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Timestamp: 2019-06-25 13:43:01+00:00

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Düsseldorfer Tabelle 2011 / 2012 | Rechtslupe
Heute wurde die neu überarbeitete Düsseldorfer Tabelle veröffentlicht. Nachdem zu Beginn des Jahres 2010 wegen der geänderten Kinderfreibeträge eine “außerplanmäßige Anpassung” der Düsseldorfer Tabelle erfolgte, handelt es sich jetzt um die nächste turnusmäßige Überarbeitung, die wieder zwei Jahre gültig sein wird.
Änderungen an der Düsseldorfer Tabelle 2011 / 2012
Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle 2010
Unterhaltspflichten gegenüber mehreren Kinder
Unterhalt der Mutter und des Vaters eines nichtehelichen Kindes
Die Düsseldorfer Tabelle[↑]
Dieser Artikel beschreibt die bis Ende 2012 gültige Düsseldorfer Tabelle 2011.
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Die Düsseldorfer Tabelle wird von den Richtern der Familiensenate des Oberlandesgerichts Düsseldorf in Abstimmung mit den anderen Oberlandesgerichten und dem Deutschen Familiengerichtstag in regelmäßigen Abständen neu gefasst. Ihr liegt ein von den Richtern entwickeltes System zugrunde, mit dem der Unterhaltsbedarf von Kindern nach verschiedenen Einkommensgruppen bestimmt wird. Grundlage der Tabelle ist der sog. Mindestunterhalt, der in keinem Fall unterschritten werden darf. Diesen Mindestunterhalt hat der Gesetzgeber mit der Unterhaltsreform festgelegt. Er entspricht der Höhe nach dem bisherigen Regelbetrag.
In der Düsseldorfer Tabelle wird die Unterhaltsverpflichtung für alle Einkommen (differenziert) festgeschrieben. Die Richtsätze der 1. Einkommensgruppe entsprechen dem Mindestbedarf gemäß § 1612 a BGB. Mit steigendem Einkommen des Vaters oder der Mutter erhöht sich auch der Unterhaltsanspruch des Kindes. In der Tabelle werden außerdem die genauen Zahlbeträge in den höheren Einkommensgruppen sowie die Unterhaltssätze für volljährige, noch im Elternhaus lebende Kinder festgesetzt. Dabei liegt es in der Gestaltungsverantwortung der Düsseldorfer Tabelle, ab welchem Einkommen und in welchen Einkommensgruppen es zu einer Erhöhung des Mindestunterhalts kommt. Gleiches gilt für die Steigerungsraten, mit der der Unterhalt von Einkommensstufe zu Einkommensstufe erhöht wird. Eine gesetzliche Vorgabe gibt es dafür nicht. Das gesetzliche Unterhaltsrecht bestimmt allein, dass der Unterhalt im Verhältnis zu den Lebensverhältnissen der Eltern angemessen sein muss. Die Festlegung des Kindesunterhalts obliegt im konkreten Fall den Gerichten, die dabei im Wesentlichen die Düsseldorfer Tabelle zugrunde legen.
In den Unterhaltsbedarfbeträgen sind Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren nicht enthalten.
Änderungen an der Düsseldorfer Tabelle 2011 / 2012[↑]
Die Düsseldorfer Tabelle für 2011 nimmt gegenüber der derzeit gültigen Düsseldorfer Tabelle insbesondere Anpassungen beim notwendigen Eigendarf des Unterhaltspflichtigen vor, was zu einem höheren Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen Elternteils führt. Damit zeichnet die Düsseldorfer Tabelle die Anpassung der entsprechenden Hartz-IV-Sätze im Bereich des Unterhaltsrechts nach. Diese an der Düsseldorfer Tabelle für 2011 vorgenommenen Änderungen stehen noch unter dem Vorbehalt, dass der Bundesrat den vom Bundestag beschlossenen Existenzminimum-Berichten zustimmen wird. Dies wird voraussichtlich in der Sitzung des Bundesrates am 17.12.2010 erfolgen.
Gleichzeitig wird für Studenten in der neuen Tabelle für 2011 – in Nachzeichnung der zwischenzeitig beschlossenen BAföG-Erhöhung – der Gesamtunterhaltsbetrag um 20,- € erhöht.
