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Timestamp: 2019-09-21 13:27:59+00:00

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Der BLLV lehnt das mit der sogenannten Oberstufenreform vollzogene Abschaffen des Kurssystems ab. Die Differenzierung in Grund- und Leistungskurse und die in entsprechendem Rahmen angebotenen Wahlmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler haben bisher dazu geführt, dass das bayerische Abitur im Bundesvergleich einen Spitzenplatz einnimmt. Vor diesem Hintergrund konnte und kann die Notwendigkeit dieser Änderung nicht begründet werden.
Begründet wird die Änderung vor allem damit, dass dadurch die Kernkompetenzen in den Grundlagenfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen gestärkt würden. Nach bisheriger Regelung müssen Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache schon in allen vier Ausbildungsabschnitten belegt werden. Somit soll die Stärkung der Kernkompetenzen also vornehmlich durch Pflichteinbringung und vorgeschriebene Abschlussprüfungen erreicht werden. Dieser Ansatz ist offenkundig ebenso uneffektiv und formalistisch wie pädagogisch verwerflich. Denn ein verbindliches schriftliches Abitur in Deutsch macht aus einem sprachlich ungewandten Schüler keinen stilistisch brillanten Abiturienten.
Darüber hinaus führt die Verpflichtung, in Deutsch und Mathematik eine schriftliche, in der Fremdsprachen eine schriftliche und/oder mündliche Abiturprüfung abnehmen zu müssen, verbunden mit dem zu erwartendem Anstieg der Klassenstärken in der Qualifikationsphase zu einer erheblichen Mehrbelastung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen. So wird sich durch die Reform nach Berechnungen der Fachbetreuer des Faches Deutsch im MB-Bezirk Oberbayern-Ost beispielsweise die reine Korrekturzeit in der Qualifikationsphase für eine Deutschlehrkraft um bis zu 50 % erhöhen. Vor diesem Hintergrund und um eine angemessene Betreuung der Schülerinnen und Schüler auf bisherigem Niveau zu ermöglichen fordert der BLLV, das Stundenbudget der einzelnen Schulen so anzuheben, dass in den Jahrgangsstufen 11 und 12 eine Klassengröße von 20 Schülerinnen und Schülern erreicht werden kann.
Gleichwohl werden durch die Reform auch sinnvolle Änderungen umgesetzt, so z.B. die Stärkung der mündlichen Sprachkompetenz in den Fremdsprachen oder der Berufs- und Studienorientierung. Der BLLV begrüßt auch die Einrichtung des wissenschaftspropädeutischen und des Projektseminars.
Nummer 20, § 51
Die Formulierung „Das Nähere legt das Staatsministerium gesondert fest.“ (§ 51 Satz 4) legt nahe, dass diese Festlegung über eine Bekanntmachung des Kultusministeriums erfolgen soll. Der BLLV fordert dagegen, diese Festlegung über eine Änderung der GSO zu vollziehen. Nur so ist ein geordnetes Anhörungsverfahren (Einbeziehen der Verbände) über diese wichtigen Punkte zu gewährleisten.
Nummer 23b, § 53, Abs. 3, Satz 3
Der BLLV begrüßt, dass die Regelung bezüglich der kleinen Leistungsnachweise im Projektseminar sehr offen formuliert ist.
Nummer 24a, § 54, Abs. 3, Nummer 1
Der BLLV begrüßt, dass in jedem Fach nur eine Schulaufgabe gefordert wird.
Nummer 24a, § 54, Abs. 3, Nummer 2
Der BLLV begrüßt die hier vollzogene Neuregelung bezüglich der Schulaufgaben in den modernen Fremdsprachen.
Nummer 27, § 56, Abs. 3
Der BLLV begrüßt die geschaffene Möglichkeit, die Seminararbeit durch einen vergleichbaren Beitrag zu einem vom Staatsministerium als geeignet anerkannten Wettbewerb zu ersetzen.
Nummer 31, § 61, Abs. 2, Satz 2
Der BLLV begrüßt, dass die Schulaufgabe bei der Ermittlung der Halbjahresleistung nur einfach zählt.
Nummer 51, § 79, Abs. 1
Der BLLV lehnt die Verpflichtung, in Deutsch, Mathematik sowie einer fortgeführten Fremdsprache Abiturprüfung ablegen zu müssen, ab.
Durch diese Vorgabe wird die Wahlmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler für die (schriftlichen) Abiturprüfungen erheblich eingeschränkt und widerspricht somit dem Ziel der individuellen Profilbildung.
