Source: http://tombbloggt.blogspot.de/p/nazi-sprache-vergleiche-es-ist-schon.html
Timestamp: 2017-08-18 02:52:12+00:00

Document:
tombbloggt: (Nazi-) Sprache / Vergleiche
Es ist schon einige Jahre her. Vor dem Eingang des jobcenters (damals noch ARGE) war ein genehmigter Infostand kritischer Gruppen aufgebaut.
Zahlreiche Flyer, Broschüren, etc. waren ausgelegt. Und m.E. waren ca. 85 % der Inhalte zumindest absolut diskussionswürdig.
Oftmals wurde mit dem Megaphon einiges sehr laut in Richtung des Gebäudes gerufen. Ein Nachteil davon war dann schon, dass unsere Kund_innen sich teils nur noch schwer mit den Mitarbeiter_innen an der Infotheke verständigen konten. Aber nun ja. Ist ja nicht immer.
In der Mittagspause schaute ich mir die Flyer und Broschüren etwas näher an, verweilte dort ein wenig. Die "Chefin" der ganzen Aktion stand einen Meter neben mir, ergriff wieder einmal das Megaphon und rief sehr lautstark hinein: "Wer in diesem Gebäude arbeitet ist in jedem Falle zumindest nicht besser, als die Mitläufer im Nazi - Reich!!"
Auf twitter bezeichnete einmal ein mir zuvor bekannter Musiker und politisch aktiver Mensch die jobcenter als die "KZs der Neuzeit zur Vernichtung menschlichen Lebens".
Auf Nachfrage bestätigte er mir, dass er mich da ausdrücklich mit einschließe, in diese Vorwürfe.
Auf youtube ist vermutlich noch heute ein "Informationsvideo" zu sehen. Dort hält ein durchaus intelligenter Herr Vorträge über Hartz IV, u.ä. Als erste Folie erscheint ein riesiger, unverkennbarer Judenstern - optisch ein wenig "umgemodelt" auf "Hartzler". Die Zuhörenden finden daran anscheinend nichts besonderes, als der Vortragende von seiner "scherzhaften, kleinen Provokation" redet, lacht man wohlwollend.
Mich aber graust es. Und ein deutlicher Schrecken erfasst mich und große Angst beschleicht mich.
Es ist nicht so, dass ich kein Verständnis für starke Emotionen hätte. Nicht immer, aber sehr oft zu Recht fühlen sich Betroffene falsch und schlecht und ungerecht behandelt.
Man FÜHLT (!) sich versklavt, man fühlt sich schikaniert.
Einem eher handwerklich - praktisch ausgebildeten oder erfahrenen Menschen, der aus dem jobcenter heraus kommt und grad soeben mies behandelt wurde: dem würde ich es niemals übel nehmen, wenn ihm in der ersten Erregung ein: "Diese Sklaventreiber - das sind doch Nazimethoden!" entfährt.
Von allen Anderen erwarte ich aber deutlich mehr.
Kennen wir nur noch und ausschließlich SUPERLATIVE? Wie glaubhaft wirken wir als Kritiker mit diesem Brutalo - Slang?
Und - wie gehen wir dadurch mit den wirklichen Opfern des Nazi - Terrors um?
Ein mies gelaunter, sozial wenig kompetenter (da fehlbesetzter) PAP, der einem eine sinnlose Maßnahme anbefohlen hat (da diese unbedingt schnell voll besetzt sein muß) und der auch nicht vergessen hat, auf die zu erwartenden Geldkürzungen hinzuweisen, wenn man nicht antritt. Und dies ist dann auch noch derselbe PAP, den man sonst nie erreicht und der eigene, sinnvolle Vorschläge zuvor arrogant vom Tisch wischte. Und bei dem man heute 45 Minuten warten mußte, bis man endlich dran war.
... das sind dann so sechs bis sieben Gründe, aus denen heraus man einen wahrhaft heiligen Zorn entwickeln kann.
Es gibt da dann auch schon mal Bombendrohungen (selbst im Hause erlebt: 2) und Amokdrohungen (selbst im Hause erlebt: 1), Ziegelsteinwürfe auf die Eingangstür (selbst im Hause erlebt: 1) und ähnliches.
Solche Aktionen führen zu Räumungen, alle Arbeiten werden für mehrere Stunden unterbrochen. Den Bearbeitungszeiten tut das nicht gut.
Dennoch habe ich für solche Reaktionen durchaus Verständnis.
KEIN Verständnis dagegen habe ich für Nazi - Vergleiche.
Die Nazis haben einen Weltkrieg vom Zaun gebrochen mit Abermillionen Toten. Volksgruppen wurden systematisch vernichtet. Menschen wg. ihrer "Rasse", richtiger: Religion, vertrieben, vergast, ermordet. Mütter vor ihren Kindern vergewaltigt, lebenden und toten Menschen die Goldzähne aus dem Mund getreten. Menschen mußten - wohlwissend, was gleich darauf geschehen würde - ihr eigenes Massengrab ausheben.
Ein Konzentrations - Lager ist NICHT vergleichbar mit der Pflicht, sich für Termine am nächsten Werktag bereit zu halten und bei Verstoß dagegen 10% des Regelsatzes für drei Monate zu riskieren. Außer man hat einen wichtigen Grund. Dann nicht mal das.
In einem Konzentrationslager war man nämlich wirklich gefangen. Männer, Frauen, Kinder, Alte, Kranke. Zumeist bis zum baldigen Tod. Bei schlechter Ernährung, ohne jede Chance und bei WIRKLICHER Zwangsarbeit.
Ähnliches gilt übrigens auch für die gern genommenen "Sklaverei - Vergleiche". Der Sklave war eine SACHE, seine Tötung durch Nichtbesitzer Sachbeschädigung. Schon beim Transport in die USA starben viele, oft der überwiegende Teil. Er hatte keinerlei Rechte. Es gab keinerlei Freizügigkeit, keine Beratungsstellen, keine Sozialgerichte, kein Garnichts. Die Arbeitsverpflichtung war nicht, wie bei so genannten 1, - Euro - Jobs, 5 mal in der Woche 6 Stunden, sondern in der Regel zumindest 6 Mal in der Woche 12 Stunden. Eher mehr. Und Urlaub gab es auch nicht.
Es gibt sehr zahlreiche Bezeichnungen und Vergleiche die wesentlich zutreffender und genauer sind.
Unfähigkeit, Unqualifiziertheit, soziale Inkompetenz, etc. pp.
Das SGB II mag man als verfassungsrechtlich zweifelhaft und bedenklich, als unethisch, oder auch als unwürdig bezeichnen.
Aber warum kann man nicht die Sklaven und die Nazis aus dem Spiel lassen?!
Ich hörte dann mal von jemandem:
"Och, joh ... Reg` Dich doch nicht auf! Der eine übertreibt halt gern ein bisschen - der andere nicht. Ist doch egal. Man weiß doch, was gemeint ist!"
Nun. Es ist so. Ich bin Antifaschist. Ich lehne Gruppierungen wie den NSU, die NPD und einige sich vorerst harmloser gebende Gruppen und Banden strikt ab!
Und ich bin auch NICHT der Meinung, dass man das "Holocaust - Zeugs doch endlich mal vergessen sollte".
In zehntausend Jahren nicht! Warum auch? Sich daran zu erinnern, dass Antisemitismus, dass Rassenhass allgemein, dass das Anzetteln von Weltkriegen, dass Diktaturen etwas äußerst entsetzliches und schreckliches sind - warum sollte man das vergessen?!
Genau das (!) tun aber Menschen, die ganz nebenbei, ganz belanglos und beliebig, gewohnheitmäßig zu Nazivokabeln greifen! Begriffe wie "Nazi", "KZ" und ähnliche werden herabgewürdigt zu Vokabeln wie "üble Sache", "unprofessionell und unethisch", "höchst ärgerlich und dringend änderungsbedürftig". Ersatzweise kann man auch ein paar Vokabeln aus der Fäkalsprache einsetzen.
Und eben dies ist eine Verhöhnung der wahren Opfer früherer Zeiten. Eben dies ist auf ihr Angedenken gespuckt. So empfinde ich das. Und so ist es auch.
Und -es beinhaltet eine Verharmlosung.
Und genau daher erklärt sich meine - oft auch klar geäußerte - Ablehnung gegen derlei Hassreden. Ich für ein BGE. Und gegen das ALG II - System. Aber ich bin auch Antifaschist!
Ich möchte mit einigen noch allgemeineren Anmerkungen schließen.
Es gibt mittlerweile schon zwei Petitionen, die ich NICHT unterzeichnet habe (neben etlichen, die ich sehr wohl unterzeichnet habe, versteht sich).
Grund war jeweils eine mißverständliche und / oder sehr grobe / rüpelhafte Sprache. Ich halte derlei zwar für emotional entlastend für die Verfasser_innen - der Sache aber dient es nicht.
Wer viele Unterschriften aus allen Gesellschaftsschichten sammeln möchte - sollte sich da schon etwas Mühe geben, finde ich. Und wer das nicht selbst kann: wird sicher Helfer finden. Wenn er will.
Und nein: das muß der Eindeutigkeit und der Vermittlung von Betroffenheit keineswegs abträglich sein!
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 9. August 2013 um 16:32
Zensiert, d.h. nicht als öffentlich lesbar freigegeben habe ich den längeren Post eines gewissen Herrn Pan Tau von 13:00 Uhr.
Ich zitiere einen einzigen, typischen Satz:
"... Es gibt unzählige Beweise, dass Hitler keinen Krieg angezettelt hat, ja genau das Gegenteil ist der Fall. ..."
Man mag das Zensur nennen - man kann es auch anders sehen. Herr Tau hat weiterhin überall die Möglichkeit sich zu äußern - er kann gar einen eigenen Blog zu dem Thema eröffnen, wie toll doch Adolf Hitler war, wenn er das wünscht.
