Source: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/PtJ/nip-ii-nachhaltige-mobilitaet.html
Timestamp: 2020-08-11 18:40:06+00:00

Document:
Förderdatenbank - Förderprogramme - Nationales
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Geschäftsbereich Energiesystem Nutzung (ESN)
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Fachbereich ESN5
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Bekanntmachung der Neufassung der Förderrichtlinie für Maßnahmen der Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase 2 (Schwerpunkt Nachhaltige Mobilität) als Teil des Regierungsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie 2016 bis 2026 – von der Marktvorbereitung zu wettbewerbsfähigen Produkten
Das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) wird seit 2007 als ressortübergreifendes Programm gemeinsam mit der Industrie und der Wissenschaft umgesetzt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat mit 500 Millionen Euro im Zeitraum von 2007 bis 2016 maßgeblich hierzu beigetragen. Die Zielstellung des NIP war bisher die Marktvorbereitung entsprechender Technologien. Das langfristig auf zehn Jahre angelegte Programm konnte somit dazu beitragen, dass auf der Basis stabiler Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten in Deutschland eine Industriebranche entstanden ist, die international wettbewerbsfähig ist. Insbesondere mit den Mitteln des BMVI konnte in den vergangenen Jahren die Lücke zwischen grundlegender Forschung und Entwicklung einerseits und dem Markt andererseits geschlossen werden. Mit der sich in den Anfängen befindenden Markteinführung von Brennstoffzellenprodukten sowie dem Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur für den Verkehr gilt es nun, das NIP neu auszurichten. Ziel ist dabei, die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts wettbewerbsfähig im Verkehrssektor und im Energiemarkt zu etablieren. Dies lässt sich nur mit einer weiterhin gemeinsamen Anstrengung aller Akteure erreichen. Im Fokus dieser Förderrichtlinie liegt folglich die anwendungsbezogene Marktaktivierung. Diese ist ebenso notwendig wie die Kontinuität bei Forschung und Entwicklung zur weiteren Kostenreduktion. Die Bundesregierung hat unter der Federführung des BMVI ein ressortübergreifendes Regierungsprogramm zur Fortsetzung des NIP bis zum Jahr 2026 erstellt, in dem die Förderaktivitäten der Bundesregierung sowie das gemeinsame Vorgehen verankert werden. Die im Rahmen dessen vom BMVI als erforderlich angesehenen Fördermaßnahmen sind in dem Dokument „Fortsetzung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) 2016 bis 2026, Maßnahmen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur als Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Mobilität” aufgeführt.
Nach dieser Förderrichtlinie können Investitionszuschüsse für innovative Produkte im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie gewährt werden, die zu den im genannten Programmdokument des BMVI aufgeführten Maßnahmen und Zielen im Bereich Marktaktivierung beitragen.
Im Interesse der Zielsetzungen des Förderprogramms werden aktuelle Förderschwerpunkte, die zugrunde liegenden technischen Anforderungen und die Förderbeträge regelmäßig überprüft und ergänzend zu dieser Förderrichtlinie in separaten Aufrufen zur Antragseinreichung veröffentlicht.
Die Maßnahmen des BMVI im Rahmen der Fortsetzung des NIP zielen darauf ab, Mobilität mit Wasserstoff- und Brennstoffzellen in den nächsten zehn Jahren wettbewerbsfähig im Markt zu etablieren. Dies umfasst fahrzeugseitige Technologien und Systeme ebenso wie die jeweils notwendige Kraftstoffinfrastruktur, die auch einen Beitrag zum Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung leisten können.
Laut Klimaschutzplan sollen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2030 um mindestens 40% gegenüber dem Jahr 1990 gesenkt werden. Beispielsweise können Brennstoffzellenzüge mit über 3,4 kg CO2-Äquivalent pro km und Brennstoffzellenbusse mit über 1,1 kg CO2-Äquivalent pro km hierzu beitragen. Komplementär zu den Programmen der Elektromobilität mit Batterie sowie weiteren Maßnahmen zur Umsetzung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) verfolgt das BMVI somit einen technologieoffenen Ansatz.
