Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j465.htm
Timestamp: 2017-04-24 22:54:21+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 465. Die Erzählung von Bhaddasala (Bhaddasala-Jataka)
„Wer bist du, der die Kleider aufhebt“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Wohltaten gegen Verwandte. — Zu Savatthi nämlich wurde im Hause des Anathapindika beständig für fünfhundert Mönche das Mahl hergerichtet, ebenso im Hause der Visakha [1] und im Palaste des Königs von Kosala. Obwohl aber bei letzterem Speise von verschiedenartigem höchstem Wohlgeschmacke gereicht wurde, war dort niemand mit den Mönchen befreundet. Darum speisten die Mönche nicht in dem Palaste des Königs, sondern sie nahmen die Speise mit, gingen in das Haus des Anathapindika oder der Visakha oder von anderen, die ihnen befreundet waren, und verzehrten sie dort. Eines Tages nun schickte der König vorzügliche Speise fort mit den Worten: „Das Geschenk ist gebracht, gebt es den Mönchen!“ Doch man erwiderte ihm: „Bei der vorzüglichen Speise sind keine Mönche.“ Als er weiter fragte: „Wohin sind sie gegangen?“, erhielt er zur Antwort: „Sie sitzen in den Häusern ihrer Freunde und verzehren dort ihr Mahl.“ Als er dies hörte, begab er sich nach dem Frühmahle zu dem Meister hin und fragte: „Herr, welche Speise ist die beste?“ Dieser erwiderte: „Die Freundschaftsspeise, o Großkönig; selbst saurer Reisschleim wird süß, wenn er von lieber Hand gespendet wird.“ Der König fragte weiter: „Herr, mit wem haben denn die Mönche Freundschaft?“ Der Meister antwortete: „Mit ihren Verwandten oder auch mit den Leuten vom Sakya-Stamme [2].“
§1. „Wer bist du, der die Kleider aufhebt und dasteht oben in der Luft?
§2. „In diesem Reiche, Fürst, bin ich als Bhaddasala [22] wohl bekannt;
sie haben niemals mich verunehrt [24]. So wie mich diese immer ehrten,
§6. „Wenn also nun für mich gekommen die Trennung von dem Körper mein,
darauf die Mitte und zuletzt die Wurzel; denn wenn ich so zerspalten würde,
§8. „Wenn Händ' und Füße man erst abschlägt, auch Nas' und Ohr, solang er lebt,
und hinterdrein das Haupt erst abtrennt, so ist das doch ein böser Tod.
§9. Lässt du dich gern in Stücke hauen, Bhaddasala, du Herr des Waldes?
§10. „Aus welchem Grund und welchem Anlass — und dieser Grund ist wohlberechtigt — ich stückweis' möcht zerhauen werden, dies höre jetzt, du großer König!
sind wohl gediehn in ihrer Kleinheit; sie würd ich sonst beschädigen,
§12. „Du denkst, was sich zu denken ziemt, Bhaddasala, du Fürst des Waldes.
Du wünschst das Heil deiner Verwandten; drum Schonung, Freund, ich dir gewähre.“
[9] Sāriputta und Mogallana (vgl.
„Leben des Buddha“, S. 129 ff).
[20] Vgl. Jataka 96 Anm. 7 [Die zehn Königstugenden sind: (1.) Almosen Geben, (2.) Beobachten der Gebote, (3.) Opferwilligkeit, (4.) Versöhnlichkeit, (5.) Enthalten vom Verletzen anderer, (6.) Geduld, (7.) Geradheit, (8.) Milde, (9.) Frömmigkeit und (10.) Freundlichkeit.]
[23] Wörtlich: „Dass ich hier stehe“. Die Gottheit identifiziert sich hier wie im Folgenden mit dem Baume selbst. [24] Indem sie sein Holz zum Bauen benützten.

References: §1

§2

§6

§8

§9

§10

§12