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Timestamp: 2017-05-26 14:59:17+00:00

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Inhalt der Ausgabe Februar 2017
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> Inhalt der Ausgabe Februar 2017
Radikalisierung, Masseningewahrsamnahme, Georadar, Daktyloskopische Spurensicherung
Ein Hilfsmittel zur rhetorischen Bewältigung der aktuellen SicherheitslageVon Werner Sohn
Nachhaltigkeit am Beispiel eines TheaterprojektesVon Dr. Melanie Wegel
Der Einfluss von Diebstahl und Einbruch auf unternehmerische Entscheidungen des HandwerksErgebnisse einer empirischen Untersuchung in einer grenznahen RegionVon Prof. Dr. Anton Sterbling
Kriminalistik in OsteuropaBericht über die XII. Internationale wissenschaftlichpraktische Konferenz für Kriminalistik an der Universität WarschauVon Prof. Dr. Rolf Ackermann
Masseningewahrsamnahme
Einschließung von StörergruppenVon Prof. Hartmut Brenneisen und Dirk Staack
Georadar als polizeiliches EinsatzmittelNicht-invasive Depotsuche und Detektion von Leichen Von Rebecca Kirsten, Prof. Gerhard Schmelz und Dr. Jens Hornung
Rückschlüsse durch Handy-AbriebeInteressante ErmittlungsmöglichkeitenVon Dipl.-Biol. Dr. rer. Mark BeneckeDaktyloskopische Spurensicherung auf Eurobanknoten der EuropaserieDas »Kolloidale Gold«-Verfahren neu entdecktVon Dr. Lothar Schwarz, Inga Klenke und Ingrid Becker
Kriminalistik Österreich
Der „Fall“ Zielpunkt – ein Krida-Tatbestand?Von Prof. (FH) Mag. Dr. Helmut Siller
Kriminalistik Schweiz
Zur Würdigung des Aussagen-BeweisesVon Prof. Dr. phil. Henriette Haas
Kriminalistik Campus
Öffentliche Datenbanken zur Identifizierung und Zuordnung von gestohlenen GegenständenVon Daniel KerzenmacherTaschendiebstahl – Lappalie oder schwere Kriminalität?Kriminalistische Bewertung, Darstellung eines ganzheitlichen Bekämpfungskonzeptes am Bespiel des Polizeipräsidiums München und zukünftige HerausforderungenVon Markus Gögelein
Betrug und Zwangsversteigerung
Polizeiliche „Sicherstellung“ einer Geldforderung
Zum Tatbestand der sexuellen Handlung vor einem Kind gem. § 176 Abs. 4 Nr. 1 StGB
Gelungener RatgeberGatzke/Averdiek-Gröner, Häusliche Gewalt
„Radikalisierung“Ein Hilfsmittel zur rhetorischen Bewältigung der aktuellen SicherheitslageVon Werner SohnDer Begriff „Radikalisierung“ ist in aller Munde, sowohl in der Fachliteratur als auch in der Qualitätspresse. Als der Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel am 14. Juli 2016 (Donnerstag) in Nizza 85 Personen mit einem Lastwagen tötete, war man nach ersten Mutmaßungen über eine Amokfahrt des als depressiv geschilderten „tueur au camion“ auf eine islamistische Motivation gestoßen. Schon am darauf folgenden Samstag teilte Innenminister Bernard Cazeneuve zum Ermittlungsstand mit, dass der bislang polizeiunbekannte Täter sich offenbar sehr schnell radikalisiert habe. Am 18. Juli 2016 (Montagabend) verletzte der afghanische Asylbewerber Riaz Khan Ahmadzai in einem Regionalzug bei Würzburg fünf Personen mit einer Axt schwer. Ein islamistisches Bekennervideo wurde gefunden. Mehrere Tageszeitungen versahen amtliche Bekundungen am Mittwoch darauf mit dem Titel: „Radikalisierung in nur zwei Tagen?“ In politischen und polizeilichen Verlautbarungen über terrorverdächtige Personen oder zurückkehrende Kombattanten lassen sich europaweit unfehlbar Angaben darüber finden, wo und wann die Betreffenden sich (selbst) radikalisiert hätten oder (von anderen) radikalisiert worden seien.Prävention gegen RadikalisierungNachhaltigkeit am Beispiel eines TheaterprojektsVon Melanie WegelDie Themen Radikalisierung und Islamismus werden gegenwärtig in der breiten Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Sie wurden auch durch massenhafte Übergriffe in der Silvesternacht 2015 angefeuert, als in mehreren deutschen und auch Städten in