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Timestamp: 2016-10-22 03:43:45+00:00

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2C_159/2014 (31.10.2014)
2C_159/2014 � � Urteil vom 31. Oktober 2014
A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Stefan Galligani, Beschwerdef�hrer,
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau, 2. Kammer, vom
12. Dezember 2013.
A.a.�Der italienische Staatsangeh�rige A.________ wurde am 12. M�rz 1991 in der Schweiz geboren, wo er bis heute ausschliesslich gelebt hat. Er ist im Besitz der Niederlassungsbewilligung.
A.b.�Seit seinem achten Lebensjahr wurde gegen A.________ immer wieder polizeilich ermittelt. Aufgrund seiner wiederholten Straff�lligkeit wurde er zun�chst wie folgt verurteilt:
- Strafbefehl des Bezirksamts Bremgarten vom 29. Oktober 2008: Busse von Fr. 100.--, wegen Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, begangen zwischen 5. Mai 2008 und 30. September 2008;
- Strafbefehl des Bezirksamts Bremgarten vom 14. August 2009: Geldstrafe von 25 Tagess�tzen zu je Fr. 30.--, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von zwei Jahren, sowie Busse von Fr. 300.-- wegen mehrfacher Sachbesch�digung, begangen am 8., 15. und 20. Mai 2009;
- Entscheid der Jugendanwaltschaft des Kantons Aargau vom 10. September 2009: Freiheitsentzug von drei Monaten, bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von einem Jahr, wegen bandenm�ssigen Diebstahls, mehrfacher Sachbesch�digung, mehrfachen Hausfriedensbruchs und mehrfacher Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, begangen zwischen 14. November 2007 und 29. Januar 2009;
- Strafbefehl des Bezirksamts Bremgarten vom 13. Januar 2010: Unbedingte Freiheitsstrafe von 180 Tagen als Gesamtstrafe, unter Widerruf der beiden bedingt ausgesprochenen Strafen vom 14. August 2009 und 10. September 2009, wegen Hausfriedensbruchs, begangen am 9. Dezember 2009.
A.c.�Das Migrationsamt (heute: Amt f�r Migration und Integration) des Kantons Aargau gew�hrte A.________ am 8. M�rz 2010 das rechtliche Geh�r betreffend ausl�nderrechtliche Verwarnung. A.________ �usserte sich dazu mit Eingabe vom 26. M�rz 2010.
�Am 19. April 2010 verwarnte das Migrationsamt A.________ f�rmlich und drohte ihm den Widerruf der Niederlassungsbewilligung an, sollte er zu weiteren Klagen Anlass geben.
�Am 3. Mai 2010 trat A.________ den Strafvollzug an, aus dem er am 5. September 2010 bedingt entlassen wurde (nicht verb�sster Strafrest: 60 Tage Freiheitsstrafe).
A.d.�Es folgten weitere Verurteilungen:
- Strafbefehl des Bezirksamts Bremgarten vom 5. Mai 2010: Busse von Fr. 100.-- wegen mehrfacher Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz, begangen zwischen 19. Januar 2009 und 24. April 2010;
- Urteil des Bezirksgerichts Bremgarten vom 9. Juni 2011: Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten wegen bandenm�ssigen und gef�hrlichen Raubs, begangen am 3. und 5. April 2010;
- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 21. Juli 2011: Geldstrafe von f�nf Tagess�tzen zu je Fr. 30.-- wegen Beschimpfung, begangen am 6. Juni 2011;
- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten vom 1. Dezember 2011: Freiheitsstrafe von 120 Tagen wegen einfacher K�rperverletzung, begangen am 22. Juli 2011. Diese Strafe bildete zusammen mit der bedingten Reststrafe von 60 Tagen Freiheitsstrafe eine Gesamtstrafe.
�Am 1. Oktober 2012 trat A.________ zum zweiten Mal den Strafvollzug an.
�Das Amt f�r Migration und Integration gew�hrte A.________ am 10. August 2012 das rechtliche Geh�r betreffend Widerruf der Niederlassungsbewilligung und Wegweisung. A.________ nahm dazu mit Eingabe vom 23. August 2012 Stellung.
�Am 19. November 2012 ordnete das Amt f�r Migration und Integration den Widerruf der Niederlassungsbewilligung an und wies A.________ auf den Termin der Haftentlassung bzw. sp�testens 90 Tage nach Eintritt der Rechtskraft der Verf�gung aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobene Einsprache wies es am 20. Februar 2013 ab. Das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau best�tigte diesen Entscheid auf Beschwerde hin mit Urteil vom 12. Dezember 2013.
�Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 10. Februar 2014 beantragt A.________ dem Bundesgericht, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Niederlassungsbewilligung nicht zu widerrufen. Eventualiter sei ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen, bis er seine Lehre abgeschlossen habe. In prozessualer Hinsicht beantragt A.________, der sich durch einen Rechtsanwalt vertreten l�sst, in Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten.
�Das Verwaltungsgericht, das Amt f�r Migration und Integration sowie das Bundesamt f�r Migration beantragen die Abweisung der Beschwerde.
�Das Gesuch um Gew�hrung der aufschiebenden Wirkung ist am 12. Februar 2014 durch Nichteintreten erledigt worden.
1.2.�Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen (Form, Frist und Legitimation gem�ss Art. 42, Art. 100 Abs. 1 und Art. 89 Abs. 1 BGG) sind erf�llt, so dass auf die Beschwerde einzutreten ist.
2.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 140 III 115 E. 2). Die beschwerdef�hrende Partei kann die Feststellung des Sachverhalts unter den gleichen Voraussetzungen beanstanden, wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (vgl. BGE 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
2.3.�Das angefochtene Urteil wurde dem Beschwerdef�hrer am 9. Januar 2014 zugestellt. Die Eingabe vom 6. M�rz 2014 erfolgte nach Ablauf der 30-t�gigen Beschwerdefrist (vgl. Art. 100 Abs. 1 BGG) und ist damit versp�tet (vgl. Urteil 2C_1160/2013 vom 11. Juli 2014 E. 2; BGE 132 I 42 E. 3.3.4 S. 47). Die am 6. M�rz 2014 eingereichten Beweismittel bleiben somit unbeachtet, ohne dass zu pr�fen w�re, ob es sich dabei um allenfalls zul�ssige unechte Noven im Sinn von Art. 99 Abs. 1 BGG handelt. Das Gleiche gilt f�r die am 30. Juli 2014 zwar im Rahmen des Replikrechts eingereichten, jedoch in der Beschwerde angek�ndigten Beweismittel. Echte Noven sind im Verfahren vor dem Bundesgericht ohnehin unbeachtlich (BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123).
3.2.�Liegt ein Widerrufsgrund vor, ist zu pr�fen, ob die Massnahme verh�ltnism�ssig ist (Art. 5 Abs. 2 BV; vgl. auch Art. 96 Abs. 1 AuG). Dabei sind namentlich die Schwere des Verschuldens, der Grad der Integration sowie die dem Betroffenen drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 S. 33, 16 E. 2.2.1 S. 19; 135 II 377 E. 4.3 S. 381). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts sind umso strengere Anforderungen an eine fremdenpolizeiliche Massnahme zu stellen, je l�nger eine ausl�ndische Person in der Schweiz anwesend war. Die Niederlassungsbewilligung einer ausl�ndischen Person, die sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit besonderer Zur�ckhaltung widerrufen werden; allerdings ist dies bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn die betroffene Person hier geboren ist und ihr ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 139 I 31 E. 2.3.1 S. 33 f.; 135 II 377 E. 4.3 S. 381; Urteile 2C_819/2013 vom 24. Januar 2014 E. 3.3; 2C_740/2013 vom 10. Januar 2014 E. 3.2).
3.3.�Der Beschwerdef�hrer ist italienischer Staatsangeh�riger; auf ihn findet das FZA (SR 0.142.112.681) Anwendung. Gem�ss Art. 2 Abs. 2 AuG gilt das AuG f�r den Beschwerdef�hrer als Angeh�rigen eines Mitgliedstaates der Europ�ischen Gemeinschaft nur soweit, als das FZA keine abweichenden Bestimmungen enth�lt oder das AuG g�nstigere Bestimmungen vorsieht. Der Widerruf von Bewilligungen ist im FZA nicht geregelt; Art. 23 Abs. 2 der Verordnung vom 22. Mai 2002 �ber die Einf�hrung des freien Personenverkehrs (VEP; SR 142.203) bestimmt, dass f�r den Widerruf der Niederlassungsbewilligung EU/EFTA Art. 63 AuG gilt. Ist einer der in Art. 63 AuG niedergelegten Widerrufsgr�nde erf�llt und ist die Massnahme verh�ltnism�ssig im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AuG und Art. 8 Ziff. 2 EMRK, ist in einem n�chsten Schritt zu pr�fen, inwiefern das Freiz�gigkeitsabkommen zus�tzliche Schranken auferlegt (vgl. Urteile 2C_236/2013 vom 19. August 2013 E. 4; 2C_221/2012 vom 19. Juni 2012 E. 3.2 mit Hinweis auf BGE 130 II 176 E. 3.2 S. 181).
