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Timestamp: 2018-08-22 04:03:23+00:00

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Ausbildung / Bafög / Umzug - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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Raus aus dem ALG II: Ausbildung / Bafög / Umzug
Um mich aus meiner misslichen Situation zu befreien habe ich folgenden Plan gefasst und möchte gerne Eure Meinungen/Tipps zur Durchführbarkeit hören.
Ich bin 27, habe keine abgeschlossene Berufsausbildung, auch noch kein Bafög für eine bekommen. Deshalb habe ich mich angedacht, die Berufsausbildung zum Informationstechnischen Assistenten zu absolvieren. Diese würde mir zum Berufstitel und der allgemeinen Hochschulreife verhelfen, also sowohl eventuell Arbeit alsauch ein Studium ermöglichen. Leider wird diese Ausbildung in meinem Kreis Kleve nicht angeboten, die nächste Stelle wäre in Bocholt oder Düsseldorf, mir am angenehmsten wäre jedoch Köln.
Wie gesagt, soweit ich weiss bin ich mit der Ausbildung dem Grunde nach Bafög berechtigt und aufgrund der schlechten Einkommenssituation meiner Eltern käme ich wohl so auf 470 EUR Bafög.
Das stellt mich vor die folgenden Probleme: ich müsste für die Ausbildung wohl umziehen, und 470 EUR sind nicht ausreichend zum Leben. Kann ich den Umzug z.B. nach Köln finanzieren lassen wenn ich eine Anmeldung durchhabe und den Baföganspruch vorgezogen ausrechnen lasse durch das zuständige Amt? Und kann ich dann (ich werde ja unter dem ALG II Satz sein) mein Bafög aufstocken lassen? Habe da mal was von Wohnkostenbeihhilfe etc gelesen.
06.02.2007, 15:30 #2
Bist Du Dir sicher, dass Deine Ausbildung dem Grunde nach BAföG-fähig ist??? Erkundige Dich da sehr genau bei der von Dir angepeilten Ausbildungsstätte.
Selbst wenn, überprüf den von Dir angepeilten BAföG-Satz - meines Erachtens bekämst Du Schüler-BAföG und damit gem. § 12 Abs. 2 Ziff. 1 BAföG iVm. § 12 Abs. 3 BAföG maximal EUR 412.
Ob der Umzug bezahlt wird - bezweifele ich sehr, ohne hier einen § an der Hand zu haben.
Ergänzendes ALG II um die Unterkunftskosten zu decken ist ab 1.1.2007 theoretisch möglich, schau dazu bitte genau in den § 22 Abs. 7 SGB II, da ist sehr detailliert aufgelistet, wann das möglich ist.
06.02.2007, 15:45 #3
Ja die Ausbildung ist Bafög fähig (Ausbildungsvoraussetzung ist keine abgeschlossene Berufsausbildung, daher werden für die Wohnkosten nur die erkannt, die normalerweise anfallen würden wenn der Auszubildende in der elterlichen Wohnung verbleinbt), denn sie führt zu einem Berufsabschluss und zu einem höheren allgemeinen Schulabschluss und findet Vollzeitschulisch statt.
BAföG-Grundbedarf (§12 (1) 1.)	348 €
+ Mietzuschlag (bei Miete > 52 €)	+64 €
+ Zuschuss zur Krankenversicherung (§13a) +47 €
+ Zuschuss zur Pflegeversicherung (§13a) +8 €
= Gesamtbedarf ("BAföG-Bedarf")	= 467 €
07.02.2007, 13:27 #4
OK, Deine Bedarfsberechnung ist anscheinend korrekt. Leider wirst Du aber wohl auch feststellen, dass Du keinen Anspruch auf ergänzendes ALG II hast, laut § 22 Abs. 7 SGB II ist dieser nur gegeben, wenn Du zu Hause wohnst (§ 13 Abs 2 Nr. 1 BAFöG).
