Source: http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Urteile_Teilzeitbeschaeftigung_Beamte_BVerfG_2BvF3-02.html
Timestamp: 2020-06-01 09:36:52+00:00

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der Ver­fas­sungsmäßig­keit des § 80 c des Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­set­zes - NBG - in der Fas­sung der Neu­be­kannt­ma­chung vom 19. Fe­bru­ar 2001 (Nds.GVBl S. 33),
An­trag­stel­le­rin: Nie­dersäch­si­sche Lan­des­re­gie­rung,
ver­tre­ten durch den Mi­nis­ter­präsi­den­ten, Planck­s­traße 2, 30169 Han­no­ver
Os­ter­loh, Di Fa­bio, Mel­ling­hoff, Lübbe-Wolff,
Ger­hardt, Land­au
am 19. Sep­tem­ber 2007 be­schlos­sen:
§ 80 c des Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­set­zes - NBG - in der Fas­sung der Neu­be­kannt­ma­chung vom 19. Fe­bru­ar 2001 (Nie­dersäch­si­sches Ge­setz- und Ver­ord­nungs­blatt Sei­te 33) ist mit Ar­ti­kel 33 Ab­satz 5 des Grund­ge­set­zes un­ver­ein­bar und nich­tig.
Das Norm­bestäti­gungs­ver­fah­ren be­trifft die Fra­ge, ob der Lan­des­ge­setz­ge­ber auf Grund­la­ge des § 44 a Be­am­ten­rechts­rah­men­ge­setz - BRRG - zur Einführung ei­ner ob­li­ga­to­ri­schen Ein­stel­lungs­teil­zeit be­fugt ist, wie sie § 80 c des Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­set­zes - NBG - nach Auf­fas­sung der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung enthält.
1. Ei­ne ers­te Re­ge­lung zur Teil­zeit­beschäfti­gung im Be­am­ten­verhält­nis fin­det sich in Deutsch­land in § 80 Abs. 2 des Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­set­zes vom 14. Ju­li 1960 (GVBl S. 145 <170>). Die Vor­schrift war ein­gefügt wor­den, um der be­son­de­ren La­ge der ver­hei­ra­te­ten Be­am­tin­nen, die sich ne­ben ih­rem Be­ruf ih­rer Fa­mi­lie zu wid­men hat­ten, Rech­nung tra­gen zu können (vgl. Sach­se/Top­ka, Nie­dersäch­si­sches Be­am­ten­ge­setz, Kom­men­tar, 1961, § 80).
Ei­ne ähn­li­che Re­ge­lung ist nach­fol­gend auch in § 213 des Lan­des­be­am­ten­ge­set­zes Ba­den-Würt­tem­berg vom 1. Au­gust 1962 (GBl S. 89 <131>) ein­gefügt wor­den.
2. a) Auf Bun­des­ebe­ne ist die Dis­kus­si­on über die Teil­zeit­beschäfti­gung von Be­am­ten durch den "Be­richt über die Si­tua­ti­on der Frau­en in Be­ruf, Fa­mi­lie und Ge­sell­schaft" vom 14. Sep­tem­ber 1966 (BT­Drucks 5/909) und den 1. Fa­mi­li­en­be­richt der Bun­des­re­gie­rung (BT­Drucks 5/2532) aus­gelöst wor­den, die sich mit der Dop­pel­be­las­tung "außerhäus­lich er­werbstäti­ger" Mütter und den Re­ak­ti­onsmöglich­kei­ten des Be­am­ten­rechts aus­ein­an­der­ge­setzt ha­ben (vgl. Bross­ok, Ver­fas­sungs­recht­li­che Zulässig­keit und so­zi­al­ge­schicht­li­cher Hin­ter­grund von Teil­zeit­beschäfti­gung und Be­ur­lau­bung für Be­am­tin­nen und Rich­te­rin­nen mit Mut­ter­pflich­ten, 1973, S. 18 ff. so­wie Hei­nemann, Teil­zeit­beschäfti­gung im öffent­li­chen Dienst, 2002, S. 149 ff.). Die nach­fol­gen­de par­la­men­ta­ri­sche Be­fas­sung führ­te zu ei­nem Ge­setz­ent­wurf "über Teil­zeit­beschäfti­gung und Be­ur­lau­bung von Be­am­tin­nen und Rich­te­rin­nen". In der Be­gründung wur­de aus­geführt, die außerhäus­li­che Er­werbstätig­keit ver­hei­ra­te­ter Frau­en mit schul­pflich­ti­gen Kin­dern ha­be sich zwi­schen 1950 und 1965 ver­drei­facht. Es er­wei­se sich des­halb als fa­mi­li­en- und so­zi­al­po­li­ti­sches Er­for­der­nis, die Be­din¬gun­gen des Be­rufs­le­bens an die veränder­te Stel­lung der Frau, ins­be­son­de­re an die Bedürf­nis­se der Frau mit Fa­mi­li­en­pflich­ten, an­zu­pas­sen. Die Zu­las­sung der Teil­zeit­ar­beit sei auch im Hin­blick auf den in Art. 6 GG ga­ran­tier­ten Schutz von Ehe und Fa­mi­lie ge­bo­ten, um der Be­am­tin die Erfüllung ih­rer Fa­mi­li­en­pflich­ten zu er­leich­tern (BT­Drucks 5/3087, S. 3).
Das Sechs­te Ge­setz zur Ände­rung be­am­ten­recht­li­cher- und be­sol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 31. März 1969 (BGBl I S. 257) hat da­nach auch auf Bun­des­ebe­ne ei­ne "Mut­ter­schafts­teil­zeit" ein­geführt. In der Fol­ge­zeit wur­de die Möglich­keit der fa­mi­li­en­be­zo­ge­nen Teil­zeit­beschäfti­gung auf Be­am­te und Rich­ter aus­ge­dehnt und im Hin­blick auf Art. 6 GG die Be­treu­ung von pfle­ge­bedürf­ti­gen An­gehöri­gen in den Tat­be­stand ein­be­zo­gen (BGBl 1974 I S. 131). Mit den nach­fol­gen­den No­vel­lie­run­gen wur­den das Höchst­al­ter der in der Be­treu­ung zu berück­sich­ti­gen­den Kin­der her­auf­ge­setzt (BGBl 1980 I S. 561) und die Höchst­dau­er der Teil­zeit­beschäfti­gung nach und nach aus­ge­wei­tet (BGBl 1984 I S. 998 so­wie BGBl 1989 I S. 1282). Ei­ne Ab­run­dung er­fuhr das Recht der Teil­zeit­beschäfti­gung aus fa­mi­li­en­po­li­ti­schen Gründen schließlich in den 90er Jah­ren, als die bis da­hin gel­ten­de Er­mes­sens­vor­schrift auf­ge­ge­ben und durch ei­nen Rechts­an­spruch er­setzt wur­de. Zeit­gleich wur­de die Möglich­keit ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung mit we­ni­ger als der Hälf­te der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit ein­geführt (BGBl 1994 I S. 1078; hier­zu Hal­den­wang, ZBR 1995, S. 61 ff.).
b) Ein neu­er Ty­pus der Teil­zeit­beschäfti­gung im Be­am­ten­recht, der nicht mehr der be­son­de­ren Si­tua­ti­on der Fa­mi­lie Rech­nung tra­gen woll­te, son­dern an ar­beits­markt­po­li­ti­schen As­pek­ten ori­en­tiert war, wur­de erst­mals durch das Drit­te Dienst­rechtsände­rungs­ge­setz vom 10. Mai 1980 (BGBl I S. 561) ein­geführt. Da sich bei den Lehr­amts­stu­den­ten, die ganz über­wie­gend ei­ne Be­rufstätig­keit im öffent­li­chen Dienst an­streb­ten, ei­ne beträcht­li­che Ar­beits­lo­sig­keit ab­zeich­ne­te, soll­te die Möglich­keit ge­schaf­fen wer­den, das be­ste­hen­de Ar­beits-
platz­an­ge­bot des öffent­li­chen Diens­tes auf ei­ne größere Per­so­nen­zahl zu ver­tei­len (so die Be­gründung des Ge­set­zes­an­trags der Länder Ba­den-Würt­tem­berg und Bay­ern, BRDrucks 184/77, S. 2). Die Vor­schrift wur­de als Ex­pe­ri­men­tier­klau­sel ver­stan­den und bis zum 31. De­zem­ber 1985 be­fris­tet (BT­Drucks 8/3764, S. 9). Vor­schläge, die Teil­zeit­beschäfti­gung grundsätz­lich un­be­schränkt zu­zu­las­sen (sog. große Lösung), wur­den da­bei ver­wor­fen (BT­Drucks 8/3764, S. 7).
Die gleich­lau­ten­den Be­stim­mun­gen in § 44 a BRRG und § 72 a BBG wa­ren schließlich auf das Übe­r­an­ge­bot auf dem Leh­rer­ar­beits­markt zu­ge­schnit­ten und ent­hiel­ten fol­gen­de Re­ge­lung (BGBl 1980 I S. 561):
"Ei­nem Be­am­ten mit Dienst­bezügen kann in Be­rei­chen, in de­nen in ei­ner Aus­nah­me­si­tua­ti­on ein drin­gen­des öffent­li­ches In­ter­es­se dar­an be­steht, Be­wer­ber im öffent­li­chen Dienst zu beschäfti­gen, die für ei­ne aus­sch­ließlich oder in der Re­gel im öffent­li­chen Dienst aus­zuüben­de Be­rufstätig­keit aus­ge­bil­det wor­den sind, für die Dau­er von ins­ge­samt höchs­tens acht Jah­ren auf An­trag Teil­zeit­beschäfti­gung bis zur Hälf­te der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit be­wil­ligt wer­den."
Um Zweit­be­ru­fe zu ver­mei­den, war die Aus­nah­memöglich­keit mit ei­nem stren­gen Ne­bentätig­keits­ver­bot ver­se­hen wor­den. Mit den nach­fol­gen­den No­vel­lie­run­gen ist die Be­schränkung auf Mo­no­pol­be­ru­fe auf­ge­ge­ben und die Höchst­dau­er schritt­wei­se verlängert wor­den. Im Jahr 1996 schließlich wur­de die zeit­li­che Be­fris­tung ganz auf­ge­ge­ben und ne­ben dem Be­wer­berüber­hang auch ein Be­wer­ber­man­gel als Vor­aus­set­zung für ei­ne Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit aus ar­beits­markt­po­li­ti­schen Gründen an-
er­kannt (BGBl 1994 I S. 1406). Da­ne­ben wur­de im Jahr 1998 (BGBl 1998 I S. 2026) - dem Bei­spiel des Ar­beits­rechts fol­gend - die Möglich­keit der Al­ters­teil­zeit ein­geführt.
c) Die Teil­zeit­beschäfti­gung von Be­am­ten aus fa­mi­li­en­be­zo­ge­nen oder ar­beits­markt­po­li­ti­schen Gründen blieb an tat­be­stand­li­che Aus­nah­me­si­tua­tio­nen ge­bun­den. Ansätze zur Einführung ei­nes ei­genständi­gen Teil­zeit-Be­am­ten­verhält­nis­ses (vgl. Ge­set­zes­an­trag des Lan­des Ber­lin vom 23. Fe­bru­ar 1988, BRDrucks 89/88) wur­den zunächst als "un­zulässi­ge struk­tu­rel­le Verände­rung des Be­rufs­be­am­ten­tums" be­wer­tet (so Bat­tis, Der Teil­zeit­be­am­te als Re­gel­typ?, in: Ver­ant­wor­tung und Leis­tung, Heft 19, 1989, S. 10 zum Ber­li­ner Ent­wurf) und blie­ben er­folg­los. Auch die des­halb be­an­trag­te Ände­rung des Art. 33 Abs. 5 GG fand kei­ne Mehr­heit (Ge­set­zes­an­trag des Saar­lan­des vom 14. De­zem­ber 1993, BRDrucks 937/93; Ge­set­zes­an­trag des Lan­des Schles­wig-Hol­stein vom 23. April 1996, BRDrucks 298/96; Ge­setz­ent­wurf der Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grünen vom 23. Mai 1996, BT­Drucks 13/4730).
Ih­ren Ab­schluss fand die Aus­deh­nung von Teil­zeit­beschäfti­gung durch das Ge­setz zur Re­form des öffent­li­chen Dienst­rechts vom 24. Fe­bru­ar 1997 (BGBl I S. 322), mit dem in § 72 a BBG die vor­aus­set­zungs­lo­se Teil­zeit für die Be­am­ten des Bun­des ein­geführt wor­den ist.
3. a) Für die Länder kam ei­ne ent­spre­chen­de Re­ge­lung nicht zu­stan­de. Zwar hat­te der Ge­setz­ent­wurf der Bun­des­re­gie­rung ei­ne weit­ge­hend in­halts­glei­che Be­stim­mung in § 44 a BRRG vor­ge­se­hen (BT­Drucks 13/3994, S. 6), die je­doch am Wi­der­stand des Bun­des­rats schei­ter­te. Die Länder­kam­mer war der Auf­fas-
sung, dass es dem Dienst­herrn ermöglicht wer­den müsse, "zur Stei­ge­rung der Ef­fi­zi­enz des Per­so­nal­ein­sat­zes ver­bind­lich Teil­zeit­be­am­ten­verhält­nis­se zu be­gründen" (BT­Drucks 13/3994, S. 56). Um den Per­so­nal­ein­satz bes­ser dis­po­nie­ren zu können, sei hier­zu auch die ein­sei­ti­ge An­ord­nungs­be­fug­nis des Dienst­herrn er­for­der­lich.
