Source: http://karlsruhe.bund.net/themen_und_projekte/klima_energie_atomkohle_und_atommeiler_der_enbw_kit_nordwasser/druckversion.html
Timestamp: 2019-12-08 22:10:02+00:00

Document:
BUND: Klima & Energie+Atom/Kohle- und Atommeiler der EnBW+KIT-Nord/Wasser
Frieden geht - Atomforschung im KIT und JRC
Rede von Harry Block anlässlich des Staffellaufs gegen Rüstungsexporte "Frieden geht"
vor dem KIT (Karlsruher Institut für Technologie Nord) am 25.5.2018
willkommen am Karlsruher Institut für Technologie Nord. Früher hieß diese größte Forschungseinrichtung Deutschlands "Kernforschungszentrum Karlsruhe". Rund 7500 Menschen arbeiten und forschen hier. Es beherbergt auch das größte oberirdische Zwischenlager für mittel- und schwachaktiven Atommüll mit 80.000 Fässern, von denen viele schon verrostet sind. Derzeit wird ein Erweiterungslager durch die größte deutsche Abrissfirma der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe (KTE), eine 100%ige Tochter der Bundesrepublik Deutschland, gebaut, die mit rund 650 Mitarbeitern die Altlasten beseitigen soll. Kosten: schon heute mehr als 2 Milliarden.
Die Gründung des Zentrums 1956 erfolgte durch den damaligen Atomminister Strauß und hatte nur einen Grund. Deutschland sollte zu den führenden Weltnationen wieder dazugehören. Das geht nur mit dem Wissen und dem Können zum Bau einer Atombombe. Der Erbauer zweier Reaktoren, die hier stehen, war Prof. Wirtz. Er war einer der Wissenschaftler, die am Haigerlocher Uranprojekt für den Bau der Bombe für Hitler arbeiteten, und der dann in Los Alamos mit Teller an der Weiterentwicklung der Atombombe zur Wasserstoffbombe mithalf.
Hier stehen aber auch noch ein Schneller Brüter, eine Wiederaufarbeitungsanlage, heiße Zellen und ein Tritiumlabor. Sie waren über Jahrzehnte in Betrieb. Die heißen Zellen und das Tritiumlabor sind es immer noch. Also hier gab es alles, was man für den Bau einer Bombe brauchte – ein potentielles Atomwaffenzentrum, wie es die damaligen noch sehr kritischen Karlsruher GRÜNEN nannten. Das Zentrum unterliegt bis heute der Zivilklausel. Diese verbietet eigentlich jegliche militärische Forschung. Die Janusköpfigkeit dieses Zentrums wie auch jeder Forschung, aber vor allem der Atom- und Fusionsforschung, liegt in der Doppelbödigkeit der Ergebnisse, dem sogenannten "Dual Use"-Charakter: Ein Messer kann ein Werkzeug oder eine Waffe sein.
Heute sieht es so aus: Man gibt sich im Energiebereich einen regenerativen Touch. Greenwashing. Der größte Teil des Geldes und der Manpower liegen aber in zwei Instituten: das Institut für Kern- und Energietechnik (IKET beschäftigt sich u.a. mit Atom-kraftwerkskonzepten der "vierten Generation" sowie Strategien zur Transmutation. Dies läuft alles unter dem Oberbegriff "Reaktorsicherheitsforschung für die 4. Generation", zu der auch der Typ des Kleinen Modularen Reaktors (SMR) gehört.
Aufgrund der bundesweit einmaligen Sondersituation der Fusion von Großforschungseinrichtung und Universität entstehen hier eine ganze Reihe von unübersichtlichen Grauzonen: Sie betreffen die Zusammenarbeit mit anderen Atominstituten wie auch die Ergebnisse der Forschung. Einige dieser Grauzonen werden gezielt und strategisch genutzt, um die Weiterentwicklung und dann Kommerzialisierung der Atomenergie in Sachen "4. Generation" voranzutreiben und damit gewollt oder ungewollt auch militärisch nutzbare Dual-Use-Technologie im internationalen Rahmen zu ermöglichen – trotz Zivilklausel. Der Garant für diese Weiterführung der Atomtechnologie ist der Oberboss aller Institute: Dr. Knebel, ein nach wie vor absoluter Befürworter der Atomtechnologie.
Das Flüssigmetalllabor KALLA arbeitet an Flüssigmetalltechnologien. Flüssigmetallkühlung kann eingesetzt werden zur Kühlung von neuen Atomreaktoren wie aber auch in der Solarthermie (hierzu finden sich am IKET aber kaum Aktivitäten). Die Reaktorkühlung mittels der Blei-Wismut-Flüssigmetallkühlung, wie sie hier im Kit entwickelt, kann nicht nur einen normalen Reaktor der neuen 4. Generation kühlen, sondern ist vor allem auch für Atom-U-Boote-Reaktoren nützlich. Warum? Atom-U-Boote können heute nur wegen des Kühlgeräusches ihres Reaktors geortet werden. Die hier entwickelte Flüssigmetallkühlung würde Atom-U-Booten eine geräuschlose Fortbewegung ermöglichen, kein Wunder, das bei den hier stattfindenden Fachvorträgen die Militärs dabei sind.
Zum diesem Institut gehört auch die Nuklearschule von AREVA. Dieser Vertrag wurde 2013 nochmals verlängert. AREVA betreibt in Lingen eine Brennelementefabrik und forscht wie das KIT an Brennelementen für die "4. Generation" von Atomkraftwerken.
Nur zur Klarstellung: Die 1. Generation ist abgeschaltet. Die zweite läuft noch bis 2022. Die dritte ist mit finanziellem Riesenaufwand und ständiger Bauverzögerung in Frankreich und Finnland im Bau. Und sie forschen an der Brennstoffentwicklung für eine neue Art von Reaktoren.
