Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=29.08.2012&Aktenzeichen=VIII%20B%2045/12
Timestamp: 2019-05-21 22:14:23+00:00

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BFH, 29.08.2012 - VIII B 45/12 - dejure.org
https://dejure.org/2012,26766
BFH, 29.08.2012 - VIII B 45/12 (https://dejure.org/2012,26766)
BFH, Entscheidung vom 29.08.2012 - VIII B 45/12 (https://dejure.org/2012,26766)
BFH, Entscheidung vom 29. August 2012 - VIII B 45/12 (https://dejure.org/2012,26766)
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Verfassungsmäßigkeit der Korrekturvorschrift des § 32a KStG - Ermessensreduzierung auf Null
Verfassungsmäßigkeit der Korrekturvorschrift des § 32a KStG; Ermessensreduzierung auf Null
§ 32a KStG 2002 vom 13.12.2006, § 34 Abs 13c KStG 2002 vom 14.08.2007, Art 2 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG, Art 3 Abs 1 GG
KStG § 32a; KStG § 34 Abs. 13c
Korrekturvorschrift des § 32a KStG ist verfassungsgemäß
Verfassungsmäßigkeit der Korrekturvorschrift § 32a KStG
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BFH vom 29.08.2012, Az.: VIII B 45/12 (Verfassungsmäßigkeit der Korrekturvorschrift § 32a KStG)" von RA/FAStR/StB Dr. Stefan Behrens, original erschienen in: BB 2012, 2610 - 2612.
Kurznachricht zu "Die Änderung von Bescheiden gemäß § 32a KStG" von StB/vBP Karl-Fr. Kohlhaas, original erschienen in: DStR 2013, 122 - 126.
BFHE 238, 187
BStBl II 2012, 839
NZG 2012, 1360
Dementsprechend nimmt der Bundesfinanzhof für verwirkte Säumniszuschläge an, dass diese durch Aufhebung der Vollziehung gemäß § 69 Abs. 3 FGO rückwirkend beseitigt werden (vgl. Beschlüsse vom 10. Dezember 1986 - I B 121/86 - BFHE 149, 6 und vom 29. August 2012 - VIII B 45/12 - BFHE 238, 187 Rn. 12).
a) § 27 Abs. 19 Satz 1 UStG ist in Übereinstimmung mit dem Urteil des Niedersächsischen FG (Niedersächsisches FG, Urteil vom 29.10.2015 5 K 80/15, juris) und vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des BFH zu § 32a KStG (BFH-Beschluss vom 29.8.2012 VIII B 45/12, BFHE 238, 187, BStBl. II 2012, 839) als unecht rückwirkende Vorschrift zu qualifizieren.
a) Wie der Senat mit Beschluss vom 29. August 2012 VIII B 45/12 (BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839) entschieden hat, bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Korrekturvorschrift des § 32a KStG, soweit sie Änderungen noch nicht festsetzungsverjährter Einkommensteuerveranlagungen zur Folge hat.
Sollte im Übrigen der Hinweis des Klägers in der Begründung seines Antrags auf mündliche Verhandlung zutreffen, die Ausgestaltung des § 32a KStG als "Kann"-Vorschrift diene allein denjenigen Gesellschaftern einer AG, die die Vorteile des Halbeinkünfteverfahrens erhalten wollten, so könnten --obwohl das Ermessen regelmäßig auf Null reduziert ist (BFH-Beschluss vom 29. August 2012 VIII B 45/12, BFH/NV 2012, 1898)-- im Einzelfall vom Finanzamt zu beachtende Gründe für eine Beibehaltung der Einkommensteuerfestsetzung gegenüber Gesellschaftern einer AG im Anschluss an eine Änderung der Körperschaftsteuerfestsetzung in Betracht kommen.
Außerdem sei für die Körperschaftsteuer 1999 und 2000 bereits vor Inkrafttreten des § 32a KStG die Festsetzungsverjährung eingetreten, so dass nach Rechtsprechung des BFH (Beschluss vom 29. August 2012, VIII B 45/12, und Urteil vom 6. September 2011, VIII R 55/10) eine Änderung dieser Bescheide nach § 32a Abs. 2 KStG ausscheide.
Nach Rechtsprechung des BFH bestehen keine ernstlichen Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Korrekturvorschrift des § 32a KStG, soweit sie Änderungen noch nicht festsetzungsverjährter Veranlagungen zur Folge hat (BFH-Beschluss vom 29. August 2012 VIII B 45/12, BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839).
Sie dient dem Ziel, die verfahrensrechtlichen Hemmnisse, die einer zutreffenden materiellen Besteuerung von Körperschaften und Anteilseignern entgegenstehen, zu beseitigen (BTDrucks 16/2712, S. 71; BFH-Beschluss vom 29. August 2012 VIII B 45/12, BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839).
Die Regelung ist danach im Ergebnis auf die Kongruenz der Besteuerung der Ebenen der Gesellschaft und des Anteilseigners angelegt (BFH-Beschluss in BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839;… BFH-Urteil vom 6. September 2011 VIII R 55/10, BFH/NV 2012, 269, 270) und gewährt einer materiell richtigen Einkommensteuerfestsetzung Vorrang gegenüber dem Vertrauen des Steuerpflichtigen in die Bestandskraft der bereits erfolgten Steuerfestsetzung.
Der BFH hat sich in seinem Beschluss vom 29. August 2012 (VIII B 45/12, BStBl II 2012, 839) mit einem im Zeitpunkt des Inkrafttretens der Vorschrift bereits bestandskräftigen, aber noch nicht festsetzungsverjährten Bescheid befasst und darin eine zulässige unechte Rückwirkung gesehen.
Zu Unrecht habe deshalb der BFH die Verfassungsmäßigkeit der Vorschrift mit Beschluss vom 29. August 2012 VIII B 45/12 (BFHE 238, 187, BStBl II 2012, 839) bejaht.
a) Das in dieser Vorschrift der Finanzverwaltung eingeräumte Ermessen ("kann") ist auf Null reduziert, wenn andernfalls die Steuerfestsetzung unrichtig sein würde (Bundesfinanzhof -BFH-, Beschluss vom 29.8.2012 - VIII B 45/12, Bundessteuerblatt -BStBl- II 2012, 839 unter Rz. 14;… Bauschatz in Gosch, KStG, 3. Aufl. 2015, § 32a, Rn. 45;… Oellerich in Mössner/Seeger, KStG, 2. Aufl. 2015, § 32a, Rn. 144;… Heinemann in Rödder/Herlinghaus/Neumann, KStG, 1. Aufl. 2015, § 32a, Rz. 89, 62).

References: § 32
 § 32

§ 32
 § 34
 § 32
 § 34
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 69
 § 27
 § 32
 § 32
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 § 32
 § 32
 § 32
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