Source: https://www.transnetbw.de/de/suedlink
Timestamp: 2019-05-23 16:41:42+00:00

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Deutschland hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 2050 sollen mindestens 80 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Um auch zukünftig eine stabile und sichere Stromversorgung zu gewährleisten, müssen die Stromnetze an die Veränderungen der Erzeugungsstruktur angepasst werden. Hierbei spielen leistungsstarke Gleichstromleitungen wie SuedLink eine entscheidende Rolle.
Bundesfachplanung schreitet voran
Seit Anfang 2016 gelten für Gleichstromleitungen wie SuedLink neue Planungsvorgaben: Statt als Freileitung wird SuedLink als Erdkabel realisiert.
Nach einer Phase der intensiven Öffentlichkeitsbeteiligung startete im Frühjahr 2017 das formelle Planungs- und Genehmigungsverfahren, die Bundesfachplanung, mit der Einreichung des Antrags nach §6 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) und den Antragskonferenzen. In deren Rahmen konnten Träger öffentlicher Belange, Vereinigungen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger Stellungnahmen zu den im Antrag benannten Korridoren abgeben und alternative Varianten vorschlagen. Die zuständige Behörde, die Bundesnetzagentur (BNetzA), hatte daraufhin im Herbst 2017 festgelegt, welches Netz an möglichen Erdkabelkorridoren im Hauptverfahren der Bundesfachplanung vertieft auf seine mögliche Eignung hin untersucht werden soll. Die Entscheide der BNetzA zum bestätigten Korridor-Netz finden Sie hier.
Bestätigtes Korridornetz wurde vertiefend untersucht
Das von der BNetzA bestätigte Erdkabel-Korridornetz wurde von der ARGE SuedLink ergebnisoffen mit Blick auf Raum- und Umweltverträglichkeit bewertet und verglichen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Unterlagen nach §8 NABEG, die TransnetBW und TenneT im Februar und März 2019 abschnittsweise bei der BNetzA eingereicht haben. Ein zentraler Bestandteil des Genehmigungsantrags nach §8 NABEG ist ein durchgehender Korridor für SuedLink, der sich auf Basis der aktuellen Informationen als derjenige mit den geringsten Auswirkungen auf Mensch und Natur erweist.
Nach der Prüfung der §8-Unterlagen auf Vollständigkeit durch die BNetzA können die Unterlagen abschnittweise für beide SuedLink-Vorhaben auf der Seite der Behörde abgerufen werden ( Vorhaben 3, Vorhaben 4). Alle noch nicht geprüften Unterlagen stehen für Sie hier auf unserer Website zum Download bereit.
Der Erdkabel-Korridor wird zum Abschluss der Bundesfachplanung von der BNetzA verbindlich festgelegt. Zuvor kann sich die Öffentlichkeit erneut am Verfahren beteiligen und Stellungnahmen zum bestätigten Erdkabel-Korridornetz bei der BNetzA einreichen. Die Fristen zur Einreichung der Stellungnahmen für jeden SuedLink-Abschnitt sowie die jeweiligen Kontaktadressen finden Sie ebenfalls auf der Website der Behörde. Bitte beachten Sie die dort angegebenen Zeiträume, da zu spät oder zu früh eingereichte Hinweise nicht von der Bundesnetzagentur berücksichtigt werden.
TransnetBW und TenneT sind auch wieder in allen von den SuedLink-Planungen tangierten Landkreisen unterwegs, um den aktuellen Planungsstand und die Beteiligungsmöglichkeiten im weiteren Verfahren vorzustellen.
Derzeit wird ein möglicher Verlauf für SuedLink gesucht. Einen Überblick über das Projekt finden Sie hier.
SuedLink: die Hauptschlagader der Energiewende
Mit einer zunehmend CO2-freien Energieversorgung rücken Stromerzeugung und -verbrauch weiter auseinander. Zwar kann sich jeder Hausbesitzer mit Solarpanelen auf dem Dach und einem Batteriespeicher im Keller in hohem Maße selbst mit Strom versorgen. Aber insbesondere die großen Verbraucher und Verbraucherzentren Süddeutschlands werden immer weniger durch herkömmliche Kraftwerke versorgt, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Vielmehr werden die notwendigen Strommengen für städtische Ballungsgebiete und energieintensive Industriestandorte zukünftig zunehmend aus Windkraftparks vor der Küste und im windreichen Norden stammen – der Windstrom wird eben dort produziert, wo die Bedingungen am günstigsten sind. Große, überregionale Übertragungsnetze müssen den lokal produzierten Strom aus dem Norden der Republik deshalb künftig bündeln und in die Verbraucherzentren im Süden transportieren. Das gilt auch für den in Norwegen produzierten Strom aus Wasserkraft, der über NordLink nach Deutschland fließt und über SuedLink weiterverteilt wird. Als leistungsstarke Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung trägt SuedLink somit dazu bei, die erneuerbaren Energien besser in unser Stromnetz zu integrieren.
