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Timestamp: 2019-04-18 23:37:20+00:00

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BGH, 15.06.2004 - VI ZR 60/03 - dejure.org
BGB § 422, § 823, § 840, § 843, § 1664 Abs. 1
Verhältnis von deliktischer Schadensersatzpflicht (Schadensersatzrente nach § 843 BGB) und Unterhaltspflicht; keine ("gestörte") Gesamtschuld bei Eingreifen der Haftungsmilderung des § 1664 BGB (Bestätigung von BGHZ 103, 338)
Aktivlegitimation des Verletzten seinen unfallbedingten Mehrbedarf gerichtlich geltend zu machen; Auswirkungen von erbrachten Pflegeleistungen der unterhaltspflichtigen Mutter gegenüber ihrem durch einen Unfall geschädigten Kind, auf dessen Anspruch gegen den Schädiger wegen vermehrter Bedürfnisse; Gesamtschuldverhältnis zwischen einem Schadensersatzanspruch wegen vermehrter Bedürfnisse und einem Unterhaltsanspruch; Anrechnung einer erbrachten Verletzungsrente auf die Schadensersatzrente wegen vermehrter Bedürfnisse
BGB § 823 § 840 § 843 § 422 § 1664 Abs. 1
Familienrecht - Minderung des Anspruchs wegen vermehrter Bedürfnisse
Zu Auswirkungen von Pflegeleistungen der Mutter auf einen Schadenersatzrentenanspruch des Kindes
Kinderunfall - Keine Mitverschuldensanrechnung der Begleit- und Aufsichtspersonen
Familienrecht - Auswirkungen von Pflegeleistungen der Mutter auf einen Schadensersatzrentenanspruch des Kindes
Unfallschadensregulierung - Keine Entlastung des Kfz-Halters durch Pflegeleistung der Mutter trotz Obhutspflichtverletzung
Nichtberücksichtigung erbrachter Pflegeleistungen der Mutter eines unfallgeschädigten Kindes für dessen Anspruch auf Schadensersatz wegen vermehrter Bedürfnisse
Zusammenfassung von "Zahlungsklage auf künftige Schadensersatzrente bei Forderungsübergang auf den Sozialversicherungsträger" von RiAG Dr. Klaus Hofmann, original erschienen in: MDR 2004, 1391 - 1392.
BGHZ 159, 318
NJW 2004, 2892
MDR 2004, 1295
NZV 2004, 514
NZV 2005, 31
FamRZ 2004, 1471
VersR 2004, 1147
Denn soweit ein Gesamtschuldverhältnis nicht - wie in § 3 Nr. 2 PflVG - durch Gesetz bestimmt und auch nicht durch Vertrag ausdrücklich vereinbart wird, bedarf es zusätzlich zu den in § 421 BGB beschriebenen Voraussetzungen einer Gleichstufigkeit zwischen den für die Begründung einer Gesamtschuld in Betracht kommenden Verpflichtungen (vgl. Senatsurteil BGHZ 159, 318, 320; ebenso BGHZ 106, 313, 319; 137, 76, 82; 155, 265, 268;… Larenz, Lehrbuch des Schuldrechts, 1. Bd. Allg. Teil, 14. Aufl., § 37 I, S. 631 ff.; Selb, Mehrheiten von Schuldnern und Gläubigern, § 5 II, S. 40 ff.;… Medicus, Bürgerliches Recht, 20. Aufl., § 35 II 2, Rn. 922;… Bamberger/Roth/Gehrlein, BGB, § 421, Rn. 8;… Palandt/Heinrichs, BGB, 65. Aufl., § 255, Rn. 2;… Palandt/Grüneberg, aaO, § 421, Rn. 6 f.;… Brox/Walker, Allgemeines Schuldrecht, 31. Aufl., § 37, Rn. 10; Steinbach/Lang, WM 1987, 1237, 1240; Schürnbrand, Der Schuldbeitritt zwischen Gesamtschuld und Akzessorietät, S. 28).
Wegen der Subsidiarität des Unterhaltsanspruchs besteht auch kein auszugleichendes Gesamtschuldverhältnis (vgl. BGH, Urt. v. 15. Juni 2004 - VI ZR 60/03, NJW 2004, 2892, 2893).
Nur gleichstufige (gleichrangige) Verpflichtungen bilden eine Gesamtschuld (vgl. BGH 15. Juni 2004 - VI ZR 60/03 - BGHZ 159, 318; 26. Januar 1989 - III ZR 192/87 - BGHZ 106, 313).
In diesen Fällen liege wegen des Haftungsmaßstabes des § 1664 Abs. 1 BGB schon keine Gesamtschuldnerschaft vor, so dass der haftungsbegründende Tatbestand nicht erfüllt sei (BGH, NJW 88, 2667; BGH NJW 04, 2892).
Nach diesen Bestimmungen gehen Ersatzansprüche, die dem Geschädigten aufgrund eines Unfalls gegen den Schädiger erwachsen sind, insoweit auf den Versicherungsträger über, als dieser dem Geschädigten nach den Vorschriften der Reichsversicherungsordnung bzw. des Angestelltenversicherungsgesetzes Leistungen zu gewähren hat, die sachlich und zeitlich mit der Schadensersatzpflicht des Schädigers kongruent sind (vgl. Senat, BGHZ 90, 334, 335; 173, 169, 174; Senatsurteile vom 13. März 1973 - VI ZR 129/71 - VersR 1973, 436; vom 10. April 1979 - VI ZR 268/76 - VersR 1979, 640, 641 und vom 15. Juni 2004 - VI ZR 60/03 - VersR 2004, 1147 m.w.N.).
In einer späteren Entscheidung (Urteil vom 15.06.2004, VI ZR 60/03, NJW 2004, 2392) hat der BGH diese Grundsätze auch unter Berücksichtigung der hiergegen in der Literatur erhobenen Bedenken nochmals bekräftigt.
Die sich aus § 128 AFG ergebende Haftung des alten und neuen Arbeitgebers ist gleichstufig iS der Anforderungen an eine Gesamtschuld, denn im Außenverhältnis kommt nicht zum Ausdruck, dass nur einer der beiden Schuldner primär in Anspruch genommen werden kann (vgl BGHZ 106, 313, 319; 137, 76, 82; BGH NJW 2004, 2892, 2893).
OLG München, 17.03.2006 - 10 U 3782/04
Haftungsverteilung bei Kollision mit einem Fußgänger nach einem Abbiegevorgang

References: § 422
 § 823
 § 840
 § 843
 § 1664
 § 843
 § 1664
 § 823
 § 840
 § 843
 § 422
 § 1664
 § 3
 § 421
 § 37
 § 5
 § 35
 § 421
 § 255
 § 421
 § 37
 BGH 
 § 1664
 BGH 
 BGH 
 § 128
 BGH