Source: http://dfff-ffa.de/haeufige-fragen.html
Timestamp: 2017-09-20 09:20:48+00:00

Document:
Ist Ihr Film antragsberechtigt?
Kann vor dem Bescheid mit den Dreharbeiten begonnen werden?
Wann wird eine Projektbescheinigung der BAFA benötigt?
Was ist für den Verleihvertrag zu berücksichtigen?
Wie hoch darf die Produzentengage sein?
Was ist bei Mehrfachbetätigung des Herstellers zu beachten?
Wie werden die deutschen Herstellungskosten (Anlage 11) berechnet?
Wie werden die anerkannten deutschen Herstellungskosten (Anlage 12) berechnet?
Was sind die tatsächlich in Deutschland ausgegebenen Herstellungskosten bzw. die sog. Mindesthöhe (Anlage 13)?
Wie hoch ist der Eigenanteil und wie wird er berechnet?
Was ist bei internationalen Koproduktionen zur berücksichtigen?
Wann zählen Unternehmen zu den KMU?
Häufige Fragen nach der Bescheidausstellung
Wie rufe ich die Raten ab?
Welche Fristen sind für das Projekt zu beachten?
Was ist die barrierefreie Fassung?
Wie wird ein Antrag auf Verkürzung der Sperrfristen gestellt?
Was ist bei der Schlussprüfung zu beachten?
Was ist der Exportbeitrag?
§ 7 Antragsteller
Antragsberechtigt ist der Produzent bzw. Koproduzent eines Films. Erfüllen im Falle einer Koproduktion mehrere Koproduzenten die Antragsvoraussetzungen, haben sie sich darüber zu einigen, wer den Antrag stellt.
Der Antragsteller muss als Unternehmer oder Person innerhalb der letzten fünf Jahre vor Antragstellung mindestens einen programmfüllenden Kinofilm (Referenzfilm) in den Kinos in Deutschland kommerziell ausgewertet haben. Der Referenzfilm muss bei Herstellungskosten von über zwei Millionen Euro mit mindestens 45 Kopien, bei Herstellungskosten bis zu zwei Millionen Euro mit mindestens 20 Kopien ausgewertet worden sein. Bei Dokumentarfilmen sind acht Kopien ausreichend.
Wenn Sie die Förderung für ein Erstlingswerk beantragen, genügt als Referenz die Zuerkennung einer Förderung durch BKM, FFA oder eine Filmförderungseinrichtung der Länder.
Falls das antragstellende Unternehmen seinen Sitz nicht in Deutschland hat und erst plant eine Niederlassung in Deutschland zu gründen, muss der Nachweis der deutschen Niederlassung spätestens zum Zeitpunkt der Auszahlung der Zuwendung erfolgen.
Für Unternehmen, die ihren Hauptsitz außerhalb der EU, des EWR oder auch der Schweiz haben, müssen die Bewilligungsvoraussetzungen (z.B. der Nachweis zum Referenzfilm) von der Tochtergesellschaft bzw. Niederlassung in Deutschland erfüllt werden.
2. Ist Ihr Film antragsberechtigt?
§ 8 Filmbezogene Voraussetzungen
Ihr Film ist antragsberechtigt, wenn er folgende Kriterien erfüllt:
Der Film hat eine Vorführdauer von mind. 79 Minuten. Bei Kinderfilmen sind 59 Minuten ausreichend
Die Gesamtherstellungskosten (ohne Rück- und Beistellungen) betragen mindestens 1 Mio. € (Spielfilm) bzw. 200.000 € (Dokumentarfilm) oder 2 Mio. € (Animationsfilm)
Mit den Dreh- oder Animationsarbeiten wurde noch nicht begonnen
Wenigstens eine Endfassung des Films muss in deutscher Sprache hergestellt werden. Eine untertitelte Fassung ist ausreichend
Seit dem 1.1.2013 muss zusätzlich wenigstens eine barrierefreie Endfassung hergestellt werden
Der Film ist weder gewaltverherrlichend oder pornografisch noch verstößt er gegen geltende Gesetze in der Bundesrepublik Deutschland
Es liegt eine verbindliche Verleihzusage eines Verleihers vor, der die notwendige Referenz erfüllt
Mindestens 25% der Kosten werden tatsächlich in Deutschland ausgegeben
Mindestens 20% der Finanzierung kommt aus Deutschland
Die erforderlichen Punkte und Kriterien des kulturellen Eigenschaftstests werden erfüllt
Nicht antragsberechtigt für den DFFF 1 ist Ihr Film, sobald er die projektbezogenen Voraussetzungen für eine Förderung nach dem DFFF 2 erfüllt.
