Source: http://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsgspreewiesenbeeskow_2015
Timestamp: 2018-12-13 04:47:44+00:00

Document:
(GVBl.II/03, [Nr. 13], S.269)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in den Gemeinden Beeskow, Friedland und Tauche im Landkreis Oder-Spree wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Spreewiesen südlich Beeskow“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 487 Hektar. Es befindet sich südlich der Stadt Beeskow und umfasst die Spreeniederung – östlich bis zur Stadt Friedland (Gemeinde Kummerow) und westlich bis an die Bundesstraße 87 – einschließlich des Tiefen Sees. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Beeskow Beeskow 7 bis 12;
Beeskow Kohlsdorf 3;
Friedland Kummerow 1, 2;
Friedland Leißnitz 1;
Tauche Ranzig 4, 5.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 und in Flurkarten mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Zur Orientierung ist dieser Verordnung eine Flurstücksliste als Anlage beigefügt. Maßgeblich ist die Einzeichnung in den Flurkarten.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das einen naturnahen Bereich der Spreeniederung umfasst, ist
die Erhaltung und Entwicklung wertvoller Biotope, insbesondere von stehenden und fließenden Gewässern, von Niedermoor- und Verlandungsbereichen mit ihren verschiedenartigen Sumpf-, Ried- und Röhrichtgesellschaften, von trockenen bis feuchten Grünlandausprägungen sowie deren Brachen, von artenreichen Säumen, Gehölzgruppen, Erlenbrüchen, Auwaldrelikten und Eichen-Mischwäldern;
die Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen wild lebender Pflanzenarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützter Arten, insbesondere Arten der Stromtäler sowie von Sandtrockenrasen;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- beziehungsweise Rückzugsraum und potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, darunter zahlreicher nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 und 11 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützter Arten, insbesondere Fledermaus-, Vogel-, Reptilien-, Amphibien und Libellenarten;
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit des Gebietes, die sich aus dem auentypischen Gefüge von Offenland, Gehölzinseln sowie der Spree mit ihren Alt- und Nebenarmen ergibt;
die Erhaltung des Gebietes als wesentlicher Bestandteil des überregionalen Biotopverbundes innerhalb des Spreetals.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Spreewiesen südlich von Beeskow“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes) mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions und Hydorcharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitrichio-Batrachion, Feuchten Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii) und Alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandebenen mit Quercus robur als natürliche Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Artenreichen montanen Borstgrasrasen (und submontanen auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden und Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritäre natürliche Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes;
Biber (Castor fiber), Fischotter (Lutra lutra), Teichfledermaus (Myotis dasycneme), Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Kammmolch (Triturus cristatus), Steinbeißer (Cobitis taenia), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), Rapfen (Aspius aspius), Großer Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) und Grüner Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume;
in den Altarmen oder im Torfstich zu baden oder zu tauchen sowie am Tiefen See außerhalb der bisher genutzten Badestelle am Südwestufer zum Baden oder Tauchen ein- und auszusteigen;
Altarme, Altwässer, den Torfstich, Röhricht- und Schwimmblattzonen mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren,
den Bahrensdorfer See mit motorbetriebenen Wasserfahrzeugen zu befahren,
die Hauptspree im Bereich des schiffbaren Landesgewässers mit mehr als 7,5 Stundenkilometern zu befahren,
an Gewässerufern außerhalb rechtmäßig bestehender Stege anzulegen;
Schmutzwasser, Dünger, Gülle oder Klärschlamm auszubringen, einzuleiten, zu lagern oder abzulagern; die §§ 4 und 5 der Klärschlammverordnung bleiben unberührt;
Gehölze und Gewässerufer bei Beweidung auszuzäunen sind,
spätestens zehn Jahre nach In-Kraft-Treten der Verordnung Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Dünger inklusive Exkrementen von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Äquivalent an Dünger von 1,4 Großvieheinheiten (GVE) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel, Gülle und Pflanzenschutzmittel einzusetzen, im Übrigen die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 17 und 24 weiter gelten, wobei bei Narbenschäden eine umbruchlose, partielle Neuansaat mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde zulässig ist.
