Source: https://issuu.com/medienhaus.com/docs/anti-raucher-broschuere
Timestamp: 2017-03-25 16:24:30+00:00

Document:
Anti-Raucher-Broschuere by Russmedia Digital GmbH - issuu
Bundesministerium f端r
Informationen und Projektbeispiele
Minoritenplatz 5, A-1014 Wien, Tel.: +43 (1) 53120-0, http://www.bmbwk.gv.at, DVR: 0064301
Abteilung Schulpsychologie und Bildungsberatung, Psychologische Studentenberatung, Schul-Info
MR Mag. Dr. Beatrix Haller
Birgitt Hufnagl
Wir danken Mag. Dr. Wolfgang Dür, Ludwig Boltzmann Institut für Medizin und Gesundheitssoziologie, Dr. Reiner Hanewinkel, IFT-Nord, Kiel, Prof. Dr. Manfred Neuberger, Institut für Umwelthygiene, Universität Wien, Univ. Prof. Dr. Hubert
Weiglhofer, Universität Salzburg für die fachliche Beratung und Bereitstellung von
Erhältlichkeit: download www.schulpsychologie.at
Suchtprävention ist eine wichtige
Aufgabe der Gesundheitsbildung in
den Schulen. In der schulischen
Prävention kommt dem Tabak eine
besondere Bedeutung zu: er ist die
wichtigste vermeidbare Einzelursache
für Erkrankungen und frühzeitigen
Tod. Österreich hat eine hohe
Rauchprävalenz und ein frühes
Einstiegsalter bei den Jugendlichen.
Die 15-jährigen Raucherinnen und
Raucher liegen zahlenmäßig europaweit an erster Stelle.
Neue Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kombination von
Verhaltens- und Verhältnisprävention die größte Wirkung auf die Reduktion des Tabakkonsums hat.
Stärkung des Nichtrauchens als Norm
Verschiebung des Einstiegsalters
Rauchregelung in Schulen
Die vorliegende Broschüre informiert über die gesetzlichen Grundlagen und über pädagogische Grundsätze der Nikotinprävention in
Schulen, zeigt Argumente für eine rauchfreie Schule auf und gibt
Lehrerinnen und Lehrer wertvolle Tipps für die Unterrichtsgestaltung.
Pubertät und Rauchen
Information zum Bildungsförderungsfonds
Audio-visuelle Unterrichtsmaterialien
Links/Wissenschaftliche Studien
Schulpsychologie- und Bildungsberatung
Rundschreiben Nr. 3/2006:
Nichtraucherschutz in der Schule
¾ Nikotinkonsum und Jugendschutz
Der Jugendschutz fällt in Österreich in den Kompetenzbereich der
Bundesländer und ist nicht einheitlich geregelt. Es gibt neun Jugendschutzgesetze, die auch Bestimmungen zu Abgabe, Erwerb
und/oder Konsum von Tabakwaren enthalten. Allen gemeinsam ist
aber eine Altersgrenze hierfür von 16 Jahren.
Aktuelle Informationen zum Jugendschutz unter www.help.gv.at
¾ Das Österreichische Tabakgesetz
In den neunziger Jahren wurden in Österreich die gesundheitspolitischen Bemühungen zum Problemkreis Rauchen verstärkt. 1995 trat
Österreich der Europäischen Union (EU) bei und hatte auch den im
Gesundheitsbereich geltenden Rechtsbestand der EU zu übernehmen. Die diesbezüglichen EU-Regelungen im Tabakbereich wurden
in den letzten Jahren bedeutend ausgeweitet, als man sich der weltweiten Tabakepidemie und der damit einhergehenden gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Schäden bewusst wurde. Auf internationaler Ebene ist vor allem das Tabakrahmenübereinkommen „Zur
Eindämmung des Tabakgebrauchs“ aus dem Jahr 2003 Vereinbarung
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu nennen.
Ziel des Vertrages ist die tabakbedingte Todesrate durch Steuererhöhungen, Förderung von Präventions- und Therapiemaßnahmen,
Zigarettenschmuggels
von Tabakwerbung, -promotion und –sponsoring zu senken.
Das Dokument gibt es als download auf folgender Homepage
www.aerzteinitiative/Rahmenkonvention.htm
Der Zugang der Jugendlichen zum Tabakkonsum wird auch durch
den Preis geregelt, daher ist das IN-Verkehr-Bringen von Einzelzigaretten oder Zigarettenpackungen unter einer Mindestgröße von 20
Stück verboten.
Weiters zeigen Studien, (Dür, W. et al., 2001), dass Werbebotschaften insbesondere Kinder und Jugendliche fesseln und ihnen auch gut
in Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt deshalb wurde ein umfassendes
Werb- und Sponsoringverbot einschließlich des Verbots der verbilligten Abgabe, Gratisverteilung und Zusendung von Tabakerzeugnissen
Die Nichtraucherschutzregelungen des Tabakgesetzes wurden 2004
ausgeweitet und umfassen ein generelles Rauchverbot in Räumen
öffentlicher Orte, wozu beispielsweise auch Schulen und alle Büros,
Geschäfte etc. mit Kundenverkehr zählen.
Nur dort, wo eine ausrechende Anzahl von Räumlichkeiten besteht,
können als Ausnahme vom Rauchverbot Räume bezeichnet werden,
in denen das Rauchen gestattet ist; eine solche Ausnahme ist jedoch
nur dann möglich, wenn gewährleistet ist, dass der Tabakrauch aus
diesen „Raucherräumen“ nicht in den mit Rauchverbot belegten Bereich dringt und das Rauchverbot dadurch nicht umgangen wird.
Diese Möglichkeit, „Raucherräume“ vorzusehen, besteht ausdrücklich nicht für schulische Einrichtungen oder andere, in denen Kinder
und Jugendliche beaufsichtigt, aufgenommen oder beherbergt werden.
Um die Durchsetzung der angeführten Rauchverbote zu erleichtern,
sind diese verpflichtend in ausreichender Zahl und Größe auszuschildern, sodass die Rauchverbotshinweise überall im Raum oder der
Einrichtung klar ersichtlich sind.
¾ Nichtraucherschutz an Schulen
Aus dem Tabakgesetz folgt, dass das Rauchen innerhalb des Schulgebäudes generell verboten ist. Dies gilt für Lehrer/innen, Schüler/innen und nicht unterrichtendes Personal.
Die Schulordnung verbietet den Schülerinnen und Schülern das Rauchen auch in den Außenbereichen des Schulareals. Ausnahmen können jedoch in der Hausordnung vorgesehen werden.
Hausordnungen sind den Schulbehörden zur Kenntnis zu bringen
(§ 44 Abs. 1 SchUG). Die Schulbehörden sollen in die Lage versetzt
werden, die Recht- und Zweckmäßigkeit von Hausordnungen zu prüfen. Für die Frage der Zweckmäßigkeit sind keineswegs nur schulstandortspezifische Gegebenheiten maßgeblich. Auch grundsätzliche,
die Erziehung und den schulischen Unterricht berührende Erwägungen spielen eine Rolle.
Dazu zählt jedenfalls auch die in den Lehrplänen verankerte Gesundheitserziehung. Sie stellt einen wichtigen und nicht zu vernachlässigenden Aspekt des schulischen Bildungsauftrages dar. Zu seiner
Wahrung werden die Schulbehörden daher aufgefordert in Hausordnungen vorgesehene Bestimmungen aufzuheben, die Schülerinnen
und Schülern das Rauchen auf innerhalb der Schulliegenschaft befindlichen Freiflächen gestatten.
Das ist möglich, weil § 44 Abs. 1 SchUG den zwischen Schulbehörde
und Schule verfassungsrechtlich vorgegebenen Weisungszusammenhang nicht aufhebt. Das eine Hausordnung beschließende schulische Organ kann sich in Zusammenhang mit dieser Bestimmung
auf keine Autonomie im verfassungsrechtlichen Sinn berufen.
(Detaillierte Informationen im Anhang, RS 4/2006)
Für Schüler und Schülerinnen, die das 16. Lebensjahr noch nicht
vollendet haben, gilt selbstverständlich das generelle Rauchverbot
auf Grund des Jugendschutzgesetzes.
