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Timestamp: 2018-08-15 14:27:51+00:00

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Forum Deutsche Einheit • Thema anzeigen - Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?
Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?
von Spartacus » 29. Juni 2014, 16:10
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens setzt sich immer mehr durch und wird sogar in der
Politik und den Gewerkschaften diskutiert.
Mehr dazu hier, da zu viel Text:
Re: Bedingungsloses Grundeinkommen ja oder nein?
von pentium » 29. Juni 2014, 16:53
Oliver Janich, Buchautor (”Die Vereinigten Staaten von Europa”, Das Kapitalismus-Komplott“ )
Es funktioniert nicht, weil es keinen Anreiz zu PRODUKTIVER, also FREIWILLIG ABGERUFENER, also WOHLSTANDSMEHRENDER Arbeit gibt. Beispiel:
Stundenlohn 7,50 Euro. BGE 1000 Euro.
Wenn jetzt jemand 1200 Euro verdienen will, muss er 160 Stunden pro Monat arbeiten, also für weniger als 2 Euro die Stunde. So dumm ist NIEMAND. Ergo müsste man ihm ein Vielfaches des 7,50 Euro-Lohnes zahlen. Dann kosten aber auch alle Leistungen ein Vielfaches. Dann reicht das BGE nicht mehr, um zu leben. Es müsste erhöht werden und gleichzeitig wiederum die Löhne, weil es sich sonst bei wiederum höherem BGE nicht lohnt, wegen ein, zwei Euro pro Stunde plötzlich Vollzeit zu arbeiten. Aus diesem Teufelskreis kommt man nicht heraus.
Als Gegenargument kommt dann unheimlich viel Geschwafel darüber, dass man es ja auch irgendwie anders machen könnte. EGAL, wie man es finanziert, auch wenn man es über das Geldsystem macht: Es muss von den ARBEITENDEN genommen werden. DIESE zahlen MEHR. Und zwar an jene, die NICHTS arbeiten. EGAL, wie man es macht. Der Arbeitsanreiz SINKT, die Arbeit VERTEUERT sich. Das heißt, es besteht immer der Anreiz, nicht zu arbeiten beziehungsweise “schwarz” hinzuzuverdienen. Das “schwarz” dazu verdiente Geld fließt aber nicht in das BGE. Die offiziellen Löhne müssten immer weiter erhöht werden und mit ihnen das BGE.
Grundsätzlich zum Arbeitsmarkt: JEDER Staatseingriff VERTEUERT Arbeit und SENKT damit die Nachfrage nach Arbeit. Dadurch sind mehr Menschen auf Hilfe angewiesen (BGE oder ALG oder Sozialhilfe). Die “Hilfe” kann NUR und AUSSCHLIEßLICH auf die PRODUKTIV Tätigen umgelegt werden. Deren Tätigkeit VERTEUERT sich und damit sinkt die Nachfrage nach Arbeit. Es gibt mehr Arbeitslose und damit verteuert sich wiederum die Arbeit derer, die die Arbeitslosen finanzieren. Das ist ein NATURGESETZ. Das Naturgesetz menschlichen Handelns.
http://www.oliverjanich.de/warum-das-be ... eren-kann/
von Spartacus » 30. Juni 2014, 17:35
So das waren die Argumente der Gegner. Na ja.
Hier nun die Erklärung wie es geht, ein Interview mit Ralph Boes und bitte die hübsche Alice
nicht übersehen. Ihr müsst auf Youtube gehen, da kommen dann die nächsten Folgen.
von pentium » 30. Juni 2014, 17:38
Schön, ich sehe nur keinen Link oder was ähnliches?
von Spartacus » 30. Juni 2014, 17:41
pentium hat geschrieben: Schön, ich sehe nur keinen Link oder was ähnliches?
Einfach drauf klicken, dann läuft es automatisch, oder was ist los, ich sehe alles.
von pentium » 30. Juni 2014, 17:53
Nee lag an mir, hatte den Werbeblocker noch an!
