Source: https://gewichtsdiskriminierung.de/rubrik/politik/deutschland/
Timestamp: 2020-08-12 01:37:39+00:00

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Deutschland Archive - Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung
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Wir fordern einen rechtlichen Schutz vor Gewichtsdiskriminierung und fiebern dem Moment entgegen, wo unsere Petition veröffentlicht wird und unterzeichnet werden kann. Sie muss hierfür mehrere Schritte durchlaufen, daher können wir aktuell nicht genau sagen, wann das sein wird. Wir haben deshalb einen Newsletter „Petition“ eingerichtet, für den Sie sich hier anmelden können. Über diesen Newsletter werden wir ausschließlich Informationen zu unserer Petition versenden.
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 18. Juni 2020 18. Juni 2020 Kategorien Deutschland, Politik, RechtSchlagwörter AGG
Ein Cuxhavener Hotel schließt dicke Menschen aus. Die Hotelbetreiberin fühlt sich durch den Anblick gestört: „Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick ertragen muss“, sagt sie gegenüber Radio Bremen. Was in der Presse als einzelne Schlagzeile erscheint, ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Benachteiligungen von dicken Menschen sind in Deutschland an der Tagesordnung, sei es auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen. Wir haben daher eine Petition beim Petitionsauss des Bundesstages eingereicht.
Wir fordern einen wirksamen, gesetzlich verankerten Schutz vor Gewichtsdiskriminierung in privatrechtlichen Verhältnissen: die Erweiterung von § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) um den Diskriminierungstatbestand „Gewicht“.
Sobald die Petition unterschrieben werden kann, werden wir den Link auf unserer Website veröffentlichen.
Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung fordert Aufnahme eines Diskriminierungstatbestands „Gewicht“ ins Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Schutz vor Gewichtsdiskriminierung gesetzlich verankern!
Benachteiligungen von dicken Menschen sind in Deutschland an der Tagesordnung, sei es auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen. Wir fordern daher einen wirksamen gesetzlich verankerten Schutz vor Gewichtsdiskriminierung in privatrechtlichen Verhältnissen: § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) muss um den Diskriminierungstatbestand „Gewicht“ erweitert werden!
Diskriminierung anhand eines hohen Körpergewichts geschieht täglich, überall und sie betrifft immer mehr Menschen. Zu einem hohen Anteil findet sie im Bereich der privaten Wirtschaftsbeziehungen statt, also im Berufsleben, in den Bereichen Mobilität und Freizeit sowie Gesundheit und Pflege. 78 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung haben Vorurteile gegenüber dicken Menschen oder widersprechen diesen nicht, zeigt die Studie „Stigmatisierende Einstellungen zur Adipositas in der deutschen Bevölkerung“. In einer repräsentativen Umfrage von forsa im Auftrag der DAK gaben 15 Prozent an, dass sie bewusst den Kontakt zu dicken Menschen meiden. Angesicht dieser Zahlen sieht die Bevölkerungsmehrheit Handlungsbedarf. In einer Studie der Universität Leipzig sprachen sich beispielsweise 60 Prozent der Befragten für einen Schutz vor Gewichtsdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt aus.
Bislang gibt es für dicke Menschen keine Möglichkeit, sich gerichtlich zur Wehr zu setzen. Sebastian Bickerich, Pressesprecher der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, gegenüber der Bild: „Nur wenn Übergewicht die Schwelle einer Behinderung erreicht, besteht Diskriminierungsschutz. Deshalb dürfte es für Betroffene schwer sein, unter Verweis auf das AGG gegen [diskriminierende] Bestimmungen […] gerichtlich vorzugehen.“ Seine Empfehlung: „Der Gesetzgeber sollte prüfen, ob der in Deutschland recht eng gefasste Katalog der geschützten Merkmale ausgeweitet beziehungsweise präzisiert werden sollte.“
Auch in den Handlungsempfehlungen der Repräsentativbefragung „Diskriminierungserfahrungen in Deutschland“ (2017) heißt es: „Die vielen Diskriminierungserfahrungen, die Personen anhand äußerlicher Merkmale, insbesondere anhand des Gewichts, erlebt haben, belegen den dringenden Handlungsbedarf, für diese Personen eine Möglichkeit zu schaffen, sich gegen ihre Diskriminierungserfahrungen zur Wehr zu setzen“.
Wir fordern daher: „Gewicht“ in § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) aufnehmen und dicke Menschen effektiv vor Gewichtsdiskriminierung schützen!
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 7. Juni 2020 9. Juni 2020 Kategorien Deutschland, Politik, RechtSchlagwörter AGG
In Berlin ist ein Diskriminierungsschutz für das Merkmal Gewicht zum Greifen nahe. Die Frauen von Bündnis 90/Die Grünen Berlin und die Jusos Berlin haben sich 2018 dafür ausgesprochen, Gewicht in § 2 des Landesantidiskriminierungsgesetzes (LADG) aufzunehmen, die sozialdemokratischen Frauen (ASF-Berlin) im September 2019. Kurz danach ist der Antrag mit dem Titel “Den Schutz vor Gewichtsdiskriminierung im LADG explizit verankern“ auch auf dem Landesparteitag der SPD beschlossen worden.
Jetzt geht es darum, dass das Merkmal in den letzten Verhandlungsrunden für das Gesetz auf den Tisch kommt. Dabei brauchen wir Ihre Unterstützung! Warum ist dieses politische Signal für Sie wichtig? Warum sollte Gewichtsdiskriminierung dringend Thema in der politischen Debatte werden? Teilen Sie Ihre Gedanken in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #LADGmitGewicht. Sie haben Kontakte in die Politik hinein? Dann setzen Sie das Thema auf die Agenda!
