Source: https://issuu.com/heintges/docs/waffenrecht
Timestamp: 2017-07-21 13:11:10+00:00

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Waffenrecht by Heintges - issuu
S C H N E L L E RV E R S T E H E N-L E I C H T E R
L E R N E N-E F F E K T I V E RU M S E T Z E NSicher
JägerprüfungWaffenrechtARBEITSBLÄTTERFÜR DENLEHRGANGSTEILNEHMEREinführung in die GesetzessystematikIm Jahr 2003 wurde das Waffenrecht neu geregelt und im Vergleich zu früheren Fassungen in vielen Bereichen
(z. B. Aufbewahrung) verschärft. Es gab aber auch Erleichterungen (z. B. Erwerb von Einsteckläufen). Das Waffenrecht beinhaltet die Regelung des Umgangs mit Waffen und Munition unter Berücksichtigung der Belange der
öffentlichen Sicherheit und Ordnung (§ 1 I WaffG).
I.	Waffengesetz
II.	Anlage 1 zum Waffengesetz (zu § 1 IV WaffG)
Abschnitt 1:	Waffen- und munitionstechnische Bestimmungen, Einstufung von Gegenständen
Unterabschnitt 1: Schusswaffen (beispielhaft)
•	Schusswaffen
•	Wesentliche Teile
•	Repetierwaffen
•	Langwaffen
Abschnitt 2:	Waffenrechtliche Begriffe
•	Erwerben
•	Besitzen
•	Überlassen
•	Verbringen
•	Mitnehmen
•	Herstellen / Bearbeiten
WR 1.1Einführung in die GesetzessystematikII.	Anlage 1 zum Waffengesetz (zu § 1 IV WaffG)
Abschnitt 3:	Einteilung der Schusswaffen oder Munition in die Kategorien A bis D nach der
III.	Anlage 2 zum Waffengesetz (zu § 2 II bis IV WaffG)
Abschnitt 1:	Verbotene Waffen
Abschnitt 2:	Erlaubnispflichtige Waffen	Unterabschnitt 1:	Erlaubnispflicht
Unterabschnitt 2:	Erlaubnisfreie Arten des Umgangs
Unterabschnitt 3:	Entbehrlichkeit einzelner Erlaubnisvoraussetzungen
Abschnitt 3:	Vom Gesetz ganz oder teilweise ausgenommene Waffen
IV.	Allgemeine WaffengesetzverordnungWR 1.2Erläuterungen zu Kapitel 1 - Einführung in die GesetzessystematikWo steht was?
Im Jahr 2003 trat das Waffenrecht in neu gestalteter Form in Kraft. Leider wurde es dabei nicht transparenter und handhabbarer. Im Gegenteil, es brachte für Jäger, Sportschützen und
Sammler viele Veränderungen und Verschärfungen mit sich. Bis heute gibt es keine Verwaltungsvorschrift, die bei Rechtsunsicherheiten Klarheit schaffen könnte. Daher soll an dieser
Stelle zunächst ein grober Überblick über das neue Waffenrecht und seinen Aufbau gegeben werden, damit man nötigenfalls zumindest weiß, wo man nachlesen kann.
Waffengesetz des Bundes (WaffG)
Darin wird, wie in § 1 WaffG beschrieben, der Umgang mit Waffen oder Munition geregelt, wobei die Belange der öffentlichen Sicherheit und Ordnung berücksichtigt werden. Auf den
internen Aufbau des Waffengesetzes wird später noch eingegangen.
Diese Anlage enthält im wesentlichen Definitionen und Begriffsbestimmungen.
Die Anlage 2 enthält eine Waffenliste aus der zu ersehen ist, ob eine Waffe im Einzelfall verboten ist oder ob der Umgang mit ihr Beschränkungen unterliegt und wenn ja, welchen.
