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Timestamp: 2016-10-26 13:31:52+00:00

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2C_1141/2012 (01.05.2013)
2C_1141/2012
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Luzern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, vom 8. Oktober 2012.
A.a Der aus dem Kosovo stammende Y.________ (geboren 18. September 1979) reiste als Kind in die Schweiz ein, erhielt am 31. August 1986 eine Aufenthalts- und am 10. Juni 1992 eine Niederlassungsbewilligung. Er ist seit dem 2. M�rz 2001 mit der in der Schweiz niedergelassenen portugiesischen Staatsangeh�rigen Z.________ verheiratet. Das Paar hat drei Kinder (geboren 1999, 2002 und 2011), die alle �ber die portugiesische Staatsb�rgerschaft und eine Niederlassungsbewilligung verf�gen.
A.b Y.________ trat bereits als Jugendlicher im Alter von 14 Jahren strafrechtlich mit einer T�tlichkeit in Erscheinung. Es folgten innerhalb von zwei Jahren vier weitere Verfehlungen (Diebstahl, SVG-Delikte und verbotenes Waffentragen). Im Alter von 17 Jahren wurde er wegen qualifizierter einfacher K�rperverletzung zu 30 Tagen Einschliessung verurteilt. Ab 1998 bis 2001 wurde er achtmal wegen �bertretungen oder Vergehen verurteilt, wegen (teils massiven) Verst�ssen gegen das SVG, T�tlichkeiten, Drohungen und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz. Er wurde am 6. Dezember 1999 fremdenpolizeilich verwarnt. Am 18. April 2000 schlug Y.________ im Rahmen einer t�tlichen Auseinandersetzung mehrmals mit einer Eisenstange auf ein Opfer ein. Am 16. November 2001 lockte er zusammen mit einem Komplizen ein Opfer in eine Falle, setzte es massiv unter Druck und n�tigte es, Fr. 6'000.-- zu �bergeben. Am 18. November 2001 beging er zusammen mit einem Mitt�ter einen bewaffneten Raub�berfall. Am 2. Dezember 2001 schoss er zwei Mal auf ein unbewaffnetes Opfer, ohne vorher angegriffen worden zu sein. Das Opfer erlitt schwere Verletzungen und ist seither teilinvalid. Y.________ wurde in der Tatnacht festgenommen und befand sich vom 2. Dezember 2001 bis 16. April 2002 in Untersuchungshaft. Am 29. Januar 2003 beging er zusammen mit einem Mitt�ter einen qualifizierten Raub, bei welchem das Opfer gefesselt und mit F�ssen ins Gesicht getreten wurde. Er wurde erneut in Untersuchungshaft versetzt. Von dort aus verfasste er mehrere Kassiber, um zwei Personen zu falschen Aussagen zu bewegen und seine Ehefrau sowie seinen Bruder und Vater aufzufordern, gegen Bezahlung Zeugen zu suchen, die ihn entlasten w�rden. Nach einem Rechtsmittelverfahren, das bis vor Bundesgericht f�hrte (Urteil 6B_236/2008 vom 1. September 2008) wurde er mit Urteil des Obergerichts des Kantons Luzern vom 15. Januar 2009 wegen der genannten Sachverhalte (vollendeter Versuch der vors�tzlichen T�tung; Gef�hrdung des Lebens; Raub; qualifizierter Raub; r�uberische Erpressung; mehrfacher vollendeter Versuch der Anstiftung zu falschem Zeugnis) zu einer Freiheitsstrafe von neun Jahren verurteilt.
A.c Das Amt f�r Migration des Kantons Luzern widerrief mit Verf�gung vom 28. Juni 2011 die Niederlassungsbewilligung von Y.________ und wies diesen aus der Schweiz weg.
Das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern (Entscheid vom 23. M�rz 2012) und das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern (Urteil vom 8. Oktober 2012) wiesen die dagegen erhobenen Rechtsmittel ab.
Y.________ erhebt mit Eingabe vom 19. November 2012 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Begehren, es sei die angefochtene Verf�gung aufzuheben und ihm die Niederlassungsbewilligung EG/EFTA zu belassen. Eventualiter sei ihm die Anwesenheit im Kanton Luzern durch Erteilung einer von seiner portugiesischen Ehefrau abgeleiteten Aufenthaltsbewilligung EG/EFTA zu bewilligen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern sowie das Bundesamt f�r Migration beantragen Abweisung der Beschwerde.
