gen sämt­li­che ge­stell­ten An­trä­ge und ge­fass­ten Be­schlüs­se ent­hal­ten, oh­ne Wie­der­ga­be der Dis­kus­si­on, und ist vom Kon­kurs­be­am­ten und den Mit­glie­dern des Bü­ros zu un­ter­zeich­nen.1
2. Ak­ten­über­ga­be an aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tun­gen. Mit­tei­lung1
1Wird von der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ei­ne aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tung ein­ge­setzt (Art. 237 Abs. 2 und 253 Abs. 2 SchKG), so hat das Kon­kur­samt ihr die Ak­ten und das Pro­to­koll zu über­ge­ben und die Auf­sichts­be­hör­de un­ter Mit­tei­lung der Na­men, des Be­ru­fes und des Wohn­or­tes der Mit­glie­der der Kon­kurs­ver­wal­tung und ei­nes Aus­zu­ges aus dem Pro­to­koll der Gläu­bi­ger­ver­samm­lung da­von zu be­nach­rich­ti­gen.
2Ist der Ge­mein­schuld­ner im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen, so hat das Kon­kur­samt die aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tung auch dem Han­dels­re­gis­ter­amt mit­zu­tei­len.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
3. Pro­to­koll des Gläu­bi­ge­raus­schus­ses
Ist ein Gläu­bi­ge­raus­schuss be­stellt wor­den, so ist über die von ihm ge­fass­ten Be­schlüs­se ein Pro­to­koll zu füh­ren, das nach Er­le­di­gung des Kon­kur­ses mit dem Kon­kur­spro­to­koll zu ver­bin­den ist (Art. 10).
4. Aus­son­de­rungs­an­sprü­che
a. Ver­fü­gung der Kon­kurs­ver­wal­tung
Die Ver­fü­gung über die Her­aus­ga­be von Sa­chen, wel­che sich in der Ver­fü­gungs­ge­walt der Mas­se be­fin­den und von ei­nem Drit­ten zu Ei­gen­tum an­ge­spro­chen wer­den (Art. 242 SchKG und Art. 34 die­ser V), ist nach Ab­lauf der Ein­ga­be­frist (Art. 232 Abs. 2 Ziff. 2 SchKG) zu er­las­sen, oh­ne Rück­sicht dar­auf, ob der An­spre­cher selbst den An­spruch an­ge­mel­det ha­be oder ob die Sa­che vom Ge­mein­schuld­ner oder von ei­ner an­dern Per­son als Drit­tei­gen­tum be­zeich­net wor­den sei. Die Ver­fü­gung ist auch dann noch zu er­las­sen, wenn der An­spruch erst nach der Ver­stei­ge­rung des an­ge­spro­che­nen Ge­gen­stan­des, je­doch vor der Ver­tei­lung des Er­lö­ses an­ge­mel­det wird.
b. Kla­ge­frist­an­set­zung an den Drit­t­an­spre­cher
In die Kla­ge­frist­an­set­zung an den An­spre­cher nach Ar­ti­kel 242 Ab­satz 2 SchKG ist die ge­naue Be­zeich­nung des strei­ti­gen Ge­gen­stan­des so­wie die An­dro­hung auf­zu­neh­men, dass der An­spruch als ver­wirkt gel­te, wenn die Frist nicht ein­ge­hal­ten wer­de.
c. Wah­rung der Gläu­bi­ger­rech­te
1Will die Kon­kurs­ver­wal­tung den An­spruch an­er­ken­nen, so soll die An­zei­ge da­von an den Drit­t­an­spre­cher und die Her­aus­ga­be des an­ge­spro­che­nen Ge­gen­stan­des an ihn un­ter­blei­ben, bis fest­steht, ob die zwei­te Gläu­bi­ger­ver­samm­lung et­was an­de­res be­schliesst oder ob nicht ein­zel­ne Gläu­bi­ger nach Ar­ti­kel 260 SchKG Ab­tre­tung der An­sprü­che der Mas­se auf den Ge­gen­stand ver­lan­gen.
2Die Ver­wah­rungs­kos­ten ge­hen zu­las­ten der Kon­kurs­mas­se, nach er­folg­ter Ab­tre­tung der An­sprü­che ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG zu­las­ten des Ab­tre­tungs­gläu­bi­gers. Die Kon­kurs­ver­wal­tung kann die­sem un­ter An­dro­hung so­for­ti­ger Her­aus­ga­be des Ge­gen­stan­des an den Drit­t­an­spre­cher ei­ne Frist an­set­zen, in­nert der er für die Kos­ten der wei­te­ren Ver­wah­rung un­be­ding­te Gut­spra­che so­wie Si­cher­heit zu leis­ten hat.1
aa. Im or­dent­li­chen Ver­fah­ren
1Zu die­sem Zweck hat die Kon­kurs­ver­wal­tung in der Ein­la­dung zur zwei­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung aus­drück­lich zu be­mer­ken, dass Ab­tre­tungs­be­geh­ren im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG bei Ver­mei­dung des Aus­schlus­ses in der Ver­samm­lung selbst oder spä­tes­tens bin­nen zehn Ta­gen nach ih­rer Ab­hal­tung zu stel­len sei­en.
