Source: https://www.strafrechtsblogger.de/tag/notwehr/
Timestamp: 2017-12-11 13:29:01+00:00

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Notwehr | strafrechtsblogger
Alle"all cops are bastards"§ § 163 a Abs. 4 S. 2 StPO§ 103 StGB§ 106 UrhG§ 108 UrhG§ 11 Abs. 1 Nr. 5 StGB§ 112 StPO§ 113 StGB§ 115 Abs. 1 Nr. 1 OWiG§ 13 StGB§ 132 StGB§ 136 Abs. 1 StPO§ 140 StPO§ 142 StGB§ 143 StPO§ 146 StGB§ 148 StPO§ 153 StPO§ 153a StPO§ 154 StPO§ 160 StGB§ 160a Abs. 1 StPO§ 163a StPO§ 17 UGW§ 17 UWG§ 170 StGB§ 172 StGB§ 176 StGB§ 177 StGB§ 182 Abs. 3 StGB§ 183 GVG§ 183 StGB§ 184 StGB§ 184b StGB§ 184b StGB a.F.§ 184h StGB§ 185 StGB§ 2 UrhG§ 201a StGB§ 211 StGB§ 212 StGB§ 221 StGB§ 222 StGB§ 224 StGB§ 226 StGB§ 228 StGB§ 231 StGB§ 232 StGB§ 239 StGB§ 24 StGB§ 241 StGB§ 242§ 242 StGB§ 243 StGB§ 244 StGB§ 248c StGB§ 249 StGB§ 252 StGB§ 253 I und II StGB§ 257 StPO§ 26 StGB§ 26 StGB§ 260 StPO§ 261 STGB§ 261 StPO§ 263 StGB§ 265a§ 265a StGB§ 266 StGB§ 267 StGB§ 27 StGB§ 273 Abs. 3 StPO§ 306 StGB§ 308 StGB§ 31 BtMG§ 315c StGB§ 316 StGB§ 316a StGB§ 32 StGB§ 323 c StGB§ 326 Abs. 1 Nr. 4a StGB§ 34 StGB§ 349 StPO§ 371 AO§ 4 Altfahrzeugverordnung§ 46 II StGB§ 56 StGB§ 72 UrhG§ 81h StPO§ 89a StGB§ 96 AufhG§§ 253 I1 (8) Ss 64/12 – AK 40/12 vom 19.07.201215 Jahre184b2 BvR 256/092/3 Zeitpunkt2015233 StGB255 StGB32 Ss 113/094747 JGG497497-C8-Homologes502 Qs 77/1253 StPO60 €A.C.A.B.Abgabe an JugendlicheAbgabe von Betäubungsmittelnabgebrochene KausalitätAbgeordneterAbgrenzungAbhängigkeitAblehnungabörenAbschiebehaftAbsetzenAbsetzungabsolute Fahruntüchtigkeitabsoluter RevisionsgrundAbspracheAbsprachenabstrakte GefahrAbweichung vom KausalverlaufAbwesenheitAdäquanztheorieAG LeerAG Tiergartenagent provocateurÄgyptenAkteneinsichtaktive Sterbehilfeaktives TunAl-JazeeraAlfa RomeoAlibiAlkoholAlkohol am SteuerAlkohol im Straßenverkehraltes Fahrzeug ausschlachtenAmanda KnoxAmnesty InternationalAmpelAmtsanmaßungAmtsanwaltschaftAmtsanwaltschaft BerlinAmtsarztAmtsgerichtAmtsgericht NeussAmtsgericht OranienburgAmtsgericht PerlebergAmtsgericht TiergartenAmtshaftungsanspruchAmtsträgerAmtsträgerdelikteAmüsantesAmyotrophe LateralskleroseAnbahnungsgesprächAnbauAndreas MüllerAnfangsverdachtAnfriff auf SchiedsrichterAngeklagterAngriffAnklageAnordnungAnrechnungAnspruch auf FleischAnstellungsbetrugAnstiftungAntragAntrag auf BegnadigungAnwaltAnwalt für StrafrechtAnwaltszimmerAnwesenheitAnwesenheitspflichtAOappealArabischArbeitgeberArbeitsunfallArztAsservateAsylAsylantragstellungATAttackeaudiovisuelle ZeugenvernehmungAufenthaltsgesetzAuffahrunfallAufgebenAuflagenAuftragsmordAusbleibenAuskunftsverweigerungsrechtAuslagenpauschaleAuslandstatAuslieferungAuslieferungshaftAusnutzungsbewusstseinAussageAussagenAusschließungAusschlussAussetzungAussetzung der HauptverhandlungAussetzung StrafrestAusstattungAusübung eines öffentlichen AmtesAuswahlAutoAutopsieAutorennenavukatBad SaarowBadenBagatelldelikteBahnCardBahnhofBAKBandeBandendiebstahlBankrottBäumeBeamtenbeleidigungBedeutungslosigkeitBedingungBedrohungBefangenheitBefangenheitsantragBeförderungserschleichungbefriedetes BesitztumBefriedungsgebührBegehungsdelikteBegünstigungBehandlungBehandlungsfehlerbeharrlichbei rot über die