Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F04-12-2012-8C_274-2012
Timestamp: 2016-10-25 10:32:54+00:00

Document:
8C_274/2012 (04.12.2012)
Metzger-Versicherungen Genossenschaft, Irisstrasse 9, 8032 Z�rich, vertreten durch
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 24. Februar 2012.
Der 1989 geborene O.________ war seit 1. Oktober 2008 als Metzger bei der R._________ AG t�tig gewesen und dadurch bei der Metzger-Versicherungen Genossenschaft obligatorisch unfallversichert. Am Abend des 29. August 2009 liess sich O.________, rittlings auf einem Baumast in rund vier Metern H�he sitzend, kopf�ber in den an dieser Stelle ca. 80 cm tiefen Rhein fallen und schlug mit dem Kopf auf dem Grund des Flusses auf. Er erlitt eine Halswirbelfraktur mit anschliessender Tetraplegie. Mit Verf�gung vom 17. M�rz 2010 und Einspracheentscheid vom 21. September 2010 hielt die Metzger-Versicherungen Genossenschaft fest, er werde die Geldleistungen um 50 % k�rzen, da der Unfall auf ein Wagnis zur�ckgehe.
O.________ erhob gegen den Einspracheentscheid vom 21. September 2010 Beschwerde beim Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich und beantragte die Zusprechung der vollen gesetzlichen Leistungen der Unfallversicherung. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hiess die Beschwerde in dem Sinne teilweise gut, dass es den Einspracheentscheid mit der Feststellung, eine Leistungsk�rzung unter dem Titel Wagnis sei nicht zul�ssig, aufhob und die Sache an die Metzger-Versicherungen Genossenschaft zur�ckwies, damit dieser �ber den Umfang einer Leistungsk�rzung im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG verf�ge (Entscheid vom 24. Februar 2012).
Das von O.________ zudem gestellte Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsvertretung wurde mit einzelrichterlicher Verf�gung vom 11. M�rz 2011 mangels Bed�rftigkeit abgewiesen. Die gegen diese Verf�gung eingereichte Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wies das Bundesgericht mit Urteil 8C_309/2011 vom 31. Mai 2011 ab.
Die Metzger-Versicherungen Genossenschaft f�hrt gegen den vorinstanzlichen Entscheid vom 24. Februar 2012 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung des kantonalen Entscheids sei die Rechtm�ssigkeit der vorgenommenen 50%igen Leistungsk�rzung zu best�tigen.
O.________ l�sst Abweisung der Beschwerde beantragen. Das Sozialversicherungsgericht und das Bundesamt f�r Gesundheit verzichten auf eine Vernehmlassung.
Das Bundesgericht hat am 4. Dezember 2012 eine publikums�ffentliche Beratung durchgef�hrt.
Beim vorinstanzlichen R�ckweisungsentscheid handelt es sich in der Terminologie des BGG um einen Zwischenentscheid. Er kann daher nur unter den Voraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 BGG selbstst�ndig angefochten werden (BGE 133 V 477 E. 4.2 S. 481 f.). Lit. a dieser Bestimmung l�sst die selbstst�ndige Anfechtung eines Zwischenentscheids zu, wenn dieser einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken kann. Nach der Rechtsprechung ist diese Voraussetzung seitens des Versicherers erf�llt, wenn der R�ckweisungsentscheid eines kantonalen Gerichts verbindliche Vorgaben zu den Grundlagen der Anspruchsbeurteilung enth�lt (BGE 133 V 477 E. 5.2 S. 483 ff.; Urteil [des Bundesgerichts] I 126/07 vom 6. August 2007 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 133 V 504, aber in SVR 2008 IV Nr. 31 S. 100; Urteil [des Bundesgerichts] 8C_271/2012 vom 17. Juli 2012 E. 1). Diese Konstellation liegt hier vor, denn der vorinstanzliche Entscheid verneint die Zul�ssigkeit einer Leistungsk�rzung wegen Vorliegens eines Wagnisses gem�ss Art. 39 UVG in Verbindung mit Art. 50 Abs. 2 UVV und verpflichtet den Unfallversicherer zu einer verf�gungsweisen Pr�fung einer Leistungsk�rzung wegen Grobfahrl�ssigkeit im Sinne von Art. 37 Abs. 2 UVG. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Es wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann eine Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (BGE 134V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Unter Ber�cksichtigung der f�r Beschwerden bestehenden allgemeinen Begr�ndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) pr�ft es indessen grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind. Es ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde alle sich stellenden rechtlichen Fragen zu untersuchen, wenn diese letztinstanzlich nicht mehr aufgegriffen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
3.1 Gest�tzt auf Art. 39 UVG kann der Bundesrat aussergew�hnliche Gefahren und Wagnisse bezeichnen, die in der Versicherung der Nichtberufsunf�lle zur Verweigerung s�mtlicher Leistungen oder zur K�rzung der Geldleistungen f�hren. Die Verweigerung oder K�rzung kann er in Abweichung von Artikel 21 Abs�tze 1-3 ATSG ordnen. Von dieser Kompetenzdelegation hat der Bundesrat in Art. 49 (betreffend aussergew�hnliche Gefahren) und 50 UVV (betreffend Wagnisse) Gebrauch gemacht. Bei Nichtberufsunf�llen, die auf ein Wagnis zur�ckgehen, werden die Geldleistungen um die H�lfte gek�rzt und in besonders schweren F�llen verweigert (Art. 50 Abs. 1 UVV). Wagnisse sind Handlungen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehren zu treffen oder treffen zu k�nnen, die das Risiko auf ein vern�nftiges Mass beschr�nken, Rettungshandlungen zugunsten von Personen sind indessen auch dann versichert, wenn sie an sich als Wagnis zu betrachten sind (Art. 50 Abs. 2 UVV).
Lehre und Rechtsprechung unterscheiden zwischen absoluten und relativen Wagnissen. Ein absolutes Wagnis liegt vor, wenn eine gef�hrliche Handlung nicht sch�tzenswert ist oder wenn die Handlung mit so grossen Gefahren f�r Leib und Leben verbunden ist, dass sich diese auch unter g�nstigsten Umst�nden nicht auf ein vern�nftiges Mass reduzieren lassen. Ein relatives Wagnis ist gegeben, wenn es die versicherte Person unterlassen hat, die objektiv vorhandenen Risiken und Gefahren auf ein vertretbares Mass herabzusetzen, obwohl dies m�glich gewesen w�re (BGE 97 V 72 ff.; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 122/06 vom 19. September 2006 E. 2.1, in: SVR 2007 UV Nr. 4 S. 10; ALEXANDRA RUMO-JUNGO, Die Leistungsk�rzung oder -verweigerung gem�ss Art. 37-39 UVG, Diss. Freiburg 1993, S. 291 ff.; ALFRED MAURER, Schweizerisches Unfallversicherungsrecht, 2. Auflage, Bern 1989, S. 508 f.; URS CH. NEF, Das Wagnis in der sozialen Unfallversicherung, SZS 1985 S. 103 ff., 104 f.).
3.2 Hat die versicherte Person den Gesundheitsschaden oder den Tod absichtlich herbeigef�hrt, so besteht kein Anspruch auf Versicherungsleistungen, mit Ausnahme der Bestattungskosten (Art. 37 Abs. 1 UVG). Gem�ss Art. 37 Abs. 2 UVG werden in Abweichung von Art. 21 Abs. 1 Satz 1 ATSG in der Versicherung der Nichtberufsunf�lle die Taggelder, die w�hrend der ersten zwei Jahre nach dem Unfall ausgerichtet werden, gek�rzt, wenn der Versicherte den Unfall grobfahrl�ssig herbeigef�hrt hat.
4.1 Streitig und zu pr�fen ist, ob der Unfallversicherer zu Recht seine Geldleistungen um die H�lfte gek�rzt hat, weil der Nichtberufsunfall vom 29. August 2009 auf ein Wagnis zur�ckzuf�hren war. Zu entscheiden ist, ob das "Kopf�ber-Fallen-Lassen" in den Rhein vom 29. August 2009 als Wagnis zu sehen ist oder nicht. Dabei interessiert namentlich die Frage, ob der Wagnisbegriff Wissen um die besonders grosse Gefahr voraussetzt.
