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Timestamp: 2020-08-08 17:28:00+00:00

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Künstliche Befruchtung & Altersgrenze: BGH Urteil & Studie zur IVF über 40!
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Von Silke|2020-01-10T23:16:14+02:0010. Januar 2020|14 Kommentare
In diesem Artikel möchte ich dir gerne das Urteil des Bundesgerichtshofs zum Thema künstliche Befruchtung und Altersgrenze vorstellen. Weiterhin möchte ich dir von einer Studie aus Israel berichten, die zum Thema künstliche Befruchtung bei 41 – 43 jährigen Frauen interessante Erkenntnisse veröffentlicht hat. Dieser Artikel verbindet also Informationen zur Übernahme der Behandlungskosten bei einer künstlichen Befruchtung mit der Frage, bis zu welcher Altersgrenze eine künstliche Befruchtung erfolgsversprechend ist.
Neues BGH Urteil: Altersgrenze & das Recht auf eine späte Mutterschaft
Künstliche Befruchtung: Altersgrenze & Fruchtbarkeit
Künstliche Befruchtung über 40 erfolgversprechend?
Künstliche Befruchtung: Altersgrenze bleibt ein Problem
Quellen zum Thema künstliche Befruchtung & Altersgrenze
Nachdem ein Paar aus Bremen geklagt hatte, weil ihre Behandlungskosten für mehrere IVF Versuche nicht von ihrer privaten Krankenkasse übernommen wurden, hat der Bundesgerichtshof im Dezember 2019 ein Urteil gesprochen: Das Alter der Frau ist allein kein Grund, die Kosten der künstlichen Befruchtung nicht zu übernehmen!
“Das Selbstbestimmungsrecht der Ehegatten umfasst grundsätzlich auch die Entscheidung, sich den Kinderwunsch in fortgeschrittenem Alter unter Inkaufnahme altersspezifischer Risiken zu erfüllen.”
Urteil des BGH vom 4.12.19 (AZ IV ZR 323/18).
Krankenkassen können damit tatsächlich verpflichtet sein, auch bei älteren Frauen die Kosten für eine künstliche Befruchtung zu übernehmen.
Alle Infos zum neuen BGH Urteil habe ich dir hier zusammengefasst! Dort findest du auch den Link zum BGH Urteil selbst.
Das Thema Alter und Fruchtbarkeit beschäftigt viele Frauen mit Kinderwunsch und ich erinnere mich selbst nur zu gut an meine eigene Unsicherheit als ich mit 38 Jahren angefangen habe über ein 2. Kind nachzudenken.
Sicherlich weißt du um die Zusammenhänge zwischen dem Alter der Frau und ihrer Fruchtbarkeit. Leider kann auch eine künstliche Befruchtung die abnehmende Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter nicht ausschalten. Die Erfolgschancen einer IVF oder ICSI sind definitiv altersabhängig, es stellt sich aber die Frage bis zu welcher Altersgrenze eine künstliche Befruchtung mit den eigenen Eizellen noch lohnt.
Dieser Frage ist eine neue Studie aus Tel Aviv in Israel nachgegangen. In dieser Studie wurden insgesamt 146 Frauen untersucht, die einen ersten IVF Versuch im Alter zwischen 41 und 43 Jahren begonnen hatten. Als Parameter für den Erfolg der IVF Therapie wurde die Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit und nicht die Schwangerschaftsrate verwendet.
Eine kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit von 33,6% konnte nach bis zu 13 IVF Versuchen festgestellt werden. Allerdings (und das ist die bessere Nachricht) lag sie nach 6 IVF Versuchen bei 28,8%.
Keine Frau und kein Paar wünscht sich 6 oder gar 13 IVF Versuche! Und mir ist klar, dass diese Zahlen nicht gerade erbaulich sind. Trotzdem finde ich die Ergebnisse hilfreich:
Die Studie liefert neue Hinweise darauf, dass eine künstliche Befruchtung über 6 Versuche hinaus bei Frauen im Alter von 41 bis 43 Jahren wenig erfolgsversprechend ist.
Positiv ist, dass eine kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit von 28,8% nach bis zu 6 IVF Versuchen einen Therapiebeginn durchaus argumentativ vertretbar machen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass im Vorfeld einer Behandlung eine ausführliche Beratung des Paares stattfinden sollte, bei der auf diese eingeschränkten Erfolgschancen hingewiesen wird. Eine Beratung kann vor zu hohen Erwartungen schützen!
