Source: http://www.juricom.de/tacheles-rechtsprechungsticker-kw-032015/
Timestamp: 2017-06-24 05:17:23+00:00

Document:
Tacheles Rechtsprechungsticker KW 03/2015 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
Home Tacheles Rechtsprechungsticker KW 03/2015
1. 1 Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 12.11.2014 – L 6 AS 491/11
Grundsicherung für Arbeitsuchende: Einkommensanrechnung; Berücksichtigung von Zahlungen für Pflegeleistung nahestehender Personen als Einkommen – Aufhebung von Bewilligungen wegen Einkommenserzielung – Anforderungen an die Bestimmtheit von Aufhebungs- und Erstattungsbescheiden
Anmerkung: Vgl. dazu LSG NRW, Beschluss vom 20.05.2014 – L 2 AS 2105/13 B – Einkommensanrechnung; Berücksichtigung von Zahlungen für Pflegeleistung nahestehender Personen als Einkommen.
1. 2 Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 16.12.2014 – L 5 AS 2740/14 B ER – rechtskräftig
Dauer der Anordnung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs – Vollzugsfolgenbeseitigungsanspruch
1. 3 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 19.12.2014 – L 4 AS 458/14 B ER – und – L 4 AS 459/14 B – rechtskräftig
Einstweiliger Rechtsschutz – fehlender Anordnungsgrund und -anspruch – Grundsicherung für Arbeitsuchende – selbstständiger Hausmeisterservice – Betriebsausgaben – keine Notwendigkeit von gewerblichen Räumlichkeiten
Fehlt es am Anordnungsgrund, denn es ist dem Antragsteller zuzumuten, zunächst seine Ersparnisse einzusetzen. Das Rechtsmittel der einstweiligen Anordnung kann nicht auf „Vorrat“ zum Schutz von Schonvermögen oder Einkommensfreibeträgen erhoben werden, sondern beschränkt sich auf konkrete, bereits eingetretene oder unmittelbar drohende Notfälle.
1. 4 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 10.12.2014 – L 2 AS 520/14 B ER – rechtskräftig
1. 5 Landessozialgericht Hamburg, Urteil vom 18.09.2014 – L 4 AS 222/13
Zur Frage der Bewertung der Umsatzsteuer nach dem SGB II – § 3 Abs. 1 Satz 1 und 2 Alg II-V a.F.
1. Die im Bewilligungszeitraum vereinnahmte Umsatzsteuer ist eine Betriebseinnahme im Sinne des § 3 Abs. 1 Alg II-V a.F. (BSG, Urteil vom 22. August 2013 – B 14 AS 1/13 R).
3. Jedenfalls wenn eine Verpflichtung zur Rückzahlung der Einnahme erst nach dem Zeitraum eintritt, für den sie berücksichtigt werden soll, bestehe die Verpflichtung des Hilfebedürftigen, die Leistung als „bereites Mittel“ zu verbrauchen (BSG, Urteil vom 23.08.2011 – B 14 AS 165/10 R ). Dementsprechend kommt es für die Bewertung, ob Beträge, die vom Unternehmer als Umsatzsteuer ausgewiesen und vereinnahmt worden sind, als Einkommen zu berücksichtigen sind, entscheidend darauf an, wann die Steuer (d.h. der Steueranspruch der Finanzverwaltung) tatsächlich entsteht.
5. Eine Anerkennung der im Januar 2009 an das Finanzamt gezahlten Umsatzsteuer als Betriebsausgabe für 2008 scheidet aus. Gemäß § 3 Abs. 2 Alg II-V sind nur tatsächlich geleistete Ausgaben absetzbar. Rückstellungen für künftige Ausgaben sind seit der Neufassung der Alg II-V zum 01.01.2008, die steuerliche Vorschriften ausdrücklich für nicht anwendbar erklärt, nicht mehr vorgesehen (ebenso Bay. LSG, Urteil vom 21.3.2012 – L 16 AS 789/10).
6. Die Umsatzsteuer ist schließlich auch nicht nach § 11 Abs. 2 Nr. 1 SGB II a.F. vom Einkommen abzusetzen. Sie ist keine „auf das Einkommen entrichtete Steuer“ im Sinne dieser Norm (so BSG, Urteil vom 22.8.2013 – B 14 AS 1/13 R).
