Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201994,%203351
Timestamp: 2017-11-20 11:52:44+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1994, 3351 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 06.10.1994
§ 1 Abs. 2 Nr. 1 HWiG, Einladung durch den Kunden
Vorhergehende Bestellung - Privatwohnung des Kunden - Widerrufsrecht
Kein Widerrufsrecht bei Haustürgeschäft wegen Bitte des Kunden um Angebot entsprechend den von ihm eingesandten Unterlagen
§ 1 II Nr. 1 HWiG
Ausschluß des Widerrufsrechts bei telefonisch vereinbartem Hausbesuch zur Fortführung von Vertragsverhandlungen
HWiG § 1 Abs. 2 Nr. 1
Zum Widerrufsrecht nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 HWiG
Begriff der vorhergehenden Bestellung im Falle bereits eingeleiteter Vertragsverhandlungen
Vertreterbesuch auf Bestellung - kein Widerrufsrecht! (IBR 1996, 95)
NJW 1994, 3351
ZIP 1994, 1696
MDR 1994, 1182
VersR 1995, 51
WM 1994, 2206
BB 1994, 2310
BauR 1994, 758
ZfBR 1995, 18
Es ist zwar anerkannt, daß auch bei einer den Kunden unvorbereitet treffenden telefonischen Anfrage die Gefahr einer Überrumpelung bestehen kann und daß deswegen, wenn der Kunde in einem solchen Telefongespräch einem Hausbesuch zugestimmt hat, sein Widerrufsrecht nicht gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 2 HWiG ausgeschlossen ist (BGH, Urteil vom 29. September 1994 - VII ZR 241/93 = NJW 1994, 3351, 3352; BGHZ 109, 127).
Eines Schutzes des Verbrauchers bedarf es dagegen nicht, wenn die Bestellung auf seiner Initiative beruht (BGH, NJW 1994, 3351 (3352)), mithin nicht vom Unternehmer ausgegangen ist (OLG Köln, NJW-RR 1991, 377 = MDR 1990, 444; OLG Frankfurt, NJW-RR 1989, 494;… Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 312 Rn. 27;… Staudinger/Thüsing,a.a.O.).
Abzugrenzen ist die "Bestellung" im Sinne des § 1 Abs. 2 HWiG im Sinne der Erteilung eines Einverständnisses mit einem Hausbesuch vielmehr nur von der durch eine überraschende Kontaktaufnahme "provozierten" Bestellung, die nach dem Schutzzweck des Haustürwiderrufsgesetzes keine Bestellung im Sinne des § 1 Abs. 2 HWiG sein kann (BGH NJW 1990, 181, 183; BGH WM 1994, 2206, 2207).
(1) Ob bei der Bestellung von Waren eine "vorhergehende Bestellung des Kunden" anzunehmen ist, wenn der Kunde einen Vertreter des Gewerbetreibenden in seine Wohnung bestellt, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab (vgl. BGHZ 110, 308, 310 ff. = BGH, NJW 1990, 1732 ff.; vgl. ferner BGH, NJW 1994, 3351 f.).
OLG Jena, 04.12.1996 - 7 U 436/96
Maßgebend ist, dass nur eine freie Entscheidung des Kunden es rechtfertigt, die ihm bei Haustürgeschäften grundsätzlich eröffnete Widerrufsmöglichkeit abzuschneiden (BGH, Urteil v. 29. September 1994 - VII ZR 241/93 - sub 2., NJW 1994, 3351-3352).
Eines Schutzes bedarf der Verbraucher indes nicht, wenn die Bestellung auf seiner Initiative beruht (BGH NJW 1994, 3351 (3352)), mithin nicht vom Unternehmer ausgegangen ist (OLG Köln NJW-RR 1991, 377 = MDR 1990, 444; OLG Frankfurt NJW-RR 1989, 494;… Palandt/Grüneberg, a.a.O.;… Staudinger/Thüsing, a.a.O.).
Eines Schutzes des Verbrauchers bedarf es nicht, wenn die Bestellung auf seiner Initiative beruht (BGH, NJW 1994, 3351 (3352)), mithin nicht vom Unternehmer ausgegangen ist (OLG Köln, NJW-RR 1991, 377 = MDR 1990, 444; OLG Frankfurt, NJW-RR 1989, 494;… Palandt/Grüneberg, a.a.O., § 312 Rn. 27;… Staudinger/Thüsing,a.a.O.).
Auflassungsangebot nach Fristablauf
§ 326 BGB <Fassung bis 31.12.01> (vgl. nunmehr § 323 BGB <Fassung seit 1.1.02>), Aufgabe der eingeschränkten Differenztheorie (Surrogationstheorie)
Gegenseitiger Vertrag - Grundstück - Schadensersatz
Kein Anspruch des Verkäufers auf den Kaufpreis als Schadensersatz wegen Nichterfüllung bei Angebot der Auflassung
Gem. § 326 BGB untergegangenes Austauschverhältnis nicht durch Angebot der Vertragsleistung wieder herstellbar
