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Timestamp: 2018-03-24 13:39:01+00:00

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heizungsbetrieb.de | Kommentar 2003
Der Einheizer 2003
Unser jährlicher Kommentar zum Stand der inzwischen 100jährigen Branche.
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Die Themen 2003:
Die Krise stärkt große Unternehmen
Modulierende Ölbrenner kommen
Schorni, willst du ewig kehren?
Lieber Geld als Energie sparen?
Die ISH in Frankfurt hat für das Jahr 2003 klare Themen gesetzt: Die großen Unternehmen werden sich weiter durchsetzten und die Innovationen der Kleinen dann bei sich in die Produkte einführen, wenn es ihnen markttechnisch in die Palette passt. Nicht früher.
Die Insolvenz von Scheer-Heiztechnik ist nur ein Wrack bei dem momentanen Marsch durch die Wüste der Staflation, die wir im Moment durchschreiten: Neue Ideen kommen von kleinen Firmen, die viel Geld in Entwicklungen stecken, damit sie nachher von den Großen übernommen werden könen - z.B. der einfache, wartungsarme, modulierende Ölbrenner kleiner Leistungen. Die 2stufige Vorstufe davon sieht man inzwischen in allen wandhängenden Heizthermen, die nicht ein Buderus/Viessmann-Schild tragen. Doch: Es ist vorbei...
Andererseits geht die Konzentration immer weiter und der Kampf um den ersten Platz (Marktführer) wird z.B. von Bosch planmäßig geführt: Von der Deutschen Bank am Jahresanfang 2003 ein Buderus-Paket gekauft, um den eignenen Buderus-Anteil auf 13% zu heben (inzwischen sind's 17%), dann Bilfinger Berger dessen Buderus-Anteile abgehandelt (attraktiv, weil dabei ein steuerfreier Gewinn von 230 Mio. Euro entsteht), der Rest von den jetzt entstandenen 47% bis zu 51% wird durch gezielte Angebote an Aktionäre (u.a. Commerzbank, Fonds) reingeholt. Dann ist Bosch vor Vaillant auf dem 1. Platz.
Noch nicht klar ist, wie der neue Marktführer dann heissen wird: Bosch Buderus Thermotechnik? Die Auswirkungen diesen globalen Schwergewichts wird ab sofort überall spürbar sein: bei Vaillant, Baxi, Riello, Viessmann, Weishaupt und besonders bei konservativen Verbänden wie dem in St.Augustin...
Doch zurück zu den kleinen:
Nicht ganz so gut wie Scheer, aber dafür schon 2 Jahre auf dem Markt, hat Hansa seinen kleinen 3stufigen Ölbrenner von 8-25kW im Angebot. Wann erwischt es sie? Die Liste kann beliebig fortgeführt werden, denn momentan hält sich jeder Bauherr bedeckt beim Geldausgeben, weil er nicht weiss, ob er es nicht für wichtiger Sachen benötigt als zum Energiesparen. ???
Keiner will Energie sparen - alle wollen nur Geld sparen. Ist doch so, oder?
Da gibt es vielleicht einige Enthusiasten, die sich rühmen, mit Anstrengung und Geld 30% weniger Energie zu verbrauchen, die Masse aber heizt einfach so, wie immer: Besinnungslos volle Pulle. Viele wissen noch nicht mal, was sie jährlich an Gas/Öl durchbringen!
Daher wird auch das schwefelarme Heizöl den Weg vieler guter Ideen gehen: In die Schublade... :-(( Ganz einfach, weil es zu teuer ist:
Nach einer Giersch-Erhebung im Janur 2003 kosten 100 Liter Standard-Heizöl 31 Euro, das etwas entschwefelte Heizöl EL mit 0,05% (500ppm) 35,50 Euro, also 14,5% mehr. Wer ist bereit,das heute zu bezahlen? Wir reden hier nicht vom schwefelarmen Heizöl mit 50ppm: unbezahlbar!
Der Umwelt hätte es gedient. Aber warum? Wir haben noch 40 Jahre Öl zur Verfügung, dann ist es eh aus. Die weltweite Produktion hatte bereits 2001 Ihren Höhepunkt überschritten. Wenn Sie als Leser jetzt jünger als 30 Jahre sind, werden Sie das Ende der Ölverbrennung noch erleben!
