Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=15.11.2012&Aktenzeichen=8%20S%202525/09
Timestamp: 2019-12-09 07:00:10+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - dejure.org
https://dejure.org/2012,34670
VGH Baden-Württemberg, 15.11.2012 - 8 S 2525/09 (https://dejure.org/2012,34670)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 (https://dejure.org/2012,34670)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 15. November 2012 - 8 S 2525/09 (https://dejure.org/2012,34670)
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Regionalplan; Beachtung der Ziele der Raumordnung des Landesentwicklungsplans; Normenkontrolle; Agglomeration von Einzelhandelsbetrieben mit überörtlicher Wirkung
§ 11 Abs 2 S 2 LPlG BW 2003, § 11 Abs 3 S 1 LPlG BW 2003, § 11 Abs 3 S 2 Nr 5 LPlG BW 2003, § 3 Abs 1 Nr 2 ROG, § 4 Abs 1 S 1 ROG, § 8 Abs 2 S 1 ROG, § 28 Abs 3 ROG
Verstoß gegen § 4 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 ROG bei Nichtbeachtung eines in einem landesweiten Raumordnungsplan festgelegten Zieles der Raumordnung durch eine Festlegung des Regionalplans; Begrenzung des regionalplanerischen Spielraums zur Ausformung eines Zieles der Raumordnung ...
Festlegungen zum Einzelhandel im Regionalplan
Regionalplanung ist an landesweite Raumordnungsziele gebunden
BVerwG, 03.04.2013 - 4 BN 17.13
ESVGH 63, 190
DVBl 2013, 384
ZfBR 2013, 590 (Ls.)
Die Rechtsbindungen, die Ziele der Raumordnung erzeugen, sind in dem Sinne strikt, dass die Adressaten sie zwar je nach Aussageschärfe konkretisieren und ausgestalten, sie sich über diese aber nicht im Wege der Abwägung hinwegsetzen dürfen (BVerwG, Beschluss vom 20.08.1992 - 4 NB 20.91 - BVerwGE 90, 329; Senatsurteil vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - DVBl. 2013, 384, juris Rn. 29).
Insbesondere sind sie keiner weiteren Abwägung auf einer nachfolgenden Planungsstufe zugänglich (BVerwG…, Urteil vom 16.12.2010 - 4 C 8.10 - BVerwGE 138, 301, juris Rn. 7; Senatsurteil vom 15.11.2012, a.a.O., juris Rn. 29).
Bereits aus der Formulierung muss sich ergeben, dass es sich um eine verbindliche Handlungsanweisung und nicht nur um eine Abwägungsdirektive handelt (vgl. Senatsurteil vom 15.11.2012, a.a.O., juris Rn. 29 zu § 4 Abs. 1 S. 1 ROG).
Zudem trägt die Möglichkeit der Zielabweichung gemäß § 6 Abs. 2 ROG Härtefällen und damit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Rechnung (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 13.11.2012 - 4 B 21/12 - BauR 2013, 558, juris Rn. 7; Senatsurteil vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - DVBl. 2013, 384, juris Rn. 52).
Zudem verfolge der Plansatz 2.4.3.2.3 des Regionalplans der Region Stuttgart unabhängig von dem einen benachbarten Plansatz betreffenden Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - kein wirksames Ziel der Raumordnung.
Abs. 1 des Regionalplans durch Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - (DVBl. 2013, 384-390 und in Juris) für unwirksam erklärt wurde.
An diese Zielfestlegungen des Landesentwicklungsplans ist der nachfolgende Regionalplan gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 ROG gebunden (vgl. auch Hess. VGH, Urteil vom 25.09.2006 - 9 N 844/06 -, NVwZ-RR 2007, 298; VGH Baden-Württemberg, 15. November 2012 - 8 S 2525/09 -, DVBl 2013, 384).
Zu den raumbedeutsamen Planungen öffentlicher Stellen zählt auch die Regionalplanung (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - DVBl 2013, 384;… Goppel, in: Spannowsky/Runkel/Goppel, ROG, § 4 Rn. 36).
Eine regionalplanerische Festlegung, die ein in einem landesweiten Raumordnungsplan rechtswirksam festgelegtes Ziel der Raumordnung nicht beachtet, verstößt daher gegen § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ROG und kann selbst kein gültiges Ziel der Raumordnung sein (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2012, a.a.O.).
Der regionalplanerische Spielraum, den die Träger der Regionalplanung bei der ihnen gemäß § 11 Abs. 2 Satz 2 LplG obliegenden Pflicht zur Ausformung eines Zieles der Raumordnung des Landesentwicklungsplanes besitzen, beschränkt sich damit auf Festlegungen, die den durch das Ziel festgelegten Rahmen nachvollziehend räumlich und sachlich verfeinern, soweit dieser Rahmen nicht selbst Spielraum für abweichende Ausgestaltungen im Regionalplan eröffnet (VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2012, a.a.O.).
