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Timestamp: 2020-07-16 14:13:26+00:00

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Paralleldarstellung OfnerStr. — Leutschauer Hs.
Register der Leutschauer Handschrift (mit slowakischer Übersetzung von M. Papsonová)
Quelle: Ofner Stadtrecht von MCCXLIV - MCCCCXXI [1244-1421] = Buda Városának Törvénykönyve MCCXLIV - MCCCCXXI-böl / erl. und hrsg. von Andreas Michnay ... - Pressburg : Wigand, 1845. - XVIII, 298 S.
Digitalisate: Bayerische Staatsbibliothek
Österreichische Nationalbibliothek [das hier verwendete Digitalisat]
Mária Papsonová, Edícia rukopisu spišského práva – Zipser Willkür – Levoča (Leutschau)1552. In: A. Bröstl, M. Pollák (Hrsg.), L̕udské práva a slobody na Spiši v minulosti 78-161(Krásny Spiš 2017)
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I. Willkür der Sachsen in dem Zips. [= OfnerStr.(Michnay)] Edícia rukopisu spišského práva – Zipser Willkür – Levoča (Leutschau)1552 [Mária Papsonová]
[1.0] In nomine domini amen. Anno eiusdem MCCCLXX iudices, iurati et seniores provinciae terrae Scepusiensis considerantes sagacitate ingenii, maturitate consilii iura a praedecessoribus suis legitime et rationabiliter edita et statuta a primaevis fundationis provinciae temporibus communi bono, usui et utilitati tenaci memoria in casibus quibuslibet conservanda, studuerunt iuxta tramitem subsequentis literae humilibus, mediocribus et sublimibus, pauperibus et divitibus immutabiliter confirmare. In Nomine Domini. Amen. Anno Eiusdem. M. CCC. LXX
Iudices, iurati et seniores prouincie terre Scepusiensis consedentes sagacitate ingenii, maturitate consilii iura a predecessoribus suis legitime et racionabiliter edita et statuta a primeuis fundacionis prouinciae te(m)poribus com(m)uni bono usui et utilitati, tenaci memoria in casi(bus) quibus libet co(n)seruanda studuerunt iuxta tramitem subsequentis litterae humilib(us), mediocrib(us) et sublimib(us) pauperibus et diuitib(us) immutabiliter confirmare. (= P 1545)
1 . Das uns Zipser kein mann zu laden hat gen hofe in keinerlei sachen.
Von ersten an hab wir die gnade und das recht von allen königen von Hungeren von anbeginen, das uns Zipser kein mann ader niemant umb keinerlei sach zu hofe hat zu laden, sonder er soll ein recht suchen vor des königs grofe, der burggrof ist in dem Zips, und vor dem landgrofen und vor den richteren und vor den eldisten, die zu dem rechten geschworen haben, einem izlichen manne ein rechtes recht zu tun an felde nach unserem landrecht, als wir haben von alters, als der Zips gestift ist, und als uns die könige von alters und bisher begenodt haben.N.Abs.1
§ 1. Daß vns Cziepszer kein Man czw laden hatth ken hoffe in keinerley sachenn.
Von Ersthen an hab wier die Gnade vnnd das Recht von allen(n) kwͤnigenn Von Hungern vonn anbegynnenn, Das vns Cziepszerr kein Man(n) ader nyemandt vmb keynerley sachenn czw hoffe hatt czw ladenn, Szonder er Soll ein Recht suchen vor des Kwͤniges Groffe, der Burggroff ist in dem Czypsz, vnd vorr dem Landt Groffen, Vnnd vor denn Richtern, vnnd vor den Eldisthen, dye czw dem Rechten geschworen habenn, Eynem yczlichen Manne ein Rechts Recht czw thun an felde noch vnßere(m) landtrecht, als wir haben von althers, als der Czipsz gestifft ist, Vnnd als vns die Kwͤnige von alters vnnd biß hers begnodt habenn.
2. Das ein jeder erbarer mann und erbare frau ein freidritteil in ir güter zu bescheiden hat.
Fort mer hab wir das zu einem rechten, wo ein erbarer mann mit seiner erbaren frauen in der ee sizt, das ein iglicher mann geweldig sei zu bescheiden ein dritteil von seiner helftN.1 zu gottes heuseren ader seinen armen freunden ader wo er hin will nach seinem tod zu nemen, und sein frau dasselbe recht hab, als der mann, auf das, das die frauen als gut recht haben in diesem lande, als die mannenN.2. Und ab der mann ader die frau ein dritteil hinweg wolt geben pei lebendigen leib zu nemen, das well wir nicht gestaten; sie sollen es bescheiden nach irem tode zu nemen, zu welcher zeit sies hinweg bescheiden, sie sint gesunt aber krank, des seint sie geweldig. Und ab es ir peider wille sei, mögten sie miteinander ein dritteil von aller irer habe hinweg bescheiden ader geben, wem sie wellen, pei irem leben zu nemen ader nach irem tod.
§ 2. Das ein ieder Erbarer Mann vnd Erbare fraw ein frey drittel in yr guͤtter czw bescheyden hott.
Fortt Mer hab wir das czw eynem Rechten, Wo ein Erbarer Man mit seyner Erbaren frawen in der Ee siczt, Das ein iglihcer Man geweldig sey czw bescheyden ein Dritteyl von seiner helfft czw Gottes hewszern ader seinen armenn freundenn, ader wu her hin wyl, noch seynem todt czw nemen. Vnd sey(n) fraw das selbige Recht hab, Als der Man, Auff das, das die frawen alßo gutth recht haben in dießem lande als die Mannen. Vnd ab der Man ader dye fraw ein Dritteyl hinwegk wolt geben, bey lebendigen leyb czw nemen, Das wel wyr nicht gestatten, Sye sollen es bescheyden noch yrem todt czw nemen, czw welcher czeyt sies hin weg bescheyden, Sie sindt gesundt ader kranck, des seindt sie geweldigk. Vnd ab es yr beyder wylle sey, moͤgen sye mitht eynnander ein Dritteyl vonn aller ierer habe hinweg bescheyden ader geben, wem sie wöllen, bey yrem leben [lebendigem leybe noch yrem todtt czw nemen] czw nemem ader noch yrem todt.
3. Das kein frau nicht zu tedingen hat, die einen lebendigen mann hat.
Auch wellen wir zu einem rechten haben, das keine frau nicht zu tedingen habe vor einem rechten, die einen lebendigen mann hat, das sie irem mann nicht mer gewinnen noch vorlieren mag, wenn drei helbling.N.Abs.3 [Seite 222]
§ 3. Das kein fraw nicht czwthedingen hott, die einen lebendigen Man hot.
Auch wellen wir czw eynem Rechten haben, das keyne fraw nicht zw thedingen habe vor eynem Rechten, Die eynen lebendigenn man hat, Das sie yrem Man nicht mehr gewinnen noch vorlieren mag wenn 3 helblingk.
4. Ab frau ader mann vorschiede an kinder, wer do die teilung nimpt.
Dorüber hab wir das zu einem rechten, ab das were, das frau ader mann miteinander leben an kinder, und gott über den mann ader über die frau geböte, so sollen die nechsten freunde mit dem manne ader mit der frauen die helfte teilen.
§ 4. Ab fraw ader Man vorschiede an kinder, we(r) do die Teylungk nympth.
Daruͤber hab wir Das czw eynem Rechten, ab das were, das fraw ader Man mit eynnander leben an kinder, vnd Gott wͤber den Man ader wͤber die fraw gebötthe, So sollen die nechsten freunde mit dem Manne ader mit der frawen die helffte theylen.
5. Ab zweier eelicher eines abging, wie man ir güter teilen soll.
Auch hab wir das zu einem rechten, ab das gott über der zweier eeleute eines geböte, es wer frau ader mann, so soll man ir gelt ader ir habe an peide stammen teilen, die gleich nachent seint. Wie oft das geschicht, das in einem geschlecht zu stunden und zuhant zwen prueder ader ein geschwistert ist, und inhant in dem anderen geschlecht geschwistert 12 seint, so soll das eine geschlechte so viel an der teilung nemen, als das ander nimpt.
§ 5. Ab czweier Eelicher eines abging, wie man yr guͤtter teylen soll.
Auch hab wir Das czw einem Rechten, ab das Gott wͤberr der czweyer Eeleuthe eins geboͤöthe, es wer fraw ader Man, szo soll man yr gelt ader yre habe an beyden staͤmmen teylen, die gleich nohendt seyndt. Wie offt das geschicht, das in eynem geschlecht czwͤ stunden vnd czw handt czwen Pruͤder ader ein geschwisterth ist, vnd zwhandt in dem andern geschlecht geschwistertt 12 seindt, szo szoll d(a)s ey(n)e geschlechte szo viel an teylung nemenn als das ander nympth.
6. Ab eines stürbe, und dem anderen eegenossen kinder liesz, das sich hernoch wider vorenderte, wer vor der kinder güter roten soll.
Es geschicht oft, das zweier eeleute eines stirbet, und das ander, das do pleibt, sich wider vorendert, und im kinder pleiben von irem manne, so hab wir das zu einem rechten, das der mann ader die frau irer kinder erbe zu vormiten und zu vorleien haben irem freunde, ader wem sie wellen, und das dorvor niemant zu vorroten habe, wenn ir eins, dieweil er ader sie unvorendert sein. Ab das ist, das die frau ader der mann ir erbe ader irer kinder erbe verkeufen will, wie teuer ein frembder das erbe keufen will, so hab wir das zu einem rechten, das der geborne freund das erbe in dem selben kauf mit einem rechten zu wesen (lösen) habe vor dem frembden mit des richters wisze, das er seinen freunden, die im angeboren seint, sein erbe vor an bite. Und [ab] im vielleicht seine freunde sein erb abhungeren ader druken wolden, so ist ein frembder das erbe frei zu keufen vor dem gebornen freunde, der mer dorumb gibt, wenn der geborne freund.
§ 6. Ab eines Stuͤrbe vnd dem andern Eegenosszen kinder ließ, das siech hernach wieder vorenderthe, wer vor der kinder guͤtter Roten soll.
Es geschicht offt, Das czweyer eeleuthe eins stirbeth vnd das ander, das do bleybeth, sich wieder vorendertt vnd ym khinder pleyben von yrem Manne. Szo hab wir das czw eynem Rechten, das der Man, ader die fraw yrer kinder Erbe czw vormietten vnnd czw vorleyen haben yrem freunde ader wem sie woͤllen vnnd das dor vohr niemandt cw uorrothen habe wen yr eyns, Dye weyl er aber sye vnforendert sein. Ab das yst, d(a)z die fraw ader der Man yr Erbe ader yrer khinder Erbe verkauffen will, Wie tewer ein frembder das Erbe kauffen will, Szo hab wir das czw eynem Rechtenn, Das der geborne freundt das Erbe ynn dem selben kauff mit eynem Rechtenn czw weßen habe vor dem frembden mit des Rechters wisse(n), das es seynen freundenn, die ym angeborn seind, seyn Erbe vor an bitte. Vnd ab ym villeicht seyne freu(n)de sein Erb abhungern ader drucken wolden, Szo ist ein frembder das Erbe frey czw kauffen fwͤ dem gebornen freunde, der mer darumb gybet wen der geborne freundt.
7. Ab weisen pleiben, wer vor derselben güter zu roten habe.
Wiszet das, ab weisen weren, die vor ir gut nicht geroten möchten, so dünket uns das ein recht sein, das die nechsten freund peider seit vor ir gut zu roten haben, also das sie peider seit, wer sich des erbes ader des guts underwint, das er sein erbe ader gut vorpürge, auf das dem weisen, aber ab der weisen mer weren, ir erb ader ir gelt nicht vorloren werde. Ab es aber were, das die weisen zu iren 14 jaren quemen ader darüber, das sie denne geweldig sein ir gut zu bescheiden ader zu vorleien auf ein zeit, wem sie wellen.
§ 7. Ab weyßen blieben, wer vor die selbigen guͤtter czwrothen hab.
Wysset das, Ab weyßen weren, die vor yr Gutt nicht gerothen moͤchten, Szo duncketh vns das eyn Recht seinn, Das die nechsten freu(n)dt peyder seyth vor yhr gutt czw rothenn haben. Alßo das sie peyder seyth, Wer sich des Erbes ader des guttes vnderwinth, das er sein Erbe ader gutt vorpuͤrge, auff das dem weyßen, aber ab der weyßen mehr weren, yr Erb ader yr geltt nicht verloren werde. Ab es were, das die weessen czw yren 14 Iare quemem ader daüber, das sie denne geweldigk seyn yr gutt czw bescheyden ader czw vorleyen auff ein czeit, wem sie woͤllenn.
8. Ab kinder pleiben, das eines peiderthalben were und das ander einthalben, wie man die güter teilen soll.
Ab das queme, das geschwistert miteinander teilen solden, und das geschwistert ein teil peiderthalben were und das ander geschwistert einthalben, so ist das unser recht, das peiderthalb ist, das soll zwei teil nemen, und das ander ein helft ader ein dritteil an der teilung nimpt. Und ab die kinder gestorben weren peiderseit, und die teilung gestorben wer an die freunde, so sollen sie gleich teilen, als die vorgenanten kinder solden geteilt haben.
§ 8. Ab kinder pleyben, das eynes peydert halben were, vnd das ander einthalben, wie Man die guͤtter theylenn soll.
Ab das queme, Das geschwistertt mit eynander teylen solden, vnnd das geschwistertt eyn theyl peyderthalben were, Vnd das ander geschwystert einthalben, Szo ist d(a)z vnßer Recht, das peyderthalb yst, d(a)z soll czweytheyl nemen Vnnd das ander eyn helfft ader eyn dritteyl ann der theylungk nimpt [L 1511, § 7: ..., daß daß geßwister, daß do bedenthalben yst, Das sal nemen czwen teyl, vnd das do Eynethalben yst, daß nympt halb alzo vyl, ader eyn drittel an der teylung]. Vnnd ab dye kinder gesthorben weren beyder[halben] seyth vnnd die teylung gesthorben wer an die freunde, Szo sollenn sie gleich teylen als die vorgenanthen kinder sollen geteylt habenn.
9. Ab der mann ader frau einen sone ader tochter vorenderten, und über jar und tag nicht berite, was darin ein recht sei.
Wir haben auch zu einem rechten, wenn ein bidermann ader ein biderfrau ir eines allein wer, und er ader sie irem sone eines anderen erbaren mannes ader einer erbaren frauen tochter (die man) freit, und der erbar mann ader die erbare frau ir tochter, die man freit, nach irer macht erlich ausgebe, und der schweer seinen sone mit seiner schnürche ein jar ader 2 ader 3 ader 4 ader noch lenger pei im an seinem brote hilde, und er seinen sone mit keinerlei sache berite, das er der vater ader die mutter nicht beweren möchten, und sein sone stirbe, und liesze ein kint ader 2 ader wie viel der weren; so well wir, das die schnürche und ir kint also viel in ires anherren ader in irer anfrauen gut zu nemen habe, als viel der geschwistert ires vaters an ires anherren ader an irer anfraue erbe ader [Seite 223] gut zu nemen habe. Und ab das queme, das der enkel vater kein geschwistert liesze noch hette, so soll die schnürche und die enkel des anherren helfte ader der anfrauen nemen. § 9. Ab der Man ader Fraw eynen Sone ader tochter vorenderte(n) vnd wͤber Iar vnd tagk nichtt berithe, was dorin ein Recht sey. Wier haben auch Czw eynem Rechten, Wen ey(n) biederman ader eyn biederfraw ir ains allein wer, vnd er ader sie irem Sone eins andern Erbarn Mannes ader eyner Erbarenn frawen Tochter die man freyth, vnd der Erbar Man ader die Erbaree fraw ir Tochter die man freyth nach yrer macht erlich außgebe, Vnnd der Schweer seinem Sone mit seiner Schnürche eyn Iare ader 2 ader 3 ader 4 ader noch lannger bey ym an seynem Brothe hylde, vnd ehr seyne(m) Szone mit keynerley sache beritthe, [noch nicht begobet], das er, der Vatter, ader dye mutther nicht bewere(n) moͤchten, vnd sein Szone stirbe vnd ließ ein Kindt ader 2 ader wie fiel der weren, Szo wel wier, das die Schnuͤrche vnd yr kinth alßo viel in ires anherrnn ader in irer anfrawen gutt zw nemen habe, als viel der geschwisterth yres vaters an yres anherren ader ann yrer anfraw erbe ader gutt czunemen habe. Vnnd ab das queme, das der Enckel Vater kein geschwistertt lysße noch hette, Szo soll die Schnuͤrche vnnd die Enckel des anherren helffte ader der anfrawen nemenn.
10. Ab mann ader weib miteinander lebten, und irem sone ader der tochter eines anderen manns kint freiten, und an irem brot hilden über jar und tag, und der zweier eins abginge, was denn die in des vaters ader anherren güter zu greifen haben, und dorin recht were.
Ab das queme, das mann und frau miteinander leben, und sie irem sone eines erbaren manns ader einer erbaren frauen tochter freiten, und sie iren sone mit sampt der schnürchen pei inen am brot halden ein jar ader wie lang das were, und ir sone stirbet, und leszet seiner hausfrauen ein kint ader zwei, und der anherr mit sampt der anfrauen iren sone nicht beroten hetten, und sie die elderen das nicht beweren möchten, das sie iren some beroten hetten; so well wir, das die schnürche und die enkel pei ires vaters geschwistert, welches under inen pleibe, als viel neme, als der anderen geschwistert eines ires vaters nach ires anherren und nach irer anfrauen tode.
§ 10. Ab Man ader weib miteinander lebten vnd yrem Sone ader der Tochter eins andern Mans kinth freythen vnd an yrem Brot hilthen wͤber Iar vnd tag, vnd der czweyer eins abginge: Was den die in des vatters ader anherrens guͤtter zw greyffen haben vnd dorin Recht were.
