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Timestamp: 2020-02-28 21:28:04+00:00

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BGH, 01.02.1988 - II ZR 75/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,108
BGH, 01.02.1988 - II ZR 75/87 (https://dejure.org/1988,108)
BGH, Entscheidung vom 01.02.1988 - II ZR 75/87 (https://dejure.org/1988,108)
BGH, Entscheidung vom 01. Februar 1988 - II ZR 75/87 (https://dejure.org/1988,108)
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Mehrheitsbeschluß - Auflösung Kapitalgesellschaft - Treuepflicht
Anfechtbarkeit eines Mehrheitsbeschlusses über Auflösung einer AG wegen Vorwegabsprache des Mehrheitsaktionärs mit dem Vorstand über den Erwerb des Liquidationsvermögens
Zur gesellschaftlichen Treuepflicht der Aktionäre
KapErhG § 33
Aktionär, Gesellschafter, Treuepflicht
BGHZ 103, 183
BGHZ 103, 184
NJW 1988, 1579
NJW-RR 1988, 928 (Ls.)
ZIP 1988, 301
ZIP 1988, 302
MDR 1988, 474
DNotZ 1989, 14
BB 1988, 577
DB 1988, 593
JR 1988, 509
Sie verpflichtet ihn, seine Mitgliedsrechte, insbesondere seine Mitverwaltungs- und Kontrollrechte, unter angemessener Berücksichtigung der gesellschaftsbezogenen Interessen der anderen Aktionäre auszuüben (Ergänzung zu BGHZ 103, 184 = NJW 1988, 1579 = LM § 242 (A) BGB Nr. 72 - Linotype).
Denn auch in der Aktiengesellschaft habe, so ist zur Begründung ausgeführt worden, ein Gesellschafter die Möglichkeit, die gesellschaftsbezogenen Interessen der Mitgesellschafter zu beeinträchtigen, so daß auch hier als Gegengewicht die gesellschaftsrechtliche Pflicht zu fordern sei, auf diese Interessen Rücksicht zu nehmen (BGHZ 103, 184 (194f.) = NJW 1988 1579 = LM § 242 (A) BGB Nr. 52; zur GmbH vgl. BGHZ 65, 15 (18f.) = NJW 1976, 191 = LM § 37 GmbHG Nr. 3 (L)).
Zu den Gesellschafterpflichten des Kleinakionärs hat der Senat darauf hingewiesen, daß diese in der Regel nicht von der gesellschaftsrechtlichen Treupflicht bestimmt werden (BGHZ 103, 184 (195) = NJW 1988, 1579 = LM § 242 (A) BGB Nr. 52).
f. Steindorff, 1990, S. 59, (74); K. Schmidt, GesellschaftsR, § 28 I 4a; Lutter, ZHR 153 (1989), 446 (455); M. Winter, Mitgliedschaftliche Treubindungen im GmbH-Recht, 1988, S. 69ff.) oder, wie es in der Rechtsprechung heißt, daß die Möglichkeit, durch Einflußnahme die gesellschaftsbezogenen Interessen der Mitgesellschafter zu beeinträchtigen, als Gegengewicht die gesellschaftsrechtliche Pflicht verlangt, auf diese Interessen Rücksicht zu nehmen (BGHZ 65, 15 (19) = NJW 1976, 191 = LM § 37 GmbHG Nr. 3 (L); BGHZ 103, 184 (195) = NJW 1988, 1579 = LM § 242 (A) BGB Nr. 52), so trifft dieser Gedanke nicht nur auf das Verhalten des Minderheitsgesellschafters zu.
Diese sind vielmehr in der Lage, den Gesellschaftszweck jederzeit und ohne Vorliegen sachlicher Rechtfertigungsgründe zu beenden und die Auflösung der Gesellschaft zu beschließen (vgl. BGHZ 103, 184 (191f.) = NJW 1988, 1579 = LM § 242 (A) BGB Nr. 72; BGHZ 76, 352 (353) = NJW 1980, 1278).
Das widerspricht nicht nur der Regelung des § 243 Abs. 1 AktG, sondern wäre auch mit dem Gesichtspunkt der Treupflicht der Mehrheit gegenüber der Minderheit nicht vereinbar (vgl. BGHZ 103, 184, 193 ff. - Linotype).
