Source: https://vdvc.de/blog/2010/04/25/pixel-und-menschenwurde/
Timestamp: 2018-04-22 10:45:56+00:00

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Pixel und Menschenwürde - VDVC
Pixel und Menschenwürde
Veröffentlicht am 25. April 2010 von Rey Alp
Von Politikern und Wissenschaftler wird immer wieder gerne angeführt, dass durch Paintball sowie manche Videospiele die Würde des Menschen verletzt werden würde. So schrieb z.B. Dr. Dieter Wiefelspütz, bei abgeordnetenwatch:
„Ich halte es für sittenwidrig bzw. für eine Verletzung der Menschenwürde, das Töten eines Menschen zu simulieren.“
Die Reaktionen der Spieler sind meistens dieselben. Mit Sprüchen wie „Das sind nur Pixel!“ meint man es demjenigen gezeigt zu haben. Tatsächlich ist es aber etwas komplizierter.
Schließlich ist Wiefelspütz nicht von allein darauf gekommen, dass solche Spiele die Menschenwürde verletzen könnten. Wenn sich Gamer die Mühe machen würden, sich einmal den § 131 StGB anzusehen, würden sie Folgendes entdecken: Es besteht nicht nur ein Verbot von gewaltverherrlichenden bzw. –verharmlosenden Videospielen, sondern auch von solchen, „die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, […] die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt„. Die „Menschenwürde“ ins Spiel zu bringen ist also nicht die Idee irgendeines Spielegegners, sondern die des Gesetzgebers. Was genau mit diesem Begriff gemeint ist, bzw. wie man darum umgehen soll, geht aber nicht ohne Weiteres aus der Norm hervor. Erdemir hat sich in ZUM 2000, 699 ff. dem Thema ausführlich gewidmet.
Als die Menschenwürde, deren Verletzung der § 131 StGB in der zweiten Alternative voraussetzt, kommt zunächst die des Opfers sowie die des Zuschauers/Spielers in Frage. Letzteres scheitert nach Erdemir bereits an der Subjektivität des Merkmals, denn „Wer immer […] die konkrete Darstellung als Zumutung empfindet, wäre zugleich auch in seiner Menschenwürde verletzt„. Auch die Menschenwürde des Opfers (Im Fall von Videospielen die des Pixels) könne nicht gemeint sein. Die zweite Alternative des § 131 StGB setze „grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten“ und deren Darstellung „in einer die Menschenwürde verletzenden Weise„, also zwei Merkmale, voraus, wobei das zweite das erste einschränken soll. Würde man die Würde des Opfers zur Wertung heranziehen liefe diese Einschränkung ins Leere, da „jede »sonst unmenschliche Gewalttätigkeit gegen Menschen« im Sinne von § 131 StGB per se auch eine Verletzung der Menschenwürde (des Opfers) beinhalte„, und sie somit kein zusätzliches Merkmal sondern automatisch ebenfalls erfüllt wäre.
Um es an dieser Stelle einmal auf den Punkt zu bringen: Es wird bei der Verletzung der Menschenwürde gerade nicht auf die Menschenwürde des Opfers respektive Pixels abgestellt. Die Beteuerung der Spieler, dass Pixel keine Würde hätten, ist also völlig irrelevant. Aber warum wird trotzdem in dem Schießen auf Pixel eine Verletzung der Menschenwürde gesehen? Nach Erdemir ist im § 131 StGB „nicht die Würde eines bestimmten Individuums, also die des Opfers in der Gewaltdarstellung oder die des Zuschauers, sondern die Menschenwürde als abstrakter Rechtswert gemeint„. Das Bundesverfassungsgericht führt dazu aus (NJW 1993, 1457, 1458 f. oder hier):
„Vielmehr ergibt sich aus deren Wortlaut und systematischem Zusammenhang, daß sie vor allem auch Fälle erfassen soll, in denen die Schilderung des Grausamen und Unmenschlichen eines Vorgangs darauf angelegt ist, beim Betrachter eine Einstellung zu erzeugen oder zu verstärken, die den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt. Das geschieht insbesondere dann, wenn grausame oder sonstwie unmenschliche Vorgänge gezeigt werden, um beim Betrachter ein sadistisches Vergnügen an dem Geschehen zu vermitteln, oder um Personen oder Gruppen als menschenunwert erscheinen zu lassen. Eine solche Tendenz schließt die Vorstellung von der Verfügbarkeit des Menschen als bloßes Objekt ein, mit dem nach Belieben verfahren werden kann. Deshalb kann auch eine menschenverachtende Darstellung rein fiktiver Vorgänge das Gebot zur Achtung der Würde des Menschen verletzen.“
Die Menschenwürde soll durch das Schießen auf Pixel also nicht deswegen verletzt sein, weil dadurch die Würde der Pixel verletzt werde, sondern weil die „Menschenwürde als abstrakter Rechtswert“ dadurch verletzt wird, dass durch das Schießen auf Pixel beim Betrachter eine Einstellung erzeugt oder verstärkt werden könne, die „den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt„.
Von dieser Annahme mag man halten, was man möchte. Fakt ist aber, dass sie von der juristischen Literatur und dem Bundesverfassungsgericht getragen wird.
Ähnlich verhält es sich auch bei Laserdrom (BVerwG in NVwZ 2002, 598 oder hier):
„Ein solcher Verstoß ist in erster Linie dann anzunehmen, wenn durch die Spielhandlungen konkrete Personen in ihrer Menschenwürde verletzt werden. Davon kann im vorliegenden Fall freilich nicht ausgegangen werden. […] Unterhaltungsspiele können aber auch dadurch gegen die verfassungsrechtliche Garantie der Menschenwürde verstoßen, dass beim Spielteilnehmer eine Einstellung erzeugt oder verstärkt wird, die den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt. Das geschieht insbesondere dann, wenn Gewaltakte gegen Menschen in der Absicht dargestellt werden, den Beteiligten ein sadistisches Vergnügen an dem Geschehen zu vermitteln. Denn eine solche Tendenz schließt die Vorstellung von der Verfügbarkeit des Menschen als bloßes Objekt ein, in dessen Leben und körperliche Integrität nach Belieben eingegriffen werden kann. Darum kann neben der realen Gewaltausübung auch die Darstellung fiktiver Gewaltakte zu Spiel- und Unterhaltungszwecken das Gebot zur Achtung der Würde des Menschen verletzen. Demnach ist ein gewerbliches Unterhaltungsspiel, das auf die Identifikation der Spielteilnehmer mit der Gewaltausübung gegen Menschen angelegt ist und ihnen die lustvolle Teilnahme an derartigen – wenn auch nur fiktiven – Handlungen ermöglichen soll, wegen der ihm innewohnenden Tendenz zur Bejahung oder zumindest Bagatellisierung der Gewalt und wegen der möglichen Auswirkungen einer solchen Tendenz auf die allgemeinen Wertvorstellungen und das Verhalten in der Gesellschaft mit der verfassungsrechtlichen Menschenwürdegarantie unvereinbar.“
64 Gedanken zu “Pixel und Menschenwürde”
reptile sagte am 25. April 2010 um 00:47 :
*grins* ja ja, Gesetze sind doch was tolles^^.
Bei dem Wort „Unmenschlich“ muss man doch aber sagen, dass Gewalt und die Verwendung von (Schuss-)Waffen eine ziemlich menschliche Eigenschaft ist oder nicht? ;)
Warscheinlich ist mit „Unmenschlich“ wohl eher etwas in Richtung moralische Werte oder so gemeint….
