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Timestamp: 2019-10-20 21:35:33+00:00

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8.1 § 45 JGG Absehen von der Verfolgung
8.2 § 47 JGG Einstellung des Verfahrens durch den Richter
8.3 § 10 JGG Weisungen
8.8 § 52 SGB VIII Mitwirkung in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz
8.9 § 27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung
In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem Täter-Opfer-Ausgleich, auch „Mediation in Strafsachen“ genannt, auseinandersetzten. Vorerst beschäftige ich mich mit dem Gesetzlichen Grundlagen und zentralen Kernpunkten des TAO[1], um dann die Bedeutung für Opfer, Täter und Gesellschaft darzustellen. Anschließend folgt der methodische Ablauf des Täter-Opfer-Ausgleiches. Schlussendlich gehe ich auf die Empirie ein, um später mein persönliches Fazit zu ziehen.
Der Täter-Opfer-Ausgleich ist eine Maßnahme zur außergerichtlichen Konfliktschlichtung, wobei der Begriff der Wiedergutmachung auch eine wichtige Rolle spielt. In Anwesenheit eines unparteiischen, somit neutralen, Vermittlers[4] [5] besprechen Täter und Opfer die Straftat, um Ursachen, Folgen und im besten Fall eine Wiedergutmachungsleistung zu „verhandeln“.
Die gesetzlichen Grundlagen des Täter-Opfer-Ausgleiches sind im Jugendgerichtsgesetz und im allgemeinen Strafrecht zu finden. Wenn ein/e Jugendliche/r Bemühungen zeigt sich mit der Straftat eingehend auseinander zusetzten und einen „Ausgleich“ zu verschaffen, kann der Staatsanwalt oder der Richter nach §45 und §47 JGG eine Verfahrenseinstellung ermöglichen, wenn die Vorraussetzungen von §153 StPO erfüllt sind.[10] Nach §10 des JGG kann der Richter den Täter-Opfer-Ausgleich per Urteil als Weisung einem Jugendlichen auferlegen.[11] [12] Nach § 155a der Strafprozessordnung müssen Richter und Staatsanwälte die Eignung eines TOA prüfen. Sie sind somit zu einer Prüfung verpflichtet, wobei auch die Jugendgerichtshilfe, die Polizei und die Beteiligten einen TOA anregen können. Die §§ 46a und 153 StGB bilden die Grundlage zur Berücksichtigung der Strafzumessung, wenn es einen Täter-Opfer-Ausgleich gab. Das Gericht kann den Umständen entsprechend eine Strafe mildern bzw. ganz von Strafe abzusehen, wenn ein TOA durchgeführt wurde. Die Jugendhilfe kann, wie bereits ausgeführt, auf ein TOA hinwirken. Es handelt sich dabei um eine Hilfe nach §52 SGB VIII. Der Täter-Opfer-Ausgleich an sich ist eine Jugendhilfemaßnahme und im §27 des SGB VIII geregelt.
Im Vorgespräch mit dem Opfer wird der Ablauf eines TOA Verfahren dargestellt und der „Angebots-Charakters“ deutlich betont, da es sich hierbei um eine freiwillige Maßnahme handelt. Die Erfragung der Interessen des Geschädigten ist hierbei auch von großer Bedeutung. Die Vorstellungen über den Ausgleich werden besprochen und versucht in den TOA zu integrieren. Auch hier ist die Bereitschaft zum TOA vom großen Interesse.
Das Ausgleichsgespräch unterteilt sich nochmals in verschiedene Phasen, dazu gehört zum einen die Abklärungen von Vorraussetzungen für das Gespräch.[17] So wird auch ein Gesprächseinstieg geschaffen, der die doch oft angespannte Situation auflockert und vor allem strukturiert. Anschließen schildern Täter und Opfer nacheinander und aus ihrer Sicht den Konflikt. Es folgt die Tatauseinandersetzung und die damit verbundene „emotionale Tatausarbeitung“.[18] Der Vermittler sollte an dieser Stelle die konstruktive Auseinandersetzung fördern und positive Wege mit dem Konflikt umzugehen aufzeigen.[19] Es folgt die Verhandlung über Wiedergutmachung, wobei Lösungsmöglichkeiten gesammelt werden, was zum Vorteil hat, das Täter und Opfer gemeinsame Vorstellungen entwickeln, was zu einer tragfähigen Wiedergutmachungsleistung führt. Dies ist allerdings nicht der Regelfall, denn oft werden Vorschläge von Dritten erbracht. Der Vermittler bemüht sich in dieser Phase des Gespräches um eine aktive Beteiligung der Parteien, wobei er das Ziel nicht aus den Augen verliert. Ziel ist eine verbindliche Vereinbarung mit einer schriftlichen Fixierung, wobei den Beteiligten viel Zeit zur Entscheidung eingeräumt werden sollte. Zum Abschluss des Gespräches sind eine Zusammenfassung und eine knappe Reflexion des gesamten Ausgleichgespräches von Vorteil. Fraglich ist, was die Beteiligten in ihren Alltag mitnehmen und inwiefern sich die zwischenmenschliche Beziehung verändert hat. Hier ist Platz für noch ungeklärte Punkte und Überlegungen über künftig zufällig stattfindende Begegnungen. Fragen, wie sie in solchen Situationen miteinander umgehen können ist eine sinnvolle Überlegung. Der Vermittler kann nochmals Anstöße/Impulse geben und eine gegenseitige Annährung, die mit eine gemeinsamen Vereinbarung in diesem Ausgleichsgespräch bereits stattgefunden hat, aufmerksam machen.
Schlussendlich möchte ich an dieser Stelle noch betonen, dass die Reihenfolge der bereits ausgeführten Phasen keineswegs festgelegt werden dürfen. Sie sind variabel, was von Nöten ist, denn auch jedes Ausgleichsgespräch ist ein anderes.
[17] Sog. Gesprächsregeln
[18] Gemeint sind hier die Reflexion der eigenen Gefühle und das eventuell entstehende Verständnis für den Konfliktgegner.
[19] Vgl. Arbeitsgruppe TOA- Standards in der deutschen Bewährungshilfe, 1990: 28
V87934
9783656954019
9783656954026
Maria Prass (Autor), 2007, Der Täter-Opfer-Ausgleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/87934

References: § 45
 § 47
 § 10
 § 52
 § 27
 §45
 §47
 §153
 §10
 § 155
 §52
 §27