Jetzt ist alles im grünen Bereich!
von Suentaler » 6. März 2015, 18:31
Beim einlesen ins Forum bin ich auf dieses Thema gestoßen und war erstaunt, dass es zwar nur sehr kurz, aber trotzdem positiv behandelt wurde. Zumindest haben 100% bei der obigen Umfrage mit "finde ich gut" gestimmt.
Mir liegt das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen sehr am Herzen, seit ich mich vor einigen Jahren etwas näher damit beschäftigt haben. Deshalb möchte ich das Thema wieder aus den Tiefen des Forums hervor holen, um bei Interesse ausführlicher mit Euch darüber zu schreiben.
Das BGE wird ja weltweit diskutiert und es gibt so ca. 20 Modelle.
Ich persönlich favorisiere das Götz-Werner-Modell, oder auch Mehrwertsteuermodell genannt., weil es mir am logischsten erscheint.
Nun bin ich gespannt, ob sich noch jemand dafür interessiert.
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von pentium » 6. März 2015, 18:36
Ich bin jetzt nicht so führend beim Götz-Werner-Modell, Suentaler.
Vielleicht könntest du mal in wenigen Stichpunkten dieses Modell vorstellen, keine langen Ausführungen, ein paar Stichpunkte würden reichen.
von Suentaler » 6. März 2015, 19:09
Jeder Erwachsene bekommt 1000 € pro Monat garantiert.
Kinder ab Geburt 500 € ... dann gestaffelt bis zur Volljährigkeit.
Dafür fallen alle Leistungen die der Staat jetzt erbringt weg. (z.B. Kindergeld, Bafög, Hartz4 usw.)
Zur Finanzierung wird die Mehrwertsteuer (Konsumsteuer) auf 100 % hochgesetzt.
Der Endpreis für Waren und Dienstleistungen bleibt aber gleich dem heutigen, da alle anderen Steuern und Abgaben, die sich heute in der Preisen verstecken, ebenfalls wegfallen (z.B. Lohnsteuer, Sozialversicherungbeiträge)
von Sicherheitsrisiko » 6. März 2015, 20:20
Da wäre ich ja absolut dagegen, denn es bleiben heute schon genug für weitaus weniger zu Hause und sind mit Hartz IV zufrieden. Welche Massen bleiben dann erst zu Hause wenn es noch mehr fürs nichts tun gibt und keinerlei Zwang und Druck mehr da wäre? Führe das mal ein und nach ein paar Jahren können wir bei Griechenland um Kredite betteln
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von Suentaler » 6. März 2015, 21:07
Sicherheitsrisiko hat geschrieben: Da wäre ich ja absolut dagegen, denn es bleiben heute schon genug für weitaus weniger zu Hause und sind mit Hartz IV zufrieden. Welche Massen bleiben dann erst zu Hause wenn es noch mehr fürs nichts tun gibt und keinerlei Zwang und Druck mehr da wäre? Führe das mal ein und nach ein paar Jahren können wir bei Griechenland um Kredite betteln
Sicherheitsrisiko, bist du wirklich der Meinung, die bleiben nur deshalb zu Hause, weil nichtstun so toll ist ?
Überleg dir doch bitte mal, was mit all den Millionen Menschen passieren soll, die heute schon nicht mehr gebraucht werden. Nach optimistischen Schätzungen werden bei weiterer Rationalisierung, Mechanisierung und Computerisierung unserer Wirtschaft in wenigen Jahren nur noch 20% der heute Beschäftigten wirklich gebraucht, um den Lebensstandart zu halten. Pesimistische Schätzungen gehen von nur noch 5 % aus. Sollen die dann alle in Null-Euro-Jobs gesteckt werden, nur damit sie "beschäftigt" sind ?
Wir brauchen für die sich immer schneller wandelde Arbeitswelt neue Konzepte und da ist das BGE für mich die Alternative. Das setzt natürlich auch einen Umdenkprozess in den Köpfen der Menschen voraus, weg von dem Gedanken, dass nur das Arbeit ist, was auch einen Gelderwerb bringt. Der Arbeitsbegriff muß neu definiert werden.
von augenzeuge » 6. März 2015, 22:29
Das klappt so wenig, wie der Kommunismus nicht funktionieren kann. Ein Einkommen muss an Bedingungen, an Leistungen geknüpft sein, sonst wirds nix.
