Source: https://www.fachstelle-kinderschutz.de/arbeitsinhalte.html
Timestamp: 2018-11-14 15:34:25+00:00

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Kernaufgaben der Fachstelle Kinderschutz
Die Landesempfehlungen zu Kooperation und Netzwerkarbeit
Gelingende Netzwerkarbeit benötigt auf der Planungsebene einen konkreten Netzwerkauftrag. Und auf der operativen Ebene braucht es Konzepte, die die im Kinderschutz beteiligten Akteuren und Institutionen in ihren Arbeitsalltag integrieren können.
Die Empfehlungen zum Umgang und zur Zusammenarbeit bei Kindesvernachlässigung und Kindesmisshandlung stellen mit ihrer Übersicht über die jeweiligen Verfahrenswege und Zuständigkeiten zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen eine Art "Kinderschutz-Navigationssystem" für das Land Brandenburg dar. Doch wie können die sogenannten "Landesempfehlungen" in den Landkreisen und kreisfreien Städten wirksam werden? Die Fachstelle Kinderschutz bietet an, die Umsetzung in örtliche Handlungsstrukturen fachlich zu begleiten. Bei Bedarf können z. B. entsprechende Veranstaltungen und/oder Arbeitsgruppen fachlich anleitend und moderierend vor- und nachbereitet sowie direkt begleitet werden.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Hans Leitner: info@start-ggmbh.de.
Die Fachstelle Kinderschutz befragt seit 2007 regelmäßig die Brandenburger Jugendämter, welche jugendamtsübergreifenden Arbeitsformen es in ihrem Landkreise bzw. ihrer kreifreien Stadt gibt. Die Ergebnisse sind hier als aktuelle Zusammenfassung veröffentlicht:
Kooperationen im Kinderschutz
Überblick zum Stand der Entwicklungen regionaler Arbeitsgemeinschaften
Fachkräfte fit im Kinderschutz
Der § 8 a SGB VIII erfasst mit seinem Geltungsbereich auch alle Dienste und Einrichtungen, die Leistungen nach dem SGB VIII erbringen. Ob Kindergärten, Horte oder Jugendclubs – alle freien und kommunalen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sind jetzt beim Kinderschutz verbindlich in die Pflicht genommen.
Um diesen neuen Aufgaben qualifiziert zu begegnen, brauchen die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe Unterstützung. Die Fachstelle Kinderschutz bietet dazu verschiedene prozessbegleitende Fort- und Weiterbildungen an. In den Seminaren, Workshops und Beratungen werden Fragen aus der Praxis behandelt, wie zum Beispiel: Woran erkennt man, dass ein Kind vernachlässigt oder misshandelt wird? Muss sofort eingeschritten werden? Oder ist es sinnvoll, zunächst mit den Eltern zu sprechen? Wie spreche ich Eltern auf den Verdacht hin an?
Im vergangenen Jahr haben die Jugendämter das Angebot der Fachstelle im vollen leistbaren Umfang ausgeschöpft. Insgesamt fanden 80 Veranstaltungen statt. Die Mehrzahl der Jugendämter hat das Kontingent an Beratungstagen in Anspruch genommen. Weitere Informationen enthalten der Arbeitsbericht 2006, der Arbeitsbericht 2007, der Arbeitsbericht 2008 sowie der Arbeitsbericht 2009.
Praxisberatung und Krisenintervention
Das Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebot der Fachstelle Kinderschutz wurde auf der Grundlage einer Bedarfserhebung bei allen Brandenburger Jugendämtern zusammengestellt und umfasst folgende strategische Arbeitsansätze:
Entwickeln, Qualifizieren und Evaluation von Verfahren, Handlungsleitlinien und Vereinbarungen
Initiieren und Entwickeln von Kooperation und Netzwerkarbeit
Einzelfallbearbeitung und beratung
Mit ihrem Angebot an Praxisbegleitung richtet sich die Fachstelle Kinderschutz an alle Jugendämter im Land Brandenburg. Diese können ihrerseits Einrichtungen und Dienste der Kinder- und Jugendhilfe in den Prozess einbeziehen. Jedes Jugendamt im Land Brandenburg hat im Jahr 2008 die Möglichkeit, je bis zu drei Beratertage im Rahmen der Landesförderung in Anspruch zu nehmen. Zur Bewältigung von krisenhaften Situationen bietet die Fachstelle bei Bedarf zusätzliche Beratungs- und Begleitungsleistungen.
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Karin Troscheit: info@start-ggmbh.de.
Experten*innenpool
Beim Praxisbegleitsystem arbeitet die Fachstelle mit qualifizierten Referentinnen und Referenten zusammen.
Übersicht Experten*innenpool
Eine Übersicht der Experten mit ihren jeweiligen Themenschwerpunkten steht hier zum Download zur Verfügung.
Mehr Handlungssicherheit im Jugendamt
Bei jedem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung müssen die ASD-Mitarbeiter der Jugendämter nach § 8a Abs.1 SGB VIII entscheiden: Ist das Kindeswohl tatsächlich bedroht? Muss sofort eingeschritten werden? Sind die Eltern ausreichend kooperationsbereit, nehmen sie die Hilfe an? Oder muss gar ein Antrag beim Familiengericht auf Einschränkung oder Entzug des Personensorgerechts gestellt werden?
