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Die Wertermittlungsrichtlinie 2006 (WertR 2006)
Kommentare, Erläuterungen, Beispiele
Referent: Dipl.-Ing. Hermann Altmeppen Öffentlich bestellter und vereidigter Grundstücks-Sachverständiger Leiter Arbeitskreis 3 ,,Marktwertermittlung&quot; der gif VBD-Seminar - Hannover 17. Februar 2007
Einleitung Gliederung und Aufbau des Gutachtens nach WertR Die Wertermittlungsverfahren Bewertung von Erbbaurechten Bewertung von Wohnungsrechten Bewertung von Nießbrauchrechten Bewertung von Wege- und Leitungsrechten
Die rechtliche Stellung der WertR und ihre Auswirkungen für den Sachverständigen
Welche rechtliche Stellung hat die WertR? Was ist die WertR? Wer ist an die WertR gebunden? Wie soll der Sachverständige mit der WertR umgehen?
Grundsätzliche Definition Gesetz, Verordnung, Richtlinie
Gesetz beinhaltet verschiedene Rechtsnormen Verordnung basiert auf einem Gesetz und regelt dessen Auslegung (exekutives Recht) Richtlinie ist eine Handlungsvorschrift mit bindendem Charakter für einen bestimmten Geltungsbereich, ist nicht gesetzlicher Natur
­ das BauGB bildet ausschließlich die rechtliche Grundlage für die Existenz von Gutachterausschüssen sowie deren Aufgabe zur Verkehrswertermittlung ­ sonstige Wertermittlungsorgane (Behörden, Sachverständige) werden nicht erwähnt und sind somit rein rechtlich nicht an das BauGB gebunden
§§ 192 und 193 Zusammensetzung und Aufgaben der Gutachterausschüsse
§ 194 Definition des Verkehrswertes/Marktwertes
Gutachterausschüsse (§§ 192, 193 BauGB)
­ sind auf rechtlicher Grundlage des BauGB in ihrer Zusammensetzung gemäß § 192 BauGB einzurichten ­ sollen Verkehrswerte auf Beantragung von Behörden, Eigentümern, Gerichten und Justizbehörden ermitteln ­ führen eine Kaufpreissammlung und leiten daraus Bodenrichtwerte und sonstige zur Wertermittlung erforderliche Daten aus ­ die Gutachten haben i. d. R. keine bindende Wirkung
Definition Verkehrswert/Marktwert (§194 BauGB)
,,Der Verkehrswert (Marktwert) wird durch den Preis bestimmt, der in dem Zeitpunkt, auf den sich die Ermittlung bezieht, im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach den rechtlichen Gegebenheiten und tatsächlichen Eigenschaften, der sonstigen Beschaffenheit und der Lage des Grundstücks oder sonstigen Gegenstands der Wertermittlung ohne Rücksicht auf ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse zu erzielen wäre.&quot;
­ die Gutachterausschüsse sollen Verkehrswerte gemäß dieser Definition ermitteln ­ stellt eine Legaldefinition dar
§ 199 Ermächtigung des Bundes zum Erlass von Vorschriften zur Ermittlung von Verkehrswerten
­ um bei der Ermittlung der Verkehrswerte und der Ableitung für die Wertermittlung erforderlichen Daten gleiche Grundsätze anzuwenden, darf die Bundesregierung gemäß § 199 BauGB (Ermächtigung) Vorschriften dazu erlassen ­ auf dieser rechtlichen Grundlage basiert die WertV ­ die Gutachterausschüsse sind an die WertV gebunden, da für sie das BauGB gilt, andere Wertermittlungsorgane nicht
­ sie enthält allgemeine Grundsätze zur Wertermittlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit ­ die WertV ist für Gerichte nicht verbindlich, wird aber als im Gerichtsverfahren grundsätzlich verwertbar eingestuft ­ Anwendung ist lt. Urteil des Bundesgerichtshofes nicht auf die Gutachterausschüsse beschränkt
Wertermittlungsrichtlinie (WertR)
­ wurde in Ergänzung zur WertV erstmalig 1976 durch das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau erlassen ­ in den Jahren 1991, 2002 und 2006 wurde die WertR überarbeitet ­ die WertR regelt ausschließlich die Wertermittlung in den Bundesbehörden, soweit ihre Anwendung angeordnet wurde
