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Timestamp: 2017-03-28 13:54:50+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 4 Sa 202/15
Arbeitsgericht Mainz - 3 Ca 1197/14
4 Sa 202/15 3 Ca 1197/14ArbG Mainz
Verkündet am: 17.02.2016
I. Auf die Be­ru­fung des Be­klag­ten wird das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Mainz vom 19.3.2015 - 3 Ca 1197/14 - wie folgt ab­geändert:
II. Die Be­ru­fung des Klägers wird zurück­ge­wie­sen.
III. Der Kläger hat die Kos­ten des Rechts­streits zu tra­gen.
Die Par­tei­en strei­ten darüber, ob ihr Ar­beits­verhält­nis auf­grund Be­fris­tung zum 30.06.2014 ge­en­det, in­fol­ge der Wahr­neh­mung ei­ner Verlänge­rungs­op­ti­on (zu­min­dest) bis zum 30.06.2015 fort­be­stan­den hat, so­wie über ei­nen An­spruch des Klägers auf Zah­lung von Prämi­en.
Der am 30.05.1978 ge­bo­re­ne Kläger war bei dem be­klag­ten Ver­ein, wel­cher der 1. Fußball-Bun­des­li­ga an­gehört, seit dem 01.07.2009 als Li­zenz­spie­ler (Torhüter) beschäftigt. Die Beschäfti­gung er­folg­te zunächst auf der Grund­la­ge ei­nes bis zum 30.06.2012 be­fris­te­ten Ver­tra­ges. Am 07.05.2012 schlos­sen die Par­tei­en ei­nen wei­te­ren (be­fris­te­ten) Ar­beits­ver­trag, der u. a. fol­gen­de Be­stim­mun­gen enthält:
"§ 2 Pflich­ten des Spie­lers
Der Spie­ler ver­pflich­tet sich, sei­ne gan­ze Kraft und sei­ne sport­li­che Leis­tungsfähig­keit un­ein­ge­schränkt für den Club ein­zu­set­zen, al­les zu tun, um sie zu er­hal­ten und zu stei­gern und al­les zu un­ter­las­sen, was ihr vor und bei Ver­an­stal­tun­gen des Clubs ab­träglich sein könn­te. Gemäß die­sen Grund-sätzen ist der Spie­ler ins­be­son­de­re ver­pflich­tet
a) an al­len Spie­len und Lehrgängen des Clubs, an je­dem Trai­ning - gleich ob all­ge­mein vor­ge­se­hen oder be­son­ders an­ge­ord­net -, an al­len Spie­ler­be­spre­chun­gen und an al­len sons­ti­gen der Spiel- und Wett­kampf­vor­be­rei­tung die­nen­den Ver­an­stal­tun­gen teil­zu­neh­men. Dies gilt auch, wenn ein Mit­wir­ken als Spie­ler oder Er­satz­spie­ler nicht in Be­tracht kommt. Der Spie­ler ist bei ent­spre­chen­der An­wei­sung auch ver­pflich­tet, an Spie­len oder am Trai­ning der zwei­ten Mann­schaft des Clubs teil­zu­neh­men, falls die­se in der Ober­li­ga oder ei­ner höhe­rer Spiel­klas­se spielt;
§ 4 Pflich­ten des Clubs
1) Vergütung und an­de­re geld­wer­te Leis­tun­gen
Der Spie­ler erhält
a) ein jähr­li­ches Grund­ge­halt von 420.000,00 EUR (vier­hun­dert­zwan­zig­tau­send)
§ 5 Ein­satz und Tätig­keit
Ein­satz und Tätig­keit des Spie­lers wer­den nach Art und Um­fang vom geschäftsführen­den Or­gan oder von den von ihm Be­auf­trag­ten be­stimmt.
Der Spie­ler hat den Wei­sun­gen al­ler kraft Sat­zung oder vom geschäftsführen­den Or­gan mit Wei­sungs­be­fug­nis aus­ge­stat­te­ter Per­so­nen - ins­be­son­de­re des Trai­ners - vor al­lem auch hin­sicht­lich des Trai­nings, der Spiel­vor­be­rei­tun­gen, sei­ner Teil­nah­me am Spiel, der Be­hand­lun­gen so­wie al­ler sons­ti­gen Club­ver­an­stal­tun­gen zu­verlässig und ge­nau Fol­ge zu leis­ten.
§ 10 Ver­trags­be­ginn und -en­de
2) Ver­trags­en­de
Die­ser Ver­trag en­det am 30.06.2014.
Ent­spre­chend dem aus­drück­li­chen Wunsch des Spie­lers be­sitzt die­ser Ver­trag nur Gültig­keit für die Bun­des­li­ga.
§ 12 Sons­ti­ge Ver­ein­ba­run­gen
1) Punk­te­ein­satz­prämie
Der Spie­ler erhält ei­ne Punkt­ein­satz­prämie in Höhe von EUR 8.000,00 für Li­ga­spie­le. Ein­satz = Ein­satz von Be­ginn an oder min­des­tens 45 Mi­nu­ten in ei­nem Spiel. Kürze­re Ein­satz­dau­er = 50 %.
2) Er­folgs­punkt­ein­satz­prämie
Der Spie­ler erhält ei­ne Er­folgs­punkt­ein­satz­prämie in Höhe von EUR 1.000,00 für Li­ga­spie­le. Ein­satz = Ein­satz von Be­ginn an oder min­des­tens 45 Mi­nu­ten in ei­nem Spiel. Kürze­re Ein­satz­dau­er = 50 %. Die Prämie ist mit dem Ge­halt Mai und nur bei Klas­sen­er­halt fällig.
4) Op­ti­on
Ver­ein und Spie­ler ha­ben die Op­ti­on den be­ste­hen­den Ver­trag bis zum 30.06.15 zu verlängern. Vor­aus­set­zung hierfür ist der Ein­satz des Spie­lers in min­des­tens 23 Bun­des­li­ga­einsätzen in der Sai­son 2013/2014. Die Wahr­neh­mung der Op­ti­on ist spätes­tens vier Wo­chen nach dem 23. Ein­satz per Ein­schrei­ben oder ge­gen Emp­fangs­quit­tung in schrift­li­cher Form min­des­tens von ei­ner Par­tei (Spie­ler oder Ver­ein) zu erklären."
Der Kläger ab­sol­vier­te in der Sai­son 2013/2014 neun der ers­ten zehn Bun­des­li­ga­spie­le, je­weils über die vol­le Spiel­dau­er von 90 Mi­nu­ten. In der Trai­nings­wo­che vor dem elf­ten Spiel­tag litt der Kläger un­ter ei­ner Zer­rung, teil­te sei­nem Trai­ner je­doch so­wohl nach dem Ab­schluss­trai­ning als auch noch am Spiel­tag mit, dass al­les in Ord­nung sei, er kei­ne Pro­ble­me mehr ha­be und sich gut fühle. Er wur­de dar­auf­hin von sei­nem Trai­ner am elf­ten Spiel­tag in der Start­elf ein­ge­setzt. Während der ers­ten Halb­zeit des Spiels brach die al­te Ver­let­zung des Klägers wie­der auf mit der Fol­ge, dass er mit Be­ginn der zwei­ten Halb­zeit aus­ge­wech­selt wer­den muss­te.
In der Fol­ge­zeit war der Kläger bis zum 15. Spiel­tag (06.12.2013) ver­letzt und ab­sol­vier­te im An­schluss dar­an bis ein­sch­ließlich zum 17. Spiel­tag (letz­ter Spiel­tag der Hin­run­de der Sai­son 2013/2014) ein Auf­bau­trai­ning.
Nach Be­en­di­gung der Hin­run­de wur­de dem Kläger sei­tens des be­klag­ten Ver­eins mit­ge­teilt, dass er fort­an nicht mehr am Trai­nings- und Spiel­be­trieb der ers­ten Mann­schaft teil­neh­me, son­dern nun­mehr der zwei­ten Mann­schaft, die sei­ner­zeit in der Re­gio­nal­li­ga spiel­te, zu­ge­wie­sen sei. Ein Ein­satz des Klägers in der ers­ten Mann­schaft des be­klag­ten Ver­eins er­folg­te seit­her nicht mehr.
Die Bun­des­li­ga­mann­schaft des Be­klag­ten er­ziel­te in der Rück­run­de 2013/2014 ins­ge­samt 29 Punk­te und si­cher­te sich den Klas­sen­er­halt.
Mit Schrei­ben an den Be­klag­ten vom 30.04.2014 erklärte der Kläger, er ma­che von der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Op­ti­on, den be­ste­hen­den Ver­trag bis zum 30.06.2015 zu verlängern, Ge­brauch.
Mit sei­ner am 01.07.2014 beim Ar­beits­ge­richt ein­ge­reich­ten Kla­ge hat der Kläger den Be­klag­ten (zunächst) auf Zah­lung ei­ner Punkt­ein­satz­prämie für die Rück­run­de der Sai­son 2013/2014 in Höhe von 232.000,00 EUR so­wie ei­ner Er­folgs­punkt­ein­satz­prämie (Nicht­ab­stiegs­prämie) in Höhe von 29.000,00 EUR in An­spruch ge­nom­men. Mit kla­ge­er­wei­tern­den Schrift­satz vom 18.07.2014 hat der Kläger die Fest­stel­lung be­gehrt, dass das Ar­beits­verhält­nis nicht auf­grund Be­fris­tung zum 30.06.2014 be­en­det wor­den ist, hilfs­wei­se, dass das Ar­beits­verhält­nis auf­grund der Wahr­neh­mung der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Verlänge­rungs­op­ti­on bis zum 30.06.2015 fort­be­steht.
