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Timestamp: 2020-06-04 08:19:22+00:00

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von Dipl. Soz.Wiss. Nadine Döbler (Autor)
1.1 Definition von Diskriminierung
1.2 Rolle von Vorurteilen und Stereotypen
1.3 Strategien zum Abbau von Vorurteilen
2.1 Konzeptuelle Erfassung von Homosexualität
2.2 Studien zur Situation von Lesben und Schwulen in der Arbeitswelt
2.2.1 Grenzgänge – Schwule und Lesben in der Arbeitswelt
2.2.2 Out im Office
3 Antidiskriminierungspolitik
3.1 Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
3.1.1 Europarechtliche Hintergünde
3.1.2 Arbeitsrechtliche vs. zivilrechtliche Regelungen
3.1.3 Kritik am AGG
3.2 Diversity Management
3.2.1 Monokulturelle vs multikulturelle Organisationen
3.2.2 Umsetzung und Dimensionen des DiM
3.2.3 Betriebswirtschaftlicher vs. ideeller Nutzen
4 Beispiele zur Umsetzung von DiM
4.1 Bewertung der Maßnahmen
4.2 Diversity @ Ford
4.3 Bewertung der Selbstdarstellung
5.1 Möglichkeiten und Grenzen von Diversity Management
5.2 Fokus auf die sexuelle Orientierung
Die Lebenssituation von Lesben und Schwulen hat sich in den letzten Jahren zunehmend verbessert und gilt heutzutage weder als Krankheit, noch als Verbrechen. Nicht zuletzt durch die Streichung des Paragraphen 175 Strafgesetzbuch (StGB) im Jahr 1994 und das 2001 in Kraft getretene „Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften: Lebenspartnerschaften (LPartG)“ wurde die rechtliche und gesellschaftliche Lage von Homosexuellen in der Bundesrepublik Deutschland gestärkt. Einhergehend mit einer Pluralisierung der Lebensentwürfe fand auch eine Pluralisierung der sexuellen Lebensformen statt. Vornehmlich in Großstädten gehören Lesben und Schwule zum Alltagsbild und prägen durch mehr Präsenz und ein gesteigertes Selbstbewusstsein aktiv das öffentliche Leben mit.
Mit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) am 18. August 2006 hat die Bundesrepublik Deutschland mehrere EU-Richtlinien in deutsches Recht umgesetzt. Ein in der vorherigen Legislaturperiode von der rot-grünen Koalition angestrebtes Antidiskriminierungsgesetz (ADG) scheiterte an dem Veto der Christdemokraten im Vermittlungsausschuss. Deutschland war das vorletzte Land, das die verbindlichen EU-Richtlinien umgesetzt hat. Ziel des AGG ist es:
„Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen“1
Die Verabschiedung des AGG hat unter anderem auch für die Privatwirtschaft Konsequenzen, da Beschäftigte nicht aufgrund eines der aufgeführten Merkmale benachteiligt werden dürfen. Dieser Tatsache kommt eine besondere Bedeutung zu, da sich die Personalstruktur in den letzten Jahren, nicht zuletzt bedingt durch die zunehmende Globalisierung und den demographischen Wandel geändert hat und immer heterogener wird. Die Anzahl erwerbstätiger Frauen ist angestiegen, ebenso wie die der Migranten, die auf dem deutschen Arbeitsmarkt beschäftigt sind. Diese und andere Gruppen von ArbeitnehmerInnen stellen neue Anforderungen an Unternehmen.
Diversity Management bietet den Unternehmen auf der organisatorischen Ebene ein Konzept, um einerseits die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und anderer-seits darüber hinausgehend die Vielfalt beziehungsweise Unterschiedlichkeit ihrer Beschäftigten gewinnbringend zu nutzen. Der Gewinn besteht in diesem Zusammenhang für Unternehmen meist aus einer positiven Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit, da her einem Imagegewinn aus dem Vorteile bei der Personalbeschaffung und der Erschließung neuer Absatzmärkte resultieren können. Der Autohersteller Ford nimmt eine Art Pionierrolle bei der Umsetzung von Diversitymaßnahmen ein und betreibt seit 1996 ein Diversity Programm, das bis heute immer weiter ausgebaut wurde. „Vielfalt als Stärke“ lautet ein Slogan mit dem Ford, als ein global agierendes Unternehmen wirbt.
Zu dieser Vielfalt der Beschäftigten zählt auch die Gruppe der Homosexuellen. Die Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen ist in den letzten Jahren zwar angestiegen, aber als Normalform sexuellen Verhaltens gilt, gesamtgesell-schaftlich betrachtet, nur heterosexuelles Begehren. Wenn davon ausgegangen wird, das Geschlecht identitätsprägend ist und somit Rollenmuster, Rollenerwar-tungen, Interaktionsstile und Interaktionsmuster ausbildet, dann verletzten Homo-sexuelle gesellschaftlich verbindliche Normalitätsvorstellungen. Die Konsequenz ist, dass Lesben und Schwule strukturellen und institutionellen Diskriminierungen ausgesetzt sind und ihre sexuelle Orientierung deshalb oft verstecken.
