Source: https://lnv-bw.de/lnv-infobrief-oktober-2018/
Timestamp: 2019-10-19 07:42:07+00:00

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LNV-Infobrief Oktober 2018 › Landesnaturschutzverband
Im Blickpunkt: Vom Anstupsen
wir alle wissen, was wir tun müssen, um die Welt zu retten: weniger Auto fahren und weniger fliegen, weniger Energie verbrauchen, weniger Müll produzieren, umweltfreundlich einkaufen. Und wir alle tun – meistens – das Gegenteil! Wie soll man, wie soll die Politik damit umgehen? Auf „bessere Aufklärung über Umwelthemen und bessere Bildung“ könnte man sich schnell einigen. Wenn da nicht die Umweltpsychologen wären, die nachweisen, dass das wirkungslos ist.
Verbote sind dann ein naheliegendes Mittel und manchmal auch hochwirksam. Blei im Benzin, DDT, FCKW sind Beispiele für erfolgreiche Verbote. Allerdings sind sie nicht populär, und nicht alles lässt sich mit Verboten regeln. Wie innovationsfördernd Verbote aber sein können, zeigt die Öko-Effizienz-Richtlinie, die den Markt von verschwenderischen Glühbirnen, Staubsaugern und Föhnen bereinigt hat.
Wirkungsvoll können auch ökonomische Anreize sein. In der Theorie sind viele dafür, in der Praxis verliert man damit Wahlen (siehe Die Grünen und der Benzinpreis) oder der Einfluss von Lobbygruppen verhindert die Wirksamkeit (Emissionshandel).
In diesem Dilemma setzen manche auf „Nudging“, also „Anstupsen“. Man zwingt nicht, sondern man legt nahe. Dazu gehört die Energieverbrauchskennzeichnung von Häusern, Elektrogeräten und Autos – so sie denn korrekt ist…. Auch eine Anzeige des momentanen Benzinverbrauchs am Armaturenbrett kann helfen. Auch Gruselbilder auf Zigarettenpackungen gehören zum Nudging. Nudging wäre auch die Widerspruchlösung, die Gesundheitsminister Spahn bei der Organspende einführen möchte – so wie in Österreich. Dort muss aktiv dokumentieren, wer NICHT Organspender sein möchte (Opt-out statt opt-in). In Österreich sind 23 % der Bevölkerung zu Organspenden bereit gegenüber 16 % in Deutschland.
Mit welchen Instrumenten kann man nun Nudging für den Umweltschutz wirksam werden lassen? Ideen sind gefragt. Lassen Sie sich bei der Lektüre dieses Infobriefes „anstupsen“ – auch zum Besuch unseres diesjährigen Zukunftsforum Naturschutz zum Thema „Mehr Natur wagen“ am Samstag, den 10.11.2018 in Stuttgart!
Leervorlage! erst kopieren, dann ausfüllen!
Allein in Deutschland sterben nach Expertenschätzungen 100 Mio. Vögel im Jahr, weil sie gegen Glasflächen an Gebäuden fliegen. Vegetationsfrei geschotterte „Gärten des Grauens“ beeinträchtigen das Stadtklima und sanierte Gebäude lassen keinen Platz für Vögel wie den Mauersegler oder für Fledermäuse. Aber brauchen wir Natur in Städten und Dörfern und wollen wir sie überhaupt? Wie lässt sich eine hohe Lebensqualität für Menschen mit Chancen für Tiere und Pflanzen verbinden? Oder bedingt sich beides? Das Zukunftsforum Naturschutz nennt Hintergründe, gibt Impulse und zeigt Lösungen. Wir laden Sie herzlich ein! Logr
Anhörungsrechte und Bagatellfälle
UM-Vollzugshinweise zum § 49 Abs. 3 NatSchG
Im Naturschutzgesetz ist die Möglichkeit verankert, bei sog. Bagatellfällen vom Anhörungsrecht der anerkannten Naturschutzvereinigungen abzusehen (§ 49 Abs. 3 NatSchG BW). Das Umweltministerium hat im Konsens mit den vier Regierungspräsidien sowie LNV, BUND und NABU einen Katalog von Regelbeispielen dieser Bagatellfälle als Vollzugshinweise erstellt. Die Behörden sind ausdrücklich nicht von der Pflicht zur Einzelfallprüfung entbunden. Am Ende des Katalogs sind zudem Fälle genannt, die definitiv nicht unter die Bagatellklausel fallen können. Die Entscheidungen müssen weiterhin übersandt werden, Klagerechte bleiben bestehen, Präklusionsvorschriften greifen ohne Anhörung nicht. Tr