Im Rahmen der internationalen Studie „Gesundheitsverhalten der
11-, 13- und 15jährgien Schülerinnen und Schülern“ werden alle
vier Jahre auch die Rauchgewohnheiten erhoben. Die Trendanalysen
zeigen nicht nur, dass der Anteil der Raucher/innen bei den Jugendlichen angestiegen ist, sondern auch die Tendenz zu einem immer
jüngeren Einstiegsalter.
Grafik 1: Anteil der Schüler/innen, die täglich rauchen, dargestellt nach
Geschlecht und Altersgruppen (in %)
Quelle: HBSC-Survey 2001/02, Dür et al. 2002
Das tägliche Rauchen der Schülerinnen und Schüler hat seit 1990
stark zugenommen insbesondere bei den Mädchen. 1990 rauchten
12% der Mädchen, so steigt dieser Wert im Jahr 2002 auf 25%
(vergleiche Grafik 2)25% der 15jährigen Mädchen und 20% der
15jährigen Burschen rauchen TÄGLICH. Das tägliche Rauchen gilt als
Indikator für starke Abhängigkeit. Insgesamt sind 50% der 15jährigen Mädchen Raucherinnen und 40% der 15-jährigen Burschen
Grafik 2: Zigarettenrauchen im Trend – Anteil der 15-jährigen Schüler/innen, die „täglich rauchen“, für 1990, 1994, 1998 und 2002 für die
Geschlechter (in %)
Quelle: WHO-HBSC-Survey 2001/02, Dür et al. 2002
In den Hauptschulen und Polytechnischen Lehrgängen wird am häufigsten geraucht. 33% der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler
rauchen täglich. Im Vergleich dazu rauchen in den allgemein bildenden höheren Schulen nur halb so viele Jugendliche. (Vergleiche Grafik 3)
BMS/BHS
HS/POLY
Schultype n
Grafik 3: Anteil der 15-jährigen Schüler/innen, die täglich rauchen, dargestellt nach den Schultypen (in %)
Der Zusammenhang von Schule und Gesundheit ist durch zahlreiche
Eine gesundheitsfördernde und unterstützende
Schule hat Einfluss auf das Gesundheitsverhalten von Schülerinnen
und Schülern. Bedeutende Faktoren, die Einfluss auf das Gesundheitsverhalten und für die Entwicklung von Tabakrauchen haben,
• Lehrer/innenunterstützung
• Klassenklima
• Belastung durch die Schule
(Dür, 2002)
O d d s R a t io s
Grafik 4 zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit zu rauchen bei Schulzufriedenheit gering ist. Die Odds-Ratio der beiden Gruppen beträgt
bei hoher Zufriedenheit 1 : 3,9 bei Unzufriedenheit ; d.h. die Wahrscheinlichkeit zu rauchen ist bei Schülerinnen und Schülern, die mit
der Schule unzufrieden sind 3,9mal höher.
Odds Ratio (relative Chance) ist ein Mass für die Stärke des Unterschieds zwischen zwei Gruppen.
Es gefällt m ir in der Schule...
Grafik 4: Die Wahrscheinlichkeit täglich zu rauchen abhängig von Stufen
der Unzufriedenheit mit der Schule bei 15-jährigen Schüler/innen in Österreich (die Rauch-Wahrscheinlichkeit ist bei hoher Schulzufriedenheit 1
Quelle: HBSC-Survey 2002, Dür et al. 2002
P ro z e n t
E n g la n d
L a tv ia
S c o tla n d
W a le s
S lo v a k ia
C zech R ep.
E s to n ia
L it h u a n ia
M ädchen
K naben
Grafik 5: Raucherprävalenz bei den 15-jährigen Schüler/innen im internationalen Vergleich; dargestellt ist der Anteil der 15-jährigen Schüler/innen, die „wöchentlich oder öfter rauchen“, dargestellt für die Geschlechter
Quelle: HBSC-Survey 2001/02, Currie et al. 2004
¾ Warum rauchen Jugendliche?
Jede Entwicklungsphase insbesondere die Pubertät stellt die
Jugendliche vor ganz bestimmte Herausforderungen – Entwicklungsaufgaben – die zu bewältigen sind. Diese neuen Entwicklungsaufgaben sind einerseits eine Chance zur Reifung, Erweiterung der Lebenskompetenzen und
andererseits können diese Entwicklungsaufgaben auch Krisen
auslösen, wenn die Herausforderungen nicht bewältigt werden
können und zu einer Überforderung führen.
Die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben in der Pubertät hängt
von folgenden Faktoren ab:
den eigenen Fähigkeiten (Lifeskills) und der Persönlichkeit
vom Umfeld (z.B. Eltern, Freunde, Schule)
von den gesellschaftlichen Strukturen (z.B.: gesetzliche Regelungen)
Mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen werden bestimmte Ziele
verfolgt, Suchtmittel werden funktional eingesetzt. Ganz allmählich
wird „gelernt“, welche Wirkung Nikotin hat.
In der wissenschaftlichen Literatur werden verschiedene Erklärungsmodelle für das Rauchen von Jugendlichen entwickelt, die sich
auf sechs Positionen zusammenfassen lassen: (Dür, et al, 2004):
im Zusammenhang mit der pubertären Identitätsentwicklung entsteht ein Mangel an Selbstwert und Selbstsicherheit; das Rauchen hilft darüber hinweg, indem es ein Gefühl von Erwachsenheit und Sicherheit vermittelt.
Mediale Verführung, Werbung
Jugendliche erliegen den in der Werbung präsentierten Bildern.
Die Inszenierung des Rauchens als cool, gut aussehend, begehrenswert, weltmännisch, abenteuerlich, erfolgreich, enspannend
u.s.w. macht die Zigarette zu einem Instrument der Selbstinszenierung.
Vorbildwirkung Erwachsene
In einer Gesellschaft, in der 30% der Erwachsenen rauchen, ist
es nicht verwunderlich, dass auch 50% der Jugendlichen rauchen, da sie ja angehalten sind, erwachsen zu werden.
Rauchen wird als Teil einer Gruppenkultur interpretiert und dient
gemeinsam mit anderen Merkmalen (Kleidung, Sprachnuancen,
spezielle Erkennungszeichen) dazu, die Identität der Gruppe herzustellen. Häufig haben solche Gruppen eine rebellische, die
Normen und Werte der Gesellschaft ablehnende Haltung, die in
der verbotenen Handlung des Rauchens Ausdruck findet. Wer dazugehören will, muss diese Identifikationsmerkmale mitmachen
und also auch rauchen.
Da Nikotin eine psychoaktive Substanz ist, die gleichzeitig beruhigend, entspannend und stimmungsaufhellend, anregend wirkt,
wird sie bei Problemen, Stress, depressiven Stimmungen als Hilfe
Schönheitsideal Schlankheit
Die Zigarette betäubt Hungergefühle und erhöht den Grundumsatz des Körpers. Sie kann damit den jungen Frauen helfen, das
Gewicht zu halten oder abzunehmen. Alle diese Erklärungsmodelle tragen etwas zum Verständnis bei, wenngleich in
unterschiedlichem Ausmaß. Bei zwei Erklärungen ist Vorsicht geboten: die Motive „Gruppendruck“ und „Schlankheitsideal“ werden heute von Jugendlichen selbst zur nachträglichen Entschuldigung und Legitimation ihres Rauchverhaltens verwendet. In beiden Fällen stellen sie sich als Opfer dar und schieben so die Verantwortung von sich.
Darüber hinaus findet das Argument der jugendlichen Rebellion in
einschlägigen Untersuchungen keinen Halt, die eher das Gegenteil nämlich weitgehend angepasste Meinungen bei Jugendlichen
finden. Insgesamt dominiert heute eher ein Bild von Jugendlichen, die sehr selbstbewusst und autonom ihren Weg in die Gesellschaft suchen.
Jugendliche unterschätzen das eigene Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung und sind davon überzeugt, das Rauchen nach einigen
Jahren wieder aufzugeben. Tatsächlich aber werden über 30% der
Probierer abhängig. Fast die Hälfte der Jugendlichen sind der Meinung, dass sie innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder aufhören
ergibt eine repräsentative Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz und des Bundesamtes für Gesundheit in der
Schweiz, 1997 (www.at-schweiz/ch Unterpunkt Jugend), übersehen
aber, dass sie bereits nach wenigen Jahren Nikotinabhängig sind.