2Las­sen in­des­sen die be­son­dern Um­stän­de des Fal­les ei­ne Er­le­di­gung der Ei­gen­tums­an­spra­che vor der zwei­ten Gläu­bi­ger­ver­samm­lung als wün­schens­wert er­schei­nen, so kann zu die­sem Zwe­cke ent­we­der ei­ne be­son­de­re Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­be­ru­fen oder den Gläu­bi­gern durch Zir­ku­lar ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist an­ge­setzt wer­den, bin­nen der sie, bei Ver­mei­dung des Aus­schlus­ses, der Kon­kurs­ver­wal­tung mit­zu­tei­len ha­ben, ob sie den An­spruch ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 Ab­satz 1 SchKG an Stel­le der Mas­se be­strei­ten wol­len.
bb. Im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren
Im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren hat in wich­ti­ge­ren Fäl­len ei­ne Frist­an­set­zung zu er­fol­gen, wel­che mit der Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes zu ver­bin­den ist.
cc. Bei nach­träg­lich ein­ge­ge­be­nen An­sprü­chen
Nach­träg­lich ein­ge­ge­be­ne An­sprü­che sind in wich­ti­ge­ren Fäl­len den Gläu­bi­gern nach dem Er­mes­sen der Kon­kurs­ver­wal­tung durch öf­fent­li­che Be­kannt­ma­chung oder durch Zir­ku­lar mit­zu­tei­len oder es ist, wenn nö­tig, ei­ne be­son­de­re Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen.
dd. Aus­nah­men
Die obi­gen Vor­schrif­ten (Art. 47-50) fin­den kei­ne An­wen­dung, wenn das Ei­gen­tum des Drit­t­an­spre­chers von vorn­her­ein als be­wie­sen zu be­trach­ten oder die so­for­ti­ge Her­aus­ga­be des an­ge­spro­che­nen Ge­gen­stan­des im of­fen­ba­ren In­ter­es­se der Mas­se liegt oder end­lich vom Drit­t­an­spre­cher an­ge­mes­se­ne Kau­ti­on ge­leis­tet wird.
d. Kla­ge­frist­an­set­zung bei Massa­rechts­ab­tre­tun­gen
Wird ei­ne Ab­tre­tung der Rechts­an­sprü­che der Mas­se ver­langt, so setzt die Kon­kurs­ver­wal­tung nach er­folg­ter Ab­tre­tung und Aus­stel­lung ei­ner Be­schei­ni­gung hier­über an die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger dem Drit­ten die in Ar­ti­kel 242 Ab­satz 2 SchKG vor­ge­schrie­be­ne Frist zur Kla­ge an, un­ter An­ga­be der Gläu­bi­ger, ge­gen die er als Ver­tre­ter der Mas­se ge­richt­lich vor­zu­ge­hen hat.
e. Kon­kur­renz von Pfand- mit Ei­gen­tums­an­spra­chen
Wer­den Ge­gen­stän­de vin­di­ziert und dar­an zu­gleich von ei­nem Kon­kurs­gläu­bi­ger Pfand- oder Re­ten­ti­ons­rech­te gel­tend ge­macht, so ist fol­gen­der­mas­sen zu ver­fah­ren:
Wird der Ei­gen­tums­an­spruch im Kon­kurs an­er­kannt, so ist ein all­fäl­li­ger Streit zwi­schen dem Vin­di­kan­ten und dem Pfand­an­spre­cher nicht im Kon­kurs­ver­fah­ren aus­zu­tra­gen.
Kommt es da­ge­gen zu ei­nem Pro­zess über die Ei­gen­tums­an­spra­che, so ist über die Pfand­an­spra­che erst nach rechts­kräf­ti­ger Ab­wei­sung des Drit­t­an­spre­chers durch einen Nach­trag zum Kol­lo­ka­ti­ons­plan zu ver­fü­gen.
f. Kon­kur­renz von Pfand- oder Ei­gen­tums- mit Kom­pe­tenzan­spra­chen
1Kom­pe­tenz­stücke, an de­nen ver­trag­li­che Pfand­rech­te gel­tend ge­macht wer­den, sind, so­fern die­se Rech­te im Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fah­ren an­er­kannt wer­den, in die Kon­kurs­mas­se zu zie­hen und zu­guns­ten der Pfand­an­spre­cher zu ver­wer­ten. Ein all­fäl­li­ger Über­schuss ist dem Ge­mein­schuld­ner zu­zu­wei­sen.
2Wer­den von Drit­ten zu Ei­gen­tum an­ge­spro­che­ne Ge­gen­stän­de von der Mas­se als Kom­pe­tenz­stücke an­er­kannt, so un­ter­bleibt das Ver­fah­ren nach Ar­ti­kel 242 SchKG und ist der Drit­te dar­auf zu ver­wei­sen, den An­spruch ge­gen den Ge­mein­schuld­ner aus­ser­halb des Kon­kurs­ver­fah­rens gel­tend zu ma­chen.
IV. Erwahrung der Konkursforderungen Kollokation der Gläubiger
1. Pro­to­kol­lie­rung der Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners
Die Er­klä­run­gen des Ge­mein­schuld­ners über die ein­zel­nen For­de­run­gen (Art. 244 SchKG) sind ent­we­der im Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben oder in ei­nem be­son­dern Pro­to­koll zu ver­ur­kun­den und von ihm zu un­ter­zeich­nen. Ist der Ge­mein­schuld­ner ge­stor­ben oder ab­we­send, so ist dies an­zu­ge­ben. Die Be­stim­mung in Ar­ti­kel 30 Ab­satz 1 hier­vor be­tref­fend die Kol­lek­tiv-, Kom­man­dit-, Ak­ti­en­ge­sell­schaf­ten und Ge­nos­sen­schaf­ten fin­det hier eben­falls An­wen­dung.
2. Kol­lo­ka­ti­ons­plan
a. An­ord­nung
1Der Kol­lo­ka­ti­ons­plan ist nach fol­gen­der Ord­nung zu er­stel­len:
Pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen (vgl. Art. 37 SchKG):
grund­pfand­ge­si­cher­te;
faust­pfand­ge­si­cher­te.
Un­ge­si­cher­te For­de­run­gen: Klas­sen I-III (Art. 219 SchKG).1
2Lie­gen für ein­zel­ne Ka­te­go­ri­en oder Klas­sen des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes kei­ne An­mel­dun­gen vor, so ist dies je­wei­len zu be­mer­ken.
b. Ab­än­de­run­gen
Ab­än­de­run­gen des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes in­nert der Be­schwer­de­frist, Er­läu­te­run­gen oder Ver­voll­stän­di­gun­gen dür­fen nur durch un­ter­schrift­lich be­glau­big­te Rand­be­mer­kung er­fol­gen und sind je­wei­len neu zu pu­bli­zie­ren.
c. In­halt
1Je­de An­spra­che ist in der­je­ni­gen Klas­se und in demje­ni­gen Rang auf­zu­neh­men, der ihr von der Kon­kurs­ver­wal­tung oder vom Gläu­bi­ge­raus­schuss zu­er­kannt wird.
