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Timestamp: 2018-06-23 13:00:19+00:00

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psychologisches Gutachten vorab bekommen möglich? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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20.01.2011, 15:16 #1
psychologisches Gutachten vorab bekommen möglich?
leider findet man mit dem Suchbegriff "psychologisches Gutachten" ziemlich viel unzutreffendes zu meinem Fall, daher mal eine Frage: Ich würde mir gern ein psychologisches Gutachten zukommen lassen, und zwar bevor das ganze mit mir offiziell besprochen wurde. Ich will auf den Termin vorbeireitet sein und nicht, wie beim letzten Gutachten, aus allen Wolken fallen wegen dem Käse den die Person da geschrieben hat. Gibts da nen § der mir die Aushändigung vorab zugesteht?
20.01.2011, 15:29 #2
AW: psychologisches Gutachten vorab bekommen möglich?
Ich fürchte, da hast du keine Chance.
20.01.2011, 15:30 #3
Du könntest den Gutachter fragen, ob er es dir zur Verfügung stellt. Das wäre der einfachste Weg. Vielleicht nimmt er sich dann ja auch Zeit und bespricht mit dir seine Begutachtung.
um was für ein Gutachten handelt es sich genau?
Reha, Amtsarzt. Arzt der AfA, Klinik
Grundsätzlich hast Du die Möglichkeit alle Dich betreffenden Unterlagen einzusehen und ggf. Kopien davon zu fertigen.
Ich setze hier auch noch mal eine Zusammenfassung rein.
In § 6 Abs. 1 BDSG ist geregelt, dass die Rechte der betroffenen Patienten auf
Auskunft und auf Berichtigung, Löschung und Sperrung unabdingbar sind. Das
heißt: diese Patientenrechte können nicht durch Rechtsgeschäft ausgeschlossen
Jeder Mensch und damit auch jeder Patient hat einen Anspruch auf Auskunft über
die zu seiner Person gespeicherten Daten (auch soweit er sich auf seine Herkunft
bezieht), über die Empfänger der Daten sowie den Zweck der Speicherung (§§ 19
Abs. 1, 34 Abs. 1 BDSG, § 27 LDSG SH).
Im privaten Bereich kann im Einzelfall streitig sein, ob konventionell geführte
Patientendaten dateimäßig verarbeitet werden, was Voraussetzung für die
Anwendung des BDSG ist (§§ 3 Abs. 2, 27 BDSG).
Eine Auskunft kann verweigert werden, soweit diese die ordnungsgemäße
Aufgabenerfüllung der verantwortlichen Stelle gefährden würde oder die Daten,
insbesondere wegen überwiegender berechtigter Interessen Dritter, geheim
gehalten werden müssen (§§ 19 Abs. 4, 34 Abs. 4 BDSG; § 27 Abs. 3 LDSG SH).
Die Auskunftsverweigerung muss grundsätzlich begründet werden, wobei sich aus
der Begründung nicht die Inhalte der verweigerten Informationen ergeben dürfen
(vgl. §§ 19 Abs. 5, 6 BDSG; § 27 Abs. 4 LDSG SH).
Die Auskunft ist in jedem Fall unentgeltlich zu erteilen (§§ 19 Abs. 7, 34 Abs. 5 S. 1
Recht auf Einsicht in Patientenakten
Das Recht auf Einsicht in die Patientendokumentation als eine besondere Form der
Auskunftserteilung beruht nicht nur auf Datenschutzrecht beziehungsweise dem
"Recht auf Selbstbestimmung und der personalen Würde des Patienten" (Art. 1 Abs.
1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GG; BVerfG NJW 1999, 1777 = ArztR 1999, 52 = MedR 1999,
180), sondern besteht auch als Nebenrecht aus dem Behandlungsvertrag und
zivilrechtlich zur Durchsetzung von Rechtsansprüchen (§ 810 BGB). Eine weitere
Grundlage dieses Recht findet sich in den ärztlichen Berufsordnungen (§ 10 Abs. 2
MBO-Ä). Im Rahmen eines Arztprozesses kommt noch ein prozessuales
Einsichtsrecht des Patienten hinzu (§ 422 ZPO).