Die Bun­des­re­gie­rung hin­ge­gen ver­trat in ih­rer Ge­genäußerung die Auf­fas­sung, ei­ne Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit auf 50 v.H. führe da­zu, dass al­len­falls le­di­ge Be­am­te und Be­am­te im höhe­ren Dienst noch über ein Ein­kom­men verfügten, das über den durch­schnitt­li­chen So­zi­al­hil­fe­leis­tun­gen lie­ge. In Drei- oder Vier­per­so­nen­haus­hal­ten sei­en Be­am­te des mitt­le­ren und ge­ho­be­nen Diens­tes hin­ge­gen auf ergänzen­de So­zi­al­hil­fe an­ge­wie­sen, wenn nicht wei­ter­ge­hen­de Ne­bentätig­keitsmöglich­kei­ten eröff­net würden. Ein der­ar­ti­ger "Be­am­ter im Zweit­be­ruf" sei aus Sicht des Dienst­herrn je­doch un­erwünscht und be­las­te den Ar­beits­markt zusätz­lich. Sch­ließlich sei die vor­ge­se­he­ne Zwangs­teil­zeit mit den ver­fas­sungs­recht­lich ga­ran­tier­ten her­ge­brach­ten Grundsätzen des Be­rufs­be­am­ten­tums nicht ver­ein­bar und set­ze da­her ei­ne Ver­fas­sungsände­rung vor­aus (vgl. BT­Drucks 13/3994, S. 79 ff.).
Auf Vor­schlag des Ver­mitt­lungs­aus­schus­ses ist schließlich fol­gen­de Fas­sung des § 44 a BRRG ver­ab­schie­det wor­den (BGBl 1997 I S. 324):
"Teil­zeit­beschäfti­gung für Be­am­te ist durch Ge­setz zu re­geln."
Der Bun­des­ge­setz­ge­ber hat da­mit auf ei­ne in­halt­li­che Vor­ga­be ver­zich­tet und die Aus­ge­stal­tung der Teil­zeit­re­ge­lung den Ländern für ih­ren Be­reich über­las­sen.
b) Die Länder ha­ben auf die Ermäch­ti­gung in § 44 a BRRG un­ter­schied­lich re­agiert.
Während Ba­den-Würt­tem­berg (§ 152 Abs. 2 Lan­des­be­am­ten­ge­setz Ba­den-Würt­tem­berg), Bay­ern (Art. 80 a Abs. 1 Baye­ri­sches Be­am­ten­ge­setz), Meck­len­burg-Vor­pom­mern (§ 80 Abs. 1 Be­am­ten­ge­setz für das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern), Rhein­land-Pfalz (§ 80 a Abs. 1 Lan­des­be­am­ten­ge­setz Rhein­land-Pfalz) und Schles­wig-Hol­stein (§ 88 a Abs. 1 Be­am­ten­ge­setz für das Land Schles­wig-Hol­stein) die Möglich­keit ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ex­pli­zit an den An­trag des Be­am­ten ge­knüpft ha­ben, ist in den übri­gen Ländern ei­ne an­trags­lo­se Teil­zeit­beschäfti­gung ermöglicht wor­den. In Ber­lin (§ 35 b Abs. 1 Lan­des­be­am­ten­ge­setz Ber­lin a.F.), Bran­den­burg (§ 39 a LBG Be­am­ten­ge­setz für das Land Bran­den­burg mit Be­fris­tung bis zum 31. Sep­tem­ber 2006), Bre­men (§§ 71 f. Bre­mi­sches Be­am­ten­ge­setz a.F.), Hes­sen (§ 85 c Hes­si­sches Be­am­ten­ge­setz a.F.), im Saar­land (§ 87 b Saarländi­sches Be­am­ten­ge­setz a.F.), in Sach­sen (§ 143 b Be­am­ten­ge­setz für den Frei­staat Sach­sen a.F.), in Sach­sen-An­halt (§ 72 d Be­am­ten­ge­setz Sach­sen-An­halt a.F.) und in Thürin­gen (§ 76 a Thürin­ger Be­am­ten­ge­setz mit Be­fris­tung bis zum 31. De­zem­ber 2006) sind die ent­spre­chen­den Be­stim­mun­gen zwi­schen­zeit­lich wie­der auf­ge­ho­ben wor­den. Ent­spre­chen­de Ermäch­ti­gun­gen be­ste­hen da­her ge­genwärtig außer in Nie­der­sach­sen nur noch in Ham­burg (§ 76 b Abs. 1 Ham­bur­gi­sches Be­am­ten­ge­setz) und Nord­rhein-West­fa­len (§ 78 c Abs. 1 Lan­des­be-
am­ten­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len mit Be­fris­tung bis zum 31. De­zem­ber 2007).
1. a) Die Be­stim­mung, die Ge­gen­stand des Nor­men­kon­troll­an­tra­ges ist, hat der Nie­dersäch­si­sche Land­tag durch das Drit­te Ge­setz zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 17. De­zem­ber 1997 (GVBl S. 528) als § 80 b in das Nie­dersäch­si­sche Be­am­ten­ge­setz ein­ge­stellt. Sie gilt nach der Neu­be­kannt­ma­chung des Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­set­zes vom 19. Fe­bru­ar 2001 (GVBl S. 33) als § 80 c NBG in un­veränder­ter Fas­sung fort und lau­tet:
"Ein­stel­lungs­teil­zeit
(1) Bis zum 31. De­zem­ber 2007 können Be­wer­ber in Lauf­bah­nen des ge­ho­be­nen und des höhe­ren Diens­tes auch un­ter der Vor­aus­set­zung ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung von min­des­tens drei Vier­teln der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit in ein Be­am­ten­verhält­nis ein­ge­stellt wer­den.
(2) Teil­zeit­beschäfti­gung nach Ab­satz 1 ist nur zulässig, wenn
1. ein drin­gen­des öffent­li­ches In­ter­es­se dar­an be­steht, im Rah­men der zur Verfügung ste­hen­den Haus­halts­mit­tel möglichst vie­le Be­wer­ber berück­sich­ti­gen zu können, oder
2. sie zur Gewähr­leis­tung ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Al­ters­struk­tur not­wen­dig ist, da­mit lang­fris­tig die Funk­ti­onsfähig­keit der öffent­li­chen Ver­wal­tung in den be­tref­fen­den Be­rei­chen nicht gefähr­det wird.
Sie ist spätes­tens nach acht Jah­ren in ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung um­zu­wan­deln, wenn der Be­am­te dem zu­stimmt.
(3) Die Her­ab­set­zung der Ar­beits­zeit ist so zu be­mes­sen, dass der Be­am­te in sei­nem Ein­gang­s­amt min­des­tens die Dienst­bezüge erhält, die ei­nem Be­am­ten sei­ner Stu­fe in dem ver­gleich­ba­ren Amt der nächst­nied­ri­ge­ren Lauf­bahn­grup­pe mit dem glei­chen Fa­mi­li­en­stand in
Voll­zeit­beschäfti­gung zu­ste­hen würde.
(4) § 80 a Abs. 2 gilt mit der Maßga­be ent­spre­chend, dass der Um­fang der zulässi­gen Ne­bentätig­keit um den Un­ter­schied zwi­schen der re­gelmäßigen und der nach Ab­satz 1 her­ab­ge­setz­ten Ar­beits­zeit erhöht wird."
b) Aus­weis­lich des Ge­setz­ent­wurfs der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung (LT­Drucks 13/3220) soll­te mit der ein­geführ­ten Ein­stel­lungs­teil­zeit auf die "dra­ma­ti­sche" Ent­wick­lung auf dem Ar­beits­markt re­agiert wer­den. Die­ser ar­beits­markt­po­li­ti­schen Si­tua­ti­on könne sich auch der Staat nicht ver­sch­ließen. Ei­ne Aus­wei­tung der Ein­stel­lungsmöglich­kei­ten kom­me nur in Be­tracht, wenn die zur Verfügung ste­hen­den Plan­stel­len auf mehr Be­wer­be­rin­nen und Be­wer­ber auf­ge­teilt würden. Mit ei­ner ent­spre­chen­den Erhöhung der Ein­stel­lungs­zah­len könne der öffent­li­che Dienst ein Si­gnal set­zen, dass auch in schwie­ri­gen Zei­ten die nach­wach­sen­de Ge­ne­ra­ti­on in den Ar­beits­pro­zess ein­ge­glie­dert wer­de.
Die vor­ge­se­he­ne Form der Teil­zeit­beschäfti­gung berühre zwar das Leit­bild des in Voll­zeit­beschäfti­gung auf Le­bens­zeit täti­gen Be­am­ten und bedürfe da­her ei­ner Recht­fer­ti­gung, die min­des­tens den­sel­ben Rang wie die be­am­ten­recht­li­chen Grundsätze ha­ben müsse. Ei­ne der­ar­ti­ge Be­gren­zung er­ge­be sich aus der im So­zi­al­staats­prin­zip wur­zeln­den Ver­pflich­tung, die Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit zu bekämp­fen, so­wie aus der Not­wen­dig­keit, ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Al­ters­struk­tur zu gewähr­leis­ten (vgl. LT­Drucks 13/3220, S. 46). Der we­sent­li­che Struk­tur­in­halt des Be­am­ten­verhält­nis­ses - die An­stel­lung auf Le­bens­zeit und die Ga­ran­tie des Am­tes im sta­tus­recht­li­chen Sin­ne - wer­de durch die Ände­rung nicht be­trof­fen. Über­dies sol­le von der Re­ge­lung
nicht auf Dau­er Ge­brauch ge­macht wer­den, son­dern nur vorüber­ge­hend, während der Aus­nah­me­si­tua­ti­on am Ar­beits­markt und für die Dau­er der not­wen­di­gen Haus­halts­kon­so­li­die­rungs­maßnah­men (vgl. LT­Drucks 13/3220, S. 30). Durch die An­bin­dung der re­du­zier­ten Be­sol­dung an die Bezüge in ei­nem Amt mit Voll­zeit­beschäfti­gung in der nächst­nied­ri­ge­ren Lauf­bahn­grup­pe sei auch den An­for­de­run­gen an ei­ne amts­an­ge­mes­se­ne Be­sol­dung als ei­ne "Art Min­dest­be­sol­dung" Rech­nung ge­tra­gen. Ins­ge­samt be­we­ge sich die zeit­lich ein­ge­grenz­te, an be­son­de­re Kri­te­ri­en ge­bun­de­ne und auf die Lauf­bahn­grup­pen des ge­ho­be­nen und höhe­ren Diens­tes be­schränk­te Ein­stel­lungs­teil­zeit im zulässi­gen Um­fang der bis­he­ri­gen Struk­tu­ren des Be­am­ten­verhält­nis­ses und da­mit im Rah­men der Vor­ga­ben aus Art. 33 Abs. 5 GG.
c) Auf Grund­la­ge die­ser Be­stim­mung sind in Nie­der­sach­sen rund 6.400 Be­wer­ber als be­am­te­te Lehr­kräfte in Teil­zeit­beschäfti­gung ein­ge­stellt wor­den (vgl. zur Zah­len­an­ga­be Kut­scha, ZBR 2001, S. 156 <157>). Sie er­hiel­ten hier­zu ne­ben ih­rer Er­nen­nung ei­nen Be­scheid, mit dem die durch­schnitt­li­che wöchent­li­che Ar­beits­zeit auf 22,5 von 28 Wo­chen­stun­den, die ei­ne Voll­zeit-Lehr­kraft zu un­ter­rich­ten hat, fest­ge­setzt wur­de.
2. a) In ins­ge­samt 444 Fällen ha­ben die Be­trof­fe­nen hier­ge­gen Rechts­mit­tel ein­ge­legt: 177 be­am­te­te Lehr­kräfte ha­ben ge­gen die Ein­wei­sung in ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung be­reits vor dem Ein­tritt der Be­stands­kraft Wi­der­spruch er­ho­ben; in 267 Fällen ha­ben sich die Be­diens­te­ten erst nach Ein­tritt der Be­stands­kraft der Ein­wei­sungs­verfügung ge­gen die Zu­wei­sung ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ge­wandt.
b) In zwei­ter In­stanz sind zwei im We­sent­li­chen gleich­ge­la­ger­te Fälle ent­schie­den wor­den. Das Nie­dersäch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hob da­bei die Be­schei­de, mit de­nen die Teil­zeit­beschäfti­gung an­ge­ord­net wor­den war, auf und ver­pflich­te­te das Land, die Ge­halts­dif­fe­renz der Bezüge rück­wir­kend zu zah­len. Darüber hin­aus wur­de das Land ver­pflich­tet, den Kläger ver­sor­gungs­recht­lich so zu stel­len, als wäre er seit sei­ner Ein­stel­lung voll­zei­tig beschäftigt ge­we­sen (Be-schluss vom 13. De­zem­ber 2001 - 5 LB 2418/01 -).
