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Timestamp: 2016-10-28 18:11:18+00:00

Document:
I 33/99 (04.05.2001)
SWICA Gesundheitsorganisation, R�merstrasse 38, 8401 Winterthur, Beschwerdegegnerin,
Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, Winterthur betreffend G.________
A.- Mit Verf�gung vom 16. April 1996 lehnte die IV-Stelle des Kantons Z�rich die �bernahme der bei G.________ (geb. 1955) durchgef�hrten Staroperation ab, da aufgrund der vorliegenden Nebenbefunde nicht mit gen�gend grosser Sicherheit feststehe, dass die Erwerbsf�higkeit mit der beantragten Massnahme dauernd verbessert werden k�nne.
B.- Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich hiess die von der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: Kasse), bei der G.________ krankenversichert ist, dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 14. Dezember 1998 gut und stellte fest, dass die IV-Stelle f�r die Staroperation leistungspflichtig sei. Zur Begr�ndung f�hrte es aus, dass die Staroperation nach den von den Fach�rzten abgegebenen Prognosen geeignet gewesen sei, die Arbeitsf�higkeit des Versicherten in dem Masse zu verbessern, dass weder berufliche Massnahmen angezeigt seien, noch eine Gegenindikation zum bisherigen Beruf als Bankangestellter vorliege.
Best�tigung der ablehnenden Kassenverf�gung vom 16. April 1996.
Die Kasse schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, das Bundesamt f�r Sozialversicherung (BSV) auf deren Gutheissung. Der Versicherte hat sich nicht vernehmen lassen.
1.- a) Nach Art. 12 Abs. 1 IVG hat ein Versicherter Anspruch auf medizinische Massnahmen, die nicht auf die Behandlung des Leidens an sich, sondern unmittelbar auf die berufliche Eingliederung gerichtet und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit dauernd und wesentlich zu verbessern oder vor wesentlicher Beeintr�chtigung zu bewahren. Um Behandlung des Leidens an sich geht es in der Regel bei der Heilung oder Linderung labilen pathologischen Geschehens. Die Invalidenversicherung �bernimmt in der Regel nur solche medizinische Vorkehren, die unmittelbar auf die Beseitigung oder Korrektur stabiler oder wenigstens relativ stabilisierter Defektzust�nde oder Funktionsausf�lle hinzielen und welche die Wesentlichkeit und Best�ndigkeit des angestrebten Erfolges gem�ss Art. 12 Abs. 1 IVG voraussehen lassen (BGE 120 V 279 Erw. 3a mit Hinweisen).
b)WesentlichimSinnevonArt. 12Abs. 1IVGistder durch eine Behandlung erzielte Nutzeffekt nur dann, wenn er in einer bestimmten Zeiteinheit einen erheblichen absoluten Grad erreicht (BGE 98 V 211 Erw. 4b). Durch die medizinischen Massnahmen soll in der Regel innerhalb einer gewissen Mindestdauer eine gewisse Mindesth�he an erwerblichem Erfolg erwartet werden k�nnen. Inwieweit der voraussichtliche Eingliederungserfolg noch als wesentlich bezeichnet werden kann, l�sst sich nicht generell sagen, sondern ist auf Grund der Besonderheiten des Einzelfalles zu entscheiden. Dabei werden Massnahmen, die nur eine geringf�gige Verbesserung der Erwerbsf�higkeit bewirken, von der Invalidenversicherung nicht �bernommen. Es muss vorausgesetzt werden, dass eine noch bedeutende Erwerbsf�higkeit vor wesentlicher Beeintr�chtigung bewahrt wird, denn das Gesetz sieht im Rahmen von Art. 12 IVG keine Massnahmen vor, um einen kleinen und unsicheren Rest von Erwerbsf�higkeit zu erhalten. Die Frage nach der Wesentlichkeit des Eingliederungserfolges h�ngt ferner ab von der Schwere des Gebrechens einerseits sowie von der Art der ausge�bten bzw. im Sinne bestm�glicher Eingliederung in Frage kommenden Erwerbst�tigkeit anderseits; pers�nliche Verh�ltnisse der versicherten Person, die mit ihrer Erwerbst�tigkeit nicht zusammenh�ngen, sind dabei nicht zu ber�cksichtigen (BGE 115 V 199 Erw. 5a und 200 Erw. 5c mit Hinweisen; vgl. auch BGE 122 V 80 Erw. 3b/cc).
c) Dauernd im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG ist bei j�ngeren Versicherten der von einer medizinischen Eingliederungsmassnahme zu erwartende Eingliederungserfolg, wenn er wahrscheinlich w�hrend eines bedeutenden Teils der Aktivit�tserwartung erhalten bleiben wird (BGE 104 V 83 Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 2000 S. 298 Erw. 1c).
