Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=IV%20R%20150/82
Timestamp: 2019-10-21 16:53:18+00:00

Document:
BFH, 28.06.1984 - IV R 150/82 - dejure.org
https://dejure.org/1984,422
BFH, 28.06.1984 - IV R 150/82 (https://dejure.org/1984,422)
BFH, Entscheidung vom 28.06.1984 - IV R 150/82 (https://dejure.org/1984,422)
BFH, Entscheidung vom 28. Juni 1984 - IV R 150/82 (https://dejure.org/1984,422)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1984,422) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG 1975 § 15 Abs. 1 Nr. 1; GewStG 1974 § 2 Abs. 1; GewStDV § 1
Gewerbebetrieb - Vermietung von Ferienwohnungen - Fremdenpension - Vermietung von drei Ferienwohnungen - Ferienwohnungen in einem Haus - Gästewechsel - Arbeitseinsatz des Vermieters
Zur Abgrenzung des Gewerbebetriebs von der Vermgensverwaltung bei Vermietung von Ferienwohnungen
Dies ist namentlich der Fall, wenn neben dem Vermieten von Wohnräumen nicht übliche Sonderleistungen des Vermieters erbracht werden oder wenn die Art der Leistungserbringung durch einen häufigen Mieterwechsel bedingt ist (so bereits BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211, mit Nachweisen der Rechtsprechung: unternehmerische Organisation "infolge des ständigen und schnellen Wechsels der Mieter").
Für Hotels --in verringertem Umfang auch für Ferienhotels und Fremdenpensionen-- ist der häufige Gästewechsel typusbestimmend (Urteil in BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211).
Aufschluss hierüber kann insbesondere ein Hausprospekt (BFH-Urteil in BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211), aber auch der Geschäftsbesorgungsvertrag des Klägers mit der GmbH geben.
Wegen der spezifisch ordnungsrechtlichen Zielsetzung des Gewerberechts müssen demgegenüber etwa abweichende Grundsätze und gerichtliche Erkenntnisse in anderen Rechtsbereichen zur Abgrenzung von gewerblicher Tätigkeit und Verwaltung und Nutzung eigenen Vermögens im gegebenen Zusammenhang zurücktreten (vgl. z.B. Urteil vom 29. April 1992 - BVerwG 4 C 43.89 -, BVerwGE 90, 140 [BVerwG 29.04.1992 - 4 C 43/89] = Buchholz 406.12 § 8 BauNVO Nr. 10 S. 11 = GewArch 1992, 446 ; ferner BGH, Urteil vom 10. Mai 1979 - VII ZR 97/78 -, GewArch 1979, 303; BFH, Urteile vom 25. Juni 1976 - III R 167/73 -, NJW 1976, 1863, und vom 28. Juni 1984 - IV R 150/82 -, HFR 1984, 525 = BStBl. II 1985, 211).
Sollte dagegen insoweit ein Gewerbebetrieb anzunehmen sein (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211), so wäre das hier bedeutungslos.
Zur Abgrenzung zwischen Vermögensverwaltung und gewerblicher Tätigkeit bei Vercharterung einer Segelyacht könne insoweit auch auf Kriterien zurückgegriffen werden, welche die Rechtsprechung für die Abgrenzung von Vermögensverwaltung und gewerblicher Tätigkeit bei der Vermietung von (Ferien-)Wohnungen entwickelt habe (vgl. dazu Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211, m.w.N.).
c) Die Vermietung einzelner beweglicher Gegenstände erfüllt zwar grundsätzlich die Voraussetzungen des § 15 Abs. 2 EStG, geht aber in der Regel nicht über den Rahmen einer privaten Vermögensverwaltung hinaus (BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211, unter Ziff. 1 der Gründe).
Nach ständiger Rechtsprechung kann ein Gewerbebetrieb bei dieser Tätigkeit nur angenommen werden, wenn im Einzelfall besondere Umstände hinzutreten, nach denen die Vermieterleistung als Ganzes das Gepräge einer selbständigen, nachhaltigen, vom Gewinnstreben getragenen Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr erhält, hinter der die bloße Nutzung des Mietobjekts als Vermögensanlage zurücktritt (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen).
Dem Senatsurteil haben sich auch andere Ertragsteuersenate des BFH angeschlossen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211 unter 1a der Entscheidungsgründe).
Liegen diese Voraussetzungen vor, so braucht die jeweilige Wohnung sich nicht notwendigerweise in einer Ferienwohnanlage zu befinden (BFH-Urteil in BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211).
Auch wenn sie nach den sonst geltenden Kriterien damit keinen Gewerbebetrieb im Sinne der erwähnten Vorschriften unterhalten haben sollte (zur Abgrenzung von Gewerbebetrieb und Vermögensverwaltung in steuerlicher Sicht vgl. BFH-Urteile vom 17. März 1981 VIII R 149/78, BFHE 133, 44, BStBl II 1981, 522; vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211), würde es sich bei ihr doch um eine gewerblich geprägte Personengesellschaft i. S. von § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG i. d. F. des Steuerbereinigungsgesetzes 1986 vom 19. Dezember 1985 (BGBl I, 2.436, BStBl 1, 735) handeln.
Die Verhältnisse des Streitfalls müssen hiermit verglichen werden (vgl. zu Letzterem BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211, unter 1. der Entscheidungsgründe).
Zwar erfüllt die mit Gewinnerzielungsabsicht betriebene Vermietung einzelner beweglicher Gegenstände grundsätzlich die Voraussetzungen des § 15 Abs. 2 EStG, geht aber i.d.R. nicht über den Rahmen privater Vermögensverwaltung hinaus (vgl. BFH-Urteil vom 28. Juni 1984 IV R 150/82, BFHE 141, 330, BStBl II 1985, 211 unter Ziff. 1. der Gründe, zur Vermietung von Ferienwohnungen).
OLG Braunschweig, 06.04.1987 - Ss (BZ) 47/85
Unterbleiben der Anzeige des selbstständigen Betriebes eines stehenden Gewerbes; …
BFH, 10.05.1991 - V B 97/89

References: § 15
 § 2
 § 1
 § 8
 § 15
 § 15
 § 15