Source: https://www.kindernetzwerk.de/de/sgbxi-online-link-wegweiser.html
Timestamp: 2018-11-15 04:58:56+00:00

Document:
SGB XI: Soziale Pflegeversicherung - Kindernetzwerk e.V.
In Deutschland gibt es zurzeit knapp 3 Mio. Menschen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten. Darunter befinden sich laut amtlicher PG2 Statistik auch knapp 130.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu einem Alter von 20 Jahren. Von den Befragten der Kindernetzwerkstudie gaben 60% an, eine Pflegestufe (PS) für ihre Kinder zu haben (35% PS I, 34% PS II, 31% PS III, beziehungsweise III+). Bei einem Drittel der Befragten wurde kein Antrag gestellt. Bei 72 PS‐Anträgen wurden 46% innerhalb der primär von Stoffwechselerkrankungen betroffenen Kindern abgelehnt und 33% der primär geistig beeinträchtigten Kindern aufgrund fehlender Anspruchsvoraussetzungen.
Über 98% der Kinder bis 15 Jahren mit einer Pflegestufe werden zu Hause versorgt . In 98% der berechtigten Antragstellungen im Sinne des SGB XI werden Geldleistungen bezogen; 10,5% der Eltern nutzen ausschließlich Sachleistungen, 70,5% eine Kombination aus beiden. Die Zufriedenheit mit der Begutachtung des Kindes zur Feststellung der Pflegestufe ist mit 77% der befragten Eltern hoch. In Hinsicht auf die Pflegeversicherungsleistungen äußern sich allerdings nur 51% aller Eltern zufrieden. Gerade Eltern von Kindern mit primär körperlichen Behinderungen (49%) und Mehrfachbehinderungen (45%) empfinden die Leistungen als nicht ausreichend.
§ 1 (4) Soziale Pflegeversicherung
„Die Pflegeversicherung hat die Aufgabe, Pflegebedürftigen Hilfe zu leisten, die wegen der Schwere der Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind.“
der Paragraf weist auf die Selbstbestimmung des Pflegebedürftigen hin, der den Leistungserbringer wählen und die Gestaltung der Hilfen religions‐ und kultursensibel wünschen kann.
§ 7 (2) Aufklärung und Auskunft; „die Pflegekassen haben die Versicherten und ihre Angehörigen und Lebenspartner in den mit der Pflegebedürftigkeit zusammenhängenden Fragen, insbesondere über die Leistungen der Pflegeversicherung sowie über die Leistungen und Hilfen anderer Träger, in für sie verständlicher Weise zu informieren und aufzuklären.
Alle Kranken‐ und Pflegekassen halten Aufklärungs‐ und Informationsmaterialien in Druckversion und als Online‐Fassungen vor, wie
- Erklärfilm zur Leistungen der Pflegeversicherung:
‐ Unterstützungs‐ und Entlastungsleistungen, niedrigschwellige Angebote (zu finden unter https://www.youtube.com/watch?v=rlf8yoSR8CY ))
‐ Erklärfilm zum Pflegebedürftigkeitsbegriff:
‐ Pflegebedürftigkeitsbegriff leicht erklärt ( zu finden unter anderem auf dem YOU Tube Kanal der AOK): https://www.youtube.com/watch?v=3Mq3FW0k_NM
‐ Film zur Pflegebegutachtung des MDS: https://pflegebegutachtung.de/versicherte/film‐zur‐pflegebegutachtung.html
‐ Erklärfilm zu Angeboten der Unterstützung im Alltag
‐ Leistungsanspruch allgemein (ambulant/stationär) – Überblick: https://www.youtube.com/watch?v=r5Z6acGnEpQ und www.aok.de/pflege
„Personen, die Leistungen nach diesem Buch erhalten, haben Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch einen Pflegeberater oder eine Pflegeberaterin bei der Auswahl und Inanspruchnahme von bundes‐ oder landesrechtlich vorgesehenen Sozialleistungen sowie sonstigen Hilfsangeboten, die auf die Unterstützung von Menschen mit Pflege‐, Versorgungs‐ oder Betreuungsbedarf ausgerichtet sind (Pflegeberatung).“
Pflegeberatung ist ein Leistungsanspruch!
Versicherte, die Leistungen der Pflegeversicherung erhalten oder beantragt haben, haben einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch einen Pflegeberater. Bei Bedarf koordinieren die Pflegeexperten der Pflegekasse die Organisation der notwendigen Leistungen für den Pflegebedürftigen. Die Pflegeberater kennen Leistungserbringer, niedrigschwellige Betreuungsangebote, Angebote zur Unterstützung im Alltag und ehrenamtliche Anbieter vor Ort und können diese in die Versorgungsplanung mit einbinden. Aufgabe des Pflegeberaters ist es, den individuellen Hilfebedarf zu erfassen und zu analysieren. Er erstellt einen individuellen Versorgungsplan mit den erforderlichen Sozialleistungen und gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen oder sonstigen medizinischen sowie pflegerischen und sozialen Hilfen. Weiterhin wirkt er auf die Durchführung der im Versorgungsplan festgestellten Maßnahmen hin, überwacht deren Durchführung und passt sie bei Bedarf an. Darüber hinaus informiert er über Leistungen zur Entlastung der Pflegeperson. Wer Fragen zur Pflege hat, kann sich an die nächste Krankenkassen‐Geschäftsstelle, einen der zahlreichen Pflegestützpunkte oder direkt an den zuständigen Pflegeberater der Pflegekasse wenden.
Unter www.aok.de/palliativwegweiser findet man die Namen und Kontaktdaten von 675 AOK‐Pflegberatern sowie die Adressen und Kontaktdaten von 319 Pflegestützpunkten.
Eine Übersicht über kommunale Beratungsstellen liefert das Zentrum für Qualität in der Pflege unter https://bdb.zqp.de/#/home
Tipp: Alle Pflegekassen bieten eine Pflegeberatung für ihre großen wie auch für die kleinen Versicherten und Angehörigen an. Dieses Angebot ist aber in vielen Familien nicht bekannt oder es wird nicht genutzt. Informieren Sie sich daher bei ihrer Kasse und probieren Sie die Beratung, auf die Sie einen gesetzlichen Anspruch haben, einfach einmal aus.
„Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen“ (1)
„Maßgeblich für das Vorliegen gesundheitlich bedingten Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten sind die in den folgenden sechs Bereichen genannten pflegefachlich begründeten Kriterien:
1. Mobilität (z.B. Positionswechsel im Bett, Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z.B. Erkennen von bekannten Personen, örtliche und zeitliche Orientierung etc.)
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (z.B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
4. Selbstversorgung (z.B. Körperpflege, Ernährung etc. ‐> hierunter wird bisher die "Grundpflege" verstanden)
5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits‐ oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z.B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z.B. Gestaltung des Tagesablaufs)
Dabei spielen die früheren Zeitorientierungswerte keine Rolle mehr. Es geht um die Frage, ob die jeweils erforderlichen Fähigkeiten vorhanden sind und ob die damit verbundenen Tätigkeiten selbständig, teilweise selbständig oder nur unselbständig ausgeübt werden können.
Begutachtungsfristen: hier klicken
§ 15 Ermittlung der Grade der Pflegebedürftigkeit
Der Pflegegrad wird mit Hilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt. Die Zuordnung zu einem Pflegegrad erfolgt anhand eines Punktesystems.
Dazu werden in den sechs Bereichen, die jeweils mehrere Einzelkriterien enthalten, für jedes erhobene Kriterium Punkte vergeben. Die Höhe der Punkte orientiert sich daran, wie sehr die Selbstständigkeit des Betroffenen eingeschränkt ist oder die betreffenden Fähigkeiten noch vorhanden sind.
Grundsätzlich gilt: je höher die Punktzahl, desto schwerwiegender die Beeinträchtigung. Die vergebenen Punkte für die verschiedenen Kriterien werden innerhalb eines Bereiches zusammengezählt und gewichtet. Entsprechend ihrer Bedeutung für den Alltag fließen die Ergebnisse aus den einzelnen Bereichen unterschiedlich stark in die Berechnung des Pflegegrades ein. Die Gewichtung bewirkt, dass die Schwere der Beeinträchtigungen, der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten von Personen mit körperlichen Defiziten einerseits und kognitiven oder psychischen Defiziten andererseits, berücksichtigt werden können: Und das sachgerecht und angemessen. Aus dem Gesamtpunktwert wird das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit bestimmt und der Pflegegrad abgeleitet.
Eine Besonderheit besteht darin, dass nicht beide Werte der Bereiche 2 (kognitive und kommunikative Fähigkeiten) und 3 (Verhaltensweisen und psychische Problemlagen) sondern nur der höchste der beiden gewichteten Punktwerte in die Berechnung eingeht.
In den Modulen werden nach den oben beschriebenen Kriterien Kategorien beschrieben, denen pflegefachlich fundierte Einzelpunkte zugeordnet werden. Aus der Summe der so ermittelten Punkte lassen sich die Schweregrade der Beeinträchtigung errechnen.
Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten (ab 12,5 bis unter 27 Gesamtpunkte)
Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten (ab 27 bis unter 47,5 Gesamtpunkte)
Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten (ab 47,5 bis unter 70 Gesamtpunkte)
Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten (ab 70 bis unter 90 Gesamtpunkte)
Ab 90 bis 100 Gesamtpunkte liegt Pflegegrad 5 vor, schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung () vor. „Bei pflegebedürftigen Kindern wird der Pflegegrad durch einen Vergleich der Beeinträchtigungen ihrer Selbständigkeit und ihrer Fähigkeitsstörungen mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt.“ (6). Das neue Begutachtungsinstrument eignet sich auch dafür, den Pflegegrad bei Kindern und Jugendlichen zu ermitteln. Allerdings gelten für Kinder unter 12 Jahren andere Maßstäbe. Ob und in welchem Maß ein Kind pflegebedürftig ist, zeigt sich im Vergleich mit gesunden Altersgenossen (Peers). Dabei muss der Gutachter nicht mehr wie bisher entscheiden, inwieweit fehlende Selbständigkeit altersgemäß oder durch eine Krankheit bedingt ist. Dies leistet das Begutachtungsinstrument anhand vorgegebener Altersstufen selbst.
Der Gutachter kann ablesen, wie sich die Selbständigkeit bei gesunden Kindern entwickelt und in wie weit das pflegebedürftige Kind davon abweicht. Den Unterschieden in der Selbständigkeit sind feste Punkte zugeordnet. Gleiches Alter, unterschiedliche Fähigkeiten Ein Beispiel: Ein zwölf Monate altes Kind mit einer schweren körperlichen und geistigen Behinderung kann sich aus eigener Kraft kaum bewegen. Es kann lediglich in Bauchlage den Kopf anheben. Ansonsten müssen seine Eltern es lagern, halten und tragen. Deshalb stuft der Gutachter in Modul Mobilität beim Kriterium „stabile Sitzposition halten“ als „unselbständig“ ein. Die Übersicht mit der altersentsprechenden Entwicklung zeigt dem Gutachter, dass gesunde Kinder in diesem Alter die stabile Sitzposition selbstständig halten können. Die Abweichung des pflegebedürftigen Kindes in der Selbstständigkeit von seinen Altersgenossen beträgt hier drei Punkte. Sonderregelung für Kinder unter 18 Monate Da Kleinkinder bis 18 Monate von Natur aus in den meisten Bereichen des Alltagslebens Hilfe benötigen, können sie ohne Sonderregelung keine oder nur einen niedrigen Pflegegrad erreichen. Deshalb werden Kinder dieser Altersgruppe pauschal höher eingestuft. Liegt das Gesamtergebnis zwischen 47,5 und 70 Punkten, bekommt ein Kind unter 18 Monaten den Pflegegrad 4. Für alle anderen Altersstufen entspricht dieses Ergebnis Pflegegrad 3.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass für Kinder unter 18 Monaten nur die altersunabhängigen Module 3 und 5, die Fragen zur besonderen Bedarfskonstellation ausschlaggebend sind. Anstelle des Moduls 4 ist die Frage nach gravierenden Problemen bei der Nahrungsaufnahme, die einen außergewöhnlichen pflegeintensiven Hilfebedarf im Bereich der Ernährung auslösen, Ausschlag gebend. Nach dem 18. Lebensmonat erfolgt eine reguläre Einstufung, ohne dass eine erneute Begutachtung erfolgen muss. Diese erfolgt nur dann, wenn relevante Änderungen vorliegen.
