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Timestamp: 2018-03-20 07:46:22+00:00

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Johann Friedrich Herbart - Lehrbuch zur Einleitung in die Philosophie [2/2]
Zukunft der Philosophie
Lehrbuch zur Einleitung
in die Philosophie
"Viele finden auch die Philosophie darum interessant, weil sie mit Hilfe derselben richtiger und bestimmter über die Angelegenheiten der Zeit, besonders des Staates und der Kirche, glauben urteilen zu können. Nun ist zwar gewiß, daß derjenige seinem Urteil am meisten vertrauen darf, der am meisten und am tiefsten gedacht hat, falls er nämlich hiermit Erfahrung und Beobachtungsgeist verbindet. Allein auch hier müssen sich die philosophischen Resultate von selbst darbieten; sie müssen nicht gesucht, nicht erschlichen Werden; und der Denker muß sie zu seinem eigenen Gebrauch behalten, niemals aber unternehmen, 'unmittelbar auf das Zeitalter einzuwirken.' Das ist eine Anmaßung, solange als noch die verschiedenen System der Philosophie einander widersprechen. Und die Folge ist, daß Staat und Kirche anfangen, die Wissenschaft zu fürchten und deren freie Ausbildung zu beschränken. In diese Gefahr wird zu allen Zeiten jeder einzelne Philosoph die übrigen setzen, sobald er vergißt, daß nicht die Zeit, sondern das Unzeitliche, sein eigentlicher Gegenstand ist."
Erklärungen und Einteilungen
§ 4. Das Vorstehende enthält noch keine absichtliche Anregung des philosophischen Denkens; vielweniger einer Anleitung dazu. Allein es darf nicht dabei sein Bewenden haben, daß die Teil der Philosophie bloß als etwas Vorhandenes werden; denn sie soll nicht lediglich gelernt, sondern auch mit eigenem Denken begleitet und verarbeitet werden. Das Denken aber könnte sogleich eine falsche Richtung bekommen, wenn auf die Frage: was ist nun nach der vorhergehenden Übersicht die Philosophie? eine erkünstelte Antwort gegeben würde. Denn gesetzt, man erklärte einen bestimmten Gegenstand für denjenigen, womit die Philosophie sich beschäftige: so läge darin die Zumutung, alle anderen Gegenstände, von welchen in ihr doch auch die Rede ist, nur mittelbar und hindurchschauend gleichsam durch jenen, wie durch ein Glas, in Betracht zu ziehen.
Wenn z. B. gesagt würde, die Philosophie beschäftige sich mit dem Ich, als dem Vorstellenden aller Erscheinungen und mit dessen verschiedenen Tätigkeiten, indem es bald vorstelle, bald wolle, bald leide: so würde man von Wärme, Licht, Sauerstoff und Wasserstoff, usw. nicht mehr dergestalt zu handeln haben, daß die Aufmerksamkeit unmittelbar auf die Tatsachen der Physik und Chemie gerichtet bliebe: sondern sie würde auf den experimentierenden Physiker fallen oder gar auf uns selbst, die wir sein Buch lesen. Und wenn der Staat sollte untersucht, wenn Recht sollte gesprochen werden: so würden wir dabei nicht auf den Staat und die Parteien, sondern auf uns als die Vorstellenden dieses Staates und dieser Parteien unser Augenmerk nehmen. Und nicht minder würden wir jede Bildsäule in uns sehen, jede Musik in uns hören; welches nicht mehr weit von jener mystischen Anschauung entfernt wäre, welche hofft, alle Dinge in Gott sehen zu können.
Ein anderer möchte uns zumuten, uns selbst im allgemeinen Leben der Natur anzuschauen und zwar mittels unseres Gehirns, an welches unsere geistige Tätigkeit geknüpft sei, usw.
Jede solche Einseitigkeit würde uns derjenigen, weit einfacheren, geraderen Betrachtungen berauben, welche nun andere an unserer Statt vornahmen, die sich's angelegen sein ließen, jeden Begriff an der Stelle aufzufassen, wo er gegeben ist.
Durch die vorstehende Übersicht der Philosophie ist also wenigstens so viel gewonnen, daß der Blick mannigfaltig umhergelenkt würde; und diese Beweglichkeit muß er behalten; dergestalt, daß die Reflexion unmittelbar Gegenstände entweder der äußeren oder der inneren Erfahrung oder auch den leeren Raum, die leere Zeit treffe oder sich in das Recht, in eine Kunst vertiefe oder sich mit allgemeinen Begriffen als solchen beschäftige; nicht aber bei aller Gelegenheit auf sich selbst zurückspringe.
