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Timestamp: 2016-10-24 05:17:03+00:00

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1B_330/2014 (21.11.2014)
1B_330/2014 � � Urteil vom 21. November 2014
vertreten durch Rechtsanw�lte Dr. Lorenz Erni und Simon Brun,
Beschwerde gegen die Verf�gung vom 27. August 2014 des Zwangsmassnahmengerichts Schwyz, Einzelrichterin.
Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz f�hrt eine Strafuntersuchung gegen Dr. med. A.________ wegen des Verdachts von Widerhandlungen gegen die eidgen�ssische und kantonale Gesundheits- und Heilmittelgesetzgebung. Im Rahmen von drei Hausdurchsuchungen wurden am 9. Mai 2014 diverse Gegenst�nde und Aufzeichnungen sichergestellt, darunter Patientenakten, Medikamente, Medikamentenbestellungen, Lieferscheine und elektronische Datentr�ger, deren Siegelung er gleichentags verlangte. Am 26. Mai 2014 stellte die Staatsanwaltschaft das Entsiegelungsgesuch. Mit Verf�gung vom 27. August 2014 bewilligte das Zwangsmassnahmengericht Schwyz, Einzelrichterin, die Entsiegelung s�mtlicher sichergestellten Gegenst�nde und Aufzeichnungen "im Sinne der Erw�gungen".
Gegen die Verf�gung des Zwangsmassnahmengerichtes gelangte der beschuldigte Arzt mit Beschwerde vom 29. September 2014 an das Bundesgericht. Er beantragt im Hauptstandpunkt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Abweisung des Entsiegelungsgesuches. Eventualiter sei die Entsiegelung auf nicht dem Geheimnisschutz unterliegende und untersuchungsrelevante Aufzeichnungen und Gegenst�nde zu beschr�nken; subeventualiter sei die Sache an das Zwangsmassnahmengericht zur Neubeurteilung zur�ckzuweisen.
Das Zwangsmassnahmengericht und die Staatsanwaltschaft beantragen mit Stellungnahmen vom 2. Oktober (Posteingang: 7. Oktober) bzw. 13. Oktober 2014 je die Abweisung der Beschwerde. Mit Verf�gung vom 15. Oktober 2014 bewilligte das Bundesgericht das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerde. Der Beschwerdef�hrer replizierte am 5. November 2014.
Im angefochtenen Entscheid wird zur Begr�ndung des hinreichenden Tatverdachtes auf die Strafanzeige des kantonalen Amtes f�r Gesundheit und Soziales sowie auf den Hausdurchsuchungs- und Beschlagnahmebefehl der Staatsanwaltschaft verwiesen. Zur Frage der Untersuchungsrelevanz der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde erw�gt die Vorinstanz, die Staatsanwaltschaft kenne deren Inhalt noch nicht. Daher gen�ge es zur Bejahung der Deliktskonnexit�t, dass sich unter den sichergestellten Beweismitteln "m�glicherweise f�r die Strafuntersuchung relevante Informationen befinden" k�nnten. Zwar betreffe die Entsiegelung Informationen, welche "die verfassungsrechtlich gesch�tzte Intim- und Privatsph�re" betreffen. Vor dem �ffentlichen Interesse an der Aufkl�rung der verfolgten Straftaten habe "der Schutz der privaten Interessen des Gesuchsgegners" jedoch "grunds�tzlich zur�ckzutreten". Dabei sei auch mitzuber�cksichtigen, dass sich der Beschuldigte (vor den erfolgten Hausdurchsuchungen) einer Inspektion durch die Kantonsapothekerin und den Kantonsarzt widersetzt habe. Die Entsiegelung der �rztlichen Aufzeichnungen und Gegenst�nde erweise sich demnach als verh�ltnism�ssig.