§17 (2) Antragstellung und Antragsverfahren
Ein Projekt kann im Jahr jederzeit eingereicht werden, jedoch spätestens sechs Wochen vor Drehbeginn. Die Finanzierung muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu 75% geschlossen sein, zwischen 50%-75% sind ausreichend.
4. Kann vor dem Bescheid mit den Dreharbeiten begonnen werden?
§ 8 (6) Filmbezogene Voraussetzungen
Grundsätzlich kann erst nach Ausstellung des Zuwendungsbescheides mit den Dreharbeiten begonnen werden. In begründeten Ausnahmefällen kann ein Antrag auf vorzeitigen Drehbeginn bzw. Beginn der Animationsarbeiten gestellt werden. Das Formular dazu finden Sie im Downloadbereich.
Im Antrag ist zu begründen, welche zwingend inhaltlichen und produktionellen Umstände für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn vorliegen und warum der Antragsteller weiterhin auf die Fördermittel des DFFF angewiesen ist.
Bitte beachten Sie auch, dass dem Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn nur zugestimmt werden kann, wenn die grundsätzlichen Zugangsvoraussetzungen zum DFFF erfüllt werden, wie z.B. das Bestehen des kulturellen Eigenschaftstest oder die Vorlage einer verbindlichen Verleihzusage.
5. Wann wird eine Projektbescheinigung der BAFA benötigt?
Eine Projektbescheinigung der BAFA benötigen Sie nur, wenn Sie nach dem europäischen Übereinkommen produzieren und den kulturellen Eigenschaftstest des Übereinkommens verwenden möchten. Die Bescheinigung wird ausgestellt vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle http://www.bafa.de/bafa/de/wirtschaftsfoerderung/filmfoerderung/.
Hier erfahren Sie auch, welche Mitgliedsstaaten dem europäischen Übereinkommen beigetreten sind.
6. Was ist für den Verleihvertrag zu berücksichtigen?
§ 9 Kinoauswertung
Voraussetzung für die Förderung ist ein rechtsverbindlicher, unbedingter Verleihvertrag mit einem Verleiher, der die notwendige Referenz gemäß der Richtlinie der BKM erfüllt.
Bitte beachten Sie bei der Ausfertigung der Verträge, dass
die Theaterrechte in Deutschland nicht an Dritte sublizenziert werden dürfen
die Sperrfristen gemäß FFG eingehalten werden
die Mindestkopienanzahl laut § 9 der Richtlinie garantiert wird
Die Mindestkopienanzahl beträgt für Spiel-und Animationsfilme mindestens 45 Kopien, bei Zuschüssen unter 320.000 € mindestens 20 Kopien.
Dokumentarfilme müssen mit mindestens 8 Kopien herausgebracht werden.
7. Wie hoch darf die Produzentengage sein?
Anlage 1 Punkt 9 Herstellerhonorar, Sonderregelung für eigene Leistungen des Herstellers sowie für Mehrfachbetätigung
Der max. Ansatz für die Produzentengage beträgt 2,5% der Gesamtherstellungskosten (ohne vorherigen Ansatz der Gage), maximal jedoch 125.000 Euro.
Gesamtherstellungskosten: 3.250.000,00 €
Darin enthaltene Produzentengage: 80.000,00 €
(3.250.000 € - 80.000,00 € ) * 2,5% = 79.250,00 €
Der maximal Ansatz der Produzentengage beträgt in diesem Beispiel 79.250,00 € und kann lediglich in dieser Höhe kalkuliert werden.
Da sich bei internationalen Koproduktionen die Maximalansätze der Produzentenhonorare und Handlungskosten in den jeweiligen Ländern unterscheiden, können diese Ansätze zunächst in den Gesamtherstellungskosten (GHKI) enthalten sein.
Bei der Berechnung der Deutschen Herstellungskosten (DHK) und den weiteren Berechnungen (ADHK, Mindesthöhe) darf die Produzentengage jedoch nur in der maximal möglichen Höhe eingestellt werden.
8. Was ist bei Mehrfachtätigkeit des Herstellers zu beachten?
Anlage 1 Punkt 9 Herstellerhonorar, Sonderregelungen für eigene Leistungen des Herstellers sowie für Mehrfachbetätigung
Erbringt der Hersteller oder Koproduzent bzw. Inhaber, Allein- oder Mehrheitsgesellschafter des herstellenden Unternehmens eine zusätzliche Leistung und ist mehrfach tätig, sind bestimmte Gagenansätze zu berücksichtigen.
