Source: https://digital.zlb.de/viewer/image/15969421/1/
Timestamp: 2020-08-13 12:13:32+00:00

Document:
Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeption auf der Grundlage des Berliner Bildungsprogramms für Kitas und Kindertagespflege - intranda GmbH
Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeption auf der Grundlage des Berliner Bildungsprogramms für Kitas und Kindertagespflege
Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeption auf der Grundlage des Berliner Bildungsprogramms für Kitas und Kindertagespflege / Štěpánka Busuleanu ... Hrsg. Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi)
Busuleanu, Štěpánka
Berlin: Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung, 2015
Elektronische Ressource (PDF-Datei: 59 Seiten , 1.21 KB)
Datum des Herunterladens: 04.02.2016
Berlin ; Kindertagesstätte ; Bildung ; Online-Publikation
B 953 Gesundheit. Soziales: Kindertagesstätten. Kinderläden
Kws 32 Kinder. Jugend: Kinderbetreuung Kws 675 Wirtschaft: Tourismus
urn:nbn:de:kobv:109-1-8000194
Society, Population, Social Affairs, Health Population, social affairs Communal services, services for the public Senate departments Education, School, Science, Research
Štěpánka Busuleanu / Milena Hiller / Christa Preissing / Björn Sturm
der Kita-Konzeption
Berliner Bildungsprogramms für Kitas und Kindertagespflege
Das Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) ist ein Institut der Internationalen Akademie Berlin (INA
gGmbH) und arbeitet im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Sen BJW). Seit
Juni 2008 unterstützt und begleitet das BeKi die Implementierung des Berliner Bildungsprogramms in die Praxis der
Kindertageseinrichtungen. Auf der Grundlage der Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG) setzt sich das
BeKi für die fortlaufende Qualitätsentwicklung aller Berliner Kindertageseinrichtungen ein.
Die Arbeit des BeKi erfolgt in enger Abstimmung mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe QVTAG, zu denen neben der
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Sen BJW), die der LIGA angehörenden Spitzenverbände der
freien Wohlfahrtspflege in Berlin sowie der Dachverband der Kinder- und Schülerläden e.V. (DaKS) und die städtischen
Eigenbetriebe gehören.
Dipl. Psych. Štěpánka Busuleanu
Milena Hiller M.Ed.
Dipl. Päd. Björn Sturm
Gestaltung: Milena Hiller, M.Ed. und Dipl. Päd. Björn Sturm
Erich-Steinfurth-Str.7
Tel.: +49 (0)30 / 25 93 31 -20
Fax.: +49 (0)30 / 25 93 31 -15
E-Mail: beki@ina-fu.org
Internet: www.beki-qualitaet.de
Im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
© Februar 2015 Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung
Diese Broschüre ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Landes Berlin.
Vervielfältigung und Verbreitung, auch auszugweise, mit Quellenangabe gestattet.
Warum jede Kita ihre eigene Konzeption braucht
Empfohlene Bestandteile einer Konzeption
1. Charakteristik der Kita
2. Trägerleitbild
3. Besondere Schwerpunktsetzungen im Angebot der Kita
4. Bildungsverständnis
5. Arbeit mit den Jüngsten
6. Inklusive Bildung
8. Ziele pädagogischen Handelns: Kompetenzen stärken
9. Bildungs- und Entwicklungsprozesse beobachten und dokumentieren
10. Das alltägliche Leben mit Kindern gestalten
11. Erlebnisreiche und erfüllende Spiele anregen
12. Projekte planen und gestalten
13. Anregungsreiche Räume gestalten
14. Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern
15. Übergänge gestalten
16. Bildungsbereiche
17. Bildung und Gesundheit
18. Zusätzliche Angebote und Leistungen
19. Demokratische Teilhabe
20. Prinzipien für Qualitätsentwicklung und –sicherung in der Einrichtung
21. Konzeption
Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita Konzeption (2014)
Zur Unterstützung der Kitas bei der fortlaufenden
„Unsere Konzeption soll dazu beitragen,
Weiterentwicklung ihrer Konzeptionen führt das Berliner unseren
transparent darzustellen und wir tragen
Kita-Institut für Qualitätsentwicklung (BeKi) im Auftrag der
Verantwortung dafür, dass hier getroffene
Aussagen einen verbindlichen Wert besitzen.“
(SenBJW) regelmäßig Untersuchungen durch, in denen
Berliner Kita-Konzeptionen unter Berücksichtigung der
Qualitätsansprüche des Berliner Bildungsprogramms analysiert und Empfehlungen für die
Weiterentwicklung der Kita-Konzeptionen erarbeitet werden.
In Verbindung mit dem Kindertagesförderungsgesetz (KitaFöG) ist durch die Qualitätsvereinbarung Tageseinrichtungen (QVTAG) geregelt, dass sich jede Kita-Konzeption an den Zielsetzungen und Qualitätsansprüchen
des Berliner Bildungsprogramms orientieren und auf Basis ihrer jeweiligen sozialräumlichen wie
institutionellen Bedingungen in regelmäßigen Abständen überarbeitet werden muss.
Mit dem Ziel, Träger und Kitas in ihrer Weiterentwicklung der Qualität der pädagogischen Arbeit zu
unterstützen und um mehr Klarheit darüber zu gewinnen was eine „gute Konzeption“ allgemein auszeichnet,
hat das BeKi im Jahr 2008 eine erste Untersuchung durchgeführt und die Ergebnisse im Dezember 2009 als
„Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeptionen auf der Grundlage des Berliner
Bildungsprogramms“ veröffentlicht.
Die Empfehlungen dienen seitdem als Unterstützung und Orientierung für Kitas, Träger, interessierte Eltern
und andere Akteure im Feld der Tageseinrichtungen für Kinder.
Von den im Januar 2010 an alle Akteure des Arbeitsfelds Kita verschickten Empfehlungen wurden bisher
rund 8.000 Exemplare weitergegeben. Aus der aktuellen Untersuchung geht hervor, dass mehr als die Hälfte
der befragten Kitas (54%) mit den Empfehlungen gearbeitet hat und sie als hilfreich bzw. sehr hilfreich
einschätzt. 46% der Kitas haben sich mit den Empfehlungen nicht befasst, machten keine Aussage zu dem
Thema oder gaben an, die Empfehlungen nicht erhalten zu haben.
Vier Jahre nach der ersten Erhebung wurden im September 2012 Träger von 100 weiteren zufällig
ermittelten Kitas angeschrieben und gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen und zusammen mit der
hauseigenen Konzeption der Kita an das BeKi zu senden. Bis Dezember 2012 sind 96 Konzeptionen beim BeKi
eingegangen, davon konnten 92 für die weitere Analyse berücksichtigt werden. Gegenüber der ersten
Stichprobe von 100 Kita-Konzeptionen aus dem Jahr 2008 konnte der Rücklauf damit von 79% auf 96%
Mit der Untersuchung wurden erneut Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Besonderheiten in der
pädagogischen Arbeit verschiedener Kitas mit Hilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse beschrieben und
weitere Erkenntnisse über die Qualität der pädagogischen Arbeit in den Tageseinrichtungen für Kinder in
Berlin anhand der Weiterentwicklung der Kita-Konzeptionen gewonnen.
Die aktualisierten Empfehlungen enthalten erneut konkrete Hinweise, Qualitätsmerkmale und
Praxisbeispiele zu den verschiedenen Themenbereichen einer am Berliner Bildungsprogramm orientierten
Konzeption. Der „Forschungsleitfaden“1 zur Analyse der Konzeptionen ist auf Grundlage der Ergebnisse der
ersten Stichprobenanalyse aus dem Jahre 2008 und im Zusammenhang mit der Aktualisierung des Berliner
Der Forschungsleitfaden orientiert sich an der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring. Weitere Informationen zum Aufbau und Inhalt
des Leitfadens können beim BeKi nachgefragt werden.
Bildungsprogramms (BBP) überarbeitet und zum Teil ausdifferenziert worden. Er basiert einerseits auf dem
aktualisierten Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege (BBP), anderseits auf den
konkreten Anregungen der untersuchten Konzeptionen und bildet somit den Stand der
Konzeptionsentwicklung ab. Die Ergebnisse beider Analysen (2008/ 2012) bleiben dennoch vergleichbar. Es
zeigt sich ein positiver Trend: Die Konzeptionen sind im Vergleich zu 2008 insgesamt differenzierter
geworden und orientieren sich stärker am Berliner Bildungsprogramm.
Die allgemeinen Empfehlungen in Abschnitt III und IV leiten sich aus den gesetzlichen Rahmenbedingungen
und zum Teil aus Ergebnissen der verschiedenen Teilprojekte der »Nationalen Qualitätsinitiative (NQI)«,
sowie entsprechender Fachliteratur ab. Sie wurden zum großen Teil aus den vorherigen Empfehlungen
(2010) übernommen.
Im Abschnitt V werden die Ergebnisse der Analyse dargestellt und daraus Empfehlungen für die Praxis
abgeleitet, die sich inhaltlich an dem bereits beschriebenen „Forschungsleitfaden“ orientieren.
Da die Aktualisierungen des BBP auch auf Grundlage der gesellschaftlichen und bildungspolitischen
Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre formuliert wurden, war zu erwarten, dass viele dieser Aspekte
bereits in Kita-Konzeptionen Eingang gefunden haben. Darüber hinaus bieten die Aktualisierungen auch
Impulse für die Weiterentwicklung der Kita-Konzeption.
In den hervorgehobenen Kästen werden Zitate aus den Konzeptionen als Praxisbeispiele anonym dargestellt.
Die Empfehlungen sind als Unterstützung und Orientierungshilfe zu lesen. Sie sind Ihnen – den Pädagoginnen
und Pädagogen in den Berliner Kindertageseinrichtungen – gewidmet.
Die Konzeption beschreibt auf Basis gelebter Praxis das institutionelle und pädagogische Selbstverständnis
einer Kita, kennzeichnet die zentralen Eckpunkte der pädagogischen Arbeit und nimmt Bezug auf die
zugrundeliegende pädagogische Orientierung, die Ziele und Aufgaben sowie auf die Arbeitsweise eines
Teams.2 Sie gibt Auskunft über das pädagogische Profil einer Einrichtung und geht auf dessen Schwerpunkte
ein. Sie dient als Bindeglied zwischen den einzelnen Kolleginnen und Kollegen, der Leitung, dem Träger,
weiteren Kooperationspartnern und den Eltern und schafft Transparenz, Vertrauen und Möglichkeiten zur
Partizipation. Die Entwicklung und Fortschreibung der Konzeption wird dabei als beständiger dynamischer
Prozess verstanden3 und kann daher nie als „abgeschlossen“ gelten. Vielmehr sind Veränderungen und
Entwicklungen ein Wesensmerkmal sozialer Institutionen und bestätigen jeder Kita ihre Einzigartigkeit.
Damit wird die Konzeption Grundlage für die alltägliche pädagogische Arbeit in einer Kita, in deren
Fortschreibung alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Träger und die Eltern einzubeziehen sind.
Bei der Auseinandersetzung mit dem Profil der Einrichtung ist es sehr hilfreich, wenn Ziele und Ergebnisse
aus der alltäglichen Arbeit in die Formulierungen der einzelnen Abschnitte der Konzeption mit
aufgenommen werden. So kann auf Veränderungen z.B. im Einzugsgebiet der Kita, in der Lebenssituation der
Kinder und ihrer Familien und auf situative Anforderungen Bezug genommen werden. In verschiedenen
Arbeitszusammenhängen (z.B. Teambesprechungen, Teamtagen, Elternabenden) sollten genaue
Situationsanalysen durchgeführt werden und im Dialog mit allen Akteuren einzelne Aspekte und
Grundsätzliches beraten und abgestimmt werden. Diese Ergebnisse finden Eingang in die Konzeptionen.
Es bietet sich an, auch die Ergebnisse der internen Evaluation zu einem Aufgaben- bzw. Qualitätsbereich als
Anlass für die Fortschreibung der Konzeption zu nutzen. Dabei geht es nicht darum, die Konzeption immer
wieder vollständig zu überarbeiten, sondern vielmehr während der Auseinandersetzung mit einem
bestimmten Themenbereich die Konzeption daraufhin zu überprüfen, ob sie den „aktuellen Stand“ –
bezogen auf das gerade behandelte Thema – widerspiegelt oder einer Überarbeitung bzw.
Weiterentwicklung bedarf.
Das aktualisierte Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege (BBP) wird zusätzliche Impulse
für die Weiterentwicklung der Konzeption geben. Aktualisierungsschwerpunkte sind die folgenden Themen,
die sich auch in den entsprechenden Kapiteln dieser Empfehlungen wiederfinden:
Inklusion – Diversität
Rolle und Aufgaben der Leitung und des
Praktische Beispiele und Fotos aus dem Kita-Alltag können in diesem Zusammenhang helfen, den Charakter
und das Profil der Kita zu unterstreichen und anschaulich zu präsentieren.
Die Ausgangsfrage könnte somit sein:
Wie schaffen wir es, unsere Arbeit möglichst für alle Beteiligten anschaulich, lebendig und informativ
darzustellen und zu begründen?
vgl. Tietze, W.; Viernickel, S. (2007)
vgl. Schlösser, E. (2009)
III. Warum jede Kita ihre eigene Konzeption braucht
Durch das Kindertagesförderungsgesetz4 ist geregelt, dass jede Kita eine pädagogische Konzeption erarbeitet
haben muss, welche die Umsetzung der Aufgaben und Ziele nach §1 KitaFöG in der täglichen Arbeit der
Einrichtung beschreibt. „[…] Die Konzeption soll insbesondere Aussagen treffen über das pädagogische
Profil, die besonderen fachlichen Ziele und Schwerpunkte der Tageseinrichtung sowie über die Organisation
der pädagogischen Arbeit und des Alltags, bei größeren Tageseinrichtungen einschließlich der hierfür
vorgesehenen Organisation der erforderlichen Gruppenarbeit. Sie soll unter Berücksichtigung der Prinzipien
einer lebenswelt- und sozialräumlich orientierten Jugendhilfe deutlich machen, welchen Bezug diese
Aussagen zu der Lebenssituation der in der Tageseinrichtung geförderten Kinder und ihrer Familien sowie
zum Umfeld der Tageseinrichtung haben.“ (KitaFöG §10 Abs. 9)
Die Weiterentwicklung der Kitakonzeption ist als ein Teil der Qualitätsentwicklung zu verstehen. Die
Wechselwirkung zwischen der Kitakonzeption und weiteren Instrumenten wie der internen und externen
Evaluation sollte daher nachvollziehbar sein.
Als Arbeitsgrundlage richtet sich die Konzeption einer Kita an verschiedene Adressaten (Kita-Team, Eltern,
Träger, Jugendamt, Öffentlichkeit) und erfüllt mehrere Funktionen. Bei der Bearbeitung der Konzeption wird
es hilfreich sein, sich die unterschiedlichen Zugänge der Leser bewusst zu machen und die jeweils
besonderen Interessen und Bedürfnisse im Blick zu behalten.
a) Die Konzeption als gemeinsame Arbeitsgrundlage eines Teams
Die Konzeption klärt die Ziele für die gemeinsame Arbeit aller Pädagoginnen und Pädagogen und aller
anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses. Sie ist die verbindliche Arbeitsgrundlage für
gemeinsame und arbeitsteilige Aufgaben eines Teams. Sie dient damit dem Zweck, gute Kooperation zu
ermöglichen, ohne sich Tag für Tag aufs Neue über alle Einzelheiten verständigen zu müssen. So erleichtert
eine gute Konzeption die komplexen Abstimmungsprozesse in einem Team und spart damit Zeit für die
Gestaltung und Planung des Alltags in der Kita. Dieser positive Effekt wird sich insbesondere einstellen, wenn
die Konzeption von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam entwickelt wurde und sich
möglichst alle damit weitgehend identifizieren können.
Dokumentationen und Präsentationen pädagogischer Prozesse und Aktivitäten sowie Fachbuch- und
Zeitschriftensammlungen können dem Team weitere Orientierung und Inspiration sein. Die innovativen
Kräfte – die in jedem Team vorhanden sind – werden dabei weiter entfaltet und ausgedrückt. Dafür muss
zunächst Zeit investiert werden: Teamzeit, die sich lohnt und von der alle profitieren. Deshalb ist es sinnvoll,
dass sich jedes Team in regelmäßigen Abständen Freiräume schafft, an der Konzeption zu arbeiten und sie
schrittweise fortzuschreiben.
Die Gesamtverantwortung für die praktische Umsetzung der Ziele bzw. Zielvereinbarungen und für die
Weiterentwicklung der Konzeption liegt bei der Kita-Leitung. Die Konzeption ist als wesentliches
Arbeitsmittel ein wichtiges Führungsinstrument und steht mit der Personalentwicklung und der
Qualitätsentwicklung einer Einrichtung in direktem Zusammenhang.
Die Träger sollen deshalb darauf hinwirken, dass es jedem Kita-Team möglich ist, sich bei Beteiligung aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einer Kita mindestens einmal im Jahr in einer vom Alltagsdruck befreiten
Zeit der Weiterentwicklung der Konzeption zu widmen.
Jedes Team soll die Möglichkeit haben, sich dabei eine Unterstützung durch Fachberatung zu holen (siehe
auch: KitaFöG §10, Abs. 10).
Gesetz zur Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege (Kindertagesförderungsgesetz - KitaFöG) vom 23. Juni 2005
b) Die Konzeption als Orientierung für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Neu hinzukommende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten durch die Konzeption eine umfassende
Orientierung über die gemeinsamen Ziele, Aufgaben und das pädagogische Profil der Einrichtung. Die
Einarbeitung wird für beide Seiten leichter sein und Fragen bzw. Verständigungsbedarfe können besser
identifiziert und konkreter formuliert werden. Anforderungen an neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
können direkt aus der Konzeption abgeleitet werden und helfen bereits im Vorfeld bei der Sondierung.
c) Die Konzeption als Orientierung für Eltern
Den Eltern bietet eine gute Konzeption viel mehr als eine Information über die regelmäßigen Abläufe im
Tagesgeschehen. Sie erhalten Einblick in das pädagogische Selbstverständnis und erfahren etwas darüber,
warum die Kita ihre Arbeit so gestaltet, wie sie sie gestaltet. Die Konzeption ist das „Aushängeschild“ einer
Kita und kann Eltern als wichtiger Anhaltspunkt bei der Entscheidung dienen, ihr Kind dieser oder einer
anderen Kita anzuvertrauen.
Die Konzeption sollte deshalb so geschrieben sein, dass sie für alle verständlich ist. Manche Kitas
entscheiden sich, für Eltern eine Kurzfassung der Konzeption anzufertigen, insbesondere wenn sie die
Erfahrung gemacht haben, dass ihre Elternschaft sich eher über persönliches Erleben als über ein
schriftliches Dokument ein Bild von der Kita macht.
Die Eltern Ihrer Einrichtung sollen im Erstgespräch darauf hingewiesen werden, dass es eine pädagogische
Konzeption gibt und dass diese den Eltern jeder Zeit in einer ansprechenden Form zur Verfügung steht,
damit sie sich über die Arbeit und das Profil der Kita informieren können. Das KitaFöG sieht vor, dass die
Eltern an der Weiterentwicklung der Konzeption zu beteiligen sind:
„Die Eltern sind in Fragen der Konzeption und deren organisatorischer und pädagogischer Umsetzung in der
Arbeit der Tageseinrichtungen zu beteiligen. Hierzu gehören auch Maßnahmen oder Entscheidungen, die zu
finanziellen Belastungen der Eltern führen. Die Fachkräfte erörtern mit den Eltern die Grundlagen, Ziele und
Methoden ihrer pädagogischen Arbeit“ (KitaFöG §14 Abs.2, Elternbeteiligung).
d) Die Konzeption als „Aushängeschild“ des Trägers
Der Kita-Träger ist verantwortlich für die Konzeptionen seiner Kitas. Er ist Vertragspartner für die Eltern der
ihm bzw. seiner Kita anvertrauten Kinder. Er ist Arbeitgeber für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner
Kitas mit allen dazu gehörigen Rechten und Pflichten. Der Träger ist daher in der Verantwortung, sich am
Prozess der Konzeptionsentwicklung zu beteiligen. Möglichkeiten liegen hier in der fachlichen Beratung und
Unterstützung des Teams, in der Erarbeitung und Pflege eines Trägerleitbildes, der Sicherung zeitlicher
Rahmenbedingungen für die gemeinsame Verständigung, Planung, Organisation und Durchführung von
Neuerungen und der Umsetzung der Zielvorgaben (siehe auch KitaFöG §10, Abs.10).