Da nun durch keinen Gegenstand, welcher insbesondere ihr oder dem sie ausschließlich angehörte, die Philosophie beschrieben werden kann, indem sie vielmehr überall, wo sie Begriffe findet, zumindest das logische Geschäft des Sonderns und Zurechtstellens antrifft: so bleibt nur noch die Frage übrig, ob sie durch die Art und Weise, wie sie die Begriffe behandelt, näher zu bestimmen und von anderen Wissenschaften zu unterscheiden sei?
Zuvörderst ist leicht zu sehen, daß sie es den Gelehrtn aller Klassen, also den übrigen Wissenschaften lediglich überläßt, das Gegebene zu sammeln und die Tatsache, daß es gegeben sei, historisch zu bewähren. Selbst der mystischen Anschauung, falls diese wirklich ein Gegebenes aufzuweisen hätte, würde sie das Sammeln desselben überlassen; und es erst da in ihre Behandlung nehmen, wo nun weiter die Frage entstünde, wofür dieses Gegebene zu nehmen sei und was es gelten könne. Liefert irgendeine Wissenschaft der Philosophie ein vermeintlich Gegebenes, welches nicht als Begriff, d. h. als ein Begriffenes (notum, notio) bestehen kann, so ist dies entweder eine Untreue oder ein Fehler jener Wissenschaft, der, wenn er nicht zu vermeiden war, seine Berichtigung von der Philosophie erwartet. Dann muß aber wenigstens das Tatsächliche vor der philosophischen Bearbeitung ins Reine gebracht sein, soweit es sich durch Beobachtung bestimmen läßt. Ob die früherin sogenannte oxidierte Salzsäure Sauerstoff enthalte, oder vielmehr die Kochsalzsäure Wasserstoff; ob die homerischen Gedichte von einem 'HOMER oder von vielen Sängern herstammen: darüber sind dort die Berichte der Chemiker, hier die der Philologen und Altertumsforscher zu hören; der Philosoph kann die dahin gehörigen Tatsachen zu ermitteln nicht zu seinem Geschäft rechnen. Nicht einmal die empirische Psychologie macht hierin eine Ausnahme; denn die Beobachtungen, welche dafür in Irrenhäusern oder auf Reisen gemacht werden, kann der Philosoph nicht verifizieren; und es ist schlimm genug, wenn Erschleichungen, die in der Selbstbeobachtung gemacht worden waren, durch ihn müssen berichtigt werden.
Völliger Mißbrauch des Wortes ist es, von einer Anschauungs-Philosophie zu reden. Es gibt keine andere Philosophie, als eine solche, die von der Reflexion anhebt; d. h. von der Auffassung der Begriffe. Jener Ausdruck deutet an, es könnte Anschauungen geben, welche der Reflexion entgehen oder sich entziehen würden.
Die Geschichte ist allemal mächtiger als die Willkür irgendwelcher Schulen oder Zeiten. Oben ist von der Geschichte der Metaphysik der Umriß kurz angedeutet. Man erkennt darin leicht, daß Begriffe, selbst wenn sie unleugbar aus dem Gegebenen stammen, (wie der Begriff des Werdens) dennoch Fehler in sich tragen können, vermöge dren sie sich der Reflexion zu fortgehender Umwälzung darbieten. Die Philosopihe wird alsdann in Hinsicht ihrer nicht eher vollendet sein, als bis sie diese Umwälzungen zu einem notwendigen Ende geführt hat.
Gerade hierauf nun würde man die Erklärung der Philosophie gründen müssen, wenn alle Philosophie Metaphysik oder eine davon abhängende Wissenschaft wäre.
Allein bei der Vergleichung der Ethik und Ästhetik zeigt sich erstens, daß beide gemeinschaftlich von der Metaphysik abweichen, indem sie auf unveränderlichen Wertbestimmungen durch Lob und Tadel beruhen. Zweitens zeigt sich, daß sie eben durch dieses ihr gemeinschaftliches in eine Hauptklasse zusammenfallen. Da nun die Ästhetik selbst keine Grenze vorzeichnet, von welcher Art ihr Schönes und Häßliches sein müsse, vielmehr in ihr schon eine Mannigfaltigkeit der Arten des Lobenswerten und Tadelnswerten beisammen ist: so kann die Hauptklasse, wohin auch die Ethik gehört, mit dem Namen Ästhetik benannt werden; ein anderer Name findet sich nicht.
Die Logik endlich, welche jede, auf besonderer Eigenheit gewisser Begriffe beruhende Behandlung derselben von sich entfernt, würde nicht erlauben, daß man die Erklärung der Philosophie, von der sie ein Teil ist, durch Rücksicht auf das Eigene der Metaphysik oder Ästhetik beschränke.
Hierdurch wird nun nicht bloß dasjenige verständlich sein, was sogleich von den Hauptteilen der Philosophie gesagt werden soll, sondern alles bisherige vereinigts sich zunächst darin, daß von der Philosophie im Allgemeinen keine andere Erklärung den nötigen Umfang hat als diese:
Philosophie ist Bearbeitung der Begriffe.