der Schweiz, junge Männer, vornehmlich aus dem muslimischen Kulturkreis, junge Frauen sexuell und verbal belästigt sowie beraubt hatten. Auch vor dem Hintergrund der Attentate mit Bezug zum sogenannten Islamischen Staat spielen Radikalisierung und Islamismus eine zentrale Rolle, nicht nur im Bereich der Repression, sondern auch in der Prävention. Für die Praktiker stellt sich die Frage, auf welche Art und Weise (junge) Menschen mit Blick auf das Thema religiöse Radikalisierung sensibilisiert werden können und dies zudem nachhaltig geschehen kann.Der Einfluss von Diebstahl und Einbruch auf unternehmerische Entscheidungen des HandwerksErgebnisse einer empirischen Untersuchung in einer grenznahen RegionVon Anton SterblingObjektive Sicherheitsgegebenheiten und subjektive Sicherheitswahrnehmungen haben zum Teil weitreichende Auswirkungen auf das menschliche Verhalten wie auch auf das Handeln institutioneller Akteure. Dies gilt natürlich auch für Wirtschaftsunternehmen. In diesem Beitrag soll mithin der Frage nachgegangen werden, welche Relevanz die eigene Betroffenheit durch Eigentumsdelikte, insbesondere Einbruch und Diebstahl, auf die Wahrnehmung der Sicherheitslage und auf unternehmerische Entscheidungen im Wirtschaftsbereich des Handwerks in einer Grenzregion, nämlich im Landkreis Görlitz, erkennen lässt.Kriminalistik in OsteuropaBericht über die XII. Internationale wissenschaftlich-praktische Konferenz für Kriminalistik an der Universität WarschauVon Rolf AckermannEs ist bereits Tradition geworden, dass sich Vertreter der osteuropäischen Kriminalistik im Rhythmus von zwei Jahren im Rahmen von wissenschaftlich-praktischen Konferenzen treffen, um aktuelle Fragen der Entwicklung der Kriminalistik und ihrer Instrumente zur praktischen Umsetzung in der polizeilichen und justiziellen Tätigkeit zu beraten. Initiiert von der Mykolas Romeris Universität Vilnius, Rechtsfakultät, Lehrstuhl für Kriminalistik, dem Zentrum der Forensischen Expertise Litauens (Justizministerium) sowie der Gesellschaft der Kriminalisten Litauens finden diese Konferenzen an unterschiedlichen Universitäten und Hochschulen statt. Vom 29. bis 30. September 2016 richtete die Universität Warschau den XII. Kongress aus.Einschließung von StörergruppenVon Hartmut Brenneisen und Dirk StaackDie polizeiliche Einschließung von Störergruppen bei Versammlungs‑ und Veranstaltungslagen ist mit hohen rechtlichen, taktischen und logistischen Anforderungen verbunden. Regelmäßig handelt es sich zudem um medienwirksame Ereignisse, die von einer breiten Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt werden. Insofern lohnt eine intensive Auseinandersetzung mit dem Themenkreis, die in diesem Beitrag mit rechtlicher Zielstellung erfolgt.Georadar als polizeiliches EinsatzmittelNicht-invasive Depotsuche und Detektion von LeichenVon Rebecca Kirsten, Gerhard Schmelz und Jens HornungBei polizeilichen Suchmaßnahmen müssen oft größere Erdarbeiten durchgeführt oder gar Bauwerksteile aufgerissen werden. Dies ist mit hohem Zeit‑ und Kostenaufwand verbunden. Georadar kann Anhaltspunkte für die Lage des Zielobjekts liefern, so lassen sich solche Maßnahmen in ihrem Ausmaß einschränken oder gar vermeiden. Im Rahmen einer Studie1 zum forensischen Einsatz von Georadar wurden an der Hochschule für Polizei und Verwaltung in Wiesbaden in Kooperation mit der Technischen Universität Darmstadt und dem Bundeskriminalamt umfangreiche Feldmessungen durchgeführt: Gegenstände aus unterschiedlichen Materialien und Größe wurden in verschiedene Tiefen in den Boden eingebracht und anschließend mit dem Georadargerät untersucht. Darüber hinaus fand noch ein Vergleich zwischen einem gebräuchlichen Metallsuchgerät und dem verwendeten Georadar statt. Die Ergebnisse verdeutlichen, unter welchen Voraussetzungen unterschiedliche Objekte mit dem Georadar