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Timestamp: 2020-03-29 15:08:27+00:00

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BFH, 02.03.1993 - VII R 90/90 - dejure.org
BFH, 02.03.1993 - VII R 90/90
https://dejure.org/1993,2061
BFH, 02.03.1993 - VII R 90/90 (https://dejure.org/1993,2061)
BFH, Entscheidung vom 02.03.1993 - VII R 90/90 (https://dejure.org/1993,2061)
BFH, Entscheidung vom 02. März 1993 - VII R 90/90 (https://dejure.org/1993,2061)
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Haftung des Geschäftsführers für umsatzsteuerliche Verbindlichkeiten einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) - Schuldhafte Pflichtverletzung bei nicht ausreichenden Zahlungsmitteln
BFH/NV 1994, 526
Der Gefahr, nach § 69 AO belangt zu werden, setzte er sich allein dann aus, wenn er den das Abgabenrecht prägenden Grundsatz der anteiligen Tilgung verletzte, also andere Gesellschaftsgläubiger vor dem Steuerfiskus bevorzugt bediente (BFH, Urt. v. 2. März 1993 - VII R 90/90, BFH-NV 1994, 526, 527; Beermann, DStR 1994, 805, 808 f.;… Klein/Rüsken aaO § 69 Rdnr. 39 m.w.N.;… Boeker in Hübschmann/Hepp/Spitaler, AO § 69 Rdnr. 14, 45).
BFH, 06.03.2001 - VII R 17/00
Dies gilt nicht nur im Falle der Nichterfüllung einer Steuerschuld (§ 69 Satz 1 Alternative 2 AO 1977), sondern auch im Fall der Verletzung von Steuererklärungspflichten (vgl. BFH-Urteile vom 2. März 1993 VII R 90/90, BFH/NV 1994, 526; vom 5. März 1991 VII R 93/88, BFHE 164, 203, BStBl II 1991, 678, …und vom 25. April 1995 VII R 99-100/94, BFH/NV 1996, 97;… Klein/Rüsken, Abgabenordnung, 7. Aufl., § 69 Rdnr. 90).
Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass die Grundsätze der anteiligen Tilgung grundsätzlich auch im vorliegenden Fall Anwendung finden (vgl. für den Fall, dass der Geschäftsführer die Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht, nicht ordnungsgemäß oder nicht rechtzeitig abgegeben hat: Urteile des Senats in BFHE 164, 203, BStBl II 1991, 678, m.w.N., und in BFH/NV 1994, 526).
Wie der Senat in ständiger Rechtsprechung entschieden hat (u.a. BFH-Urteile vom 5. März 1991 VII R 93/88, BFHE 164, 203, BStBl II 1991, 678, m.w.N.; vom 2. März 1993 VII R 90/90, BFH/NV 1994, 526), läuft die Haftung nach § 69 AO 1977 auf einen Schadensersatzanspruch hinaus.
Zur Haftung des Steuerhehlers, der schwarzgebrannten Alkohol erwirbt - Übernahme …
Den Grundsatz der anteiligen Haftung hat der erkennende Senat bei Anwendung des § 71 AO bisher nur auf die Fälle der steuerrechtlichen Haftung gesetzlicher Vertreter angewandt, in denen der Geschäftsführer einer GmbH infolge einer begangenen Steuerhinterziehung neben dem Haftungstatbestand des § 69 AO zugleich den Haftungstatbestand des § 71 AO verwirklicht hat (Senatsentscheidungen vom 26. August 1992 VII R 50/91, BFHE 169, 13, BStBl II 1993, 8; vom 2. März 1992 VII R 90/90, BFH/NV 1994, 526, …und vom 16. März 1993 VII R 89/90, BFH/NV 1994, 359).
BFH, 23.08.1994 - VII R 134/92
Haftung eines Geschäftsführers einer GmbH für Umsatzsteuerschulden - Verspätete …
Bei insgesamt nicht ausreichenden Zahlungsmitteln kommt eine schuldhafte Pflichtverletzung des Geschäftsführers grundsätzlich nur in Betracht, wenn er die vorhandenen Mittel nicht zu einer in etwa anteiligen Befriedigung der privaten Gläubiger und des FA (wegen Umsatzsteuer) verwendet hat (vgl. u. a. Senatsurteile vom 12. Juni 1986 VII R 192/83, BFHE 146, 511, BStBl II 1986, 657 m. w. N., vom 14. Juli 1987 VII R 188/82, BFHE 150, 312, BStBl II 1988, 172, und vom 2. März 1993 VII R 90/90, BFH/NV 1994, 526).
Der haftungsbegrenzende Grundsatz der anteiligen Tilgung ist nicht nur im Falle einer nicht rechtzeitigen Erfüllung des Steueranspruchs (§ 69 Satz 1 Alternative 2 AO 1977) anwendbar, sondern findet auch dann Anwendung, wenn der Geschäftsführer -- wie das FG festgestellt hat -- zumindest grob fahrlässig den Antrag auf Dauerfristverlängerung/Anmeldung der Sondervorauszahlung gemäß §§ 46 ff. UStDV und die Umsatzsteuervoranmeldung nicht rechtzeitig abgegeben hat, also der Haftungstatbestand des § 69 Satz 1 Alternative 1 AO 1977 vorliegt (Urteile des Senats vom 5. März 1991 VII R 93/88, BFHE 164, 203, BStBl II 1991, 678, m. w. N., und in BFH/NV 1994, 526).
Dies gilt nicht nur im Falle der Nichterfüllung einer Steuerschuld (§ 69 Satz 1 Alternative 2 AO 1977 ), sondern -wie der Senat bereits mehrfach ausgeführt hat- auch im Fall der Verletzung von Steuererklärungspflichten (vgl. BFH-Urteile vom 2. März 1993 VII R 90/90, BFH/NV 1994, 526 -528, und vom 5.März 1991 VII R 93/88, BFHE 164, 203 , BStBl II 1991, 678 ).
Sie gilt auch dann, wenn die USt-Voranmeldungen für die GmbH nicht, nicht ordnungsgemäß oder nicht rechtzeitig abgegeben worden sind, so dass der Haftungstatbestand des § 69 Satz 1, 1.Alternative AO 1977 ("nicht oder nicht rechtzeitig festgesetzt") vorliegt (s. z.B. BFH-Urteil vom 2. März 1993 VII R 90/90, BFH/NV 1994, 526 m.w.N.).
Ob dies geschehen darf (bejahend FG des Saarlandes, Urteil vom 28. September 1989 2 K 241/88, EFG 1990, 206), hat der BFH im Urteil BFH/NV 1994, 526 (528 re. Sp.) unter Hinweis auf das angeführte Urteil des 2. Senats ausdrücklich offen gelassen und kann im Streitfall auch weiterhin offen bleiben.
BFH, 23.04.2014 - VII R 42/12
Inhaltsgleich mit BFH-Urteil vom 23.04.2014 VII R 41/12 - Zur Haftung des …
BFH, 20.02.2001 - VII B 111/00
FG Sachsen, 20.10.1999 - 2 V 75/99
Antrag auf Aussetzung der Vollziehung eines Haftungsbescheides; Definition von …
FG München, 21.02.2007 - 6 K 5182/03
FG Sachsen, 20.01.1999 - 2 V 75/99

References: § 69
 § 69
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 § 71
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