Der Kläger hat erst­in­stanz­lich u. a. vor­ge­tra­gen, die im Ar­beits­ver­trag vom 07.05.2012 ge­trof­fe­ne Be­fris­tungs­ab­re­de sei in Er­man­ge­lung ei­nes sach­li­chen Grun­des im Sin­ne von § 14 Abs. 1 Tz­B­fG un­wirk­sam. Das Ar­beits­verhält­nis be­ste­he je­doch je­den­falls zu­min­dest bis zum 30.06.2015 fort, da er von der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Verlänge­rungs­op­ti­on Ge­brauch ge­macht ha­be. Der Be­klag­te könne sich nicht dar­auf be­ru­fen, dass er - der Kläger - die in § 12 Abs. 4 des Ar­beits­ver­tra­ges bezüglich der Verlänge­rungs­op­ti­on vor­aus­ge­setz­ten 23 Bun­des­li­ga­einsätze in der Sai­son 2013/2014 nicht er­reicht ha­be. Der Be­klag­te ha­be nämlich den Ein­tritt die­ser Be­din­gung treu­wid­rig ver­ei­telt. Ent­spre­chen­des gel­te hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen für die Ent­ste­hung der gel­tend ge­mach­ten Prämi­en­ansprüche. Nach dem letz­ten Trai­ning vor der Win­ter­pau­se ha­be der da­ma­li­ge Chef­trai­ner T. ihm ge­genüber erklärt, dass er de­fi­ni­tiv nicht mehr dem Pro­fi­ka­der an­gehöre und es für ihn auch kei­nen Rück­weg in die ers­te Mann­schaft ge­be. Der Trai­ner ha­be wört­lich geäußert: "Ich will Dich hier nicht mehr ha­ben, bei mir machst Du kein Spiel mehr, lass Dich am bes­ten aus­zah­len und wechs­le den Ver­ein". Die­se Äußerun­gen ließen er­ken­nen, dass der Raus­wurf aus dem Trai­nings- und Spiel­be­trieb der ers­ten Mann­schaft nicht sport­lich mo­ti­viert ge­we­sen sein könne. Zum da­ma­li­gen Zeit­punkt ha­be er sich nach sei­ner Ver­let­zung noch im Auf­bau­trai­ning be­fun­den. Da­bei ha­be sich der Trai­ner über­haupt kein Bild über sei­ne sport­li­che Leis­tungsfähig­keit ma­chen können. Nach der Win­ter­pau­se ha­be er - der Kläger - fest­ge­stellt, dass sein Spind geräumt wor­den sei. Sei­ne sämt­li­chen Sa­chen ein­sch­ließlich persönli­cher Ge­genstände sei­en in ei­ner Kis­te außer­halb der Mann­schafts­ka­bi­ne ab­ge­stellt wor­den. Die Räum­ung sei­nes Spin­des sei auf An­wei­sung des Trai­ners er­folgt. Der Be­klag­te ha­be da­mit wis­sent­lich und vol­ler Ab­sicht die Chan­ce auf wei­te­re Einsätze in der Pro­fi­mann­schaft ver­ei­telt. Die in § 2 des Ar­beits­ver­tra­ges ent­hal­te­ne Re­ge­lung, wo­nach er bei ent­spre­chen­der An­wei­sung ver­pflich­tet sei, an Spie­len und am Trai­ning der zwei­ten Mann­schaft teil­zu­neh­men, hal­te ei­ner AGB-Kon­trol­le nicht stand. Die Be­stim­mung ste­he nämlich in Wi­der­spruch zu der in § 10 ent­hal­te­nen Klau­sel, wo­nach der Ver­trag nur Gültig­keit für die Bun­des­li­ga be­sit­ze.
1. Der Be­klag­te wird ver­ur­teilt, an den Kläger 261.000,00 € nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz ab Rechtshängig­keit zu zah­len.
2. Es wird fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en auf­grund der Be­fris­tung zum 30.06.2014 nicht be­en­det wor­den ist.
Der Be­klag­te hat erst­in­stanz­lich u. a. vor­ge­tra­gen, die Ei­gen­art der vom Kläger zu er­brin­gen­den Ar­beits­leis­tung bil­de ei­nen sach­li­chen Grund, der die ge­trof­fe­ne Be­fris­tungs­ab­re­de recht­fer­ti­ge. Bei der Prüfung die­ses Sach­grun­des sei auch die Bran­chenüblich­keit von Be­deu­tung. Dies­bezüglich sei zu berück­sich­ti­gen, dass im Li­zenz­spie­ler­be­reich aus­sch­ließlich be­fris­te­te Ar­beits­verträge bestünden. Dies be­ru­he dar­auf, dass ein Li­zenz­fußball­spie­ler zur Erfüllung sei­ner ver­trag­li­chen Pflich­ten über ei­ne ho­he Leis­tungsfähig­keit verfügen müsse, bei Ver­trags­schluss je­doch ei­ne Un­si­cher­heit hin­sicht­lich der wei­te­ren Leis­tungs­ent­wick­lung ei­nes Spie­lers be­ste­he. Bei der Be­ur­tei­lung des Sach­grun­des kom­me es in zeit­li­cher Hin­sicht auch auf die bei Ver­trags­schluss an­zu­stel­len­de Pro­gno­se über das zukünf­ti­ge Leis­tungs­vermögen des Spie­lers an. Da der Kläger bei Ab­schluss des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges vom 07.05.2012 be­reits (fast) 34 Jah­re alt ge­we­sen sei, ha­be an­ge­nom­men wer­den müssen, dass sei­ne Leis­tungsfähig­keit im Zeit­punkt des Be­fris­tungs­en­des nicht mehr in ei­nem sol­chen Maß ge­ge­ben sein wer­de, wel­ches ei­nen Ein­satz in ei­ner Bun­des­li­ga­mann­schaft recht­fer­ti­gen könne. Darüber hin­aus sei bei der Be­ur­tei­lung der Be­fris­tung auch der in der Recht­spre­chung an­er­kann­te Ge­sichts­punkt des Ab­wechs­lungs­bedürf­nis­ses des Pu­bli­kums von Be­deu­tung. Im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses ha­be be­rech­tig­ter­wei­se da­von aus­ge­gan­gen wer­den können, dass das Pu­bli­kum nach ei­ner ge­wis­sen Zeit ei­ne Ände­rung in der Per­so­na­lie des Torhüters wünschen wer­de. Pro­fi­fußbal­ler hätten im Al­ter von über 30 Jah­ren ih­ren Leis­tungshöhe­punkt über­schrit­ten, sei­en ver­let­zungs­anfälli­ger und da­mit ei­nem erhöhten Ri­si­ko aus­ge­setzt, durch ei­ne per­so­nen­be­ding­te Kündi­gung ih­ren Ar­beits­platz zu ver­lie­ren. Dass die­ses Ri­si­ko für die Dau­er der Be­fris­tung durch Einräum­ung ei­ner Unkünd­bar­keit aus­ge­schlos­sen wer­de, sei ein Vor­teil, der den Nach­teil der zeit­li­chen Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses aus­glei­che. Die Zu­wei­sung ei­nes Spie­lers in den Trai­nings- und Spiel­be­trieb der zwei­ten Mann­schaft - hier der Re­gio­nal­li­ga­mann­schaft - sei kei­nes­wegs un­gewöhn­lich. Viel­mehr han­de­le es sich um ein gängi­ges Ver­fah­ren ge­genüber Spie­lern, die et­wa Re­kon­va­les­zen­ten sei­en oder sich in ei­nem Form­tief befänden. Das ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Recht, den Kläger der zwei­ten Mann­schaft zu­zu­wei­sen, die eben­so wie die ers­te Mann­schaft un­ter Voll­pro­fi­be­din­gun­gen trai­nie­re und (sei­ner­zeit) in der Spit­zen­grup­pe der Re­gio­nal­li­ga ge­spielt ha­be, er­ge­be sich so­wohl aus § 2 als auch § 5 des Ar­beits­ver­tra­ges. Die Trai­nings­leis­tun­gen des Klägers nach der Win­ter­pau­se hätten den Aus­schlag dafür ge­ge­ben, dass die­ser in der Rück­run­de 2013/2014 nur noch Torhüter Num­mer 4 hin­ter den wei­te­ren Torhütern K., Kr. (Neu­ver­pflich­tung) und W. ge­we­sen sei. Für den Ein­satz in Punkt­spie­len und das da­mit ver­bun­de­ne Ver­die­nen der Ein­satz­prämi­en sei Vor­aus­set­zung, dass man als Spie­ler durch sei­ne Leis­tung im Trai­ning über­zeu­ge. Die letzt­end­li­che Ent­schei­dung über ei­nen Ein­satz des Spie­lers ob­lie­ge im­mer dem Chef­trai­ner. Un­ter den zur Verfügung ste­hen­den Torhütern müsse die­ser im In­ter­es­se des Er­folgs der Mann­schaft im­mer wie­der ent­schei­den, wer in bes­ter Ver­fas­sung sei. Da­bei müsse dem Trai­ner ein er­heb­li­cher Er­mes­sens­spiel­raum zu­ge­stan­den wer­den. Zu berück­sich­ti­gen sei vor­lie­gend auch, dass der Kläger in der Spiel­sai­son 2010/2011 nur 10 Einsätze, in der Spiel­sai­son 2011/2012 nur 12 Einsätze und in der Sai­son 2012/2013 nur 3 Einsätze ge­habt ha­be.
Das Ar­beits­ge­richt hat Be­weis er­ho­ben durch Ver­neh­mung der Zeu­gen T. und N.. We­gen des Er­geb­nis­ses der Be­weis­auf­nah­me wird auf die Sit­zungs­nie­der­schrift vom 19.03.2015 (Bl. 148 ff. d. A.) ver­wie­sen.
