Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=16.04.2002&Aktenzeichen=VIII%20R%2050/01
Timestamp: 2019-06-27 03:47:01+00:00

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BFH, 16.04.2002 - VIII R 50/01 - dejure.org
https://dejure.org/2002,908
BFH, 16.04.2002 - VIII R 50/01 (https://dejure.org/2002,908)
BFH, Entscheidung vom 16.04.2002 - VIII R 50/01 (https://dejure.org/2002,908)
BFH, Entscheidung vom 16. April 2002 - VIII R 50/01 (https://dejure.org/2002,908)
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Revision - Einkommensteuer - Kindergeld - Zweitausbildung - Unterhaltsauszahlung an das Kind - Unterhaltspflicht des Vaters
§ 74 Abs. 1 Sätze 1 und 3 EStG
Einkommensteuer; Abzweigung des Kindergelds an das Kind
FG Rheinland-Pfalz, 11.08.2000 - 3 K 2260/97
BFHE 199, 105
FamRZ 2002, 1560 (Ls.)
BStBl II 2002, 575
Das nach § 31 EStG und §§ 62 ff. EStG gezahlte Kindergeld ist nicht Einkommen des Kindes, für das es gezahlt wird; vielmehr handelt es sich grundsätzlich um Einkünfte der Kindergeldberechtigten, d.h. regelmäßig der Eltern (vgl. BFH, Urt. v. 16.4.2002 - XIII R 50/01 -, BFHE 199, 105 ff. sowie BVerwG, Urt. v. 21.6.2001 - 5 C 7/00 -, BVerwGE 114, 339, 340;… Urt. v. 11.10.1985 - 5 B 80/85 -, NVwZ 1986, 382, 383;… Urt. v. 7.2.1980 - 5 C 73/79 -, BVerwGE 60, 6 ff.; VGH München, Urteile v. 9.2.2004 - 12 B 03.2299 - u. v. 5.2.2004 - 12 BV 03.3282 -, juris; OVG Hamburg, Beschl. v. 3.4.2002 - 4 Bs 20/02 -, NVwZ-RR 2002, 756 f.;… OVG Koblenz, Urt. v. 23.5.2002 - 12 A 10375/02 -, NVwZ-RR 2003, 44 ff.).
Einen unmittelbaren Auszahlungsanspruch hat das Kind selbst nur dann, wenn der Kindergeldberechtigte ihm gegenüber seiner gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht nachkommt oder mangels Leistungsfähigkeit nicht mindestens in Höhe des Kindergeldbetrages leistungsfähig ist oder die Unterhaltspflicht erloschen ist (vgl. § 74 Abs. 1 Sätze 1 u. 3 EStG sowie BFH, Urt. v. 16.4.2002, a.a.O.).
Dieser Tatbestand setzt das Bestehen einer gesetzlichen Unterhaltspflicht voraus (BFH, Urt. v. 16.4.2002 - VIII R 50/01 -, BFHE 199, 105 ff.).
bb) Für den Bereich des Kindergeldrechts hat der erkennende Senat zudem bereits in seinem Urteil vom 16. April 2002 VIII R 50/01 (BFHE 199, 105, BStBl II 2002, 575, unter 2. b der Gründe) entschieden, dass das Bestehen einer zivilrechtlichen Unterhaltspflicht nicht ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal des Kindergeldanspruchs ist.
Aus der Konzeption des Kindergeldrechts ergibt sich nicht, dass das Bestehen einer zivilrechtlichen Unterhaltsverpflichtung generell Voraussetzung des Kindergeldanspruchs nach den §§ 62 ff EStG wäre (vgl. dazu BFH-Urteil vom 16. April 2002 VIII R 50/01, BFHE 199, 105, BStBl II 2002, 575).
Zur Begründung bezieht sich die Klägerin auf das Urteil des BFH vom 16. April 2002 VIII R 50/01, BStBl II 2002, 575.
Der von dem BFH mit Urteil vom 16. April 2002 VIII R 50/01, BStBl II 2002, 575 entschiedene Fall ist mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar.
Die Revision wird im Hinblick auf die Entscheidung des BFH (Urteil vom 16. April 2002 VIII R 50/01, BStBl II 2002, 575) nach § 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO zur Fortbildung des Rechts und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zugelassen.
