Source: http://www.asse-watch.de/index.html
Timestamp: 2020-08-04 02:23:19+00:00

Document:
Oben auf dieser Seite: die aktuellen Erklärungen des Asse 2-Koordinations­kreises,
unten: Zeitleiste der Ereignisse seit 2009
50 Jahre Atommüll in Asse I
Asse II seit 2009
50.000 Kubikmeter Atommüll wurden 15 km südöstlich von Braunschweig in das ehemalige Salzbergwerk Asse II eingelagert. Seit bald 30 Jahren treten täglich 13-14 Kubikmeter Wasser in das Bergwerk ein. Daher droht die Flutung des Atommülls. Das Wasser („Asse-Wasser“) muss abtransportiert werden, damit es nicht den Atommüll auflöst und ausschwemmt.
Hier eintragen in Email-Liste mit aktuellen Informationen zu Asse 2
Nächste öffentliche Sitzung des Asse II-Koordinationskreises
(der Bürgerinitiativen, Gruppen und Organisationen gegen die Flutung von Asse II)
erst nach Ende des Versammlungsverbotes,
Kontakt: a.riekeberg [ät] jpberlin.de
Asse-Andachten:
Immer zum Jahreszeitenwechsel am Sonntag um 18 Uhr vor der Schachtanlage Asse II oberhalb von Remlingen. Die nächsten Asse-Andachten finden statt:
So., 20. Sept., 18 Uhr
So., 20. Dez., 18 Uhr
Veröffentlichungen des Asse II-Koordinationskreises:
Asse-Durchblicke Nr. 11, Juni 2020: Kritik am Rückholplan der BGE u.a.
Asse-Durchblicke Nr. 9, Januar 2019
Asse-Durchblicke Nr. 8, Juni 2018: 28 Grundsatzforderungen des A2K für den Atommüll aus Asse II
Asse-Durchblicke Nr. 7, Aug. 2017: Weiterentwicklung des Begleitprozesses
Asse-Durchblicke Nr. 6, April 2017:
50 Jahre Atommüll-Einlagerung & Gegen die Verfüllung auf der 750m-Sohle
Asse-Durchblicke Nr. 4, Sommer 2016: „Zielt der Betreiber daneben?“ Unterlassungen und nicht zielführende Maßnahmen des BfS
Geschäftsordnung der Asse2-Begleitgruppe
Zusammenspiel von Asse2-Begleitgruppe und anderen Gremien
Widerruf der Bohrgenehmigungen für R10 und R11 gefordert
16. Juli 2020. Der Asse II-Koordinationskreis fordert das niedersächsische Landesbergamt (LBEG) auf, die Genehmigungen für die von der BGE geplanten und vorbereiteten Bohrungen Remlingen 10 und Remlingen 11 zu widerrufen.
Am 10. Juli hat die BGE offenbart, dass es ihr nicht gelungen ist, eine Bohrung über 200 Meter korrekt niederzubringen, siehe der Abschnitt „Pilotbohrung weicht vom geplanten Kurs ab“ in dieser Meldung.
Bereits am 16. Juli 2019 hatte der A2K das Bohrvorhaben Remlingen 11 kritisiert, weil es die Gefahr mit sich bringt, dass der Laugenzufluss in die Atommüll-Lagerstätte Asse II dadurch erhöht wird.
Fotos der Vorbereitung der Bohrplätze für die Bohrungen „Remlingen 10“ und „Remlingen 11“.
BGE-Plan für Atommüll aus Asse II mangelhaft
Stellungnahme der unabhängigen Wissenschaftler bestätigt Kritik der Bürgerinitiativen am BGE-Rückholplan
Fotos von den Folien des AGO-Vortrages
Endversion der ausführlichen A2K Presse-Erklärung vom 10. Juli 2020
10. Juli 2020: In Wolfenbüttel nahm heute die wissenschaftliche „Arbeitsgruppe Option – Rückholung“ zum Rückholplan der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Wolfenbüttel Stellung. Der Asse II-Koordinationskreis (A2K) unabhängiger Bürgerinitiativen sieht sich vollumfänglich darin bestätigt, den sog. Rückholplan der BGE zurückzuweisen.
1. Tiefe Kluft zwischen Titel „Rückholplan“ und dem Inhalt der Ausarbeitung
Die AGO moniert, dass der Titel des Berichtes „dem Anspruch nur zum Teil gerecht“ wird, weil „kein klar umrissener Weg zu Vorbereitung, Durchführung und Abschluss der Rückholung beschrieben“ wird. Es sei eine „Zusammenfassung lang bekannter Sachverhalte, keine Planung“.
