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Timestamp: 2017-10-21 14:42:13+00:00

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Regenwassernutzung by Elmar Mönig - issuu
Regenwassernutzungstechnik
Ă&#x201E;nderungen vorbehalten 02/2007 WILO AG
5 Wasser ist Leben
10 gute Gründe, Regenwasser zu nutzen
Grundlagen der Regenwassernutzung
9 Auslegung einer Regenwassernutzungsanlage
Pumpen-/Systemtechnik
Hygiene – Regenwassernutzung im Haushalt
31 Hygienische Betrachtungen
Wäschewaschen mit Regenwasser (Fachartikel)
Umwelt entlastet, Betriebskosten gesenkt (Fachartikel)
39 Verordnungen, Normen, Satzungen
51 Planung und Erstellung einer Regenwassernutzungsanlage
Bemessungsbogen
Antrag auf Teilbefreiung
Antwort Wasserversorger
Anzeige zur Nutzung/Änderung/Stilllegung einer Brauchwasseranlage
Inbetriebnahme- und Wartungsprotokoll Regenwassernutzungsanlage
Tabellen und Diagramme für Berechnungen
Wilo-Planungshandbuch Regenwassernutzungstechnik 02/2007
Einleitung Wasser ist Leben Wir benötigen Süßwasser für unser tägliches Leben, für die Produktion von Nahrungsmitteln und Industriegütern. Es gilt, speziell der Gewässerverschmutzung und der ineffizienten Nutzung entgegenzuwirken.
im Garten leisten sie hervorragende Dienste: Denn außer zum Trinken, zur Körperpflege und für die Zubereitung von Speisen ist aufwändig aufbereitetes Trinkwasser nicht unbedingt notwendig.
Wenn Sie bedenken, dass nahezu ein Viertel der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hat, wird deutlich, wie der Kampf um Wasser weltweit Konfliktpotenziale schafft. Trinkwasser ist ein notwendiges Lebensmittel für das es keinen Ersatz gibt!
Insbesondere der Wasserbedarf für Garten und Außenanlagen sowie für die Toilettenspülung und die Waschmaschine lässt sich ganz einfach per Eigenwasserversorgung decken. Das schont die Umwelt – und das Haushaltsbudget: Denn durch Regenwassernutzung können Sie bis zu 71 Liter Trinkwasser pro Person und Tag sparen. Bei den zunehmend steigenden Wasserkosten zahlt sich Regenwassernutzung immer mehr aus.
Die sinnvolle Nutzung von Regenwasser mit speziell dafür ausgelegten Systemen ist günstig und umweltschonend. Sowohl im Haus als auch
Was kann ich sparen? Durch den Einsatz einer Regenwassernutzungsanlage können bis zu 71 Liter Trinkwasser gespart werden.
130 Liter Wasserbedarf pro Person und Tag.
Trinkwasser: 59 l Regenwasser: 71 l
Quelle BDA
10 gute Gründe, Regenwasser zu nutzen 1. Regenwasser für eine lebenswerte Zukunft Umweltschutz tut Not, um die Welt für unsere Kinder lebenswert zu erhalten. Mit einer Regenwassernutzungsanlage engagieren Sie sich aktiv für die Umwelt und damit für die Zukunft unserer Kinder.
6. Regenwassernutzung: So selbstverständlich wie Abfalltrennung Regenwassernutzung wird schon bald so üblich sein wie Abfalltrennung. Das ist eine wichtige Voraussetzung, sich schon jetzt für die Regenwassernutzung zu engagieren.
2. Umweltbewusstsein im Geist der Zeit Mit einer Regenwassernutzungsanlage zeigen Sie, dass Sie moderne Technik mit ökologischem Bewusstsein verbinden können. Das ist zeitgemäß.
7. Regenwassernutzung im Haus ist sicher Moderne Regenwassernutzungssysteme erfüllen die hohen Anforderungen deutscher Wasservorschriften (die zu den strengsten der Welt gehören) problemlos und sicher.
3. Regenwassernutzung kann viel Dank moderner Technik wird Regenwasser zuverlässig und hygienisch unbedenklich für Gartenbewässerung, aber auch für den Betrieb von Toilette, Waschmaschine und viele weitere Bereiche eingesetzt, bei denen die Verwendung von wertvollem Trinkwasser Vergeudung wäre.
8. Mit Regenwassernutzung sind Sie Selbstversorger Neue Technologien geben uns ein Stück Unabhängigkeit von den Versorgungsunternehmen zurück. Machen Sie jetzt die Regenwassernutzung zum Teil Ihrer eigenen Wasserversorgung.
4. Regenwassernutzung ist modernste Umwelttechnik Die Umwelttechnik deutscher Fachfirmen im Bereich Regenwassernutzung genießt weltweit den besten Ruf. Ihr Sanitär- und Heizungshandwerker hat das Know-how, diese Technik fachlich kompetent in Ihre Haustechnik zu integrieren. 5. Regenwassernutzung spart Geld Bis zu 60 % Trinkwasser kann durch Regenwassernutzung eingespart werden – vielerorts gibt es auch Fördergelder. Noch wichtiger aber ist die Schonung der lebenswichtigen Ressource Wasser.
9. Regenwassernutzung: Technologie mit Zukunft Gerade in den letzten Jahren verzeichneten wir einen überproportionalen Anstieg beim Einbau von Regenwassernutzungsanlagen – auch dies ein Beweis für die Zukunftssicherheit Ihrer Investition. 10. Profisysteme vom Profi installiert Moderne Regenwassernutzungsanlagen sind keine Do-it-yourself-Produkte sondern hoch entwickelte Umwelttechnologie. Setzen Sie auf Sicherheit und Leistungsfähigkeit, indem Sie den Einbau vom Fachmann, Ihrem Sanitär- und Heizungsunternehmen durchführen lassen.
Änderungen vorbehalten 02/2007 WILO AG
Praxisbeispiel Sanierung Ev. Waldheim Lindental Stuttgart, Deutschland (Öffentliches Gebäude) Die Regenwassernutzungsanlage konnte nicht in einem Technikraum untergebracht werden, sie musste somit in das Treppenhaus integriert werden. Alle WC-Anlagen werden mit Regenwasser betrieben. Ebenfalls wird Kindern und Jugendlichen der Umgang mit dem Medium Regenwasser im Spielbereich vermittelt. Informationen zum Gebäude Neu- und Umbau des Kinderferienheimes mit Nebengebäuden in Stuttgart-Weilimdorf. Aufgrund ökologischer Verpflichtung wollte die Evangelische Landeskirche Stuttgart in diesem Naherholungsgebiet einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.
Praxisbeispiel Neubau Haus Tobias – Kindergarten, Schule und Heim in Freiburg, Deutschland (Bildungseinrichtung) Die Betreiber und die Heimleitung wollen – als Philosophie dieser sozialen Einrichtung – den nachhaltigen Umgang mit der Natur als Lebensgrundlage für nachfolgende Generationen verwirklichen.
Hintergrundinformationen: Regenwassernutzung wird nicht nur im Neubau, sondern auch in der Sanierung ausgelegt. Neueste Zahlen belegen, dass sich ca. 20 % der verbauten Anlagen in Neubestand befinden und ca. 80 % in der Sanierung.
Deshalb wurden nicht nur Gründächer, sondern auch eine Regenwasseranlage verwirklicht. Das Haus Tobias nutzt das Regenwasser nicht nur für WC und Außenanlagen, sondern auch für Waschmaschinen im Internatsbereich. Informationen zum Gebäude Das Haus Tobias ist Kindergarten, Schule und Heim für seelisch pflegebedürftige Kinder und Jugendliche. Träger der Einrichtung ist das heilpädagogische Sozialwerk Freiburg e.V. Mit dem Neubau von Heim und Schule wurde dem ständig steigenden Raumbedarf Rechnung getragen. Die Anzahl der Heimplätze wurde auf 45 vergrößert. Insgesamt werden hier 130 Kinder betreut.
Grundlagen der Regenwassernutzung Auslegung einer Regenwassernutzungsanlage Ertrag ermitteln Auffangfläche ermitteln • Berechnung der projizierten Auffangfläche (= überdachte Grundfläche), siehe auch Auffangflächen Seite 12 Ertrag überschlägig ermitteln nach Wilo: Jahresniederschlag des Wohnortes, z.B. deutscher Mittelwert 774 mm (entspricht 774 Liter pro m2) mit der Dachgrundfläche (Länge x Breite auf Höhe der Dachtraufe) multiplizieren. Vom Ergebnis ist 75 % der verfügbare Ertrag. Die Verluste entstehen bei Benetzung des Daches und bei Speicherüberlauf. Ertrag ermitteln nach DIN 1989 • Siehe auch Bemessungsgrundlagen Seite 18 Lokale Niederschlagsdaten können beim örtlich zuständigen Wetteramt erfragt werden.
Speichergröße ermitteln Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Bevorratung eines Bedarfs für 2-3 Wochen optimal ist. • Bei größeren Bevorratungsmengen sinkt die Wasserqualität im Speicher • Bei kleineren Volumina ist der Nachspeisebedarf an Trinkwasser zu hoch • Wird Regenwasser vorrangig zur Gartenbewässerung genutzt, darf die Reichweite des Behälters auch größer gewählt werden • Überdimensionierung eines Speichers vermeiden • Periodisches Überlaufen des Speichers ist erwünscht • Überlaufen unterstützt die Selbstreinhaltung des Regenwassers • Oberflächenverschmutzung wird ausgespült (Skimmer-Effekt)
Bedarf ermitteln Bedarf überschlägig ermitteln nach Wilo • Siehe auch Bemessungsgrundlagen Seite 17
Sind Ertrag und Bedarf annähernd gleich (max. 20 % Abweichung), so liegt die wirtschaftlich sinnvolle Größe für den Außenspeicher bei etwa 8 % und für den Innenspeicher bei etwa 5 % des Jahresbedarfes.
Bedarf ermitteln nach DIN 1989 • Siehe auch Bemessungsgrundlagen Seite 18
Speicherbestimmung überschlägig nach Wilo • Siehe auch Bemessungsgrundlagen Seite 17 Speicherbestimmung ermitteln nach DIN 1989 • Siehe auch Bemessungsgrundlagen Seite 18
Auswahl des Anlagensystems Grundsätzlich gilt: Für das Kernstück einer gut funktionierenden Regenwassernutzung sollten nur hochwertige Produkte eingesetzt werden. Unwirtschaftlichkeit und geringe Verschleißfestigkeit bei vielen Billigangeboten werden im im Laufe des Betriebs teuer bezahlt. Anforderungen an eine Pumpe bzw. an ein Hauswasserwerk • Bedarfsgerechte Auslegung spart Energie • Hoher Wirkungsgrad, geringe elektrische und hydraulische Verluste • Verwendung korrosionsfreier Materialien • Betriebssicherheit durch hochwertige Mechanik • Geringe Geräuschemission • Trockenlaufsicherheit • Keine Stagnationsbereiche für Wassereinschlüsse
G R U N D L AG E N D E R R E G E N WA S S E R N U T Z U N G
Sammelflächen Berechnung der projizierten Auffangfläche (= überdachte Grundfläche)
m2 (Auffangfläche)
Hinweis: Abflussbeiwerte dienen zur Berechnung der Speicherberechnung, siehe Seite 18 Bemessungsgrundlagen
Flachdach, bepflanzt Abflussbeiwert: 0,20
Satteldach, bepflanzt Abflussbeiwert: 0,25
Flachdach, Kies Abflussbeiwert: 0,60
Flachdach, Platten Abflussbeiwert: 0,70
Satteldach, Ziegel Abflussbeiwert: 0,75
Satteldach , Platten Abflussbeiwert: 0,80
Bei bepflanzten oder bitumenbedeckten Dächern ist die Nutzung von Regenwasseranlagen im Einzelfall zu prüfen.
G R U N D L AG E N D E R R E G E N WA S S E R N U T Z U N G Jährliche Niederschlagsmenge im Mittel, in Liter pro m2 (= mm Niederschlag)
bis 600 600–800 800–1000 über 1000
Flensburg Stralsund
Wismar Schwerin
Hamburg Leer Oldenburg
Kassel Erfurt
Aachen Fulda Koblenz Frankfurt
Kaisers- Mannheim Saar- lautern brücken Heilbronn Karlsruhe Pforzheim Kehl
Nürnberg Rothenburg Aalen
Ingolstadt Landshut
München Ulm Freudenstadt Biberach Rosenheim Tuttlingen Freiburg Kaufbeuren RavensVillingen burg Garmisch Lindau Lörrach Konstanz
Hinweis: Lokale Niederschlagsmengen sind beim zuständigen Wetterdienst zu erfahren.
Filterung Das Dachablaufwasser muss vor Eintritt in den Speicher feingefiltert werden. Orientierungsgröße: Maschenweite 0,3 mm bis 1,8 mm Hinweis • Es hat sich gezeigt, dass eine Maschenweite zwischen 0,3 mm und 1,8 mm sowohl eine gute Filterung als auch eine gute Standzeit des Filters gewährleistet (Einhaltung der Kriterien zur Gebäudeentwässerung nach DIN EN 12056) • Max. Regenspende von 300 l/(s x ha) muss den Filter rückstaufrei passieren können • Passierbarkeit auch beim Zusetzen des Filters oder Absperren des Speicherzulaufs • Der Leitungsquerschnitt muss durchgängig gewährleistet sein • Bei freiem Anschluss zum Kanal muss der Kugeldurchgang durchgängig eingehalten werden (Tennisballkriterium)
Kriterien für die Auswahl des Filtersystems im Speicherzulauf (nach DIN 1989 Teil 2) • Gute Zugänglichkeit • Einfache Reinigung ohne Folgekosten • Die Wartung muss schnell und ohne großen Aufwand zu erledigen sein • Wartungsarm • Frostsicherheit • Kein Verstopfen bzw. Zusetzen des Filters, kein Verkeimen, kein Verpilzen, kein Veralgen (lichtdichte Bauweise, selbstreinigende Bauweise) • Zuverlässige Filtration von groben und kleinen Partikeln aus dem Dachablaufwasser • Langfristige gute Filterwirkung mit hohem Wirkungsgrad • Hohe Materialbeständigkeit • Möglichst Erstverwurf Bei fachgerechter Installation der Filter kann auf weitere Filterung in der Saug- und Druckleitung verzichtet werden. Hier können Störungen im Anlagenbetrieb (Pumpenschäden, Bakterienwachstum) auftreten.
Speicherung Regenwasserspeicher dienen nicht nur zur reinen Speicherung von Dachablaufwasser. Es findet auch eine biologische Selbstreinigung statt. Die Reinigungsleistung ist abhängig von der Wasserführung im Speicher und der Ausführung von Zulauf, Überlauf und Ansaugung. Dies gilt sowohl für Speicher im Außen- als auch im Innenbereich.
Anforderungen an Speicher (Zisterne): • Speicher sind Bauprodukte, deshalb ist besonders auf Langlebigkeit zu achten • Formstabilität • Auftriebssicherheit • Dauerhafte Wasser- und Lichtundurchlässigkeit • Frostsicherheit • Beruhigter Zulauf des Niederschlagswassers • Sicherer Überlauf, Vermeidung des Eintretens von Rückstau, Kanalgasen und Kleintieren • Gute Zugänglichkeit • Dauerhaft dichte Rohreinführungen für Zulauf, Ablauf und Technikleerrohr
Außenspeicher • Werden wesentlich häufiger eingesetzt als Innenspeicher • Eignen sich besonders im Neubau • Ausführung in Beton oder PE • Risiko von Wurzelangriffen
Innenspeicher • Eignen sich bei Nachrüstung, Sanierung, aber auch im Neubau, wo auf Erdarbeiten verzichtet werden soll • Batteriebauweise aus mehreren Speichern ermöglicht ein flexibles Volumen • Benötigt Aufstellfläche im Keller- oder Hausanschlussbereich Speicher im Innenbereich benötigen einen Überlauf oberhalb der Rückstauebene, anderenfalls muss eine Zulaufsperre installiert werden, da eine Hebeanlage auch keinen 100-prozentigen Schutz gegen Überflutung bietet.
Hinweis Erdspeicher sind immer den Innenspeichern vorzuziehen, da sie auch als natürliche Klimaanlage dienen.