Ab das queme, Das Man vnnd Fraw miteinnander leben, vnnd sie yrem Sone eins Erbaren Mans ader Eyner Erbaren frawen tochter freytten, vnd sye yrem Sone mitszampt der Schnuͤrche bey ynenn am Brott halden eyn Iar ader wie lang das were, vnd yr Sone Stirbet vnd lesset seyner haußfrawen ein kinth ader czwey vnd der Anher mit sampth der anfrawen yren Szone nicht berotthe(n) hetten, Vnnd die Eldern das nicht beweren moͤchten, Das sie yrenn Sonn berotthen hetten, Szo wel wier, das die Schnuͤrche vnnd die Enckel pey ires vaters geschwisterth, welches vnder yenenn pleybe als viel neme als der andern geschwistertt eyns yres Vaters noch yres Anherren vnd noch yrer anfrawen tode.
11. Ab eeleute miteinander kinder hetten, und der etliche ausgeben und beriten, was sie nach vater und mutter tod gleich den anderen nemen sollen.
Wenn mann und weib miteinander leben, und inen gott kinder miteinander beschert, wie viel der weren, und sie der kinder eines ader zwei ausgeben, und die kinder noch irer macht beriten, und es geschicht, das vater ader mutter under inen eines stirbet, und welches under den zweien pleibet, und sich wider vorendert, ab denn die kinder, die ausgegeben sint, als viel teilung nemen wolden, als das ander geschwistert, die nicht ausgeben sint; so spricht unser recht, das die kinder, die ausgeben sint, das wider einlegen, was in von iren elderen worden ist, und nach dem neme iglich kint eines als viel, sam das ander. Und ab sie nicht wolden einlegen, so soll der vater ader die mutter, welche under inen (bleiben) pei leben ist, den anderen kindern, einem iglichen kinde entfor als viel ausgeben, als viel der anderen geschwistert eines genomen hat, die ausgegeben sint, und oftens neme ein geschwistert als viel an der teilung, sam das andere.
§ 11. Ab Eeleuthe mit einander kinder hetten vnd der Etliche ausgeben vnd Beritten, was sie noch yres vatters vn(d) Mutter todt gleich den andern nemen sollen.
Wenn Man vn(d) weib mit eynnander leben vn(d) ynn Goth Kinder mit einnander beschertt, wie vvie der weren, vnnd sie der kinder eines ader tzwey außgeben, Vnnd die kinder noch yrer macht beritten, Vnnd es geschicht, das vather ader Mutter, vnder ynen eynes styrbeth: vnnd welches vnnder den czweyen pleybet vnnd sich wieder vorenderth, ab den die kinder, die außgegeben sindt, als viel teylung nemen woldenn, als das ander geschwistertt, die nitt ausgeben sinth. Szo spricht vnßer Recht, das dye kinder, die außgeben sinth, das wider eynlegen, das ynn von yrenn Eldern worden ist, Vnnd noch dem neme yklich kinth eyns als viel szam das ander. Vnd ab sie nicht wolden einlegen, Szo szol der Vatter ader die Mutter, welches vnder ynenn bey leben ist, den andern kindern, eynem yglichen kinde entfor als viel auß geben, als viel der andern geschwistertt eins genomen hatt, die außgegeben sinth, vnnd offtens neme ey(n) geschwistert als viel an derr teylung, szam das andere.
12. Wie kinder, ausgegeben und beroten, nach irer elderen eines tod (sich) mit den anderen wider vorenderten teilen.
Ab das queme, das mann und weib miteinander lebten, und sie ire kinder alle sampt ausgeben, und sie nach irer macht beriten, und gott über die frau ader über den mann geböte, welches denne under den zweien pliebe, und sich vorenderte, und sein kinder mit im teilen wolden irer mutter ader ires vaters teil, als es wol billig ist; so spricht unser recht, das die kinder wider einlegen, was in von iren elderen worden ist, und oftens die helft nemen, auf das die kinder ire elderen nicht also ser mögen beschazen.
§ 12. Wie kinder außgegeben vnd berotten noch irer Eldern eins todt sich mith den andern wieder vorenderten theylenn.
Ab das queme, Das mann vnnd weyb mit eynander lebtenn vnd sie yre kinder alleszampt außgeben vnd sie noch irer macht beritten, Vnd Gott wͤber die fraw ader wͤber denn Man gebuͤte: Welches denne vnder den czweyen bliebe vnd sich vorenderthe, vnd sein kinder mit yhm theylen wolthen irer Mutter ader yres Vaters theyl, als es woll billich ist, Szo spricht vnßer Recht, das die Kinder wieder eyn legen, was yhn von yren Elderen worden ist, Vnd offthens dye helfft nemen, auff das dye kinder ire Eldern nicht alßo szeer moͤgen beschaczen.
13. Ab ein erbar mann ein weib nimpt zu der ee, und ir morgengobet, und der eins under jar und tag stirbet, wie man sich in dem halden soll.
Wenn ein erbar mann ein witwe ader ein jungfrau nimpt, und er ir morgengobet, und ab der mann in sechs wochen und in einem jareN.13.1 stirbet, so hat die frau recht zu der morgengobe. Ab das geschech, das die frau in der zeit schwanger würde, so soll sie kein morgengobe nicht haben bis an die zeit, das sie gott beret, das sie des kindes geniszet. Ab sie das kint todt gebüre, so soll sie ir morgengobe nemen, ist es aber, das gott unser herr der frauen gehilft, das sie das kint lebendig gebirt, und zu der welt pringt, und das kint die vier wend beschreitN.13.2, so hat die frau mit sampt dem kinde recht die helft zu nemen von allem, was do ist. Fort mer, ab die frau stürbe under jar und tag, so haben die freund kein morgengobe zu nemen, sonder was die frau dar brocht hat an erbe ader an gelde ader an anderen dingen, das soll man iren nechsten wider geben vollkomlich an hindernus. [Seite 224]
§ 13. Ab ein Erbar Man eyn weib nimpth czw der Ee, Vnnd yr morgengobet, vnd der eins vnder Iar vnd tag stirbeth, Wie man sich in dem halden soll.
Wen ein Erbar Man Ein witwe ader ey(n) Iu(n)gfraw nimpth vnd er yr morgengobeth, vnd ob der Man in sechs wochen vnd in eynem Iare stirbeth, Szo hatt dye fraw recht czwͤ der Morgengobe. Ab das geschech, das die fraw in der czeit Schwanger wuͤrde, szo soll sie kein morgengobe nicht haben bysz an die czeit, das sie Gott beredt, das sie des kindes geniesset. Ab sie d(a)z kindt todt gebuͤre, szo soll sye ir morgengobe nemen, [vnd wasz sie zw ym brocht hatt, das soll yr auch folgen]. Ist es aber, das Gott, vnnßer Herr Der frawenn gehilfft, das sie das kindt lebendigk gebirth vnnd czw der welltt bringth, vnd das kindt die vierr wendt beschreyeth, Szo hatt die fraw mit sampt dem kinde recht die helfft czw nemen von allem, das do ist. Forth mer [In landtbuch stet es alszo: Szo hatt die fraw mit sampt dem kindt recht czw allen dem, das do ist]. Ab die fraw sthuͤrbe vnder Iar vnnd tagk, szo haben die freundt kein Morgengobe czw nemen, Szonder was dye fraw dar brocht hatt An Erbe ader an gelde ader an andern dingen, das soll man yren Nechsten freunden wieder geben volkomlich an hyndernusz.
14. Ab man ein erbar witwe ader jungfrau züket mit gewalt, was darumb ein recht sei.
Ab das queme, das ein erbar mann ein tochter hette, die ein witwe ader ein jungfrau [were], ader ein sone hette, ader witwen söne ader töchter hetten, und den kinderen ire elderen lebten, ader todt weren, und sunst ander freund vor die kinder zu roten hetten, und es queme einer, und zükte die witwe ader die jungfrau mit gewalt, und der witwen ader jungfrau vater ader ir mutter ader ir freund das mit iren nachbaren oberthalben und niderthalben beweren mögen, ader mit zweien erbaren mannen, den zu gleuben ist; so hat der selbschuldige und alle, die im des zulegen, die haben leib und gut verloren, und sie sollen vorschrieben werden, das sie vorbasz kein recht mer mit uns sollen haben. Ab die witwe ader die jungfrau, die gezükt ist, den selbschuldigen entschuldigen wolt, und sprech, es wer ir will gewesen, das der frauen red nicht bund habe, und in nicht entschuldigen möge, und dem selbschuldigen kein genode geschehe.N.14
§ 14. Ab man ein Erbar witwe ader Iunckfraw czucket mit gewaltt, wasz darumb ein Recht sey.
Ab das queme, Das ein ein Erbar Man ey(n) tochter hette, die ein witwe ader ein Iungkfraw ader ein Sone hette, ader witwen Soͤne ader Tochter hetten, vnd den kyndern ire Eldern lebten ader toth weren, vnnd sunst ander freu(n)dt für die kinder czw rothen hetten, Vnnd es queme einer vnnd czugckthe die witwe ader die Iunckfraw mit gewalt, vnd der witwen ader Iungkfraw Vater ader yr Mutter ader yr freundt das mit yrem nochparn oberthalben vnd niederthalbenn beweren moͤgen ader mit czweien Erbaren Mannen, den czw glawben ist, Szo hat der selbschuldige vnd alle, die yn des czw legen, die haben leyb vn(d) gutt vorloren. Vnnd sie sollenn vorschrieben werden, Das sie vorbaß kein Recht mehr mit vns sollen haben. Ab die witwe ader die Iungkfraw, die gezuckt ist, den selbschuldigen entschuldige(n) woltt, vnnd sprech, es wer ir wyl geweßen, wir woͤllen, das der frawen rede nicht Ernsth habe vnnd yn nicht entschuldigen moͤge vn(d) dem selbschuldigen kein genode geschehe.
15. Ab söne ader töchter irer elderen brötlinge weren, und wider iren willen sich vorenderten, was darin recht were.
Wir haben das zu einem rechten, welch frau ader mann ein medel ader ein knaben hat, ader einer jungfrauen ader einem knaben ire elderen sterben, und die jungfrau ader der knabe irer freund brötling ist, ader ab im seiner elderen eines lebt, und es sein brötling ist, und die jungfrau ader der knab sich vorendert an vater ader an mutter ader an seiner freunde rot; so spricht unser recht, das es kein erbteil noch zu irem gut nicht haben soll von vater und von mutter noch von allen iren freunden.N.15
§ 15. Ab Soͤne ader Toͤchter irer Elderen brottlinge weren vn(d) wider iren willen sich vorenderten, was dorin Recht were.
Wier haben das czw eynem Rechten, Welch fraw ader Man ein Medel ader ein knaben hatt ader eyner Iungckfrawen ader eynen knaben yre Eldern sterben vnnd die Iungckfraw ad(er) der knabe yres vater ader Mutter ader yrer freundth broͤttlingk yst, ader ab ym seyner Eldern eyns lebet vnd es sein brotlingk ist, vnd die Iunckfraw ader der knab sich vorenderth an Vater ader an Mutter ader an seyner freunde Roth, Szo spricht vnßer Recht, das es keyn Erbteyl nach czw yrem Gutt nitt haben szoll Von Vatter vnd vonn Mutter, noch von allen yren freu(n)denn, vnd der knecht gleycher weis das Recht sall habenn.
16. Ab einer eines erbaren mannes tochter zu der ee neme, und über ein jar ader zwei jar überwert würde, das er anderswo ein ander weib hette, was do recht were.
Ab ein mann her queme aus frembden landen, ader einer alhie aus dem lande bürtig wer, und eines erbaren manns tochter ader kint freite, und sie zu einer eelichen frauen nimpt, und er wirt bewert mit erbaren leuten über ein jar ader zwei jar, das er anderswo auch ein eelich weib hette; wir wellen, das er sein haupt vorloren habe, und wellen, das die frau vor ir schand, was er gutes zu ir procht hat, die helft neme, und die ander helft soll nemen der ungerisch grofe und unser landgrofe, und was die frau vor guts hat, das soll ir niemant nemen.N.16
§ 16. Ab einer eines Erbarn Mannes tochter czw der Ee neme vnd wͤber ein Iar ader czwey Iar wͤber werth wuͤrde, d(a)z er anderswu ein ander weib hett, was do Recht were.
Ab ein Man her queme aus frembden landen ader ey(n)er alhie auß dem lande buͤrtig wer, vnd eynes Erbarn Mans tochter ader kindt freythe, vnd sie czw einer Eelichen frawen nimpth, Vnd er wirth bewertt mit Erbaren leuthen wͤber eyn Iar ader czwey Iar, Das er anderswu auch ein Eelich weyb hette, wir woͤllen, d(a)z er sein haupth vorloren habe. Vnd wollen, das die fraw vor yr(e)r Schandt, was er guttes zw yr bracht hatt, Die helfft nemenn vnd die ander helfft soll nemen der Vngerisch Groffe vnd vnßer land Groffe. Vnnd was dye fraw vor Gutts hott, Das szoll yr niemancz nemenn.
17. So einem eelichen noch des anderen tod kinder pleiben, und das sich wider vorenderte, und kinder gewint, was recht sei.
Welcher frauen weisen von irem manne pleiben, ader dem mann von seiner frauen weisen pleiben, und er ader sie vorendert sich wider, und die weisen also jung weren, und unvornunftig sint, das sie iren anfall nicht vorwesen mögen; wir wellen das die nechsten freund der weisen den mann ader die frau manen und dorzu zwingen in jar und tag, das der mann ader die frau den weisen ein ausrichtung gebe mit der freund wiszen. Und ab die nechsten freunde der weisen wolden das vorloszen und die zeit vorziehen, so well wir, ab das gott dem mann ader der frauen dornoch kinder beschert, so sollen die lezten kinder als gut recht zu der teilung haben, als die ersten kinder haben. Und ab die weisen zu iren tagen quemen, und sie ire sach vorwesen möchten, und das nicht teten, so sollen sie pei den rechten pleiben, als es vorgesprochen ist.N.17 [Seite 225]
§ 17. Szo einem Eelichen noch des anderen todt kinder pleyben vnd das siech wieder vorenderthe vnd kinder gewintt, was do recht were.
Welcher frawen Weeßen von irem Manne bleyben, ader dem Man von seyner frawen weeßen bleyben, vnnd er ader sie vorenderth sich wieder, vnd die weyßen alßo iungk weren vnd vnfornunfftig sindt, das sie yren anfall nicht vorweßen moͤchten: Wyr wellen, das die negsten freundt der Weeßen den Man ader fraw manen vnd dorczw czwingen in Iar vnnd tag, das der Man ader die fraw den weeßen ein außrichtu(n)g gebe mit der freunde wysßen. Vnd ab die negsten freunde der weeßen wolden das vorlosßen vnnd die czeit vorczihen, Szo woͤll wir, ab das Gott dem Man ader der frawen dornoch kinder beschertt, ßo sollen die lecztsthen kinder als gutt Recht czw der theylung haben, als die Ersthen kinder habenn. Vnnd ab die weeßen czw iren tagen quemenn vnd sie yre sach vorweßen möchten vnnd das nicht tetten, so sollen sie bey dem Rechten bleyben als es vorgesprochenn ist.
18. Ab ein mann durch fristunge der scholt von seiner hausfrauen zeucht, was dorin recht sei.
Welch mann dem anderen gelt schuldig ist, und er von seiner frauen hinweg zeucht in diesem reich, wo er hin zeucht durch des willen, das er seine schuldiger ader gelder nicht gelden will, und er in wol gelden mag, under seiner frauen so viel wol lest, das er seinen schuldiger wol bezalen mag, und er ein halb jar ader ein ader zwei jar auspliebe, wenn der erbar mann seines geldes nicht entperen will; er mag die frau vor ein recht laden, das sie iren mann in dreien vierzehentagen vor ein recht stelle. Ab ir mann in 3 vierzehentagen nicht queme, so geb wir der frauen ein monat darzu, das sie deste lenger frist habe, das sie iren mann deste basz bepoten möge, und ab ir mann denn nicht queme, so well wir, das der erbar mann sein gelt von der frauen erfolget habe. Und ab der erbar mann von der frauen mer neme, wenn ir mann im schuldig ist gewesen, und auf in das bewert mit erbaren leuten würde, so spricht unser recht, das im vorbasz kein recht zwischen uns geschehen soll.
§ 18. Ab ein Man durch fristunge der scholt von seyner haußfrawen czeucht, wasz dorrin Recht ist.
Welch Man dem andern geltt schuldig ist Vnd er von seyner frawen hinwegk czeucht in diesem Reich, oder wo er hynn czewcht, Durch des willen, das er seine schuldiger ader gelther nitt gelthen will, vnd er yn wol gelten magk, vnd er seiner frawenn szo viel wol lesth, d(a)z er seine schuldiger wol beczalen magk, Vnd er eyn halb Iar ader 1 ader 2 Iar außbliebe: Wen der Erbar Man seines geldes nicht entperen will, Er mag die fraw vor ein Recht laden, das sie yrem Man in dreyen vierczehentagen vor ey(n) Recht Stelle. Ab ir Man in 3 vierczehen tagen nicht queme, Szo geb wir der frawen ein Monat darczw, das sie dester lenger fristh habe, d(a)z sie yren Man deste pas bepotten möge. Vnd ab yr man den nicht keme, Szo well wir, das der Erbar Man sein gelt von der frawen erfolgett habe. Vnd ab der Erbar Man von der frawenn mehr neme, wen yr Man ym Schuldigk ist geweßen, Vnd auff yn das bewerth mit Erbaren lewthen würde, Szo spricht vnser Recht, das ym vorbaß kein Recht czwischenn vnns geschehenn szoll.
19. Wenn einer den andern umb scholt beklagt mit gezeugen, und der ander bekent ader leukent, was das recht sei.
Ab ein mann den anderen beklagt umb gelt, und er es mit erbaren leuten wolde beweren, und der ander im seines geldes bekente; soll er im sein gelt in 14 tagen vorrichten, und leukent er im seines geldes, so soll er sich salb dritt entprechen in 14 tagen von im, und ab er im den zug loszen will deme, der in beklagt, des ist er geweldig.
