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Leihst Du mir mal kurz ...... - Formula-18 Forum
Leihst Du mir mal kurz ......
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Beitrag von AxelMB » 13.02.2014, 15:46
.....den Trailer ?
Diesen Satz haben wir doch alle schon einmal gehört und natürlich hilfsbereit dem Segelfreund den Trailer
Das dies seit 2010 zu hohen finanziellen Forderungen führen kann, ist vielen aber vielleicht nicht so bekannt.
Nach einem Verkehrsunfall mit seinem verliehenen Cat-Trailer ist ein Segelfreund aktuell nun mit finanziellen Forderungen konfrontiert. Das wird ja wohl der Ausleiher übernehmen könnte man meinen. Aber wenn der das
nun nicht macht ?
Daher zur Information der u.a. Artikel und bestimmt gibt es in F 18 - Kreisen einen kompetenten Juristen, der
uns mal einen wirksamen Haftungsausschluß formuliert.
Trotzdem wünsche ich allen eine unkomplizierte und spannende Segelsaison !
In seinem Urteil (BGH, Az. IV ZR 279/08) vom 27. Oktober 2010 hat der Bundesgerichtshof festgelegt, dass Zugfahrzeuge und Anhänger haftungsrechtlich gleichgestellt sind. Versicherungsrechtlich haben sie also denselben vorgeschriebenen Haftpflicht–Versicherungsschutz. Für geschädigte Dritte ändert sich damit nichts. Sie können sich weiterhin wahlweise an die Versicherer des Zugfahrzeuges und des Anhängers wenden, die im Regelfall zwar identisch sind, aber nicht identisch sein müssen.
Wer hingegen Halter eines Anhängers ist sollte sich bereits vor dem Verleihen absichern. Denn ganz gleich, ob der Anhänger privat oder gewerblich vermietet wird, im Falle eines Unfalls kann es teuer werden. Deshalb empfiehlt es sich, vor der Vermietung eine Haftungsausschluss-Erklärung zu unterschreiben. Dann haftet nicht der Halter für Schäden, die der Fahrer während der Nutzung des Hängers verursacht. Das gilt im übrigen nicht nur für Lastenanhänger, sondern jedwede Art von Anhängerfahrzeugen, also auch Wohnwagen oder Bootstrailer.
Auch wenn der Anhänger völlig intakt und absolut „schuldlos“ am Unfall ist, haben Halter oder/und Fahrer des als ein Fahrzeug zu behandelnden Gespanns die Hälfte des Schadensersatzes zu übernehmen. Einen Anhänger zu besitzen, ohne ihn ausreichend versichert zu haben, Recht: Wenn kracht zahlt auch der Halterkann im ungünstigsten Fall existenzbedrohend werden.
Infolgedessen rät Fachanwalt für Verkehrsrecht Umut Schleyer, einen Haftungsausschluss oder eine Freistellungsklausel zu vereinbaren, bevor man seinen Anhänger verleiht. Als Halter haftet man ansonsten bei Unfällen mit. Dabei können gerade Unfälle im Ausland sehr kompliziert und teuer werden. Aus Gründen der Rechtssicherheit sollte man sich daher entsprechend absichern.
auto.de/zeh
Re: Leihst Du mir mal kurz ......
Beitrag von Tim M-K » 01.04.2014, 13:06
Gibt es bzgl. dieses Themas vielleicht neue Erkenntnisse? Wir sind jetzt darauf gekommen, weil unsere Vereinsmitglieder den Vereinstrailer ausleihen. Eine Trailer HV wäre das einfachste, doch beim grünen Nummernschild geht es mit dem Antrag nicht mehr weiter. Die Antworten der Versicherungen (HUK, DEVK, HYV) reichen von "da kann man nichts machen" bis zu "Trailer mit grünem Nummernschild sind immer über das Zugfahrzeug mitversichert". Also völlige Unsicherheit. Betroffen sind hiervon ja doch alle, die ihren Trailer ab und zu ausleihen.
Beitrag von Harry » 02.04.2014, 11:29
Mein Anhänger ist bei der HUK Coburg versichert. ( nicht HUK24)
Kennzeichen schwarz Kosten 13 Euro
Haftpflichtversicherung Kosten 24,50 Euro
Zulassungsgebühren Kosten 18 Euro
Fahrzeugsteuer 22 Euro / auch Saisonzulassung möglich.
Was fehlt > !
Ladungsversicherung für die Trailerkiste wenn man zbsp.
auf dem Wasser ist oder der Trailer mit Kiste und seinen ( weiteren)
Ausrüstungsgegenständen / 2.Segelsatz usw. - neben - dem Boot im Hafen
oder auf dem Clubgelände steht.
Sollte jetzt immer noch eine Haftungsübernahme notwendig sein ?
Der letzte Absatz von Herrn Unmut ist mir nicht ganz schlüssig dazu.
Eine Vollkasko ohne SB für den Anhänger würde auch die Spannung
nehmen, wenn der Segelkumpel den Anhänger nicht wieder zurück bringt.
Totalschaden oder Diebstahl stehen da als Möglichkeiten an.
Im Rahmen, zur Anschaffung eines KV- Bootes mit Trailer, wurde dieses
schon mal in der Umsetzung, für die Nutzung von mehreren Segelteams,
sail fast - every day -' be a part of F18 class !
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Boot: Tornado
Beitrag von TS! » 02.04.2014, 18:27
Dann will ich einmal versuchen, Klarheit in die Sache zu bringen.