Die sich im Entwicklungsstadium befindenden Atomreaktoren der 4. Generation, die Flüssigsalzreaktoren (Molten Salt Reactor, MSR, und dessen Weiterentwicklung Molten Salt Fast Reactor, MSFR), arbeiten mit Thorium als Brennstoff. Im SAMOFAR-Projekt (Safety Assessment of the Molten Salt Fast Reactor) – im Rahmen des 2020 EURATOM-Forschungsprogramms arbeitet das KIT gemeinsam mit dem Joint Research Centre, auf das ich gleich zu sprechen komme, an der Entwicklung neuer Brennstoffe. Alle bisherigen Atomreaktoren machen die Entnahme von waffenfähigem Material nahezu unmöglich. Beim Thorium-Flüssigsalzreaktor ist die Materialeinspeisung und Entnahme mittels einer eingebauten Aufarbeitungsanlage fester Bestandteil des Reaktors! In einem Thorium-"Kreislauf" kann das atomwaffenfähige Uran-233 chemisch problemlos ohne Wiederaufarbeitungstechnologie abgetrennt werden. Würde diese Atomtechnologie Wirklichkeit (die Chinesen bauen den ersten Reaktor derzeit), so wäre der weltweiten Weiterverbreitung von Atomwaffen (bzw. Atomwaffenmaterial) Tür und Tor geöffnet.
Und nur noch ein paar Worte zum Joint Research Centre. Im ehemaligen Europäischen Institut für Transurane (ITU), heute eben Joint Research Centre (JRC), sind hier in Karlsruhe seit 2017 alle Atomaktivitäten der EU zusammengeführt worden. 400 Mitarbeiterinnen aus ganz Europa dienen nach eigenen Aussagen der "Sicherheitsforschung". Das JRC hat von der grünen Landesregierung Baden-Württemberg den Neubau eines alle Atomaktivitäten fassenden neuen Flügels ´M´ genehmigt bekommen. Verbunden war dies mit einer Umgangsgenehmigung über 550 Kilogramm Thorium, darüber hinaus für 80 Kilogramm Plutonium sowie über mehr als 1.600 Kilogramm Uran, davon auch 50 Kilogramm waffenfähiges Uran-233, usw. usw. Für die Arbeit als "Atomdetektive", wie sie sich gern bezeichnen, würden jeweils wenige Gramm ausreichen. Daher stellt sich die Frage, wofür diese großen Mengen radioaktiven Materials benötigt werden. Früher bauten sie viele Brennstäbe. Heute bauen sie kleine "Brennstäble", um die Nukleid-Zusammensetzung verschiedener Art zu testen, um sie auch für die Reaktoren der 4. Generation – vor allem eben in dem Thoriumflüssigkeitssalzreaktor – einsetzen zu können. Es scheint die GRÜN-geführten Landesregierung nicht zu stören, dass Brennstäble mit neuem Brennstoffgemisch hier erzeugt, weggefahren, irgendwo bestrahlt, wieder hierhergebracht und wiederaufgearbeitet werden und dass dabei auch Plutonium über den Kamin abgegeben wird. Sie hat ihnen nur die Entwicklung/Planung eines Atomreaktors untersagt – aber das wollten sie ja nie.
Die Antragstellerin erklärt, dass … im Institut für Transurane im Zusammenhang mit zukünftigen Reaktorsystemen - zum Beispiel "Generation IV" - nur Forschungsarbeiten durchgeführt werden, die sich ausschließlich auf sicherungs- und sicherheitsrelevante Fragestellungen im Hinblick auf den Einsatz von Kernbrennstoffen in diesen Reaktorsystemen und den dazugehörigen Brennstoffkreisläufen, nicht aber auf Entwicklungsarbeiten für diese Reaktorsysteme beziehen.)
Ihr aktuelles Forschungsprojekt ist SAMOFAR – Safety Assessment of the Molten Salt Fast Reactor SAMOFAR ist eines der großen Forschungs- und Innovationsprojekte des Euratom-Forschungsprogramms 2020. In diesem Projekt geht es eben genau um einen neuen Reaktortyp, den Flüssigkeitssalzreaktor (der Molten Salt Fast Reactor MSFR), der, einmal mit Uran oder Plutonium in Gang gesetzt, als Brennstoff aber mit Thorium betrieben wird und dabei, wie ich es schon geschildert habe, eben waffenfähiges Uran erbrütet. Und das wäre der ultimative Reaktor für alle Länder, die nach der Atombombe gieren. Dazu gehört neben der Türkei vor allem auch Saudi-Arabien.
Fragen und Antworten in der Hauptversammlung der ENBW
Gudrun Vangermain
Fragen an die EnBW zur Hauptversammlung 2019:
zu RDK / Kohle
1. Braunkohle und Steinkohle machten 2018 die Hälfte im Energieerzeugungsportfolio der EnBW aus.
- Welche Braunkohlekraftwerke waren dabei beteiligt?
1 Kraftwerk: Lippendorf (Sachsen)
2. Zu den Kohlekraftwerken der EnBW gehören, neben dem Vorhalten von 6.600 MW, stillgelegte, aber als systemrelevant eingestufte Bestandskraftwerke.
- Was haben Sie dafür an Geld 2018 bekommen?
- Wie viel Euro haben Sie für die in Reserve gehaltenen Kohlekraftwerke erhalten?
Anfallende Kostenerstattung für transnet (bei Stilllegung keine Kostenerstattung)
Grundlage: Kostenstruktur, durch Bundesnetzagentur festgelegt
(2018 unter 1% des Konzernumsatzes: 120 Mio. Kosten erstattet)
3. - Wie viel Millionen Euro für die Kohlebeschaffung haben Sie 2018 nach Russland überwiesen?
2,7 Mio. t aus Russland, Marktwert 210 Mio. (0,5% des Konzernumsatzes )
4. - Wie viel Kilowattstunden hat die EnBW im letzten Jahr ins Ausland geliefert?
53,5 TW erzeugt; 36,4 TW geliefert
51,2 TW exportiert (Rückgang zu 2017: 7%)
- Wie viel Kilowattstunden musste die EnBW aus dem Ausland zukaufen, um ihre vertraglichen Strom-Verpflichtung zu erfüllen?
5. - Ist die Aussage des EnBW-Chefs, dass die Trennung von ihren Kohlekraftwerken aktuell kein Thema sei, derzeit noch aktuelle Geschäftspolitik?
