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Timestamp: 2019-07-23 23:45:20+00:00

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Rechtsprechung: Slg. 2002, I-10489 - dejure.org
https://dejure.org/2002,1927
EuGH, 14.11.2002 - C-271/00 (https://dejure.org/2002,1927)
EuGH, Entscheidung vom 14.11.2002 - C-271/00 (https://dejure.org/2002,1927)
EuGH, Entscheidung vom 14. November 2002 - C-271/00 (https://dejure.org/2002,1927)
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Brüsseler Übereinkommen - Anwendungsbereich - Rückgriffsklage, die auf eine nationale Regelung gestützt ist, die die Zahlung von Sozialhilfeleistungen vorsieht - Begriff 'Zivilsache' - Begriff 'soziale Sicherheit'
Brüsseler Übereinkommen vom 27. September 1968, Artikel 1 Absatz 1
1. Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen - Anwendungsbereich - Zivil- und Handelssachen - Begriff Zivilsache" - Rückgriffsklage, mit der eine öffentliche Stelle gegenüber einer Privatperson die Rückzahlung von Beträgen verfolgt, die sie als Sozialhilfe an den geschiedenen Ehegatten und an das Kind dieser Person gezahlt hat - Einbeziehung - Ausnahme - Klage, die auf Bestimmungen gestützt ist, mit denen einer öffentlichen Stelle eine eigene, besondere Befugnis verliehen wird
Zahlung von Sozialhilfeleistungen nach nationalen Regelungen; Auslegung des Begriffes der soziale Sicherheit; Rückzahlung von geleisteten Beträgen der Sozialhilfe ; Zulässigkeit einer Rückgriffsklage als Zivilsache; Rückzahlung von empfangener Sozialhilfe bei Geltung der allgemeinen Vorschriften über Unterhaltsverpflichtungen; Gerichtliche Zuständigkeit und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen in Zivilsachen und Handelssachen
Vorabentscheidungsersuchen des Hof van Beroep Antwerpen (Belgien) - Auslegung des Artikels 1 Absätze 1 ("Zivilsache") und 2 Nummer 3 ("Soziale Sicherheit") des Brüsseler Übereinkommens - Rückgriffsklage einer Gemeinde, die Sozialhilfe (nach dem niederländischen "Bijstandswet") gezahlt hat, gegen den Unterhaltsschuldner
EuGH, 14.01.2002 - C-271/00
Slg. 2002, I-10489
EuZW 2003, 30
FamRZ 2003, 85
Keine Zivilsache war demgegenüber gegeben, wenn der Unterhaltsregress nicht von einer Gleichordnung der Beteiligten geprägt war, sondern auf Bestimmungen gestützt wurde, mit denen der Gesetzgeber der öffentlichen Einrichtung eine eigene, besondere Befugnis verliehen hatte (…vgl. EuGH Urteile vom 15. Januar 2004 - Rs. C-433/01 - Slg. 2004 I-981 Rn. 20 - Blijdenstein und vom 14. November 2002 - Rs. C-271/00 - Slg. 2002 I-10489 Rn. 37 - Baten).
Der Antragsteller ist als öffentliche Einrichtung im Hinblick auf die Art und Weise der Geltendmachung der auf ihn übergegangenen Unterhaltsforderung nicht mit besonderen Befugnissen ausgestattet, wie sie insbesondere dem Sachverhalt zugrunde lagen, den der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache "Baten" zu beurteilen hatte (vgl. EuGH Urteil vom 14. November 2002 - Rs. C-271/00 - Slg. 2002 I-10489 Rn. 35 f. - Baten).
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union ist der Begriff "soziale Sicherheit" als autonomer Begriff anzusehen, bei dessen Auslegung die Zielsetzungen und die Systematik der Verordnung berücksichtigt werden müssen (vgl. EuGH, EuZW 2003, 30 Rn. 42 - Baten, zu Art. 1 Abs. 2 Nr. 3 EuGVÜ, der Vorläuferbestimmung von Art. 1 Abs. 2 Buchst. c) Brüssel-I-VO).
Der Begriff "soziale Sicherheit" umfasst den sachlichen Anwendungsbereich der Verordnung (EWG) Nr. 1408/71 des Rates vom 14. Juni 1971 zur Anwendung der Systeme der sozialen Sicherheit auf Arbeitnehmer und deren Familien, die innerhalb der Gemeinschaft zu- und abwandern (ABl. EG Nr. L 149 S. 2), wie er in deren Art. 4 definiert und durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union präzisiert wurde (vgl. EuGH, EuZW 2003, 30 Rn. 45).
