Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20C%2032.81
Timestamp: 2019-08-24 16:51:30+00:00

Document:
BVerwG, 25.11.1982 - 2 C 32.81 - dejure.org
BVerwG, 25.11.1982 - 2 C 32.81
https://dejure.org/1982,159
BVerwG, 25.11.1982 - 2 C 32.81 (https://dejure.org/1982,159)
BVerwG, Entscheidung vom 25.11.1982 - 2 C 32.81 (https://dejure.org/1982,159)
BVerwG, Entscheidung vom 25. November 1982 - 2 C 32.81 (https://dejure.org/1982,159)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1982,159) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verjährungseinrede - Unzulässige Rechtsausübung - Ermessensfehler - Fürsorgepflicht des Dienstherrn
VG Münster, 12.04.1978 - 4 K 885/77
OVG Nordrhein-Westfalen, 11.02.1980 - 1 A 1369/78
BVerwGE 66, 256
NVwZ 1983, 740
Ansprüche auf rückständige Dienstbezüge verjähren gemäß § 197 BGB in vier Jahren (vgl. Urteile vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81 - BVerwGE 66, 256 und vom 29. August 1996 - BVerwG 2 C 23.95 - Buchholz 237.95 § 10 S-HLBG Nr. 2 S. 4 jeweils m.w.N.; stRspr).
Es genügt die Möglichkeit einer Feststellungs- oder Stufenklage (vgl. Urteil vom 25. November 1982, a.a.O. S. 258 m.w.N.).
Der Einwand unzulässiger Rechtsausübung setzt regelmäßig voraus, dass der Schuldner sich durch die Erhebung der Verjährungseinrede in einen gegen Treu und Glauben verstoßenden Widerspruch zu eigenem Verhalten setzt (vgl. Urteil vom 25. November 1982, a.a.O. S. 259 m.w.N.).
Der Dienstherr ist innerdienstlich durch das Haushaltsrecht gehalten, sich auf die Verjährung zu berufen (vgl. Urteil vom 25. November 1982, a.a.O. S. 261).
Der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung setzt nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ein qualifiziertes Fehlverhalten des Dienstherrn voraus, das zwar nicht immer schuldhaft zu sein braucht, das aber unter gebotener Berücksichtigung der gesamten Umstände des Einzelfalles das Verhalten als gegen Treu und Glauben verstoßend und damit als unzulässig erscheinen lässt (vgl. BVerwG, Urteile vom 25. November 1982 - 2 C 32.81 - BVerwGE 66, 256 …und vom 15. Juni 2006 - 2 C 14.05 - Buchholz 240 § 73 BBesG Nr. 12 Rn. 23).
Der Dienstherr ist nicht nur berechtigt, sondern nach dem Grundsatz der sparsamen Haushaltsführung (vgl. §§ 58, 59 Landeshaushaltsordnung Mecklenburg-Vorpommern) grundsätzlich auch verpflichtet, gegenüber Besoldungs- und Versorgungsansprüchen die Einrede der Verjährung geltend zu machen (vgl. Urteil vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81 - BVerwGE 66, 256 m.w.N.; Beschluss vom 30. Juni 1992 - BVerwG 2 B 23.92 - Buchholz 239.1 § 35 BeamtVG Nr. 3 S. 1 ).
Stellt die Verjährungseinrede aber keine unzulässige Rechtsausübung dar, kann sie nicht wegen Verletzung der Fürsorgepflicht ermessensfehlerhaft sein (vgl. Urteil vom 25. November 1982 a.a.O. S. 259 f.).
Das Bundesverwaltungsgericht hält dementsprechend in ständiger Rechtsprechung die vierjährige Verjährungsfrist des § 197 BGB bei beamtenrechtlichen Besoldungs- und Versorgungsansprüchen für maßgebend (vgl. u.a. Urteile vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 14.81 - BVerwGE 66, 251 [BVerwG 25.11.1982 - 2 C 14/81] m.weit.Nachw. und BVerwG 2 C 32.81 - BVerwGE 66, 256 [BVerwG 25.11.1982 - 2 C 32/81] ebenfalls mit weiteren Nachweisen).