Der LNV begrüßt die Einführung von Radschnellverbindungen mit dem Ziel der Regelung der Baulast. Auch die Einführung von Carsharing-Stellflächen als Sondernutzung und die Klarstellung der Unterhaltungspflicht von naturschutzrechtlichen Kompensationsmaßnahmen wird begrüßt. Der LNV schlägt eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Feld- und Waldwegen auf 30 km/h vor und begründet dies mit fehlenden Vorgaben in der StVO, die aus Zeiten stammt, als Traktoren nicht schneller als 20 km/h fuhren. Hohe Fahrgeschwindigkeiten seien auf Feld- und Waldwegen mit deren Multifunktionalität (Erholungs-Fuß-und Radverkehr) nicht verträglich. Tr
Kennzeichnungspflicht bei Betriebsgeheimnissen
Der Gesetzentwurf dient der Umsetzung der UVP-Änderungsrichtlinie der EU im Landesrecht. Der LNV begrüßt, dass der Vorhabenträger verpflichtet wird, Betriebsgeheimnisse, personenbezogene Daten oder Rechte am geistigen Eigentum in seinen Unterlagen zu kennzeichnen und eine aussagekräftige Darstellung ohne Preisgabe dieser Geheimnisse einzureichen. Der LNV beantragt, dass dies auch für nicht-UVP-pflichtige Vorhaben gelten soll, damit die Beantwortung von UIG-Anfragen nicht durch Verweis auf z.B. Betriebsgeheimnisse verzögert werden kann. Auch sollte ein Widerspruch oder eine Anfechtungsklage gegen die Herausgabe von Umweltinformationen keine aufschiebende Wirkung haben. Tr
Verbände fürchten Dammbruch beim Flächenverbrauch
Befristung des §13b BauGB ist gefährdet
Der bisher auf zwei Jahre befristete § 13b BauGB hat das Ziel, zur „Behebung der Wohnungsnot“ eine Baugebietsausweisung ohne Umweltbericht und Ausgleichspflicht sowie ohne Entwicklung aus dem Flächennutzungsplan zu ermöglichen. Tatsächlich beobachten LNV-AK und andere Naturschutzgruppen aber die großzügige Ausweisung von Einfamilienhaus-Gebieten. Auf Bundesebene, aber auch in der Wohnraumallianz beim Wirtschaftsministerium BW laufen Aktivitäten, die bisherige Befristung auf Ende 2019 für den §13b BauGB aufzuheben. Mit einem gemeinsamen Schreiben von LNV, BUND und NABU an das Staatministerium BW konnten die Verbände immerhin erreichen, dass eine Prüfung der tatsächlichen bisherigen Nutzung des § 13b angeregt wird. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Gegen den § 13b ist auch eine Beschwerde der Umweltverbände bei der EU-Kommission anhängig. Tr
LNV unterstützt umweltpolitische Forderungen des DNR zur Europawahl
Frühzeitig vor der Europawahl 2019 haben 87 Mitglieder des Deutschen Naturschutzrings (DNR), darunter der LNV, umweltpolitische Forderungen zur Europawahl 2019 „Meine Stimme für Europas Zukunft“ veröffentlicht. Die Verbände fordern unter anderem, dass die EU in den kommenden fünf Jahren einen ökologischen, sozialen und politischen Umbau einleiten und voranbringen muss, um die Lebens- und Produktionsgrundlagen der über 500 Millionen Menschen in Europa zu erhalten und zu verbessern. Logr
Landesnaturschutzverband setzt sich für bessere Rahmenbedingungen für die Innenentwicklung ein Erwei-tertes Vorkaufsrecht für Kommunen bei Schlüsselgrundstücken gefordert
Am 8. September brechen die Schwalben laut Überlieferung auf
Keine Schottergärten im Baugebiet
LNV-Arbeitskreis Rems-Murr-Kreis fordert Verbot in Bebauungsplänen
Gute Resonanz erfuhr die PM des LNV-AK Rems-Murr-Kreis mit den Kreisverbänden von BUND und NABU für ein Verbot von Schottergärten in Bebauungsplänen. Ein solches Verbot sei bereits von der Stadt Heilbronn in einem Bebauungsplan festgeschrieben worden. Begründet wird dies dort folgendermaßen: „Um für die nicht überbauten Grundstücksflächen dauerhaft eine hochwertige Gestaltung und ökologisch zweckmäßige Nutzung sicherzustellen, wird vorgegeben, dass der gärtnerisch angelegte und unversiegelte Pflanzenbereich deutlich überwiegen muss. Eine beeinträchtigende Nutzung entsteht auch durch monokulturelle „Steingartenwüsten“. Tr