Ziel der Förderung ist die Marktaktivierung (als Vorstufe des Markthochlaufs) für Produkte die zwar die technische Marktreife erzielt haben jedoch am Markt noch nicht wettbewerbsfähig sind. Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit liegt zum einen an den noch zu hohen Produktionskosten, zum anderen an der für viele Produkte noch mangelnden Infrastruktur zur Treibstoffversorgung und Wartung. Im Fokus der Förderung steht deshalb nicht der einzelne Privatkunde sondern die gewerbliche Anwendung mit entsprechenden Stückzahlen. Insbesondere bei PKW mit Brennstoffzellenantrieb kommt grundsätzlich nur die Förderung von Flotten von mindestens drei Fahrzeugen in Frage.
Der internationale Sicherheitsrahmen für Seeschiffe deckt nicht alle Besonderheiten die mit der Nutzung von Brennstoffzellen verbunden sind, ab. Das BMVI wird die Projekte auch in dieser Hinsicht begleiten.
Die im Rahmen dieser Förderrichtlinie geplante Förderung ist Bestandteil des ressortübergreifenden Regierungsprogramms zur Fortsetzung des NIP bis zum Jahr 2026 und ergänzt die Fördermaßnahmen im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation.
Der Bund gewährt die Zuwendungen nach Maßgabe dieser Förderrichtlinie, der §§ 23 und 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) und der dazu erlassenen Allgemeinen Verwaltungsvorschriften, der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der EU-Kommission vom 17. Juni 2014 (AGVO), insbesondere die Artikel 36, 40 und 56 AGVO, sowie der Verordnung (EU) Nr. 1407/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen.
Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Aus gewährten Zuwendungen kann nicht auf eine künftige Förderung im bisherigen Umfang geschlossen werden. Die Bewilligungsbehörde entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
Das BMVI fördert im Rahmen dieser Förderrichtlinie unter den in Nummer 4 genannten sowie gegebenenfalls weiterer im Aufruf zur Antragseinreichung definierter Voraussetzungen folgende Investitionen gemäß der zugrunde liegenden Artikel der AGVO mit einem einmaligen Zuschuss.
2.1 Investitionszuschüsse für:
2.1.1 Fahrzeuge (Straße, Schiene und Wasser) und Flugzeuge, die mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattet sind, und gegebenenfalls die für deren Betrieb notwendige Betankungs- und Wartungsinfrastruktur.
2.1.2 Sonderfahrzeuge in der Logistik, die mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattet sind, und die für deren Betrieb notwendige Betankungsinfrastruktur,
2.1.3 Elektrolyseanlagen zur vor Ort Erzeugung von Wasserstoff
2.1.4 brennstoffzellenbasierte autarke Stromversorgung für kritische oder netzferne Infrastrukturen.
2.2 Investitionszuschüsse für hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung
Brennstoffzellenbasierte Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen), sofern sie zur Bordenergieversorgung auf Schiffen, Fahrzeugen und Flugzeugen verwendet werden.
2.3 Investitionszuschüsse für öffentliche Wasserstoffbetankungsinfrastruktur
Diskriminierungsfrei zugängliche Betankungsinfrastruktur zur Abgabe von Wasserstoff, die nicht im Zusammenhang mit nach dieser Förderrichtlinie geförderter Fahrzeugbeschaffung errichtet werden soll.
Antragsberechtigt sind juristische Personen des öffentlichen und des Privatrechts sowie natürliche Personen soweit sie wirtschaftlich tätig sind.
Die Antragsteller müssen zum Zeitpunkt der Auszahlung der Beihilfe eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland haben.
Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) werden zur Antragstellung ermutigt. Eine Definition der KMU ist der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der EU-Kommission vom 17. Juni 2014 als Anhang I beigefügt.
Antragstellern, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren beantragt oder eröffnet worden ist, wird keine Förderung gewährt. Dasselbe gilt für den Antragsteller, der zur Abgabe einer Vermögensauskunft nach § 802c der Zivilprozessordnung (ZPO) oder § 284 der Abgabenordnung (AO) verpflichtet ist oder bei dem diese abgenommen wurde. Ist der Antragsteller eine durch einen gesetzlichen Vertreter vertretene juristische Person, gilt dies, sofern den gesetzlichen Vertreter aufgrund seiner Verpflichtung als gesetzlicher Vertreter der juristischen Person die entsprechenden Verpflichtungen aus § 802c ZPO oder § 284 AO treffen.