In der Diplomarbeit soll geklärt werden, ob und wie die derzeitige Antidiskrimi-nierungspolitik, bestehend aus dem AGG auf der rechtlichen Ebene und Diversity Management auf der organisatorischen Ebene, imstande ist Diskriminierungen der sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz entgegen zu wirken.
Leithypothese:„Arbeitnehmer/innen die mit ihrer sexuellen Orientierung offen umgehen können, müssen weniger Ressourcen auf die Geheimhaltung ihrer Orientierung verwenden, sind zufriedener mit ihrem Arbeitsplatz und weisen ein höheres Commitment mit ihrem Unternehmen auf.“
Das erste Kapitel beschreibt die Grundlagen von Diskriminierung und beleuchtet deren psychologische Hintergründe. Die Stigmatheorie von Erving Goffman wird zur Vertiefung sowie zum besseren Verständnis von Ausgrenzungsmechanismen herangezogen. Die Frage ‚Wie und warum werden welche Gruppen in Mehrheitsgesellschaften ausgegrenzt?’ soll beantwortet werden.
Die Auseinandersetzung mit dem im AGG aufgeführten Merkmal der sexuellen Orientierung findet im zweiten Kapitel statt. Was ist Homosexualität und wie entsteht sie? Ebenfalls werden zwei Studien zur Situation von Lesben und Schwulen in der Arbeitswelt angeführt und deren Ergebnisse anschließend verglichen und ausgewertet. Diskriminierungserfahrungen von homosexuellen Arbeitnehmer Innen und deren unterschiedliche Dimensionen wie auch die Frage nach den Konsequenzen eines offenen beziehungsweise nicht offenen Umgangs mit der sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz stehen bei der Auswertung im Vordergrund.
Die rechtliche und organisatorische Ebene der Antidiskriminierungspolitik bilden das dritte Kapitel. Bei der Betrachtung der Allgemeinen Gleichbehandlungsge-setzes wird das Hauptaugenmerk vor allen Dingen auf dem arbeitsrechtlich relevanten Bereich, den Paragraphen 6 bis 18, liegen. Das Managing Diversity Konzept wird vorgestellt und es wird auf dessen grundlegendes Verständnis, die Entstehung und die Implementierung des Konzeptes eingegangen.
Das vierte Kapitel beschreibt die Umsetzung und Implementierung von Diversity Maßnahmen beim Autohersteller Ford. Analysiert wird die Selbstdarstellung der Fordwerke in Deutschland. Das Hauptaugenmerk soll hierbei auf Maßnahmen liegen, die das Merkmal der sexuellen Orientierung explizit mit einbeziehen, wobei eine generelle Betrachtung des Diversity Gesamtpaketes nicht ausgeschlossen werden soll.
Kritische Anmerkungen zur Umsetzung von Diversity Maßnahmen generell und hinsichtlich der sexuellen Orientierung sollen das Kapitel 5 ausfüllen. Dabei wird auf Defizite hingewiesen und die Frage nach den Möglichkeiten und auch den Grenzen von Diversity gestellt, ohne den Anspruch darauf zu erheben diese Fragen umfassend zu klären.
Ein Fazit, welches die Grundgedanken wiedergibt, rundet diese Arbeit schlussendlich ab.
1.1 Verschiedene Formen von Diskriminierung
Der Begriff Diskriminierung leitet sich von dem lateinischen Wortdiskriminareab und bedeutet sinngemäß trennen, unterscheiden, wird aber auch je nach Kontext als Abgrenzung oder Ausgrenzung verwendet. Die Gemeinsamkeit der Übersetzungen liegt in der meist negativen Konnotation der Begriffe. Die soziologische Definition beinhaltet die Unterscheidung und Benachteiligung von Individuen oder Gruppen aufgrund eines Merkmals, dass in der Mehrheitsgesell-schaft oft nur marginal ausgeprägt ist. Politisch und juristisch gesehen wird als Unterscheidung nur derjenige Tatbestand bezeichnet, welcher eine Ausgrenzung, Erniedrigung und Benachteiligung beinhaltet. In diesem Fall wird Diskriminie-rung, als das Zufügen von Nachteilen verstanden, welches an bestimmte Merkmale, beispielsweise die im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz aufge-führten, geknüpft ist.
Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz wird zwischen einer unmittelbaren und einer mittelbaren Benachteiligung beziehungsweise Diskriminierung unterschie-den.
„Eine unmittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn eine Person wegen eines in § 1 genannten Grundes, eine weniger günstige Behandlung erfährt, als eine andere Person in einer vergleichbaren Situation erfährt, erfahren hat oder erfahren würde.“2
In Bezug auf die sexuelle Orientierung einer Person kann dies ein Karrierestopp nach erfolgtem Coming-Out sein oder wenn Schwulen eine Lebensversicherung verweigert wird, weil unterstellt wird, dass das Aids-Risiko für die Versicherung zu hoch ist.