Speichermaterial Es gibt keine eindeutige Empfehlung, ob Speicher aus Beton oder PE eingesetzt werden sollen. Beide haben ihre Berechtigung und es muss je nach örtlichen Gegebenheiten das vorteilhafte Auswahlkriterium herausgefunden werden. Betonspeicher • Eignen sich für den Einbau in Verkehrs- und Stellflächen • Sind meist anschlussfertig mit integriertem Filter, Zu- und Überlauf • Hohe Stabilität für Außenbereich • Flexible Bohrungen für Zulauf und Überlauf sowie variable Einbautiefe • Mit berechneter Auftriebssicherung unempfindlich bei hohem Grundwasserspiegel • Montageaufwand ist durch Kraneinsatz höher • Baugrube muss gut zugänglich sein • Belastbarkeitsklasse A–D • In C35/45 nach DIN 1045-1 bzw. nach DIN EN 206
PE-Speicher • Geringes Gewicht ermöglicht günstigen Transport • Einfaches Absetzen in die Baugrube • Gut geeignet für schwer zugängliche Baugruben • Sind meist anschlussfertig mit integriertem Filter, Zu- und Überlauf • Belastbarkeitsklasse A–D
Belastbarkeitsklassen Abdeckung Klasse A: begehbar Klasse B: bedingt befahrbar Klasse C: beschränkt befahrbar Klasse D: befahrbar
Klasse E: Klasse F:
befahrbar befahrbar
Fußggängerwege, Radwege Fußgängerwege, Fußgängerzonen, PKW-Parkflächen, Parkdecks Bordsteinkantenbereich (bis 0,5 m unter die Fahrbahn hineinragend Straßenfahrbahnen, Seitenstreifen, Parkflächen, LKW-tauglich, Logistikund Gewerbeflächen mit Staplerverkehr Dockanlagen, Flughafenrollbahnen Flughafenrollbahnen
Belastung 15 kN 50 kN 125 kN
400 kN – kN – kN
Umrüstung von ehemaligen Klärgruben oder Öltanks Aus technischer Sicht spricht nichts gegen eine Umfunktionierung zum Regenwasserspeicher. Eine fachgerechte Reinigung und Auskleidung ist erforderlich.
Zulauf-, Überlauf- und Entleerungsleitungen • ... der Regenwassernutzungsanlage müssen den allgemeinen Anforderungen an erdverlegte Abwasserleitungen nach DIN EN 476 entsprechen. • Die Dimensionierung, regelmäßige Inspektion und Wartung, sowie die Auswahl der zu verwendenden Rohrwerkstoffe muss nach DIN EN 12056 und DIN 1986-100 erfolgen.
Überlaufleitungen • ... in Abwasserkanäle und -leitungen sind mit Geruchsverschlüssen zu versehen. Hierbei ist auf die DIN EN 12056 zu achten (Schutz gegen Rückstau). Weitergehende Hinweise finden Sie in unserem Planungshandbuch Abwassertechnik 2006. • Das Eindringen von Kleintieren und Kanalgasen ist zu verhindern. • Keines der Einbauteile darf eine Querschnittsverengung verursachen. • Die Schwimmschicht im Speicher muss durch die Überlaufleitungen abgeleitet werden.
Be- und Entlüftungsleitungen • ... für Regenwasserspeicher sind so anzuordnen, dass Oberflächenwasser, Laub, Unrat oder Kleintiere nicht in den Speicher eindringen können.
Beachtung und Nutzen der 3 Reinigungsstufen 1. Reinigungsstufe: Filterung 2. Reinigungsstufe: Sedimentation 3. Reinigungsstufe: Überlauf 16
Filterung, Zulauf und Sedimentation Nach der Filterung wird das Niederschlagswasser im Speicher gelagert. Der Speicher dient aber gleichzeitig auch als weitere Reinigungsstufe. Das mit Sauerstoff angereicherte Regenwasser wird im Speicher über einen strömungsberuhigten Zulauf verwirbelungsfrei nach unten geführt. Schmutzpartikel, die schwerer als Wasser sind, bilden eine Bodensedimentschicht, die durch ständigen Sauerstoffeintrag und mikrobiologische Prozesse eine Klärfunktion übernimmt. Bei zuverlässiger Filterung vor der Zisterne wächst die Sedimentschicht nur um wenige Millimeter im Jahr, deshalb sollte die Zisterne nur in großen Abständen gereinigt werden (5 - 10 Jahre). Nur mit beruhigtem Zulauf findet einerseits keine ständige Verwirbelung der Sedimentschicht statt, andererseits erfolgt auch bei geringen Regenmengen ein Sauerstoffeintrag in die Sedimentschicht.
Überlauf Der Überlauf dient dazu, dass bei gefüllter Zisterne das Wasser dem Kanal oder einer Versickerungsanlage zugeführt werden kann. Durch den Überlauf wird eine weitere Reinigungsstufe des Speichers erreicht, indem Schwimmpartikel wie Pollen u. a. abgespült werden. Ein periodisches Überlaufen des Speichers ist durchaus erwünscht. Das Überlaufen des Behälters unterstützt die Selbstreinhaltung des Regenwassers, indem Schmutzstoffe, die auf der Oberfläche des Speichermediums schwimmen, aus dem Behälter gespült werden. Der Durchmesser des Überlaufes muss mindestens genauso groß wie die Zulaufleitung dimensioniert werden und unterhalb der Zulaufleitung liegen. Siphon und Kleintiersperre schützen den Speicher vor Kanalgasen und Tieren. Der Speicher muss gegen Rückstau aus dem Kanal oder der Versickerungsanlage geschützt sein. Ist der Überlauf nicht rückstausicher an eine Versickerungsanlage oder einen Regenwasserkanal angeschlossen, ist ein Rückstauverschluss ausreichend. Bei dem Anschluss an einen Mischwasserkanal muss hingegen bei Rückstaugefahr eine Hebeanlage eingesetzt werden, die nach DIN 1986-100 mit r5,100 (5 Minuten bei 100-jährigem Regenereignis) ausgelegt ist.
Wasserentnahme Das Wasser sollte mittels einer schwimmenden Saugleitung entnommen werden, weil hier der an einer Schwimmkugel befestigte Filter das saubere Wasser unterhalb der Wasseroberfläche entnimmt. Bei Festinstallation eines Fußventils muss die starre Saugleitung so hoch über dem Zisternenboden enden, dass nicht aus der Sedimentschicht angesaugt wird. Änderungen vorbehalten 02/2007 WILO AG
Berechnung der Regenwasserspeichergröße nach Wilo
Ertragsberechnung Niederschlagsmenge pro Jahr Beispiel
800 l/m2*
Grundfläche (projizierte Dachfläche) x 120 m2
Regenwasserertrag/Jahr
= 72.000 l/Jahr
Regenwasserertrag/Tag : 365
艐 200 l/Tag*
* gerundeter Wert Wenn kein Wert für Jahresniederschlag bekannt ist, kann überschlägig für Deutschland mit einem Wert von 774 l/m2 pro Jahr gerechnet werden
Toiletten mit/ohne Spartaste (pro Person) Waschmaschine (pro Person) Zapfhahn für Putzen etc. (pro Person) Bedarf pro Person/Jahr
Durchschnittswerte 8/14 m3/Jahr 6 m3/Jahr 1 m3/Jahr
Personenzahl im Haushalt x Bedarf pro Person/Jahr = Bedarf im Haus Gartenbewässerung (je 100 m2)
Personen 6 m3/Jahr
Bedarf im Haus + Gartenbewässerung = Gesamtbedarf/Jahr Gesamtbedarf : 365 = Tagesbedarf
Beispiel 14 m3/Jahr + 6 m3/Jahr + 1 m3/Jahr = 21 m3/Jahr
4 Personen x 21 m3 = 84 m3/Jahr bei 250 m2 Garten: 2,5 x 6 m3 = 15 m3/Jahr
84 m3 + 15 m3 = 99 m3/Jahr 99 m3 : 365 = 0,271 m3/Tag (27 l/Tag)
Speicherbestimmung Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Bevorratung eines Bedarfs für 2–3 Wochen optimal ist. Bei größeren Bevorratungsmengen sinkt die Wasserqualität im Speicher, bei kleineren Volumina ist der Nachspeisebedarf an Frischwasser zu hoch. Es ergibt sich folgende Formel: Tagesbedarf in m3 x 15 Tage = Speicherbedarf in m3 Beispiel: 0,271 m3/Tag x 15 Tage = 4 m3 Speicherbedarf Wird Regenwasser vorrangig zur Gartenbewässerung genutzt, kann das Volumen des Behälters auch größer gewählt werden. Vermeiden Sie auf jeden Fall eine Überdimensionierung des Speichers. Empfehlung: Wilo Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Ansatz mit 30 Tagen bei Ein- und Zweifamilienhäusern eher realistisch ist . Dies entspricht einer Speichergröße von 4 bis 6 m3.
Berechnung der Regenwasserspeichergröße nach DIN 1989
Berechnungsformel für den Regenwasserertrag
120 m2 x
0,8 m3 x
= 64,8 m3
Wenn kein Filterungsgrad in der Dokumentation angegeben ist, wird mit dem Faktor 0,9 gerechnet.
Berechnung des Regenwasserbedarfs – Personen x 8,8 m3
Toilettenspülung/Jahr ( mit Spar-/Stopptaste)
4 Personen x 14 m3
Toilettenspülung/Jahr ( ohne Spar-/Stopptaste)
– Personen x 4,4 m3
Waschmaschine/Jahr
intensive Gartenbewässerung/Jahr
Summe Regenwasserbedarf:
250 m2 x 0,06 m
Ermittlung der Speichergröße
64,8 m3 x
Regenwasserertrag Ladebeiwert
= 3,89 m3 Nutzvolumen Speicher
oder –bedarf* *Zur Berechnung des Nutzvolumens wird von den ermittelten Werten des Regenwasserertrags oder des Regenwasserbedarfs nur der kleinere Wert verwendet.
Ertrag 64,8 m3/Jahr : Bedarf 71,0 m3/Jahr x 100 = 91,3 % jährliche Deckungsrate (min. 80 %) Zum Vergleich, ob der Wasserbedarf dem statistischen Durchschnitt entspricht, kann man einen jährlichen Gesamtwasserverbrauch von ca. 47 m3 pro Person annehmen und mit dem tatsächlichen Gesamtwasserverbrauch vergleichen.
Auffangfläche Dach
Flachdach mit Gras oder anderen Bepflanzungen Geneigte Dächer mit Gras oder Bepflanzung Flachdach mit Kiesaufschüttung Flachdach mit Dachbahnen oder Dachplatten aus Kunststoff oder Bitumen Geneigte Dächer mit Ziegel oder Betonsteinen Geneigte Dächer mit Dachbahnen oder Dachplatten aus Kunststoff oder Bitumen
0,20 0,25 0,60 0,70 0,75 0,80
Pumpen-/Systemtechnik Typologie der Regenwasserpumpe Saugleitung und Saughöhe einer Kreiselpumpe Saughöhe h [m]
Normalansaugende, trocken aufgestellte Pumpen • Konstruktion für den Zulaufbetrieb • Verfügbar in horizontaler und vertikaler Bauform • Einsatz in Großanlagen, die mit Zwischenbehältern arbeiten Selbstansaugende, trocken aufgestellte Pumpen • Können durch Luftabschneidetechnik in der Pumpenhydraulik die Luft aus der Ansaugleitung evakuieren und Wasser aus einem tiefergelegenen Behälter ansaugen • Auslegung des Systems unter genauer Betrachtung der Saugverhältnisse • Bei Mehrpumpensystemen ist eine separate Saugleitung für jede Pumpe notwendig
6 5 Saugleitung: PE-HD, 1 Saugleitung: PE-HD, 11/4 Volumenstrom: 3 m3/h
Länge der Saugleitung l [m]
Hinweise zur Saugleitung • Saugleitung stetig steigend zur Pumpe verlegen (keine Luftsäcke zulassen) • Fußventil einbauen (verhindert Leerlaufen der Saugleitung) • Zu große Querschnitte vermindern die Ansaugleistung • Saugleitung vakuumdicht ausführen (Wasserdicht ist noch lange nicht vakuumdicht, saugund druckfeste Spiralschläuche verwenden) • Keine Armaturen, außer Fußventil in die Saugleitung einsetzen (Filter, Rückflussverhinderer, keine saugseitigen Absperrarmaturen) • Keine Querschnittsverkleinerung in der Saugleitung (mindestens Sauganschlussquerschnitt verlegen, besser eine Nennweite größer) • Saugleitungen möglichst kurz halten (lange Saugleitung = großer Reibungswiderstand = kleinere Saughöhe)
Hinweise zur Druckleitung • Entleerungsventil am tiefsten Punkt des Drucksystems
Einstufige Tauchmotorpumpen oder mehrstufige Unterwassermotorpumpen • Erforderlich, um größere geodätische Höhenunterschiede bzw. Widerstände zu überwinden • Einsatz direkt in der Regenwasserzisterne • Mehrstufig, d. h. mehrere seriell geschaltete Laufräder • Höhere Investition wird durch besseren Wirkungsgrad kompensiert • Mit lösbarer Verbindungstechnik ausstatten • Gelegentlicher Einsatz in problematischen Systemen
Frischwassernachspeisung Gewährleistung der Betriebsbereitschaft einer Regenwassernutzungsanlage bei langen Trocken- bzw. Frostperioden durch bedarfsgerechte Trinkwassernachspeisung • Als „Freier Auslauf“ gemäß EN 1717 • Manuell oder automatisch • In den Speicher oder in ein Nachspeisemodul
Anlagenschema: Garten/ Einfamilienhaus
Automatikbausatz (Magnetventil) Stadtwasser
Σ m3
Pumpe (selbstansaugend)
Saugleitung min 1“ (vakuumdicht)
Froschklappe oder Kleintierschutz
Schwimmschalter (Automatikbausatz)
Schwimmende Entnahme (mit Fußventil)
Versickerung oder Kanal
Einsatzgebiet: • Beregnung • Bewässerung und Berieselung • Regenwassernutzung • Betriebswassernutzung
Hinweis: Rohrverlegung sowie max. Saughöhe/-länge beachten (siehe Seite 19 )
Anlage mit selbstansaugender Pumpe • Geräuscharm durch mehrstufige Bauweise • Ideal als Anlage zur Gartenbewässerung • Hervorragendes Ansaugverhalten • Steuerung durch Strömungsschaltgerät • Alle mediumberührten Teile sind korrosionsfrei
Beschreibung: • Fördert Wasser im Saugbetrieb aus Brunnen, Zisternen und Erdspeichern bzw. im Zulaufbetrieb (Zulaufdruck max. 1,5 bar) aus z. B. offenen Vorbehältern • Nachspeisung über Magnetventil/Schwimmerschalter direkt in die Zisterne • Druck-/Strömungsabhängige Schaltung der Pumpe mit integriertem Wassermangelschutz
Nachspeisung Strömungsschaltgerät
Σ m3 Zisterne
Schwimmschalter Tauchpumpe Beruhigter Zulauf (Automatikbausatz)
Einsatzgebiet: • Fördern aus Brunnen, Zisternen und Behältern • Bewässerung, Beregnung oder Abpumpen • Regenwassernutzung • Betriebswassernutzung Beschreibung: • Fördert Wasser aus Brunnen, Zisternen und Erdspeichern • Nachspeisung über Magnetventil/Schwimmerschalter direkt in die Zisterne • Druck-/Strömungsabhängige Schaltung der Pumpe mit integriertem Wassermangelschutz Anlage mit Tauchmotorpumpe • Zulaufstutzen für Anschluss, schwimmende Entnahme • Steuerung durch Strömungsschaltgerät
Hinweis: Geeignet für lange und ungünstige Leitungsführung sowie tiefliegende Behälter.
