Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%201985,%20517
Timestamp: 2020-02-19 12:47:05+00:00

Document:
BFH, 23.05.1985 - IV R 198/83 - dejure.org
https://dejure.org/1985,294
BFH, 23.05.1985 - IV R 198/83 (https://dejure.org/1985,294)
BFH, Entscheidung vom 23.05.1985 - IV R 198/83 (https://dejure.org/1985,294)
BFH, Entscheidung vom 23. Mai 1985 - IV R 198/83 (https://dejure.org/1985,294)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1985,294) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1, § 4 Abs. 3
Steuerberater - Unternehmensbeteiligung - Selbständigkeit - Betriebsvermögen
Zur Frage der Betriebsvermögenseigenschaft einer GmbH-Beteiligung bei einem Steuerberater
BFHE 144, 53
NJW 1985, 2495
BB 1985, 2024
BStBl II 1985, 517
Dies gilt ungeachtet des Umstands, dass "Geldgeschäfte" --zu denen die Rechtsprechung auch die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft zählt-- bei einem Freiberufler in der Regel nicht betrieblich veranlasst sind, weil sie nicht dem maßgebenden Berufsbild entsprechen (so BFH-Urteil vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517, unter 1.).
Gleiches galt für die Beteiligung an einer Autowaschstraßen-GmbH, die ein Steuerberater gemeinsam mit Mandanten eingeht (BFH-Urteil in BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517, unter 1.).
Diese Unterscheidung ist gemeint, wenn die Rechtsprechung in letzter Zeit darauf abstellt, ob das "Geldgeschäft" ein eigenes wirtschaftliches Gewicht hat und deswegen aus der freiberuflichen Tätigkeit auszuscheiden ist (vgl. BFH-Urteile vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517; vom 12. Januar 1984 IV R 89/81, nicht veröffentlicht --NV--, Juristisches Informationssystem --juris--).
Sie beruht auf dem Umstand, daß den in § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG genannten freien Berufen jeweils ein eigenes Berufsbild zugrunde liegt, das auch den zugehörigen Betrieb prägt und begrenzt (BFH-Urteil vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517).
Aber selbst ein bilanzierender Angehöriger der freien Berufe kann nicht in demselben Umfang gewillkürtes Betriebsvermögen bilden, wie ein Gewerbetreibender; vielmehr wird der Umfang des Betriebsvermögens durch die Erfordernisse des Berufs begrenzt (BFH in BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517, m. w. N.).
Zur Unterscheidung hat die Rechtsprechung in letzter Zeit darauf abgestellt, ob das "Geldgeschäft" ein eigenes wirtschaftliches Gewicht hat, und deswegen aus der freiberuflichen Tätigkeit auszuscheiden ist (vgl. BFH in BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517; Urteil vom 12. Januar 1984 IV R 89/81, nicht veröffentlicht - NV -).
bb) Danach sind Geldgeschäfte, die ihrer Art nach zu Einkünften i.S. des § 20 EStG führen, grundsätzlich getrennt von der freiberuflichen Tätigkeit zu beurteilen (BFH-Urteile vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517; vom 31. Mai 2001 IV R 49/00, BFHE 195, 386, BStBl II 2001, 828; vom 12. Januar 2010 VIII R 34/07, BFHE 228, 212, BStBl II 2010, 612), insbesondere wenn es dem Steuerpflichtigen im Wesentlichen auf den Ertrag aus der Kapitalanlage ankommt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 228, 212, BStBl II 2010, 612, m.w.N.).
BFH, 17.04.1986 - IV R 115/84
1. Tauschvorgänge in der Überschußrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG - 2. Der Erwerb …
a) Anschaffungsvorgänge führen nur dann zu Betriebsausgaben, wenn sie betrieblich veranlaßt sind (vgl. BFH-Urteil vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517).
Demgegenüber hat die Sonderstellung, die Angehörige der freien Berufe gegenüber Gewerbetreibenden genießen, auch zur Folge, daß sie Betriebsvermögen nur in dem Rahmen bilden können, der durch das freiberufliche Berufsbild geprägt ist (vgl. BFH-Urteile vom 22. Januar 1981 IV R 107/77, BFHE 133, 168, BStBl II 1981, 564; in BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517, m. w. N.).
Handelt es sich bei der Beteiligung um eine solche i. S. von § 17 Abs. 1 EStG, so muss darüber hinaus feststehen, dass nicht nur keine Ausschüttungen zu erwarten sind, sondern dass auch nicht mit Wertsteigerungen zu rechnen ist, aus denen sich aufs Ganze gesehen ein Überschuss der Erträge über die Aufwendungen ergibt (vgl. BFH-Urteile vom 9. August 1983 VIII R 276/82, BStBl II 1984, 29; vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BStBl II 1985, 517; vom 8. Oktober 1985 VIII R 234/84, BStBl II 1986, 596;… vom 30. März 1999 VIII R 70/96, BFH/NV 1999, 1323, und vom 2. Mai 2001 VIII R 32/00, BStBl II 2001, 668).
Ertraglosigkeit allein nimmt zwar einer Beteiligung noch nicht die Eignung, Kapitalanlage von § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG zu sein (BFH-Urteile vom 9. August 1983 VIII R 276/82, BStBl II 1984, 29, und vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BStBl II 1985, 517).
Notwendiges Betriebsvermögen verneint hat der BFH hingegen bei der Beteiligung eines Steuerberaters an einer Autowaschstraßen-GmbH (BFH-Urteil vom 23. Mai 1985 IV R 198/83, BFHE 144, 53, BStBl II 1985, 517).
BFH, 14.11.1985 - IV R 254/84
Keine Rücklage nach § 1 Abs. 1 EntwLStG, wenn Kapitalanlage nicht betrieblich …
FG München, 12.11.1996 - 2 K 3259/92
BFH, 09.10.1986 - IV R 57/83
Betriebliche Veranlassung eines Ankaufs von Betriebseinrichtungsgegenständen …
FG Köln, 23.05.1996 - 13 K 1351/96
Nichtberücksichtigung von Betriebskosten; Beteiligung an einem Geldtransfer

References: § 18
 § 4
 § 18
 § 20
 § 4
 § 17
 § 20
 § 1