2Bei je­der An­spra­che ist die Ver­fü­gung der Ver­wal­tung über An­er­ken­nung oder Ab­wei­sung, im letz­te­ren Fall mit kur­z­er An­ga­be des Grun­des, vorzu­mer­ken. Die­se Ver­fü­gung hat sich auch auf die gel­tend ge­mach­ten oder im Grund­buch ent­hal­te­nen be­schränk­ten ding­li­chen Rech­te (Pfand­rech­te, Nutz­nies­sung, Wohn­recht, Grund­dienst­bar­kei­ten) nach Be­stand, Um­fang und Rang zu er­stre­cken.1
d. Form der Kol­lo­ka­ti­ons­ver­fü­gun­gen
1Er­scheint ei­ne For­de­rung als nicht hin­rei­chend be­legt, so kann die Ver­wal­tung sie ab­wei­sen oder dem An­spre­cher zur Ein­rei­chung wei­te­rer Be­weis­mit­tel ei­ne Frist an­set­zen.
2Be­ding­te Zu­las­sun­gen oder Ab­wei­sun­gen sind un­statt­haft, aus­ser im Fall, wo die Til­gung ei­ner im Be­stand un­be­strit­te­nen For­de­rung an­ge­foch­ten wird, die bei Rück­er­stat­tung des Emp­fan­ge­nen wie­der auf­lebt (Art. 291 Abs. 2 SchKG).
3Kann die Kon­kurs­ver­wal­tung sich über die Zu­las­sung oder Ab­wei­sung ei­ner An­spra­che noch nicht aus­spre­chen, so soll sie ent­we­der mit der Auf­stel­lung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes zu­war­ten oder aber den Kol­lo­ka­ti­ons­plan nach­träg­lich er­gän­zen und un­ter öf­fent­li­cher Be­kannt­ma­chung wie­der auf­le­gen.
e. Um­schrei­bung der An­spra­chen
1Die An­spra­chen sind fort­lau­fend zu num­me­rie­ren.
2Bei je­der An­spra­che ist der For­de­rungs­grund zu be­zeich­nen und auf die Num­mer der An­spra­che im Ver­zeich­nis der For­de­rungs­ein­ga­ben zu ver­wei­sen.
3Der Kol­lo­ka­ti­ons­plan hat für je­de Pfand­an­spra­che ge­nau an­zu­ge­ben, auf wel­chen Mas­sa­ge­gen­stand sie sich be­zieht; bei Grund­stücken sind die mit­ver­haf­te­ten Früch­te und Er­träg­nis­se so­wie die Zu­ge­hör, bei For­de­run­gen all­fäl­lig mit­ver­pfän­de­te Zins­be­treff­nis­se un­zwei­deu­tig zu be­zeich­nen, un­ter Ver­wei­sung auf die Ein­trä­ge im In­ven­tar. Ist ein Drit­ter per­sön­li­cher Schuld­ner, so ist dies eben­falls zu be­mer­ken.1
f. Dritt­pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen
1For­de­run­gen, für wel­che ganz oder zum Teil im Ei­gen­tum ei­nes Drit­ten ste­hen­de Ge­gen­stän­de als Pfand haf­ten, sind oh­ne Rück­sicht auf das Pfand, aber un­ter Er­wäh­nung des­sel­ben, in ih­rem vol­len (an­er­kann­ten) Be­trag un­ter die un­ge­si­cher­ten For­de­run­gen auf­zu­neh­men.
2Hat die Pfand­ver­wer­tung vor er­folg­ter Aus­rich­tung der Kon­kurs­di­vi­den­de an den Pfand­gläu­bi­ger statt­ge­fun­den, so ist der Pfand­ei­gen­tü­mer an Stel­le des Gläu­bi­gers zum Be­zug der Di­vi­den­de be­rech­tigt, so­fern und in­so­weit er nach dem gel­ten­den ma­te­ri­el­len Recht durch die Ein­lö­sung des Pfan­des in die Rech­te des Gläu­bi­gers ein­ge­tre­ten ist. Ist die Sub­ro­ga­ti­on strei­tig, so ist die Di­vi­den­de zu hin­ter­le­gen.
g. For­de­run­gen mit aus­län­di­schem Pfan­d­ob­jekt
Wenn die Pfan­d­ob­jek­te zwar dem Ge­mein­schuld­ner ge­hö­ren, aber im Aus­land lie­gen und nach dem mass­ge­ben­den Rech­te nicht zur in­län­di­schen Kon­kurs­mas­se ge­zo­gen wer­den kön­nen, so wird die auf die For­de­rung ent­fal­len­de Di­vi­den­de so lan­ge zu­rück­be­hal­ten, als das Pfand nicht im Aus­land li­qui­diert wor­den ist, und nur so­weit aus­ge­rich­tet, als der Pfand­aus­fall reicht. Die aus­zu­rich­ten­de Di­vi­den­de be­rech­net sich nach dem Pfand­aus­fall.1
1 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 5. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
h. Im Pro­zess lie­gen­de For­de­run­gen
1Strei­ti­ge For­de­run­gen, wel­che im Zeit­punkt der Kon­kurser­öff­nung be­reits Ge­gen­stand ei­nes Pro­zes­ses bil­den, sind im Kol­lo­ka­ti­ons­plan zu­nächst oh­ne Ver­fü­gung der Kon­kurs­ver­wal­tung le­dig­lich pro me­mo­ria vorzu­mer­ken.
