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Timestamp: 2019-05-23 15:05:13+00:00

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Reihengeschäftrechner Deutschland / DE-AT-FR-PL U3 versendet
Ein polnischer Unternehmer U4 (=letzter Abnehmer) bestellt bei seinem französischen Lieferanten U3 (=2. Abnehmer) eine Maschine. Dieser wiederum bestellt die Maschine beim österreichischen Großhändler U2 (=1. Abnehmer). Da der Großhändler U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim deutschen Produzenten U1 (=erster Lieferer). Der französische Unternehmer U3 holt die Maschine vom Produzenten U1 in Deutschland ab und liefert diese direkt an den polnischen Unternehmer U4.
Gemäß 25b.1. Abs.2 UStAE liegt in diesem 4-gliedrigen Reihengeschäft ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft zwischen U2, U3 und U4 vor, da diese drei unmittelbar nacheinander liefernden Unternehmer am Ende der Lieferkette stehen. Aufgrund der Vereinfachungsregelung für Dreiecksgeschäfte (§ 25b UStG) ist für den mittleren Unternehmer des Dreiecksgeschäfts (in diesem Beispiel der französische Unternehmer U3) keine Registrierung im Bestimmungsland erforderlich.
Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG: Die Steuerschuld des französischen Unternehmers U3 (erster Abnehmer im Rahmen des Dreiecksgeschäfts) geht auf den polnischen Unternehmer U4 über (Reverse-Charge-Verfahren).
Diese Lieferung ist in Deutschland (U1) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 19 % deutscher Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen (deutschen) USt-IdNr. ausgestellt werden.
Aus der Sicht des 1. Abnehmers U2 (aus Österreich):
Der österreichische Unternehmer U2 muss sich im Land des 1. Unternehmers U1 (Deutschland) registrieren lassen und gegenüber U1 und U3 mit seiner deutschen USt-IdNr. auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der deutschen UVA, ZM und Intrastat einzutragen.
Die in der Eingangsrechnung enthaltene deutsche Umsatzsteuer kann als Vorsteuer geltend gemacht werden und ist in der UVA in Zeile 53/KZ 66 zu erfassen.
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (Innergemeinschaftliche Lieferung) gem. § 4 Zif.1 Lit.b UStG iVm. § 6a UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 138 der Richtlinie 2006/112/EC) und Angabe der eigenen deutschen USt-IdNr. sowie der (französischen) USt-IdNr. des französischen Unternehmers U3.
Erfassung als (innergemeinschaftliche) Lieferung an die (französische) USt-IdNr. des französischen Unternehmers U3.
Aus der Sicht des 2. Abnehmers U3 (aus Frankreich):
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer. Der innergemeinschaftliche Erwerb des ersten Abnehmers im Rahmen eines Dreiecksgeschäfts gilt als besteuert und ist somit aus deutscher Sicht in Frankreich nicht zu erfassen. Voraussetzung ist, dass der Unternehmer U3 nachweist, dass ein solches Dreiecksgeschäft vorliegt und er seiner Erklärungspflicht (durch Aufnahme der Ausgangsrechnung an U4 in die Zusammenfassende Meldung) nachgekommen ist.
D.h. obwohl der Unternehmer U2 eine Innergemeinschaftliche Lieferung meldet, hat der Unternehmer U3 keinen Innergemeinschaftlichen Erwerb zu melden.
Bei Dreiecksgeschäften hat der mittlere Unternehmer des Dreiecksgeschäfts (in diesem Beispiel der 2. Abnehmer U3) keine Meldepflicht.
Die Rechnung muss ohne Umsatzsteuer ausgestellt werden und folgende Hinweise enthalten: "Dreiecksgeschäft gem. § 25b UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 141 der Richtlinie 2006/112/EC) und "Übergang der Steuerschuld gem. § 25b Abs. 2 UStG" (oder alternativ mit Verweis auf Art. 197 der Richtlinie 2006/112/EC) (siehe auch § 25b.1. Abs. 6 UStAE). In der Rechnung muss neben der eigenen (französischen) USt-IdNr. die (polnische) USt-IdNr. des polnischen Unternehmers U4 angegeben werden.
Aufgrund der Vereinfachungsregelung des Dreiecksgeschäfts geht die Steuerschuld aus dieser Lieferung auf den polnischen Unternehmer U4 über. Aus deutscher Sicht muss der Wert der Ausgangsrechnung aber dennoch in der UVA erfasst werden.
Erfassung des Umsatzgeschäfts an die polnische USt-IdNr. des polnischen Unternehmers U4 und Kennzeichung als Dreiecksgeschäft.
Die Eingangsrechnung enthält keine Umsatzsteuer, jedoch den Hinweis auf das Vorliegen eines Dreiecksgeschäfts und den Übergang der Steuerschuld. Der polnische Unternehmer U4 hat daher die Steuer nach den polnischen Steuersätzen selbst zu berechnen und einerseits als Steuerbeträge nach § 25b Abs. 2 UStG und andererseits als Vorsteuern aus innergemeinschaftlichen Dreiecksgeschäften gem. § 25b Abs. 5 UStG in der UVA zu erfassen. Dieser Vorgang ist ein Nullsummenspiel und ergibt keine Zahllast.
Obige Detailbeschreibungen aus der Sicht der Unternehmer stellen nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in allen beteiligten Ländern die deutschen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur deutschen Gesetzeslage nicht berücksichtigt! Zu beachten ist insbesondere, dass in vielen Mitgliedsstaaten die Vereinfachungsregeln für Dreiecksgeschäfte nicht im Rahmen von 4-gliedrigen Reihengeschäften angewendet werden dürfen. Eine Überprüfung, ob sich eine derartige Regelung auch in den anderen am Reihengeschäft beteiligten Mitgliedsstaaten findet, sollte daher stets durchgeführt werden, bevor man entscheidet anhand welchen Rechts das Reihen- bzw. Dreiecksgeschäft beurteilt wird.

References: § 25
 § 4
 § 6
 Art. 138
 § 25
 Art. 141
 § 25
 Art. 197
 § 25
 § 25
 § 25