Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/guenther_voelkerrecht02_1792?p=478
Timestamp: 2018-01-23 19:34:43+00:00

Document:
Von den Titeln, Wapen
tigen Höfen anzeigen, was für einer Titulatur man sich
künftig in den Schreiben an den Kaiser in Rußland be-
dienen solle. Mosers Beitr. in Frz. 1. Th. S. 393.
Auch 1748. ließ Rußland seine veränderte kaiserliche
Titulatur dem Reichstage und dem Schwäbischen Kraise etc.
mittheilen. s. Reuß teutsche Staatskanzley 6. Th.
S. 439. 16. Th. S. 56.
c] In dem olivischen Frieden zwischen Polen und Schwe-
den 1660. wurde Art. 3. dem König Casimir von Po-
len auf seine Lebenszeit erlaubt, sich des Titels und
Wapens von Schweden gegen alle Fürsten und privatos,
Schweden ausgenommen, zu bedienen. Wie im Wiener
Frieden 1725. zwischen Kaiser Karl VI. und Spanien
bedungen worden, die angenommenen Titulaturen blos
auf Lebenszeit zu gebrauchen, habe ich schon angeführt.
d] Z. B. in dem Moscauer Bündnis zwischen Rußland und
Polen 1672. Art. 17. wurde festgesetzt, daß die auf
den Grenzen wohnenden Privati von beiden Theilen nicht
gehalten seyn solten, den ganzen Titel beider Potentaten
auszuschreiben, sondern nur die Worte: Sr. König-
liche Majestät und Sr. Czaarische Majestät.
Mit den Wapen hat es, wie aus den bereits ange-
führten Beispielen zu ersehen, gleiche Beschaffenheit
wie mit den Titeln a]: Es kan iede Nazion und ihr
Souverain sich dergleichen nach Gefallen wählen und
sie besonders von Landen annehmen, deren rechtmässi-
ger Besitz ihnen von niemand streitig gemacht wird.
Sie werden, wenn kein Bedenken dabey obwaltet,
nicht leicht gemisbilligt, ob die Nazionen gleich eben
so wenig ein verbindliches Recht, die Anerkennung als
tigen Hoͤfen anzeigen, was fuͤr einer Titulatur man ſich
kuͤnftig in den Schreiben an den Kaiſer in Rußland be-
dienen ſolle. Moſers Beitr. in Frz. 1. Th. S. 393.
Auch 1748. ließ Rußland ſeine veraͤnderte kaiſerliche
Titulatur dem Reichstage und dem Schwaͤbiſchen Kraiſe ꝛc.
mittheilen. ſ. Reuß teutſche Staatskanzley 6. Th.
c] In dem oliviſchen Frieden zwiſchen Polen und Schwe-
den 1660. wurde Art. 3. dem Koͤnig Caſimir von Po-
len auf ſeine Lebenszeit erlaubt, ſich des Titels und
Wapens von Schweden gegen alle Fuͤrſten und privatos,
Frieden 1725. zwiſchen Kaiſer Karl VI. und Spanien
auf Lebenszeit zu gebrauchen, habe ich ſchon angefuͤhrt.
d] Z. B. in dem Moscauer Buͤndnis zwiſchen Rußland und
Polen 1672. Art. 17. wurde feſtgeſetzt, daß die auf
gehalten ſeyn ſolten, den ganzen Titel beider Potentaten
auszuſchreiben, ſondern nur die Worte: Sr. Koͤnig-
liche Majeſtaͤt und Sr. Czaariſche Majeſtaͤt.
fuͤhrten Beiſpielen zu erſehen, gleiche Beſchaffenheit
Souverain ſich dergleichen nach Gefallen waͤhlen und
ſie beſonders von Landen annehmen, deren rechtmaͤſſi-
ger Beſitz ihnen von niemand ſtreitig gemacht wird.
ſo wenig ein verbindliches Recht, die Anerkennung als
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[464/0478] Von den Titeln, Wapen b] tigen Hoͤfen anzeigen, was fuͤr einer Titulatur man ſich kuͤnftig in den Schreiben an den Kaiſer in Rußland be- dienen ſolle. Moſers Beitr. in Frz. 1. Th. S. 393. Auch 1748. ließ Rußland ſeine veraͤnderte kaiſerliche Titulatur dem Reichstage und dem Schwaͤbiſchen Kraiſe ꝛc. mittheilen. ſ. Reuß teutſche Staatskanzley 6. Th. S. 439. 16. Th. S. 56. c] In dem oliviſchen Frieden zwiſchen Polen und Schwe- den 1660. wurde Art. 3. dem Koͤnig Caſimir von Po- len auf ſeine Lebenszeit erlaubt, ſich des Titels und Wapens von Schweden gegen alle Fuͤrſten und privatos, Schweden ausgenommen, zu bedienen. Wie im Wiener Frieden 1725. zwiſchen Kaiſer Karl VI. und Spanien bedungen worden, die angenommenen Titulaturen blos auf Lebenszeit zu gebrauchen, habe ich ſchon angefuͤhrt. d] Z. B. in dem Moscauer Buͤndnis zwiſchen Rußland und Polen 1672. Art. 17. wurde feſtgeſetzt, daß die auf den Grenzen wohnenden Privati von beiden Theilen nicht gehalten ſeyn ſolten, den ganzen Titel beider Potentaten auszuſchreiben, ſondern nur die Worte: Sr. Koͤnig- liche Majeſtaͤt und Sr. Czaariſche Majeſtaͤt. §. 13. Wapen. Mit den Wapen hat es, wie aus den bereits ange- fuͤhrten Beiſpielen zu erſehen, gleiche Beſchaffenheit wie mit den Titeln a]: Es kan iede Nazion und ihr Souverain ſich dergleichen nach Gefallen waͤhlen und ſie beſonders von Landen annehmen, deren rechtmaͤſſi- ger Beſitz ihnen von niemand ſtreitig gemacht wird. Sie werden, wenn kein Bedenken dabey obwaltet, nicht leicht gemisbilligt, ob die Nazionen gleich eben ſo wenig ein verbindliches Recht, die Anerkennung als Schul-
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Zitationshilfe: Günther, Karl Gottlob: Europäisches Völkerrecht in Friedenszeiten nach Vernunft, Verträgen und Herkommen mit Anwendung auf die teutschen Reichsstände. Bd. 2. Altenburg, 1792. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/guenther_voelkerrecht02_1792/478>, S. 464, abgerufen am 23.01.2018.

References: Art. 3
 Art. 17
 Art. 3
 Art. 17
 Art. 3
 Art. 17
 Art. 3
 Art. 17