Allgemeine Waffenverordnung (AWaffV)
Die AWaffV soll die Regelungen des Waffengesetzes konkretisieren und damit sowohl den mit dessen Vollzug beauftragten Behörden, aber auch dem Bürger inhaltliche und verfahrensrechtliche Maßstäbe an die Hand geben. Sie enthält beispielsweise Bestimmungen darüber, wie die waffenrechtliche Sachkunde erworben wird, über die Benutzung von Schießstätten
und über die Ausbildung zur Verteidigung mit Schusswaffen.
Interner Aufbau des Waffengesetzes (WaffG)
Das Waffengesetz gliedert sich in 6 Gesetzesabschnitte.
Der erste Abschnitt regelt den Gegenstand des Gesetzes (Umgang mit Waffen oder Munition), enthält Definitionen und skizziert die Grundsätze des Umgangs mit Waffen und Munition.
So wird z. B. geregelt, dass grundsätzlich nur Personen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, mit Waffen und Munition umgehen dürfen (§ 2 I WaffG). Aber kein Grundsatz ohne
Ausnahmen: in §§ 3, 13 VII, VIII, 27 III bis VII WaffG wird festgelegt, wann Kinder und Jugendliche mit Waffen und Munition umgehen dürfen. Ferner ist in diesem Abschnitt geregelt,
dass der Umgang mit Waffen und Munition, die in der Anlage 2 (Waffenliste) Abschnitt 2 genannt sind, einer Erlaubnis bedürfen. Zur Verdeutlichung sei Folgendes erklärt: in Anlage 2
Abschnitt 2, UA 1 ist festgelegt, dass der Umgang mit Waffen im Sinne des § 1 II WaffG (dies sind Schusswaffen und ihnen gleichgestellte Gegenstände, definiert sind diese in der Anlage
1 Abschnitt 1), immer der Erlaubnis bedarf.
Zum Einen enthält die Waffenliste für bestimmte Waffen, Munitionsarten und Arten des Umgangs Ausnahmen von der Erlaubnispflicht. Hier sind beispielsweise der Erwerb und Besitz
von Druckluft- und Federdruckwaffen zu nennen, deren Geschossen eine Bewegungsenergie von unter 7,5 Joule erteilt wird. Zum Anderen gibt es im Waffengesetz Privilegierungen für
bestimmte Personengruppen, z. B. für Jäger und Sportschützen. So kann ein Jäger z. B. Langwaffen und Munition ohne behördliche Erlaubnis erwerben (vgl. § 13 III, V WaffG). Auch
darf er die Waffe zum Zwecke der Jagdausübung ohne Erlaubnis führen (§ 13 VI WaffG). Ferner wird auf die verbotenen Waffen, die in Anlage 2 Abschnitt 1 genannt sind, verwiesen.
Der zweite Abschnitt ist mit „Umgang mit Waffen oder Munition“ überschrieben und enthält die allgemeinen Voraussetzungen für Waffen- und Munitionserlaubnisse, Erlaubnisse für
einzelne Arten des Umgangs mit Waffen und Munition sowie besondere Erlaubnistatbestände für bestimmte Personengruppen, z. B. Jäger und Sportschützen. Darüber hinaus werden
auch das Verbringen und die Mitnahme von Waffen und Munition in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes geregelt. Begriffe wie Zuverlässigkeit, Sachkunde,
persönliche Eignung und Ausnahmen von Erlaubnispflichten werden hier behandelt. Im dritten Abschnitt sind sonstige waffenrechtliche Vorschriften enthalten wie z. B. Erhebung und
Übermittlung personenbezogener Daten, Rücknahme und Widerruf von Erlaubnissen etc..
Der vierte Abschnitt enthält die Straf- und Bußgeldvorschriften, in Abschnitt fünf sind die Ausnahmen von der Anwendung des Gesetzes geregelt und der sechste Abschnitt ist den
Übergangsvorschriften und Verwaltungsvorschriften gewidmet.Waffen im Sinne des WaffengesetzesWas sind Waffen im Sinne des Waffengesetzes (§ 1 II WaffG)?