Die in der Düsseldorfer Tabelle genannten Unterhaltsbeträge gehen, wie erstmals schon die für das Jahr 2010 geltende Tabelle, von zwei Unterhaltsberechtigten aus, also etwa dem (ehemaligen) Ehegatten und einem Kind. Bei mehr als zwei Unterhaltsberechtigten kann – einzelfallabhängig – ggfs. die Einstufung in eine niedrigere Einkommensgruppe in Betracht kommen.
Im Einzelnen sieht die Düsseldorfer Tabelle 2011 folgende Änderungen gegenüber 2010 vor:
Der notwendige Eigenbedarf (Selbstbehalt) wird für Erwerbstätige, die für Kinder bis zum 21. Lebensjahr unterhaltspflichtig sind, um 50,- € von 900,- € auf 950,- € erhöht. Für nicht erwerbstätige Unterhaltsverpflichtete bleibt es dagegen bei dem bisherigen Selbstbehalt von 770 €. Auch die Selbstbehalte bei Unterhaltspflichten gegenüber dem Ehegatten, gegenüber der Mutter oder dem Vater eines nichtehelichen Kindes, gegenüber volljährigen Kinder oder gegenüber den Eltern werden angehoben. Die Anpassung auf 950 € lehnt sich an die Erhöhung der SGB IISätze („Hartz IV“) zum 01.01.2011 an. Die übrigen Selbstbehalte sind wegen der nicht so engen familiären Bindungen und wegen des geringeren Schutzbedürfnisses der unterhaltsberechtigten Erwachsenen höher.
Bedarfskontrollbetrag:
Der angemessene Gesamtunterhaltsbedarf eines Studierenden, der nicht bei seinen Eltern wohnt, wird von 640,- € auf 670,- € erhöht. Darin enthalten sind 280,- € (statt bisher 270,- €) für die Kosten der Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung (Warmmiete). Dieser Bedarfssatz kann auch für ein Kind mit eigenem Haushalt angesetzt werden. Durch die Erhöhung wird der Unterhaltsbedarf an den zum 01.10.2010 erhöhten BAföG-Höchstsatz angepasst.
Selbsbehalte[↑]
Der Düsseldorfer Tabelle 2011 / 2012 liegen damit folgende Beträge für den notwendigen Eigenbedarf zugrunde:
Unterhaltspflicht besteht gegenüber Selbstbehalt 2010 Selbstbehalt 2011/2012 Änderung zu 2010
Kinder bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allgemeine Schulausbildung)
&bullet; Unterhaltspflichtiger ist erwerbstätig: 900,00 € 950,00 € 50,00 €
&bullet; Unterhaltspflichtiger ist nicht erwerbstätig: 770,00 € 770,00 € 0,00 €
anderen volljährigen Kindern: 1.100,00 € 1.150,00 € 50,00 €
Ehegatte oder Vater/Mutter eines nichtehelichen Kindes: 1.000,00 € 1.050,00 € 50,00 €
Eltern: 1.400,00 € 1.500,00 € 100,00 €
Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle 2010[↑]
Damit ergeben sich für 2011 und 2012 folgende Tabellenbeträge für den Kindesunterhalt:
bis 1.500 € 317 € 364 € 426 € 488 € 100 770 € / 950 €
1.501 -1.900 € 333 € 383 € 448 € 513 € 105 1.050 €
1.901 -2.300 € 349 € 401 € 469 € 537 € 110 1.150 €
2.301 -2.700 € 365 € 419 € 490 € 562 € 115 1.250 €
2.701 -3.100 € 381 € 437 € 512 € 586 € 120 1.350 €
3.101 -3.500 € 406 € 466 € 546 € 625 € 128 1.450 €
3.501 -3.900 € 432 € 496 € 580 € 664 € 136 1.550 €
3.901 -4.300 € 457 € 525 € 614 € 703 € 144 1.650 €
4.301 -4.700 € 482 € 554 € 648 € 742 € 152 1.750 €
4.701 -5.100 € 508 € 583 € 682 € 781 € 160 1.850 €
Zahlbeträge[↑]
Aus diesen Bedarfsbeträge lassen sich nach Abzug des jeweiligen Kindergeldanteils die jeweiligen Zahlbeträge berechnen. Derzeit beträgt das Kindergeld für das erste und das zweite Kind 184,00 €, für das dritte Kind 190,00 € und ab dem vierten Kind 215,00 €. Bei minderjährigen Kindern ist das hälftige Kindergeld anzurechnen, bei volljährigen das volle Kindergeld.