Zwar bef�nden sich in den sichergestellten Patientenunterlagen "mit Sicherheit grunds�tzlich dem Berufsgeheimnis unterliegende Informationen". Der beschuldigte Arzt k�nne sich jedoch nicht selber auf das Berufsgeheimnis st�tzen. Es sei vorliegend auch "nicht zu vermeiden, dass Daten durchsucht werden, die sich in der Folge f�r die Untersuchung als bedeutungslos erweisen". Was die vom Beschwerdef�hrer ebenfalls als geheimnisgesch�tzt angerufene Privat- und Anwaltskorrespondenz betrifft, habe er "nicht substanziiert, um welche konkret versiegelten Aufzeichnungen und Unterlagen es sich dabei handelt". Dar�ber hinaus liege auch hier ein �berwiegendes Strafverfolgungsinteresse vor, weshalb sich der Beschwerdef�hrer weder auf Art. 264 Abs. 1 lit. b noch auf lit. c StPO berufen k�nne. Eine "detaillierte (dokumentenbezogene) Einzeltriage" erscheine zum Vornherein nicht notwendig. Es sei vielmehr Sache der Staatsanwaltschaft, "die N�tzlichkeit der Daten f�r das Strafverfahren zu pr�fen und die nicht relevanten Daten nach der Durchsuchung herauszugeben und allf�llige Kopien zu vernichten oder zu l�schen, wobei dem Beschuldigten und seinem Verteidiger Gelegenheit zur Teilnahme an der Entsiegelung einzur�umen sein" werde, "um sich zum Inhalt der Aufzeichnungen zu �ussern".
Der Beschwerdef�hrer macht (im Wesentlichen zusammengefasst) Folgendes geltend: Die durchsuchten R�umlichkeiten seien von der Staatsanwaltschaft (im Beisein des Kantonsarztes) komplett ausger�umt worden. Dabei seien seine s�mtlichen Patientenakten, Computer und Speichermedien, Gesch�ftsunterlagen, Medikamente und privaten Unterlagen abtransportiert worden. In den Praxisr�umen habe die Staatsanwaltschaft nur das Mobiliar und medizinische Ger�te zur�ckgelassen. An einer Weiterf�hrung oder einen Verkauf der Arztpraxis sei seither nicht mehr zu denken. Die Patienten h�tten f�r Behandlungen andere �rzte konsultieren m�ssen. Seine berufliche Existenz sei ihm entzogen worden.
Die strafprozessualen Zwangsmassnahmen beruhten auf einer "Kampagne" des kantonalen Gesundheitsamtes, mit der er, der Beschwerdef�hrer, beruflich habe "kalt gestellt" werden sollen. Bei der Hausdurchsuchung und Sicherstellung von Gegenst�nden und Unterlagen sei es nie um die Aufkl�rung von angeblich strafrechtlich relevanten Vorw�rfen gegangen. Die vom Gesundheitsamt angestrebte Schliessung der Praxis sei vielmehr "der eigentliche Zweck" der Zwangsmassnahmen gewesen. Die Hausdurchsuchung sei im Rahmen einer "fishing expedition" erfolgt, welche darauf abgezielt habe, "irgendetwas" gegen ihn zu finden.
Das Gesundheitsamt habe am 28. Februar 2014 Strafanzeige gegen ihn erhoben wegen Widerhandlungen gegen diverse Bestimmungen der eidgen�ssischen und kantonalen Gesundheits- und Heilmittelgesetzgebung (Verbot der Selbstdispensation von Medikamenten und der selbstst�ndigen �rztlichen Berufsaus�bung). Abgesehen vom Vergehen nach Art. 86 Abs. 1 lit. c des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 �ber Arzneimittel und Medizinprodukte (HMG, SR 812.21) stellten alle Vorw�rfe lediglich �bertretungstatbest�nde dar. Ein Vergehen nach Art. 86 Abs. 1 lit. c HMG (Abgabe von Heilmitteln ohne entsprechende Abgabeberechtigung) setze eine Gef�hrdung der Gesundheit von Menschen voraus. Eine solche Gef�hrdung sei in der Strafanzeige nicht dargelegt worden. Zwar sei eine unzul�ssige Heilmittelabgabe in Selbstdispensation auch ohne Gesundheitsgef�hrdung strafbar (und das betreffende Verbot seit dem 10. Juni 2013 in Kraft). Beim fraglichen Straftatbestand (Art. 87 Abs. 1 lit. f HMG) handle es sich jedoch (wie bei den �brigen Vorw�rfen) um eine �bertretung. Bei �bertretungen seien strafprozessuale Zwangsmassnahmen nur unter besonderer Nachachtung des Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatzes zul�ssig.
