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Newsletter Nr. 48 vom 24. Oktober 2013 | www.bne-online.de
Suche Gespeichert von cornelia.nix@bn... am 24. Oktober 2013 - 12:31 Liebe Leserinnen und Leser,
die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD sind in vollem Gange. Für die Aushandlungen der Details zu den einzelnen Themen wurden Arbeitsgruppen eingerichtet – für den Bereich Energie unter Vorsitz von Bundesumweltminister Peter Altmaier und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Dass – im Gegensatz zu früheren Koalitionsverhandlungen – das Thema Energie dieses Mal exklusiv verhandelt wird und nicht gemeinsam mit den Themen Wirtschaft oder Umwelt, führt zu Spekulationen in den Medien: Wird es künftig ein eigenständiges Energieministerium geben? Die Antwort darauf gibt es wohl erst vor Weihnachten, wenn die genaue Besetzung der neuen Regierung bekannt gegeben werden soll.
1. TOP NEWS: Aktueller Stand der Veröffentlichung der Umlagen zum 15. Oktober +++ bne fordert sachliche Bewertung des Anstiegs der EEG-Umlage
2. BNETZA I: Einleitung von Aufsichtsverfahren wegen Missachtung der operationellen Entflechtungsvorgaben nach EnWG §7a Abs. 6
3. BNETZA II: Szenariorahmen zum NEP Gas 2014 mit Auflagen bestätigt
4. BNETZA III: Netzreservebedarf für Winter 2015/2016 bestätigt
5. BNETZA IV: EEG-Statistikbericht 2011 veröffentlicht
6. BUNDESGESETZBLATT: Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie veröffentlicht +++ Änderung des Widerrufsrechts
7. BUNDESKABINETT: Energieeinsparverordnung beschlossen
8. MESSWESEN: EU-Notifizierungsverfahren der MsysV abgeschlossen
9. EEG: Agora empfiehlt verpflichtende Direktvermarktung
10. ENERGIEWENDE: „Kleine Energierunde“ legt Eckpunktepapier vor
11. EU I: ACER und CEER veröffentlichen ihre Arbeitsprogramme für 2014
12. EU II: Internationale Zusammenarbeit nur da ergänzen, wo sie Mehrwert bietet
13. STUDIE I: Integrierter Kapazitätsmechanismus besser als Quotenmodell
14. STUDIE II: Netz der Zukunft muss robust sein +++ Mehrere Leitszenarien bei Netzausbauplanung nötig
15. STUDIE III: Konventionelle Kraftwerke profitieren von Förderung Erneuerbarer
16. STUDIE IV: Energietarifrechner auf Transparenz, Sicherheit und Preise untersucht
17. STUDIE V: Instabilität auf EU-Energiemärkten bedroht Versorgungssicherheit
Mit dem Stichtag 15. Oktober sind in der vergangenen Woche zahlreiche Umlage-Werte für 2014 veröffentlicht worden. Die Netzbetreiber haben zu diesem Stichtag auch ihre vorläufigen Netzentgelte für 2014 veröffentlicht.
Die EEG-Umlage für nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz beträgt für das Jahr 2014 6,240 ct/kWh. Für Strom, der unter die besondere Ausgleichsregelung nach §§ 40 ff. EEG fällt, kann das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die EEG-Umlage gemäß § 41 Abs. 3 Nr. 1 und § 42 Abs. 1 EEG anteilig auf 10% oder 1% der EEG-Umlage oder 0,05ct / kWh bzw. gemäß § 41 Abs. 3 Nr. 2 EEG vollständig auf 0,05 ct/kWh begrenzen.
Der bne hatte am 15. Oktober in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, den Anstieg der EEG-Umlage sachlich zu bewerten. Verbraucher könnten dem befürchteten Kostenanstieg durch einen Anbieterwechsel umgehen, so der bne. Bei der anstehenden Reform des EEG müsse die neue Bundesregierung die einzelnen Förderungen auf Berechtigungen überprüfen und das System hin zu einer verpflichtenden Direktvermarktung weiterentwickeln, forderte der bne.
Ebenfalls am 15. Oktober wurde die Offshore-Haftungsumlage für das Jahr 2014 veröffentlicht. Sie verbleibt auf dem gesetzlichen Höchstsatz, d.h. für die Letztverbrauchergruppe A: 0,250 ct/kWh, für die Letztverbrauchergruppe B: 0,050 ct/kWh und für die Letztverbrauchergruppe C: 0,025 ct/kWh.