Hier brauche ich das aber nicht und hier will ich das auch nicht.
Anonym 11. August 2013 um 22:02
Als ein von Hartz IV Betroffener finde ich die Nazi- und Sklaven-Vergleiche auch eher unpassend. Sie sind wohl in erster Linie als Ausdruck einer emotionalen Empörung zu verstehen.
Allerdings bedeutet ein Vergleich keine Gleichsetzung und die Schikane ist sicher nicht immer nur eingebildet.
Was gerne verschwiegen wird: "fördern und fordern" ist nichts anderes als eine Übersetzung von "help and hassle" (helfen und schikanieren).
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 11. August 2013 um 23:40
Guten Tag "Anonym 11. August 2013 22:02",
ja, natürlich - das ist Betroffenheit und Empörung.
Die zu nicht geringem Teil auch berechtigt und in den meisten Fällen zumindest sehr verständlich ist.
Schikanen, weil der Andere ein schlechter Mensch ist - wird es auch geben. Zumeist aber sind unpassende Qualifikation, Überforderung, Druck von oben und die unbewußt empfundene eigene Machtlosigkeit mit auslösend für derart inhumanes und unprofesionelles Handeln. Und daran ließe sich einiges ändern.
Nazi - Vokabeln sollte man dennoch bei schriftlichen Äußerungen und bei öffentlichen Diskussionen weglassen. Sie nutzen niemandem und auch der Sache nicht, schaden ihr eher.
Anonym 29. Oktober 2013 um 18:26
So sehe ich das im Allgemeinen auch. Naziparolen haben noch nie geholfen und zeigen auch eine unangemessene Gesinnung.
Wenn man aber bedenkt, wem man die Schikane Hartz IV verdankt, einen verurteilten Verbrecher, der durch seine Millionen dem Knast entgangen ist, kann ich die Wut verstehen. Sanktionen fuer Amre, Belohnung fuer Reiche. Ist das OK?
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 6. November 2013 um 23:11
... ist es selbstverständlich nicht.
Und emotional, gefühlsmäßig HABE ich absolut Verständnis.
Im persönlichen Gespräch. In geschützten Bereichen von Foren. Im Chat.
Aber nicht öffentlich, nicht in Blogposts und Flugblättern, u.ä.
Da ist es absolut schädlich und verhindert breite Bündnisse gegen Hartz IV.
Eine klare, deutliche Sprache. Unzweifelhafte, konkrete Beispiele. Angabe von Gründen und Belegen für die Verurteilung von Hartz IV.
Trauer und Schmerz zeigen über das, was Menschen geschieht!
Und dann ist es genug.
"Nazi- und Mörder- Vergleiche" sind nicht notwendig. Es ist auch so weitaus schlimm genug. Leider.
Ellen 13. August 2013 um 14:37
Zitat:"Nazi - Vokabeln sollte man dennoch bei schriftlichen Äußerungen und bei öffentlichen Diskussionen weglassen. Sie nutzen niemandem und auch der Sache nicht, schaden ihr eher."
Zwar sehe ich durchaus Paralellen zu den Anfängen (!) der NS-Zeit - die Entmenschlichung der damaligen Opfer fing nun einmal nicht erst mit Deportationen und Massengenozid an - dennoch verbietet sich ein pauschaler Rundumschlag unter Nutzung von unsäglichen Vergleichen.
Vermutlich ist es aber - insbesondere im Schriftverkehr - schwierig für die Betroffenen, ganz sauber zu differenzieren. Der emotionale Anteil ist hoch, die Wut, die Ohnmacht den Ungerechtigkeiten gegenüber lässt ein systematisches Vergleichen kaum zu. In erster Linie dienen diese Begriffe als Ventil, denke ich.Dass "man" mit der Nutzung solcher Begriffe wie "KZ-Wächter" für SB's (beispielsweise)es höchstwahrscheinlich nicht schafft, Nichtbetroffene zu sensibilisieren,wird ausgeblendet.
In einem anderen Kommentar verlinkte ich ja zu einem Beitrag eines ehemaligen SB.Dieser Argumentation ist nichts entgegen zu setzen.
Sinnvoll wäre es vielleicht, eine Art Synopse zu erstellen um aufzuzeigen, wie sehr - in Wort und Tat - die systematische Abwürdigung, Entmenschlichung ect. im Vergleich Anfang (!) NS-Zeit und heute sich ähneln. Wie sehr sich teils auch aktueller und damaliger Duktus ähneln.(Hugenberg 1933 “Sozial ist, wer Arbeit schafft.” vs. "sozial ist, was Arbeit schafft")
Dieses Thema versachlicht und ent-emotionalisiert anzugehen, scheint aber seitens der Betroffenen schwer bis unmöglich.
Das ist zwar bedauerlich, verstehen kann ich es dennoch...
Anonym 25. August 2013 um 20:17
guter beitrag ..treffend , dem ich zustimme ..als praktiker und helfender laie .
ich möchte noch drauf hinweisen , das das erbe der gedanken /vorurteile aus den finstersten zeiten der deutschen geschichte wahrlich im "kollektiven "gedächtnis der menschen(in deutschland ) fest sitzt ..
ich verweise auf den "asozialen -begriff "
der dem heutigen begriff /begriffsauslegung doch sehr ähnelt.
"der Begriff „Asoziale“ eine übliche Sammelbezeichnung für als „minderwertig“ bezeichnete Menschen aus den sozialen Unterschichten („Ballastexistenzen“), die nach NS-Auffassung sozialen Randgruppen zugehörten oder schwere Leistungs- und Anpassungsdefizite aufzuweisen hätten. Menschen und Menschengruppen wurden so als Ressourcen verbrauchende „Schädlinge“ und „unnütze Esser“ etikettiert, für die die als „gutwillig“ und „fleißig“ bezeichnete Mehrheit der „Volksgemeinschaft“ zu ihrem Nachteil aufkommen müsse"
wobei man den begriff "volksgemeinschaft "mit "steuerzahler "gleichsetzen /ersetzen kann und "schwere Leistungs- und Anpassungsdefizite "werden langzeitarbeitslosen auch "angedichtet "(manche werden sie haben , ohne abrede )..aber, die generaliesierung /verallgemeinerung macht die "würze "und ist , aus meiner sicht auch so gefährlich .
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 25. August 2013 um 21:21
Guten Tag "Anonym 25. August 2013 20:17".
Da ist sicher etwas daran. Zuweilen sehe ich allerdings auch pures Theoretikertum und große Gedankenlosigkeit hinter manchen Formulierungen.
Keine gezielte "Verschwörung gegen das Volk" oder Vernichtungswillen.
Was es natürlich aber nicht besser macht.
Ich plane schon länger da noch etwas ausführlicheres dazu zu schreiben.
IMHO hat es der Kapitalismus überhaupt nicht nötig und es wäre ihm auch nicht dienlich Menschen "in den Tod zu treiben".
Menschen werden von ihm gebraucht.
Als Produktionsmittel. Als Konsumenten. Und einen Teil "Unterschicht", um die Mittelschicht gefügig und fleißig zu halten, zur Abschreckung.
Aber das waren jetzt nur kurze Schlagworte.
(Und nein: ich bin kein Kommunist.)
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 13. August 2013 um 20:34
ja, genau so würde auch ich es ausdrücken, sehr gut formuliert, finde ich!
Es fragt sich m.E. trotzdem noch, ob man auch bei vorsichtigen Vergleichen selbst entsprechende Begriffe einführen sollte. Besser ist es doch ohnehin, sie entstehen ggf. von selbst in den Köpfen der Leserinnen und Leser.
Andernorts schlug jemand die Begriffe"Autoritärer Staat" und"Autoritäres System" (=hier eben das aktuelle ALG II - System) vor ...
Das finde ich einigermaßen genial.
Es ist klar, es ist ebenfalls semantisch negativ behaftet, aber es ist nicht überzogen und fanatisch.
Ich meine es so, dass man (halb)wissenschaftlich eine Analyse vornehmen sollte, ausgehend von diesen Begrifflichkeiten.
Unsere Gesellschaft behauptet von sich, eine freie, aber soziale Marktwirtschaft zu besitzen. Die Staatsform sei eine föderale Bundesrepublik und das Politische System ein demokratisches.
Viele große Parteien führen ein "C" für christlich, oder ein "S" für Sozial im Namen.
Wie aber steht es in der Praxis mit christlichen und sozialen Rechten und Pflichten? Wie frei ist die Bevölkerung, wie demokratisch werden Gesetze erlassen und durchgesetzt?
Erfüllt diese Gesellschaft, erfüllt unsere Regierung noch ihre entsprechenden selbst auferlegten Maximen, Prinzipien und Pflichten gegenüber den Menschen?
Oder geschieht dies eben nicht? Welche autoritären Strukturen, Handlungen und Sanktionen "blühen auf", werden eingeführt und umgesetzt / durchgesetzt?
Andi 20. August 2013 um 09:03
Einen Vergleich mit dem Dritten Reich sehe ich als durchaus geboten, es geht nicht darum das die Opfer angeblich verhöht werden (WO bitte schön?),
sondern darum den Anfängen zu wehren ("Die Toten mahnen uns", oder "Wie konntet IHR das zulassen"), wir sind mittlerweile wieder soweit, und wieder will keiner hinsehen, wieder wird beschwichtigt (Die Zugführer im 3. Reich fühlen sich zb. auch nicht verantwortlich für den abtransport der Juden....sie täten ja nur ihre Arbeit und haben ja mit dem rest nichts zu tun). Natürlich sitzt da heute kein Hitler, alles ist viel Moderner und undurchsichtiger, der Tenor ist allerdings der selbe, Zwangsumzüge, Entmündigung......
usw, auch bis zum Tod, es gibt seit längerem etliche Tote unter den Hartz IV Beziehern, die von Amts wegen verhungern durften, die unter dem Druck in den Freitod gingen, die keinen Ausweg mehr sahen, die Obdachlos gemacht wurden usw....wir sprechen hier von Hartz IV TOTEN!