§ 5. Aus den Hauptarten der Bearbeitung der Begriffe ergeben sich die Hauptteile der Philosophie.
Der erste Erfolg der auf die Begriffe gewendeten Aufmerksamkeit besteht darin, daß sie klar, und, sofern sie dazu geeignet sind, deutlich zu werden. Die Deutlichkeit besteht in der Unterscheidung der Merkmale eines Begriffs, sowie die Klarheit in der Unterscheidung mehrerer Begriffe untereinander. Deutliche Begriffe können die Form von Urteilen annehmen und die Vereinigung der Urteile ergibt Schlüsse. Hiervon handelt die Logik; und sie selbst ist derjenige erste Teil der Philosophie, welcher die Deutlichkeit in Begriffen und die daraus entspringende Zusammenstellung der letzteren, im Allgemeinen betrachtet.
§ 6. Allein die Auffassung der Welt und unsrer selbst, führt manche Begriffe herbei, welche, je deutlicher sie gemacht werden, gerade umso weniger Vereinigung unserer Gedanken zulassen, vielmehr Zwiespalt anrichten in allen den Betrachtungen, worauf sie Einfluß haben können. Oftmals bemüht man sich, dergleichen Begriff in anderen Wissenschaften gänzlich zu vermeiden; diese Bemühung ist vergeblich; und daher bleibt der Philosophie die wichtige Aufgabe, die Begriffe der erwähnten Art so zu verändern, wie es durch die besondere Beschaffenheit eines jeden notwendig gemacht wird. Bei der Veränderung wird etwas Neues hinzukommen, durch dessen Hilfe die vorige Schwierigkeit verschwindet. Dieses Neue kann man eine Ergänzung nennen. Demnach ist Ergänzung der Begriffe die zweite Art der Bearbeitung der Begriffe. Die Wissenschaft hiervon ist die Metaphysik. Sie hängt, wie schon der Name anzeigt, wesentlich mit der Physik zusammen, insofern unter Physik ganz allgemein die Kenntnis des Gegebenen verstanden werden mag. Denn zuerst muß man sich aus dieser Kenntnis des Gegebenen überzeugen, daß die Begriffe der erwähnten Art wirklich daraus hervorgehen und nicht etwa willkürlich ersonnen sind.
Die Tatsache nun, daß solche Begriffe im Gegebenen ihren Sitz haben, wird tiefer unten ausführlich nachgewiesen werden.
§ 7. Die Hauptbegriffe der Metaphysik sind so allgemein und die Berichtigung derselben ist von so entscheidendem Einfluß auf alle Gegenstände des menschlichen Wissens, daß erst dann die übrigen Begriffe von der Welt und von uns selbst gehörig bestimmt werden können, wenn zuvor jene Berichtigung vollbracht ist. Daher sieht man die Bearbeitung dieser übrigen Begriffe als etwas solches an, das auf die allgemeine Metaphysik folgen und ihr gleichsam angehängt werden müsse, damit niemand in den (zwar oft gemachten und erneuerten) vergeblichen Versuchen verfalle, es für sich allein und ohne Vorbereitung hinstellen zu wollen. Auf diese Weise entsteht außer der allgemeinen Metaphysik (mit dem alten Namen Ontologie) noch eine angewandte Metaphysik; die man nun weiter nach ihren Gegenstände in drei große Fächer zerteilt, nämlich in Psychologie, in Naturphilosophie, (sonst Kosmologie genannt) und in natürliche Theologie oder philosophische Religionslehre.
§ 8. Noch gibt es keine Klasse von Begriffen, die mit den vorerwähnten darin übereinkommen, daß bei ihnen das Denken nicht bei bloßer logischer Verdeutlichung stillstehen kann; die sich aber dadurch unterscheiden, daß sie nich, gleich jenen, eine Veränderung notwendig machen, wohl aber einen Zusatz in unserem Vorstellen herbeiführen, der in einem Urteil des Beifalls oder Mißfallens besteht. Die Wissenschaft von solchen Begriffen ist die Ästhetik. Mit der Kenntnis des Gegebenen hängt sie ihrem Ursprung nach nicht weiter zusammen, als insofern wir dadurch veranlaßt werden, uns Begriffe vorzustellen, welche, ohne alle Rücksicht auf ihre Realität, den Beifall oder das Mißfallen erwecken. Angewandt aber auf das Gegebene geht die Ästhetik über in eine Reihe von Kunstlehren, welche man sämtlich praktische Wissenschaften nennen kann, weil sie angeben, wie derjenige, der sich mit einem gewissen Gegenstand beschäftigt, denselben behandeln soll, indem nicht das Mißfallende, vielmehr das Gefallende erzeugt werden soll.