­ sie hat keinen gesetzlichen Charakter und der Geltungsbereich beschränkt sich auf die Bundesbehörden ­ weitere Wertermittlungsorgane (Gutachterausschüsse, Landesbehörden, Gerichte, Sachverständige) sind nicht an die WertR gebunden ­ sie stellt in gewissem Umfang den Stand der Technik der Wertermittlung dar
Umgang des Sachverständigen mit der WertR
Berücksichtung, soweit der Stand der Technik wiedergegeben ist keine ,,blinde&quot; Übernahme einzelner Verfahren und Ansätze, sondern kritische Würdigung
Gliederung der WertR 2006
Erster Teil Allgemeine Richtlinien
1 Vorbemerkungen 2 Wertermittlung unbebauter Grundstücke (Anlage 1) 3 Wertermittlung bebauter Grundstücke (Anlage 2) Zweiter Teil Zusätzliche Richtlinien für Teilbereiche
4 Grundstücksbezogene Rechte und Belastungen 5 Zum Bodenwert in besonderen Fällen 6 Grundsätze der Enteignungsentschädigung
Anlagen zum ersten Teil Anlagen 1 bis 11 Wertermittlung und in den Verfahren verwendete Daten und Informationen
Anlagen zum zweiten Teil Anlagen 12 bis 22 Erbbau-, Wohnungs-, Nießbrauch-, Wege- und Leitungsrecht, Überbau
Wesentliche Neuerungen der WertR 2006 in Kap. 4 bzgl. Bewertung von Erbbaurechten
­ vorrangige Verwendung des Vergleichswertverfahrens ­ Berücksichtigung besonderer vertraglicher Gestaltungen ­ Wegfall des Wertfaktors ­ generelle Anwendung des Liegenschaftszinssatzes
­ Methoden zur Ermittlung des Gebäudeanteils ­ Marktanpassungsfaktor in allen Verfahren ­ Bodenwertanteil des Erbbaugrundstücks
Gliederung des Gutachtens gem. WertR 2006 (Anl. 1 + 2)
0 Allgemeine Angaben 1 Wertermittlung 2 Zusammenfassung formularmäßiger Aufbau für internen Gebrauch Sachverständigengutachten sind nachvollziehbar mit Erläuterungen aufzubauen Informationsgehalt analog zur WertR
das Gutachten soll in einen beschreibenden und einen bewertenden Teil untergliedert sein deutliche Trennung, um eine Vermischung von tatsächlichen Fakten und deren Bewertung zu verhindern
Grundstücksangaben, Auftrag, Ortsbesichtigung, Stichtag, Beschreibung Bewertungsobjekt, Rechte und Beschränkungen (Planungsrecht, Grundbuch, Baulasten, Altlasten), Gebäudebeschreibung, Bauberechnung
Bewertender Teil Grundstückszustand, Verfahrenswahl, Bodenwert, Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren, Verkehrswert
Gliederung des Gutachtens gem. WertR (Anlage 2)
0 Allgemeine Angaben
0.1 Grundstück 0.2 Grundstücksbezogene Rechte und Belastungen 0.3 Werterhöhende Investitionen Dritter, sonstige wertbeeinflussende Umstände 0.4 Erwerbs- und Gestehungskosten 0.5 Zweck der Wertermittlung
0.6 Tag der Ortsbesichtigung/Teilnehmer am Ortstermin 0.7 Wertermittlungsstichtag 0.8 Rohertrag/Nettokaltmiete und Bewirtschaftungskosten im Kalenderjahr 0.9 Anlagen mit Datum
WertR 2006 zu Nr. 0 Allg. Angaben (Kap. 2.1 und 3.2)
Wiedergabe des Auftrages zur Darlegung des Gutachtenzweckes, mit evtl. Auslegung und Begründung Aufführung der verwendeten Unterlagen und Informationen Grundstücksgröße aus Grundbuch/Katasterunterlagen
Angabe der grundstücksbezogenen Rechte - Planungsrecht (1.0.1.2 Anlage 2 WertR 2006) - Grundbuch (Abt. II) - Baulasten - Denkmalschutz - Altlasten
Verzicht auf Wiedergabe allg. Wertermittlungsvorschriften, keine Literaturliste die Angabe des Erwerbspreises oder der Gestehungskosten kann im SV-Gutachten vernachlässigt werden Feststellung der tatsächlichen Einnahmen, aufgegliederte Mietberechnung bei Ermittlung des Rohertrags beifügen
