Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-03-2011-8C_781-2010
Timestamp: 2016-10-26 09:22:43+00:00

Document:
8C_781/2010 (15.03.2011)
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 5. August 2010.
Der 1953 geborene M.________ erlitt am 2. Februar 2005 und am 15. Januar 2007 Unf�lle, f�r deren Folgen ihm die Allianz Suisse Versicherungs-Gesellschaft AG (nachfolgend: Allianz) als obligatorischer Unfallversicherer Heilbehandlung gew�hrte und Taggeld ausrichtete. Die Allianz gab sodann - nebst anderen Sachverhaltsabkl�rungen - beim Zentrum X.________ ein interdisziplin�res medizinisches Gutachten in Auftrag, welches am 26. M�rz 2009 erstattet wurde. M.________ erhob Befangenheitsvorw�rfe gegen�ber zwei der hieran beteiligten Experten (Dr. med. B.________, Neurologie und Psychiatrie; Dr. phil. D.________, Neuropsychologie FSP). Am 7. Dezember 2009 erliess die Allianz eine Verf�gung mit folgendem Dispositiv:
1. Die Versicherungsleistungen werden r�ckwirkend per 4. April 2007 eingestellt.
2. Es liegen keine Ausstands- und Ablehnungsgr�nde (Art. 36 Abs. 1 ATSG und Art. 10 VwVG) vor.
3. Einer allf�lligen Einsprache wird die aufschiebende Wirkung entzogen (Art. 11 ATSV).
Die Allianz wies den Versicherten darauf hin, gegen die Ziffern 1, 3 und 4 des Verf�gungsdispositivs k�nne Einsprache bei ihr, gegen Ziffer 2 Beschwerde beim zust�ndigen Versicherungsgericht gef�hrt werden.
M.________ reichte entsprechend dieser Rechtsmittelbelehrung Einsprache beim Versicherer und - betreffend Befangenheit der zwei medizinischen Experten - Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich ein. Er ersuchte �berdies um Sistierung des Einspracheverfahrens bis zur rechtskr�ftigen Erledigung des Beschwerdeverfahrens, welchem Begehren die Allianz am 15. M�rz 2010 entsprach.
Mit Entscheid vom 5. August 2010 hiess das Sozialversicherungsgericht die Beschwerde teilweise gut und hob Dispositiv-Ziffer 2 der Verf�gung vom 7. Dezember 2009 auf, soweit darin eine Befangenheit des Dr. phil. D.________ verneint werde. Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
Die Allianz f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und Ziffer 2 der Verf�gung vom 7. Dezember 2009 zu best�tigen.
Mit Eingabe vom 24. November 2010 �ussert sich die Allianz nochmals.
Gem�ss Art. 90 BGG ist die Beschwerde zul�ssig gegen Entscheide, die das Verfahren abschliessen. Ebenfalls zul�ssig ist die Beschwerde u.a. nach Art. 92 Abs. 1 BGG gegen selbst�ndig er�ffnete Vor- und Zwischenentscheide �ber die Zust�ndigkeit und �ber Ausstandsbegehren.
Selbst wenn der vorinstanzliche Entscheid als Zwischenentscheid qualifiziert wird, ist, da er ein Ausstandsbegehren beschl�gt, seine Anfechtbarkeit in Anwendung von Art. 92 Abs. 1 BGG gegeben (vgl., auch zum Folgenden, Urteil 8C_699/2009 vom 22. April 2010 E. 1, nicht publ. in: BGE 136 V 156).
Die �brigen Voraussetzungen f�r das Eintreten auf die Beschwerde sind ebenfalls erf�llt.
Das Bundesgericht pr�ft, ungeachtet dessen, dass die Beschwerdef�hrerin diesbez�glich keine Einw�nde erhebt, von Amtes wegen die formellen G�ltigkeitserfordernisse des vorinstanzlichen Verfahrens, insbesondere auch die Frage, ob die Vorinstanz zu Recht auf die Beschwerde eingetreten ist (BGE 136 V 7 E. 2 Ingress S. 9 mit Hinweisen; 132 V 93 E. 1.2 S. 95 mit Hinweis).
2.1 Das kantonale Gericht ist davon ausgegangen, die Verf�gung der Allianz vom 7. Dezember 2009 sei, soweit darin �ber Ausstands- und Ablehnungsgr�nde befunden wurde, in Anwendung von Art. 56 Abs. 1 ATSG mit Beschwerde und im �brigen mit Einsprache anfechtbar.
