Source: https://www.rechtambild.de/2015/01/urheberrecht-vs-persoenlichkeitsrecht/
Timestamp: 2019-02-24 03:53:52+00:00

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Welche Rechte hat der Fotograf eines Bildes? Was darf die Person, die auf dem Foto abgebildet ist? Im Folgenden wird ein kleiner Überblick über die jeweiligen Rechtspositionen sowie ihr Verhältnis zueinander gegeben.
12 Januar 2015, 08:00
An einem Bild hängen oftmals mehrere Rechtspositionen. Meist stehen sich Urheberrechte des Fotografen und Persönlichkeitsrechte der abgebildeten Person(en) gegenüber. Fotograf und abgebildete Person müssen die jeweils anderen Rechte beachten, wenn sie das Bild nutzen wollen.
Der Fotograf als Urheber oder „Lichtbildner“
Der Fotograf eines sog. „Lichtbildwerkes“ ist als Urheber durch das Urhebergesetz geschützt, wenn es sich – wie bei den anderen Werkarten – um eine persönliche geistige Schöpfung handelt (vgl. § 2 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 2 UrhG). Dies ist allerdings nur bei solchen Fotografien der Fall, die sich gegenüber dem Alltäglichen durch Individualität, wie beispielsweise eine künstlerische Aussage, auszeichnen (Schulze in: Dreier/Schulze, UrhG § 2 Rn. 192).
Dem sog. „Lichtbildner“ stehen die Rechte eines Urhebers i.S.d. Urhebergesetztes zu. Denn nach § 72 UrhG sind auch bloße „Lichtbilder“ geschützt. Unter „Lichtbildern“ sind Fotos jeglicher Art zu verstehen, welche die Werkqualität (i.S.v. § 2 Abs. 2 UrhG) nicht erreichen, also z.B. alltägliche Familienfotos, Urlaubsfotos und sonstige Fotos, die immer wieder von diversen Sehenswürdigkeiten oder bei alltäglichen Gelegenheiten gemacht werden (Schulze in: Dreier/Schulze, UrhG § 72 Rn. 3). Geschützt wird dabei statt der schöpferischen Leistung die rein technische Leistung, die nicht einmal besondere Fähigkeiten voraussetzt.
Benutzungs- und Verbotsrechte des Fotografen
Der Fotograf kann sich in jedem Fall auf die dem Urheber nach §§ 11 ff. UrhG zustehenden Rechte berufen. Er allein darf bestimmen, ob und wie sein Werk veröffentlicht wird. Zudem obliegt ihm das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft an der Fotografie sowie auf Namensnennung. D. h. das Bild ist grundsätzlich in einer Art und Weise zu bezeichnen, dass es dem jeweiligen Fotografen zugeordnet werden kann. Auch kann der Fotograf eine Entstellung oder andere Beeinträchtigung seines Werkes verbieten, die geeignet ist, seine berechtigten Interessen an dem Werk zu gefährden.
Dem Fotograf steht das ausschließliche Recht zu, seine Bilder zu verwerten. Darunter fallen beispielsweise die Vervielfältigung, Verbreitung oder Ausstellung. Nur er darf seine Fotografien der Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch Bearbeitungen oder Umgestaltungen seiner Bilder dürfen nur mit der Einwilligung des Fotografen veröffentlicht oder verwertet werden.
Dem Fotografen stehen sämtliche Rechte an seinen eigenen Fotografien zu. Er muss jedoch in besonderem Maße die Rechte anderer Personen beachten, wenn er Bilder von diesen macht und anschließend verwertet.
Die §§ 22 ff. KUG regeln das Recht einer Person am eigenen Bild. Die Vorschriften betreffen allein die persönlichkeitsrechtlichen Interessen der fotografierten Person. Das Recht am eigenen Bild steht nicht dem Urheber, sondern nur dem Abgebildeten zu. Dieser ist ausschließlich befugt, darüber zu befinden, ob und in welcher Weise er der Öffentlichkeit im Bild vorgestellt wird (vgl. BGH NJW 2007, 1977).
Das Bildnisrecht beschränkt den durch das Urhebergesetz geschützten Fotografen bei der Anfertigung und Verwertung seiner Fotos. Fotografien dürfen gemäß § 22 KUG nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Ausnahmen finden sich in § 23 Abs. 1 KUG, wie z.B. bei Bildnissen der Zeitgeschichte oder Fotos auf denen die Personen nur als Beiwerk erscheinen. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn die fotografierte Person dafür, dass sie sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhalten hat (vgl. § 22 S. 1).