4.2 Die Parteien sind sich in sachverhaltlicher Hinsicht dar�ber einig, dass der Versicherte rittlings auf dem rund vier Meter hohen Ast eines Laubbaumes sass und wohl kurz auf das tr�be Wasser (aufgrund stets im Rhein befindlicher Mikroorganismen und Algen ist die Sicht in die Tiefe auf ca. 50 bis 100 cm begrenzt) hinunterblickte, bevor er sich kopf�ber ins Wasser fallen liess, eine vorherige Pr�fung der Wassertiefe aber unterliess. Dass er sich unwillentlich fallen liess, oder mit dem Gleichgewicht k�mpfend, sich aus einer nicht sehr sicheren Position heraus zum Fallenlassen entschieden hat - wie Prof. Dr. iur. M.________/MLaw K.________, Universit�t X.________, in ihrer Meinungs�usserung vom 2. Mai 2011 zum vorliegenden Fall einen m�glichen Unfallhergang skizzieren - ergibt sich aus den Akten nicht und wird auch nicht geltend gemacht. Im Rapport der Kantonspolizei vom 18. November 2009 wurde unter der Rubrik "Sachverhalt" die "Absicht, vom Ast in den Rhein zu springen" erw�hnt. Ob der Versicherte dabei von Anfang an die Absicht hatte, in den Rhein zu springen oder sich, einem momentanen Impuls folgend, kopf�ber fallen liess, ergibt sich aus den Akten ebenfalls nicht.
Der Versicherte wendet dabei, obwohl er Alkohol und Drogen konsumiert hatte, zu keinem Zeitpunkt ein, es liege kein zu einer Leistungsk�rzung berechtigendes Wagnis vor, weil er zum massgebenden Zeitpunkt vollst�ndig urteilsunf�hig gewesen sei (BGE 98 V 144 E. 4a S. 149). Weiterungen hiezu er�brigen sich daher.
4.3 Das kantonale Gericht erwog, gest�tzt auf die zwei vom Beschwerdegegner eingereichten rechtlichen Beurteilungen des vorliegenden Falls (von PD Dr. iur. I.________ vom 20. August 2010 und von Prof. Dr. iur. M.________/MLaw K.________, Universit�t X.________, vom 2. Mai 2011) m�sse die Gefahr wissentlich eingegangen werden, um den Wagnisbegriff zu erf�llen. Gem�ss PD Dr. iur. I.________ spiele das Wissens- und Willenselement beim Wagnis im Sinne von Art. 50 UVV zwar keine Rolle, dieser stelle sich aber auf den Standpunkt, dass die versicherte Person bei einem Wagnis die Gefahr suche (und �berwinden wolle). Daraus schloss die Vorinstanz, wenn man die Gefahr suche, um ihr zu trotzen, m�sse man sich dieser bewusst sein, weshalb der Wagnisbegriff gem�ss Prof. Dr. iur. M.________/MLaw K.________ und auch gem�ss PD Dr. iur. I.________ erfordere, dass die versicherte Person die besonders grosse Gefahr wissentlich eingegangen, bzw. dass sie sich dieser bewusst gewesen sei. Der Versicherte sei sich hier indessen nicht bewusst gewesen, dass er sich durch den "Kopfsprung" in den Rhein einer besonders grossen Gefahr ausgesetzt habe. Dieses, dem Wagnis inh�rente sujektive Element liege nicht vor, weshalb eine Leistungsk�rzung unter dem Titel des Wagnisses unzul�ssig sei. Dementgegen seien die Voraussetzungen der Grobfahrl�ssigkeit klar erf�llt, da der Beschwerdegegner seine Sorgfaltspflichten in elementarer Art und Weise verletzt habe, indem er vorg�ngig die Wassertiefe nicht gepr�ft habe.
4.4 Der beschwerdef�hrende Metzger-Versicherungen Genossenschaft stellt sich demgegen�ber auf den Standpunkt, das Wissen um die Gefahr sei nach dem Wortlaut von Art. 50 Abs. 2 UVV kein Begriffselement des Wagnisses. Auch nach Sinn und Zweck dieser Bestimmung gehe es nicht um das Wissen um die Gefahr, da nicht das Verschulden der versicherten Person zu sanktionieren sei. Entscheidend f�r die Bejahung eines Wagnisses sei vielmehr, ob sich die versicherte Person durch ihre Handlung objektiv einer besonders grossen Gefahr ausgesetzt habe, deren Ausmass sie durch die Art der Ausf�hrung nicht auf ein vern�nftiges Mass habe beschr�nken k�nnen. Dies sei bei einem Kopfsprung in einen Fluss mit unbekannter Tiefe zweifelsohne gegeben.
