Source: http://palikanon.de/khuddaka/jataka/j416.htm
Timestamp: 2017-04-24 22:45:58+00:00

Document:
416 Parantapa-Jataka
Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 416. Die Erzählung von Parantapa (Parantapa-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Veluvana verweilte, mit Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta. — Damals nämlich begannen die Mönche in der Lehrhalle folgendes Gespräch: „Freund, Devadatta ist immer darauf aus, den Vollendeten zu töten. Er hat die Bogenschützen ausgesandt, den Felsen geschleudert und den Elefanten Nalagiri losgelassen. Er ersinnt immer ein Mittel, um den Vollendeten zu vernichten.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach er: „Nicht nur jetzt, ihr Mönche, sondern auch früher schon war dieser auf meinen Tod bedacht; während er aber mir nicht einmal Furcht einflößen konnte, geriet er selbst dadurch ins Unglück.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Als ehedem zu Benares Brahmadatta regierte, nahm der Bodhisattva im Schoße von dessen erster Gemahlin seine Wiedergeburt. Nachdem er herangewachsen war, erlernte er zu Takkasila alle Künste. Er machte sich auch einen Zauberspruch zu eigen, mit dem er alle Tierstimmen verstehen konnte. Nachdem er sich bei seinem Lehrer Mühe gegeben, kehrte er nach Benares zurück. Der Vater verlieh ihm die Stelle des Vizekönigs. Obwohl er ihn aber zum Vizekönig gemacht hatte, bekam er Lust, ihn zu töten, und wünschte, ihn nicht mehr zu sehen.
§1. „Es wird sich mir das Böse nahen, es wird sich nahen mir Gefahr;
denn damals ward ein Zweig bewegt
von einem Menschen oder Tier.“
§2. „Nach meiner Gattin hab ich Sehnsucht, der scheuen [2], die nicht gar so fern; sie wird mich gelb und mager machen, so wie der Zweig Parantapa.“
§3. „Mit Schmerz erfüllt mich die Geliebte, die in der Stadt weilt ohne Tadel;
sie wird mich gelb und mager machen, so wie der Zweig Parantapa.“
§4. „Wenn an ihr schwarzes Aug' ich denke, ihr Lächeln, ihre süßen Worte,
so werd' ich gelb davon und mager,
wie durch den Zweig Parantapa.“ —
§5. „Jetzt ist der Laut zu dir gedrungen und hat dir alles nun erzählt;
verkündigt ward es dir von dem,
der einst den Zweig hat losgelassen.
§6. Zu deinem Ohr ist jetzt gedrungen, was ich in meiner Torheit dachte;
§7. „Du hast doch dieses wohl gewusst, dass du in Todesnot wirst kommen;
und doch hast meinen Vater du
getäuscht und zugedeckt mit Zweigen.“
§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals war der alte König Devadatta, der junge König aber war ich.“
[1] D. h. er treibt an der Oberfläche des Wassers und ist so leicht erreichbar wie eine Ware in einem Laden.
[2] Ein Ehrenname für eine Frau, die immer ihren Mann fürchten soll.
[3] Neil übersetzt: „made him take a stick“. Gemeint ist aber jedenfalls der Stock, an dem er den vermeintlichen Blinden leitet.

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7