Anmerkung: Man hüte sich, in diesen Paragraphen etwas hineinzudenken, was nicht darin liegt. Derselbe bezieht sich zwar allerdings zugleich auf das moralisch Gute und auf das sogenannte sinnlich Schöne. (Eigentlich ist keine wahre Schönheit sinnlich, wenngleich bei der Auffassung derselben sinnliche Empfindungen in vielen Fällen vorauszugehen und nachzufolgen pflegen.) Aber es ist hier nicht die Rede von irgendwelchen obersten Grundsätzen, denen die verschiedenen ästhetischen Urteile und damit auch das Gute samt dem Schönen, unterzuordnen wären. Vielmehr muß diese falsche Meinung ganz zurückgewiesen werden. Jedes ursprüngliche ästhetische Urteil (ganz verschieden von der stets schwankenden Beurteilung der Kunstwerke,) ist absolut, folglich auch jedes vom andern ganz unabhängig. Vollends für das Gute gibt es kein Höheres; es ist in seiner Art selbst das Höchste. - Nur insofern wir im Denken das Gute aufsuchen, bestimmen, unterscheiden, zusammenstellen, gibt es für das dazu nötige spekulative Verfahren gewisse allgemeine, methodische Bedingungen, die man verfehlt, sobald man Ästhetik und praktische Philosophie anders als so auffaßt, daß jene die weitere, diese die engere Sphäre sei. Das Zerreißen dieses, wesentlich in der Sache liegenden, Verhältnisses ist Schuld an den falschen Begründungen der praktischen Philosophie.
§ 9. Die meisten dieser praktischen Wissenschaften kommen darin überein, daß es der Willkür überlassen bleibt, ob man sich ein Geschäft mit dem Gegenstand machen wolle oder nicht. Daher die bedingte Form der Vorschrift: wenn jemand sich mit dieser Kunst befassen will, so soll er sie so und nicht anders treiben.
Allein es gibt eine unter den Kunstlehren, deren Vorschriftn den Charatker der notwendigen Befolgung darum an sich tragen, weil wir unwillkürlich und unaufhörlich den Gegenstand derselben darstellen. Dieser Gegenstand nämlich sind wir selbst; und die bezeichnete Kunstlehre ist die Tugendlehre; welche im Hinblick auf unsere Äußerungen im Tun und Lassen in die Pflichtenlehre übergeht.
Anmerkung: Die Frage: wie es zugehe und inwiefern es möglich sei, daß ästhetische Urteile den Willen bestimmen und ein Gewissen erzeugen (es gibt aber ein Gewissen nicht bloß in moralischer und rechtlicher Hinsicht, sondern auch in Ansehung der Treue, womit Kunstregeln; - ja sogar, womit Klugheitsregeln befolgt werden), - diese Frage gehört nicht in die Ästhetik, sondern in die Psychologie; und die richtige Beantwortung setzt demnach die allgemeine Metaphysik voraus, denn ohne diese ist keine wahre Psychologie möglich. In praktischer Hinsicht ist die erwähnte Frage eine der wichtigsten, die jemals aufgeworfen werden können; den die sittliche Veredelung des Menschen hängt in ihrem innersten Wesen davon ab, wie sein Wille bestimmt werde. Aber in theoretischer Hinsicht ist sie so lange, als man sich selbst mit der Aufstellung von Prinzipien beschäftigt, - eine Nebenfrage, die man suchen muß zu entfernen. Denn die Evidenz der ursprünglichen Urteile über Löbliches und Schändliches, (vermöge welcher Evidenz sie Prinzipien sind,) wächst nicht und nimmt auch nicht ab, ob sich nun ein Wille nach ihnen richtet oder nicht. Der Mensch fällt diese Urteile auch über andere, ohne an sich selbst zu denken. Dasselbe gilt von den anderen ästhetischen Urteilen; die praktische Anwendung ist ihnen zufällig. - Diejenigen aber, die sich der Nebengedanken nicht erwehren können, verfallen wohl gar auf den Gegensatz: Das Schöne werde genossen, das Moralische verlange Aufoperung der Genüsse. Beides ist unter gewissen Umständen wahr; Beides ist unter anderen Umständen falsch; wesentlich ist weder das eine noch das andere. Künstler bringen auch dem Schönen manchen Genuß zum Opfer; und wer das Schöne bloß als Gegenstand des Genießens dächte, der würde es sehr erniedrigen und verfälschen.
