Source: http://pfeiffer-kollegen.com/strafrecht/
Timestamp: 2017-11-17 20:51:27+00:00

Document:
Kompetente Strafverteidigung, Opfervertretung, Strafverfolgung und Verteidigung in Rechtsmittelinstanzen.
Wirtschaftsstrafrecht, Steuerhinterziehung, Drogen, Betäubungsmittel, Vergewaltigung, Sexueller Missbrauch, Mord, Totschlag
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Unser Tätigkeitsspektrum im Strafrecht
Informieren Sie sich über unser Leistungsspektrum im Strafrecht.
Die Strafverteidiger unserer Kanzlei sorgen für die optmale Wahrung Ihrer Interessen in einem Strafverfahren.
Sollten Sie Opfer einer Straftat geworden sein, machen wir Ihre Rechte im Strafverfahren umfassend geltend und sorgen für Ihre Entschädigung.
Sollten Sie oder Ihre Angehörigen Opfer von Straftaten geworden sein, helfen wir Ihnen anwaltlich bei der Aufklärung der Straftaten unf sorgen für Ermittlungen.
Sollten Sie bereits verurteilt worden sein, beraten und vertreten wir Sie in den Rechtsmittelverfahren, wie z. B. Berufung, Revision oder Verfassungsbeschwerde.
Das Strafrecht erfasst die unterschiedlichsten Straftaten. Infomieren Sie sich im Folgenden über einzelnen Delikte, bei denen wir häufig tätig werden.
Unter dem Begriff Wirtschaftsstrafrecht werden Delikte zusammengefasst, die ein Handeln im wirtschaftlichen Kontext unter Strafe stellen.
Hauptsächlich geht es im Wirtschaftsstrafrecht um Straftaten aus den Folgenden Fallgruppen:
Vorenthalten von Sozialabgaben
„Diebstahl“ geistigen Eigentums
Wirtschaftsstrafverfahren sind in der Regel sehr komplex und das vom Verteidiger zu sichtende Aktenmaterial häufig sehr umfangreich. Nicht selten sind mehrere Umzugskisten voll Akten durchzuarbeiten.
Der Verteidiger in Wirtschaftsstrafsachen weist ein hohes Maß an Kenntnis auf bezüglich der wirtschaftlichen Prozesse in Unternehmen und Institutionen und durchschaut auch die zivilrechtlichen Hintergründe der im Verfahren relevanten Vorgänge.
Bestandteil der Verteidigerarbeit ist auch die Auseinandersetzung mit den wirtschaftlichen Folgen eines Strafverfahrens.
Der Wirtschaftsstrafverteidiger unterstützt den Mandant im Fall einer Hausdurchsuchung und sorgt dafür, dass bei der Beschlagnahme von Geschäftsunterlagen ein weiterer Betrieb des Unternehmens gewährleistet ist.
Werden Konten „eingefroren“ oder Wertgegenstände beschlagnahmt zur späteren Verwertung, so vertritt der Rechtsanwalt im Wirtschaftsstrafrecht seinen Mandanten auch in den zugehörigen Zivilverfahren.
Wirtschaftsstrafverfahren sind häufig langwierig. Wir kennen deren Besonderheiten und erarbeiten mit unseren Mandanten die strafrechtlich als auch zivilrechtlich optimale Strategie.
Das Steuerstrafrecht gehört zum Bereich des Wirtschaftsrechts.
Jeder Steuerpflichtige läuft Gefahr, Steuern zu hinterziehen bzw. zu verkürzen. In Betracht kommen verschiedene Steuerarten, wie z. B.:
Umsatzsteuer (vor allem bei sog. „Umsatzsteuerkarussels“)
Einkommenssteuer (z. B. im Fall der Annahme von „Schwarzgeld“)
Lohnsteuer (z. B. wenn Arbeitnehmer „schwarz beschäftigt“ werden)
Kapitalertragssteuer (u. a. im Zusammenhang mit Geldanlagen, auch Kryptowährungen wie z. B. Bitcoins)
Eine weitere häufig vorkommende Fallgruppe ist die des „Zigarettenschmuggels“.
Abhängig von der Höhe der hinterzogenen Steuern kann in solchen Verfahren auch Untersuchungshaft im Raum stehen.
Häufig haben die Mandanten in Fällen der Steuerhinterziehung Interessen an einem „geräuschlosen“ Verfahren und streben eine Erledigung ohne öffentliche Hauptverhandlung an.
