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Timestamp: 2020-08-13 12:52:24+00:00

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Unterschiedliche Behandlung von gewerblichen Arbeitnehmern und Angestellten in der Betriebsrente | Rechtslupe
Unterschiedliche Behandlung von gewerblichen Arbeitnehmern und Angestellten in der Betriebsrente
Unter­schied­li­che Behand­lung von gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ange­stell­ten in der Betriebs­ren­te
Die unter­schied­li­che Behand­lung von gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ange­stell­ten bei der Berech­nung der Betriebs­ren­te im Rah­men einer Gesamt­ver­sor­gung kann zuläs­sig sein, wenn die Ver­gü­tungs­struk­tu­ren, die sich auf die Berech­nungs­grund­la­gen der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung aus­wir­ken, unter­schied­lich sind.
In dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war der Klä­ger seit 1988 als gewerb­li­cher Arbeit­neh­mer bei der Beklag­ten beschäf­tigt. Die Rege­lun­gen zur betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung sehen für vor dem 1.01.2000 ein­ge­tre­te­ne Mit­ar­bei­ter eine Gesamt­ver­sor­gung vor. Neben einer pro­zen­tua­len Brut­to- und Net­to­ge­samt­ver­sor­gungs­ober­gren­ze bestimmt die Ver­sor­gungs­re­ge­lung, dass die Betriebs­ren­te den Betrag nicht über­schrei­ten darf, der sich aus der Mul­ti­pli­ka­ti­on der ruhe­geld­fä­hi­gen Beschäf­ti­gungs­jah­re mit einem Grund­be­trag ergibt. Die Grund­be­trä­ge für Ange­stell­te sind höher als die Grund­be­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der­sel­ben Ver­gü­tungs­grup­pe.
Das Arbeits­ge­richt hat der Kla­ge, mit der der Klä­ger die Berück­sich­ti­gung des für Ange­stell­te sei­ner Ver­gü­tungs­grup­pe vor­ge­se­he­nen Grund­be­trags bei der Berech­nung sei­ner Betriebs­ren­te erstrebt, statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln hat die Kla­ge abge­wie­sen [1]. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Klä­gers blieb vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richts ohne Erfolg:
Der Klä­ger hat kei­nen Anspruch dar­auf, dass der nach § 11 VersTV 2008 für die Berech­nung sei­nes Ruhe­gelds maß­geb­li­che indi­vi­du­el­le Stei­ge­rungs­satz unter Zugrun­de­le­gung des Grund­be­trags für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pen 10 und 11 nach der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 iHv. 34, 29 DM ermit­telt wird.
Nach § 11 VersTV 2008 iVm. der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 hat die Beklag­te der Berech­nung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes des Klä­gers zu Recht den Grund­be­trag für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 iHv. 22, 90 DM zugrun­de gelegt. § 11 VersTV 2008 ver­weist zur Berech­nung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes auf die PO 83 und damit auf die Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83. Dar­in ist für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 ab dem 1.05.1999 ein Grund­be­trag von 22, 90 DM fest­ge­legt. Der Klä­ger war an dem für die Berech­nung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes nach § 11 VersTV 2008 maß­geb­li­chen Stich­tag 31.12 1999 als gewerb­li­cher Arbeit­neh­mer in die Ver­gü­tungs­grup­pe 8 ein­grup­piert.
§ 11 VersTV 2008 iVm. der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 ver­stößt nicht gegen den Gleich­heits­satz in Art. 3 Abs. 1 GG mit der Fol­ge, dass der Klä­ger als gewerb­li­cher Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 ver­lan­gen könn­te, mit Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 gleich­ge­stellt zu wer­den. Die Beklag­te berech­net zwar den indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­satz bei Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 unter Zugrun­de­le­gung des in der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pen 10 und 11 vor­ge­se­he­nen Grund­be­trags von 34, 29 DM. Dies beruht jedoch nicht auf den Rege­lun­gen in § 11 VersTV 2008 und der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83. Die durch § 11 VersTV 2008 in Bezug genom­me­ne Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 legt für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 kei­nen Grund­be­trag und damit auch nicht den für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pen 10 und 11 vor­ge­se­he­nen Grund­be­trag von 34, 29 DM fest.