Bis Umsetzung des Kohlekompromisses 2038 und den Rahmenbedingungen halten wir Versorgungssicherheit im Blick …
6. In den thru-Daten für 2017 (dies sind die neuesten im Internet veröffentlichten Daten) wird die Freisetzung in die Luft gemeinsam für RDK 7 + 8 angegeben:
RDK 7
3.840.000.000 kg
1.320.000.000 kg
1.820.000 kg
1.020.000 kg
34.100 kg
anorganische Fluorverbindungen als HF
- Wie hoch sind davon die Werte der Jahresfracht allein für RDK 7? Siehe oben Î
Aus diesen Daten ist nicht erkennbar, an wie oft RDK 7 + 8 am Netz waren.
- Wie viele Stunden war RDK 7 2018 am Netz?
3867 Std.
- Wie viele Stunden war RDK 8 2018 am Netz?
4526 Std.
7. Künftig müssen Europas Kraftwerke strengere Grenzwerte bei Schadstoffen wie Stickstoffoxid, Quecksilber und Rußpartikel einhalten. Das sieht die neue, sogenannte BREF-Richtlinie vor.
Über 3.000 Großfeuerungsanlagen in der EU müssen die neuen Regeln bis 2021 einhalten, nach denen Kraftwerke dann höchstens 175 Milligramm Stickoxid pro Kubikmeter ausstoßen dürfen.
- Halten Sie diese Werte an allen Standorten ein? Falls nicht, an welchen nicht?
Alle Anlagen halten Werte ein bzw. unterschreiten Werte
8. - Wieviel Kilogramm Quecksilber haben die Kohlekraftwerke der EnBW im Jahre 2018 an die Umgebung abgegeben? Altbach, Stuttgart, Heilbronn, Karlsruhe, x, Rostock:
- Wieviel Kilo Filterstäube wurden entsorgt?
300.000 t Flugasche, fachgerecht entsorgt und verwertet
- Wohin wurden die Filter gebracht? Was hat dies gekostet?
e-Filter fester Bestandteil
9. - Wieviel Tonnen Schlacken hat die EnBW in ihren Kohlekraftwerken 2018 erzeugt?
Wohin wurden diese verbracht? Was kosteten/erbrachten diese?
- Wieviel Gips wurde in den Kohlekraftwerken erzeugt? Wohin wurde dies gebracht?
140.000 t Gips nach Powerment GmbH & Co. KG
- Wie viel Tonnen Schlacke wurden an den Standorten der Kohlekraftwerke der EnBW
erzeugt? Wohin wurden diese Schlacken geliefert?
45.000 t Schlacke, Powerment GmbH & Co. KG ‘; mittl. 6-stelliger Mio-Betrag
(Powerment-Kerngeschäft: Abnahme von Kraftwerksnebenprodukten aus Steinkohlekraftwerken und deren Vermarktung in die Baustoffindustrie)
10. - Welche Reststoffe aus Kraftwerken hat die EnBW an Zementwerke in Baden-Württemberg geliefert, wie viel Tonnen waren das jeweils? Wie wurden diese vergütet?
40.000 t Asche + Gips; unterer 5-stelliger €-Betrag
zu Müll
11. - Wieviel Müll hat die EnBW 2018 in eigenen Müllkraftwerken verbrannt?
404.000 t in Münster
12. - Wieviel Müll wurde in die Schweiz exportiert?
zu Atom
13. - Was waren die Kosten im letzten Jahr für das Lager für hochradioaktiven Atommüll
a) in Philippsburg und
b) in Neckarwestheim?
Oberer 1-stelliger Mio-Betrag je Standort
14. - Was kostete Sie bisher
a) der Bau des ReststoffBehandlungsZentrums (RBZ) und des StandortAbfallLagers (SAL) in Philippsburg,
b) der Bau des ReststoffBehandlungsZentrums (RBZ) und des StandortAbfallLagers (SAL) in Neckarwestheim?
unterer 3-stelliger Mio-Betrag für beide
15. Alle Atommüll-Lager sind ja inzwischen auf den Bund übergegangen:
- Wie viele MitarbeiterInnen der EnBW sind nun zur Bundesagentur gewechselt?
16. Sie haben hunderte von Schiffstransporten von Philippsburg beantragt. Die meisten werden wohl für Beton für den neuen Konverter sein.
- Sind auch Transporte mit radioaktiven Stoffen aus Philippsburg geplant?
Möglichkeit besteht für Großkomponente nach Neckarwestheim
17. - Werden Sie noch einen nach Fukushima angepassten Katastrophenschutzplan für Philippsburg beziehungsweise für Neckarwestheim erstellen lassen?
Aufgabe des Innenministeriums BW + Reg.-Präsidien; gültige Pläne existieren
18. - An welchem Tag sind oder waren die Strommengen für KKP 2 verbraucht?
Ende war am 8.4.2019
Welche Strommengen dürfen werden Sie vermutlich bis Ende dieses Jahres aus KKP 1 übertragen?
- Wird KKP 2 noch vor dem 31.12. 2019 stillgelegt, weil die Reststrommenge von KKP 1 verbraucht ist?
Genaues Datum steht noch nicht fest
- Wie lange hat Neckarwestheim 2 noch eigene zugewiesene Reststrommengen?
Reicht bis 31.12. 2022
19. Zum Uranbezug für KKP und GKN:
- Welches sind die Lieferländer des Urans? Wo wird dieses angereichert?
Australien, USA, Russland, Namibia; angereichert Westeuropa (!), anteilig auch in Russland
- Von welcher Firma beziehen Sie das Uran für Philippsburg und Neckarwestheim?
Verschieden; AREVA
- Wieviel kosteten die Brennelemente in Euro 2018?
Höherer 2-stelliger Mio.-Betrag NWH., mittlerer 2-stelliger Mio.-Betrag Phil.
20. - Wer liefert die Brennelemente für KKP 2 und GKN 2?
Framatom (Gronau)
- Was kosten diese für die Restlaufzeit von KKP 2?
- Was kosten diese für die Restlaufzeit von GNK 2?
Kein Preis genannt: aus Wettbewerbsgründen
21. Die EnBW hat die Beförderungsgenehmigung für den Transport von 5 Castoren aus La Hague beantragt, die ins Zwischenlager des Atomkraftwerks Philippsburg verbracht werden sollen.
- Ist dieser Antrag bereits genehmigt?
- Wenn ja, erfolgt der Transport noch in diesem Jahr?