Es ist häufig sinnvoll nicht nur mit der Staatsanwaltschaft sondern auch dem zuständigen Finanzamt in Kontakt zu treten, um eine gesamthafte Lösung im Sinne einer tatsächlichen Verständigung herbei zu führen.
Der Verteidiger in Steuerstrafsachen kann aber auch gefragt sein, bevor überhaupt ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet wurde, um eine steuerliche Selbstanzeige mit dem Mandant zu besprechen.
An eine steuerliche Selbstanzeige werden hohe Anforderungen gestellt. Nur wenn diese eingehalten werden, hat die Selbstanzeige auch strafbefreiende Wirkung.
Wir arbeiten gerne mit Ihrem Steuerberater zusammen, verfügen aber auch über ein Netzwerk von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern, die besonders in Steuerstrafverfahren qualifiziert sind.
Das Sexualstrafrecht ist eines der sensibelsten Gebiete im Strafrecht.
Beschuldigte einer Sexualstraftat sehen sich nicht nur mit dem strafrechtlichen Vorwurf konfrontiert. Zugleich wird gegen Sie eine moralische Anklage erhoben und bereits die bloße Einleitung eines solchen Ermittlungsverfahrens geht mit einer Vorverurteilungswirkung einher.
Opfer einer Sexualstraftat leiden nicht nur unter einer erheblichen psychischen Belastung. Nicht selten wird Ihnen nicht geglaubt. Möglicherweise müssen Sie immer wieder von den Übergriffen erzählen und jedes Mal wird durch die Straftat die „alte Wunde“ erneut aufgerissen.
Zum Sexualstrafrecht zählen insbesondere folgende Straftaten:
sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung
sexueller Missbrauch von Kindern bzw. Jugendlichen
sonstiger sexueller Missbrauch
Kinderpornografie und Jugendpornografie
Bei vielen Strafverfahren wegen Sexualstraftaten liegt eine Aussage-gegen-Aussage-Situation vor, d. h. nur Täter und Opfer können Angaben zu dem Vorwurf machen.
Der Strafverteidiger bzw. Verletztenvertreter verfügt über besondere Kenntnisse im Bereich der Aussagepsychologie. Bei kindlichen Geschädigten aber z. T. auch erwachsenen wird eine aussage-psychologisches Sachverständigengutachten eingeholt um zu klären, ob das Opfer überhaupt aussagen kann und ob dessen Aussage glaubhaft ist.
Im Bereich der Straftaten wegen Kinder-, Jugend- oder sonstiger Pornografie spielen inzwischen profunde IT-Kenntnisse eine wichtige Rolle. Wie etwaige Bilder oder Videos auf Computer gelangt sind, wird im Strafverfahren nachvollzogen. Nicht selten sind die entsprechenden Auswertungen ungenau oder unvollständig. Dies ist zu rügen. Ggf. ist ein it-forensisches Sachverständigengutachten zu beantragen.
Wechselwirkungen ergeben sich bei Sexualstraftaten häufig mit dem Familienrecht. Nicht selten führen solche Vorwürfe zu Trennungen oder Scheidungen, die mit Gerichtsprozessen enden. Häufig wird im Fall kindlicher Geschädigter auch das Jugendamt eingeschaltet.
Gleich ob Opfer oder Täter gehen wir sensibel mit unseren Mandanten bei einer im Raum stehenden Sexualstraftat um und berücksichtigen die dramatische Situation eines solchen Verfahrens.
Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) stellt nahezu jeglichen Umgang mit Betäubungsmitteln, außer den Konsum selbst, unter Strafe.
Am häufigsten sind Verfahren wegen folgender Rauschmittel:
Heroin (bzw. sog. „Schore“)
Metamphetamin (bzw. sog. „Crystal Meth“)
Amphetamin (sog. „Speed“ oder „Pep“)
Ecstasy (auch „XTC“ oder sog. „Pillen“)
LSD (sog. „Acid“)
Psilocybin (sog. „Mushrooms“ oder „Pilze“)
Cannabis (Marihuana bzw. „Gras“ oder Haschisch bzw. „Dope“)
Die unter Strafe gestellten Tatbestände sind vielfältig: Strafbar sind das Handeltreiben, also insbesondere der Verkauf und der Einkauf zum Weiterverkauf, der Anbau, die Herstellung, die Einfuhr, die Ausfuhr, die Veräußerung, der Erwerb, die Abgabe, das sonstige “in Verkehr bringen” oder “sich beschaffen”, um nur die wichtigsten Tabestände zu nennen.
