Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1251.htm
Timestamp: 2018-11-20 22:35:24+00:00

Document:
1.251 Feuerbacher Heide-Dickenberg
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet „Feuerbacher Heide - Dickenberg" vom 2. September 2002 (GBl. v. 11.10.2002, S. 378).
Auf Grund von §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBI. S. 385), zuletzt geändert durch das Gesetz zur Neuorganisation der Naturschutzverwaltung und zur Änderung des Denkmalschutzgesetzes vom 14. März 2001 (GBI. S. 189) und § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBI. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Rutesheim, Landkreis Böblingen, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung „Feuerbacher Heide - Dickenberg".
(2) Das Naturschutzgebiet umfasst nach dem Stand vom 26. Februar 2002 auf dem Gebiet der Gemeinde Rutesheim, Gemarkung Perouse, ganz oder teilweise die Gewanne Dickenberg Ob dem Breiten Weg, Feuerbacher Heide und Premier Ordon.
(3) Das Naturschutzgebiet ist in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 26. Februar 2002 im Maßstab 1:25000 flächig rot angelegt und mit einer durchgezogenen roten Linie umgrenzt sowie in einer Detailkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 26. Februar 2002 im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener roter, rot angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Böblingen in Böblingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung und Pflege einer typischen, besonders vielfältigen Heckengäuland-schaft mit Heideflächen, artenreichen Wiesen und Äckern, Hecken, Obstbaumwiesen, Steinriegeln und Mischwäldern aus wissenschaftlichen, ökologischen, naturgeschichtlichen und kulturhistorischen Gründen;
· die Erhaltung von Lebensgemeinschaften und Lebensstätten einer artenreichen, für das Heckengäu typischen Tier- und Pflanzenwelt mit seltenen, bedrohten Arten;
· die Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt, Eigenart und Schönheit der beiden als Kuppen aus der Umgebung hervortretenden Heideflächen, die durch Hecken und extensiv genutztes Grünland miteinander in Verbindung stehen.
6. in Bereichen der Heideflächen zu pferchen sowie land- oder forstwirtschaftliche Produkte zu lagern.
3. zu reiten, ausgenommen auf dem Weg Flurstück Nr. 1445;
4. das Gebiet mit motorisierten Fahrzeugen aller Art, ausgenommen Kranken-fahrstühle, zu befahren;
(1) Für die landwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang und ordnungsgemäß erfolgt, dabei den Boden pflegt, Erosion und Humusabbau vermeidet, Grundwasser nicht in seiner chemischen, physikalischen und biologischen Beschaffenheit beeinträchtigt und wildlebenden Tieren und Pflanzen ausreichend Lebensraum erhält. Voraussetzung ist weiter, dass
5. Feldraine, ungenutztes Gelände, Steinriegel, Hecken, Gebüsche, Bäume und Heideflächen nicht beeinträchtigt werden;
6. in Bereichen der Heideflächen nicht gepfercht wird sowie land- und forstwirtschaftliche Produkte dort nicht gelagert werden.
Für die forstwirtschaftliche Bodennutzung gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang ordnungsgemäß erfolgt und die Grundsätze und Ziele des Naturschutzgesetzes sowie den Schutzzweck berücksichtigt. Voraussetzung ist insbesondere, dass
1. der Bau von für die Bewirtschaftung erforderlichen Wegen im Einvernehmen mit der höheren Naturschutzbehörde erfolgt;
3. Tothölzer, Höhlenbäume und Horstbäume bis zu ihrem natürlichen Verfall erhalten werden, es sei denn, dass dies aus Gründen der Verkehrssicherungs-pflicht nicht möglich oder eine Erhöhung des Risikos durch Insektenkalamitäten zu erwarten ist.
Für die Ausübung der Jagd gelten die Verbote des § 4 nicht, wenn sie ordnungsgemäß erfolgt. Voraussetzung ist weiter, dass
1. Hochsitze nur landschaftsgerecht aus naturbelassenen Hölzern im Anschluss an vorhandene, hochwüchsige Gehölze errichtet werden;
2. in Bereichen der Heideflächen keine, Wildäcker, Futterstellen, Kirrplätze und Ablenkungsfütterungen angelegt werden;
3. das Schutzgebiet nur in Zusammenhang mit der Ausübung der Jagd und nur auf befestigten Wegen mit Kraftfahrzeugen befahren wird; es sei denn, das Verlassen befestigter Wege ist zu Transportzwecken unumgänglich und erfolgt unter Berücksichtigung des Schutzzwecks;
Unberührt bleibt auch die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
§ 7-Befreiungen
(2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Verordnung des Kultusministers als höhere Naturschutzbehörde zum Schütze von Landschaftsteilen und Landschaftsbestandteilen entlang der Reichsautobahnen Stuttgart-Heilbronn und Stuttgart-Karlsruhe in den Kreisen Leonberg und Vaihingen/Enz vom 22. Mai 1941 für den Geltungsbereich dieser Verordnung außer Kraft.
Stuttgart, den 02.September 2002

References: § 28
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4

§ 7