Source: https://www.umsetzungsberatung.de/arbeitsrecht/betrvg-reform.php
Timestamp: 2020-04-02 11:23:29+00:00

Document:
Betriebsverfassungsgesetz-Reform 2001: Geringe Auswirkungen auf das Change Management
Stichwort-Direktsuche 50-Prozent-Lüge Ablaufoptimierung Absicht Abstimmung Abstoßungsreaktionen Abteilungskulturen Abwanderung Ärger und Wut Akquisition Aktienkurse Aktionismus Altlasten Ambassador-Programm Ampeln Analysten Anbiederung Anerkennung Anforderungen Change Manager Anforderungsprofile Angst Anonymität Anreizsysteme Ansehen / Reputation Anstand Apathie Appreciative Inquiry (AI) Arbeitsgruppen Arbeitspakete Arbeitsrecht Arbeitszufriedenheit Attribution Aufbruchsstimmung Auffanggesellschaft Aufrichtigkeit Auftraggeber Auftragsklärung Auslandsgesellschaften Ausstellungen Auswahlverfahren Auswertung von Projekten Backplanning Bedrohlichkeit der Veränderungen Beförderungspolitik Beharrlichkeit Beharrungsvermögen Behörden Belegschaftsversammlung Beliefs Audit Benchmarking Beobachtbare Indikatoren Berater Beruhigung Beschäftigungsgesellschaft Beschwichtigung Besitzstand Besitzstandsdenken Best of Both Worlds Best Practice Bestandsaufnahme Bestrafung Beteiligung Betriebsänderung Betriebsbedingte Kündigungen Betriebsklima Betriebsrat Betriebsübergang Betriebsvereinbarung Betriebsverfassungsgesetz Betriebsversammlung Betrügereien Beurteilungssystem Bewahrungsziele Bewertung des Projekterfolgs Beziehungskonflikte Beziehungen Big Picture Boiled-Frog-Effekt Bremser und Blockierer Brief Bürokratieabbau Chancen in der Krise Change Agents Change-Architektur Change-Beratung Change Coaching Change Controlling Change Curve Change-Kommunikation Change-Kommunikation (Fallstudie) Change Management-Beratung Change Manager, Anforderungen Change-Motivation Change-Strategie Change-Supervision Coaching Commitment Competencies Consultants Controlling Controlling Kulturveränderung CRM / Customer Relationship Management Defensive Haltung Deliverables Demotivation Destruktives Verhalten Deutlichkeit Diagnose Diplomatie Diskussionsforum Intranet Diskussionsrunde Disziplin Divisionen Dokumentation Dominanzstreben Doppelspitze Dramaturgie 360-Grad-Feedback Dringlichkeit Druck Durchsetzung Durststrecken DV-Systeme Effizienzsteigerung Ehrenamtliche Organisationen Eigeninteressen Eigenkapitalrendite Eigenmarketing Eignungsdiagnostik Einbeziehung Einbindung Eindruck machen Einfühlungsvermögen Eingliederung Einigungsstelle Einsicht Einsparungen (Fallstudie) Einstellungen Einzelgespräche Einzelinteressen E-Mail-Newsletter Emotionale Intelligenz Emotionaler Konsens Emotionen Empathie Empowerment Engagement Engagement Top-Management Engpässe Englisch Entlassungen Entmutigung Entrepreneurship Entschlossenheit / Entschiedenheit Enttäuschungen Entwickelbarkeit Erfolge Erfolge feiern Erfolgreiche Regelignoranten Erfolgsbeteiligung Erfolgskontrolle Erfolgskontrolle Kommunikation Erfolgsmessung Ergebnispräsentation Ermutigung Eskalation Erwartungen Ethik Euphemismen Evaluation von Projekten Events Eventualplanung Fairness Fallstudien Familienmitglieder Feedback Fehlbesetzungen Fehlerkultur Fehlervermeidung Fehlstart Feiern Feindbilder Feindliche Übernahme Finalität Finanzielle Anreize Firmensprache Fokussierung Fragebogen Fragetechniken Freiräume Freunde Freiwilligen-Organisationen