Mit Verf�gung vom 22. November 2012 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung des Bundesgerichts der Beschwerde antragsgem�ss die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts gegen Entscheide betreffend Bewilligungen ausgeschlossen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umt (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Gegen den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung kann ohne weitere Voraussetzungen an das Bundesgericht gelangt werden, da diese zeitlich unbeschr�nkt gilt (vgl. Art. 34 Abs. 1 AuG [SR 142.20]) und ohne Widerruf weiterhin Rechtswirkungen entfalten w�rde (BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4). Der Beschwerdef�hrer kann sich sodann als Ehemann einer portugiesischen Staatsangeh�rigen auf das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europ�ischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits �ber die Freiz�gigkeit (FZA; SR 0.142.112.681) und zudem auf Art. 8 EMRK berufen.
1.2 Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es legt seinem Urteil die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Mit einer Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten k�nnen diese nur dann ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig, d.h. willk�rlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.2.2 S. 252; 133 III 393 E. 7.1 S. 398) oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen. Zudem ist vom Beschwerdef�hrer aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
1.3 Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen vor Bundesgericht nur so weit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Der Beschwerdef�hrer reicht als Novum einen Bericht von Dr. med. Q.________ vom 15. November 2012 ein. Ob dieses Novum zul�ssig ist, kann mit Hinblick auf das Folgende (vgl. E. 4.3.1 hiernach) offen bleiben.
2.1 Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn der Ausl�nder zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe, d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG; BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381). Dieser Widerrufsgrund gilt auch bei Niederlassungsbewilligungen ausl�ndischer Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG). Er bildet ebenfalls Grundlage f�r den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung EG/EFTA, da diese durch das Freiz�gigkeitsabkommen nicht geregelt ist und nach Massgabe des nationalen Rechts erteilt wird (vgl. Art. 2 Abs. 2 AuG; Art. 5 und 23 Abs. 2 VEP [SR 142.203]; vgl. Urteil 2C_831/2010 vom 27. Mai 2011 E. 2.2). Dabei ist aber zus�tzlich zu ber�cksichtigen, dass eine strafrechtliche Verurteilung nur insoweit als Anlass f�r einen Bewilligungswiderruf herangezogen werden darf, als die ihr zugrunde liegenden Umst�nde ein pers�nliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenw�rtige Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung darstellt. Art. 5 Anhang I FZA steht aufenthaltsbeendenden Massnahmen entgegen, die (allein) aus generalpr�ventiven Gr�nden verf�gt werden. Dabei kommt es wesentlich auf das R�ckfallrisiko an. Verlangt wird eine nach Art und Ausmass der m�glichen Rechtsg�terverletzung zu differenzierende, hinreichende Wahrscheinlichkeit, dass der Ausl�nder auch k�nftig die �ffentliche Sicherheit und Ordnung st�ren wird. Je schwerer die m�glichen Rechtsg�terverletzungen wiegen, desto niedriger sind die Anforderungen, welche an die hinzunehmende R�ckfallgefahr zu stellen sind (BGE 136 II 5 E. 4.2 S. 20; Urteile 2C_401/2012 vom 18. September 2012 E. 3.3; 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 4.3, nicht publ. in: BGE 137 II 233; je mit Hinweisen).
2.2 Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung muss verh�ltnism�ssig sein (Art. 96 AuG; Art. 8 Abs. 2 EMRK; BGE 135 II 377 E. 4.3 und 4.5 S. 381 ff.). Dabei sind praxisgem�ss namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 135 II 377 E. 4.3 S. 381; Urteil des EGMR Trabelsi gegen Deutschland vom 13. Oktober 2011 [41548/06], �� 53 ff.). Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit Zur�ckhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn der Ausl�nder hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (BGE 135 II 110 E. 2.1 S. 112; Urteile 2C_888/2012 vom 14. M�rz 2013 E. 2.2; 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.3; Urteil Trabelsi, � 54), und zwar auch bei Ausl�ndern, die dem FZA unterstehen (BGE 130 II 176 E. 4.4 S. 190). Bei schweren Straftaten und bei R�ckfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht regelm�ssig ein wesentliches �ffentliches Interesse, die Anwesenheit eines Ausl�nders zu beenden, der dermassen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung beeintr�chtigt (Urteil 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1, nicht publ. in: BGE 137 II 233; BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190). Eine strenge Praxis gilt insbesondere bei Delikten gegen die k�rperliche Integrit�t; selbst ein relativ geringes R�ckfallrisiko muss in diesen F�llen nicht hingenommen werden (Urteil 2C_926/2011 E. 2.3.2, zur Publikation vorgesehen; BGE 130 II 176 E. 4.2-4.4 S. 185 ff.; 125 II 521 E. 4a S. 527).
