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Timestamp: 2019-06-26 13:22:45+00:00

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BVerwG, 05.12.2000 - 1 C 11.00 - dejure.org
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BVerwG, 05.12.2000 - 1 C 11.00 (https://dejure.org/2000,732)
BVerwG, Entscheidung vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 (https://dejure.org/2000,732)
BVerwG, Entscheidung vom 05. Dezember 2000 - 1 C 11.00 (https://dejure.org/2000,732)
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GG Art. 3 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1; Rechtsanwaltsversorgungsgesetz Rhld. -Pf. § 6 Abs. 1; Satzung des Versorgungswerks der rheinland-pfälzischen Rechtsanwälte § 23 Abs. 4
Berufsständisches Versorgungswerk; Beitrag; Mindestbeitrag; Beruf; Berufsausübung; Berufswahl; Gruppe typischer Fälle; Rechtfertigung der Berufsbehinderung; Gestaltungsspielraum
Berufsständisches Versorgungswerk; Beitrag; Mindestbeitrag; Beruf; Berufsausübung; Berufswahl; Gruppe typischer Fälle; Rechtfertigung der Berufsbehinderung; Gestaltungsspielraum.
Berufsständisches Versorgungswerk - Beitrag - Mindestbeitrag - Beruf - Berufsausübung - Berufswahl - Gruppe typischer Fälle - Rechtfertigung der Berufsbehinderung - Gestaltungsspielraum
VG Trier, 28.05.1998 - 6 K 484/97
OVG Rheinland-Pfalz, 30.11.1999 - 6 A 10183/99
BVerwG, 28.03.2000 - 1 B 18.00
NJW 2001, 1590
DVBl 2001, 741
Kommt eine Berufsausübungsregelung - wie im Falle der Klägerin - einer objektiven Berufszugangsregelung nahe, muss sie mit Allgemeininteressen gerechtfertigt werden, die so schwer wiegen, dass sie "den Vorrang vor der Berufsbehinderung" verdienen (Urteil vom 5. Dezember 2000 - BVerwG 1 C 11.00 - GewArch 2001, 164 - 167; BVerfG, Beschluss vom 6. Oktober 1987 - 1 BvR 1086/82 - BVerfGE 77, 84 ).
Die Höhe der nach Maßgabe der Verordnung in der hier anzuwendenden Fassung zu entrichtenden Abgaben führt aber jedenfalls angesichts der Kappungsgrenze in § 1 Abs. 1 Satz 2 BeitragsVO nicht dazu, dass die Institute in aller Regel und nicht nur in Ausnahmefällen wirtschaftlich nicht mehr in der Lage sind, ihre Geschäftstätigkeit auszuüben (Urteil vom 5. Dezember 2000 - BVerwG 1 C 11.00 - GewArch 2001, 164 ;… BVerfG, Beschlüsse vom 30. Oktober 1961 - 1 BvR 833/59 -, a.a.O. …und vom 3. Mai 2001 - 1 BvR 624/00 -, a.a.O.).
c) Soweit die Klägerin als zugelassene Rechtsanwältin Pflichtmitglied der Beklagten war, ist die landesrechtliche Regelung über die Pflichtzugehörigkeit und die damit verbundene Beitragsbelastung ferner am Maßstab des Art. 12 Abs. 1 GG zu messen (Urteil vom 5. Dezember 2000 - BVerwG 1 C 11.00 - Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 44).
aa) Mindestbeitragsregelungen, die zur Rechtsanwaltschaft zugelassene Pflichtmitglieder eines Versorgungswerks betreffen, haben berufsregelnden Charakter (Urteil vom 5. Dezember 2000, - BVerwG 1 C 11.00 - a.a.O.).
Die hier vorliegende maßvolle Höhe des Mindestbeitrags erfordert keine Erwägungen dahin, ob innerhalb der von der Mindestbeitragsregelung Betroffenen nicht nur einzelne durch Härteregelungen zu erfassende Sonderfälle, sondern bestimmte Gruppen typischer Fälle ohne zureichenden Grund wesentlich stärker als andere belastet werden (dazu Urteil vom 5. Dezember 2000, a.a.O.).
Sie berühren Art. 12 Abs. 1 GG dann, wenn sie infolge ihrer Ausgestaltung in einem engen Zusammenhang mit der Ausübung eines Berufs stehen und objektiv eine berufsregelnde Tendenz haben (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000, a.a.O.; unter Hinweis auf BVerfG, Urteil vom 08.04.1997 - 1 BvR 48/94 -, BVerfGE 95, 267, 302, m.w.N.).