Die Akteneinsicht ist ein Holrecht für den Patienten. Das Recht auf Einsichtnahme
ist eine besondere Form der Auskunftserteilung, die bei einem umfangreichen
Informationsersuchen aus einer Akte der einfachen Auskunftserteilung vorzuziehen
Die Art und Weise der Einsichtsgewährung (Ort, Zeitpunkt, Umstände) liegt ebenso
wie die Auskunftserteilung im Ermessen des Arztes. Grundsätzlich erfolgt die
Einsicht in den Behandlungsräumen. Angemessen ist, wenn ein Patient eine Einsicht
innerhalb von einem Monat verlangt.
Das Einsichtsrecht kann auch in der Form wahrgenommen werden, dass ein Arzt
oder eine Person des Vertrauens des Patienten mit der Einsicht beauftragt wird. So
kann der Patient die Herausgabe von Krankenunterlagen an den nachbehandelnden
Arzt verlangen.
Einschränkungen des Einsichtsrechtes können sich aus speziellen Gesetzen
ergeben. So erlaubt § 9 Abs. 3 Gesundheitsdatenschutzgesetz Nordrhein-Westfalen
das Zurückhalten subjektiver Daten nach ärztlichem Ermessen. Art. 27 Abs. 3 S. 4
Bayerisches Krankenhausgesetz (KHG) und § 27 Abs. 8 S. 3 Thüringer KHG
enthalten die Möglichkeit einer Einschränkung hinsichtlich ärztlicher Beurteilungen
oder Wertungen. § 36 Abs. 5 KHG Rheinland-Pfalz, § 29 Abs. 7 S. 4 Saarländisches
KHG (SKHG) und § 33 Abs. 4 S. 2 Sächsisches KHG sehen vor, dass die
Einsichtsgewährung in Krankenakten nur durch den behandelnden Arzt erfüllt
werden dürfen. § 29 Abs. 7 S. 5 SKHG negiert ein Recht auf Auskunft und
Akteneinsicht bei berechtigten Geheimhaltungsinteressen des Arztes oder Dritter.
Soweit keine solche Regelungen bestehen, gelten die unten stehenden allgemeinen
Möglich ist statt der Einsicht in die Originalakte das Anfordern von Kopien aus der
Dokumentation. Es besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Zusendung solcher
Kopien, wohl aber darauf, dass die Unterlagen beziehungsweise Kopien beim Arzt
bereit gehalten werden (§ 10 Abs. 2 S. 2 MBO-Ä).
Quelle: https://www.datenschutzzentrum.de/me...x/dsrdpat1.htm
20.01.2011, 16:32 #5
Er möchte es aber erst haben und DANN zur Besprechung...
20.01.2011, 16:44 #6
Sollte es ein Gutachten im Rahmen eines Sozialträgers sein, dann gilt das SGB und nicht das Bundesdatenschutzgesetz. Hier können sogar bestimmte Daten verweigert werden und dazu können auch Gutachten gehören.
Hier steht jede Menge dazu, besonders unter Akteneinsicht etc.
20.01.2011, 16:46 #7
Man bekommt gar keine Gutachten im Psychologischen Bereich ausgehändigt, mir selber wurde daraus nur vorgelesen, eine Kopie ist nicht erlaubt.
Es ist ein Gutachten des Psychologischen Dienstes.
Ich kann froh sein, das mich mein Psychologe wenigstens in die Befundunterlagen der Trägersklinkt hineinsehen hat lassen.
20.01.2011, 17:23 #8
Als ich seinerzeit vom Med. Dienst des Arbeitsamtes hinsichtlich Erwerbsfähigkeit begutachtet werden sollte, habe ich die Sache so gehandhabt:
Ein Gutachter, egal für welchen Deinst er tätig ist oder wer ihn beauftragt hat, ist zunächst einmal Arzt und unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Damit er die erhobenen Befunde überhaupt an seinen Auftraggeber weitergeben darf, muss ihn der zu Begutachtende vorab von der Schweigepflicht entbinden. Sonst würde die Begutachtung erst gar keinen Sinn machen.