Schadensbegrenzungsmaßnahmen
Umgehung der Natura2000-Verträglichkeitsprüfung ist rechtswidrig
Nach einem Urteil des EuGH (C-323/17 vom 12.04.2018) muss die bislang praktizierte Umgehung von Natura 2000-Verträglichkeitsprüfungen durch eine Natura 2000-Vorprüfung unter Einbeziehung von sog. Vermeidungs- und Minderungsmaßnahmen beendet werden. Der EuGH hat ferner die Beteiligung anerkannter Naturschutzvereinigungen festgeschrieben, wenn solche Maßnahmen geplant und durchgeführt werden sollen. In BW hatten die anerkannten Naturschutzvereinigungen zwar schon ein Anhörungsrecht bei Natura 2000-Verträglichkeitsprüfungen (§ 49 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG BW), das aber durch solche Vorprüfungen, die bereits Schadensbegrenzungsmaßnahmen berücksichtigten, umgangen wurde. Das UM hat Hinweise an die unteren Verwaltungsbehörden herausgegeben. Tr
UM-Erlass vom 10.07.2018, Az 7288.40/40-07
Pflicht zur Natura 2000-Vorprüfung und ggf. -Verträglichkeitsprüfung
Zur Frage, ob die Erweiterung von Hofstellen in Natura 2000-Gebieten einer Natura 2000-Verträglichkeitsprüfung bedarf, hat das UM zusammen mit dem MLR Hinweise und ein Merkblatt herausgebracht: Die Erweiterung einer Hofstelle im Natur 2000-Gebiet erfordert im Regelfall eine Natura 2000-Vorprüfung. Kann die erhebliche Beeinträchtigung von FFH-Lebensraumtypen, FFH-Arten oder europäischen Vogelarten nicht ausgeschlossen werden, ist eine Natura 2000-Verträglichkeitsprüfung notwendig. Für beides muss ein Fachgutachter auf Kosten des Vorhabenträgers herangezogen werden. Nur in definierten Ausnahmefällen kann auf den Fachgutachter verzichtet werden und die UNB die Prüfungen vornehmen. Tr
UM-Hinweise
UM-Merkblatt
Nutzung für baurechtlichen Eingriffsausgleich
In gemeinsamen Hinweisen haben Wirtschafts- und Umweltministerium im Juli die Randbedingungen bekannt gegeben, wann Maßnahmen nach dem naturschutzrechtlichen Ökokonto für die Bauleitplanung verwendet werden können und umgekehrt. Die Aufspaltung eines fachlich-funktional zusammengehörenden Maßnahmenkomplexes in Teilmaßnahmen ist demnach nicht möglich. Für die Bewertung von Eingriff und Ausgleich muss dasselbe Bewertungsverfahren angewandt werden. Tr
Offenland-Biotopkartierung 2019
LUBW-Arbeitsprogramm liegt vor
Die Offenland-Biotopkartierung soll alle 12 Jahre aktualisiert werden, was dem Berichtszeitraum gegenüber der EU für FFH-Lebensraumtypen entspricht. Die LUBW teilt nun mit, dass in 2019 die Landkreise Main-Tauber-Kreis und Enzkreis, der Stadtkreis Pforzheim und der noch nicht kartierte Rest vom Landkreis Waldshut kartiert werden (Gemeinden: Albbruck, Bad Säckkingen, Dettighofen, Dogern, Herrischried, Hohentengen, Jestetten, Klettgau, Laufenburg, Lottstetten, Waldshut-Tiengen, Wehr, Weilheim). Erste Informationsveranstaltungen werden im November/Dezember 2018 an den jeweiligen Landratsämtern stattfinden. Tr
Neufassung seit 26. Juli 2018 in Kraft
Die Ermittlung der Mindestabflüsse erfolgt auch in der Neufassung in einem zweistufigen Verfahren. Im ersten Schritt werden standortbezogene Einstiegswerte für den Mindestabfluss (nur für Gewässerstandorte mit MQ > 0,4 m³/s) aus hydrologischen Daten ermittelt. Im zweiten Schritt werden diese Werte an Hand der örtlichen Gegebenheiten überprüft und angepasst. Bei Standorten mit mittleren Abflüssen unter 1 m³/s gilt ein Einstiegswert von 2/3 MNQ, bis einschließlich 5 m³/s von ½ MNQ und bei über 5 m³/s von 1/3 MNQ. Für Lachs- und Seeforellengewässer gilt ein Einstiegswert von 2/3 MNQ. Art und Umfang der Eigenkontrolle und die Dokumentationen sind in der wasserrechtlichen Entscheidung festzulegen. Tr
