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Beständige Werte leben 175 Jahre Sparkasse in Emmendingen - PDF
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1 Beständige Werte leben 175 Jahre Sparkasse in Emmendingen Wichtige Daten in der Geschichte der Sparkasse Emmendingen 1837 Gründung der Sparkasse in Emmendingen als Hochbergische Ersparnisgesellschaft 1873 Stadt Emmendingen übernimmt die Bürgschaft 1935 Beitritt nahezu aller Gemeinden im Amtsbezirk Emmendingen als Gewährträger 1976 Fusion der beiden Bezirkssparkassen Emmendingen und Kenzingen zur Sparkasse Nördlicher Breisgau 1998 Fusion der Sparkasse Nördlicher Breisgau mit der Sparkasse Freiburg zur Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau 2001 Fusion der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau mit der Sparkasse Elztal Die Sparkassenidee Der Gedanke, Einrichtungen ins Leben zu rufen, die die sichere Aufbewahrung von Spargeldern und Geldern Schutzbedürftiger zum Ziel hatten, kann in Baden auf das 18. Jahrhundert zurückverfolgt werden und führte hier zur Gründung einer Witwen- und Waisenkasse in Salem 1749 oder in Bonndorf Wie die Gründungen in Salem und Bonndorf erkennen lassen, liegen die Wurzeln der Sparkassen in Deutschland in humanitären und sozialen Überlegungen, die sich vor dem Hintergrund großer Armut in der Bevölkerung zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelten. Einerseits wollte man die finanziellen Lasten der Armut für die Gemeinden verringern, andererseits den sozial Schwachen eine Möglichkeit bieten, selbst eigene Ersparnisse zu bilden und diese sicher anzulegen. Breiten Bevölkerungsschichten sollte es ermöglicht werden einen Notgroschen anzusparen, für das Alter vorzusorgen oder Kapital für größere Anschaffungen zurückzulegen. In Emmendingen sind Überlegungen und Anregungen zur Errichtung einer Sparkasse erstmals aus dem Jahr 1833 bekannt. Diese Überlegungen gingen mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Amtsbezirks einher. Denn zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen sich Industriebetriebe in Emmendingen anzusiedeln, was Nachfrage nach Arbeitskräften ansteigen und damit die Bevölkerung anwachsen ließ. Jedoch führten Missernten in den Jahren 1816, 1817 und 1830 zu Not und Armut in Emmendingen und den Umlandgemeinden. 12 Erstmals mit der Gründung einer Sparkasse im Emmendingen befasste sich Oberamtmann Pfeiffer. Dieser bat in einem Schreiben vom 5. August 1833 das Stadtamt Freiburg, ihm ein Exemplar der Sparkassenstatuten der Freiburger Sparkasse zu schicken. Ähnliche Schreiben hat er an die Stadtämter in Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim verschickt. Bis zur offiziellen Gründung der Hochbergischen Ersparnisgesellschaft sollten jedoch weitere vier Jahre vergehen. Die Gründung der Hochbergischen Ersparnisgesellschaft 1837 griff auf Initiative des Fabrikanten Carl Helbing der im Jahr zuvor in Emmendingen gegründete Landwirtschaftliche Amtsverein die Idee einer Sparkassengründung erneut auf. Anregung hierzu war auch der Erfolg der in den Nachbargemeinden Eichstetten, Bötzingen und Bahlingen bestehenden Sparvereinen, die von den Pfarrern der Orte im Jahr 1835 gegründet wurden. Die Statuten arbeitete eine Kommission unter der Leitung von Carl Helbing aus. Helbling war von 1833 bis 1836 Bürgermeister Emmendingens, Abgeordneter des Landtags, 1848 und 1849 Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung sowie Mitbegründer der Gewerbebank Emmendingen im Jahr Die Generalversammlung stimmte am 6. Februar 1837 dem Entwurf der Statuten zu, woraufhin dieser an die Großherzogliche Regierung mit der Bitte um Genehmigung gesandt wurde. Da die Versammlung auch den Verwaltungsrat, bestehend aus Carl Helbing (Vorstand), C. F. Dölter (Controlleur) sowie dem Verwalter Wilhelm Stuck (Vermögensverwaltung) schon gewählt hatte, bat das Oberamt darum, die Statuten beschleunigt zu genehmigen, um der Hochbergischen Ersparnisgesellschaft die Aufnahme ihrer Tätigkeit zu ermöglichen. Diese wurde jedoch nicht erteilt, da die Bezirksgemeinden die für die Gründung notwendige Bürgschaft ablehnten. Daraufhin stellte der Verwaltungsrat am 18. Juli 1837 nochmals einen Antrag an die Regierung, worauf diese am 31. Juli 1837 die Genehmigung zur Gründung der Hochbergischen Ersparnisgesellschaft ohne Bürgschaft der Gemeinden erteilte. Die Sparvereine in Bahlingen, Bötzingen und Eichstetten vereinigten sich daraufhin mit dem neuen Institut. Die ersten Statuten Die am 31. Juli 1837 durch die Großherzogliche Regierung genehmigten Statuten der Hochbergischen Ersparnisgesellschaft (dies entspricht in der heutigen Zeit der Satzung) umfassten bereits damals Grundsätze, die auch heute noch Basis der Geschäftstätigkeit der Sparkasse sind. Die Organe der Gesellschaft waren die Generalversammlung, der Ausschuss sowie der Verwaltungsrat. Dem Ausschuss stand die Kontrolle, dem Verwaltungsrat die Verwaltung zu. Die Generalversammlung, die aus den Abgeordneten der teilnehmenden Gemeinden bestand, wählte den Ausschuss und den Verwaltungsrat. Noch heute wählt die Versammlung der Trägergemeinden den Verwaltungsrat. Der Zweck der Ersparnisgesellschaft war die kleinen Ersparnisse ihrer Mitglieder zu sammeln, sicher anzulegen und durch zeitweise Zuschüsse zu vermehren. Als Geschäftsbereich der Gesellschaft waren im Wesentlichen die Orte des Oberamtes Emmendingen vorgesehen, jedoch war die Möglichkeit der Erweiterung auf die angrenzenden Orte bereits enthalten. Zur Erleichterung der Geschäftstätigkeit wurden in allen Gemeinden des Oberamts sogenannte Ortserheber benannt, die die Aufgabe hatten im Ort die Gelder entgegenzunehmen. 23 Der Geschäftsbereich der Ersparnisgesellschaft umfasste folgende Gemeinden: Denzlingen Freiamt Bahlingen Eichstetten Vörstetten Mundingen Heimbach Emmendingen Nieder-Emmendingen Kollmarsreute Teningen Köndringen Nimburg Windenreute Malterdingen Wasser Holzhausen Reute Maleck Sexau Ottoschwanden Bötzingen Die Mitgliedschaft in der Ersparnisgesellschaft war weder an Gesellschaft noch Wohnort noch Religion gebunden und stand somit ausdrücklich allen Bevölkerungskreisen offen. Diese Regelung stand bewusst im Gegensatz zu den Mitgliedschaften ähnlicher Neugründungen, bei denen sich der Kreis der Einlagenberechtigten beispielsweise auf Arbeiter beschränkte. Jedes Mitglied durfte jährlich 12 Kreuzer bis 100 Gulden einlegen. Der Zins betrug damals 2 Kreuzer für einen Gulden. Zinstermin war stets der 1. Juni. Rückzahlungen bis zu 25 Gulden erhielt der Sparer sofort, den Betrag über 25 Gulden jedoch erst nach einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Diese Frist hielt sich bis in die heutige Zeit, denn auch heute sind Verfügungen vom Sparkassenbuch über mehr als Euro erst nach einer Frist von drei Monaten möglich. Die damaligen Bestimmungen zur Höhe der Einlagen und zur Rückzahlung sollte die Ersparnisgesellschaft einerseits vor zu großen Kapitalbeständen und anderseits vor überraschenden Bargeldabflüssen schützen. Sehr wichtig war, dass die Spargelder sicher angelegt wurden. Diese hatten auf gerichtliches erstes und wenigstens doppeltes Unterpfand an Private und an Gemeinden und Körperschaften zu erfolgen und zwar unter gehöriger Vorsicht. Die Gelder durften also grundsätzlich nur gegen eine Sicherheit ausgeliehen werden. Mit Zustimmung des Ausschusses war es auch möglich Kredite gegen andere als gesetzlich geregelte Sicherheiten auszugeben, diese Regelung legte den Grundstein für den Personalkredit, dem heutigen Mittelstandskredit. Die