Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F01-12-2015-8C_366-2014
Timestamp: 2016-10-22 13:37:22+00:00

Document:
8C_366/2014 (01.12.2015)
8C_366/2014 � � Urteil vom 1. Dezember 2015
F�rsprecher Dr. Guido Fischer und
Kanton Aargau, handelnd durch das Departement Bildung, Kultur und Sport, Rechtsdienst, Bachstrasse 15, 5001 Aarau 1 F�cher.
A.a.�Die 1960 geborene A.________ ist als Primarlehrerin an der Schule B.________ t�tig. Mit Verf�gung vom 1. Mai 2012 reihte die Schulpflege B.________ sie in die Lohnstufe 5 ein, wobei der Verdienst ab 1. Januar 2012 auf brutto Fr. 115'727.- (bei einem Pensum von 100 %) bzw. Fr. 61'996.60 (bei einem effektiven Besch�ftigungsgrad von 53,57 %) festgelegt wurde.
A.b.�In der Folge gelangte sie - samt zahlreichen anderen Lehrpersonen Kindergarten bzw. Primarstufe/Einschulungsklasse sowie dem Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband - an die Schlichtungskommission f�r Personalfragen. Sie liess im Wesentlichen beantragen, die Schlichtungsstelle habe festzustellen, dass die Lohneinstufung geschlechtsdiskriminierend erfolgt sei, und den Anstellungsbeh�rden sei auf dieser Basis zu empfehlen, die Differenz zwischen dem Verdienst bei einer diskriminierungsfreien Neueinstufung und dem effektiv ausgerichteten Lohn (nach Abzug der gesetzlichen Sozialbeitr�ge zuz�glich Verzugszins von 5 % ab jeweiliger F�lligkeit, r�ckwirkend ab 1. August 2011) nachzuzahlen. Die Empfehlung der Schlichtungskommission vom 29. Oktober 2012, welche s�mtliche der parallel eingereichten Gesuche gemeinsam behandelte, lautete wie folgt: "Da eine diskriminierungsfreie und somit verfassungskonforme Einstufung der Funktionen Kindergarten und Primarstufe/Einschulungsklasse, sogenannt typische Frauenberufe, in die daf�r vorgesehenen Lohnstufen 2 und 5 nicht mit Sicherheit best�tigt werden kann, sei das Vektorenmodell zu �berpr�fen und gegebenenfalls zu �berarbeiten. Auf die Perpetuierung einer m�glichen Diskriminierung durch R�ckgriff auf altrechtliche Studieng�nge im Vektor "Ist-Lohn" sei zu verzichten und es sei sicherzustellen, dass beim Vektor "Marktlohn" die Vergleichsl�hne der beigezogenen Referenzkantone ihrerseits diskriminierungsfrei sind. Die Vergleichbarkeit zwischen den beiden geltenden Lohnsystemen sei wiederherzustellen. N�tigenfalls sei im Rahmen des rechtlichen Geh�rs der Gesuchstellenden ein Arbeitsgutachten einzuholen. Allf�llige sich daraus ergebende Lohnunterschiede und Neueinstufungen sind f�r die Gesuchstellenden r�ckwirkend ab 1.08.2011 auszugleichen und zu vollziehen."
A.c.�Das Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau (BKS) best�tigte daraufhin die von den Gesuchstellenden angefochtenen Lohnverf�gungen (Verf�gung vom 18. M�rz 2013).
B.a.�Mit dagegen eingereichter Beschwerde stellte A.________ zusammen mit 87 weiteren Lehrpersonen Kindergarten bzw. Primarstufe/Einschulungsklasse sowie dem Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband beim Verwaltungsgericht des Kantons Aargau den Antrag, in Aufhebung der angefochtenen Verf�gung sei festzustellen, dass die beschwerdef�hrenden Lehrpersonen bez�glich der Funktionen Kindergarten und Primarstufe/Einschulungsklasse lohnm�ssig in geschlechtsdiskriminierender Weise im Sinne von Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV und Art. 3 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 24. M�rz 1995 �ber die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz, GlG; SR 151.1) eingereiht worden seien. Die betroffenen Anstellungsbeh�rden seien deshalb zu verpflichten, den beschwerdef�hrenden Lehrpersonen die vom Personaldienst Lehrpersonen des BKS zu berechnende summenm�ssige Differenz zwischen den Bruttol�hnen, die sie auf Grund einer diskriminierungsfreien Neueinstufung in eine h�here Lohnstufe zu beanspruchen verm�chten, und jenen Bruttol�hnen, welche ihnen auf der Basis der angefochtenen bisherigen Lohnstufen zust�nden (zuz�glich allf�lliger Lohnerh�hungen etc.), nach Abzug der gesetzlichen Sozialversicherungsbeitr�ge zuz�glich eines Verzugszinses von 5 % ab jeweiliger F�lligkeit, r�ckwirkend ab 1. August 2011, zu bezahlen. Ferner sei in formeller Hinsicht ein Arbeitsgutachten gerichtlich einzuholen, welches sich zu den Lohnunterschieden zwischen einerseits der Funktion Kindergarten und Primarstufe/Einschulungsklasse und anderseits vergleichbaren Funktionen von Angestellten der kantonalen Verwaltung �ussere. Auch habe es zur Frage Stellung zu nehmen, ob und inwieweit die Ergebnisse der Arbeitsbewertung nach Katz und Baitsch (System der analytischen Bewertung von Arbeitst�tigkeiten nach Katz und Baitsch [ABAKABA]) durch die im Vergleich zum Lohnsystem der Angestellten der kantonalen Verwaltung ungleiche Umsetzung bei den Lehrpersonen (durch das sog. Vektorenmodell) zum Nachteil der Funktionen Kindergarten und Primarstufe/Einschulungsklasse ver�ndert worden seien. Verfahrensrechtlich wurde um Durchf�hrung einer �ffentlichen Verhandlung ersucht, zu der auch Dr. C.________ als Experte einzuladen sei.
B.b.�Das angerufene Gericht sistierte mit Verf�gungen vom 2. Juli 2013 s�mtliche Verfahren ausser denjenigen betreffend A.________ (Primarlehrerin) und D.________ (Kinderg�rtnerin). Am 27. November 2013 f�hrte es eine Verhandlung durch, bei welcher die Beteiligten sowie Dr. C.________ als sachverst�ndiger Zeuge angeh�rt wurden. Mit gleichentags ergangenem Entscheid wies es die Beschwerde von A.________ ab, soweit es darauf eintrat. Die D.________ betreffende Beschwerde wurde mit Entscheid WBE.2013.151 vom 29. Januar 2014 teilweise gutgeheissen, die angefochtene Verf�gung aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Schulpflege zur�ckgewiesen. Im �brigen wurde die Beschwerde abgewiesen, soweit darauf eingetreten werden konnte.