gefunden werden können und ermöglichen Empfehlungen zum zielführenden Einsatz des Georadars als Werkzeug in der Kriminalistik. Dadurch besteht eine realistische Chance, Tatwerkzeuge, Beute, Drogen‑ und Waffenlager sowie menschliche Überreste wesentlich zielgerichteter zu lokalisieren.Rückschlüsse durch Handy-AbriebeInteressante ErmittlungsmöglichkeitenVon Mark BeneckeHandy-Abriebe lassen Rückschlüsse auf Lebensgewohnheiten, hygienische und medizinische Bedingungen sowie Aufenthaltsorte zu. Zu diesem Ergebnis kommt ein deutschamerikanisches Forscherteam in einem Aufsatz, der im November 2016 im Magazin der „National Academy of Sciences of the United States of America“ (PNAS) erschienen ist.Daktyloskopische Spurensicherung auf Eurobanknoten der EuropaserieDas „Kolloidale Gold“-Verfahren neu entdecktVon Lothar Schwarz, Inga Klenke und Ingrid BeckerAls im Mai 2013 die neue 5-Euro-Banknote der Europaserie in Umlauf gebracht worden ist, um die Euronoten der alten Serie zu ersetzen, wurde medial breit berichtet, dass es große Schwierigkeiten mit der Akzeptanz dieser neuen Noten an Automaten gab, denn die Masse der Automaten war auf die Erkennung der neuen Scheine nicht rechtzeitig vorbereitet worden.Von der Öffentlichkeit, aber auch von den betroffenen Fachleuten damals völlig unbemerkt ergab sich mit den neuen 5-Euroscheinen ein weiteres Problem: Die kriminalistisch unverzichtbare Sicherung von latenten Fingerspuren zeigte sich in der gewohnten Art und Weise als erfolglos.Der „Fall“ Zielpunkt – ein Krida-Tatbestand?Von Helmut Siller„Das Insolvenzverfahren der Handelskette Zielpunkte (sic!) wurde am 30. November 2015 beim Handelsgericht Wien eingebracht. Zum Masseverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Georg Freimüller bestellt. „Wir haben bis zum bitteren Ende an eine Zukunft von Zielpunkt geglaubt. Wir haben auf unterschiedlichen Ebenen versucht, die wirtschaftliche Situation von Zielpunkt endlich auf solide Beine zu stellen. Wir tun derzeit alles, um die harte Situation der betroffenen MitarbeiterInnen abzufedern und arbeiten intensiv an Maßnahmen, um unseren MitarbeiterInnen zu helfen, so Mag. Georg Pfeiffer, Eigentümer der Pfeiffer Handelsgruppe.“ Das sind die Worte auf der Homepage der österreichischen Pfeiffer Handelsgruppe. Wie kam es dazu, und welche strafrechtlichen Folgen haben diese Ereignisse unter Umständen? Im Folgenden wird hier Krida-Vorwurf gegenüber der Geschäftsführung der Zielpunkt GmbH untersucht, genau gesagt: der Verdacht auf grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen.Zur Würdigung des Aussagen-BeweisesVon Henriette HaasWelche Bedingungen sind notwendig und hinreichend, um den vollen Beweisgehalt einer Aussage auszuloten und ihr allenfalls Glauben zu schenken? Sprachliche, logische und psychologische Aspekte werden hier in ein praxistaugliches Konzept zur Würdigung von Aussagen vereint. Der Begriff Aussagenvalidität (d. h. Belastbarkeit) mit vier Dimensionen ersetzt die schwammigen Begriffe „Wahrheit“ und „Glaubhaftigkeit“. Die formale sprachliche Validität bedeutet Verbindlichkeit: Der Sprecher benutzt das Wort „ich“ und beschreibt die fraglichen Fakten als (ggf. widerlegbare) Behauptungen. Die Inhaltsvalidität einer Aussage besteht erstens in der Übereinstimmung mit anderweitig erhobenen Beweismitteln und zweitens in der inneren Schlüssigkeit der Aussage. Die Beurteilung der Inhaltsvalidität muss die Schwächen von menschlicher Wahrnehmung und Gedächtnis berücksichtigen. Die punktuelle Übereinstimmung einer Aussage mit anderweitig ermittelten Ergebnissen (Anker) ist das Hauptkriterium der Inhaltsvalidität, wohingegen ihre innere Schlüssigkeit nur ein Hilfsmittel für die Vernehmung darstellt. Subsidiär ist die Quellenvalidität: Woher stammen die Informationen, welche die befragte Person wiedergibt? Mit diesem Ansatz kann man den Beweiswert der Aussagen erfassen, mehr Indizien über spontan geäusserte Bewusstseinsinhalte der befragten Person gewinnen und rhetorischen Ausweich-Manövern begegnen. Kriminalistik Campus