Einem Unternehmen, das einer Rückforderungsanordnung aufgrund eines früheren Beschlusses der Kommission zur Feststellung der Unzulässigkeit einer Beihilfe und ihrer Unvereinbarkeit mit dem Binnenmarkt nicht nachgekommen ist, dürfen keine Einzelbeihilfen gewährt werden, vgl. Artikel 1 Absatz 4 Buchstabe a AGVO. Darüber hinaus kann einem Unternehmen in Schwierigkeiten, vgl. Artikel 1 Absatz 4 Buchstabe c in Verbindung mit Artikel 2 Absatz 18 AGVO, keine Beihilfe gewährt werden.
Der Zuwendungsempfänger ist verpflichtet, projektbezogene Informationen für die Koordinierung übergeordneter Programmthemen sowie zur Begleitforschung durch die NOW GmbH zu liefern, sich aktiv an der Begleitforschung zu beteiligen und auf sonstige Weise zu dieser beizutragen.
Der Zuwendungsempfänger ist ferner verpflichtet, an der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des BMVI und der NOW GmbH für das NIP mitzuwirken und dem BMVI und der NOW GmbH entsprechend zuzuarbeiten.
Soweit eine De-minimis-Beihilfe beantragt wird, sind die Antragsteller verpflichtet, eine Erklärung über die in den drei letzten Steuerjahren erhaltenen De-minimis-Beihilfen abzugeben. Ein entsprechender Vordruck kann bei dem mit der Umsetzung der Richtlinie beauftragten Projektträger angefordert werden.
Die Vorhaben dürfen vor Erlass des Zuwendungsbescheids noch nicht begonnen worden sein. Als Vorhabenbeginn ist grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- und Leistungsvertrags zu werten.
4.1 Bei Investitionszuschüssen nach Nummer 2.1
Voraussetzung für eine Förderung ist, dass der Betrieb der geförderten innovativen Technologie gegenüber dem Betrieb konventioneller Technologie einen nachweisbaren Umweltnutzen darstellt. Es gelten insbesondere die Anforderungen nach Artikel 36 AGVO.
Elektrolyseanlagen müssen mit erneuerbarem Strom betrieben werden.
4.2 Bei Investitionszuschüssen für hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung nach Nummer 2.2
Brennstoffzellenbasierte Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) können unter den Voraussetzungen des Artikels 40 der AGVO gefördert werden. Darüber hinaus müssen die hocheffizienten KWK-Anlagen im Vergleich zur getrennten Erzeugung Primärenergieeinsparungen erbringen und der Definition für hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung nach der Richtlinie 2012/27/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2012 zur Energieeffizienz entsprechen.
4.3 Bei Investitionszuschüssen für öffentliche Wasserstoffbetankungsinfrastruktur nach Nummer 2.3
Öffentlich zugängliche Wasserstoffbetankungsanlagen können als sog. lokale Infrastruktur unter den Voraussetzungen des Artikels 56 AGVO gefördert werden. Insbesondere muss gewährleistet sein, dass die Infrastruktur interessierten Nutzern zu offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Bedingungen zur Verfügung steht. Der für die Nutzung oder den Verkauf der Infrastruktur in Rechnung gestellte Preis muss dem Marktpreis entsprechen.
Die Zuwendung wird im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbarer Zuschuss grundsätzlich in Form einer Teilfinanzierung gewährt und bei der Bewilligung auf einen Höchstbetrag begrenzt.
Soweit die Gewährung einer Zuwendung europäisches Beihilferecht berührt und nicht die Voraussetzungen einer De-minimis-Beihilfe erfüllt sind, richtet sich die Höhe der Zuwendung nach Artikel 36, Artikel 40 oder Artikel 56 AGVO.
Eine Kumulierung der Förderung mit folgenden KfW-Förderprogrammen ist deshalb ausgeschlossen:
Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle – Nr. 433
Energieeffizienzprogramm – Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nr. 276/277/278
IKK – Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nr. 217/218
IKU – Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nr. 220/219
Eine Kumulierung der Förderung von Fahrzeugen mit dem Umweltbonus für Elektrofahrzeuge (Richtlinie des BMWi zur Förderung des Absatzes von elektrisch betriebenen Fahrzeugen vom 29. Juni 2016) ist ebenfalls ausgeschlossen.
Die für die Förderphase für alle Zuwendungsempfänger geltenden Förderbeträge werden in den Aufrufen zur Antragseinreichung mit ergänzenden Hinweisen zur Förderrichtlinie festgelegt.