1 Wertermittlung
1.0 Grundlagen 1.1 Ermittlung des Bodenwertes 1.2 Vergleichswert 1.3 Ertragswert 1.4 Sachwert 1.5 Verkehrswert (Marktwert) abgeleitet aus 1.6 Erläuterungen zur Verkehrswertermittlung 1.7 Anlagen
WertR 2006 zu Nr. 1 Wertermittlung (Kap. 2.2 und 3.3)
allgemeine und besondere Merkmale beschreiben Feststellung und Beschreibung von Art und Maß der baulichen Nutzung und Infrastruktur, Informationen bei Behörden einholen und planerische Grundlagen darlegen Bodenbeschreibung zu Entwicklungszustand des Grundstücks, Qualitätsbestimmung
Berücksichtigung grundstücksbezogener Rechte (privatrechtlich und öffentlich-rechtlich), soweit wertrelevant ausstehende Erschließungs-, Ausgleichs- und Kostenerstattungsbeiträge recherchieren und aufführen Bodenbeschaffenheit mit tatsächlicher Grundstücksgestalt, Bodenverunreinigungen, Bodenschätze und Umwelteinflüsse
keine Aufteilung in überbaute und nicht überbaute Flächen Baubeschreibung mit kurzen Angaben getrennt für jede Anlage, ausführliche Beschreibungen vermeiden Beleg der Baubeschreibung mit Fotos
2.1 Verkehrswert (Marktwert) 2.2 Bemessung/Festsetzung des Verkehrswertes (Marktwertes) durch die Oberfinanzdirektion 2.3 Preisforderung/-gebot des Vertragspartners 2.4 Kaufpreisvorschlag/-festsetzung der Oberfinanzdirektion 2.5 Grunderwerbsnebenkosten 2.6 Anlagen
WertR 2006 zu Nr. 2 Zusammenfassung
die Zusammenfassung ist ausschließlich für den internen Gebrauch notwendig keine Berücksichtigung im Gutachten
Vermischungen (1)
Kap 0.8: Ermittlung des tatsächlichen Rohertrages und Wahl der Ansätze zu Verwaltung, Mietausfallwagnis und Instandhaltung besser in Kap. 1.3 Ertragswert, da Wertung der tatsächlichen Gegebenheiten (Mietverträge, Verwaltungs- und Instandhaltungskosten)
Vermischungen (2)
Kap 1.0: Beschreibung von Grund und Boden mit Planungsrecht, Bauberechung und Festsetzung Gesamt- und Restnutzungsdauer Besser in Kap. 0, da fast ausschließlich beschreibenden und nicht bewertenden Charakter, Festsetzung Gesamtund Restnutzungsdauer in Kap. 1.3 Ertragswert und/oder 1.4 Sachwert
Vorschlag für Aufbau des Gutachtens
1. Grundstücksangaben 2. Auftraggeber und Auftragsgrund 3. Ortsbesichtigung und Wertermittlungsstichtag 4. Verwendete Unterlagen 5. Beschreibung des Bewertungsobjektes 6. Ermittlung des Verkehrswertes
5. Beschreibung des Bewertungsobjektes
5.1 5.2 5.3 Allgemeine Beschreibung Lage des Grundstücks Rechte und Beschränkungen (Planungsrecht, Grundbuch, Baulasten) 5.4 5.5 5.6 Ökologische Lasten und Altlasten Baubeschreibung Bauberechnung
6.1 6.2 6.3 6.4 6.5 6.6 6.7 Definition Verkehrswert und Grundstückszustand Wahl des Wertermittlungsverfahrens Bodenwert Vergleichswertverfahren Ertragswertverfahren Sachwertverfahren Verkehrswert
Wahl des Wertermittlungsverfahren (Kap. 3.1 WertR)
Verkehrswert mit geeigneten Verfahren ermitteln neben Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren (§ 7 WertV) können andere Verfahren verwendet werden, wenn diese zu sachgerechten Ergebnissen führen Wahl ist zu begründen
bei fehlender Datengrundlage auf anderes Verfahren ausweichen weiteres Verfahren zu Unterstützung anwenden Wahl des Wertermittlungsverfahrens unter Berücksichtigung der künftigen Nutzung
Heranziehung von Kaufpreisen, die hinsichtlich der wertbeeinflussenden Merkmale hinreichend übereinstimmen (Vergleichsgrundstücke) Voraussetzung: genügende Anzahl von Vergleichsgrundstücken auf Daten der örtlichen Gutachterausschüsse zugreifen