Ich habe diese Schweigepflichtsentbindung zwar erteilt, aber mit der Einschränkung, dass die Weiterleitung ans Amt erst dann erfolgen darf, nachdem ich über das Ergebnis vorab informiert worden bin. Hat übrigens funktioniert.
20.01.2011, 17:56 #9
Sehr interessant Scarred Surface...das heißt dann wohl das die ARGE noch eine gültige Schweigepflichtsentbindung hat, ansonsten hätt das Gutachten ja nich von REHA Abteilung zum Vermittler wandern dürfen. Aber da is auch so einiges zwischen hin und her gewandert ohne meine Zustimmung
Das man Gutachten allgemein nicht ausgehändigt kann auch nich ganz richtig sein, ich habe bereits ein paar Jahre altes psych. Gutachten kopiert und die Bereitschaft das neue Gutachten auszuhändigen ist auch vorhanden, nur eben nicht so das ich mich darauf vorbereiten kann. Das versteh wer will
Werd mich später nochmal durch Martins Link lesen, ein erstes überfliegen erweckt allerdings den Eindruck das eine Akteneinsicht gar nicht (mehr?) ohne weiteres möglich ist.
20.01.2011, 20:04 #10
also die Aussage von Scarred Surface
muss ihn der zu Begutachtende vorab von der Schweigepflicht entbinden.
kann ich so nicht (unbedingt) stehen lassen.
Nenne mir bitte die rechtliche Grundlage, die besagt, dass Du VOR Weitergabe Deiner Sozialdaten -insbesondere "besonders geschützte medizinische Daten" - die Schweigepflichtentbindungserklärung unterschreiben musst.
Etwa mit dem unrechtmäßigen Hinweis auf die Mitwirkungspflicht?
20.01.2011, 21:12 #11
Ich glaube, Du hast mich völlig falsch verstanden. Man muss selbstverständlich nichts unterschreiben. Tut man das auch nicht, ist der Sinn einer Begutachtung aber kaum mehr zu erreichen.
Genau darum werden einem vor einer solchen Begutachtung (beispielsweise auf Veranlassung der Arge) ja umfangreiche Schweigepflichtsentbindungen zur Unterschrift vorgelegt.
Wofür ich plädiere ist, diese Unterschrift - sofern man überhaupt dazu bereit ist - an bestimmte Bedingungen zu knüpfen. Im vorliegenden Fall an die Vorab-Befundeinsicht.
20.01.2011, 21:28 #12
Ich bin gerade mal erschrocken was hier so geschrieben wird.
ALLE zu meiner Person erhobenen Daten kann ich einsehen, korrigieren, sperren und/oder löschen lassen
med. Gutachten - auch, bzw. gerade aus dem SGB Bereich - müssen mir auf Antrag ausgehändigt bzw. die Einsicht gewährt werden. Das betrifft auch psych. Unterlagen. Die werden manchmal noch verwehrt, aber es gibt nur noch sehr, sehr wenige Ausnahme wo der Patient kein Recht vor Gericht bekommt. Das sind dann aber schon die krassesten Diagnosen. In Deutschland darf sich nämlich Jeder selbst schaden, umbringen oder einfach versuchen zu Leben - und das ist gut so.
vom Leistungsträger in Auftrag gegebene Gutachten sind von der Einsicht nicht ausgeschlossen. Hier sollte unbedingt darauf bestanden werden, dass keine med. Details oder gar Diagnosen an nicht med. Fachkrafte weitergegeben werden. Einen Mitarbeiter der JC hat kein Anspruch auf vollständige Gutachten. Lediglich die Art der zumutbaren Arbeit, die Arbeitszeit und der Umfang der arbeitsfähigkeit darf an die SB weiter gegeben werden. Diagnosen oder gar Details sind mein persönliches Eigentum - egal wer diese Gutachten bezahlt hat.
Seit doch bitte etwas umsichtiger mit med. Details. Die SB freuen sich, wenn sie wissen, wie sie einen gefügig bekommen.
