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Timestamp: 2016-10-22 16:10:06+00:00

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139 II 17313. Auszug aus dem Urteil der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. X. AG gegen Aufsichtskommission �ber die Rechtsanw�lte des Kantons Zug (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
Art. 12 let. d LLCA; admissibilit� et limites de la publicit� pour un avocat. Interpr�tation de l'art. 12 let. d LLCA (consid. 2-6): texte de la disposition (consid. 2) et notion de publicit� (consid. 3). D�termination des limites de la publicit� pour un avocat (consid. 6), en tenant compte de la gen�se de la norme (consid. 4) et de sa place dans l'ordre juridique (consid. 5). Conform�ment � la port�e donn�e par la Constitution et concr�tis�e par la loi, ce n'est pas la publicit� des avocats mais sa limitation qui doit �tre justifi�e (consid. 6.1). Int�r�t public � un exercice de la profession conforme aux r�gles et de haute qualit� (consid. 5 et 6.2.1). Une publicit� discr�te et limit�e aux faits objectifs correspond au besoin d'information du public et est admissible; l'exigence de discr�tion concerne aussi bien le contenu que les formes et les m�thodes de publicit� (consid. 6.2.2). Pouvoir d'appr�ciation des autorit�s cantonales (consid. 6.3.2). Caract�re inadmissible de la publicit� ext�rieure (inscription sur la fa�ade de l'immeuble) dans le cas particulier en raison du manque de retenue dans la r�alisation (consid. 7). Faits � partir de page 174
BGE 139 II 173 S. 174
A. Die Anwaltskanzlei X. AG beabsichtigt am B�rogeb�ude, in dem sich ihre Kanzlei befindet, die Fassadenanschrift "X. Advokatur & Notariat" anzubringen. Das B�rogeb�ude liegt an einer stark befahrenen Verkehrskreuzung in A./ZG. Am Geb�ude bestehen ober- wie unterhalb des geplanten Schriftzugs bereits Fassadenanschriften zweier weiterer Gewerbebetriebe ("V. Treuhand" und "W."). Die vorgesehene Beschriftung soll eine Gesamtl�nge von ca. 9,4 m und eine H�he von 70 cm ("X.") bzw. 32 cm ("Advokatur & Notariat") aufweisen und mit weissen LED-Lichtern ausgeleuchtet werden. Die Fronten sollen blau (blaues Plexiglas) und die Seitenteile vorne (1/3) weiss opal und hinten (2/3) silbern leuchten.
B. Am 12. M�rz 2012 stellte die Aufsichtskommission �ber die Rechtsanw�lte des Kantons Zug fest, die beabsichtigte Firmenbeschriftung verstosse gegen die Berufsregeln gem�ss Art. 12 lit. d BGE 139 II 173 S. 175des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61). Am 14. Juni 2012 wies das Obergericht des Kantons Zug die gegen diesen Entscheid erhobene Beschwerde ab.
C. Vor Bundesgericht beantragt die X. AG die Aufhebung des Urteils des Obergerichts des Kantons Zug vom 14. Juni 2012 und die Feststellung, dass die von ihr geplante Firmenanschrift an der Hauswand des Geb�udes an der B.strasse in A./ZG keine unzul�ssige Werbung im Sinne des Art. 12 lit. d BGFA darstelle, eventualiter die R�ckweisung zur Neubeurteilung an die Vorinstanz. (...)
2. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet die vorinstanzliche W�rdigung, wonach die vorgesehene Beschriftung gegen die Berufsregel gem�ss Art. 12 lit. d BGFA verstosse. Zudem r�gt die Beschwerdef�hrerin eine Verletzung der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 BV), welche die Vorinstanz bei der Anwendung von Art. 12 lit. d BGFA nicht gen�gend ber�cksichtigt habe.
2.1 Auszulegen ist daher Art. 12 lit. d BGFA, gem�ss welchem Anw�ltinnen und Anw�lte "Werbung machen [k�nnen], solange diese objektiv bleibt und solange sie dem Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit entspricht".
Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Ordnung zu unterstellen (BGE 137 V 434 E. 3.2 S. 437; BGE 136 II 187 E. 7.3 S. 194; BGE 134 V 170 E. 4.1 S. 174; je mit Hinweisen). 2.2 Art. 12 lit. d BGFA geht vom Grundsatz der Zul�ssigkeit der Anwaltswerbung aus ("k�nnen Werbung machen"), setzt jedochBGE 139 II 173 S. 176voraus, dass die Werbung "objektiv" ("faits objectifs"; "fatti oggettivi") bleibt und dem "Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit" ("int�r�t g�n�ral"; "bisogni d'informazione del pubblico") entspricht. Der abweichende franz�sische Wortlaut beim letztgenannten Kriterium ist auf einen Vorschlag der Redaktionskommission zur�ckzuf�hren und gibt den Willen des Gesetzgebers nur ungen�gend wieder, weshalb auf die deutsche bzw. italienische Fassung abzustellen ist (BOHNET/MARTENET, Droit de la profession d'avocat, 2009, N. 1495).
Die gesetzlichen Begriffe - von "Werbung" �ber "objektiv" bis zu "Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit" - sind offengehalten. Da die Beschwerdef�hrerin die Frage aufwirft, ob �berhaupt Werbung vorliegt, ist zun�chst der Werbebegriff zu kl�ren (E. 3), um anschliessend unter Ber�cksichtigung der Entstehungsgeschichte der Norm (E. 4) und ihrer Stellung in der Rechtsordnung (E. 5) die Tragweite und Bedeutung der Kriterien "objektiv" und "Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit" zu bestimmen (E. 6).
3. 3.1 Unter "Werbung" im Sinne von Art. 12 lit. d BGFA ist insbesondere all jene Kommunikation zu verstehen, die planvoll darauf angelegt ist, andere daf�r zu gewinnen, die von einem Anwalt bzw. einer Anwaltskanzlei angebotenen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen (BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1485 ff.; WALTER FELLMANN, in: Kommentar zum Anwaltsgesetz [nachfolgend: Kommentar], Fellmann/Zindel [Hrsg.], 2. Aufl. 2011, N. 113 zu Art. 12 BGFA; ANDREA SCH�TZ, Anwaltswerbung in der Schweiz, 2010, S. 61 ff.). Ob diese Voraussetzungen vorliegen, bestimmt sich nach der Verkehrsauffassung; massgebend sind objektive Kriterien.
3.2 Der Begriff der Werbung darf nicht zu eng verstanden werden, um den Gehalt der Norm nicht zu unterlaufen (SCH�TZ, a.a.O., S. 69). Das gilt auch f�r Aussenwerbung, namentlich bei Kanzleischildern. Beschr�nken sie sich auf reine T�r- bzw. Namensschilder, kann man ihnen mit gutem Grund jeglichen Werbecharakter absprechen (vgl. BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1526). Dabei sollte man sich jedoch nicht in begrifflichen Abgrenzungsfragen verlieren, wird man den Werbecharakter doch gerade mit Verweis auf den blossen Informationsgehalt (Hinweisfunktion) solcher T�rschilder verneinen, womit sie ohne Weiteres den Anforderungen des Art. 12 lit. d BGFA gen�gen.
3.3 Zu Recht hat die Vorinstanz die vorliegende Fassadenanschrift als (Aussen-)Werbung qualifiziert, richtet sie sich doch an eineBGE 139 II 173 S. 177unbestimmte Vielzahl von Personen und entfaltet damit eine gewisse Breitenwirkung (vgl. FELLMANN, Kommentar, a.a.O., N. 114b zu Art. 12 BGFA). Entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin ist nicht nur die "Spezialisierungsanpreisung" (Hinweis auf besondere Kenntnisse, bevorzugte T�tigkeitsbereiche etc.) als Werbung einzustufen. Anders als ein einfaches T�rschild beschr�nkt sich die Fassadenanschrift nicht darauf, auf den Standort der Beschwerdef�hrerin hinzuweisen, sondern ist aufgrund ihrer Gr�sse, Gestaltung und Anbringung zugleich eine publikumswirksame Bekanntmachung, dass die Beschwerdef�hrerin anwaltliche Dienstleistungen und Beurkundungen anbietet. Es handelt sich damit um Werbung im Sinne von Art. 12 lit. d BGFA.
