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Timestamp: 2020-04-06 12:55:18+00:00

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BGH, 10.07.1981 - V ZR 51/80 - dejure.org
https://dejure.org/1981,2310
BGH, 10.07.1981 - V ZR 51/80 (https://dejure.org/1981,2310)
BGH, Entscheidung vom 10.07.1981 - V ZR 51/80 (https://dejure.org/1981,2310)
BGH, Entscheidung vom 10. Juli 1981 - V ZR 51/80 (https://dejure.org/1981,2310)
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Einräumen eines Nießbrauchsrechts bei Grundstücksübertragung auf die Kinder - Einräumen einer Vollmacht in der Nießbrauchsvereinbarung, die zur Grundstücksveräußerung ermächtigt - Sicherstellung der Lebenshaltung als Voraussetzung für das Gebrauchmachen von der Vollmacht ...
Zur Auslegung einer Nießbrauchabrede
NJW 1982, 31
WM 1981, 1171
Demgemäß hat der Bundesgerichtshof in jüngster Zeit bereits wiederholt ausgesprochen, daß der Richter auch bei einer ihrem Wortlaut nach scheinbar eindeutigen Willenserklärung an den Wortlaut nicht gebunden ist, wenn - allerdings nur dann - sich aus den Umständen ergibt, daß der Erklärende mit seinen Worten einen anderen Sinn verbunden hat, als es dem allgemeinen Sprachgebrauch entspricht (BGHZ 71, 75, 77; BGH LM BGB § 133 (D) Nr. 7; BGH, Urteil vom 4.6.1980 - V ZR 67/79 = WM 1980, 1171; BGH Urteil vom 10.7.1981 - V ZR 51/80 - LM BGB § 1030 Nr. 1; Senatsurteil vom 23.10.1980 - IVa ZR 45/80 = LM BGB § 652 Nr. 70 Bl. 2 (1) .
Eine gemeinsame Vorstellung der Parteien vom Vertragsinhalt ist daher selbst dann maßgebend, wenn sie keinen Niederschlag in der beurkundeten Erklärung gefunden hat; ein daraus entstehender Beurkundungsmangel kann nach den entsprechenden gesetzlichen Vorschriften - hier nach § 15 Abs. 4 Satz 2 GmbHG durch die erfolgte Abtretung der Geschäftsanteile - geheilt werden (vgl. BGH, Urteil vom 10. Juli 1981 - V ZR 51/80, NJW 1982, 31 unter II m.w.N.).
Es liegt darum im Streitfall nahe, daß die beschenkten Kinder ihre Mutter in diesem Sinne über den bestellten Nießbrauch hinaus schuldrechtlich (vgl. dazu BGH, Urteil vom 10. Juli 1981 - V ZR 51/80 - NJW 1982, 31, 32) auch zur Verfügung über das Aktiendepot - im eigenen oder fremden Namen - ermächtigen wollten.
Der Senat hat dieses erste Berufungsurteil auf die Revision des Beklagten aufgehoben und die Sache zurückverwiesen (Urt. v. 10. Juli 1981, V ZR 51/80, LM BGB § 1030 Nr. 1 = NJW 1982, 31 [BGH 10.07.1981 - V ZR 51/80]).
Zwar dürfen, wie der Senat schon im ersten Revisionsurteil (LM BGB § 1030 Nr. 1 = NJW 1982, 31 [BGH 10.07.1981 - V ZR 51/80]) ausgesprochen hat, auch formgebundene Rechtsgeschäfte nicht in einem anderen als dem von den Beteiligten übereinstimmend gewollten Sinne ausgelegt werden; insoweit können nach den Auslegungsgrundsätzen der §§ 133, 157 BGB auch Umstände aus Vorverhandlungen zur Ermittlung des Parteiwillens herangezogen werden.
Das Revisionsgericht kann aber nachprüfen, ob der Inhalt einer Erklärung nach ihrem objektiven Gehalt eindeutig ist (…Gräber/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 5. Aufl., § 118 Rz. 24;… Lange in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 10. Aufl., § 118 FGO Rz. 125, 136; Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 10. Juli 1981 V ZR 51/80, Wertpapier-Mitteilungen/Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht --WM-- 1981, 1171).
Für die Bestimmung des Inhalts eines Vertrages ist der übereinstimmende Wille der Beteiligten maßgebend, selbst wenn ein unbefangener Dritter ihren Erklärungen einen anderen Sinn beilegen würde (BGHZ 71, 243, 247; BGH Urteile vom 10. Juli 1981 - V ZR 51/80 - NJW 1982, 31 [BGH 10.07.1981 - V ZR 51/80] - …und vom 24. Juni 1987 - IV b ZR 48/86 - BGHR BGB § 133 Wille 2).
Der Richter ist, wie sich aus § 133 BGB ergibt, nicht gehindert, der Erklärung eine mit dem Wortlaut in Widerspruch stehende Auslegung zu geben, wenn sich aus den Umständen für den Erklärungsempfänger erkennbar ergibt, daß der Erklärende mit seinen Worten einen anderen Sinn verbunden hat als den, der sich aus dem allgemeinen Sprachgebrauch ergibt (BGHZ 71, 75, 77; 86, 41, 47 [BGH 08.12.1982 - IVa ZR 94/81]; BGH Urteile vom 4. Juni 1980 - V ZR 67/79 - WM 1980, 1171; vom 10. Juli 1981 - V ZR 51/80 - LM BGB § 1030 Nr. 1; vom 23. Oktober 1980 - IVa ZR 45/80 - LM BGB § 652 Nr. 70 Bl. 2; vom 11. November 1981 - IVa ZR 182/80 - LM BGB § 516 Nr. 15).
Daraus hat die Rechtsprechung den Grundsatz entwickelt, daß für den Inhalt eines Vertrages der übereinstimmende Wille der Beteiligten maßgebend ist, selbst wenn die Erklärungen objektiv eine andere Bedeutung haben sollten, d.h. ein unbefangener Dritter ihnen einen anderen Sinn beilegen würde (BGHZ 71, 243, 247; BGH Urteil vom 10. Juli 1981 - V ZR 51/80 = NJW 1982, 31 [BGH 10.07.1981 - V ZR 51/80] jeweils m.w.N.;… vgl. auch u.a. BGB-RGRK/Krüger-Nieland/Zöller 12. Aufl. § 133 Rdn. 7;… Palandt/Heinrichs BGB 46. Aufl. § 133 Anm. 4 b).
BGH, 14.10.1987 - IVb ZR 80/86
Gesamtschuldner - Ehegatten - Auslegung - Gemeinsame Verbindlichkeiten

References: BGH 
 § 133
 BGH 
 § 1030
 § 652
 § 15
 § 1030
 § 1030
 § 118
 § 118
 BGH 
 § 133
 § 133
 BGH 
 § 1030
 § 652
 § 516
 BGH 
 § 133
 § 133