"Deutscher Staat will wieder Bürger töten":
http://www.nachrichtenspiegel.de/2013/08/18/deutscher-staat-will-wieder-buerger-toeten-holocaust-lebt-wieder-auf/
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 20. August 2013 um 21:20
Guten Tag Herr Andi,
Er ist nicht geboten, der Vergleich. Nein und abermals nein!
"WO" die verhöhnt werden? Ich habe es oft genug erklärt und werde es langsam müde.
Stellen Sie sich eines vor, Herr Andi.
Es ist 1940. Da ist ein kleines Mädchen, vielleicht 10 Jahre alt. Das hat mit ansehen müssen, wie seine Mutter vergewaltigt wurde. Danach zog der SS - Mann die Waffe und erschoss die Mutter. Ihrem Vater ging es auch nicht besser. Der musste abgemagert von Hunger und echter, täglicher Zwangsarbeit im KZ mit 50 anderen Menschen vors Konzentrationslager marschieren. "Ihr Schweinejuden und Untermenschen werdet jetzt gefälligst Euer eigenes Massengrab ausheben, bevor wir Euch abknallen!", brüllte da der Unteroffizier der Wehrmacht dann noch. Als man fertig war, wurde lachend mit den MG`s drauf gehalten. Bevor man die Toten und auch ein paar schwer Verwundete ins Erdloch drückte und trat, kontrollierte man noch flüchtig, ob man nichts übersehen habe. Und tatsächlich - der Vater des Mädchens hatte noch einen Goldzahn im Mund. Den trat der Unteroffizier ihm dann noch raus und steckte ihn ein, bevor er ihn mit dem Stiefel ins Massengrab beförderte.
"So jetzt holt den nächsten Schwung ab - damit die zuschaufeln und ihr eigenes Loch graben!", wurde dann gebrüllt.
Das kleine Mädchen könnte sicher etwas Trost brauchen, in dem KZ in dem es auf seine Vergasung wartet.
Nehmen wir an, wir haben eine Zeitmaschine.
Treten Sie auf das Kind zu. Gehen Sie in die Hocke, auf Augenhöhe. Und dann trösten Sie.
Sagen Sie: "Ach ja mein Kind. Das ist alles nicht schön hier, das ist schon wahr. Aber weißt Du: wir in der Zukunft haben es ja doch auch nicht besser. Nein, überhaupt nicht.
Wir sind zwar nicht im KZ eingesperrt. Aber wenn wir von unserem Staat eingeladen werden MÜSSEN wir vorsprechen! Manchmal sogar schon am nächsten Tag!
Und wir bekommen wenig Geld, wenn wir keine Arbeit haben. Wirklich! Und manchmal sollen wir sogar gemeinnützige Arbeit machen und bekommen dafür nur 1,- Euro die Stunde mehr. Und das müssen wir sogar 5 X die Woche machen.
Und genau wie bei Euch hilft uns gar niemand. Na gut, ein paar Beratungsstellen, die Widerspruchsstellen, das Sozialgericht und im Internet, usw.
Aber sonst niemand. Alles wie bei Euch. Ganz schrecklich."
Dies und ähnliches könnten Sie sagen, Herr Andi.
Sie könnten dem Kind aber auch ins Gesicht spucken und es dann in den Dreck werfen. Das würde dieselbe Verachtung ausdrücken. Wahrlich.
Ich muß mich hier nicht rechtfertigen - ich bin eindeutig gegen das jetzige System und für ein BGE.
Ja, es gibt Ungerechtigkeiten, Unlogik, stümperhaftes Arbeiten, Fehler, unverschämte Bemerkungen, fragwürdigste Vorschriften. Dies wollen wir kritisieren, der Öffentlichkeit klar und deutlich und im Detail vor Augen führen. Und ändern!
Dabei sollten wie es aber dann auch belassen. Und nicht die Nazis verharmlosen und den neuen Nazis damit Vorschub leisten!
Ein heikles Thema, fürwahr - aber ich stelle mich ihm: ja, es gab Tote. Und mit einem BGE wären etliche davon vermeidbar gewesen. Dafür hätte es aber vielleicht auch einige andere Tote gegeben - bei einem BGE treten arbeitslose Menschen nirgends mehr in Erscheinung - fallen nicht auf. Es werden auch Tote vermieden durch eine Kontrolle.
Nun gut - sagen wir, dass wir diesen Preis zahlen wollen, mit einem BGE.
Die vermeidbaren Toten wären mit früheren Systemen (ALO - Geld / Sozialhilfe) nicht vermeidbar gewesen.
Es gibt Millionen Menschen, die arbeitslos sind. Das wollen wir statistisch nicht vergessen.
Soll heißen: z.B. der Tote hier bei mir in der Nähe in Speyer - er lebte mitten in einer Stadt - mit seiner Mutter. Er war psychisch deutlich beeinträchtigt.
Aufgemerkt bitte: ich sage NICHT, dass dies richtig und gut gewesen wäre - aber: er hätte sich in seiner Stadt an Diakonie, Caritas oder freie Beratungsstellen wenden können. Er hätte betteln können. Die Mutter hätte dies tun können. Er hätte Hilfe bekommen.
Natürlich ist das System hier moralisch mit Schuld.
Aber es kommen Faktoren hinzu die KEIN System verhindert hätte.
Es gibt depressiv erkrankte Menschen. Es gibt Menschen, die in großen akuten Lebenskrisen sind.
Und einige besondere Fälle mehr.
Wenn diese sich selbst töten und zugleich zu diesem Zeitpunkt im ALG II - Bezug waren ...
Geben wir dann den "KZ - Schergen" im jobcenter die Schuld? Ja natürlich. Nur denen. SIE zumindest tun das. Und das ist falsch.
Sie werfen mit einigen Vokabeln um sich. "Entmündigung" - gibt es schon über 20 Jahre nicht mehr. Es gibt jetzt "Betreuung". Und darüber entscheidet ein Richter. Der den betreffenden Mensch zuvor anhören muß, sofern das auch nur irgendwie noch möglich ist (heißt der ist nicht im Koma, o.ä.).
Zwangsumzüge gibt es nicht. Es gibt Wohnungen, die nach den Vorstellungen der Gemeinden (DIE zeichnen nämlich verantwortlich) zu groß oder insbesondere zu teuer sind. Wird dies festgestellt, hat der Betreffende 6 Monate Zeit sich zu entscheiden: zahle ich die Differenz selbst - oder suche ich etwas günstigeres. Im Idealfall findet man natürlich Arbeit in der Zeit.
Einige Kunden baten mich seinerzeit dann am Ende der Frist auch um einen 1,- Euro - Job. 120,- Euro Netto kamen da ja immer mindestens zusammen, monatlich. Das reichte dann oft, oder milderte zumindest ab.
Der Fallmanager MUSS unterschreiben, bei solchen Vorgängen. Wenn sich aber ein halbwegs belegbarer / nachvollziehbarer wichtiger Grund fand, konnte er die Frist auch verlängern. Was ich nach Möglichkeit natürlich getan habe.
Das alles ist weder richtig noch gut.
Aber Sie - Sie vergleichen das mit den Massendeportationen im deutschen Faschismus ...
Sie haben kein Maß. Sie sind ungerecht. Sie sind verächtlich.
Und das nutzt einem BGE nicht - das schadet ihm!
Andi 21. August 2013 um 10:25
Dem Kleinen Mädchen dann ins Gesicht spucken....wozu? warum?
Zitat:"Wir sind zwar nicht im KZ eingesperrt. Aber wenn wir von unserem Staat eingeladen werden MÜSSEN wir vorsprechen! Manchmal sogar schon am nächsten Tag!
Und wir bekommen wenig Geld, wenn wir keine Arbeit haben. Wirklich! Und manchmal sollen wir sogar gemeinnützige Arbeit machen und bekommen dafür nur 1,- Euro die Stunde mehr. Und das müssen wir sogar 5 X die Woche machen.".
..hier wird deutlich verharmlost, es geht nicht darum, sich nicht auf "Einladungen" zu melden und auch nicht darum das man weniger Geld hat, sondern darum das man mit mit Entzug der schon ohnehin niedrig angesetzten Existenz ("mit Hunger und Obdachlosigkeit" wie es der Herr Boes ausdrückt) bedroht wird, wenn man Dinge aus einer Zwangsvereinbarung nicht erfüllt.
Entzug der Existenz bis zum Tod. Auf den Rest Deiner Verharmlosung geh ich mal nicht weiter ein.
Zitat, meines angegebenen Links: “Man entzieht dem Bürger das Essen, man entzieht dem Bürger die Wärme, man entzieht dem Bürger seinen Wohnraum – sein Zuhause, sein Heim. Der sanktionierte Mensch wird im Zeitraum seiner Sanktionierung ja nicht von seinen Pflichten entbunden. Weiterhin muss er sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kümmern. Das er keine Adresse mehr hat, hungrig, durstig, vielleicht schon im komatösen Wahn dirilierend sich übel stinkend und völlig verdreckt in den Konkurrenzkampf mit anderen Bewerbern beweisen soll, gehört mit zu der Last, die man ihm aufbürdet. Versagt er, wird vom allmächtigen Arbeitgeber abgelehnt (was immer als eigenes Verschulden gedeutet werden kann) werden die Sanktionen verlängert.
Da steckt ein elementarer Vernichtungswillen hinter, der gezielt ins Gesetz gegossen wurde.“
Der tote aus Speyer...er hätte ja dies, er hätte ja das ...Es wäre genau diese Aussage:
"das Kind hätte ja mit seinen Eltern auswandern können." Man fühlt sich eben auch heute nicht für seine Handlungen verantwortlich...auch wie früher. Der Befehl kommt und wird befolgt.
Genau SO, hatte es damals auch angefangen....verharmlosen, nicht verantwortlich fühlen, ist ja alles nicht so schlimm.
