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Timestamp: 2016-10-27 18:48:45+00:00

Document:
1B_39/2012 (10.05.2012)
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Roland Fux,
Y.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Pfammatter,
Strafverfahren; Einstellungsverf�gung; Verfahrenskosten,
Am 23. Juni 2002 schloss Z.________, wohnhaft in Monaco, mit dem "Comit� International pour le Fran�ais langue europ�enne" (nachfolgend: Comit� International), handelnd durch dessen Pr�sidenten W.________, eine Vereinbarung ab, wonach Z.________ sich unwiderruflich verpflichtete, dem Comit� International bis zum 22. Dezember 2003 Fr. 2'500'000.-- zu �berweisen oder im Fall des Todes durch ihre Erben �berweisen zu lassen.
Am 3. April 2003 verfasste Z.________ eigenh�ndig ein erstes Testament, nach dessen Wortlaut sie ihrem Adoptivsohn Y.________ eine j�hrliche Rente auf Lebenszeit von Fr. 50'000.-- vermachte. In einem zweiten und dritten Testament, beide datiert vom 18. Juni 2003, vermachte sie Y.________ eine monatliche Rente von Fr. 25'000.--. Schliesslich annullierte Z.________ in einem vierten Testament vom 2. Juli 2003 die vorangehenden Verf�gungen, setzte W.________ als Testamentsvollstrecker ein, vermachte Y.________ die zwei Appartements in Monaco, W.________ drei Schmuckst�cke sowie dem Comit� International zus�tzlich zu ihrem Versprechen vom 23. Juni 2002 �ber Fr. 2'500'000.-- weitere Fr. 3'000'000.--. Der Saldo sollte an Y.________ gehen. Z.________ verstarb am 9. Juli 2003 in Monaco. Das Testament vom 2. Juli 2003 wurde in der Folge angefochten. Mit Urteil vom 17. November 2006 best�tigte das Berufungsgericht des F�rstentums Monaco dessen G�ltigkeit.
Gem�ss der von V.________, Notar in Monaco, erstellten und von Y.________ mitunterzeichneten Urkunde vom 7. Oktober 2003 mit dem Titel "Notori�t� apr�s le d�c�s de Madame Z.________" ("Erbenschein") hinterliess die Erblasserin Z.________ als Universalerben ihren Adoptivsohn Y.________. Dieser sei erbf�hig bis zu 75 % des gesamten beweglichen Nachlasses und der Immobilien in der Schweiz sowie zu 50 % des monegassischen Nachlasses. Zugleich wurde Y.________ zur Auflage gemacht, die testamentarischen Verf�gungen der Erblasserin auszuf�hren, wenn n�tig herabgesetzt auf die verf�gbare Quote. Weiter wurde in der Urkunde darauf hingewiesen, dass nach dem in Monaco anwendbaren Internationalen Privatrecht und dem Personalstatut f�r das Mobiliar das schweizerische Recht und f�r die Immobilien das Recht am Ort der gelegenen Sache gelte.
V.________ hatte zum Zeitpunkt der Erstellung des "Erbenscheins" vom 7. Oktober 2003 keine Kenntnis vom vierten Testament von Z.________ vom 2. Juli 2003. Dieses Testament war bei einem Geistlichen in Rom deponiert und wurde W.________ am 26. Oktober 2003 ausgeh�ndigt. Dieser hinterlegte das Testament bei V.________ und liess dem Rechtsvertreter von Y.________, Rechtsanwalt X.________, mit Schreiben vom 29. Oktober 2003 eine Kopie des Testaments zukommen. Am 10. November 2003 sandte V.________ das Testament vom 2. Juli 2003 X.________ (nochmals) zu. Dieser best�tigte den Empfang mit E-Mail vom 13. November 2003.
In einer Urkunde vom 22. Januar 2004 pr�zisierte V.________ unter Bezugnahme auf das Testament vom 2. Juli 2003, die Erblasserin Z.________ habe W.________ als Testamentsvollstrecker eingesetzt. Diese Urkunde wurde X.________ am 17. Februar 2004 ausgeh�ndigt.
