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Timestamp: 2019-11-20 20:46:25+00:00

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Welche Arten von Urlaub gibt es | LexWIKI
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In diesem Beitrag kümmern wir uns um die üblichen Urlaubsarten:
Erziehungsurlaub (heute „Elternzeit“)
Bildungsurlaub ist in den Bundesländern nicht einheitlich geregelt, sondern es gibt verschiedene landesgesetzliche Regelungen. Folgende Bildungsurlaubsgesetze gelten derzeit:
In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen gibt es keine Bildungsurlaubsgesetze. In der Regel ist von einer bezahlten Freistellung von fünf Arbeitstagen pro Jahr oder 10 Tagen in 2 Jahren die Rede. Einzelheiten sind in den einzelnen Gesetzen zu finden. Der Freistellungsanspruch ist in der Regel auf Themen der politischen und beruflichen Bildung beschränkt.
Jeder Arbeitnehmer hat gemäß §§ 1, 3 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) Anspruch auf mindestens 24 Werktage bezahlten Erholungsurlaub. Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.
Für Jugendliche bestehen gemäß § 19 Jugendarbeitschutzgesetz (JArbSchG) abweichende Regelungen. Danach beträgt der Mindesturlaub – altersabhängig – zwischen 25 und 30 Werktagen. Schwerbehinderte Arbeitnehmer, mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent, haben gemäß § 208 Sozialgesetzbuch – Band 9 (SGB IX) Anspruch auf 5 zusätzliche Arbeitstage (nicht Werktage) Urlaub.
Urlaubsberechnung bei Teil-Monaten / -Jahren
Bei Teil-Jahren hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein (aufgerundetes) Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat (nicht Kalendermonat) des Bestehens des Arbeitsverhältnisses.
Der Erholungsurlaub soll grundsätzlich zusammenhängend genommen werden. Hat der Arbeitnehmer mehr als 12 Werktage anteiligen Urlaub, so sind ihm gemäß § 7 BUrlG mindestens 12 Werktage zusammenhängend zu gewähren. Der Erholungsurlaub ist in dem Kalenderjahr zu nehmen, für das er gilt. Eine Übertragung in das Folgejahr ist (grundsätzlich) gesetzlich ausgeschlossen. Allerdings können einzel- oder tarifvertraglich abweichende Regelungen vereinbart werden. Danach verfällt der (Rest)-Urlaub erst am 1. April des Folgejahres.
Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet. Maßnahmen der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation dürfen nicht auf den Urlaub angerechnet werden, soweit ein Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts nach den gesetzlichen Vorschriften über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall besteht.
Das Urlaubsentgelt bemisst sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes. Das Urlaubsentgelt ist vor Antritt des Urlaubs auszuzahlen.
Kein Verfall bei langer Krankheit
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit Urteil vom 20.01.2009 (C-350/06 und C-520/06) entschieden, dass der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub eines Arbeitnehmers in der Europäischen Union nicht verfällt, wenn er wegen einer Erkrankung nicht in der Lage war, diesen zu nehmen. Zwar stehe dies einer nationalen Regelung nicht entgegen, aber dies gelte nur unter der Voraussetzung, dass der Arbeitnehmer, dessen Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub erloschen ist, auch tatsächlich die Möglichkeit hatte, den Urlaub in Anspruch zu nehmen. Einem Arbeitnehmer, der während des gesamten Bezugszeitraums und über einen im nationalen Recht festgelegten Übertragungszeitraums hinaus krank geschrieben ist, ist jedoch jede Möglichkeit genommen, in den Genuss seines bezahlten Jahresurlaubs zu kommen.
In seinem Urteil vom 12.06.2014 (C‑118/13) erinnert der Gerichtshof daran, dass der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub ein besonders bedeutsamer Grundsatz des Sozialrechts ist und dass die Ansprüche auf Jahresurlaub und auf Bezahlung während des Urlaubs zwei Aspekte eines einzigen Anspruchs darstellen.
Die Urlaubsabgeltung hat ihre Rechtsgrundlage im § 7 Absatz 4 BUrlG. Danach ist der Urlaub abzugelten, wenn der Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann. Eine Abgeltung bei bestehendem Arbeitsverhältnis (Geld statt Urlaub) ist hingegen verboten.
Mit Zustimmung des Arbeitgebers ist eine Übertragung von bis zu 12 Monaten auf die Zeit zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes, zum Beispiel während des 1. Schuljahres möglich.
Arbeitnehmerinnen können die angemeldete Elternzeit vorzeitig – ohne Zustimmung des Arbeitgebers – beenden, um die gesetzlichen Mutterschutzfristen nach § 3 Absatz 2 und § 6 Absatz 1 Mutterschutzgesetz (MuSchG) und die damit verbundenen Rechte in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall sollte dem Arbeitgeber die Beendigung der Elternzeit rechtzeitig mitgeteilt werden. Eine rückwirkende Beendigung der Elternzeit ist nicht vorgesehen. Die Elternzeit kann also frühestens enden, wenn die Mitteilung dem Arbeitgeber zugegangen ist.
Flexibilisierung der Elternzeit in Planung
Begleitend zur Erweiterung des Elterngeldes um ein ElterngeldPlus sollen Eltern künftig die Möglichkeit bekommen, die Elternzeit flexibler aufzuteilen. Mütter und Väter können dann 24 statt bisher 12 Monate auf den Zeitraum zwischen drittem und achtem Lebensjahr übertragen.
Schwangere Arbeitnehmerinnen bekommen 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt des Kindes Mutterschaftsurlaub. Bei Mehrlingsgeburten verlängert sich die Zeit nach der Geburt auf 12 Wochen. Der Begriff „Mutterschaftsurlaub“ ist eigentlich nicht korrekt, denn es handelt sich um ein gesetzliches Beschäftigungsverbot. Der Arbeitgeber ist über die U2-Umlage gegen die finanziellen Risiken versichert.
Nach Ablauf des Mutterschaftsurlaubs kann der Vater und/oder die Mutter Elternzeit nehmen.
Bei ungünstig verlaufenden Schwangerschaften können die Ärzte ein Beschäftigungsverbot über die 6 Wochen vor der Geburt verlängern. Auch das zusätzliche Beschäftigungsverbot ist über die U2-Umlage versichert.
Der Arbeitgeber ist gemäß § 616 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) verpflichtet, seinen Mitarbeitern bezahlten Sonder­urlaub zu gewähren, wenn sie „vorüber­gehend verhindert“ sind. Der Arbeitnehmer muss durch einen „in seiner Person liegenden Grund“ und „ohne sein Verschulden“ für eine „verhält­nismäßig nicht erhebliche Zeit“ an seiner Arbeit gehindert sein. Der Arbeit­geber kann dieses Recht aber vertraglich ausschließen oder eingrenzen.Die Dauer des bezahlten Sonder­urlaubs ist im Gesetz nicht fest­gelegt. In der Regel dauert er einen oder mehrere Tage.
Das regelt der Arbeits- und/oder Tarifvertrag. Üblicherweise gibt es folgende Gründe mit unterschiedlichen Dauern:
Silberne bzw. Goldene Hochzeit der Eltern
Krankheit des Kindes (meist aber durch die Krankenversicherung abgedeckt)
Arbeitsjubiläum (25 bzw. 40 Jahre)
Tod des Ehepartners, Kindes oder Eltern
Gedruckt am 20. November 2019 um 21:46 Uhr von Seite https://lexwiki.de/faq/lohn-buchfuehrung/urlaub

References: § 19
 § 208
 § 7
 § 7
 § 3
 § 6
 § 616