Source: http://www.kunsthistoriker.org/mvs_2017.html
Timestamp: 2018-04-23 05:52:16+00:00

Document:
Protokoll der Mitglieder­ver­sammlung des Ver­bandes 2017 - Verband Deutscher Kunsthistoriker
Aktuelles Meldungen Protokoll der Mitglieder­ver­sammlung des Ver­bandes 2017
Protokoll der Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V.
auf dem XXXIV. Deutschen Kunsthistorikertag am Freitag, den 10. März 2017 von 16:30 Uhr bis 18:50 Uhr im Hörsaal 2 des Hörsaalzentrums der Technischen Universität Dres­den (Bergstr. 64, 01069 Dresden)
Kilian Heck (Erster Vorsitzender), Iris Wenderholm (Zweite Vorsitzende), Katharina Cor­sepius (Geschäftsführerin), Matthias Exner, G. Ulrich Großmann und Barbara Welzel für den Vorstand und 130 weitere Mitglieder des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker e.V.
Kunsthistorikertag 2019
TOP 1: Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit, Festlegung der Tagesordnung
Der Erste Vorsitzende Kilian Heck eröffnet die Mitgliederversammlung und begrüßt die Anwesenden. Er bittet die Versammelten, sich zum Gedenken an die seit der letzten Sit­zung verstorbenen Kolleginnen und Kollegen zu erheben. Zur Ehrung und zum Ge­denken an die Verstorbenen verliest er deren Namen: Gabriele Bickendorf, Renate Breustedt-Beroleit, Armin-Ernst Buchrucker, Frank Büttner, Christoph-A. Graf Douglas, Ulrike Eichler, Peter H. Feist, Sigrid Gaffal, Ruth Grönwoldt, Hans-Joachim Haaßengier, Rainer von Hagens, Claus Hannig, Gisela Hopp, Julian Kliemann, Leo Krause, Vanes­sa Krout, Michael Meier, Peter Anselm Riedl, Piotr O. Scholz, Klaus Schwager, Adolf Smit­mans, Julian Lorenz Stehberger, Liselotte Thelen, Peter Volk, Herbert Weiermann, Ursula Weißbrod, Klaus Winands, Manfred Wundram.
Es wird festgestellt, dass die Versammlung mit dem Schreiben vom 06.02.2017 an alle Mitglieder satzungsgemäß (§ 9) einberufen wurde und somit beschlussfähig ist. Schrift­liche Anträge an die Mitgliederversammlung sind im Vorfeld nicht eingetroffen. Da auch auf Nachfrage keine weiteren Ergänzungen gemacht werden, wird die Ta­ges­ordnung ohne Änderungen angenommen.
Herr Heck berichtet, dass der Verband in den vergangenen beiden Jahren mit vielfälti­gen Aufgaben und Themen beschäftigt war und es eine ganze Reihe von Initiativen ge­geben hat, von denen er eine Auswahl ansprechen möchte. Im Zuge der Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes sei im Oktober 2015 gegenüber dem zuständigen Mi­nis­teri­aldirektor Herrn Günter Winands eine Stellungnahme eingebracht worden. Darin sei das Gesetzesvorhaben grundsätzlich begrüßt worden, wenngleich sowohl in­halt­liche als auch administrative Defizite angesprochen wurden: So wurde die notwendige wissenschaftlich fundierte Debatte nicht geführt, was überhaupt als „national wertvol­les Kulturgut“ zu qualifizieren wäre. Ebenso wurden erhebliche Investitionen bei der per­sonellen Besetzung von Stellen in der Provenienzforschung gefordert. Zudem wur­de angemahnt, dass die oft bestehende gute Zusammenarbeit von Sammlern, Kunst­händlern und Museen bei Neuerwerbungen für öffentliche Sammlungen nicht Schaden nehmen dürfe.
Nach Auskunft von Herrn Heck hat sich der Vorstand seit dem Mainzer Kunsthistori­ker­tag intensiv mit der Thematik der Aufarbeitung der Verbandsgeschichte auseinander­ge­setzt. Man habe sich zunächst darauf verständigt, als ersten Teil die Zeit von 1948 bis 1968 erarbeiten zu lassen. Mit Henrik Eberle sei ein unabhängiger Historiker damit beauftragt worden, u. a. die Akten des Verbandes im Deutschen Kunstarchiv zu sichten. Im Zuge der Erarbeitung eines entsprechenden Forschungsantrages habe der Vor­stand gleichwohl festgestellt, dass eine Durchführung ohne Berücksichtigung kunst­his­torischer Spezifika der Zeit und ohne erweiterten Blick auf die seinerzeitigen Pro­ta­gonisten jenseits der überlieferten Akten nicht zu den angestrebten Ergebnissen füh­ren kann. Die weitere Planung sehe derzeit vor, im Jahr 2018 eine Tagung zur Ver­bands­geschichte mit entsprechender Ausschreibung für den ersten Zeitabschnitt zu veranstalten. Die Ergebnisse sollten in einem nachfolgenden Schritt zu einer Publika­tion führen.