Beiträge: 39703
von Sicherheitsrisiko » 6. März 2015, 22:35
von Suentaler » 6. März 2015, 23:06
Den Kritikern möchte ich gern den Dokumentarfilm "Kulturimpuls: Bedingungsloses Grundeinkommen" empfehlen und zum Nachdenken anregen. Jeder von Euch kann mal darüber nachdenken, was er machen würde, wenn für sein Einkommen gesorgt wäre. Würdet Ihr dann nur noch faul in der Ecke liegen ?
von Volker Zottmann » 6. März 2015, 23:25
Ich mache mit mit dem Grundeinkommen, würde doch meine offiziellen Bezüge erheblich aufbessern.
Aber im Ernst: Das ist, egal wer es sich ausgedacht hat Kalter Kaffee! Der wird auch nicht von allein wieder warm. Wenn es Geld für alle gibt, ist es Gleichmacherei ohne Gegenleistung. Das klappt genau so hervorragend wie Lenins, Stalins, Maos, Ulbrichts oder Honeckers Wunderland.
Lieber Gott, verschone mich vor Systemen, wo die Kreativität zum Absterben verurteilt wird.
von Suentaler » 6. März 2015, 23:43
Volker Zottmann hat geschrieben: Ich mache mit mit dem Grundeinkommen, würde doch meine offiziellen Bezüge erheblich aufbessern.
Gerade durch ein Grundeinkommen wird die Kreativität befeuert.
Nur wenn der Mensch in seinen Grundbedürfnissen finanziell abgesichert ist, kann er Kreativität entwickeln. Heute muß man stets auf ökonomischen Zwänge Rücksicht nehmen.
Das ist der Tod jeder Kreativität.
Gerade im kreativen Bereich würden durch ein BGE viele neue Arbeitsplätze entstehen, die sich nach heutigen Maßstäben finanziell nicht rechnen würden.
Und ja, jeder hätte mit einem Grundeinkommen die gleichen Startvoraussetzungen und kann somit auch kreativ werden, ohne Angst haben zu müssen, auf der Strecke zu bleiben.
von augenzeuge » 7. März 2015, 10:17
Suentaler hat geschrieben: Nur wenn der Mensch in seinen Grundbedürfnissen finanziell abgesichert ist, kann er Kreativität entwickeln.
Ist er denn jetzt nicht abgesichert? Muss man hungern oder unter der Brücke schlafen?
von Danny_1000 » 7. März 2015, 10:28
Muß man natürlich nicht. Aber zu den Grundbedürfnissen gehören eben nicht nur Essen und Schlafen. Schließlich sind Menschen keine Tiere !
von Zicke » 7. März 2015, 10:34
augenzeuge hat geschrieben: Muss man hungern oder unter der Brücke schlafen?
http://www.emmendinger-tafel.de/
von augenzeuge » 7. März 2015, 10:55
Ich kann dir auch Bilder von jungen Männern zeigen, sie sitzen in der Bremer Fußgängerzone und betteln. Müssten sie das wirklich?
Ok, auch wenn ich der Meinung bin, dass die Menschen die schlimmsten Tiere sind, so geb ich dir recht. Es gehört mehr dazu. Aber wie viel? In der DDR war man auch nicht zufrieden....und dort war man doch abgesichert, oder?
Auch mit 1000 EUR Grundeinkommen, wird es Menschen geben, die damit nicht umgehen können, oder denen hier der Anreiz genommen würde, etwas mehr für die Allgemeinheit zu tun. Und wenn man dann an der Tafel billige Lebensmittel bekommt, dann werden dort auch diese Leute hingehen. Warum nicht? Der Mensch verzichtet nicht!
von Interessierter » 7. März 2015, 11:02
Tut mir leid, aber weder das Foto noch der dazugehörige Beitrag sagen etwas über die " Bedürftigen " aus. Es wäre doch interessant, welche Einkünfte, einschließlich der Unterstützung vom Staat, sie haben. Das sich dort auch viele Lebensmittel holen, deren Grundbedürfnisse abgesichert sind ist doch wohl logisch und nachvollziehbar. Daher sollte man nicht den Eindruck erwecken, dass alle Menschen, die sich dort etwas abholen, sonst hungern würden.