erweiterten Möglichkeiten, die die Statuten in Bezug auf die Kreditvergabe boten, wurden von Anfang an genutzt. Mit der Kreditvergabe an Handwerker, Gewerbetreibende und Landwirte trug das neue Institut maßgeblich zum Wachstum der regionalen Wirtschaft bei. Vom erwirtschafteten Gewinn sollte zunächst der Reservefonds dotiert werden. Sofern nach Abzug von Verwaltungsaufwendungen und einem Ausgleich von Verluste der Vorjahre ein Überschuss verbliebt, sollte dieser an die Mitglieder, d.h. die Sparer ausgeschüttet werden. Allerdings wurden damals die Mitglieder auch an einem möglichen Verlust beteiligt. Entwicklung in der Folgezeit Schon nach kurzer Zeit konnte die neue Einrichtung ihrem Gründungsauftrag vollumfänglich gerecht werden. Denn bereits am 1. Juni 1838 betrug das eingezahlte Kapital 7858 Gulden und 51 Kreuzer. Carl Helbing führte die Geschäfte der Bank bis zum Beginn der Revolution im Frühjahr Nachdem die Bankgeschäfte bisher im Haus des jeweiligen Vermögensverwalters abgewickelt wurden, zog die Sparkasse 1857 in das Haus der Bäckerei Sick, heute Markgrafenstraße 3. 34 Durch den gestiegenen Umfang der Geschäfte wurde es im gleichen Jahr außerdem notwendig, die Statuten zu ändern. Diese Aufgabe übernahm wiederum Carl Helbing. Wesentliche Änderungen waren, dass sich die Hochbergische Ersparniskasse, eine Privatgesellschaft, der Staatsaufsicht unterwarf, der Gemeinderat zukünftig den Verwaltungsrat stellte und der jeweilige Bürgermeister der Stadt Emmendingen Vorstand bzw. Vorsitzender des Verwaltungsrats wurde übernahm die Stadt Emmendingen dann auch die Bürgschaft über die Hochberger Ersparnisgesellschaft, die damit zur öffentlichen Sparkasse wurde. Im Gegenzug erhielt die Stadt von der Ersparnisgesellschaft den prozentualen Anteil am Gewinn, der für die Auffüllung des Reservefonds nach den statutarischen Bestimmungen nicht erforderlich war. Das Geld hatte die Stadt zu Gunsten der Bürgerschule zu verwenden und war somit zweckgebunden. Im Namen spiegelt sich dies jedoch erst 1882 wider, als die Vorgaben aus dem ersten Badischen Sparkassengesetz umgesetzt wurden und das Institut die Geschäfte nun unter dem Namen Hochberger Sparkasse Emmendingen, öffentliche Sparkasse betrieb. In diesem Jahr zog die Sparkasse in das alte Rathaus in Emmendingen. Im Jahr 1887 konnte die Sparkasse ihr 50jähriges Bestehen feiern und verwaltete Spareinlagen von nahezu 2 Millionen Mark. Das erste eigene Geschäftsgebäude am Marktplatz wurde dann im Jahr 1900 bezogen. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Zeit des ersten Weltkriegs bis zum Ende des zweiten Weltkriegs spiegelte sich auch in den Bilanzen der Sparkasse wider. In diese Zeit fielen für die Sparkasse wichtige Ereignisse. Zum 01. Januar 1935 traten nahezu alle Gemeinden aus dem Amtsbezirk Emmendingen der Sparkasse als Gewährträger bei und es erfolgte die Namensänderung in Bezirkssparkasse Emmendingen, Öffentliche Sparkasse. Im Jahr 1937 feierte die Sparkasse ihr 100jähriges Bestehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Sparkasse in den Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders ihre positive Entwicklung fort. Zum 125jährigen Bestehen 1962 wies das Institut eine Bilanzsumme von 40 Millionen D-Mark aus und verwaltete Kundenkonten. Im Jahr 1976 entstand dann durch die Fusion mit der Bezirkssparkasse Kenzingen die Sparkasse Nördlicher Breisgau. Das Geschäftsgebiet umfasste nach der Fusion etwas mehr als die Hälfte des Landkreises Emmendingen sowie zwei Gemeinden aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald konnte die Sparkasse nach achtjähriger Planungs- und Bauphase in ihr neues Hauptstellengebäudes am Emmendinger Marktplatz einziehen, nachdem das Gebäude aus dem Jahr 1900 aufgrund de gestiegenen Geschäftsumfangs