„Eine mittelbare Benachteiligung liegt vor, wenn dem Anschein nach neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren Personen wegen eines in § 1 genannten Grundes gegenüber anderen Personen in besonderer Weise benachteiligen können, es sei denn, die betreffenden Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sind durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt und die Mittel sind zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich.“3
Mittelbare Diskriminierungen sind weitaus schwieriger nachzuweisen als unmittelbare, da sie durch eine sachliche Rechtfertigung kaschiert werden können. Wenn beispielsweise bei einem Theaterstück eine männliche Hauptrolle besetzt werden muss, ist es sachlich, durch die Kriterien, die an die Rolle gestellt werden, gerechtfertigt diese Rolle nur mit einem Mann zu besetzten und eine Frau abzulehnen. In diesem Fall wäre es keine mittelbare Diskriminierung.
Sozialwissenschaftlich können weitere Formen von Diskriminierung identifiziert werden, als da wären die direkte Diskriminierung, welche die Absicht besitzt durch eine bewusste Handlung einem Individuum oder einer Gruppe zu schaden. Indirekte Diskriminierung beinhaltet die Inkaufnahme einer objektiven Benachtei-ligung, auch wenn Personen formal gleich behandelt werden und keine Diskrimi-nierungsabsicht vorliegt. Institutionelle Diskriminierung beschreibt die Ungleich-behandlung durch öffentliche Ämter und Hoheitsträger. Diskriminierungen beispielsweise aufgrund des Ausländerstatus stellen eine legale Diskriminierung dar. Wenn summarische Erfahrungswerte von Gruppen ohne Prüfung des Einzelfalls auf Individuen übertragen werden, wird von einer generalisierenden Diskriminierung gesprochen. Eine weitere Form sind Diskriminierungen durch negative Bewertungen, die sich auf unbewiesene, meist nicht reflektierte, stereotype Zuschreibungen beziehen. Ebenfalls möglich und auch weit verbreitet sind Mehrfachdiskriminierungen, die Diskriminierung einer Person aufgrund unterschiedlicher Merkmale, beispielsweise als Frau und als Homosexuelle.
Diskriminierungen können auch aus einem Machtgefälle heraus entstehen und haben meist den Hintergrund, dass die diskriminierende Person negative Vorurtei-le und Stereotype gegen eine bestimmte Person oder Personengruppe bereithält. Die Disposition zu diskriminierendem Verhalten beinhaltet demnach auch die psychologischen Komponenten und Wirkweisen von Stereotypen und Vorurteilen.
In der Alltagssprache werden Vorurteil und Stereotyp nahezu synonym gebraucht, obwohl sie in der wissenschaftlichen Erörterung klar voneinander abgegrenzt werden und ihre unterschiedlichen Komponenten herausgestellt werden können. Kein Mensch ist vorurteilsfrei und frei von Stereotypen, denn diese kognitiven Stützen entlasten die Psyche und erfüllen damit wichtige Funktionen. Sie entste-hen bereits relativ früh im Rahmen der Sozialisation.
Die sozialpsychologische Vorurteilsforschung befasst sich mit der Entwicklung und Entstehung von Vorurteilen und Stereotypen. Die disziplinär übergeordnete Einstellungsforschung hingegen untersucht grundlegend Meinungen und Einstel-lungen und das Konzept der Einstellung stellt das theoretische Gerüst zur Analyse von Vorurteilen und Stereotypen dar.
„Eine Einstellung ist ein mentaler und neuraler Bereitschaftszustand, der durch die Erfahrung strukturiert ist und einen steuernden oder dynami-schen Einfluß auf die Reaktionen eines Individuums gegenüber allen Ob-jekten und Situationen hat, mit denen dieses Individuum eine Beziehung eingeht.“4
Alternativ wird unter einer Einstellung auch die relativ stabile Tendenz von Men-schen verstanden, auf bestimmte Objekte mit ganz bestimmten Wahrnehmungen, Meinungen, Vorstellungen, Gefühlen und Verhalten zu reagieren. Das heißt Men-schen die Homosexuelle nicht mögen, werden bei einem weiteren Zusammentref-fen mit einer homosexuellen Person die gleichen negativen Assoziationen haben. Vorurteile und Stereotype basieren auf diesem Schema und daran zeigt sich die Konstanz beziehungsweise die Schwierigkeit beim Abbau von eben diesen.
Das Dreikomponenten-Modell beschreibt die drei Einstellungsbereiche, als da wä-ren die kognitive Komponente, die affektive Komponente und die verhaltensorientierte Komponente.
„Die kognitive Komponente bezieht sich auf Denkprozesse, d.h.
subjektiven Überzeugungen, Meinungen, Wahrnehmungen, Vorstellungen etc.“5
„Die affektive Komponente drückt Gefühle und Bewertungen aus, d.h. verbale Äußerungen über Gefühle wie Mögen/Nichtmögen oder Wohlbefinden/Unwohlsein. Vorurteile beziehen sich auf diese affektiven Prozesse der Bewertung, wobei es sich vor allem um negative Gefühle handelt und Abwertungen von anderen Gruppen. Vorurteile basieren demnach auf stereotypen Urteilen, sie unterscheiden sich von Stereotypen aber durch ihre gefühlsmäßige Verankerung und ihren zumeist negativen Charakter.“6
Vorurteile und Stereotype lassen sich folglich den Komponenten der Einstellung zuordnen, wobei die kognitive Komponente das Vorurteil und die affektive Komponente das Stereotyp erklärt. Einen Grundkonsens bei der genauen Entstehung von Vorurteilen gibt es nicht. Stattdessen finden sich in der wissenschaftlichen Literatur mehrere Erklärungsansätze beziehungsweise Theorieschulen, welche sich grundlegend darin unterscheiden, ob sie die Entstehung von Vorurteilen von gesellschaftlichen oder innerpsychischen Faktoren abhängig machen.
I. Konflikt- bzw. gruppentheoretische Ansätze
Nach diesem Ansatz entstehen Vorurteile aus Konfliktsituation zwischen Gruppen, folglich aus persönlichem Kontakt heraus. Unvereinbare Interessen können diesen Konflikt auslösen und Mitglieder andere Gruppe werden dann als Bedrohung wahrgenommen. Eine entsprechende Konkurrenzsituation kann die Bewerbung um einen Arbeitsplatz sein. Durch die Abwertung der anderen Gruppe wird die Aufwertung der Eigenen erzeugt und dadurch das Selbstwertgefühl gesteigert. Laut diesem Ansatz ist das Zugehörigkeitsgefühl zur Eigengruppe besonders stark ausgeprägt.
II. Lern- bzw. sozialisationstheoretische Ansätze
Vorurteile werden gelernt oder werden während der Sozialisation schon in frühen Jahren, durch unter anderem Eltern, Freunden, Schule und Medien, erworben. Das Repertoire an Vorurteilen, welches in einer Gesellschaft vorhanden ist, wird von einer Generation zur anderen weitergegeben und tradiert.
III. Psychodynamische Ansätze
Theorien, die unter den psychodynamischen Ansätzen zusammengefasst werden können, gehen davon aus, dass Vorurteile für vorurteilsbehaftete Personen wichtige psychische Funktionen erfüllen. Die „Sündenbock-Theorie“ oder „Frustrations-Theorie“ besagt, dass Aggressionen und Frustration, aus Mangel an Problemlösungsmöglichkeiten auf andere Personen projiziert werden und dadurch versucht wird eigene Konflikte zu lösen. Die affektive, gefühlsmäßige Komponente wird bei diesen Ansätzen stark betont und in den Vordergrund gestellt.
IV. Kognitive Ansätze
Die kognitive Komponente von Vorurteilen spielt bei diesen Ansätzen die wichtigste Rolle und erklärt die Entstehung durch die mangelnde Informationsverarbeitung bei der interpersonellen Wahrnehmung. Das Denken in extremen, schwarz-weiß Kategorien ist stark ausgeprägt und die Einordnung von anderen Menschen erfolgt beispielsweise im Vergleich zur eigenen Person oder dem eigenen Geschlecht, Rasse und weiteren Merkmalen. Aufgrund dessen wird ein Unterschied erzeugt, der wiederum zur Abwertung und zu Vorurteilen führt.
Individuelle Vorurteile können zu diskriminierendem Verhalten führen, müssen aber nicht. Der Kontext der jeweiligen Situation muss berücksichtigt werden. Wird diskriminierendes Verhalten sanktioniert oder entspricht das Vorurteilsobjekt nicht dem typischen Vorurteilsbild, so kommt es meist nicht zu diskriminierenden Handlungen. Die Kosten überwiegen in solchen Situationen dem Nutzen, um es wirtschaftlich auszudrücken.
Die Stigmatheorie von Erving Goffman besagt, dass die Gesellschaft Mittel zur Kategorisierung von Personen und den kompletten Satz von Attributen schafft, die man für die Mitglieder jeder dieser Kategorien als gewöhnlich und natürlich empfindet. Als Stigma wird, laut griechischem Ursprung, ein Brandmal oder Zeichen verstanden.