Frustration Führung Führungsaudit Führungsfeedback Führungsfehler Führungsgrundsätze Führungskräfteauswahl Führungskultur Fünfzig-Prozent-Lüge Funkstille Funktionale Organisation Fusionen / Übernahmen Fusionen, Kommunikation Fusionsstrategie Fusionsvorbereitung Future Search Conference Geborgte Macht Gefühle Gelernte Hilflosigkeit Gerüchte Gesamtbild Geschäftsleitung Gesprächsführung Gewissheit Glaubwürdigkeit Gleichwertigkeit Großgruppenkonferenzen Großgruppen Kulturveränderung(Fallstudie) Großveranstaltung Grundsatzdiskussionen Gruppendynamik Guiding Coalition Händlerinformation Härte Halbherzigkeit Handlungsdruck Handlungsschwäche Harmoniebedürfnis Herausforderung Hierarchie Hilflosigkeit Hindergründe Hintergrundberatung (Fallstudie) Hochschaukeln Hoffnung Human Resources / HR Ideen Identifikation Imageproblem des Projekts Impression Management Incentives Indikatorenbildung Individualpsychologie Info-Markt Infostand Info-Veranstaltung Inkompatibilität der Kulturen Innere Kündigung Innovation Integrationskonflikt (Fallstudie) Integrationskonzept Integrationskrisen Integrationsstrategie Integrationstiefe Integrität Interessenausgleich Interessengruppen Interessenkonflikte Interessenkonflikte (Fallstudie) Interkulturelles Change Management Interne Konkurrenz Interne Politik Internes Marketing Internes Marketing (Fallstudie) Interventionsformen Interviewtechnik Intranet Intrapreneurship Intrigen Intuition Involvement Irrationales Verhalten Irrtümer IT-Systeme Jour fixe Kapitalmarkt Katastrophen-Phantasien Kausalketten Key Performance Indicators (KPI) Kickoff-Meeting Klartext Klausuren Klimakurve KMU Kommunikation Kommunikation bei Fusionen Kommunikation bei Reorganisation Kommunikation von Kulturveränderungen Kommunikationsdefizite Kommunikations-Erfolgskontrolle Kommunikationsstrategie Kommunikationstools Kommunikation über Linie Kommunikatoren Kompetenzmodelle Komplexität Konfliktbewältigung Konflikte Konflikteskalation Konfliktfähigkeit Konfliktkosten Konfliktkultur Konfliktmoderation Konfliktmoderation (Fallstudie) Konfliktprävention Konfliktscheu Konfliktvermeidung Konkurrenz, interne Konsensstreben Konsequenz Konstruktive Kritik Kontinuität Kontrolle Kontrollillusion Kontrollverlust Konzipierung (Fallstudie) Kooperation Korruption Kostensenkung Kostensenkung (Fallstudie) Kostensynergien Kraftfeldanalyse Kraftprobe Kreativität <Krise als Chance Krisen Krisen-Coaching Krisen-Frühstadium Krisenfestigkeit Krisenkommunikation Krisenmanagement Krisenmanager Krisenmoderation Krisenplan Krisenprävention Krisensitzung Krisenstab Kritik Kündigungen, betriebsbedingte Kündigungsgespräche Kultur Kulturanalyse Kulturanalyse (Fallstudie) Kulturdiagnose Kulturelle Integration Kulturgestaltung Kulturspiegel Kulturveränderung Kulturveränderung RTSC(Fallstudie) Kulturziele Kundenbefragung Kundendatenbank / CRM Kundeninterviews Kundenkommunikation Kundennutzen Change Management Kundenorientierung Kundenorientierung, interne (Fallstudie) Kurzarbeit Kurzarbeit Null Lähmung Länderübergreifende Zusammenarbeit Lästern Lagerbildung Langfristiges Denken Lean Management Leidensdruck Leistungsbeurteilung Leistungsprämien Leitbild Lenkungsausschuss Lernen am Modell Lieferanteninformation Lieferantenkommunikation Lippenbekenntnisse Literatur Lob und Tadel