Zitat:" Ich bin verächtlich", Danke, dann bin ich es eben, wenn Du das meinst, mich interessiert wenig, was andere über mich denken, wenn ich meine Meinung sage. Wahrscheinlich fühlst Du Dich in Deiner Haut nicht ganz wohl, weil Du ein Fallmanager warst, ich möchte darauf hinweisen das ich Dir das nicht zum Vorwurf mache.
Einen “verächtlich“ zu nennen, nur um ihn als sonstwas hinzustellen, wenn einen irgend etwas nicht passt, zeugt eher von der eigenen Charakterschwäche.
Nebenbei bemerkt, bin ich auch Antifaschist, das war ich schon immer und werde es bleiben.
Faschismus ist nicht in der Vergangenheit und nicht nur im dritten Reich definiert.
PS: Was meinst Du denn zu Herrn Boes, der vom "Eichmann im Jobcenter" spricht? Du bist doch in der Freundesliste des Herrn Boes bei Facebook. Warum Du ihn dann unterstützt ist mir in dieser Hinsicht schleierhaft.
Andi 21. August 2013 um 11:45
Teil 2: Ein Zitat, von Chris Wolker, aus dem Buch „Wehrt euch mit §§“, in dem es um die Argumentation mit §§ des Grundgesetztes gegen die des SGB geht, zitat:“ Nach meinem persönlichen Verständnis als Bürger und Humanist verstoßen viele §§ des SGB gegen das Grundgesetz in meines Erachtens nicht koschere Weise..“)
(Chris Wolker ist hier zu finden: http://www.autoren-im-web.de/1814-der-autor-chris-wolter-stellt-sich-vor/
Einleitungszitat zum Buch:
„Als ich noch ein Kind war, lauschte ich oft den Gesprächen meiner Großeltern und deren Freunde aus derselben Generation. Sie sprachen sehr hüfig über das sogenannte 3. Reich. Ich erfuhr, dass Menschen, die den oberen Machthabern dieses Systems nicht passten, unter solch massiven Druck gesetzt wurden, dass sie entweder spurten, wie es verlangt wurde, oder entsprechende Folgesanktionen gegen sie ergriffen wurden. Dieses Sanktionen äußerten sich in Form finanzieller Nachteile, Androhung erheblicher gesellschaftlicher Nachteile, Androhung seelischer und/oder körperlicher Gewalt, die bis zum Tod der Betroffenen führen konnten.
So fühlten sich viele Menschen hilflos ausgeliefert, hatten schreckliche Angst, unterwarfen sich diesen Schikanen und Verbrechen und wurden gezwungen ein System anzuerkennen, das ihnen zutoefst zuwider war. Wer aufmuckte, wurde auf die ein oder andere Weise gänzlich mundtot gemacht.
Bereits dann, wenn es „nur“ eine Vorladung zu einer Anhörung bei Mitgliedern der schwarzen Sonne (SS) oder anderen behördlichen Stellen gab, brachen die Betroffenen vorher in Panik aus. Denn sie wussten, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hatte. Selbst religiöse Glaubensgemeinschaften gingen gegen dieses System nicht vor, da sie ebenfalls unter dem bedrohlichen Druck standen. Andere politische Parteien schwiegen ebenso. Jeder hatte Angst vor den möglichen Konsequenzen. Das es diese Konsequenzen gab, wusste man. Entsprechende Informationen über bereits stattgefundene Sanktionen wurden vom Volk sehr schnell und flächendeckend verbreitet.
Dieses System schreckte nicht davor zurück, Menschen zu unterdrücken, zu entwürdigen, bis zum psychischen Zusammenbruch zu schikanieren und gar zu töten. Geltendes Recht wurde zum Erreichen der eigenen Ziele mit Füßen getreten und so hingebogen, dass es den eigenen Belangen passte. Wer sich dagegen wehrte, war bereits zum weit überwiegenden Teil auf der Verliererseite und musste das schlimmste befürchten. Nicht nur für sich, sondern auch für seine Familie und sein Umfeld.
Denken sie nun, dass sie das falsche Buch gekauft haben? Nein, das haben sie nicht. Ich schreibe dies alles, weil wir in Deutschland nun wieder ein System haben, das von zu vielen Ansätzen her bereits in eine ähnliche Richtung geht. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass es solch ein System nie wieder geben darf!...“ und: „Ich habe dieses Buch mit Wut und Verachtung geschrieben, da ich nicht hinnehmen will, was gerade in der BRD geschieht...“
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 24. August 2013 um 16:33
Ja Herr Chris Wolker schreibt etliche Bücher, ich weiß.
Dieses ist anhand der Auflistung da wo es sich auf praktische Dinge beschränkt, recht gut wie mir scheint. Z.B. die Hinweise, dass man jemand mitnehmen sollte, die Widerspruchsmöglichkeiten, etc. Alles Dinge die ich als FM unaufgefordert den Kund_innen auch mitgeteilt habe. Denn ich habe das ursprüngliche Konzept stets als Richtschnur behalten.
Ihre Zitat gehen in wichtigen Teilen fehl. Heute GIBT es Widerstand. Von vielen Seiten.
Von den Sozialverbänden. Von Freien Gruppen. Im Internet. Von (Ex-) FallmanagerInnen.
Und sogar der "Deutsche Verein" ist schon aufgewacht.
Hinzu kommen politische Parteien wie die Piraten, die ein BGE fordern. Die LINKE, die sich stark einsetzt und einige andere.
Und - siehe da - noch niemand wurde verhaftet, in KZ gesteckt, von der GESTAPO gefoltert oder sonst etwas in der Richtung.
Und genau das macht den Unterschied, Herr Andi.
Piedro 24. August 2013 um 10:40
Ich schließe mich dem Artikel an, aber möchte relativieren.
Es gibt durchaus Parallelen zum NS-System, die bedenkenswert sind.
Eines davon ist die Mitläufermentalität der Subalternen. Ich verweise auf das Milgarm-Experiment. In den JC wird, davon bin ich überzeugt, willkürlich und vorsätzlich gegen geltendes Recht verstoßen. Das Referat ii-b der Arbeitsagentur hat vor einigen Jahren festgestellt, daß 100% (!) der überprüften EGV einer rechtlichen Prüfung nicht stand hielten. Diese Quote läßt sich meiner Meinung nach mit Inkompetenz oder Überforderung der Mitarbeiter erklären.
Die Mitarbeiter folgen internen Vorgaben, die nur umzusetzen sind, wenn Rechtsbruch und Rechtsbeugung begangen wird. Sie beugen sich einer Autorität, die von ihnen verlangt, zum Nachteil Betroffener zu agieren. Und das kann durchaus existenzielle Auswirkungen haben.
Eine weitere Parallele: der Bevölkerung werden relevante Zahlen verschwiegen. Kein Mensch kann sagen, welche Kosten durch diese Entrechtung provoziert werden. Gut, wir haben ein Rechtssystem, in dem (mit etwas Glück) widerrechtliche Entscheidungen korrigiert werden können. Im Rechtsbereich des SGB jedoch mit Einschränkungen, die es anderswo nicht gibt. Ein Widerspruch gegen einen widerrechtlichen Verwaltungsakt hat keine aufschiebende Wirkung, die muß ein Sozialgericht anordnen. Bei der bekannten Überlastung der SG dauert das Monate. Bis dahin müssen sich Betroffene etwa einer widerrechtlichen, und oft genug unsinnigen, Zuweisung zu einer Maßnahme, sei es das x. "Bewerbungstraining" oder einer "Arbeitsgelegenheit" (Zwangsarbeit) unterziehen.
Das schiere Ausmaß der Verfahren an den SG, oft über sämtliche Instanzen, weil die JC als Beklagte den Rechtsweg nutzen, um die Verfahren nach Kräften zu verschleppen, setzt die Korrekturfunktion der Gerichte im Rechtsbereich des SGB schon beinahe außer Kraft. Das würde in keinem anderen Bereich der Rechtsprechung hingenommen. Politisch wird darauf mit einem wiederholten Andenken von Prozesskosten für diesen Bereich reagiert. Auch eine Möglichkeit, die Entrechtung wachsender Bevölkerungsanteile voran zu treiben und durchzusetzen.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 24. August 2013 um 17:07
Die genannten Faktoren sind nach meiner Kenntnis soweit alle richtig.
Ich war ja auch lange genug "Subalterner".
Ganz so beschränkt wie dieser Begriff klingt, war ich aber nicht - und etliche meiner Kolleg_innen auch nicht.
Mit Offenem Widerstand ist es immer so eine Sache. Ich und zwei Andere haben ihn geleistet (siehe Startseite). Die Quittung haben wir bekommen ...
Passiven Widerstand gibt es eine Menge. QUALIFIZIERTE Fallmanager_innen nutzen ihre Spielräume vor Ort. Stichwort "wichtiger Grund", etc.
Leider gibt es immer weniger qualifizierte und fest angestellte.
1,- Euro - Jobs sollten im Urkonzept keine Zwangsmassnahme sein. Zwischendurch wurden sie zur "Motivationsprüfung" genutzt, dies wurde nun aber wieder abgestellt.
Zwangsarbeit - haben verhungernde, inhaftierte und in der Regel später vergaste Menschen in KZ`s geleistet.
Ich habe etliche 1,- Euro - Jobs vermittelt. Teils weil mein entsprechender, begründeter Vorschlag (!) angenommen wurde - teils auf Wunsch der Kunden selbst.
Wenn man negative Dinge und Ereignisse neben einander stellt: wird man IMMER Gemeinsamkeiten finden.
Ebenso bei guten. Sex, Vanilleeis, SF - Filme. Alles tolle Sachen die ein angenehmes Gefühl vermitteln.
Was ich damit sagen will: das ist sprachlich nicht der Punkt!
Man kann dies System autoritär nennen. Inhuman. Unlogisch. Verfassungsmäßig stark fragwürdig.
