Source: https://studylibde.com/doc/13574231/markt-luhe-wildenau-landkreis-neustadt-an-der-waldnaab
Timestamp: 2020-05-27 16:23:28+00:00

Document:
markt luhe-wildenau landkreis neustadt an der waldnaab
MARKT LUHE-WILDENAU
Originalfassung 1990
(genehmigt am 20.09.1990)
im Bereich Allgemeines Wohngebiet Breiter Rain
(Flur-Nr. 874, 987, 988, 989 und 1050, Gemarkung Luhe)
Begründung (§5 (5) BauGB)
Bearbeitung:_____________________________________________________________________
Gottfried Blank
Tel-Nr.: 09606 / 91 54 47
Fax: 09606 / 91 54 48
5. Änderung Flächennutzungsplan Markt Luhe-Wildenau, Bereich Allgemeines Wohngebiet Breiter Rain
Anlass und Erfordernis der Flächennutzungsplanänderung .......................................3
Beschreibung des Änderungsgebiets ..........................................................................3
Lage und Abgrenzung, derzeitige Ausweisungen des Flächennutzungsplans ................................... 3
Planungsvorgaben .............................................................................................................................. 3
Regionalplan....................................................................................................................................... 3
Biotopkartierung, gesetzlich geschützte Biotope .............................................................................. 4
Schutzgebiete ..................................................................................................................................... 4
Wasserwirtschaft ............................................................................................................................... 4
Natürliche Grundlagen ....................................................................................................................... 4
Vorhandene Nutzungen und Vegetationsstrukturen ........................................................................ 5
Verkehr / Erschließung....................................................................................................................... 6
Ver- und Entsorgung .......................................................................................................................... 6
Natur- und Umweltschutz .................................................................................................................. 6
Denkmalschutz ................................................................................................................................... 6
Planung ........................................................................................................................7
Beschreibung der geplanten Gebietsausweisung und städtebauliche sowie landesplanerische
Bewertung .......................................................................................................................................... 7
Immissionsschutz ............................................................................................................................... 8
Verkehrsanbindung ............................................................................................................................ 9
Grünplanung / Eingriffsregelung / Gewässerschutz ........................................................................ 10
Umweltbericht ..........................................................................................................10
Naturschutzfachliche Angaben zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung ......13
- Ausschnitt aus dem rechtskräftigen Flächennutzungs- und Landschaftsplan Maßstab 1:5000
- Ausschnitt aus dem rechtskräftigen Flächennutzungs- und Landschaftsplan geplante Änderung
Anlass und Erfordernis der Flächennutzungsplanänderung
Der Markt Luhe-Wildenau beabsichtigt die Ausweisung des Allgemeinen Wohngebiets Breiter Rain auf einer Fläche des Änderungsbereichs von ca. 1,7 ha.
Im Bereich des geplanten Allgemeinen Wohngebiets sind im bestandskräftigen Flächennutzungsplan des Marktes Luhe-Wildenau überwiegend Flächen für die Landwirtschaft ausgewiesen. Lediglich auf der Flur-Nr. 874 ist der Bereich der geplanten Bauparzelle bereits als
Allgemeines Wohngebiet gewidmet.
Dementsprechend wird parallel zur Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans die
Änderung des Flächennutzungsplans nach § 8 (3) BauGB durchgeführt, um das Entwicklungsgebot des § 8 (2) BauGB in allen Bereichen einzuhalten.
Beschreibung des Änderungsgebiets
Lage und Abgrenzung, derzeitige Ausweisungen des Flächennutzungsplans
Lage im Gemeindegebiet
Die für die Änderung vorgesehenen Flächen liegen im Bereich der bisher intensiv als Grünland genutzten Grundstücke Flur-Nr. 874, 978, 987, 988, 989 und 1050 der Gemarkung
Luhe, östlich des bestehenden Ortsbereichs, nördlich der Planstraße und südlich des Talraums der Luhe.
Die Gesamtgröße der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans umfasst ca. 1,7 ha,
wobei nur ein Teil der Flur-Nr. 874 bereits als Allgemeines Wohngebiet gewidmet ist. Diese
Teilfläche wird jedoch wegen des räumlichen Zusammenhangs mit den übrigen Flächen des
geplanten Baugebiets in die Flächennutzungsplanänderung einbezogen.
Die Abgrenzung des Änderungsgebiets ergibt sich durch die für die Ausweisung des Wohngebiets sinnvoll zur Verfügung stehenden Grundstücksflächen. An der Ostseite grenzt die
Schutzzone des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald an, so dass eine größere Ausdehnung des Baugebiets derzeit und auch zukünftig nicht möglich ist. Die Abgrenzung des Baugebiets ergibt sich damit faktisch durch die natürlichen Gegebenheiten.
2.2.1 Regionalplan
Im Regionalplan für die Region 6 Oberpfalz-Nord sind in den Karten „Siedlung und Versorgung“ und „Natur und Landschaft“ keine Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete ausgewiesen.
Lediglich die Schutzzone des Naturparks ist in der Karte „Landschaft und Erholung“ dargestellt.
2.2.2 Biotopkartierung, gesetzlich geschützte Biotope
Biotope wurden in der amtlichen Biotopkartierung im Änderungsbereich nicht erfasst. Im
Umfeld wurden die Streuobstreihe an der Ostseite und ein Teil des Flusslaufs der Luhe in
die Biotopkartierung aufgenommen.
2.2.3 Schutzgebiete
Ein Teil des nördlichen Änderungsbereichs liegt noch in der Schutzzone des Naturparks
Nördlicher Oberpfälzer Wald. Die Grenze der Schutzzone verläuft außerdem in etwa am
Ostrand, etwas außerhalb der Änderungsbereichsgrenze.
2.2.4 Wasserwirtschaft
Überschwemmungsgebiete, Wasserschutzgebiete und sonstige wasserwirtschaftlich relevante Bereiche gibt es im Bereich der geplanten Flächennutzungsplan-Änderung nicht.
