Source: http://www.aspisheim.de/gemeinde/erhaltungssatzung.html
Timestamp: 2018-01-24 09:55:23+00:00

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Erhaltungssatzung - Ortsgemeinde - Aspisheim
Überschrift und Rechtsgrundlagen
§ 2 Genehmigunsbedürftige Vorhaben
§ 3 Bauliche Gestaltung
§ 4 Fassaden, Außenwände und Mauern
§ 5 Zwerchhäuser und Zwerchgiebel
§ 7 Dachgauben
§ 8 Fenster, Außentüren
§ 9 Tore
§ 10 Einfriedungen
§ 11 Antennenanlagen
§ 12 Unbebaute Grundstücksflächen
§ 13 Garagen, überdachte Stellplätze
§ 16 Sanktionen
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung der Ortsgemeinde Aspisheim zur Erhaltung baulicher Anlagen und der Eigenarten von Gebieten sowie über die Gestaltung und den Schutz des Ortsbildes.
Baugesetzbuch (BauGB) in der derzeit gültigen Fassung der Bekanntmachung vom 27.08.1997 (BGBl. I S. 2141)
Landesbauordnung für Rheinland-Pfalz (LBauO) vom 24.11.1998 (GVBl. S. 365)
Gemeindeordnung (GemO) vom 31.01.1994 (GVBl. S. 153) in der Fassung vom 6.7.1998 (GVBl. S. 171)
Denkmalschutz- und Pflegegesetz (DSchPflG) vom 23.03.1978 (GVBl.S. 159, zuletzt geändert durch das Gesetz vom 05.10.1990 (GVBl. S. 277).
Die Vorschriften dieser Satzung dienen der Erhaltung und Gestaltung der baulichen Anlagen der Ortsgemeinde Aspisheim, insbesondere des gewachsenen charakteristischen Ortsbildes im historischen Kern der Gemeinde.
Mit Hilfe dieser Satzung soll sichergestellt werden, dass sowohl Veränderungen als auch Neubauten in ihren wesentlichen Gestaltungsmerkmalen dem charakteristischen Gebäudetyp entsprechen und dadurch die ortsbildprägende Bausubstanz gewahrt und gestärkt wird. Durch die Eingliederung aller Gebäude in die jeweilige Umgebung soll der historische Charakter nicht nur erhalten, sondern zusätzlich hervorgerufen werden. Die Satzung soll auch weniger auffällige Bausubstanz sowie Straßen und Platzräume schützen, die den Gesamtwert der Ortslage und den größten Teil der baulichen Strukturen ausmachen.
Zur Zielerreichung hat die Gemeinde
bereits 1984 ein Dorferneuerungskonzept erstellen lassen. Es enthält konkrete Hinweise über die Bedeutungspotentiale, Ensemblebereiche und Vorschläge zur weiteren Entwicklung.
am 7.10.1987 die Anerkennung als Dorferneuerungsgemeinde erhalten.
1988 auf der Grundlage des Dorferneuerungskonzeptes den Dorfplatz hergestellt.
1999 auf gleicher Grundlage ein Kultur- und Kommunikationszentrum beim Dorfplatz - Gutenborn Halle - errichtet.
erstmals bereits von 1981 bis 1989 Fassadenwettbewerbe mit dem Ziel der stilgemäßen Erhaltung oder Wiederherstellung, der farblichen Abstimmung des Gebäudes als auch der Einordnung in die Straße durchgeführt und 1998 wiedereingeführt.
sich seit Mai 2000 dem Projekt Kinder und Jugendliche in der Dorferneuerung zur Verfügung gestellt.
Den Bürgern und Bauwilligen soll verdeutlicht werden, dass kleinste Änderungen in der Summe zu einer permanenten Veränderung und Entwertung des Lebensraumes Dorf führen können, wenn es an Leitlinien und einer Richtschnur fehlt. Es geht dem Gemeinderat und dem Ortsbürgermeister nicht um eine Bevormundung der bauwilligen Bürger. Mit dieser Satzung wird vielmehr die Grundlage für eine qualifizierte Beratung angeboten. Sie dient nicht nur dem Gemeinderat als Maßstab und verbindliche Leitlinie zur Beurteilung von Bauanträgen, sondern bietet Bauherren und Architekten bereits im Vorfeld der Antragsbearbeitung verlässliche Daten und Fakten zur Ausnutzung und Gestaltung.