Diesbez�glich kann derzeit auf die Angaben in der 4. Auflage der Barwerttafeln Stauffer/Schaetzle (Z�rich 1989) abgestellt werden, welche auf den tats�chlichen Erfahrungen der Invalidenversicherung beruhen (BGE 101 V 50 Erw. 3b mit Hinweisen; AHI 2000 S. 298 Erw. 1c).
2.- a) Die operative Behandlung des grauen Stars ist nach st�ndiger Rechtsprechung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichts nicht auf die Heilung labilen pathologischen Geschehens gerichtet, sondern zielt darauf ab, das sonst sicher spontan zur Ruhe gelangende und alsdann stabile oder relativ stabilisierte Leiden durch Entfernung der tr�b und daher funktionsunt�chtig gewordenen Linse zu beseitigen (BGE 105 V 150 Erw. 3a, 103 V 13 Erw. 3a mit Hinweisen; AHI 2000 S. 295 Erw. 2b, S. 299 Erw. 2a).
Eine Qualifizierung der Staroperation als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG kann daher grunds�tzlich in Frage kommen.
b) Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass die Kataraktoperation vom 17. Januar 1996 erfolgreich verlaufen ist. Das allein gen�gt jedoch nicht, um diese Operation als medizinische Eingliederungsmassnahme im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG zu qualifizieren, die von der Invalidenversicherung zu �bernehmen ist. Insbesondere die Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolges ist dann in Frage gestellt, wenn erhebliche krankhafte Nebenbefunde vorliegen, die ihrerseits geeignet sind, die Aktivit�tserwartung des Versicherten trotz der Operation gegen�ber dem statistischen Durchschnitt wesentlich herabzusetzen. Diesfalls verm�gen die medizinischen Vorkehren bez�glich Dauerhaftigkeit und Wesentlichkeit f�r sich allein den Eingliederungserfolg nicht zu gew�hrleisten. Ob der Eingliederungserfolg dauerhaft und wesentlich sein wird, muss medizinisch-prognostisch beurteilt werden. Daf�r ist der medizinische Sachverhalt vor der fraglichen Operation in seiner Gesamtheit massgebend (BGE 101 V 48, 97 Erw. 2b, 103 Erw. 3; 98 V 34 Erw. 2 mit Hinweisen).
3.- a) Der Versicherte war im Zeitpunkt der Staroperation 41 Jahre alt. Nach den Barwerttafeln von Stauffer/ Schaetzle (a.a.O., Tafel 43) ist somit noch von einer mittleren Aktivit�tsdauer von 28 Jahren auszugehen. Damit die Operation von der Invalidenversicherung als medizinische Eingliederungsmassnahme �bernommen werden k�nnte, m�sste sich der Erfolg des Eingriffes w�hrend eines bedeutenden Teils dieser Zeitspanne g�nstig auf die Leistungsf�higkeit des Versicherten auswirken.
b) G.________ leidet auf beiden Augen an einer hohen Myopie. Im Oktober 1995 kam es am linken Auge zu einer Netzhautabl�sung. Diese wurde am 6. Oktober 1995 mit einer Cerclage, Vitrektomie und Gasf�llung operiert. Als Folge dieser Operation entstand links ein Katarakt. Prof. Dr. M.________, Augenklinik des Spitals X.________, �berwies den Versicherten Prof. Dr. B.________ zur Operation. Der Vertrauensarzt der Kasse, Dr. med. S.________, unterst�tzte den vorgesehenen Eingriff ohne zus�tzliche Untersuchungen. Die Operation erfolgte am 17. Januar 1996. Aus den (postoperativen) medizinischen Unterlagen ergibt sich, dass nicht nur die Netzhaut, sondern ebenfalls die Macula abgel�st war (Bericht Prof. B.________ vom 29. Januar 1996). Nach Ansicht aller beteiligter �rzte beeinflusst dieser Umstand die Visusprognose. Der IV-Arzt, Dr. med. C.________, vertrat die Meinung, die Invalidenversicherung sei, da die Macula mitbetroffen sei, nicht leistungspflichtig. Im Beschwerdeverfahren wies Dr. med. R.________ darauf hin, dass bei Spitaleintritt schon eine dichte hintere Schalentr�bung in der Linse bestanden habe und dass die Macula jedoch als unauff�llig beschrieben werde, was prognostisch ein gutes Zeichen sei. Vor der Kataraktoperation habe nicht eindeutig festgestanden, ob damit nur eine Verbesserung des Gesichtsfeldes oder eine eigentliche Lesef�higkeit erreicht werden k�nne. Die Tatsache der abgel�sten Macula k�nne sich auf die Visusprognose auswirken. Damit sei unklar gewesen, ob eine wesentliche Besserung der Arbeitsf�higkeit erwartet werden k�nne. Dem Austrittsbericht der Augenklinik lasse sich entnehmen, dass eine gewisse Verbesserung der Arbeitsf�higkeit eingetreten sei. Mit allen Korrekturm�glichkeiten habe eine Sehsch�rfe von 0,5 und damit eine Besserung der Sehsch�rfe und etwas Lesef�higkeit erreicht werden k�nnen.