2.2 Nach Art. 56 Abs. 1 ATSG kann gegen Einspracheentscheide oder Verf�gungen, gegen welche eine Einsprache ausgeschlossen ist, Beschwerde erhoben werden. Verf�gungen des UVG-Versicherers sind, anders etwa als Verf�gungen der IV-Stellen (vgl. Art. 69 Abs. 1 IVG), gest�tzt auf Art. 52 Abs. 1 erster Satzteil ATSG grunds�tzlich mit Einsprache anfechtbar. Die Beschwerde ist demnach nicht gegeben. Sie kann erst gegen den Einspracheentscheid erhoben werden. Art. 52 Abs. 1 zweiter Satzteil ATSG sieht indessen - im UVG-Verfahren als Ausnahme von der genannten Regel - vor, dass gegen prozess- und verfahrensleitende Verf�gungen die Einsprache unzul�ssig ist, was nach Art. 56 Abs. 1 ATSG wiederum den Beschwerdeweg �ffnet.
2.3 Aus verfahrensrechtlichen, insbesondere prozess�konomischen Gr�nden ist �ber Ausstandsgr�nde m�glichst vorab und nicht erst zusammen mit dem Entscheid in der Sache zu befinden. Ein solches Vorgehen tr�gt zugleich der Pflicht der Verfahrensbeteiligten Rechnung, Ausstandsgr�nde zu r�gen, sobald sie von diesen Kenntnis erlangt haben. Andernfalls l�uft die anordnende Beh�rde Gefahr, dass ihr Sachentscheid in einem anschliessenden Rechtsmittelverfahren wegen der Verletzung der Ausstandsvorschriften als Ganzes aufgehoben wird (BGE 132 V 93 E. 6.2 S. 106 f.).
Indem die Beschwerdef�hrerin �ber den Ausstand und die Sache gleichzeitig befunden hat, hat sie gegen dieses Verfahrensprinzip verstossen. Es stellt sich die Frage, was dies bez�glich Anfechtbarkeit der Verf�gung zur Folge hat.
2.4 Die vorinstanzliche Beurteilung beruht auf dem Verst�ndnis, die Verf�gung vom 7. Dezember 2009 stelle bez�glich Ausstands- und Ablehnungsgr�nden eine prozess- resp. verfahrensleitende Verf�gung im Sinne von Art. 52 Abs. 1 zweiter Satzteil ATSG dar, weshalb die Einsprache ausgeschlossen sei und kraft Art. 56 Abs. 1 ATSG der Beschwerdeweg offen stehe.
Art. 52 Abs. 1 zweiter Satzteil ATSG kann nach Wortlaut und Systematik des Gesetzes nur Zwischenverf�gungen betreffen (vgl. BGE 132 V 93 E. 6.1 S. 106 mit Hinweis), mithin Verf�gungen, welche vor der verfahrensabschliessenden Verf�gung (Endverf�gung) prozess- resp. verfahrensleitende Anordnungen treffen (vgl. UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Aufl. 2009, N. 30 zu Art. 52; siehe auch: BGE 132 V 418; 127 V 491 E. 1a/bb S. 492 mit Hinweisen; RHINOW/KR�HENMANN, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Erg�nzungsband, 1990, Nr. 35/B/VI/b S. 105).
Eine solche Zwischenverf�gung liegt hier nicht vor. Ob das kantonale Gericht dennoch zu Recht auf die Beschwerde eingetreten ist kann aus folgenden Gr�nden offen bleiben. Die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien zu den erhobenen Befangenheitsr�gen sind ebenso bekannt wie die Auffassung der Vorinstanz hiezu. Es ist zudem offensichtlich allen Verfahrensbeteiligten daran gelegen, �ber diesen Punkt Klarheit zu gewinnen, damit das (Einsprache-)Verfahren um die streitigen Leistungsanspr�che weitergef�hrt werden kann. W�rde der vorinstanzliche Entscheid einfach aufgehoben und die Sache bez�glich der Befangenheitsfrage an die Allianz zur�ckgewiesen, k�me das unter den gegebenen Umst�nden einem formellen Leerlauf gleich, welcher dem Gebot der Prozess�konomie zuwiderliefe (vgl. BGE 136 II 489 E. 3 S. 495 f.; 121 V 112 S. 116; SVR 2008 IV Nr. 46 S. 155, I 143/06 E. 5.3.4; 2006 IV Nr. 20 S. 71, I 525/03 E. 3.2; 2006 AHV Nr. 15 S. 56, H 289/03 E. 2.2). Es rechtfertigt sich daher, die streitige Befangenheitsfrage im nun eingeschlagenen Verfahren zu beurteilen.
