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Timestamp: 2019-06-20 20:02:32+00:00

Document:
VORIS GesFBWeitBiV ND | Landesnorm Niedersachsen | Anlage 1 | Verordnung über die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen vom 18. März 2002 | gültig ab: 01.01.2019
Verordnung über die Weiterbildung in Gesundheitsfachberufen...
§ 1 - Geschützte Weiterbildungsbezeichnung
§ 2 - Zugang zur Weiterbildung
§ 3 - Durchführung der Weiterbildung
§ 4 - Anerkennung von Weiterbildungsstätten
§ 5 - Prüfungsausschuss
§ 7 - Rücktritt
§ 8 - Täuschung, Ordnungsverstöße
§ 9 - Facharbeit, praktische Prüfung
§ 10 - Schriftliche Prüfung
§ 12 - Prüfungsnoten
§ 15 - Erlaubnis zum Führen der Weiterbildungsbezeichnung
§ 15 a - Übergangsvorschrift
juris-Abkürzung: GesFBWeitBiV ND
(zu § 2 und § 3 Abs. 1 Satz 2)
A. Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege
Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Hebamme, Entbindungspfleger, staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin oder staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger zu führen.
Die Weiterbildung soll zur Wahrnehmung der Aufgaben einer leitenden Fachkraft einer Station oder eines Wohnbereichs sowie zur Wahrnehmung der Aufgaben einer verantwortlichen Pflegefachkraft in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen befähigen. Sie soll es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.
Die Weiterbildung umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:
Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen
betriebswirtschaftliche Grundbegriffe,
Budget und Entgeltsysteme,
Rechtsformen von Einrichtungen des Gesundheitswesens,
Betriebsphilosophien, Kundenorientierung.
System der Rechtsordnung,
Zivilrecht, insbesondere Haftungsrecht,
Arbeitsrecht, Arbeitsschutzrecht,
Niedersächsisches Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen für psychisch Kranke.
Kommunikation (Gesprächsführung, Rhetorik, Konfliktbearbeitung),
Didaktik, Lerntheorien, Reflexionsverfahren,
Beratung und Anleitung,
Gestaltung von Anleitungsprozessen.
Grundlagen zum Pflegeverständnis,
ethisches Handeln in der Pflege,
Interaktion in der Pflege,
Personalführung (70 Unterrichtsstunden)
Führungsmodelle, Führungsstile,
Führen und Leiten als Prozess,
Bedeutung der Fort- und Weiterbildung,
Dienstplan, Urlaubsplan,
Mitarbeiterbeurteilung,
Betriebsorganisation, betriebswirtschaftliche Grundlagen (130 Unterrichtsstunden)
Arbeitsablaufgestaltung,
Budgetierung, Budgetverantwortung,
Entgeltsysteme (Fünftes Buch des Sozialgesetzbuchs, Elftes Buch des Sozialgesetzbuchs, Bundessozialhilfegesetz),
Abrechnungsverfahren, Abrechnungsmethoden,
Einführung in die betriebliche Kosten- und Leistungserstellung,
EDV- und Informationssysteme,
Personalentwicklung, Personalbedarfsberechnung,
Qualitätsmanagement, Controlling,
Einführung in die Strategie der Organisationsentwicklung,
Marketing, Öffentlichkeitsarbeit.
Rechtsgrundlagen (50 Unterrichtsstunden)
Arbeitsrecht, insbesondere Arbeitsverhältnis, Arbeitsvertrag, Dienstvertrag, Abmahnung und Kündigung,
Mutterschutzgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz,
Gesundheits- und sozialpolitische Grundlagen (50 Unterrichtsstunden)
Aufbau und Organisation des Gesundheitswesens,
Gesundheitspolitik, Gesundheitsökonomie, Gesundheitsförderung,
Organisation und Prinzipien der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung,
Aufbau und Prinzipien der Sozialversicherung,
Kostenentwicklung und Wettbewerb im Gesundheitswesen,
Stellung der Verbraucher,
Selbsthilfe, Beratung, Beteiligung,
Gestaltungsansätze in der pflegerischen Versorgung.