�Es ist unbestritten, dass der Beschwerdef�hrer durch die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten einen Widerrufsgrund im Sinn von Art. 63 Abs. 2 AuG i.V.m. Art. 62 lit. b AuG gesetzt hat. Zu pr�fen ist die Verh�ltnism�ssigkeit der Massnahme im Sinn von Art. 96 Abs. 1 AuG; eine Verletzung von Art. 8 EMRK wird nicht geltend gemacht.
4.1.�Ausgangspunkt f�r das migrationsrechtliche Verschulden ist - im Fall des Widerrufsgrunds der l�ngerfristigen Freiheitsstrafe nach Art. 62 lit. b AuG - die vom Strafgericht ausgesprochene Strafe (BGE 134 II 10 E. 4.2 S. 23; 129 II 215 E. 3.1 S. 216). In einem zweiten Schritt ist das deliktische Verhalten bis zum angefochtenen Urteil zu w�rdigen, wobei das Alter bei der jeweiligen Tatbegehung sowie die Art, Anzahl und Frequenz der Delikte zu ber�cksichtigen ist (Urteil 2C_28/2014 vom 21. Juli 2014 E. 6.3). Aus dieser Gesamtbetrachtung ergibt sich das migrationsrechtliche Verschulden.
4.2.�Der Beschwerdef�hrer ist zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden, weil er am 3. und 5. April 2010 je einen Raub�berfall in Mitt�terschaft ver�bt hat; das Bezirksgericht Bremgarten qualifizierte die Taten in seinem Urteil vom 9. Juni 2011 als bandenm�ssigen und gef�hrlichen Raub.
4.2.1.�Am 3. April 2010 waren der Beschwerdef�hrer und sein Mitt�ter einem Mann zur Bahnhofstoilette gefolgt und hatten dort auf ihn gewartet. Als der Mann sich weigerte, Geld herauszugeben, versetzte ihm der Beschwerdef�hrer einen Fusstritt, worauf der Mitt�ter ihn mit einem 32 cm langen, massiven Doppelringschl�ssel mit voller Wucht auf den Kopf schlug. Das Opfer fiel zu Boden, und der Beschwerdef�hrer und sein Mitt�ter nahmen ihm das Portemonnaie aus der Hosentasche. Sie liessen das blutende Opfer, welches eine Gehirnersch�tterung, eine Sch�delfraktur und eine Rissquetschwunde frontal rechtsseitig erlitt, zur�ck.
�Beim Opfer des zweiten Raub�berfalls vom 5. April 2010 handelte es sich um einen Mann, den der Beschwerdef�hrer kannte. Er versteckte sich daher im Geb�sch, w�hrend sein Mitt�ter das Opfer mit dem mitgef�hrten Doppelringschl�ssel mit voller Wucht auf den Kopf schlug. Der Schl�ssel rutschte ab und traf das Opfer auch am linken Arm; dieses erlitt einen Unterarmbruch sowie eine Rissquetschwunde am Kopf. Der Beschwerdef�hrer und sein Mitt�ter fl�chteten ohne Beute.
4.2.2.�Diesem gravierenden Delikt, welches den Anlass des Widerrufsverfahrens bildete, waren zahlreiche Straftaten vorausgegangen. Sie folgten in kurzen Abst�nden aufeinander, wobei die Schwere der Taten zunahm. Mehrmals wurde der Beschwerdef�hrer w�hrend der Probezeit straff�llig, und auch die ausl�nderrechtliche Verwarnung beeindruckte ihn nicht: Vier Wochen, nachdem ihm das Amt f�r Migration und Integration am 8. M�rz 2010 das rechtliche Geh�r betreffend Verwarnung gew�hrt hatte, beging er den bandenm�ssigen und gef�hrlichen Raub, ungeachtet der Stellungnahme vom 26. M�rz 2010, welche er im Rahmen des rechtlichen Geh�rs zur Verwarnung abgegeben hatte. Darin hatte er ge�ussert, er habe eingesehen, dass er etwas �ndern m�sse, und er hoffe, nach Verb�ssung der 180 Tage dauernden Freiheitsstrafe nie mehr eine derartige Erfahrung machen zu m�ssen.
4.3.�Auch nach Begehung des verfahrensausl�senden Delikts delinquierte der Beschwerdef�hrer weiter.