Im Aufgabenbereich des Trägers liegt es weiter, die Leitung und das Einrichtungsteam kontinuierlich über
relevante rechtliche Vorgaben und Veränderungen zu informieren, die Einrichtungen mit dem eigenen
Trägerleitbild bzw. trägerspezifischen Grundsätzen und Leitzielen zu Bildungs-, Erziehungs- und
Betreuungsaufgaben vertraut zu machen. Der Träger sollte zudem dafür sorgen, dass die Konzeption für
Interessierte zugänglich ist.
Gleichzeitig ist es wichtig, der Kita ausreichende Autonomie bezüglich ihrer Bildungs- und
Erziehungskonzeption zuzugestehen und damit die eigene Wertschätzung gegenüber der geleisteten Arbeit
und der Professionalität der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Einrichtungsteams
vgl. Fthenakis, W. E.; Oberhuemer, P. (2007)
Damit die Konzeption als gemeinsame Arbeitsgrundlage handhabbar bleibt, darf sie nicht zu umfangreich
sein. Die Konzeption sollte sich auf die Kernaufgaben der Kita konzentrieren, die alle Kinder, Eltern und
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jederzeit betreffen.
Je nach Gestaltung (mit oder ohne Abbildungen) empfehlen wir hierzu einen Umfang von 20 bis 30 Seiten.
Die Konzeption kann durch spezifische Dokumente ergänzt werden, die einzelnen Etappen im Leben eines
Kindes und seiner Eltern während der Kita-Zeit und besonderen Themen der Kita gewidmet sind:
eine Broschüre bzw. eine Konzeptionsanlage zur Eingewöhnung
eine Broschüre bzw. Konzeptionsanlage zur Gestaltung des Übergangs in die Grundschule
Kurzkonzeption in unterschiedlichen Sprachen
nähere Erläuterungen zu dem in der Kita praktizierten pädagogischen Konzept/Ansatz6
gegebenenfalls eine Broschüre bzw. Konzeptionsanlage zur bilingualen bzw. mehrsprachigen
Hinweise für Elternvertreterinnen und Elternvertreter
besondere Unterstützung für Kinder mit Beeinträchtigungen oder besonderen Begabungen
erweiterte Angebote für Familien (Familienzentrum, Beratungsangebote, Freizeitangebote, etc.)
Informationen über ergänzende Beratungsangebote des Jugendamtes oder der Verbände der
Wohlfahrtspflege, des Quartiermanagements …
Solche ergänzenden Dokumente können gezielt an die Eltern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
weitergegeben werden, die sich aktuell mit diesen Themen beschäftigen. Die Konzeption sollte in einem
Anhang ausweisen, welche ergänzenden Dokumente vorhanden sind und an wen Rückfragen gestellt
Die schriftliche und graphische Darstellung einer Kita-Konzeption ist zeitintensiv und erfordert viele
Abstimmungsprozesse im Team und mit dem Träger. Wir empfehlen deshalb mit der zentralen Konzeption
zu beginnen. Die ergänzenden Dokumente können dann auch nach und nach arbeitsteilig erarbeitet werden.
Die Leitung hat hierbei eine Schlüsselfunktion, denn sie muss die Stimmigkeit aller einzelnen Bestandteile
prüfen. Sie benötigt hierfür Zeit für genaue Abstimmungen mit den zuständigen Kolleginnen und Kollegen im
Sie können sich bei der Bearbeitung eines Themenbereichs der Konzeption an den folgenden Leitfragen
orientieren und diese im Team diskutieren und beantworten:
Wo stehen wir? (Ist-Zustand Ihrer Einrichtung)
Was wünschen wir uns für unser Team?
Was haben die Kinder davon und wie lässt es sich fachlich begründen?
Was bedeutet das für die Eltern und erreichen wir wirklich alle Eltern damit?
Welche Bildungs- und Erziehungsziele wollen wir formulieren und was brauchen wir, um diese Ziele
Stehen diese Ziele im Einklang mit dem Bildungs- und Erziehungsverständnis, wie es im Berliner
Bildungsprogramm formuliert ist?
Wie lassen sich neugewonnene Aspekte bzw. Erkenntnisse in die Konzeption übertragen?
Wer trägt welche Verantwortung bei der Umsetzung?
(Montessori-Pädagogik, Freinet-Pädagogik, Situationsansatz, Religionspädagogik, Waldorfpädagogik, u. a.)
V. Empfohlene Bestandteile einer Konzeption
Charakteristik der Kita
- Berücksichtigung in 92 Kita-Konzeptionen -
Eine kurze Darstellung der äußeren Merkmale der
Kita erleichtert dem Leser, sich eine erste
Vorstellung von der Kita zu machen.
96% der Kitas stellen meistens gleich am Anfang ihre
Kita anhand von Adresse, Größe, Räumlichkeiten,
Organisationsprinzip, Personalausstattung, Leitung,
Öffnungszeiten o.ä. in angemessener Qualität dar.
61% der Konzeptionen erhalten ausführliche
Informationen bezüglich der Charakteristik ihrer
Einrichtung, 27% erläutern diese, 8% beziehen sich
dabei nur auf einzelne Aspekte und lediglich 4%
geben unzureichende bzw. keine Hinweise zur
Charakteristik der Kita an.
Während die überwiegende Anzahl der Kitas die Personalausstattung, Größe der Einrichtung,
Organisationsprinzip und Öffnungszeiten thematisieren (über 80%), werden die Adresse, sozialräumliches
Umfeld, Räumlichkeiten und Geschichte der Kita etwas weniger erläutert (etwa 60%-75%). Die Leitung bzw.
ein entsprechender Ansprechpartner wird nur in 40% der Konzeptionen erwähnt.
Wünschenswert wäre, neben allgemeinen Hinweisen zur Kita, die dem Leser einen ersten Eindruck von der
Einrichtung verschaffen, immer auch den Namen der Leitung bzw. der Ansprechpartnerin oder des
Ansprechpartners mit entsprechenden Kontaktdaten anzugeben.
Orientierung für die Weiterentwicklung der Konzeption:
Größe (Anzahl der Plätze)
Organisationsprinzip (Altershomogene und heterogene Gruppen, offene Arbeit)
Personalausstattung nach Alter der Kinder
Leitung/Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner
tägliche Öffnungszeiten & feste Schließzeiten
83% der untersuchten Konzeptionen geben
Hinweise auf den Träger der Einrichtung, allerdings
erläutern nur 31% das Leitbild des Trägers
ausführlich und verankern es an mehreren Stellen.
23% der Konzeptionen erwähnen das Leitbild, 29%
geben einzelne Hinweise auf den Träger und 17%
machen gar keine Angaben dazu.
Am häufigsten werden allgemeine Hinweise wie
beispielsweise Name und Adresse des Trägers
erwähnt (79%). Viel seltener lassen sich
Entstehungsgeschichte (36%), konkretes Konzept
bzw. Leitbild (36%) und weitere Tätigkeitsbereiche
des Trägers in den Konzeptionen finden (35%).
Träger können durch ein eigenes Leitbild ihren Kitas
eine klare und verbindliche Orientierung geben und
damit ihr Profil schärfen. In der Kita-Konzeption
sollte an passenden Stellen auf das Trägerleitbild
Bezug genommen werden. Auf der anderen Seite ist
es wichtig zu betonen, dass ein Trägerleitbild auf
keinen Fall eine hauseigene Kitakonzeption ersetzt.
„In der Rahmenkonzeption des Trägers für die pädagogische Arbeit in unserer Kindertagesstätte werden
die wesentlichen Aspekte einer professionellen
Haltung der pädagogischen Fachkräfte gegenüber
Kindern festgeschrieben sowie Grundpositionen und
spezielle pädagogische Aufgaben für die Arbeit in den
Kindertageseinrichtungen des Trägers definiert.“
Im aktualisierten BBP sind Aufgaben und
Verantwortungsbereiche des Trägers dargestellt, die sich unter anderem aus der QVTAG ergeben (BBP,
S. 174/175).
Adresse des Trägers/allgemeiner Hinweis auf den Träger
Entstehungsgeschichte des Trägers
Konzept/Leitbild des Trägers
Tätigkeitsbereiche des Trägers
Obwohl die meisten Kitas angeben, dass sie nach
einem besonderen Ansatz arbeiten bzw. einen oder
sogar mehrere Schwerpunkte in ihrer Arbeit haben,
werden diese in den Kita-Konzeptionen nicht
deutlich widergespiegelt.
Lediglich 30% der Kitas erläutern ihre besondere
Schwerpunktsetzung ausführlich, 28% beschreiben
ihren Schwerpunkt, 10% geben nur einen Hinweis
auf eine Schwerpunktsetzung. 32% der Kitas
arbeiten ohne besondere Schwerpunktsetzung oder
nennen diese nicht.
Zu den meist genannten Schwerpunkten gehören
besondere pädagogische Ansätze (z.B. Situationsansatz, Montessori, Waldorfpädagogik usw. (35%),
religionspädagogische bzw. weltanschaulich orientierte Ansätze (14%) sowie sprachliche Bildung und
Mehrsprachigkeit (12%)).
„Unser Waldkindergarten bietet als pädagogischen
Hauptansatz die naturbezogene Pädagogik an. Die
Kinder erfahren durch die regelmäßigen Waldgänge
die Natur ganzjährig mit allen Sinnen und können den
Erlebnisraum Wald erleben und begreifen.“
„Wir vermitteln den Kindern im täglichen Umgang
miteinander christliche Werte als sinnstiftendes
Fundament für ihr Leben. Wir halten die Kinder an, die
Natur als Gottes Schöpfung zu achten und sorgsam mit
ihr umzugehen. Wir selbst sind getragen vom
christlichen Glauben und lassen dies in unsere Arbeit
Wenn sich eine Kita für einen besonderen
Schwerpunkt entscheidet bzw. ein besonderes
Profil aufgrund der Trägerschaft besitzt, sollte
dieses gut begründet und anschaulich dargestellt
werden. Besonders die Bedeutung des genannten
Ansatzes für Kinder und Eltern ist hervorzuheben.
Bezug zu einem bestimmten pädagogischen Konzept (z.B. Reggio, Waldorf, Montessori, Situationsansatz …)
Religionspädagogische oder weltanschaulich orientierte Ansätze
Sprachliche Bildung, Mehrsprachigkeit und bilinguale Konzepte
Weitere besondere Schwerpunkte (Gesundheit, Bewegung …)
Bedeutung des gewählten Ansatzes für Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
88% der Kitakonzeptionen thematisieren ihr
Bildungs- und Erziehungsverständnis, dies bleibt auf
demselben Niveau wie bei der letzten
Untersuchung. 48% davon gehen ausführlich auf
dieses Thema ein, 29% beschreiben ihr
Bildungsverständnis in kurzer Form, 11% geben
einzelne Hinweise darauf und 12% äußern sich nicht
Am häufigsten werden die Verantwortung der
Pädagoginnen und Pädagogen (86%), Bildung als
Aneignungsprozess (74%) und das Bild vom Kind
(73%) dargestellt. Weiter wird Bildung als aktiver,
sozialer und sinnlicher Prozess beschrieben (67%)
und die Beziehungsqualität zwischen Kindern und Pädagoginnen und Pädagogen erläutert (61%).
Etwas seltener wird in den Konzeptionen auf die
Rechte der Kinder eingegangen (43%). Die
erziehungspartnerschaftliche Zusammenarbeit wird
an dieser Stelle in 35% der Konzeptionen erwähnt
und Bildung als ein kultureller Prozess beschrieben
(33%). Eine ganzheitliche Darstellung von Bildung,
Erziehung und Betreuung wird in 25% der
Konzeptionen präsentiert.
„Kinder wollen selbständig, aktiv und autonom sein - im
sicheren Beziehungsnetz: das ist der Motor ihrer
Im aktualisierten BBP wird in einem eigenen Abschnitt
noch stärker als bisher auf das Recht der Kinder auf
Beteiligung und auf die Anerkennung ihrer Leistungen
eingegangen (BBP, S. 17). Diese Aspekte sind in 42%
der Konzeptionen enthalten.
„Wir richten unseren Blick auf die Stärken der Kinder.
Mit unserer Arbeit wollen wir die Kinder auf ihrem
Weg zur Selbstständigkeit unterstützen, ihre Neugier
und Offenheit erhalten und ihnen verlässliche
Begleiter sein.“
Darüber hinaus wird in 89% der untersuchten
Konzeptionen ausdrücklich auf das Berliner
Bildungsprogramm als Grundlage für die
pädagogische Arbeit hingewiesen.
„Wir verstehen uns als Begleiter/innen der
Entwicklung unserer Kinder. Wir wollen ihre Neugier
erhalten, indem wir Räume und Materialien zur
Verfügung stellen, die sie erforschen möchten.“
Das Bildungs- und Erziehungsverständnis stellt die Grundlage für die Arbeit mit den Kindern in einer
Einrichtung dar. Deshalb sollte in der Kita-Konzeption deutlich werden, welches Bild vom Kind der
pädagogischen Arbeit zugrunde gelegt wird und welche Verantwortung der Erwachsenen sich daraus
ergibt. Die Orientierung am Berliner Bildungsprogramm als einem festen Bestandteil der pädagogischen
Arbeit sollte dabei nicht fehlen.
Rechte der Kinder, insbesondere auf Beteiligung und auf Anerkennung ihrer Leistungen
Verantwortung der Pädagoginnen und Pädagogen
Bildung als Aneignungsprozess
Bildung als aktiver, sozialer und sinnlicher Prozess
Bildung als kultureller Prozess
Einheit von Bildung – Erziehung – Betreuung
Beziehungsqualität zwischen Kindern und Pädagoginnen und Pädagogen
Fast die Hälfte der Konzeptionen enthält keine
Hinweise auf die Arbeit mit den Jüngsten7.
Arbeit mit den Jüngsten
- Berücksichtigung in 90 Konzeptionen -
Lediglich ein Viertel der Konzeptionen enthalten in
angemessenem Umfang Aussagen zur Arbeit mit den
Jüngsten, indem sie diese ausführlich erläutern (9%)
oder anschaulich beschreiben (14%).
„Gerade in den ersten Lebensjahren brauchen Kinder
verlässliche Beziehungen zu ihren ErzieherInnen, die
ihnen Wärme, Geborgenheit und Sicherheit geben: Je
geborgener sich das Kind fühlt, desto offener reagiert
es auf die Reize seiner Umwelt.“
Jeweils knapp ein Drittel der Konzeptionen
beschreibt bezüglich der Arbeit mit den Jüngsten Besonderheiten der Material- und Raumgestaltung (29%),
die Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der jüngsten Kinder (29%) und die altersentsprechende
Förderung ihrer Selbständigkeit (28%). Außerdem werden Wohlbefinden, Geborgenheit und Sicherheit der
jüngsten Kinder thematisiert (23%).
„An jedem Tag verbringen die Pädagoginnen und
Pädagogen viel Zeit in direkter Interaktion mit dem
Kind, um ihm neue Anreize zu geben. Gleichzeitig
achten sie durch wiederkehrende Rituale im
Tagesablauf darauf, dass ein gutes Gefühl des
Aufgehobenseins entsteht. Dazu gehören auch
gemeinsame Zeiten des Essens, Ruhens und Spielens, an
die sich unsere Jüngsten allmählich gewöhnen – wobei
wir im ersten Jahr immer die Bedürfnisse des Kindes
vorgehen lassen: Wer Hunger hat, darf essen, wer
müde ist, kann sich ausruhen.“
Seltener finden sich Angaben zu Besonderheiten im
Personalschlüssel, zu Zusatzqualifikationen und
Unterschieden in der pädagogischen Arbeit im
Vergleich mit älteren Kindern (14%) sowie Hinweise
auf zugewandte Pflege und Hygiene (11%).
Dabei sind die zwei Konzeptionen, die laut mit der Konzeption eingesandten Fragebogen keine Kinder bis 3 betreuen bereits herausgenommen.
Auch aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen wird es für die Weiterentwicklung der
Konzeption notwendig sein, die Arbeit mit den Jüngsten, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur
Arbeit mit Kindern ab 3 Jahren zu reflektieren. Wenn immer mehr jüngste Kinder in der Kita betreut
werden, sollte auch in jeder Konzeption thematisiert werden, wie die pädagogische Arbeit unter
Berücksichtigung ihrer besonderen Bedürfnisse gestaltet wird.
Im aktualisierten BBP ist die Arbeit mit den jüngsten Kindern ein Querschnittsthema. Es findet sich im
Bildungsverständnis, in den pädagogisch-methodischen Aufgaben und in den Bildungsbereichen. Je ein
Qualitätsanspruch der Aufgabenbereiche Gestaltung des alltäglichen Lebens, Spiel, Raumgestaltung und
Übergänge gestalten (Eingewöhnung) bezieht sich explizit auf die Arbeit mit Kindern bis 3 Jahren.
Besonderheiten bezüglich Personalschlüssel/Zusatzqualifikationen/Unterschiede in der pädagogischen Arbeit
Besonderheiten bezüglich Material- und Raumgestaltung
Wohlbefinden, Geborgenheit und Sicherheit der jüngsten Kinder
Zugewandte Pflege und Hygiene
Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse der jüngsten Kinder
Altersentsprechende Unterstützung der Selbständigkeit der Kinder
In demokratischen Gesellschaften wird großer Wert darauf gelegt, dass alle Menschen gleiche Rechte auf die
Entwicklung ihrer Persönlichkeiten haben und an der Gemeinschaft teilhaben können. Inklusive Bildung in
den Kitas bedeutet deshalb, allen Kindern – bei unterschiedlichen Voraussetzungen – gleiche
Bildungschancen und ein Recht auf aktive Beteiligung zu gewähren. Inklusive Bildung ist sensibel für alle
Arten von Verschiedenheiten, die die Bildungs- und Lebenschancen von Menschen beeinflussen und
eventuell beeinträchtigen können.8
In einigen untersuchten Konzeptionen wurde das
Konzept der Inklusion inzwischen aufgegriffen,
obwohl im Berliner Bildungsprogramm (2004) bisher
nur einzelne Aspekte von Inklusion beleuchtet
wurden. Dies spricht dafür, dass die Praxis sich an den
aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen orientiert.
„Inklusion bedeutet für uns, die Vielfalt der Menschen,
ihre verschiedenen Kulturen, Sprachen, Religionen und
soziale Herkunft, ihr jeweiliges Geschlecht und ihre
sexuelle Orientierung als Bereicherung zu erleben, als
Normalität und Chance.“
„Angesichts der Unterschiedlichkeit in Bezug auf die
Bedingungen, des Geschlechts oder körperlicher
Besonderheiten der Kinder tragen wir Sorge für die
Chancengleichheit aller Kinder in Bezug auf ihren
Zugang zu Bildung.“
In der aktualisierten Fassung des Berliner
Bildungsprogramms (2014) wird auf Inklusion
explizit eingegangen (BBP, S. 18ff). Das
Verständnis von Inklusion sollte zukünftig auch in
den Kita-Konzeptionen eine Rolle spielen. Die
einzelnen Aspekte der inklusiven Bildung werden
im Folgenden differenzierter dargestellt.