Der frühe Einstieg in das Rauchen korreliert nicht nur positiv mit der
Wahrscheinlichkeit, auch im Erwachsenenalter zu rauchen, sondern
auch mit dem Ausprobieren anderer Drogen wie Alkohol und Cannabis. Schulische Programme zur Verhütung des Rauchens leisten daher auch einen Beitrag zur Prävention des Alkohol- und Drogenkonsums (Hanewinkel, 2003)
¾ Argumente für eine Rauchfreie Schule
Die EU – Studie „Control of Adolescent Smoking“ zeigt, dass der in
fast allen Ländern zu beobachtende dramatische Anstieg des Rauchens bei Jugendlichen ab dem 15. Lebensjahr auch sehr stark mit
den Erfahrungen zusammenhängt, die sie in der Schule machen.
Tatsächlich erwies sich die Schule als jener Ort, an dem die Jugendlichen am meisten rauchen, ja, mit dem Rauchen eigentlich erst so
richtig beginnen. Zugleich war der Anteil der rauchenden Schüler/innen in jenen Schulen besonders niedrig – und zwar nur ein
Bruchteil des europäischen Durchschnitts! -, die insgesamt rauchfrei
waren, in denen also auch Lehrer/innen keine Ausnahme bildeten.
In der Schule lernen die Jugendlichen rauchen
Die Schule ist der Ort und soziale Kontext, in dem von den
Jugendlichen am meisten geraucht wird. Die Vorbildwirkung, die für
die jungen Neueinsteiger/innen so wichtig ist, geht von den älteren
Schülern und Schülerinnen und von den Lehrpersonen gleichermaßen aus.
Eine „rauchfreie Schule“ unterstützt auch die Gesundheit von
Auch für Raucher/innen kann die Normalität des Rauchens in der
Schule ein Problem sein, wenn sie eigentlich versuchen wollen, den
Tabakkonsum zu reduzieren bzw. begrenzt zu halten oder ganz aufzugeben.
Ein soziales Umfeld, in dem Rauchen nicht möglich oder unerwünscht ist, kann diesen Personen helfen, ihre Vorsätze wahr zu
Ein Verbot muss für alle ohne Ausnahme gelten.
Ein Rauchverbot muss für alle Beteiligten der Schulgemeinschaft in
ganz gleicher Weise gelten. Ausnahmen von der Regel müssen begründet und gemeinsam entschieden werden. Es ist daher auch
notwendig, die Lehrer/innen in das Rauchverbot bzw. in jede Regelung zum Rauchen einzubeziehen.
Die gemeinsame Anstrengung, eine „rauchfreie Schule“ zu werden,
ist ein wertvoller Beitrag zur Verbesserung der Schulkultur
und für die Schaffung eines neuen Klimas des Aushandelns und Vereinbarens.
(Leitfaden „Rauchfreie Schule – gemeinsam gegen das Rauchen“, BMBWK 2004)
¾ Zielsetzungen der Nikotinprävention
Das Ziel der Nikotinprävention ist es, Schülerinnen und Schüler zu
einer aktiven und gesundheitsbewussten Lebensgestaltung zu motivieren. Verhaltenspräventive Maßnahmen (z.B. Förderung von
Lebenskompetenzen) müssen mit verhältnispräventiven Maßnahmen
(z.B. Werbeverbote, Zugangsbeschränkungen, rauchfreie Zonen)
gekoppelt werden, damit positive Effekte erzielt werden.
¾ Pädagogische Grundsätze der Nikotinprävention
1. Erfolgreiche Nikotin-/Suchtprävention unterstützt Schülerinnen
und Schüler durch Förderung der Lebenskompetenzen (Life
Skills) ihr Leben gesundheitsbewusst zu gestalten.
2. Erfolgreiche Strategien und Methoden der Nikotinprävention:
 beginnen möglichst früh, sind langfristig und fächerübergreifend
 beinhalten sachlich ausgewogenen Wissensvermittlung und
verhaltensmodifikatorische Elemente (z.B.Rollenspiele),
 bestärken nicht rauchende Schülerinnen und Schüler,
 stellen den Bezug zur eigenen Person her (Reflexion),
 beziehen den Lebensraum Schule mit ein.
3. Erfolgreiche Nikotin- und Suchtprävention unterstützt Aktivitäten und Maßnahmen zur Förderung eines positiven Schul- und
Klassenklimas.
4. Erfolgreiche Nikotin- und Suchtprävention verfolgt klare realistische Ziele. Es werden (Zwischen)schritte gesetzt, die gesetzlichen Vorgaben im Sinne des Nichtraucherschutzes am Arbeitsplatz schulgemeinschaftlich und in Abstimmung mit allen Beteiligten zu realisieren.
5. Idealerweise wird die schulische Nikotin- und Suchtprävention
durch das außerschulische Umfeld z.B. Elternarbeit, außerschulische Freizeitangebote, Präventionsmaßnahmen der Gemeinde
¾ Tipps zur Umsetzung
Präventive Maßnahmen sollten bereits im frühen Kindesalter beginnen und langfristig angelegt werden.
Lebenskompetenzprogramme zielen darauf ab, Faktoren wie z.B.
Umgang mit Stress und negativen Emotionen, Problemlösen zu stärken, um einem Substanzkonsum entgegenzuwirken.
Lebenskompetenzprogramme sollten möglichst kontinuierlich im
Schulalltag umgesetzt werden.
„Eigenständig werden“ – ein Lebenskompetenzprogramm für die Volksschule
Ein wissenschaftlich gestütztes
Unterrichtsprogramm zur Persönlichkeitsentwicklung
Kindern in Volksschulklassen. Es
beruht auf einem Konzept der
WHO zur Gesundheitsförderung,
Stärkung der psychosozialen
Kompetenz und ist erwiesenermaßen eine effektive Methode zur
Verhütung von Gewalt, Aggression, Sucht und Stress.
Eigenständig werden stellt interessierten Lehrkräften Fortbildung,
Schulung und umfangreiche Unterrichtsmaterialien zur Verfügung.
Das Programm lässt sich als flexible Unterrichtseinheit einsetzen und
wird in Deutschland, Österreich und Südtirol seit Jahren erfolgreich
Eigenständig werden wird unterstützt von Mentor Österreich, Rotary
Österreich und dem Bildungsministerium für Bildung, Wissenschaft
Die Präventionsfachstellen in den Bundesländern bieten regelmäßig
Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer an. Nähere Infos finden
Sie auch unter: www.eingenstaendig.net oder direkt bei den Fachstellen im jeweiligen Bundesland.
Volksschule Lortzinggasse 2, 1140 Wien
Christina Tomann
Christina Tomann, Klassenlehrerin: „Wir wollen Gefühle zwischen
Wut und Liebe, zwischen Hauen und Umarmen kennen lernen, eigene Gefühle spüren und sie ausdrücken lernen. Das Ziel ist erreicht,
wenn die Kinder verbalisieren, was sie bewegt.
Wir beginnen eine Klassengemeinschaft zu sein. Dabei kommt es
immer wieder zu Konflikten, die wir gemeinsam lösen wollen. Dazu
ist es notwendig herauszufinden, was ich empfinde, und es auch zu
Die Schülerinnen und Schüler lernten an Hand von Bildkärtchen ihre
Gefühle zu erkennen, zu benennen und Gefühle darzustellen.
Das Basteln von Gefühlsmännchen unterstützte sie dabei, das Gelernte und Erlebte anzuwenden. Ein Papierteller wurde mit einem
Gesicht bemalt, das ein bestimmtes Gefühl ausdrückte, und das entsprechende Gefühl schriftlich auf dem Teller festgehalten. Jedes Gesicht hatte einen offenen Mund, durch den eine Plastilinkugel eingeworfen wurde, die in ein Säckchen fiel, das auf der Rückseite des
Tellers befestigt wurde.
Im Verlauf des Projektes wurde im Unterricht verstärkt auf Gefühle
geachtet und wenn eines „erspürt“ wurde, durfte die/der Schüler/in
oder die Lehrerin das „Gefühlsmännchen“ mit Plastilinkugeln füttern.
