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Timestamp: 2019-10-15 20:20:06+00:00

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BGH, 09.06.2005 - IX ZR 160/04 - dejure.org
BGH, 09.06.2005 - IX ZR 160/04
https://dejure.org/2005,538
BGH, 09.06.2005 - IX ZR 160/04 (https://dejure.org/2005,538)
BGH, Entscheidung vom 09.06.2005 - IX ZR 160/04 (https://dejure.org/2005,538)
BGH, Entscheidung vom 09. Juni 2005 - IX ZR 160/04 (https://dejure.org/2005,538)
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Vorausverfügung über Mietzins ist dem Grundpfandrechtsgläubiger gegenüber bei Beschlagnahme unwirksam, auch wenn an vorrangigen Grundschuldgläubiger abgetreten wird
Vorrang des Pfändungspfandgläubigers bei Beschlagnahme nach Abtretung des Mietzinsanspruchs
Fallen eines bereits vor Begründung des Grundpfandrechts abgetretenen Mietzinsanspruch in den Haftungsverband - Unwirksamkeit der Abtretung des Mietzinsanspruchs für eine unbewegliche Sache an einen bevorrechtigten Grundpfandrechtsgläubiger im Falle der Beschlagnahme ...
Erstreckung der Beschlagnahme auch auf vor Begründung eines Grundpfandrechts abgetretenen Mietzinsanspruch
Zur Frage der Wirksamkeit der Abtretung des Mietzinsanspruchs gegenüber einem beschlagnahmenden Gläubiger, der sein Grundpfandrecht erst danach erworben hat
Grundschuld: Mietzinsanspruch bleibt immer im Haftungsverband
Mietrecht - Abtretung eines Mietzinsanspruchs
Mietzinsanspruch fällt trotz Abtretung vor Begründung des Grundpfandrechts in den Haftungsverband
Verfügung über Mietzinsanspruch und beschlagnehmender nachrangiger Gläubiger, der sein Grundpfandrecht erst danach erworben hat
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 09.06.2005, IX ZR 160/04 (Haftungsverband der Grundschuld)" von RA Dr. Clemens Clemente, original erschienen in: ZfIR 2005, 655 - 658.
BGHZ 163, 201
NJW 2006, 993 (Ls.)
NJW-RR 2005, 1466
ZIP 2005, 1452
MDR 2005, 1280
DNotZ 2005, 919
NZM 2005, 915
WM 2005, 1371
Rpfleger 2005, 684
Dies gilt unabhängig davon, ob die Zwangsverwaltung aus einem dinglichen Recht am Grundstück oder aus einer persönlichen Forderung gegen den Grundstückseigentümer betrieben wird (BGH, Urteil vom 9. Juni 2005 - IX ZR 160/04, BGHZ 163, 201, 204).
Hat der Grundstückseigentümer die Mietforderungen für die Zukunft abgetreten, so ist diese Verfügung nach Maßgabe des § 1124 Abs. 2 BGB gegenüber dem Gläubiger unwirksam, zu dessen Gunsten das Grundstück in Beschlag genommen worden ist (vgl. BGH, Urteil vom 9. Juni 2005, aaO S. 204, 207 f;… vom 25. April 2007 - VIII ZR 234/06, NJW 2007, 2919 Rn. 21 ff;… vom 8. Dezember 2010 - XII ZR 86/09, NJW-RR 2011, 371 Rn. 15).
Die Regelung des § 1124 Abs. 2 BGB räumt daher im Falle der Konkurrenz von Beschlagnahme eines Grundstücks und vorausgegangener Abtretung künftiger Mietforderungen dem die Beschlagnahme betreibenden Gläubiger den Vorrang ein und weicht vom Prioritätsprinzip ab, weil die laufende Miete zu Gunsten der Grundpfandgläubiger als Haftungsobjekt dienen soll (BGH, Urteil vom 9. Juni 2005 - IX ZR 160/04, BGHZ 163, 201, 207 f;… vom 13. März 2008 - IX ZR 119/06, WM 2008, 801 Rn. 19).
Denn ohne die Beschlagnahme wird auch der Zugriff eines solchermaßen doppelt gesicherten Gläubigers auf die Mietforderungen nach der Regelung des § 1124 Abs. 2 BGB vereitelt, wenn ein anderer Gläubiger die Beschlagnahme des Grundstücks erwirkt, mag diesem auch nur ein nachrangiges Grundpfandrecht oder lediglich eine persönliche Forderung zustehen (BGH, Urteil vom 9. Juni 2005, aaO S. 203 ff).
Er kann und muss diese Forderungen also zunächst beschlagnahmen lassen, entweder nach § 828 ff ZPO (BGH, Urteil vom 9. Juni 2005 - IX ZR 160/04, BGHZ 163, 201, 208) oder durch Anordnung der Zwangsverwaltung (vgl. Bork, ZIP 2013, 2129 ff; Becker, ZInsO 2013, 2532).
Die Beschlagnahme, die das Absonderungsrecht eines persönlichen Gläubigers erst entstehen lässt (§ 80 Abs. 2 Satz 2 InsO), leitet beim dinglichen Gläubiger lediglich die Befriedigung aus dem belasteten Recht ein (BGHZ 163, 201, 208); sein Absonderungsrecht entsteht jedoch zuvor nach Maßgabe der jeweiligen materiell-rechtlichen Bestimmungen (…vgl. Bräuer aaO).
Die Regelungen in § 1124 Abs. 2, § 566b BGB, § 56 Satz 2, § 57b ZVG erfordern für Grundpfandgläubiger ab der Beschlagnahme, für Käufer ab Eigentumsüberschreibung und für Ersteher ab Zuschlag in der Zwangsversteigerung eine einander entsprechende Handhabung, da ihnen dieselbe Wertung zugrunde liegt (BGHZ 163, 201, 204 ff.).
Die Beschlagnahme der Mietforderungen kann durch deren Pfändung bewirkt werden; sie muss nicht durch Anordnung der Zwangsverwaltung erfolgen (BGHZ 163, 201, 208).
Deshalb schränkt § 1124 Abs. 2 BGB das Prioritätsprinzip ein (BGHZ 163, 201, 207 f).
Zutreffend ist, dass § 1124 Abs. 2 BGB entsprechend auch zugunsten der Verfahrensgläubiger einer Zwangsverwaltung eingreift, ohne dass es darauf ankommt, ob sie Grundpfandgläubiger sind (BGH, Urteil vom 9. Juni 2005 - IX ZR 160/04, BGHZ 163, 201, 204 unter II. 1. a, cc).
Auch hat der Bundesgerichtshof bereits entschieden, dass die Regelungen in § 1124 Abs. 2 BGB, § 566b BGB, § 56 Satz 2 und § 57b ZVG eine einander entsprechende Handhabung erfordern, da ihnen dieselbe Wertung zugrunde liegt (…Senatsurteil vom 25. April 2007 - VIII ZR 234/06, aaO Rn. 27; BGH, Urteil vom 9. Juni 2005 - IX ZR 160/04, BGHZ 163, 201, 204 ff.).

References: BGH 
 § 1124
 § 1124
 § 1124
 § 828
 § 1124
 § 566
 § 56
 § 57
 § 1124
 § 1124
 § 1124
 § 566
 § 56
 § 57