zu klein geworden war. Auch die Jahre danach waren wirtschaftlich erfolgreich: Von 1976 bis 1986 wurde die Bilanzsumme von ca. 350 Millionen D-Mark auf 844 Millionen D-Mark mehr als verdoppelt. Zum 150jährigen Jubiläum war das Institut in 38 Gemeinden mit 40 Geschäftsstellen vertreten. Im Juli 1987 wurde der Keller des Sparkassenhauptgebäudes am Marktplatz bei einem Jahrhundert-Hochwasser überflutet. Dabei wurden nicht nur wichtige Dokumente der Sparkasse, sondern auch Unterlagen und Wertgegenstände von Kunden, die in den Schließfächern im Keller der Sparkassen-Hauptstelle gelagert wurden, zerstört. Die ortsansässige Volksbank, die weniger vom Hochwasser betroffen war, unterstützte die Sparkasse tatkräftig nach dieser Katastrophe, damit sie den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten konnte. Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft und der Region in den darauffolgenden zehn Jahren spiegelte sich in den Bilanzen der Sparkasse wider. Die Bilanzsumme des Instituts verdoppelte sich von 927 Millionen D-Mark auf 2,04 Milliarden D-Mark. Diesen Erfolg gab die Sparkasse an ihre Kunden weiter: Sie investierte in die Modernisierung und den Ausbau eines flächendeckenden Geschäftsstellennetze sowie in die neueste Technik. 45 Fusion mit der Sparkasse Freiburg Bereits in den 70er Jahren hat es im Kreis Emmendingen Gespräche über einen Zusammenschluss aller Sparkassen im Landkreis gegeben, der jedoch an politischen Widerständen scheiterte. Die sich abzeichnenden Struktur- Veränderungen im deutschen Kreditgewerbe Ende der achtziger und zu Beginn der neunziger Jahre führten zu Überlegungen, wie diesen Herausforderungen in Zukunft begegnet werden und der öffentliche Auftrag, die optimale Versorgung des regionalen Marktes in allen geld- und kreditwirtschaftlichen Angelegenheiten, am Besten erfüllt werden kann. Zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Fusionsidee wieder aufgenommen, da die zunehmende wirtschaftliche Verflechtung der Region neue Wege und Strategien erforderte. Im September 1991 wurde ein erstes Sondierungsgespräch zwischen der Sparkasse Nördlicher Breisgau und der Sparkasse Freiburg geführt. Aber erst sechs Jahre später wurde die Fusion spruchreif. Im Mai 1997 stimmten die Gremien beider Häuser einer Fusion zu. Dieser Fusion schloss sich die Sparkasse Elztal im Jahr 2001 an. Alle Bürgerinnen und Bürger finden im Geschäftsgebiet Nördlicher Breisgau ein umfangreiches Angebot an modernen Finanzdienstleistungen. Der Regionaldirektor Klaus-Dieter Sauer und der Filialdirektor Hartmut Ott vertreten und repräsentieren die Sparkasse in Emmendingen. Insgesamt arbeiten heute 171 Menschen im Geschäftsgebiet der ehemaligen hochbergischen Ersparnisgesellschaft. Diese sind an 16 Standorten für die Kunden der Sparkasse da. Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau beschäftigt heute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehr als 90 Standorten. Fazit Seit 175 Jahren ist die Sparkasse in Emmendingen für ihre Kunden vor Ort. Bis heute halten wir an unserem Gründungsauftrag fest, allen Teilen der Bevölkerung den Zugang zu Finanzprodukten zu ermöglichen und ihnen die Chance zu bieten, sich selbst eine eigene finanzielle Vorsorge zu schaffen. Als tief in der Region verwurzeltes Kreditinstitut wollen wir heute wie damals das gesellschaftliche Leben unterstützen und die Lebensqualität in der Region beständig steigern. Diesem Anspruch wurde die Sparkasse auch durch die beiden Fusionen gerecht; es entstand eine moderne, leistungsfähige und bürgernahe Sparkasse. Davon profitieren bis heute und auch zukünftig die Menschen, die Unternehmen, die Kommunen und somit die gesamte Region. 5 Ähnliche Dokumente
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