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Timestamp: 2020-07-14 04:10:48+00:00

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Netzumlagen 2020
Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalles entbinden.
Die vier Übertragungsnetzbetreiber („ÜNB“) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben inzwischen sämtliche Umlagen auf den Strompreis für 2020 offiziell veröffentlicht. Die Umlagen umfassen die sog. KWK-Umlage, die § 19 StromNEV-Umlage, die Offshore-Netzumlage, die Umlage für abschaltbare Lasten und die EEG-Umlage.
Bitte beachten Sie, dass dies allgemeine Informationen sind, die nicht von einer Prüfung des Einzelfalls entbinden.
Übersicht: Umlagen für nicht-privilegierten Letztverbrauch (ct/kWh)
Jahr EEG-Umlage KWK-Umlage Offshore-Netzumlage § 19 StromNEV-Umlage Abschaltbare Lasten-Umlage
2019 6,405 0,280 0,416 0,305 0,005
2020 6,756 0,226 0,416 0,358 0,007
1. KWK-Umlage
Für die Förderung von Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zahlen Letztverbraucher eine KWK-Umlage.
Für das Jahr 2020 ergibt sich für alle nicht-privilegierten Letztverbräuche eine KWK-Umlage in Höhe von 0,226 ct/kWh.
Tabelle 1: KWK-Umlage gemäß KWKG (ct/kWh)
Abrechnungsjahr Umlage je kWh
2019 0,280 ct
2020 0,226 ct
Nähere Informationen zur Besonderen Ausgleichsregelung für bestimmte Letztverbrauchergruppen und Meldepflichten erhalten Sie unter 6.
2. § 19 StromNEV-Umlage
Unter den Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 1 oder 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben die Stromnetzbetreiber bestimmten Kunden ein reduziertes individuelles Netzentgelt anzubieten. Die entgangenen Erlöse können die ÜNB als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf die Letztverbraucher umlegen.
Die Höhe der Umlage für das Jahr 2020 beträgt zwischen 0,025 und 0,358 ct/kWh.
Die Eingruppierung der Letztverbrauchergruppen erfolgt anhand der Verbrauchsmenge und des Tätigkeitsfeldes.
Tabelle 2: §19 StromNEV-Umlage nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)
Jahr LV-Gruppe A‘ LV-Gruppe B‘ LV-Gruppe C‘
2019 0,305 ct/kWh 0,050 ct/kWh 0,025 ct/kWh
2020 0,358 ct/kWh 0,050 ct/kWh 0,025 ct/kWh
Letztverbrauchsgruppe A‘: Letztverbraucher zahlen für die jeweils ersten 1.000.000 kWh je Abnahmestelle den Umlagesatz für die Letztverbrauchsgruppe A‘.
Letztverbrauchsgruppe B‘: Letztverbraucher, deren Jahresverbrauch an einer Abnahmestelle 1.000.000 kWh übersteigt, zahlen zusätzlich für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge eine maximale § 19 StromNEV-Umlage von 0,05 ct/kWh.
Letztverbrauchsgruppe C‘: Letztverbraucher, die dem produzierenden Gewerbe, dem schienengebundenen Verkehr oder der Eisenbahninfrastruktur zuzuordnen sind und deren Stromkosten im vorangegangenen Kalenderjahr vier Prozent des Umsatzes überstiegen haben, zahlen für über 1.000.000 kWh hinausgehende Strombezüge maximal 0,025 ct/kWh.
Allgemeine Meldepflicht: Letztverbraucher, die zu den Gruppen B‘ und C‘ gehören, müssen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31. März 2020 den im Jahr 2019 aus dem Netz bezogenen und selbstverbrauchten Strom oder Drittmengen sowie das Verhältnis der Stromkosten zum handelsrechtlichen Umsatz melden.
3. Offshore-Netzumlage
Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sind die ÜNB gesetzlich verpflichtet, Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land anzuschließen. Dabei sind sie nach § 17f EnWG berechtigt, die Kosten als Aufschlag auf die Netzentgelte gegenüber den Letztverbrauchern geltend zu machen.
Im Jahr 2020 beträgt die Offshore-Netzumlage für den nicht-privilegierten Letztverbrauch, wie bereits im vorangegangenen Jahr, 0,416 ct/kWh.
Tabelle 3: Offshore-Netz-Umlage gemäß § 17f EnWG (ct/kWh)
2019 0,416 ct
2020 0,416 ct
4. Umlage für Abschaltbare Lasten
Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde erstmals zum 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben, um die durch die Übertragungsnetzbetreiber gemäß der Verordnung über abschaltbare Lasten (AbLaV) kontrahierten Verbrauchseinheiten zu finanzieren. Eine gesonderte Entlastung von Großverbrauchern ist in der Verordnung nicht vorgesehen.
Die Umlage für 2020 beträgt ab der ersten Kilowattstunde 0,007 ct/kWh.
Tabelle 4: AbLa-Umlage gemäß § 18 AbLaV (ct/kWh)
2019 0,005 ct
2020 0,007 ct
5. EEG-Umlage
Letztverbraucher sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, eine Umlage zu zahlen, um den Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten aus Windrädern, Solaranlagen oder Biogas-Anlagen zu finanzieren. Die sogenannte EEG-Umlage wird auf den Strompreis aufgeschlagen und richtet sich nach dem Verbrauch.