Auch die Umlage für abschaltbare Lasten nach § 18 AbLaV wurde am 15. Oktober veröffentlicht. Für das Jahr 2014 beträgt sie 0,009 ct/kWh.
Die § 19 Abs. 2 StromNEV-Umlage wurde am 21. Oktober veröffentlicht – sie beträgt für die Letztverbrauchergruppe A: 0,092 ct/kWh, für die Letztverbrauchergruppe A+: 0,482 ct/kWh, für die Letztverbrauchergruppe A++: 0,532 ct/kWh, für die Letztverbrauchergruppe B: 0,050 ct/kWh und für die Letztverbrauchergruppe C: 0,025 ct/kWh.
Die KWK-G-Umlage wird voraussichtlich erst am 15. November 2013 veröffentlicht.
Die veröffentlichte EEG-Umlage Die veröffentlichte Offshore-Haftungsumlage
Die veröffentlichte Umlage für abschaltbare Lasten
Die veröffentlichte § 19-Umlage
Die Pressemitteilung des bne zur EEG-Umlage
Gegen insgesamt 18 Netzbetreiber hat die Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur Aufsichtsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen § 7a Abs. 6 EnWG eingeleitet. Dabei geht es um die operationelle Entflechtung von Verteilernetzbetreibern, die Teil eines vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens sind. Diese haben in ihrem Kommunikationsverhalten und ihrer Markenpolitik zu gewährleisten, dass eine Verwechslung zwischen Verteilernetzbetreiber und den Vertriebsaktivitäten des vertikal integrierten Energieversorgungsunternehmens ausgeschlossen ist.
Bereits seit Jahren fordert der bne, dass die Vorgaben zur Entflechtung einheitlich und fristgerecht umgesetzt werden müssen. Nur bei konsequenter Umsetzung der Vorgaben nach § 7a Abs. 6 EnWG können Ungleichheiten beendet werden und der Wettbewerb auf dem Energiemarkt sich fair entwickeln. Der bne wird deshalb die Entwicklung der BNetzA-Verfahren weiter aufmerksam verfolgen.
Die vollständige Liste der betroffenen Netzbetreiber
Noch immer keine klare Linie: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) bestätigte am 16. Oktober den Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Gas 2014 (NEP). Wie bereits im vergangenen Jahr erfolgte die Bestätigung jedoch nur mit Auflagen und so verschiebt die Regulierungsbehörde einen Teil der – bislang ungeklärten – Streitpunkte wieder in das nächste Jahr. Seit dem ersten Netzentwicklungsplan Gas von 2012 wird zwischen Fernleitungsnetzbetreibern (FNB) auf der einen und Betreibern von Gaskraftwerken und Speichern auf der anderen Seite um die Bereitstellung bzw. Schaffung ausreichender fester Gastransportkapazitäten für Neuanschlüsse gerungen. Noch gibt es keine Entscheidung der BNetzA zur Modellierung im NEP 2013, bei dem die FNB Kapazitätsprodukte mit Auflagen bzw. Beschränkungen ihren Berechnungen zugrunde gelegt hatten.
Die Entscheidung der BNetzA zum Szenariorahmen für 2014 enthält die Anforderung an die Netzbetreiber, ihre Modellberechnung mit dem Speicherprodukt TAK fortzuführen. Weiterhin enthält sie eine Klarstellung darüber, dass im Fall der Modellierung mit dynamisch zuordenbaren Kapazitätsprodukten für den Anschluss neuer Gaskraftwerke eine Zuordnung von Einspeisepunkten ohne einen dahinter liegenden liquiden virtuellen Handelspunkt (wie z.B. Wallbach und Greifswald) unzulässig ist. Außerdem enthalten die Vorgaben die Anweisung, dass die Prognosen der Verteilnetzbetreiber zur ihrer Kapazitätsnachfrage (interne Bestellung) stärker zu berücksichtigen ist.
Nächster Schritt: Auf Grundlage der Szenarien modellieren die FNB den NEP für 2014 neu. Dessen erster Entwurf wird dann voraussichtlich Anfang Februar 2014 zur Konsultation durch die FNB veröffentlicht.
