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Timestamp: 2018-05-27 12:03:09+00:00

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BVerfG, 03.05.1994 - 1 BvR 737/94 - dejure.org
Art. 1 Abs. 1, 2 Abs. 1, 5 Abs. 3, 19 Abs. 3 GG
Keine Verfassungswidrigkeit des Heberger-Urteils
Bürgerlichrechtliches allgemeines Persönlichkeitsrecht - Wirtschaftliche Betätigungsfreiheit - Teil der allgemeinen Handlungsfreiheit
NJW 1994, 1784
ZIP 1994, 972
NVwZ 1994, 893 (Ls.)
WM 1994, 998
DB 1994, 1350
Auch juristische Personen können insoweit eine Verletzung des Art. 2 Abs. 1 GG geltend machen, als ihr Recht auf freie Entfaltung im Sinne der wirtschaftlichen Betätigung betroffen ist (vgl. BVerfGE 10, 221 ; 66, 116 ; BVerfG, 1. Kammer des Ersten Senats, NJW 1994, S. 1784).
Ob und inwieweit auch diese Teil seines Persönlichkeitsrechts ist (vgl. hierzu BVerfG, NJW 1994, 1784 mwN;… Hubmann, Das Persönlichkeitsrecht, 2. Aufl., S. 190 ff., 333 ff.; Helle, NJW 1964, 1497 f.;… Palandt/Sprau, BGB, 75. Aufl., § 823 Rn. 91;… Staudinger/Hager, BGB, Bearb. 1999, § 823 Rn. C 28, 29), kann hier offen bleiben.
Die danach (im Rahmen möglicher Einschränkungen gem. Art. 5 Abs. 2 GG bzw. der Rechtswidrigkeitsprüfung des § 823 Abs. 1 BGB) erforderliche Abwägung zwischen Meinungsfreiheit und Gewerbekritik kann gerade bei Boykottaufrufen und Prangerwirkung einer Veröffentlichung dazu führen, dass sie unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Tatsacheninformation nicht verbreitet werden darf (BGH NJW 1994, 1281, Verfassungsbeschwerde dagegen zurückgewiesen: BVerfG NJW 1994, 1784;… Staudinger/Hager BGB 13. Aufl., § 823 Rn. D 25 ff.).
Art. 2 Abs. 1 GG schützt aber u.a. auch die wirtschaftliche Betätigungsfreiheit juristischer Personen des Privatrechts (BVerfG-K, NJW 1994, 1784).
Den durch diese Vorschriften geschützten Interessen des Klägers kommt über Art. 2 Abs. 1 GG zugleich verfassungsrechtlicher Schutz zu (vgl. BVerfG NJW 2008, 358; NJW 2002, 2621; BVerfG, NJW 1994, 1784; NJW-RR 2004, 1710).
Ungeachtet der Frage, ob das durch Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG geschützte (verfassungsrechtliche) allgemeine Persönlichkeitsrecht seinem Wesen nach (Art. 19 Abs. 3 GG) auch auf juristische Personen anwendbar ist oder ob sein enger Bezug zur Menschenwürde dem entgegensteht, vgl. dazu BVerfG (1. Kammer des Ersten Senats), Beschluß vom 3. Mai 1994 - 1 BvR 737/94 - , NJW 1994, 1784, kommt jedenfalls das gesetzliche Recht auf Schutz der Ehre als Bestandteil des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (analog § 823 Abs. 1 BGB) nicht nur natürlichen, sondern auch Personenvereinigungen mit ideeller Zielsetzung zu, wenn und soweit ihr sozialer Geltungsanspruch in ihrem Aufgabenbereich betroffen ist.
Daß ihm über Art. 19 Abs. 3 GG durch das - verfassungsrechtliche - allgemeine Persönlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 GG, sei es in der Ausprägung als sogenannte allgemeine Handlungsfreiheit, vgl. dazu BVerfG, Beschluß vom 3. Mai 1994, aaO, NJW 1994, 1784, oder gegebenenfalls auch in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG, ein weitergehender Schutz zustünde, als ihm das einfachrechtliche allgemeine Persönlichkeitsrecht (§ 823 Abs. 1 BGB analog) gewährt, wenn und soweit sein sozialer Geltungsanspruch in seinem Aufgabenbereich betroffen wird, ist nicht ersichtlich.
a) Der Senat kann offen lassen, ob ein Auskunftsanspruch der Klägerin aus Art. 19 Abs. 3 i.V.m. Art. 2 Abs. 1 GG in seiner Ausprägung als Recht auf freie Entfaltung im Sinne der wirtschaftlichen Betätigungsfreiheit hergeleitet werden kann (vgl. Bundesverfassungsgericht, Beschlüsse vom 25. Januar 1984 1 BvR 272/81, BVerfGE 66, 116, 130; vom 3. Mai 1994 1 BvR 737/94, Neue Juristische Wochenschrift 1994, 1784) oder die Klägerin zumindest einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung über ihr Auskunftsbegehren hat (vgl. Bundesverwaltungsgericht --BVerwG--, Urteil vom 20. Februar 1990 1 C 42.83, BVerwGE 84, 375, 386).

References: Art. 1
 Art. 2
 § 823
 § 823
 Art. 5
 § 823
 § 823

Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 1
 § 823
 Art. 19
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 19
 Art. 2