Antrag (3.4.2018 gestellt) noch nicht genehmigt; kein Transport in diesem Jahr
zu Energie-Zukunft
22. - Im Jahr des Kohleausstiegs 2038 werden 160 Mio. fällig. Wofür?
23. - Wie steht der Vorstand der EnBW als größter Gasversorger Deutschlands zu der im Bau befindlichen Gasleitung Nord Stream 2 aus Russland?
Gesamtbedarf Europa: 550 Milliarden m3
Import von 120 (?) Milliarden m3;
bis zu 55 Milliarden m3 könnte über Nord Stream 2 laufen
24. - Planen Sie noch immer das Gaskraftwerk RDK 6s in KA?
25. - Wird der Speicher Forbach gebaut, ja oder nein?
Noch keine finale Entscheidung: Beurteilung 2020/2021
26. Die EnBW hat sich mit einem Neubau am Standort Marbach an der Ausschreibung beteiligt. - Was für ein Kraftwerk soll das geben?
Gasturbine zur Netzstabilität; noch ausstehend
27. Daimler zahlt nicht mehr an die Parteien:
- Welche Organisationen/Parteien unterstützt die EnBW – welche und wie viele mit wieviel Euro
keine Parteien; Unterstützung durch Beziehungsmanagement
28. - Wie viele Lobbyisten waren in 2018 für die EnBW in Länderparlamenten, Bundestag und im Europaparlament tätig. Was kosteten diese?
Keine Lobbyisten, aber Beziehungsmanager: 8 ½ Stellen, bis 1 Mio. €
29. - Was sind konzerneigene Stiftungen, deren Spendenaufkommen Sie verdoppelt haben?
Welche Inhalte haben diese?
VNG-Stiftung (seit 2009), Energie- u. Klimaschutz; jährl. 400.000 €
30. - Wie hoch ist die Sportförderung von Profivereinen, wie hoch bei Amateurvereinen?
Breitensportförderung: 1,3 Mio. €
31. - Welche digitale Sicherheitsstufe haben Sie bei Ihrem SmartGrid-Programm inzwischen erreicht?
Alle regulatorischen Anforderungen erfüllt: unabhängig geprüft
32. - Wie viele Personen in der EnBW arbeiten im Bereich der digitalen Absicherung?
33. - Wie viel kostet im letzten Jahr die Hafengebühren für die Thermoselect-Anlage wie viel für die Anlagen von RDK?
250.000 € davon Thermoselect: 90.000 €
34. - Ist es geplant, das Gelände einer sinnvollen Nutzung zuzuweisen? Falls ja, wann und welcher?
Verkauf wird geprüft bis Ende 2019
35. - Warum haben Sie bei 21.000 Beschäftigten nur wenige Flüchtlinge?
Gestuftes Ausbildungsprogramm …
36. - Die Erdgasspeicher bringen Verluste. Warum? Witterung
37. - Die Beteiligungen in Polen, Tschechien und Türkei bringen Verluste. Warum?
38. Rechnungsprüfer:
- Wie oft haben Sie die Rechnungsprüfer in den letzten 10 Jahren gewechselt?
Nicht seit 2010 (2010-2018)
39. - Was kostet die Netzaufrüstung Karlsruhe - Eichstätt?
40. Die Zukunft liegt ja nach Meinung der EnBW in der Elektromobilität:
- Welche Investitionskosten für die Infrastruktur und Umstellung der Transformatoren kommen Ihrer Meinung nach auf die Kommunen zu, wenn die Anzahl der von der Bundesregierung angestrebten Elektroautos im Jahre 2025 erreicht werden soll?
½ Milliarde bis 2025
41. Moderne Elektromotoren und Generatoren benötigen oft Elemente der Seltenen Erden für die Herstellung der darin verwendeten Dauermagnete. Ebenfalls Windkraftanlagen.
- Werden in Ihren Windkraftanlagen Seltene Erden verwendet?
- Falls ja, kennen Sie deren Herkunftsländer? Viele stammen aus China und Afrika, wo sie enorme Umweltschäden verursachen.
Der BUND Karlsruhe ist Mitglied in dem hier kurz vorgestellten Bündnis:
2018-10-13 Kurzüberblick - Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von AKWs-Deutsch.docxKarlsruher Bündnis gegen neue Generationen von AtomreaktorenKurzüberblick:Das Thema ‚Atomenergie in Deutschland‘ ist für viele, auch politisch durchaus Interessierte,eigentlich erledigt – die Abschaltung aller Reaktoren bis 2022 ist ja beschlossene Sache.Also alles in trockenen Tüchern? Leider nein!Deutsche Forschungsinstitute beteiligen sich weiterhin an der Forschung zu neuen Typen vonAtomkraftwerken. Darüber hinaus werden nach wie vor in Deutschland Kernbrennelementehergestellt und damit AKWs (auch dicht an der Grenze zu Deutschland) am Laufen gehalten [1].Der französische Atomkonzern AREVA - jetzt umbenannt in Framatom und Orano - betreibt seitvielen Jahren für seine Mitarbeiter eine Fortbildungseinrichtung (nun umbenannt in FramatomProfessional School, FPS) auf dem Gelände des ehemaligen Kerforschungszentrums Karlsruhe,heute Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) [2].Die Forschung zu neuen Atomreaktoren ist in Karlsruhe konzentriert - eine Reihe von Institutenam Karlsruher Institut für Technologie (KIT) [3] sowie insbesondere das Joint Research Center(JRC) der Europäischen Union [4] arbeiten zum Thema ‚Atomreaktoren der 4. Generation‘ [5].1. Worum geht es dem Karlsruher Bündnis?Die Forschung und Entwicklung für Atomreaktoren der 4. Generation hebelt den Ausstieg ausder Atomenergie in Deutschland und anderswo aus. Das in Karlsruhe favorisierte Reaktorkonzeptbirgt zudem eine Reihe von Risiken, die es bei den bisherigen Atomreaktoren derGenerationen 1 bis 3 so nicht gab: Über die Verwendung von Thorium als Beigabe zu den Kernbrennstoffen wird dasatomwaffenfähige Uran-Isotop 233 erzeugt. Dieses lässt sich ohne großen technischenAufwand hochkonzentriert separieren [6]. Damit wird der Bau von Atomwaffen wesentlich einfacher. Bis heute ist es notwendig,das atomwaffenfähige Uran-Isotop 235 durch komplexe Prozesstechniken zur Anreicherungaus natürlichen Uranvorkommen zu gewinnen. Diese Hochtechnologiehürde