In Abgrenzung des Wagnisses zu den Tatbest�nden der Selbstt�tung/Selbstsch�digung und der Grobfahrl�ssigkeit ergibt sich Folgendes:
5.1.1 Bei der Selbstt�tung und Selbstsch�digung setzt die Leistungsverweigerung absichtliches Handeln voraus. Das Bundesgericht hat dabei offengelassen, ob eine absichtliche Herbeif�hrung des Todes oder Gesundheitsschadens auch bei eventualvors�tzlichem Handeln vorliegt (Urteile [des Bundesgerichts] 8C_504/2007 vom 16. Juni 2008 E. 5.4 und 8C_271/2012 vom 17. Juli 2012 E. 6.4). Unabh�ngig davon, ob im Einzelfall eine Selbstsch�digung oder eine Selbstt�tung Selbstzweck oder Mittel zum Zweck sind, sollen wissentlich und willentlich herbeigef�hrte Selbstsch�digungen oder Selbstt�tungen von der Versicherungsdeckung ausgeschlossen bzw. hief�r Versiche- rungsleistungen verweigert werden. Die Absicht im Sinne dieser Bestimmung umfasst daher auch den einfachen Vorsatz (Urteil [des Bundesgerichts U 21/95 E. 1b mit Hinweis in: RKUV 1996 Nr. U 247 S. 168).
5.1.2 Vorliegend steht fest, dass sowohl direkter Vorsatz als auch Eventualvorsatz auszuschliessen sind. Der Versicherte hat weder den durch den Unfall hervorgerufenen Gesundheitsschaden absichtlich herbeigef�hrt, noch den Eintritt des Erfolgs f�r m�glich gehalten, aber dennoch gehandelt, weil er den Erfolg f�r den Fall seines Eintritts in Kauf genommen, sich mit ihm abgefunden h�tte.
5.2.1 Grobfahrl�ssig nach Art. 37 Abs. 2 UVG handelt, wer jene elementaren Vorsichtsgebote unbeachtet l�sst, die jeder verst�ndige Mensch in der gleichen Lage und unter den gleichen Umst�nden befolgt h�tte, um eine nach dem nat�rlichen Lauf der Dinge vorhersehbare Sch�digung zu vermeiden (BGE 121 V 40 E. 3b S. 45; 118 V 305 E. 2a S. 307 mit Hinweisen). Erg�nzend ist darauf hinzuweisen, dass die mit Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 revidierte K�rzungsregel von Art. 37 Abs. 2 UVG in materiellrechtlicher Hinsicht nichts an der bisherigen Praxis ge�ndert hat (Urteil [des Bundesgerichts] U 233/04 vom 2. Februar 2005 E. 1 mit Hinweis).
5.2.2 Die Fahrl�ssigkeit besteht aus einer objektiven und subjektiven, nach ihrer Schwere graduell abzustufenden Verschuldenskomponente, wobei sich der Grad der Fahrl�ssigkeit prim�r nach dem Grad des subjektiven Verschuldens beurteilt. Das Verhalten muss, um - durch Verletzung elementarster Vorsichtsgebote - Rechtsnachteile zu gew�rtigen, Unverst�ndnis, Kopfsch�tteln und Tadel ausl�sen, eine moralische Verurteilung nach sich ziehen und die Grenze des Tolerierbaren �berschreiten (Urteil [des Bundesgerichts U 195/01 vom 6. Mai 2002 E. 1 in: SVR 2003 UV Nr. 3 S. 7 E. 1).