Vgl. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Hrsg.) (2014): Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege, S. 18 ff.
a) Integration von Kindern mit Beeinträchtigung bzw. besonderer Begabung
59% der Konzeptionen machen Angaben zu diesem
Bereich, 41% erwähnen dieses Thema gar nicht. 23%
erläutern ausführlich ihr Integrationskonzept, 21%
beschreiben es kurz und 15% weisen auf das Thema
lediglich hin.
Beeinträchtigung bzw. besonderer
- Berücksichtigung in 92 Konzeptionen -
„Wir nehmen unterschiedliche Bedürfnisse der Kinder
wahr und unterstützen die individuelle Entwicklung
der Kinder. Dabei ist es uns wichtig, auf die
unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder zu achten,
insbesondere Kinder mit Behinderungen in den Alltag
der Gemeinschaft zu integrieren.
Wir stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl der
Kinder und versuchen durch Vorleben ein Klima zu
schaffen, das von gegenseitigem Respekt und
Wertschätzung geprägt ist.“
Die meisten Konzeptionen thematisieren vor allem die Gewährleistung des geeigneten Fachpersonals (52%),
die Teilnahme der Kinder mit Beeinträchtigung am Alltag der Kita-Gemeinschaft (42%) und die
Wahrnehmung der Bedürfnisse von Kindern mit Beeinträchtigung (41%).
„Eltern werden bei der Auseinandersetzung mit der
Behinderung ihres Kindes begleitet und unterstützt. Zur
Entwicklung ihres Kindes finden in regelmäßigen
Abständen Gespräche statt. Die Eltern werden als
Experten in eigener Sache gesehen, sind somit ein
wichtiger Ansprechpartner, z.B. bezüglich Hilfsmittel,
die ihr Kind benötigt und werden dementsprechend
aktiv in den Kita-Alltag mit einbezogen.“
Etwas seltener werden Eltern als Partner im
(37%),
hingewiesen (30%) und das Zusammenleben der
Kinder mit und ohne Behinderung als vorteilhaft für
alle dargestellt (25%). Nur in einem Fall wurde auf
die Spezifik der Kinder mit besonderer Begabung
Im KitaFöG §10 Abs. 9 ist geregelt, dass jede
„Durch ihre gemeinsame Betreuung profitieren
integrativ fördernde Kita in ihrer Konzeption sowohl die behinderten als auch die nicht behinderten
beschreiben soll, wie die Förderung des Kinder in ihrer Entwicklung. Sie können miteinander
und voneinander lernen und gegenseitige Akzeptanz
Zusammenlebens von Kindern mit und ohne
aufbauen. Sie erleben, wie unterschiedlich Kinder sein
Behinderung in der Einrichtung gelingt. Davon
unabhängig sollte jede Konzeption erkennen lassen,
dass die Kita bereit ist, grundsätzlich jedes Kind
aufzunehmen und in seinen spezifischen Entwicklungspotentialen zu fördern. Falls es aufgrund fehlender
baulicher Voraussetzungen oder speziell ausgebildeter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Interesse des
Kindes unverantwortlich wäre, ein Kind aufzunehmen, sollte die Konzeption einen Hinweis enthalten, dass
Kita und Träger die Eltern darin unterstützen werden, eine passende Kita für ihr Kind zu finden. Hierdurch
kann die grundsätzlich positive Einstellung zu Integration und Inklusion aller Kinder und Familien
Wertschätzung der besonderen Situationen von Kindern mit Beeinträchtigung und besonderer Begabung als
Chance und Herausforderung für die gesamte Einrichtung
Verweis auf professionelle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und Informationsmöglichkeiten für
ratsuchende Eltern
Eltern als Partner im Integrationsprozess
Eltern einladen, die Situation für Kinder mit Beeinträchtigung und besonderer Begabung mit zu gestalten
Teilhabe von Kindern mit Beeinträchtigung und besonderer Begabung am Alltag der Gemeinschaft als wichtige
Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen
Dokumentation der Entwicklungsverläufe von Kindern mit Beeinträchtigung und besonderer Begabung
innerhalb eines Förderplans
Beschreibung von Vorteilen des Zusammenlebens von Kindern mit und ohne Behinderung und besonderer
Sicherstellung von geeignetem Fachpersonal
b) Gleichheit und geschlechtlich-kulturelle Vielfalt
Gleichheit und geschlechtlich-kulturelle
Der Bereich der geschlechtlich-kulturellen Vielfalt
und damit der Umgang mit den Themen
Geschlechtsidentität, Körper und Sexualität ist, wie
schon bei der letzten Untersuchung, kaum beachtet.
76% der untersuchten Konzeptionen machen gar
keine Angaben zu dieser Thematik (2008 waren es
84%). 24% sprechen dieses Thema an, allerdings nur
6% davon in einer ausführlicheren Form.
„Wir legen Wert darauf, den Kindern ein erweitertes
Rollenverständnis zu vermitteln, das auf dem
Grundsatz der Geschlechtergerechtigkeit aufbaut. Das
bedeutet z. B., dass sich bei uns alle Kinder
gleichermaßen an allen Arbeiten beteiligen.“
Am häufigsten wird der gleichberechtigte Umgang zwischen den Kindern angesprochen (13%). Weiterhin
werden Medien bereitgestellt, die vielfältige Rollenbilder darstellen (11%), gleich viele Hinweise betreffen
das situationsbezogene und kindergerechte Beantworten der Fragen im Bereich Sexualität (11%). Insgesamt
sind diese Zahlen im Gesamtkontext sehr gering.
„Im Kleinkindalter entdecken die Kinder ihren eigenen
Körper. Sie stellen Unterschiede zwischen Mädchen und
Jungen fest. Das heißt, dass die Sexualerziehung eng
mit der körperlichen, sozialen und Persönlichkeitsentwicklung verbunden ist. Wir fördern den
unbelasteten Umgang mit der eigenen Sexualität.
Deshalb fördern wir offene Gespräche über Liebe,
Küsse, Entstehung von Babys, Geburt usw.“
In den Konzeptionen sollte darauf hingewiesen
werden, dass Kinder im Alltag verschiedene Möglichkeiten haben, sich in unterschiedlichen Rollen
auszuprobieren, um alters- und entwicklungsgerecht den Umgang mit ihrem Körper, Geschlecht
und ihrer Sexualität zu erlangen.
Dafür wird es eine Voraussetzung sein, dass die
Pädagoginnen und Pädagogen im Team
reflektieren, inwieweit sie unbewusst geschlechterstereotype Botschaften senden, die Kinder in ihren
Bildungsprozessen behindern bzw. wie sie „durch eine geschlechterbewusste Erziehung und Bildung neue
und ergänzende Erfahrungsmöglichkeiten“ bieten (BBP, S. 20).
Reflektierte Haltung der Pädagoginnen und Pädagogen bzgl. Geschlechterrollen als Vorbild für die eigene
geschlechtliche Identitätsfindung der Kinder
Klare und situationsbezogene Antworten auf Fragen zu Körper, Geschlecht und Sexualität
Beobachtung der individuellen geschlechtlichen Identitätsentwicklung der Kinder und entsprechende Planung
Vielfältige Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten mithilfe unterschiedlicher Medien zum Thema Körper,
Medien mit vielfältigen Rollenbildern und einem breiten Spektrum an Lebensformen
Betonung eines gleichberechtigten Umgangs zwischen den Kindern
c) Gleichheit und ethnisch-kulturelle Vielfalt
Gleichheit und ethnisch-kulturelle
Nur 38% der untersuchten Konzeptionen
thematisieren ethnisch-kulturelle Vielfalt in ihren
Einrichtungen. Dies ist sogar noch weniger als in der
letzten Untersuchung im Jahre 2008 (44%). Lediglich
6% erläutern ausführlich dieses Thema, 16%
beschreiben es und 16% geben einzelne Hinweise
auf die ethnisch-kulturelle Vielfalt. In 62% der
Konzeptionen lassen sich keine Angaben zu diesem
Thema finden (2008: 56%).
Noch am häufigsten werden Gemeinsamkeiten und
Unterschiede von Kindern verschiedener ethnischkultureller
Zusammenlebens in der Kita dargestellt (27%), die
kulturelle Identität von Kindern und deren Familien
als Bezugspunkt für das Handeln der Pädagoginnen und Pädagogen wahrgenommen (24%) und Elemente aus
den Herkunftskulturen der Kinder, beispielsweise über Lieder, Reime, Tänze und Geschichten, im Alltag
integriert (24%).
In 23% der Konzeptionen wird den Herkunftssprachen der Kinder mit Wertschätzung und Respekt
begegnet und besondere Essgewohnheiten respektiert, indem sich die kulturelle Vielfalt im Speiseplan
widerspiegelt (22%). In 18% der Konzeptionen lassen
sich Hinweise finden, dass die Familienkultur aller
Kinder beispielsweise durch Bereitstellung vertrauter
Gegenstände gewürdigt wird. In 10% wird die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft und Welt mit Hilfe der
„Die Anerkennung von Vielfalt und der Normalität des
Verschiedenseins ist es, was die Kinder in der
Einrichtung erleben und leben. Die Individualität und
die Bedürfnisse der Kinder, ihrer Familien und der in der
Einrichtung tätigen Menschen stehen im Mittelpunkt
unseres täglichen Handelns.
Wir verstehen den Inklusionsgedanken als eine Frage
des würdevollen und respektvollen Umgangs
miteinander. Wir betrachten alle Kinder als Akteure
ihrer Entwicklung und Träger von Rechten.“
zur Verfügung stehenden Medien und Materialien (Bücher, Musik-CD´s, Instrumente, Alltagsgegenstände
usw.) thematisiert.
„Die Aufwertung der Muttersprache gibt den Kindern
das Gefühl des Angenommenseins, egal welchen
kulturellen Hintergrund das Kind hat. Die Kinder haben
die Möglichkeit, ihre Muttersprache im Tagesablauf
einzubringen, z.B. beim Rollenspiel. Die Erzieherin
ermutigt die Kinder in der Muttersprache beispielsweise
zu zählen, Gegenstände zu benennen und Lieder zu
Lediglich 8% der Konzeptionen erwähnen
Lösungswege zur Verständigung mit Kindern und
Eltern ohne ausreichende Deutschkenntnisse sowie
die Bedeutung von mehrsprachigen Pädagoginnen
und Pädagogen mit oder ohne Migrationsgeschichte
für die Einrichtung. Alle diese Zahlen sind für die
multikulturelle Stadt Berlin jedoch sehr gering und
spiegeln nicht die Situation in den Kitas wider.
Das Thema „Gleichheit und ethnisch-kulturelle“ Vielfalt bleibt in den Konzeptionen bisher wenig
beleuchtet. Zur Stärkung der Identität der Kinder ist es unentbehrlich, ihre unterschiedlichen
Familienkulturen wertzuschätzen und sie als Bezugspunkt in das Handeln der Pädagoginnen und
Pädagogen aufzunehmen. In jeder Konzeption sollte eine respektvolle und wertschätzende Haltung
gegenüber den kulturell und persönlich unterschiedlichen Wertesystemen, Weltanschauungen und
religiösen Bindungen der Familien der Kinder dargestellt werden. Konkrete Beispiele beleben die
Konzeption und geben auch den Eltern eine gute Orientierung, wie sie sich mit ihrer Familienkultur
Berücksichtigung der kulturellen Identität von Kindern und deren Familien in der pädagogischen Arbeit
Gemeinsamkeiten und Besonderheiten von Kindern unterschiedlicher kultureller Herkunft im Zusammenleben
Integration von Elementen aus den Familienkulturen der Kinder in den Alltag der Kita
Würdigung der Familienkultur aller Kinder, beispielsweise durch Bereitstellung vertrauter Gegenstände
Berücksichtigung besonderer Essgewohnheiten, kulturelle Vielfalt im Speiseplan
Darstellung kultureller Vielfalt der Gesellschaft und Welt in verschiedenen Medien und Materialien (Bücher,
Musik-CD’s, Instrumente, Alltagsgegenstände)
Wertschätzung und Beachtung der Familiensprachen der Kinder
Möglichkeiten zur Verständigung mit Kindern und Eltern ohne ausreichende Deutschkenntnisse
d) Gemeinsames Aufwachsen von älteren und jüngeren Kindern
Gemeinsames Aufwachsen
von älteren und jüngeren Kindern
In 21% der Konzeptionen wird beschrieben, dass
Altersmischung Selbständigkeit fördert und Anreize
durch ältere Kinder und Lernen am Modell bietet.
Ebenso oft wird die Berücksichtigung der individuellen
Entwicklung und Bedürfnisse der Kinder in der
Altersmischung thematisiert.
„Das Leben in der Kindergruppe bietet viele
Sprachanlässe. Die Kinder in altersgemischten Gruppen
haben Vorteile, z.B. weil die großen Kinder
Sprachvorbilder für die Kleinen sind.“
Seltener wird auf die Vorteile der konstanten
Kindergemeinschaft und Bezugsperson eingegangen
(13%). Dass es in der Altersmischung weniger
Konkurrenz unter Gleichaltrigen gibt und ältere Kinder
als natürliche Sprachvorbilder dienen, wird in wenigen
Fällen thematisiert (11%, 8%).
In etwa der Hälfte der untersuchten Konzeptionen
lassen sich Angaben zum gemeinsamen Aufwachsen
von älteren und jüngeren Kindern – zumeist
realisiert durch die Altersmischung in den Gruppen –
finden. 8% erläutern diese Thematik ausführlich,
16% beschreiben sie und 25% weisen auf einzelne
Aspekte des gemeinsamen Aufwachsens hin.
Am häufigsten wird betont, dass die Altersmischung
soziales Verhalten, Verantwortung, Rücksichtnahme
und Hilfsbereitschaft fördert (30%) und dass dies
eine freie Wahl der Spielpartner, Spielsachen und
Räume ermöglicht (27%).
„In unserer Einrichtung spielen und lernen die Kinder
in großer Altersmischung.
Ältere Kinder sind rücksichtsvoll und hilfsbereit
gegenüber jüngeren, bieten Trost und emotionale
Unterstützung und lernen Empathie. Jüngere haben
eine bessere Selbständigkeitsentwicklung aufgrund
von Modelllernen und mehr Entwicklungsanreize
durch ältere. Jüngere Kinder lernen von älteren, indem
sie mehr Anregungen und Anreize bekommen. Die
älteren lernen durch das Lehren und Tutoring; sie
sichern ihr Wissen durch Weitergabe und
Wiederholung. Es herrscht weniger Leistungsdruck, da
weniger Konkurrenz durch Gleichaltrige da ist und die
Kinder haben dadurch, dass nur wenige Schulkinder
betreut werden, eine intensivere vorschulische
Förderung. Die geringe Fluktuation bei der
Altersmischung vermittelt den Kindern mehr
Sicherheit und Geborgenheit. Besonders die
Zusammenlebens von Personen verschiedenen Alters
ist uns wichtig.“
Wenn Einrichtungen das Konzept der offenen Arbeit bevorzugen, sollten die Vorteile der Altersmischung
in der Konzeption deutlich gemacht werden. Auch bei der Arbeit mit eher altershomogenen Gruppen
lassen sich übergreifende Aktivitäten anbieten und somit das gemeinsame Aufwachsen von älteren und
jüngeren Kindern fördern.
Altersmischung zur
Altersmischung zur Unterstützung der Selbständigkeit und als Anreiz zum Lernen am Modell
Freie Wahl der Spielpartner, Spielsachen und Räume
Ältere Kinder als natürliche Sprachvorbilder
Weniger Konkurrenz unter Gleichaltrigen
Weniger Fluktuation: Sicherheit und Geborgenheit mit konstanter Kindergemeinschaft und Bezugsperson
Berücksichtigung der individuellen Entwicklung und Bedürfnisse der Kinder in der Altersmischung
Organisation gruppenübergreifender Aktivitäten bei Arbeit mit altershomogenen Gruppen
„Nachhaltige Entwicklung wird als eine Entwicklung definiert, die die Bedürfnisse der heutigen Generation
befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“
(BBP, S. 23). In der Bildung für nachhaltige Entwicklung werden die drei Teildimensionen Menschenwürde,
Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und Gerechtigkeit miteinander verbunden.
In der Hälfte der untersuchten Konzeptionen lassen sich Hinweise zum Thema „Bildung für nachhaltige
Entwicklung“ finden.
In 36% der Konzeptionen wird deutlich, dass die Kita ihre Verantwortung für den Erhalt von Natur und
Umwelt anerkennt, 22% beschreiben, wie die Kinder sensibilisiert werden, achtsam mit anderen Menschen,
der Natur, oder Ressourcen umzugehen, 20% erwähnen, dass bei der Auswahl von Lebensmitteln auf
nachhaltige Erzeugung geachtet wird und 15%, dass sie bei der Verwendung von Materialien und Gütern auf
einen ressourcenschonenden Umgang achten.
„Der Mensch ist ein Teil der Natur. Er gestaltet seine
Umwelt aktiv, er nutzt und verändert sie. Die
Sensibilisierung aller Sinne, das Hervorrufen von
Neugier und Gefühlen ermöglicht den Aufbau einer
emotionalen Beziehung zur Natur als Grundlage für
einen späteren verantwortungsvollen und bewussten
Umgang mit ihr. Erst wenn die Natur bewusst gelebt
wird, entdecken wir Verborgenes, was die Schönheit
und Einmaligkeit dieses Lebensraumes ausmacht. Nur
über ein lebendiges Naturerleben können Kinder durch
altersentsprechende
Sinnesund
Bewegungserfahrungen den respektvollen Umgang mit der Natur
gewinnen. In diesem ganzheitlichen Lernprozess in der
Natur als Lebens- und Erfahrungsraum erleben die
Zusammenhänge und Veränderungen ihrer Umwelt
und eignen sich erforderliche Kenntnisse, Fähigkeiten
und Fertigkeiten an.“
Für die Weiterentwicklung der Konzeption ist es
sinnvoll, die eigenen pädagogischen Standpunkte
zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Team zu
reflektieren: welche Gelegenheiten sind in der Kita
vorhanden oder können erschlossen werden, damit
Kinder „zu zentralen Fragen ihres jetzigen und
zukünftigen Lebens Werte einer nachhaltigen
Entwicklung“ kennenlernen?
„Aus dem Erforschen und Wissen um kleine und
große Zusammenhänge, aus Einfühlungsvermögen
und aus der Wahrnehmung verschiedener und
gemeinsamer Sichtweisen, sowie aus der
Erprobung von wertvollen Handlungsstrategien im
Entscheidungskompetenz“ (BBP, S. 23)
In 90% der Konzeptionen werden Bildungs- und
Erziehungsziele benannt.
Kompetenzen im Bildungsverlauf
Ausführlich erläutert wurden Ich-, Sozial-, Sach- und
lernmethodische Kompetenzen allerdings nur in
einem Viertel der Konzeptionen. In einem weiteren
Viertel wurden sie kurz beschrieben oder
In 40% der Konzeptionen waren nicht alle
Kompetenzbereiche aufgeführt, zum Teil waren sie
nicht als Richtziele, sondern als Lernziele formuliert
oder die Kompetenzbereiche wurden nur benannt,
aber nicht beschrieben. Dabei ist auffällig, dass
insbesondere Sachkompetenzen (67%) und
Lernmethodische Kompetenzen (68%) seltener
Beachtung fanden als Sozial-Kompetenzen (84%)
und Ich-Kompetenzen(83%).
Kompetenzen in eigenen Worten zu
beschreiben und zu erläutern setzt voraus,
sie im Team gemeinsam zu reflektieren.
entwickeln, können immer wieder an
verschiedenen Stellen aufgegriffen werden,
beispielsweise in den Bildungsbereichen, in
Ausführungen zum Spiel, zum Alltag oder zu
Projekten. In anschaulichen Beschreibungen
wird so deutlich, was und wie Kinder in
dieser Kita lernen. Dabei ist es wichtig, dass
Kompetenzen der Kinder als Richtungsziele
verstanden werden, die das pädagogische
Handeln der Pädagoginnen und Pädagogen
„Ich-Kompetenzen: Ich kenne mich mit mir selbst aus, ich weiß
und spüre, was ich kann, mag, denke und fühle.