§ 19. Wen einer den andern vmb scholtt beklaget mit gezeugen, vnd der ander bekent ader leukenth, was das Recht sey.
Ab ein Man denn andernn beklageth vmb geltt vnd er es mit Erbaren lewthen wolde beweren, vnd der ander im seynes geldes bekenthe, szoll er im seyn geltt in 14 tagen vorrichten. Vnnd leuckent er im seines geldes, szo szoll er sich salb dritt entsprechen in 14 tagen von ym. Vnd ob er im den czug losßen wil, deme, der in beklageth, des ist er geweltigk.
20. Ab einer zu dem anderen ein schlechte klage umb geltscholt füret, was das recht sei.
So einer alleine zu einem klaget umb gelt ein schlechte klag, bekent er im seines geldes; er soll es im in 14 tagen gelden, und leukent er im, so soll er [im] in 14 tagen ein recht dorumb tun.
§ 20. Ab einer czw dem andern ein schlechte klage vmb geltscholt fwret, was das recht sey.
Szo einer alleyne czw einem klaget vmb geltt ein schlechte klag, bekentt er im seines geldes, er soll es im in 14 tagen gelden. Vnd lewkent er ym, szo soll er in 14 tagen ein Recht darumb thun.
21. Klag umb vordienten lon.
Wo einer klagt umb vordienten lon, bekent er im, am dritten tag so soll er im vorrichten, und leukent er im, so soll er im ein recht am dritten tag darvor tuen.
§ 21. Klag vmb vordinthen lohen.
Wo einer klagkt vmb vordienthen lohn, beke(n)t er im am dritten tag, szo szoll er ym vorrichten, vnnd leuckent ehr im, szo soll er im ein Recht am 3 tag doruohr thuen.
22. Klag umb bürgschaft.
Ab einer einen beklaget umb gelt von bürgschaft wegen, bekent er im seines geldes, so soll er im sein gelt vorrichten am dritten tag, und leukent er im, so soll er im am dritten tag ein recht darvor tuen.
§ 22. Klagk vmb buergschafft.
Ab Einer Einen beklagett vmb gelt von puͤrgschaffth wegen, bekent er im seines geldes, Szo soll er im sein gelth vorrichten am dritten tage, vnnd leuckent er im, Szo soll err im am 3 tagk eyn recht daruor thuenn.
23. Klag eines gastes kegen einem einhemischen und des einhemischen kegen dem gast.
Ab ein gast einen erbaren mann alhie beklaget umb gelt, bekent er im seines geldes, so soll er im sein gelt am dritten tag entrichten, leukent er im seines geldes, so soll er im ein recht darvor tun. Also spricht unser recht auch, ab ein gast einem erbaren mann alhie schuldig sei, das er an dem gast sein gelt mit demselben rechten gesuchen möge.
§ 23. Klag eines Gastes kegen eynem einheymischen vnd des einheimischen kege(n) dem Gast.
Ab ein Gast Eynen Erbaren Man alhye beklaget vmb gelt, bekenth er im seynes geldes, Szo soll er im sein geltt am 3 tagk entrichten. Leuckenth er im seines geldes, szo soll er ym eyn Recht daruor thun. Alßo spricht vnnßer Recht auch, ab ein Gasth eynem Erbarenn Man alhie schuldigk sey, Das er an dem gasth seyn gelt mit dem selben Rechten gesuchenn moege.
24. Wenn einer auf den anderen sein geltscholt derfolget, wie oft er pfant forderen soll.
Ab ein mann sein gelt mit einem rechten auf einen derfolget, so soll er dreistunt pfant forderen mit des richters laube an drei tagen, und als oft, als er pfant fordert mit dem büttel, ist das es des grofen gericht ist, so soll er dem grofen von iglicher pfändung drei grosz pfennig vorrichten, ists des richters gericht, so soll er dem richter von iglicher pfändung vier d. geben. [Seite 226]
§ 24. Wen einer auff den andern sein geltscholth derfolget, wie offt er pfanth fordern soll.
Ab ein Mann Sein gelth mit eynem Rechten auff eynen derfolgeth, szo soll er 3 stundt pfant fordern mith des Richters laube, an 3 tagen vnnd als offt, als er pfhanth forderth, mit dem buͤttel. Ist, d(a)z es des Groffen gericht ist, Szo soll er dem Groffen von iglicher pfhaͤndung 3 groß pfennig vorrichten. Ists des Richters gericht, szo soll er dem Richter von yeczlicher pfändung 4 phenig (SS) gebenn.
Wenn einer pfant genimpt, so soll ers halden, als es im zugeteilt wirt, 14 tag ader am dritten tag, dornoch es einer auf einen derfolget mit dem rechten. Und das pfant soll man do vorkeufen, do es geschazt wirt; kann ers da nicht vorkeufen, so soll ers füren auf den nechsten markt.
Wen Einer pfhantt gewinnth, Szo sol ers halten, als es ym zwgeteylt wirt, 14 tag, ader am dritten tag, dornoch es eyner auff eyne(n) derfolgeth mit dem Rechten. Vnd das pfa(n)dt soll man do vorkauffen, do es geschaͤczt wirtt. Kan ers dan nicht vorkauffen, szo szoll ers fwͤren auff den nechsten Margckt.
Alle ding teilt man noch dem landrechten zu halden: ists silberin pfant ader nicht silberin an habe und erbe, das musz einer halden jar und tag.
Alle digk teylt man noch dem landtrechten czw halten, ysts sylbern pfhandt ader nicht sylberin, an habe vnnd Erbe, das muß einer halten iar vnd tagk.
Wenn einer einen beklaget, und er leukent im, und der kleger züg sich an zeugen, das ers im schuldig ist, und der schuldiger die züg nicht will leiden; so spricht unser recht, das sie ader er mit drei eiden soll behalden.
Wen einer Einen beclaget vnd er leuckent im, vnd der kleger czuͤg sich an czeugen, d(a)z ers ym schuldigk yst, Vnd der schuldiger die Czuͤg nicht wil leyden, Szo spricht vnßer Recht, das sie ader er mit 3 eiden szoll behaldenn.
Ab es queme, das einer einem ein mark schuldig wer ader mer, und er im nicht gelden wolt, und im nicht pfant hette zu sezen, so soll man in im mit der hant antworten. Und under einer mark soll man keinen mit der hant antworten. Ab er erb hat zu sezen, es sei ein gast ader ein landmann, dem man schuldig ist, das erb soll er jar und tag zu pfant halden. Würde der scholtmann gewar, das sein schuldiger farende habe hette, die soll er angreifen mit des richters wisze, und soll sie 14 tag halden. Und ab er seines geldes an der farenden habe nicht bekomen möcht, so soll er sich umb das übrig gelt zu dem erb gehalden.
Ab es queme, Das eyner eynem eyn Margk schuldig wer ader mer, Vnnd der ym nicht gelthe(n) wolt, Vnnd ym nicht pfhandt hatt zw geben, szo soll man yn mit der handt antworten. Vnd vnder eyner Margk soll man keynen mit der handt antworten. Wer Erb hatt zw seczen, Es sey ein Gast ader ein landtmahn, dem man schuldig ist, Das Erb soll er Iar vn(d) tag czw pfhanth halthen. Wuͤrde der schultman gewar, das sein Schuldiger farende habe hette, Dye soll er angreyffen mit des Richters wisß(e)n vnnd soll sie 14 tag haltenn. Vnd ab er seines geldes an der farenden habe nicht bekomen moͤcht, szo soll er sich vmb das wͤbrig geltt czw dem Erb gehalthenn.
29. Ab ein brötling in schlachtung fiel ader in ein unerliche sach, was recht sei.
Wo es sich begebe, das ein erbar mann ader ein erbar frau einen son hetten, und er ir brötling wer, und der sone in schlachtung fiele, mit welcherlei sach ader in scholt ader sonst mit unerlicher sach besaget würde, ader befunden würde, ist das sich sein vater ader mutter sein nicht auszen in sechs wochen; so wellen wir, das vater und mutter vor iren sone antworten sollen.
§ 29. Ab ein brotling in Schlachtung viel ader in ein vnerliche sache, wasz recht sey.
Wo es sich begebe, Das ein Erbar Man ader ey(n) Erbar fraw eynen szon hetten, vnd er yr broͤtling wer, vnnd der Szone yn Schlachtung fiele, mit welcherley sach, ader in Scholt ader so(n)st mit vnerlicher sach besaget wuͤrde, ader befunden wuͤrde: Ist, das sich sein Vater ader Mutter sein nicht eusßern ynn Sexs wochen, Szo wellen wir, Das Vater vnnd Mutter vor yren Szone antworthen sollenn.
30. Ab einer dem anderen auf sein haus gehet, und in ausheischt.
Wenn zwen miteinander zu krig werden, und einer dem anderen auf sein haus gehet, und in ausheischt mit frevelen mut, und er im zu schwach ist, und nicht heraus zu im komen tar, ist das der, den man ausheischt, heraus scheust ader sticht ader wirft, und in vorterbet ader sein mitfolger; so spricht unser recht, das er kein not dorumb leiden soll. Derselbe, der in ausgeheischen hat, der soll dem richter und bürgeren drei mark birsche geben, und alle seine nachfolger iglicher soll richter und bürgern drei mark geben, wo es in den 24 steten geschicht. Und ab sie der birsche nicht vorrichten wolden, so sollen sie dieweil kein recht haben, bis sie dem richter und den bürgeren umb ir busz gerecht werden. Auch soll ers beweren mit seinen nachbaren oberthalb und niderthalb ader mit seinen nachbaren kegen im über, das er ausgeheischen sei.
§ 30. Ab einer dem andern auf seynem hauß gehet vnd yn außheyscht.
Wenn czwen mit eynnander czw krieg werden, vnd eyner dem andern auf sein hauß gehet wnnd yn außhayschett mit frewelen muth, vnnd er ym czw schwach ist, vnd nicht heraus zw ym kommen thar: Ist, d(a)z der, den Man außheyscht, herraus scheustht ader sticht ader wirfft vnd yn vorterbeth ader sein mitvolger, Szo spricht vnßer Recht, das er kein nott darumb szoll haben. Der selbe, der yn außgehayschen hott, der soll dem Richter vnd Buͤrgern 3 Marck birsche geben, Vnnd alle seine nochfolger iglicher soll richter vnd bürgern 3 Margk geben, Wo es ynn den 24 Stetten geschicht. Vnd ab sie der birsche nitt vorrichten wolden, szo sollen sie die weyl kein Recht haben, bys sie dem Richter vnnd den buͤrgern vmb yr bwße gerecht werdenn. Auch soll ers beweren mit seynen Nochparen oberthalb vnd niederthalb, ader mit seynen nochparenn kegen im wͤber, das er außgeheysßen sey.
31. Ab einer durch genoden willen in eines erbaren manns haus wiche, und ein ander im nachfolgte, und in wonte, was das recht sei.
Wenn zwen miteinander zu krig werden, und der ein in eines erbaren manns haus auf gnoden weicht, und der ander im nochlauft (und) in des erbaren manns haus, und dorin wundet, so soll der selbschuldige den zweien grofen 10 mark vorrichten, und schlet er in zu tod, dem er nochgelaufen ist, so soll er sein haupt vorloren haben, und soll vorbasz nie kein recht zwischen uns haben. Und wirt der selbschuldige in des erbaren manns haus vorterbet von dem wirt ader von seinem gesinde, so hab wir das recht, das der wirt und sein gesinde keine not dorumb leiden sollen. Und der also nötig wer, der einem nochleuft in eines erbaren manns haus, das er den grofen ir busz nicht gerichten mag, so sollen in die grofen fohen, und sollen in als lang gefangen halden, bis das er in ir busz vorricht.N.30
§ 31. Ab einer durch genoden willen yn eyns Erbaren mans hauß wiche, vnd eyn ander ym nochfolgte vnnd yn wonthe, was das Recht sey.
Wenn czwenn mit eynander czw krieg werden, Vnd der eyn in eynes Erbaren Mans hauß auff Gnoden weicht, vnd der ander im noch laufft in des Erbarenn Mans hauß vnnd dorin wundeth, szo soll der selbschuldige den czweyen Groffen 10 Margk vorrichten. Vnd schlecht er yn zw todt, Dem er nochgelauffen ist, Szo soll er sein haupth verloren haben, vnnd soll vorbaß me kein recht czwischen vns haben. Vnd wirth der selbschuldige in des Erbaren mans hauß vorterbeth von dem wirth ader von seynem gesinde, Szo hab wir das Recht, das der wirth vnd sein gesindt keine nott darvmb leyden sollen. Vnd der alßo notig wer, der eynem nochleufft in eines Erbaren mans hauß, das er dem Groffen yr buß nicht gerichten kan, Szo sollen yn die Groffen fohen vnd sollen yn als lang gefangen halthen, biß d(a)z er yn ir buß vorricht.
32. Wirt einer derfunden in eines erbaren mannes vier pfelen pei schlofender zeit, was dorin recht sei.
Ab das quem, das ein erbar mann ader sein gesinde pei schlafender zeit einen mann ader ein weib in seinem haus ader seinem hofe fünde, und der wirte des hauses ader sein gesinde sie vorterbten, so soll der wirt und sein gesinde kein not dorumb leiden.[Seite 227]
§ 32. Wirth einer derfunden in eynes Erbaren Mannes fier pfelenn bey schloffender czeit, was dorin Recht sey.
Ab das quem, Das ein Erbar Man ader sein gesindt bey schlaffender czeit eyne(n) Mann ader ein weyb in seinem hauß ader seynem hoffe fuͤnde, Vnd der wirth des hauszes ader sein gesindt sye vorterbthen, Szo szoll der wirth vnd sein gesindt kein nott darumb leydenn.
33. Ab einem mann seine farende habe gestolen würde, welcherlei die were, wo er sich vormut, ab er das mit recht do suchen mag ader nicht.
Wo es sich begebe, das einem erbaren mann ein rosz ader ein rint ader gewant ader seine farende habe vorstolen würde, wir wellen, das der erbar mann das recht habe, wo er sich vormut, do sein habe sei, die im vorstolen ist, das er do in des mannes haus recht zu suchen habe mit des richters wisze. Und fint er sein habe, die im vorstolen ist, zu dem manne, er greif das gut an, als ein recht ist, mit des richters wisze, und fint er sein habe do nicht, so well wir, das er keine not kegen die grofen umb die sach leiden soll.N.33
§ 33. Ab einem Man seine farende habe gestolen wurde, welcherley die were, wo er sich vormuth, ab er das mith Recht do suchen mag ader nicht.
Wo es siech begebe, Das eynem Erbaren Man ein Roß ader ein Rinth ader gewanth ader sein farende habe gestolen wuͤrde, Wir woͤllen, das der Erbar Man das Recht habe, wu er sich vormuth, Do seyne habe sey, die ym vorstolen ist, d(a)z er do in des Mannes hauß recht czw suche(n) habe mit des Richters wysßen. Vnd findt er sein habe, dye ym vorstolen ist czw dem Manne, er greiff das gutt an, als ein Recht ist mit des Richters wisße(n). Vnnd finth er sein habe do nicht, Szo wel wyr, d(a)z er keyne noth kegen die Groffen vmb dye sach leyden soll.
34. Wenn einer einem erbaren mann in seinen garten stiege ader breche, was das recht sei.
So einer, ader wie viel ir weren, die einem erbaren mann pei tag ader pei nacht in seinen baumgarten stiegen ader einbrechen, und im sein obist staelen, wirt ir einer derstochen ader erschlagen, man soll nimer kein recht umb in tun. Fint man dorüber schimmer totN.34.1 pei im, das er sein obist gestolen hat, man soll in hengen, als einen diepN.34.2.
§ 34. Wen einer einem Erbaren Man in seinem Garthen styge ader breche, was das Recht sey.
Szo Einer ader wie viel yhr weren, die Eynem Erbaren Man bey tag ader bey nacht in seyne(n) bawmgarten stiegen ader einbrechen, Vnd im sein obysth stoͤlen, wirt yr eyner derstochen ader erschlagen, man soll nymer kein Recht vmb yn thun. Finth man daruͤber schimmer todt bey yn, das er sein obisth gestolen hatt, man soll in hengen als eynen diep.
35. Von hekelen und meszern.
Wir wellen auch das zu einem rechten haben, das kein mann in steten noch in merkten noch in dörferen nicht hekel tragen soll, wenn drei viertel einer eln lang sei. Und ab imant ein lenger meszer tragen wolt, wenn die rechte masz ist, das soll im der richter mit bürger hilfe nemen, und soll von im sechs grosz pfennig nemen. Will er das meszer wider des richters wille tragen, so soll er kein recht zwischen uns haben bis auf die zeit, das er dem richter gerecht wirt.N.35
§ 35. Vonn heckelen vnd Messern.
Wier wellen auch czw eyne(m) Rechten haben, das kein Mann in Stetten noch in Mergkten noch in Doͤrffern nicht heckel tragen soll, vnd kein man ein lenger mesßer tragen szall, wen 3 firtell einer Elen lang sey. Vnd ab ymanth ein lenger mesßer tragen wolt, wen die Rechte masz yst, das szol ym der Richter mit burger hielffe nemen vnd soll von ym 6 grosz pfhennig nemenn. Wiel er das Mesßer wieder des Richters wille tragen, szo soll er kein Recht czwischen vns haben byß auff die czeit, das er dem Richter gerecht wyrth.
36. Wenn einer dem anderen seine farende habe zu pfant sezte, wie und wohin er die vorkeufen soll.
Ab ein mann sein erbe ader sein farende habe einem erbaren manne zu pfant sezte wiszens eines geschwornen richters, und das gut in dem lande ader beauszen lande vorkeuft an des erbaren manns wiszen, der es im getraut hat, und er im sein gut entfrembden wolt, so soll er vorbasz kein recht zwischen uns haben, ab er das übergangen würde, und jener, der es von im gekauft hette, der soll nicht daran vorlieren.
§ 36. Wen einer dem andern seine farende habe czw pfanth seczte, wie vnnd wo hin er die vorkeuffen soll.