In der Vergangenheit ergaben sich die Unsicherheiten im Wesentlichen aus unzureichend klaren Regelungen u. a. bezüglich Verantwortlichkeit im Kinder- und Jugendhilferecht. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe  KICK  am 1. Oktober 2005 sind die vermeintlichen rechtlichen Lücken beseitigt.
Doch an vielen Stellen bleibt das Gesetz auch nach Einführung des § 8a SBG VIII interpretationsbedürftig. Die gesetzlichen Vorgaben müssen in die Alltagspraxis übersetzt werden. Dazu wurde bundesweit bereits eine Reihe einschlägiger Verfahren und Leitlinien entwickelt. Auch in Brandenburg hat eine Arbeitsgruppe von ASD-Leiterinnen einen Leitfaden zur Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung  § 8a SGB VIIIerarbeitet.
Diese oder andere Verfahrensstandards und Handlungsrichtlinien gehören bei den meisten Jugendämtern und Trägern in Brandenburg zur institutionellen Ausstattung. Sie müssen nun in Folge der jüngsten Änderungen im Kinder- und Jugendhilferecht (weiter-) entwickelt werden. Notwendig ist dabei die kontinuierliche kritische Reflexion: Wie alltagstauglich ist das bislang angewandte Verfahren? Wieweit stärkt es wirklich Handlungssicherheit der Fachkräfte? Ist es ein wirksames Handwerkzeug, um bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung auf der Grundlage einer soliden Einschätzung zu handeln?
Bei diesem Prozess bietet die Fachstelle Kinderschutz den Brandenburger Jugendämtern fachliche Begleitung
Prozessbegleitung bei der Weiterentwicklung von Verfahren nach § 8a SGB VIII
Die Fachstelle Kinderschutz bietet den Jugendämtern in Brandenburg fachliche Unterstützung bei der Weiterentwicklung geeigneter Verfahren und Standards nach § 8a SGB VIII an. Ziel ist, dass jedes Jugendamt seine Verfahren zum Schutzauftrag kritisch überprüft: Vor dem Hintergrund der aktuellen Gesetzeslage und weiterentwickelter Instrumente müssen die Verfahren an die praktischen Regelungs- und Handlungserfordernisse angepasst werden.
Prozessbegleitung bei der Überprüfung und Weiterentwicklung eigener Arbeitsmaterialien für den ASD:
Die Fachstelle übernimmt dabei die Rolle als fachlicher Impulsgeber und inhaltlicher Ratgeber für örtlich zu führende ergebnisorientierte Debatten.
Der Implementationsprozess wird mit dem Ziel begleitet, die Jugendämter beim Erfüllen ihres Schutzauftrages zu unterstützen.
Dazu gehören das Festlegen und die Implementation von
gesicherten Verfahrensabläufen für fachkompetentes, kooperatives Reflektieren und Handeln
weitere systematische Instrumente zur Risikoeinschätzung
geeignete Formen der Dokumentation sowie
eine wirkungsorientierte Ergebnisbewertung.
Welche Empfehlungen haben sich in der Praxis bewährt, welche Empfehlungen aus anderen Bundesländern können integriert oder als Anregung zur Weiterentwicklung des eigenen Verfahrens genommen werden?
Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Hans Leitner: hans.leitner@start-ggmbh.de
Beispiele von Verfahren und Leitlinien
Die Fachstelle Kinderschutz hat eine bundesweite Recherche durchgeführt, um einen Überblick über die in der Praxis der Jugendämter verwendeten Verfahren bzw. entsprechende landes- und bundesweite Empfehlungen zu erhalten. Der Bericht ist auf dieser Website an anderer Stelle veröffentlicht und steht dort zum Download zur Verfügung.
An dieser Stelle geben wir einen Überblick über bundesweite Verfahren und Leitlinien nach § 8a SGB VIII. Die folgende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und beinhaltet keine qualitative Bewertung der Verfahren:
In Brandenburg hat eine Arbeitsgruppe von ASD-Leiterinnen den "Leitfaden zur Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung – § 8a SGB VIII" erarbeitet.
Hamburger Handlungsempfehlungen zum Umgang mit der „Garantenstellung" des Jugendamtes bei Kindeswohlgefährdung
Der Stuttgarter Kinderschutzbogen kann gegen eine Gebühr von 5 Euro bestellt werden bei Wulfhild Reich.
Deutscher Städtetag: Empfehlungen zur Festlegung fachlicher Verfahrensstandards in den Jugendämtern bei akut schwerwiegender Gefährdung des Kindeswohls (www.dijuf.de)
Institut für soziale Arbeit e.V.: Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung
Deutsches Jugendinstitut: Heinz Kindler, Susanna Lillig, Herbert Blüml, Thomas Meysen, Annegret Werner (Hg.): Handbuch Kindeswohlgefährdung nach §1666 BGB und Allgemeiner Sozialer Dienst
Stadt Dormagen (Hrsg.): Dormagener Qualitätskatalog der Jugendhilfe. Ein Modell kooperativer Qualitätsentwicklung. Leske Budrich (Leverkusen) 2001. 262 Seiten. ISBN 3-8100-3336-7
Landkreistag Saarland: Gefährdung des Kindeswohls – Krisenintervention
Unterstützung für Praxis und Politik
Die Fachstelle Kinderschutz unterstützt Praxis und Politik mit fachlichen Stellungnahmen. Und in ihren Studien und Expertisen greift die Fachstelle Kinderschutz Kernfragen der aktuellen Fachdebatte auf.
Die bisher veröffentlichten Papiere stehen hier zum Download bereit.

References: § 8
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 §1666