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Timestamp: 2019-12-05 22:18:33+00:00

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BFH, 13.09.1989 - II R 67/86 - dejure.org
BFH, 13.09.1989 - II R 67/86
https://dejure.org/1989,997
BFH, 13.09.1989 - II R 67/86 (https://dejure.org/1989,997)
BFH, Entscheidung vom 13.09.1989 - II R 67/86 (https://dejure.org/1989,997)
BFH, Entscheidung vom 13. September 1989 - II R 67/86 (https://dejure.org/1989,997)
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ErbStG 1974 § 7 Abs. 1 Nr. 1, § 9 Abs. 1 Nr. 2
EStG § 10e Abs. 1; AO 1977 § 39 Abs. 2 Nr. 1
Erbschaftsteuer - Schenkung - Widerrufsvorbehalt - Schenkungspflicht
ErbStG (1974) § 7 Abs. 1 Nr. 1, § 9 Abs. 1 Nr. 2
§§ 7, 9 ErbStG
Erbschaftsteuer; Schenkung unter Widerrufsvorbehalt
BFHE 157, 572
BFHE 159, 572
NJW 1990, 1750
NJW-RR 1990, 1142 (Ls.)
DB 1990, 90
BStBl II 1989, 1034
Die beherrschende Stellung des Klägers gegenüber der BS kann danach nicht der Vereinbarung eines bloßen freien Widerrufsvorbehalts bei einer Schenkung gleichgestellt werden, der der Besteuerung nach § 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG nicht entgegensteht (BFH-Urteil vom 13. September 1989 II R 67/86, BFHE 157, 572, BStBl II 1989, 1034).
Der Gegenstand einer Schenkung richtet sich danach, was nach der Schenkungsabrede geschenkt sein sollte und worüber der Beschenkte im Verhältnis zum Schenker tatsächlich und rechtlich verfügen kann (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 28. November 1984 II R 133/83, BFHE 142, 511, BStBl II 1985, 159 zu 2. der Gründe; vom 13. September 1989 II R 67/86, BFHE 157, 572, BStBl II 1989, 1034, und vom 6. März 1985 II R 19/84, BFHE 143, 291, BStBl II 1985, 382).
Wie der Senat im Urteil in BFHE 157, 572, BStBl II 1989, 1034 unter Einschränkung der Rechtsausführungen in BFHE 142, 511, BStBl II 1985, 159 entschieden hat, steht der Umstand, daß sich der Schenker den jederzeitigen Widerruf vorbehalten hat, der Schenkungsteuerpflicht nicht entgegen.
Ist der Empfänger einer Leistung zivilrechtlich zur Rückgewähr des Überlassenen verpflichtet, fehlt es insoweit an einer Bereicherung des Empfängers (siehe auch BFH-Urteil vom 13. September 1989 II R 67/86, BFHE 157, 572, BStBl II 1989, 1034).
Darüber hinaus war mit dem Wegfall des Widerrufsrechts der Erblasserin/Schenkerin am Todestag eine selbständige unentgeltliche Zuwendung nicht verbunden (Hinweis auf BFH-Urteil vom 13.9.1989 II R 67/86, BStBl II 1989, 1034).
Die Bereicherung, die sich letztlich auch in der Möglichkeit dokumentiert, über den Zuwendungsgegenstand zu verfügen (vgl. § 137 Satz 1 BGB) und soweit nicht Rechte Dritter entgegenstehen jeden anderen von der Einwirkung auf ihn auszuschließen, ist, solange der Schenkungsvertrag seine volle Wirksamkeit entfaltet (also beispielsweise nicht widerrufen wird), eine auch in schenkungssteuerrechtlicher Hinsicht endgültige (vgl. BFH-Urteile vom 13.09.1989 II R 67/86, BStBl II 1989, 1034 und vom 28.06.2007 II R 21/05, 669).
Allein die Möglichkeit, bei einem bestimmten Verhalten der Klägerin die Schenkung zu widerrufen, macht die vermögensmäßig erworbene Position nicht schenkungsteuerrechtlich unbeachtlich (vgl. BFH-Urteile vom 13.09.1989 II R 67/86, BStBl II 1989, 1034, und vom 28.06.2007 II R 21/05, 669).
Schenkungen unter freiem Widerrufsvorbehalt vermitteln dem Empfänger keine formale, die Bereicherung beeinträchtigende Rechtsposition, sondern eine vollwertige Rechtsposition, da die Bereicherung letztlich in der Möglichkeit dokumentiert wird, über den Zuwendungsgegenstand zu verfügen und jeden anderen von der Einwirkung auszuschließen (BFH Urteil vom 13. September 1989 II R 67/86, BStBl II 1989 S. 1034), was vorliegend gegeben ist.
Das ist der Fall, wenn die Vermögensverfügung endgültig ist, der Bedachte also im Verhältnis zum Schenker über das Zugewendete tatsächlich und rechtlich (frei) verfügen kann (BFH-Urteile vom 28. November 1984 II R 133/83, BFHE 142, 511, BStBl II 1985, 159; vom 13. September 1989 II R 67/86, BFHE 157, 572, BStBl II 1989, 1034, und in BFHE 143, 291, BStBl II 1985, 382).
Eine Schenkung ist auch dann mit schenkungsteuerlicher Wirkung ausgeführt, wenn sich der Schenker einen Widerruf vorbehalten hat (vgl. BFH-Urteil vom 13.09.1989 II R 67/86, BStBl II 1989, 1034;… h.M. auch in der Literatur vgl. Moench, ErbStG, § 29 Rz. 6 f., § 7 Rz. 124; Gebel in Troll/Gebel/Jülicher, ErbStG, § 7 Tz. 54;… Kapp/Ebeling, ErbStG, § 7 Rz. 43).
Der Hinweis des Klägers auf das BFH-Urteil vom 13. September 1989 II R 67/86 (BStBl. II 1989, 1034), wonach bei Grundstückszuwendungen auch ein freier Widerrufsvorbehalt der Ausführung der Zuwendung i.S.d. § 9 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG nicht entgegensteht, geht fehl.
Der Hinweis des Klägers auf das BFH-Urteil vom 13. September 1989 II R 67/86 (BStBI. II 1989, 1034), wonach bei Grundstückszuwendungen auch ein freier Widerrufsvorbehalt der Ausführung der Zuwendung i.S.d. § 9 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG nicht entgegensteht, geht fehl.
BFH, 13.09.1989 - II R 66/86

References: § 7
 § 9
 § 10
 § 39
 § 7
 § 9
 § 7
 § 137
 § 29
 § 7
 § 7
 § 7
 § 9
 § 9