Egal, ich geh Battlefield zocken :D
Rey Alp sagte am 25. April 2010 um 00:53 :
Unmenschlichkeit ist nach Tröndle/Fischer (erkennbar ältere Auflage) gegeben, wenn „eine menschenverachtende und rücksichtlose Tendenz zum Ausdruck kommt; z.B. wenn ein Mensch einen anderen „nur zum Spaß“ abknallt […]“.
tarnmensch sagte am 25. April 2010 um 01:03 :
Was leider nach verbreiteter Meinung in praktisch jedem „Killerspiel“ der Fall ist…
Rey Alp sagte am 25. April 2010 um 01:27 :
Deswegen muss ja als zusätzliche Voraussetzung die „grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeit” in einer „die Menschenwürde verletzenden Weise“ dargestellt werden.
Danny sagte am 25. April 2010 um 01:41 :
dann würde doch aber auch das berühmte „Cowboy und Indianer“-Spiel unter diese Ansicht fallen? Sowie „Schweinchen in der Mitte“ (das ist meiner Ansicht nach besonders schlimm!) und Völkerball.
Man darf an dieser Stelle nicht so einfach abstrahieren und von virtuellen Taten analog zu echten Taten sprechen. Das ist viel zu schwammig(, oder man bezieht einfach die o.g. Spiele mit ein. Das wäre wenigstens konsequent)
Und diese „Würde“, die ein jeder Mensch zu haben scheint, soll doch bitte noch einmal explizit definiert werden, ist ja schließlich die Nummer Eins in unserem Grundgesetz. Und so unantastbar sie auch sein mag, so sehr denke ich, dass jeder da seine individuellen Ansichten dazu hat, was nun „Würde“ und was eher „Stolz, Überzeugung und Glauben“ ist.
Hybris sagte am 25. April 2010 um 01:48 :
Interessante Ausführungen. Ich habe aber ein zentrales Problem mit der Sichtweise des Bundesverfassungsgerichtes, und zwar diese Stelle „[…]um beim Betrachter ein sadistisches Vergnügen an dem Geschehen zu vermitteln“
Was für eine „Absicht“ hinter einer Gewaltdarstellung steht, lässt sich nur interpretieren, aber kaum jemals mit Sicherheit sagen. Und was davon beim Betrachter ankommt steht nochmal auf einem ganz ganz anderen Blatt. Meines Erachtens unterstreicht das nur nochmal den Willkürcharaker von §131 StGB
Pyri sagte am 25. April 2010 um 01:58 :
Im besonderen problematisch für Pasolinis De-Sade-Verfilmung: selbst totale Verächter populärer Kultur mögen diese nämlich ziemlich schätzen
Alrik sagte am 25. April 2010 um 01:58 :
Es ist nicht von der Hand zu weisen das beim Fechten Tötungshandlungen simuliert werden.
könnte man nicht mit dieser Argumentation versuchen Boxen und Fechten zu verbieten ?
Nur so, für den lulz ? :D
Modgamers sagte am 25. April 2010 um 02:55 :
Hab es schon im Forum gesagt: die Begründung ist nachvollziehbar und verständlich, öffnet der Wilkür jedoch Tür und Tor. Ich zitiere hier mal die Zeit. Der Text wurde zwar nicht zu §131 geschrieben, passt aber irgendwie.
„[…] Was hier aufgereiht wird, entwächst zwar unserem richtigen moralischen Empfinden (wer will schon Amokschützen in der Schule oder Pornografen im Kindergarten?). Aber dahinter lauert der infamste Angriff auf die Freiheit: nicht durch KGB oder Gestapo, sondern auf Sammetpfoten im Namen des Guten und Therapeutischen – mit unheimlichen Risiken und Nebenwirkungen.
[…] In den Gesetzentwürfen gerinnt das magische Denken zu Paragrafen. Man sollte darüber bloß Witze reißen, wenn es nicht so todernst wäre. Die gerechte Abscheu vor Kinderporno und Amoklauf verdichtet sich zur wohlwollenden Tyrannei. Zitieren wir abermals Maroldt: So »löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem«.“
http://www.zeit.de/2009/21/Zeitgeist-21
Geegeegeegeebabybaby sagte am 25. April 2010 um 02:58 :
Ich frage mich wirklich, ob so eine „Spaßaktion“ in Form einer Verbotsforderung, die für die betroffenen so absurd klingt, wie für uns das „Killerspiel“-Verbot, medial genügend Aufmerksamkeit erregen könnte.
Man könnte das ganze recht ernst gestalten und dann bei genügend Mikrofonen und Kameras im Gesicht auffliegen lassen, ohne natürlich von den Forderungen abzulassen.
Eine komplette Verbotsforderung von Schützenvereinen wäre doch super, wenn auch vielleicht etwas kostspielig.
Pyri sagte am 25. April 2010 um 03:34 :
Gerade im Falle von Computerspielen und den Verhältnissen dort möchte ich das mit der „Tyrannei des Guten“ aber nochmal hinterfragen, etwa dahingehend ob mit gewalttätigen Zombies als Opfer imaginiert letztendlich nicht doch das böse bei dem ganzen gewinnen soll :-( Allein historische Probleme mit kulturellen Sauberkeitsvorstellungen mal völlig außer Acht lassend
Daxter666 sagte am 25. April 2010 um 04:22 :
Komisch wenn im Fernsehn jemand vergewaltigt, gefoltert, ermordet oder in sonstiger Weise psychisch oder physisch verletzt wird dann kräht kein Hahn danach. Aber bei Videospielen werden gleich Verbote gefordert und Gamer als Mörder abgestempelt. Mir scheint es mitlerweile so als wären Videospiele das neue Feindbild der älteren Generation, das für die Untaten aller Jugendlichen verantwortlich gemacht werden soll. Früher war es Rockmusik und heute sind es eben Videospiele.