§ 1 II Nr. 1 WaffG in Verbindung mit Anlage
1 Abschnitt 1 UA 1Schusswaffen
(Nr. 1.1.)den Schusswaffen
(Nr. 1.2.)Wesentliche Teile
(1.3. und 3.)§ 1 II Nr. 2 WaffG in Verbindung mit Anlage
1 Abschnitt 1 UA 2Tragbare Gegenstände
(§ 1 II Nr. 2 WaffG)Typische Waffen (Nr. 2 a), die ihrem Wesen nach dazu bestimmt
sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen (insbesondere Hieb- und Stoßwaffen)
Säbel, Degen, Totschläger, Reizstoffsprühgeräte, Präzissionsschleudern, Drosseln, Elektroimpulsgeräte (Anlage 1 UA 2 Nr. 1)WR 2.1A-typische Waffen (Nr. 2 b),
die ohne wesensmäßig dazu bestimmt zu sein wegen ihrer Handhabung, Beschaffenheit oder Wirkungsweise dazu geeignet sind,
die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit
von Menschen zu beseitigen oder
herabzusetzen und im WaffG genannt sind
Beispiele: Springmesser, Fallmesser, Faustmesser (Anlage 1
UA 2 Nr. 2)Waffen im Sinne des Waffengesetzes
Schusswaffen sind Gegenstände, bei denen
Geschosse durch einen Lauf getrieben werden. Sie dienen
•	zum Angriff oder zur Verteidigung
•	zur Signalgebung
•	zur Jagd
•	zur Distanzinjektion
•	zur Markierung
•	zum Sport oder Spiel
(vergleiche Anlage 1 Unterabschnitt 1 Nr. 1.1)Den Schusswaffen gleichgestellte Gegenstände sind tragbare Gegenstände,
•	die zum Abschießen von Munition bestimmt
•	bei denen feste Körper gezielt verschossen
werden (Beispiel Armbrust)Wesentliche Teile
Wesentliche Teile von Schusswaffen und Schalldämpfer stehen vorbehaltlich anderer gesetzlicher Bestimmungen den Schusswaffen gleich,
für die sie bestimmt sind.Sie müssen den gleichen Zwecken wie die
Schusswaffen dienen (vergleiche Anlage 1
Unterabschnitt 1 Nr. 1.2).Wesentliche Teile sind z.B. :
•	Lauf
•	Patronenlager,
sofern nicht Bestandteil des Laufes
•	bei Kurzwaffen das GriffstückFeuerwaffen
Zum Antrieb der Geschosse werden heiße Gase verwendet. Dazu zählen:
•	Gegenstände, die zum Abschießen von Munition bestimmt sind
•	automatische Schusswaffen (halb- und vollautomatische Schusswaffen)
Beachte: halbautomatische Schusswaffen sind für die Jagd zulässig
•	Einzelladerwaffen (z. B. Drilling)
•	Schreckschusswaffen
•	Reizstoffwaffen	sind den Schusswaffen gleichgestellt
•	Signalwaffen
(vergleiche Anlage 1 Unterabschnitt 1 Nr. 2)WR 2.2Keine wesentliche Teile sind z. B.:
•	SchalldämpferVerlust der Schusswaffeneigenschaft
Die Schusswaffeneigenschaft geht dann verloren, wenn
alle wesentlichen Teile dauerhaft unbrauchbar gemacht worden sind, d. h. die Schussfähigkeit mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen nicht mehr hergestellt
werden kann.Erläuterungen zu Kapitel 2 - Waffen im Sinne des GesetzesWas sind Waffen?
Zu den Waffen zählen einerseits Schusswaffen und ihnen gleichgestellte Gegenstände (Anlage 1 Abschnitt 1 UA 1) sowie andererseits tragbare Gegenstände mit bestimmten Eigenschaften (vgl. §§ 1 II Nr. 1 und Nr. 2 a, b; Anlage 1 Abschnitt 1 UA 2). Definiert wird der Begriff der Waffe als ein Gegenstand, dessen Zweck darin besteht, bei einem Kampf als
Angriffs- oder Verteidigungsmittel zu dienen. Miteinbezogen werden auch Waffen, die zum Sport, Spiel oder zur Jagd dienen, aber auch die der Distanzinjektion, also Tätigkeiten,
die mit Angriff oder Verteidigung primär nichts zu tun haben.