Alle Veröffentlichungen zum Szenariorahmen Gas 2014
Für den Winter 2015/2016 besteht ein Reservekraftwerksbedarf mit einer Leistung von 4.800 MW. Das ist das Ergebnis der von der Bundesnetzagentur (BNetzA) am 30. September vorgelegten „Feststellung des Reservekraftwerksbedarfs für den Winter 2015/2016“. Parallel zu der Feststellung veröffentlichte die BNetzA den Bericht über die Ergebnisse der Prüfung der Systemanalyse der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) für den Winter 2015/2016. Die Systemanalyse der ÜNB sei bestätigt worden, so die BNetzA: Es müsse fast doppelt so viel konventionelle Kraftwerksleistung für den Winter 2015/2016 vorgehalten werden, wie für den kommenden Winter. Die Ursache hierfür läge in einer weiteren Verschiebung der Erzeugung in den Norden und in der Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld Ende 2015. Außerdem sei man bei den betrachteten Ausfallszenarien zusätzlich von einer verzögerten Fertigstellung insbesondere der Süd-West-Kuppelleitung ausgegangen, so BNetzA-Präsident Homann. Ein Neubau von Kraftwerken sei jedoch für den Winter 2015/ 2016 nicht erforderlich, da der Netzreservebedarf gedeckt werden könne.
Der Bericht und die Feststellung auf den Seiten der BNetzA
Der Anstieg der installierten Leistung über alle nach EEG vergütungsfähigen Anlagen verlangsamt sich von Jahr zu Jahr: von 23 Prozent in 2009 über 21 Prozent in 2010 zu 16 Prozent in 2011. Das ergibt sich aus dem am 1. Oktober von der Bundesnetzagentur veröffentlichten „EEG-Statistikbericht 2011“. Insgesamt habe die eingespeiste Jahresarbeit der nach EEG vergütungsfähigen Anlagen in 2011 einen relativen Anteil am Bruttostromverbrauch von 17 Prozent gehabt, so der Bericht. Zur Erinnerung: Das angestrebte Ausbauziel der Bundesregierung für erneuerbare Energien in 2020 liegt bei 35 Prozent. Weiterhin geht aus dem Bericht hervor, dass Wind als Energieträger in 2011 die installierte Leistung dominiert hat – allerdings sei der Anteil der summarischen EEG-Leistung in 2011 zugunsten des Energieträgers Solar um vier Prozentpunkte gesunken, so die BNetzA. Insgesamt sei 2011 knapp 11.650 GWh EEG-vergütungsfähiger Strom direkt vermarktet worden. Das sei gegenüber dem Vorjahr mehr als die siebenfache Menge gewesen.
Der EEG-Statistikbericht 2011
Das Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie ist am 27. September im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Es regelt unter anderem das Widerrufsrecht für Kunden von Strom- und Gasanbietern. Außerdem stellt die Gesetzesänderung klar, dass Strom und Gas als Ware betrachtet werden. Das Gesetz tritt am 13. Juni 2014 in Kraft.
Die Bundesregierung hat am 16. Oktober die Novelle zur Energieeinsparverordnung (EnEV) mit den vom Bundesrat vorgesehenen Änderungen beschlossen. Hauptbestandteil der Novelle ist eine Anhebung der Effizienzanforderungen für Neubauten um einmalig 25 Prozent ab 1. Januar 2016. Mit der Novelle der EnEV wird unter anderem die europäische Gebäuderichtlinie vollständig umgesetzt. Der Bundesrat hatte zuvor die mangelnde Transparenz der Verordnung sowie ihren hohen Anteil an Bürokratie bemängelt. In der nun vom Kabinett verabschiedeten Fassung sind unter anderem zusätzlich Effizienzklassen für Gebäude in Energieausweisen und Immobilienanzeigen eingeführt worden.
Die Vorgaben der Änderungsverordnung treten im Wesentlichen sechs Monate nach der Verkündung in Kraft.
Die nichtamtliche Fassung der Änderungsverordnung zur Energieeinsparverordnung
Das europäische Notifizierungsverfahren zum Entwurf der Messsystemverordnung (MsysV) ist am 7. Oktober abgeschlossen worden. Damit sei der Weg frei für das nationale Rechtssetzungsverfahren, so das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) in einer Pressemeldung dazu. Aller Voraussicht nach wird die MsysV Teil eines Verordnungspaketes zum Messwesen, das im Laufe des kommenden Jahres verabschiedet werden könnte. Voraussetzung sind ein entsprechender Kabinettsbeschluss und die Zustimmung von Bundesrat und Bundestag. Änderungen an der bekannten notifizierten Version der MsysV sind prinzipiell möglich und nicht unwahrscheinlich – allerdings wird das BMWi darauf achten, dass potenzielle Änderungen möglichst keine erneute EU-Zertifizierungspflicht auslösen.
