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Timestamp: 2019-07-22 09:14:14+00:00

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BSG, 11.09.2001 - B 2 U 32/00 R - dejure.org
https://dejure.org/2001,1706
BSG, 11.09.2001 - B 2 U 32/00 R (https://dejure.org/2001,1706)
BSG, Entscheidung vom 11.09.2001 - B 2 U 32/00 R (https://dejure.org/2001,1706)
BSG, Entscheidung vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R (https://dejure.org/2001,1706)
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Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - DDR-Bescheid - Aufhebung - Rücknahme - Bestandskraft
Arbeitsunfall - Folgen - Entschädigung - Amputation - Ablehnungsbescheid - Bindungswirkung - Unfallversicherung - Anspruch auf Unfallrente
SG Chemnitz, 08.06.1995 - S 4 U 70/93
NJ 2002, 167
das Urteil des Bundessozialgerichts vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R -.
Diese Verwaltungsakte können nur aufgehoben werden, wenn sie mit rechtsstaatlichen Grundsätzen oder mit den Regelungen des EinigVtr unvereinbar sind (…BSGE 76, 124, 125 = SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 1;… BSGE 80, 119, 122 = SozR 3-1300 § 48 Nr. 61;… BSGE 84, 22, 26 = SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 5; Urteil vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R - zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen).
Mit seinem Urteil vom 11. September 2001 (- B 2 U 32/00 R - zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen) hat der Senat diese Rechtsprechung fortgesetzt.
Wie er bereits entschieden hat (…BSGE 84, 22, 27 = SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 5; Urteil vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R - zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen), ergibt sich ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze nicht bereits aus dem Umstand, daß die Rechtmäßigkeit von Bescheiden bei Streitfällen auf dem Gebiet der Sozialversicherung der Arbeiter und Angestellten sowie bei Streitfällen über die Anerkennung eines Unfalls als Arbeitsunfall oder einer Krankheit als Berufskrankheit im DDR-Recht nicht durch Gerichte überprüft werden konnte (§ 302 AGB) oder daraus, daß solche Bescheide ggf nach den damals geltenden DDR-Vorschriften rechtswidrig gewesen sein könnten.
Überdies hat der Senat bereits entschieden, daß es keine allgemeingültige Schlußfolgerung dahingehend gibt, daß ein Verwaltungsakt, selbst wenn er nach den früheren DDR-Vorschriften rechtswidrig sein sollte, aus diesem Grunde einen so schwerwiegenden Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze darstelle, daß er nach Art. 19 Satz 2 EinigVtr aufgehoben werden müßte (…BSGE 84, 22, 26 = SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 5; Urteil vom 11. September 2001 - aaO).
Auch im vorliegenden Fall gelten die weiteren Überlegungen der genannten Urteile (…BSGE 84, 22, 27, 28 = SozR aaO; Urteil vom 11. September 2001, aaO).
Hieran ist festzuhalten (…vgl zu den hier nicht einschlägigen Fällen eines freiwilligen Dienstes die Senatsurteile vom 18. Juni 1996 - 9 RV 6/94 -, BSGE 78, 265 = SozR 3-5050 § 5 Nr. 2 sowie - 9 RV 13/95 -, SozR 3-8110 Kap XIX B III Nr. 5 Nr. 1, und das Urteil des BSG vom 4. Mai 1999 - B 2 U 19/98 R -, SozR 3-2200 § 1150 Nr. 2 S 5), zumal auch der zuständige 2. Senat des BSG durch seine Urteile vom 24. Februar 2000, SozR 3-2200 § 1150 Nr. 3, und 11. September 2001, aaO Nr. 5, den Ausschluss der wehrpflichtigen Soldaten der NVA von der Entschädigung aus der gesetzlichen Unfallversicherung - gestützt auf § 1150 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 RVO in der Fassung durch das am 1. Januar 1992 in Kraft getretene Rentenüberleitungsgesetz (RÜG) - bestätigt hat.
Hierdurch werden die originären Ansprüche nach dem Sozialversicherungsrecht der DDR endgültig verdrängt (…BSG vom 24. Februar 2000 aaO S 10 mwN; Urteil vom 11. September 2001 aaO S 22).
Art. 19 Einigungsvertrag unterliegt damit den Grundsätzen des Inkrafttretens von Gesetzen und erfasst nur Tatbestände, die nach seinem Inkrafttreten eingetreten sind (BSG vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R -, SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 8 S 27, 30).
