Source: http://www.bke.de/content/html/statistik/faq.show.addons.html
Timestamp: 2018-07-17 01:57:36+00:00

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Nachträgliche Fragen
112. Wir haben Fälle, bei denen Beratene nach mehreren Monaten (aber weniger als sechs Monate) anrufen und telefonisch mitteilen, dass sie keine Beratung mehr brauchen, weil ... Wie ist zu verfahren?
Die Beratung wird zum Zeitpunkt dieses Anrufs beendet. Dieser Zeitpunkt ist für die Bundesstatistik zu melden. Dabei ist unerheblich, dass der telefonische Kontakt selbst möglicherweise weniger als 30 Minuten in Anspruch genommen hat und deshalb für die Bundesstatistik nicht gezählt wird.
Wenn einem Beratenen anheim gestellt worden ist, die Beratungsstelle noch einmal aufzusuchen wenn es erforderlich erscheint und er - wie in diesem Fall – keinen Gebrauch davon macht, so ist als „Grund für die Beendigung“ anzugeben: „Beendigung gemäß Beratungszielen“.
113. Eine Beratung wird (statistisch) nach Ablauf von sechs Monaten beendet. Ist dann das Beratungsziel erreicht?
Den Ratsuchenden wird nach einer Beratung, die schon erfolgreich verlaufen ist, bei der aber möglicherweise noch eine weitere Unterstützung sinnvoll wäre, anheim gestellt, nötigenfalls die Beratungsstelle noch einmal aufzusuchen. Wenn dies nicht geschieht, kann davon ausgegangen werden, dass die Beratung gemäß den Beratungszielen beendet worden ist.
114. Welcher Ort der Durchführung ist bei Online-Beratung anzugeben?
Eine Beratung über das Internet kann in der Bundesstatistik nur berücksichtigt werden, wenn Angaben zu allen Merkmalen vorliegen. Dabei ist als Ort der Durchführung „In den Räumen eines ambulanten Dienstes/einer Beratungsstelle" anzugeben.
115. In Gruppenberatungen bzw. -therapien wird der Zeitaufwand pro Sitzung jedem Ratsuchenden zugerechnet. Folgt daraus, dass in der Einzelberatung bei einem Gespräch mit beiden Eltern die Kontaktzeit auch zwei Mal erfasst wird?
Nein. Bezugspunkt ist der junge Mensch um dessentwillen die Beratung erfolgt. In einer Gruppe wird der Zeitaufwand eines Beraters jedem Hilfeempfänger zugerechnet. Derselbe Grundsatz gilt, wenn Eltern (oder auch eine ganze Familie) beraten werden. Erfasst wird jedes Mal der Zeitaufwand der Beratungsfachkraft, der um des jungen Menschen willen erbracht wird.
116. Kann bei den Gründen der Hilfegewährung eine "Gefährdung des Kindeswohls“ nur dann angegeben werden, wenn während der Beratung eine solche Gefährdung entsprechend § 8a SGB VIII festgestellt worden ist?
Nein. Die Angabe des Grundes der Hilfegewährung ist nicht zwingend mit den Verfahrensschritten nach § 8a SGB VIII verknüpft.
Natürlich ist es korrekt dann, wenn eine Risikoabschätzung nach § 8a stattgefunden hat und eine Gefährdung des Kindes (oder Jugendlichen) festgestellt worden ist, als Grund für eine in dieser Situation geleistete Erziehungsberatung „Gefährdung des Kindeswohls“ anzugeben. Aber auch dann wenn eine Risikoabschätzung nicht zu der Feststellung einer vorliegenden Gefährdung geführt hat, kann dennoch eine Beratung erfolgen mit dem Ziel, einer möglichen Entwicklung vorzubeugen, die ohne diese Beratung eine künftige Gefährdung befürchten lässt. Auch hier ist der Grund der Hilfegewährung „Gefährdung des Kindeswohls“.
Ebenso ist denkbar, dass Erziehungsberatung in Situationen geleistet wird, in denen keine „gewichtigen“ Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen vorliegen, die die Verfahrensschritte des § 8a SGB VIII auslösen. Auch hier kann die Beratung in der Perspektive einer möglichen künftigen Gefährdung geleistet werden. Entsprechend ist „Gefährdung des Kindeswohls“ als Grund der Hilfegewährung anzugeben.