Soziale Kompetenzen: Ich kenne mich mit Gemeinschaftsleben
aus, kann auf andere achten, habe Spaß am Miteinander, kann
diskutieren und mich hier durchsetzen, dort anpassen.
Sachkompetenzen: Ich kenne mich mit vielen Dingen aus. Ich
kann mit Holz werkeln, mit Papier basteln, töpfern und vieles
mehr. Ich weiß schon einiges über Berlin, Dinosaurier und
Lernmethodische Kompetenzen: Ich habe Spaß am Lernen und
weiß, dass Lernen eigentlich ganz einfach geht. Ich male in
mein Sprachlerntagebuch und sehe meine eigene Entwicklung.
Ich habe verstanden, dass ich z.B. am besten lerne, wenn ich
meine eigenen Ideen einbringen und weiterentwickeln kann.“
Kinder in ihren Ich-Kompetenzen stärken mit dem Ziel, dass Kinder ein positives Selbstkonzept entwickeln
Kinder in ihren Sozial-Kompetenzen stärken mit dem Ziel, dass Kinder soziale Beziehungen aufnehmen und
Kinder in ihren Sachkompetenzen stärken mit dem Ziel, dass Kinder sich die Vielfalt der Lebenswelt in ihren
sozialen Bezügen aneignen
Kinder in ihren lernmethodischen Kompetenzen stärken mit dem Ziel, dass Kinder ein Grundverständnis davon
entwickeln, dass sie lernen, was sie lernen und wie sie lernen
Dagegen finden sich in einem Viertel der
Konzeptionen nur einzelne Hinweise und in 16% der
Konzeptionen wird dieser Aufgabenbereich gar nicht
In einem Drittel der Konzeptionen wird das
Beobachten und Dokumentieren ausführlich
erläutert und in 26% anschaulich beschrieben. Dies
deutet darauf hin, dass in vielen Kitas der
Beobachtung und Dokumentation von Bildungsprozessen eine hohe Bedeutung zugemessen wird.
„Wir haben in den vergangenen Jahren in
zunehmendem Maße unsere Kinder bei ihren
Aktivitäten und Experimenten fotografiert und
bemerkt, wie stolz sie waren, wenn sie sich auf den
ausgestellten Fotos entdeckten, wie groß ihre
Bereitschaft, über die dargestellten Situationen zu
reden, wie genau sie sich erinnerten. Wir staunten,
wie häufig diese Fotos im Alltag für die Kinder immer
wieder Anlass zum Sprechen waren. Besonders für
Kinder, die noch wenig aktive Lautsprache
besaßen(z.B. Kinder mit geistigen Behinderungen).
Wir erkannten die Bedeutung der Dokumentation von
Prozessen für die Förderung kindlicher Kompetenzen.“
In 62% der Konzeptionen wird deutlich, dass Beobachtung als Grundlage für die Planung und optimale
Förderung des Kindes genutzt wird. 37% beschreiben ein systematisches Beobachtungsverfahren und
57% nennen andere Beispiele für Beobachtung und Dokumentation (z.B. Aufnahmen, Fotos,
unsystematische Notizen).
Im Verhältnis zu 2008 wird häufiger deutlich, dass für jedes Kind ein Portfolio bzw. Sprachlerntagebuch
geführt wird (71%, 2008: 30%). In 52% der Konzeptionen finden sich Hinweise darauf, dass z.B.
Dokumentationen von Projekten, Ausstellung von Kinder-Kunstwerken und Aushänge Transparenz für Kinder
und Eltern schaffen.
„Der kollegiale Austausch über die Beobachtungen
findet in den Vor- und Nachbereitungszeiten statt. Es
werden Möglichkeiten entwickelt/geplant und ggf. in
der Wochenplanung aufgeschrieben. Wir überlegen
gemeinsam, was wir tun können, damit das Kind seine
Neigungen, Lernstrategien und sein Wissen und Können
verwirklichen und erweitern kann.“
Fast unbeachtet bleibt in den Konzeptionen der
Datenschutz: Hinweise, dass alle mündlichen und
schriftlichen Informationen und die individuelle
Lerndokumentation vertraulich behandelt werden,
enthalten nur 9% der Konzeptionen.
Die Auswertung der Beobachtungen erfolgt
hauptsächlich mit den Eltern in regelmäßigen
Entwicklungsgesprächen (59%). Seltener werden die
Beobachtungen im Team (27%) oder mit den
Kindern (14%) ausgewertet.
„Die Kinder werden je nach Alter und Entwicklungsstand über das Beobachtungssystem informiert, z. B.
im Morgenkreis. Den Kindern sind Beobachtungssituationen inzwischen vertraut. Sie wissen, dass sie
diese jederzeit ablehnen können und genauso auch
selbst sagen können, wann sie beobachtet werden
Im Team sollte eine Entscheidung über die Anwendung eines systematischen Verfahrens getroffen
werden, laut rechtlicher Grundlage muss mindestens das Sprachlerntagebuch verwendet werden. In der
Konzeption sollte das Verfahren erläutert und kurz die praktische Umsetzung beschrieben werden. Dies
schafft Transparenz und Verbindlichkeit nach innen und nach außen. Zudem erscheint es sinnvoll zu
reflektieren, welche Funktionen die Beobachtung und Dokumentation hat. Insbesondere der Nutzen der
Beobachtung für das Kind und damit auch die Auswertung der Beobachtung gemeinsam mit ihm könnte
stärker reflektiert werden.
Beobachtung als Grundlage für Planung und optimale Förderung des Kindes
Systematische Beobachtungsverfahren
Weitere Beispiele für Beobachtung und Dokumentation (Aufzeichnungen, Aufnahmen, Fotos)
Sprachlerntagebuch/Portfolio für jedes Kind
Kontinuierliche Entwicklungsgespräche als Bestandteil der pädagogischen Arbeit
Auswertung der Beobachtungen und Dokumentationen mit den Kindern
Auswertung der Beobachtungen und Dokumentationen im Team
Transparenz für Kinder und Eltern durch Dokumentation von Projekten, Ausstellung der Kinder-Kunstwerke …
Vertrauliche Behandlung aller mündlichen und schriftlichen Informationen sowie gesonderte Aufbewahrung
der individuellen Lerndokumentation
Über 90% der Konzeptionen beschreiben die
Gestaltung des alltäglichen Lebens in der Kita. Dies
ist damit gemeinsam mit der Zusammenarbeit mit
Eltern der am stärksten berücksichtige Aufgabenbereich des BBPs.
„Unsere Kinder werden aktiv an den Verrichtungen
des täglichen Lebens beteiligt, wie z.B. Einkaufen,
Kochen, Backen, Tisch decken und Blumen gießen. Ziel
hierbei ist es, im und am Alltag zu lernen und das
Erfahrungspotential alltäglicher Situationen zu nutzen
und auszuschöpfen. Dabei beschränkt sich der
Erfahrungsraum nicht nur auf den Kinderladen. Die
Kinder sollen auch ihre nähere Umgebung (Kiez)
kennen lernen.“
Am häufigsten wird die Ausgewogenheit zwischen Aktivitäten, Ruhephasen, Spiel und Projekten deutlich
(82%) und es wird oft ein exemplarischer Tagesablauf geschildert (79%).
„Kinder an Entscheidungen über Aktivitäten und
Regelungen des Gruppenalltags weitestgehend zu
beteiligen, gibt ihnen Gelegenheit, den Tagesablauf
entsprechend ihren Wünschen und Möglichkeiten mit
zu planen, zu gestalten und so Selbstwirksamkeit zu
erleben. Zugleich bedeutet dies, dass die Kinder lernen,
In vielen Konzeptionen wird deutlich, dass die Kinder
entwicklungsgemäßen
Möglichkeiten an der Gestaltung des Kita-Alltags
beteiligt werden (67%), sowie dass unterschiedliche
Bedürfnisse und die individuelle Entwicklung der
Kinder wahrgenommen und unterstützt werden
Die Planung zielt auf die Kompetenzerweiterung der Kinder und bleibt gleichzeitig offen und flexibel für die
Wünsche, Bedürfnisse und Ideen der Kinder (54%).
Etwas seltener wird thematisiert, dass den Kindern
Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten im Umfeld
ermöglicht werden (47%), welche Regeln es gibt und
wie diese gemeinsam mit den Kindern ausgehandelt
werden (41%). 34% betonen, dass die Pädagoginnen
und Pädagogen Themen an die Kinder herantragen,
die für ihr Aufwachsen in dieser Gesellschaft wichtig
„Wir sind davon überzeugt, dass, wenn wir den
Kindern vorleben, dass Regeln kein unabänderliches
Dogma sind, werden diese lernen, kreativ und
phantasievoll ihren Alltag und ihr Spiel zu regeln und
damit ihr Gemeinschaftsgefühl entfalten, das jedes
von ihnen mit seinen Besonderheiten umschließt.“
Die anschauliche Darstellung des Alltags bietet in besonderem Maße die Chance, interessierten
Außenstehenden einen guten Eindruck von der Arbeit in der Kita zu geben. Dies ist bereits in vielen
Konzeptionen umgesetzt und macht sie lebendig.
Wahrnehmung und Unterstützung der unterschiedlichen Bedürfnisse und der individuellen Entwicklung der
Beteiligung der Kinder entsprechend ihrer entwicklungsgemäßen Möglichkeiten an der Gestaltung des KitaAlltags (Partizipation)
Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten im Umfeld der Kita
Aufgreifen von Themen, die für das Aufwachsen der Kinder in dieser Gesellschaft wichtig sind
Aushandlung und Darstellung von „Regeln“ bzw. Vereinbarungen für den Kita-Alltag mit den Kindern
Zielgerichtete Planung bei gleichzeitiger Offenheit und Flexibilität für Wünsche, Bedürfnisse und Ideen der
Ausgewogenheit zwischen Aktivitäten und Ruhephasen, Spiel und Projekten
Der Aufgabenbereich Spiel wird in 84% der
Konzeptionen thematisiert, allerdings finden sich
in 22% nur einzelne Hinweise.
In 41% der Konzeptionen wird das Spiel anschaulich
beschrieben, in 21% ausführlicher erläutert.
„Ein wesentlicher Bestandteil des Spiels ist das
selbstbestimmende Lernen. Denn Kinder lernen im
Spiel ganzheitlich und mit allen Sinnen. Sie stellen sich
Fragen und erfinden ihre eigenen Antworten. Sie
setzen sich mit anderen Personen auseinander und
lernen sich näher zu kommen. Das Spiel fordert und
fördert ihre Persönlichkeit. Sie werden mit starken
emotionalen Gefühlen, wie Frust, Trauer, Freude und
Wut konfrontiert.“
Welche Aspekte des Spiels in den Konzeptionen thematisiert werden, ist relativ gleichmäßig verteilt:
Am häufigsten wird Spiel als Mittel zur Verarbeitung von realen Situationen und der Auseinandersetzung mit
der Umwelt dargestellt (54%), es werden Bedingungen zum vielfältigen und anregenden Spiel (50%)
Das Spiel wird als selbstbestimmtes Lernen mit allen Sinnen dargestellt (42%) und es wird aufgezeigt, welche
Kompetenzen im Spiel gefördert werden (52%). Etwas seltener wird die Möglichkeit zur freien Wahl der
Spielpartner, Spielorte, des Spielmaterials etc. erwähnt (37%) und das Aushandeln und Vereinbaren von
Spielregeln als Grundlage und Übungsfeld für Konfliktlösungen beschrieben (29%).
„Das Spiel der Kinder ist für sie von elementarer
Bedeutung. Wir gehen davon aus, dass Kinder
grundsätzlich aktiv sind, lernen wollen und Erfahrungen
mitbringen, die wir gemeinsam weiterentwickeln.
Sie lernen mit allen Sinnen, sie sehen, hören, tasten,
schmecken und riechen. Im Spiel lernen die Kinder den
Umgang mit sich selbst, mit Sachen und mit anderen
Ebenfalls weniger häufig kommt die Rolle der
Pädagoginnen und Pädagogen zum Ausdruck: In
38% der Konzeptionen wird deutlich, dass
Pädagoginnen und Pädagogen die Kinder bei der
Verwirklichung ihrer Spielideen und der Erweiterung
ihrer Spielfähigkeiten unterstützen und in 29%, dass
sie gezielte Beobachtungen des Spiels als Anregung
für künftige Spielideen, Projekte etc. nehmen.
Für die Weiterentwicklung der Konzeption ist zu empfehlen, die Bedeutung des Spiels für die Kinder, das
Bildungspotenzial des Spiels und die Rolle der Pädagoginnen und Pädagogen zu reflektieren und
ausführlicher darzustellen.
Spiel als selbstbestimmtes Lernen mit allen Sinnen
Bedingungen zum vielfältigen und anregenden Spiel (Raum, Spiel- und Gestaltungsmaterial)
Unterstützung der Kinder bei der Verwirklichung ihrer Spielideen und der Erweiterung ihrer Spielfähigkeiten
Aushandeln und Vereinbaren von Spielregeln als Grundlage und Übungsfeld für Konfliktlösungen
Spiel als Mittel zur Verarbeitung von realen Situationen, Auseinandersetzung mit der Umwelt
Möglichkeit zur freien Wahl der Spielpartner, Spielmaterial, Spielorte …
Gezieltes Beobachten des Spiels als Anregung für künftige Spielideen, Projekte, Dokumentation …
Spiel als Unterstützung von Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Sprache, Sozialverhalten,
Unterschiedliche Spielformen (Rollenspiele, Fingerspiele, darstellendes Spiel …)
Die Planung und Gestaltung von Projekten erscheint
in den analysierten Konzeptionen trotz deutlich
erkennbarer Weiterentwicklung seit 2008 weiterhin
als „blinder Fleck“.
Noch am häufigsten finden sich in den Konzeptionen
Hinweise darauf, dass Interessen und Bedürfnisse der
Kinder entscheidend für die Auswahl eines
Projektthemas
sind (42%)
Selbständigkeit und Entdeckerfreude der Kinder im
Vordergrund stehen (32%). Einige Konzeptionen
enthalten Beispiele von umgesetzten Projekten (29%)
und manche weisen darauf hin, dass Projekte
ergebnisoffen durchgeführt werden (26%).
In 44% der Konzeptionen finden sich keine und
in 17% lediglich einzelne Hinweise auf Projekte
(2008: 54% bzw. 26%).
Immerhin 35% (2008: 16%) beschreiben diesen
Aufgabenbereich anschaulich. Wie auch 2008 finden
sich in nur 4% der Konzeptionen ausführlichere
„Projektarbeit bedeutet für uns, sich gemeinsam mit
den Kindern über einen längeren Zeitraum intensiv,
zielgerichtet, ganzheitlich und in vielen Aktivitäten mit
einem Thema aus der Lebenswelt der Kinder
auseinander zu setzen. Eine Vielzahl von Lernerfahrungen und Kompetenzerweiterung werden
durch die Methodenvielfalt wie Gruppendiskussionen,
Bastelaktivitäten, Geschichten, Rollenspiele, Fachbücher und
Theaterbesuche gefördert. Dabei steht nicht (nur) das
Ergebnis im Vordergrund, sondern der Weg, bzw. der
dabei entstehende Prozess ist von Bedeutung.“
„Auswertung und Reflexion mit den Kindern und evtl.
mit anderen beteiligten Personen: Dies erfolgt zum
Beispiel in Gesprächskreisen oder durch Betrachtung
der entstandenen Produkte. Es werden Möglichkeiten
entwickelt, den Eltern die Ergebnisse und den Verlauf
des Projektes zu vermitteln (wie durch die Ausstellung
von Plakaten, Fotos, Collagen und Bastelexponate) oder
einen Eltern-Kind-Nachmittag zum Projektthema anzubieten. Eine andere Möglichkeit ist auch eine kommentierte Diashow mit Fotos und Videos vom Projektverlauf
auf dem nächsten Elternabend zu zeigen.“
Die vier Schritte der Planung und Gestaltung von
Projekten werden in den Konzeptionen in sehr
unterschiedlicher Intensität beachtet: Eher häufiger
erkunden die Pädagoginnen und Pädagogen die
Lebensrealität der Kinder (39%; Schritt 1); sie
überlegen und planen die Umsetzung gemeinsam
mit den Kindern (35%, Schritt 3). Seltener entwickeln
Pädagoginnen und Pädagogen konkrete Ziele des
pädagogischen Handelns (26%, Schritt 2) und werten
die Erfahrungen gemeinsam mit allen Beteiligten
aus (12%, Schritt 4).
Die fachliche Auseinandersetzung mit Projekten erscheint aufgrund der geringen Berücksichtigung in den
analysierten Konzeptionen für viele Teams empfehlenswert. Insbesondere den vier Schritten der Planung
und Gestaltung von Projekten und ihrer jeweiligen Bedeutung für das Gelingen eines Projekts sollte dabei
Aufmerksamkeit geschenkt werden (BBP, S. 40ff.).
Es ist auch ein Auftrag für die Träger, die fachliche Auseinandersetzung mit Projekten zu ermöglichen und
zu fördern. Wenn diese Erkenntnisse in die Konzeption aufgenommen werden, bietet dies Orientierung für
kommende Projekte. Beispiele von umgesetzten Projekten können die Planungsschritte lebendig werden
lassen. Von dieser Übertragung der Theorie auf die Praxis profitieren sowohl das Team, als auch Eltern und
interessierte Außenstehende.
Orientierung an Interessen und Bedürfnisse der Kinder bei der Auswahl eines Projektthemas
Erkundung der Lebensrealität der Kinder (Schritt 1)
Entwicklung konkreter Ziele des pädagogischen Handelns (Schritt 2)
Planung und Umsetzung der Projektaktivitäten gemeinsam mit den Kindern (Schritt 3)
Auswertung der Erfahrungen gemeinsam mit allen Beteiligten (Schritt 4)
Beteiligung der Kinder bei der Dokumentation von Projekten
Ergebnisoffene Durchführung von Projekten
Einbeziehung verschiedener Medien (Bücher, Hörspiele, Musikinstrumente …)
Unterstützung der Neugier, Selbstständigkeit und Entdeckungsfreude der Kinder
Die Gestaltung anregungsreicher Räume wird in 84%
der Konzeptionen thematisiert, allerdings finden sich
in 21% nur einzelne Hinweise.
Anregungsreicher Räume gestalten
beschrieben, in 22% ausführlicher erläutert.
„Das Außengelände ist sehr großzügig angelegt. Der
Hof wird viel zum Laufrad, Roller, Dreirad- und
Fahrradfahren genutzt. Ein großer Sandkasten und ein
kleines Spielhaus befinden sich unter den schattenspendenden Apfelbäumen. Der alte Fachwerkstall
bietet viel Platz, um das Spielzeug aufzubewahren.
Hinter der Kirche liegt eine große Wiese mit vielen
Bäumen und Sträuchern. Zwei Schaukeln und ein
Klettergerüst laden hier zum Spielen, Rennen und
Toben ein.“
„Unser physisches und psychisches Wohlbefinden
steht in enger Verbindung zu den Räumen in denen
wir leben und arbeiten, wo wir unseren Alltag und
unsere Beziehungen gestalten. Viele der Kinder
verbringen sieben bis neun Stunden in der Kita und
gerade deshalb ist es uns wichtig, den Kindern hier
einen Lebensraum zu schaffen, an dem sie sich
geborgen und sicher fühlen und ihre Bedürfnisse
respektiert und befriedigt werden.“
In den meisten Konzeptionen werden Bereiche
zugeordnet sind, beispielsweise ein Lesebereich oder
eine Bau-, Verkleidungs- oder Experimentierecke
(82%). Das Außengelände der Kita und seine
Nutzung werden in 58% der Konzeptionen
Je etwa die Hälfte der Konzeptionen machen deutlich, dass Räume als Forschungs- und Experimentierfelder
betrachtet werden (54%), dass der Umgang mit verschiedenen Materialien, Medien und Werkzeugen für
verschiedene Grunderfahrungen ermöglicht wird (52%) und dass Räume den Kindern Orientierung bei der
Auswahl ihrer Tätigkeiten und ihrem Spiel bieten (49%).