Zum Thema der Bildrechte informiert Herr Heck darüber, dass das Justiz- und Ver­brau­cher­schutzministerium einen ersten Referentenentwurf für eine Novelle des Urheber­rechtsgesetzes vorgelegt hat. Die seit langem von vielen Wissenschafts- und Hoch­schul­verbänden geforderte „allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke“ kom­me damit allerdings nicht zur Umsetzung. Gleichwohl gebe es im Entwurf sinnvolle Än­derungsvorschläge, wie z. B. die klarstellende Erweiterung des Zitatrechts in § 51, wel­ches für Abbildungen etwa von Gemälden auch dann gelten soll, wenn deren Re­pro­duk­tion eigens geschützt sein sollte. Dies wäre, so Herr Heck, für unser Fach ein Fort­schritt, wobei allerdings die Verwerter sicher versuchen würden, Änderungen zu erwir­ken. Der Verband werde weiterhin die Interessen der Wissenschaft wahrnehmen.
Viele der Anwesenden hätten sicher aus den Medien von dem Urteil des Bundes­ge­richts­hofes zur pauschalen Verlegerbeteiligung an den Einnahmen der VG Wort erfah­ren. Der Vorstand sei entsprechend sensibilisiert und werde auf künftige Entwicklun­gen bei der VG Wort und etwaige Gesetzesentwürfe achtgeben.
Im September 2016 habe der Verband eine förmliche Stellungnahme zum Entwurf für ein neues Hessisches Denkmalschutzgesetz (HDSchG) im Hessischen Landtag ein­gebracht, welche auch im Internet veröffentlicht wurde. Herr Heck dankt Matthias Exner für das fundierte Statement und merkt an, dass man insbesondere im Bereich der Denk­malpflege immer häufiger ein waches Auge bei gesetzlichen Änderungsvorhaben auf Landesebene haben müsse. Dies gelte ebenso für Entwicklungen beim Verlust von Denkmälern, wobei z. B. Sachsen hier in negativer Hinsicht besonders hervortrete.
Als weiteres Projekt sei im Vorstand eine Satzungsänderung vorbereitet worden, deren Entwurf den Anwesenden vorliege und welcher später im Tagesordnungspunkt 6 vor­ge­stellt würde.
Herr Heck berichtet weiterhin, dass im Januar vom Vorstand ein offener Brief an den Präsidenten der Universität Osnabrück zur Kunstgeschichte an der dortigen Universität geschickt wurde und dankt Barbara Welzel nachdrücklich für diesen gut recherchierten, fundierten und argumentativ starken Appell, der auf der Verbandshomepage nach­zu­lesen sei. Er ist sich sicher, dass der – im Vergleich zu vielen anderen Äußerungen zur Situation in Osnabrück – dezidiert konstruktive Ansatz dieser Initiative entsprechende Früch­te tragen wird.
Bei der Zahl der Mitglieder sei erneut ein erfreulicher Anstieg gegenüber der letzten Mitgliederversammlung auf aktuell 3290 zu vermerken.
Schließlich richtet Herr Heck seinen Dank an den bisherigen Vorstand: Iris Wender­holm, Barbara Welzel und G. Ulrich Großmann, dessen Engagement im Rahmen des CIHA-Kongresses und des CIHA-Präsidiums auch wichtig für die Außenwirkung ge­we­sen sei. Er dankt Herrn Exner für seinen Einsatz bei zahlreichen Fällen in der Denkmal­pflege und für die Arbeit im Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz. Er dankt Katharina Corsepius sehr herzlich, insbesondere für die Koordination in der Phase des Umzuges der Geschäftsstelle von München nach Bonn. Einen besonderen Dank richtet Herr Heck auch an die krankheitsbedingt verhinderte Barbara Polaczek. Sie ha­be mit ihrem großen Engagement die Freiberufler wieder nahe an den Verband ge­bracht.
Ebenso spricht Herr Heck seinen Dank gegenüber der Bonner Geschäftsstelle in Per­son der heute krankheitsbedingt fehlenden Cornelia Kirschbaum und gegenüber Mar­cello Gaeta aus. Nicht nur bei der Administration, sondern auch bei der inhaltlichen Zu­sammenarbeit werde die Distanz zwischen Greifswald und Bonn mittels vieler Telefo­na­te und E-Mails im besten Sinne überbrückt.