5.3 Diese Verschuldenskomponente ist beim Wagnis zwar nicht ausgeschlossen (vgl. E. 7.3), jedoch nicht vorausgesetzt. Die Erf�llung des Wagnisbegriffs bedingt nicht, dass sich die versicherte Person schuldhaft einer besonders grossen Gefahr aussetzt. Im Vordergrund liegt das Gefahrenmoment und es ist eine Risikobeurteilung vorzunehmen, die das Verschulden nicht zu ber�cksichtigen hat, sodass auch dann ein Wagnis vorliegen kann, wenn die versicherte Person mit gr�sster Sorgfalt und hohem Sachverstand handelt (RUMO-JUNGO, a.a.O., S. 312 ff.).
6.1 Ausgangspunkt jeder Auslegung bildet der Wortlaut der Bestimmung. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverst�ndlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, u.a. dann n�mlich, wenn triftige Gr�nde daf�r vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Norm wiedergibt. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben (BGE 137 V 167 E. 3.1 S. 169 f.; 135 II 78 E. 2.2 S. 81; 135 V 215 E. 7.1 S. 229 und 249 E. 4.1 S. 252).
6.2.1 Mit Blick auf die altrechtliche Regelung, wonach Handlungen als Wagnisse gelten, durch die sich ein Versicherter wissentlich einer besonders grossen Gefahr aussetzt, welche durch die Handlung selbst, die Art ihrer Ausf�hrung oder die Umst�nde, unter denen sie ausgef�hrt wird, gegeben sein oder in der Pers�nlichkeit des Versicherten liegen kann (gest�tzt auf Art. 67 Abs. 3 KUVG ergangener SUVA-Verwaltungsratsbeschluss vom 31. Oktober 1967; vgl. BGE 97 V 72 E. 2), unterscheidet sich der Wortlaut des Art. 50 Abs. 2 UVV insoweit hievon, als das Wort "wissentlich" nicht mehr vorkommt.
6.2.2 Rechtsprechungsgem�ss ist der Begriff des Wagnisses jedoch mit jenem identisch, der unter der Herrschaft der bis 31. Dezember 1983 in Kraft gestandenen Fassung des KUVG g�ltig war. Inhaltlich hat der Begriff des Wagnisses demnach dadurch keine �nderung erfahren (BGE 97 V 72 ff., Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts U 122/06 vom 19. September 2006 in: SVR 2007 UV Nr. 4 S. 10 E. 2.1, U 336/04 vom 9. Februar 2005, in: RKUV 2005 Nr. U 552 S. 306 E. 1.1).
6.3 Nach dem Wortlaut des Verordnungstextes muss sich die versicherte Person mit der vorgenommenen Handlung einer grossen Gefahr aussetzen (franz. Fassung: "l'assur� s'expose � un danger particuli�rement grave"; ital. Fassung: l'assicurato si espone a un pericolo particolarmente grave"). Es steht ausser Frage, dass man sich wissentlich oder unwissentlich in Gefahr begeben oder bringen kann. Das "Sich-einer-Gefahr-Aussetzen" beinhaltet begrifflich nicht das bewusste und willentliche Eingehen einer bestehenden Gefahr. Der Wortlaut von Art. 50 Abs. 2 UVV l�sst nicht darauf schliessen, dass Wissen um die tats�chlich und konkret bestehende Situation (in casu in dem Sinne, dass der Versicherte um die tats�chlich ungen�gende Flusstiefe weiss), die mit der Handlung verbunden ist, vorliegen muss, um unter die Bestimmung zu fallen.
6.4 Aus entstehungsgeschichtlicher Warte liegt der Zweck des Art. 39 UVG, in Verbindung mit Art. 50 UVV, darin, die Gesamtheit der Versicherten vor einer unzumutbaren Belastung der mit ihren Pr�mien gedeckten Versicherung durch ungew�hnliche und besonders grosse Risiken ausserbetrieblicher Bet�tigungen zu sch�tzen (Botschaft zum Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung vom 18. August 1976; BBl 1976 III 198 Ziff. 403.33; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts U 106/92 vom 15. Dezember 1994 E. 2, in: SVR 1995 UV Nr. 29 S. 85 und Urteil 8C_579/2010 vom 10. M�rz 2011 E. 7.2 mit Hinweisen auf Rechtsprechung und Literatur). Dass nach dem Willen von Gesetz- und Verordnungsgeber ein Wissen um die tats�chlichen Umst�nde der Gefahrensituation, in die sich die versicherte Person begibt, verlangt sein soll, l�sst sich den Materialien nicht entnehmen.