Letztlich wird dadurch die Gemeinde in ihrer typischen Ausprägung und Vielfalt erhalten und gestärkt. Abschließend ist festzuhalten, dass Genehmigungen und Erlaubnisse nach anderen Gesetzen und Bestimmungen natürlich erhalten bleiben, Bundes- und Landesrecht haben grundsätzlich Vorrang.
Die Satzung bezieht sich auf den Teil der bebauten Ortslage der Gemeinde Aspisheim, wie er sich aus dem umrandeten Teil des in der Anlage 1 beigefügten Katasterauszugs als Geltungsbereich ergibt. Die als Anlage 2.1 und 2.2 bezeichneten Pläne stellen die Bereiche vor, für die die Satzungsregeln empfohlen werden, für die jedoch keine Rechtskraft durch diese Satzung besteht.
vergrößern Abb. 1 und 2 (Pläne der Geltungsbereiche/ Pläne für Empfehlungsbereiche)
Rechtsgrundlage der Satzung ist § 172 Abs. 1 Nr. 1 BauGB (Erhaltung der baulichen Eigenart eines Gebietes aufgrund seiner baulichen Gestalt) und § 88 Abs. 1, 4 und 5 der LBauO i.V. mit § 24 GemO.
Für die nachstehend aufgeführten Vorhaben ist eine Genehmigung gemäß § 173 BauGB erforderlich. Die Genehmigung kann versagt werden, wenn die bauliche Anlage allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Orts- oder das Landschaftsbild prägt oder sonst von städtebaulicher, insbesondere von geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung ist, und zwar bei
Änderung und Nutzungsänderung baulicher Anlagen
Rückbau baulicher Anlagen
Auch die nach LBauO genehmigungsfreien Werbeanlagen und Warenautomaten bedürfen gemäß § 88 Abs. 4 Nr. 1 LBauO einer bauaufsichtlichen Genehmigung.
Die äußere Gestaltung von Gebäuden bzw. baulichen Anlagen muss in Form, Dimension, Farbe und Baustoff aufeinander abgestimmt sein. Dabei ist der vorhandene Bestand der Umgebung besonders zu berücksichtigen.
In Straßenzügen, in denen eine Gebäudestellung (Giebel- oder Traufstellung, Abb. 3/4) dominiert, ist die jeweilige Firstrichtung einzuhalten (Abb.5). Ausnahmen sind nur beim Ersatz von abgängigen Gebäuden zulässig, sofern im Restbestand bereits von der vorherrschenden Bauweise zur Erreichung eines einheitlichen Baukörpers abgewichen wurde.
Die Trauf- und Firsthöhen sind an den jeweiligen Bestand (Höhe über Straße) anzupassen. Die Anpassung wird begrenzt durch die zu berücksichtigenden Höhenlinien des natürlichen Geländes. Über- oder Unterschreitungen sind damit im Bereich von gleichen Ebenen der in dem betreffenden Ensemble vorkommenden Höhe ausgeschlossen (Abb. 6/ 7).
Die durch die bestehende Bebauung bzw. den maßgebenden Fluchtlinienplan vorgegebene Bauflucht ist einzuhalten. Sofern das Gesamtgefüge nicht gestört wird, können in geringem Umfang Rücksprünge in besonders begründeten Fällen zugelassen werden.
Neue Gebäude sowie neue oder erneuerte Gebäudeteile müssen sich an der gewachsenen Dorfstruktur orientieren. Werden alte Gebäude abgebrochen, hat der Neubau die ursprüngliche Gebäudebreite, Bauflucht bzw. Fluchtlinienplan und Firstrichtung mit Ausnahme des Tatbestandes aus der nächstfolgenden Textziffer aufzunehmen.
Neubauten oder neue Bauteile haben die vorherrschende trauf- oder giebelständige Bauweise sowie die Flucht bzw. den Fluchtlinienplan der umgebenden Häuserzeile aufzunehmen. Vorherrschend ist die Bauweise, wenn mindestens die Hälfte der Häuser einer Häuserzeile diese Bauweise aufweist. Eine Häuserzeile geht von einer Straßen- oder Wegemündung bis zur nächsten (Abb. 9).
