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Timestamp: 2018-02-23 10:24:03+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 9 AZR 259/11
Schlag­worte: Arbeitszeit, Arbeitszeitverringerung, Leiharbeit, Zeitarbeit
Akten­zeichen: 9 AZR 259/11
Ent­scheid­ungs­datum: 13.11.2012
1. Dem An­spruch ei­nes Ar­beit­neh­mers auf Ver­rin­ge­rung sei­ner re­gelmäßigen Ar­beits­zeit nach § 8 Tz­B­fG steht nicht ent­ge­gen, dass er be­reits zum Zeit­punkt, zu dem er die Re­du­zie­rung ver­langt, in Teil­zeit ar­bei­tet. § 8 Tz­B­fG gilt auch für Teil­zeit­beschäftig­te.
2. Mit dem Be­griff der be­trieb­li­chen Gründe, die den Ar­beit­ge­ber be­rech­ti­gen, das Ver­rin­ge­rungs­be­geh­ren ab­zu­leh­nen, nimmt § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG auf den Be­trieb als or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit Be­zug, nicht auf den ein­zel­nen Ar­beits­platz, den der Ar­beit­ge­ber dem Ar­beit­neh­mer zu­ge­wie­sen hat.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 2.3.2010 - 10 Ca 8611/09
Hessisches Landesarbeitsgericht, Urteil vom 31.1.2011 - 17 Sa 641/10
13. No­vem­ber 2012
hat der Neun­te Se­nat des Bun­des­ar­beits­ge­richts auf­grund der münd­li­chen Ver­hand­lung vom 13. No­vem­ber 2012 durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Dr. Brühler, die Rich­ter am Bun­des­ar­beits­ge­richt Krasshöfer
und Dr. Suckow so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Schmid und Dr. Star­ke für Recht er­kannt:
1. Auf die Re­vi­si­on des Klägers wird das Ur­teil des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts vom 31. Ja­nu­ar 2011 - 17 Sa 641/10 - auf­ge­ho­ben.
2. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Frank­furt am Main vom 2. März 2010 - 10 Ca 8611/09 - wird zurück­ge­wie­sen.
3. Die Be­klag­te hat auch die Kos­ten der Be­ru­fung und der Re­vi­si­on zu tra­gen.
Der Kläger ver­langt von der Be­klag­ten, sein An­ge­bot, die re­gelmäßige Jah­res­ar­beits­zeit zu ver­rin­gern, an­zu­neh­men.
Der Kläger ist seit 1994 bei der Be­klag­ten, ei­nem Luft­fahrt­un­ter­neh­men, tätig, zu­letzt auf der Grund­la­ge des Ar­beits­ver­trags vom 2. Au­gust 1995. Die von der Be­klag­ten fle­xi­bel ab­zu­ru­fen­de Jah­res­ar­beits­zeit von 936 St­un­den ent­spricht ei­ner durch­schnitt­li­chen Wo­chen­ar­beits­zeit von 18 St­un­den. Die Be­klag­te, die re­gelmäßig mehr als 15 Ar­beit­neh­mer beschäftigt, ist be­rech­tigt, dem Kläger sämt­li­che Tätig­kei­ten im so­ge­nann­ten „Ba­sic Ser­vice 2“ zu­zu­wei­sen. Das von der Be­klag­ten er­stell­te Tätig­keits­pro­fil ei­nes Mit­ar­bei­ters im „Ba­sic Ser­vice 2“ nennt fol­gen­de Tätig­kei­ten:
„All­ge­mein
Die Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten in al­len Sta­ti­ons­be­rei­chen zur wirt­schaft­li­chen und ser­vice­ge­rech­ten Durchführung der Pas­sa­gier-, Gepäck-, In­for­ma­ti­ons-, Lounge-, Be­treu­ungs-und Ver­kaufs­pro­zes­se.
Zu den Auf­ga­ben gehören je nach Schwer­punkt u. a.:
Zu­ar­beit bei Ein­stei­ge- und Aus­stei­ge­vorgängen; Be­treu­ung al­lein­rei­sen­der Kin­der und hilfs­bedürf­ti­ger Pas­sa­gie­re;
Be­treu­ung von Gästen im Tran­sit und Un­terstützung beim Um­stei­ge­vor­gang; Be­glei­tung und Überg­a­be von zu be­treu­en­den Fluggästen; Hil­fe bei der Gepäck­aus­ga­be am Band; Hil­fe beim Trans­port der Gepäckstücke; ggf. Durchführung des Per­so­nen­trans­ports nach Auf­trag; Be­glei­tung und Un­terstützung bei War­te­zei­ten; Be­glei­tung zum Ab­flug­gate; Un­terstützung bei der Wei­ter­beförde­rung; Hil­fe beim Ord­nen; Präsen­tie­ren der Rei­se­do­ku­men­te ge­genüber der Ab­fer­ti­gung, Ca­bin-Crew, Zoll etc.; ein­fa­che Un­terstützung bei der Ab­fer­ti­gung am Gate; Un­terstützung in der Loun­ge­be­treu­ung, Loun­ge­zu­gangs­kon­trol­le; Iden­ti­fi­zie­run­gen im Haupt­zoll­la­ger; Zoll­gepäck­sam­mel­la­ger; un­terstützen­de Tätig­kei­ten bei Lost & Found; wei­te­re un­terstützen­de Tätig­kei­ten im Pas­sa­gier­be­reich (z. B. In­fo­wei­ter­ga­be, An­kunfts­be­treu­ung, Ein­stei­ge­hil­fen, Über­gepäck, bar­geld­lo­ses In­kas­so); ggf. Au­to­ma­ten­be­treu­ung und Check-in von Char­ter­pas­sa­gie­ren; Check-in von OAL-Pas­sa­gie­ren (in­cl. LH-R) nach An­lei­tung; Gate-Ab­schluss­ar­bei­ten; Com­mon Check-in; sons­ti­ge ein­fa­che-re Check-in Tätig­kei­ten, so­weit sie auf den de­zen­tra­len Ver­kehr be­schränkt sind; Drop-Off Schal­ter (in­cl. Er­satz Voll­gepäck­au­to­ma­ten); Schlan­gen­steue­rung im Pas­sa­gier­be­reich (steu­ern, be­ra­ten, in­for­mie­ren); Tätig­kei­ten bei Lost & Found (z. B. PIR-Auf­nah­me, OHD La­ger) - nach Ein­wei­sung auch in­cl. ein­fa­cher IT Stan­dard­vorgänge.“
Im April 2007 stell­te der Kläger ei­nen An­trag auf Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit auf durch­schnitt­lich 14 Wo­chen­stun­den. Die Be­klag­te lehn­te die vom Kläger gewünsch­te Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit vor dem 1. Au­gust 2007 ab. Mit Wir­kung zum 1. Ju­li 2008 über­trug sie den Be­treu­ungs­dienst, dem ua. der Kläger zu­ge­ord­net war, auf die F GmbH. Auf der Grund­la­ge ei­nes zwi­schen der Be­klag­ten und der F GmbH ge­schlos­se­nen Ver­trags zur Ar­beit­neh­merüber­las­sung nach dem Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ge­setz über­ließ die Be­klag­te die im Be­treu­ungs­dienst täti­gen Mit­ar­bei­ter ein­sch­ließlich des Klägers der F GmbH.
