Source: http://www.ckutter.ch/geschichte
Timestamp: 2020-07-12 20:27:31+00:00

Document:
Hintergründe zur Dokumentation
"Das Wissen ist nützlich; es wird aber soviel Wissen verbreitet, dass das, was wir gerade wissen möchten, vom Wissen zugedeckt wird und uns verschlossen bleibt, wenn wir den Zugang zu dem von uns gesuchten Wissen nicht kennen. Dokumentation lehrt, wie man das, was man wissen möchte, wieder findet."
Jede Bibliothek, jede Ablage besteht aus einer Anreihung von Akten (Dokumentation im Registraturbüro). Somit ist auch die Ordnung primär eindimensional, weil nur ein Sortierkriterium für die Aufbewahrung der Originaldokumente verwendet werden kann. Um ein Dokument wiederzufinden, muss man die Einordnung nachvollziehen können. Dies führt dazu, dass die Anzahl der Regeln mit den Aktenbergen anwachsen. Eine Verbesserung bringen Stichworte und Hilfskarteien. Damit ist das Wiederauffinden eines bestimmten Dokumentes über verschiedene Wege möglich.
In diesem Bereich hat sich Fritz Kutter verdient gemacht. Mit seiner erstmals 1928 erschienen Literaturkartei zur Getränkebranche hat er eine der ersten branchenbezogenen Literaturkarteien geschaffen. Die Idee beschreibt er im Vorwort seines Buches 5 x W: Wissen: wo - wie - wer - was , Einführung in die Aktenablage und Literaturauswertung:
"Als ich 1926 als junger Chemiker an der Versuchsstation Schweizerischer Brauereien Brauereirohstoffanalysen und Bieruntersuchungen durchzuführen hatte, entschloss ich mich, von den in der Fachpresse erscheinenden Publikationen kurze Referate herzustellen. Genau so wie das Chemische Zentralblatt für jeden Chemiker unentbehrlich ist, dachte ich mir, müssten auch die kurzen Auszüge aus der Brauereiliteratur jedem Brauer nützliche Dienste leisten. Anstatt diese in einer Zeitung zu drucken, was üblich war, publizierte ich sie auf Karten; diese bildeten den Grundstock einer Literaturkartei, welche fortlaufend ergänzt werden kann. Im November 1928 erschienen in Verbindung mit der Schweizerischen Brauerei - Rundschau die ersten 16 Karten. Seit diesem Zeitpunkt ist die Kartothek der Getränkeliteratur in monatlichen Lieferungen erschienen."
Die mit solchen Karteien verbundene Arbeit kann man heute kaum mehr erfahren. Die elektronische Informationsverarbeitung hat hier Möglichkeiten eröffnet, die unseren Vorfahren verschlossen waren. Ohne ihre Vorarbeit wären aber heute vernetzte Suchen nicht durchführbar.
"So wurde Dokumentation für mich ein Hobby, welches mich gleichzeitig dazu zwang, der Allgemeinbildung grösste Beachtung zu schenken. "
Heute ist daraus mit IT - Information Technology - ein eigener Wirtschaftszweig entstanden.
Fritz Kutter 1902-1985
1920 - 1924 Chemie-Studium an der ETH Zürich
1926 Dissertation "Die Prüfung der Milchsäure" und Mitarbeit bei der 5.Ausgabe der Pharmakopoe Helvetica
1928 Publikation der Schmelzpunkttabellen
1934 - 1948 Betriebsleiter und technischer Direktor der Brauerei Falken sowie Unipektin
1935 Initiant und Mitgründer der Schweizerischen Vereinigung für Dokumentation
1936 - 1973 Entwicklung der instriellen Dokumentation
1940 - 1973 Redaktor und Vertragsleiter
ab 1949 Ingenieurbüro für die Getränkebranche, Bauprojekte und Expertisen
1951 Koordinierte Klassifikation (437 Seiten)
1952 - 1960 Kurse über industrielle Dokumentation
1964 5*W: Wissen wo-wie-wer-was (94 Seiten) mit Sachwortregister
1975 Gründung des Dokumentationsfonds an der ETH Zürich
Reglement für den Fritz Kutter Fonds
(vom 24. November 2015)
Die Schulleitung der ETH Zurich, gestutzt auf Art. 5 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes uber die Eidgenossischen Technischen Hochschulen vom 4. Oktober 1991 (SR414.110) sowie Art. 45 Abs. 3 des Finanzreglementes der ETH Zürich vom 28. September 2005 (RSETHZ 245), verordnet:
Art.1 Zweck