Die Ausbildung von straßenseitigen Erkern und sonstigen Auskragungen sind nur zulässig, wenn das Gesamtgefüge nicht gestört wird. Die Breite der Auskragung darf maximal 2,50 m, jedoch auch nur maximal 25% der Hausbreite betragen. Die maximale Tiefe der Auskragung beträgt 0,50 m ab der Hauptfassade gemessen. Erker und Auskragungen dürfen nur über ein Geschoss reichen, im Erdgeschoss sind sie nicht zulässig (Abb. 10).
Der typische Hofcharakter mit seinen prägenden Nebengebäuden soll erhalten bleiben. Zur Erhaltung des historischen Ortskernes sind daher auch Nebengebäude, die im Zusammenhang mit den entsprechenden Hauptgebäuden und anderen Bauteilen ein Ensemble bilden, als Baukörper zu erhalten bzw. zu erneuern (Abb. 11).
Abb.3 Giebelständige Häuser.
Abb.4 Traufständige Häuser.
Abb. 5 Einhaltung der Trauf- und Giebelständigkeit.
Abb.6 Überschreitung der Trauf- und Firsthöhe.
Abb.7 Unterschreitung der First- oder Traufhöhen.
Abb.8 Erläuterung First- oder Traufhöhen.
Abb. 9 Einhaltung der Baufluchten.
Abb. 10 Zulässigkeit/ Maße von Erkern.
Abb. 11 Erhaltung traditioneller Bauformen.
Fassaden (auch von Zwerchhäusern und -giebeln) und Mauern zum Straßenraum sowie vom Straßenraum aus sichtbare Wandflächen sind nur als verputztes Mauerwerk, Holzfachwerk mit verputzten Ausfachungen, Natursteinmauerwerk oder in Ziegelsteinbauweise (Klinker) in den nachstehend aufgeführten Ausführungen zulässig.
Putzflächen sind grundsätzlich nur aus Kalkzementputz oder Kalkputz als Reibeputz herzustellen. Zulässig sind auch Putze, die den vorgenannten Strukturen gleich sind.
Holzwerkausfachungen sind nur ab dem 1. Obergeschoss zulässig. Die Holzwerkausfachungen sind möglichst oberflächengleich mit der Fachwerkoberfläche auszuführen, Vor- und Rücksprünge bis zu 2 cm sind zulässig. Fachwerkimitationen (z.B. vorgesetzte Bretter oder Anstriche, die Fachwerk vortäuschen) sind nicht zulässig (Abb.12a).
Natursteinmauerwerk ist nur aus Kalkstein oder Sandstein mit bruchrauher, gesägter oder handwerklich bearbeiteter Oberfläche zulässig.
Ziegelsteinmauerwerk ist in den ortsüblichen Farbtönen lehmfarben und naturrot zulässig.
Flächige Bauwerksteile sowie Fassadenelemente aus geschliffenem oder poliertem Natur- bzw. Kunststein, Keramik, Faserzement, Holz, Blech oder Kunststoff sind nicht zulässig.
Für Fassaden und Mauern sind grundsätzlich abgetönte Farben zu verwenden, wobei die Farben beige, erdfarben, braun bzw. rotbraun empfohlen werden. Dies gilt auch bei Renovierungen. Unzulässig sind nicht ortstypische Farben (z.B. blau, grün, gelb oder entsprechende Farbkombinationen).
Die Verwendung von Glasbausteinen ist nur in Fassaden zulässig, die vom Straßenraum aus nicht einsehbar sind.
Abb.12 Beispiel für Fachwerk und Erker.
Abb.12a Zulässigkeit von Holzfachwerk im Obergeschoss.
Auf jeder Traufseite kann nur ein Zwerchhaus oder ein Zwerchgiebel errichtet werden (Abb. 12/13).
Deren zulässige Breite darf 4,00 m, jedoch die Hälfte der Trauflänge des Hauptdaches nicht überschreiten (Abb 12/13).
