Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.10.2000&Aktenzeichen=IV%20ZR%20208/99
Timestamp: 2019-11-16 23:56:35+00:00

Document:
BGH, 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - dejure.org
https://dejure.org/2000,1134
BGH, 11.10.2000 - IV ZR 208/99 (https://dejure.org/2000,1134)
BGH, Entscheidung vom 11.10.2000 - IV ZR 208/99 (https://dejure.org/2000,1134)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 2000 - IV ZR 208/99 (https://dejure.org/2000,1134)
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Musterbedingungen für die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BB-BUZ) § 2
Musterbedingungen für die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BB-BUZ)
Berufsunfähigkeit - Zusatzversicherung - Grenze - Fortsetzung - Berufstätigkeit - Überobligationsmäßige Anstrengung - Raubbau - Gesundheit - Informatikunterricht - Computermonitor
NJW 2001, 1943
MDR 2001, 274
VersR 2001, 89
BGH, 11.07.2012 - IV ZR 5/11
Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung: Berufsunfähigkeit bei Gesundheitsgefahren …
Letzteres kann nicht nur dann der Fall sein, wenn sich die fortgesetzte Berufstätigkeit des Versicherungsnehmers angesichts einer drohenden Verschlechterung seines Gesundheitszustandes als Raubbau an der Gesundheit und deshalb überobligationsmäßig erweist (vgl. dazu Senatsurteile vom 11. Oktober 2000 - IV ZR 208/99, VersR 2001, 89 unter II 1 m.w.N.; vom 30. November 1994 - IV ZR 300/93, VersR 1995, 159 unter 3 b; OLG Karlsruhe VersR 1983, 281), sondern kommt auch in Betracht, wenn andere mit der Gesundheitsbeeinträchtigung in Zusammenhang stehende oder zusammenwirkende Umstände in der Gesamtschau ergeben, dass dem Versicherungsnehmer die Fortsetzung seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr zugemutet werden kann (Senatsurteil vom 11. Oktober 2000 aaO;… OLG Koblenz aaO).
Zwar ist dem Versicherungsnehmer eine Fortsetzung seiner bisherigen beruflichen Tätigkeit dann nicht zuzumuten, wenn diese nachweislich bereits zu weitergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt hat oder solche Schäden ernsthaft zu erwarten sind (Senatsurteile vom 11. Oktober 2000 - IV ZR 208/99, VersR 2001, 89 unter II 1; vom 27. Februar 1991 - IV ZR 66/90, VersR 1991, 450 unter 2 b; OLG Saarbrücken VersR 2004, 1165).
BGH, 17.03.2004 - IV ZB 21/02
Zulassung der Rechtsbeschwerde gegen Kostenentscheidungen des Berufungsgerichts …
Der Senat hat das Berufungsurteil aufgehoben und die Sache zur weiteren Aufklärung und erneuten Entscheidung an das Berufungsgericht zurückverwiesen (Urteil vom 11. Oktober 2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89).
OLG Saarbrücken, 23.02.2011 - 5 U 275/09
Berufusunfähigkeit eines an den Augen erkrankten Zahnarztes
DieBeantwortung der Frage, ob die mehr als hälftige Fortsetzung der bisherigen Berufstätigkeit überobligationsmäßig ist, ist nicht nur anhand der gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu beantworten, sondern unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles (BGH, Urt. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89 ).
Es kann sich eine Unzumutbarkeit auch aus dem Zusammenwirken mehrerer, je für sich genommen die Zumutbarkeitsschwelle noch nicht übersteigender Umstände in ihrer Gesamtschau ergeben (BGH, Urt. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89 ).
Ist völlig offen, ob weitere Gesundheitsschäden eintreten, ist bei einer mehr als hälftigen Fortsetzung der früheren Berufstätigkeit eine Berufsunfähigkeit nicht bewiesen (BGH, Urt. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89 ).
Auf die subjektive Zufriedenheit des Versicherten kommt es hingegen nicht an (BGH, Urt. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89 ).Einen ihm nicht zumutbaren Qualitätsverlust hat der Kläger zwar unsubstantiiert behauptet (Bl. 27 d.A.), aber nicht unter Beweis gestellt.