Unzulässig bleibt das Ausbringen, Einleiten und Lagern von Schmutzwasser und Klärschlamm auf Ackerflächen;
die in § 3 Abs. 2 Nr. 1 und 2 genannten Waldgesellschaften zu erhalten sind und hier ein Totholzanteil von mindestens 10 Prozent des stehenden und liegenden Bestandsvorrates belassen wird,
für die Kiefernbestände in der Gemarkung Kohlsdorf, Flur 3, Flurstücke 100 und 102 bis 106 Kahlhiebe bis zu einem Hektar zulässig sind und auf den übrigen Flächen nur eine einzelstamm- bis kleingruppenweise Nutzung stattfindet,
ein Fischbesatz nur mit heimischen Arten erfolgt und eine Gefährdung der in § 3 Abs. 2 Nr. 3 genannten Fischarten ausgeschlossen ist; § 13 der Fischereiordnung des Landes Brandenburg bleibt unberührt,
die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 19 weiter gelten;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei an allen in den topografischen Karten gekennzeichneten Stellen sowie auf der Hauptspree, auf dem Bahrensdorfer See, auf dem Tiefen See sowie von rechtmäßig bestehenden Stegen mit der Maßgabe, dass die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 13 weiter gelten;
die Anlage und ordnungsgemäße Unterhaltung jagdlicher Einrichtungen mit der Maßgabe, dass das Anlegen von Wildäckern oder Ansaatwildwiesen verboten ist und Kirrplätze nur mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde angelegt werden dürfen;
das Anlegen am Westufer der Spree in Höhe der Ortslage Kummerow im bisherigen Umfang;
das Befahren des Nordteiles des Altarms „Große Fahrt“ bis zur Krümmung durch Anlieger;
die Stauhöhen und Rückhaltezeiten in den Fließgewässern sind zur Förderung der Auenvegetation zu optimieren;
die Nutzung des Grünlandes soll extensiv und mosaikartig, vorzugsweise durch Mahd erfolgen. Zum Er-halt und zur Wiederherstellung der Artenvielfalt der Feuchtwiesen sowie für den Schutz der Wiesenbrüter sind geeignete Nutzungstermine anzustreben;
die Ackerflächen sollen aus der Nutzung genommen oder in Extensivgrünland umgewandelt werden;
natürliche oder naturnahe Ufergehölze entlang der Spree, der Laubwald am Eichwerder sowie das Quellgehölz nördlich Kummerow sollten dauerhaft aus der forstlichen Nutzung entlassen werden;
im Bereich der Wälder soll der Naturverjüngung gegenüber Pflanzungen Vorrang eingeräumt werden und andernfalls nur standortheimische Gehölze eingebracht werden, die dem Artenspektrum der in § 3 aufgeführten Waldgesellschaften entsprechen.
Diese Verordnung tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft. Ausgenommen davon sind die Maßgaben zur landwirtschaftlichen Bodennutzung nach § 5 Abs. 1 Nr. 1 Buchstabe b, die am 1. Juli 2003 in Kraft treten.
Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Spreewiesen südlich Beeskow“ vom 20. Dezember 2002
Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 487 Hektar. Es umfasst folgende Flächen in den Gemarkungen:
Beeskow 7 62/2;
8 1 bis 29, 32 bis 47, 49;
9 1 bis 10, 18 teilweise, 19 bis 28/1, 151 teilweise (Grenzverlauf entlang des Naturlehrpfades);
10 4 teilweise (Grenzverlauf in Spreemitte von Höhe Flurstück 30 bis Höhe Flurstück 59), 5 bis 10, 12/1, 12/3, 12/4, 13 bis 55, 80 bis 89, 90 teilweise (am Nordufer des Bahrensdorfer Sees bleibt im Bereich des Vereinsgeländes „Anglersruh“ und im Bereich der Landzunge, Flurstück 94, ein 30 Meter breiter Streifen, gemessen von der Nutzungsartengrenze, außerhalb des Schutzgebietes), 92 teilweise, 93;
11 alle Flurstücke;
12 12/2, 13, 14;
Kohlsdorf 3 1 bis 107, 109 bis 111, 115 bis 123, 125 bis 145, 147, 149, 150 teilweise;
Kummerow 1 29 bis 81, 88 teilweise, 229 teilweise (Grenzverlauf in Spreemitte von Höhe Flur 1, Flurstück 28 bis Grenze zu Flur 2);
2 115, 116, 119, 120; Der Grenzverlauf in den teilweise einbezogenen Flurstücken 122 bis 132/1 wird wie folgt festgelegt: Im Schutzgebiet liegt ein 50 Meter breiter Streifen, gemessen von der Uferlinie der Spree. 136 teilweise (Grenzverlauf in Spreemitte von Höhe Flur 2, Flurstück 132/1 bis Grenze zu Flur 1);
Leißnitz 1 10 teilweise, 11, 12, 15, 16 teilweise, 20 bis 22/2 jeweils teilweise, 23, 24/1 teilweise, 25 teilweise, 45/2 teilweise, 46, 58 teilweise;
Ranzig 4 60 teilweise, 63 bis 69, 71, 73 teilweise, 185 teilweise;
5 1 bis 5/1, 6/1 teilweise, 8/1, 9/1 bis 9/9, 10/1 teilweise, 12 bis 17 jeweils teilweise, 20/1 teilweise. Der Grenzverlauf in den teilweise einbezogenen Flurstücken 21 und 22 wird wie folgt festgelegt: Im Schutzgebiet liegt ein zehn Meter breiter Streifen, gemessen von der Grenze des Flurstücks 58. 35, 41, 44 bis 46, 48 bis 50, 58, 61 bis 65, 67 bis 69, 70.

References: § 2
 § 10
 § 10
 § 7
 § 7
 § 7
 § 4
 § 3
 § 3
 § 13
 § 4
 § 4
 § 3
 § 5