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Timestamp: 2018-02-23 06:11:42+00:00

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...jurabilis! (Archiv von 2003-2006): April 2004
EuGH-Generalanwalt schlägt Verurteilung Frankreichs wegen fortdauernder struktureller Rechtsverletzung vor
In seinen Schlussanträgen vom 29.04.2004 (Az.: C-304/02) schlug Generalanwalt Geelhoed dem Europäischen Gerichtshof erstmals vor, einen Pauschalbetrag gegen einen Mitgliedsstaat wegen fortdauernder struktureller Verletzung des Gemeinschaftsrechts zu verhängen. Das Land sei mehrere Jahre lang Verpflichtungen zur Durchsetzung des Gemeinschaftsrechts auf dem Gebiet der Fischerei nicht nachgekommen.
Der Plagiarism-Finder durchstöbert anhand der zu überprüfenden Arbeiten das Web systematisch nach potenziellen "Fundstellen". Die Software erkennt automatisch die Formate Microsoft-Word (DOC), RichText (RTF) und Nur-Text (TXT), nicht allerdings PDF. Der User kann auswählen, wie ausführlich die Prüfung ausfallen soll. Mehrere Arbeiten können gleichzeitig gecheckt werden.
Die Suche dauert wenige Minuten. Dann erhält der Anwender einen Prüfbericht mit entsprechenden Quellenangaben. Eine Gratis-Testversion der Software steht auf der Mediaphor-Website zum Download bereit. Die Vollversion kostet 98 Euro.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 17:55 Keine Kommentare:
Heitere Momente im Leben des Korrektors
Ich hatte letztens die Gelegenheit, ein paar Erstsemesterklausuren im Staatsorganisationsrecht durchzusehen.
Dem Sachverhalt nach rief jemand, der sich in seinen Grundrechten verletzt fühlte, das BVerfG im Wege der Verfassungsbeschwerde an.
Aufgabe der Prüflinge war es nun, die Erfolgsaussichten zu begutachten.
Eine Kandidatin schrieb innerhalb der Zulässigkeit bei "Form und Frist":
"Ein Antrag beim BVerfG muß schriftlich eingehen. Dies ist bei einem Telefonat, wie hier, nicht der Fall."
Der Fall wurde sodann am Schwarzen Brett des Lehrstuhls zur allgemeinen Belustigung angeprangert (in den Kommentaren zu diesem Beitrag gefunden).
Mein elektronisches Textgedächtnis
Eine Gebrauchsanleitung zu der Flut der elektronischen Zettelkästen - dazu hat sich natürlich auch der Meister aller Zettelbändiger selbst geäußert:
Niklas Luhmann, "Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht", in: André Kieserling (Hrsg.), Universität als Milieu, Haux, Bielefeld, 1993, S. 53-61.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 03:18 Keine Kommentare:
Stiftungen: Treibstoff für Reformen?
Private Sponsoren machen Bildungspolitik: Große Stiftungen fördern den Wandel an Schulen und Hochschulen. Das stößt nicht überall auf Begeisterung.
Die Zeit 19 / 2004 - Artikel von Ulrich Schnabel und Martin Spiewak
Eingestellt von Alexander Hartmann um 03:01 Keine Kommentare:
Neues Jura-Ranking des CHE wird vorbereitet
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat mit den Vorarbeiten für das Hochschulranking 2005 begonnen, für das im Laufe des Jahres die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften untersucht werden.
Nach Auskunft des Centrums beginnen die Arbeiten mit der Recherche der einzubeziehenden Hochschulen, Fachbereiche und Studiengänge. Nach einer ersten Sitzung des CHE-Fachbeirats, der sich aus Vertretern der einbezogenen Fächer zusammensetzt, werden die Hochschulen ab Ende Mai einbezogen: sie müssen dann die Liste der einzubeziehenden Fachbereiche und Studiengänge überprüfen.
Bei azur findet sich auch eine interessante Bemerkung zum Uni-Ranking in der Jungen Karriere (unter der Überschrift "Die Lieblings-Unis der Wirtschaft"):
Einigermaßen überraschend haben einige der 600 befragten Personalchefs für die Bucerius Law School gestimmt, ohne dass sie jemals Erfahrungen mit Bucerius-Absolventen gemacht haben (können): Die Studierenden des 1. Jahrgangs stehen noch vor der 1. Staatsprüfung.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 19:46 Keine Kommentare:
Wunscharbeitsplätze der Juristen
Internationale Organisationen und Großkanzleien stehen bei Nachwuchsjuristen hoch im Kurs – vollkommen unattraktiv ist dagegen die Gründung einer eigenen Sozietät. Das hat eine aktuelle Umfrage von e-fellows.net und dem Trendence-Institut ergeben. Teilnehmer der Studie waren insgesamt 734 Jura-Studierende im Hauptstudium und Referendare. Alle Befragten sind Stipendiaten, Alumni oder Mitglieder bei e-fellows.net.
Soviel zum Thema "Wie gestalte ich eine möglichst repräsentative Studie?" ...
Zudem sorgt man ganz nebenbei noch für ein sattes Sympathieplus für den Juristenstand, wenn man folgende Erwartungshaltung der Jungjuristen wiedergibt:
Im Gegenzug erwarten die Jura-Absolventen jedoch auch ein lukratives Gehalt. 53.000 Euro sollte ein Einsteiger nach Meinung der Mehrheit im Jahr verlangen können. Dabei sind die Frauen wesentlich bescheidener als die Männer: Sie rechnen durchschnittlich mit nur 48.500 Euro.
e-fellows.net - Was sich Juristen wünschen
Eingestellt von Alexander Hartmann um 18:48 Keine Kommentare:
synapsen - ein hypertextueller Zettelkasten
Niklas Luhmann hätte seine helle Freude daran gehabt.
Siehe auch diesen Beitrag, diesen Beitrag und diesen Beitrag bei jurabilis.
Außerdem interessant: diese Sammlung zum Thema "Zettelkasten und Co", wo man unter anderem auf die Programme "Keep in Mind", ! Treepad und das Open-Source-Projekt KeyNote hingewiesen wird.
Mein Favorit bleibt indes das (in einer etwas älteren, aber für die meisten Einsatzzwecke absolut ausreichenden Version kostenlose) Programm CueCards.
Titelhandel im Internet (und außerhalb)
Im Vergleich zum Adelsnamen sind akademische Titel geradezu ein Schnäppchen. Ein Doktortitel kostet nur ein paar hundert Dollar und wenig Zeit. Auf Internetseiten wie "Titelkauf.de" oder "degreeconsulting.com" bekommt man binnen Sekunden das, wofür sich Deutschlands beste Nachwuchs-Wissenschaftler jahrelang abrackern: den Doktor-Titel. Abitur ist nicht nötig, geschweige denn ein Studium. Der Käufer einer solchen Bezeichnung hat dann beispielsweise die Ehre, sich Doctor of the Universe (Doktor des Universums) oder Doctor of Immortality (Doktor der Unsterblichkeit) nennen zu dürfen.
Der SPIEGEL greift das Thema in schöner Regelmäßigkeit auf - diesmal angereichert um die diesbezüglichen Probleme der EU-Osterweiterung ...
In einem Beitrag in der Neuen Züricher Zeitung vom 27. April 2004 verweist der Augsburger Mathematiker Prof. Dr. Friedrich Pukelsheim auf skurile Konsequenzen des sondierten spanisch/polnisch-deutschen Kompromisses einer 55/55-Mehrheit für die Regelung der Machtverteilung in der künftigen EU-Verfassung:
Nicht nur Deutschland, sondern auch Spanien und Polen, die bislang energisch gegen die vom Verfassungskonvent vorgeschlagene 50/60-Mehrheit opponiert haben, werden im Falle einer Einigung auf die 55/55-Alternative messbar an Gewicht im Ministerrat verlieren.
Lust auf Machtverlust? - Wie EU-Mitgliedstaaten ihren Einfluss beziffern können (NZZ 27.4.04)
Familienkrise bei den "Ehrenmännern" - Ein Mythos als Thema der Wissenschaft
Die Mafia als Objekt kriminologischer Forschung: Letizia Paoli vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht räumt in der neuesten Ausgabe der MaxPlanckForschung (1/2004) mit Mythen über die kriminelle Organisation auf. Diese steckt zwar in der schwersten Strukturkrise seit ihrem Bestehen, dennoch warnt die Wissenschaftlerin vor den bedenklichen Verflechtungen mit der amtierenden italienischen Regierung und einer daraus resultierenden möglichen Konsolidierung.
Weiterlesen in der Presseinformation der Max-Planck-Gesellschaft (MPG)
Die italienische Mafia: Paradigma oder Spezialfall der organisierten Kriminalität?
in: Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform 6, 425-440, 1999
Eingestellt von Alexander Hartmann um 21:20 Keine Kommentare:
Schnelllesen für Anfänger
Der WiWi-Treff (sowas gibt es wirklich!) bietet einen Kurs "Schnelllesen in sechs Lektionen" an.