BGH, 24.06.2002 - II ZR 300/00
Verlust des Haftungsprivilegs der GmbH; Haftung der Gesellschafter für …
Sie können die Existenz der Gesellschaft im Grundsatz jederzeit - sei es im Rahmen einer freiwilligen Liquidation, sei es im Rahmen eines Insolvenzverfahrens - beenden (BGHZ 76, 352, 353; 103, 184, 192; 129, 136, 151).
BGH, 22.05.1989 - II ZR 206/88
Zustellung der Anfechtungsklage gegen eine Aktiengesellschaft; Anforderungen an …
Diese Grundsätze hat der Senat auch auf einen Fall angewandt, in dem gerügt worden war, der Geschäftsbericht des Vorstandes enthalte keine Ausführungen über einen bestimmten, nach Schluß des Geschäftsjahres eingetretenen Vorgang, den der Kläger als Vorgang von besonderer Bedeutung einstufte (§ 160 Abs. 1 Satz 2 AktG a. F.; Sen.Urt. v. 1. Februar 1988 - II ZR 75/87, ZIP 1988, 302).
Der Senat hat, wie die Revision zutreffend bemerkt, in beiden Entscheidungen weiter ausgeführt, die Kenntnis des Mehrheitsaktionärs von den tatsächlichen Verhältnissen könne nicht außer Betracht bleiben (BGHZ 36, 141 [BGH 23.11.1961 - II ZR 4/60]; Sen.Urt. v. 1. Februar 1988 - II ZR 75/87 aaO S. 302).
Diese Rechtsprechung ist auf die Fälle offensichtlich gesetzwidriger Vorstandsberichte ausgedehnt worden (BGHZ 103, 184, 186; 107, 296, 307).
Der Gesetzgeber selbst hat die Abwägung der widerstreitenden Interessen vorgenommen, weshalb der Squeeze out seine Rechtfertigung "in sich" trägt (…vgl. Großkomm.z.AktG/Fleischer aaO § 327 a Rdn. 75 m.w.Nachw.;… Schäfer/Dette aaO; vgl. auch BGHZ 76, 352, 353 f. ; 103, 184, 189 ff. ).
Durch eine zusätzliche Inhaltskontrolle würde die Möglichkeit der Gesellschafter, der Gesellschaft das investierte Vermögen wieder zu entziehen, unzulässigerweise gebunden werden (vgl. BGH - II ZR 75/87 - ... - BGHZ 103, 184 ff, wonach Beschlüsse über die Auflösung von Kapitalgesellschaften keiner Inhaltskontrolle unterliegen).
Dies steht auch in Einklang mit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zu Auflösungsbeschlüssen (BGHZ 103, 184 ff - Linotype), bei denen es für einen Sondervorteil nicht genügt, dass einer der Gesellschafter wirtschaftlich stärker profitiert als ein anderer, solange die Auflösung gesetzeskonform verläuft.
Zwar ist das Bestehen solcher Treuepflichten zwischen den Gesellschaftern einer Aktiengesellschaft inzwischen anerkannt (BGHZ 103, 184, 194 - Linotype. Denn auch bei der Aktiengesellschaft hat ein Mehrheitsgesellschafter die Möglichkeit, durch Einflussnahme auf die Geschäftsführung die gesellschaftsbezogenen Interessen der Mitgesellschafter zu beeinträchtigen, so dass auch hier als Gegengewicht die gesellschaftsrechtliche Pflicht zu fordern ist, auf diese Interessen Rücksicht zu nehmen (BGH a.a.O. Seite 195).
Der Kern des Treuepflichtgedankens, soweit er im Kapitalgesellschaftsrecht allgemein Geltung beanspruchen kann, besteht darin, dass die Möglichkeit, durch Einflussnahme die gesellschaftsbezogenen Interessen der Mitgesellschafter zu beeinträchtigen, als Gegengewicht die gesellschaftsrechtliche Pflicht verlangt, auf diese Interessen Rücksicht zu nehmen (BGH, Urteil vom 5. Juni 1975 - II ZR 23/74, BGHZ 65, 15, 18 f; vom 1. Februar 1988 - II ZR 75/87, BGHZ 103, 184, 194 f;… vom 20. März 1995, aaO).