4.3.1.�Beschimpfung, Strafbefehl vom 21. Juli 2011:
�Am 6. Juni 2011, drei Tage vor der Urteilsf�llung betreffend das Raubdelikt, war der Beschwerdef�hrer mit seiner damaligen Freundin unterwegs, als diese in einen verbalen Zwist mit einer Passantin geriet. Die Freundin riss die Passantin an den Haaren zu Boden, trat nach ihr und beschimpfte sie. Der Beschwerdef�hrer beschimpfte das am Boden liegende Opfer mit den Worten: "Das hast du verdient, du verdammte Sauschlampe." Er und seine Freundin entfernten sich, ohne dem Opfer zu helfen. Dieses musste mit Verdacht auf Querschnittl�hmung in Spitalpflege gebracht werden und blieb l�ngere Zeit hospitalisiert.
�Dieses Delikt beging der Beschwerdef�hrer w�hrend der Probezeit von einem Jahr, welche sich an die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug am 5. September 2011 anschloss. Der Beschwerdef�hrer hatte sich einmal mehr nicht bew�hrt, weshalb er mit Strafbefehl vom 21. Juli 2011 von der Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten zus�tzlich zur Hauptstrafe verwarnt wurde.
4.3.2.�Einfache K�rperverletzung, Strafbefehl vom 1. Dezember 2011:
�Wenige Wochen nach der Beschimpfung, am 22. Juli 2011, war der Beschwerdef�hrer wiederum mit seiner damaligen Freundin unterwegs. Auf einem Fussweg gingen sie an einem jungen Mann und einer jungen Frau vorbei, welche auf einer Mauer sassen. Nach kurzer Zeit kam der Beschwerdef�hrer zur�ck und schlug den Mann mit der Faust auf die Nase. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch.
�Von der Kantonspolizei befragt, gab der Beschwerdef�hrer als Grund f�r die Tat an, er sei "nicht gut drauf" gewesen und habe geglaubt, der junge Mann lache �ber ihn. Auch dieses Delikt wurde in der Probezeit begangen.
4.4.�Das migrationsrechtliche Verschulden des Beschwerdef�hrers wiegt schwer. Bereits das Strafmass von drei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe f�r das verfahrensausl�sende Delikt indiziert ein erhebliches Verschulden, liegt es doch weit �ber der Grenze von einem Jahr, welche f�r die M�glichkeit des Widerrufs massgeblich ist (vgl. E. 3.1). Sodann geh�rt bandenm�ssiger und gef�hrlicher Raub zu jenen "Gewaltdelikten", welche gem�ss Art. 121 Abs. 3 lit. a BV ohne R�cksicht auf den ausl�nderrechtlichen Status zum Verlust des Aufenthaltsrechts f�hren sollen. Diese Bestimmung ist zwar gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3.2 S. 26), doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies zu keinem Widerspruch zu �bergeordnetem Recht f�hrt (zur "praktischen Konkordanz" bei der Anwendung dieser Norm vgl. BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34, 145 E. 2.5 S. 150). Im �brigen verfolgte das Bundesgericht bereits vor Inkrafttreten von Art. 121 Abs. 3-6 BV eine strenge ausl�nderrechtliche Praxis, wenn hohe Rechtsg�ter wie die k�rperliche Integrit�t betroffen waren (vgl. BGE 122 II 433 E. 2c S. 436).
�Vor der Begehung des verfahrensausl�senden Delikts erwirkte der Beschwerdef�hrer vier Vorstrafen, wobei die (im Alter von 17 Jahren begangene) Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz von untergeordneter Bedeutung ist. Weder die beiden bedingt aufgeschobenen Strafen wegen mehrfacher Sachbesch�digung bzw. wegen bandenm�ssigen Diebstahls, mehrfacher Sachbesch�digung, mehrfachen Hausfriedensbruchs und mehrfacher Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz (ebenfalls im Jugendalter begangen) noch die unbedingt ausgesprochene Verurteilung zu 180 Tagen Freiheitsstrafe (als Gesamtstrafe) wegen Hausfriedensbruchs vermochten ihn von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Die Tatsache, dass zwei der Vorstrafen auf Delikte zur�ckgehen, welche der Beschwerdef�hrer vor Vollendung des 18. Altersjahrs begangen hatte, vermag ihn zwar zu entlasten, f�llt aber angesichts der weiteren Entwicklung nicht stark ins Gewicht. Weniger als ein Jahr nach dem Raubdelikt beging der Beschwerdef�hrer zwei weitere Delikte. Die Schwere seiner Taten nahm tendentiell zu und er nutzte die zahlreichen Chancen nicht, die ihm geboten wurden.
