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Timestamp: 2019-09-18 15:39:43+00:00

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Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs kommt auch ein grö­ße­res, räum­lich geschlos­se­nes Gebiet als regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (und damit beim Ver­pfle­gungs­mehr­auf­wand als Tätig­keits­mit­tel­punkt i.S. des § 9 Abs. 5 EStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 2 EStG) in Betracht, wenn es sich um ein zusam­men­hän­gen­des Gelän­de des Arbeit­ge­bers han­delt, auf dem der Arbeit­neh­mer auf Dau­er und mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit tätig wird3. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen kann auch ein Werks­ge­län­de oder ein Wald­ge­biet eine groß­räu­mi­ge (regel­mä­ßi­ge) Arbeits­stät­te bzw. einen Tätig­keits­mit­tel­punkt dar­stel­len4.
Allein der Umstand, dass ein Arbeit­neh­mer eine betrieb­li­che Ein­rich­tung sei­nes Arbeit­ge­bers nach­hal­tig (arbeits­täg­lich) auf­sucht, kann dort kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te begrün­den. Der Ein­wand, auch in sol­chen Fäl­len sei es dem Arbeit­neh­mer mög­lich, sich auf die Wege­kos­ten ein­zu­stel­len und auf deren Min­de­rung hin­zu­wir­ken, selbst wenn er dort ein Fahr­zeug über­nimmt und auf die­sem aus­wärts tätig wird, trifft zwar in der Sache zu, ver­mag die­se Fäl­le aber nicht aus dem Regel­ty­pus einer "Aus­wärts­tä­tig­keit" (Leis­tungs­ort außer­halb des Betriebs oder der Betriebs­stät­te des Arbeit­ge­bers) her­aus­zu­lö­sen. Im Übri­gen weist der Bun­des­fi­nanz­hof noch­mals dar­auf hin, dass die Vor­her­seh­bar­keit wech­seln­der Tätig­keits­stät­ten und die "Mög­lich­keit", Wege­kos­ten zu min­dern, nicht Tat­be­stands­merk­ma­le der in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG gere­gel­ten Ent­fer­nungs­pau­scha­le sind. Der Umstand, dass sich der Arbeit­neh­mer in unter­schied­li­cher Wei­se auf die immer glei­chen Wege ein­stel­len und so auf eine Min­de­rung der Wege­kos­ten etwa durch die Bil­dung von Fahr­ge­mein­schaf­ten, die Nut­zung öffent­li­cher Ver­kehrs­mit­tel und gege­be­nen­falls sogar durch eine ent­spre­chen­de Wohn­sitz­nah­me hin­wir­ken kann, beschreibt ledig­lich gene­ra­li­sie­rend und typi­sie­rend den Regel­fall, nach dem sich die Rege­lung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als sach­ge­rech­te und fol­ge­rich­ti­ge Aus­nah­me vom objek­ti­ven Net­to­prin­zip erweist5. Indi­vi­du­el­le Zufäl­lig­kei­ten und Beson­der­hei­ten in der tat­säch­li­chen Aus­ge­stal­tung eines Arbeits­ver­hält­nis­ses blei­ben hier­bei unbe­rück­sich­tigt6.
Aus dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 26.06.20147 ergibt sich kei­ne abwei­chen­de recht­li­che Beur­tei­lung des Streit­falls. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt­hat in jenem Urteil ent­schie­den, dass Fahn­dungs­fahr­ten eines Poli­zei­voll­zugs­be­am­ten bei der Auto­bahn­po­li­zei kei­ne Dienst­rei­sen i.S. von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Hes­si­schen Rei­se­kos­ten­ge­set­zes (HRKG) sei­en. Der Begriff der Dienst­rei­se im rei­se­kos­ten­recht­li­chen Sin­ne (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 HRKG) in der Aus­le­gung, die das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem Urteil in BVerw­GE 150, 108 gefun­den hat, ent­spricht damit nicht dem Regel­ty­pus der ertrag­steu­er­li­chen "Aus­wärts­tä­tig­keit" nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs, für die ein Leis­tungs­ort außer­halb des Betriebs oder der Betriebs­stät­te des Arbeit­ge­bers kenn­zeich­nend ist. Mit der ‑hier allein maß­geb­li­chen- steu­er­li­chen Ein­ord­nung der Fahr­tä­tig­keit von Poli­zei­voll­zugs­be­am­ten hat sich das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem Urteil in BVerw­GE 150, 108 nicht befasst.
BFH, Urteil vom 26.02.2014 – VI R 68/​12, BFH/​NV 2014, 1029; und BFH, Beschluss vom 09.11.2015 – VI R 8/​15, BFH/​NV 2016, 196, jeweils m.w.N.; Schmidt/​Loschelder, EStG, 35. Aufl., § 9 Rz 186, m.w.N. [↩]
BFH, Urtei­le vom 19.01.2012 – VI R 36/​11, BFHE 236, 353, BSt­Bl II 2012, 503, und – VI R 32/​11, BFH/​NV 2012, 936, sowie vom 09.06.2011 – VI R 55/​10, BFHE 234, 164, BSt­Bl II 2012, 38; – VI R 36/​10, BFHE 234, 160, BSt­Bl II 2012, 36, und – VI R 58/​09, BFHE 234, 155, BSt­Bl II 2012, 34 [↩]
BFH, Urteil vom 10.03.2015 – VI R 87/​13, BFH/​NV 2015, 1084, m.w.N. [↩]
BFH, Urtei­le vom 18.06.2009 – VI R 61/​06, BFHE 226, 59, BSt­Bl II 2010, 564, bzgl. des Gewin­nungs­re­viers eines Kali­werks, und in BFH/​NV 2015, 1084, bzgl. eines fir­men­ei­ge­nen Schie­nen­net­zes; s.a. Schmidt/​Loschelder, a.a.O., § 9 Rz 187, m.w.N. [↩]
BFH, Urteil vom 17.06.2010 – VI R 35/​08, BFHE 230, 147, BSt­Bl II 2010, 852, m.w.N. [↩]
BFH, Urtei­le vom 06.11.2014 – VI R 21/​14, BFHE 247, 427, BSt­Bl II 2015, 338; und vom 15.05.2013 – VI R 18/​12, BFHE 241, 374, BSt­Bl II 2013, 838, m.w.N. [↩]
BVerwG, Urteil vom 26.06.2014 – 5 C 28.13, BVerw­GE 150, 108 [↩]

References: § 9
 § 9
 § 4
 § 9
 § 9
 § 2
 § 9
 § 9