Wenngleich für den Fluß Luhe auch keine amtlichen Überschwemmungsgebiete ermittelt
wurden, kann davon ausgegangen werden, dass der Änderungsbereich aufgrund der Höhenlage außerhalb von Überschwemmungsbereichen liegt.
Naturraum und Topographie
Das Planungsgebiet gehört zum Naturraum 070 Oberpfälzisches Hügelland, und zwar zur
Untereinheit 070-F Hirschauer Bergländer.
Das Gelände ist von Süden nach Norden geneigt, und fällt von ca. 402 m NN (Bereich Planstraße) bis auf 383 m NN im Bereich der Parzelle 17 am Nordrand ab. Die mittlere Neigung
liegt bei ca. 5,5 %.
An der Grenze der Flur-Nr. 987/988 und 988/989 existieren kleine Geländekanten bis zu ca. 1
Nach der Geologischen Karte Maßstab 1:25.000 wird der Vorhabensbereich natürlicherweise größtenteils von pleistozänen Schottern und Sanden der Hochterrasse eingenommen. Der Nordrand wird von jüngsten holozänen Talfüllungen aufgebaut.
Nach der Bodenschätzung sind im Gebiet vor allem lehmige Sande kennzeichnend, die Bodenzahlen von 30/26 und damit eine durchschnittliche bis unterdurchschnittliche landwirtschaftliche Nutzungseignung aufweisen.
Klimatisch gesehen gehört das Planungsgebiet zu einem für die Verhältnisse der mittleren
Oberpfalz durchschnittlichen Klimabezirk mit mittleren Jahrestemperaturen von ca. 8° C
und mittleren Jahresniederschlägen von ca. 650 mm.
Eine geländeklimatische Besonderheit stellt hangabwärts abfließende Kaltluft dar, insbesondere bei bestimmten Wetterlagen wie sommerlichen Abstrahlungsinversionen, im Planungsgebiet von Süden nach Norden in Richtung Talbereich der Luhe.
Hydrologie und Wasserhaushalt
Der Bereich des geplanten Baugebiets entwässert natürlicherweise nach Norden direkt
Richtung Luhe, die unmittelbar westlich Luhe in die Naab mündet.
Oberflächengewässer und sonstige hydrologisch relevante Strukturen wie Vernässungsbereiche gibt es innerhalb des Änderungsbereichs bzw. der Überbauung geplanten Flächen
Angesichts der Topographie, der geologischen Verhältnisse und der Nutzungen im Gebiet ist
nach derzeitigem Kenntnisstand zu erwarten, dass bei den Erschließungs- und sonstigen
Bauarbeiten kein Grundwasser angeschnitten wird. Das Grundwasser dürfte im Bereich der
geplanten Bebauung bereits relativ tief anstehen. Lediglich im nördlichsten Bereich, im Bereich der Parzelle 17, kann von höheren Grundwasserständen ausgegangen werden.
Allerdings ist das Auftreten von Schichtenwasser der Hangneigung nicht gänzlich auszuschließen.
Als potenzielle natürliche Vegetation gilt im Gebiet nach dem Fis-natur-online der Waldziest-Eschen-Hainbuchen-Wald mit flußbegleitendem Hainsimsen-Schwarzerlen-Auwald.
Vorhandene Nutzungen und Vegetationsstrukturen
Der Änderungsbereich ist größtenteils als Grünland intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Kleinflächig liegen eutrophe, artenarme Gras- und Krautfluren auf Geländekanten innerhalb
des Änderungsbereichs.
Naturschutzfachlich relevante Lebensraumstrukturen liegen abgesehen von einem Heckenabschnitt auf einer Geländekante und einigen, z.T. älteren Obstbäumen nicht innerhalb des
geplanten Änderungsbereichs des Flächennutzungsplans.
Folgende Nutzungs- und Vegetationsstrukturen grenzen an das Änderungsgebiet an:
- im Osten eine Obstbaumreihe (in der Biotopkartierung erfasst), mit älteren Bäumen, östlich davon intensiv genutzte Ackerflächen
- im Westen die bestehende Siedlung von Luhe
- im Norden der Flußlauf der Luhe
- im Süden die Planstraße, südlich davon der Friedhof sowie landwirtschaftliche Nutzflächen
Verkehr / Erschließung
Das Änderungsgebiet wird derzeit (landwirtschaftliche Nutzung) über die Planstraße im Süden angebunden. Die Flur-Nr. 874 ist über die Lilienstraße erschlossen.
Die relevanten Ver- und Entsorgungsleitungen sind im Umfeld des Änderungsbereichs bereits vorhanden.
Innerhalb des Änderungsbereichs verläuft eine Hochspannungs-Freileitung (20-kV). Auch
ein Regenwasserkanal ist vorhanden, der jedoch voraussichtlich umgelegt wird.
Das geplante Änderungsgebiet selbst weist eine relativ geringe naturschutzfachliche Bedeutung auf. Das Gebiet ist überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzt. Naturschutzfachlich besonders relevante Strukturen sind im Planungsbereich zwar nicht vorhanden. Die
vorhandenen Baumbestände (Obstbäume) und der Heckenabschnitt auf der Geländekante
haben eine mittlere Bedeutung als Lebensraum von Pflanzen und Tieren.
Hinsichtlich des Immissionsschutzes sind grundsätzlich die Belange des Schallschutzes besonders zu berücksichtigen. Im vorliegenden Fall sind aufgrund der Nutzungen in der Umgebung keine besonderen Vorkehrungen bzw. Untersuchungen erforderlich.
Auch Gerüche können grundsätzlich relevant sein, nachdem südöstlich des geplanten
Wohngebiets eine landwirtschaftliche Hofstelle mit Tierhaltung vorhanden ist (Rinderhaltung).
Nach dem derzeitigen Kenntnisstand sind innerhalb des geplanten Änderungsbereichs keine
Bau- oder Bodendenkmäler vorhanden. Lediglich das Wegkreuz im Süden ist als Baudenkmal ausgewiesen, und wird erhalten.