Daxter666 sagte am 25. April 2010 um 04:24 :
Wenn es danach geht müsste man natürlich auch sämtliche Literatur verbieten (aktuelle und vergangene). Im Grunde genommen müsste Gewalt in jeglicher Weise, ja das selbst das bloße reden darüber, verbieten. Es wird einfach todgeschwiegen und was man nicht wahrnimt das gibt auch nicht. Super Welt…
Vicarocha sagte am 25. April 2010 um 10:33 :
Naja… die Menschenwürdealternative des § 131 StGB wird in der rechtswissenschaftlichen Literatur selbst ja auch äußerst kritisch betrachtet. Das BVerfG selbst stellte fest:
„[…] Dieses Tatbestandsmerkmal wird nicht allein wegen seiner Unbestimmtheit als problematisch bezeichnet, sondern auch weil sich die Verletzung der Menschenwürde bei Gewaltdarstellungen kaum zu einer Abgrenzung eigne […]. Im Hinblick auf das Verfassungspostulat der Tatbestandsbestimmtheit [Art. 103 Abs. 2 GG] wird sie als ein bedenklicher Grenzfall einer an sich zwar legitimen, in ihrer ‚Nebulosität‘ aber kaum noch handhabbaren Normativierung angesehen […].“
(BVerfGE 87, 209)
Das Problem dieser Tatbestandsalternative ist ja shcon dadurch gegeben, dass hier mit vielen Unterstellungen und Versatzstücken gearbeitet wird; so führt das BVerfG weiter aus:
„Darin erschöpft sich jedoch der erkennbare Sinn der Vorschrift nicht. Vielmehr ergibt sich aus deren Wortlaut und systematischem Zusammenhang, daß sie vor allem auch Fälle erfassen soll, in denen die Schilderung des Grausamen und Unmenschlichen eines Vorgangs darauf angelegt ist, beim Betrachter eine Einstellung zu erzeugen oder zu verstärken, die den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt. Das geschieht insbesondere dann, wenn grausame oder sonstwie unmenschliche Vorgänge gezeigt werden, um beim Betrachter ein sadistisches Vergnügen an dem Geschehen zu vermitteln, oder um Personen oder Gruppen als menschenunwert erscheinen zu lassen. Eine solche Tendenz schließt die Vorstellung von der Verfügbarkeit des Menschen als bloßes Objekt ein, mit dem nach Belieben verfahren werden kann. Deshalb kann auch eine menschenverachtende Darstellung rein fiktiver Vorgänge das Gebot zur Achtung der Würde des Menschen verletzen. Sie ist zudem geeignet, einer allgemeinen Verrohung Vorschub zu leisten, den Respekt vor der Würde des Mitmenschen beim Betrachter zu mindern und so auch die Gefahr konkreter Verletzungen dieses Rechtsguts zu erhöhen. Daß auch solche Darstellungen unter den Tatbestand fallen sollen, wird durch die Gesetzesmaterialien bestätigt. So wird im Bericht des federführenden Ausschusses für Jugend, Familie und Gesundheit das ‚genüßliche‘ Verharren bei einem unmenschlichen Vorgang als Beispiel für den Anwendungsbereich der Norm angeführt (BTDrucks. 10/2546, S. 21 f.).“
Es geht hier also nicht nur um eine Tatsachenfeststellung, sondern auch (zumindest indirekt, wie es in konkreten Beschlagnahmeurteilen immer wieder zum Ausdruck kommt) um negative Zuschreibungen: Die kreativen beabsichtigten diese Mesnchenwürdeverletzung mit den Darstellunen und diese Darstellungen würden natürlich auch nur affirmativ rezipierbar sein. Dass das „‚genüßliche‘ Verharren“ eben nicht genüßlich sein könnte, sondern eben genau im Gegenteil für eine Identifikation mit dem Opfer, der Sensibilisierung des Zuschauers dienen könnte, wird hier ja shcon kategorisch ausgeschlossen; da wundert es eigentlich nur, dass nicht noch Zeitwerte genannt werden, nach der Art: Nach so und so vielen Sekunden ist ein „Verharren“ ein unlegitim „genüßliches“…
Hinzu kommen natürlich konrkete Auslegungsprobleme bzgl. der Tatbestandskriterien der „Grausamkeit“ und der „Unmenschlichkeit“ und eine Aushöhlung durch die Ausweitung der Gültigkeit auf Gewaltdarstellungen mit „Menschenähnlichen“ als Opfern und Tätern; einem Zombie kann man z.B. keine i.S.d. Gesetzes „grausame“ Gewalt antun und ein Entgegenbringen von „Menschlichkeit“ i.S.d. Gesetzes ist eine reine Absurdität… genau so entbehrt ein nichtmenschlicher Täter i.d.R. generell der Eigenschaft der „Menschlichkeit“ oder kann per definitionem nicht „grausam“ sein – eine Übertragen i.d.S., dass damit dann gemeint sei, dass etwas grausam/unmenschlich wäre, wenn ein Mensch dies täte, resp. das Opfer wäre, ist auch nicht gegeben. Die Regelung gibt das Strafrecht der Lächerlichkeit preis. Der Gesetzgeber wollte mit der Menschenähnlichkeitserweiterung ja auch konkret bspw. phantastische Kreaturen wie Androiden erfasst sehen……… grausame, unmenshcliche Gewalt an einem emotionslosen, schmerzunempfindlichen „Roboter“ fällt i.d.S. genau so unter das Gesetz, wie die Dokumentation eines realen Gewaltverbrechens.
Insg. ist diese Menschenwürdeklausel eher eine Art Rechtsbeugung, die man geschickt in den 1980ern in § 131 StGB einbaute, um die Kunstfreiheit zu umschiffen (da sich diese am Schutz der Menschenwürde bricht).
BTW: Wenn man schon den guten alten Murat ERDEMIR zitiert, dann sollte man anmerken, dass der gute Herr feststellt, dass die Menschenwürdealternative zudem auch noch redundant ist: Fraglich sei, inwieweit sich die Menschenwürdeklausel von der Verherrlichung unterscheidet, da diese schon darauf aus ist, eine Einstellung zu erzeugen, die den fundamentalen Wert des Menschen leugnet etc. und ihn zur Bejahung animiert. Der Autor stellt klar, dass durch den Menschenwürdeaspekt keine neuen Darstellungen erfasst werden, die nicht schon durch die Gewaltverherrlichungsalteernative erfasst werden (beide zielen darauf aus, i.S.d. Gesetzes gewaltbejahende Medien zu pönalisiere und meinen im Endeffekt dasselbe, nur hat die Argumentation mit der Menschenwürde eben mehr Gewicht (s. Rechtsbeugung).
Green Ninja sagte am 25. April 2010 um 10:51 :
Okay… das ist…. merkwürdig.
Bei so einem Wall aus Text (und das ist sogar noch relativ simpel im Vergleich mit anderen Sachen), weiß man gar nicht was man da erwiedern soll. Aber Danny hat nen guten Punkt, im Prinzip fallen da auch diverse Kinderspiele drunter.
Modgamers sagte am 25. April 2010 um 10:55 :
Du gehst hier nur auf den Inhalt von Spielen ein, während die „Tyrannei des Guten“ auf die Absichten von Menschen (im RL) abzielt, welche aus den richtigen Motiven die falschen Dinge tun, welche langfristig gesehen noch schlimmere folgen haben.
Timpossible sagte am 25. April 2010 um 11:05 :
Wenn das System so dämlich ist und diese These, dass das „schießen“ auf Pixel das durchaus wichte Rechtsgut der Menschenwürde verletzte, dann ist das System dämlich. Nur weil ein Gesetz existiert, muss es nicht als unumstößlich angesehen werden.
Der Artikel gibt zwar die aktuelle Situation wieder, aber diese Situation ist schlicht und einfach unsinnig und von religiösem Moralismus durchzogen und das ist schlicht und einfach mittelalterlich und nicht mehr Zeitgemäß.
Ich bin der Meinung, dass kein geistig gesunder Mensch tatsächlich auf die Idee kommt, dass das reale töten, foltern oder verletzten von Menschen irgendwie richtig sein kann. Dennoch hat der Mensch einen Urtrieb, der ihm irgendwie eine Affinität zu Gewalt gibt. Sonst gäbe ich kein Boxen, Jagen, Wrestling usw. Ich halte es für weit aus richtiger meinen „Gewalttrieb“ durch Games und Filme auszuleben, bei denen ich weiß, dass es nicht echt ist, als im Wald auf Tiere zu schießen.
Ich sagte am 25. April 2010 um 11:17 :
http://politinfos.org/wp-content/uploads/2007/09/kari_20070823_killerspiele.gif
Phaidros sagte am 25. April 2010 um 12:42 :
Wir haben Menschenwürde, wir haben ein Tierschutzgesetz.
Soweit ich weiß, fallen Roboter und Pixel unter keines der Beiden – sie sind weder Menschen noch Tiere.
Wie wäre es also mit einem Passus zur Pixelwürde? Oder Grundrechte für Roboter und Automaten. Bei einer Bundestagsdebatte würde es schließlich nicht auffallen, ob da ein Politiker spricht oder ein Tonband läuft.
Also solange nicht irgendwelche Pixel aus eigenem Antrieb auf die Straße gehen udn gegen die „grausame Behandlung“ protestieren, sehe ich sie nicht als Menschen an und baller weiter fröhlich am Computer rum. Kommt doch niemand dabei zu Schaden, oder?
Rey Alp sagte am 25. April 2010 um 12:51 :
Ich wollte mit dem Eintrag nicht zu viel Fässer auf einmal aufmachen. Maßgeblich sollte sein, dass Erdemir auch die Frage aufwirft, wessen Menschenwürde betroffen ist, und dass es eine abstrakte sei. Mehr ist zu diesem Spruch „Das ist nur ein Pixel“ nicht erforderlich. Dass Erdemir die Verletzungen der Menschenwürde bereits durch die anderen Varianten voll umfasst sieht, stimmt, wollte ich hier aber weglassen um es nicht zu überfrachten und weil es bzgl. der Ursprungsfrage irrelevant ist.