AmpelBeihilfeBeihilfe zum SelbstmordBeilhilfeBeim Diebstahl erwischtBeinaheunfallBeiordnungBeisichführenBeistandBelehrungBelehrungspflichtBeleididungBeleidigungBeleidiungBeleidungBenzinBereitschaftsgerichtBerlinBerlin HypBerlin WeissenseeBerliner BaumarktBerliner Immobilien BankBerliner JustizsenatorBerliner MorgenpostBerliner StraßeBerliner StraßenBerliner ZeitungBerufungBerufungsbeschränkungBerufungsgerichtBeschlagnahmeBeschlagnahme E-Mailsbeschleunigtes VerfahrenBeschleunigungspotenzialBeschlussBeschneidungbeschuhter FußBeschuldigerBeschuldigtenvorladungBeschuldigterBeschwerdeBesetzungBesetzungsrügeBesitzBesitz von BetäubungsmittelnBesitzerhaltungsabsichtbesondere Schwere der SchuldBesondere Verhältnisse des Straßenverkehrsbesonders schwerer Fallbesonders schwerer Fall des DiebstahlsBesonders schwerer RaubBest Dressed Man 2016BestechlichkeitBestechungBestellungBestimmenBestimmtheitBetäubungsmittelBetäubungsmittelabhängigkeitBetäubungsmittelstrafrechtBetroffenseinBetrugBettelbetrugBeutesicherungsabsichtBewährungBewährungswiderrufBeweisantragBeweisaufnahmeBeweismittelBeweistatsacheBeweisverbotBeweisverwertungsverbotBeweisverwerungsverbotBeweiswürdigungBewusstseinBGHBienenBierBildaufnahmenBitcoinsBlendungBlitzampelBlitzerBlumenBlutentnahmeBlutprobeBMJVBoerneBöhmermannBootzBorowskiBrandBrandenburgBrandlegungBrandstifterBrandstiftungBrieffreundschaftBruchBrustimplantateBtmBtmGBundesgerichtshofBundesjustizministerBundesjustizministeriumBundesländerBundesministeriumBundespolizeiBundesverfassungsgerichtBundeswehrBußgeldBußgeldbescheidBußgeldverfahrenBVerfGBVerwGBVGC.F. MüllerCannabionoideCannabisCannabissetzlingeCDCharlottenburgChemieClintoncocaineComputerbetrugCourt of AppealCP 47CrackCrystal MethDarmstadtDatenDatensicherheitDauerhafte UnbrauchbarkeitDAVDealDealerDefinitionDefinitionenDefintionen lernenDelinquenzDemoDemographieDen HaagDeutsche BahnDeutsche Bank ProzessDeutscher KinderschutzbundDeutschlandDiebstahlDiebstahl in besonders schwerem FallDiebstahl mit WaffenDienstaufsichtsbeschwerdeDienstleistungsverkehrDiplomatenDiskothekDiskussionDNA-MassengentestDNA-TestDolmetscherDoppelbestrafungsverbotDoppeldeckerDoppelverfolgungsverbotDortmundDotaDreiecksbetrugDresdendringender TatverdachtDrogenDrogenhandelDrogenplantageDrogenstrafrechtDrogentherapiedrugsDumdum-GeschossedurchgeknalltDurchsuchungDurchsuchungsbeschlussechte UnterlassungsdelikteEdathyEGMREhegatteEigenverantwortliche SelbstgefährdungEinbrechenEinbruchEinbruchsdiebstahleinfache BrandstiftungEinfuhrEinfuhr von BetäubungsmittelnEinfuhrabgabenEingriff in den StraßenverkehrEinkommenEinsatz von BrechmittelnEinschränkungEinsperrenEinspruchEinspruch gegen StrafbefehlEinsteigenEinstellungEinstellung § 153 a StPOEinwilligungEinzelhandelEinzugsermächtigungEisenhüttenstadtElektrischer Stuhlelektronische AkteElisabeth WeckbachElternElysiumempfindliches ÜbelEMRKEntbindungEntführungEntpflichtungEntschädigungentscheidungserheblichEntschuldigungEntsperrenEntwicklungEntziehungEntziehung der FahrerlaubnisEntziehung elektrische EnergieErbwerb von BetäubungsmittelnErdoganErforderlichkeitergänzende ErmittlungenErheblichkeiterhöhtes Beförderungsentgelterhöhtes Beförderungsentsgelterkennungsdienstliche