Die Studie konnte eine abnehmende Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit der 41 bis 43 jährigen Frauen festhalten: Die kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit pro Behandlungszyklus lag bei den 42 jährigen Frauen bei 8%, bei den 42 jährigen bei 5,8% und bei den 43 jährigen Studienteilnehmerinnen bei 4,1%.
Neben dem Alter konnte als wichtigster Einflussfaktor auf den Erfolg der IVF Therapie das Rauchen nachgewiesen werden. Rauchen minimierte die Wahrscheinlichkeit auf eine Lebendgeburt um ca. 80%!
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Thema Alter und Altersgrenze bei Frauen über 40 Jahren, die über eine künstliche Befruchtung nachdenken, ein kaum lösbares Problem bleibt. Dies ist gerade in Deutschland der Fall, da hier immer noch die Eizellspende verboten ist.
Die Erfolgsaussichten einer IVF Therapie über 40 Jahre sind leider bescheiden, es gibt hier aus meiner Sicht wenig zu beschönigen. Auf der anderen Seite sind IVF Versuche im Alter zwischen 41 und 43 Jahren sicherlich nicht aussichtslos!
Eine umfassende Beratung des Paares erscheint besonders wichtig, um sorgfältig abzuwägen, ob dieser Weg mit all seinen Risiken und Belastungen wirklich der richtige ist.
Oshrit Lebovitz et al.: The expected cumulative incidence of live birth of patients starting IVF treatment at age 41 years or older. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.
M. Devesa1, R. Tur1, F.: I will use my own”: until what age? ESHRE Annual Meeting, Lisbon 2015.
Klipstein S, Regan M, Ryley DA, Goldman MB, Alper MM, Reindollar RH: One last chance for pregnancy: a review of 2,705 in vitro fertilization cycles initiated in women age 40 years and above. Fertility and Sterility, Volume 84, Issue 2, pages 435-445.
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Anonymous 30. Juli 2020 um 11:29 Uhr - Antworten
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit in einem Zyklus mit 49+ auf natürlichen Wege schwanger zu werden ? Ich selbst bin sehr gesund und fit. Treibe regelmäßig Sport und fühle mich wie Ende 30. Gibt es viele Frauen die mit 49 Jahren auf natürlichen Wege noch schwanger werden oder sind das Ausnahmen und Einzelfälle. Wie schätzen Sie die Erfolgschancen ein ? Mit 49+ bis 52 auf natürlichen Wege schwanger zu werden.
Silke 31. Juli 2020 um 15:58 Uhr - Antworten
Ich würde die Chance als sehr gering einschätzen und tatsächlich von Ausnahmen sprechen. Ich will hier ganz ehrlich mit Dir sein: Ich kenne keine einzige Frau, die mit 49+ auf natürlichem Wege schwanger geworden ist und ich bin seit mehr als 12 Jahren täglich mit Frauen und Paaren in diesem Themenfeld unterwegs. Du hast bestimmt schon gelesen, dass das primär mit den Eizellen zu tun hat, die im Laufe des fruchtbaren Lebens einer Frau immer weniger werden und vor allem auch immer weniger fähig sind sich zu einem gesunden Baby zu entwickeln. Deshalb steigt beispielsweise auch die Anzahl der nicht intakten Schwangerschaften und der Kinder, die nicht gesund oder behindert geboren werden, mit zunehmendem Alter an.
Anonymous 29. April 2020 um 17:32 Uhr - Antworten
Ich heiße Isabell, bin 51 Jahre alt, ich bin nicht verheiratet und habe einen neuen Partner mit Kinderwunsch. Ich bin sterilisiert, ist da eine künstliche Befruchtung noch möglich? Was kostet sie in etwa?
Silke 1. Mai 2020 um 0:41 Uhr - Antworten
eine künstliche Befruchtung kostet ab ca. 3000 Euro aufwärts. Ich kann es Dir nicht auf den Euro genau sagen, weil ein großer Teil davon die Medikamente umfasst, die man für die Stimulation braucht und die Menge variiert hier je nach Behandlungsprotokoll. Da Du sterilisiert bist, bleibt nur eine IVF oder Du lässt die Sterilisation rückgängig machen, was aber wiederum eine erneute OP bedeuten würde.
