Source: https://steuer-gonze.de/web/index.php/brandaktuell/328-die-steuer-und-sozialversicherungsfreie-aufwandsentschaedigung
Timestamp: 2020-05-29 10:45:56+00:00

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Das Einkommensteuergesetz sieht zur Gewährung von steuerfreien Aufwandsentschädigungen die eine gemeinnützige Einrichtung an Personen zwei unterschiedliche Regelungen vor. Dem so genannten Übungsleiterfreibetrag in Höhe von 2.400 € (§ 3 Nr. 26 EStG) und dem Ehrenamtspauschbetrag von 720 € (§ 3 Nr. 26a EStG). Die Beträge sind ebenso sozialversicherungsfrei, so dass es in diesen Fällen nicht auf eine Arbeitnehmer- oder Selbstständigenstellung des Zahlungsempfängers ankommt. Beide Freibeträge können für die gleiche Tätigkeit nicht nebeneinander in Anspruch genommen werden.
Wenn man mehr als 2.400 € im Jahr verdient, ist bei Arbeitnehmern zu beachten, dass der Freibetrag auf die 450-€-Grenze bei geringfügig Beschäftigten nicht angerechnet wird. Soweit die Bedingungen erfüllt sind, bleibt damit ein Einkommen von bis zu 650 Euro monatlich steuer- und sozialversicherungsfrei. Bei einer Dauerbeschäftigung wären dann insgesamt 7.800 € im Jahr (12 x 450 + 2.400) frei. Während die 450 € für den Monatsdurchschnitt gelten, sind die 2.400€ ein Jahresbetrag. Deshalb kann bei Tätigkeiten, die nur für einen Teil des Jahres ausgeübt werden, der monatliche Gesamtbetrag noch höher liegen.
Übersteigende Beträge sind bei Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungs-pflichtig und müssen im Rahmen der normalen Lohnabrechnung abgerechnet werden. Werbungskosten können nur steuerlich geltend gemacht werden, soweit diese den Steuerfreibetrag überschreiten. Arbeitnehmer sparen jedoch darüber hinaus Lohnsteuer durch die zusätzliche Gewährung des Arbeitnehmerpauschbetrag gem. § 9a EStG in Höhe von 1.000 € (vergl. LSTR 3.26 Abs. 9), soweit dieser nicht bereits bei anderen Beschäftigungsverhältnissen verbraucht ist. Bei normalen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen bleiben damit maximal 3.400 € (2.400 € + 1.000 €) steuerfrei. Werbungskosten können in diesens Fällen nur geltend gemacht werden, soweit diese dann 3.400 € übersteigen.
Rentner, arbeitet auf ELStAM für eine Schule zur Betreuung von Schülern. Er erhält hierfür monatlich 250 € netto. Alle sonstige Bedingungen gem. § 3 Nr. 26 EStG sind erfüllt.
Unverbindliches Muster für eine Quittung / Bestätigung
Bei umsatzsteuerpflichtige Selbstständigen unterliegen dem Grunde nach alle Umsätze der Regelbesteuerung, soweit diese nicht ausdrücklich von der Umsatzsteuer befreit sind. Die Aufwandsentschädigungen die ehrenamtliche Tätige für ihre Tätigkeit bei gemeinnützigen Einrichtungen erhalten können nach § 4 Nr. 26b UStG steuerfrei sein. Dies ist der Fall, wenn das Entgelt für diese Tätigkeit nur in Auslagenersatz und einer angemessenen Entschädigung für Zeitversäumnis besteht. Nach dem Schreiben des BMF vom 27.3.2013 (vorher 2.1.2012) ist eine Entschädigung bis zu einer Höhe von 50 € je Tätigkeitsstunde regelmäßig als angemessen anzusehen, sofern die gesamten ehrenamtlichen Tätigkeiten 17.500€ im Jahr nicht übersteigen. Eine pauschale Vergütung führ jedoch nicht zu Anwendung der Befreiungsvorschrift nach § 4 Nr. 26b UStG. Aus Vereinfachungsgründen bleiben jedoch Aufwandsentschädigungen bis zur Höhe des Freibetrages nach § 3 Nr. 26 EStG (2.400 €) umsatzsteuerfrei. Siehe hierzu BMF Schreiben vom 27.3.2013.
Im Rahmen der Neuregelung nach dem „Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“erfolgte die Einführung eines des Freibetrages gemäß § 3 Nr. 26a EStG in Höhe von aktuell 720 €.
Von dieser Regelung können alle Helfer gemeinnütziger Organisationen profitieren. Es spricht auch nichts dagegen, wenn Helfer 720 € für Ihre Vereinstätigkeit vereinnahmen und diese anschließend wieder – gegen Spendenquittung – an den Verein spenden. Voraussetzung ist, dass ein Anspruch des Leistungsempfängers auf diese Leistung besteht. D.h. eine konkrete Vereinbarung oder ein Beschluss vorliegt, dass für diese Tätigkeiten dem Mitglied ein Betrag von .... zu gewähren ist. Wenn dann das Mitglied auf die Auszahlung verzichtet und dem Verein somit den „Anspruch auf Geldzahlung“ spendet, ist dies gegen Spendenquittung möglich. Wir empfehlen allerdings die Aufwandsentschädigung an das Mitglied auszahlen und es dann dem Mitglied zu überlassen wie und in welcher Form eine Spende an den Verein erteilt wird.
Die Haftungsbegrenzung für ehrenamtlich tätige Mitglieder und Vorstandsmitglieder eines Vereines gem. § 31a BGB wirkt auch soweit die Vergütung die Ehrenamtspauschale gem. § 3 Nr. 26a EStG in Höhe von aktuell 720 € nicht übersteigt.
Die Möglichkeit der Zahlung einer Aufwandsentschädigung in Höhe des Ehrenamts-pauschbetrages von zur Zeit max. 720 € sollten satzungsgemäß eingeräumt werden.

References: § 9
 § 3
 § 4
 § 4
 § 3
 § 3
 § 31
 § 3