Die Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 bestimmt ab dem 1.05.1999 einen Grund­be­trag für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pen 1 und 2 von 17, 70 DM, der Ver­gü­tungs­grup­pen 3 und 4 von 19, 34 DM, der Ver­gü­tungs­grup­pen 5 und 6 von 21, 07 DM und der Ver­gü­tungs­grup­pen 7 bis 10 iHv. 22, 90 DM. Dane­ben weist die­se Leis­tungs­ta­fel ab dem 1.05.1999 für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pen 10 und 11 einen Grund­be­trag iHv. 34, 29 DM, der Ver­gü­tungs­grup­pen 12 und 13 von 39, 87 DM und der Ver­gü­tungs­grup­pe 14 von 45, 59 DM aus. Für Ver­kehrs­an­ge­stell­te bis ein­schließ­lich Ver­gü­tungs­grup­pe 9 sieht die Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 kei­ne Grund­be­trä­ge vor. Damit erge­ben sich aus der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 unter­schied­li­che Grund­be­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer und Ver­kehrs­an­ge­stell­te der­sel­ben Ver­gü­tungs­grup­pe ledig­lich bei der Ver­gü­tungs­grup­pe 10. Für die vor­lie­gend maß­geb­li­che Ver­gü­tungs­grup­pe 8 sieht die Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 kei­ne unter­schied­lich hohen Grund­be­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer und Ver­kehrs­an­ge­stell­te vor, denn für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 bestimmt die­se Leis­tungs­ta­fel kei­nen Grund­be­trag.
Der Klä­ger kann sein Begeh­ren auch nicht mit Erfolg auf den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz stüt­zen. Die Beklag­te zieht zwar nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts zur Berech­nung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes von Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 nach § 11 VersTV 2008 den nach der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 vor­ge­se­he­nen Grund­be­trag für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pen 10 und 11 her­an. Damit wen­det sie unab­hän­gig von den Vor­ga­ben des VersTV 2008 und der Leis­tungs­ta­fel II c der PO 83 auf­grund einer eige­nen Ent­schei­dung bei Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 einen höhe­ren Grund­be­trag an als bei gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern der Ver­gü­tungs­grup­pe 8. Dies ver­stößt jedoch nicht gegen den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz.
Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz ist die pri­vat­recht­li­che Aus­prä­gung des Gleich­heits­sat­zes des Art. 3 Abs. 1 GG. Gemäß § 1b Abs. 1 Satz 4 BetrAVG kön­nen Ver­sor­gungs­ver­pflich­tun­gen nicht nur auf einer Ver­sor­gungs­zu­sa­ge, son­dern auch auf dem Grund­satz der Gleich­be­hand­lung beru­hen. Im Bereich des Betriebs­ren­ten­rechts hat der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz damit kraft Geset­zes anspruchs­be­grün­den­de Wir­kung [2].