§ 10. Wie nun jeder Kunstlerhe ein Teil der allgemeinen Ästhetik entspricht, der zu ihr die Vorbilder enthält: so stützt sich die Tugendlehre auch auf die ursprünglichen Bestimmungen des Löblichen und Schändlichen oder auf die praktischen Ideen. Es gibt deren mehrere, welche in Hinsicht ihrer Gewißheit voneinander unabhängig sind, indem sich jede auf ein eigenes Urteil des Beifalls oder Mißfallens gründet. Eine darunter ist die Idee des Rechts; die aber, ungeachtet ihrer Selbständigkeit, doch nur in Verbindung mit den übrigen zweckmäßig kann betrachtet werden; weil die Vorschriften zu ihrer Befolgung unbrauchbar werden, sobald man sie abgesondert aufstellen will. Daher gibt es zwar eine philosophische Rechtslerhe (gemeinhin Naturrecht genannt); aber aus der Reihe der abgesondert vorzutragenden Teile der Philosophie sollte sie verschwinden, und nur in der Mitte der gesammten praktischen Philosophie ihre Stelle behaupten. Mit dem letzteren Namen bezeichnen wir denjenigen Teil sowohl der allgemeinen als auch angewandten Ästhetik, welcher die Bestimmungen des Löblichen und Schändlichen samt den daraus entspringenden Vorschriften enthält.
Allgemeine Anmerkungen zu diesem Kapitel. Durchaus unzulässig ist die Meinung, als konnte eine heutige Schule oder überhaupt die heutige Zeit, von der Philosophie erklären was sie sein solle. (Etwa Wissenschaftslehre oder dgl.) Die Philosophie ist weder von heute noch von gestern; auch hat sie glücklichere Zeiten gehabt, als die jetzigen, wenn man, wie sichs von hier selbst versteht, auf das lebhafte Bewußtsein dessen sieht, was unter dem Namen der Philosophie gesucht wird. Zwar nicht in der Behandlung der Untersuchung sind die früheren Zeiten zu rühmen; aber die meisten wichtigen Fragepunkte, deren Untersuchung verlangt wird, sind längst nebeneinander aufgestellt; und nach diesen müssen sich die Erklärungen der verschiedenen Teile der Philosophie richten. Daß in neuerer Zeit die idealistischen Fragen vorzugsweise hervortraten, war vorübergehend. Der Idealismus konnte sich nicht halten; die anderen Fragen wurden durch seine Anmaßungen nur verdreht; keineswegs beseitigt; und die daraus entstandenen Verkehrtheiten wird der Lauf der Zeit nicht aufbewahren. Übrigens ist es viel leichter, von den drei Teilen der Philosophie, der Logik, Metaphysik, Ästhetik, bestimmte Begriffe zu geben, als von der Philosophie selbst im Allgemeinen. Das kommt daher, weil die Metaphysik zwar und die Ästhetik, durch die besondere Natur ihrer Gegenstände bezeichnet sind; das bloß logische Denken aber auf eine große Menge von Gegenständen übertragen werden kann, die man gleichwohl gar nicht gewohnt ist in die angewandte Logik (wohin sie in philosophischer Hinsicht eigentlich gehören würden) hereinzuziehen: indem bei ihnen, gerade wie bei der Metaphysik und Ästhetik, das Eigentümliche eines jeden vorzugsweise in Betracht kommt, wonach sie in verschiedene wissenschaftliche Fächer verteilt werden. Am meisten Schwierigkeit macht die Mathematik, welche mit der Philosophie darin übereinkommt, daß sie sich nicht mit der Auffassung des Gegebenen beschäftigt; und welche dennoch vom Begriff der letzteren ausgeschlossen werden soll. Jedoch, man hat sehr Ursache zu zweifeln, ob der Grund, welcher diese Ausschließung bei der gegenwärtigen Lage der Wissenschaften rechtfertigen kann, der Mathematik wesentlich sei. Freilich sehen wir die Mathematiker nicht mit der Bedeutung der Begriffe, sondern mit Kunstgriffen zur Bestimmung der Größen beschäftigt; wir sehen sie sogar diejenigen Begriffe möglichst vermeiden, welche ihnen Schwierigkeiten machen könnten. (Das unendlich Kleine, die unmöglichen Größen und dgl.) Allein sollten einmal die Mittel der Größenbestimmung durchgängig, (was sich an sehr vielen zeigen läßt,) als ungesuchte Folgen aus den Begriffen selbst erkannt werden, so würde nichts verhindern, daß man die so gestaltete Mathematik als einen Teil der Philosophie betrachtete.
Hauptbedingungen des Philosophierens.
§ 11. Man kann zwar über willkürlich gemachte Begriffe philosophieren. Man kann Voraussetzungen machen, daraus Folgen ableiten und nachsehn, ob dieselben mit der Erfahrung zusammentreffen. Solche Voraussetzungen heißen Hypothesen. Allein da in den beiden Wissenschaften, Metaphysik und Ästhetik, etwas erkannt werden soll: so behandelt man in denselben nur entweder gegebene oder notwendig erzeugte Begriffe. Diese muß man demnach zu unterscheiden wissen von allem willkürlichen Denken, Annehmen, Meinen; von Vorurteilen und Einbildungen.
