Source: https://www.homeschoolerinaustria.at/wie-fang-ichs-an-infomationen-fuer-starter/
Timestamp: 2020-07-07 16:06:28+00:00

Document:
Wie fang ich`s an? Infomationen für Starter -
Veröffentlicht am 3. Februar 2019 von homeschoolerinaustria	• 0 Kommentare
Wahrscheinlich gibt es ebenso viele Gründe für den Hausunterricht wie Leute, die es machen! Der Entscheidung ging in den meisten Fällen eine persönliche ‘Führung’ und sorgfältige Abwägung der Für’s und Wider’s voraus. Etliche Gründe werden jedoch immer wieder genannt – hier sind einige davon: Für das Homeschooling sprechen eindeutig viele didaktische Gründe. Bildungsexperten stimmen darin überein, dass Kinder am besten in einer entspannten Atmosphäre, in kleinen Gruppen und betreut von einer vertrauten Person lernen. Es ist offensichtlich, dass dies in einer Schule mit größeren Klassen nur sehr schwer zu erreichen ist. Der Leistungsdruck – teilweise schon in der Volksschule – und eine unruhige, laute Umgebung führen dazu, dass auch eine hervorragende Lehrkraft mit den lernwilligen Kindern nur geringe Fortschritte erzielt. Durch die großen, inhomogenen Gruppen ist es natürlich unmöglich, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen. Die Schwächeren sind über-, die Stärkeren unterfordert – und alle frustriert. Beim Homeschooling werden Familien gestärkt und Beziehungen darin vertieft. Leider zeigt die Realität der öffentlichen Schulen, dass hier oft das Gegenteil stattfindet: schon alleine durch die stundenlange Abwesenheit können Familien regelrecht zerrissen werden. Zusätzlich zeigt sich recht schnell ein negativer Sozialisierungseffekt: Kinder identifizieren sich nur noch mit gleichaltrigen Altersgenossen, und distanzieren sich von Eltern und Geschwistern. Nicht zuletzt spricht für das Homeschooling der sehr große Erfolg, welcher unübersehbar und in der internationalen Homeschooling-Bewegung bestens dokumentiert ist. Allerdings liegen leider im deutschsprachigen Raum noch nicht viele Daten vor
.(Quelle homeschoolers.at)
SchPflG § 11 “(2) Die allgemeine Schulpflicht kann ferner durch die Teilnahme an häuslichem Unterricht erfüllt werden, sofern der Unterricht jenem an einer im § 5 genannten Schule – ausgenommen die Polytechnische Schule – mindestens gleichwertig ist.
(3) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten haben die Teilnahme ihres Kindes an einem im Abs. 1 oder 2 genannten Unterricht der Bildungsregion jeweils vor Beginn des Schuljahres anzuzeigen. Der Bezirksschulrat kann die Teilnahme an einem solchen Unterricht ab dem Einlangen der Anzeige untersagen, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die im Abs. 1 oder 2 geforderte Gleichwertigkeit des Unterrichts nicht gegeben ist. Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrats kann Berufung an den Landesschulrat erhoben werden; gegen die Entscheidung des Landesschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.
(4) Der zureichende Erfolg eines im Abs. 1 oder 2 genannten Unterrichts ist jährlich vor Schulschluss durch eine Prüfung an einer im § 5 genannten entsprechenden Schule nachzuweisen, soweit auch die Schüler dieser Schulen am Ende des Schuljahres beurteilt werden. Wird ein solcher Nachweis nicht erbracht, so hat das Kind seine Schulpflicht im Sinne des § 5 zu erfüllen. (Bedeutet, das Kind muss die Klasse in der Schule wiederholen) Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.”
