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Timestamp: 2016-10-28 02:55:10+00:00

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131 II 743
131 II 74360. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung i.S. Schweizerische Eidgenossenschaft gegen Natur- und Tier- parkverein Goldau und Stiftung Natur- und Tierpark Goldau und Mitb. sowie Verwaltungsgericht des Kan- tons Schwyz (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
1A.158/2005 vom 31. Oktober 2005
Art. 32d, 34 et 36 LPE, art. 63, 125 et 133 LAAM; participation de la Conf�d�ration aux frais d'assainissement d'un site contamin� par un stand de tir. Principe de causalit� selon l'art. 32d LPE (consid. 3.1 et 3.2). Circonstances dans lesquelles une collectivit� comme un particulier peuvent �tre astreints aux frais, en tant que perturbateurs par situation ou par comportement (consid. 3.3). Le tir obligatoire hors du service est certes pr�vu par le droit f�d�ral; toutefois, son organisation, ainsi que l'exploitation des installations incombent aux cantons, respectivement aux communes. Le devoir d'�viter des atteintes inadmissibles � l'environnement par la construction et l'exploitation des installations rel�ve �galement de la comp�tence ex�cutive des cantons. La Conf�d�ration n'est pas directement � l'origine de la pollution par le plomb qui r�sulte de l'obligation de tir hors du service (consid. 4). Faits � partir de page 744
BGE 131 II 743 S. 744
Im Gebiet Grosswiyer in Goldau, Gemeinde Arth, wurden bis 1996 Jagdschiessanlagen und eine 300 m-Schiessanlage betrieben. Der Natur- und Tierparkverein Goldau, respektive die Stiftung Natur- und Tierpark Goldau als dessen Rechtsnachfolgerin und neue Eigent�merin des fraglichen Areals, plant eine Erweiterung des Tierparks im Gebiet Grosswiyer (GB Nr. 695).
Das Amt f�r Umwelt des Kantons Schwyz (AfU) veranlasste deshalb Untersuchungen �ber die Bodenbeschaffenheit im Bereich des Kugelfangs und vor dem Sch�tzenhaus. Dabei zeigte sich, dass die Belastung von Boden und Vegetation mit Blei zum Teil erheblich, im Bereich des Kugelfanges sogar massiv ist.
Am 24. M�rz 1998 ersuchte der Natur- und Tierparkverein Goldau das AfU, einen Verteilschl�ssel f�r die Kosten der Detailuntersuchungen, der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes sowie der eigentlichen Sanierung der Liegenschaft Grosswiyer zu erlassen. BGE 131 II 743 S. 745
Mit Verf�gung vom 10. April 2003 verteilte das AfU die Kosten im Sinne des erw�hnten Gesuches. Davon ausgenommen wurden die Untersuchungskosten der Eidgen�ssischen Anstalt f�r Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gew�sserschutz (EAWAG), des AfU und des BUWAL, da es sich um ein Pilotprojekt handle. Die verbleibenden, bisher aufgelaufenen Untersuchungskosten wurden je h�lftig auf die beiden Sanierungsprojekte (jeweils die Kugelf�nge bei der 300 m- und den Jagdschiessanlagen) aufgeteilt. F�r die Sanierung der Kugelf�nge bei der 300 m-Schiessanlage ging das AfU von einem Kostenaufwand von insgesamt Fr. 246'390.- aus, welcher durch die Verursacher zu tragen sei. In einem ersten Schritt auferlegte das AfU 25 % dieser Kosten der Grundeigent�merin als Zustandsst�rerin (also dem Natur- und Tierparkverein Goldau, respektive dessen Rechtsnachfolgerin, der Stiftung Natur- und Tierpark Goldau). Die Verhaltensst�rer wurden zur Tragung der restlichen 75 % der Kosten verpflichtet. Dabei wurden der Schweizerischen Eidgenossenschaft 45.5 % der Gesamtkosten (Fr. 112'108.-) auferlegt, unter Vorbehalt der definitiven Schlussabrechnung.
