Source: https://michaelbertling.de/familienrecht/scheidungsantrag.htm
Timestamp: 2020-04-05 22:06:16+00:00

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Der Scheidungsantrag nach FamFG
Startseite ► Familienrecht ► Scheidungsrecht ► Der Scheidungsantrag setzt das Verfahren in Gang
§ 1564 BGB
§ 1564 BGB: Scheidung durch richterliche Entscheidung
Hier führen die weiteren Überlegungen nun in zwei Richtungen:
Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist geregelt, was die ► Voraussetzungen für eine Ehscheidung sind, wobei insbesondere eine bestimmte Dauer des Getrenntlebens wichtig ist.
Die Verfahrensabläufe, also die Formalitäten, um die es hier geht, sind hingegen im FamFG geregelt.
Der Scheidungsantrag wird durch einen Rechtsanwalt gestellt
Für die Einleitung des Scheidungsverfahrens herrscht Anwaltszwang: den Scheidungsantrag können nicht die Ehegatten selbst bei Gericht stellen, sondern er wird durch einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin bei dem zuständigen Familiengericht eingereicht. In Hamburg sind das die verschiedenen Amtsgerichte.
Der Antrag auf Scheidung der Ehe enthält meistens nur eine recht kurze Schilderung unter Angabe bestimmter Daten (persönliche Daten der Ehegatten, Zeitpunkt der Eheschließung, Angaben über die Kinder, Zeitpunkt bzw. Dauer des Getrenntlebens, hat man sich über Folgesachen geeinigt?). Das ist in § 133 FamFG geregelt, den Sie unten auf dieser Seite finden. Scheidungsanträge sind in aller Regel sachlich und nüchtern - also: emotionslos - formuliert, denn es geht nicht darum, über Schuld zu streiten oder schmutzige Wäsche zu waschen.
Vielmehr wird ein mehr oder weniger bürokratisches Verfahren angestoßen, das zum Ziel hat, den Ausspruch der Scheidung durch das Gericht zu bewirken und alle damit verbundenen Streitigkeiten und Probleme fair und vernünftig zu lösen.
Der Scheidungsantrag sollte nicht zu früh gestellt werden.
Man wird den Scheidungsantrag zwar vor Ablauf des Trennungsjahres einreichen können, weil das Verfahren meist mehrere Monate dauert. Aber die Entscheidung des Gerichts ergeht erst nach Ablauf der gesetzlich vorgesehenen Trennungszeit. Im Einzelfall gibt es Probleme, wenn der ► Scheidungsantrag zu früh eingereicht wird.
Meistens entwickeln sich eine oder mehrere "Folgesachen", zum Beispiel wenn der Versorgungsausgleich durchzuführen ist.
Dies alles hängt stark von dem Verhalten und der Einstellung der beiden Ehegatten ab.
Selbstverständlich kann über vieles gestritten werden, etwa über Unterhalt, über den Zugewinnausgleich, über die Verteilung des Hausrats ...
Versuchen Sie, sich gütlich zu einigen, und zwar insbesondere im Hinblick auf die gemeinsamen Kinder.
Der Scheidungsantrag wird dem anderen Ehegatten zugestellt
Der Antragsgegner, also der andere Ehegatte, dem der Scheidungsantrag zustellt wird, muss keinen eigenen Scheidungsantrag stellen, er kann dies aber und sollte es in vielen Fällen auch tun, sofern er selbst auch die Scheidung möchte.
Der eigene Scheidungsantrag des Antragsgegners beugt zum Beispiel der Möglichkeit vor, dass der Antragsteller das Verfahren zu Fall bringt, indem er seinen einseitig gestellten Antrag zurücknimmt.
Es können auch erbrechtliche Folgen an den eigenen Antrag geknüpft sein.
Der Antragsgegner wird von dem Gericht zunächst schriftlich gefragt, ob er der Scheidung zustimmen will. Er kann sich dazu selbst - ohne Rechtsanwalt - erklären, so §§ 134, 114 IV FamFG.
Der andere Ehegatte muss nicht unbedingt eine Rechtsanwältin beauftragen.
§ 133 FamFG: Inhalt der Antragsschrift (Scheidungsantrag)
§ 134 FamFG: Zustimmung zur Scheidung und zur Rücknahme; Widerruf
Ergänzend hierzu § 114 FamFG: Vertretung durch einen Rechtsanwalt; Vollmacht
5. im Verfahren über die Verfahrenskostenhilfe sowie
6. in den Fällen des § 78 Abs. 3 der Zivilprozessordnung.
(5) Der Bevollmächtigte in Ehesachen bedarf einer besonderen auf das Verfahren gerichteten Vollmacht. Die Vollmacht für die Scheidungssache erstreckt sich auch auf die Folgesachen...
Voraussetzungen der Ehescheidung Trennungsjahr Was bedeutet Getrenntleben? schnellere Scheidung?
Auszug aus dem FamFG.
§ 133: Scheidungsantrag
§ 134: Erklärung des anderen Ehegatten
Mindestens ein Ehegatte muss im Scheidungsverfahren anwaltlich vertreten sein: der Antragsteller.
Ziffer 3: der andere Ehegatte kann der Scheidung zustimmen, ohne anwaltlich vertreten zu sein.

References: § 1564

§ 1564
 § 133

§ 133

§ 134
 § 114
 § 78

§ 133

§ 134