Im April 2009 tra­ten die Be­klag­te und die F GmbH in Ver­hand­lun­gen über die For­de­rung der F GmbH ein, die­ser nur sol­che Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten zu über­las­sen, de­ren re­gelmäßige Ar­beits­zeit min­des­tens 20 Wo­chen­stun­den beträgt. Auf ei­nem von der Be­klag­ten zur Verfügung ge­stell­ten For­mu­lar ver­lang­te der Kläger un­ter dem 4. Au­gust 2009, sei­ne Ar­beits­zeit ab dem 1. De­zem­ber 2009 auf 10 Wo­chen­stun­den „im Jah­res-Durch­schnitt“
bei wei­ter­hin va­ria­bler Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit zu ver­rin­gern. Nach ei­ner Erörte­rung mit dem Kläger lehn­te die Be­klag­te, in de­ren Be­trieb zu die­sem Zeit­punkt ein an­de­rer frei­er für den Kläger ge­eig­ne­ter Ar­beits­platz nicht vor­han­den war, das Ver­rin­ge­rungs­be­geh­ren des Klägers mit Schrei­ben vom 12. Au­gust 2009 ab. Am 20. Sep­tem­ber 2009 verständig­ten sich die Be­klag­te und die F GmbH auf ei­ne Min­dest­ar­beits­zeit der über­las­se­nen Ar­beit­neh­mer und ver­ein­bar­ten am 20. No­vem­ber 2009 schrift­lich ei­ne Ergänzung zum Ar­beit­neh­merüber­las­sungs­ver­trag, in der es ua. heißt:
„1. Der Ver­lei­her stellt künf­tig si­cher, dass aus­sch­ließlich Mit­ar­bei­ter mit ei­nem Mi­ni­mum von 18 St­un­den pro Wo­che über­las­sen wer­den. Hier­von aus­ge­nom­men sind Leih­ar­beit­neh­mer, die be­reits zum Ab­schluss die­ser Ergänzungs­ver­ein­ba­rung mit ei­ner ver­trag­li­chen Ar­beits­zeit von un­ter 18 St­un­den an den Ent­lei­her ver­lie­hen wur­den.
2. Der Ent­lei­her kann vom Ver­lei­her den Aus­tausch der Mit­ar­bei­ter ver­lan­gen, de­ren ar­beits­ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit sich während der Ar­beit­neh­merüber­las­sung ändert mit der Fol­ge, dass die­ser die Vor­aus­set­zun­gen der Zif­fer 1 nicht mehr erfüllt. ...“
Der Kläger hat die Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten, die Ergänzung des Über­las­sungs­ver­trags be­rech­ti­ge die Be­klag­te nicht, sein Ver­rin­ge­rungs­ver­lan­gen ab­zu­leh­nen. Hätte die Be­klag­te sei­nem Wunsch pflicht­gemäß ent­spro­chen, hätte er zu dem in Ziff. 1 Satz 2 be­stimm­ten Per­so­nen­kreis gehört. Im Übri­gen sei die Be­klag­te ver­pflich­tet, ihm ei­nen Ar­beits­platz außer­halb des Be­treu­ungs­diensts mit ver­min­der­ter St­un­den­zahl zu­zu­wei­sen.
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, sein An­ge­bot auf Re­du­zie­rung sei­ner Jah­res­ar­beits­zeit auf 520 St­un­den an­zu­neh­men.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt, die Kla­ge ab­zu­wei­sen. Da der Über­las­sungs­ver­trag in sei­ner geänder­ten Form die F GmbH be­rech­ti­ge, von ihr den Aus­tausch des Klägers zu ver­lan­gen, stünden dem Ver­rin­ge­rungs­ver­lan­gen be­trieb­li­che Gründe ent­ge­gen. Die­se sei­en aus­sch­ließlich mit Be­zug auf den Ar­beits­platz zu prüfen, den sie dem Kläger zu­ge­wie­sen ha­be. Ihr ob­lie­ge es
nicht, den Kläger auf ei­nen an­de­ren Ar­beits­platz zu ver­set­zen. Zu­dem sei bei dem vom Kläger gewünsch­ten Ar­beits­zeit­um­fang der Auf­wand für Brie­fings, Mee­tings und Schu­lun­gen un­verhält­nismäßig hoch.