4. 4.1 Wie die �brigen Berufsregeln nach Art. 12 BGFA ist auch Art. 12 lit. d BGFA der "gemeinsame Nenner" der bisherigen kantonalen Gesetze (vgl. FELLMANN, Kommentar, a.a.O., N. 3 zu Art. 12 BGFA). Dabei f�llt auf, dass sich der Gesetzgeber klar gegen ein "generelles Werbeverbot" ausgesprochen hat, das "weder f�r Anw�ltinnen und Anw�lte noch f�r die Klientschaft" zu rechtfertigen sei (Botschaft vom 28. April 1999 zum Bundesgesetz �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte [nachfolgend: Botschaft BGFA], BBl 1999 6013, 6056 Ziff. 233.24). Damit setzt sich Art. 12 lit. d BGFA deutlich vom �berkommenen Standesrecht ab, das dem Anwalt jegliche Werbung versagte, wobei auch das vormals kantonale Berufsrecht entsprechende Verbote kannte (VINCENT MARTENET, L'ind�pendance et la publicit� des avocats, AJP 2000 S. 667 ff., 675 f.; WALTER FELLMANN, Recht der Anwaltswerbung im Wandel [nachfolgend: Anwaltswerbung], AJP 1998 S. 175 ff.).
4.2 Diese strikten standes- und berufsrechtlichen Werbeverbote wurden in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts und damit noch vor Inkrafttreten des BGFA vor allem in der Deutschschweiz zunehmend gelockert (MARTENET, a.a.O., S. 676 f.) und durch das Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 �ber Kartelle und andere Wettbewerbsbeschr�nkungen (Kartellgesetz, KG; SR 251) schliesslich grunds�tzlich auf den Pr�fstand gestellt (PIERRE TERCIER, Les avocats et la concurrence, Der Schweizer Anwalt 1/1996 S. 4 ff.; BENO�T CHAPPUIS, Droit de la concurrence et droit des avocats: la fin des tabous, in: M�langes en l'honneur de Pierre Tercier, 2008, S. 571 ff.; BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1015 ff., insb. 1074 ff.). BGE 139 II 173 S. 178
4.3 Das Bundesgericht sprach sich bereits vor Inkrafttreten des BGFA vorab mit Blick auf die Handels- und Gewerbefreiheit stets gegen ein absolutes Verbot der Anwaltswerbung aus, liess es aber zu, die Werbet�tigkeit von Anw�lten besonderen Schranken zu unterwerfen (BGE 67 I 80 E. 3 S. 87 ff.; 68 I 11 E. 1 S. 14 f., 65 E. 1 S. 68 f.; BGE 87 I 262 E. 2 S. 265 f.; BGE 96 I 34 E. 5 S. 37 f.; BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 16 f.; BGE 125 I 417 E. 3b S. 421 f.). Die Rechtsprechung hat dabei folgende Leitlinien formuliert: "Kommerzielle Werbemethoden d�rfen (...) im Interesse des Schutzes von Treu und Glauben im Gesch�ftsverkehr und zur Erhaltung der Vertrauensw�rdigkeit und der Unabh�ngigkeit der Anwaltschaft ausgeschlossen werden, w�hrend zur�ckhaltende und sachlich zutreffende Werbung dem Bed�rfnis des Publikums nach Information entgegenkommt und dem Anwalt deshalb nicht grunds�tzlich verwehrt sein kann" (BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 17; daran anschliessend BGE 123 I 201 E. 6b S. 210; BGE 125 I 417 E. 5b S. 426 f.; Urteil 2P.386/1996 vom 7. Juli 1997 E. 4a, in: SJ 1998 S. 116 ff., 119; MARTENET, a.a.O., S. 676).
4.4 Art. 12 lit. d BGFA nimmt mit dem Grundsatz der Zul�ssigkeit der Anwaltswerbung den grund- und wettbewerbsrechtlichen Ansatz auf, ist aber zugleich Ausdruck davon, dass der Werbefreiheit bei der anwaltlichen T�tigkeit nach tradierter Auffassung aus �ffentlichen Interessen engere Grenzen gezogen sind, als sie sich aus der allgemeinen Rechtsordnung ergeben. Besteht dar�ber de lege lata weitgehend Einigkeit (vgl. f�r einen �berblick �ber die Meinungen in der Literatur SCH�TZ, a.a.O., S. 147 ff.; ferner CHRISTOF BERNHART, Die professionellen Standards des Rechtsanwalts, 2. Aufl. 2011, S. 151; a.M. KASPAR SCHILLER, Schweizerisches Anwaltsrecht, 2009, N. 1617), so erhellt aus der Entstehungsgeschichte nicht, wie die Grenzen zul�ssiger Werbung �berzeugend zu ziehen sind (vgl. BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 17).