6.5.1 Nichts anderes ergibt sich aus systematischer und teleologischer (zweckbezogener) Sicht: Art. 50 Abs. 2 UVV negiert das Wagnis, wenn Vorkehrungen getroffen wurden oder h�tten getroffen werden k�nnen, die das Risiko auf ein vern�nftiges Mass reduzieren. Massgeblich ist erstens, ob die Risiken einer bestimmten Handlung durch Vorkehren auf ein vern�nftiges Mass beschr�nkt werden k�nnen und zweitens, ob die versicherte Person es unterlassen hat, die objektiv vorhandenen Risiken und Gefahren auf ein vertretbares Mass herabzusetzen, obwohl dies m�glich gewesen w�re, was sich anhand der konkreten Umst�nde des Einzelfalles, wie etwa die pers�nlichen F�higkeiten der Beteiligten und die Art der Durchf�hrung des Unternehmens, beurteilt (Urteile des Eidg. Versicherungsgerichts U 122/06 vom 19. September 2006, in: SVR 2007 UV Nr. 4 S. 10; 8C_504/2007 vom 16. Juni 2008 E. 6.1). Mit Blick auf den Begriff des Wagnisses kommt es sodann nicht darauf an, ob sich die versicherte Person der Gef�hrlichkeit ihrer Handlung wirklich bewusst war oder ob sie �ber ihr Tun nachgedacht hat, sonst w�rden Handlungen aus Leichtsinn oder �bermut oder aus dem Affekt (vgl. MAURER, a.a.O., S. 510) den Wagnisbegriff nicht erf�llen. Auch wenn sich das Bundesgericht oftmals in Zusammenhang mit organisiertem, planm�ssigen Vorgehen (so bei risikoreichen, gef�hrlichen Sportarten) mit dem Wagnisbegriff auseinanderzusetzen hat, schliesst der Wagnisbegriff ein unplanm�ssiges, un�berlegtes oder gar unsinniges Handeln gerade nicht aus (Zerdr�cken eines Glases in der Hand aus Jux oder aus Wut [als absolutes Wagnis], Klettern �ber Balkonbr�stung; vgl. Urteil [des Bundesgerichts] U 612/06 vom 5. Oktober 2007 E. 4.1.1, in: Pl�doyer 2008/1 S. 69). In Ber�cksichtigung des mit der altrechtlichen Regelung identischen Wagnisbegriffs (E. 6.2.2 hiervor) ist, um eine Handlung als Wagnis zu qualifizieren, zu verlangen, dass die besonders grosse Gef�hrlichkeit, die der Handlung inh�rent ist, bekannt ist oder h�tte bekannt sein m�ssen und es unterlassen wurde, sofern m�glich, diese auf ein annehmbares Risiko zu reduzieren. Das subjektive Element des Wissens kann sich nur auf die Gefahrensituation als solche beziehen.
6.5.2 Einer �hnlichen Argumentation bediente sich das Eidg. Versicherungsgericht (seit 1. Januar 2007: 1. und 2. sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts) bei zwei nach altem Recht (E. 6.2) ergangenen Urteilen: Im Urteil EVGE 1945 S. 96 hatte es sich mit einem Sturz von einer Bahn�berf�hrung zu befassen, nachdem der Versicherte in v�lliger Dunkelheit das 1,8 Meter hohe Br�ckengel�nder �berstiegen hatte, ohne die Bahn�berf�hrung als solche erkannt zu haben und acht bis zehn Meter tief auf die Bahnstrecke fiel. Eine Selbstt�tungsabsicht verneinte es, da davon auszugehen sei, dass er die Br�cke als solche