Source: https://www.rechtslupe.de/strafrecht/verurteilung-durch-mehrere-gerichte-und-die-zustaendigkeit-fuer-die-bewaehrungsaufsicht-3105094
Timestamp: 2020-01-20 08:29:08+00:00

Document:
Ver­ur­tei­lung durch meh­re­re Gerich­te – und die Zustän­dig­keit für die Bewäh­rungs­auf­sicht | Rechtslupe
Verurteilung durch mehrere Gerichte - und die Zuständigkeit für die Bewährungsaufsicht
Ver­ur­tei­lung durch meh­re­re Gerich­te – und die Zustän­dig­keit für die Bewäh­rungs­auf­sicht
Nach § 462a Abs. 4 StPO i.V.m. § 462a Abs. 3 Satz 2 StPO ist bei Ver­ur­tei­lun­gen durch ver­schie­de­ne Gerich­te das Gericht zustän­dig, das bei Stra­fen glei­cher Art auf die höchs­te Stra­fe erkannt hat.
Sinn der gesetz­li­chen Rege­lung ist es, die Zustän­dig­keit für die nach­träg­li­chen Ent­schei­dun­gen über die Straf­aus­set­zung zur Bewäh­rung bei einem Gericht zu kon­zen­trie­ren. Es soll aus­ge­schlos­sen sein, dass meh­re­re Gerich­te des ers­ten Rechts­zugs neben­ein­an­der zur Ent­schei­dung nach § 462a Abs. 2 Satz 1 StPO bezüg­lich des­sel­ben Ver­ur­teil­ten beru­fen sind 1.
Auf eine etwai­ge nach­träg­li­che Gesamt­stra­fen­bil­dung gemäß § 460 StPO kommt es inso­weit nicht an 2. Uner­heb­lich ist eben­falls, dass das Amts­ge­richt Mett­mann mit Beschluss vom 12.03.2015 die nach­träg­li­chen Ent­schei­dun­gen, die sich auf die Straf­aus­set­zung zur Bewäh­rung aus dem Urteil vom 03.12 2014 bezie­hen, an das Amts­ge­richt Brühl als Wohn­sitz­ge­richt gemäß § 462a Abs. 2 Satz 2 StPO abge­ge­ben hat­te; trotz bloß abge­lei­te­ter Kom­pe­tenz war das Amts­ge­richt Brühl zur Her­bei­füh­rung der kraft Geset­zes gege­be­nen Zustän­dig­keit befugt 3.
Die – ohne die Rege­lung des § 462a Abs. 4 StPO bestehen­de – Mög­lich­keit, die auf­grund des Urteils des Amts­ge­richts Düs­sel­dorf vom 07.05.2015 nach § 453 StPO zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen gemäß § 462a Abs. 2 StPO bin­dend an das Wohn­sitz­ge­richt abzu­ge­ben, setzt die Zustän­dig­keits­kon­zen­tra­ti­on des § 462a Abs. 4 StPO nicht außer Kraft, zumal sie dem Ziel der gesetz­li­chen Rege­lung, die Zustän­dig­keit früh­zei­tig und dau­er­haft bei einem Gericht zu kon­zen­trie­ren, zuwi­der­lie­fe 4.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Dezem­ber 2015 – 2 ARs 357/​15
Straf­ge­setz­li­che Nor­men – und die Urteils­for­mel § 267 Abs. 3 Satz 1 1. Halb­satz StPO bezweckt den Aus­schluss jeden Zwei­fels dar­über, wel­che gesetz­li­chen Bestim­mun­gen vom Gericht ange­wen­det wur­den. Es muss ein­deu­tig…
vgl. BGH, Beschluss vom 08.10.1993 – 2 ARs 343/​93, NStZ 1994, 97; Appl in KK-StPO, 7. Aufl., § 462a Rn. 33 mwN[↩]
vgl. auch BGH, Beschluss vom 19.06.1996 – 2 ARs 171/​96, NStZ 1996, 511, 512[↩]
vgl. auch BGH, Beschluss vom 19.11.1976 – 2 ARs 373/​76, BGHSt 27, 68, 70[↩]
vgl. auch BGH, Beschluss vom 08.06.1998 – 2 ARs 188/​98, NStZ 1998, 586; Appl in KK-StPO, aaO, Rn. 34[↩]
BewährungBewährungsaufsichtÖrtliche ZuständigkeitZuständigkeit

References: § 462
 § 462
 § 462
 § 460
 § 462
 § 462
 § 453
 § 462
 § 462
 § 267
 § 462