würde mit denneuen Atomreaktoren komplett entfallen [7]. Die neuen Reaktoren sollen als kleine, modulare Einzelreaktoren in ‚Containergröße‘ gebautund so global verkauft werden [8]. Damit würde der Weiterverbreitung von Atomwaffen, der Proliferation, Tür und Torgeöffnet.2. Was will das Bündnis erreichen?Als Teil der Bewegung für einen umfassenden Ausstieg aus der zivilen und militärischenAtomenergie beschäftigt sich das Karlsruher Bündnis gezielt mit der Forschung und Entwicklungzu Atomreaktoren der 4. Generation mit folgenden Zielen:22018-10-13 Kurzüberblick - Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von AKWs-Deutsch.docx Die Aktivitäten zum Bau der Atomreaktoren der 4. Generation, die damit verbundene Gefahrder Proliferation und die Unterstützung durch Forschungseinrichtungen in Deutschlandmüssen umfassender bekannt werden, damit sich ein breiter gesellschaftlicher Widerstandhiergegen entwickeln kann. Die staatliche Unterstützung der Forschung zu neuen Reaktoren durch die Bundesregierung,auch über EURATOM, sowie die Landesregierung über Betriebserlaubnisse undForschungsetats muss eingestellt werden. Die so freiwerdenden Mittel sind beispielsweise für verstärke Forschungen im BereichErneuerbarer Energien und Energiespeicherung zu verwenden. Das KIT und das JRC müssen die Forschung zu Themenstellungen im Zusammenhang mitAtomreaktoren der 4. Generation aufgeben.3. Wer arbeitet im Bündnis zusammen?Das ‚Karlsruher Bündnis gegen neue Atomreaktoren‘ hat sich im Nachgang zu den3. Karlsruher Atomtagen 2017 (www.karlsruheratomtage.de) gegründet und wird getragen vonEinzelpersonen und den unten aufgeführten Gruppen:Anti-Atom-Initiative Karlsruhe (www.anti-atom-ini-ka.de)attac – Karlsruhe (http://www.attac-netzwerk.de/index.php?id=77099 )BI Müll und Umwelt Karlsruhe (http://www.muellundumwelt-bi-ka.de)BUND Mittler Oberrhein und Karlsruhe (http://karlsruhe.bund.net)Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet (https://buzo-ka.de)DIE LINKE KV Karlsruhe (http://www.dielinke-fuer-karlsruhe.de)IPPNW Deutschland: International Councillor Dr. Helmut LohrerInitiative gegen Militärforschung an UniversitätenInitiativkreis Energie Kraichgau e.V. (www.energie-kraichgau.de)Sylvia Kotting-Uhl MdB BÜNDNIS 90/Die Grünen (https://kotting-uhl.de)Wer sich zu den genannten Themen einbringen möchte, ist herzlich zur Mitarbeit eingeladen.Kontakt: gegengeneration4@anti-atom-ka.deVerweise:[1] Die Advanced Nuclear Fuels GmbH, Lingen ist eine 100%-ige Tochter des AREVAKonzerns.Seit mehr als 40 Jahren werden am Standort Lingen in NiedersachsenKernbrennstäbe für Atomreaktoren gefertigt.AREVA: Fuel Assemblies from Lingen, Broschüre, 8 Seiten, Nov. 2014(download Sept. 2018: de.areva.com)Ebenfalls in Niedersachsen findet die Anreicherung von Uran für diese Brennstäbe statt:die URENCO Deutschland GmbH, Gronau liefert als Teil der international aufgestellten32018-10-13 Kurzüberblick - Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von AKWs-Deutsch.docxURENCO-Gruppe angereichertes Uran für zivile Anwendungen.URENCO Deutschland GmbH: Information der Öffentlichkeit nach der Strahlenschutzverordnungund der Störfallverordnung, 5. Wiederholinformation, 6 Seiten, 2017.(download Sept. 2018: www.urenco.com)[2] Eingebunden in das Institut für Kern- und Energietechnik (IKET) des KIT (Karlsruher Institutfür Technologie, Karlsruhe) ist die 'Framatom Professional School (FPS)', die mit einemumfangreichem Fortbildungs- und Forschungsangebot für Entwickler und Betreiber vonAtomkraftwerken einen Beitrag zum Weiterbetrieb dieser Anlagen leistet.http://www.iket.kit.edu/138.php und www.fps.kit.edu/Diese Form der institutionalisierten Fortbildungs- und Forschungszusammenarbeitzwischen dem KIT und der Atomindustrie existiert seit 2009, als Framatom-VorgängerAREVA NP die AREVA Nuclear Professional School am KIT initiierte.KIT Presseerklärung 015/2009 (20.2.2009), https://www.kit.edu/kit/pi_2009_139.php[3] Am KIT arbeiten die folgenden Institute und Einrichtungen zum Thema Kernenergie: Institut für Kern- und Energietechnik (IKET) incl. FPS, siehe [2] Institut für Neutronenphysik und Reaktortechnik (INR) Institut für Fusionstechnologie und Reaktortechnik (IFRT) Institut für Nukleare Entsorgung (INE) Untersuchungen im Umfeld der Atomkraft hat auch durchgeführt:Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)Insbesondere beteiligt sich das KIT und das JRC (siehe [4]) im Rahmen des EU-Horizon2020 Euratom-Projektes SAMOFAR (Safety Assessment of the Molten Salt Fast Reactor)an der Entwicklung der schnellen Flüssigsalz-Reaktoren. www.samofar.eu[4] Die Europäische Union betreibt und finanziert Forschungszentren zu verschiedenenThemen. Das JRC-Dir G, Karlsruhe (JRC = Joint Research Center), frühere BezeichnungJRC-ITU (ITU = Institut für Transurane) befindet sich auf dem Gelände des KIT, CampusNord und arbeitet offiziell zur Sicherheit von Atomreaktoren.(https://ec.europa.eu/jrc/en/about/jrc-site/karlsruhe), de facto allerdings auch anBrennstoffen für neue Generationen von Atomkraftwerken (siehe z.B. JRC-Vorträge in:Proc. Int. Conf. on Fast Reactors and Related Fuel Cycles: Next Generation NuclearSystems for Sustainable Development (FR17), June 2017, Yekaterinburg (Russland)).