Gängelnd, ungerecht und vieles mehr! Man kann besonders krasse Fehlleistungen exemplarisch aufzeigen. Und sich wehren!
Aber laßt uns nicht die Nazis verharmlosen!
Das ist für niemanden gut.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 24. August 2013 um 16:01
Guten Tag Herr Andi.
Rhetorisch nicht ungeschickt, versuchen Sie Ihre überzogenen und den Nationalsozialismus verharmlosenden Duktus zu verteidigen. Sie sind dennoch im Unrecht. Warum habe ich mehrfach ausführlich erklärt. In meinen Augen und in meiner Wahrnehmung sind Sie kein Antifaschist, eben wg. ihrer immanenten Verharmlosungen.
Dass die Freundesliste bei facebook "Freundes"-Liste heißt, bedauere auch ich.
Herr Boes führt derlei nicht andauernd im Munde, er hat vieles mehr zu sagen.
Dennoch werde ich ihn damit konfrontieren.
Piedro 24. August 2013 um 17:57
"Zwangsarbeit - haben verhungernde, inhaftierte und in der Regel später vergaste Menschen in KZ`s geleistet."
Das ist richtig. Richtig ist aber auch:
"Als Zwangsarbeit wird eine Arbeit bezeichnet, zu der ein Mensch unter Androhung einer Strafe oder eines sonstigen empfindlichen Übels gegen seinen Willen gezwungen wird. Sie ist – mit verschwimmenden Übergängen – die schärfste Form der Arbeitspflicht."
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsarbeit
Eine Kürzung des Existenzminimums anzudrohen IST ein emfpindliches Übel. Entsprechende Rügen seitens der UN werden von der deutschen Regierung und dem Parlament seit Jahren ignoriert.
Im Hinblick auf diese Thematik verweise ich gern auf den Blog des ehem. Kollegen Norbert Wirsbin. http://norbertwiersbin.de/serie-hartz-iv-verstost-gegen-internationales-und-nationales-recht/
So "1-€uro-Jobs" freiwillig gemacht werden, gibt es dagegen nicht viel einzuwenden. So sie Erwerbslosen unter Zwang aufgenötigt werden, handelt es sich definitiv um Zwangsarbeit.
Es ist zunzureichend, Zwangsarbeit nur mit den Nazis und anderen, totalitären System zu verbinden.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 25. August 2013 um 20:23
dies erscheint mir als eine ausgewogene, überlegte Meinung.
Könnten wir uns eventuell bei "eine Form der Zwangsarbeit" treffen? Soweit es sich um vom Kunden nicht gewünschte 1,- Euro -Jobs handelt?
Mein emotionales Bauchgrimmen kommt halt daher, dass dieser Begriff eben recht nahe dem "Nazi - Slang" liegt.
Hättest Du da noch spezifischere Links zu der UN - Rüge?
Würde das dann gern in den Haupttext des Blogs übernehmen.
Piedro 26. August 2013 um 20:07
Hi Tomm, wenn jemand sowas wünscht, muß man ihn nicht zwingen, gelle?
Sicher ist das eine Form. Und sicher gibt es viel schlimmere, gar keine Frage.
Ich schau mal nach den UN-Links. Für Österreich sind die leichter zu finden, da wiederholt sich die Rüge seit Einführung des Mindestsicherungsgesetzes alljährlich... Ist denen genauso wurscht wie der Brigade Merkel...
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 27. August 2013 um 01:30
ich wüßte nicht mal jemanden gezwungen zu haben.
Doch. Aber äußerst selten. Ich darf ja nicht zu spezifisch werden.Identifizierbarkeit / Datenschutz.
Mal jemand aus dem kriminellen Bereich der eher unangenehmen Art. Er ist dann auch sehr schnell wieder zurück nach Thailand.
Für etliche ist es tatsächlich eine Hilfe und sie wünschen das.
Fahrgeld wird erstattet, 120,- Euro Minimum abzugsfrei. Dies in einem Bereich, der dem Kunden gefällt.
Oder auch aus emotionalen Gründen. Um etwas zu tun, zu leisten. Ach, und etliche Gründe mehr. Sollte ich diese Menschen wirklich hindern?
P.S.: Dank im Voraus wg. der Links.
Piedro 27. August 2013 um 17:21
Tomm. keiner macht dir persönlich Vorwürfe aufgrund von wahrnehmbaren Feststellungen außerhalb deines Handlungsbereichs. Leider arbeiten nicht alle so, wie du es getan hast. Viele können es auch gar nicht, wie du bestimmt selbst weißt, weil sie dazu angehalten werden, anders vorzugehen.
Das Link habe ich zwar schon an anderer Stelle genannt, aber da Zwangsarbeit hier thematisiert wurde, kann eine Wiederholung ja nicht schaden:
Weiteres zum Thema auf der Seite von Norbert Wiersbin:
http://norbertwiersbin.de/teil-4-hartz-iv-verstost-gegen-internationales-und-nationales-recht/
Piedro 27. August 2013 um 20:48
UN-Armuts-Rüge wegen sozialer Missstände in Deutschland
„Da die offensichtlich unbelehrbare Bundessozialministerin von der Leyen die „tief besorgte“, wiederholte Kritik des neuesten Staatenberichts der Vereinten Nationen an Deutschlands sozialen Missständen wieder einmal nur „nicht nachvollziehbar“ findet, wird es endlich höchste Zeit, dass ihr das Bundesverfassungsgericht noch einmal nachdrücklicher klar macht, welche Verantwortung sie hier endlich übernehmen muss,“ empört sich Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin über die Ignoranz der Bundesregierung gegenüber Millionen Lebensschicksalen.
„Bei der UN-Menschenwürde-Kritik an Deutschland geht es nicht um „wissenschaftliche Fakten“ – mit deren Fehlen sich Ministerin von der Leyen rauszureden versucht -, es geht um reales, individuelles, täglich gelebtes Leiden in Deutschland,“ fasst die Hartz4-Plattform Sprecherin zusammen. „Ich schäme mich für eine Bundesregierung, die andernorts Menschenrechte einfordert aber gleichzeitig die am weltweiten Maßstab der Menschenwürde gemessenen und mit Besorgnis wiederholt geäußerten Missstände im eigenen Lande lapidar mit „nicht nachvollziehbar“ beiseite schiebt. ...
http://www.nachrichtenspiegel.de/2011/07/09/un-armuts-ruge-wegen-sozialer-missstande-in-deutschland-kritik-macht-nicht-satt-%E2%80%93-jetzt-ist-karlsruhe-gefordert/
Die Vereinten Nationen gehen in ihrem neuesten Staatenbericht hart mit der sozialen Lage in Deutschland ins Gericht. Migranten würden diskriminiert und es fehle an einem umfassenden Armutsbekämpfungsprogramm, heißt es in der zehnseitigen Analyse, aus der der Berliner "Tagesspiegel" zitiert. ...
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13470264/Vereinte-Nationen-ruegen-deutsches-Sozialsystem.html
Im Mittelpunkt der Kritik steht der im Zuge der Hartz IV-Gesetzgebung eingeforderte Zwang „jede zumutbare Arbeit" anzunehmen. In der konsequenten Umsetzung führt dies seit Jahren zu Lohndumping, einem prekären Arbeitmarkt und rechtsmissbräuchlichen Zwangsarbeiten im Ein-Euro-Bereich. ...
Der Ausschuss ist aus 18 Experten zusammengesetzt, die vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen ernannt werden und die ausdrücklich unabhängig von ihren Herkunftsländern agieren sollen.“
Quelle: http://www.sanktionsmoratorium.de/ ...
„Der Ausschuss fordert den Vertragsstaat dazu auf, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um eine wirksame Anwendung der Vertragsbestimmungen durch nationale Gerichte sicherzustellen, unter anderem durch die Sensibilisierung von Richtern, Rechtsanwälten und anderen an der Strafverfolgung beteiligten Beamten für diese Verpflichtung und die Vertragsbestimmungen. In diesem Zusammenhang verweist der Ausschuss den Vertragsstaat auf seine allgemeinen Bemerkungen Nr. 3 (1990)“
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 30. August 2013 um 16:27
... Dank für diese Informationen
"Piedro 27. August 2013 20:48"!
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 30. August 2013 um 16:12
Guten Tag "Piedro 27. August 2013 17:21".
Gut, Danke! Den UN -Link habe ich ja schon übernommen.
Stimmt, Andere werden "angehalten" anders zu handeln.
Und vor Allem - sie sind leichter unter Druck zu setzen.
Leute die eine "vorerst Teilzeit - Stelle" haben, befristete Leute, selbige in der nächsten Befristung.
Auch berufsfremde Qualifizierung, geringes Lebensalter und -Erfahrung machen hierfür anfälliger.
BA - Beamten droht man gern mit "bundesweiter Erprobung" - besonders für jüngere Familienväter und -Mütter ein Desaster.
Und natürlich gibt es einige die den Verlockungen eines Aufstieges erliegen.
Söldner 8. September 2013 um 03:43
Ich halte die ganzen Nazi-Vergleiche ebenfalls für äußert kontraproduktiv. Es stimmt zwar, dass ALG II Empfänger durch die Sanktionspraxis (und sicher mehr als die paar Hungertoten) sterben, aber Busfahrer und Dachdecker sterben auch wenn und weil sie ihren Beruf ausüben. Das ist gesellschaftliche Normalität. Entweder muss ich diesen Sprachgebrauch also immer anwenden oder gar nicht.
Die Erhöhung der Arbeitszeiten für Busfahrer wäre dann umstandslos der "Vernichtung durch Arbeit" in KZs gleichzusetzen und natürlich ist jeder Fahrgast hier Mittäter.