der Bodenwert ist grundsätzlich nach dem Vergleichswertverfahren zu ermitteln Verwendung von Auskünften aus der Kaufpreissammlung und Bodenrichtwerten der Gutachterausschüsse alle wertbeeinflussenden Merkmale (u. a. Lage, Größe, Form, Rechte und Belastungen) berücksichtigen
Anwendung bei Mietwohn-, Geschäfts- und gemischt genutzten Grundstücken durch Verwendung grundstücksbezogener Daten vergleichbarer Grundstücke ebenfalls vergleichendes Verfahren Anwendung bei Gemeinbedarfsgrundstücken, wenn alternativ Anmietung durch öffentliche Hand möglich ist
Unterscheidung von umfassendem und vereinfachtem Ertragswertverfahren umfassendes Ertragswertverfahren: Aufspaltung in Gebäude- und Bodenwertanteil vereinfachtes Ertragswertverfahren: keine Aufspaltung in Gebäude- und Bodenwertanteil
Rohertrag: Feststellung der tatsächlichen und der nachhaltig erzielbaren Erträge (Miet- und Pachtvertragsdaten) Bewirtschaftungskosten: Ansatz der üblichen Kosten, möglichst in einzelnen Positionen Verwaltungskosten: Ansatz in /m² oder %, Anhaltswerte in Anlage 3 WertR 2006, ebenso Instandhaltungskosten
Mietausfallwagnis: Risiko der Ertragsminderung, soll auch Kosten für Rechtsverfolgung, Räumung usw. decken Liegenschaftszinssatz: Bestimmung eines angemessenen und nutzungstypischen Liegenschaftszinssatz nach Art des Grundstückes und Lage auf dem Grundstücksmarkt Restnutzungsdauer: Wahl der Restnutzungsdauer gemäß der wirtschaftlich sinnvollsten Grundstücksnutzung
Anwendung bei Objekten, bei denen Eigennutzung bzw. Herstellungskosten im Vordergrund stehen Voraussetzung: geeignete Normalherstellungskosten (NHK) NHK 2000 (Anlage 7 WertR) sind nicht mehr Stand der Technik und werden derzeit überarbeitet
eigenverantwortliche Ermittlung der Gesamtnutzungsdauer, Anhaltswerte in Anlage 4 WertR 2006 Art der Alterswertminderung muss begründet werden
Einleitung Bewertung von Erbbaurechten Bewertung der Bodenanteile ohne den bisherigen Wertfaktor Ableitung von Marktanpassungsfaktoren für Erbbaurechte Bewertung bei Ablauf des Erbbaurechts Nicht in der WertR normiertes Verfahren zur Bewertung von Erbbaurechten bei Ertragswertobjekten
Bewertung von Erbbaurechten in Kap. 4 ,,Grundstücksbezogene Rechte und Belastungen&quot; beschrieben Kap. 4 hatte grundsätzlichen Stand von 1976 und wurde für die WertR 2006 vollständig überarbeitet Kap. 4.3 ,,Erbbaurecht und Erbbaugrundstück&quot; und 9 Beispielrechnungen in Anlagen 12 bis 15
Wesentliche Neuerungen der WertR 2006 in Kap. 4 bzgl. Bewertung von Erbbaurechten ­ Berücksichtigung besonderer vertraglicher Gestaltungen ­ vorrangige Verwendung des Vergleichswertverfahrens ­ Wegfall des Wertfaktors
Wesentliche Neuerungen der WertR 2006 in Kap. 4 bzgl. Bewertung von Erbbaurechten ­ Methoden zur Bewertung bei Ablauf des Erbbaurechts ­ Marktanpassungsfaktor in allen Verfahren
Nutzung des Liegenschaftszinssatzes, obwohl diese aus Kauffällen von bebauten Grundstücken abgeleitet wurden Problem: übliche Erbbauzinsen ungleich der Liegenschaftszinssätze für unbelastete Grundstücke besser: Ansatz eines regional üblichen Erbbaurechtszinssatzes
vorrangige Verwendung des Vergleichswertverfahrens wird eingefordert, soweit Vergleichspreise vorliegen ggf. Vergleichsfaktoren zur Ableitung anhand unbelasteter Grundstücke ansonsten finanzmathematische Methode verwenden
Ermittlung des Verkehrswertes von Erbbaurecht und Erbbaugrundstück unter Berücksichtigung der vertraglichen Gegebenheiten: - Erbbauzins - Anpassungsmöglichkeiten - Restlaufzeit des Erbbaurechts - Entschädigung bei Ablauf - sonstige wertbeeinflussenden Umstände
