Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767?p=207
Timestamp: 2019-02-21 03:53:37+00:00

Document:
od. heut. adel, u. dessen gerechtsamen.
Hessen-Casselischen verordnung vom 2ten jun. 1755
sollen, nach maßgebung der verordnung vom 21ten
märz 1750 bei sachen, welche in die civil-gericht-
barkeit einschlagen, die fürstl. beambte die adeli-
chen hintersassen, maier, worüber die von adel die
gerichtbarkeit haben, nicht unmittelbar vorladen;
sondern es soll desfalls bei der hergebrachten requi-
sition gelassen werden. Sihe die Hofmannische
teutsche Reichspraris im Iten bande, s. 165, s. 166,
§ 263. Jm Sachsen-Lauenburgischen werden
die adeliche hintersassen vermittels der ersuchungs-
schreiben vom hofrechte vorgeladen, oder die vor-
ladungen durch die adelichen gerichte behändiget.
Sonst ist noch der steuer, und contribution halber
von den hintersassen in Hessen zu gedenken, daß,
ob schon z. e. das kloster Haina, nebst andern
hospitalien, Merxhausen, gänzlich steuerfrei sind;
gleichwohl die hintersassen iren anteil steuer, auch
die contribution bezalen müssen.
Das jus fisci wird von verschidenen in Teutsch-vom jure fisci
lande in das völlige, und nicht völlige eingeteilet.
Jenes legen sie den landes-herren und landes-
obrigkeiten; dises aber, denen, welche die ober-
gerichte haben, besonders in Sachsen, bei, Chri-
stian Heinr. Freiesleben de iure fisci landsassio-
rum, Leipz. 1726, 4t, § 18 fgg.; wiwohl hiraus
keine allgemeine regel zu machen stehet; sondern es
kömmt disfalls auf die ausdrückliche vergünstigung
des oberherrns, oder das herkommen, und die
gewonheit an. Sihe inzwischen das sächsische
landrecht im Iten b., art. 28, und III b., art. 80,
das schwäbische landr. cap. 268, welche das recht
des fiscus fast einem jeden richter beizulegen schei-
nen; es wird aber dises von andern in zweifel ge-
od. heut. adel, u. deſſen gerechtſamen.
Heſſen-Caſſeliſchen verordnung vom 2ten jun. 1755
ſollen, nach maßgebung der verordnung vom 21ten
maͤrz 1750 bei ſachen, welche in die civil-gericht-
barkeit einſchlagen, die fuͤrſtl. beambte die adeli-
chen hinterſaſſen, maier, woruͤber die von adel die
ſondern es ſoll desfalls bei der hergebrachten requi-
ſition gelaſſen werden. Sihe die Hofmanniſche
teutſche Reichspraris im Iten bande, ſ. 165, ſ. 166,
§ 263. Jm Sachſen-Lauenburgiſchen werden
die adeliche hinterſaſſen vermittels der erſuchungs-
ſchreiben vom hofrechte vorgeladen, oder die vor-
ladungen durch die adelichen gerichte behaͤndiget.
Sonſt iſt noch der ſteuer, und contribution halber
von den hinterſaſſen in Heſſen zu gedenken, daß,
ob ſchon z. e. das kloſter Haina, nebſt andern
hoſpitalien, Merxhauſen, gaͤnzlich ſteuerfrei ſind;
gleichwohl die hinterſaſſen iren anteil ſteuer, auch
die contribution bezalen muͤſſen.
Das jus fiſci wird von verſchidenen in Teutſch-vom jure fiſci
lande in das voͤllige, und nicht voͤllige eingeteilet.
Jenes legen ſie den landes-herren und landes-
obrigkeiten; diſes aber, denen, welche die ober-
gerichte haben, beſonders in Sachſen, bei, Chri-
ſtian Heinr. Freiesleben de iure fiſci landſaſſio-
keine allgemeine regel zu machen ſtehet; ſondern es
koͤmmt disfalls auf die ausdruͤckliche verguͤnſtigung
gewonheit an. Sihe inzwiſchen das ſaͤchſiſche
das ſchwaͤbiſche landr. cap. 268, welche das recht
des fiſcus faſt einem jeden richter beizulegen ſchei-
nen; es wird aber diſes von andern in zweifel ge-
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[183/0207] od. heut. adel, u. deſſen gerechtſamen. Heſſen-Caſſeliſchen verordnung vom 2ten jun. 1755 ſollen, nach maßgebung der verordnung vom 21ten maͤrz 1750 bei ſachen, welche in die civil-gericht- barkeit einſchlagen, die fuͤrſtl. beambte die adeli- chen hinterſaſſen, maier, woruͤber die von adel die gerichtbarkeit haben, nicht unmittelbar vorladen; ſondern es ſoll desfalls bei der hergebrachten requi- ſition gelaſſen werden. Sihe die Hofmanniſche teutſche Reichspraris im Iten bande, ſ. 165, ſ. 166, § 263. Jm Sachſen-Lauenburgiſchen werden die adeliche hinterſaſſen vermittels der erſuchungs- ſchreiben vom hofrechte vorgeladen, oder die vor- ladungen durch die adelichen gerichte behaͤndiget. Sonſt iſt noch der ſteuer, und contribution halber von den hinterſaſſen in Heſſen zu gedenken, daß, ob ſchon z. e. das kloſter Haina, nebſt andern hoſpitalien, Merxhauſen, gaͤnzlich ſteuerfrei ſind; gleichwohl die hinterſaſſen iren anteil ſteuer, auch die contribution bezalen muͤſſen. § 165 Das jus fiſci wird von verſchidenen in Teutſch- lande in das voͤllige, und nicht voͤllige eingeteilet. Jenes legen ſie den landes-herren und landes- obrigkeiten; diſes aber, denen, welche die ober- gerichte haben, beſonders in Sachſen, bei, Chri- ſtian Heinr. Freiesleben de iure fiſci landſaſſio- rum, Leipz. 1726, 4t, § 18 fgg.; wiwohl hiraus keine allgemeine regel zu machen ſtehet; ſondern es koͤmmt disfalls auf die ausdruͤckliche verguͤnſtigung des oberherrns, oder das herkommen, und die gewonheit an. Sihe inzwiſchen das ſaͤchſiſche landrecht im Iten b., art. 28, und III b., art. 80, das ſchwaͤbiſche landr. cap. 268, welche das recht des fiſcus faſt einem jeden richter beizulegen ſchei- nen; es wird aber diſes von andern in zweifel ge- zogen, vom jure fiſci M 4
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Der Teutschen rechtsgelahrheit. Bd. 3. Frankfurt (Main), 1767, S. 183. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit03_1767/207>, abgerufen am 21.02.2019.

References: § 263
 § 18
 art. 28
 art. 80

§ 263

§ 263
 § 18
 art. 28
 art. 80
 § 263
 § 165
 § 18
 art. 28
 art. 80