§ 12. Diejenigen Begriffe oder Verbindungen von Begriffen, welche zu Anfangspunkten im Philosophieren dienen können, nennt man Prinzipien. Folglich muß ein Prinzip zwei Eigenschaften haben: erstens, es muß für sich feststehen oder ursprünglich gewiß sein; zweitens, (da dem Anfang das Nachfolgende entspricht) es muß imstande sein, noch etwas anderes, außer sich selbst, gewiß zu machen.
Es ist aber hier die Rede von Prinzipien der Erkenntnis; nicht von Real-Prinzipien, deren Erkenntnis selbst als Folge in der Reihe des Denkens betrachtet werden muß. Erst nachdem durch eine gehörige Untersuchung die Realgründe gefunden sind, kann man von ihnen aus weiter fortschreiten.
Anmerkung. Den Unterschied zwischen Erkenntnisprinzipien und Realprinzipien läßt die mystische Anschauung nicht gelten. Weist man ihr Ungereimtheiten nach: so hilft sie sich allenfalls mit einem credo quia absurdum est [Ich glaube, weil es absurd ist. - wp] Wenn aber Männer, die ursprünglich nicht Schwärmer sind, wenn selbst Naturphilosophen sich durch das Widersinnige ihrer System der mystischen Anschauung nähern: so ist dies ein Zeugnis über die (zu KANTs Zeiten nicht gehörig erkannte) Beschaffenheit der, aus gemeiner Erfahrung entsprungenen, metaphysischen Probleme. Die gemeine Anschauung ist an sich eben so wenig Erkenntnis, als die mystische; sie ist vielmehr ein psychologisch zu erklärendes Ereignis in unserem Geist. Läßt sich nun aber der Denker durch die, ihr anhaftenden Schwierigkeiten voreilig schrecken, so leidet er im Traum Schiffbruch. Die ersten Bedingungen, um hier, wie in den Angelegenheiten des Lebens, sich aus Schwierigkeiten glücklich herauszuwickeln, sind: Mut und Gegenwart des Geistes. Verloren aber gibt sich derjenige, der mit klarem Bewußtsein in den Ungereimtheiten stecken bleibt; statt in ihnen gerade das Motiv des fortschreitenden Denkens anzuerkennen.
§ 13. Die allgemeine Angabe der Art und Weise, aus Prinzipien abzuleiten, heißt Methode. Die Methoden selbst sind wiederum allgemeine und besondere. Jene lehrt die Logik, aber man reicht damit in der Metaphysik und Ästhetik ebensowenig aus, als in der Mathematik oder in irgendeiner anderen Wissenschaft. Vielmehr führt jede Art von Prinzip die ihr angemessene Art, eine abgeleitete Gewißheit zu gewinnen, selbst mit sich und es muß darauf eine ganz vorzügliche Aufmerksamkeit gerichtet werden.
Prinzipien und Methoden also beziehen sich aufeinander; und man lernt die einen durch die andern erst recht kennen. beide zusammengenommen sind die unentbehrlichsten Bedingungen des philosophischen Wissens.
Anmerkung. Zu den ersten Bedingungen des Philosophierens zählen viele Neueren vor allem andern gewisse Vorkenntnisse von der Natur und Entwicklung des menschlichen Geistes. Aber 1) Die Geschichte bezeugt, daß es scharfsinnige Anfänge von Metaphysik gab, als noch die psychologischen Meinungen höchst roh waren. (Man denke z. B. an 'DEMOKRITs eidola [Bilderchen - wp]). Das beweist schon, daß Philosophie nicht ursprünglich klar und auch nicht der nächste und natürlichste Gegenstand der Betrachtung ist. 2) Wer in einer Untersuchung über das Gedachte und die hierin liegenden Schwierigkeiten, abspringt zu einer Reflexon über den Aktus des Denkens, der verläßt seinen Gegenstand, den er vielmehr festzuhalten sich gewöhnen sollte. 3) Man gerät durch die Erwähnung der Psychologie leicht in das Gleis des Irrtums von den Seelenvermögen, wovon oft auch diejenigen befangen sind, die dagegen protestieren. In der Tat sind die Seelenvermögen nichts als mythologische Wesen; und mit ihrer Hilfe in die Philosophie einleiten, ist nicht besser, als einer christlichen Religionslehre den heidnischen Olymp voranstellen. Einige Schriftsteller haben mit löblicher Vorsicht die Anhänger gewarnt, ja nicht die hypothetische Seelenlehre für definitiv zu halten; allein das verwirrt den Anfänger statt ihn aufzuklären.