Anlagenschema: Einfamilienhaus
Stadtwasser Dachablauf
Verbraucher Zisterne
Saugleitung min 1“ (vakuumdicht) Froschklappe oder Kleintierschutz
Geruchsverschluss Überlauftrichter (zur Entwässerung)
Signalgeber (für Füllstand)
Einsatzgebiet: • Toilettenspülung • Waschmaschine • Beregnung/Bewässerung • Untergeordnete Reinigungszwecke und andere Anwendungen im Nichttrinkwasserbereich
Hinweis: Rohrverlegung sowie max. Saughöhe/-länge beachten (siehe Seite 19)
Regenwassernutzungsanlage in Verbindung mit Zisternen oder Behältern • Kompakte, steckerfertige Regenwassernutzungsanlage • Geräuscharm durch mehrstufige, selbstansaugende Kreiselpumpe • Erfüllung der Anforderungen nach DIN 1989 und EN 1717 • Hohe Wirtschaftlichkeit durch bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung
Beschreibung: • Bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung im Modul • Fördert Wasser im Saugbetrieb aus Brunnen, Zisternen und Erdspeichern • Druckabhängige Pumpensteuerung und automatische Umschaltung auf Nachspeisung
Anlagenschema: Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe
Pumpen (normalansaugend)
KG Rohr Pumpen (selbstansaugend)
2 Saugleitungen min 1“ (vakuumdicht) Geruchsverschluss
Überlauftrichter zur Entwässerung)
Signalgeber Beruhigter Zulauf (für Füllstand)
Regenwassernutzungsanlage mit Doppelpumpe in Verbindung mit Zisternen oder Behältern • Geräuscharm durch mehrstufige, selbstansaugende Kreiselpumpen • Höchste Betriebssicherheit durch 2 Pumpen • Hohe Wirtschaftlichkeit durch bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung
Beschreibung: • Bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung im Modul • Fördert Wasser im Saugbetrieb aus Brunnen, Zisternen und Erdspeichern • Druckabhängige Pumpensteuerung und automatische Umschaltung auf Nachspeisung • Bedarfsgerechte Pumpensteuerung durch Grund-/Spitzenlastbetrieb und/oder Reservebetrieb
Hinweis: Jede Pumpe benötigt eine separate Saugleitung. Rohrverlegung sowie max. Saughöhe/länge beachten (siehe Seite 19)
Anlagenschema: Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude, Gewerbebetriebe und Industrie
Überlauftrichter (zur Entwässerung)
Wassermangelschalter (für Zisternenpumpe)
Hinweis: Geeignet für lange und ungünstige Leitungsführung zwischen Erdtank (tiefliegender Behälter) und Zwischenspeicher.
Regenwassernutzungsanlage mit Doppelpumpe, inklusive Zubringerpumpe in Verbindung mit Zisternen oder Behältern • Geräuscharm durch mehrstufige Kreiselpumpen • Höchste Betriebssicherheit durch 2 Pumpen • Hohe Wirtschaftlichkeit durch bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung • Integrierte Steuerung der Speisepumpe
Beschreibung: • Bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung in den Zwischenspeicher • Speisepumpe fördert Wasser aus Brunnen, Zisternen und Erdspeichern in den Zwischenspeicher • Druckabhängige Pumpensteuerung und automatische Umschaltung auf Nachspeisung. • Bedarfsgerechte Pumpensteuerung durch Grund-/Spitzenlastbetrieb oder Reservebetrieb
Anlagenschema: Einfamilienhäuser, Gewerbebetriebe und Industrie
Beruhigter Zulauf Signalgeber (für Nachspeisung)
Nachspeisung und Entnahme aus innenliegendem Behälter (mit Fußventil)
Einsatzgebiet: • Toilettenspülung • Beregnung/Bewässerung • Versorgung von Waschmaschinen • untergeordnete Reinigungszwecke und andere Anwendungen im Nichttrinkwasserbereich
Regenwassernutzungsanlage mit Innenspeicher • Geräuscharme, selbstansaugende Pumpe • Erweiterbar durch zusätzliche Tanks • Separate Nachspeise- und Absetzzone für bessere Wasserqualität
Beschreibung: • Regenwassersammeltank für die Innenaufstellung, modular erweiterbar • Bedarfsgerechte Frischwassernachspeisung in innenliegenden Behälter. • Druckabhängige Pumpensteuerung und automatische Umschaltung auf Nachspeisung
Hinweis: Rückstauebene beachten!
Anlagenschema: Beispielanwendung für Gewerbe und Industrie
Regenwasser-Rückhaltung Regenwasser-Nutzung
Σ m Nachspeisung 1“ 3
Sprinklervorlage
Sprinklerversorgung
Einsatzgebiet: • Feuerlöscheinrichtungen • Toilettenspülung, Beregnung und Bewässerung • Kühlung • Regenwasserrückhaltung
Regenwassernutzungsanlage mit Hochdruckkreiselpumpen in Verbindung mit Zisternen und Behältern • Mehrstufige Hochdruckkreiselpumpen • Höchste Betriebssicherheit mit bis zu 6 Einzelpumpen • Zwei einstellbare Druckniveaus für die unterschiedlichen Anwendungen • Hohe Wirtschaftlichkeit
Beschreibung: • Nutzung des Regenwasserspeichers zur Regenwasserrückhaltung, Löschwasserbevorratung und Betriebswasserbereithaltung • Druckabhängige Mehrpumpensteuerung und automatische Umschaltung auf Nachspeisung • Bedarfsgerechte Mehrpumpensteuerung durch Grund-/Spitzenlastbetrieb oder Reservebetrieb
Selbstansaugende Pumpen Saugbetrieb Eine selbstansaugende Pumpe ist in der Lage die Saugleitung zu entlüften, d. h. Luft zu evakuieren. Bei der Inbetriebnahme muss die Pumpe ggf. mehrmals gefüllt werden. Die max. Saughöhe beträgt theoretisch 10,33 m und ist vom Luftdruck (1013 hPa = normal) abhängig.
Saughöhe der Pumpe hs
hs Mindestwasserstand
Technisch bedingt sind nur max. 7-8 m Saughöhe hs erreichbar. Dieser Wert beinhaltet nicht nur den Höhenunterschied von der tiefstmöglichen Wasseroberfläche bis zum Saugstutzen der Pumpe, sondern auch die Widerstandsverluste in Anschlussleitungen, Pumpe und Armaturen. Bei der Auslegung der Pumpe ist zu beachten, dass die Saughöhe hs in die auszulegende Förderhöhe mit negativem Vorzeichen mit einbezogen werden muss.
Saugleitung Die Saugleitung, die möglichst kurz gehalten werden sollte, ist mindestens in Nennweite des Pumpenstutzens zu verlegen, wenn möglich um eine Nennweite größer dimensioniert.
Verlegung der Saugleitung richtig
Bei einer langen Saugleitung ergeben sich erhöhte Reibungswiderstände, welche die Saughöhe stark beeinträchtigen. Die Verlegung der Saugleitung sollte stetig steigend zur Pumpe erfolgen. Bei Verwendung von Schlauchmaterial als Saugleitung sollten Spiralsaugschläuche mit hoher Dichtigkeit und Festigkeit favorisiert werden. Undichtigkeiten sind unbedingt zu vermeiden, da sonst Pumpenschäden und Betriebsstörungen auftreten können. Der Saugschlauch sollte aus EPDM bestehen. PVC-Schläuche werden von Regenwasser angegriffen und mit der Zeit porös! Die weiterführende Saugleitung in das Gebäude sollte aus einem PE-Werkstoff bestehen. Darüber hinaus sollte diese Saugleitung vakuumfest/ -dicht und druckfest/ -dicht sein.
Rückschlagklappe/ -ventil Fußventil
Installation mit Fußventil oder Rückschlagklappe/-ventil
Bei Saugbetrieb ist zur Verhinderung des Leerlaufens der Pumpe und der Saugleitung stets ein Fußventil zu empfehlen. Ein Fußventil (schwimmende Entnahme) mit Saugkorb schützt außerdem die Pumpe und die nachgeschalteten Systeme vor groben Verunreinigungen (Blätter, Holz, Steine, Ungeziefer, etc.).
Darstellung einer Mehrpumpenanlage mit normal- oder sebstsaugenden Pumpen
Achtung! Für jede Pumpe immer eine eigene Saugleitung vorsehen. Nie mehrere Pumpen mit nur einer Saugleitung versehen!
Mehrpumpenanlage im Saugbetrieb Empfehlenswert ist es, für jede Pumpe immer eine eigene Saugleitung mit Fußventil vorzusehen. In diesem Fall entfallen die enddruckseitigen Rückflussverhinderer (RV). Anlagen mit einer Sammelsaugleitung sind nicht zu empfehlen. Beim Betrieb von normalsaugenden Pumpen im Saugbetrieb über eine gemeinsame Saugleitung besteht die Möglichkeit, dass die laufende Pumpe den Wasserspiegel der abgeschalteten Pumpe absenkt und gleichzeitig Luft über die Gleitringdichtung (GRD) in die Pumpe einsaugt. Beim Pumpenwechsel wird es durch das verbleibende Luftpolster zum Trockenlauf der GRD und zur erheblichen Minderung der Förderhöchstleistung der Pumpe kommen.
Hinweis Mindestvolumenströme der Pumpen sind bei den Pumpenherstellern anzufragen. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass Pumpen bis zu einem minimalen Förderstrom von 5 % des optimalen Förderstroms betrieben werden können.
Technische Ausführungsvorschriften Frischwassernachspeisung und Freier Auslauf nach EN 1717 zum Schutz des Trinkwassernetzes Die Frischwassernachspeisung sichert die Betriebsbereitschaft der Regenwassernutzungsanlage bei nicht ausreichender Regenspende in Trockenperioden.
Wassernachspeisung Nach EN 1717 Automatik durch Magnet-Ventil
Zum Schutz des Trinkwassernetzes hat die Nachspeisung gemäß EN 1717 über einen freien Auslauf zu erfolgen. Ein Rückfluss von Nichttrinkwasser in das Trinkwassernetz wird somit verhindert.
falsch Nicht zulässige Verbindung einer Wassernachspeisung Zu den Verbrauchsstellen
Am Überlauf der Nachspeiseeinrichtung muss das Abfließen des Wassers sichtbar sein. Um eine ununterbrochene Funktion an den Entnahmestellen zu gewährleisten, ist der Nachspeisevolumenstrom (Nennweite des Einspeiseventils und Leitungsnetzdruck) auf den Pumpenvolumenstrom im Betriebspunkt anzupassen.
Wilo Empfehlung: mindestens 30 mm
2x di jedoch mind. 20 mm
Freier Auslauf zur Zisterne
Die Möglichkeit der Überflutung (z. B. Rückstau) muss ausgeschlossen sein. Die Nachspeiseeinrichtung muss außerhalb des Regenwasserspeichers und des Einstiegschachtes installiert werden.
Achtung! Der lichte Abstand zwischen der Trinkwasserzuleitung und dem höchstmöglichen Wasserniveau muss größer oder gleich dem doppelten Innendurchmesser des Trinkwasserauslaufs sein, mindestens aber 20 mm betragen.
Achtung! Eine unmittelbare Verbindung von Trinkwasseranlagen mit Nichttrinkwasseranlagen ist verboten! Nichtbeachtung dieser Vorschrift kann zur Stilllegung der Anlage sowie eventuell zu Schadensersatzansprüchen an den Bauherrn und Fachhandwerker führen.
TrinkwasserZulauf
Wird z. B. in öffentlichen Gebäuden, eine ständige Betriebsbereitschaft der Regenwassernutzungsanlage gefordert, muss die Anlage so konzipiert sein, dass sie auch unabhängig vom Regenwasserspeicher (z. B. Vorlagebehälter mit freiem Auslauf) betrieben werden kann.
Hygiene – Regenwassernutzung im Haushalt Unter Hygiene versteht man die Lehre von der Gesunderhaltung des Menschen durch Reinhaltung des Körpers und der Kleidung sowie der Arbeitsumgebung. Dazu zählen insbesondere Maßnahmen, die die ungewollte Vermehrung von Bakterien und Mikroorganismen und so die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Die Regenwassernutzung im Haushalt wird immer interessanter. Deshalb ist es wichtig zu überprüfen und zu gewährleisten, dass die Nutzung von Regenwasser für die Toilettenspülung oder in der Waschmaschine den Anforderungen genügt! Unter Einhaltung bestehender installationstechnischer Normen und Verhaltensweisen ist es gesundheitlich unbedenklich, aufgefangenes Regenwasser über ein zweites Leitungssystem im Haushalt der Toilette oder der Waschmaschine zuzuführen.
In solch einem Fall ist zu beachten: Für entstehende Kosten muss der Betreiber einer Regenwasseranlage aufkommen. Hierzu nimmt Herr Dr. Holländer, einer der führenden Hygieniker Deutschlands, Stellung: „Bei sachgemäßer Installation und Nutzung einer Regenwasseranlage, sind die Befürchtungen eines gesundheitlichen Risikos nicht begründet, wie uns auch tausende von Anlagen und deren Nutzer täglich beweisen.“
Die öffentliche Trinkwasserversorgung unterliegt den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Die Qualität des Trinkwassers in Deutschland setzt Maßstäbe. Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser entstehen, gehören der Vergangenheit an. Ein kritischer Punkt sind unzulässige Verbindungen der Regenwasseranlage mit dem öffentlichen Trinkwassernetz – leider eine nicht seltene Angelegenheit. Bereits mehrfach ist durch eine fehlerhaft installierte Regenwassernutzungsanlage, zum Beispiel durch eine unzulässige Verbindung zum Trinkwassernetz und dem daraus resultierenden Rückfluss von Regenwasser in das Trinkwassernetz, die örtliche Wasserversorgung einer Kommune gefährdet worden.
H Y G I E N E – R E G E N W A S S E R N U T Z U N G I M H A U S H A LT
Hygienische Betrachtungen Bei der Beurteilung des Gesundheitsrisikos spielen Darstellung und Dosis eine wesentliche Rolle. Zur Abschätzung des Risikos gilt es somit zu beurteilen, inwieweit der Benutzer einer Toilette oder eines Urinals mit Krankheitserregern oder Chemikalien (direkt oder indirekt) in Kontakt kommen und welche Menge an Keimen und Schadstoffen bei diesem Kontakt übertragen werden kann.
In der Literatur findet sich eine Reihe von Studien, welche die mikrobiologische und chemische Belastung des Regenwassers in Zisternen und Toiletten untersuchen. Diese Studien belegen, dass das Zisternenwasser bei fachgerechter Ausführung und Wartung der Anlage in über 95 % der Fälle die EU-Richtlinie für Badegewässer (75 /160 / EWG) erfüllt. Badegewässerqualität bedeutet, dass längerer Hautkontakt oder das versehentliche Verschlucken gesundheitlich unbedenklich ist.
Bakteriologische Richt- und Grenzwerte
Badegewässer Trinkwasser Richtwert Grenzwert [ml] [ml] [ml] Escherichia coli Coliforme Keime KBE* (20 °C) KBE* (37 °C)
0/100 0/100 100 100
100/100 500/100 100/100
2.000/100 10.000/100
Feinkostsalate [g] 1.000
Medianwerte von 102 Zisternen über einen längeren Untersuchungszeitraum [ml] 26/100 198/100 1.200 230
*Koloniebildende Einheiten Quelle: fbr – Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e. V.
Bakteriengehalt [ml]
Änderung des Bakteriengehalts (z. B. Salmonellen) in Abhängigkeit von der Medientemperatur und Zeit 500.000 450.000 400.000 350.000 300.000 250.000 200.000 150.000 Quelle: Priv. Doz. Dr. rer. nat. Reinhard Holländer, Landesuntersuchungsamt für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin, Abt. Allgemeine Hygiene, Bremen
20 ˚C Medientemperatur
50.000 8 ˚C Medientemperatur
10 11 12 13 14 15 16 Tage
f b r - wa s s e r s p i e g e l
Reinhard Holländer
Wäschewaschen mit Regenwasser Umweltentlastung, Betriebskostensenkung bei Einhalten der Hygienevorgaben „Kinderheim wäscht mit Regenwasser“: Unter dieser Überschrift wurde in fbr-wasserspiegel 1/06 die Nutzung von Regenwasser im „Haus Tobias“, ein Haus des heilpädagogischen Sozialwerkes Freiburg e.V., beschrieben. Dieses Haus bietet 30 Kindergartenplätze, 45 Heimplätze und 100 Schulplätze. Für die Bewohner und Nutzer dieser Einrichtung ist es mittlerweile selbstverständlich, dass Regenwasser für die WC-Spülung, das Wäschewaschen und die Gartenbewässerung genutzt wird. Das Wasser wird auf 900 Quadratmeter extensiv begrünter Dachfläche und 520 Quadratmeter Schindeldachfläche gesammelt, in eine Zisterne geleitet und nach dem Stand der Technik (DIN 1989) über einen Zwischenspeicher und einer Druckerhöhungsanlage (WILO AF 150) mit doppelt liegender Kreiselpumpe den Verbrauchern zugeführt. Regenwasser aber ist kein Trinkwasser! Seine Qualität entspricht nicht den uns gewohnten Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Sind deswegen etwa die Nutzer im „Haus Tobias“ gefährdet? Gerechtfertigen der Anspruch an einen ökologischen Umgang mit den Ressourcen oder gar eine ökonomische Entlastung des Budgets solch eine Nutzung und lassen unsere gesetzlichen Auflagen dieses überhaupt zu?