@ Varag
Das Gutachten wirst Du sicherlich nicht direkt nach der Begutachtung bekommen. Der Gutachter ist in dem Ergebnis der Begutachtung frei. Das Gutachten ist an einen vorgeschriebenen Rahmen zu erstellen.
Du kannst den Gutachter bitten, mit Dir, über seine Einschätzung, vor Erstellung des Gutachten, zu reden. Erfahrungsgemäß wird dies selten gemacht, da der Gutachter sich ein Bild macht und die Unterlagen noch einmal durchgeht.
Grundsätzlich kannst Du die Gutachten anfordern. Bei DRV, Amtsarzt und MDK ist das sehr einfach. Probleme machen meist Kliniken und Ärzte.
Du kannst ein Gutachten selbst nicht angreifen. Nur ein Bescheid, der Aufgrund eines Gutachtens erlassen wurde, ist anfechtbar. Ein Gutachten ist nur durch ein neueres Gutachten auszuhebeln.
Du kannst eine Stellungnahme an ein Gutachten heften lassen, so dass das Gutachten nur mit dieser Anheftung weiter gereicht werden darf. Ebenso besteht die Möglichkeit der Sperre oder auch Löschung (eher selten, da eine Dokumentierpflicht besteht).
Bereits Dich gut auf das Gutachten vor. Schreibe Dir auf was Du fragen möchtest - auch das Du über die Begutachtung reden möchtest. Wichtig ist auch eine Art Tagebuch. Meist sind Einschränkungen durch irgendwelche Anpassungen nicht mehr so präsent und werden gerne vergessen. Dokumentiere eine Woche lang Deinen Tagesablauf. Wo es Probleme gab, wo Du Hilfe benötigt hast usw. Diese Notizen dem Gutachter zu Beginn des Gesprächs vorlegen. Er wird dann von sich aus die Fragen dazu stellen und wahrscheinlich auch mehr erklären, wenn er weiß wie wichtig das für Dich ist.
was Du hier meinst ist ein Verfahrensrecht. Da das Amt eigentlich nur Ergebnisse aus der Begutachtung vorliegen haben sollte, sind diese nicht so dramatisch. Hier ist es tatsächlich so, dass ein Grund zur Akteneinsicht genannt werden muss. Da muss das Amt schon sehr triftige Gründe vorbringen um eine Einsicht zu verweigern. Leider verweigern gerade die Leistungsträger gerne die Einsicht mit fadenscheinigen Ausreden. Da muss man nur massiv gegen angehen. Auch hier gilt - alle Daten die mich betreffen sind mir zugänglich zu machen. Das ist im Grundgesetz festgeschrieben.
Auch hier ist es oft eine sehr eigenwillige Interpretation der Gesetze.
§ 60 verpflichtet mich einer Untersuchung zuzustimmen, wenn diese Untersuchung mir nicht schadet. Zu den Mitwirkungspflichten gehört es nicht Gutachten, Diagnosen oder sonst irgendwas medizinisches dem Leistungsträger zu offenbaren.
erhobene Daten von einem Mediziner, Psychologen, Heilpraktiker usw. - sind grundsätzlich durch den Behandlungsvertrag geschützt.
20.01.2011, 21:35 #13
Die man bitte auf das Aktenzeichen, auf den Gutachter und zeitlich begrenzt ist. Den Namen des Gutachter kann man vorab erfragen. Das Aktenzeichen lässt das Gutachten nur für diesen Vorgang zu - kann also nicht Jahre später zu einer Entscheidung nach Aktenlage heran gezogen werden - wird auch gerne missachtet. Zeitlich sowieso. Gutachten immer zeitlich begrenzen, da sie sonst tatsächlich ein leben lang gültig sind. Auch mucken viele Leistungsträger auf, wenn auf das Aktenzeichen begrenzt wurde kann die zeitliche Begrenzung hinfällig sein. Das Aktenzeichen erlischt nach Abschluß. Doppelt hält aber besser
Das dürfte nicht funktionieren. Der Gutachter ist frei in seiner Entscheidung. Ein Gutachten ist nicht anfechtbar. Der Gutachter erstellt das Gutachten nach einer vorgeschrieben Form und teilt sein Ergebnis darin mit.
20.01.2011, 22:25 #14
....."psychologisches Gutachten" ...... Gibts da nen § der mir die Aushändigung vorab zugesteht?
Ja, Akteneinsicht beantragen. Für Kopien können die bis zu 50Cent pro Seite nehmen.
Berufen auf das Recht der informellen Selbstbestimmung.
Bei psychologischen, psychiatrischen Gutachten versuchen die Ärzte/Psychologen gerne mal die Einsicht zu verweigern.
Argument, könne dem Patienten schaden. Hierfür muss aber nachweislich ein trifftiger Grund vorliegen.
20.01.2011, 22:32 #15
so wie man mir das erklärte, erstellt ein gutachter ein sehr intensives gutachten. einabgeschwächtes wird dem leistungsträger übermittelt, aber auch hier dürfen keine diagnosen etc. erscheinen. dem leistungsträger dürfen nur bestimmte daten übermittelt werden, die zur beurteilung der leistung nötig ist. das ganze gutachten wird nur in ausnahmefällen der krankenkasse bzw. der DRV übermittelt . Dies wird auch meist dem Patienten vorenthalten.
Ich verstehe nicht warumdu solche angst vor dem gespräch mit dem gutachter hast über das gutachten. wenn du unsicher bist, dann höre einfach nur zu und sage nichts.
28.01.2011, 14:51 #16
Wenn mein SB eine sehr abgespeckte Version bekommt, dann möcht ich ma wissen wie lang das komplette Gutachten ist (abgeschwächte war 3,5 Seiten lang...also das erste vor paar Jahren).
Angst ist wohl das falsche Wort, aber nachdem die "Besprechung" des ersten Gutachtens aus max. 5 Sätzen bestand (und wie oben erwähnt das ganze Gutachten 3,5 Seiten hatte), wär ich diesma gern einen Schritt voraus gewesen. Naja, man kann nicht alles haben. :)
28.01.2011, 15:53 #17
stellt sich direkt die frage ob in dem gutachten was deinem SB übermittelt wurde datengeschütze dinge drin stehen wie diagnose etc.
das ist beimir der fall und hat eine schöne anzeige mit sich gebracht gegen denarzt und arge
16.02.2011, 12:26 #18
Ich hol das ganze mal wieder aus der Versenkung, da ich das Gutachten mittlerweile habe.
Ich habe keine Ahnung was in einem psych. Gutachten drin stehen darf und was nicht, daher werf ich einfach ma den Inhalt meines Gutachtens in Stichworten in die Runde.
- trotz verschiedenen Teilnahme an berufsvorbereitenden Maßnahmen keinen Weg ins Berufsleben gefunden
- Feststellung an 2 psych. Untersuchungen ergab relativ gute intellektuelle Leistungsfähigkeit + deutliche Verhaltensauffälligkeiten die als Risikofaktor für den Verlauf einer Ausbildung betrachtet werden.
- keine Änderungen der beruflichen Interessenlage sowie geringe Motivation sich gesundheitsförderlicher zu verhalten.
- Qualfizierungen außerhalb bestimmter Berufsbereiche werden abgelehnt (langsam gehts mit dem Lügenkonstrukt los), Bereitschaft die Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen anstatt auf andere Berufe auszuweichen. Tendenziell ablehnend gegenüber überbetrieblichen Qualifizierungen (meinen die damit 2 jährige Ausbildungen oder den anderen Unsinn den man vom Amt gerne kriegt?!)
- vor Jahren psychisch belastet wegen Krankheit eines Elternteils. Vermittelt den Eindruck sich mit der Lebenssituation arrangiert zu haben und hat wenig Antrieb eine Änderung anzustreben (ich mag es ja echt wenn Leute sich anmaßen in 30 min. Gespräch jemanden deuten zu können).
- Lebt sozial isoliert (ja woran das wohl liegen mag ). Aufgrund Werdegang und aktuellen Auftretens muss davon ausgegangen werden das soziale Kompetenzen wie Team- und Konfliktfähigkeit kaum vorhanden sind.
- ein Absatz über die Tests die gemacht wurden (Bruchrechnen, räumliches Denkvermögen etc. pp...als Realschüler mit Hauptschülern verglichen zu werden find ich auch nett...man wollte wohl mal was positives konstruieren).
- Absatz über mögliche Umschulungen (alles Berufe wovon es genug Arbeitslose gibt) + Empfehlung für eine mehrwöchige Berufsfindungs- und Belastungserprobung. Erfolg einer Umschulung möglich nach dem zeigen einer tragfähigen Motivation für eine Umschulung, sowie angemessenen Arbeits und Sozialverhalten.
- Aufforderung für sich zu klären ob das Leben durch eine Umschulung mit Vor- und Nachteilen verändert werden möchte oder alles beim alten zu belassen (das Potenzial diesen Satz in etwas für mich negatives umzuwandeln wurde bereits vom FM genutzt ).
2 Seiten kürzer als mein letztes Gutachten, aber, wie zu erwarten, wurde sehr viel umgedreht/falsch interpretiert.
16.02.2011, 14:27 #19
es ist Dein Gutachten, egal von wem erstellt. Ich habe gesagt bekommen von verschiedenen Ärzten und Therapeuten: Sie können jederzeit die ärztlichen Befunde und die Gutachten anfordern und zu Hause auch abheften. Es sind Ihre und im Notfall genau da greifbar, wo sie hingehören.
Hab da noch keine Schwierigkeiten gehabt, diese zu bekommen. Nur wenn in den Gutachten für mich persönlich wichtige Dinge nicht stehen und ich gehe danach, wird nur verblüfft gefragt: Wie kommen Sie denn dazu? Meine Antwort: Es ist meines und ich hab ein Recht darauf. und schon ist Ruhe und wird geändert.
16.02.2011, 15:02 #20
kurz übersetzt ist der Gutachter der Meinung, dass Du erst einiges an Eigenmotivation beibringen und Dein Verhalten ändern müsstest bevor er eine Umschulung empfehlen würde.
Was mich ein wenig erstaunt:
keine Änderungen der beruflichen Interessenlage sowie geringe Motivation sich gesundheitsförderlicher zu verhalten
Bist Du bereits aufgefordert wurden irgendwas zu verändern?
Es ist kein gutes Gutachten. Unterm Strich würde ich das als "kann schon, aber will einfach nicht" oder "nicht dumm, aber faul" interpretieren. Also wirklich nicht gut und eine ziemliche Frechheit.
Ich hoffe dieses Gutachten ist nicht an die SB gegangen? Wie sieht denn die Fassung für die SB aus?
Du kannst diese Gutachten selbst nur mit einem Gegengutachten aushebeln. Seh also zu, dass Du von Deinen Ärzten, Therapeuten usw. stets Diagnosen bekommst.
Sollte Aufgrund dieses Gutachten ein Bescheid ergehen, kannst Du gegen diesen Bescheid Widerspruch einlegen.
Mir kommt der Gutachter ziemlich angenervt vor. Der sollte mal die Dienststelle wechseln...
16.02.2011, 15:17 #21
Ich erinner mich dunkel daran dass man mich im ersten Gutachten gern bei in Psychotherapie gesehen hätte. Das ich meine Berufswünsche ändern soll erzählt man mir seit Jahren, ändert nix daran das ich bei einigen Berufen nunmal durchs Raster falle weil ich nich "körperlich fit und belastbar" bin.
Ich empfand mein erstes Gutachten schon als Frechheit und dieses hier wird mich daran erinnern niemals ein weiteres Gutachten erstellen zu lassen.
Und es ist die Fassung die an den SB ging. Deswegen hat der mich grad auch aufm Kieker schätz ich mal.
Da ich keinen Therapeuten habe, dürfte sich das als schwierig erweisen.
Danke für den Hinweis, aber so weit scheints wohl nich zu kommen.
Jetzt wo du's sagst, den Eindruck könnte man tatsächlich kriegen. Aber der is seit über 5 Jahren dort, ich glaub den Gefallen zu wechseln wird er niemanden tun
16.02.2011, 15:31 #22
das ist die Fassung für die SB?
Stehen da Diagnosen drin oder ICD-10 Schlüssel?
Ich weiß ja nicht, ob die Gutachten von diesen Ärzten immer so ausfallen, aber den Vorschriften für Gutachten dürfte das nicht mehr folgen. Muss diese Vorschriften unbedingt mal raus suchen.
Nur die Frage wann ich das in meinem Papierchaos finde...
16.02.2011, 16:34 #23
Das ist die Fassung die ich vom SB bekommen habe. Ob der zusätzlich noch eine andere Fassung hat, z.B. mit Diagnosen oder ICD-10 Schlüsseln) weiß ich natürlich nicht.
Die Vorschriften für Gutachten würden mich natürlich sehr interessieren. Wär klasse wenn du das aus deinem Papierchaos fischen könntest :)
16.02.2011, 18:08 #24
So ein Gutachten besteht aus zwei Teilen. Die SB bekommt nur einen davon. Du kannst die Unterlagen recht einfach beantragen. Adresse hast Du ja sicherlich.
gemäß § 810 BGB i.V. mit § 19 BDSG bitte ich um Zusendung meiner von Ihnen erhobenen und erstellten Daten in Kopie.
ich nehme die Anforderung gleich zum Anlass die Weitergabe zu untersagen.
Hier z.B. falscher Name, falsche Diagnose - also alles Daten, die nachweisbar falsch wiedegegeben wurden. Schwerer wird es mit dem Beweis der Gutachter hätte Aussagen von Dir falsch wieder gegeben.
4. sie geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung verarbeitet werden und eine Prüfung jeweils am Ende des vierten, soweit es sich um Daten über erledigte Sachverhalte handelt und der Betroffene der Löschung nicht widerspricht, am Ende des dritten Kalenderjahres beginnend mit dem Kalenderjahr, das der erstmaligen Speicherung folgt, ergibt, dass eine längerwährende Speicherung nicht erforderlich ist. Personenbezogene Daten, die auf der Grundlage von § 28a Abs. 2 Satz 1 oder § 29 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 gespeichert werden, sind nach Beendigung des Vertrages auch zu löschen, wenn der Betroffene dies verlangt.
3. eine Löschung wegen der besonderen Art der Speicherung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich ist. (4) Personenbezogene Daten sind ferner zu sperren, soweit ihre Richtigkeit vom Betroffenen bestritten wird und sich weder die Richtigkeit noch die Unrichtigkeit feststellen lässt.
So habe ich Gutachten gesperrt. So ein Gutachten ist immer auch eine Wahrnehmung ohne Bweis und daher kann ich anzweifeln, dass der Gutachter richtig interpretiert hat. Solche Gutachten dauern meist auch nur wenige Minuten und darum ist ein abstreiten eines korrekten Gutachten recht einfach.
da reicht ebenfalls ein kurzer Satz
Ich zweifel die Richtigkeit meiner Darstellung im Gutachten an. Die Daten sind daher von Ihnen nach § 35 (4) BSG zu sperren. Einer Weitergabe ohne meiner schriftlichen Einwilligung widerspreche ich hiermit.
Für Ihre Mühe bedanke ich mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Ich habe mir angewöhnt alle Unterlagen anzufordern und der Weitergabe ohne meine Einwilligung zu widersrpechen. So habe ich die Beste Kontrolle wer was bekommt. Es gibt auch Gutachten, wo ich eine Gegendarstellung geschrieben habe. Das ist besonders wichtig gewesen bei dem Rentenantrag.
So, ich werde mal auf Suche gehen nach den Vorschriften. Kann Dir aber nicht versprechen die zu finden. Ich brauchte die vor drei Jahren und zwischendruch hatte ich einen Festplattencrash. Melde mich aber, sobald ich was finde.
gutachten, psychologisches, vorab
Kann man sich gegen ein Psychologisches Gutachten wehren? Andrea123 ALG II 9 15.11.2009 17:46

References: § 6
 § 27
 § 27
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 Art. 2
 § 9
 Art. 27
 § 27
 § 36
 § 29
 § 33
 § 29

§ 60
 § 810
 § 19
 § 28
 § 29
 § 35