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Timestamp: 2020-01-17 22:39:35+00:00

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Beginn der Wider­ein­set­zungs­frist | Rechtslupe
Beginn der Widereinsetzungsfrist
Beginn der Wider­ein­set­zungs­frist
Die Wie­der­ein­set­zungs­frist beginnt spä­tes­tens mit dem Zeit­punkt, in dem der ver­ant­wort­li­che Anwalt bei Anwen­dung der unter den gege­be­nen Umstän­den von ihm zu erwar­ten­den Sorg­falt die ein­ge­tre­te­ne Säum­nis hät­te erken­nen kön­nen und müs­sen 1.
Wird dem Anwalt die Hand­ak­te zur Fer­ti­gung der Beru­fungs­be­grün­dung vor­ge­legt, muss er anhand der Hand­ak­te auch prü­fen, ob die Beru­fungs­frist ein­ge­hal­ten wor­den ist.
Nach § 234 Abs. 1 Satz 1 ZPO muss die Wie­der­ein­set­zung inner­halb einer zwei­wö­chi­gen Frist bean­tragt wer­den. Nach § 234 Abs. 2 ZPO beginnt die Frist mit dem Tag, an dem das Hin­der­nis – hier also die Unkennt­nis von dem ver­spä­te­ten Ein­gang der Beru­fungs­schrift beim Beru­fungs­ge­richt – beho­ben ist. Dabei ist ein Hin­der­nis nicht erst bei Kennt­nis des wah­ren Sach­ver­halts ent­fal­len; es ist im Sin­ne von § 234 Abs. 2 ZPO auch beho­ben, sobald die Unkennt­nis und damit die Ver­hin­de­rung nicht mehr unver­schul­det ist 2. Die Wie­der­ein­set­zungs­frist beginnt des­halb spä­tes­tens mit dem Zeit­punkt, in dem der ver­ant­wort­li­che Anwalt bei Anwen­dung der unter den gege­be­nen Umstän­den von ihm zu erwar­ten­den Sorg­falt die ein­ge­tre­te­ne Säum­nis hät­te erken­nen kön­nen und müs­sen 3.
Gemes­sen hier­an war in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall die zwei­wö­chi­ge Frist des § 234 Abs. 1 Satz 1 ZPO im Zeit­punkt der Antrag­stel­lung bereits abge­lau­fen:
Spä­tes­tens bei Vor­la­ge der Hand­ak­te zur Fer­ti­gung der Beru­fungs­be­grün­dung, deren Frist am 30.12.2009 ablief, hat­te der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers Anlass gehabt, auch die Ein­hal­tung der Beru­fungs­frist zu über­prü­fen. Hier­bei hät­te er nament­lich anhand der gericht­li­chen Ein­gangs­be­stä­ti­gung vom 02.12.2009 bemer­ken müs­sen, dass die Beru­fung beim Gericht erst am glei­chen Tag ein­ge­gan­gen war. Im Übri­gen hat­te der Beklag­ten­ver­tre­ter mit Schrift­satz vom 22.02.2010, also rund 11 Mona­te vor Ein­gang des Wie­der­ein­set­zungs­an­tra­ges, auf eine mög­li­che Frist­ver­säum­nis hin­ge­wie­sen.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Juli 2011 – XII ZB 88/​11
Beru­fungs­frist bei unwirk­sa­mer Urteils­zu­stel­lung Fehlt es an einer wirk­sa­men Urteils­zu­stel­lung, beginnt auch für eine im Aus­land wohn­haf­te, nicht anwalt­lich ver­tre­te­ne Par­tei die Frist für die Ein­le­gung der Beru­fung grund­sätz­lich…
BGH, Beschluss vom 07.02.1996 – XII ZB 107/​94, Fam­RZ 1996, 934[↩]
BGH Beschlüs­se vom 16.09.2003 – X ZR 37/​03, NJW-RR 2004, 282, 283; vom 13.07.2004 – XI ZB 33/​03, NJW-RR 2005, 76, 77 und BGH, Beschluss vom 07.02.1996 – XII ZB 107/​94, Fam­RZ 1996, 934[↩]
BGH, Beschluss vom 07.02.1996 – XII ZB 107/​94, Fam­RZ 1996, 935; vgl. auch BGH Beschluss vom 28.10.2009 – IV ZB 10/​09, NJW-RR 2010, 1000 Rn. 9[↩]
AnwaltsverschuldenBerufungsfristOrganisationsverschuldenWiedereinsetzung

References: § 234
 § 234
 § 234
 § 234

BGH 
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