Konzept zum landesweiten Insektenmonitoring
Um das dramatische Insektensterben aufzuhalten, benötigt BW dringend belastbare Datengrundlagen. Die Landesregierung investiert hierfür 2018 und 2019 rund 2,5 Mio. Euro aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Seit Frühjahr 2018 werden auf 191 Flächen in BW repräsentative Artengruppen, darunter Heuschrecken und Tagfalter, erfasst. 161 dieser Flächen befinden sich in konventionell bewirtschafteten Landschaften. Dem Vergleich dienen 30 Flächen in Naturschutzgebieten. Ziel ist es, ein dauerhaftes Kontrollsystem zu etablieren, mit dem schnell z. B. auf die Wirksamkeit ergriffener Maßnahmen reagiert werden kann. Tr
In welchem Verfahrensstand befindet sich….
Bei den sich über meist viele Jahre hinziehenden Flurneuordnungsverfahren ist es nicht einfach, den Überblick über den Sachstand zu behalten. Auf der Internetseite des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) ist daher für jedes FNO-Verfahren der Verfahrensstand hinterlegt. Auch die wichtigsten Unterlagen zu einem Verfahren sind dort zu finden. Zur Auswahl stehen eine alphabetische Liste nach Verfahrensnamen und eine Liste nach Landkreisen, in denen die Verfahren liegen. Tr
Mehr Wiedervernetzung für Wildtiere und Pflanzen
Landesweites Wiedervernetzungskonzept berücksichtigt Konfliktbereiche
Seit 1975 hat sich das Verkehrsaufkommen in Deutschland vervierfacht und die Zahl der Wildunfälle verfünffacht. Damit die erforderlichen Grünbrücken, Amphibiendurchlässe usw. an den richtigen Stellen gebaut werden, erarbeitete das VM ein umfassendes landesweites Wiedervernetzungskonzept in Zusammenarbeit mit dem MLR und der FVA. Für Kreis- und Gemeindestraßen kann das Konzept nur Empfehlungen aussprechen. Deshalb fördert das VM Amphibienschutzanlagen an diesen Straßen mit bis zu 50% aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt. Logr
VM-Pressemitteilung
Abfallbilanz 2017: Etwas weniger Haus- und Sperrmüll
Höchstwert für getrennt gesammelte Bioabfälle
Die vom UM Ende Juli veröffentlichte Abfallbilanz 2017 betrachtet die über 12 Mio. t Abfälle von privaten Haushalten, Bauwirtschaft sowie haushaltsähnliche Abfälle der Industrie, die die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger in BW 2017 entsorgt haben. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Gesamtmenge um gut 1 % auf 149.000 t an. Innerhalb der Stadt- und Landkreise gibt es erhebliche Unterschieden. Am wenigsten Haus- und Sperrmüll verzeichnete 2017 mit nur 65 kg/Einwohner der Landkreis Calw, während am anderen Ende der Scala im Ortenaukreis durchschnittlich 203 kg Haus- und Sperrmüll je Einwohner anfielen. Logr
UM-Pressemitteilung
Verzeichnis der Natur- und Umweltschutz-Behörden
Wertvolles Adressregister der LUBW
Wer eine Adresse oder Telefonnummer einer Behörde sucht, ist bei diesem Verzeichnis genau richtig. Erfasst sind Ansprechpartner/innen in den Ministerien für Umwelt, für Landwirtschaft und für Verkehr, in den Regierungspräsidien, Landratsämtern oder bei der LUBW selbst. Aber auch die Landschaftserhaltungsverbände, die Naturschutzvereinigungen, die Naturschutzzentren sowie der Nationalpark, Naturparks und Biosphärengebiete sind in der Broschüre enthalten. Sch
Mehr Stress durch Menschen als durch Wolf und Luchs
Untersuchungen in sechs polnischen Waldgebieten
Die Ergebnisse von Untersuchungen in sechs polnischen Waldgebieten zeigen, dass der Einfluss der Menschen auf die Fauna deutlich größer ist als angenommen. Die von einem deutsch-polnischen Forscherteam durchgeführte Untersuchung von Kot von Rothirschen und Rehen auf Stresshormone ergab Verblüffendes: Für beide Wildarten wurden die meisten Stresshormone in Gebieten gefunden, in denen keine Großraubtiere vorkamen. Der menschliche Einfluss wurde anhand der Jagdstrecken, der Straßendichte und des Siedlungsanteils gemessen. Felgner