Die meisten Leistungen der Pflegeversicherung stehen den Pflegebedürftigen erst ab Pflegegrad 2 zu: Pflegegrad Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch Angehörige (monatlich) Entlastungsbetrag (monatlich) Verhinderungspflege (pro Jahr) Kurzzeitpflege (pro Jahr) 1 ‐ 125 € ‐ ‐ 2 316 € 125 € 1.612 € 1.612 € 3 545 € 125 € 1.612 € 1.612 € 4 728 € 125 € 1.612 € 1.612 € 5 901 € 125 € 1.612 € 1.612 €
Der für alle Pflegebedürftigen vorgesehene monatliche Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € entspricht in etwa den bisherigen Betreuungs‐ und Entlastungsleistungen. Er steht weiterhin nur als sogenannte Pflegesachleistung zur Verfügung, das heißt, er wird von der Pflegekasse erstattet, wenn der Pflegebedürftige nachweist, dass er bestimmte qualitätsgesicherte Leistungen zur Förderung seiner Selbstständigkeit im Alltag oder zur Entlastung pflegender Angehöriger in Anspruch genommen hat. Mit dem Entlastungsbetrag können zum Beispiel sogenannte niedrigschwellige Betreuungsangebote oder Entlastungsleistungen wie beispielsweise die hauswirtschaftliche Versorgung bei anerkannten Trägern abgerufen werden. Familienentlastende Dienste bieten unter anderem auch Ferienbetreuung oder Freizeiten an, die ebenfalls mit Hilfe des Entlastungsbetrages (mit)finanziert werden können. Am Ende eines Kalenderjahres nicht in Anspruch genommene Entlastungsbeträge können in das erste Folgehalbjahr übertragen werden. Die Feststellung des Vorliegens von Pflegebedürftigkeit oder einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz erfolgt jeweils auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Antragstellung gelten den Rechts. Der Erwerb einer Anspruchsberechtigung auf Leistungen der Pflegeversicherung richtet sich ebenfalls nach dem zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Recht.“
§ 28 a Leistungen bei Pflegegrad 1
„Dem Pflegegrad 1 dürfte ein Großteil der Antragsteller zugeordnet werden, der bislang nicht von den Leistungen der Pflegeversicherung profitieren konnte. Der Gesetzgeber eröffnet nun auch mit dem Pflegegrad 1 bei geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit und der Fähigkeiten einen Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung im Sinne eines Präventionspflegegrades. Zur Zeit geht man hier von etwa 500.000 neuen Pflegebedürftigen ‐ vorwiegend mit körperlichen Behinderungen ‐ aus, die bislang keine Leistungen der Pflegeversicherung erhalten.
Bei Pflegegrad 1 sind folgende Leistungen vorgesehen:
- Pflegeberatung gemäß der §§ 7a und 7b
- Beratung in der eigenen Häuslichkeit gemäß § 37 Absatz 3
- zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen gemäß § 38a
-Versorgung mit Pflegehilfsmitteln gemäß § 40 Absatz 1 bis 3 und Absatz 5,
- finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen oder gemeinsamen Wohnumfeldes,
- zusätzliche Betreuung und Aktivierung in stationären Pflegeeinrichtungen gemäß § 43b
- zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit und kurzzeitiger Arbeitsverhinderung gemäß § 44a
Zudem gewährt die Pflegeversicherung den Entlastungsbetrag gemäß § 43 (2) in Höhe von 125 Euro monatlich (3). Dieser kann beim Pflegegrad I auch für die Sachleistung durch den Pflegedienst (Grundpflege) eingesetzt werden.
Zur ambulanten Pflege : hier klicken
Ambulanter Pflegedienst : hier klicken
„Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaubs, Krankheit oder aus anderen Gründen ander Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse die nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege für längstens sechs Wochen je Kalenderjahr (1)“ 14 Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige zum Zeitpunkt der Pflege mindestens in den Pflegegrad 2 eingestuft ist. Pflegegeld wird für bis zu 6 Wochen hälftig weitergezahlt.