Unter Schusswaffen versteht man Gegenstände, bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben werden. Daraus folgt zwingend, dass ein Lauf vorhanden sein muss. Ein Lauf ist
ein aus einem festen Werkstoff bestehender rohrförmiger Gegenstand, der an beiden Seiten eine Öffnung hat und Geschossen, die hindurchgetrieben werden, eine Richtung gibt.
Geschosse sind zum einen feste Körper, zum anderen gasförmige, flüssige oder feste Stoffe in festen Umhüllungen, die als Waffen oder für Schusswaffen bestimmt sind, die
bloße Eignung hierfür genügt nicht. Schusswaffen dienen zum Angriff oder zur Verteidigung, zur Signalgebung, zur Jagd, zur Distanzinjektion, zur Markierung und zu Sport
und Spiel (vgl. Anlage 1, Abschnitt 1 UA 1.1).
Feuerwaffen sind Schusswaffen, bei denen zum Antrieb der Geschosse heiße Gase verwendet werden. Dies ist z. B. bei Repetierwaffen, Einzelladerwaffen der Fall (vgl. Anlage 1
Abschnitt 1 UA 1 Nr. 2). Gegenstände, die zum Abschießen von Munition, für die Zwecke wie bei den Schusswaffen, bestimmt sind und solche Gegenstände, bei denen bestimmungsgemäß feste Körper gezielt verschossen werden, deren Antriebsenergie durch Muskelkraft eingebracht und durch eine Sperrvorrichtung gespeichert werden kann (z. B. Armbrüste),
stehen den Schusswaffen gleich.
Feste Körper werden z. B. mit einer Armbrust verschossen, somit ist auch diese ein einer Schusswaffe gleichgestellter Gegenstand, allerdings ist diese von dem Erfordernis einer Erlaubnis freigestellt (vgl. Anlage 2 Abschnitt 2 UA 2).
Druckluftwaffen sind Schusswaffen bei denen zum Antrieb kalte Gase verwendet werden, deshalb zählen sie nicht hierzu.
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass man auch für den Umgang mit erlaubnisfreien Waffen das 18. Lebensjahr vollendet haben muss.
Wesentliche Teile von Schusswaffen und Schalldämpfer stehen den Schusswaffen, für die sie bestimmt sind, gleich (vgl. Anlage 1 Abschnitt 1 UA 1 Nr. 1.3.). Aus dieser Formulierung
geht hervor, dass Schalldämpfer nicht wesentliche Teile von Schusswaffen sind. Man versteht darunter Vorrichtungen, die für Schusswaffen bestimmt sind und die der wesentlichen
Dämpfung des Mündungsknalls dienen.
Wesentliche Teile einer Schusswaffe sind der Lauf, der Verschluss, das Kartuschen- oder Patronenlager. Bei Kurzwaffen zählen auch das Griffstück und sonstige Waffenteile, die für die Aufnahme des Auslösemechanismus bestimmt sind, zu den wesentlichen Teilen. Auch vorgearbeitete wesentliche Teile wie z. B. Teilstücke von Läufen oder
Laufrohlinge gelten als wesentliche Teile, wenn sie mit allgemein gebräuchlichen Werkzeugen fertiggestellt werden können. Weitere wesentliche Teile sind z. B. Wechselläufe, Austauschläufe, Einsteckläufe oder Wechseltrommeln (vgl. Anlage 1 Abschnitt 1 UA 1 Nr. 3). Eine Schusswaffe ist dann keine Schusswaffe mehr, wenn alle wesentlichen Teile dauerhaft
unbrauchbar gemacht wurden und die Schussfähigkeit mit allgemein gebräuchlichem Werkzeug nicht mehr hergestellt werden kann.