Beschreibung der geplanten Gebietsausweisung und städtebauliche sowie landesplanerische Bewertung
Der Markt Luhe-Wildenau beabsichtigt, in moderatem Umfang weitere Wohnbauflächen
bereitzustellen, nachdem mittlerweile alle im Eigentum der Gemeinde befindlichen Parzellen an Bauwillige veräußert wurden.
Um weitere Grundstücke für Wohnnutzungen anbieten zu können, ist die geplante Ausweisung zwingend erforderlich.
Der Bedarf an Wohngrundstücken im Markt Luhe-Wildenau wird wie folgt begründet:
Aufgrund seiner günstigen Lage in relativ geringer Entfernung zur Ortsmitte von Luhe und
zu weiteren Infrastruktureinrichtungen wie Schule und Kindergarten sowie Nahversorgungseinrichtungen ist eine Bebauung des geplanten Areals aus landes- und regionalplanerischer, städtebaulicher und ökologischer Sicht besonders sinnvoll.
Der Markt Luhe-Wildenau stellt derzeit den Bebauungsplan Eschlingweiher III im Ortsteil
Oberwildenau auf (16 Parzellen). Der Bereich Eschlingweiher II wurde bisher noch nicht beplant. Im Ortsteil Luhe wurde zuletzt das Baugebiet Koppelberg II ausgewiesen, erschlossen
und mittlerweile größtenteils bebaut. Insgesamt gibt es im Ortsteil Luhe nur noch in sehr
geringem Umfang freie Bauparzellen (ca. 25 Parzellen). Im Ortsteil Oberwildenau gibt es in
den bisher rechtskräftig ausgewiesenen Baugebieten noch ca. 22 freie Bauparzellen. Für die
16 geplanten Bauparzellen im Baugebiet Eschlingweiher III, gibt es derzeit 35 konkrete Bewerbungen, d.h. die aktuelle Nachfrage nach Bauparzellen kann mit dem Baugebiet Eschlingweiher III nicht annähernd abgedeckt werden. Für das vorliegend geplante Baugebiet Breiter Rain liegen der Markgemeinde bereits 9 Bewerbungen vor, obwohl noch nicht
einmal das Bauleitplanverfahren begonnen wurde. Dies zeigt die sehr hohe Nachfrage nach
Bauparzellen. Im Eigentum und damit im Zugriff der Marktgemeinde befindet sich keine
einzige Bauparzelle mehr. Die Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken wird auch aufgrund
der Nähe zum Oberzentrum Weiden weiterhin sehr groß sein.
Damit besteht aus der Sicht des Marktes Luhe-Wildenau erheblicher Handlungsbedarf, um
weiterhin im Gemeindegebiet und speziell im Ortsteil Luhe überhaupt noch Bauparzellen
Für das vorliegend zur Ausweisung geplante Allgemeine Wohngebiet wird durch die Marktgemeinde ein Bauzwang notariell festgelegt. Damit wird sichergestellt, dass die Bauparzellen auch tatsächlich zeitnah bebaut werden. Nur wenige Parzellen werden für einen Grundstückseigentümer zurückbehalten. Sofern die Grundstücke von diesem veräußert werden,
greift ebenfalls der Bauzwang.
Das bereits vor einigen Jahren erstellte Baulückenkataster möchte die Verwaltung der
Marktgemeinde aktualisieren, und die privaten Grundstückseigentümer gezielt bezüglich
einer möglichen Verkaufsbereitschaft ansprechen. Aufgrund der vorliegenden Erfahrungen
erwartet sich die Marktgemeinde jedoch nur in geringem Umfang eine Bereitschaft zur Veräußerung von Bauparzellen an Bauwillige. Diese Tendenz der geringen Abgabebereitschaft
hat sich aktuell in den Zeiten der Niedrigzinsphase noch weiter verstärkt. Dementsprechend
besteht ein besonderer Handlungsbedarf für den Markt Luhe-Wildenau.
Der Markt Luhe-Wildenau mit seiner verkehrsgünstigen Lage und Nähe zum Oberzentrum
Weiden weist seit 2011 wieder eine zunehmende Einwohnerzahl auf.
Nach der kommunalen Statistik für den Markt Luhe-Wildenau des Bayerischen Landesamtes für Statistik (Statistik kommunal 2015) hat sich die Einwohnerzahl des Marktes LuheWildenau wie folgt entwickelt:
Einwohner 3.012
Wie die Statistik zeigt, konnte der Markt Luhe-Wildenau den seit dem Jahre 2000 feststellbaren Trend zur Bevölkerungsabnahme in der jüngsten Vergangenheit stoppen, die Bevölkerung nimmt wieder zu. Die vollständig vorhandene Infrastruktur wie Bank, Einzelhandelsgeschäfte, Schule, Kindergarten, umfangreiches gastronomisches Angebot usw. sowie die
geringe Entfernung zur Stadt Weiden und die verkehrsgünstige Lage machen den Markt Luhe-Wildenau äußerst attraktiv als Wohnstandort. Dies zeigt auch die aktuell weiterhin hohe
Nachfrage nach Wohnbauparzellen (siehe obige Erläuterungen). Der Markt Luhe-Wildenau
geht davon aus, dass der Trend des Einwohnerzuwachses weiter anhalten wird. Dies setzt
jedoch voraus, dass weiterhin Bauland durch die Marktgemeinde bereitgestellt werden
kann. Vor allem junge Familien haben sich in den letzten Jahren in Luhe-Wildenau angesiedelt, die z.T. aus dem Gemeindebereich selbst, z.T. aber auch von außerhalb stammen.