nicht erkannt hatte. Weiter erwog das Eidgen�ssische Versicherungsgericht, dass sich der Versicherte, nachdem er an eine Abschrankung geraten sei, welche die typische Konstruktion mancher Bahn�berf�hrungen aufgewiesen habe (Sicherheitsnetz im oberen Teil), bei der erforderlichen Aufmerksamkeit h�tte sagen m�ssen, dass er sich auf einer Br�cke befinden k�nnte. Da er im Ungewissen gewesen sei, was er auf der anderen Seite der Abschrankung antreffen werde, w�re doppelte Vorsicht am Platz gewesen, bevor er sich entschlossen habe, hin�berzusteigen. Weil er aber "nicht durchaus wissen musste, dass er sich einer grossen Gefahr aussetzte" wurde auf hochgradige, an Wagnis grenzende Fahrl�ssigkeit erkannt. Im Urteil U 15/77 vom 2. Mai 1978 hatte das Eidg. Versicherungsgericht zudem zu beurteilen, ob, wer in der Dunkelheit mit schlechtem Schuhwerk ein Terrassengel�nder �berspringt, dessen H�he ihm ebenso unbekannt ist wie die Beschaffenheit des Bodens darunter, um der Konfrontation mit dem Ehemann seiner Geliebten zu entgehen, ein Wagnis eingeht. Dies hat es bejaht: Das Risiko verletzt zu werden, w�re bei einer Auseinandersetzung mit dem eifers�chtigen Ehemann jedenfalls weniger gross gewesen, als dasjenige, das er auf sich genommen habe, als er ins Leere gesprungen sei, zumal der Ehemann unbewaffnet gewesen sei. Selbst wenn man voraussetze, der Versicherte habe angenommen, durch die Reaktion des Ehemanns starke Verletzungen zu gew�rtigen, h�tte er sich bewusst sein m�ssen, dass der Sprung �bers Gel�nder ins Dunkle f�r ihn einen noch schlimmeren Ausgang h�tte nehmen k�nnen. Er habe sich waghalsig einer Gefahr ausgesetzt.
7.1 Ein Sprung aus einer H�he von rund vier Metern auf den Kopf in ungen�gend tiefes Wasser bzw. in tr�bes Wasser, dessen Tiefe unbekannt ist, stellt zweifelsohne eine grosse Gefahr dar, was allgemein bekannt ist. Um diese grunds�tzliche (und besonders grosse) Gefahr, welche einem Kopfsprung in zu wenig tiefes Wasser inh�rent ist, wusste der Versicherte oder sie w�re ihm zumindest bewusst geworden, h�tte er �ber seine Handlung nachgedacht. Daher greift der Einwand, er habe nicht um die ungen�gende Wassertiefe und somit nicht um die Gefahr gewusst, nicht. Der konkreten Tatsache des bloss knietiefen Wassers an dieser Stelle musste er sich nicht bewusst sein, um ein Wagnis einzugehen. W�re dies der Fall gewesen (vgl. zur f�r gefahrloses Springen [einschl. Kopfspr�nge] erforderlichen Wassertiefe: BGE 126 III 306 E. 3b) und er dennoch willentlich gesprungen, h�tte er sich zumindest eventualvors�tzlich selbst gesch�digt. Da jedoch keine Selbstsch�digungsabsicht bestand, h�tte er sich sp�ter nicht kopf�ber vom Baumast fallen lassen, wenn er vorg�ngig ins Wasser getreten w�re und damit auch um die konkrete Tatsache des viel zu seichten Wassers f�r ein solches Tun gewusst h�tte.