2. Standortbestimmung: Muss ein Atommüll-Zwischenlager an die Asse?
Zur Frage, ob an der Asse ein Zwischenlager für Atommüll errichtet wird, stellt die AGO fest, dass die BGE „die Forderung der Begleitgruppe und der AGO nach Berücksichtigung zweier konkreter Asse-ferner Standorte beim Standortvergleich nicht erfüllt.“ Es sei „ein Verfahren gewählt (worden), das faktisch auf den Grundsatz hinausläuft 'ein geeigneter Standort genügt'.“
3. Welche Art von Emissionen aus dem radioaktiven Müll werden berücksichtigt?
Zur Frage, welche radioaktiven Emissionen in die Berechnung der Belastung der anwohnenden Bevölkerung eingehen, kritisiert die AGO: „Die Ableitungswerte der Schachtanlage (sind) kein geeigneter Schätzer für die Ableitung bei/nach Rückholung“, denn “unter den derzeitigen Lagerungsbedingungen in weitgehend vom Wetterstrom abgetrennten Einlagerungskammern ist von einer starken Rückhaltung der Radionuklide auszugehen. Daher (sind die) Absolutwerte der Dosis mit hoher Wahrscheinlichkeit zu niedrig ausgewiesen. Eine angemessen-konservative Berücksichtigung bei übertägiger Lagerung der Abfälle könnte ggf. auch zu einer Bewertung führen, bei der Asse-ferne Standorte günstiger abschneiden.“
4. Wie wird die Strahlenbelastung der Bevölkerung ermittelt?
Auch zur Frage, wie aus Werten für die radioaktiven Ableitungen aus dem Atommüll von Asse II die Belastung der Bevölkerung berechnet wird, nahm die AGO heute in Wolfenbüttel Stellung: „Bei der Modellierung zur Ermittlung der Strahlenexposition von Personen der Bevölkerung ist nicht ersichtlich, ob mit den Szenarienannahmen der Strahlenschutzverordnung von 2001 oder der Strahlenschutzverordnung von 2018 gerechnet wurde. Zugrunde zu legende Daten zum Verhalten von Personen unterscheiden sich deutlich und damit auch die errechneten Dosiswerte.“ Die AGO hält es für „befremdlich, wenn derartige Veränderungen ohne Begründung in den entscheidungsrelevanten Unterlagen auftauchen. Außerdem (ist) auch Benennung der Dosiswerte für die sensitivste Gruppe der Referenzpersonen (Säuglinge) nötig.“
5. Durchsetzbarkeit wichtiger als Minimierung der Belastung
Die AGO moniert, dass die Ausarbeitung „Rückholplan“ im Wesentlichen daran orientiert ist, möglichst nah an der Asse ein Zwischenlager für Atommüll zu errichten, das zudem für hochradioaktiven Atommüll (Kernbrennstoffe) geeignet ist. Sie urteilt: „der Suchprozess scheint vorrangig am Aspekt der einfachen Durchsetzbarkeit orientiert.“ Ferner hält die AGO fest, dass sie eine „Auslegung des Zwischenlagers auf die Lagerung von Kernbrennstoff (für) nicht nötig“ erachtet, denn „erwartete Mengen könnten in bestehenden, dafür ausgelegten Lägern gelagert werden.“
Die AGO sieht hier sogar die Gefahr, dass beabsichtigt werden könnte, „in Zukunft das Zwischenlager Asse für die Lagerung von Kernbrennstoffen zu nutzen.“ Sie fordert eine „Überarbeitung und Weiterentwicklung“ zu den zahlreichen Mängeln. Zu den sieben nur mangelhaft ausgeführten Themenbereichen gehören u.a. „Suchraum für ein Zwischenlager, Langzeitaspekte der Zwischenlagerung und alternative Optionen, Umwelt- und Stahlenschutzaspekte bei Standortauswahl und Rückholung, Technische Umsetzbarkeit von Rückholvarianten und Festsetzung von Konditionierungszielen für Abfälle.“
Fünf Punkte, in denen der A2K sich besonders bestätigt sieht:
1. Es besteht eine tiefe Kluft zwischen dem Anspruch, den der Titel „Rückholplan“ vermittelt, und dem Inhalt der BGE-Ausarbeitung.
2. Die BGE verhält sich absolut ignorant gegenüber dem Verlangen aus der Region, zwei konkrete Asse-ferne Standorte für ein Atommüll-Zwischenlager in einen Vergleich einzubeziehen.
3. Die BGE vernachlässigt die Emission radioaktiver Teilchen aus dem Atommüll.
4. Die Umstellung der Art und Weise, wie aus gegebenen radioaktiven Emissionen die Belastung der Menschen in der Umgebung berechnet wird, durch die neue Strahlenschutzverordnung ist öffentlich noch nicht wahrgenommen, obwohl sie zu unabsehbaren Konsequenzen führt für die Abschätzung, wie gefährlich Atomanlagen für Anwohner*innen sind.