BehandlungErklärungErlangenErlaubnistatbestandsirrtumErlaubnistatumstandsirrtumErmittlungsverfahrenErmittlunsakteErmöglichungsabsichtErnsthaftes BemühenErnsthaftigkeitEröffnung HauptverfahrenEröffnungsbeschlussErpressungerror in personaErscheinenErschleichenErschleichen von LeistungenErsttätererwischtEthikEUEU KommissarEuGHEuropaEuropäische GerichtshofEuropäische Unioneuropäischer HaftbefehlEuropäisches StrafrechtExhibitionismus; Arbeitsamt; Vergewaltigung;Exhibitionistexhibitionistische Handlungexhibitionistische HandlungenExpertenkommissionFaberFacebookFahrausweisFahreignungFahren ohne FahrerlaubnisFahrerFahrerermittlungFahrerfluchtFahrerlaubnisFahrkartefahrlässige Abgabe alkoholischer Getränkefahrlässige Körpverletzungfahrlässige KörpververletzungFahrlässige TötungFahrlässigkeitFahrradschlossFahrstuhlFahrtüchtigkeitFahruntüchtigkeitFahrverbotFahrzeugFaires VerfahrenFalkeFallFälleFallschirmspringerFalschaussageFalschbeurkundung im AmtFalsche eidesstattliche Versicherungfalsche uneidliche AussagefälschenFalschgeldFalschheitFalschparkenFälschungFamiliefehlgeschlagener VersuchFehlschlagFehlvorstellungfeindliche WillensrichtungFestnahmeFestnahmerechtFeuerFilmFilmen im GerichtFinalzusammenhangFingerabdrückeFischer Jurastudium Vorurteile auswendiglernenFlatulenzFluchtFluchtgefahrFlüchtlingeFlughafenFlughafen BERFlugzeugFlusssäureFolgenFortbildungFrankfurtFrankfurt (Oder)FrauenquoteFreie Beweiswürdigungfreie MeinungsäußerungFreiheitFreiheitsberaubungFreiheitsberaubung mit Todesfolgefreiheitsentziehende MaßnahmeFreiheitsentziehungFreiheitsstrafeFreiheitsstrafe ohne BewährungFreispruchFreiwilligkeitfremdfrische TatFristfrontotemporale DemenzFührerscheinFußballGarantenstellungGaussGebäckGebäudegeblitztGebotenheitGebrauchen einer UrkundeGefahrGefährdung des Straßenverkehrsgefährliche KörperverletzungGefährlicher Eingriff in den Straßenverkehrgefährliches WerkzeugGefangenenbefreiungGefängnisGegenwärtigGegenwärtigkeitGeheimtippGeiselnahmeGelbphaseGeldauflagenGeldautomatGeldfälschungGeldstrafeGeldtransporterGeldwäschegemeingefährliches MittelGemeinschaftgemeinschaftlichGemeinschaftliche KörperverletzungGerichtGerichtsbeschlussGerichtsbezirkGerichtsmedizinGerichtsterminGerichtsverfassungsgesetzgeringwertige SacheGeschäftsverteilungGeschindigkeitsverstoßGeschwindigkeitGeschwindigkeitsüberschreitungGeschwindigkeitsverstoßGeschwindkeitsverstoßGesestz gegen den unlauteren WettbewerbGesetzesänderunggesetzlicher Richtergesetzmäßige BedingungGesprächGeständnisgesundheitsschädlicher StoffGewahrsamGewaltgewaltbereite HooligansGewaltschutzGewerbsmäßigkeitGewinnstrebengewöhnliche HaftanstaltGHBGiftGiftspritzeGimmlitztal-MordGlaubhaftigkeitGliedGlücksspielGlühweinGnadenantragGoetheGörlitzGörlitzer ParkGQ MagazinGRChGrenzwerte AlkoholGroßes Schöffengericht CharlottenburgGrünGrundfreiheitenGrundgesetzGrundlagenGrundrechtGrundrechteGSG 9GültigkeitGuten RutschGVGGynäkologeHabgierHackerHaftHaftbefehlHaftbeschwerdeHaftfortdauerbeschlussHaftgrundHaftpflichtHaftpflichtversicherungHaftprüfungHaftraumHaftstrafeHaftverschonungHaller/ConzenHamburgHandelHandel mit BetäubungsmittelHandeltreibenHandeltreiben mit BetäubungsmittelnHandyHandy am