Doch sei die Dauerhaftigkeit nicht eindeutig erstellt, denn wenn auch heute weniger Komplikationen zu erwarten seien, seien Wiederabl�sungen nicht ausgeschlossen. Aufgrund der Befunde nach der Kataraktoperation sei eine gewisse Verbesserung der Arbeitsf�higkeit anzunehmen (Bericht vom 9. Dezember 1996). In einer Stellungnahme zuhanden der Kasse weist Prof. M.________ am 17. M�rz 1997 darauf hin, dass in Anbetracht des erreichten Ergebnisses mit einer praktischen Normalisierung der Sehsch�rfe auf 0,8 - 0,9 von einer wesentlichen Verbesserung der Fern- und Lesesehsch�rfe ausgegangen werden k�nne, die erheblichen Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit habe. Der Fundusbefund am linken Auge sei stabil. Da seit der Operation �ber 1� Jahre verstrichen seien, sei von einer Dauerhaftigkeit des Befundes auszugehen, auch wenn ein Rezidiv nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden k�nne. Ein solches sei jedoch ausserordentlich unwahrscheinlich.
c) Die Vorinstanz begr�ndete eine Leistungspflicht der Invalidenversicherung im Wesentlichen damit, dass die behandelnden �rzte der Augenklinik von einem besserungsf�higen Gesundheitszustand und von einer in dem Masse verbesserten Arbeitsf�higkeit ausgegangen seien, dass weder berufliche Massnahmen angezeigt seien, noch eine Gegenindikation zum bisherigen Beruf vorliege, was eine Lesef�higkeit beider Augen in gen�gendem Ausmasse verlange. Deshalb seien Wesentlichkeit und Dauerhaftigkeit des Eingliederungserfolges zu bejahen.
d) Die Anmeldung zum Leistungsbezug ging am 17. Januar 1996, d.h. am Operationstag, bei der IV ein. Vor dem Eingriff stand daher nur die Leistungspflicht der Kasse zur Diskussion und dementsprechend berichteten die �rzte ihr. Sie hatten deshalb auch nicht zur Frage einer allf�lligen Verbesserung der Arbeitsf�higkeit Stellung zu nehmen. Gegen�ber der IV-Stelle �usserten sich die �rzte erstmals am 29. Januar 1996. In diesem Bericht weist Prof. B.________ auf die Mitabl�sung der Macula hin und erw�hnt, dass dieser Umstand die Visusprognose mitbeeinflussen werde. Zur Frage der Verbesserung der Arbeitsf�higkeit durch die medizinische Massnahme h�lt er fest, dass diese nach Stabilisierung der Befunde (postoperative Hornhautverkr�mmung) durch Anpassung einer korrekten Brille verbessert werde. Weder seien berufliche Massnahmen angezeigt, noch bestehe eine Gegenindikation im bisherigen Beruf. Das BSV �bersieht, dass im konkreten Fall die Prognose bez�glich der Verbesserung der Arbeitsf�higkeit erst postoperativ eingeholt wurde. Von daher l�sst sich nicht mehr strikt trennen, wie weit das Ergebnis der Operation die vorg�ngige Prognose des geplanten Eingriffs beeinflusste. Dass dies weit weniger der Fall ist, als die beschwerdef�hrende IV-Stelle und das BSV annehmen, ergibt sich schon daraus, dass nie davon die Rede ist, die abgel�ste Macula sei auch anderweitig noch gesch�digt. Es l�sst sich daher nicht ohne weiteres von erheblichen krankhaften Nebenbefunden reden. Selbst Dr. R.________ best�tigt, dass der Zustand einer unauff�lligen Macula prognostisch als gutes Zeichen zu werten sei. Die weitere postoperative Entwicklung best�tigte diese damalige - unmittelbar nach dem Eingriff abgegebene - Beurteilung. Im Hinblick auf die noch bevorstehende statistische Aktivit�tsperiode von rund 28 Jahren kann unter diesen Umst�nden von einem dauerhaften Eingliederungserfolg im Sinne von Art. 12 Abs. 1 IVG ausgegangen werden. Die fragliche Kataraktoperation ist deshalb als medizinische Eingliederungsmassnahme zu qualifizieren, f�r welche die Invalidenversicherung aufgrund von Art. 12 Abs. 1 IVG aufzukommen hat. Der vorinstanzliche Entscheid ist somit nicht zu beanstanden.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich, G.________, der Ausgleichskasse des Kantons Z�rich, Z�rich, und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.

References: Art. 12
 Art. 12
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 BGE 
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