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Timestamp: 2020-07-03 23:52:35+00:00

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Was sind außergewöhnliche Belastungen? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
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Neben Werbungskosten, Betriebsausgaben oder Sonderausgaben gibt es im deutschen Steuerrecht auch außergewöhnliche Belastungen (agB), die die zu zahlende Einkommensteuer verringern. Dabei versteht man unter einer außergewöhnlichen Belastung jede zwangsläufig größere Aufwendung eines Steuerpflichtigen gegenüber der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands. Als außergewöhnliche Belastung zählen etwa ein zu zahlendes Lösegeld oder Aufwendungen zur Linderung von AIDS. Im Gegenzug sind jedoch Aufwendungen für eine Hochzeitsfeier oder Geldbußen z.B. nicht abzugsfähig.
Mit oder ohne Abzug?
Außergewöhnliche Belastungen können in ihrer Höhe zum einen nicht in vollem Umfang geltend gemacht werden, sondern nur nach Abzug einer zumutbaren Belastung. Diese beurteilt sich nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte und dem Vorhandensein von Kindern. Als Kinder zählen jedoch gemäß § 33 III 2 EStG nur die, für die der Steuerpflichtige einen Anspruch auf einen Freibetrag nach § 32 VI EStG oder auf Kindergeld hat. Die zumutbare Belastung beträgt z.B. bei einem Steuerpflichtigen mit einem Kind und einem Gesamtbetrag der Einkünfte bis aktuell 15340 Euro genau zwei Prozent. Es gibt aber auch außergewöhnliche Belastungen, von denen keine zumutbare Belastung abgezogen wird, d.h. diese Aufwendungen sind ohne Kürzungen abzugsfähig. Dies sind etwa Aufwendungen für den Unterhalt und eine etwaige Berufsausbildung einer dem Steuerpflichtigen unterhaltsberechtigten Person oder der Hinterbliebenen-Pauschbetrag von 370 Euro.
Unterschied agB. und Steuerermäßigung?
Sowohl in § 33 EStG als auch in § 33a EStG wird davon gesprochen, dass die Einkommensteuer ermäßigt werden kann. In § 33b EStG heißt es sogar, dass bzgl. außergewöhnlicher Belastungen an Stelle einer Steuerermäßigung nach § 33 EStG ein Pauschbetrag geltend gemacht werden kann. Diese Formulierung darf jedoch nicht mit einer „echten“ Steuerermäßigung gemäß §§ 34c bis 35b EStG verwechselt werden, da diese von der tariflichen Einkommensteuer abgezogen wird und nicht vom Gesamtbetrag der Einkünfte. Dies macht ein Zahlenbeispiel deutlich: Besitzt ein Steuerpflichtiger ein zu versteuerndes Einkommen von 23900 Euro, so ergibt sich daraus aus der Grundtabelle für 2013 eine Einkommensteuer von 3763 Euro. Wenn der Steuerpflichte agB bzw. eine „unechte Steuerermäßigung“ in Höhe von 2000 Euro hätte, so hätte er ein zvE von 21900 Euro. Dies ergäbe eine ESt von 3197 Euro. Die von ihm zu zahlende Steuer hätte sich um 566 Euro verringert. Handelt es sich jedoch um eine „echte Steuerermäßigung“, d.h. z.B. um Aufwendungen bzgl. haushaltsnaher Dienstleistung, so beträgt seine zu zahlende Steuer nur noch 1763 Euro.

References: § 33
 § 32
 § 33
 § 33
 § 33
 § 33