Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Lohnanspruch_Arbeitszeitguthaben_Ausschlussfrist_ArbG_Dortmund_5Ca3785-08.html
Timestamp: 2017-01-23 18:48:11+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 5 Ca 3785/08
Lohn und Gehalt, Ausschlussfrist, Arbeitszeitkonto
Der Kläger war bis zum 14.05.2008 bei der Be­klag­ten beschäftigt. Je­den­falls im Zeit­raum von Mai 2006 bis ein­sch­ließlich Sep­tem­ber 2006 er­hielt der Kläger ne­ben sei­ner Lohn­ab­rech­nung, auf der das Aus­gleichs­kon­to mit ‘0‘ St­un­den und ‘0‘ Eu­ro geführt wur­de, je­weils ein Zu­satz­blatt "Be­stand­teil der Lohn­ab­rech­nung", wel­ches den Stand des in­di­vi­du­el­len Aus­gleichs­kon­tos nach § 3 Nr. 1.43 BRTV wie­der­ge­ben soll­te. Zum 1. Ok­to­ber 2006 be­lief sich das Kon­to des Klägers auf 90 Gut­stun­den (vgl. Bl. 3 d. A.).
Der Kläger be­an­trag­te, die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an den Kläger 1.125,00 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 16.07.2008 zu zah­len.
Die Be­klag­te be­an­trag­te, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. und be­an­trag­te wi­der­kla­gend, den Kläger zu ver­ur­tei­len, an sie 793,71 EUR nebst Zin­sen in Höhe von 5%-Punk­ten über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 22.09.2008 zu zah­len.
Der Kläger be­an­trag­te, die Wi­der­kla­ge ab­zu­wei­sen. Die Be­klag­te be­haup­tet, der Kläger ha­be sei­nen Zah­lungs­an­spruch nicht dar­ge­legt und be­wie­sen.
I. Die Kla­ge hat­te kei­nen Er­folg. Der Kläger hat kei­nen An­spruch ge­gen die Be­klag­te auf Aus­zah­lung von 90 St­un­den aus dem Aus­gleichs­kon­to.
1. Grundsätz­lich steht dem Ar­beit­neh­mer gemäß § 3 Ziff 1.43 BRTV bei Aus­schei­den aus dem Ar­beits­verhält­nis ein Aus­zah­lungs­an­spruch bezüglich et­wai­ger Gut­ha­ben zu.
2. Die Kam­mer geht hier da­von aus, dass der An­spruch auf - auf­grund des Aus­schei­dens - nun­mehr von 90 Lohn­stun­den gemäß § 15 BRTV ver­fal­len ist.
Zwar ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richt an­er­kannt, dass die zwei­te Stu­fe der Ver­fall­frist, die ge­richt­li­che Gel­tend­ma­chung, nicht vor Fällig­keit des An­spruchs ge­wahrt wer­den muss (vgl. BAG, Ur­teil vom 26.09.2001, 5 AZR 699/00 = NZA 2002, 1218). Selbst wenn man sich zu Guns­ten des Klägers auf den Rechts­stand­punkt stellt, dass er ja kei­nen Frei­zeit­aus­gleich woll­te, son­dern al­lein die Aus­zah­lung desAus­gleichs­kon­tos be­gehrt, die erst gemäß § 3 Zif­fer 1.43 nach Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses im Mai 2008 fällig wur­de, so beträfe dies aus Sicht der Kam­mer al­lein die zwei­te Stu­fe der Ver­fall­fris­ten, nicht je­doch die erst­ma­li­ge Gel­tend­ma­chung.
Aus die­sem Grund war die Kla­ge ab­zu­wei­sen. II. Auch der Wi­der­kla­ge­an­trag hat­te kei­nen Er­folg. 1. Die Be­klag­te hat kei­nen An­spruch ge­gen den Kläger auf Zah­lung von 300,00 EUR zzgl. Mehr­wert­steu­er für die Er­satz­be­schaf­fung des von ihm ver­lo­re­nen Mo­bil­te­le­fons.
2. So­weit die Be­klag­te vom Kläger den Er­satz der Han­dy-Rech­nun­gen für die Mo­na­te April und Mai 2008 in Höhe von ins­ge­samt 86,98 EUR net­to zzgl. Mehr­wert­steu­er be­gehrt, so kommt auch hier ein Scha­den­er­satz­an­spruch der Be­klag­ten nicht in Be­tracht.
Es ist be­reits un­klar, ob ein Scha­dens­er­satz­an­spruch dem Grund nach be­steht. Die Be­klag­te hier schon nicht un­ter Be­weis ge­stellt, dass die vor­ge­leg­ten Han­dy-Ab­rech­nun­gen über­haupt das dem Kläger zur Nut­zung über­las­se­ne Mo­bil­te­le­fon be­tref­fen. Der Kläger selbst be­haup­tet, ihm sei ein pre­paid-Han­dy mit ei­ner gänz­lich an­de­ren Ruf­num­mer zur Verfügung ge­stellt wor­den. Es wäre hier Sa­che der Be­klag­ten ge­we­sen, un­ter Be­weis­an­tritt dar­zu­stel­len, dass der Ver­lust des Mo­bil­te­le­fons durch den Kläger über­haupt ursächlich für die nun­mehr vor­ge­leg­ten Rech­nun­gen war.
3. So­weit die Be­klag­te vom Kläger Scha­dens­er­satz in Höhe von 480,00 EUR zzgl. Mehr­wert­steu­er für Rei­ni­gungs­ar­bei­ten am Gelände der H3 GmbH in H5 ver­langt, so ist die­ser An­spruch un­ge­ach­tet sei­nes Be­ste­hens je­den­falls ver­fal­len.
Nach al­le­dem war auch die Wi­der­kla­ge ab­zu­wei­sen. III. Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 46 Abs. 2 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 92 Abs. 1 ZPO.
Die Streit­wert­fest­set­zung be­ruht auf § 61 Abs. 1 ArbGG in Ver­bin­dung mit § 3 ff. ZPO, wo­bei die For­de­run­gen aus Kla­ge und Wi­der­kla­ge zu ad­die­ren wa­ren.	m.hensche.de
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References: § 3
 § 3
 § 15
 § 3
 § 46
 § 92
 § 61
 § 3