besondere vertragliche Gestaltungen sollen berücksichtigt werden, Hinweise und Berechnungsmöglichkeiten dafür werden in der WertR 2006 nicht genannt Ausgangspunkt für die Bewertung soll immer das unbelastete Grundstück sein Wertminderung des Grundstücks muss nicht dem Wert des Rechtes entsprechen
Einleitung Bewertung von Erbbaurechten Bewertung von Erbbaugrundstücken Ableitung von Marktanpassungsfaktoren für Erbbaurechte Bewertung bei Ablauf des Erbbaurechts Nicht in der WertR normiertes Verfahren zur Bewertung von Erbbaurechten bei Ertragswertobjekten
alle Angaben in der WertR 2006 zum Erbbaurecht beziehen sich nur auf Einfamilienhäuser (Sachwert)
Bewertung von Erbbaurechten - Vergleichswert
vorrangig über Vergleichswertverfahren bzw. mit Vergleichsfaktoren ermitteln Beispielrechnung 1 in Anlage 12 Problem: i. d. R. nicht genügend Vergleichsfälle, somit auch keine Ableitung von Vergleichsfaktoren möglich Verwendung in der Praxis schwierig
Bewertung von Erbbaurechten - finanzmathematisch
Beispielrechnungen 2 und 3 in Anlage 12 Bodenwertanteil entspricht dem Vorteil, über die Restlaufzeit nicht den vollen Bodenwertverzinsungsbeitrag zu zahlen
er ergibt sich aus der Differenz zwischen erzielbarem Erbbauzins und dem angemessenen Verzinsungsbetrag des unbelasteten Grundstücks
erzielbarer Erbbauzins = angemessene Verzinsung, Bodenwertanteil = 0 erzielbarer Erbbauzins &gt; angemessene Verzinsung, keinen Bodenwertanteil ansetzen, Wertminderung
erzielbarer Erbbauzins = 0, dann lt. WertR 2006 Ansatz analog angemessener Verzinsung Ansatz erzielbarer Erbbauzins = 0, Bodenwertanteil ergibt sich zu Barwert der eingesparten Erbbauzinsen
Differenz mit Rentenbarwertfaktor (Vervielfältiger) kapitalisieren Gebäudewertanteil über Sachwertverfahren ermitteln Addition von Boden- und Gebäudewertanteil entspricht dem finanzmathematischen Wert (Sachwert) des Erbbaurechts über Marktanpassungsfaktor zum Verkehrswert
Bewertung von Erbbaugrundstücken - Vergleichswert
Beispielrechnung 4 in Anlage 13 Ableitung des Wertes aus unbelasteten Grundstücken Vergleichsfaktoren in Anhängigkeit von Rendite- und Bodenwertniveau
Bewertung von Erbbaugrundstücken - finanzmathematisch
Beispielrechnung 5 in Anlage 13 Summe aus abgezinstem Bodenwert des unbelasteten Grundstücks und kapitalisierten erzielbaren Erbbauzinsen, multipliziert mit Marktanpassungsfaktor
untere Wertgrenze = finanzmathematischer Wert obere Wertgrenze = Wert unbelastetes Grundstück Ansatz nicht sachgerecht, da bei Kauf durch Erbbauberechtigten kein gewöhnlicher Geschäftsverkehr Kauf durch Dritte i. d. R. nur zu geringeren Preisen, da Vorteil aus Vereinigung von Erbbaurecht und -grundstück nicht realisiert werden kann
Einleitung Bewertung von Erbbaurechten Bewertung von Erbbaugrundstücken
Ableitung von Marktanpassungsfaktoren für Erbbaurechte
Bewertung bei Ablauf des Erbbaurechts Nicht in der WertR normiertes Verfahren zur Bewertung von Erbbaurechten bei Ertragswertobjekten
Ableitung von Marktanpassungsfaktoren
in den finanzmathematischen Verfahren zur Bewertung von Erbbaurechten und Erbbaurechtsgrundstücken wird ein Marktanpassungsfaktor verwendet mit dem Marktanpassungsfaktor soll die Lage auf dem Grundstücksmarkt berücksichtigt werden
bis heute wurden von den Gutachterausschüssen keine Marktanpassungsfaktoren für Erbbaurechte und Erbbaugrundstücke abgeleitet Verwendung der Verfahren nach WertR 2006 nur möglich, wenn eigene Ableitungen vorliegen, sonst Gefahr von Fehlbewertungen WertR 2006 an dieser Stelle der Zeit voraus!
Bewertung bei Ablauf des Erbbaurechts
bei Ablauf des Erbbaurechts erlischt dieses Recht der Erbbauberechtigte hat gemäß der vertraglichen bzw. gesetzlichen Bedingungen Anspruch auf Entschädigung die Entschädigung bemisst sich nach dem wirtschaftlichen Vorteil des Erbbauberechtigten, i. d. R. Wert der baulichen Anlagen
ältere Erbbaurechtsverträge stellen überwiegend auf eine anteilige Entschädigung des gemeinen Wertes der baulichen Anlagen ab neuere Verträge (siehe Anlage 10 § 10 Abs. 1) sprechen von einer Verkehrswertdifferenz zwischen dem bebauten Grundstück und dem Bodenwert des unbebauten und unbelasteten Grundstücks
hat der Erbbauberechtigte die Erschließungskosten getragen, so ist das erschießungsbeitragspflichtige Grundstück abzuziehen
die WertR 2006 berücksichtigt diese Entschädigungen zum Ablauf des Erbbaurechts nicht, sondern nur den Sonderfall eines Ankaufs wenige Jahre vor Ablauf Rechenbeispiele 6 - 9 in Anlagen 14 und 15 betrachten nur die Situation, dass der Grundstückseigentümer den Erbbauberechtigten vorzeitig entschädigt
Ermittlung über Sachwert in Beispielen 6 und 8 nicht nachvollziehbar, da Marktanpassungsfaktor fehlt die besondere Marktsituation zwischen Grundstückeigentümer und Erbbauberechtigtem ist in der WertR 2006 nicht berücksichtigt
Nicht normiertes Verfahren - Ertragswert
das Ertragswertverfahren für Erbbaurechte ist in der WertR 2006 nicht beschrieben die überwiegende Literatur stellt auf eine Trennung von Bodenwertanteil des Erbbauberechtigten und Gebäudeertragswert ab Bodenwertanteil wird dabei auf ewig verzinst, obwohl das Erbbaurecht befristet ist
vereinfachtes Ertragswertverfahren Ansatz der tatsächlichen Erbbauzinsen als Bewirtschaftungskosten
Wohnungsrecht § 1093 BGB als beschränkte persönliche Dienstbarkeit Bestellung für Person(en) mit unbestimmtem Ende, da zumeist der Tod des Berechtigten das Recht beendet Recht ist nicht übertragbar, daher Wertermittlung für vorzeitige Ablösung bzw. für belastetes Grundstück
Wohnungsrecht als beschränkte persönliche Dienstbarkeit nur Wohnnutzung eines Gebäudes bzw. eines Gebäudeteils, u. U. mit Gartennutzung Unterschied zum Nießbrauchrecht
schuldrechtliche Vereinbarungen bei Bewertung beachten: - befristet oder auf Lebenszeit - entgeltlich oder unentgeltlich - Übernahme von Kosten und Lasten
Beispielrechnungen 10 ­ 13 in Anlagen 16 und 17 Grundlage der Wertermittlung ist der wirtschaftliche Vorteil des Berechtigten: - ersparte Miete - Bewirtschaftungskosten (u.a. Betriebskosten)
Wert des Rechts ergibt sich aus dem über die Laufzeit kapitalisierten wirtschaftlichen Vorteil Ermittlung des Wertes über Leibrentenbarwertfaktoren, die die statistische Lebenserwartung berücksichtigen bei mehreren Berechtigten verbundene Leibrentenbarwertfaktoren verwenden
GAA Kiel stellt im Internet Excel-Berechnungsblatt zur Ermittlung von Leibrentenbarwertfaktoren auf Grundlage verschiedener Absterbeordnungen zur Verfügung http://www.gutachterausschuss-kiel.de/
