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Timestamp: 2019-11-15 15:15:10+00:00

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1843 / 125 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung)
1843 / 125 p. 1 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff
vermehrt wird, und zwar nicht blos für die Schiffe bei ihrem Ein- laufen in einen Hafen der Republik, sondern auch beim Einlaufen in jeden anderen, den sie nah dem ersten besuchen. Das betreffende Dekret hat für alle scefahrenden Nationen allgemeines Juteressez; ich theile es Jhnen daher ganz mit: |
Art. 1. Die Ausfuhr=-Zölle auf die Produkte des Bodens und der Judustrie des Landes sind aufgehoben.
Art. 2. Jedes fremde Schiff, das in Kraft des Art. 3 des Dekrets vom leßten 24, April von einem Hafen uach einem anderen segelt, wird für jeden Anhaltepunkt (échelle) einen Zoll zahlen, näm- li<: 1) von 100 haitishen Piastern für die Schiffe von 150 Tonnen und darunter; 2) von 150 haitischen Piastern für die Schiffe von 150 bis 200 Tonnen; 3) von 200 haitishen Piastern für die Schiffe von über 200 Tonnen.
Art. 3, Die auf einen {weren oder spanischen Piaster pro Tonne festgeseßte Tounen-Abgabe wird auf zwei {were Piaster pro Tonne erhöht.
Art. 4. Die Auslade= und Wage- Abgaben bei der Einfuhr werden auf das Doppelte der dur<h den Tarif dieser Abgaben festge stellten erhöht. |
Art. 5. Das gegenwärtige D September an in Vollzug treten.
Es frägt si< nun, ob der Ertrag dieser Zoll-Erhöhungen bestimmt ist zu Abzahlung der an Frankreich schuldigen Rückstände: in diesem Falle würde man hier die Sache sih no< gefallen lassen. Wäre dem aber nicht so, so dürfte Herr Adolph Barrot denn do<h Recla mationen dagegen erheben.
Odi en
Bombay, 6. Sept. Man hat Nachrichten aus Sind bis zum 2, August, die über die Krankheiten im Heere Sir Charles Napier's günstiger lauten, als die leßten vom 29. Juni. Jndeß befanden sich in den verschiedenen Hospitälern no< immer im Ganzen 2000 Kranke. Die militgirishen Operationen gegen den flüchtigen Hauptgegner der englischen Herrschaft, Schir Mohamed, der sich mit seiner Familie in die Murrih Gebirge zurü>gezogen hat, und mit der Aufwiegelung der dortigen Bevölkerung beschäftigt i, mußten wegen der Ueberschwem- mung des Jndus und seiner Nebengewässer noch unterbleiben. Schir Mohamed soll bereits die östlihen Murrih's für si< gewonnen haben und in Gemeinschaft mit den am Bolan-Passe hausenden Stämmen, sowie den um Atto> wohnenden Afghanen einen Angriff guf das englische Heer beabsihtigen. Obgleich man diese Nachricht als ein bloßes Gerücht verbreitet hat, hält Sir Charles Napier sein Heer doch schlagfertig, und hat den unterworfenen unzuverlässigen Häupt= lingen ankündigen lassen, daß er es ihnen freistelle, nah welcher Seite sie wollten, si<h zu wenden, daß sie aber im Fall eines unglücklichen Ausgangs ihrer Widerseßlichkeit auf keine Gnade zu rechnen hätten. Mohamed Ali, der Neffe eines der gefangenen Emire, hatte sich dem von den Engländern eingeseßten Emir Ali Murat nicht unterwerfen wollen und is von diesem mit Hülfe eines Detaschements unter Oberst Paul über den Judus in die Soliman-Gebirge getrieben worden, wo er dem dort gleichfalls umherirrenden Emir von Misopur sich beige-
efret wird vom fommenden 10.
sellt hat. Das britische Heer unter Sir Ch. Napier soll, wie verlautet, auf 20,000 Manu gebracht werden, weil die gegenwärtige Stärke der Truppen (8700 in Hyderabad, 3554 in Sufkkur und 4071 in Kuratschi, in Summa 16,500 Mann) nicht für ausreichend gehalten wird, den dortigen Bewohnern so zu impouiren, daß sie die Steuern regelmäßig bezahlen. Dieselben sind noch seit dem Februar rückstän- dig und drei so eben in Sukkur eingetroffene Civil = Beamte aus Bengalen sollen das Erhebungs-System organisiren, wozu ihnen jeden- falls eine Militairmacht zur Seite stehen muß.
Die Nachrichten aus Afghanistan sind unbestimmter Art. Dost Mohamed soll im vollständigen Besiß der Herrschaft sein und ein s]strenges Regiment führen. Akbar Chan, der anfangs dem Vater dic Herrschaft entreißen wollte, soll jeßt mit diesem gemeinschaftliche Sache gemacht haben, und beide, sagt man, bedrücen mit den s{wersten Contributionen das Land. Dost Mohamed soll auch eine (Gesandtschaft nah Persien gesandt haben, das jeßt in Herat nah dem (von Anderen wieder bezweifelten) Tode Schah Kamranms all= gewaltigen Einfluß übe.
Jm Inneren Ostindiens herrs{<t Ruhe. Man erwartet in Bom bay die mit dem „Memnon“/ zurückkehrende Ueberlandspost aus Eng land (von dem Untergange desselben hatte man keine Nachricht), nach deren Eintreffen der zum zweiten Befehlshaber in Sind ernannte General Simpson von Bombay dahin abgehen wollte. Der neue Ober- Befehlshaber der indischen Truppen, Sir Hugh Gough, und der General Sir W. Nott, werden, wie es heißt, in das Kommando cines neu zu bildenden Beobachtungs - Corps in den nordwestlichen Provinzen sich theilen, und zwar wird Ersterer seine Stellung am Sudledsh, Lebterer in der Nähe von Gwalior, das noch immer in Folge der inneren Unruhen \i< in bedenklihem Zustande befindet, einnehmen. Vorläufig haben die bei Agra stehenden Truppen Befehl erhalten, si marschfertig zu halten.
