Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.02.2013&Aktenzeichen=VI%20ZR%2045/12
Timestamp: 2019-05-26 20:37:08+00:00

Document:
BGH, 19.02.2013 - VI ZR 45/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,4932
BGH, 19.02.2013 - VI ZR 45/12 (https://dejure.org/2013,4932)
BGH, Entscheidung vom 19.02.2013 - VI ZR 45/12 (https://dejure.org/2013,4932)
BGH, Entscheidung vom 19. Februar 2013 - VI ZR 45/12 (https://dejure.org/2013,4932)
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Brüssel I-VO Art. 27, 28
Artt. 28, 27 Bruessel-I-VO
Art 27 EGV 44/2001, Art 28 Abs 1 EGV 44/2001
Aussetzung des Rechtsstreits nach der EuGVVO: Parteiidentität bei Klagen wegen unterschiedlicher Schäden jedes an einem Verkehrsunfall Beteiligten gegen den jeweils anderen bzw. dessen Haftpflichtversicherung; zusammenhängende Klagen
Zur Aussetzung des Rechtsstreits nach der EuGVVO bei mehreren Unfallbeteiligten
Zur Aussetzung eines Rechtsstreits wegen einer in einem anderen EU-Mitgliedstaat anhängigen Klage
Art. 27, 28, 5 Nr. 4 Brüssel I-VO
Gerichtsstand für Adhäsionsverfahren - Art. 5 Nr. 4 Brüssel I-VO in der Rechtsprechung - Rechtshängigkeit - Derselbe Anspruch - Der Begriff "derselbe Anspruch" - Klage vor einem Gericht eines anderen Mitgliedstaats - Verschiedene Arten von Klagen - Im Zusammenhang stehende Verfahren - Rechtsfolgen des Vorliegens der Voraussetzungen von Art. 28 Brüssel I-VO - Rechtsfolgen für das später angerufene Zweitgericht - Aussetzung nach Ermessen des Gerichts
Aussetzung des Verfahrens nach Art. 27, 28 EuGVVO
Parteiidentit ät für die Aussetzung des Rechtsstreits nach Art. 27 EuGVVO
LG Konstanz, 27.08.2010 - 2 O 21/09
OLG Karlsruhe, 28.12.2011 - 13 U 188/10
BGHZ 196, 180
ZIP 2013, 848
MDR 2013, 869
NZV 2013, 336
VersR 2014, 476
Dabei können unter anderem folgende Gesichtspunkte eine Rolle spielen: Der Grad des Zusammenhangs beider Verfahren und die Gefahr widersprechender Entscheidungen, die Interessen der Parteien, die Förderung der Prozessökonomie, der Stand und die Dauer der Verfahren, die Sach- und Beweisnähe der Gerichte und die Zuständigkeit des Erstgerichts ( BGH 19.02.2013 - VI ZR 45/12 - Rn. 24 m. umfangreichen w. N. ).
Die deutsche Rechtsprechung hat schon zu den früheren Bestimmungen in Art. 21 EuGVÜ und Art. 27 EuGVVO aF entschieden, dass die Klage bei dem später angerufenen Gericht als unzulässig abzuweisen ist (BGH, Urteil vom 9. Oktober 1985, NJW 1986, 662; vom 8. Februar 1995 - VIII ZR 14/94, NJW 1995, 1758, 1759; vgl. auch BGH, Urteil vom 19. Februar 2013 - VI ZR 45/12, BGHZ 196, 180 Rn. 11).
Der Bundesgerichtshof hat lediglich betont, dass das Gericht, das über die Aussetzung zu entscheiden hat, sein Ermessen ausüben muss und dass die Entscheidung aufzuheben ist, wenn sich das Gericht nicht mit den Abwägungskriterien auseinandersetzt (vgl. BGH, Urt. v. 19.02.2013 - VI ZR 45/12, BGHZ 196, 180 - 190, juris, Rdn. 24 ff).
Im Rahmen der ordnungsgemäßen Ermessenausübung ist die Entscheidung, das Verfahren auszusetzen oder fortzufahren, sachlich zu begründen (vgl. BGH, Urt. v. 19.02.2013 - VI ZR 45/12, BGHZ 196, 180 - 190, juris, Rdn. 24 ff;… Zöller-Geimer, Zivilprozessordnung , 29. Auflage, Anh. I., Art. 28 EuGVVO , Rdn. 9;… Kropholler/v. Hein, aaO., Art. 28 EuGVVO , Rdn. 7).
Im Rahmen dieser Ermessensentscheidung sind der Grad des Zusammenhangs beider Verfahren und der Gefahr widersprechender Entscheidungen, die Interessen der Parteien, die Förderung der Prozessökonomie, Stand und Dauer der Verfahren, die Sach- und Beweisnähe der Gerichte und die Zuständigkeit des Erstgerichts zu berücksichtigen (vgl. BGH, Urt. v. 19.02.2013 - VI ZR 45/12, BGHZ 196, 180 - 190, juris, Rdn. 24; OLG Düsseldorf, GRUR-RR 2009, 401 f; OLGR Karlsruhe 2003, 360 f;… Geimer/Schütze-Geimer, aaO., Art. 28 EuGVVO , Rdn. 18 ff;… Kropholler/von Hein, aaO., Art. 28 EuGVVO , Rdn. 10).
Das Landgericht hat auf nicht zu beanstandende Weise ausgeführt, dass die Aussetzungsvorschrift des Art. 28 EuGVVO nur der Vermeidung widersprechender Entscheidungen dient, nicht aber der Verhinderung materieller Überkompensation von Schäden (vgl. BGH, Urt. v. 19.02.2013 - VI ZR 45/12, BGHZ 196, 180 - 190, juris, Rdn. 24;… Kropholler/v. Hein, aaO., Art. 28 EuGVVO , Rdn. 4).
Bei den Parteien beider Rechtsstreite handelt es sich um die an dem Transport von B.-Produkten am 15.09.2016 unmittelbar oder mittelbar Beteiligten, beide Klagen haben zum Gegenstand die Feststellung des Umfangs der Haftung der hiesigen Beklagten nach CMR, insbesondere die Frage, ob eine qualifizierte Haftung vorliegt (vgl. auch BGH, Urteil vom 19.02.2013 - VI ZR 45/12, beck-online).
LAG Nürnberg, 18.09.2013 - 2 Ta 118/13
Sie kann daher nur auf Ermessensfehler überprüft werden (BGH vom 2 Ta 118/13 -419.02.2013 - VI ZR 45/12 Rn. 23 m.w.N. zitiert nach juris).

References: Art. 27

Art. 27
 Art. 5
 Art. 28
 Art. 27
 Art. 27
 BGH 
 Art. 21
 Art. 27
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28