Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.07.2004&Aktenzeichen=IX%20ZB%20174/03
Timestamp: 2019-10-22 18:00:02+00:00

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BGH, 23.07.2004 - IX ZB 174/03 - dejure.org
https://dejure.org/2004,652
BGH, 23.07.2004 - IX ZB 174/03 (https://dejure.org/2004,652)
BGH, Entscheidung vom 23.07.2004 - IX ZB 174/03 (https://dejure.org/2004,652)
BGH, Entscheidung vom 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03 (https://dejure.org/2004,652)
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Versagung einer Restschuldbefreiung im Rahmen einer Insolvenz; Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen; Gefährdung der Befriedigung von Insolvenzgläubigern durch Falschangaben oder unrichtige Angaben
Versagung der RSB wegen falscher Angaben auch ohne Beeinträchtigung der Gläubigerbefriedigung
Versagung der Restschuldbefreiung gemäß § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO grundsätzlich auch dann, wenn die falschen oder unvollständigen Angaben die Befriedigung der Gläubiger nicht beeinträchtigt haben
Eine Falschangabe im Insolvenzverfahren führt zu einer Verweigerung der Restschuldbefreiung
NJW-RR 2004, 1639
MDR 2005, 170
NZI 2004, 633
WM 2004, 1840
Rpfleger 2004, 725
In späteren Entscheidungen hat er diese Frage jedoch offengelassen (BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03, ZInsO 2004, 920, 921;v. 7. Dezember 2006 - IX ZB 11/06, ZInsO 2007, 96, 97).
Dem Anliegen, nicht jedwede noch so geringfügige Verletzung von Auskunfts- oder Mitwirkungspflichten durch die Versagung der Restschuldbefreiung zu ahnden (Begründung des Rechtsausschusses zu § 346k des Entwurfs BT-Drucks. 12/7302 S. 188), wird durch die Anwendung des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes Rechnung getragen (…BGH, Beschl. v. 20. März 2003 aaO S. 414; v. 23. Juli 2004 aaO S. 921).
Auch bei dieser Vorschrift ist eine die Befriedigung der Insolvenzgläubiger beeinträchtigende Wirkung der falschen oder unvollständigen Angaben grundsätzlich keine Voraussetzung für die Versagung der Restschuldbefreiung (BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004 aaO).
Im Übrigen ergäbe sich, wollte man den Schuldner für berechtigt ansehen, Forderungen, die er bestreitet, nicht in das vorzulegende Verzeichnis aufzunehmen, ein Wertungswiderspruch zu der gefestigten Rechtsprechung, wonach es nicht der Beurteilung des Schuldners unterliegen darf, Angaben zu unterlassen, weil sie vermeintlich "für die Gläubiger uninteressant" sind (BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03, NZI 2004, 633, 634;… v. 17. März 2005, aaO).
Denn die Versagung der Restschuldbefreiung gemäß § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO setzt eine die Befriedigung der Insolvenzgläubiger beeinträchtigende Wirkung der falschen oder unvollständigen Angaben grundsätzlich nicht voraus (BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004 aaO).
Der Senat hat zu § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO entschieden, dass eine Verschlechterung der Befriedigungsaussichten nicht Voraussetzung für eine Versagungsentscheidung ist, dabei aber ausdrücklich offen gelassen, ob dies für § 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO auch gilt (Beschl. v. 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03, WM 2004, 1840, 1841).
In der Rechtsprechung des Senats ist geklärt, dass eine Versagung der Restschuldbefreiung dann ausscheidet, wenn sich das Verhalten des Schuldners von vornherein als ein ganz unwesentlicher Verstoß gegen seine Pflichten nach der Insolvenzordnung darstellt (vgl. BGH, Beschl. v. 20. März 2003 - IX ZB 388/02, ZVI 2003, 170, 171 f; v. 23. Juli 2004, aaO S. 1841 f; v. 17. März 2005 - IX ZB 260/03 NZI 2005, 461; s. auch BT-Drucks. 12/7302 S. 188).
Die von der Rechtsbeschwerde gemäß § 575 Abs. 3 Nr. 2 ZPO dargelegte Rechtsfrage, ob die Versagung der Restschuldbefreiung gemäß § 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO eine die Befriedigung der Insolvenzgläubiger beeinträchtigende Wirkung der falschen oder unvollständigen Angaben voraussetzt, hat der Senat mit Beschluß vom 23. Juli 2004 (IX ZB 174/03, WM 2004, 1840, 1841) verneint.
Es darf nicht der Beurteilung des Schuldners unterliegen, Angaben zu unterlassen, weil sie vermeintlich "für die Gläubiger uninteressant" sind (BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004, aaO S. 1841).
Der Rechtsausschuß ist davon ausgegangen, daß dem Schuldner "bei ganz unwesentlichen Verstößen" die Restschuldbefreiung nicht versagt werden dürfe (BT-Drucks. 12/7302, S. 188, zu § 346k RegE; vgl. ferner BGH, Beschl. v. 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03, ZInsO 2004, 920, 921).
Grundsätzlich ist es nicht Sache des Schuldners, seine Aktiva zu bewerten und vermeintlich "für die Gläubiger uninteressante" Positionen zu verschweigen (vgl. näher BGH, Beschluss vom 23. Juli 2004 - IX ZB 174/03, WM 2004, 1840, 1841;… vom 7. Dezember 2006 - IX ZB 11/06, ZInsO 2007, 96 Rn. 8;… vom 10. Februar 2011 - IX ZB 250/08, WM 2011, 503 Rn. 11;… MünchKomm-InsO/Stephan, 2. Aufl., § 290 Rn. 76a).
BGH, 21.09.2006 - IX ZB 7/06
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BGH, 21.12.2006 - IX ZB 248/04
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LG Berlin, 20.06.2006 - 86 T 282/06
Versagung der Restschuldbefreiung wegen fehlender Mitwirkung des Schuldners bei …

References: § 290
 § 346
 § 290
 § 290
 § 290
 § 575
 § 290
 § 346
 § 290