Hatte das Männchen den Bauch voll, wurde über dieses Gefühl am
Beispiel einer Geschichte oder im Gesprächskreis diskutiert.
Christina Tomann: „Das Gesundheitsbewusstsein – ganzheitlich gesehen – als auch die Kommunikation innerhalb der Klasse wurden
durch das Projekt stark gefördert. Die Weiterführung des Projektes
ist für die nächsten Jahre gegeben, weil sich immer wieder Situationen ergeben, in denen es um Gefühle geht“.
„Nikotin –
Freund meiner Seele,
Feind meines Körpers?“
Landesjugendheim Korneuburg,
Stockerauerstraße 80, 2100 Korneuburg
Dr. Karl Kleemaier
Das Projekt richtete sich an die Zielgruppe der Lehrer/Erzieher und
Lehrmeister und an jene der Jugendlichen. Durch Diskussionsrunden, Vorträge, Workshops, Diskussionsrunden und Feedback mittels
Video sollten die Jugendlichen zur Teilnahme motiviert und für das
Thema interessiert werden. Sie thematisierten die Manipulation
durch Werbung, setzten sich kreativ mit dem Thema „Ich rauche, also bin ich?“ auseinander und führten vor laufender Videokamera eine Diskussion.
Die Motivation erfolgte nicht über Inhalte, sondern über Methoden.
Die Konfrontation mit dem Projektthema löst bei den Lehrlingen widersprüchliche Reaktionen aus: Erstaunen, Desinteresse, Überraschung, Neugierde, Gleichgültigkeit und Verständnis.
Zum Einstieg sollen die Projektteilnehmer Interesse an einander
entwickeln. Das gelingt mit Partnerinterviews im Plenum zu den
Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Warum gerade
Wenn du ein Tier wärst, welches würdest du am liebsten sein?
Was würdest du mit
50.000,-- tun? warum?
Das Interesse, miteinander an einem Projekt zu arbeiten, stieg deutlich.
Rauchzeichen – Sich ganzheitlich auseinandersetzen: vom Bild
ausgehen, Phantasien entwickeln, Worte finden, zuhören.
Die anschließende Interpretation der Werke wird widerstandslos
zugelassen. Spielerisch wird die Symbolkraft der Zigarettenverpackung, die Auseinandersetzung mit Genuss und Sucht,
die Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt erarbeitet und reflektiert.
Die Jugendlichen erhalten den Auftrag, gefällige
Werbeseiten aller Art aus Zeitschriften zu
sammeln. Die Ähnlichkeit der Werbesujets bei
ganz unterschiedlichen Produkten vermittelt den
Jugendlichen rasch die Erkenntnis, dass nicht
das Produkt selbst, sondern die Botschaft
rundherum Gegenstand der Werbung ist und mit
dem Produkt assoziiert werden soll.
Diskussion vor der Videokamera
Zunächst wurden Argumente für und gegen das Rauchen vor laufender Kamera vorgebracht. Die kleinere Gruppe der Nichtraucher fand
deutlich mehr Argumente. Sie sind überwiegend vernunft- und gesundheitsbezogen, während die Raucher sich auf die für sie positiven
sozialen Aspekte des Rauchverhaltens festlegen.
Die Nichtraucher kamen immer stärker in eine Verteidigungs- und
Rechtfertigungshaltung. Das Raucherzimmer führt die Raucher öfter
zusammen, sie haben mehr Kontakt miteinander. Der Griff nach der
Zigarette ist ein gemeinsames Verhaltensmerkmal, das eine gewisse
Solidarität schafft. Die Jugendlichen sprechen aber auch über ihre
eigenen Erfahrungen, wie das Rauchen ihre körperliche (sportliche)
Leistungsfähigkeit einschränkt. Es wurde den Jugendlichen bewusst,
dass sie alle vom Thema betroffen sind.
Wörtliches Zitat der
„Ein gutes Klima,
wenn jeder echt sein darf!“
Der Projektunterricht entspricht den allgemeinen Bildungsanliegen
der Schule. Die Projektmethode versteht sich als ein Weg zur Erreichung des Bildungsziels „Gesundheit und Bewegung“. Der Projektunterricht betrachtet eine „Projektidee“ vernetzt und fächerübergreifend anstelle der Fachzentriertheit steht die Themenzentriertheit.
¾ Von den ersten Planungsschritten bis zur Evaluation
Das Themenfeld der Projektidee soll möglichst umfassend ausgeschöpft werden: sammeln Sie z.B. mit der Methode des Brainstorming Themen bei den Schüler/innen und Lehrer/innen. Wichtig ist
dabei, dass in dieser Phase keine Pro- und Contradiskussionen zugelassen werden. Es geht darum möglichst viele Vorschläge zu erfassen und sie anschließend für alle sichtbar zu machen.
Das gemeinsame Ziel muss realistisch, überprüfbar, für alle am Projekt Beteiligte sichtbar und positiv formuliert sein. Bei der Präzisierung hilft die Klärung folgender Fragen:
Warum wollen wir gerade zur diesem Thema ein Projekt machen?
Was wollen wir verändern? Wie soll das Ergebnis ausschauen?
Aus der Fülle der Vorschläge soll dann ausgewählt werden, was
machbar ist und was den Zielvorstellungen entspricht.
Legen Sie Erfolgskriterien fest, woran Sie beim Projektabschluss
überprüfen können, ob Sie ihr Ziel erreicht haben.
Maßnahmen/Aktionen
Zur Erreichung der Zielsetzungen ist ein Maßnahmenkatalog notwendig, der gemeinsam im Team (Schüler/innnen, Lehrer/innen und
weitere Interessierte) erarbeitet wird.
Klären Sie welche Maßnahmen gesetzt werden müssen, um das
Ziel/die Ziele zu erreichen. Wichtig dabei ist, genau festzulegen wer,
was und bis wann erledigt.
Es ist darauf zu achten, dass die einzelnen Maßnahmen nach den
vorhandenen zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen
¾ Dokumentation und Präsentation
werden gemeinsam geplant. Je konsequenter während des Projektverlaufs alle Unterlagen gesammelt werden, desto einfacher ist die
Abschlussdokumentation.
Die Präsentation z.B. im Rahmen eines Abschlussfestes bildet den
¾ Reflexion und Evaluation
Es ist wichtig, am Ende des Projektes im Projektteam zu klären, was
gut bzw. was schlecht gelaufen ist. Im Idealfall finden die Reflexionsphasen in regelmäßigen Abständen während des Projektverlaufs
statt. Auf diese Weise wird prozessbegleitend und/oder nach Abschluss des Projektes überprüft, ob das Vorhaben zu den erhofften
Ergebnissen geführt hat und ob das Projekt künftig in gleicher Weise
oder in modifizierter Weise weitergeführt werden kann.
Ein konkret ausgearbeitetes Beispiel für ein fächerübergreifendes
Projekt aus Salzburg zum Nachlesen und Nachahmen:
http://www.avos.at/ichbrauchsnicht/website%20200203/lehrer/unterrichtsmaterial/index.htm (1. Projektjahr)
http://www.avos.at/ichbrauchsnicht/Neu%20-%20web%20200304/lehrer/unterrichtsmaterial/index.htm (2. Projektjahr)
http://www.avos.at/ichbrauchsnicht/neuNeu%20%20web%202004-05/lehrer/001lehrer00123459876.htm
(3. Projektjahr)
Nähere Informationen zum Grundsatzerlass Projektunterricht
http://www.bmbwk.gv.at/schulen/pwi/pu/Projekt_-_Grundsatzerlas4832.xml.
Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben und vielleicht möchten
Sie auch selbst ein Projekt durchführen? Das Bildungsministerium
unterstützt Schulen in ihrer Projektarbeit durch den Bildungsförderungsfonds für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung.
BILDUNGSFÖRDERUNGSFONDS FÜR
GESUNDHEIT UND NACHHALTIGE
Der Bildungsförderungsfonds für Gesundheit und
nachhaltige Entwicklung unterstützt seit 1992
Umweltbildungsinitiativen an Schulen und seit
1996 auch Gesundheitsinitiativen.