1.501 – 1.900 € 241 € 291 € 356 € 329 € 105
1.901 – 2.300 € 257 € 309 € 377 € 353 € 110
2.301 – 2.700 € 273 € 327 € 398 € 378 € 115
2.701 – 3.100 € 289 € 345 € 420 € 402 € 120
3.101 – 3.500 € 314 € 374 € 454 € 441 € 128
3.501 – 3.900 € 340 € 404 € 488 € 480 € 136
3.901 – 4.300 € 365 € 433 € 522 € 519 € 144
4.301 – 4.700 € 390 € 462 € 556 € 558 € 152
4.701 – 5.100 € 416 € 491 € 590 € 597 € 160
1.501 – 1.900 € 238 € 288 € 353 € 323 € 105
1.901 – 2.300 € 254 € 306 € 374 € 347 € 110
2.301 – 2.700 € 270 € 324 € 395 € 372 € 115
2.701 – 3.100 € 286 € 342 € 417 € 396 € 120
3.101 – 3.500 € 311 € 371 € 451 € 435 € 128
3.501 – 3.900 € 337 € 401 € 485 € 474 € 136
3.901 – 4.300 € 362 € 430 € 519 € 513 € 144
4.301 – 4.700 € 387 € 459 € 553 € 552 € 152
4.701 – 5.100 € 413 € 488 587 591 160
1.501 – 1.900 € 225,50 € 275,50 € 340,50 € 298 € 105
1.901 – 2.300 € 241,50 € 293,50 € 361,50 € 322 € 110
2.301 – 2.700 € 257,50 € 311,50 € 382,50 € 347 € 115
2.701 – 3.100 € 273,50 € 329,50 € 404,50 € 371 € 120
3.101 – 3.500 € 298,50 € 358,50 € 438,50 € 410 € 128
3.501 – 3.900 € 324,50 € 388,50 € 472,50 € 449 € 136
3.901 – 4.300 € 349,50 € 417,50 € 506,50 € 488 € 144
4.301 – 4.700 € 374,50 € 446,50 € 540,50 € 527 € 152
4.701 – 5.100 € 400,50 € 475,50 € 574,50 € 566 € 160
Berufsbedingte Aufwendungen, die sich von den privaten Lebenshaltungskosten nach objektiven Merkmalen eindeutig abgrenzen lassen, sind vom Einkommen abzuziehen, wobei bei entsprechenden Anhaltspunkten eine Pauschale von 5% des Nettoeinkommens – mindestens 50,00 € (bei geringfügiger Teilzeitarbeit auch weniger) und höchstens 150,00 € monatlich – geschätzt werden kann. Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen die Pauschale, sind sie insgesamt nachzuweisen.
Notwendiger Eigenbedarf (Selbstbehalt)[↑]
gegenüber volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die im Haushalt
beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 770 €,
beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 950 €.
Hierin ist eine Warmmiete bis 360,00 € berücksichtigt. Der Selbstbehalt kann angemessen erhöht werden, wenn dieser Betrag für die Kosten für Unterkunft (einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung) im Einzelfall erheblich überschritten wird und dies nicht vermeidbar ist.
Der angemessene Eigenbedarf, insbesondere gegenüber anderen volljährigen Kindern, beträgt in der Regel mindestens monatlich 1.150,00 €, einschließlich einer Warmmiete bis 450,00 €.
Die monatliche Unterhaltsrichtsätze des berechtigten, selbst nicht erwerbstätigen Ehegatten ohne unterhaltsberechtigte Kinder (§§ 1361, 1569, 1578, 1581 BGB) betragen gegenüber einen erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen, 3/7 des anrechenbaren Erwerbseinkommens zuzüglich 1/2 der anrechenbaren sonstigen Einkünfte des Unterhaltspflichtigen, nach oben begrenzt durch den vollen Unterhalt, gemessen an den zu berücksichtigenden ehelichen Verhältnissen.