5.1 Bei Investitionszuschüssen nach Nummer 2.1
Bemessungsgrundlage für Zuwendungen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben. Dies sind diejenigen Mehrausgaben, die durch den Einsatz der geförderten innovativen Technologie gegenüber dem Einsatz konventioneller Technologie bedingt sind.
Gemäß Artikel 36 AGVO können die Investitionsmehrkosten mit bis zu 40% bezuschusst werden. KMU können im Einzelfall höhere Beihilfeintensitäten gewährt werden.
Bei PKW mit Brennstoffzellenantrieb (nach Nummer 2.1.1) erfolgt die Förderung ab einer näher im Aufruf zur Antragseinreichung festgelegten Mindeststückzahl.
5.2 Bei Investitionszuschüssen für hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung nach Nummer 2.2
Gemäß Artikel 40 AGVO können die Investitionsmehrkosten mit bis zu 45% bezuschusst werden. KMU können im Einzelfall höhere Beihilfeintensitäten gewährt werden.
5.3 Bei Investitionszuschüssen für öffentliche Wasserstoffbetankungsinfrastruktur nach Nummer 2.3
Gemäß Artikel 56 AGVO darf der Investitionszuschuss nicht höher sein als die Differenz zwischen den beihilfefähigen Kosten und dem Betriebsgewinn der Investition. Diese Angaben sind als Obergrenze zu verstehen. Die Förderquoten für die einzelnen geförderten Gegenstände der Investition werden in den jeweiligen Aufrufen zur Antragseinreichung festgelegt.
Die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (AN Best-P) bzw. die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an Gebietskörperschaften und Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften (AN Best-GK) werden zum Bestandteil der Zuwendungsbescheide. Einnahmen, die sich aus der Nutzung der mittels Investitionszuschüssen geförderten Fahrzeuge oder Anlagen ergeben, werden grundsätzlich nicht zuwendungsmindernd verrechnet. Die Regelungen aus den Nummern 1.2 bzw. 2.1 der AN Best-P bzw. der AN Best-GK bezüglich Einnahmen finden in diesem Fall keine Anwendung. Aufgrund EU-beihilferechtlicher Vorgaben bleibt eine Regelung der Einnahmenberücksichtigung jedoch dem Aufruf zur Antragseinreichung vorbehalten.
Abweichend von Nummer 1.4 AN Best-P bzw. Nummer 1.3 AN Best-Gk wird die Zuwendung wie folgt ausgezahlt:
bei Vorhaben mit einer Zuwendung unter 50.000 Euro nach Vorlage aller zum Verwendungsnachweis notwendigen Unterlagen und deren Prüfung durch die Bewilligungsbehörde;
bei Vorhaben mit einer Zuwendung ab 50.000 Euro nachschüssig nach Vorlage und Prüfung eines Ausgabennachweises für das vorangegangene Kalendervierteljahr und den zahlungsbegründenden Belegen.
Bei der im Rahmen dieser Förderrichtlinie gewährten Zuwendung kann es sich um eine Subvention im Sinne von § 264 des Strafgesetzbuches (StGB) handeln. Einige der im Antragsverfahren sowie im laufenden Projekt zu machenden Angaben sind deshalb subventionserheblich im Sinne von § 264 StGB in Verbindung mit § 2 des Subventionsgesetzes. In diesem Fall wird der Antragsteller vor der Bewilligung der Zuwendung über die subventionserheblichen Tatsachen in Kenntnis gesetzt und gibt hierüber eine zwingend erforderliche schriftliche Bestätigung der Kenntnisnahme ab.
Aufgrund europarechtlicher Vorgaben wird jede Einzelbeihilfe über 500.000 Euro veröffentlicht werden, vgl. Artikel 9 AGVO.
7 Verfahren bei der Projektförderung
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMVI derzeit folgenden Projektträger (PT) beauftragt:
Dr. Sophie Haebel
Telefon: 0 30/2 01 99-5 32
Richtlinien, Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen können unter der Internetadresse:
http://www.foerderportal.bund.de/ im Formularschrank des BMWi abgerufen oder unmittelbar beim oben angegebenen Projektträger angefordert werden.
Die Antragsteller werden im Rahmen von separaten Aufrufen zur Einreichung von Förderanträgen zum jeweiligen Stichtag aufgefordert. Mit dem Aufruf werden ergänzende Hinweise zu dieser Förderrichtlinie und die inhaltlichen Anforderungen an die Anträge veröffentlicht.
