Source: http://www.studieren-ohne-abitur.de/web/artikel/Sachsen
Timestamp: 2017-02-27 11:32:49+00:00

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Die Zugangsregelungen für das Studium ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife waren in Sachsen lange Zeit vergleichsweise restriktiv. Im Januar 2013 traten jedoch Neuregelungen in Kraft mit der Folge, dass sich die Voraussetzungen für ein Studium ohne Abitur nun nicht mehr so deutlich von anderen Bundesländern unterscheiden. Noch nutzen wenige beruflich Qualifizierte die Studienmöglichkeiten an den sächsischen Universitäten und Fachhochschulen. Im Bundesländervergleich bildet Sachsen beim Anteil der Studienanfänger(innen) ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung das Schlusslicht.
Einschränkungen: Beratungsgespräch
Voraussetzungen: Berufsausbildung (2 Jahre) Berufspraxis im erlernten Beruf (3 Jahre) Beratungsgespräch
Laut § 17 Abs. 3 SächsHSFG besitzen nach einem Beratungsgespräch folgende Abschlüsse einer beruflichen Aufstiegsfortbildung eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung: die Meisterprüfung, ein Fortbildungsabschluss auf der Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (§§ 53, 54) oder der Handwerksordnung (§§ 42, 42a) mit mindestens 400 Stunden, ein staatliches Befähigungszeugnis für den nautischen oder technischen Schiffsdienst nach der SchiffsoffizierAusbildungsverordnung, ein Fachschulabschluss entsprechend der Rahmenvereinbarung über Fachschulen, ein vergleichbarer landesrechtlicher Fortbildungsabschluss für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Berufe.
Nach § 17 Abs. 4 SächsHSFG besitzen auch andere berufliche Fortbildungsabschlüsse die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, wenn sie durch die Hochschule als gleichwertig anerkannt sind. Voraussetzungen für die Anerkennung der beruflichen Fortbildung sind: Die berufliche Fortbildung baut auf einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung auf, beinhaltet eine Aufstiegsfortbildung, umfasst mindestens 400 Unterrichtsstunden und entspricht in Inhalt und Ausbildungstiefe einer Meisterprüfung. Nach § 17 Abs. 4 gilt gleiches auch für "Fortbildungen, die an staatlichen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien angeboten werden und in Inhalt und Ausbildungstiefe einer Meisterprüfung entsprechen".
§ 17 Abs. 5 SächsHSFG: "Beruflich Qualifizierte, die eine mindestens zweijährige staatlich geregelte Berufsausbildung abgeschlossen haben und über eine dreijährige Berufserfahrung im erlernten Beruf verfügen sowie ein Beratungsgespräch an der Hochschule, an der ein Studium begonnen werden soll, wahrgenommen haben, verfügen über die fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung, sofern sie die entsprechende Hochschulzugangsprüfung dieser Hochschule bestanden haben."
§ 17 Abs. 6 SächsHSFG: "Die Anforderungen an die Hochschulzugangsprüfung sind so zu gestalten, dass deren Bestehen die grundsätzliche Befähigung des Bewerbers nachweist, das Studium nach Maßgabe der Studien- und Prüfungsordnung innerhalb der Regelstudienzeit erfolgreich abzuschließen. Sie besteht aus einem mündlichen und schriftlichen Teil. Das Nähere, insbesondere Form, Inhalt und Umfang der zu erbringenden Prüfungsleistungen, die Bewertungskriterien, die Zusammensetzung der Prüfungskommission, das Verfahren bei Unregelmäßigkeiten während der Prüfung und die Wiederholbarkeit der Prüfung regeln die Hochschulen durch Ordnung."
§ 34 Abs. 1 Nr. 10 SächsHSFG: Die Prüfungsordnungen der Hochschulen müssen "die Anrechnung von außerhalb des Studiums erworbenen Qualifikationen" regeln, "soweit diese Teilen des Studiums nach Inhalt und Anforderung gleichwertig sind und diese damit ersetzen können".
§ 17 Abs. 7 SächsHSFG: Nach einem Studium von zwei Semestern an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule und dem Erbringen der geforderten Leistungsnachweise, besitzen beruflich Qualifizierte ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung die Hochschulzugangsberechtigung zum Zwecke des Weiterstudiums im gleichen oder entsprechenden Fach.
Die Entwicklung im Bereich des Studiums ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife weist in Sachsen keinen einheitlichen Trend auf. Nach Spitzen in den Jahren 2010 und 2013, weisen die jüngsten Zahlen wiederum einen Rückgang des Anteils der Studienanfänger(innen) ohne Abitur auf. In dieser Kategorie belegt Sachsen mit 0,43 Prozent in 2014 wie bereits im Jahr davor den letzten Platz im Bundesländervergleich. Weit unter dem Bundesdurchschnitt liegen zudem die Anteile der beruflich qualifizierten Studierenden und Absolvent(inn)en mit 0,35 Prozent und 0,31 Prozent. Trotz einer leichten Steigerung beim Anteil der Absolvent(inn)en ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung gehört Sachsen auch in diesen beiden Kategorien zu den Schlusslichtern im Bundesländervergleich.
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References: § 17
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§ 34

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