Zu den Waffen zählen auch tragbare Gegenstände, die zum Einen ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder
herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen (z. B. Dolche, Degen, Florett, Gummiknüppel, Schlagstock; § 1 II Nr. 2 a WaffG), aber auch Elektroimpulsgeräte, Reizstoffsprühgeräte oder Präzisionsschleudern (vgl. Anlage 1 Abschnitt 1 UA 2 Nr. 1). Zum anderen gehören zu den Waffen tragbare Gegenstände, die ohne wesensmäßig dazu bestimmt zu sein,
aufgrund ihrer Handhabung, Beschaffenheit oder Wirkungsweise dazu geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen und in diesem
Gesetz genannt sind (§ 1 II Nr. 2 b WaffG). Dazu zählen z. B. Springmesser, Fallmesser, Faustmesser, Butterflymesser (vgl. Anlage 1 Abschnitt 1 UA 2 Nr. 2).Formen des Umgangs mit Waffen und MunitionIm Sinne des Gesetzes (§ 1 III WaffG) hat Umgang mit Waffen oder Munition, der sie ...
erwirbt *)besitztüberlässtführtverbringtmitnimmtErlangung
GewaltTatsächliche
Gewalt wird
eingeräumtAusübung der
eigenen Wohnung oder der
eigenen Geschäftsräume
oder des eigenen befriedeten
Besitztums oder
eines SchießstandesTransport über
dortigen Verbleib
Ziel des Besitzwechsels;
(vergleiche § 30,
31 WaffG)Waffe oder
Munition wird
in den, durch
den oder aus
den Geltungsbereich des Gesetzes gebracht
(vergleiche § 32
WaffG)Unter tatsächlicher Gewalt versteht man die Möglichkeit, nach eigenem Willen auf
eine Waffe oder Munition zugreifen zu können, mit ihr umzugehen oder sie benutzen
zu können.WR 3.1*) Der Erwerb einer Waffe, also die Erlangung
der tatsächlichen Gewalt über sie, muss nicht
auf einem Rechtsgeschäft beruhen (z. B.
Kauf oder Leihe). Es erwirbt auch derjenige
eine Waffe, der sie findet, stiehlt oder erbt.Formen des Umgangs mit Waffen und MunitionIm Sinne des Gesetzes (§ 1 III WaffG) hat Umgang mit Waffen oder Munition, der sie ...
schießt•	•	•	Schusswaffe:
Verschießen von Geschossen durch den Lauf
Abschuss von Kartuschenmunition
Verschießen von
Reizstoffen oder
oder pyrotechnischer
Munition mit Patronenoder KartuschenmunitionWR 3.2herstelltwer Waffen und Munition herstelltbearbeitetin Stand setztz. B. Verkürzen der Waffe, Änderung
der Schussfolge, Austausch wesentlicher Teile
Kein Bearbeiten ist das Austauschen
von Wechsel- oder Austauschläufen
sowie der zugehörigen Verschlüssehandelt•	•	•	gewerbsmäßiger An- und
Verkauf, Überlassen von
Vermittlung von Erwerb,
Vertrieb oder Überlassen
von Munition und SchusswaffenErläuterungen zu Kapitel 3 - Formen des Umgangs mit Waffen und MunitionFormen des Umgangs mit Waffen und Munition (§ 1 III WaffG)
Alle waffenrechtserheblichen Tätigkeiten werden im Waffenrecht mit dem Oberbegriff des Umgangs bezeichnet (vgl. § 1 III WaffG). Darunter fallen im Einzelnen Erwerb, Besitz, Überlassen, Verbringen, Mitnahme, Schießen, Herstellen, Bearbeiten, Instandsetzung und Handel mit Waffen oder Munition. Die einzelnen Umgangsformen werden auch in der Anlage 1
Abschnitt 2 Nr. 1 bis 9 erläutert, sollen jedoch hier im Überblick dargestellt werden. Bei vielen Umgangsformen spielt der Begriff der „tatsächlichen Gewalt“ eine Rolle.