Redaktion: Thomas Schulte, Kriminaldirektor, Leiter Fachgebiet III.3 (Phänomenbezogene Kriminalstrategie), Deutsche Hochschule der Polizei
Die vorliegende Ausgabe der Kriminalistik beinhaltet zwei Hausarbeiten des Masterstudiengangs „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei. Die Hausarbeiten wurden als Prüfungsleistung im Modul „Kriminalität – Phänomen und Intervention“ im Frühjahr 2016 gefertigt.Markus Gögelein befasst sich mit einer – insbesondere in bundesdeutschen und europäischen Großstädten – höchst relevanten Problematik, nämlich der nachhaltigen Bekämpfung des Taschendiebstahls am Beispiel des PP München. Nach einem kurzen geschichtlich-deliktischen Rückblick betrachtet er die Phänomenologie des heutigen Taschendiebstahls und stellt fest, dass es sich bei den Tätern zumeist um professionell organisierte und international agierende Gruppen handelt. Im Weiteren erfolgt eine sehr pragmatische Zusammenstellung von Best-Practice-Ansätzen, die in ihrer Gesamtheit zu den Ergebnissen, einer geringen Fallzahl und einer hohen Aufklärungsquote im PP München führen. Besondere Erwähnung verdienen die Darstellungen zur wichtigen Rolle der Münchener Justiz zur Strafzumessung, welche aus meiner Sicht als ehemals Verantwortlichem Leiter der Taschendiebstahlsbekämpfung in Köln einen erheblichen Einfluss auf die Fallzahlen haben. Daneben sind aber auch die Darstellungen des vom PP München initiierten und nach wie vor koordinierten Maßnahmen des „SPOC (single point of contact) Taschendiebstahl“ für die EU von erheblicher Bedeutung, gerade im Bereich der schnellen und koordinierten Ermittlungen nach „Mobile Organised Crime Groups“, also international agierenden Banden.Daniel Kerzenmacher befasst sich – inhaltlich stimmig zu Gögelein – mit konkreten Ermittlungsansätzen zur Zuordnung und Identifizierung gestohlener Gegenstände. Die geringen Aufklärungsquoten bei Eigentumsdelikten, insbesondere aber auch die polizeilich vorhandenen Möglichkeiten der Sachfahndung, bieten nur wenige Chancen der Wiedererlangung entwendeter Güter. Kerzenmacher geht in seiner Arbeit auf konkrete Optimierungspotenziale im Bereich der Sachfahndung ein und stellt dar, welche internationalen und welche kommerziellen Datenbanken die Wiedererlangung verbessern können. Abschließend diskutiert er neue Möglichkeiten der Sachfahndung und hierbei insbesondere die Veröffentlichung polizeilicher Fahndungsbestände.Beide arbeiten widmen sich aktuell relevanten Themen der Eigentumskriminalität und zeigen Potenziale auf, wie die Qualität polizeilicher Ermittlungen auf dem Sektor der Eigentumskriminalität verbessert werden kann.Thomas Schulte, Kriminaldirektor im HochschuldienstÖffentliche Datenbanken zur Identifizierung und Zuordnung von gestohlenen GegenständenVon Polizeirat Daniel Kerzenmacher, M.A., Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-WürttembergTaschendiebstahl – Lappalie oder schwere Kriminalität?Kriminalistische Bewertung, Darstellung eines ganzheitlichen Bekämpfungskonzeptes am Beispiel des Polizeipräsidiums München und zukünftige HerausforderungenVon Polizeirat Markus Gögelein, M. A., Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, München Recht aktuell
Betrug und Zwangsversteigerung1. Regelmäßig macht sich der Rechtspfleger im Rahmen einer Zwangsversteigerung keine Gedanken über den Zahlungswillen und die Zahlungsfähigkeit eines Bieters, sodass kein betrugsrelevanter Irrtum entsteht.2. In solchen Fällen ist das Vorliegen eines (untauglichen) versuchten Betruges in Betracht zu ziehen.BGH, Beschl. v. 14.7.20164 StR 362/15