Der General-Gouverneur is nach Kalkutta zurückgekehrt und hat sogleih den leßten Schritt zu der vor einiger Zeit angefangenen Reform der Administration gethan, dur<h welche das General = Gou vernement von der Lokal = Administration von Bengalen gänzlich ge- trennt wird. „Er hat nämlih““, schreibt ein Korrespondent qus Kalkutta der Augsb. Allg. Zeitung, „einen Vice - Gouverneur für Bengalen ernannt, eine Stelle, die früher, wenn der General Gouverneur hier anwesend war, nuie beseßt wurde, indem er immer dann persönlich dem Rathe von Bengalen präsidirte. Lord Elleuborough hat sich auf den Landsiß der Gencral - Gouverneure in Barrakpur zurückgezogen, wo er an Reformen in der Verwaltung arbeitet. Es gehen darüber eine Menge Gerüchte, die Details sind alle nur für die lokalen Verhältnisse hier interessant; im Allgemeinen folgen diese Reformen der Richtung, welche ihnen schon eine Reihe von General- Gouverneuren gegeben haben und die in der Natur der Sache liegt. Das Geschäft in allen Theilen der indishen Verwaltung hat ungeheuer zugenommen, und die Folge is, daß man die Zahl der europäishen und der einheimishen Beamten bedeutend vermehrt hat und sie s{hle<ter bezahlt, weil die Finanzen es nicht anders erlauben. Judien is in einem Zustand des Uebergangs aus einer asiatischen in eine europäishe Verwaltung, daher folgen die
Reformen in der indischen Administration unaufhörli< auf einander, -
es muß so bleiben, bis ein ganz neuer Zustand der Dinge geschaffen worden ist. Der große Unterschied zwischen orientalishen und euro= päishen Administrationen liegt in der Einfachheit der ersten, dem Mangel an Schreiberei und der direkten Behandlung aller Geschäfte ; dies erklärt, wie bei geringen Steuern die indischen Könige vor dem Einfall der Muhamedaner, die Kalifen und die ersten muhamedani= {en Dynastieen von Jndien so reih sein kounten. Aber dieses Sy= stem enthält in sih selbst eine Gefahr, der es immer mit der Zeit unterliegt, indem der Mangel an Kontrolle bei zunehmendem Luxus den wenigen Beamten Mittel zu Erpressungen giebt, welhe am Ende das Mark des Landes verzehren, wie wir es in der Türkei, Persien und in den indischen Staaten sehen. Als die Engländer sih Judiens zu bemächtigen anfingen, war ihre erste Administra- tion niht viel von der der Moguls verschieden; anstatt eines mohammedanishen Amils wurde ein englisher Beamter in einen Distrift geschi>t, der eine Million Einwohner haben mechte, de ren finanzielle, polizeili<he und gerihtlihe Verwaltung gänzlich in seiner Hand lag. Aber die Central - Behörde verlangte zugleih Be= richte, stellte Rekurse an, und die nothwendige Folge war eine Ver= theilung der Aemter, Trennung der Gerichte und der Verwaltung, und in dieser Trennung der Finanzen und der Polizei; man fand die Distrikte zu groß, die Arbeit der Beamten übermäßig, die subalternen eingeborenen Diener zu unzuverlässig, und europäishe Verwaltungs= formen, Kontrolle dur<h die Centralstellen u. #. w. folgten von nun an, so schnell sie eingeführt werden konnten und so weit es die Fi= nanzen erlaubten. Lord Cornwallis hatte, um die Civildiener der Compagnie über die Versuchung von Erpressungen zu erheben, ihre Besoldungen sehr hoh gestellt, und o lange ganz Jndien von 800 Civil-Beamten administrirt wurde, fand dies keine Schwierigkeit. Aber jeßt, wo man sich genöthigt sieht, die Distrikte unterabzutheilen und viermal so viel Beamte zu halten, und sie do no< mit Arbeit überladen sind, is man auf Auswege verfallen; man fing damit an, die Besoldun= gen herabzuseßen, aber dies half nicht viel ; man {uf dann eine zweite Klasse von Civildienern, welche sowohl Eingeborene, als Europäer sein Eönnen, und denen die subalternen Stellen überlassen werden; die Ausbreitung und Ausarbeitung dieses Systems is das gegenwärtige Thema der Reformen des indischen Staaksdienstes. Aber auch hier ist die Schwierigkeit groß. Bei der schr kleinen Anzahl von Euro- paern in Judien findet man nicht leiht die hinlängliche Anzahl be- sähigter Leute, und sie sind no< immer zu theuer, indem ein Euro pâer, um standesmäßig zu leben, wenigstens die doppelte Besoldung erfordert, als womit ein Hindu von demselben Range leben kann. Es ist daher unvermeidlih, daß die Eingebornen mehr und mehr einen großen Theil der Aemter erhalten müssen, aber die große Schwierigkeit hier liegt in der Erziehung, indem bis jeßt die Unter richts - Anstalten des Staates, wo sie allein eine Bildung erhalten fönnen, wie ste der europäishe Staatsdienst erfordert, noch viel zu unvollkommen sind, und dech kann ohne ihre Hülfe weder die gänz lihe Reform des Steuerwesens, die nöthig ist, noch die Entwickelung der natürlichen Reichthümer des Landes vor sich gehen.