Zur Antragstellung ist das elektronische Antragssystem „easy-online” zu nutzen. (https://foerderportal.bund.de/easyonline).
Die eingegangenen Projektanträge werden nach den in den jeweiligen Aufrufen zur Antragseinreichung definierten Kriterien bewertet.
Diese Förderrichtlinie ersetzt die Bekanntmachung der Förderrichtlinie für Maßnahmen der Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase II (Schwerpunkt Nachhaltige Mobilität) als Teil des Regierungsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie 2016 bis 2026 – von der Marktvorbereitung zu wettbewerbsfähigen Produkten vom 17. Februar 2017 (BAnz AT 01.03.2017 B3). Diese Förderrichtlinie tritt am Tag ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2019.
Aufruf zur Antragseinreichung zur Förderung von Flurförderzeug-Flotten mit Brennstoffzellenantrieb (04/2019)
gemäß der Förderrichtlinie für „Maßnahmen der Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase 2 (Schwerpunkt Nachhaltige Mobilität)” des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vom 18. Oktober 2017
Mit der Förderrichtlinie „Maßnahmen der Marktaktivierung im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie Phase II (Schwerpunkt Nachhaltige Mobilität)” vom 18. Oktober 2017 unterstützt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Marktaktivierung für Produkte, die die technische Marktreife erzielt haben, am Markt jedoch noch nicht wettbewerbsfähig sind, als Vorstufe des Markthochlaufs.
Im Fokus des aktuellen Aufrufs steht die Förderung von Flurförderzeug-Flotten mit Brennstoffzellenantrieb und der zu deren Versorgung ggf. notwendigen Betankungsinfrastruktur nach Abschnitt 2.1.2 der vorgenannten Förderrichtlinie.
Anträge zur Förderung der Flurförderzeug-Flotten und Betankungsinfrastruktur im Rahmen dieses Förderaufrufs sind bis zum 31. Juli 2019 einzureichen.
3. Ergänzende Hinweise zur Förderung
Im Rahmen dieses Förderaufrufs sind Flurförderzeug-Flotten mit Brennstoffzellenantrieb sowie optional die für den Betrieb der beantragten Flurförderzeuge notwendige Betankungsinfrastruktur förderfähig.
Das Fördervolumen dieses Aufrufes wird auf eine Gesamtsumme von 4,2 Mio Euro beschränkt. Der Fördermittelgeber wird die Anträge priorisieren und eine Bewilligung der Anträge bis zur Ausschöpfung der Mittel vornehmen. Die Priorisierung erfolgt anhand der Höhe der zu erwartenden CO2-Einsparung durch das umgesetzte Vorhaben.
Eine Förderung von durch Leasing beschaffter Flurförderzeuge ist ausgeschlossen. Fahrzeuge und Betankungsinfrastruktur müssen innerhalb des Bewilligungszeitraums von zwei Jahren angeschafft werden. Die Zweckbindung der Förderung wird bei Bewilligung auf die Dauer von fünf Jahren festgelegt. Bei Verkauf der geförderten Investitionsgüter muss der Zuwendungsempfänger gewährleisten, dass alle Pflichten an den Käufer übergehen. Abweichungen hiervon bedürfen der Zustimmung des Fördermittelgebers.
Flurförderzeug-Flotten werden ab einem Mindestbedarf von 3 kg Wasserstoff pro Betriebsstunde (Bh) oder ab einer Mindestanzahl von 10 Fahrzeugen gefördert.
Als Bestandteil der Betankungsinfrastruktur (HRS) ist auch ein Elektrolyseur zur on-site Erzeugung von Wasserstoff förderfähig, sofern dieser entsprechend Abschnitt 4.1 der Förderrichtlinie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird. Die Betankungsinfrastruktur kann ausschließlich im Zusammenhang mit der Beschaffung von Flurförderzeugen (FFZ) im Rahmen dieses Förderaufrufs gefördert werden. Die Förderhöhe der Infrastruktur richtet sich nach dem Bedarf an Wasserstoff, der für die beantragte Flotte benötigt wird:
mind. 3 kg/Bh pro Flotte – Gesamt-Investitionskosten der HRS max. 0,5 Mio. Euro
ab 6 kg/Bh pro Flotte – Gesamt-Investitionskosten der HRS max. 1 Mio. Euro
ab 9 kg/Bh pro Flotte – Gesamt-Investitionskosten der HRS max. 2 Mio. Euro
Die Betankungsinfrastruktur darf ausschließlich betriebsintern durch die Antragsteller genutzt werden.
