Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20154/07
Timestamp: 2019-02-16 04:28:25+00:00

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BGH, 12.02.2008 - VI ZR 154/07 - dejure.org
BGB § 242; BGB § 779; BGB § 313 n. F.
Zur nachträglichen Anpassung eines Abfindungsvergleichs eines durch einen Verkehrsunfall erblindeten Geschädigten
Abweichung von einem Abfindungsvergleich und Stellung von Nachforderungen gegenüber dem Schädiger eines durch einen Verkehrsunfall Erblindeten bei Reduzierung des ihm gewährten Landesblindengeldes; Möglichkeit des Berufens eines Geschädigten auf einen Wegfall der Geschäftsgrundlage nach Abschluss eines die bestehenden Schadensersatzansprüche endgültig erledigenden Abfindungsvergleichs; Ermittlung von einem Geschädigten durch einen Abfindungsvergleich übernommener Risiken künftiger Veränderungen; Erstreckung einer umfassenden Abfindungsvereinbarung auf Lohnfortzahlungsansprüche in unfallbedingten Krankheitsfällen; Übernahme des Risikos eines Wegfalls oder einer Kürzung des Landenblindengeldes durch einen Abfindungsvergleich
BGB § 242 § 779 § 313 (n.F.)
Anpassung eines Abfindungsvergleichs wegen Reduzierung des Landesblindengeldes in Niedersachsen
Bemessung des Landesblindengeldes
Zusammenfassung von "Anmerkung zu BGH Urteil vom 12.2.2008 - VI ZR 154/07" von Vors. RiOLG a. D. Lothar Jaeger, original erschienen in: DAR 2008, 354 - 356.
LG Oldenburg, 06.11.2006 - 4 O 1149/06
OLG Oldenburg, 22.05.2007 - 9 U 49/06
NJW-RR 2008, 649
MDR 2008, 563
NZV 2008, 448
VersR 2008, 686
Das Fehlen einer Vereinbarung in einem regelungsbedürftigen Punkt, welches für eine ergänzende Vertragsauslegung erforderlich ist (BGHZ 84, 1, 7), liegt nicht vor (vgl. Senatsurteil vom 12. Februar 2008 - VI ZR 154/07 - aaO, S. 651).
Wenn der Antrag sich, wie im vorliegenden Fall, als Abänderungsantrag auf eine Abfindungsvereinbarung bezieht (zur Abänderbarkeit von Abfindungsvereinbarungen vgl. BGH Urteil vom 12. Februar 2008 - VI ZR 154/07 - NJW-RR 2008, 649), ist die Bezeichnung des konkreten Ziels der Abänderung unerlässlich.
b) Eine Vertragsanpassung unter dem Gesichtspunkt des Wegfalls der Geschäftsgrundlage gem. § 313 I BGB kommt deswegen nicht in Betracht (vgl. auch BGH, Urteil vom 12.02.2008, Az.: VI ZR 154/07, juris;… Habersack in Münchener Kommentar zum BGB , 7. Aufl. 2017, § 779 , Rz. 48).
Insoweit wird zur Vermeidung von Wiederholungen auf die bereits oben erörterten Aspekte und die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.2008, Az.: VI ZR 154/07, juris), der sich der Senat anschließt, Bezug genommen.
Dabei seien nach dem Urteil des BGH vom 11.3.2008 - VI ZR 154/07 - Einwendungen dann zu berücksichtigen, wenn aufgezeigt werde, dass geltend gemachte Mängel sich auf den zu entscheidenden Fall konkret ausgewirkt hätten.
cc) Jedes andere Ergebnis erscheint auch nicht interessengerecht (zum Grundsatz der interessengerechten Auslegung vgl. BGHZ 170, 311;… Urt. v. 8.5.2014 - I ZR 210/12, GRUR 2014, 797 - fishtailparka;… Urt. v. 27.3.- - I ZR 9/12, GRUR -, 1213 - sumo, Urt. v. 25.11.2010 - VII ZR 201/08, MDR 2011, 155; Urt. v. 12.2.2008 - VI ZR 154/07, MDR 2008, 563;… Singer in: Staudinger, BGB, Neubearbeitung 2014, § 133 Rdnr. 18;… MünchKomm(BGB)/Busche, 6. Aufl., § 133 Rdnr. 64;… Erman/Arnold, BGB, 14. Aufl., § 133 Rdnr. 27;… Bamberger/Roth/Wendtland, BGB, 3. Aufl., § 133 Rdnr. 25;… Palandt/Ellenberger, BGB, 74. Aufl., § 133 Rdnr. 18): Die Auslegung muss dem Umstand Rechnung tragen, dass eine unter den wertenden Maßstäben der II. Berechnungsverordnung vorgenommene Flächenberechnung für den Laien im Regelfall nicht ohne sachverständigen Beistand verifiziert werden kann.
Daneben gibt es Instanzrechtsprechung der Landgerichte Hamburg und München, die ebenfalls uneinheitlich ist (MDR 2006, 827, CR 2006, 159 und MDR 2008, 563).

References: § 242
 § 779
 § 313
 § 242
 § 779
 § 313
 BGH 
 BGH 
 § 313
 § 779
 BGH 
 § 133
 § 133
 § 133
 § 133
 § 133