Ab ein Man sein Erbe ader sein farende habe Einen Erbaren Manne czw pfhanth seczte wissens eins geschwornen Richters, Vnnd das gutt in dem landt ader beaussen lande vorkeuffth an des Erbarnn Mans wisßen, der es ym getrawt hott, vnd er ym sein gutt enthfrembden wollt, szo szoll er forbaß kein Recht czwischenn vns haben, ob er das wͤbergangen wuͤrde. Vnd Iener, der es von im gekaufft hetthe, der soll nicht daran vorlierenn.
37. Ab einer ein pfant zwir vorsezte an unterscheid, was dorin ein recht sei.
Welch mann sein erb ader sein farende habe vorsezt wiszens eines geschwornen richters, und er sein erb ader sein farende habe einem andern auch zu pfant sezt wiszens eines anderen geschwornen richter, und er zweien sein erbe ader farende habe vorsezt, wirt er des übergangen, so soll er vorbasz kein recht zwischen uns haben.
§ 37. Ab einer ein pfhandt czwie vorseczte an vnderscheidt, was dorin ey(n) Recht sey.
Welch Man sein Erb ader sein farende habe vorseczt wissens eyns geschwornenn Richters, vnd er sein Erb ader sein farende habe eynem andern auch zw pfhandt seczt wissens eynem andern geschwornen Richters, vnd er Czweien sey(n) Erbe ader farende habe vorseczt, wirth er des wͤbergangen, Szo soll er vorbaß key(n) Recht czwischen vnns habenn.
38. Ab ein vorsprech imanden vorsagte sein wort zu füren.
Wenn ein witwe ader ein weise ader ein armer mann vor einem rechten zu tedingen hat, und er ein vorsprecher bittet, das er sein wort rede, und im sein gerechtikeit geben will, und der vorspreche sein wort nicht reden will, so soll der vorsprech in einem jar keines mannes wort mer reden.
§ 38. Ab ein vorsprech iemanden vorsagte, sein wort cwfwͤrenn.
Wen ein witwe ader eynn weße ader ein armer Man vor eynem Rechten czw tedingen hath, vnd er ey(n) vorsprecher bittett, d(a)z er sein worth rede, vnnd ym sein gerchtigkeit gebenn will, vnd der vorsprecher sein worth nicht reden will, Szo soll der vorsprech yn Eynem Iar keines Mannes wortt mehr reden.
Eines vorsprechen recht ist von einer schlechten klag ein groschen, von einem eid 3 groschen, von einer wunden, die schlecht ist, 3 groschen, von einer kamperwunden 8 groschen, von einem todten eine halbe mark, wenn er einem ungerechten auf den hals redt, darvon gebürt im auch eine halbe mark.
§ 39. Was eines vorsprechen Recht ist.
Eines Vorsprechen Recht ist, von einer schlechten klag ey(n) groschen, von eynem Eydt 3 Groschen, von eyner wunden, die schlecht ist, 3 groschen, von eyner kamperwunden 8 groschen, von eynem tothen ½ Margk, wen er Einem vngerechten auff den halß redt, doruon gebürth im auch ½ Margk.
40. Was man gewant ins lant pringet, das soll man reifen.
Also spricht unser recht, wer gewant in das lant pringt, welcher mann das gewant kauft, es sei welcherlei das gewant sei, wer der ist, der das gewant kauft, er soll es laszen reifen, was das gewant an seiner rechten leng [Seite 228] zu kurz behelt, das soll man im seinem gelt abschlagen. Und was man gewant in diesem lande macht, das soll auch gereift werden.
§ 40. Was man gewandt ins landt bringeth, das soll man reyffenn.
Alszo Spricht vnszer Recht, Wer gewanth in d(a)z landt bringeth, welcher Man das gewanth kaufft, es sey welcherley das gewa(n)th sey, Wer der ist, der das gewandt kaufft, er soll es lasßen reyffen. Was das gewandt an seyner rechten leng zw kurcz behelt, das szoll man im seinem geltt abschlagen. Vnd was man gewanth in dießem landt macht, das szoll auch gereyffth werden.
41. Ab ein landrichter einen finge mit vorlornem gelde, wie mans domit halden soll.
Welch richter, der ein landmann ist, einen mann fehet, mit welcherlei gelt das sei, so soll der richter den mann und das gelt vor ein recht antworten, und soll das gelt dreistunt auf den merkten rufen laszen. Ab imant quem, der sich des geldes underwünde, und bewert, das das gelde sein were, dem soll man es wider geben. Kumpt aber niemant, so well wir, das der richter des geldes ein dritteil nemeN.41.1, und die grofen die zwei teil nemen, und wellen auch, das der richter kein not dorumb leiden soll, ab im der gefangne entrünneN.41.2.
§ 41. Ab ein Landtrichter eine(n) finge mit vorlornem gelde, wie mans do mit halden soll.
Welch Richter, Der ein lannthman ist, eynen Man fehet, mit welcherley gelt das sey, Szo szoll der Richter den Man vnd d(a)z gelt vor eyn Recht antworthen, Vnnd szoll d(a)z geltt 3 stundt auff den Merckthen ruffen lasßen. Ab iemandt quem, der sich des geldes vnderwunde, vnd bewerth, das das gelde sey(n) were, dem szol man es wieder geben. Kumpt aber niemandt, Szo wel wir, das der Richter des geldes ein Dritteyl neme, Vnnd dye Groffen die czweyteil nemen, vndd wellenn auch, das der Richter kein Noth darumb leidenn soll, ab ym der gefangene entruͤnne.
42. Ab ein elender geschlagen würde, wie er das recht fordern soll.
Ab ein elender geschlagen würde, der soll sein elent selber schweren, und [ab] die grofen bürgen von im forderen wolden, so soll sein schmerzen sein bürge sein nach unseren rechtenN.42.1.
§ 42. Ab ein Elender geschlagen wurde, wie er das Recht fordern sol.
Ab ein Elender Geschlagen wurde, der soll sein Elendt selber schweren. Vnd ob die Groffen burge(n) von ym fordern wolten, Szo soll sein schmerzen sein buͤrge sein noch vnnserm Rechtenn.
43. Ab ein elender vorterbet würde, wer das recht umb in forderen soll.
So ein elender vorterbet würde, so hab wir das recht, das der richter mit sampt den bürgeren sich der sach underwinden, wo es geschicht, und fecht er den selbschuldigen, er soll in vorbürgen auf ein jar. Komet imant des elenden freund, und sucht in mit einem rechten, und das bewert, das er sein geborner freund wer gewesen, man soll im ein voll recht umb seinen freund tuen; komet aber niemant, so soll der richter mit der bürger hilfe dem selbschuldigen ein busze auflegen, das der selen genug dorumb geschehe.N.43
§ 43. Ab ein Elender vorterbeth wurde, wer das Recht vmb in forderen soll.
Szo ein Eelender vorterbeth wuͤrde, szo hab wir das Recht, das der Richter mit szampt den burgern sich der sach vnderwinden soll, wo es geschicht. Vnnd fecht er den selbschuldigen, er soll yn vorbuͤrgen auff ein Iar. Kommeth ymanth, des Elenden freundt, vnd sucht in mit eynem Rechten vnd das bewertt, das er sein geborner freundt wer geweßen, man soll im ey(n) voll Recht vmb seynen freundt thuen. Khommet aber nyemandt, szo soll der Richter mit der burger hilffe dem selbschuldigen ey(n) busße auff legen, das der Szelen genug daru(m)b geschehe.
Und ab einer vorschmerzet würde, es wer des abents ader früe, ader zu welcher zeit er wunt würde in einem dorf ader markt ader stat, und quem vor dem richter, und seinen schmerzen wolde suchen; wir wellen, das der richter im kein recht tue an seine eldisten mit zweien ader mit vieren.
§ 44. Wan einer vorschmerczet wuͤrde.
Vnd ab einer Vorschmerczett wurde, es wer des abents ader frwͤ, ader czw welcher czeit er wundt wurde in eynem Dorff ader Margkt ader Stadt, vnnd quem vor denn Richter vnd seinen schmerczen wolde suche(n), Wir wellen, das der Richter im kein Recht thue an seine Eldesten, mit tzweyen ader mit fierenn.
45. Ab einer in diesem lande derschlagen würde, ab die freund von stunt an den grofen sollen besuchen.
Auch hab wir das zu einem rechten, ab ein mann ader ein frau vorterbet würde, in welches dorfes hattert das geschehe, wir wellen, das die freunde den todten mit des richters wiszen, in des hattert das geschehen ist, aufheben und den grofen nicht dorumb besuchen sollen umb das, das sie alzu viel leides umb iren freunde haben.
§ 45. Ab einer in diesem lande derschlagen wuͤrde, ab die freundt von stu(n)d an den Groffen sollen besuchen.
Auch hab wir das czw eynem Rechten, ab ein Man ader ein fraw vorterbeth wurde, inn welches dorffes hatterth das geschehe, Wir woͤllen, das die freunde den todten mit des Richters wisßen, in des hattert das geschehen ist, auff heben vnd den Groffen nicht darumb besuchen sollen vmb das, das sie alczw viel leydes vmb yrenn freunde haben.
46. So ein frau ader mann in einem unrechten wege derfunden würden, wem man [die] antworten soll.
Wir haben das auch zu einem rechten, wer der ist, der in einem unrechten wege gehet, er sei frau ader mann, ader wie viel ir sint, wer dieselbigen fehet ader aufhelt, die soll er seinem richter antworten, und er soll kein not dorumb leiden; sint sie gerecht, sie sollen es genieszen, seint sie ungerecht die gefangenen, man soll ein recht über sie tuen.
§ 46. Szo ein fraw ader Man in eynem vnrechten wege derfunden wurde, wen man antworten soll.
Wier haben Das auch czw eynem Rechten: Wer der ist, der ynn eynem vnrechten wege gehet, es sey fraw ader Man, ader wie viel yr sinth, wer die selbigen fehet ader auffhelt, dye soll er seynem Richterr antworthen vnd er soll keyn noth darumb leyden. Sinth sie gerecht, sie sollen es geniesßen, seindt sie vngerecht, dye gefangenen, man soll ein Recht wͤber sie thuenn.
47. Ab einer derschmerzet ader geschlagen würde, wo ader von wem man das recht suchen soll.
Würde ein mann vorschmerzet ader erschlagen, so soll er sein sach vor dem richter suchen, wo es im geschehen ist, und ab das geschech, das die freunde dem richter scholt geben, das in der richter vorschmerzt hette, so soll er seinen schmerzen den eldisten zu wiszen tuen, den man getrauet hat, und die eldisten sollen im einen richter sezen, das er seine sach vorfüren möge. Und ab der selbschuldige den richter vorschmehen wolde, und wolde seine sach alzuhant dem grofen klagen, so soll er sein sach und seinen schmerzen vorloren habenN.47.1. [Seite 229]
§ 47. Ab einer derschmerczet ader erschlagen wurde, wo ader von wem man das Recht suchen soll.
Wurde ein Man Vorschmerczett ader Erschlagen, szo soll er sey(n) sach vor dem Richter suchen, wo es ym geschehen yst. Vnd ab d(a)z geschech, das die freunde dem Richter scholt geben, Das yn der Richter vorschmerczet hette, szo szoll er seynen Schmerczen denn Eldisthen zw wisßen thuͤn, den man getraweth hatt, vnd die Eldisthen sollen im Einenn Richter seczen, das er seyne sach vorfuͤrenn moͤge. Vnnd ab der selbschuldige denn Richter vorschmehen wolde vnnd wolde seine sach aklzwhandt dem Groffen klagen, zo soll er sein sach vnnd seynen schmerczen vorloren habenn.
48. Ab einer dem anderen eide borgte vor den rechten, wer den aufnemen soll.
Wo das queme, das zwen miteinander klagten, und einer dem anderen eid borgte, so well wir, das niemant den eid entphaen soll, denn der selbschuldige, der in beklagt hat. Ab das queme, das der zweier einer von gottes gewalt krank würde, es wer der, der den eid entphaen soll, ader der den eid tuen soll, und das beweren möge mit seinem richter, das er krank sei; wir wellen, das er sein sache dormit nicht vorloren habe, und der richter soll dem kranken ein tag geben bis auf die zeit, das im gott gehilft, das er aufkomet, so soll der richter inen peiden ein tag geben, das in peiden voll recht geschehe.N.48
§ 48. Ob einer dem andern eide borgte vor dem Rechten, wer den auff nemen soll.
Wo das queme, Das czwenn mit einander clagten vnd eyner dem andern Eydt borgcte [bewth], szo wel wir, das niemandt den Eydt entpfhohen soll, den der selbschuldige, der in beklageth hott. Ab das queme, das der czweyer eyner von Gotte(s) gewalt kranck wuͤrde, es wer der, der den Eydt entpfohen soll [ab her einen an seine stadt wolde lasßen, das soll nicht sein, her mueß yn selber auff nemen, den er angeburth], ader der den Eydt thun soll, Vnd das bewerenn moͤge mit seinem Richter, das er krank sey, Wyr wollen, das er sein sache dormith nith verloren habe. Vnd der Richter soll dem kranken ein tagk geben byß auff die czeitt, Das im Gott gehilfft, das er auffkometh, szo soll der Richter ynen beyden eyn tag geben, das yn beyden voll Recht geschehe.
49. So imant mit feuer droite, was das recht were.
Auch hab wir das zu einem rechten, ab frau ader mann einem markt ader einem dorf ader einer stat mit feuer droite, und sie des mit erbaren leuten übergangen würden, so soll man die selbschuldigen zu einem rechten antworten, und man soll sie vorprennen.N.49
§ 49. Szo iemanth mit fewer droitte, was das Recht were.
Auch hab wir das czw eynem Rechten, ab fraw ader Man in eynem Margkt ader eynem Dorff ader eyner Stadt mit fewer droitte, Vnd sie des mit Erbaren lewthen wͤbergangen wurden, szo soll man die selbschuldigen czw Einem Rechten anthworthenn vnnd man soll sie vorprennen.
50. Ab einer dem anderen droite zu ermorden, was dorumb ein recht sei.
Nu ist das auch unser recht, ab ein mann dem anderen droite zu tod zu schlagen, und er des mit erbaren leuten beweren mag, das er im gedroit hat; so soll er in vor ein recht laden, und soll im bürgen sezen, das er seines lebens vor im sicher sei, und hat er im nicht bürgen zu sezen, so soll er in fohen und halden (als lang) bis auf die zeit, das er seines lebens vor im sicher sei.
§ 50. Ab einer dem andern droitte czwermorden, was darumb ein Recht sey.
Nw ist das auch vnßer Recht, Ab ein Man dem andern droitte czw todt czw schlagen vnd er des mit Erbaren lewthen beweren mag, Das er ym gedrawet hatt, szo soll er in vor ein Recht laden vnd soll ym puͤrgen seczen, Das er seines lebens vor ym sicher sey. Vnnd hatt er ym nicht puergen zw seczenn, szo szoll er in fohen vnnd halden alßo lang, bysz auff die czeitt, das er seines lebe(n)s vor ym sicher sey.
51. Das kein mann mer vorspilen mag, wenn er umb und an hat.
Wir wellen auch das zu einem rechten haben, wenn zwen miteinander spilen, das keiner mer vorspilen mag, wenn das er umb und an hat, und man soll in nicht feszeren ader under ein büt stürzen. Und ab einer wolde auf eines manns erbe ader auf seiner hausfrauen kleider, ader auf sein federkleider spilen wolde, das well wir mit keinerlei sachen gestaten. Und ab eines erbaren manns sone ader sein knecht mer vorspilt, wenn er pfennig hette, und dorzu sein gewant vorspilt, das er an hette, und er mer pfant seinem spiler sezt; wir wellen, das des jungen vater ader des knechtes herr das gewant mit 3 groschen gelösen mag, das pfant, welcherlei das sei, und die frau ire kleider, ir sein viel ader wenig, mit 6 groschen mag lösenN.51.1. Und ab das were, das sich do wider imant wolt sezen, und das recht nicht halden wolde, als es gemacht, und in feszert ader fing, und die pfant nicht zu lösen geben wolde; wir wellen, das der richter ein mark birsche von im neme, und die pfant an gelt wider geben solle. Und pei welchem spiler man mer wenn 3 würfel fint, dem soll man alles nemen, was er pei im hat, und findet man pei im falsche würfel, man soll im brüenN.51.2.
§ 51. Das kein Man mer vorspielen mag, wen er vmb vnd an hott
. Wir wellen auch das czw eynem Rechten haben, Wen czwen mit einander spylen, das keyner mer vorspielen mag, wen d(a)z er vmb vnd an hatt. Vnd man soll in nicht fesßeren ader vnder ein buͤth stuͤrczen. Vnd ab einer auff eines Manns Erbe, ader auff sein haußfrawen kleyder, ader auff sein feder kleyder Spielen wolde, Das wel wir mit keynerley sachen gestatten. Vnd ab eynes Erbaren Mans Szoͤne ader sein knecht mer vorspielet, wen er pfhennigk hett, vnnd dorczw sein gewanth vorspilt, das er an hette, vnd er mer pfhandt seynem Spyeler seczt, Wir wellen, das des Iungen Vater ader des knechtes herr das gewanth mitt 3 groschenn geleßenn mag vnd das pfhanth, welcherley das sey, vnnd die fraw yre kleyder, er sein viel ader wenig, mit 6 groschen mag loͤßen. Vnd ab das were, das siech do wieder iemandt wolt seczen vnnd das Recht nicht halthen wolde, als es gemacht, vnnd yn fessert ader fing, vnd die pfhanth nicht zu loͤßen geben wolde, Wir wellen, das der Richter 1 Marck byrsche von ym neme vnnd die pfhanndt an geltt wieder geben solle. Vnnd bey welchem Spieler man mehr wen 3 würffel finth, dem soll man alles nemen, w(a)z er bey ym hatt, vnnd findeth man bey ym falsche würffell, man soll inn bruͤenn.
52. Ab einer vorterbet würde, und der selbschuldige zu gnoden quem, wie ers denn halden soll kegen den freunden.
