Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=21.02.2017&Aktenzeichen=VIII%20R%2045/13
Timestamp: 2019-12-10 10:31:21+00:00

Document:
BFH, 21.02.2017 - VIII R 45/13 - dejure.org
https://dejure.org/2017,17946
BFH, 21.02.2017 - VIII R 45/13 (https://dejure.org/2017,17946)
BFH, Entscheidung vom 21.02.2017 - VIII R 45/13 (https://dejure.org/2017,17946)
BFH, Entscheidung vom 21. Februar 2017 - VIII R 45/13 (https://dejure.org/2017,17946)
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§ 18 des Einkommensteuergesetzes (EStG), § ... 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG, § 119 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung, Art. 103 des Grundgesetzes, § 126 Abs. 2 FGO, § 15 Abs. 2 EStG, § 15 Abs. 2 Satz 1 EStG, § 2 Abs. 1 Satz 2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG),  § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG, § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG, § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG, § 118 Abs. 2 FGO, Art. 103 Abs. 1 GG, § 96 Abs. 2 FGO, § 119 Nr. 6 FGO, § 126 Abs. 6 FGO, Art. 3 Abs. 3 Satz 2 GG, § 135 Abs. 2 FGO
§ 18 Abs 1 Nr 1 EStG 2002, § 15 Abs 2 S 1 EStG 2002, § 15 Abs 3 Nr 1 EStG 2002, § 2 Abs 1 S 2 GewStG 2002, § 96 Abs 2 FGO
Zur Qualifizierung der Tätigkeit einer Personengesellschaft, die auf technische Übersetzungen spezialisiert ist
Gewerbliche Übersetzungstätigkeit - und der Zukauf von Fremdübersetzungen
EStG § 18 Abs 1 Nr 1 S 2, EStG § 18 Abs 1 Nr 1 S 3, GewStG § 2 Abs 1, AO § 85, AO § 88, AO § 89, GG Art 3 Abs 1, GG Art 12 Abs 1
Freiberufliche Tätigkeit, Gemischte Tätigkeit, Geprägerechtsprechung, Abschnittsbesteuerung, Verwirkung, Verfassung
BVerfG, 12.09.2018 - 1 BvR 2668/17
BFHE 257, 256
DB 2017, 1361
BStBl II 2018, 4
Der Senat verweist hierzu auf seine Entscheidung in dem Verfahren VIII R 45/13 vom 21. Februar 2017 (zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt).
Insoweit verweist der Senat auf seine Entscheidung in dem Verfahren VIII R 45/13 vom 21. Februar 2017 (zur amtlichen Veröffentlichung bestimmt).
Der Tatbestand der Verwirkung setzt neben dem bloßen Zeitmoment (zeitweilige Untätigkeit des Anspruchsberechtigten) sowohl ein bestimmtes Verhalten des Anspruchsberechtigten voraus, demzufolge der Verpflichtete bei objektiver Beurteilung darauf vertrauen durfte, nicht mehr in Anspruch genommen zu werden (Vertrauenstatbestand), als auch, dass der Anspruchsverpflichtete tatsächlich auf die Nichtgeltendmachung des Anspruchs vertraut und sich hierauf eingerichtet hat (BFH-Urteil vom 21. Februar 2017 VIII R 45/13, BFHE 257, 256, Rz 42).
Der Tatbestand der Verwirkung setzt neben dem bloßen Zeitmoment (zeitweilige Untätigkeit des Beklagten) sowohl ein bestimmtes Verhalten des Beklagten voraus, demzufolge der Kläger bei objektiver Beurteilung darauf vertrauen durfte, nicht mehr in Anspruch genommen zu werden (Vertrauenstatbestand) als auch, dass der Kläger tatsächlich auf die Nichtgeltendmachung des Anspruchs vertraut und sich hierauf eingerichtet hat (vgl. BFH 21.02.2017 - VIII R 45/13, BFH/NV 2017, 1116; BFH 07.06.1984 - IV R 180/81, BStBl. II 1984, 780 m.w.N.).
(1) Nach den Grundsätzen der Abschnittsbesteuerung wird ein Vertrauenstatbestand nicht dadurch geschaffen, dass das Finanzamt die Tätigkeit des Klägers in vorangegangenen Jahren fälschlicherweise als freiberuflich beurteilt hat (vgl. BFH 21.02.2017 - VIII R 45/13, BFH/NV 2017, 1116).
(a) Für den Einkommensteuerbescheid 2007 folgt dies bereits daraus, dass er bis zum Ergehen der Gewerbesteuermessbescheide 2007 bis 2011 im Mai 2013 noch unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stand und schon deswegen keinen Vertrauensschutz nach den Grundsätzen der Verwirkung begründen konnte (vgl. z.B. BFH 21.02.2017 - VIII R 45/13, BFH/NV 2017, 1116;… BFH 09.07.2002 - IV B 7/01, BFH/NV 2002, 1612).
Denn allein daraus konnte der Kläger nicht herleiten, das Finanzamt habe mit dem Erlass der Einkommensteuerbescheide 2008 bis 2010 bereits abschließend über die Frage der Freiberuflichkeit seiner Tätigkeit entschieden (vgl. BFH 21.02.2017 - VIII R 45/13, BFH/NV 2017, 1116).
75 7. Die Behandlung der "Mitgliedsbeiträge" durch die Finanzverwaltung in den Vorjahren ist nach dem Prinzip der Abschnittsbesteuerung irrelevant (vgl. z. B. BFH, Urteil vom 21.02.2017 - VIII R 45/13, BFH/NV 2017, 1116, II. 2. b) aa) der Gründe).
Der Tatbestand der Verwirkung setzt neben dem bloßen Zeitmoment (zeitweilige Untätigkeit des Anspruchsberechtigten) sowohl ein bestimmtes Verhalten des Anspruchsberechtigten voraus, demzufolge der Verpflichtete bei objektiver Beurteilung darauf vertrauen durfte, nicht mehr in Anspruch genommen zu werden (Vertrauenstatbestand), als auch, dass der Anspruchsverpflichtete tatsächlich auf die Nichtgeltendmachung des Anspruchs vertraut und sich hierauf eingerichtet hat (ständige Rechtsprechung z.B. BFH-Urteile vom 07.06.1984 IV R 180/81, BStBl II 1984, 780, und vom 21.02.2017 VIII R 45/13, Sammlung aller Entscheidungen des Bundesfinanzhofs - BFH/NV - 2017, 1116).

References: § 18
 § 119
 Art. 103
 § 126
 § 15
 § 15
 § 2
 § 18
 § 18
 § 118
 Art. 103
 § 96
 § 119
 § 126
 Art. 3
 § 135

§ 18
 § 15
 § 15
 § 2
 § 96
 § 18
 § 18
 § 2
 § 85
 § 88
 § 89