"Blankensee-Colloquium" zum Begriff des Politischen in Europa vom 11. - 13. Mai 2004
Der beispiellose europäische Einigungsprozess, dessen Höhepunkt der Vertragsentwurf über eine Verfassung für Europa bildet, steht einem Defizit sozialer Legitimation gegenüber: Die Unionsbürger begegnen ihrem Gemeinwesen gleichgültig bis skeptisch. Dieses Missverhältnis wird gemeinhin unter den Stichwörtern Identität, Bürgerschaft, Verfassung, Demokratie, Legitimität und Finalität diskutiert. Im Kern steht die Suche nach einem angemessenen Begriff des Politischen für Europa.
Mit dem Wesen des Politischen in Europa setzt sich das von Prof. Dr. Ulrich Haltern geleitete interdisziplinäre "Blankensee-Colloquium" vom 11. - 13. Mai 2004 auseinander. Es nimmt sich der beschriebenen Suche an und will Methoden und Erkenntnisinteressen formulieren, die die gegenwärtige Debatte - auch im Lichte des Anschlags von Madrid im März 2004 - öffnen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Colloquiums.
Vergleich der führenden juristischen Onlinedienstleister in Deutschland
Der Markt der juristischen Onlinedienstleister wird inzwischen von den drei großen Anbietern juris, beckonline und westlaw beherrscht. Alle drei haben sich bei manchen Ähnlichkeiten aufgrund ihrer unterschiedlichen Ursprünge zu individuellen und klar unterscheidbaren Anbietern entwickelt.
Joel B. Münch, Katrin Priller: Vergleich der führenden juristischen Onlinedienstleister in Deutschland, in: JurPC Web-Dok. 175/2004
Vgl. dazu auch diesen Beitrag bei jurabilis.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 01:03 Keine Kommentare:
Die ewige Krise der Geisteswissenschaften
Nichts ist für die Geisteswissenschaften so beständig wie die Krise. Die Schriften zum Thema „Krise und Zukunft der Geisteswissenschaften“ sind mittlerweile zu einem eigenen literarischen Genre geworden. Und dennoch leben sie noch immer, die Germanisten, Historiker und Philosophen, die Altsprachler und Theologen. Und das nicht schlecht. Betrachtet man die Zahlen, könnte man gar von einer Blüte sprechen. Von Jahr zu Jahr sind die Studentenzahlen in den Sprach-, Kultur- sowie Sozialwissenschaften stetig gestiegen. Nie waren sie so hoch wie heute. Das Gleiche gilt für das Personal: Mehr als 20000 Beamte und Mitarbeiter für geisteswissenschaftliche Angelegenheiten leistet sich Deutschland. Am forschenden Nachwuchs mangelt es ebenso wenig. 2500 Dissertationen entstehen jährlich an den geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Allein bei den Historikern warten 250 Privatdozenten auf eine Professorenstelle.
Die Zeit 18 / 2004 - Martin Spiewak: "Rettet euch selbst, sonst tut es keiner"
Eingestellt von Alexander Hartmann um 21:11 Keine Kommentare:
Serie: "Abenteuer Jurastudium"
Heutige Episode: "Die Grundlagen" oder: "Die verlangen Unmenschliches!"
Unter jeder meiner Klausuren steht, dass meine Argumentation verbessert werden muss, dass Begründungen nicht nachvollziehbar seien etc., aber keiner schreibt dazu, wie man das evtl. besser machen könnte. Und so bekomm ich immer nur 5 Punkte.
Wie lernt man das am besten ? Kann man das überhaupt lernen ? Nützt es etwas, das auswendig zu lernen, was in Falllösungen/ Büchern bei Problemen drin steht ?
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob diese Frage nicht beißende Ironie sein soll ...
Studienkreis zum Privatisierungsrecht - "Law & Breakfast"
Die neue Forschungsstelle für Verwaltungsmodernisierung und Vergaberecht (FVV) in der Juristischen Fakultät der RUB richtet einen Studienkreis zum Privatisierungsrecht ein: Unter dem Motto "Law and Breakfast" findet am 30. April 2004 die Auftaktveranstaltung statt (8.30 Uhr, Internationales Begegnungszentrum IBZ der RUB).
Richter Hermann Wiesemann vom Verwaltungsgericht Gelsenkirchen referiert über "Gebührenrechtliche Probleme bei der Privatisierung kommunaler Einrichtungen einschließlich Leasing".
Weitere Informationen: Bettina Ruhland, Tel. 0234/32-25274, ls.burgi@jura.ruhr-uni-bochum.de, Website FVV
Der Spiegel-Artikel hatte viele Nicht-Berliner offenbar überrascht. Wer sich aus erster Hand über die Sozialstruktur Berlins informieren möchte, kann jetzt den Sozialstrukturatlas Berlin 2003 (PDF, 20 Seiten, Kurzversion) herunterladen.
[Dank an Rainer Langenhan]
Rainer Kolk nennt sich Privatdozent. Diesen sehr deutschen Titel erwirbt, wer nach 4 Jahren Grundschule, 9 Jahren Gymnasium, 7 Jahren Studium, 5 Jahren Promotion noch rund 7 weitere Jahre in die Lehre geht und am Ende ein dickes Buch abgibt: die Habilitation. Dann ist man im Schnitt 40 Jahre alt, hat den Gipfel akademischer Rangbezeichnungen erklommen - und steht kurz vor dem Nichts.
Die Alma mater ist eine Rabenmutter. Sie hat zu viele Kinder geboren und großgezogen, und die meisten hat sie vernachlässigt. Bis ins hohe Alter läßt sie den Nachwuchs im Nest hocken und macht ihm Hoffnungen, dann wirft sie ihn auf die Straße. Damit ist die junge Gelehrtengeneration in eine Abhängigkeit geraten, die selbst nach der letzten Reifeprüfung, der Habilitation, anhält. Denn wer außer der Universität will einen Rainer Kolk noch nehmen? Einen 43jährigen hochspezialisierten Geisteswissenschaftler, einen Meister seines Fachs, bar jeder praktischen Erfahrung? Die Professur ist das Ziel eines jeden Privatdozenten. Der einzig mögliche Arbeitsplatz. Drum muß er warten, bis ihn der "Ruf" einer deutschen Universität ereilt.
Diesen Artikel in der "Zeit" verfasste Martin Spiewak schon 1998, aktueller könnte die Analyse des Wissenschaftsbetriebs auch in Zeiten aufkommender Juniorprofessuren kaum sein ...
Probelauf für GMAIL
Google lässt sein umstrittenes Gmail-System von treuen Blogger.com-Nutzern auf Herz und Nieren prüfen. Mal sehen, ob ich mit den "kontextsensitiven Werbeeinblendungen" zurecht komme ...
Altes Kommentarsystem entfernt
Ab sofort steht nur noch das neue Kommentarsystem zur Verfügung. Der Server von Haloscan ist zwar bisweilen auch nicht erreichbar, scheint aber insgesamt doch stabiler zu sein als der des alten Systems.
Viel Spaß mit der Kommentarfunktion - möge sie ausgiebig genutzt werden!
Vorstellung des Doktorandennetzwerks Thesis e.V.
In einem Artikel des Magazins uni (3/00, PDF) wird das Doktoranden-Netzwerk Thesis e.V. vorgestellt.
Brewster Kahle hält universellen Wissensspeicher für machbar
Brewster Kahle, der Gründer des Internet Archive, hält die technischen und finanziellen Hindernisse beim Aufbau einer umfassenden digitalen Bibliothek des geistigen Schaffens der Menschheit für überwindbar. "Wir können es schaffen, das gesamte menschliche Wissen online verfügbar zu machen", erklärte der Netzguru zum Abschluss der Konferenz Computers, Freedom & Privacy (CFP) am Freitagabend in Berkeley.
Fast schon ein Kinderspiel sei es, einen Großteil der überlieferten Buchwelt zu digitalisieren und online vorrätig zu halten. Im Rahmen des über das Internet Archive zugänglichen "1-Million-Book"-Projekts seien momentan vor allem in Indien und China viele Freiwillige dabei, frei verfügbare Bücher zu scannen. Pro Buch müsse man dabei rund zehn US-Dollar veranschlagen. Demnach würde es etwa 260 Millionen Dollar kosten, die gesamten 26 Millionen Werke der amerikanischen Library of Congress zu digitalisieren. Das sei die Hälfte des Jahresbudgets der Institution und somit eine erschwingliche Summe. Die Speicherkosten schätzt Kahle auf weitere 600.000 Dollar.
Die Urheberrechtler werden da zwangsläufig als Spielverderber auftreten müssen ...
Interview zur Leistung der Professoren: "Die Wirtschaft soll vor der eigenen Haustür kehren"
Mit der Lehre an den deutschen Unis hapert es, meint Industrievertreter Georg Ludwig Braun und fordert mehr Leistung von Professoren (siehe das Interview in der ZEIT). Prof. Dr. Bernhard Kempen vom Deutschen Hochschulverband reagiert zornig: Im Spiegel-Interview verbittet er sich "unausgegorene Ratschläge von Wirtschaftsfunktionären" und klagt über staatliche Gängelung.