Herr Heck erkundigt sich, ob seitens der Mitglieder Fragen zu seinem Bericht beste­hen. Sybille Ebert-Schifferer fragt nach, ob es beim Thema der Bildrechte neue Ent­wick­lungen gibt. Herr Heck verweist auf die stattgefundenen Gespräche mit der Fach­ab­teilung der Kultusminister-Konferenz und mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung. Generell sei die Situation aber nach wie vor schwierig, da die Bild­rech­te zumeist im größeren Kontext des gesamten Urheberrechtes und der immer noch aus­stehenden Wissenschaftsschranke diskutiert würden. Die Einflussnahme der Ver­treter der Urheber und der Verwertungsgesellschaften auf die Diskussion sei hier ver­hältnismäßig dominant, weshalb man sich weitere, langfristige Strategien überlegen müsse.
Bruno Klein stellt die Frage, ob der Wissenschaftsrat eine Änderung der Katego­ri­sie­rung der akademischen Fächergruppen des Statistischen Bundesamtes für das Fach Kunstgeschichte erwirken konnte. Frau Welzel antwortet für Herrn Heck, dass dieses Anliegen seitens des Statistischen Bundesamtes lediglich aus formalen Gründen ab­gelehnt wurde, da es die Zahl der umzusetzenden Änderungen im Gesamtvorhaben der Umstrukturierung begrenzt hat. Die Aufgabe liege nun beim nächsten Vorstand, hier nochmals aktiv zu werden.
TOP 3: Bericht der Geschäftsführerin
Frau Corsepius verweist auf die Tischvorlagen, denen sowohl die Bilanzen als auch die Gewinn- und Verlustrechnungen (GuV) der Jahre 2015 und 2016 zu entnehmen sind. Die Bilanzsummen zeigten von Jahr zu Jahr Zuwächse im Bereich von ca. 11.000,– bis 15.000,– Euro, zudem gebe es wie stets Abweichungen zwischen dem Kongressjahr und dem Jahr, in dem kein Kongress stattgefunden hat. Manchmal, wie auch in den beiden vergangenen Jahren, wirke sich auch der Zeitpunkt, wann ein­ge­wor­bene Fördermittel für den Kongress abgerechnet werden könnten, auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus. So hätten etwa eine ganze Reihe von Ausgaben, für die der Verband für den Mainzer Kongress 2015 in Vorleistung gegangen ist, erst im Frühjahr 2016 mit der dortigen Universitätsverwaltung mit den dankenswerterweise vom Main­zer Institut eingeworbenen Drittmitteln verrechnet werden können. Durch die seit 2013 neu beschäftigte Steuerkanzlei stehe dem Verband eine professionelle Buchhaltung zur Verfügung. Die Ausgaben von rund 5.000,– Euro im Jahr seien eine gute Investition, die zu einer Entlastung der Geschäftsstelle beitrage. Frau Corsepius weist abschlie­ßend noch auf den Anstieg der Personalkosten um rund 9.000,– Euro im Jahr 2016 im Gegensatz zum Jahr 2015 hin. Ihrer Meinung nach solle der neue Vorstand diesen Pos­ten im Auge behalten.
Da es zu den Geschäftszahlen keine Rückfragen gibt, setzt die Geschäftsführerin ihren Bericht mit einem Überblick über die Gremienarbeit des Vorstandes im Deutschen Kunst- und Kulturrat fort. Zum Juni 2015 seien nach längeren Vorarbeiten, an denen Frau Polaczek als Vorstandsmitglied sehr intensiv beteiligt war, vom Kulturrat ge­gen­über den politisch Verantwortlichen aus Bund, Ländern und Kommunen die ge­mein­sa­me Position „Freiberufliche Leistungen im Kulturbereich angemessen vergüten“ ver­öf­fentlicht worden. Ein wichtiges und viel diskutiertes Thema sei auch das Kulturgut­schutz­gesetz gewesen, das zu zwei weiteren Stellungnahmen führte (September 2015 und April 2016). Traditionell nähmen an den Sektionen sowohl Vertreter der Verwerter als auch der Nutzer sowie der Urheber teil, daher gebe es beim Thema Kulturerbe durch­aus unterschiedliche Ansichten. Im Fachausschuss Bildung genieße derzeit das Thema „kulturelle Integration“ Priorität, zu dem Positionen und mögliche Aktionen erar­beitet würden. Klaus Herding fragt nach, ob sich beim Thema des Kulturgutschutzes Dif­ferenzen zum Kunsthandel entwickelt haben. Frau Corsepius berichtet von Mei­nungs­verschiedenheiten etwa beim Thema des Umgangs mit potenziellem Raubgut. Insgesamt habe die Diskussion um den Kulturgutschutz aber auch im Kunstrat in der Tat zu Verhärtungen geführt.
