Source: http://flugrechte.eu/6327/flug%C3%A4nderungen-etihad-dhabi-frankfurt-ankunft-sp%C3%A4ter-flug
Timestamp: 2018-12-12 16:07:31+00:00

Document:
Flugänderungen Etihad - Abu Dhabi - Frankfurt Ankunft 1 Tag später (nur Flug) - FLUGGASTRECHTE
Flüge über etihad stornieren, aber nur Steuern wiederbekommen?
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Flugänderungen Etihad - Abu Dhabi - Frankfurt Ankunft 1 Tag später (nur Flug)
Meine Flüge gehen von Brisbane > Melbourne > Abu Dhabi > Frankfurt (Main). Nun wurde ich im Vorraus über teilweise erhebliche Flugänderungen informiert, durch die ich nun einen nicht eingeplanten 25-stündigen Aufenthalt in Melbourne habe, für den zusätzlich eine Schlafmöglichkeit organisiert werden muss. Zudem ist die endgültige Ankunft an meinem Zielort Frankfurt einen ganzen Tag später, was bedeutet, dass ich an diesem Tag nicht zur Arbeit gehen kann.
Habe ich in diesem Fall Anspruch auf Entschädigung für die entstehenden Mehrkosten und Unannehmlichkeiten? Und wenn ja, wie gehe ich am Besten vor?
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Gefragt 14, Mär 2016 in Flugzeitenverschiebung von Anonym
Bearbeitet 14, Mär 2016 von admin
Ihre Flüge gehen von Brisbane > Melbourne > Abu Dhabi > Frankfurt (Main). Nun wurden Sie im Vorraus über teilweise erhebliche Flugänderungen informiert, durch die Sie nun einen nicht eingeplanten 25-stündigen Aufenthalt in Melbourne haben.
Grundsätzlich können Fluggästen Ansprüche aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung zustehen. Bei einer erheblichen Verspätung oder Annullierung entsteht ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung.
Dann können je nach Entfernung und Umfang der Verspätung ein Anspruch auf Ausgleichszahlungen entstehen.
Damit hätten Sie dann sowohl Ihre Übernachtung als auch Ihren Arbeitsausfall begleichen können. Problematisch ist hier jedoch, dass es sich um den Flug von Brisbane nach Melbourne handelt. Denn die europäische Fluggastrechte Verordnung ist nur dann anwendbar, wenn ein Flug von einem Flughafen einer der Mitgliedsstaaten angetreten wird oder wenn er mit einer Fluggesellschaft durchgeführt wird, die einem Mitgliedstaat zugeordnet werden kann.
Hier fliegen Sie weder von einem Mitgliedstaat los, noch mit einer einem Mitgliedstaat zugeordneten Fluggesellschaft.
Leider entstehen Ihnen somit keine Ansprüche aus der europäischen Fluggastrechte Verordnung.
Beantwortet 15, Mär 2016 von Culigury (7,200 Punkte)
Sie berichten, dass Ihre Flüge von Brisbane > Melbourne > Abu Dhabi > Frankfurt (Main) gehen. Durch eine Verschiebung auf dem Abschnitt Brisbane > Melbourne kommt es nun zu einer Verspätung auf einem Vorflug, womit der Folgeflug nicht eingehalten werden kann.
Fraglich ist nun ob die EU-Fluggastrechteverordnung hier greift. Dies ist gemäß Art. 3 I VO der Fall, wenn der Flug auf einem Flughafen eines Mitgliedsstaat startet oder der Flug in ein Mitgliedsstaat zurück kehrt und von einer Airline der Gemeinschaft ausgeführt wird.
Um also eine genauere Auskunft über Ihr Anliegen geben zu können, muss zunächst geklärt werden, ob ihr ein sogenannter Direktflug ist oder die Flüge unabhängig von einander starten. Auch ein Direktflug kann ein Zwischenstopp an einem Flughafen und ein Umsteigen in ein anderes Flugzeug beinhalten. Ob es sich tatsächlich um einen Direktflug handelt erkennt man in der Regel daran, dass sich die jeweilige Flugnummer (auf Ticket abzulesen) beim Umsteigen in ein anderes Flugzeug nicht ändert.