Weiterentwicklung der psychosozialen und kommunikativen Kompetenz (160 Unterrichtsstunden)
Auseinandersetzung mit der eigenen Person,
Selbstverständnis und Selbstdarstellung, Karriereplanung (Fortbildung, Weiterbildung, Studiengänge),
Rollenverständnis im beruflichen Kontext, Teamentwicklung,
Umsetzung betrieblicher und pflegerischer Zielsetzung,
Vertiefung zu Anleitung und Beratung,
Motivation, Delegation, Kooperation,
Pflegefachliche Kompetenz (100 Unterrichtsstunden)
Professionalisierung der Pflege, Kennzeichen der Professionalisierung,
Pflegeverständnis,
Pflegetheorien, Pflegemodelle, Pflegeprozess,
Pflegediagnosen, Pflegebedarfsermittlung, Pflegeorganisation, Pflegedokumentation, Pflegeüberleitung,
berufsethische Fragen,
Pflegeleitbild, Ziele und Methoden der Pflege,
Pflegeforschung, Umsetzung der Erkenntnisse aus der Pflegeforschung,
Vertiefung des medizinisch-pflegerischen Wissens u. a. über Geriatrie, Gerontopsychiatrie, chronische Krankheiten, Behinderungen,
Pflegeberatung, Gesundheitsförderung in der Pflege,
Die Praktika dauern insgesamt 5 Monate; Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, haben davon mindestens 5 Wochen außerhalb der Einrichtung abzuleisten, in der sie beschäftigt sind. Die Praktika dienen den Inhalten der Weiterbildungseinheit Nummer 3.2. Sie sind im ambulanten und im stationären Bereich abzuleisten. Geeignet für die Praktika sind Einrichtungen (Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser), die
ein Pflegemanagement betreiben,
ein Pflegeleitbild haben,
eine Pflegedokumentation führen,
Pflegeplanung betreiben,
Pflegestandards anwenden,
regelmäßige disziplinäre und interdisziplinäre Besprechungen durchführen,
Qualitätszirkel eingerichtet haben,
als Regelangebot Pflegeberatung für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Ehrenamtliche anbieten sowie
Stellenbeschreibungen für die Stellen im Pflegebereich haben.
In einer Facharbeit sind zu der Weiterbildungseinheit Nummer 3.2 die Planung, Durchführung und Dokumentation von Leitungsaufgaben, die Beratung und Anleitung sowie die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen oder Disziplinen anhand konkreter Beispiele darzustellen.
B. Fachkraft für sozialpsychiatrische Betreuung
Die Zugangsvoraussetzung zur Weiterbildung in der sozialpsychiatrischen Betreuung erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Ergotherapeutin, Ergotherapeut, staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin, staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger, Physiotherapeutin oder Physiotherapeut zu führen.
Die Weiterbildung soll dazu befähigen, im Rahmen einer mitverantwortlichen Betreuung Hilfsangebote für psychisch Kranke, in verschiedenen Versorgungsbereichen zu gestalten, die ihnen ein Leben an ihrem selbst gewählten Wohnort ermöglichen und an ihren persönlichen Fähigkeiten ausgerichtet sind. Sie soll außerdem dazu befähigen, die soziale Dimension einer psychischen Erkrankung in den Mittelpunkt der Betrachtung und des pflegerischen und therapeutischen Handelns zu stellen. Ferner soll sie es ermöglichen, geschlechts- und altersspezifische, soziale und ethnologische Unterschiede der Personen, auf die sich die berufliche Tätigkeit bezieht, zu erfassen und zu berücksichtigen.
Die Weiterbildung erfolgt berufsbegleitend. Sie umfasst 720 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:
Allgemeine Kenntnisse für die sozialpsychiatrische Betreuung (160 Unterrichtsstunden)
Vermittlung von Grundlagen der Pflege
Spezielle Kenntnisse für die sozialpsychiatrische Betreuung (560 Unterrichtsstunden)
Geschichte der Psychiatrie,
Psychiatrie im gesellschaftlichen Kontext,
Krankheitsbilder aller psychiatrierelevanten Erkrankungen und Auswirkungen der Erkrankungen,
Die praktische Weiterbildung erfolgt am Arbeitsplatz der Teilnehmerin oder des Teilnehmers. Die Teilnehmerin oder der Teilnehmer hat über einen Zeitraum von neun Monaten eine soziotherapeutische Gruppe mit dem Ziel zu leiten, die bei den Gruppenmitgliedern bestehenden Funktionsbeeinträchtigungen zu überwinden, oder ein vom Aufwand her vergleichbares Projekt mit Schwerpunkt im sozialpsychiatrischen Bereich mit dem Ziel durchzuführen, psychisch Kranke wieder zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu befähigen.
Es ist eine Facharbeit zu fertigen
über die Planung, den Verlauf und das Ergebnis eines über einen Zeitraum von neun Monaten geleiteten Projektes mit einer soziotherapeutischen Gruppe oder über ein ebenso langes, vom Aufwand her vergleichbares Projekt mit Schwerpunkt im sozialpsychiatrischen Bereich und
über den Verlauf der psychischen Erkrankung nach Abschluss der Behandlung einer Person (Katamnese), bei der die Teilnehmerin oder der Teilnehmer während der Weiterbildung eine Sozialanamnese erhoben und eine Hilfeplanung erstellt hat, wobei Katamnese, Sozialanamnese und Hilfeplanung Bestandteil der Facharbeit sind.