Lösungsfindung Lösungskonsens Loyalität Macht Macht der Umstände Machtdemonstration Machtkampf im Vorstand Machtkämpfe Machtmissbrauch Machtquellen Mailing Management Appointment Prozess Management-Appraisal Management-Audit Management der Veränderung Managementtheater Marketing, internes Markt der Möglichkeiten Marktforschung Marktsynergien Massenentlassungen Massenpsychologie Matrixorganisation Meckern Mediation / Konfliktmoderation Mehrwert Change-Beratung Mehrwert Change Management Meilensteine Meinungsführer Mengengerüst Menschenbild Merger Merger of Equals Mergers & Acquisitions Messysteme Messung des Projekterfolgs Methoden der Veränderung Methodenwahl Mikropolitik Minderwertigkeitsgefühle Mindset Misserfolgsvermeidung Misstrauen Mitarbeiterauswahl Mitarbeiterbefragung Mitarbeiterbefragung (Fallstudie) Mitarbeiterqualität Mitarbeiterzufriedenheit Mitbestimmung Mitdenken Mitgestaltung Mittelständler Modelllernen Moderation Moral Motivation Motivation zur Veränderung Motivationsaudit Multimedia Multiplikatoren Mut Mutlosigkeit Nachfolge Nachhalten Kulturveränderung Nachhaltigkeit Nachprüfbarkeit Netzwerk-Organisation Netzwerke Neubeginn Newsletter / Zeitung NGOs / Nicht-Regierungs-Organisationen Niederlassungen Nörgeln Non-Profit-Organisationen Nostalgische Vision Notfallplanung Nutzen Change-Beratung Nutzen Change Management Öffentlicher Dienst Öffentlichkeitsarbeit Offene Rechnungen Ohnmacht Open Space Opinion Leader Optimismus Organigramm-Analyse Organisation Orientierung Orientierungsverlust Outsourcing Ownership Partizipation Patt-Situation Perfektionismus Persönliche Ziele Persönlicher Brief Persönlichkeitsentwicklung Persönlichkeitstests Persönlicher Brief Personalabbau Personalabbau (Fallstudie) Personalauswahl Personalbereich <Personalisierung von Konflikten Pessimismus Pflichtgefühl Phasenmodelle Plan B PMI-Nacharbeit (Fallstudie) Polarisierung Politik Portfolio-Management Post-Merger-Integration PR Präsentation Präsentationsstruktur Praxisrelevanz Presseanfragen Private Logik Priorisierung Problembewältigung Problembewusstsein Produktivitätssteigerung Professionalität Profilierung Project Office Projektabbruch Projektabschluss Projektarbeit Projektauftrag Projektauswertung / Evaluation Projektberichte Projekte Projekteinrichtung Projektinfarkt Projektkonzipierung (Fallstudie) Projektkrisen Projektleiter Projektmanagement Projektplanung Projekt-Relaunch Projektsteuerung Projektstruktur Projektstrukturplan Projektteam Projekttypen Projekt-Website Promotion-Package Prozess-Moderation Prozessoptimierung Provozierendes Verhalten Psychologie Pyramiden-Prinzip Qualifizierungsgesellschaft Qualitätsmanagement Qualitätssicherung Quantitativer Veränderungsbedarf Quick Hits Rache Rahmenbedingungen Rationale Konsensfindung Raubbau Real-Time Strategic Change (RTSC) Reaktanz Reden Reengineering Regelignoranten Regeln Regression zum Mittelwert Reibungsverluste Reorganisation Reorganisationen, Kommunikation Reputation / Ansehen Resignation Resilienz Resonanzgruppe Respekt Ressourcenengpässe Ressourcenmangel Restrukturierung Restrukturierung (Fallstudie) Restrukturierung, Kommunikation Reversibilität Review-Meetings Rezensionen Risikobereitschaft Risikomanagement Risikoscheu Rivalitäten ROCE Rollenkonflikte Rollenverteilung RTSC (Real-Time