Das Ar­beits­ge­richt hat mit Ur­teil vom 19.03.2015, auf des­sen Tat­be­stand (Bl. 160 bis 166 d. A.) zur ergänzen­den Dar­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Sach- und Streit­stan­des Be­zug ge­nom­men wird, fest­ge­stellt, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en nicht auf­grund der Be­fris­tung zum 30.06.2014 be­en­det wor­den ist und im Übri­gen die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Zur Dar­stel­lung der maßgeb­li­chen Ent­schei­dungs­gründe wird auf die Sei­ten 9 bis 26 die­ses Ur­teils (= Bl. 167 bis 184 d. A.) ver­wie­sen.
Der Be­klag­te hat ge­gen das ihm am 21.04.2015 zu­ge­stell­te Ur­teil am 29.04.2015 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se am 11.06.2015 be­gründet. Der Kläger hat ge­gen das ihm am 20.04.2015 zu­ge­stell­te Ur­teil am 19.05.2015 Be­ru­fung ein­ge­legt und die­se in­ner­halb der ihm mit Be­schluss vom 16.06.2015 verlänger­ten Be­ru­fungs­be­gründungs­frist am 09.07.2015 be­gründet.
Der Be­klag­te trägt zur Be­gründung sei­ner Be­ru­fung im We­sent­li­chen vor, die streit­be­fan­ge­ne Be­fris­tungs­ab­re­de sei so­wohl un­ter dem Ge­sichts­punkt der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG) als auch we­gen in der Per­son des Ar­beit­neh­mers lie­gen­den Gründen (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 Tz­B­fG) wirk­sam. Darüber hin­aus er­ge­be sich ein wei­te­rer, im Ge­setz nicht ge­nann­ter, die Be­fris­tung recht­fer­ti­gen­der Sach­grund aus dem As­pekt der Be­son­der­hei­ten des pro­fes­sio­nel­len Mann­schafts­sports. Bei der Be­ur­tei­lung der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung ei­nes Li­zenz­fußball­spie­lers sei - eben­so wie im Bühnen­be­reich - das Ab­wechs­lungs­bedürf­nis des Pu­bli­kums ein we­sent­li­cher Ge­sichts­punkt. Das Pu­bli­kum er­war­te je­de Sai­son neue Spie­ler in der Mann­schaft, die ei­nen at­trak­ti­ven Fußball und ein möglichst er­folg­rei­ches Ab­schnei­den der Mann­schaft er­war­ten ließen. Der ho­he körper­li­che Ver­sch­leiß im sport­li­chen Wett­kampf, ins­be­son­de­re im Fußball­sport, sei als ein in der Per­son des Li­zenz­fußball­spie­lers lie­gen­der Be­fris­tungs­grund an­zu­er­ken­nen. In die­sem Zu­sam­men­hang sei ins­be­son­de­re zu be­den­ken, dass ei­ne Kündi­gung we­gen ver­min­der­ter Leis­tungsfähig­keit ei­nes Pro­fi­fußbal­lers na­he­zu unmöglich sei, da den Ver­ein in ei­nem Rechts­streit die Ob­lie­gen­heit träfe, ex­akt die Da­ten und Fak­ten vor­zu­tra­gen, aus de­nen sich der Grad des Leis­tungs­de­fi­zits ob­jek­tiv für Drit­te nach­voll­zie­hen las­se. Die­se Dar­le­gung sei im Pro­fi­sport we­gen der feh­len­den Ob­jek­ti­vier­bar­keit der Leis­tungsfähig­keit ei­nes Pro­fi­sport­lers je­doch aus­ge­schlos­sen. Ent­spre­chen­des gel­te hin­sicht­lich ei­ner krank­heits­be­ding­ten Kündi­gung, wo ei­ne ne­ga­ti­ve Ge­sund­heits­pro­gno­se, außer in den sel­te­nen Fällen der Sport­in­va­li­dität, nicht ge­ge­ben sei. Im vor­lie­gen­den Fall kom­me hin­zu, dass zum Zeit­punkt der letz­ten Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses kon­kre­te An­halts­punk­te dafür be­stan­den hätten, dass die Leis­tungsfähig­keit des Klägers als­bald ab­fal­len wer­de. Das fort­ge­schrit­te­ne Al­ter des Klägers so­wie ei­ni­ge schwer­wie­gen­de Ver­let­zun­gen in der Ver­gan­gen­heit hätten be­reits in den vor­an­ge­gan­ge­nen Spiel­zei­ten dafür ge­sorgt, dass der Kläger nur un­re­gelmäßig ein­ge­setzt wor­den sei. Der pro­fes­sio­nel­le Mann­schafts­sport, ge­ra­de in Ge­stalt des Fußballs, sei von be­son­de­ren Merk­ma­len ge­kenn­zeich­net, nämlich der Not­wen­dig­keit der Fle­xi­bi­lität bei der Per­so­nal­pla­nung und Team­zu­sam­men­stel­lung, der Kom­bi­na­ti­on der be­son­de­ren Er­folgs­be­zo­gen­heit des sport­li­chen Wett­kampfs mit der Leis­tungsfähig­keit der Ak­teu­re auf höchs­tem Ni­veau so­wie dem Fluk­tua­ti­ons-, Aus­tausch- bzw. Ro­ta­ti­ons­prin­zip im eu­ro­pa­wei­ten Trans­fer­sys­tem. Die­se be­son­de­ren Merk­ma­le er­for­der­ten eben­falls den Ab­schluss be­fris­te­ter Ar­beits­verträge. Von be­son­de­rer Be­deu­tung sei, dass die Li­zenz­ord­nung Spie­ler (LOS) der DFL in § 5 b vor­se­he, dass die Clubs im Rah­men der Förde­rung der Nach­wuchs­ar­beit im deut­schen Fußball ei­ne Min­dest­an­zahl lo­kal aus­ge­bil­de­ter Spie­ler als Li­zenz­spie­ler un­ter Ver­trag ha­ben müss­ten. Die Ver­ei­ne hätten da­her be­reits von da­her ein nach­hal­ti­ges In­ter­es­se dar­an, den Ka­der Sai­son für Sai­son zu er­neu­ern. Der sport­li­che Lei­ter ei­nes Fußball­clubs müsse, eben­so wie ein Rund­funk- oder Thea­ter­in­ten­dant, auch aus an­de­ren, nicht ob­jek­ti­vier­ba­ren Gründen die Möglich­keit ha­ben, sei­ne Ak­teu­re aus­zu­wech­seln. So zei­ge sich häufig erst nach ei­ner Spiel­sai­son, dass be­stimm­te Per­so­nen gut, an­de­re hin­ge­gen über­haupt nicht mehr mit den vor­ge­ge­be­nen Kon­zep­ten har­mo­nier­ten. Die Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung zei­ge sich da­bei auch dar­in, dass so­gar ein in­di­vi­du­ell her­aus­ra­gen­der Top-Spie­ler, trotz höchs­ter sport­li­cher Leis­tungsfähig­keit, oh­ne die Ein­bin­dung in das Mann­schafts­gefüge wir­kungs­los blei­ben könne. Je­der Trai­ner ha­be nach ganz herr­schen­der Mei­nung in­so­weit ein frei­es Er­mes­sen, die Mann­schaft nach sei­nen ei­ge­nen Vor­stel­lun­gen zu­sam­men­zu­stel­len. Der pro­fes­sio­nel­le Mann­schafts­sport sei auch durch die be­son­de­re Abhängig­keit des sport­li­chen und da­mit ein­her­ge­hen­den wirt­schaft­li­chen Er­folgs ei­nes Ver­eins von der körper­li­chen Leis­tungsfähig­keit sei­ner Spie­ler ge­kenn­zeich­net. Ge­ra­de die er­heb­li­chen körper­li­chen Be­las­tun­gen, die der pro­fes­sio­nell be­trie­be­ne Leis­tungs­sport mit sich brin­ge, un­ter­schie­den das Be­rufs­bild des Pro­fi­sport­lers ganz er­heb­lich von an­de­ren Be­ru­fen, in de­nen sich der Ver­sch­leiß ei­nes Ar­beit­neh­mers hauptsächlich in der Krea­ti­vität und der Mo­ti­va­ti­onsfähig­keit des Mit­ar­bei­ters wi­der­spie­ge­le. Letzt­lich han­de­le es sich beim Pro­fi­fußball auch nicht um ei­nen ty­pi­schen Ar­beits­markt, zu dem je­der­mann Zu­gang ha­be oder in­ner­halb des­sen sich ein­zel­ne Ak­teu­re frei be­we­gen könn­ten. Viel­mehr sei der Pro­fi­fußball - über die Nor­men des deut­schen Ar­beits­rechts hin­aus - ein re­gu­lier­ter Ar­beits­markt, der den An­for­de­run­gen des Welt­ver­ban­des FI­FA so­wie des Deut­schen Fußball­bun­des un­ter­lie­ge und in­ner­halb des­sen et­wai­ge Ver­eins­wech­sel nach ei­nem in­ter­na­tio­na­len Trans­fer­sys­tem ab­zu­wi­ckeln sei­en. Das wech­sel­sei­ti­ge In­ter­es­se an der Er­hal­tung die­ses, noch da­zu in­ter­na­tio­na­len Trans­fer­sys­tems könne nur be­frie­digt wer­den, in­dem den Markt­teil­neh­mern durch ein ein­heit­li­ches Sys­tem, be­fris­te­te Ar­beits­verträge ab­zu­sch­ließen, zu den re­le­van­ten Zeit­punk­ten freie Ar­beitsplätze zur Verfügung ge­stellt wer­den könn­ten. Aus all­dem er­ge­be sich, dass die ver­ein­bar­te Be­fris­tung von ei­nem Sach­grund ge­tra­gen und so­mit wirk­sam sei. Das Ar­beits­verhält­nis ha­be da­her zum 30.06.2014 ge­en­det. Der Kläger könne sich auch nicht mit Er­folg dar­auf be­ru­fen, das Ar­beits­verhält­nis ha­be in­fol­ge der Wahr­neh­mung der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Verlänge­rungs­op­ti­on je­den­falls bis zum 30.06.2015 fort­be­stan­den, da die an die­se Op­ti­on ge­knüpfte Be­din­gung, nämlich min­des­tens 23 Bun­des­li­ga­einsätze in der Sai­son 2013/2014 nicht ein­ge­tre­ten sei. Er - der Be­klag­te - ha­be den Ein­tritt die­ser Be­din­gung auch nicht treu­wid­rig ver­ei­telt. Viel­mehr sei die Ent­schei­dung des da­ma­li­gen Chef­trai­ners, den Kläger nicht mehr in der Bun­des­li­ga­mann­schaft ein­zu­set­zen, von sport­li­chen Erwägun­gen ge­tra­gen ge­we­sen. Dies ha­be die erst­in­stanz­lich durch­geführ­te Be­weis­auf­nah­me an­schau­lich bestätigt.