Die von dir beschriebene Problematik, dass das „genüßliche Verharren“ eigentlich mehr auf den Rezipenten ankommt, ist m.E. auch ein Problem. Eredimir führt ja das Beispiel Nekromantik 2 an. Dort lehnt man den Tatbestand mit der Begründung ab, der Protagonist sei für den Zuschauer eine „gesellschaftliche Randfigur, mit der er sich nicht identifizieren kann“. Weiter:
„Das geschilderte deviante Verhalten ist jenseits jeder menschlichen Verhaltensnorm und ist deshalb selbst für den Zuschauer, der sich an Grausamkeiten zu ergötzen pflegt, nicht als verharmlosend rezipierbar. … Geradezu angeekelt und erschrocken kann der Zuschauer nur reagieren, wobei darauf hingewiesen sei, dass der typische Besucherkreis des Werkstattkinos film- und kunstinteressiert ist, bereit ist, sich Themen zu stellen und damit auch der geistigen Auseinandersetzung sich stellen wird. Dieser Besucher ist gerade nicht ein gedankenloser Freizeitkonsument. Die Schlussszene in all ihrer Exzessivität kann nur als ekelhaft empfunden werden, wird weder zur Nachahmung animieren, sondern nur abstoßen … Der hervorgerufene Ekel, die hervorgerufene Bestürzung sind jedoch genau das Gegenteil dessen, was als Werbungseffekt bei der restriktiven Auslegung des Begriffes ‚eine die Menschenwürde verletzende Darstellung‘ nunmehr zu verlangen ist. Dies führte zum Freispruch.«“
Hier wird an mehreren Stellen bereits gewertet, dass Täter, Tat und Darstellung nur als abstoßend empfunden werden können. Selbst beim Freizeitkonsument, wie hier beinahe abwertend unterschieden wird, würde es so sein. Allgemein kommt es mir oft so vor, als ob hier nicht mehr der Schutz vor Gewalttaten sondern moralisches Empfinden Schutzgut des § 131 StGB sei, auch wenn immer das Gegenteil beteuert wird.
@GreeNinja
Danny hat aber wohl übersehen, dass zwei Alternativen erfüllt sein müssen. Auch wenn es auch beim Kinderspiel ein Töten aus Spaß geben sollte, würde dies wohl kaum geschehen um den Beteiligten ein sadistisches Vergnügen zu bereiten.
Booomboy sagte am 25. April 2010 um 13:18 :
hat zwar jetzt nicht direkt mit menschenwürde zu tun, aber indirekt passt der folgende artikel doch irgendwie hier rein http://www.gamestar.de/hardware/news/vermischtes/2313864/die_weste_fuer_spieler.html
Pyri sagte am 25. April 2010 um 13:31 :
Ja hast Recht, das hab ich wohl zu wenig berücksichtigt gehabt bei meinem Gedanken.
Danny sagte am 25. April 2010 um 14:15 :
Also bei „Schweinchen in der Mitte“ geht es eindeutig um ein sadistisches Vergnügen, den Schwächsten in der Gruppe noch lächerlicher zu machen, damit man sich selber noch mächtiger fühlt.
Und bei den anderen Spielen (Völkerball, Fechten, Cowboy/Indianer, etc.) „tötet“ man – virtuell – auch damit man sich persönlich besser fühlt.
Rey Alp sagte am 25. April 2010 um 14:26 :
Also ich würde es sogar bereits an der Schilderung von Gewalttätigkeiten scheitern lassen, da eine solche nicht vorhanden ist. So kann es auch kein sadistisches Vergnügen daran geben.
maSu sagte am 25. April 2010 um 14:34 :
Jaja, also da soll noch mal einer sagen, die dt. Gesetze wären logisch, objektiv nachvollziehbar, verhältnismäßig, …
Da kann jeder Ameisenstaat bessere Gesetze erlassen – ein Zusammenhang zwischen der Größe des Gehirns der am Gesetzgebungsverfahren beteiligten und der Qualität der Gesetze selbst, scheint nicht zu bestehen.
purchaser sagte am 25. April 2010 um 14:35 :
Wenn wir die Menschenwürde als so abstrakt ansehen, dass sie sogar von Pixeln verletzt werden kann, warum fassen wir die Gesetze dann nicht konkreter? Mir kommt es so vor, als würde in schier endlosen Diskussionen um besagte Pixel und besagte Menschenwürde das eigentliche Problem zu versinken drohen. Was ist denn mit der Menschenwürde, wenn ein Hans-Werner Sinn sinngemäß sagen kann: Ein Mensch muss ja nicht von seiner Hände Arbeit leben können? Für mich ist diese Aussage Aufforderung zur Versklavung. Warum regt sich hier kein Widerstand?
Das Bundesverfassungsgericht ist in dieser Sache auch kein guter Gefährte. Das Gericht beurteilt nur die Anwendung des Grundgesetzes, was drin steht, bewerten sie nicht. Ich halte die abstrakte Verletzung der Menschenwürde in einem Videospiel durchaus für akzepzierbar, so wie ich es auch in Paolinis „Salo“ (glänzendes Beispiel, Pyri!) im Film getan habe, werde mich aber damit nie im realen Leben abfinden.
purchaser sagte am 25. April 2010 um 14:38 :
Pier Paolo Pasolini – also diesen Schreibfehler verzeihe ich mir nicht.
Mortipher sagte am 25. April 2010 um 15:04 :
„diese Darstellungen würden natürlich auch nur affirmativ rezipierbar sein. Dass das “‘genüßliche’ Verharren” eben nicht genüßlich sein könnte, sondern eben genau im Gegenteil für eine Identifikation mit dem Opfer, der Sensibilisierung des Zuschauers dienen könnte, wird hier ja shcon kategorisch ausgeschlossen“
Verstehe ich es richtig, dass du genau dieses auch meinst, wenn du von der „pornographischen Perspektive“ sprichst? Dass man eine (natürlich die eigene) nicht-reflektierende sondern rein affirmative Betrachtungsweise als die einzig Mögliche postuliert?
Silent sagte am 25. April 2010 um 15:53 :
„Wir haben Menschenwürde, wir haben ein Tierschutzgesetz.
Also solange nicht irgendwelche Pixel aus eigenem Antrieb auf die Straße gehen udn gegen die “grausame Behandlung” protestieren, sehe ich sie nicht als Menschen an und baller weiter fröhlich am Computer rum. Kommt doch niemand dabei zu Schaden, oder?“
Es geht nicht um die Pixel, sondern um die Menschen die durch die Pixel dargestellt werden.
An einem Dead Rising in Auschwitz hätten bestimmt viele Amis ihre helle Freude, und auch wenn den Pixeln in dem Spiel nix passiert, würde dieses Spiel die Menschenwürde verletzen und wäre zurecht in Deutschland verboten.
Es stimmt leider so nicht, wie es in der Formulierung klingt, daß die Menschenwürde unantastbar ist, denn die Menschenwürde wird oft genug angetastet. Sie zu achten und zu schützen ist dennoch Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Oder um es mit Kant zu sagen:
„Der Mensch als „Zweck an sich“ darf nie nur „Mittel zum Zweck“ sein.“
Hejoba sagte am 25. April 2010 um 16:07 :
schöner Artikel. schön differenziert.
The_Real_Black sagte am 25. April 2010 um 17:00 :
„Denn eine solche Tendenz schließt die Vorstellung von der Verfügbarkeit des Menschen als bloßes Objekt ein, in dessen Leben und körperliche Integrität nach Belieben eingegriffen werden kann.“
Opfert den Bauer! Opfert den Bauer! Opfert den Bauer!
Ein Bauer ist ja nur ein Objekt den man nachbelieben verheitzen kann!
Damit muss Schach aufgrund des § 131 StGB verboten werden!