Strategic Change) RTSC (Kulturveränderung Fallstudie) Rückdelegation Rückkanal Rückmeldung Rückwärtsplanung Rundschreiben Sabotage Sachprobleme Sachzwänge Sanierung Sanierung (Fallstudie) Sanktionen Schlechte Nachrichten Schlechtes Image des Projekts Schlusspunkt Schnelle Erfolge Schnittstellen Schönfärberei Schonung Schonungslose Härte Schuldzuweisungen Schulung Schwarzes Brett Schwerpunktsetzung Seilschaften Selbstdarstellung Selbstvertrauen Selbstreflexion Selektive Wahrnehmung Seminar Seminare Change Management Service Shareholder Sinn Slack Social Media Sofortmaßnahmen Sollkultur Sounding Board Sozialauswahl Sozialplan Spartenorganisation Spekulationen Spezis / Spezlwirtschaft Spielregeln Sprachbarrieren Staatsdienst Stakeholders Statistiken zur Website Stehvermögen Steigerung Mitarbeiterqualität Stellenbesetzungen Stimmungskurve Spielregeln Steuergrößen Storyline Storytelling Strategie Strategische Kulturziele Streitbeilegung Strategiekonferenz (RTSC) Strategiekonforme Kultur Stimmungsbarometer Streitkultur Stress Strukturelle Konflikte Strukturelle Konflikte (Fallstudie) Strukturelle Kurzarbeit Subkulturen Supervision Sustainability Synchronisierung Synergieeffekte Tadel Takeover Target Costing Teams Teamprämie Team-Supervision Teamgeist-Unterhöhlung Tendenziöse Wahrnehmung Testimonials Tests Theorie / Praxis Tiefenpsychologie Tochtergesellschaften Tollkühnheit Tools Top-Management Total Quality Management Totalverweigerung TQM Trainierbarkeit Trainingsseminar Transfermaßnahmen Transnationale Zusammenarbeit Trennungsgespräche Turnaround Turnaround (Fallstudie) Typologie Überforderung Überfrachtung Überlebensstrategien Überlegenheit, Streben nach Übernahme Übernahmeschock Überraschungen Überregulierung Überzeugung Überzeugungsarbeit Üble Nachrede Umsetzungsberatung Umsetzungsdisziplin Umsetzungsschwäche Umweltbewusstsein Unberechenbarkeit Unbewusstes Unruhe Unterbewusstsein Unternehmensberater Unternehmensethik Unternehmenskultur Unternehmenskrisen Unternehmensstrategie Unternehmensverkauf Unternehmenswerte Unternehmerische Resilienz Unternehmerisches Denken Unverträglichkeit Kulturen Unvollkommenheit Ursache-Wirkungs-Analyse Value Statement Veränderung der Kultur Veränderungsbedarf Veränderungsbereitschaft Veränderungskonzept Veränderungsmotivation Veränderungsmüdigkeit Veränderungsstrategie Veränderungsziele Verantwortung Verantwortungsbewusstsein Verdeckte Verhandlungen Vergeltung Verhungerndes Projekt Verlierer Vermeidungsziele Versachlichung von Konflikten Verstand und Gefühl Vertrauen Vertrieb Mitarbeiterqualität Vertriebsinformation Verwaltung Verweigerung Verwöhnung Verwundbarkeit Vetternwirtschaft Videos Vier-Augen-Gespräche Vision Vorbereitungsphase Vorbildwirkung Vorerfahrungen Vorgesetztenbeurteilung Vorleben Vorschriften Vorstand Vorstandsbesuche Wachsamkeit Wahrheit Wahrnehmung Wankelmütigkeit Web 2.0 Wehrlosigkeit Weltwirtschaftskrise Werbemittel Werkszeitung Werte Wettbewerbsstrategie Wertschätzung Wettbewerbsvorteile Wichtigkeit Widerstände Willkür Winfried Berner Wir-Gefühl Wirtschaftskrise Wissenschaft Workshops World Café Wut / Ärger Zäsuren Zahlen, Daten, Fakten Zeitung Zentrale / Niederlassungen Zielarten Zieldimensionen Ziele der Kulturveränderung Zielklarheit Zielkonsens Zielkultur Zufriedenheitsmessung Zugehörigkeitsgefühl Zuhören Zukunftskonferenz Zusammenarbeit Zusammenführung Zuspitzung Zuständigkeiten Zustimmung Zweigleisigkeit Zwischenbilanz Zyniker