Partizipation der Kinder wird einerseits dadurch
Bastelund
Spielmaterial für Kinder altersgerecht zugänglich ist
(53%).Zudem finden sich in je etwa einem Drittel der
Konzeptionen Hinweise, dass die Kinder bei der
Gestaltung der Räume aktiv miteinbezogen werden
(30%) und dass sich die Material- und
Raumgestaltung an den Bedürfnissen der Kinder
orientiert (29%).
„Die Kinder konnten bei der Farbgestaltung der
Räume und des Flures mitentscheiden. Zusammen mit
den Eltern, Kindern und Erziehern wurden dann
Räume und Flur neu gestrichen. Anschließend
äußerten die Kinder ihre Wünsche bei der Gestaltung
des Raumes. (…) Die Kinder werden bei der
Ausgestaltung, z.B. bei der Themen- oder jahreszeitbezogenen Dekoration des gesamten Hauses mit
einbezogen. In allen Bereichen gibt es offene Regale,
in denen sich auf Kinderhöhe Spiel- und Bastelmaterial
In der Wandgestaltung werden sowohl Materialen und Gegenstände, die die Kinder selbst hergestellt
haben (30%) eingesetzt, als auch vergangene und zukünftige Projekte der Kinder transparent
dokumentiert (25%). Sehr selten finden sich dagegen Elemente der Region sowie unterschiedlicher Kulturen
und Traditionen bei der Raumgestaltung bedacht (2%).
Die Räume der Kita sind eines ihrer Aushängeschilder. Sowohl die Ergebnisse der Konzeptionsanalyse als
auch die Befragung zur internen Evaluation, in denen dieser Aufgabenbereich zum zweiten Mal in Folge
der am häufigsten intern evaluierte ist, deuten darauf hin, dass sich die Teams intensiv mit der Gestaltung
ihrer Räume beschäftigen.
Empfehlenswert für die Weiterentwicklung der Konzeption ist, zu reflektieren, wie die Kinder in die
Gestaltung ihrer Räume aktiv einbezogen werden können – sowohl bei größeren Aktionen, als auch im
Orientierung für die Weiterentwicklung der Konzeption
 Aktive Beteiligung der Kinder bei der Gestaltung der Räume
 Beachtung von Elementen des Einzugsbereiches sowie unterschiedlicher Kulturen und Traditionen bei der
 Räume als Forschungs- und Experimentierfelder
 Möglichkeiten zur Orientierung für Kinder bei der Auswahl ihrer Tätigkeiten und ihrem Spiel
 Aufteilung der Räume
 Umgang mit verschiedenen Materialien, Medien und Werkzeugen
 Außengelände der Kita und seine Nutzung
 Transparente Dokumentation vergangener und zukünftiger Projekte der Kinder (Fotodokumentationen,
Infotafeln…).
 Orientierung an den Bedürfnissen der Kinder
 Altersgerechte Zugänglichkeit zu anregendem Gestaltungs- und Spielmaterial
Die Wichtigkeit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit
mit Eltern wird von der Praxis immer mehr anerkannt,
was sich auch in den Konzeptionen widerspiegelt. In 92%
der untersuchten Konzeptionen lassen sich Angaben zu
diesem Thema finden (2008 waren es 86%).
Zusammenarbeit ausführlich, 36% beschreiben sie, 18%
geben einzelne Hinweise zu dem Thema und 8%
erwähnen das Thema gar nicht.
Am häufigsten werden die Transparenz und der
Informationsaustausch mit den Eltern erwähnt (95%),
die „erziehungspartnerschaftliche“ Zusammenarbeit
als solche (77%) und wie Eltern an der Arbeit mit den
Kindern beteiligt werden thematisiert (74%).
„Wir wollen, dass die Eltern sich mit ihren Fragen,
Wünschen oder ihrer Kritik an uns wenden. In den
Gesprächen mit den zuständigen Erzieherinnen und
Erziehern können die Elternvertreter oder die
Kitaleitung hinzugezogen werden. Wir wollen, dass
alle Beteiligten mit der zu entwickelnden Lösung
einverstanden sind.“
Etwas seltener wird auf Elternvertretung bzw.
Elternausschuss hingewiesen (60%) und darauf, dass
Eltern an wichtigen Entscheidungen der Kita beteiligt
werden (43%). Hinweise auf die Einbeziehung
interessierter Eltern bei der Konzeptionsentwicklung
bzw. der Qualitätsentwicklung der Einrichtung
werden in 37% der Konzeptionen gemacht. Darüber
hinaus wird in 33% der Konzeptionen die besondere
Rolle der Eltern als wichtigste Bindungspersonen
„In vielen erzieherischen und sozialen Bereichen haben
wir für die Eltern eine beratende Funktion. Aus diesem
Grund arbeiten wir eng mit unterschiedlichen
Institutionen, wie der Kinder- und Jugendambulanz und
verschiedenen Beratungsstellen zusammen. Es ist für
uns eine Selbstverständlichkeit, unsere Eltern so weit
wie möglich zu unterstützen.“
„Eltern sind die ersten „Experten“ für ihr Kind. Eine
gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist für eine
erfolgreiche pädagogische Arbeit unerlässlich. Wir
sorgen dafür, unsere Arbeit transparent zu machen
Wochenpläne,
Fotodokumentationen und durch die Möglichkeit bei
uns zu Hospitieren.“
Hinweise auf verbindliche Vereinbarungen für
regelmäßige mindestens jährliche Entwicklungsgespräche finden sich ebenfalls in 74% der
„Bei wichtigen konzeptionellen Entscheidungen oder
Veränderungen beteiligen wir die Eltern im Vorfeld an
unseren Planungen und laden sie im Rahmen der
dafür zur Verfügung stehenden Gremien zur
Meinungsäußerung und Mitsprache ein.“
Informationen zu Beratungsangeboten für Eltern
(21%), das Einbeziehen der besonderen Fähigkeiten
und Kenntnisse der Eltern in die Arbeit mit den
Kindern (14%), der Umgang mit Beschwerden (10%)
und Hinweise auf Kommunikationsmöglichkeiten für
Eltern mit geringen Deutschkenntnissen (8%)
werden am Rande erwähnt.
Die Konzeption sollte erkennen lassen, dass Eltern als die wichtigsten Bezugspersonen und dadurch als die
wichtigsten Partner in der Erziehung und Betreuung der Kinder von der Kita wahrgenommen werden. Es
sollte deutlich werden, dass Pädagoginnen und Pädagogen nach geeigneten Mitteln und Wegen der
partnerschaftlichen Zusammenarbeit suchen, indem sie verschiedene Möglichkeiten für den Austausch mit
den Eltern schaffen und auch ihre Arbeit gegenüber den Eltern transparent machen. Die Eltern sollten über
ihre Rechte informiert und dazu eingeladen werden, sich an Entscheidungsprozessen, Qualitätsentwicklung
und der Arbeit mit den Kindern aktiv zu beteiligen.
Herausstellen der besonderen Rolle der Eltern als die wichtigsten Bindungspersonen ihrer Kinder
Beteiligung der Eltern an der Arbeit mit den Kindern
Elternvertretung bzw. Elternausschuss
Einbeziehung interessierter Eltern bei der Konzeptionsentwicklung und/oder Qualitätsentwicklung
Umgang mit Wünschen, Kritik und Vorschlägen der Eltern
Transparenz und Informationsaustausch mit Eltern
Kommunikationsmöglichkeiten für Eltern mit geringen Deutschkenntnissen
Nutzung der Mehrsprachigkeit von Eltern als Bereicherung der Kita-Kultur
Beratungsangebote für Eltern in der Kita und im Sozialraum
Verbindliche Vereinbarungen für regelmäßige, mindestens jährliche, individuelle Entwicklungsgespräche
Beteiligung der Eltern an wichtigen Entscheidungen der Kita
Einbeziehung besonderer Fähigkeiten und Kenntnisse der Eltern in die Arbeit mit den Kindern
„Übergänge sind besonders sensible Phasen im Leben eines Kindes. Zu den ersten bedeutsamen Übergängen
gehören der Übergang von der Familie in die Kindertageseinrichtung bzw. -tagespflege sowie der Übergang
von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule.
Aber auch die Wechsel des Kindes zwischen Tagespflege und Kita, zwischen zwei Tageseinrichtungen oder
zwischen verschiedenen Gruppen bzw. Bereichen innerhalb einer Einrichtung beinhalten zentrale Merkmale
von Übergangssituationen und sollten entsprechend beachtet werden.“
Im aktualisierten BBP wurden diese drei Arten von Übergängen jetzt in einem Kapitel zusammengefasst und
jeweils ausführlicher begründet als bisher (BBP, S. 55ff.).
Knapp zwei Drittel der Konzeptionen enthalten Ausführungen zu mehreren Übergängen, darin enthalten
sind 27% der Konzeptionen, die diese durchgängig anschaulich und ausführlich beschreiben. In 15% der
Konzeptionen finden sich keine Hinweise zu Übergängen.
a) Eingewöhnungskonzept – Übergang von der Familie in die Kita
Der Übergang von der Familie in die Kita
Mehr als drei Viertel der Konzeptionen thematisieren die Eingewöhnung. In 37% finden sich dazu
ausführlichere Erläuterungen.
Wie auch 2008 enthalten 23% der Konzeptionen
keine Hinweise auf den Übergang von der Familie in
die Kita.
„Die Eingewöhnung in den Kindergarten ist ein aktiver
Anpassungs-und Lernprozess für die Kinder. Ein
Prozess von entscheidender Bedeutung für das
Wohlfühlen der Kinder bei uns ist das Vertrautsein mit
der ErzieherIn. Die Beziehung zur ErzieherIn ist für das
Kind von großer Wichtigkeit, da es erst auf der
Grundlage der Eingewöhnung die sichere Basis findet,
die es für sein Lernen und sein Wohlbefinden in der
neuen Umgebung unbedingt braucht.“
Häufig sind Ausführungen dazu enthalten, dass das
Kind von einer vertrauten Bindungsperson begleitet
wird (66%), intensive Eingewöhnungsgespräche mit
den Eltern geführt werden (61%) und eine flexible Eingewöhnungsdauer notwendig ist, die sich an den
Bedürfnissen des Kindes orientiert (59%). Etwa die Hälfte der Konzeptionen enthält Hinweise oder
Erläuterungen zum angewandten Eingewöhnungsmodell.
„Die Eingewöhnung ist erfolgreich abgeschlossen,
wenn das Kind die Erzieherin oder den Erzieher als
Bezugsperson voll annimmt und es sich mit Freude
und Gelassenheit am Gruppengeschehen beteiligt
und sich das Kind dann auch zunehmend von der
ErzieherIn trösten lässt. Die Dauer dieses Prozesses
ist sehr individuell.“
Zudem werden Hinweise zu den Ablösungsprozessen
Verantwortung der Pädagoginnen und Pädagogen,
eine feinfühlige Beziehung zum Kind aufzubauen
(34%), zu Veranstaltungen zum Thema für Eltern
(28%) und zu einem Gespräch zum Abschluss der
Eingewöhnung (22%) gegeben. Letztere waren 2008
in keiner Konzeption zu finden.
Aus der Konzeption sollte hervorgehen, an welchem
orientiert. Dabei ist die zentrale Rolle der Eltern als
wichtigste Bindungspersonen hervorzuheben. Die
Aufgabe der Pädagoginnen und Pädagogen, eine
vertrauensvolle tragfähige Beziehung zum Kind
aufzubauen, sollte ebenfalls thematisiert werden.
Zusätzliche Materialien für Eltern, die das
Eingewöhnungskonzept detaillierter beschreiben,
können die Konzeption ergänzen.
„In einem Gespräch werden die Eltern über den Sinn
und Zweck der Eingewöhnung, den Ablauf, die
voraussichtliche Dauer und ihre Mitwirkung
vorbereitet. Es wird ein erster Kontakt zwischen der
Erzieherin oder dem Erzieher und den Eltern
hergestellt. Alle Eltern erhalten schriftliche
Ausführungen zur Bedeutung der Eingewöhnung und
praktische Hinweise zu ihrem Ablauf. Wir orientieren
uns dabei am Berliner Eingewöhnungsmodell.“
Begleitung des Kindes durch Mutter, Vater oder eine andere vertraute Bindungsperson im Sinne einer sanften
Intensive Eingewöhnungsgespräche mit den Eltern
Herausstellung der besonderen Rolle der Eltern als die wichtigsten Bindungspersonen ihrer Kinder
Eingewöhnungsmodell bzw. Konzept als Orientierung für Eltern
Besondere Veranstaltungen/Infos zum Thema Eingewöhnung (Hospitationen, Elterncafés, Spielnachmittage,
Elternbrief …)
Ablösungsprozesse während der Eingewöhnung
Besondere Verantwortung der Pädagoginnen und Pädagogen, eine feinfühlige Beziehung zu den Kindern
Notwendigkeit einer flexiblen Eingewöhnungsdauer, orientiert an den Bedürfnissen des Kindes
Individuelle und am Kind orientierte Gestaltung der Eingewöhnungsphase
Gespräch zum Abschluss der Übergangsphase
b) Übergänge innerhalb der Kita
In knapp 30% der Konzeptionen finden sich Ausführungen zu Übergängen innerhalb der Kita.
Zu beachten ist, dass dieses Thema nicht in allen Kitas relevant ist, insbesondere in sehr kleinen
Einrichtungen und in Kitas mit offenem Konzept.
Wenn Übergänge innerhalb der Kita Bestandteil der Konzeption sind, sind sie überwiegend anschaulich
Im Vordergrund stehen Besuche der Kinder in der
zukünftigen Gruppe (22%), Berührungspunkte der
Gruppen im Voraus wie z.B. gemeinsame
Projekte (16%) und Gespräche mit den Eltern (15%).
Außerdem werden der Umgang mit individuellen
Bedürfnissen der Kinder bezüglich des Übergangs
innerhalb der Kita (10%) und der Austausch der
Pädagoginnen und Pädagogen beider Gruppen (9%)
„Die Erzieher der Maxi-Etage organisieren einen Tag
der offenen Tür für die Kinder und deren Eltern. An
diesem Tag lernen die Kinder ihre zukünftige Gruppe
kennen und schauen gemeinsam mit allen Kindern der
Maxi-Etage ein Theaterstück im Aktionsraum.
Am Nachmittag findet ein Elterninformationsaustausch für alle neuen Eltern statt, an dem sich das
gesamte Maxi-Team mit Inhalten seiner Arbeit
vorstellt. Nach der Vorstellung lernen die Eltern die
Gruppenräume und jeweiligen Ansprechpartner für
Nach den Sommerferien werden die Kinder von ihren
ehemaligen Erzieherinnen und Erziehern nach einem
gemeinsamen Frühstück in die neue Etage begleitet
und verabschiedet.“
Wenn ein Übergang von einer Gruppe oder Einheit zu einer anderen in der Einrichtung relevant ist, sollte
sich dies auch in der Konzeption abbilden. Dabei ist sowohl die Begleitung des Kindes als auch die
Kommunikation aller am Übergang beteiligten Erwachsenen zu beachten.
Übergang von einer in eine andere Gruppe bzw. von einer Einrichtung in eine andere
Austausch über Bedürfnisse der Kinder und wechselseitige Information über Abläufe in den unterschiedlichen
Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder
Individuelle Gestaltung des Übergangs
„Besuche“ der Kinder in der zukünftigen Gruppe
Berührungspunkte der Gruppen im Voraus zur Vorbereitung des Übergangs (z.B. gemeinsame Projekte)
Verabschiedung aus der alten Gruppe
Gespräche mit den Eltern: Kennenlernen neuer Pädagoginnen und Pädagogen und Räume
Informationsaustausch zum Thema für die Eltern (Elterncafé …)
c) Übergang in die Grundschule
- Berücksichtigung in 90 Kita-Konzeptionen -
Gut zwei Drittel der Konzeptionen beschäftigen sich
mit dem Übergang in die Grundschule. 2008 waren
es noch weniger als die Hälfte der Konzeptionen und
diese enthielten überwiegend nur einzelne
Inzwischen finden sich in 18% der Konzeptionen
Kooperation mit einer oder mehreren Grundschulen
als auch zur Vorbereitung der Kinder auf die
In 28% der Konzeptionen lassen sich allerdings
immer noch keine Hinweise auf den Übergang in die
Grundschule finden.9
Viele Konzeptionen beinhalten Ausführungen oder
„Unser Ziel ist es, das Kind in seiner Persönlichkeit zu
Hinweise dazu, wie Kinder bei ihrer Vorbereitung auf stärken und es somit in die Lage zu versetzen,
die Schule unterstützt werden (75%). Dagegen lässt selbstbewusst den neuen Lebensabschnitt zu
sich die Gestaltung der Kooperation mit einer oder beginnen. Wir begleiten die Kinder und Eltern bis zum
Übergang in die Schule. Wir informieren die Eltern
mehreren Grundschulen seltener finden (41%). Dazu über die Kompetenzen ihrer Kinder, versuchen ihnen
gehören auch gemeinsame Aktivitäten von Ängste zu nehmen, pflegen die Kontakte zur
Pädagoginnen und Pädagogen beider Einrichtungen Grundschule und machen sie für Eltern und Kinder
für Kinder oder Eltern (16%) und die Beschreibung der
Aufgaben bzw. Funktion des/der Übergangsbeauftragten der Kita, die nur in 8% der Konzeptionen Erwähnung finden.
Die Konzeptionen von zwei Kitas, die nur Kinder bis 3 Jahre betreuen, wurden dabei herausgenommen.
Pädagoginnen und Pädagogen unterstützen die Kinder im letzten Kita-Jahr bei ihrer Vorbereitung auf die
Grundschule, wobei Kompetenzen der Kinder im Vordergrund stehen (62%). Dazu werden Projekte und
Aktivitäten wie z.B. der Besuch einer Grundschule, die Erkundung des Schulwegs oder der Austausch mit
ehemaligen Kita-Kindern beschrieben (46%). In 34% der Konzeptionen wird dargestellt, dass die gesamte
Kita-Zeit als vorschulische Bildung gesehen wird.
In 29% der Konzeptionen wird deutlich, dass Erwartungen und Ängste der Eltern ernst genommen und sie
kontinuierlich informiert werden. Eine Beratung zum Übergang in die Grundschule für Eltern von Kindern,
die einen besonderen Förderbedarf haben, wird dagegen selten erwähnt (9%).
„Kooperationsverträge bestehen mit zwei anliegenden Grundschulen, die im laufenden Prozess erweitert werden.
Erzieherinnen und Erzieher und Lehrerinnen und Lehrer treffen sich regelmäßig zum fachlichen Austausch.
2010 wurden Kooperationsverträge mit zwei Schulen geschlossen.
Wir haben zwei Kooperationsbeauftragte und Vertreter für unsere Kita benannt. Aufgaben:
Verantwortung für den Kontakt zu den Schulen
Terminabsprache für Treffen mit den Lehrerinnen und Lehrern und gegenseitiges Besuchen
Terminabsprache für Schul- und Hortbesuche für die zukünftigen Schulanfänger
Teilnahme an Schulkonferenzen und Elternabenden
Weiterentwicklung der Kooperationsverträge
Organisation eines Elternnachmittags für Eltern der zukünftigen Schulanfänger mit Vertretern der
Kooperationsschulen (zu Beginn jedes neuen Schuljahres)
 Aktualisierung der Schultafel im EG
Die Zusammenarbeit bzw. die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Schulen hat sich von beiden Seiten in den
letzten zwei Jahren stark verbessert und wird weiter ausgebaut.“
Die Bedeutung des Übergangs von der Kita in die Grundschule für alle Beteiligten – Kinder, Eltern,
Pädagoginnen und Pädagogen in Kita und Grundschule – und ihre Rollen sollten im Team reflektiert
werden und Eingang in die Konzeption finden. Insbesondere ist es hilfreich, Aufgaben des/der
„Übergangsbeauftragten“ und die jährlich stattfinden gemeinsamen Veranstaltungen von Kita und
Grundschule kurz zu beschreiben. Dies gewährleistet die Weitergabe dieser Informationen, wenn eine
andere Person diese Funktion übernimmt.