Spätestens zwölf Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung hat die Weiterbildungsstätte der zuständigen Behörde für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer einen Aufgabenvorschlag für die Facharbeit mitzuteilen. Die Aufgabe für die Facharbeit wird der Teilnehmerin oder dem Teilnehmer zehn Monate vor dem vorgesehenen Ende der Weiterbildung von der zuständigen Behörde bekannt gegeben.
C. Fachkraft Frühe Hilfen -
Familienhebamme oder Fachkraft Frühe Hilfen -
Familienentbindungspfleger
Die Zugangsvoraussetzungen zur Weiterbildung Fachkraft Frühe Hilfen - Familienhebamme oder Fachkraft Frühe Hilfen - Familienentbindungspfleger erfüllt, wer berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Hebamme oder Entbindungspfleger zu führen und zwei Jahre lang als Hebamme oder Entbindungspfleger tätig war.
Die Weiterbildung soll dazu befähigen, Mütter, Väter und Kinder, die durch medizinisch-soziale oder psychosoziale Belastungen gefährdet sind, bis zum vollendeten ersten Lebensjahr des Kindes unter Berücksichtigung psychosozialer, medizinischer und sozialpädagogischer Aspekte zu beraten und zu betreuen. Sie soll es ermöglichen, Gesundheitsförderung, Prävention und Motivation zur Selbsthilfe zu berücksichtigen.
Die Weiterbildung umfasst 400 Stunden in Theorie und Praxis in den folgenden Weiterbildungseinheiten:
Allgemeine Kenntnisse (100 Unterrichtsstunden)
Grundlagen der Tätigkeit
Risikoschwangerschaften,
Wochenbettbetreuung.
Qualitätssicherung und Evaluation,
Projekt-, Selbst- und Zeitmanagement,
Netzwerkaufbau und -ausbau.
Berichts- und Dokumentationsformen,
Fragen der Freiberuflichkeit,
Aufgabenabgrenzung und Aufgabenteilung.
Adoptionsrecht, Jugendschutzrecht, Kinder- und Jugendhilferecht,
Fachliche Kenntnisse (150 Stunden)
Berufsbild „Fachkraft Frühe Hilfen“,
berufsbezogene Ethik,
Koordinationsfunktion der Fachkraft Frühe Hilfen,
Aufgaben der Koordinatorin oder des Koordinators des Auftraggebers,
professionelle Beziehungsgestaltung (Nähe, Distanz, Erstkontakt, Begleitung, Abschied),
Handlungsperspektive,
Kriterien der Entscheidungsfindung,
Methoden der Stressbewältigung,
Stillförderung und Nahrungsaufbau,
psychiatrische Krankheitsbilder,
professioneller Umgang mit psychisch kranken Menschen,
Suchtkrankheiten.
Das Kind bis zum Ende des ersten Lebensjahres im familiären Umfeld
physische Entwicklung des Kindes,
geistige und emotionale Entwicklung des Kindes,
Erkennen von Gedeihstörungen und deren Ursache,
Erkennen von akuten und chronischen Erkrankungen des Kindes,
Förderung der Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kind,
Förderung des Umgangs mit dem Kind,
Erkennen von Gefährdungen (insbesondere Vernachlässigung, Misshandlung, sexuelle Gewalt),
Familienstrukturen, deren Veränderungen und deren Auswirkungen,
Leben mit einem Kind mit Behinderung oder mit einem chronisch kranken Kind.
Psychosoziale und sozialpädagogische Grundkenntnisse (150 Unterrichtsstunden)
Grundlagen der psychosozialen und sozialpädagogischen Arbeit
Konzepte sozialer Arbeit,
Systeme sozialer Unterstützung,
Interdependenz von Bildung, Einkommen, Prävention und Selbstverantwortung,
Kommunikation, Gesprächsführung, Beratung und Anleitung,
Konfliktanalyse, Deeskalation, Konfliktlösungsstrategien,
systemische Familientheorie, systemische Beratung von Einzelnen und Familien,
multidisziplinäres Arbeiten, Kooperation im Helfernetz,
Verlusterlebnisse und Trauerarbeit,
Betreuung von Familien mit besonderen Belastungssituationen,
Grundlagen der Gesundheitsförderung und der Public Health
internationale Arbeitskonzepte und Qualitätsstandards,
Gesundheitsforschung, Gesundheitswissenschaften,
Struktur des deutschen Gesundheitswesens.
Frühestens nach Ableistung von 200 Unterrichtsstunden sind während der Weiterbildung mindestens fünf Betreuungen von Familien durchzuführen. Über die jeweiligen Betreuungen sind Praxisberichte anzufertigen.
In der Facharbeit sind Verlauf und Ergebnis einer Betreuung der Fachkraft Frühe Hilfen einschließlich der Zusammenarbeit mit Ämtern, Einrichtungen sowie anderen Berufsgruppen darzustellen.
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References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 12

§ 15

§ 15
 § 2
 § 3