[5] Die Arbeiten im JRC Karlsruhe zu Nuklearbrennstoffen für Atomkraftwerke der4. Generation finden insbesondere im FMR-Labor (Fuels and Materials Research) statt.(https://ec.europa.eu/jrc/en/research-facility/open-access/calls/relevance/2018-1-RD-ActUsLab-FMR)[6] Thomas Partmann: Vortrag „Atomwaffen aus Thorium?“, 3. Karlsruher Atomtage,15.9.2017, (http://www.atomtage.de/wp-content/uploads/2017/07/ThomasPartmann-Neuartige-Thoriumreaktoren-und-deren-Risiken-Zusammenfassung.pdf)[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Uran-Anreicherung42018-10-13 Kurzüberblick - Karlsruher Bündnis gegen neue Generationen von AKWs-Deutsch.docx[8] Dagmar Röhrich: Schöne neue Reaktorwelt, Deutschlandfunk, 16.7.2017, 12 Seitenwww.deutschlandfunk.de/kleine-akws-vom-fliessband-schoene-neue-reaktorweltdownload 29.12.2017
Vortrag Dr. Moormann: Atomforschung in Dt Forschung für Sicherheit oder auch Atomwaffen
JRC Gefahr globaler Bedrohung BNN 23.11.2017
Ohne „heiße Zellen“ keine Lagerung in Philippsburg
Ohne „heiße Zellen“ keine Lagerung
„Wer nicht entsorgen kann, muss abschalten“
Zu „Irritationen um Atommüll“ vom 30. September:
Noch bis ins Jahr 2005 durfte die deutsche Atomindustrie laut „Konsens“ ihren Strahlenmüll ins Ausland verschieben. Die sogenannte Wiederaufarbeitung fand in Frankreich statt. Damit wurde die laut Atomgesetz vorgeschriebene Entsorgung weiter nur vorgetäuscht. Wenn damals die Betreiber verpflichtet wären nachzuweisen, dass es eine sichere Endlagerung für den hochgefährlichen Strahlenmüll gibt, müssten damals wie heute sämtliche Atomkraftwerke sofort vom Netz genommen werden.
Denn ein Endlager, das den Strahlenmüll über den notwendigen Zeitraum sicher von der Biosphäre abschneidet, existiert nicht. Wer nicht entsorgen kann, muss abschalten!
Für eine Einlagerung der Castoren aus Frankreich im Kernkraftwerk Philippsburg fehlen zwei wesentliche Voraussetzungen:
1. Das Zwischenlager für hoch radioaktive Brennelemente ist gegen die Einwirkungen von außen nicht genügend gesichert und muss massiv „gehärtet“ werden.
2. Es bedarf einer Nachrüstung mit sogenannten Heißen Zellen im Zwischenlager. Der BUND hat mit anderen Umweltverbänden die Forderung dieser Nachrüstung schon mehrfach erhoben.
Das Problem ist also, dass es für diese speziellen Atomabfälle am Ort keine Reparaturmöglichkeiten gibt, sollten die Behälter undicht werden. Während Castoren mit bestrahlten Brennelementen noch im Abklingbecken des Philippsburger KKP 2 repariert werden könnten – das erfolgt dort in der Sicherheitszone unter Wasser – ist dies bei dem Atommüll, der in Glas eingeschmolzen ist, nicht möglich, da dieses strahlende Glas unter keinen Umständen mit Wasser in Verbindung kommen darf. Für die Abfälle aus Frankreich und England kommt diese Möglichkeit also nicht in Betracht.
Wir teilen nicht die Sicht der Entsorgungskommission (ESK) der Bundesregierung, die sich mit weniger Maßnahmen einverstanden erklärte.
Eine Studie von INTAC Hannover, verfasst von dem Physiker Wolfgang Neumann, widerspricht der ESK in zahlreichen Punkten und legt umfänglich auch weitere Gründe dar, die eine Nachrüstung von Heißen Zellen als Sicherheitsvorkehrung unbedingt erforderlich machen.
In dieser Stellungnahme wurden die Aussagen bezüglich des Doppeldeckeldichtungssystems beim Castor HAW 28 M zur Notwendigkeit von Heißen Zellen an Zwischenlagerstandorten vom Mai 2014 bestätigt.
Vor einem Rücktransport müssen diese am Standort Philippsburg gebaut werden.
Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | AUS DER REGION | 21.10.2017 Seite 33
Atomforschung á la Karlsruhe
[ 49 ] (www.nuklearforum.ch/de/aktuell/e-bulletin vom 25.11.2015)
Abdeckung des nuklearen Haftungsrisikos für die Anlagen des Joint Research Centre in Karlsruhe
Der BUND Mittlerer Oberrhein bittet unter Verweis auf § 3 des Umweltinformationsgesetzes bzw. § 24 des Umweltverwaltungsgesetzes BW um folgende Umweltinformationen zu folgender Frage:
Wir haben aus einer Auftragsbekanntmachung
Abdeckung des nuklearen Haftpflichtsrisikos für die Anlagen der JRC Karlsruhe. Referenznummer der Bekanntmachung: JRC/KRU/2017/R.6/0110/RC.
entnommen, dass das JRC eine Versicherung sucht (veröffentlicht am: 30.08.2017)
Gegenstand dieser Ausschreibung ist die nukleare Haftpflichtversicherung für den Umgang mit und die Lagerung von Kernbrennstoffen und sonstigen radioaktiven Stoffen in den Anlagen der JRC Karlsruhe.
In der Genehmigung von 2012 des JCR wird unter 4.4.4. festgelegt:
„Erforderliche Vorsorge für die Erfüllung gesetzlicher Schadensersatzverpflichtungen (§ 9 Abs. 2 Nr. 4 AtG)
Nach § 13 Abs. 1 Satz 1 AtG hat die atomrechtliche Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde im Genehmigungsverfahren Art, Umfang und Höhe der Vorsorge für die Erfüllung gesetzlicher Schadensersatzverpflichtungen (Deckungsvorsorge) überprüft und neu festgesetzt. Die Höhe der Deckungssumme wurde für den beantragten Umgang mit Kernbrennstoffen und sonstigen radioaktiven Stoffen gemäß § 13 Abs. 1 AtG in Verbindung mit § 8 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 und 2, § 11 Abs. 1, 18 und 19 AtDeckV auf 200,-- Millionen Euro neu festgelegt. Die Festsetzung der Deckungsvorsorge erfolgte mit Bescheid vom 09.02.2011.“
- Ist dies die aktuelle Versicherungssumme?
