Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20179/98
Timestamp: 2019-04-22 19:07:35+00:00

Document:
BGH, 18.10.2000 - XII ZR 179/98 - dejure.org
BGB §§ 566, 150 Abs. 2, 126 Abs. 2
Mietvertrag - Schriftform - Angebot - Vertrag - Änderungen
Gesetzliche Schriftform; Briefwechsel
Zu den Anforderungen an die Wahrung der gesetzlichen Schriftform, wenn ein in Form eines fertigen Vertragsentwurfs gemachtes Angebot zum Abschluß eines Mietvertrages nur mit Änderungen angenommen wird und der Vertragspartner diesen Änderungen zustimmt
BGB § 566, § 150 Abs. 2, § 126 Abs. 2
Mietrecht; Einhaltung der Schriftform über Grundstücksmietvertrag
§§ 126 Abs. 2, 150 Abs. 2, 566 BGB
Mietvertrag/gesetzliche Schriftform bei langfristigen Verträgen/Vertragsschluss durch Briefwechsel
BGB § 126 Abs. 2, § 150 Abs. 2, § 566
Keine Wahrung der gesetzlichen Schriftform bei Vertragsschluss durch Briefwechsel
Schuldrecht AT, BT, Zur Wahrung der Schriftform bei Vertragsschluss durch Briefwechsel
NJW 2001, 221
NJW-RR 2001, 298 (Ls.)
MDR 2001, 207
NZM 2001, 42
ZMR 2001, 97
NJ 2001, 424
WM 2000, 2553
WM 2001, 2553
Vielmehr besteht zur Erfüllung des Schriftformerfordernisses auch die Möglichkeit des § 126 Abs. 2 Satz 2 BGB, wonach es genügt, wenn über den Vertrag mehrere gleichlautende Urkunden aufgenommen werden und jede Partei die für die andere Partei bestimmte Urkunde unterzeichnet (…vgl. Senatsurteile BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178 Rn. 34 und vom 18. Oktober 2000 - XII ZR 179/98 - NJW 2001, 221, 222 f.).
Schon geringfügige, unwesentliche Änderungsvorschläge gegenüber dem unterbreiteten Vertragsangebot führen dazu, dass es für das Zustandekommen des Vertrags einer neuen Erklärung des Vertragspartners bedarf (BGH, Urt. v. 18.10.2000 - XII ZR 179/98, NJW 2001, 221, 222).
Eine Feststellungsklage kann deshalb insbesondere auch auf die Wirksamkeit oder den Bestand eines Vertrages (…BGH v. 27.5.2008 - XI ZR 132/07, Rn. 48;… v. 29.9.1999 - XII ZR 313/98, Rn. 44) oder dessen Inhalt (z. B. BGH v. 18.10.2000 - XII ZR 179/98) gerichtet werden.
Zwar reicht ein Briefwechsel, etwa die Übersendung eines Angebots und die Rücksendung einer Annahmeerklärung, zur Wahrung der Schriftform im Sinne des § 566 BGB a.F. nicht aus, weil sich die Willensübereinstimmung der Parteien dann nicht aus einer, sondern erst aus der Zusammenfassung zweier Urkunden ergibt (vgl. Senatsurteil vom 18. Oktober 2000 - XII ZR 179/98 - NJW 2001, 221, 223).
Insoweit ist es ohne Bedeutung, ob es sich um wesentliche oder unwesentliche Änderungen handelt (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2000 - XII ZR 179/98, NJW 2001, 221, 222).
Das gilt unabhängig davon, ob es sich um wesentliche oder unwesentliche Änderungen handelt (BGH 18. Oktober 2000 - XII ZR 179/98 -) .
Der vorliegende Fall gleicht - wie das Landgericht richtig ausgeführt hat - einer Klage auf Feststellung des Fortbestandes eines Mietverhältnisses (dazu BGH, Urteil vom 18.10.2000, XII ZR 179/98, juris Rn. 9).
Es reicht aber nicht aus, wenn eine der unterschriebenen Urkunden nur die Willenserklärung einer Partei enthält und sich die Willensübereinstimmung erst aus der Zusammenfassung beider Urkunden ergibt (BGH 18.10.2000 - XII ZR 179/98 - juris).
OLG Köln, 04.05.2016 - 13 U 258/15
LG Düsseldorf, 05.08.2008 - 4a O 211/07
LG Berlin, 10.09.2015 - 12 O 104/15

References: § 566
 § 150
 § 126
 § 126
 § 150
 § 566
 § 126
 BGH 
 § 566