Veröffentlichung (englisch)
PFC-Belastung von Grund- und Sickerwasser
UM-Erlass für Geringfügigkeitsschwellenwerte aktualisiert
Mit einem Erlass hat das UM den nachgeordneten Behörden neue „Geringfügigkeitsschwellenwerte“ für per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) vorgegeben. Er ersetzt die vorläufigen Beurteilungskriterien von 2015. Das UM geht davon aus, dass sich die Flächen bei Anwendung in der Region Rastatt/Baden-Baden von bisher 545 Hektar auf 644 Hektar vergrößern und in Mannheim mit rund 240 Hektar annähernd gleichbleiben. Die Schwellenwerte gehen eine Arbeitsgruppe der Ländergemeinschaften Wasser (LAWA) und Boden (LABO) zurück. Tr
UM-Erlass
Fehlenden Mut in der Agrarpolitik!
Vorschläge der EU-Kommission für die Gemeinsame Agrarpolitik enttäuschend
Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik des Bundeslandwirtschaftsministerium, Prof. Harald Grethe, empfiehlt, vor allem bei den Direktzahlungen zu kürzen und nicht wie bisher geplant in der zweiten Säule. An die Produktion gekoppelte Direktzahlungen hält Grethe in begrenzten Umfang für gerechtfertigt, wenn sie strikt auf die Erbringung eng definierter Gemeinwohlleistungen beschränkt werden und die Förderhöhe an den Kosten der Erbringung dieser Leistungen orientiert wird.
Reifen-Abrieb größter Verursacher von Mikroplastik
Verbreitung über Abfluss von Niederschlagswasser
Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts gelangen in Deutschland jährlich rund 330.000 t Mikroplastik in die Umwelt. Mit rund einem Drittel sei der Abtrieb von Autoreifen der größte Verursacher, gefolgt von der Abfallentsorgung, dem Abtrieb von Fahrbahndecken und der Freisetzung auf Baustellen. Mikroplastik, also Plastikpartikel, die max. 5 mm groß sind, gelange vor allem über Niederschlagswasser in die Umwelt. Durch Regen werde z. B. der Reifenabtrieb nicht nur in die Kanalisation gespült, sondern fast überall hin. Kläranlagen hielten zwar bis zu 95 % des Mikroplastiks zurück, es könne dann aber über die Nutzung von Klärschlamm in die Landwirtschaft und Umwelt gelangen. Logr
Studie “Kunststoff in der Umwelt”
Europawahl 2019: DNR-Umweltcheck EU-Parlament
DNR erleichtert Zugang zu EU-Abgeordneten und stellt Kontaktdaten ins Netz
Welche EU-Abgeordnete vertreten BW in Brüssel? Wer sitzt in welchem Ausschuss? Wer gehört zu welcher Fraktion? Vor der Europawahl 2019 stellt der DNR auf der Seite „Umweltcheck EU-Parlament“ die deutschen Abgeordneten von A-Z vor und vernetzt sie virtuell mit Umwelt- und Naturschutzorganisationen. Auf Argumente der Zivilgesellschaft im eigenen Zuständigkeitsbereich hören die MdEPs vielleicht eher als auf Brüsseler Ebene. Kurzum: Der Umweltcheck EU-Parlament kann ein Instrument für Kampagnenarbeit über Bande werden. Logr
Rechtsgutachten zu Neuregelungen des § 13b BauGB
Konsequenzen für anerkannte Umweltverbände
Das im Auftrag des BUND-Bundesverband erstellte Gutachten zu den Rechtsfolgen des neuen § 13b BauGB äußert erhebliche Zweifel, dass die verfahrensrechtliche Ausgestaltung des „beschleunigten Verfahrens“ und der Ausschluss einer strategischen Umweltprüfung mit den europäischen Vorgaben der Richtlinie über die strategische Umweltprüfung in Einklang stehen. Die Gutachterin stellt die Frage, ob gegen die zu erwartenden Bebauungspläne geklagt werden kann und gibt im Gutachten eine ausführliche und übersichtlich strukturierte Antwort. Flo
• LNV-Arbeitskreis-Sprechertreffen