Die Grundbedürfnisse sind, wie AZ richtig ausführte, in unserem Land abgesichert, wie in vielen anderen Ländern nicht ! Trotzdem entwickelt ein gewisser Teil dieser Menschen keine Kreativität. Deren einzige Kreativität besteht darin lange zu schlafen und anschließend zum Kiosk zu gehen, um Bier und Flachmann zu holen.
Ein anderer Teil ist so kreativ, dass er mit Gelegenheitsjobs sich einen unterschiedlich großen Anteil an Zusatzeinkommen verschafft, natürlich bar auf die Hand. Damit führt dieser Teil dann ein Leben, dass es geradezu verbietet einen festen Job anzunehmen und regelmäßig früh aufzustehen.
Ein wiederum anderer Teil bemüht sich immer um eine feste Anstellung, weil dieser soziale Abstieg ihm nicht gefällt und er eben mehr aus seinem Leben machen möchte, als nur die Grundbedürfnisse abgesichert zu haben.
Das sind meine Erfahrungen vieler Jahre, die ich mit Menschen gemacht habe, die sich auf Aufforderung des Arbeitsamtes vorstellten und um einen Arbeitsplatz bewarben.
von Rüganer » 7. März 2015, 11:10
Wenn dies alles so ist, dass diejenigen, die von morgens um 07.00 bis um 17.00 "knüppeln" dann entsprechend viel mehr als diese 1000 Euro haben und mit diesem viel mehr sich das Gleiche leisten können, wie jetzt, dann sag ich, warum nicht?
Wenn es auf Gleichmacherei hinausläuft, dass derjenige, der eben von morgens bis abends arbeitet und letztendlich 1300 Euro in der Tüte wiederfindet, weil dies eben der Mindestlohn ist, dann sage ich nein. Tatsächlich wird derjenige sich überlegen, ob er für die paar Piepen denn arbeiten geht, oder lieber zusätzlich zu seinem bedingungslosen Grundeinkommen lieber die Rohrzange in die Hand nimmt und noch mal 5 Stunden am Tag schwarz arbeitet, dann hat er weitaus mehr, als er mit seinem Mindestlohn bekommen würde.
Insgesamt aber würden wir uns der Mentalität weiter nähern, wozu soll ich aufstehen und bei Nacht und Frost im Januar um 07.00 Uhr an der Rampe stehen, wenn das Geld doch so leicht von irgendwoher kommt? Wozu?
Und wenn solche segensreichen Geldzuwendungen ohne wenn und aber rechnerisch möglich sind, sind sie es wirklich? Auch ein Staat kann nur dies ausgeben, was er einnimmt, oder er wirtschaftet sich zu Grunde.... Dies sollte erst einmal ein Team von ernstzunehmenden Leuten, die auch Ahnung haben, ausrechnen.
Registriert: 4. Juli 2012, 08:41
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von Volker Zottmann » 7. März 2015, 11:19
Hallo @Suentaler,
Du machst wohl einen grundlegenden Fehler in den Überlegungen. Menschen wie wir, die sich z.B. hier in einem Forum einbringen oder sonst irgendwie aktiv waren und bleiben, sind nicht allein. Unsere "Spezies" würde als Gesellschaft mit dieser Grundversorgung sicher klarkommen.
Doch schau Dich mal um, wie viele gesunde Menschen rumlungern, obwohl sie die Chance hätten was auf die Beine zu stellen. Das sind solche, wie sie schon AZ und Interessierter beschrieben. Völlig antriebslos oder bildungsfern. Dieser Personenkreis wird stetig größer!