Regiegage: 4% der Gesamtherstellungskosten (ohne vorherigen Ansatz der Gage)
Herstellungsleiter: 2,7 % der Gesamtherstellungskosten (ohne vorherigen Ansatz der Gage)
Sachleistungen: Rabattierung um 25% gegenüber der Listenpreise
9. Wie werden die deutschen Herstellungskosten berechnet? (Anlage 12 des Antrages)
§ 4 Begriffsbestimmungen sowie § 49 EStG
Deutsche Herstellungskosten sind alle Kosten, welche für die Produktion in Deutschland ausgegeben werden. Also alle Dienstleistungen und Waren, die auf deutsche Rechnungen oder Verträge erfolgen. Dazu gehören ebenfalls die Kosten für die Gagen der deutschen Cast- und Crewmitglieder sowie die Personalkosten ausländischer Cast und Crew für die Zeit der Dreharbeiten in Deutschland.
Gesamte Herstellungskosten (Summe aus Anlage 10)
abzüglich aller Positionen mit ausländischen Rechnungen
= deutsche Herstellungskosten
Nicht zu den deutschen Kosten zählen:
Dolby Lizenz
Ausländische Cast und Crew im Ausland
Ausländisches Equipment in Deutschland
Bei der Kalkulation der deutschen Herstellungskosten ist dabei nicht entscheidend, wer die Kosten bezahlt, sondern ob es sich um deutsche Kosten handelt.
10. Wie werden die anerkannten deutschen Herstellungskosten berechnet?
(Anlage 13 des Antrages)
§ 16 Höhe der Zuwendung; zuwendungsfähige Herstellungskosten.
Anerkannte deutsche Herstellungskosten sind alle deutschen Kosten abzüglich der in §16 der Richtlinie aufgeführten Positionen. Außerdem dürfen hier die in Deutschland anfallenden Kosten für die Außendreharbeiten im Ausland nur bis zu 40% der gesamten Drehtage angerechnet werden. Bei Dokumentarfilmen entfällt die Obergrenze von 40% der Gesamtdreharbeiten.
Deutsche Herstellungskosten (Summe aus Anlage 11 des Antrages)
abzüglich aller Positionen in §14 der Richtlinie
abzüglich der in Deutschland anfallenden Kosten für die Außendreharbeiten im Ausland, die über die anerkannten Drehtage hinausgehen
Gemäß §14 zählen folgende Kosten nicht zu den anerkannten deutschen Herstellungskosten:
Schauspielergagen, soweit sie 15% der deutschen Herstellungskosten übersteigen
Kosten für Dreharbeiten und andere Arbeiten im Ausland, soweit diese nicht den Anforderungen §16 Abs. 4 entsprechen (siehe Frage 14).
-	Beiträge an die zentrale Dienstleistungsorganisation der deutschen Filmwirtschaft für die Au-ßenvertretung des deutschen Films.
Schauspielergagen (Haupt-und Nebendarsteller sowie Tagesrollen) bis 15% der deutschen Herstellungskosten
Nur für Dokumentarfilme: Archivmaterial bis zu 30% der deutschen Herstellungskosten
11. Was sind die tatsächlich in Deutschland ausgegebenen Herstellungskosten bzw. die sog. Mindesthöhe? (Anlage 14 des Antrages)
§ 12 Mindesthöhe der in Deutschland ausgegebenen Herstellungskosten
Von den Gesamtherstellungskosten müssen mindestens 25 % in Deutschland tatsächlich ausgegeben werden. Die in Deutschland entstehenden Kosten für Auslandsdreharbeiten können dafür jedoch nicht angerechnet werden.
Sind die Gesamtherstellungskosten höher als € 20 Mio., dann muss die Mindesthöhe mindestens 20 Prozent betragen.
Von den deutschen Kosten müssen alle in Deutschland anfallenden Kosten für die Auslandsdreharbeiten abgezogen werden. Hierunter fallen alle Gagen, das Filmmaterial sowie Equipment, welches in Deutschland angemietet und ins Ausland mitgenommen wurde. Auch Reisekosten zum Dreh im Ausland müssen abgezogen werden. Zusätzlich können keine Rück- und Beistellungen zu den tatsächlich in Deutschland ausgegeben Herstellungskosten zählen.
Deutsche Herstellungskosten (Summe aus Anlage 11)
abzüglich aller in Deutschland entstehenden Kosten für Auslandsdreharbeiten
12. Wie wird der Zuschuss berechnet?