Aus der Sonderrechtsbeziehung der Aktionäre untereinander ergibt sich wegen § 705 BGB (vgl. Marsch/Barner ZHR 157 (193) 172, 173 mit weiteren Nachweisen in Fußnote 2) die Pflicht, auf die gesellschaftsbezogenen Interessen der Mitaktionäre Rücksicht zu nehmen (BGH vom 1.2.1988, II ZR 87 - BGHZ 103, 184, 194 ff.).
BGH, 25.11.2002 - II ZR 49/01
Zur Ordnungsmäßigkeit der Einberufung einer Hauptversammlung und zur Anfechtung …
Kannte die Mehrheit, wie die Klägerin behauptet, bei der Beschlußfassung die diese Besorgnis begründenden Einzelheiten, so liegt zugleich eine Treuepflichtverletzung der Mehrheit gegenüber den Minderheitsaktionären vor (BGHZ 103, 184, 193 ff. - Linotype).
Pflichten einer Aktiengesellschaft bei einer Erhöhung des Grundkapitals im Zuge …
BGH, 18.04.2005 - II ZR 151/03
Pflicht der Gesellschafter zur Einräumung einer Kleinstbeteiligung
Unternehmenssanierung bei einer GmbH & Co. KG: Untersagung der Stimmabgabe im …
BGH, 19.09.1994 - II ZR 248/92
Anspruch des Aktionärs auf Erteilung einer Abschrift des …
Anfechtungsklage gegen Hauptversammlungsbeschlüsse einer Aktiengesellschaft: …
BGH, 26.02.1996 - II ZR 77/95
Verletzung rechtlichen Gehörs bei Ausschließung eines Genossenschafts-Mitglieds
OLG Frankfurt, 19.02.1991 - 5 U 5/86
OLG Karlsruhe, 12.01.2005 - 7 U 181/03
Wirksamkeit eines Stimmbindungsvertrages, der auch in Fällen, in denen in der …
LG Stuttgart, 22.01.1993 - 2 KfH O 113/92
OLG München, 14.02.2001 - 7 U 6019/99
Widerruf der Börsenzulassung - Grundlagenentscheidung - Hauptversammlung - kein …
OLG Stuttgart, 22.03.2002 - 20 W 32/01
Spaltung einer Gesellschaft: Beschlussanfechtungsklage als rechtsmissbräuchlich; …
Hauptsachenerledigung im Verfahren auf Ermächtigung zur Bekanntmachung von …
OLG Dresden, 18.09.1996 - 12 U 1727/95
Isolierte Kapitalherabsetzung im Insolvenzverfahren - Erfordernis der sachlichen …
OLG Stuttgart, 13.03.2002 - 20 W 32/01
Konsequenz der rechtsmissbräuchlichen Erhebung einer Beschlussanfechtungsklage …
OLG München, 23.09.1992 - 7 U 3015/92
Kein Anspruch eines Aktionärs auf Herausgabe einer Abschrift eines …
OLG Stuttgart, 15.02.1995 - 3 U 118/94
OLG München, 12.05.2016 - 23 U 3572/15
Verlust der Aktionärsstellung durch Zwangseinziehung
OLG Frankfurt, 16.09.1999 - 15 U 238/97
Voraussetzungen der Wirksamkeit eines Gesellschafterbeschlusses; Bestellung eines …
LG Bonn, 15.02.2001 - 14 O 54/00
OLG Köln, 26.10.2000 - 18 U 79/00
LG Hannover, 27.11.2008 - 21 O 52/08
Abstimmung über die Änderung der VW-Satzung: Verletzung der Treuepflicht bei der …
LG Dresden, 15.08.1995 - 41 O 925/94
OLG Celle, 15.07.1992 - 9 U 65/91
LG Oldenburg, 18.02.1993 - 11 O 3081/92
Anfechtungsklage und Nichtigkeitsklage gegen einen Beschluss einer …

References: § 33
 § 242
 § 242
 § 37
 § 242
 § 28
 § 37
 § 242
 § 242
 § 243
 § 327
 BGH 
 § 705