Source: http://strafverteidiger-mk.de/durchsuchung.html
Timestamp: 2018-09-19 05:57:11+00:00

Document:
Rechtsanwalt Dirk Löber - Erste Hilfe bei Durchsuchung
Auch bei einer Durchsuchung Ihrer Privat- oder Geschäfträume gilt die Grundregel "Schweigen ist Gold"!
Durchsuchungen werden grundsätzlich nur auf richterliche Anordnung (Durchsuchungsbefehl) durchgeführt. Bei "Gefahr im Verzug" darf die Durchsuchung ausnahmsweise auch ohne eine vorherige richterliche Anordnung erfolgen. In beiden Fällen hat der Beschuldigte jederzeit das Recht auf anwaltlichen Beistand und ist befugt, eine Aussage zur Sache zu verweigern.Während einer Durchsuchung kommt es nicht selten zur Beschlagnahme von Gegenständen. Oftmals wird dabei übersehen, dass schriftliche Mitteilung eines Rechtsanwaltes oder nahen Angehörigen nicht beschlagnahmt werden dürfen. Schon um solche rechtswidrigen Beschlagnahmen zu vermeiden, sollte der Beschuldigte unbedingt einen Strafverteidiger bitten, der Durchsuchung beizuwohnen. Folgende Verhaltensregeln sind unbedingt zu beachten:
- Strafverteidiger um sofortiges Kommen bitten.
- Den Durchsuchungsbeschluss genau lesen.
- Dienstausweise zeigen lassen.
- Visitenkarte des leitenden Beamten verlangen.
- Zuhören, nicht reden. Aussage verweigern.
- Der freiwilligen Herausgabe von Gegenständen widersprechen.
- Beschlagnahmeprotokoll aushändigen lassen.
Hier das wichtigste Gesetzesmaterial zum Thema "Durchsuchung"::
§ 104 StPO (Nächtliche Haussuchung)
§ 105 StPO (Anordnung und Ausführung von Durchsuchungen)
§ 106 StPO (Zuziehung des Inhabers)
§ 107 StPO (Mitteilung; Verzeichnis)
§ 108 StPO (Zufallsfunde)
§ 109 StPO (Kennzeichnung beschlagnahmter Gegenstände)
§ 110 StPO (Durchsicht von Papieren)

References: § 104

§ 105

§ 106

§ 107

§ 108

§ 109

§ 110