TOP 4: Bericht der Rechnungsprüfer
Holger Simon berichtet, dass er zusammen mit Ulrich Rehm, der am heutigen Tage lei­der verhindert ist und sich entschuldigen lässt, die Prüfung der Geschäftsjahre 2015 und 2016 am 23. März 2017 in der Geschäftsstelle des Verbandes vorgenommen hat.
Die Unterlagen und Belege zu den beiden Jahresabschlüssen seien wie auch in der Vergangenheit sehr geordnet, übersichtlich und nachvollziehbar geführt, so dass die Geschäftsvorgänge und -abschlüsse ohne weiteres auf ihre Plausibilität geprüft wer­den konnten. Im Unterschied zu Frau Corsepius sieht Herr Simon in den gestiegenen Personalkosten kein Problem. Eine vorübergehende Schließung der Geschäftsstelle sei indes keine Alternative und Mehrarbeit im Zuge der arbeitsintensiven Kongress­vor­bereitung nicht zu verhindern. Zudem seien trotz der gestiegenen Kosten deutliche Über­schüsse erwirtschaftet worden. Die Auslagerung der Personal- und Steuer­ab­rech­nung sowie der Buchhaltung führe trotz des noch vorhandenen Aufwandes für die Erfassung des Zahlungsverkehrs und der Kontierung zu einer Entlastung der Ge­schäfts­stelle und insgesamt zu mehr Transparenz und Rechtssicherheit.
Herr Simon resümiert, dass die beiden Rechnungsprüfer die Entlastung des Vor­stan­des für die beiden vergangenen Geschäftsjahre uneingeschränkt empfehlen können.
Frau Ebert-Schifferer beantragt die Entlastung des Vorstandes. Ihr wird ohne Gegen­stim­me bei Enthaltung des Vorstandes und des Leiters der Geschäftsstelle zuge­stimmt.
TOP 6: Satzung des Verbandes
Herr Heck berichtet von der Notwendigkeit, den Vereinssitz mit der Geschäftsstelle nach Bonn zu verlegen. Nach den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches sei der Sitz der Ort, an dem die Verwaltung geführt wird. Im Zuge dieser notwendigen Sat­zungs­änderung habe sich der Vorstand in enger Absprache mit dem für den Verband tätigen Rechtsanwalt Paul Bongartz entschlossen, auch eine Änderung struktureller Art vorzunehmen. Im Sinne einer weiteren Professionalisierung des Verbandes und auch im Sinne einer „Good Governance“ solle die Entflechtung von Vorstand und Ge­schäfts­führung erfolgen. Somit könne eine Trennung von operativen Aufgaben seitens der Ge­schäftsführung und von strategischen Aufgaben seitens des Vorstandes als über­ge­ord­netem Beschlussorgan vollzogen werden. Frau Welzel ergänzt, dass Herr Bongartz aufgrund von Änderungen im Vereinsrecht an einzelnen Stellen der bisherigen Sa­tzungs­fassung kleinere Formulierungsänderungen vorgenommen hat, die ent­schei­den­den Änderungen beträfen gleichwohl § 1 und § 6 der Satzung. Der Vorstand bittet um Diskussion der vorgeschlagenen Neufassung der Satzung.
Gabi Dolff-Bonekämper empfindet die Trennung von Vorstand und Geschäftsführung als vernünftig und als logische Fortführung der allgemeinen Entwicklung, gerade auch im Hinblick auf die erheblich gewachsene Zahl von Mitgliedern. Sie diene zudem der Professionalisierung und nütze auch dem Erscheinungsbild des Verbandes. Hubert Locher erkundigt sich, wie die Prüfung der Geschäfte gewährleistet werden soll. Frau Welzel und Herr Heck antworten, hierfür sei mit dem neu eingeführten Amt des Schatz­meisters ein anderes Scharnier vorhanden, mit dem die notwendige Kontrollfunktion des Vorstandes sichergestellt werden kann. Georg Satzinger erinnert daran, dass der Verband bis zur Einrichtung der Münchner Geschäftsstelle in den Neunzigerjahren eine Art „Wanderzirkus“ darstellte, bei dem die Administration zu den Aufgaben der gewähl­ten Geschäftsführung gehörte und am jeweiligen Dienst- bzw. Wohnort erfolgte. Er be­grüßt ausdrücklich, dass nach der Etablierung der Geschäftsstelle an einem von In­sti­tuten und Vorständen unabhängigen professionellen Standort im Zuge dieser Entwick­lung nun auch die Geschäftsführung am zentralen Standort angesiedelt wird und die hierfür notwendige rechtliche Form gefunden wird.
