Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.11.2005&Aktenzeichen=VIII%20ZR%205/05
Timestamp: 2019-10-23 09:12:39+00:00

Document:
BGH, 16.11.2005 - VIII ZR 5/05 - dejure.org
https://dejure.org/2005,861
BGH, 16.11.2005 - VIII ZR 5/05 (https://dejure.org/2005,861)
BGH, Entscheidung vom 16.11.2005 - VIII ZR 5/05 (https://dejure.org/2005,861)
BGH, Entscheidung vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05 (https://dejure.org/2005,861)
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Parabolantenne für deutsche Mieter polnischer Herkunft - Gemeinschaftsrechtliche Dimension
Duldungspflicht des Vermieters im Falle der Anbringung einer Parabolantenne am Balkon durch den Mieter; Wertung einer Größenangabe im Klägerantrag als Beschreibung oder Eingrenzung des Streitgegenstandes; Grundrechtsabwägung zwischen Eigentumsrecht des Vermieters und ...
Parabolantenne auf dem Balkon - Einzelfall entscheidet
Keine Parabolantenne des Mieters bei vorhandenem Kabelanschluß
Anbringung einer Parabolantenne am Balkon
Mietrecht - Anspruch auf Duldung einer Parabolantenne
Satellitenschüsseln: Kabelfernsehen reicht aus
Mieter darf Parabolantenne bei überwiegendem Informationsinteresse aufstellen - Duldungspflicht des Vermieters trotz fehlender Zustimmung
AG Berlin-Charlottenburg, 17.05.2004 - 211 C 207/03
NJW 2006, 1062
NZM 2006, 98
ZMR 2006, 195
NJ 2006, 174
Der Anspruch umfasst auch die Beseitigung eines vom Mieter geschaffenen vertragswidrigen Zustandes (Senatsurteil vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, NJW 2006, 1062, unter II 2).
Diese Grundsätze fordern eine Abwägung unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls, für die sich jede schematische Lösung verbietet (Senatsurteil vom 16. November 2005, aaO, unter III 1 m.w.N.).
Ist Nr. 7 Abs. 1 e), Abs. 2 der Allgemeinen Vertragsbedingungen dagegen anwendbar, kann sich die Klägerin auf ihre fehlende Zustimmung nicht berufen, wenn sie diese hätte erteilen müssen (Senatsurteil vom 16. November 2005, aaO, unter II 2 a).
Bei der Verfügbarkeit eines Kabelanschlusses ist allerdings regelmäßig ein sachbezogener Grund zur Versagung der Genehmigung einer zusätzlichen Parabolantenne gegeben (Senatsurteil vom 16. November 2005, aaO, unter III 2 a m.w.N.).
b) Die erforderliche Abwägung, ob das Informationsrecht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG im konkreten Fall das Eigentumsrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG überwiegt, ist grundsätzlich Aufgabe des Tatrichters und vom Revisionsgericht nur eingeschränkt überprüfbar (…Senatsurteile vom 10. Oktober 2007 - VIII ZR 260/06, aaO Rn. 14; vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, aaO Rn. 27;… vom 2. März 2005 - VIII ZR 118/04, aaO unter II 2 b;… Senatsbeschlüsse vom 21. September 2010 - VIII ZR 275/09, WuM 2010, 737 Rn. 4;… vom 16. September 2009 - VIII ZR 67/08, aaO Rn. 5;… vom 17. April 2007 - VIII ZR 63/04, aaO Rn. 3).
Das Interesse der Beklagten, von polnischen Fernsehsendern über die Ereignisse aus dem näheren Bereich ihres früheren Heimatlands unterrichtet zu werden, ist offensichtlich (vgl. BGH, Urt. v. 16. November 2005, VIII ZR 5/05, NJW 2006, 1062, Rdn. 1, 25 ff.).
Der Anspruch umfasst dabei auch die Beseitigung eines vom Mieter geschaffenen vertragswidrigen Zustands (BGH, Urteil vom 10.10.2007, Az.: VIII ZR 260/06; BGH, Urteil vom 16. Mai 2007, Az.: VIII ZR 207/04; BGH, Urteil vom 16. November 2005, Az.: VIII ZR 5/05).
28 Insofern erfasst diese mietvertragliche Regelung die hier vorliegende Fallgestaltung aber gerade noch, weil zwar auch der mitvermietete Garten als Teil der mit angemieteten Wohnung anzusehen ist, die hier streitbefangene Antenne aber "außerhalb der angemieteten Wohnung" liegt (BGH, Urteil vom 16.11.2005, Az.: VIII ZR 5/05, u. a. in: NJW 2006, Seiten 1062 ff.).
Der Anspruch umfasst auch die Beseitigung eines vom Mieter geschaffenen vertragswidrigen Zustandes (Senatsurteile vom 16. Mai 2007 - VIII ZR 207/04, WuM 2007, 381, unter II 1, und vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, NJW 2006, 1062, unter II 2).
Das erfordert in der Regel eine fallbezogene Abwägung der von dem eingeschränkten Grundrecht und dem grundrechtsbeschränkenden Gesetz geschützten Interessen, die im Rahmen der auslegungsfähigen Tatbestandsmerkmale des bürgerlichen Rechts (§§ 535 Abs. 1 Satz 1 und 2, 242 BGB) vorzunehmen ist (BVerfGE 90, 27, 32 ff.; BVerfG…, Beschluss vom 24. Januar 2005, aaO, unter II 2 b aa; Senatsurteil vom 16. November 2005, aaO, unter III 1 m.w.N.).
Die Abwägung, ob das Informationsrecht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 GG und/oder sein Grundrecht auf Religionsfreiheit aus Art. 4 GG im konkreten Fall das Eigentumsrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG überwiegen, ist grundsätzlich Aufgabe des Tatrichters und vom Revisionsgericht nur eingeschränkt überprüfbar (Senatsurteile vom 16. November 2005, aaO, unter III 3, und vom 2. März 2005 - VIII ZR 118/04, NJW-RR 2005, 596, unter II 2 b).
Die erforderliche Abwägung, ob das Informationsrecht des Mieters aus Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG im konkreten Fall das Eigentumsrecht des Vermieters aus Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG überwiegt, ist grundsätzlich Aufgabe des Tatrichters und vom Revisionsgericht nur eingeschränkt überprüfbar (…Senatsurteile vom 10. Oktober 2007 - VIII ZR 260/06, aaO Rn. 14; vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, aaO Rn. 27;… vom 2. März 2005 - VIII ZR 118/04, aaO unter II 2 b;… Senatsbeschlüsse vom 16. September 2009 - VIII ZR 67/08, aaO Rn. 5;… vom 17. April 2007 - VIII ZR 63/04, aaO Rn. 3).
Das Berufungsgericht ist zu Recht davon ausgegangen, dass bei der Verfügbarkeit eines Kabelanschlusses regelmäßig ein sachbezogener Grund zur Versagung der Genehmigung einer Parabolantenne gegeben ist (Senatsurteil vom 16. November 2005 - VIII ZR 5/05, NJW 2006, 1062, unter III 2 a).
Die angemessene Berücksichtigung der Interessen der anderen Wohnungseigentümer bringt es mit sich, dass der Antragsteller seine zwar grundrechtlich geschützten, jedoch speziellen und über den durchschnittlichen Bedarf hinausgehenden Interessen nicht vollständig einseitig durchzusetzen vermag (s. auch BGH, MDR 2006, 741 für das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter).
Dies ist bereits dann der Fall, wenn die Zurückweisung der Berufung beantragt wird, denn dadurch bringt die Partei zum Ausdruck, dass sie an demjenigen festhalten will, was das erstinstanzliche Gericht ihr zugesprochen hat (vgl. BAG v. 14.12.1994 - 5 AZR 696/93 - AP Nr. 14 zu § 611 BGB Abmahnung; BGH v. 16.01.2005 a.a.O.;… BGH v. 06.12.1978 a.a.O.;… Zöller-Vollkommer, ZPO, 29. Auflage 2012, § 308 Rn.7).
AG Frankenthal, 21.07.2016 - 3a C 183/16
Wohnraummiete: Anspruch auf Entfernung einer ohne Zustimmung des Vermieters …
AG Augsburg, 26.07.2011 - 25 C 623/11
Wohnraummiete: Anspruch des ausländischen Mieters auf Duldung einer …
AG Königswinter, 08.06.2007 - 10 C 32/07
Anspruch des Vermieters gegen die Mieter auf Entfernung einer Parabolantenne auf …
AG München, 07.11.2018 - 472 C 16138/18
Vertragswidriger Gebrauch der Mietsache!
LG Frankfurt/Main, 31.08.2010 - 17 S 105/09

References: Art. 5
 Art. 14
 Art. 5
 Art. 4
 Art. 14
 Art. 5
 Art. 14
 § 611
 BGH 
 BGH 
 § 308