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Timestamp: 2019-05-24 03:34:19+00:00

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| 23.08.2018 13:04 |
Zusammenfassung: Ansatz der Einfuhrumsatzsteuer in der Umsatzsteuervoranmeldung
Unterschied zwischen Reverse-charge-Verfahren und innergemeinschaftlicher Erwerb bzw. Einfuhrumsatzsteuer im Hinblick auf den Vorsteuerabzug.
Ich habe eine Frage zum korrekten Ausfüllen der USt-Voranmeldung für die folgenden Vorfälle:
1. Warenlieferung aus Europa
Die Lieferung aus Europa (Bekleidungsartikel) sind in 89 (Steuerpflichtige innergemeinschaftliche Erwerbe) und 61 (Vorsteuerbeträge aus dem innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenständen) einzufügen, richtig? Wie sieht hierbei die Behandlung des Vorsteuerabzuges aus? Es ist ja nicht das Reverse Charge Verfahren, aber dennoch ist die Behandlung ähnlich?
2.Warenlieferung außerhalb Europa
Die Lieferungen von außerhalb Europa (Accesoires und Bekleidungsartikel) kommt in die Felder 52/53/67 (andere Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers) und das Reverse Charge Verfahren greift, oder?
Haben Sie eventuell noch Beispiele für Vorfälle, die die Punkte 46/47/67 und 52/53/67 betreffen?
Wenn Sie noch ein Beispiel für eine Werklieferung haben wäre das auch sehr hilfreich. Ein fertiges Produkt ist ja keine Werklieferung, oder?
Ausland Ausland Umsatzsteuer Behandlung Erwerb
Auf der Grundlage der erteilten Infomationen beantworte ich Ihnen die Frage wie folgt:
Der Vorsteuerabzug richtet sich nach § 15 Umsatzsteuergesetz; Umsatzsteuergesetz (UStG)
1. Die Voraussetzungen eines innergemeinschaftlichen Lieferung liegen grundsätzlich vor, wenn ein Unternehmer aus der EG Ihnen einen Gegenstand liefert. Der Ort der Lieferung befindet sich hier in dem anderen EG-Staat, weil sich der Ort der Lieferung grundsätzlich dort befindet, wo die Lierung beginnt und nicht dort, wo sie endet. Sie ist grundsätzlich im anderen EG-Staat steuerfrei und hier nicht als Lieferung, sondern als innergemeinschaftlicher Erwerb steuerbar und steuerpflichtig. Diese Umsatzsteuer schulden Sie als Unternehmer und können sie zugleich als Vorsteuer gem. § 15 Absatz 1 Nr. 3 UStG als Vorsteuer geltend machen.
2. Bei der Einfuhr aus nicht EG-Staaten - Drittländern - gibt es begrifflich keinen innergemeinschaftlichen Erwerb, sondern eine Einfuhr. Demzufolge wird Einfuhrumsatzsteuer erhoben. Diese Einführumsatzsteuer können Sie gem. § 15 Abs. 1 Nr. 2 UStG als Vorsteuer geltend machen. Hierbei handelt es sich nicht um das reverse-charge-Verfahren. Die Einfuhrumsatzsteuer ist demnach unter Kennziffer 62 einzutragen (s. auch http://umsatzsteuer-voranmeldung.taxpool.net/Umsatzsteuer-Voranmeldung-2018.pdf )
3. In den Fällen unter 1. und 2. befand sich der Ort der Lieferung grundsätzlich nicht in Deutschland. Der Umsatz war daher in Deutschland nicht steuerbar. Das (deutsche) Reverse-charge-Verfahren setzt jedoch gerade voraus, dass der Umsatz in Deutschland steuerbar und steuerpflichtig ist. Sonst entsteht keine Umsatzsteuerschuld. Also könnte die Umsatzteuerschuld dann auch nicht verlagert werden. Das übliche Reverse-charge Verfahren ergibt aus § 13b Absatz 5 Umsatzsteuergesetz.
Mit den unter 1. und 2. genannten Fällen hat dieses Verfahren gemein, dass der Empfänger einer Leistung im Ergebnis Steuerschuldner ist und er die eigene Steuerschuld als Vorsteuer geltend machen kann (hier gem. § 15 Absatz 1 Nr. 4 UStG).
Nur Informationshalber füge ich die - z. T. schwer verständlichen - Gesetzestexte bei. Aus der Bezugnahme in § 13 Absatz 5 Umsatzsteuergesetz unter anderem auf § 13 Absatz 1 UStG ergibt sich, dass das (deutsche) reverse-charge Verfahren eine Steuerpflicht der Lieferung/sonstigen Leisung in Deutschland voraussetzt.
Nachfrage vom Fragesteller	24.08.2018 | 17:47
Also verstehe ich es richtig dass im Fall 1 (Warenlieferung aus EU-Land) dieKennzifern 89/61 gelten und im Fall 2 wird die Einfuhrumsatzsteuer in Kennziffer 62 eingetragen.
Die Kennziffern 52/53/67 werden von Fall 2 nicht betroffen und bleiben somit leer.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.08.2018 | 19:33
Sie haben alles zutreffend erfasst.
1. innergemeinschaftlicher Erwerb in Kz 89
Vorsteuer hieraus in Kz. 61
2. Einfuhrumsatzsteuer in Kz. 62
Die Kz. 52/53/67 bleiben leer, weil kein Fall des § 13b Umsatzsteuergesetz vorliegt (keine steuerpflichtige Lieferung/sonstige Leistung im Inland)
Wenn Sie nur fertige Textilien ein- und verkaufen, beziehen und erbringen Sie keine Werklieferung. Hauptanwendungsfall einer Werklieferung ist z. B. die Errichtung eines Bauwerkes durch einen Bauunternehmer. Die Werklieferung ist in § 3 Abs. 4 Umsatzsteuergesetz definiert:
"§ 3 Lieferung, sonstige Leistung
(4) Hat der Unternehmer die Bearbeitung oder Verarbeitung eines Gegenstands übernommen und verwendet er hierbei Stoffe, die er selbst beschafft, so ist die Leistung als Lieferung anzusehen (Werklieferung), wenn es sich bei den Stoffen nicht nur um Zutaten oder sonstige Nebensachen handelt. Das gilt auch dann, wenn die Gegenstände mit dem Grund und Boden fest verbunden werden."
Ergänzung vom Anwalt 23.08.2018 | 19:42
Die Einfuhrumsatzsteuer selbst brauchen Sie nicht anzugeben. Die haben Sie ja schon beim Zoll bezahlt. Nur die entsprechende Vorsteuer müssen Sie eintragen.
Bewertung des Fragestellers 24.08.2018 | 19:44
"Perfekt. Gerne wieder!

References: § 15
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 § 3