Anmerkung 2. Zu den verschiedenen Methoden gehören ebenso verschiedene Übungen im Denken. Schädlich aber ist, sich gewisse Fachwerke einzuprägen, in die alles passen soll; oder gar bestimmte Zahlen ein für allemal anzunehmen, nach denen sich alle Begriffe spalten sollen und wieder spalten lassen. Solche Verwöhnungen lähmen den Untersuchungsgeist.
§ 14. Zu den Hauptbedingungen des Philosophierens kann auch das Interesse für die Philosophie gerechnet werden. Wenn man das Mangelhafte seiner Begriffe von irgendeiner Seite her wahrgenommen hat, - und wenn man hört, daß dem Philosophen die gesamte Sinnenwelt nur für Erscheinung gelte, der aber ein Seiendes und feststehende Gesetze des Geschehens zum Grunde liegen; daß der Natur eine innerliche Erregbarkeit und Erregung, dem menschlichen Geiste entweder absolute Freiheit, oder eine eigene Art von Gesetzmäßigkeit in der Entwicklung alles dessen, was ins Bewußtsein kommt, dem menschlichen Geschlechte eine fortschreitende Veredlung, sowohl der Individuen, als der Gesellschaften, die ins Unendliche gehn und die Abkunft des Menschen vom höchsten Wesen immer herrlicher offenbaren müsse, vermöge philosophischer Nachforschungen zugeschrieben werde; wenn man daneben von den Aufregungen der Gemüter Kenntnis nimmt, die im Disputieren über so wichtige Punkte entstanden sind: so wird man keinen Beweis mehr verlangen, daß es für die Philosophie interessante Gegenstände gebe; und daß ein starker Reiz vorhanden sei, in Hinsicht derselben das Gewisse vom Ungewissen sondern oder wenigstens die Gründe der verschiedenen streitenden Systeme kennen und beurteilen zu lernen.
Anmerkung. Das Interesse für Logik ist ähnlich dem für die Grundlehren der Geometrie. Das der Metaphysik hängt genau zusammen mit dem Interesse der Naturwissenschaft; sofern dieselbe als ein Ganzes betrachtet wird. Das ästhetische Interesse wird nicht bloß durch Kunstwerke, sondern auch durchs Studium der Geschichte und durch den Wechsel der menschlichen Angelegenheiten aufgeregt. Selten sind diese verschiedenen Interessen in einem wünschenswerten Gleichgewicht beisammen.
§ 15. In der Tat werden die meisten zur Philosophie dadurch hingezogen, daß sie über irgendeinen, ihnen wichtigen Gegenstand Aufschluß von derselben erwarten. Allein das Interesse der einzelnen Gegenstände ist weder das einzige, noch das ersprießlichste für das Studium. Wer die Philosophie von einer besonderen Seite lieb gewonnen hat, dessen Untersuchungen werden einseitig und umso mehr dem Irrtum ausgesetzt, je mehr er zu einem bestimmten Ziel hineilt, mit Vernachlässigung der Vorkenntnisse. Sehr selten ist dasjenige, was man am meisten zu wissen wünscht, zugleich das, was sich am ersten erforschen läßt.
Je mehr hingegen die Form der Untersuchung interessiert, desto wachsamer wird die richtige Form des Denkens beobachtet und umso sicherer also die Bedingung der Erkenntnis erfüllt.
Anmerkung 1. Nach KANT sind Gott, Freiheit und Unsterblichkeit die drei Gegenstände, auf deren sichere Erkenntnis (oder wenigstens auf einen gesicherten Glauben daran,) die Hauptabsicht der Philosophie gerichtet ist. Wer würde hierin nicht gern mit ihm übereinstimmen? Besonders da er mit preiswürdiger Vorsicht sich hütete, daß nicht der Wunsch, zu diesen Zeitpunkten zu gelangen, die Gründlichkeit der Untersuchung aufheben möge. Und dennoch ist ein solcher Schaden keineswegs vermieden worden. KANT selbst täuschte sich über die Freiheit; er verwechselte sie mit der Absolutheit der sittlichen Urteile; er legte in den Willen die Autonomie, die nur der willenlosen Billigung und Mißbilligung zukommt; er verdarb sich den Kausalbegriff, um ihn auf Erscheinungen zu beschränken; er gab das zeitliche Leben des Menschen einer Naturnotwendigkeit preis, die, genau genommen, alle wahre Veredelung, ja alle Besserung ausschließt. (Vgl. unten § 107 und 109) So geschah es, weil das Interesse am Gegenstand den Denker verleitete. Seine Nachfolger erfanden eine absolute Erkenntnis, durch welche die Überzeugung von Gott und Unsterblichkeit gegen alle Zweifel geschützt werden sollte, - in der Tat aber allen Zweifeln mehr als jemals Preis gegeben ist, weil kein nüchterner Denker an der eingebildeten absoluten Erkenntnis teilnehmen kann, wohl aber vor Augen sieht, wie diese Einbildung als ein Kind des Zeitalters entstanden ist.