– im Regierungsbezirk Karlsruhe: Donnerstag, 18.10.2018 von 16:00 – 20:30 Uhr, Karlsruhe
– im Regierungsbezirk Tübingen: Mittwoch, 07.11.2018 von 16:00 – 20:30 Uhr, Ulm
• 10.11.2018, Zukunftsforum Naturschutz „Mehr Natur wagen – Chancen für die Artenvielfalt in Städten und Dörfern?, Stuttgart (weitere Infos siehe Seite 2)
• Zum Vormerken: 13.04.2019, LNV-Mitgliederversammlung, Veranstaltungszentrum Waldaupark, Stutt-gart- Degerloch
Engagierte Praktikantin seit Anfang Oktober
Das Team der LNV-Geschäftsstelle wird seit dem 1. Oktober von der 25-jährige Studentin Kathrin Leinmüller unterstützt. In ihrem dreimonatigen Praktikum erhält sie Einblick in die vielseitige Arbeit unseres Naturschutzdachverbandes. Die aus Schwäbisch Gmünd stammende Studentin macht gerade ihren Master in Geoökologie an der Universität Tübingen. Zuvor absolvierte sie bereits ihren Bachelor in Biologie ebenfalls in Tübingen. Logr
Stabwechsel im LNV-Arbeitskreis Ludwigsburg
Werner Brekle gibt Sprecheramt an Gerhard Müller ab
Werner Brekle prägt den LNV-Ak und den Naturschutz im Kreis Ludwigsburg seit fast 35 Jahren und es gelang ihm dabei, die widerstreitenden Interessen zusammenzuführen. 2008 gab er für den LNV seine 1000ste Stellungnahme ab, um dem Umwelt- und Naturschutz bei Planungen Gehör zu verschaffen. Der LNV würdigte dieses herausragende Engagement 2008 mit der LNV-Ehrennadel. Bereits 2004 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz und 2013 mit der Staufermedaille des Landes ausgezeichnet. Der LNV dankt Herrn Brekle für die lange, engagierte und freundschaftliche Zusammenarbeit sehr herzlich. Wir begrüßen seinen Nachfolger Gerhard Müller und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit. Logr
Der LNV trauert um Peter Heinzelmann
Ehemaliger Sprecher des AK Heidenheim gestorben
Am 14.08.2018 verstarb Peter Heinzelmann kurz nach seinem 73. Geburtstag. Er war ab 1990 für einige Jahre Sprecher des LNV-Arbeitskreises Heidenheim und setzte sich viele Jahrzehnte für den Naturschutz und den Fledermausschutz ein. Wir trauen um einen engagierten Menschen und werden ihn in guter Erinnerung behalten. Tr
BNO: Resolution zum Rohstoffabbau
Chancen für nährstoffarme Böden – Rekultivierung modifizieren
Angesichts schwindender Artenzahlen besonders in mageren und von Dynamik geprägten Lebensräumen (Flussauen, aber auch Äcker) müssen Chancen, die sich durch den Abbau von Rohstoffen ergeben, besser genutzt und die heute gültigen Rekultivierungskriterien und Regeln für die Nachnutzung modifiziert werden. Der Bund Naturschutz Oberschwaben (BNO) hat in seiner Resolution zum Rohstoffabbau von August 2018 wichtige Forderungen für die nachhaltige Nutzung von Kies-, Sand- und Steinvorkommen zusammengestellt. Logr
NaturFreunde: Zukunft ohne Wachstum
Bad Liebenzeller Gespräche, 17/18.11.2018
Wenn alle Menschen so leben und wirtschaften würden wie in Deutschland, bräuchte die Weltbevölkerung drei Erden. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen Forum Burg Liebenzell. Sch
Insektensterben – Fakten, Ursachen, Lösungen
Symposium am 19.10.2018, Stuttgart
Das Insektensterben hat in Mitteleuropa inzwischen alarmierende Ausmaße erreicht mit unabsehbaren ökonomischen und ökologischen Folgen. Bei dem Symposium am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart präsentieren hochkarätige Redner/-innen aktuelle Erkenntnisse in Kurzvorträgen. Gründe für den Rückgang der Insekten auf Basis neuester Forschungsergebnisse diskutiert. Konkrete Lösungsvorschläge und Empfehlungen für die Politik sollten erarbeitet werden. Logr
Positionen und Prozesse; Tagung am 20.10.2018, Stuttgart
Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel (Pestizide) werden flächendeckend in der Landwirtschaft, aber auch in Kommunen und privaten Gärten eingesetzt. Ihre Auswirkung auf Lebewesen aller Art ist besorgniserregend – höchste Zeit, auf Alternativen zu setzen. Das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft BW will mit der Tagung einen konstruktiven Beitrag zur Pestizidreduktionsstrategie leisten und mit Schwerpunkt auf pestizidfreie Gemeinden konkrete Wege zu einer pestizidfrei(er)en Umwelt aufgezeigt. Der LNV ist Mitglied im Aktionsbündnis. Logr
Fachseminar des BUND BW am 20.10.2018, Stuttgart
Die Energiewende ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen die Klimakrise. Nicht selten wird dabei ausschließlich der Stromsektor betrachtet. Allerdings werden etwa 56 % des gesamten Endenergieverbrauchs Deutschlands für die Bereitstellung von Wärme benötigt, wovon 2015 noch fast 87 % fossil gewonnen wurden. In dem Fachseminar des BUND BW vermitteln Referent/-innen aus der kommunalen Praxis ihren Blick auf die Wärmewende und teilen ihre Erfahrungen mit. Logr
Science Slam „Energy & Nature“
22.10.2018 im Theaterhaus, Stuttgart
Der Science Slam ist ein Wettbewerb, bei dem Wissenschaftler/innen zehn Minuten Zeit haben, ihr Wissensgebiet dem Publikum auf unterhaltsame Weise zu präsentieren. Weder Erneuerbare Energien, Naturschutz, Artenschutz, Klimawandel noch Wissenschaft müssen dröge sein – das zeigt das „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“ des BUND und NABU Baden-Württemberg beim Stuttgarter Science Slam Special „Energy & Nature“ Flo
6. Ökokonto-Tag Baden-Württemberg
15.11.2018, Ostfildern-Scharnhauser Park
Der Ökokonto-Tag der Flächenagentur BW hat sich in den vergangenen Jahren als wichtigstes Forum zum Austausch über die Umsetzung des Ökokontos in BW etabliert. Zu den aktuellen Schwerpunkten zählen u. a.: die Evaluation der Ökokonto-Verordnung und die Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft (wie Regionale Kompensationspools und Produktionsintegrierte Kompensation (PIK)). Praxisbeispiele von Ökokonto-Maßnahmen werden vorgestellt und Hinweise zur Durchführung gegeben. Der LNV ist Kooperationspartner des Ökokonto-Tag. Logr
Vierte Bewerbungsrunde „Natur nah dran“
Bewerbungsschluss am 31.12.2018
Das vom UM geförderte Projekt „Natur nah dran“ des NABU BW hilft Kommunen mit Rat und Tat bei der Umwandlung von jeweils bis zu fünf Flächen in artenreiche Blumenwiesen oder blühende Wildstaudensäume. Für 2019 gibt es 10 Förderplätze. Bewerben können sich alle Kommunen im Land – egal wie groß oder klein sie sind. Bewerbungsfrist ist der 31.12.2018. In der Förderung enthalten sind eine fachliche Schulung, Beratung bei der Planung, Pflanz- und Saatgut, Workshops zur Durchführung und Pflege sowie Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Logr
Digitale Nachbarschaft – Datensicherheit im Internet
Fortbildung und Selbstlernkurse online
Das Projekt Digitale Nachbarschaft (DiNa) will Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder, Bürger/-innen usw. im sicheren Umgang mit dem Internet und IT-Sicherheit sensibilisieren, trainieren und befähigen, erworbenes Wissen an andere weiterzugeben. Zu den Themen zählen die Datensicherheit, verschlüsselte Kommunikation, sicheres Einkaufen und Bezahlen im Internet oder ein souveräner Umgang mit sozialen Medien. Das Projekt wird vom Bundesinnenministerium, Google und anderen gefördert. Logr
Neues LUBW-Naturschutzinfo
Fast eine Pflichtlektüre für Naturschützer/-innen in BW ist das LUBW-Naturschutzinfo. Zu den Themen des aktuellen Hefts gehören die FFH-Verordnungen zur rechtlichen Sicherung der europäisch bedeutsamen Lebensräume und Arten, Änderungen im Naturschutzrecht und das neue Pflegekonzept für Feldhecken und Gehölze. Die aktuelle Ausgabe enthält zudem die neueste Zusammenstellung von Naurschutzadressen. Das LUBW-Naturschutzinfo kann (auch die älteren Ausgaben) auf der Internetseite heruntergeladen werden. Für ein Abo der gedruckten Ausgabe wenden Sie sich bitte an bibliothek@lubw.de. Logr