Am 11. November 2003 erteilte Y.________ unter Vorlage des "Erbenscheins" vom 7. Oktober 2003 der UBS AG in Z�rich den Auftrag, die Bankbeziehungen seiner Mutter bei der UBS AG in Z�rich aufzul�sen und den Saldo auf sein Konto bei der UBS AG in Rapperswil zu �berweisen.
Am 18. M�rz 2004 ersuchte X.________ im Namen und Auftrag von Y.________ unter Vorlage des "Erbenscheins" vom 7. Oktober 2003 die Walliser Kantonalbank, die Konten der verstorbenen Z.________ zu saldieren und den Saldo auf das Konto von Y.________ bei der UBS AG in Rapperswil zu �berweisen. Der Auftrag wurde am 30. M�rz 2004 ausgef�hrt.
Mit Schreiben vom 24. M�rz 2004 liess Y.________ unter Vorlage des "Erbenscheins" vom 7. Oktober 2003 die Konten seiner Mutter bei der Zuger Kantonalbank saldieren und den Saldo auf sein Konto bei dieser Bank �berweisen. Die �berweisung erfolgte am 29. M�rz 2004.
Am 10. Januar 2006 reichte W.________ beim damaligen Untersuchungsrichteramt des Kantons Wallis eine Strafanzeige gegen Y.________ wegen Urkundenf�lschung (Art. 251 StGB) und Geldw�scherei (Art. 305bis StGB) ein. Am 9. M�rz 2006 erstattete das Comit� International Strafanzeige im Wesentlichen mit gleichem Inhalt. In den beiden Strafanzeigen wird Y.________ bzw. dessen Rechtsvertreter insbesondere vorgeworfen, den Banken lediglich den "Erbenschein" vom 7. Oktober 2003, welcher das Testament vom 2. Juli 2003 unber�cksichtigt l�sst, vorgelegt und hierdurch die Saldierung der Konten der Erblasserin und die �berweisung der Gelder auf eigene Konten erwirkt zu haben.
Mit Entscheid vom 12. M�rz 2009 gab der Untersuchungsrichter den beiden Strafanzeigen keine Folge. Eine dagegen erhobene Beschwerde hiess das Kantonsgericht des Kantons Wallis mit Entscheid vom 17. September 2009 gut und wies die Sache an den Untersuchungsrichter zur�ck.
Nach Abschluss des polizeilichen Ermittlungsverfahrens er�ffnete der Untersuchungsrichter am 1. Februar 2010 gegen Y.________ und dessen Rechtsvertreter X.________ ein Strafverfahren wegen Betrugs (Art. 146 StGB), Urkundenf�lschung (Art. 251 StGB) und Geldw�scherei (Art. 305bis StGB).
Am 2. Juli 2010 schloss Y.________ mit W.________ und dem Comit� International eine Vereinbarung ab; am 8. November 2010 zogen diese ihre Strafanzeigen zur�ck.
Der zust�ndige Staatsanwalt teilte am 12. November 2010 dem Untersuchungsrichter nach Einsicht in die Akten mit, er widersetze sich einer Einstellung des Strafverfahrens nicht, machte aber geltend, die Verzeigten h�tten durch ihr Verhalten das Verfahren veranlasst, weshalb ihnen die Untersuchungskosten aufzuerlegen seien.
Gegen diesen Kostenentscheid erhoben Y.________ und X.________ je Berufung ans Kantonsgericht des Kantons Wallis mit den Antr�gen, die Verfahrenskosten seien auf die Staatskasse zu nehmen und ihnen sei eine angemessene Parteientsch�digung zuzusprechen.
Y.________ und X.________ f�hren je Beschwerde in Strafsachen ans Bundesgericht, mit denen sie im Wesentlichen beantragen, das Urteil des Kantonsgerichts vom 30. November 2011 und die Einstellungsverf�gung vom 14. Dezember 2010 seien aufzuheben.
Mit Eingabe vom 16. April 2012 ersucht die Aufsichtskommission �ber die Rechtsanw�lte des Kantons Zug unter Berufung auf Art. 15 des Bundesgesetzes �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte vom 23. Juni 2000 (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) um Zustellung des bundesgerichtlichen Urteils.