Die am 9. Mai 2014erfolgten Zwangsmassnahmen seien unverh�ltnism�ssig. Die Staatsanwaltschaft wolle ausdr�cklich alle versiegelten Patientenakten (in Papierform und auf elektronischen Dateien) durchsuchen, da diese (laut Staatsanwaltschaft) f�r die Strafuntersuchung relevant seien. Die von ihr sichergestellten Beweismittel h�tten auch �ber mildere Massnahmen (Editionsverf�gung) beschafft werden k�nnen. Der Vorwurf, er habe eine vom Gesundheitsamt auf den 3. Oktober 2013 angesetzte Praxiskontrolle vereitelt, treffe nicht zu. Bei der Praxiskontrolle seien der Kantonsarzt und die Kantonsapothekerin von einem weiteren Mediziner begleitet worden. Durch die Teilnahme dieser Person w�re das �rztliche Berufsgeheimnis verletzt worden. Die sehr weit gehenden Zwangsmassnahmen seien nicht zumutbar. Dabei sei auch der geringen Schwere der untersuchten Delikte Rechnung zu tragen. Betroffen seien zudem "viele unbeteiligte Patienten", deren Krankengeschichten versiegelt und vom Zwangsmassnahmengericht zur Durchsuchung freigegeben worden seien.
Im Hauptstandpunkt beantragt der Beschwerdef�hrer (unter Berufung auf die erw�hnten Geheimnisschutzinteressen) die vollumf�ngliche Abweisung des Entsiegelungsgesuches. Zumindest m�ssten aber jene Patientenakten ausgesondert werden, die gar nicht untersuchungsrelevant sind. Da das Verbot der Selbstdispensation von Medikamenten fr�hestens am 10. Juni 2013 wirksam geworden sei (und das Verbot der selbstst�ndigen Berufsaus�bung erst am 17. April 2014), seien alle �lteren Patientenakten nicht untersuchungsrelevant. An jeglicher Deliktskonnexit�t fehle es bei der umfangreichen versiegelten Privat- und Anwaltskorrespondenz. Diesbez�glich best�nden zudem gesetzliche Beschlagnahmehindernisse. Entgegen den Vorschriften der StPO habe das zust�ndige Zwangsmassnahmengericht sich geweigert, eine entsprechende Triage und Aussonderung vorzunehmen.
Der Beschwerdef�hrer r�gt in diesem Zusammenhang unter anderem eine Verletzung des Verh�ltnism�ssigkeitsgrundsatzes (Art. 197 Abs. 1 lit. c-d StPO), der verfassungsrechtlich gesch�tzten Privatsph�re (Art. 13 BV) und diverser Beschlagnahmeverbote (Art. 264 Abs. 1 lit. b und c i.V.m. Art. 171 StPO).
4.1.�Werden bei einer Hausdurchsuchung (Art. 244 f. StPO) Aufzeichnungen und Gegenst�nde vorl�ufig sichergestellt (Art. 263 Abs. 3 StPO), insbesondere Schriftst�cke oder elektronische Datentr�ger, die voraussichtlich der Beschlagnahme (Art. 263 Abs. 1-2 StPO) unterliegen, sind die Bestimmungen (des 3. Abschnittes im 4. Kapitel des 5. Titels StPO) �ber die "Durchsuchung von Aufzeichnungen" (Art. 246-248 StPO) anwendbar: Die vorl�ufig sichergestellten Schriftst�cke oder elektronischen Datentr�ger d�rfen von der Untersuchungsbeh�rde grunds�tzlich durchsucht werden, wenn zu vermuten ist, dass sich darin Informationen befinden, die der Beschlagnahme unterliegen (Art. 246 StPO). Vor einer allf�lligen Durchsuchung der Aufzeichnungen kann sich ihre Inhaberin oder ihr Inhaber zu deren Inhalt �ussern (Art. 247 Abs. 1 StPO). Zur Pr�fung des Inhalts der Aufzeichnungen, insbesondere zur Aussonderung von angeblich geheimnisgesch�tztem Inhalt, k�nnen sachverst�ndige Personen beigezogen werden (Art. 247 Abs. 2 StPO). Macht die Inhaberin oder der Inhaber von Aufzeichnungen oder anderen Gegenst�nden geltend, diese d�rften wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechtes oder aus anderen Gr�nden nicht inhaltlich durchsucht (Art. 246 StPO) oder f�rmlich beschlagnahmt (Art. 263 Abs. 1-2 StPO) werden, sind die betreffenden Aufzeichnungen und Gegenst�nde zu versiegeln. Vor einem allf�lligen Entsiegelungsentscheid d�rfen sie von den Strafbeh�rden weder eingesehen noch verwendet werden (Art. 248 Abs. 1 StPO).