Die Traufhöhe von Zwerchhäusern oder Zwerchgiebeln darf die Traufhöhe des Hauptdaches maximal 2,50 m überragen bzw. der Giebelfirst dabei 4,00 m über dem letzten Vollgeschoss sein.
Für Zwerchhäuser und Zwerchgiebel beträgt die zulässige Dachneigung mind. 35° und maximal 50°.
Für die Eindeckung der Zwerchhäuser und -giebel ist in Form und Farbe das gleiche Material zu verwenden wie für die Hauptdachflächen. Sofern das Ortsbild nicht beeinträchtigt wird können auch Metalleindeckungen aus Kupfer oder kupferartig eloxiertem Metall zugelassen werden.
Der Anschlusspunkt des Firstes der Zwerchhäuser oder -giebel an die Dachfläche muss mindestens 1,00 m unter dem Hauptfirst liegen (Abb.14).
Abb.13a Zwerchgiebel.
Abb.13b Zwerchhaus.
Abb.14 Zulässige Höhen für Zwerchhäuser und Zwerchgiebel und zulässige Dachneigungen.
Zulässig sind Sattel- und Walmdächer, auch Krüppelwalmdächer, wobei die Trauflänge eines Krüppelwalms maximal ein Viertel der Giebelseite betragen darf. Für Nebengebäude sind ausnahmsweise auch Pultdächer zulässig, sofern das Gesamtensemble nicht gestört wird (Abb. 15).
Die zulässige Dachneigung beträgt mindestens 35°, maximal 50°. Ausnahmen sind nur bei Nebengebäuden zulässig.
Drempel sind nur bei eingeschossiger Bauweise bis zu einer Höhe von 1,25 m zulässig, gemessen ab Oberkante Dachhaut (Abb.16).
Zur Eindeckung sind nur kleinformatige Dachziegel aus Ton zulässig. Bei Umbauten sind als Ersatz ausnahmsweise auch kleinformatige Dachziegel aus Beton zulässig, sofern vorher die Alteindeckung bereits aus Betonsteinen bestand. Abweichungen sind nur bei Nebengebäuden (Wirtschaftsgebäude) möglich.
Zur Eindeckung sind nur Farbschattierungen mit roten, rotbraunen und gelben Tönen zulässig.
Der Dachüberstand an den Traufseiten ohne Dachrinne darf höchstens 50 cm betragen (horizontales Maß zwischen Außenwand und Außenkante von Ortgang bzw. Traufziegel (Abb.17).
Der Dachüberstand an den Giebelseiten darf maximal. 30 cm betragen (horizontales Maß zwischen Außenkante von Ortgang bzw. Traufziegel Abb.18).
Anlagen, die der Gewinnung von elektrischer Energie oder Wärmeenergie dienen und keine beweglichen Teile besitzen sind parallel zur Neigung des jeweiligen Daches zulässig. Der Überstand (vertikaler Abstand) beträgt maximal 20 cm zur Dacheindeckung (Abb.19).
Straßenseitige Dachflächenfesnter und Loggien sind nicht zulässig. In den sonstigen Dachflächen (bei giebelständigen Gebäuden beide Hauptdachflächen, bei traufständigen Gebäuden die straßenabgewandte Dachfläche) sind zulässig:
nur (stehende) Dachflächenfenster mit einem Seitenverhältnis Breite zur Höhe von < 2 : 3.
allseitig von Dachflächen umgebene Dachloggien, der Abstand zum Trauf- und Firstziegel muß mindestens 1,00 m, zum Ortgang mindestens 3,00 m betragen, die ausgesparte Dachlänge darf max. 3,00 m betragen (Abb.20).
Abb.15 Unterschiedliche Dachformen, von links nach rechts: Satteldach, Walmdach, Krüppelwalmdach und Pultdach. α = 35° bis 50°.
Abb.16 Zulässige Drempelhöhe.
Abb.17 Dachüberstand.
Abb.18 Dachüberstand.
Abb.19 Anlagen zur Energie- und Wärmegewinnung.
Abb.20 Dachflächenfenster und -einschnitte.
Gauben sind nur in der Form von Giebelgauben (auch Satteldachgauben genannt) und Walmdachgauben zulässig. Schleppgauben können auf straßenabgewandten Dachflächen, insbesondere bei Nebengebäuden, zugelassen werden.