Es besteht angesichts des Urteils des Gerichtshofs der Europäischen Union vom 14. November 2002 - C-271/00, EuZW 2003, 30 (Baten) keinerlei Raum für vernünftige Zweifel (…vgl. EuGH, Slg. 1982, 3415 Rn. 16 - C.I.L.F.I.T.), dass der Ausschlusstatbestand gemäß Art. 1 Abs. 2 Buchst. c) Brüssel-I-VO Ansprüche eines (ehemaligen) Handelsvertreters betreffend eine (Alters-)Versorgung, die dieser gegen den Unternehmer als Schuldner geltend macht, nicht erfasst.
3 und 5, vom 16. Dezember 1980, Rüffer, 814/79, Slg. 1980, 3807, Randnr. 7, vom 14. November 2002, Baten, C-271/00, Slg. 2002, I-10489, Randnr. 28, vom 15. Mai 2003, Préservatrice foncière TIARD, C-266/01, Slg. 2003, I-4867, Randnr. 20, und vom 18. Mai 2006, CEZ, C-343/04, Slg. 2006, I-4557, Randnr. 22).
Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs führt diese Auslegung dazu, dass bestimmte Klagen und gerichtliche Entscheidungen wegen der Natur der zwischen den Parteien bestehenden Rechtsbeziehungen oder wegen des Gegenstands des Rechtsstreits vom Anwendungsbereich des Brüsseler Übereinkommens ausgeschlossen sind (vgl. Urteile LTU, Randnr. 4, Rüffer, Randnr. 14, Baten, Randnr. 29, Préservatrice foncière TIARD, Randnr. 21, CEZ, Randnr. 22, und vom 1. Oktober 2002, Henkel, C-167/00, Slg. 2002, I-8111, Randnr. 29).
20 Insoweit ist daran zu erinnern, dass der Gerichtshof in seinem Urteil vom 14. November 2002 in der Rechtssache C-271/00 (Baten, Slg. 2002, I-10489, Randnr. 37) entschieden hat, dass Artikel 1 Absatz 1 des Übereinkommens dahin auszulegen ist, dass der Begriff "Zivilsache" eine Rückgriffsklage umfasst, mit der eine öffentliche Stelle gegenüber einer Privatperson die Rückzahlung von Beträgen verfolgt, die sie als Sozialhilfe an gegenüber dieser Person Unterhaltsberechtigte gezahlt hat, soweit für die Grundlage dieser Klage und die Modalitäten ihrer Erhebung die allgemeinen Vorschriften über Unterhaltsverpflichtungen gelten.
12 und 13, vom 3. Juli 1997 in der Rechtssache C-269/95, Benincasa, Slg. 1997, I-3767, Randnr. 12, und Baten, Randnr. 28).
Der Begriff der "Zivil- und Handelssachen" ist daher als autonomer Begriff anzusehen, bei dessen Auslegung die Zielsetzungen und die Systematik des Übereinkommens sowie die allgemeinen Rechtsgrundsätze, die sich aus der Gesamtheit der innerstaatlichen Rechtsordnungen ergeben, berücksichtigt werden müssen (Urteile vom 14. Oktober 1976 in der Rechtssache 29/76, LTU, Slg. 1976, 1541, Randnr. 3, vom 22. Februar 1979 in der Rechtssache 133/78, Gourdain, Slg. 1979, 733, Randnr. 3, vom 16. Dezember 1980 in der Rechtssache 814/79, Rüffer, Slg. 1980, 3807, Randnr. 7, vom 21. April 1993 in der Rechtssache C-172/91, Sonntag, Slg. 1993, I-1963, Randnr. 18, und vom 14. November 2002 in der Rechtssache C-271/00, Baten, Slg. 2002, I-10489, Randnr. 28).
Wie der Gerichtshof klargestellt hat, führt diese Auslegung dazu, dass bestimmte gerichtliche Entscheidungen wegen der Natur der zwischen den Parteien bestehenden Rechtsbeziehungen oder wegen des Gegenstands des Rechtsstreits vom Anwendungsbereich des Brüsseler Übereinkommens ausgeschlossen sind (Urteile LTU, Randnr. 4, und Baten, Randnr. 29).
So können dem Gerichtshof zufolge zwar bestimmte Entscheidungen, die in Verfahren ergehen, in denen sich eine Behörde und eine Privatperson gegenüberstehen, unter das Brüsseler Übereinkommen fallen, doch verhält es sich anders, wenn die Behörde einen Rechtsstreit im Zusammenhang mit der Ausübung hoheitlicher Befugnisse führt (Urteile LTU, Randnr. 4, Rüffer, Randnr. 8, und Baten, Randnr. 30).
Um diese Grundsätze in einem Rechtsstreit wie dem des Ausgangsverfahrens anzuwenden, müssen daher die zwischen den Parteien bestehenden Rechtsbeziehungen ermittelt sowie die Grundlage der erhobenen Klage und die Modalitäten ihrer Erhebung bestimmt werden (vgl. in diesem Sinn Urteil Baten, Randnr. 31).