Gegen diese Verf�gung erhob das Eidgen�ssische Departement f�r Verteidigung, Bev�lkerungsschutz und Sport (VBS) am 16. Mai 2003 Verwaltungsbeschwerde beim Regierungsrat des Kantons Schwyz. Es beantragte, es sei festzustellen, dass das VBS in Bezug auf die ausserdienstliche Schiesspflicht nicht als unmittelbarer Verursacher der Altlast gelte und somit f�r den entsprechenden Anteil keine Sanierungskosten zu tragen habe. Der Regierungsrat wies die Beschwerde mit Entscheid vom 24. August 2004 ab, soweit sie nicht gegenstandslos geworden war.
Gegen den Regierungsratsbeschluss gelangte die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das VBS, an das kantonale Verwaltungsgericht, welches mit Urteil vom 28. April 2005 die vorinstanzlichen Entscheide best�tigte und die Beschwerde abwies.
Mit Eingabe vom 7. Juni 2005 erhebt die Schweizerische Eidgenossenschaft, vertreten durch das VBS, Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht. Sie beantragt, den angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichtes vom 28. April 2005 aufzuheben und ihren Kostenanteil "auf der Basis Anteil Bleifracht 29.2 %" festzulegen.
Das Bundesgericht heisst die Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut und weist die Angelegenheit an das Verwaltungsgericht des BGE 131 II 743 S. 746Kantons Schwyz zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen zur�ck.
2. 2.1 Unbestritten ist, dass es sich beim Kugelfang der 300 m-Schiessanlage aufgrund der dort abgelagerten rund 20 Tonnen Blei um einen durch Abf�lle belasteten, sanierungsbed�rftigen Standort im Sinne von Art. 32c Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 7. Oktober 1983 �ber den Umweltschutz (USG; SR 814.01) und Art. 2 der Verordnung vom 26. August 1998 �ber die Sanierung von belasteten Standorten (AltlV; SR 814.680) handelt. Ebenfalls nicht bestritten wird, dass 25 % der Sanierungskosten durch die Grundeigent�mer als Zustandsst�rer und die restlichen 75 % durch die Verhaltensst�rer �bernommen werden sollen. Von der genannten Bleifracht haben gem�ss unangefochtener Feststellung des Verwaltungsgerichts die Standsch�tzen 3.3 % verschossen (inkl. obligatorische ausserdienstliche Schiessen), 64.8 % die Feldsch�tzen (inkl. obligatorische Schiessen), 2.7 % die Bahnpolizei und 29.2 % das Milit�r (Rekrutenschulen und WK-Truppen). Die kantonalen Beh�rden haben in der Folge jenen Teil der Bleifracht, welcher in Erf�llung der ausserdienstlichen Schiesspflicht in den Zielhang verschossen wurde, weder den die Schiess�bungen veranstaltenden Vereinen noch der Gemeinde Arth auferlegt, sondern dem VBS als Verursacher angerechnet. Das Verwaltungsgericht hat diese Kostenaufteilung gesch�tzt.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin vertritt dagegen den Standpunkt, nur diejenigen Kosten �bernehmen zu m�ssen, welche das Milit�r verursacht habe, das heisst 29.2 % der 75 %, welch letztere von den Verhaltensst�rern zu bezahlen sind (21.9 % der Gesamtkosten). Es sei nicht ersichtlich, weshalb derjenige Anteil der Verursachung, welcher aus dem ausserdienstlichen Schiesswesen stamme, aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Schiesspflicht der Eidgenossenschaft zugeschrieben werden k�nne. Die gesetzgeberische T�tigkeit des Bundes k�nne h�chstens als mittelbare - und demnach f�r die Qualifikation als St�rer nicht beachtliche - Ursache gelten. Unmittelbare Verursacher im Sinne der Definition seien ausschliesslich die Sch�tzenvereine.
3. 3.1 Gem�ss Art. 32d Abs. 1 USG tr�gt der Verursacher die Kosten der Sanierung belasteter Standorte. Das Gesetz legt nicht n�her BGE 131 II 743 S. 747fest, wer als Verursacher zu betrachten ist. Vor dem Inkrafttreten von Art. 32d USG wurde die Kostentragung f�r die Sanierung belasteter Standorte nach Art. 59 USG bzw. Art. 54 GSchG (SR 814.20) beurteilt. Die bundesgerichtliche Rechtsprechung hat dabei f�r die Umschreibung des Verursacherbegriffs weitgehend auf den polizeirechtlichen St�rerbegriff abgestellt und sowohl den Zustands- als auch den Verhaltensst�rer kostenpflichtig erkl�rt (BGE 121 II 378 E. 17a/bb S. 413; BGE 118 Ib 407 E. 3b S. 410; Urteile des Bundesgerichts 1A.366/1999 vom 27. September 2000, publ. in: URP 2000 S. 785 und ZBl 102/2001 S. 545, E. 2b; 1A.67/1997 vom 26. Februar 1998, publ. in: URP 1998 S. 152, E. 4c-e; MARTIN FRICK, Das Verursacherprinzip in Verfassung und Gesetz, Diss. Bern 2004, S. 58; KARIN SCHERRER, Handlungs- und Kostentragungspflichten bei der Altlastensanierung, Diss. Bern 2005, S. 88; MARK CUMMINS, Kostenverteilung bei Altlastensanierungen, Diss. Z�rich 2000, S. 114). Bei einer Mehrheit von Verursachern sind die Kosten nach den objektiven und subjektiven Anteilen an der Verursachung zu verteilen, wobei die Grunds�tze der Kostenaufteilung im Innenverh�ltnis zwischen mehreren Haftpflichtigen (Art. 51 OR) analog heranzuziehen sind. Mit der Regelung von Art. 32d USG wollte sich der Gesetzgeber an diese bundesgerichtliche Praxis anlehnen (Urteile des Bundesgerichts 1A.366/1999 vom 27. September 2000, publ. in: URP 2000 S. 785 und ZBl 102/2001 S. 545, E. 2b; 1A.67/1997 vom 26. Februar 1998, publ. in: URP 1998 S. 152, E. 4d mit Hinweisen; BGE 102 Ib 203 E. 5 S. 209 f.; BGE 101 Ib 410 E. 6 S. 417 ff.; HANS W. STUTZ, Die Kostentragung der Sanierung - Art. 32d USG, URP 1997 S. 767; PIERRE TSCHANNEN/MARTIN Frick, Der Verursacherbegriff nach Art. 32d USG, Gutachten zuhanden des Bundesamtes f�r Umwelt, Wald und Landschaft, Bern 2002, S. 5; SCHERRER, a.a.O., S. 117 ff.; FRICK, a.a.O., S. 210; CUMMINS, a.a.O., S. 138 f.).
3.2 Die nat�rliche Kausalit�t reicht f�r sich allein nicht aus, um die Verursachereigenschaft bzw. eine Kostenpflicht zu begr�nden. Zur Begrenzung der Kostenpflicht hat die Praxis im Rahmen von Art. 59 USG bzw. Art. 54 GSchG das Erfordernis der Unmittelbarkeit aufgestellt (BGE 118 Ib 407 E. 4c S. 415; BGE 114 Ib 44 E. 2a S. 48; Urteil des Bundesgerichts 1A.366/1999 vom 27. September 2000, publ. in: URP 2000 S. 785 und ZBl 102/2001 S. 545, E. 2c). Die Lehre stellt teilweise in Anlehnung an das Haftpflichtrecht auf die Ad�quanz der Kausalit�t ab (PAUL-HENRI MOIX, Atteintes � BGE 131 II 743 S. 748l'environnement et remise en �tat, Revue valaisanne de jurisprudence [RVJ] 1997 S. 325-349, 338 f.; PAUL-HENRI MOIX, La pr�vention ou la r�duction d'un pr�judice, Les mesures prises par un tiers, l'Etat ou la victime, Freiburg 1995, S. 386 f.; PIERRE MOOR, Droit administratif, Bd. II, Bern 1991, 2. Aufl. 2002, S. 73 ff.). In vielen F�llen f�hrt die Ad�quanztheorie zum gleichen Ergebnis wie die Unmittelbarkeitstheorie (BGE 102 Ib 203 E. 5c; Urteil des Bundesgerichts 1A.366/1999 vom 27. September 2000, publ. in: URP 2000 S. 785 und ZBl 102/2001 S. 545, E. 2c; CLAUDE ROUILLER, L'ex�cution anticip�e d'une obligation par �quivalent, M�langes Grisel, Neuch�tel 1983, S. 597 ff.; siehe zum Ganzen auch SCHERRER, a.a.O., S. 86 ff. und FRICK, a.a.O., S. 65 ff., sowie TSCHANNEN/FRICK, a.a.O., S. 8 ff.).