“§ 16. (1) Wenn ein Prüfungskandidat eine Externistenprüfung nicht besteht, so ist er von der Prüfungskommission zu einer Wiederholung dieser Prüfung zu einem frühesten Termin zuzulassen, der nicht weniger als zwei Monate und nicht mehr als vier Monate später liegt. … (2) Wenn der Prüfungskandidat auch die Wiederholung nicht besteht, ist er zu einer weiteren Wiederholung zuzulassen. § 5 (8) Die Wiederholung einer Externistenprüfung gem. § 16 ist bei der Prüfungskommission abzulegen, bei der die Externistenprüfung nicht bestanden wurde.” Das bedeutet, dass Kinder dreimal zur selben Externistenprüfung antreten dürfen. Dies wird jedoch nicht von jeder Externistenprüfungskommission so gehandhabt. Für Kinder, die noch unterrichtspflichtig sind (also bis zum 9. Schuljahr) gilt diese Bestimmung NICHT.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schuleinschreibung. Jedes Kind muss zur Schuleinschreibung kommen, das ist ein Verwaltungsakt, dessen Versäumnis auch mit einer beträchtlichen Geldstrafe geahndet werden kann. Jedes Kind, das im häuslichen Unterricht seine Unterrichtspflicht erfüllt, muss anfangs bei der Schuleinschreibung (meist im Februar vor Schulanfang) in seiner Sprengelschule eingeschrieben werden. Dort aber kann man schon beim Einschreibungsgespräch ankündigen, dass das Kind zu Hause (oder in einer Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht) unterrichtet werden soll. Und für jene, die sich über die Externistenprüfung ganz genau informieren wollen, die folgenden Texte aus der Verordnung für die Externistenprüfungen: Über die Externistenprüfungen: Aus der Verordnung für Externistenprüfungen:
über Leibesübungen; sofern der Nachweis über den erfolgreichen Abschluss der achten Schulstufe erbracht werden soll, ist die Ablegung einer Externistenprüfung jedoch zulässig;
über Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken); sofern der Nachweis über den erfolgreichen Abschluss der achten Schulstufe erbracht werden soll, ist die Ablegung einer Externistenprüfung über Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) jedoch zulässig.
(2) Gleichzeitig mit dem Ansuchen gem. Abs. 1 hat der Prüfungskandidat vorzulegen: 1. Personaldokumente zum Nachweis des Namens und des Geburtsdatums,
2. ein allfälliges Ansuchen um gänzliche bzw. teilweise Befreiung von einem Prüfungsgebiet der Externistenprüfung gem. § 4 und § 19 Abs. 4, 3. einen Vorschlag für einen Termin der Externistenprüfung, 4. gegebenenfalls das der Externistenprüfung vorausgehende letzte Jahreszeugnis. §
3. (1) Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Ablegung einer Externistenprüfung ist, dass der Prüfungskandidat zum (ersten) Prüfungstermin nicht jünger ist als ein Schüler bei Absolvierung des betreffenden Bildungsganges ohne Wiederholen oder Überspringen von Schulstufen wäre. Externistenprüfungen über eine andere Schulart, Form oder Fachrichtung sind jedoch zulässig. § 5. (1) Die Externistenprüfungen sind vor Prüfungskommissionen abzulegen.
(2) Die Prüfungskommission für Externistenprüfungen gem. § 1 Abs. 1 Z 1 bis 3 besteht aus dem Leiter der Schule oder einem von diesem zu bestimmenden Lehrer als Vorsitzendem und der erforderlichen Anzahl von Lehrern der in Betracht kommenden Prüfungsgegenstände, die der Schulleiter zu bestimmen hat, als Prüfer. Prüfungen sind auch vor Einzelprüfern zulässig – siehe SchUG § 42 (4)! § 6. (3)
Die Externistenprüfung besteht
b) aus einer mündlichen Teilprüfung und praktischen Klausurarbeit in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit
§ 7. (1) Die Externistenprüfung über einzelne Schulstufen hat den im Lehrplan vorgeschriebenen Lehrstoff aller Pflichtgegenstände der betreffenden Schulstufe(n) entsprechend der Zulassung zu umfassen. (3) Externistenprüfungen können nur über den Lehrstoff eines geltenden Lehrplanes oder eines Lehrplanes abgelegt werden, der nicht länger als drei Jahre vor der Ablegung der Externistenprüfung außer Kraft getreten ist.
Was ist deine Motivation? Das sollte man sich vor dieser wichtigen Entscheidung gründlich überlegen und eventuell auch aufschreiben. Man wird sicher öfters gefragt werden, aber noch wichtiger, wenn es schwierig wird, wenn eine Durststrecke kommt, muss man sich sicher sein: Es lohnt sich, und darum mache ich es!
