Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=12.05.2005&Aktenzeichen=2%20BvR%20332%2F05
Timestamp: 2019-03-21 12:49:09+00:00

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BVerfG, 12.05.2005 - 2 BvR 332/05 - dejure.org
Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG; Art. 19 Abs. 4 GG; Art. 6 EMRK; § 112 StPO: § 125 Abs. 1 StPO; § 162 Abs. 1 StPO; § 34 Abs. 1 JGG; § 37 JGG; § 41 JGG; § 72 Abs. 6 JGG; § 102 JGG; § 120 GVG
Voraussetzungen von Anordnung und Aufrechterhaltung von Untersuchungshaft bei jugendlichen Beschuldigten; prozessuale Erledigung (zeitlich letzte Haftentscheidung als Grundlage für den Vollzug der Untersuchungshaft; Fortbestehen des Rechtsschutzbedürfnises trotz Erledigung); Garantie des gesetzlichen Richters (Verletzung durch die Judikative; an abstrakten Kriterien orientierte, im vorhinein getroffene Zuständigkeitsentscheidung; kein grundlegendes Verkennen von Inhalt und Reichweite der Garantie); "Jugendermittlungsrichter"
Keine Grundrechtsverletzung durch willkürfreie Aufstellung eines gerichtlichen Geschäftsverteilungsplans, gegen den im Hinblick auf § 34 Abs 1 JGG Bedenken bestehen
Erfordernis des Betrauens eines Jugendrichters mit dem Erlass eines Haftbefehls gegen einen Jugendlichen; Folgen des Verstoßes eines amtsgerichtlichen Geschäftsverteilungsplans gegen Vorschriften des Jugendgerichtsgesetzes (JGG); Rechtsschutzbedürfnis beim Eintritt prozessualer Überholung; Sinn und Zweck der Garantie des gesetzlichen Richters; Manipulative Einflussnahme auf die gerichtliche Zuständigkeit im Einzelfall
GG Art. 101 Abs. 1 S. 2; JGG § 34 Abs. 1
Verfassungsmäßigkeit des Einsatzes eines "Jugendermittlungsrichters"
AG Mönchengladbach, 17.11.2004 - 6 Gs 297/04
AG Mönchengladbach, 17.11.2004 - 6 Gs 298/04
LG Mönchengladbach, 08.12.2004 - 12 Qs 45/04
LG Mönchengladbach, 02.02.2005 - 12 KLs 11/05
OLG Düsseldorf, 02.02.2005 - 2 Ws 15/05
LG Mönchengladbach, 09.03.2005 - 12 KLs 11/05
BVerfGK 5, 230
NStZ 2005, 643
NStZ-RR 2005, 279
Zwar bildet nur die zeitlich letzte Entscheidung die Grundlage für den weiteren Vollzug der einstweiligen Unterbringung nach dem Therapieunterbringungsgesetz (vgl. zum Haftbefehl, BVerfGK 5, 230 ;… Graf, in: Karlsruher Kommentar zur StPO, 6. Aufl. 2008, § 117 Rn. 5;… Meyer-Goßner, StPO, 55. Aufl. 2012, § 117 Rn. 8; jeweils m.w.N.).
Daran vermag auch eine etwaige prozessuale Überholung der angegriffenen Beschlüsse durch spätere (erneute) Unterbringungsentscheidungen nichts zu ändern (BVerfGK 5, 230 ;… BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 23. Januar 2008 - 2 BvR 2380/06 -, juris, Rn. 23;… Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 12. Mai 2015 - 2 BvR 2319/14 -, juris, Rn. 25;… Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 3. November 2016 - 2 BvR 2921/14 -, juris, Rn. 38).
BVerfG, Beschluss vom 12. Mai 2005 - 2 BvR 332/05 - juris; Beschluss vom.
OLG Jena, 29.01.2007 - 1 Ws 16/07
a) Der Unterbringungsbefehl ist nicht schon deshalb aufzuheben, weil er vom Ermittlungsrichter anstatt von dem nach §§ 126 a Abs. 2 S. 1, 125 Abs. 1 StPO, 34 Abs. 1 JGG zuständigen Jugendrichter beim AG Mühlhausen und damit nicht vom gesetzlichen Richter i. S. d. Art. 101 Abs. 1 S. 2 GG erlassen worden ist (vgl. BVerfG NStZ 2005, 643).
EGMR, 07.09.2017 - 8844/12
STOLLENWERK v. GERMANY
Nach der Rechtsprechung der innerstaatlichen Gerichte ist ausschließlich die zeitlich letzte Haftentscheidung anfechtbar (siehe u. v. a. Bundesverfassungsgericht, 2 BvR 332/05, Beschluss vom 12. Mai 2005, Rdnr. 14, und OLG D., MDR 1969, 779).
VerfGH Sachsen, 27.02.2018 - 8-IV-18
303 [313]; 5, 230 [234]).
Der Beschwerdeführer hat die prozessualen Möglichkeiten, gegen die angegriffenen amtsgerichtlichen Entscheidungen die Beschwerde nach § 304 StPO zum Landgericht und ggf. nachfolgend die weitere Beschwerde nach § 310 StPO zum Oberlandesgericht zu erheben, noch nicht ausgeschöpft (vgl. zum Beschwerdeverfahren als Rechtsweg gegen Haftbefehle und Haftfortdauerentscheidungen: SächsVerfGH, Beschluss vom 11. Dezember 2003 - Vf. 79-IV-03; BVerfGK 6, 303 [313]; 5, 230 [234]).

References: Art. 101
 Art. 19
 Art. 6
 § 112
 § 125
 § 162
 § 34
 § 37
 § 41
 § 72
 § 102
 § 120
 § 34
 Art. 101
 § 34
 § 117
 § 117
 Art. 101
 § 304
 § 310