A.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren mit dem Rechtsbegehren, in Aufhebung von Ziff. 1 (Beschwerdeabweisung) und 4 (Parteikostenverlegung) des vorinstanzlichen Entscheids vom 27. November 2013 sei die Sache zur Neubeurteilung an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Eidgen�ssische B�ro f�r die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) schliesst in seiner Stellungnahme auf Gutheissung der Rechtsvorkehr, wohingegen das BKS um deren Abweisung ersucht.
Das Bundesgericht hat am 1. Dezember 2015 eine �ffentliche Beratung durchgef�hrt.
Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zul�ssig ist (Art. 29 Abs. 1 BGG; BGE 138 V 367 E. 1 Ingress S. 369 mit Hinweis; 138 V 339 E. 1 S. 340; Urteil 8C_613/2013 vom 14. M�rz 2014 E. 1.1).
1.1.�Anfechtungsgegenstand bildet ein kantonal letztinstanzlicher Endentscheid (Art. 86 Abs. 1 lit. d, Art. 90 BGG), der die Lohneinstufung der als Primarlehrerin in einem �ffentlich-rechtlichen Arbeitsverh�ltnis t�tigen Beschwerdef�hrerin betrifft. Es handelt sich damit um eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit im Sinne von Art. 82 lit. a BGG. In verm�gensrechtlichen Angelegenheiten ist gem�ss Art. 85 Abs. 1 lit. b BGG die Beschwerde auf dem Gebiet der �ffentlich-rechtlichen Arbeitsverh�ltnisse unzul�ssig, wenn der - nach Art. 51 BGG zu berechnende - Streitwert weniger als Fr. 15'000.- betr�gt. Vorbehalten bleibt die Beurteilung einer Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung (Art. 85 Abs. 2 BGG). Art. 85 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 BGG sehen keine Sonderregelung hinsichtlich Fragen der Gleichstellung der Geschlechter vor (anders auf dem Gebiet der �ffentlich-rechtlichen Arbeitsverh�ltnisse, die keine verm�gensrechtliche Angelegenheit betreffen: Art. 83 lit. g BGG), sodass das Erreichen der Streitwertgrenze bzw. das Vorliegen einer Rechtsfrage von grunds�tzlicher Bedeutung ausschlaggebend ist (Urteil 1C_37/2007 vom 10. Juli 2007 E. 2, nicht publ. in: BGE 133 II 257; Thomas H�berli, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, Rz. 176 zu Art. 83 BGG).
1.2.�Im vorinstanzlichen Entscheid wurde der Streitwert nicht beziffert. Wie die Beschwerdef�hrerin unter Anrufung verschiedener Rechtstitel zutreffend - und von keiner Seite bestritten - darlegt (Streitwertberechnung nach Massgabe von Art. 85 Abs. 1 lit. b in Verbindung mit Art. 51 Abs. 4 BGG und/oder Art. 52 BGG; Vorliegen einer Frage von grunds�tzlicher Bedeutung gem�ss Art. 85 Abs. 2 BGG), erweist sich die Rechtsvorkehr indessen ohne Weiteres als zul�ssig. Da auch die �brigen G�ltigkeitserfordernisse erf�llt sind, kann auf die Beschwerde eingetreten werden.
Die Beschwerdef�hrerin ist zur Beschwerdef�hrung berechtigt, da sie am bisherigen Verfahren teilgenommen hat, durch den angefochtenen Entscheid ber�hrt ist und ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung hat (Art. 89 Abs. 1 BGG).
4.1.�Der aargauische Gesetzgeber hat im Rahmen der Neufestsetzung der Besoldung des gesamten kantonalen Personals einschliesslich aller Lehrkr�fte die Bewertung der verschiedenen Arbeitspl�tze anhand des sog. ABAKABA-Systems vorgenommen. Dabei handelt es sich um ein anerkanntes System der analytischen Arbeitsplatzbewertung, das gezielt als Instrument ohne geschlechtsspezifische Auswirkungen konzipiert wurde (vgl. Urteil 2A.253/2001 vom 8. Oktober 2002 E. 2.3; ferner Marianne Sch�r Moser/J�rg Baillod, Instrumente zur Analyse von Lohndiskriminierung: Orientierungshilfe f�r die juristische Praxis, 2006, S. 35; Christian Katz/Christoph Baitsch, Lohngleichheit f�r die Praxis: Zwei Instrumente zur geschlechtsunabh�ngigen Arbeitsbewertung, 2. Aufl. 1997). Die konkrete lohnm�ssige Umsetzung erfolgte in einem n�chsten Schritt mittels des sog. 3-Vektoren-Modells (basierend auf drei Vektoren in Form des "Ist-Lohns", des "ABAKABA-Lohns" und des "Marktlohns"; dazu im Detail der in Rechtskraft erwachsene Entscheid WBE.2013.151 [in Sachen D.________] des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 29. Januar 2014 E. II./2.3.1 und 2.3.2). In den A.________ und D.________ betreffenden Lohngleichheitsverfahren wurde bzw. wird das Vektorenmodell als geschlechtsdiskriminierend beanstandet.