Nach neuerer Rechtsprechung können die Fluggäste, die Ihren Anschlussflug verpassen nach Art. 7 VO (EG) 26/2004 Ausgleichsansprüche fordern. Dazu muss das Endziel mit einer Verspätung von mindestens 3 Stunden erreicht worden sein (Vgl. BGH, Urt. v. 07.05.2013, X ZR 127/11 → auch bei reise-recht-wiki zu finden).
Liegt also eine einheitliche Buchung von Brisbane nach Frankfurt vor, wäre die Fluggastrechteverordnung unter Umständen anwendbar. Wurden die Flüge mit allen Zwischenstopps einzeln gebucht allerdings nicht.
Unter Umständen bedeutet hier, dass die ausführende Luftfahrtgesellschaft auch eine eines europäischen Mitgliedsstaats sein muss. Liegen diese Voraussetzungen vor, könnten Sie gegebenenfalls Ausgleichszahlungen und Betreuungsleistungen verlangen. In Ihrem Fall ist dies wohl leider nicht möglich, da Ethiad diese Voraussetzungen nicht erfüllt.
Beantwortet 17, Mär 2016 von Bugrad (22,680 Punkte)
Bearbeitet 17, Mär 2016 von Bugrad
Ihr Flug mit der Airline Etihad von Brisbane nach Frankfurt (Main) wurde so geändert, dass Sie einen 25-stündigen Aufenthalt in Melbourne haben. Sie fragen nun, welche Ansprüche Sie gegenüber der Airline auf Entschädigung haben könnten.
Sie könnten lediglich Ansprüche aus der EU-Fluggastrechteverordnung gegenüber Ihrer Airline innehaben. Dazu müsste die EU-VO aber in Ihrem Fall überhaupt anwendbar sein. Gem. Art. 3, Abs. 1, li. a) u. b) Verordnung 261/2004 ist die EU-Verordnung in folgenden Fällen gültig:
Ihr Flug beginnt weder in einem Mitgliedsstaat, noch fliegen Sie mit einem Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft. Aus der EU-VO kommen Ihnen deshalb wahrscheinlich leider keine Ansprüche zu.
Beantwortet 23, Mär 2016 von KatjaG (10,000 Punkte)
Sie haben einen Flug mit der Airline Etihad von Brisbane nach Frankfurt (Main) gebucht. Dieser wurde jedoch geändert. Sie haben nun einen 25-stündigen Aufenthalt in Melbourne.
Durch dieses Flugverlegung könnten Sie einen Ansprüche aus der EU-Fluggastrechteverordnung gegenüber der Fluggesellschaft haben. Fraglich ist jedoch, ob die EU-VO in Ihrem Fall überhaupt anwendbar ist. Gemäß Artikel 3 Abs. 1 a) und b) VO Nr. 261/2004 ist die EU-Verordnung in folgenden Fällen anwendbar:
Ihr Flug beginnt jedoch leider weder in einem Mitgliedsstaat, noch fliegen Sie mit einem Luftfahrtunternehmen der Europäischen Fluggastrechte Verordnung. Sie können daher wahrscheinlich keine Ansprüche aus der Verordnung Nr. 261/2004 geltend machen.
Beantwortet 23, Mär 2016 von Jendrik (9,560 Punkte)
du hast mit Etihad Airlines einen Flug gebucht welcher folgende Route enthält: Brisbane – Melbourne - Abu Dhabi – Frankfurt. Dabei wurden die Flugzeiten so verlegt, dass dir ein 25 stündiger Aufenthalt in Melbourne zugemutet werden soll. Du fragst dich nun, ob du dies so hinnehmen musst oder etwaige Ansprüche geltend machen könntest.
Leider kann ich mich den bestehenden Meinungen nur anschließen. Aufgrund der Tatsache, dass dein Flug nicht in einem Mitgliedsstaat beginnt und du auch nicht mit einem Luftfahrtunternehmen der Gemeinschaft fliegst, ist der Anwendungsbereich der Fluggastrechte Verordnung leider nicht eröffnet.
