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Timestamp: 2018-04-23 04:02:07+00:00

Document:
TRGS 505: Blei, Titel
(GMBl Nr. 12 vom 8. März 2007, S. 254)
TRGS 505: Blei, Inhalt
2 Verwendungsverbote
5 Handlungskonzept zum Schutz der Beschäftigten
7 Beschäftigungsbeschränkungen
8 Sonstige Unterrichtungspflichten
Anlage 1: Muster-Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit bleihaltigen Gefahrstoffen nach § 7 Gefahrstoffverordnung
Anlage 2: Spezifische Schutzmaßnahmen bei den in Nummer 3 dieser TRGS genannten relevanten Tätigkeiten mit bleihaltigen Gefahrstoffen
Anlage 3: Muster-Betriebsanweisung gemäß § 14 GefStoffV
TRGS 505: Blei, 1 Anwendungsbereich
(1) Die TRGS 505 richtet sich an den Arbeitgeber und enthält besondere Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit Blei und anorganischen Bleiverbindungen sowie bleihaltigen Zubereitungen (nachfolgend als bleihaltige Gefahrstoffe bezeichnet).
(2) Die TRGS 505 gilt nicht für Bleialkyle und deren Zubereitungen, sowie die anderen im Anhang I der Richtlinie 67/548/EWG namentlich bezeichneten organischen Bleiverbindungen.
(3) Hinsichtlich des Anwendungsbereichs der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie allgemein geltender Begriffsbestimmungen wird auf die §§ 1 und 3 der GefStoffV hingewiesen.
(4) Bei Einhaltung der in dieser TRGS enthaltenen Regeln ist davon auszugehen, dass die in der GefStoffV gestellten Anforderungen für die Tätigkeit mit bleihaltigen Gefahrstoffen erfüllt sind (§ 8 Abs. 1 GefStoffV ).
TRGS 505: Blei, 2 Verwendungsverbote
(1) Die Verwendungsverbote von Bleikarbonaten und Bleisulfaten in Farben sind in § 18 in Verbindung mit Anhang IV Nr. 6 GefStoffV geregelt.
(2) Verwendungseinschränkungen für Blei bestehen durch die Umsetzung von EG-Richtlinien bei Verpackungen, Trinkwasserinstallationen, Autos und Elektro- und Elektronikgeräten.
(3) Bleihaltige Gefahrstoffe dürfen nicht zur Verwendung in Heimarbeit überlassen werden (§ 18 Abs. 2 GefStoffV).
TRGS 505: Blei, 5 Handlungskonzept zum Schutz der Beschäftigten
(1) Für bleihaltige Gefahrstoffe wurde bislang kein Arbeitsplatzgrenzwert nach § 3 Abs. 6 GefStoffV festgelegt. Zum Schutz der Beschäftigten ist daher nachstehendes Handlungskonzept zur Prävention heranzuziehen. Dieses Handlungskonzept wird unter Berücksichtigung der individuellen Blutbleispiegel seit Jahren zur Reduktion der Bleibelastung erfolgreich eingesetzt und hat sich in der Praxis bewährt. Das Handlungskonzept setzt voraus, dass bereits alle nach GefStoffV erforderlichen technischen und organisatorischen Maßnahmen ergriffen worden sind und der Betriebsarzt nach seiner medizinischen Beurteilung den Arbeitgeber über die zu treffenden Maßnahmen informiert (§ 15 Abs. 1 Nr. 4 GefStoffV). Hierbei ist zu beachten, dass die Weitergabe individueller Untersuchungsbefunde ohne Zustimmung der Untersuchten nicht zulässig ist.
(2) Das Handlungskonzept hat folgenden Ablauf:
Bei Überschreitung eines qualitätsgesicherten** Blutbleispiegels von 300 µg/l bei männlichen Beschäftigten und 100 µg/l bei weiblichen Beschäftigten sind folgende Maßnahmen zu veranlassen:
zusätzliche Schulung zur persönlichen Hygiene
zusätzliche Schulung zum persönlichen Verhalten.
Bei Überschreitung eines qualitätsgesicherten** Blutbleispiegels von 350 µg/l bei männlichen Beschäftigten und 200 µg/l bei weiblichen Beschäftigten sind folgende Maßnahmen zu veranlassen:
zusätzliche Schulung zum persönlichen Verhalten
Beurteilung des Arbeitsplatzes und Überprüfung der Umsetzung der erforderlichen technischen und/oder organisatorischen Maßnahmen
verkürzte Nachuntersuchungsfristen.