Bruno Klein stellt zur Diskussion, ob die Formulierung in § 7 „Wiederwahl ist zulässig“ nicht durch „einmalige Wiederwahl ist zulässig“ ersetzt werden sollte. Aufgrund seiner Erfahrung in akademischen Gremien sei eine solche Beschränkung der Amtszeit sinn­voll und werde auch als demokratischer empfunden. Herr Großmann gibt zu beden­ken, dass Vorstandsmitglieder auch vorzeitig ausscheiden können, neue Kandidaten – so wie in seinem Fall – sich dann innerhalb der laufenden Amtsperiode zur Wahl stel­len müssen und somit für keine zwei vollständigen Amtsperioden mehr infrage kom­men. Frau Welzel berichtet, dass die Frage nach der Amtszeitbegrenzung auch im Vor­stand im Vorfeld länger diskutiert wurde. Man sei aber zum Schluss gekommen, dass es zu bestimmten Situationen kommen könne, in der die Begrenzung eher hinderlich sei. Dies könne zum einen das von Herrn Großmann angesprochene Ausscheiden eines Vorstandsmitgliedes sein, zum anderen könne es auch schwierig sein, be­stimm­te Vorstandsposten, die ein besonderes Engagement und/oder Erfahrung vor­aus­setzen, wie z. B. bei der Berufsgruppenvertretung der Freien, adäquat zu besetzen. Letztlich habe der Rechtsanwalt empfohlen, die Satzung eher schlank zu halten, um flexibler zu sein. Frau Ebert-Schifferer bemerkt, dass das Amt des Vorsitzenden bei einer ernsthaften Ausübung viel ehrenamtliche Arbeit mit sich bringt. Herr Satzinger be­stätigt dies und ergänzt, es sei kein Amt, durch das man in eine besondere Macht­po­si­tion gelangt. Zudem müsse die Mitgliederversammlung auch nicht zwangsläufig ei­ne/-n Kandidatin/Kandidaten wählen, welche/-r sich zum dritten Mal zur Wahl stellt.
Herr Heck bittet die Mitglieder, zunächst über den Vorschlag von Herrn Klein per Ak­kla­mation abzustimmen, ob die Formulierung zur Wiederwahl in § 7 um den Zusatz „ein­malige“ ergänzt werden soll. Die Mitglieder entscheiden sich mit großer Mehrheit gegen die Er­gänzung.
Schließlich stimmen die Mitglieder über die neue Satzung ab. Die neue Satzung wird ohne Gegenstimme mit 131 Jastimmen und 5 Enthaltungen beschlossen. Sie tritt so­mit in der als Anlage zum Protokoll der Mitgliederversammlung beigefügten Satzungs­neufassung in Kraft.
Elisabeth Kieven schlägt Sybille Ebert-Schifferer als Wahlleiterin vor. Frau Ebert-Schif­ferer wird von der Mitgliederversammlung als Wahlleiterin per Akklamation bestätigt. Die Versammlung beauftragt ebenso Martin Neubacher und Wolfgang Kirschbaum als Wahlhelfer.
Die Wahlleiterin dankt dem scheidenden Vorstand und fragt die Vorstandsmitglieder einzeln, ob sie zur anstehenden Neuwahl nochmals zu kandidieren beabsichtigen. Herr Heck und Frau Wenderholm stimmen zu, alle anderen anwesenden Mitglieder verneinen. Die nicht anwesende Frau Polaczek hat bereits im Vorfeld gegenüber Frau Wenderholm bekannt gegeben, nicht erneut zu kandidieren. Schriftliche Vorschläge für Kandidaturen wurden im Vorfeld der Versammlung nicht eingereicht.
Frau Ebert-Schifferer fragt Herrn Heck, ob er die Kandidatur zur Wahl des Ersten Vor­sit­zenden annimmt. Herr Heck bejaht. Anschließend befragt Frau Ebert-Schifferer die Mit­gliederversammlung, ob es weitere Kandidatinnen oder Kandidaten für diesen Vor­stands­posten gibt. Da dies nicht der Fall ist, fordert sie die Mitglieder zur Wahl des Er­sten Vorsitzenden auf. Die Mitgliederversammlung wählt geheim und schriftlich den Er­sten Vorsitzenden. Als Erster Vorsitzender wird mit 119 Stimmen Kilian Heck gewählt (bei 5 Gegenstimmen, 9 Enthaltungen und 3 ungültigen Stimmen). Herr Heck nimmt die Wahl an und dankt für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.