Das kantonale Gericht hat die Rechtsgrundlagen hief�r zutreffend dargelegt. Hervorzuheben ist, dass f�r Sachverst�ndige grunds�tzlich die gleichen Ausstands- und Ablehnungsgr�nde gelten, wie sie f�r Richter vorgesehen sind. Danach ist Befangenheit anzunehmen, wenn Umst�nde vorliegen, die geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit zu erwecken. Bei der Befangenheit handelt es sich allerdings um einen inneren Zustand, der nur schwer bewiesen werden kann. Es braucht daher f�r die Ablehnung nicht nachgewiesen zu werden, dass die sachverst�ndige Person tats�chlich befangen ist. Es gen�gt vielmehr, wenn Umst�nde vorliegen, die den Anschein der Befangenheit und die Gefahr der Voreingenommenheit zu begr�nden verm�gen. Bei der Beurteilung des Anscheins der Befangenheit und der Gewichtung solcher Umst�nde kann jedoch nicht auf das subjektive Empfinden einer Partei abgestellt werden. Das Misstrauen muss vielmehr in objektiver Weise als begr�ndet erscheinen. Im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Arztgutachten im Sozialversicherungsrecht zukommt, ist an die Unparteilichkeit des Gutachters ein strenger Massstab anzusetzen (BGE 132 V 93 E. 7.1 S. 109 f. mit Hinweis; SVR 2010 IV Nr. 36 S. 112, 9C_893/2009 E. 1.1 und 1.2 Ingress; 2010 IV Nr. 2 S. 3, 9C_500/2009 E. 1; vgl. auch BGE 136 I 207 E. 3.1 S. 210; Urteil 1B_22/2007 vom 29. Mai 2007 E. 3.3 und 3.4).
Das kantonale Gericht hat erkannt, der Befangenheitsvorwurf gegen�ber dem Experten Dr. med. B.________ sei unbegr�ndet. Bez�glich Dr. phil. D.________ hingegen bestehe der Anschein der Befangenheit und damit ein Ausstandsgrund. Dies ergebe sich daraus, dass der Experte - nebst allf�lligen weiteren, nicht zu beanstandenden Aussagen - gegen�ber dem Versicherten und dessen Ehefrau so oder �hnlich erkl�rt habe, dass die Beschwerdef�hrerin als Unfallversicherer nicht zahlungspflichtig sei, wenn oder weil die bildgebenden Untersuchungen keine Befunde ergeben h�tten. Es sei nicht Aufgabe eines Gutachters, zu den rechtlichen Folgen der medizinischen Abkl�rungsergebnisse Stellung zu beziehen. Dies obliege allein dem involvierten Sozialversicherungstr�ger. Mit derartigen Aussagen k�nne bei der zu begutachtenden Person der Eindruck erweckt werden, der Experte habe sich m�glicherweise bereits eine Meinung zur gesundheitlichen Situation gebildet und bem�he sich nicht mehr um eine unvoreingenommene Abkl�rung. Die von einem Gutachter verlangte neutrale Haltung gegen�ber allen involvierten Parteien werde daher vom Versicherten bei Dr. phil. D.________ zu Recht in Frage gestellt. Der Anschein der Befangenheit sei nicht von der Hand zu weisen, weshalb bei diesem Experten ein Ausstandsgrund gegeben sei.
Die Allianz bestreitet entsprechende �usserungen durch den Experten. Jedenfalls h�tten diese nicht ohne weitere Sachverhaltsabkl�rungen als erwiesen betrachtet werden d�rfen. Im �brigen w�re eine solche Aussage ohnehin nicht geeignet, den Gutachter als befangen erscheinen zu lassen.
Der Beschwerdegegner l�sst geltend machen, das kantonale Gericht habe zu Unrecht weitere Aspekte, welche den Befangenheitsvorwurf gegen�ber den beiden Experten st�tzten, unber�cksichtigt gelassen.