Die notifizierte Version der MsysV
Agora Energiewende hat am 10. Oktober unter dem Titel „Ein radikal vereinfachtes EEG 2.0 und ein umfassender Marktdesign-Prozess“ eine Reformskizze für das EEG veröffentlicht. Das von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation finanzierte Beratungsgremium schlägt vor, 2014 in einer EEG-Novelle zu regeln, dass neue EEG-Anlagen ihren Strom direkt vermarkten müssen. Durch die Einführung eines maximalen Fördersatzes läuft der Vorschlag darauf hinaus, den zukünftigen Ausbau erneuerbarer Energien auf die günstigsten Technologien, also Photovoltaik und Onshore-Windkraft, zu konzentrieren. Die relativ teure Offshore-Windenergie soll darüber hinaus eine zusätzliche Förderung erhalten, damit der Ausbau nicht zum Erliegen kommt. Außerdem sollen Befreiungen der Industrie von der EEG-Umlage reduziert und die Eigenstromerzeugung an der EEG-Umlage beteiligt werden, um die „Entsolidarisierung bei der Finanzierung der Energiewende“ zu beenden. Ausgenommen hiervon sind, wie auch von der Pflicht zur Direktvermarktung, kleine Anlagen, insbesondere PV-Anlagen auf Ein- bis Zweifamilienhäusern. 2017 soll nach den Vorstellungen der Agora eine erneute grundlegende Reform stattfinden, die die Erneuerbaren-Förderung in ein neues Marktdesign einbettet.
Zum Hintergrund: Kostensteigerungen und Wettbewerbsferne der gegenwärtigen Erneuerbaren-Förderung haben eine intensive Diskussion um die Reform des EEG ausgelöst. Mit seinen Eckpunkten schließt sich Agora der großen Zahl von Akteuren an, die in den letzten Monaten für die verpflichtende Direktvermarktung plädiert haben, z.B. bne, BDEW, VKU, 8KU sowie diverse führende Wissenschaftler und Berater. Im Februar hatten auch das Unions-geführte Bundesumweltministerium und das FDP-geführte Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der sog. „Strompreisbremse“ eine verpflichtende Direktvermarktung vorgeschlagen.
Die Reformskizze von Agora
Für das Gelingen der Energiewende braucht es eine zügige Reform des EEG mit stufenweisem Übergang zur Direktvermarktung sowie ein wettbewerblich orientiertes Finanzierungsmodell für das Vorhalten von flexiblen konventionellen Kraftwerken als Back-up-Lösung für die Versorgungssicherheit. Diese und weitere Forderungen stellt die „Kleine Energierunde“ in ihrem am 16. Oktober veröffentlichten Eckpunktepapier „Energiewende 2.0“. Die „Kleine Energierunde“ ist eine Allianz aus Vertretern der Energiebranche, der Wissenschaft und der Deutschen Umwelthilfe, die sich auf Initiative des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil gebildet hat, der für die SPD im Verhandlungsteam der Arbeitsgruppe Energie sitzt
Neben den genannten Punkten weisen die Autoren des Papiers darauf hin, dass für die Marktteilnehmer bei der Energiewende Planungssicherheit und Verlässlichkeit gewährleistet sein müssten. Außerdem sollten die Befreiungen der stromintensiven Industrien von der Verpflichtung zur Zahlung der EEG-Umlage auf das erforderliche Maß begrenzt werden, so das Papier.
Am 30. September haben ACER (die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierer) und CEER (die Gruppe der europäischen Regulierer) ihre jeweiligen Arbeitsprogramme für 2014 veröffentlicht.