Kein Urheberrecht der abgebildeten Person
Diejenige Person, die auf einem Foto abgebildet ist, hat – anders als der Fotograf – keine dem Urheber vergleichbaren Rechte. So darf sie beispielsweise ohne das Einverständnis des Fotografen von ihr gefertigte Fotos nicht veröffentlichen. Andernfalls würde sie das Ausschließlichkeitsrecht des Fotografen verletzen.
Die auf einem Foto dargestellte Person ist durch das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 GG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG geschützt, wenn das verwendete Bild einen „anrüchigen“ Charakter aufweist oder mit der Art seiner Verwendung nachteilige Folgen für den Abgebildeten verbunden sind (Damm/Rehbock, Widerruf, Unterlassung und Schadensersatz in den Medien, Rn. 374).
Ob die Veröffentlichung einer Fotoaufnahme aufgrund eines Verstoßes gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht tatsächlich unzulässig ist, ist mit Hilfe einer Abwägung zwischen den Interessen des Fotografen und der auf dem Foto abgebildeten Person zu beurteilen. Wenn diese Interessenabwägung zu dem Ergebnis führt, dass durch die Fotografie das allgemeine Persönlichkeitsrecht der abgebildeten Person verletzt wird, ist dessen Veröffentlichung unzulässig.
persönlichkeitsrecht Unterschied urheberrecht
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Adrian Neubert 20. Oktober 2016 Antworten
Hallo Herr Wagenknecht.
Wie sehen Sie folgende Situation?
2 Personen gestalten mit sich selbst ein Kunstwerk.
Dieses Kunstwerk wird fotografiert, ohne dass der Fotograf gestalterisch tätig wurde.
Der Fotograf untersagt nun nachträglich die Veröffentlichung.
Allerdings hat er den beiden Personen bereits vorher die Fotographie als Datei übergeben.
Im schlimmsten Fall könnten die zwei Künstler dem Fotografen die Nutzung wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte untersagen (es gibt keine schriftliche Zustimmung), der Fotograf könnte eine Ausstellung des Bildes als Urheber untersagen.
Claudia 10. Dezember 2016 Antworten
Hallo, ich habe auch eine Frage. Mein Ex Partner hat sämtliche Fotos und Videos meiner Kinder und mir auf dem PC. Zum Teil von mir mit meiner Kamera aufgenommen, zum Teil von ihm mit seiner Kamera. Nach der Trennung möchte er nun alle Bilder löschen. Mindestens jedoch die,woraufür er zu sehen ist oder, im Falle der Videos, drauf zu hören ist...Was kann ich tun?Wie sieht das die Rechtslage aus?Ach so, es sind keine gemeinsamen Kinder.
Gerald schilling 9. Januar 2017 Antworten
und habe von einem Auftrag Bilder der Vorstände bei mir auf die Homepage gestellt.
In meinem AGBs verweise ich ausdrücklich darauf, dass das mir gestattet ist.
Bei Auftragserteilung verweise ich darauf, dass meine AGBs gelten.
Kann das Unternehmen die Veröffentlichung verhindern ?
LG Gerald Schilling
Wolf - Rüdiger Bueble 2. Mai 2017 Antworten
wie steht es mit Fotos von Fußballmannschaften eines Verein, die der Pressewart des Vereins aufnimmt, um sie auf der Homepage des Vereins zu veröffentlichen?
Dürfen die Mannschaftsfotos ohne Genehmigung durch jeden einzelnen Spieler veröffentlicht werden?
Spielt dabei das Alter der Spieler eine Rolle?
Heinz Winheller 29. Oktober 2018 Antworten
Ich hätte auch mal eine Frage. Einem Bestatter wurde eine Datei mit einem Bild vom Verstorbenen zur Verfügung gestellt. Es sollte als Vorlage zu einem Leinwandbild zur Trauerfeier hergestellt werden.
Nach ein paar Tagen kommt die Rechnung vom Bestatter indem er ein kleines Fotobuch mit dem Bild was zur Verfügung gestellt worden ist sowie die Bilder der Aufbarung der Urne.
Nachfrage zu den Bildern beim Bestatter ob man die Bilder per Bilddatei bekommen könnte beantwortete der Bestatter mit, pro Fotobuch möchte er 14,99 € haben.
Frage, hat er das Recht dazu oder wem steht das Recht am Bild zu.
Vielleicht können Sie mir daraus helfen.

References: § 2
 § 2
 § 72
 § 2
 § 72
 BGH 
 § 22
 § 23
 § 22
 Art. 2
 Art. 1