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Timestamp: 2019-10-14 09:51:11+00:00

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BGH, 18.12.1990 - VI ZR 169/90 - dejure.org
https://dejure.org/1990,160
BGH, 18.12.1990 - VI ZR 169/90 (https://dejure.org/1990,160)
BGH, Entscheidung vom 18.12.1990 - VI ZR 169/90 (https://dejure.org/1990,160)
BGH, Entscheidung vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 169/90 (https://dejure.org/1990,160)
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Beweislastumkehr - Krankenhaus - Schadensersatz - Krankenhausbetrieb - Risikosphäre - Pflegepersonal
§ 276 BGB, § 282 BGB
Beweislastumkehr bei Unfall des Patienten während Krankenhauspflege
Nachweis pflichtgemäßen Verhaltens einer Krankenschwester
BGB § 276, § 282, § 326 Abs. 1
Sturz eines Patienten beim Heben vom Nachtstuhl
NJW 1991, 1540
MDR 1991, 846
VersR 1991, 310
Darlegungs- und beweispflichtig ist vielmehr insoweit die Klägerin als Anspruchstellerin; Gegenteiliges läßt sich insbesondere nicht aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 18. Dezember 1990 (VI ZR 169/90 = NJW 1991, 1540 f = VersR 1991, 310 f) herleiten.
Denn die Vorgänge im lebenden Organismus können auch vom besten Arzt nicht immer so beherrscht werden, dass schon der ausbleibende Erfolg oder auch ein Fehlschlag auf eine fehlerhafte Behandlung hindeuten würden (Senatsurteil vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 189/90, VersR 1991, 310, 311).
Anders als im Bereich des ärztlichen Handelns, in dem grundsätzlich der Patient die Darlegungs- und Beweislast für einen von ihm behaupteten Behandlungsfehler sowie dessen Ursächlichkeit für den eingetretenen Gesundheitsschaden trägt (vgl. u.a. Senatsurteil vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 169/90 - VersR 1991, 310 m.w.N.), kommt bei der Verwirklichung von Risiken, die nicht vorrangig aus den Eigenheiten des menschlichen Organismus erwachsen, sondern durch den Klinikbetrieb oder die Arztpraxis gesetzt und durch sachgerechte Organisation und Koordinierung des Behandlungsgeschehens objektiv voll beherrscht werden können, der Rechtsgedanke des § 282 BGB a.F. (nunmehr § 280 Abs. 1 Satz 2 BGB) zum Tragen, wonach die Darlegungs- und Beweislast für Verschuldensfreiheit bei der Behandlungsseite liegt.
Die Vorgänge im lebenden Organismus lassen sich nicht so sicher beherrschen, daß ein Mißerfolg der Behandlung bereits den Schluß auf ein Verschulden zuließe (s. zuletzt Senatsurteil vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 169/90 - zur Veröffentlichung bestimmt m.w.N.).
Anderes gilt jedoch, wo sich Risiken verwirklichen, die nicht vorrangig aus den Eigenheiten des menschlichen Organismus erwachsen, sondern durch den Krankenhausbetrieb gesetzt werden und von dem Träger des Krankenhauses und dem dort tätigen Personal beherrscht werden können (s. zuletzt näher Senatsurteil vom 18. Dezember 1990 a.a.O. m.w.N.).
Wie die Nichtzulassungsbeschwerde zu Recht rügt, hat das Berufungsgericht verkannt, dass nach Operationen entstandene Lagerungsschäden grundsätzlich als vollbeherrschbar gelten, mit der Folge, dass sich die Behandlungsseite von der Fehlervermutung entlasten muss (…vgl. Senatsurteile vom 24. Januar 1984 - VI ZR 203/82, VersR 1984, 386, juris Rn. 14; vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 189/90, VersR 1991, 310 juris Rn. 12;… vom 24. Januar 1995 - VI ZR 60/94, VersR 1995, 539 juris Rn. 11; Beschluss vom 20. September 2011 - VI ZR 5/11, VersR 2011, 1462, 1463).
Für die Fälle, dass ein Patient während der Krankenhauspflege einen Unfall erleidet, hat der BGH zur Darlegungs- und Beweislast folgendes ausgeführt: (BGH, 6. Zivilsenat, Urteil vom 18.12.1990, Aktenzeichen: VI ZR 169/90 = NJW 1991, 1540 bis 1541): "In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass sich jedenfalls für bestimmte Vertragstypen wie insbesondere den Werk- und den Dienstvertrag aus der Vorschrift des § 282 BGB auch für den Bereich der positiven Vertragsverletzungen eine Beweislast für den Schuldner dahin ergibt, dass ihn an einer Schlechterfüllung des Vertrages kein Verschulden trifft.