Die EEG-Umlage für nicht-privilegierten Letztverbrauch beträgt für das Jahr 2020: 6,756 ct/kWh.
Tabelle 5: EEG-Umlage gemäß EEG 2017 (ct/kWh)
2019 6,405 ct
2020 6,756 ct
6. Besondere Ausgleichsregelung der KWK- Offshore-Netz- und EEG-Umlage
Die KWK-Umlage (1.), die Offshore-Netzumlage (3.), sowie die EEG-Umlage (5.) unterliegen dem gleichmäßigen System der besonderen Ausgleichsregelung der §§ 63 ff EEG 2017.
Diese Umlagen werden für über 1 GWh hinausgehende Stromverbrauchsmengen begrenzt auf
15% der Umlagen bei Unternehmen, die
aa) einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 17 Prozent betragen hat, oder
bb) einer Branche nach Liste 2 der Anlage 4 EEG 2017 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 20 Prozent betragen hat, oder
20 % der Umlagen bei Unternehmen, die einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 14 Prozent und weniger als 17 Prozent betragen hat.
Insgesamt dürfen aber an allen Abnahmestellen maximal 4 Prozent (bzw. bei besonders stromkostenintensiven Unternehmen 0,5 Prozent) der Bruttowertschöpfung anfallen, mindestens sind jedoch 0,05 ct/kWh zu zahlen.
Diese Begrenzung der Umlagen kann indes nur nach Erlass eines beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu beantragenden Bescheids erfolgen.
GASPREISBESTANDTEILE
1. Energiesteuer
Durch die Entnahme von Erdgas aus dem Leitungsnetz zum Verbrauch entsteht die Energiesteuer gemäß § 38 Abs. 1 EnergieStG. Diese Energiesteuer ist stets vom Lieferer im Sinne des § 38 Abs. 2 EnergieStG abzuführen. Im Falle der Belieferung eines Endverbrauchers mit Erdgas durch die Energie SaarLorLux hat diese den entsprechenden Steuerbetrag abzuführen.
Dies gilt vorbehaltlich eines Verfahrens der Steuerbefreiung nach § 44 EnergieStG oder sonstiger Steuerbefreiungstatbestände.
Die Energiesteuer auf Erdgas zu beträgt verwendungsabhängig zwischen 5,50 und 13,90 €/MWh
Verwendungszweck Steuertarif je MWh
Verheizen oder
Antrieb in begünstigten Anlagen, §§ 3, 3a EnergieStG 5,50 €
bis 31.12.2023 13,90 €
2. Kosten für Erwerb und Abgabe von Emissionszertifikaten nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)
Zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele, nicht zuletzt des Ziels der Treibhausgasneutralität im Jahr 2050, sowie der Verbesserung der Energieeffizienz erfolgt eine Bepreisung der erzeugten Emissionen aus fossilen Brennstoffen, wozu auch Erdgas zu zählen ist, nach Maßgabe des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG). Der Verantwortliche nach BEHG, der im Falle der Erdgasbelieferung mit dem Lieferer nach § 38 EnergieStG (s.o.) identisch ist, ist dabei verpflichtet Emissionszertifikate, gemessen an der Menge der in Verkehr gebrachten Brennstoffe, zu erwerben und abzugeben.
Für die Jahre 2021 bis 2025 richtet sich der Preis der Zertifikate nach gesetzlich festgelegten Festpreisen nach § 10 BEHG.
In diesem Zeitraum errechnen sich die umzulegenden Kosten für diese Emissionszertifikate wie folgt.
PZErdgas = F x PZZertifikat
Hierbei bedeuten die in vorgenannter Formel enthaltenen Variablen:
PZErdgas = Kosten für Emissionszertifikate gemäß BEHG pro Megawattstunde Erdgas (in €/MWh)
F = spezifischer CO2 Emissionsfaktor von Erdgas (in t CO2/MWh) gemäß des Merkblatts zu den CO2 Faktoren des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in der jeweils gültigen Fassung. Das jeweils gültige Merkblatt wird stets vom BAFA unter https://www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/eew_merkblatt_co2.html veröffentlicht.
PZZertifikat = Festpreis pro Emissionszertifikat (in €/Emissionszertifikat = €/t CO2) im betreffenden Jahr gemäß § 10 Absatz 2 BEHG.
Die Kosten für das Jahr 2021 betragen 2,02 €/MWh.
! Hinweis: Die Bundesregierung hat am 28.02.2020 einen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit vorgelegt, welcher insbesondere vorsieht die Festpreise nach § 10 BEHG zu erhöhen. Die hier dargestellten Kosten entsprechen den derzeit geltenden Vorschriften. Eine Erhöhung dieser Preise ist indes zu erwarten. !
Diese ergeben sich aus obiger Formel wie folgt:
Zum 01.01.2021 beträgt der Festpreis gemäß § 10 Absatz 2 BEHG (PZZertifikat) 10 €/t CO2. Der spezifische CO2 Emissionsfaktor von Erdgas beträgt 0,202 t CO2/MWh.
PZErdgas = 0,202 t CO2/MWh x 10 €/t CO2 = 2,02 €/MWh

References: § 19
 § 19
 § 19
 § 19
 §19
 § 19
 § 17
 § 17
 § 18
 § 38
 § 38
 § 44
 § 38
 § 10
 § 10
 § 10
 § 10