Der Zuschuss beträgt bei Projekten mit deutschen Herstellungskosten bis € 8 Mio. 20 Prozent und bei Projekten mit deutschen Herstellungskosten über € 8 Mio. 25 Prozent der anerkannten deutschen Herstellungskosten (abgeschnitten nach der zweiten Stelle nach dem Komma) . Allerdings gilt generell eine Obergrenze von 80% des Gesamtbudgets, auf die maximal der Zuschuss berechnet werden kann. Der maximale Zuschuss beträgt € 4 Mio. pro Film.
1. Rechenbeispiel:
Herstellungskosten (HK): 4 Mio. Euro
Deutsche Herstellungskosten: 4 Mio. Euro
anerkannte deutsche Herstellungskosten: 3,5 Mio. Euro
Obergrenze: 3,2 Mio. Euro
(= 80 % der HK)
Berechnungsschwelle (Obergrenze): 3,2 Mio. Euro
Zuschuss: 640.000 Euro
2. Rechenbeispiel:
Deutsche Herstellungskosten: 3,5 Mio. Euro
anerkannte deutsche Herstellungskosten: 3 Mio. Euro
Berechnungsschwelle
(anerkannte deutsche Herstellungskosten) 3 Mio. Euro
Der Förderhöchstbetrag beträgt pro Film vier Millionen Euro, in Ausnahmefällen und auf Antrag zehn Millionen Euro. Dabei müssen mindestens 35% des Gesamtbudgets in Deutschland ausgegeben werden oder der Film muss im Eigenschaftstest mindestens zwei Drittel der möglichen Gesamtpunktzahl erreichen. Über einen solchen Antrag entscheidet der Beirat.
13. Wie hoch sind die Treuhandgebühren?
Projekte mit Bescheid vor dem 01.04.2017:
Die Treuhandgebühr für die Prüfung der Schlusskosten beträgt bis zu einer Fördersumme von 500.000 € 2% des bewilligten Zuschusses. Für eine Fördersumme, die über 500.000 € und bis zu 4 Mio. € beträgt, fällt zusätzlich eine Prüfgebühr von 0,25% an. Für einen über 4 Mio. € hinausgehenden Zuschuss werden 0,5% fällig.
Treuhandgebühren zählen zu den anerkannten deutschen Herstellungskosten.
Projekte mit Zuwendungsbescheid ab dem 01.04.2017:
Falls neben dem DFFF eine weitere durch die FFA abgewickelte Produktionsförderung (GMPF, BKM, Minitraité, FFA Produktionsförderung, Referenzmittel) in der Finanzierung enthalten ist, beträgt die Treuhandgebühr für die Prüfung der Schlusskosten 1,375% des bewilligten Zuschusses. Falls nur der DFFF und keine weitere der o.g. durch die FFA abgewickelte Produktionsförderungen in der Finanzierung enthalten ist, beträgt die Treuhandgebühr 1,65% des Zuschusses.
14. Was ist beim Auslandsdreh zu beachten?
Grundsätzlich ist für einen geplanten Dreh im Ausland ein begründeter Antrag auf Genehmigung der Auslandsdreharbeiten zu stellen (Anlage 20 des Antrags). Dieser Antrag kann formlos erfolgen und ist zusammen mit dem Förderantrag einzureichen. Je nach Filmart können die Außendreharbeiten im Ausland anerkannt werden oder nicht. Für Spielfilme können max. 40% der Gesamtdrehtage anerkannt werden können.
Für Dokumentarfilme entfällt diese Obergrenze. 100% der Außendreharbeiten im Ausland können anerkannt werden
Für Animationsfilme sind keine Animationsarbeiten im Ausland anerkannt
Das bedeutet, dass die deutsche Crew und Cast sowie Filmmaterial, Equipment, Requisiten und Kostümen, welche aus Deutschland angemietet wurden, in Höhe der anerkannten Außendrehtage im Ausland zu den anerkannten deutschen Herstellungskosten gerechnet werden können. Vorbereitungs-, Abwicklungs- und Reisetage im Ausland werden nicht bezuschusst. Damit die Flüge der Crew anerkannt werden können, müssen diese in Deutschland starten oder landen und über ein deutsches Reisebüro gebucht werden. Diäten können nur anerkannt werden, wenn Sie auf ein deutsches Bankkonto oder in Deutschland ausgezahlt werden.
Die deutsche Kamerafrau arbeitet auf einem Spielfilmprojekt mit insgesamt 35 Drehtagen, davon 19 in Deutschland und 16 im Ausland.
Von diesen 16 Drehtagen im Ausland sind 15 Drehtage ‚überwiegende‘ Außendrehtage (die Kamera steht überwiegend unter freiem Himmel) und ein Innendrehtag.
Der DFFF bezuschusst bei Spielfilmen deutsche Kosten für Außendreharbeiten im Ausland nur bis zu einer Obergrenze von maximal 40% der gesamten Drehtage (Inland und Ausland) des Projektes.
In unserem Beispiel gibt es zwar 15 Außendrehtage im Ausland, aber nur 40% von 35 Gesamtdreh-tagen können anerkannt werden, also maximal 14.
Die Kamerafrau hat einen Vertrag mit einer Vergütung von 46.020 Euro und insgesamt 78 Tagen, woraus sich eine Tagesgage von 590,- Euro ergibt. Es ergibt sich folgende Aufteilung:
davon innen 9 1
davon außen 10 5
max. Obergrenze im Ausland (40% der Gesamtdrehtage) keine 14 14
Arbeitstage pro Land 56 22
Anerkannte deutsche Kosten: In die anerkannten deutschen Kosten kommen nun alle deutschen Tage, also 56 PLUS die anerkannten Außendrehtage im Ausland, also 14. Es können insgesamt 70 Tage bezuschusst werden. Multipliziert mit der Tagesgage können also 41.300,00 Euro in die anerkannten deutschen Kosten übertragen werden.
Mindesthöhe: In die Mindesthöhe kommen nur die deutschen Tage, also 56 Tage. Multipliziert mit der Tagesgage können nun daher 33.040,00 Euro in die Mindesthöhe übertragen werden.
Tage in den deutschen Kosten 78
Tage in den anerkannten deutschen Kosten 70
30 Vorbereitungstage in Dtl. + 19 Drehtage in Dtl. + 5 Abwicklungs-/Post Tage in Dtl. + 2 Reisetage in Deutschland + 14 anerkannte Außendrehtage im Ausland
30 Vorbereitungstage in Dtl. + 19 Drehtage in Dtl. + 5 Abwicklungs-/Post Tage in Dtl. + 2 Reisetage in Dtl.
46.000,00 € 46.000,00 € 41.300,00 € 33.040,00 €
15. Was ist bei der Arbeit mit ausländischer Cast & Crew in Deutschland zu beachten?
Ausländische Cast- und Crewmitglieder werden für die Zeit, die sie in Deutschland tätig sind, voll anerkannt (Gagen & Lohnnebenkosten), da sie gemäß §49EStG in Deutschland beschränkt steuerpflichtig sind.
Ausschlaggebend für die Anerkennung dieser Kosten ist der Ort der Leistungserbringung. Sollte der ausländische Koproduzent Cast- und Crewmitglieder beschäftigen, die für die Dreharbeiten in Deutschland tätig sind, können diese Kosten anerkannt werden, wenn für die Schlussprüfung die entsprechenden Anstellungsverträge und Zahlungsnachweise vorgelegt werden.
16. Wie hoch ist der Eigenanteil und wie wird er berechnet?
Die Berechnung des Eigenanteils erfolgt laut §§ 63 und 64 FFG sowie § 33 der Richtlinie D.1 Projektfilmförderung. Demnach muss ein Eigenanteil in Höhe von mindestens 5% der Herstellungskosten nachgewiesen werden.
Bei internationalen Koproduktionen gilt der deutsche Finanzierungsanteil als Berechnungsgrundlage.
Ist ein öffentlich-rechtlicher TV-Sender an der Finanzierung beteiligt und wird im Sendervertrag ein Koproduktionsanteil ausgewiesen, so darf der Koproduktionsanteil des Senders abgezogen werden, um die Berechnungsschwelle für den Eigenanteil zu erhalten:
- Anteil int. Koproduzenten
- TV Anteil Koproduktion des öffentlich-rechtlichen Senders
= Berechnungsschwelle
Von dieser Berechnungsschwelle müssen 5% als Eigenanteil erbracht werden.
Barmittel der deutschen Hersteller
Investitionen Dritter (Barinvestitionen mit oder ohne Erlösbeteiligung). Investitionen können auch von Dritten aus dem Ausland erbracht werden, aber der Vertrag muss mit dem deutschen Hersteller geschlossen und der Geldfluss aufs deutsche Projektkonto nachweisbar sein.
Fremdmittel:
Nur Kredite mit unbedingter Rückzahlungspflicht
Rückgestellte Leistungen des Produzenten oder seiner festangestellten Mitarbeiter als Kreativer Produzent, Herstellungsleiter, Regisseur, Kameramann, Hauptdarsteller und rückgestellte Zahlungen für Verwertungsrechte des Produzenten an eigenen Werken wie bspw. am Roman, Drehbuch oder der Filmmusik, aber auch eigenes Archivmaterial.