- Falls nein, wie lautet die neue?
- Was genau wird mit dieser Versicherungssumme abgedeckt?
Castoren von Frankreich nach Philippsburg
BNN „Irritationen um Atommüll
Philippsburger fühlen sich von EnBW überrumpelt“ vom 30.9.2017
Kommentiert von Harry Block wurde nicht in den BNN abgedruckt:
Noch bis ins Jahr 2005 durfte die deutsche Atomindustrie laut 'Konsens' ihren Strahlenmüll ins Ausland verschieben. Die so genannte Wiederaufarbeitung fand in Frankreich statt. Damit wurde die laut Atomgesetz vorgeschriebene Entsorgung weiter nur vorgetäuscht. Wenn damals die Betreiber verpflichtet wären nachzuweisen, dass es eine sichere Endlagerung für den hochgefährlichen Strahlenmüll gibt, müssten damals wie heute sämtliche Atomkraftwerke sofort vom Netz genommen werden. Denn ein Endlager, das den Strahlenmüll über den notwendigen Zeitraum sicher von der Biosphäre abschneidet, existiert nicht. Wer nicht entsorgen kann, muss abschalten!
Für eine Einlagerung der Castoren aus Frankreich in Philippsburg fehlen zwei wesentliche Voraussetzungen:
1. Das Zwischenlager für hochradioaktive Brennelemente ist gegen die Einwirkungen von außen nicht genügend gesichert und muss massiv ´gehärtet´ werden.
2. Es bedarf einer Nachrüstung mit sogenannten Heißen Zellen im Zwischenlager.
Der BUND hat mit anderen Umweltverbänden die Forderung dieser Nachrüstung schon mehrfach erhoben.
Das Problem ist also, dass für diese speziellen Atomabfälle es vor Ort keine Reparaturmöglichkeiten gibt, sollten die Behälter undicht werden. Während Castoren mit bestrahlten Brennelementen noch im Abklingbecken von KKP 2 repariert werden könnten ̶ das erfolgt dort in der Sicherheitszone unter Wasser ̶ ist dies bei dem Atommüll, der in Glas eingeschmolzen ist, nicht möglich, da diese strahlende Glas unter keinen Umständen mit Wasser in Verbindung kommen darf. Für die Abfälle aus Frankreich und England kommt diese Möglichkeit also nicht in Betracht.
Wir teilen nicht die Sicht, der Entsorgungskommission (ESK) der Bundesregierung, die sich mit weniger Maßnahmen einverstanden erklärte.
Eine Studie von INTAC Hannover, verfasst von dem Physiker Wolfgang Neumann, widerspricht der ESK in zahlreichen Punkten und legt umfänglich auch weitere Gründe dar, die eine Nachrüstung von Heißen Zellen als Sicherheitsmaßnahme unbedingt erforderlich machen.
In dieser Stellungnahme wurden die Aussagen bezüglich des Doppeldeckeldichtungssystems beim CASTOR HAW28M zur Notwendigkeit von Heißen Zellen an Zwischenlagerstandorten vom Mai 2014 bestätigt. Vor einem Rücktransport müssen diese am Standort Philippsburg gebaut werden.
Freigemessener Atommüll aus Karlsruhe und Philippsburg
Einwendung Wasserwerk Morscher Wald
An RP Karlsruhe
Karlsruhe, 8.09.2017
Wasserrechtsantrag: Wasserwerk Mörscher Wald –
Aktenzeichen 51a2-8914.51-21 KA-35 WW Mörscher Wald
Die Darstellung/Untersuchung von Flora und Fauna in den Erfassungsbeichten ist sehr gut, recht umfassend sowie informativ. Auswirkungen wird es bei einer Entnahme von 7,6 Millionen Kubikmeter Grundwasser natürlich geben.
Potenzielle Gefahrenquellen liegen für den besiedelten Bereich der Schutzzone IIIB des WSG Mörscher Wald bei einer Vielzahl an konkreten Altlasten(verdachts)flächen vor.
Es gibt im Bereich des Wasserwerks altlastverdächtige Flächen:
- ehemalige Standortschießanlage Karlsruhe/Rheinstetten/Mörsch, wo es durch Munitionsrückstände nachweisbar zu einem
erhöhten Bleieintrag in das Grundwasser kommt ;
- Bauschuttablagerung
- Hausmüllablagerung
Zusätzlich sind folgende Untersuchungsflächen von Altlasten betroffen:
- Sondermüllablagerungen
- Tankstelle, Öl, KfZ-Reperatur; Fe-Metallverarbeitung, Maschinenbau
Deren Gefährdungspotential hätten wir gerne genau gewusst und bewertet. Außerdem wäre es ja wohl jetzt an der Zeit, soweit als möglich diese Altlasten zu sanieren/zu beseitigen.
Was uns da fehlt, ist die Untersuchung auf PFC. Insgesamt sind vierzehn Firmen aktenkundig,
die Papierschlämme an den Komposthändler Vogel geliefert haben, der diese an Bauern weitergegeben hat.
- Landete Material von der Firma Vogel auf Grundstücken im Bereich des Wasserwerkes (auch bei Mannheim sind die gefährlichen Stoffe auf hundert Hektar im Boden entdeckt worden)?
- Falls ja, wo und wieviel?
- Wann wurde dies festgestellt und untersucht?
- Falls nein, wurde trotzdem Untersuchungen durchgeführt? Wo, wann und mit welchen Ergebnissen?
Eine große Papierfabrik ist auch in Karlsruhe ansässig.
- Wieviel Tonnen ihrer Papierschlämme sind PFC belastet.
- Wie wurden/werden diese entsorgt?
„Neben punktuellen Gefährdungen durch Altlasten(verdachts)flächen ergibt sich im WSG Mörscher Wald durch Verkehrsinfrastruktur „eine diffuse Gefährdung […] aus dem linearen Eintrag straßenverkehrsbürtiger Stoffe wie Reifenabrieb, Schmieröle, Kraftstoffe, Kraftstoffadditive und Lösungsmittel“.
