Source: http://gib-bremen.info/zuverdienst.php?DOC_INST=11
Timestamp: 2018-12-15 19:24:26+00:00

Document:
Zuverdienst nach §11(3): 2-Jahres-Evaluation
Das Bremer Modellprojekt zur Umsetzung von Beschäftigungsgelegenheiten nach § 11 (3) SGB XII formuliert 1) die Aktivierung im Alltagsleben, 2) die Freilegung, Ansprache und der Ausbau von beschäftigungsrelevanten Kompetenzen, 3) die Orientierung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. auf die beschäftigungsintegrativen Instrumente des SGB II und 4) den Auffang von Rückkehrern aus der Leistungs- und Kostenträgerschaft des SGB II in eine Tätigkeit gem. § 11 (3) SGB XII als Zielvorgaben. Nach 24 Monaten (Zeitraum 01.07.2009 – 30.06.2011) nehmen die Leistungsanbieter und der Kostenträger eine zweite Analyse vor. Von insgesamt 229 TeilnehmerInnen befanden sich noch 134 Personen nach Abschluss der 24 Monate in der Maßnahme. 113 TeilnehmerInnen (=49%) haben sich insofern in der Maßnahme verstetigt, als dass sie seit Beginn (> 24 Monate, 67 TeilnehmerInnen) bzw. mehr als 6 Monate (46 TeilnehmerInnen) regelmäßig an Arbeitsprozessen teilgenommen haben. In den Fallgruppen wurde gemäß der Anforderungsprofile eine aufsteigende durchschnittliche Monatsstundenleistung erbracht (FG 1 = 27,9h, FG2 = 52,7, FG3 = 70,1h), jedoch lagen diese Werte in allen Fällen ca. 50% unterhalb des im Vorfeld angenommenen bzw. kalkulierten Wertes. Es wurden somit erfolgreich eine Vielzahl an KlientInnen aktiviert und im Angebot verstetigt (Zielsetzung 1). Zwei arbeitsmarktnah agierende Träger haben bei TeilnehmerInnen der Fallgruppen 0-3 (n = 28) die Verhältnismäßigkeit von An- und (entschuldigten und unentschuldigten) Abwesenheiten vom Beschäftigungsplatz ermittelt. Die Messung ergab, dass TeilnehmerInnen 70-94% der individuell vereinbarten Arbeitszeit am Arbeitsplatz waren bzw. 6-24 % entschuldigt und nur 0-6% unentschuldigt dem Arbeitsplatz fernblieben. TeilnehmerInnen zeigten hier ein hohes Maß an Synchronisationsfähigkeit mit einer fremdbestimmten Tagesstruktur sowie eine ausgeprägte Regelkonformität (z.B. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem 1. Krankheitstag). Die hier ermittelten Zahlen sowie einhergehende ähnliche Einschätzungen weiterer Träger belegen, dass TeilnehmerInnen mit den Anforderungen sowie der Qualität der angebotenen Beschäftigungsumgebungen zufrieden und in der Mehrzahl nicht überfordert waren. Gemäß des Anspruches v.a. der arbeitsmarktnahen als auch noch niedrigschwelligerer Beschäftigungsgelegenheiten wurden bei TeilnehmerInnen somit erfolgreich beschäftigungsrelevante Kompetenzen angesprochen, freigelegt und ausgebaut (Zielsetzung 2). Im Hinblick auf die Fluktuationsfaktoren pro Fallgruppe (Anzahl aller TeilnehmerInnen einer FG geteilt durch die Anzahl der noch teilnehmenden Personen nach 24 Monaten) zeigt die Fallgruppe 2 neben der Fallgruppe 0 die höchste Fluktuation. Es wird angenommen, dass das Anforderungsprofil der FG 2 stark polarisierende Wirkung hat und demzufolge TeilnehmerInnen dieser FG den Anforderungen unmittelbar standgehalten haben oder überfordert waren und im letzteren Fall aus der Maßnahme ausgeschieden sind. Die hohe Fluktuation bei der FG 0 erklärt sich durch die begrenzte Aufenthaltsdauer von TeilnehmerInnen, die in Wohnheimen untergebracht sind und quasi 'befristet' an der Maßnahme partizipieren. Im Idealfall wechseln MaßnahmeteilnehmerInnen sukzessive und aufsteigend die Fallgruppen, wechseln in die Leistungs- und Kostenträgerschaft des SGB II oder finden eine Erwerbsarbeit (Zielsetzung 3). Die Messungen zeigten, dass, abgesehen von Fallgruppenaufstiegen aus der 'Nachrückergruppe' FG0, 9 Personen aus der FG 1 leistungsbezogen in FG 2 gewechselt sind.
Zuverdienst nach §11(3): 2-Jahres-Bericht 2009-2011
Zuverdienst nach §11(3): 1-Jahres-Bericht 2009-2010
Scheer, M., Bennecke, R., Oetjen, H., v. Schwarzkopf, J., Schwarz, B., Lorenz, E., Höppner, B., Hagen, A. & Rösner, J. (2010) Aktivierende Hilfen gem. §11(3) SGB XII in Bremen - sozialintegrative Tätigkeiten für psychisch und suchtkranke Menschen. Gemeinsamer 12-Monatsbericht der Leistungsanbieter und des Kostenträgers. Bremen, 18 Seiten. (pdf ...hier...)

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