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Timestamp: 2017-07-22 10:41:41+00:00

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Mussolinis Sprachpolitik anhand des Beispiels Südtirol
Veröffentlicht von:Jacob Hauer
Präsentation zum Thema: "Mussolinis Sprachpolitik anhand des Beispiels Südtirol"— Präsentation transkript:
Mussolinis Sprachpolitik anhand des Beispiels SüdtirolPS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Mussolinis Sprachpolitik in Italien-Politik der kompletten Italianisierung -„Bereinigung“ der italienischen Sprache von allem „Nichtitalienischen“ -Italianisierung wurde auf allen Instanzen gefördert -nichtitalienische Presse verboten -Ortsnamen italianisiert -nichtitalienische Beamten ersetzt -rein italienischer Schulunterricht PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Mussolinis Sprachpolitik in ItalienBetroffene: -Südtirol -das Kanatal -zimbrische Sprachinseln im Trentino, Venetien und Friaul-Julisch Venetien -Istrien -Dalmatien -das Aostatal -regionale itialienische Dialekte PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Der Totengräber Süd-Tirols Ettore Tolomei, Rovereto (Trentino), Historiker und Geograf -italienischer Nationalist und später Faschist -der fanatischste Aktivist der Italianisierung Südtirols -begann bereits 1890 mit Propaganda für die Italianisierung Südtirols -spricht von einer „Re-Italianisierung“ -der Erfinder der meisten italienischen Orts- und Flurbezeichnungen Südtirols PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Der Totengräber Südtirols-der Meinung Südtirol gehöre rechtmäßig zu Italien -wollte das Ladinische ans Italienische assimilieren um einen italienisch-ladinischen Keil zwischen die Südtiroler zu treiben -begann 1906 systematisch südtiroler Orts-, Flur-, und Familiennamen zu italianisieren und in seiner Zeitung „Archivio“ zu veröffentlichen -1916 gründete er eine Kommission für die Toponomastik Südtirols mit einem Bibliothekar und einem Botaniker/Chemiker; sie italianisierten in 40 Tagen über südtiroler Namen -dabei stützten sie sich auf Tolomeis private Studien PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Italianisierte Namen -zum Teil waren schon italienische Namen in Gebrauch: Bozen – Bolzano, Sterzing – Vipiteno -zum Teil wurden deutschen Namen italienische Endungen angehängt: Bruneck – Brunico -wenn vorhanden ging man von lateinischen Bezeichnungen aus und italianisierte sie: Eppan - Appiano (von Castrum Appianum)‏ -oder Namen wurden wortwörtlich übersetzt: Mittewald – Mezzaselva -einige Namen sind auch Neubildungen: Gossensaß - Colle Isarco (weil der Eisack an einem Hügel vorbeifließt, auf dem die Kirche steht)‏ -der Name Südtirol durchlief mehrere Namensvorschläge: Alto Trentino, Trentino Superiore, Valdadige Superiore und schließlich Alto Adige -dieser Name wird heute noch verwendet, obwohl sich viele dafür einsetzen, die italienische Bezeichnung Sud Tirolo durchzusetzen PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Tolomei im Faschismus -1923 wurde Tolomei Senator und erhielt von Mussolini den offiziellen Auftrag Südtirol zu italianisieren -er arbeitete ein 32 Punkte umfassendes Programm aus -einige Punkte die deutsche Sprache betreffend: §7. die Einführung des Italienischen als Amtssprache §8. Entlassung der deutschen Beamten und Ersetzung durch italienische §11. Verbot des Namens Südtirol und Deutsch-Tirol §13. Italianisierung der deutschen Ortsnamen §14. Italienisierung der öffentlichen Aufschriften §15. Italianisierung der Straßen- und Wegbezeichnungen §16. Italianisierung der verdeutschten Familiennamen §23. Großzügige Förderung der italienischen Sprache und Kultur §29. Verwendung des Italienischen bei Prozessen und vor Gericht PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Italianisierung Südtirols-das Programm wurde Schritt für Schritt durchgeführt -vor allem Majorisierungspolitik betrieben: durch Zuwanderung eine italienische Mehrheit im Lande erlangen -Namen wie Tirol, Südtirol etc. wurden unter Strafe verboten -im öffentlichen Leben durfte nur noch Italienisch gesprochen werden, dies wurde überwacht -es wurden sogar deutsche Grabinschriften verboten PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Italianisierung der Schule-ab 1928 nur noch italienischer Unterricht -deutsche Schulen und Kindergärten geschlossen -deutsche Lehrer entlassen oder zwangsversetzt -italienische Lehrer aus den andere Provinzen angeheuert -ca Schüler betroffen -auch Religionsunterricht in deutsch verboten, später erlaubte der Papst allerdings außerschulischen Pfarrunterricht auf Deutsch PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Katakombenschulen -1924 unter Michael Gamper ins Leben gerufen-von suspendierten Lehrern und Priestern unterstützt -deutsches Schulmaterial über die Grenze geschmuggelt -Unterricht in Kellern, Scheunen, Dachböden, Bauernstuben -ab ging Italien aggressiv dagegen vor -wurde aber erst 1940 aufgelöst, als Deutsch wieder einen offiziellen Status hatte PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Die Option -1939 Abkommen zwischen Hitler und Mussolini-Südtiroler vor Wahl gestellt: Heimat verlassen, um Brauchtum und Sprache zu behalten, oder dableiben und zu Italienern werden -86% optierten für Deutschland, davon wanderten 50% wirklich aus -das Dekret wurde 1946 widerrufen, viele kehrten wieder nach Südtirol zurück PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Das Gruber-DeGasperi-Abkommen-1946 vom italienischen Ministerpräsidenten De Gasperi (Bild rechts) und österreichischem Außenminister Gruber (Bild links) unterzeichnet -Grundstein für das Überleben der Südtiroler in Italien -deutsche Sprache wird der italienischen gleichgestellt -dem südtiroler Volkscharakter wird Schutz versprochen -Gleichberechtigung in öffentlichen Ämtern -Bildung einer Autonomie (noch ein langer Weg bis dahin)‏ PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
Situation heute -deutsche Sprache der italienischen vollkommen gleichgestellt -deutsche und italienische Schulen, mit jeweils andere Sprache als erste Fremdsprache ab dem ersten Schuljahr -Zweisprachigkeitsnachweis für Berufe erforderlich -Beamte nach Sprachgruppenprozentsatz eingesetzt -fast alle Südtiroler beherrschen Deutsch und Italienisch -zweisprachige Ortsnamen beibehalten -zum Teil noch Streitigkeiten, aber im Grunde Frieden zwischen den Sprachgruppen -letzte Volkszählung 2001 mit Sprachzugehörigkeitsbestimmung: -70% Deutschsprachig -26% Italienischsprachig -4% Ladinischsprachig PS: Sprachtodforschung	Gregory Ian Posch
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