SteuerHandy-OrtungHandydiebstahlHandyraubHandyverstoßHannoverHanns von MeuffelsHans - Peter FriedrichHappyHaschischHassverbrechenHate CrimesHauptbahnhofHaupttatHauptverhandlungHausbesuchHausdurchsuchungHausfriedensbruchHautfarbeHavellandHehlereiHeiko MaasHeilbehandlungheimlichHeimtückeheimtückischHerbeiführen einer SprengstoffexplosionHeroinHerstellen einer UrkundeHI-VirusHilfeleistenHilflose Lagehinreichender Tatverdachthinterlistiger ÜberfallHöchstgeschwindigkeitHolzlatteHorst KrauseHubschrauberHütteHypotheseICCIceBucketIdentitätsdiebstahlIdentitätsfeststellungIIillegale EinreiseIm-Stich-LassenImmunitätin dubio pro reoInaussichtstellen eines VerbrechensInbegriff der HauptverhandlungInbrandsetzenIndizwirkungIndustrieroboterInformationsvorsprungIngebrauchnahme eines FahrzeugsInnenministerInsolvenzverschleppunginternationale Rechtshilfeinternationaler HaftbefehlInternetstrafrechtIntrigeInverkehrbringenIrrtumIStGHJAMA NeurologyJauchegrubenfallJens BosbachJGGJointJosef AckermannJugendgerichtsgesetzJugendschutzgesetzJugendstrafrechtJugendstrafverfahrenJura-StudiumJurablogsJürgen FitschenJuristenJuristische 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verurteiltUnschuldsvermutungUnterhaltUnterhaltsfpflichtverletzungUnterhaltspflichtverletzungUnterlassenunterlassene HilfeleistungUnterlassenskausalitätUnterlassungsdelikteUnternehmenUnterschlagungUntersuchungshaftUnterwäscheUntreueUntreugeUnwahrheitUrheberrechtUrkundeUrkundenfälschungUrkundenunterdrückungUrkundenvernichtungUrlaubUrteilUrteilsabschriftUrteilsabsetzungsfristUrteilsabspracheUSAV-MannVanessa Gölzervegetarische ErnährungVeranstaltungVerbotVerbotene VernehmungsmethodenVerbranntVerbrechenVerbrechen gegen die MenschlichkeitVerbrechensverabredungverbreitenVerbreitungVerdeckte ErmittlerVerdeckungsabsichtVerdeckungstatVereinigung Berliner StrafverteidigerVerfahrensdauerVerfahrenseinstellungVerfahrensrügeVerfälschenVerfassungsbeschwerdeVerfassungsgerichtshof BerlinVerfassunsgerichtVerfolgung UnschuldigerVerfolgungsverjährungVergehenVergewaltigungVergleich Deutschland 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Notwehr / Nothilfe Urteil- und Entscheidungsbesprechung
§ 32 StGB Angriff Gegenwärtigkeit Notwehr Notwehrlage Pistole
In seinem Beschluss vom 1. Februar 2017 – 4 StR 635/16 hat der Bundesgerichtshof interessante Ausführungen zur Gegenwärtigkeit eines Angriffs bei der Notwehr gemacht. Dabei stellt er erneut klar, dass man sein Notwehrrecht auch dann ausüben darf, wenn der Angriff unmittelbar bevorsteht. Entscheidend für die Beurteilung seien die Absichten des Angreifers.
Gegenstand der Entscheidung war ein Streit wegen Ruhestörung zwischen Nachbarn. Der Angeklagte fühlte sich von seinem Nachbarn, der mit Freunden lautstark Musik hörte, gestört und entschloss sich, diesen darauf aufmerksam zu machen. Da er wusste, dass er seinem Nachbarn körperlich unterlegen war und dieser auf die Beschwerde vermutlich abweisend und aggressiv reagieren würde, nahm er eine umgebaute Schreckschusspistole an sich und steckte sich diese unter seiner Kleidung verborgen in den Hosenbund. Er wollte die Waffe vorzeigen, falls sein Nachbar der Bitte um Ruhe nicht nachkommen würde.