1.1 Das Bundesgericht vereinigt mehrere Verfahren, wenn diese in einem engen sachlichen Zusammenhang stehen, namentlich wenn sie sich gegen denselben Entscheid richten, und wenn sie die gleichen Parteien sowie �hnliche oder gleiche Rechtsfragen betreffen. Diese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall erf�llt. Es rechtfertigt sich daher, die beiden Beschwerden gest�tzt auf Art. 71 BGG in sinngem�sser Anwendung von Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP (SR 273) zu vereinigen und in einem einzigen Entscheid zu beurteilen.
1.2 Angefochten ist ein Rechtsmittelentscheid �ber die Kosten- und Entsch�digungsregelung einer Verfahrenseinstellung, mithin eines Entscheids, der das Strafverfahren gegen die Beschwerdef�hrer abschliesst. Es handelt sich dabei um einen Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz in einer Strafsache, gegen den die Beschwerde in Strafsachen zul�ssig ist (Art. 78 Abs. 1, Art. 80 Abs. 1, Art. 90 BGG). Den Beschwerdef�hrern wurden Kosten �berbunden, und es wurde ihnen eine Entsch�digung verweigert, weshalb sie zur Beschwerdef�hrung befugt sind (vgl. Art. 81 Abs. 1 BGG). Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass, sodass auf die Beschwerden grunds�tzlich einzutreten ist.
Nicht einzutreten ist auf die Beschwerden allerdings insoweit, als dass die Beschwerdef�hrer die Aufhebung der Einstellungsverf�gung vom 14. Dezember 2010 beantragen. Unterinstanzliche Entscheide sind mit Beschwerde in Strafsachen nicht selbstst�ndig anfechtbar. Sie werden mit Blick auf den Devolutiveffekt durch den Entscheid der letzten kantonalen Instanz ersetzt und gelten mit der dagegen gerichteten Beschwerde als mitangefochten (vgl. BGE 134 II 142 E. 1.4 S. 144).
1.3 Die Beschwerde ans Bundesgericht kann wegen Rechtsverletzungen im Sinne der Art. 95 und 96 BGG gef�hrt werden. Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz kann gem�ss Art. 97 Abs. 1 BGG nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Verletzung von schweizerischem Recht im Sinne von Art. 95 BGG beruht. Die R�ge der offensichtlich unrichtigen, d.h. willk�rlichen Feststellung des Sachverhalts pr�ft das Bundesgericht gem�ss Art. 106 Abs. 2 BGG nur insoweit, als sie in der Beschwerde explizit vorgebracht und substanziiert begr�ndet worden ist. In der Beschwerde muss im Einzelnen dargelegt werden, inwiefern der angefochtene Entscheid an einem qualifizierten und offensichtlichen Mangel leidet. Auf eine bloss appellatorische Kritik am angefochtenen Urteil tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 136 II 489 E. 2.8 S.494).
Es stellt sich vorab die Frage des anwendbaren Rechts. Die Einstellungsverf�gung datiert vom 14. Dezember 2010. Sie erging mithin vor Inkrafttreten der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO; SR 312.0) am 1. Januar 2011. Anwendbar ist deshalb die bisherige Strafprozessordnung des Kantons Wallis vom 22. Februar 1962 (StPO/VS).
3.1.1 Die Vorinstanz hat erwogen, es handle sich um einen internationalen Sachverhalt und gem�ss IPRG (SR 291) stelle sich die Rechtslage wie folgt dar:
Sterbe eine Person mit letztem Wohnsitz im Ausland, so unterstehe gem�ss Art. 91 Abs. 1 IPRG der Nachlass demjenigen Recht, auf welches das Kollisionsrecht des ausl�ndischen Wohnsitzstaats verweise, was vorliegend - da die Erblasserin keine Rechtswahl getroffen habe - unbestrittenermassen das monegassische Recht sei. Gem�ss Art. 92 Abs. 1 IPRG bestimme das auf den Nachlass anwendbare Recht, was zum Nachlass geh�re, wer in welchem Umfang daran berechtigt sei, wer die Schulden des Nachlasses trage und welche Rechtsbehelfe und Massnahmen zul�ssig seien (sog. Erbstatut; vorwiegend materielle Fragen). Die Durchf�hrung der einzelnen Massnahmen richte sich hingegen nach dem Recht am Ort der zust�ndigen Beh�rde, und diesem Recht unterst�nden namentlich die sichernden Massnahmen und die Nachlassabwicklung mit Einschluss der Willensvollstreckung (Art. 92 Abs. 2 IPRG; sog. Er�ffnungsstatut; vorwiegend formelle Fragen). Gem�ss Art. 92 IPRG sei somit grunds�tzlich die Gesamtheit des Nachlasses ans Erbstatut anzukn�pfen (Abs. 1), die formelle Nachlassabwicklung mit Einschluss der Willensvollstreckung richte sich hingegen nach dem Er�ffnungsstatut (Abs. 2). In der Doktrin werde �berwiegend die Meinung vertreten, Art. 92 Abs. 2 IPRG erfasse einzig die verfahrensrechtlichen, nicht aber die materiellen Aspekte der Willensvollstreckung, sodass insoweit eine Spaltung zwischen Erb- und Er�ffnungsstatut bestehen k�nne. Folge man dieser Auffassung, w�rden im zu beurteilenden Fall die materiellen Aspekte der Willensvollstreckung nach monegassischem Recht beurteilt.