Das Ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Auf die Be­ru­fung der Be­klag­ten hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der Re­vi­si­on be­gehrt der Kläger die Wie­der­her­stel­lung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils.
Die zulässi­ge Re­vi­si­on des Klägers ist be­gründet. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat das kla­ge­statt­ge­ben­de Ur­teil des Ar­beits­ge­richts zu Un­recht ab­geändert und die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Die Kla­ge ist zulässig und be­gründet.
I. Die auf Ab­ga­be ei­ner Wil­lens­erklärung ge­rich­te­te Kla­ge ist zulässig. Sie ist ins­be­son­de­re hin­rei­chend be­stimmt iSv. § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO.
1. Der Kläger war nicht ge­hal­ten, den Zeit­punkt zu be­stim­men, zu dem die Ver­tragsände­rung wirk­sam wer­den soll­te. Mit Rechts­kraft ei­nes ob­sie­gen­den Ur­teils gilt die Zu­stim­mung der Be­klag­ten nach § 894 Satz 1 ZPO als er­teilt (BAG 13. Ok­to­ber 2009 - 9 AZR 910/08 - Rn. 12, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 29 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 25).
2. Dem Kläger ob­lag es nicht, den Kla­ge­an­trag der­art zu fas­sen, dass er 12 An­ga­ben zur Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit enthält. Feh­len die­se wie im Streit­fall, so überlässt der Ar­beit­neh­mer die Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit dem Ar­beit­ge­ber, der sie in Ausübung sei­nes Di­rek­ti­ons­rechts gemäß § 106 Satz 1 Ge­wO nach bil­li­gem Er­mes­sen fest­le­gen soll (BAG 13. Ok­to­ber 2009 - 9 AZR 910/08 - Rn. 15, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 29 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 25).
II. Die Kla­ge ist be­gründet. Der Kläger hat gemäß § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG An­spruch dar­auf, dass die Be­klag­te der be­gehr­ten Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit zu­stimmt.
1. Die all­ge­mei­nen Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit la­gen zum Zeit­punkt des Ände­rungs­ver­lan­gens des Klägers am 4. Au­gust 2009 vor.
a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt ist zu Recht da­von aus­ge­gan­gen, der Kläger ha­be den streit­ge­genständ­li­chen An­spruch mit Schrei­ben vom 4. Au­gust 2009 ge­genüber der Be­klag­ten gel­tend ge­macht. Un­er­heb­lich ist, dass der Kläger die Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit zum da­ma­li­gen Zeit­punkt auf St­un­den­ba­sis, im Kla­ge­ver­fah­ren aber auf Jah­res­ba­sis be­rech­net hat. Der Um­fang der Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung ist in bei­den Fällen iden­tisch. Die ar­beits­ver­trag­li­che Jah­res­ar­beits­zeit des Klägers beträgt 936 St­un­den. Dies ent­spricht nach dem Verständ­nis bei­der Par­tei­en ei­ner durch­schnitt­li­chen wöchent­li­chen Ar­beits­zeit von 18 St­un­den. Auf dem von der Be­klag­ten zur Verfügung ge­stell­ten An­trags­for­mu­lar be­an­trag­te der Kläger ei­ne Re­du­zie­rung sei­ner wöchent­li­chen Ar­beits­zeit auf 10 St­un­den „im Jah­res-Durch­schnitt“. Die­sen An­spruch ver­folgt der Kläger nun­mehr im Kla­ge­weg, in­dem er die Re­du­zie­rung auf ei­ne Jah­res­ar­beits­zeit von 520 St­un­den gel­tend macht.
b) Auch die übri­gen ma­te­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen des An­spruchs auf Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit wa­ren erfüllt. Das Ar­beits­verhält­nis des Klägers mit der Be­klag­ten, die re­gelmäßig mehr als 15 Ar­beit­neh­mer beschäftigt (§ 8 Abs. 7 Tz­B­fG), be­stand länger als sechs Mo­na­te (§ 8 Abs. 1 Tz­B­fG). Die Verände­rungs­sper­re des § 8 Abs. 6 Tz­B­fG steht dem streit­ge­genständ­li­chen Ver­rin­ge­rungs­an­spruch nicht ent­ge­gen. Zwi­schen dem Ver­rin­ge­rungs­be­geh­ren des Klägers aus dem Jahr 2007 und dem er­neu­ten Ver­lan­gen vom 4. Au­gust 2009 lie­gen mehr als zwei Jah­re. Die Be­klag­te lehn­te die von dem Kläger un­ter dem 29. April 2007 be­an­trag­te Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung vor dem 1. Au­gust 2007 ab. Der Kläger wahr­te mit dem An­trag vom 4. Au­gust 2009 die drei­mo­na­ti­ge Min­destankündi­gungs­frist des § 8 Abs. 2 Satz 1 Tz­B­fG. Der gewünsch­te Be­ginn der Ver­tragsände­rung ist der 1. De­zem­ber 2009. Die Zu­stim­mung der Be­klag­ten wird nicht gemäß § 8 Abs. 5 Satz 2 Tz­B­fG fin­giert. Die Be­klag­te lehn­te das An­ge­bot des Klägers auf Ver­tragsände­rung mit Schrei­ben vom 12. Au­gust 2009
und da­mit mehr als ei­nen Mo­nat vor dem 1. De­zem­ber 2009 form- und frist­ge­recht ab.