Der arbeits­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz gebie­tet dem Arbeit­ge­ber, sei­ne Arbeit­neh­mer oder Grup­pen sei­ner Arbeit­neh­mer, die sich in ver­gleich­ba­rer Lage befin­den, bei der Anwen­dung einer von ihm selbst gege­be­nen Regel gleich­zu­be­han­deln. Er ver­bie­tet nicht nur die will­kür­li­che Schlech­ter­stel­lung ein­zel­ner Arbeit­neh­mer inner­halb einer Grup­pe, son­dern auch eine sach­frem­de Grup­pen­bil­dung [3]. Wer­den für meh­re­re Arbeit­neh­mer­grup­pen unter­schied­li­che Leis­tun­gen vor­ge­se­hen, ver­langt der Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, dass die­se Unter­schei­dung sach­lich gerecht­fer­tigt ist. Maß­geb­lich für die Beur­tei­lung, ob für die unter­schied­li­che Behand­lung ein hin­rei­chen­der Sach­grund besteht, ist vor allem der Rege­lungs­zweck. Die­ser muss die Grup­pen­bil­dung recht­fer­ti­gen [4]. Gerecht­fer­tigt ist danach eine Grup­pen­bil­dung, wenn sie einem legi­ti­men Zweck dient und zur Errei­chung die­ses Zwecks erfor­der­lich und ange­mes­sen ist [5]. Der Dif­fe­ren­zie­rungs­grund muss die in der Rege­lung getrof­fe­ne Rechts­fol­ge tra­gen [6]. Ist die unter­schied­li­che Behand­lung nach dem vom Arbeit­ge­ber vor­ge­tra­ge­nen Zweck der Leis­tung sach­lich nicht gerecht­fer­tigt, kann der benach­tei­lig­te Arbeit­neh­mer ver­lan­gen, nach Maß­ga­be der begüns­tig­ten Arbeit­neh­mer­grup­pe behan­delt zu wer­den [7].
Kei­ne Recht­fer­ti­gung für die Ungleich­be­hand­lung ist der blo­ße Sta­tus­un­ter­schied zwi­schen gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ange­stell­ten. Die dar­an anknüp­fen­de Unter­schei­dung beruht für sich genom­men nicht auf sach­ge­rech­ten Erwä­gun­gen [8]. Eine unter­schied­li­che Behand­lung von gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ange­stell­ten kann aller­dings dann zuläs­sig sein, wenn mit der Anknüp­fung an den Sta­tus­un­ter­schied gleich­zei­tig auf einen Lebens­sach­ver­halt abge­stellt wird, der geeig­net ist, die Ungleich­be­hand­lung sach­lich zu recht­fer­ti­gen. Das ist am Rege­lungs­zweck und dem aus ihm fol­gen­den Dif­fe­ren­zie­rungs­grund zu mes­sen [9]. Der Dif­fe­ren­zie­rungs­grund muss auf ver­nünf­ti­gen und ein­leuch­ten­den Erwä­gun­gen beru­hen; er darf nicht gegen ver­fas­sungs­recht­li­che oder sons­ti­ge über­ge­ord­ne­te Wert­ent­schei­dun­gen ver­sto­ßen [10].
Danach ver­stößt die unter­schied­li­che Behand­lung von gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 bei der Berech­nung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes nach § 11 VersTV 2008 nicht gegen den arbeits­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz. Gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 und Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 sind hin­sicht­lich der Ermitt­lung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes nach § 11 VersTV 2008 kei­ne ver­gleich­ba­ren Arbeit­neh­mer­grup­pen, da sich die Ver­gü­tungs­struk­tu­ren sowie das ruhe­geld­fä­hi­ge Ein­kom­men der gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer und Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 erheb­lich unter­schei­den. Die Dif­fe­ren­zie­rung erfolgt daher nicht ledig­lich wegen des unter­schied­li­chen Sta­tus bei­der Arbeit­neh­mer­grup­pen. Jeden­falls besteht für die Fest­le­gung unter­schied­lich hoher Grund­be­trä­ge zur Ermitt­lung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes bei gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 ein sach­li­cher Grund, da sie bewirkt, dass die zuge­sag­te Gesamt­ver­sor­gung bei­der Arbeit­neh­mer­grup­pen annä­hernd gleich hoch ist.
Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts waren im Jahr 1999 bei der Beklag­ten 493 gewerb­li­che Arbeit­neh­mer und zwölf Ange­stell­te in Ver­gü­tungs­grup­pe 8 beschäf­tigt. Die in Voll­zeit beschäf­tig­ten gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 erhiel­ten im Jahr 1999 eine Grund­ver­gü­tung iHv. 58.718, 00 DM. Zu die­ser Grund­ver­gü­tung bezo­gen 96 vH der in Voll­zeit beschäf­tig­ten gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 ruhe­geld­fä­hi­ge Zula­gen und Zuschlä­ge iHv.02.862, 00 DM. Sie erreich­ten damit ein ruhe­geld­fä­hi­ges Jah­res­ein­kom­men iHv. 61.580, 00 DM. Dane­ben erziel­ten die­se Arbeit­neh­mer nicht ruhe­geld­fä­hi­ge Zula­gen und Zuschlä­ge iHv. durch­schnitt­lich 8.500, 00 DM und erwirt­schaf­te­ten damit ein Jah­res­ein­kom­men von ins­ge­samt ca. 70.000, 00 DM. Die Zula­gen und Zuschlä­ge führ­ten in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu wei­te­ren Ent­gelt­punk­ten. Gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 mit glei­cher Erwerbs­bio­gra­phie wie der Klä­ger konn­ten unter Zugrun­de­le­gung des Grund­be­trags von 22, 90 DM eine Gesamt­ver­sor­gung iHv. 33.967, 49 DM jähr­lich errei­chen.
Die elf in Voll­zeit beschäf­tig­ten Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 erhiel­ten im Jahr 1999 eben­falls eine Grund­ver­gü­tung nach Ver­gü­tungs­grup­pe 8 iHv. 58.718, 00 DM. Ledig­lich vier Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 bezo­gen nicht ruhe­geld­fä­hi­ge Zula­gen von 64, 00 DM, 221, 00 DM, 459, 00 DM und 576, 00 DM jähr­lich. Sons­ti­ge Zula­gen und Zuschlä­ge wur­den den Ver­kehrs­an­ge­stell­ten nicht gewährt. Sie konn­ten bei einer Erwerbs­bio­gra­phie wie der­je­ni­gen des Klä­gers unter Zugrun­de­le­gung eines Grund­be­trags von 34, 29 DM eine Gesamt­ver­sor­gung iHv. 32.850, 66 DM jähr­lich errei­chen.
Damit unter­schei­den sich die Ver­gü­tungs­struk­tu­ren der gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer und Ange­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 so erheb­lich, dass bei­de Arbeit­neh­mer­grup­pen hin­sicht­lich der Ermitt­lung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­sat­zes nicht ver­gleich­bar sind. Trotz glei­cher Ein­grup­pie­rung in die Ver­gü­tungs­grup­pe 8 bezie­hen gewerb­li­che Arbeit­neh­mer eine Ver­gü­tung iHv. ins­ge­samt ca. 70.000, 00 DM jähr­lich, wäh­rend Ver­kehrs­an­ge­stell­te allen­falls eine gering­fü­gig höhe­re Gesamt­ver­gü­tung als 57.718, 00 DM jähr­lich erhal­ten. Auf­grund der ruhe­geld­fä­hi­gen Zula­gen und Zuschlä­ge errei­chen die gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 zwar nur ein etwas höhe­res ruhe­geld­fä­hi­ges Jah­res­ein­kom­men als die Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8. Auf­grund der den gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern zuste­hen­den nicht ruhe­geld­fä­hi­gen Zula­gen und Zuschlä­ge liegt ihr Gesamt­jah­res­ein­kom­men jedoch deut­lich über dem der Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8. Die von der Beklag­ten vor­ge­nom­me­ne Unter­schei­dung bei der Ermitt­lung des indi­vi­du­el­len Stei­ge­rungs­be­trags nach § 11 VersTV 2008 ist damit nicht aus­schließ­lich am Sta­tus als gewerb­li­che Arbeit­neh­mer und Ver­kehrs­an­ge­stell­te aus­ge­rich­tet, son­dern beruht auf den trotz glei­cher Ein­grup­pie­rung unter­schied­li­chen Ver­diens­ten.
Die unter­schied­li­che Behand­lung ist – gemes­sen an dem mit der Rege­lung ver­folg­ten Zweck, zudem sach­lich gerecht­fer­tigt. Mit der PO 83 hat die Beklag­te eine Gesamt­ver­sor­gung zuge­sagt, bei der Arbeit­neh­mern der­sel­ben Ver­gü­tungs­grup­pe bei glei­cher Dau­er der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit eine gleich hohe Gesamt­ver­sor­gung zugu­te­kom­men soll. Zur Errei­chung die­ses Zwecks sieht die PO 83 meh­re­re Rechen­schrit­te vor.