Zur Be­gründung führ­te das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt aus, die an­ge­foch­te­ne An­ord­nung der Teil­zeit­beschäfti­gung sei rechts­wid­rig, weil § 80 c NBG bei ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung den Wunsch des Be­wer­bers nach ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung vor­aus­set­ze, der hier ge­fehlt ha­be. In der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts sei geklärt, dass ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung ge­gen den Wil­len des Be­am­ten we­der mit dem her­ge­brach­ten Grund­satz der haupt­be­ruf­li­chen vol­len Dienst­leis­tungs­pflicht des Be­am­ten und der da­mit kor­re­spon­die­ren­den Pflicht des Dienst­herrn zur Gewährung des vol­len amts­an­ge­mes­se­nen Un­ter­halts noch mit dem Leis­tungs­prin­zip zu ver­ein­ba­ren sei. Hier­aus fol­ge je­doch nicht die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des § 80 c NBG, weil die Be­stim­mung ver­fas­sungs­kon­form aus­ge­legt wer­den könne.
c) Die Be­schwer­de ge­gen die Nicht­zu­las­sung der Re­vi­si­on wies das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt mit Be­schluss vom 18. Ju­ni 2002 (2 B 12.02) zurück. Durch Ur­teil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 2. März 2000 (BVerw­GE 110, 363 <366>) sei geklärt, dass die in § 80 c NBG ent­hal­te­ne Ermäch­ti­gung des
Dienst­herrn zur Teil­zeit­beschäfti­gung neu ein­zu­stel­len­der Be­am­ter nur ver­fas­sungs­gemäß sei, wenn die Teil­zeit­beschäfti­gung mit dem Wil­len der be­trof­fe­nen Be­am­ten übe­rein­stim­me. Auch die vom Be­ru­fungs­ge­richt ge­fun­de­ne ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung der Norm sei nicht zu be­an­stan­den.
Die Nie­dersäch­si­sche Lan­des­re­gie­rung hält die Re­ge­lung, un­abhängig von ei­ner be­schränken­den Aus­le­gung, für gültig, ins­be­son­de­re für ver­ein­bar mit den her­ge­brach­ten Grundsätzen des Be­rufs­be­am­ten­tums nach Art. 33 Abs. 5 GG. Weil das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ei­ne Vor­la­ge an das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nach Art. 100 Abs. 1 GG ab­ge­lehnt, der Norm aber ei­ne Be­deu­tung bei­ge­mes­sen ha­be, die vom Wil­len des Ge­setz­ge­bers nicht er­fasst und vom Wort­laut nicht ge­deckt sei, blei­be nur die An­ru­fung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts.
1. Der An­trag er­wei­se sich gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 2 GG, § 13 Nr. 6, § 76 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG als zulässig. "Nicht an­ge­wen­det" im Sin­ne die­ser Vor­schrift wer­de ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung auch dann, wenn ihr im We­ge der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung ein Sinn bei­ge­mes­sen wer­de, der vom Ge­setz­ge­ber ge­ra­de nicht ge­wollt sei. Je­den­falls im Fal­le der re­gel­wid­rig un­ter­las­se­nen Rich­ter­vor­la­ge, bei der die Gren­zen zulässi­ger Aus­le­gung über­schrit­ten wor­den sei­en, müsse der Lan­des­re­gie­rung der Weg der abs­trak­ten Nor­men­kon­trol­le eröff­net wer­den. Ein der­ar­ti­ger Fall sei hier ge­ge­ben, weil die vom Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt und vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gewähl­te Aus­le­gung den er­kenn­ba­ren Wil­len des Nie­der-
säch­si­schen Lan­des­ge­setz­ge­bers in sein Ge­gen­teil ver­keh­re. Das in den Ent­schei­dun­gen nie­der­ge­leg­te Verständ­nis des § 80 c NBG als ei­ner Schutz­norm zu­guns­ten des Ein­stel­lungs­be­wer­bers wi­der­spre­che dem Wil­len des his­to­ri­schen Ge­setz­ge­bers dia­me­tral.
2. § 80 c NBG ist nach Über­zeu­gung der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung auch oh­ne ei­ne be­schränken­de Aus­le­gung dem vol­len Wort­laut nach gültig.
Ein Ver­s­toß ge­gen die her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums nach Art. 33 Abs. 5 GG lie­ge nicht vor, viel­mehr wer­de das öffent­li­che Dienst­recht im ver­fas­sungs­recht­lich zulässi­gen Rah­men wei­ter­ent­wi­ckelt. Mit der Einführung der Ein-stel­lungs­teil­zeit ha­be die Nie­dersäch­si­sche Lan­des­re­gie­rung auf ei­ne dra­ma­ti­sche Ent­wick­lung am Ar­beits­markt re­agiert und so dem So­zi­al­staats­prin­zip des Art. 20 Abs. 1 GG Rech­nung ge­tra­gen.
Die in § 80 c NBG ge­fun­de­ne Lösung der Ein­stel­lungs­teil­zeit ver­s­toße auch nicht ge­gen den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Grund­satz der Haupt­be­ruf­lich­keit. Die da­zu er­for­der­li­che Struk­tur­verände­rung könne schon des­halb nicht be­jaht wer­den, weil die Re­ge­lung nur bei Neu­ein­stel­lun­gen ins Be­am­ten­verhält­nis An­wen­dung fin­de und die be­ste­hen­den Be­am­ten­verhält­nis­se un­berührt las­se. Der Aus­nah­me­cha­rak­ter der Ein­stel­lungs­teil­zeit wer­de über­dies durch die Vor­aus­set­zun­gen des § 80 c Abs. 2 NBG si­cher­ge­stellt, mit de­nen das In­stru­men­ta­ri­um der Ein­stel­lungs­teil­zeit von ei­ner ge­sell­schaft­li­chen Aus­nah­me­si­tua­ti­on abhängig ge­macht wer­de. Im Übri­gen über­zeu­ge die von den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten ver­tre­te­ne Auf­fas-
sung, nur durch das Mo­ment der Frei­wil­lig­keit könne ei­ne struk­tu­rel­le Verände­rung im Kern­be­stand der her­ge­brach­ten Grundsätze ver­hin­dert wer­den, nicht. Viel­mehr sei es möglich, das Leit­bild des voll­zeit­beschäftig­ten und vol­lali­men­tier­ten Be­rufs­be­am­ten auch durch an­de­re Si­che­rungs­mit­tel zu gewähr­leis­ten. Die­sen Weg ha­be der nie­dersäch­si­sche Ge­setz­ge­ber durch die Be­fris­tung der Ein­stel­lungs­teil­zeit mit an­sch­ließen­dem An­spruch auf Voll­zeit­beschäfti­gung, durch die Gewähr­leis­tung von Min­dest­bezügen und durch die Aus­wei­tung der Zulässig­keit von Ne­bentätig­kei­ten be­schrit­ten.
Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip wer­de durch die Re­ge­lung in § 80 c NBG nicht ver­letzt.
Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dem Deut­schen Bun­des­tag, dem Bun­des­rat, der Bun­des­re­gie­rung, den Länder­re­gie­run­gen, dem Nie­dersäch­si­schen Land­tag, dem Bun­des­ar­beits­ge­richt, dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, dem Deut­schen Be­am­ten­bund, der Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver.di und der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft Ge­le­gen­heit zur Stel­lung­nah­me ge­ge­ben.
1. Die Freie und Han­se­stadt Ham­burg hat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass auch das Ham­bur­gi­sche Be­am­ten­ge­setz mit § 76 b (GVBl 1999 S. 95) ei­ne ent­spre­chen­de Norm zur Teil­zeit­beschäfti­gung von Be­am­ten ent­hal­te. Auch die recht­li­che Aus-gangs­si­tua­ti­on ge­stal­te sich ähn­lich, weil sich das Ham­bur­gi­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt durch Be­schluss vom 5. Ju­li 2000 (1 Bf 77/01) der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts
an­ge­schlos­sen ha­be. Ein­sch­ließlich der Vor­ver­fah­ren sei­en ge­genwärtig noch ins­ge­samt rund 350 strei­ti­ge Ver­fah­ren of­fen. Die Rechts­ausführun­gen der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung wer­den von der Frei­en und Han­se­stadt Ham­burg un­ein­ge­schränkt ge­teilt.
2. Nach Auf­fas­sung des Deut­schen Be­am­ten­bun­des ist die Zulässig­keit des An­trags zwei­fel­haft, weil die Vor­schrift des § 80 c NBG in der von den Fach­ge­rich­ten ge­fun­de­nen Aus­le­gung für ver­fas­sungs­kon­form er­ach­tet wor­den und da­mit auch an­ge­wen­det wor­den sei. Der An­trag der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung er­wei­se sich je­doch je­den­falls als un­be­gründet. Der Deut­sche Be­am­ten­bund ver­weist hier­zu auf Ausführun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts im Ur­teil vom 2. März 2000.
Der An­trag der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung ist gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 2 GG, § 76 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG zulässig. Die vom Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für ge­bo­ten und möglich ge­hal­te­ne ver­fas­sungs­kon­form­re­strik­ti­ve Aus­le­gung des § 80 c NBG über­schrei­tet ein­deu­tig die Gren­zen ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung und führt da­mit zu ei­ner "Nicht­an­wen­dung" des Rechts im Sin­ne des § 76 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG.
1. Die in § 76 Abs. 1 BVerfGG nor­mier­te abs­trak­te Nor­men­kon­trol­le gibt den An­trags­be­rech­tig­ten die Möglich­keit, Zwei­fel an der An­wend­bar­keit von Bun­des- oder Lan­des­recht durch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt klären zu las­sen. Während die in Nr. 1 der Vor­schrift nor­mier­te Kon­stel­la­ti­on Fälle be­trifft, in de­nen der An­trag­stel­ler selbst die Re­ge­lung für nich­tig
hält, er­fasst Nr. 2 der Be­stim­mung Kon­stel­la­tio­nen, in de­nen der An­trag­stel­ler die Norm für gültig hält, ein Ge­richt oder ei­ne Behörde sie aber we­gen ver­fas­sungs­recht­li­cher Be­den­ken "nicht an­ge­wen­det" hat.
In bei­den Va­ri­an­ten der abs­trak­ten Nor­men­kon­trol­le hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als Hüter der Ver­fas­sung darüber zu wa­chen, dass das Grund­ge­setz we­der for­mell noch sach­lich durch Rechts­vor­schrif­ten des Bun­des oder der Länder noch durch de­ren Nicht­an­wen­dung ver­letzt wird (vgl. BVerfGE 1, 184 <195>). Die abs­trak­te Nor­men­kon­trol­le gewähr­leis­tet in Zwei­fels­fra­gen die Klärung der ver­fas­sungs­recht­li­chen La­ge und dient da­mit dem Rechts­frie­den, weil sie Rechts­si­cher­heit und -ge­wiss­heit schafft (vgl. Stern, in: Bon­ner Kom­men­tar, Art. 93, Rn. 198).
2. Der An­wen­dungs­be­reich des § 76 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG ist je­den­falls dann eröff­net, wenn – wie im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren – sub­stan­ti­iert gel­tend ge­macht ist, dass das Ge­richt un­ter Über­schrei­tung der Gren­zen ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung in Wirk­lich­keit den Wil­len des Ge­setz­ge­bers hat leer lau­fen las­sen und die Norm da­mit nicht an­ge­wandt hat (vgl. BVerfGE 96, 133 <138>: "in sonst re­le­van­ter Wei­se miss­ach­tet ... und ih­re Gel­tung da­mit in ei­ner ih­re prak­ti­sche Wirk­sam­keit be­ein­träch­ti­gen­den Wei­se in Fra­ge ge­stellt wird"). Er­for­der­lich ist die Dar­le­gung, das Ge­richt ha­be die Gren­zen ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung ein­deu­tig über­schrit­ten und da­mit ei­ne Vor­la­ge nach Art. 100 Abs. 1 GG um­gan­gen.
In die­sen Fällen wird trotz des for­ma­len Re­kur­ses auf die Norm nicht mehr die vom Ge­setz­ge­ber ver­ab­schie­de­te und ge-
woll­te Re­ge­lung, son­dern ein an­de­res, nämlich das durch die Deu­tung des Ge­richts ge­schaf­fe­ne Recht an­ge­wen­det. Auch die feh­ler­haf­te Hand­ha­bung der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung kann da­her im Ein­zel­fall zur "Nicht­an­wen­dung" ei­ner ge­setz­li­chen Be­stim­mung führen (eben­so Hill­gru­ber/Goos, Ver­fas­sungs­pro­zess­recht, 2004, Rn. 520; Lech­ner/Zuck, BVerfGG, 5. Aufl., 2006, § 76, Rn. 34; Mey­er, in: von Münch/Ku­nig, GG, Bd. 3, 5. Aufl., 2003, Art. 93, Rn. 36; Rein, Das Norm­bestäti­gungs-ver­fah­ren, 1991, S. 129 ff.; Roth, NVwZ 1998, S. 563 ff.; Sch­laich/Ko­rioth, Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, 7. Aufl., 2007, Rn. 133; a.A. Ro­zek, in: Maunz/Schmidt-Bleib­treu, § 76 Rn. 52; M. Graßhof, in: Um­bach/Cle­mens/Dol­lin­ger, BVerfGG, 2. Aufl., 2005, § 76, Rn. 29).