Da wirft man ja andere Ab…
Aber „Wesen“ ist doch definiert als „Lebewesen“ oder war dass nur im Tierschutz?
Pyri sagte am 25. April 2010 um 17:16 :
Ich denke beim 131er betrifft „menschenähnliche Wesen“ deren Erscheinung. Nichts weiter
The_Real_Black sagte am 25. April 2010 um 18:01 :
dann träfe es auch auf vermenschlichte Zeichentrickfiguren zu?
oder nur Menschliche Zeichentrickfiguren?
Und wie trifft es dann auf Beschreibugen von Menschen aus?
Da sieht man mal wieder, dass der 131 überflüssig ist…
Pyri sagte am 25. April 2010 um 18:16 :
Ich glaube das würde wiederum zu neuerlichen Problemen führen, und zwar im Bezug auf einen anderen Begriff, den der „Realitätsnähe“. Und falls Du mit Beschreibungen (rein) schriftliche Darstellungen meinst: also für Bücher gibt es in Deutschland ja nicht einmal eine Kennzeichnungspflicht. Mir ist dabei gar kein Buch bekannt, dass nur wegen der darin enthaltenen Schrift überhaupt je als Vergehen gegen das Gewaltdarstellungsverbot beschlagnahmt worden wäre in Deutschland – was wohl unweigerlich auf eine gewisse Bilderfeindlichkeit hindeutet.
Lonegunman81 sagte am 25. April 2010 um 19:39 :
Können wir nicht einfach zocken?
Silent sagte am 25. April 2010 um 20:06 :
Können wir nicht einfach nur in Ruhe zocken?
„Ein Bauer ist ja nur ein Objekt den man nachbelieben verheitzen kann!
Damit muss Schach aufgrund des § 131 StGB verboten werden!“
„das man nach Belieben verheizen kann“
Die Bauern beim Schach sind ziemlich abstrakte Figuren, einem Super Mario 64 würde auch niemand Verherrlichung von Tierquälerei vorwerfen.
SkycladGuardian sagte am 25. April 2010 um 21:18 :
Interessanter Beitrag und auch interessante Diskussion. Sie zeigen, wie problematisch der Begriff der Menschenwürde ist, wenn er auf konkrete Fälle angewandt werden soll.
Der Artikel hat mich an einen anderen Artikel erinnert, der in der letzten oder vorletzten Spektrum der Wissenschaft veröffentlicht wurde und praktischerweise vor einigen Tagen auch auf SpON erschienen ist. Zwar bezieht sich der Artikel (mit dem provokanten Titel „Die Würde des Menschen ist antastbar“) auf Reproduktionsmedizin und Gentherapie, aber er zeigt auch gut, wie der Begriff Menschenwürde in anderen gesellschaftlichen Diskussionen als Totschlagargument verwendet wird:
Pyri sagte am 25. April 2010 um 21:37 :
Äußerst interessanter Link für mich. Vielen Dank!
Hätte ich persönlich nicht gedacht, dass das auch woanders zu Problemen (schon) führt – das heißt in eher medizinischen Bereichen hätte ich anderes Recht vermutet
Booomboy sagte am 25. April 2010 um 22:46 :
apropo medizin!
vielleicht war das nur fiktion oder es beruht auf einer wahren begebenheit, naja in der heutigen ncis folge mussten die ermittler in ein institut wo kinder computerspiele gespielt haben, militärische computerspiele.
2 konnte ich identifizieren: cod:mw1 und supreme commander (ob 1 oder 2 kann ich nicht genau sagen).
es ging da aber eher darum, wie die kinder z.b. reagieren wenn der gegner angreift, wie kinder einen gegen- bzw. frontalangriff planen und durchziehen.
es ging aber auch um die logik von den szenarios (z.B. angriffe der ki gegen den spieler) und grafikfehler.
wie gesagt, ka ob es sowas wirklich gibt oder ob das nur fiktion war.
allerdings würde dies z.B. diesen mythos des „wird vom us-militär entwickelt“ begründen, sollte es sowas wirklich geben.
Booomboy sagte am 25. April 2010 um 22:48 :
nachtrag: das war aber nur nebensächlich in der folge, es ging da nicht direkt um dieses programm was die kinder dort gemacht haben.
LiquidSnakE sagte am 25. April 2010 um 22:59 :
So ein Schwachsinn. Es liegt immer noch beim Betrachter, respektive Spieler, ob er sich angegriffen fühlt. Für mich verletzt kein Videospiel die Menschenwürde – weder ‚RapeLay‘, noch ‚Modern Warfare 2‘ oder ‚Nazi Doom‘. Wäre dem nicht so, müsste ich mich auch von Filmen wie ‚Inside‘ oder ‚Der Untergang‘ angegriffen fühlen…
„Existiert virtuelle Menschenwürde?“ – ist diese Frage überhaupt von Relevanz? Ich bringe in solchen Diskussionen immer gerne das Beispiel Zweiter Weltkrieg. Meine Familie war damals regimetreu, die Männer folglich ausnahmslos bei der Wehrmacht. Sie fielen in Stalingrad und Frankreich – sollte ich nun darauf pochen, den Zweiten Weltkrieg als Thema in Videospielen verbieten zu lassen, weil ich (und andere Nachfahren von Soldaten der Wehrmacht oder SS) mich davon angegriffen fühlen könnte? Schließlich könnte jeder Nazi-Klon, den ich in einer Runde ‚Call of Duty‘ zusammenschieße, für einen meiner damaligen Verwandten stehen. In jeder Mission der Singleplayer-Kampagne solcher Titel, die in Österreich spielt, greife ich theoretisch mein eigenes Zuhause in kriegerischer Absicht an. Wie kann es sein, dass diese Spiele auch in Duetschland frei verfügbar sind?
Ganz einfach: kaum jemand denkt an sowas, wenn er spielt. Die Reihen ‚Medal of Honor‘, ‚Brothers in Arms‘ und ‚Call of Duty‘ (abseits von ‚Modern Warfare‘) waren weltweit ein Millionenerfolg – auch in Deutschland. Dass in den deutschen Versionen keine Hakenkreuze oder SS-Runen gezeigt werden, ändert nichts daran, dass der Spieler weiß, gegen wen er kämpft und auf die Soldaten wessen Armee er schießt. Trotzdem (oder auch deswegen) werden die Spiele gekauft, Menschenwürde hin, NS-Vergangenheit her. Es interessiert kaum jemanden. Und das ist verdammt gut so.
Man muss nicht alles künstlich verkomplizieren. In Filmen hat niemand ein Problem damit, dass echte Menschen – auch, wenn es Schauspieler sind – gefoltert und / oder abgeschlachtet werden. In Büchern dürfen sich Autoren über Themen wie Vergewaltigung, Kindesmisshandlung oder Blutdurst auslassen – gegenteilig wird dies häufig sogar als tiefgründig bewertet, als die Kunst der „besonderen Empathie“ zu einem „kranken Geist“. Oder Popmusik? Wir haben Marilyn Manson, Slipknot und – um ein deutsches Beispiel zu bringen – Eisregen, was will man mehr? Über die darstellenden Künste, insbesondere die Malerei, verliere ich erst gar kein Wort. The list goes on.