2Wird der Pro­zess we­der von der Mas­se noch von ein­zel­nen Gläu­bi­gern nach Ar­ti­kel 260 SchKG fort­ge­führt, so gilt die For­de­rung als an­er­kannt, und die Gläu­bi­ger ha­ben kein Recht mehr, ih­re Kol­lo­ka­ti­on nach Ar­ti­kel 250 SchKG an­zu­fech­ten.
3Wird der Pro­zess da­ge­gen fort­ge­führt, so er­folgt je nach des­sen Aus­gang die Strei­chung der For­de­rung oder ih­re de­fi­ni­ti­ve Kol­lo­ka­ti­on, wel­che von den Gläu­bi­gern eben­falls nicht mehr an­ge­foch­ten wer­den kann.
4Bei der Ver­hand­lung dar­über, ob der Pro­zess fort­ge­führt wer­den soll, ist nach Ana­lo­gie von Ar­ti­kel 48 hier­vor zu ver­fah­ren.
i. Pro­to­kol­lie­rung der Ver­fü­gun­gen des Gläu­bi­ge­raus­schus­ses und des Pro­zes­s­er­geb­nis­ses
1Ist ein Gläu­bi­ge­raus­schuss er­nannt wor­den, so sind sei­ne Ver­fü­gun­gen im Kol­lo­ka­ti­ons­plan an­zu­ge­ben.
2Eben­so ist von all­fäl­li­gen Kol­lo­ka­ti­onss­trei­tig­kei­ten und der Art und Wei­se ih­rer Er­le­di­gung im Kol­lo­ka­ti­ons­plan Vor­merk zu neh­men.
k. Nach­träg­li­che Ab­än­de­run­gen
aa. In­ner­halb der An­fech­tungs­frist2
1In­ner­halb der An­fech­tungs­frist darf die Kon­kurs­ver­wal­tung die im Kol­lo­ka­ti­ons­plan ge­trof­fe­ne Ent­schei­dung nur so lan­ge ab­än­dern, als nicht ei­ne Kla­ge ge­gen die Mas­se oder einen an­dern Gläu­bi­ger an­ge­ho­ben ist.3
2Die Ab­än­de­rung ist neu zu pu­bli­zie­ren (Art. 67 Abs. 3).
bb. Im Pro­zess
1Will die Kon­kurs­ver­wal­tung in dem ge­gen sie ge­führ­ten Kol­lo­ka­ti­onss­treit es nicht zu ei­nem ge­richt­li­chen Ent­schei­de kom­men las­sen und an­er­kennt sie das gel­tend ge­mach­te Rechts­be­geh­ren nach­träg­lich ganz oder zum Teil, so kann die­se An­er­ken­nung nur un­ter Vor­be­halt der Rech­te der Kon­kurs­gläu­bi­ger er­fol­gen, ge­mä­ss Ar­ti­kel 250 SchKG die Zu­las­sung der For­de­rung oder den ihr neu an­ge­wie­se­nen Rang ih­rer­seits noch zu be­strei­ten.
2Zu die­sem Zwe­cke hat die Kon­kurs­ver­wal­tung die aus ih­rer nach­träg­li­chen An­er­ken­nung sich er­ge­ben­de Ab­än­de­rung des ur­sprüng­lich auf­ge­leg­ten Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes neu auf­zu­le­gen und zu pu­bli­zie­ren.
3Vor­be­hal­ten bleibt die dem Gläu­bi­ge­raus­schuss all­fäl­lig über­tra­ge­ne Kom­pe­tenz zum Ab­schluss oder zur Ge­neh­mi­gung von Ver­glei­chen ge­mä­ss Ar­ti­kel 237 Ab­satz 3 Zif­fer 3 SchKG. In die­sen Fäl­len hat ei­ne Neu­auf­la­ge und Pu­bli­ka­ti­on des durch den Ver­gleich ab­ge­än­der­ten Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes nicht statt­zu­fin­den.
l. Pu­bli­ka­ti­on
1Die Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes hat in den glei­chen Blät­tern zu er­fol­gen, in de­nen der Kon­kurs pu­bli­ziert wur­de.
2Im Zeit­punkt der Auf­le­gung des Pla­nes sol­len al­le von der Kon­kurs­ver­wal­tung oder dem Gläu­bi­ge­raus­schuss er­klär­ten Be­strei­tun­gen im Kol­lo­ka­ti­ons­plan ge­hö­rig vor­ge­merkt sein.
3Für nach­träg­li­che Ab­än­de­run­gen ge­nügt nicht ei­ne An­zei­ge an den Gläu­bi­ger, son­dern es ist in­nert der An­fech­tungs­frist die Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes zu wi­der­ru­fen und der neu er­stell­te oder ab­ge­än­der­te Plan wie­der­um auf­zu­le­gen und des­sen Be­kannt­ma­chung an­zu­ord­nen.
m. Spe­zi­al­an­zei­gen
In den nach Ar­ti­kel 249 Ab­satz 3 SchKG zu ver­sen­den­den Spe­zi­al­an­zei­gen ist der Grund der Ab­wei­sung zu be­zeich­nen und bei­zu­fü­gen, dass die zwan­zig­tä­gi­ge An­fech­tungs­frist (Art. 250 SchKG) vom Ta­ge der öf­fent­li­chen Be­kannt­ma­chung der Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes an zu lau­fen be­gin­ne.
n. Be­hand­lung­ver­spä­te­ter Kon­kursein­ga­ben
Wird ei­ne Kon­kurs­for­de­rung erst nach er­folg­ter Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes ein­ge­ge­ben, so hat ei­ne Pu­bli­ka­ti­on der Ver­fü­gung über sie nur zu er­fol­gen, wenn sie ganz oder teil­wei­se zu­ge­las­sen wird. Wird sie voll­stän­dig ab­ge­wie­sen, so ge­nügt die blos­se An­zei­ge da­von an den Gläu­bi­ger. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 65 und 66.
o. Im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren
Ein Kol­lo­ka­ti­ons­plan ist stets auch im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren zu er­stel­len. Da­bei sind die auf die Er­rich­tung, Auf­la­ge, Pu­bli­ka­ti­on und An­fech­tung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes be­züg­li­chen Vor­schrif­ten des SchKG so­wie der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung in glei­cher Wei­se zu be­ob­ach­ten.