Nicht dazu zählen: Handlungskosten, Sachleistungen des Herstellers und Sachleisterkredite der technischen Firmen oder andere rückgestellte Leistungen oder Rechte.
Lizenzvorabverkäufe:
Minimumgarantien von Verleihern
Minimumgarantien von Weltvertrieben
Sonstige Vorabverkäufe für deutsche Rechte (auch ins Ausland oder an Sales Agents)
Vorabverkäufe der Senderechte (privat oder öffentl.-rechtliche Sendelizenzen). Bei öffentlich-rechtlichen Sendern kann die Sendelizenz nur zum Eigenanteil gezählt werden, wenn diese vertraglich ausgewiesen wurde oder eine Bestätigung vom Sender über die entsprechende Höhe der Lizenz vorliegt. Bei Mischverträgen ohne Aufteilung in Koproduktions-und Lizenzanteil, kann keine Lizenzanteil zur Berechnung herangezogen werden.
Ausnahmen vom Eigenanteil:
Bei den ersten beiden programmfüllenden Filmen eines Herstellers kann der notwendige Eigenanteil durch die FFA auf Antrag gesenkt werden (§ 64 Abs. 1 FFG).
Das Gleiche gilt gem. § 64 Abs. 2 FFG für den Fall, wenn die Höhe der Herstellungskosten eines Filmvorhabens das Zweifache des Durchschnitts der Herstellungskosten aller im Vorjahr nach § 59 FFG geförderten Filmvorhaben übersteigt.
17. Was ist bei internationalen Koproduktionen zur berücksichtigen?
§ 14 Internationale Koproduktionen
Bei internationalen Koproduktionen muss der Antragsteller einen finanziellen Beitrag von mindestens 20 Prozent der Herstellungskosten erbringen, bei Herstellungskosten über € 25 Mio. ist ein finanzieller Beitrag von mindestens € 5 Mio. ausreichend.
Bei einer Gemeinschaftsproduktion unter Beteiligung eines Herstellers mit Sitz außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, muss der Antragsteller einen Referenzfilm nachweisen, den er allein oder als Koproduzent mit Mehrheitsbeteiligung hergestellt hat.
Für Koproduktionen, die nach dem Europäischen Übereinkommen hergestellt werden, wird der Eigenschaftstest allein anhand des in Anhang II des Europäischen Übereinkommens vorgesehenen Punktesystems durchgeführt.
Bei internationalen Koproduktionen werden die HU´s auf den deutschen Finanzierungsanteil berechnet.
Sie erhalten keinen Zuschuss, wenn der deutsche Beitrag lediglich in einer finanziellen Beteiligung besteht, ohne dass der deutsche Beteiligte für die Filmherstellung inhaltlich mitverantwortlich und aktiv in die Produktion eingebunden ist.
18. Können Anträge wiederholt gestellt werden?
§ 17 (5) Antragstellung und Antragsverfahren
19. Können Förderungen kombiniert werden?
Eine Kombination mit anderen Förderungen ist nur bis zur europarechtlich zulässigen Grenze für Förderungen von bis zu 50 Prozent bzw. bei einer Koproduktion mit Beteiligung eines Produzenten aus einem weiteren Mitgliedstaat der EU sogar bis 60 Prozent möglich. Bei der Berechnung der Förderintensität werden alle Förderungen außer MEDIA und Eurimages einbezogen.
20. Wie wird der Zuschuss steuerrechtlich behandelt?
21. Wann zählen Unternehmen zu den KMU?
Kleinstunternehmen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden in der EU-Empfehlung 2003/361 definiert. Diese Definition befindet sich auch in Anhang 1 der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) 651/2014 der Europäischen Kommission. Danach zählt ein Unternehmen zu den KMU, wenn es nicht mehr als 249 Beschäftigte hat und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen € erwirtschaftet oder eine Bilanzsumme von maximal 43 Millionen € aufweist.
Unternehmensgröße Zahl der Beschäftigten und Umsatz €/Jahr oder Bilanzsumme €/Jahr
kleinst bis 9 bis 2 Millionen bis 2 Millionen
klein bis 49 bis 10 Millionen bis 10 Millionen
mittel bis 249 bis 50 Millionen bis 43 Millionen