c) Dem An­spruch des Klägers stand nicht ent­ge­gen, dass die­ser be­reits zum Zeit­punkt, zu dem er die Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit be­gehr­te, in Teil­zeit mit ei­ner fle­xi­blen Jah­res­ar­beits­zeit beschäftigt war. § 8 Tz­B­fG gilt auch für Teil­zeit­beschäftig­te (vgl. MüKoBGB/Müller-Glöge 6. Aufl. § 8 Tz­B­fG Rn. 3; ErfK/Preis 13. Aufl. § 8 Tz­B­fG Rn. 7; Ha­Ko-Tz­B­fG/Boecken 3. Aufl. § 8 Rn. 12; HWK/Schma­len­berg 5. Aufl. § 8 Tz­B­fG Rn. 3; Laux in Laux/Schlach­ter Tz­B­fG 2. Aufl. § 8 Rn. 86; Sie­vers TK-Tz­B­fG 4. Aufl. § 8 Rn. 18). Da § 8 Tz­B­fG die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit be­trifft, er­fasst die­se Vor­schrift auch fle­xi­ble, auf länge­re Zeiträume er­streck­te Ar­beits­zeit­mo­del­le (vgl. HK-ArbR/Ah­rendt 2. Aufl. § 8 Tz­B­fG Rn. 9; Men­gel in An­nuß/Thüsing Tz­B­fG 3. Aufl. § 8 Rn. 18), ins­be­son­de­re Ar­beits­zeit­mo­del­le, die ei­ne fle­xi­ble Jah­res­ar­beits­zeit vor­se­hen (Mei­nel/Heyn/Herms Tz­B­fG 4. Aufl. § 8 Rn. 26 mwN).
2. Be­trieb­li­che Gründe, die der vom Kläger be­an­spruch­ten Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit gemäß § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG ent­ge­gen­stan­den, la­gen ent­ge­gen der An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts zum Zeit­punkt der Ab­leh­nung des Ver­rin­ge­rungs­ver­lan­gens durch die Be­klag­te am 12. Au­gust 2009 nicht vor.
a) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat un­ter Be­ru­fung auf Stim­men im ar­beits­recht­li­chen Schrift­tum (ErfK/Preis § 8 Tz­B­fG Rn. 4; Men­gel in An­nuß/Thüsing § 8 Rn. 3; Mei­nel/Heyn/Herms § 8 Rn. 31; Ha­nau NZA 2001, 1168, 1169) sei­ne Ent­schei­dung im We­sent­li­chen da­mit be­gründet, bei der Prüfung, ob be­trieb­li­che Gründe iSd. § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG vorlägen, sei al­lein auf den Ar­beits-platz, den der Ar­beit­neh­mer in­ne­ha­be, nicht aber auf an­de­re Ar­beitsplätze, die der Ar­beit­ge­ber ihm zu­wei­sen könne, ab­zu­stel­len. Maßgeb­lich sei im Streit­fall des­halb al­lein der Ar­beits­platz des Klägers im Be­treu­ungs­dienst der F GmbH. Die­ser Ar­beits­platz sei nicht wei­ter teil­bar. Be­reits zum Zeit­punkt, zu dem die Be­klag­te den Ver­rin­ge­rungs­wunsch des Klägers ab­ge­lehnt ha­be, sei zu er­war­ten ge­we­sen, dass sich die F GmbH auf die erst in der Fol­ge­zeit ge­schlos­se­ne
Ergänzungs­ver­ein­ba­rung be­ru­fen wer­de. Die­se las­se ei­nen Ein­satz des Klägers mit dem be­gehr­ten St­un­den­vo­lu­men in dem Be­trieb der F GmbH nicht zu.
b) Mit Recht rügt die Re­vi­si­on, das Lan­des­ar­beits­ge­richt ha­be den Rechts­be­griff der be­trieb­li­chen Gründe in ent­schei­dungs­er­heb­li­cher Wei­se ver­kannt.
aa) Nach § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG hat der Ar­beit­ge­ber der Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit zu­zu­stim­men, so­weit be­trieb­li­che Gründe nicht ent­ge­gen­ste­hen. Ein ent­ge­gen­ste­hen­der be­trieb­li­cher Grund liegt gemäß § 8 Abs. 4 Satz 2 Tz­B­fG ins­be­son­de­re vor, wenn die Um­set­zung des Ar­beits­zeit­ver­lan­gens die Or­ga­ni­sa­ti­on, den Ar­beits­ab­lauf oder die Si­cher­heit im Be­trieb we­sent­lich be­ein­träch­tigt oder un­verhält­nismäßige Kos­ten ver­ur­sacht. In­so­weit genügt es, wenn der Ar­beit­ge­ber ra­tio­nal nach­voll­zieh­ba­re, hin­rei­chend ge­wich­ti­ge Gründe hat, der Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit nicht zu­zu­stim­men. § 8 Tz­B­fG gewährt nur ei­nen An­spruch auf Ver­rin­ge­rung der ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit, aber kei­nen An­spruch auf die Ände­rung an­de­rer Ver­trags­in­hal­te (vgl. Ar­nold/Gräfl/Leh­nen Tz­B­fG 3. Aufl. § 8 Rn. 8; HWK/Schma­len­berg § 8 Tz­B­fG Rn. 20), wie et­wa die Ände­rung der ver­trag­lich ge­schul­de­ten Tätig­keit (vgl. Mei­nel/Heyn/Herms § 8 Rn. 31 mwN; Lo­renz Die Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit auf Wunsch des Ar­beit­neh­mers S. 55).
