Source: http://www.jurablogs.com/2012/08/26/bgh-lehrstunde-abgrenzung-taeterschaft-teilnahme
Timestamp: 2017-12-14 04:41:10+00:00

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Erschöpft sich das Mitwirken in einer bloßen Förderung fremden Handelns, liegt lediglich Beihilfe vor
Die Angeklagte hatte unter falschem Namen Kontakt mit dem Geschädigten aufgenommen. Anschließend trafen sich Beide und die Angeklagte brachte den Geschädigten zu dem abgelegen Tatort. Dort setzt sie ihn ab und fuhr weiter. Die Mitangeklagten nötigten den Geschädigten dann unter Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für dessen Leib und Leben zur Übergabe von 9000 Euro. Das Landgericht Neubrandenburg verurteilte die Angeklagte wegen mittäterschaftlicher räuberischer Erpressung gemäß § 253 Abs. 1 und 2, §§ 255, 25 Abs. 2 StGB.
Hiergegen hat der BGH aber erhebliche Bedenken und erinnert, im Rahmen der Revisionsverhandlung, noch einmal an die Grundlagen der Täterschaft und Teilnahme:
“Bei Beteiligung mehrerer Personen, von denen nicht jede sämtliche Tatbestandsmerkmale verwirklicht, handelt mittäterschaftlich, wer seinen eigenen Tatbeitrag so in die Tat einfügt, dass er als Teil der Handlung eines anderen Beteiligten und umgekehrt dessen Handeln als Ergänzung des eigenen Tatanteils erscheint (Fischer, StGB, 59. Aufl., § 25 Rn. 12 mwN). Ob danach Mittäterschaft anzunehmen ist, hat der Tatrichter aufgrund einer wertenden Gesamtbetrachtung aller festgestellten Umstände zu prüfen ...
Gemeinschaftliche Vergewaltigung? oder: Das Leuchten mit dem Handy genügt dafür nicht
Etwas mehr Sorgfalt bitte.., oder: § 267 Abs. 1 Satz 1 StPO lässt grüßen
Die Verständigung – Täterschaft –> Beihilfe –> geringerer Strafrahmen?
Anforderungsvoraussetzungen an die Annahme einer Mittäterschaft
(Strafverteidiger Berlin) BGH vom 10.1.2011 zu den Voraussetzungen der Mittäterschaft (5 StR 515/10)
BGH: Die Abgrenzung der Täterschaft und Teilnahme beim Handeltreiben mit Betäubungsmitteln
BGH: Die Verknüpfung zwischen Nötigungsmittel und Handlung bei der räuberischen Erpressung
Beweglichkeit des gefährlichen Werkzeuges
BGH: Der Selbstverbrauch der Beute darf bei der räuberischen Erpressung iSd § 255 StGB nicht strafschärfend wirken
Veröffentlicht August 26, 2012 9:48am im Blog RA Dr. Böttner.
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References: § 253
 BGH 
 § 25
 § 267
 BGH 
 § 255