Nach dem Demographie-Spiegel des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung soll
die Einwohnerzahl im Markt Luhe-Wildenau bis zum Jahre 2020 praktisch konstant bleiben,
und anschließend bis 2028 geringfügig zurückgehen. Inwieweit dieser Trend des mittelfristig
leichten Bevölkerungsrückgangs tatsächlich eintreten wird, erscheint eher zweifelhaft,
nachdem in den zurückliegenden Prognosen des Demographie-Spiegels der prognostizierte
Bevölkerungsrückgang, bezogen auf die jüngere Vergangenheit, nicht eintraf.
Berücksichtigt man die wohl auch zukünftig noch weiter abnehmende Belegdichte der
Wohnungen, so ist die geplante Ausweisung von 17 Bauparzellen absolut angemessen und
gerechtfertigt. Wie erwähnt, verfügt der Markt Luhe-Wildenau über kein einziges Baugrundstück mehr, das an Bauwillige veräußert werden könnte.
Die zukünftige bauliche Entwicklung der Gemeinde soll im wesentlichen in den Hauptorten
Luhe und Oberwildenau stattfinden. Hier sind zwar im Innenbereich gemäß der aktuellen
Erhebung noch ca. 45 freie Bauparzellen vorhanden (ohne Bauzwang). Sie befinden sich
ausschließlich in privater Hand. Die Gemeinde kann demnach keine einzige Bauparzelle
mehr anbieten. Da eine laufende starke Nachfrage besteht, ist die Ausweisung des Baugebiets „Breiter Rain“ in dem vorgesehenen angemessenen Umfang zwingend erforderlich,
um bereits relativ kurzfristig Bauwerbern wieder Bauplätze anbieten zu können.
Mit dem geplanten Erschließungskonzept ist außerdem die Förderung der Innenentwicklung möglich, indem zukünftig aufgrund der zu schaffenden Straßenanbindung eine Nachverdichtung insbesondere im Bereich der Parzellen Flur-Nr. 1045 und 1044/3 grundsätzlich
Im Hinblick auf die Belange des Schallschutzes ergeben sich im vorliegenden Fall keine besonderen Anforderungen. Betriebslärm aus Gewerbebetrieben spielt keine Rolle. Zwar liegt
im Südwesten des geplanten Wohngebiets auf Flur-Nr. 1061 ein Gewerbebetrieb (Schreinerei). Es sind jedoch keine derartigen Belästigungen zu erwarten, die dazu führen werden,
dass im geplanten Allgemeinen Wohngebiet gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse nicht
mehr gewährleistet wären. Eine Überschreitung der Grenz- und Orientierungswerte der TA
Lärm ist nicht zu erwarten. Weitere Wohnparzellen befinden sich in vergleichbarer und z.T.
sogar noch geringerer Entfernung. Deshalb kann auch ohne weitere gutachterliche Prüfung
davon ausgegangen werden, dass bezüglich der Belange des Schallschutzes im Hinblick auf
den Betriebslärm keine besonderen Anforderungen bestehen.
Verkehrslärm spielt im Bereich des geplanten Allgemeinen Wohngebiets keine relevante
Damit kann insgesamt davon ausgegangen werden, dass hinsichtlich des Lärmschutzes keine besonderen Anforderungen bestehen und gesunde Wohnverhältnisse ohne gesonderte
weitere Maßnahmen sichergestellt werden können.
Im Südosten liegt in einer geringsten Entfernung von ca. 100 m (Stallgebäude) ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Tierhaltung (im wesentlichen Rinderhaltung). Wenngleich durch
den Betrieb bei entsprechender Bewindung durchaus Geruchsimmissionen in Richtung des
geplanten Allgemeinen Wohngebiets hervorgerufen werden können, ist aufgrund der kennzeichnenden Hauptwindrichtungen im Gebiet, der Größe der Tierhaltung und der Entfernung und Lage davon auszugehen, dass insgesamt hinsichtlich der Geruchsimmissionen nur
geringe Anteile der Jahresstunden erreicht werden. Gemäß GIRL (Geruchsimmissionsrichtlinie) sind im Wohngeiet Immissionswerte bis zu 10 % der Jahresstunden zulässig.
In Pkt. 5 der Hinweise des Bebauungsplans wird auf mögliche Beeinträchtigungen durch
Geruchsimmissionen aus landwirtschaftlichen Flächennutzungen und der Hofstelle hingewiesen.
Die Verkehrserschließung des Baugebiets „Breiter Rain“ erfolgt über eine neue Erschließungsstraße von Süden her (Planstraße). Das erforderliche Sichtdreieck ist in die Planzeichnung des Bebauungsplans mit integrierter Grünordnung eingetragen. Die Breite des geplanten Straßenraums (einschließlich Seitenstreifen) beträgt ca. 6,0 m. Im Norden wird eine
Wendeanlage errichtet (Dimensionierung für 3-achsiges Müllfahrzeug). Wenngleich die geplante Erschließung im wesentlichen nur eine einseitige Bebauung ermöglicht, bestehen zu
dem gewählten Erschließungskonzept keine Alternativen. Eine Baugebietsausweisung im
Ortsteil Luhe mit beidseitiger Erschließung ist aufgrund fehlender geeigneter Ausweisungsbereiche derzeit nicht möglich.
Die Parzelle 17 im Norden wird unmittelbar über die Lilienstraße verkehrsmäßig erschlossen.
Nach Norden wird eine Wegeanbindung zur Lilienstraße geschaffen, um das Baugebiet für
Fußgänger durchlässig und attraktiv zu machen. Damit ist eine fußläufige Anbindung aus
der südlich der Planstraße liegenden Baugebieten nach Norden, z.B. in Richtung Verbrauchermarkt, Ortsmitte oder in Richtung Gewerbegebiet Obere Tratt möglich.
Ver- und Entsorgung / Infrastruktur / Brandschutz
Die Versorgung mit Trinkwasser und Löschwasser, Gas sowie Strom und Telekommunikation
sowie die Entsorgung des Schmutzwassers erfolgt durch Anschluss an die bestehenden Verund Entsorgungsleitungen. Die Deckung des Löschwasserbedarfs wird über die Trinkwasserleitung und Hydranten in ausreichender Anzahl und Entfernung sichergestellt.
