Source: https://gmbh-gf.de/volkelt-brief-10-2018/
Timestamp: 2020-07-13 20:41:42+00:00

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Volkelt-Brief 10/2018 – Plattform für Geschäftsführer
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GmbH/Steuer: Hier prüft die NRW-Finanzverwaltung ganz genau
Nicht zuletzt wegen der Ankäufe Schweizer Steuer-CDs haben die nordrhein-westfälischen Finanzbehörden ein Hardliner-Image in Sachen Steuerprüfung. So veröffentlicht die NRW-Finanzverwaltung regelmäßig auch eine Liste der zentralen Prüffelder, die die Finanzämter bei den Steuererklärungen besonders gründlich prüfen. Das gilt für Privatpersonen, aber auch für GmbHs. Dabei haben die Finanzämter in NRW in diesem Jahr (betrifft die KSt-Erklärung 2017) folgende Sachverhalte in Sachen Körperschaftsteuer besonders im Visier:
Vorfälle nach § 8c KStG (Verlustabzug bei Kapitalgesellschaften),
die Liquidationsbesteuerung nach einer Betriebsaufgabe (Aufgabegewinne),
Veränderungen in den Beteiligungsverhältnissen in der GmbH (Veräußerungsgewinne),
die „Überprüfung und Pflege des Gesellschafterbestandes in Kapitalgesellschaften“ (was das auch bedeuten mag) und
die Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften gemäß § 17 EStG – also die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen beim GmbH-Gesellschafter im Rahmen seiner persönlichen ESt-Erklärung (Quelle: Liste der Zentralen Prüffelder für 2018, OFD NRW vom 9.1.2018).
In den genannten Fällen sollten Sie sich darauf vorbereiten, dass die Finanzbehörden neben den Angaben in der Steuererklärung zusätzliche Unterlagen anfordern werden. Das sind z. B. Kaufverträge über die Veräußerung eines GmbH-Anteils, Registereinträge und/oder Unterlagen zur Ermittlung der geltend gemachten Verluste. Bereithalten und für deckungsgleiche Angaben sorgen.
ACHTUNG: Im Koalitionsvertrag haben sich CDU/CSU/SPD jetzt darauf verständigt, hier ernst zu machen und Unternehmen, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben in Sachen Frauenquote halten, zu sanktionieren (Koalitionsvertrag Seite 24, Überschrift: „Gleichberechtigung“). Zum einen sollen die Geschäftsführer dazu angehalten werden zu begründen, warum sie keinen Frauenanteil in den TOP-Führungspositionen festlegen wollen. Zum anderen sollen Unternehmen, die ein Abweichen von einer Frauenquote nicht hinreichend begründen können, mit Geldstrafen belegt werden können.
Die Rede ist hier von Bußgeldern bis zu 10 Mio. EUR oder 5 % eines Jahresumsatzes. Danach soll gelten: „Wir wollen die Wirksamkeit des Gesetzes verbessern, indem wir die Nichteinhaltung der Meldepflicht für Zielvorgaben für Vorstände und Führungsebenen und die Begründungspflicht bei der Angabe Zielvorgabe „Null“ sanktionieren entsprechend den Bestimmungen des § 335 Handelsgesetzbuch (HGB)“. Aus der Wirtschaft hagelt es Kritik. Viele Unternehmen verweisen darauf, dass sie mit der bestehenden Geschäftsführung bzw. Führungsmannschaft gute wirtschaftliche Ergebnisse erzielen und derzeit keinen Grund sehen, eine erfolgreiche Führungsebene lediglich aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe auszutauschen.
Noch geht es lediglich um börsennotierte AGs oder um mitbestimmungspflichtige GmbHs. Davon betroffen sind in Deutschland ca. 2.000 Unternehmen, die meisten davon in der Rechtsform einer GmbH (> 500 Mitarbeiter). Nicht betroffen sind Unternehmen in der Rechtsform der GmbH & Co. KG oder Unternehmensgruppen, die von einer Stiftung verwaltet werden. Aber: Das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern hat für die GroKo einen hohen Stellenwert und mit dem Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen ist womöglich erst der Anfang dirigistischer Durchgriffe gemacht – es ist also nicht auszuschließen, dass der Gesetzgeber den Druck weiter erhöhen wird und auch kleinere Unternehmen einbeziehen wird.
Digital: Gibt es das digitale Gen für Unternehmer? – Was macht den Erfolg aus
Vorbild sind dabei meist die US-Manager, die bereits nachgewiesen haben, wie Erfolg in Zeiten von StartUps und Disruptiuon geht. Z. B. Larry Page und Sergey Brin, die Google von der Suchmaschine zum Digitalkonzern Alphabet weiterentwickelt haben. Sie zeichnen sich aus durch Führungsstärke, Mut, Risikobereitschaft, Innovationswille und Zielstrebigkeit – sie unterscheiden sich in ihrer sozialen Kompetenz von traditionellen Managern: Hierarchie spielt eine untergeordnete Rolle, statt Abschlüssen zählen Wille und Begeisterungsfähigkeit der Mitarbeiter. Gearbeitet wird in Projekten und Teams (Quelle: Studie der Personalberatung Russell Reynolds Associates). Fazit: Die alten Unternehmerpersönlichkeits-Merkmale bleiben gefragt – geändert hat sich vor allem der soziale Content.
GmbH/Recht: Noch mehr Vorteile mit dem Schiedsgerichtsverfahren
Eine sog. Kassennachschau darf nicht nur während der betriebsüblichen Geschäftszeiten durchgeführt werden, sondern auch außerhalb der Geschäftszeiten, wenn im Unternehmen noch oder schon gearbeitet wird (Quelle: Entwurf eines BMF-Schreibens zur Änderung des Anwendungserlasses zu § 146b AO).
Mitarbeiter/Kosten: Höhere Mindestlöhne in 3 Branchen
Schlagwörter Anstellungsvertrag, BGH Urteil v. 14.7.2015, Digitales Gen, Frauenquote, Geschäftsführer, Gesellschafter-Geschäftsführer, GmbH, Haftung, Kassennachschau, Mindestlohn, NRW Finanzverwaltung, Prüfungsschwerpunkte, Schiedsgerichtsverfahren, Schwindel GmbH, Skalieren, Unternehmergesellschaft, VI ZR 463/14, Zielgröße, § 146b AO, § 36 GmbH Gesetz
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References: § 8
 § 17
 § 335
 § 146
 BGH 
 § 146
 § 36