Source: https://www.oenb.at/Statistik/Standardisierte-Tabellen/Realwirtschaftliche-Indikatoren/Jahresabschlusskennzahlen-von-Unternehmen/Frequently-Asked-Questions.html
Timestamp: 2019-07-24 00:07:41+00:00

Document:
Frequently Asked Questions - Oesterreichische Nationalbank (OeNB)
Wie ist das Eigenkapital zu ermitteln?
Das Eigenkapital leitet sich aus § 198 Abs 1 UGB ab: Es ist somit eine Saldogröße zwischen den Posten der Aktivseite und den Rückstellungen, Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Für Kapitalgesellschaften ist die Aufgliederung des Eigenkapitals in § 224 Abs 3 A explizit vorgeschrieben.
Zum Eigenkapital werden auch die unversteuerten Rücklagen (vergleiche § 224 Abs 3 B) hinzugezählt. In den von der OeNB veröffentlichten Kennzahlen werden nicht berücksichtigt eventuell darauf entfallende Steuerbelastungen!
Was ist in das Risikokapital mit einzubeziehen?
Neben dem Eigenkapital (inkl. unversteuerter Rücklagen) die Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen, aber auch sonstige langfristige Rückstellungen sofern aus dem Anhang ersichtlich.
Sind im Umlaufvermögen die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (ARA) enthalten?
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind im Umlaufvermögen enthalten.
Werden bei den Forderungen/Verbindlichkeiten aus LL auch die geg. Verbundene Unternehmen und Unternehmen mit Beteiligungsverhältnis eingerechnet?
Woher stammen die Werte für die Abschreibung: AfA / AvA?
Die Abschreibungen werden direkt der GuV entnommen: § 231 Abs 2 Z 7 UGB.
Warum wird das Betriebsergebnis vor AfA gerechnet?
Auf Wunsch von externen Bilanzanalytikern: Es soll eine Annäherung an die Berechnung der Kennzahl EBITDA (Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortization) sein.
Was tun mit korrigierten Werten? Sind diese Kennzahlen für externe Leser zu rechnen? Gibt es vielleicht generelle Aufschläge, die verwendet werden könnten?
Alle korrigierten Kennzahlendefinitionen dienen insbesondere um eine Vergleichbarkeit zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften zu erreichen:
So wird z. B. der "kalkulatorische Unternehmerlohn" bei Personengesellschaften als Personalaufwand hinzugerechnet, während bei Kapitalgesellschaften dieser ja ohnehin als Personalaufwand im Jahresabschluss zu finden ist. Leider sind diese Kennzahlen für externe Leser nicht ganz einfach nachzurechnen. Für eine exakte Ermittlung des kalkulatorischen Unternehmerlohnes und der kalkulatorischen Zinsen verweisen wir auf KMU FORSCHUNG AUSTRIA.
Berechnung Finanzierungsaufwand:
Mit Finanzierungsaufwand sind nur die Fremdkapitalzinsen gemeint.
Was tun mit PRA?
Die passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden den Verbindlichkeiten zugerechnet.
Warum gibt es einerseits den Cash-flow in % des Fremdkapitals, andererseits den korrigierten Cash-Flow in % des Fremdkapitals, welchen allgemein verwenden?
Siehe dazu auch unter "Was tun mit korrigierten Werten?"
Der Kennzahl "Cash-flow in % des Fremdkapitals" kommt auch insofern eine Besonderheit zu, als eine Art Nettoverschuldung ermittelt wird, indem zusätzlich auch das liquide Umlaufvermögen und die Barmittel abgezogen werden. Dieses Konzept ist in einigen europäischen Ländern (z. B. Frank­reich, Italien, Spanien) üblich.
Der korr. CF/FK erwies sich im Rahmen von statistischen Modellen als trennfähig, aber auch volatil. Für die Erkennung von Ertragsschwierigkeiten, die zur Insolvenz führen könnten, erscheint diese Kennzahl als geeignet.
Sind bei den Investitionen die Zugänge laut Anlagenspiegel gemeint oder die Zugänge abzüglich den Restbuchwerten abgegangener Anlagen?
Die Zugänge laut Anlagenspiegel.
Warum werden bei den Investitionskennzahlen auch die Abschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens genommen? Man könnte ja alle Abschreibungen auf das Anlagevermögen dem Anlagenspiegel entnehmen?
Da bei Nicht-Kapitalgesellschaften weder eine Aufgliederung der Abschreibungen wie in § 231 Abs 7 UGB noch bei einer großen Anzahl von KMU ein Anlagenspiegel verpflichtend sind, werden vereinfachend nur die Abschreibungen insgesamt angesetzt. Bei den Investitionskennzahlen im speziellen, wurde diese Unschärfe in Kauf genommen, um eine höhere Anzahl an Datensätzen zu erreichen.
Wie berechnen Sie die Betriebsleistung?
Unsere Betriebsleistung ist nichts anderes als "Betriebliche Erträge", die Nummer 1 bis 4 des gesetzlichen Gliederungsschemas gemäß § 231 Abs. 2 UGB:
Wie setzt sich das kurzfristige Fremdkapital zusammen?
Unser kurzfristiges Fremdkapital setzt sich aus Verbindlichkeiten und Rückstellungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr sowie passiven Rechnungsabgrenzungsposten zusammen. Nicht berücksichtigt werden in dieser Position unversteuerte Rücklagen (keine Berücksichtigung eines latenten Steueranteils).
Warum ist die Wertschöpfung je EURO Personalaufwand meist größer als die Wertschöpfung je EURO Personalkosten?
Bei Kapitalgesellschaften entspricht der Personalaufwand den Personalkosten. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften entspricht die Summe aus Personalaufwand und kalkulatorischem Unternehmerlohn den Personalkosten. Daraus folgt: Ein hoher Anteil an Einzelunternehmen und Personengesellschaften bedeutet, die Personalkosten sind relativ hoch zum Personalaufwand und das bedingt, einen niedrigen Quotienten aus Wertschöpfung und Personalkosten. Es ist zu beachten, dass der Anteil an Personengesellschaften in den unterschiedlichen Branchen unterschiedlich hoch ist.

References: § 198
 § 224
 § 224
 § 231
 § 231
 § 231