Die Chancen, mit 51 Jahren mit den eigenen Eizellen schwanger zu werden, sind sehr gering. Ich finde, da muss man wirklich sehr ehrlich sein. Ich persönlich (und ich arbeite nun schon mehr als 15 Jahre in diesem Themenfeld) kenne keine einzige Frau, die das geschafft hat. Leider sinkt die Fruchtbarkeit bereits ab 35 stark ab, ab 40 Jahren nochmal sehr stark und mit 51 Jahren steht die Menopause vor der Tür. Leider altern die Eizellen auch mit, d.h. selbst wenn du schwanger werden würdest, wäre das Risiko für eine Fehlgeburt oder ein evtl. nicht gesundes Kind relativ groß.
Sorry für diese schlechten News. Ich verbreite gerne Optimismus und unterstütze, wo ich kann, aber ich will auch so ehrlich wie irgendwie möglich sein.
Adrienne 16. Februar 2020 um 22:48 Uhr - Antworten
Ich werde jetzt 36 Jahre und würde nach 5 Jahren gern noch einmal eine IVF probieren, nachdem ich bei dem ersten Versuch eine FG hatte. Allerdings ist mein Freund 53 Jahre. Spielt sein Alter hierzulande eine Rolle? Er hat bereit 3 Kinder und wir möchten gern noch ein gemeinsames haben.
Silke 18. Februar 2020 um 18:39 Uhr - Antworten
ja, tatsächlich sieht § 27 a SGB V bei Kassenleistungen für eine künstliche Befruchtung Altersgrenzen vor. Das Mindestalter beträgt dabei 25 Jahre, das Höchstalter für die Frau 40 und für den Mann 50 Jahre. Eine Finanzierung durch die gesetzliche Krankenkasse kann deshalb schwierig werden. Ich würde mich aber trotzdem beraten lassen und den direkten Kontakt zu Euren Krankenkassen suchen.
Oksana 15. Dezember 2019 um 23:20 Uhr - Antworten
ich habe eine Frage, ich bin 46 Jahre alt, alleinstehend. Habe sehr großen Wunsch ein Kind zu bekommen. Ein guter Freund von mir ist bereit mich dabei zu unterstürzen und mir seine Samen zu spenden. Habe ich die Möglichkeit / Chance bei uns in Deutschland die Methode der künstlichen Befruchtung IVF durchführen zu lassen. Und wenn ja, mit welchen Kosten kann ich den rechnen. Vielen Dank im Voraus.
Herzliche Grüße Oksana
Silke 16. Dezember 2019 um 18:06 Uhr - Antworten
bitte nimm dazu Kontakt zu einem Kinderwunschzentrum in Deiner Nähe auf und bespreche Deine Situation. Ich bin mir nicht sicher, ob Du ein Kinderwunschzentrum finden wirst, dass hier im Boot ist und eine Behandlung durchführen würde. Zum einen ist die Konstellation der Samenspende durch einen Freund vermutlich rechtlich schwierig, vielleicht kann dies durch einen Vertrag gelöst werden. Das andere Problem ist leider Dein Alter, ab 40 Jahre und älter wird es schwierig mit einer IVF Erfolg zu haben.
Ich persönlich würde nach einem größeren Kinderwunschzentrum Ausschau halten, am besten eines, das auch eine Samenbank angegliedert hat.
Die Kosten sind leider für eine solche Behandlung recht hoch. Ich würde irgendwo zwischen 2.500 und 5000 Euro pro Versuch rechnen. Die große Differenz zwischen den Summen hängt damit zusammen, dass sich die Kosten wesentlich auch aus Medikamentenkosten und aus Zusatzleistungen ergeben. Es ist im Vorfeld oft nicht komplett einschätzbar wie viel Hormone Du beispielsweise für die Stimulation brauchen würdest, ob Du Eizellen für eine Kryokonservierung übrig hättest usw.
Simone 26. November 2019 um 7:59 Uhr - Antworten
Sind denn die Studienteilnehmerinnen Erstschwangere gewesen und ohne Krankheitsbild (PCOS etc)? Ich finde das ist nie ersichtlich und macht es zunehmend erschwerend eine Entscheidung zu treffen.
Silke 27. November 2019 um 5:07 Uhr - Antworten
ich habe gerade nochmal nachgeschaut: Es wird nur gesagt, dass die Frauen, deren Daten ausgewertert wurden, ihren 1. IVF Zyklus gestartet haben.