Anmerkung: Vgl. dazu SG Hamburg, Beschluss vom 24.11.2014 – S 44 AS 3881/14 ER, unveröffentlicht – Eine Berücksichtigung von Rückstellungen für künftige Umsatzsteuerzahlungen ist nicht möglich.
1. 6 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 19.12.2014 – L 19 AS 2077/14 B rechtskräftig
Obdachloser – erforderlicher Umzug – Bruttokaltmiete als einheitliche Angemessenheitsgrenze – Wegfall des Rechtsschutzinteresses nach vollzogenem Umzug begegnet in Bezug auf Art. 19 Abs. 4 GG Bedenken.
2. Der Senat lässt offen, ob er im Übrigen der Meinung folgt, dass durch eine Ablehnung einer Zusicherung nach § 22 Abs. 4 SGB II keine Verletzung in eigenen Rechten droht, die durch eine Entscheidung in der Hauptsache nicht mehr beseitigt werden könnte, da ein Antragsteller in seiner Handlungsfreiheit – Abschluss eines Mietvertrags – nicht beeinträchtigt würde (so LSG NRW, Beschluss vom 03.09.2014 – L 2 AS 1195/14 B ER).
2. 1 Sozialgericht Berlin, Urteil vom 28.11.2014 – S 37 AS 11431/14 – anhängig beim LSG BB unter dem Az. L 18 AS 13/15
Anmerkung 1: Vgl. dazu LSG Bayern, Beschluss v. 07.12.2009 – L 11 AS 690/09 B ER – Hier wird zutreffend darauf abgestellt, ob die Ausgabe aus Sicht eines verständigen, wirtschaftlich handelnden Selbständigen vertretbar ist. Keinesfalls könne sich das Jobcenter mit Sparvorschlägen an die Stelle des Selbständigen setzen.
Anmerkung 2: SG Berlin, verhandelt im Januar 2014 – S 18 AS 33122/12 – Auch ein Fahrrad verursacht Betriebsausgaben – Berufsbedingte Fahrradkosten sind als Betriebsausgabe zu berücksichtigen.
2. 2 Sozialgericht Berlin, Urteil vom 15.12.2014 – S 61 AS 2132/13
Anmerkung: anderer Auffassung SG Gießen, Urteil vom 05.11.2014 – S 25 AS 980/12.
2. 3 Sozialgericht Karlsruhe, Beschluss vom 29.12.2014 – S 15 AS 4229/14 ER
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Leistungsausschluss für EU-Ausländer verfassungs- und europarechtskonform – keine Folgeabwägung notwendig und zulässig
2. 4 Sozialgericht Halle (Saale), Urteil vom 03.12.2014 – S 24 AS 846/13
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Einkommensberücksichtigung und -berechnung bei nichtselbstständiger Arbeit – vorläufige Leistungsbewilligung – monatliches Durchschnittseinkommen – Berücksichtigung eines Durchschnittseinkommens bei der endgültigen Entscheidung
Anspruchsausschluss nach § 41 Abs. 4 SGB XII – grob fahrlässiges, sozialwidriges Verhalten
Anmerkung: S. a. Pressemitteilung LSG Baden vom 15.01.2015: Rentnerin muss sparsam mit Vermögen haushalten – Alte Frau verliert Grundsicherung wegen Verschwendung: http://www.juris.de/jportal/portal/t/1n0w/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA150100082&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
3. 2 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 10.12.2014 – L 2 SO 4058/13
3. 3 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 10.12.2014 – L 2 SO 4042/14
3. 4 Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 10.12.2014 – L 2 SO 2379/14
6. Hartz IV zur Eigenheimfinanzierung – In Ausnahmefällen sind Grundsicherungsleistungen auch als Zuschuss für Tilgungsraten zu gewähren – Pressemitteilung des LSG Hessen vom 13.01.2015: http://www.lsg-darmstadt.justiz.hessen.de/irj/LSG_Darmstadt_Internet?rid=HMdJ_15/LSG_Darmstadt_Internet/sub/28f/28f28645-beed-a41f-012f-312b417c0cf4,,,11111111-2222-3333-4444-100000005003%26overview=true.htm

References: § 3
 § 3
 § 3
 § 11
 Art. 19
 § 22
 § 41