Bekanntmachungen. | [1858] | am Die verwittwet gewesene Hofräthin Behrendt, Pau | line geb. Brandenstcin oder von Brandenstein, ist am | 24. Juni 1842 hierselbst ohue Testament, mit Hinter- | lassung eines Vermögens von circa 2400 Thlr. ver- | storben, und haben sich als nächste Erben gemeldet die Töchter zweier früher bereits verstorbener Schwestern der Erblasserin : | 1) die separirte Gutsbesißerin von Paczkowska, Erne stine Louise Friedericke, geborne von Larbusch, zu Braunschweig, 2) die unverehelichte Friederi>e hierselbst, 3) die unverehelichte Caroline Henriette Hempel zu | Deßau. | Da diese Personen sich jedoch als nächste und ein- zige Erben nicht haben legitimiren können , dieselben vielmehr noch folgende Geschwister gehabt :
ad 2;
i : ¿ : [34 ) b] Wilhelmine Hempel
1) Elisabeth Eleonore Karoline Magdalene von Lar und resp. von dem Gesellschafts-Aus\chusse statutenmä- pfehlen busch, von welcher die leßten Nachrichten aus dem | fig getroffenen Wahlen, besteht die, den Actien-Verein j i Jahre 1810 aus Arnheim in Holland herrühren, in allen Verhältnissen nah Außen vollständig vertre- [1840] E «7 L L dd “G Uy mold p [4 P , e , , V S Â 2) Friedrich Heinrich von Larbusch, welcher vor 30 | tende Direction, aus folgenden Mitgliedern : D A Be n Cert
Jahren nach dem Vorgebirge der guten Hoffnung gegangen und nicht zurückgekehrt ist,
3) Johanne Karoline Pauline Charlotte von Larbusch, welche 1821 hier verstorben sein foll,
1) der Dr. med, Friedri<h Adolph Hempel, welcher seit dem Jahre 1826 in Paris verschollen ist, deren Tod nicht hat nachgewiesen werden können und von denen nicht konstrt, ob und welhe Descendenten 9) sie hinterlassen haben können, so werden auf den An- trag des Nachlaß-Kurators, Justiz-Kommissarius Naudé,
alle unbetannten Erben der Wittwe Behrendt, nament 3) dem Herrn Dr. Asher, als von der Hamburgschen lich aber werden die so eben ad 1 bis 4 aufgeführten Regierung ernannten Mitgliede, Personen, oder ihre etwanigen Descendenten hierdurch 1) dem Herrn Stadt-Aeltesten Conrad \
öffentlich vorgeladen, sih in dem vor dem Kammerge-
hierdurch aufgefordert, sich binnen Neun Monaten chrift lich yder persönlich, spätestens aber in dem 30 Dee O auf hiesiger Gerichtsstube angeseßten Termine zu den, ihre Legitimation sung zu gewärtigen, widrigenfalls der Klocke für todt erklärt, der Nachlaß als herrenloses Gut dem Königl. Fiskus zugeschlagen werden wird.
Zehden, den 10, März 1843,
Kontgl.
l % .+ D
| Berlin-Hamburger Nach $. 50. des in der General - Versammlung der Actionaire der Berlin-Hamburger Eisenbahn Gesellschaft 28e d N Statuts, und nach dea in Gemäßheit desselben von den betreffenden hohen Regierungen erfolgten Ernennungen
1) dem Ausschuß-Mitgliede, Königl. Kommerzien-Rath Herrn Carl in Berlin, als Vorsitzenden (welcher jedoch dicse Function nur bis zum Eintritt eines definitiv zu wählenden Vorsizenden, auf den aus- drücflichen Wunsch des Ausschusses, übernommen und sich einstweilen der altiven Theilnahme an den Ausschuß-Verhandlungen begeben hat),
Drost v. Lehsten, als dem von dem
Großherzoglich me>lenburgschen Gouvernement er
nannten Mitgliede,
in Beilin,
Ie L D,
So eben erschien bei K. F. mel ist
in allen Buchhandlungen zu haben, d A 6 . E
2. Qraulwelnshen Buch falienhandlung, Breite LOglér:
zu führen und weiterer Anwci
«3 . è ® S Dai und Stadtgericht. :
K ; Land i m Briefe, Berichte und
von 2 Ma L. Rellstab. : 2 Theile. 9, 1 Die gewandte und interessante
_—. -
; E Darst vereinbarten Gesellschafts
besonders der Gunst des lesenden
zu baben :
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ben der Post,
Anderson, \<äfts-Korrespoudenz. D Sammlung englischer
D ic faut
gen und Beiträgen versehen von R S O C E
als den von
Literarische Anzeigen. |
Köhler in Leipzig und S8
Thlr. L ellungsweise des |
Véeifassers ist anerkgynt genug, als daß | noch nöthig hätte, dieses neueste Werk desselben noch | Publikums zu em- | 1
ist erschienen und
P in allen Buchhandlungen, zunächst in der (L ußr- schen, Berlin, Schloßplaß 2, Potsdam,
smännische Ge
argestellt in einer 1 ( M Ueberseßt und mit englischen Noten nebs Ertlärun-
D 17 Lb
Jn Berlin vei W. Logier, ¿Frie- Orichvftr. [61 (nahe den Linden), Gro-
piussche Kunsth,, Schropp, Evssenhardt, ist zu haben :
in Berlin in der
L S H 6 ; Besle H Tskartei O E o: »CSTCE TUImNTINeciSKkKaTtelhl | unter dem Titel: | [1851] M A P Pa Gol és l l 43 | 5s1ve Tabula quinque _ G L | 1 ( c tium S mum ordinem non excedentiun Schilderungen A l ch y k y 3 et usque ad XXX Gradum decl. austr.
pertinentium
pro medio scculo XIX J 7 G (x. Schwinck. \rtillerie- Capitain 10 Fl, Conv.-Münze.
sind im größten Format 5 Karten erschienen, welche den in unseren Gegenden der Erde sichtbaren Theil des Himmels auf cine Art darstellen, die Alles vereinigt, | um diefelben sowohl den Astronomen, als jedem Ge- | bildeten und Freunde der Astronomie werthvoll zu | machen.
| Vier dieser Karten stellen den Gürtel der Himmels | fugel dar, der sich von 30 Grad südlich vom Acquator l
stercographic construxtt
Königl, p! culs,
Imperial Folio. 65 B
am Kanual ne
bis 50 Grad nördlich erstre>t, die fünste enthält die Gegend des Nordvols, .bis zu 46 Grad Entfernung von ihm. Diese Karten enthalten nicht nur alle mit bloßen Augen sichtbaren Sterne, sondern auch noch dice erst durchs Fernrohr sichtbar werdenden der 7ten (Größe. Die Entwerfungsart der Schwinckschen Kar- ten ist die stercographische , das Kartennetz is mit bewunderungswürdiger Negelmäßigkeit und Schönheit gezeichnet.