2.3 Strafrecht und Ausl�nderrecht verfolgen unterschiedliche Ziele und sind unabh�ngig voneinander anzuwenden. Der Straf- und Massnahmenvollzug hat nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung; f�r die Fremdenpolizeibeh�rden steht demgegen�ber das Interesse der �ffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich f�r die Legalprognose ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbeh�rden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt; auch eine aus der Sicht des Massnahmenvollzugs positive Entwicklung oder ein klagloses Verhalten im Strafvollzug schliessen eine R�ckfallgefahr und eine fremdenpolizeiliche Ausweisung nicht aus (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 237 mit Hinweisen).
Vorliegend ist der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG unbestritten und klarerweise erf�llt. In Bezug auf die Verh�ltnism�ssigkeit hat die Vorinstanz erwogen, die lange Deliktsserie innerhalb von zehn Jahren, insbesondere die �usserst schweren Delikte gegen Leib und Leben, die k�rperliche Integrit�t und das Verm�gen, zeugten von einer hochgradigen kriminellen Energie und deuteten auf eine grosse Unbelehrbarkeit und eine nicht hinnehmbare Gleichg�ltigkeit gegen�ber der schweizerischen Rechtsordnung hin. Obwohl das letzte Delikt Jahre zur�ck liege, sei das �ffentliche Interesse an einer Wegweisung aus der Schweiz nach wie vor sehr gross. Der Beschwerdef�hrer habe �usserst verwerflich gehandelt, indem er selbst nach der versuchten T�tung und der anschliessenden mehrmonatigen Untersuchungshaft erneut ein massives Gewaltdelikt begangen habe. Das gesamte Vorgehen zeuge von einem nicht hinnehmbaren kriminellen Potenzial und k�nne nicht mehr als Sozialisationsschwierigkeit w�hrend der Adoleszenz betrachtet werden. Der Beschwerdef�hrer befinde sich nach dem Strafvollzug seit rund 1 2/3 Jahren in Freiheit, wobei er sich wohl verhalten habe; angesichts der langen Deliktskarriere k�nne aber noch nicht von einer nachhaltigen Bew�hrung die Rede sein. Die Therapeutin Dr. Q.________ und die Vollzugs- und Bew�hrungsdienste seien hinsichtlich der Legalprognose positiv eingestellt. Es gebe aber nach wie vor ein gewisses Risiko zu beachten. Zwar habe sich die Situation des Beschwerdef�hrers stabilisiert, aber eine Ver�nderung der Umweltfaktoren k�nnte wieder Einfluss auf das Verhalten des Beschwerdef�hrers haben. Auch die Familie sei nicht zwingend ein stabilisierender Faktor, habe sie ihn doch nicht von seiner aussergew�hnlich schweren Delinquenz abhalten k�nnen. Sodann zeige der Beschwerdef�hrer keine echte Einsicht und Reue f�r seine Taten. Er habe diese im Strafverfahren durchwegs bestritten oder verharmlost. Noch im Jahre 2010 habe er seine Taten bagatellisiert, was auf eine nicht unerhebliche Verdr�ngung hinweise. In der Psychopathy Checklist Revised (PCL-R) habe er immerhin 13 Punkte erzielt.