Als der Angeklagte bei seinem Nachbarn klingelte, kam dieser bei geöffneter Wohnungstür in den Hausflur. Es kam zu einem Wortgefecht, bei dem der Nachbar sagte „Komm, wir gehen vor die Tür“. Da der Angeklagte befürchtete, dass es dort zu einer körperlichen Auseinandersetzung kommen werde, zog er nun sein T-Shirt hoch, um mit seiner Waffe zu drohen. Der Nachbar sah die Waffe im Hosenbund des Angeklagten, ließ sich aber nicht einschüchtern, sondern erklärte: „Pack die Waffe weg!“. Zugleich ging er auf den Angeklagten zu und fragte ihn, was er denn von ihm wolle, man könne das auch anders regeln. Als die Entfernung zwischen beiden höchstens noch zwei Meter betrug, gab der Angeklagte einen gezielten Schuss auf den Oberkörper des Nachbarn ab, der dessen Bauchraum traf. Der Angeklagte lief davon.
Das Landgericht Bochum verurteilte den Angeklagten aufgrund dieses Sachverhaltes unter anderem wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren. Eine Notwehrhandlung lehnte es mit der Begründung ab, der Angeklagte habe sich lediglich dahingehend eingelassen, dass er damit gerechnet habe, von dem Nachbarn und seinem Besuch angegriffen zu werden. Von einem tatsächlich unmittelbar bevorstehenden Angriff auf ihn sei der Angeklagte danach selbst nicht ausgegangen. Dieser Auffassung folgte der BGH jedoch nicht und hob das Urteil des Landgerichts auf. Denn zur Verneinung einer Notwehrlage fehlte es dem BGH an Feststellungen zur Gegenwärtigkeit des Angriffs.
Notwehr kann ausgeübt werden, wenn ein gegenwärtiger Angriff im Sinne des § 32 Abs. 2 StGB vorliegt. Nach ständiger Rechtsprechung ist auch ein Verhalten umfasst, das zwar noch kein Recht verletzt, aber unmittelbar in eine Verletzung umschlagen kann und deshalb ein Hinausschieben der Abwehrhandlung unter den gegebenen Umständen entweder deren Erfolg gefährden oder den Verteidiger zusätzlicher, nicht mehr hinnehmbarer Risiken aussetzen würde. Dabei komme es auf die objektive Sachlage an. Nicht die Befürchtungen des Angegriffenen, sondern die Absichten des Angreifers und die von ihm ausgehende Gefahr einer Rechtsgutsverletzung seien ausschlaggebend.
Ausführungen zu den Absichten des Nachbarn habe das Landgericht Bochum aber außer Betracht gelassen bzw. erst gar nicht festgestellt. Dabei spreche der Umstand, dass der Nachbar den Angeklagten aufforderte vor die Tür zu gehen, für einen bevorstehenden Übergriff auf den Angeklagten. Es sei deshalb nicht fernliegend, dass sofortige Abwehrhandlungen durch den Angeklagten erforderlich gewesen wären. Der Angeklagte darf also noch einmal durchatmen und nun darauf hoffen, dass die nächste Entscheidung zu seinen Gunsten ausfällt.
Allgemeiner Teil StGB Gefährliche Körperverletzung Notwehr / Nothilfe Urteil- und Entscheidungsbesprechung Verstoß gegen Betäubungsmittelgesetz (BtMG)
Crack Drogen Einschränkung Erforderlichkeit Gebotenheit Messer Näheverhältnis Notwehr Wohngemeinschaft
Das Notwehrrecht ist ein beliebtes Examensthema. Den Schwerpunkt der Prüfung bildet dabei oft die Gebotenheit der Verteidigungshandlung, die von der Rechtsprechung durch zahlreiche Fallgruppen eingeschränkt wird. Ob Absichtsprovokation, Näheverhältnis, Schuldunfähigkeit oder krasses Missverhältnis – liegt eine dieser Fallgruppen vor, so gilt in der Regel der Slogan „Schutzwehr statt Trutzwehr“. Was genau unter den Fallgruppen zu verstehen ist, wird von der Rechtsprechung stetig weiterentwickelt. So auch in dem Beschluss vom 12.04.2016 – 2 StR 523/15, in dem sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit der Fallgruppe des krassen Missverhältnisses zwischen Angriff und Verteidigungshandlung zu beschäftigen hatte.