1. Spe­zi­al­an­zei­gen über Grund­stücks­stei­ge­run­gen
Spe­zi­al­an­zei­gen nach Ar­ti­kel 257 SchKG sind aus­ser an die Grund­pfand­gläu­bi­ger auch an die­je­ni­gen Gläu­bi­ger zu er­las­sen, de­nen die Pfand­ti­tel über die auf dem Grund­stück haf­ten­den Pfand­rech­te ver­pfän­det sind (vgl. Art. 40 Abs. 1 hier­vor).
2. Stei­ge­rungs­pro­to­koll
1Über je­de Stei­ge­rung ist ein be­son­de­res Pro­to­koll zu füh­ren, wel­ches an­ge­ben soll: die lei­ten­den Per­so­nen, den Tag und die Dau­er so­wie den Ort der Stei­ge­rung und den Be­trag des Er­lö­ses für je­des spe­zi­ell ver­stei­ger­te Ob­jekt. Das Pro­to­koll ist vom Stei­ge­rungs­be­am­ten zu un­ter­zeich­nen. Bei der Ver­wer­tung von Wert­schrif­ten und Gut­ha­ben sind aus­ser­dem die Na­men der Er­stei­ge­rer zu ver­ur­kun­den, bei der Ver­wer­tung von Fahr­nis nur dann, wenn die Ge­gen­stän­de ins­ge­samt (en bloc) von ei­ner und der­sel­ben Per­son er­wor­ben wer­den.
2Wird die Stei­ge­rung von ei­nem an­dern öf­fent­li­chen Amt vor­ge­nom­men, so soll dies aus dem Pro­to­koll eben­falls her­vor­ge­hen.
b. Bei Lie­gen­schafts­stei­ge­run­gen im be­son­dern
Das Pro­to­koll über die Ver­wer­tung von Lie­gen­schaf­ten soll ins­be­son­de­re noch ent­hal­ten: die Er­klä­rung des Stei­ge­rungs­be­am­ten: «Die Lie­gen­schaft wird hier­mit um den Preis von Fr. …… zu­ge­schla­gen an N.N.» und die Un­ter­schrift des Er­wer­bers, der als der «Er­stei­ge­rer» zeich­net. Wo nicht zu­ge­schla­gen wird, ist am Fus­se des Pro­to­kolls zu be­mer­ken: «Die Lie­gen­schaft wur­de nicht zu­ge­schla­gen», und zwar un­ter An­ga­be des Grun­des, warum der Zu­schlag un­ter­blie­ben ist. Wur­de der Zu­schlag an Be­din­gun­gen ge­knüpft, so sind die­se ge­nau an­zu­ge­ben.
3. Lö­schung der un­ter­ge­gan­ge­nen Grund­pfand­rech­te
1Wer­den die Pfand­ti­tel über Grund­pfand­rech­te, wel­che durch die Ver­stei­ge­rung ganz oder teil­wei­se un­ter­ge­gan­gen sind, nicht bei­ge­bracht, so hat die Kon­kurs­ver­wal­tung trotz­dem die er­for­der­li­chen Lö­schun­gen oder Ab­än­de­run­gen im Grund­buch zu ver­an­las­sen.
2Die statt­ge­fun­de­ne Lö­schung oder Ab­än­de­rung des Grund­pfand­rechts ist durch ein­ma­li­ge Pu­bli­ka­ti­on im Amts­blatt zu ver­öf­fent­li­chen und dem Gläu­bi­ger, so­fern sein Na­me und sein Wohn­ort be­kannt sind, durch ein­ge­schrie­be­nen Brief zur Kennt­nis zu brin­gen, mit der An­zei­ge, dass die Ver­äus­se­rung oder Ver­pfän­dung des gänz­lich zu Ver­lust ge­kom­me­nen Pfand­ti­tels oder des teil­wei­se zu Ver­lust ge­kom­me­nen über den er­lös­ten Be­trag hin­aus als Be­trug straf­bar wä­re.1
3Ist der In­ha­ber des Ti­tels un­be­kannt, so hat das Be­trei­bungs­amt die Lö­schung oder Ab­än­de­rung des Grund­pfand­rechts öf­fent­lich be­kanntz­u­ma­chen, un­ter Hin­weis auf die in Ab­satz 2 hier­vor er­wähn­te Fol­ge ei­ner Ver­äus­se­rung oder Ver­pfän­dung des Ti­tels.2
2 Fas­sung ge­mä­ss den Art. 69 Abs. 3 und 136 Abs. 2 der V des BGer vom 23. April 1920 über die Zwangs­ver­wer­tung von Grund­stücken, in Kraft seit 1. Jan. 1921 (AS 36 425).
4. Spe­zi­al­fäl­le
a. Ent­kräf­tung der Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel und Lö­schung der lee­ren Pfand­stel­len
Im Be­sitz des Ge­mein­schuld­ners be­find­li­che Pfand­ti­tel über auf sei­nem Grund­stück grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen so­wie lee­re Pfand­stel­len dür­fen ge­mä­ss Ar­ti­kel 815 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches2bei der Auf­stel­lung der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen nicht be­rück­sich­tigt wer­den. Die Pfand­ti­tel sind oh­ne wei­te­res zur Ent­kräf­tung zu brin­gen und die lee­ren Pfand­stel­len nach der Ver­stei­ge­rung im Grund­buch zu lö­schen.
b. Be­hand­lung der vom Ge­mein­schuld­ner ver­pfän­de­ten Ei­gen­tü­mer­pfand­ti­tel
Die vom Ge­mein­schuld­ner ver­pfän­de­ten Pfand­ti­tel über auf sei­nem Grund­stück grund­pfand­ge­si­cher­te For­de­run­gen dür­fen nicht se­pa­rat ver­stei­gert wer­den, son­dern es ist für die be­tref­fen­den For­de­run­gen an­läss­lich der Ver­stei­ge­rung des Grund­stücks in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen Bar­zah­lung zu ver­lan­gen, und es sind die Ti­tel nach der Ver­stei­ge­rung zur Ent­kräf­tung zu brin­gen.
