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Timestamp: 2020-06-05 03:58:30+00:00

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Die öffentliche Hand als Unternehmer | Rechtslupe
Die öffentliche Hand als Unternehmer
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs sind juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts nach § 2 Abs. 3 Satz 1 UStG nur im Rah­men ihrer Betrie­be gewerb­li­cher Art (BgA) unter­neh­me­risch und damit wirt­schaft­lich tätig.
Bei die­sen Betrie­ben han­delt es sich nach § 1 Abs. 1 Nr. 6 i.V.m. § 4 KStG um alle Ein­rich­tun­gen, die einer nach­hal­ti­gen wirt­schaft­li­chen Tätig­keit zur Erzie­lung von Ein­nah­men die­nen und die sich inner­halb der Gesamt­be­tä­ti­gung der juris­ti­schen Per­son wirt­schaft­lich her­aus­he­ben. Die Absicht, Gewinn zu erzie­len, und eine Betei­li­gung am all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­kehr sind nicht erfor­der­lich (§ 4 Abs. 1 Satz 2 KStG).
Betrie­be, die über­wie­gend der Aus­übung der öffent­li­chen Gewalt die­nen (Hoheits­be­trie­be), gehö­ren nach § 4 Abs. 5 KStG nicht hier­zu. Die­se Vor­schrif­ten sind unter Berück­sich­ti­gung von Art. 13 Abs. 1 der Richt­li­nie 2006/​112/​EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem bzw. des bis zum 31.12 2006 gel­ten­den Art. 4 Abs. 5 der Sechs­ten Richt­li­nie 77/​388/​EWG des Rates vom 17.05.1977 zur Har­mo­ni­sie­rung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über die Umsatz­steu­ern richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen [1].
Han­delt die juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts dabei auf pri­vat­recht­li­cher Grund­la­ge durch Ver­trag, kommt es für ihre Unter­nehmer­ei­gen­schaft auf wei­te­re Vor­aus­set­zun­gen nicht an [2].
Der Bun­des­fi­nanz­hof hat fer­ner geklärt, dass grund­sätz­lich von einem steu­er­ba­ren Leis­tungs­aus­tausch aus­zu­ge­hen ist, wenn ein Unter­neh­mer auf­grund eines gegen­sei­ti­gen Ver­tra­ges Leis­tun­gen zur Erfül­lung der von ihm über­nom­me­nen Auf­ga­ben einer juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts gegen Ent­gelt über­nimmt [3].
Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 19. März 2014 – XI B 126/​13
vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 17.03.2010 – XI R 17/​08, BFHE 230, 466, BFH/​NV 2010, 2359, Rz 23 ff.; vom 02.03.2011 – XI R 65/​07, BFHE 233, 264, BFH/​NV 2011, 1454, Rz 17; vom 01.12 2011 – V R 1/​11, BFHE 236, 235, BFH/​NV 2012, 534, Rz 14; vom 14.03.2012 – XI R 8/​10, BFH/​NV 2012, 1667, Rz 27 ff., jeweils m.w.N.[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 03.03.2011 – V R 23/​10, BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, Rz 21; und vom 10.11.2011 – V R 41/​10, BFHE 235, 554, BFH/​NV 2012, 670, Rz 14[↩]
BFH, Urtei­le vom 18.06.2009 – V R 4/​08, BFHE 226, 382, BStBl II 2010, 310; und vom 19.11.2009 – V R 29/​08, BFH/​NV 2010, 701[↩]
Umsatz­be­steue­rung der öffent­li­chen Hand Der Bun­des­fi­nanz­hof hat das bei der Umsatz­steu­er für die öffent­li­che Hand bestehen­de Besteue­rungs­pri­vi­leg ein­ge­schränkt: Die öffent­li­che Hand unter­liegt der Umsatz­steu­er, soweit sie zivil­recht­lich tätig wird,…
Öffentliche HandUnternehmerUnternehmereigenschaft

References: § 2
 § 1
 § 4
 § 4
 Art. 13
 Art. 4