�Dar�ber hinaus offenbarte der Beschwerdef�hrer durch die Art der Begehung der Delikte eine bemerkenswerte Gef�hllosigkeit gegen�ber den Opfern. Sowohl bei der Raubtat als auch bei der Beschimpfung und der einfachen K�rperverletzung handelte der Beschwerdef�hrer skrupellos und zeigte sich in keiner Weise betroffen durch die (sichtbaren) Folgen seines Handelns. Die in der Stellungnahme vom 26. M�rz 2010 gegen�ber dem Amt f�r Migration und Integration gelobte Besserung war ausgeblieben, und die Verwarnung vom 19. April 2010 hatte ihre Wirkung verfehlt.
4.5.�Mit Blick auf die Schwere und Anzahl der innerhalb von nur drei Jahren begangenen Straftaten ist das sicherheitspolizeiliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts als hoch einzusch�tzen.
4.6.�Das private Interesse des Beschwerdef�hrers an einem Verbleib in der Schweiz ist in erster Linie darauf zur�ckzuf�hren, dass er hier geboren und aufgewachsen ist. Er kennt sein Herkunftsland Italien nur von Ferienaufenthalten, weshalb eine �bersiedlung dorthin eine grosse Umstellung bedeuten w�rde. Indessen weist die Vorinstanz zu Recht darauf hin, dass Italien ein Nachbarstaat der Schweiz ist und keine un�berwindlichen kulturellen Schranken bestehen. Der Beschwerdef�hrer stammt von italienischen Eltern ab und spricht fliessend Italienisch. Sein Einwand, er beherrsche die Rechtschreibung und Grammatik nicht, ist nicht stichhaltig, da solche L�cken ohne weiteres geschlossen werden k�nnen. Das Gleiche gilt f�r das Vorbringen, die italienische Geographie, Geschichte oder Politik seien ihm fremd. Unbehelflich ist schliesslich das Vorbringen, er - der Beschwerdef�hrer - kenne die mit der italienischen Sprache zusammenh�ngende klassische Literatur und Kultur nicht, tut er doch nicht dar, dass dies in Bezug auf den deutschsprachigen Kulturkreis der Fall w�re.
�Auch das Vorbringen des Beschwerdef�hrers, er habe in Italien keine angemessene Unterkunft, weil seine zur Zeit noch dort lebenden Grosseltern in die Schweiz kommen wollten und in Italien nur noch ein behinderter Onkel lebe, ist nicht zu h�ren. Der Beschwerdef�hrer ist jung und gesund und kann in Italien einer Erwerbst�tigkeit nachgehen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dass er in der Schweiz die Schule abgebrochen und keine Berufsausbildung absolviert hat, hat er sich selbst zuzuschreiben. Das Vorbringen, "Ausbildungsm�ngel" seien von der Schweiz zu tragen mit der Folge, der Beschwerdef�hrer m�sse seine Erstausbildung in der Schweiz abschliessen d�rfen, geht daher fehl. Die Tatsache, dass er nunmehr - im Arbeitsexternat - eine Attestausbildung zum Agrarpraktiker begonnen hat, stellt kein Hindernis f�r den Bewilligungswiderruf dar.
�Insgesamt ist die Integration des Beschwerdef�hrers als mangelhaft zu bewerten. Er hat die Schule abgebrochen, keine Ausbildung absolviert und den Berufseinstieg verpasst; seit seiner Jugend ist er strafrechtlich aufgefallen, sei es durch Drogenkonsum, Ladendiebst�hle oder �hnliches. Sein soziales Umfeld hat die Straff�lligkeit beg�nstigt. Dass der Beschwerdef�hrer seit dem 19. M�rz 2013 eine Freundin hat, welche eine Lehre als Krankenpflegerin absolviert, geht aus dem angefochtenen Urteil nicht hervor; dies wird nicht als mangelhafte Sachverhaltsfeststellung ger�gt. Das Vorbringen ist daher als unzul�ssiges Novum im Sinn von Art. 99 Abs. 1 BGG unbeachtlich.
4.7.�Aus den vorstehenden Erw�gungen ergibt sich, dass das private Interesse des Beschwerdef�hrers an einem Verbleib in der Schweiz das grosse �ffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts nicht aufzuwiegen vermag. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich als verh�ltnism�ssig.
�Zu pr�fen bleibt die Vereinbarkeit des Bewilligungswiderrufs mit dem Freiz�gigkeitsrecht.