Es gibt vor allem die Gefahr von hunderten von LKWs mit Mineralölprodukten der MIRO und chemischen Produkten von BASF. Ein schwerer Unfall (2008 ereigneten sich 279 Unfälle in Wasserschutzgebieten) könnte das Ende der Wasserentnahme bei einem oder mehrerer Brunnen bedeuten.
- Gibt es Möglichkeiten diese echte und die diffuse Gefährdung zu minimieren z.B. Durchfahrverbote bei einzelnen Straßen?
- Sind für die Folgemaßnahmen
· Aufnehmen/Ausheben verunreinigten Materials, einschließlich Bindemittel
· Abfuhr verunreinigten Materials
· Aufbereiten des verunreinigten Materials vor Ort (z. B. Ausspülen, Mischen,
· Belüften)
· Niederbringen von Grundwasserbeobachtungsrohren
· Anlegen von Schürfgruben
· Errichten von Brunnen zum Abpumpen etc.
die örtlichen Vorsorgemaßnahmen bei Feuerwehren etc. ausreichend und nachgewiesen?
- Warum hat sich der Wasserverbrauch der städtischen Stellen mehr als halbiert?
Das gleiche für die Sonderverträge.
- Was ist hierfür der Grund?
Nitrat im Grundwasser ist ein Problem. Im Münsterland hat eine Gemeinde im Einzugsbereich der Brunnen mit den dortigen Landwirten einen Vertrag zur so genannten Nitrat-Minimierungs-Methode abgeschlossen. Das Ergebnis: Das Wasser ist fast nitratfrei.
Das Gutachten für das Wasserwerk Durlacher Wald stammt aus dem Jahre 2006
- Wie sieht es derzeit mit der Gewinnung von Trinkwasser im Durlacher Wald aus?
Pflanzenbehandlung und Schädlingsbekämpfung (PSM) werden seit mehr als einem Jahrzehnt durchgeführt. Nachgewiesen wurden Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin.
„Obwohl die einzelnen Brunnen merklich belastet sind, wurde bislang der Grenzwert
der TrinkwV von 0,1 μg/L nicht überschritten, sodass bei Beibehaltung der
derzeitigen Gegebenheiten (verminderte Fördermenge) diesbezüglich keine Maßnahmen
erforderlich sein sollten. Diese können notwendig werden...“
- Warum verbietet man nicht in diesem Bereich die Anwendung oder versucht wenigstens diese zu minimieren?
„Es liegen heterogene Strukturen mit guter Verbundsituation und mehrere großflächigere, für Vögel, Amphibien und Libellen geeignete Gewässerhabitate vor. Eine Beeinträchtigung liegt durch den Besatz von Kaliko-Krebsen in allen Gewässern im westlichen Teilgebiet vor. Hier kann nicht mehr von einer erfolgreichen Reproduktion von Libellen und Amphibien ausgegangen werden.“
- Warum? Gibt es da keine Gegenmaßnahmen?
Schwefelwasserstoff und Methan kommen im Grundwasser häufig vor. Beide Gase rufen unterschiedliche Probleme in Wasserwerken hervor. Es ist sehr wichtig, dass beide Gase entfernt werden, da schon kleine Restmengen im Wasser die nachfolgende Entfernung von Eisen und Ammonium erheblich erschweren.
- Wie wird dies im neuen Wasserwerk gehandhabt?
- Gibt es für gewisse ´Notfälle´ technische Einrichtungen, die halogenierte Kohlenwasserstoffen aus dem Wasser entfernen können?
- Welche Wärmeeinträge in das Grundwasser gibt es im Bereich des Wasserwerks?
- Wie sieht es mit den Temperaturen an den jeweiligen Brunnen im Jahresablauf aus?
- Wieviel Grundwasser pro Jahr wird im Bereich Bruchsal bis Rastatt von Kommunen, Industriebetrieben, Firmen und Privatpersonen gefördert?
- Wie viele Wassergenehmigungen mit welcher Gesamtmenge in diesem Bereich liegen vor? Werden diese ständig auf den aktuellen Verbrauchsstand korrigiert?
- Reicht die Grundwasserneubildung in diesem Bereich regional gesehen aus?
- Sind Wasserminimierungsvorschriften für Großverbraucher in unserem Bereich geplant oder durchgeführt worden?
Den gutachterlichen Stellungnahmen können wir uns anschließen:
„Abschätzung der Wertigkeit:
Flora/Biotoptypen: Der Biotopverbund weist hinsichtlich der heterogenen Strukturen eine
insgesamt hohe Wertigkeit auf.
Fauna: In der Untersuchungsfläche ist das Vorhandensein wertgebender Amphibien und Libellen zu erwarten, für die eine Empfindlichkeit gegenüber Wasserstandsabsenkungen besteht.
Zusammenfassende Bewertung: Bei der Untersuchungsfläche handelt es sich um ein
hochwertiges Gebiet mit einer natürlichen Anpassung an starke Wasserstands-schwankungen. Aufgrund der wesentlichen Beeinflussung des Grundwasserstands durch den Rheinwasserspiegel wird eine Absenkung von < 5 bis ca. 18 cm durch die Grundwasser-entnahme des Wasserwerks lediglich zu geringen Auswirkungen führen.“
„Insgesamt handelt es sich bei der Untersuchungsfläche hinsichtlich der Amphibienfauna um ein hochwertiges Gebiet. Hinsichtlich der geringen, prognostizierten Absenkbetr.ge muss zumindest mit geringen Wirkungen gerechnet werden.“
Die Genehmigung sollte nur für 20 Jahre ausgesprochen und deren Einzelheiten/Auswirkungen von Zeit zu Zeit gutachterlich überprüft und veröffentlicht werden.
KIT Nord - ehemals Kernforschungszentrum KA in Kurzform
die über 1.000 Beschäftigten mit dem weiteren Abriss der Atomreaktoren und der WAK beschäftigt.
Quelle: http://karlsruhe.bund.net/themen_und_projekte/klima_energie_atomkohle_und_atommeiler_der_enbw_kit_nordwasser/

References: § 3
 § 24
 § 13
 § 13
 § 8
 § 11