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Timestamp: 2020-01-24 11:23:59+00:00

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BAG, 27.06.2006 - 3 AZR 352/05 (A) (https://dejure.org/2006,196)
BAG, Entscheidung vom 27.06.2006 - 3 AZR 352/05 (A) (https://dejure.org/2006,196)
BAG, Entscheidung vom 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) (https://dejure.org/2006,196)
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Verbot der Altersdiskriminierung im Primärrecht der Eruopäischen Gemeinschaft (EG); Gewährung des Schutzes durch die Mitgliedsstaaten bei fehlendem gemeinschaftsrechtlichen Bezug der diskriminierenden Behandlung; Herstellung eines gemeinschaftlichen Bezugs; Rechte und ...
Arbeitsrecht - Altersabstandsklausel und Gemeinschaftsrecht
Anrufung des EuGH zu einer Altersabstandsklausel bei der Hinterbliebenenversorgung
Grundgesetz (GG), Art. 3 ; Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), §§ 2, 138, 242, 305 Abs. 1 Satz 1, 307 Abs. 1 Satz 1, 310 Abs. 4, Satz 2, 328, 826, und 1303 Abs. 1 ; Betriebsrentengesetz, § 1b Abs. 1 Satz 4
Sozialvorschriften, Grundsätze, Ziele und Aufgaben der Verträge, DROI
Nach dem Rechtsgedanken des § 328 BGB kann diesen Anspruch auch der überlebende Hinterbliebene geltend machen (vgl. BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - zu B III 3 a der Gründe, BAGE 118, 340).
Auch § 1b Abs. 1 Satz 4 BetrAVG als gesetzliche Ausprägung enthält keine Einschränkung (vgl. BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - BAGE 118, 340, 342 f.).
Danach kommt ein Härtefall nur in Betracht, wenn jemand über das angestrebte Regelungsziel hinausgehend erheblich betroffen wird, weil er aufgrund besonderer Umstände ausnahmsweise die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt (vgl. BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - Rn. 20, BAGE 118, 340) .
Danach kommt ein Härtefall in Betracht, wenn jemand über das angestrebte Regelungsziel hinausgehend erheblich nachteilig von einer beschränkenden Regelung betroffen wird, weil er aufgrund besonderer Umstände ausnahmsweise die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt (vgl. BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - Rn. 20, BAGE 118, 340) .
Dabei kann vorliegend die vom BAG (Beschluss vom 27.06.2006 - 3 AZR 352/05 (A)- juris) aufgeworfene Frage inwieweit das Primärrecht der EG ein Verbot der Diskriminierung wegen des Alters enthalte, dessen Schutz die Gerichte der Mitgliedstaaten auch dann zu gewährleisten haben, wenn die möglicherweise diskriminierende Behandlung keinen gemeinschaftsrechtlichen Bezug aufweise dahinstehen, da ein solcher gemeinschaftsrechtlicher Bezug vorliegend gerade gegeben ist.
Das folge daraus, dass das grundsätzliche Verbot u.a. auch dieser Form der Diskriminierung als Teil des allgemeinen Grundsatzes der Gleichbehandlung seinen Ursprung in verschiedenen völkerrechtlichen Verträgen und den gemeinsamen Verfassungstraditionen der Mitgliedstaaten habe (…EuGH 22. November 2005 - C-144/04 - Mangold - AP Richtlinie 2000/78/EG Nr. 1, Rn. 74 ff.; vgl. BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276, zu B II der Gründe).
Der 3. Senat des BAG hat sich veranlasst gesehen, dem EuGH mehrere Fragen im Zusammenhang mit der Altersdiskriminierung in der betrieblichen Altersversorgung vorzulegen (BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276).
In diesem Sinne hat auch der EuGH in der Rechtssache Mangold geprüft, ob die Voraussetzungen des Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie 2000/78/EG gegeben waren (EuGH 22. November 2005 - C-144/04 - Mangold - AP Richtlinie 2000/78/EG Nr. 1, Rz 55 ff.; vgl. auch BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276, zu B III 3 b der Gründe; Preis NZA 2006, 401, 405).
Erforderlich ist somit, dass ein legitimes Ziel vorliegt und die gewählten Mittel zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich sind (EuGH 22. November 2005 - C-144/04 - Mangold - AP Richtlinie 2000/78/EG Nr. 1, Rz 58; BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276, zu B III 3 b der Gründe).
Dies ist schon deswegen nicht erfolgt, weil die Europäische Gemeinschaft Richtlinien, die das Recht der betrieblichen Altersversorgung umfassend regeln, nicht erlassen hat (vgl. den Hinweis in BAG 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276, unter B III 1 b der Gründe).
Vor diesem Hintergrund hat der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran, die mit der Hinterbliebenenversorgung verbundenen zusätzlichen Risiken zu begrenzen, um sie besser kalkulierbar zu halten (…BAG 28. Juli 2005 - 3 AZR 457/04 - zu II 2 a aa der Gründe, aaO;… 19. Februar 2002 - 3 AZR 99/01 - zu II 2 c aa der Gründe, aaO; 27. Juni 2006 - 3 AZR 352/05 (A) - Rn. 15, BAGE 118, 340).
Der Vorlagebeschluss des 3. Senats des BAG (BAG [27.06.2006] - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276) betrifft Primärrecht.
Auch nach der Mangold-Entscheidung war vor Ablauf der Umsetzungsfrist Normadressat nur der nationale Gesetzgeber gewesen (…vgl. Kamanabrou, Anm. EuGH, EZA TzBfG § 14 Nr. 21, S. 28; Kuras, RdA 2007, 169 (174);… MK/Thüsing, a.a.O., Einl. Rn. 45; BAG [27.06.2006] - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276 [Rn. 29] äußert "Bedenken" gegen die gegenteilige Auffassung;… so wohl auch Kokott, a.a.O. (35)).
Man mag gleichwohl einen acte claire vermissen (so der Vorlagebeschluss BAG [27.06.2006] - 3 AZR 352/05 (A) - NZA 2006, 1276 [Rn. 31]).
d) Ein Verstoß des § 6 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 115 Abs. 2 Satz 1 BNotO gegen das allgemeine gemeinschaftsrechtliche Diskriminierungsverbot, das der Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften als allgemeinen Grundsatz des Gemeinschaftsrechts (vgl. EuGH…, Urteil vom 22. November 2005 aaO, S. 1-10040 Rn. 75; siehe hierzu ferner BAG NZA 2006, 1276, 1279, Rn. 27 ff) zum ungeschriebenen Primärrecht zählt, scheidet gleichfalls aus.
ArbG Hannover, 17.11.2005 - 6 Ca 371/05
LAG Berlin, 07.07.2006 - 13 Sa 600/06

References: EuGH 
 Art. 3
 § 1
 § 328
 § 1
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 6
 § 14
 § 6
 § 115