Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201979,%20246
Timestamp: 2019-02-21 20:57:42+00:00

Document:
BFH, 16.11.1978 - IV R 191/74 - dejure.org
Reiterhof - Pferdezucht - Gewerbebetrieb - Landwirtschaftlicher Betrieb
Ob ein Reiterhof als Einheit zu betrachten und insgesamt als Gewerbebetrieb oder als landwirtschaftlicher Betrieb zu beurteilen ist, richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls
BFHE 126, 220
DB 1979, 922
BStBl II 1979, 246
BFH, 13.01.1994 - IV R 79/92
Keine unterrichtende Tätigkeit, wenn Kunden im Fitness-Studio im wesentlichen in …
Beschränkt sich die Tätigkeit allerdings nicht auf das Vermitteln von Fertigkeiten, sondern werden im Zusammenhang mit der Unterrichtstätigkeit auch noch andere Leistungen angeboten, so kann je nach Art und Umfang dieser anderen Leistungen insgesamt eine gewerbliche Betätigung vorliegen (Senats-Urteil vom 16. November 1978 IV R 191/74, BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246, zum Reitunterricht auf einem Reiterhof).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist unter Landwirtschaft die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens zur Erzeugung und Verwertung von lebenden Pflanzen und Tieren zu verstehen (vgl. BFH-Urteil vom 16. November 1978 IV R 191/74, BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246 mit weiteren Rechtsprechungsnachweisen unter 2a).
Deshalb ist auch das Unterstellen und Füttern fremder Pferde gegen Entgelt regelmäßig als Tierhaltung i. S. des § 13 EStG anzusehen (BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246, und vom 16. Juli 1987 V R 22/78, BFHE 151, 204, BStBl II 1988, 83, zu § 25 des Umsatzsteuergesetzes 1967).
a) Werden neben dem Unterstellen und Füttern fremder Pferde gegen Entgelt weitere nicht zur Landwirtschaft gehörige und nicht nur unbedeutende Dienstleistungen und Tätigkeiten erbracht, die ihrer Art nach gewerblicher Natur sind, so kann nach der Rechtsprechung auch die dem Grunde nach landwirtschaftliche Pensionspferdehaltung als Gewerbebetrieb zu beurteilen sein, falls sich die Tätigkeiten gegenseitig bedingen und derart miteinander verflochten sind, daß nach der Verkehrsauffassung ein einheitlicher Betrieb anzunehmen ist (vgl. BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246 unter 3.; in BFHE 151, 204, BStBl II 1988, 83; vgl. ferner grundlegend zur einheitlichen Beurteilung unterschiedlicher Tätigkeiten: BFH-Urteil vom 29. Januar 1970 IV R 78/66, BFHE 98, 176, BStBl II 1970, 319).
Der gewerbliche Charakter der einheitlich zu beurteilenden Tätigkeit wurde vielmehr vor allem darauf gestützt, daß das Schwergewicht des Betriebs in der Erteilung von Reitunterricht lag (BFH-Urteile in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246, und in BFHE 151, 204, BStBl II 1988, 83).
bb) Geht man hingegen, wie dies möglicherweise der IV. Senat des BFH tut, davon aus, daß das Gewähren von Reitmöglichkeiten dem Grunde nach als gewerbliche Tätigkeit anzusehen ist (Urteil in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246 unter 2a cc), die mit der Pensionspferdehaltung untrennbar verbunden ist und damit auch nicht als landwirtschaftlicher Nebenbetrieb i. S. des § 13 Abs. 2 Nr. 1 EStG behandelt werden kann, so liegt eine teils landwirtschaftliche, teils gewerbliche Betätigung vor, die aber im Streitfall einen einheitlichen landwirtschaftlichen Betrieb darstellt.
Das gilt jedoch nur in dem Sinne, dass das in der Vorschrift genannte Verhältnis zwischen dem Tierbestand und der Größe der landwirtschaftlichen Fläche nicht überschritten werden darf (BFH-Urteil in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246).
Denn Dienstleistungen Dritten gegenüber --die der Erteilung von Reitunterricht vergleichbar wären (BFH-Urteil in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246)-- lägen nur dann vor, wenn fremde Tiere ausgebildet würden.