Im ers­ten Schritt wird gemäß § 3 A Abs. 1 Buchst. a PO 83 die sog. Bemes­sungs­grund­la­ge, dh. die maxi­ma­le Höhe der Gesamt­ver­sor­gung durch die Leis­tungs­ta­fel I der PO 83 bestimmt. Mit dem sich dar­aus erge­ben­den Vom­hun­dert­satz ist das von dem Arbeit­neh­mer vor sei­nem Aus­schei­den zuletzt bezo­ge­ne monat­li­che ruhe­geld­fä­hi­ge Ein­kom­men zu ver­viel­fa­chen. Das ruhe­geld­fä­hi­ge Ein­kom­men umfasst nach § 3 A Abs. 1 Buchst. a PO 83 die tarif­li­che Monats­ta­bel­len­ver­gü­tung ein­schließ­lich even­tu­ell gezahl­ter tabel­la­ri­scher, Vor­hand­wer­ker, Vor­ar­bei­ter, Schicht­füh­rer, Kolon­nen­füh­rer- und Haus­stands­zu­la­gen sowie Fahr­dienst, Erschwer­nis- und Schicht­zu­schlä­ge und den auf den Monat ent­fal­len­den Teil der Weih­nachts­zu­wen­dung und des Urlaubs­gelds. Da wei­te­re Zula­gen und Zuschlä­ge bei der Ermitt­lung des ruhe­geld­fä­hi­gen Ein­kom­mens außer Betracht blei­ben, kann zwi­schen dem ruhe­geld­fä­hi­gen Ein­kom­men und dem tat­säch­lich bezo­ge­nen Brut­to­mo­nats­ent­gelt eine Dif­fe­renz ent­ste­hen. Das Pro­dukt aus dem erreich­ten Vom­hun­dert­satz der Gesamt­ver­sor­gung und dem zuletzt bezo­ge­nen ruhe­geld­fä­hi­gen Ein­kom­men ergibt den Betrag der höchst­mög­li­chen Gesamt­ver­sor­gung, bestehend aus der Ren­te der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung und dem betrieb­li­chen Ruhe­geld (A‑Rente).
Die so ermit­tel­te Bemes­sungs­grund­la­ge wird im zwei­ten Schritt durch eine sog. Net­to­li­mi­tie­rung nach § 3 A Abs. 8 PO 83 begrenzt. Danach darf die Höhe der Gesamt­ver­sor­gung nicht mehr als 90 vH des vor dem Aus­schei­den zuletzt bezo­ge­nen durch­schnitt­li­chen Net­to­mo­nats­ein­kom­mens betra­gen. Als drit­ter Schritt wird nach § 3 A Abs. 2 Buchst. a PO 83 von der errech­ne­ten Gesamt­ver­sor­gung von maxi­mal 75 vH des zuletzt bezo­ge­nen ruhe­geld­fä­hi­gen Ein­kom­mens bzw. 90 vH der zuletzt bezo­ge­nen Net­to­ver­gü­tung, die tat­säch­lich bezo­ge­ne Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung in Abzug gebracht. Dies führt bei glei­cher Gesamt­ver­sor­gung zu einem gerin­ge­ren betrieb­li­chen Ruhe­geld (A‑Rente) je höher die anre­chen­ba­re Ren­te aus der gesetz­li­che Alters­ren­te aus­fällt.