3.3 Das Gemeinwesen kann gleich wie ein Privater als Verhaltens- oder Zustandsverursacher kostenpflichtig sein, z.B. als Eigent�mer eines Grundst�cks oder als Betreiber einer Anlage (BGE 101 Ib 410 E. 7 S. 421; Urteile des Bundesgerichts 1A.67/1997 vom 26. Februar 1998, publ. in: URP 1998 S. 152, E. 4c/aa und bb; 1A.145/1993 vom 15. Juni 1994, publ. in: URP 1994 S. 501, E. 4g/bb; 1A.166/1985 vom 12. Februar 1986, publ. in: ZBl 88/1987 S. 301, E. 2 und 3; SCHERRER, a.a.O., S. 111). Es kann auch f�r sein hoheitliches Handeln als Verursacher betrachtet werden, so namentlich bei einer rechtswidrigen Verletzung seiner Aufsichtspflicht (Urteile des Bundesgerichts 1A.67/1997 vom 26. Februar 1998, publ. in: URP 1998 S. 152, E. 4c/cc; 1A.156/1989 vom 12. Oktober 1990, publ. in: ZBl 92/1991 S. 212, E. 5b). Eine solche ist aber nicht immer schon dann anzunehmen, wenn eine bestimmte Sch�digung mit einer entsprechenden Aufsichtst�tigkeit vermeidbar gewesen w�re, sondern - in Anlehnung an das allgemeine Staatshaftungsrecht - erst dann, wenn eine wesentliche Amtspflicht verletzt, eine zwingend vorgeschriebene konkrete Aufsichtsmassnahme unterlassen oder der Ermessensspielraum fehlerhaft oder in Missachtung allgemeiner Rechtsgrunds�tze ausge�bt wurde (BGE 114 Ib 44 E. 2c/dd S. 53; BGE 113 Ib 236 E. 4b S. 240; Urteile des Bundesgerichts 1A.67/1997 vom 26. Februar 1998, publ. in: URP 1998 S. 152, E. 4c/cc; 1A.156/1989 vom 12. Oktober 1990, publ. in: ZBl 92/1991 S. 212, E. 5d/bb; PIERRE TSCHANNEN, Kommentar USG, N. 23 zu Art. 32c USG; SCHERRER, a.a.O., S. 43; vgl. die Praxis zum Staatshaftungsrecht: BGE 123 II 577 E. 4d/ff S. 583 f.; BGE 120 Ib 248 E. 2b S. 249; BGE 118 Ib 163 E. 2 S. 164, je mit Hinweisen).
BGE 131 II 743 S. 749
3.4 Entsprechend den dargelegten Grunds�tzen ist nachfolgend die Verursachereigenschaft des Bundes f�r die unbestritten vorliegende Altlast zu beurteilen.
4. Die Beschwerdef�hrerin bestreitet ihre Kostenpflicht in Bezug auf die unmittelbar durch das Milit�r verursachte Bleibelastung nicht. Zu pr�fen bleibt, ob die Beschwerdef�hrerin in ihrer Rolle als Gesetzgeberin f�r die durch die ausserdienstliche Schiesspflicht verursachte Belastung belangt werden kann oder ob sie einer ihr obliegenden Aufsichtspflicht in rechtswidriger Weise nicht nachgekommen ist und deshalb kostenpflichtig wird.
4.1 Art. 63 Abs. 1 des Milit�rgesetzes vom 3. Februar 1995 (MG; SR 510.10) sieht vor, dass bestimmte Armeeangeh�rige w�hrend der Dauer der Milit�rdienstpflicht j�hrliche ausserdienstliche Schiess�bungen zu bestehen haben. Diese Schiess�bungen werden von Schiessvereinen organisiert und sind f�r die Sch�tzen kostenlos (Art. 63 Abs. 2 MG). Gem�ss Art. 133 Abs. 1 Satz 1 MG sorgen die Gemeinden daf�r, dass die Schiessanlagen, die f�r die ausserdienstlichen milit�rischen Schiess�bungen sowie die entsprechende T�tigkeit der Schiessvereine ben�tigt werden, unentgeltlich zur Verf�gung stehen. Ferner bestimmt Art. 125 Abs. 1 MG, dass die Kantone die kantonalen Schiesskommissionen ernennen und die Schiessvereine anerkennen. Die Kantone entscheiden �ber den Betrieb von Schiessanlagen f�r das Schiesswesen ausser Dienst und weisen Schiessvereine den Anlagen zu. Sie achten auf umweltvertr�gliche Schiessanlagen und f�rdern Gemeinschafts- und Regionalanlagen (Art. 125 Abs. 2 MG).
4.2 Die ausserdienstliche Schiesspflicht wird somit vom Bund vorgeschrieben (Art. 63 MG). Insofern ist die nat�rliche Kausalit�t der eidgen�ssischen Milit�rgesetzgebung f�r die vorliegenden sch�dlichen Umwelteinwirkungen zu bejahen. Dieser mittelbare Verursacheranteil vermag indes noch keine Kostenpflicht des Bundes zu begr�nden. Der Vollzug der Schiesspflicht wie auch der Betrieb der Anlagen obliegen den Kantonen, respektive den Gemeinden (Art. 125 und 133 MG). Wie das Bundesgericht bereits im Entscheid 1A.366/1999 vom 27. September 2000 festgehalten hat, f�hrt der blosse Umstand, dass das Bundesrecht Kantonen, Gemeinden oder Privaten bestimmte T�tigkeiten vorschreibt, nicht dazu, dass der Bund generell als Verursacher f�r alle Umweltbelastungen zu betrachten w�re, die sich aus diesen T�tigkeiten ergeben. BGE 131 II 743 S. 750Vielmehr liegt es grunds�tzlich in der Verantwortung des Verpflichteten, die vorgeschriebenen T�tigkeiten so auszuf�hren, dass daraus keine unzul�ssigen Umwelteinwirkungen entstehen. Eine Kostenpflicht des Bundes k�nnte sich h�chstens dann ergeben, wenn die vom Bund vorgeschriebene Art und Weise der Durchf�hrung nach dem allgemeinen Lauf der Dinge unweigerlich zu der fraglichen Umwelteinwirkung gef�hrt hat oder wenn der Bund in rechtswidriger Verletzung seiner Aufsichtspflicht beispielsweise eine Gew�sser- oder Bodenbelastung nicht verhindert hat, die er h�tte vermeiden m�ssen (in dem Sinne das Urteil des Bundesgerichts 1A.366/1999 vom 27. September 2000, publ. in: URP 2000 S. 785 und ZBl 102/2001 S. 545, E. 3c).