In dem zu verhandelnden Fall hatte der Geschädigte den angeklagten Drogendealer, den er in der Drogenszene kennengelernt hatte, bei sich aufgenommen. Als der Geschädigte am Abend glaubte, das Klicken eines Feuerzeugs im Schlafzimmer gehört zu haben, wurde er wütend. Er ging davon aus, dass der Angeklagte dabei war, sich eine Portion „Crack“ zuzubereiten, ohne ihm etwas davon abzugeben. Er begab sich ins Schlafzimmer, packte den Angeklagten am Arm und begann, ihm mit der flachen Hand immer wieder auf die Brust zu schlagen und ihn zum Wohnungsausgang zu drängen. Bei dem Angeklagten, der ohnehin immer wieder unter ungeklärten Schmerzen in der Brust litt, lösten die Schläge erneut Brustschmerzen aus. Nachdem er den Geschädigten abzuwehren versucht hatte, nahm er sich ein Einhandklappmesser mit einer Klingenlänge von 7 cm und hielt es dem Geschädigten vor, um ihn vor weiteren Schlägen abzuhalten. Als dieser sich jedoch unbeeindruckt zeigte und weiter mit der flachen Hand auf die Brust des Angeklagten einschlug, stach er ihm mit dem Messer in den Arm, um den Angriff zu beenden. Der Geschädigte hörte dennoch nicht auf, sodass der Angeklagte schließlich ungezielt und wuchtig zweimal auf den Oberkörper des Angeklagten einstach und dann aus der Wohnung floh. Der Geschädigte konnte gerettet werden, weil der Angeklagte alsbald einen Notruf absetzte.
Das Landgericht Frankfurt am Main verurteilte den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Eine Rechtfertigung wegen Notwehr nach § 32 StGB lehnte es ab. Zwar habe der Angeklagte die Notwendigkeit eines abgestuften Einsatzes des lebensgefährlichen Verteidigungsmittels weitgehend eingehalten. Seine Verteidigungshandlung sei aber weder erforderlich, jedenfalls aber nicht geboten gewesen, weil ihm selbst nur leichte Körperverletzungen gedroht hätten, die er aufgrund einer sozialethisch gebotenen Einschränkung des Notwehrrechts im Hinblick auf die psychische Labilität des Geschädigten und ein persönliches Näheverhältnis aufgrund der Wohngemeinschaft hätte hinnehmen müssen. Der BGH sah dies anders und verwies die Sache (schon zum zweiten Mal) an das Landgericht zurück.
Erforderlichkeit der Verteidigungshandlung
Nach ständiger Rechtsprechung ist der Angegriffene grundsätzlich dazu berechtigt, das Abwehrmittel zu wählen, welches eine endgültige Beseitigung der Gefahr gewährleistet. Stehen mehrere wirksame Mittel zur Verfügung, so muss er auf das mildeste Mittel zurückgreifen, wenn ihm genügend Zeit zur Wahl des Mittels und zur Abschätzung der Lage verbleibt. Bei einem lebensgefährlichen Waffeneinsatz gegen einen unbewaffneten Angreifer fordert die Rechtsprechung eine Androhung des Gebrauchs der Waffe. Der BGH sah diese Voraussetzungen als erfüllt an und fügte hinzu, dass es dem Angeklagten mit Hinblick auf ein mögliches Fehlschlagrisiko oder Eigengefährdung nicht möglich gewesen sei, den Angriff mit körperlicher Gewalt ohne Einsatz des Messers zu beenden.
Gebotenheit der Verteidigungshandlung
Im Rahmen der Gebotenheit ist an die zahlreichen Fallgruppen der Rechtsprechung zu denken. Der BGH hat hier kurz eine Einschränkung wegen eines sozialen Näheverhältnis angesprochen und abgelehnt, weil eine Wohngemeinschaft nicht allgemein zu einer Beschränkung des Notwehrrechts führe. Vielmehr sei die Fallgruppe der besonderen persönlichen Beziehungen, die zu einer sozialethischen Einschränkung des Notwehrrechts führt, ist daher auf Fälle einer engen familiären Verbundenheit oder eheähnlichen Lebensgemeinschaft zu beschränken. Auch eine Einschränkung wegen einer vermeintlichen Schuldunfähigkeit des Geschädigten lehnte er ab.