Anmerkung 2. Viele finden auch die Philosophie darum interessant, weil sie mit Hilfe derselben richtiger und bestimmter über die Angelegenheiten der Zeit, besonders des Staates und der Kirche, glauben urteilen zu können. Nun ist zwar gewiß, daß derjenige seinem Urteil am meisten vertrauen darf, der am meisten und am tiefsten gedacht hat, falls er nämlich hiermit Erfahrung und Beobachtungsgeist verbindet. Allein auch hier müssen sich die philosophischen Resultate von selbst darbieten; sie müssen nicht gesucht, nicht erschlichen Werden; und der Denker muß sie zu seinem eigenen Gebrauch behalten, niemals aber unternehmen, unmittelbar auf das Zeitalter einzuwirken. Das ist eine Anmaßung, solange als noch die verschiedenen System der Philosophie einander widersprechen. Und die Folge ist, daß Staat und Kirche anfangen, die Wissenschaft zu fürchten und deren freie Ausbildung zu beschränken. In diese Gefahr wird zu allen Zeiten jeder einzelne Philosoph die übrigen setzen, sobald er vergißt, daß nicht die Zeit, sondern das Unzeitliche, sein eigentlicher Gegenstand ist. Nur die höchste Anspruchslosigkeit kann den Denkern ein so ruhiges, äußeres Leben sichern, als nötig ist, um der Spekulation ihre gehörige Reife zu geben. Und nur vereinte Kräfte, gleich denn der heutigen Mathematiker und Physiker, die sich jeder ganz auf ihre Wissenschaft legen, und die meistens einträchtig zusammenarbeiten, - können eine so große Wirkung hervorbringen, die heilsam und von selbst, allmählich und durch viele Mittelglieder, auf das Ganze der menschlichen Angelegenheiten übergeht.
§ 16. Das formale Interesse der Philosophie ist zugleich dasjenige, welches auf die übrigen Studien am wohltätigsten wirkt. Denn es läßt die Philosophie als den Mittelpunkt erblicken, in welchem sich alle übrigen Wissenschaften gleichsam begegnen, um sich untereinander zu verknüpfen. Hier ist der Zusammenhang der Grundbegriffe zu suchen, an deren jeden sich weiterhin eine ganze Masse des Wissens anschließt. Jedes Studium einer anderen Wissenschaft ist in irgendeiner Rücksicht mangelhaft, wenn es nicht auf Philosophie hinleitet; aber das Studium der Philosopie ist noch viel mangelhafter, wenn es das Interesse für andere Studien nicht begünstigt. Durch die Ahnung einer noch unbekannten Einheit allen Wissens und durch ein lebhaftes Bestreben diese zu erkennen, pflegt philosophischer Geist sich zuerst anzukündigen; der sich freilich darum noch gar nicht auf sich selbst verlassen darf, indem vielmehr diese Geistesrichtung die Gefahr vielfältiger Irrtümer mit sich führt. Die Erläuterungen hierzu werden sich weiterhin von selbst ergeben.
Anmerkung. Die Spekulation scheint manchmal eine Richtung zu nehmen, welche dem Interesse des Menschen zuwiderläuft. Hierüber ist dreierlei zu bemerken: 1) die Natur der Dinge richtet sich nicht nach unseren Wünschen, und es ist eine Unredlichkeit ohne Zweck, sich die Wahrheit verhehlen zu wollen. 2) Über das praktische Interesse gewisser Lehren gibt es ebenso große Irrtümer, als über theoretische Wahrheit. Die kantische Freiheitslehre zum Beispiel wurde für unentbehrlich zur Moralität der Handlungen gehalten, während sie vielmehr in Beziehung auf alle einzelnen Handlungen und Entschließungen im Leben, dem Fatalismus gleich gilt und, konsequent verfolgt, jedes Streben nach Verbesserung zur Torheit machen würde. So gibt es auch Lehren von Gott, nach welchen er nicht bloß der Höchste, sondern alles allein ist; die gleichwohl nichts von der Güte, Weisheit, Gerechtigkeit Gottes übrig lassen und dem absichtlichen Ratschluß nicht die mindeste Macht einräumen. 3) Damit man unbefangen denken könne, ohne seinen Gefühlen zu schaden, muß man das Denken stets als einen bloßen Versuch betrachten und es ganz absondern von den Ansichten, an welchen die Sittlichkeit des Charakters zu hängen scheint; - bis in reiferen Jahren beides sich von selbst vereinigt. Voreiliges Reformieren schadet im eigenen Innern ebenso, wie in der Außenwelt und im bürgerlichen Leben. LITERATUR - Johann Friedrich Herbart, Lehrbuch zur Einleitung in die Philosophie, Königsberg 1834

References: § 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15
 § 107

§ 16