Schadensersatz wegen Nichterfüllung nach § 326 I BGB: Kein Schadensersatz nach der Surrogationstheorie bei § 326 I BGB, wenn der Gl. noch nicht geleistet hat.
Schadensersatzanspruch des Verkäufers wegen Nichterfüllung eines Grundstückskaufvertrages
Keine Anwendbarkeit der eingeschränkten Differenztheorie bei § 326 BGB
ZIP 1994, 1781
MDR 1995, 28
DNotZ 1995, 874
WM 1994, 2287
DB 1995, 724
Der Verkäufer hat nicht die Möglichkeit, Schadensersatz in der Weise geltend zu machen, dass er Zug um Zug gegen Erfüllung seiner vertraglichen Leistungspflicht die ihm geschuldete Gegenleistung verlangt (BGH, Beschl. v. 6. Oktober 1994 - V ZR 92/94, NJW 1994, 3351;… Urt. v. 25. Juni 1999 aaO S. 3117).
Solange er das nicht getan hat, kann die Verweigerung der Gegenleistung keinen Annahmeverzug des Gläubigers begründen (BGH, Beschluss vom 6. Oktober 1994 - V ZR 92/94, WM 1994, 2287, 2288).
Demgemäß hat der Senat in Abkehr von seiner früheren Rechtsprechung ausgesprochen, daß der Gläubiger nicht die Möglichkeit hat, Schadensersatz in der Weise geltend zu machen, daß er Zug um Zug gegen Erfüllung seiner vertraglichen Leistungspflicht die ihm geschuldete Gegenleistung verlangt (vgl. Senatsbeschl. v. 6. Oktober 1994, V ZR 92/94, NJW 1994, 3351;… a.A. BGB-RGRK/Ballhaus, 12. Aufl., § 325 Rdn. 15;… Staudinger/Otto, BGB, 1995, § 326 Rdn. 153).
Mit dem Ablauf der von dem Beklagten für die Zahlung des restlichen Kaufpreises gesetzten Frist am 22. Januar 1999 sind die Erfüllungsansprüche aus dem Kaufvertrag vom 22. September 1997 erloschen (…vgl. BGH, Urt. v. 11. Mai 1988, VIII ZR 138/87, WM 1988, 1171, 1172, Senat, Urt. v. 28. Oktober 1988, V ZR 94/97, NJW-RR 1989, 201, 202; Beschl. v. 6. Oktober 1994, V ZR 92/94, WM 1994, 2287, 2288;… Urt. v. 25. Juni 1999, V ZR 190/98, WM 1999, 1726, 1728;… RGZ 345, 347 f;… Erman/Battes, BGB, 10. Aufl., § 326 Rdn.36;… Soergel/Wiedemann, BGB, 12. Aufl., § 326 Rdn. 48;… Staudinger/Otto, BGB [2001], § 326 Rdn. 149, 154).
Überdies kann der Verkäufer im Rahmen des § 326 BGB Schadensersatz nicht in der Weise fordern, daß er Zug um Zug gegen Erfüllung seiner vertraglichen Leistungspflicht die ihm nach dem Vertrag geschuldete Gegenleistung verlangt (BGH, Beschluß vom 6. Oktober 1994 - V ZR 92/94 = NJW 1994, 3351 unter 2).
Der Verkäufer kann seinen Schadensersatzanspruch aus § 326 BGB nach dem vereinbarten Kaufpreis bestimmen, wenn er durch Übertragung des Besitzes an den Käufer vorgeleistet hat und dies zu einem wirtschaftlichen Totalverlust an den übergebenen Gegenständen geführt hat (Abgrenzung zu BGH, Urteil vom 06.10.1994 - V ZR 92/94 - NJW 1994, 3351).
Diese Rechtprechung hat der BGB jetzt für den Anspruch aus § 326 Abs. 1 Satz 2 BGB unter Hinweis auf das Erlöschen des Erfüllungsanspruchs aufgegeben (BGH-Urteil vom 06.10.1994-V ZR 92/94-NJW 1994, 3351).
Da der Kläger seine Gegenleistung durch Anteilsübertragung und Gewährung von Bareinlage bereits vollständig erbracht hatte, besteht schließlich auch nicht die Gefahr, trotz Umwandlung des primären Austauschverhältnisses in ein sekundäres Abwicklungsverhältnis die erloschenen Primär- und Erfüllungsansprüche noch als fortwirkend fingieren (vgl. zu derartigen Fallkonstellationen BGH ZIP 1994, 1781, 1782; BGH WM 1999, 1726, 1727).
Denn dass etwa bei Vereinbarung von Geldleistungen der Kläger das Recht hätte, den sich aus der Vereinbarung der Parteien über das Wertverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung ergebenden Kaufpreis als Ersatz eines Mindestschadens zu beanspruchen, steht außer Frage (insoweit auch vom BGH ZIP 1994, 1781, 1782; BGH WM 1999, 1726, 1727 keinesfalls ausgeschlossen).

References: § 1

§ 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 312
 § 1
 § 1
 BGH 
 § 312

§ 326
 § 323
 § 326
 § 326
 § 326
 § 326
 § 325
 § 326
 § 326
 § 326
 § 326
 § 326
 § 326
 § 326
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH