Source: http://gissewski.de/newsbrief1318gmbh.html
Timestamp: 2019-01-17 06:21:33+00:00

Document:
Brief für GmbH-GF/-Gesellschafter zum Jahreswechsel 2018/2019
1.	Höherer Grundfreibetrag in den Jahren 2019 und 2020
2.	Höheres Netto durch Anpassung des Steuertarifs
3.	Elektronische Marktplätze: Aufzeichnungspflichten und Haftung
Betreiber von elektronischen Marktplätzen sollen verpflichtet werden, Angaben von Nutzern, für deren Umsätze in Deutschland eine Steuerpflicht in Betracht kommt, aufzuzeichnen. Dies ermöglicht es der Finanzverwaltung, zu prüfen, ob der liefernde Unternehmer oder Nutzer seinen steuerlichen Pflichten ordnungsgemäß nachkommt bzw. nachgekommen ist.
Der Betreiber eines elektronischen Marktplatzes haftet für die nicht entrichtete Steuer aus der Lieferung eines Unternehmers, die auf dem von ihm bereitgestellten Marktplatz rechtlich begründet worden ist. Ziel dieser Gefährdungshaftung ist es, Betreiber von elektronischen Marktplätzen, die damit ein modernes Medium anbieten, über das Unternehmer, die im Inland, in der EU oder im Drittland ansässig sind, Waren anbieten und Kaufverträge tätigen, neben ihren eigenen wirtschaftlichen Interessen unter bestimmten Voraussetzungen auch für die aus diesen Aktivitäten entstandene und nicht an den Fiskus abgeführte Umsatzsteuer in Verantwortung zu nehmen.
Diese Regelungen gelten ab 1.3.2019 für Drittlandsunternehmer bzw. 1.10.2019 für alle anderen.
4.	Gutscheine im europäischen Binnenmarkt: So werden sie umsatzsteuerlich behandelt
Mit einer gesetzlichen Änderung im Umsatzsteuerrecht soll bei Gutscheinen die Unterscheidung zwischen Wertgutscheinen und Warengutscheinen aufgegeben werden.
Es soll sich künftig dann um einen Gutschein handeln, wenn der Inhaber berechtigt ist, diesen an Zahlungs statt zur Einlösung gegen Gegenstände oder Dienstleistungen zu verwenden.
Ausdrücklich gilt diese Regelung aber nicht für Instrumente, die den Erwerber zu einem Preisnachlass berechtigen, ihm aber nicht das Recht verleihen, solche Gegenstände oder Dienstleistungen zu erhalten.
Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine werden nun voneinander abgegrenzt und es wird der Zeitpunkt der Steuerentstehung bestimmt.
Die neuen Regelungen sind erstmals auf Gutscheine anzuwenden, die nach dem 31.12.2018 ausgestellt werden.
5.	Elektronische Dienstleistungen an Nichtunternehmer: Einführung eines Schwellenwerts
Für elektronische Dienstleistungen an Nichtunternehmer wird ein Schwellenwert eingeführt.
Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie auf elektronischem Wege erbrachte sonstige Leistungen an Nichtunternehmer müssen seit 2015 vom leistenden Unternehmer dort versteuert werden, wo der Leistungsempfänger ansässig ist. Dies galt bisher auch für niedrige Umsätze.
Mit der Einführung eines Schwellenwertes von 10.000 EUR (netto) gilt diese Regelung nur noch dann, wenn der Schwellenwert überschritten wird. Das ist gut für kleine Unternehmen, denn diesen wird damit wieder eine Umsatzbesteuerung im Inland ermöglicht.
6.	Elektroautos als Dienstwagen: Für 1-%-Regelung wird nur der halbe Listenpreis angesetzt
7.	Job-Ticket: Nutzer fahren künftig steuerfrei
8.	Betriebliches (Elektro-)Fahrrad: Private Nutzung ist steuerfrei
9.	Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften: Verfassungskonforme Regelung
Die verfassungswidrige Regelung des Verlustabzugs bei Kapitalgesellschaften wird aufgehoben und eine verfassungskonforme Regelung geschaffen.
Für die Jahre 2008 bis 2015 wird die verfassungswidrige Verlustabzugsregelung ersatzlos gestrichen. Durch die neue Anwendungsregelung ist § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG damit erst auf schädliche Beteiligungserwerbe anzuwenden, die nach dem 31.12.2015 stattfanden. Für die Zeit ab 2007 hebt der Gesetzgeber den quotalen Verlustuntergang für schädliche Beteiligungserwerbe nach dem 31.12.2015 ebenfalls auf.
