Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=23.02.2010&Aktenzeichen=VII%20R%201%2F09
Timestamp: 2019-02-23 03:46:36+00:00

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BFH, 23.02.2010 - VII R 1/09 - dejure.org
Änderung eines angefochtenen Verwaltungsakts durch Verlängerung einer marktordnungsrechtlichen Maßnahme - Regelungsinhalt des § 68 FGO - Kein Rechtsschutzbedürfnis für eine Fortsetzungsfeststellungsklage nach übereinstimmend erklärter Erledigung der Hauptsache
Änderung eines angefochtenen Verwaltungsakts durch Verlängerung einer marktordnungsrechtlichen Maßnahme; Regelungsinhalt des § 68 FGO; Kein Rechtsschutzbedürfnis für eine Fortsetzungsfeststellungsklage nach übereinstimmend erklärter Erledigung der Hauptsache
Art 3 Abs 1 Buchst b EGV 1469/95, § 68 FGO, § 120 Abs 2 Nr 1 AO, § 100 Abs 1 S 4 FGO, § 40 Abs 2 FGO
Verordnung (EG) Nr. 1469/95 Art. 3; AO § 120; FGO § 68
Änderung eines angefochtenen Verwaltungsakts durch Verlängerung einer marktordnungsrechtlichen Maßnahme - Ausfuhr von Fleisch
Änderung eines angefochtenen Verwaltungsakts durch Verlängerung einer marktordnungsrechtlichen Maßnahme
Einrichtung eines den marktordnungsrechtlichen Anforderungen entsprechenden Dokumentationssystems zur Behebung struktureller Mängel einer Unternehmensbuchführung im Bereich der Abwicklung der Ausfuhr von Fleisch; Verlängerung einer in einem angefochtenen Verwaltungsakt (Befristungsbescheid) getroffenen Maßnahme nach Art. 3 Abs. 1 Buchst. b der Verordnung (VO EG) Nr. 1469/95
Änderung eines angefochtenen Verwaltungsakts
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 23.02.2010, Az.: VII R 1/09 (§ 68 FGO - Unzulässigkeit einer isolierten Fortsetzungsfeststellungsklage mangels Rechtsschutzbedürfnisses)" von RiBFH a. D. Dieter Steinhauff, original erschienen in: AO-StB 2010, 235 - 236.
BFHE 229, 14
BB 2010, 1629
DB 2010, 1572
Die Zielsetzung des § 68 FGO besteht insoweit darin, dass ein einmal anhängig gewordenes Klageverfahren ungeachtet einer Änderung der Bescheidlage fortgeführt werden kann und dass dadurch Verzögerungen vermieden werden, die mit der Unterbrechung jenes Verfahrens und der Einleitung eines weiteren, auf den Änderungsbescheid bezogenen Rechtsbehelfsverfahrens verbunden sein könnten (BFH Urteil vom 23.02.2010 VII R 1/09, BFH/NV 2010, 1566; BFH Urteil vom 16.12.2008 I R 29/08, BStBl II 2009, 539).
Ausreichend für die Anwendung des § 68 FGO ist es, wenn beide Bescheide "dieselbe Steuersache", d. h. dieselben Beteiligten und denselben Besteuerungsgegenstand betreffen (BFH Urteil vom 23.02.2010 a. a. O.).
Diese Regelung dient zum einen dem Schutz des Klägers, der durch eine Änderung oder Ersetzung des angefochtenen Verwaltungsakts durch das Finanzamt nicht aus dem Klageverfahren heraus gedrängt und gegen seinen Willen wieder in das Einspruchsverfahren zurückversetzt werden soll (BFH-Urteil vom 06.08.1996 VII R 77/95, BStBl II 1997, 79), zum anderen der Prozessökonomie, insbesondere der Verfahrensbeschleunigung (BFH-Urteil vom 25.07.1991 XI R 2/86, BStBl II 1992, 37; BFH-Urteil vom 23.02.2010 VII R 1/09, BFH/NV 2010, 1566).