Warum ist Menschenwürde in Videospielen also ein Problem? Die Antwort ist simpel: es ist halt immer noch das neueste Medium. Sobald die Holo-Kammer erfunden wird, ist Menschenwürde in Videospielen kein Thema mehr. Dann sind Vertreter des politisch.gutmenschlichen Komplexes nämlich viel zu beschäftigt damit, den militärisch-industriellen Komplex davon abzuhalten, durch Holo-Kammern Selbstmordattentäter auszubilden… *am Kopf greif*
Ob es gut ist, dass die Menschenwürde in anderen Bereichen der Kunst niemanden zu interessieren scheint, liegt im Auge des Betrachters. Ich bin froh darüber, denn „Menschenwürde“ droht mehr und mehr zu einem populistischen Schlagwort zu verkommen. „Du trägst einen pinken Pullover, das verletzt meine Menschenwürde“ – so verstehe ich den aktuellen Zeitgeist. Wer gleichzeitig über Menschenwürde lamentiert und den Afghanistan-Feldzug der deutschen Bundeswehr als richtig oder notwendig empfindet, sollte unbedingt in sich gehen und einmal stark über seine Prinzipien nachdenken…
mr.can sagte am 25. April 2010 um 23:17 :
Was ist am Afghanistan-Einsatz nicht in Ordnung? Präferiest du die Terrorherrschaft der Taliban? Morgen Abzug, übermorgen wieder Massenerschießungen im Kabuler Fußballstadion, so wie in der guten, alten Zeit? Die potenzielle Zukunft eines Afghanistan ohne Unterstützung des Westens kann man sich in Somalia ansehen.
Wenngleich ich die Argumentation schon nachvollziehen kann: Einerseits reale Gewalt als notwendiges Übel zu erachten (oder wie auch immer die deutsche Politik inzwischen argumentiert) und andererseits völlig harmlose virtuelle „Gewalt“ als menschenverachtend, widerwärtig usw. zu bezeichnen… Da ist der Vorwurf der Heuchelei und des Realitätsverlusts nicht sehr weit hergeholt.
Silent sagte am 25. April 2010 um 23:52 :
Also die Typen vom Kölner Aufruf sind sicher auch gegen den Afghanistan-Einsatz.^^
Aber der Afghanistan-Einsatz zeigt sehr anschaulich wie große Probleme Deutsche immer noch mit Gewalt haben.
Natürlich ist es traurig wenn Soldaten sterben, aber muss man dann jedes Mal eine große Trauerfeier mit pathetischer Rede von Guttenberg veranstalten? Wenn in Afghanistan vier GIs sterben, bekommen die auch keine Trauerfeier mit Obama und Clinton.
Im Krieg sterben Menschen, das gehört zum Krieg dazu. Das müssen die Deutschen endlich akzeptieren.
Statt über die Getöteten zu heulen, sollten lieber die psychisch und/oder physisch Versehrten besser versorgt werden, wenn sie nach dem Krieg nach Hause kommen.
Und natürlich ist der Afghanistan-Feldzug notwendig und richtig, ein Abzug würde zum Bürgerkrieg führen. Und die Taliban, die übrigens erst in den 1990ern in Afghanistan einmarschiert sind, haben mehr als ein Mal bewiesen, dass sie die Menschenwürde mit Füßen treten.
Aber davon wollen viele Deutsche, so auch die Unterzeichner des Kölner Aufrufs, nichts wissen.
SkycladGuardian sagte am 26. April 2010 um 00:06 :
Zwar ist das ziemlich off-topic, aber der NATO-Einsatz in Astan wird genauso scheitern wie der der Russen. Wenn man sich allein schon die Fläche des Landes anschaut und das in Relation zu den dort stationierten Soldaten setzt, muss man schon zum Schluss kommen, dass dieser Einsatz scheitert, ganz unabhängig von der Frage, ob man einem Volk (oder in diesem Fall eher Völker) gut 1000jährige europäische gesellschaftliche Entwicklung (die alles andere als unblutig war) in etwas mehr als 10 Jahren komprimiert in einem Urangeschoss vermitteln kann.
Um Astan zu besetzen, damit man es kontrolliert wären Armeen von der Größenordnung des 2. Weltkriegs notwendig, also so ne halbe Millionen Mann. Die könnte man aber nur stellen, wenn die Volkswirtschaften der NATO-Länder auf Kriegsführung ausgerichtet werden, aber das will ja niemand, denn dann würden ja wirklich alle merken, dass tatsächlich Krieg ist. Noch dazu muss man mit berücksichtigen, dass von 10 Soldaten nur drei kämpfen können, die anderen sieben dienen nur der Versorung und Unterstützung. Jetzt könnt ihr euch ja auch ausrechnen, wie viele der bisher stationierten Soldaten überhaupt aktiv handeln können… naja, ich könnte noch mehr Argumente bringen. Aber der Einsatz ist schon so gut wie gescheitert, daran sind aber nicht die Soldaten schuld, sondern die unfähigen Politiker, die einer naiven Bevölkerung verkaufen wollen, dass man mal so eben einen instabilen Vielvölkerstaat in wenigen Jahren runderneuern könne.
LiquidSnakE sagte am 26. April 2010 um 00:42 :
„Was ist am Afghanistan-Einsatz nicht in Ordnung?“
Wie wär’s damit: ich kann mich nicht erinnern, dass die Taliban Deutschland angegriffen hätten. Was tun deutsche Truppen in einem Krieg (ich weiß, dieses Wort auszusprechen vermeiden dt. Politiker nach wie vor), der sie nichts angeht – außer natürlich, die Aufmerksamkeit der Terroristen durch ihre Einmischung auf sich zu ziehen, damit es die Politik bei der Etablierung ihrer Überwaschungs, erm, Antiterrorgesetze leichter hat?
Die deutsche Beteiligung in Afghanistan ist noch dazu herzlich sinnlos – wie die aller anderen. Ich schätze, dies auszusprechen ist politisch arg inkorrekt, aber „die da unten“ werden Freiheit, Menschenrechte und Demokratie nicht annehmen, wenn man sie mit geladener Waffe im Nacken dazu zwingt. Im Gegenteil: jeder kleine Fehler (wobei „klein“ für den jüngsten Eklat der dt. Luftwaffe unpassend ist) ist Wasser auf den Mühlen der Taliban, weil die „bösen Besatzer“ nur Tod und Verderben gebracht haben. Der Irak ist ein noch besseres Beispiel: ja, Saddam war ein brutaler Diktatur, aber würdest du behaupten, dass Bagdad heute sicherer ist und es der irakischen Bevölkerung seit 2003 besser geht als zu Zeiten Saddams?
Ich wollte aber gar nicht so sehr auf dem Afghanistan-Feldzug herumreiten. Ich finde es eher bemerkenswert, dass manche gleichzeitig über die Verletzung der Menschenwürde in Videospielen klagen kann und parallel dazu Deutschlands Jugend in einem Konflikt verheizt, der das deutsche Volk nichts angeht. Wäre Deutschland tatsächlich eine Gesellschaft, in der Gewalt geächtet werden soll, wären jetzt keine deutschen Truppen in Afghanistan, sondern hätte sich Deutschland längst zur Neutralität bekannt und würde sich maximal auf humanitären Beistand beschränken. Das ganze Gerede rund um die Menschenwürde von Pixeln ist daher in erster Linie nichts als Heuchelei.
Vicarocha sagte am 26. April 2010 um 00:58 :
Nicht genau das, aber es geht shcon in die Richtung. :)
„Ich denke beim 131er betrifft “menschenähnliche Wesen” deren Erscheinung. Nichts weiter“
De facto wird der Begriff in der rechtswissenschaftlichen Literatur dafür kritisiert, dass eben nicht klar ist, was damit gemeint ist… ob es nun nur die äußere Erscheinung betrifft oder andere Merkmale, z.B. des Verhaltens oder des Denkens oder ob es gar auf affektauflösende Wesen auszuweiten sei; der Gesetzgeber zielte zwar eher auf die äußere Erscheinung, der Gesetzestext selbst läßt aber auch eine viel weitere Interpretation zu.