„Ein Individuum, das leicht in den gewöhnlichen sozialen Verkehr hätte aufgenommen werden können, besitzt ein Merkmal, das sich der Aufmerksamkeit aufdrängen und bewirken kann, dass wir uns bei der Begegnung mit diesem Individuum von ihm abwenden. Es besitzt ein Stigma, daß heißt, es ist in unerwünschter Weise anders, als wir es antizipiert hatten.“7
Stigmatisierungen führen zur sozialen Ausgrenzung von Individuen oder Gruppen von Individuen die das gleiche Stigma besitzen. In einer Mehrheitsgesellschaft werden Personen ausgegrenzt, die aufgrund des Stigmas nicht in 'den gewöhnlichen sozialen Verkehr aufgenommen werden können'. Goffman unterscheidet drei verschiedene Typen von Stigma: physische Deformationen, phylogenetische Stigmata und individuelle Charakterfehler, unter welche auch die Homosexualität gezählt wird. Stigmatisierte Personen besitzen folglich auch eine beschädigte soziale Identität. In einem seiner Hauptwerke befasst sich Goffman mit der Interaktion zwischen, wie er es nennt, Stigmatisierten und Normalen. Die Aktivierung von Stereotypen in sozialen Interaktionen hat Auswirkungen auf das jeweilige Verhalten der Interaktionspartner. Die Konsequenz ist, dass beiden Seiten mehrere Wahlmöglichkeiten haben die Interaktion zu gestalten. Unter Umständen ist sich das stigmatisierte Individuum den gängigen Vorurteilen bewusst und das wiederum führt dazu, dass es sich konform verhält. Es verhält sich getreu den Erwartungen, die sein Gegenüber besitzt.
In dem Vorwort zu Goffmans Werk heißt es über stigmatisierte Personen: „Andere, mit geheimerem Stigma belastet, müssen verleugnen, täuschen, spielen, um weiterhin als normal zu gelten; sie leben in Angst vor Entdeckung und Isolierung.“8
Dieser Punkt wird an späterer Stelle weiter ausgeführt. Homosexuelle fallen unter Personen mit geheimerem Stigma und befinden sich folglich in diesem Dilemma zwischen Verleugnung und Selbstverwirklichung.
Grundlegend haben Stereotype und Vorurteile eine aus psychologischer Sicht positive Funktion, denn sie dienen der vereinfachten Wahrnehmung der Umwelt, indem sie vorgefertigte Kategorien bieten, in die aufgenommene Informationen nur noch eingeordnet werden. Sie stellen eine kognitive Entlastung im Alltag dar und verhindern einen sogenannten 'cognitive overload'. Auf der anderen Seite sind diese, schon in der Kindheit gelernten Kategorien nicht wertefrei und neutral, sondern schließen positive und negative Bewertungen ein, die sich auf das kategorisierte Objekt übertragen. Sie erfüllen zudem weitere psychologisch für das Individuum wichtige Funktionen. Sie dienen der Selbstverortung eines Individuums in eine Gruppe, die von anderen Gruppen abgegrenzt wird und durch das Zugehörigkeitsgefühl zur eigenen Gruppe entwickelt das Individuum ein positives Selbstkonzept der eigenen Gruppe. Fremdgruppen werden dadurch abgewertet und Machtverhältnisse können so legitimiert werden. Ebenfalls entstehen so hierarchische Differenzlinien, welche die Norm oder Mehrheit, von der Abnorm oder Minderheit abgrenzen. Der Gruppe der Heterosexuellen steht die bedeutend kleinere Gruppe der Homosexuellen gegenüber.
Stigma, Vorurteil und Diskriminierung stehen in einem engen Zusammenhang und wirken kreislaufartig. Eine Person besitzt ein Stigma, welches in der Gesellschaft als sozial unerwünscht gilt. Daraus resultieren Vorurteile und Stereotype gegenüber dieser Person und auch einer ganzen Personengruppe. Eine Kategorisierung und eine Verortung im Gesellschaftsgefüge finden anhand dieser Prozesse statt und die betroffene Person kann Opfer von Diskriminierungen werden. Diskriminierungen finden demnach auf der Grundlage von Einstellungen gegenüber eines Einstellungsobjektes statt. Besonders wenn die Person oder Personengruppe eine Gefährdung des Status Quo darstellt, beispielsweise wenn es um die Machterhaltung oder um die Legitimierung von gesellschaftlichen Standards geht, besteht eine erhöhte Diskriminierungsgefahr. Diese generellen Wirkungsmechanismen können auch auf den Bereich der Arbeitswelt übertragen werden. Diskriminierungen können allerdings auch auf einer anderen Basis, fernab von Vorurteilen und Stereotypen erfolgen. Ein weithin bekanntes Experiment von Stanley Milgram in den 1960iger Jahren in Amerika beweist, dass lediglich wissenschaftliche Autorität ausreicht, damit diskriminierendes Verhalten auftritt, welches in diesem Fall bis hin zur Gewaltanwendung geht. Das noch viel bekanntere Stanfordexperiment von 1971, bei dem Studenten willkürlich in zwei Gruppen eingeteilt wurden und entweder Wärter oder Gefangener waren, verdeutlicht das noch weitere Einflussfaktoren neben Vorurteilen und Stereotypen eine Rolle spielen können. Demnach können Diskriminierungen ebenfalls durch äußere Anreize, Rollennormen, Befehle, Gruppensolidarität oder Machtgenuss entstehen. Die Wärter verhielten sich gewalttätig und die Opfer fügten sich in ihre Rollen, bei einem Wechsel der Position verhielten sich die ehemaligen 'Opfer' nicht anders als die damaligen Wärter.