Zusammenarbeit mit der Grundschule:
 Bestehende oder angestrebte Kooperationsformen mit Grundschulen im Einzugsbereich der Kita
Arbeit bzw. Funktion der/des „Übergangsbeauftragten“
Gesprächskreise für Eltern von Schulanfängerinnen und Schulanfängern mit Pädagoginnen und Pädagogen
der Kita und Lehrerinnen und Lehrern
Unterstützung der Kinder bei ihrer Vorbereitung auf die Grundschule:
 Bedeutung des Übergangs von der Kita in die Grundschule für das Kind
Gesamte Kita-Zeit als Vorbereitung auf die Schule
Orientierung an individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen der Kinder bei ihrer Vorbereitung auf die
Berücksichtigung der Erwartungen und Ängste von Eltern
Kontinuierliche Information der Eltern (Beratungen, Elternabende, Gespräche …)
Beratung für Eltern mit Kindern, die einen besonderen Förderbedarf haben
Projekte/Aktivitäten zum Thema (Besuch der Schule, Schulweg erkunden, Austausch mit ehemaligen KitaKindern, Abschiedsfest …)
Fast 90% der Konzeptionen enthalten Angaben zu
den Bildungsbereichen.
In 27% sind alle Bildungsbereiche anschaulich
beschrieben und es wird deutlich, dass sie sich
wechselseitig durchdringen.
In 34% der Konzeptionen bleiben ein oder zwei
Bildungsbereiche unerwähnt oder die Bildungsbereiche werden weniger anschaulich dargestellt.
In 28% der Konzeptionen fehlen mehrere
Bildungsbereiche, in 11% der Konzeptionen finden
sich keinerlei oder nur einzelne Angaben.
Im Folgenden wird die Berücksichtigung der einzelnen Bildungsbereiche in den Konzeptionen dargestellt.
Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es für die Konzeption nicht erforderlich ist, jeden
Bildungsbereich einzeln darzustellen. Die Aspekte der einzelnen Bildungsbereiche können auch
zusammenhängend dargestellt werden. Wichtiger ist zu beschreiben, wie sich die Bildungsbereiche
Ebenfalls viele Konzeptionen machen deutlich, dass
den Kindern Möglichkeiten sowohl zum Ausagieren
als auch zur Entspannung und zum Ausruhen zur
Verfügung stehen (57%). Eine angemessene
Mittagsschlafregelung wird beschrieben (47%) und
den Kindern werden mit Fertigkeiten zur Zahn- und
Mundhygiene vertraut gemacht (47%).
Angaben zum Bildungsbereich „Körper, Bewegung
und Gesundheit“ finden sich in 86% der
In einem Viertel der Konzeptionen wird dieser
40% anschaulich beschrieben.
21% der Konzeptionen machen nur einzelne
Angaben und in 14% fehlt er komplett.
Bewegungsmöglichkeiten und –anregungen gegeben
(76%) sowie eine gesunde Ernährung (62%) und die
Wahrnehmung des eigenen Körpers (61%)
„Gefühle lösen Bewegungsimpulse aus. In unserer Kita
fördern wir durch psychomotorische Übungen das
Selbstvertrauen der Kinder, das Kennenlernen des
eigenen Körpers, die Selbsteinschätzung, das
Selbstwertgefühl, die sozialen Kontakte, die
Sprachentwicklung und den Abbau von Ängsten und
Hemmungen.“
Seltener wird beschrieben, dass sich die
Begleitung zur selbständigen Toilettenbenutzung am
Entwicklungsstand des einzelnen Kindes orientiert (29%), die Kinder darin unterstützt werden, den eigenen
Körper kennen zu lernen und anzunehmen (26%), wie mit akut erkrankten Kindern umgegangen wird, um
der Verbreitung von Infektionen entgegenzuwirken (18%) und dass die Sexualität der Kinder nicht tabuisiert
wird, sondern ein unbefangener Umgang mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht gefördert wird
„Gezielte Bewegungsangebote in den Turnräumen
sollen unseren Kindern Vorstellungen von hoch und tief,
oben und unten, hinten und vorne vermitteln.
Balancieren trainiert das Gleichgewicht. Wir motivieren
unsere Kinder ihre Grenzen auszutesten und ihre Ängste
zu überwinden. Mit jeder positiven Erfahrung steigert
sich ihr Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten.“
Ein Teil der Konzeptionen enthält außerdem Angaben zu Psychomotorik oder Sensomotorik (23%)
sowie zur psychischen Gesundheit der Kinder (16%).
„Als Resilienz bezeichnet man die Fähigkeit schwierige
Situationen zu meistern. Resiliente Kinder glauben an
ihre Fähigkeiten, wissen, dass sie etwas tun können,
um eine Krise zu überwinden und können sich daher
entwickeln. Unser Ziel ist es, den Kindern in unserer
Einrichtung diese Fähigkeit für ihren weiteren
Lebensweg mitzugeben. Daher legen wir zum Einen
großen Wert darauf, den Kindern echt, klar und
authentisch gegenüberzutreten und zum Anderen
wir die Entwicklung verschiedener
Eigenschaften, welche die Kinder stark (resilient)
Bisher stehen in diesem Bildungsbereich die Themen
Bewegung, Ernährung und Körperwahrnehmung –
also Gesundheitsförderung im engeren Sinne – im
Weiterentwicklung der Konzeption ist die
Auseinandersetzung mit Gesundheit im weiteren
Sinne. Anregungen dazu bieten die Stichworte
Resilienz, Ressourcen der Kinder stärken und
Ausbildung eines positiven Selbstkonzepts.
Bewegungsmöglichkeiten und –anregungen
Möglichkeiten sowohl zum Ausagieren als auch zur Entspannung und zum Ausruhen für Kinder
angemessene Mittagsschlafregelung
Koordinationsvermögen, Körperbewusstsein)
Keine Tabuisierung der Sexualität der Kinder, sondern Förderung eines unbefangenen Umgangs mit dem
eigenen und dem anderen Geschlecht
Umgang mit akut erkrankten Kindern
selbständige Nutzung der Toilette, orientiert am Entwicklungsstand des einzelnen Kindes
Psychomotorik und Sensomotorik
psychische Gesundheit der Kinder (z.B. Wohlbefinden, mentale Unterstützung in besonderen Lagen)
b) Soziales und kulturelles Leben
Innerhalb der Kita
In den meisten Konzeptionen sind Ausführungen
zum Bildungsbereich „Soziales und kulturelles
Leben“ enthalten. 27% weisen ausführlichere
Erläuterungen zu seiner Bedeutung sowohl
innerhalb als auch außerhalb der Kita auf,
36% beschreiben ihn anschaulich und 29% geben
einzelne Hinweise.
Insgesamt sind in den Konzeptionen Aussagen zum
sozialen und kulturellen Leben innerhalb und
außerhalb der Kita gleichermaßen enthalten.
„Im Gespräch mit den Kindern werden Regeln für das
Zusammenleben in der Kita erarbeitet, Unterschiede
und Gemeinsamkeiten aufgedeckt und erfahren,
Konflikte benannt und nach Lösungen gesucht,
Begriffe wie „Toleranz“ und „Achtung“ werden mit
Leben gefüllt. In den regelmäßig stattfindenden
Gesprächsrunden lernen die Kinder zuzuhören – aber
auch, sich Gehör zu verschaffen. Jede und jeder hat
eine Stimme und etwas zu sagen.“
Häufig werden in den Konzeptionen Kinder in der
Kindergemeinschaft beschrieben (78%). Dazu zählen
soziale Beziehungen, soziales Lernen, Regeln und
deren Erstellung für den Umgang miteinander und
Mitbestimmung. Ebenso sind Feste, Kita-Kultur und Rituale Bestandteil der Konzeptionen (53%). In 40% der
Konzeptionen wird deutlich, dass die Familienkultur der Kinder anerkannt wird, Familien werden in den KitaAlltag und in Feste einbezogen. 32% der Konzeptionen machen deutlich, dass Kinder die Gesellschaft
erkunden: Familienmodelle, Wohnorte, Kultur, Religion, Traditionen und Berufe sind Themen in der Kita.
In 22% der Konzeptionen werden Kinder als aktive Mitgestalter ihrer sozialen Umwelt beschrieben, 2008
waren es nur 14%.
„Wir sind im ständigen Austausch mit anderen sozialen,
kirchlichen und sonstigen Einrichtungen und nehmen
regelmäßig an runden Tischen teil beziehungsweise
organisieren den „Runden Tisch“ aktiv mit.
Wir unterstützen Bürgerbeteiligung im Kiez und
ermutigen auch die Kinder und Jugendlichen unseres
Hauses dazu, sich konstruktiv „einzumischen“, wenn es
um Verbesserungen ihres Umfeldes geht.“
Fast drei Viertel der Konzeptionen enthalten
Hinweise zu Umgebungserkundungen, Ausflügen
oder Kitareisen, allerdings erwähnen weit weniger
den Besuch von Orten kulturellen Lebens im Umfeld
wie z.B. Theater, Museum, Oper (32%) oder die
Nutzung von Verkehrsmitteln und sicheres
Verhalten im Straßenverkehr (25%).
In 59% der Konzeptionen finden sich Angaben zur sozialen Begebenheit im Stadtteil oder im Kiez und
in 9% zur Geschichte der Stadt, des Bezirks oder des Kiezes. 46% machen Aussagen zu Kooperation und
Zusammenarbeit mit anderen Organisationen oder Experten.
Der Bildungsbereich „Soziales und kulturelles Leben“ ist in den Konzeptionen insgesamt am stärksten
Eine Empfehlung für die Weiterentwicklung ist, die Elemente „innerhalb der Kita“ und „außerhalb der
Kita“ noch stärker zu verzahnen. Insbesondere können Kinder auch ihre soziale Umwelt außerhalb der Kita
mitgestalten, Organisationen und Experten können an der Arbeit innerhalb der Kita beteiligt werden.
Ausgehend von diesem insgesamt häufig berücksichtigten Bildungsbereich könnte darüber hinaus
dargestellt werden, wie sich die Bildungsbereiche wechselseitig durchdringen.
Im aktualisierten BBP für Kitas und Kindertagespflege werden im Bildungsbereich „soziales und kulturelles
Leben“ die vier Prinzipien der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung eingeführt (BBP, S. 86ff.).
Alle Kinder in ihren Identitäten bestärken
Allen Kindern Erfahrungen mit Unterschieden ermöglichen
Das kritische Denken über Einseitigkeiten und Ungerechtigkeit anregen
Zum Aktivwerden gegen Einseitigkeiten und Ungerechtigkeit ermutigen
Die fachliche Auseinandersetzung mit diesen vier Prinzipien wird neue Impulse zur Weiterentwicklung der
Darstellung dieses Bildungsbereichs in den Konzeptionen geben.
 Kinder in der Kindergemeinschaft: soziale Beziehungen, soziales Lernen, Regeln für den Umgang miteinander,
Feste, Kita-Kultur und Rituale
Anerkennung der Familienkulturen, Einbeziehung der Familien in Kitaalltag und Feste
Erkundung der Gesellschaft mit Kindern: Familienmodelle, Wohnorte, Kultur, Religion, Traditionen,
Kinder als aktive Mitgestalter ihrer sozialen Umwelt
 soziale Begebenheiten im Stadtteil/Kiez
Besuch von Orten kulturellen Lebens im Umfeld (z.B. Theater, Museum, Oper)
Geschichte der Stadt/des Bezirks/des Kiezes
Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen/Expertinnen und Experten (z.B.
Familienzentren, Beratungsstellen, Unternehmen, Seniorenheim, Verkehrspolizei …)
Umgebungserkundungen, Ausflüge, Kitareisen
Nutzung von Verkehrsmitteln (sicheres Verhalten im Straßenverkehr)
c) Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
„Wenn die Handlungen des Kindes sprachlich begleitet
werden, wird das Kind genau an dem Punkt gefördert,
wo es für das Kind notwendig ist. Immer
wiederkehrende Abläufe (Rituale) ermöglichen dem
Kind Orientierung und geben ihm Halt. So ermöglichen
sie dem Kind den Erwerb von sprachlichen Mustern.
Das gemeinsame Spielen benötigt die Sprache, um
Wünsche und Vorstellungen austauschen zu können.
Das ist individuelle Sprachförderung.“
Etwas seltener wird darauf eingegangen, dass Mehrsprachigkeit eine kostbare Ressource für Bildungsprozesse ist (35%), dass die gezielte Beobachtung der
Kinder den Pädagoginnen und Pädagogen ermöglicht,
den Verlauf, Verzögerungen oder Behinderungen in
der Sprachentwicklung festzustellen und die
individuelle Sprachentwicklung optimal zu fördern
(27%) oder dass regelmäßig Büchereien oder
Kindertheater besucht werden (22%).
In 37% der Konzeptionen finden sich ausführliche
Erläuterungen zum Bildungsbereich Kommunikation:
Sprachen, Schriftkultur und Medien. Der Anteil von
Konzeptionen, die diesen Bildungsbereich gar nicht
erwähnen, hat sich seit 2008 fast halbiert, von
nahezu 40% auf jetzt 23%.
„Die Sprache verschafft dem Menschen Zugang zur
Welt und zu sich selbst. Sie ermöglicht ihm als
wichtigstes Mittel des Sozialkontakts Verständigung
und schafft Gemeinschafts- und ein Zugehörigkeitsgefühl sowie Abgrenzung gegenüber anderen.
Sprache ist auch Ausdruck von Identität und
kultureller Zugehörigkeit.“
Besonders häufig findet Erwähnung, dass für jedes
Kind ein Sprachlerntagebuch geführt wird (70%),
dass Lust und Freude am Sprechen geweckt werden,
beispielsweise durch Fantasiewörter, Reime, Spiele
oder Singen (61%), dass Sprache Kommunikation in
Handlungszusammenhängen ist (58%), dass den
Kindern regelmäßig vorgelesen wird bzw.
gemeinsam Bilderbücher angeschaut werden (51%)
und dass frühe Begegnungen mit Schriftsprache
ermöglicht werden (49%).
„Mit den Kindern schauen wir uns zweisprachige
Bilderbücher an. Dadurch werden die Kinder auch
dazu angeregt, sich in ihrer Muttersprache zu
unterhalten. Unser Ziel ist die Wertschätzung und
Förderung von Mehrsprachigkeit.“
Kommunikation durchzieht das gesamte Kita-Leben. Sie findet im Alltag, im Spiel, in Projekten und – in
Form von Bildern, Piktogrammen oder Leseecken – auch in der Raumgestaltung statt.
Die Bedeutung von Sprachen und Kommunikation ausführlich zu reflektieren und darzustellen, wie die
Sprachentwicklung in der pädagogischen Praxis unterstützt wird, ist deshalb für jede Konzeption wichtig.
Bedeutung von Sprache, Schrift und Medien im Erleben von Kindern
Sprache ist Kommunikation in Handlungszusammenhängen (alltagsintegrierte
Erwachsene als Sprachvorbilder)
Gezielte Beobachtung der Kinder, um den Verlauf, Verzögerungen oder Behinderungen in der
Sprachentwicklung festzustellen und die individuelle Sprachentwicklung optimal zu fördern
Anerkennung von Mehrsprachigkeit als kostbare Ressource für Bildungsprozesse
Frühe Begegnungen mit Schriftsprache
Entwicklung von Medienkompetenz als Ziel, frühe Begegnungen mit elektronischen Medien
Sprachliche Aushandlungsprozesse: z.B. verbale Konfliktlösung, Vereinbarung von Spielregeln
Regelmäßige Besuche in der Bücherei, im Kindertheater …
Sprachlerntagebuch für jedes Kind
Regelmäßiges Vorlesen, Anschauen von Bilderbüchern mit Kindern in der Kita
Möglichkeiten für Gespräche mit einzelnen Kindern oder kleinen Gruppen (Dialog)
Anregung von Lust und Freude am Sprechen (z.B. durch Fantasiewörter, Reime, Spiele, Singen)
d) Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel
Im aktualisierten BBP für Kitas und Kindertagespflege werden die bisherigen Bildungsbereiche „Bildnerisches
Gestalten“ und „Musik“ um das Theaterspiel ergänzt und zu einem gemeinsamen Bildungsbereich „Kunst“
zusammengefasst (BBP, S. 119ff.).
In allen drei Kunstbereichen geht es darum, „dass Kinder ihre Sinne, Emotionen und Ausdrucksmöglichkeiten
einsetzen, um die Welt zu verstehen und zu gestalten“ (BBP, S. 119).
In 38% der Konzeptionen sind keine Angaben zum
bildnerischen Gestalten enthalten. Nur in 13% wird
dieser Bildungsbereich ausführlicher erläutert und in
Konzeptionen geben einzelne Hinweise zum
bildnerischen Gestalten.
Weniger häufig wird die Bedeutung von
bildnerischem Gestalten im Erleben der Kinder
deutlich: Dass Kinder eigene Ideen umsetzen, Lust
und Freude am Gestaltungsprozess im Vordergrund
stehen, thematisieren 35% der Konzeptionen. In je
29% wird beschrieben, dass Gestaltungsprozesse
Erkenntnisprozesse sind, dass kreative Tätigkeiten
eine Möglichkeit zum Ausdruck von Gefühlen und
Gedanken sind, sowie dass den Kunstwerken der
Kinder mit Anerkennung und Wertschätzung
begegnet wird. In nur 8% der Konzeptionen wird
deutlich, dass Ausstellungen oder Museen besucht
Am häufigsten wird in den Konzeptionen deutlich,
dass Kindern der Zugang zu verschiedenen
Materialien und Techniken ermöglicht wird (63%)
und dass bildnerisches Gestalten gezielt angeregt
wird, beispielsweise durch die Einrichtung eines
Ateliers oder in Projekten (45%).
„Die kreativen Fähigkeiten der Kinder haben eine
Erkenntnisebene und eine Empfindungsebene. Unsere
Aufgabe ist es, die Kreativität der Kinder zu fördern
und ihnen Freiräume (Materialien, Platz und Zeit) zu
schaffen, diese auszuleben. Jedes Ergebnis muss
Anerkennung erfahren. Es gibt nicht richtig oder
falsch! In unserem Haus steht den Kindern frei
zugänglich ein Bereich zum bildnerischen Gestalten
mit Papier, Pappe, Buntstiften, Wachsmalern,
verschiedenen Farben, Scheren und Klebstoff zur
Bildnerisches Gestalten ist für Kinder ein wichtiger Zugang zur Erschließung der Welt und zum Ausdruck
ihrer Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken. Empfehlenswert ist, in der Konzeption anschaulich
darzustellen, wie und in welchem Rahmen Kindern diese Erfahrungen ermöglicht werden.
Gestaltungsprozesse als Erkenntnisprozesse
Kreative Tätigkeiten als Ausdruck der Gefühle und Gedanken
Anregungen zum bildnerischen Gestalten (z.B. Projekte, Atelier)
Zugang zu verschiedenen Materialien und Techniken (z.B. Ton, Knete, Papier, verformen, schneiden, reißen,
kleben …)
Realisierung eigener Ideen der Kinder, Betonung von Lust und Freude am Gestaltungsprozess
Anerkennung/Wertschätzung der Kunstwerke der Kinder (z.B. bei der Raumgestaltung)
Genügend Raum und Zeit zur Entfaltung der Phantasie und Kreativität
In jeweils etwa einem Viertel der Konzeptionen ist
der Bildungsbereich Musik in hohem, mittlerem,
niedrigem Maß oder gar nicht berücksichtigt.
Im Vordergrund stehen dabei Musik im Kita-Alltag,
beispielsweise musikalische Rituale, regelmäßiges
Singen oder Musizieren (64%), gezielte musikalische
Anregungen wie musikalische Früherziehung oder
Projekte (57%) sowie Musik und Bewegung (51%).
