Source: https://datenschutz-individuell.de/anleitung/datenschutzerklaerung/
Timestamp: 2018-10-23 14:06:57+00:00

Document:
Datenschutzerklärung nach DSGVO - Anleitung von Datenschutz individuell - Olav Seyfarth
Informationen für die Besucher Ihrer Webseite
Diese Anleitung stellt einen "Best Practice"-Ansatz dar. Sie zeigt, wie Sie selbst eine Datenschutzerklärung schreiben können.
Die Hinweise und Links erheben weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Rechtssicherheit.
Das Kochrezept steht in Art. 13 Absatz (1) und (2). Da der Gesetzgeber zwei Absätze unterscheidet, interpretiere ich "die notwendig sind, um eine faire und transparente Verarbeitung zu gewährleisten" so, dass nur die Angaben aus (2) nötig sind, ohne die Fairness oder Transparenz gefährdet wären. Sie können auch alle Angaben machen. Was die Fachbegriffe bedeuten? Ganz einfach: "Verantwortliche Stelle" ist die Organisation, Sie haben keinen "Vertreter", "Gegebenenfalls" bedeutet "weglassen, wenn etwas nicht zutrifft", z.B. wenn Sie aufgrund Ihrer Größe gar keinen DSB benennen müssen.
In Formularen wird zu oft mit Einwilligung gearbeitet! Am Beispiel Kontaktformular: Der Besucher fragt, Sie antworten. Solange Sie nur die Frage beantworten (und den Betroffenen nicht automatisch in Werbe-Verteiler aufnehmen), führen Sie einen Auftrag aus. Hierfür brauchen Sie keine Einwilligung. Zweck nach Art. 13 (1) c) ist dann die Beantwortung der Frage und damit die Erfüllung eines Vertrags. Da ist weder Bestätigung noch Kenntnisnahme nötig. Ergibt sich später eine Geschäftsbeziehung, so muss ggfs. dann über neue Zwecke informiert werden.
Obwohl auch Newsletter-Anmeldung ein Auftrag erteilt wird, gelten bei Werbung weitere Anforderungen. Aber selbst für Newsletter brauchen Sie keine Einwilligung, solange Sie nur Werbung für sich selbst machen. Double-OptIn sollten Sie aber dennoch verwenden. Eine umfassende Darstellung der Fallunterscheidungen bei Werbung finden Sie im DSK-Kurzpapier 3.
Finden Sie alle Stellen Ihrer Webseiten und Portale, an der sie mit dem Besucher interagieren. Informieren Sie direkt in jedem Formular (über dem "Senden"-Knopf) kurz und knapp darüber, was mit den Benutzereingaben gemacht wird. Beispiel für ein Kontaktformular: "Ihre Eingaben werden nur für den erteilten Auftrag verwendet. Wenn Sie z.B. ein Angebot angefordern, werden Ihre Kontaktdaten ins CRM übernommen. Die Anfrage wird archiviert. Weitere Informationen finden Sie in unserer -> Datenschutzerklärung."
Jeder Webserver schreibt auch ein Zugriffsprotokoll (Access-Log). Es enthält in der Regel die IP-Adresse des Besuchers.
Die IP-Adresse wird im Datenschutz als personenbezogenes Datum gewertet. Da nicht davon auszugehen ist, dass jeder Besucher weiß, dass Zugriffsprotokolle geschrieben werden, ist darüber zu informieren. Fragen Sie Ihre Agentur und/oder Ihren Hoster, welche Protokolle für Ihre Webseite geschrieben werden: Webserver, CMS, PlugIns, sonstige auf dem Server installierte Software. Und wann die Einträge dieser Protokolle gelöscht, anonymisiert oder aggregiert werden.
Prüfen Sie mit Werkzeugen wie uBlock Origin, Lightbeam, Ghostery oder Wappalyzer, welche Technologien auf Ihrem Webserver eingesetzt werden. Achten Sie bei der Analyse darauf, dass z.B. Werbe- oder Tracking-Blocker (im Browser, Antivirensoftware, Firewalls) ausgeschaltet sind und prüfen Sie auch Unterseiten, auf denen Karten, Videos oder sonstige Inhalte Dritter eingebettet sind. Lassen Sie diese Analyse gegebenenfalls von einem Fachmann durchführen.