OLG Saarbrücken, 20.01.2016 - 5 U 286/11
Berufsunfähigkeit eines Kochs bei einer auf den Kontakt mit Feuchtigkeit und …
Ist völlig offen, ob weitere Gesundheitsschäden eintreten, ist bei einer mehr als hälftigen Fortsetzung der früheren Berufstätigkeit eine Berufsunfähigkeit nicht bewiesen (vgl. BGH, Urt. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89;… Senat, Urt. v. 8.12.2010 - 5 U 8/10 -).
Kommt es darauf an, wie sich bestimmte medizinisch festgestellte Beeinträchtigungen der Leistungsfähigkeit auf die zuletzt konkret ausgeübte Berufstätigkeit des Versicherten auswirken, sind hierzu gegebenenfalls Zeugen und ein berufskundlicher Sachverständiger zu hören (Senatsurteil vom 11. Oktober 2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89 unter III).
So ist etwa anerkannt, dass bei der Bestimmung der Berufsunfähigkeit überobligationsmäßiges Verhalten der versicherten Person (z.B. Weiterarbeit trotz Gefahr einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes) außer Betracht zu bleiben hat (BGH 11.10.2000 - IV ZR 208/99, r+s 2001, 167; BGH 30.11.1994 - IV ZR 300/93, VersR 1995, 159; sowie BGH 28.4.1999 - IV ZR 123/98, r+s 1999, 387 zur Umorganisation).
OLG Saarbrücken, 08.12.2010 - 5 U 8/10
Eintritt der Berufsunfähigkeit durch die Behandlung einer Thrombose
Ansonsten gilt Folgendes: Ohne einen bestimmten Grad von Wahrscheinlichkeit festlegen zu müssen, ab welchem eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder eine Lebensgefahr zu gewärtigen sein müsste, um eine Unzumutbarkeit weiterer Tätigkeit zu begründen, ist doch jedenfalls ein Mindestmaß an Prognosesicherheit im Sinne einer rational begründbaren Vorhersehbarkeit, einer ernsthaften Befürchtung erforderlich (vgl. BGH, Urt. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99 - VersR 2001, 89;… Rixecker in: Beckmann/Matusche-Beckmann, Versicherungsrechtshandbuch, 2. Aufl. 2009, § 46 Rdn. 72;… Lücke in: Prölss/Martin. 28. Aufl. 2010, BU § 2 Rdn. 30).
Ob ein Ausgleich direkt zwischen den Versicherungen in Betracht kommt (offen gelassen in BGHZ 145, 393; befürwortet von Wolter VersR 2001, 89) spielt im vorliegenden Rechtsstreit keine Rolle.
In rechtlicher Hinsicht ist es ohnehin nicht zulässig, auf Arbeitsplätze zu verweisen, die ein Versicherter nicht nach seiner Eignung und seinen Fähigkeiten sondern nur auf Grund des Wohlwollens Dritter zu erlangen vermag (vgl. BGH VersR 2001, 89).
Damit beruht die Fortführung des Geschäftsbetriebs im Verhältnis zur Beklagten auf einem überobligationsmäßigen Verhalten, das Berufsunfähigkeit nicht ausschließt (vgl. BGH, U. v. 11.10.2000 - IV ZR 208/99, VersR 2001, 89 unter II 1).
Eine solche, sicher zu erwartende Gesundheitsschädigung braucht der Kläger nicht hinzunehmen, auch unter diesem Gesichtspunkt ist die Fortsetzung seiner bisherigen Berufstätigkeit im Verhältnis zur Beklagten überobligationsmäßig (vgl. BGH, U. v. 11.10.2000 a.a.O. unter II 1 und 2; U. v. 27.2.1991 - IV ZR 66/90, VersR 1991, 450 unter 2 b).
OLG Saarbrücken, 11.02.2015 - 5 U 20/13
Begriff der Berufsunfähigkeit in der Berufsunfähgkeits-Zusatzversicherung
OLG Köln, 13.05.2009 - 20 U 202/08
KG, 02.11.2010 - 6 U 75/10
Zur Berufsunfähigkeit eines Beamten

References: § 2
 BGH 
 BGH 
 § 46
 § 2
 BGH