Das Oberflächenwasser kann im Trennsystem entsorgt werden. Detaillierte Darstellungen
zur Behandlung des Oberflächenwassers erfolgen im wasserrechtlichen Antrag. Hier wird
auch die geplante Rückhalteeinrichtung im Detail dargestellt. Die Versiegelung ist soweit
wie möglich zu begrenzen.
Grünplanung / Eingriffsregelung / Gewässerschutz
Durch Festsetzungen im Bebauungsplan wird eine Mindestdurchgrünung und –eingrünung
Den Belangen des Gewässerschutzes wird durch die Regelungen zur Behandlung des Oberflächenwassers umfassend Rechnung getragen.
Im Bebauungsplan wird außerdem die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach dem
bayerischen Leitfaden abgearbeitet. Die erforderliche Kompensation wird auf einer externen Kompensationsfläche (Flur-Nr. 958 der Gemarkung Rothenstadt) durchgeführt (ein Teil
der Fläche wurde bereits für ein anderes Eingriffsvorhaben herangezogen).
Im vorliegenden Umweltbericht werden die ausweisungsbedingten Auswirkungen gegenüber der derzeitigen Situation (überwiegend Nutzung als Grünland) entsprechend dem
Konkretisierungsgrad des Flächennutzungsplans untersucht. Zum parallel aufgestellten Bebauungsplan werden die schutzgutbezogenen Auswirkungen noch detaillierter dargestellt.
Die durch die Änderung in ein Allgemeines Wohngebiet zu erwartenden Auswirkungen auf
die Schutzgüter stellen sich wie folgt dar:
Mensch, Kultur- und sonstige Sachgüter
- keine nennenswerten zusätzlichen baubedingten Belastungen durch den Baustellenbetrieb
- im Südwesten Gewerbebetrieb vorhanden, jedoch insgesamt keine relevanten Beeinträchtigungen
- grundsätzlich mögliche Geruchsimmissionen durch den landwirtschaftlichen Betrieb mit
Rinderhaltung im Südosten; insgesamt jedoch aufgrund der Größe der Tierhaltung und
der Lage abseits der Hauptwindrichtungen keine Überschreitungen der Geruchshäufigkeiten und damit keine relevanten Beeinträchtigungen zu erwarten
- Verlust an intensiv nutzbarer landwirtschaftlicher Produktionsfläche (ca. 1,5 ha)
- keine erheblichen Beeinträchtigungen der Erholungsfunktionen
- keine Bodendenkmäler zu erwarten, bei zutage treten von Bodendenkmälern Meldung an
die Fachstellen gemäß den gesetzlichen; Vorgaben Wegkreuz am Südrand als Baudenkmal, wird erhalten und soll gestalterisch aufgewertet werden
- keine Wasserschutzgebiete, Überschwemmungsbereiche betroffen
- insgesamt geringe bis mittlere schutzgutbezogene Auswirkungen
Pflanzen, Tiere, biologische Vielfalt
- Überbauung von ca. 1,5 ha Grünland mit geringer Bedeutung als Lebensraum von Pflanzen und Tieren; darüber hinaus Beseitigung eines kurzen Heckenabschnitts auf einer Geländekante und von ca. 9 Obstbäumen, darunter einige ältere Exemplare
- Schutzgebiete werden nicht baulich überprägt; gegebenenfalls wird lediglich eine naturnahe Regenrückhalteeinrichtung innerhalb der Schutzzone errichtet (Darstellung im wasserrechtlichen Verfahren)
- gewisse indirekte nachteiligen Auswirkungen auf die östlich angrenzende Obstbaumreihe
sind nicht gänzlich auszuschließen; die Auswirkungen halten sich jedoch innerhalb relativ
enger Grenzen
- grundlegende Veränderung des Orts- und Landschaftsbildes, Verlust der landschaftlichen
- landschaftsästhetisch relevante Strukturen sind in geringem Maße betroffen (Heckenabschnitt, Obstbäume)
- indirekte nachteilige Auswirkungen durch visuelle Verschattung der östlich angrenzenden
- insgesamt mittlere schutzgutbezogene Auswirkungen
- zwangsläufig und unvermeidbar Auswirkungen durch Bodenversiegelung und -überbauung
- keine Beanspruchung seltener oder in besonderer Weise schützenswerter Bodenausprägungen
- insgesamt, wie bei jeder Bebauung relativ hohe Auswirkungen; jedoch keine seltenen Böden und relativ geringe Flächen betroffen
- Reduzierung der Grundwasserneubildung durch die Versiegelung
- Begrenzung der Belastung der Kanäle durch das zu entsorgende Oberflächenwasser;
Rückhaltung und Brauchwassernutzung
- keine Betroffenheit von Wasserschutzgebieten
- insgesamt vergleichsweise geringe schutzgutbezogene Auswirkungen
- Veränderung des Lokalklimas, Verringerung der verdunstungsbedingten Luftbefeuchtung
und Luftkühlung, Beitrag zur Verstärkung der Merkmale des Stadtklimas; aufgrund der relativ geringen Größe der Ausweisung praktisch vernachlässigbar, nicht für den Einzelnen
- insgesamt relativ geringe schutzgutbezogene Auswirkungen
Alle Schutzgüter stehen grundsätzlich untereinander in einem komplexen Wirkungsgefüge.
Wechselwirkungen wurden, soweit sie bestehen, bereits bei der Bewertung der einzelnen
Schutzgüter herausgearbeitet.
Prognose über die Entwicklung des Umweltzustandes bei Nichtdurchführung der Planung
(Nullvariante)
Im Falle einer Nichtdurchführung der Änderung des Flächennutzungsplans würden die bisherigen Widmungen bestehen bleiben (überwiegend Fläche für die Landwirtschaft).
Vermeidung und Verringerung der nachteiligen Auswirkungen
Maßnahmen zur Vermeidung und Verringerung werden im Detail auf der Ebene des Bebauungsplans aufgezeigt.