PS: Die Stände der Solaranbieter auf der ISH präsentierten sich völlig besucherfrei! NULL Interesse - zu teuer...
In der Modulationweite bei Gasbrennern hatte immer remeha die Nase vorn: Die Firma konnte bis 1:10. Jetzt hat Schott USA mit dem 'Ceramat™ FP' die absolute Spitze der Modulations-Entwicklung vorgestellt: 1:35(!). (Danke für den Tipp an Volker Westphahl!)
Bei Öl kommt der einfache, wartungsarme, modulierende Blaubrenner für kleine Leistungen auch. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber dann. (2009) In verschiedenen Testinstallationen laufen schon welche: Bastelergebnisse von engagierten Konstrukteuren. Durchsetzen wird er sich dann, wenn es sich auch bei großen Firmen herumgesprochen hat, dass er sparsamer ist als ein einstufiger Brenner, wie er heute noch zu Hunderttausenden verkauft wird - und wenn diese Firmen von ihren Kunden permanent danach gefragt werden.
Nochmal: Es gibt den sparsamen modulierenden Brenner längst! Aber nur, wenn er in die Produktpalette passt: Siehe oben.
Für modulierende Brenner benötigt man einen zusätzlichen Regler, der die Leistungsabgabe kontrolliert. Der ist nicht teuer. Der entscheidende Punkt aber ist die saubere rußfreie Verbrennung ohne Luftüberschuss, die dauerhaft nur mit dem Einsatz einer Lambdasonde gelöst werden kann - wie beim Autokatalysator eben. Man kann die Steuerungsstrategie einfach kopieren. (Ein Pelletskessel Hersteller hat das schon: Hargassner, AT).
Mit dieser Selbstüberwachung wird die jährliche Nachmessung in 35 Millionen Haushalten endgültig völlig überflussig: Die durch den Schornsteinfeger nämlich. Damit sind wir schon im nächsten Thema.
Dieses Jahr wird ein entscheidendes Jahr für die gut 8000 deutschen Bezirks-Schornsteinfeger. - Man versucht sie nämlich auszuhungern.
Die Berliner machen es vor, in dem sie das BImSchG korrekt - wie es sein soll- anwenden und dessen § 30 + § 52(4) befolgen.
Was sagen diese Paragrafen des BImSchG ?
(Bundes-Immissionsschutzgesetz - BImSchG)
Vom 14. Mai 1990 (BGBl. I S. 880)
zuletzt geändert am 29. Oktober 2001 (BGBl. I S. 2785)
Kosten der Messungen und sicherheitstechnischen Prüfungen
Die Kosten für die Ermittlungen der Emissionen und Immissionen sowie für die sicherheitstechnischen Prüfungen trägt der Betreiber der Anlage. Bei nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen trägt der Betreiber die Kosten für Ermittlungen nach § 26 oder § 29 Abs. 2 nur, wenn die Ermittlungen ergeben, dass
Auflagen oder Anordnungen nach den Vorschriften dieses Gesetzes oder der auf dieses Gesetz gestützten Rechtsverordnungen nicht erfüllt worden sind oder
Anordnungen oder Auflagen nach den Vorschriften dieses Gesetzes oder der auf dieses Gesetz gestützten Rechtsverordnungen geboten sind.
(4) Kosten, die durch Prüfungen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens entstehen, trägt der Antragsteller. Kosten, die bei der Entnahme von Stichproben nach Absatz 3 und deren Untersuchung entstehen, trägt der Auskunftspflichtige. Kosten, die durch sonstige Überwachungsmaßnahmen nach Absatz 2 oder 3 entstehen, trägt der Auskunftspflichtige, es sei denn, die Maßnahme betrifft die Ermittlung von Emissionen und Immissionen oder die Überwachung einer nicht genehmigungsbedürftigen Anlage; in diesen Fällen sind die Kosten dem Auskunftspflichtigen nur aufzuerlegen, wenn die Ermittlungen ergeben, dass
Auflagen oder Anordnungen nach den Vorschriften dieses Gesetzes oder der auf dieses Gesetz gestützten Rechtsverordnungen geboten sind.
VSGA 06/2001
Also ganz klar: wer bestellt, bezahlt (BGB) oder wer überschreitet, bezahlt!