Die Möglichkeit einer Feststellungs- oder Stufenklage genügt; der Anspruch braucht der Höhe nach noch nicht festzustehen (vgl. Urteile vom 26. Januar 1966 - BVerwG VI C 112.63 - BVerwGE 23, 166 [BVerwG 26.01.1966 - VI C 112/63] und vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81 -, a.a.O. S. 258 m.weit.Nachw.; BGH, Urteile vom 19. Januar 1978 - VII ZR 304/75 - BauR 1979, 62 m.weit.Nachw., vom 22. Februar 1979 - VII ZR 256/77 - BGHZ 73, 363 [BGH 22.02.1979 - VII ZR 256/77] m.weit.Nachw. und vom 18. Dezember 1980 - VII ZR 41/80 - BGHZ 79, 176 ).
Die Ursache der Unkenntnis des Anspruchs kann lediglich für die Frage bedeutsam sein, ob dem Schuldner, der sich auf die Verjährung beruft, damit gegen Treu und Glauben verstößt und daher den Vorwurf unzulässiger Rechtsausübung gegen sich hat (…vgl. Beschluß vom 20. Januar 1976 - BVerwG VI B 29.75 -, a.a.O.; Urteil vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81, a.a.O. S. 259).
Den Einwand der unzulässigen Rechtsausübung begründet ein Verhalten des Schuldners, das unter der gebotenen Berücksichtigung der gesamten Umstände des jeweiligen Einzelfalles das Geltendmachen der Verjährung als gegen Treu und Glauben verstoßend und damit unzulässig erscheinen läßt (vgl. u.a. Urteil vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81 -, a.a.O. S. 259).
Dieser ist vielmehr - ebenso wie gegebenenfalls die Klägerin - haushaltsrechtlich (vgl. §§ 58, 59 BHO vom 19. August 1969, BGBl. I S. 1284) gehalten, sich auf die Verjährung zu berufen, soweit dem der Einwand unzulässiger Rechtssusübung nicht entgegensteht (vgl. auch Urteil vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81 -, a.a.O. S. 261).
Auch wenn dem Gläubiger die verjährte Forderung allein wegen eines jedenfalls objektiv fehlerhaften Verhaltens des Schuldners nicht rechtzeitig bekannt geworden ist, kann ein Verhalten gegeben sein, das den Gläubiger von der Geltendmachung seines Anspruchs abgehalten hat mit der Folge, daß die Einrede der Verjährung durch den Schuldner eine unzulässige Rechtsausübung darstellt (vgl. BVerwGE 23, 166 (173); 66, 256 (259)).
OVG Sachsen, 16.08.2016 - 2 A 53/15
Unfallausgleich; Verjährung; unzulässige Rechtsausübung
Es genügt die Möglichkeit einer Feststellungs- oder Stufenklage (BVerwG, Urt. v. 25. November 1982 - 2 C 32.81 -, juris Rn. 15 m. w. N.).
Eine Festsetzung gemäß § 49 BeamtVG ist für die "Entstehung" eines Anspruchs im Sinne der Verjährungsvorschriften nicht erforderlich (vgl. BVerwG, Urt. v. 25. November 1982, a. a. O. Rn. 15 m. w. N. und - zum Anspruch auf Unfallausgleich - Beschl. v. 30. Juni 1992 - 2 B 23.92 -, juris Rn. 7).
"Der Dienstherr ist nicht nur berechtigt, sondern nach dem Grundsatz der sparsamen Haushaltsführung (vgl. §§ 58, 59 Landeshaushaltsordnung Mecklenburg-Vorpommern) grundsätzlich auch verpflichtet, gegenüber Besoldungs- und Versorgungsansprüchen die Einrede der Verjährung geltend zu machen (vgl. Urteil vom 25. November 1982 - BVerwG 2 C 32.81 - BVerwGE 66, 256, 261 m. w. N.; Beschluss vom 30. Juni 1992 - BVerwG 2 B 23.92 - Buchholz 239.1 § 35 BeamtVG Nr. 3 S. 1, 2).