En revanche, cette exclusion ne s'appliquerait pas à l'action en réparation intentée par le travailleur à l'encontre de son employeur, quand bien même elle a pour toile de fond le non-respect par ce dernier de ses obligations en matière de sécurité sociale [voir arrêt du 14 novembre 2002, Baten (C-271/00, EU:C:2002:656, point 48)].
Ob dies in einem Rechtsstreit wie dem des Ausgangsverfahrens der Fall ist, ist daher anhand der Grundlage der erhobenen Klage und der Modalitäten ihrer Erhebung zu ermitteln (vgl. in diesem Sinne Urteile vom 14. November 2002, Baten, C-271/00, Slg. 2002, I-10489, Randnr. 31, und vom 15. Mai 2003, Préservatrice foncière TIARD, C-266/01, Slg. 2003, I-4867, Randnr. 23).
6 - Vgl. u. a. Urteile LTU/Eurocontrol (…29/76, EU:C:1976:137, Rn. 3), Rüffer (…814/79, EU:C:1980:291, Rn. 7), Sonntag (…C-172/91, EU:C:1993:144, Rn. 18), Baten (C-271/00, EU:C:2002:656, Rn. 28), Préservatrice Foncière TIARD (…C-266/01, EU:C:2003:282, Rn. 20), Blijdenstein (…C-433/01, EU:C:2004:21, Rn. 24), Lechouritou u. a. (…C-292/05, EU:C:2007:102, Rn. 29) und Apostolides (…C-420/07, EU:C:2009:271, Rn. 41).
11 - Vgl. u a. Urteile LTU/Eurocontrol (…29/76, EU:C:1976:137, Rn. 4), Baten (C-271/00, EU:C:2002:656, Rn. 29), Préservatrice Foncière TIARD (…C-266/01, EU:C:2003:282, Rn. 21), Lechouritou u. a. (…C-292/05, EU:C:2007:102, Rn. 30), Apostolides (…C-420/07, EU:C:2009:271, Rn. 42), Realchemie Nederland (…C-406/09, EU:C:2011:668, Rn. 39), Sapir u. a. (…C-645/11, EU:C:2013:228, Rn. 32), Sunico u. a. (…C-49/12, EU:C:2013:545, Rn. 33) und Schneider (…C-386/12, EU:C:2013:633, Rn. 18).
12 - Urteile Baten (C-271/00, EU:C:2002:656, Rn. 31), Préservatrice Foncière TIARD (…C-266/01, EU:C:2003:282, Rn. 23), Frahuil (…C-265/02, EU:C:2004:77, Rn. 20), Sapir u. a. (…C-645/11, EU:C:2013:228, Rn. 34) und Sunico u. a. (…C-49/12, EU:C:2013:545, Rn. 35).
13 - Urteile LTU/Eurocontrol (…29/76, EU:C:1976:137, Rn. 4), Rüffer (…814/79, EU:C:1980:291, Rn. 8), Baten (C-271/00, EU:C:2002:656, Rn. 30), Préservatrice Foncière TIARD (…C-266/01, EU:C:2003:282, Rn. 22), Lechouritou u. a. (…C-292/05, EU:C:2007:102, Rn. 31), Apostolides (…C-420/07, EU:C:2009:271, Rn. 43), Mahamdia (…C-154/11, EU:C:2012:491, Rn. 56), Sapir u. a. (…C-645/11, EU:C:2013:228, Rn. 33) und Sunico u. a. (…C-49/12, EU:C:2013:545, Rn. 34).
44 - Vgl. Urteil Baten (C-271/00, EU:C:2002:656, Rn. 31).
45 - EU:C:2002:656.
54 - EU:C:2002:656.
20 In einem solchen Fall, der eine Vielzahl von Beziehungen - teils zwischen einer öffentlichen Stelle und einer Person des Privatrechts, teils nur zwischen Personen des Privatrechts - betrifft, muss die zwischen den Parteien des Rechtsstreits bestehende Rechtsbeziehung ermittelt und müssen die Grundlage der erhobenen Klage sowie die Modalitäten ihrer Erhebung bestimmt werden (Urteile vom 14. November 2002 in der Rechtssache C-271/00, Baten, Slg. 2002, I-10489, Randnr. 31, und vom 15. Mai 2003 in der Rechtssache C-266/01, Préservatrice foncière TIARD, Slg. 2003, I-4867, Randnr. 23).
https://dejure.org/2002,22935
Generalanwalt beim EuGH, 18.04.2002 - C-271/00 (https://dejure.org/2002,22935)
Generalanwalt beim EuGH, Entscheidung vom 18.04.2002 - C-271/00 (https://dejure.org/2002,22935)
Generalanwalt beim EuGH, Entscheidung vom 18. April 2002 - C-271/00 (https://dejure.org/2002,22935)
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Gemeente Steenbergen gegen Luc Baten.

References: EuGH 
 EuGH 
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 4
 Art. 1