Fragen Sie sich, ob Sie sich auf Ihrer eigenen Webseite wohlfühlen würden. Lassen Sie ungenutzte und überflüssige Technologien abschalten. Diese widersprechen den Vorgaben zur Datenminimierung und Technikgestaltung! Eine gute Einführung in die Welt des Tracking bietet die Dokumentation do not track. Sie können sich durch Verwendung datenschutzfreundlicher Browser und/oder AddOns bzw. dem Modus zum privaten Surfen ihres Browsers schützen.
Die Datenschutzerklärung sollte genau so gut erreichbar sein wie das Impressum. Der Inhalt muss zwar den rechtlichen Anforderungen genügen, sollte aber wie der Rest Ihrer Webpräsenz formuliert sein - in der Sprache der Zielgruppe. Schreiben Sie also so wie wenn Sie jemand fragen würde. Ohne viel Einleitung, Klartext! Einfache Sätze. Weder juristisch noch technisch, sondern für Ihre typischen Besucher erklärt.
Handlungsbedarf für Unternehmen: Die Datenschutzerklärung, iX Heft 1/2018, 05.01.2018
Google Analytics ... rechtskonform ... einsetzen (DSGVO-Update, Cookies), oder Alternativen nutzen
Matomo kann as SaaS oder selbst betrieben werden. Nicht immer müssen alle Forderungen umgesetzt werden.
Eingebundene Schriftarten lokal ausliefern (soweit die Lizenz dies zulässt), z.B. Google Fonts in Wordpress
Kurzpapiere der Datenschutzkonferenz zur DSGVO (etwas runterscrollen!), u.a. zu Werbung
Redaktionelle Einstiegsartikel zur DSGVO von intersoft consulting, u.a. zur Einwilligung
Online-Formular zur Beschwerde beim Landesbeauftragten für den Datenschutz Baden-Württemberg
DSGVO Art. 12 Transparenz, leicht zugänglich, in einfacher Sprache
DSGVO Art. 13 Informationspflicht bei Direkterhebung (nicht nur für Webseiten)
DSGVO Art. 14 Informationspflicht, bei Erhebung durch Dritte
UWG §7 Einwilligung bei Werbung: Muss sauber und nachweisbar sein!
TMG §13 Pflichten des Diensteanbieters - Gilt evtl. nicht mehr?
Erklärungen und Textbausteine, erarbeitet von einer Gruppe rund um Prof. Hoeren
Muster für Kanzleien vom Deutschen Anwaltverein und der Bundessteuerberaterkammer
DSGVO Muster Datenschutzerklärung 2018 von Maximilian Greger, SNP Schlawien, auf law-blog.de
Datenschutzerklärung: Inhalt, Beispiel, Muster vom Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.
Minimale Datenschutzerklärung, wenn Sie wirklich keine personenbezogenen Daten verarbeiten
Datenschutzerklärung in "Du-Form" (für Sportler) - beachten Sie: Die App hat eine eigene Datenschutzerklärung
Kurze und ausreichende Datenschutzerklärung, englisch und deutsch
Ausführliche Datenschutzerklärung der Stadt Emmendingen
Typische Datenschutzerklärung der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit
In meinen Augen taugen generierte Datenschutzerklärungen nur als Inspiration dafür, welche Inhalte in der eigenen Datenschutzerklärung auftauchen sollten und wie man z.B. ein Social-PlugIn beschreiben könnte. Dies ist vergleichbar mit den Textbausteinen von Prof. Hoerens Arbeitsgruppe (s.o.). Die erzeugten Datenschutzerklärung entsprechen in keiner Weise dem sonstigen Stil ihrer Webseite und sind daher ein Fremdkörper. Auch schrecken sie in der Regel schon durch ihre Länge ab, wie man an den Mustern (erstellt mit DGD, Activemind) leicht sehen kann.
Rechtsanwaltskanzlei Dr. Thomas Schwenke, für privat und Kleinunternehmer kostenfrei
activeMind AG Management- und Technologieberatung, kostenfrei
Herold Unternehmensberatung GmbH, kostenfrei
DGD Deutsche Gesellschaft für Datenschutz GmbH, kostenfrei
eRecht24 GmbH & Co. KG, mit Monatsabo, für private Webseiten kostenfrei
janolaw AG, mit Jahresabo
CC0. Sie dürfen diese Anleitung beliebig verändern und reproduzieren. Die Angabe der Quelle ist nett, aber nicht gefordert.
Wir freuen uns aber sehr über Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge per (verschlüsselter?) E-Mail :-)
Autor: Olav Seyfarth, zuletzt bearbeitet am 26.05.2018

References: Art. 13
 Art. 13
 Art. 12
 Art. 13
 Art. 14
 §7
 §13