4.2.1.�Im erw�hnten Entscheid WBE.2013.151 vom 29. Januar 2014 hatte die Vorinstanz betreffend D.________ erkannt, dass diese in ihrer Funktion als Kinderg�rtnerin nach st�ndiger Rechtsprechung (so u.a. BGE 125 II 530 und Urteil 2A.79/2007 vom 15. Juni 2007) einen typischen Frauenberuf aus�be (E. II./1). Ausgehend davon war in der Folge gepr�ft worden, ob die anhand des Vektorenmodells vorgenommene konkrete Lohneinstufung der Beschwerdef�hrerin diskriminierungsfrei erfolgt sei. Das kantonale Gericht verneinte diese Frage mit der Begr�ndung, dass wegen der hohen Gewichtung des Marktlohns und der geringen Gewichtung des ABAKABA-Lohns im Rahmen des Vektorenmodells die �berdurchschnittlich hohe Differenz zwischen dem Markt- und dem ABAKABA-Lohn f�r die Lehrpersonen Kindergarten besonders gravierende Auswirkungen zeitige; der Vektor Marktlohn habe hier eine bedeutend h�here Reduktion des ABAKABA-Lohns zur Folge als bei allen anderen Lehrkr�ften (E. II./7.3). Zudem w�rden den Lehrpersonen Kindergarten durch die hohe Gewichtung des bisherigen Positionslohns - �hnlich wie beim Marktlohn - deutlich gr�ssere Nachteile erwachsen als dem gesamten �brigen Lehrk�rper. Auch aus diesem Grund bed�rfe die Frage einer allf�lligen fr�heren Diskriminierung einer eingehenden �berpr�fung (E. II./8.2). Zusammenfassend gelangte die Vorinstanz zum Schluss, in teilweiser Gutheissung der Beschwerde sei die angefochtene Lohnverf�gung vom 1. Januar 2012 aufzuheben und die Sache an die Schulpflege zur�ckzuweisen. Der Kanton Aargau habe sodann die Lohneinstufung der Lehrpersonen Kindergarten gest�tzt auf einen Marktvergleich zu �berpr�fen, der s�mtlichen diesbez�glich massgebenden Kriterien zu gen�gen verm�ge. Hernach sei der Lohn der Beschwerdef�hrerin durch die Schulpflege neu festzusetzen. Der bisherige Positionslohn d�rfe dabei nur insoweit ber�cksichtigt werden, als dadurch keine fr�here Lohndiskriminierung fortgef�hrt werde. Es sei Sache des Kantons Aargau, zu entscheiden, ob auf Grund des vorliegenden Entscheids eine isolierte �berpr�fung der Lohneinstufung der Lehrpersonen Kindergarten gen�ge oder ob die Lohneinstufungen s�mtlicher Lehrpersonen einzubeziehen seien. Immerhin sei darauf hinzuweisen, dass eine isolierte Betrachtungsweise aus Gr�nden der Rechtsgleichheit nicht unproblematisch erscheine (E. II./9.1).
4.2.2.�Im A.________ und damit eine Primarlehrerin betreffenden Fall war das kantonale Gericht gem�ss seinem hier angefochtenen Entscheid demgegen�ber zum Ergebnis gekommen, dass diese Berufsgattung nicht als frauentypisch, sondern als geschlechtsneutral zu qualifizieren sei. Obgleich der Frauenanteil unter den Lehrpersonen Primarstufe gesamtschweizerisch wie auch im Kanton Aargau deutlich �ber 70 % liege, sei der Beruf auf Grund seiner historischen Pr�gung weiterhin als nicht geschlechtsspezifisch einzustufen. Werde ein bestimmter Beruf infolge seiner historischen Pr�gung als geschlechtsneutral oder als geschlechtsspezifisch angesehen, so m�sse diese Qualifikation l�ngerfristig Bestand haben und d�rfe nicht allein wegen kurzfristiger �nderungen der Genderverh�ltnisse wieder in Frage gestellt werden. Der mittlerweile erfolgte Anstieg des Frauenanteils gen�ge daher nicht, um die bisherige Qualifikation des Primarlehrberufs in Zweifel zu ziehen. Die von der Beschwerdef�hrerin behauptete (indirekte) Diskriminierung, aus der sie einen h�heren Lohnanspruch ableite, falle demnach a priori ausser Betracht. Die Beschwerde sei daher abzuweisen, soweit �berhaupt darauf eingetreten werden k�nne.
5.1.�Die Beschwerdef�hrerin r�gt, ihre mit Verf�gung der Schulpflege B.________ vom 1. Mai 2012 erfolgte Lohneinstufung sei geschlechtsdiskriminierend. Als Lehrperson Primarstufe/Einschulungsklasse �be sie einen typischen, im Vergleich zu anderen gleichwertigen T�tigkeiten in der kantonalen Verwaltung schlechter entl�hnten Frauenberuf aus. Die frauenspezifische Pr�gung ergebe sich aus dem Umstand, dass aktuell 86,8 % der Primarlehrpersonen im Kanton Aargau (bzw. 82,1 % gesamtschweizerisch) weiblich seien. Nicht angefochten wird demgegen�ber die Durchf�hrung des Bewertungsverfahrens anhand der als diskriminierungsfrei beurteilten ABAKABA-Methode. Streitig und nachfolgend zu pr�fen ist somit - im Rahmen der kritisierten Umsetzung des Bewertungssystems mittels des sog. 3-Vektoren-Modells - einzig die Frage der geschlechtsm�ssigen Identifikation des Berufs der Primarlehrkraft.
5.2.�W�hrend das BKS den Lehrberuf Primarstufe als geschlechtsneutral einstuft, betont das EBG dessen (nunmehr) weiblichen Charakter.
6.1.1.�Liegen bei Staatsangestellten ungleiche Besoldungen vor, findet als Schranke grunds�tzlich einzig das allgemeine Rechtsgleichheitsgebot von Art. 8 Abs. 1 BV Anwendung. Dieses verschafft nicht unmittelbar ein subjektives Recht auf einen rechtsgleichen Lohn, sondern nur einen Anspruch auf Beseitigung der Ungleichheit und kann lediglich indirekt zur Folge haben, dass der �ffentliche Arbeitgeber einer betroffenen Person zur Beseitigung einer Rechtsungleichheit h�here Leistungen ausrichten muss (BGE 131 I 105 E. 3.6 S. 109 f.; Urteil 8C_298/2014 vom 25. M�rz 2015 E. 4.3). Art. 8 Abs. 1 BV verlangt nur - aber immerhin -, dass im �ffentlichen Dienstrecht gleichwertige Arbeit gleich entl�hnt wird. Den politischen Beh�rden wird diesbez�glich ein grosser Spielraum in der Ausgestaltung von Besoldungsordnungen zugestanden. Ob verschiedene T�tigkeiten als gleichwertig zu betrachten sind, h�ngt von Beurteilungen ab, die unterschiedlich ausfallen k�nnen. Innerhalb der Grenzen des Willk�rverbots und des Rechtsgleichheitsgebots sind die Beh�rden befugt, aus der Vielzahl denkbarer Ankn�pfungspunkte die Tatbestandsmerkmale auszuw�hlen, die f�r die Besoldung von Beamten massgebend sein sollen (BGE 125 I 71 E. 2c/aa S. 79; 124 II 409 E. 9b S. 426 f.; 123 I 1 E. 6b S. 8; 121 I 102 E. 4a/c S. 104 f.; Urteil 8C_664/2014 vom 25. M�rz 2015 E. 4.2). Das Bundesgericht �bt dabei eine gewisse Zur�ckhaltung und greift von Verfassungs wegen bloss ein, wenn der Kanton mit den Unterscheidungen, die er trifft, eine Grenze zieht, die sich nicht vern�nftig begr�nden l�sst, die unhaltbar und damit in den meisten F�llen auch geradezu willk�rlich ist (BGE 129 I 161 E. 3.2 S. 165; 123 I 1 E. 6a S. 7 f., mit Hinweisen; Urteil 8C_664/2014 vom 25. M�rz 2015 E. 4.2; vgl. auch Urteil 8C_298/2014 vom 4. Mai 2015 E. 4.3).
