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Timestamp: 2020-04-10 11:18:01+00:00

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Ist Wein als Betriebsausgabe / Werbungskosten absetzbar? | Law-Blog
Ist Wein als Betriebsausgabe / Werbungskosten absetzbar?
Veröffentlicht am 15. Dezember 2019 von Dr. Maximilian Greger | Steuerrecht | 0 Kommentare
Kurz vor Weihnachten wage ich einen Ausflug in das Steuerrecht. Sicher hat sich schon der ein oder andere gefragt, ob man Wein steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgabe absetzen kann. Die Antwort ist einfach: JA. Aber das kann logischerweise nicht für den Privatgenuss von Wein gelten!
Wein als Aufmerksamkeit an Geschäftskunden
Nicht selten wird die ein oder andere Flasche Wein als Aufmerksamkeit an Geschäftskunden verschenkt. Hier gilt nach § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG, dass die Herstellungskosten der jährlich an einen Kunden/Geschäftspartner zugewendeten Gegenstände maximal 35 € betragen dürfen. Dann können die Ausgaben vollständig steuerlich als Werbungskosten abgesetzt werden. Überschreitet der Gesamtbetrag der Herstellungskosten je beschenkter Person den Höchstbetrag von 35 €, werden die für diese Person im Kalenderjahr aufgewendeten Kosten nicht als Betriebsausgaben anerkannt – auch nicht bis zur Grenze von 35 €! Denn § 5 Abs. 5 Nr. 1 EStG regelt eine Freigrenze, keinen Freibetrag.
Muss der Beschenkte etwas beachten?
Vorsicht ist aus Sicht der beschenkten Person geboten. Wenn der Anschaffungswert eines Geschenks 10 Euro übersteigt, ist der volle (!) Anschaffungswert als geldwerter Vorteil von der beschenkten Person zu versteuern (und zwar nach deren persönlichem Steuersatz). Also gilt auch hier kein Freibetrag sondern eine Freigrenze.
Welche Möglichkeit hat der Schenker, um eine Steuerpflicht des Empfängers zu vermeiden?
Wird die 10 €-Grenze überschritten, wäre es ja nun reichlich unangenehm, würde der Schenker dem Beschenkten den Kaufbeleg für eine Flasche Rotwein (z.B. im Wert von 15 €) in die Hand drücken mit dem Hinweis: „Denk dran, dass Du das Geschenk noch als geldwerten Vorteil versteuern musst!“. Hier kommt § 37b EStG ins Spiel, wonach der Schenker die Steuerpflicht des Beschenkten mit einer pauschalen Steuer von 30 % auf die Anschaffungskosten übernehmen kann. Ist der Schenker zum Vorsteuerabzug berechtigt, sind die Nettokosten ohne Umsatzsteuer maßgeblich. Hierbei gilt allerdings eine Höchstgrenze von 10.000 € je Empfänger und Wirtschaftsjahr.
Der Schenker sollte dabei nicht vergessen, dass er den Beschenkten nach § 37b Abs. 3 S. 3 EStG von der Übernahme dessen Steuerpflicht unterrichten muss. Hierfür gilt zwar keine bestimmte Form, die Unterrichtung ist aber sinnvoll, damit der Empfänger des Geschenks die Anschaffungskosten nicht noch einmal als geldwerten Vorteil versteuert – dann würde der Fiskus womöglich zweimal verdienen.
Wie verhält es sich mit Geschenken an Mitarbeiter (Arbeitnehmer)?
Möchte man nicht einem Geschäftskunden, sondern seinem Arbeitnehmer Gutes tun, verhält es sich mit der steuerlichen Absetzbarkeit anders: Bei eigenen Mitarbeitern gilt die 35 €-Grenze des § 4 Abs. 5 Nr. 1 EStG gerade nicht! Geschenke an eigene Mitarbeiter sind unbegrenzt absetzbar!
Doch das Ganze hat natürlich einen Haken: Der Arbeitnehmer muss für erhaltene Geschenke Lohnsteuer abführen, soweit nicht eine der nachfolgenden beiden Voraussetzungen gegeben ist:
Bloße Aufmerksamkeiten bleiben von der Lohnsteuer befreit, solange der Gesamtwert 60 € nicht übersteigt. Aufmerksamkeiten sind Sachzuwendungen (z. B. Waren, Gutscheine etc.), die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zu einem bestimmten Ereignis üblicherweise schenkt (vgl. LStR R 19.6 zu § 19 EStG). Hierunter zählt z. B. eine Flasche Wein zum Geburtstag.
Zudem gilt für jeden Arbeitnehmer – unabhängig von der unter 1.) genannten Befreiung für Aufmerksamkeiten – nach § 8 Abs. 2 S. 11 EStG eine Sachbezugsfreigrenze bis 44 € monatlich. Der Arbeitgeber darf also dem Arbeitnehmer jeden Montag eine gute Flasche Wein schenken, die z. B. 30 € kostet (ob das bei jedem Arbeitnehmer gut ankommt, sei dahingestellt).
Überschreiten die Anschaffungskosten die Grenze von monatlich 44 €, gilt auch bei eigenen Mitarbeitern § 37b EStG. Der Arbeitgeber kann also die Steuerschuld mit pauschal 30 % übernehmen.
Ja, man kann Wein als Geschenk steuerlich als Betriebsausgabe absetzen. Hierbei muss man aber die Höchstgrenze von 35 € je Empfänger und Wirtschaftsjahr beachten, wenn es sich um Geschenke an Geschäftskunden oder freie Mitarbeiter handelt.
Zudem muss der Empfänger die Anschaffungskosten des Geschenks als geldwerten Vorteil – oder im Fall des Arbeitnehmers als Sachbezug – versteuern. Der Schenker darf aber ausnahmsweise die Steuerschuld für Geschenke mit einer pauschalen Abgeltungssteuer von 30 % nach § 37b EStG übernehmen.
Für Arbeitnehmer sind darüber hinaus jeden Montag Sachbezüge im Wert von 44 € sowie einmalige „Aufmerksamkeiten“ bis 60 € von der Lohnsteuer befreit.
Die Flasche Wein im privaten, gemütlichen Kreis schmeckt meistens am besten. Steuerlich ist der Kauf eines Weins für den Privatgebrauch natürlich nicht absetzbar.
Beitragsfoto: © congerdesign – pixabay.com
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References: § 4
 § 5
 § 37
 § 37
 § 4
 § 19
 § 8
 § 37
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