Source: https://www.haufe.de/steuern/steuer-office-gold/eugh-urteil-vom-05102016-c-41215_idesk_PI16039_HI9837997.html
Timestamp: 2020-06-02 05:48:35+00:00

Document:
EuGH Urteil vom 05.10.2016 - C-412/15 | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
EuGH Urteil vom 05.10.2016 - C-412/15
Steuerbefreiung, Lieferungen von Blut, Blut für Zwecke der Arzneimittelherstellung, Ausfuhrlieferung
Art. 132 Abs. 1 Buchst. d der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem ist dahin gehend auszulegen, dass die Lieferung von menschlichem Blut, die die Mitgliedstaaten nach dieser Bestimmung von der Steuer befreien müssen, nicht die Lieferung von aus menschlichem Blut gewonnenem Blutplasma umfasst, wenn dieses Blutplasma nicht unmittelbar für therapeutische Zwecke, sondern ausschließlich zur Herstellung von Arzneimitteln bestimmt ist.
EGRL 112/2006 Art. 132 Abs. 1 Buchst. d
Finanzamt Kassel II- Hofgeismar
Hessisches FG (Beschluss vom 24.03.2015; Aktenzeichen 1 K 166/13; EFG 2915, 1646)
„Vorlage zur Vorabentscheidung ‐ Steuerwesen ‐ Mehrwertsteuer ‐ Richtlinie 2006/112/EG ‐ Steuerbefreiungen für bestimmte, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten ‐ Art. 132 Abs. 1 Buchst. d ‐ Lieferung von menschlichen Organen, menschlichem Blut und Frauenmilch ‐ Tragweite ‐ Aufbereitetes und für industrielle Zwecke verwendetes menschliches Blutplasma“
In der Rechtssache C-412/15
betreffend ein Vorabentscheidungsersuchen nach Art. 267 AEUV, eingereicht vom Hessischen Finanzgericht mit Entscheidung vom 24. März 2015, beim Gerichtshof eingegangen am 28. Juli 2015, in dem Verfahren
Finanzamt Kassel II ‐ Hofgeismar
unter Mitwirkung des Kammerpräsidenten L. Bay Larsen sowie der Richter D. ÂŠváby, J. Malenovský (Berichterstatter), M. Safjan und M. Vilaras,
‐ der TMD Gesellschaft für transfusionsmedizinische Dienste mbH, vertreten durch die Rechtsanwälte T. Dennisen und T. Otto sowie durch U. Prinz, Steuerberater,
‐ der ungarischen Regierung, vertreten durch M. Z. Fehér, G. Koós und M. Bóra als Bevollmächtigte,
‐ der Europäischen Kommission, vertreten durch R. Lyal und B.-R. Killmann als Bevollmächtigte,
Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung von Art. 132 Abs. 1 Buchst. d der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (ABl. 2006, L 347, S. 1).
Es ergeht im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen der TMD Gesellschaft für transfusionsmedizinische Dienste mbH (im Folgenden: TMD), einer Gesellschaft, die ein in Deutschland ansässiges Blutspendezentrum betreibt, und dem Finanzamt Kassel II ‐ Hofgeismar (Deutschland) (im Folgenden: Finanzamt) über die Mehrwertsteuerpflichtigkeit der von TMD ausgeübten Tätigkeit der Lieferung von Blutplasma zum Zweck der Herstellung von Arzneimitteln.
Art. 2 der Richtlinie 2006/112 sieht vor:
Titel IX („Steuerbefreiungen“) dieser Richtlinie enthält u. a. ein Kapitel 2 („Steuerbefreiungen für bestimmte, dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten“) und ein Kapitel 4 („Steuerbefreiungen bei innergemeinschaftlichen Umsätzen“).
Art. 132 Abs. 1 der Richtlinie, der in Kapitel 2 steht, bestimmt:
§ 4 Nr. 17 des Umsatzsteuergesetzes (im Folgenden: UStG) in seiner auf den Ausgangsrechtsstreit anwendbaren Fassung lautet wie folgt:
„Von den unter § 1 Abs. 1 Nr. 1 fallenden Umsätzen sind steuerfrei:
a) die Lieferung von menschlichen Organen, menschlichem Blut und Frauenmilch“.
In § 15 UStG ist der...

References: EuGH 

Art. 132
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 267
 Art. 132

Art. 2

Art. 132

§ 4
 § 1
 § 15