Prof. Dr. Bernhard Kempen selbst ist übrigens ein großartiger, rhetorisch begnadeter Hochschullehrer, dessen Staatsrecht-Vorlesungen das frühe Aufstehen stets wert waren. Das musste noch mal gesagt werden - man schimpft ja sonst so gerne über die Lehre an den juristischen Fakultäten ...
Umfrage: Schlechte Noten für Vorgesetzte
Deutschlands Arbeitnehmer geben ihren Vorgesetzten miserable Noten: Knapp zwei Drittel (64 Prozent) kritisieren, dass ihr Chef überhaupt nicht mit Menschen umgehen kann; rund 44 Prozent unterstellen ihm fachliche Defizite. Das ergab eine aktuelle Online-Umfrage unter 2.110 Teilnehmern des Magazins Junge Karriere in Kooperation mit dem Karriere-Netzwerk Monster.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 02:19 Keine Kommentare:
Anhaltspunkte, die auf Geldwäsche hindeuten
Für Berufsgruppen nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 und 2 GwG hat die Zentralstelle für Verdachtsanzeigen im BKA in Zusammenarbeit u.a. mit der BRAK eine instruktive Handreichung unter dem Titel "Anhaltspunkte, die auf Geldwäsche hindeuten" (PDF, 5 Seiten) veröffentlicht.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 01:36 Keine Kommentare:
BAG: Bei Personenschäden durch Streit unter Arbeitskollegen kann Haftungsprivileg des § 105 Abs. 1 SGB VII greifen
Das Haftungsprivileg des § 105 Abs. 1 SGB VII kann eingreifen, wenn ein Arbeitnehmer die Arbeitsleistung seines Arbeitskollegen beanstandet, ihm dabei einen Schubs mit der Hand vor die Brust gibt und der Kollege sich bei diesem Vorgang verletzt. Eine betriebliche Tätigkeit habe hier vorgelegen, entschied das Bundesarbeitsgericht, da der Schädiger bei objektiver Betrachtungsweise aus seiner Sicht im Betriebsinteresse gehandelt habe, sein Verhalten unter Berücksichtigung der Verkehrsüblichkeit nicht untypisch gewesen sei und keinen Exzess darstelle.
BAG, Urteil vom 22.04.2004 - Az.: 8 AZR 159/03.
Sachverhalt und weitere Nachweise bei Beck
Uni Gießen - Kriminologisches Praktikerseminar
Prof. Dr. Arthur Kreuzer lädt auch im Sommersemester 2004 wieder Wissenschaftler und Praktiker bei vier Veranstaltungen zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch nach Gießen ein.
Details zum Kriminologischen Praktikerseminar
Eingestellt von Alexander Hartmann um 00:49 Keine Kommentare:
Podiumsdiskussion zum Thema "Internationale Strafgerichtsbarkeit und Völkerstrafrecht"
Die "Academia Juris Internationalis Franz von Liszt" am Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen veranstaltet gemeinsam mit dem Hessischen Minister der Justiz, Dr. Christean Wagner, am 27. April 2004 eine Podiumsdiskussion zum Thema "Internationale Strafgerichtsbarkeit und Völkerstrafrecht", die um 16 Uhr im Historischen Saal im Hessischen Ministerium der Justiz (Luisenstr. 13, 65185 Wiesbaden) beginnt.
Nähere Informationen bietet die Pressemitteilung
Eingestellt von Alexander Hartmann um 23:48 Keine Kommentare:
Dauerthema Plagiate
Zum 1000-jährigen Jubiläum von Erlangen leistete sich ein Historiker einen dicken Fauxpas: Seinen Artikel zur Stadtgeschichte hatte er ausgerechnet beim Erlanger Stadtarchivar abgekupfert. Nun flog der Schwindel auf. Plagiate in der Wissenschaft sind nicht gerade selten - auch gestandene Gelehrte klauen mitunter Ideen und Texte.
Solche Forenbeiträge lassen mich die Einrichtung einer Rubrik "Abenteuer Referendariat" erwägen:
Meinen schönsten Querulanten durfte ich während meiner phantastischen Verwaltungsstation bei der Polizeidirektion Hannover kennenlernen.
Der Bürger B, wohnhaft im sogenannten Zooviertel beantragt einen Waffenschein. Seine Begründung:
Er sei unmittelbarer Nachbar des Bundeskanzlers und daher extrem gefährdet im Falle eine terroristischen Angriffs. Sollte jemand beabsichtigen, den Bundeskanzler zu eleminieren, so werde er zwingend durch sein Wohnzimmer marschieren und von seinen Garten aus den Bundeskanzler angreifen. Zur notwendigen Verteidigung müsse er eine Waffe führen.
Aufgabe des Referendars:
Entwerfen Sie einen ablehnenden Bescheid.
Das erste Jahr im Anwaltsberuf
Nachdem man all die Hürden der Existenzgründung genommen, das richtige Büro für sich gefunden und eingerichtet hat, beginnt nun endlich das, worauf der Jurist sieben oder mehr Jahre hingearbeitet hat: Die anwaltliche Tätigkeit.
Den Autoren ist bewusst, dass jede Existenzgründung ihre eigenen individuellen Facetten hat und sehr stark von unterschiedlichen Faktoren (u.a. Fachausrichtung, Vorkenntnisse, Standort) abhängig ist. Deshalb ist dieser Artikel auch eher als Erfahrungsbericht, denn als allgemeinverbindliche Checkliste zu sehen. Dennoch wollen die Autoren wichtige und nützliche Tipps geben.
RAin Christiane Prieß / Dr. Martin Bahr, "Das erste Jahr im Anwaltsberuf"
Eingestellt von Alexander Hartmann um 02:16 Keine Kommentare:
Mega-Fusion: Wilmer Cutler und Hale and Dorr katapultieren sich in die US-Top 10
Die US-Sozietäten Wilmer Cutler Pickering und Hale and Dorr schließen sich im Juni zusammen. Die neu entstehende Kanzlei wird mit rund 700 Millionen Dollar zu den zehn umsatzstärksten Praxen im US-Markt gehören. Die Fusion solle gleichberechtigt als Merger of Equals erfolgen, betonten die Kanzleien. Ein deutscher Insider bezeichnete dagegen Wilmer Cutler als den stärkeren Fusionsteil.
Weiterlesen in der JUVE-Meldung
Wissenschaftspreise & Forschungsstipendien
Die ZEIT-Datenbank der Wissenschaftspreise bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland die Möglichkeit der schnellen Recherche nach Preisen, für die sie sich bewerben oder Kollegen vorschlagen können.
Die Datenbank der Wissenschaftspreise ist in erweiterter Form - unter Einbeziehung regional ausgerichteter Preise - auch als Buch erhältlich. Das "Handbuch der Wissenschaftspreise und Forschungsstipendien" (ISBN 3-9803983-3-1) ist im Buchhandel erhältlich.
Absolventen: Im nächsten Leben lieber eine andere Uni
Trotz miserabler Studienbedingungen blicken deutsche Hochschulabsolventen keineswegs im Zorn auf ihr Studium zurück. Fast alle würden sich wieder einschreiben - aber nicht unbedingt an der gleichen Uni und im gleichen Fach, wie eine neue Untersuchung zeigt.
UniSPIEGEL-Artikel mit einigen Ergebnissen der Absolventenbefragung.
"Stellt mehr dumme Fragen!"
Warum können Studenten und Professoren nicht miteinander reden? Ein Gespräch mit Friedemann Schulz von Thun über Wissenschaftler im Forscherturm und den großen Uni-Bluff.
"Soll ich Jura studieren oder doch lieber Feldwebel werden?" Unsere Autorin Christa Schreiber kann sich nicht entscheiden – sie suchte Hilfe im Internet und fragte bei Universitäten, beim Arbeitsamt und bei einer Wahrsagerin nach.
Die Zeit 18 / 2004 - Christa Schreiber: "Was will ich?"
VG Köln hält neue Einberufungspraxis zum Wehrdienst für rechtswidrig
Die seit Juli 2003 geltenden Einberufungsrichtlinien des Bundesministeriums der Verteidigung verstoßen gegen den Grundsatz der Wehrgerechtigkeit. Dies hat das Verwaltungsgericht Köln entschieden. Es gab damit der Klage eines Wehrpflichtigen statt, der sich gegen seine Einberufung zur Bundeswehr wandte.
VG Köln, Urteil vom 21.04.2004 (Az.: 8 K 154/04).
Siehe dazu auch diesen Beitrag von jurabilis (VG Neustadt, Beschlüsse vom 16. März 2004 - z.B. 8 L 476/04.NW -).
"Kathedrale des Wissens"
Doch was heißt schon "normal" in Yale, an einer der berühmtesten Universitäten der Welt? Noch dazu, wenn man von deutschen Universitäten eine ganz andere Normalität gewohnt ist?