Sie wohnen nicht in Berlin? Das Gesetz betrifft Sie dennoch, und zwar ausfolgendem Grund: Das Landesantidiskriminierungsgesetz von Berlin wird das erste verabschiedete Gesetz seiner Art in der Bundesrepublik sein. Schafft es das Merkmal Gewicht in § 2 des LADG für Berlin, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich das Merkmal bald auch in den Entwürfen weiterer Bundesländer findet.
Darüber hinaus unterstützen Sie unsere Arbeit in hohem Maße, wenn Sie sich für dieses Anliegen einsetzen. Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung wurde 2005 gegründet und hat bis heute weder eigene Räume noch finanzierte Stellen. Ursache ist, dass die hierfür erforderlichen Fördermittel auf die Bevölkerungsgruppen zugeschnitten sind, die sich aus den in § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) genannten Merkmalen ableiten lassen. Gewicht ist keines der genannten Merkmale und wird auch von keinem anderen vollumfänglich erfasst. Sollte Gewicht ins Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) von Berlin aufgenommen werden, könnte sich das auf Landesebene ändern. Die Finanzierung unserer Arbeit würde uns vieles ermöglichen, was wir ehrenamtlich nicht leisten können, beispielsweise eine Beratung für Betroffene.
Abschließend noch ein paar Anmerkungen zum Geltungsbereich des Gesetzes für Interessierte. Das LADG ist ein Landesgesetz und richtet sich damit auf das, was in die Zuständigkeit des Landes Berlin fällt. Es findet Anwendung in allen Bereichen, in denen Bürger*innen auf öffentliche Verwaltung, Bildungswesen oder Polizei treffen, also beispielsweise im Finanzamt, in der Schule und in der Justiz. Es ergänzt damit das bundesweit privatrechtlich wirksame Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG)
Entwurf (aktueller Stand)
Landesparteitag der SPD 2019
Antrag 191/II/2019: „Den Schutz vor Gewichtsdiskriminierung im LADG explizit verankern“
GRÜNE Frauen*Konferenz 2018
Antrag V3 Diskriminierungsmerkmal „Gewicht“ ins Landesantidiskriminierungsgesetz
JUSOS Landesdelegiertenkonferenz 2018
Antrag F2_1/18 “Mein Körper geht nur mich etwas an!“: Stop Fatshaming!
Pressemitteilung der GgG
Kommt der rechtliche Schutz vor Gewichtsdiskriminierung?
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 26. Oktober 2019 7. Juni 2020 Kategorien Deutschland, Politik, RechtSchlagwörter DIE LINKE, GRÜNE, LADG, SPD
Landesarbeitsgemeinschaft Frauen* und Gender Berlin
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 13. Oktober 2018 16. März 2019 Kategorien Deutschland, PolitikSchlagwörter GRÜNE, LADG
Anti-Diät-Tag 2018: das Thema "Gewichtsdiskriminierung" nimmt politisch Fahrt auf
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 6. Mai 2018 3. Januar 2019 Kategorien Deutschland, Politik
Was bedeutet die GroKo für das Thema "Gewichtsdiskriminierung"?
„Wir verurteilen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form“, dieser Satz aus dem Koalitionsvertrag beschreibt den kleinsten gemeinsamen Nenner der Positionen: die Ablehnung von Gewichtsdiskriminierung. Damit lässt sich in dieser Legislaturperiode eine Erweiterung des Merkmalkatalogs des AGG nicht herbeiführen, allerdings verschafft der Satz „Aktionspläne werden wir fortführen und weiterentwickeln“ der SPD womöglich eigene Handlungsspielräume. „Was bedeutet die GroKo für das Thema "Gewichtsdiskriminierung"?“ weiterlesen
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 4. März 2018 3. Januar 2019 Kategorien Deutschland, PolitikSchlagwörter CDU, SPD
Bundesregierung sagt "Ja!" zur Gewichtsvielfalt
Die Bundesregierung hat zum internationalen Tag der Toleranz Vielfalt zum Thema gemacht und dabei auch den dicken Körper in den Fokus gerückt. Ein vielversprechender Anfang der neuen Legislaturperiode! Das Merkmal Gewicht wurde in einer Reihe mit den Merkmalen genannt, für die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ein rechtlicher Diskriminierungsschutz festgeschrieben ist.
Dicke Menschen brauchen mehr als Toleranz, sie wollen Akzeptanz, die volle gesellschaftliche Teilhabe und eine rechtliche Grundlage, um sich gegen Gewichtsdiskriminierung zur Wehr setzen zu können. Laut Mikrozensus waren 2013 insgesamt 52 Prozent der Erwachsenen in Deutschland dick und rund ein Drittel davon hochgewichtig. Mit einer Erweiterung des AGG um das Merkmal Gewicht könnte die Bundesregierung für mehr als 35 Millionen Menschen in Deutschland die rechtliche Situation verbessern und die Weichen für mehr Akzeptanz und Teilhabe stellen. Die Kanzlerin hat in letzter Zeit vielfach betont, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt eine der großen Aufgaben unserer Zeit ist. Wer dieses Ziel hat, muss sich Diskriminierung entgegenstellen, da diese eine große bindungszersetzende Kraft ist.
Liebe Frau Dr. Merkel, schreiben Sie dieses Ziel nicht in eckige Klammern sondern mit einem Ausrufezeichen im Koalitionsvertrag fest!
Autor Natalie RosenkeVeröffentlicht am 19. November 2017 3. Januar 2019 Kategorien Deutschland, Politik

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