Falls die Staatsanwaltschaft (im Vorverfahren) ein Entsiegelungsgesuch stellt, ist vom Zwangsmassnahmengericht im Entsiegelungsverfahren dar�ber zu entscheiden, ob die Geheimnisschutzinteressen, welche von der Inhaberin oder dem Inhaber der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde angerufen werden, einer Durchsuchung und weiteren strafprozessualen Verwendung durch die Staatsanwaltschaft entgegenstehen (Art. 248 Abs. 2 und Abs. 3 lit. a StPO; BGE 137 IV 189 E. 4 S. 194 f.; 132 IV 63 E. 4.1-4.6 S. 65 ff.). Bis zum Entsiegelungsentscheid bleiben die versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde vorl�ufig sichergestellt (Art. 263 Abs. 3 i.V.m. Art. 248 Abs. 1 StPO). In dem Umfang, als das Zwangsmassnahmengericht die Entsiegelung rechtskr�ftig bewilligt hat, kann die Staatsanwaltschaft anschliessend die entsiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde einsehen, inhaltlich durchsuchen und (soweit nach Art. 263-268 StPO zul�ssig) f�rmlich beschlagnahmen (Art. 248 Abs. 1 i.V.m. Art. 246 und Art. 263 Abs. 1 StPO).
4.2.�Macht eine berechtigte Person geltend, eine Beschlagnahme von Gegenst�nden und Verm�genswerten sei wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechts (Art. 113 Abs. 1, Art. 158 Abs. 1 lit. b, Art. 168-176, Art. 180 Abs. 1 StPO) oder aus anderen Gr�nden nicht zul�ssig, so gehen die Strafbeh�rden nach den Vorschriften �ber die Siegelung vor (Art. 264 Abs. 3 StPO). Zu den im Strafprozess zu ber�cksichtigenden Berufsgeheimnissen geh�ren insbesondere das Arzt- und das Anwaltsgeheimnis (Art. 171 StPO). Gegenst�nde und Unterlagen aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit Personen, die nach den Artikeln 170-173 StPO das Zeugnis verweigern k�nnen und im gleichen Sachzusammenhang nicht selber beschuldigt sind, d�rfen, ungeachtet des Ortes, wo sich die Gegenst�nde und Unterlagen befinden, und des Zeitpunktes, in welchem sie geschaffen worden sind, nicht beschlagnahmt werden (Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO). Vorbehalten bleiben Beschlagnahmungen nach Art. 263 Abs. 1 lit. c-d StPO (Art. 264 Abs. 2 StPO).
4.3.�Zwangsmassnahmen setzen �berdies voraus, dass ein hinreichender Tatverdacht vorliegt und die streitige Untersuchungshandlung verh�ltnism�ssig erscheint (Art. 197 Abs. 1 lit. b-d StPO). Der Entsiegelungsrichter hat (auch bei grossen Datenmengen) jene Gegenst�nde auszusondern, die (nach den substanziierten Angaben der Staatsanwaltschaft bzw. der betroffenen Inhaber) f�r die Strafuntersuchung offensichtlich irrelevant erscheinen (BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229 mit Hinweisen). Entsiegelungen und Durchsuchungen, welche in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, sind besonders zur�ckhaltend einzusetzen (Art. 197 Abs. 2 StPO). Jede Person hat insbesondere Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens und auf Schutz vor Missbrauch ihrer pers�nlichen Daten (Art. 13 BV).
4.4.��rztinnen und �rzte sowie ihre Hilfspersonen k�nnen das Zeugnis �ber Geheimnisse verweigern, die ihnen aufgrund ihres Berufes anvertraut worden sind oder die sie in dessen Aus�bung wahrgenommen haben (Art. 171 Abs. 1 StPO). Das strafbewehrte Arztgeheimnis (Art. 321 StGB) stellt ein wichtiges Rechtsinstitut des Bundesrechts dar. Es fliesst aus dem verfassungsm�ssigen Anspruch auf Privatsph�re (Art. 13 BV, Art. 8 EMRK) und dient dem Schutz des besonderen Vertrauensverh�ltnisses zwischen Arzt und Patient (BGE 117 Ia 341 E. 6a S. 348 = Pra 81 [1992] S. 657; Urteile des Bundesgerichtes 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 5.1; 1P.1/1995 vom 22. M�rz 1995 E. 2; EGMR vom 25. Februar 1997 i.S. Z. gegen Finnland, Rec. 1997 I 323 Ziff. 94-99, 111-118; vgl. Niklaus Oberholzer, in: Basler Kommentar StGB, Bd. II, 3. Aufl., Basel 2013, Art. 321 N. 2). Das