Wenn es um die Stereotypisierung von Homosexuellen geht, wird grundlegend erst einmal zwischen Schwulen und Lesben unterschieden und meist gibt es kein verallgemeinerndes 'Bild' von ihnen, als Gesamtheit der Homosexuellen. Für Lesben und Schwulen gibt es separate stigmatisierende Kategorien. Petersen und Dietz stellen in Bezug auf den Arbeitsplatz fest:
„Vorurteile gegenüber Homosexuellen Männern beziehen sich größtenteils auf geschlechtsbezogene Konstrukte und Geschlechtsrollenkonformität.“9 Schwule werden beispielsweise als „unfähiger, eine Führungsposition zu übernehmen“, „hilfreicher anderen gegenüber“ und „gefühlsbetonter“ wahrgenommen. Diese Aussagen beziehen sich auf den 'typischen' Schwulen im Gegensatz zu einem durchschnittlichen heterosexuellen Mann.
Die Frage ob und wie Vorurteile abgebaut werden können lässt sich nicht pauschal beantworten, weil es eine Vielzahl von Einflussfaktoren gibt, die signifikant sind. Hinzu kommen die nicht minder wichtigen psychischen, sozialen und gesellschaftlichen Funktionen die Vorurteile erfüllen. Auch hängt der Erfolg beim Abbau von Vorurteilen davon ab, wie stark die Vorurteile beispielsweise in der Persönlichkeit des Individuums verankert sind und welche emotionale Intensität sie besitzen. Der Vielfalt an wissenschaftlichen Erklärungsansätzen muss ebenfalls Rechnung getragen werden und jedem Erklärungsansatz lässt sich eine jeweils spezifische Strategie zum Abbau zuordnen.
Soziale Kontakte zwischen Mitgliedern unterschiedlicher Gruppen können, aus gruppensoziologischer Sicht, zu mehr Akzeptanz führen, weil Stereotype und Vorurteile möglicherweise korrigiert werden können.
„Begünstigende Faktoren in der Kontaktsituation sind zudem ein gemeinsames Ziel, Gelegenheit zu persönlichen Beziehungen und die Förderung durch Prestigepersonen oder Institutionen.“10
Aufklärung und Wissensvermittlung können zum Abbau von Vorurteilen führen, wenn die Angst vor dem 'Fremden' und Unbekannten dadurch beseitigt wird. Wichtig dabei ist die richtige Zielgruppe zu erreichen, solche Personen die Vorur-teile nur oberflächlich antizipiert haben. Vorurteile stabilisieren sich bereits im späten Jugendalter, da her wären aufklärerische Maßnahmen bereits in der Schule sinnvoll. Das Konzept der Wissensvermittlung ist eher präventiv ausgerichtet und kaum wirksam bei Personen, die Vorurteile besitzen, die emotional beziehungs-weise in ihrem sozialen Umfeld tief verankert sind. In empirischen Studien wurde zudem eine Korrelation zwischen Bildungsstand und Vorurteilen festgestellt, wobei ein höherer Bildungsstand eine geringere Ausprägung von Vorurteilen beinhaltet.
Das Fehlen von Vorurteilen in Politik und Medien sowie eine Vorbildfunktion von Erziehenden können aus der lerntheoretischen Sicht zum Abbau beitragen. Ausgangspunkt ist, dass Vorurteile erst gar nicht gelernt und verinnerlicht werden sollen und deshalb schon im Kindesalter, bei der Erziehung angesetzt wird. Eltern und Lehrern kommt dabei eine besondere Rolle zu, da sie Kinder maßgeblich in ihren Einstellungen prägen.
„Homosexualität wird gewöhnlich als Bezeichnung für die sexuelle Anziehung zwischen Personen des gleichen Geschlechts verstanden. Diese Definition scheint weder fragwürdig noch unsicher.“11
Der Begriff der Homosexualität wurde Ende der 60iger Jahre des 19. Jahrhunderts von einem ungarischen Arzt ins Leben gerufen und avancierte zur weithin akzeptierten Bezeichnung für gleichgeschlechtliches Verhalten. Michael Faucault zufolge hat der Akt der Benennung zur Herausbildung einer sozialen Gattung und einer inhärenten Identität beigetragen. Dennoch gab es viele weitere Begriffe für Homosexuelle, welche in verschiedenen Zeiten benutzt wurden und jeweils andere Deutungen für Ursachen und Entstehung enthalten. „Invertierte“ oder „Uranier“ waren solche Bezeichnungen, welche sich aber nicht gegen den Begriff der Homosexualität durchsetzten konnten.