Ein schöner Einblick von Visiting Professor Carolin Emcke, abgedruckt im aktuellen UniSPIEGEL.
Endlosdiskussion um die ZVS
Denn nach Jahrzehnten, in denen die ZVS wie selbstverständlich die Bewerber über die deutschen Unis ausstreute, macht die Politik sie heute verantwortlich für Streuverluste jedweder Art im Bildungswesen: für Studienabbrecher, für Studienfachwechsler, für Langzeitstudenten. So wie das auch viele Hochschulfunktionäre tun. Die aber haben noch andere Gründe, die Behörde entmachten zu wollen: Die Universitäten rufen nach mehr Freiheit und weniger Gleichheit, sie wollen Wettbewerb, gieren nach Spitzenplätzen in Uni-Rankings, die dann mit Förder- und Drittmitteln belohnt werden. Dazu brauchen sie die besten Studenten. Und statt zu nehmen, was ihnen Dortmund schickt, wollen sie sich selbst die Elite aus der Masse herauspicken.
Clement für Liberalisierung des Ladenschlusszeiten
Wirtschaftminister Clement will das Ladenschlussgesetz abschaffen. Die Kommunen sollen selbst entscheiden können, wie lange und wann die Geschäfte geöffnet haben.
Bisher gebe es komplizierte bürokratische Sonderregelungen, die nur in Badeorten oder kurz vor Weihnachten den Geschäften erlaubten, auch an Sonntagen zu öffnen, sagte Wolfgang Clement (SPD). „Alles das sollte in Deutschland leichter werden - etwas lockerer und etwas weniger von oben gesteuert als von unten geführt.“
"Einkaufen rund um die Uhr" - sueddeutsche.de
Wenn ich dann noch Clements Positionen zur geplanten Ausbildungsplatzabgabe und im Streit um die von Trittin geplante "De-industrialisierung Deutschlands" (emission trading) in den Blick nehme, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sozialdemokraten offenbar mit zunehmender Dauer ihrer Tätigkeit in verantwortungsvollen Positionen größtenteils vernünftiger werden ...
Auch die Mediziner bekommen ihre Ausbildungsreform ...
Rund 300000 Mediziner sind in Deutschland ärztlich tätig. Doch nicht alle taugen für die Praxis. Das ist kein Wunder – an deutschen Universitäten hat die Arztwerdung des Menschen viele Schwachstellen. Besonders häufig bleibt die Menschwerdung der künftigen Doctores auf der Strecke. Das soll sich nun ändern. Die neue Approbationsordnung (AO) nimmt die Universitäten in die Pflicht. Im kommenden Sommersemester müssen sie die Anforderungen umsetzen. Die neue AO fordert fächerübergreifendes, problemorientiertes Lernen und „praktische Anschauung“, die – wie es im schönsten Amtsdeutsch heißt – Studenten befähigen soll, „unter Anleitung am Patienten tätig zu werden“. Praktische Übungen und Unterricht am Krankenbett gehören verstärkt zur Ausbildung.
Artikel in Die Zeit 17 / 2004
Google, the popular search-engine company, has teamed up with the Massachusetts Institute of Technology and 16 other universities around the world to provide a way to search the institutions' collections of scholarly papers, according to university officials.
A pilot test of the project is just getting under way. If all goes as planned, the search feature could appear on Google in a few months, said MacKenzie Smith, associate director of technology for MIT's libraries. She said the search would probably be an option on Google's advanced-search page.
Jeffrey R. Young in The Chronicle Of Higher Education
Diese magische Grenze hat der Zähler auf jurabilis gerade übersprungen. Wollen wir hoffen, dass die nächsten 10.000 nicht mehr ganz so schwer werden :-)
Vernichtendes Urteil eines Korrektors
"Ihre Arbeit ist eine derartige Aneinanderreihung von abstrusem Unsinn, dass es für den Korrektor teilweise nur schwer nachvollziehbar ist, was sie eigentlich prüfen wollen.
Sie beherrschen in keinster Weise den Gutachtenstil, die wissenschaftliche Leistung ist indiskutabel und die von Ihnen geprüfeten Delikte sind durchweg fehlerhaft aufgebaut.
Sie übersehen sämtliche fallrelevanten Probleme, wobei es schwer fällt, alle Lücken aufzuzählen, da sie ja keines angesprochen haben.
Ich rate Ihnen daher dringendst, sich die Grundstrukturen des Strafrechts zu verinnerlichen beim nächsten mal mit etwas mehr Elan an die Sache zu gehen.
Zu Lösung der Aufgabe vergleiche Besprechung.
Insgesamt eine Arbeit, die nur eine Berwertung mit
ungenügend - 0 Punkte -
Der neue RSS-Feed von jurabilis ist noch in der Erprobungsphase, weshalb ich um viele Rückmeldungen bitte.
Vielen Dank an Florian Holzhauer für die Mühe, die er sich mit dem Feed macht!
Einführung der W-Besoldungsgruppen im Wissenschaftsbetrieb
Niedersachsen ist das erste Bundesland, das die W-Besoldung – W steht für Wissenschaft – bereits ein Jahr vor dem Stichtag eingeführt hat. In Rheinland-Pfalz werden ab 1. Juli alle neuberufenen Professoren nach dem neuen Gesetz besoldet – gegen den Widerstand des Deutschen Hochschulverbands, in dem knapp 20 000 Professoren und Nachwuchswissenschaftler organisiert sind.
Artikel von Amory Burchard
Berlin: Großkampftage Ende April
Tagesspiegel von heute
Anwalt als empfindliches Übel?
Bei der Ankündigung, eine Angelegenheit einem Rechtsanwalt zu übergeben, handelt es sich um ein sozial adäquates Verhalten zur Klärung von Streitigkeiten vornehmlich im zivilrechtlichen Bereich und nicht um die Androhung eines empfindlichen Übels i.S.d. § 253 StGB.
OLG Karlsruhe, Urteil v. 06.06.2002 (1 Ss 277/01), JZ 2004, 101.
[Dank an Wiebke]
BGH zu SPAM
Viel Neues bringt es zwar nicht (erst recht nicht zu einem Zeitpunkt, zu dem das neue UWG schon seinen positivistischen Schatten vorauswirft), der Vollständigkeit halber möchte aber auch ich kurz auf das Urteil des BGH vom 11.3.2004 (I ZR 81/01) hinweisen.
§ 6 TDG und die Angabe der Telefonnummer
OLG Köln, Urteil vom 13.02.2004, 6 U 109/03:
Gerade die Frage, ob § 6 TDG zwingend und in jedem Fall die Angabe einer Telefonnummer fordert, kann man auch anders beurteilen. Mal sehen, ob ich die Zeit finde, das auch mal zu Papier zu bringen ...
Drittmittel für die Universitäten
Die Technische Universität Berlin eröffnet demnächst ihre neue "Volkswagen Universitätsbibliothek", in Kempten können sich Studierende der Fachhochschule am "Allianz Competence Center" in der Versicherungspraxis ausbilden lassen. Die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft ist nicht nur intensiver geworden - sie wird auch immer deutlicher gezeigt. Drittmitteleinwerbung wird für die Hochschulen immer existenzieller - was die Beteiligten nicht nur mit Freude sehen.
Der UniSPIEGEL-Artikel deutet das Problem der unter Umständen strafbaren Dienstpflicht Drittmitteleinwerbung nur an.
(Immerhin weiß ich nun, dass mein Staatsrechtslehrer aus dem ersten Semester mittlerweile Präsident des Deutschen Hochschulverbands ist.)
Zettelkasten. Nach dem Vorbild von Niklas Luhmann.
Das Programm ist Freeware, also kostenlos für jeden Anwender zu beziehen. Einzige Voraussetzung ist ein Windows® PC oder eine Arbeitsumgebung, die es ermöglicht, Windows® Programme auszuführen.
Zettelkasten. Nach dem Vorbild von Niklas Luhmann. Download, Workshop und FAQ (siehe auch hier)
[Dank an Rainer Langenhan und SonewsBlog]
Zu Luhmanns Zettelkasten siehe auch diesen Beitrag in jurabilis, zu anderen Literaturverwaltungs- und Zettelkastenprogrammen siehe diesen Beitrag in jurabilis.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 09:39 Keine Kommentare:
Constitutio Criminalis Carolina (CCC)
Die »Peinliche Gerichtsordnung« Karls V. ist das erste Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Nach langen Vorarbeiten, die Freiherr von Schwarzenberg leitete, wurde sie 1532 auf dem Reichstag zu Regensburg mit Gesetzeskraft versehen. Zwar besaß sie gegenüber den territorialen Gesetzen nur subsidiäre Geltung, beeinflusste aber die folgende Gesetzgebung bis hin zum Strafgesetzbuch vom 15. Mai 1871.
Als Produkt des ausgehenden Mittelalters verweist die Gerichtsordnung auf römisches Recht, gleichzeitig prägt sie das Offizial- und Inquisitionsprinzip sowie die Indizienlehre, aber auch die Folter endgültig als juristische Mittel.