c. Ver­wer­tung von ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­den und von Le­bens­ver­si­che­rungs­an­sprü­chen
1Sind die zur Ver­wer­tung ge­lan­gen­den Ge­gen­stän­de ge­gen Scha­den ver­si­chert (vgl. Art. 37 und 40 Abs. 2 hier­vor), so ist bei der Ver­wer­tungs­hand­lung auf die be­ste­hen­de Ver­si­che­rung auf­merk­sam zu ma­chen. Wird die Ge­samt­heit der ver­si­cher­ten Ge­gen­stän­de von ei­ner und der­sel­ben Per­son er­wor­ben, so ist der Ver­si­che­rer vom Über­gang des Ei­gen­tums so­fort in Kennt­nis zu set­zen.
2Be­züg­lich der Ver­wer­tung (Ver­stei­ge­rung oder Ver­kauf aus frei­er Hand) ei­nes Le­bens­ver­si­che­rungs­an­spruchs sind die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 10 und 15-21 der Ver­ord­nung vom 10. Mai 19101 be­tref­fend die Pfän­dung, Ar­res­tie­rung und Ver­wer­tung von Ver­si­che­rungs­an­sprü­chen mass­ge­bend.
d. Ver­wer­tung von Vieh
Han­delt es sich um die Ver­wer­tung von Vieh, so sind die Vor­schrif­ten des Tier­seu­chen­ge­set­zes vom 1. Ju­li 19662(Art. 14) und der Tier­seu­chen­ver­ord­nung vom 27. Ju­ni 19953(Art. 11) be­tref­fend die Über­ga­be von Ver­kehrs­schei­nen an den Käu­fer zu be­ach­ten.
5. Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se
1Die Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se an ein­zel­ne Gläu­bi­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG er­folgt un­ter den im vor­ge­schrie­be­nen For­mu­lar fest­ge­setz­ten Be­din­gun­gen.
2Die aus der Flüs­sig­ma­chung des Pro­zes­s­er­geb­nis­ses ent­ste­hen­den Kos­ten dür­fen nicht der all­ge­mei­nen Mas­se be­las­tet wer­den.
1. Ab­schlags­ver­tei­lun­gen
1Be­vor Ab­schlags­ver­tei­lun­gen vor­ge­nom­men wer­den (Art. 237 Abs. 3 Ziff. 5 und 266 SchKG), ist ei­ne pro­vi­so­ri­sche Ver­tei­lungs­lis­te auf­zu­stel­len, wel­che un­ter Mit­tei­lung an die Gläu­bi­ger wäh­rend zehn Ta­gen beim Kon­kur­samt auf­zu­le­gen ist (Art. 263 SchKG).
2Teil­be­trä­ge, die auf strei­ti­ge For­de­run­gen, auf For­de­run­gen un­ter auf­schie­ben­der Be­din­gung oder mit un­ge­wis­ser Ver­fall­zeit (Art. 264 Abs. 3 SchKG), auf Si­cher­heits­an­sprü­che so­wie auf sol­che For­de­run­gen ent­fal­len, wel­che ver­spä­tet, je­doch noch vor der Ab­schlags­ver­tei­lung an­ge­mel­det wur­den (Art. 251 Abs. 3 SchKG), sind zu­rück­zu­be­hal­ten.
2. Er­stel­lung der de­fi­ni­ti­ven Ver­tei­lungs­lis­te
aa. Er­le­di­gung der Pro­zes­se
1Die de­fi­ni­ti­ve Ver­tei­lungs­lis­te darf erst er­stellt wer­den, wenn sämt­li­che, auf die Fest­stel­lung der Ak­tiv- und Pas­siv­mas­se be­züg­li­chen Pro­zes­se er­le­digt sind.
2Auf die von ein­zel­nen Gläu­bi­gern ge­mä­ss Ar­ti­kel 260 SchKG ge­führ­ten Pro­zes­se braucht da­ge­gen kei­ne Rück­sicht ge­nom­men zu wer­den, wenn zum vorn­her­ein fest­steht, dass ein Über­schuss für die Mas­se nicht zu er­war­ten ist (vgl. Art. 95 hier­nach).
bb. Be­stim­mung der Spe­zi­al­ver­gü­tung nach Art. 48 Ge­büh­ren­ver­ord­nung
Glaubt die Kon­kurs­ver­wal­tung (und even­tu­ell der Gläu­bi­ge­raus­schuss), auf ei­ne Spe­zi­al­ver­gü­tung nach Ar­ti­kel 48 der Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 23. Sep­tem­ber 19962zum SchKG An­spruch er­he­ben zu kön­nen, so hat sie vor der end­gül­ti­gen Fest­stel­lung der Ver­tei­lungs­lis­te der zu­stän­di­gen Auf­sichts­be­hör­de aus­ser sämt­li­chen Ak­ten ei­ne de­tail­lier­te Auf­stel­lung ih­rer Ver­rich­tun­gen, für wel­che die Ver­ord­nung kei­ne Ge­büh­ren vor­sieht, zur Fest­set­zung der Ent­schä­di­gung ein­zu­rei­chen.
2 SR 281.35
b. An­la­ge im all­ge­mei­nen
Bei der Auf­stel­lung der Ver­tei­lungs­lis­te ist wie folgt zu ver­fah­ren:
In ers­ter Li­nie sind bei ver­pfän­de­ten Ver­mö­gens­stücken so­wohl der Er­lös als die Kos­ten ih­rer In­ven­tur, Ver­wal­tung und Ver­wer­tung für al­le ein­zeln ge­nau an­zu­ge­ben. Die­se spe­zi­el­len Kos­ten sind vom Er­lös der be­tref­fen­den Pfand­ge­gen­stän­de in Ab­zug zu brin­gen.