Sie bezieht sich allerdings nur auf einen Teilaspekt des Konstruktes Homosexualität und stellt den Aspekt des Sexuellen dabei in den Vordergrund, ohne eine eventuelle homosexuelle Identität mit einzubeziehen. Dennoch bietet diese Definition eine gute Ausgangslage um Homosexualität weiter zu differenzieren und zu beschreiben.
Der wissenschaftliche Diskurs über Homosexualität bewegt sich zwischen zwei extremen Polen. Da Diskurse aber immer historisch geltende Machtverhältnisse widerspiegeln, muss die Epoche, in der sie geführt wurden mit berücksichtigt werden. Im Mittelalter herrschte ein anderes Verständnis von Homosexualität als Anfang des 20. Jahrhunderts oder heute. Waren beispielsweise homosexuelle Handlungen zwischen zwei Männern im antiken Rom gesellschaftlich akzeptiert, wurden Homosexuelle in der NS-Zeit geächtet und ebenso wie jüdische Mitbürger in Konzentrationslager deportiert. Auch wurde homosexuelles Begehren durch die Epochen hinweg von einigen Ärzten als Krankheit diagnostiziert und es wurde über Therapiemöglichkeiten nachgedacht, wobei es keinen absoluten Konsens über die Entstehung gegeben hat und bis heute nicht gibt. Auf die Frage wie Homosexualität entsteht gibt es zahlreiche Antworten von denen keine umfassend und endgültig die Ursachen klären kann. Biologische Ansätze behaupten Homosexualität ist genetisch bedingt und wird demnach vererbt. Gegensätzlich dazu gehen Vertreter der anderen Richtung davon aus, dass die soziale Umwelt maßgeblich prägend für die Herausbildung homosexueller Verhaltensweisen ist. Sigmund Freud postuliert eine dritte Meinung, indem er behauptet alle Menschen werden bisexuell geboren und erst in den Kinderjahren entscheidet sich die Entwickelung hin zur Hetero- oder Homosexualität. Das Problem bei diesem Erklärungsansatz besteht in der Existenz von Bisexualität als dritte, zwar weniger beachtete, Form der Sexualität.
Des Weiteren gibt es die Frage zu klären, ob es eine homosexuelle Identität gibt. In vormodernen Gesellschaften war lediglich die Rede von sexuellen Vorlieben einer Person, welche aber nicht zu ihren Persönlichkeitsmerkmalen gezählt wurden. In heutigen Gesellschaften wird des Öfteren auch eine eigene homosexuelle Identität postuliert, wobei auch nicht definitiv geklärt ist, ob die Identität dispositionell angelegt ist oder ein Resultat aufwendiger Arbeit ist, bei dem sich spezifische Rollenmuster, Verhaltensweisen und Interaktionsmuster angeeignet werden. Der Begriff der Identität ist hierbei, genau wie der Begriff Diskurs in dem jeweiligen historischen Umfeld zu sehen, indem er definiert wurde und ebenfalls nicht über Epochen hinweg konstant, sondern wandelbar. Magnus Hirschfeld, der Pionier der Homosexuellenforschung, definiert eine homosexuelle Identität anders, als Erving Goffman, welcher die These aufstellt, dass Stigma eine Identität beschädigen, aber nicht erschaffen kann. Hierbei ist der Paradigmenstreit zwischen der essentialistischen und konstruktivistischen Sichtweise zu beachten. Die essentialistische Sicht postuliert die These, dass die Identität einer Person zum Wesen gehört und angeboren ist und ihre sexuelle Orientierung ein universelles Phänomen ist, das zu allen Zeiten über Kulturen hinweg anzutreffen ist. Die konstruktivistische Sichtweise geht davon aus, dass die Identität sowie die sexuelle Orientierung einer Person veränderlich sind und somit kulturabhängig und auf die soziale Umwelt bezogen. Homosexualität ist aus der konstruktivistischen Sicht nicht über Zeit und Raum hinaus identisch, sondern hängt von den historisch und kulturell bedingten Gegebenheiten ab. Des weiteren sehen Vertreter dieser Richtung Identität nicht als eine empirisch nachweisbare Kategorie, sondern als Ergebnis von Identifikationsprozessen.