Impulsgeber für innovative Schulprojekte in den Bereichen Gesundheits- und Umweltbildung
Förderung des selbstständigen Lernens, der Lebenskompetenzen
der Schülerinnen und Schüler und des Schulklimas
Finanzielle Unterstützung von Projekten, die sich kreativ und kritisch
mit Gesundheits- und Umweltthemen auseinander setzen.
 Finanzielle Unterstützung durch den Bildungsförderungsfonds, Einreichformulare gibt es als download unter
www.umweltbildung.at/bildungsförderungsfonds
Die nächsten Einreichfristen: 23. Februar 2006 und 18. Mai 2006
 Inhaltliche Unterstützung: www.umweltbildung.at,
www.schulpsychologie.at,
 Projektberatung: für Umweltbildungsprojekte: Dr. Günther Pfaffenwimmer, Tel. 01/53120-2532,
guenther.pfaffenwimmer@bmbwk.gv.at
für Gesundheitsbildungsprojekte: Dr. Beatrix Haller, Tel. 531202533, beatrix.haller@bmbwk.gv.at
allgemeine Projektberatung: Forum Umweltbildung, Mag. Martina
Daim, Tel. martina.daim@umweltbildung.at
Ihr Engagement zahlt sich aus und wird jährlich mit dem Gesundheits- und Umweltbildungspreis des Bildungsministeriums ausgezeichnet.
Unterrichtsmaterialien zum Thema Sucht
Das Handbuch liefert wertvolle Ansätze und Methoden
schulischer Suchtprävention an Hand vieler praktischer
Übungsbeispiele, Arbeitsblätter und Spiele für die 5. –
12. Schulstufe überarbeitete 2. Auflage 2005. Es kann
bei den jeweiligen Fachstellen in den Bundesländern gegen eine Gebühr von
15,- bestellt werden oder steht
als download unter www.schulpsychologie.at zur Verfügung.
Die rauchfreie Schule – gemeinsam gegen das Rauchen
Leitfaden für ein Projekt an österreichischen Schulen.
Die Broschüre enthält Argumente für die „rauchfreie Schule“, wissenschaftliche Hintergründe und zeigt Mythen zum Thema „Rauchen“ auf. Enthält Checklisten und Anleitungen zur Umsetzung der
„rauchfreien Schule“: Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden:
beatrix.haller@bmwk,gv,at oder birgitt.hufnagl@bmbwk.gv.at
Die Broschüre bietet Infos über den gegenwärtigen Stand des Wissens zum Themenkreis Drogen, Drogensucht und deren Behandlung.
Drogen und Drogenmissbrauch steht als Download unter
www.schulpsychologie.at zur Verfügung.
HBSC – Factsheets
Nr. 1: Rauchen, Alkohol, Cannabis
Nr. 2: Die Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen
Nr. 3: Die Gesundheit von Burschen und jungen Männern
Die Factsheets stehen als download unter www.schulpsychologie.at
Unterrichtsmaterialien zum Thema Persönlichkeit
Zielgruppe: Kinder, Jugendliche (und Erwachsene)
Die Broschüre möchte dazu anregen, aufmerksamer zu erkennen,
sachlich zu beurteilen und angemessen und engagiert zu handeln.
Wir alle sind etwas Besonderes… und unsere Gemeinschaft
- Vom „Anders – sein“
- Verschiedenheiten erkennen
- Warum uns bestimmte Eigenschaften anderer stören
- Gemeinschaft bilden
ABC der Achtsamkeit:
Das Faltblatt ABC ist eine vielseitige Grundlage für die Verständigung zwischen Personen in engen und weiteren Beziehungen. Es ist
eine Checkliste der persönlichen Werthaltungen und zugleich auch
ein Ressourcen-Potenzial. Es kann zu Diskussionen über Stärken und
Schwächen, über Veränderung, Beibehaltung und Ausbau in Systemen anregen, aber auch zur persönlichen Standortbestimmung.
Worte statt Waffen:
Wir müssen das auffällige Verhalten verstehen, um es verändern zu
können! Dazu ist notwendig, dass wir uns alle für die Gestaltung des
Miteinanders verantwortlich fühlen und aus diesem Denken heraus
solidarisch handeln! Verhaltensauffälligkeiten nur einzelnen „Problemschüler/inne/n“ anzulasten, kann eine vorschnelle Etikettierung
sein. Die Broschüre wendet sich vor allem an Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern, aber auch (unter entsprechender Anleitung) an
Schülerinnen und Schüler ab der 7.Schulstufe mit vielen Hinweisen
zum Verständnis von Verhaltensauffälligkeiten und mit konkreten
Anregungen für Verhaltensvereinbarungen, Interaktionsprogrammen
und für eine lebendige Gemeinschaft.
Wege zum ICH, zum DU, zum WIR
Diese Broschüre wendet sich in erster Linie an Eltern, Lehrer/innen
und Erzieher/innen. Sie kann an Schüler/innen ab der 10. Schulstufe
weitergegeben werden, wenn das Einverständnis und die Bereitschaft aller Beteiligten vorliegt, sich mit sich selbst und anderen Personen konstruktiv auseinander zu setzen.
Alles Notwendige bei Ängsten und Krisen
Aus dem Inhalt: Leistungsängste, Beziehungsängste,
Allgemeine Angst und spezifische Furcht, Entwicklungskrisen und
seelische Krisen, vom Kennen zum Können.
Das Leben ist wert-voll!
Die drei Hauptstraßen der Sinnfindung
-etwas schaffen
- etwas bewusst erleben
- in einer schwierigen Situation standhalten
- sich um sich selbst kümmern
- sich um andere sorgen
- sich für die Umwelt engagieren
Wert in der Persönlichkeitsentwicklung
- Selbstständigkeit gewinnen
- Initiative entwickeln
- die eigenen Fähigkeiten entwickeln
- Identität gewinnen
- den persönlich passenden Lebensstil finden
Positive Leitmotive
In einer Zeit, in der die virtuelle Welt immer mehr an Attraktionen
zu bieten hat, ist es wichtig, sich auf die Vorteile einer lebendigen,
echten, nicht elektronisch vermittelten Gemeinschaft zu besinnen.
Klassengemeinschaften in Schule und anderen Ausbildungsstätten,
Arbeitsteams im Berufsfeld, Freizeitgruppen – all dies ermöglicht ein
lebendiges Lernen aneinander, miteinander und füreinander.
Schule z.B. ist nicht nur ein Ort der Wissensweitergabe, sondern
auch ein Ort der Wertvermittlung und der mitmenschlichen Begegnung.
Ich will (nicht) mehr!
Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene. Der Titel der
Broschüre "Ich will (nicht) mehr!" ist nicht bloß ein
Wortspiel. Wer mit dem Gedanken spielt "Ich will mir
das Leben nehmen!" meint dahinter meist: "Ich will
mir ein Leben nehmen, das mir mehr von dem bietet,
was für mich wertvoll und erfüllend ist!". Lebensüberdruss ist daher
ein Hilfeschrei nach mehr Anerkennung, mehr Kontakt, mehr Sinn.
Manchmal kann man sich selbst aus dem Tief empor arbeiten.
Manchmal ist es so, als ob alle unsere Kräfte zusammengebrochen
wären. Die Broschüre richtet ihr Augenmerk vor allem auf die
Grundbedürfnisse, die für seelisches Wohlbefinden wesentlich sind,
und auf erste Anzeichen dafür, dass diese Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllt sind.
Alle Broschüren zum Thema „Persönlichkeit“ können direkt bei der
Schulpsychologie und Bildungsberatung des Bundesministeriums für
Bildung, Wissenschaft und Kultur, Tel.: 01/531 20/2584
Sandra.Schreier@bmbwk.gv.at bestellt werden.
Audio-visuelle Unterrichtsmaterialen des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur
Informationen zum gesamten Angebot des Medienservice des Bildungsressorts erhalten Sie unter www.bmbwk.gv.at/medienservice.
Das Video zeigt auf, dass in Werbekampagnen
bewusst ein schönes, aber falsches Bild vom
Rauchen gezeichnet wird. In den USA wurden
Konzepte entwickelt, durch die Fotomodelle und
Stuntmen für die Werbung zu Identifikationsfiguren
für bestimmte Zigarettensorten gemacht wurden.