4.3 Auch im vorliegenden Fall begr�ndet der Umstand, dass der eidgen�ssische Gesetzgeber die ausserdienstliche Schiesspflicht vorschreibt, f�r sich keine unmittelbare Verursachung einer Altlast. Die Durchf�hrung von Schiess�bungen hat nicht unweigerlich die Belastung des jeweiligen Standortes zur Folge. Zu Recht macht die Beschwerdef�hrerin geltend, dass mit geeigneten Massnahmen (Standortwahl; Installation von speziellen Kugelf�ngen) grunds�tzlich das Entstehen einer Altlast verhindert werden kann. Daran �ndert nichts, dass in fr�heren Jahren die Kenntnis �ber sch�dliche Umwelteinwirkungen des Schiessbetriebes gefehlt haben mag. Diesbez�glich kann das allenfalls unwissende Gemeinwesen auch keinen Anspruch aus Art. 32d Abs. 2 lit. a USG herleiten, zumal die Voraussetzungen von Art. 32d Abs. 2 lit. a-c USG kumulativ erf�llt sein m�ssen, um eine etwaige Kostenbefreiung des schuldlosen Zustandsst�rers zu begr�nden. Hinzu kommt, dass diese Befreiungsklausel von vornherein nur anwendbar ist, sofern der Standortinhaber die Belastung nur als Zustandsst�rer zu verantworten hat. Ist er zugleich Verhaltensst�rer, so kann nicht mehr davon gesprochen werden, er sei "lediglich" als Standortinhaber beteiligt (PIERRE TSCHANNEN, Kommentar USG, N. 26 zu Art. 32d USG).
Zu pr�fen bleibt, ob die Beschwerdef�hrerin eine ihr obliegende Aufsichtspflicht widerrechtlich verletzt hat.
4.4 Das Verwaltungsgericht hat offen gelassen, ob vorliegend eine milit�rische oder eine zivile Einrichtung zu beurteilen ist. Soweit die Bleifracht durch die eigentliche milit�rische Nutzung verursacht wurde, bestreitet die Beschwerdef�hrerin ihren Verursacheranteil denn auch nicht. Mit der Beschwerdef�hrerin ist indessen BGE 131 II 743 S. 751davon auszugehen, dass es sich um keine milit�rische Baute oder Anlage gem�ss Art. 126 MG handelt, die der Landesverteidigung im engeren Sinn dient. Wie die in E. 4.1 zitierten Normen zeigen, werden die Schiessanlagen von den Kantonen und Gemeinden errichtet und betrieben. Die Bauten unterstehen somit den kantonalen baurechtlichen Bestimmungen (vgl. BGE 118 Ib 569 E. 3b S. 573 f.; Urteil 1A.366/1999 vom 27. September 2000, publ. in: URP 2000 S. 785, E. 3d). Entsprechend obliegt auch der Vollzug des Umweltrechts den Kantonen (Art. 36 USG). Nach Art. 35 USG in der Fassung vom 7. Oktober 1983 bzw. Art. 34 USG in der geltenden Fassung war und ist es Sache der Kantone, bei Gef�hrdungen oder Beeintr�chtigungen der Bodenfruchtbarkeit versch�rfte Emissionsbegrenzungen festzulegen oder die Verwendung von Stoffen im erforderlichen Mass zu beschr�nken. Nicht zu �berzeugen vermag in diesem Zusammenhang der Einwand des Verwaltungsgerichts, wonach der eidgen�ssische Schiessoffizier die vorliegende Anlage nie beanstandet habe. Nach Art. 14 Abs. 1 der Verordnung vom 15. November 2004 �ber die Schiessanlagen f�r das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessanlagen-Verordnung; SR 510.512) bedarf es f�r Neu-, Um- und Erweiterungsbauten von 300-, 25- und 50-m-Schiessanlagen einer Baubewilligung der nach kantonalem Recht zust�ndigen Beh�rde. Abs. 2 der zitierten Bestimmung legt als Voraussetzung f�r die Baubewilligung fest, dass der eidgen�ssische Schiessanlagenexperte oder die eidgen�ssische Schiessanlagenexpertin oder der zust�ndige