Frau Wenderholm nimmt die Kandidatur zur Wahl der Zweiten Vorsitzenden an, und es gehen keine weiteren Vorschläge für eine Kandidatur ein. Im zweiten Wahlgang wählt die Mitgliederversammlung Iris Wenderholm mit 120 Stimmen zur Zweiten Vorsit­zen­den (bei 5 Gegenstimmen, 8 Enthaltungen und 3 ungültigen Stimmen). Auch Frau Wen­derholm nimmt die Wahl an und dankt für das ihr erwiesene Vertrauen.
Die vier noch zu wählenden Vorstandsmitglieder werden entsprechend der Satzung nach Berufszweigen gewählt. Aus der Mitgliederversammlung heraus werden für den Vorstandsposten Hochschulen und Forschungsinstitute Johannes Grave, für den Pos­ten Museen Marcus Dekiert, für die Denkmalpflege Martin Bredenbeck und für die frei­en Berufe Anne Fischer vorgeschlagen. Alle erklären gegenüber der Wahlleiterin die Annahme ihrer Kandidatur und stellen sich jeweils kurz vor. Weitere Vorschläge werden nicht gemacht. Als Vertreter der Hochschulen und Forschungsinstitute wird Johannes Grave mit 123 Stimmen gewählt (4 Gegenstimmen, 8 Enthaltungen, 1 ungültige Stim­me). Für die Vertretung der Museen wird Marcus Dekiert mit 125 Stimmen gewählt (2 Gegen­stimmen, 8 Enthaltungen, 1 ungültige Stimme). Als Vertreter der Berufsgruppe Denkmalpflege wird Martin Bredenbeck mit 119 Stimmen gewählt (6 Gegenstimmen, 10 Enthaltungen, 1 ungültige Stimme). Für die Vertretung der freien Berufe wird Anne Fischer mit 126 Stimmen gewählt (4 Gegenstimmen, 5 Enthaltungen, 1 ungültige Stim­me). Alle Berufsgruppenvertreter nehmen ihre Wahl an und danken den anwesenden Mitgliedern.
Die Wahlleiterin fragt nach Kandidaten für das Amt des Schatzmeisters, die laut Sat­zung aus den Reihen der vier gewählten Berufsgruppenvertreter/-innen kommen müs­sen. Nils Büttner schlägt Herrn Bredenbeck vor, der die Kandidatur annimmt. Weitere Vorschläge gehen nicht ein. In einem separaten schriftlichen Wahlgang wird Herr Bre­den­beck mit 111 Stimmen zum Schatzmeister gewählt (5 Gegenstimmen, 12 Ent­hal­tungen, 4 ungültige Stimmen).
Frau Ebert-Schifferer stellt die ordnungsgemäße und vollständige Wahl des neuen Vor­standes fest und gratuliert allen Mitgliedern des neuen Vorstandes.
TOP 8: Wahl der Rechnungsprüfer
Holger Simon erklärt sich bereit, erneut für das Amt des Rechnungsprüfers zu kan­di­die­ren. Ulrich Rehm hat sich vorab dazu bereit erklärt, auch in Abwesenheit für eine wei­tere Amtsperiode als Rechnungsprüfer zur Verfügung zu stehen. Für die Wahl ge­hen keine weiteren Vorschläge ein. Die beiden bisherigen Kassenprüfer werden per Akklamation ohne Gegenstimme und bei einer Enthaltung in ihrem Amt bestätigt.
TOP 9: Kunsthistorikertag 2019
Für die Austragung des Kunsthistorikertages 2019 ist dem amtierenden Vorstand vor der Mitgliederversammlung eine schriftliche Einladung des Kunstgeschichtlichen Se­minars der Georg-August-Universität Göttingen zugegangen. Herr Heck bedankt sich herzlich für die Einladung und bittet Michael Thimann als Vertreter des Instituts, die Ein­ladung kurz darzulegen.
Nach Auskunft von Herrn Thimann verfügt Göttingen über den ältesten unabhängigen Lehrstuhl im Fach Kunstgeschichte, mit bereits in den Achtzigerjahren des 18. Jahr­hun­derts gehaltenen Vorlesungen und einer im Jahr 1813 eingerichteten Professur. Gleichwohl handele es sich um den ersten Kunsthistorikertag, der in Göttingen statt­finden würde. Dem Seminar sei die umfangreiche Kunstsammlung zugeordnet, eine der zahlreichen Lehr- und Forschungssammlungen der Universität Göttingen. Zudem sei die an der Zentralen Kustodie angesiedelte neue Professur für „Materialität des Wis­sens“ mit einer Kunsthistorikerin besetzt worden. Als Arbeitstitel für den Kongress sei „Das Wissen der Objekte“ gewählt worden; es gehe um die engen Verbindungen mit der musealen Arbeit. So könne man Fragen etwa nach der Rolle der Museen und Sammlungen, der Objekte oder der Taxonomien erörtern.