Unter Anwendung des bayerischen Leitfadens wird der Kompensationsbedarf im Bebauungsplan aufgezeigt. Dieser beträgt 6.454 m². Der erforderliche Ausgleich wird auf einer externen Kompensationsfläche des Marktes Luhe-Wildenau (Flur-Nr. 958 der Gemarkung
Rothenstadt) durchgeführt.
Alternative Planungsmöglichkeiten
Der Markt Luhe-Wildenau möchte mit der vorliegenden Änderung des Flächennutzungsplans die bauleitplanerischen Voraussetzungen für die Ausweisung des Baugebiets Breiter
Rain schaffen.
Im Vorfeld des Bauleitplanverfahrens wurden seitens der Marktgemeinde intensive Überlegungen angestellt, in welchen Bereichen des Ortsteils Luhe eine Wohngebietsausweisung
realisiert werden könnte. Er stellte sich heraus, dass zu dem vorliegend zur Änderung herangezogenen Gebiet keinerlei Ausweisungsalternativen bestehen. Im gesamten westlichen
Ortsbereich von Luhe grenzt das Überschwemmungsgebiet der Naab an. Im Osten bestehen im Bereich des Koppelbergs keine sinnvollen Erweiterungsmöglichkeiten mehr. Dementsprechend bestehen zu dem gewählten Baugebiet keine alternativen Planungsmöglichkeiten.
Der Umfang der Änderung bzw. Ausweisung im Bebauungsplan ist hinsichtlich der Flächengröße und dem Bedarf angemessen.
Die nach § 4cBauGB aufzuzeigenden Maßnahmen zum Monitoring werden im Umweltbericht des Bebauungsplans konkretisiert.
Nichttechnische Zusammenfassung
Der Markt Luhe-Wildenau beabsichtigt die Ausweisung des Allgemeinen Wohngebiets
„Breiter Rain“ durch Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans. Um dem Entwicklungsgebot Rechnung zu tragen, wird der Flächennutzungsplan angepasst.
Der Änderungsbereich umfasst eine Fläche von 1,7 ha.
Die Auswirkungen auf die Schutzgüter wurden untersucht. Sie sind als gering bis mittel einzustufen. Nicht vermeidbare Auswirkungen werden durch externe Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen.
Wie bei allen Eingriffsvorhaben ist auch im vorliegenden Fall zu prüfen, in wieweit bei den
europarechtlich geschützten Arten (Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie, europäische
Vogelarten) Verbotstatbestände im Sinne von § 44 Abs. 1 i.V. m. Abs. 5 BNatSchG ausgelöst
Für die Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie als auch die Europäischen Vogelarten ergeben sich aus § 44 Abs. 1 Nr. 1-3 in V.m. Absatz 5 BNatschG, folgende Verbote:
Schädigungsverbot:
Beschädigung oder Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten.
Abweichend davon liegt ein Verbot nicht vor, wenn die ökologische Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang gewahrt wird.
Störungsverbot:
Erhebliches Stören von Tieren während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und
Wanderungszeiten.
Abweichend davon liegt ein Verbot nicht vor, wenn die Störung zu keiner Verschlechterung des Erhaltungszustandes der lokalen Population führt.
Tötungs- und Verletzungsverbot:
Der Fang, die Verletzung oder Tötung von Tieren, die Beschädigung, Entnahme oder Zerstörung ihrer Entwicklungsformen. Umfasst ist auch die Gefahr von Kollisionen im Straßenverkehr, wenn sich durch das Vorhaben das Kollisionsrisiko für die jeweilige Arten unter Berücksichtigung der vorgesehenen Schadensvermeidungsmaßnahmen signifikant erhöht.
Wirkungen des Vorhabens
Unmittelbar betroffen sind mit ca. 1,5 ha Fläche intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen (Intensivgrünland). Darüber hinaus sind ca. 170 m² Gehölzstrukturen auf einer Geländekante und insgesamt 9 Obstbäume unterschiedlichen Alters (davon 1 Baum mit Baumhöhle) betroffen. Gegebenenfalls können davon 4 Bäume erhalten werden. Der Gehölzbestand auf der Geländekante liegt unmittelbar unter der 20 kV-Leitung, so dass davon ausgegangen werden kann, dass dieser regelmäßig zurückgeschnitten werden muss.
Wie bei jeder Baumaßnahme werden neben den anlagebedingten Auswirkungen (unmittelbarer Lebensraumverlust) baubedingte Beeinträchtigungen hervorgerufen, darüber
hinaus auch betriebsbedingte Beeinträchtigungen nach Realisierung der Bebauung. Besonders relevant sind die anlagebedingten Wirkungen, aber auch die betriebsbedingten Beeinträchtigungen nach Errichtung des Baugebiets.
In einem ersten Schritt werden durch projekt- und ortsspezifisches Abschichten des zu prüfenden Artenspektrums solche Arten ausgeschieden, für die eine Betroffenheit durch das
Bauvorhaben mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Dies sind zunächst
solche Arten, die aufgrund ihrer Verbreitung - zum Beispiel Alpenvögel - oder Lebensraumansprüche - etwa Wasservögel - nicht im Wirkungsbereich des Projekts auftreten können.
In einem zweiten Schritt wird für die verbleibenden Arten durch eine Potenzialanalyse und
anhand der eigenen Untersuchungsergebnisse die Bestandssituation der jeweiligen Arten
im Wirkungsbereich erhoben bzw. abgeschätzt. Anhand der Reichweite der jeweiligen Vorhabenswirkungen kann ermittelt werden, welche Arten vom Vorhaben tatsächlich betroffen
sein können. Arten, für die sich durch die Art des Eingriffs keine Erheblichkeit ergibt, werden nicht weiter betrachtet.