Nun wegen ihres Tabakkonsums zum Teil selbst
schwer erkrankt, wollen sie vor den raffinierten
warnen und besonders Jugendliche, die noch nicht
rauchen, auf die schweren, bisweilen tödlichen
Folgen des Rauchens aufmerksam machen.
Schüler zum Thema Rauchen
Das Video referiert, hält Erfahrungen fest, stellt
Einstellungen und Einschätzungen vor und gibt
Einblick in Lebenswirklichkeiten und Nachdenkhilfen
ohne pädagogischen Pathos.
FRÜHRAUCHER
Mit Aussagen von Kindern und Jugendlichen wird
versucht, das leichte Angewöhnen, die schnelle
Abhängigkeit und das schwere Abgewöhnen des
Suchtproblem)
Tabakanbau in der Dritten Welt
Am Beispiel von Tansania, einem der ärmsten Länder
der Erde, werden in diesem Video Vorgangsweisen
Tabakanbaus
Werbestrategien der großen Konzerne aufgezeigt.
Monokulturelle Abhängigkeit, Raubbau an den
Wäldern zur Gewinnung von Brennholz und immer
neuer Anbauflächen und durch diesen einseitigen
Anbau ausgelaugte, unbrauchbar gewordene Böden
bringen das Entwicklungsland in immer stärkere
Abhängigkeit zum reichen Norden.
ZWISCHEN BEIDEN HERZEN
Schädigung der Lunge durch Rauchen
Vorgestellt werden der Bau des Herzens, Körperund Lungenkreislauf sowie das Atmungssystem, und
anschließend wird der Gasaustausch in den Lungen
und seine Beeinträchtigung durch das Rauchen vom Absterben der Flimmerhärchen bis hin zum
Rechtsherzversagen - gezeigt.
Information und Versand von Verleihmedien:
Tel.: +43/1/505 72 49 0
Fax: +43/1/505 53 07
Wir empfehlen folgende Neuerscheinung:
Ein Kooperationsprojekt des Instituts für
Suchtprävention, des Landespolizeikommandos OÖ und des Fonds Gesundes
Take 5 sind Videoclips aus dem Alltag von
Jugendlichen. Der Einsatz dieser Clips eignet
sicht ab der 7./8. Schulstufe. Die Clips versuchen ohne Verharmlosung und ohne Übertreibung typische Situationen darzustellen, in
den Alkohol, Nikotin, Cannabis, Ectasy und Essstörungen eine Rolle
spielen. Ein Booklet enthält Vorschläge zur Verwendung im Unterricht. Die angebotenen Arbeitsblätter finden Sie als download unter
www.take-5.at. Die take-5 dvd kann am Institut für Suchtprävention unter der Telefon Nr.: 0732/77836-39 oder per E-Mail
3,-- (zuzüglich Versandspebrandstetterm@preaevention.at um
sen) erworben werden.
¾ www.schulpsychologie.at
Die Homepage der Schulpsychologie und des Bildungsressorts bietet
Informationen zu aktuellen schulpsychologischen Themen, Bildungsentscheidungen, Prävention und Gesundheitsbildung.
¾ Aktuelle wissenschaftlich fundierte Informationen zum Thema Rauchen der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden
http://www.aerzteinitiative.at/_Kinder_1.htm
Für Schüler/innen die Literatur für Schüler/innnenprojekte suchen:
http://www.aerzteinitiative.at/_Jugend_1.htm.
Diese Homepage richtet sich an die Jugendlichen. Lehrer könnten
z.B. ihre Informationen zu Rauchtherapien und Raucherberatung:
http://www.aerzteinitiative.at/_Raucher_1.htm
¾ www.infoline.at/rauchen - Beiträge zum Thema Rauchen der
Zeitschrift „ÄrzteWoche“
¾ www.krebshilfe.net – Die Österreichische Krebshilfe bietet auf ihrer Website in der Rubrik Information und Vorsorge Wissenswertes,
Tipps und Ratschläge zum Thema Rauchen und Nichtrauchen.
¾ http://raucherzone.isch.at – Auf dieser Website der Bewegung
„Innerer Schweinehund“ des BM für Gesundheit und Frauen findet
man Tipps und Beratung rund ums Thema Rauchen.
¾ www.feelok.at/rauchen.htm
Internetprogramm zum Thema Jugendgesundheit für 12
bis 18 Jährige. Es beantwortet Fragen wie zum
Beispiel: „Was kann ich tun, wenn ich das Rauchen
aufgeben möchte?“ Gibt Tipps für gutes Selbstvertrauen
oder für den Um gang mit Frust und Ärger.
Außerdem stehen themenspezifische Arbeitsblätter für den Unterricht zur Verfügung, die kostenlos abrufbar sind.
¾ www.help.gv.at
ist Ihr Wegweiser durch die Ämter in Österreich.
Hier finden Sie Hilfe und Informationen zu Recht und Behörden
¾ www.bzga.de
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hält eine
Vielzahl von Broschüren, Unterrichtsmaterialien, Arbeitsmappen zu
verschiedensten Themen der Gesundheit, die in der Regel kostenlos
¾ www.zurismokefree.ch
hier finden Sie eine Liste von Materialien zur Förderung des Nichtrauchens
¾ Studien zum Nachlesen:
HBSC – Health Behaviour in Schoolaged Children
www.univie.ac.at/lbimgs/projekte/hbsc_int.html
CAS – Control of Adolescent Smoking
www.univie.ac.at/lbimgs/projekte/eu-bmns.html
GAT – Gender and Tobacco
www.univie.ac.at/lbimgs/projekte/gds.html
www.univie.ac.at/lbimgs/projekte/rfs.html
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Hrsg.). (2001).
Grundsatzerlass zum Projektunterricht – Tipps zur Umsetzung, Wien
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Bundesministerium
für Gesundheit und Frauen (Hrsg.). (2004). Die Rauchfreie Schule – gemeinsam gegen das Rauchen, Wien.
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. (2004). Qualität in
der schulischen Suchtprävention, Wien.
Dür, W., Mag. Dr. Currie, C., Ass.-Prof. Dr. Due, P., Dr. Gaspar de Matos,
Mravlag, K., M., Roberts, C., Dr. Woynarowska, B., Dr. Samdal, O., (2002).
Gesundheit und Gesundheitsverhalten bei Kindern und Jugendlichen. Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen (Hrsg), Wien
Dür, W., Grossmann, W., Mravlag, K., Penz, H. Stidl, T., Schuß, I., Aichberger,
H., Schindlauer, G. (2001). hbsc/14.Die Rolle der nationalen Politik zur Kontrolle des Rauchens bei Jugendlichen und der Einfluss der Schule und des Elternhauses. Endbericht LBIMGS, Wien.
Hanewinkel, R. (2003). Inhaltliche, konzeptionelle und organisatorische Bedingungen einer erfolgreichen schulischen Prävention des Rauchens. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz, 46, 677-682.
Ansprechpartner bei den Suchtpräventionsstellen
Bei den Suchtpräventionsstellen erhalten Sie Informationen, Broschüren und Tipps
rund um das Thema Rauchen und Sucht.
