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Timestamp: 2017-01-17 06:53:18+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 10 Sa 225/07
Befristung, Befristung: Sachgrundlos, Kirchenarbeitsrecht
1. Ei­ne Höchst­be­fris­tungs­dau­er von 3 Jah­ren in ei­ner kirch­li­chen Ar­beits­rechts­re­ge­lung fällt nicht un­ter die ta­rif­dis­po­si­ti­ve Vor­schrift des § 14 Abs. 2 S. 3 Tz­B­fG und ist da­her nach § 22 Abs. 1 i. V. m. § 14 Abs. 2 S. 1 2. HS Tz­B­fG un­wirk­sam. 2. Die Nicht­auf­nah­me ei­ner sog. Kir­chen­klau­sel in § 14 Abs. 2 S. 3 Tz­B­fG ist nicht ver­fas­sungs­wid­rig, son­dern vom ge­setz­li­chen Ge­stal­tungs­spiel­raum ge­deckt. Vor­ins­tan­zen:
Te­nor: Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das am 19.12.2006 verkünde­te Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Bonn
– 6 Ca 2531/06 – wird kos­ten­pflich­tig zurück­ge­wie­sen. Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.
Der Kläger hat be­an­tragt, 1. fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis nicht auf­grund der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung vom 13.02.2006 zum 31.12.2006 en­den wird, son­dern auf un­be­stimm­te Zeit fort­be­steht;
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die kirch­li­chen Re­ge­lun­gen des Drit­ten We­ges sei­en bei ta­rif­dis­po­si­ti­ven Vor­schrif­ten den Ta­rif­verträgen gleich­zu­set­zen. Das kirch­li­che Selbst­be­stim­mungs­recht wer­de durch ta­rif­dis­po­si­ti­ve Be­stim­mun­gen, die kei­ne Kir­chen­klau­seln ent­hiel­ten, ein­ge­schränkt. Die­ser Ein­griff sei nicht ge­recht­fer­tigt. Durch die Ta­rif­dis­po­si­ti­vität brin­ge der Ge­setz­ge­ber zum Aus­druck, dass Ab­wei­chun­gen vom ge­setz­li­chen Leit­bild möglich sei­en. Glei­cher­maßen wie Ta­rif­verträge böten aber auch die auf dem Drit­ten Weg zu­stan­de­ge­kom­me­nen kirch­li­chen Re­ge­lun­gen die Gewähr für ei­ne aus­ge­wo­ge­ne und sach­ge­rech­te Lösung. Die Ar­beits­recht­li­chen Kom­mis­sio­nen der Kir­che sei­en pa­ritätisch be­setzt. Kom­me in der Kom­mis­si­on kei­ne Mehr­heit für ei­ne be­stimm­te Fas­sung der Dienst­ver­trags­ord­nung zu­stan­de, so ent­schei­de letzt­lich ein Sch­lich­tungs­aus­schuss, der wie­der­um pa­ritätisch be­setzt sei. Es sei al­so letzt­lich nicht möglich, ge­gen den Wil­len der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter ei­ne Dienst­ver­trags­ord­nung zu
Die Be­klag­te be­an­tragt, das an­ge­foch­te­ne Ur­teil ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Der Kläger be­an­tragt, die Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen. Er ver­tei­digt das an­ge­foch­te­ne Ur­teil und ver­tritt die Auf­fas­sung, der Be­klag­ten sei es ver­wehrt, durch ih­re Ar­beits­rechts­re­ge­lung von der ge­setz­li­chen Be­stim­mung des § 14 Abs. 2 S. 1 Tz­B­fG ab­zu­wei­chen.
Ent­schei­dungs­gründe Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ist un­be­gründet. Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht die al­lein treit­ge­genständ­li­che letz­te Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung für un­wirk­sam ge­hal­ten, weil mit ihr die ge­setz­li­che Be­fris­tungshöchst­dau­er über­schrit­ten wur­de. Das Ar­beits­ge­richt hat sei­ne Ent­schei­dung in al­len we­sent­li­chen Punk­ten über­zeu­gend be­gründet. Das Be­ru­fungs­ge­richt nimmt zur Ver­mei­dung von Wie­der­ho­lun­gen auf die Ent­schei­dungs­gründe der Vor­in­stanz Be­zug, denn es kommt auch un­ter Berück­sich­ti­gung des Be­ru­fungs­vor­brin­gens zu übe­rein­stim­men­den Fest­stel­lun­gen, § 69 Abs. 2 ArbGG. Die An­grif­fe der Be­klag­ten in der Be­ru­fung, die sie mit ih­rer ab­wei­chen­den Rechts­auf­fas­sung be­gründet, recht­fer­ti­gen kein an­de­res Er­geb­nis.
II. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. III. Die Zu­las­sung der Re­vi­si­on be­ruht auf § 72 Abs. 2 Nr. 1 ZPO. Rechts­mit­tel­be­leh­rung Ge­gen die­ses Ur­teil kann von der be­klag­ten Par­tei RE­VISION ein­ge­legt wer­den. Die Re­vi­si­on muss in­ner­halb ei­ner Not­frist* von ei­nem Mo­nat schrift­lich beim Bun­des­ar­beits­ge­richt Hu­go-Preuß-Platz 1
99084 Er­furt Fax: (0361) 2636 - 2000
Die Re­vi­si­ons­schrift muss von ei­nem Rechts­an­walt un­ter­zeich­net sein. * ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den. (Schro­eder)
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References: § 14
 § 22
 § 14
 § 14
 § 14
 § 69
 § 97
 § 72