7.2 Hier steht das gewagte, riskante Vorhaben des Versicherten im Vordergrund, welches so grosse Gefahren in sich barg, dass sich mit Blick auf den dargelegten Sinn und Zweck des Art. 39 UVG in Verbindung mit Art. 50 UVV nicht rechtfertigt, die Versichertengemeinschaft die gesamten finanziellen Folgen des Nichtberufsunfalls tragen zu lassen. Bei dem hohen Risiko, das der Versicherte beim kopf�ber Eintauchen aus vier Metern H�he in ein fliessendes Gew�sser mit unbekannter Tiefe eingegangen war, kann nicht bloss von einer groben Fahrl�ssigkeit bei einer an sich ungef�hrlichen Handlung die Rede sein (vgl. RUMO-JUNGO, a.a.O., S. 313; vgl. E. 5.2 und 5.3). Ob dies Verletzungen nach sich zieht, h�ngt allein vom Zufall ab, n�mlich davon, ob man eine gen�gend tiefe Stelle trifft oder nicht. Ist die Stelle seicht, was hier der Fall war, f�hrt der Aufprall des Kopfes auf den Flussgrund zwingend zu schweren Verletzungen. Indem sich der Beschwerdegegner - ohne dass die konkrete Stelle des Flusses, insbesondere hinsichtlich Tiefe und Beschaffenheit des Grundes abgekl�rt und bekannt war - fallen liess, handelte er vielmehr leichtsinnig und riskant, ja waghalsig. Bei einem Kopfsprung aus vier Metern H�he in unbekannt tiefes Wasser kann die Gefahr nicht auf ein vern�nftiges Mass reduziert werden. Das Vorgehen ist daher als absolutes Wagnis zu qualifizieren. Bei einem gewollten Fall aus vier Metern H�he kopf�ber in den Rhein w�re es unabdingbar gewesen, sich der gen�genden Flusstiefe vorher zu vergewissern. Der Beschwerdegegner hat jedoch keinerlei �berlegungen zur Gefahrensituation angestellt. Er h�tte nicht ohne weitere Vorkehrungen bei einem fliessenden Gew�sser annehmen d�rfen, das Wasser sei gen�gend tief. Es ist allgemein bekannt, dass der Wasserstand eines Flusses je nach Jahreszeit, Wetterlage in den Vortagen, Beschaffenheit des Grundes etc., stark variieren kann, was eine gleichbleibende Wassertiefe ausschliesst. Es ist ebenso allgemein bekannt, dass ein Kopfsprung in tr�bes oder unbekanntes (und daher allenfalls zu seichtes) Wasser grosse Gefahren mit sich bringt. So h�lt die Baderegel Nr. 4 der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG fest: "Nicht in tr�be oder unbekannte Gew�sser springen! - Unbekanntes kann Gefahren bergen." In BGE 125 V 312 E. 2b hatte das Eidg. Versicherungsgericht zu beurteilen, ob das Canyoning ein Wagnis darstellt oder nicht und hielt in diesem Zusammenhang fest, dass es zu den elementaren Grundregeln geh�rt, auf Spr�nge ins unbekannte Wasser zu verzichten. Dieses Wissen muss sich der Versicherte entgegenhalten lassen. Damit ist auch sein Einwand nicht stichhaltig, es handle sich um eine �bliche Badestelle der Dorfjugend. Dass Badende einen Kopfsprung von gleicher Stelle an anderen Tagen schadlos �berstanden haben, schliesst den Wagnischarakter nicht aus, da nicht von einer �ber Jahre gleichbleibenden Situation ausgegangen werden darf. Die einfache Pr�fung der Wassertiefe hat er ohne nachvollziehbaren Grund - trotz des Wissens um die Gef�hrlichkeit eines Kopfsprungs in unbekannt tiefes Gew�sser - nicht vorgenommen und ist somit ein Wagnis eingegangen, welches den Unfallversicherer zur Leistungsk�rzung berechtigt.
7.3 Anzuf�gen bleibt, dass ein und dieselbe Handlung gleichzeitig ein Wagnis und ein schuldhaftes Verhalten darstellen kann. Die Begriffe des Wagnisses und der Grobfahrl�ssigkeit schliessen sich nicht aus. Es braucht jedoch nicht gepr�ft zu werden, ob der vorliegenden Handlung auch ein schuldhaftes Verhalten (vgl. E. 5.2.2) zugrunde liegt, da die Leistungsk�rzung wegen eines Wagnisses (Art. 39 UVG) derjenigen wegen Grobfahrl�ssigkeit (Art. 37 Abs. 2 UVG) vorgeht (BGE 134 V 340 E. 3.2.4; Urteil 8C_504/2007 vom 16. Juni 2008 E. 7.1).
Die Beschwerde wird gutgeheissen und der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 24. Februar 2012 aufgehoben und der Einspracheentscheid der Metzger-Versicherungen Genossenschaft vom 21. September 2010 best�tigt.

References: Art. 37
 Art. 93
 BGE 
 Art. 39
 Art. 50
 Art. 37
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 39
 Art. 49
 Art. 37
 Art. 37
 Art. 21
 Art. 50
 Art. 50
 Art. 37
 Art. 37
 Art. 67
 BGE 
 Art. 50
 Art. 50
in casu
 Art. 39
 Art. 50
 Art. 50
 BGE 
 Art. 39
 Art. 50
 BGE