Augspurg. |
richts-Referendarius Herrn (6roßmann s » Jul. Guido Wolf in dein Aus- | So eben is ausgegeben worden: Leipzig, Oftober 1843. E aus den 17. Februar 1844, Vorm. 11 Uhr, Hamburg, E e [1854] Das Leben Jesu hier auf dem Kammergerichte anberaumten Termine zu Q E C Sor inl N A Leven (U, n Aw und ihre Legitimation zu führen , widrigen Hamburg, c Mitgliedern, Eine pragmatische Geschichts - Darstellung S Bl S ) L G als \\e mi ly Vin L T a M < y A T L E I I >LZIge DeSsIlzer der sueit beinatie U Jahren Nachlaß din Ey le E R F D N Baurath Neuhaus, als Ober Gngeureu N er D in O a, O, bestandenen M R a evi, v ad E ga welches hierdur< zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. N Ey 9 S L R Va E E R LOR AEE S E RAOA V SOM M I Visposition verabfo werden Norli Ln 96. Oktober 1842 ar. 8, Cleg dey. Uhlr. Î S Ee M | folg Berlin und Hamburg, den 26. Oktober 1843. g 9+ g ; Kier ausdalone Lad da d Boas,
E der nach erfolgter Präklusion sich etwa noch o ende Erbe alle deren Handlungen und Dispo- \ anzuerkennen und zu übernehmen verbunden,
von ihnen weder Rechnungslegung noch Ersa der
Der Ausschuß der Berlin - Hamburger Eisenbahn - Ge-
A. Abendroth, D»r., Vorsißender.
Die Tendenz des kritischen Nesultate,
sellschaft, in der theologischen
Werkes is : unter Anerkennung der welche seit dem leßten Decennium Literatur über die Evangelicn und ihre geschichtliche Glaubwürdigkeit sich festgestellt haben,
die bedeutenden Fabrik-Gebäude und die ansehnli- chen kupfernen und anderen Geräthschasften, entwe- der zusammen oder letztere auch abgesondert, aus
freier Hand meistbictend zu verkaufen und Ist dazu
erhobenen Nußungen zu fordey E i obenen L zu Jordern berechtigt, sondern lediglich mit dem, was alsdann noch von M Cbschafi
vorhanden sein wird, 3, , Ei | weeben Wirs: zu begnügen für \chuldig erachtet
Den Auswärtigen werden di i gen e Ebell, Becher und Kahle zu Man gebracht. : Berlin, den 12, Oktober 1843.
Königliches Preußisches Kammergericht,
Justiz - Kommissarien dataricn in Vorschlag
[483] Armen Von dem unterzeichneten Königl. Land gericht werden 1) der Johann Friedrich Klo>ke aus Alt Rüdnit, ge- boren am 29, Avril 1798, der seit dem Nahe 1816, nachdem er aus dem Feldzuge gegen Frank- reich zurü>gefehrt und in Neudamm bei Auflösung der Landwehr zuletzt gesehen worden, verschollen ist z 2) die Erben der am 25. November 1837 zu Grüne- berg verstorbenen Hirten-Wittwe Kobis
und Stadt-
d Dampfschifffahrt ===E=zwischen Magdeburg und Hamburg. Dienst für den Monat November. B. Magdeburg: V. Hamburg:
jeden Sonntag Morg. 7 Uhr, jeden Sonntag ) gy. » Dienstag ¿Pio L / » Mittwoch Dg E ODonnerstag » T » Freitag 4 T, „Sthleppdienst nah Bedürfniß wöchentlich “ SabriN Eim al, , Yahrvillete ertheilt die Passagier-Exvedition der Ber- lin - Anhaltischen Eisenbahn - Gesellschaft: | s As Qs die Herren Herrmann & Meyer in Berlin Dausvotgteiplaß Nr. 12, jede genügende Aus- kunft hinsichtlich der Passagier=- und Güter-Beförderung.
1345 b]
die Geschichts - Darstellung des Lebens Jesu auf neue wissenschaftlih gerechtfertigte Prinzipien gestüßt, zu ent- werfen.
Das Werk zerfällt hierna<h in zwei Theile, in den ersten, ber die wissenschastlihe Begründung des Unter- nehmens enthält, und în den zweiten, der die Durch- führung desselben liefert. So ist das Werk ein abge- \<lossencs Ganze.
In der Absicht des Verfassers ist es nur der erste Theil einer durchgreifenden Umarbeitung des ganzen historischen Gebiets der christlihen Theologie, und so- mit der erste Schritt zu einer neuen Begründung und reineren Gestaltung der überall wankend gewordenen firchlihen Verhältnisse.
Auf dies Werk — geeignet, in der ganzen <ristli<hen Welt, sowie bei den gebildeten Bekennern aller Konfessionen ein nicht ge- wöhnlihes Aufsehen zu erregen erlaube ih mir hierdur<h noch besonders aufmertfsam zu machen.
Berlin, den 22. Oktober 1843.
Alexander Dun>er.
ein Termin auf’
dés 44 November av, Vormittags 10 U e vor dem Herrn Justizrath Aschenborn 1n Frankfurt a, d, O., in dessen VVohnung angesetzt, wozu Kaus- lustige mit dem Bemerken eingeladen werden, dals bei irgend annehmlichem Gebote der Zuschlag s0- sort erfolgen kann,
Das VVohnhaus ist in der Junkerstralse, nicht weit vom Markte, nabe an der Oder gelegen , ist 2 Stock hoch und hat 8 Fenster Front, die dahin- ter und zum Theil an der Kasernenstralse gelegenen Fabrik-Gebäude sind 5 Stock hoch, durchaus mas- sìv und im besten baulichen Zustande. VVegen de! näheren Bedingungen beliebe man sich an den Herrn Justizrath Aschenborn oder den Hrn. Ed, Petersen in Franksurt a. O. zu wenden.
Frankfurt a. O,, den 1. Oktober 1843.
