Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008706
Timestamp: 2018-12-13 11:51:43+00:00

Document:
RIS - Patronenprüfordnung 2013 - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 13.12.2018
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Patronenprüfordnung 2013, Fassung vom 13.12.2018
Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft, Familie und Jugend über die Erprobung von Patronen für Handfeuerwaffen 2013 (Patronenprüfordnung 2013)
StF: BGBl. II Nr. 446/2013
Probennahme bei Typenprüfung
Überprüfung bei Patronen mit bleifreien Schroten
Gasdruckmessung mittels mechanisch-elektrischer Druckaufnehmer
Dynamischer Kalibrator
(2) Wird die Typenprüfung für eine bestimmte Munitionstype hinsichtlich aller in Abs. 1 bezeichneten Punkte bestanden, so ist dem Einreicher mit Bescheid das Recht zu erteilen, für diese Munitionstype das Prüfzeichen gemäß Abs. 5 zu verwenden (zugelassene Munitionstype); dieses Recht ist insbesondere mit den Auflagen zu verbinden,
Länge vom Hülsenboden bis Anfang der Schulter (bei Durchmesser P2);
Länge vom Hülsenboden bis Anfang Hülsenhals (bei Durchmesser H1);
Länge vom Hülsenboden bis zum Hülsenmund;
Dicke des Hülsenrandes (Randdicke);
Durchmesser des Hülsenbodens;
Länge vom Hülsenboden bis Ende Gürtel P1;
Durchmesser der Hülse am Ende von Rille, Rand oder Gürtel;
Durchmesser der Hülse am Anfang der Schulter;
Durchmesser am Anfang des Hülsenhalses;
Durchmesser am Hülsenmund;
Durchmesser des Geschoßes am Hülsenmund.
Gesamtlänge der Hülse nach dem Schuss;
Gesamtlänge der Hülse vor dem Schuss;
Durchmesser der Hülse am Ende von Rille oder Rand;
Durchmesser am Ende des zylindrischen Teiles der Hülse.
Dicke des Hülsenbodens;
Durchmesser der Hülse am Ende der Rille oder des Randes.
den Gasdruck der einzelnen Messung;
die Anzahl der Messungen;
den maximal zulässigen mittleren Gasdruck;
den arithmetischen Mittelwert des Gasdruckes aus n Messungen;
die Standardabweichung des Gasdruckes aus n Messungen;
den Toleranzkoeffizient bei n Messungen gemäß folgender Tabelle, um eine statische Sicherheit zu erhalten bei:
Winkel des Übergangskonus = 10° 30': -30 ;
(6) Bei Gebrauchspatronen für Handfeuerwaffen mit glatten Läufen und Zentralfeuerzündung darf kein Einzelwert den Wert Pmax um mehr als 15% überschreiten. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn in 95% der Fälle mit einer statistischen Sicherheit von 95% der obere Wert der Toleranzgrenze 1,15 Pmax nicht überschritten wird, d.h. wenn folgende Ungleichung gilt: Pn + K2n Sn 1,15 Pmax.
bei der ersten Messstelle: Pn 1,30 Pmax,
bei der zweiten Messstelle:
bei der ersten Messstelle:
bei der zweiten Messstelle: Pn = 450 bis 600 bar.g
(5) Bei Gebrauchspatronen für Handfeuerwaffen mit gezogenen Läufen und Zentralfeuerzündung darf kein Einzelwert den Wert Pmax um mehr als 15% überschreiten. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn in 99% der Fälle, mit einer statistischen Sicherheit von 95%, der obere Wert der Toleranzgrenze 1,15 Pmax nicht überschritten wird, d.h. wenn folgende Ungleichung gilt: Pn + K1n Sn 1,15 Pmax.
(5) Bei Gebrauchspatronen für Handfeuerwaffen mit Randfeuerzündung darf kein Einzelwert Pmax um mehr als 15% überschreiten. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn in 95% der Fälle mit einer statistischen Sicherheit von 95% der obere Wert der Toleranzgrenze 1,15 Pmax nicht überschritten wird, d.h. wenn folgende Ungleichung gilt: Pn + K2n . Sn 1,15 Pmax.
Pn 1,30 Pmax;
Pn – K3n Sn 1,15 Pmax;
Pn + K3n Sn 1,50 Pmax.
Für Gebrauchskartuschen mit Randfeuerzündung muss der mittlere Gasdruck Pn für die beiden Zusatzvolumen Va = 0,16 cm³ und Va = 0,8 cm³ niedriger als oder gleich wie die maximal zulässigen Werte Pmax(0,16) und Pmax(0,8) sein.
Für Gebrauchskartuschen mit Zentralfeuerzündung muss der mittlere Gasdruck Pn für das Zusatzvolumen V = 0,4 cm³ niedriger als oder gleich wie der maximal zulässige Wert Pmax(0,4) sein.