Mindestens an diesem Personenkreis wird es scheitern, so schon zu Beginn Dein Wunschsystem zu eieren.
von pentium » 7. März 2015, 12:29
Kritiker befürchten beim Bedingungslosen Grundeinkommen nicht nur, dass viele Menschen jeglichen Anreiz zur Arbeit verlieren. Sie kritisieren auch die Ungerechtigkeit des Modells: Die Schere zwischen Arm und Reich würde langfristig aufgehen, da mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen Gutverdienende von der Gemeinschaft genauso unterstützt werden wie Bedürftige - auch ein Multimillionär erhielte monatlich z.B. 1000 Euro.
Ein weiterer Kritikpunkt: Für schlecht bezahlte Arbeiten fänden sich nach Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens keine Arbeitskräfte mehr.
Unklar ist, was mit Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit passieren soll. Sollen auch in Deutschland lebende Ausländer ein Grundeinkommen erhalten? Zudem dürfte die Einführung eines Grundeinkommens zu einer verstärkten Zuwanderung nach Deutschland führen.
von Suentaler » 7. März 2015, 13:50
pentium hat geschrieben: Ein paar Kritikpunkte:
Die allermeisten Menschen haben das innere Bedürfnis etwas sinnvolles zu tun, sind aber in der heutigen Zeit durch das erpresserische Hartz-System gezwungen oftmals Unsinn tun zu müssen und sowas demotiviert natürlich. Man denke nur an die ganzen "Maßnahmen", die nur dazu da sind, Leute "zu beschäftigen".
Sicher gibt es welche, die von Natur aus lethargisch sind, oder die unter psyschichen Erkrankungen leiden, die es verhindern, aus eigenem Antrieb etwas zu tun. Diesen Menschen muß selbstverständlich geholfen werden.
Gerade durch das BGE können solche Hilfsangebote entstehen, weil, um bei diesem Beispiel zu bleiben, Therapeuten dann nicht mehr in erster Linie darauf achten müssen, ob sich ihre Dienstleistung "rechnet".
Das Grundeinkommen gibt es im Prinzip ja heute schon, da der Staat für jede Bevölkerungsgruppe gewisse Leistungen bereit hält. (zB Kindergeld, Hartz4, Lohnsteuerfreibetrag usw.)
Beim BGE werden diese Leistungen des Staates eben zusammengefasst.
Die einzige Neuerung ist eben die Bedingungslosigkeit und damit kommen viel noch nicht klar, da muß ein Lernprozess einsetzen.
Die Millionäre hatten ein BGE ja eigentlich schon immer, jetzt geht es darum, dass es auch die Ärmeren bekommen. Und da bin ich dann für Gleichheit für Alle und deshalb sollen es auch die Millionäre bekommen.
Dein Kritikpunkt, dass für schlecht bezahlte Arbeit sich niemand mehr findet,würde nur den Niedriglohnsektor betreffen. Der Hochlohnsektor lässt sich durch den Tausender nicht lahm legen. Und genau das ist der Sinn des BGE.
Das Grundeinkommen muß so hoch sein, dass es jedem, jederzeit erlaubt NEIN sagen zu können, ohne Angst haben zu müssen in seiner Existenz bedroht zu werden.
Damit sind Arbeitnehmer und Arbeitgeber erstmals wirklich auf gleicher Augenhöhe, etwas was die Gewerkschaften bis jetzt nie geschafft haben.
Ein Arbeitgeber hat also nur noch drei Möglichkeiten, dass er seine Arbeiten erledigt bekommt.
- Er gestaltet seine Arbeitsplätze so attraktiv wie möglich, so dass die Menschen gern bei ihm arbeiten wollen, das schließt auch die Höhe des Lohnes mit ein.
- Er automatisiert seine Arbeit.
- Er macht seine Arbeit selbst.
Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird also erstmals verringert, oder ganz beseitigt, weil jeder die Möglichkeit hat, schlecht bezahlte Arbeit abzulehnen.
Was mit den Ausländern wird, ist eine berechtigte und wichtige Frage.
Generell soll das BGE jeder bekommen, der hier lebt. Dabei besteht natürlich die Gefahr, das die ganze Welt plötzlich vor der Tür steht. Deshalb bin ich grundsätzlich für eine Einführung des BGE weltweit, bzw vorerst europaweit.