Zur Erleichterung und Durchführung der Pflege können Pflegehilfsmittel in Anspruch genommen werden. Eltern werden an den Kosten für Pflegehilfsmittel beteiligt, wenn festgelegte Kostengrenzen überschritten werden. Für zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel stehen monatlich 40 Euro zur Verfügung. Für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes können Familien mit pflegebedürftigen Kindern wie bisher bis zu 4.000 Euro je Maßnahme erstattet bekommen. Die Pflegekasse bezuschusst Umbaumaßnahmen in der Wohnung, wenn dadurch die Pflege zuhause ermöglicht oder erheblich erleichtert wird.
http://thema-pflege.de/wohnraumanpassung/
https://nordwest.aok.de/inhalt/wohnraumanpassung-in-der-pflege-10/
„Kann die häusliche Pflege zeitweise nicht, noch nicht oder nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden und reicht auch teilstationäre Pflege nicht aus, bestehtfür Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf Pflege in einer vollstationären Einrichtung.“(1) Der Leistungszeitraum ist auf acht Wochen festgesetzt. Leistungshöhe: 1.612 EUR, wobei die Aufstockung um die Mittel der Verhinderungspflege weiterhin möglich ist. Pflegegeld wird für bis zu 8 Wochen hälftig weitergezahlt
§ 44 Leistung zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen
Während der pflegerischen Tätigkeit sind die Pflegepersonen … in den Versicherungs‐schutz der gesetzlichen Unfallversicherung einbezogen.“Beiträge zur Rentenversicherung werden gezahlt, wenn ein Pflegegrad 2 bis5 vorliegt und die Pflegeperson regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist. Der MDK soll im Rahmen der Begutachtung feststellen, ob die Pflegeperson eine oder mehrere pflegebedürftige Personen wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegt. Dabei werden die Angaben der beteiligten Pflegepersonen zugrunde gelegt. Die erforderliche wöchentliche Mindestpflege von 10 Stunde und die Einbeziehung der bisherigen Pflegebedürftigen der Pflegestufe 0 (künftig übergeleitet in den Pflegegrad 2) ist von einer nicht unerheblichen Ausweitung der sozial abgesicherten Pflegepersonen auszugehen.
§ 45a Angebote zur Unterstützung im Alltag
„Angebote zur Unterstützung im Alltag tragen dazu bei, Pflegepersonen zu entlasten und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu verbleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbständig bewältigen zu können.
Die Pflegekassen unterscheiden drei Angebotsformen:
1. Betreuungsangebote, bei denen insbesondere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter pflegerischer Anleitung die Tages‐ oder Einzelbetreuung zuhause übernehmen
2. Angebote zur Entlastung von Pflegepersonen, bei denen pflegende Angehörige durch ausgebildete Pflegebegleiter gezielt entlastet und beraten werden
3. Angebote zur Entlastung im Alltag, die Pflegebedürftige bei der Bewältigung des Alltags oder im Haushalt unterstützen. Wer die Kosten für diese Leistungen erstattet bekommen möchte, darf nur Angebote in Anspruch nehmen, die nach Landesrecht anerkannt sind. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Pflegekasse nach den Leistungen und Kosten für qualifizierte und anerkannte Unterstützungsangebote in Ihrer Nähe.
Jedem Pflegebedürftigen steht ein zweckgebundener Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € monatlich zur Verfügung. Er ist im Zusammenhang mit folgenden Leistungen zu sehen:
- Leistungen der Tages- und Nachtpflege
- Leistungen der Kurzzeitpflege
- Leistungen des ambulanten Pflegedienstes im Sinne des § 36
- Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützungim Alltag im Sinne des § 45a
- Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 dürfen Pflegesachleistungsbeträge bis zu einerHöhe von 40% für die Nutzung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag verwenden. Beiträge, die in einem Jahr nicht genutzt werden, können bis zum 30. Juni des folgenden Jahres genutzt werden.