das erst­in­stanz­li­che Ur­teil ab­zuändern und die Kla­ge ins­ge­samt ab­zu­wei­sen.
die Be­ru­fung des Be­klag­ten zurück­zu­wei­sen,
fest­zu­stel­len, dass das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en durch Wahr­neh­mung der in § 12 Abs. 4 des Ar­beits­ver­tra­ges ver­ein­bar­ten Verlänge­rungs­op­ti­on bis zum 30.6.2015 fort­be­stan­den hat.
Der Kläger ver­tei­digt das erst­in­stanz­li­che Ur­teil, so­weit sei­ner Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge statt­ge­ge­ben wur­de, ein­ge­hend nach Maßga­be sei­ner Be­ru­fungs­er­wi­de­rungs­schrift vom 12.08.2015 (Bl. 553 bis 572 d. A.), auf die Be­zug ge­nom­men wird.
Zur Be­gründung sei­ner ei­ge­nen Be­ru­fung trägt der Kläger im We­sent­li­chen vor, das Ar­beits­ge­richt ha­be bei sei­ner Ent­schei­dung ver­kannt, dass - wie die Be­weis­auf­nah­me er­ge­ben ha­be - der Be­klag­te ihm kei­ne re­el­le Chan­ce ein­geräumt ha­be, in der Rück­run­de 2013/2014 als Torhüter in der Bun­des­li­ga­mann­schaft zum Ein­satz zu kom­men. So ha­be der Zeu­ge T. ex­pli­zit bei sei­ner Ver­neh­mung auf Nach­fra­ge bestätigt, dass es für ihn - den Kläger - "kei­ne Chan­ce mehr" zur Teil­nah­me am Spiel­be­trieb der Erst­li­ga­mann­schaft ge­ge­ben ha­be. Dies be­deu­te ei­ne grundsätz­li­che Nicht­berück­sich­ti­gung und da­mit ein pau­scha­les Ab­schnei­den der ihm prin­zi­pi­ell zu gewähren­den Ver­dienst­chan­cen hin­sicht­lich der aus­ge­lob­ten Prämi­en so­wie auch die Ver­ei­te­lung der Möglich­keit, die für die Wahr­neh­mung der Verlänge­rungs­op­ti­on er­for­der­li­che Zahl von Spiel­einsätzen zu er­rei­chen. Ei­ne ver­trag­lich aus­ge­lob­te Prämie, die im We­ge ei­ner grundsätz­li­chen Ent­schei­dung durch rechts­wid­ri­ge Ausübung des Di­rek­ti­ons­rechts un­ter kei­nen Umständen mehr er­reich­bar sei, ver­lie­re die ver­trag­lich ge­schul­de­te Ei­gen­schaft der grundsätz­li­chen Zugäng­lich­keit im Sin­ne der Er­reich­bar­keit des für den Vergütungs­an­spruch not­wen­di­gen Be­din­gungs­ein­tritts. So­weit das Ar­beits­ge­richt ausführe, dass er mit Blick auf die Recht­spre­chung des BAG kei­nen An­spruch auf ei­nen Ein­satz in der Bun­des­li­ga­mann­schaft ha­be und für den Be­klag­ten als Ar­beit­ge­ber ein wei­ter Er­mes­sens­spiel­raum ge­ge­ben sei, so ände­re die­se Über­le­gung nichts an dem Um­stand, dass die Frei­heit des Be­klag­ten und der dar­aus ab­ge­lei­te­te Er­mes­sens­spiel­raum je­den­falls nicht so weit ge­hen dürf­ten, dass - wie vor­lie­gend - grundsätz­lich noch nicht ein­mal mehr die Chan­ce auf ei­nen Spiel­ein­satz und den da­mit ver­bun­de­nen Prämi­en­an­spruch gewährt wer­de. Die Ent­schei­dung, ihm kei­ne Chan­ce mehr ein­zuräum­en, sei rechts­wid­rig und rechts­miss­bräuch­lich. Hin­zu kom­me, dass der Be­klag­te so­wohl mit Blick auf die aus­ge­lob­te Ver­dienst­chan­ce als auch we­gen der Verlänge­rungs­klau­sel im Fal­le des Er­rei­chens be­stimm­ter Spiel­einsätze in be­son­de­rer Wei­se ver­pflich­tet ge­we­sen sei, ihm nicht nur die grundsätz­lich ein­zuräum­en­de Chan­ce tatsächlich zu gewähren, son­dern viel­mehr die Er­reich­bar­keit des Be­din­gungs­ein­tritts im Rah­men der ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Fürsor­ge­pflicht zu fördern. Ge­gen die­se Pflicht ha­be der Be­klag­te, ins­be­son­de­re auch da­durch, dass man ihn die zwei­te Mann­schaft "ver­bannt" ha­be, ver­s­toßen. Der Be­klag­te sei noch nicht ein­mal mehr be­reit ge­we­sen, sei­ne Leis­tun­gen über­haupt zur Kennt­nis zu neh­men. Dies er­ge­be sich be­reits dar­aus, dass der Be­klag­te sich schon im Win­ter 2013, al­so für et­wa sie­ben Mo­na­te im Vor­aus, da­hin­ge­hend fest­ge­legt ha­be, ihm de­fi­ni­tiv über­haupt kei­ner­lei Chan­ce auf ei­nen Spiel­ein­satz mehr zu gewähren. Die von dem Zeu­gen T. bei sei­ner Ver­neh­mung ge­nann­ten Ge­sichts­punk­te, wie die "men­sch­li­che und cha­rak­ter­li­che Rol­le", stell­ten kei­ne ob­jek­ti­vier­ba­ren Kri­te­ri­en dar. Es sei in­so­weit über­haupt nicht er­kenn­bar bzw. nach­voll­zieh­bar, wel­che ge­nau­en Kri­te­ri­en über­haupt in die Ent­schei­dung des Trai­ners, ihn nicht mehr für ei­nen Ein­satz als Torhüter in der Bun­des­li­ga­mann­schaft zu berück­sich­ti­gen, ein­ge­flos­sen sei­en.
den Be­klag­ten un­ter Abände­rung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 261.000,00 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5 Pro­zent­punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit Rechtshängig­keit zu zah­len.
Der Be­klag­te trägt in Er­wi­de­rung auf die Be­ru­fung des Klägers im We­sent­li­chen vor, das Ar­beits­ge­richt ha­be zu Recht fest­ge­stellt, dass er - der Be­klag­te - das Ent­ste­hen von Prämi­en­ansprüchen des Klägers nicht ent­ge­gen Treu und Glau­ben ver­hin­dert ha­be. Aus der Aus­sa­ge des erst­in­stanz­lich ver­nom­me­nen Zeu­gen T., des­sen Fach­kom­pe­tenz über je­den Zwei­fel er­ha­ben sei, er­ge­be sich, dass die Ent­schei­dung, den Kläger nicht mehr als ers­ten Torhüter der ers­ten Mann­schaft spie­len zu las­sen, auf sport­li­chen Gründen be­ruht ha­be. Kei­nes­wegs ha­be der Zeu­ge mit sei­ner Aus­sa­ge er­ken­nen las­sen, dass er den Kläger grund­los oder gar böswil­lig nicht bis zum Ver­trags­en­de in Pflicht­spie­len der ers­ten Mann­schaft mehr ha­be ein­set­zen wol­len. Nach dem zwi­schen dem Kläger und dem Trai­ner im De­zem­ber 2013 geführ­ten Gespräch ha­be in­so­weit le­dig­lich zunächst und ab­seh­bar kei­ne Chan­ce für den Kläger mehr be­stan­den. Dies ha­be an des­sen un­pro­fes­sio­nel­ler Ein­stel­lung ge­le­gen. Dem Zeu­gen T. sei je­doch of­fen­sicht­lich dar­an ge­le­gen ge­we­sen, dass der Kläger sich - zu­min­dest im Be­reich der zwei­ten Mann­schaft - wei­ter "fit" und da­mit für wei­te­re Spiel­einsätze be­reit hal­te. Mit über­zeu­gen­den Leis­tun­gen und ei­ner pro­fes­sio­nel­len Be­rufs­ein­stel­lung hätte der Kläger sich al­so sehr wohl wie­der selbst für die ers­te Mann­schaft emp­feh­len können. Es tref­fe da­her kei­nes­wegs zu, dass sei­tens des Trai­ners kei­ne Be­reit­schaft mehr be­stan­den ha­be, sei­ne Leis­tun­gen über­haupt zur Kennt­nis zu neh­men. In die­sem Zu­sam­men­hang sei auch zu berück­sich­ti­gen, dass die Trai­nings­be­din­gun­gen für die zwei­te Mann­schaft eben­so gut und pro­fes­sio­nell aus­ge­stat­tet sei­en wie die­je­ni­gen der ers­ten Mann­schaft.
