Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Hessen&Datum=13.12.2006&Aktenzeichen=6%20UE%203083/05
Timestamp: 2019-06-24 18:36:01+00:00

Document:
VGH Hessen, 13.12.2006 - 6 UE 3083/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2744
VGH Hessen, 13.12.2006 - 6 UE 3083/05 (https://dejure.org/2006,2744)
VGH Hessen, Entscheidung vom 13.12.2006 - 6 UE 3083/05 (https://dejure.org/2006,2744)
VGH Hessen, Entscheidung vom 13. Dezember 2006 - 6 UE 3083/05 (https://dejure.org/2006,2744)
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Auslegung, Finanzkommissionsgeschäft, Investmentgesellschaft, Kommissionsgeschäft, Wertpapierdienstleistungsrichtlinie, wirtschaftliche Betrachtungsweise
Keine Erlaubnispflichtigkeit eines Kapitalanlagemodells ohne Anteilsinhaberschaft der Anleger an Sondervermögen
Zum Begriff des Finanzkommissionsgeschäfts
Wirtschafts- und Wirtschaftsverwaltungsrecht: Auslegung, Finanzkommissionsgeschäft, Investmentgesellschaft, Kommissionsgeschäft, Wertpapierdienstleistungsrichtlinie, wirtschaftliche Betrachtungsweise
Untersagung des Betriebs eines "Finanzkommissionsgeschäfts"; Beteiligung an Portfolios über Index-Zertifikate; Anschaffung und Veräußerung von Finanzinstrumenten im eigenen Namen für fremde Rechnung; Fehlende schriftliche Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht; Einordnung eines Kapitalanlagemodells als "Finanzkommissionsgeschäft"; Sinn und Zweck des Kreditwesengesetzes (KWG); Schutzbedürfnis der Anleger
HGB §§ 383 ff; KWG § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4, 6
HGB §§ 383 ff.; KWG § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4, 6
Schuldrechtlich ausgestaltete Anlagemodelle sind nicht als Finanzkommissionsgeschäfte im Sinne von § 1 Abs. 2 Nr. 4 KWG zu qualifizieren
Zusammenfassung von "Schuldrechtlich ausgestaltete Anlagemodelle als Finanzkommissionsgeschäft im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 KWG - Zugleich Anmerkung zu den Urteilen des Hessischen VGH vom 13.12.2006" von Oberregierungsrat Dirk Voge, original erschienen in: WM 2007, 1640 - 1648.
ESVGH 57, 189
ZIP 2006, 415
WM 2007, 1459
Die gegen die Urteile vom 27. Oktober 2005 eingelegten Berufungen der Beklagten wurden mit Urteilen des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 13. Dezember 2006 (betr. Verfügung vom 19. Februar 2003: ZIP 2007, 999) zurückgewiesen.
Wie der Hess. VGH in seinem auf das Urteil der erkennenden Kammer vom 27.10.2005 ergangenen Urteil vom 13.12.2006 (Az.: 6 UE 3083/05 - Juris - ) ausgeführt hat, habe sich der Gesetzgeber mit der Verwendung des rechtlich vorgeprägten und inhaltlich besetzten Begriffs eines Kommissionsgeschäftes in der Klammer der Legaldefinition an einen vorhandenen Geschäftstyp angelehnt.
Dass die damaligen Verfügungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vom 19. Februar 2003 und 5. April 2004 rechtswidrig gewesen seien, hätten das Verwaltungsgericht Frankfurt am Main (Urteil vom 27. Oktober 2005 - 1 E 1822/04(V) -), der Hessische Verwaltungsgerichtshof (Urteil vom 13. Dezember 2006 - 6 UE 3083/05 -) und das Bundesverwaltungsgericht (Urteil vom 27. Februar 2008 - 6 C 11/07, 6 C 12/07 -) schließlich später auch bestätigt.
In der Entscheidung vom 13. Dezember 2006 (Az. 6 UE 3083/05, ESVGH 57, 189 = ZIP 2007, 999) hat der Senat sich bereits mit dem Begriff des Finanzkommissionsgeschäfts auseinandergesetzt.
Zwar könnten insgesamt die besseren Gründe dafür sprechen, Geschäftsmodelle der klägerischen Art nicht als Finanzkommissionsgeschäft im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 KWG anzusehen (vgl. Hessischer VGH WM 2007, 1459 ff. [juris-Rn. 53 ff.] mit zustimmenden Anmerkungen Fock EWiR 2007, 595 f. und Hanten/von Livonius WuB I L 1. § 1 KWG 2.07; Dreher ZIP 2004, 2161 ff.; Hammen WM 2005, 813 ff.; Wolf DB 2005, 1723 ff.).
Des Weiteren nimmt die Klägerin Bezug auf das Urteil des Verwaltungsgerichtes Frankfurt vom 27.10.2005 ZIP 2006, 415 und das diese Entscheidung bestätigende Urteil des Hessischen VGH vom 13.12.2006 WM 2007, 1459, wonach sowohl nach nationaler als auch nach europarechtskonformer Auslegung ein Finanzkommissionsgeschäft bei der vorliegenden Form der gesellschaftsrechtlichen Anlagebeteiligung nicht angenommen werden könne, weil kein Handeln für andere vorliege, sondern die Klägerin lediglich ein Eigengeschäft betreibe.

References: § 1
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