Source: http://www.studentenwerk.sh/de/bafoeg/was-fliesst-in-die-berechnung-mit-ein/index.html
Timestamp: 2017-05-24 02:22:43+00:00

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Die wenigsten Studierenden erhalten BAföG elternunabhängig, das heißt, dass das monatliche Netto-Einkommen der Eltern mit angerechnet wird, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Von dem nach Anrechnung der Freibeträge verbleibenden Einkommen bleibt mindestens wiederum die Hälfte anrechnungsfrei. Ausschlaggebend ist ausschließlich das nach dem Einkommensteuergesetz zu versteuernde Einkommen (vgl. Angaben im Lohnsteuerjahresausgleich). Sollten Sie Geschwister haben, die sich während Ihres Studiums noch in einer Ausbildung befinden, empfehlen wir dringend die Antragstellung auf BAföG, da für jedes Geschwisterkind Freibeträge angerechnet werden.
Sollten ein oder mehrere der o. g. Einkommen zur Finanzierung der Ausbildung ausreichen, kann es passieren, dass nur ein geringer Betrag oder gar kein BAföG ausgezahlt wird.
Ehegatte/Eltern: vorletztes Jahr vor der Antragstellung (Januar bis Dezember). Wird der Antrag z. B. 2016 gestellt, wird das Einkommen von 2014 zugrunde gelegt.
Bei den Elternwohnend
Nicht bei denEltern wohnend
Sollten Sie selbst beitragspflichtig kranken- und/oder pflegeversichert sein, erhöht sich der Bedarf für die Krankenversicherung um 71 EUR und für die Pflegeversicherung um 15 EUR. Bei Privatversicherung kann es aber auch weniger sein. Die Höchstförderung beläuft sich also auf 537 EUR bzw. 735 EUR.
Das eigene Einkommen ist kein fester, tatsächlicher Monatsbetrag, sondern bezieht sich auf den gesamten Bewilligungszeitraum (i. d. R. 12 Monate). Dies bedeutet, dass das gesamte Einkommen, das im BWZ erwirtschaftet wird, durch die Anzahl der Monate geteilt wird, um das monatliche Brutto-Einkommen zu ermitteln. Der sich ergebende Betrag wird auf die monatliche BAföG Auszahlung angerechnet (vgl. § 22 Abs. 3 BAföG). Übt der Auszubildende einen Minijob neben der Ausbildung aus, kommt es im Regelfall aufgrund der Freibeträge zu keiner Anrechnung des eigenen Einkommens.
Je mehr eigenes Einkommen allerdings über der Freigrenze von 290 EUR monatlich verdient wird, desto weniger BAföG wird ausgezahlt (vgl. § 23 Abs. 1 Nr. 1 BAföG).
Auszubildende an allenAusbildungsstätten
Anrechnungsfreies Einkommenim BWZ (12 Monate)
Anrechnungsfreiesmonatliches Einkommen
abzgl. Werbungskostenpauschale(§ 9a Abs. 1 EStG)
- 83,33 EUR
- 932,80 EUR
- 77,73 EUR
3467,70 EUR
Zur Vermeidung unbilliger Härten kann auf Antrag ein weiterer Teil des Einkommens frei bleiben (monatlich bis zu 260 EUR), wenn Semestergebühren zu entrichten sind.
Vom Einkommen des Ehegatten oder Lebenspartners des Auszubildenden bleiben monatlich 1.145 EUR anrechnungsfrei.
Für verheiratete Studierende mit Kind/Kindern gibt es weitere Freibeträge von 570 EUR für den Ehegatten oder Lebenspartner bzw. 520 EUR für jedes Kind, sofern diese nicht selbst in einer förderungsfähigen Ausbildung stehen. Die Freibeträge sind unter Umständen um eigene Einkünfte des Ehegatten/Lebensparters und des Kindes/der Kinder zu mindern.
