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Timestamp: 2019-07-18 07:01:30+00:00

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BAföG für Bachelor und Master
Voraussetzungen und Besonderheiten beim Masterstudium
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(04.03.2019) Aus § 7 Abs. 1a BAföG ergibt sich die Förderungsfähigkeit eines Masterstudiums nach dem Erwerb eines Bachelor. Nachfolgend erfährst du, welche Voraussetzungen konkret erfüllt sein müssen, und was sonst in Bezug auf die BAföG-Förderung eines Masterstudiums wichtig ist.
Voraussetzungen der Förderung (§ 7 Abs. 1a BAföG)
Folgende drei Voraussetzungen musst du (neben den üblichen Grundvoraussetzungen einer BAföG-Förderung) erfüllen, um BAföG für ein Masterstudium erhalten zu können:
1. Du kannst einen Bachelor vorweisen und verfügst über keinen anderen Hochschulabschluss
Ein Masterstudium soll nur dann unproblematisch gefördert werden, wenn es als Teil des gestuften Ausbildungssystems absolviert wird. Du musst also einen Bachelor vorweisen können. Auch zwei Bachelor sind möglich. Hast du dagegen (auch) einen anderen Hochschulabschluss, z. B. ein Diplom oder Staatsexamen, kommt eine Förderung nach § 7 Abs. 1a BAföG nicht in Betracht, denn diese Abschlüsse haben nichts mit dem gestuften Ausbildungssystem zu tun.
Den Bachelor weist du idealerweise mit deinem Bachelorzeugnis nach. Es genügt aber auch eine Bescheinigung der Hochschule, dass du alle Prüfungsleistungen mit Erfolg erbracht hast.
Seit August 2015 ist die Förderung des Masterstudiums außerdem dann möglich, wenn du das Bachelorstudium noch nicht abgeschlossen hast, die Hochschule dir aber die vorläufige Immatrikulation in einen Masterstudiengang ermöglicht. Das Bachelorzeugnis kannst du dann innerhalb eines Jahres beim BAföG-Amt nachreichen. Für den Fall, dass dir der erfolgreiche Abschluss des Bachelorstudiums wider Erwarten nicht gelingt, sichert sich das BAföG-Amt ab, indem es die Förderbeträge für das Masterstudiums unter dem Vorbehalt der Rückforderung bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Zulassung leistet und die Förderung ohne nachgewiesenen Bachelor auf 12 Monate beschränkt.
2. Das Masterstudium ist berufsqualifizierend
Das Masterstudium muss auf einem Bachelorstudium aufbauen und berufsqualifizierend sein. Ein fachlicher Zusammenhang zwischen Bachelor- und Masterstudium ist nicht erforderlich.
3. Du beginnst das Masterstudium vor deinem 35. Geburtstag
Schließlich darfst du bei Studienbeginn noch keine 35 sein. Ausnahmen lässt das Gesetz nur unter engen Voraussetzungen zu. Diese sind in § 10 Abs. 3 BAföG geregelt. Danach kann trotz überschrittener Altersgrenze mit einer Förderung rechnen, wer z. B.
aus persönlichen oder familiären Gründen, insbesondere wegen der Erziehung von Kindern unter 10 Jahren, gehindert war, das Masterstudium rechtzeitig zu beginnen, oder
die Zugangsvoraussetzungen für das Bachelorstudium auf dem zweiten Bildungsweg erworben hat und unverzüglich nach Erwerb des Bachelor mit dem Masterstudium beginnt, oder
das Bachelorstudium ohne schulisch erworbene Hochschulzugangsberechtigung allein aufgrund seiner beruflichen Qualifikation aufnehmen konnte und unverzüglich nach Erwerb des Bachelor mit dem Masterstudium beginnt.
Du kannst vom BAföG-Amt vorab prüfen lassen, ob du trotz überschrittener Altersgrenze BAföG für ein Masterstudium erhalten kannst. Über die Höhe des Förderbetrages erfährst du dabei allerdings nichts. Es wird nur darüber entschieden, ob eine Förderung möglich ist. An seine Entscheidung ist das Amt dann ein Jahr lang gebunden.
