Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=26.07.2001&Aktenzeichen=VI%20R%20163/00
Timestamp: 2020-07-04 03:19:42+00:00

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BFH, 26.07.2001 - VI R 163/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,543
BFH, 26.07.2001 - VI R 163/00 (https://dejure.org/2001,543)
BFH, Entscheidung vom 26.07.2001 - VI R 163/00 (https://dejure.org/2001,543)
BFH, Entscheidung vom 26. Juli 2001 - VI R 163/00 (https://dejure.org/2001,543)
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AO 1977 § 173 Abs. 1 Nr. 1; EStG § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a, § 63 Abs. 1 Sätze 1 und 2, § 66 Abs. 2, § 70 Abs. 2 und 3
Kindergeldfestsetzung - Verwaltungsakt - Zeitliche Zahlbarkeit - Kindergeld - Zeitabschnitt - Rückforderung - Verwirkung
Abgabenordnung; Kindergeldfestsetzung als zeitlich teilbarer Verwaltungsakt
FG Köln, 31.08.2000 - 2 K 4691/99
BFHE 196, 274
BB 2002, 86
BStBl II 2002, 174
BFH, 03.03.2011 - III R 11/08
Rückwirkende Aufhebung einer Kindergeldfestsetzung (§ 70 Abs. 2 EStG)
Die Entscheidung des FG stehe im Widerspruch zu der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH-- (Urteile vom 25. Juli 2001 VI R 78/98, BFHE 196, 253, BStBl II 2002, 88, und VI R 164/98, BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174).
Diese Änderungsnorm betrifft die Fälle, in denen der zutreffende Sachverhalt der Familienkasse bekannt ist, sie die ihr bekannten Tatsachen jedoch rechtlich unzutreffend würdigt, oder ihrer Entscheidung irrtümlich einen unrichtigen Sachverhalt zugrunde legt (BFH-Urteil in BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174).
Er hat lediglich ausgesprochen, dass die Weiterzahlung des Kindergeldes allein insoweit als Vertrauenstatbestand nicht ausreiche (BFH-Urteil vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174; ebenso Niedersächsisches FG, Urteil vom 19. Juli 2001 10 K 435/98 Ki, EFG 2002, 31, 32).
Kindergeldbescheide sind teilbare Verwaltungsakte (vgl. u.a. BFH-Urteil vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174); sie können für jeden einzelnen Monat selbständig angefochten werden (…vgl. dazu Senatsurteil vom 29. Januar 2003 VIII R 60/00, BFH/NV 2003, 927).
Der Kindergeldbescheid ist, wie ausgeführt, ein teilbarer Verwaltungsakt; er konnte deshalb für jeden Monat geändert oder aufgehoben werden und für andere Monate unverändert bestehen bleiben (BFH-Urteile in BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174;… vom 26. Juli 2001 VI R 102/99, BFH/NV 2002, 178;… in BFH/NV 2003, 927).
Dafür sprechen insbesondere folgende Erwägungen: Zwar wird das Kindergeld seit der Neuregelung des Familienleistungsausgleichs durch das Jahressteuergesetz (JStG) 1996 vom 11. Oktober 1995 (BGBl I 1995, 1250, BStBl I 1995, 438) gemäß § 31 Satz 3 EStG als Steuervergütung gezahlt mit der Folge, dass auf die Festsetzung einer Steuervergütung gemäß § 155 Abs. 4 AO 1977 die Vorschriften über die Steuerfestsetzung sinngemäß Anwendung finden (BFH-Urteil vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BFHE 196, 274, 277, BStBl II 2002, 174, 176).
Der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat bereits mit Urteil vom 26. Juli 2001 VI R 163/00 (BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174) entschieden, dass die Festsetzung von Kindergeld ein teilbarer Verwaltungsakt sei und dementsprechend grundsätzlich für einzelne Monate aufgehoben oder geändert werden und für andere Monate unverändert bestehen bleiben könne.