Fax: 0662/ 84 92 91 22
www.akzente.net/supra
e-mail: office@akzente.net
DAS Theresia Hausleitner
Tel. Nr. 0699/ 15 7979 00
suchtpraevention@psd-bgld.at
KIS – Kontaktstelle in Suchtfragen
Prof. Mag. Wolfgang Grüll
Email: kis@salzburg.at
Telefon: 0662/840419
Abt.12,
Landesstelle Suchtprävention
Dr. Barbara Drobesch
Bahnhofstraße 24/5
Tel.: 050-536-31282
Fax: 050-53631280
e-mail: abt12.spraev@ktn.gv.at
SAG "Suchtprävention als Gemeinschaftsaufgabe"
Kontaktadresse: VIVID - Fachstelle
Hans-Sachs-Gasse 12/II,
Telefon: 0316/82 33 00, Fax:
0316/82 33 00-5
Email: vivid@stmk.volkshilfe.at
kontakt + co – Suchtprävention
Bürgerstraße 18, 6020 Innsbruck
Telefon: 0512/58 57 30
Fax: 0512/58 57 30-20
Email: office@kontaktco.at
Fachstelle für Suchtvorbeugung,
Fachbereich Suchtvorbeugung
Brunngasse 8, 3100 St. Pölten
Telefon: 02742/314 40
Fax: 02742/314 40-19
Email: info@suchtvorbeugung.at
Telefon: 0732/77 89 36
Fax: 0732/77 89 36-20
Email: info@praevention.at
Werkstatt für Suchtprophylaxe
(Leiter: Andreas Prenn)
Moosmahdstraße 4, 6850 Dornbirn
Telefon: 05572/55 155
Fax: 05572/55 155-15
Email: info@supro.at
Akzente Suchtprävention
Tel.: 0662/84 92 91 44
Mag. Martina Krieger
Telefon: 01/4000-66 716
Fax: 01/4000-66 392
Email: martina.krieger@fsw.at
SCHULPSYCHOLOGIE– UND BILDUNGSBERATUNG
Ansprechpartner für die Schulpsychologie–Bildungsberatung
Bei den Ansprechpartnern für den Bereich der Schulpsychologie - Bildungsberatung
erhalten Sie Informationen über Broschüren und Tipps in Zusammenhang mit Abhängigkeitsproblemen.
Rudolfskai 48, 5010 Salzburg
Tel.: 0662/842788
Fax: 0662/842788-4
helene.humer@lsr.salzburg.at
im Landesschulrat für Burgenland
Hofrat Dr. Werner Braun
Tel.: 02682/710-131
Fax: 02682/710-79
werner.braun@lsr-bgld.gv.at
im Landesschulrat für Steiermark
Hofrat Dr. Josef Zollneritsch
Körblergasse 23, 8015 Graz
Tel.: 0316/345-199
Fax: 0316/345-299
im Landesschulrat für Kärnten
HR Dr. Christine KampferLöberbauer
Tel.: 0463/56659
Fax: 0463/56659-16
christine.kampfer-loeberbauer@lsrktn.gv.at
im Landesschulrat für Tirol
Müllerstr. 7/II, 6020 Innsbruck
Tel.: 0512/57 65 61
Fax: 0512/57 65 61-13
schulpsy@asn-ibk.ac.at
im Landesschulrat für NÖ.
Rennbahnstr. 29, 3109 St. Pölten
Tel.: 02742/280-4700
Fax: 02742/280-1111
andrea.richter@lsr-noe.gv.at
im Landesschulrat für Vorarlberg
maria.helbock@lsr-vbg.gv.at
im Landesschulrat für OÖ.
Dr. Agnes Lang
Sonnensteinstraße 20, 4020 Linz
Tel.: 0732/7071-2321
Fax: 0732/7071-2330
agnes.lang@lsr-ooe.gv.at
im Stadtschulrat für Wien
Wipplingerstr. 28, 1010 Wien
Tel.: 01/52-525/77505
Fax: 01/52 525/9977501
im Landesschulrat für Salzburg
Mag. Helene Mainoni-Humer
RUNDSCHREIBEN NR. 3/2006
BMBWK-21.070/0001-III/11/2006
+43(1)/53120-/53120-
Antwortschreiben bitte unter Anführung der Geschäftszahl.
Tabakgesetz; Schulunterrichtsgesetz;
§§ 12 Abs. 1 und 3 sowie 13 Abs. 2 und 3
bzw. 13a Tabakgesetz
§ 44 Abs. 1 Schulunterrichtsgesetz
§ 9 Abs. 2 Schulordnung
Die jüngste Novelle zum Tabakgesetz brachte eine Modifizierung der Bestimmungen über
den Nichtraucherschutz. Diese Regelungen gelten auch für Schulen. Sie werden durch
Normen des Schulunterrichtsgesetzes und der Schulordnung ergänzt. Dem Tabakgesetz und
dem Schulrecht liegen allerdings unterschiedliche Anknüpfungspunkte zugrunde. Während
das Tabakgesetz von baulichen Objekten und deren Räumlichkeiten ausgeht, stellt das
Schulrecht auf Personen ab.
Grundsätzlicher Nichtraucherschutz in Unterrichtsräumen
§ 12 Abs. 1 Z 1 und 3 Tabakgesetz statuiert ein ausnahmsloses Rauchverbot für jede Art
von Räumen, in denen Unterrichts- und Fortbildungsveranstaltungen oder schulsportliche
Aktivitäten stattfinden. In diesem Zusammenhang ist es gleichgültig, wo sich die Räumlichkeiten befinden. Ebenfalls keine Rolle spielt es, ob deren Verwendung für die erwähnten Zwecke dauernd oder nur vorübergehend ist. Auch bei einer zeitlich begrenzten Nutzung darf während des Unterrichts, der Fortbildungsveranstaltung oder der schulsportlichen
Aktivität nicht geraucht werden. Dieses Rauchverbot gilt für Schüler, Lehrer und sonstige
Begleitpersonen gleichermaßen.
Über diese tabakgesetzliche Regelung hinausgehend, legt § 9 Abs. 2 der Schulordnung für
Schüler ein prinzipielles Rauchverbot während des Unterrichts sowie bei Schulveranstaltungen und schulbezogenen Veranstaltungen fest. Das schulrechtlich verordnete Rauchverbot gilt auch wenn der Unterricht oder die Veranstaltung im Freien abgehalten wird. § 12
Abs. 1 Z 1 und 3 Tabakgesetz schränkt das für Schüler geltende Rauchverbot nicht ein.
Nichtraucherschutz im Schulgebäude
Vom Nichtraucherschutz erfasster Bereich
Den zunächst auf bestimmte Räume beschränkten Nichtraucherschutz dehnt § 13 Abs. 3
Tabakgesetz in Bezug auf Schulen auf das gesamte Gebäude aus. Das gilt für öffentliche
wie private Schulen. Auf die rechtliche Stellung des Schulerhalters kommt es in diesem Fall
Der Schutz der Nichtraucher vor gesundheitsschädlichem Tabakrauch erstreckt sich auf alle
Bereiche des Schulgebäudes. Ausgenommen sind nur Teile, die ausschließlich privaten
Zwecken vorbehalten sind, wozu etwa Dienstwohnungen gehören.
Davon abgesehen beschränkt sich der Nichtraucherschutz nun nicht mehr nur auf Unterrichtsräume. Er besteht auch für Gänge, Garderoben und sonstige Umkleideräume, für das
Schulbuffet, für Konferenzräume und Lehrerzimmer, für den Sekretariatsbereich sowie für
die Räume der Schulleitung.
Vom Rauchverbot betroffene Personen
Zum Schutz der Nichtraucher ist allen Personen, die sich im Schulgebäude aufhalten, das
Rauchen ausnahmslos untersagt Von den Schülern abgesehen, denen das Rauchen ohnehin
bereits durch die Schulordnung verboten wird, bezieht sich die Verpflichtung das Rauchen
zu unterlassen, daher auch auf Lehrer, auf das nicht unterrichtende Personal, auf Eltern und
Erziehungsberechtigte sowie auf alle Personen, die das Schulgebäude, und sei es auch nur
für kurze Zeit, betreten. Für die Beachtung dieser Verpflichtung ist die Schulleitung verantwortlich (§ 56 Abs. 4 SchUG). Dem Schulerhalter obliegt es für die Beschaffung und
Anbringung der Rauchverbotshinweise gemäß § 13a Tabakgesetz zu sorgen.
Zeitlich unbefristete Geltung des Nichtraucherschutzes
Für die Geltung des Nichtraucherschutzes ist es unerheblich, ob in der Schule gerade Unterricht stattfindet oder nicht. Der Nichtraucherschutz ist zeitlich unbegrenzt. Er besteht auch
in der schul- und unterrichtsfreien Zeit. In den Ferien, während Lehrerkonferenzen, in den
Sitzungen der Organe der Schulpartnerschaft oder bei Elternvereinsabenden. Auch schulfremde Personen und Einrichtungen, denen im Zuge von Schulraumüberlassungen gemäß §
128a SchOG Räume zur Verfügung gestellt werden, haben das im Schulgebäude bestehende Rauchverbot zu beachten. Gleiches gilt für die Besucher von Schulfesten und Schulfeiern.