Den Vergleich mit Sklaverei halte ich dagegen für weniger bedenklich. Speziell die europäische Sonderform der Sklaven, die Leibeigenen, waren keineswegs Dinge und hatten Rechte. Richtig, Negersklaven wurden geprügelt aber Soldaten, Dienstboten, Frauen und Kinder wurden zu der Zeit auch geprügelt und die Arbeitsbedingungen der Arbeiter waren ebenfalls schlechter als heute. Freizügigkeit, Beratungsstellen, Arbeitsgerichte und ähnliches gab es da auch nicht und auch kein Streikrecht.
Unter einem Sklaven versteht man allgemein einen rechtlosen Arbeiter, es gibt ja auch den Begriff des Lohn-Sklaven. Wenn man gezielt Vergleiche zu den afrikanischen Sklaven ziehen würde, fände ich das verfehlt, aber als Allgemeinbegriff (Zuspitzung) halte ich das für zulässig.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 8. September 2013 um 04:00
Guten Tag Söldner,
gut das scheint mir ein ausgewogener Standpunkt.
Nicht dass ich das Schicksal der Sklaven geringer achte - aber in diesem Zusammenhang ist sicher die "Nazisprachen-Problematik" das größere Problem. Eben wg. der inneliegenden Verharmlosung der heutigen Neonazis.
Allgemein bemühe ich mich aber stets um eine scheinbar emotionslosere Sprache.
Ich stelle mir da immer wenig informierte Niedriglöhner vor, die das lesen und dann ausrufen: "Wat denn, Sklaven! Wat soll ICH denn sagen! Auch nich` wirklich mehr inne Tasche und jeden Tag 8 1/ Stunde malochen!!"
Es kommt nicht darauf an, dass dies so falsch ist. Er GLAUBT es.
Und wir brauchen möglichst viele Menschen solidarisch mit im Boot.
Und durch radikale Sprache wird weitere Kommunikation leicht unmöglich gemacht.
Söldner 12. September 2013 um 03:26
Ja, das ist das Problem. Mit Arbeit ist man natürlich mitunter noch schlechter dran. In einem Forum schrieb einer: Wo ich noch gearbeitet habe bin ich schwarz mit dem Zug zur Arbeit gefahren, sonst hätte es nicht mehr zum Essen kaufen gereicht. Da packt man sich schon an den Kopf - die FDP würde da sagen, das ALG II ist zu hoch. :)
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 12. September 2013 um 21:28
Guten Tag "Söldner 12. September 2013 03:26".
Eben. Allerdings ist es ein böses Gerücht der anderen Art, dass Menschen die arbeiten, weniger haben können, als ALG II - Empfänger. Es sind in aller Regel mindestens 100,- Euro mehr, als Minimum (wg.möglicher Aufstockung plus Freibeträge).
Situationen, in denen aber z.B. ein Niedriglöhner, sagen wir mal ca. 30,- Stunden Arbeit in der Woche hat, und die letztlich eben für vielleicht 125,95 Euro mehr im Monat ableistet, sind heutzutage absolut "drin".
Und da stimmt natürlich so einiges nicht. Mit den Löhnen!!
Anonym 14. Oktober 2013 um 23:16
Ein Rechtsstaat muss sich jeder Anschuldigung stelle können!
Ein Unrechtsstaat unterdrückt jede Anschuldigung.
Die Willkür unter der NSDAP - SS und anderen Behörden ist mit der Willkür unter Hartz IV der ARGEN - Jobcenter und anderen staatlich beauftragten Behörden und gar Globalplayer vergleichbar, siehe:
http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006132.html Rn. 126 - 144; etc.
Zu jedem Punkt und noch viel mehr der Verbrechen gegen die Menschlichkeit gibt es Vergleiche zu/unter Hartz IV.
Aber schweifen wir mal ein wenig ab, in die Jahre nach 1945, also nach den bitter bösen Erfahrungen der Gier der Lobby/Globalplayer die einen A.H. als Hampelmann vor /hinter die Interessen der Namen wie Kpupp oder Opel/GM stellten:
BVerfGE 2, 1 – SRP Verbot – Urteil, Rn. 38, wird die BRD, also dieser Rechtsstaat von BVG Richtern: „unter Ausschluß jeglicher Gewalt- und Willkürherrschaft“ beschrieben.
„Jegliche Gewalt“ schließt auch – Sanktionen – als Druckmittel zur Unterdrückung und Ausbeutung unter Zwangsarbeit in sklavenartigen Verhältnissen und Enteignungen ein.
BVerfGE 5, 85 – KPD-Verbot – Rn. 241 – . Die BVG- Richter beschreiben die BRD
„... für äußerste Fälle der Staatsgefährdung werden gegenüber den verantwortlichen Personen die – Sanktionen – des Strafrechts bereitgehalten. ...“
So werden Unschuldige für die Todsünde Gier der Anderen und die Unfähigkeit der Regierungen bestraft.
'nulla poena sine culpa' – keine Strafe ohne Schuld!
Die Regierungen stellten sogar einen ganzen Katalog (ca. 99 Seiten) bereit um Menschen, beim Exportweltmeister und fast Exportweltmeister von Waffen des Todes, welches zu verachtende Kriege; Terrorismus und Kriminelle und die Todsünde Gier fördert, zu sanktionieren.
Die guten Sitten; die Menschenrechte und das GG werden so vielfach für die Todsünde der Gier „mit vollem Bewusstsein“ und „mit bedachter Zustimmung“ durch Abgeordnete; Eliten und ihrer Lobby missachtet.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 15. Oktober 2013 um 00:24
Guten Tag "Anonym 14. Oktober 2013 23:16".
Ich denke in der Ablehnung des Kapitalismus, in der Verurteilung der Avaritia, in der Kritik der unzureichenden Aufarbeitung des Nationalsozialismus haben wir keinen Dissens. Ein Gleiches gilt wohl auch für die Ablehnung von Kriegen und Waffenexporten.
Dennoch gibt es Unterschiede in den Auffassungen.
"Ein Rechtsstaat muss sich jeder Anschuldigung stelle können!
Ein Unrechtsstaat unterdrückt jede Anschuldigung."
Sicherlich muss er sich stellen können. Darum geht es nicht. Es fragt sich vielmehr, wie sinnvoll überzogene und drastische Anschuldigungen sind und wie kontraproduktiv diese wirken, wenn man sie in die öffentliche Diskussion einbringt.
Wie schon des öfteren gesagt: wir können über autoritäre Strukturen reden, wir können bedenkliche Tendenzen aufzeigen, Unrecht benennen.
Was wir IMHO nicht können und dürfen, ist die heutigen Zustände mit denen, sagen wir 1943 gleich zu setzen. Das ist nicht nur falsch und überzogen, das diskreditiert als sachlicher Diskussionspartner.
Ihr zweiter Satz ist ein gutes Beispiel dafür.
"Ein Unrechtsstaat unterdrückt jede Anschuldigung.""
Um 1943 herum hätten nur wenige Dutzend Menschen die Namen von
Marcell Kallwass
Norbert Wirsbin
und den meiner Wenigkeit gekannt. Und nicht laut genannt. Die besagten Personen hätte man, ebenso wie Liedermacher des Schlages von Konstantin Wecker sehr schnell "unauffällig verschwinden" lassen, sie auf Jahre ins Zuchthaus gesteckt oder gleich als Volksschädling zum Tode verurteilt.
Heute kennen Hunderttausende K. Wecker. Mindestens zehntausende Inge Hannemann und auch die Informationen der weiteren Personen wurden tausendfach wahrgenommen, gelesen und offen weiter verbreitet.
Den einen oder anderen Nachteil haben wir alle erlitten. Aber das mit Exekutionen, Deportationen, Zuchthaus u.ä. gleich zu setzen, das stimmt einfach nicht und wirkt auf andere Menschen, auf die Öffentlichkeit alles andere als überzeugend.
Daher eben meine Mahnung, die Dinge klar beim Namen zu nennen und offensiv anzugehen - dabei aber korrekt und wahrheitsgemäß zu bleiben.
Anonym 16. Oktober 2013 um 09:12
Auf der einen Seite wird die – erlangte unantastbare Würde des Menschen durch staatlicher Gewalt – nicht geachtet – und – nicht geschützt –. Auf der Anderen Seite wird für die Gier gespart und auch nebst Art. 1-3 GG auch Art. 30 u.a. der AEMR verletzt.
Sowohl die AEMR als auch das GG entstanden nach der grausamen verbotenen Willkür gegen Teile der Bevölkerung durch Nachkommen der gierigen Eliten so um 1900. – Wenn ich nun die NS Schandtaten des "Unrechts" sowie das Unrecht gegen Juden und anderen Menschen möglichst zuvor umschrieben hatte, würde ich mich dann nicht dann der Verleugnung dieser Taten Schuldig machen, welches nicht meine Absicht ist? Also nenne ich Roß und Reiter sowie die Opfer bei dem Namen wie es der Tatsache und auch höchst richterlich durch das BVG entschieden wurde. –
Vgl. "Gesetzesbegründung-BTDrucks-1408524.pdf" zum VStGb
"Zu § 7 Abs. 1 Nr. 4
(Vertreibung oder zwangsweise Überführung)
Die Vorschrift beruht auf Artikel 7 Abs. 1 Buchstabe d IStGH-Statut. Die Tatbestandsalternative erfordert die zwangsweise Verbringung eines Menschen aus dem Gebiet, in dem dieser sich rechtmäßig aufhält. ...."
Sicher werden auch hier viele andere Punkte pervers verletzt, die auch bei anderen (International durch die Lobby) geförderten Diktatoren zu finden sind.
"Zuchthaus u.ä gleich zu setzen":
Soll ich dir mal eine Seite vom – OGV M., Iserlohn, – zuschicken, der mich mit Gefängnis zur Rechtsbeugung und entgegen Art. 1 GG bedroht, während uns mit Kindern – seines Wissens –, das "perverse unwürdige" Existenzminimum unter Erpressung unseres kleinen Vermögen/Eigentum vorenthalten wurde?