Dachgauben dürfen nur so groß sein, wie sie in Höhe und Breite für die Fenster benötigt werden (Fensterfläche einschließlich Rahmen). Straßenseitige Dachgauben dürfen maximal 1,60 m breit sein (Abb.22).
Die zulässige Dachneigung für Giebelgauben beträgt 40° bis 50°, bei ausnahmsweise zulässigen Schleppgauben mindestens 25°.
Für die Eindeckung der Gauben ist das in der Form und Farbe gleiche Material wie für die sonstigen Dachflächen zu verwenden. Sofern das Ortsbild nicht beeinträchtigt wird, können auch Metalleindeckungen aus Kupferblech oder kupferartig eloxiertem Metall zugelassen werden.
Gauben sind jeweils in ihrer Reihe nur mit einheitlicher Höhe des Ansatz- bzw. Fußpunktes zulässig.
Es sind max. zwei Reihen Gauben zulässig, straßenseitig sind Gauben nur einreihig zulässig.
Der Abstand des Fußpunktes der Gauben zur Traufe muss mindestens 1,30 m (ca. 4 Ziegelreihen), bei einem ausgebildeten Drempel mindestens 2 Ziegelreihen betragen (Abb.23 und 24).
Der seitliche Abstand der Gauben zum Ortgang muss mindestens 2 m betragen.
Der Anschlusspunkt des Gaubenfirstes an die Dachfläche muß mind. 1,00 m unter dem Hauptfirst liegen.
Abb.21 Gaubenformen, von links nach rechts: Satteldachgauben, Walmdachgauben und Schleppgauben.
Abb.22 Gaubengrößen.
Abb.23 Gaubenabstand.
Abb.24 Gaubenabstand.
Fensteröffnungen (auch Schaufenster von Geschäften) sind als stehende Rechtecke (Höhe größer als Breite) auszubilden. Andere Fensterformate sind nur in den vom Straßenraum nicht einsehbaren Fassaden bzw. Fassadenteilen zulässig (Abb.25).
Aneinandergereihte Fenster sind durch mindestens 24 cm breite Mauerpfeiler zu trennen.
Das Verhältnis von Breite zur Höhe ist < 3 : 4 zu wählen (z.B. 1,33 m hoch und maximal 1,00 m breit) (Abb.26 und 27).
Der Abstand von Fenstern zu vertikalen Gebäudekanten an Ecken oder zu Vor- und Rücksprüngen sollte mind. 0,80 m betragen.
Fenstergliederungen sollten als sprossenteilende Fenster ausgebildet werden. Vorhandene Sprosseneinteilungen sind zu erhalten, bei Erneuerung sind vorgesetzte Sprossen nur in Verbindung mit optischen Glasteilern (Stege) in der Scheibe in Höhe der Sprossen zulässig. Ab einer Höhe von 1,20 m sind Fenster mit Kämpfer und Oberlicht auszubilden (Abb.28).
Fenster und Türen sind aus Holz in natürlicher Farbe oder farblicher Lackierung zulässig. Fenster oder Türen aus anderen Materialien sind zulässig, sofern sie in ihrer Dimensionierung, Gestaltung und Farbgebung Elementen aus Holz entsprechen (Abb.29).
Bei Umbau und Renovierung sind Klappläden als Gestaltungselemente zu erhalten. Rolladenkästen dürfen in der Fassade nicht sichtbar sein (Abb.30).
Die Verwendung von Glasbausteinen sind nur in Fassaden zulässig, die vom Strassenraum aus nicht einsehbar sind.
Abb.25 Fassadenbeispiele, Dreimal die gleiche Fassade: 1. einfache Fenster, 2. mit Sprossenfenstern, 3. mit Klappläden + Steingewänden.
Abb.26 Abstände der Fenster.
Abb.27 Abstände der Fenster, Empfehlung A ≥ B.
Abb.28 Fenstergliederung.
Abb.29 Türbeispiele.
Abb.30 Rolladenkästen.
Bestehende Hof- und Einfahrtstore sind möglichst zu erhalten. Historische Türen, Tore und Torhäuser sind zu erhalten und bei Erneuerung im gleichen Material und in gleicher Form wiederherzustellen.
