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Timestamp: 2017-03-25 21:46:43+00:00

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Die Namensführung bzw. Namensänderungsmöglichkeiten des deutschen Rechts sind sehr umfangreich und vielfältig. Die jeweiligen gewünschten Möglichkeiten sollten in einem persönlichen Gespräch genauer angesehen werden, ob die gewünschte Namensänderung im speziellen Einzelfall möglich ist. Die wohl häufigste Namensänderung ist die nach § 1355, Abs. 5 BGB, der nach Scheidung oder Tod des Ehepartners die Annahme des Geburtsnamens oder des bis zur Bestimmung des Ehenamens geführten Namens wieder zuläßt. Eine weitere häufige Namensänderung ist die der Einbenennung nach § 1618 BGB. Hier kann ein Elternteil, dem die elterliche Sorge für ein unverheiratetes Kind allein oder gemeinsam mit dem anderen Elternteil zusteht, und sein Ehegatte, der nicht Elternteil des Kindes ist, dem Kind, das in ihrem Haushalt lebt, ihren Ehenamen erteilen.
Diese Namenserteilung bedarf der Einwilligung des anderen Elternteils, wenn diesem die elterliche Sorge gemeinsam mit dem den Namen erteilenden Elternteil zusteht oder wenn das Kind bisher dessen Namen führt. Wichtig ist hier zu wissen, dass diese Namenserteilung durch Einbenennung nach § 1618 BGB keine erbrechtlichen Folgen hat, also keine Adoption ist. Eine automatische Namensänderung ergibt sich bei Kindern, die vor der Eheschließung der Eltern geboren wurden und nicht den bei einer späteren Eheschließung durch die Eltern gewählten Ehenamen führen, § 1616 BGB. Dieses Gesetz sagt: " Das Kind erhält den Ehenamen seiner Eltern als Geburtsnamen".
Dies ist in der Praxis dann der Fall, wenn bei der Geburt das Kind den Namen der Mutter kraft Gesetzes erhält, eine Vaterschaftserklärung abgelegt wurde und erst danach die Eltern geheiratet haben. Wenn die Eltern bei der Eheschließung dann den Namen des Vaters zum Ehenamen bestimmen, erhält das Kind diesen Ehenamen als Geburtsnamen. Der bis dahin geführte Geburtsname (in diesem Beispiel der Name der Mutter) entfällt dann. Neuer Geburtsname ist Ehename der Eltern.
Die Namensführung bzw. Namensänderungsmöglichkeiten von Vertriebenen und Spätaussiedlern ist im § 94 BVFG (Bundesvertriebenenförderungsgesetz) geregelt.
Dieses Gesetz bietet Vertriebenen und Spätaussiedler sowie deren Ehegatten und Abkömmlingen, die Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 des Grundgesetzes sind, die Möglichkeit, Namenserklärungen bzw. Namensänderungen vorzunehmen, und zwar in der Regel so, dass Namensbestandteile, die dem deutschen Namensrecht fremd sind (z. B. Vatersname) abgelegt werden können, bzw. Vor- und/oder Familiennamen in eine deutschsprachige Form gebracht werden können.
Auch bei den genannten häufigsten Namensänderungen gibt es noch Erweiterungen und Ergänzungen aber auch Einschränkungen, die hier den Rahmen sprengen würden. Bitte wenden Sie sich - wie bereits oben erwähnt - an das Standesamt.

References: § 1355
 § 1618
 § 1618
 § 1616
 § 94
 Art. 116