Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%204-2500%20%C2%A7%2013%20Nr%208
Timestamp: 2020-02-17 04:05:00+00:00

Document:
BSG, 04.04.2006 - B 1 KR 5/05 R - dejure.org
https://dejure.org/2006,141
BSG, 04.04.2006 - B 1 KR 5/05 R (https://dejure.org/2006,141)
BSG, Entscheidung vom 04.04.2006 - B 1 KR 5/05 R (https://dejure.org/2006,141)
BSG, Entscheidung vom 04. April 2006 - B 1 KR 5/05 R (https://dejure.org/2006,141)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,141) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Krankenversicherung - Kostenerstattung - sozialrechtlicher Herstellungsanspruch - Hinweis auf Behandlungsalternativen durch den Arzt
Krankenversicherung; Kostenerstattung; sozialrechtlicher Herstellungsanspruch; Hinweis auf Behandlungsalternativen durch den Arzt; Auslegung eines Antrags; Pflichten der Krankenkasse bei unübersichtlichem Leistungsangebot; Leistungspflicht der Krankenversicherung bei ...
Krankenversicherung - Kostenerstattung - sozialrechtlicher Herstellungsanspruch - Hinweis auf Behandlungsalternativen durch den Arzt - Auslegung eines Antrags - Pflichten der Krankenkasse bei unübersichtlichem Leistungsangebot - Leistungspflicht der
Erstattungsfähigkeit der Kosten einer stationären Uterus-Arterien-Embolisation; Zulässigkeit der Auslegung und Umdeutung eines Antrags durch das Verwaltungsgericht; Umfang des Kostenerstattungsanspruchs aus § 13 Abs. 3 Fünftes Sozialgesetzbuch (SGB V); Pflicht des ...
SG Detmold, 17.10.2003 - S 5 (16) KR 209/01
SG Detmold, 17.10.2003 - S. 5 (16) KR 209/01
BSGE 96, 161
NZS 2007, 84
Der Antrag hat eine Doppelfunktion als Verfahrenshandlung (vgl dazu oben, unter II. 1.) und als materiell-rechtliche Voraussetzung (vgl zur Doppelfunktion zB BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 14).
Hierbei sind auch die außerhalb der sprachlichen Erklärung liegenden Umstände zu berücksichtigen, sofern sie gegenüber dem Empfänger der Erklärung in irgendeiner Weise Ausdruck gefunden haben (vgl BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 12;… BSG SozR 4-2500 § 116b Nr. 1 RdNr 11 mwN;… zum Antrag als Willenserklärung vgl auch Roller in von Wulffen/Schütze, SGB X, 8. Aufl 2014, § 12 RdNr 5 mwN) .
Bei sachgerechter Auslegung seines Begehrens (vgl dazu etwa BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 14;… BSG SozR 4-2600 § 43 Nr. 5, RdNr 14;… BSGE 74, 77, 79 = SozR 3-4100 § 104 Nr. 11 S 47) musste die Beklagte folglich den Kostenerstattungsantrag vom 28.10.2004 zugleich als Widerspruch gegen den Bewilligungsbescheid vom 6.4.2004 verstehen, soweit darin der Antrag auf vollständige Hörgeräteversorgung abgelehnt worden war.
Demgemäß ist der Widerspruchsbescheid vom 17.3.2006 bei sachgerechter und auch im Revisionsverfahren noch möglicher Auslegung (vgl dazu BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 16;… BSGE 48, 56, 58 = SozR 2200 § 368a Nr. 5 S 10) nicht nur als Bestätigung der ablehnenden Entscheidung vom 22.12.2004, sondern auch als Billigung der Leistungsbegrenzung durch den Bewilligungsbescheid vom 6.4.2004 zu verstehen.
Dazu muss die Kostenbelastung des Versicherten der ständigen Rechtsprechung des BSG zufolge wesentlich auf der Leistungsversagung der Krankenkasse beruhen (vgl etwa BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 24).
Insoweit kann die Verpflichtung, Versicherten bei einem unübersichtlichen Leistungsangebot einen konkreten Weg zu den gesetzlich möglichen Leistungen aufzuzeigen (vgl BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 14 f), gerade auch hier gelten.
Das Revisionsgericht darf Willenserklärungen, auch öffentlich-rechtliche Erklärungen einschließlich VAe, selbst auslegen, wenn das Vordergericht dies unterlassen hat und weitere Feststellungen nicht mehr in Betracht kommen (…vgl BSG SozR 4-2500 § 133 Nr. 6 RdNr 36; BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 12) .