Berufsgeheimnis nach Art. 171 Abs. 1 StPO begr�ndet eine Zeugnisverweigerungspflicht (vgl. Andreas Donatsch, in: Z�rcher Kommentar StPO, 2. Aufl., Z�rich 2014, Art. 171 N. 4; Niklaus Schmid, Praxiskommentar StPO, 2. Aufl., Z�rich 2013, Art. 171 N. 1; Hans Vest/Salome Horber, in: Basler Kommentar StPO, 2. Aufl., Basel 2014, Art. 171 N. 5; St�phane Werly, in: Commentaire romand CPP, Basel 2011, Art. 171 N. 9). Ausnahmen vom Arztgeheimnis bed�rfen daher einer klaren bundesgesetzlichen Regelung (Urteil des Bundesgerichtes 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 5.1). Gem�ss Art. 171 Abs. 2 StPO haben �rztinnen und �rzte nur auszusagen, wenn sie einer�
entbunden�worden sind (lit. b). Die Strafbeh�rde beachtet das Berufsgeheimnis auch bei Entbindung von der Geheimnispflicht, wenn die Geheimnistr�gerin oder der Geheimnistr�ger glaubhaft macht, dass das Geheimhaltungsinteresse der Geheimnisherrin oder des Geheimnisherrn das Interesse an der Wahrheitsfindung �berwiegt (Art. 171 Abs. 3 StPO). Die Kantone bestimmen im �brigen, welche Medizinalpersonen verpflichtet sind, aussergew�hnliche Todesf�lle den Strafbeh�rden zu melden (Art. 253 Abs. 4 StPO).
5.1.�Im vorliegenden Fall besteht weder eine Entbindung vom Arztgeheimnis durch die mitbetroffenen Patientinnen und Patienten, noch eine andere gesetzliche Ausnahme (im Sinne von Art. 171 Abs. 2 StPO) vom Zeugnisverweigerungsrecht (vgl. dazu Urteil 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 4-5). Bei dem vom Entsiegelungsgesuch direkt betroffenen Arzt handelt es sich jedoch um die beschuldigte Person.
5.2.�Die Durchsuchung einer Arztpraxis sowie die strafprozessuale Sicherstellung, Entsiegelung und Durchsuchung von �rztlichen Berufsunterlagen und Aufzeichnungen m�ssen (im Lichte von Art. 13 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV sowie Art. 8 EMRK) verh�ltnism�ssig sein. Insbesondere ist den Geheimnisschutzinteressen von Patientinnen und Patienten ausreichend Rechnung zu tragen. Wenn der von den Zwangsmassnahmen unmittelbar betroffene Arzt selbst beschuldigt ist, bildet sein Berufsgeheimnis zwar kein absolutes gesetzliches Beschlagnahme- und Entsiegelungshindernis (Art. 264 Abs. 1 lit. c i.V.m. Abs. 3 StPO; vgl. BGE 140 IV 108 E. 6.5 S. 112; 138 IV 225 E. 6.1-6.2 S. 227 f.). Damit erhobene �rztliche Unterlagen von der Staatsanwaltschaft durchsucht und ausgewertet werden d�rfen, m�ssen sie jedoch zun�chst einen engen Sachzusammenhang zum Gegenstand der Strafuntersuchung aufweisen bzw. f�r die angestrebten Untersuchungszwecke unentbehrlich sein (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO). Bei der Abw�gung der sich gegen�berstehenden Strafverfolgungs- und Geheimnisschutzinteressen ist weiter zu ber�cksichtigen, dass Zwangsmassnahmen, die auch in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, besonders zur�ckhaltend einzusetzen sind (Art. 197 Abs. 2 StPO). Bei �rztlichen Aufzeichnungen (insbesondere Krankengeschichten mit Anamnese-, Diagnose- und Therapieverlaufsberichten) f�llt ins Gewicht, dass sie regelm�ssig sehr sensible h�chstpers�nliche Informationen aus der Intim- und Privatsph�re von Patientinnen und Patienten enthalten, die von Art. 13 BV in besonderem Masse gesch�tzt sind (vgl. oben, E. 4.4), weshalb nicht pauschal s�mtliche vertraulichen Patienteninformationen eines beschuldigten Arztes zur Durchsuchung an die Staatsanwaltschaft freigegeben werden d�rfen, solange - wie hier - keine Entbindung vom Arztgeheimnis (Art. 171 Abs. 2 lit. b StPO) erfolgt ist (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 4-5; 1P.1/1995 vom 22. M�rz 1995 E. 2e). Im Rahmen der Gesamtbeurteilung der Verh�ltnism�ssigkeit der genannten Zwangsmassnahmen ist im �brigen auch der Schwere der untersuchten Delikte Rechnung zu tragen (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO).