Das Titelbild dieser frühen Ausgabe zeigt Delinquenten auf einem Richtplatz. Die Abbildung der Folterwerkzeuge sollte nicht nur Zierrat sein, sondern den Eindruck des gelesenen Wortes vertiefen und den Richter zu einer gerechten Urteilsfindung anhalten.
Staatsbibliothek zu Berlin, Historische Drucke: "Galaxie des Wissens"
Weitere Informationen zum Titel: Staatsbibliothek, Rara Sammlung
M.D. als neuer "Doktor" für Mediziner?
Mit dem wohlklingenden Titel „Dr. med.“ könnte es für angehende Praxis- und Krankenhausärzte bald vorbei sein. Künftig sollen alle Medizinstudenten eine nicht-experimentelle Abschlussarbeit vorlegen und dafür wie in den USA den Titel „Medizinischer Doktor“ (MD) erhalten. Nur wer in die Forschung will, hängt noch eine Promotion an. Das hat der Wissenschaftsrat, der die Regierungen von Bund und Ländern berät, in seiner jüngsten Analyse der Universitätsmedizin empfohlen.
Meldung bei "Junge Karriere"
Nicht-Mediziner werden diesem Vorschlag offen gegenüberstehen ...
Neues Kommentarsystem im Probebetrieb
Udos Rat folgend habe ich gerade das Haloscan-Kommentarsystem eingebaut und würde mich über einen regen Testbetrieb sehr freuen (ebenso natürlich beim Trackback-System). Die alte Kommentarfunktion lasse ich noch ein paar Tage parallel auslaufen, um die aktuellen Diskussionen nicht abzuwürgen.
c't 9/2004, S. 19: Google-Interview
Juniorprofessur ./. Habilitation
Denn die Juniorprofessur steht unter Beschuss: Nicht nur, weil Besitzstandswahrer am etablierten Ausleseverfahren der Universitäten festhalten wollen. Sondern auch, weil es in der Praxis knirscht und knarrt. „Die Zielpunkte sind nicht erreicht“, klagt die Chefin des Wissenschaftsausschusses im Bundestag, Ulrike Flach (FDP). Weder seien die Juniorprofessoren am Ende ihrer Zeit jünger als Habilitanden, noch seien mehr Frauen und Ausländer für die Wissenschaft gewonnen worden. Auch gibt es viel weniger Jungprofessoren als von Ministerin Bulmahn geplant – bislang nur 800 statt der als Ziel angepeilten 6000 Stellen.
Besonders unter Juristen, Medizinern und Geisteswissenschaftlern gelten die Vorbehalte gegen die Professoren-Jünglinge als hoch. Viele Mediziner glauben, dass ein rasch promovierter Arzt schlicht zu wenig kann, um zum Professor aufzusteigen. Und Geisteswissenschaftler monieren, dass den Neulingen die Habilitation fehlt, das „zweite Buch“, das sie für unabdingbar halten.
Die Zeit 17 / 2004 - Manuel J. Hartung: "Titelwirrwarr"
Heutige Episode: "Die Zwickmühle - Authentizität versus Orthographie"
"In dem Sachverhalt meiner Hausarbeit finden sich zahlreiche Schreibfehler (ß statt ss und sowas).
Ich schreibe den Sachverhalt immer nochmal komplett ab, um ihn layout-technisch an meine HA anzupassen und ausserdem möcht ich keine Kopien reinheften. Wird auch so von den meisten Lehrstühlen empfohlen.
Soll ich die Schreibfehler korrigieren, oder alles "originalgetreu" abschreiben"?"
[Danke an Sebastian für den Hinweis!]
Eingestellt von Alexander Hartmann um 21:36 Keine Kommentare:
Rechtsprechung A.D. 2004
... ./. ....
wird der Termin vom 19.4.2004 aufgehoben.
Da auf Grund der chaotischen Verhältnisse auf der Geschäftsstelle der 25. Zivilkammer seit ca. 3 Wochen keinerlei Schriftsätze mehr zu den Akten gereicht worden sind, daher auch keine Zustellungsnachweise in den Akten sind, ist eine ordnungsgemäße, auch dem Verfassungsgrundsatz des rechtlichen Gehörs entsprechende Rechtsprechung derzeit nicht gewährleistet.
Neuer Termin wird von Amts wegen bestimmt werden,
sobald die Behördenverwaltung für einen ordnungsgemäßen Geschäftsablauf gesorgt hat.
Meldung bei JurText Online
Zur finanziellen Ausstattung der rechtsprechenden Gewalt in Berlin muss ohnehin nichts mehr gesagt werden.
BGH bestätigt Verurteilung wegen Volksverhetzung durch Leugnen des Holocaust
Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung eines Strafverteidigers wegen Volksverhetzung durch Leugnen des Holocaust bestätigt. Der Rechtsanwalt hatte in seinen Beweisanträgen behauptet, die Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau seien keine Vernichtungslager gewesen, in denen Menschen durch Giftgas getötet worden seien.
BGH, Beschluss vom 31.03.2004 - Az.: 5 StR 498/03.
Meldung bei Beck Aktuell, siehe auch
BGH, Leugnen des Holocaust durch Verteidigerhandeln, NJW 2002, 2115.
Verlust von Herrschaftswissen
Da pflegt man in Zeiten von Weblogs einen letzten kümmerlichen Rest wertvollen Herrschaftswissens, der von Referendargeneration zu Referendargeneration nur mündlich und nur unter dem Siegel der unbedingten Verschwiegenheit geheimniskrämerisch weitergegeben wird, um dann eines schönen Tages auf diesen Beitrag des geschwätzigen Kollegen Kremer zu stoßen.
Hoffentlich beachtet niemand den Beitrag :-)
Ein Traum von einem T-Shirt
Dieses T-Shirt hat mich in seinen Bann gezogen. Wenn sich noch jemand mit dem Gedanken an ein nachträgliches Ostergeschenk für mich quält, kann ihm in diesem Shop geholfen werden.
Hoffentlich belästigt dann niemand die StA mit dem (falschen) Hinweis auf § 132a Abs. 1 Nr. 2 StGB ...
(Alternativ könnte ich mir das Motiv natürlich auch als ganzjahrestaugliche Langarm-Version oder "hooded sweat-shirt" vorstellen.)
Heutige Episode: "Schütze Deinen Freund, den Schönfelder"
"Hi, habe eine Frage an alle die den Schönfelder jeden Tag mit in die Uni nehmen: Der Karton ist ja doch recht anfällig, was habt ihr da für eine Lösung???
So wie manche das bei mir machen und den Karton mit hässlichem braunen Paketband zum Schutz bekleben finde ich nicht sonderlich toll."
"Sitzverteilung" vor Gericht
Kollege Martin Drechsler löst das Rätsel um die Ländersitten der Sitzordnung vor Gericht.
Finanzchaos im AStA - diesmal: AStA Duisburg/Essen
Der UniSPIEGEL berichtet:
Ich wage mal die Prognose, dass auch in diesem Fall niemand der Beteiligten zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden kann. Die chaotische Buchführung verschleiert eben effektiv, wer wann was aus der Kasse nimmt (siehe schon diesen Spiegel-Artikel aus 2003) ...
Nicht jeder mag juristische Weblogs ...
... wie hier und hier (wieder einmal) angedeutet wird. Den hübschen Begriff "Landplawger" hat netbib-Autor Dr. Klaus Graf ja auch geprägt ...
Update: Der genannte Autor versucht sich nun in lateinischen Sentenzen, die er mit mundartlicher Propaganda anreichert ...
Eingestellt von Alexander Hartmann um 20:30 1 Kommentar:
Arbeitgeber-Uni-Ranking
Die große Mehrheit der deutschen Arbeitgeber kürt die Universität zu Köln neben weiteren vier Hochschulen (die Universitäten Mannheim und Münster, die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen) zu den besten Deutschlands. Diese fünf Spitzenreiter sollen nach ihrer Auffassung zu Eliteuniversitäten ausgebaut werden. Zu diesem Ergebnis kommt das exklusive Hochschul-Ranking des Job- und Wirtschaftsmagazins Junge Karriere. Das Magazin hat in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Kienbaum die Personalchefs von 600 großen deutschen Unternehmen gefragt, welche Hochschule die beste Ausbildung bietet.
PM der Uni Köln via idw
Apropos Uni Köln:
Die Universität zu Köln und das University College London bieten ab dem Wintersemester 2004/05 ein vierjähriges englisch-deutsches Studienprogramm für Studienanfänger der Rechtswissenschaften an. Die Teilnehmer, je vier Studierende der Universität zu Köln und des University College London, studieren die ersten beiden Jahre an dem renommierten University College London und wechseln dann an die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln. Dort kann die zweite Hälfte des Programms in vier Semestern absolviert werden. Erfolgreiche Absolventen erwerben zwei akademische Grade, nämlich den „Bachelor of Laws“ (LL.B.) des University College London (den akademischen Studienabschluss für Rechtswissenschaft in England) und den „Baccalaureus Legum“ der Universität zu Köln. Anschließend kann das rechtswissenschaftliche Studium in Köln fortgesetzt und das juristische Staatsexamen abgelegt werden. Einzelheiten des Studienablaufs und der zu erbringenden Leistungen ergeben sich aus der Prüfungsordnung.