Er­gibt sich nach Ab­zug der Kos­ten und voll­stän­di­ger De­ckung der Pfand­for­de­run­gen ein Über­schuss, so wird er zum Er­lös des frei­en Mas­se­ver­mö­gens ge­schla­gen. Er­gibt sich um­ge­kehrt auf den Pfan­d­ob­jek­ten ein Aus­fall, so ist er un­ter die For­de­run­gen in der ers­ten bis drit­ten Klas­se ein­zu­rei­hen, so­fern ei­ne per­sön­li­che Haf­tung des Schuld­ners für die For­de­rung be­steht.
Der Ge­sam­t­er­lös des frei­en Mas­se­ver­mö­gens nebst ei­nem all­fäl­li­gen Mehr­er­lös aus der Li­qui­da­ti­on der Pfan­d­ob­jek­te wird vor­ab zur De­ckung der ge­sam­ten üb­ri­gen Kon­kurs­kos­ten, zu de­nen auch die Kos­ten ei­nes vor­aus­ge­gan­ge­nen öf­fent­li­chen In­ven­tars zu rech­nen sind, ver­wen­det; der Rest ist nach Mass­ga­be des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes un­ter die Kur­rent­gläu­bi­ger zu ver­tei­len.
c. Im Fall des Art. 260 SchKG im Be­son­de­ren
Sind von ein­zel­nen Gläu­bi­gern Pro­zes­se nach Ar­ti­kel 260 SchKG mit Er­folg durch­ge­führt wor­den, so hat die Ver­tei­lungs­lis­te, evtl. in ei­nem Nach­trag, auch die Ver­tei­lung des Er­geb­nis­ses un­ter die Ab­tre­tungs­gläu­bi­ger und die Mas­se fest­zu­stel­len.
3. An­zei­ge über die Auf­le­gung der Ver­tei­lungs­lis­te
1Die An­zei­ge an die ein­zel­nen Gläu­bi­ger so­wie an den Ge­mein­schuld­ner über die Auf­le­gung der Ver­tei­lungs­lis­te hat durch ein­ge­schrie­be­ne Sen­dung zu er­fol­gen (Art. 34 SchKG).1
2Die­se An­zei­ge hat auch im Fal­le von Ab­än­de­run­gen der Ver­tei­lungs­lis­te statt­zu­fin­den, es sei denn, dass die Än­de­rung durch einen Ent­scheid der Auf­sichts­be­hör­de er­folgt ist.
4. Vor­nah­me der Ver­tei­lung. Vor­aus­set­zung
Be­vor die Kon­kurs­ver­wal­tung zur Ver­tei­lung des Er­lö­ses an die Gläu­bi­ger schrei­tet, hat sie sich dar­über zu ver­ge­wis­sern, ob wäh­rend der ge­setz­li­chen Frist von zehn Ta­gen Be­schwer­den ge­gen die Ver­tei­lungs­lis­te bei der Auf­sichts­be­hör­de ein­ge­langt sind, und be­ja­hen­den­falls ih­re Er­le­di­gung ab­zu­war­ten.
5. Aus­stel­lung der Ver­lust­schei­ne bei Heim­stät­ten1
Be­sitzt der Ge­mein­schuld­ner im Zeit­punk­te der Aus­stel­lung der Ver­lust­schei­ne ein zur Heim­stät­te er­klär­tes Gut oder Haus (Art. 349ff. ZGB2 und Art. 31 hier­vor), so ist da­von in den Ver­lust­schei­nen Vor­merk zu neh­men, mit An­ga­be des Schat­zungs­wer­tes der Heim­stät­te und der auf ihr ru­hen­den Las­ten. Fer­ner sind in den Ver­lust­schei­nen die Be­stim­mun­gen des Zi­vil­ge­setz­bu­ches3 und die er­gän­zen­den kan­to­na­len Vor­schrif­ten über die Zwangs­ver­wal­tung der Heim­stät­ten und die Be­frie­di­gung der Gläu­bi­ger auf­zu­neh­men.
1 Auf­ge­ho­ben durch V des BGer vom 23. April 1926, mit Wir­kung seit 19. Dez. 1923 (AS 42 252).
VII. Schluss des Konkursverfahrens
1. Schluss­be­richt
1Der Schluss­be­richt der Kon­kurs­ver­wal­tung (Art. 268 SchKG) ist stets schrift­lich ab­zu­fas­sen und dem Kon­kurs­ge­rich­te mit sämt­li­chen Ak­ten und Be­le­gen, mit Ein­schluss der Quit­tun­gen der Gläu­bi­ger für die Kon­kurs­di­vi­den­de, ein­zu­rei­chen. Ei­ne Ab­schrift des Be­richts ist bei den Ak­ten auf­zu­be­wah­ren.
2Der Be­richt soll ei­ne ge­dräng­te Dar­stel­lung des Ver­laufs der Li­qui­da­ti­on ent­hal­ten. Er hat na­ment­lich über die Ur­sa­chen des Kon­kur­ses, die Ak­ti­ven und Pas­si­ven und den Ge­samt­be­trag der Ver­lus­te sum­ma­risch Auf­schluss zu ge­ben und zu er­wäh­nen, ob und even­tu­ell wel­che Be­trä­ge ge­mä­ss Ar­ti­kel 264 Ab­satz 3 SchKG bei der De­po­si­ten­an­stalt hin­ter­legt wer­den muss­ten.
2. Sum­ma­ri­sches Ver­fah­ren
Die Er­stat­tung ei­nes Schluss­be­rich­tes und die Be­kannt­ma­chung der Schluss­ver­fü­gung ha­ben auch im sum­ma­ri­schen Ver­fah­ren statt­zu­fin­den. Da­ge­gen ist ei­ne Pu­bli­ka­ti­on der Schluss­ver­fü­gung bei Ein­stel­lung des Kon­kurs­ver­fah­rens im Sin­ne des Ar­ti­kels 230 Ab­satz 2 SchKG nicht er­for­der­lich.