Allerdings sei anzumerken, dass die Beschwerdef�hrer den Hinweis des Notars im "Erbenschein" vom 7. Oktober 2003, wonach auf den beweglichen Nachlass von Z.________ in der Schweiz schweizerisches Recht zur Anwendung gelange, nicht beanstandet h�tten, was wiederum f�r die Anwendbarkeit schweizerischen Rechts spreche.
3.1.2 Die Vorinstanz hat weiter hervorgehoben, diese Kontroverse, ob sich die Beurteilung der Rechtsstellung des Willens- bzw. Testamentsvollstreckers vorliegend nach schweizerischem oder monegassischem Recht richte, sei bez�glich der hier zu entscheidenden Frage der Kostenauflage jedoch nicht unmittelbar entscheidrelevant.
Im konkreten Fall sei erstellt und unbestritten, dass die Beschwerdef�hrer bereits im November 2003 vom Testament vom 2. Juli 2003 und damit von der Einsetzung von W.________ als Testamentsvollstrecker Kenntnis gehabt h�tten. Zudem habe X.________ die notarielle Urkunde vom 22. Januar 2004 am 17. Februar 2004 ausgeh�ndigt bekommen. Diese f�r die Beurteilung der Erbberechtigung wesentlichen Unterlagen h�tten die Beschwerdef�hrer wissentlich und willentlich den Kantonalbanken vorenthalten und so die sofortige Herausgabe der Verm�gen erwirkt. Dies stelle einen Verstoss gegen den Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 2 Abs. 1 ZGB) dar. Bei vollst�ndiger Dokumentation h�tten die Banken zweifelsfrei die Legitimation der Beschwerdef�hrer n�her abgekl�rt, R�cksprache mit dem Willens- bzw. Testamentsvollstrecker genommen und mit der Aufl�sung der Konten bis zur Kl�rung der Sach- und Rechtslage zugewartet. W�rde bei der Beurteilung des anwendbaren Rechts auf den "Erbenschein" vom 7. Oktober 2003 abgestellt, f�nde schweizerisches Recht Anwendung, womit dem Willensvollstrecker weitreichende Kompetenzen zust�nden. Jedenfalls sei strittig, dass, wie die Beschwerdef�hrer geltend machen, monegassisches Recht anwendbar sei. Da die involvierten Banken bei Kenntnis dieser Ausgangslage die Gelder nicht (sofort) �berwiesen h�tten, h�tten sich die Beschwerdef�hrer mit ihrem treuwidrigen Vorgehen einen unrechtm�ssigen Vorteil verschafft. Die Beschwerdef�hrer h�tten zudem schuldhaft gehandelt, da sie sich aufgrund der konkreten Umst�nde und ihrer pers�nlichen Situation h�tten gewahr sein m�ssen, dass das Ersuchen um Aufl�sung der Bankkonten der Erblasserin die Einleitung eines Strafverfahrens verursachen k�nnte. Die Er�ffnung einer Strafuntersuchung sei auch objektiv angezeigt gewesen, da das von den Beschwerdef�hrern gew�hlte widerrechtliche Vorgehen den dringenden Verdacht begr�ndet habe, sie wollten den Beg�nstigten die ihnen zustehenden Verm�genswerte entziehen. Die Kostenauflage an die Beschwerdef�hrer sei damit rechtens.