Diese Vorgabe führt bei den betroffenen Lehrkräften (Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen) zu einer erheblichen Zunahme des Korrekturaufwandes im Vergleich zur bestehenden Oberstufe. Diese Zunahme kann auch nicht durch andere Maßnahmen der GSO (z.B. Substitution von Schulaufgaben) in anderen Jahrgangsstufen ausgeglichen werden.
Darüber hinaus ist unstrittig, dass sich das Ziel einer umfassenden Allgemeinbildung nicht über eine Verschärfung der Prüfungsvorgaben erreichen lässt.
Somit lässt sich zusammenfassend festhalten: Diese Regelung führt nicht zum gewünschten Ziel einer umfassenden Allgemeinbildung. Dennoch verursacht sie bei den betroffenen Lehrkräften eine erhebliche Zunahme der Arbeitsbelastung und schränkt die individuellen Wahlmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler ohne Not ein.
Der BLLV schlägt folgende Formulierung von § 79, Abs. 1 vor:
„(…) Verpflichtende Abiturprüfungsfächer sind
Deutsch oder eine fortgeführte Fremdsprache,
Mathematik oder eine Naturwissenschaft sowie
ein Fach aus dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld.
Wählbar sind Fächer gemäß Anlage 4 und Anlage 5 Nr. 1. Es sind insbesondere folgende Bedingungen zu erfüllen: (…)“
Nummer 51, § 79, Abs. 2, Satz 2
Der BLLV lehnt die Verpflichtung, in Deutsch und Mathematik schriftliche Abiturprüfung ablegen zu müssen, ab.
Siehe Begründung oben zu Nummer 51, § 79, Abs. 2, Satz 1
Der BLLV schlägt folgende Formulierung von § 79, Abs. 2, Satz 1 vor:
„Mindestens ein schriftliches Abiturprüfungsfach muss Kernfach der in Jahrgangsstufe 11 besuchten Ausbildungsrichtung sein.“
Nummer 51, § 79, Abs. 2, Satz 3
Der BLLV lehnt die Verpflichtung ab, eine schriftliche Abiturprüfung in einer modernen Fremdsprache durch einen mündlichen Prüfungsteil zu ergänzen.
Durch diese Verpflichtung sinkt die Attraktivität, in einer modernen Fremdsprache eine schriftliche Abiturprüfung abzulegen.
Sie zieht einen hohen organisatorischen Aufwand nach sich und stellt eine zusätzliche, nicht notwendige Belastung für Lehrkräfte dar.
Nummer 57, § 82
Der BLLV begrüßt die Verringerung der formalen Vorgaben bei der Bewertung der Prüfungsleistungen.
§ 67, Abs. 1:
Im Zuge der für 2008 geplanten Novellierung der GSO bittet der BLLV um die Änderung von § 67 Absatz 1.
„Auf Antrag der Erziehungsberechtigten können Schülerinnen und Schüler freiwillig wiederholen oder spätestens bis zum Ende des Kalenderjahres aus den Jahrgangsstufen 6 bis 10 bzw. 11 in die vorherige Jahrgangsstufe zurücktreten; sie gelten nicht als Wiederholungsschülerinnen und Wiederholungsschüler.“
Der BLLV bittet um Aufnahme folgender Formulierung:
„Auf Antrag der Erziehungsberechtigten können Schülerinnen und Schüler freiwillig wiederholen oder spätestens im Anschluss an den Halbjahreswechsel aus den Jahrgangsstufen 6 bis 10 bzw. 11 in die vorherige Jahrgangsstufe zurücktreten; sie gelten nicht als Wiederholungsschülerinnen und Wiederholungsschüler.“
Die Erfahrung an verschiedenen Gymnasien zeigt, dass die zum 1. August 2007 eingeführte Vorverlagerung des Termins auf den 31. Dezember erhebliche Probleme nach sich zieht. Dies liegt v.a. daran, dass in den meisten Kernfächern zu diesem Zeitpunkt erst eine Schulaufgabe geschrieben wurde. Es lässt sich also in vielen Fällen noch nicht fundiert erörtern, ob ein Rücktritt sinnvoll ist oder nicht.
Bei Umsetzung des Vorschlags des BLLV könnte ein längerer Beobachtungszeitpunkt genutzt werden und Eltern, Schüler und Beratungsfachkräfte hätten eine tatsächliche Entscheidungsgrundlage.
Selbstverständlich könnten Schüler/innen, bei denen schon im Dezember ein freiwilliger Rücktritt eindeutig notwendig erscheint, auch bei Umsetzung des Vorschlags des BLLV schon vor dem Halbjahreswechsel übertreten. Diese Schüler würden damit also auch keine Zeit verlieren.

References: § 51
 § 53
 § 54
 § 54
 § 56
 § 61
 § 79
 § 79
 § 79
 § 79
 § 79
 § 79
 § 82

§ 67
 § 67