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Timestamp: 2017-09-25 06:20:12+00:00

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BVerfG, 15.12.2011 - 1 BvR 2490/10 - Anspruch auf rückwirkende Zahlung einer Rente i.R.d. verlängerten schuldrechtlichen Versorgungsausgleichs | anwalt24.de
Beschl. v. 15.12.2011, Az.: 1 BvR 2490/10
Referenz: JurionRS 2011, 33413
Aktenzeichen: 1 BvR 2490/10
OLG Koblenz - 18.08.2010 - AZ: 11 UF 411/10
OLG Koblenz - 30.08.2010 - AZ: 11 UF 411/10
OLG Koblenz - 07.09.2010 - AZ: 11 UF 411/10
§ 3a Abs. 6 VAHRG
§ 1585b Abs. 2 BGB
§ 1585b Abs. 3 BGB
FamFR 2012, 107
FamRZ 2012, 431
FuR 2012, 370
den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 7. September 2010 - 11 UF 411/10 -,
den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 30. August 2010 - 11 UF 411/10 -,
den Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 18. August 2010 - 11 UF 411/10 -
Gemäß § 3a Abs. 1 S. 1 VAHRG in Verbindung mit § 1587g Abs. 1 S. 2 BGB ist auf Seiten des Berechtigten nicht allein auf den Rentenbezug, sondern alternativ auf das Vorliegen einer Erwerbsunfähigkeit abzustellen. Hat ein Gericht diese zweite Alternative nicht berücksichtigt, begründet dies einen Verstoß gegen das Willkürverbot aus Art. 3 Abs. 1 GG.
am 15. Dezember 2011 einstimmig beschlossen:
Der Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 18. August 2010 - 11 UF 411/10 - verletzt die Beschwerdeführerin in ihrem Grundrecht aus Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes.
Der Beschluss des Oberlandesgerichts Koblenz vom 18. August 2010 - 11 UF 411/10 - wird aufgehoben und die Sache an das Oberlandesgericht Koblenz zurückverwiesen.
Die Beschlüsse des Oberlandesgerichts Koblenz vom 30. August 2010 - 11 UF 411/10 - und vom 7. September 2010 - 11 UF 411/10 - werden damit gegenstandslos.
a) Mit Schreiben vom 28. August 1999 verlangte die Beschwerdeführerin einen Unterhaltsbeitrag vom ehemaligen Arbeitgeber des geschiedenen Ehemannes, der E. AG. Mit Schreiben vom 8. September 1999 begehrte die Beschwerdeführerin, über die Voraussetzungen eines Unterhaltsbeitrags aufgeklärt zu werden. Mit erneutem Schreiben vom 8. März 2000 erklärte die Beschwerdeführerin, sie wolle einer abschlägigen Mitteilung "nicht widersprechen", bitte aber noch einmal um "wohlwollende Prüfung".
a) Zwar begründet eine fehlerhafte Anwendung einfachen Rechts allein noch keinen Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (vgl. BVerfGE 67, 90 [BVerfG 15.05.1984 - 1 BvR 967/83] <94 ff.>). Ist eine Entscheidung jedoch sachlich schlechthin unhaltbar, so ist sie objektiv willkürlich. Ohne dass es auf subjektive Umstände oder ein Verschulden des Gerichts ankäme, stellt eine derartige willkürliche Entscheidung einen Verstoß gegen das aus Art. 3 Abs. 1 GG abzuleitende Verbot dar, offensichtlich unsachliche Erwägungen zur Grundlage einer staatlichen Entscheidung zu machen (vgl. BVerfGE 58, 163 [BVerfG 06.10.1981 - 2 BvR 1290/80] <167 f.>; 62, 189 <192>; 71, 122 <136>; 71, 202 <205>).

References: § 3

§ 1585

§ 1585
 § 3
 § 1587
 Art. 3
 Art. 3