Pressemitteilung 48/2004 der Uni Köln
Patentanwälte, die unbekannten Wesen
Ganz so unbekannt sind einem die Patentanwälte freilich doch nicht, wenn man im gewerblichen Rechtsschutz tätig ist, aber interessant ist der Artikel in der WELT allemal:
Wann ist eine Münchner Weißwurst ein Original? Auch solche Fragen beschäftigen Patentanwälte. Ihre Ausbildung ist hart, doch sie lohnt sich: Die raren Fachleute sind gefragt.
Immer wichtiger wird die Prüfung zum European Patent Attorney vor dem europäischen Patentamt. In vielen Kanzleien ist der Titel eine wesentliche Voraussetzung, um Partner zu werden. Der Prüfung stellen kann sich, wer mindestens drei Jahre Berufserfahrung vorweist, die Durchfallquote liegt allerdings erheblich höher als bei der deutschen Prüfung.
Lange habe ich gestern mit mir gerungen, ob ich das neue Hochschulranking von CHE und stern überhaupt erwähnen soll, wo ich doch meine Meinung über solche "Rankings" bereits oft genug hier dargestellt habe. Angesichts der Staatsprüfungen in der Juristenausbildung wäre bei den Juristen außerdem allenfalls ein Länderranking angezeigt (oder ein bundesweiter Repetitorenvergleich) ...
Der Spiegel schreibt aber heute Zutreffendes:
Die Urteile von Hochschullehrern und Studenten über ihre Fakultät klaffen weit auseinander. Das zeigt ein neues Uni-Ranking.
Diese Erkenntnis verdanken wir zwar nicht dem neuen Ranking, aber immerhin wird es auch mal vom Spiegel, dem Begründer des Rankingwahns, erkannt - und vielleicht bei der Kriterienbildung für das nächste Ranking berücksichtigt.
Der Fall Guantánamo
Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten wird sich am 20. April mit einer Frage beschäftigen, die sich der Rest der Welt seit über zwei Jahren stellt: Stehen die mehr als 600 im kubanischen Guantánamo internierten mutmaßlichen Terroristen tatsächlich außerhalb der Reichweite jedes Gesetzes, wie die USRegierung behauptet? Die Regierung Bush ist der Ansicht, die Gefangenen, die ohne Anklageerhebung, ohne Strafverfahren, Prozesse oder Zugang zu Verteidigern festgehalten werden, besäßen keinerlei vor irgendeinem Gericht dieser Welt einklagbaren Rechte. Daraus folgt: Die Vereinigten Staaten können mit ihnen machen, was sie wollen. Ist das tatsächlich möglich? Und wenn ja, was bedeutet das für die Zukunft der Menschenrechte? Die Antwort des Obersten Gerichtshofs von Amerika wird für Mitte des Sommers erwartet. Das letzte Urteil wird jedoch dem Gericht der Weltöffentlichkeit vorbehalten sein.
Die Zeit 17 / 2004 - David Cole: "Goodbye, Menschenrechte"
Der Autor lehrt an der Georgetown University in Washington. 2003 erschien sein Buch „Enemy Aliens“, das sich mit verfassungsrechtlichen Fragen des Kampfes gegen den Terror beschäftigt (New Press, 23,11 Euro).
Eingestellt von Alexander Hartmann um 18:18 Keine Kommentare:
Traumberuf Wirtschaftsprüfer
Die Hürde ist hoch: Ein abgeschlossenes Universitätsstudium plus drei Jahre Berufspraxis plus eine Vorbereitungszeit von mehreren Monaten, in denen die angehenden Wirtschaftsprüfer - oft neben dem Job - büffeln für das harte Wirtschaftsprüferexamen (WP-Examen) mit seinen sieben mehrstündigen Prüfungen aus den Bereichen Wirtschaft, Jura und Steuern.
Mehr über den steinigen Weg zum WP-Examen sowie zu den Karrierechancen bei den "Big Four".
Copyright und virtueller Markt oder Das Verschwinden des Urhebers im Nebel der Postmoderne
Diesen Titel trug die Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Artur-Axel Wandtke (HU Berlin) vom 26. April 2001. Das Manuskript ist auf dem Dokumentenserver der Humboldt-Universität verfügbar (PDF, 42 Seiten).
Wir trauern um die Bibliothekseinrichtungen, die in den letzten Jahren in Deutschland geschlossen wurden oder demnächst Sparmaßnahmen zum Opfer fallen werden. Es sind längst keine Einzelfälle mehr. Eine Presseerklärung erfolgt zum 23. April 2004 ("Tag des Buches").
Bibliothekssterben.de (Hinweis von Michael Reisser auf INETBIB)
Geheimsache Abitur
Nachdem ein Artikel in der Süddeutschen darstellt, mit welcher Akribie die Geheimhaltung der Aufgaben des Zentralabiturs (in Bayern) betrieben wird, würde mich ernsthaft interessieren, ob der Aufwand für die Staatsexamensklausuren vergleichbar ist. Zudem sind ja in jüngster Zeit viele Landesjustizprüfungsämter dazu übergegangen, Aufgaben zu tauschen und an abgestimmten Terminen doppelt zu verwerten.
Großkanzlei oder Selbständigkeit?
Einstieg in eine Großkanzlei oder der Weg in die Selbständigkeit: Bei dieser Entscheidung geht es für Anwälte nicht nur um die Frage der Finanzierung.
Der FAZ-Hochschulanzeiger präsentiert die beiden Wege anhand zweier Karrierebeispiele.
Daneben existiert natürlich auch der unsicherste aller Pfade: die Hochschulkarriere:
Juristen, die eine akademische Laufbahn einschlagen wollen, stehen verschiedene Wege zur Professur offen: Während an Universitäten der „Junior-Prof.“ für einen Umbruch sorgt, gewinnen Fachhochschulen Praktiker für die Lehre.
Passend zur aktuellen Anzeigenkampagne sei hier noch auf die Tätigkeit im BMJ hingewiesen:
Quer durch alle Abteilungen der Bundesministerien sind Juristen damit beschäftigt, Sachverhalte abzuklären, Vorlagen zu formulieren, Fachreferenten zu beraten, kurz: Gesetzgebungsverfahren mit auf den Weg zu bringen.
Reaktion auf die Krise: Hölters & Elsing ändert Strukturen und macht weiter
JUVE meldet nun:
Hölters & Elsing versucht, wieder Ruhe herzustellen. Die Transaktionskanzlei war in der vergangenen Woche wegen bevorstehender Partnerabgänge in die Schlagzeilen geraten. Nun kündigte die Kanzleiführung an, dass die Sozietät "entgegen anders lautenden Spekulationen mit der überwiegenden Mehrheit der Partner" an allen drei Standorten Düsseldorf, Frankfurt und Berlin fortgeführt werde.
Gegenüber JUVE machten die Namenspartner Dr. Wolfgang Hölters und Dr. Siegfried Elsing zudem deutlich, dass auch sie persönlich nicht daran denken, sich zu trennen.
Gleichzeitig geht Hölters & Elsing ihre Strukturen an. Zum einen wird die Kanzlei, in der alle Partner den bisherigen Gesellschaftsvertrag zum Ende des Jahres gekündigt haben, ab 2005 als eine Partnerschaftsgesellschaft geführt. Zum anderen richtet sie ab diesem Zeitpunkt auch ihr Vergütungssystem neu aus.
"Lock Step" (wenn auch nur über 70% des Gewinntopfes) scheint also doch ein wichtiger Aspekt für die Nachwuchswerbung zu sein. Es sind also weit mehr als nur die Arbeitsrechtler, denen vor einer reinen "Profit Centre"-Struktur ("eat what you kill") graust ...
Hover Bump
Nachdem ich im Winter Weihnachtsmänner durch die Gegend geschleudert habe, kommt mir im Frühjahr das Spiel "Hover Bump" gerade recht. Endlich mal eine vernünftige Verwendung für das Shockwave-PlugIn.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 18:28 Keine Kommentare:
Caron, Paul L. and Gely, Rafael, "What Law Schools Can Learn from Billy Beane and the Oakland Athletics" . Texas Law Review, Vol. 82, May 2004 (Download)
"In Moneyball, Michael Lewis takes an inside look at how in recent years the Oakland A's have achieved one of the best records in baseball despite having one of the lowest player payrolls. Cass Sunstein and Richard Thaler have argued that the book has large and profound implications for other professions. This review essay by a tax law professor and a labor law professor explores the book's large and profound implications for law schools.
In many ways, legal education is teeming with more inefficiencies than Beane uncovered in baseball. We argue that changes in the economic conditions of higher education and the legal profession, combined with increasing demands for accountability and transparency, created the market demand for measuring organizational success which U.S. News & World Report met with its annual law school rankings. We explore the implications of Moneyball for legal education in three areas."
Führung ausländischer Hochschulgrade in Deutschland
Wer sich schon immer gefragt hat, welche Länderbehörden für die Genehmigung zur Führung ausländischer Hochschulgrade zuständig sind, wird beim DAAD fündig. Die Kultusministerkonferenz hält dann die entsprechenden Telefon- und Faxnummern bereit.
Ob sich irgendwann ein fleißiger Praktikant beim DAAD einer Zusammenführung der Daten (Adresse und jew. Telefonnummer) annimmt?
Vorstandsvergütungen im Kreuzfeuer
Erst heute entdecke ich den Beitrag Prof. Dr. Noacks im BB 13/2004:
Um diese erfolgsbezogenen Vergütungen, die im Grunde sinnvoll sind, kreist die aktuelle Debatte. Soweit sie sich an der Diskrepanz zu wie auch immer bestimmten "Normallöhnen" reibt, trägt sie Züge populistischer Neiderei. Um eine Sozialethik höchster Einkommen soll es hier nicht gehen, sondern um die Mitbestimmung der Aktionäre über das, was da aus dem Vermögen ihrer Gesellschaft oder zu Lasten ihrer Beteiligung gewährt wird.
Den Aktionären ist das Recht einzuräumen, Richtlinien und Obergrenzen für die jährlichen Gesamtbezüge in der Satzung festzulegen. Diese Auffassung ist wegen der Zuständigkeit des Aufsichtsrats unter Aktienrechtlern umstritten - und so wird es wohl bleiben, denn die EU-Kommission konnte sich nicht durchringen, eine solche Regelung in den Aktionsplan aufzunehmen. Die Bundesregierung hat in ihrem vor Jahresfrist veröffentlichten 10-Punkte-Programm eine Einführung von "Caps" erwogen, was aber hoffentlich nur dahin zu verstehen ist, dass die unklare aktienrechtliche Lage in diesem Sinne mit Satzungsfreiheit bereinigt wird. Eine fixe gesetzliche Gehaltsgrenze wäre barer Unsinn.
"Mesothelioma" - Das teuerste Suchwort im WWW
Geht es nach dem, was Unternehmen für bezahlte Sucheinträge zahlen, so ist "Mesothelioma" das derzeit wahrscheinlich teuerste Wort im World Wide Web, berichtet pte.
Bei Mesothelioma handelt es sich um eine relativ seltene, von Asbest ausgelöste Krebserkrankung. Wie das Wall Street Journal berichtet, bieten US-Anwaltsfirmen 90 Dollar und mehr je Klick, um bei den bezahlten Sucheinträgen bei Portalen wie Yahoo und Google unter dem Keyword "Mesothelioma" aufzuscheinen.
Die Anwaltskanzleien wollen damit Asbestopfer auf ihre Dienste aufmerksam machen. Die Vertretung von Asbestopfern hat sich in den USA zu einer ertragreichen Einnahmequelle für Juristen entwickelt.
Gefunden im LAWgical
Ranking: Private Hochschulen im Karrieretest
Welches Kriterium könnte besser zur Beurteilung der Qualität einer privaten Hochschule geeignet sein, als der berufliche Erfolg ihrer Absolventen? Wir haben Alumni nach Gehalt, Aufstieg und Verantwortung in ihren Jobs gefragt und können mit dem folgenden Ranking erstmals auf breiter Basis die Leistungsbilanzen der privaten Hochschulen in Deutschland vergleichen.
Private Hochschulen im Karrieretest des Hochschulanzeiger (Nr. 71, 2004)
Stimmen zum Ranking:
Transparenz für den Wettbewerb, Professor Dr. Manfred Erhardt
Von wegen Ranking; Elke Künzler
Alle Daten: Fazit und das komplette Ranking - die kompletten Daten gibt es auch als PDF-Download.
EuGH: Nichtigkeitsklage gegen EU-Gemeinschaftsrecht nur bei unmittelbarer Betroffenheit zulässig
Eine Klage vor dem Gemeinschaftsgericht mit dem Ziel, eine Verordnung der EU für ungültig erklären zu lassen, ist unzulässig, soweit der Einzelne nicht individuell von der Verordnung betroffen ist. Das entschied der Europäische Gerichtshof in Fortführung seiner bisherigen Rechtsprechung in Bezug auf Nichtigkeitsklagen gegen EU-Bestimnmungen und hob eine Entscheidung des erstinstanzlichen EuG auf, das im konkreten Fall einer Klage einer Fischereigesellschaft gegen einzelne Bestimmungen der Fischfangverordnung stattgegeben hatte, obwohl diese nicht individuell von dieser Regelung betroffen war.
Urteil vom 01.04.2004, Rs.: C-263/02 P – EU-Kommission / Jégo-Quéré et Cie SA.
Sachverhalt und Hintergründe bei Beck Aktuell - dort finden sich auch die Links auf das EuGH-Urteil im Volltext, das Urteil erster Instanz, sowie die Schlussanträge.
Webring der Strickblogger
Nachdem die Juristen sich Gedanken machten, ob sie die größte Gruppe der "Fach-Blogger" im deutschsprachigen Raum stellen, hat mich Moe darauf aufmerksam gemacht, dass wir da zunächst an den "Strickbloggerinnen" vorbei müssten ....
Das "Normalverfahren" bei der DFG als "Eliteprogramm par excellence"
„Die Sachbeihilfe im Normalverfahren bildet den Kern der Forschungsförderung“, heißt es bei der DFG. Damit definiert der oberste Forschungsförderer das normale Antragsverfahren als sein Kerngeschäft. Er gewährt Zuschüsse zu Forschungsprojekten, die „hohe wissenschaftliche Qualität und Originalität des Forschungsvorhabens auf internationalem Niveau“ auszeichnen. In den vergangenen Jahren jedoch ist die Geldmenge, die für das Normalverfahren zur Verfügung steht, kontinuierlich geschrumpft. Die Zahl der Anträge dagegen ist stark gestiegen, nicht zuletzt dadurch, dass die Universitäten, aber auch Institutionen wie die Max-Planck-Gesellschaft oder Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft nach Drittmitteln rufen.
Dr. Axel Brennicke, Professor für Molekulare Botanik an der Universität Ulm, in: DIE ZEIT 16/2004
Die französischen Internetanbieter werden nun doch nicht gesetzlich zur Vorzensur aller Webseiten verpflichtet, zu denen sie Surfern Zugang verschaffen. Der französische Senat strich am Donnerstag diese Regelung aus dem Entwurf zum Gesetz über die digitale Wirtschaft, über das seit Anfang 2003 verhandelt wurde. Künftig sollen die Onlineanbieter Inhalte aber dann sperren, wenn die Justizbehörden sie als rechtswidrig erklären und die Internet-Anbeiter zur Sperrung auffordern.
Studieren in Deutschland: Vielfalt der Möglichkeiten
Im DW-Dossier "Studieren in Deutschland: Vielfalt der Möglichkeiten" findet sich auch ein Porträt der Studien- und Forschungsstadt Berlin (immerhin 17 Hochschulen, rund 140.890 Studierende, 46 außeruniversitäre Forschungsinstitutionen mit rund 4.500 außeruniversitären Forschern).
"Ich hatte schon einen Haufen Bücher aus der Bibliothek nach Hause geschleppt, da sind sie dann aber verstaubt und haben Gebühren verursacht", erinnert sich Silke König, "eigentlich war es eine Verzweiflungstat."
Die Deutsche Welle informiert, worauf hier hingewiesen wird.
Leider finde ich im Moment nicht mehr die URL der Website, auf der ich neulich lesen durfte, dass Juristen mit durchschnittlich 560.000 Euro pro Arbeitsleben zusätzlichem Gehalt im Vergleich der Fächer am meisten vom Doktortitel profitieren. Unnötig zu erwähnen, dass ich solche Zahlen für recht unseriös halte, weil offenbar verschiedene Tätigkeitsprofile (Großkanzlei ./. mittelständische Kanzlei) miteinander verglichen wurden. Die meisten Großkanzleien zahlen für den reinen Doktortitel (ohne zusätzlichen LL.M.) keinen müden Euro zusätzlich. Wieso auch, wenn ihn ohnehin fast jede/r Berufsanfänger hat?
Eingestellt von Alexander Hartmann um 13:45 Keine Kommentare:
Google-FAQ im WWW
Die FAQ-Website der Newsgroup google.public.support.general bietet eine reichhaltige Wissensbasis für alle Recherchefanatiker. Bei derart langen HTML-Seiten sollte man Immer auch an die Funktion "Suchen (Aktuelle Seite) STRG-F" denken!
[Vielen Dank an Rainer Langenhan]
Aktueller Speiseplan der Kantine im Abgeordnetenhaus
Die Leitung der Kantine geht mit der Zeit und erspart einem große Enttäuschungen: jede Woche der aktuelle Speiseplan im Netz - so soll es sein.