Und das auch noch für die AOK die Gesundheitsleistungen unter Strafandrohung, entgegen der AEMR, stellt.
Unser kl. Haus steht unwürdig in der ZV zum Ramschpreis für die Gier der Volksbank die mit Ethik wirbt und Richtern der Unwürde. Während andere Menschen eine Immobilie im Wert von das 10 fache besitzen dürfen und selbst unter Hartz IV gestützt werden! Oder das Zocker und ihre Banken mit Billionen Euros gestützt werden.
Die Commerzbank die mit staatlicher Unterstützung und im staatlichen Auftrag uns das Kindergeld vorenthält.
Ich kann es aber mit vergleichbaren Tatbeständen der NS-Willkür belegen, welches durch BVG Richter mit Würde verurteilt wurde.
Beim heutigen BVG sieht die Sache leider wieder anders aus, wo Klagen durch einen oder wenige Staatsbedienstete einfach ignoriert werden.
Es ist organisiertes Verbrechen, durch organisierte kriminelle Verbrecherbanden die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen und selbst die einstige verurteilte Willkür gegen Menschen als Recht erscheinen lassen und sich mit Ehrungen und Preisen gegenseitig öffentlich huldigen. Während über einen Sanktionswettbewerb, Ziehraten, die Würde des Menschen von staatlicher Gewalt vergewaltigt wird. Ca. Millionen Sanktionen pro Jahr nebst anderen Schikanen zeigen eine Systematik der gewollten Verbrechen zum Lohndruck und die Gier für Globalplayer.
Ähnliche Erpressungen für die Lobby und durch ihre Politik gab es hier auf deutschem Boden des gewachsenen Rechts nur unter der NS-Justiz; der Lobby der NS und sonstigen Mitläufern.
Es geht hier um Enteignung; Sklaverei - Zwangsarbeit; Willkür wie vor ~77 Jahren, unter (national/global) Gierigen der SPD-Grünen und christlichen der CDU/CSU - FDP und ihren der Lobby. Das Rechtssystem wurde auch vor 1998 (SPD/Grünen) ausgehöhlt.
@ Ex - Fallmanager
Ich denke das weniger die Kleinen des Apparates die eigentlichen Schuldigen sind, sondern wie gesagt die Lobby der Globalplayer, ihre willigen Politiker die das Geld und die Gier der Globalplayer über die Würde des Menschen stellen, und das wie auch weit vor dem 2. WK International und vielleicht besonders aus der USA.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 27. Oktober 2013 um 10:50
Ich entnehme Ihren Ausführungen folgendes: Sie bleiben bei Ihrer Ansicht und halten ganz direkte Gleichsetzungen "Heute - Nazitum um 1943 herum" weiterhin für richtig und zutreffend.
Ihr Zorn speist sich zum Teil aus schweren Problemen, die Sie hinsichtlich einer Immobilie haben. Das erklärt die persönliche Betroffenheit.
Inhaltlich und sprachlich halte ich aber die genannten Vergleiche dennoch für unpassend und schädlich.
Anonym 16. Oktober 2013 um 09:11
"überzogene und drastische Anschuldigungen" würden wohl die Absolute Vergleichbarkeit sein. Dieses hatte ich jedoch nicht geschrieben.
"Unrecht benennen."
Mit den vielen Punkten der Rn. 126 - 144 ( http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006132.html ) lässt sich dieses System jedoch mit der verbotenen und verurteilten Willkür vergleichen/benennen.
Wie will ggf. jeder einzelne vergleichen wenn er nicht das Unrecht "in ihrer Auslegung" kennt und das Unrecht welches ihm auf-diktiert wird als Recht verkauft wird?
Dazu die Fakten aus z.B. Rn. 127
"“.. Wenn also der Richter
bei der sachlichen Auswahl von Armenanwälten die von der Sache her gebotene Berücksichtigung einer bestimmten Personengruppe, nämlich der jüdischen Anwälte unterläßt, ..."
– Es geht hier um das vorenthalten von Rechtsschutz –
[- heute: wenn die Rechtspfleger etc. über "Rechtsberatungsgutscheine" verweigern/entscheiden (die müssten ja mehr Wissen als Verfassungsrichter).
- Aktuell zu Rn.127 (- 129) "Ein Gesetzentwurf des Justizministeriums will den Zugang zur Beratungs- und Prozesskostenhilfe für Menschen, die von Hartz IV abhängig oder generell über ein geringes Einkommen verfügen, deutlich einschränken." http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-betroffene-sollen-nicht-mehr-klagen-9001269.php
- oder http://www.wolfgang-neskovic.de/artikel/hinterh%C3%A4ltiger-angriff-sozialstaat
- Eine sachliche Auswahl über die Bewilligung von Rechtsschutz oder nicht, ist zugleich eine Vorwegnahme der Entscheidung eines Richters oder gar des BVG.
- Eklat im Landessozialgericht Essen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17254 - "Hartz IV-Empfänger dürfen grundsätzlich einen Beistand mit zum Jobcenter nehmen
Ein Jobcenter hatte die Termine eines Bestandes bewusst so gelegt, das dieser nicht mehr in der Lage war als Beistand für einem anderen Hartz IV-Empfänger zu fungieren. http://altonabloggt.wordpress.com/2013/10/07/das-stelldichein-von-landkreisen/ "]
Ähnlich sieht es auch bei den weiteren Rn. 128 - 144 (Das anrechnen von Geschenken) aus.
"... Konstantin Wecker sehr schnell "unauffällig verschwinden" lassen, sie auf Jahre ins Zuchthaus ..."
Der Fall Gustl Mollath, sieben Jahre in der Psychatrie, ( http://www.gustl-for-help.de/ http://www.gustl-for-help.de/weitere.html http://www.wolfgang-neskovic.de/artikel/gibt-richter-bayern ) ist wohl mit einem guten Rechtsstaat nicht zu vergleichen, eher mit einer Politik für die Lobby wie vor ca. 77 Jahren (oder gar vor 1777 Jahren).
Aber dazu passt auch die Willkür in Rn. 127 " Richter ... in einem Geheimverfahren mit besonderen Beweisvorschriften über die nach dem Nacht- und Nebel-Erlaß verschleppten Personen urteilt, "
"Exekutionen" da sieht die Selbstmordrate unter Hartz IV zwar nicht besonders aus,
aber sie zeigt mit steigender Tendenz das Menschen die unwürdig behandelt werden unter dem Zwang und der Willkür ihr Leben der Unwürde einen Ende setzen als sich von diesem (Staat) also den Hartz IV Behörden - Richtern; Politikern und der Lobby weiterhin schikanieren und diskriminieren etc. zu lassen.
"Deportationen" ist wohl, wie geschrieben: "Das ist nicht nur falsch und überzogen, das diskreditiert als sachlicher Diskussionspartner."
Aber um unterhalb der Untertreibung zu bleiben: Sind entwürdigende Zwangs-ümzüge(1) in billigen Gettos die Würde der Regierung; der Richter und der betreffenden Staatsbediensteten?
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 27. Oktober 2013 um 10:43
ich lasse das obige jetzt mal so hier stehen. Zum Teil kann ich da nicht mehr ganz folgen, bei den verschachtelten Stichpunkten. In der Quintessenz bleibe ich in jedem Falle bei meiner Einschätzung, egal was man da nun an scheinbaren, oder tatsächlichen Gemeinsamkeiten sehen kann oder könnte.
Anonym 18. Oktober 2013 um 18:28
Der Leiter einer Maßnahme, in die ich nicht wollte, war ein Jude, durch den ich eine Leistungskürzung kassierte. Ein Berater auf einem Kreditinstitut der mich herablassend behandelt hat weil ich Hartz4 beziehe, war ein Türke usw. Wenn man heute sagt Nazi, meint man doch gar nicht mehr die Nationalität. Willkür ist international.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 19. Oktober 2013 um 03:26
Guten Tag Herr "Anonym 18. Oktober 2013 18:28".
... und eben DAS ist das Problem. Es ist ganz klar, was ein Nazi ist. Nur darf dies nicht sprachlich "aufgeweicht" werden. Und dies vor allem deshalb, weil es noch immer Nazis gibt. Die NPD, die Mörderbande NSU und Konsorten.
Wird "Nazi" zu einem allgemeinen Schimpfwort - werden diese "Herrschaften" damit verharmlost.
Sie werden damit zu "Blödmännern", "Dummköpfen" und ähnlichem.
Und das sind sie nicht - sie sind etwas ganz WESENTLICH schlimmeres.
In der Tat bin ich der Meinung, Urteile sollten von der Nationalität, dem Geschlecht, etc. abgelöst betrachtet werden.
Wenn ein Mensch mit türkischem Migrationshintergrund mich unverschämt behandelt, beschwere ich mich genauso wie bei jemandem, bei dem das nicht zutrifft. So gehört es.
P.S.: Btw. - Jude: ist KEINE Nationalität. Und natürlich schon gar keine "Rasse".
Das ist so etwas wie "katholisch", oder "evangelisch". Eine von vielen Glaubensrichtungen halt.
Anonym 19. Oktober 2013 um 13:38
"Sie werden damit zu "Blödmännern", "Dummköpfen" und ähnlichem.
Und das sind sie nicht - sie sind etwas ganz WESENTLICH schlimmeres."
Bitte Herr Tomm-Bub, definieren Sie den Begriff "Nazi". Was ist ein Nazi?
Mir fallen dazu nur Namen ein, wie Adolf Hitler oder der Arzt Mengele.
Auch natürlich Konzentrationslager um Menschen auf verschiedene Art zu missbrauchen und zu entsorgen.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 20. Oktober 2013 um 01:00
Guten Tag Herr "Anonym 19. Oktober 2013 13:38".
Das ist es ja gerade - ich brauche mir da keine Definitionen erfinden, oder einfallen zu lassen. Der Nationalsozialismus ist gut erforscht und definiert.