Das Bundesverfassungsgericht hatte entschieden, dass der Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften nach § 8c Satz 1 KStG a. F. (jetzt § 8c Abs. 1 Satz 1 KStG) gegen das Grundgesetz verstößt. Betroffen war die Regelung, wonach der Verlustvortrag einer Kapitalgesellschaft anteilig wegfällt, wenn innerhalb von 5 Jahren mehr als 25 % und bis zu 50 % der Anteile übertragen werden.
10.	Grunderwerbsteuer: Was bei einer Veräußerung übermittelt werden muss
11.	Investmentsteuerreformgesetz 2018: Folgeänderungen
Das Investmentsteuerreformgesetz wurde zwar schon am 19.7.2016 beschlossen, die sich daraus ergebenden Folgeänderungen setzt der Gesetzgeber nun um.
Organträger können im Rahmen einer ertragsteuerlichen Organschaft sowohl natürliche Personen als auch Kapitalgesellschaften sein. Die Zurechnung von nach § 20 InvStG teilfreigestellten Beträgen kann deshalb zu systemwidrigen Ergebnissen führen. § 15 Satz 1 Nr. 2a KStG bestimmt daher, dass bei der Einkommensermittlung der Organgesellschaft die Regelungen der §§ 20, 21 InvStG unberücksichtigt bleiben.
§ 20 InvStG sieht eine rechtsformabhängige Steuerbefreiung vor. Danach erhalten Kapitalgesellschaften grundsätzlich eine höhere Steuerbefreiung als natürliche Personen.
12.	Betriebsrentenstärkungsgesetz: Folgeänderungen
13.	Sportliche Veranstaltungen: Wann Organisationsleistungen von Dachverbänden steuerfrei sind
14.	Befristete Teilzeit ab 2019 möglich
15.	Midijobs: Grenze wird angehoben, Übergangsbereich ersetzt Gleitzone
16.	Höherer Mindestlohn ab 2019 und 2020
17.	Mangel an bezahlbarem Wohnraum: Neue Sonderabschreibung soll Abhilfe schaffen
Die neue Sonderabschreibung kann ausschließlich für neue Wohnungen in Anspruch genommen werden. Sie beträgt im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden 3 Jahren jährlich bis zu 5 %. Daneben kann die reguläre lineare Abschreibung vorgenommen werden.
18.	Das sind die neuen Sozialversicherungswerte für 2019
19.	Kurzfristige Beschäftigung: 70-Tage-Regel wird verlängert
20.	So hoch sind die Sachbezugswerte für 2019
21.	Beitrag zur Pflegeversicherung steigt
22.	E-Rechnung und X-Rechnung: Was Unternehmer jetzt beachten müssen
Unternehmen, die künftig Rechnungen an Behörden in Deutschland oder Europa stellen wollen, müssen korrekte elektronische Rechnungen erstellen und weiterleiten können. Als "richtige" elektronische Rechnung gilt lediglich die sog. X-Rechnung. Denn nur diese bietet die Möglichkeit des Austauschs eines strukturierten Datensatzes. Die pdf-Rechnung hat über kurz oder lang ausgedient.
Der X-Rechnungsstandard, ein XML-basiertes semantisches Rechnungsdatenmodell, ermöglicht es, elektronische Rechnungen künftig bundeseinheitlich an alle öffentlichen Auftraggeber zu versenden. Außerdem ist es damit möglich, Rechnungen europaweit zu versenden und zu verarbeiten.
Die Regelungen zur X-Rechnung gelten zunächst ausdrücklich nur für den Rechnungsversand bzw. -austausch mit Bundesbehörden. Diese müssen ab dem 27.11.2018 elektronische Rechnungen empfangen und verarbeiten können.
Alle anderen Behörden haben noch ein Jahr länger Zeit und müssen dies ab dem 27.11.2019 können.
Eine grundsätzliche Verpflichtung für die Versendung elektronischer Rechnungen an Behörden besteht für Unternehmer erst ab dem 27.11.2020. Ausnahmen gibt es dann nur noch z. B. für Direktaufträge mit einem Auftragswert von bis zu 1.000 EUR netto oder für Aufträge aus dem Verteidigungs- und Sicherheitsbereich.

References: § 8
 § 8
 § 8
 § 20
 § 15

§ 20