5.3.�Dem Beschwerdef�hrer wird (gem�ss dem angefochtenen Entscheid) vorgeworfen, er habe gegen das Verbot der �rztlichen Selbstdispensation verstossen (Art. 86 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 87 Abs. 1 lit. f HMG), indem er (entgegen einer Verf�gung der kantonalen Beh�rden vom 24. Mai 2013) weiterhin (und �ber eine blosse Erst- bzw. Notfallabgabe hinaus) Medikamente an Patienten abgegeben habe. Ausserdem habe er das ihm (mit Verf�gung vom 17. April 2014) auferlegte Verbot der selbstst�ndigen �rztlichen Berufsaus�bung in strafbarer Weise missachtet.
5.4.�Das Zwangsmassnahmengericht erachtete eine Triage der versiegelten Unterlagen als nicht notwendig. Im Dispositiv (Ziffer 1) des angefochtenen Entscheides bewilligte es die unbeschr�nkte Entsiegelung s�mtlicher sichergestellten Gegenst�nde und Aufzeichnungen "im Sinne der Erw�gungen". In ihren Erw�gungen vertritt die Vorinstanz zwar den Standpunkt, alle versiegelten Unterlagen, "insbesondere die Patientenakten und Medikamentenbestellungen", seien "mit rechtsgen�glicher Wahrscheinlichkeit relevant" (angefochtener Entscheid, S. 5 E. 10d). Weder beschr�nkt sie die Entsiegelung jedoch auf Patientenakten und Medikamentenbestellungen, noch legt sie dar, inwiefern die zur Durchsuchung freigegebenen Aufzeichnungen und Gegenst�nde untersuchungsrelevant w�ren. Stattdessen erw�gt sie, dass "die Strafbeh�rde den Inhalt der versiegelten Akten definitionsgem�ss" noch nicht kenne. Vorkehren zum Schutz von sensiblen Patientendaten in �rztlichen Aufzeichnungen traf das Zwangsmassnahmengericht ebenfalls nicht. Auch die vom Beschwerdef�hrer als geheimnisgesch�tzt angerufene (eigene) Privat- und Anwaltskorrespondenz hat die Vorinstanz weder ausgesondert, noch einer Sichtung unterworfen.
5.5.�Der angefochtene Entscheid h�lt vor dem Bundesrecht nicht stand:
5.5.1.�Zun�chst sind von einer Durchsuchung seitens der Staatsanwaltschaft alle Aufzeichnungen und Gegenst�nde auszunehmen, die erkennbar weder mit der untersuchungsgegenst�ndlichen Medikamentenabgabe zu tun haben, noch mit der Frage der selbstst�ndigen �rztlichen Berufsaus�bung (Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229). Zwar trifft es zu, dass die�
Staatsanwaltschaft�den Inhalt der vorl�ufig sichergestellten und versiegelten Unterlagen noch nicht im Detail kennen kann, weil noch keine Durchsuchung (Art. 246 f. i.V.m. Art. 248 Abs. 1 StPO) der Aufzeichnungen und Gegenst�nde stattfinden konnte. Es ist jedoch die gesetzliche Aufgabe des�
Zwangsmassnahmengerichtes,�das Vorliegen der rechtlichen Entsiegelungsvoraussetzungen im Vorverfahren zu pr�fen (Art. 248 Abs. 3 lit. a StPO). N�tigenfalls hat der Entsiegelungsrichter eine entsprechende Triage (Sichtung der versiegelten Unterlagen) vorzunehmen (BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229; 137 IV 189 E. 5.1.2 S. 196 f.). Dies gilt besonders im vorliegenden Fall von arztgeheimnisgesch�tzten vertraulichen Unterlagen. Zur Pr�fung des Inhalts der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde kann der Entsiegelungsrichter eine sachverst�ndige Person beiziehen (Art. 248 Abs. 4 StPO) und auch Stellungnahmen des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft einholen. Die Vorinstanz verkennt ihre eigene gesetzliche Aufgabe, wenn sie demgegen�ber erw�gt, es sei Sache der�
Staatsanwaltschaft,�"die N�tzlichkeit der Daten f�r das Strafverfahren zu pr�fen und die nicht relevanten Daten nach der Durchsuchung herauszugeben und allf�llige Kopien zu vernichten oder zu l�schen, wobei dem Beschuldigten und seinem Verteidiger Gelegenheit zur Teilnahme an der Entsiegelung einzur�umen sein wird, um sich zum Inhalt der Aufzeichnungen zu �ussern" (angefochtener Entscheid, S. 8 E. 17).