1.	Wenn es sich um einen Anhänger - ausschließlich - für Sportgeräte handelt (vgl. § 3 Abs.3 Nr. 2 e. FZV (Fahrzeug-Zulassungsverordnung), ehemals § 18 Abs.2 m. StVZO) - das sind jene mit den grünen Kennzeichen - dann besteht keine Versicherungspflicht. Diese Trailer brauchten nur eine ABE und HU (Prüfbericht nach § 29 StVZO ), um ein Kennzeichen (pflicht) zugeteilt zu bekommen, damit er auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden darf. (vgl. § 4 Abs. 2 Nr.3 FZV)
Diese Anhänger sind - nur - über das Zugfahrzeug versichert, also so lange sie mit ihm verbunden sind oder sich unbeabsichtigt lösen!
Problematisch wird es, wenn der Anhänger per Hand rangiert wird oder alleine wegrollt. Hierfür tritt die Haftpflicht des Zugfahrzeugs nicht ein! Ob solche Schäden durch die Privathaftpflicht gedeckt sind, müßte jeweils erfragt werden.
Andernfalls empfiehlt es sich, auch für diese Anhänger eine eigene Haftpflichtversicherung abzuschließen!
2.	Wenn der Anhänger zulassungspflichtig ist, jene mit dem schwarzen Kennzeichen, dann besteht eine Versicherungspflicht und er ist auch ohne Zugfahrzeug versichert.
(Mit so einem Anhänger beschäftigte sich der BGH in o.g. Entscheidung.)
Torsten Schrader (Tornado GER 51)
http://www.kanzlei-esplanade.de
schrader@kanzlei-esplanade.de
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine persönliche Rechtsberatung dar und ist unverbindlich, also ohne Garantie auf Vollständigkeit und Richtigkeit.
Beitrag von Martin » 03.04.2014, 15:32
hmmm, das bedeutet also:
- grünes Kennzeichen: Versicherung des Zugfahrzeuges zahlt -> kein Problem (mal den Sonderfall des selbständigen Trailes außer acht gelassen)
- schwarzes Kennzeichen: Versicherung des Zugfahrzeuges und/oder Trailers zahlt -> auch kein Problem
also scheint alles gut.
Dann verstehe ich nur nicht, wieso der Segelfreund aus Axels Eingangsbeitrag sich mit Schadenersatzforderungen konfrontiert sieht, die keine Versicherung übernehmen will.
Beitrag von Tim M-K » 03.04.2014, 17:15
Mal ein Zwischenstand: Klar scheint bei den grünen Nummernschildern nichts zu sein. Die Aussagen der Versicherungen sind völlig gegensätzlich. Vermutlich ist es der beste Weg, wie Harry ein schwarzes Nummernschild zu beantragen und die Kiste zu versichern. Dann kann man damit auch mal was anderes als ein Boot transportieren ohne eine Straftat (tatsächlich) zu begehen.
Habe bisher folgende Aussagen:
Steht das Boot auf dem Trailer, zahlt die HV des Bootes bei Schäden. Allerdings nur, solange kein Auto angekuppelt ist.
Schomacker: "50% zahlt das aktuelle Zugfahrzeug, 50% die HV Ihres Autos". Wenn ich gar keines habe: "Pech."
HUK: "Anhänger mit grünem Nummernschild können Sie nicht HV versichern".
AVA: 108 EUR/a Prämie. Für schwarzbeschilderte Hänger nehmen die anderen immer so um die 20 EUR...
Pantaenius: Wollte sich informieren und zurückmelden. Bisher Funkstille.
Habe noch den LSV und DSV um Klärung gebeten, wird doch wohl in Sportler/Seglerkreisen ein allgemeines Problem sein. Können sie mal was tun.
Beitrag von Martin » 04.04.2014, 10:23
hier gehts weiter: http://segelreporter.com/panorama/versi ... tstrailer/
Beitrag von Tim M-K » 04.04.2014, 12:40
Jaja, die Wege sind kurz in der Seglerwelt...
Eben einen Anruf von der netten Pantaenius-Dame bekommen: Sie wissen es selbst nicht und verweisen auf den Artikel bei Segelreporter.
Mein Fazit: Die Harry-Version (schwarzes Kennzeichen + Anhänger-HV) ist vermutlich die beste Variante. Evtl. gibt es auch Versicherungen, die ein grünes Nummernschild regulär versichern, dann spart man sich den Steuerkram. Dann hat man Rechtsicherheit und ist auch der Fall "mein Anhänger ohne Boot rauscht irgendwo rein" abgedeckt.
Danke an Axel für den Hinweis!
Beitrag von Tim M-K » 07.04.2014, 12:33
Direkt zitieren darf ich die Antwort vom DSV nicht, aber hier die Zusammenfassung:
Sie haben meine Anfrage an Pantaenius weitergeleitet, zusammen mit der Frage, ob Pantaenius auch entsprechende Versicherungen anbietet (was sie tun). Alternativ sollte ich bei der Sportversicherung des LSV anfragen (=ARAG, die das aber nicht anbietet).
Pantaenius lehnt eine Erstreckung des BGH-Urteils auf Sportbootanhänger ab.
Also am besten abwarten, was aus der Sache mit Christian und Helges Trailer wird.
Beitrag von TS! » 07.04.2014, 12:46
Hier i.E. der Kernsatz aus dem o.g. Segelreporterbeitrag:
"Auch die Zentrale der Signal Iduna in Dortmund schloss sich der landläufig verbreiteten Meinung und damit der Aussage der Allianz eindeutig an...: „Der BGH meint zwei versicherte Risiken, für die Beiträge gezahlt wurden. Das Urteil kann auf Sportanhänger nicht angewendet werden.“"
(zitiert aus: http://segelreporter.com/panorama/versi ... tstrailer/)
Der Sachbearbeiter der Iduna in Hamburg steht sehr allein da mit seiner Meinung.

References: § 3
 § 18
 § 29
 § 4
 BGH 
 BGH