Diese Schwellenwerte gelten für Einzelunternehmen. Bei einem Unternehmen, das Teil einer größeren Gruppe ist, müssen je nach Höhe der Beteiligung die Mitarbeiterzahl und der Umsatz bzw. die Bilanzsumme der Gruppe mit berücksichtigt werden. Für statistische/empirische Analysen werden die KMU in der Regel nach der Zahl der Beschäftigten bzw. der Umsatzgröße abgegrenzt:
Kleines Unternehmen: bis 49 Beschäftigte und bis 10 Millionen € Umsatz/Jahr und kein kleinstes Unternehmen
Verflechtungen von KMU mit anderen Unternehmen können in den amtlichen Statistiken (noch) nicht berücksichtigt werden.
Antworten nach der Bescheidausstellung
1. Wann erfolgt die Auszahlung des Zuschusses?
§ 19 Auszahlung
Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt entweder nach Schlussprüfung des Projektes oder in Raten.
Zum Abruf der Raten nutzen Sie bitte das Abrufformular, welches Sie im Downloadbereich finden.
Wurde für das Projekt eine Ratenzahlung genehmigt, erfolgt die Auszahlung des Zuschusses in drei Etappen. Zum Abruf der jeweiligen Rate senden Sie bitte folgende Unterlagen an die zuständigen Förderreferent*innen:
1. Rate (33%) bei Drehbeginn und Schließung der Finanzierung
Formloser Abruf
Ein unterschriebenes Exemplar des Bescheides im Original
Erster Tagesbericht
Nachweise zur geschlossenen Finanzierung (100%).
Unterschriebener Prüfauftrag in Kopie (Das Original schicken Sie an die Schlussprüfer)
Nachweis über Wohn-/Geschäftssitz (ggf. Niederlassung) in Deutschland, wenn bei Antragstellung Sitz im Ausland
Die Liste der erforderlichen Unterlagen entnehmen Sie bitte Ihrem Bescheid. Für die Auszahlung der ersten Rate genügen die Zusagen der Förderungen, verbindliche Deal Memos von Verleih und Weltvertrieb sowie das Rechteckdatenblatt des Senders. Zur zweiten Rate müssen dann alle endgültigen Verträge vorgelegt werden.
2. Rate (33%) bei Fertigstellung des Rohschnittes
Nachweis über die Rohschnittabnahme (durch den Sender, Verleih oder Produzenten)
Letzter Tagesbericht
Vorlage aller endgültigen Verträge (Verleihvertrag, Sendervertrag, Darlehensverträge der Förderungen, Weltvertriebsvertrag etc.)
3. Rate (34%) nach Prüfung der Schlusskosten
Erklärung über das Einverständnis zum Prüfbericht
Nachweis vom Verleih über den erfolgten Kinostart mit Angabe der Kopienanzahl. Sollte der Film noch nicht im Kino gestartet sein, reicht zunächst eine Bestätigung vom Verleih über den geplanten Kinostart.
Ansichts-DVD zur Prüfung des Eigenschaftstests
Nachweis über die Einlagerung einer deutschen Fassung des Films im Bundesarchiv (kann auch nachgereicht werden)
Meldung des Exportbeitrages an die FFA, Frau Jule Wolff (Exportbeitrag@ffa.de)
Nähere Informationen zum Ablauf der Schlussprüfung finden Sie hier.
2. Wie rufe ich die Raten ab?
Der Ratenabruf erfolgt mit dem entsprechenden Abrufformular und bei Vorlage der notwendigen Unterlagen. Bei jedem Ratenabruf sind IBAN und BIC vom Projektkonto anzugeben. Das Abrufformular erhalten Sie im Downloadbereich der Webseite oder von einem der Förderreferent*innen. Mit dem Abruf der Rate muss bestätigt werden, dass die ausgezahlten Mittel zeitnah, spätestens jedoch innerhalb der nächsten 6 Wochen verwendet werden.
3. Welche Fristen sind für das Projekt zu beachten?
Die wichtigsten Fristen sind die Frist zur geschlossenen Finanzierung, der Drehbeginn, die Fertigstellung der deutschen Endfassung, der Kinostart und die Frist zur Schlussprüfung. Bitte beachten Sie, dass diese Fristen bindend sind und bei Nichteinhaltung der Bescheid erlischt. In begründeten Ausnahmefällen kann eine Verlängerung beantragt werden. Bitte setzen Sie sich dazu frühzeitig mit den Förderreferent*innen in Verbindung bzw. bei einer Fristverlängerung für die deutsche Endfassung und den Kinostart mit Frau Anja Geißen.
Geschlossene Finanzierung:
3 Monate nach Bescheidausstellung sind 100% der Finanzierung nachzuweisen.