6.1.2.�Demgegen�ber haben gem�ss Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV Frau und Mann Anspruch auf gleichen Lohn f�r gleichwertige Arbeit. Nach Art. 3 Abs. 1 GlG d�rfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Grund ihres Geschlechts weder direkt noch indirekt benachteiligt werden. Eine indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. �berwiegend Angeh�rige des einen Geschlechts gegen�ber denjenigen des anderen benachteiligt, ohne dass dies sachlich begr�ndet w�re. Demgem�ss liegt nach Lehre und Rechtsprechung eine besoldungsm�ssige Geschlechtsdiskriminierung vor, wenn zum Nachteil einer geschlechtsspezifisch identifizierten Arbeit sachlich unbegr�ndete Lohnunterschiede bestehen. Eine Lohndiskriminierung entf�llt, wenn die Lohndifferenz durch die zu erbringende Arbeit oder die in Frage stehende Funktion sachlich begr�ndet erscheint. Sachlich begr�ndet ist ein Lohnunterschied im Einzelvergleich oder bei der Einstufung von Frauenberufen, wenn er sich auf sog. objektive Kriterien st�tzt oder nicht geschlechtsspezifisch motiviert ist (BGE 136 II 393 E. 11.3 S. 397 mit Hinweisen). Zu den objektiven Kriterien geh�ren Gr�nde, die den Wert der Arbeit beeinflussen, wie Ausbildung, Dienstalter, Qualifikation, Erfahrung, konkreter Aufgabenbereich, Leistung, soweit sie sich im Arbeitsergebnis niederschl�gt, oder Risiken; dar�ber hinaus kann es sich um Gr�nde handeln, welche sich aus sozialen R�cksichten ergeben, wie famili�re Belastung und Alter, und schliesslich kommen auch �ussere Faktoren wie die konjunkturelle Lage in Betracht, soweit ihre Ber�cksichtigung einem wirklichen unternehmerischen Bed�rfnis entspricht (BGE 136 II 393 E. 11.3 S. 397 f.; 130 III 145 E. 5.2 S. 164 f.; je mit weiteren Hinweisen). Um eine unterschiedliche Entl�hnung zu rechtfertigen gen�gt es nicht, dass die Arbeitgebenden irgendeinen Grund anf�hren. Sie m�ssen vielmehr beweisen, dass ein objektives Ziel verfolgt wird, welches einem echten unternehmerischen Bed�rfnis entspricht, und dass die Ungleichbehandlung geeignet ist, das angestrebte Ziel unter Wahrung der Verh�ltnism�ssigkeit zu erreichen (BGE 130 III 145 E. 5.2 S. 165 mit Hinweisen). Objektive Gr�nde verm�gen im Allgemeinen eine unterschiedliche Entl�hnung nur dann zu rechtfertigen, wenn sie f�r die konkrete Arbeitsleistung und die Lohngestaltung durch die Arbeitgebenden wesentlich sind (BGE 130 III 145 E. 5.2 S. 165 mit Hinweisen). Ist ein sachlich unbegr�ndeter Lohnunterschied zum Nachteil einer geschlechtsspezifisch identifizierten Arbeit nachgewiesen, besteht ein direkter Anspruch (im Sinne eines subjektiven Individualrechts) auf einen diskriminierungsfreien Lohn, der im Rahmen der (bundesrechtlichen) Verj�hrungsregeln auch r�ckwirkend geltend gemacht werden kann (BGE 131 I 105 E. 3.6 S. 109 f.; Urteil 8C_298/2014 vom 4. Mai 2015 E. 4.3).
6.1.3.�Die geschlechtsspezifische Identifizierung der benachteiligten Funktion ist somit Tatbestandsvoraussetzung, damit eine indirekte Geschlechtsdiskriminierung in Frage kommt. Sie grenzt den Anwendungsbereich von Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV bzw. Art. 3 GlG von demjenigen des allgemeinen Rechtsgleichheitsgebots von Art. 8 Abs. 1 BV ab (BGE 125 II 530 E. 2a S. 532; 124 II 529 E. 3a S. 530 f. und E. 5d S. 533 f. mit Hinweisen; Urteil 2A.205/2004 vom 8. April 2005 E. 4.1). Ohne Feststellung einer geschlechtsspezifischen Qualifikation kann das Bundesgericht eine formal geschlechtsneutrale Lohnfestsetzung nicht auf die in E. 6.1.2 genannten Kriterien hin �berpr�fen.
6.2.�Wie hievor aufgezeigt, wird eine indirekte Geschlechtsdiskriminierung bejaht, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. �berwiegend Angeh�rige des einen Geschlechts gegen�ber denjenigen des anderen benachteiligt, ohne dass dies sachlich begr�ndet w�re. Ob eine T�tigkeit, deren (indirekte) Benachteiligung ger�gt wird, geschlechtsspezifisch identifiziert ist, kann nicht immer einfach beantwortet werden und h�ngt teilweise auch von Wertungen ab. In erster Linie ist jedoch entsprechend der Umschreibung der indirekten Diskriminierung auf das quantitative, statistische Element abzustellen. Der Anteil des einen Geschlechts in der Gruppe der Benachteiligten muss erheblich h�her sein als der Anteil des anderen Geschlechts (BGE 124 II 529 E. 5e S. 534 mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts gilt eine Funktion in der Regel als typisch weiblich, wenn der Frauenanteil eindeutig h�her als 70 % liegt (vgl. BGE 125 II 385 E. 3b S. 387, 530 E. 2b S. 532; Urteile 2A.205/2004 vom 8. April 2005 E. 4.2 und 1A.34/1999 vom 5. Oktober 1999). Es kann aber auch, namentlich wenn die betreffende Funktion in Lohngleichheitsverfahren vergleichsweise als Referenzberuf herangezogen wird, die geschichtliche Dimension bzw. die historische Pr�gung ber�cksichtigt werden (BGE 125 II 530 E. 2b S. 532; Urteile 8C_78/2009 vom 31. August 2010 E. 5.2, nicht publ. in: BGE 136 II 393, und 2A.205/2004 vom 8. April 2005 E. 4.2). Eine berufliche T�tigkeit kann sich hinsichtlich ihrer geschlechtsspezifischen Identifikation im Laufe der Zeit indessen ver�ndern. So hat das Bundesgericht im Urteil 2A.205/2004 vom 8. April 2005 (E. 4.6) bezogen auf die Berufsgruppe der medizinisch-technischen Radiologieassistentinnen (MTRA) erkannt, dass, da sowohl im konkret betroffenen Kanton als auch in der gesamten Deutschschweiz der Frauenanteil an den berufst�tigen MTRA deutlich h�her als 70 % liege, diese Funktion als geschlechtsspezifisch betrachtet werden m�sse. Diese Annahme beruhe auf den aktuell gegebenen Anstellungsverh�ltnissen. Angesichts der Entwicklung bei den Anstellungsverh�ltnissen und der Zahlen bei den Lehrverh�ltnissen sei es nicht ausgeschlossen, dass sich der Beruf der MTRA im Laufe der Zeit zu einem geschlechtsneutral definierten entwickeln werde. Im hier zu beurteilenden Zeitraum sei dies jedoch nicht der Fall.
6.3.�Auch nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ�ischen Gemeinschaft liegt eine mittelbare Diskriminierung nur vor, wenn "erheblich" oder "wesentlich" oder "prozentual sehr viel mehr" Frauen als M�nner nachteilig betroffen sind. Soweit in den bisher entschiedenen F�llen das entsprechende Verh�ltnis quantitativ bekannt war, war der Anteil der von einer Regelung benachteiligten Frauen durchwegs in der Gr�ssenordnung von ca. 10:1 oder mehr (BGE 124 II 529 E. 5g S. 535 f.; ferner Olivier Steiner, Das Verbot der indirekten Lohndiskriminierung, in: AJP 2001 S. 1281 ff., S. 1287 f.).
6.4.�Das Lohngleichheitsgebot gilt sodann nur f�r den jeweiligen Arbeitgeber bzw. ein von diesem abh�ngiges System; der Arbeitgeber darf innerhalb seines Einflussbereichs nicht geschlechtsm�ssig diskriminieren (BGE 125 I 71 E. 4d/bb S. 86). Deshalb ist auch f�r die Beurteilung, ob eine (indirekte) Diskriminierung vorliegt, in erster Linie auf die Zahlenverh�ltnisse beim konkreten Arbeitgeber abzustellen. Wenn dort die Verh�ltnisse wenig aussagekr�ftig sind, werden gesamtschweizerische Verh�ltnisse herangezogen. Da es um die Lohnzahlungen f�r die Besch�ftigten geht, sind zudem prim�r diejenigen Personen massgebend, die den Beruf tats�chlich aus�ben (vgl. BGE 124 II 436 E. 6b S. 440; Urteil 2A.205/2004 vom 8. April 2005 E. 4.5.1 mit Hinweisen).
6.5.�Schliesslich ist f�r die Beantwortung der Frage, ob und wie eine Arbeit, deren Bewertung Gegenstand eines Rechtsstreits ist, als geschlechtsspezifisch identifiziert zu gelten hat, nicht die Sachlage im Urteilszeitpunkt massgeblich. Vielmehr sind die diesbez�glich wesentlichen Verh�ltnisse im Moment der Bewertungsvorg�nge beim Arbeitgeber, die der angefochtenen Lohnverf�gung zugrunde liegen, relevant (Elisabeth Freivogel, in: Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, 2. Aufl. 2009, Rz. 103 zu Art. 3 GlG).
Im vorliegenden Verfahren ist erstmals letztinstanzlich �ber den Anspruch einer Primarlehrerin auf nichtdiskriminierende Entl�hnung zu entscheiden. Bis anhin war der Primarlehrberuf stets als (geschlechtsneutrale) Referenzt�tigkeit zu typisch weiblichen Berufen angerufen und zugelassen worden.
7.1.�In BGE 124 II 409 (E. 8b S. 425 f.) hatte das Bundesgericht erwogen, die Vorinstanz habe die T�tigkeit der Handarbeitslehrerinnen mit derjenigen der Primarlehrkr�fte verglichen. Der beschwerdef�hrende Kanton Z�rich anerkenne, dass der Beruf der Handarbeitslehrerin ein typischer Frauenberuf sei, bringe jedoch vor, dass rund 60 % der Primarlehrkr�fte weiblich seien, sodass dieser Beruf nicht als typisch m�nnlich betrachtet werden k�nne. Das Verwaltungsgericht habe dazu ausgef�hrt, die anderen Lehrberufe z�hlten ungeachtet des heute h�heren Frauenanteils von der Geschichte her zu den m�nnlichen Berufsbildern und seien daher besoldungsm�ssig stets anders als die typischen Frauenberufe eingeordnet gewesen. Es k�nne dahingestellt bleiben, ob das eine vom Bundesgericht nicht �berpr�fbare Tatsachenfeststellung oder einen �berpr�fbaren allgemeinen Erfahrungssatz darstelle. Eine Diskriminierung liege n�mlich nicht nur dann vor, wenn ein typisch weiblicher gegen�ber einem typisch m�nnlichen Beruf ungerechtfertigt benachteiligt werde, sondern auch, wenn dies zwischen einem typisch weiblich und einem geschlechtsm�ssig neutral identifizierten Beruf erfolge. Der Primarlehrberuf sei, wenn auch nicht typisch m�nnlich, so doch jedenfalls geschlechtsm�ssig neutral identifiziert.
Sodann war in BGE 124 II 529 (E. 5f S. 535), welchem ein von einer Sozialarbeiterin initiierter Lohngleichheitsprozess zugrunde lag, zwar ausdr�cklich festgehalten worden, gesamtschweizerisch seien 1996 vier F�nftel der Primarlehrerpatente an Frauen erteilt worden. Dennoch gelte, wie sich aus BGE 124 II 409 ergebe, der Primarlehrberuf nicht als spezifisch weiblich; er werde im Gegenteil als geschlechtsneutral identifizierter Vergleichsberuf herangezogen f�r die Beurteilung, ob typische Frauenberufe wie Kinderg�rtnerinnen oder Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerinnen diskriminiert w�rden.
Gem�ss h�chstrichterlicher Feststellung in BGE 124 II 436 (E. 6b S. 440) hatten im Kanton Solothurn in den vorangegangenen Jahren deutlich mehr Frauen als M�nner ein Primarlehrerpatent erhalten. Der M�nneranteil habe im Zeitraum von 1988 bis 1997 aber dennoch bei knapp einem Viertel gelegen und von den insgesamt im Einsatz stehenden Primarlehrkr�ften seien �ber 40 % M�nner gewesen. Der Primarlehrberuf lasse sich daher zwar nicht als typisch m�nnlich, aber auch nicht als typischer Frauenberuf betrachten, sodass eine (lohnm�ssige) Ungleichbehandlung von - im konkreten Verfahren beschwerdef�hrenden - Kinderg�rtnerinnen und Primarlehrern grunds�tzlich eine Geschlechtsdiskriminierung darstellen k�nne.
In BGE 125 II 530 (E. 2b S. 532) war das Bundesgericht gem�ss unbestrittener vorinstanzlicher Sachverhaltsdarstellung von einem Frauenanteil der Primarlehrkr�fte in der Stadt Z�rich von 72 % bzw. gesamtschweizerisch in den Jahren 1996/97 von rund 70 % ausgegangen. Indessen zeigten BGE 124 II 409 und 436 - so die weiteren Erw�gungen -, dass der Primarlehrberuf bisher gemeinhin als geschlechtsm�ssig neutral betrachtet und gerade auch in Lohngleichheitsverfahren als neutraler Vergleichsberuf gegen�ber Frauenberufen, wie etwa demjenigen der in casu betroffenen Kinderg�rtnerin, herangezogen worden sei, was sich durch die historische Pr�gung dieses Berufs erkl�ren lasse. Der vom Verwaltungsgericht angestellte Vergleich sei daher grunds�tzlich nicht zu beanstanden.
Zuletzt war mit - ebenfalls von Kinderg�rtnerinnen angestrengten - Urteilen 2A.79/2007, 2A.80/2007 und 2A.81/2007 vom 15. Juni 2007 bezogen auf die im Jahr 2005 geltenden Verh�ltnisse erwogen worden, dass die Vorinstanzen zutreffend angenommen h�tten, der Beruf des Primarlehrers sei, obwohl mittlerweile �berwiegend von Frauen ausge�bt, auf Grund seiner historischen Pr�gung weiterhin als geschlechtsm�ssig neutral zu werten und k�nne deshalb in Lohnvergleichsfragen wie bis anhin als neutraler Vergleichsberuf gegen�ber Frauenberufen dienen (jeweils E. 2).
7.2.�In der Literatur ist die entsprechende Identifikation des Primarlehrberufs bis vor Kurzem weitgehend wertungsfrei wiedergegeben worden (vgl. Susy Stauber-Moser, Gleichstellungsgesetz und bundesgerichtliche Rechtsprechung, in: Wirtschaftsrecht in Bewegung - Festgabe zum 65. Geburtstag von Peter Forstmoser, 2008, S. 485 ff., insb. S. 493 oben und FN 38; dieselb., Lohngleichheit und bundesgerichtliche Rechtsprechung, in: AJP 2006 S. 1352 ff., insb. S. 1356 und FN 41; Hansj�rg Seiler, Gleicher Lohn f�r gleichwertige Arbeit, in: Schweizerisches Zentralblatt f�r Staats- und Verwaltungsrecht, 2003, S. 113 ff.; Margrit Bigler-Eggenberger, Justitias Waage - wagemutige Justitia? Die Rechtsprechung des Bundesgerichts zur Gleichstellung von Frau und Mann, 2003, Rz. 532 S. 275; Steiner, a.a.O., S. 1288). In j�ngerer Zeit finden sich in der Lehre allerdings vermehrt Hinweise auf eine diesbez�glich allenfalls zu �berdenkende und den aktuellen Gegebenheiten anzupassende Praxis: So f�hren etwa Ullin Streiff/Adrian von Kaenel/Roger Rudolph (Arbeitsvertrag, Praxiskommentar zu Art. 319-362 OR, 7. Aufl. 2012, Rz. 20 zu Art. 322 OR S. 300) aus, als geschlechtsneutral gelte - "mindestens damals noch" (mit Blick auf BGE 125 II 530) - der Primarlehrberuf. Elisabeth Freivogel (a.a.O., Rz. 104 und FN 182 zu Art. 3 GlG) h�lt sodann ebenfalls fest, die geschichtliche Entwicklung mache deutlich, dass Anfang der 70er-Jahre der Beruf der Primarlehrperson noch eindeutig m�nnlich gepr�gt gewesen sei. Mittlerweile sei eine Mehrheit von Primarlehrkr�ften demgegen�ber weiblichen Geschlechts, weshalb der Beruf bezogen auf die aktuellen Gegebenheiten unter Umst�nden sogar als weiblich identifiziert zu gelten habe. Ferner betont auch Florence Aubry Girardin (Discrimination salaire: Art. 3 LEg, in: Commentaire de la loi f�d�rale sur l'�galit�, 2011, S. 82 oben und FN 93) : "La qualification d'une activit� peut en outre varier au fil du temps, de sorte qu'une profession typiquement masculine ou f�minine peut devenir neutre � raison du sexe ou inversement. Par exemple la profession d'enseignant primaire qui, de typiquement masculine est devenue neutre � raison du sexe et est en passe devenir typiquement f�minine."
8.1.�Das kantonale Gericht hat in seinem Entscheid festgestellt, dass sich der Frauenanteil unter den Lehrpersonen Primarstufe in den letzten Jahren weiter erh�ht habe und nunmehr basierend auf den aktuellsten Statistiken bei �ber 80 % liege. Im Kanton Aargau betrage er 87,2 % und gesamtschweizerisch 81,5 %. Der aargauischen Lehrkr�ftestatistik 2012/13 ist ferner zu entnehmen, dass sich der Anteil an weiblichen Fachkr�ften im Bereich Einschulungsklasse gar auf 95,7 % bel�uft, wohingegen sich die entsprechenden Zahlen in den Schultypen Realschule (58 %), Sekundarschule (55,8 %), Bezirksschule (56,3 %), Kleinklasse Sekundarstufe I (52,2 %), Berufswahljahr/IBK (38,5 %) und Werkjahr (46,2 %) merklich unter 70 % bewegen. Auf Grund dieser Angaben, auf welche auch die Beschwerdef�hrerin abstellt, steht mithin fest, dass sowohl gesamtschweizerisch als auch im Kanton Aargau der Frauenanteil bei den Lehrkr�ften Primarschule/Einschulungsklasse - im Gegensatz zu den �brigen Schultypen - betr�chtlich h�her als 70 % ist. Diese Annahme wird �berdies untermauert durch die inzwischen langj�hrige gesamtschweizerische Statistik des Bundesamtes f�r Statistik (BFS). Danach ergeben sich gest�tzt auf die Grafik "Frauenanteil bei den Lehrkr�ften" sowie die Tabelle "Frauenanteil bei den Lehrkr�ften nach Bildungsstufe" (�ffentliche Schulen) folgende Erkenntnisse (abrufbar unter:http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/20/05/blank/key/gleichstellung_und/lehrkraefte.html) : F�r die Primarschule wurde der Frauenanteil erstmals 1993/94 erhoben und lag damals bei 68,9 %. 1994/95 wurde diesbez�glich ein Wert von 70,1 % erreicht. 2008/09 lag der Anteil sodann mit 80,6 % bereits bei �ber 80 %. Bei anderen Lehrberufen betr�gt der Frauenanteil demgegen�ber mit Ausnahme der Sparten Vorschule/Eingangsstufe (wo er um 95 % oszilliert) und Sekundarstufe I (wo er sich derzeit bei 52,2 % bewegt) deutlich weniger als 50 %.