3. Die Dar­le­gun­gen der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung, das Nie­dersäch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ha­be die me­tho­di­schen Gren­zen der Aus­le­gung über­schrit­ten und da­mit § 80 c NBG nicht mehr "an­ge­wen­det", genügen den An­for­de­run­gen des § 76 Abs. 1 Nr. 2 BVerfGG.
Die in § 80 c NBG vor­ge­se­he­ne Möglich­keit der an­trags­lo­sen Ein­stel­lungs­teil­zeit von Be­am­ten verstößt ge­gen die durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums (I.). Ei­ne ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung der Be­stim­mung ist nicht möglich (II.), so dass die Norm für nich­tig erklärt wer­den muss.
Maßstab für die ver­fas­sungs­recht­li­che Be­ur­tei­lung der von der Nie­dersäch­si­schen Lan­des­re­gie­rung zur Prüfung ge­stell­ten Norm des Be­am­ten­rechts sind die in Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums, die der Ge­setz­ge­ber bei der Re­ge­lung des Rechts des öffent­li­chen Diens­tes zu berück­sich­ti­gen hat. Mit die­sen wird die Ein­rich­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums, wie es sich in der deut­schen Ge­schich­te her­aus­ge­bil­det und um sei­ner Funk­ti­on wil­len Ein­gang in die Ver­fas­sungs­ord­nung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ge­fun­den hat, in­sti­tu­tio­nell ga­ran­tiert (1.). Den da­nach zu be­ach­ten­den Struk­tur­prin­zi­pi­en des Be­rufs­be­am­ten­tums wird die Teil­zeit­re­ge­lung des § 80 c NBG nicht ge­recht. Die Re­ge­lung verstößt so­wohl ge­gen den Haupt­be­ruf­lich­keits­grund­satz (2.) als auch ge­gen das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip (3.). Auch nach der Neu­fas­sung des Art. 33 Abs. 5 GG durch das 52. Ge­setz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28. Au­gust 2006 (BGBl I S. 2034) ändert sich an die­ser Be­ur­tei­lung nichts (4.).
1. Art. 33 Abs. 5 GG ist un­mit­tel­bar gel­ten­des Recht und enthält ei­nen Re­ge­lungs­auf­trag an den Ge­setz­ge­ber so­wie ei­ne in­sti­tu­tio­nel­le Ga­ran­tie des Be­rufs­be­am­ten­tums (Ur­teil des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 6. März 2007 – 2 BvR 556/04 -, S. 21).
a) Ge­gen­stand der Ein­rich­tungs­ga­ran­tie ist der Kern­be-stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en, die sich in der Tra­di­ti­on ent­wi­ckelt und bewährt ha­ben (vgl. BVerfGE 6, 132 <164>). Die Ent­wick­lung des Be­rufs­be­am­ten­tums ist his­to­risch eng mit der­je­ni­gen des Rechts­staats ver­knüpft: War der Be­am­te ur-
sprüng­lich al­lein dem Re­gen­ten ver­pflich­tet, wan­del­te er sich mit dem veränder­ten Staats­verständ­nis vom Fürs­ten- zum Staats­die­ner. Sei­ne Auf­ga­be war und ist es, Ver­fas­sung und Ge­setz im In­ter­es­se des Bürgers auch und ge­ra­de ge­gen die Staats­spit­ze zu be­haup­ten. Die Über­nah­me der funk­ti­ons­we­sent­li­chen tra­dier­ten Grund­struk­tu­ren des Be­rufs­be­am­ten­tums in das Grund­ge­setz be­ruht auf ei­ner Funk­ti­ons­be­stim­mung des Be­rufs­be­am­ten­tums als In­sti­tu­ti­on, die, ge­gründet auf Sach­wis­sen, fach­li­che Leis­tung und loya­le Pflich­terfüllung, ei­ne sta­bi­le Ver­wal­tung si­chern und da­mit ei­nen aus­glei­chen­den Fak­tor ge­genüber den das Staats­we­sen ge­stal­ten­den po­li­ti­schen Kräften bil­den soll (vgl. BVerfGE 7, 155 <162>; stRspr).
b) Sie trägt gleich­zei­tig auch der Tat­sa­che Rech­nung, dass im de­mo­kra­ti­schen Staats­we­sen Herr­schaft stets nur auf Zeit ver­ge­ben wird und die Ver­wal­tung schon im Hin­blick auf die wech­seln­de po­li­ti­sche Aus­rich­tung der je­wei­li­gen Staatsführung neu­tral sein muss (vgl. Pütt­ner, in: König/ Lau­bin­ger/Wa­ge­ner, Öffent­li­cher Dienst – Fest­schrift für Carl Her­mann Ule zum 70. Ge­burts­tag, 1977, S. 383 ff.; Mer­ten, ZBR 1999, S. 1 <7>). In­so­weit kann die strik­te Bin­dung an Recht und Ge­mein­wohl, auf die die his­to­ri­sche Aus­for­mung des deut­schen Be­rufs­be­am­ten­tums aus­ge­rich­tet ist, auch als Funk­ti­ons­be­din­gung der De­mo­kra­tie be­grif­fen wer­den.
c) Ge­ra­de im In­ter­es­se des Bürgers sind im Be­reich des Funk­ti­ons­vor­be­halts be­son­de­re An­for­de­run­gen an die Art und Qua­lität der be­amt­li­chen Auf­ga­ben­erfüllung zu stel­len. Zum Gewähr­leis­tungs­be­reich des Art. 33 Abs. 4 GG gehören je­ne
Auf­ga­ben, de­ren Wahr­neh­mung die be­son­de­ren Verläss­lich­keits-, Ste­tig­keits- und Rechts­staat­lich­keits­ga­ran­ti­en des Be­am­ten­tums er­for­dert (vgl. Leis­ner, Le­gi­ti­ma­ti­on des Be­rufs­be­am­ten­tums aus der Auf­ga­ben­erfüllung, 1988, ab­ge­druckt in: Be­am­ten­tum, 1995, S. 163 <166>; Ba­du­ra, ZBR 1996, S. 321 <324>; Isen­see, ZBR 1998, S. 295 <304> so­wie Jach­mann/ Strauß, ZBR 1999, S. 289 <296>).
d) Sei­ne Auf­ga­be kann das Be­rufs­be­am­ten­tum nur erfüllen, wenn es recht­lich und wirt­schaft­lich ge­si­chert ist (vgl. BVerfGE 7, 155 <163>). Nur wenn die in­ne­re und äußere Un­abhängig­keit gewähr­leis­tet ist und Wi­der­spruch nicht das Ri­si­ko ei­ner Be­dro­hung der Le­bens­grund­la­gen des Amts­trägers und sei­ner Fa­mi­lie in sich birgt, kann rea­lis­ti­scher­wei­se er­war­tet wer­den, dass ein Be­am­ter auch dann auf rechts­staat­li­cher Amtsführung be­harrt, wenn sie (par­tei-)po­li­tisch un­erwünscht sein soll­te.
e) Die her­ge­brach­ten Grundsätze und mit­hin die In­sti­tu­ti­on des deut­schen Be­rufs­be­am­ten­tums wer­den durch Art. 33 Abs. 5 GG dem­nach nicht um ih­rer selbst wil­len geschützt. Die Ver­fas­sungs­be­stim­mung kon­ser­viert nicht "das Gest­ri­ge", son­dern über­nimmt nur die tra­dier­ten und funk­ti­ons­we­sent­li­chen Grund­struk­tu­ren des Be­rufs­be­am­ten­tums. Die Mütter und Väter des Grund­ge­set­zes ver­stan­den das Be­rufs­be­am­ten­tum in­so­weit als ein In­stru­ment zur Si­che­rung von Rechts­staat und Ge­setzmäßig­keit der Ver­wal­tung. Hierfür er­schien ih­nen ein auf Sach­wis­sen ge­gründe­ter, un­abhängi­ger Be­am­ten­ap­pa­rat un­erläss­lich.
f) Die für den Kern­ge­halt der her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums gel­ten­de Be­ach­tens­pflicht ver­sperrt den Weg zu tief­grei­fen­den struk­tu­rel­len Verände­run­gen durch den ein­fa­chen Ge­setz­ge­ber (vgl. Be­schluss des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 20. März 2007 - 2 BvL 11/04 -, S. 12). So­lan­ge ei­ne struk­tu­rel­le Verände­rung an den für Er­schei­nungs­bild und Funk­ti­on des Be­rufs­be­am­ten­tums we­sent­li­chen Re­ge­lun­gen nicht vor­ge­nom­men wird, steht Art. 33 Abs. 5 GG ei­ner Wei­ter­ent­wick­lung des Be­am­ten­rechts nicht ent­ge­gen (Ur­teil des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 6. März 2007 - 2 BvR 556/04 -, S. 26 f.; Be­schluss des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 20. März 2007 - 2 BvL 11/04 -, S. 11 f.). In der Pflicht zur "Berück­sich­ti­gung" ist viel­mehr ei­ne Ent­wick­lungs­of­fen­heit an­ge­legt, die den Ge­setz­ge­ber in die La­ge ver­setzt, die Aus­ge­stal­tung des Dienst­rechts den je­wei­li­gen Ent­wick­lun­gen der Staat­lich­keit an­zu­pas­sen und das Be­am­ten­recht da­mit "in die Zeit" zu stel­len. Die Struk­tur­ent­schei­dung des Art. 33 Abs. 5 GG belässt aus­rei­chend Raum, die ge­schicht­lich ge­wach­se­ne In­sti­tu­ti­on in den Rah­men un­se­res heu­ti­gen Staats­le­bens ein­zufügen (vgl. BVerfGE 3, 58 <137>; 62, 374 <382>; 70, 69 <79>) und den Funk­tio­nen an­zu­pas­sen, die das Grund­ge­setz dem öffent­li­chen Dienst in der frei­heit­li­chen, rechts- und so­zi­al­staat­li­chen De­mo­kra­tie zu­schreibt (vgl. BVerfGE 7, 155 <162>; 8, 1 <16>; 9, 268 <286>; 15, 167 <195>). Verände­run­gen, mit de­nen die Funk­ti­onsfähig­keit des Be­rufs­be­am­ten­tums auf­recht­er­hal­ten und sei­ne Leis­tungsfähig­keit ge­stei­gert wer­den sol­len, ver­s­toßen da­her nur dann ge­gen Art. 33 Abs. 5 GG, wenn sie in den Kern-
be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en ein­grei­fen (vgl. da­zu be­reits Jüsgen, DÖV 1951, S. 474). Das Grund­ge­setz er­laubt da­mit ei­ne ste­te Fort­ent­wick­lung, die das Be­am­ten­recht in sei­nen ein­zel­nen Aus­prägun­gen den veränder­ten Umständen an­passt (BVerfGE 97, 350 <376 f.>; vgl. auch BVerfGE 43, 154 <168>; 67, 1 <14>).
Nicht je­de Re­ge­lung des Be­am­ten­rechts, die sich als her­ge­bracht er­weist, wird von der in­sti­tu­tio­nel­len Ga­ran­tie er­fasst (vgl. Ur­teil des Zwei­ten Se­nats des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 6. März 2007 - 2 BvR 556/04 -, S. 27). Be­zugs­punkt des Art. 33 Abs. 5 GG ist nicht das ge­wach­se­ne Be­rufs­be­am­ten­recht, son­dern das Be­rufs­be­am­ten­tum (vgl. hier­zu Thie­me, in: Stu­di­en­kom­mis­si­on für die Re­form des öffent­li­chen Dienst­rechts, Bd. 5, 1970, S. 301 <320>). Geschützt sind da­her nur die­je­ni­gen Re­ge­lun­gen, die das Bild des Be­rufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Ge­stalt maßgeb­lich prägen, so­dass ih­re Be­sei­ti­gung auch das We­sen des Be­rufs­be­am­ten­tums an­tas­ten würde (vgl. BVerfGE 43, 177 <185>; 114, 258 <286>). Dies er­gibt sich be­reits aus dem We­sen ei­ner Ein­rich­tungs­ga­ran­tie, de­ren Sinn ge­ra­de dar­in liegt, den Kern­be­stand der Struk­tur­prin­zi­pi­en - mit­hin die Grundsätze, die nicht hin­weg­ge­dacht wer­den können, oh­ne dass da­mit zu­gleich die Ein­rich­tung selbst in ih­rem Cha­rak­ter grund­le­gend verändert würde - dem ge­stal­ten­den Ge­setz­ge­ber ver­bind­lich als Rah­men vor­zu­ge­ben (vgl. Le­cheler, AöR 103 <1978>, S. 349 <363>). Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dies mit der For­mu­lie­rung zum Aus­druck ge­bracht, dass Art. 33 Abs. 5 GG bei die­sen Grundsätzen nicht nur "Berück­sich­ti­gung", son­dern auch "Be-
ach­tung" ver­langt (vgl. BVerfGE 8, 1 <16 f.>; 11, 203 <210>; 61, 43 <57 f.>, so­wie Mer­ten, ZBR 1996, S. 353 <355>). Zu die­sem Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en gehören un­ter an­de­rem der Grund­satz der Haupt­be­ruf­lich­keit (vgl. BVerfGE 9, 268<286>; 55, 207 <240>; 71, 39 <61>) und das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip (vgl. BVerfGE 8, 1 <14, 16 ff.>; 44, 249 <265>; 49, 260 <271>; 70, 251 <267>; 76, 256 <298>; 99, 300 <314>; 106, 225 <232>).