Dabei ist allerdings in jedem Fall die weite Gestaltungsfreiheit des Normgebers auf dem Gebiet der Sozialordnung und dessen Einschätzungs- und Prognosevorrang zu beachten (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000, a.a.O.).
Aus einer typisierenden Regelung folgende geringfügige Ungleichbehandlungen, gewisse Härten oder Ungerechtigkeiten sind allerdings hinzunehmen (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000, a.a.O., unter Hinweis auf BVerfG…, Beschluss vom 28.11.1997, a.a.O.; siehe ferner BVerfG, Beschlüsse vom 02.07.1969 - 1 BvR 669/64 -, BVerfGE 26, 265, 275, und vom 15.10.1985 - 2 BvL 4/83 -, BVerfGE 71, 39, 50).
Ein solcher Eingriff kann also, wenn er eine einer Berufswahlregelung nahe kommende Berufsausübungsregelung darstellt, nur mit Gründen gerechtfertigt werden, die so schwer wiegen, dass sie die Berufsbehinderung rechtfertigen (vgl. BVerwG, Urteil vom 05.12.2000, a.a.O.).
Es steht im vorliegenden Fall auch kein Mindestbeitrag in Rede, der einer Berufswahlregelung nahe kommen kann, wenn aufgrund seiner Gestaltung ein angemessenes Einkommen nicht zu erlangen ist (vgl. dazu BVerwG, Urteil vom 05.12.2000, a.a.O.).
Wird eine Teilgruppe typischerweise sehr viel härter betroffen, dann können der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und Art. 3 Abs. 1 GG freilich eine gesetzliche Sonderbehandlung gebieten (…vgl. Jarass/Pieroth, GG, 8. Aufl., 2006, Art. 20 RdNr. 89; BVerfG, Beschluss vom 17.10.1984, BVerfGE 68, 155, 173 = NJW 1985, 963; BVerwG, Urteil vom 05.12.2000 - 1 C 11.00 -, NJW 2001, 1590 = DVBl. 2001, 743).
Ein Eingriff in das Grundrecht auf freie Berufswahl wäre nur gegeben, wenn die Klägerin infolge der Zahlung der Umlage wirtschaftlich nicht mehr in der Lage wäre, ihre Geschäftstätigkeit auszuüben (BVerwG, Urteil vom 5. Dezember 2000 - BVerwG 1 C 11.00 - Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 44; BVerfG, Beschluss vom 3. Mai 2001 - 1 BvR 624/00 - NVwZ 2001, 1264).
Ein Eingriff in das Grundrecht auf freie Berufswahl wäre aber nur gegeben, wenn Institute in aller Regel und nicht nur in Ausnahmefällen infolge der Zahlung der Erstattungsbeträge wirtschaftlich nicht mehr in der Lage wären, ihre Geschäftstätigkeit auszuüben (BVerwG, Urteil vom 5. Dezember 2000 - BVerwG 1 C 11.00 - Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 44 S. 15 f. = GewArch 2001, 164 ;… BVerfG, Beschlüsse vom 30. Oktober 1961 a.a.O. S. 186 f. …und vom 3. Mai 2001 a.a.O.).
OVG Sachsen, 19.10.2010 - 4 A 632/08
Beschränkung der Satzung des Versorgungswerks der Rechtsanwälte im Freistaat …
Bei dieser Beurteilung geht der Senat mit der neueren Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (grundlegend Urt. v. 5.12.2000, NJW 2001, 1590) davon aus, dass Vorschriften, welche die Höhe der Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken betreffen, wegen ihres engen Zusammenhangs mit der Berufsausübung vorrangig am Maßstab von Art. 12 Abs. 1 GG, ggf. auch in Verbindung mit Art. 3 Abs. 1 GG zu messen sind.
Die satzungsmäßige Erhebung von solidarischen Pflichtbeiträgen zur Gewährleistung einer angemessenen sozialen Absicherung durch eine leistungsfähige berufsständische Versorgung ist mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urt. v. 5.12.2000, a. a. O.) als Berufsausübungsregelung i. S. v. Art. 12 Abs. 1 GG und Art. 28 Abs. 1 SächsVerf anzusehen, die vorliegend durch vernünftige Gemeinwohlbelange gerechtfertigt ist (…SächsOVG, Urt. v. 25.5.2010, a. a. O.;… OVG NRW, Urt. v. 22.6.2010 - 17 A 1997/08 -, juris;… VGH BW, Urt. v. 11.9.1990, a. a. O.;… Urt. v. 19.11.2009 - 9 S 2931/08 -, juris;… anders BayVGH, Urt. v. 18.11.1991, a. a. O. und OVG Rh.-Pf., Urt. v. 1.2.2005, a. a. O. für abweichend gefasste Landesgesetze).