Ebenso vielfältig sind die Vorwürfe, die gegen einzelne Beschuldigte erhoben werden.
Die Vorwürfe reichen von der regieführenden Beteiligung in einer Bande, die Kokain tonnenweise in die Bundesrepublik Deutschland eingeführt hat bis hin zum Besitz von Haschisch oder Marihuana im Grammbereich.
Bei der Verteidigung in “großen” Betäubungsmittelverfahren, in denen es um erhebliche Mengen von Betäubungsmitteln oder sogar um die Beteiligung im Bereich sogenannter Organisierter Kriminalität geht, muss der Verteidiger sich insbesondere mit den rechtlichen Grenzen verdeckter polizeilicher Ermittlungsmethoden auskennen und gegen unzulässige Strafverfolgungsmaßnahme vorgehen, wenn dies für den Beschuldigten vorteilhaft ist.
In nahezu jedem großen oder mittleren Betäubungsmittelverfahren finden Telefonüberwachungen oder längerfristige Observationen statt. Ferner sind der Einsatz von verdeckten Ermittlern, polizeilichen Lockspitzeln und V-Leuten häufig eingesetzte Ermittlungsinstrumente.
Von zentraler Bedeutung im Betäubungsmittelstrafrecht ist die Vorschrift des § 31 BtMG. Danach wird demjenigen Beschuldigten Strafmilderung in Aussicht gestellt, der “Aufklärungshilfe” dahin leistet, also dazu beiträgt, dass die Tat über seinen eigenen Tatbeitrag hinaus aufgeklärt werden kann.
Viele Rauschgiftverfahren kommen erst in Gang, weil ein Beschuldigter seine Abnehmer oder Lieferanten benennt und sie mit der Begehung von Verstößen gegen das BtmG belastet.
Das sogenannte „Singen“ ist allerdings nicht immer die erste Wahl. Es können sich auch andere Verteidigungsstrategien anbieten.
Zum Einen sind die persönlichen Verflechtungen des Beschuldigten genau zu analysieren und das Gefahrenpotential etwaiger Repressionen durch die von ihm Belasteten. Der „Verpfiffene“ wird den Beschuldigten, der von § 31 BtmG Gebrauch macht, schnell als „Verräter“ betrachten.
Zum Anderen ist abzuwägen, welchen Vorteil ein Geständnis bringt, dass Strafverfahren gegen Dritte nach sich zieht. Möglicherweise ist eine Strafe ohnehin nicht vermeidbar oder die Vorwürfe wiegen nicht allzu schwer.
Bei der Verteidigung von betäubungsmittelabhängigen Personen ist immer zu berücksichtigen, dass – auch wenn keine Strafaussetzung zur Bewährung mehr in Frage kommt – die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe u. U. aufgrund der Regelung des § 35 BtMG wegen der Durchführung einer Drogentherapie zurückgestellt werden kann. Wird die Therapie erfolgreich durchgeführt, kann nachträglich die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden.
Ein großes Frage in Betäubungsmittelverfahren ist, ob eine Angeklagter ggf. gem. § 64 StGB in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden soll. Dies bringt regelmäßig das Problem mit sich, dass bei ausbleibendem Therapieerfolg möglicherweise ein längerer Freiheitsentzug stattfindet, als ursprünglich mit einem Urteil ausgesprochen.
Bestandteil einer guten Verteidigung, ist es ausgehend von der persönlichen Situation des Beschuldigten herauszufinden, ob eine Verteidigung in Richtung § 35 BtmG, § 64 StGB oder unter Vermeidung jedweder therapeutischer Maßnahmen für den Mandanten am sinnvollsten ist.
Von ebenfalls großer praktischer Bedeutung sind die verwaltungsrechtlichen Nebenfolgen, wenn einem Beschuldigten z. B. vorgeworfen wird, Betäubungsmittel konsumiert zu haben.