En 1,10 Emax;
En – K3n Sn 1,07 Emax;
En + K3n Sn 1,25 Emax.
§ 39. Der Mündungsimpuls Mo ist aus der Masse m und der Geschwindigkeit v des Geschoßes nach der Formel zu ermitteln. Die Geschoßgeschwindigkeit ist in 2,5 m Entfernung vor der Mündung des Laufes in sinngemäßer Anwendung von § 36 Abs. 2 in einem zylindrischen Messlauf gemäß § 30 Abs. 2 ohne Choke, zu messen und ist als Mittelwert aus einer Serie von 10 Schüssen anzugeben.
Isolationswiderstand: 1.1013 .
Ist Risol > , kann die Kalibrierung vorgenommen werden;
ist Risol < , ist der Stecker zu reinigen bzw. der Druckaufnehmer für mehrere Stunden einer Temperatur von etwa 80 °C auszusetzen und sodann der Isolationswiderstand erneut zu prüfen;
verbleibt Risol < , ist der Druckaufnehmer außer Betrieb zu nehmen.
(5) Weiters ist vor jeder Kalibrierung der zu prüfende Druckaufnehmer einer Vorbehandlung zu unterziehen, indem er mit Hilfe der manometrischen Ausstattung in drei aufeinanderfolgenden Belastungen dem Höchstdruck der vorgesehenen Kalibrierung ausgesetzt wird.
§ 49. (1) Die statische Kalibrierung ist mit einer Manometerwaage nach folgendem Messschema durchzuführen:
(2) Die einzelnen Elemente der Messkette haben die folgenden Genauigkeitsgrenzen einzuhalten:
Referenzdruck: 0,2%;
Kalibrierkondensator: 0,3%;
Spannungsnormal: 0,1%;
Ladungsverstärker: 0,1% vom Endwert;
Messwerterfassung: 0,1%;
zusammengesetzte Messunsicherheiten: 1%.
(3) Im Verlaufe jedes Kalibrierzyklus (§ 45 Abs. 2 und § 46 Abs. 2) sind die Druckstufen nacheinander in aufsteigender Reihenfolge durchzuführen, wobei zwischen den einzelnen Punkten für einige Sekunden zum Atmosphärendruck zurückgekehrt wird.
(4) Vor jedem Kalibrierzyklus (Abs. 3) ist mit Hilfe der Normspannung und der Kapazität des Kalibrierkondensators der Verstärkungsfaktor des Ladungsverstärkers zu ermitteln.
(5) Alle Spannungen, die den Einstellungen und Druckstufen entsprechen, sind zu erfassen. Daraus sind die Kalibrierkurve, die Linearitätsabweichung, die Wiederholbarkeit im Verlaufe der Kalibrierung und die Empfindlichkeit des Druckaufnehmers zu ermitteln. Für jeden Messpunkt ist die elektrische Ladung Q des Druckaufnehmers wie folgt zu bestimmen:
die Spannung, die an der jeweiligen Druckstufe abgelesen wird;
die Restspannung, die erfasst wird, wenn der Druck gleich Null ist;
den Verstärkungsfaktor des Ladungsverstärkers, der durch die Anfangseinstellung definiert ist.
(6) Ausgehend von den drei Ladungswerten, die jeweils bei den einzelnen Druckstufen erhalten werden, wird die Gerade der „kleinsten Fehlerquadrate“ (§ 44 Abs. 4 und § 45 Abs. 4) ermittelt.
§ 50. (1) Für die dynamische Kalibrierung wird die Energie des Falls einer Masse M verwendet, die ein Wertepaar Druck – Ladung definiert. Die Kalibrierung erfolgt nach folgendem Messschema:
Impulsdruckgeber;
Verhältnis Druck/Fallhöhe;
Referenzwandler;
Kalibrierkondensator;
Ladungsverstärker;
Spannungsnormal;
Messwerterfassung;
Fallhöhe;
zu kalibrierender Druckaufnehmer;
Fallmasse.
Die einzelnen Elemente der Messkette haben sinngemäß die Genauigkeitsgrenzen gemäß § 49 Abs. 2 einzuhalten. Die zusammengesetzten Messunsicherheiten müssen 1% sein.
(2) Für die Vorbereitung und Durchführung der Messungen gelten die Bestimmungen des § 49 Abs. 3 und 4 sinngemäß.
(3) Bei der Methode „Verhältnis Druck-Fallhöhe“ wird eine Masse M verwendet, die entsprechend den Belastungsstufen und Messungen nacheinander von immer höheren Höhen fallen gelassen wird. Bei jeder Fallhöhe und bei jeder Messung wird der Höchstdruckwert registriert und daraus die Kalibrierkurve ermittelt.
(4) Bei der Methode „Referenzdruckaufnehmer“ wird eine Masse M von einer Maximalhöhe fallen gelassen und die dynamische Reaktion des Referenzwandlers (B2), der den Druck des manometrischen Gerätes (A) angibt, im Vergleich zur dynamischen Reaktion des zu prüfenden Druckwandlers (T), der den Wert der gemessenen Ladung angibt, registriert. Die Wertepaare Druck/Ladung ergeben die Kalibrierkurve des zu prüfenden Druckaufnehmers (T), die für die gesamte Messbreite gilt.
