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Timestamp: 2019-02-19 14:36:21+00:00

Document:
Spezialisierte Hilfe - Intensiv I - Sozialtherapeutische Wohngruppe - Villa Holzem/Maßnahme auf Erziehungshilfen-Bonn
Betreuungsalter in der Regel von ca. 6 -10 Jahren (Geschwisterkinder bis 12)
Gesetzliche Grundlage § 42 SGB VIII Inobhutnahme § 27 SGB VIII Voraussetzung einer erzieherischen Hilfe § 34 SGB VIII Hilfe zur Erziehung durch Heimerziehung § 35a SGB VIII Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche § 36 SGB VIII Hilfeplanung § 37 SGB VIII Zusammenarbeit mit der Familie
Angebotsbeschreibung 6 Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren, in Ausnahmefällen bei Geschwisterkindern bis zu 12 Jahren, finden Aufnahme im Kinderschutzwohnen der Villa Holzem. Die Unterbringung dient der Klärung kritischer Lebenslagen und komplexer Problemstellungen, z. B. weil die Kinder bereits mehrere Hilfeangebote durchlaufen haben. Auch die Kinder selbst stellen häufig Eltern, Erzieher, pädagogische Fachkräfte, Ärzte und Psychiater vor große Herausforderungen. Wesentliche Elemente der diagnostischen und krisenberuhigenden Arbeit im Kinderschutzwohnen sind die fachliche Beratung und Begleitung durch die psychologischen und pädagogisch-fachlichen Dienste der Einrichtung. Die unmittelbare ärztliche und kinderpsychiatrische Versorgung ist durch die Gemeinnützigen Medizinischen Versorgungszentren Köln/Bonn mbH gegeben.
Zielgruppe/Indikation Die Maßnahme ist notwendig und geeignet für Kinder und Jugendliche mit vielfältigen und gravierenden Entwicklungsstörungen, Kinder und Jugendliche mit erheblichen Einschränkungen im emotionalen und im Leistungsbereich, Kinder und Jugendliche, die intensive Nähe und Zuwendung fordern bei gleichzeitig stark ausgeprägtem Misstrauen gegenüber Menschen, Kinder und Jugendliche, die durch ein Regelgruppenangebot überfordert wären, Kinder und Jugendliche, die unter Umständen nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, sich auf ein pädagogisches und therapeutisches Angebot einzulassen, Kinder und Jugendliche, die aus dem klinischen kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich kommen.
Ausschlusskriterien Die Maßnahme ist nicht geeignet bei schwerer körperlicher oder geistiger Behinderung, akuter psychiatrischer Indikation (im Einzelfall abzuklären), akuter Drogen- und Suchtproblematik, die pädagogische Arbeit mit den Betroffenen nicht mehr zulässt, akuter Suizidalität.
Entlastung der Kinder und Jugendlichen und der Herkunftsfamili
Aufbau und Verbesserung der Lern- und Entwicklungsfähigkeiten
Aufbau und Stärkung der personalen und sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder und Jugendlichen
Akzeptanz der eigenen Biografie mit den daraus resultierenden Grenzen und Möglichkeiten
Entwicklung realistischer Lebensperspektiven
Unterstützung der Bezugspersonen (Eltern, Betreuer etc.) zur Entwicklung eines Verständnisses der individuellen Biografie des Kindes oder des Jugendlichen mit seinen Traumata und Konflikten einerseits und den existierenden Fähigkeiten und Ressourcen andererseits
Klärung der Beziehung zu der Herkunftsfamilie
gegebenenfalls Rückkehr in die Herkunftsfamilie bzw. Beheimatung in einer anderen Betreuungsform oder der Verselbständigung
Vorrangig bemühen sich die Mitarbeiter bei Aufnahme des Kindes und während der Dauer seines Aufenthaltes neben der Aufarbeitung gegebener Diagnoseaufträge darum
die Krise aufzufangen,
Beruhigung zu schaffen,
zu deeskalieren,
das professionelle Handeln auf bewusste und geplante Intervention auszurichten,
den Hilfebedarf durch das Zusammenspiel pädagogischen und psychologischen Handwerkzeugs zu erkennen,
ein adäquates Erziehungs- und ggf. Behandlungsangebot zu formulieren und in ein angemessenes Setting zu vermitteln.
Vor jeglichem erzieherischen Auftrag zur Verhaltensmodifikation steht hier das Erkennen des konkreten Hilfebedarfs mit einer daraus resultierenden, fundierten Empfehlung, die sowohl eine Rückführung des Kindes in sein Herkunftsmilieu als auch eine Vermittlung in ein adäquates Erziehungs- oder Behandlungsangebot beinhalten. Es geht vordringlich um die Beruhigung im Sinne krisenintervenierender Arbeit und dabei
um die Sicherung der Primärbedürfnisse der Kinder,
um eine systematische Beobachtung auf Basis einer psychologischen und ggf. psychiatrischen Diagnostik,
um pädagogische Alltagsbeobachtung,
ggf. Familiendiagnostik und eventuell um damit verbundene intensive Elternarbeit als zusätzliche Hilfeleistung.
Um mit wechselnder Klientel einen Rahmen zu gewährleisten, in dem Beruhigung und Beobachtung stattfinden können, kommt der Einhaltung abgestimmter, enger, mit den Kindern klar kommunizierter Gruppennormen neben einer Struktur und Halt gebenden Alltagsgestaltung eine große Bedeutung zu. In der Villa Holzem ist gleichzeitig Pädagogik in der Gruppe gefragt, die am Verstehen dessen ausgerichtet ist, was die Krise des jeweiligen Kindes ausmacht. Der Aufenthalt eines Kindes soll eine Dauer von vier Monaten möglichst nicht überschreiten.
Zusammenarbeit / Kooperationen Wesentliche Elemente der diagnostischen und krisenberuhigenden Arbeit im Kinderschutzwohnen sind die fachliche Beratung und Begleitung durch die psychologischen und pädagogisch-fachlichen Dienste der Einrichtung. Die unmittelbare ärztliche und kinderpsychiatrische Versorgung ist durch die Gemeinnützigen Medizinischen Versorgungszentren Köln/Bonn mbH gegeben.
Multiprofessionelles Team, z. B.: Psychologe (-in), Sozialarbeiter (-in), Sozialpädagoge (-in), Erzieher (-in), Heilpädagoge (in), Kinder- und Jugendpsychiate
Angebot von pädagogischem Reiten
Möglichkeit der Beschulung innerhalb der BEGo-Schulefür diejenigen, die der Sekundarstufe I angehören (siehe entsprechende Leistungsbeschreibung und Konzept)
Qualitätssicherung gemäß der Qualitätsentwicklungsbeschreibung der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim
Downloadangebot Villa Holzem.Sozialtherapeutische Wohngruppe.pdf

References: § 42
 § 27
 § 34
 § 35
 § 36
 § 37