5.1.�Gem�ss Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA d�rfen die vom Freiz�gigkeitsabkommen gew�hrten Rechtsanspr�che nur durch Massnahmen, die aus Gr�nden der �ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit gerechtfertigt sind, eingeschr�nkt werden (vgl. auch BGE 130 II 176 E. 3.1 S. 179 f. mit Hinweisen). In Art. 5 Abs. 2 Anhang I FZA wird auf die Richtlinie 64/221/EWG des Rates vom 25. Februar 1964 zur Koordinierung der Sondervorschriften f�r die Einreise und den Aufenthalt von Ausl�ndern, soweit sie aus Gr�nden der �ffentlichen Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit gerechtfertigt sind (ABl. L 56 vom 4. April 1964 S. 850, nachfolgend: RL 64/221/EWG) Bezug genommen. Die RL 64/221/EWG wurde durch die Richtlinie 2004/38/EG des Europ�ischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 �ber das Recht der Unionsb�rger und ihrer Familienangeh�rigen, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten (ABl. L 229 vom 29. Juni 2004 S. 35 ff., nachfolgend: RL 2004/38/EG) aufgehoben. Die entsprechenden unionsrechtlichen Vorgaben sind nun in Art. 27-33 RL 2004/38/EG niedergelegt.
5.2.�Nach der an die Praxis des Gerichtshofs der Europ�ischen Gemeinschaften (EuGH) angeglichenen Rechtsprechung des Bundesgerichts setzen Entfernungs- oder Fernhaltemassnahmen eine hinreichend schwere und gegenw�rtige Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung durch die betreffende ausl�ndische Person voraus. Eine strafrechtliche Verurteilung darf dabei nur insofern zum Anlass f�r eine derartige Massnahme genommen werden, als die ihr zugrunde liegenden Umst�nde ein pers�nliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenw�rtige Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung darstellt. Art. 5 Anhang I FZA steht somit Massnahmen entgegen, die (allein) aus generalpr�ventiven Gr�nden verf�gt werden (vgl. BGE 137 II 233 E. 4.3; 136 II 5 E. 4.2 S. 20; 130 II 176 E. 3.4 S. 182 ff.; 129 II 215 E. 7 S. 221 ff.; je mit Hinweisen). W�hrend die Prognose �ber das k�nftige Wohlverhalten im Rahmen der Interessenabw�gung nach rein nationalem Ausl�nderrecht zwar mitzuber�cksichtigen, aber nicht ausschlaggebend ist, kommt es bei Art. 5 Anhang I FZA wesentlich auf das R�ckfallrisiko an (BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20; 130 II 176 E. 4.2 S. 185 mit Hinweisen; Z�ND/ARQUINT, Beendigung der Anwesenheit, Entfernung und Fernhaltung, in: Uebersax und andere [Hrsg.], Ausl�nderrecht, 2. Aufl. 2009, Rz. 8.40). Zu verlangen ist eine nach Art und Ausmass der m�glichen Rechtsg�terverletzung zu differenzierende hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass die ausl�ndische Person k�nftig die �ffentliche Sicherheit und Ordnung st�ren wird. Je schwerer die m�glichen Rechtsg�terverletzungen sind, desto niedriger sind die Anforderungen an die in Kauf zu nehmende R�ckfallgefahr (BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20 mit Hinweisen).
�Die zitierte Rechtsprechung zu Art. 5 Anhang I FZA tr�gt Art. 27 Abs. 2 RL 2004/38/EG Rechnung, welcher folgendermassen lautet:
�"Bei Massnahmen aus Gr�nden der �ffentlichen Ordnung oder Sicherheit ist der Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit zu wahren und darf ausschliesslich das pers�nliche Verhalten des Betroffenen ausschlaggebend sein. Strafrechtliche Verurteilungen allein k�nnen ohne Weiteres diese Massnahmen nicht begr�nden.
Das pers�nliche Verhalten muss eine tats�chliche, gegenw�rtige und erhebliche Gefahr darstellen, die ein Grundinteresse der Gesellschaft ber�hrt. Vom Einzelfall losgel�ste oder auf Generalpr�vention verweisende Begr�ndungen sind nicht zul�ssig."
5.3.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der Widerruf der Niederlassungsbewilligung halte vor Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA nicht stand. Es sei daf�r - nebst weiteren Voraussetzungen - ein pers�nliches Verhalten der von der Massnahme betroffenen Person erforderlich. Ein solches liege nicht vor, weil er - der Beschwerdef�hrer - nicht selbst mit dem Doppelringschl�ssel zugeschlagen habe.