Darüber hinaus hat sich der BGH damit befasst, ob hier nicht ein krasses Missverhältnis zwischen dem Angriff und der Verteidigungshandlung vorliegen könnte. Oft zitiert wird hier der Fall, in dem ein älterer Mann im Rollstuhl auf einen Jungen schießt, der gerade Kirschen aus dem Baum klaut. Ein solch unerträgliches Missverhältnis konnte der BGH in dem zu verhandelnden Fall aber nicht feststellen. Vielmehr ging er davon aus, dass die Schläge für den Angeklagten keinesfalls einen Bagatellangriff dargestellt haben, auch wenn er durch sie keine nachhaltigen Verletzungsfolgen in Form von später noch anhaltenden Schmerzen, Hämatomen oder Blutungen erlitten hat. Eine eindeutige Unverhältnismäßigkeit der Verteidigungshandlung sei somit nicht gegeben, sodass die Ablehnung der Notwehr durch das Landgericht nach Ansicht des BGH rechtsfehlerhaft war.
Der Begriff der Erforderlichkeit im Rahmen der Notwehr
Notwehr / Nothilfe Rechtfertigungsgründe Strafrechtsdefinitionen
Erforderlichkeit Notwehr Verteidigung
Rechtfertigungsgründe sind ein Must-have auf der Vorbereitungsliste zum Examen. Ganz oben auf dieser Liste steht dabei die Notwehr, die liebend gern und immer wieder abgeprüft wird. Nachdem wir an dieser Stelle schon den Begriff des Angriffs und den der Gegenwärtigkeit definiert haben, soll es heute um die Erforderlichkeit einer Verteidigungshandlung gehen.
Zur Erinnerung hier noch einmal der Wortlaut des § 32 StGB: „Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig. Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.“
Definition: Erforderlich ist eine Verteidigungshandlung, wenn sie zu einer sofortigen und endgültigen Abwehr des Angriffs führt und es sich bei ihr um das mildeste Abwehrmittel handelt, das dem Angegriffenen in der konkreten Situation zur Verfügung steht.
Die Beurteilung der Erforderlichkeit erfolgt aufgrund einer objektiven ex-ante-Betrachtung der Situation. Auf weniger gefährliche Verteidigungsmittel muss der Angegriffene dabei grundsätzlich nur zurückgreifen, wenn genügend Zeit zur Abschätzung der Lage bleibt und auch ein milderes Verteidigungsmittel den Angriff sicher abwenden kann. Bestehen hieran Zweifel, so gehen diese zu Lasten des Angreifers. Ist ein Angriff erforderlich, so kann er trotzdem unangemessen und damit nicht gerechtfertigt sein. Hier ist unter Umständen auf folgende Fallgruppen einzugehen: Bagatellangriffe, Angriff schuldlos Handelnder, krasses Missverhältnis, persönliche Nähebeziehung, Notwehrprovokation, Absichtsprovokation und Abwehrprovokation.
Neues vom Bundesgerichtshof – Notwehrexzess auch nach einer pflichtwidrigen Provokation der Notwehr anwendbar
Allgemeiner Teil StGB Entschuldigungsgründe Notwehr / Nothilfe Rechtfertigungsgründe Urteil- und Entscheidungsbesprechung
Notwehr Notwehrexzess Notwehrprovokation
Und schon wieder hat der Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil verfasst, das nur so nach Examen schreit. Gegenstände der Entscheidung: das eingeschränkte Notwehrrecht bei einer Notwehrprovokation und die Anwendbarkeit des Notwehrexzesses bei einer solchen Notwehrprovokation. Wer sich jetzt fragt, was nochmal unter diesen Begriffen zu verstehen ist und was das eine mit dem anderen zu tun hat, dem soll hier geholfen werden. Insbesondere weil die Rechtfertigung einer Tat wegen Notwehr nach § 32 StGB immer wieder Gegenstand von Examensklausuren ist, ist es sehr wichtig, die Fallgruppen genau zu kennen und sauber prüfen zu können. So wird die nächste Prüfung sicher ein Erfolg!
Die Frage einer Notwehrprovokation stellt sich bei der Prüfung, ob eine Tat eventuell wegen Notwehr nach § 32 StGB gerechtfertigt ist, immer im Rahmen der Erforderlichkeit der Verteidigungshandlung. Bejaht man also einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff auf ein geschütztes Rechtsgut, so muss man sich fragen, ob die Verteidigungshandlung erforderlich und somit nach § 32 StGB gerechtfertigt war.