Soweit der Beschwerdegegner mit seinen Ausf�hrungen erneut darauf zielt, Dr. med. B.________ als befangen zu betrachten, hat es mit der Feststellung sein Bewenden, dass der vorinstanzliche Entscheid diesbez�glich nicht angefochten worden ist.
Bez�glich Dr. phil. D.________ wird u.a. auf ein e-mail der Beschwerdef�hrerin verwiesen. Daraus geht aber entgegen der vom Versicherten vertretenen Auffassung nicht hervor, dass der Gutachter in einem besonders engen Verh�ltnis zur Allianz st�nde und ihn dies als befangen erscheinen liesse.
6.1 Das kantonale Gericht hat die Feststellung, Dr. phil. D.________ habe sich entsprechend ge�ussert, im Wesentlichen damit begr�ndet, es habe den Gutachter aufgefordert, zu den Vorw�rfen des Versicherten Stellung zu nehmen. Der Experte habe sich aber zum Befangenheitsvorwurf aus unbekannten Gr�nden nicht vernehmen lassen. Aufgrund des bisherigen Schweigens erscheine eine weitere schriftliche oder m�ndliche Befragung nicht sinnvoll, w�ren doch davon kaum neue Erkenntnisse zu erwarten, zumal die fragliche �usserung nunmehr eineinhalb Jahre zur�ckliege. Die betreffende Bemerkung solle der Gutachter gegen�ber dem Versicherten wie auch gegen�ber dessen Ehefrau gemacht haben. Die Aussagen dieser beiden stimmten diesbez�glich �berein, weshalb davon auszugehen sei, dass sich Dr. phil. D.________ in dieser oder �hnlicher Weise �ber die Leistungspflicht der Allianz ge�ussert habe.
6.2 Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz kann das Bundesgericht nur auf offensichtliche Unrichtigkeit und auf Rechtsverletzungen im Sinne von Art. 95 BGG hin �berpr�fen (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Als solche Rechtsverletzung gilt u.a. die unvollst�ndige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts (BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62 mit Hinweisen; SVR 2011 AHV Nr. 5 S. 14, 9C_627/2009 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 136 V 258).
6.3 Die Vorinstanz st�tzt ihre Beurteilung auf das Schreiben des Rechtsvertreters des Beschwerdegegners vom 4. M�rz 2009 sowie insbesondere auf die im kantonalen Verfahren aufgelegte schriftliche Erkl�rung der Ehefrau des Versicherten vom 21. Januar 2010.
6.4 Der Anschein der Befangenheit kann u.a. in einem pers�nlichen Interesse an der Sache, in enger verwandtschaftlicher oder freundschaftlicher Verbundenheit zu einer Partei (vgl. SVR 2010 IV Nr. 2 S. 3, 9C_500/2009 E. 1 mit Hinweis), aber auch in einem bestimmten Verhalten des Richters resp. Gutachters (vgl. BGE 133 I 1 E. 6.2 S. 6; Urteil 1B_365/2009 vom 22. M�rz 2010 E. 2.2) begr�ndet sein. Ein solches Verhalten muss indessen objektiv belegt sein. Das ist besonders wichtig, wenn es sich um m�ndliche Aussagen handelt, zumal diese unter Umst�nden verschieden gedeutet werden k�nnen. Liegen diesbez�glich widerspr�chliche Darstellungen der Verfahrensbeteiligten vor, bedarf es einer verl�sslichen Beweiserhebung, um auf die geltend gemachten Aussagen schliessen und deren Bedeutungsgehalt im Hinblick auf den Befangenheitsvorwurf erfassen zu k�nnen. Das Vorgehen der Vorinstanz �berzeugt diesbez�glich nicht. Sie beschr�nkte sich darauf, beim Experten eine schriftliche Stellungnahme einzuverlangen. Dieses Beweismittel war aber unter den gegebenen Umst�nden von vornherein ungeeignet. Denn es h�tte kaum gestattet, verl�sslich festzustellen, welche Aussagen der Experte in welchem Zusammenhang gemacht hat, und damit deren Bedeutungsgehalt zu erfassen. Dass der Gutachter keine Stellungnahme eingereicht hat, ist daher nicht entscheidend und gestattet insbesondere nicht, alleine auf die besagte Darstellung des Rechtsvertreters und der Ehefrau des Versicherten abzustellen, zumal letzterer wie auch seine Gattin ein Interesse am Verfahrensausgang haben. Hinzukommt, dass sich die Ehefrau lediglich schriftlich erkl�rt hat und vom Beschwerdegegner sogar nur indirekte, durch die Ehefrau und den Rechtsvertreter beschriebene Aussagen vorliegen. Zudem �ussert sich die Ehefrau in ihrer Darstellung an zwei Stellen unterschiedlich zu den behaupteten Aussagen des Gutachters. Es kann unter diesen Umst�nden auch die ihrerseits umstrittene Frage offen gelassen werden, ob die Aufforderung zur Stellungnahme dem Experten �berhaupt rechtsg�ltig zugestellt wurde.