Zur Dar­stel­lung al­ler wei­te­ren Ein­zel­hei­ten des Vor­brin­gens der Par­tei­en im Be­ru­fungs­ver­fah­ren wird auf die in zwei­ter In­stanz zu den Ak­ten ge­reich­ten Schriftsätze Be­zug ge­nom­men.
I. So­wohl die Be­ru­fung des Klägers als auch die Be­ru­fung des Be­klag­ten sind so­wohl form- als auch frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den. Von den bei­den hier­nach ins­ge­samt zulässi­gen Rechts­mit­teln ist je­doch nur das­je­ni­ge des Be­klag­ten be­gründet. Die Be­ru­fung des Klägers er­weist sich hin­ge­gen als un­be­gründet.
II.1. Die zulässi­ge Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge des Klägers ist - eben­so wie des­sen Hilfs­an­trag - un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat in­fol­ge der Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung vom 07.05.2012 zum 30.06.2014 ge­en­det.
a) Die Be­fris­tung gilt nicht be­reits nach § 17 Satz 2 Tz­B­fG i.V.m. § 7 Halb­satz 1 KSchG als wirk­sam, da der Kläger mit sei­nem am 18.07.2014 bei Ge­richt ein­ge­gan­ge­nen, kla­ge­er­wei­tern­den Schrift­satz in­ner­halb der Drei­wo­chen­frist nach § 17 Satz 1 Tz­B­fG Be­fris­tungs­kon­troll­kla­ge er­ho­ben hat. Zwar hat der Kläger das Da­tum der Be­fris­tungs­ab­re­de nicht wie an sich er­for­der­lich (vgl. hier­zu KR/Ba­der, 11. Auf­la­ge, § 17 Tz­B­fG, Rz. 11, m.w.N.) im Kla­ge­an­trag be­zeich­net. Dies ist je­doch vor­lie­gend unschädlich, da der Kläger im Rah­men der Be­gründung sei­nes An­tra­ges in dem be­tref­fen­den Schrift­satz aus­drück­lich auf die im Ver­trag vom 07.05.2012 ent­hal­te­ne Be­fris­tungs­ver­ein­ba­rung Be­zug ge­nom­men und de­ren Un­wirk­sam­keit gel­tend ge­macht hat.
b) Die streit­ge­genständ­li­che Be­fris­tungs­ab­re­de ist je­doch durch den sach­li­chen Grund der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG) ge­recht­fer­tigt und da­her wirk­sam.
Mit dem Be­griff der "Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung" soll­ten aus­weis­lich der Ge­set­zes­be­gründung (BT-Druck­sa­che 14/4374) ins­be­son­de­re die in der Recht­spre­chung an­er­kann­ten Fälle im Rund­funk- und im Bühnen­be­reich er­fasst wer­den, oh­ne dass je­doch da­mit ei­ne ab­sch­ließen­de und aus­sch­ließlich auf die­se Fälle be­zo­ge­ne Re­ge­lung ge­wollt war (APS/Back­haus, 4. Auf­la­ge, § 14 Tz­B­fG, Rz. 94).
Da je­de Ar­beits­leis­tung Be­son­der­hei­ten auf­weist, ver­bie­tet sich ei­ne wei­te Aus­le­gung des Merk­mals der Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung. Es muss sich da­her um ei­ne ver­trags­ty­pi­sche, die je­dem Ar­beits­verhält­nis in­ne­woh­nen­de Be­son­der­heit in ei­nem außer­gewöhn­li­chen Maß über­stei­gen­de Ei­gen­art han­deln, wo­bei je­doch auch bran­chen­spe­zi­fi­sche Merk­ma­le bzw. Ge­sichts­punk­te zu berück­sich­ti­gen sind.
Dies ist vor­lie­gend der Fall. Ei­ne Ge­samt­be­trach­tung des Rechts­verhält­nis­ses zwi­schen ei­nem Ver­ein der Fußball-Bun­des­li­ga und ei­nem Li­zenz­spie­ler er­gibt, dass die­ses von Be­son­der­hei­ten ge­kenn­zeich­net ist, aus de­nen sich das be­rech­tig­te In­ter­es­se des Ver­eins er­gibt, mit dem Spie­ler statt ei­nes un­be­fris­te­ten le­dig­lich ei­nen - wie im Be­reich des Pro­fi­fußballs aus­nahms­los ge­hand­habt - be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trag ab­zu­sch­ließen.
aa) Im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses zwi­schen Ver­ein und Li­zenz­spie­ler be­steht ein außer­gewöhn­li­ches ho­hes Maß an Un­si­cher­heit darüber, wie lan­ge der Spie­ler zur Ver­fol­gung der sport­li­chen und da­mit ein­her­ge­hen­den wirt­schaft­li­chen Zie­le des Ver­eins er­folg­ver­spre­chend ein­ge­setzt wer­den kann. Zwar be­steht bei Ab­schluss ei­nes je­den Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ne ge­wis­se Un­ge­wiss­heit bezüglich des­sen zukünf­ti­ger Ent­wick­lung. Im Be­reich des Pro­fi­fußballs be­ste­hen in­des Be­son­der­hei­ten, die da­zu führen, dass das Maß die­ser Un­ge­wiss­heit das in­so­weit bei Ab­schluss sons­ti­ger Ar­beits­verträge ge­ge­be­ne Un­si­cher­heits­ri­si­ko er­heb­lich über­steigt.
Dies folgt zum ei­nen be­reits aus der un­abhängig vom Al­ter des Spie­lers in der Sport­art Fußball - ins­be­son­de­re im Be­reich des Spit­zen­fußballs - be­ste­hen­den Ver­let­zungs­ge­fahr. Auch wenn die Ver­let­zun­gen der Pro­fi­spie­ler zu­meist nicht zu ei­ner dau­er­haf­ten Unfähig­keit führen, die Sport­art wei­ter aus­zuüben, so sind sie je­doch grundsätz­lich und oft­mals ge­eig­net, die Leis­tungs­ent­wick­lung und -fähig­keit des Spie­lers nicht un­er­heb­lich ein­zu­schränken. Was die persönli­che Leis­tungs­ent­wick­lung des Spie­lers be­trifft, so ist die­se oh­ne­hin von vie­len Fak­to­ren abhängig und da­her bei Ver­trags­schluss nur ein­ge­schränkt pro­gnos­ti­zier­bar.
Dies al­lein ver­mag zwar zwei­fel­los die Be­fris­tung des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­nes Li­zenz­spie­lers nicht zu recht­fer­ti­gen. Im Pro­fi­fußball kom­men je­doch wei­te­re, nicht vor­her­seh­ba­re Umstände hin­zu, die den er­folg­ver­spre­chen­den Ein­satz des Spie­lers in der Mann­schaft ne­ga­tiv be­ein­flus­sen können. So ist die Leis­tungsfähig­keit ei­nes Spie­lers in­ner­halb des Mann­schafts­gefüges auch ins­be­son­de­re von dem vom Trai­ner vor­ge­ge­be­nen spiel­t­ak­ti­schen Kon­zept abhängig. Die­ses erfährt im Pro­fi­fußball oft­mals, ins­be­son­de­re bei sport­li­chem Miss­er­folg und/oder in­fol­ge ei­nes dar­aus häufig re­sul­tie­ren­den Wech­sels in der Per­son des Trai­ners er­heb­li­che Verände­run­gen mit der nicht sel­te­nen Fol­ge, dass der Spie­ler nicht (mehr) in das der Mann­schaft vor­ge­ge­be­ne, veränder­te Spiel­sys­tem passt bzw. sich die­sem nicht an­pas­sen und da­her nicht mehr sinn­voll ein­ge­setzt wer­den kann. Über­dies ist zu berück­sich­ti­gen, dass es sich bei der Leis­tungs­ent­wick­lung ei­ner Fußball­mann­schaft um ei­nen grup­pen­dy­na­mi­schen Pro­zess han­delt, der auch in­fol­ge der häufi­gen Verände­run­gen in der per­so­nel­len Zu­sam­men­set­zung der Mann­schaft oft­mals da­zu führt, dass ein ein­zel­ner Spie­ler sei­ne - an sich vor­han­de­ne - Leis­tungsstärke in­ner­halb des sich neu her­aus­ge­bil­de­ten Mann­schafts­gefüges nicht mehr ab­ru­fen kann. Hin­zu kommt, dass ein Bun­des­li­ga­ver­ein aus sport­li­chen Gründen ständig be­strebt sein muss, sei­ne Mann­schaft durch die Ver­pflich­tung neu­er Spie­ler zu ver­bes­sern, was be­wir­ken kann, dass ein zu­vor wert­vol­ler Spie­ler nun­mehr dem ge­stie­ge­nen Leis­tungs­ni­veau der Mann­schaft und der da­mit ver­bun­de­nen erhöhten sport­li­chen Ziel­set­zung des Ver­eins nicht mehr ent­spricht. Letzt­lich ob­liegt die Be­ur­tei­lung, ob ein Spie­ler zum sport­li­chen Er­folg der Mann­schaft bei­tra­gen und da­her im Spiel­be­trieb ein­ge­setzt wer­den kann, dem Trai­ner des Ver­eins, der sich da­bei nicht nur von ob­jek­ti­ven Kri­te­ri­en, son­dern auch von rein sub­jek­ti­ven Einschätzun­gen und Vor­stel­lun­gen lei­ten lässt. Dies führt un­ge­ach­tet ei­nerfort­be­ste­hen­den vol­len Leis­tungsfähig­keit des Spie­lers in man­chen Fällen da­zu, dass die­ser nicht mehr ein­ge­setzt wird.
