Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.06.1996&Aktenzeichen=VII%20ZR%2059/95
Timestamp: 2019-07-19 09:05:39+00:00

Document:
BGH, 27.06.1996 - VII ZR 59/95 - dejure.org
https://dejure.org/1996,559
BGH, 27.06.1996 - VII ZR 59/95 (https://dejure.org/1996,559)
BGH, Entscheidung vom 27.06.1996 - VII ZR 59/95 (https://dejure.org/1996,559)
BGH, Entscheidung vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95 (https://dejure.org/1996,559)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1996,559) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Ausschreibung - Leistungsbeschreibung - Verstoß - Wirkung
VOB/A § 9 Nr. 1, 2; VOB/B § 2 Nr. 5
Ausschreibung nach VOB/A: Hinreichende Bestimmbarkeit; wirksamer Vertragsabschluß; abweichende Ausschreibungstechnik; Risiko bei funktionaler Leistungsbeschreibung
Funktionale Leistungsbeschreibung: Auch bei öffentlicher Vergabe zulässig? (IBR 1996, 488)
Funktionale Leistungsbeschreibung ist eine zulässige Möglichkeit der Vertragsgestaltung! (IBR 1996, 487)
Schadensersatzansprüche des AN, wenn öffentlicher Auftraggeber gegen § 9 VOB/A verstößt? (IBR 1996, 489)
NJW 1997, 61
MDR 1997, 36
WM 1996, 2208
DB 1996, 2539
BauR 1997, 126
ZfBR 1997, 29
Der Senat hat allerdings zum Ausdruck gebracht, dass die Vertragsparteien nicht gehindert sind, für eine Partei riskante Verträge abzuschließen (vgl. BGH, Urteil vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, BauR 1997, 126 = ZfBR 1997, 29).
Gleiches kann gelten, wenn der Vertrag über Betonsanierungsarbeiten eine vorhandene Betongüte von B 25 ausweist, die tatsächliche Betongüte mit B 5 jedoch deutlich schlechter ist, so dass ein Mehrleistungsaufwand entsteht (BGH, Urteil vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, BauR 1997, 126, 128 = ZfBR 1997, 29).
Mengenmehrungen, die auf einer in seinem Verantwortungsbereich liegenden Fehlkalkulation des Auftragnehmers beruhen, können deshalb grundsätzlich keinen Ausgleichsanspruch nach § 2 Nr. 7 Abs. 1 VOB/B begründen (vgl. BGH, Urteil vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, BauR 1997, 126, 128 = ZfBR 1997, 29;… Leinemann, VOB/B-Kommentar, § 2 Rn. 306, 356).
Ebenso wenig sind Bieter/Auftragnehmer rechtlich gehindert, ein solches Risiko zu übernehmen (so BGH, Urt. v. 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, Kammerschleuse, BauR 1997, 126, NJW 1997, 61).
Es handelt sich insoweit um eine innerdienstliche Verwaltungsvorschrift, die unmittelbare Rechtswirkungen im Außenverhältnis nicht begründen kann (BGH, Urteil vom 21. November 1991 - VII ZR 203/90, BGHZ 116, 149, 151; Urteil vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, BauR 1997, 126, 128 = ZfBR 1997, 29;… Kapellmann/Messerschmidt/Langen, VOB Teil A und B, § 12 VOB/A Rdn. 2).
Die VOB/A enthält kein zwingendes Vertragsrecht in der Weise, dass statt geschlossener Vereinbarungen das Vertragsinhalt wird, was der VOB/A entspricht (BGH, Urteil vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, aaO).
Die Klägerin muss sich an diesem Aussagewert des Vertrages fest halten lassen, auch wenn sie insoweit ein Risiko eingegangen ist (BGH, Urteil vom 27. Juni 1996 - VII ZR 59/95, BauR 1997, 126, 128 = ZfBR 1997, 29).
Ebenso wenig ist es für Bieter unzumutbar, ein solches Risiko zu übernehmen (so BGH, Urt. v. 27. Juni 1996, VII ZR 59/95, Kammerschleuse).
Für die Vertragsauslegung genügt es, dass der Vertragsinhalt bestimmbar festgelegt worden ist und sich der Auftragnehmer darüber im Klaren sein musste, welche Risiken ihm übertragen werden (vgl. BGH NJW 1997, 61).
Die VOB/A besteht nicht aus Rechtsnormen, sondern stellt eine interne Verwaltungsanweisung dar (BGH BauR 1992, 221; BauR 1997, 126, 128).
So hat der Bundesgerichtshof anerkannt, daß der öffentliche Auftraggeber nicht durch eine interne Regelung zur Ausschreibung gehindert ist, einen Vertrag mit erkennbaren Risikozuweisungen an den Auftragnehmer zu schließen (vgl. BGH BauR 1997, 126, 127; BauR 1994, 326; s.a. OLG Koblenz IBR 2003, 181).
Der Kläger hat Pflichten im Vertragsanbahnungsverhältnis nicht dadurch verletzt, daß er der Insolvenzschuldnerin erhöhte Risiken überbürdet hat (§ 9 Nr. 2 VOB/A), wie bereits oben ausgeführt (vgl. BauR 1997, 126, 127 aE: "Es gibt keinen Rechtsgrundsatz, nach dem riskante Leistungen nicht übernommen werden können.";… ebenso OLG Koblenz, Urt. v. 17. April 2002 - 1 U 829/99 - IBR 2003, 181).
BGH, 23.01.1997 - VII ZR 65/96
Maßgeblichkeit eines Angebots mit Leistungsverzeichnis nach funktional …
OLG Düsseldorf, 05.10.2000 - Verg 14/00
Funktionale Leistungsbeschreibung zweckmäßig und verhältnismäßig?
OLG München, 10.12.2013 - 28 U 732/11
OLG Brandenburg, 17.01.2002 - 12 U 126/01
Zu den Voraussetzungen eines Nachvergütungsanspruchs i. S. v. § 2 Nr. 5 VOB/B …
OLG Düsseldorf, 04.09.2017 - 23 U 7/17

References: § 9
 § 2
 § 9
 § 2
 § 2
 § 12
 BGH 
 BGH 
 § 2