Vorabprüfung der Förderungsfähigkeit (§ 46 Abs. 5 Nr. 2 BAföG)
Seit August 2015 kannst du im Vorfeld des Masterstudiums außerdem vom BAföG-Amt prüfen lassen, ob das anvisierte Studium als solches förderungsfähig ist. Dabei musst du angeben, in welcher Fachrichtung und an welcher Hochschule du studieren willst. Zuständig ist das BAföG-Amt, das für diese Hochschule zuständig ist bzw. deine primäre Studienortpräferenz. Auch hier gilt: Über die Höhe des Förderbetrages erfährst du durch den Vorabentscheid nichts. Das BAföG-Amt entscheidet nur darüber, ob eine Förderung überhaupt möglich ist. An seine Entscheidung ist es dann ein Jahr lang gebunden.
Übergangszeit zwischen Bachelor und Master
In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit einer nahtlosen Förderung, wenn Studierende direkt im Anschluss an das Bachelorstudium ins Masterstudium starten wollten. Diese Probleme wurden mit der 25. BAföG-Novelle entschärft. Zum einen weil jetzt (wie oben erwähnt) auch die Förderung eines Masterstudiums bei vorläufiger Immatrikulation möglich ist, zum anderen weil seit August 2016 die Förderung des Bachelorstudiums später endet als bisher.
Förderungsende beim Bachelorstudium (§ 15b Abs. 3 BAföG)
Die Förderung endet mit dem Ablauf des Monats, in dem dir die Abschlussnote bekannt gegeben wird. Voraussetzung ist, dass diese Mitteilung in den 2 Monaten nach Ablauf des Monats mit der letzten Prüfungsleistung erfolgt. Tut sie das nicht, endet die Förderung auch ohne Mitteilung der Abschlussnote.
Förderungsbeginn beim Masterstudium (§ 15b Abs. 1 u. 2 BAföG)
Die Förderung des Masterstudiums beginnt, sobald du dich (ggf. nur vorläufig) in einen Masterstudiengang immatrikuliert hast und den erfolgreichen Abschluss des Bachelorstudiums nachweisen kannst. Dabei musst du nicht zwingend das Abschlusszeugnis vorlegen. Es genügt eine Bescheinigung der Hochschule, dass du alle Prüfungsleistungen mit Erfolg erbracht hast. Bei vorläufiger Immatrikulation in einen Masterstudiengang kannst du das Zeugnis sogar innerhalb von 12 Monaten nachreichen.
Da BAföG nur auf Antrag und nicht rückwirkend geleistet wird, muss spätestens in dem Monat, in dem das Masterstudium beginnt, auch der BAföG-Antrag vorliegen. Am besten, du stellst den Antrag sogar schon im Monat davor. Liegt nämlich zwischen dem Ende der Förderung des Bachelorstudiums und dem Beginn des Masterstudiums nur ein Monat, wird das Masterstudium schon ab diesem Zwischenmonat gefördert, sofern der Antrag bereits in diesem Monat beim BAföG-Amt eingereicht wurde.
Förderungsdauer beim Masterstudium (§§ 15, 15a BAföG)
Maßgeblich für die Förderungshöchstdauer bei einem Masterstudium ist – wie bei einem Bachelorstudium auch – die Regelstudienzeit des konkreten Studiengangs. Bei Masterstudiengängen sind dies üblicherweise 2, 3 oder 4 Semester. Verzögert sich dein Studium, kannst du ausnahmsweise länger BAföG erhalten, wenn einer der in § 15 Abs. 3 BAföG genannten Verzögerungsgründe vorliegt, du also z. B. länger krank warst oder ein Kind bekommen hast. Verzögert sich dein Studium aus Gründen, die nicht gesetzlich anerkannt sind, bleibt dir noch der Notanker der Hilfe zum Studienabschluss nach § 15 Abs. 3a BAföG, um deinen Lebensunterhalt in der Abschlussphase des Studiums zu sichern. Diese wird allerdings nur in Form eines verzinslichen Bankdarlehens gewährt. Die Förderungsdauer beträgt maximal 12 Monate.