Denn wenn Verwaltungsakte der DDR, die in der Regel auf deren Verwaltungspraxis beruhen, nach Maßgabe dieser Vorschrift wirksam bleiben (vgl BSG Urteil vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R - zur Veröffentlichung in SozR vorgesehen - mwN), kann davon ausgegangen werden, daß die Vertragsparteien des EinigVtr und damit der bundesdeutsche Gesetzgeber die Verwaltungspraxis der DDR - sofern rechtsstaatliche Grundsätze oder Regelungen des EinigVtr nicht entgegenstehen - als Grundlage für fortbestehende Verwaltungsakte anerkannt hat.
Nach der Rechtsprechung des Senats ist eine Überprüfung bindender Bescheide der DDR über die Ablehnung der Anerkennung von Folgen von Arbeitsunfällen nach Überleitung bundesdeutschen Rechts auf das Beitrittsgebiet nur unter den Voraussetzungen des Art. 19 Satz 2 EinigVtr möglich und somit in der Regel ausgeschlossen (…BSGE 76, 124, 126 ff = SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 1;… BSGE 80, 119, 121, 122 = SozR 3-1300 § 48 Nr. 61;… BSGE 84, 22, 25, 26 = SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 5; BSG SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 8; BSG Urteil vom 4. Dezember 2001 - B 2 U 12/01 R - HVBG-Info 2002, 329).
Gegenteiliges ergibt sich - entgegen der Rechtsauffassung der Beigeladenen - auch nicht aus dem im Urteil des BSG vom 4. Dezember 2001 (…aaO) herangezogenen Urteil dieses Senats vom 11. September 2001 (B 2 U 32/00 R - SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 8).
Es bedarf daher keiner Entscheidung, ob die Grundsätze, die das Bundessozialgericht (Urteil vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R - SozR 3-8100 Art. 19 Nr. 8 = VIZ 2002, 247) unter Billigung durch das Bundesverfassungsgericht (Beschluss vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 - BVerfGE 117, 302) für sozialrechtliche Ansprüche mit Blick auf § 44 SGB X aufgestellt hat, auch für andere Sachgebiete verallgemeinert werden können und ob bejahendenfalls eine Ausnahme für solche DDR-Verwaltungsakte zu machen ist, die nach der politischen Wende in der DDR im Zuge der Umgestaltung der Rechts- und Sozialordnung erlassen worden sind.
Für diese - alten - Tatbestände bietet Art. 19 Satz 2 EV die alleinigen Aufhebungsmöglichkeiten an (BSG, Urteil vom 11. September 2001 - B 2 U 32/00 R -, juris, Rz. 15; nachgehend BVerfG, Beschluss vom 27. Februar 2007 - 1 BvR 1982/01 -, juris).
LSG Sachsen, 20.12.2001 - L 2 U 106/00
Feststellung und Entschädigung der Wirbelsäulenbeschwerden eines …
Für den vorliegenden Fall kann dahinstehen, ob bindend gewordene Bescheide der Sozialversicherung der DDR wegen Art. 19 Satz 2 EinigVtr nur dann aufgehoben werden können, wenn sie mit rechtsstaatlichen Grundsätzen oder den Regelungen des EinigVtr unvereinbar sind oder ob eine Überprüfung derartiger Bescheide auch über § 44 Abs. 1 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB X) möglich ist (vgl. hierzu im Einzelnen Urteil vom 21.02.2001, Az. L 2 U 8/99, nachfolgend und a.A. BSG, Urteil vom 04.12.2001 - Az. B 2 U 12/01 R; Urteil vom 30.05.2000, Az. L 2 U 19/95), nachfolgend und a.A. BSG, Urteil vom 11.09.2001, Az. B 2 U 32/00 R).
Ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze ergibt sich nicht bereits daraus, dass die Ablehnungsbescheide nicht durch Gerichte überprüft werden konnten oder ggf. nach den damals geltenden Vorschriften rechtswidrig gewesen sein könnten (vgl. BSG, Urteil vom 11.09.2001, aaO.).
Im Übrigen ergibt sich ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundsätze im Sinne von Art. 19 Satz 2 EinigVtr nicht bereits aus dem Umstand, dass der Bescheid ggf. nach den damals geltenden DDR-Vorschriften rechtswidrig gewesen sein könnte, z. B. wegen fehlerhafter Ablehnung eines Arbeitsunfalls oder von Unfallfolgen oder zu niedriger Bemessung des Grad des Körperschadens (vgl. BSG, Urteil vom 11. September 2001, B 2 U 32/00 R, nach juris).
BSG, 15.06.2010 - B 2 U 103/10 B

References: Art. 19
 § 48
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 § 5
 § 1150
 § 1150
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Art. 19
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 Art. 19
 § 48
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 19
 § 44
 Art. 19
 Art. 19
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