Erzielt der unterhaltsberechtigte Ehegatte ein eigenes Einkommen, berechnet sich der Unterhalt als 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren Erwerbseinkommen der Ehegatten, insgesamt begrenzt durch den vollen ehelichen Bedarf. Für sonstige anrechenbare Einkünfte des unterhaltsberechtigten Ehegatten gilt der Halbteilungsgrundsatz. Ist der unterhaltsberechtigte Ehegatte erwerbstätig ist, obwohl ihn keine Erwerbsobliegenheit trifft, ist der Unterhalt gemäß § 1577 Abs. 2 BGB zu berechnen.
Ist der unterhaltspflichtige Ehegatte (etwa als Rentner) selbst nicht erwerbstätig, berechnet sich der Ehegattenunterhalt nach den gleichen Regeln, ist allerdings auf 50% zu reduzieren.
Wurden die ehelichen Lebensverhältnisse durch Unterhaltspflichten gegenüber Kindern geprägt, so wird grundsätzlich der Kindesunterhalt mit seinem Zahlbetrag vorab vom Nettoeinkommen abgezogen.
Zugunsten des unterhaltsverpflichteten Ehegatten sind gegenüber dem getrennt lebenden und dem geschiedenen Berechtigten ein monatlicher Eigenbedarf (Selbstbehalt) von 1.050,- € anzusetzen, und zwar unabhängig davon, ob der Unterhaltspflichtige erwerbstätig ist oder nicht. In diesem Selbstbehalt ist eine Warmmiete von bis zu 400,- € enthalten.
Das Existenzminimum des unterhaltsberechtigten Ehegatten einschließlich des trennungsbedingten Mehrbedarfs ist in der Regel bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen mit 950,00 € anzusetzen, bei nicht erwerbstätigen mit 770,00 €.
gegenüber einem nachrangigen geschiedenen Ehegatten 1.050,00 €,
gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern 1.150,00 € und
gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen 1.500,00 €.
gegenüber einem nachrangigen geschiedenen Ehegatten 840,00 €,
gegenüber nicht privilegierten volljährigen Kindern 920,00 € und
gegenüber Eltern des Unterhaltspflichtigen mindestens 1.500,00 € (wie bei Verwandtenunterhalt)
Bei der Berechnung des Unterhaltsanspruchs der Eltern ist ein angemessener Selbstbehalt von mindestens monatlich 1.500,00 € (einschließlich 450,00 € Warmmiete) zugrunde zu legen, zuzüglich der Hälfte des darüber hinausgehenden Einkommens, bei Vorteilen des Zusammenlebens in der Regel 45 % des darüber hinausgehenden Einkommens.
Der angemessene Unterhalt des mit dem Unterhaltspflichtigen zusammenlebenden Ehegatten bemisst sich nach den ehelichen Lebensverhältnissen (Halbteilungsgrundsatz), beträgt jedoch mindestens 1.200,00 € (einschließlich 350,00 € Warmmiete).
Der Bedarf der Mutter und des Vaters eines nichtehelichen Kindes (§ 1615 l BGB) bemisst sich nach der Lebensstellung des betreuenden Elternteils, er beträgt in der Regel mindestens 770,00 €.
Der angemessene Selbstbehalt gegenüber der Mutter und dem Vater eines nichtehelichen Kindes (§§ 1615 l, 1603 Abs. 1 BGB) beträgt unabhängig davon, ob erwerbstätig oder nicht, 1.050,00 €. Hierin sind bis 400,00 € Warmmiete enthalten.
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Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde Die Nichtzulassung der Rechtsbeschwerde ist - im Gegensatz zu den Regelungen der Revision (§ 544 ZPO) - nicht anfechtbar ((BGH, Beschluss vom 10.01.2008 - IX ZB 109/07, WuM 2008, 113 [↩]

References: § 1612
 § 1577
 § 5
 § 37
 § 611
 § 611