Zur Klarstellung: Allein aus der Angabe dieses Hilfegrundes in der Statistik kann nicht im Umkehrschluss die Notwendigkeit der „Abschätzung des Gefährdungsrisikos“ entsprechend § 8a SGB VIII und in der Folge (bei eventueller Nichtdurchführung der gesetzlich definierten Verfahrensschritte) eine strafrechtliche Verantwortung der Beratungsfachkraft gefolgert werden. Die Abschätzung des Gefährdungsrisikos nach § 8a SGB VIII setzt immer voraus, dass der Beratungsfachkraft „gewichtige Anhaltspunkte“ für eine Gefährdung des Kindeswohls bekannt sind.
118. Werden Pflegefamilien als Herkunftsfamilien erfasst?
Die Bundesstatistik unterscheidet zwischen dem Aufenthaltsort des Kindes vor der Hilfe und der Situation in der Herkunftsfamilie. Wenn ein Kind vor Beginn der Hilfe in einer Pflegefamilie lebt, so ist dies als sein Aufenthaltsort zu kodieren. Die Pflegefamilie ist jedoch – anders als eine Adoptivfamilie - nicht die Herkunftsfamilie des Kindes. Deshalb müssen zur Situation in der Herkunftsfamilie die Verhältnisse angegeben werden, die für die leiblichen Eltern zutreffen. Die Bundesstatistik erfasst hier nicht die Situation der sozialen Familie in der das Kind lebt, sondern bildet die Situation ab, die zur Entstehung des Hilfebedarfs beigetragen hat.
119. Kann auch der Migrationshintergrund einer Pflegefamilie abgebildet werden?
Für ein Kind wird dann erfasst, dass es in einer Pflegefamilie lebt, wenn es aufgrund von § 33 oder 44 SGB VIII dort untergebracht ist. Es befindet sich also schon in einer Leistung der Jugendhilfe. Von diesem tatsächlichen Aufenthaltsort wird die Situation in der Herkunftsfamilie, der das Kind entstammt, unterschieden. Die Herkunftsfamilie wird in der Statistik nach den Merkmalen Situation der Eltern, Migrationshintergrund und wirtschaftliche Situation erfasst. Ein Migrationshintergrund ist daher nur bezogen auf die leiblichen Eltern anzugeben.
Wenn das Kind in einer ortsansässigen, deutschsprachigen Pflegefamilie lebt, ist also ggf. ein Migrationshintergrund für dessen leibliche Eltern anzugeben. Wenn aber ein Kind in einer Pflegefamilie mit Migrationshintergrund lebt, dann geht dies nicht in die Statistik ein, sondern es wird auch hier die Situation seiner Eltern erfasst.
120. Kann ein telefonisches Erstgespräch in die Bundesstatistik gemeldet werden?
Im Rahmen der Bundesstatistik ist die Erfassung rein telefonischer Beratung ausgeschlossen. Hier hat sich nichts verändert. Wenn jedoch eine Beratungsstelle ein telefonisches Erstgespräch konzeptionell vorsieht, kann dieses in der Bundesstatistik als Kontakt gezählt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Erstgespräch durch eine Beratungsfachkraft geführt wird, das Gespräch länger als dreißig Minuten dauert und die Beratung anschließend im persönlichen Gespräch fortgeführt wird. Ein einzelnes telefonisches Erstgespräch, das nicht zu einer weiteren Beratung führt, ist weiterhin nicht zu erfassen.
121. Kann ein telefonischer Kontakt im Rahmen einer persönlichen Beratung gezählt werden?
Wenn im Verlaufe einer persönlichen Beratung ein telefonischer Kontakt mit dem Beratenen erfolgt, so kann dieser nur dann in der Bundesstatistik berücksichtigt werden, wenn er zum einen die inhaltliche Beratung zum Thema hatte und zum anderen mehr als dreißig Minuten in Anspruch genommen hat. In diesem Fall kann das Telefongespräch statistisch als Kontakt gemeldet werden.

References: § 8
 § 8
 § 8
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 § 33