Dann würden die Menschen in ihren Heimatländern bleiben und nicht wegen des Geldes hier auftauchen.
Wird das BGE nur in Deutschland eingeführt, müsste man das Grundeinkommen für Ausländer dann doch an Bedingungen knüpfen, nämlich an einen Arbeitsvertrag.
Kommt der Ausländer bereits mit einem Arbeitsvertrag, dann bekommt er das BGE.
Hat er keinen Vertrag, könnte man ihm 3 Monate das BGE gewähren, so dass er sich eine Arbeit suchen kann. Findet er keine Arbeit, gehts zurück nach Hause.
Dafür muß es dann wirklich gute Ausländerbehörden geben. Personal dazu ist ja von den Jobcentern zur genüge freigestellt worden.
von Suentaler » 7. März 2015, 14:31
Rüganer hat geschrieben: Wenn dies alles so ist, dass diejenigen, die von morgens um 07.00 bis um 17.00 "knüppeln" dann entsprechend viel mehr als diese 1000 Euro haben und mit diesem viel mehr sich das Gleiche leisten können, wie jetzt, dann sag ich, warum nicht?
Schwarzarbeit wird es dann nicht mehr geben, da es keine Lohnsteuern mehr gibt.
Also ist dann Brutto = Netto.
Wem der Tausender für sein Leben ausreicht, der kann dann selbstverständlich zu Hause bleiben.
Da der Mensch aber immer nach mehr strebt, werden sich auch mit BGE die meisten für eine Arbeit entscheiden, nicht nur wegen des Geldes, auch wegen dem Gefühl gebraucht zu werden und etwas nützliches zu tun.
Für Arbeitgeber hat von einem BGE aber ebenfalls Vorteile.
Er bekommt eine motivierte Belegschaft mit Leuten, die bei ihm arbeiten, weil sie wollen und nicht weil sie müssen.
Und er muß nicht mehr für die Grundbedürfnisse wie Miete und andere Fixkosten seiner Belegschaft aufkommen., dafür ist ja der Tausender da.
Seine Lohnkosten werden also sinken können.
Eine Krankenschwester bekommt heute 1500 € (nur als Beispiel)
Mit BGE bekommt sie vielleicht nur noch 700 € + 1000 € BGE
Am Ende hat sie also mindestens genausoviel oder mehr Geld zur Verfügung wie heute.
Durch das BGE kann also ein Arbeitgeber seine Waren und Dienstleistungen billiger anbieten. Die Gewerkschaften werden aber auch nach Einführung eines BGE noch gebraucht, um den Arbeitgebern auf die Finger zu klopfen, dass sie es nicht zu bunt treiben, beim Lohn senken.
Noch kurz zur Finanzierbarkeit.
80 Millionen Menschen in Deutschland x 1000 € x 12 Monate = 960 Milliarden € im Jahr
Aussage von Schäuble: Der Staat gibt jedes Jahr 1000 Milliarde (1 Billion) für Sozialleistungen aus.
Alle Grundeinkommensmodelle sind mehrfach von Experten durchgerechnet worden und diese bestätigen eine Machbarkeit.
von Spartacus » 7. März 2015, 15:24
Suentaler hat geschrieben:
Richtig Suentaler, dass ist der Kernpunkt der ganzen Angelegenheit, denn die Arbeit wird nicht ausgehen,
aber die Arbeiter sind ein Auslaufmodell. Daher plädiere ich heute schon dafür, dass Maschinen die die
Plätze von Arbeitern einnehmen, in naher Zukunft Sozialabgaben zahlen.
Das wäre nämlich auch eine Möglichkeit.
von Spartacus » 7. März 2015, 15:36
Noch mal ganz allgemein, denn das wird eben nicht verstanden. Wenn es so weiter geht, wie bisher, also
mit der Automatisierung, dann stellen sich obengenannte Fragen gar nicht mehr, da es einfach immer
weniger Arbeit gibt, bei gleichbleibender Bevölkerung. Und der Tag dann nicht fern ist, wo es überhaupt
keine Arbeit mehr - in diesem Sinne der Lohnbeschäftigung - gibt.