bb) Bei den ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Gründen han­delt es sich um ei­nen un­be­stimm­ten Rechts­be­griff, bei des­sen An­wen­dung dem Tat­sa­chen­ge­richt ein Be­ur­tei­lungs­spiel­raum zu­kommt. Das Re­vi­si­ons­ge­richt kann nur über­prüfen, ob der Rechts­be­griff selbst ver­kannt wor­den ist, bei der Sub­sum­ti­on des fest­ge­stell­ten Sach­ver­halts un­ter die­sen Rechts­be­griff Denk­ge­set­ze oder all­ge­mei­ne Er­fah­rungssätze ver­letzt wor­den sind, nicht al­le we­sent­li­chen Umstände berück­sich­tigt wor­den sind oder das Er­geb­nis wi­dersprüchlich ist (BAG 13. Ok­to­ber 2009 - 9 AZR 910/08 - Rn. 20 mwN, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 29 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 25).
cc) Die Prüfung der ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Gründe ist re­gelmäßig in drei Stu­fen vor­zu­neh­men. Zunächst ist fest­zu­stel­len, ob der vom Ar­beit­ge­ber als er­for­der­lich an­ge­se­he­nen Ar­beits­zeit­re­ge­lung über­haupt ein be­trieb­li-
ches Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept zu­grun­de liegt und - wenn das zu­trifft - um wel­ches Kon­zept es sich han­delt (ers­te Stu­fe). In der Fol­ge ist zu un­ter­su­chen, in­wie­weit die aus dem Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept fol­gen­de Ar­beits­zeit­re­ge­lung dem Ar­beits­zeit­ver­lan­gen tatsächlich ent­ge­gen­steht (zwei­te Stu­fe). Sch­ließlich ist das Ge­wicht der ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Gründe zu prüfen (drit­te Stu­fe). Da­bei ist die Fra­ge zu klären, ob das be­trieb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept oder die zu­grun­de lie­gen­de un­ter­neh­me­ri­sche Auf­ga­ben­stel­lung durch die vom Ar­beit­neh­mer gewünsch­te Ab­wei­chung we­sent­lich be­ein­träch­tigt wird. Maßgeb­lich für das Vor­lie­gen der be­trieb­li­chen Gründe ist der Zeit­punkt der Ab­leh­nung des Ar­beits­zeit­wunschs durch den Ar­beit­ge­ber (BAG 13. Ok­to­ber 2009 - 9 AZR 910/08 - Rn. 21 mwN, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 29 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 25), der die Dar­le­gungs- und Be­weis­last für das Vor­lie­gen ent­ge­gen­ste­hen­der be­trieb­li­cher Gründe trägt (BAG 8. Mai 2007 - 9 AZR 1112/06 - Rn. 36 mwN, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 21 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 18).
dd) Die be­trieb­li­chen Gründe iSd. § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG sind ent­ge­gen der An­sicht des Lan­des­ar­beits­ge­richts nicht ar­beits­platz-, son­dern be­triebs­be­zo­gen zu be­stim­men. Dies er­gibt ei­ne Aus­le­gung der Vor­schrift an­hand der über­kom­me­nen Aus­le­gungs­grundsätze.
(1) Be­reits die Wor­te „be­trieb­li­che Gründe“ le­gen na­he, den ge­sam­ten Be­trieb in den Blick zu neh­men. Die Vor­schrift enthält we­der das Tat­be­stands­merk­mal „Ar­beits­platz“ noch an­de­re Be­grif­fe, die auf ei­nen Wil­len des Ge­setz­ge­bers schließen las­sen, die Prüfung, ob be­trieb­li­che Gründe die vom Ar­beit­neh­mer be­an­trag­te Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit hin­dern, auf sei­nen Ar­beits­platz zu ver­en­gen.
(2) Das durch den Wort­laut in­di­zier­te Aus­le­gungs­er­geb­nis wird durch den sys­te­ma­ti­schen Zu­sam­men­hang, in den die Vor­schrift ein­ge­bet­tet ist, bestätigt.
(a) Nach § 8 Abs. 4 Satz 2 Tz­B­fG liegt ein be­trieb­li­cher Grund ins­be­son­de­re vor, wenn die Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit die Or­ga­ni­sa­ti­on, den Ar­beits­ab­lauf oder die Si­cher­heit im Be­trieb we­sent­lich be­ein­träch­tigt oder un­verhält­nismäßige Kos­ten ver­ur­sacht. Die Be­stim­mung kon­kre­ti­siert den un­be­stimm­ten
Rechts­be­griff der be­trieb­li­chen Gründe durch die - nicht ab­sch­ließen­de - Aufzählung von Umständen, die der Ar­beit­ge­ber dem Teil­zeit­ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers ent­ge­gen­zu­set­zen ver­mag. Auch in § 8 Abs. 4 Satz 2 Tz­B­fG nimmt das Ge­setz nicht auf den Ar­beits­platz, den der Ar­beit­neh­mer zum Zeit­punkt des Ver­rin­ge­rungs­ver­lan­gens in­ne­hat, Be­zug. Der Prüfungs­rah­men, den § 8 Abs. 4 Satz 2 Tz­B­fG vor­gibt, ist denk­bar weit. Die Mehr­zahl der ge­nann­ten Einwände, wie Or­ga­ni­sa­ti­on, Ar­beits­ab­lauf oder Si­cher­heit, weist ei­nen Be­triebs­be­zug auf.