2. Die haupt­be­ruf­li­che Beschäfti­gung auf Le­bens­zeit und das hier­mit kor­re­spon­die­ren­de Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip sind prägen­de Struk­tur­merk­ma­le des Be­rufs­be­am­ten­tums (vgl. BVerfGE 55, 207 <240>; 71, 39 <59 f.>). Sie kon­sti­tu­ie­ren das öffent­lich-recht­li­che Dienst- und Treue­verhält­nis, dem Art. 33 Abs. 4 GG die Ausübung ho­heits­recht­li­cher Be­fug­nis­se vor­be­hal­ten hat (a.). Die in § 80 c NBG vor­ge­se­he­ne Möglich­keit der un­frei­wil­li­gen Ein­stel­lungs­teil­zeit ist hier­mit nicht zu ver­ein­ba­ren (b.). Ei­ne aus­rei­chend ge­wich­ti­ge Recht­fer­ti­gung für die­sen Ein­bruch in die Grund­struk­tur des Be­rufs­be­am­ten­tums liegt nicht vor (c.).
a) Mit dem Ein­tritt in das Be­am­ten­verhält­nis wird der Be­am­te ver­pflich­tet, sich voll für den Dienst­herrn ein­zu­set­zen und die­sem sei­ne ge­sam­te Ar­beits­kraft zur Verfügung zu stel­len (vgl. BVerfGE 21, 329 <345>; stRspr). Als Kor­re­lat hat der Dienst­herr dem Be­am­ten und sei­ner Fa­mi­lie in Form von Dienst­bezügen so­wie ei­ner Al­ters- und Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung nach Dienstrang, Be­deu­tung des Am­tes und ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen Verhält­nis­se an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halt zu gewähren. Denn mit dem Ein­tritt in das Beam-
ten­verhält­nis ver­liert der Be­am­te grundsätz­lich die Frei­heit zu an­der­wei­ti­ger Er­werbstätig­keit, weil der Staat die gan­ze Ar­beits­kraft des Be­am­ten und da­mit sei­ne vol­le Hin­ga­be for­dert (vgl. et­wa Pann­hau­sen, Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip im Be­am­ten­recht, 1978, S. 14 ff.; Sum­mer/Ro­metsch, Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ges­tern und heu­te, ZBR 1981, S. 1 <4 ff.>). Dienst­bezüge, Ru­he­ge­halt und Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung bil­den al­so ei­ner­seits die Vor­aus­set­zung dafür, dass sich der Be­am­te ganz dem öffent­li­chen Dienst als Le­bens­be­ruf wid­men und in recht­li­cher und wirt­schaft­li­cher Un­abhängig­keit zur Erfüllung der dem Be­rufs­be­am­ten­tum vom Grund­ge­setz zu­ge­wie­se­nen Auf­ga­be, im po­li­ti­schen Kräfte­spiel ei­ne sta­bi­le, ge­set­zes­treue Ver­wal­tung zu si­chern, bei­tra­gen kann. Sie sind zu­gleich die vom Staat fest­zu­set­zen­de Ge­gen­leis­tung des Dienst­herrn dafür, dass sich der Be­am­te ihm zur Verfügung stellt und sei­ne Dienst­pflich­ten nach Kräften erfüllt.
Zu den Kern­pflich­ten des Be­am­ten­verhält­nis­ses gehört seit je­her die Treue­pflicht (vgl. BVerfGE 39, 334 <346 f.>). Der Be­am­te ist dem All­ge­mein­wohl und da­mit zur un­ei­gennützi­gen Amtsführung ver­pflich­tet und hat bei der Erfüllung der ihm an­ver­trau­ten Auf­ga­ben sei­ne ei­ge­nen In­ter­es­sen zurück­zu­stel­len. Der Ein­satz wirt­schaft­li­cher Kampf- und Druck­mit­tel zur Durch­set­zung ei­ge­ner In­ter­es­sen, ins­be­son­de­re auch kol­lek­ti­ve Kampf­maßnah­men im Sin­ne des Art. 9 Abs. 3 GG wie das Streik­recht, sind ihm ver­wehrt (vgl. BVerfGE 8, 1 <17>; BVerw­GE 73, 97 <102>; 69, 208 <212 f.>).
Die Gewähr­leis­tung ei­ner recht­lich und wirt­schaft­lich ge­si­cher­ten Po­si­ti­on soll den Be­am­ten da­bei in die La­ge ver­set-
zen, un­sach­li­chen oder par­tei­li­chen Ein­fluss­nah­men zu wi­der­ste­hen und sei­ne Be­reit­schaft zu ei­ner aus­sch­ließlich an Ge­setz und Recht ori­en­tier­ten Amtsführung zu fördern (vgl. BVerfGE 70, 251 <267>).
Die Ge­fahr, dass der Be­am­te zum "Die­ner zwei­er Her­ren" wird, be­steht ins­be­son­de­re dann, wenn er sei­ne fach­li­che Kom­pe­tenz und Qua­li­fi­ka­ti­on gleich­zei­tig Pri­va­ten ge­gen Ent­loh­nung zur Verfügung stellt. In die­ser Kon­stel­la­ti­on sind In­ter­es­sen­kon­flik­te an­ge­legt, die Ein­satz­be­reit­schaft, Loya­lität und Un­par­tei­lich­keit des Be­am­ten gefähr­den können. Dies liegt ins­be­son­de­re na­he, wenn die aus­geübte Ne­bentätig­keit un­mit­tel­ba­re Bezüge zu dem dienst­li­chen Haupt­amt auf­weist.
b) An die­sen Maßstäben ge­mes­sen er­weist sich die in § 80 c NBG vor­ge­se­he­ne Möglich­keit der un­frei­wil­li­gen Ein­stel­lungs­teil­zeit von Be­am­ten als un­zulässig.
Die an­trags­lo­se Ein­stel­lungs­teil­zeit ist da­durch cha­rak­te­ri­siert, dass sie den auf ei­ne Teil­zeit­beschäfti­gung ge­rich­te­ten Wil­len des Be­am­ten nicht vor­aus­setzt. Der Dienst­herr bie­tet dem Teil­zeit­be­am­ten nicht das Maß an be­ruf­li­cher Aus­las­tung und, da­mit kor­re­spon­die­rend, an Einkünf­ten, das er ei­nem Voll­zeit­be­am­ten gewähren und schul­den würde.
Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Teil­zeit­for­men ist die an­trags­lo­se Ein­stel­lungs­teil­zeit auch nicht als struk­tur­wah­ren­de Fort­ent­wick­lung des Be­am­ten­verhält­nis­ses an­zu­se­hen.
Im Fal­le der an­trags­lo­sen Ein­stel­lungs­teil­zeit wird der be­trof­fe­ne Be­am­te schon zum Zwe­cke der gewünsch­ten Ein­nah­me­er­zie­lung - und da­mit um ein dem Amt we­nigs­tens annähernd an­ge­mes­se­nes Einkünf­teni­veau zu er­rei­chen - ty­pi­scher­wei­se
auf die Ausübung von Ne­bentätig­kei­ten aus­wei­chen müssen. Dies war vom Ge­setz­ge­ber auch ge­wollt, weil er den be­trof­fe­nen Be­am­ten aus­drück­lich die Möglich­keit der vol­len Nut­zung ih­rer Ar­beits­kraft be­las­sen und ihm ei­nen er­leich­ter­ten Zu­gang zur Ne­bentätig­keit ermögli­chen woll­te (vgl. LT­Drucks 13/3220, S. 47). Durch § 80 c Abs. 4 NBG ist der Um­fang der zulässi­gen Ne­bentätig­keit um den Un­ter­schied zwi­schen der re­gelmäßigen und der her­ab­ge­setz­ten Ar­beits­zeit erhöht wor­den.
Es sind In­ter­es­sen­kon­flik­te zu be­sor­gen, wenn der Teil­zeit­be­am­te zu­gleich den Auf­trägen pri­va­ter Ar­beit­ge­ber nach­kom­men muss und sei­ne Ein­nah­men in nicht un­er­heb­li­chem Aus­maß von der Fortführung ei­nes pri­va­ten Ar­beits­verhält­nis­ses abhängen. Ei­ne un­frei­wil­li­ge Teil­zeit­beschäfti­gung von Be­am­ten mit gleich­zei­ti­ger Erhöhung des Ne­bentätig­keits­um­fangs, wie sie vom Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­setz­ge­ber vor­ge­se­hen war, ist da­her mit den grund­le­gen­den Struk­tur­prin­zi­pi­en des her­ge­brach­ten Be­rufs­be­am­ten­tums nicht in Ein­klang zu brin­gen. Sie be­ein­träch­tigt Ziel und Funk­ti­on der mit dem Haupt­be­ruf­lich­keits­grund­satz an­ge­leg­ten Treue- und Loya­litäts­pflicht des Be­am­ten.
c) Ei­ne aus­rei­chend ge­wich­ti­ge Recht­fer­ti­gung für die­sen Ein­bruch in die durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Grund­struk­tu­ren des Be­rufs­be­am­ten­tums liegt nicht vor.
Ei­ne Ver­pflich­tung des Staa­tes, ei­nem Übe­r­an­ge­bot von Be­wer­bern ge­ra­de durch ei­ne Öff­nung des öffent­li­chen Diens­tes und ei­ne verstärk­te Über­nah­me ge­ra­de ins Be­am­ten­verhält­nis ab­zu­hel­fen, kann dem als le­gi­ti­mie­ren­der Grund al­lein in Be­tracht kom­men­den So­zi­al­staats­prin­zip (Art. 20 Abs. 1 GG)
nicht ent­nom­men wer­den. Das So­zi­al­staats­prin­zip be­stimmt nur das Ziel ei­ner ge­rech­ten So­zi­al­ord­nung, gibt aber ei­nen ver­bind­li­chen Weg dort­hin oder auch nur ei­ne Ermäch­ti­gung, da­hin führen­de We­ge zu be­schrei­ten, nicht vor (BVerfGE 22, 180 <204>; 40, 121 <133>; vgl. auch BVerfGE 26, 44 <61 f.>; 34, 118 <136>; 36, 73 <84>; 59, 287 <301>). Maßnah­men zur Ver­wirk­li­chung der Staats­ziel­be­stim­mung des So­zi­al­staats müssen da­her den be­son­de­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen An­for­de­run­gen, die in den je­wei­li­gen Re­ge­lungs­be­rei­chen gel­ten, ent­spre­chen (vgl. Schwandt, ZBR 1977, S. 81 <84>; Le­cheler, ZBR 1980, S. 1 <6>; Za­cher, Das so­zia­le Staats­ziel, in: Isen­see/ Kirch­hof, HStR II, 3. Aufl., 2004, § 28, Rn. 121). Auf dem Ge­biet des Be­am­ten­rechts können da­her nicht die her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums als be­son­de­re ver­fas­sungs­recht­li­che Kri­te­ri­en für die Wei­ter­ent­wick­lung gel­ten­der Rechts­vor­schrif­ten mit der Be­gründung außer Acht ge­las­sen wer­den, dass das Vor­ha­ben der Ver­wirk­li­chung des So­zi­al­staats­prin­zips Rech­nung tra­ge. Das so­zi­al­staat­lich le­gi­ti­me An­lie­gen, die Ar­beits­lo­sig­keit zu steu­ern, reicht für die Le­gi­ti­mie­rung ei­nes Ein­griffs in die Sub­stanz des Be­rufs­be­am­ten­tums nicht aus. Dies gilt um­so mehr, als der An­spruch auf amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on dem Be­am­ten als grund­rechts-glei­ches Recht zu­er­kannt wor­den ist (vgl. BVerfGE 107, 218 <236 f.> m.w.N.). Es fehlt da­her be­reits ei­ne der Fa­mi­li­en­teil­zeit ver­gleich­ba­re ver­fas­sungs­recht­li­che Po­si­ti­on zur Recht­fer­ti­gung der ar­beits­markt­po­li­tisch mo­ti­vier­ten Teil­zeit­beschäfti­gung von Be­am­ten.
Dem An­lie­gen des So­zi­al­staats­prin­zips kann auch oh­ne Be­ein­träch­ti­gung der in Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Grund­struk­tu­ren Rech­nung ge­tra­gen wer­den, in­dem die an­ge­streb­ten Ein­stel­lun­gen, so­weit Art. 33 Abs. 4 GG dies zulässt, nicht im Be­am­ten-, son­dern im An­ge­stell­ten­verhält­nis er­fol­gen. Ei­ne der­ar­ti­ge Vor­ge­hens­wei­se bräch­te die An­for­de­run­gen des So­zi­al­staats­prin­zips und die Gewähr­leis­tun­gen des Art. 33 Abs. 5 GG zur prak­ti­schen Kon­kor­danz. Hin­sicht­lich der von der an­ge­grif­fe­nen Re­ge­lung ganz über­wie­gend be­trof­fe­nen Be­rufs­grup­pe der Leh­rer ist die - seit Jah­ren in großem Um­fang prak­ti­zier­te - Ein­stel­lung im An­ge­stell­ten­verhält­nis auch mit den Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 4 GG ver­ein­bar, weil Leh­rer in der Re­gel nicht schwer­punktmäßig ho­heit­lich ge­prägte Auf­ga­ben wahr­neh­men, die der be­son­de­ren Ab­si­che­rung durch den Be­am­ten­sta­tus bedürf­ten (vgl. Ma­sing, in: Drei­er <Hrsg.>, Grund­ge­setz-Kom­men­tar, 2. Aufl., 2006, Art. 33, Rn. 67 m.w.N.). Der Dienst­herr hat da­her die Möglich­keit, Leh­rer im An­ge­stell­ten­verhält­nis ein­zu­stel­len. Er ist dann den be­son­de­ren in­sti­tu­tio­nel­len Vor­ga­ben nicht un­ter­wor­fen, die das Grund­ge­setz mit der Ein­rich­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums ver­bin­det.