Statusbericht kommunaler Klimaschutz BW
Umweltministerium veröffentlicht erstmals Studie
Der rund 200 Seiten starke Bericht zeigt die Klimaschutzaktivitäten der Kommunen in BW. Er enthält einen Überblick über die CO2-Emissionen und den Ausbau erneuerbarer Energien im Land. Das Kapitel „Strukturen und konzeptionelle Ansätze“ zeigt, welche Kommunen z. B. ein Klimaschutzmanagement eingeführt haben. Beleuchtet wird auch, wie die diversen Klimaschutz-Förderprogramme von Bund und Landes von den Kommunen und Landkreisen angenommen werden. Eine 28-seitige Kurzfassung ist verfügbar. Logr
Handlungsleitfaden für die Trockenmauersanierung
Best-Practice-Empfehlungen der Stiftung Naturschutzfonds
Die Stiftung Naturschutzfonds BW hat Erfahrungen aus erfolgreichen Trockenmauerprojekten ausgewertet und Best-Practice-Empfehlungen in einem Handlungsleitfaden zusammengefasst. Die 36seitige, reich bebilderte Empfehlung nennt Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Planung und Umsetzung von Trockenmauersanierungen. Wichtige Arbeitsschritte sind kompakt und praxisorientiert zusammengefasst. Eine Checkliste ermöglicht den schnellen Zugang zu Informationen für die jeweilige Umsetzungsphase. Logr
Die Broschüre gibt anhand gelungener Praxisbeispiele einen Überblick über die Bandbreite möglicher Förderungen durch die Landschaftspflegerichtlinie (LPR). Die LPR ist das zentrale Förderinstrument des Naturschutzes im Land. Ihr Förderspektrum reicht vom Vertragsnaturschutz über die Biotoppflege und Natura 2000­-Managementplänen bis hin zum Grunderwerb und der Unterstützung von Investitionsvorhaben, wie etwa naturschutzwichtigen Ställen. Seit 2015 können auch kleine landwirtschaftliche Betriebe über die LPR gefördert werden. Logr
Vom Konzept bis zur Schaffung einer grünen Infrastruktur
Mit Unterstützung des BfN hat der BUND-Bundesverband das Handbuch Biotopverbund veröffentlicht. Das Handbuch bündelt den aktuellen Stand zum Biotopverbund und der grünen Infrastruktur erstmalig seit den 1990ziger Jahren. Rückmeldugen und Anregungen zur Verbesserung und Aktualisierung sind ausdrücklich erwünscht und können in die für Anfang 2020 geplante Fortschreibung mit einfließen. Logr
In dem umfangreichen Werk zeigt Paul Westrich, welche Ansprüche Wildbienen an ihre Lebensräume stellen, welche Strukturen sie benötigen und welche Vielfalt an Pollenquellen notwendig ist um die Arten, die bis jetzt überlebt haben, zu erhalten und ihren weiteren Rückgang aufhalten zu können. Über 560 Steckbriefe enthalten alles Wissenswerte zu Verbreitung und Biologie sämtlicher heimischer Arten. 1700 Farbfotos machen dieses umfassende Werk einzigartig. Viele Arten, Nestbauten und Verhaltensweisen der Wildbienen sind so zum ersten Mal im Bild zu sehen. Logr
Ein Schaufahren gegen den Klimaschutz
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in ihrem 12. Dienstwagen-Check die Fahrzeuge deutscher Spitzenpolitiker/-innen unter die Lupe genommen und vor allem untersucht: „was kommt hinten raus“? Unter Berücksichtigung der realen Verbrauchswerte hält kein einziger Dienstwagen der 236 Befragten den CO2-Grenzwert der EU von 130 g CO2/km ein! Mit realen CO2-Emissionswerten zwischen 154 g CO2/km wie z. B. beim Dienstfahrzeug der Bildungssenatorin aus Bremen bis zu erschreckenden 408 g CO2/km beim Auto von Berlins Regierungschef Michael Müller sind die Politiker weit von der EU-Vorgabe von 95 g CO2/km ab 2020 entfernt. Flo

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