ACER plant in 2014, die Entwicklung von Rahmenrichtlinien für Regeln zum Angleichen von Stromübertragungstarifen zu beginnen. Außerdem sollen Rahmenrichtlinien für den Handel im Zusammenhang mit technischen und betrieblichen Vorschriften des Netzzugangs und des Systemausgleichs beim Gas entwickelt werden. ACER erwartet auch, dass in 2014 eine Reihe von Netzwerk Codes vorgelegt werden, zu denen sie Empfehlungen abgeben wird. Nicht zuletzt will ACER eine Beurteilung der Strom- und Gas-Zielmodelle vornehmen und festlegen, ob und wie die Modelle an die Herausforderungen der Zukunft angepasst werden müssen.
CEER will sich in 2014 verstärkt der Rolle des Verteilnetzbetreibers widmen. Diese werde sich durch neue Technologien, die wachsende Bedeutung der Verbrauchsseite und die Zunahmen von Erzeugungskapazitäten in den unteren Spannungsebenen verändern, so CEER. Außerdem betont CEER in ihrem Arbeitsprogramm die Bedeutung des Endkunden für die weitere Entwicklung des europäischen Energiemarktes und erwartet darüber hinaus begleitende Tätigkeiten für den Aufbau einer guten Regulierungspraxis.
Das ACER-Arbeitsprogramm 2014
Das CEER-Arbeitsprogramm 2014
Im Rahmen ihrer Energiepolitik sollte die EU die bilaterale Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten nicht ersetzen, sondern sie dort ergänzen, wo das Handeln auf EU-Ebene einen echten Mehrwert bietet. Zu diesem Schluss kommt die EU-Kommission in ihrem am 13. September veröffentlichten Bericht zur „Umsetzung der Mitteilung zur Energieversorgungssicherheit und internationalen Zusammenarbeit sowie der Schlussfolgerungen des Rates „Energie“ vom November 2011“.
Die EU müsse in den energiepolitischen Beziehungen mit den Mitgliedstaaten ein hohes Maß an Flexibilität und Pragmatismus beibehalten, so der Bericht. Nur so könne auf die schnellen Veränderungen an den globalen Energiemärkten und die politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen adäquat reagiert werden. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die EU nach außen hin mit einer Stimme spreche und koordiniert vorgehe – auf diese Weise könnten die strategischen Interessen der EU wirksam gefördert und ihre Verhandlungsmacht gestärkt werden.
Im direkten Vergleich der Fördermechanismen für erneuerbare Energien eignet sich der integrierte Kapazitätsmechanismus am ehesten; besonders schlecht hingegen kommt das Quotenmodell weg. Das ist das Fazit des im September vom baden-württembergischen Umweltministerium veröffentlichten Gutachtens „Förderung fluktuierender erneuerbarer Energien: Gibt es einen dritten Weg?“. Der Autor des Gutachtens, Professor Dr. Peter Bofinger, kommt zu dem Schluss, dass der integrierte Kapazitätsmechanismus alle anderen Fördermechanismen eindeutig überlegen sei. Der Kapazitätsmechanismus kombiniere eine vergleichsweise hohe Sicherheit für Investoren mit einer hohen Kosteneffizienz, die durch das Auktionsverfahren gewährleistet werde. Es sei allerdings zu berücksichtigen, dass Auktionen mit höheren Transaktionskosten verbunden seien, als eine Einspeisevergütung – dies könne sich insbesondere auf kleinere Akteure nachteilig auswirken. Das Quotenmodell hingegen habe im Vergleich der Fördermechanismen besonders ungünstig abgeschnitten, so Bofinger. Es dürfte mit besonders hohen Kosten für die Verbraucher verbunden sein und sei unter Effizienzgesichtspunkten ebenso ungünstig wie das EEG.
Die Beschränkung auf ein Leitszenario bei der Netzausbauplanung ist zu kurz gedacht, denn das Netz der Zukunft sollte möglichst robust sein. Zu diesem Schluss kommt Agora Energiewende in ihrer am 26. September veröffentlichten Studie „Ein robustes Stromnetz für die Zukunft“. Die Autoren der Studie von der BET Aachen gehen davon aus, dass der zukünftige Bedarf für den Stromtransport derzeit nicht abzuschätzen ist. Daher sollte das Netz für verschiedene technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen ausgelegt sein. Außerdem sollten bei der Netzausbauplanung alle ökonomisch vernünftigen Möglichkeiten zur Beschränkung des Netzausbaus einbezogen werden, so die Autoren. Hierzu gehörten beispielsweise die Abregelung von Einspeisespitzen oder die gezielte Standortwahl für den Bau neuer Kraftwerke. Um die Durchführbarkeit ihres Ansatzes zu testen, haben die Autoren der Studie eine partielle Netzberechnung durchgeführt, aus der im Anschluss ein exemplarischer Netzplan entwickelt wurde. Dieser habe jedoch als Alternative zum bestehenden Netzentwicklungsplan keine Legitimation, so die Autoren.