5. 5.1 Art. 12 lit. d BGFA ist in die Rechtsordnung einzubetten, wozu namentlich die Verfassung (BGE 138 I 305 E. 1.4.4 S. 311 f.; MARTENET, a.a.O., S. 679) geh�rt. Die Freiheit kommerzieller Werbung, die �ber die Wirtschaftsfreiheit des Art. 27 BV und die Meinungs�usserungsfreiheit der Art. 10 EMRK und Art. 19 UNO-Pakt II (SR 0.103.2) gew�hrleistet wird (BGE 125 I 417 E. 3b S. 421 f.; vgl. auch BGE 128 I 295 E. 5a S. 308; M�LLER/SCHEFER, Grundrechte in der Schweiz, 4. Aufl. 2008, S. 364 ff.), ist dabei ebenso zu ber�cksichtigen wie der Umstand, dass der Rechtsstaat auf das Vertrauen BGE 139 II 173 S. 179des Publikums in die freie Anwaltschaft angewiesen ist. Der Zugang zum Recht erfolgt �ber die Anwaltschaft; ohne sie ist es dem Einzelnen regelm�ssig verwehrt, seinen Standpunkt in juristischen Angelegenheiten wirksam zur Geltung zu bringen (SCHILLER, a.a.O., N. 73 ff.; FELLMANN, Kommentar, a.a.O., N. 2b zu Art. 12 BGFA). Es besteht daher ein besonderes �ffentliches Interesse an einer sorgf�ltigen und gewissenhaften Berufsaus�bung (vgl. Art. 12 lit. a BGFA).
Entsprechend kann der Staat zum Publikumsschutz sowie zur Wahrung von Treu und Glauben im Gesch�ftsverkehr Regeln f�r eine ordnungsgem�sse und qualitativ hochstehende Aus�bung der Anwaltst�tigkeit aufstellen (Art. 95 Abs. 1 BV; BGE 125 I 417 E. 5a S. 426; BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 16 f.; JEAN-FRAN�OIS AUBERT, in: Petit commentaire de la Constitution f�d�rale de la Conf�d�ration suisse, Aubert/Mahon [Hrsg.], 2003, N. 5 zu Art. 95 BV; ROBERT BAUMANN, Der Anwalt im Visier des Staates, AJP 2008 S. 43 ff., 51; RHINOW/SCHMID/BIAGGINI/UHLMANN, �ffentliches Wirtschaftsrecht, 2. Aufl. 2011, � 2 N. 4, � 39 N. 9). Unter Einhaltung dieser Regeln dient Anwaltswerbung auch ideellen Interessen, indem sie der Klientschaft eine sachgerechte Anwaltswahl erlaubt und damit einen Beitrag zum guten Funktionieren der Rechtspflege leistet (M�LLER/SCHEFER, a.a.O., S. 373).
5.2 Das Interesse an einer ordnungsgem�ssen und qualitativ hochstehenden Aus�bung der Anwaltst�tigkeit wird auch auf europ�ischer Ebene anerkannt (Urteile des EGMR Casado Coca gegen Spanien vom 24. Februar 1994, Serie A Bd. 285 � 46; Sch�pfer gegen Schweiz vom 20. Mai 1998, Recueil CourEDH 1998-III S. 1042 � 29; Foglia gegen Schweiz vom 13. Dezember 2007, �� 86 f.; Art. 24 der Richtlinie 2006/123/EG des Europ�ischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 �ber Dienstleistungen im Binnenmarkt, ABl. L 376 vom 27. Dezember 2006 S. 36 ff.; Urteil des EuGH vom 5. April 2011 C-119/09 Soci�t� fiduciaire, Slg. 2011 I-02551 Randnr. 30). Dabei bleibt jedoch jegliche staatliche Regelung St�ckwerk und darauf angewiesen, dass die Anwaltschaft ihren Beitrag leistet, um das Vertrauen des Publikums sowie das Ansehen in ihren Berufsstand zu gew�hrleisten: Der Staat kann die Standesw�rde zwar sch�tzen, aber nicht verordnen.
5.3 Auch bei anderen freien Berufen sind Werbebeschr�nkungen zul�ssig (BGE 123 I 201 E. 6b S. 209 f.; Urteil 2P.386/1996 vom 7. Juli 1997 E. 3a und 4a, in: SJ 1998 S. 116 ff.). Neuere BGE 139 II 173 S. 180 Bundesgesetze nehmen dies auf, so namentlich Art. 40 lit. d des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2006 �ber die universit�ren Medizinalberufe (Medizinalberufegesetz, MedBG; SR 811.11) und Art. 27 lit. d des Bundesgesetzes vom 18. M�rz 2011 �ber die Psychologieberufe (Psychologieberufegesetz, PsyG; AS 2012 1929, SR 935.81). Beide Gesetze erlauben Werbung, "die objektiv ist, dem �ffentlichen Bed�rfnis entspricht und weder irref�hrend noch aufdringlich ist" (vgl. BORIS ETTER, in: Handkommentar zum Medizinalberufegesetz, 2006, N. 16 ff. zu Art. 40 MedBG; WALTER FELLMANN, Berufspflichten der Psychologinnen und Psychologen nach Art. 27 PsyG, in: Psychologieberufe im Wandel, 2012, S. 135 ff., 147 ff.).
6. 6.1 Gest�tzt darauf l�sst sich die Bedeutung und Tragweite von Art. 12 lit. d BGFA konkretisieren. Die grunds�tzliche Zul�ssigkeit der Anwaltswerbung ist ein Gebot der Werbefreiheit als eines Teilgehalts der Wirtschaftsfreiheit (Art. 27 Abs. 1 BV; Botschaft BGFA, BBl 1999 6013, 6056 Ziff. 233.24): Nicht die Werbung, sondern deren Einschr�nkung ist gem�ss verfassungsrechtlich vorgezeichneter und gesetzlich konkretisierter Wertung rechtfertigungsbed�rftig (Art. 27 i.V.m. 94 BV; Art. 95 BV; Art. 12 lit. d BGFA; vgl. mit Blick auf die Organisationsfreiheit BGE 138 II 440 E. 16 S. 455 f. und E. 18 S. 457 f.). Dies entspricht denn auch der konstanten Bundesgerichtspraxis vor Erlass des BGFA (vgl. E. 4.3) und ist in der Lehre grunds�tzlich unstrittig (BERNHART, a.a.O., S. 147; BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1484; FELLMANN, Anwaltswerbung, a.a.O., S. 179 f.; SCH�TZ, a.a.O., S. 74 ff.; MICHEL VALTICOS, in: Commentaire romand, Loi sur les avocats, Valticos/Reiser/Chappuis [Hrsg.], 2010, N. 191 f. zu Art. 12 BGFA; ALAIN WURZBURGER, L'avocat et la publicit�, in: L'avocat moderne, 1998, S. 231 ff., 234 f.). 6.2 6.2.1 Gesetzliche Einschr�nkungen dieser grundrechtlich gesch�tzten Freiheit erfolgen aus dem verfassungsrechtlich anerkannten und gesetzlich verankerten �ffentlichen Interesse an einer ordnungsgem�ssen und qualitativ hochstehenden Aus�bung der Anwaltst�tigkeit (Art. 95 Abs. 1 BV; Art. 12 lit. a BGFA). Die gesetzlichen Kriterien der "Objektivit�t" und des "Informationsbed�rfnisses der �ffentlichkeit" kn�pfen an die Bundesgerichtspraxis vor Erlass des BGFA an, weshalb diese auch unter Geltung des BGFA von Bedeutung bleibt (vgl. E. 4.3). BGE 139 II 173 S. 181
6.2.2 Anwaltswerbung soll damit prim�r Werbung informativer Art sein und - �ber die lauterkeitsrechtlichen Grenzen hinaus - auf reisserische, aufdringliche und marktschreierische Methoden verzichten (offengelassen in Urteil 2A.98/2006 vom 24. Juli 2006 E. 4; vgl. BGE 125 I 417 E. 5b S. 426; BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 16 f.; Urteil 2P.386/ 1996 vom 7. Juli 1997 E. 4a, in: SJ 1998 S. 116 ff., 119; je mit Hinweisen; vgl. auch das Votum von St�nder�tin Fran�oise Saudan, AB 1999 S 1172: "La publicit� doit n�anmoins r�pondre � certaines exigences et �viter tout aspect tapageur ou exag�r�."). Dagegen entspricht zur�ckhaltende und sachlich zutreffende Werbung dem Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit und ist zul�ssig (BGE 125 I 417 E. 5b S. 426; BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 17). Die gebotene Zur�ckhaltung bezieht sich sowohl auf den Inhalt wie auf die Form(en) und Methoden der Anwaltswerbung (BGE 123 I 201 E. 5b S. 210; BOHNET/MARTENET, a.a.O., N. 1494, 1496, 1521 ff.). So sind etwa bei Aussenwerbung (Kanzleischilder, Hinweistafeln usw.) nicht nur der Inhalt, sondern auch Gestaltung, Gr�sse und Anbringung zu pr�fen (BERNHART, a.a.O., S. 149 f.).
6.3 6.3.1 Im Einzelfall bleibt die Grenze zwischen zul�ssiger und unzul�ssiger Werbung allerdings schwierig zu ziehen. Die Unbestimmtheit der gesetzlichen Kriterien wird denn auch in der Literatur mitunter ebenso stark kritisiert wie der Umstand, dass das Gesetz in sich widerspr�chlich sei, da sich Werbung weder durch Zur�ckhaltung noch durch Objektivit�t auszeichne (statt vieler SCH�TZ, a.a.O., S. 99 ff.). Der eine wie der andere Vorwurf verf�ngt jedoch nicht. Zum einen sind pauschalisierende L�sungen mit Blick auf die Vielgestaltigkeit m�glicher Werbemassnahmen nicht unproblematisch, weshalb die gesetzlich getroffene L�sung zumindest nachvollziehbar ist (vgl. BGE 138 I 378 E. 7.2 S. 391 f.; BGE 138 V 41 E. 4.3 S. 45; BGE 136 I 87 E. 3.1 S. 90 f.; MOOR/FL�CKIGER/MARTENET, Droit administratif, Bd. I, 3. Aufl. 2012, S. 674 ff., insb. 682 f.). Zum anderen sind die berufsrechtlichen Einschr�nkungen zul�ssiger Anwaltswerbung gesetzlicher Ausdruck davon, dass bei der Werbung hochrangige Rechtsg�ter - die Wirtschaftsfreiheit der Anw�lte wie das Vertrauen in die Anwaltschaft - gegeneinander abzuw�gen und im konkreten Fall einer sachgerechten L�sung zuzuf�hren sind.
6.3.2 Die Offenheit der gesetzlichen Kriterien erm�glicht eine Rechtsverwirklichung, die sich den jeweiligen �rtlichen und sachlichen Gegebenheiten situationsgerecht anpassen l�sst und dabei auch die im BGE 139 II 173 S. 182Laufe der Zeit gewandelten Anschauungen aufnehmen kann (BGE 123 I 12 E. 2c/aa S. 17). Entsprechend ist den kantonalen Beh�rden bei der Auslegung und Anwendung der in Art. 12 lit. d BGFA enthaltenen unbestimmten Rechtsbegriffen ein Beurteilungsspielraum einzur�umen, soweit die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte gepr�ft und die erforderlichen Abkl�rungen sorgf�ltig und umfassend durchgef�hrt worden sind (vgl. BGE 138 II 77 E. 6.4 S. 89; BGE 131 II 680 E. 2.3.2 S. 683 f.).
7. Vorliegend ist zu beurteilen, ob die Fassadenanschrift der Beschwerdef�hrerin gegen das Gebot zur�ckhaltender und sachlich zutreffender Werbung verst�sst.