"Anpassen" bedeutet, dass die planerischen Entscheidungen der Gemeinde mit den - je nach Grad ihrer Aussageschärfe unterschiedlich konkretisierungsfähigen - Zielen der Raumordnung und Landesplanung in Übereinstimmung gebracht werden müssen (vgl. BVerwG, Beschluss vom 08.03.2006 - 4 B 75.05 -, NVwZ 2006, 932; Beschluss vom 15.06.2009 - 4 BN 10.09 -, NVwZ 2009, 1226; Beschluss vom 20.08.1992 - 4 NB 20.91 -, BVerwGE 90, 329; Senatsurteil vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 -, DVBl 2013, 384; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 21.09.2010 - 3 S 324/08 -, NuR 2011, 149).
Eine regionalplanerische Festlegung, die ein in einem landesweiten Raumordnungsplan (vgl. § 8 Abs. 1 Satz 1 ROG 1998 / § 8 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ROG 2008) - in Thüringen seinerzeit der Landesentwicklungsplan (zum Begriff: § 9 ThürLPlG 2001) - rechtswirksam festgelegtes Ziel der Raumordnung nicht beachtet, verstößt daher gegen § 4 Abs. 1 ROG 1998 / § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ROG 2008 und kann selbst kein gültiges Ziel der Raumordnung sein (zur Genehmigungspflicht vgl. § 14 Abs. 4 ThürLPlG 2001; zum Ganzen VGH Ba.-Wü., Urt. v. 15. November 2012 - 8 S 2525/09 - zit. n. juris, dort Rn. 30 m. w. N.).
Bereits aus der Formulierung muss sich ergeben, dass es sich um eine verbindliche Handlungsanweisung mit Letztentscheidungscharakter und nicht um eine bloße Anregung oder eine Abwägungsdirektive handelt, die einer weiteren abwägenden Konkretisierung und Ausformung durch einen anderen Planungsträger zugänglich ist (…vgl. dazu schon BVerwG, Beschl. v. 22. Juni 1993 - 4 B 45.93 - zit. n. juris, dort Rn. 14; VGH Ba.-Wü., Urt. v. 15. November 2012 - 8 S 2525/09 - zit. n. juris, dort Rn. 29).
Damit begrenzt die Bindungswirkung nach § 4 Abs. 2 ROG 1998 / § 4 Abs. 1 Satz 1 ROG 2008 den regionalplanerischen Spielraum zur Ausformung eines Zieles der Raumordnung des Landesentwicklungsplanes auf Festlegungen, die den durch das Ziel festgelegten Rahmen nachvollziehend räumlich und sachlich verfeinern, soweit dieser Rahmen nicht selbst Spielraum für abweichende Ausgestaltungen im Regionalplan eröffnet (s. o., vgl. VGH Ba.-Wü., Urt. v. 15. November 2012, a. a. O., hier zitiert n. juris, Rn. 31).
"Anpassen" bedeutet, dass die planerischen Entscheidungen der Gemeinde mit den - je nach Grad ihrer Aussageschärfe unterschiedlich konkretisierungsfähigen - Zielen der Raumordnung und Landesplanung in Übereinstimmung gebracht werden müssen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 8.3.2006 - 4 B 75.05 - NVwZ 2006, 932; Beschl. v. 15.6.2009 - 4 BN 10.09 - NVwZ 2009, 1226 Beschl. v. 20.8.1992 - 4 NB 20.91 - BVerwGE 90, 329; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - DVBl 2013, 384;… Urt. v. 21.9.2010 - 3 S 324/08 - NuR 2011, 149).
§ 7 Abs. 2 Satz 1 ROG 2008 ist hier anzuwenden (Senatsurteil vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 - DVBl 2013, 384), auch wenn das Verfahren zur Aufstellung des angegriffenen Regionalplans vor dem 30.06.2009 förmlich eingeleitet worden ist und § 28 Abs. 1 ROG 2008 insoweit die grundsätzliche Anwendung der bis zum 29.06.2009 geltenden Raumordnungsgesetzen anordnet.
Die Agglomerationsregelung in Plansatz 2.4.3.2 Z (8) ROP N-A stellt in Verbindung mit der Regelung in Plansatz 2.4.3.2 Z (3) ein rechtmäßiges und hinreichend bestimmtes verbindliches Ziel der Raumordnung i.S.d. § 3 Abs. 1 Nr. 2 ROG dar; ergänzende regionalplanerische Regelungen hierzu sind nach § 11 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Satz 2 Nr. 5 LPlG zulässig (vgl. Senatsurteil vom 15.11.2012 - 8 S 2525/09 -juris Rn 45; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 21.09.2010 - 3 S 324/08 -NuR 2011, 149).

References: § 11
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 § 3
 § 4
 § 8
 § 28
 § 4
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 § 6
 § 4
 § 4
 § 4
 § 11
 § 8
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 § 9
 § 4
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 § 14
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§ 7
 § 28
 § 3
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