Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VII%20ZR%20203/11
Timestamp: 2020-05-27 11:52:25+00:00

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BGH, 08.05.2014 - VII ZR 203/11 - dejure.org
https://dejure.org/2014,11958
BGH, 08.05.2014 - VII ZR 203/11 (https://dejure.org/2014,11958)
BGH, Entscheidung vom 08.05.2014 - VII ZR 203/11 (https://dejure.org/2014,11958)
BGH, Entscheidung vom 08. Mai 2014 - VII ZR 203/11 (https://dejure.org/2014,11958)
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BGB § 634, § 311a
§ 275 Abs 1 Alt 2 BGB, § 311a Abs 2 BGB, § 634 Nr 4 BGB, § 633 Abs 2 S 1 BGB
Bauvertrag: Mängelrechte bei Errichtung einer Stahlbeton-Glasfassade mit spontan brechendem Einscheibensicherheitsglas
Werkvertrag - Unmöglichkeit
BGB §§ 311a Abs. 2, 634 Nr. 4
Schadensersatzanspruch als Mängelrecht aufgrund technisch nicht zu verwirklichender Nachbesserungsmöglichkeit
Schadensersatz als ausschließliches Mängelrecht bei fehlender Erreichbarkeit der vereinbarten Funktionalität einer Glasfassade
Eingeschränkte Bruchsicherheit bei Glasfassade; berstende Glasscheiben in Bürogebäude; Werkmangel; Hinweispflicht des Auftragnehmers; Mängelbeseitigung; technisch unmögliche Mangelfreiheit
BGB §§ 634, 311a
Schadensersatz bei Unmöglichkeit der Mangelbeseitigung aufgrund technischer Unmöglichkeit der vereinbarten Funktionstauglichkeit
Zur Beschränkung der Mängelrechte des Bestellers auf einen Schadensersatzanspruch gemäß § 634 Nr. 4, 311a Abs. 2 BGB, wenn die vereinbarte Funktionalität einer Glasfassade (hier: uneingeschränkte Bruchsicherheit) technisch nicht zu verwirklichen ist
BGB § 311a Abs. 2; BGB § 634
Funktionalität technisch nicht erreichbar: Als Mängelrecht nur Schadensersatz!
Bruchsicherheit einer Glasfassade
Ausschließlich Schadensersatz bei technisch nicht erreichbarer Funktionalität einer Glasfassade
Bei dauerhaft objektiv unmöglicher Erreichung des Vertragszwecks nur Schadensersatz
Wenn die vereinbarte Funktionstauglichkeit eines Werkes technisch nicht zu verwirklichen ist - Welche Mängelrechte stehen dem Auftraggebers dann zu?
Zu mangelhafter Glasfassade
Schadensersatz statt Mängelbeseitigung bei fehlerhaftem bruchfesten Glas
BGB §§ 311a, 634
Schadensersatzanspruch bei technisch nicht zu verwirklichender Funktionalität des Werks
Rechte des Bestellers bei Vereinbarung einer unmöglichen Beschaffenheit des Werks
Mängelbeseitigung unmöglich: Auftraggeber kann ausschließlich Schadensersatz verlangen! (IBR 2014, 405)
Kurznachricht zu "Schadensersatz wegen fehlender Möglichkeit der Nachbesserung einer Glasfassade" von RA/FA Bau- u. ArchR/FA Miet- u. WohnungseigR Dr. Andreas Ott, original erschienen in: NJW 2014, 3368 - 3365.
Kurznachricht zu "Die riskante Bauausführung - Haftung und Zurechnung" von VorsRiBGH a.D. Prof. Dr. Rolf Kniffka, original erschienen in: BauR 2017, 159 - 168.
OLG Düsseldorf, 14.07.2011 - 5 U 106/09
BGHZ 201, 148
NZM 2014, 645
NJ 2015, 29
WM 2014, 1649
JR 2015, 436
BauR 2014, 1291
BauR 2017, 950
Eben dieses vertraglich von der Klägerin übernommene Risiko musste sie daher auch von vorneherein - als vertraglich bereits vorausgesetztes Erschwernis - kalkulatorisch berücksichtigen und kann es nicht nachträglich und vertragswidrig der Beklagten als Auftraggeberin überbürden (vgl. auch zu entsprechenden Gewährleistungsansprüchen des Auftraggebers im Falle der Nichterreichbarkeit des vereinbarten Werkerfolgs i.S. einer dauerhaften objektiven Unmöglichkeit gemäß § 275 Abs. 1 Fall 2 BGB: BGH, Urteil vom 08.05.2014, VII ZR 203/11, MDR 2014, 891).
Objektiv unmöglich iSv. § 275 Abs. 1 Alt. 2 BGB ist eine Leistung zB dann, wenn sie nach den Naturgesetzen oder nach dem Stand der Erkenntnis von Wissenschaft und Technik schlechthin nicht erbracht werden kann (BGH 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11 - Rn. 23, BGHZ 201, 148 [Ausschluss von Nickelsulfid-Einschlüssen in Glasscheiben];… 13. Januar 2011 - III ZR 87/10 - Rn. 10, BGHZ 188, 71 [Versprechen von Hilfe und Unterstützung durch Kartenlegen und Einsatz übernatürlicher, magischer Kräfte und Fähigkeiten]) .