Pyri sagte am 26. April 2010 um 01:20 :
Ah das ist interessant, dass da offenbar doch noch zwischen der Erscheinung und dem Wesen, sowie anderer Merkmale, unterschieden wird. Danke für den Hinweis!
mr.can sagte am 26. April 2010 um 02:59 :
„Wäre Deutschland tatsächlich eine Gesellschaft, in der Gewalt geächtet werden soll, wären jetzt keine deutschen Truppen in Afghanistan“
Natürlich, aber das behauptet ja auch niemand. Doch ein Land dessen demokratische Verfassung erst herbei gebombt werden musste, sollte sich lieber keine Illusionen darüber machen, ob Gewalt unter allen Umständen etwas verwerfliches ist.
„,sondern hätte sich Deutschland längst zur Neutralität bekannt und würde sich maximal auf humanitären Beistand beschränken.“
Man kann gerne darüber Diskutieren, inwiefern Soldaten der Nachfolgestaaten des Nationalsozialismus im Ausland mit Waffengewalt im Namen von Freiheit, Menschenrechten usw. agieren sollten (die Chuzpe ist ja nicht zu übersehen). Aber zu behaupten humanitäre Hilfe in Afghanistan sei unbewaffnet möglich… nicht schlecht!
„parallel dazu Deutschlands Jugend in einem Konflikt verheizt, der das deutsche Volk nichts angeht“ Würde irgendjemand gezwungen in den Afghanistankrieg zu ziehen, wie es etwa während des 2.WK der Fall war, wäre das sicher ein Argument. Aber das Zeitalter des Draft bzw. der Wehrpflicht in diesem Sinne ist vorbei.
Inwiefern geht Afghanistan das „deutsche Volk“ nichts an? Dass der globale Terrorismus (der den gesamten Westen betrifft) von Failed States wie Afghanistan, Somalia, Jemen usw. ausgeht ist ja kein großes Geheimnis mehr. Siehe Irak: Nation Building war der Plan, Proliferation der Vorwand. Man muss das nicht gut finden, aber wer sich in Anbetracht des Scheiterns der Amerikaner hämisch in Fäustchen lacht, sollte einmal überlegen was die Unmöglichkeit der Stabilisierung dieser Staaten weltpolitisch bedeutet. Die mehr oder weniger geglückte Reeducation Deutschlands wird wohl ein Einzelfall bleiben.
„dass Bagdad heute sicherer ist und es der irakischen Bevölkerung seit 2003 besser geht als zu Zeiten Saddams“
Gut, dass du nicht Kabul oder Afghanistan gesagt hast. Kurz und simpel: Ja. Nicht, dass die jüngste Bombenserie in Folge der Tötung der Al-Kaida Chefs das unterstreichen würde. Aber unter Petraeus hat man gerade in Baghdad in den letzten Jahren wesentliche fortschritte gemacht. Geht es den Menschen besser als unter Saddam? Entscheide selbst: http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=576
SkycladGuardian sagte am 26. April 2010 um 10:07 :
@mr can: Naja, der Vergleich mit Deutschland (und auch mit Japan) bezüglich des Erfolgs von Nationbuilding hinkt ein wenig. Rein militärisch herrschten da ganz andere Größenordnungen und es wurde zusätzlich jede Menge Geld von außen in den Wiederaufbau gesteckt.
Außerdem war Irak unter Hussein ein stabiler Staat. Eine Diktatur, aber stabil. Es ist auch durchaus korrekt, dass Terrorismus von „Failed states“ ausgeht. Aber will du deutsche Soldaten in all diese von dir genannten Länder schicken? Das ist ein Fass ohne Boden, und noch dazu nur Symptombekämpfung. Die Wurzeln des Terrorismus sind nicht oder nur kaum mit militärischen Mitteln zu bekämpfen.
Phaidros sagte am 26. April 2010 um 11:10 :
„Es geht nicht um die Pixel, sondern um die Menschen die durch die Pixel dargestellt werden.
An einem Dead Rising in Auschwitz hätten bestimmt viele Amis ihre helle Freude, und auch wenn den Pixeln in dem Spiel nix passiert, würde dieses Spiel die Menschenwürde verletzen und wäre zurecht in Deutschland verboten.“
Dabei würde ich aber nicht die „Rechte der Pixel“ kritisieren, sondern die Nachvollziehung eines – von Menschen verursachten – grausamen Ereignisses.
Es sind zweierlei Dinge: ich kann etwas Unreales spielen, ich kann aber auch etwas real Geschehenes „feiern“ – oder zelebrieren.
In meinen Augen ein Unterschied.
Ich kenne durchaus „brutale“ Spiele – wo man zum Beispiel ein beschauliches Städtchen namens „Paradise City“ aufmischen kann – die ich als lustig weil unreal ansehe.
Mit einem Granatwerfer durchs Einkaufszentrum flanieren und „Side by Side“ singen? (also falls jemand das Finale des Films „Hudson Hawk“ kennt) :).
Macht Spaß – weils am Computer ist.
Pixelrechte? Na dass ich nicht lache. Dass sind Pixel. Und wenn man sie anders programmiert, dann bluten sie bei einem Treffer nicht, sondern lachen und tanzen Walzer.
Densor sagte am 26. April 2010 um 11:55 :
„“Menschenwürde” ins Spiel zu bringen ist also nicht die Idee irgendeines Spielegegners, sondern die des Gesetzgebers.“
Da gesetzgeber und spielegegner in den meisten fällen aber ein und das selbe sind überzeugt mich das auch nicht wirklich…
Wir beurteilen hier äusserungen von jemandem anhand einer regel die er (bzw. seine zunft) selbst aufgestellt haben. Ich finde dadurch sollte man die sache eher kritischer sehen…
Mars sagte am 26. April 2010 um 14:23 :
@Densor: Das Grundgesetz wurde meines Wissens nach etwas VOR den ersten Computerspielen erstellt…
SwA sagte am 26. April 2010 um 14:30 :
Also ich bin mir schon sehr sicher, das die Väter und Mütter des Grundgesetzes nicht irgendwelche fiktiven Figuren im Kopf hatten, als sie den „Schutz der Menschenwürde“ formuliert haben.
Wenn ich dann auf der anderen Seite einen Guido Westerwelle sehe, der gerne Zwangsarbeit für Arbeitslose einführen würde (sowas ist per se gegen die Menschenwürde, wird hier doch der einzelne zum Objekt des Staates, also zum bloßen Material), dann muss ich mir doch die Frage stellen, wie ernst es einem Wiffelspütz mit der Menschenwürde wirklich ist. Die Menschenwürde ist SEINE Schranke, darüber darf er nicht gehen. Es ist ein Abwehrrecht gegenüber dem Staat, kein konkreter Auftrag an den Staat.
Mir ist die „Strahlungswirkung des GG auf andere Gesetze“ bekannt, allerdings halte ich es trotzdem für mehr als dumm, Medienverbote aufgrund von Artikel 1 GG auszusprechen, da es sich um ein Abwehrrecht gegenüber dem Staat handelt, grundsätzlich kein Schutzrecht der Bürger gegenüber sich selbst.
Ich muss schon beinahe sagen, das mich die Abwertung des Begriffes „Menschenwürde“ mehr aufregt als die gesamte „Killerspieldiskussion“. Es ist schlichtweg absurd und empörend ein Abwehrrecht auf Pixelfiguren anzuwenden, das aufgrund von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit überhaupt seine Notwendigkeit gezeigt hat.
Und dann noch von Akteuren, die Arbeitslose verhungern lassen (das IST schon passiert, siehe Speyer). Elende Bas**rde….