Die Reform des Betriebsverfassungsgesetzes, die am 28. Juli 2001 in Kraft getreten ist, hat bei Opposition und Arbeitgebern einige Aufregung ausgelöst. Die heftig kritisierten Änderungen betreffen jedoch in erster Linie die Bestimmungen zu "Zusammensetzung und Wahl des Betriebsrats" (§§ 7 – 20). Für das Change Management ist jedoch in erster Linie der umfangreiche vierte Teil des Gesetzes "Mitwirkung und Mitbestimmung der Arbeitnehmer" maßgeblich, und dort ändert sich, abgesehen von der Umstellung auf die Neue Rechtschreibung, nichts Grundlegendes.
Hier eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen im "Vierten Teil – Mitwirkung und Mitbestimmung der Arbeitnehmer" (§§ 74 – 113):
§ 75 Grundsätze für die Behandlung der Betriebsangehörigen. Absatz 2 lautete bislang: "Arbeitgeber und Betriebsrat haben die frei Entfaltung der Persönlichkeit der im Betrieb der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmer zu schützen und zu fördern." Dies wird ergänzt um den Satz: "Sie haben die Selbständigkeit und Eigeninitiative der Arbeitnehmer und Arbeitsgruppen zu fördern."
§ 76 Einigungsstelle. Absatz 3 beginnt nunmehr mit dem Satz: "Die Einigungsstelle hat unverzüglich tätig zu werden." Damit soll Verzögerungsspielchen von Gesetzes wegen vorgebeugt werden.
Schnelle Einigungsstelle
§ 80 Allgemeine Aufgaben. Die allgemeinen Aufgaben des Betriebsrats, die in Absatz 1 aufgeführt sind, werden um vier Punkte ergänzt:
7. ... sowie Maßnahmen zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb zu beantragen;
9. Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des betrieblichen Umweltschutzes zu fördern.Allesamt Erweiterungen, die kaum Auswirkungen auf betriebliche Veränderungsprozesse haben sollten.
Vier neue "allgemeine Aufgaben"
§ 80 Absatz 2 bringt zwei Verdeutlichungen in Bezug auf die Unterrichtungspflichten des Arbeitgebers gegenüber dem Betriebsrat. Sie "erstreckt sich auch auf die Beschäftigung von Personen, die nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Arbeitgeber stehen." Also zum Beispiel auf Leiharbeiter im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung, aber vermutlich auch auf Unternehmensberater.
Unterrichtungs-pflichten
Außerdem führt ein neuer Satz 3 so genannte Auskunftspersonen ein: "Soweit es zur ordnungsgemäßen Erfüllung der Aufgaben des Betriebsrats erforderlich ist, hat der Arbeitgeber ihm sachkundige Arbeitnehmer als Auskunftspersonen zur Verfügung zu stellen; er hat hierbei die Vorschläge des Betriebsrats zu berücksichtigen, soweit betriebliche Notwendigkeiten nicht entgegenstehen." Diese Auskunftspersonen sind ausdrücklich in das Benachteiligungs- und Bevorzugungsverbot des §78 einbezogen.
Völlig neu ist der § 86a, der ein Vorschlagsrecht der Arbeitnehmer gegenüber dem Betriebsrat einführt und damit die Stellung der Mitarbeiter gegenüber dem Betriebsrat (!) stärkt:
"Jeder Arbeitnehmer hat das Recht, dem Betriebsrat Themen zur Beratung vorzuschlagen. Wird ein Vorschlag von mindestens 5 vom Hundert der Arbeitnehmer des Betriebs unterstützt, hat der Betriebsrat diesen innerhalb von zwei Monaten auf die Tagesordnung einer Betriebsratssitzung zu setzen."