Bei dieser Sachlage w�re die Vorinstanz gehalten gewesen, zum unvollst�ndig festgestellten Sachverhalt geeignetere Beweismassnahmen zu treffen, wie sie denn auch beantragt waren. Im Vordergrund stehen dabei Zeugen- bzw. Parteibefragungen/-einvernahmen mit dem Gutachter sowie mit dem Versicherten und dessen Ehefrau. Das ist nachzuholen. Die Sache wird hief�r und zum neuen Entscheid an das kantonale Gericht zur�ckgewiesen.
Die erg�nzenden Beweismassnahmen sollen Klarheit dar�ber verschaffen, welche Aussagen der Experte in welchem Zusammenhang gemacht hat. Dies soll als Grundlage f�r die Beurteilung dienen, ob sich aufgrund solcher Aussagen zumindest der Anschein der Befangenheit ergibt.
7.1 Dabei gilt es zu beachten, dass zun�chst �usserungen des Sachverst�ndigen zur Person und zum Verhalten einer Partei die Unabh�ngigkeit in Frage stellen k�nnen, wenn sie inhaltlich oder der Art der Kommunikation nach besondere Sympathien oder Antipathien zum Ausdruck bringen. Auf die Form der �usserung kommt es nicht an; sie kann m�ndlich oder schriftlich, mittels Mimik oder Gestik erfolgen. Eine Ausstandspflicht l�sst sich sowohl auf �usserungen vor, w�hrend oder nach der Begutachtung als auch auf Formulierungen im Gutachten selber zur�ckf�hren (Kiener/Kr�si, Die Unabh�ngigkeit von Gerichtssachverst�ndigen, in: ZSR 2006 S. 487 ff., S. 504; vgl. auch Urteil 1P.431/2002 vom 6. November 2002 E. 2.3.1). Auf eine unzul�ssige Voreingenommenheit l�sst auch schliessen, wenn der Gutachter dem Exploranden ohne hinreichenden Anlass mangelnde Glaubw�rdigkeit anlastet und dies zu einer entscheidenden Grundlage der Begutachtung macht (BGE 120 V 357 E. 3b S. 366 f.). Von Beginn weg nicht ausstandsbegr�ndend ist hingegen der Umstand, dass Sachverst�ndige in einem Gutachten ung�nstige Schlussfolgerungen f�r eine Partei ziehen oder dies in einer fr�heren Expertise getan haben (Kiener/Kr�si, a.a.O., S. 504; BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110 mit Hinweis; erw�hntes Urteil 1P.431/2002 E. 2.3.1 und 2.6.2). Eine Vorbefassung des Experten infolge einer vorangegangener Begutachtung begr�ndet denn auch nicht zwingend den Anschein der Befangenheit. Vielmehr ist danach zu fragen, ob das Ergebnis der Begutachtung nach wie vor als offen und nicht vorherbestimmt erscheint. Kann die Offenheit bejaht werden, ist die Besorgnis der Voreingenommenheit trotz Vorbefassung unbegr�ndet (Kiener/Kr�si, a.a.O., S. 506; BGE 132 V 93 E. 7.2.2 S. 110 mit Hinweis; erw�hntes Urteil 1P.431/2002 E. 2.6.1; vgl. auch SVR 2009 IV Nr. 16 S. 41, 8C_89/2007 E. 6.2).
