Source: http://www.nennen.de/blog/blog/date/2008/03/19/artikel/samples-in-der-musikproduktion.html
Timestamp: 2013-05-23 19:39:49+00:00

Document:
Samples in der Musikproduktion: Prof. Dr. Nennen
§ 2 I Nr. 1 bzw. Nr.2, II UrhG (Schriftwerk, Musikwerk), § 23 UrhG (zustimmungspflichtige, sog. unfreie Bearbeitung), § 24 UrhG (freie Benutzung), § 73 UrhG, § 85 UrhG; zur Übernahme eines „wesentlichen“ Teils vgl. auch die Definition des „Vervielfältigungsstücks“ in Art. 1 (c) des Übereinkommens zum Schutz der Hersteller von Tonträgern gegen die unerlaubte Vervielfältigung ihrer Tonträger vom 29. Oktober 1971; BGH NJW 1989, 387: Schutz einer einfachen Melodie („Ein bisschen Frieden“); OLG Hamburg, Urt. v. 7. Juni 2006 – 5 U 48/05 via www.juraforum.de; OLG Hamburg GRUR Int. 1992, 390: Übernahme winziger Tonpartikel unproblematisch. Eine Datenbank mit Cover-Versionen und Musikzitaten sowie entsprechende News finden sich unter www.coverinfo.de. In Verbindung stehende Nachrichten:
Klingeltöne: Lizenz der GEMA ausreichend - 22.12.08 11:07 Sampling: Selbst kleinste Tonfetzen geschützt - 25.11.08 09:41 Nachweis von Urheberrechten - 28.10.08 10:11 Urheberrecht an Wohndesign: Kunst oder Kamin? - 30.09.08 08:17 TV-Total: Schadenersatz wegen fremder Filmausschnitte - 02.07.08 15:17 Urheberrechte an Computeranimationen und -grafiken - 30.04.08 09:42 Das Werk im Werk – als unwesentliches Beiwerk? - 15.04.08 18:05 „Ghostwriting“ – Urheberschaft an Mitteilungen aus dem Jenseits - 11.02.08 09:16 Ideenschutz - 02.01.08 11:33 Die Urheberbezeichnung des Autors - 18.12.07 05:53 Eigenwerbung mit Referenzen und Arbeitsergebnissen - 13.11.07 15:54 Urheberrechte an Fachtexten und -informationen - 31.10.07 15:03
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 19.03.2008 und ist abgelegt unter Film und TV, Medien, Urheberrecht, Wirtschaft.
Julie Larssen, 26-03-08 12:26:
habe selbst in meiner diplomarbeit ua. über UR verletzungen geschriben und bin sehr enttäuscht, dass sie folgenden satz in ihrem artikel schreiben: Oftmals werden allerdings nur kurze Samples verwandt, die als solche (noch) nicht durch ein Urheberrecht geschützt sind.
sie weisen zwar später auf die wiedererkennbarkeit als kriterium für urheberschutz hin, aber mit diesem artikel und diesem, für sich stehenden satz tragen sie eher dazu bei, dass sampling ohne clearance als kavaliersdelikt auf ewige zeiten wuchern darf
Dieter Nennen, 26-03-08 14:23:
kurze Samples sind nun mal zumeist nicht durch ein Urheberrecht geschützt, so die Rechtslage - aber durch ein Tonträgerherstellerrecht. Dies wird in meinem Beitrag direkt nach dem von Ihnen zitierten Satz ausgeführt. Allein aufgrund dieses Rechtes wird Sampling ohne Clearance i.d.R. nicht als Kavaliersdelikt durchgehen.
Stephan Zimmermann, 19-11-08 18:30:
mit Interesse habe ich ihren Artikel gelesen und mir stellt sich dann doch noch eine Frage, wobei ich nicht sicher bin ob sie diese mit Bestimmtheit beantworten können.
Ich bin selbst Musiker und natürlich auch fanatischer Hörer und kenne so viele Künstler die in vielen Songs sicherlich auf diverse Samples zurückgreifen.
Was ich mir nun nicht vorstellen kann, ist, gerade bei manchen Debüt-Releases, das bei knappem Produktionsbudget jedes Sample "gekauft" wurde.
Gleichzeitig scheint es mir doch unwahrscheinlich das soviele Künstler einfach nur darauf hoffen nicht erwischt zu werden.
Hängt es vielleicht auch mit dem Umfangsrahmen der Veröffentlichung zusammen, sodass ein Sample-Clearing erst ab gewissen Auflagezahlen der Produktion notwendig wird...?
Dieter Nennen, 02-12-08 16:01:
es stimmt: viele Künstler greifen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, auf Samples zurück - zumal bei knappem Budget. Oftmals wird das Sample aber auch so (stark verändert) "eingebaut", dass es nicht mehr erkennbar ist. Keineswegs aber wird ein Sample-Clearing erst ab einer gewissen Auflagezahl der Produktion erforderlich. Das Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht des Tonträgerherstellers ist bereits verletzt, wenn ein Vervielfältigungsexemplar (z. B. eine CD) in der Öffentlichkeit zum Kauf angeboten wird. Fälle von abgekupferten Samples werden in der Praxis übrigens meistens "hinter der Bühne" geregelt - zwischen den Tonträgerherstellern. Zu (langwierigen und kostspieligen) Prozessen kommt es daher selten. Vgl. auch meinen Beitrag "Sampling: Selbst kleinste Tonfetzen geschützt" unter http://www.nennen.de/blog/blog/archive/2008/november/artikel/sampling-selbst-kleinste-tonfetzen-geschuetzt.html
uwe riebling, 05-03-09 21:25:
Hallo Prof.Nennen,
haben Sie ggfs. einen Tipp für mich? Ich suche eine Recherchedatenbank, um den Inhaber der Rechte an einem Stück von Nina Simone ausfindig zu machen. Bin bis jetzt nicht fündig geworden.
Herzlichen Dank für eine Antwort beizeiten und beste Grüße
Dieter Nennen, 06-03-09 09:23:
Hallo Herr Riebling,
die GEMA-Musikrecherche-Datenbank unter http://www.gema.de/musikrecherche/ hilft weiter.
Helge Beck, 07-05-10 12:41:
zunächst danke ich Ihnen für den (ja mittlerweile schon etwas älteren) Artikel. Eine wichtige Frage sehe ich allerdings selbst nach umfangreicher Recherche nirgendwo beantwortet: Wie steht es um das Einbinden von Samples in nicht kommerzielle Veröffentlichungen (z.B. die Bereitstellung eines Albums als kostenlosen Download)? Besteht in solchem Fall ebenfalls ein eindeutiger Rechtsbruch und wenn ja, wie sieht es in einem solchem Fall ihrer Einschätzung nach mit der "Toleranzschwelle" von Rechtsinhabern aus (auch in Hinblick auf den möglichen Umstand, dass nicht aus dem "Besitz" von Major-Labels gesampelt wurde)? Beste Grüße

References: § 2
 § 23
 § 24
 § 73
 § 85
 Art. 1
 BGH