Beschränkt sich die Tätigkeit eines Steuerpflichtigen nicht auf das Vermitteln von Fertigkeiten, sondern werden im Zusammenhang mit der Unterrichtstätigkeit auch noch andere Leistungen angeboten, so kann je nach Art und Umfang dieser anderen Leistungen insgesamt eine gewerbliche Betätigung vorliegen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 173, 331, BStBl II 1994, 362; vom 16. November 1978 IV R 191/74, BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246; so auch HHR/ Brandt, § 18 EStG Rz 122;… Schmidt/Wacker, a.a.O., § 18 Rz 83; Blümich/Hutter, § 18 EStG Rz 106;… Pfirrmann in Kirchhof, a.a.O., § 18 Rz 50).
Landwirtschaft ist die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens zur Erzeugung und Verwertung von Pflanzen und Tieren (Urteil in BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246, m. w. N.).
Diese hypothetische Sichtweise ändert aber nichts an dem Umstand, dass das für die Landwirtschaft charakteristische Kriterium der Bodenbewirtschaftung weiterhin im Vordergrund sowohl der bewertungsrechtlichen als auch der einkommensteuerlichen Tatbestände steht (vgl. BFH, Urteile v. 16.11.1978, IV R 191/74; v. 29.06.1988, X R 33/82, juris;… s.a. BT/Drucks IV/1488, S. 45 ff. zu § 39 BewG a.F. und BT/Drucks IV/3568, S. 6 zu § 13 EStG).
Das Gericht weicht mit den vorstehenden Erwägungen nicht von der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ab, wonach die Ausbildung von (angekauften) Pferden zu Renn- und Turnierpferden unabhängig vom Alter und Ausbildungsstand sowie von einem späteren Weiterverkauf der Tiere an Dritte (selbst zu außerlandwirtschaftlichen Zwecken) grundsätzlich dem Bereich der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen ist, wenn nur der Betrieb seiner Größe nach eine ausreichende Futtergrundlage bietet und die Pferde nicht nur ganz kurzfristig dort verbleiben (vgl. dazu Urteile v. 16.11.1978, IV R 191/74, juris; v. 31.03.2004, I R 71/03, juris; v. 17.12.2008, IV R 34/06, juris).
BFH, 01.02.1990 - IV R 140/88
Umfang der Praxis eines Arztes für Laboratoriumsmedizin kann Freiberuflichkeit in …
Eine einheitliche Erfassung der Einkünfte ist stets dann geboten, wenn sich die Tätigkeiten gegenseitig bedingen und derart miteinander verflochten sind, daß der gesamte Betrieb nach der Verkehrsauffassung als einheitlich anzusehen ist (vgl. BFH-Urteile vom 29. Januar 1970 IV R 78/66, BFHE 98, 176, BStBl II 1970, 319; vom 25. April 1974 VIII R 229/71, BFHE 112, 499, BStBl II 1974, 543; vom 25. April 1978 VIII R 149/74, BFHE 125, 369, BStBl II 1978, 565; vom 16. November 1978 IV R 191/74, BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246; vom 30. November 1978 IV R 15/73, BFHE 126, 461, BStBl II 1979, 236; vom 17. März 1981 VIII R 149/76, BFHE 133, 557, BStBl II 1981, 746).
BFH, 01.04.1982 - IV R 130/79
Leitung einer privaten Sportschule kann freiberufliche Tätigkeit sein
Diese Voraussetzung ist immer dann erfüllt, wenn der Unterrichtende einen Teil des Unterrichts selbst erteilt; aber auch das regelmäßige Eingreifen in den Unterricht der mitarbeitenden Lehrer kann eine solche Beziehung begründen (BFH-Urteile vom 13. Dezember 1973 I R 138/71, BFHE 111, 105, BStBl II 1974, 213; vom 16. November 1978 IV R 191/74, BFHE 126, 220, BStBl II 1979, 246).
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References: § 13
 § 25
 § 13
 § 18
 § 18
 § 18
 § 18
 § 39
 § 13
 § 3
 § 51