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Timestamp: 2017-12-13 03:37:06+00:00

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Abmahnung durch Steuerberaterkammer
10.03.2006 09:21 |
ich bin ausgebildeter Steuerfachgeh. und staatl. gepr. Betriebswirt, sowie über eine Akademie habe ich einen Finanzwirt erlernt.
Ich habe in meinen bisherigen selbst. Arbeiten einen 2. Fehler gemacht.
ich habe zu Zwecken der Vorlage bei einer Bank für eine Finanzierung eines Kunden, der in der Aufbauphase ist, eine Einnahmen/Überschussrechnung erstellt, da er seine eigenen Erklärungen wirklich selber (Voranmeldungen)gemacht hatte.
ich hatte es ihm gezeigt, wie er es machen soll.
Da das Geschäft größer wurde, hatte ich ihm gesagt, dass hier mein Wissen zwar nicht aufhört aber er dieses selber und wenn er es nicht kann (egal aus welchen Gründen), er dass dann über einen Steuerberater machen lassen muss.
Dieser hat nun die Auswertung der Steuerberaterkammer vorgelegt.
Die hat mich abgemahnt.
Darauf hatte ich eine Stellungnahme geschrieben und denen mitgeteilt, dass das eigentlich für interne Firmenzwecke gewesen sei und dass ich dieses nicht als Steuerberatung ansehe, sondern für die beratung der Führung des Betriebes, also im inneren des Betriebes.
Die Abmahnkosten wurden auf einen Streitwert auf 5.100€ durch die Steuerberaterkammer festgesetzt.
Das ist schon ein verwunderlicher Wert, denn dieses besagt, dass in einem Streitfall alles zum Landgericht geht.- Dort herrscht Anwaltzwang! Und somit Kosten
Die Steuerberaterkammer hat dann einen Rechtsanwalt beauftrag, der von mir diese Unterzeichnung fordert
Seine Gebühren setzt er auf Streitwert 15.000,-€, daraus folgt nach §12 Abs.1 S.2 UWG VV-RVG mit Auslagen eine Unterlassungserklärung und eine Rechnungsanerkennung von 876,73€, die ich an dieseKanzlei zahlen soll.
habe die eigentlich alle eine Willkür?
Zunächst gehe ich davon aus, dass Ihnen die Steuerberaterkammer und auch der Rechtsanwalt eine Abmahnung, verbunden mit einer strafbewehrten Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung übersandt haben, in der Sie sich bei Versprechen einer Vertragsstrafe dazu verpflichten, das beanstandete Verhalten zu unterlassen. Sollte diese Annahme den tatsächlichen Gegebenheiten nicht entsprechen, so bitte ich Sie freundlichst um umgehende Mitteilung, da sich andernfalls die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts ändern kann.
Nach § 2 Steuerberatungsgesetz (StBerG) darf die Hilfeleistung in Steuersachen geschäftsmäßig nur von Personen und Vereinigungen ausgeübt werden, die hierzu befugt sind. Dies gilt ohne Unterschied für hauptberufliche, nebenberufliche, entgeltliche oder unentgeltliche Tätigkeit. Als Hilfeleistung ist nach § 1 Abs. 2 Nr. 2 StBerG wohl auch die Erstellung einer Einnahmen-/Überschussrechnung zu sehen, ohne Rücksicht darauf, ob diese für den internen Gebrauch Verwendung finden soll.
Die nach § 2 StBerG Berechtigten sind in § 3 StBerG abschließend aufgeführt (z.B. Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, niedergelassene europäische Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Steuerberatungs-, Rechtsanwalts-, Wirtschaftsprüfungs- und Buchprüfungsgesellschaften etc.). Offensichtlich fallen Sie unter keine der vorstehend als Berechtigten aufgeführten Berechtigten.
Ein Verstoß gegen § 2 StBerG kann ein wettbewerbswidriges Verhalten nach den §§ 3ff. UWG darstellen. Insoweit dürfte § 2 StBerG ähnlich wie § 1 Abs. 1 Rechtsberatungsgesetz (RBerG) zu den Vorschriften im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG, die dazu bestimmt sind, im Interesse der Marktteilnehmer, insbesondere der Verbraucher, das Marktverhalten zu regeln (vgl. BGH, Urteil vom 11.11.2004, Az. I ZR 182/02).
§ 4 StBerG enthält jedoch eine Reihe von Ausnahmen, bei denen Personen, die nicht als Berechtigte im Sinne von § 3 StBerG gelten, in beschränktem Umfange steuerberatende Tätigkeiten ausüben dürfen. Jedoch vermag ich auch hier nicht zu sehen, dass Sie unter eine der in § 4 StBerG genannten Personen fallen.
Nach § 5 StBerG dürfen andere als die in den §§ 3 und 4 bezeichneten Personen und Vereinigungen nicht geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leisten, insbesondere nicht geschäftsmäßig Rat in Steuersachen erteilen. Die in § 4 bezeichneten Personen und Vereinigungen dürfen nur im Rahmen ihrer Befugnis geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leisten. Dass auf Ihrer Seite eine geschäftsmäßige Tätigkeit vorliegt, setze ich angesichts Ihrer Angaben voraus.
Als letzter Ausweg bleibt dann nur noch § 6 StBerG. Nach § 6 Nr. 4 StBerG gilt das Verbot des § 5 StBerG nicht für das Buchen laufender Geschäftsvorfälle, die laufende Lohnabrechnung und das Fertigen der Lohnsteuer-Anmeldungen, soweit diese Tätigkeiten verantwortlich durch Personen erbracht werden, die nach Bestehen der Abschlussprüfung in einem kaufmännischen Ausbildungsberuf oder nach Erwerb einer gleichwertigen Vorbildung mindestens drei Jahre auf dem Gebiet des Buchhaltungswesens in einem Umfang von mindestens 16 Wochenstunden praktisch tätig gewesen sind. Inwieweit diese Voraussetzungen auf Sie zutreffen, vermag ich aus der Ferne nicht zu beurteilen.
Soweit Sie die vorstehenden Voraussetzungen nicht erfüllen, ist die Steuerberaterkammer nach § 8 Abs. 3 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) berechtigt, von Ihnen die Unterlassung der beanstandeten Handlungen zu verlangen. Der angesetzte Streitwert in Höhe von EUR 15.000,00 sowie die dabei entstehenden Anwaltskosten halten sich angesichts der Tatsache, dass es um eine Wettbewerbsangelegenheit geht, im üblichen Rahmen. Nach § 12 Abs. 1 UWG haben Sie bei einer berechtigten Abmahnung die entstehenden Anwaltskosten zu tragen.
Angesichts der Bedeutung der Angelegenheit und den hohen Kosten einer Abmahnung kann ich Ihnen nur dringend empfehlen, einen spezialisierten Rechtsanwalt aufzusuchen und sich eingehend beraten zu lassen. Gerne bin ich auch bereit, diese Aufgabe für Sie zu übernehmen. Sie können mich gerne für eine weitere Beauftragung kontaktieren und wir besprechen die Angelegenheit in Ruhe. Bitte beachten Sie jedoch, dass hierbei weitere Kosten entstehen, die von der Gegenseite u.U. nicht zu erstatten sind.
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