�Der Beschwerdef�hrer verkennt, dass er als Mitt�ter f�r einen bandenm�ssigen und gef�hrlichen Raub verurteilt worden ist. Das Strafgericht hatte die besondere Gef�hrlichkeit im Sinn von Art. 140 Ziff. 3 Abs. 2 StGB bejaht. In der Verwendung des 32 cm langen, massiven Doppelringschl�ssels liege zweifellos eine besondere Skrupellosigkeit, zumal die T�ter die (zudem alkoholisierten) Opfer an menschenverlassenen, bedrohlichen Orten �berfallen h�tten. Es handle sich regelrecht um einen Gewaltexzess; rechtlich befinde man sich bereits an der Schwelle zur Qualifizierung der Lebensgefahr im Sinn von Art. 140 Ziff. 4 StGB. Auch wenn der Beschwerdef�hrer den Schlag nicht selbst ausgef�hrt habe, m�sse er sich die besondere Skrupellosigkeit seines Mitt�ters anrechnen lassen: Er habe sich dessen Vorsatz angeeignet, indem er sich nach dem Schlag weiterhin an der Tat beteiligt und diese mit dem Diebstahl bzw. dem Teilen der Beute zur Vollendung gebracht habe. Beim zweiten �berfall habe der Beschwerdef�hrer anscheinend gewusst, dass sein Mitt�ter den Doppelringschl�ssel erneut auf sich getragen habe. Er habe mit Sicherheit wissen m�ssen, dass sein Mitt�ter bereit war, diesen wiederum auf skrupellose Weise einzusetzen. Somit habe er sich auch hier den Vorsatz seine Mitt�ters zu eigen gemacht und m�sse sich dessen Vorgehensweise anrechnen lassen.
�Die Vorinstanz hat - mit Hinweis auf die im vorstehenden Abschnitt wiedergegebenen Erw�gungen des Strafurteils vom 9. Juni 2011 - das pers�nliche Verhalten des Beschwerdef�hrers in Bezug auf die tats�chliche, gegenw�rtige und erhebliche Gefahr, die Art. 27 Abs. 2 RL 2004/38/EG verlangt, zu Recht bejaht. Die Gef�hrdung der �ffentlichen Sicherheit liegt im mitt�terschaftlich begangenen bandenm�ssigen und gef�hrlichen Raub, dessentwegen der Beschwerdef�hrer verurteilt worden ist. Die Vorinstanz hat keine generalpr�ventiven Aspekte herangezogen, indem sie die Voraussetzungen von Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA als erf�llt erachtete.
5.4.�Zu pr�fen bleibt, ob die vom Beschwerdef�hrer ausgehende Gefahr f�r die �ffentliche Ordnung, Sicherheit und Gesundheit aktuell und erheblich im Sinn der Rechtsprechung zu Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA ist, d.h. ob ein manifestes R�ckfallrisiko besteht.
�Der Beschwerdef�hrer ist seit dem Jugendalter strafrechtlich aufgefallen. Nach Erreichen des 18. Altersjahrs wurde er zwei Mal w�hrend der Probezeit straff�llig. Die daraufhin ausgesprochene ausl�nderrechtliche Verwarnung zeigte keine Wirkung, obwohl der Beschwerdef�hrer im Rahmen des vorg�ngig gew�hrten rechtlichen Geh�rs beteuert hatte, sich bessern zu wollen (vgl. E. 4.2.2 hiervor). Kurze Zeit nach der Verwarnung setzte er seine Deliktst�tigkeit - wiederum w�hrend der Probezeit - fort, wobei in zwei F�llen das Rechtsgut der k�rperlichen Integrit�t betroffen war. Wie in E. 4.3 und 4.4 dargelegt, offenbarte der Beschwerdef�hrer bei drei Delikten (bandenm�ssiger und gef�hrlicher Raub, Beschimpfung und einfache K�rperverletzung) eine grosse Skrupellosigkeit. Nachdem weder Bew�hrungszeiten, Untersuchungshaften, Verwarnungen noch (teilweise) vollzogene Strafen den Beschwerdef�hrer zu beeindrucken vermochten, muss er als unbelehrbarer, charakterlich wenig gefestigter und daher unberechenbarer Delinquent gelten. Angesichts der wiederholten, teilweise schweren, in kurzen Abst�nden verwirklichten Delinquenz ist ein konkretes R�ckfallrisiko zu bejahen, welches mit Blick auf die bisher gesch�digten Rechtsg�ter nicht in Kauf genommen werden kann.
