Source: http://www.internet-law.de/2012/07/bgh-sperr-und-filterpflichten-von-filehostern.html
Timestamp: 2020-04-09 02:05:57+00:00

Document:
Internet-Law » BGH: Sperr- und Filterpflichten von Filehostern
> Der BGH hält insbesondere den Einsatz von Wortfiltern –
> hier für den Spieltitel “Alone in the Dark”- zur
> Überprüfungvon gespeicherten Dateinamen für zumutbar.
Das halte ich, wie Sie selbst schreiben, für absolut problematisch.
Gerade das konkrete Beispiel „Alone in the Dark“ zeigt dies hervorragend.
Es könnte sich hinter Dateien mit dieser Bezeichnung alles mögliche verbergen. Das Spiel. Ein Video, das zeigt, wie jemand alleine im Dunkeln herumwandert. Ein Gedicht. Der Film zum Spiel. Etc.
Doch nicht nur was die False Positives angeht, ist ein Wortfilter ungeeignet, er ist es auch, um den tatsächlichen Inhalt zu finden.
Ich kann das Spiel „Alone in the Dark“ unter allen möglichen Bezeichnungen hochladen.
Als „Sommerurlaub“ oder „Wiener Schnitzel“ oder „asdgfgoihewoag“.
Und: was soll ein Filehoster dann ab Kenntnis, daß unter „Sommerurlaub“ tatsächlich das Spiel zu finden ist, tun? „Sommerurlaub“ in den Wortfilter aufnehmen? Super.
Das ganze ist mehr als untauglich, weil völlig ineffizient und fehleranfällig.
Comment by scanlines — 13.07, 2012 @ 17:04
Wortfilter, soso. Dann bin ich mal gespannt.
Aaloonee iin thee daark
Allonne inn tthhe ddarrkk
krad eht ni enola
enola ni eht krad
410|\|3 1|\| 7h3 d4rk
Nybar va gur qnex (famous rot 13 encryption)
Wieso muss man als Richter nicht mehr Sachkenntnis in einem Themengebiet aufbringen, als der durchschnittliche 13jährige Nerd? Selbst in der Grundschule ging bei mir (damals, vor ~40 Jahren) schon die B-Sprache um (jeder Vokal wird von 2 Bs umrandet – Abalobonebe ibin thebe dabark). Variationen gibts unzählige, die jeden Wortfilter austricksen und in der jeweiligen „Szene“ ausgetauscht werden. Ein Aussenstehender (oder Richter) versteht nur Bahnhof, der Eingeweihte weiß, daß die Suche/den Titel einfach nur Primitivstverschlüsseln muss.
Nur der ehrliche ist mal wieder der Dumme.
Comment by Frank Schenk — 13.07, 2012 @ 17:48
Also diesen Richtern vom EuGH vergessen, dass gegen diesen Richterspruch steht:
Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2012-02/eugh-filter-provider-urheberrecht
Und damit ist dieses Urteil sowieso illegal und damit unwirksam und außerdem wäre dass ein erneuter Versuch dieses illegalen ACTA-Gesetzes durch die Hintertüre!! Und damit fliegt der BGH mal total auf die Nase!!!
Comment by Andrea — 13.07, 2012 @ 18:49
Tja und damit sollten diese Herren Richter vom BGH mal ganz deutlich eins vom EuGH auf die Nase kriegen. Denn das ACTA-Gesetz liegt noch immer zur Prüfung beim EuGH und ist von wegen in Kraft und darüber hinaus wurde es erst vor einigen Tagen sowieso vom EU-Parlament niedergeschlagen!!
Und damit hat der BGH ein illegales Urteil gefällt. Darüber hinaus werden sich nun andere Plattformen bedanken und werden die Nachfrage, die die liebe Content-Industrie (die man schon als Content-Mafia bezeichnen muss) befriedigen. Und dass wird eben gar nichs ändern.
Darüber hinaus kann man diese Sperren sehr piekfein umgehen und auch diese angeblich gelöschten Titel auf Youtube sind alle noch da. Die sind von wegen gelöscht!! Das ist genauso eine glatte Lüge!! Denn wenn man sich mal ProxTube installiert, kommt man ganz schnell dahinter, dass diese angeblich gelöschten Titel eben alle noch da sind und wir können sie trotzdem kriegen!!
Und was die Filme angeht: auch hier hat sich die Technik längst weiterentwickelt. Ich sag dazu nur mal: Festplatten-Videorecorder!! Und das ganze verbunden mit einer Smartcard und schon hat man seine geliebten Files auf DVD, da in diesen Geräten nämlich schon interne Brennlaufwerke verarbeitet sind :D
OK, da ist dann Werbung dabei, aber die kann man prima mit Avidemux, VLC und anderen Programmen rausschneiden und schon geht die Post erneut ab!!