Gründe für das Homeschooling gibt es jedenfalls genug. Vor allem in den angelsächsischen Ländern wurden schon Millionen von Kindern komplett zu Hause unterrichtet und sind zu überdurchschnittlich akademisch gebildeten, bestens sozialisierten, psychisch und emotional stabilen Erwachsenen geworden. Dies ist durch zahlreiche Studien dokumentiert. Offenbar gleicht die starke Bindung, die beim HS innerhalb der Familie entsteht, und die individuelle Unterrichtung die naturgemäß nicht so weitgehende Bildung der ‘Elternlehrer’ bei weitem aus.
Die gesetzlichen Grundlagen: In Österreich hat nach §11 des Schulpflichtgesetzes jeder das Recht, die Schulpflicht durch den häuslichen Unterricht zu erfüllen. Ein Fähigkeitszeugnis ist nicht erforderlich. Die Eltern müssen dies nur vor Beginn des Schuljahres beim Bezirksschulrat anzeigen. Dies erfolgt konkret durch ein Ansuchen, in dem nur steht: „Hiermit ersuchen wir Sie, meinen Sohn / Tochter … im kommenden Schuljahr in den häuslichen Unterricht zu entlassen.“. Einige Wochen danach bekommt man ein Schreiben von der Bildungsregion, in dem die Abmeldung zur Kenntnis genommen wird und darauf hingewiesen wird, dass der Erfolg des Unterrichts durch eine Prüfung (Externistenprüfung) nachgewiesen werden muss.
Seit es das Kindergartenpflichtjahr gibt, muss man auch bekanntgeben, wenn man dieses im Rahmen des häuslichen Unterrichts erfüllt.
Man muss im ersten Schuljahr das Kind bei der zuständigen Volksschule vorstellen und das Kind dort anmelden (auch wenn es nicht die spätere Prüfungsschule sein wird).
Schulbücher bekommt man kostenlos von der Schule, bei der man angemeldet ist. Nicht alle Schulbücher sind gleich gut geeignet. Es kann sein, dass man ergänzend noch andere hinzuziehen sollte. Auch im Internet gibt es mehr gute Ressourcen, als man nutzen kann. Das Schulbuch der Schule ist aber wichtig, um überhaupt den Stoff zu kennen, den das Kind am Ende beherrschen muss. Es kann auch hilfreich sein, den Lehrplan, der im Internet steht, anzuschauen.
Externistenprüfung: Viele sehen sie als ein notwendiges Übel, manche halten sie für überflüssig oder sogar gesetzwidrig. Zugegeben, sie wird – je näher sie rückt – wahrscheinlich für alle Beteiligten zu einem nicht geringen Stressfaktor und kann einem den Spaß etwas verderben. Andererseits hilft sie natürlich tatsächlich, dass sowohl Eltern als auch das Kind den Stand des Kindes und die eigene Leistung beurteilen können. Im Moment führt jedenfalls kein Weg daran vorbei. Und meistens geht es besser als erwartet. Trotzdem sollte man wissen, dass die Wahl der Prüfungsschule von großer Bedeutung ist. Man sollte versuchen, eine Schule zu finden, die Erfahrung damit hat und einen ‘guten Ruf’ als Prüfungsschule hat. Es kann sich lohnen, dafür auch etwas weiter zu fahren. Kontakt und Austausch mit anderen Homeschool-Familien kann bei der Suche der Schule sehr hilfreich sein. Dies führt uns zur
Vernetzung: Wie gesagt, ist es für viele Punkte beim Homeschooling wichtig, nicht allein zu bleiben, sondern den Kontakt zu anderen zu suchen. Es ist klar, dass das bei dieser zeitlich herausfordernden Lern- und Lebensart nicht immer einfach, aber doch lohnend ist. In Österreich können wir hier von anderen Ländern noch etliches lernen.In der letzten Zeit haben sich die folgenden Anlaufstellen, vor allem im Internet, gebildet:
Die Homeschooler – Website www.homerschoolers.at
Facebook: https://www.facebook.com/homeschoolerinaustria/
Regionale Treffen: http://www.homeschoolerinaustria.at/?page_id=1800
Verpflichtendes Kindergartenjahr: http://www.homeschoolerinaustria.at/?page_id=1746
Vorlage für eine Abmeldung zum Häuslichen Unterricht

References: § 11
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 16
 § 4
 § 19
 §
3
 § 5
 § 1
 § 42
 § 6

§ 7
 §11