Was schreibt die Trinkwasserverordnung vor? Zwar wird die Verordnung, die am 1. Januar 2003 in Kraft trat, noch als Trinkwasserverordnung bezeichnet, jedoch ist sie inhaltlich auf „Wasser für den menschlichen Gebrauch“ abgestellt. Das ist eine Erweiterung des Begriffes, der, wie im § 3 definiert, jegliches Wasser im häuslichen Bereich definiert, auch das zur „Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem
Auszug aus dem Kommentar zur Trinkwasserverordnung zu § 2 Abs. 2 „Durch diese Vorschrift soll klargestellt werden, dass die Qualitätsanforderungen der Verordnung nicht gelten soll z. B. für Wasser aus im privaten Bereich eingesetzten Regenwassernutzungs- und vergleichbaren Anlagen, wenn diese zusätzlich zu der „normalen“ Wasserversorgung verwendet werden, d.h. wenn für alle Zwecke des menschlichen Gebrauchs, die in § 3 Nr. 1 definiert sind, Wasser mit der durch die Verordnung geforderten Qualität zur Verfügung steht.“
Abb. 1: Separate Entnahmestellen für Waschwasser links Trinkwasser, rechts Zisternenwasser
menschlichen Körper in Kontakt kommen“. Hierunter fällt auch das Waschwasser zum Waschen der Wäsche. Jedes Gesetz und jede Verordnung muss durch Kommentare für den Nutzer verständlich gemacht werden. So wird im Kommentar zu dieser Definition, insbesondere zur Nutzung von Regenwasser als Waschwasser gesagt, dass „ ... in jedem Haushalt die Möglichkeit bestehen muss, zum Waschen der Wäsche Wasser mit der Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch zu nutzen. Ob daneben ein Anschluss besteht und genutzt wird, der Wasser geringerer Qualität liefert, bleibt der eigenen Verantwortung und Entscheidung des Verbrauchers überlassen“. Insofern ist im Kommentar klargestellt, und das bestätigen auch Stellungnahmen des Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit sowie verschiedene Gerichtsurteile, dass Regenwasser in eigener Verantwortung zum Wäschewaschen genutzt werden kann. Für ein Mehrfamilienhaus bedeutet das, dass den Mietern die Wahl zwischen Regenwasser oder Trinkwasser möglich sein muss (Abb. 1). Wie steht es aber für Einrichtungen wie das „Haus Tobias“ oder für kommerzielle Wäschereien, in denen für die Bewohner oder Kunden Wäsche gewaschen wird? Hierzu gibt der Kommentar zur Trinkwasserverordnung keine Auskunft. Folgt man der Argumentation der Freiwilligkeit bzw. der Wahlmöglichkeit, so müsste zumindest für die Bewohner und Kunden deutlich gemacht werden, dass in diesem Haus, in dieser Wäscherei die Wäsche mit Regenwasser gewaschen wird. Es besteht also eine Aufklärungspflicht, um dem Nutzer letztlich eine Wahlmöglichkeit zu geben.
zu § 3 „ ... dass in jedem Haushalt die Möglichkeit bestehen muss, zum Waschen der Wäsche Wasser mit der Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch zu nutzen. Ob daneben ein Anschluss besteht und genutzt wird, der Wasser geringerer Qualität liefert, bleibt der eigenen Verantwortung und Entscheidung des Verbrauchers überlassen.“
Besteht eine Infektionsgefahr bei der Nutzung von Regenwasser? In zahlreichen Untersuchungen wurde gezeigt, dass eine Belastung des Regenwassers bzw. des Zisternenwassers mit pathogenen Mikroorganismen nicht gegeben ist. Insbesondere solche Erreger fehlen, die zu den klassischen wasserübertragenen Seuchen führen könnten wie Typhus-, Cholera-, Ruhrerreger oder Erreger der Hepatitis A. Sicherlich hat das Zisternenwasser nicht die mikrobiologische Zusammensetzung wie Trinkwasser und ist von schlechterer Qualität. Jedoch muss die Frage gestellt werden, ob das Wäschewaschen mit solchem Wasser irgendeine Belastung des späteren Nutzers der Wäsche herbeiführen könnte. Auch sollte sichergestellt sein, dass ästhetische Ansprüche an die Wäsche wie Verfärbungen oder Geruch durch Zisternenwasser eingehalten werden. Wäsche des täglichen Bedarfs ist in der Regel mit hohen Konzentrationen körpereigener Mikroflora kontaminiert; Bettwäsche und Handtücher mit bis zu 600 Bakterien pro 100 Quadratzentimeter, Unterwäsche mit bis zu 200 pro 100 Quadratzentimeter. In der Waschmaschine werden diese im allgemeinen nicht krankmachenden Bakterien durch das Zisternenwasser ausgelöst und es entsteht eine Mischung aus den Bakterien beider Ursprungsorte, im Mittel bis zu 10.000 Bakterien pro ml Waschwasser mit Spitzenwerten von 200.000 Bakterien pro ml (Holländer et al., 1993). Im Waschgang erfahren diese Bakterien den Einfluss von Waschmittel und erhöhter Temperatur. Waschmittel reduzieren die Bakterienzahlen etwa um den Faktor 100, Temperaturen >60 ° um den Faktor 105 oder mehr. Bei Temperaturen um 40 ° C jedoch ist ihr Einfluss gering. Nach dem Waschen wird die Wäsche gespült, wodurch auf der feuchten Wäsche dann noch lediglich die Bakterien überdauern, die aus dem Spülwasser kommen einschließlich derjenigen, die den Waschprozess überstanden
Priv. Doz. Dr. Reinhard Holländer PD Dr. Holländer ist der Leiter des Institut für Allgemeine Hygiene, Krankenhaushygiene und Umwelthygiene Bremen. In zahlreichen Publikationen hat er sich mit der Frage möglicher hygienischer Nachteile bei der Nutzung von Regenwasser wissenschaftlich auseinander gesetzt. Als langjähriges Mitglied der „fbr“ und Experte für Hygienefragen berät er Städte und Gemeinden, Planungsbüros und Handwerker und hält allgemeinverständliche Fachvorträge zum Thema.
Ästhetischer Qualitätsverlust Von Skeptikern wird oft das Argument gegen die Nutzung des Zisternenwassers als Wäschewaschwasser vorgebracht, die Wäsche verfärbe sich oder habe einen unangenehmen Geruch. Das mag sicherlich auch im Einzelfall einmal zutreffen. Bei sach- und fachgerechter Konstruktion einer Anlage nach DIN, der Verwendung von qualitativ hochwertigen Anlagenteilen und der entsprechenden Nutzung aber, wie sie im „Haus Tobias“ vorgenommen wurde bzw. wird, können sich solche Befürchtungen nicht realisieren. Das bestätigen viele Anwender und nicht zuletzt unzweifelhaft der Geschäftsführer der Einrichtung, Herr Nikolaus Ebner, der auf eine nunmehr 2,5-jährige Erfahrung zurückblickt. In dieser Zeit wurden immerhin mehr als 200 m3 Wasser zum Wäschewaschen verbraucht. Neben den Einsparungen bei den Wasserkosten sind durch die Verwendung eines Waschwassers mit sehr geringer Härte auch entsprechend niedrige Waschmittelmengen einzusetzen. Die Einsparungen beim Waschmittel betragen je nach Härtegrad des alternativ einzusetzenden Trinkwassers zwischen 30 % und 45 %.
Hygienerisiken beim Wäschewaschen Zusammenfassend kann aus den verschiedenen Publikationen und eigenen Untersuchungen festgestellt werden, dass ein gesundheitliches Risiko beim Waschen der Wäsche mit Regenwasser/Zisternenwasser nicht besteht. Das weitgehende Fehlen von Krankheitserregern im Zisternenwasser und die Keimreduktion beim Waschvorgang stellen für den Nutzer ein hohes Maß an Sicherheit dar. Vorausgesetzt wird dabei, dass die Anlage entsprechend dem Stand der Hygiene bzw. der Technik, wie sie in der DIN 1989 beschrieben sind, gebaut und betrieben wird. • Reinhard Holländer, Bremen
Literatur Abb. 2: Abnahme der Konzentration der Bakterien während des gesamten Waschvorganges
haben. Es konnte gezeigt werden, dass die Höhe der Bakterienkonzentrationen nicht von der Menge der Bakterien im Zisternenwasser abhängig ist, sondern vom Verkeimungsgrad der Wäsche insbesondere der Unterwäsche (Holländer et al., 1993). Jede Wäsche wird getrocknet und evtl. gebügelt oder gemangelt. Trockenheit aber ist für Mikroorganismen das größte Problem, die Hitze des Bügelns tötet jegliches Leben ab. So zeigt sich bereits bei der getrockneten Wäsche eine deutliche Abnahme der Keimzahlkonzentrationen und nach dem Bügeln/Mangeln geht die Zahl gegen Null (Abb. 2).
Tennhoff, G., 1991: Regenwassernutzung für das Wäschewaschen im Privathaushalt Mikrobiologische und waschtechnische Aspekte. Diplomarbeit FB Haushalt und Ernährung. Fachhochschule Fulda 1991 Holländer R. et al. : Hygienische Aspekte bei der Wäsche mit Regenwasser forum Städthygiene 44 (1993) 252-256 Uribe Otalowa D., R. Holländer: Umweltverträgliches und hygienisch einwand freies Waschen von Krankenhauswäsche Trinkwasserverordnung, 2001: Verordnung zur Novellierung der Trinkwasserverordnung vom 21. 05. 2001 (BGBl. I S 2542) inkl. Kommentar
Umwelt entlastet, Betriebskosten gesenkt – Kinderheim wäscht mit Regenwasser „Haus Tobias“ liegt am Waldrand oberhalb Herdern. Es beherbergt Wohngruppen, Kindergarten, Schule und eine Therapiestätte für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Träger der Einrichtung ist das heilpädagogische Sozialwerk Freiburg e.V. Seit 1968 ist das „Haus Tobias“ fester Bestandteil des sozialen und pädagogischen Gefüges der Stadt Freiburg im Breisgau (www.hsw-freiburg.de). Mit Erweiterung von Heim und Schule im Jahr 2003 wurde dem ständig
Wer sparen will, muss investieren Realisiert wurde eine Anlage zur Nutzung des Regenwassers, um es von den umliegenden Dachflächen mit vertretbarem Aufwand zu sammeln. Die Idee, Regenwasser zu verwenden und das Wissen für die richtige Ausführung hat sich die Ingenieurgruppe Freiburg, verantwortlich für die Planung der Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen, bei einem Seminar des Pumpenherstellers WILO geholt. Als verantwortlicher Planungsingenieur erinnert sich Bernhard Bruse: „Uns hat die Idee überzeugt, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: durch Verwenden des Regenwassers einerseits Trinkwasser zu sparen und andererseits den Regenabfluss in die Kanalisation zu verringern. Davon profitiert der Betreiber finanziell, es entlastet die städtische Kanalisation und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz“. Die Leitung der Einrichtung war dankbar für diesen Vorschlag, der hilft, die Betriebskosten zu senken. Bei der Finanzierung mit öffentlichen Mitteln wurden solche Motive jedoch zurückgestellt, um Investitionskosten zu sparen. Nur mit Spenden konnte schließlich die Regenwassertechnik verwirklicht werden.
Erweiterungsbau mit extensiv begrüntem Dach, Retentionswert 50 %
steigenden Raumbedarf Rechnung getragen. Die Anzahl der Heimplätze konnte damit um 15 auf 45 vergrößert werden. Insgesamt werden derzeit rund 130 Kinder hier betreut. Die Breisgaumetropole Freiburg ist für ihr ökologisches Engagement weltweit bekannt. Für den grünen Oberbürgermeister Dieter Salomon liegt das Geheimnis des Umweltschutz-Vorsprungs im speziellen „Freiburger Mix“: Den kommunalpolitischen Entscheidungen der Stadt, dem Engagement der Menschen in der Region, der aktiven Unterstützung des regionalen Energieversorgers und vieler Organisationen, Institutionen und Unternehmen. Eine dieser Institutionen ist das „Haus Tobias“. Die Philosophie der sozialen Einrichtung: Der nachnachhaltige Umgang mit der Natur ist Voraussetzung für die Lebensgrundlagen der nachfolgenden Generation. Im Bewusstsein der Zusatzkosten wurde der Neubau mit Gründach und Regenwassernutzung ausgestattet. Regenwasser wird hier nicht nur als Rohstoff, sondern als Element des Naturkreislaufes betrachtet. Bevor es die Erde erreicht, durchläuft dieses Wasser in der Atmosphäre faszinierende Verwandlungsprozesse und ist zu kostbar, um es unmittelbar in die Kanalisation abzuleiten. Dorthin gelangt jetzt nur noch der Überlauf aus den Zisternen, wenn diese voll sind und es weiterhin regnet. Der Überlauf könnte durch den Boden in das Grundwasser geleitet werden; doch Versickerung ist hier wegen der Hanglage nicht möglich. Geplant ist ein Wasserlauf im Zentrum der Einrichtung mit Umwälzung des Regenwassers, das von der befestigten Fläche des Platzes und der Wege abfließt. Die Finanzierung ist noch offen, da sie von Spenden abhängig ist.
Hausmeister Hans-Jörn Bosse freut sich über die gut funktionierende Anlage und erklärt: „Im zentralen Filterschacht, noch vor der Zisterne, wird das Regenwasser gereinigt. Senkrecht stehende Siebe mit weniger als 1 mm Durchlass halten die vom Dach abgespülten Partikel auf. Auch Schwimmstoffe wie Blütenpollen bleiben zurück.“ Filterschacht und Zisterne liegen unter dem zentralen Platz. Sie wurden als Betonfertigteilbehälter geliefert und bei der Montage vor Ort an die Sammel- und Entnahmeleitungen angeschlossen.Von diesen unterirdischen Bauteilen sind heute nur noch die Schachtdeckel im Pflasterbelag zu sehen.
Waschmaschinen im Heim
Wasser, ein „Geschenk des Himmels“ Im „Haus Tobias“ wird der Steigungsregen „geerntet“, den die Wolken der Tiefdruckgebiete an den Schwarzwaldhängen zurücklassen. Auf diese Weise kommen mehr als 1.000 Millimeter Niederschlag im Jahr zusammen. Das sind 1.000 Liter pro Quadratmeter kostenloser Rohstoff bzw. Geschenk des Himmels, je nach Auffassung.
Teich. Erst wenn auch dieser voll ist, wird die Kanalisation beansprucht. Wie das Gründach leistet der Teich einen guten Beitrag zur Verdunstung von Regen vor Ort – das ist wichtig, wenn wie hier eine Versickerung nicht möglich ist.
Gewährleistung beim Hersteller
Platz mit den Schachtabdeckungen von unterirdischem Filter und Zisterne (links). Technikraum mit Druckerhöhungsanlage und RegenwasserVerteiler zu WC, Waschmaschine und Bewässerungsstellen (rechts).