5.5.2.�Was die (grunds�tzlich untersuchungsrelevanten) �rztlichen Aufzeichnungen und Gegenst�nde betrifft, darunter Patientenakten, Medikamente, Medikamentenbestellungen, Lieferscheine und elektronische Aufzeichnungen mit pers�nlichen Patientendaten, ist im vorliegenden Fall nicht ersichtlich, weshalb die Staatsanwaltschaft (zur Untersuchung der Strafbarkeit der Medikamentenabgabepraxis und der selbstst�ndigen Berufsaus�bung) zwangsl�ufig die�
Identit�t�der betroffenen Patientinnen und Patienten eruieren m�sste. Zu Zwecken der Strafverfolgung sollten�
anonymisierte�Angaben dar�ber ausreichen, wie viele Personen ("Patienten A, B, C" usw.) der Beschwerdef�hrer wann in selbstst�ndiger Berufsaus�bung betreute und wann er welchen (anonymisierten) Patientinnen und Patienten welche Medikamente gegen welche Gesundheitsbeschwerden abgab. Falls die Vorinstanz die Entsiegelung nicht auf jene (anonymisierten) Patientenakten beschr�nken m�chte, die Medikamentenabgaben bzw. Behandlungen nach dem 24. Mai/10. Juni 2013 (Verbot der Selbstdispensation) bzw. 17. April 2014 (Verbot der selbstst�ndigen Berufsaus�bung) betreffen, wird sie zudem zu begr�nden haben, weshalb auch die �lteren Patientenakten untersuchungsrelevant sind. Diese auf den wesentlichen Untersuchungszweck fokussierte Beschr�nkung der Zwangsmassnahmen dr�ngt sich hier umso mehr auf, als die Staatsanwaltschaft keine schweren Delikte bzw. Verbrechen untersucht (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO) und die �rztlichen Aufzeichnungen unbestrittenermassen hochsensible medizinische Informationen �ber die mitbetroffenen Patientinnen und Patienten enthalten (vgl. Art. 13 BV i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 197 Abs. 2 StPO).
5.5.3.�Auch bei der vom Beschwerdef�hrer als geheimnisgesch�tzt bzw. nicht untersuchungsrelevant angerufenen�
Privat-�und�
Anwaltskorrespondenz�wird die Vorinstanz um eine Sichtung der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde nicht herumkommen. Zwar stellt sie sich (beil�ufig) auf den Standpunkt, er habe "nicht substanziiert, um welche konkret versiegelten Aufzeichnungen und Unterlagen es sich dabei handelt" (angefochtener Entscheid, S. 8 E. 15). An anderer Stelle r�umt sie jedoch ausdr�cklich ein, dass der Beschwerdef�hrer (schon im kantonalen Entsiegelungsverfahren) Gegenst�nde und Unterlagen aus dem Verkehr mit spezifisch genannten Rechtsvertretern als vom Anwaltsgeheimnis betroffen bezeichnete. Als gesch�tzte (eigene) Privatkorrespondenz habe er "unter anderem seine Steuerunterlagen und diejenigen seiner Frau" genannt, "Unterlagen zur privaten Verm�gensverwaltung ohne jeglichen Bezug zur (Arzt-) Praxis, private Urlaubsfotos etc." (angefochtener Entscheid, S. 7 E. 13). Auch der Erw�gung der Vorinstanz, das Strafverfolgungsinteresse "�berwiege" diese Geheimnisschutzinteressen, kann nicht gefolgt werden: F�r Anwaltskorrespondenz aus dem Verkehr zwischen dem Beschuldigten und nicht selbst beschuldigten Anw�lten besteht ein gesetzliches Beschlagnahmehindernis, und zwar ungeachtet des Ortes, wo sich die Anwaltsakten befinden und des Zeitpunktes, in welchem sie geschaffen worden sind (Art. 264 Abs. 1 lit. c und Abs. 1 Ingress StPO; s.a. BGE 140 IV 108 E. 6.5-6.10 S. 112 ff.). Im Gegensatz zum Fall von Privatkorrespondenz der beschuldigten Person (Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO) setzt das Gesetz beim Beschlagnahmeverbot f�r Anwaltskorrespondenz nicht voraus, dass das private Geheimnisschutzinteresse das Strafverfolgungsinteresse "�berwiegen" m�sste. Die Vorinstanz behauptet auch nicht, dass die mitbetroffenen Anw�lte im gleichen Sachzusammenhang mitbeschuldigt w�ren.