Bestellt haben Sie ihn nicht, den 'beliehenen Handwerker', also wird die Überprüfung (wie die Ihrer Fahrtgeschwindigkeit) aus Steuergeldern bezahlt. Jede Rechnung, die Sie bei mängelfreier Anlage bekommen, ist unrechtmäßig und nur auf internen Satzungen der Schornis begründet.
Da muss wohl ein Irrtum passiert sein! Im Mai soll versucht werden, das Bundesimmissionsschutzgesetz dahingehend zu ändern, dass der § 52 (4) BImSchG umformuliert werden soll und die Kosten wieder auf den Bürger abgewälzt werden sollen. (Wo sie ja schon sind, denn Steuern waren ja auch mal unsere Gelder...)
Reinlassen müssen Sie ihn, sonst gibt es Ärger mit dem Ordnungsamt. Das ist nämlich die vorgesetzte Behörde der Schornis.
Reinlassen sollten Sie den Schorni erst, wenn er sich korrekt angemeldet hat, denn feste Arbeitspläne gibt es wohl nicht. 6...8 Wochen ist die richtige Voranmeldezeit.
Aussuchen wie bei Ihrem Auto dürfen Sie sich Ihren 'Abgasexperten' nicht, schließlich ist die Arbeit viel zu komplizert und gefährlich! (Ein Auto hat ja nur ein 7.803-fach höheres Gefahrenpotenzial :-))
Sie haben Gas, einen Blaubrenner und/oder eine Heizungsanlage unter 120kW?
Dann haben Sie mit Sicherheit
einen nicht rußenden Brenner und
eine nicht genehmigungspflichtige Anlage
Macht nichts, wir tun einfach so, als ob die Anlage ein große sei und der Brenner rußt.... und kehren den Kamin, auch wenn nichts drin sein kann. Wenn Sie einen VA-Stahleinsatz haben, auch schnell mal mit einer Federstahlbürste durch, dann können Sie in 2 Jahren einen neuen einschieben :-). Merke: Schornis unterliegen nämlich keiner Produkthaftung. Sie sollten sich also immer vor dem Kehren ein Formblatt zur Haftungsanerkennung unterschreiben lassen.
Dazu sagt ein Rechtsanwalt: 'Wer ein sauberes Rohr fegt und dafür Geld verlangt, begeht eine Straftat nach § 352 StGB.'
Kosten? Gebühren? Widersprechen Sie! Musterschreiben finden Sie hier!
Sie haben eine eigene Heizungswartung beauftragt?
Macht nichts, der Schwarze Mann misst nochmal nach, der Servicetechniker vom Werk kann doch auch was falsch gemacht haben :-) Der hat zwar 'nen Meistertitel - doch nicht, wenn es um Messungen oder Schornsteine geht, da glaubt ihm kein Amt! haha...
Wenn Sie jetzt selber kehren wollen: Dürfen Sie nicht! (SchfG §50(2))
Wie immer im Leben kommt es auf das eigene Verhalten an. Man kann auch sparsam heizen, ohne vorher viel Geld für Umbauten auszugeben. Diese Website lesen und Nachdenken reichen...
Soweit dieses Jahr unser klugen Tipps zu 'Grips ist geil'. Fangen Sie beim schwarzen Mann an: Wenn Sie Feuer gefangen haben und an weiteren rußfreien Emission interesiert sein sollten, klicken Sie mal auf die untenstehenden Links :-)
Physikalischer Einstieg in die Problematik
1. BImSchV: Völliger technischer Unsinn... - sagt Dr. Gerhard Luther der Uni Saarland!
Voller Einstieg in die Website von Dipl-Ing. Ostberg
Die Website von Paul Theisen mit vielen Links.
Die Website gegen Schornis
Selbst im Petitionsausschuss des Bundestages sitzt der schwarze Mann...
Sonderwirtschaftszone Monopole in Deutschland
Infos zu nicht genehmigungsbedürftigen Anlagen
Das Schornsteinfeger Gesetz
Ach ja, nicht zu vergessen: die offizielle Schorni-Seite ist www.schornsteinfeger.de
Viel Erfolg beim Sparen, Ihr Dietrich Beitzke
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Seite erstellt am: 27.3.2003, letzte Änderung 10:31 4.12.2007, Dienstag

References: § 30
 § 52
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 § 29
 § 52
 § 352
 §50