Source: https://www.iurastudent.de/schemata/schema-zur-mittelbaren-t-terschaft-25-i-2-alt-stgb
Timestamp: 2020-06-07 05:31:47+00:00

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Schema zur mittelbaren Täterschaft, § 25 I 2. Alt. StGB | iurastudent.de
I. Strafbarkeit des Tatnäheren als Täter
II. Strafbarkeit des Hintermannes als mittelbaren Täter
a) keine Ausschluss der mittelbaren Täterschaft
Sonderdelikt: Täter fehlt Tätereigenschaft (z.B. Amtsträger § 348 StGB)
eigenhändiges Delikt: setzt die eigenhändige Vornahme der Tatbestandsverwirklichung voraus (z.B. §§ 153 ff; 323a, 315 c, 316 StGB)
b) Erfolgseintritt
c) Verursachungsbeitrag des Hintermanns
= Einwirkungshandlung des Hintermannes auf den Vordermann
d) Strafbarkeitsbegründung des Verursachungsbeitrags
(1) Strafbarkeitsdefekt beim Vordermann
In der Regel wird die Haftung des Hintermannes für die Tat des Vordermannes durch einen Strafbarkeitsdefekt beim Vordermann begründet, den der Hintermann ausnutzt. Der Strafbarkeitsdefekt kann dabei auf objektiver oder subjektiver Tatbestandsebene oder auf Rechtswidrigkeits- oder Schuldebene bestehen.
(h.L./ neue Rspr. - Werkzeugtheorie): Das Verhalten des Hintermannes ist als mittelbare Täterschaft zu werten, wenn sich der Hintermann einen Strafbarkeitsdefekt oder wesentlichen Willensmangel beim Vordermann zu nutze macht und das Geschehen kraft überlegenen Wissens oder Wollens steuert, sodass der Hintermann seine die Tatherschafft begründende Stellung erlangt. (Vordermann lediglich Werkzeug des Hintermanns)
(alte Rspr. - subjektive Theorie): mittelbarer Täter ist, wer - unabhängig von der Qualität seines Verursachungsbeitrages - Täter sein will.
P: Vordermann handelt schuldlos
Abgrenzung zu Anstiftung § 26 StGB und Beihilfe § 27 StGB erforderlich! Mittelbare Täterschaft (+), wenn der Hintermann die Schuldlosigkeit kennt und gezielt ausnutzt, um den Vordermann als Werkzeug "in der Hand" zu halten.
P: untaugliches Tatobjekt (Fall der Selbsttötung).
Maßgeblich ist, ob es sich um eine freiverantwortlich Selbsttötung (dann straflose Teilnahme am Suizid) handelt, oder nicht (dann mittelbare Täterschaft).
P: Absichtslos doloses Werkzeug.
Vordermann fehlt eine besondere Absicht (z.B. Zueignungsabsicht).
e.A. mittelbare Täterschaft (-), da über den Vordermann keine Tatherrschaft erlangt wird.
a.A. mittelbare Täterschaft (+), da die Tatherrschaft normativ zugerechnet werden kann.
(2) "Täter hinter dem Täter"
In Fällen des "Täters hinter dem Täter" soll ausnahmsweise neben dem volldeliktisch handelnden Vordermann auch der Hintermann als mittelbarer Täter haften.
e.A. Figur des "Täters hinter dem Täter" ist abzulehnen, wenn Vordermann vollverantwortlich handelt. Es kommt nur Anstiftung, Beihilfe oder Mittäterschaft in Betracht
h.L. (+), sofern der Hintermann den Taterfolg kraft Wissens-, Wollens- oder Organisationsherrschaft real beherrschaft und "in den Händen" hat. In Betracht kommt dies in folgenden Fällen:
Im Rahmen organisatorischer Machtapparate (Mafiaähnliche Strukturen erforderlich)
Irrtum des Vordermanns über gesetzliche Qualifikationsmerkmale
Hervorrufen eines Error in Persona beim Vordermann
Hervorrufen eines (erheblichen) Irrtums über Höhe und Umfang des Schadens
Hervorrufen eines vermeidbaren Verbotsirrtums (Katzenkönigfall)
Vorsatz § 15 StGB
Muss sich auf die objektive Tatbestandsverwirklichung durch den Vordermanns beziehen + Bewusstsein der die Tatherrschaft begründenden Umstände
II. ggf. Tatbestandsveschiebung nach § 28 II StGB
I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand a) Handlung: Nach einer Aussage eine falsche…
I. Unbewegliche Sache II. Besitzentziehung durch verbotene Eigenmacht Verbotene Eigenmacht übt…
Schema zum öffentlich-rechtlichen Erstattungsanspruch
I. Rechtsgrundlage §§ 812 ff. BGB analog (str.), eigenständiges Rechtsinstitut (h.M.), Gewohnhei…

References: § 25
 § 348
 § 26
 § 27
 § 15
 § 28