Unter tatsächlicher Gewalt versteht man die Möglichkeit, nach eigenem Willen auf eine Waffe oder Munition zugreifen zu können, mit ihr umgehen oder sie benutzen zu
Erwerb: Wer die tatsächliche Gewalt über eine Waffe oder Munition erlangt, hat diese erworben. Dies ist immer dann der Fall, wenn er auf die Waffe jederzeit zugreifen kann und sich
darüber auch bewusst ist. Unerheblich ist dabei, ob der Erlangung der tatsächlichen Gewalt ein Rechtsgeschäft zugrunde liegt. Vielmehr hat auch der die Waffe oder Munition erworben,
der sie z. B. gefunden, gestohlen oder geerbt hat. Auch durch Leihe oder Miete wird die tatsächliche Gewalt über eine Waffe oder Munition begründet.
Besitz: Wer die tatsächliche Gewalt über eine Waffe oder Munition ausübt, besitzt diese. Der Zustand des Besitzes ist im Regelfall der länger andauernde, wohingegen der Erwerb nur
den Moment der Erlangung der tatsächlichen Gewalt erfasst.
Überlassen: Wird die tatsächliche Gewalt über eine Waffe oder Munition einem Anderen eingeräumt, so spricht man von Überlassen. An diesem Vorgang sind regelmäßig zwei Personen beteiligt, nämlich ein Gebender und ein Nehmender. Von Überlassen spricht man auch dann, wenn einer anderen Person die Möglichkeit eingeräumt wird, sich der Waffe oder
Munition selbständig zu bedienen, z. B. Mann händigt Ehefrau Zweitschlüssel zum Waffenschrank aus.
Führen: Eine Waffe führt derjenige, der außerhalb seiner Wohnräume, seiner Geschäftsräume oder seines befriedeten Besitztums (z. B. eingezäunter Garten) oder eines Schießstandes, die tatsächliche Gewalt über sie ausübt. Unerheblich ist dabei, ob er dabei die Absicht haben muss, mit einer Waffe ausgerüstet zu sein. Unerheblich ist ebenfalls, ob die Waffe zugriffs- oder schussbereit ist oder ob die dazugehörige Munition mitgeführt wird. Verboten ist das Führen von Waffen bei öffentlichen Veranstaltungen, wie Sportfesten, öffentliche
Versammlungen, Ausstellungen, Märkten und Volksfesten, (vgl. § 42 WaffG).
Verbringen: Eine Waffe verbringt, wer sie in, durch oder aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes transportiert oder transportieren lässt. Dabei ist der Verbleib über der Grenze
und / oder der Besitzwechsel auf Dauer angestrebt. Mitnahme: Eine Waffe nimmt mit, wer diese vorübergehend auf einer Reise ohne Aufgabe des Besitzes über die Grenze in, durch oder aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes
bringt. Nur der Transport in Deutschland ist keine Mitnahme, sondern fällt unter Transport. Wie Waffen und Munition zu transportieren sind, wird später behandelt.
Schießen: Mit einer Schusswaffe schießt, wer Geschosse aus einem Lauf verschießt, Kartuschenmunition abschießt, mit Patronen- oder Kartuschenmunition Reiz- oder andere Wirkstoffe verschießt oder pyrotechnische Munition verschießt. Diese Aufzählung umfasst alle Schussmöglichkeiten, die mit Schusswaffen ausführbar sind. Nicht eingeschlossen ist dabei
das Schießen mit anderen Geräten als Schusswaffen und diesen Waffen gleichgestellten Gegenständen.
Herstellen: Waffen und Munition werden hergestellt, wenn aus Rohteilen und Materialien ein Endprodukt oder wesentliche Teile eines Endproduktes erzeugt werden; als Herstellen von
Munition gilt auch das Wiederladen von Hülsen. Unter der Herstellung von Munition versteht man die Fertigstellung zum Gebrauch (= Schießen), das gewerbsmäßige Wiederladen von
Hülsen (das nicht gewerbsmäßige Wiederladen von Hülsen unterliegt den Bestimmungen des Sprengstoffgesetzes), das Laden von Hülsen mit Zünd- und Treibsatz und das Einsetzen
des Geschosses bei Patronenmunition. Unter Waffenherstellung versteht man die industrielle und handwerksmäßige Fertigung von Schusswaffen und Munition.
