Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%202004,%202306
Timestamp: 2019-10-14 07:01:54+00:00

Document:
BGH, 14.09.2004 - XI ZR 11/04 - dejure.org
https://dejure.org/2004,287
BGH, 14.09.2004 - XI ZR 11/04 (https://dejure.org/2004,287)
BGH, Entscheidung vom 14.09.2004 - XI ZR 11/04 (https://dejure.org/2004,287)
BGH, Entscheidung vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04 (https://dejure.org/2004,287)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2004,287) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
VerbrKrG § 4 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 b, § 6 Abs. 2 Satz 2; BGB a. F. § 195, § 197, § 607, § 812
Unechte Abschnittsfinanzierung als Kredit mit veränderlichen Bedingungen; Geltung der Pflicht zur Angabe des Gesamtbetrags aller vom Verbraucher zur Tilgung des Kredits sowie zur Zahlung der Zinsen und sonstigen Kosten zu entrichtenden Teilzahlungen für eine unechte ...
Einbeziehung von Geldbeschaffungskosten und Bearbeitungsgebühr bei Ermäßigung des Zinssatzes wegen fehlender Gesamtbetragsangabe
Zur Frage der bei sog. unechter Abschnittsfinanzierung aus § 6 Abs. 2 Satz 2 VerbrKrG folgenden Ansprüche des Verbrauchers auf Erstattung nicht geschuldeter Zinsen; Verjährungsfrist von 30 Jahren auch für den Anspruch auf Erstattung gezahlter Einmalentgelte
Rechtsfolgen der Ermäßigung des Zinssatzes wegen unvollständiger Angabe des Gesamtbetrags aller zur Tilgung eines Kredits zu entrichtenden Teilzahlungen
Darlehensrecht - Ermäßigung des Zinssatzes nach § 6 Abs. 2 Satz 2 VerbrKrG
VerbrKrG a. F. § 4 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 Buchst. b, § 6 Abs. 2 Satz 2; BGB a. F. §§ 195, 197, 607, 812
VerbrKrG a. F. § 4 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 lit. b, § 6; BGB a. F. §§ 195, 197, 246, 812
Heilung eines formnichtigen Verbraucherdarlehensvertrages bei unechter Abschnittsfinanzierung
Laufzeitabhängige Vergütungen mit zinsähnlichem Charakter
NJW-RR 2005, 483
ZIP 2004, 2180
MDR 2005, 43 (Ls.)
WM 2004, 2306
BB 2004, 2542
DB 2004, 2807
Der Darlehensnehmer nimmt in diesem Falle ein um den Betrag des Bearbeitungsentgelts erhöhtes Darlehen auf, wobei das Entgelt in der Regel bei Kreditauszahlung sofort fällig wird (Senatsurteil vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308).
Durch den Einbehalt wird das Bearbeitungsentgelt sogleich im Wege der internen "Verrechnung" an die Bank geleistet, so dass der Bereicherungsanspruch in vollem Umfang im Zeitpunkt der Valutierung des Darlehens entsteht (vgl. Senatsurteile vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308 …und vom 15. Juni 2010 - XI ZR 309/09, WM 2010, 1399 Rn. 15).
Vielmehr ist der Einbehalt lediglich als eine einvernehmlich bewirkte Verkürzung des Leistungsweges zu verstehen (vgl. Senatsurteil vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308), weil der Darlehensnehmer das mitkreditierte Bearbeitungsentgelt typischerweise nicht zur freien Verfügung erhalten soll (vgl. LG Nürnberg-Fürth, Urteil vom 30. Mai 2014 - 10 S 9217/13, S. 7, n.v.).
Zudem nahm er in zwei Entscheidungen aus dem Jahre 2004 an, ein Bearbeitungsentgelt in Höhe von 4% lasse sich auf Grund seiner ungewöhnlichen Höhe nicht mit dem einmaligen Aufwand der dortigen Beklagten bei der Darlehensgewährung rechtfertigen, so dass es als laufzeitabhängige Vergütung mit zinsähnlichem Charakter einzuordnen sei (Senatsurteile vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308 und XI ZR 10/04, juris Rn. 18).
Die kürzere Frist des § 197 BGB a.F. war nicht anwendbar, weil der Zwischenfinanzierungskredit nicht in regelmäßig wiederkehrenden Raten, sondern in einer Summe zu tilgen war (…vgl. Senatsurteile vom 24. Oktober 2000 aaO und vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308).
Aufgrund dessen schulden die Kläger der Beklagten statt des vereinbarten Vertragszinses für die gesamte Vertragslaufzeit, nicht nur für die Zinsfestschreibungsperiode, lediglich den gesetzlichen Zinssatz von 4% p.a.(Senatsurteil vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2309).
Auch soweit die Kläger mit ihrem vorrangig gestellten Hilfsantrag die Rückzahlung des Disagios beanspruchen (dazu Senatsurteile vom 4. April 2000 - XI ZR 200/99, WM 2000, 1243 ff. und vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308), wird sich das Berufungsgericht mit der von der Beklagten erhobenen Verjährungseinrede befassen müssen.
Auf den Rückzahlungsanspruch, der zunächst der regelmäßigen dreißigjährigen Verjährungsfrist nach § 195 BGB in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung unterlag (vgl. Senatsurteil vom 14. September 2004 aaO), findet ab dem Stichtag des 1. Januar 2002 gemäß Art. 229 § 6 Abs. 1 Satz 1 EGBGB die regelmäßige, kenntnisabhängige Verjährung der §§ 195, 199 BGB Anwendung (Senat BGHZ 171, 1, 6 ff. Tz. 17 ff.).
Für einen solchen Anspruch galt - wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat und auch die Revision nicht in Zweifel zieht - bis zum 31. Dezember 2001 die regelmäßige Verjährungsfrist von dreißig Jahren gemäß § 195 BGB aF (Senat, Urteil vom 14. September 2004 - XI ZR 11/04, WM 2004, 2306, 2308).
OLG München, 22.06.2006 - 19 U 1907/06
Banken müssen Kunden nicht auf unterlassene Angabe des effektiven Jahreszinses …
AG Essen, 19.03.2009 - 131 C 1/07
AG Essen, 19.03.2009 - 131 C 647/06
AG Essen, 19.03.2009 - 131 C 648/06
LG Mannheim, 26.10.2005 - 9 O 516/04

References: § 4
 § 6
 § 195
 § 197
 § 607
 § 812
 § 6
 § 6
 § 4
 § 6
 § 4
 § 6
 § 197
 § 195
 Art. 229
 § 6
 § 195