Vielleicht interessiert dich folgendes Urteil:
BGH, Urteil vom 13.11.2012, Az: X ZR12/12 (Das Urteil ist sehr interessant und behandelt einige Fragen aus den EU Fluggastrechten. Du kannst das Urteil im Internet nachlesen, einfach googlen "reise-recht-wiki.de BGH X ZR-12/12")
Beantwortet 27, Mär 2016 von Addie (5,380 Punkte)
bei ihrem Flug könnte es sich um eine Annulierung handeln.
vom ausführenden Luftfahrtunternehmen Unterstützungs-
leistungen gemäß Artikel 8 angeboten,
leistungen gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstabe a) und
Absatz 2 angeboten und im Fall einer anderweitigen Beför-
derung, wenn die nach vernünftigem Ermessen zu erwar-
tende Abflugzeit des neuen Fluges erst am Tag nach der
planmäßigen Abflugzeit des annullierten Fluges liegt, Unter-
stützungsleistungen gemäß Artikel 9 Absatz 1 Buchstaben
b) und c) angeboten und
vom ausführenden Luftfahrtunternehmen ein Anspruch auf
sie werden über die Annullierung in einem Zeitraum
zwischen zwei Wochen und sieben Tagen vor der
planmäßigen Abflugzeit unterrichtet und erhalten ein
Angebot zur anderweitigen Beförderung, das es ihnen
ermöglicht, nicht mehr als zwei Stunden vor der
planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel
höchstens vier Stunden nach der planmäßigen Ankunfts-
zeit zu erreichen, oder
sie werden über die Annullierung weniger als sieben
Tage vor der planmäßigen Abflugzeit unterrichtet und
erhalten ein Angebot zur anderweitigen Beförderung,
das es ihnen ermöglicht, nicht mehr als eine Stunde vor
der planmäßigen Abflugzeit abzufliegen und ihr Endziel höchstens zwei Stunden nach der planmäßigen
Ankunftszeit zu erreichen.
Beantwortet 29, Mär 2016 von CaptainCook (6,200 Punkte)
Die Beschreibung Ihres Vorfalls wirft zuerst die Frage der Anwendbarkeit der Fluggastrechte-Verordnung 261/2004. Laut Art. 3, Abs. 1, li. a) u. b) VO 261/2004 gilt die Verordnung unter folgenden Bedingungen:
Es bedarf in Ihrem Fall auch keiner Interpretation des Begriffs „Flug“, da in jedem Fall eine Beförderung aus nicht EU-Land mit einer Fluggesellschaft, die nicht zur Gemeinschaft gehört, sodass jegliche Ansprüche aus der Verordnung 261/2004 mangels Anwendbarkeit auszuschließen sind.
Vgl. dazu BGH, Urt. v. 13.11.2012, Az: X ZR 12/12
„Die Fluggastrechteverordnung (Verordnung (EG) Nr. 261/2004) ist, gemäß Art. 3 Abs. 1a, auf Flüge außerhalb der Europäischen Union nicht anwendbar.
Dies gilt auch, wenn der verspätete Flug ein Teilflug außerhalb der Europäischen Union ist und der erste Flug innerhalb der Europäischen Union durchgeführt wurde.“
Rechte auf Erstattung von Mehrkosten könnten sich jedoch eventuell aus dem Montrealer Übereinkommen ergeben. Das Montrealer Übereinkommen ist immer dann anwendbar, wenn eine Beförderung zwischen Vertragsstaaten stattfindet. Sowohl Australien als auch VAE und Deutschland sind Vertragsstaaten des Übereinkommens, sodass auch hier bei jeglicher Auslegung des Fluges (ob einheitliche Beförderung oder nicht) die Anwendbarkeit gegeben ist.
Gem. Art. 19 MÜ gilt folgendes:
Problematisch ist, dass im Montrealer Übereinkommen an keiner Stelle die Rede von einer „Flugannullierung“ ist, sondern immer nur von „Verspätung bei der Beförderung von Reisenden und Reisegepäck“.