(b) Auch der Ver­gleich mit der Re­ge­lung in § 9 Tz­B­fG spricht für das Aus­le­gungs­er­geb­nis. Nach die­ser Vor­schrift hat der Ar­beit­ge­ber ei­nen teil­zeit-beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer, der ihm den Wunsch nach ei­ner Verlänge­rung sei­ner ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Ar­beits­zeit an­ge­zeigt hat, bei der Be­set­zung ei­nes ent­spre­chen­den frei­en Ar­beits­plat­zes bei glei­cher Eig­nung be­vor­zugt zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe oder Ar­beits­zeitwünsche an­de­rer teil­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer ent­ge­gen­ste­hen. Wenn ein Teil des Schrift­tums dar­aus fol­gert, ein Ar­beit­neh­mer, der ei­ne Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit be­gehrt, könne nicht ver­lan­gen, dass der Ar­beit­ge­ber ihm ei­nen an­de­ren frei­en Ar­beits­platz zu­weist (vgl. Ar­nold/Gräfl/Leh­nen § 8 Rn. 8; Ha­nau NZA 2001, 1168, 1169; MüKoBGB/Müller-Glöge § 8 Tz­B­fG Rn. 12 mwN), ent­schei­dend sei al­lein, ob der vom Ar­beit­neh­mer in­ne­ge­hab­te Ar­beits­platz teil­bar im Sin­ne von zeit­lich re­du­zier­bar sei (vgl. ErfK/Preis § 8 Tz­B­fG Rn. 4), über­zeugt die­se Schluss­fol­ge­rung schon des­halb nicht, weil § 9 Tz­B­fG an­ders als § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG aus­drück­lich von ei­nem frei­en Ar­beits­platz spricht.
(aa) Bei § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG fehlt es an der für die­se Schluss­fol­ge­rung er­for­der­li­chen Kon­tra­po­si­ti­on zu § 9 Tz­B­fG. § 8 Tz­B­fG ver­pflich­tet den Ar­beit­ge­ber grundsätz­lich, dem Wunsch des Ar­beit­neh­mers nach Ver­rin­ge­rung der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit zu­zu­stim­men. Die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen die­ses Kon­tra­hie­rungs­zwangs be­schreibt das Ge­setz oh­ne Rück­griff auf den Be­griff des Ar­beits­plat­zes. Ei­ne Aus­nah­me ord­net das Ge­setz in § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG für die Fälle an, in de­nen dem Wunsch des Ar­beit­neh­mers be­trieb­li­che Gründe ent­ge­gen­ste­hen. Die Vor­schrift des § 9 Tz­B­fG, die ei­nem
Ar­beit­neh­mer ei­nen An­spruch auf Verlänge­rung sei­ner Ar­beits­zeit einräumt, setzt be­reits ih­rem Tat­be­stand nach vor­aus, dass im Be­trieb des Ar­beit­ge­bers ein frei­er Ar­beits­platz vor­han­den ist (vgl. BAG 8. Mai 2007 - 9 AZR 874/06 - Rn. 20, BA­GE 122, 235). Hier ent­pflich­tet das Ge­setz den Ar­beit­ge­ber ua. in den Fällen, in de­nen drin­gen­de be­trieb­li­che Gründe ent­ge­gen­ste­hen. Die In­ten­si­on des § 9 Tz­B­fG ist dem­nach größer als die des § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG, die Ex­ten­si­on des § 9 Tz­B­fG des­halb klei­ner als die des § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG. Dies ver­bie­tet rechts­me­tho­disch die Schluss­fol­ge­rung, der An­spruch auf Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit nach § 8 Tz­B­fG be­zie­he sich aus­sch­ließlich auf den bis­he­ri­gen Ar­beits­platz. Die Ver­en­gung, die § 9 durch das Merk­mal „Ar­beits­platz“ erfährt, hat sei­nen Grund in ei­nem zusätz­li­chen Tat­be­stands­merk­mal, das der Vor­schrift des § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG fehlt. Der Be­griff der ent­ge­gen­ste­hen­den (drin­gen­den) be­trieb­li­chen Gründe er­langt bei § 9 - an­ders als bei § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG - erst in den Fällen Re­le­vanz, in de­nen fest­steht, dass ein frei­er Ar­beits­platz vor­han­den ist.
(bb) Selbst wenn man von die­sen me­tho­di­schen Einwänden ab­sieht, ver­mag der Ver­gleich mit § 9 Tz­B­fG ei­ne auf den Ar­beits­platz ver­eng­te Sicht­wei­se nicht zu recht­fer­ti­gen. Wenn das Ge­setz in § 9 Tz­B­fG auf den Be­griff des Ar­beits­plat­zes ab­stellt, § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG je­doch dar­auf ver­zich­tet, wird dar­aus deut­lich, dass der Prüfungs­maßstab bei­der Ver­sa­gungs­gründe ver­schie­den ist. § 8 Abs. 4 Tz­B­fG ver­langt ei­ne be­triebs­be­zo­ge­ne, § 9 Tz­B­fG ei­ne ar­beits­platz­be­zo­ge­ne Prüfung ent­ge­gen­ste­hen­der (drin­gen­der) be­trieb­li­cher Gründe.
(3) Sinn und Zweck der Vor­schrift bestäti­gen die­se Sicht­wei­se. Der in den §§ 1 und 6 Tz­B­fG nor­mier­te Ge­set­zes­zweck, die Teil­zeit­ar­beit zu fördern, ver­langt ei­ne möglichst weit­ge­hen­de Fle­xi­bi­li­sie­rung der Dau­er der Ar­beits­zeit (vgl. BAG 18. Au­gust 2009 - 9 AZR 517/08 - Rn. 32, AP Tz­B­fG § 8 Nr. 28 = EzA Tz­B­fG § 8 Nr. 24). Könn­te der Ar­beit­ge­ber das Ver­rin­ge­rungs­ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers ab­leh­nen, ob­wohl ent­spre­chen­de Teil­zeit­ar­beitsplätze, auf die der Ar­beit­neh­mer im We­ge des Di­rek­ti­ons­rechts ver­setzt wer­den könn­te, im Be­trieb vor­han­den sind, würde der Ge­set­zes­zweck weit­ge­hend ver­fehlt.