Fachrichtungswechsel während des Masterstudiums (§ 7 Abs. 1a Satz 2 BAföG)
Ein Fachrichtungswechsel aus wichtigem Grund im Sinne des § 7 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 BAföG ist bei einem Masterstudium nicht möglich. Stellst du also fest, dass das gewählte Masterstudium nicht deinen Neigungen entspricht, oder bist du überfordert und wechselst deshalb in einen anderen Masterstudiengang, ist eine Förderung in diesem anderen Studiengang nicht mehr möglich. Anders sieht es aus, wenn dich ein sogenannter unabweisbarer Grund nach § 7 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BAföG dazu zwingt, das bisherige Studium aufzugeben. Das ist z. B. dann der Fall, wenn du Chemie studierst und während des Studiums erstmals eine Allergie gegen chemische Substanzen auftritt, die eine spätere Ausübung des angestrebten Berufs unmöglich macht. In so einem Fall kannst du auch in einem anderen Masterstudiengang noch gefördert werden.
Masterstudium im Ausland (§ 5 BAföG)
Die Förderung eines kompletten Masterstudiums im Ausland kommt nur dann in Betracht, wenn du dir einen Mitgliedstaat der EU oder die Schweiz für das Studium aussuchst. Achtung: Bei bestimmten Gruppen ausländischer Studierender ist die Förderung des Studiums in der EU oder Schweiz auf ein Jahr beschränkt. Gleiches galt lange Zeit für Studierende, die vor Beginn des Masterstudiums nicht 3 Jahre ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland hatten. Diese Regelung gilt seit 2015 aber nicht mehr.
Entscheidest du dich für einen Staat außerhalb der EU/Schweiz, ist die Förderung maximal für ein Jahr möglich.
Rückzahlung des Staatsdarlehens (§§ 17 Abs. 2 Satz 1, 18 ff. BAföG)
Egal, ob du BAföG für ein Bachelor- oder Masterstudium beziehst: Die Förderbeträge erhältst du jeweils zur Hälfte als unverzinsliches Staatsdarlehen. Dieses Darlehen fordert das Bundesverwaltungsamt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer des jeweiligen Studiengangs von dir zurück, unabhängig davon, ob du zu dieser Zeit immer noch oder wieder studierst. Die Rückzahlungsraten für das Bachelorstudium werden also auch dann fällig, wenn du gerade mitten im Masterstudium steckst. Bei geringem Einkommen kannst du allerdings beantragen, dass die Rückzahlung für jeweils ein Jahr aufgeschoben wird. Mehr dazu im Artikel zur BAföG-Rückzahlung.
Die Rückzahlungssumme beträgt für Bachelor- und Masterstudium zusammen höchstens 10.000 Euro.
Bildungskredit fürs Masterstudium
Falls du keinen BAföG-Anspruch hast oder die Förderbeträge nicht reichen, steht dir zur Finanzierung deines Masterstudiums auch der Bildungskredit des Bundes zur Verfügung. Die Konditionen sind hier schlechter als beim BAföG, aber immer noch vergleichsweise gut, wenn man sie mit den Konditionen anderer Studienkredite vergleicht.
Selbst wenn du den Kredit bereits für dein Bachelorstudium in Anspruch genommen hast, kannst du ihn für den Master erneut in voller Höhe beantragen. Das bedeutet: Über einen Zeitraum von 24 Monaten kannst du bis zu 300 Euro pro Monat erhalten. Auch höhere Einmalzahlungen sind möglich, was praktisch ist, wenn du dir z. B. einen neuen Computer kaufen willst.
Der Anspruch auf den Kredit erlischt mit dem Ende des Monats, in dem du 36 Jahre alt wirst.

References: § 7
 § 7
 § 10
 § 15
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 § 7
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