Die beitragsabhängige Vollversorgung auf der Grundlage des Solidarprinzips gewährleistet auch die finanzielle Stabilität des Versorgungsträgers, als einem Gemeinwohlbelang von hoher Bedeutung (BVerwG, Urt. v. 5.12.2000, a. a. O.; BVerfG, Beschl. v. 14.5.1985, BVerfGE 70, 1).
Übermäßige, an die Berufsausübung anknüpfende Beitragslasten können zudem die Berufsausübungsfreiheit verletzen (vgl. BVerfGE 95, 267, 302; BVerwG NJW 2001, 1590).
8 Wie die Beschwerde nicht verkennt, ist das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen Rechtsprechung stets von der Zulässigkeit einer Pflichtversorgung für Angehörige freier Berufe einschließlich der Rechtsanwälte ausgegangen (Urteil vom 5. Dezember 2000 BVerwG 1 C 11.00 Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 44 S. 17).
15 bb) Auch mit der Rüge einer Abweichung von der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in dem Urteil vom 5. Dezember 2000 BVerwG 1 C 11.00 (Buchholz 430.4 Versorgungsrecht Nr. 44) werden die Voraussetzungen für eine Revisionszulassung nicht dargelegt.
VGH Bayern, 18.12.2008 - 21 ZB 08.470
Pflichtmitgliedschaft im berufsständischen Versorgungswerk für Rechtsanwälte
OVG Niedersachsen, 20.07.2006 - 8 LC 11/05
Gesetzeswidriges Finanzierungssystem eines berufsständischen Versorgungswerks, …
OVG Rheinland-Pfalz, 21.01.2009 - 6 A 10445/08
Notarversorgung; einheitlicher Beitrag ab Altergrenze
VG Düsseldorf, 15.08.2007 - 20 K 3701/06
Einordnung der Feststellung einer Mitgliedschaft in einem berufsständischen …
OVG Rheinland-Pfalz, 12.06.2002 - 6 A 10220/01
OVG Niedersachsen, 27.04.2007 - 8 LA 29/07
Berufsständisches Versorgungsrecht: Rechtsanwaltsversorgung; Mindestbeitrag
Antrag auf Wiedereinsetzung in die Beschwerdebegründungsfrist - Zurechnung des …
OVG Niedersachsen, 08.03.2006 - 8 LA 2/06
Steuerberater; Befreiung von der Mitgliedschaft im Versorgungswerk
OVG Niedersachsen, 23.04.2010 - 8 LA 64/10
Gewährung von Prozesskostenhilfe für ein beabsichtigtes …
OVG Sachsen-Anhalt, 25.07.2011 - 2 L 247/09
OVG Saarland, 04.05.2006 - 1 Q 64/05
Festsetzung eines Höchstbeitrages als Regelbeitrag im Rahmen berufsständischer …
VG Ansbach, 24.06.2008 - AN 4 K 06.03836
Pflichtmitgliedschaft im berufsständischen Versorgungswerk
OVG Rheinland-Pfalz, 12.06.2002 - 6 A 10219/01
VG Köln, 29.09.2015 - 7 K 262/15
VG München, 23.04.2015 - M 12 K 14.4462
Pflichtmitgliedschaft in der Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung
VG Berlin, 19.04.2011 - 12 K 171.10
Pflichtbeitrag an das Rechtsanwaltsversorgungswerk nach Einkommenseinbruch
VG München, 08.09.2008 - M 3 K 07.2226
Rechtsanwalt und Orchestermusiker; keine Betragsermäßigung trotz zweifacher …
VG München, 19.02.2009 - M 12 K 08.4663
Beiträge zur Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung; Pflichtmitgliedschaft; …
VG München, 19.02.2009 - M 12 K 08.5524
Rechtsanwalts- und Steuerberaterversorgung; Pflichtmitgliedschaft; Befreiung; …
VG Wiesbaden, 22.05.2001 - 5 E 764/98
Anspruch auf Befreiung eines Rechtsanwalts von der Mitgliedschaft und von der …

References: Art. 3
 Art. 12
 § 6
 § 23
 § 1
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 12
 Art. 3
 Art. 12
 Art. 28