Musik wird in 47% der Konzeptionen als eine Art der
Entfaltung von Empfindungs- und Ausdrucksmöglichkeiten beschrieben.
Laut Konzeption wird Kindern in der Kita ermöglicht,
Musikinstrumente kennenzulernen (49%), ein
Bewusstsein für verschiedene Klänge, Geräusche und
Parameter – Rhythmus, laut-leise, schnell-langsam –
zu entwickeln (47%) und mit ihrer Stimme oder
Instrumenten zu experimentieren (37%).
„Singen und Musik sind für viele Kinder wichtige
persönliche Ausdrucksmittel. Auf musikalischer Ebene
erfahren sie spezielle Formen und Möglichkeiten sich
Eine Geschichte kann auch durch Klänge erzählt bzw.
begleitet werden. Gefühlsstimmungen können durch
das Geräusch oder den Klang verschiedener
Instrumente und ihrer unterschiedlichen Tonhöhen
„Den Kindern stehen verschiedene Verkleidungssachen,
Orff´sche Instrumente, die Gitarre, selbstgebaute
Rasseln und Klanghölzer, Smallpercussion–Instrumente
und 15 afrikanische Djemben und Basstrommeln zur
Verfügung. Auch Musik „vom Band“ ist vorhanden; wir
verfügen über eine Sammlung von CDs und Kassetten
nahezu aller Musikrichtungen – von Klassik, Folklore,
Pop bis zu aktuellen Hits der Kinder.“
Selten werden Erfahrungen mit Musik und Technik –
Aufnahme- und Wiedergabegeräten – ermöglicht
(16%), Lieder aus verschiedenen Ländern
einbezogen (12%) oder Konzerte, Opern o.ä.
besucht (8%).
Für die Weiterentwicklung der Konzeption sollte stärker aufgenommen werden, wie konkret musikalische
Erfahrungen in der Kita ermöglicht werden. Insbesondere möchten wir Pädagoginnen und Pädagogen in
der Kita ermutigen, diese im Alltag oder Projekten selbst anzuregen. Musikalische Früherziehung kann
sicherlich für einige Kitas eine sinnvolle Ergänzung sein, das Vorkommen von Musik im Kita-Alltag aber
Musik als eine Art der Entfaltung von Empfindungs- und Ausdrucksmöglichkeiten
Musik im Kita-Alltag: musikalische Rituale, Freude am Singen und Musizieren
Repertoire der Kita beinhaltet Lieder aus unterschiedlichen Ländern
Experimentieren mit der eigenen Stimme oder mit Instrumenten
Bewusstsein für verschiede Klänge, Geräusche und Parameter (Rhythmus, laut-leise, schnell-langsam)
Musikinstrumente (einfache Musikinstrumente, Konzertinstrumente)
Gezielte musikalische Anregungen im Alltag(z.B. musikalische Früherziehung, Projekte)
Musik und Technik: Erfahrungen mit Aufnahme- und Wiedergabegeräten
Musik und Bewegung (Tanz)
Besuch von Konzerten, Oper o.ä
Das Theaterspiel ist im aktualisierten BBP neu in den Bildungsbereich Kunst aufgenommen worden
„Zum Vergnügen von Kindern gehört es, in ihrem Spiel verschiedene Identitäten oder Rollen anzunehmen
und dabei Geschichten zu erfinden. Ihre Geschichten und Spielszenen möchten die Kinder manchmal auch
den Anderen zeigen und diese Ausdrucksform bezeichnen wir als Theaterspiel“ (BBP, S. 121f).
„Besondere Freude haben Kinder am Theaterspiel. Hier
können sie in eine Rolle schlüpfen und kreativ und
phantasievoll Erlebtes verarbeiten. Gerade Gefühle
lassen sich so szenisch darstellen. Egal ob
Stehgreifspiel, Handpuppenspiel oder Schattentheater,
die Kinder genießen es, Einstudiertes einem Publikum
vorzuspielen.“
Bisher enthalten nur 12% der Konzeptionen
Angaben zum Theaterspiel.
Für die Weiterentwicklung der Konzeptionen
empfehlen wir die fachliche Auseinandersetzung
mit dem Theaterspiel und dessen Möglichkeiten,
den eigenen Eindrücken Ausdruck zu verleihen.
Theater als nachahmendes Spiel
Theater als ein Spiel mit Symbolen
Theater als ein Spiel vor Publikum
Betonung von Improvisation beim Theaterspielen mit Kindern
Besuch von Theater-Vorführungen
e) Mathematik
Der Bildungsbereich Mathematik bleibt in den
Konzeptionen mit 45% am häufigsten unbeachtet.
Lediglich in 16% der Konzeptionen finden sich
ausführliche Erläuterungen, 21% beschreiben ihn
anschaulich und in 18% sind einzelne Hinweise
Noch am häufigsten werden dabei Erfahrungen mit
mathematischen Operationen wie z.B. Messen,
Wiegen, Schätzen, Ordnen, Vergleichen (46%),
Erfahrungen mit Zahlen, wie z.B. das Zählen im
Morgenkreis, Hausnummern (45%) und Erfahrungen
mit Zeit und Raum (37%) berücksichtigt.
Ein Drittel der Konzeptionen weist darauf hin, dass Materialien für mathematische Erfahrungen den Kindern
Selten finden dagegen Erfahrungen mit grafischen
Darstellungen wie Tabellen, Übersichtskarten,
Diagrammen, Kalendern usw. (13%) sowie das
Erkennen von Mustern (9%) Eingang in die
In weniger als einem Viertel der Konzeptionen wird
deutlich, dass in der Kita Spaß und Freude an
Mathematik geweckt wird.
„Raum für mathematische Grunderfahrungen bietet in
unserem Haus in besonderer Weise das
"Bohnenzimmer". Messen, Schütten, Wiegen,
Sortieren, Zuordnen, Vergleichen, alles ist möglich.
Alle anderen Mathe-Materialien stehen den Kindern
im "Kinderbüro" zur Verfügung. Das Zählen findet sich
im gesamten Tagesablauf für die Kinder wieder. Z.B.:
Das Zählen der Kinder im Morgenkreis, das Zählen der
Teller.“
Die Konzeptionen weisen darauf hin, dass Mathematik offenbar noch immer ein unbeleuchteter
Bildungsbereich ist. Die Konzeption kann an Beispielen verdeutlichen, dass Mathematik den Alltag
durchdringt und Kinder deshalb jeden Tag mathematische Grunderfahrungen sammeln können.
Eine kleine Analyse von mathematischen Erfahrungsmöglichkeiten in der Kita könnte der
Weiterentwicklung der Konzeption dienen.
Erfahrungen mit Zeit und Raum, Orientierung im Alltag (z.B. Tagesgliederung, Zeitangaben, Regelmäßigkeiten)
Erfahrungen mit mathematischen Operationen (z.B. Messen, Wiegen, Schätzen, Ordnen, Vergleichen)
Erfahrungen mit geometrischen Formen
Erfahrungen mit graphischer Darstellung (z.B. Tabellen, Übersichtskarten, Diagramme, Kalender)
Materialien für mathematische Erfahrungen (z.B. Bauklötze, Messbecher, Waage)
Erfahrungen mit Zahlen (z.B. Zählen im Morgenkreis, Hausnummern)
Spaß und Freude an Mathematik wecken
f) Natur – Umwelt – Technik
Der Bildungsbereich Natur – Umwelt – Technik
findet in der aktuellen Stichprobe mehr
Berücksichtigung als 2008 (2012: ca. 70%; 2008:
ca. 60%).
Der Anteil an Konzeptionen, in denen sich
ausführliche Erläuterungen finden, liegt jetzt
bei 15% (2008: 2%) und in 28% wird dieser Bildungsbereich anschaulich beschrieben (2008: 14%).
Dabei fällt auf, dass Neugier und Freude an
wecken (58%) deutlich stärker in den Fokus gerückt
ist als 2008 (30%). Den Kindern werden Erfahrungen
mit physikalischen und chemischen Phänomenen ermöglicht (27%) und ihnen stehen häufiger verschiedene
Medien (Bücher, Filme…) und Geräte (Mikroskop, Lupe…) zur Verfügung, die ihnen helfen, sich mit der Tierund Pflanzenwelt auseinander zu setzen (28%; 2008: 16%). 2008 standen Naturerfahrungen im Vordergrund.
Diese scheinen auch weiterhin relevant: In den
aktuellen Konzeptionen wird deutlich, dass den
Kindern unmittelbare Begegnungen mit der Tier- und
Pflanzenwelt ermöglicht (46%), dass Wetter,
Jahreszeiten und Naturphänomene beobachtet (38%)
und naturbelassene Spielräume aufgesucht werden
„Die Kinder werden angeregt, Vermutungen zu äußern
und einfache Erklärungen sprachlich wieder zugeben.
Die Neugier und die Freude am Untersuchen, Forschen
und Experimentieren sollen dabei immer im
In unseren Projekten werden die Kinder angeregt, zu
beobachten, Vorhersagen zu wagen, Ergebnisse den
anderen vorzustellen und ihre Erkenntnisse zu
vertreten. Erste Einsichten in naturwissenschaftliche
Zusammenhänge können auf diese Weise lustvoll
„Durch den Aufenthalt im Freien und durch den
unmittelbaren Kontakt zur Natur entdecken die Kinder
Kleinlebewesen und beobachten Tiere wie Schnecken,
Regenwürmer aber auch Vögel in direkter Umgebung.
Verschiedenste Angebote wie unsere Kräuterspirale,
Obst- und Gemüsebeete sowie unser Barfußpfad
regen die Kinder zur bewussten Wahrnehmung und
Auseinandersetzung mit der Natur an.“
Gelegenheit zur Erkundung der Natur und naturwissenschaftlicher
Projekte und Ausflüge (39%), die zum Teil konkret
und anschaulich in den Konzeptionen beschrieben
werden. Besuche im naturkundlichen Museum, Zoo,
Planetarium oder Aquarium werden in nur 15% der
Konzeptionen erwähnt.
Ebenso wird selten deutlich, dass Zugang zu
technischen Geräten ermöglicht (12%) und Kontakt
zu Expertinnen und Experten wie z.B. im
Forstbereich, beim Optiker, im Bereich der Biologie
oder Umwelt- und Naturschutzorganisationen
.gesucht wird (4%; .2008: 0%).
Naturerfahrungen und naturwissenschaftliche Erkundungen, die auf den Fragen und Interessen der Kinder
basieren, sind in gut der Hälfte der Konzeptionen noch nicht in dem erwünschten Maße enthalten. Im
Team sollte reflektiert werden, inwieweit diese schon Teil des Kita-Lebens sind oder inwieweit neue
Möglichkeiten geschaffen werden können.
„Die Kinder können selbständig mit Magneten,
Lupen, Technikbausätzen zur Stromerzeugung
auf Entdeckungsreise gehen.“
Unmittelbare Begegnungen mit der Tier- und Pflanzenwelt für Kinder
Nutzung naturbelassener Spielräume mit Kindern (z.B. Parks, Wälder, Seen)
Verschiedene Medien (Bücher, Filme) und Geräte (Mikroskop, Lupe) zur Auseinandersetzung mit der Tier- und
Neugier und Freude am Experimentieren
Projekte und Ausflüge mit den Kindern zur Erkundung der Natur und naturwissenschaftlicher Phänomene
Zugang zu technischen Geräten
Erfahrungen mit physikalischen und chemischen Phänomenen (z.B. Schwerkraft, Aggregatszustände, chemische
Beobachtung von Wetter, Jahreszeiten, Naturphänomenen
Kontakt zu Expertinnen und Experten (z.B. im Forstbereich, beim Optiker, im Bereich der Biologie oder Umweltund Naturschutzorganisationen)
Besuch im Planetarium, naturkundlichen Museum, Zoo, Aquarium
Umweltbewusstsein und Verantwortung für die Natur
Im aktualisierten „Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege“ wird an verschiedenen
Stellen vertieft auf den Zusammenhang von Bildung und Gesundheit eingegangen. Ergänzend zum
Bildungsbereich Gesundheit, werden in diesem Abschnitt genauer die Ausführungen der Konzeptionen zu
den Themen gesunde Ernährung, Bewegung und Ressourcen der Kinder stärken betrachtet. Der Leitfaden
basiert dabei zusätzlich zum BBP auf dem Referenzrahmen zur Qualitätsentwicklung guter gesunder Kitas10.
In 56% der Konzeptionen waren alle drei Bereiche von Bildung und Gesundheit – gesunde Ernährung,
Bewegung und Ressourcen der Kinder stärken – enthalten und in lediglich 8% fanden sich keine Hinweise.
Wie auch in 2008, finden sich in der Stichprobe von
2012 in 84% der Konzeptionen Aussagen zur
Ernährung der Kinder. Dies deutet auf eine
gleichbleibend hohe Bedeutung dieses Aspekts im
Bewusstsein und im Handeln der Pädagoginnen und
Pädagogen hin.
30% der Konzeptionen erläutern sowohl das
Ernährungsangebot, als auch die Esskultur in der Kita
umfassender, während 26% der Konzeptionen
lediglich einzelne Aspekte zur Ernährung der Kinder
in der Kita erwähnen.
In vielen Konzeptionen werden Angaben zum
Ausgewogenheit, Vollwertigkeit und frischer Zubereitung (63%) sowie zum täglichen Angebot von Obst und
Gemüse (63%) gemacht. Hervorzuheben ist dabei der seit 2008 stark gestiegene Anteil von Konzeptionen,
die auf das tägliche Obst- oder Gemüseangebot verweisen.
Seltener wird darauf verwiesen, dass das Nahrungsmittelangebot entsprechend aktueller
ernährungswissenschaftlicher Empfehlungen (z.B. der DGE) gestaltet wird (14%) und darauf, dass das
Nahrungsmittelangebot für Kinder und Eltern veranschaulicht wird (11%), beispielsweise durch bebilderte
In 41% der Konzeptionen wird darauf hingewiesen,
dass Kinder den gesamten Tag über Zugriff auf Wasser
oder ungesüßten Tee haben. Dabei ist der Anteil von
Konzeptionen, in denen Milch zu den ständig
verfügbaren Getränken gezählt wird, von 28% (2008)
auf 11% (2012) zurückgegangen.
„Während des Tages haben die Kinder die
Möglichkeit, zwischen verschiedenen Getränken (Tee,
Wasser, Sprudel) zu wählen. Milch ist ein
Nahrungsmittel. Deshalb bieten wir den Kindern diese
nur zum Frühstück an.“
Kulturell, ethnisch und religiös begründete Essvorschriften und der Umgang mit Lebensmittelallergien oder
Unverträglichkeiten werden in 42% bzw. 37% der Konzeptionen thematisiert.
Preissing, Christa; Schneider, Björn: Die gute gesunde Kita gestalten. Ein Referenzrahmen zur Qualitätsentwicklung für Kita-Träger, Leitungen und
pädagogische Fachkräfte. Gütersloh 2011.
„Die Kinder tun sich selbst die Speisen und die Menge
auf, die sie essen wollen oder die Kinder sagen der
Erzieherin oder dem Erzieher, wie viel sie essen
Portionen. Die ausgewählte Portion muss dennoch
nicht aufgegessen werden. Wir möchten damit
erreichen, dass den Kindern ihr Sättigungsgefühl
erhalten bleibt.“
Vor allem das Ernährungsangebot in der Kita wird in
vielen Konzeptionen thematisiert.
Wünschenswert wäre, wenn zukünftig Aspekte der
insbesondere wann und wie Gespräche über
gesunde Ernährung mit Kindern und Eltern geführt
In etwas mehr als drei Viertel der Konzeptionen
wird die Gestaltung der Esskultur beschrieben:
Kinder werden bei der Planung und Zubereitung der
Selbständigkeit der Kinder wird angeregt (43%) oder
Pädagoginnen und Pädagogen begleiten jede
Mahlzeit und achten auf eine angenehme
Atmosphäre beim Essen (41 %).
„Selbstverständlich sind für uns Gespräche mit den
Kindern über gesunde Ernährung und das Essen von
Süßigkeiten. Einen kontinuierlichen Austausch darüber
mit den Eltern halten wir für sinnvoll. Auf den
Elternnachmittagen wird „Das gesunde Frühstück“
regelmäßig thematisiert.“
Rhythmus der Mahlzeiten
Zugriff auf Wasser oder ungesüßten Tee über den gesamten Tag
Ausgewogene, vollwertige, nach Möglichkeit frisch zubereitete Mahlzeiten
Gestaltung des Nahrungsmittelangebots entsprechend aktueller ernährungswissenschaftlicher Empfehlungen
Beachtung und Thematisierung kulturell, ethisch und religiös begründeter Essvorschriften
Umgang mit Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten
Begleitung jeder Mahlzeit
Angenehme Atmosphäre beim Essen
Die Selbständigkeit anregende Esskultur
Unterstützung der Kinder, ihren Hunger und Durst selbst einzuschätzen
Beteiligung der Kinder bei der Planung und Zubereitung der Mahlzeiten
Veranschaulichung des Nahrungsmittelangebots in der Kita für Kinder und Eltern
Kommunikation über gesunde Ernährung mit Kindern und Eltern
In den Konzeptionen wird deutlich, dass
Pädagoginnen und Pädagogen ausreichenden und
vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten eine hohe
Bedeutung beimessen. Lediglich je 10% der
Konzeptionen erwähnen dies nicht oder kaum,
während in 42% der Konzeptionen ausführlichere
Erläuterungen zu finden sind.
„Die Kinder unserer Kita haben ein sehr großes
Bewegungsbedürfnis. Der Turnraum, ausgestattet mit
psychomotorischen Spielmaterial, Sprossen-wand,
Bewegungsbaustelle, Boxbirne etc. wird mindestens
einmal pro Woche für ein Gruppen-angebot genutzt.
Nach Besprechen der Regeln dürfen hier Kinder ohne
direkte Aufsicht spielen.“
In 74% der Konzeptionen wird beschrieben, welche Bewegungsmöglichkeiten die Räume und das
Außengelände bieten bzw. wie Flächen von Kooperationspartnern oder im öffentlichen Raum genutzt
werden, falls Bewegungsmöglichkeiten in der Kita fehlen.
Ebenfalls sehr häufig werden der regelmäßige Aufenthalt im Freien (71%), die gezielte Anregung von
bewegungsintensiven Aktivitäten oder Spielen (64%) sowie die Unterstützung der Kinder, ihre körperlichen
Möglichkeiten und Grenzen kennen zu lernen und anzunehmen (52%) thematisiert.
„Nicht alle Aktivitäten, die Unfälle hervorrufen können,
verbieten wir. Wir möchten, dass die Kinder lernen mit
altersgerechten Gefahren umzugehen, so z.B.
Geburtstagskerzen, Scheren, auf Bäume klettern, …“
Selten wird dagegen deutlich, dass die Bewegungsgelegenheiten der Kita für Kinder frei nutzbar sind
(22%; 2008: 13%), dass in der Kita die Sicherheitsund Risikokompetenz gefördert wird (14%) und dass
es anregende Bewegungsmöglichkeiten für jede
Altersgruppe gibt (18%).
Empfehlenswert für die Weiterentwicklung der Konzeption ist insbesondere, das Sicherheitsbedürfnis der
Pädagoginnen und Pädagogen sowie der Eltern im gemeinsamen Gespräch zu thematisieren und zu
reflektieren. Daraus können frei nutzbare Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und die Förderung ihrer
Sicherheits- und Risikokompetenz hervorgehen. Dazu getroffene Vereinbarungen sollten in die Konzeption
Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten innen und außen
Frei nutzbare Bewegungsgelegenheiten für Kinder
Sicherheits- und Risikokompetenz
Unterstützung der Kinder, ihre körperlichen Möglichkeiten und Grenzen kennen zu lernen und anzunehmen
Bewegungsmöglichkeiten für jede Altersgruppe
Regelmäßige und gezielte Anregung von bewegungsintensiven Aktivitäten/Spielen
c) Ressourcen der Kinder stärken
Ressourcen der Kinder stärken
In den meisten Konzeptionen finden sich Inhalte, die
auf die Stärkung der Ressourcen der Kinder deuten.