Von der Einholung eines weiteren Berichts von Dr. Q.________ sah das Verwaltungsgericht in antizipierter Beweisw�rdigung ab. In Bezug auf die pers�nlichen und famili�ren Verh�ltnisse erwog es, der Beschwerdef�hrer sei im Alter von sieben Jahren in die Schweiz gekommen; er k�nne somit nicht als Ausl�nder der zweiten Generation gelten. Er sei zwar seit langer Zeit in der Schweiz, wo er einen Grossteil seiner Kindheit und seine Jugend verbracht habe, habe sich aber nie richtig in ein Gef�ge einzuordnen vermocht und auch in der Arbeitswelt nie richtig Fuss fassen k�nnen. Die sprachliche und gesellschaftliche Integration sei nicht aussergew�hnlich. Er habe seine Straftaten vorwiegend zusammen mit Personen aus seinem Kulturkreis begangen. Positiv zu w�rdigen seien seine famili�ren Verh�ltnisse und die seit elf Jahren bestehende Ehe. Indessen habe die Ehefrau ihn geheiratet, als er bereits fremdenpolizeilich verwarnt und schon wieder straff�llig geworden war. Sie habe somit Kenntnis haben m�ssen, dass sie die Beziehung allenfalls nicht in der Schweiz werde leben k�nnen. Auch sei das Verh�ltnis zu den Kindern intakt und lebten seine Eltern und sein j�ngerer Bruder im gleichen Haus. Er habe wohl nach wie vor eine gewisse Beziehung zu seiner Heimat; die albanische Kultur scheine ihm vertraut zu sein und er spreche gut albanisch. Es m�ge zwar zutreffen, dass er keine nahen Verwandten mehr im Kosovo habe, aber er bringe nicht vor, �berhaupt keine Verwandten mehr dort zu haben; angesichts der notorischen engen verwandtschaftlichen Bande albanischer Grossfamilien d�rfte es ihm m�glich sein, die erforderliche Unterst�tzung bei der Reintegration in der Heimat zu finden. Zudem habe er zahlreiche Beziehungen zu Landsleuten in der Schweiz, woraus sich ein Bezug zum Kosovo ergebe. Die Ehefrau und die Kinder tr�fe ein Umzug in den Kosovo sicher hart, doch k�nne die Frage der Zumutbarkeit offen bleiben, da die Ehefrau den Beschwerdef�hrer im Wissen geheiratet habe, die Ehe allenfalls nicht in der Schweiz f�hren zu k�nnen und die Familie bereits durch die langj�hrige Haft des Vaters an dessen Abwesenheit gewohnt sei. Insgesamt sei die Wegweisung aus der Schweiz verh�ltnism�ssig im Sinne des AuG und der EMRK und verletze auch das FZA nicht, da nach wie vor von einer gegenw�rtigen Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung und Sicherheit auszugehen sei.
Der Beschwerdef�hrer erhebt verschiedene Sachverhaltsr�gen.
4.1 Er macht zun�chst - wie schon vor der Vorinstanz - geltend, er sei zwar erst im Alter von sieben Jahren in der Schweiz registriert worden, aber effektiv bereits im Alter von drei Monaten eingereist und habe somit fast sein ganzes bisheriges Leben in der Schweiz verbracht. Die Vorinstanz hat sich damit auseinandergesetzt und erwogen, diese Angabe lasse sich nicht verifizieren und decke sich auch nicht mit den fr�her vom Beschwerdef�hrer selber gemachten Angaben. Die Vorbringen des Beschwerdef�hrers lassen diese Feststellungen nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen.
4.2 Weiter kritisiert der Beschwerdef�hrer die vorinstanzliche Aussage, er bringe nicht vor, �berhaupt keine Verwandten in der Heimat zu haben; er habe im Gegenteil in der Beschwerde ausgef�hrt, er habe keinerlei Beziehungen zu Kosovo und dort keine n�heren Angeh�rigen mehr; die letzte n�chste Verwandte sei gestorben. Diese Aussage kann aber willk�rfrei so verstanden werden, wie sie die Vorinstanz verstanden hat, n�mlich dass der Beschwerdef�hrer zwar keine nahen Verwandten mehr habe, aber nicht vorbringe, er habe "�berhaupt keine Verwandten mehr" in der Heimat.
4.3 In erster Linie r�gt der Beschwerdef�hrer in sachverhaltlicher Hinsicht die von der Vorinstanz vorgenommene R�ckfallprognose.
4.3.1 In diesem Zusammenhang beanstandet er als Geh�rsverletzung, dass die Vorinstanz keinen aktuellen Bericht von Dr. Q.________ eingeholt habe, h�tte doch ein solcher Bericht durchaus sachdienliche Ausk�nfte �ber die aktuelle Legalprognose geben k�nnen. Der Vorinstanz lag der Schlussbericht von Dr. Q.________ vom 18. November 2010 vor, den sie gleich wie das Departement w�rdigte. Sie begr�ndete den Verzicht auf die Einholung eines erneuten Berichts damit, dass Dr. Q.________ in diesem Schlussbericht die Therapie als beendet erkl�rt habe; selbst wenn ein freiwilliger therapeutischer Kontakt weiterhin statt gefunden haben sollte, k�nne Dr. Q.________ �ber die seitherige Entwicklung kaum verl�ssliche Aussagen machen. Diese �berlegung ist - im Hinblick auf das rechtserhebliche Thema der R�ckfallprognose - nicht willk�rlich, zumal Dr. Q.________ in ihrem Bericht selber ausf�hrt, eine exakte forensische Legalprognose geh�re nicht zu einem Therapiebericht. Im �brigen f�hrt Dr. Q.________ auch in ihrem als Novum eingereichten Bericht vom 15. November 2012 aus, Aspekte, die zu Gunsten einer g�nstigen Legalprognose spr�chen, erg�ben sich am ehesten aus der Realit�t bzw. dem delinquenzfreien Verhalten. Damit wird auch im nachhinein best�tigt, dass der Verzicht auf die Einholung eines neuen Berichts vertretbar war, zumal das delinquenzfreie Verhalten als solches der Vorinstanz bekannt war und von ihr ber�cksichtigt worden ist.