Die Erfahrungen dieser beiden Gutachter könnten es nahe legen, die Darlegungs- und Beweislast auch in Dekubitus-Fällen entsprechend den Grundsätzen der Entscheidung BGH NJW 1991, 1540 f. auf die Krankenhaus- bzw. Pflegeheimträger anzuwenden.
a) Im Bereich des ärztlichen Handelns trägt grundsätzlich der Patient die Darlegungs- und Beweislast für einen von ihm behaupteten Behandlungsfehler (…vgl. Senatsurteile vom 20. März 2007 - VI ZR 158/06, BGHZ 171, 358 Rn. 9; vom 24. Januar 1995 - VI ZR 60/94, NJW 1995, 1618; vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 169/90, VersR 1991, 310 mwN).
OLG München, 22.08.2013 - 1 U 3971/12
Das unbemerkte Zurücklassen eines Fremdkörpers im Operationsgebiet wird einhellig dem voll beherrschbaren Bereich des Arztes bzw. der Klinik zugeordnet mit der Folge, dass der Krankenhausträger bzw. die Ärzte die Darlegungs- und Beweislast für die Gewähr einwandfreier Voraussetzungen für eine sachgemäße und gefahrlose Behandlung tragen (vgl. BGH vom 27.01.1981, VI ZR 138/79 - VersR 1981, 462; BGH vom 18.12.1990, VI ZR 169/90).
Nach ständiger Rechtsprechung des erkennenden Senats findet die - ohnehin das Verschulden und nicht die Kausalität betreffende - Beweisregel des § 282 BGB im Kernbereich des ärztlichen Handelns, um den es im Streitfall geht, keine Anwendung (vgl. Senatsurteile vom 22. Januar 1980 - VI ZR 263/78 - VersR 1980, 428 und vom 18. Dezember 1990 - VI ZR 169/90 - VersR 1991, 310 f.).
Pflegevertrag; positive Vertragsverletzung
OLG Dresden, 21.07.1999 - 6 U 882/99
Darlegungs- und Beweislast bei Ansprüchen wegen sturzbedingter Verletzung eines …
OLG Hamm, 27.01.2014 - 17 U 35/13
LG Essen, 10.09.2002 - 9 O 28/02
OLG Zweibrücken, 18.03.2003 - 5 U 2/02
Allg. Verkehrssicherungspflicht im Krankenhaus; Sturz eines Patienten mit …
KG, 20.01.2005 - 20 U 401/01
Haftung des Krankenhausträgers bei Verwendung eines Rollstuhls zur Sicherung …
OLG Hamm, 25.06.2002 - 9 U 36/02
OLG Düsseldorf, 23.05.2005 - 8 U 82/04
Schmerzensgeld: Beweislast bei einem Unfall im Rahmen einer physiotherapeutischen …
OLG Hamm, 02.07.2008 - 3 U 31/08
Umfang der durch Personaleinsatz und Organisation voll beherrschbaren …
KG, 25.05.2004 - 14 U 37/03
Sturzunfall einer unter Betreuung stehenden Pflegeheimbewohnerin: Grenzen der …
LG Bielefeld, 28.01.2004 - 21 S 303/03
OLG Hamm, 18.02.2005 - 26 U 17/04
Notwendige Vorkehrungen des Pflegepersonals zur Verhinderung von Unfällen durch …
OLG Düsseldorf, 18.01.2005 - 4 U 56/04
Verletzung von Nebenpflichten aus einem Heimvertrag; Abwägung kollidierender …
OLG Köln, 15.01.2004 - 12 U 66/03
Pflichten aus einem Heimvertrag; Beweislast für das Vorliegen einer objektiven …
OLG Koblenz, 09.12.2013 - 5 U 1010/13
Haftung des Krankenhauses bei Sturz eines Patienten aufgrund Lösens der Bremse am …
OLG Hamm, 11.12.2002 - 3 U 107/02
Schadensersatzansprüche wegen Sturzes von der Behandlungsliege
LG Heilbronn, 15.07.2004 - 2 O 31/04
LG Bielefeld, 23.06.2004 - 21 S 61/04
LG Köln, 15.01.2004 - 8 O 48/03
LG Berlin, 20.01.2003 - 10 O 412/02
Schadensersatzanspruch einer Krankenkasse gegenüber Träger eines Pflegeheims …
LG Duisburg, 09.08.2002 - 10 O 112/02
LG Duisburg, 12.07.2002 - 10 O 95/02

References: § 276
 § 282
 § 276
 § 282
 § 326
 § 282
 § 280
 BGH 
 § 282
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 282