(1) Unter dem Namen "Fritz-Kutter-Fonds" besteht an der ETHZ ein Sondervermogen, das auf eine unter wesentlicher Mithilfe von Herrn Dr. Fritz Kutter (1902-1985) zustande gekommene Schenkung aus dem Jahre 1975 zuruckgeht; nach der Schenkungsurkunde sind aus dem Vermögen und dessen Ertragen nach Massgabe eines von der Schulleitung der ETH Zurich zu erlassenden Reglements Geldpreise zur Auszeichnung wertvoller Arbeiten auf dem Gebiete der praxisorientierten lnformatik auszurichten.
(2) Als Preistrager/innen kommen Absolventen/Absolventinnen einer schweizerischen Hochschule oder Universität in Frage, die vorzugsweise in ihrer Abschlussarbeit (Master-, Bachelor-, Diplom-, Lizentiats- oder Doktorarbeit) eine praxisgerechte Losung im Bereich der lnformationsverarbeitung vorschlagen oder eine nutzbringende lmplementierung von Erkenntnissen der lnformatik im wirtschaftlichen Umfeld beschreiben.
Art. 2 Vorschläge für die Preisverleihung
Professoren/Professorinnen und Dozenten/Dozentinnen schweizerischer Hochschulen oder Universitäten konnen dem Rektor/der Rektorin der ETH Zürich zuhanden des Fondskuratoriums bis am Ende des Fruhjahrssemesters (der Abgabetermin wird durch das Kuratorium festgelegt) begrundete Vorschlage zur Verleihung von Preisen an diejenigen Absolventen/Absolventinnen unterbreiten, deren Arbeit vor weniger als einem Jahr vom Vorschlagsdatum gerechnet eingereicht wurden. Die Eingabe erfolgt in elektronischer Form. Sie muss von einem Schreiben des betreuenden Professors/der betreuenden Professorin begleitet sein, das aile notigen Angaben zur Arbeit und zum Autor/zur Autorin enthalt und gleichzeitig bestatigt, dass die Arbeit nicht für einen anderen Preis eingereicht worden ist.
Art. 3 Fondskuratorium
(1) Über die Verwendung des Fondskapitals und der -ertrage entscheidet ein besonderes Fondskuratorium.
(2) Es bestimmt den Preistrager/die Preistragerin aus dem Kreise der Vorgeschlagenen, sofern Arbeiten von hoher wissenschaftlicher Qualitat vorliegen, setzt die Hohe der Geldpreise fest und entscheidet uber die sonstige Verwendung des Fondsvermögens.
(3) Das Fondskuratorium setzt sich wie folgt mindestens aus drei Mitgliedern zusammen, von denen nicht mehr als zwei Drittel einer Hochschule oder Universität angehören sollen:
a) Von Amtes wegen gehört ihm der Rektor/die Rektorin der ETHZ oder eine von ihm bezeichnete Person an;
b) Ferner gehört ihm ein Angehöriger der Familie Dr. Fritz Kutter oder eine von dieser bezeichnete Person an;
c) Diese beiden bestimmen die Zahl der übrigen Mitglieder, wählen weitere Mitglieder und ernennen sie in der Regel auf eine vierjährige Amtsdauer; Wiederwahl ist zulässig.
(4) Das Fondskuratorium konstituiert sich selbst. Es versammelt sich auf Einladung seines/seiner Vorsitzenden, mindestens aber einmal pro Jahr. Es kann sich eine Geschäftsordnung geben und Experten/Expertinnen zu seiner Beratung beiziehen.
Art. 4 Preisverleihung
Die Verleihung der Preise soll im Rahmen einer geeigneten akademischen Feier erfolgen.
Art. 5 Fondsverwaltung
(1) Die Abteilung Rechnungswesen der ETH Zürich verwaltet das Fondsvermogen. Das Interne Audit des ETH-Bereichs Obt die Finanzaufsicht aus.
(2) Die Auszahlung der Preise erfolgt durch die Abteilung Rechnungswesen der ETH Zürich.
(3) Dem Fonds dürfen jederzeit Zuwendungen mit gleicher oder 'ähnlicher Zweckbestimmung zufliessen. Nicht verwendete Zinsen werden zum Kapital geschlagen.
Art. 6 Auflosung des Fonds
(1) Falls wahrend fünf Jahren keine Preise ausgerichtet worden sind, wird der Fonds aufgelöst und das verbleibende Kapital geht an die ETH Zürich zur freien Verfügung.
(1) Dieses Reglement tritt am 1. Januar 2016 in Kraft.
(2) Das Reglement vom 16. September 1987 wird aufgehoben.
Der Präsident: Guzzela
Der Generalsekretär: Bretscher

References: Art. 5
 Art. 45

Art.1

Art. 2

Art. 3

Art. 4

Art. 5

Art. 6