Ent­schei­det er sich in­des für ei­ne Ver­be­am­tung der Leh­rer, so ist das be­gründe­te Be­am­ten­verhält­nis auch den Bin­dun­gen des Art. 33 Abs. 5 GG un­ter­wor­fen. Die Über­nah­me der Lehr­kräfte ins Be­am­ten­verhält­nis hat für den Dienst­herrn vie­le - auch fi­nan­zi­el­le – Vor­tei­le. Sie be­freit ihn von dem Zwang, Ar­beits- und Ent­gelt­be­din­gun­gen mit den Ta­rif­par­tei­en aus­zu­han­deln und ab­zu­stim­men. Die Aus­ge­stal­tung des Be­am­ten-
verhält­nis­ses ist der ein­sei­ti­gen Re­ge­lungs­kom­pe­tenz des Be­am­ten­ge­setz­ge­bers un­ter­stellt. Dem­ent­spre­chend liegt es in sei­nem Ge­stal­tungs­spiel­raum, die wöchent­li­che Ar­beits­zeit oder die Fest­set­zung des Ru­he­stands­al­ters zu be­stim­men. Das Be­am­ten­verhält­nis er­laubt dem Dienst­herrn ei­nen fle­xi­blen Ein­satz der Beschäftig­ten. Dies gilt in zeit­li­cher Hin­sicht, da ein An­spruch auf Mehr­ar­beits­vergütung grundsätz­lich nicht be­steht. Der Hand­lungs­spiel­raum be­steht auch in Be­zug auf die ört­li­che Ver­wen­dung, weil das Be­am­ten­recht die Ver­set­zung ei­nes Be­am­ten auch ge­gen sei­nen Wil­len im dienst­li­chen In­ter­es­se ermöglicht. Der Be­am­te ist sei­nem Dienst­herrn zur Treue ver­pflich­tet und zum Ein­satz kol­lek­ti­ver Druck­mit­tel wie des Streiks nicht be­fugt. Er hat sei­nen Dienst­herrn loy­al zu un­terstützen und ist auch bei der Auf­nah­me von Ne­bentätig­kei­ten nicht frei. Sch­ließlich un­ter­steht der Be­am­te der Dis­zi­plinar­ge­walt des Dienst­herrn.
Mit die­sen Vor­tei­len für den Dienst­herrn sind die Bin­dun­gen ver­bun­den, die sich aus Art. 33 Abs. 5 GG er­ge­ben, ins­be­son­de­re auch die An­for­de­run­gen des Haupt­be­ruf­lich­keits­grund­sat­zes und des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips. Ein "Ro­si­nen­pi­cken" er­laubt die Ver­schie­den­heit der Beschäfti­gungs­sys­te­me dem Ge­setz­ge­ber nicht.
Sch­ließlich ist nicht er­sicht­lich, dass die Einführung der Ein­stel­lungs­teil­zeit er­for­der­lich wäre, um die "Ein­rich­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums un­ter den ge­wan­del­ten Verhält­nis­sen le­bensfähig zu er­hal­ten" (Ule, Öffent­li­cher Dienst, in: Bet­ter­mann/Nip­per­dey, Die Grund­rech­te, Bd. IV/2, 1962, S. 568). Ei­ne Fort­ent­wick­lung des Be­rufs­be­am­ten­tums im In­ter­es­se von
Funk­ti­ons­bedürf­nis­sen ist zwar grundsätz­lich möglich, et­wa wenn oh­ne ent­spre­chen­de Fle­xi­bi­li­sie­rungs­an­ge­bo­te aus­rei­chen­der und qua­li­fi­zier­ter Nach­wuchs für den öffent­li­chen Dienst nicht mehr re­kru­tiert wer­den könn­te. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat stets be­tont, dass der öffent­li­che Dienst mit Kon­di­tio­nen wer­ben muss, die ei­nem Ver­gleich mit der pri­va­ten Wirt­schaft stand­hal­ten können (vgl. BVerfGE 114, 258 <294>; m.w.N.). Ei­ne der­ar­ti­ge Be­gründung schei­det im Fal­le der an­trags­lo­sen Ein­stel­lungs­teil­zeit aber schon des­halb aus, weil die Re­du­zie­rung der Beschäfti­gung hier ge­ra­de nicht im In­ter­es­se des Be­am­ten er­folgt und da­her nicht ge­eig­net ist, das Be­am­ten­verhält­nis at­trak­ti­ver zu ge­stal­ten, wie dies bei der An­trags­teil­zeit der Fall ist.
3. Die Re­ge­lung des § 80 c NBG steht nicht mit dem durch Art. 33 Abs. 5 GG ga­ran­tier­ten Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip in Ein-klang. Hier­nach sind Dienst­ver­pflich­tung und Dienst­leis­tung des Be­am­ten ei­ner­seits und die dafür vom Dienst­herrn gewähr­te Be­sol­dung an­de­rer­seits wech­sel­sei­tig auf­ein­an­der be­zo­gen (a.). Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip lässt ei­ne Ab­sen­kung der Be­sol­dung un­ter das vom Be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber als amts­an­ge­mes­sen fest­ge­setz­te Ni­veau im In­ter­es­se der Funk­ti­ons­zu­ord­nung des Be­rufs­be­am­ten­tums nur im Ein­verständ­nis und auf An­trag des be­trof­fe­nen Be­am­ten zu (b.). Die­sen An­for­de­run­gen ent­spricht § 80 c NBG nicht (c.).
a) Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip, wel­ches der Ge­setz­ge­ber zu be­ach­ten hat (vgl. Ur­teil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 6. März 2007 - 2 BvR 556/04 -, S. 29 f.; stRspr), ver­pflich­tet den Dienst­herrn, den Be­am­ten und sei­ne Fa­mi­lie le­bens­lang
an­ge­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienstrang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Be­deu­tung des Be­rufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und fi­nan­zi­el­len Verhält­nis­se und des all­ge­mei­nen Le­bens­stan­dards ei­nen an­ge­mes­se­nen Le­bens­un­ter­halt zu gewähren. Der Be­am­te muss über ein Net­to­ein­kom­men verfügen, das sei­ne recht­li­che und wirt­schaft­li­che Si­cher­heit und Un­abhängig­keit gewähr­leis­tet und ihm über die Be­frie­di­gung der Grund­bedürf­nis­se hin­aus ei­nen sei­nem Amt an­ge­mes­se­nen Le­bens­kom­fort ermöglicht (vgl. BVerfGE 8, 1 <14>; 114, 258 <287 f.>; stRspr).
Zwar ist die Be­am­ten­be­sol­dung kein Ent­gelt im Sin­ne ei­ner Ent­loh­nung für kon­kre­te Diens­te. Sie ist aber Ge­gen­leis­tung des Dienst­herrn dafür, dass sich der Be­am­te ihm zur Verfügung stellt und sei­ne Dienst­pflich­ten nach Kräften erfüllt (vgl. BVerfGE 114, 258 <288>; stRspr).
b) Im Hin­blick auf die Funk­ti­on des Ali­men­ta­ti­ons­grund­sat­zes, der ge­mein­sam mit dem Le­bens­zeit­prin­zip die persönli­che und wirt­schaft­li­che Un­abhängig­keit des Be­am­ten si­chern soll (vgl. BVerfGE 7, 155 <162>; 114, 258 <288>; stRspr), sind der Ab­sen­kung der Bezüge, wie sie mit ei­ner un­frei­wil­li­gen Teil­zeit­beschäfti­gung ver­bun­den ist, aber Gren­zen ge­setzt. Denn durch die ent­spre­chend der Ar­beits­zeit re­du­zier­te Be­sol­dung er­reicht der be­trof­fe­ne Be­am­te nicht das Ein­kom­mens­ni­veau, das der Be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber selbst als dem je­wei­li­gen Amt an­ge­mes­sen ein­ge­stuft hat.
aa) Ei­ne Ein­schränkung der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on kann ins­be­son­de­re im Fal­le der fa­mi­li­en­po­li­ti­schen Teil­zeit-
beschäfti­gung des­halb hin­ge­nom­men wer­den, weil das Teil­zeit­mo­dell hier im In­ter­es­se des Be­am­ten und auf des­sen An­trag hin gewährt wird. Durch die­sen kon­sen­sua­len Cha­rak­ter hat der Be­am­te die Möglich­keit, selbst darüber zu ent­schei­den, in­wie­weit er für die Si­che­rung ei­nes an­ge­mes­se­nen Un­ter­halts - ge­ge­be­nen­falls auch in An­se­hung des übri­gen Fa­mi­li­en­ein­kom­mens - auf die vol­le Be­sol­dung an­ge­wie­sen ist (vgl. Bat­tis/Gri­go­leit, ZBR 1997, S. 237 <245 f.>).
An­ders lie­gen die Din­ge da­ge­gen, wenn der Be­am­te - ob­wohl er die vol­le Ali­men­ta­ti­on er­strebt und sie mögli­cher­wei­se et­wa an­ge­sichts sei­ner fa­mi­liären Si­tua­ti­on auch drin­gend benötigt - auf ei­ne ent­spre­chen­de Teilali­men­tie­rung ver­wie­sen wird. In die­ser Si­tua­ti­on sind zusätz­li­che Einkünf­te er­for­der­lich, um ein dem Amt an­ge­mes­se­nes Einkünf­teni­veau er­rei­chen zu können. Al­lein aus den Bezügen des Dienst­herrn erhält der Be­am­te kein Ein­kom­men, das als Grund­la­ge wirt­schaft­li­cher Un­abhängig­keit für das kon­kre­te Amt mit sei­ner Ver­ant­wor­tung und Be­deu­tung an­ge­se­hen wer­den kann.
Die Kürzung der Bezüge im Fal­le der Teil­zeit­beschäfti­gung schlägt sich ins­be­son­de­re dann als po­ten­ti­el­le Gefähr­dung für die Un­abhängig­keit der Amtsführung des Be­am­ten nie­der, wenn die­ser nicht aus an­de­ren Gründen über ent­spre­chen­de wirt­schaft­li­che Ab­si­che­run­gen verfügt. In­so­weit er­scheint das Merk­mal der Frei­wil­lig­keit als funk­ti­ons­adäqua­tes Si­che­rungs­kri­te­ri­um er­for­der­lich. Die Ab­sen­kung der Bezüge und da­mit die Ein­schränkung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips kann im Fal­le der frei­wil­li­gen Teil­zeit­beschäfti­gung da­her als Aus­druck ei­ner
ei­gen­ver­ant­wort­li­chen Ent­schei­dung des Be­am­ten noch hin­ge­nom­men wer­den.
bb) Be­reits aus der Zweck­be­stim­mung des Ali­men­ta­ti­ons­grund­sat­zes, die wirt­schaft­li­che Un­abhängig­keit des Be­am­ten si­cher­zu­stel­len, folgt, dass ei­ne un­frei­wil­li­ge Schmäle­rung der Be­sol­dungs­bezüge nicht zur Ab­sen­kung des Le­bens­ni­veaus un­ter das vom Ge­setz­ge­ber als amts­an­ge­mes­sen be­wer­te­te Bild führen darf. Aus der Ei­gen­art des Ali­men­ta­ti­ons­an­spruchs folgt, dass die öffent­li­che Hand sich hin­sicht­lich ih­rer Ali­men­ta­ti­ons­pflicht nicht da­durch ent­las­ten kann, dass sie den Be­am­ten auf Einkünf­te ver­weist, die er von pri­va­ter Sei­te erhält (vgl. BVerfGE 55, 207 <239>).
c) Die in § 80 c NBG nie­der­ge­leg­te Form der an­trags­lo­sen Ein­stel­lungs­teil­zeit ist mit dem Ali­men­ta­ti­ons­grund­satz nicht ver­ein­bar, weil die Ein­schränkung der amts­an­ge­mes­se­nen Be­sol­dung hier nicht durch den Wil­len des Be­am­ten ge­tra­gen wird (aa) und die­sen, will er ei­nen dem Amt an­ge­mes­se­nen Le­bens­zu­schnitt er­rei­chen, fak­tisch auf die Ausübung ei­ner Ne­bentätig­keit ver­weist (bb).
aa) Die Si­che­rung der wirt­schaft­li­chen Un­abhängig­keit des Be­am­ten, die als struk­tu­rel­le Vor­aus­set­zung für die Gewähr­leis­tung ei­ner un­abhängi­gen und nur Ge­setz und Recht ver­pflich­te­ten Amtsführung von grund­le­gen­der Be­deu­tung ist, ge­bie­tet, dass die vom Ge­setz­ge­ber für das je­wei­li­ge Amt als an­ge­mes­sen be­wer­te­te Be­sol­dung nur im Ein­verständ­nis mit dem Be­trof­fe­nen un­ter­schrit­ten wer­den darf. Wenn da­ge­gen der Be­am­te selbst der Auf­fas­sung ist, auf ei­nen Teil der Bezüge ver­zich­ten zu können, wird er sich kaum in ei­ner wirt­schaft-
li­chen La­ge be­fin­den, die ihn Ein­fluss­nah­men in be­son­de­rer Wei­se zugäng­lich macht.