Wir haben auch das zu einem rechten, wenn ein mann vorterbet wirt, und der selbschuldige zu gnoden komet, das sein sach zu süne ader schwunge komet; wir wellen, das er das erste gelt vorbürge, und oftens mer das erste gelt soll des anderen und des dritten geldes bürge sein, und die bürgen sollen frei und ledig sein, wenn das erste gelt vorricht wirt. Wir wellen das gehabt haben, wenn das erst gelt gefelt, so soll das ander gelt über ein halb jar [Seite 230] vorricht werden, und das dritte gelt soll auch in einem halben jar vorricht werden. Ab einer das nicht hilde, so soll er in aller sach vorfallen sein. Wollen darüber im seine widersacher genod tun, das haben sie gewalt. Ab das seine widersacher das gelt in einem jar wolden vorricht haben, so soll er der ferte in das ander jar tag haben. Und wellen das auch, ab sein widersacher wolden die ferte in dem ersten jar haben, so soll er des geldes in das ander jar tag haben.
§ 52. Ab einer vorterbeth wuͤrde vnd der selbschuldige czw genodenn quem, wie ers den halden soll kegen den freunden.
Wier haben auch das czw eynem Rechten, Wen ey(n) Man vorterbet wirtt vnd der selbschuldige czw genoden kommett, das seine sach czw suͤne ader schwunge kommeth, Wir woͤllen, das er das Ersthe gelt vorbuͤrge, vnnd offtens mehe, das Ersthe gelt soll des andern vnnd des dritten gelt buͤrge sey(n). Vnnd die buͤrgen sollen frey vnd lebendig seyn. Wenn das erste geltt vorricht wirth, wir woͤllen das gehabet haben, wen das ersthe geltt gefeltt, szo szoll das ander geltt wͤber ein halb Iar vorricht werden, vnd das dritte geltt soll auch in eynem halben Iar vorricht werdenn. Ab eyner das nicht hielde, szo soll er in aller sach vorfallen sein. Wellen dorwͤber im seine widersacher genodt thun, das habe(n) sye gewalt. Ab das seine widersacher d(a)z geltt in eynem Iar wolden vorricht haben, szo szoll er der fertte in das ander iar tag haben. Vnnd wellen das auch, ab sein widersacher wolden die fertthe in dem ersthen iar haben, szo szoll er des geldes in das ander iar tag habenn.
53. Ab einer mannschaft tut, mit wie viel personen er sie tun soll, und wer die aufnemen soll.
Wir haben das auch zu einem rechten, wenn ein mann mannschaft tun soll, so soll der selbschuldige salb dritte mannschaft tun. Und niemant soll die mannschaft entphohen, wenn geschwistert kinder. Und wellen, das die mannschaft tun, das sie herren und frauen heiszen sollen, und sollen im peistehen zu lieb und zu leid mit erlicher sache und mit einem rechten. Ab darüber ire herren sie wolden zwingen in zuzugeben eines unrechten, ader wolden sie zwingen und ir gut, ader wolden sie zwingen vor sie leuten die heupter abzuschlagen ader zu hengen, das mag im unsern rechten nicht gesein, ader sie sollen in zugeben, das mit eren ist. Ab sie dorüber des nachts ader des tags wolden leuten auf ir heuser gehen ader ausheischen, und wolden in dorzu zwingen, das er mit in gehen soll, so well wir, das er der mannschaft frei soll sein, und soll das beweren mit seinem richter ader mit seinen nachbaren oberthalb und niderthalb. Dorüber well wir, das kein peikint nicht soll mannschaft entphohen, noch kein erbteil haben soll, und niemanz eines rechten möge gehelfen, und mag auch eines erbaren manns stat nicht vorstehen.
§ 53. Ab einer Manschafft tut, mit wie viel perschonen er sie tun soll vnd wer die auffneme(n) soll.
Wier haben das auch czw eynem Rechten, wen ein Man Manschafft thun soll, szo soll der selbschuldige salb dritte manschafft thun, Vnd niemandt szoll die Manschafft entpfhohen, wen geschwistert kinder. Vnd wellen, das die, die Manschafft thun, das sie sie herrn vnnd frawen haysßen sollen, vnd sollen ynn beysthen zw lieb vnd zw leidt, mit Erlicher sache vnnd mit eynem Rechten. Ab dorüber yre herren sie woͤllen czwingen yn czw czwlegen eins vnrechten, ader wolden szie czwi(n)gen vor sie leuthen die haupter abczwschlagenn ader czw haͤngen, Das mag inn vnßernn Rechten nitt gesein. Ader sie sollen in czwlegen, das mitt eren ist. Ab sie daruͤber des nachts ader des tages wolden leuthen auff yr heusßer gehen ader außhayschen vnnd wollen ynn dorczw czwingen, das er mit yhn gehen soll, Szo well wir, das er der Manschafft frey soll sein Vnnd soll das beweren mit seinem Richter ader mit seynen Nochparen oberthalb vnd niederthalb. Doruͤber well wir, das kein beykint nicht Manschafft szoll entpfhohen, noch keyn Erbtheyll haben szoll, vnnd niema(n)cz eynes Rechten moͤge gehelffen, Vnd mag auch eines Erbaren Mans Stadt nicht vorsthehenn.
54. Ab ir zwen miteinander kempfen solden, wie sie peide geschikt sollen sein.
Wir haben auch das zu einem rechten, wenn das zwene miteinander fechten umb einen todten ader umb ein kamperwunden, so soll der kempe seinen schilt und seinen kolben haben, als vor ein recht ist gewesen, und dem anderen teilen wir einen baum, der soll also lang sein, das man in meszen soll von seinen füszen bis auf sein haupt, und der baum soll faren also spiz sein eines pfennigs breit. Ab der zweier einer aus dem kreise wiche, so ist er siglos, ab sie peide miteinander ausquemen, sie sollen miteinander wider intreten in dasselbige recht. Ab man dorüber pei der zweier einem indert einerlei gewer fünde anders, wenn als unser recht doben spricht, der soll sein sach vorloren haben. Ab dorüber imant quem, der der kempen einem zulegen wolde, es wer welcher kempe das were, und her in den kreis im zu hilfe queme, so well wir, das er sein haupt vorloren habe, und der kempe, dem er zulegt, der soll sein sach vorloren haben. Dorüber spricht unser recht, das der grofe soll zu im nemen zwen geschworne richter, und soll zusehen durch der gerechtikeit willen, und offenberlich den leuten sagen, das sich iglich mann wisze dorvor zu hüten, und das niemanz in kreis lauf irent einem zu helfen.N.54
§ 54. Ab czwen mit einnander kempfhen solden, wie sie beyde geschickt sollen sein.
Wier haben auch das czw eynem Rechten, Wen das czwene mit eynander fechten vmb eyn toten ader vmb ein kampfher wund, Szo soll der kempfher seinen schildt vnd seynen kolben haben, alß vor ein Recht ist geweßen, vnnd dem andern theyl wyr eyne(n) baum, der soll alßo lang szein, das man ynn mesßen szoll, von seinen fuͤsßen biß auff sein haupt. Vnd der baum szoll forne alßo spycz seyn eynes pfhenniges breyth. Ab der czweyer eyner auß dem Kreyße wiche, Szo ist er Syglos. Ab sie beyde mit eynnander außquemen, Sie sollen mit einnander wieder eintrettenn in das selbige Recht. Ab man doruͤber bey der czweyer eynem indert einerley gewer fuͤnde, anders wen als vnßer Recht doben spricht, der soll sein sach vorloren haben. Ab dorwͤber iemanth quem, der dem Kempen eynem zw legen wolde, es wer welcher kempe d(a)z were, vnnd her in den kreysz im czw hwͤlffe queme, Szo well wir, das er sein hawpt vorloren haben vnnd der Kemppfher, dem er czwlegt, der soll sein sach vorlorenn haben. Doruͤber spricht vnßer Recht, d(a)z der Groffe szol zw ym nemen czwen geschworne Richter vnd soll czwsehen durch der gerechtigkait willen vnd offenbarlich den leuthen sagen, Das sich iglicher Man wisße doruor zw hütten, vnd das niemancz in kreysz lauff, wer einem czw helffenn.
55. Ab ir zwene vor ein recht quemen umb heftige sachen, ab sie mit gewer ader an gewer komen sollen.
Wo das queme, das leute miteinander zu sachen hetten vor einem rechten umb heftige ding, so soll der, der die sach sucht, an alle gewer vor ein recht komen, und der ander, der auch sein widersacher ist, soll vor ein recht komen auch an alle gewer, und idermann salb sechste. Und wer das recht prech, und quem mit seinem gewer vor ein recht, der soll sein sach vorloren haben.
§ 55. Ab ir czwene vor ein Recht quemen vmb hefftige sachen, ab sie mit gewer ader an gewer kommen sollen.
Wo das queme, Das Lewthe mit eynander zw sachen hetten vor eynem Rechten vmb hefftige sachen ader ding, Szo soll der, der die sach sucht, an alle gewehr vor eynn Recht kommen, Vnd der ander, der sein wiedersacher ist, soll vor ein Recht kommen auch an alle gewer, vnd yederman salb sechste. Vnnd wer das Recht brech vnd quem mith seynem gewer vor ein Recht, der soll seyn sach vorloren habenn.
56. Wenn unser grof die grofschaft aufgibt, wie und wo er sie aufgeben soll.
Auch hab wir das zu einem rechten, wenn die zeit kompt, das unser grof die grofschaft aufgeit, als wir vor alders ein recht haben, so soll er die grofschaft in dem rote aufgeben und nicht dorin pleiben; wolde er dorüber in dem rote pleiben, so soll er vorbasz nimer unser grof sein. Wir wellen auch, das die hundert und 24 richter die grofschaft in freundschaft in dem sagrer sollen hingeben, und sollen sich nicht reufen noch ir gewant reiszen; und [Seite 231] wen das meiste teil in dem sagrer zuleget, der soll unser grofe sein. Und ab imant dem anderen sein gewant reiszt, und er das mit 2 geschwornen richteren beweren mag; so spricht unser recht, welcher die leut reuft, ader ir gewant reiszt, ader schlet, der soll den 24 richteren 3 mark busze geben. Und dasselbe recht hab wir auch umb das schreibamt. Und die in sagrer gehen, die sollen alle an gewer komen und dorein gehen, und iglicher richter soll nicht mer leute in den sagrer nemen, pei des landes busze, wenn im in die hundert mann gefelt. Und ab imant quem vor den sagrer mit gewafneter hantN.56.1, und nicht das recht wolt halden, als es beschrieben ist, so soll er den 24 richteren in 3 marken busze bestanden sein.
§ 56. Wen vnßer Groff die Groffschaft auff gibt, wie vnd wo er sie auffgeben soll.
Auch hab wir Das czw eynem Rechten, wen die czeit ko(m)pt, das vnßer Groff die Groffschaft auff geyth, als wyr vor alders eyn Recht haben, Szo soll er die Groffschaffthin dem Rothe auffgeben vn(d) nicht dorin bleyben. Wolde er dorwͤber in dem Rothe bleyben, szo soll er vorbasz nymer vnßer Groff sein. Wir wellen auch, das die hvnderth Man vnnd 24 Richter die Groffschaffth in freundtschafft in der Lewtsch in dem Sagrer sollen hin geben vnnd sollen sich nicht reuffen, noch yr gewanth reysßen. Vnnd wem d(a)z maisthe thayll in dem Sagrer czwlegeth, der soll vnßer Groffe sein. Vnd ab iemanth dem andern sein gewanth reysth, vnnd er das mit 2 geschwornen Richtern beweren magk, Szo spricht vnser Recht, Welcher die leuth reufft ader yr gewa(n)dt reysth ader schlett, der soll den 24 Richtern 3 Margk busße geben. Vnd das selbe Recht habe(n) wir auch vmb das schreyb ampth. Vnnd dy yn Sager gehen, Die sollen alls an gewer kommen vnnd dareyn gehn. Vnd iglicher Richter soll nicht mehr leuthe in den Sagrer Nemen bey des landes busße, wen im in die hundert man gefelth. Vnnd ab yemandt quem vor den Sagrer mit gewaffnether handt vnd nicht das Recht wolt halthen, als es beschrieben yst, Szo soll er den 24 Richtern in 3 Margken busße bestandenn seynn.
57. Ab ein zug gezogen würde an zwen geschworne richter, was des grofen busze dorauf sei.
Auch hab wir das zu einem rechten, wenn das einer ein zuge zeucht an zwen geschworne richter, und der zug vor den grofen gestanden wirt, so soll der grof von dem zuge nicht mer busze haben, wenn 1 mark, kumpt es aber, das es geschicht, das ein urteil ader ein gestentnuss vor die 24 richter bescheiden wirt, das sies urteilen sollen, von dem urteil sollen sie nemen 1 mark, und der grof soll davon kein busz haben.
§ 57. Ab ein czug geczogen wurde an czwen geschworne Richter, was der Groffen busße dorauff sey.
Auch hab wir das czw eynem Rechten, wen das eyner ein czeuge czeucht an czwen geschworne Richter vnnd der czeug vor dem Groffen gesta(n)denn wirth, szo szoll der Groff von dem czeuge nicht mehr busße habe(n) wen 1 Margk. Kumpt es aber, das es geschicht, das ein vrteil ader eyn gesthenthnieß [von zeugnis] vor die 24 Richter bescheyden wirth, das sies vrtheylen sollen, von dem vrtheyl sollen sye nemen 1 Margk vnd der Groff soll dauon kein buß habenn.
58. Wenn zwen zu krig werden, zu welcher zeit einer den andern zu haus suchen soll.
Ab das not geschehe, das leute zu krig würden in steten ader in merkten ader in dörferen, ist das sie landleut seint, so sollen sie die selbschuldigen zu hause und zu hofe suchen des abents ader des morgens zu rechter tagzeit, wo er geseszen ist.
§ 58. Wen czwen czw krieg werden, czw welcher czeit eines des andern czw hauß suchen soll.
Ab das nott geschehe, das leuthe czw krieg wuͤrdenn in Stetten ader in Merckten ader in Doͤrffern, ist, das sie landleuth seindt, szo sollen sie den selbschuldigen czw hawsze vnnd zw hoffe suchen, Des abents ader des morgens, czw Rechter tagczeit, wo er gesesßen yst.
59. Ab der edlingen holdem einer wunt würde in steten ader in merkten, was das recht sei.
So der edlingen holden einer wunt würde in der stat ader in einem markt ader in einem dorf, so soll er ader sein freund ein recht suchen in dem hattert, do es geschehen ist.
§ 59. Ab der Edelingen holden einer wundt würde in Stetten ader in Mergkten, was das Recht sey.
Szo der Edlingen holden Eyner wundt wuͤrde in der Stadt ader in eynem Margkt ader in eynem Dorff, Szo soll er ader sein freundt ein Recht suchen in dem hattert, do es geschehen yst.
60. Ab unsere leute einer wunt würde von einem edlingen ader seinem holden, wo man das recht suchen soll.
Ab unserer leute einer wunt würde von einem edlingen ader von seinem holden in einer stat ader markte ader dorfe; so soll er sein sach suchen mit einem rechten in des eigens hattert, do es im geschehen ist. Kumpt ein landmann in eines edlinges dorf, und schlet einen, so sollen sie dasselbige recht zu uns haben, das wir zu in haben.
§ 60. Ab vnser lewthe einer wundt wurde von einem Edlingen ader seynen holden, wo man das Recht suchenn soll.
Ab vnßer Lewthe Eyner wundt wurde von eynem Edlingen ader von seinen holden in eyner Stadt ader Margckthe ader Dorffe, szo soll er sein sache suchen mit eynem Rechten in des eygens hattert, do es ym geschehen ist. Kumpt ein landth man in eynes Edlinges dorff vnnd schleth eynen, szo sollen sie das selbige Recht czw vns haben, das wyr czw yhn habenn.
61. Ab einer vorterbet würde, wen man dorumb beschuldigen mag.
Ab ein mann vorterbet würde, so spricht unser recht, das man niemant mer beschuldigen mag, wenn den selbschuldigen und zwen folger dorzuN.61.1. Ist das der selbschuldige pei den grofen 10 mark vorricht in 6 wochen, so seint die folger frei. Ab der wunde über die 6 wochen lebte, so sint die folger aller sachen frei.
§ 61. Ab einer vorterbet wurde, wen man dorumb beschuldigen magk.
Ab ein Man vorterbeth wuͤrde, szo spricht vnßer Recht, Das man niemandt mee beschuldigen mag, wen den selbschuldigen vnnd czwen folger dorczw. Ist, das der selbschuldige bey dem Groffen 10 Marck vorricht in 6 wochen, szo seindt die folgerr frey. Ab der wunthe wͤber 6 wochenn lebte, Szo sinth die folger frey aller sachenn.
62. Ab ein mann erbe und holden hat, die dem lande dienen, wer die zu richten hat.
Welch mann erbe hat, das mit heuseren zum lande dient, und er das erbe von dem lande gekauft hat, wir wellen, das der erbar mann mit sampt unseren landgrofen sein holden mit allerlei sachen zu richten habe, und der erbar mann soll 2 teil busze nemen, und unser grof soll an der busz ein dritteil nemen, auf das des landes erbe nicht vorterbe.
§ 62. Ab ein Man Erbe vnd holden hott, die dem lande dienen, wer dye czw richten hott.
Welch Man Erbe hott, das mit heußern cwm lande dinth, vnd ob er das Erbe von dem lande gekaufft hatt, Wir wellen, das der Erbare Man mit sampt vnßerm landtgroffen sein holden mit allerley sache(n) zw richten habe. Vnd der Erbare Man szoll 2 teyl busße nemenn, vnd vnser Groff soll an der buß ein dritteil nemen auff das, das landes Erbe nicht vorterbe.
63. Ab ein enkel stürbe an vater, mutter und geschwistert, auf wen sein gut kompt.
Wenn ein enkel stirbet, und vater und mutter noch geschwistert nicht hinder im lest, wir wellen, das sein erbe und sein gut auf den anherren und auf die anfrau erben soll und nicht auf vetter noch auf wazen noch auf ömen.N.63 [Seite 232]