3.2 Die Beschwerdef�hrer r�gen eine offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts, eine willk�rliche Rechtsanwendung und die Verletzung der Unschuldsvermutung.
Sie bringen vor, die kantonalen Instanzen h�tten willk�rlich festgestellt, dass sie in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm verletzt und dadurch die Einleitung des Strafverfahrens veranlasst oder dessen Durchf�hrung erschwert h�tten. Entgegen der Auffassung der Vorinstanz h�tten sie nicht gegen Treu und Glauben verstossen. Selbst wenn dem aber so w�re, w�rde der angefochtene Entscheid Bundesrecht verletzen, denn eine Kostenauflage k�nne nicht mit dem Verweis auf den allgemeinen Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben begr�ndet werden, da dieser keine deliktsrechtliche Schutznorm darstelle.
Entgegen den Ausf�hrungen im angefochtenen Urteil k�nne die Frage des anwendbaren Rechts nicht offen gelassen werden. Folge man der �berwiegend in der Doktrin vertretenen Auffassung, unterliege die Nachlassregelung inklusive der Frage der Rechtsstellung des Testamentsvollstreckers monegassischem Recht. Die Befugnisse des Testamentsvollstreckers nach monegassischem Recht seien sehr viel enger gefasst als jene des Willensvollstreckers nach schweizerischem Recht. Insbesondere habe Ersterer keine Verf�gungsbefugnis. Die Beschwerdef�hrer betonen, bei Geltung monegassischen Rechts seien sie somit als Universalerbe bzw. als dessen Rechtsvertreter ohne Weiteres befugt gewesen, bei den Banken die Saldierung der Konten der Erblasserin und die �berweisung der Gelder zu verlangen. Da sie nach monegassischem Recht keinerlei Regeln verletzt h�tten, k�nne auch nicht gesagt werden, sie h�tten das Strafverfahren durch ein zivilrechtlich vorwerfbares Verhalten veranlasst. Die Kostenauflage sei daher unhaltbar.
3.3 Gem�ss Art. 207 Ziff. 2 StPO/VS hat die beschuldigte Person bei einer Verfahrenseinstellung die Verfahrenskosten nur zu tragen, wenn sie durch einen Verstoss gegen die Rechtsordnung das Strafverfahren veranlasst oder erschwert hat.
Nach Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK gilt jede Person bis zur rechtskr�ftigen Verurteilung als unschuldig. Nach der Rechtsprechung verst�sst es gegen Verfassung und Konvention, in der Begr�ndung des Entscheids, mit dem ein Freispruch oder eine Verfahrenseinstellung erfolgt und der beschuldigten Person Kosten auferlegt werden, dieser direkt oder indirekt vorzuwerfen, sie habe sich strafbar gemacht bzw. es treffe sie ein strafrechtliches Verschulden. Dagegen ist es mit Verfassung und Konvention vereinbar, einer nicht verurteilten beschuldigten Person die Kosten zu �berbinden, wenn sie in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise - d.h. im Sinne einer analogen Anwendung der sich aus Art. 41 OR ergebenden Grunds�tze - gegen eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm, die aus der gesamten schweizerischen Rechtsordnung stammen kann, klar verstossen und dadurch das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchf�hrung erschwert hat. Als solche Verhaltensnormen gelten - entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrer - insbesondere auch das Verbot des Handelns wider Treu und Glauben (Art. 2 Abs. 1 ZGB) sowie das Verbot des rechtsmissbr�uchlichen Handelns (Art. 2 Abs. 2 ZGB). Jeder Verstoss gegen eine derartige Verhaltensnorm wird grunds�tzlich als widerrechtlich aufgefasst (BGE 116 Ia 162 E. 2c S. 169; vgl. auch Urteil 6B_998/2010 vom 31. August 2011 E. 5.2). Des Weiteren setzt die Kostenauflage zulasten der beschuldigten Person aufgrund verwerflich bewirkter Untersuchungseinleitung ad�quate Kausalit�t zwischen deren Verhalten, der eingeleiteten Untersuchung und den erwachsenen und aufzuerlegenden Kosten voraus. In tats�chlicher Hinsicht darf sich die Kostenauflage nur auf unbestrittene oder bereits klar nachgewiesene Umst�nde st�tzen. Diese Grunds�tze gelten auch f�r die Verweigerung einer Parteientsch�digung (Urteil 1B_12/2012 vom 20. Februar 2012 E. 2 mit Hinweisen).
