Source: http://strafrecht-online.org/problemfelder/grundlagen/deliktsarten/allgemein-sonder/
Timestamp: 2017-11-18 13:51:00+00:00

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Allgemeinstraftaten; Sonderstraftaten; Delikte; allgemein; besonders; unechte Sonderdelikte; echte Sonderdelikte
Die Allgemein- und Sonderdelikte unterscheiden sich durch die verschiedenen Personengruppen, welche als Täter dieser Delikte in Betracht kommen (Wessels/Beulke/Satzger Strafrecht AT, 46. Aufl. 2016, Rn. 52).
Unter einem Allgemeindelikt versteht man eine Straftat, die jedermann verwirklichen kann. Das Gesetz nennt den Täter hier einen "Wer" (Kindhäuser Strafrecht AT, 7. Aufl. 2015, § 8 Rn. 15). Beispiele für Allgemeindelikte sind der Totschlag nach § 212, die Körperverletzung gem. § 223 oder die Sachbeschädigung nach § 303.
Ein Sonderdelikt kann nur jemand erfüllen, der die besonderen personenbezogenen Voraussetzungen erfüllt, unter denen die Verwirklichung des Tatbestands erst möglich ist (Kindhäuser Strafrecht AT, § 8 Rn. 15). Gem. § 203 I Nr. 1 können nur ein Arzt oder Angehörige andere Berufsgruppen das Privatgeheimnis verletzen. Wer diese besonderen personenbezogenen Voraussetzungen nicht erfüllt, kann also nicht als Täter in Betracht kommen – auch nicht als Mittäter oder mittelbarer Täter (Wessels/Beulke/Satzger Strafrecht AT, Rn. 54). Eine Teilnahme ist jedoch möglich (Krey/Esser Strafrecht AT, 6. Aufl. 2016, Rn. 227).
Es wird unterschieden zwischen echten und unechten Sonderdelikte:
a) echte Sonderdelikte
Hierunter werden Straftaten gefasst, die überhaupt nur ein Sonderpflichtiger verwirklichen kann, z.B §§ 331, 339. Die Sonderpflicht wirkt hier strafbegründend (Kindhäuser Strafrecht AT, § 8 Rn. 16).
b) unechte Sonderdelikte
Unter unechten Sonderdelikten versteht man Allgemeindelikte, die im Falle einer Verwirklichung durch einen Sonderpflichtigen besondere Rechtsfolgen vorsehen, z.B. §§ 258a, 340. Die Wirkung erfolgt strafschärfend, der Strafrahmen wird also erhöht (Kindhäuser Strafrecht AT, § 8 Rn. 17).
Zur Vertiefung der Sonderdelikte: Langer, Die Sonderstraftat, 2007

References: § 8
 § 212
 § 223
 § 303
 § 8
 § 203
 § 8
 § 8