4.3.2 Die Vorinstanz hat in ausf�hrlicher W�rdigung der ihr vorliegenden Tatsachen zwar verschiedene positive Faktoren erw�hnt, ist aber zur Folgerung gekommen, dass trotzdem nach wie vor ein gewisses Risiko zu beachten sei. Die Vorbringen des Beschwerdef�hrers lassen diese Sachverhaltsfeststellung nicht als offensichtlich unrichtig erscheinen. Insbesondere ist es entgegen der Darstellung des Beschwerdef�hrers nicht willk�rlich, wenn die Vorinstanz ausgef�hrt hat, das Wohlverhalten in Freiheit habe erst rund 1 2/3 Jahre gedauert, ohne dass Auflagen best�nden; in der Zeit des offenen Arbeitsexternats und der bedingten Entlassung bestanden solche Auflagen zumindest in der Form der angeordneten Therapie bei Dr. Q.________.
4.4 Weiter r�gt der Beschwerdef�hrer, die Vorinstanz habe die enge affektive Bindung des Beschwerdef�hrers zu seinen Kindern nicht anerkannt und die Anh�rung der Kinder verweigert, was eine Geh�rsverletzung darstelle. Soweit darin eine Sachverhaltsr�ge zu erblicken ist, l�uft sie ins Leere: Die Vorinstanz hat n�mlich anerkannt, dass die Bindung des Beschwerdef�hrers zu seinen Kindern intakt ist und gelebt wird. Sie hat offen gelassen, ob sie in affektiver Hinsicht besonders eng sei, weil sie dies als rechtlich nicht ausschlaggebend erachtete. Ob das zutrifft, ist nicht eine Sachverhalts-, sondern eine Rechtsfrage (vgl. E. 5.4 hiernach).
5.1 In rechtlicher Hinsicht hat die Vorinstanz die massgebende Rechtslage (vgl. E. 2 hiervor) korrekt wiedergegeben und angewendet. Sie hat mit Recht die langj�hrige und gewaltt�tige Deliktsserie und das im strafrechtlichen Urteil ausgedr�ckte sehr grosse Verschulden des Beschwerdef�hrers stark gewichtet. Die Praxis sowohl des Bundesgerichts als auch des EGMR misst der R�ckfallgefahr hohe Bedeutung zu (Urteil 2C_998/2012 vom 19. Februar 2013 E. 3; Urteil Trabelsi, � 57). Angesichts der Schwere der vom Beschwerdef�hrer wiederholt begangenen Delikte besteht ein sehr hohes �ffentliches Sicherheitsinteresse an einer Fernhaltemassnahme und muss das erw�hnte R�ckfallrisiko nicht hingenommen werden, zumal sich der Beschwerdef�hrer auch durch die fremdenpolizeiliche Verwarnung nicht von weiterer Delinquenz abhalten liess (Urteil Trabelsi, � 58). Die erst kurze Zeit der Bew�hrung in Freiheit vermag die wiederholte und �usserst schwere Deliktst�tigkeit nicht aufzuwiegen und stellt insbesondere keinen Beweis f�r ein nachhaltiges Wohlverhalten dar. Die vorinstanzliche Beurteilung ist auch mit dem FZA vereinbar, hat sie doch keineswegs auf generalpr�ventive Aspekte abgestellt, sondern auf die konkrete vom Beschwerdef�hrer ausgehende Gefahr f�r die �ffentliche Sicherheit. Dabei darf zwar die strafrechtliche Verurteilung nicht allein eine Entfernungsmassnahme begr�nden, doch kann sie insoweit ber�cksichtigt werden, als die ihr zugrunde liegenden Umst�nde ein pers�nliches Verhalten erkennen lassen, das eine gegenw�rtige Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung darstellt (BGE 130 II 176 E. 3.4.1 S. 183 ff.; Urteile 2C_487/2012 vom 2. April 2013 E. 4.4.1; 2C_839/2011 vom 28. Februar 2012 E. 2.3; 2A.247/2006 vom 3. August 2006 E. 2.4.3; 2A.30/2005 vom 21. Juni 2005 E. 5).
5.2 Der Beschwerdef�hrer macht unter Hinweis auf einige Literaturzitate geltend, der ausl�nderrechtliche Massstab f�r eine g�nstige Legalprognose d�rfe nicht wesentlich strenger sein als der strafrechtliche; andernfalls w�rden die betroffenen Personen f�r ausl�nderrechtliche Zwecke oder das Ausl�nderrecht f�r Strafzwecke instrumentalisiert und es finde eine unzul�ssige Doppelbestrafung statt. Diese Auffassung widerspricht jedoch der dargelegten Rechtsprechung (vgl. E. 2.3 hiervor), von welcher abzuweichen kein Anlass besteht. Auch der EGMR anerkennt in st�ndiger Praxis, dass ausl�nderrechtliche Entfernungsmassnahmen zus�tzlich zur strafrechtlichen Sanktion zul�ssig sind (statt vieler: Urteil des EGMR Shala gegen Schweiz vom 15. November 2012 �� 38 ff.; Urteil Trabelsi, �� 51 ff.; je mit Hinweisen).
5.3 Was die Beziehung zum Heimatland betrifft, hat die Vorinstanz gew�rdigt, dass der Beschwerdef�hrer dort keine direkten Kontakte hat, dass er aber albanisch spricht und mit der albanischen Kultur verbunden ist. Der Beschwerdef�hrer bringt keine konkreten Umst�nde vor, weshalb ihm eine R�ckkehr nicht zumutbar sein soll.
5.4 Die Vorinstanz hat auch die Beziehung des Beschwerdef�hrers zu seiner Familie ausf�hrlich gew�rdigt. Sie hat nicht verkannt, dass der Widerruf der Bewilligung f�r Frau und Kinder hart ist, aber mit Recht ber�cksichtigt, dass sich der Beschwerdef�hrer in der Vergangenheit durch Ehe und Vaterschaft nicht vom deliktischen Verhalten abhalten liess. Sodann hat die Vorinstanz mit Recht gew�rdigt, dass die Ehefrau den Beschwerdef�hrer in einem Zeitpunkt geheiratet hatte, als dieser bereits erheblich delinquiert hatte und fremdenpolizeilich verwarnt worden war. Sie musste sich deshalb bewusst sein, dass der weitere Aufenthalt ihres Mannes in der Schweiz nicht gesichert war (vgl. dazu Urteile 2C_833/2011 vom 6. Juni 2012 E. 3.3.3; 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3.4.3 sowie die Urteile des EGMR Darren Omoregie gegen Norwegen vom 31. Juli 2008 � 57 und Rodrigues da Silva gegen Niederlande vom 31. Januar 2006 � 39). Unter diesen Umst�nden und angesichts des grossen �ffentlichen Fernhalteinteresses ist der Bewilligungswiderruf auch dann zul�ssig, wenn dadurch gelebte Familienverh�ltnisse getrennt werden. Den Ehegatten steht es im �brigen frei, ob sich die Familie trennen soll oder ob die Ehefrau und die Kinder zusammen mit dem Mann in dessen Heimat ziehen wollen.
Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung erweist sich damit als rechtm�ssig. Insbesondere ist die damit verbundene Fernhaltung aus der Schweiz auch mit dem FZA vereinbar. Unter diesen Umst�nden ist auch der Eventualantrag unbegr�ndet, es sei dem Beschwerdef�hrer eine EU/EFTA-Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei seiner portugiesischen Ehefrau zu erteilen, da auch dieser Bewilligungsanspruch zu verneinen ist (Art. 5 Abs. 1 Anhang I FZA).
Nach dem Ausgef�hrten ist die Beschwerde unbegr�ndet und abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt der Beschwerdef�hrer die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Es sind keine Parteientsch�digungen geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird dem Beschwerdef�hrer, dem Amt f�r Migration, dem Justiz- und Sicherheitsdepartement und dem Verwaltungsgericht des Kantons Luzern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, sowie dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 34
 Art. 8
 Art. 95
 Art. 95
 Art. 62
 BGE 
 Art. 2
 Art. 5
 Art. 5
 BGE 
 Art. 8
 BGE 
 EGMR 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 63
 Art. 62
 EGMR 
 EGMR 
 EGMR 
 EGMR