Der VI. Senat des BFH hat zwar ausgeführt, dass die Umstände es erfordern könnten, die Rückforderung aus Gründen des Vertrauensschutzes zu unterlassen (BFH-Urteil in BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174, unter 4. b der Gründe).
Gemäß den BFH-Urteilen vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BStBl II 2002, 174 und vom 21. Januar 2004 VIII R 15/02, BFH/NV 2004, 910 werden mit der monatlichen Auszahlung zwar nicht jeweils monatlich neue Festsetzungen vorgenommen, jedoch wird die ursprüngliche Kindergeldfestsetzung jeweils konkludent bestätigt.
Die Behörde kann eine einmal vorgenommene positive Kindergeldfestsetzung mehrfach und zu unterschiedlichen Zeitpunkten in der Weise ändern, dass für die verschiedenen Monate durch verschiedene Bescheide jeweils neue Regelungen getroffen werden (BFH-Urteil vom 26.7.2001 VI R 163/00, BStBl II 2002, 174).
Wird der Dritte in dieser Weise am Verfahren beteiligt, kann die Familienkasse zur Vermeidung einer widerstreitenden Kindergeldfestsetzung dann, wenn der das Kindergeld gegenüber dem Einspruchsführer oder Kläger ablehnende Bescheid aufgehoben oder geändert wird, die bisherige, für den Dritten günstige Kindergeldfestsetzung aufheben (§ 174 Abs. 4 AO 1977 i.V.m. § 31 Satz 3 EStG und § 155 Abs. 4 --früher Abs. 6-- AO 1977; zur Anwendbarkeit der für die Steuerfestsetzung geltenden Vorschriften der AO 1977 bei der Kindergeldfestsetzung vgl. u.a. BFH-Urteile vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174, und vom 23. November 2001 VI R 125/00, BFHE 197, 387, BStBl II 2002, 296).
BFH, 23.05.2011 - III B 177/10
Grundsätzliche Bedeutung einer Rechtssache - Rückforderung von Kindergeld vom …
Mit der Rüge, das FG sei von der Entscheidung des BFH vom 26. Juli 2001 VI R 163/00 (BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174) abgewichen, wird kein Zulassungsgrund i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 2 2.
b) Eine Abweichung der angefochtenen FG-Entscheidung von dem BFH-Urteil in BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174 liegt im Übrigen auch nicht vor.
BFH, 15.06.2004 - VIII R 93/03
Die Weiterzahlung des Kindergeldes allein ist kein Vertrauenstatbestand, der zur Verwirkung des Rückforderungsanspruchs führen könnte (BFH-Urteile vom 26. Juli 2001 VI R 163/00, BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174; in BFHE 203, 472, BStBl II 2004, 123).
BFH, 14.05.2002 - VIII R 67/01
Denn der VI. Senat des BFH hat mit dem vom FG zitierten Urteil in BFH/NV 2001, 21 und erneut mit Urteil vom 26. Juli 2001 VI R 163/00 (BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174, unter 3. a. der Gründe) entschieden, die Aufhebung oder Änderung einer Kindergeldfestsetzung nach § 70 Abs. 2 EStG setze voraus, dass die Änderung der Verhältnisse, die für den Anspruch auf Kindergeld erheblich sei, nach dem 1. Januar 1996 eingetreten sein müsse.
Der VI. Senat des BFH hat nach Ergehen des mit der vorliegenden Revision angefochtenen finanzgerichtlichen Urteils außerdem entschieden, dass § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977 nicht durch § 70 Abs. 2 und 3 EStG verdrängt werde, sondern dass diese Vorschriften nebeneinander anwendbar seien (Urteile vom 25. Juli 2001 VI R 18/99, BFHE 196, 260, BStBl II 2001, 81; in BFHE 196, 274, BStBl II 2002, 174).
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References: § 173
 § 32
 § 63
 § 66
 § 70
 § 31
 § 155
 § 31
 § 155
 § 115
 § 70
 § 173
 § 70
 § 173

§ 173
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