(4) Sch­ließlich sind die prak­ti­schen Kon­se­quen­zen des Aus­le­gungs­er­geb­nis­ses des Lan­des­ar­beits­ge­richts un­ver­ein­bar mit der in § 1 Tz­B­fG aus­drück­lich fest­ge­hal­te­nen Ziel­set­zung des Tz­B­fG, Teil­zeit­ar­beit zu fördern. Ar­bei­ten in ei­nem Be­trieb ein voll­zeit­beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, der sei­ne Ar­beits­zeit auf die Hälf­te der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit re­du­zie­ren will, und ein mit der Hälf­te der re­gelmäßigen Ar­beits­zeit beschäftig­ter Ar­beit­neh­mer, der sei­ne Ar­beits­zeit auf die ei­nes Voll­zeit­beschäftig­ten erhöhen will, könn­te der Ar­beit­ge­ber, bezöge sich der An­spruch auf Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit aus­sch­ließlich auf den bis­he­ri­gen Ar­beits­platz, das Ver­rin­ge­rungs­ver­lan­gen mit dem Ar­gu­ment, sein Ar­beits­platz sei nur mit ei­nem Voll­zeit­ar­beit­neh­mer zu be­set­zen, und den Verlänge­rungs­wunsch mit der Be­gründung ab­leh­nen, es sei kein frei­er Ar­beits­platz vor­han­den. Ein sol­ches Er­geb­nis entspräche nicht dem in § 1 Tz­B­fG aus­drück­lich fest­ge­hal­te­nen Ziel der Förde­rung der Teil­zeit­ar­beit.
(5) So­weit die Be­klag­te gel­tend macht, ei­ne be­trieb­li­che Be­trach­tung ma­che die Dar­le­gung ei­nes ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Grun­des für den Ar­beit­ge­ber unmöglich, hilft ihr dies nicht wei­ter. Der Se­nat hat schon bis­her an­ge­nom­men, dass bei der Prüfung, ob die aus dem Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept fol­gen­de Ar­beits­zeit­re­ge­lung dem Ar­beits­zeit­ver­lan­gen tatsächlich ent­ge­gen­steht, auch der Fra­ge nach­zu­ge­hen ist, ob durch ei­ne dem Ar­beit­ge­ber zu­mut­ba­re Ände­rung von be­trieb­li­chen Abläufen oder des Per­so­nal­ein­sat­zes der be­trieb­lich als er­for­der­lich an­ge­se­he­ne Ar­beits­zeit­be­darf un­ter Wah­rung des Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zepts mit dem in­di­vi­du­el­len Ar­beits­zeit­wunsch des Ar­beit­neh­mers zur De­ckung ge­bracht wer­den kann (BAG 16. März 2004 - 9 AZR 323/03 - zu B II 4 b der Gründe, BA­GE 110, 45). Dem Ar­beit­ge­ber bleibt es un­be­nom­men, In­halt, Ort und Zeit der ar­beits­ver­trag­lich ge­schul­de­ten Ar­beits­leis­tung gemäß § 106 Satz 1 Ge­wO näher zu be­stim­men. Wenn er sich im Ar­beits­ver­trag ein weit­rei­chen­des Di­rek­ti­ons­recht vor­behält, schließt die­ser Zu­ge­winn an Fle­xi­bi­lität die Ver­pflich­tung ein, ei­nem Ver­rin­ge­rungs­wunsch des Ar­beit­neh­mers nach­zu­kom­men, wenn ihm dies kraft sei­nes Wei­sungs­rechts möglich ist.
(6) Auch der Ein­wand der Be­klag­ten, die be­trieb­li­che Mit­be­stim­mung er­schwe­re es dem Ar­beit­ge­ber, ab­sch­ließend zu be­ur­tei­len, auf wel­chen
Ar­beits­platz der Ar­beit­neh­mer wirk­sam ver­setzt wer­den könne, hat kei­nen Er­folg. Un­ter­liegt die Zu­wei­sung ei­nes an­de­ren Ar­beits­plat­zes der be­trieb­li­chen Mit­be­stim­mung, ist der Ar­beit­ge­ber ge­hal­ten, zu­min­dest den Ver­such zu un­ter­neh­men, die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats ein­zu­ho­len. In die­ser Hin­sicht stellt sich die Rechts­la­ge nicht an­ders dar, als wenn der Ar­beit­ge­ber den Ver­rin­ge­rungs­wunsch des Ar­beit­neh­mers un­zulässi­ger­wei­se al­lein mit der Be­gründung ab­lehnt, er wis­se nicht, ob der Be­triebs­rat der Ein­stel­lung ei­ner not­wen­di­gen Er­satz­kraft zu­stim­men wer­de (vgl. hier­zu Be­ckOK R/G/K/U/Bay­reu­ther Stand 1. Ju­ni 2012 Tz­B­fG § 8 Rn. 55). Die Fra­ge, ob und ge­ge­be­nen­falls un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen es dem Ar­beit­ge­ber ob­liegt, die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats im Be­schluss­ver­fah­ren ge­richt­lich er­set­zen zu las­sen, braucht hier nicht ent­schie­den zu wer­den. Die Be­klag­te hat nicht ver­sucht, die Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zur Beschäfti­gung des Klägers auf ei­nem an­de­ren Ar­beits­platz in ih­rem Be­trieb zu er­hal­ten.