Da der im Tabakgesetz verankerte Nichtraucherschutz zwingendes Recht ist, ist es nicht
möglich ihn mehrheitlich oder einvernehmlich wieder außer Kraft zu setzen. Es gehört zum
Wesen zwingender Normen, dass sie für den Einzelnen nicht abänderbar sind. Somit ist es
unzulässig im Zuge einer Lehrerkonferenz, eines Elternabends oder einer Sitzung der Organe der Schulpartnerschaft eine Abstimmung darüber stattfinden zu lassen, ob im oder außerhalb des Besprechungsraumes geraucht werden darf. Das ist selbst dann unstatthaft,
wenn sich die an der Besprechung teilnehmenden Nichtraucher vom Tabakrauch nicht belästigt fühlen sollten. Die mit dem Tabakgesetz verbundenen Zielsetzungen des Schutzes
der Gesundheit und der Hebung des Gesundheitsbewusstseins haben gesamtgesellschaftlichen Charakter. Neben dem Schutz von Nichtrauchern vor den nicht länger zu bestreitenden
negativen Folgen des Tabakrauchs stellen sie vor allem auf eine Veränderung der Haltung
der Allgemeinheit gegenüber dem Rauchen und damit auf eine Eindämmung von Suchtverhalten ab. Gesundheitspolitische Anliegen, denen sich Einzelne oder Gruppen nicht unter
Berufung auf einen persönlichen Lebensstil oder auf individuelle Vorlieben und Gewohnheiten entgegenstellen können.
§ 13 Abs. 3 Tabakgesetz gilt für Schulen, an denen (auch) Jugendliche unterrichtet werden.
Wird eine Schule ausschließlich von Erwachsenen besucht, kann von der Ausnahmeregelung des § 13 Abs. 2 Tabakgesetz Gebrauch gemacht werden. Die Bestimmung ermöglicht
es, das Rauchen in genau bezeichneten Räumen unter der Voraussetzung zu gestatten, dass
der Tabakrauch nicht in den mit Rauchverbot belegten Bereich dringen kann. Ansonsten gilt
der Nichtraucherschutz uneingeschränkt auch für diese Schulen.
Unabdingbare Voraussetzung für die einschränkend auszulegende Ausnahmeregelung ist,
dass das Schulgebäude ausschließlich für den Unterricht von Erwachsenen genutzt wird.
Werden hingegen während des Tages Jugendliche unterrichtet und findet der Unterricht für
Erwachsene erst in den Abendstunden statt, darf auf § 13 Abs. 2 Tabakgesetz nicht zurückgegriffen werden. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn der Unterricht für Jugendliche und Erwachsene zeitgleich erfolgt. In beiden Fällen dürfen an der Schule keine Räume
reserviert werden, in denen das Rauchen gestattet ist.
Auch an Schulen, die ausschließlich für den Unterricht von Erwachsenen bestimmt sind,
besteht jedoch kein Anspruch Raucherzimmer zur Verfügung gestellt zu erhalten. Ob von
der Ausnahmeregelung des § 13 Abs. 2 Tabakgesetz Gebrauch gemacht werden soll, liegt
im Ermessen des Schulerhalters bzw. der Schulbehörde.
Vom Rauchverbot des Tabakgesetzes nicht umfasst sind im Schulgebäude befindliche
Dienstwohnungen. Dienstwohnungen werden zur privaten Nutzung überlassen. Sie dienen
nicht der Dienstverrichtung und gehören zur Privatsphäre der darin Wohnenden. Im Hinblick auf die Wahrung und den Schutz des privaten Lebensbereiches unterscheiden sich
Dienstwohnungen nicht von anderen Wohnungen. Deshalb ist eine sich im Schulgebäude
befindliche Dienstwohnung getrennt vom öffentlichen Bereich der Schule zu sehen. Für
Dienstwohnungen gilt § 12 Abs. 3 Tabakgesetz, womit sie selbst dann dem Rauchverbot
nicht unterliegen, wenn an der Schule (auch) Jugendliche unterrichtet werden. Selbstverständlich haben die Benützer von Dienstwohnungen darauf zu achten, dass kein Tabakrauch
in den übrigen Schulbereich dringt.
Rauchverbot außerhalb des Schulgebäudes
Rauchverbot auf der gesamten Schulliegenschaft für Schüler
Das Tabakgesetz bezieht sich auf das Schulgebäude sowie auf das dem Unterricht oder der
schulischen Aufgabenerfüllung dienende Nebengebäude. Außerhalb dieser Gebäude ist das
Rauchverbot des Tabakgesetzes nicht anwendbar. Für Schüler spricht jedoch § 9 Abs. 2 der
Schulordnung ein für die gesamte Schulliegenschaft und damit auch für die zu ihr gehören
den Freiflächen (Schulhof, Parkplätze, Sportanlagen) geltendes Rauchverbot aus. Sofern es
sich bei der Schule allerdings um keine allgemein bildende Pflichtschule handelt und jugendgesetzliche Vorschriften oder das Tabakgesetz nichts anderes besagen, könnte das
durch die Schulordnung statuierte Rauchverbot in der vom Schulgemeinschaftsausschuss zu
beschließenden Hausordnung für Freiflächen wieder zurückgenommen werden. Für das
Schulgebäude und seine Nebengebäude ist das hingegen niemals möglich, da § 9 Abs. 2
Schulordnung, wie erwähnt, vorbehaltlich tabakgesetzlicher Regelungen gilt. Eine Hausordnung, die das Rauchen im Schulgebäude gestattet, stellt eine grobe Verletzung des in §
13 Abs. 3 Tabakgesetz verankerten Nichtraucherschutzes dar.
Hausordnungen sind den Schulbehörden zur Kenntnis zu bringen (§ 44 Abs. 1 SchUG). Die
Schulbehörden sollen in die Lage versetzt werden, die Recht- und Zweckmäßigkeit von
Hausordnungen zu prüfen. Für die Frage der Zweckmäßigkeit sind keineswegs nur schulstandortspezifische Gegebenheiten maßgeblich. Auch grundsätzliche, die Erziehung und
den schulischen Unterricht berührende Erwägungen spielen eine Rolle. Dazu zählt jedenfalls auch die in den Lehrplänen verankerte Gesundheitserziehung. Sie stellt einen wichtigen und nicht zu vernachlässigenden Aspekt des schulischen Bildungsauftrages dar. Zu
seiner Wahrung werden die Schulbehörden daher aufgefordert in Hausordnungen vorgesehene Bestimmungen aufzuheben, die Schülern das Rauchen auf innerhalb der Schulliegenschaft befindlichen Freiflächen gestatten. Das ist möglich, weil § 44 Abs. 1 SchUG den
zwischen Schulbehörde und Schule verfassungsrechtlich vorgegebenen Weisungszusammenhang nicht aufhebt. Das eine Hausordnung beschließende schulische Organ kann sich in
Zusammenhang mit dieser Bestimmung auf keine Autonomie im verfassungsrechtlichen
Sinn berufen.
Verzicht von Lehrkräften außerhalb des Schulgebäudes zu rauchen
§ 9 Abs. 2 der Schulordnung gilt nur für Schüler. Lehrer werden von der Regelung nicht
erfasst. Für sie kann allerdings in der Hausordnung (Verhaltensvereinbarung) Entsprechendes vorgesehen werden. Eine vergleichbare Regelung kann auch für Schulveranstaltungen
und schulbezogene Veranstaltungen erfolgen. Sie müsste allerdings auch für Nichtlehrer (z.
B. Eltern oder Erziehungsberechtigte) gelten, die eine solche Veranstaltung begleiten.
Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur ersucht die Landesschulräte
bzw. den Stadtschulrat für Wien die Schulen entsprechend zu verständigen. Mit dem Inkrafttreten dieses Rundschreibens tritt das Rundschreiben Nr. 22/1996 außer Kraft.
Wien, 24. Jänner 2006
Anti-Raucher-Broschuere
http://cdn2.vol.at/2006/05/Anti-Raucher-Broschuere.pdf

References: § 44

§ 44

§ 9

§ 12
 § 9
 § 12
 § 13
 § 13
 §
128

§ 13
 § 13
 § 13
 § 13
 § 12
 § 9
 § 9
 §
13
 § 44

§ 9