07.02.2007, 14:57 #5
Ist mir irgendwas entgangen? Wieso sollen denn die Kosten der Unterkunft nicht dur das ALG II aufgestockt werden?
07.02.2007, 15:11 #6
(7) Abweichend von § 7 Abs. 5 erhalten Auszubildende.... oder nach § 12 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 und 3, § 13 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 Nr. 1 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes bemisst, einen Zuschuss zu ihren ungedeckten angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung (§ 22 Abs. 1 Satz 1). Satz 1 gilt nicht, wenn die Übernahme der Leistungen für Unterkunft und Heizung nach Absatz 2a ausgeschlossen ist.
Dir ist entgangen, dass zwischen der Aufzählung § 12 BAföG und § 13 nicht das Wörtchen oder steht, d.h. beide Voraussetzungen müssen gegeben sein. Als ausgesprochen Job sichernde Maßnahme pflegen sich Juristen leider häufig kompliziert auszudrücken, hätte man hier an Stelle des Kommas das Wörtchen und geschrieben, dann hätte es wohl jeder Laie verstanden - sehr, sehr schlecht für die Juristen.
07.02.2007, 15:23 #7
Oke danke Koelschejung jetzt kann ich es nachvollziehen.
Na dann werd ich mit meinen 27 Jahren doch einfach ALG II weiter empfangen bis die Welt untergeht :) wenn es denn sein muss.
07.02.2007, 15:35 #8
Ist leider wohl so. Ich hatte bei meiner Tochter ein ähnliches Problem: Sie wollte nach dem Abitur zunächst ein 3-monatiges Praktikum machen, um zu sehen, ob ihre Studienwahl wirklich passend war (Medizin). Förderung = ALG II für das Praktikum gab's natürlich nicht, also begann sie zu studieren (BAföG), um jetzt Gott sei Dank festzustellen, das ist mein Ding. So weit so gut - aber: Für die Zeit zwischen Abi und Studienbeginn gab es selbstverständlich ALG II, aber nur, weil sie in dieser Zeit faul herumsaß - hätte sie das Praktikum gemacht, hätte es nichts gegeben. Ich denke, das erscheint manchen Leuten sogar noch sinnvoll zu sein, die sitzen dann aber nicht hier sondern in irgendwelchen Parlamenten.
07.02.2007, 15:58 #9
wenn ich jetzt schreibe, ganz besonders zu letzterem "Kein Kommentar" ist das dann für Jeden verständlich???
Über Sinn und Unsinn macher (vieler) Anspruchsvoraussetzungen bzw. Gesetze machen sich UNSERE Parlamentarier (Sie wurden immerhin vom Volk gewählt...) wohl keine Gedanken...
Da ich eingesehen habe, dass man Menschen nicht ändern kann, stellt sich jetzt die Frage nehmen wir das SO hin oder tun WIR was dagegen?
Bin für effiziente Vorschläge offen...
08.02.2007, 14:12 #10
1. Fachschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, Abendgymnasien und Kollegs 310 Euro,
2. Höheren Fachschulen, Akademien und Hochschulen 333 Euro.
1. bei seinen Eltern wohnt, um monatlich 44 Euro,
2. nicht bei seinen Eltern wohnt, um monatlich 133 Euro.
Zunächstmal steht da DICK UND FETT, dass du Leistung beziehen kannst, wenn du ncht mehr bei deinen Eltern wohnst, in Höhe von 133 €. Nur zum Klarstellen, dass du sehr wohl ein Anspruch hast.
Dennoch find ich deine Aussage erschreckend.
Für mich klingt es, sorry, wenn ich das so sage, nach :
"Ich bekomme nix, dann mach ich nix. und für mach ich nix, bekomme ich zwas nicht viel, aber bleibt halt so!"