3.1 Förderfähige Ausgaben
Die Zuwendung erfolgt als Investitionszuschuss. Maßgeblich für die Ermittlung der jeweiligen Fördersumme sind die erforderlichen Investitionsmehrausgaben zur Verbesserung des Umwelt-schutzes durch das Fördervorhaben.
Hierfür sind bei den Flurförderzeugen (FFZ) die konkreten Differenzkosten zwischen den Brennstoffzellen-FFZ und den herkömmlich genutzten FFZ darzulegen. Dies in der Weise, dass jeweils Angebote für das zu beschaffende Brennstoffzellen-FFZ und eines von Art und Ausstattungsmerkmalen vergleichbaren Referenz-FFZ mit konventionellem Antrieb einzuholen und vorzulegen sind. Bei der Abrechnung der Investitionsmehrausgaben wird geprüft, ob der tatsächliche Kaufpreis der Flurförderzeuge hinter dem Wert aus der Antragsphase zurückbleibt. In diesem Fall werden die tatsächlich entstandenen Investitionsmehrausgaben durch die Bewilligungsbehörde ermittelt. Dies erübrigt sich, sofern die in der Antragsphase angesetzten Ausgaben erreicht oder überschritten werden.
Bei der beantragten Betankungsinfrastruktur sind die gesamten Ausgaben, die mit der Errichtung der Tankstelle verbunden sind und vom Antragsteller steuerrechtlich aktiviert werden, förderfähig. Die Ausgaben für die Installation der HRS sind, sofern sie als Position im Angebot enthalten sind und aktiviert werden, ebenfalls förderfähig. Die Ausgaben für die Planung und den Betrieb der Tankstelle sowie für Wartungsinfrastruktur sind nicht förderfähig. Wird ein Elektrolyseur als Bestandteil der Betankungsinfrastruktur zur on-site Erzeugung von Wasserstoff genutzt, können die Investitionsmehrausgaben gegenüber einer Referenztechnologie gefördert werden. Die Kosten für die Referenztechnologie werden mit 280 Euro pro kWel angesetzt.
3.2 Förderquote
Die Fördersumme erfolgt als Anteilsfinanzierung auf Basis der entsprechend Abschnitt 3.1 ermittelten Investitionsmehrausgaben. Die Förderquoten richten sich nach der nach Artikel 36 AGVO zulässigen Beihilfeintensität. Demnach sind Förderquoten von bis zu 40% der Investitionsmehrausgaben zulässig. Bei Beihilfen für mittlere Unternehmen kann die Intensität um 10 Prozentpunkte, bei Beihilfen für kleine Unternehmen um 20 Prozentpunkte erhöht werden (siehe hierzu Anhang I AGVO), sofern das Vorhaben andernfalls nicht durchgeführt werden kann.
3.3 Kumulierung mit anderweitiger Förderung
Die EU-Bestimmungen zur Kumulierung mit Unionsmitteln sind u.a. in Art. 8 Abs. 2 der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 der Kommission vom 17. Juni 2014 (AGVO) geregelt.
Eine Kumulierung der nationalen Förderung im Rahmen dieses Förderaufrufs mit einer europäischen Förderung ist demnach möglich, sofern die durch die EU in ihrem Förderaufruf definierte maximale Förderquote nicht überschritten wird.
Eine Kumulierung nationaler Fördermittel ist nur gemäß Art. 8 Abs. 3a AGVO möglich.
anderen staatlichen Beihilfen für dieselben, sich teilweise oder vollständig überschneidenden beihilfefähigen Kosten, jedoch nur, wenn durch diese Kumulierung die höchste nach dieser Verordnung für diese Beihilfen geltende Beihilfeintensität beziehungsweise der höchste nach dieser Verordnung für diese Beihilfen geltende Beihilfebetrag nicht überschritten wird.
Bei Antragstellung ist über beantragte oder bereits gewährte ergänzende Förderung Auskunft zu geben.