§ 63. Ab ein Enckel stuͤrbe an Vatter, Mutter vnd geschwisterth, auf wen sein Gutt kompth.
Wen ein Enckel Stuͤrbet, vnnd Vater vnd Mutter noch geschwisterth nicht hinder im lesth, Wir wellen, das sein Erbe vnnd sein gutt auff den Anherren vnd auff die Anfraw erben szoll vnd nicht auff fetter, noch auff waßen, noch auf Oemen.
64. Under wie viel jaren knaben ader jungfrauen bescheiden mögen.
Auch spricht unser recht, das kein jungfrau noch kein junger knab under 14 jaren nicht bescheiden möge imanden sein gelt noch selgeret, sie seint denn 14 jar alt, so sint sie sein geweldig.N.64
§ 64. Vnter wie viel Iaren knaben ader Iu(n)gfrawen bescheyden moͤgenn.
Auch Spricht vnßer Recht, das kain Jwngkfraw noch kein Iunger knab vnder 14 Iaren nicht bescheydenn moͤge iemanden sein geltt, noch seel gereth, sie seindt den 14 Iar alth, szo sinth sie sein geweldigk.
65. Ab etlich miteinander kinder haben, und ir eines stirbet, ab die kinder mit dem anderen unvorenderten teilen mögen.
Wir haben auch das zu einem rechten, ab frau ader mann miteinander leben, und kinder haben, und der zweier eeleute eines stirbet, so sollen die kinder kein erbteil zu in haben, ee sie nicht vorenderen. Und welches sich under den zweien vorendert, das soll die helft mit seinen kinderen teilen, ir seint viel ader wenig. Und ab der kinder eines nach der teilung stirbet, ader wie viel ir sterben; so well wir, das ir gut und ir anfall wider an die elderen erben soll.
§ 65. Ab etlich mit einnander kinder haben vnd yr eins stirbet, ab die kinder mit dem andern vnforenderthen teylen moͤgenn.
Wier haben auch d(a)z czw einem Rechten, ab fraw ader Man mit eynnander leben Vnd kinder haben vnd der czweier Eeleuthe eynes stirbeth, Szo sollen die kinder kein Erbtheyll czw ym haben, ee sie sich nicht vorenndern. Vnd welches sich wider vnder den czweyen vorenderth, das soll die helfft mit seynen kindern teylen, Ir seyn viel ader wenigk. Vnd ab der kinder eins noch der theylungk stirbeth, ader wie viel yr sterben, Szo well wier, das yr Guth vnnd yr anfall wieder an die Eldern Erbenn soll.
66. Ab eines under geschwistert stürbe, und liesz enkel, was recht sei.
Auch spricht unser recht, wo geschwistert ist, und eines under inen stirbet, und lest enkel, so soll das erbteil auf das enkel sterben und nicht auf das geschwistert.
§ 66. Ab eines vnder geschwistert sthürbe vnd ließ Enckel, was Recht sey.
Auch Spricht vnser Recht, wo geschwisterth ist vnnd eins vnder ynen stirbeth vnnd lest Enckell, Szo soll das Erbteyl auff das Enckel sterben vnd nitt auff das geschwisthertt.
67. Ab einer ein eid tut, und seinem vorsprechen nicht recht nochredet, was das recht sei.
Wir haben das zu einem rechten, wer einen eid tut, und seinem vorsprechen nicht recht nochredet, der soll sein sach vorloren haben, es wer denn, das er nicht vollkomen wer an seiner rede, das er stamlet. Auch ab ein frau einen eid tut, die mag nit vorfallenN.67.1.
§ 67. Ab einer ein eidt thut vnd seynem vorsprechen nicht recht noch redet, was das Recht sey.
Wier haben Das czw Eynem Rechten, Wer einen Eydt thwtt vnnd seynem vorsprechen nicht recht noch redet, Der soll sein sach vorloren haben. Es wer den, d(a)z er nicht volkomen wer an seyner rede, das er stamlett, Auch ab ein fraw einen eidt tut, die mag nitt vorfallen.
68. Ab ein mann kübel hette, die do zu grosz ader zu klein weren, was des busze sei.
Ab ein mann kübel hette, die do zu klein ader zu grosz weren, das er domit befunden wirt, der bestet an des landes busze 3 mark. Und ab er zwei kübel hette, und mit einem ausmesze und mit dem anderen einmesze, der bestet an der vorgesprochen busze, und von der busze nichts nicht not zu laszen (o. nochzulaszen).
§ 68. Ab ein Man kwͤbel hette, die do czw groß ader czw klein weren, was die busße sey.
Ab ein Man kwͤbel hetthe, die do tzw klein ader czw groß weren, das er domit befunden wirth, der bestehett an des landes busße 3 Margk. Vnnd ab er czwey kwͤbel hette, vnnd mit eynem außmesße vnd mit dem andern eyn mesße, der bestet an der vorgesprochenn busße, vnd von der busße nichts nicht noch zw lasßenn. [Der ist bestanden dem rechte(n) an leib vnd(d) an gueth vn(d) sall keynn recht vorbas mit vns habenn.]
69. Wie viel ein mann hoppen kaufen mag zu einem mal in sein haus.
So ist das auch unser recht, das kein mann mer hoppen kaufen soll zu einem mal, wenn zu einem gebreut, ader als viel, als er in seinem hause bedarfe. Und ab imants aus einem sak ader aus einer büte kaufte, und ab der hoppen zweierlei wer, unden bös und oben gut, der bestet an des landes busze.
§ 69. Wie fiel ein Man hoppen kauffenn mag czw einem mal in sein hauß.
Szo ist das auch vnßer Recht, das kein Man nicht mer hoppen kauffen szoll czw eynem mal, wen czw eynem gebreyth, ader als viel, als er in seynem hauße bedarffe. Vnd ab yemand auß einem sack ader aus eyner büthe kauffte, vnnd ab der hoppenn czweyerley wer, vnten boeß vnd obenn Guth, der bestet an des landes busße.
70. Wie sich die fleischer halden sollen.
Wir wellen auch zu einem rechten haben, ab zwen fleischer in einer gesellschaft einen oxen ader ein kue schlaen, ab sie mer gesellen dorzu nemen, so besten sie an des landes busze. Fort nie so soll ein fleischer allein ein schwein schloen ader ein kalb ader ein schof ader ein klein viehe. Auch sollen sie ir fleisch nicht mer austragen, wenn zwir zu vorkeufen; pringt er es zum dritten mol so bestet er an des landes busze. Wolt er es denn vorfüren von einem markt auf den anderen, das man in überkomen mag, so bestet er an der busze.
§ 70. Wie sich die flaischer halden sollen.
Wier wellen auch czw eyne(m) Rechten haben, ab czwen flayscher in eyner geselschafft eynem oxeen ader eyn khue schlagen, ab sye mehr gesellen darczw nemen, Szo besthen sie an des landes busße. Vortt me, szo soll ein flayscher allein eyn Schweyn schloen, ader ein kalb, ader ein Schoff, ader eynn kleyn fihe. Auch sollen sie yr flaysch nitt mehr austragen, wen czwir czw vorkauffen. Brengkt er es czwm dritten moll, szo besthehet er an des landes busße. Woltt er den es vorfwͤren von eynem Margkt auff den andern, das man yn wͤberkommen magk, Szo besthett er an der busße.
71. Ab ein schenke mit einer unrechten masz derfunden würde, was das recht sei.
Auch wellen wir zu einem rechten haben, welcher weinschenk zu kleine masz hat, der pleibt an des landes busze, und ab in der richter in dem markt ader dorfe nit bezwingen mag, so soll derselbe richter in in die botschaft laden, und pleibet an des landes busze.
§ 71. An ein Schenke mit einem vnrechten Maß derfunden wuͤrde, was das Recht sey.
Auch wellen wier czw eynem Rechten haben, Welcher weinschenk czw kleine maß hatt, der bleybt an des lanndes busße. Vnd ab in der Richter in dem Marckt ader dorffe nicht beczwingen magk, Szo szoll der selbe Richter yn in die botschafft laden vnd bleybet an des landes busße.
72. Ab einer nasz ader gestrichen leder zu markte brechte, was das recht sei.
Auch hab wir das zu einem rechten, welch schuster nasz leder zu markt pringt ader gestrichen solen, der bestet an des landes busze. [Seite 233]
§ 72. Ab einer Naß ader gestrichen leder czw Margkte brechte, was d(a)z Recht sey.
Auch hab wier das czw eynem Rechten, Welcher Schuster Naß leder czw Margkt brengkt ader gestrichen szolenn, der bestett an des landes busße.
73. Ab ein mann schedliche tier hette mit beiszen ader mit stoszen, was do recht sei.
Wir haben auch das zu einem rechten, ab ein mann ein hunt hette, der do schedlich wer mit beiszen, zu dem ersten mal ist es zu übersehen, es wer denn also getan, das der mensch dorvon stürbe, so wer das viehe vorloren, plieb aber der mensch pei leben so soll man dem mann sagen, das er das vorbasz vorware, das das tier vorbasz keinen schaden tue. Ab einem schaden dornoch queme, das hat er zu vorantworten.
§ 73. Ab ein Man Schedliche thier hette mit beysßen ader mit stosßen, was do Recht sey.
Wier haben auch das czw eynem Rechten, ab ein Man ein hundt hette, der do Schedlich wer mith beysßen, czw dem Ersthen mal ist es czw wͤbersehen, es wer den alßo gethon, das der Mentsch daruon stuͤrbe, szo wer das fieche vorloren. Blieb aber der Mentsch bey leben, szo soll man dem Man sagen, das er das forbas vorware, das das thier vorbas keynen schaden thwe. Ab es czw aynem schaden dornoch queme, das hott er czwvoranthworthenn.
74. Ab die mülherren imanden in ire müle kaufen sollen.
Wir wellen auch zu einem recht haben, das kein mülherr niemanden in sein mül kaufen soll, im seine mül ader gelt leien soll, das man mit im male, sundern ein iglicher soll frei sein zu malen, wo er will. Ab man das einem mülherren überquem, das er leute in die mül mitete, ader gelt lihe, der bestet an des landes busze.
§ 74. Ab die Muͤllherren iemanthenn yn yre muͤle kauffen sollen.
Wier Wellen auch czw eyne(m) Rechten haben, das kain Muelherr niemanthen kauffen soll in seine Muͤehl, ader gellt leyhen szoll, daz man mit ym male, sunder ein yeczlicher szol frey sein czw malen, wo er will. Ab man das eynem Muͤhlhern wͤberquem, das er lewthe in die Muͤle mittete ader gellt lihe, der bestett an des landes busße.
75. Ab imant vorbünde vor einem anderen richter, wie man das halden soll.
Also spricht unser recht, ab sich irent ein mann vorbünde aus einem markte ader dorfe vor einem anderen richter in einem markt ader dorfe, so soll er den bunt in 6 wochen pringen vor den richter in dem markt ader in das dorf, do er geseszen ist, und ab ers nicht endete, so ist der bunt, den er vor dem anderen richter getan hat, nichts nicht.
§ 75. Ab sich ymandt vorbuͤnde vor eynem andern Richter, wie man das halden soll.
Also Spricht vnßer Rechtt, ab siech irent ein Man vorbuͤnde Auß einem Margckte ader dorffe vor eynem andern Richther in eynem Margkt ader dorffe, szo szoll er den bunth in Sechs wochen bringen vor den Richter in dem Margkt ader in das dorff, do er gesesßen ist. Vnd ab ers nicht endethe, szo yst der bunth, den er vor dem andern Richter gethan hatt, nichts nitt.
76. Ab sich imant wider seinen richter sezen wolde, was das recht sei.
Wir haben das recht auch, ab sich imant wider seinen richter sezte, es sei in einem dorfe ader markte ader in einer stat, und dem richter seine busze nicht richten wolde, der soll kein recht zwischen inen haben also lang, bis er dem richter genug tut vor seine busze.
§ 76. Ab sich imanth wider seinen Richter seczen wolde, was das recht sey.
Wier haben das Recht auch, ab siech yemandt wieder seynen Richter seczte, es sey in eynem Dorffe ader Margckthe ader in eyner Stadt, vnnd dem Richter seine busße nicht richten wolde, Der soll kein Rechtt czwisschen ynen haben alßo langk, biß her den Richter genug thutt vor seine busße.
77. Ab imant umb unerliche sachen gefangen würde, und auf andere bekente, was recht sei.
Wir wellen auch das zu einem rechten haben, ab ein mann gefangen würde umb unerliche sachen, ab er bekente auf leute, die vor nicht vorschrieben sint, und vor auch nicht mit warer scholt überkomen weren, noch mit leuten, die do bunt haben, den soll man vorschreiben; ab er zum andern mal erfunden würde, so soll man über in ein recht tun.
§ 77. Ab yemandt vmb vnerliche sachen gefangen wuͤrde vnd auff andere bekenthe, was recht sey.
Wier wellen auch das czu eynem Rechten haben, ab ein Man gefangen wuͤrde vmb vnerliche sachen, ab er bekenthe auff lewthe, die vor nicht vorschrieben sinth vnnd vor auch nicht mit warer scholtt wͤberkomen weren, Noch mit lewthen, die da bunth haben, den soll man vorschrieben. Ab er zw andern mahl erfunden wurde, szo soll man wͤber in ein Recht thuenn.
78. So ein richter einen finge in vordechtnuss unerlicher sachen, wie mans halden soll.
Also spricht auch unser recht, ab ein richter einen finge, und vordecht sich auf in umb unerliche sach, den mag er halden 8 tag. Derfert er mit warer tat, das er schuldig ist, so soll er in antworten in ein recht; erfert er mit warer tat, das er nicht schuldig ist und gerecht ist, er soll in frei laszen, also, das die grofen zu im nicht zu suchen haben. Ab aber ein richter denselben wolt laszen laufen durch freundschaft willen, würde er des überkomen mit leuten, so soll er vorbasz kein recht zwischen uns haben, und soll den grofen geben 10 mark und den richtern 5 mark.
§ 78. Szo ein Richter einen finge in vordechtnus vnerlicher sachen, wie mans halden szoll.
Alßo Spricht auch vnnßer Recht, ab ein Richter Eynenn fienge vnd vordecht sich auff yn vmb vnerliche sach, den mag er halden acht tag. Derferth err mit warer thott, das er schuldigk ist, Szo szoll er yn antworthen in eyn Recht [das d(e)r Richte(r) nicht vo(r)lyre]. Erfert er mit warer thott, Das er nicht schuldig istvnnd gerecht ist, er soll yn frey lasßen, Alßo das die Groffen czw ym nicht czw suchen haben. Ab aber ein Richter den selben wollt losßen lauffen durch freundtschafft willen [ader durch geldt, so wirt der Richter bestanden des Groffen], wuͤrde er das wͤberkommen mith lewthen, Szo szoll er forbaß me kein Rechtt czwischenn vns haben vnnd szoll den Groffen geben 10 Marck vnd den Richternn 5 Marck.
79. Was ein ider goltschmit einer mark silbers zusezen soll.
Auch wellen wir das zu einem rechten haben, das kein goltschmit einer mark schmeidiges silbers mer kupper zusezen soll, wenn ein lot. Dorüber soll ein iglicher goltschmit sein zeichen auf sein werk schlohen. Würde er dorüber anders erfunden, so soll man in gleich einem felscher richten.
§ 79. Was ein ieder Goltschmiedt einer Margk silbers czw seczen soll.
Auch wollen wir das zw eynem Rechten haben, Das kein Goltschmidt eyner Margk schmeidiges silbers me kupper czw seczen soll, wen ein loth. Darwͤber szoll ein ieczlicher goltschmidt sein czeychen auff sein werck schlohen. Wuͤrde er darwͤber anders erfunden, szo soll man in gleych eynem felscher Richtenn.
80. Ab ein sach vor einem richter vorricht wirt und pei einem andern richter wider angefangen, was das recht sei.
Wir haben auch das zu einem rechten, wenn eine sach in einem rechten gerichtet wirt, und dornoch ein richter ader ein amptmann umb dieselbig sach bekumert wirt; so wellen wir, das derselbe anlanger seine sache vorloren soll haben, und der richter ader amptmann soll frei sein, und derselbe anlanger soll bestanden sein an des landes busze. [Seite 234]
§ 80. Ab ein sach vor einem Richter vorricht wirth vnd bey eynem andern Richter wider angefangen, was das recht sey.
Wier haben auch das czw eynem Rechten, Wen ein sach in eynem Rechten gerichtett wirtt vnd dornoch ein Richter ader ein amptman vmb die selbig sach bekumerth wirtt, Szo wellen wir, das der selbe anlanger seine sache vorlorn soll haben. Vnd der Richter ader amptman szol frey sein, vnnd der selbe anlanger soll bestanden sein ann des landes busße drey Mark.
81. Was ein mark goldes, die gemorgengobet wirt, wert ist.
Auch ist das unser recht, das man nicht mer morgengoben soll vor eine mark goldes, wenn 26 gulden landzal ader landwerung.
§ 81. Was ein Margk goldes, die gemorgengobet wirt, wertt ist.
Auch ist das vnßer Recht, Das man nicht mehr morgengoben szoll vorr eyne Margck geldes, wen 26 gulden land zall ader landt werungk. (1(SS), § 76: wen 6. fl(orin) landzal oder landwerung)
82. Ab einer sein sach vor den grofen anders füren wolt, wenn sie vor dem richter gefůrt ist, was der bestanden sei.
So ist das auch unser recht, wenn zwene vor einem richter tedingen, es sei in einer stat, markt ader dorfe in dem Zips, und die sach vor dem grofen bescheiden wirt; so well wir das haben, welcher sein teding vor dem grofen anders füren wolde, wenn ers vor dem richter gefürt hat, dormit er gewinnen wolde, do soll er mit vorliesen.
§ 82. Ab einer sein sach vor dem Groffen anders fuͤren wolt, wen sie vor dem Richter gefurt ist, was der bestanden sey.