Bearbeiten: Unter Bearbeitung von Schusswaffen versteht man insbesondere deren Verkürzung, Veränderung der Schussfolge, Veränderung der Gestalt, dass andere Munition oder
Geschosse anderer Kaliber verschossen werden können. Eine Waffe wird auch dann bearbeitet, wenn wesentliche Teile (z. B. Läufe) ausgetauscht werden und dadurch Nacharbeiten
anfallen. Geringfügige Veränderungen besonders an Schaft oder Zieleinrichtungen, die die Funktionsweise der Schusswaffe nicht wesentlich beeinträchtigen, fallen nicht unter den
Begriff der Bearbeitung. Auch der Austausch von Wechsel- oder Austauschläufen und der dazugehörigen Verschlüsse ist keine Bearbeitung.
Instandsetzen: Eine beschädigte oder mangelbehaftete Waffe wird instandgesetzt, indem ihre Schussfähigkeit, also ihre Brauchbarkeit wieder hergestellt wird.
Waffenhandel: Waffenhandel treibt, wer gewerbsmäßig, im Rahmen einer wirtschaftlichen Unternehmung Schusswaffen und Munition kauft, verkauft, bestellt, anderen überlässt oder
den Erwerb, das Überlassen oder den Vertrieb vermittelt.InhaltsverzeichnisKapitel:	Inhalt:	Lerntafel (Seite)	Kapitel 1	Einführung in die Gesetzessystematik	WR 1.1 - WR 1.2	_____________________________________________________________________________________________
2	Waffen
Waffengesetzes	WR 2.1 - WR 2.2	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 3	Formen des Umgangs mit Waffen und Munition	WR 3.1 - WR 3.2	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 4	Grundsätze des Umgangs mit Waffen und Munition	WR 4.1 - WR 4.6	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 5	Ausnahmen vom erlaubnispflichtigen Umgang mit Waffen und Munition	WR 5.1
6	Verbotene
Munition	WR 6.1 - 6.5	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 7	Voraussetzungen für die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse	WR 7.1 - 7.2	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 8	Zuverlässigkeit bei der Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse	Unzuverlässigkeitsgründe	WR 8.1 - 8.5	_____________________________________________________________________________________________
9	Persönliche
Eignung	WR 9.1 - 9.3	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 10	Sachkundenachweis als Voraussetzung für die Erteilung waffenrechtlicher	Erlaubnisse	WR 10.1	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 11	Bedürfnis als Voraussetzung für die Erteilung waffenrechtlicher Erlaubnisse	WR 11.1 - 11.2	_____________________________________________________________________________________________
12	Arten
Erlaubnisse	WR 12.1 - 12.4	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 13	Ausnahmen von den waffenrechtlichen Erlaubnispflichten für Nichtjäger	WR 13.1 - 13.5 _____________________________________________________________________________________________
Kapitel 14	Ausnahmen von den waffenrechtlichen Erlaubnispflichten für Jäger	WR 14.1 - 14.4	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 15	Aufbewahrung von Schusswaffen und Munition	WR 15.1 - 15.4	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 16	Erlaubter und verbotener Umgang mit Waffen / Zusammenfassende Über-	sichten für den Jäger	WR 16.1 - 16.3 _____________________________________________________________________________________________
17	Erwerb
Erbfalles	WR
17.1	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 18	Sonstige Pflichten / Prüfung der Erwerbsberechtigung, Hinweispflichten,	Anzeigepflichten, Ausweispflichten	WR 18.1 - 18.4	_____________________________________________________________________________________________Kapitel 19	Verbringen und Mitnahme von Waffen	WR 19.1 - 19.3	_____________________________________________________________________________________________
Kapitel 20	Beschussgesetz	WR 20.1 - 20.3
Lexikon	Seite 97 - 101
(WaffG)	Seite
Allgemeine Waffengesetz-Verordnung (AWaffG)	3Seite 154 - 177All pages:1234567891011InfoSaveLikeShareDownloadMoreWaffenrecht Published on Nov 29, 2013 heintgesFollowRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 1
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 § 2
 § 1
 § 1
 § 13

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 § 30
 § 32
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 § 42