Natürlich waren A. Hitler und der Arzt Mengele Nazis. Hitler zettelte einen Weltkrieg an und propagierte "Gegenrassen" und "Dienerrassen", sowie die "Herrenrasse" der germanischstämmigen Deutschen. Die Juden definierte er als Gegenrasse, was in mehrfacher Hinsicht falsch ist. Einmal spricht man in der Wissenschaft nicht mehr von Rassen, der Begriff wurde als unbrauchbar verworfen. Zweitens ist "Jude" ein Glaubensbekenntnis, wie "Katholik", oder "Evangele".
Mengele war Lagerarzt im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. In dieser Funktion nahm er u.a. Selektionen vor, überwachte die Vergasung der Opfer und führte menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen durch.
Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, rassistische, antikommunistische und antidemokratische Weltanschauung.Weitere Stichworte: - Totalitarismus: Zerschlagung der Demokratie, Einparteienherrschaft, Aufhebung der Gewaltenteilung.
- Der „Blut-und-Boden-Mythos“, die Verherrlichung des Bauernstandes (des „Nährstands“).
- Männerherrschaft und Männlichkeitskult, also Propagierung von Werten wie Tapferkeit und soldatischer Härte.
Ein Weltkrieg, Völkermord / Massenmord, grausame Folter und ähnliches mehr gehen auf das Konto der Nazis.
Wer hier Vergleiche zieht mit dem Vorgehen der Nazis um 1933 herum - mag dies tun. Ob dies nötig und klug ist - sei dahin gestellt.
Wer eine Gleichsetzung vornimmt mit dem konkreten Handeln der Nazis zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges - ist entweder ein agent provocateur der BA, oder sehr wenig klug. Meine klare Meinung.
Anonym 10. November 2013 um 20:10
"Es gibt sehr zahlreiche Bezeichnungen und Vergleiche die wesentlich zutreffender und genauer sind. Unfähigkeit, Unqualifiziertheit, soziale Inkompetenz, etc. pp.
......Aber warum kann man nicht die Sklaven und die Nazis aus dem Spiel lassen?!"
wie weit darf denn, ihrer Ansicht nach, ein Vergleich gehen, um nicht unklug zu sein? Sie schlagen hier unfähig, inkompetent , unqualifiziert vor, um den "heiligen Zorn" (ihre Worte) zu verbalisieren. Ist es nicht unzutreffend und verharmlosend, nur von Inkompetenz zu reden, wo es um systematische Entrechtung und systematischen Abbau der sozialen Marktwirtschaft geht? Und wohin führt ein solches System, wenn es eines ist? Wo und wann macht es denn halt? Sind Sie wirklich der Meinung, dass JC inkompetent sind und aus Inkompetenz so handeln, wie sie handeln, oder ist es nicht vielfach eine bewusste Inkompetenz, durch die ein übergeordneter "Wert" transportiert und exekutiert wird? Und wenn ja, wie heißt dieser "Wert"?
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 10. November 2013 um 21:59
Guten Tag "Anonym 10. November 2013 20:10",
Der transportierte (Un-) Wert ist sicherlich Profit. Gewinn. Kapitalismus.
Ich habe dazu einiges hier im Blog gesagt, siehe hier:
Ich denke, welcher Vergleich wann überzogen wirkt und unklug ist - weiß jeder erwachsene Mensch selbst, wenn er auch nur ein paar Sekunden inne hält - oder sich einmal grundsätzlich Gedanken macht.
ICh wende mich bei der Kritik an überzogener Hass - Terminologie vor allem an die, die globalisieren und sich auf die "untersten Chargen" einschießen.
Ich habe mir mit einem Megaphon in Ohr brüllen lassen müssen,. dass keineR, der in "diesem jobcenter arbeitet, besser ist als die Nazi - Schergen im Dritten Reich".
Ja, es ist vor Ort Inkompetenz, Überforderung u.ä.
Es werden zunehmend (und sicher nicht ohne Absicht) anders / falsch qualifizierte Menschen eingestellt, mit riesigen Mengen Arbeit eingedeckt und unter Druck gesetzt. So ist es.
Anonym 17. November 2013 um 22:47
innehalten und heiliger Zorn sind schon schräg in einem Atemzug. Ich bin der Meinung, dass der Vorwurf der Inkompetenz den berechtigten heiligen Zorn nicht abbilden kann.
Ich gebe Ihnen Recht damit, dass zu einer Generalisierung aller JC - Mitarbeiter kein hinreichender Anlass besteht. Jedoch muss auch der kleine Mitarbeiter dann als erwachsener Mensch innehalten und sich grundsätzlich Gedanken machen. Wenn Sie dies von jedem Hartz IV - Empfänger einfordern, dann auch von jedem JC - Mitarbeiter.
Sind Sie sich der Tatsache bewusst, dass die Waffen ungleich verteilt sind? Das überzogene und unkluge Handeln der JC- Schergen, ausgenommen der wenigen Innehalter/innen, kann nicht durch die Bezeichnung >inkompetent< geheilt werden, denn es schafft materielles Unrecht und menschliches Leid. Ohne jede Not, die ein solches Handeln rechtfertigen würde!! Grundgesetzwidrig ist es. Unwürdig ist es. Existenzbedrohend ist es. Verabscheuenswürdig ist es. Kriminell ist es.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 17. November 2013 um 23:38
Guten Tag "Anonym 17. November 2013 22:47",
Ich verstehe Ihre Ansichten gut, denke ich zumindest.
Berücksichtigen Sie aber bitte, dass ich keineswegs NUR von Inkompetenz sprach. Und "heilen" wollte ich damit auch nichts.
Geheilt ist ein wenig, wenn die höheren Hierarchiebenen richtig und verantwortungsvoll handeln.
Menschen mit der falschen Qualifikation gehören auf einen anderen Arbeitsplatz. Menschen mit mangelhafter oder ungenügender Sozialkompetenz gehören aus dem Publikumskontakt entfernt, solchen mit nur ausreichender Kompetenz sind Schulungen aufzuerlegen.
Das wären erste Schritte zu Heilungen.
Die "Waffen" / die Macht ist ungleich verteilt, ja. Jedoch nicht immer in so hohem Maße, wie man glauben möchte.
Wenn ich mir Menschen anschaue die eben "eigentlich anders qualifiziert sind", junge Menschen, Berufsanfänger_innen, Menschen die "vorerst teilzeit" oder mit Zeitverträgen beschäftigt sind. Solche die selbst in komplizierten Lebenssituationen stecken - und die sollen dann unter desolaten Arbeitsbedingungen und mit starkem Druck "Fallmanangement", o.ä. machen ...
Anders als in der Nazi - Zeit haben wir für ALG II - Empfänger das Internet als Hilfe. Es gibt Foren, Ratgeberseiten. Es gibt regional vor Ort Beratungsstellen und es gibt Sozialgerichte. Das ist nicht viel, es ist mehr als traurig, dass es überhaupt nötig ist, derlei in Anspruch zu nehmen!
Sie finden sehr, deutliche, sehr klare, sehr emotionale Worte am Ende Ihres Kommentares. Und damit sind Sie selbst der Beweis, dass man seine Erfahrungen, seine Verletztheit, seinen Schmerz sehr wohl deutlich machen kann, OHNE "KZ", "Vegasung", "Nazi - Schergen" und Sklaven - Gleichsetzungen.
Meine Hoffnung wäre, dass Sie da so bleiben wie Sie sind.
SO überzeugt es in hohem Maße!
Anonym 11. Dezember 2013 um 03:15
ALG2 ist so oder so gezielt darauf ausgerichtet jegliche Menschwürde zu vernichten.
Die Propagandamaschinerie tut das ihrige um Menschen abzustempeln.
Von einer sogenannten ARGE wurde mir der Freitod empfohlen. Selbstverständlich ohne einen weiteren Zeugen im Raum.
Das Grundgesetz gilt für einen ALG2-Empfänger nicht. Er wird genötigt (ansonsten erfolgt eine Sperre) Forderungen zu unterschreiben welche nachweislich gegen das Grundgesetz in mehreren Punkten verstossen.
Und nicht vergessen: ein Mitarbeiter der ARGE vertritt und unterstützt als Angestellter selbiger genau diese Politik. Daran gibt es nichts zu deuteln.
Ein Rüstungsgegner arbeitet auch nicht in der Rüstungsindustrie.
Burkhard Tomm-Bub, M.A. 11. Dezember 2013 um 19:19
Guten Tag "Anonym 11. Dezember 2013 03:15",
ich sehe das etwas anders. Erstens heißt die "ARGE" schon lange jobcenter. Zweitens kann eine ARGE nicht sprechen - das kann nur ein einzelner Mensch. Und wenn man denn schon allein im Zimmer war - hätte man ja auch eine "passende" Gegenantwort geben können.
Oder man könnte jedenfalls exakt mit Name, Ort, Datum, Uhrzeit und wörtlich notieren können. Eine Erklärung an Eides Statt dazu - schon hat man ein gerichtsfestes Beweismittel.
Der Vergleich mit der Rüstungsindustrie hinkt stark auf mehreren Füßen. Bestenfalls für JETZT neu im jobcenter beginnende Menschen würde ich ihn teilweise gelten lassen.
Lesen Sie hier im Blog über die Entstehung und Entwicklung, dann finden Sie die Belege zu meiner Meinung.
Die Verletzung der Menschenwürde findet tatsächlich leider statt. Und das muss anders werden! Aber Sie schreiben:
(Zitat): " ... ALG2 ist so oder so gezielt darauf ausgerichtet jegliche Menschwürde zu vernichten. ...".
Von Verschwörungstheorien halte ich nichts. Es geht "nur" ums Geld, um Einfluss, um Macht.
Re: Jobcenter zahlt zu wenig Miete Mietschulden
LSG und SG Urteile zu meinem EGV-Verwaltungsakt.

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 1
 Art. 30
 § 7
 Art. 1