5.5.4.�Nach dem Gesagten ist die vom Beschwerdef�hrer bezeichnete�
Anwaltskorrespondenz�im Entsiegelungsverfahren auszuscheiden. Dies gilt umso mehr, als nicht dargetan ist, inwieweit diese Akten und Dateien untersuchungsrelevant sein k�nnten. Falls die Vorinstanz an der Freigabe von�
Privatkorrespondenz�des Beschwerdef�hrers zur Durchsuchung festhalten m�chte, wird sie zu begr�nden haben, inwiefern eine Untersuchungsrelevanz besteht und das �ffentliche Interesse an den hier untersuchten Straftaten das private Geheimnisschutzinteresse �berwiegt.
5.5.5.�Dass die Staatsanwaltschaft (zur Untersuchung der dem Beschuldigten vorgeworfenen Delikte, insbesondere Art. 86 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 87 Abs. 1 lit. f HMG) Hausdurchsuchungen vorgenommen und Beweismittel vorl�ufig gesichert hat, h�lt im �brigen vor dem Verh�ltnism�ssigkeitsgebot stand. Die vom Beschwerdef�hrer auch noch beanstandete polizeiliche Schliessung und Versiegelung seiner Arztpraxis erfolgte (mit Verf�gung vom 9. Mai 2014 des Amtes f�r Gesundheit und Soziales des Kantons Schwyz) im separaten Verwaltungsverfahren betreffend Berufsaus�bungsverbot und bildet nicht Gegenstand der hier angefochtenen strafprozessualen Zwangsmassnahmen.
5.6.�Zusammenfassend ergibt sich, dass das Zwangsmassnahmengericht im vorliegenden Fall eine�
Triage�der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde vorzunehmen hat. Soweit der Beschwerdef�hrer substanziiert und �berzeugend darlegt, welche konkreten Unterlagen und Dateien nicht untersuchungsrelevant sind, werden diese auszuscheiden sein. Offensichtlich nicht untersuchungsrelevant sind hier namentlich die vom Beschwerdef�hrer genannten privaten Urlaubsfotos (vgl. BGE 137 IV 189 E. 5.2.3 S. 198). Bei den f�r die Strafuntersuchung unentbehrlichen�
�rztlichen�Aufzeichnungen und Gegenst�nden hat vor einer Freigabe zur Durchsuchung an die Staatsanwaltschaft eine�
Anonymisierung�der Namen von betroffenen Patientinnen und Patienten zu erfolgen. F�r die Triage (und zur Erleichterung der Anonymisierung) kann das Zwangsmassnahmengericht n�tigenfalls geeignete Experten und technische Hilfsmittel beiziehen (vgl. Art. 248 Abs. 4 StPO). Auszuscheiden sind alle dem�
Anwaltsgeheimnis�unterstehenden Unterlagen und Dateien. Soweit die Vorinstanz an der Freigabe von�
Privatkorrespondenz�des Beschwerdef�hrers zur Durchsuchung (ganz oder teilweise) festhalten m�chte, wird sie zu begr�nden haben, inwiefern eine Untersuchungsrelevanz besteht und das �ffentliche Interesse an den hier untersuchten Straftaten das private Geheimnisschutzinteresse �berwiegt.
Die Beschwerde ist teilweise gutzuheissen. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben, und die Streitsache ist an die Vorinstanz zur�ckzuweisen zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen.
Gerichtskosten sind nicht zu erheben (Art. 66 Abs. 4 BGG). Dem anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrer ist (antragsgem�ss) eine angemessene Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 BGG).
Die Verf�gung vom 27. August 2014 des Zwangsmassnahmengerichts Schwyz, Einzelrichterin, wird aufgehoben, und die Sache wird zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Der Kanton Schwyz (Kasse der Staatsanwaltschaft Innerschwyz) hat dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung von Fr. 2'500.-- (pauschal, inkl. MWST) zu entrichten.

References: Art. 264
 Art. 86
 Art. 86
 Art. 171
 BGE 
 Art. 248
 Art. 263
 Art. 246
 Art. 263
 Art. 158
 Art. 168
 Art. 180
 Art. 263
 Art. 8
 EGMR 
 Art. 321
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 13
 Art. 36
 Art. 8
 BGE 
 Art. 197
 Art. 13
 Art. 197
 Art. 87
 BGE 
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