Wird das verstanden?
Denn darum geht es und wird in naher Zukunft diskutiert werden müssen.
Ob man nun will, oder nicht!
Schöner Beitrag dazu: Adieu, Jobs! Willkommen, Maschine!
http://www.zeit.de/karriere/2015-01/kap ... -maschinen
von Rüganer » 7. März 2015, 15:43
Suentaler,
ich behaupte mal, Schwarzarbeit wird es immer geben, meinetwegen wird sie anders genannt werden.
Solange der Sanitär-u. Heizungsbetrieb einen Stundenlohn von mehr als 20 Euro ansetzt - und dies muss er gegenwärtig weit darüber - wird es immer jemanden geben, der für 15 Euro oder mit dem BGED für weitaus weniger, privat scharwerkeln geht. Und zumindest bei uns auf der Insel gibt es ganz schnell ein Gerücht, was besagt - der macht es gut und von dem und dessen Arbeit lass nur die Finger weg, so dass der private Verbraucher trotzt der Absetzbarkeit der Handwerkerrechnungen immer zu demjenigen geht, der es für den niedrigsten Preis bei gleicher Qualität erledigt. Und wenn der Offizielle Stundenlohn des Meisters Röhricht mit BGE bei 10 Euro angesetzt werden wird, dann setzt Eckehard seinen Stundenlohn mit 5 Euro + BGE an. Wen wird Herr Günzelmann wohl anheuern???
Ja und nun nimm den Meister Röhricht, der muss nun anständige Löhne zahlen und ausbeuten - geht auch nicht mehr. Was wird aus seiner Firma werden - er muss selbst arbeiten, schreibst du so schön... wann wird er die Schnauze voll haben, vom Bürokratenkram und der Schufterei, alleine. Er würde ja bessere Löhne zahlen, aber wie soll er? Er ist nicht der Staat und kann nur dies bezahlen, was er auch einnimmt und will er mehr bezahlen - dann muss er mehr einnehmen und er muss also höher an den Stundenlohn rangehen - da kommt wieder sein ehemaliger Geselle Eckhard mit der Arbeit für BGE +5 Euro...
Irgendwer überschätzt die heutigen Gewinne, die sich ein Unternehmer auf kleinem Betätigungsfeld so in die Tasche stecken kann. Ich kenne einige, die sich so am Rande der Existenz mit ihren 8 Mitarbeitern bewegen, deren Mitarbeiter müssen arbeiten, ja, aus Angst, danach auf der Straße zu liegen. Wenn sie diese nicht hätten und mit demjenigen, der da als Arbeitgeber auftritt, nun eine Solidargemeinschaft gebildet hätten, dann gäbe es die Firma nicht mehr. Ja und ?, werden nun einige schreiben...Andererseits wird die Servicewüste Deutschland beklagt... da schreibe ich ja wieder, na und??
Ach und Sparta,
mein LKW-Fahrer muss um 07.00 Uhr seinen LKW beladen, natürlich alleine, ohne automatisierter Maschine, hat aber schon einen Gabelstapler, muss diverse Kunden beliefern und gegen Mittag wieder auf der Matte stehen, denn danach hat er noch paar andere Aufgaben, wenn er Pech hat, hat er noch bis 17.00 Uhr Dienst als Verkäufer, ohne Automatisierung, aber schon mit Computer. Genau solche Jungs meine ich....
von pentium » 7. März 2015, 15:45
Eine Familie mit 2 kleinen Kindern, die Eltern haben einen eher schlecht bezahlten Job.
Also vier Personen, nun kommt das BGE von 1000€ pro Nase ein Bruttohaushaltseinkommen von satten 4000€ pro Monat. Ist ja schließlich bedingungslos, also kriegen auch die Kleinsten ihren vierstelligen Betrag pro Monat.
Vielleicht fehlt mir einfach nur die Vision, aber ich habe einfach starke Zweifel dass sich so eine Gesellschaft aufbauen lässt...?

References: BGE 
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