Agora will deshalb nun prüfen, ob und inwieweit rechtliche Rahmenbedingungen geändert werden müssten, damit Netzbetreiber und Bundesnetzagentur das Verfahren bei der Netzplanung übernehmen könnten.
Die Kurzfassung der Studie und weitere Informationen
Konventionelle Kraftwerke konnten 2012 ihre Gewinne aufgrund der Förderung erneuerbarer Energien um 775,4 Millionen Euro erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt die am 14. Oktober von Greenpeace Energy veröffentlichte Studie „Ertragsoptimierung von Kraftwerken durch EEG-Regelungen“. Die Betreiber konventioneller Kraftwerke machen über Handelsgeschäfte an der Strombörse Gewinne – selbst, wenn sie weniger Energie produzieren würden, so die Autoren der Studie (Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy). Die Betreiber von konventionellen Kraftwerken hätten ihren Strom bereits lange vorher zu hohen Preisen verkauft und müssten termingerecht liefern. Gleichzeitig würden durch das steigende Angebot erneuerbarer Energien die Energiepreise am Spotmarkt der Strombörse sinken. Kraftwerksbetreiber könnten ihren Gewinn also steigern, wenn sie ihren Strom nicht selbst erzeugen, sondern billig an der Börse einkaufen würden, so die Studie. In Zukunft würden konventionelle Kraftwerke sogar noch stärker als bisher von erneuerbarem Strom auf dem Strommarkt profitieren.
Nur vier von 12 Online-Energie-Vergleichsportalen haben bei einer Untersuchung mit dem Qualitätsurteil „gut“ abgeschlossen. Das berichtete das Deutsche Institut für Servicequalität (DISQ) am 24. September. Testsieger bei der Untersuchung sei Verivox.de geworden, gefolgt von Transparo.de und Check24.de, so das DISQ. Untersucht hat man die Vergleichsportale in Hinblick auf Inhalte, Transparenz und Sicherheit der Internetauftritte sowie auf Grundlage einer Preisuntersuchung der Tarife. Drei Anbieter zeigten dabei lediglich einen befriedigenden und fünf nur einen ausreichenden Service. Schwächen seien vor allem in den Bereichen Transparenz und Sicherheit gefunden worden, so das DISQ: „Nutzer müssen die Suchergebnisse über Filter oft selbst einschränken, um kundenunfreundliche Tarife auszuschließen.“ Außerdem hätten nur sieben der 12 untersuchten Portale für eine sichere und sichtbare Verschlüsselung der eingegebenen Nutzerdaten im Antragsprozess gesorgt.
Ergebnistabellen und wichtigste Daten der Untersuchung
Auf den Gas- und Strommärkten Europas herrscht derzeit Instabilität, die die langfristige und kurzfristige Sicherheit der Energieversorgung in der Region bedroht. Zu diesem Schluss kommt Capgemini in seinem am 10. Oktober veröffentlichten „European Energy Markets Observatory“. Die instabile Situation auf den europäischen Energiemärkten sei durch eine Kombination aus langanhaltender Wirtschaftskrise, der Deregulation in den Energiemärkten sowie des rapiden Ausbaus erneuerbarer Energien im Zuge des EU Klima- und Energiepakets entstanden, so das Papier. Um diese Instabilität zu bekämpfen, sei eine umfassende Reform des Energiemarkts notwendig. Empfohlen wird hierfür zunächst eine Reform des Emissionshandelssystems, in der marktbezogene Regularien oder ein CO2-Mindestpreis eingeführt werden könnten. Außerdem sollte laut Autoren ein Kapazitätsmarkt aufgebaut werden, der auf europäischer Ebene koordiniert wird. Weiterhin sollte ein neues "Einzelhandelsdesign" implementiert werden, das die Finanzierung von Smart Grids ermöglicht. Und nicht zuletzt empfehlen die Autoren ein kontrolliertes Wachstum der erneuerbaren Energien und die damit zusammenhängende Begrenzung der Subventionen.
Die Ansichtsversion der Studie auf der Capgemini-Seite
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