Die Zielsetzung des § 68 FGO besteht insoweit darin, dass ein einmal anhängig gewordenes Klageverfahren ungeachtet einer Änderung der Bescheidlage fortgeführt werden kann und dass dadurch Verzögerungen vermieden werden, die mit der Unterbrechung jenes Verfahrens und der Einleitung eines weiteren, auf den Änderungsbescheid bezogenen Rechtsbehelfsverfahrens verbunden sein könnten (BFH-Urteil vom 16.12.2008 I R 29/08, BStBl II 2009, 539; BFH-Urteil vom 23.02.2010 VII R 1/09, BFH/NV 2010, 1566).
Ausreichend für die Anwendung des § 68 FGO ist es, wenn beide Bescheide "dieselbe Steuersache", d.h. dieselben Beteiligten und denselben Besteuerungsgegenstand betreffen (vgl. nur BFH-Urteil vom 23.02.2010 VII R 1/09, BFH/NV 2010, 1566 m. w. N.).
Ausreichend hierfür ist, wenn beide Bescheide "dieselbe Steuersache", d.h. dieselben Beteiligten und denselben Besteuerungsgegenstand betreffen (so zuletzt BFH, Urteil vom 23. Februar 2010, VII R 1/09, BFHE 229, 14 = Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFH/NV - 2010, 1566 m.w.N.), so dass die beiden Verwaltungsakte lediglich einen (zumindest teilweise) identischen Regelungsbereich haben müssen, damit es zu einem Austausch des Verfahrensgegenstands kommen kann (vgl. BFH…, Urteil vom 27. April 2004, X R 28/02, BFH/NV 2004, 1287; Urteil vom 8. Februar 2001, VII R 59/99, BStBl. II 2001, 506, Seer in Tipke/Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung;… § 68 FGO, Rz. 11;… Schallmoser in Hübschmann, Hepp, Spitaler Rz. 42).
Es sei aus prozessökonomischen Gründen zur Beschleunigung des Verfahrens hinzunehmen, dass dem Beteiligten bei der Änderung oder dem Ersetzen von Ermessensentscheidungen eine außergerichtliche Instanz zur Überprüfung der Ausübung des behördlichen Ermessens verloren gehe (so zuletzt BFH, Urteil vom 23. Februar 2010, VII R 1/09, BFHE 229, 14 = BFH/NV 2010, 1566-1568).
Somit stellen diese Bescheide im Ergebnis eine Änderung der jeweils ergangenen Erstbescheide dar (vgl. dazu BFH, Urteil vom 23. Februar 2010 VII R 1/09, BFHE 229, 14, BFH/NV 2010, 1566, HFR 2010, 956, ZfZ 2010, 249; FG Sachsen, Urteil vom 12. Dezember 2007 7 K 760/04, ZfZ Beilage 2008, 41; Großmann, Anwendung von § 68 FGO bei nachträglicher buchmäßiger Erfassung und bei Erstattung von Einfuhrabgaben?, ZfZ 2008, 169;… Seer in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 68 FGO Rn. 8; a. A. FG Hessen, Urteil vom 13. Juni 2005 7 K 3831/04, juris-Datenbank; FG Hamburg, Urteil vom 6. November 2008 4 K 218/06, juris-Datenbank).
Das Gericht hat im Fall der vollständigen Ersetzung zu prüfen, ob die im Zusammenhang mit der neuen Verwaltungsentscheidung deutlich werdenden Ermessenserwägungen des Finanzamtes i.S.d. § 102 FGO der gerichtlichen Überprüfung standhalten (BFH-Urteil vom 23. Februar 2010 VII R 1/09, BFH/NV 2010, 1566).
FG Baden-Württemberg, 17.08.2015 - 9 K 3319/13
Rechtsverhältnis i.S. des § 41 Abs. 1 FGO - Feststellungsinteresse für eine …
Die isolierte Erhebung einer Fortsetzungsfeststellungsklage, wie vorliegend, erweist sich danach als unzulässig (BFH-Urteil vom 23. Februar 2010 VII R 1/09, BFHE 229, 14, Rn. 10).

References: § 68
 § 68
 § 68
 § 120
 § 100
 § 40
 Art. 3
 § 120
 § 68
 Art. 3
 § 68
 § 68
 § 68
 § 68
 § 68
 § 68
 § 68
 § 102
 § 41