Eine wei­te­re Limi­tie­rung regelt § 3 A Abs. 3 PO 83. Danach darf das betrieb­li­che Ruhe­geld (A‑Rente) den Betrag nicht über­stei­gen, der sich aus der Mul­ti­pli­ka­ti­on der ruhe­geld­fä­hi­gen Beschäf­ti­gungs­jah­re mit dem Grund­be­trag nach der Leis­tungs­ta­fel II der PO 83 ergibt. Unter Berück­sich­ti­gung des von der Beklag­ten ver­folg­ten Zwecks, eine aus gesetz­li­cher Ren­te und betrieb­li­chem Ruhe­geld bestehen­de Gesamt­ver­sor­gung in einer vom ruhe­geld­fä­hi­gen Ein­kom­men und damit von der Zuge­hö­rig­keit zu einer bestimm­ten Ver­gü­tungs­grup­pe abhän­gi­gen Höhe zu gewäh­ren, ist es auf­grund der unter­schied­li­chen Ver­gü­tungs­struk­tu­ren der gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 und der Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 gerecht­fer­tigt, bei der Begren­zung nach § 3 A Abs. 3 PO 83 für Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 höhe­re Grund­be­trä­ge zu ver­an­schla­gen als für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8. Das betrieb­li­che Ruhe­geld der gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 ist wegen der höhe­ren anre­chen­ba­ren Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung gerin­ger und des­halb durch einen ent­spre­chend gerin­ge­ren Grund­be­trag zu begren­zen als das betrieb­li­che Ruhe­geld der Ver­kehrs­an­ge­stell­ten der Ver­gü­tungs­grup­pe 8. Letz­te­res muss auf­grund der gerin­ge­ren Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung höher aus­fal­len als das betrieb­li­che Ruhe­geld der gewerb­li­chen Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8, um betrags­mä­ßig eine unge­fähr gleich hohe Gesamt­ver­sor­gung für bei­de Arbeit­neh­mer­grup­pen zu errei­chen. Nur so kann sicher­ge­stellt wer­den, dass die von der PO 83 vor­ge­se­he­nen Begren­zun­gen der Gesamt­ver­sor­gung zu einer wei­test­ge­hend gleich­ho­hen Gesamt­ver­sor­gung bei glei­cher Ein­grup­pie­rung von gewerb­li­chen Arbeit­neh­mern und Ver­kehrs­an­ge­stell­ten füh­ren. Ohne die unter­schied­li­chen Grund­be­trä­ge wür­den gewerb­li­che Arbeit­neh­mer der Ver­gü­tungs­grup­pe 8 eine höhe­re Gesamt­ver­sor­gung erhal­ten als Ver­kehrs­an­ge­stell­te der Ver­gü­tungs­grup­pe 8.
LAG Köln, Urteil vom 22.03.2012 – 13 Sa 254/​11[↩]
BAG 18.02.2014 – 3 AZR 568/​12, Rn. 44; 16.02.2010 – 3 AZR 216/​09, Rn. 56 mwN, BAGE 133, 158[↩]
vgl. etwa BAG 21.08.2012 – 3 AZR 81/​10, Rn. 24[↩]
vgl. BAG 21.08.2012 – 3 AZR 81/​10, Rn. 27[↩]
BAG 21.08.2012 – 3 AZR 81/​10, Rn. 29; 11.12 2007 – 3 AZR 249/​06, Rn. 45, BAGE 125, 133[↩]
BAG 10.12 2002 – 3 AZR 3/​02, zu IV 2 c aa der Grün­de mwN, BAGE 104, 205[↩]
vgl. BAG 16.02.2010 – 3 AZR 216/​09, Rn. 32, BAGE 133, 158[↩]
BAG 16.02.2010 – 3 AZR 216/​09, Rn. 33, aaO; 10.12 2002 – 3 AZR 3/​02, zu IV 2 b der Grün­de, aaO[↩]
Der steu­er­li­che Gesang einer Kar­ne­vals­grup­pe Die Ein­künf­te einer eine Gesangs­grup­pe, die über­wie­gend im Bereich des Kar­ne­vals tätig ist und im Rah­men von Kon­zer­ten auf­tritt, sind kei­ne gewerb­li­chen Ein­künf­te. Gemäß §…
AngestellteArbeiterBetriebsrenteGleichbehandlungsgrundsatz

References: § 11
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 Art. 3
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 Art. 3
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