Der Zeit voraus Fachingenieur Bruse hat auf Grundlage der DIN 1989 die Regenwassernutzung konzipiert. Er wusste bereits vor Erscheinen dieser Norm im Jahr 2002, was die wesentlichen Bestandteile dieser technischen Richtlinie sein würden. „Die Firma WILO hat uns Planer bereits früh über den künftigen Stand der Technik informiert. Der Referent des Tagesseminars damals war selbst Mitglied im DINAusschuss.“ Damit wird verständlich, weshalb die aus dem Jahr 2000 stammende Pumpentechnik, quasi das Herz der Regenwasseranlage, dieser Norm ebenso entspricht wie die Filter- und Speicherkomponenten. Verwendet wird das Zisternenwasser für die WCSpülungen im fünfgeschossigen Neubau, wo für Verwaltung und öffentliche Veranstaltungen neue Räume geschaffen wurden. Um Stromausfall ohne Mühe überbrücken zu können, hat der Planer ein WC an zentraler Stelle mit Trinkwasseranschluss eingerichtet. Mehr als das Zehnfache der WC-Spülmenge wird für die Waschmaschinen des Heimes verwendet. Trotz Gründach gab es hier keine Beeinträchtigungen durch das leicht gefärbte Wasser. Der Zisternenüberlauf speist bei vollem Speicher und anhaltendem Regen einen
Filter und Speicher werden vom Hersteller als zusammenhängende Baugruppe direkt zur Baustelle geliefert und in die vorbereitete Baugrube versetzt, einschließlich des notwendigen Zubehörs. Die Druckerhöhungsanlage mit Pumpe, Druckschaltautomatik, Trinkwassernachspeisung und Vorratsbehälter ist die zweite Baugruppe. Sie ist fertig montiert und elektrisch verdrahtet. Ein Merkmal für die Versorgungssicherheit ist die doppelte Pumpenanlage. Falls eine Pumpe defekt ist, übernimmt die andere die komplette Versorgung. Auch durch den bereits vorgefertigten Trinkwassernachlauf ist gewährleistet, dass kein Fehler bei der Montage mit dem DIN-gerechten freien Auslauf gemacht werden kann. Die Nachspeisung übernimmt ein am Gerät montiertes Magnetventil, das wie der Wasserstandssensor zur Ausstattung der Baugruppe Druckerhöhung gehört. Für den Fachingenieur sind die kompakten Baugruppen ein wahrer Segen: Die Gewährleistung für die Funktion der einzelnen Komponenten liegt beim Hersteller, der alles vorgefertigt aus einer Hand liefert. Dies erleichtert nicht nur die Planung und Bauleitung, sondern auch die Regulierung eventueller Gewährleistungsfälle. Der Lieferant kann die komplette Baugruppe für die Druckerhöhung dank der steckfertig vormontierten Bauweise einfach austauschen. Sie ist geeignet für Hubwagen bzw. Hubstaplertransport.
Fazit Seit Inbetriebnahme der Regenwasseranlage im Mai 2003 sind mehr als 2 Jahre vergangen. Geschäftsführer Nikolaus Ebner zieht eine positive Bilanz: „Wir sind in mehrfacher Hinsicht zufrieden. Es war spannend zu beobachten, wie weit unsere Regenwasservorräte reichen. Doch wir sind selbst über den trockenen Sommer 2004 ohne Trinkwassernachspeisung gekommen. Auch im trockenen Herbst 2005 hat der Speicherinhalt ausgereicht, unseren großen Bedarf für die Waschmaschinen zu decken, zusätzlich zum Spülwasser für die WCs und die Bewässerung der Außenanlagen. Wir sind aber auch zufrieden, dass kein Unterschied festzustellen war zwischen der Wäsche, die konventionell mit Trinkwasser gewaschen wurde und der im Wechsel dazu mit Regenwasser gewaschenen.“ Klaus W. König, Überlingen
Projektdaten Anschrift: Kapazität: Regenwasserverwendung: Bedarf Waschmaschine: Bedarf WC-Spülung: Sammelflächen: Speichergröße: Druckerhöhungsanlage: Inbetriebnahme:
„Haus Tobias“, Winterer Straße 83, 79104 Freiburg (www.haus-tobias.de) 30 Kindergartenplätze, 45 Heimplätze, 100 Schulplätze WC-Spülung, Waschmaschinen, Pflanzenbewässerung innen und außen 1.500 l pro Woche 200 l pro Woche 900 m2 extensiv begrüntes Dach und 520 m2 Dachfläche mit Bitumenschindeln 38 m3 WILO AF 150 mit 150 l Zwischenspeicher und doppelt liegender Kreiselpumpe Mai 2003
Ingenieurgruppe Freiburg GmbH, Herr Bruse WILO Niederlassung Stuttgart, Herr Gick
Praxisbeispiel Sachsen Fahnen GmbH, Dresden Sachsen Fahnen GmbH ist mit mehr als 16.000 m2 Produktionsfläche und ca. 180 Mitarbeitern eine der weltweit größten Fahnen- und Großwerbetextildruckereien. Unter dem wie eine Fahne geschwungenen Dach der Druckhalle wurden die größten und modernsten Druckanlagen für Siebdruck und digitalen Großbilddruck errichtet. Die Sachsen Fahnen GmbH setzt konsequent auf Regenwasserbewirtschaftung, um die auf den riesigen Dachflächen anfallende Wassermenge ökologisch sinnvoll zu nutzen und einen Großteil des Brauchwasserbedarfs kostensparend abzudecken. Aus einer 500 m3 Erdzisterne werden über 2 Tauchpumpen die beiden Hybridsysteme befüllt, die als Haupt-/Reserveanlage wechselseitig arbeiten. Die Förderung von 24 m3 Brauchwasser bei 6 bar wird benötigt, um für den Produktionsprozess die Druckmaschinen mit Brauchwasser zu versorgen und für den Brandfall die notwendige Löschwassermenge zur Verfügung zu stellen. Für die Siebwäsche nach dem Druckvorgang wurde ein Kompaktmodul installiert. Natürlich werden die WC-Anlagen ebenfalls mit Regenwasser gespeist.
Recht Verordnungen, Normen, Satzungen Gesetzlich verankerte Vorschriften Bedarfsdeckung, Mitteilungspflicht und Sicherheit öffentliches Netz Kundenanlagen, wesentl. Änderungen Trinkwasser Überprüfung der Kundenanlage nach Inbetriebnahme durch kommunalen Wasserversorger Sicherheit öffentliches Netz, Kennzeichnung Rohrleitungen, Mitteilungen an Gesundheitsamt Technische Ausführungsvorschriften Regenwassernutzungsanlagen, Freier Auslauf, Frischwassernachspeisung Kennzeichnung Entnahmestellen Überlauf Rückstau Entwässerung außerhalb von Gebäuden Kennzeichnung des Regenwasserinstallationsnetzes Beton Örtliche Vorschriften Überlauf-Versickerung Ablauf/Gebühren Größe der Anlage, Baugenehmigung
AVBWasserV § 3 (2) AVBWasserV § 12 AVBWasserV § 14 Trinkwasserverordnung 2001
EN 1717, DIN 1988, DIN 1989 DIN 1988, Teil 2, 3.3.2 EN 12056, EN 476, DIN 1986-100 DIN EN 752 DIN 2403, Abs. 7.4 DIN EN 206 Wasserrechtsbehörde, Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt Örtliche Satzung Landesbauordnung
AVBWasserV § 3 (2) § 3 Bedarfsdeckung (2) Vor der Errichtung einer Eigengewinnungsanlage hat der Kunde dem Wasserversorgungsunternehmen Mitteilung zu machen. Der Kunde hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass von seiner Eigenanlage keine Rückwirkungen in das öffentliche Wasserversorgungsnetz möglich sind.
AVBWasserV § 12 § 12 Kundenanlage (1) Für die ordnungsgemäße Errichtung, Erweiterung, Änderung und Unterhaltung der Anlage hinter dem Hausanschluss, mit Ausnahme der Messeinrichtungen des Wasserversorgungsunternehmens, ist der Anschlussnehmer verantwortlich. Hat er die Anlage oder Anlagenteile einem Dritten vermietet oder sonst zur Benutzung überlassen, so ist er neben diesem verantwortlich. (2) Die Anlage darf nur unter Beachtung der Vorschriften dieser Verordnung und anderer gesetzlicher oder behördlicher Bestimmungen sowie nach den anerkannten Regeln der Technik errichtet, erweitert, geändert und unterhalten werden. Die Errichtung der Anlage und wesent-
liche Veränderungen dürfen nur durch das Wasserversorgungsunternehmen oder ein in ein Installateurverzeichnis eines Wasserversorgungsunternehmens eingetragenes Installationsunternehmen erfolgen. Das Wasserversorgungsunternehmen ist berechtigt, die Ausführungen der Arbeiten zu überwachen. (3) Anlagenteile, die sich vor den Messeinrichtungen befinden, können plombiert werden. Ebenso können Anlagenteile, die zur Kundenanlage gehören, unter Plombenverschluss genommen werden, um eine einwandfreie Messung zu gewährleisten. Die dafür erforderliche Ausstattung der Anlage ist nach den Angaben des Wasserversorgungsunternehmens zu veranlassen. (4) Es dürfen nur Materialien und Geräte verwendet werden, die entsprechend den anerkannten Regeln der Technik beschaffen sind. Das Zeichen einer anerkannten Prüfstelle (zum Beispiel DINDVGW, DVGW- oder GS-Zeichen) bekundet, dass diese Voraussetzungen erfüllt sind. (5) Die Teile des Hausanschlusses, die in Anwendung von § 10 Abs. 6 im Eigentum des Kunden stehen und zu deren Unterhaltung er verpflichtet ist, sind Bestandteile der Kundenanlage.
§ 14 Überprüfung der Kundenanlage (1) Das Wasserversorgungsunternehmen ist berechtigt, die Kundenanlage vor und nach ihrer Inbetriebsetzung zu überprüfen. Es hat den Kunden auf erkannte Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen und kann deren Beseitigung verlangen. (2) Werden Mängel festgestellt, welche die Sicherheit gefährden oder erhebliche Störungen erwarten lassen, so ist das Wasserversorgungsunternehmen berechtigt, den Anschluss oder die Versorgung zu verweigern; bei Gefahr für Leib und Leben ist es hierzu verpflichtet. (3) Durch Vornahme oder Unterlassung der Überprüfung der Anlage sowie durch deren Anschluss an das Verteilungsnetz übernimmt das Wasserversorgungsunternehmen keine Haftung für die Mängelfreiheit der Anlage. Dies gilt nicht, wenn es bei einer Überprüfung Mängel festgestellt hat, die eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.
Trinkwasserverordnung 2001 Zweck der Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist, durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit nach Maßgabe der folgenden Vorschriften zu schützen. Anwendungsbereich Diese Verordnung regelt die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch. Sie gilt nicht für natürliches Mineralwasser und Heilwasser. Für Anlagen und Wasser aus Anlagen, die zur Entnahme oder Abgabe von Wasser bestimmt sind, das nicht die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch hat, und die zusätzlich zu den Wasserversorgungsanlagen im Haushalt verwendet werden, gilt diese Verordnung nur, soweit sie auf solche Anlagen ausdrücklich Bezug nimmt.
DIN EN 1717 Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Trinkwasser-Installationen und allgemeine Anforderungen an Sicherungseinrichtungen zur Verhütung von Trinkwasserverunreinigungen durch Rückfließen. Mit der Europäischen Norm DIN EN 1717 ist in Europa eine einheitliche technische Regel für den Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Trinkwasser-Installationen festgelegt worden. Parallel mit DIN EN 1717 darf DIN 1988-4 so lange angewandt werden, bis auch die Normenreihe EN 806 in allen Teilen erschienen ist. Einige Planungs- und Ausführungshilfen, wie sie in der DIN 1988-4 enthalten waren, sind jedoch nicht in die DIN EN 1717 übernommen worden. In diesem nationalen informativen Anhang sind daher Ausführungshilfen aufgenommen worden, wie sie aus der DIN 1988-4 bekannt sind, z. B. eine Tabelle für die Auswahl von Sicherungseinrichtungen sowie weitere Planungs- und Ausführungshinweise. Sicherungseinrichtungen Für die ständige Nutzung einer Regenwassernutzungsanlage, besteht die Notwendigkeit, bei unzureichendem Wasserstand in der Zisterne, Wasser in einen separaten Behälter oder in die Zisterne nachzuspeisen. Im allgemeinen wird hierzu Trinkwasser verwendet. Der Schutz des Trinkwassers vor Verunreinigungen in Installationen sowie „... die allgemeinen Anforderungen an Sicherungseinrichtungen zur Verhütung von Trinkwasserverunreinigungen durch Rückfließen“ ist in der „DIN EN 1717“ geregelt und ist ein Muss bei der Installation von Regenwassernutzungssystemen. So ist klar geregelt, dass Regenwasserleitungen nicht mit Trinkwasserleitungen verbunden werden dürfen. Auch ist festgelegt, dass beim Nachspeisen von Trinkwasser in Regenwasserbehälter ein „Freier Auslauf“ der Typen „AA“, „AB“ und „AD“ verwendet werden muss.
Definition: Freier Auslauf Typ „AA“ Ein Freier Auslauf „AA“ ist eine sichtbare ungehinderte und vollkommen freie Fließstrecke, die ständig und senkrecht zwischen dem untersten Punkt der Zulauföffnung und einer beliebigen Oberfläche des versorgten Behälters, dem maximalen Betriebswasserspiegel, der bei Überlauf erreicht wird, besteht.
DIN 1988 Diese Norm gilt in Verbindung mit DIN 1988 Teil 2 bis 8 für Planung, Errichtung, Änderung, Instandhaltung und Betrieb von Trinkwasseranlagen in Gebäuden und auf Grundstücken. Sie enthält insbesondere die Zuständigkeiten für Planung, Bau und Betrieb der Anlagen sowie technische Begriffe, grafische Symbole und Kurzzeichen.
Definition: Freier Auslauf Typ „AB“ Ein Freier Auslauf „AB“ ist ein ständiger und senkrechter Abstand zwischen dem untersten Punkt der Zulauföffnung und dem kritischen Wasserspiegel. Der Überlauf darf nicht kreisrund konstruiert sein und muss in der Lage sein, unter normalen Druckverhältnissen bei Fehlfunktion den maximalen Zufluss abzuführen.
Diese Norm gilt für Anlagen zur Nutzung von Regenwasser in Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben sowie in öffentlichen Einrichtungen, in denen es z. B. für Toilettenspülung, Kühlzwecke, Wasch- und Reinigungsanlagen und zur Bewässerung von Grünanlagen genutzt wird. Nach der Trinkwasserverordnung ist für die Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen (z. B. Wäschewaschen) Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Teil 1 Diese Norm enthält Festlegungen zur Planung, Ausführung, zum Betrieb und zur Wartung von Regenwassernutzungsanlagen. Teil 2 Filter Teil 3 Speicherung Teil 4 Baugruppen zur Steuerung/Nachspeisung
Definition: Freier Auslauf Typ „AD“ Ein Freier Auslauf „AD“ ist ein ständiger Abstand zwischen der Zulauföffnung und der ablaufseitigen Eintrittsöffnung.
DIN 1988, Teil 2, 3.3.2 Im Interesse der Übersichtlichkeit und zur Vermeidung von Bedienungsfehlern sind für den Betrieb wichtige Einrichtungen der Trink- und Löschwasseranlage mit Schildern ausreichend und dauerhaft zu kennzeichnen.
DIN EN 12056 Diese Europäische Norm gilt für Entwässerungsanlagen, die unter Schwerkraft betrieben werden. Sie gilt für Entwässerungsanlagen innerhalb von Wohngebäuden, Geschäfts-, Instituts- und industriellen Gebäuden. EN 12056-1 Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 1: Allgemeine und Ausführungsanforderungen Wilo-Planungshandbuch Regenwassernutzungstechnik 02/2007
EN 12056-2 Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 2: Schmutzwasseranlagen, Planung und Berechnung
Abwasser in eine Behandlungsanlage oder einen Vorfluter eingeleitet wird.
DIN 2403 EN 12056-3 Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 3: Dachentwässerung, Planung und Bemessung EN 12056-4 Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 4: Abwasserhebeanlagen, Planung und Bemessung EN 12056-5 Schwerkraftentwässerungsanlagen innerhalb von Gebäuden – Teil 5: Installation und Prüfung, Anleitungen für Betrieb, Wartung und Gebrauch
DIN EN 476 Diese Europäische Norm legt allgemeine Anforderungen an Bauteile wie Rohre, Formstücke und Schächte mit ihren jeweiligen Verbindungen fest, die für Abwasserkanäle und -leitungen bestimmt sind, die als Schwerkraftentwässerungssysteme mit einem größtmöglichen Druck von 40 kPa betrieben werden. Die Norm dient als allgemeine Grundlage für die Ausarbeitung oder Überarbeitung von Produktnormen. Sie gilt nicht für die Bewertung von Produkten.