Aus der Rechtsprechung zu Richterpersonen ergeben sich sodann folgende, mutatis mutandis auch auf Sachverst�ndige anwendbare Grunds�tze: Zu den Umst�nden und Gegebenheiten, welche den Anschein der Befangenheit eines Richters zu erwecken verm�gen, z�hlen �usserungen, die den Schluss zulassen, dass sich dieser bereits eine feste Meinung �ber den Ausgang des Verfahrens gebildet hat (BGE 134 I 238 E. 2.1 S. 240 mit Hinweisen). So darf sich der Untersuchungsrichter vor Abschluss der Untersuchung grunds�tzlich nicht darauf festlegen, dass dem Angeschuldigten ein strafbares Verhalten zur Last zu legen sei. Entsprechend hat er sich vorverurteilender �usserungen zu enthalten (BGE 127 I 196 E. 2d S. 200 mit Hinweis). Legt der Untersuchungsrichter bereits vor Abschluss des Verfahrens seine - aufgrund des jeweiligen Verfahrensstandes vorl�ufig gebildete - Meinung offen, darf und muss, sofern nicht besondere, anders lautende Anzeichen vorhanden sind, vorausgesetzt werden, dass er in der Lage ist, seine Beurteilung des Prozessstoffes im Verlaufe des Verfahrens entsprechend dem jeweils neuesten Stand des Verfahrens st�ndig neu zu �berpr�fen und bei Vorliegen neuer Tatsachen und Argumente auch zu revidieren (BGE 127 I 196 E. 2d S. 200 mit Hinweis; vgl. auch BGE 133 I 89 E. 3.3 S. 93). Eine solche, jeder untersuchungsrichterlichen T�tigkeit innewohnende - vorl�ufige - Verarbeitung und Wertung des im betreffenden Verfahrensstadium vorhandenen Prozessstoffes vermag grunds�tzlich keine Vorverurteilung oder Befangenheit zu begr�nden (vgl. BGE 127 I 196 E. 2d S. 200 mit Hinweis). Weiter wurde erkannt, es sei offensichtlich nicht zu beanstanden, wenn sich ein Bezirksgericht in der Urteilsberatung eine Meinung von der Sach- und Rechtslage gebildet habe, liegt darin doch gerade der Zweck der Urteilsberatung nach durchgef�hrter Hauptverhandlung. Es k�nne dem Gericht daher nicht schon deswegen Befangenheit vorgeworfen werden, weil es das Ergebnis seiner bisherigen Urteilsberatung mit der Formulierung bekanntgegeben habe, eine Konkretisierung der Anklage m�sste mit "hoher Wahrscheinlichkeit" zu einer Verurteilung des Beschwerdef�hrers f�hren. Unzul�ssig w�re eine solche Feststellung selbstverst�ndlich dann, wenn sie vor Abschluss des Beweisverfahrens gemacht worden w�re, beispielsweise in einem Beschluss zur Anordnung von weiteren Beweismassnahmen, da ein Richter, dessen �berzeugung vor der W�rdigung aller Beweise bereits feststehe, kein unbefangener Richter sein k�nnte (BGE 126 I 68 E. 3b S. 74).
7.2 Im vorliegenden Fall stehen keine absch�tzigen �usserungen des Experten gegen�ber dem Versicherten zur Diskussion. Es geht vielmehr darum, ob Dr. phil. D.________ in anderer Weise Aussagen gemacht hat, welche den Anschein erwecken, das Ergebnis der von ihm vorzunehmenden Begutachtung sei nicht offen, sondern vorbestimmt gewesen. Dabei spielt auch eine Rolle, wie sich aus der dargelegten Rechtsprechung ergibt, in welchem Zeitpunkt der Untersuchung allf�llige Aussagen zu deren Ergebnis erfolgten.
Die Allianz hat, ungeachtet ihres formellen Obsiegens, die Gerichtskosten zu tragen, da sie diese durch ihr fehlerhaftes Vorgehen (E. 2.3) in wesentlichem Masse verursacht hat (Art. 66 Abs. 1, 3 und 4 BGG). Sie hat �berdies dem Beschwerdegegner f�r das letztinstanzliche Verfahren eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 Abs. 1, 3 und 4 BGG).
Die Beschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 5. August 2010 aufgehoben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber die Beschwerde neu entscheide.
Luzern, 15. M�rz 2011

References: Art. 10
 Art. 90
 Art. 92
 Art. 92
 BGE 
 Art. 56
 Art. 56
 Art. 69
 Art. 52
 Art. 52
 Art. 56
 Art. 52
 Art. 56

Art. 52
 BGE 
 Art. 52
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 95
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE