Source: https://rewis.io/urteile/urteil/h1u-13-09-2018-2-b-2918/
Timestamp: 2020-01-26 08:08:34+00:00

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Schleswig-Holsteinisches Verwaltungsgericht: 2 B 29/18
Schleswig-Holsteinisches Verwaltungsgericht : 2 B 29/18
2 B 29/18
Der Wert des Streitgegenstandes wird auf 25.000 € festgesetzt.
Das vorläufige Rechtsschutzgesuch des Antragstellers bleibt ohne Erfolg.
Der am 23.08.2018 gestellte Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz in Bezug auf das Bauvorhaben in A-Stadt, A-Straße a, 408b und 408 c, Flurstücke 819 und 33/36, Flur 03, Gemarkung …, ist auszulegen als Antrag, die aufschiebende Wirkung des vom Antragsteller unter dem 09.08.2018 erhobenen und am 21.08.2018 erweiterten Widerspruchs gegen die der Beigeladenen erteilte Baugenehmigung vom 28.04.2018, erweitert durch Nachtrag vom 18.07.2018, anzuordnen. In der so verstandenen Form ist der Antrag zulässig, aber unbegründet.
Er beurteilt sich nach §§ 80 a Abs. 3, 80 Abs. 5 Satz 1, 1. Alt. VwGO. Insoweit ist der Antrag statthaft und auch sonst zulässig. Denn nach § 80 Abs. 5 Satz 1, 1. Alt. VwGO kann das Gericht die aufschiebende Wirkung eines Rechtsbehelfs in den Fällen anordnen, in denen die aufschiebende Wirkung nach § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 VwGO entfällt. Das ist hier der Fall, da dem Widerspruch des Antragstellers gegen die Baugenehmigung und die darin erteilten Befreiungen nach § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 VwGO iVm § 212 a Abs. 1 BauGB keine aufschiebende Wirkung zukommt.
Der Antrag ist indessen unbegründet. Die gerichtliche Entscheidung nach § 80 Abs. 5 Satz 1 VwGO ergeht auf der Grundlage einer umfassenden Interessenabwägung. Gegenstand der Abwägung sind das Interesse der beigeladenen Bauherren an der sofortigen Ausnutzung der ihnen erteilten Baugenehmigung einerseits und das Interesse der antragstellenden Nachbarn, von der Vollziehung der Baugenehmigung bis zur Entscheidung in der Hauptsache verschont zu bleiben, andererseits. Im Rahmen dieser Interessenabwägung können auch Erkenntnisse über die Rechtmäßigkeit oder die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes, der vollzogen werden soll, Bedeutung erlangen, allerdings nicht als unmittelbare Entscheidungsgrundlage, sondern als in die Abwägung einzustellende Gesichtspunkte. Darüber hinaus ist in die Abwägung einzustellen, dass nach dem Willen des Gesetzgebers Widerspruch und Anfechtungsklage eines Dritten gegen die bauaufsichtliche Zulassung eines Vorhabens gemäß § 212 a Abs. 1 BauGB keine aufschiebende Wirkung haben sollen und der Gesetzgeber damit dem Bauverwirklichungsinteresse grundsätzlich den Vorrang eingeräumt hat. Insofern kann das Gericht die aufschiebende Wirkung von Widerspruch und Anfechtungsklage nur anordnen, wenn auf Seiten des Antragstellers geltend gemacht werden kann, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seine Rechtsposition durch den Bau und die Nutzung des genehmigten Vorhabens unerträglich oder in einem nicht wieder gutzumachenden Maße beeinträchtigt bzw. gefährdet wird. Dabei macht der Verweis auf die Rechtsposition des antragstellenden Nachbarn allerdings deutlich, dass bei baurechtlichen Nachbarrechtsbehelfen nicht allein die objektive Rechtswidrigkeit der angefochtenen Baugenehmigung in den Blick zu nehmen ist, sondern dass Rechtsbehelfe dieser Art nur erfolgreich sein können, wenn darüber hinaus gerade der widersprechende bzw. klagende Nachbar in subjektiv-öffentlichen Nachbarrechten verletzt ist.
Ob die angefochtene Baugenehmigung insgesamt objektiv rechtmäßig ist, ist dagegen nicht maßgeblich. Vielmehr ist die Baugenehmigung allein daraufhin zu untersuchen, ob sie gegen Vorschriften verstößt, die dem Schutz des um Rechtsschutz nachsuchenden Nachbarn dienen. Der Nachbar kann sich nur auf solche Interessen berufen, die das Gesetz im Verhältnis der Grundstücksnachbarn untereinander als schutzwürdig ansieht. Dabei ist für die Beurteilung der Verletzung von öffentlich-rechtlich geschützten Nachbarrechten durch eine Baugenehmigung allein der Regelungsinhalt der Genehmigungsentscheidung maßgeblich. Eine hiervon abweichende Ausführung kann die Aufhebung der Baugenehmigung demgegenüber nicht rechtfertigen.
Nach diesem Maßstab überwiegt vorliegend das Interesse der Beigeladenen, die ihr erteilte Baugenehmigung sofort, d. h. ungeachtet des Widerspruchs des Antragstellers ausnutzen zu können. Denn bei der in diesem Verfahren nur möglichen summarischen Prüfung der Sach- und Rechtslage lässt sich nicht mit hinreichender, d. h. überwiegender Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die angefochtene Baugenehmigung der Antragsgegnerin vom 28.04.2018, erweitert durch Nachtrag vom 18.07.2018 für den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 21 Wohneinheiten sowie einer Tiefgarage mit 19 Stellplätzen Nachbarrechte des Antragstellers verletzt.
Dabei ist ein Verstoß der vorliegend auf der Grundlage des § 69 LBO im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren erteilten Baugenehmigung gegen nachbarschützende Vorschriften des Bauordnungsrechts gemäß § 69 Abs. 1 Satz 1 LBO bereits nicht Prüfungsgegenstand des vorliegenden Verfahrens. Denn in einem solchen Verfahren wird außer bei Sonderbauten die Vereinbarkeit des Vorhabens mit den Vorschriften der Landesbauordnung und den Vorschriften aufgrund der Landesbauordnung nicht geprüft; lediglich die §§ 65 Abs. 4, 68 und 70 LBO bleiben unberührt. Im Übrigen ergibt sich bei der gebotenen summarischen Prüfung aber auch die Einhaltung der Vorschriften über Grenzabstände. Die Einhaltung einer Abstandfläche ist vorliegend nicht erforderlich. Gemäß § 6 Abs. 1 Satz 4 LBO ist eine Abstandfläche nicht erforderlich vor Außenwänden, die an Grundstücksgrenzen errichtet werden, wenn nach planungsrechtlichen Vorschriften an die Grenze gebaut werden muss oder gebaut werden darf. So liegt es hier. Für das Baugebiet Nr. 10, in welchem sich das Vorhabengrundstück befindet, setzt der einschlägige Bebauungsplan Nr. 203 in der Fassung der 1. Änderung und Ergänzung der Antragsgegnerin durch zeichnerische Darstellung eine geschlossenen Bauweise fest. Soweit eine geschlossene Bauweise festgesetzt ist, ist ein seitlicher Grenzabstand nicht einzuhalten, es sei denn, dass die vorhandene Bebauung eine Abweichung erfordert, § 22 Abs. 3 BauNVO. Letzteres ist vorliegend nicht der Fall. Auch für das Grundstück des Antragstellers kommt durch die planerische Konzeption zum Ausdruck, dass zukünftige Bebauungen in geschlossener Bauweise ausgeführt werden müssen. Diesem - in die Zukunft gerichteten - Gesichtspunkt ist es auch geschuldet, dass die Vorhabenkonzeption an dieser Stelle die Errichtung der vom Antragsteller bemängelten „Betonwand“ ohne Öffnungen vorsieht. Dadurch wird sichergestellt, dass auch eine zukünftige Bebauung auf dem Grundstück des Antragstellers tatsächlich grenzständig realisiert werden kann. Im Übrigen deutet die Angabe des Antragstellers, die grafische Darstellung des Neubaugrundstücks sei fehlerhaft, der 3 m-Grenzabstand zu seinem Vorderhaus sei nicht vorhanden, darauf hin, dass auch auf seinem eigenen Grundstück schon derzeit der gesetzlich eigentlich vorgesehene Mindestgrenzabstand nicht gewahrt ist. Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre es dem Antragsteller verwehrt, sich auf eine mangelnde Wahrung erforderlicher Grenzabstände durch das Vorhaben der Beigeladenen zu berufen.
Mit Blick auf die der Beigeladenen erteilte und vom Antragsteller gerügten Befreiung von der Wahrung der im Bebauungsplan vorgesehenen vorderen Baulinie um 0,1 bis 2,70 m auf einer Breite von 14 m ist zu berücksichtigen, dass nach der ständigen Spruchpraxis der Kammer Baugrenzen sowie Baulinien grundsätzlich keine nachbarschützende Wirkung zukommt. Bei den Kriterien des Maßes der baulichen Nutzung, der Bauweise und der überbaubaren Grundstücksfläche handelt es sich um solche, die nur bei Feststellung eines entsprechenden ausdrücklichen planerischen Willens des Satzungsgebers Drittschutz vermitteln können (vgl. VG Schleswig, Beschl. v. 19.04.2016 - 2 B 33/16 -; VG Schleswig, Beschl. v. 14.09.2016 - 2 B 80/16 -; OVG Schleswig, Beschl. v. 25.10.2012 - 1 MB 38/12 -; OVG Schleswig, Beschl. v. 24.06.2014 - 1 MB 8/14 -, Beschl. v. 22.04.2015 - 1 MB 9/15 -). Abweichungen von den Festsetzungen über das Maß der baulichen Nutzung sind nämlich mit Abweichungen über die Art der baulichen Nutzung nicht vergleichbar. Sie lassen in der Regel den Gebietscharakter unberührt und haben nur Auswirkungen auf das Baugrundstück und die unmittelbar anschließenden Nachbargrundstücke. Zum Schutze der Nachbarn ist daher das drittschützende Rücksichtnahmegebot ausreichend, das eine Abwägung der nachbarlichen Interessen ermöglicht und den Nachbarn vor unzumutbaren Beeinträchtigungen schützt. Ein darüber hinausgehender, von einer realen Beeinträchtigung unabhängiger Anspruch des Nachbarn auf Einhaltung der Festsetzungen über das Maß der baulichen Nutzung und der überbaubaren Grundstücksfläche kann dagegen dem Bundesrecht nicht entnommen werden (BVerwG, Beschl. v. 23.06.1995 - 4 B 52/95 -).
Vorliegend lässt sich den Begründungserwägungen des Bebauungsplans Nr. 203 der Antragsgegnerin nicht entnehmen, dass die genannten Festsetzungen in der planerischen Absicht erfolgten, Nachbarschutz zu vermitteln. Vielmehr stellten sich vorrangig städtebauliche Überlegungen, insbesondere auch für die Festsetzung der vorderen Baulinie, als maßgeblich dar. Als Planungsanlass und –ziel ist für die östliche Straßenrandbebauung der Ulzburger Straße angegeben, dass diese
„heute in ihrer kleinteiligen sehr gemischten Bauform einen städtebaulich unbedeutenden ausdruckslosen Anblick [bietet]. Immerhin ist aber die Ulzburger Straße Norderstedts Hauptverkehrs- und Hauptwirtschaftsachse, welches sich langfristig auch in der sie begleitenden Bebauung ausdrücken soll. Durch den Bebauungsplan wird eine erhebliche Aufwertung dieser Flächen erfolgen und den Grundstückeigentümern die Möglichkeit eröffnen, eine städtebaulich und wirtschaftlich bessere Nutzung ihrer Grundstücke zu erreichen.“ (S. 2 der Begründung)
Zur städtebaulichen Situation und baulichen Nutzung ist ausgeführt, dass
„entlang der Ulzburger Straße eine weitgehend geschlossene Blockrandbebauung vorgesehen ist, wobei jedoch die Baukörper gewisse Größenabmessungen zur Maßstabswahrung nicht überschreiten sollen. Durch die weitgehende Parallelstellung der Baukörper zur Straße in Verbindung mit einer entsprechenden Gestaltung der zwischenliegenden Freiräume wird eine günstige Abschirmung des Verkehrslärms der Ulzburger Straße für die dahinter liegenden Wohnbauflächen erreicht. Durch die Möglichkeit der winkelförmigen Bebauung in die Tiefe der Grundstücke wird auch für die Wohnnutzung in der Straßenrandbebauung erreicht, dass der überwiegende Teil der Wohnungen an der der Straße abgewandten Seite zu liegen kommt.“ (S. 4 der Begründung)
Aus diesen Ausführungen wird deutlich, dass die in Rede stehenden Festsetzungen des Bebauungsplans im Baugebiet Nr. 10 im Wesentlichen der Vereinheitlichung der - geschlossenen - Straßenrandbebauung sowie der Abschirmung des zu erwartenden Verkehrslärms für die rückwärtige Wohnbebauung dienen sollen.
Aber auch ein Verstoß gegen nachbarschützende Vorschriften des insoweit verbleibenden maßgeblichen Bauplanungsrechts einschließlich des Gebots der Rücksichtnahme ist nicht auszumachen.
Nach den Planungsunterlagen ist, wie gezeigt, das bauordnungsrechtliche Abstandflächenrecht, bei dessen Beachtung ein Verstoß gegen das Rücksichtnahmegebot jedenfalls im Hinblick auf die durch die Abstandflächenregelung geschützten Nachbarbelange (Belichtung, Belüftung und Besonnung) grundsätzlich ausgeschlossen ist, entgegen der vom Antragsteller geäußerten Zweifel im Einklang mit den Festsetzungen des Bebauungsplans korrekt umgesetzt worden.
Das Wohnbauvorhaben ist auch nicht rücksichtslos hinsichtlich seiner Ausmaße und Wirkungen des Baukörpers. Es ist zwar in der Rechtsprechung anerkannt, dass nachbarliche Belange in unzumutbarer Weise beeinträchtigt sein können, wenn ein Nachbaranwesen durch die Ausmaße eines Bauvorhabens geradezu „erdrückt“, „eingemauert“ oder „abgeriegelt“ würde. Dies wird insbesondere dann angenommen, wenn die baulichen Dimensionen des „erdrückenden Gebäudes“ aufgrund der Besonderheiten des Einzelfalles derart übermächtig sind, dass das „erdrückte“ Gebäude oder Grundstück nur noch überwiegend wie eine von dem herrschenden Gebäude dominierte Fläche ohne eigene baurechtliche Charakteristik wahrgenommen wird, oder das Bauvorhaben das Nachbargrundstück regelrecht abriegelt, d.h. dort das Gefühl des Eingemauertseins oder der Gefängnishofsituation hervorruft. Dem Grundstück muss gleichsam die Luft zum Atmen genommen werden. Dass das Vorhaben die bislang vorhandene Situation lediglich verändert oder dem Nachbarn unbequem ist, reicht nicht aus. Die in den gewählten Ausdrücken bzw. Bildern („Gefängnishofsituation“, „Eingemauertsein“, „erdrücken“, „erschlagen“, „Luft zum Atmen nehmen“) liegende „Dramatik“ ist danach vielmehr ernst zu nehmen (vgl. OVG Lüneburg, Beschl. v. 15.01.2007 - 1 ME 80/07 - und v. 13.01.2010 - 1 ME 237/09 -; s.a. Beschl. der Kammer vom 21.02.2011 - 2 B 8/11 -, v. 02.02.2012 - 2 B 1/12 -, v. 28.06.2012 - 2 B 30/12 - und v. 08.12.2014 - 2 B 85/14 -).
Davon kann hier aber angesichts der Größenverhältnisse des Neubauvorhabens im Vergleich zum Mehrfamilienhaus des Antragstellers keine Rede sein. Nach den Planungsunterlagen wird das Vorhaben im Bereich des gegenüber dem Grundstück des Antragstellers nach Norden zurücktretenden Staffelgeschosses ca. 9,60 m hoch sein und im zweigeschossigen unmittelbaren Grenzbereich, d.h. über eine Länge von ungefähr 13,60 m, ca. 7 m hoch. Dass das ebenfalls zweigeschossige, ca. 23 m lange Mehrfamilienhaus des Antragstellers demgegenüber lediglich noch als vom Vorhaben dominierte Fläche ohne eigene baurechtliche Charakteristik wahrgenommen wird, ergibt sich, auch unter Heranziehung der im Internet verfügbaren Luftbildaufnahmen des Kartendienstes Bing Maps, nicht im Ansatz. Auch eine Abriegelung des Grundstücks des Antragstellers ist angesichts dieser Dimensionen, der geplanten Anordnung der Gebäude zueinander und des gegenwärtig noch verbleibenden Abstands zwischen den Gebäuden in diesem Bereich nicht zu befürchten. Zwar erstreckt sich das Vorhaben der Beigeladenen mit der Höhe von 7 m bzw. 9,60 m über insgesamt ca. 47,60 m in den rückwärtigen Grundstücksbereich hinein; allerdings ist im rückwärtigen Bereich eine Abstandfläche von mindestens 6,50 m zur südlichen Grundstücksgrenze vorgesehen. Weitere Wohngebäude des Antragstellers befinden sich dort nicht. Für die Annahme einer unzumutbaren Verschattung ist angesichts der Himmelsrichtungen, in denen die Gebäude zueinander liegen, ohnehin kein Raum.
Im Ergebnis besteht für den Antragsteller keine nachbarrechtliche Handhabe, die von ihm angesichts des Vorhabens der Beigeladenen befürchtete, durch die Überplanung u.a. des Gebiets östlich der Ulzburger Straße angestoßene Änderung der Bebauungsstruktur bzw. die von ihm befürchteten „Übernahmebestrebungen“ hinsichtlich seines eigenen Grundstücks abzuwehren.
Nach alledem ist der Antrag mit der sich aus § 154 Abs. 1 VwGO ergebenden Kostenfolge abzulehnen. Das Gericht hat davon abgesehen, die außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen nach § 162 Abs. 3 VwGO aus Billigkeit für erstattungsfähig zu erklären, weil sie keinen eigenen Antrag gestellt hat und damit auch das Risiko eigener Kostenpflicht nach § 154 Abs. 3 VwGO nicht eingegangen ist.
Die Streitwertfestsetzung beruht auf §§ 52 Abs. 1, 53 Abs. 2 Nr. 2, 63 Abs. 2 GKG. Dabei hat die Kammer das wirtschaftliche Interesse des Antragstellers mit 50.000 € für das Hauptsacheverfahren in Ansatz gebracht. Für das vorliegende Eilrechtsschutzverfahren ergab sich wegen der Vorläufigkeit der Entscheidung eine Halbierung dieses Wertes.
2 B 3786/16 SN ()
2 B 344/18 ()
2 B 60/17 ()
12 A 3782/17 ()
3 M 93/17 ()
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(3) 1In den Fällen des Absatzes 2 Nr. 4 ist das besondere 2Interesse an der sofortigen Vollziehung des Verwaltungsakts schriftlich zu begründen. 3Einer besonderen Begründung bedarf es nicht, wenn die Behörde bei Gefahr im Verzug, insbesondere bei drohenden Nachteilen für Leben, Gesundheit oder Eigentum vorsorglich eine als solche bezeichnete Notstandsmaßnahme im öffentlichen Interesse trifft.
(5) 1Auf Antrag kann das Gericht der Hauptsache die aufschiebende Wirkung in den Fällen des Absatzes 2 Nr. 1 bis 3 ganz oder teilweise anordnen, im 2Falle des Absatzes 2 Nr. 4 ganz oder teilweise wiederherstellen. 3Der Antrag ist schon vor Erhebung der Anfechtungsklage zulässig. 4Ist der Verwaltungsakt im Zeitpunkt der Entscheidung schon vollzogen, so kann das Gericht die Aufhebung der Vollziehung anordnen. 5Die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung kann von der Leistung einer Sicherheit oder von anderen Auflagen abhängig gemacht werden. 6Sie kann auch befristet werden.
(6) 1In den Fällen des Absatzes 2 Nr. 1 ist der 2Antrag nach Absatz 5 nur zulässig, wenn die Behörde einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung ganz oder zum Teil abgelehnt hat. Das gilt nicht, wenn
(2) 1Die Gebühren und Auslagen eines Rechtsanwalts oder eines Rechtsbeistands, in Abgabenangelegenheiten auch einer der in § 67 Abs. 2 2Satz 2 Nr. 3 genannten 3Personen, sind stets erstattungsfähig. 4Soweit ein Vorverfahren geschwebt hat, sind Gebühren und Auslagen erstattungsfähig, wenn das Gericht die Zuziehung eines Bevollmächtigten für das Vorverfahren für notwendig erklärt. 5Juristische Personen des öffentlichen Rechts und Behörden können an Stelle ihrer tatsächlichen notwendigen Aufwendungen für Post- und Telekommunikationsdienstleistungen den in Nummer 7002 der Anlage 1 zum Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bestimmten Höchstsatz der Pauschale fordern.
Einkünfte aus wiederkehrenden Bezügen, soweit sie nicht zu den in § 2 Absatz 1 Nummer 1 bis 6 bezeichneten Einkunftsarten gehören; § 15b ist sinngemäß anzuwenden. <2SUP class="Rec">2Werden die Bezüge freiwillig oder auf Grund einer freiwillig begründeten Rechtspflicht oder einer gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gewährt, so sind sie nicht dem Empfänger zuzurechnen; dem Empfänger sind dagegen zuzurechnen
die aus den gesetzlichen Rentenversicherungen, der landwirtschaftlichen Alterskasse, den berufsständischen Versorgungseinrichtungen und aus Rentenversicherungen im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b erbracht werden, soweit sie jeweils der Besteuerung unterliegen. <3SUP class="Rec">2Bemessungsgrundlage für den der Besteuerung unterliegenden Anteil ist der Jahresbetrag der Rente. <4SUP class="Rec">3Der der Besteuerung unterliegende Anteil ist nach dem Jahr des Rentenbeginns und dem in diesem Jahr maßgebenden Prozentsatz aus der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:
beginnsBesteuerungs-
bis 2005 50ab 2006 522007 542008 562009 582010 602011 622012 642013 662014 682015 702016 722017 742018 762019 782020 802021 812022 822023 832024 842025 852026 862027 872028 882029 892030 902031 912032 922033 932034 942035 952036 962037 972038 982039 992040100
4Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Jahresbetrag der Rente und dem der Besteuerung unterliegenden Anteil der Rente ist der steuerfreie Teil der Rente. <5SUP class="Rec">5Dieser gilt ab dem Jahr, das dem Jahr des Rentenbeginns folgt, für die gesamte Laufzeit des Rentenbezugs. <6SUP class="Rec">6Abweichend hiervon ist der steuerfreie Teil der Rente bei einer Veränderung des Jahresbetrags der Rente in dem Verhältnis anzupassen, in dem der veränderte Jahresbetrag der Rente zum Jahresbetrag der Rente steht, der der Ermittlung des steuerfreien Teils der Rente zugrunde liegt. <7SUP class="Rec">7Regelmäßige Anpassungen des Jahresbetrags der Rente führen nicht zu einer Neuberechnung und bleiben bei einer Neuberechnung außer Betracht. <8SUP class="Rec">8Folgen nach dem 31. 9Dezember 2004 Renten aus derselben Versicherung einander nach, gilt für die spätere Rente Satz 3 mit der Maßgabe, dass sich der Prozentsatz nach dem Jahr richtet, das sich ergibt, wenn die Laufzeit der vorhergehenden Renten von dem Jahr des Beginns der späteren Rente abgezogen wird; der Prozentsatz kann jedoch nicht niedriger bemessen werden als der für das Jahr 2005;
die nicht solche im Sinne des Doppelbuchstaben aa sind und bei denen in den einzelnen Bezügen Einkünfte aus Erträgen des Rentenrechts enthalten sind. <10SUP class="Rec">2Dies gilt auf Antrag auch für Leibrenten und andere Leistungen, soweit diese auf bis zum 31. 11Dezember 2004 geleisteten Beiträgen beruhen, welche oberhalb des Betrags des Höchstbeitrags zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt wurden; der Steuerpflichtige muss nachweisen, dass der Betrag des Höchstbeitrags mindestens zehn Jahre überschritten wurde; soweit hiervon im Versorgungsausgleich übertragene Rentenanwartschaften betroffen sind, gilt § 4 Absatz 1 und 2 des Versorgungsausgleichsgesetzes entsprechend. <12SUP class="Rec">3Als Ertrag des Rentenrechts gilt für die gesamte Dauer des Rentenbezugs der Unterschiedsbetrag zwischen dem Jahresbetrag der Rente und dem Betrag, der sich bei gleichmäßiger Verteilung des Kapitalwerts der Rente auf ihre voraussichtliche Laufzeit ergibt; dabei ist der Kapitalwert nach dieser Laufzeit zu berechnen. <13SUP class="Rec">4Der Ertrag des Rentenrechts (Ertragsanteil) ist aus der nachstehenden Tabelle zu entnehmen:
berechtigtenErtragsanteil
0 bis 1592 bis 3584 bis 5576 bis 8569 bis 105511 bis 125413 bis 145315 bis 165217 bis 185119 bis 205021 bis 224923 bis 244825 bis 2647274628 bis 294530 bis 3144324333 bis 3442354136 bis 3740383939 bis 40384137423643 bis 4435453446 bis 473348324931503051 bis 52295328542755 bis 562657255824592360 bis 612262216320641965 bis 66186717681669 bis 7015711472 bis 73137412751176 bis 771078 bis 79 980 881 bis 82 783 bis 84 685 bis 87 588 bis 91 492 bis 93 394 bis 96 2ab 97 1
5Die Ermittlung des Ertrags aus Leibrenten, die vor dem 1. 14Januar 1955 zu laufen begonnen haben, und aus Renten, deren Dauer von der Lebenszeit mehrerer Personen oder einer anderen Person als des Rentenberechtigten abhängt, sowie aus Leibrenten, die auf eine bestimmte Zeit beschränkt sind, wird durch eine Rechtsverordnung bestimmt;
Einkünfte aus Leistungen, soweit sie weder zu anderen Einkunftsarten (§ 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 bis 6) noch zu den Einkünften im Sinne der Nummern 1, 1a, 2 oder 4 gehören, z. 15B. 16Einkünfte aus gelegentlichen Vermittlungen und aus der Vermietung beweglicher Gegenstände. <17SUP class="Rec">2Solche Einkünfte sind nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben. <18SUP class="Rec">3Übersteigen die Werbungskosten die Einnahmen, so darf der übersteigende Betrag bei Ermittlung des Einkommens nicht ausgeglichen werden; er darf auch nicht nach § 10d abgezogen werden. <19SUP class="Rec">4Die Verluste mindern jedoch nach Maßgabe des § 10d die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in dem unmittelbar vorangegangenen Veranlagungszeitraum oder in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus Leistungen im Sinne des Satzes 1 erzielt hat oder erzielt; § 10d Absatz 4 gilt entsprechend;
Entschädigungen, Amtszulagen, Zuschüsse zu Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen, Übergangsgelder, Überbrückungsgelder, Sterbegelder, Versorgungsabfindungen, Versorgungsbezüge, die auf Grund des Abgeordnetengesetzes oder des Europaabgeordnetengesetzes, sowie vergleichbare Bezüge, die auf Grund der entsprechenden Gesetze der Länder gezahlt werden, und die Entschädigungen, das Übergangsgeld, das Ruhegehalt und die Hinterbliebenenversorgung, die auf Grund des Abgeordnetenstatuts des Europäischen Parlaments von der Europäischen Union gezahlt werden. <20SUP class="Rec">2Werden zur Abgeltung des durch das Mandat veranlassten Aufwandes Aufwandsentschädigungen gezahlt, so dürfen die durch das Mandat veranlassten Aufwendungen nicht als Werbungskosten abgezogen werden. <21SUP class="Rec">3Wahlkampfkosten zur Erlangung eines Mandats im Bundestag, im Europäischen Parlament oder im Parlament eines Landes dürfen nicht als Werbungskosten abgezogen werden. <22SUP class="Rec">4Es gelten entsprechend
Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen, Pensionsfonds, Pensionskassen und Direktversicherungen. <23SUP class="Rec">2Soweit die Leistungen nicht auf Beiträgen, auf die § 3 Nummer 63, 63a, § 10a, Abschnitt XI oder Abschnitt XII angewendet wurden, nicht auf Zulagen im Sinne des Abschnitts XI, nicht auf Zahlungen im Sinne des § 92a Absatz 2 Satz 4 Nummer 1 und des § 92a Absatz 3 Satz 9 Nummer 2, nicht auf steuerfreien Leistungen nach § 3 Nummer 66 und nicht auf Ansprüchen beruhen, die durch steuerfreie Zuwendungen nach § 3 Nummer 56 oder die durch die nach § 3 Nummer 55b Satz 1 oder § 3 Nummer 55c steuerfreie Leistung aus einem neu begründeten Anrecht erworben wurden,
3In den Fällen des § 93 Absatz 1 Satz 1 und 2 gilt das ausgezahlte geförderte Altersvorsorgevermögen nach Abzug der Zulagen im Sinne des Abschnitts XI als Leistung im Sinne des Satzes 2. <24SUP class="Rec">4Als Leistung im Sinne des Satzes 1 gilt auch der Verminderungsbetrag nach § 92a Absatz 2 Satz 5 und der Auflösungsbetrag nach § 92a Absatz 3 Satz 5. <25SUP class="Rec">5Der Auflösungsbetrag nach § 92a Absatz 2 Satz 6 wird zu 70 Prozent als Leistung nach Satz 1 erfasst. <26SUP class="Rec">6Tritt nach dem Beginn der Auszahlungsphase zu Lebzeiten des Zulageberechtigten der Fall des § 92a Absatz 3 Satz 1 ein, dann ist
innerhalb eines Zeitraums zwischen dem zehnten und 20. 27Jahr nach dem Beginn der Auszahlungsphase das Einfache
des nach Satz 5 noch nicht erfassten Auflösungsbetrags als Leistung nach Satz 1 zu erfassen; § 92a Absatz 3 Satz 9 gilt entsprechend mit der Maßgabe, dass als noch nicht zurückgeführter Betrag im Wohnförderkonto der noch nicht erfasste Auflösungsbetrag gilt. <28SUP class="Rec">7Bei erstmaligem Bezug von Leistungen, in den Fällen des § 93 Absatz 1 sowie bei Änderung der im Kalenderjahr auszuzahlenden Leistung hat der Anbieter (§ 80) nach Ablauf des Kalenderjahres dem Steuerpflichtigen nach amtlich vorgeschriebenem Muster den Betrag der im abgelaufenen Kalenderjahr zugeflossenen Leistungen im Sinne der Sätze 1 bis 3 je gesondert mitzuteilen; mit Einverständnis des Steuerpflichtigen kann die Mitteilung elektronisch bereitgestellt werden. <29SUP class="Rec">8Werden dem Steuerpflichtigen Abschluss- und Vertriebskosten eines Altersvorsorgevertrages erstattet, gilt der Erstattungsbetrag als Leistung im Sinne des Satzes 1. <30SUP class="Rec">9In den Fällen des § 3 Nummer 55a richtet sich die Zuordnung zu Satz 1 oder Satz 2 bei der ausgleichsberechtigten Person danach, wie eine nur auf die Ehezeit bezogene Zuordnung der sich aus dem übertragenen Anrecht ergebenden Leistung zu Satz 1 oder Satz 2 bei der ausgleichspflichtigen Person im Zeitpunkt der Übertragung ohne die Teilung vorzunehmen gewesen wäre. <31SUP class="Rec">10Dies gilt sinngemäß in den Fällen des § 3 Nummer 55 und 55e. <32SUP class="Rec">11Wird eine Versorgungsverpflichtung nach § 3 Nummer 66 auf einen Pensionsfonds übertragen und hat der Steuerpflichtige bereits vor dieser Übertragung Leistungen auf Grund dieser Versorgungsverpflichtung erhalten, so sind insoweit auf die Leistungen aus dem Pensionsfonds im Sinne des Satzes 1 die Beträge nach § 9a Satz 1 Nummer 1 und § 19 Absatz 2 entsprechend anzuwenden; § 9a Satz 1 Nummer 3 ist nicht anzuwenden. <33SUP class="Rec">12Wird auf Grund einer internen Teilung nach § 10 des Versorgungsausgleichsgesetzes oder einer externen Teilung nach § 14 des Versorgungsausgleichsgesetzes ein Anrecht zugunsten der ausgleichsberechtigten Person begründet, so gilt dieser Vertrag insoweit zu dem gleichen Zeitpunkt als abgeschlossen wie der Vertrag der ausgleichspflichtigen Person, wenn die aus dem Vertrag der ausgleichspflichtigen Person ausgezahlten Leistungen zu einer Besteuerung nach Satz 2 führen. <34SUP class="Rec">13Für Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen nach § 93 Absatz 3 ist § 34 Absatz 1 entsprechend anzuwenden. <35SUP class="Rec">14Soweit Begünstigungen, die mit denen in Satz 2 vergleichbar sind, bei der deutschen Besteuerung gewährt wurden, gelten die darauf beruhenden Leistungen ebenfalls als Leistung nach Satz 1. <36SUP class="Rec">15§ 20 Absatz 1 Nummer 6 Satz 9 in der ab dem 27. Juli 2016 geltenden Fassung ist anzuwenden, soweit keine Steuerbefreiung nach den §§ 8 bis 12 des Investmentsteuergesetzes erfolgt ist.
§ 22 BauNVO
(3) In der geschlossenen Bauweise werden die Gebäude ohne seitlichen Grenzabstand errichtet, es sei denn, dass die vorhandene Bebauung eine Abweichung erfordert.
(4) 1Im Bebauungsplan kann eine von Absatz 1 abweichende Bauweise festgesetzt werden. 2Dabei kann auch festgesetzt werden, inwieweit an die vorderen, rückwärtigen und seitlichen Grundstücksgrenzen herangebaut werden darf oder muss.

References: § 80
 § 80
 § 80
 § 212
 § 80
 § 212
 § 69
 § 69
 § 6
 § 22
 § 154
 § 162
 § 154
 § 67
 § 2
 § 15
 § 10
 § 4
 § 10
 § 10
 § 10
 § 3
 § 10
 § 92
 § 92
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 93
 § 92
 § 92
 § 92
 § 92
 § 92
 § 93
 § 3
 § 3
 § 3
 § 9
 § 19
 § 9
 § 10
 § 14
 § 93
 § 34

§ 22