Die erneuerbaren Energien werden aber nicht nur überall in Deutschland dezentral produziert – sie schwanken auch stark in ihrer Einspeisung. Die Gleichstromtechnik, mit der SuedLink realisiert wird, macht es möglich, flexibler auf die Schwankungen zu reagieren und Lastflüsse im Netz besser zu steuern. Damit ist der Netzausbau mit SuedLink als zentrale deutsche und europäische Verbindung der technisch sinnvollste und auch der wirtschaftlichste Weg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien.
SuedLink: zwei Verbindungen – integrierte Planung
SuedLink ist ein Netzausbauprojekt, das von den beiden Übertragungsnetzbetreibern TransnetBW und TenneT umgesetzt wird. Es besteht aus zwei Gleichstromübertragungsleitungen zwischen Wilster und dem Raum Grafenrheinfeld sowie Brunsbüttel und Großgartach (Leingarten), die parallel geplant, gebaut und betrieben werden.
2015 wurde für alle Gleichstromübertragungsleitungen ein Erdkabelvorrang gesetzlich beschlossen. Nach jetziger Planung enthält SuedLink daher keine Freileitungsabschnitte.
Umfassende Information und Beteiligung der Öffentlichkeit von Anfang an
Die BNetzA hat die planerischen Vorgaben für Erdkabel-Korridore im April 2016 festgelegt. Auf dieser Basis haben renommierte Planungsbüros, die ARGE SuedLink, im Auftrag von TransnetBW und TenneT erste Vorschläge für Erdkabel-Korridore entwickelt. Dabei setzten die Vorhabenträger auf einen frühzeitigen und engen Austausch mit der Öffentlichkeit. Während einer achtwöchigen informellen Beteiligungsphase im Oktober und November 2016 hatten Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Behörden und Verbände die Möglichkeit, sich an der Planung der Erdkabel-Korridore zu beteiligen und Hinweise zur Anpassung der Korridorvorschläge einzureichen. Insgesamt erhielten TransnetBW und TenneT mehr als 7.000 Hinweise. Im Anschluss haben die Fachplaner der ARGE SuedLink die Vorschläge für Erdkabel-Korridore mit Blick auf die Belange von Mensch und Umwelt angepasst und weiter optimiert. Die veränderten Erdkabel-Korridorvorschläge wurden als Bestandteil des Antrags nach §6 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) zur Eröffnung der Bundesfachplanung, dem behördlichen Planungs- und Genehmigungsverfahren unter Leitung der BNetzA, eingereicht.
Zum Auftakt der Bundesfachplanung konnten Träger öffentlicher Belange, Vereinigungen sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Antragskonferenzen ihre Stellungnahmen und Hinweise zu den vorgeschlagenen Erdkabel-Korridoren einbringen. Sämtliche Hinweise wurden von der BNetzA auf ihre Relevanz hin geprüft. Auf Basis dieser Informationen legte die BNetzA fest, welche Korridore im weiteren Verfahren vertieft auf ihre Eignung hin untersucht werden sollen.
Das Ergebnis dieser Untersuchungen, die Unterlagen nach §8 NABEG, werden von den Vorhabenträgern ab Ende Februar eingereicht. Die BNetzA prüft die Unterlagen auf Vollständigkeit und startet anschließend die formelle Beteiligung der Behörden und Öffentlichkeit. Gegenstand der anschließenden Erörterungstermine sind die fristgerecht eingereichten Stellungnahmen und Einwände, die mit der BNetzA und den Vorhabenträgern fachlich diskutiert werden. Zuvor werden TransnetBW und TenneT wieder in allen von den Planungen tangierten Regionen vor Ort sein, um über die Unterlagen, die Planung sowie die Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren.