Das Abounement beträgt 2 Kthlr. sür 4 Iahr. 4 Kthlr. - # Iahr. 8 Rihir. - 1 Iahr. in allen Theilen der Monarchie ohue Preiserhöhung. Ansertions-Gebühr für den Raum einer Zeile des Allg. Zuzcigers 2 Sgr.
IUO O LE
Amtlicher Theil, a
Juland. Berlin. Erläuterung in Sachen des Ober-Censurgerichts, Arnsberg. Bekannimachung in Bezug auf die Auseinanderlegung der Feldma!ken.
Deutsche Bundesstaaten. Bavern. Bamberg. Handschreiben
des Königs, Aus Franken. Getraidepreise. — Württemberg.
Stuttgart. Die Kinder-Heil- Anstalt. Buchhändlerisches Schicds8ge
richt. Baden. Karlsruhe. Weinlese. — Milde Stiftungen. — Konstanz. Weinlese. Kurhessen. Kassel. Stände -Versamm lung. Grh. Hessen. Darmstadt. Assisen zu Alzey. Verfügung in Bezug auf das Format der Druckschriften,
Hesterreichische Monarchie. Schreiben aus T des Bauernstandes.)
Nußland und Polen. St. Petersburg. gen. General-Konsul für Serbien.
Fraukvreich. Paris. Bevorstehende Abholung der Asche des Bruders Ludwig Philipy's von Palermo. Notenwechsel mit Belgien über die Einschmuggelung von englischem Garn. — Thiers bei Soult, Bover verschiebt jeine Reise. Bermischtes, Briefe aus Paris. (Das Gesey über die Arbeit der Kinder in den Fabriken und seine bisherige praktische Anwendung. — Die Eröffnung der Kammern z die belgische Ei
_jenbahn;z der Sireit mit der Geistlichkcit.)
Großbritanien und Jrland. London, Die Doktor-Kreirung des Prinzen Albrecht in Cambridge. — Eröffnung des Parlaments in Ka nada. — Antwort des Ministers Graham an die sreie schottische Kir chen-Versammlung.
Niederlande. Aus Entwurf an,
Schweiz. Bern.
epliß. (Verschuldung
Militairische Beförderun
dem Haag. Die erste Kammer nimmt den Adreß- Der Regierungsrath Lon Bern protestirt gegen den Zetref der
5) 5) D
Beschluß des Großen Raths von Luzern in Aargauer Klo stersrage. Italien, Turin. Werbung des Prinzen von Savoven - Carignan um
_die Hand der Enzherzogin Marie Karoline,
Spanien, Schreiben aus París, (Stand der Dinge in Saragossa, Barcelona, Gerona und Figueras.) :
Griechenland, Athen. Cirkular-Schreiben des Ministers des in Betreff der Wahlen.
Türkei. Schreiben aus Paris, (Die Händel nit Persien der Pforte gegen die Einmischung europäischer Behörden in die Angelegenheiten dec Negierung.) /
Eisenbahuen. Breslau, Eröffnung der Breslau-Schweiduitz-Freibur ger Bahn. Karlsruhe, Eisenbahnbau-Amt. — Brüssel. Bestel lungen in Folge der Eröffnung der rheinisch - belgischen Eisenbahn.
Fnneimn
mneren
Antwerpen, Berichtigung hinsichtli<h der Konkurrenz zwischen Ant werpen und Notterdam im Waaren - Transport nach Köln, Haudels- und Börfen :: Nachrichten. Berlin, Danzig, Kö-
nigsSbera D reolalt MAgL
eburg und St. Petersburg. Markt A e
London. Marktbericht.
H — bericht,
Vaterländische Sprachkunde. Kunst-Notizen.,
Beilage. Nückbli>ke auf die siebente Versammlung deutscher Land- uud Forstwirthe, gehalten zu Altenburg vom 4, bis zum 10, September 1843,
(Erste Sizung.)
S0. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :
Dem Militair-Geistlichen der Garnison zu Trier, Pfarrer Kre mer, und dem Steuer-Einnehmer Richter zu Priebus, den Rothen Adler-Orden vierter Klasse; so wic dem Unteroffizier B u \< von der Veteranen-Section des 2ten Bataillons (Herzberg) 32sten Landwehr Regiments und den Land=- und Stadtgerichts-Dienern Drieschner zu Wongrowiec und Bremer zu Schmiedeberg das Allgemeine Eh renzeichen zu verleihen ;
ten Ci
onnerfilas den
Die Land=- und Stadtgerichts-Aﬀessoren und Gerihts-Kommissg- Hoffmann in Könnern und Nammstädt in Wettin zu Land Stadtgerichts-Räthen bei dem Land=- und Stadtgerichte zu Halle
ernennen z Den Land = und Stadtgerichts-Aﬀsessoren Be>er zu teinfurt
und Beckmann zu Rheine den Charakter als Land - und Stadtge
richts-Rath, und den Justiz - Kommissarien Lohkampf} zu Münster Meyer zu Rheine den Charakter als Justizrath zu verleihen; und Den Banquier Eduard Woeste in Brüssel zum Konsul daselbst ernennen.
rien und zu
{ 1 i
Die Ziehung der ten Klasse 88ster Königl. Klassen = Lotterie wird den 9, November c. 8 Uhr (1 Sal Lotterie-Hauses ihren Anfang nehmen.
Berlin, den 2, November 1843.
Königl. General=Lotterie-D
er Fürst von Hab feld, von Tracheuberg.
T F ol : ci e F (lichtamtlicher Theil. Ful and.
Yerlin, 1. Nov. Ein Korrespondent des Frankfurter Joutnals fragt n ement m No: 201 der Preuß, Stanits=, Kriegs=- und Friedens=-Zeitung übergegangenen Artikel aus Rheinpreußen vom 11, Oktober: wie es zu reimen sei, daß, während in mehreren Berichtigungen aus Berlin versichert werde, daß der un verkürzten Mittheilung der Erkenutuisse des Ober=Censur=Gerichtes in den Zeitungen von Seiten der Censur kein Hinderniß in den Weg gelegt werde, doch unlängst ein Cenfor in einem näher bezeichneten ealle, unter Berufung auf ihm ertheilte höhere Weisung, einem obe censurgerichtlihen Erfenntuisse die Druckerlgubniß verweigert habe ?