c) Un­ter Zu­grun­de­le­gung ei­nes be­triebs­be­zo­ge­nen Prüfungs­maßstabs kann sich die Be­klag­te nicht mit Er­folg auf dem Ver­rin­ge­rungs­wunsch des Klägers ent­ge­gen­ste­hen­de be­trieb­li­che Gründe be­ru­fen.
aa) Die Be­klag­te hat ins­be­son­de­re kein Or­ga­ni­sa­ti­ons­kon­zept dar­ge­legt, das der Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit des Klägers ent­ge­gen­steht. So­weit sie dar­auf ver­weist, der bis­he­ri­ge Ar­beits­platz des Klägers las­se die von die­sem gewünsch­te Ver­rin­ge­rung sei­ner Ar­beits­zeit nicht zu, ist die­ser Hin­weis zur Dar­le­gung ent­ge­gen­ste­hen­der be­trieb­li­cher Gründe iSd. § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG un­zu­rei­chend. Dies gilt auch für den pau­scha­len Ein­wand der Be­klag­ten, in ih­rem Be­trieb sei ein frei­er Ar­beits­platz, der dem Ver­rin­ge­rungs­wunsch des Klägers ent­spre­che, nicht vor­han­den. Der Ar­beit­ge­ber hat nicht nur freie, son­dern auch Ar­beitsplätze, die er an­de­ren Ar­beit­neh­mern zu­ge­wie­sen hat, in sei­ne Ent­schei­dung ein­zu­be­zie­hen, ob er dem An­trag nach § 8 Abs. 1 Tz­B­fG ent­spre­chen kann.
bb) Die Be­klag­te hat nicht dar­ge­tan, ihr sei es trotz der vielfälti­gen Ar­beits­auf­ga­ben, die sie dem Kläger zu­wei­sen kann, nicht möglich, durch die Um­set­zung ei­nes oder meh­re­rer Ar­beit­neh­mer im We­ge des Ring­tauschs den
Ar­beits­zeit­wunsch des Klägers zu erfüllen, ob­wohl der Kläger be­reits vor dem Ar­beits­ge­richt die An­sicht ver­tre­ten hat, die Be­klag­te könne sich auf be­trieb­li­che Gründe iSd. § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG nur un­ter Berück­sich­ti­gung des ihr zu­ste­hen­den Di­rek­ti­ons­rechts be­ru­fen, und das Ar­beits­ge­richt an­ge­nom­men hat, die Be­klag­te ha­be kei­ne Tat­sa­chen vor­ge­tra­gen, die den Schluss zu­ließen, der be­gehr­ten Teil­zeit­beschäfti­gung stünden für sämt­li­che ver­ein­bar­ten Tätig­kei­ten be­trieb­li­che Gründe ent­ge­gen. Das von der Be­klag­ten er­stell­te Tätig­keits­pro­fil „Ba­sic Ser­vice 2“ schränkt die vom Kläger ge­schul­de­te Tätig­keit nicht auf den Be­treu­ungs­dienst bei der F GmbH ein. Die vielfälti­gen Auf­ga­ben, die die Be­klag­te kraft ih­res Wei­sungs­rechts gemäß § 106 Satz 1 Ge­wO dem Kläger zu­wei­sen kann, um­fas­sen sol­che in al­len Sta­ti­ons­be­rei­chen zur wirt­schaft­li­chen und ser­vice­ge­rech­ten Durchführung der Pas­sa­gier-, Gepäck-, In­for­ma­ti­ons-, Lounge-, Be­treu­ungs- und Ver­kaufs­pro­zes­se. Die Be­klag­te hat we­der vor­ge­tra­gen, dass sämt­li­che ih­rer Mit­ar­bei­ter im „Ba­sic Ser­vice 2“ als Leih­ar­beit­neh­mer bei der F GmbH beschäftigt sind, noch, dass es in ih­rem Be­trieb kei­ne Stel­len ge­be, die dem An­for­de­rungs­pro­fil ei­nes Mit­ar­bei­ters im „Ba­sic Ser­vice 2“ ent­spre­chen, noch, dass sie an­de­re Mit­ar­bei­ter nicht auf die Stel­le des Klägers ver­set­zen könne. Die Fest­stel­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts, wo­nach die Be­klag­te un­verhält­nismäßig ho­he Kos­ten, die bei ei­ner Ver­rin­ge­rung der Ar­beits­zeit des Klägers an­fie­len, nicht dar­ge­legt hat, hat die Be­klag­te nicht mit Rügen an­ge­grif­fen.
d) Da die Ergänzungs­ver­ein­ba­rung zum Über­las­sungs­ver­trag zwi­schen der Be­klag­ten und der F GmbH für sich ge­nom­men kei­nen ent­ge­gen­ste­hen­den be­trieb­li­chen Grund iSd. § 8 Abs. 4 Satz 1 Tz­B­fG dar­stellt, kann da­hin­ste­hen, ob ent­spre­chend der An­nah­me des Lan­des­ar­beits­ge­richts be­reits zum Zeit­punkt, zu dem die Be­klag­te das Ver­rin­ge­rungs­be­geh­ren ab­lehn­te, zu er­war­ten war, dass sich die F GmbH auf das Aus­tausch­recht gemäß Ziff. 2 der später ge­schlos­se­nen Ergänzungs­ver­ein­ba­rung be­ru­fen wer­de.
III. Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 91 Abs. 1 und § 97 Abs. 1 ZPO.
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References: § 8
 § 8
 § 8
 § 253
 § 894
 § 8
 § 8
 § 106
 § 8
 § 8
 § 8
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 § 9
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 § 8
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 § 9
 § 8
 § 8
 § 1
 § 1
 § 106
 § 8
 § 8
 § 8
 § 8
 § 106
 § 8
 § 91
 § 97