7.1 Die Aufsichtskommission hat das "Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit" verneint, da sich die Firmenbeschriftung an eine unbestimmte und uneinheitliche Gruppe von Werbeadressaten richte und bei einer solch willk�rlichen Streuwirkung des Werbeeffekts nicht mehr gesagt werden k�nne, die Werbung richte sich an eine einheitliche oder zumindest eingeschr�nkte Gruppe von Werbeadressaten. F�r die allermeisten Verkehrsteilnehmer decke die geplante Firmenbeschilderung kein Informationsbed�rfnis ab, weshalb sie gegen Art. 12 lit. d BGFA verstosse.
Die Vorinstanz ist dem im Ergebnis gefolgt, verneinte jedoch neben dem Informationsbed�rfnis der �ffentlichkeit auch die Objektivit�t der geplanten Fassadenanschrift: Diese wahre die erforderliche "formale Sachlichkeit" nicht, da sie in gestalterischer Hinsicht (Gr�sse, Beleuchtung, Anbringung an stark befahrener Verkehrskreuzung) intensive Reize einsetze und damit nicht zur�ckhaltend sei.
7.2 Die W�rdigung der Vorinstanz ist mit Blick auf den ihr zukommenden Beurteilungsspielraum nicht zu beanstanden: Die geplante Anschrift beschr�nkt sich zwar inhaltlich auf objektive Tatsachen, wie sie auch auf dem Briefpapier verwendet werden (Kanzleiname mit Zusatz "Advokatur & Notariat"). Weitere, wertende Zusatzinformationen sind nicht vorhanden. Allerdings haben die Vorinstanzen ihre Pr�fung zu Recht nicht auf die inhaltliche Sachlichkeit beschr�nkt, sondern Gestaltung, Gr�sse und Anbringung der Fassadenanschrift einbezogen. Dabei ist es der Beschwerdef�hrerin grunds�tzlich unbenommen, Aussenwerbung zu machen und ein Kanzleischild, eine Hinweistafel oder eben eine Fassadenanschrift anzubringen, die eine gewisse Breitenwirkung entfaltet und an einer Stelle platziert wird, die f�r das Publikum gut einsehbar ist. Unzul�ssig ist mit Blick BGE 139 II 173 S. 183auf Art. 12 lit. d BGFA nicht die Werbewirkung der Fassadenanschrift, sondern deren Ausgestaltung im vorliegenden Fall: Wie die Vorinstanz nachvollziehbar ausf�hrt, lassen Gestaltung (helle Beleuchtung), Gr�sse (Gesamtl�nge von ca. 9,4 m und H�he von 70 cm bzw. 32 cm) und Anbringung (stark befahrene Verkehrskreuzung) bei einer Gesamtbetrachtung die erforderliche Zur�ckhaltung in gestalterischer Hinsicht bzw. die "formale Sachlichkeit" vermissen. Nicht entscheidend kann sein, dass sich am Geb�ude bereits Aussenwerbungen anderer Gewerbebetriebe befinden. Art. 12 lit. d BGFA w�rde weitgehend leerlaufen, wenn man die Zul�ssigkeit von Anwaltswerbung an der Werbung von Nicht-Anw�lten ausrichten w�rde.
7.3 F�hrt vorliegend die Ausgestaltung der Fassadenanschrift und nicht deren Werbewirkung zur berufsrechtlichen Unzul�ssigkeit, musste sich die Vorinstanz nicht n�her mit der gesamthaften Wirkung der Fassadenanschrift im Rahmen der �rtlichen Gegebenheiten und der bereits vorhandenen Schriftz�ge am Geb�ude auseinandersetzen. Die diesbez�glichen Sachverhaltsr�gen der Beschwerdef�hrerin sind deshalb nicht entscheidrelevant.
96 I 34,
138 V 41,
Art. 12 lit. d BGE 139 II 173 S. 175des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61),
Art. 95 Abs. 1 BV,
Art. 40 MedBG,
Art. 27 PsyG,
Art. 27 Abs. 1 BV

References: Art. 12

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 Art. 12
 Art. 27
 Art. 10
 Art. 19
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 Art. 12
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 Art. 95
 EGMR 
 Art. 24
 EuGH 
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 Art. 40
 Art. 27
 Art. 40
 Art. 27
 Art. 12
 Art. 95
 Art. 12
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 Art. 12
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 BGE 
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 Art. 12
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 Art. 12
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 Art. 12
 Art. 12

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Art. 95

Art. 40

Art. 27

Art. 27