Pyri sagte am 26. April 2010 um 15:17 :
Ich persoenlich finde die Rede Wiefelsp.s ehrlich gesagt schon menschenverachtend und verabscheuungswuerdig weil sie reale Gewalt relativiert. Der historische Kampf gegen den Natuonalsozialismus ging zudem nicht ohne die Toetung von Menschen von statten – bei der Befreiuung von Deutschland und Oesterreich davon, ansonsten koennte ich mit meiner Erbkrankheit zum Beispiel hier aus Oesterreich auch kaum diese Zeilen schreiben – haette es diese Gewalt nicht gegeben. Da noch etwas zu simulieren kann so gesehen nicht so leicht verwerflich sein. Moralische Ueberlegenheit so vorangestellt erscheint mir allein deshalb bereits auesserst fragwuerdig und bedenklich
Aus meiner Sicht auch sehr traurig :-(
Ueber einen Herrn wie W. Kann ich mir so auch nur meinen Teil denken
Mars sagte am 26. April 2010 um 17:48 :
@SwA: wobei ich dir da doch widersprechen muss, denn auch wenn Verfassungen historisch erstmal „gegen“ die Monarchie gerichtet waren, regeln sie doch immer beides, das Verhältnis von Mensch und Staat und das der Menschen untereinander. Und ich finde an sollte beides beachten.
Übrigens geht es hier ja nicht um die Pixelfiguren, auch wenn das der konkrete Ausdruck eines größeren Bereichs Menschenwürde war.
nameless sagte am 26. April 2010 um 21:24 :
Eigentlich bestehen die virtuellen Menschen in heutigen Spielen(3D) ja aus Polygonen, die dann in Pixel umgewandelt werden, und nicht direkt aus Pixeln.Klingt so immer etwas nach 2D Spielen, die ja eher nicht so brutal sind.
Booomboy sagte am 26. April 2010 um 22:06 :
ach naja, doom hattes es damals ganz schon dick drauf in sachen „brutalität“.
zum thema afghanistaneinsatz:
das größte problem der deutschen ist, dass sie dachten das der einsatz in 3 Jahren vorbei ist.
kurz rein, peng boom kawums und wieder raus.
doch der einsatz wird noch mindestens 10 jahre dauern, denn so viel zeit wird es noch brauchen, bis das land sich selbst gegen die taliban wehren kann, sowohl mit gewehren als auch gegen verrat und korruption innerhalb der eigenen politik, des eigenen militärs und der eigenen polizei.
desweiteren dürfen sich die westlichen militärs nicht noch einmal durch die taliban verarschen lassen, indem sie tanklastwagen bombadieren, wo die taliban viele zivilisten hingelockt haben.
denn dadurch konnten sich die taliban als „heilige ritter“ aufspielen und somit neue rekruten anwerben.
Densor sagte am 27. April 2010 um 11:36 :
Und was hat § 131 StGB mit dem GG zu tun? Richtig garnix…
Der ursprüngliche paragraf wurde 1973 erlassen zur bekämpfung von splatter filmen auch solchen mit zombies die dann als „menschenähnlichen wesen“ bezeichnet wurden.
Übrigens auch das GG wurde von politikern ausgearbeitet zudem fehlt dem GG eigentlich auch die demokratische legitimation des volkes. Das GG ist nicht so heilig wie viele leute tun.. die politik hat immerhin kein problem damit immer mal wieder was zu ihren gunsten zu ändern sofern karlsruhe nicht ausnahmsweise mal dazwischen funkt.
Mystical13 sagte am 27. April 2010 um 17:08 :
ist „schweinchen in der mitte“ sowas wie n türkenkreis?
Ich habe selber noch nie Laserdome gespielt, und will deshalb keine Vermutung dazu äußern, ob es für „sadistisches Vergnügen“ sorgen würde.
Bei normalen Shootern hingegen tut es das nicht. Ich freue mich zwar, wenn ich einen Kill mache, aber nicht, weil ich getötet habe, sondern, weil ich gewonnen habe.
Doktor Trask sagte am 27. April 2010 um 20:20 :
Sowas ähnliches wie Laserdome (ähnlich deshalb weil es doch deutliche Unterschiede zum regulären Laserdome gibt) gibt es beim Bund, dort gibt es Schutzwesten/Helmbänder etc. die mit einer Art Leuchtdioden versehen sind, diese Leuchten bei simulierten Treffern auf.
Reguläres Laserdome läßt sich am ehesten mit Gotcha oder Paintball vergleichen nur halt ohne Verletzungsgefahr durch Projektile und das man es in spezialen Hallen spielt und nicht wie Gotcha oder Paintball im freien.
Mystical13 sagte am 27. April 2010 um 22:00 :
also KEIN sadistisches Vergnügen^^
Pyri sagte am 28. April 2010 um 01:57 :
Laserdrome unterscheidet sich formal doch kaum von einem: „und peng Du bist tot sagen“ mit dem Finger zeigend… Wenn das ein „sadistisches Vergnügen“ darstellt sollten sich die so denkenden doch ernsthaft Sorgen über ihre moralischen Überlegenheitsvorstellungen machen – meine 50 Cent
Eine moralische Autorität hätten sie für mich jedenfalls auch in dieser Form bereits längst verspielt: früher oder jenseits hiesiger Verhältnisse ging man nämlich vielleicht doch mal davon aus, also vor diesem aus meiner Sicht moralischem Übermenschen-Gehabe, dass Autorität in erster Linie mit Verständis und Wohlwollen auch zusammenhängt. Nachsicht und Toleranz – welche ich hier schmerzlichst vermisse, bei solchem aus meiner Sicht bloß fremdenfeinldichem Denken. Ob kulturell oder nicht – ich rege mich weiterhin nämlich nicht darüber auf was da irgendwelche Leute die so denken am letzten Tag zu Mittag gegessen haben, welches Leid für ihr Filet am Tisch etwa von Nöten gewesen wäre, usw.
Doktor Trask sagte am 28. April 2010 um 07:05 :
Auslegungssache, Spaß macht das ganze schon und beim Bund kommen noch reale Gefechtstaktiken dazu über dessen Wissen normale Bürger in aller Regel nicht verfügen selbst wenn sie ausgiebigst Computerspiele mit Kriegshintergrund spielen und natürlich freut man sich wenn man sein Gegenüber eins auswischt und man gewinnt aber als Sadismus würde ich das ganz sicher nicht bezeichnen, das würde keiner machen bis halt auf die die gegen sowas sind.
Pyri sagt es ja schon Laserdome, Gotcha und Paintball sind eigentlich nur erweiterte Fassungen des bekannten Kriegsspielens, des Cowboy und Indianerspiels oder des Räubers und Verbrechersspieles und was es sonst noch für ‚Gewaltspiele‘ gibt, es läuft ja auch immer gleich ab egal was es nun ist. Treffer bedeutet Tod oder Verwundung, es gibt Man gegen Man, vielleicht auch Nahkampf, Team gegen Team, Deathmatch, Basiseroberung, Capture the Flag, Bevorzugte Person beschützen, Schatz klauen und einer gegen alle, diese Spielarten findet man auch in Ego-Shooter zumindest wenn dann wenn es sich um Arena oder Onlineshooter handelt.
Doktor Trask sagte am 28. April 2010 um 07:13 :
Was mir auch aufgefallen ist, viele Eltern erlauben ihren Kinder nicht mehr sich spielerisch gegenseitig zu ‚erschießen‘,zu meiner Kinderzeit war das aber noch normal so normal wie es zbsp. auf Bäume zu klettern, auf Rasenflächen Fußball zu spielen oder im Wald Hütten zu bauen und die mit Sperrmüll auszustatten alles das lassen Eltern heute auch nicht mehr zu. Zu Karneval ist mir auch aufgefallen das es viele eltern gibt die es verbieten das die Kids sich als Piraten, Geheimagenten, Cowboy, Gangster etc. verkleiden oder sie gar Spielzeugwaffen herumschleppen, außerhalb des Karnevals kann ein Kind bzw. dessen Eltern sogar mit dem Gesetz im Konflikt geraten das Spielzeugwaffen ja mittlerweile als Anscheinwaffen angesehen werden können wenn sie echten Waffen nachempfunden sind, dies sorgt dann zusätzlich für Einschränkungen der Kinder die wie ich ja schon schrieb ohnehin stark verbreitet ist.

References: § 131
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