Bei Überschreitung eines qualitätsgesicherten** Blutbleispiegels von 400 µg/l bei männlichen Beschäftigten und 300 µg/l bei weiblichen Beschäftigten sind folgende Maßnahmen zu veranlassen:
Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes bzw. der Belastung infolge des Tätigkeitsprofils
Analyse, ob zeitweise besondere Belastungen aufgetreten sind
ausführliche individuelle arbeitsmedizinische Beratung
kurzfristige Wiederholungsmessung zur Absicherung des erhöht gefundenen Blutbleispiegels
Beschäftigungsbeschränkungen bis hin zu einem Arbeitsplatzwechsel bei dem keine Belastung durch bleihaltige Gefahrstoffe besteht oder diese deutlich verringert ist.
** Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass für die Blutbleianalytik bestimmte Qualitätskriterien erforderlich sind, z. B. dass für den zu erwartenden Konzentrationsbereich von 100-700 µg/l die Robustheit des Verfahrens eine relative Standardabweichung von Tag zu Tag nicht mehr als 6 % betragen soll (s. auch Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 2 "Blei oder seine anorganischen Verbindungen").
TRGS 505: Blei, 7 Beschäftigungsbeschränkungen
Für besondere Personengruppen sind Beschäftigungsbeschränkungen bei Tätigkeiten mit bleihaltigen Gefahrstoffen zu beachten. Insbesondere gilt dies für
Jugendliche (siehe Jugendarbeitsschutzgesetz) und
werdende oder stillende Mütter (s. Mutterschutzgesetz und Mutterschutzrichtlinienverordnung).
TRGS 505: Blei, 8 Sonstige Unterrichtungspflichten
Sonstige Unterrichtungspflichten des Arbeitgebers und des Betriebsarztes sind in §§ 15, 16, 17 und 19 GefStoffV geregelt.
TRGS 505: Blei, 9 Literatur
[1] Gefahrstoffverordnung
[2] Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 190 : Hinweise für die Auswahl, die Benutzung und die Lagerung von Atemschutzgeräten
[3] 2. Programm des Fachverbandes Batterien zur Reduzierung der Mitarbeiterbelastung bei der Herstellung von Bleiakkumulatoren in Deutschland (November 2002)
[4] Leitfaden des Fachverbandes Batterien zur Standardisierung von Probenahme und Auswertung von Bleibestimmungen im Blut bei Beschäftigten in der Bleibatterieindustrie (April 2003)
[5] Schutzmaßnahmenkatalog der WirtschaftsVereinigung Metalle e.V. (Juni 2004)
[6] HVBG: Arbeitsmedizinische Vorsorge - Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen - 3. vollständig neu bearbeitete Auflage Gentner Verlag, Stuttgart (2004)***
[7] Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 2 "Blei oder seine anorganischen Verbindungen"
*** Eine Neubearbeitung, die auch inhaltlich den Grundsatz G 2 betrifft, ist in Arbeit.
TRGS 505: Blei, Anlage 1: Muster-Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit bleihaltigen Gefahrstoffen nach § 7 Gefahrstoffverordnung
Anlage 1 zu TRGS 505
Muster-Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit bleihaltigen Gefahrstoffen nach § 7 Gefahrstoffverordnung
- Beschreibung der Tätigkeiten des Arbeitsbereiches
- Wie lange werden die einzelnen Tätigkeiten ausgeführt?
2. Ergebnisse Arbeitsplatz­messung
- Weitere Messungen notwendig?
3. Bio - Monitoring
n.z. n.g. i.O. n.i.O. Bemerkungen/Maßnahmen
4. Technische Maßnahmen an der Staub- oder Dampfquelle
- Zulufttechnik
- Abfall- und Staubsammlung
- Verschmutzung des Bodens/Wannen
- Verschmutzung der Maschinen und Einrichtungen
- Nasshalten des Fußbodens/Wannen
- Regelmäßige Reinigung Hallenträger, Maschinen und Kabelbühnen
6. Persönliche Schutz­maß­nahmen
- Belüfteten Helm tragen
- Zustand des Atemschutzes
- Lagerung des Atemschutzes
- Schürze tragen
- Zustand Arbeitskleidung
- Persönliche Gegenstände am Arbeitsplatz
7. Arbeitsverhalten
- Hand-Mund-Kontakt
- Sprühtest (letzter Termin)
- Schuhreinigung
- Arbeitskleidung absaugen
n.z. : nicht zutreffend
n.g. : nicht geprüft
i.O. : in Ordnung
n.i.O. : nicht in Ordnung
Unternehmen Datum Unterschrift
TRGS 505: Blei, Anlage 3: Muster-Betriebsanweisung gemäß § 14 GefStoffV
Anlage 3 zu TRGS 505
Webcode: M409-1

References: § 7
 § 14
 § 18
 § 3
 § 7
 § 7
 § 14