8.2.�Dennoch wurde im angefochtenen Entscheid erwogen, trotz dieser Entwicklung bestehe kein gen�gender Anlass, in Bezug auf die Qualifikation des Berufs Lehrperson Primarstufe/Einschulungsklasse eine Praxis�nderung vorzunehmen und ihn neu nicht mehr als geschlechtsneutral zu werten.
8.2.1.�Als Begr�ndung f�hrte die Vorinstanz im Wesentlichen an, werde ein bestimmter Beruf wegen seiner historischen Pr�gung als geschlechtsneutral bzw. als geschlechtsspezifisch angesehen, so m�sse diese Qualifikation l�ngerfristig Bestand haben und d�rfe nicht allein infolge kurzfristiger �nderungen der Genderverh�ltnisse wieder in Frage gestellt werden. Tats�chlich sei der Beruf der Primarlehrperson seinerzeit prim�r aus historischen Gr�nden als geschlechtsneutral beurteilt worden. Der mittlerweile erfolgte Anstieg des Frauenanteils gen�ge daher nicht, um die damalige Qualifikation in Zweifel zu ziehen. So hat das Bundesgericht, wie hievor dargelegt, den Primarlehrberuf auf Grund des historisch m�nnlich gepr�gten Berufsbilds und trotz eines Frauenanteils von 70 % und h�her bislang als neutrale Vergleichsgruppe zugelassen. Rechtsprechungsgem�ss kann sich eine berufliche T�tigkeit hinsichtlich ihrer geschlechtsspezifischen Wertung indessen ver�ndern. Im Urteil 2A.205/2004 vom 8. April 2005 war bezogen auf die Berufsgruppe der MTRA denn auch ausdr�cklich festgehalten worden, angesichts der Entwicklung bei den Anstellungsverh�ltnissen und der Zahlen bei den Lehrverh�ltnissen erscheine es nicht ausgeschlossen, dass sich der Beruf im Laufe der Zeit von einem typisch weiblichen zu einem geschlechtsneutral definierten wandeln werde. Gem�ss den in E. 7 genannten Urteilen hatte sich der Primarlehrberuf bereits von einer ehemals m�nnerdominierten zu einer geschlechtsneutralen T�tigkeit gewandelt. Weist eine Berufssparte im massgeblichen Beurteilungszeitpunkt auf Grund eines langj�hrigen Prozesses in quantitativer Hinsicht eine klare Auspr�gung auf, tritt ein allf�lliges historisches Element in den Hintergrund.
8.2.2.�Hinzu komme - so die vorinstanzliche Argumentation im Weiteren -, dass im Kanton Aargau auf Beginn des Schuljahrs 2014/15 die Umstellung vom aktuellen Modell "f�nf Jahre Primarstufe/vier Jahre Oberstufe" auf das Modell "sechs Jahre Primarstufe/drei Jahre Oberstufe" erfolgen werde. Es sei absehbar, dass in diesem Zusammenhang vermehrt m�nnliche Lehrkr�fte von der Oberstufe an die Primarstufe �bertr�ten und sich dadurch das Genderverh�ltnis an der Primarstufe �ndern werde. Diesbez�glich ist darauf hinzuweisen, dass f�r die Beurteilung, ob ein Beruf hinsichtlich seiner Identifikation als weiblich, m�nnlich oder geschlechtsneutral zu gelten hat, der Zeitpunkt der Bewertungsvorg�nge beim Arbeitgeber und nicht eine hypothetische zuk�nftige Situation massgebend ist. Im �brigen zeigt die mittlerweile erschienene Lehrkr�ftestatistik des Kantons Aargau f�r das Schuljahr 2014/15, dass der Wechsel des Modells "f�nf Jahre Primarstufe/vier Jahre Oberstufe" auf das Modell "sechs Jahre Primarstufe/drei Jahre Oberstufe" nur zu einer geringf�gigen Verminderung des Frauenanteils auf der Primarstufe von 87,1 % (2013/14) auf 85,3 % bzw. bei den Einschulungsklassen sogar nochmals zu einer Erh�hung von 95,3 % (2013/14) auf 95,9 % gef�hrt hat.
8.2.3.�Den Beruf der Primarlehrperson weiterhin als geschlechtsneutral anzusehen, rechtfertigt sich nach der Betrachtungsweise des kantonalen Gerichts schliesslich umso mehr, als das entsprechende Bild in der gesellschaftlichen Wahrnehmung nach wie vor stark verankert sei. Es sei gerichtsnotorisch, dass die geringe Vertretung von M�nnern im Lehrberuf, namentlich auf Primarstufe, allgemein als Mangel betrachtet werde und Korrekturmassnahmen verlangt w�rden. Seit geraumer Zeit w�rden denn auch konkrete Vorkehren diskutiert und umgesetzt, um den M�nneranteil bei den Primarlehrpersonen wieder anzuheben. Offenbar g�be es, wie der aktuellen Presse zu entnehmen sei, bereits gewisse Indizien f�r eine m�gliche Trendwende in Bezug auf den Frauenanteil an der Primarstufe. Dem ist entgegenzuhalten, dass der Ruf nach "Korrekturmassnahmen" nicht als Hinweis f�r ein immer noch als geschlechtsneutral wahrgenommenes Berufsbild gedeutet werden kann. Derartige Forderungen lassen vielmehr den Schluss zu, dass die T�tigkeit der Primarlehrkraft heute als frauenspezifisch angesehen wird, man diesen Umstand aus gesellschaftlicher Sicht indessen bedauert und angestrebt wird, die Attraktivit�t der Primarstufe auch f�r M�nner wieder zu steigern. Mit dem EBG ist diesbez�glich ebenfalls auf die Diskussion im Bereich der sog. MINT-F�cher (zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienf�chern bzw. Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu verweisen. Die Tatsache, dass die in den betreffenden Bereichen herrschende Untervertretung von Frauen als ein zu korrigierender Mangel betrachtet und eine vermehrte weibliche Beteiligung verlangt wird (vgl. beispielsweise die im Bundesbeschluss �ber die Legislaturplanung 2011-2015 vom 15. Juni 2012 erw�hnten Massnahmen, BBl 2012 7155 ff., insb. 7165 Ziff. 115), macht diese nicht gleichsam automatisch zu frauentypischen oder geschlechtsneutralen Berufsgattungen.