In logistischer Hinsicht sei die Stadt Göttingen ohne weiteres für größere Kongresse gerüstet. So habe dort etwa im September 2014 der 50. Deutsche Historikertag mit mehr als 3.000 Teilnehmern stattgefunden. Herr Thimann und seine Kolleginnen und Kollegen würden sich sehr freuen, den kommenden Kunsthistorikertag in Göttingen austragen zu dürfen.
Die Mitgliederversammlung wählt ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen Göttingen zum Austragungsort des nächsten Kunsthistorikertages.
Herr Großmann fasst seine zurückliegende Tätigkeit als Vorstandsmitglied im Comité International d’Histoire de l’Art (CIHA) zusammen. Das Konzept des CIHA-Kongres­ses in Nürnberg 2012 „The Challenge of the Object“ habe sich als wegweisend für spä­tere Forschungsfragen bestätigt. Ein Indiz sei beispielsweise der spätere umfang­reiche geisteswissenschaftliche Förderschwerpunkt „Sprache der Objekte“ des Bun­des­ministeriums für Bildung und Forschung. Seit dem Kongress hatte Herr Großmann das Amt des CIHA-Präsidenten inne, in dem er gerne Strukturen für persönliche Mit­glied­schaften etabliert hätte, was jedoch nicht gelang. Im September 2016 sei eine Satzungs­änderung beschlossen worden, welche die Amtszeit im CIHA-Exekutivkomi­tee auf maximal zwei Amtszeiten begrenzt. Zuvor gab es die seiner Meinung nach durchaus sinnvolle Regelung, dass der Präsident in der darauffolgenden Amtszeit als Vize-Prä­sident seine Erfahrungen an den neuen Vorstand weitergeben konnte. Dieses Kon­strukt sei aber offensichtlich nicht mehr gewollt gewesen, so dass auch seine Tätigkeit mit der letzten Generalversammlung endete. Seitdem sei Lao Zhu von der Pekinger Uni­versität der neue Präsident, der gute Arbeit zum Gelingen des CIHA-Kongresses im Herbst 2016 in Peking geleistet habe. Bei dem atmosphärisch guten Kongress habe es eine erfreulich große deutsche Beteiligung gegeben. Leider seien keine früh­zei­ti­gen Einladungen an Gäste ergangen, die für die Vergabe von Visa seitens der chi­ne­si­schen Behörden notwendig gewesen wären.
Herr Großmann zeigt sich erfreut, dass mit Frau Welzel ein Mitglied des letzten Ver­bands­vorstandes in das CIHA-Board neu berufen wurde und verweist darauf, dass der nächste CIHA-Kongress geteilt an zwei verschiedenen Standorten stattfinden wird: in Florenz im September 2019 und in São Paulo im September 2020.
Frau Welzel dankt Herrn Großmann herzlich für sein Engagement der vergangenen Jahre im CIHA.
Herr Heck verkündet unter dem Applaus der Mitglieder, dass der Vorstand beschlossen hat, folgende Personen zu neuen Ehrenmitgliedern des Verbandes zu erklären: Antje Middeldorf Kosegarten, Rudolf Preimesberger, Martin Warnke, Hiltrud Westermann-Angerhausen und Eva Zimmermann.
Der Erste Vorsitzende berichtet von einer Mitgliedsanfrage, die rein männliche Form des Verbandsnamens zukünftig abzulegen. Der neue Vorstand werde dieses Thema behandeln und mögliche Alternativen zum bisherigen Verbandsnamen erörtern.
Bruno Klein weist auf einen Passus in der Satzung hin, dem zufolge vom Vorstand für die Behandlung von Sonderfragen Ausschüsse bestellt werden können. Er wünscht sich einen solchen Ausschuss zum Thema der Digitalisierung in der Kunstgeschichte, welcher eine Verständigung auch allgemeinverständlich für Personen ermöglicht, die nicht fortwährend mit allen aktuellen Entwicklungen und Gesichtspunkten vertraut sind. Hier könnten Ansprechpartner für „Laien“ auf dem Gebiet vermittelnd tätig werden. Herr Heck dankt für diese Anregung und ergänzt, dass auch bereits an einen Ausschuss zum Thema „Schulbildung“ gedacht wurde, um die sehr vielversprechende Arbeit von Frau Welzel auf diesem Gebiet fortführen zu können.
