Source: http://www.bgbau-medien.de/tr/rab30/titel.htm?gesamt=1
Timestamp: 2017-11-18 01:03:43+00:00

Document:
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), Titel
(Konkretisierung zu § 3 BaustellV)
(BArbBl. 6/2003 S. 64)
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), Inhalt
3 Aufgaben des Koordinators
3.2 Aufgaben des Koordinators während der Ausführung
5 Nachweis der Kenntnisse und Erfahrungen
Anlage A Erforderliche Kenntnisse und Erfahrungen mit beispielhafter Zuordnung zu Planungs- und Baumaßnahmen
Anlage B Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse
Anlage C Spezielle Koordinatorenkenntnisse
Anlage D Empfehlungen für Anforderungen an Lehrgangsträger der Fort- und Weiterbildung von Koordinatoren
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), 1 Vorbemerkung
Diese Regel bietet dem Bauherrn mögliche Qualifikationskriterien für die Auswahl eines geeigneten Koordinators. Damit verfügt er über eine Grundlage, das Anforderungsprofil des Koordinators praxisbezogen und flexibel je nach Art, Umfang und Gefährdungspotential der Baustelle festzulegen. Ein Akkreditierungs- und Zertifizierungsverfahren sieht die BaustellV nicht vor.
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), 2 Anwendungsbereich
Diese Regel gilt für alle Bauvorhaben, bei denen die Bestellung eines oder mehrerer geeigneter Koordinatoren gemäß § 3 BaustellV erforderlich ist. Sie gilt auch, wenn der Bauherr oder der von ihm nach § 4 beauftragte Dritte die Aufgaben des Koordinators selbst wahrnimmt.
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), 3 Aufgaben des Koordinators
Die Aufgaben des Koordinators während der Planung der Ausführung ergeben sich aus § 3 Abs. 2 BaustellV , die während der Ausführung des Bauvorhabens aus § 3 Abs. 3 BaustellV .
Koordinieren der Anwendung der allgemeinen Grundsätze nach § 4 Arbeitsschutzgesetz .
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), 5 Nachweis der Kenntnisse und Erfahrungen
Die Koordinatoren können ihre baufachlichen Kenntnisse in der Regel im Rahmen einer baufachlichen Berufsausbildung als Architekt, Ingenieur, Techniker, Meister oder geprüfter Polier1) erworben haben. Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse sowie die speziellen Koordinatorenkenntnisse können in der Regel entweder im Rahmen der beruflichen Ausbildung, durch Fort- oder Weiterbildung oder durch entsprechende berufliche Erfahrungen erworben sein. Die Anlage D beinhaltet "Empfehlungen für Anforderungen an Lehrgangsträger", die die arbeitsschutzfachlichen Kenntnisse und/oder speziellen Koordinatorenkenntnisse durch Fort- oder Weiterbildung vermitteln.
Die Kenntnisse und Erfahrungen können als vorhanden angesehen werden, wenn sie durch Zeugnisse, Bescheinigungen oder Referenzen nachgewiesen werden.
1) Nach der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Polier vom 20. Juni 1979, BGBl S. 667
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), Anlage A zur RAB 30
Anlage A zur RAB 30
Erforderliche Kenntnisse und Erfahrungen mit beispielhafter Zuordnung zu Planungs- und Baumaßnahmen
Zu Stufe 1 gehören in der Regel keine Ingenieurbau- und Spezialtiefbaumaßnahmen und keine Baumaßnahmen mit besonders gefährlichen Arbeiten nach Anhang II Nr. 2, 3, 6, 7, 8, 9 und 10 der BaustellV .
mindestens Geprüfter Polier2), Meister oder Techniker.
Erforderliche arbeitsschutzfachliche Kenntnisse:
Nachweisbare Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung der Arbeitsschutzvorschriften auf entsprechenden Baustellen oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Kenntnisse der speziellen, einem Koordinator nach der BaustellV obliegenden Aufgaben und Verpflichtungen.
2) nach der Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfter Polier vom 20. Juni 1979, BGBl S. 667
Nachweisbare umfassende Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung der Arbeitsschutzvorschriften auf entsprechenden Baustellen oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), Anlage B zur RAB 30
Anlage B zur RAB 30
Arbeitsschutzfachliche Kenntnisse
Es kann davon ausgegangen werden, dass derjenige über die in Abschnitt 4.2 der RAB 30 geforderten arbeitsschutzfachlichen Kenntnisse verfügt, der eine Aus- oder Weiterbildung mit nachstehenden Inhalten erfolgreich abgeschlossen hat.
Die gesamte Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme sollte für Personen, die über keine oder nur geringe Kenntnisse über Sicherheit und des Gesundheitsschutzes auf Baustellen verfügen, mindestens 32 Lehreinheiten3) umfassen.