Anwendungsbereich Diese Norm gilt für die Kennzeichnung nicht erdverlegter Rohrleitungen nach dem Durchfluss. Zweck Eine deutliche Kennzeichnung der Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff ist im Interesse der Sicherheit, der sachgerechten Instandsetzung und der wirksamen Brandbekämpfung unerlässlich. Sie soll auf Gefahren hinweisen, um Unfälle und gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Kennzeichnung Rohrleitungen werden nach dem Durchflussstoff eindeutig durch Schilder gekennzeichnet. Wenn eine Farbkennzeichnung angewandt wird, sind • entweder Schilder oder Aufkleber in der Gruppenfarbe nach Tabelle 1 anzuwenden, oder • es sind Farbringe in der Gruppenfarbe anzubringen, oder • die Rohrleitung ist in ihrer ganzen Länge in der Gruppenfarbe anzustreichen, oder • Schilder, Aufkleber oder Farbringe sind an betriebswichtigen Punkten, z. B. Anfang, Ende, Abzweige, Wanddurchführungen, Armatur, anzubringen.
DIN 4109 DIN 1986-100 Diese Norm gilt für Entwässerungsanlagen zur Ableitung von Abwasser in allen Gebäuden und auf Grundstücken in Verbindung mit DIN 1986-3, DIN 1986-4, DIN 1986-30, DIN EN 12056-1 bis DIN EN 12056-5, DIN EN 752-1 bis DIN EN 752-7 sowie DIN EN 1610, die überwiegend mit Freispiegelleitungen betrieben werden. Die Norm legt im Interesse der öffentlichen Sicherheit einheitliche technische Bestimmungen für Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung von Entwässerungsanlagen zur Ableitung von Abwasser in Gebäuden und auf Grundstücken in Ergänzung zu DIN EN 12056-1, DIN EN 12056-2, DIN EN 12056-3, DIN EN 12056-4 und DIN EN 12056-5 fest.
DIN EN 752 Diese Europäische Norm gilt für Entwässerungssysteme, welche hauptsächlich als Freispiegelsysteme betrieben werden. Sie gilt von dem Punkt an, wo das Abwasser das Gebäude bzw. die Dachentwässerung verlässt oder in einen Straßenablauf fließt, bis zu dem Punkt, wo das 42
Der Schallschutz in Gebäuden hat große Bedeutung für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen. Besonders wichtig ist der Schallschutz im Wohnungsbau, da die Wohnung dem Menschen sowohl zur Entspannung und zum Ausruhen dient als auch den eigenen häuslichen Bereich gegenüber den Nachbarn abschirmen soll.
DIN EN 206 Gilt für Beton, der für Ortbetonbauwerke, für vorgefertigte Bauwerke sowie für Fertigteile für Gebäude und Ingenieurbauwerke verwendet wird. Der Beton darf als Baustellenbeton, Transportbeton oder Beton in einem Fertigteilwerk hergestellt werden. Diese Norm legt Anforderungen fest an: Betonausgangsstoffe; Eigenschaften von Frischbeton und Festbeton und deren Nachweise; Einschränkungen für die Betonzusammensetzung; Festlegung des Betons; Lieferung von Frischbeton; Verfahren der Produktionskontrolle; Konformitätskriterien und Beurteilung der Konformität.
Wartungscheckliste Inspektions- und Wartungsintervalle gemäß DIN 1989-1 Nr.
Anlagenteil, Apparat
Regenwasserspeicher Kontrollschacht/Reinigungsschacht Filtersysteme Betriebswasserpumpe, Systemsteuerung, Schaltelemente, Nachspeisung, Trockenlaufschutz, Druckhaltung, Fußventil und Saugkorb Freier Auslauf Wasserinhaltsanzeige a) Wasserzähler, Frischwassernachspeisung b) Wasserzähler, Regenwasserentnahme Rückflussverhinderer Hebeanlage Geruchverschlüsse, Bodenabläufe Regenwassereinläufe Dachrinnen, Regenfallrohre Reinigungsöffnungen/-verschlüsse Rückstauverschlüsse Druck- und Ablaufschläuche Spüleinrichtungen (Spülkasten, WC-Anlagen) Rohrleitungen, Zu-, Ab-, Überlauf-, Entleerungs-, Frischwassernachspeise- und Betriebswasserleitungen Entnahmearmaturen
Inspektion monatlich 3 3 3
monatlich 6 6
1 1 1 1 1 31)/62)
1 3/6 6 6 1 1 6
jährlich alle 10 Jahre 13) 13)
1 1 1 alle 6 Jahre alle 6 Jahre 1 13) 1 1 1 1
Die Angaben in den Spalten „monatlich“ und „jährlich“ bedeuten Zeitintervalle, z. B. 6: alle 6 Monate, 1: einmal jährlich. 1) in gewerblichen Betrieben, 2) in Mehrfamilienhäusern, 3) in Einfamilienhäusern
Kennzeichnung und Sicherheitseinrichtungen
Dauerhafte Kennzeichnung der Zapfstellen mit „Kein Trinkwasser“
Achtung! In diesem Gebäude ist eine Regenwassernutzungsanlage installiert. Querverbindungen ausschliessen.
Kennzeichnung der Betriebswasserleitung
Hinweisschild auf die Regenwasseranlage am Haupthahn der TW-Versorung
Sicherungseinrichtungen für Außenzapfstellen gegen unbefugtes Benutzen
Entleerungsventil am tiefsten Punkt des Drucksystems
Häufig gestellte Fragen Regenwassernutzungsanlagen nach dem Stand der Technik für die Verwendung von Regenwasser zum Zwecke der WC-Spülung, Gartenbewässerung und zum Wäschewaschen stellen kein hygienisches Risiko für die Nutzer dar. Entscheidend für einen dauerhaft sicheren Betrieb und wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz der Regenwassernutzung bei den zuständigen öffentlichen Stellen sind die fachgerechte Planung und Bauausführung, regelmäßige Wartung sowie die strikte Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften und Normen. 1. Sind im Speicherbehälter gefährliche Krankheitserreger vorhanden und können sie sich dort vermehren? Nein! Gesundheitlich bedeutsame Bakterien kommen typischerweise nicht bzw. nur kurzfristig in äußerst geringen Konzentrationen im Regenwasser vor. Alle bislang bekannten Untersuchungen zeigen, dass das vom Dach ablaufende Wasser von geeigneten Standorten eine i. d. R. deutlich bessere Wasserqualität aufweist, als sie der Gesetzgeber für Badegewässer fordert. Vogelkot ist bei den meisten Regenwassernutzungsanlagen die einzige relevante Quelle von möglichen Krankheitserregern. Solche Krankheitserreger benötigen Wärme und ein ausreichend hohes Nährstoffangebot, um sich außerhalb eines Wirtsorganimus vermehren zu können. Da im Regenwasser solche Lebensbedingungen nicht vorkommen, sterben hygienisch relevante Bakterien selbst dann ab, wenn sie in hoher Zahl experimentell dazugegeben werden.
2. Bestehen gegen die Nutzung von Regenwasser hygienische Bedenken? Nein! Beim bestimmungsgemäßen Gebrauch und bei der vorgeschriebenen strikten Trennung vom Trinkwassernetz spielen die üblichen Infektionswege – wie Verschlucken, ein längerer Ganzkörperkontakt oder das intensive Einatmen von Sprühnebel keine Rolle. Beispielsweise ist bei der Toilettenspülung die Infektionsgefahr durch das Regenwasser im Vergleich zur möglichen Gefährdung durch die fortzuspülenden Ausscheidungen vernachlässigbar klein.
3. Kann Regenwasser ohne Risiko zum Wäschewaschen verwendet werden? Ja! Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich bei Verwendung von Regenwasser weder das Waschergebnis verschlechtert noch der Keimgehalt der schrankfertigen Wäsche
erhöht wird. Der Bakterieneintrag in die Waschmaschine durch schmutzige Wäsche ist um ein Vielfaches höher als der Eintrag durch Regenwasser. Bereits während des Waschvorgangs, spätestens aber beim Trocknen werden die Bakterien – unabhängig von der Herkunft des verwendeten Waschwassers – weitestgehend entfernt oder abgetötet. Wegen der sehr geringen Härte des Regenwassers muss zudem deutlich weniger Waschmittel zudosiert werden. Zusammenfassend kann aus den verschiedenen Publikationen und eigenen Untersuchungen festgestellt werden, dass ein gesundheitliches Risiko beim Waschen der Wäsche mit Regenwasser/Zisternenwasser nicht besteht. Das weitgehende Fehlen von Krankheitserregern im Zisternenwasser und die Keimreduktion beim Waschvorgang stellen für den Nutzer ein hohes Maß an Sicherheit dar.
4. Muss das Regenwasser vor der Nutzung desinfiziert werden? Nein! Eine Desinfektion ist nicht notwendig! Sie wäre zudem durch vermehrten Energie-, Material- oder Chemikalieneinsatz gegenüber den Zielen eines nachhaltigen Umgangs mit Wasser kontraproduktiv. Auch desinfiziertes Regenwasser stellt noch lange kein Trinkwasser dar, es können somit durch eine Desinfektion keine zusätzlichen Verbrauchsstellen angeschlossen werden.
5. Muss das Regenwasser regelmäßig, z. B. jährlich untersucht werden? Nein! Die Aussagekraft der Einzeluntersuchungen ist viel zu gering und der Aufwand ist, vor allem finanziell, hoch. Wenn man jedoch im Rahmen von Forschungsprogrammen untersucht, sollte man zur Bewertung die mikrobiologischen Grenzwerte der EG-Badegewässerrichtlinie und nicht die der Trinkwasserverordnung als Bewertungsgrundlage heranziehen.
H Ä U F I G G E S T E L LT E F R A G E N
6. Ist die Regenwassernutzung auch für den öffentlichen Bereich zu empfehlen?
9. Besteht ein ästhetischer Qualitätsverlust beim Umgang mit Regenwasser?
Ja! Die Nutzung von Regenwasser stellt, wie dargelegt, kein grundsätzliches hygienisches Risiko dar. Deshalb ist die Installation von Regenwassernutzungsanlagen nach dem Stand der Technik auch in öffentlichen Gebäuden zu empfehlen. Demzufolge wird bereits vielfach Regenwasser in z. B. Schulen, Kindergärten und Veranstaltungshallen genutzt.
Von Skeptikern wird oft das Argument gegen die Nutzung des Zisternenwassers als Wäschewaschwasser vorgebracht, die Wäsche verfärbe sich oder habe einen unangenehmen Geruch. Das mag sicherlich auch im Einzelfall einmal zutreffen. Bei sach- und fachgerechter Konstruktion einer Anlage nach DIN, der Verwendung von qualitativ hochwertigen Anlagenteilen und der entsprechenden Nutzung können sich solche Befürchtungen nicht bestätigen.
7. Was regelt die Trinkwasserverordnung? a. Regenwassernutzungsanlagen sind bei Inbetriebnahme dem Gesundheitsamt anzuzeigen. b. In vermieteten Wohnungen muss der Mieter die Möglichkeit haben, die Waschmaschine mit Trinkwasser zu betreiben. c. Lediglich in besonders sensiblen Bereichen, wie in Kindergärten, Krankenhäusern, Seniorenwohnheimen und vergleichbaren Einrichtungen muss zum Wäsche waschen Trinkwasser verwendet werden.
Quelle: Fragen 1–8 aus Sonderausgabe fbr-top2
8. Welche weiteren – für die hygienische Sicherheit relevanten – Vorschriften sind bei Planung, Bau und Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage zu beachten? Die strikte Einhaltung der Rechtsvorschriften und Normen seitens der Planer, Installationsbetriebe und Betreiber ist für den Schutz der öffentlichen Trinkwasserversorgung unabdingbar. In den wichtigsten rechtlichen und technischen Vorschriften (Trinkwasserverordnung, DIN 1986, DIN 1988, DIN 1989-1) sind u. a. folgende Punkte zwingend vorgeschrieben: • Strikte Trennung zwischen Trinkwasser- und Regenwassernetz • Nachspeisung von Trinkwasser in den Regenwasserspeicher oder in den Nachspeisebehälter nur im freien Auslauf oberhalb des höchstmöglichen Wasserstandes (Rückstauebene) zum Schutz des öffentlichen Netzes vor Rücksaugeffekten. • Dauerhafte und eindeutige Kennzeichnung aller Regenwasserleitungen (unter Putz mit Trassenbändern, auf Putz mit Klebefahnen) sowie aller Zapfstellen. Sicherung der Zapfstellen für Regenwasser gegen unbefugte oder unbeabsichtigte Entnahme – vor allem durch Kinder (z. B. mittels abnehmbarer Steckschlüssel oder abschließbarer Ventiloberteile). • Sicherung gegen das Eindringen von Schmutzwasser (Rückstau) aus der Abwasserkanalisation.
10. Welche Kriterien muss eine Saugleitung erfüllen? 1. 1,0 bar vakuumfest (druckfest ist nicht saugfest). 2. bei Verwendung von Schläuchen ist auf Dauerelastizität zu achten. 3. Steckverbindungen und Kupplungen sollten vermieden werden
11. Welche Kriterien sollten bei der Aufstellung der Regenwassernutzungsanlage bezüglich Geräuschentwicklung beachtet werden? 1. Schwingungsfreie Entkopplung vom Rohrnetz und der Installationswand. 2. Schallübertragende Wände sind zu vermeiden (gegebenenfalls Ständer- oder Bodeninstallation).
12. Sind bei der Bauplanung Flächenversiegelungsgebühren zu berücksichtigen? Immer mehr Gemeinden reformieren ihre Abwassergebührenordnung nach ökologischen Gesichtspunkten. Hiermit soll umweltbewusstes Verhalten des Bauherrn belohnt werden. Gemäß dem Motto: „Dort wo Regen niederschlägt soll es dem Wasserkreislauf zugeführt werden“. Mit dem neuen System der gesplitteten Abwassergebühr werden keine höheren Einnahmen erzielt, sondern die tatsächlichen Kosten gerechter verteilt. Bsp.: Gebührensplitting Deutschland Abwassergebühren Alt Niederschlagsgebühr
Neu Wer Dächer begrünt, Zisternenwasser für den Garten nutzt oder wasserdurchlässiges Pflaster verbaut, soll seine Gebührenschuld dadurch mindern können.
13. Gibt es kommunale Förderprogramme am Ort der Baumaßnahme?
15.a Speicherüberlauf oberhalb der Rückstauebene:
Anträge sollten vor dem Bau der Anlage gestellt und Förderbedingungen beachtet werden. Eine bundeseinheitliche Förderung existiert nicht. In verschiedenen Bundesländern und Gemeinden wird Regenwassernutzung gefördert: • Zahl und Art der Förderung ist unterschiedlich. • Genaue Informationen sollten vorab im Rathaus bzw. bei der Kreisverwaltung eingeholt werden. • Vorabinformationen sind auch im Internet abrufbar.
• Die Rohrsohle des Ablaufes liegt höher als die Rückstauebene des Kanals. • In der Regel ist Oberkante Strasse/ Kanalschacht-Abdeckung die maßgebliche Rückstauebene. • Einleitung gemäß tech. Vorschriften.
14. Gibt es Meldepflichten für Regenwassernutzungsanlagen? Trinkwasserverordnung 2001: Seit 01. 01. 2003 ist die Inbetriebnahme einer Regenwassernutzungsanlage gem. § 13 Abs. 3 TrinkwV 2001 (Trinkwasserverordnung) dem Gesundheitsamt 4 Wochen vor Inbetriebnahme anzuzeigen. Des Weiteren gilt: • Bestehende Regenwassernutzungsanlagen (Altanlagen) müssen seit 01.01.2003 unverzüglich dem Gesundheitsamt angezeigt werden. • Die Außerbetriebnahme einer Anlage ist ebenfalls, innerhalb von 3 Tagen, dem Gesundheitsamt anzuzeigen. • Die Anzeigepflicht betrifft auch einen Eigentümerwechsel oder eine Veränderung der Anlage. • Eine Unterlassung der Anzeige beim Gesundheitsamt erfüllt eine Ordnungswidrigkeit nach der TrinkwV 2001! • Musteranschreiben zur Anzeige des Betriebs einer Regenwassernutzungsanlage an das Gesundheitsamt siehe unter Planungs-, Auslegungs- und Servicevorlagen, Seite 54. Antrag auf Teilbefreiung bei Wasserversorgungsunternehmen (WVU): • Mitteilungspflicht und Sicherheit öffentliches Netz (§ 3.2).