eidgen�ssische Schiessoffizier die Pl�ne genehmigt hat. Eidgen�ssische Schiessoffiziere begutachten die Schiessanlagen hinsichtlich Zweckm�ssigkeit, Sicherheit und technischen Anforderungen. Sie erteilen den Eigent�mern und Betreibern die n�tigen Hinweise f�r die Errichtung und den Betrieb (Art. 12 Abs. 1 Schiessanlagen-Verordnung). Daraus eine umfassende Aufsichtspflicht des Bundes f�r s�mtliche umweltrechtlichen Belange im Zusammenhang mit dem Schiessbetrieb abzuleiten, ginge zu weit, ist doch eine Beurteilung der umweltrechtlichen Aspekte durch den Schiessoffizier oder die Schiessanlagenexperten nicht vorgesehen. Zwar erw�hnt Art. 1 Abs. 2 der Schiessanlagen-Verordnung, sie sorge daf�r, dass die Umweltbelastung m�glichst klein gehalten werden k�nne. Genannt werden jedoch in Art. 15 lit. j lediglich die Ermittlung und Beurteilung der Schiessl�rmbelastung in der Umgebung der k�nftigen Schiessanlage nach den Bestimmungen der L�rmschutz-Verordnung (SR BGE 131 II 743 S. 752814.41). Eine Bezugnahme auf die Altlastenproblematik findet sich nirgends. Die Schiessanlagen-Verordnung kann unter diesen Umst�nden von vornherein nicht eine abschliessende Regelung f�r diese Anlagen darstellen und auch nicht zur Folge haben, dass der eidgen�ssische Schiessanlagenexperte oder der Schiessoffizier die Aufsicht �ber den Vollzug der umweltschutzrelevanten Gesichtspunkte hat.
F�r den Bau und Betrieb von Schiessanlagen waren und sind die einschl�gigen Vorschriften der Umwelt- und Gew�sserschutzgesetzgebung anwendbar und durch die ordentlichen (kantonalen) Vollzugsbeh�rden zu vollziehen. Die Verantwortung f�r allf�llige Verletzungen der Aufsichtspflicht hinsichtlich des Umweltschutzes liegt daher bei den Kantonen.
4.5 Daraus ergibt sich, dass die Beschwerdef�hrerin weder aufgrund ihrer gesetzgeberischen T�tigkeit noch wegen einer rechtswidrig verletzten Aufsichtspflicht als unmittelbare Verursacherin derjenigen Bleibelastung belangt werden kann, welche auf die ausserdienstliche Schiesspflicht zur�ckzuf�hren ist.
118 IB 407,
102 IB 203,
101 IB 410,
114 IB 44 suite... ,
113 IB 236,
123 II 577,
120 IB 248,
118 IB 163,
118 IB 569
art. 32d LPE,
Art. 32d, 34 et 36 LPE,
art. 63, 125 et 133 LAAM,
Art. 59 USG suite... ,
Art. 54 GSchG,
Art. 2 der Verordnung vom 26. August 1998 �ber die Sanierung von belasteten Standorten (AltlV; SR 814.680),
Art. 32d Abs. 1 USG,
Art. 51 OR,
Art. 32c USG,
Art. 63 Abs. 2 MG,
Art. 133 Abs. 1 Satz 1 MG,
Art. 125 Abs. 1 MG,
Art. 125 Abs. 2 MG,
Art. 63 MG,
Art. 32d Abs. 2 lit. a USG,
Art. 32d Abs. 2 lit. a-c USG,
Art. 126 MG,
Art. 35 USG,
Art. 34 USG,
Art. 14 Abs. 1 der Verordnung vom 15. November 2004 �ber die Schiessanlagen f�r das Schiesswesen ausser Dienst (Schiessanlagen-Verordnung; SR 510.512)

References: Art. 32
 art. 63

BGE 
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 Art. 59
 Art. 54
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 Art. 133
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 Art. 1
 Art. 15
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Art. 2

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Art. 63

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Art. 125

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Art. 126

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Art. 14