3.4 Weitere Anforderungen
Die Beschaffung der FFZ geht einher mit der Forderung, dass über den Zweckbindungszeitraum von fünf Jahren der Betrieb mit mindestens 50% grün zertifiziertem Wasserstoff gewährleistet ist.
Zur Berechnung der CO2-Einsparung und der förderfähigen Mehrausgaben ist die im easy Online Portal hinterlegte Excel-Datei zu verwenden.
Die Projektergebnisse sind auf Anfrage des Fördermittelgebers im Rahmen des Innovationsclusters Clean Intralogistics Net (CIN) dem Fachpublikum zu präsentieren. Hierzu wird von Seiten des CIN zu entsprechenden Veranstaltungen eingeladen.
4. Anforderungen an die Anträge
Anträge sind über das easyonline Portal einzureichen (https://foerderportal.bund.de/easyonline). Bei Erstellung der Anträge sind die im Formular hinterlegten Ausfüllhinweise zu beachten. Die für die Antragstellung notwendigen Dokumente sind dort ebenfalls verlinkt.
Die Antragsunterlagen sind im easyonline Portal unter folgenden Einstellungen zu finden:
Fördermaßnahme: Nationales Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie – Phase II
Förderbereich: Marktaktivierung – Grüne Intralogistik
Folgende Dokumente müssen über das System eingereicht bzw. hochgeladen werden:
Eine Vorhabenbeschreibung
Der ausgefüllte Antrag auf Zuwendung auf Ausgabenbasis (AZA)
Preisangebote für das/die betreffende/n Brennstoffzellen-Flurförderzeug/e sowie für das/die vergleichbare/n Referenz-Flurförderzeug/e
Kostenvoranschläge für die beantragte Betankungsinfrastruktur inklusive für den zur on-site Erzeugung von Wasserstoff eingesetzten Elektrolyseur
Ggf. Nachweis über die Nutzung von 100% Strom aus erneuerbaren Energien zum Betrieb eines Elektrolyseurs
Angabe der Bezugsquelle des zu mindestens 50% grün zertifizierten Wasserstoffs
Die ausgefüllte Excel-Tabelle über die CO2-Emissionshöhe und die Differenzkosten (wird im easy Online Portal bereitgestellt)
Für den Fall einer ergänzenden Förderung entsprechende Anträge bzw. Bescheide
Die Vorhabenbeschreibung muss folgende Punkte adressieren und sollte dabei einen Umfang von fünf Seiten nicht überschreiten:
Ziele des Beschaffungsvorhabens
Beitrag des Vorhabens zum Umweltschutz (Vergleich mit Referenztechnologie):
Darstellung zur Nutzung erneuerbarer Energien,
geplanter Einsatzkontext und -zweck von Fahrzeugen und Betankungsinfrastruktur,
erwartete durchschnittliche Betriebsstundenanzahl der Flurförderzeug-Flotte pro Jahr
Einordnung der beantragten Flurförderzeuge mit Brennstoffzellenantrieb in die Gesamtflotte und Pläne zum perspektivischen Flurförderzeug-Flottenausbau im Sinne grüner Intralogistik.
Darstellung der bisherigen Gesamtflotte
5. Anforderung an das Berichtswesen während der Projektlaufzeit
Während der Projektlaufzeit muss innerhalb von vier Monaten nach Ablauf des Haushaltsjahres über die in diesem Jahr erhaltenen Beträge ein zahlenmäßiger Nachweis mit Sachbericht beim Projektträger eingereicht werden. Der Sachbericht soll folgende Punkte beinhalten:
Anzahl der beschafften Flurförderzeuge
Typ und Hersteller der Flurförderzeuge
Einsatzbereich der Flurförderzeuge
Wasserstoffverbrauch
Ein Schlussbericht muss nach dem Projektende angefertigt werden. Die Bezugsquelle des grün zertifizierten Wasserstoffs muss mit diesem Schlussbericht nachgewiesen werden.
Ansprechpartner beim Projektträger Jülich für Fragen zur genannten Förderrichtlinie und dem
vorliegenden Förderaufruf ist Frau Dr. Anne-Kathrin Gerlitzke, Tel. 030/20199 3393. E-Mail-Anfragen können an folgende Adresse gesendet werden: ptj-esn5-nip@fz-juelich.de

References: § 802
 § 284
 § 802
 § 284
 § 264
 § 264
 § 2
 Art. 8
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