Wir können das Bedenken des Korrespondenten nicht besser heben, [ls indem wix ihm cin nohmaliges Lesen sener in den Nummern 78 id 79 D Nee Pre et Sett QEbaleeen Zerichtigungen empfehlen. Es wird darin nämlich nur die Ueberzeu gung ausgesprochen, die
IVECTCO N
Angekommen: D
l L daß die Ceusoren solchen Erkeuntnissen des Ober=-Censurgerichts die Druck=Erlaubnuiß weder ganz no<h zum Theil verweigern würden, welche mit Genehmigung oder auf Veran-= lassung dieser Behörde veröffentlicht werden sollten, Dagegen wird unmittelbar darauf ausgeführt, daß es si<h ganz anders mit solchen Erkenntnissen verhalte; welche von Privatpersonen oh ne Vor wissen und Genehmigung" des Gerichtes zum Drud>e be= stimmt würden, und daß die Censoren, mit Rücksicht auf die beste- henden Geseße und den eigenen Ausspruch des Berichtes, sehr leiht in den Fall kommen könnten, den gar ni<t zum Zwecke der Veröffentlichung, sondern nur zur Nachricht für die Parteien beige- fügten Gründen solcher Urtel das Jmpyrimatur zu versagen.
12 des Amtsblattes ent: n Bezug auf die Auseinauderlegung der
D Qs Del E Sol
Arnsberg, im Oktober. Nr. hält cine Bekanntmachung i Feldmarken (d. d, Münster, 10, Oktober gendes entnehmen :
„Die Vortheile einer Befreiung der Ae>er und Wiesen von den darauf haftenden Hude-Gerechtigkeiten mit gleichzeitiger wirthshaft- licher Zusammenlegung der zersplitterten Grundstücke scheinen noch nicht hinreichend gewürdigt zu werden. Es i} deshalb höheren Or- tes nöthig gefunden worden, guf dieses wichtige und bewährte Mit tel zur Hebung des Wohlstandes und der Industrie au<h unter den fleineren Landwirthen eine zur Beförderung eines kräftigen Bauern standes agllgemeinere Aufmerksamkeit zu richten.
Eine solche Spezial =Separation einer Feldmark, guf die jeder
Alle Post-Austalten des In- und Auslandes nehmen Sestellung auf dieses Slatt an, sür Serlin dic Expedition der Allg. Preuss. Zeitung : Fricdri<sstrasse Ur. 72.
Theilnehmer nah g, 2
h $. 2 ﬀ, der Gemeinheits = Theilungs - Ordnung an zutragen berechtigt is, beseitigt die dur<h die gemeinschaftlihe Hude=
Ausübung herbeigeführten, so häufigen und verderblihen Beschädi= gungen an ¿Futterkräutern und anderen Feldfrüchten. Sie erleichtert
die Aufsicht, erspart die Zeit, Arbeitskräfte und Verluste an Geschirr
| durch das Herumziehen von einem Feldstücke zum anderen, vermindert
die Anzahl der erforderli<en Zugthiere und gestattet in gleichem
Maße Vermehrung des Nußviehes. Es werden dur selbige die Wege-Servituten aufgehoben und viele Wege, Gräben und Reinen —-
die Freistätten der Mäuse, Schne>en und Würmer — entbehrlich. Die neuen Wege werden gerader und bequemer gelegt und leichter unterhalten. Die bisherigen den Transport des Düngers hindernden Hohlwege verschwinden oder werden als Gräben benußt. Die Ent= wässerung der Feldmark geschieht vollständiger und zwe>mäßiger nach einem geordneten, das Ganze umfassenden Plane, welcher die Möüg- lichkeit des Ebenpflügens ausdehnt, daher au< Querpflügen möglich macht und einen gleihmäßigeren Stand der Früchte herbeiführt. n gleicher Weise wird die Bewässerung der Wiesen erleihtert und da= durch, so wie dur die Aufhebung der sie, wie den kräftigen Wuchs der Wiesenkräuter, namentlih im Frühjahr, hindernden Hütungs-Ge- rechtigkeiten, ihr Ertrag vervielfaht. Jeder Landwirth wird durch die Separation von seinen Nachbarn und anderen bisherigen Berech- tigten vollflommen unabhängig. Er kann jedes Grundstück derjenigen Kulturart widmen, welhe ihm vorzugsweise zusagtz scinen A>er früh oder spät besäen, ganz ug seiner Ansicht bestellen und verbessern.
Die Feldstücke verlieren ihre zu {male oder unförmliche Gestalt, welche die Bestellung erschwert, namentlih einer zwe>mäßigen und fräftigen Bearbeitung das nachtheilige Hinderniß in den Weg legt, daß die Beakerung 1mmer nah Einer Richtung gehen mus; und die Kosten der Einfriedigung vermehrt, wo eine solhe wegen klimatischer erhältnisse als vortheilhaft sich darstellen möchte.
Eine zusammenhängende regelmäßige Fläche erfordert weniger Einsgat und leidet minder durch die Verbreitung des Unkraut-Saamens von den Aeckern nagchlässiger Nachbarn. Sie kaun abwechselud zur Erzeugung von nährendem Viehfutter behufs allmäligen Uecberganges zu gänzlicher Stallfütterung mittelst ausgedehnten Baues von Futter= fräutern, vorzüglich der perennirenden, Luzerne und Esparsette oder als Drenschweide von eingesäetem weißen Klee 2c. benußt werden.
An Berg = Abhängen erhalten die Ae>ker bei der ueuen Einthei lung diejenige Lage, welche sie dem Einreißen und Abspülen am
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wenigsten ausseßt und die Bearbeitung möglichst erleichtert.
