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Timestamp: 2018-06-23 00:37:16+00:00

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Trinkgelder an Arbeitnehmer und Unternehmer richtig buchen und umsatzsteuerlich einstufen | Rechnungswesen Office | Finance | Haufe
Trinkgeld ist ein freiwilliger Obolus, den ein Dritter zusätzlich zu einer geschuldeten Leistung zahlt. Diese Zuwendung ist freiwillig und erfolgt aus einer persönlichen Motivationslage. Der Trinkgeldempfänger steht damit faktisch in einer doppelten Leistungsbeziehung und erhält ein höheres Entgelt für die Leistung, als das mit dem Arbeitgeber vereinbarte. In vielen Bereichen werden heute Trinkgelder gezahlt. Angefangen beim Postzusteller, der zu Weihnachten einen Geldschein erhält, über Handwerker, die ihre Arbeit sauber und korrekt erledigt haben, bis hin zum Bedienungspersonal im Restaurant, dem Bus-/Taxifahrer, den Reiseleitern, Zustellern, Angestellten im Friseurgewerbe. Oder einfacher gesagt, im gesamten Dienstleistungsbereich. Für den Trinkgeldgeber ist es unbeachtlich, ob der Trinkgeldnehmer selbst Unternehmer ist oder Arbeitnehmer! Der Beitrag informiert darüber, was Trinkgeldgeber und -empfänger beachten müssen und wie Trinkgelder bei beiden steuerlich behandelt werden.
Wichtige gesetzliche Regelungen zu Trinkgeldern finden Sie in diesen Gesetzesgrundlagen und Richtlinien: § 3 Nr. 51 EStG, § 4 Abs. 4 und 5 EStG, § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 2 EStG, § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG; § 10 Abs. 1 Sätze 1 und 2 UStG, § 10 Abs. 1 Satz 2 UStG, § 14 Abs. 4 S. 1 Nr. 8 UStG, § 15 Abs. 1 und 1a Nr. 1 UStG; Art. 11 Teil A Abs. 1 Buchst. a der Sechsten MwSt-Richtlinie; § 11 Abs. 1 und 2 SpBG; Gesetz zur Steuerfreistellung von Arbeitnehmertrinkgeldern v. 8.8.2002, BGBl 2002 I S. 3111; § 134 BGB, BVerfG, Beschluss v. 18.3.1970, 2 BvO 1/65; R 4.10 Abs. 5 EStR, R 4.10 Abs. 5 S. 4 EStR; R 38.4 Abs. 2 LStR; R 10 Abs. 5 S. 1 UStAE; H 4.10 EStH, H 4.10 (Anlass der Bewirtung) EStH
Und diese Verwaltungsanweisungen sind beim Thema Trinkgeld zu beachten: BMF, Schreiben v. 21.11.1994, IV B 2 – S 2145 – 165/94, BStBl 1994 I S. 855; BMF, Schreiben v. 23.3.2015, IV A 2 – O 2000/14/10001, BStBl 2015 I S. 278.
Wichtige Urteile aus diesem Bereich:
BFH, Urteil v. 3.5.2007, VI R 37/05, BStBl. 2007 II S. 712
BFH, Urteil v. 19.7.2007, V R 11/05, BStBl 2007 II S. 966
BFH, Urteil v. 18.12.2008, VI R 49/06, BStBl. 2009 II S. 820
BFH, Urteil v. 25.11.2009, BFH/NV 2010 S. 632
BAG, Urteil v. 11.3.1998, 5 AZR 567/96
FG Hamburg, 30.03.2010 – 6 K 87/09
LAG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 9.12.2010, 10 Sa 483/10
1 Der Trinkgeldgeber möchte Steuern sparen
Für den trinkgeldgebenden Unternehmer stellt sich aber immer wieder die Frage: Kann ich diese Zahlungen als Betriebsausgaben berücksichtigen und wie kann ich diese Zahlungen nachweisen?
1.1 Trinkgelder sind Betriebsausgaben
Trinkgeldzahlungen sind als Betriebsausgaben abzugsfähig. Diese Kosten werden durch den Betrieb veranlasst.[1] Das heißt: Für den Betrieb wurde eine Dienstleistung erbracht, die aber, abweichend von den vereinbarten Kosten, besonders honoriert wird.
1.2 Trinkgeldzahlungen müssen nachgewiesen werden
1.2.1 Eine ordnungsgemäße Rechnung ist Voraussetzung
In der Gastronomie wird für Speisen und Getränke eine Rechnung ausgestellt. Um geschäftlich veranlasste Bewirtungskosten geltend machen zu können, müssen die Aufwendungen nachgewiesen werden. Unternehmer sollten unbedingt darauf achten, dass es sich um eine maschinell registrierte Quittung (Rechnung oder Kleinbetragsrechnung) handelt. Hieraus müssen sich folgende Daten[1] ergeben:
Rechnungsempfänger, d. h. die Rechnung muss auf den Unternehmer ausgestellt sein – Ausnahme gilt bei sog. Kleinbetragsrechnungen bis 250 EUR ( 150 EUR bis 2016),
den Anlass der Bewirtung (nicht ausreichend ist die Bezeichnung: "Bewirtung von Geschäftsfreunden", "Arbeitsgespräch", "Kontaktpflege", "Infogespräch", "Hintergrundgespräch" oder "Besprechung".[2])[3]
Zu den abzugsfähigen Kosten gehören auch Aufwendungen, die mit der Bewirtung im Zusammenhang anfallen, aber von untergeordneter Bedeutung sind, wie beispielsweise Trinkgelder und Garderobengebühren. Die Beurteilung der Art der Aufwendungen richtet sich grundsätzlich nach der Hauptleistung.[4]
70 % Betriebsausgabenabzug für Bewirtungskosten
Erfolgt die Bewirtung nicht aus "geschäftlichem Anlass", sondern aus "betrieblichem Anlass", sind die Bewirtungskosten in voller Höhe als Betriebsausgaben abziehbar. Eine betriebliche Veranlassung besteht, wenn ausschließlich eigene Arbeitnehmer des Unternehmens bewi...

References: § 3
 § 4
 § 4
 § 19
 § 10
 § 10
 § 14
 § 15
 Art. 11
 § 11
 § 134