Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Geltung_der_DGB_Zeitarbeitstarife_22Sa71_11.html
Timestamp: 2016-12-07 12:28:29+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 22 Sa 71/11
Tariffähigkeit, Leiharbeit
Arbeitsgericht Freiburg, Urteil vom 02.08.2011, 5 Ca 457/10Arbeitsgericht Freiburg, Urteil vom 02.11.2011, 5 Ca 457/11
Aus­fer­ti­gungLan­des­ar­beits­ge­richt Ba­den-Würt­tem­berg - Kam­mern Frei­burg Ak­ten­zei­chen:22 Sa 71/115 Ca 457/10 ArbG Frei­burg - Kn. Of­fen­burg(Bit­te bei al­len Schrei­ben an­ge­ben!)
Verkündet am 02.04.2013 Go­ede
Die Par­tei­en strei­ten über Dif­fe­renz­vergütung nach § 10 Abs. 4 AÜG.Der 39-jähri­ge Be­ru­fungskläger (fort­an: Kläger) war bei der Be­ru­fungs­be­klag­ten (fort­an: Be­klag­ten) auf­grund Ar­beits­ver­tra­ges vom 08.08.2005, ei­ner Verlänge­rungs­ver­ein­ba­rung vom 28.08.2006 so­wie ei­ner Ände­rungs­ver­ein­ba­rung zum 15.03.2007 in der Zeit vom 08.08.2005 bis 31.08.2009 als Pro­duk­ti­ons­mit­ar­bei­ter für den über­be­trieb­li­chen Ein­satz, zu­letzt ge­gen ein St­un­den­ent­gelt in Höhe von Eu­ro 7,38 beschäftigt. Während der ge­sam­ten Dau­er des Ar­beits­verhält­nis­ses wur­de der Kläger bei ei­nem Kun­den der Be­klag­ten, der H. G. AG, ei­nem Me­tall­be­trieb, Her­stel­ler für Bäder­zu­behör/Bad­aus­stat­tung, als Leih­ar­beit­neh­mer ein­ge­setzt.
7 Std. 7 Std. 7 Std. 7 Std. 0 Std. 0 Std.
Gemäß den Re­ge­lun­gen des Bran­chen­ta­rif­ver­trags setzt sich das Ent­gelt wie folgt zu­sam­men:Ab­wei­chen­des Ent­gelt € 6,53Ver­trags­ent­gelt pro Std. € 6,53
aus 917,99 € seit 16.01.2007, aus 1.546,48 € seit 16.02.2007,
aus 813,03 € seit 16.03.2007, aus 1.487,71 € seit 16.04.2007, aus 901,08 € seit 16.05.2007, aus 947,62 € seit 16.06.2007, aus 1.233,80 € seit 16.07.2007, aus 887,38 € seit 16.08.2007, aus 882,72 € seit 16.09.2007, aus 881,25 € seit 16.10.2007, aus 945,69 € seit 16.11.2007, aus 737,90 € seit 16.12.2007, aus 1.001,97 € seit 16.01.2008,
aus 370,00 € seit 01.01.2007, aus 400,00 € seit 01.06.2007, aus 854,00 € seit 01.01.2008, aus 387,00 € seit 01.08.2008,
Zu­dem sei­en die zwi­schen dem BZA und den Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten des DGB ge­schlos­se­nen Ta­rif­verträge sit­ten­wid­rig und gemäß § 138 BGB nich­tig. Die Norm sei über die Grund­rechts­bin-dung der Ta­rif­ver­trags­par­tei­en zu­min­dest sinn­gemäß an­wend­bar. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 138 Abs. 2 BGB sei­en erfüllt, da der ob­jek­ti­ve Wert der Leis­tung des Ar­beit­neh­mers in auffälli­gem Miss­verhält­nis zur Ent­loh­nung ste­he. Die ge­zahl­te Vergütung ma­che nicht ein­mal zwei Drit­tel des im Wirt­schafts­be­reich ge­zahl­ten Ta­rif­loh­nes (hier IG-Me­tall) aus. Die­se er­heb­li­che Dis­kre­panz las­se den Schluss zu, dass die Ta­rif­verträge zwi­schen den Mit­glieds­ge­werk­schaf­ten des DGB und dem BZA auf Dik­tat der Ar­beit­ge­ber­sei­te zu Stan­de ge­kom­men sei­en. Es han­de­le sich da­nach um Schein­ta­rif­verträge, die auf­grund des ge­setz­lich ge­re­gel­ten equal-pay-Ge­bo­tes über­haupt nicht er­for­der­lich ge­we­sen sei­en.Es han­de­le es sich bei die­sen Ta­rif­verträgen um nich­ti­ge Schein- bzw. Gefällig­keits­verträge. Die
1. Die Kla­ge ist mitt­ler­wei­le schlüssig. Die For­de­rung ist mit­tels ei­nes Ge­samt­ver­glei­ches al­ler Ent­gel­te im Über­las­sungs­zeit­raum dar­ge­legt und be­rech­net. Die gel­tend ge­mach­ten Ansprüche des Klägers sind we­der ver­fal­len noch verjährt.
c. Die Ta­rif­verträge Zeit­ar­beit BZA-DGB sind wirk­sam in Be­zug ge­nom­men; die Be­zug­nah­me­klau­sel des § 6 Abs. 1 des Ar­beits­ver­tra­ges ist nicht in­trans­pa­rent im Sin­ne von § 307 Ab­satz 1 S. 2 BGB.Herzstück der auf die Aus­le­gung fol­gen­den In­halts­kon­trol­le ar­beits­ver­trag­li­cher Be­zug-nah­men bil­det das Trans­pa­renz­ge­bot, § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB. Nach § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB kann sich ei­ne un­an­ge­mes­se­ne Be­nach­tei­li­gung dar­aus er­ge­ben, dass ei­ne Be­stim­mung nicht klar und verständ­lich ist. Das Trans­pa­renz­ge­bot schließt da­bei das Be­stimmt­heits­ge­bot mit ein (BAG, 31.08.2005 - 5 AZR 545/04 - AP Nr. 8 zu § 6 Arb­ZG). Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen und Rechts­fol­gen müssen in der Klau­sel so ge­nau be­schrie­ben wer­den, dass für den Ver­wen­der kei­ne un­ge­recht­fer­tig­ten Be­ur­tei­lungs­spielräume ent­ste­hen. Die Klau­sel muss des­halb, im Rah­men des recht­li­chen und tatsächli­chen Zu­mut­ba­ren die Rech­te und Pflich­ten des Ver­trags­part­ners so klar und präzi­se wie möglich be­schrei­ben. Sie darf kei­ne ver­meid­ba­ren Un­klar­hei­ten und Spielräume ent­hal­ten, wo­bei ein Ver­s­toß ge­gen das Trans­pa­renz­ge­bot nicht schon al­lein des­halb vor­liegt, weil der Ar­beit­neh­mer kei­ne oder nur er­schwer­te Möglich­kei­ten hat, die be­tref­fen­de Re­ge­lung zu ver­ste­hen. Erst in der Ge­fahr, dass der
Dr. Kra­mer M. S.
Aus­ge­fer­tigtFrei­burg, den 10.02.2014
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References: § 10
 § 138
 § 138
 § 6
 § 307
 § 307
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 § 6