4 Monate nach Bescheidausstellung muss spätestens mit den Dreharbeiten begonnen werden.
Fertigstellung der deutschen Endfassung:
Hierbei handelt es sich um ein vom Produzenten selbstgewähltes Datum, welches im Antragsformular angegeben wurde. Bei internationalen Koproduktionen ist zu beachten, dass es sich um den Nachweis für die deutsche Fassung handelt.
Sollten Sie die Frist nicht einhalten können, kann einmaliger ein Antrag auf Verlängerung der Frist gestellt werden. Wir bitten dies dringend zu beachten, da bei erneuter Fristüberschreitung der Bescheid automatisch erlischt.
Spätestens 1 Jahr nach Fertigstellung der deutschen Endfassung hat der Kinostart des Filmes zu erfolgen. Eine Verlängerung der Frist kann nur durch eine Ausnahmegenehmigung des Vorstandes der FFA erfolgen.
Ein Jahr nach Fertigstellung der deutschen Endfassung sollte ihr Projekt in die Schlussprüfung gehen. Alle wichtigen Hinweise zur Schlussprüfung finden sie hier.
4. Was ist die barrierefreie Fassung?
§ 8 (4) Filmbezogene Voraussetzungen
Die barrierefreie Fassung ist die Endfassung des Films in einer Version mit deutscher Audiodeskription und mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte.
Sie muss vor Auszahlung der letzten Rate der bewilligten Zuwendung und spätestens nach Fertigstellung der Nullkopie und vor Beginn der Kinoauswertung vorgelegt werden.
5. Wie wird ein Antrag auf Verkürzung der Sperrfristen gestellt?
§ 10 (1) Sperrfristen und Fernsehnutzungsrechte (DFFF-Richtlinie) und § 53 Sperrfristen (FFG)
Sofern den filmwirtschaftlichen Belangen nichts entgegensteht kann eine Verkürzung der regulären Sperrfristen genehmigt werden. Die Antragsstellung erfolgt laufend, jedoch frühestens nach erfolgtem Kinostart. Um eine rechtzeitige Bearbeitung des Antrags gewährleisten zu können, bitten wir Sie den Antrag frühzeitig einzureichen.
Sollten Sie für Ihr Projekt FFA- und DFFF-Förderung erhalten haben, können Sie mit einen gemeinsamen Antrag auf Verkürzung der Sperrfristen stellen. Das Antragsformular finden Sie im Downloadbereich. Dieses ist mit den dazugehörigen Unterlagen an Frau Stefanie Schütt von der FFA zu richten (Große Präsidentenstraße 9, 10178 Berlin).
Nähere Informationen zur Sperrfristverkürzung finden Sie hier.
6. Was ist bei der Schlussprüfung zu beachten?
Spätestens 1 Jahr nach Fertigstellung der deutschen Endfassung müssen Sie mit Ihrem Projekt in die Schlussprüfung gehen. Hierzu senden Sie verschiedene Unterlagen an den DFFF und die Prüfungsgesellschaften. Für Fragen rund um die Schlussprüfung stehen Ihnen die jeweiligen Förderreferent*innen des Projektes zur Verfügung. Detaillierte Informationen zum Ablauf und die Liste mit den einzureichenden Unterlagen finden Sie hier.
7. Was ist der Exportbeitrag?
§ 18 (2) Bewilligung
Grundsätzlich ist jeder Produzent verpflichtet, einen Exportbeitrag zu leisten, wenn ein Film mit FFA- oder DFFF-Förderung hergestellt und ins Ausland verkauft wurde. Der Exportbeitrag fällt auf alle Erlöse durch Auslandsverkäufe an, ebenso auf Minimumgarantien der Weltvertriebe, auch, wenn diese Gegenstand der Finanzierung des Filmes sind.
Der Beitrag beträgt 1,5% der Nettoerlöse, max. jedoch 50.000€.
Der Exportbeitrag ist der unmittelbare Beitrag der Filmwirtschaft zur Finanzierung der German Films Service + Marketing GmbH und ihren Aufgaben. Seit 2013 muss der Exportbeitrag direkt bei der FFA gemeldet werden. Er wird unmittelbar über die Produzenten und nicht mehr wie bislang über die Weltvertriebe erhoben. Für nähere Informationen zum Exportbeitrag wenden Sie sich bitte an Jule Wolff (Exportbeitrag@ffa.de).

References: § 7

§ 8

§17

§ 8

§ 9
 § 9

§ 4
 § 49

§ 16
 §16
 §14
 §14
 §16

§ 12
 §49
 § 33
 § 64
 § 59

§ 14

§ 17

§ 19

§ 8

§ 10
 § 53

§ 18