In der eigentlichen Prüfung wird untersucht, ob für die Tier- und Pflanzenarten nach Anhang IV FFH-Richtlinie und die Europäischen Vogelarten gemäß Art 1. der Vogelschutzrichtlinie die Verbotstatbestände gem. § 44 Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 5 BNatSchG erfüllt
sind. Wenn unter Berücksichtigung erforderlicher Vermeidungs- und vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) Verbotstatbestände gem. § 44 Abs. 1 in Verbindung
mit Abs. 5 BNatSchG eintreten, erfolgt eine Prüfung, ob die naturschutzfachlichen Voraussetzungen für eine Ausnahme von den Verboten gem. § 45 Abs. 7 BNatSchG gegeben
Die Tabellen zur Ermittlung des zu prüfenden Artenspektrums liegen als Anlage bei.
Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie
Zu betrachten sind Schädigungs-, Störungs- und Tötungsverbote.
Artenschutzrechtliche Verbote bei den Pflanzenarten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie
sind aufgrund deren bekannter Verbreitungsgebiete und Lebensraumansprüche auszuschließen (siehe Tabellen zur Abschichtung).
Bezüglich der Tierarten des Anhangs IV ist die Situation wie folgt zu bewerten:
Von den innerhalb des geplanten Baugebiets liegenden, zur Beseitigung geplanten Bäumen
des Änderungsbereichs weist einer der Obstbäume (Reihe aus 4 Bäumen im Norden der
Flur-Nr. 987) potenzielle Fortpflanzungs- und Ruhestätten für Fledermäuse auf. Der Baum
ist vollständig hohl. Ansonsten sind gemäß der Inaugenscheinnahme keine Fortpflanzungsund Ruhestätten ausgebildet. Bei den übrigen betroffenen Bäumen wurden keine Baumhöhlen oder sonstigen potenziell geeigneten Quartiere festgestellt. Dementsprechend besteht nur ein sehr geringes Potenzial hinsichtlich der Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Um
jedoch die Auslösung von Verbotstatbeständen vollständig auszuschließen, wird als verbindliche Festsetzung das Aufstellen von 5 Fledermauskästen in der Umgebung festgelegt
(davon mindestens 1 Großraumhöhle). Damit kann sichergestellt werden, dass für die wenigen potenziell vorkommenden Arten ersatzweise geeignete Fortpflanzungs- und Ruhestätten angeboten werden können.
Störungen ergeben sich während der Bauzeit und dauerhaft (betriebsbedingt durch Verlärmung, Beleuchtung, optische Reize). Es kann davon ausgegangen werden, dass die als
potenzielle Jagdhabitate überwiegend betroffenen landwirtschaftlichen Flächen (und in geringem Umfang Gehölzstrukturen) nur eine geringe, nicht essentielle Bedeutung für eventuell im unmittelbaren Umfeld lebende Populationen von Fledermausarten haben. Landwirtschaftliche Flächen stehen im östlichen Anschluss und in weiteren Bereichen um die
Ortslage Luhe auf ausgedehnten Flächen weiterhin zur Verfügung.
Darüber hinaus kann es zu gewissen Störungen von potenziell in benachbarten, zu erhaltenden Gehölzbeständen vorkommenden Arten kommen (insbesondere Obstbäume mit z.T.
älteren Exemplaren an der Ostseite), sofern Fortpflanzungs- und Ruhestätten hier genutzt
werden oder diese z.B. als Nahrungslebensräume dienen. Insgesamt sind diese Störungen
jedoch nicht erheblich, so dass dadurch keine Störungsverbote ausgelöst werden. Wenngleich das Baugebiet unmittelbar angrenzen wird, besteht bei der Obstbaumreihe dennoch
weiterhin eine unmittelbare Verbindung zu umliegenden landwirtschaftlichen Flächen und
weiteren Lebensräumen.
Zerschneidungseffekte spielen für Fledermäuse im vorliegenden Fall nur eine geringe Rolle.
Durch die Auswirkungen der Siedlung nach deren Realisierung kann es zu Störungen von
Fledermausarten kommen. Solche Effekte wirken sich jedoch nur auf die unmittelbar angrenzenden Bereiche aus. Leitlinien von strukturgebunden fliegenden Arten dürften nicht
relevant verändert werden. Insgesamt ist davon auszugehen, dass Störungen von Fledermausarten nur in derart geringem Umfang hervorgerufen werden, dass sich der Erhaltungszustand von potenziell vorkommenden Populationen von Fledermäusen nicht erheblich
verschlechtert. Ein Ausweichen, z.B. beim Nahrungserwerb, in umliegende, weiterhin vorhandene landwirtschaftliche Flächen oder sonstige Lebensraumstrukturen ist möglich.
Fortpflanzungs- und Ruhestätten von Fledermäusen in der Umgebung sind nicht unmittelbar betroffen.
Tötungsverbote werden ebenfalls nicht ausgelöst, da erforderliche Gehölzrodungen außerhalb der Wochenstuben- und sonstigen Einstandszeiten im Zeitraum 01.10. bis 28./29.02.
durchgeführt werden und kolissionsbedingte Tötungen aufgrund der geringen Fahrgeschwindigkeiten nicht zu erwarten sind.
Wie in den Tabellen zur Abschichtung dargestellt, ist die Wirkungsempfindlichkeit der Arten
damit so gering, dass mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass
keine Verbotstatbestände ausgelöst werden können.
Sonstige Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Libellen, Käfer, Tag- und Nachtfalter, Schnecken
und Muscheln
Aufgrund der bekannten Verbreitungsgebiete und der Lebensraumansprüche der Anhang
IV-Arten dieser Tiergruppen ist auszuschließen, dass artenschutzrechtliche Verbotstatbestände ausgelöst werden. Ein Vorkommen der Zauneidechse konnte bei den mehreren Begehungen nicht festgestellt werden. Dies ist auch nicht zu erwarten, da entsprechende, gut besonnte Saumstrukturen nicht ausgeprägt sind. Sollte die Zauneidechse kleinflächig und in geringer Individuenstärke dennoch vorkommen, so ist davon auszugehen,
dass die ökologische Funktion der Fortpflanzungs- und Ruhestätten weiterhin gewahrt wird
und sich hinsichtlich der Störungsverbote der Erhaltungszustand der lokalen Populationen
nicht erheblich verschlechtert.