3) die Dauer einer Lehreinheit beträgt in der Regel 45 Minuten
Übersicht über die wesentlichen Inhalte
1 Arbeitsschutzrecht und Arbeitsschutzsystem
1.1 Inhalte des Arbeitsschutzgesetzes
Rechtliche Stellung des Arbeitsschutzgesetzes
Adressaten und ihre Schutzverpflichtungen
Allgemeine Grundsätze nach § 4 ArbSchG
Beurteilung der Arbeitsbedingungen und zu treffende Schutzmaßnahmen
Verpflichtung zur Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber
1.2 Grundzüge der Rechtsverordnungen nach dem ArbSchG
1.3 Vorschriften der Unfallversicherungsträger
2 Baustellenspezifische Unfall- und Gesundheitsgefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen
2.1 Maßnahmen zur Sicherheit bei Erd- und Tiefbauarbeiten
Sicherungsanforderungen nach UVV und DIN 4124
Gebäudesicherung im Bereich von Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen (DIN 4123)
Erdverlegten Leitungen und Anlagen
2.2 Gefährdung durch Absturz
Arten, technische Ausführung und Absturzhöhen
2.3 Sicherer Einsatz von Gerüsten
Gerüstarten und Einsatzbedingungen
Arbeits- und Schutzgerüste (DIN 4420)
Verantwortlichkeiten bei Aufbau und Nutzung von Gerüsten
2.4 Sicherer Einsatz von Leitern, Fahrgerüsten und Hebebühnen
2.5 Gefährdungen durch Elektrizität
Schutzmaßnahmen gegen gefährliche Körperströme (Schutz gegen direktes und indirektes Berühren)
Errichtung, Instandhaltung und Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel
Sicherheit und Erkennbarkeit von Stromleitungen
2.6 Betrieblicher Brand- und Explosionsschutz
Grundlagen der Brandentstehung
Umgang mit explosions- und feuergefährlichen Stoffen
Brandschutz- und Sicherheitskennzeichnung
2.7 Gefährdungen durch Gefahrstoffe
Grundzüge gefahrstoffrechtlicher Vorschriften (ChemG, GefStoffV , TRGS)
Kennzeichnung, Lagerung und Entsorgung
2.8 Maßnahmen zur Sicherheit bei Montagearbeiten
Allgemeine Grundsätze und Montageanweisung
Fertigteiltransport, Lagerung und Lastförderung
Standsicherheit, Zwischenbauzustände und Gefährdungen durch Absturz
2.9 Maßnahmen zur Sicherheit bei Abbruch- und Sanierungsarbeiten
2.10 Sicherer Personen- und Fahrzeugverkehr, sichere Baustellentransporte und Lagerung
Witterungseinflüsse (Winterbauverordnung)
2.11 Sicherer Einsatz von Maschinen und Geräten
Arten und Einsatzbereiche von Maschinen und Geräten
Prüfungen und Prüffristen für technische Arbeitsmittel
2.12 Schutzmaßnahmen bei Lärm und Vibration
3 Einrichtungen der Ersten Hilfe
4 Tagesunterkünfte, Waschräume, Toiletten und sonstige Einrichtungen
5 Persönliche Schutzausrüstungen
Bereitstellungs- und Benutzungspflicht
6 Arbeitszeitregelungen
Rechtliche Regelungen (Arbeitszeitgesetz und tarifliche Regelungen zur Arbeitszeit)
Ausnahmemöglichkeiten für Baubetriebe
Insbesondere bei gefährlichen Baumaßnahmen kann es erforderlich sein, dass sich der Koordinator besondere, erweiterte Kenntnisse aneignet.
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), Anlage C zur RAB 30
Anlage C zur RAB 30
Spezielle Koordinatorenkenntnisse
Es kann davon ausgegangen werden, dass derjenige über die in Abschnitt 4.3 der RAB 30 geforderten speziellen Koordinatorenkenntnisse verfügt, der eine Aus- oder Weiterbildung mit nachstehenden Inhalten erfolgreich abgeschlossen hat.
Die gesamte Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme sollte für Personen, die über keine oder nur geringe spezielle Koordinatorenkenntnisse verfügen, mindestens 32 Lehreinheiten4) umfassen.