„A retrospective cohort study including 146 patients aged 41 years to <44 years who started their first IVF cycle attempt using autologous oocytes, between January 2006 and December 2013."
Wenn Du Infos zum Thema IVF über 40 ohne Krankheitsbild suchst, schau mal hier meine Artikel zu diesem Thema:
Idiopathische Sterilität: Welche Behandlung ist sinnvoll?
Nevim Demir 22. September 2019 um 8:58 Uhr - Antworten
Hallo Silke, ich bin 40 und möchte nun eine ICSI Behandlung. Was kostet das und übernimmt das die Krankenkasse noch aufgrund meines Alters??zur Info: Es gab beim ersten Kind Verdacht auf ein Gendefekt. Gibt es da eine Genuntersuchung? Kosten?
Silke 22. September 2019 um 20:28 Uhr - Antworten
Hallo Nevim,
40 Jahre ist genau die Grenze, ab der die gesetzlichen Krankenkassen leider nicht mehr zahlen. :-(
Warum möchtest Du eine ICSI, hattest Du davor schon Behandlungen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung? Und habt Ihr Diagnosen, die Eure Fruchtbarkeit einschränken?
Ich frage deshalb, weil in Deinem Alter (und verstehe mich hier bitte nicht falsch, ich bin selbst 46 Jahre alt) eine künstliche Befruchtung nicht immer die beste Option ist. Es lohnt sich genau hinzuschauen und abzuwägen.
Die Kosten für eine ICSI variieren sehr stark, weil ein Teil der Kosten die Medikamente machen und Du hier, je nach Behandlungsplan, unterschiedlich viel davon benötigst. Ich würde aber grob mit mindestens 2500 bis 3000 Euro rechnen, tendenziell eher mehr, auch gerne mal 4000 bis 5000 Euro. Ich finde, man muss das sehr klar sagen, um Überraschungen zu vermeiden.
Genuntersuchungen gibt es, hier lohnt es sich vermutlich bei der Krankenkasse nachzufragen, ob die das evtl. doch zahlen. Ich würde einfach anrufen und nachfragen, wie das bei Deiner Kasse geregelt ist.
Viktoria 8. September 2019 um 22:05 Uhr - Antworten
Ich bin 43 und habe schon einen Versuch mit IVF hinter mir.
Meine Problem ist nicht nur meine Alter – mein Mann ist auch ein paar Jahre älter als ich.
Ich wollte unbedingt und mein Mann hat Bedenken um die Zukunft des Kindes und ob er das schaffen kann.
Ich wollt noch mal probieren und versuche die letzte Zeit meinen Schatz dazu zu übereden.
Meine Frage, kann sich ein natürlicher Eisprung positiv auf die IVF auswirken , ob es mehr Chance gibt Schwanger zu werden und zu bleiben, oder spielt es keine Rolle.
Silke 9. September 2019 um 4:23 Uhr - Antworten
Danke für Dein Vertrauen. Was meinst Du genau mit “natürlicher Eisprung”? Ein Eisprung im Zyklus vor der IVF? Wenn ja, würde ich eher mit nein auf Deine Frage antworten und überlege gerade, ob es dazu irgendwelche Studien gibt. Jeder Zyklus ist wie ein neues Spiel, zudem wird bei einer IVF ja künstlich stimuliert und (wenn Du z.B. Ein langes Protokoll hast) die eigene Hormonproduktion lahm gelegt. Man kann, wenn man das FSH zu Beginn des Zyklus misst, einen Eindruck bekommen wie der Zyklus und evtl. der Stimulationserfolg ausfällt.
Wenn Du aber Eisprünge hast und sonst nichts dagegen spricht, könnt Ihr es auch immer natürlich versuchen. Jeder Zyklus und jeder Eisprung zählt. Was den Erfolg einer IVF angeht, so ist leider wirklich das Alter der Frau und auch die Zeit, die es ein Paar bereits versucht, sehr wichtig. Die Eizellen altern leider mit und auch wenn man sich überhaupt nicht alt fühlt, verlieren die Eizellen mit zunehmendem Alter ihre Potenz sich befruchten zu lassen und zu einem gesunden Baby zu entwickeln. Der Einfluss ist darauf sehr beschränkt, es hilft nur es weiter zu versuchen und auf das Glück zu hoffen, das es klappt.

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