Dies gilt um­so mehr, wenn durch die Aus­ge­stal­tung der ein­fach­ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen die Dau­er der Teil­zeit­beschäfti­gungs­pha­se nicht von vorn­her­ein fest­steht. Bei ei­ner mögli­chen in­di­vi­du­el­len Dau­er von acht Jah­ren et­wa, die übli­cher­wei­se je­doch nur für ei­nen Teil­zeit­raum von vier Jah­ren fest­ge­setzt wird, liegt die Ent­schei­dung über die tatsächli­che Dau­er der Pha­se ver­rin­ger­ter Bezüge in den Händen der per­so­nal­ver­wal­ten­den Stel­len. Die­se Kon­stel­la­ti­on trägt nicht da­zu bei, den Be­am­ten in der Un­abhängig­keit und Ge­set­zes­treue sei­ner Amtsführung zu stärken, wenn die­ser in Kon­flikt mit mögli­cher­wei­se par­tei­li­chen Vor­ga­ben gerät. Es ist ge­ra­de An­lie­gen des Ali­men­ta­ti­ons­grund­sat­zes, ei­nen Be­am­ten vor Si­tua­tio­nen zu schützen, in de­nen die Un­par­tei­lich­keit der Amtsführung mit dem Ri­si­ko persönli­cher Nach­tei­le ver­bun­den ist.
bb) In­ter­es­sen­kon­flik­te sind auch da­durch zu be­sor­gen, dass der Be­am­te zur Er­rei­chung ei­nes dem Amt we­nigs­tens annähernd an­ge­mes­se­nen Ein­kom­mens­ni­veaus auf die Ausübung ei­ner Ne­bentätig­keit ver­wie­sen wird. Der Nie­dersäch­si­sche Ge­setz­ge­ber geht da­von aus, dass die be­trof­fe­nen Be­am­ten zum Zwe­cke der Ein­nah­me­er­zie­lung – und um ein dem Amt we­nigs­tens annähernd an­ge­mes­se­nes Einkünf­teni­veau zu er­rei­chen – ty­pi­scher-wei­se auf die Ausübung von Ne­bentätig­kei­ten zurück­grei­fen muss. Er woll­te den be­trof­fe­nen Be­am­ten aus­drück­lich die Möglich­keit der vol­len Nut­zung ih­rer Ar­beits­kraft be­las­sen (vgl. LT­Drucks 13/3220, S. 47) und hat in § 80 c Abs. 4 NBG den Um­fang der zulässi­gen Ne­bentätig­keit da­her um den Un­ter­schied
zwi­schen der re­gelmäßigen und der her­ab­ge­setz­ten Ar­beits­zeit erhöht.
In der ge­trof­fe­nen Re­ge­lung ist da­her an­ge­legt, dass der Be­am­te in ei­nen In­ter­es­sen­kon­flikt gerät und zum "Die­ner zwei­er Her­ren" wird. Denn er wird fak­tisch da­zu ge­zwun­gen, zusätz­li­che Einkünf­te zu er­zie­len. An­ge­sichts der ge­nann­ten Zeit­dau­er muss sich der Be­am­te zu­dem nicht nur in den Jah­ren sei­ner Exis­tenz­gründung vorüber­ge­hend auf ei­ne re­du­zier­te Be­sol­dung ein­stel­len, son­dern darüber hin­aus auch Ab­stri­che in sei­nen Ver­sor­gungs­bezügen hin­neh­men.
Die in § 80 c NBG vor­ge­se­he­ne Teil­zeit­re­ge­lung verstößt mit­hin so­wohl ge­gen den Haupt­be­ruf­lich­keits­grund­satz als auch ge­gen das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und ist da­her mit den Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 5 GG nicht ver­ein­bar.
4. Ei­ne an­de­re Be­wer­tung er­gibt sich auch nicht durch die Neu­fas­sung des Art. 33 Abs. 5 GG durch das 52. Ge­setz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28. Au­gust 2006 (BGBl I S. 2034). Durch die­ses Ge­setz wur­de der bis da­hin gülti­gen Fas­sung des Art. 33 Abs. 5 GG die so ge­nann­te "Fort­ent­wick­lungs­klau­sel" an­gefügt, so dass die Vor­schrift nun­mehr wie folgt lau­tet:
"Das Recht des öffent­li­chen Diens­tes ist un­ter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums zu re­geln und fort­zu­ent­wi­ckeln."
An dem hier maßgeb­li­chen Re­ge­lungs­ge­halt der Vor­schrift hat die­se Neu­fas­sung nichts geändert. Schon aus dem in­so­weit un­veränder­ten Wort­laut der Be­stim­mung er­gibt sich, dass der
Ge­setz­ge­ber bei der Re­ge­lung des öffent­li­chen Dienst­rechts wei­ter­hin die her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums - al­so auch den Haupt­be­ruf­lich­keits- und den Ali­men­ta­ti­ons­grund­satz - zu berück­sich­ti­gen hat. Fort­zu­ent­wi­ckeln ist nach der ein­deu­ti­gen Ge­set­zes­fas­sung al­lein das Recht des öffent­li­chen Diens­tes, nicht aber der hierfür gel­ten­de Maßstab, die her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums.
Die­ses Er­geb­nis der Wort­laut­aus­le­gung wird durch die Ent­ste­hungs­ge­schich­te der "Fort­ent­wick­lungs­klau­sel" bestätigt (vgl. BT­Drucks 16/813, S. 8 und 10). Ei­ne Ver­schie­bung der ver­fas­sungs­recht­li­chen Gren­zen der ge­setz­ge­be­ri­schen Re­ge­lungs­be­fug­nis war nicht be­ab­sich­tigt. Viel­mehr heißt es hier­zu (BT­Drucks 16/813, S. 10):
"Die her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums sind auch wei­ter­hin zu berück­sich­ti­gen. Un­berührt bleibt die ver­fas­sungs­recht­li­che Ga­ran­tie des Be­rufs­be­am­ten­tums."
Dem­ent­spre­chend be­ton­te Bun­des­kanz­le­rin Dr. Mer­kel in der ab­sch­ließen­den Aus­spra­che der 44. Sit­zung des Deut­sche Bun­des­tags vom 30. Ju­ni 2006 (Ple­nar­pro­to­koll 16/44, S. 4258),
"Es gab in al­len Frak­tio­nen brei­te Dis­kus­sio­nen, zum Bei­spiel auch über die Fra­gen des Lauf­bahn-, Be­sol­dungs- und Ver­sor­gungs­rechts der Lan­des­be­am­ten. Es ist vie­len in die­sem Hau­se schwer ge­fal­len, hier ein Stück Kom­pe­tenz ab­zu­ge­ben. Des­halb möch­te ich an die­ser Stel­le noch ein­mal be­to­nen, dass es für uns sehr wich­tig ist, dass wei­ter­hin die im Grund­ge­setz ver­an­ker­ten so ge­nann­ten her­ge­brach­ten Grundsätze des Be­rufs­be­am­ten­tums gel­ten sol­len. ..."
Ände­run­gen, die mit den Grund­struk­tu­ren des von Art. 33 Abs. 5 GG geschütz­ten Leit­bilds des deut­schen Be­rufs­be­am­ten­tums nicht in Ein­klang ge­bracht wer­den können, ver­s­toßen auch wei­ter­hin ge­gen die Vor­ga­ben der Ver­fas­sung (vgl. Pech­stein, ZBR 2006, S. 285 <286>; Le­cheler, ZBR 2007, S. 18 <21 und 23>; Höfling/Bur­kicz­ak, DÖV 2007, S. 328 <333>).
Auch die ver­fas­sungs­kon­for­me In­ter­pre­ta­ti­on ist Aus­le­gung ei­nes Ge­set­zes und un­ter­liegt den hierfür gel­ten­den me­tho­di­schen Gren­zen (1.). § 80 c NBG lässt bei Berück­sich­ti­gung die­ser Schran­ken ei­ne Deu­tung nicht zu, nach der die Be­gründung ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung von der Wahlmöglich­keit des be­trof­fe­nen Be­am­ten abhängig ist (2.). Die Vor­schrift ist da­her für nich­tig zu erklären (3.).
1. Das Ge­bot ver­fas­sungs­kon­for­mer Ge­set­zes­aus­le­gung ver­langt, von meh­re­ren mögli­chen Norm­deu­tun­gen, die teils zu ei­nem ver­fas­sungs­wid­ri­gen, teils zu ei­nem ver­fas­sungsmäßigen Er­geb­nis führen, die­je­ni­ge vor­zu­zie­hen, die mit dem Grund­ge­setz in Ein­klang steht (vgl. BVerfGE 32, 373 <383 f.>; stRspr). Ei­ne Norm ist da­her nur dann für ver­fas­sungs­wid­rig zu erklären, wenn kei­ne nach an­er­kann­ten Aus­le­gungs­grundsätzen zulässi­ge und mit der Ver­fas­sung zu ver­ein­ba­ren­de Aus­le­gung möglich ist. Las­sen der Wort­laut, die Ent­ste­hungs­ge­schich­te, der Ge­samt­zu­sam­men­hang der ein­schlägi­gen Re­ge­lun­gen und de­ren Sinn und Zweck meh­re­re Deu­tun­gen zu, von de­nen ei­ne zu ei­nem ver­fas­sungsmäßigen Er­geb­nis führt, so ist die­se ge­bo­ten (BVerfGE 88, 145 <166>).
Auch im We­ge der ver­fas­sungs­kon­for­men In­ter­pre­ta­ti­on darf aber der nor­ma­ti­ve Ge­halt ei­ner Re­ge­lung nicht neu be­stimmt wer­den (vgl. BVerfGE 8, 71 <78 f.>). Die zur Ver­mei­dung ei­nes Nich­tig­keits­aus­spruchs ge­fun­de­ne In­ter­pre­ta­ti­on muss da­her ei­ne nach an­er­kann­ten Aus­le­gungs­grundsätzen zulässi­ge Aus­le­gung sein (BVerfGE 69, 1 <55>). Die Gren­zen ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung er­ge­ben sich da­mit grundsätz­lich aus dem ord­nungs­gemäßen Ge­brauch der an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den. Der Re­spekt vor der ge­setz­ge­ben­den Ge­walt (Art. 20 Abs. 2 GG) ge­bie­tet es da­bei, in den Gren­zen der Ver­fas­sung das Ma­xi­mum des­sen auf­recht­zu­er­hal­ten, was der Ge­setz­ge­ber ge­wollt hat. Er for­dert mit­hin ei­ne ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung der Norm, die durch den Wort­laut des Ge­set­zes ge­deckt ist und die prin­zi­pi­el­le Ziel­set­zung des Ge­setz­ge­bers wahrt (BVerfGE 86, 288 <320>). Die Deu­tung darf nicht da­zu führen, dass das ge­setz­ge­be­ri­sche Ziel in ei­nem we­sent­li­chen Punkt ver­fehlt oder verfälscht wird (vgl. BVerfGE 8, 28 <34>; 54, 277 <299 f.>; m.w.N.).
2. Aus dem fest­ge­stell­ten Ver­s­toß ge­gen Art. 33 Abs. 5 GG er­gibt sich, dass ei­ne Ein­stel­lungs­teil­zeit, bei der dem Be­wer­ber kei­ne Wahlmöglich­keit zwi­schen ei­ner Voll­zeit­stel­le und ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung ein­geräumt wird, un­zulässig ist. Die Möglich­keit ei­ner ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung des § 80 c NBG be­steht ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts nicht (vgl. Nie­dersäch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Ur­teil vom 13. De­zem­ber 2001 - 5 LB 2418/01 - im An­schluss an vor­an­ge­gan­ge­ne Ent­schei­dun­gen des
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Rechts­la­ge in Rhein­land-Pfalz <BVerw­GE 82, 196> und Hes­sen <BVerw­GE 110, 363>).
a) Die­ser An­nah­me steht nicht be­reits die Wort­laut­gren­ze ent­ge­gen. Ei­ne zwangs­wei­se Ein­stel­lung in ein Be­am­ten­verhält­nis kennt das deut­sche Recht nicht. Die Tat­sa­che, dass in § 80 c Abs. 1 NBG von ei­nem An­trag nicht die Re­de ist, könn­te da­her auch dar­aus erklärt wer­den, dass ei­ne Ein­wil­li­gung des Be­wer­bers im Fal­le der Ein­stel­lung oh­ne­hin stets er­for­der­lich ist.
Al­ler­dings ist dem Wort­laut des § 80 c NBG auch kei­ner­lei An­halts­punkt dafür zu ent­neh­men, dass sich die Frei­wil­lig­keit des Be­wer­bers ge­ra­de auf die Wahlmöglich­keit zwi­schen ei­ner Teil­zeit­beschäfti­gung und ei­ner Voll­zeit­stel­le er­stre­cken müss­te. Viel­mehr ist bei der Aus­ge­stal­tung der Ein­stel­lungs­teil­zeit im Ge­gen­satz zu al­len an­de­ren Teil­zeit­for­men des Nie­dersäch­si­schen Be­am­ten­ge­set­zes auf das aus­drück­li­che Er­for­der­nis ei­nes An­trags ver­zich­tet wor­den. Ei­ne Berück­sich­ti­gung der Vor­stel­lun­gen des Be­am­ten fin­det sich im Re­ge­lungs­gefüge der Ein­stel­lungs­teil­zeit nur in § 80 c Abs. 2 Satz 2 NBG, wo­nach die Teil­zeit­beschäfti­gung nach spätes­tens acht Jah­ren in ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung um­zu­wan­deln ist, wenn der Be­am­te dem zu­stimmt.
b) Die Sys­te­ma­tik des Ge­samt­re­ge­lungs­sys­tems der Teil­zeit­beschäfti­gung lässt die An­nah­me ei­nes un­ge­schrie­be­nen Tat­be­stands­merk­mals der Wahlmöglich­keit zwi­schen Teil­zeit­beschäfti­gung und ei­ner Voll­zeit­stel­le nicht zu. Bei ei­nem der­ar­ti­gen Verständ­nis käme der Norm ein ei­genständi­ger Sinn­ge­halt
nicht mehr zu, sie verlöre je­de prak­ti­sche Be­deu­tung (vgl. BVerfGE 18, 97 <111>; 48, 40 <45>).
Bei An­nah­me ei­nes Frei­wil­lig­keits­er­for­der­nis­ses ist kein An­wen­dungs­fall der Re­ge­lung denk­bar, der nicht be­reits auf die be­ste­hen­den Vor­schrif­ten gestützt wer­den könn­te. Un­ter­schie­de ergäben sich al­lein hin­sicht­lich der Mo­da­litäten. Denn § 80 c NBG enthält ei­ne Rei­he von Ein­schränkun­gen, die im bis­he­ri­gen Rechts­zu­stand nicht ent­hal­ten wa­ren. Ins­be­son­de­re ist ei­ne Ein­stel­lungs­teil­zeit nach § 80 c NBG nur für Be­wer­ber in Lauf­bah­nen des ge­ho­be­nen und höhe­ren Diens­tes vor­ge­se­hen und muss vom Um­fang her min­des­tens drei Vier­tel der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit be­tra­gen. Sch­ließlich ist die Teil­zeit­beschäfti­gung gemäß § 80 c Abs. 2 NBG nur zulässig, wenn ein drin­gen­des öffent­li­ches In­ter­es­se dar­an be­steht, im Rah­men der zur Verfügung ste­hen­den Haus­halts­mit­tel möglichst vie­le Be­wer­ber berück­sich­ti­gen zu können, oder sie zur Gewähr­leis­tung ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Al­ters­struk­tur not­wen­dig ist, da­mit lang­fris­tig die Funk­ti­onsfähig­keit der öffent­li­chen Ver­wal­tung in dem be­tref­fen­den Be­reich nicht gefähr­det wird. Ein sys­te­ma­ti­scher Ver­gleich der Ein­stel­lungs­teil­zeit nach § 80 c NBG und der Teil­zeit­beschäfti­gung auf An­trag nach § 80 a NBG zeigt da­her, dass im Fal­le der Auf­nah­me ei­nes un­ge­schrie­be­nen Tat­be­stands­merk­mals der Wahlmöglich­keit kein zusätz­li­cher An­wen­dungs­fall der Teil­zeit­beschäfti­gung ge­schaf­fen würde. Viel­mehr würde die Re­ge­lung in die­ser Aus­le­gung neue Zulässig­keits­re­strik­tio­nen sta­tu­ie­ren, die den Be­wer­ber­kreis, die Dau­er der Teil­zeit­beschäfti­gung und das Aus-
maß der Teil­zeit­beschäfti­gung deut­lich en­ger fas­sen als dies in § 80 a NBG vor­ge­se­hen ist.
Die­se Aus­wir­kun­gen hat auch das Nie­dersäch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt ge­se­hen. Es ging je­doch da­von aus, dass die Re­strik­tio­nen nicht nur als Schutz­vor­keh­run­gen zu Guns­ten des zur Teil­zeit­beschäfti­gung ge­zwun­ge­nen Be­am­ten ver­stan­den wer­den könn­ten, son­dern auch als "Teil­zeit­beschäfti­gung er­schwe­ren­de Spe­zi­al­re­ge­lung für Ein­stel­lungs­be­wer­ber". In die­ser Aus­le­gung be­hal­te die Vor­schrift ei­nen Sinn, weil das Land ein ei­ge­nes In­ter­es­se dar­an ha­ben könne, Ein­stel­lungs­be­wer­ber möglichst in Voll­zeit zu beschäfti­gen, et­wa um ih­re Be­last­bar­keit zu er­pro­ben.
Die­se Ein­ord­nung ist mit dem Norm­ge­halt nicht zu ver­ein­ba­ren. Dies er­gibt sich zunächst dar­aus, dass das Land durch die Re­ge­lung in § 80 c NBG nicht da­zu ge­zwun­gen wird, Ein­stel­lungs­be­wer­ber in Teil­zeit zu über­neh­men. Das vom Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt pos­tu­lier­te In­ter­es­se, Ein­stel­lungs­be­wer­ber möglichst in Voll­zeit zu beschäfti­gen, be­darf da­her kei­nes wei­te­ren Schut­zes. Die Ar­gu­men­ta­ti­on ist aber auch wi­dersprüchlich. Denn wenn die Vor­schrift tatsächlich dem Zweck die­nen soll­te, Teil­zeit­beschäfti­gung im Fal­le der Ein­stel­lungs­be­wer­ber zu er­schwe­ren, so ist nicht verständ­lich, war­um der Um­fang der zulässi­gen Ne­bentätig­keit in die­sen Fall­kon­stel­la­tio­nen erhöht wer­den soll­te (§ 80 c Abs. 4 NBG). Un­klar ist bei die­sem Verständ­nis über­dies, war­um die Um­wand­lung der Teil­zeit­stel­le nach acht Jah­ren in ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung von der Zu­stim­mung des Be­am­ten abhängen soll­te. Denn die­se Re­ge­lung stünde dem ver­meint­li­chen
An­lie­gen, ei­ne Voll­zeit­beschäfti­gung - et­wa zu Be­last­bar­keits­er­pro­bungs­zwe­cken - zu fördern, ent­ge­gen. An­ders als im Fal­le des § 80 a Abs. 3 Satz 1 NBG, in dem der Dienst­vor­ge­setz­te nachträglich die Dau­er der Teil­zeit­beschäfti­gung be­schränken oder den Um­fang der zu leis­ten­den Ar­beits­zeit erhöhen kann, er­schwert § 80 c Abs. 2 Satz 2 NBG die Möglich­kei­ten des Dienst­herrn, Dau­er oder Um­fang der Teil­zeit­beschäfti­gung nachträglich zu be­schränken.
Das Re­ge­lungs­gefüge ist des­halb nur dann stim­mig, wenn die re­strik­ti­ven Mo­di­fi­ka­tio­nen der Teil­zeit­beschäfti­gung als Kor­re­lat der ein­sei­ti­gen An­ord­nungs­be­fug­nis des Dienst­herrn be­grif­fen wer­den. Nur so fügt sich auch die Erhöhung des Um­fangs der zulässi­gen Ne­bentätig­keit ins Bild, weil der - durch ein­sei­ti­ge Ent­schei­dung des Dienst­herrn - auf Teil­zeit­beschäfti­gung ver­wie­se­ne Be­am­te we­nigs­tens durch zusätz­li­che Ne­bentätig­kei­ten in den Stand ver­setzt wer­den soll, an­ge­mes­se­ne Einkünf­te zu er­zie­len.
c) Ins­be­son­de­re ver­kennt die Auf­fas­sung des Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts, dass erklärtes Ziel der Einführung der Ein­stel­lungs­teil­zeit in § 80 c NBG nicht die Er­schwe­rung von Teil­zeit­beschäfti­gung ge­we­sen ist, son­dern das An­lie­gen, "möglichst vie­le Be­wer­ber berück­sich­ti­gen zu können". Zu die­ser Fest­stel­lung ist ein Rück­griff auf Ent­ste­hungs­ma­te­ria­li­en nicht er­for­der­lich, weil das An­lie­gen im Wort­laut des § 80 c Abs. 2 Nr. 1 NBG aus­drück­lich be­nannt ist. Die Vor­stel­lung, § 80 c NBG könne als ei­ne die Teil­zeit­beschäfti­gung er­schwe­ren­de Spe­zi­al­re­ge­lung für Ein­stel­lungs-
be­wer­ber ver­stan­den wer­den, wi­der­spricht der im Ge­set­zes­text selbst nie­der­ge­leg­ten Ziel­vor­stel­lung der Norm.
Der Be­fund wird durch die Be­gründung des Ent­wurfs ei­nes Drit­ten Ge­set­zes zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 8. Sep­tem­ber 1997 bestätigt. Dar­in heißt es (LT­Drucks 13/3220, S. 27 f.):
"Das we­sent­li­che Un­ter­schei­dungs­merk­mal ist, dass die­se Form der Teil­zeit­beschäfti­gung nicht als von der Be­am­tin oder dem Be­am­ten, der Rich­te­rin oder dem Rich­ter selbst gewähl­te Ab­wei­chun­gen von dem Re­gel­fall des Voll­zeit­dienst­verhält­nis­ses aus­ge­stal­tet ist, son­dern vom Dienst­herrn bei Ein­ge­hung ei­nes Be­am­ten- oder Rich­ter­verhält­nis­ses der Be­wer­be­rin oder dem Be­wer­ber zur Ein­stel­lung an­ge­bo­ten wird. ...
Hier­nach be­steht nur ein An­spruch auf er­mes­sens­feh­ler­freie Ent­schei­dung über ei­ne Be­wer­bung, oh­ne dass es auf die Frei­wil­lig­keit bei der Ein­ge­hung des Teil­zeit­be­am­ten­verhält­nis­ses oder die Wahlmöglich­keit zwi­schen Voll­zeit- und Teil­zeit­beschäfti­gung zwin­gend an­kommt."
Fol­ge­rich­tig ist in der Ge­set­zes­be­gründung an an­de­ren Stel­len wie­der­holt von ei­ner "ob­li­ga­to­ri­schen Teil­zeit­beschäfti­gung" die Re­de. Die vom Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Aus­le­gung, die die Vor­schrift in ei­ne "Teil­zeit­beschäfti­gung er­schwe­ren­de Spe­zi­al­re­ge­lung für Ein­stel­lungs­be­wer­ber" um­in­ter­pre­tiert, läuft dem auch im Wort­laut nie­der­ge­leg­ten Ge­set­zes­zweck da­mit zu­wi­der. Denn "möglichst vie­le Be­wer­ber" ge­winnt man nicht da­durch, dass man die Teil­zeit­beschäfti­gung für Ein­stel­lungs­be­wer­ber er­schwert. In der Tat steht da­her zu befürch­ten, dass der Ge­setz­ge­ber die von ihm ge­trof­fe­ne Re­ge­lung nach der In­ter­pre-
ta­ti­on "in­halt­lich nicht wie­der er­kennt", was zu Recht als Prüffra­ge der ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung be­zeich­net wor­den ist (St­ei­ner, Zum Ent­schei­dungs­aus­spruch und sei­nen Fol­gen bei der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Nor­men­kon­trol­le, in: Isen­see/Le­cheler, Frei­heit und Ei­gen­tum: Fest­schrift für Wal­ter Leis­ner zum 70. Ge­burts­tag, 1999, S. 569 <573>). Die vom Nie­dersäch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für möglich ge­hal­te­ne ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung des § 80 c NBG wi­der­spricht da­her dem klar er­kenn­ba­ren Wil­len des Ge­setz­ge­bers und er­weist sich im Hin­blick auf den Ge­set­zes­zweck als "ge­ra­de­zu kon­tra­pro­duk­tiv" (Bürger, ZBR 2001, S. 153 <155>; ähn­lich auch Bat­tis, AuR 2000, S. 233; Bull, DVBl 2000, S. 1773 <1775>; Schla­cke, NordÖR 2002, S. 345 <351>; Rie­ger, NVwZ 2003, S. 17 <19 f.>; Wie­land, JZ 2001, S. 763 <764>).
3. Da bei An­wen­dung der an­er­kann­ten Aus­le­gungs­me­tho­den ei­ne ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung des § 80 c NBG nicht in Be­tracht kommt, ist die Vor­schrift für nich­tig zu erklären.
Die­se Ent­schei­dung ist mit sechs zu zwei Stim­men er­gan­gen.
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References: § 80

§ 80
 § 44
 § 80
 § 80
 § 80
 § 213
 Art. 6
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 § 44
 § 72
 Art. 33
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 § 44
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 § 80
 § 80
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 Art. 33
 § 80
 § 80
 § 80
 Art. 33
 Art. 100
 Art. 93
 § 13
 § 76
 § 80
 § 80
 Art. 33
 Art. 20
 § 80
 Art. 33
 § 80
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 § 76
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 Art. 93
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 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 § 80
 Art. 9
 § 80
 § 80
 Art. 33
 § 28
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
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 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 § 80
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