Be­reits die­se Umstände be­gründen ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se des Ver­eins, die Ar­beits­verträge sei­ner Li­zenz­spie­ler zu be­fris­ten. Dem Ver­ein wäre es nämlich bei Be­ste­hen un­be­fris­te­ter Verträge re­gelmäßig nicht möglich, sich von ei­nem Spie­ler, der aus ei­nem der be­schrie­be­nen Gründe nicht mehr er­folg­ver­spre­chend im Spiel­be­trieb ein­ge­setzt wer­den kann, im We­ge ei­ner or­dent­li­chen Kündi­gung zu tren­nen. Ei­ne per­so­nen­be­ding­te Kündi­gung würde sich in der Re­gel nur bei dau­er­haf­ter Ar­beits­unfähig­keit des Spie­lers (Sport­in­va­li­dität) mit ho­her Wahr­schein­lich­keit als so­zi­al ge­recht­fer­tigt i.S.v. § 1 Abs. 2 KSchG er­wei­sen. Bei Aus­spruch ei­ner auf un­ter­durch­schnitt­li­che Leis­tung des Spie­lers ("low per­for­mer") gestütz­ten Kündi­gung stünde der Ver­ein in ei­nem Kündi­gungs­rechts­streit zu­meist vor na­he­zu un­be­heb­ba­ren Dar­le­gungs- und Be­weis­schwie­rig­kei­ten, da ei­ne et­wai­ge Min­der­leis­tung in Er­man­ge­lung fest­ste­hen­der ob­jek­ti­ver Kri­te­ri­en und ei­nes ge­eig­ne­ten Leis­tungs­maßstabs kaum dar­stell­bar sein dürf­te. So­weit von der persönli­chen Leis­tungsfähig­keit des Spie­lers un­abhängi­ge und von die­sem nicht zu be­ein­flus­sen­de Umstände (z.B. Ände­rung des Spiel­sys­tems, man­geln­de Ein­pas­sungsmöglich­keit in ein veränder­tes Mann­schafts­gefüge, sub­jek­ti­ve Einschätzung des Trai­ners) aus sport­li­cher Sicht ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung ent­ge­gen­ste­hen, so ließe sich die so­zia­le Recht­fer­ti­gung i.S.v. § 1 Abs. 2 KSchG ei­ner hier­auf gestütz­ten Kündi­gung in ei­nem Rechts­streit oh­ne­hin nur schwer­lich be­gründen. Ein Streit über die Fra­ge der Ein­setz­bar­keit des Spie­lers im Spiel­be­trieb würde in al­ler Re­gel mit ei­nem un­auflösba­ren Ge­genüber­ste­hen un­ver­mit­tel­ba­rer sub­jek­ti­ver Stand­punk­te en­den; auch ei­ne ge­richt­li­che Ent­schei­dung hätte we­nig Chan­cen, durch ih­re Über­zeu­gungs­kraft zur Wie­der­her­stel­lung des Rechts­frie­dens bei­zu­tra­gen (vgl. zum Bühnen­be­reich: BAG v. 23.10.1991 - 7 AZR 56/91 - AP Nr. 45 zu § 611 BGB Bühnen­en­ga­ge­ment­ver­trag).
bb) Ein be­rech­tig­tes In­ter­es­se, die Verträge der Li­zenz­spie­ler zu be­fris­ten, er­gibt sich auch aus der dem Pro­fi­fußball im­ma­nen­ten Ei­gen­art der be­son­de­ren Not­wen­dig­keit ei­ner aus­ge­wo­ge­nen, der sport­li­chen Ziel­set­zung ge­recht wer­den­den Al­ters­struk­tur des Spie­ler­ka­ders.
Je­der Bun­des­li­ga­ver­ein muss im Rah­men sei­ner Per­so­nal­po­li­tik die Al­ters­struk­tur sei­nes Spie­ler­ka­ders be­ach­ten. Denn ei­ne Mann­schaft et­wa, die ei­nen Al­ters­durch­schnitt von über 30 Jah­ren auf­weist, wäre im Pro­fi­fußball nicht mehr kon­kur­renzfähig. Die Ver­ei­ne sind da­her ständig be­strebt, ih­ren Spie­ler­ka­der durch die Neu­ver­pflich­tung jun­ger Spie­ler "auf­zu­fri­schen" und da­bei ins­be­son­de­re auch in der ei­ge­nen Ju­gend­ab­tei­lung aus­ge­bil­de­te Spie­ler an die ers­te Mann­schaft her­an­zuführen und evtl. mit ei­nem Pro­fi­ver­trag aus­zu­stat­ten. Bestünden mit den Li­zenz­spie­lern un­be­fris­te­te Verträge, so würde dies nach ge­wis­ser Zeit zwangsläufig zu ei­ner im­men­sen Auf­blähung und völli­gen Über­di­men­sio­nie­rung des Spie­ler­ka­ders führen, der so­dann - je­den­falls für die meis­ten Ver­ei­ne - nicht mehr fi­nan­zier­bar wäre. Bei Aus­spruch be­triebs­be­ding­ter Kündi­gun­gen zum Zwe­cke der Ver­klei­ne­rung des Spie­ler­ka­ders hätte der Ver­ein die So­zi­al­aus­wahl­kri­te­ri­en des § 1 Abs. 3 KSchG (u.a. Al­ter, Dau­er der Be­triebs­zu­gehörig­keit) zu be­ach­ten mit der Fol­ge, dass in der Re­gel nicht den älte­ren Spie­lern, son­dern ge­ra­de den jun­gen Spie­lern gekündigt wer­den müss­te, was je­doch dem be­rech­tig­ten In­ter­es­se des Ver­eins an ei­ner er­folg­ver­spre­chen­den Al­ters­struk­tur und am Er­halt der Kon­kur­renzfähig­keit der Mann­schaft zu­wi­der lau­fen würde. Auch der Rück­griff auf die in § 1 Abs. 3 KSchG ent­hal­te­ne Leis­tungs­träger­klau­sel oder die dort ge­nann­te "Si­che­rung ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Per­so­nal­struk­tur" würde im Streit­fall oft­mals nicht zur Durch­setz­bar­keit ei­ner un­ter sport­li­chen Ge­sichts­punk­ten not­wen­di­gen Aus­wah­l­ent­schei­dung führen.
cc) Auch der im Bühnen­be­reich von der Recht­spre­chung her­an­ge­zo­ge­ne Ge­sichts­punkt des Ab­wechs­lungs­bedürf­nis­ses des Pu­bli­kums (vgl. hier­zu BAG v. 26.08.1998 - 7 AZR 263/97 - AP Nr. 53 zu § 611 BGB Bühnen­en­ga­ge­ment­ver­trag; BAG v. 21.05.1981 - 2 AZR 1117/78 - AP Nr. 15 zu § 611 BGB Bühnen­en­ga­ge­ment­ver­trag) bil­det ei­ne im Rah­men des Sach­grun­des des § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG zu berück­sich­ti­gen­de bran­chen­spe­zi­fi­sche Be­son­der­heit.
Die Berück­sich­ti­gung des Ab­wechs­lungs­bedürf­nis­ses des Pu­bli­kums bei der Be­fris­tungs­kon­trol­le ist im Hin­blick auf die zu­neh­men­de Kom­mer­zia­li­sie­rung des Pro­fi­fußballs, der mitt­ler­wei­le vie­ler­lei Ähn­lich­kei­ten mit der Un­ter­hal­tungs­bran­che auf­weist, ge­recht­fer­tigt. Zwar be­steht sei­tens des Pu­bli­kums nicht von vorn­her­ein ein Ab­wechs­lungs­bedürf­nis hin­sicht­lich ein­zel­ner Spie­ler bzw. Mann­schafts­po­si­tio­nen. Er­bringt ein Spie­ler her­aus­ra­gen­de Leis­tun­gen oder ent­wi­ckelt er sich auf­grund sons­ti­ger Umstände zum "Pu­bli­kums­lieb­ling", so wünscht sich das Pu­bli­kum na­tur­gemäß des­sen lang­fris­ti­gen Ver­bleib im Ver­ein. Dies ist je­doch im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses, auf den bei der Be­fris­tungs­kon­trol­le ab­zu­stel­len ist, zu­meist nicht ab­seh­bar. Dem­ge­genüber be­steht je­doch zwei­fel­los ein Ab­wechs­lungs­bedürf­nis des Pu­bli­kums hin­sicht­lich der Zu­sam­men­set­zung der Mann­schaft als sol­che. Das Pu­bli­kum er­war­tet von der sport­li­chen Lei­tung des Ver­eins, dass die­se von Zeit zu Zeit, wenn nicht so­gar in je­der Trans­fer­pe­ri­ode, die Mann­schaft durch Ver­pflich­tung neu­er Spie­ler ver­bes­sert und da­mit zu­gleich auch verändert. Da sich die­ses Ab­wechs­lungs­bedürf­nis auf die Zu­sam­men­set­zung der Mann­schaft als Gan­zes be­zieht, un­ter­liegt ihm na­tur­gemäß auch der ein­zel­ne Spie­ler.