Polizeiliche „Sicherstellung“ einer GeldforderungDie Vorschrift des Art. 25 (Bay) PAG (= z. B. § 43 PolG NRW) über die Sicherstellung von Sachen ermächtigt nicht zur „Sicherstellung“ einer schuldrechtlichen Forderung, und zwar auch dann nicht, wenn die Forderung durch Einzahlung von – zunächst strafprozessual beschlagnahmtem – Bargeld auf ein Konto entstanden ist.VGH München, Urt. v. 23.2.201610 BV 14.2353
Zum Tatbestand der sexuellen Handlung vor einem Kind gem. § 176 Abs. 4 Nr. 1 StGBFür den Täter des § 176 Abs. 4 Nr. 1 StGB muss die Wahrnehmung der sexuellen Handlung durch das Kind von handlungsbestimmender Bedeutung sein.BGH, Urteil v. 9.12.20152 StR 261/15
bb Literatur
Gelungener RatgeberGatzke/Averdiek-Gröner, Häusliche Gewalt, 1. Aufl. 2016, Verlag Deutsche Polizeiliteratur, 141 S., 14,90 Euro
Die in der Reihe „Lehr- und Studienbriefe“ als Band 22 herausgegebene Broschüre behandelt ein für die Polizeipraxis wichtiges Thema. Einsätze bei häuslicher Gewalt gehören zum Alltag von Polizeibeamtinnen und ‑beamten. Die Polizeigesetze geben den Handlungsrahmen vor und legen die Voraussetzungen für Eingriffsmaßnahmen fest (s. z. B. § 34 a PolG NRW). Da die Beamten vor Ort zumindest vorläufige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr treffen müssen, ist die genaue Kenntnis der tatbestandlichen Merkmale des Gesetzes von großer Bedeutung. Darüber hinaus bergen solche Einsätze aufgrund der hohen Emotionalisierung der Beteiligten hohe Risiken auch für die Einsatzkräfte der Polizei. Die Gewalt gegenüber einer betroffenen Person kann sich leicht gegen die Polizei wenden. Vor diesem Hintergrund ist eine Darstellung wie die vorliegende zu begrüßen.
In der Einführung werden die wesentlichen Charakteristika einer (typischen) Gewaltbeziehung dargestellt und das Ausmaß des Phänomens anhand von Daten/Zahlen anschaulich verdeutlicht (Seite 15 ff.). Ein weiterer Schwerpunkt der Ausführungen liegt auf der Darstellung des polizeilichen Handelns in der „Einsatzlage“ (S. 39 ff.). Die Autoren gehen umfassend auf die in Betracht kommenden (Zwangs-)Maßnahmen ein, wobei nicht nur die rechtliche, sondern auch die taktische Seite angesprochen wird (siehe z. B. Seite 47 ff.). Nicht ohne Grund geht es hierbei insbesondere auch um die Eigensicherung. Checklisten („Übersichten“) geben die Möglichkeit, sich (nochmals) über die einzelnen Prüfschritte bei Einsätzen zu vergewissern. Ein praktischer Klausur‑ Fall (S. 89 ff.) veranschaulicht den Stoff weiter. Gesetzesauszüge und Vordruckmuster runden die Darstellung vorteilhaft ab.
Fazit: Ein gelungener Ratgeber, der sowohl in der Praxis als auch in der theoretischen Aus‑ und Fortbildung gute Dienste leistet. Angesichts des günstigen Preises und der grundlegenden Relevanz des Themas sollten auch – und vielleicht gerade – Studierende des Fachbereichs Polizeivollzugsdienst die Anschaffung des Buches in Erwägung ziehen.
Prof. Dr. J. Vahle, Bielefeld
13.04.2017 - Inhalt der Ausgabe April 2017
21.03.2017 - Inhalt der Ausgabe März 2017
16.02.2017 - Inhalt der Ausgabe Februar 2017
13.01.2017 - Inhalt der Ausgabe Januar 2017
Bereits im 70. Jahr erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Die Rubriken Recht Aktuell und Literatur sowie die Redaktionen Schweiz, Österreich und KRIMINALISTIK-Campus runden den Inhalt ab.
Die Zeitschrift KRIMINALISTIK erscheint im gleichnamigen Verlag. Er wurde bereits 1926 gegründet und bietet Fachliteratur für die kriminalistische Ausbildung, Praxis und Wissenschaft. Die Schwerpunkte der Buchreihe Grundlagen der Kriminalistik liegen auf den Gebieten Kriminalistik, Polizeipraxis, Kriminologie, Recht, öffentliche und private Sicherheit. Zum Programm des Kriminalistik Verlages geht es hier: www.cfmueller.de/kriminalistik.
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References: § 176
 Art. 25
 § 43
 § 176
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 § 34