FU Berlin: "Offener Hörsaal"
Das Projekt "Offener Hörsaal" der FU Berlin beinhaltet auch einen juristischen Appetithappen:
Prof. Dr. Christian Tomuschat (HU Berlin) hält am 06.07.2004 einen Vortrag über "Die völkerrechtlichen Dimensionen von Vertreibungsakten und "ethnischen Säuberungen".
Nebenbei bemerkt hat die FU Berlin mit den "FU-Nachrichten" eine schicke Uni-Gazette, die auch online verfügbar ist. Dort findet man beispielsweise einen Artikel über den richtigen Umgang mit der leidigen Prüfungsvorbereitung.
XMLFeeds.de - Bereich "Recht"
Der Bereich "Recht" auf XMLFeeds.de macht eigentlich einen ganz vernünftigen Eindruck. Wenn ich doch bloß einen vernünftigen RSS-Generator hätte ...
Studieren dank Papi (und Mami)
Der Anteil der Akademiker-Kinder an den Studenten hat sich seit den 80er Jahren verdoppelt. Wie eine aktuelle Umfrage zeigt, machen sich soziale Unterschiede auch während des Studiums bemerkbar.
Die Süddeutsche öffnet uns die Augen ...
So äußerten sich zum Beispiel die angehenden Juristen und Studenten des Sozialwesens an Fachhochschulen sehr kritisch über die inhaltliche Qualität des Studiums. In den Naturwissenschaften waren dagegen 70 Prozent der Studenten vom Angebot überzeugt.
Die zugrunde liegende Studie ist als PDF-Download erhältlich.
Zum Abschluss zwei erschreckende Zahlen:
Quer über die Fachbereiche hinweg wünschen sich die Studenten einen stärkeren Praxisbezug. An den Unis sind 69 Prozent dafür, eine Praxisphase als festen Studienbestandteil einzuführen, an den Fachhochschulen sogar 79 Prozent.
Das Studium als "Berufsausbildung mit Büchern", eine schöne Aussicht.
VG Berlin: Polizist hat kein Recht auf unliniertes Papier in einer Prüfung
Ein Kriminalkommissar-Anwärter hat kein Recht auf unliniertes Papier in einer Klausur. Das Verwaltungsgericht Berlin wies damit den Eilantrag eines Polizisten zurück, der seine Arbeiten seit 15 Jahren auf unliniertem Papier formuliert hatte. Anlass für den Streit war die Laufbahnprüfung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst, bei der dem Beamten weisses unliniertes Papier verweigert worden war (VG Berlin, Beschluss vom 29.03.2004, Az.: VG 28 A 81/04).
Deutschsprachige "Blawgosphere"
Rainer Langenhan hat sich der Mühe unterzogen, alle deutschsprachigen juristischen Weblogs in einer Liste zusammenzustellen. In der Tat dürften die Juristen eine der größten, wenn nicht die größte "Fach-Community" in der deutschen Weblog-Welt bilden. Mir zumindest ist keine ernstzunehmende Konkurrenz bekannt :-)
Eingestellt von Alexander Hartmann um 14:48 Keine Kommentare:
Die Zeit 15 / 2004 - Robert Leicht: Was ist Populismus?
Gegen Populismus haben wir alle etwas. Aber was ist das eigentlich – Populismus? Am Wochenende haben wir es gesehen – bei den von den Gewerkschaften organisierten Protesten gegen die Sparpolitik der Regierung, ja: auch der Opposition, ohne deren Zustimmung im Bundesrat ja nichts von alledem zustande gekommen wäre. Der Populismus hat zwei Seiten: Zum einen artikuliert er eine vorhandene Missstimmung – sonst würde er ja nicht funktionieren, nicht einmal als oberflächliches Massenphänomen. Zum anderen aber tut er nichts Eigenes zur Behebung der Missstände, welche die Missstimmung erst erzeugen – und deshalb funktioniert er gerade als oberflächliches Massenphänomen. Denn würde der Populist sein Publikum wirklich aufklären, was die wahren Gründe dafür sind, dass jetzt eine Missstimmung aufkommt, so würde der Populismus wiederum gar nicht funktionieren, nicht einmal als oberflächliches Massenphänomen.
Wunderbar ins Bild passen da die PDS-Plakate, die mir heute in Berlin ins Auge gesprungen sind: "Gegen die Praxisgebühr!"
"Alles für alle und zwar umsonst!" - Na dann ...
Neues aus Düsseldorf und Hamburg
Das Zentrum für Informationsrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Düsseldorf plant die Einrichtung eines Master-Studiengangs „Informationsrecht“.
Näheres bei Azur, wo sich auch etwas zur Nachfolge an der Spitze der Elite-Uni BLS findet:
Das Präsidentenamt an der Bucerius Law School übernimmt im Mai 2004 Prof. Dr. Meinard Hilf. Er ist derzeit Professor an der Universität Hamburg und Direktor der Abteilung für das Recht der Europäischen Gemeinschaften. Hilf löst den ersten Präsidenten der Law School Prof. Dr. Hein Kötz ab, der seine Amtszeit auf die Studiendauer des ersten Jahrgangs begrenzt hatte; dieser erste Jahrgang legt 2004 das erste Staatsexamen ab.
Die juristische Welt blickt nun gebannt auf die Ergebnisse des ersten Examensjahrgangs an der Bucerius Law School.
E-Government: Der Staat im Netz
c't 8/2004, S. 158: E-Government (online abrufbar)
Online-Archiv jüdischer Zeitschriften wird Weltkulturerbe
Das Internet-Archiv deutschsprachiger jüdischer Zeitschriften ist von der UNESCO in das digitale Weltkulturerbe aufgenommen worden. Die Judaica-Abteilung der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt stellt dazu ihr umfangreiches Archiv zur Verfügung. Online verfügbar sind rund 405.000 Seiten von 26 Zeitschriften, die über einen längeren Zeitraum erschienen sind. Bisher wurde etwa eine Million Mal auf das Angebot zugegriffen, wobei der Anteil der Zugriffe aus dem Ausland, haupsächlich aus den USA, bei einem Drittel lag.
[via: heise-Newsticker]
Eingestellt von Alexander Hartmann um 21:33 Keine Kommentare:
Leitlinien für Websites mit juristischen Inhalten
Die "Leitlinien für Websites mit juristischen Inhalten zwecks optimaler Funktionalität mit Suchmaschinen" (PDF) dürften für viele Leser und Leserinnen von Interesse sein.
Über die Juristen
"Was Sie schon immer über Juristen wissen wollten oder bereits zu wissen glaubten"
"Juristenarbeit ist Verstandesarbeit. Beherrschung der verschwommenen Wirrsal menschlicher Beziehungen durch die Schärfe klarer Begriffe."
Gustav Radbruch, der auch wusste:
"Nur der Banause fühlt sich jeden Augenblick als fraglos nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft. Der Schuhmacher des Sokrates wußte, wozu er auf der Welt sei: nämlich dem Sokrates und den anderen Schuhe zu machen. Sokrates wußte nur, daß er es nicht wußte. Uns Juristen aber ist das Schwierigste auferlegt: an unseren Lebensberuf zu glauben und doch zugleich in irgendeiner tiefsten Schicht unseres Wesens immer wieder an ihm zu zweifeln."
[Dank an Dr. Walter Simon]
Eingestellt von Alexander Hartmann um 11:23 Keine Kommentare:
Tagebuch eines Praktikanten
Bei meinem heutigen Streifzug durch das immer umfassender werdende JuraWiki bin ich auf das Tagebuch eines hochmotivierten Praktikanten gestoßen. Der Rechtsanwalt kommt seiner Ausbildungspflicht allerdings wirklich vorbildlich nach:
"So arbeiten in der Kanzlei neben 5 festangestellten Sekretärinnen noch zwei Auszubildende und eine junge Praktikantin, die ebenfalls ein Betriebspraktikum in der Kanzlei macht."
Ungewissheit bei Hölters & Elsing: Alle Partner kündigen Sozietätsvertrag
Hölters & Elsing steht vor einer ungewissen Zukunft. Alle 16 Partner, einschließlich der Namensgeber Dr. Wolfgang Hölters und Dr. Siegfried Elsing, haben den Sozietätsvertrag gekündigt. Dies bestätigte die Führung der auf M&A-Transaktionen und Gesellschaftsrecht spezialisierten Kanzlei auf Nachfrage von JUVE.
Eingestellt von Alexander Hartmann um 00:30 Keine Kommentare:
Neues Blawg von Christian Säfken
Das neue Blawg von Christian Säfken habe ich heute bereits in meinen Referrern entdeckt. Von der technischen Seite her kann das Weblog schon in der Startphase mit RSS, Suche und Archiv überzeugen - auch die (ausführlichen) Beiträge machen Lust auf mehr.
Alles Gute für den Start, vor allem aber viel Durchhaltevermögen, schließlich scheinen die ersten Wochen bei Weblogs die schwersten zu sein.

References: § 3
 § 105
 § 105
 § 253

BGH 
 BGH 

§ 6
 § 6

BGH 
 § 132
 EuG