Konstruktion und Gestaltungsmerkmale aller Konstruktionen sind an die ortstypischen und historischen Vorbilder anzupassen, wobei die besonderen Merkmale des dazugehörigen Hauses bzw. Ensembles zu berücksichtigen sind.
Die farbliche Gestaltung ist auf die Farbgebung des Gebäudes bzw. Ensembles abzustimmen.
Abb.31 Torbeispiele.
Bestehende Einfriedungen aus Mauerwerk entlang den öffentlichen Verkehrsflächen (Straßen und Plätze) sind möglichst zu erhalten.
Einfriedungen im Straßenraum sind zulässig als
geputzte Mauern
Natursteinmauerwerk aus ortstypischem Naturstein
Holzzaun mit senkrechter Lattung
schmiedeeiserner Zaun mit senkrechten Stäben
lebender Zaun (Hecke)
Bei Einfriedungen mit gemauertem Sockel darf die Sockelhöhe 0,50 m nicht übersteigen. Sofern es die Topographie erfordert, sind Sockel bis zu einer Höhe von 1,00 m zulässig (Abb.32).
Abb.32 Mauern.
Für jedes Gebäude ist nur eine vom Straßenraum aus sichtbare Antennenanlage zulässig.
Parabolantennen sind zulässig, sofern sie nicht aus dem Straßenraum sichtbar sind.
Natursteingepflasterte Grundstücksflächen sind zu erhalten
Für die Befestigung von unbebauten Grundstücksflächen sind Natursteine und kleinformatige, an die umgebende Bebauung angepasster natursteinähnlicher Kunststeinbelag in breitfugiger Form zulässig.
Garagen oder überdachte Stellplätze sind grundsätzlich nach den Vorschriften dieser Satzung zu errichten oder einzubauen.
Die Breite von über 5,00 m langen Zufahrten zu nicht im Erdgeschoss liegenden Garagen dürfen nicht mehr als 2,50 m betragen.
Garagen können in Sockelgeschossen zugelassen werden.
Garagentore sollen mit Holz beplankt werden.
Werbeanlagen sind nur an der Stätte der Leistung zulässig. Örtliche Hinweisschilder bleiben hierbei außer Betracht.
Werbeanlagen sind so auszubilden, dass sie sich in Größe, Form und Farbe der Umgebung anpassen. Sie sind nur bis zur Brüstung des 1. Obergeschosses zulässig und dürfen zusammen nicht länger als die Hälfte der Gebäudestraßenfront sein.
Flimmer- und Wanderlichtwerbung sind nicht erlaubt.
Werbeanlagen als Leuchttransparente sind nur in einer Breite von bis zu 2,50 m und einer Höhe von bis zu 0,50 m, bei Quadraten in einer Ausdehnung von 0,70 m x 0,70 m zulässig. Einzelbuchstaben hierauf dürfen eine Höhe von 0,30 m nicht überschreiten. Hiervon ausgenommen sind beleuchtete Einzelbuchstaben von einer Höhe bis zu 0,50m (Abb.32/33).
Auslegerkonstruktionen (Fahnen) sind in einer Größe bis zu 0,70 m x 0,70 m zulässig (Abb.34).
Korbmarkisen sind unzulässig.
Abb.33a Werbeanlagen.
Abb.33b Werbeanlagen.
Abb.34 Werbeanlagen.
Die baurechtliche Genehmigung bzw. die baurechtliche Zustimmung wird durch die Baugenehmigungsbehörde im Einvernehmen mit der Gemeinde erteilt.
Von den Bestimmungen dieser Satzung kann von der Baugenehmigungsbehörde nur im Einvernehmen mit der Gemeinde nach deren Anhörung unter den Voraussetzungen des § 88 i.V. mit § 69 der LBauO abgewichen und zugelassen werden.
Die Nichtbeachtung dieser Satzungsvorschriften ist eine Ordnungswidrigkeit im Sinne der Landesbauordnung und kann mit Geldbuße geahndet werden.
Aspisheim, den 2. Februar 2001
Frieder Hothum, Ortsbürgermeister

References: § 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 16
 § 172
 § 88
 § 24
 § 173
 § 88
 § 88
 § 69