Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.02.2013&Aktenzeichen=XI%20ZR%20345/10
Timestamp: 2019-07-15 21:15:46+00:00

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BGH, 26.02.2013 - XI ZR 345/10 - dejure.org
https://dejure.org/2013,6285
BGH, 26.02.2013 - XI ZR 345/10 (https://dejure.org/2013,6285)
BGH, Entscheidung vom 26.02.2013 - XI ZR 345/10 (https://dejure.org/2013,6285)
BGH, Entscheidung vom 26. Februar 2013 - XI ZR 345/10 (https://dejure.org/2013,6285)
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§ 252 BGB, § 280 Abs 1 BGB, § 14 Abs 1 S 1 RVG, § 19 Abs 1 S 2 Nr 1 RVG, § 19 Abs 1 S 2 Nr 2 RVG
Bankenhaftung bei Anlageberatung: Richterliche Schätzung des entgangenen Zinsgewinns; Anspruch auf Herausgabe des vom Schädiger tatsächlich erzielten Gewinns; Erstattungsfähigkeit einer vorgerichtlichen Geschäftsgebühr; Ansatz der Geschäftsgebühr bei vorgerichtlicher Interessenvertretung in zahlreichen Parallelverfahren
Banken & Finanzen - Rückvergütungen: Wie weit geht die Aufklärungspflicht?
LG Frankfurt/Main, 08.03.2010 - 24 O 195/08
Die durch die Parallelität der Sachverhalte bedingte ganz erhebliche Verringerung des zeitlichen Aufwands für das konkrete Mandat kann im Rahmen der Gesamtwürdigung maßgeblich berücksichtigt werden (vgl. BGH , Urt . v. 26.02.2013 - XI ZR 345/10, NJW-Spezial 2013, 316 Rn . 62).
Der Anleger kann sich hierbei gemäß § 252 Satz 2 BGB auf die allgemeine Lebenserfahrung berufen, dass Eigenkapital ab einer gewissen Höhe erfahrungsgemäß nicht ungenutzt liegen bleibt, sondern zu einem allgemein üblichen Zinssatz angelegt wird (…Senatsurteile vom 24. April 2012 - XI ZR 360/11, WM 2012, 1188 Rn. 11…, vom 8. Mai 2012 - XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 64 und vom 26. Februar 2013 - XI ZR 345/10, BKR 2013, 283 Rn. 48).
Die Schadensschätzung, die der Tatrichter - anhand des gesamten Streitstoffs - nach freiem Ermessen vorzunehmen hat, unterliegt nur einer beschränkten Nachprüfung durch das Revisionsgericht dahingehend, ob der Tatrichter erhebliches Vorbringen der Parteien unberücksichtigt gelassen, Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Acht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (…st. Rspr., vgl. nur Senatsurteile vom 8. Mai 2012 - XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 65 mwN und vom 26. Februar 2013 - XI ZR 345/10, BKR 2013, 283 Rn. 48).
Sie unterliegt nur einer beschränkten Nachprüfung durch das Revisionsgericht dahingehend, ob der Tatrichter erhebliches Vorbringen der Parteien unberücksichtigt gelassen, Rechtsgrundsätze der Schadensbemessung verkannt, wesentliche Bemessungsfaktoren außer Acht gelassen oder seiner Schätzung unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt hat (st. Rspr., vgl. nur Senatsurteil vom 26. Februar 2013- XI ZR 345/10, BKR 2013, 283 Rn. 48 mwN).
Das Erteilen eines derartigen - bedingten - Klageauftrags steht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH JurBüro 2013, 418 f., Rn.37) einem Anspruch auf die vorgerichtliche Geschäftsgebühr nicht entgegen.
Voraussetzung für einen solchen Erstattungsanspruch wäre gewesen, dass der Geschädigte im Innenverhältnis zur Zahlung der in Rechnung gestellten Kosten verpflichtet ist und dass die konkrete anwaltliche Tätigkeit im Außenverhältnis aus der maßgeblichen Sicht des Geschädigten mit Rücksicht auf seine spezielle Situation zur Wahrnehmung seiner Rechte erforderlich und zweckmäßig war (BGH…, Urteil vom 19. Oktober 2010 - VI ZR 237/09, Rz. 15; BGH vom 26. Februar 2013, XI ZR 345/10, Rz. 38).
Insbesondere die Kenntnis des Anlegers von Provisionen oder Rückvergütungen, die die beratende Bank bei vergleichbaren früheren Anlagegeschäften erhalten hat, kann ein Indiz dafür sein, dass der Anleger die empfohlene Kapitalanlage auch in Kenntnis der Rückvergütung erworben hätte (…Senatsurteile vom 8. Mai 2012 - XI ZR 262/10, BGHZ 193, 159 Rn. 50, vom 26. Februar 2013 - XI ZR 345/10, BKR 2013, 283 Rn. 29 …und vom 24. September 2013 - XI ZR 204/12, WM 2013, 2065 Rn. 39).