5. Der sog. Rückholplan ist mehr daran interessiert, ein langfristiges Zwischenlager und eine Atommüll-Konditionierungsanlage an der Asse zu errichten, als am Schutz von Mensch und Umwelt vor Radioaktivität.
Der Asse II-Koordinationskreis bekräftigt sein Resümee vom 3. Juli 2020: Alles läuft darauf hinaus, die Errichtung von Konditionierungsanlagen und die Zwischenlagerung von Atommüll an der Asse mit unzutreffenden Daten erzwingen zu wollen, ohne vorher die rechtliche Zulässigkeit der Planungen und der Rückholung insgesamt zu klären.
Kritik zum BGE-“Rückholungsplan“
Hier die vollständige Erklärung vom 16. April 2020 mit Hintergrundinformation und Quellenangaben
16. April. Der Asse II-Koordinationskreis weist den sogenannten „Rückholplan“ der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vom 19.02.2020 für die Rückholung von Atommüll aus der Schachtanlage Asse II als völlig unzureichend und fehlerhaft zurück.
Dieses Dokument ist nicht viel mehr als eine Aneinanderreihung von überwiegend alten Berichten und Studien, die längst bekannt sind. Es beschreibt die Grundvoraussetzungen, den Ist-Zustand und die vorhandenen Konzeptplanungen sowie weitere Vorstellungen zur Rückholung und eine Standortbestimmung für ein Zwischenlager. Eine professionelle Projektplanung ist das nicht.
Dieser Rückholungsplan ist mit vielen rechtlichen und fachlichen Fragezeichen versehen. Übrig bleiben könnte die Errichtung einer Konditionierungsanlage und eines Langzeit-Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll an der Asse, ohne dass je die Rückholung des Atommülls genehmigt werden kann. Damit allein wäre der Region nicht gedient. Die Versuchung wäre groß, diese Konditionierungsanlage und das Zwischenlager für anderen Atommüll zu nutzen, beispielsweise als Eingangslager für Schacht Konrad.
Die sieben wichtigsten Kritikpunkte zum Rückholungsplan:
1. Es fehlt ein professionelles Projektmanagement mit einem ständig zu überarbeitenden Zeit- und Masterplan (z.B. Netzplan).
2. Es fehlt die Klärung der rechtlichen Situation für eine genehmigungsfähige Rückholung (Bergrecht §224 ABVO und Atomrecht / Strahlenschutzverordnung 2019) und es fehlt die aktuelle Konsequenzenanlyse im Rückholungsplan.
3. Es fehlen genaue Beschreibungen, wie der Betreiber dem Minimierungsgebot der Strahlenschutzverordnung gerecht werden will.
4. Die GNS/WTI–Studie („Standortunabhängiges Konzept für die Nachqualifizierung und Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle aus Asse II“) zur Minimierung von Freisetzungen radioaktiver Stoffe wurde im Rückholungsplan nicht berücksichtigt. Das heißt: es fehlt eine Planungsvariante, bei der eine Probenahme und Messungen von Radionukliden unter Tage vorgenommen werden – vor der Umverpackung, um unnötiges Öffnen von Atommüll-Umverpackungen zu vermeiden.
5. Es fehlt ein fairer Vergleich zwischen konkreten Zwischenlagerstandorten mit Konditionierungsanlage asse-nah einerseits und andererseits mindestens zwei konkreten asse-fernen Zwischenlagerstandorten mit größeren Abständen zur Wohnbebauung (mindestens 4 Kilometer) als bei den möglichen asse-nahen Standorten, z.B. auf bundeseigenen Liegenschaften. Hierbei ist eine fachliche Störfallbetrachtung mit Einwirkung von außen (Flugzeugabsturz eines großen Verkehrsflugzeuges) zu Zwischenlager und Konditionierungsanlage mit zu beachten.
6. Der Vergleich zwischen Atommüll-Transporten und Atommüll-Zwischenlager nur bezüglich der Direktstrahlung ist völlig unzureichend, da die Anwohner eines Zwischenlagers samt einer Konditionierungsanlage viel stärker über die Ableitungen radioaktiver Teilchen radioaktiv belastet werden als über Direktstrahlung.
7. Es fehlen weiterhin notwendige Analysen, die vor einer Standortentscheidung zu Zwischenlager und Konditionierung zu klären sind:
a) Es fehlt die Betrachtung und Bewertung der Prozesse und der radioaktiven Belastungen, die diese für die Anwohner von Pufferlager, Konditionierung, Zwischenlager mit sich bringen.
b) Es fehlt die Berücksichtigung der radiologischen Dauerbelastung der oberirdischen Anlagen über den Gesamtzeitraum der Rückholung und Zwischenlagerung, mitsamt der Anreicherung von Radionukliden in der Biosphäre.
c) Es fehlt die Festlegung der Endlagerbedingungen für den Atommüll aus Asse II. Insoweit ist derzeit eine Konditionierung nur für einen Transport in ein Zwischenlager sinnvoll (siehe GNS/WTI Studie).