Da die Antragstellerin zu 1. mangels ausreichender Leistungsfähigkeit nicht zahlungspflichtig sein dürfte, dürften die Voraussetzungen des § 74 Abs. 1 Satz 3 EStG vorliegen (vgl zur Anwendung des § 74 EStG BFH, Urteil vom 16. April 2002 - VIII R 50/01 - BFHE 199, 105; Urteil vom 27. Oktober 2004 - VIII R 65/04 -).".
Aus der Konzeption des Kindergeldrechts ergibt sich nicht, dass das Bestehen einer zivilrechtlichen Unterhaltsverpflichtung generell Voraussetzung des Kindergeldanspruchs nach den §§ 62 ff. EStG wäre (vgl. dazu BFH-Urteil vom 16. April 2002 VIII R 50/01, BFHE 199, 105, BStBl II 2002, 575).
FG Düsseldorf, 07.04.2016 - 16 K 1697/15
Voraussetzungen für eine Abzweigung des Kindergelds aus dem Anspruch der Mutter …
c) In Frage kommt allerdings die analoge Anwendung des § 74 Abs. 1 EStG (BFH-Urteil vom 16.04.2002 VIII R 50/01, BStBl II 2002, 575; V 32.2 Abs. 1 a. E. DA-KG 2015), wenn Kindergeldleistungen nicht für das betreffende Kind verwendet werden, selbst wenn der Kindergeldberechtigte aus anderen Gründen nicht leistungsverpflichtet ist.
Hier besteht eine planwidrige Lücke, die ansonsten zu sachlich nicht einleuchtenden, sinnwidrigen Ergebnissen führen würde (vgl. BFH-Urteil vom 16.04.2002 VIII R 50/01, BStBl II 2002, 575, 577 unter 2).
Da die Antragstellerin zu 1. mangels ausreichender Leistungsfähigkeit nicht zahlungspflichtig sein dürfte, dürften die Voraussetzungen des § 74 Abs. 1 Satz 3 EStG vorliegen (vgl zur Anwendung des § 74 EStG BFH, Urteil vom 16. April 2002 - VIII R 50/01 - BFHE 199, 105; Urteil vom 27. Oktober 2004 - VIII R 65/04 -).
Dies ergebe sich, wie der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung vom 16. April 2002 (VIII R 50/01) bestätigt habe, aus dem Sinn der gesetzlichen Regelung.
FG Berlin-Brandenburg, 02.04.2009 - 10 K 10320/07
Abzweigung von Kindergeld: bei erfolgter Auszahlung, Irrelevanz von …
Für das Vorliegen der Tatbestandsvoraussetzung des § 74 Abs. 1 Satz 3 EStG ist unabhängig vom Vorliegen einer Unterhaltspflichtverletzung oder einer nicht bestehenden Unterhaltspflichtverletzung wegen fehlender Leistungsfähigkeit von entscheidender Bedeutung, dass der Kindergeldberechtigte Barunterhalt in geringerer Höhe als das zur Auszahlung in Betracht kommende Kindergeld leistet (vgl. BFH Urteil vom 16.04.2002 VIII R 50/01, BFHE 199, 105, BStBl. II 2002, 575).
Die Annahme einer solchen Ermessensreduzierung hält der Senat jedoch vorliegend für unzutreffend, weil die Abzweigung von Kindergeld auch rückwirkend ab dem der Antragstellung nachfolgenden Monat möglich ist (vgl. BFH Urteil vom 16.04.2002 a.a.O).
BFH, 18.03.2003 - VIII B 233/02
Auszahlung von Kindergeld an den Sozialhilfeträger bei einer Zweitausbildung
FG Sachsen, 10.12.2008 - 8 K 1772/07
Rückforderung von bereits an den Kindergeldberechtigten geleisteten …
FG Düsseldorf, 04.07.2005 - 14 K 5656/04
Abzweigung; Kindergeldabzweigung; Unterhaltspflicht; Kost und Logis; …

References: § 74
 § 31
 § 74
 § 115
 § 74
 § 74
 § 74
 § 74
 § 74
 § 74