bei juristischen Personen ist von angemessenen Zeitrentenbarwertfaktoren auszugehen sonstige wertbeeinflussenden Umstände (z. B. Unkündbarkeit, Sicherheit vor Mieterhöhung) müssen berücksichtigt werden
Zunahme der Lebenserwartung und Unsicherheit des Endes des Wohnungsrechts müssen bei Wertermittlung berücksichtigt werden Zuschläge notwendig WertR 2006 gibt 10 % Zuschlag wegen Unkündbarkeit und Sicherheit vor Mieterhöhung an
Zunahme der Lebenserwartung Beispiel: 64-jährige Frau - 1970/72 - 1986/88 - 2002/04 15,94 Jahre 18,63 Jahre 20,62 Jahre
Zunahme um 4,68 Jahre in rund 30 Jahren (2 Monate/Jahr)
Angaben zu Zuschlägen in der Rechtssprechung und Literatur: - 25 % (OLG Bremen 29.11.1967) - 20 % bei 70jährigen Berechtigten1 - 30 % bei 60jährigen Berechtigten1
Quelle: Praxis der Grundstücksbewertung, Gerady/Möckel, 41. Nachlieferung 10/1999, S. 5.2.4/34
Wert des mit dem Wohnungsrecht belasteten Grundstück ergibt sich aus dem unbelasteten Grundstück abzgl. der Wertminderung durch das Recht eingeschränkter Käuferkreis für belastete Grundstücke, daher Marktanpassung erforderlich
Nießbrauchrecht §§ 1030 ff BGB Rechenbeispiele 14 ­ 17 in Anlagen 18 und 19 Analogie zum Wohnungsrecht Unterschied: wirtschaftlicher Vorteil durch Nutzung des kompletten Grundstücks
Bewertung von Nießbrauchrechten gemäß den Grundsätzen für Wertermittlung von Wohnungsrechten Berechtigter ist zur Unterhaltung des Grundstücks verpflichtet
Grunddienstbarkeit zugunsten des Eigentümers eines anderen Grundstücks (WertR 2006) bzw. eines Dritten Einschränkung der Nutzung des belasteten Grundstücks Eintragung in Abt. II des Grundbuchs und als dingliches Recht Bestandteil des begünstigten Grundstücks bzw. eines Dritten
bei der Bewertung von Grunddienstbarkeiten sind zu berücksichtigen: - Änderung der Nutzungsmöglichkeiten - Lageverbesserung des begünstigten Grundstücks - Wertminderung des belasteten Grundstücks - vereinbarte Renten und Anpassungsmöglichkeiten
weitere Klärung zum jeweiligen Recht: - entgeltlich oder unentgeltlich - Übernahme von Kosten und Lasten - zu erbringende Leistungen des Berechtigten
Rechenbeispiele 18 ­ 21 in Anlagen 20 und 21
Wegerechte zumeist als Dauerrechte ohne zeitliche Begrenzung Vereinbarung von Wegerechtsrente oder Einmalzahlung Wertvorteil des begünstigten Grundstücks ergibt Erhöhung der Nutzbarkeit des Grundstücks
Wert des belasteten Grundstücks ergibt sich aus unbelastetem Grundstück abzgl. Wertminderung durch das Recht
Wertminderung als Einschätzung der Nutzungseinschränkung
Beeinträchtigungen können sein: - Verringerung der Ausnutzbarkeit - Immissionen für belastete Grundstücke eingeschränkter Käuferkreis
Altmeppen &amp; Partner Frankfurter Straße 2 (ARTmax) 38122 Braunschweig Telefon: 05 31 / 8 01 16 - 60 Fax: 05 31 / 8 01 16 - 66 e-mail: [email protected] Internet: www.altmeppen.de Referent: Dipl.-Ing. Hermann Altmeppen
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References: § 194
 § 192

§ 199
 § 199
 § 10
 § 1093