�Was der Beschwerdef�hrer dagegen vorbringt, �berzeugt nicht. Dass er sich nunmehr um ein geordnetes Leben bem�ht und seine Drogensucht zu kontrollieren scheint, darf von ihm erwartet werden. Die deliktsfreie Zeitspanne zwischen der letzten Straftat vom 22. Juli 2011 und der Einleitung des Widerrufsverfahrens am 10. August 2012 betrug nur ein gutes Jahr, so dass daraus nichts abgeleitet werden kann. Seit dem 1. Oktober 2012 befand sich der Beschwerdef�hrer im Strafvollzug, wo ein makelloses Verhalten rechtsprechungsgem�ss erwartet wird (BGE 139 II 121 E. 5.5.2). Das vom Beschwerdef�hrer seither gezeigte Betragen bzw. die geltend gemachte Entwicklung geschieht in st�ndiger Begleitung durch Fachpersonal, weshalb daraus keine Schl�sse f�r das Verhalten nach der Entlassung gezogen werden k�nnen. Eine aus der Sicht des Massnahmevollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im Strafvollzug schliessen eine R�ckfallgefahr und eine fremdenpolizeiliche Entfernungsmassnahme nicht aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 236 f.). Im �brigen ist daran zu erinnern, dass der Beschwerdef�hrer in der Vergangenheit seine F�higkeiten, straff�lliges Verhalten zu unterlassen, �bersch�tzt hat. Aufgrund der klaren Sachlage ist auch nicht zu beanstanden, dass die Vorinstanz die Legalprognose nicht durch ein Gutachten abkl�ren liess. Mit der Vorinstanz ist von einer aktuellen, hinreichend schweren Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit auszugehen. Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA steht folglich dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht entgegen.
�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegr�ndet abzuweisen.
6.1.�Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird der unterliegende Beschwerdef�hrer gem�ss Art. 66 Abs. 1 BGG grunds�tzlich kostenpflichtig; er hat indessen um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege ersucht.
�Gem�ss Art. 64 Abs. 1 BGG befreit das Bundesgericht eine Partei, die nicht �ber die erforderlichen Mittel verf�gt, auf Antrag von der Bezahlung der Gerichtskosten und von der Sicherstellung der Parteientsch�digung, sofern ihr Rechtsbegehren nicht aussichtslos erscheint. Praxisgem�ss sind Prozessbegehren als aussichtslos anzusehen, bei denen die Gewinnaussichten betr�chtlich geringer sind als die Verlustgefahren und die deshalb kaum als ernsthaft bezeichnet werden k�nnen. Dagegen gilt ein Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungef�hr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese. Massgebend ist, ob eine Partei, die �ber die n�tigen finanziellen Mittel verf�gt, sich bei vern�nftiger �berlegung zu einem Prozess entschliessen w�rde; eine Partei soll einen Prozess, den sie auf eigene Rechnung und Gefahr nicht f�hren w�rde, nicht deshalb anstrengen k�nnen, weil er sie nichts kostet (BGE 138 III 217 E. 2.2.4).
�Mit Blick auf die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer in der Schweiz geboren und aufgewachsen ist, kann die Beschwerde nicht als geradezu aussichtslos bezeichnet werden. Das entsprechende Kriterium ist damit erf�llt. Aufgrund des Strafvollzugs und der Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer im ersten Lehrjahr keinen Lohn erh�lt, ist auch die Mittellosigkeit nachgewiesen. Der Beschwerdef�hrer ist daher antragsgem�ss von der Bezahlung der Gerichtskosten zu befreien.
6.2.�Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG). Die Beigabe eines unentgeltlichen Rechtsvertreters beantragt der Beschwerdef�hrer nicht, sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege bezieht sich vielmehr nur auf die Verfahrenkosten.
�Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gutgeheissen.
�Es werden keine Gerichtskosten auferlegt.

References: Art. 42
 Art. 100
 Art. 89
 Art. 95
 BGE 
 Art. 100
 BGE 
 Art. 99
 Art. 96
 Art. 2
 Art. 23
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 96
 Art. 8
 BGE 
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 96
 Art. 8
 Art. 62
 Art. 121
 BGE 
 Art. 121
 BGE 
 Art. 99
 Art. 5
 BGE 
 Art. 5
 Art. 27
 Art. 5
 BGE 
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 27
 Art. 5
 Art. 140
 Art. 140
 Art. 27
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 5
 Art. 66
 Art. 64