Erforderlich ist eine Verteidigungshandlung, wenn sie zur sofortigen und endgültigen Abwehr des Angriffs führt und es sich bei ihr um das mildeste Mittel handelt, das dem Angegriffenen in der konkreten Situation zur Verfügung stand. Aufgrund des Fehlschlagrisikos muss der Angegriffene hier grundsätzlich nur dann auf weniger gefährliche Verteidigungsmittel zurückgreifen, wenn deren Abwehrwirkung unzweifelhaft ist und genügend Zeit zur Abschätzung der Lage bleibt. Der Angegriffene hat also weitreichende Verteidigungsbefugnisse, die allerdings unter bestimmten Umständen eingeschränkt werden müssen. Denn die Verteidigungshandlung muss nicht nur erforderlich, sondern auch angemessen sein.
Eine dieser Einschränkungen erfährt das Notwehrrecht durch die Fallgruppe der Notwehrprovokation. Eine solche liegt vor, wenn der Angriff durch ein pflichtwidriges Vorverhalten des Angegriffenen provoziert wurde. Dabei muss sich das Verhalten des Angreifers als eine adäquate und voraussehbare Folge des Verhaltens des Angegriffenen darstellen und es muss zwischen dem pflichtwidrigen Vorverhalten und dem rechtswidrigen Angriff ein enger zeitlicher und räumlicher Ursachenzusammenhang bestehen.
Liegt eine Notwehrprovokation vor, so darf der Angegriffene nicht bedenkenlos von seinem Notwehrrecht Gebrauch machen und sofort ein lebensgefährliches Mittel zur Beendigung des Angriffs einsetzen. Vielmehr gilt es, die Stufenfolge einzuhalten: Erst muss dem Angriff ausgewichen werden, dann dürfen Schutzmaßnahmen zur Verteidigung (Schutzwehr) ergriffen und erst danach darf zu einer weitreichenden Verteidigung (Trutzwehr) gegriffen werden.
Notwehrexzess, § 33 StGB
Hat der Angegriffene eine Verteidigungshandlung gewählt, die nicht erforderlich war, so ist die Tat im Ergebnis nicht gerechtfertigt. Im Rahmen der Schuldprüfung kommt dann allerdings noch der Entschuldigungsgrund des Notwehrexzesses nach § 33 StGB in Betracht.
Nach diesem handelt entschuldigt, wer die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken (sogenannten asthenischen Affekten) überschreitet. Hiermit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass es durch das Gefühl des Bedrohtseins zu einem psychischen Ausnahmezustand kommen kann, in dem der Angegriffene nicht mehr zu normgemäßen Handeln in der Lage ist.
Ganz entscheidend ist hier (und das ist der Clou der Entscheidung des BGH), dass auch derjenige, der eine Notwehrlage selbst provoziert hat, in den Genuss des § 33 StGB kommen kann. Dies stellt der BGH in seinem Urteil deutlich heraus. Denn der Entschuldigungsgrund des § 33 StGB entfällt nach Ansicht des BGH nicht schon, wenn der Täter den Angriff aus rechtlichen Gründen provoziert hat oder wenn er sich dem Angriff hätte entziehen können. Vielmehr sei für seine Anwendung grundsätzlich auch bei der schuldhaft mitverursachten Notwehrlage Raum. Deshalb muss auch bei einem eingeschränkten Notwehrrecht ganz sauber geprüft werden, ob die Voraussetzungen des § 33 StGB vorliegen.
Hier findet man das lesenswerte Urteil des BGH mit all seinen lehrbuchartigen Ausführungen.
Allgemeiner Teil StGB Besonderer Teil StGB fahrlässige Tötung Tatort
Erlaubnistatumstandsirrtum Irrtum Notwehr Schuld Tatort unterlassene Hilfeleistung Vorsatz
Der Begriff des befriedeten Besitztums im Rahmen eines Hausfriedensbruchs
Beste Unterhaltung (131)
Strafprozessrecht (136)
Urteil- und Entscheidungsbesprechung (171)
Egon (2 comments) bei Laserpointer-Angriff auf Polizeihubschrauber: Gefängnisstrafe ohne Bewährung
Sabine Weiss (2 comments) bei Eine im Zustand momentaner Erregung ausgesprochene Drohung wie „Ich schlag‘ Dich tot!“ genügt nicht unbedingt für die Verwirklichung des Bedrohungstatbestandes des § 241 Abs. 1 StGB
Volker Netzer (2 comments) bei Polizeigewalt

References: § 163
 § 153
in dubio

§ 32
 BGH 
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 § 241