Dem Betroffenen droht der Entzug der Fahrerlaubnis oder die Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Diese Konsequenzen müssen von der Verteidigung bei der Beratung des Mandanten mit einbezogen werden, ggf. können Maßnahmen zur Abwendung des Fahrerlaubnisentzugs eingeleitet werden. Ist der Fahrerlaubnisentzug unvermeidbar ist eine Beratung erforderlich, wie der Führerschein schnellstmöglich zurück erlangt werden kann.
Das IT-Strafrecht ist eine Querschnittsmaterie aus Vorschriften, die Delikte im Zusammenhang mit Informationstechnologien betreffen, sowie Straftaten, die einen hohen IT-Bezug aufweisen
Nicht selten sind Verfahren wegen Ausspähens und Abfangens von Daten (§§ 202a, 202b StGB). Dies trifft häufig relevant beim Einsatz von Trojanern, Sniffern oder ähnlicher Malware zu. Illegale Informationsgewinnung wird weiterhin in der Vorschrift des § 17 UWG geregelt, der den Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen sanktioniert. Im Zusammenhang mit Trojanern u. ä. werden gleichermaßen häufig datenschutzrechtliche Ordnungswidrigkeiten- oder gar Strafvorschriften verletzt (§§ 43, 44 BDSG).
Bei Hacking-Angriffen, insbesondere Denial-Of-Service-Attacken, werden die Tatbestände der Datenveränderung und der Computersabotage verwirklicht sein gemäß §§ 303a, 303b StGB.
Die Computersabotage kann ebenso verwirklicht werden, wenn es beim Einsatz von Trojanern zu Störungen an der Datenbankanlage kommt, an der die Trojaner eingesetzt werden
Beim Phishing werden Kunden auf gefälschte Webseiten gelockt und geben dort gutgläubig ihre Zugangsdaten ein, die dann später rechtswidrig genutzt werden, z. B. indem Überweisungen von den Geschädigten- auf Täterkonten veranlasst werden.
Beim Einholen der Daten über die gefälschte Webseite liegt eine Fälschung beweiserheblicher Daten gemäß § 269 StGB, Ordnungswidrigkeiten- oder Straftatbestände aus dem Datenschutz, §§ 43, 44 BDSG sowie ein Abfangen von Daten gemäß § 202b StGB vor.
Beim Verwenden der Daten zur rechtswidrigen Erlangung von Geld wird meist ein Computerbetrug gemäß § 263a StGB begangen. Ein etwaiger Finanzkurier, auf dessen Konto das “gephishte” Geld gezahlt wird, der es dann abhebt und dem Phisher aushändigt, macht sich hierbei in der Regel der Beihilfe strafbar.
Technische Kentnisse der Informationstechnologien sind von einem Strafverteidiger gefragt insbesondere im Zusammenhang mit der Verbreitung, Erwerb und Besitz kinder- und/oder jugendpornographischer Schriften, §§ 184b, 184c StGB. Dies Delikte werden regelmäßig unter Verwendung des Internets oder anderer Datenleitungen verwirklicht, was auch gleichsam häufig Verteidigungsansätze bietet. Nicht zuletzt sind die IT-Kenntnisse bei den Strafgerichten und Staatsanwaltschaften in der Regel nicht so ausgeprägt wie bei einem auf den IT-Bereich spezialisierten Strafverteidiger.
Auch sonst werden verschiedene Delikte immer wieder unter Verwendung oder in Bezug auf das Internet begangen, so z. B. Erpressung, Betrug, Beleidung, Üble Nachrede, Verleumdung etc. Wann immer Sie beschuldigt sein sollten, eine solche Straftat begangen zu haben oder auch wenn Sie Opfer eines entsprechenden Delikts sind, empfiehlt es sich, einen in der Informationstechnologie versierten Rechtsanwalt mit ihrer Verteidigung oder Vertretung zu beauftragen
Auch bei der Verfolgung oder Abwendung von zivilrechtlichen Ansprüchen im Zusammenhang mit Taten, die dem IT-Strafrecht zugeordnet werden können, sind besondere informationstechnologische Kenntnisse eines Rechtsanwalts gefragt.
Kapitalstrafrecht (Mord/Totschlag)
In Prozessen, in denen dem Beschuldigten ein Tötungsdelikt, wie Mord oder Totschlag vorgeworfen wird, geht es um viel.
Die bei einer Verurteilung drohenden Rechtsfolgen sind schwerwiegend: Lebenslange oder beträchtliche zeitige Freiheitsstrafen, Sicherungsverwahrung und Unterbringung in der geschlossenen Psychatrie stehen im Raum.
Die Verteidigung in solchen Verfahren erfordert ein Höchsmaß an Professionalität, Engagement und Wissen, um einen ordnungsgemäßen Prozeß zu sichern und den Beschuldigten gegebenfalls vor einem Fehlurteil mit dramatischen Konsequenzen zu bewahren.
Die immer ausgefeilteren Methoden der Kriminalwissenschaften machen im Bereich der Tötungsdelikte inzwischen Aufklärungsquoten von über 90 % möglich. Beim Verteidiger sind daher nicht nur ausgewiesene Rechtskenntnisse, sondern auch Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Kriminalistik und Forensik gefragt. Der Verteidiger ist in der Lage, Gutachten von Sachverständigen auf ihre Qualität und Richtigkeit zu überprüfen.
In Betracht kommen insbesondere Gutachten zu folgenden Fragestellungen:
DNA-Gutachten (Genmaterial)
daktyloskopisches Gutachten (Fingerabdrücke)
Schriftvergleichungsgutachten
forensisch-psychatrisches Gutachten (zur Sicherungsverwahrung bzw. Schuldfähigkeit)
Dem fachlich auf dem Gebiet des Sachverständigen gut vorbereiteten Verteidiger wird es nicht selten gelingen, den Sachverständigen bei einem „schwachen“ Gutachten in der Befragung in der Gerichtsverhandlung in Erklärungsnöte zu bringen. Damit können womöglich nachteilige Folgen des Sachverständigengutachtens für den Beschuldigten abgewendet werden. Ggf. kann auch ein Obergutachten eines anderen Sachverständigen beantragt werden oder ein Methodengutachten, um zu prüfen, ob der Sachverständige richtig gearbeitet hat.
In besonderem Maß ist in solchen Verfahren Rückgrat und Unerschrockenheit des Verteidigers von Nöten.
Daneben fallen in diesen Bereich Verfahren wegen fahrlässiger Tötung.
Zu denken ist dabei an Geschehen im Straßenverkehr aber auch an Betriebsunfälle.
In letzterem Fall weiß der kompetente Strafverteidiger zu überzeugen mit profundem Wissen aus dem Bereich der Arbeitssicherheit.
Neben der Verteidigung an sich spielt auch die Abwehr von Schadensersatzansprüchen durch die Hinterbliebenen eines Verstorbenen immer wieder eine maßgebliche Rolle.
Neben den Tötungs- bzw. Kapitaldelikten, dem Raub und den Sexualstraftaten, fallen in der polizeilichen Kriminalstatistik unter den Begriff der Gewaltdelikte insbesondere Körperverletzungsdelikte.
Körperverletzungsverfahren können für den Beschuldigten erhebliche Auswirkungen haben.
Eine gefährliche Körperverletzung mit der Androhung einer Mindestfreiheitsstrafe von 6 Monaten steht schon bei Vorliegen eines der folgenden Kriterien im Raum:
Verwendung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen
Benutzung einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs
Gemeinschaftliche Begehung mit einem anderen
Herbeiführung einer (lediglich abstrakten) Lebensgefährdung
Kommt es zu nachhaltigen, sehr schlimmen Verletzungen bei dem Verletzten, steht eine schwere Körperverletzung im Raum, die mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr bedroht ist.
Statistisch gesehen sind die mit dem Vorwurf von Gewaltdelikten konfrontierten Beschuldigten männlich und verhältnismäßig jung. Nicht selten kommt daher in solchen Fällen die Anwendung des milderen Jugendstrafrechts in Betracht, dass maßgeblich von pädagogischen Prämissen bestimmt wird.
Die Verteidigung muß daher in einem solchen Fall mit den Besonderheiten des Jugendstrafrecht und des Jugendstrafverfahrens vertraut sein, um die Interessen des Beschuldigten bestmöglich wahrnehmen zu können.
Bei Gewaltdelikten wird der Verteidiger auch regelmäßig mit einem Nebenkläger und Nebenklagevertreter im Verfahren “zu kämpfen” haben neben den üblichen Verfahrensbeteiligten, dem Gericht und der Staatsanwaltschaft. Inzwischen ist es üblich, dass bei derartigen Delikten die Opfer unmittelbar durch die Nebenklage Einfluss auf das Verfahren nehmen. Auch werden zivilrechtliche Schadensersatzansprüche inzwischen meist im Strafverfahren im Wege des sogenannten Adhäsionsverfahren mit erledigt.
Nicht selten wird bei dem Vorwurf der Körperverletzung auch eine Verteidigung auf Notwehr aufzubauen sein, wenn der Angeklagte sich nur verteidigt hat.
Die Bandbreite der Vermögens- und Eigentumsdelikte ist groß.
Ein großes Betätigungsfeld für Strafverteidiger ist der Bereich der Wohnungseinbruchsdiebstähle, die häufig bandenmäßig begangen werden und organisiert stattfinden.
Spezialabteilungen bei der Polizei und den Lands- bzw. Bundesstrafverfolgungsbehörden beschäftigen sich mit diesem Bereich der organisierten Kriminalität. Der Verteidiger muss deren Arbeitsweise kennen, die maßgeblich durch den Einsatz von Vertrauenspersonen, verdeckten Ermittlern und verdeckten Strafverfolgungsmaßnahmen sowie Großeinsätzen für massenhafte Festnahmen bestimmt ist.
Bei Einbruchdiebstählen spielen schließlich häufig DNA-Gutachten und daktyloskopische Gutachten eine große Rolle um potentielle Täter zu überführen. Der Verteidiger muss sich daher mit den Grundlagen dieser Begutachtungen auskennen, um frühzeitig die passende Verteidigungsstrategie entwickeln zu können.
Im Bereich der Raubstraftaten sind ebenso organisierte Raubzüge wieder verstärkt zu verzeichnen, die im Kontext von organisierter Kriminalität stehen.
Allein die Zuordnung zu einer bestimmten Gruppierung oder Familie kann schon den Tatverdacht auf eine Person lenken. Der Strafverteidiger erkennt diese Vorverurteilungsmechanismen und wirkt Ihnen durch eine differenzierte Vermittlung der Position des Mandanten entgegen.
Ohne fachkundige Verteidigung wird in Strafverfahren wegen Vermögen- und Eigentumsdelikten schnell aus einer Indizienlage ein Tatverdacht gebildet, die hierfür gar nicht ausreichend ist. Der kompetente Strafverteidiger erkennt solche Mängel der Beweislage und nimmt die erforderlichen Verteidigungshandlungen vor, um Staatsanwaltschaft und Gericht davon zu überzeugen, dass die Beweislage für eine Verurteilung nicht ausreichend ist.
Die Tatbestände, die zu einem Straf- oder Bußgeldverfahren im Zusammenhang mit dem Führen von Kraftfahrzeugen führen können, sind vielfältig.
Praktisch bedeutsam sind vor allem Tatvorwürfe, die das Führen von Kraftfahrzeugen nach Alkoholkonsum oder dem Konsum anderer Betäubungsmittel betreffen.
Ein Bußgeldverfahren ist zu erwarten, wenn man mit mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut angetroffen wird. Liegt die Blutalkoholkonzentration eines Kraftfahrers über 1,1 Promille wird ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr eingeleitet. Schwerwiegender sind die Konsequenzen, wenn es zu konkreten Gefährdungen des Straßenverkehrs kommt, soweit nachzuweisen ist, daß hierfür der Konsum von Alkohol oder Betäubungsmitteln ursächlich ist. In solchen Fällen kann es schon bei wesentlich geringeren Blutalkoholwerten zur Strafverfolgung kommen.
Einem mutmaßlich fahrlässigen Unfallverursacher droht bei entsprechendem Personenschaden ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung oder sogar fahrlässiger Tötung.
Weitere gegenüber Straßenverkehrsteilnehmern häufig erhobene Tatvorwürfe sind das Unerlaubte Entfernen vom Unfallort (sog. “Unfallflucht”) und Nötigung sowie Beleidigung.
Strafrechtliche Fälle aus dem Straßenverkehrsrecht bieten für die Verteidigung häufig eine Fülle von Ansatzpunkten, um den Verfahrensausgang im Sinne des Mandanten günstig zu beeinflussen.
Es gilt z. T. schwerwiegende Konsequenzen soweit möglich abzuwenden oder abzumildern. Häufig drohen den Beschuldigten Geld- und Freiheitstrafen, Entziehung der Fahrerlaubnis oder ein Fahrverbot.

References: § 31
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 § 35
 § 64
 § 35
 § 64
 § 17
 § 269
 § 202
 § 263