Wird eine Kostenauflage wegen Verletzung der Unschuldsvermutung angefochten, so pr�ft das Bundesgericht frei, ob der Kostenentscheid direkt oder indirekt den Vorwurf einer strafrechtlichen Schuld enth�lt. Nur unter dem Gesichtswinkel der Willk�r untersucht es, ob die beschuldigte Person in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise gegen eine geschriebene oder ungeschriebene Verhaltensnorm klar verstossen und durch ihr Benehmen das Strafverfahren veranlasst oder dessen Durchf�hrung erschwert hat. Insoweit greift ausschliesslich Art. 9 BV Platz, wonach die kantonalen Kostenbestimmungen - vorliegend Art. 207 Ziff. 2 StPO/VS - nicht willk�rlich angewendet werden d�rfen (Urteil 1B_497/2011 vom 30. November 2011 E. 2.4 mit Hinweis auf BGE 116 la 162 E. 2f S. 175 f.).
3.4 Die von den Beschwerdef�hrern erhobene R�ge der Verletzung der Unschuldsvermutung ist unbegr�ndet. Im angefochtenen Urteil wird den Beschwerdef�hrern ein Verstoss gegen Treu und Glauben vorgeworfen, eine strafrechtlich relevante Verfehlung wird ihnen jedoch nicht angelastet. Das angefochtene Urteil st�tzt sich im Kostenpunkt mithin auf eine zivilrechtliche Verhaltensnorm, gegen welche die Beschwerdef�hrer in zivilrechtlich vorwerfbarer Weise verstossen und dadurch die Einleitung des Strafverfahrens veranlasst haben sollen. Insoweit l�sst sich dem angefochtenen Beschluss weder direkt noch indirekt ein Vorwurf einer strafrechtlichen Schuld entnehmen. Zu pr�fen ist jedoch, ob die Vorinstanz willk�rfrei schliessen konnte, die Beschwerdef�hrer h�tten gegen Treu und Glauben verstossen, indem sie den Banken relevante Dokumente vorenthalten h�tten.
Die Vorinstanz hat willk�rfrei festgestellt, die Beschwerdef�hrer h�tten im November 2003 vom Testament von Z.________ vom 2. Juli 2003 Kenntnis gehabt. Mit diesem Testament setzte die Erblasserin W.________ als Testamentsvollstrecker ein und vermachte dem Comit� International zus�tzlich zu ihrem Versprechen vom 23. Juni 2002 �ber Fr. 2'500'000.-- weitere Fr. 3'000'000.--. In tats�chlicher Hinsicht erstellt ist weiter, dass die Beschwerdef�hrer dieses Testament und die notarielle Urkunde vom 22. Januar 2004 bei ihren Ersuchen an die Walliser und an die Zuger Kantonalbank vom 18. und 24. M�rz 2004, die Konten der Erblasserin zu saldieren und ihnen den Saldo zu �berweisen, nicht vorlegten. Mit ihrem Vorgehen erreichten die Beschwerdef�hrer, dass die Banken die �berweisungen umgehend, n�mlich am 29. respektive am 30. M�rz 2004, ausf�hrten.
Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdef�hrer ist die Vorinstanz nicht in Willk�r verfallen, wenn sie gefolgert hat, bei Vorlage des Testaments vom 2. Juli 2003 und dem Wissen um die Einsetzung von W.________ als Testamentsvollstrecker h�tten die Banken vor der Saldierung der Konten zumindest weitere Abkl�rungen insbesondere zu den Befugnissen des Testamentsvollstreckers get�tigt. Dies gilt umso mehr, als sich gem�ss "Erbenschein" vom 7. Oktober 2003 die Nachlassabwicklung in der Schweiz nach schweizerischem Recht richtet, sodass jedenfalls nicht gesagt werden kann, die Anwendung monegassischen Rechts, gem�ss welchem dem Testamentsvollstrecker keine Verf�gungsbefugnis zukommt, sei unbestritten; w�re aber schweizerisches Recht anwendbar, w�rden dem Willensvollstrecker weitgehende Kompetenzen zustehen.