Wie bereits ausgeführt, will der Versicherte im Zweifel die ihm günstigste Art der Leistungsgewährung in Anspruch nehmen; ein einmal gestellter Antrag ist also umfassend, dh auf alle nach Lage des Falles in Betracht kommenden Leistungen und Anspruchsgrundlagen hin zu prüfen (…BSG SozR 4-2600 § 236a Nr. 2 RdNr 21;… BSG SozR 4-2600 § 43 Nr. 9 RdNr 27; BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 14;… BSGE 101, 207 = SozR 4-3250 § 14 Nr. 7, RdNr 34) , und insbesondere nicht "künstlich" in separate Teil-Leistungsanträge für die verschiedenen in Betracht kommenden Teilhabeleistungen aufzuspalten.
Dazu muss die Kostenbelastung des Versicherten der ständigen Rechtsprechung des BSG zufolge wesentlich auf der Leistungsversagung des Trägers beruhen (vgl etwa BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 24) .
Ob einem Versicherten voll- oder teilstationäre Krankenhausbehandlung zu gewähren ist, richtet sich dabei allein nach den medizinischen Erfordernissen (…vgl BSGE 99, 111 = SozR 4-2500 § 39 Nr. 10, RdNr 15; BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 23) .
Es mutete auch merkwürdig an, Krankenhäusern zwar bei Behandlung von Privatpatienten im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Aufklärungspflicht aufzuerlegen, ihre Patienten über kostengünstigere Alternativen zu informieren (vgl zur wirtschaftlichen Aufklärungspflicht nach altem Recht zB BGH NJW 1983, 2630; zur Bedeutung für Kostenerstattung vgl BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, RdNr 27; siehe inzwischen auch § 630c Abs. 3 BGB idF durch Art. 1 Nr. 4 Gesetz zur Verbesserung der Rechte von Patientinnen und Patienten vom 20.2.2013, BGBl I 277 mWv 26.2.2013; vgl dazu auch Hauck NJW 2013, 3334, 3336) , Krankenhäusern bei GKV-Versicherten aber die Option zu eröffnen, ohne Rücksicht auf die begrenzten Mittel der GKV unwirtschaftliche Therapiewege vergütet zu erhalten.
Regelmäßig ist demnach ein Antrag vom Verwaltungsträger so auszulegen, dass das Begehren des Antragstellers möglichst weitgehend zum tragen kommt (vgl zB BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 14 mwN, stRspr).
Beschafft sich ein Versicherter wegen eines Systemversagens die von ihm zu beanspruchende Naturalleistung selbst und wendet er hierfür Fahrkosten auf, die die Krankenkasse bei Gewährung einer Naturalleistung nach § 60 SGB V zu tragen gehabt hätte, so kann er im Rahmen der Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 Satz 1 SGB V auch die Erstattung der selbst aufgewendeten notwendigen Fahrkosten geltend machen (vgl dazu BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 25 mwN).
Die Auslegung eines solchen Antrags hat sich danach zu richten, was als Leistung möglich ist, wenn jeder verständige Antragsteller mutmaßlich seinen Antrag bei entsprechender Beratung angepasst hätte und keine Gründe für ein anderes Verhalten vorliegen (stRspr, vgl BSGE 96, 161 = SozR 4-2500 § 13 Nr. 8, jeweils RdNr 14;… BSG SozR 4-2600 § 43 Nr. 5 RdNr 14;… BSGE 74, 77, 79 = SozR 3-4100 § 104 Nr. 11;… vgl auch BSG SozR 2200 § 182 Nr. 57 S 108 f).
LSG Baden-Württemberg, 17.09.2008 - L 4 KR 5472/07
Krankenversicherung - Inanspruchnahme einer zahnprothetischen Behandlung im …
Krankenversicherung - stationäre Hospizleistung nur in Lebensendphase - Auslegung …
VGH Bayern, 25.06.2019 - 12 ZB 16.1920
Übernahme der Kosten für die Hausaufgaben-/Nachmittagsbetreuung
BSG, 20.06.2013 - B 5 R 462/12 B
VGH Bayern, 25.06.2019 - 12 ZB 16.1967
Übernahme der Kosten der Nachmittagsbetreuung als Eingliederungshilfeleistung
LSG Berlin-Brandenburg, 12.04.2013 - L 1 KR 345/11
Kostenübernahme für Verbandsmaterialien für die Verbandspflege; Vorrang des …
LSG Baden-Württemberg, 23.01.2007 - L 9 R 4984/05
Witwenrente - wirksame Antragsstellung - Nichtgeltendmachung von …
VG Potsdam, 11.06.2018 - 7 K 613/16

References: § 13
 § 13
 § 13
 § 116
 § 12
 § 13
 § 43
 § 104
 § 13
 § 368
 § 13
 § 13
 § 133
 § 13
 § 236
 § 43
 § 13
 § 14
 § 13
 § 39
 § 13
 BGH 
 § 13
 § 630
 Art. 1
 § 13
 § 60
 § 13
 § 13
 § 13
 § 43
 § 104
 § 182