Szo ist das auch vnßer Recht, wen czwene vor eynem Richter tedingen vmb geldt ader ander sachen, es sey in eyner Stadt, Marckt ader dorffe in dem Czypsz, vnnd die sach vor dem Groffen beschaiden wirth, Szo wel wir das haben, welcher sein teding vor dem Groffen anders fwͤeren wolde, wen ers vor dem Richter gefuͤrth hatt, Dormit er gewinnen wolde, so szoll err mith vorliesßen.
83. Wenn ein richter einen fing, es sei wo es sei, so soll er in dem grofen in die Leutschau überantworten.
Auch hab wir das zu einem rechten, wo der grof ader ein richter, oder wer er wer, einen fing, in welcher stat ader in welchem dorf es were, das in derselbige richter dem grofen antworten soll in die Leutschau. Was umb unerliche sachen wer, und was dem richter auf den gefangenen gehet, das soll das lant bezalen. Auch ab demselbigen richter der gefangene entrünne, ader mit gewaldiger hant genomen würde, das er das beweren möchte, so soll der richter kein not dorumb leiden kegen dem grofen.
§ 83. Wen ein Richter einen fing, es sey wo es sey, szo soll er yn dem Groffen in die Lewtschaw wͤberantworthen.
Auch hab wir das czw eyne(m)Rechten, wo der Groff ader eyn Richter, ader wer er wer, eynen fieng, in welcher Stadt ader in welchen dorff es were, das yn der selbige Richter dem Groffen anthworthen szoll in lewthschaw, was vmb vnerliche sachenn wer. Vnd was dem Richter auff den gefangenen gehet, d(a)z soll d(a)z lanndt bezalen. Auch ab dem selbigen Richter der gefangene entruͤnne ader mit gewaltiger handt genomen wuͤrde, das er das beweren moͤchte, szo szoll der Richter keyn noth darumb leydenn kegenn dem Groffenn.
84. Von dienstpoten.
Wir wellen auch zu einem rechten haben, wo dienstpoten sein, es sei knecht ader meid, die sollen iren herren ader frauen das jar ausdienen, als sie sich vormit haben. Und ab dorüber ein knecht ader meid von irem herren scheiden wolde, und im kein scholt geben möchte, so soll in ires lones ein pfennig nicht folgen, und in jar und tag kein dienst im lande nicht haben. Auch ab herren ader frauen iren dienstpoten urlob geben wolden auf müszige zeit auch umb unscholt, so sollen sie auch das recht kegen sie haben, das sie kegen den dienstpoten haben.
§ 84. Vonn Diensthpotenn.
Wyr wellen auch czw eynem Rechtenn haben, wo dinstpoten sein, es sey knecht ader Maidt, die sollen iren herren ader frawen das Iar außdienen, als sie sich vormith haben. Vnd ab dorwͤber ey(n) knecht ader Maidt von irem herren scheiden solde, vnnd ym kein scholth gegeben moͤchte, Szo szoll in ires lones ein pfhennig nicht folgen Vnnd in Iar vnnd tagk kein dinsth im lande nicht haben. Auch ab herren ader frawen iren dinstpoten vrlop gebenn wolden auff muͤssige czeit, auch vmb vnscholtt, szo sollen sie auch das Recht kegen sie haben, das sie kegen denn dienspothen habenn.
Wer do in den 24 steten erkoren wirt zu einem richter, der soll ein unvorsprochen mann sein.
Wer do in den 24 Stetthenn Erkorenn wirth czw eynem Richter, der szoll ein vnuersprochenn man seynn.
Wir wellen auch das zu einem rechten haben, wo zwen richter schmerzen beschauen, ir sein viel ader wenig, so soll der richter 6 gr. dorvon nemen, die soll der wunde geben, tut er genug den richteren, so sollen die richter den schmerzen in 4 wochen vor den grofen pringen, und sies nit teten, und prechten den schmerzen in 4 wochen nicht vor den grofen, so sollen sie den grofen ein mark busze geben.
Wir woͤllen auch Das czw eynem Rechten haben, wo czwen Richter Schmerczen beschawen, ir sein viel ader wenigk, Szo szoll der Richter 6 Groschen doruon nemen, die szoll der wunthe geben. Thutt er genug den Richtern, Szo sollen die Richter den schmerczen in 4 wochen vor den Groffen bringen. Vnd wen sies nitt tetten vnd brechthen den Schmerczen in 4 wochenn nitt vor den Groffen, Szo sollen sie dem groffen eyn Marck busße geben.
Auch hab wir das zu einem rechten, wenn einer geschlagen und wunt wirt, und er den schuldigen vor dem aufgang der sonne des anderen tags nicht offenbart noch beschuldigt, der mag vorbasz mer in der sach keinen beschuldigen. Auch ab der derschlagene todt würde funden, ader nicht möcht gereden, so soll er, der die sach fodert ader sucht, in derselbigen zeit, als vorgeschrieben stet, derfarn, wer es getan hat, und soll in beschuldigen zu rechter zeit; tut er das nicht zu rechter zeit, so mag er keinen nicht beschuldigen dornoch, es sei denn, das er ein lengeren tag vom grofen gehaben mag, das ers mit laube habe. Auch wenn man den rechtschuldigen beschuldiget, das man tag bit folger in zu zihen, so gibt man 8 tag und nicht lenger, und vorbasz keinen mer in zu zihen.
Auch hab wir Das czw eynem Rechten, Wen eyner geschlagen vnnd wundt wirth, vnd er den schuldigen vor dem auffgang der Sonne des andern tages nicht offenbarth noch beschuldiget, der mag vorbaß mer in der sach keinen beschuldigen. Auch ab der derschlagene todt wuͤrde funden, aber nicht mecht gereden, szo soll er, der die sach forderth ader sucht, in der selbigen czeit als vor geschrieben stett, derfaren, wer es getho hatt, Vnd szol yhn beschuldigen czw rechter czeyt. Thutt er das nicht czw rechter czeitt, Szo mag er keynen nicht beschuldigen dornoch, es sey den, Das er eyn lengeren tag vom Groffen gehaben magk, das ers mit laube habe. Auch wen man den Rechtschuldigen beschuldiget, das man tag bitt, folger in czwczihen, szo gibt man acht tag vnnd nicht lenger vnd vorbaß keynen mehr in czwczihen.
Wir haben auch zu einem rechten, wer geschlagen wirt, und die wunt im bekant wirt, ein schlechte wunde, do teilt man dem wunden 4 mark vor, und die 4 mark teilt man in zu nemen von dem, der in geschlagen hat, als ein gewonnen gut mit allen rechten.
Wyr haben auch czw eynem Rechten, Wer geschlagen wirtt vnd dye wunth im bekanth wirt ein Schlechte wunde, do teylet man dem wunthen 4 M(ar)gk vor vnd die 4 Margk teilt man in czwnemen vo(n) dem, der in geschlagen hott als ein gewonnen guth mit allem Rechtenn.
Auch hab wir das zu einem rechten, wenn zwen miteinander stehen in rechten, und einer den anderen schlet in dem tage, wer das tut, der pricht den fride des rechten, und pricht er mit den worten, man soll in büszen am gut, und pricht er mit den werken, man soll in büszen an dem leibe. [Seite 235]
Auch hab wir Das czw eynem Rechten, wen czwen mitt einander sthehn im Rechten, vnnd einer den andern Schlett in dem tage, wer das thut, der bricht den friede des Rechtenn. Vnd bricht er mit den worthen, man szoll in buͤsßen am gutt, vnd bricht er mit den wercken, man szoll yn buͤsßen an dem leybe.
So ist das auch unser recht, das von einem todten den zweien grofen gefelt 10 mark, und von einer schlechten wunde eine halbe mark, und von einer kamper wunden 5 mark, und von einer blutrunst, das gefelt dem richter, und als von einer blutrunst 12 groschen.N.90
Szo ist das auch vnser Recht, das von Eynem todten den czwen Groffen gefelt 10 Margk, vnd von Eyner Schlechten wunde ½ Margk, vnd von eyner [schlechten] kamperwunden 5 Margk, von eynem stich 2 Margk. Der vngerische Groffe szoll nemen czwey teyl vnd der landt Groffe ein Dritteyl, vnd von eyner bluth wunth, das gefeltt dem Richter, vnnd als von eyner bluthrunst 12 Grosschen.
Wir haben das auch zu einem rechten, wenn einer eine erbare frauN.91.1 beklagt nach ires mannes tode, ader wer do klagt nach todter hant, und die frau, ader wer es ist, den man beklagt, nicht dorumb weisz, ader beut leukenung, und spricht nein dorzu; so musz er es, der do klagt, salb dritte behalden mit eiden noch todter hantN.91.2.
Wyr habenn Das auch cw eynem Rechten, wen eyner eyne Erbare fraw beklageth noch yres Mannes todde, ader wer do klageth noch totter handt, vnd die fraw, ader wer es ist, den man beklaget, nicht darumb weis, ader beuth leuckenungk vnd spricht nein darczw, Szo muß ers, der do klaget, salb dritte behalten mith eyden noch todter hanndt.
92. Von den vorzeiten.
Am sonnabent vor dem advent ist die erste vorzeit, wer do klagt von scholde wegen, das wilt man zu zalen in 14 tagen, als sunst ein ander zeit; sunder was eide werden bescheiden auf die zeit, die lest man eiden und keinen mer.
§ 92. Von denn vorczeythenn.
Am Sonnobent vor dem Aduenth ist die Ersthe vorczeit. Wer do klageth vonn scholde wegen, das theylth man czw czalen in 14 tagen, als sunst ein ander czeitt, Sunder waß eyde werden bescheydt auff die zeitt, die lesth man eyden vnd keynem mehr.
Am sonnabent 14 tag vor fasznacht wirt die höchste vorzeit; was dann eide werden geboten, die musz man von stunt an tun, und was von scholde wegen geklagt wirt, das ist am dritten tag zu zalen.N.93
Am Sonnobent 14 tag vor faßnacht wirtt die hoͤchsthe vorzeit, Was dan eide werdenn gebothen, die muß man vonn stund an thun, vnd was von scholde wege(n) geklageth wirth, das ist am dritten tag czw zalenn.
94. Der erbaren 5 stet beschlusz von wegen der schuldiger aufhaldung.
Es ist zu wiszen, als denn in den jare 1505 am dinstag nach Tiburtii die namhaftigen, weisen herren der stat Cascha, Leutscha, Bartpha und Eperies und Zeben in der genanten stat Cascha gesamlet wurden, under anderen desselb mol gescheften sie auch von wegen des aufhalden der schuldiger gedocht und gehandelt haben, ist dorumb eintrechtiglich beschloszen worden, das in zukünftigen zeiten ein iglicher seiner schuldiger, der im schuldig wer fl. 10 aber mer aufrichtiglichen, nicht hinderen ader hemmen solt in keiner stat, allein er besuch in vorhin mit recht vor seinem richter, in welcher stat der schuldiger wont. Wer aber einer weniger schuldig, als fl. 10, und erfunden würde in indert einer dieser stet, so mag der glaubiger seinen persönlichen schuldiger vor recht nemen, und so einer solches an leukende wer, und wolt den glaubiger nicht vorgewiszen, so mag er den schuldigen aufhalden und vorbiten, bis er in zal ader bürgen sez. Wer es aber sach, das in einer stat der richter in fürreichung der gerechtikeit und genugtuung vorseumlich wer, so soll man solches prieflich zu wiszen tun dem rat der stat, da solches geschech, und so dem also über das ein richter nicht achtet einem, vor seine scholt genug zu tun, denn so mag ein glaubiger seinen schuldiger ader einen anderen dorvor vorpiten und aufhalden.
§ 94. Der Erbaren 5 Stedt beschluß von wegen der schuldiger auffhaltungk.
Es ist czw wisßen, Als den in dem Iare 1505, Am di(n)stag noch Tiburcy, die Namhafftige(n) Weyßen Herren der Stedt Casscha, Lewtschaw, Barthpha vnnd Epperies, auch Czeben in der genanthen Stadt Casscha Gesamlet wurden, vnter anderen des selbmahl geschefften sie auch von wegen des auffhalthenn der schuldiger gedocht vnnd gehandeltt haben. Yst darumb eintrechtiklich beschlosßen worden, das in czwkunfftigen czeythen ein iglicher seynen schuldiger, der ym schuldigk wer fl(orin) 10 aber mer, auff richtigklichen nicht hindern ader hemmen solt in keiner stadt, alleyn er besuch in vorhin mit Recht vor seinem Richter, in welcher Stadt der Schuldiger wonth. Wer aber eyner wenniger Schuldigk als fl(orin) 10 vnd erfunden wurth in inderth eyner dießer Stedt, Szo magk der glawbiger seinen perschonlichen schuldiger vor Recht nemen. Vnnd szo einer solches anleuckende wer, vnd wolt den glawbigen nitt vorgewisßen, Szo mag er den schuldiger auffhalthen vnnd vo(r)pitten, biß er in czahl ader buͤrgen secz. Wer es aber sach, Das in eyner Stadt der Richter in furreychung der gerechtigkait vnnd genugthuung vorsaumlich wer, szo sol man solches briefflich czw wisßen thun Dem radt der stadt, szo solches geschech. Vnnd szo denn alßo wͤber das ein Richter nicht achtet, eynem vor seine scholtt genug czw thun, denn szo mag ein glaubiger seinenn schuldiger ader einen andern daruor vorpitten vnnd auffhaltenn.
95. Von den kangiszeren.
In dem jare 1516 am freitag am abent aller lieben heiligen hat ein erbarer rat gemacht und beschloszen mit vorwilligung aller kangiszer, das ein iglicher meister sein gefesz soll machen zum vierten, das ist 3 pfunt zin und 1 pfunt blei, und ein iglicher meister sein eigen zeichen soll auf sein arbeit schlohen, auch soll ein erbar rat jerlichen zwen erwelen, die pei irem eide und gewiszen die arbeit eines iglichen alle 4 wochen besehen. So aber indert einer das übertreten würde, der soll solche falsche arbeit vorloren haben und der herren busz vorfallen sein. Doch diese manung soll dem erbaren rat und iren nachkömlingen an schaden [sein], und so lange es der stat nuz und er pringen wirt.
§ 95. Von den kannengiesßern.
In dem Iare 1516, am freytag am obent aller lieben heyligen, hott ein Erbarer Radt gemacht vnd beschlosßen mit vorwilligungk aller kannengisßer, das ein ieglicher Maister sein gefeß szol machen czum fierthen, d(a)z ist 3 pfhunth czin vnd 1 pfhunt bley, vnd das ein iglicher mayster seyn eygen czechen szol auff sein arbeth schlohen. Auch szoll ein Erbar Radt jerlichen czwen erwelen, die bey yrem Eyde vnd gewisßen die arbeyth eines iglichen alle 4 wochenn besehen. Szo aber inderth einer das wbertretten wurde, der soll solche falsche arbeyth vorloren haben Vnnd der herren buß vorfallen sein. Doch dieße machungk szoll weren dem Erbarenn Radt vnnd irenn nochkoͤmlichen ann schadenn vnd szo lange es der Stadt nucz vnnd Eer bringen wirth.
Es ist zu wissen, nach deme die glaubiger für ihr Paar geldt oder ganghaffte wahr, so sie außgeliehen oder geborgt, sich in dieser stadt offt mit kleidern, haußrath vnd plunderey von iren schuldigern bezahlt nemen muͤssen, daraus nicht allein der stadt uͤbel nachgeredet, sondern auch dienst vnd wolthaten vndienstlich vnd vndanckbar vergolten, So hat ein E(hrbarer) Rath mit verwilligung der gantzen ehrbarn gemaine, so im 1580 Iahr vor Iacobi versamblet, einhellig beschlossen: Welcher hinfort von seinen glaubigern paar geldt oder gute wahr empfangen vnd schuldig worden, der soll hinwieder mit geldt oder guten wahr zahlen, sein kleider aber haußrath vnd plunderey selbst zu geld machen vnd sein glauͤbiger mit paarem geld oder silbern geschmeidt vorgnuͤgen. Es ist auch erkant worden datzumal, daß jeder schuldiger, der sich gegen seinen glaubiger mit der clausel, ohn alle Recht, verschreibt, der sol seiner verschreibung genug zu thun schuldig sein vnd ihme kein vortheil deß Rechten zum besten kommen.
Demnach bißanhero von vielen Iaren auß mißverstand des andern Articuls der Willkuͤhren zu dieser koͤniglichen freyen stadt es datzu kommen, daß wieder zulaß natuͤrlicher kayserlichen vnd sachsischen Recht, ja wieder aller welt gewonheit vnd brauch, zu dieser koͤniglichen freyen stadt mercklichen despect vnd schaden, wie auch zu sonderlichen abbruch der buͤrgerlichen freyheit keinen buͤrger frey gestanden, ein ordentlich vnd rechtmaͤssiges testament zu machen. Vnd dannenhero der ehrnvest namhaffte vnd wolweise herr Casper Cramer, dero zeit stadtrichter neben ein ehrnvesten Rath tragenden Ampt halben, die ehr vnd wolfahrt dieser stadt betrachtend, der gantzen erb(aren) loͤblichen gemein das hieraus entstandene vnheil bißhero vor augen gestellet, auch auff allerhand angezogene erhebliche vrsachen den vorschlag gethan, das zu befoͤrderung der kirchen vnd schulen vnd anderer Gottseligen werck, auch zu ehr vnd wolfart gemeiner stadt, den buͤrgern ein ordentlich Testament hinfuͤro auffzurichten keines weges soll vnd koͤnne geweret werden. Derowegen nebenst ein ehrnvesten N. N. Rath auch die gantze loͤbliche gemein einhellig hieraus den 9 Octobr dieses 1637 Iahrs in ihrer Versamblung geschlossen, das kuͤnftig einen jeden buͤrger vnd buͤrgerin, so keinen leibs erben ader auch eltern vnd groß eltern, sondern nur befreundte, in Linea collaterali hinter sich verlassen, ein ordentlich, zierlich Testament zu machen, Vermoͤg dessen ihren gefallen nach ihrem hab vnd gut zu disponieren fuͤr Recht vnd macht haben sollen. Wem aber geliebt, bey bißhero gewoͤnlicher vermachung des dritten theils zu verbleiben, dem soll solches auch frey stehen vnd vngewert sein. Solch allgemeiner eines ehrnvesten Raths vnd der gantzen loͤbliche gemein beschluß ist auff dero selben bevehl vnd begehrn dieser stadt Willkuͤhr anhengig gemacht vnd als ein kraͤfftiger Artickel dieser stadt geschriebenen Rechten einverleibt worden. Actum Leutsch(aw) die et anno ut supra.