Klaus Herding spricht die chronische Unterfinanzierung der Denkmalpflege an. Da im Zusammenhang mit dem Europäischen Kulturerbejahr (ECHY 2018) eine Finanzie­rung von Projekten möglich ist, schlägt er dem Vorstand eine entsprechende Beteili­gung vor. Herr Heck gibt bekannt, dass aus dem scheidenden Vorstand Herr Exner be­reits im Vorfeld tatkräftig an der Unterstützung des Kulturerbejahrs mitgewirkt hat und sich das neu gewählte Vorstandsmitglied Herr Bredenbeck gewiss mit der Thematik weiter befassen wird.
Gabi Dolff-Bonekämper macht darauf aufmerksam, dass es keine Förderprogramme seitens der DFG oder des Instituts für Auslandsbeziehungen gibt, die beispielsweise Kooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Wissenschaftlern ermöglicht, wenn letzteren administrative Grundstrukturen nicht zur Verfügung stehen. Gerade hin­sichtlich eines „globalen“ Austausches in der Kunstgeschichte sei dies gleichwohl wün­schenswert. Sie bittet den Vorstand darum, sich bei den Institutionen darum zu bemühen, entsprechende Programme zu initiieren.
Georg Satzinger ersucht den neuen Vorstand, hinsichtlich der Eintrittsvergünstigungen für Mitglieder beim Besuch von Museen verstärkte Initiative zu entwickeln. Er habe fest­stellen müssen, dass der Erfolg bei Nutzung des Mitgliedsausweises in letzter Zeit nach­gelassen hat. Herr Heck versichert, dass das Thema den Vorstand bereits viel­fach und grundlegend beschäftigt hat und man weiter nach Lösungen, auch auf po­li­ti­scher Ebene, suchen wird.
Der Erste Vorsitzende dankt allen anwesenden Mitgliedern und schließt die Mitglieder­versammlung um 18:50 Uhr.
Protokoll: Marcello Gaeta
Anlage Anlage zum Beschluss der Mitgliederversammlung vom 10. März 2017 unter Tagesordnungspunkt 6:
Der Vorstand besteht aus dem/der ersten Vorsitzenden, dem/der zweiten Vorsitzenden und vier weiteren Mitgliedern. Der/die erste Vorsitzende und der/die zweite Vorsitzende bilden gemeinsam den Vorstand im Sinne des § 26 BGB. Von den vier weiteren Vor­standsmitgliedern wird eines zum/zur Schatzmeister(in) gewählt.
• Hochschulen und Forschungsinstitute
• freie Berufe.
Der Vorstand beruft alle zwei Jahre die Mitgliederversammlung unter Vorlage der Ta­ges­ordnung ein, die möglichst anlässlich des Deutschen Kunsthistorikertages ab­ge­halten werden soll. Die Einberufung erfolgt schriftlich durch den/die Vorsitzende(n) vier Wochen vor der Sitzung unter Angabe der Zeit, des Ortes und der Tagesordnung. An­trä­ge an die Mitgliederversammlung sind spätestens zwei Wochen vor der Sitzung schrift­lich beim Vorstand einzureichen. Der Vorstand bereitet den Deutschen Kunsthistoriker­tag vor, der möglichst in jedem zweiten Jahr zusammentritt.
Die Leitung der Mitgliederversammlung hat der/die erste Vorsitzende des Verbandes. Die Mitgliederversammlung kann eine(n) Wahlleiter(in) mit einfacher Mehrheit be­stim­men.
Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen, wenn dies vom zehn­ten Teil der Mitglieder unter Angabe des Zweckes und der Gründe vom Vorstand ver­langt wird. Form und Frist der Berufung sind die gleichen, wie bei der ordentlichen Mit­gliederversammlung. Die bei den Mitgliederversammlungen gefassten Beschlüsse sind schriftlich niederzulegen und von dem/der Versammlungsleiter(in) und Pro­to­koll­führer(in) zu unterzeichnen.
Beschlüsse der Mitgliederversammlung werden mit einfacher Mehrheit gefasst. Bei Stim­mengleichheit entscheidet der/die Vorsitzende. Satzungsänderungen oder der Be­schluss über die Auflösung des Verbandes werden von der Mitgliederversammlung mit 2/3 Stimmenmehrheit der erschienenen Mitglieder beschlossen. Beschlüsse der Mit­gliederversammlung sind von dem/ der Versammlungsleiter(in) und Protokollführer(in) zu unterzeichnen.
Die in der Mitgliederversammlung ausgeteilte Tischvorlage mit der ausführlichen Rech­nungslegung und den Bilanzen 2015 und 2016 wird interessierten Mitgliedern auf An­fra­ge gerne von der Geschäftsstelle zugesandt.

References: § 51
 § 1
 § 6
 § 7
 § 7
 § 26