9.1.�Betr�gt der Frauenanteil bei einem Arbeitgeber mehr als 70 %, kann in der Regel davon ausgegangen werden, dass dies nicht zuf�llig, sondern auf Grund einer geschlechtstypischen Pr�gung der betreffenden Funktion so ist. Auf gesamtschweizerische Verh�ltnisse kann in solchen F�llen allenfalls im Sinne eines Hilfskriteriums abgestellt werden, so etwa wenn beim betreffenden Arbeitgeber die 70 %-Limite nur relativ knapp �berschritten oder wenn die absolute Zahl der Besch�ftigten klein ist, sodass auch ein hoher prozentualer Frauenanteil zuf�llig sein kann (vgl. E. 6.4 hievor).
9.2.�Der Frauenanteil bei den Primarlehrkr�ften liegt im Kanton Aargau - im f�r die hier vorzunehmende Beurteilung massgeblichen Zeitpunkt der Bewertungsvorg�nge beim Arbeitgeber (vgl. E. 6.5 hievor) - unbestrittenermassen deutlich h�her als 70 %. Auch ist die absolute Zahl der Besch�ftigten nicht so klein, dass von einer zuf�lligen Geschlechterverteilung gesprochen werden k�nnte. Zudem geht aus den im vorinstanzlichen Entscheid wiedergegebenen wie auch anderweitigen statistischen Unterlagen klar hervor, dass es sich dabei um eine gesamtschweizerische Erscheinung handelt. Die entsprechenden Angaben belegen �berdies den kontinuierlichen, konstanten Charakter dieser Entwicklung namentlich in den letzten zwanzig Jahren, welcher die Annahme eines bloss kurzzeitigen Ph�nomens ausschliesst. Lag der diesbez�gliche Frauenanteil in den Jahren 1993/94 noch bei knapp 69 %, betr�gt er mittlerweile bereits 81,5 % (vgl. im Detail E. 8.1 hievor). Hat sich die �ffentliche Wahrnehmung des Berufs zwischenzeitlich derart stark gewandelt, dass mittels Gegenmassnahmen wieder eine geschlechtsneutrale Wertung angestrebt wird, ist der historischen Pr�gung keine entscheidwesentliche Bedeutung mehr beizumessen. Vielmehr ist die Frage, ob die weiblichen Lehrkr�fte in der Primarstufe von einer indirekten Diskriminierung betroffen sind, auf Grund der aktuellen Prozentzahlen zu beurteilen. Ist somit sowohl im Kanton Aargau als auch landesweit der Frauenanteil am Primarlehrpersonal merklich h�her als 70 %, so muss diese Funktion heute - anders als noch vor einigen Jahren - als nicht mehr geschlechtsneutral, sondern frauenspezifisch betrachtet werden. Eine indirekte Diskriminierung ist zu bejahen, wenn eine formal geschlechtsneutrale Regelung im Ergebnis wesentlich mehr bzw. �berwiegend Angeh�rige des einen Geschlechts gegen�ber denjenigen des anderen benachteiligt, ohne dass dies sachlich begr�ndet werden k�nnte (E. 6.1.2 hievor). Der Umstand eines in casu sehr hohen Frauenanteils l�sst somit den Schluss zu, dass, sollte eine lohnm�ssige Benachteiligung festgestellt werden, diese als Diskriminierung infolge des Geschlechts zu qualifizieren w�re.
Diese Feststellung beinhaltet ausdr�cklich keine Aussage zur (qualitativen) Eignung f�r die entsprechende T�tigkeit. Unbestrittenermassen sind sowohl Frauen wie M�nner gleichermassen bef�higt und in der Lage, diese auszu�ben. Auch ist ein ausgeglichener Anteil an Frauen und M�nnern w�nschenswert. Im vorliegenden Kontext ist einzig zu beurteilen, wie es sich bez�glich des quantitativen Elements im Rahmen der Entl�hnungsfrage verh�lt bzw. wie dieses zu werten ist. Erst durch die Bejahung der frauenspezifischen Auspr�gung des Primarlehrberufs wird die M�glichkeit und Verpflichtung geschaffen, dessen Entl�hnung unter dem Aspekt der besoldungsm�ssigen Geschlechtsdiskriminierung insbesondere auf allf�llige sachlich nicht erkl�rbare bzw. diskriminierende Elemente hin zu �berpr�fen (vgl. E. 6.1.2 hievor).
Die Beschwerdef�hrerin hat im vorinstanzlichen Verfahren mit der Begr�ndung einen h�heren Lohn gefordert, dass sie auf Grund der Tatsache, einen frauentypischen Beruf auszu�ben, (indirekt) diskriminiert werde. Das kantonale Gericht hat die Primarlehrt�tigkeit der Beschwerdef�hrerin in der Folge als nicht frauentypisch, sondern geschlechtsneutral beurteilt und die Frage der Diskriminierung nicht weiter behandelt. Das vorliegende Ergebnis f�hrt nicht zur Feststellung, Primarlehrkr�fte im Kanton Aargau seien lohnm�ssig diskriminiert, sondern lediglich dazu, dass nunmehr die Voraussetzung gegeben ist, um zu pr�fen, ob die von der Beschwerdef�hrerin behauptete indirekte Diskriminierung im Sinne von Art. 3 GlG vorliegt oder nicht. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie die entsprechende Beurteilung vornimmt.
Die unterliegende Beschwerdegegnerin hat die Gerichtskosten zu tragen (Art. 13 Abs. 5 Satz 2 GlG in Verbindung mit Art. 65 Abs. 4 lit. b und Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG; zur Kostenpflicht des Gemeinwesens in personalrechtlichen Streitigkeiten: BGE 136 I 39 E. 8.1 S. 40 f. mit Hinweisen). Ferner ist der anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 27. November 2013 wird aufgehoben. Die Sache wird zu neuer Entscheidung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kanton Aargau, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau und dem Eidgen�ssischen B�ro f�r die Gleichstellung von Frau und Mann schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 8
 Art. 3
 BGE 
 Art. 90
 Art. 82
 Art. 85
 Art. 51
 Art. 85
 Art. 83
 BGE 
 Art. 83
 Art. 85
 Art. 51
 Art. 52
 Art. 85
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 8
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 3
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
in casu
 Art. 319
 Art. 322
 BGE 
 Art. 3
 Art. 3
in casu
 Art. 3
 Art. 65
 Art. 66
 BGE