Die Land =-Eutschädigungen müssen nah $. 61 ﬀ. der Gemein= heits- Theilungs - Orduung die aus der Gemeinheit scheidenden und darin bleibenden Theilnehmer möglichst in einer zusammenhängenden wirthschaftlichen Lage erhalten. J| dieses aber ohne Verkürzung einzelner Theilnehmer und ohne Aufopferung überwiegender Kultur- Vortheile nicht zu erlangen, so fann sih keiner entbrehen, eine Land= Entschädigung in getrennter Lage anzunehmen, sofern er nur an derett freteim Gebrauche nit gehindert wird, sie keïne Veränderung der gan zen bisherigen Art des Wirthschaftsbetriebes des Hauptgutes nöthig macht und eine zwe>mäßige Bewirthschaftung gestattet.
Die Haupt- Aufgabe ist, das Ganze jeder Wirthschaft verständig zusammeuzuscßzen und jedes einzelne Stück bequem und vortheilhaft zu bilden, Sicherung der alljährlihen Ertragbarkeit is bei der neuen Zusammenseßung jeder Wirthschaft eine Haupt -= Rücksicht. Bei deu
igen, welche bisher Grundstü>e von verschiedenen Beschaffenheiten und Lagen besaßen, wird, so viel die gleihmäßige Berücksichtigung aller übrigen Theilnehmer und die wirthschaftliche Augemessenheit des Separations - Plans im Ganzen zuläßt , gestrebt werden, in möglichst entsprehendem Verhältnisse die besseren Lände= reien mit denen ihres Stroh =- Ueberschusses bedürfenden schlehteren
Abfindungen Derje
Vaterlándische Sprachkunde.
„Germaniens Völkerstimmen. Sammlung der deutschen Mundarten in Dichtungen, Sagen, Mährchen, Volksliedern 2c. Herausgegeben von Johanuces Matthias Firmenich, Berlin 1543, Schlesingershe Buh= und Musifhandlung.
Erste und zweite Lieferung. S. 1—160,“
Der Zweck dieses Buches, das als ein „deutsches Nationalwerk““ ange- kündigt worden und solchem Namen Ehre macht, is ein vierfacher. ;
Es soll dadurch, erstens, der dichterishe Schaß der deutschen Volks muse vor den Wellen der Zeit, die ihn forizushwemmen drohen, gerettet werden, Die flüchtigen Mährchen, Sagen und Lieder, die, gleich vorüber gehenden s{<önen Träumen, dem Gemüths- und Seelenleben des Vol|kes entquellen, werden dadurch gleichsam gefesselt und Eigenthum der Nation für alle Zeiten; mithin eine Bercicherung der Literatur der Deutschen, Außerdem sind diese dichterischen Schäze des Volkes aus dem frischen Born des Lebens unmittelbar geschöpft, Durch Uebertragungen ins Hochdeutsche verlieren solche Erzeugnisse der Volksmuse — was man bei den Uebersctzun- gen der schon der Kunst-Poesie sich nähecnden, aber immer dem volksthüm- lichen Geiste entsprossenen allemannischen Lieder von Hebel hinlänglich wahrnehmen kann — immer Etwas von ihrem ursprünglichen Reize; was gewiß selbst der geschi>kteste Ueberseßer einräumen wird, Ein reizendes Land- mädchen , welches man in feineres und schöneres Gewand einhüllt, bleibt immer schón und anmuthigz aber es ist niht mehr das durch seine Einfach- heit und anspruchslose Eigenthümlichkeit uns so ansprechende Wesen, /
Durch die geistigen Erzeugnisse des Volkes wird uns ein Bli in das innerste Bolksleben gewährt, die Kenntniß des deutschen Volksgeistes mithin dadurch gefördert, Welcher Gewinn, wenn uns ein solches Werk von den Griechen und Lateinern überliefert wäre! Wie würde uns das ganze Leben dieser Bölker des Alterthums daun klar vor Augen liegen, uns als sicherster Leiter bei unseren Forschungen dienen! Wir würden durch ein solches Werk gleichsam an den innersten Familienheerd jener Völker verseßt, Ge- bräuche, Sitten, Eimichtungen würden uns zu klarer Anschauung gebracht werden, die jeßt den tiefsten Forschungen verborgen bleiben. Wie außeror- dentlich schäßbar ist das Wenige, was Athenäus und andere griechische Schrifisteller uns in dieser Beziehung vom Volksleben der alten Griechen überliefert haben! Man lese in dieser Bezichung nur nah: „Neugriechi- sches Leben verglichen mit dem altgriechischen, v. ) . Bt bilatis“, und „Teapovöra Ouaxa>, neugriechishe Volksgesänge, in Zusammeustellung mit den uns aufbewahrten altgriechischen Volksliedern Li J M Firmen, 1 > M :
Erreicht das Werk „Germaniens Völkerstimmen““ die gewünschte Selbst- ständigkeit, wozu erfreulicherweise alle Hoffnung vorhanden ist, da nach der
von dem Kretenser E. By--
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öffentlichen Angabe des Herausgebers bercits 349 Gebiete, Städte und Orte ihre Mundarten eingesandt haben, \o erhält die deutshe Nation ein Werk, wie kein anderes Volk ein solches aufzuweisen hat, und den kom menden Geschlechtern wird eine vollständige Anschauung des volksthümlichen Lebens der deutschen Nation gewährt. Bekanntlich hatte Kaiser Napoleon die Herausgabe eines ähnlichen Werkes für die französische Nation befohlen, der Sturm der Zeiten trat aber diesem Unternehmen hemmend entgegen, und das begonnene Werk blieb unvollendet, Jn neuester Zeit regte Charles Nodier die Herausgabe cincs derartigen Werkes wieder an, jedoch war der Erfolg in Frankreich nicht so günstig, wie der, dessen sich unser Landsmann Firmenich in Deutschland zu erfreuen hat. Die j Theilnahme dafür hatte sich unter den Franzosen in der Bietagne g die in Bezug auf ihre mundartlihen Sprachschäßze sehr Erfreuliches Umfassendes zu Tage gefördert hat. Besonders rühmenswerth in svrach wissenschaftlicher Beziehung sind die Bestrebungen des bekannten französi schen Gelehrten Pierquin de Hemblour, Mitglied der Société des antiqualres de la France. Ferner gab Dr, S, F, S c< naktenburg schäßenswerthe Sammlung französischer Mundartea heraus.