Ich denke mir einfach, dass du noch jung bist und auch wenn es vielleicht nicht so rosig aussieht, und es ggf ne durststrecke wird, du hast die Möglichkeiten, NUTZ SIE JETZT!!!!
Und ich weiß wovon ich rede. Ich bin den Weg des zweitenbildungsweges gegangen, hab extreme finanzielle Engpässe erlebt, aber ich wollte sicher nicht meine Zukunft auf Sozialhilfe/ heite ALG II und den Rest meines Lebens jammern aufbauen.
Ich fänd es schade, wenn dir dein Leben so wenig wert ist!
08.02.2007, 14:41 #11
In dem Punkt geb ich Dir voll und ganz Recht, sich zurücklehnen und nichts tun, ist die mit Abstand schlechteste aller Möglichkeiten. Es ging hier im Thread wesentlich darum, ob eAlex79 einen Anspruch auf ergänzendes ALG II nach § 22 Abs. 7 SGB II hat - den hat er nicht, sondern er bleibt bei den von ihm selbst ja schon richtig errechneten ca. EUR 470,00 aus BAföG.
08.02.2007, 16:42 #12
Selbstverständlich werde ich NICHT faul rumsitzen und nix tun sondern werde ganz klar das machen was mir am sinnvollsten erscheint ob das von irgendwelchen Ämtern oder wem auch immer Unterstützt wird oder nicht.
Von 470 kann ein Schüler, der von Mami und Papi noch nen Hunni oder zwei zugeschoben kriegt, die noch mal schön nach H&M gehen mit Schätzelchen, und der nebenbei noch nen bissel inner Kneipe oder im Lager oder was weiss ich was arbeitet, sicher gut Leben.
Ich habe als Einzelperson Fixkosten von mehr als 470 EUR im Monat. Ich kann die auch nicht mehr zurückfahren auf Schülerniveau. Wenn mir einer erzählen kann wie ich ohne Unterstützung finanziell meine Lage unter Kontrolle halten kann dann bin ich für Vorschläge offen (nein, es tut mir Leid aber Mami und Papi können und wollen nicht, in einer Kneipe bin ich Fehl am Platz und im Lager brech ich mir wahrscheinlich was ab und mache mit Sicherheit alles Kaputt lol) ... und mit Zeitungsaustragen wirds ja wohl net reichen. Also nochmal Revue: 8 Stunden Schule am Tag, schlussendlich zwei Prüfungsgeschichten (Berufstitel, allgemeine Hochschulreife/Fachabitur) die Bedient werden MÜSSEN, eine Gesamtschulausbildung die wohl unter Hauptschulniveau liegt obwohl ich offiziell Mittlere Reife habe, und dann noch (in Deutschland) nebenbei soviel (ehrlich) verdienen (und NICHT geschenkt kriegen) das man davon Leben kann?? Das will ich sehen!
Nochmals ich mache es sowieso. Ich krieg das schon hin. Ich bin saufrech(!) und Geld interessiert mich als solches zu 100 % nicht. Auch Schulden net. Das ist doch alles nicht echt, habt ihr das noch net gemerkt?
Ich habe den gleichen Anspruch vernünftig ausgebildet zu werden wie ein Herr Westerwelle gell? Und wer hier rumwetter vonwegen "was für eine Anspruchshaltung man man man" der iss, was mich betrifft, ne neoliberale Fettpflanze mit nem für Fettpflanzen nierigen IQ.
10.02.2007, 15:25 #13
So jetzt hab ich aber rumgewetter.. ich wollte niemanden beleidigen und bitte das auch nicht so aufzufassen. Ansonsten entschuldigung :p.
Also wenn ich jetzt von der Schule genommen bin und das Bafög bewilligt ist, wieviel kann ich dann abzugsfrei dazuverdienen? Und lohnt es sich darüber hinaus noch mehr zu verdienen?