Nimmt er die Informationen nicht zur Kenntnis, geht dies zu seinen Lasten (…BGH, Urteile vom 4. Juni 2013 - XI ZR 188/11, BeckRS 2013, 10912 Rn. 30 und vom 26. Februar 2013 - XI ZR 345/10, BKR 2013, 283 Rn. 33).
Einen rechtzeitig übergebenen Prospekt muss der Anleger im eigenen Interesse sorgfältig und eingehend durchlesen (BGH Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 345/10, Rz. 33 zitiert nach juris).
Ist die Gebühr wie hier von einem Dritten zu ersetzen, ist die von dem Rechtsanwalt getroffene Bestimmung gemäß § 14 Abs. 1 Satz 4 RVG nicht verbindlich, wenn sie unbillig ist (…BGH Urteil vom 28.05.2013, XI ZR 421/10, Rz. 49 zitiert nach juris; BGH Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 26.02.2013, XI ZR 345/10, Rz. 61).
Im Falle der Unbilligkeit wird die Gebühr nach § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB vom Gericht durch Urteil bestimmt (…BGH Urteil vom 28.05.2013, XI ZR 421/10, Rz. 49 zitiert nach juris; BGH Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 26.02.2013, XI ZR 345/10, Rz. 61).
Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass ein anwaltlicher Vertreter neben der Prozesspartei auch andere Anleger in Parallelverfahren vertritt (…BGH Urteil vom 28.05.2013, XI ZR 421/10, Rz. 50 zitiert nach juris; BGH Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 26.02.2013, XI ZR 345/10, Rz. 61).
Die durch die Parallelität der Sachverhalte bedingte ganz erhebliche Verringerung des zeitlichen Aufwands für das konkrete Mandat kann im Rahmen der Gesamtwürdigung maßgeblich berücksichtigt werden (…BGH Urteil vom 28.05.2013, XI ZR 421/10, Rz. 50 zitiert nach juris; BGH Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 26.02.2013, XI ZR 345/10, Rz. 61).
Aus diesem Grund kommt bereits nach Nr. 2300 VV RVG eine Geschäftsgebühr von mehr als 1, 3 nicht in Betracht, denn eine solche kann ausweislich der amtlichen Anmerkung nur gefordert werden, wenn die Tätigkeit umfangreich oder schwierig, mithin "überdurchschnittlich" war, wofür die Klägerin die Darlegungs- und Beweislast trägt (…vgl. BGH Urteil vom 28.05.2013, XI ZR 421/10, Rz. 50 zitiert nach juris; BGH Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 26.02.2013, XI ZR 345/10, Rz. 61).
XI ZR 345/10, NJW-Spezial 2013, 316 Rn .
Indem der Fondsprospekt in allen Fällen hinreichend über das unternehmerische Risiko der Beteiligung an geschlossenen Immobilienfonds aufklärt, kann es als Mittel der Aufklärung genügen, wenn dem Anlageinteressenten rechtzeitig vor dem Vertragsschluss ein Prospekt über die Kapitalanlage überreicht wird, sofern der Prospekt nach Form und Inhalt geeignet ist, die nötigen Informationen wahrheitsgemäß und verständlich zu vermitteln und er dem Anlageinteressenten so rechtzeitig vor dem Vertragsschluss übergeben wird, dass sein Inhalt noch zur Kenntnis genommen werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 24.04.2014, III ZR 389/12, NJW-RR 2014, 1075, Tz. 9; Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 345/10, JurBüro 2013, 418, Tz. 33; Urteil vom 08.05.2012, XI ZR 262/10, WM 2012, 1337, Tz. 20 f.).
Wurde der Anleger ordnungsgemäß mittels Übergabe eines fehlerfreien Prospektes aufgeklärt, nimmt er die Informationen jedoch nicht zur Kenntnis, geht das grundsätzlich zu seinen Lasten (vgl. BGH, Urteil vom 26.02.2013, XI ZR 345/10, JurBüro 2013, 418, Tz. 33).
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VGH Hessen, 29.03.2017 - 6 E 263/17
Gesamtgegenstandswert in Massenverfahren
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Kapitalmarktrecht - Kick-Back-Zahlungen
LG Hamburg, 02.07.2015 - 326 O 272/12
Kapitalanlage: Schadenersatzanspruch wegen fehlerhafter Beratung einer zum …

References: § 252
 § 280
 § 14
 § 19
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 BGH 
 § 252
 BGH 
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