Daß der Erfolg, welchen Firmenich in Deutschland gefunden, auch auf die anderen Nationen anregend wirken werde, dürfte wohl vorauszuschen scin, und zweifel8ohne wird die Wissenschaft ähnliche umfassende Werke auch in Frankreich, England, Jtalien, Spanien, Rußland u. st. w. mit der Zeit entstchen schen. Unserem Vaterlaude gerciht es zur Ehre, daß cs die An regung dazu gegeben hat. Dem Forschungsgeiste eröffnet sich dadurch ein bisher unbekanntes, ungemein weites Feld.
Als zweiter Hauptzwe> des Werkes stellt sich der sprachwissenschaft liche dar. Die ihr Gebiet täglich erweiternde hochdeutsche Sprache droÿt unverkennbar, ihre leiblichen Schwestern, die deutschen Muudarten, zu ver drängen. Unerseßzlicher Verlust für die Wissenschaft und Sprachforschung, wenn diese durch ihren Laut - und Wortreichthum so hervorstehenden Mund- arten im Strome der Zeit untergegangen wären, ohne daß schäßbare Denk- máäler derselben gesammelt worden wären! Die ursprünglichen und reichen Quellen, unsere Schriftsprache zu bereichern, würden durch diese unverzeih- liche Fahrlässigkeit verstopft worden sein. Durch den umfassenden Blick, welchen das Werk mit der Zeit über das deutsche Sprachgebiet gewährt, wird es den Bestrebungen unscrer Sprachforsher gelingen, cine durchaus feste Grundlage für die deutsche Sprachforschung zu erzielen, eine Grund- lage, die unumstößlich sein wird, weil sie auf der Kenntniß der Verzweigun- gen unseres so lebensfräftigen und überreichen Sprachstammes beruht. Nur durh das Sammeln aller Mundarten wird diese umfassende Kenntniß mög- lih sein. Das Werk stellt sich also unseren besseren klangreichen Sprach- werlen zur Seite, da das Studium unserer Sprache dadurch in einem hohen Grade gefördert wird. N
Der dritte Hauptzwe>k is der geschichtlihe. Durch das Studium der Mundarten und dex Erzeugnisse der Volismuse dringt man tiefer in den
Geist des Volkes cin, und namentlih verbreitet die genaue Kenntniß der Mundarten der verschiedenen deutschen Stämme Licht über die Abstammung und Verwandtschast der einzelnen. Jn dieser Beziehung is vorauszusehen, s; s Werk manche Forschungen veranlassen wird, wie überhaupt der Wissenschaft dadurch ein neues unangebautes Feld- eröffnet ist. Da die Mundart oft mit Zuverlässigkeit auf den Ursprung der Volksstämme hindeutet, wenn feine geschichtlichen Zeugnisse in dieser Beziehung vorhanu- den sind, so liegt der Nuzen des Werkes für den Geschichtsforscher am Tage.
Der vierte Hauptzweck endlich is ein vaterländischer. Der Heraus- geber wollte, wie er in der Vorrede ausspricht, durch die Betheiligung aller deutschen Volfsstämme an einem gemeinsamen vaterländischen Werke zur Befestigung der deutschen Sinnes-Einheit beitragen. Daß dieser Zwe> nicht verfehlt worden i, zeigt die wirkli<h überraschende Theilnahme und Mit- wirkung, welche demselben aus allen Gegenden des deutschen Vaterlandes, von den nördlichsten friesischen Juseln bis zu den entlegensten Gebirgsthä- lern der Schweiz und Tyrols, von Litihauen bis Siebenbürgen , zu Theil geworden ift, Das Werk kann daher als Deukmal des lebendig erwachten deutschen Gemeingeistes gelten und ist {hon insofern eine sehr erfreuliche Erscheinung für uns Germanen.,
Die bei der Behandlung jeder einzelnen Mundärt von Firmenich be- obach‘ete Genauigkeit und fkritishe Sorgfalt verdienen alle Anerkennung. Ohne diese Eigenschaften und Vorzüge würde das Werk freilih auch be- deutend an Werth und Brauchbarkeit für die Sprachforschung verlicren. Die Ausdauer des Herausgebers hat in dieser Hinsicht die Probe bestanden. Von Nachlässigkeiten, wie sie uns so häufig beim Druck von mundartlichen Proben entgegentreten, is bei diesem Werke durchaus nicht die Rede. menich hat das Studium der Mundarten in dieser Ausdehnung zuerst in den Bereich der strengen Wissenschaft gezogen. Sein Buch kann daher als zuverlässiger Leiter bei mannichfaltigen Forschungen gelten. Bei der anscheinenden Willkür in den Mundarten dürfte die Arbeit des Heraus- gebers, da ihm cine so überraschend große Anzahl von Mundarten zur kri- tischen Ausarbeitung vorliegt, mit unüberwindlichen Hindernissen verbunden erscheinen, Wenn man aber die Mundarten schärfer ins Auge faßt, so ge- wahrt ein tieferer Bli>, daß in denselben nichis weniger als Willkür herrscht; im Gegentheil walten darin fast festere und bestimmtere Gesehe ob, als in unserer Schriftsprache, die in ihrer Allgemeinheit verschiedenar- tige Urstoffe in sich aufgenommen hat und mannichfaltige Eigenthümlichkei- ten, welche den einzelnen deutschen Volksstämmen angehören, zur Geltung kommen läßt, wo hingegen die Mundarten im Besonderen streng abbegränzt sind und Allem, was nicht aus ihrem Wesen hervorgegangen is, die Auf>
be C etge ie Geseve i Mundarten sind um o nahme hartnä>ig verweigern, Die Geseße in den M enthümlichkei-
fester und bestimmter, als dieselben hon durch bestimmte Ei ¿
ien der Gegend, wo sie gesprochen werden, dur Luft, Be andtheile des Bodens, Berge, große Flächen, Meer, Flüsse 1. gan einwirken, bedingt sind,
s, w., welche auf das Or-
Ulm bei der fritischen Beaxbeitung der Mund-

References: Art. 1

Art. 2
 Art. 3

Art. 3

Art. 4

Art. 5