Im Zeit­punkt des Ver­trags­schlus­ses müssen Ver­ein und Spie­ler so­mit da­von aus­ge­hen, dass das Pu­bli­kum nach ei­ner ge­wis­sen Zeit ei­ne Ände­rung der "Fußball-show" wünscht und da­her an­de­re Spie­ler se­hen möch­te (LAG Nürn­berg v. 28.03.2006 - 7 Sa 405/05 - ju­ris).
dd) Auf Sei­ten des Spie­lers ist zu berück­sich­ti­gen, dass die­sem durch den Ab­schluss ei­nes be­fris­te­ten, or­dent­lich unkünd­ba­ren Ar­beits­ver­tra­ges zu­min­dest vorüber­ge­hend das Ri­si­ko des Ver­lus­tes sei­nes Ar­beits­plat­zes ge­nom­men wird. An­ge­sichts der un­vor­her­seh­ba­ren Leis­tungs­ent­wick­lung bzw. dem in­fol­ge von Ver­let­zun­gen oder körper­li­cher Ab­nut­zung mögli­cher­wei­se ein­tre­ten­den Leis­tungs­ab­fall schützt die Be­fris­tung den Spie­ler ins­be­son­de­re vor der vor­zei­ti­gen Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­tra­ges durch ei­ne per­so­nen­be­ding­te Kündi­gung.
Des Wei­te­ren ist zu be­den­ken, dass es im ei­ge­nen In­ter­es­se der Li­zenz­spie­ler am Er­halt ih­rer Freizügig­keit hin­sicht­lich ei­nes späte­ren Ver­eins­wech­sels liegt, dass bei an­de­ren Ver­ei­nen durch die Be­en­di­gung be­fris­te­ter Verträge Ar­beitsplätze frei wer­den (vgl. zum Bühnen­be­reich: BAG v. 26.08.1998 - 7 AZR 263/97 - AP Nr. 53 zu § 611 BGB Bühnen­en­ga­ge­ment­ver­trag). Die­sem Bedürf­nis der Li­zenz­spie­ler kommt es ent­ge­gen, dass im Be­reich des Pro­fi­fußballs - so­weit er­sicht­lich - aus­sch­ließlich be­fris­te­te Ar­beits­verträge ab­ge­schlos­sen wer­den.
Nicht gänz­lich un­berück­sich­tigt blei­ben kann auch die ty­pi­scher­wei­se außer­gewöhn­li­che Höhe der im Pro­fi­fußball an die Li­zenz­spie­ler ge­zahl­ten Vergütung. Die­se soll sich in der 1. Bun­des­li­ga auf durch­schnitt­lich 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro jähr­lich be­lau­fen (Kat­zer/Frodl, NZA 2015, 657, 658). Zwar kann der Be­fris­tungs­schutz ei­nes Ar­beit­neh­mers nicht ab­ge­kauft wer­den. Vor dem Hin­ter­grund, dass die dem Tz­B­fG zu­grun­de lie­gen­de EU-Richt­li­nie 1999/70/EG ins­be­son­de­re den Zweck ver­folgt, die Si­tua­ti­on schwa­cher und da­mit so­zi­al schutz­bedürf­ti­ger Ar­beit­neh­mer zu ver­bes­sern und die Ent­ste­hung ei­nes Pre­ka­ri­ats von stets nur be­fris­tet an­ge­stell­ten Ar­beit­neh­mern zu ver­hin­dern, ver­schie­ben die außer­gewöhn­lich ho­hen Vergütun­gen der Be­rufs­fußball­spie­ler je­doch im Rah­men der ge­bo­te­nen In­ter­es­sen­abwägung durch­aus den Be­wer­tungs­maßstab bei An­wen­dung des § 14 Tz­B­fG (Kat­zer/Frodl, NZA 2015, 657, 661).
ee) Die Ge­samt­be­trach­tung all die­ser Umstände er­gibt, dass das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en durch ei­ne tätig­keits­be­zo­ge­ne und bran­chen­spe­zi­fi­sche Ei­gen­art der Ar­beits­leis­tung i.S.v. § 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 Tz­B­fG ge­kenn­zeich­net ist, auf­grund de­rer die Be­fris­tung des Ar­beits­ver­tra­ges der Auf­fas­sung verständi­ger und ver­ant­wor­tungs­vol­ler Ver­trags­part­ner ent­spricht. Dies wird auch durch die im Be­reich des Pro­fi­fußballs aus­nahms­los ge­hand­hab­te Pra­xis, mit Li­zenz­spie­lern aus­sch­ließlich be­fris­te­te Ar­beits­verträge ab­zu­sch­ließen, bestätigt.
c) Der Hilfs­an­trag des Klägers ist eben­falls un­be­gründet. Das Ar­beits­verhält­nis der Par­tei­en hat sich nicht in­fol­ge der Wahr­neh­mung der in § 12 Abs. 4 des Ar­beits­ver­tra­ges ver­ein­bar­ten Op­ti­on bis zum 30.06.2015 verlängert. Der Kläger hat die­se ver­trag­li­che Verlänge­rungs­op­ti­on nicht wirk­sam wahr­ge­nom­men.
Die nach der be­tref­fen­den Ver­trags­klau­sel der Wahr­neh­mung der Op­ti­on vor­aus­ge­setz­te Be­din­gung, dass der Kläger min­des­tens 23 Bun­des­li­ga­einsätze in der Sai­son 2013/2014 er­reicht, ist un­strei­tig nicht ein­ge­tre­ten. Der Kläger hat­te auch we­der ei­nen An­spruch dar­auf, in (wei­te­ren) Bun­des­li­ga­spie­len ein­ge­setzt zu wer­den, noch hat der Be­klag­te den Ein­tritt der Be­din­gung für die Wahr­neh­mung der Verlänge­rungs­op­ti­on wi­der Treu und Glau­ben ver­hin­dert (§ 162 Abs.1 BGB).
aa) Ein ver­trag­li­cher An­spruch des Klägers, in Bun­des­li­ga­spie­len ein­ge­setzt zu wer­den, be­stand nicht. Ei­nem sol­chen An­spruch steht be­reits die in § 5 des Ar­beits­ver­tra­ges ent­hal­te­ne Be­stim­mung ent­ge­gen, wo­nach Ein­satz und Tätig­keit des Spie­lers nach Art und Um­fang vom geschäftsführen­den Or­gan des Be­klag­ten oder von den von ihm Be­auf­trag­ten be­stimmt wer­den. Die­se, den all­ge­mei­nen Beschäfti­gungs­an­spruch ab­be­din­gen­de ver­trag­li­che Re­ge­lung ist im Hin­blick auf die Be­son­der­hei­ten des Pro­fi­fußballs (Ver­wirk­li­chung der Vor­stel­lun­gen des al­lein ver­ant­wort­li­chen Trai­ners) zulässig (LAG Nürn­berg v. 28.03.2006 - 7 Sa 405/05 - ju­ris). Da­mit stellt sich die Teil­nah­me des Klägers an Bun­des­li­ga­spie­len im Er­geb­nis nur als ei­ne recht­lich nicht geschütz­te Chan­ce dar und kei­nes­wegs als ein vor­ge­ge­be­ner An­spruch (BAG v. 22.08.1984 - 5 AZR 539/81 - AP Nr. 165 zu § 616 BGB).
bb) Der Be­klag­te hat die­se recht­lich nicht geschütz­te Chan­ce des Klägers auf wei­te­re Bun­des­li­ga­einsätze nicht treu­wid­rig ver­ei­telt.
Ein treu­wid­ri­ges Ver­hal­ten i.S.v. § 162 Abs. 1 BGB liegt vor, wenn das Ver­hal­ten bei Würdi­gung von An­lass, Zweck und Be­weg­grund ge­gen Treu und Glau­ben verstößt (BAG v. 12.12.2007 - 10 AZR 97/07 - AP Nr. 7 zu § 280 BGB).Für das Vor­lie­gen der Tat­sa­chen, die die Wer­tung ei­nes Ver­hal­tens als Ver­s­toß ge­gen Treu und Glau­ben recht­fer­ti­gen, ist der­je­ni­ge dar­le­gungs- und be­weis­be­las­tet, der sich auf den Ver­s­toß be­ruft (Stau­din­ger/Borg (2015) § 162 BGB, Rz. 20 m.w.N.).
Vor­lie­gend kann nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass die Ent­schei­dung des Trai­ners, den Kläger mit Be­ginn der Rück­run­de 2013/2014 nicht mehr in Bun­des­li­ga­spie­len ein­zu­set­zen, ge­gen Treu und Glau­ben ver­stieß.
Im Be­rufs­fußball als Mann­schafts­sport und ins­be­son­de­re im Be­reich des Spit­zen­fußballs liegt die Ent­schei­dung des durch den Trai­ner han­deln­den Ver­eins, ei­nen Spie­ler nicht ein­zu­set­zen, re­gelmäßig im Rah­men des Di­rek­ti­ons­rechts. Da­bei muss der Trai­ner nicht nach bil­li­gem Er­mes­sen be­fin­den, son­dern darf nach frei­em Er­mes­sen ent­schei­den. Ihm ist die Auf­stel­lung der Mann­schaft übe­r­ant­wor­tet. Er darf frei darüber be­fin­den. Da­bei wer­den ihn zu­meist sport­li­che Gründe lei­ten, die je­doch nicht in der bloßen An­wen­dung von Sport­leh­rer­wis­sen be­ste­hen, son­dern ne­ben persönli­chen Vor­stel­lun­gen, Einschätzun­gen und Be­find­lich­kei­ten auch sub­jek­ti­ve Pro­gno­sen und in­tui­ti­ves Han­deln ein­sch­ließen. Zu­dem wird sei­ne Ent­schei­dungs­fin­dung durch Drit­te (z.B. Spie­ler­persönlich­kei­ten in der Mann­schaft, Vor­stand, Ma­na­ger, Fans und Me­di­en) und da­mit zwangsläufig auch von der Berück­sich­ti­gung an­de­rer als nur sport­li­cher Gründe be­ein­flusst. Die Ent­schei­dung, wel­che Spie­ler zum Ein­satz kom­men, trifft der Trai­ner nach frei­em Er­mes­sen. Dies ist all­ge­mein üblich, be­kannt und wird mit der Ver­trags­un­ter­schrift vom Li­zenz­spie­ler ak­zep­tiert (LAG Düssel­dorf v. 10.06.1998 - 12 Sa 497/98 - ju­ris).