Global gesehen gibt es heute eine Vielfalt gleichgeschlechtlicher Verhaltensfor-men, Einstellungen und Identitäten. Am Anfang des 21. Jahrhunderts wird Homosexualität, neben Bisexualität und Heterosexualität als eine von drei Formen des sexuellen Verhaltens gesehen. Wobei ganz klar eine Rangfolge bei der Akzeptanz der drei Formen zu erkennen ist und Heterosexualität durch gesellschaftliche Instanzen wie Recht, Religionen und kulturelle Inszenierungen abgesichert und legitimiert wird, was bedingt, dass abweichende Formen sich an ihr messen müssen und durch diesen Standard bewertet werden. Das gesellschaft-liche Verständnis hängt demnach mit den gerade gültigen Normen und Werten einer Gesellschaft beziehungsweise Kultur zusammen und ist nur in geringen Teilen als konstant und allgemeingültig zu bezeichnen.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verwendet den Terminus der sexuellen Orientierung, ohne ihn allerdings genauer zu definieren. Da Heterosexualität in unserer, wie auch in den Gesellschaften der EU-Mitgliedsländer, als normal angesehen wird, besteht keine Notwendigkeit ein Gesetz zum Schutz vor Diskri-minierung zu verabschieden. Folglich bezieht sich die Formulierung 'sexuelle Orientierung' auf homo-, bi- und auch transsexuelle Personen, wobei das Merkmal der sexuellen Orientierung innerhalb des im AGG definierten Merkmalkanons eine besondere Rolle einnimmt, da es kein objektives Merkmal ist und somit nicht operationalisierbar. Im Gegensatz zur Religionszugehörigkeit und dem Geschlecht wird die sexuelle Orientierung in amtlichen Statistiken nicht abgefragt und es existieren nur Schätzungen über die Anzahl von homosexuellen Personen in der Bundesrepublik. Der Mikrozensus 2001, durchgeführt vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden, nimmt seit 1996 die Zahl der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften auf. 2001 lag die Zahl in Deutschland bei rund 50.000 gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, also Lebensgemeinschaften mit gemeinsamer Haushaltsführung. Der Kinsey-Report wird oftmals zur Schätzung der Gesamtzahl homosexueller Personen in einer Gesellschaft herangezogen und es wird davon ausgegangen, dass in etwa 5-10% der Bevölkerung homosexuell sind.
Um einen weiteren Gedanken kurz aufzugreifen, sollen noch die Unterschiede zwischen Lesben und Schwulen dargestellt werden. Beide einfach unter dem Terminus Homosexuelle zusammenzufassen wird den teilweise erheblichen unterschiedlichen Lebensweisen nicht gerecht. Wenn davon ausgegangen wird, dass es eine homosexuelle Identität gibt, ist diese auf jeden Fall zu unterteilen: in eine lesbische Identität und eine schwule Identität. Gemeinsamkeiten, ebenso wie signifikante Unterschiede können dennoch herausgestellt werden. Lesbische Frauen werden, im Gegensatz zu schwulen Männer, weniger in der Öffentlichkeit wahrgenommen, was nicht bedeutet, dass sie weniger präsent sind. Beispielsweise bezog sich der berühmte § 175 nur ausdrücklich auf das Verbot gleichgeschlechtlicher Handlungen zwischen Männern. Das stellt eine Diskriminierung oder Verleugnung der Tatsache dar, dass auch Frauen gleichgeschlechtlichem Begehren nachgehen. Mehrfachdiskriminierungen betreffen in diesem Fall vor allen Dingen lesbische Frauen, welche als Frau und als homosexuelle Frau Benachteiligungen erfahren. Eine patriarchisch strukturierte Gesellschaft trägt in besonderem Maße dazu bei.
Wenn davon ausgegangen wird, dass homosexuelle Menschen den normativen Rahmen der Heterosexualität durchbrechen, weil sie nicht dem allgemeingültigen Normalmodell entsprechen, dann kann die Konsequenz sein, dass sie aufgrund ihrer 'Andersartigkeit' als fremd und bedrohlich wahrgenommen werden. Daraus resultierende Folgen können im schlimmsten Fall Formen von physischer und psychischer Gewalt sein, welche neben Diskriminierungen auftreten. Eher selten werden Homosexuelle aktiv gefördert oder wohlwollend toleriert.
1 § 1 AGG
2 § 3 Abs.1 AGG
3 § 3 Abs.2 AGG
4 Allport, Gordon Willard Attitudes. Handbook of Social Psychology. Worchester 1935, S.810.
5 Zitiert nach: http://ida-nrw.de/Diskriminierung/html/fvorurteil.htm, Stand: 18.06.2008
7 Goffman, Erving: Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität, 19. Auflage, Frankfurt/Main, 196, S.13
9 Petersen, Lars-Eric/Dietz, Jörg: Die Bedeutung von Stereotypen und Vorurteilen für das Diversity Management. S. 105-121, hier: S. 110 in: Becker, Manfred/ Seidel, Alina (Hrsg): Diversity Mana­gement. Unternehmes- und Personalpolitik der Vielfalt. Stuttgart, 2006.
10 Zitiert nach: http://ida-nrw.de/Diskriminierung/html/fvorurteil.htm, Stand: 18.06.2008
11 Jagose, Annemarie: Queer Theory. Eine Einführung, Querverlag, Berlin,2001, S.19.
v132538
Sexuelle Orientierung Diversity Management Homosexuelle
Dipl. Soz.Wiss. Nadine Döbler (Autor)

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