§ 51. (1) Von allen Punkten der Kalibrierzyklen (§ 45 Abs. 2 und § 46 Abs. 2) ist die Kalibrierkurve zu berechnen, die gemäß folgendem Diagramm eine Regressionskurve x-ten Grades darstellt, und von der die Empfindlichkeit des Druckaufnehmers und seine Abhängigkeit vom Wert P abgeleitet werden können.
(2) Für die Bestimmung der Gerade der „kleinsten Fehlerquadrate“ (§ 44 Abs. 4 und § 45 Abs. 4) ist der Durchschnittswert Qk aus den für jede Druckstufe k durchgeführten drei Messungen wie folgt zu berechnen:
Qk1: erste Messung, Stufe k;
Qk2: zweite Messung, Stufe k;
Qk3: dritte Messung, Stufe k.
(3) Die Empfindlichkeiten Sk sind mit Hilfe der Wertepaare Pk und Qk wie folgt zu ermitteln:
Zu Vergleichszwecken ist die mittlere Empfindlichkeit S mit Hilfe der folgenden Gleichung zu berechnen:
S: mittlere Empfindlichkeit;
Pk: Kalibrierdruck der Druckstufe k;
Qk: mittlere Ladung bei Druck Pk;
n: Zahl der Kalibrierstufen.
(4) Die Berechnung der Linearität L ist nach folgender Formel vorzunehmen:
QFS = Ladung der höchsten Stufe
PFS = Druck der höchsten Stufe.
§ 52. Folgende, in der Anlage 1 dargestellte ÖNORMEN werden für verbindlich erklärt:
ÖNORM S 1232 „Kartuschen mit Hülse für Schussapparate – Meßlauf“ Ausgabe: 1. April 1997;
ÖNORM S 1233 „Kartuschen für Alarmwaffen – Meßläufe“ Ausgabe: 1. April 1997;
ÖNORM S 1234 „Patronen mit Kleinschrot – Meßlauf“ Ausgabe: 1. April 1997.
§ 53. Folgende, in Anlage 2 dargestellte ON-Regeln werden für verbindlich erklärt:
ONR 191397 “Kartuschen für Alarmwaffen – Abmessungen und Gasdrücke“
ONR 191399 “Sondermunition – Abmessungen und Gasdrücke“ Ausgabe: 1. Jänner 2013.
§ 54. Soweit in dieser Verordnung auf natürliche Personen bezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise. Bei der Anwendung der Bezeichnung auf bestimmte natürliche Personen ist die jeweils geschlechtsspezifische Form zu verwenden.
§ 55. Verweisungen in dieser Verordnung auf andere Verordnungen sind als Verweisungen auf deren jeweils geltende Fassung zu verstehen.
§ 56. Diese Verordnung tritt mit Ablauf des Tages ihrer Kundmachung in Kraft; gleichzeitig tritt die Patronenprüfordnung 1999, BGBl. II Nr. 388/1999, außer Kraft.
§ 57. Diese Verordnung wurde gemäß Richtlinie 98/34/EG über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und der Vorschriften für die Dienste der Informationsgesellschaft, ABl. Nr. L 204 vom 21.07.1998 S. 37, zuletzt geändert durch Verordnung (EU) Nr. 1025/2012, ABl. Nr. L 316 vom 14.11.2012 S. 12, unter Notifikationsnummer 2013/0303/A notifiziert.
(Anm.: Die ÖNORMEN sind als PDF dokumentiert.)
ÖNORM S 1232
ÖNORM S 1233
ÖNORM S 1234
ONR 191391 „Pistolen- und Revolverpatronen – Abmessungen und Gasdrücke“ Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191392-1 „Büchsenpatronen ohne Rand – Abmessungen und Gasdrücke“ Teil 1: Metrische Kaliber Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191392-2 „Büchsenpatronen ohne Rand – Abmessungen und Gasdrücke“ Teil 2: Metrische Kaliber Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191393-1 „Büchsenpatronen mit Rand – Abmessungen und Gasdrücke“ Teil 1: Metrische Kaliber Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191393-2 „Büchsenpatronen mit Rand – Abmessungen und Gasdrücke“ Teil 2: Kaliber in Zoll Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191396 „Kartuschen für Schussapparate – Abmessungen und Gasdrücke“ Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191397 “Kartuschen für Alarmwaffen – Abmessungen und Gasdrücke“ Ausgabe: 1. Jänner 2013;
ONR 191390
ONR 191391
ONR 191392-1
ONR 191392-2
ONR 191395
ONR 191396
ONR 191397
ONR 191399

References: § 39
 § 36
 § 30

§ 49
 § 46
 § 45

§ 50
 § 49
 § 49

§ 51
 § 46
 § 45

§ 52

§ 53

§ 54

§ 55

§ 56

§ 57