1 Die Baustellenverordnung
Sinn und Zweck der BaustellV und ihre Stellung im Arbeitsschutzsystem
Anwendungsbereich der BaustellV
Inhaltliche Anforderungen der BaustellV
Aufgaben und Pflichten des Bauherrn oder des von ihm beauftragten Dritten
Aufgaben und Pflichten des Koordinators
Zweck und Inhalt der Vorankündigung
2 Koordinierung während der Planung der Ausführung
Zweck und Inhalt des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplanes
Ausarbeitung von Sicherheits- und Gesundheitsschutzplänen für verschiedene Bauaufgaben
Umgang mit Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan, Bauzeitenplan, Baustelleneinrichtungsplan, Baustellenordnung, Baustellenver- und -entsorgungsregelungen
Zweck und Inhalt der Unterlage
Ausarbeitung der Unterlage für spätere Arbeiten für verschiedene bauliche Anlagen
3 Koordinierung während der Ausführung eines Bauvorhabens
3.1 Aufgaben des Koordinators
3.2 Instrumente für die Tätigkeit des Koordinators und deren Nutzung
Informationssystem des Koordinators zur Unterrichtung der Arbeitgeber und der Beschäftigten auf der Baustelle
Organisation von Sicherheitsbesprechungen und Baustellenbegehungen
Umgang mit den während der Planung der Ausführung erstellten Plänen und Unterlagen
Hinwirken auf das Umsetzen der Inhalte von Protokollen, Plänen und Konzepten während der Ausführung
3.3 Umgang mit Konfliktsituationen
Die rechtliche Stellung des Koordinators im Verhältnis zum Bauherrn und zu den am Bau Beteiligten
Befugnisse des Koordinators
Zivilrechtliche Beziehungen des Koordinators zu allen am Bau Beteiligten (Vertragstypen, Vertragsinhalte)
Auswirkungen unzureichender vertraglicher Regelungen und Ausschreibungsmängel, Grenzen vertraglicher Regelungen (§ 305 ff BGB)
Verantwortung und Haftung des Koordinators
Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Betreuung in den ausführenden Unternehmen.
4) die Dauer einer Lehreinheit beträgt in der Regel 45 Minuten
RAB 30: Geeigneter Koordinator (Konkretisierung zu § 3 BaustellV), Anlage D zur RAB 30
Anlage D zur RAB 30
Empfehlungen für Anforderungen an Lehrgangsträger der Fort- und Weiterbildung von Koordinatoren
Die Anlage D zur RAB 30 gilt für alle Lehrgangsträger, die die arbeitsschutzfachlichen und speziellen Koordinatorenkenntnisse nach den Anlagen B und/oder C der RAB 30 durch Fort- oder Weiterbildung vermitteln.
Ein Akkreditierungs- und Zertifizierungsverfahren für Lehrgangsträger der Fort- und Weiterbildung von Koordinatoren sieht die BaustellV nicht vor.
1.1 Lehrgangsleitung
Der Lehrgangsträger hat für jeden Lehrgang einen für Vorbereitung und Durchführung verantwortlichen Lehrgangsleiter zu benennen.
1.2 Lehrgangsprogramm
Die Lehrgänge müssen hinsichtlich der Inhalte und des Umfangs nach den Anlagen der RAB 30 durchgeführt werden. Neben der Vermittlung der theoretischen Grundlagen sollen die Kenntnisse in Übungen vertieft werden.
1.3 Lehrkräfte
Die Lehrkräfte müssen auf dem von ihnen vermittelten Gebiet umfassende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen, mit den einschlägigen Rechtsvorschriften sowie deren Anwendung vertraut sein und über ausreichende methodische, didaktische und rhetorische Fähigkeiten verfügen.
1.4 Lehrgangsunterlagen
Den Teilnehmern sind auf der Grundlage der einschlägigen Vorschriften und technischen Regeln aktuelle Lehrgangsunterlagen zur Verfügung zu stellen, die das Nachvollziehen der Lehrgangsinhalte ermöglichen. Die Lehrgangsunterlagen sind stets fortzuschreiben.
1.5 Lehrgangsdurchführung
Ein Lehrgang soll eine Teilnehmerzahl von 25 Personen und einen Zeitumfang von 8 Lehreinheiten täglich nicht überschreiten. Die Räume für die Durchführung des Lehrgangs müssen hinsichtlich ihrer Größe und Ausstattung geeignet sein.
1.6 Lehrgangsabschluss und Bescheinigung
Ein Lehrgang nach Anlage B oder C der RAB 30 muss mit einer Erfolgskontrolle über die in dem Lehrgang vermittelten Inhalte abschließen, in deren Rahmen der Lehrgangsteilnehmer ausreichende Kenntnisse nachweist. Voraussetzung für die Teilnahme an der Erfolgskontrolle ist die Teilnahme am gesamten Lehrgang (diese Voraussetzung gilt als erfüllt, wenn die Anwesenheit des Lehrgangsteilnehmers mindestens 85 % der Lehrgangsdauer beträgt). Über die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang ist eine Bescheinigung auszustellen, aus der Lehrgangsinhalte, -umfang und -dauer hervorgehen. Der Lehrgangsträger hat einen Nachweis über die ausgestellten Bescheinigungen zu führen und diesen mindestens 5 Jahre aufzubewahren.
2 Information und Erfahrungsaustausch
Den Lehrgangsträgern wird empfohlen, regelmäßig an Veranstaltungen zur Information und zum Erfahrungsaustausch teilzunehmen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) führt solche Veranstaltungen durch und stellt auf Wunsch eine Teilnahmebescheinigung aus.
3 Schriftliche Erklärung
Über die Einhaltung der Anforderungen dieser Anlage D zur RAB 30 hat der Lehrgangsträger eine schriftliche Erklärung abzugeben, die in die Bescheinigung nach Ziffer 1.6 aufzunehmen ist.
Webcode: M162-1

References: § 3
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 § 4
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