15. Kann der Speicherüberlauf versickert werden? Dies liegt regional in der Verantwortung der unteren Wasserbehörde. Falls nicht, muss Absprache mit dem Tiefbauamt gehalten werden, ob ein Anschluss an die Kanalisation zulässig bzw. gebührenfrei ist. Gegebenenfalls Retentionsspeicher mit verzögerter Ableitung verwenden.
15.b Speicherüberlauf unterhalb der Rückstauebene: Bei Mischkanalanschluss muss eine Hebeanlage mit Rohrschleife über die Rückstauebene oder bei Außenspeicher und Anschluss an den Regenkanal/ Trennsystem ein Rückstauverschluss ohne elektrischen Antrieb verwendet werden. Bei Innenspeicher sollte die Verwendung eines Rückstauverschlusses wegen der Gefahr von Wasserschäden im Fall einer geschlossenen Klappe und weiter anhaltendem Zulauf vermieden werden!
Weitere Details siehe WiloPlanungshandbuch Abwassertechnik
16. Ist Vorsorge gegen eindringendes Wasser ins Gebäude getroffen worden? Für Außenwanddurchführungen gibt es handelsübliche Abdichtungen, ansonsten kann auch PU-Schaum oder Mörtel verwendet werden. Leerrohre und Frischwassernachspeisung im Außenspeicher müssen im Gebäude oberhalb des maximalen Wasserspiegels im Speicher münden!
17. Was passiert, wenn die frostfreie Tiefe bei Regenwasserleitungen nicht eingehalten wird? Planer und Ausführungsbetriebe verstoßen gelegentlich gegen technische Vorschriften im Interesse der Bauherrschaft. Ein typischer Fall ist, wenn Entwässerungsleitungen zwischen Fallrohr und Regenspeicher nicht in der geforderten frostfreien Tiefe in der Erde verlegt werden (entsprechend DIN EN 476, DIN EN 12056 und DIN 1986-100). Der Grund für einen solchen Verstoß kann beispielsweise die ungünstig hohe Lage der Straßenkanalisation sein, d. h. es fehlt an Gefälle vom Speicherüberlauf zum Kanal; oder die maximal zulässige Erdüberdeckung für Kunststoffspeicher lässt eine bestimmte Tiefe nicht zu. Obwohl ein Verstoß des Planers in diesen Fällen nach bisheriger Erkenntnis nicht immer zu Schäden führt, sollten sich Planer und Bauunternehmen auch bei Einvernehmen mit der Bauherrschaft gegen spätere Schadensersatzansprüche, wie Nachbesserung, Preisnachlass usw., absichern. 47
Dazu ist es notwendig, dass die Bauherrschaft über sämtliche Konsequenzen eines Abweichens vom „Stand der Technik“ beraten und aufgeklärt wird. Das sollte auf jeden Fall schriftlich dokumentiert und von der Bauherrschaft unterschrieben werden. Nur so kann nachgewiesen werden, dass die Bedeutung und Tragweite eines solchen „Planungsfehlers“ dem Auftraggeber bekannt war. Dieser Hinweis beruht auf der zurzeit in Deutschland gültigen Rechtssprechung: BGH-VII ZR 181/93.
18. Sollten Regenwassernutzungsanlagen ein Zertifikat bzw. ein Gütesiegel besitzen? Ja, denn durch eine anerkannte Zertifizierung wird folgendes sichergestellt: • Produktgüte • Installationssicherheit • Rechtssicherheit • Langlebigkeit des Systems • Einhaltung aktueller anerkannter Regeln der Technik Gewährleistet wird dies durch die Konformität zu den DVGW-Bestimmungen (mindestens in Form einer Herstellerbescheinigung), einer Produktüberwachung durch unabhängige Stellen (z. B. durch RAL-Verband zur Gütesicherung) und GSPrüfstellen.
19. In welchen Bereichen kann Regenwasser noch verwendet werden? Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Regenwasser immer häufiger bei der Versorgung von Feuerlöscheinrichtungen und für Kühlzwecke in Gebäuden eingesetzt wird.
Praxisbeispiel Sony-Center, Berlin Mit dem Zisternenwasser werden die WC- und Urinanlagen im Büroturm am Potsdamer Platz versorgt, die Bewässerung der Außenanlagen und ein Feuerlöschvorrat im Büroturm. Bei gefülltem Speichersystem dürfen im Überlauffall zwischen 14 und 34 m3 pro Stunde in den Mischwasserkanal abgeleitet werden. Bei Regenwassermangel wird Trinkwasser ins System eingespeist. Die gesamte Regenwassernutzung ist über ein Ringleitsystem verbunden und wird zentral gesteuert.
Copyright: BE-ST KG
Anhang Planung und Erstellung einer Regenwassernutzungsanlage Checkliste für die Projektvorbereitung Anschließbare Ertragsflächen, Speicherstandort und Anschlusshöhen prüfen Regenertrag, Bedarfsmenge und Speichergröße ermitteln Finanzierungshilfen, öffentliche Zuschüsse durch Bundesland oder Kommune abfragen Festsetzungen/Bedingungen durch Bebauungsplan oder örtliche Satzung abfragen Anlagensystem (Filter-/Speicher-/Pumpen-/Nachspeiseprinzip) wählen Vorschriften und Möglichkeiten des Speicherüberlaufes prüfen (Versickern, Einleiten in ein Fließgewässer, Anschließen an Misch- oder Trennkanal) Notwendigkeit einer Zählereinrichtung und Rückstausicherung prüfen Bei Außenspeichern maximalen Grundwasserstand und Auftriebssicherung, Befahrbarkeit und Stabilität gegen Erddruck beachten Bei Anschluss von begrünten Dachflächen auf mögliche Färbung des Wassers hinweisen Anerkannte Regeln der Technik (DIN/EN-Normen, TrinkwV 2001, ZVSHK-Merkblätter) beachten Bauherrschaft auf die gesetzl. Mitteilungspflicht an den Trinkwasserversorger und das Gesundheitsamt hinweisen
Checkliste für die Projektdurchführung Bei Zählereinbau für Abwassergebühr Gartenwasserleitung vorher abzweigen Bei Saugpumpe ständig ansteigende Zuleitung verlegen Bei Saugpumpen unbedingt die Hinweise zur Ausführung der Saugleitung beachten (siehe Installationshinweise Saugleitung) Bei Bedarf eines Druckausgleichsgefäßes durchströmten Behälter wählen, gem. DIN 4807/T5 Bei Montage der Druckerhöhungsanlage Maßnahmen zum Schallschutz treffen Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbe- und öffentlichen Gebäuden Reservepumpe vorsehen Bei Frischwassernachspeisung durch kurze Leitung Stagnation vermeiden, TrinkwV beachten! Tageslichteinfall auf das Betriebswasser durch geeignetes Speicher- und Leitungsmaterial vermeiden Speicherzulauf und -entnahme so ausführen, dass Sediment vom Speicherboden nicht aufgewirbelt wird Filter nur im Speicherzulauf, nicht im Betriebswassernetz einbauen Alle Entnahmestellen und nicht erdverlegten Regenwasserleitungen kennzeichnen
Berechnung der Regenwasserspeichergröße nach Wilo Ertragsberechnung Niederschlagsmenge pro Jahr Ihre Ertragsermittlung
Grundfläche (projizierte Dachfläche) m2
Regenwasserertrag/Tag
Bedarfsermittlung Durchschnittswerte
Ihre Bedarfsermittlung
Toiletten mit/ohne Spartaste (pro Person)
8/14 m3/Jahr
Waschmaschine (pro Person)
6 m3/Jahr
Zapfhahn für Putzen etc. (Person)
1 m3/Jahr
Bedarf pro Person/Jahr Personenzahl im Haushalt x Bedarf pro Person/Jahr = Bedarf im Haus
Gartenbewässerung (je 100 m2)
Bedarf im Haus + Gartenbewässerung = Gesamtbedarf/Jahr
Gesamtbedarf : 365 = Tagesbedarf
Speicherbestimmung Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine Bevorratung eines Bedarfs für 2–3 Wochen optimal ist. Bei größeren Bevorratungsmengen sinkt die Wasserqualität im Speicher, bei kleineren Volumina ist der Nachspeisebedarf an Frischwasser zu hoch. Es ergibt sich folgende Formel: Tagesbedarf in m3 x 15 Tage = Speicherbedarf in m3 Ihre Speicherbestimmung:
m3 x 15 Tage =
m3 Speicherbedarf
Wird Regenwasser vorrangig zur Gartenbewässerung genutzt, kann das Volumen des Behälters auch größer gewählt werden. Vermeiden Sie auf jeden Fall eine Überdimensionierung des Speichers.
Berechnung der Regenwasserspeichergröße nach DIN 1989 Berechnungsformel für den Regenwasserertrag
mx Niederschlagsmenge
x 0,9 Abflussbeiwert
Berechnung des Regenwasserbedarfs Personen x 8,8 m3
Personen x 14 m3
Personen x 4,4 m3
m2 x 0,06 m
intensive Gartenbewässerung/ Jahr
m3 x 0,06 Regenwasserertrag
Ladebeiwert
= Nutzvolumen Speicher
: Bedarf
% jährliche Deckungsrate
Zum Vergleich, ob der Wasserbedarf dem statistischen Durchschnitt entspricht, kann man einen jährlichen Gesamtwasserverbrauch von ca. 47 m3 pro Person annehmen und mit dem tatsächlichen Gesamtwasserverbrauch vergleichen.
Gemäß AVBWasserV § 3 (2) Anschrift Wasserversorgungsunternehmen bzw. Gemeinde
Absender/Eigentümer
Gesundheitsamt Straße PLZ
Mitteilung nach AVBWasserV § 3 (2) Antrag auf Teilbefreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang
Sehr geehrte Damen und Herren, es ist geplant, ab dem
(Datum eintragen) das auf Dachflächen anfallende Niederschlagswasser zu nutzen für
Gartenbewässerung Toilettenspülung Waschmaschine Gewerbe/Industrie
Gebäude, Flurstücksnummer und Adresse
Die Installation wird handwerklich fachgerecht ausgeführt durch
Bitte um Bestätigung der Teilbefreiung und Zusendung der zugehörigen Ausführungsbestimmungen. Mit dem Bau der Anlage wird erst nach Erhalt begonnen. Mit einer Abnahme vor Inbetriebnahme durch einen Sachverständigen bin ich einverstanden.
Teilbefreiung, als Antwort des Wasserversorgungsunternehmens/der Gemeinde Anschrift Antragsteller
Ihr Antrag auf Teilbefreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang Ihre Mitteilung vom Datum
Soweit die Eigenwasser-Versorgung für Gartenbewässerung Toilettenspülung Waschmaschine Gewerbe/Industrie
bei Ihrem Gebäude durch eine nach den anerkannten Regeln der Technik erstellte und betriebene Betriebs-/ Regenwasseranlage gewährleistet ist, wird Ihrem Antrag stattgegeben. Zwingend einzuhalten sind nachfolgend aufgeführte gesetzliche Bestimmungen der Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) und der Trinkwasserverordnung (TrinkwV):
AVBWasserV § 3 (2) Vor der Errichtung einer Eigengewinnungsanlage hat der Kunde dem Wasserversorgungsunternehmen Mitteilung zu machen. Der Kunde hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass von seiner Eigenanlage keine Rückwirkungen in das öffentliche Wasserversorgungsnetz möglich sind.
TrinkwV § 17 (1) Wasserversorgungsanlagen, aus denen Trinkwasser oder Wasser für Lebensmittelbetriebe mit der Beschaffenheit von Trinkwasser abgegeben wird, dürfen nicht mit Wasserversorgungsanlagen verbunden werden, aus denen Wasser abgegeben wird, das nicht die Beschaffenheit von Trinkwasser hat. Die Leitungen unterschiedlicher Versorgungssysteme sind, soweit sie nicht erdverlegt sind, farblich unterschiedlich zu kennzeichnen.
Die örtlichen Bestimmungen zur Abwassergebühr für genutztes Regenwasser (bzw. zur Niederschlagswassergebühr) und die technischen Empfehlungen bei Anlagen zur Regenwassernutzung entnehmen Sie bitte den beiliegenden Ausführungsbestimmungen.
Unterschrift Wasserversorgungsunternehmen/Gemeinde
An das Gesundheitsamt Hier Anschrift eintragen
Anzeige des Betriebs einer Regenwassernutzungsanlage
hiermit zeige ich gem. § 13, Abs. 3 TrinkwV 2001 den Betrieb einer Regenwassernutzungsanlage an. Die Regenwassernutzungsanlage wird zur teilweisen Eigenversorgung in meinem Gebäude (hier Anschrift angeben) zusätzlich zur Frischwasserversorgungsanlage im Sinne des §3, Abs. 2 TrinkwV 2001 betrieben. Ich versichere als verantwortlicher Betreiber, dass zwischen der Regenwassernutzungsanlage und der Trinkwasserversorgungsanlage im Sinne des § 3, Abs. 2 TrinkwV 2001 keine direkte Verbindung besteht. Die Schnittstelle zwischen beiden Wasserversorgungsanlagen, der so genannten Trinkwassernachspeisung, ist nach dem Stand der Technik als „Freier Auslauf“ gem. EN 1717 bzw. DIN 1988, Teil 4 ausgeführt, sodass Auswirkungen auf die Wasserversorgung zum menschlichen Gebrauch auch bei technischen Störungen ausgeschlossen sind. Die Entnahmestellen der Regenwassernutzungsanlage sind gem. § 17, Abs. 2 TrinkwV 2001 mit einem Hinweis „Kein Trinkwasser“ dauerhaft gekennzeichnet. Die Nutzung der Regenwassernutzungsanlage ist gem. §3, Abs. 1 TrinkwV 2001 in Verbindung mit der Gesetzesbegründung (Drucksache 721/00 des deutschen Bundesrates) zulässig für die Versorgung von Toiletten und Waschmaschinen sowie zur Gartenbewässerung und zu sonstigen Putzzwecken, bei denen der direkte Kontakt mit Lebensmitteln ausgeschlossen werden kann.
Gemäß § 13 ABS. 3 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) Anschrift Gesundheitsamt
1. Anlagenstandort
6. Nutzung des Betriebswassers Toilettenspülung Waschmaschine Gartenbewässerung Sonstiges
Gebäude/Gebäudeteil PLZ/Ort Telefon
2. Hiermit zeige ich Folgendes an: Betrieb einer bestehenden Anlage Inbetriebnahme einer Anlage Wiederinbetriebnahme einer Anlage Wesentliche Änderung einer Anlage Stilllegung eine Anlage zum/am
3. Herkunft des Betriebswassers Hausbrunnen Dachablaufwasser Oberflächenwasser Grauwasser Drainage Sonstiges
4. Herkunft des Nachspeisewassers zentrale Wasserversorgung Sonstiges
7. Umfang der Nutzung a) Anzahl der versorgten Wohneinheiten Anzahl
b) Anzahl der versorgten Verbraucher Anzahl
c) Wie hoch ist der Betriebswasserverbrauch pro Jahr?