Von daher: dieses Urteil ist nichts weiter als illegal und ein Witz, da es eben umgangen werden kann!!! Die liebe gute GVu kämpft hier doch schon seit Jahren auf verlorenem Posten. Und außerdem: was wurde uns im Zuge der ACTA-Debatte versprochen?? Faire Gespräche und eine bessere Lösung für uns alle!! Aber: was ist daraus geworden?? Null und nichts!! Versprochen gebrochen, sage ich da mal nur dazu!! Pfui, BGH!!
Comment by Andrea — 13.07, 2012 @ 18:55
Ich frage mich, ob die sich die Prüfung der Linklisten manuell oder automatisch vorstellen.
Ersteres würde die Hoster ruinieren, letzteres ist wirkungslos.
Comment by twex — 13.07, 2012 @ 19:15
@twex: Auch ersteres wäre wirkungslos. Siehe weiter oben. Kryptische oder Fantasienamen, passwortgeschütze Archive a la 7z. Was ist eigentlich mit Schadenersatz bei fälschlicherweise vorgenommenen Löschungen?
Comment by Sven — 13.07, 2012 @ 23:11
Mich interessiert hier auch die technische Seite, wie soll das denn funktionieren? Spontan fallen mir ein:
-> Regexp um die Filenames zu prüfen.
Problem dabei: sind die Regeln zu weit gefasst löscht man auch sehr viel legitimen Content.
Sind die Regeln zu eng gefasst ist die Maßnahme wirkungslos, wodurch sich Rapidshare wohl wieder vor Gericht wiederfinden üwrde.
Dazu kommt, dass man die Dateien auch völlig schwachsinnig benennen könnte, ist es dann noch ein verschlüsseltes Archiv, hat Rapidshare gar keine Möglichkeit mehr den Inhalt zu erfassen.
-> Erkennung anhand von Hashes.
Hashkollisionen sind selten aber möglich. Das eigentliche Problem ist hierbei aber die Tatsache, dass sich der Hash unglaublich leicht verändern lässt.
-> Filterung durch Regexp und manuelle Prüfung.
Wie soll ein Unternehmen dieser Größenordnung das denn bitte bewerkstelligen? Wirtschaftlich kaum durchführbar.
Dazu hätten die Richter aus meiner Sicht Ausführungen machen müssen. Nein, ich bin nicht naiv, ein Richter ist kein Administrator. Aber beim Durchdenken der Möglichkeiten wäre vermutlich aufgefallen, dass präventive Maßnahmen kaum möglich sind.
Comment by Trollfresser — 13.07, 2012 @ 23:55
Weiß irgendwer, weshalb das LG Düsseldorf überhaupt seine örtliche Zuständigkeit festgestellt hat, und in wiefern eine deutsche Entscheidung für ein schweizer Unternehmen verbindlich ist?
Comment by TES — 14.07, 2012 @ 20:33
Wortfilter war ja nur ein Beispiel. Der Hoster könnte beim hochladen einfach eine Prüfsumme der Datei berechnen und Dateien mit derselben Prüfsumme nicht zu lassen. Natürlich ist auch das leicht zu umgehen, allerdings bezweifle ich, dass es wirkungslos wäre. Damit könnte man viele Dateien auch auf lange Zeit ausfiltern.
Nichtsdestotrotz hat das EUGH ja, wie ich es verstanden habe, ein anderes Urteil gefällt. Mal schauen was die Filehoster machen werden.
Comment by blubb — 15.07, 2012 @ 20:06
@9 Auch Mumpitz. Man nehme:
1. Datei – Content
2. Datei – Hash/Textdatei
Dann packe man das Ganze. Die daraus generierte Prüfsumme lässt sich durch minimale Änderungen an der zweiten Datei ändern.
Prüfsummen sind nicht geeignet, etwas zu filtern. Zusätzlich gibt es (Hash-)Kollisionen was zu false positives führt. Es sei denn, die Anzahl Stellen der Prüfsumme geht gegen unendlich. Mindestens aber mal so in Richtung 2^2^2^2^2 (ganz große Nummer)
Comment by Frank Schenk — 16.07, 2012 @ 12:35
Sie haben wohl nach dem Wort „Prüfsumme“ sogleich angefangen zu schreiben. Wenn Sie genau lesen, werden Sie merken, dass mir das genau bewusst ist.
Ich habe aber aus gutem Grund nichts weiter erklärt. Denn wer den Mechanismus „Prüfsumme“ überhaupt kennt, sollte auch etwas von illegalen Dateidownload von solchen Dateihostern kennen, und somit begreifen wieso es trotzdem hinreichend effektiv sei kann. Tipp:“Mainstream“
Übrigends ein Wortfilter hat auch Kollisionen. :P
Comment by blubb — 20.07, 2012 @ 11:38

References: BGH 
 EuGH 
 BGH 
 BGH 
 EuGH 
 EuGH 
 BGH 
 EUGH