Zur vereinbarten Beschaffenheit gehören alle Eigenschaften des Werks, die nach der Vereinbarung der Parteien den vertraglich geschuldeten Erfolg herbeiführen sollen (BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11, BGHZ 201, 148 Rn. 14;… Urteil vom 29. September 2011 - VII ZR 87/11, BauR 2012, 115 Rn. 11 = NZBau 2011, 746;… Urteil vom 8. November 2007 - VII ZR 183/05, BGHZ 174, 110 Rn. 15).
Ob die Parteien eines Werkvertrags eine Beschaffenheitsvereinbarung getroffen und welche Beschaffenheit sie gegebenenfalls vereinbart haben, ist durch Auslegung des Werkvertrags zu ermitteln (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11, BGHZ 201, 148 Rn. 14 m.w.N.).
Ein zeitweiliges Erfüllungshindernis kommt einem dauernden gleich, wenn die Erreichung des Vertragszwecks durch die vorübergehende Unmöglichkeit in Frage gestellt wird und deshalb dem Vertragspartner nach dem Grundsatz von Treu und Glauben unter Abwägung der Belange beider Vertragsteile die Einhaltung des Vertrags nicht zugemutet werden kann (BGH 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11 - Rn. 23, BGHZ 201, 148; siehe auch Picker RdA 2012, 40, 45) .
Objektiv unmöglich iSv. § 275 Abs. 1 Alt. 2 BGB ist eine Leistung zB dann, wenn sie nach den Naturgesetzen oder nach dem Stand der Erkenntnis von Wissenschaft und Technik schlechthin nicht erbracht werden kann (BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 -VII ZR 203/11, Rn. 23, BGHZ 201, 148).
Der bloße Umstand, dass Glasscheiben gebrochen sind, sagt nichts darüber aus, welche Vertragspartei dieses Risiko zu tragen hat (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen, Rn. 16 ff.).
Diese Rechtsfolge folgt nunmehr aus § 634 Nr. 4, § 311a Abs. 2 BGB (BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen, Rn. 25).
Und schließlich müsste der Klägerin Gelegenheit gegeben werden, den Schaden neu zu berechnen (vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 2014 - VII ZR 203/11, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen, Rn. 25).
Dies gilt unabhängig davon, ob die Parteien eine bestimmte Ausführungsart vereinbart haben oder die anerkannten Regeln der Technik eingehalten worden sind (…BGH Urt. v. 08.11.2007 - VII ZR 183/05 -, BauR 2008, 344 "Blockheizkraftwerk"; BGH Urt. v. 08.05.2014 - VII ZR 203/11 -, BauR 2014, 1291).
Die Beklagte hatte sich zumindest stillschweigend verpflichtet, eine funktionstaugliche Wohnung herzustellen (BGH, Urteil vom 29.09.2011 - VII ZR 87/11; BGH, Urteil vom 08.05.2014 - VII ZR 203/11;… Kniffka, Bauvertragsrecht, 3. Aufl., S. 279;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Aufl., S. 410).
Welche Beschaffenheit des Werks zwischen den Parteien vereinbart ist, ist durch Auslegung des Vertrags zu ermitteln (…vgl. BGH NJW 2008, 511 Rn. 15; BGH Urteil vom 08.05.2014 - VII ZR 203/11, zitiert nach juris)).
Sofern eine vertragliche Beschreibung der Ausführungsart mit Angaben über den mit der Ausführung erstrebten Erfolg zusammentrifft, schuldet der Werkunternehmer nicht nur die bestimmte Ausführungsart, sondern auch den Erfolg (…vgl. BGH NJW 2008, 511 Rn. 15; BGH Urteil vom 08.05.2014- VII ZR 203/11, zitiert nach juris).
Die vereinbarte Funktionstauglichkeit für den vertraglich vorausgesetzten oder gewöhnlichen Gebrauch ist unabhängig davon geschuldet, ob die Parteien eine bestimmte Ausführungsart vereinbart haben oder ob die anerkannten Regeln der Technik eingehalten sind (BGH, Urteil vom 8.05.2014, VII ZR 203/11, Rn. 14, "Glasfassade"; BGH…, Urteil vom 8.11.2007, VII ZR 183/05, BGHZ 174, 110, Rn. 15 m.w.N., "Blockheizkraftwerk").
OLG Frankfurt, 21.01.2016 - 11 U 71/14
Schadenersatz für Baukostenüberschreitung

References: § 634
 § 311

§ 275
 § 311
 § 634
 § 633
 § 634
 § 311
 § 634
 § 275
 § 275
 § 275
 § 634
 § 311
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