Mit gottes hülf vorendet durch mich Henrich Gnersich, des herr Melchers Gnersichs son, anno domini 1540. —
Register vnd inhalt vnser Landrecht vnnd will kwͤr Register a obsah nášho krajinského práva a Willkür
Von laden zwm Rechten ken hoff O citovaní pred právo 1
Von dem dritteyl zw beschedenn O odkázaní tretiny majetku 2
Von der frawen tedi(n)gk O žene pred súdom 3
Von teylu(n)g des mans ader der frawen O delení majetku bezdetných manželov 4
Von der theylung czweyerley geschlecht O delení majetku rodinám oboch manželov 5
Der kinder Erb czw vormitten vnd czuvorkauffen vnd do niema(n)t vor czw roten O prenajímaní, predaji a spravovaní dedičstva detí 6
Von der weßen Erb O dedičstve sirôt 7
Von czweyer geschwistert teylungk O delení majetku medzi súrodencami 8
Dye Teylungk der Enckell O dedení po smrti manžela a otca 9
Dye Theylungk der schnuͤrch vn(d) der Enckel O dedení nevesty a jej detí 10
Dye Theylungk der ausgegebnen kinder vnnd nicht ausgebenn O delení zaopatrených a nezaopatrených detí 11
Dye theylungk der ausgegebnen kinder O delení zaopatrených detí 12
Dye theylu(n)gk von der morgengoben O rannom dare 13
Wan ey(n)er ein witwe zwcketh ad(er) Iu(n)gfraw O znásilnení vdovy alebo panny 14
Von dem vorliebtnuß on der Eldern willen O uzavretí manželstva bez súhlasu rodičov 15
Wan einer ein weib nympt vnd wͤber eyn Iar ader 2 Iare wͤberwerth wuͤrde, d(a)z er anderswu ein ander weyb hette, waß Recht sey Ak sa muž ožení a po čase sa ukáže, že už niekde jednu manželku má 16
Szo eynem Eelichen noch des andernn todt kinder pleyben, d(a)z sich wider vorenderth vnd kinder gewinth Ak pozostalému z manželov zostanú deti, ten uzavrie nové manželstvo a z toho sa narodia ďalšie deti 17
Von eines entweichen der Schuldt von seyner frawen czeucht Ak muž, ktorý má dlhy, odíde od svojej ženy 18
Von scholtt beklageth O žalobe pre dlhy so svedkami 19
Von scholtt ein Schlechte klag O žalobe pre dlhy bez svedkov 20
Von vordinthenn lohn O zaslúženej pláci 21
Scholt vor buͤrgschafft wegen Žaloba s ručením 22
Scholt von eynem Gast Žaloba hosťa 23
Von Schuldt vnnd von der pfhendu(n)gk O dlhu a zálohu 24
Wan man pfha(n)dt geni(m)pt, szol ers halden O braní a držaní zálohu 25
Alle dingk thaylt man noch dem Rechten des landes zw halthen O držaní zálohu 26
Wan eyner eynen beklageth vnd er leuckentt ym Ak žalovaný dlh popiera 27
Von Schwlt eyner Marck O dlhu v hodnote jednej marky a viac 28
Von der Schlachtu(n)g eines Szuͤns Keď sa syn dostane do bitky 29
Wan man eynen außhaischt O narušení domového pokoja 30
Von Schlachtu(n)g, wan eyner den andern noch leufft O prenasledovaní do domu počestného človeka 31
Wan eyner in eynes Erbaren mans hauß erfunden wirth Ak niekoho pristihnú v dome počestného človeka 32
Vom hauß suchenn O hľadaní ukradnutých vecí 33
Vom bomgarthen steygenn O zlodejoch ovocia 34
Von weren tragen in Stetten vn(d) doͤrffern O nosení zbraní v mestách a dedinách 35
Wan ey(n)er sey(n) Erb ader farende gwtt zw pfhandt seczt Ak niekto dá do zálohu svoje dedičstvo alebo hnuteľný majetok 36
Von der pfhaͤndungk des Erbes vnd der farende gutter Ak niekto dvakrát založí ten istý záloh. 37
Wan der vorsprech nitt vorreden will Ak rečník za niekoho odmieta hovoriť 38
Was eins vorsprechen recht ist Aké je právo (súdne poplatky) rečníka 39
Wie man das gewa(n)dt Schnieren soll Ako merať do kraja prinesené a tu tkané súkna 40
Ob ein Richter eynem fiengk Ak richtár chytí niekoho s peniazmi 41
Ob ein Elender wundt wirth Ak zrania nemajetného chudáka 42
Ob ein Elender vorterbet wirth Ak zabijú nemajetného, cudzieho človeka 43
Ob ein Man vorschmerczet wirth Ak niekoho zrania 44
Ob yma(n)dt vorterbet wuͤrde auff dem feldt Ak niekoho zabijú v cudzom chotári 45
Ob yma(n)dt eyne(n) vnrechten weg gehett Ak sa niekto dal na krivé chodníčky 46
Ob ey(n) Richter eyne(n) vo(r)schmerczet ader erschluͤg Ak by richtár niekoho zranil alebo zabil 47
Ob eyner dem andern ait anboet Ak jeden druhému ponúkne prísahu 48
Ob yema(n)dt mit fewer drayeth Ak sa niekto vyhráža ohňom 49
Ob yma(n)dt draythe dem andern czw erschlagenn Ak sa niekto vyhráža zabitím 50
Ob eyma(n)dt mer vorspielthe, dan d(a)z er hette Ak niekto prehrá viac, než má pri sebe 51
Ob eyner eynen vorterbeth Ak bude niekto zranený 52
Ob yemandt Mannschafft thutt, auch kein baurlewth mag manschafft entphahenn Ako vykonávať lénnu službu a kto môže mať lénnikov 53
Von kempffhen O súboji 54
Das keiner mit gewer vor recht gehe Pred súd nesmie nik prísť so zbraňou 55
Wan ein groff die Groffschafft auff gibt Keď gróf odovzdáva úrad 56
Das keyner auff die Richter czueg O súdnom poplatku grófovi 57
Ob landt laydt czw krieg kemenn Ak sa dvaja dostanú do sporu 58
Ob ein Edelman wundt wuͤrde Ak by zranili šľachtica 59
Ob ymandt vorterbet wuͤrde vo(n) einem edligen Ak niekoho zraní šľachtic 60
Ob eyner vorterbet wuͤrde, wen mann drum beschuldigenn magk Ak bude niekto zranený, koho z toho možno obviniť 61
Welch man Erb hatt, das czum landt dienet Ak má niekto dedičné panstvo v službách kraja 62
Von der Teylung eynes Enckell O dedení po sirotách 63
Vnder wie viel Iaren knab noch Iunckfraw beschedenn muͤgenn V akom veku môžu rozhodovať mladíci a panny 64
Wu czwey Eeleyth mit eynnander wonen vnnd kinder zeugethen O delení zaopatrených a nezaopatrených detí 65
Wu geschwistertt ist vnd eyns vnder yn stuͤrbeth Ak zomrie jeden zo súrodencov 66
Wer ein Eidt thutt vnd seinem vo(r)sprechen nicht recht nachredet Ak niekto prisahá a neopakuje správne slová rečníka 67
Ob eyner mit czwey kwͤbell messe Ak niekto meria dvoma nádobami 68
Von hoppen O chmeli 69
Von flayschern O mäsiaroch 70
Von weinschenck O hostinských 71
Von Schusternn O šustroch 72
Von schedlichen thieren O škodlivých (ľudí ohrozujúcich) zvieratách 73
Von Muͤhlheren O mlynároch 74
Ob sich ein frembder vorburget vor eynem andern Richter Ak sa niekto zaviaže pred iným richtárom 75
Wer sich wider seynen Richter seczett Kto sa prieči svojmu richtárovi 76
Ob ein Man w(m)b vnerliche sache gefangen wuͤrde Ak niekoho chytia pri nečestnom konaní 77
Ob ein Richter ymandt vordechte vnnd fing ynn Ak richtár niekoho podozrieva a zajme ho 78
Von Golthschmidt O zlatníkoch 79
Ab ein sach vor eyne(m) Richter vorricht wirth vnnd bey eynem andern wieder angefangenn Ak sa o niečom rozhodlo pred jedným richtárom a vec začnú aj pred druhým 80
Was ein Margk goldes wert ist, wan man morgengobeth Akú hodnotu má hrivna zlata, keď sa dáva ako ranný dar 81
Ab eyner sein sach vor dem Groffenn anders swoͤren woltt, wen sie vor dem Richter gefuͤrth ist Ak by niekto svoju vec pred grófom prezentoval ináč ako pred richtárom 82
Wen der Richter eynen fieng Ak richtár niekoho chytí 83
Von dienstpoten O čeľadi 84
Wer in den 24 Stetten czum Richter erkorn wirth Koho v 24 mestách zvolia za richtára 85
Wan ein Richter schmerczen beschawe(n) soll Keď richtár obhliada rany 86
Wan einer geschlage(n) vnd wundt wirth Ak niekoho zbijú a zrania 87
Wer geschlagen wirth Ak niekoho zbili 88
Wan 2 mit(ei)nander tedingen Ak sa dvaja súdia 89
Von eynem Todten Pokuty za zabitie a rôzne druhy poranení 90
Von seiner Erbfraw O žalobe na nebohého 91
Von vorczeythen der Ersthen Kedy sa nekonajú pravidelné súdne zasadania 92
Von der ander vorczeith Druhé obdobie mimoriadnych zasadaní 93
Von den 5 Stett beschluß auff halthungk O dohode piatich miest o zadržiavaní dlžníkov 94
Von den kannengießern O výrobcoch kanvíc 95
N.Abs.1.
"De praerogativa speciali hanc ipsis dedimus libertatem, quod per nullius conditionis, status aut ordinis hominem possint ad nostri praesentiam extra provinciam evocari vel citari, maxime, quia homines sunt simplices, et in iure nobilium nequeunt conversari, agriculturis et laboribus intenti, proprio iure et lege speciali perfruuntur; verum omnes causae pro possessionibus et hereditatibus, metis et limitibus, facultatibus et mortibus seu quibuscunque casibus per comitem pro tempore constitutum et comitem provinciae terraneis mediantibus iudicabuntur in [Leucha] secundum formam iuris." Privileg. Steph. V. für die Zipser Sachsen 1271. Fejér cod. diplom. V, 1, 133. fg. Vgl. daselbst VIII, 1, 436. VIII, 2, 59 und oben pag. 103. Text und Anmerkungen.
Vgl. Grimm RA. pag. 449, 8.
Vgl. Grimm RA. pag. 407. Ssp. I 17, 1
N.Abs.3.
"Die man is ok vormünde sines wives to hant als sie ime getrüwet wert." Ssp. III, 45, 3. S. Grimm RA, pag. 447, 7. Gaupp MR. pag. 314. Art. 131.
N.13.1.
Vgl. Grimm RA. pag. 222. fg.
N.13.2.
"Die lebens und erbfähigkeit des neugebornen kindes wird danach beurtheilt, dasz man es die vier wände beschreien hört." Grimm RA. pag. 73. Vgl. Haltaus 2025. Sonst hiess es auch, das neugeborne Kind musse, um erbfähig zu sein, die Augen aufschlagen und die vier Wände besehen und beschreien. S. Grimm RA. pag. 410, 1.
Vgl. oben pag. 156. fg. Cap. 284–286. nebst Anmerkungen.
Vgl. oben pag. 201. fg. Cap. 395.
S. oben pag. 154. Cap. 279.
Nach dem 17. Art. folgt im Leutschauer Cod. auf zwei später eingeschalteten Pergamentblättern Folgendes: "Im jar 1585 den 25. aprilis in des ersamben rats und ganzen erbaren gemein versamlung der stat Leutsch zwischen andern betrachtet, als vermug des 17. artikel in der willkur arme waisen sich oft an irer erbschaft verseumet, verschwiegen und verschlafen, da doch die beschrieben recht uns leren, das sich binnen 30 jar und tag seines erbes oder guts niemant verschweigen kann. Landr. lib. 1. cap. 29. Magd. Schöpfenfragstük parte 1. cap. 6. distinct. 4. So leren die recht auch, das die kinder der andern ehe zu der ersten kinder ehe iren erbe nit so guet recht haben, weil sie in ein ander ferner glied fortbasz schraiten. Landr. lib. 1. cap. 3. in textu und in der glosa. Derhalben solcher unbillikeit abzuhelfen der 17. artikel numer cassirt und ein anderer in sein stell gewillkürt und hie eingeleibet, der also lautet: Welcher frauen von iren mann oder dem mann von seiner frauen waisen bleiben, die so jung weren, das sie iren anfall nit selbs verwesen mugen, und kein geborne freund, die für sie sorgen sollen, verhanden weren, und der mann ader das weib sich wider verheiraten; so wollen wir, das die gerhaben bald nach gehaltenen handschlag mit den mann ader frauen teilen, und der waisen gebür verzeichnet einen ersamben rat überantworten, damit es gerichtlich erkant und ordentlich ins waisenbuch eingeleibt und inen also versichert werde. Doch wo unmündige bleiben, das die eltern in aller billikeit bedacht werden. So lang dann die eltern solch irer kinder gebür genieszen, seint sie dieselben mit allerlei notturf zu unterhalten schuldig.
Ob auch der ehegat, so im leben, nit ferner heiraten wolt, so hat er für das gut selbs zu raten, bis die kinder mündig werden, oder sich von inen scheiden. Im fall aber gott gebeut über ein solche person, das hernach stiefeltern bleben, so sollen die gerhaben vermug unser statrecht nach den dreiszigesten mit den stiefvater oder stiefmutter teilen.“
Vgl. oben pag. 99. fg. Cap. 159, 3. nebst Anmerk, und pag. 130 Cap 229. "Si quis burgensem in propria area vi invaserit. vel temere domi quesierit: quicquid ei mali fecerit. non emendabit." Freiburg. Stiftungsurkunde 1120. S. Schöpflin am a. O. V, pag. 55.
Vgl. Grimm RA. pag. 639. fg. Haltaus 851. 868. 869.
N.34.1.
Schein der That oder blickenden Schein (vgl. oben pag. 152. Cap. 274.). "Im mittelalter muste, wie beim todschlag, beim diebstal der blickende schein vor gericht gebracht werden, man band dem in frischer that ergriffnen diebe das gestolne tragbare gut hinten auf den rücken." Grimm RA. pag. 637. fg. S. Ssp. II, 64, 2.
N.34.2.
S. oben pag. 147. Cap. 265. nebst Anmerkung.
Vgl. oben pag. 134. die Anmerkung zu Cap. 230.
N.41.1.
Wann? nicht erst nach Jahr und Tag? S. Ssp. II, 34, 2.
N.41.2.
S. oben pag. 131. Cap. 233. nebst Anmerkung.
N.42.1.
"Ist – ein gast oder ein armer mensch chlagund, es sey fraw oder man, vnd hat nicht frewnd, die mit im swérn, so sol dem richter [an] seins ains ayde genügen." Wiener Cod. pag. 40 – 41.
Vgl. oben pag. 131. Cap. 232. nebst Anmerkung und pag. 185. Cap. 347. nebst Anmerkung.
N.47.1.
Das Ofner Recht bedroht den, welcher seinen Richter liesse, und einen andern erwählte, mit einer höheren Strafe, S. oben pag. 179. Cap. 334. Text und Anmerkung.
Vgl. oben pag. 190. Cap. 361. nebst Anmerkung.
Vgl. oben pag. 149. Cap. 269. und pag. 153. Cap. 276.
N.51.1.
Die 3 – 6 Groschen waren nur ein symbolisches Lösegeld. "Puer sub patris vel matris constitutus imperio. quamdiu sui juris non. nichil de rebus suis per ludum vel aliquo potest modo expendere. Si autem fecerit. patri vel matri reddendum est de jure. et si quis mutuum sibi dederit. de jure sibi nunquam persolvetur." Freiburg. Stiftungsurkunde 1120. S. Schöpflin am a. O. V, pag. 54. "Welich schüler spilt in der tafern, der sol nicht mer mugen verliesn, denn er beraiter phening pey im hat. Seingewant, sein pücher oder ander sein phannt sol im nyemand nemen, wieuil er icht verleust. Damit wellen wir erwérn, das nyemand mit in spil, vnd irer lernung dester fleissiger werden. Wer ire phannt daruber nymbt, den sol der richtter puessen, also das er im geb zway phunt vnd an dy stat zway phünt." Aus Albrechts I. Handfeste für Wien. 1296, 11. Febr. Wiener Cod. 117–118.
N.51.2.
Vgl. oben pag. 112. fg. Cap. 190. Text und Anmerkung.
"Item, in omni causa, quae ad examen duelli iudicatur, si persona illa, quae ipsos impetit, sit de ipsis vel libertatis aut nationis eorum,illud duellum cum scuto rotundo et gladiis debebit pugnari, prout Saxonum obtinet consuetudo, si vero extraneae conditionis persona fuerit, tunc modus duelli in regis arbitrio remanebit." Privileg. Bel. IV. 1255. für seine hospites de nova villa Bistrici a prope Lypzhew (Neusohl), S. Fejér cod. diplom. IV, 2, 297. Vgl. Fejér cod. diplom, IX, 7, 96. fg. "Si super aliquo inter eos [nobiles de Scepus, vulgo lanceatos] duellum contingat iudicari, nonnisi in praesentia nostra debeat terminari." Wagner anal. Scep. I, pag. 102. Katona VI, pag. 13. Fejér cod. diplom. IV, 1, 280.
N.56.1.
Vgl. oben pag. 41. Cap. 32, 7. 63.
N.61.1.
Tres faciunt collegium, der Eine räth, der Andere hält, nämlich den Erschlagenen, dass er sich nicht wehren kann, der Dritte ist der wirkliche Tödter. S. Grimm RA. pag. 208. und 626.
"Stirft die man ane kint, sin vader nimt sin erve; ne hevet he des vader nicht, it nimt sin muder mit mereme rechte, dan sin bruder." Ssp. I, 17, 1. So auch Lex Sal. 62, 1. 2. Lex Rip. 56, 1. 2. und Lex Visig. IV, 2, 2. Vgl. Grimm RA. pag. 470. fg. 476. fg.
Vgl. oben pag. 194. Cap. 371. nebst Anmerkung.
N.67.1.
Vgl. oben pag. 171. Cap. 315.
– "de simplici vulnere, quod non transit in mutilationem, cedit media marca, de mutilatione quinque marcae, de fissura similiter quinque marcae, de caede vero cedent decem marcae." Privileg Steph. V. für die Zipser Sachsen 1271. Fejér cod diplom. V, 1, 133. u. unt. pag. 238.
N.91.1.
Bis hierher geht die Urschrift des für uns verglichenen Leutschauer Codex, das Übrige hat eine spätere Hand hinzugefügt.
N.91.2.
Mit dem 93. Art. schliesst der ursprüngliche Text der Willkür der Sachsen in dem Zips.

References: § 1

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§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8
 § 7
 § 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 21

§ 22

§ 23

§ 24

§ 29

§ 30

§ 31

§ 32

§ 33

§ 34

§ 35

§ 36

§ 37

§ 38

§ 39

§ 40

§ 41

§ 42

§ 43

§ 44

§ 45

§ 46

§ 47

§ 48

§ 49

§ 50

§ 51

§ 52

§ 53

§ 54

§ 55

§ 56

§ 57

§ 58

§ 59

§ 60

§ 61

§ 62

§ 63

§ 64

§ 65

§ 66

§ 67

§ 68

§ 69

§ 70

§ 71

§ 72

§ 73

§ 74

§ 75

§ 76

§ 77

§ 78

§ 79

§ 80

§ 81
 § 76

§ 82

§ 83

§ 84

§ 92

§ 94

§ 95
 Art. 131