Die energiewirtschaftliche Notwendigkeit von SuedLink wird seit 2012 in den Netzentwicklungsplänen bestätigt. Der Netzentwicklungsplan (NEP) beschreibt die Um- und Ausbaumaßnahmen im deutschen Stromnetz, die nötig sind, damit die Energieversorgung auch in zehn Jahren deutschlandweit gesichert ist. Er wird alle zwei Jahre als gemeinsamer Entwurf von den vier Übertragungsnetzbetreibern erstellt und durch die Bundesnetzagentur geprüft. Die von der Behörde als notwendig anerkannten Maßnahmen werden bestätigt. Zuvor haben Bürger, Verbände und Behörden die Möglichkeit, den Planungsstand einzusehen und zu kommentieren. Auf dieser Grundlage wird ein Bundesbedarfsplan formuliert und von Bundestag und Bundesrat verabschiedet. Für die darin aufgeführten Vorhaben besteht nach Ansicht des Bundesgesetzgebers eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit und ein vordringlicher Bedarf für einen sicheren und zuverlässigen Netzbetrieb. Eines dieser Projekte ist SuedLink.
Mit der Aufnahme in das Bundesbedarfsplanungsgesetz (BBPIG) ist der Bau von SuedLink mit seinen Netzverknüpfungspunkten rechtsverbindlich festgeschrieben. Vor dem Baubeginn von SuedLink findet ein umfangreiches Planungs- und Genehmigungsverfahren statt, das aus zwei behördlichen, aufeinanderfolgenden Teilen besteht: der Bundesfachplanung und der Planfeststellung.
Die Netzbetreiber TransnetBW und TenneT reichen Vorschläge für einen 1.000 Meter breiten Erdkabel-Korridor und mögliche Alternativen bei der Bundesnetzagentur in Form eines Antrags nach § 6 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) ein.
Mit Einreichen des Antrags nach §6 NABEG beginnt das Vorverfahren der Bundesfachplanung. Die Bundesnetzagentur richtet hierzu öffentliche Antragskonferenzen aus. Zu diesen Antragskonferenzen lädt die Bundesbehörde die Träger öffentlicher Belange sowie Umweltverbände und Landesbehörden ein. Darüber hinaus können interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnehmen und Stellungnahmen abgeben. Auf Grundlage der gesammelten Hinweise und Anmerkungen legt die BNetzA einen Untersuchungsrahmen für das weitere Verfahren fest, also welche Erdkabel-Korridore im weiteren Verlauf genauer untersucht werden sollen. Hinzu kommen weitere Gutachten und es erfolgt die zweite Stufe des Antragsverfahrens der Bundesfachplanung:
TransnetBW und TenneT erstellen hierfür die Unterlagen nach §8 NABEG. Diese beinhalten detaillierte Informationen über jeden geprüften Korridor sowie u.a. den Umweltbericht der Strategischen Umweltprüfung (SUP), eine Raumverträglichkeitsstudie, die Prüfung der Natura 2000-Verträglichkeit sowie eine artenschutzrechtliche Ersteinschätzung.
Diese Unterlagen werden auf den Projektseiten der Vorhabenträger und der Bundesnetzagentur veröffentlicht und ausgelegt, damit sie jedem interessierten Bürger zugänglich sind. Jede und jeder hat dann die Möglichkeit, die Ergebnisse zu sichten und dazu schriftliche Stellungnahmen bei der Bundesnetzagentur einzureichen. Nachdem die Stellungnahmen auf Erörterungsterminen fachlich bewertet wurden, entscheidet die Bundesnetzagentur über einen konkreten Erdkabel-Korridor, in dem SuedLink dann später gebaut werden soll.
Planfeststellung: Festlegung eines grundstücksgenauen Trassenverlaufs
Im Anschluss beginnt der abschließende Teil des Genehmigungsverfahrens für SuedLink: die Planfeststellung. Auf Grundlage des von der BNetzA festgelegten Erdkabel-Korridors, der eine Breite von 1.000 Metern hat, wird nun der grundstücksgenaue, präzise Verlauf von SuedLink festgelegt. Die Veröffentlichung der Pläne und öffentliche Erörterungen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens bieten Bürgerinnen und Bürgern noch einmal die Möglichkeit, ihre Hinweise in den Planungsprozess einzubringen.
TransnetBW und TenneT begleiten alle Genehmigungsschritte mit umfangreichen Informationsangeboten und bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Beteiligung an der Planung an.
Fragen, Anregungen oder Hinweise zum Projekt können Sie uns direkt über das Kontaktformular zukommen lassen.

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