Das die Freibeträge übersteigende Einkommen des Ehegatten oder Lebenspartners bleibt zu weiteren 50 % anrechnungsfrei. Sofern Kinder existieren, für die Unterhaltspflicht besteht, erhöht sich der Betrag um jeweils 5 %. ( § 25 Abs. 4 Nr. 1 u. 2 BAföG)
Sind die Voraussetzungen für elternunabhängiges BAföG nicht gegeben, sind die positiven Einkünfte des vorletzten Kalenderjahres vor Antragstellung maßgebend, im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Abgezogen werden können: der Altersentlastungsbetrag,
Arbeiter/Angestellte = 21,2 %, höchstens 13.000 EUR,
Beamte/Pensionäre/Rentner = 15 %, höchstens 7.300 EUR
Selbstständige = 37 %, höchstens 22.400 EUR und
die festgesetzte Einkommen- und Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag lt. Steuerbescheid,
für Eltern zusammen: 1.715 EUR,
für alleinstehende bzw. dauernd getrennt lebende Elternteile: 1.145 EUR,
für Kinder: 520 EUR, wenn sie nicht in einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung stehen oder studieren (wenn sie in einer der vorg. Ausbildung stehen und selbst förderungsberechtigt sind: 0,00 EUR),
für andere Unterhaltsberechtigte: 520 EUR, abzüglich eigener Einkünfte
für Stiefelternteile: 570 EUR, abzüglich eigener Einkünfte.
Wer Vermögen besitzt, ist auch verpflichtet, dies zur Bestreitung seiner Ausbildung zu verwerten, bevor staatliche Leistungen bezogen werden. Deshalb wird neben der Anrechnung des eigenen Einkommens auch das vorhandene Vermögen des Antragstellers zum Zeitpunkt des Erst- oder Folgeantrags auf die Zahlungen des BAföG angerechnet (vgl. § 29 BAföG). Veränderungen, die während eines laufenden Bewilligungszeitraums eintreten werden nicht berücksichtigt.
7.500 EUR für einen allein stehenden Antragsteller
2.100 EUR für den Ehegatten, soweit nicht dauernd getrennt lebend
Gegenstände (beweglich oder unbeweglich),dazu gehört auch ein eigener Pkw. Den Fahrzeugwert lässt man am besten durch ein Gutachten ermitteln (ADAC/DEKRA/DAT-Schwacke).
Manchmal kann es vorkommen, dass der Antragsteller von einem vorhandenen Vermögen selbst gar nichts weiß, z. B. wenn die Großeltern ein Sparkonto auf den Namen des Enkelkinds eingerichtet haben. Unwissen schützt allerdings nicht vor der Anrechnung. Um Probleme zu vermeiden, sprechen Sie Ihre Angehörigen vor Antragstellung auf etwaig vorhandenes Vermögen auf den eigenen Namen an.
Da nur das eigene Vermögen angerechnet wird, ist der ein oder andere vielleicht versucht, die Anrechnung des Vermögens durch vorheriges Umschreiben auf Ehegatten, Eltern etc. zu umgehen oder es einfach bei der Antragstellung zu verschweigen. Von einem solchen Vorgehen raten wir dringend ab. Um den unrechtmäßigen Bezug von Sozialleistungen oder den rechtsmissbräuchlichen Übertrag von Vermögen aufzudecken, ist es dem BAföG-Amt rechtlich gestattet, anspruchsrelevante Daten ihrer Leistungsempfänger anhand eines Datenabgleichs der Kapitalerträge aus Vermögen mit dem Bundesamt für Finanzen abzugleichen. Kommt ans Licht, dass Vermögen verschwiegen oder verschoben wurde, kann dies schnell rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Nicht selten stellt der Datenabgleich nur den Anfang einer Reihe von Verfahren gegenüber den Leistungsempfängern dar, die bei der Rückforderung von erhaltenen Leistungen beginnen und im Bußgeldverfahren oder gar im Strafverfahren mit dem Vorwurf BAföG Betrug/ Sozialleistungsbetrug gem. § 263 Strafgesetzbuch (StGB) und Strafe enden können.
Für Auszubildene, die mit eigenen Kindern, die das 10. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, in einem Haushalt leben, erhöht sich der Bedarf um monatlich 130 EUR für jedes dieser Kinder. Der Zuschlag wird für denselben Zeitraum nur einem Elternteil gewährt. Sind beide Elternteile nach diesem Gesetzt dem Grunde nach förderungsfähig und leben in einem gemeinsamen Haushalt, bestimmen sie untereinander den Berechtigten.
Von der Waisenrente bleiben monatlich 130 EUR anrechnungsfrei.
BedarfEinkommen des BAföG-BeziehersEinkommen von Ehegatten/Lebenspartnern/Freibeträge für KinderEinkommen der ElternVermögensanrechnungKinderbetreuungszuschlagWaisenrente	Ansprechpartner

References: § 22
 § 23
 § 25
 § 2
 § 29
 § 263