Das ist bemerkenswert, da dies bis zur
Aktualisierung noch nicht explizit im Berliner
Bildungsprogramm erwähnt war. In 40% der
Konzeptionen wird anschaulich beschrieben, wie die
Ressourcen der Kinder gestärkt werden, in 11% gibt
es dazu umfassendere Erläuterungen und in
37% werden nur einzelne Aspekte erwähnt.
Häufig wird in den Konzeptionen deutlich, dass in der
Kita eine Kultur der Wertschätzung, Zuneigung,
Geborgenheit und Ermutigung gelebt wird (61%).
Kindliche Stärken und Ressourcen sowie die
Ausbildung eines positiven Selbstkonzepts werden
hervorgehoben (53%).
„Unsere Erzieherinnen und Erzieher sind den Kindern
Beziehungsvorbild. Sie schaffen eine Atmosphäre des
gegenseitigen Vertrauens und der Zugewandtheit,
sind berechenbar, durchschaubar und ehrlich. Sie
geben dem einzelnen Kind das Gefühl für und in der
Kindergruppe wichtig und wertvoll zu sein.“
Die Kinder erhalten Gelegenheit, selbsttätig und selbstwirksam zu handeln (47%) und sich als wichtigen Teil
der Gruppe zu erleben (43%). Außerdem unterstützen Pädagoginnen und Pädagogen die Kinder, ihre Gefühle
auszudrücken, diese zu reflektieren und sich in andere hinein zu versetzen (45%).
„Die Stärkung der Selbständigkeit, eine hohe Sozialkompetenz, eine hohe Frustrationstoleranz und eine
kindgerechte Konfliktfähigkeit sind die besten Suchtpräventionen und deshalb wichtige Aufgaben für
unseren Kindergarten. Wir achten darauf, dass Kinder
in Krisensituationen nicht mit Ersatzhandlungen (Essen,
Medien) reagieren.“
Seltener werden der Umgang mit Stress, Frust oder
Aggressionen (21%) sowie Gelegenheiten, sich in
verschiedenen Rollen auszuprobieren (16%)
Anschauliche Erläuterungen zu einer wertschätzenden Kita-Kultur, in der die Ressourcen aller Kinder
gestärkt werden, kann die Konzeption lebendig werden lassen, Eindrücke vom Kita-Leben einfangen und
so Vertrauen aufbauen.
Kultur der Wertschätzung, Zuneigung, Geborgenheit und Ermutigung in der Kita
Betonung kindlicher Stärken und Ressourcen
Gelegenheiten für Kinder, selbsttätig und selbstwirksam zu handeln
Gelegenheiten für Kinder, sich als wichtigen Teil der Gruppe zu erleben
Gelegenheiten für Kinder, sich in verschiedenen Rollen auszuprobieren
Unterstützung für Kinder, ihre Gefühle auszudrücken, zu reflektieren und sich in andere hinein zu versetzen
Umgang mit Stress, Frust, Aggression
Fachliche Auseinandersetzung mit dem Konzept „Resilienz“
Fast die Hälfte der Konzeptionen enthält Angaben zu
zusätzlichen Angeboten und Leistungen, dabei sind
in 19% der Konzeptionen eindeutig zusätzliche
Kosten für Eltern erwähnt. In den anderen
Konzeptionen, die Angaben zu Zusatzangeboten
enthalten, wird nicht deutlich, ob diese Angebote
kostenpflichtig oder kostenlos sind.
Am häufigsten werden Angebote zu Sport und
Bewegung (23%), Musik (22%) oder Englisch (21%)
genannt. In einzelnen Konzeptionen finden sich als
Zusatzangebote Sprachförderung, Werken oder
Experimentieren, Kochen, Bildnerisches Gestalten
und Theater. In 2% der Konzeptionen finden sich Hinweise, dass generelle Zusatzbeiträge für den Träger bzw.
Verein erhoben werden.
Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn Kitas mit
externen Organisationen oder Experten kooperieren
und so die Aktivitäten der Kita erweitern (siehe
Bildungsbereich soziales und kulturelles Leben).
Gleichzeitig sollte aber kein Kind aufgrund der
sozio-ökonomischen Situation seiner Familie von
Bildungsgelegenheiten in der Kita ausgeschlossen
werden (siehe inklusive Bildung).
„Wöchentlich werden AGs von den Erzieherinnen und
Erziehern zusätzlich angeboten.
Diese sind zurzeit: Turnen, Musik, Experimentieren,
Kochen und Fußball In allen AGs können sich die
Kinder in den ausgehängten Listen mit Hilfe der Eltern
oder allein eintragen.“
Wir ermutigen die Pädagoginnen und Pädagogen in den Kitas, selbstbewusst ihre eigenen besonderen
Fähigkeiten und Kenntnisse in die Arbeit mit den Kindern einzubringen.
In den Konzeptionen sollte zudem deutlich werden, wie Zusatzangebote in der Gestaltung des Alltags, im
Spiel oder in Projekten aufgenommen und verarbeitet werden.
19. Demokratische Teilhabe:
Zusammenarbeit und Kommunikation im Team, Aufgaben und Verantwortung der Leitung
Im Vordergrund stehen in den Konzeptionen
weiterhin ein regelmäßiger fachlicher Austausch und
die gemeinsame Reflexion im Team (72%) sowie die
Fortbildungsplanung der Kita (59%).
Die Gestaltung der Teamarbeit wird in der aktuellen
Stichprobe stärker beachtet als in der von 2008: In
88% der Konzeptionen ist dies ein Thema
(2008: 79%). In 34% der Konzeptionen finden sich
ausführlichere Erläuterungen, in 32% anschauliche
Beschreibungen und in 22% einzelne Hinweise
„Das Leitungsteam gibt Impulse und schafft
organisatorische Möglichkeiten für Kommunikation
Wöchentliche Dienstbesprechungen vorbereitet und
oft auch durchgeführt vom Leitungsteam dienen zum
Entscheidungsprozessen einen Raum. Sie sorgen für
die demokratische Teilhabe der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter bei Entscheidungsprozessen. Sollte es
nicht möglich sein, auf dem demokratischen Weg eine
Einigung zu treffen, ist es Aufgabe der Leiterin eine
Entscheidung zu treffen und diese auch zu vertreten.“
Seltener werden dagegen die Personalentwicklung innerhalb der Kita-Teams (21%) sowie die Verfügbarkeit
einer pädagogischen Fachberatung (12%) thematisiert.
„Mitarbeiter-Vorgesetzten-Gespräche werden genutzt,
um Befindlichkeiten zu erfassen, Fortbildungsinteressen
zu erfragen, sich besser kennen zu lernen und
verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Dabei wird auf
den Fragenkatalog des MVG zurückgegriffen.
Mitarbeiter-Gespräche erscheinen uns als unerlässlich,
um in einem geschützten und ungestörten Rahmen
auch die nötige Wertschätzung der Arbeit zu
thematisieren, die im Alltag durch die zunehmende
Arbeitsdichte oft zu kurz kommt.“
In etlichen Konzeptionen wird deutlich, dass
demokratische Teilhabe Teil der Teamkultur ist
(46%) und die Aufteilung der Arbeit im Team wird
beschrieben (39%).
Außerdem wird in 45% der Konzeptionen die
fachliche Qualifizierung der Pädagoginnen und
Facherzieherinnen
Facherzieher für Integration) benannt und die Kita
wird in 41% der Konzeptionen als Ausbildungsstätte
betrachtet, in der Praktikantinnen und Praktikanten
angeleitet werden. Auf die Gesundheit der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird nur in 7%
der Konzeptionen eingegangen.
„Die Kita-Leitung trägt die Gesamtverantwortung für die pädagogische Qualität und die Organisation in der
Kindertagesstätte“(BBP, S. 172). Ihre Rolle wird in 38% der Konzeptionen dargestellt.
Im aktualisierten „Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege“ wird neu hervorgehoben,
dass die Kita-Leitung auch die erste Ansprechpartnerin in allen Fragen zum Kinderschutz ist. Auf Regelungen
zum Kinderschutz wird bisher in den analysierten Konzeptionen nur selten eingegangen (13%).
Ein Zweck der Konzeption ist, eine gemeinsame Arbeitsgrundlage des Teams zu schaffen und Orientierung
für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bieten11. Daher ist es für die Weiterentwicklung der
Konzeption lohnenswert, die Gestaltung der Teamarbeit zu reflektieren und transparent darzustellen, wie
Entscheidungen getroffen werden, wer im Team welche Aufgaben übernimmt und in welche Richtung sich
das Team weiterentwickeln will – sowohl in Teamfortbildungen als auch durch die Qualifikation einzelner
Teammitglieder. Damit sich hier ein „roter Faden“ entwickeln kann, erscheint es wichtig, dass die Leitung
der Einrichtung gemeinsam mit dem Team und unterstützt vom Träger eine Vision entwickelt, anhand
derer ein Personalentwicklungskonzept und ein Konzept für die Fort- und Weiterbildung entwickelt
Die Aufgaben und Verantwortung der Kita-Leitung wurden im aktualisierten „Berliner Bildungsprogramm
für Kitas und Kindertagespflege“ stärker ausformuliert.
Neu aufgenommen wurde ihre Verantwortung in Bezug auf Kinderschutz. Bei Verdachtsfällen hat sie nach
SGB VIII, § 8b Anspruch auf Beratung durch eine „insoweit erfahrene Fachkraft“.
Ebenso kann sie sich bei der Erarbeitung eines Kinderschutzkonzepts und eines Beteiligungs- und
Beschwerdeverfahrens für Kinder beraten lassen.
Sowohl das Kinderschutzkonzept als auch Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für Kinder sollten bei
der Weiterentwicklung der Kita-Konzeption berücksichtigt werden.
Regelmäßiger fachlicher Austausch und gemeinsame Reflexion im Team
Personalentwicklung innerhalb des Kita-Teams
Fachliche Qualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen (Zusatzqualifikationen)
Verfügbarkeit einer pädagogischen Fachberatung
Demokratische Teilhabe als Teil der Teamkultur
Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Aufteilung der Arbeit im Team
Gruppenübergreifende Planung und Durchführung von Projekten
Kita als Ausbildungsstätte; Anleitung von Praktikantinnen Praktikanten
Kinderschutzkonzept der Kita
Beteiligungs- und Beschwerdeverfahren für Kinder
Vgl. „Die Konzeption als gemeinsame Arbeitsgrundlage eines Teams“ und „Die Konzeption als Orientierung für neue Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter“, S. 7-8 in diesen Empfehlungen.
20. Prinzipien für Qualitätsentwicklung und -sicherung in der Einrichtung
„Die interne Evaluation zum BBP stellt für uns eine sehr
gute Möglichkeit dar, unsere bisher geleistete Arbeit zu
reflektieren. Des Weiteren bietet die Evaluation eine IstStandanalyse für die Qualität unserer pädagogischen
Arbeit, gemessen an den Qualitätskriterien, die das BBP
vorgibt. Gemeinsam werden wir nach Wegen und
Möglichkeiten suchen, die zur weiteren Verbesserung
der Qualität der pädagogischen Arbeit in unserer
Einrichtungen führen. Anhand der Ergebnisse der
internen Evaluation werden wir die Aussagen unserer
pädagogischen Konzeption überprüfen und sie auf
dieser Grundlage ständig aktualisieren.“
Knapp ein Viertel der Konzeptionen macht deutlich,
dass Eltern in die Qualitätsentwicklung einbezogen
werden und 21% stellen Bezug zum aktuellen
Erkenntnisstand in der Frühpädagogik her.
Inzwischen enthalten etwa drei Viertel der
Konzeptionen Angaben zur Qualitätsentwicklung
und –sicherung in ihrer Einrichtung, 2008 war es nur
31% der Konzeptionen enthalten ausführlichere
Erläuterungen, 27% beschreiben dieses Thema
anschaulich und 16% geben einzelne Hinweise.
„Wir verstehen Qualitätsentwicklung als einen
Prozess, der nicht abgeschlossen ist, sondern der
immer wieder neue Felder zur Überarbeitung und
Verbesserung unserer Arbeit für und mit den Kindern
eröffnet.“
In etlichen Konzeptionen wird Qualitätsentwicklung
als Prozess dargestellt, der die interne und externe
Evaluation, die Weiterentwicklung der Konzeption
und die Teamentwicklung umfasst (57%).
Eher häufiger wird auf einen Austausch mit dem
Träger (43%) und den fachlichen Erfahrungsaustausch mit anderen Fachkräften oder
Institutionen (40%) hingewiesen.
Die Konzeption als ein Mittel der Qualitätsentwicklung sollte auch Angaben zu den weiteren Instrumenten
der Qualitätsentwicklung wie interne und externe Evaluation sowie Teamentwicklung enthalten. Dafür
wird es hilfreich sein, das eigene Qualitätsverständnis im Team und auch im Dialog mit Eltern oder dem
Träger zu reflektieren, dieses in der Konzeption festzuhalten und darauf aufbauend zu konkretisieren, in
welchem Rhythmus, in welchem Rahmen und unter Beteiligung welcher Akteure die Qualitätsentwicklung
Qualitätsentwicklung als Prozess (interne und externe Evaluation, Zielvereinbarungen, Weiterentwicklung der
Konzeption, Teamentwicklung …).
Benennung einer/eines Qualitätsbeauftragten und Beschreibung ihrer/seiner Aufgaben
Einbeziehung der Eltern in die Qualitätsentwicklung
Bezug zum aktuellen Erkenntnisstand in der Frühpädagogik
Fachlicher Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit
Austausch mit Trägervertreterinnen und Trägervertretern
Gut die Hälfte der Konzeptionen enthält auch
Fortschreibung der Konzeption – sie begeben sich
damit auf die Meta-Ebene.
„Unsere Einrichtungskonzeption beschreibt die Ziele
und Methoden der Arbeit in unserer Kita. Sie wurde
vom gesamten Team gemeinsam erarbeitet,
schriftlich fixiert und wird mit den Elternvertretern
Die konzeptionellen Ziele werden regelmäßig
überprüft und gemeinsam im Team und im Austausch
mit den Elternvertretern weiter entwickelt.
Unsere Konzeption ist in der Einrichtung jederzeit
21% der Konzeptionen erläutern ausführlich den Prozess der Weiterentwicklung der Konzeption, 15%
beschreiben ihn und in 16% der Konzeptionen sind einzelne Hinweise dazu zu finden.
Am häufigsten werden die regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Konzeption thematisiert (36%),
weiterhin wird die Konzeption als eine gemeinsame Arbeitsgrundlage für alle Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter dargestellt (29%).
Die Beteiligung an der Entwicklung der Konzeption wird wie folgt dargestellt: 27% geben an, dass die
Konzeptionsentwicklung im Team mit klaren Beteiligungsmöglichkeiten und Verantwortlichkeiten für jede
Pädagogin bzw. jeden Pädagogen erfolgt, 16% erwähnen, dass Eltern an der Weiterentwicklung beteiligt
werden und lediglich 15% erwähnen die Beteiligung des Trägers an der Konzeptionsentwicklung.
„Kontinuierliche Weiterentwicklung der Konzeption
Unsere Konzeption ist ein Arbeitsmittel.
1. Jede pädagogische Mitarbeiterin und jeder pädagogische Mitarbeiter bekommt ein
Exemplar der Konzeption, um selbständig damit arbeiten zu können.
2. Jede neue Mitarbeiterin und jeder neue Mitarbeiter bekommt ein Exemplar der
3. Für Praktikantinnen und Praktikanten, Eltern und andere an der Lektüre Interessierte
werden Exemplare zur Einsicht vorgehalten.
4. Der Konzeptionsordner der Leitung liegt bei jeder Dienstbesprechung vor.
Veränderungsstichworte werden gleich zu den entsprechenden Punkten zugeordnet.
5. Veränderungen im Text müssen je nach Umfang gemeinsam korrigiert (jede
handschriftlich in ihrem Exemplar) werden oder die gemeinsam besprochenen längeren
Veränderungen werden von der Leitung in den Text eingefügt/ergänzt und für alle
6. Einmal jährlich wird die gesamte Konzeption arbeitsteilig gelesen, Veränderungswünsche
und -erfordernisse werden zur Sprache gebracht. Es wird verabredet, in welcher
Reihenfolge und mit welcher Methode die Punkte bearbeitet/überarbeitet werden.“
Die Festlegung eines regelmäßigen Rhythmus für die Fortschreibung der Konzeption kann für jede
Einrichtung sehr hilfreich sein. Es ist dabei wichtig, den Prozess der Weiterentwicklung deutlich zu machen
und die Konzeption nicht als ein abgeschlossenes Werk zu betrachten.
Darüber hinaus sollte in der Konzeption dargestellt werden, welche Akteure sich an ihrer Entwicklung
beteiligt haben. Die Einbeziehung der Eltern sowie die Unterstützung des Trägers in diesem Prozess sind
wichtige Aspekte, die die Legitimität der Konzeption für alle Seiten bekräftigen.
Auch die Ergebnisse der internen und externen Evaluation sollten stets zum Anlass für die Weiterentwicklung der Konzeption genommen werden.
Die Aktualisierungen des „Berliner Bildungsprogramms für Kitas und Kindertagespflege“ werden auf diese
Weise schrittweise Eingang die Kita-Konzeption finden.
Pädagogin bzw. jeden Pädagogen
Beteiligung des Trägers an der Konzeptionsentwicklung
Beteiligung von Eltern an der Konzeptionsentwicklung
Konzeption als gemeinsame Grundlage für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kita
Regelmäßige Überprüfung und Fortschreibung der Konzeption
Bendt, U.; Erler, C.: Aus bewährter Praxis die eigene Kindergarten-Konzeption entwickeln: Eine Anleitung in
acht Schritten. Verlag An der Ruhr, 2008
Fthenakis, W. E. (Hrsg.); Hanssen, K.; Oberhuemer, P.; Schreyer, I.: Träger zeigen Profil: Qualitätshandbuch
für Träger von Kindertageseinrichtungen. Cornelsen Scriptor, S. 47-51, 2007
Laewen, H.J.; Andres, B.; Hédervári, É.: Die ersten Tage –ein Modell zur Eingewöhnung in Krippe und
Kindertagespflege. Verlag Beltz, 2003
Jacobs, D.: Die Konzeptionswerkstatt in der Kita. Verlag das netz, Berlin 2009
Kokigei, M.: Wie entsteht eine Konzeption? Eigenverlag, 2012
Kokigei, M.; Möser, H.: An einem Strang ziehen oder Konzeption – wozu denn eigentlich?
http://www.produkte.brandenburg.de/sixcms/media.php/4113/moeser_an_einem_strang_ziehen.pdf
Preissing, C; Heller, E. (Hrsg.): Qualität im Situationsansatz.2. Auflage. Cornelsen Scriptor, 2009
Schlösser, Elke: In 12 Schritten zum Erfolg – Die Konzeptionsentwicklung als Teamaufgabe, In: Kindergarten
heute 3/2009, S.22-27,Herder Verlag 2009
Schlummer B.; Schlummer W.: Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten. Reinhardt Verlag,
Sturzenhecker, B.; Deinet, U. (Hrsg.): Konzeptentwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit: Reflexionen und
Arbeitshilfen für die Praxis. Juventa, 2007
Tietze, W.; Viernickel, S. (Hrsg.); Dittrich, I.; Grenner, K.; Groot-Wilken, B.; Sommerfeld, V.; Hanisch, A. (3.
Auflage): Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder. Ein nationaler Kriterienkatalog. Cornelsen
Scriptor, 2007
Weber, K.; Herrmann, M.: Konzepte entwickeln - Bildung planen. In: Kindergarten heute. Herder Verlag, 2005

References: §1
 §10
 §10
 §14
 §10
 §10
 § 8