NEU: Arbeitslosenversicherung der Pflegeperson Pflegepersonen werden nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert. Hierbei ist nach § 26 SGB III grundsätzlich erforderlich, dass unmittelbar vor der Pflegetätigkeit eine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung bestanden haben muss oder eine Leistung nach dem SGB III (zum Beispiel Arbeitslosengeld) bezogen wurde.Diese Regelung greift nur, sofern nicht ohnehin schon eine Absicherung in der Arbeitslosenversicherung ‐ zum Beispiel aufgrund einer Teilzeitbeschäftigung ‐ besteht. Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden aus 50 % der monatlichen Be‐ugsgröße berechnet. Für Pflegepersonen besteht damit die Möglichkeit, nach dem Ende der Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld zu beantragen und Leistungen der Arbeitsförderung zu beanspruchen. § 44a Zusätzliche Leistungen bei Pflegezeit und kurzfristiger Arbeitsverhinderung„Beschäftigte Pflegepersonen können maximal 10 Arbeitstage/Jahr, d. h. auf den maximalen Zeitraum auf 14 Kalendertagen (2 Wochen) begrenzt, Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld haben
Link: http://www.kv‐media.de/pflegeunterstuetzungsgeld.php
Pflegende Angehörige in einem Beschäftigungsverhältnis haben für kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 des Pflegezeitgesetzes Anspruch auf einen Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt (Pflegeunterstützungsgeld) für bis zu zehn Arbeitstage, wenn sie für diesen Zeitraum keine Entgeltfortzahlung von ihrem Arbeitgeber und kein Kranken‐ oder Verletztengeld bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes beanspruchen können. Auch Personen, die einen sogenannten "Minijob" ‐ also eine Beschäftigung mit einem Entgelt von bis zu 450 EUR im Monat ‐ ausüben, haben Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld. Der Anspruch ist auf 10 Arbeitstage je Pflegebedürftigem begrenzt, d.h. mehrere Angehörige müssen sich diese 10 Tage ggf. aufteilen. Das Pflegeunterstützungsgeld wird auf Antrag, der unverzüglich zu stellen ist, unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung von der Pflegekasse oder dem Versicherungsunternehmen des pflegebedürftigen nahen Angehörigen gewährt. Für die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes gilt § 45 Absatz 2 Satz 3 bis 5 des Fünften Buches entsprechend, d.h. die Leistung wird in Höhe der Leistung des Kinderkrankengeldes gewährt. Und schließlich noch zwei weiterführende Links für all die Familien, die über die möglichen Pflegeleistungen hinaus weitere ganz spezifische Bedarfe haben: - Link: www.oskar‐sorgentelefon.de
Das erste Sorgentelefon für Familien mit sterbenskranken Kindern über eine von Bundesverband Kinderhospiz eingerichtete Hotline
- https://rh.aok.de/inhalt/hilfen-fuer-familien-mit-chronisch-kranken-kindern/
- Ein ganz besonderes Angebot zur sehr weitreichenden Begleitung von Familien mit schwerwiegend chronisch kranken Kindern der AOK Rheinland/Hamburg
Spezielle Pflegekurse vermitteln pflegenden Angehörigen nützliches Basiswissen für den Pflegealltag. Geschulte Fachkräfte zeigen den Eltern unter anderem, wie sie zuhause
> Rücken schonend richtig heben und tragen
> Hilfreiche Handgriffe ausführen können.
> Sie erhalten wichtige Informationen zum Thema Gesundheit ‐rund um die Hygiene
> zu den Leistungen der Sozialversicherungen
> zum Betreuungsrecht
Treten bei der Pflege Ihrer Kinder sehr spezielle Fragen auf, können Eltern eine individuelle Pflegeschulung in Anspruch nehmen. Dabei kommt eine geschulte Pflegekraft nach Hause und schaut sich die individuelle konkrete Pflegesituation genau an. Anschließend zeigt und erklärt sie, was Eltern tun können. In der Regel dauert eine solche Schulung zwei Stunden. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse. Bei Interesse kann man sich an die Pflegeberater wenden.
(8) https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Statistiken/Pflegeversicherung/Zahlen_und_Fakten/Zahlen_und_Fakten.pdf
(9) https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Gesundheit/Pflege/PflegeDeutschlandergebnisse5224001159004.pdf?__blob=publicationFile

References: § 1

§ 7

§ 15

§ 28
 § 37
 § 38
 § 40
 § 43
 § 44
 § 43

§ 44

§ 45
 § 36
 § 45
 § 26
 § 44
 § 2
 § 45