Streng genommen wäre dann auch das Montrealer Übereinkommen nicht gültig, da es bei Flugannullierungen nicht anwendbar wäre.
Ich konnte bisher leider keine Informationen im Internet darüber finden, ob auch bei einer Flugannullierung Rechte aus dem Montrealer Übereinkommen geltend gemacht werden können, sodass es empfehlenswert ist, fachkundige Hilfe zu suchen.
Beantwortet 1, Apr 2016 von seiun (3,510 Punkte)
in der Regel richten sich mögliche Ansprüche des Reisenden bei einer Veränderung der Flugzeiten entweder nach der europäischen Fluggastrechte-VO oder nach dem Übereinkommen von Montreal.
EU-VO
In Ihrem Fall kommen Ansprüche nach der EU-Verordnung wohl nicht in Betracht, da die VO auf die von Ihnen geschilderten Flüge keine Anwendung finden. Voraussetzung hierfür ist nämlich, dass der Flug entweder in der EU startet oder in diese zurückführt. Hierbei ist zu beachten, dass bei einem Flug mit Stopps jeder Abschnitt als separater Flug im Rahmen der V zu betrachten ist. D.h. lediglich der letzte Flugteil von Au Dhabi nach Frankfurt würde in den Anwendungsbereich der VO fallen, wenn er von einer europäischen Airline durchgeführt wird.
Hiernach könnten Sie jedoch aufgrund der eintretenden Verspätung einen Anspruch gegen die Airline auf Ersatz der zusätzlich entstehenden Kosten haben (vergl. Art. 19 MÜ). Hiernach muss der Luftfrachtführer dem Reisenden nämlich den Schaden ersetzten, der ihm durch die verspätete Beförderung entstanden ist. Dies ist bei den zusätzlich anfallenden Übernachtungskosten wohl zweifelsfrei gegeben. Eine Entschädigung für einen Tag verpasste Arbeit ist jedoch schwierig. Denn zunächst ist hier entscheidend, welche Art von Tätigkeit Sie nachgehen (Angestellter, Selbstständiger ect.) Im Fall einer Anstellung fehlt es zumeist schon an einer Entstehung des Schadens, da ein solcher nicht anfällt, wenn Sie von ihrem Chef aus einen weiteren Tag Urlaub nehmen müssen, da Ihnen Urlaubstage ja genauso wie ein Arbeitstag vergütet werden.
Zum anderen ist in einem solchen Fall zu bedenken, dass das MÜ in Art. 20 eine Regelung zum Mitverschulden kennt. Hiernach kann die Airline einen eigentlich zu entrichtenden Schadenersatzbetrag um das Mitverschulden des Reisenden kürzen, wenn dieser ebenfalls zu der Entstehung des Schadens beigetragen hat. Dies wird im Fall von Langstreckenflügen und einem geplanten Arbeitsbeginn direkt am nächsten Tag von den Gerichten jedoch häufig angenommen, da sie argumentieren, dass jedem Reisenden klar sein muss, dass es insbesondere auf Übersee- und Langstreckenflügen zu Verspätungen kommen kann. Die Auswirkungen dieser Verspätungen hat ein Reisender dadurch abzuwenden, in dem er seinen Urlaub grundsätzlich einen Tag länger plant. Vergleiche hierzu z.B.
AG Frankfurt/Main, Urteil v. 11.10.1996, AZ: 32 C 1922/96-48
OLG Frankfurt/Main, Urteil v. 18.02.2004, AZ: 21 U 11/03
Diese Urteile können Sie nachlesen, indem Sie in die Google-Such z.B. eingeben "reise-recht-wiki.de OLG Frankfurt 21 U 11/03"
D.h. Sie haben zumindest einen Anspruch auf Erstattung der mehr anfallenden Kosten für die zusätzliche Übernachtung. Diesen Anspruch sollten Sie schriftlich und möglichst unter einer Fristsetzung gegenüber der Airline geltend machen.
Beantwortet 12, Apr 2016 von LindaH (6,840 Punkte)

References: Art. 3
 Art. 7
 Art. 3
 BGH 
 Art. 3
 Art. 3
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 20