28 Bereits mit Urteil vom 25. November 1982 - 2 C 32.81 -, juris Rn. 16 hatte das Bundesverwaltungsgericht ausgeführt:.
BVerwG, Urteil vom 25. November 1982 - 2 C 32.81 -, DÖD 83, 181, 182.
vgl. BVerwG, Urteil vom 25. November 1982 - 2 C 32/81 -, BVerwGE 66, 256 ff. = juris, Rn. 15, m.w.N.
vgl. BVerwG, Urteile vom 25. November 1982 - 2 C 32/81 -, BVerwGE 66, 256 ff. = juris, Rn. 19, und vom 15. Juni 2006 - 2 C 14/05 -, juris, Rn. 23, m.w.N.
BVerwG, Urteil vom 25. November 1982 - 2 C 32/81 -, BVerwGE 66, 256 ff. = juris, Rn. 16; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 15. Juni 2006 - 2 C 14/05 -, juris, Rn. 23, und OVG NRW, Beschluss vom 9. Dezember 2015 - 1 A 176/14 -, juris, Rn. 15.
vgl. BVerwG, Urteil vom 25. November 1982, a.a.O., juris Rn. 20; OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 5. Februar 2007 - 2 A 11330/06.OVG -, juris, Rn. 28.
Der Einwand ist aber nur dann begründet, wenn ein qualifiziertes Fehlverhalten des Dienstherrn vorliegt, welches zwar nicht immer schuldhaft zu sein braucht, das aber unter gebotener Berücksichtigung der gesamten Umstände des jeweiligen Einzelfalles als gegen Treu und Glauben verstoßend und damit als unzulässig erscheint (vgl. OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 14.11.2012 - 1 A 1579/10 -, DÖD 2013, 70; Bayerischer VGH…, Urteil vom 02.08.2007, a.a.O.; s. auch BVerwG, Urteile vom 15.06.2006 - 2 C 15.05 -, IÖD 2007, 7, und vom 25.11.1982 - 2 C 32.81 -, BVerwGE 66, 256, zu diesen Maßstäben bei der Erhebung der Einrede der Verjährung durch den Dienstherrn).
VGH Bayern, 22.03.2016 - 3 ZB 13.804
Kinderanteil im Familienzuschlag
VGH Baden-Württemberg, 10.02.1993 - 4 S 2407/92
Verjährung bei der Zahlung zu geringer Bezüge infolge einmaliger unrichtiger …
OVG Niedersachsen, 22.06.1995 - 5 L 4172/94
VG München, 20.02.2018 - M 5 K 17.3172
Beginn der Verjährung bei Besoldungsansprüchen
BVerwG, 07.12.1988 - 2 B 165.88
Vorliegen einer Abweichung im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 2 …
OVG Rheinland-Pfalz, 06.02.1998 - 2 A 12953/97
VGH Bayern, 13.01.2011 - 3 ZB 07.3411
Verjährung eines Anspruchs auf Stellenzulage; Einwand unzulässiger …
VG Karlsruhe, 19.02.2015 - 9 K 842/14
Reisekostenerstattung an Lehrer trotz Verzichts
BVerwG, 15.08.1985 - 5 B 114.84
Anforderungen an eine Klage auf nachträgliche Erhöhung von Pflegegeldleistungen - …
OVG Saarland, 08.09.2006 - 1 Q 84/05
OVG Nordrhein-Westfalen, 09.12.2015 - 1 A 176/14
Anforderungen an die Verjährung des Anspruchs auf den kinderbezogenen Anteil am …
BVerwG, 30.10.1992 - 1 B 146.92
Grundsätzliche Bedeutung der abstrakten Anforderungen an den Einwand der …
VG Düsseldorf, 05.08.2002 - 10 K 1928/01
Anspruch auf Gewährung eines Unfallausgleichs i.R. eines Beamtenverhältnisses; …
FG Düsseldorf, 12.12.1997 - 18 K 1277/97
Rückwirkende Erstattung von Kindergeld; Rechtsfolge der materiellen …
VG Augsburg, 13.03.2008 - Au 2 K 07.193
Familienzuschlag für Stiefkind bei Heimunterbringung; Bindungswirkung der …

References: § 197
 § 10
 § 73
 § 35
 § 197
 § 49
 § 35
 § 132