Das Vorgehen der Beschwerdef�hrer, n�mlich sich ohne Absprache mit dem Testamentsvollstrecker an die Banken zu wenden und diese unter bewusster Vorenthaltung des Testaments vom 2. Juli 2003 zur umgehenden Saldierung der Konten der Erblasserin und zur �berweisung der Gelder auf ihre Konten anzuhalten, kann nicht anders gedeutet werden, als dass die Beschwerdef�hrer die Banken hierdurch von berechtigten Abkl�rungen abhalten wollten. Wenn die Vorinstanz dieses Verhalten als Verstoss gegen Treu und Glauben und damit als zivilrechtlich vorwerfbar qualifiziert, so verletzt dies kein Bundesrecht. Daran �ndert nichts, dass die G�ltigkeit des Testaments vom 2. Juli 2003 zum Zeitpunkt der Bankersuchen infolge Anfechtung noch nicht feststand.
Nicht zu beanstanden ist auch der Schluss der Vorinstanz, das von den Beschwerdef�hrern gew�hlte treuwidrige Vorgehen habe den dringenden Tatverdacht begr�ndet, sie wollten den beg�nstigten Verm�chtnisnehmern die ihnen zustehenden Verm�genswerte entziehen, sodass sich die Staatsanwaltschaft veranlasst gesehen habe, der Sache nachzugehen. Die Durchf�hrung einer Strafuntersuchung rechtfertigte sich auch deshalb, weil - wie den Beschwerdef�hrern bewusst war - ein komplizierter internationaler Sachverhalt vorliegt, die Rechtslage bezogen auf die Frage des anwendbaren Rechts unklar ist und es um die Ausrichtung von Verm�chtnissen in der H�he von mehreren Millionen Franken geht bzw. ging.
Zusammenfassend konnte die Vorinstanz damit, ohne gegen Bundesrecht zu verstossen, folgern, die Beschwerdef�hrer h�tten sich durch eine Missachtung des Grundsatzes von Treu und Glauben zivilrechtlich vorwerfbar verhalten und hierdurch die Einleitung der gegen sie gef�hrten Strafuntersuchung ad�quat kausal verursacht. Der Betrag der �berbundenen Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 2'800.-- erscheint ohne Weiteres angemessen, was von den Beschwerdef�hrern auch nicht bestritten wird. Eine willk�rliche Anwendung der kantonalen Kostenbestimmung von Art. 207 Ziff. 2 StPO/VS liegt nach dem Gesagten nicht vor.
4.1 Die Beschwerden sind daher abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Verfahrensausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens von insgesamt Fr. 4'000.-- den Beschwerdef�hrern je zur H�lfte aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
4.2 Die Aufsichtskommission �ber die Rechtsanw�lte des Kantons Zug hat, wie erw�hnt, um Zustellung des bundesgerichtlichen Urteils ersucht.
Gem�ss Art. 15 Abs. 2 BGFA melden die eidgen�ssischen Gerichtsbeh�rden der Aufsichtsbeh�rde des Kantons, in dem eine Anw�ltin oder ein Anwalt eingetragen ist, unverz�glich das Fehlen pers�nlicher Voraussetzungen nach Art. 8 BGFA sowie Vorf�lle, welche die Berufsregeln verletzen k�nnten.
Da das zivilrechtlich vorwerfbare Verhalten des Beschwerdef�hrers 1 einen Verstoss gegen die Berufsregeln begr�nden k�nnte, ist dem Ersuchen der kantonalen Aufsichtskommission zu entsprechen.
Dieses Urteil wird den Beschwerdef�hrern, der Staatsanwaltschaft und dem Kantonsgericht des Kantons Wallis, I. Strafrechtliche Abteilung, und der Aufsichtskommission �ber die Rechtsanw�lte des Kantons Zug schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 15
 Art. 71
 Art. 24
 Art. 80
 Art. 90
 Art. 81
 BGE 
 Art. 95
 Art. 97
 Art. 95
 Art. 106
 Art. 91
 Art. 92
 Art. 92
 Art. 92
 Art. 207
 Art. 32
 Art. 6
 Art. 41
 Art. 9
 Art. 207
 BGE 
 Art. 207
 Art. 15
 Art. 8