Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=8%20S%201370/11
Timestamp: 2019-08-22 05:49:07+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 12.10.2012 - 8 S 1370/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,34018
VGH Baden-Württemberg, 12.10.2012 - 8 S 1370/11 (https://dejure.org/2012,34018)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 12.10.2012 - 8 S 1370/11 (https://dejure.org/2012,34018)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 12. Januar 2012 - 8 S 1370/11 (https://dejure.org/2012,34018)
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Bauvorbescheid für Windenergieanlage; Ziel der Raumordnung; Vorranggebiet für Windenergienutzung; Teilunwirksamkeit der Fortschreibung eines Regionalplans
§ 35 Abs 1 Nr 5 BauGB, § ... 35 Abs 3 S 1 BauGB, § 35 Abs 3 S 3 BauGB, § 11 Abs 7 S 1 LPlG BW vom 10.07.2003, § 3 Abs 2 S 1 LPlG BW, § 3 Abs 2 S 2 LPlG BW, § 7 Abs 4 ROG vom 24.06.2004, § 11 Abs 3 S 2 Nr 11 LPlG BW vom 10.07.2003, § 57 Abs 1 BauO BW 1995, § 58 Abs 1 S 1 BauO BW 1995
Windenergie: Regionalplan Bodensee- Oberschwaben
Region Bodensee-Oberschwaben: Teilregionalplan "Windenergie 2006" unwirksam - Bauvorbescheid für Windkraftanlage in Ostrach
VBlBW 2013, 64
ZfBR 2013, 167
Auch in Kenntnis des widersprechenden Beteiligtenvortrags sieht der Senat gerade vor dem Hintergrund, dass Infraschall in der Umwelt ein allgegenwärtiges Phänomen ist, das außer durch WEA auch noch durch zahlreiche andere Quellen wie den Straßenverkehr, den Wind als solchen und die Meeresbrandung hervorgerufen wird (vgl. Nr. 7 der Studie der LUBW, Gerichtsaktenseite 377), im Verfahren auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes keinen Anlass, von seiner bisherigen Rechtsprechung (vgl. Urteil vom 12.10.2012 - 8 S 1370/11 - juris Rn. 69) abzuweichen, wonach tieffrequenter Schall durch Windenergieanlagen in den für den Lärmschutz im hörbaren Bereich notwendigen Abständen unterhalb der Wahrnehmungs- und damit der Wirkungsschwelle liegt.
In der Rechtsprechung wird davon ausgegangen, dass Infraschall unterhalb der Wahrnehmungsschwelle keine schädlichen Infraschall-Wirkungen für Menschen, insbesondere keine Gesundheitsgefahren, hervorrufen kann; neuere Messungen hätten gezeigt, dass der von WEA ausgehende Infraschall schon in der näheren Umgebung (bei 250 m bzw. 300 m Entfernung) deutlich unter der Hör- und Wahrnehmungsschwelle liege und bei einer Entfernung von 700 m kaum noch gemessen werden könne (…vgl. Senatsbeschluss vom 19.06.2018 a. a. O. Rn. 15;… VGH Baden-Württemberg, Beschlüsse vom 06.07.2016 a. a. O. Rn. 22 f. …und vom 06.07.2015 a. a. O. Rn. 47 ff.; Urteil vom 12.10.2012 - 8 S 1370/11 - juris Rn. 69;… OVG Nordrhein-Westfalen, Beschlüsse vom 20.02.2018 - 8 B 840/17 - juris Rn. 73 ff., vom 29.11.2017 - 8 B 663/17 - juris Rn. 66 ff. …und vom 21.11.2017 - 8 B 935/17 - juris Rn. 37 ff.; OVG Rheinland-Pfalz…, Beschluss vom 17.10.2017 a. a. O. Rn. 36; siehe auch Fülbier, ZUR 2017, 399).
Ihre Rüge knüpft an die obergerichtliche Rechtsprechung an, die bei der Darstellung von Konzentrationsflächen fordert, der Privilegierungsentscheidung des Gesetzgebers sei Rechnung zu tragen und deswegen für die privilegierte Nutzung in substantieller Weise Raum zu schaffen (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.03.2002 - 4 C 4.02 -, BVerwGE 118, 33; VGH Bad.-Württ., Urteile vom 09.10.2012 - 8 S 1370/11 - und vom 06.11.2006 - 3 S 2115/04 - VBlBW 2007, 178).
Denn das Erfordernis, der privilegierten Nutzung "substantiellen Raum zu schaffen", dient dem Ausschluss einer bloßen Verhinderungsplanung, die vorgeblich Konzentrationszonen schafft, deren einziger Zweck aber ein weitreichender Ausschluss der privilegierten Nutzung ist (so BVerwG, Urteil vom 13.03.2002 - 4 C 4.02 - BVerwGE 118, 33; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 12.10.2012 - 8 S 1370/11 -, NuR 2013, 56).
Deswegen ist die dargestellte Gesamtfläche für den Gesteinsabbau in den Blick zu nehmen und mit der Fläche, auf der sich überhaupt Gesteinsvorkommen findet, zu vergleichen (vgl. zu diesem Maßstab etwa OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 24.02.2011 - OVG 2 A 2.09 -, NuR 2011, 794; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 12.10.2012, a.a.O., jeweils zu Konzentrationszonen für Windkraftanlagen), da dieser Relation zumindest Indizwirkung zukommt.
An dieser vom 8. Senat des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg in seiner Entscheidung vom 12.12.2012 (8 S 1370/11) geäußerten Rechtsansicht sei auch im Zusammenhang mit dem vorliegenden Fall festzuhalten.
Auch das von der Antragstellerin herangezogene Urteil des VGH Baden-Württemberg vom 12.10.2012 - 8 S 1370/11 - ist insoweit unergiebig, weil es an der entscheidenden Stelle (…Rdnr. 74) allein darauf abstellt, dass der in Aufstellung befindliche Flächennutzungsplan das Stadium der Planreife ersichtlich nicht erreicht hatte.

References: § 35
 § 35
 § 11
 § 3
 § 3
 § 7
 § 11
 § 57
 § 58