Menge [m3]
8. Besondere Anforderungen d) Wurde die Anlage von einer zertifizierten Fachfirma erstellt? ja nein e) Wurden die Rohrleitungen beim Einbau dauerhaft farblich unterschiedlich gekennzeichnet? ja nein f) Wurden die Entnahmestellen mit der Aufschrift „Betriebswasser – KEIN Trinkwasser“ als solche gekennzeichnet? ja nein g) Erfolgt die Wassernachspeisung aus der Trinkwasserversorgung ausschließlich mittels Freiem Auslauf? ja nein
5. Die Ableitung des überschüssigen Betriebswassers erfolgt über Trennkanalisation Mischkanalisation Versickerung Sonstiges
Wie sonst? Liegt ein Wartungsplan vor?
h) Haben Sie einen Wartungsvertrag abgeschlossen? ja nein
(Unterschrift Antragsteller)
Einbaustelle:
Name, Vorname Straße PLZ
Angeschlossene Auffangfläche ca.:
Funktionsprüfung der Rückstausicherung/ des Kleintierschutzes (o.k.=1, keine Funktion = 2)
Filterart: Kommentar/Maßnahme: Anzahl der Filter:
Filterwartung: Funktion geprüft und gereinigt Sichtkontrolle Dichtigkeit (dicht = 1, undicht = 2 + Kommentar/ Maßnahme)
nächster Reinigungstermin: Material des Regenwasserspeichers:
Kommentar/Maßnahme: Inhalt:
Speicherart: Kellerspeicher befahrbar Kanalanschluss Überlauf mit Syphon Rückstausicherung Leerrohrabdichtung
Erdspeicher nicht befahrbar Versickerung mit Kleintiersperre strömungsberuhigter Zulauf
Speicherwartung: Speicher gereinigt (alle 5–10 Jahre)
Pumpen-/Anlagenfabikat/Typ: Tauchpumpe Saugpumpe
Pumpensteuerung: automatisch
nächster Termin: Geruch und optischer Zustand des Wassers (o.k. = 1, belastet = 2 + Kommentar/ Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Trockenlaufschutz der Pumpe: elektronisch integriert Schwimmerschalter
Frischwassernachspeiseeinrichtung: Nein integriert (Modul)
Sichtkontrolle Speicherabdeckung (o.k.=1, beschädigt = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Wartung der Frischwassernachspeisung: korrektes und dichtes Schließen des Nachspeiseventils (o.k.=1, defekt/undicht = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Einhaltung der DIN 1988/DIN 1989/EN 1717 (o.k. = 1, Nein = 2 + Kommentar/Maßnahme)
Material der Rohrleitung: Unterschiedlich zum Trinkwassernetz: ja nein
Kommentar/Maßnahme:
Anzahl der Zapfstellen: kindersicher:
Anlagensteuerung: ja Schwimmerschalter elektronisch
Stück ja
Wartung der Rohrleitungen: Sichtkontrolle auf Dichtigkeit und Korrosion (dicht/korrosionsfrei = 1, undicht/korrodiert = 2 + Kommentar/Maßnahme)
integriert (Modul)
Pumpen-/ Anlagenwartung: Sichtkontrolle der Elektroinstallation (o.k. = 1, beschädigt = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme: Kennzeichnung: Rohrmarkierung Hinweisschild
Sichtkontrolle der Verschraubungen und Anschlüsse (o.k. = 1, defekt = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Zapfstellen Querverbindungen ausgeschlossen
Wartung der Kennzeichnung: Sichtkontrolle auf Vollständigkeit der Kennzeichnung (vollständig = 1, unvollständig = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Prüfung der Ein- und Ausschaltfunktionen (o.k. = 1, Störung = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Die Regenwassernutzungsanlage ist mängelfrei: ja nein
Kontrolle der Druckstabilität im System (stabil = 1, instabil = 2 + Kommentar/Maßnahme) Kommentar/Maßnahme:
Sichtkontrolle Dichtigkeit (dicht = 1, undicht = 2 + Kommentar/Maßnahme)
Kommentar/Maßnahme: Unterschrift Servicetechniker
Unterschrift Kunde/Bevollmächtigter:
Tabellen und Diagramme für Berechnungen Wasserverbrauchszahlen (nach DIN 1986-100, Tabelle 4)
Einsatzfall Ein-/Mehrfamilienhaus Trinken, Kochen, Reinigen, je Person/Tag Wäschewaschen, je kg Toilettenspülung, einmal Wannenbad Duschbad Rasenberegnung, je m2/Tag Gemüseberegnung, je m2/Tag
von Liter
20 25 6 150 40 1,5 5
30 75 10 250 140 3 10
Hotel/Kommune Schule, je Person/Tag Kaserne, je Person/Tag Krankenhaus, je Person/Tag Hotel, je Person/Tag Öffentl. Schwimmbad, je m3/Tag Feuerhydrant, je Sekunde
5 100 100 100 450 5
6 150 650 130 500 10
Gewerbe/Industrie Schlachthaus, je Stück Großvieh Schlachthaus, je Stück Kleinvieh Wäscherei, je Waschstand Brauerei, je Hektoliter Bier Molkerei, je Liter Milch Weberei, je kg Tuch Zuckerfabrik, je kg Zucker Fleischfabrik, je kg Fleisch/Wurst Papierfabrik, je kg feines Papier Betonwerk, je m3 Beton Baugewerbe, je 1.000 Ziegel mit Mörtel Lebensmittelindustrie, je kg Stärke Lebensmittelindustrie, je kg Margarine Weberei, je kg Schafswolle Bergbau, je kg Kohle
300 150 1.000 250 0,5 900 90 1 1.500 125 650 1 1 90 20
500 300 1.200 500 4 1.000 100 3 3.000 150 750 6 3 110 30
Landwirtschaft Großvieh, je Stück/Tag Schaf, Kalb, Schwein, Ziege je Stück/Tag
Transport Reinigung Pkw Reinigung Lkw Reinigung eines Güterwagons Reinigung eines Geflügelwagons
100 200 2.000 7.000
200 300 2.500 30.000
Regenspenden in Deutschland (Auszug aus DIN 1986-100: 2002-03 Tabelle A1) rx(y) bedeutet eine Regenspende, die x Minuten lang (Dauer) und statistisch gesehen alle 1/y Jahre eintritt. Beispiel: r5(0,5) = Fünfminutenregen, der statistisch 1/0,5 (= 2) alle 2 Jahre eintritt. Ort Aachen Aschaffenburg Augsburg Aurich Bad Salzuflen Bad Tölz Bayreuth Berlin Bielefeld Bonn Braunschweig Bremen Chemnitz Cottbus Dessau Dortmund Dresden Düsseldorf Eisenach Emden Erfurt Frankfurt/Main Halle/Saale Hamburg Hannover Heidelberg Ingolstadt Kassel Kiel Köln Leipzig Lingen Magdeburg Mainz München Münster Neubrandenburg Nürnberg Rosenheim Rostock Saarbrücken Stuttgart Würzburg
r5,2 [l/(s x ha)] 240 293 285 240 282 416 285 341 260 266 289 238 340 260 292 277 297 227 269 246 243 314 285 258 275 338 283 273 230 281 324 316 277 333 335 283 330 296 402 232 255 349 293
r15,2 [l/(s x ha)] 121 143 138 121 133 205 144 169 132 132 143 118 162 129 137 134 145 135 135 124 121 145 137 129 124 158 138 140 112 138 147 148 129 164 166 137 148 145 191 118 131 169 140
r5,30 [l/(s x ha)] 431 539 499 416 455 655 524 605 475 505 498 403 552 477 530 441 540 518 478 444 404 577 503 423 538 579 456 505 404 535 545 588 517 603 577 510 607 533 733 375 448 663 511
r15,30 [l/(s x ha)] 214 267 243 214 233 355 276 321 248 248 267 202 288 232 250 226 268 245 249 230 214 268 250 232 230 287 243 266 192 266 276 284 232 304 305 250 284 272 350 202 240 325 266
r5,100 [l/(s x ha)] 516 649 595 494 532 762 630 723 570 611 591 477 646 574 635 513 648 626 570 532 476 695 601 497 655 686 534 608 481 648 690 709 624 723 685 611 731 638 880 438 534 802 608
Abflussbeiwerte C für die Berechnung der Regenwasserspende Qr (DIN 1986-100: 2002-03, Tabelle 6) Nr. 1
Art der Flächen Wasserundurchlässige Flächen, z. B. • Dachflächen > 3° Neigung • Betonflächen • Rampen • Befestigte Flächen mit Fugendichtung • Schwarzdecken • Pflaster mit Fugenverguss • Dachflächen ≤3° Neigung • Kiesdächer • Begrünte Dachflächen* • für Intensivbegrünungen • für Extensivbegrünungen ab 10 cm Aufbaudicke • für Extensivbegrünungen unter 10 cm Aufbaudicke Teildurchlässige und schwach ableitende Flächen, z. B. • Ungepflasterte Straßen, Höfe, Promenaden • Flächen mit Platten • Flächen mit Pflaster, mit Fugenanteil > 15 % z. B. 10 cm x 10 cm und kleiner • Wassergebundene Flächen • Kinderspielplätze mit Teilbefestigungen • Sportflächen mit Dränung • Kunststoff-Flächen, Kunststoffrasen • Tennenflächen • Rasenflächen
Abflussbeiwert C 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 1,0 0,8 0,5 0,3 0,5
0,5 0,6 0,5 0,3 0,6 0,4 0,3
Wasserdurchlässige Flächen ohne oder mit unbedeutender Wasserableitung, z. B. • Parkanlagen und Vegetationsflächen, Schotter – und 0,0 Schlackeboden, Rollkies, auch mit befestigten Teilflächen, wie • Gartenwege mit wassergebundener Decke oder 0,0 • Einfahrten und Einzelstellplätze mit Rasengittersteinen 0,0
* Nach Richtlinien für die Planung, Ausführung und Pflege von Dachbegrünungen – Richtlinien für Dachbegrünungen
Druckverluste im Verhältnis zu Volumenströmen von Kunststoff-Rohrleitungen PE-HD
(DIN 1986-100: 2002-03, Tabelle 6) Nennweite dxs dl Q [l/s] 0,0315 0,04 0,05 0,063 0,08 0,1 0,125 0,16 0,2 0,25 0,315 0,4 0,5 0,63 0,8 1,0 1,25 1,6 2,0 2,5 3,15 4,0 5,0 6,3 8,0 10,0
DN 25 32 x 2,9 26,2 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m] 0,06 0,041 0,08 0,0061 0,09 0,0088 0,12 0,013 0,15 0,0195 0,19 0,0285 0,24 0,0417 0,3 0,0638 0,38 0,0939 0,47 0,1384 0,59 0,2072 0,75 0,3152 0,94 0,4672 1,19 0,7039 1,51 1,0776 1,88 1,6072 2,35 2,4022 3,01 3,7567
DN 32 40 x 3,7 32,6 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,08 0,1 0,12 0,15 0,19 0,24 0,3 0,38 0,48 0,6 0,76 0,96 1,2 1,5 1,92 2,4 3
0,0031 0,0045 0,0067 0,0098 0,0144 0,0219 0,0321 0,0473 0,0796 0,1071 0,1585 0,2381 0,3634 0,5405 0,8053 1,2547 1,8774 2,8148
DN 40 50 x 4,6 40,8 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,08 0,1 0,12 0,15 0,19 0,24 0,31 0,38 0,48 0,61 0,77 0,96 1,22 1,53 1,91 2,41 3,06
0,0024 0,0034 0,005 0,0076 0,0111 0,0163 0,0244 0,0369 0,0544 0,0816 0,1242 0,1842 0,2738 0,4253 0,6345 0,9483 1,4406 2,2247
DN 50 63 x 5,8 51,4 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,08 0,1 0,12 0,15 0,19 0,24 0,30 0,39 0,48 0,6 0,77 0,96 1,21 1,518 1,928 2,41 3,036
0,0017 0,0027 0,0037 0,0055 0,0082 0,0123 0,0182 0,0272 0,0413 0,0611 0,0906 0,1403 0,2088 0,3112 0,4714 0,7254 1,0873 1,6567
DN 65 75 x 6,9 61,2 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,05 0,07 0,09 0,111 0,14 0,17 0,21 0,27 0,34 0,43 0,54 0,68 0,85 1,07 0,36 1,7 2,14 2,72 3,4
0,0011 0,0016 0,0024 0,0036 0,0054 0,0079 0,0119 0,018 0,0266 0,0394 0,0609 0,0904 0,1345 0,2033 0,3123 0,467 0,7098 1,0965 1,6493
(Fortsetzung) Nennweite dxs dl Q [l/s] 0,3 0,3 0,4 0,5 0,6 0,8 1,0 1,3 1,6 2,0 2,5 3,2 4,0 5,0 6,3 8,0 10,0 13,0 16,0 20,0 25,0 32,0 40,0
DN 80 90 x 8,2 73,6 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m] 0,06 0,01 0,07 0,0015 0,09 0,0023 0,12 0,0033 0,15 0,0049 0,19 0,0075 0,24 0,0111 0,29 0,0163 0,38 0,0252 0,47 0,0374 0,59 0,0555 0,74 0,0838 0,94 0,1285 1,18 0,1917 1,48 0,2908 1,88 0,448 2,35 0,6722 2,94 1,0104
DN 100 110 x 10,0 90 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,08 0,1 0,13 0,16 0,2 0,25 0,31 0,39 0,5 0,63 0,79 0,99 1,26 1,57 1,97 2,52 3,14
0,0009 0,0013 0,0019 0,0029 0,0043 0,0063 0,0097 0,0143 0,0212 0,032 0,489 0,0729 0,1103 0,1695 0,2537 0,3804 0,5966 0,8977
DN 100 125 x 11,4 102,2 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,08 0,1 0,12 0,15 0,2 0,24 0,31 0,38 0,49 0,61 0,77 0,98 1,22 1,52 1,95 2,44 3,05
0,0007 0,001 0,0016 0,0023 0,0034 0,0054 0,0078 0,0116 0,0174 0,0266 0,0396 0,0598 0,0919 0,1373 0,2056 0,3219 0,4836 0,7279
140 x 12,8 114,4 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,08 0,1 0,12 0,16 0,2 0,24 0,31 0,39 0,49 0,61 0,78 0,97 1,22 1,56 1,95 2,43 3,0650
0,0006 0,0009 0,0014 0,0002 0,0031 0,0046 0,0068 0,0102 0,0155 0,0231 0,0348 0,0534 0,0797 0,1193 0,1865 0,2798 0,4205 0,6424
160 x 14,6 130,8 v Druckverlust ∆P [m/s] [bar/100 m]
0,06 0,07 0,09 0,12 0,015 0,19 0,23 0,3 0,37 0,47 0,6 0,74 0,93 1,19 1,49 1,86 2,34 2,98
0,0005 0,0007 0,0011 0,0016 0,0024 0,0036 0,0054 0,0082 0,0121 0,0183 0,0281 0,0419 0,0625 0,0976 0,1463 0,2195 0,3347 0,5188
Innendurchmesser neuer Rohre (nach entsprechender DIN) Jeweils kleinste Durchmesser der Nennweiten DN
32 40 50 65 80 100 150 200
GG Rohr PN16
PVC Rohr PN10
[mm] k. A. k. A. k. A. k. A. 80 100 151 202
[mm] 36 45,2 57,0 67,8 81,4 99,4 144,6 203,4
PE80HD Rohr SDR11 PN12,5 [mm] 32,6 40,8 51,4 61,2 73,6 90,0 130,8 184
PE100HD Rohr SDR11 [mm] 32,6 40,8 51,4 61,2 73,6 90,0 130,8 184
Mindestwert lt. DIN EN 12056-2 (für GG) [mm] k. A. 34 44 k. A. 75 96 146 184
Rohrreibungsverluste und Korrekturfaktoren Fortsetzung Faktoren zur Anpassung an andere Werkstoffe bzw. ältere Leitungen: 0,1 neue galvanisierte Stahlrohre 0,8 neue gewalzte Stahlrohre, neue Kunststoffrohre 1,0 neue Gussrohre, bitumierte Gussrohre 1,25 ältere angerostete Gussrohre 1,5 neue verzinkte Stahlrohre, gesäuberte Gussrohre, 1,7 inkrustierte Rohre 2 neue Betonrohre, mittelglatt 2,5 Steinzeugrohre 3 neue Betonrohre Glattstrich 15-30 Gussrohre mit leichten bis starken Verkrustungen
Verluste in Armaturen Richtwerte zur überschlägigen Kalkulation für Verlustberechnungen, angegeben in m Rohrleitungslänge (bei Verengungen bzw. Vergrößerungen immer auf den größeren Durchmesser bezogen). Widerstandstyp Abzweig oder T-Stück
DN 32 2,02
DN 40 2,74
DN 50 3,87
DN 65 5,61
DN 80 6,58
DN 100 8,85
DN 150 15,45
DN 200 23,36
Querschnittsvergrößerung Querschnittsverengung plötzliche Querschnittsvergrößerung plötzliche Querschnittsverengung Bögen mit R = d und glatter Oberfläche 45° 60°
Absperrschieber, Kugelhähne
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Stand Januar 2007 * 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz der T-Com
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