Hier­von aus­ge­hend bie­tet we­der der Sach­vor­trag des dar­le­gungs- und be­weis­be­las­te­ten Klägers noch das Er­geb­nis der erst­in­stanz­lich durch­geführ­ten Be­weis­auf­nah­me aus­rei­chen­de An­halts­punk­te dafür, dass die Ent­schei­dung des da­ma­li­gen Trai­ners, den Kläger fort­an nicht mehr in der ers­ten Mann­schaft ein­zu­set­zen, als treu­wid­rig ein­ge­stuft wer­den könn­te.
Das Ar­beits­ge­richt ist im Rah­men sei­ner nicht zu be­an­stan­den­den Be­weiswürdi­gung zu­tref­fend zu dem Er­geb­nis ge­langt, dass der Kläger den Be­weis für ein treu­wid­ri­ges Han­deln des da­ma­li­gen Trai­ners nicht führen konn­te. Der Zeu­ge T. hat bei sei­ner Ver­neh­mung die Mo­ti­va­ti­ons­la­ge, die zu der Ent­schei­dung geführt hat, den Kläger nicht mehr in Bun­des­li­ga­spie­len ein­zu­set­zen, ausführ­lich erläutert. Aus sei­ner Aus­sa­ge er­ge­ben sich kei­ner­lei An­halts­punk­te dafür, dass die­se Ent­schei­dung et­wa le­dig­lich aus persönli­cher Ani­mo­sität dem Kläger ge­genüber ge­trof­fen wur­de oder dass mit die­ser Ent­schei­dung der Zweck ver­folgt wur­de, dem Kläger zu scha­den, wor­aus sich ei­ne Treu­wid­rig­keit er­ge­ben könn­te. Viel­mehr hat der Zeu­ge sport­li­che Mo­ti­ve für sei­ne Ent­schei­dung be­nannt, wie et­wa "nach­las­sen­de Leis­tung" und "un­pro­fes­sio­nel­les Ver­hal­ten", wo­bei der Zeu­ge dies­bezüglich ein­geräumt hat, dass es sich hier­bei um ei­ne sub­jek­ti­ve Be­ur­tei­lung ge­han­delt ha­be. In die­sem Zu­sam­men­hang sei­en - so der Zeu­ge - auch an­de­re Punk­te maßgeb­lich ge­we­sen, wie et­wa die Fra­ge, wie stark sich der Spie­ler in die Mann­schaft ein­brin­ge und auf die­se ei­nen po­si­ti­ven Ein­fluss ausübe. Der An­nah­me ei­ner Treu­wid­rig­keit steht je­doch ins­be­son­de­re die Be­kun­dung des Zeu­gen ent­ge­gen, der während der Ver­let­zungs­pha­se des Klägers ein­ge­setz­te Torhüter K. ha­be sei­ne Chan­ce ge­nutzt und in den Spie­len bis zur Win­ter­pau­se gu­te und sta­bi­le Leis­tun­gen ge­zeigt, so­dass man in ihm das größte Po­ten­zi­al für die Zu­kunft ge­se­hen ha­be. Dies sind zwei­fel­los rein sport­li­che Ge­sichts­punk­te.
Der Kläger kann sich zur Be­gründung ei­ner Treu­wid­rig­keit auch nicht mit Er­folg dar­auf be­ru­fen, der Trai­ner ha­be sei­nen ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­fall in der Halb­zeit­pau­se des elf­ten Spiel­ta­ges mit den Wor­ten "Das ist ei­ne fucking-Schan­de" kom­men­tiert. Die­se Äußerung ist er­kenn­bar der verständ­li­chen Enttäuschung des Trai­ners darüber ge­schul­det, dass sich der Kläger vor dem Spiel auf aus­drück­li­che Fra­ge hin als "fit" be­zeich­net hat­te. Auch aus der vom Zeu­gen T. wohl ein­geräum­ten Äußerung, er - der Kläger - ha­be kei­ne Chan­ce mehr, lässt sich nichts für die An­nah­me ei­nes treu­wid­ri­gen Han­delns her­lei­ten, da der Trai­ner hier­durch le­dig­lich sei­ne sub­jek­ti­ve Einschätzung bezüglich der wei­te­ren Kar­rie­re des Klägers für den Rest der Sai­son kund­ge­tan hat.
Un­er­heb­lich für die Be­ur­tei­lung der Fra­ge, ob ei­ne treu­wid­ri­ge Ver­hin­de­rung des Be­din­gungs­ein­tritts vor­liegt, ist der Um­stand, dass der Kläger mit Be­ginn der Rück­run­de 2013/2014 in die zwei­te Mann­schaft ver­setzt wur­de. Es kann in die­sem Zu­sam­men­hang auch of­fen­blei­ben, ob die be­tref­fen­de Maßnah­me vom Di­rek­ti­ons­recht des Be­klag­ten ge­deckt war bzw. ob sich die in § 2 a und die in § 10 Abs. 2 a.E. des Ar­beits­ver­tra­ges ent­hal­te­nen Be­stim­mun­gen dies­bezüglich wi­der­spre­chen. Ursächlich dafür, dass der Kläge­rin der Rück­run­de 2013/2014 kei­nen Bun­des­li­ga­ein­satz mehr hat­te, war nämlich nicht des­sen Ver­set­zung in die zwei­te Mann­schaft, son­dern die den­knot­wen­di­ger­wei­se zu­vor ge­trof­fe­ne Ent­schei­dung, dem Kläger die Po­si­ti­on des Stamm­torhüters (1. Torhüter) zu ent­zie­hen. Die Ver­set­zung des Klägers in die zwei­te Mann­schaft war da­her nicht kau­sal dafür, dass die­ser kei­ne wei­te­ren Bun­des­li­ga­einsätze mehr hat­te. Dem­ent­spre­chend ist es auch oh­ne Be­lang, ob - wie vom Kläger be­haup­tet - die Räum­ung sei­nes Spin­des in der Ka­bi­ne der ers­ten Mann­schaft auf ei­ner dies­bezügli­chen An­wei­sung des Trai­ners be­ruh­te. Über­dies hat der Zeu­ge T. dies bei sei­ner Ver­neh­mung in Ab­re­de ge­stellt.
Ent­ge­gen der An­sicht des Klägers kann letzt­lich auch nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass der da­ma­li­ge Trai­ner nicht mehr be­reit war, sei­ne wei­te­ren Trai­nings­leis­tun­gen über­haupt zur Kennt­nis zu neh­men. Dar­aus, dass der Kläger in die zwei­te Mann­schaft ver­setzt wur­de, er­gibt sich nichts, was ei­ne sol­che An­nah­me recht­fer­ti­gen könn­te. Der Be­klag­te weist in die­sem Zu­sam­men­hang auch zu­tref­fend dar­auf hin, dass der Kläger im Fal­le der Ver­let­zung ei­nes der nun­mehr der ers­ten Mann­schaft zu­ge­wie­se­nen Torhüter oh­ne­hin zwangsläufig wie­der in den Fo­kus des Chef­trai­ners ge­ra­ten wäre und dem­zu­fol­ge - bei Vor­lie­gen ent­spre­chen­der Leis­tun­gen - wohl auch die Chan­ce ge­habt hätte, wie­der in die ers­te Mann­schaft auf­zurücken.
2. Die Kla­ge auf Zah­lung ent­gan­ge­ner Prämi­en ist un­be­gründet.
Der Kläger hat kei­nen An­spruch gemäß § 12 Abs. 1 und 2 des Ar­beits­ver­tra­ges auf Zah­lung von Prämi­en für die Rück­run­de 2013/2014. Nach den be­tref­fen­den ver­trag­li­chen Be­stim­mun­gen ent­steht ein Prämi­en­an­spruch nur im Fal­le des tatsächli­chen Ein­sat­zes des Klägers in Bun­des­li­ga­spie­len. Der Kläger wur­de in­des­sen un­strei­tig in der Rück­run­de 2013/2014 nicht mehr ein­ge­setzt. Der Be­klag­te hat den wei­te­ren Ein­satz des Klägers auch nicht treu­wid­rig ver­hin­dert. Dies­bezüglich wird - zur Ver­mei­dung unnöti­ger Wie­der­ho­lun­gen - auf die obi­gen Ausführun­gen un­ter II. 1. b ver­wie­sen.
III. Die Kla­ge war da­her un­ter teil­wei­ser Abände­rung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils ins­ge­samt ab­zu­wei­sen. Die Be­ru­fung des Klägers war dem­ent­spre­chend zurück­zu­wei­sen.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 Abs.1 ZPO.
Die Re­vi­si­on wur­de nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG (ins­ge­samt) zu­ge­las­sen.	m.hensche.de
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References: § 4

§ 5

§ 10

§ 12
 § 14
 § 12
 § 2
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 § 5
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 § 12
 § 17
 § 7
 § 17
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 § 14
 § 1
 § 1
 § 611
 § 1
 § 1
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 § 14
 § 611
 § 14
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 § 616
 § 162
 § 280
 § 162
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 § 72