§ 87 Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats in sozialen Angelegenheiten – wahrscheinlich die zentrale Bestimmung für das Change Management! – wurde um einen Punkt ergänzt; sie beziehen sich nunmehr ausdrücklich auch auf:
Auch der Bereich der freiwilligen Betriebsvereinbarungen (§ 88) wurde um zwei Punkte erweitert:
1a. Maßnahmen des betrieblichen Umweltschutzes;
4. Maßnahmen zur Integration ausländischer Arbeitnehmer sowie zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Betrieb.
Freiwillige Betriebs-
Insgesamt räumt das neue Betriebsverfassungsgesetz dem betrieblichen Umweltschutz einen neuen und hohen Stellenwert ein. Er wurde auch in § 89 aufgenommen, der sich bislang nur auf den Arbeitsschutz bezog. So heißt es in Absatz 1:
In Absatz 2 wurde neu hinzugefügt:
Ganz neu ist der Absatz 3:
Auch bei den Aufgaben des Wirtschaftsausschusses (§ 106) wurde als Punkt 5a der betriebliche Umweltschutz eingefügt.
Völlig neu ist auch der § 92a, der dem Betriebsrat ein Initiativrecht in Sachen Beschäftigungssicherung gibt:
(2) Der Arbeitgeber hat die Vorschläge mit dem Betriebsrat zu beraten. Hält der Arbeitgeber die Vorschläge des Betriebsrats für ungeeignet, hat er dies zu begründen; in Betrieben mit mehr als 100 Arbeitnehmern erfolgt die Begründung schriftlich. Zu den Beratungen kann der Arbeitgeber oder der Betriebsrat einen Vertreter des Arbeitsamtes oder des Landesarbeitsamtes hinzuziehen."
Diese Änderung könnte für das Change Management eine gewisse Bedeutung erlangen – nicht, weil der Betriebsrat dadurch zusätzliche Veto-Möglichkeiten erhält, sondern weil er selbst die Initiative ergreifen kann und weil der Arbeitgeber sich mit diesen Vorschlägen auseinandersetzen muss.
Entsprechend erhielt der Betriebsrat auch in § 97 Absatz 2 bei der Berufsbildung ein neues Initiativrecht: "Hat der Arbeitgeber Maßnahmen geplant oder durchgeführt, die dazu führen, dass sich die Tätigkeit der betroffenen Arbeitnehmer ändert und ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht mehr ausreichen, so hat der Betriebsrat bei der Einführung von Maßnahmen der betrieblichen Berufsbildung mitzubestimmen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so entscheidet die Einigungsstelle. Der Spruch der Einigungsstelle ersetzt die Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat."
Anpassungs-fortbildung
Nicht geändert wurden leider die kryptischen, nur über umfangreiches Studium von Kommentaren und Rechtssprechung interpretierbaren §§ 94 und 95 zu Personalfragebögen, Beurteilungsgrundsätzen und Auswahlrichtlinien. Lediglich die Schwelle, ab der der Betriebsrat die Aufstellung von Auswahlrichtlinien verlangen kann, wurde von früher 1.000 auf jetzt 500 Arbeitnehmer abgesenkt.
Der vollständige und aktuelle Gesetzestext, einschließlich nachträglicher Änderungen, kann von der Gesetzesdatenbank JURIS heruntergeladen werden.
© 2002 Winfried Berner / letzte Revision 2.12.2017 – vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, gleich in welcher Form, honorarpflichtig und nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung / Zitate im üblichen Umfang mit Quellenangabe gemäß wiss. Zitationsregeln zulässig. Näheres siehe Nutzungsbedingungen.

References: § 75

§ 76

§ 80

§ 80
 §78
 § 86

§ 87
 § 89
 § 92
 § 97