Weiter krieg ich den Umzug schlichtweg net vor die Reihe. Keine Chance. Mein Konto ist regelmässig mit 1200 EUR im minus weil ich zu spät eingesehen habe dass ich am ALG II nicht rumkomm. Es ist net machbar.
Habe ich wirklich keine Möglichkeit das Amt für Arbeit udn Soziales dazu zu kriegen mich dabei zumindest zu Unterstützen? Immerhin wäre ich dann aus dem Leistungsbezug...
11.02.2007, 18:12 #14
darf ich mal fragen was du an Stütze bekommst.
Ich finde es nicht richtig, auch bei Stütze und die wird sicher mehr als das Bafög sein, auf der faulen Haut zu liegen.
Ich selbst bin Studentin, bei mir wurde Zöliakie entdeckt, und habe versucht einen Antrag auf Mehrbedarf zu stellen, ich bekam eine Ablehnung. Und da ist auch nix mehr daran zu rütteln. Zu dumm das ich auch noch einen Lebensgefährten habe, der arbeiten geht und für mich "laut ARGE" mit aufkommen kann, obwohl wir einen Erklärung abgeben haben, das wir finanziell nicht für einander einstehen. Wir besitzen keine Kinder. Mir gehört an der Wohnung praktisch nix. Auch das ärztliche Gutachten hat nix genützt.
Ich bin Studentin, da falle ich sowieso nicht ins ALG II und mein Partner kann ja für mich einspringen. Von 400 Euro muß ich monatlich leben und davon noch Lebensmittel, die den finaziellen Rahmen sprengen, bezahlen. Und ich wohne schon lange nicht mehr bei meinen Eltern. Zu dumm auch noch das ich mein Studium ist NRW mache und nicht hier um die Ecke.
Also ich könnt mich einfach über sowas aufregen, auch wenn ich jemanden jetzt auf die Füße trete. Ich finds einfach unfair, so behandelt zu werden. Leute die sich ihren ***** breitsetzen und dafür noch mehr kassieren, als jemand der sich wirklich mal in einem finaziellen Engpaß befindet. Und er auch noch dafür etwas tut. Der sich Mühe gibt und und und.
Und zu Koelschejong wollte ich noch sagen, da hat deine Tochter einfach mal Glück gehabt, das sie ALG bekommen hat. Sicher nach dem neuen Gesetz. Als ich mich vor Jahren zwischen Ausbildung und Studium arbeitslos gemeldet habe, hatte ich leider gar nix bekommen.
Der einen hat es, dem anderen wird es verwehrt. So ist das Leben halt. Ungerecht bis zum geht nicht mehr.
11.02.2007, 21:28 #15
Hi Flöhchen,
Scheinbar war meine Aussage 'dann bleib ich mal im ALG II' Anlass zu interessanten Gedanken bei manchem. Das war jedoch nur ein Impuls, ausgelöst durch die Tatsache, dass man doch manchmal schwer den Eindruck bekommt in diesem Land hätte es der Gesetzgeber lieber man macht nen 1 - 3 EUR Job und hält die Klappe als dass man sich aufmacht sich vernünftig Ausbilden zu lassen...
Zu Deiner Frage, ich bekomme seit Dez letztes Jahr ALG II. Erst 575 EUR, jetzt noch 562 EUR (die Kosten der Unterkunft wurden durch das Amt vorsorglich gesenkt). das heisst mir stehen z.Z. so 330 EUR p/m zur Verfügung. Und ich habe keinen Partner der mir was geben könnte. Und mit verlaub, Flöhchen, van 400 EUR monatlich bezahlst Du keine normale Miete und aufwendiges Essen, Studienkram und alles was man sonst zum leben nötig hat. Das kannst Du mir nicht weissmachen. Und wenn der Staat Dich in so eine Situation bringt verstehe ich nicht ganz warum Du mich in einer ähnlichen Situation angreifst??!? Oder habe ich Dich falsch verstanden?
ausbildung, bafoeg, bafög, umzug

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