3. Ein­fluss von Pro­zes­sen nach Art. 260 SchKG1
Hat ei­ne Ab­tre­tung von Rechts­an­sprü­chen der Mas­se an ein­zel­ne Kon­kurs­gläu­bi­ger im Sin­ne von Ar­ti­kel 260 SchKG statt­ge­fun­den und ist an­zu­neh­men, dass aus der Ver­fol­gung der ab­ge­tre­te­nen Rech­te ein Über­schuss zu­guns­ten der Mas­se sich nicht er­ge­ben wer­de, so hat das Kon­kur­samt dem Kon­kurs­ge­rich­te un­ter Ein­sen­dung der Ak­ten dar­über An­trag zu stel­len, ob das Kon­kurs­ver­fah­ren so­fort ge­schlos­sen oder ob mit dem Schluss des Ver­fah­rens bis nach durch­ge­führ­ter Gel­tend­ma­chung des An­spruchs zu­ge­war­tet wer­den soll.
VIII. Summarisches Verfahren
Be­son­de­re Vor­schrif­ten für das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren
Für das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren gel­ten, aus­ser den in den Ar­ti­keln 32, 49, 70 und 93 ent­hal­te­nen Vor­schrif­ten, fol­gen­de Be­son­der­hei­ten:
Schlägt der Ge­mein­schuld­ner einen Nach­lass­ver­trag vor, so ist ei­ne Gläu­bi­ger­ver­samm­lung ein­zu­be­ru­fen, wenn er die Kos­ten da­für vor­schiesst.
Für Grund­stücks­stei­ge­run­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 134-137 und 143 SchKG; ein all­fäl­li­ger Zah­lungs­ter­min darf je­doch nicht mehr als drei Mo­na­te be­tra­gen. Im Üb­ri­gen gel­ten für die Ver­wer­tung die Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 71-78 und 80 die­ser Ver­ord­nung.
Für die Ver­tei­lung ist un­ter Be­ach­tung der Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 262 und 264 Ab­satz 3 SchKG so­wie der Ar­ti­kel 83 und 85 hier­vor ei­ne Ver­tei­lungs­lis­te zu er­stel­len. Ab­schlags­ver­tei­lun­gen sind nicht vor­zu­neh­men, da­ge­gen Ver­lust­schei­ne nach Ar­ti­kel 265 SchKG aus­zu­stel­len. Auch ist Ar­ti­kel 150 SchKG ana­log zur An­wen­dung zu brin­gen.
C. Geschäftsführung der ausseramtlichen Konkursverwaltungen
1. Be­zeich­nung der an­wend­ba­ren all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen
2 Die­ser Ti­tel («Obb­lig­hi dell'am­mi­nis­tra­zio­ne spe­cia­le di un fal­li­men­to») be­steht nur im ita­lie­ni­schen Text.
Die in den Ar­ti­keln 1 Zif­fern 2-4, 2, 3, 5, 8-10, 13, 15-34, 36, 38, 41, 44-69, 71-78, 80, 82-89, 92, 93 und 95 der vor­lie­gen­den Ver­ord­nung auf­ge­stell­ten Vor­schrif­ten gel­ten auch für ei­ne von den Gläu­bi­gern ge­wähl­te Kon­kurs­ver­wal­tung (Art. 241 SchKG und Art. 43 hier­vor).
2. Be­son­de­re Be­stim­mun­gen
1 Im ita­lie­ni­schen Text be­steht die­ser Ab­satz aus zwei Ab­sät­zen. Je­der Ab­satz ent­spricht ei­nem Satz des deut­schen Tex­tes.
2 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V des BGer vom 5. Ju­ni 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 2884).
1Die Auf­le­gung des Kol­lo­ka­ti­ons­pla­nes, der Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen und der Kos­ten­rech­nung und Ver­tei­lungs­lis­te hat, auch wenn ei­ne aus­ser­amt­li­che Kon­kurs­ver­wal­tung ein­ge­setzt ist, beim zu­stän­di­gen Kon­kur­samt zu er­fol­gen. Die Kan­to­ne kön­nen vor­schrei­ben, dass der Voll­zug der öf­fent­li­chen Stei­ge­run­gen durch das Kon­kurs- oder ein an­de­res öf­fent­li­ches Amt oder un­ter des­sen Mit­wir­kung zu ge­sche­hen ha­be.1
2Nach Schluss des Ver­fah­rens hat die Kon­kurs­ver­wal­tung das Pro­to­koll und die Ak­ten an das Kon­kur­samt zur Auf­be­wah­rung in des­sen Ar­chiv ab­zu­lie­fern.
1. Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens
1Die vor­lie­gen­de Ver­ord­nung tritt auf den 1. Ja­nu­ar 1912 in Kraft.
1 Ge­gen­stands­lo­se UeB.
2. Über­gangs­be­stim­mung
1Al­le mit den obi­gen Be­stim­mun­gen im Wi­der­spruch ste­hen­den Ver­ord­nungs­vor­schrif­ten und An­wei­sun­gen wer­den auf­ge­ho­ben.
2Ins­be­son­de­re wird Ar­ti­kel 12 der Ver­ord­nung vom 10. Mai 19101 be­tref­fend die Pfän­dung, Ar­res­tie­rung und Ver­wer­tung von Ver­si­che­rungs­an­sprü­chen durch Ar­ti­kel 61 hier­vor ab­ge­än­dert.

References: BGer 
 BGer 
 BGer 
 BGer 
 Art. 5
 BGer 
 Art. 10
 Art. 12
 BGer 
 BGer 
 Art. 11
 BGer 
 Art. 75
 Art. 54
 Art. 14
 Art. 45
 Art. 13
 Art. 233
 BGer 
 Art. 34
 Art. 37
 Art. 40
 Art. 69
 BGer 
 Art. 37
 Art. 95
 Art. 48
 Art. 260
 Art. 31
 BGer 
 Art. 260
 Art. 43
 BGer