Für die sonstigen Tiergruppen und Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie stehen keine
geeigneten Lebensräume zur Verfügung. Anhang IV-Arten der Amphibien sind nicht bekannt und aufgrund der Ausprägung im Gebiet, aber auch der Umgebung nicht zu erwarten.
Bezüglich der Europäischen Vogelarten gelten die gleichen Verbotstatbestände wie für die
Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie.
Bei den Begehungen im Sommer 2016 wurden vor Ort vorkommende Vogelarten erfasst.
Aufgrund der eigenen Erhebungen, der bekannten Verbreitungsgebiete (Bayerischer Brutvogelatlas) und der Lebensraumansprüche können die in den Tabellen zur Ermittlung des zu
prüfenden Artenspektrums herausgearbeiteten Arten betroffen sein. Relevant sind im Gebiet die Gilde der „Feldbrüter“ und „Grünlandvögel“ sowie in gewissem Umfang die Gilde
der „Gehölzbewohner“.
Entsprechend der Strukturierung der betroffenen Gehölzbestände sowie ihres relativ geringen Umfangs ist das Vorkommen gemeiner, weit verbreiteter Arten zu erwarten. Die im Gebiet betroffenen wenigen Bäume und der betroffene kurze Heckenabschnitt, der aufgrund
der Lage unter der Hochspannungsleitung in gewissen Zeitabständen gepflegt werden
muss, lassen ein Vorkommen seltener Arten nicht erwarten. Entsprechende Vorkommen
wurden auch nicht festgestellt. Potenziell könnten Höhlenbrüter den vorhandenen hohlen
Baum nutzen. Um Verbotstatbestände gänzlich auszuschließen, werden als CEF-Maßnahme
neben den 5 Fledermauskästen zusätzlich 5 Vogelnistkästen unterschiedlicher Ausführung
in der Umgebung angebracht.
Aufgrund der relativ geringen Wirkungsempfindlichkeit der betroffenen Arten kann trotz
der Verluste und unter Berücksichtigung der CEF-Maßnahmen davon ausgegangen werden,
dass hinsichtlich der Schädigungsverbote die ökologische Funktion der Fortpflanzungs- und
Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin gewahrt wird.
Störungen von europäischen Vogelarten durch das geplante Baugebiet sind zwar nicht
gänzlich auszuschließen. Sie können insbesondere in den Randbereichen der Bebauung zu
den verbleibenden Gehölzbeständen auftreten, insbesondere zu der Obstbaumreihe an der
Ostseite sowie zu den Gehölzbeständen an der Luhe. Insgesamt werden aber mögliche Störungen nicht derart verstärkt, dass sich der Erhaltungszustand der lokalen Populationen erheblich verschlechtern würde. Störungsverbote werden damit bei den an Gehölzstrukturen
gebundenen europäischen Vogelarten ebenfalls nicht hervorgerufen.
Bei den potenziell betroffenen Greifvogelarten mit großräumigen Revieren in der offenen
Landschaft (Habicht, Sperber, Mäusebussard), kann in jedem Fall davon ausgegangen werden, dass die Betroffenheit der Arten so gering ist - es sind lediglich nicht essentielle Teile
der Nahrungslebensräume betroffen - dass mit Sicherheit keine artenschutzrechtlichen
Verbote ausgelöst werden.
Daneben können im Bereich der bestehenden landwirtschaftlich genutzten Flächen auch
Nahrungslebensräume von außerhalb des Bereichs des geplanten Baugebiets brütenden
Arten wie Bachstelze, Hausrotschwanz, Mehlschwalbe und Rauchschwalbe betroffen sein.
Diese stehen aber im Anschluss auf ausgedehnten Flächen weiterhin zur Verfügung und die
Nutzung als Nahrungslebensräume ist nicht derart spezifisch, dass ein Ausweichen in umliegende Bereiche der Kulturlandschaft nicht möglich wäre.
Für die Arten der offenen Kulturlandschaft (Gilde der Kulturlandschaftsbewohner) ist anzunehmen, dass die zur Überbauung geplanten intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen
keine oder nur eine so geringe Rolle spielen, dass ebenfalls keine Verbotstatbestände hervorgerufen werden. Bei den Begehungen konnten keine Vorkommen festgestellt werden
(Feldlerche, Rebhuhn, Wachtel). Angesichts der Strukturierung und der Ergebnisse der
mehreren Begehungen, ist davon auszugehen, dass diese Flächen für Arten wie Feldlerche
nach den eigenen Beobachtungen keine nennenswerte Bedeutung aufweisen.
Darüber hinaus konnten auch keine seltenen Arten der Grünlandgebiete wie Schafstelze
u.a. nicht feststellt werden. Insofern werden bezüglich der Arten dieser Gilde keine Verbotstatbestände ausgelöst.
Tötungsverbote werden ebenfalls nicht ausgelöst, da erforderliche Rodungsarbeiten außerhalb der Brutzeit der Vögel im Zeitraum 01.10. bis 28./29.02. durchgeführt werden und kein
nennenswertes zusätzliches Kollisionsrisiko geschaffen wird (zwingend erforderliche Vermeidungsmaßnahme!).
Damit kann zusammenfassend mit hinreichender Sicherheit davon ausgegangen werden,
dass aufgrund der relativ geringen projektspezifischen Wirkungsempfindlichkeit bei den Europäischen Vogelarten keine Verbotstatbestände ausgelöst werden.
Weder bei den Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie noch bei den europäischen Vogelarten werden artenschutzrechtliche Verbotstatbestände ausgelöst.
Eine ausnahmsweise Zulassung ist nicht erforderlich.
Aufgestellt: 19.09.2016
262-T2 A – FNP-Breiter Rain_19-09-2016
Zahl: 92/1/2006-I Maria Rain, 07. März 2006 V e r o r d n u n g des
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