Die wichtigsten rechtlichen Fragen zur Rückholung werden im „Rückholplan“ nur nebenbei angesprochen und nicht geklärt.
Der Asse II Koordinationskreis fordert die BGE, BASE, BMU, NMU, LBEG auf die rechtliche Situation und deren Auswirkungen jetzt zu klären.
Hier die vollständige Erklärung mit Hintergrundinformation und Quellenangaben
Skizze zur Rückholungsplanung veröffentlicht
Aus der Presse erfuhr die Bevölkerung am 26.3. abends, dass die BGE ein Atommüll-Zwischenlager an der Asse errichten will, im Zuge der in der Braunschweiger Zeitung vom Folgetag dargestellten Rückholung-Skizze. Der Asse II-Koordinationskreis forderte am 27.3. vormittags die umgehende Veröffentlichung der Pläne. Dieser Forderung entsprach die BGE gegen 12 Uhr mittags, siehe diese Seite der BGE. Das 147seitige Dokument steht hier zum Download.
10 Jahre nach dem Optionenvergleich:
Rückholungsplanung noch immer offen
13. Januar 2020. Zur Veranstaltung „10 Jahre Optionenvergleich: Rückblick und Ausblick“ hatte der Asse II-Koordinationskreis nach Remlingen eingeladen, auf dem Podium Landesumweltminister Olaf Lies, BGE-Geschäftsführer Stefan Studt, MdB Victor Perli und Dr. Michael Ahlers, Hannover-Korrespondent der Braunschweiger Zeitung. Derart viele Besucherinnen und Besucher waren am Montagabend in das Dorfgemeinschaftshaus Remlingen gekommen, dass viele mit Stehplätzen vorlieb nehmen mussten.
Sehr einig war sich das Podium, dass der gesetzliche Auftrag zur Rückholung des Atommülls aus Asse II umgesetzt werden muss.
Umweltminister Lies bezeichnete die Atommüll-Einlagerung in Asse II als den größten Umweltskandal Deutschlands der letzten Jahrzehnte, der voll und ganz beseitigt werden müsse. Er kündigte für März diesen Jahres die Vorlage einer Rückholungsplanung an, die jede ab jetzt notwendige Maßnahme darstellen solle.
Auch BGE-Geschäftsführer Studt versicherte, den gesetzlichen Auftrag zur Rückholung ernst zu nehmen, im März zur Rückholungsplanung mehr sagen zu können und außerdem immer wieder in Sachen Asse II die Gespräche in der Region zu suchen.
Bundestagsmitglied Perli aus Wolfenbüttel verwies für die zurückliegenden Jahre auf den jüngst veröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofes zu Asse II. Er stellte fest, dass von 2010-2016 weniger als 10% des Etats für die Rückholung ausgegeben wurden. Dem BfS als Betreiber stellte der Rechnungshof ein sehr schlechtes Zeugnis aus: „Das Controlling durch das BfS war nicht geeignet, das Projekt Asse II effizient zu steuern.“ Perli plädierte dafür einen Asse-Sonderbeauftragten des Landes zu benennen.
Heike Wiegel von Aufpassen e.V. wies auf möglicherweise problematische Genehmigungsfähigkeit einer Rückholungsplanung hin. Zum einen sehe das Bergrecht wohl Sicherheitsabstände von 150 Meter beim Auffahren neuer Räume im Salzbergwerk als für die Stabilität erforderlich an, was in der Asse kaum zu leisten sei. Zum anderen hätten sich die Ausbreitungsmodelle und Berechnungsformeln im Strahlenschutzrecht verändert, wonach es atomrechliche Rechtfertigungsschwierigkeiten geben könnte. Minister Lies und BGE-Vertreter Studt sagten zu, diese Probleme zu bearbeiten.
Nach Eingangsstatements der Podiumsteilnehmer und zwei Fragerunden auf dem Podium war noch eine gute Stunde Zeit für zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Minister Lies sagte zu, viele Fragen mit nach Hannover zu nehmen und mit dem Asse II-Koordinationskreis im Gespräch bleiben zu wollen.
Zur bevorstehenden Diskussion um Konditionierung und Zwischenlagerung:
Keine verfrühten Standortfestlegungen!
Um die Planungen für Pufferlager und Konditionierungsanlage voranzutreiben, schrieb die „Arbeitsgruppe Option Rückholung“ (AGO) am 8.10.2018 einen Brief an den Betreiber und veröffentlichte zudem am 24.01.2019 ein problematisches „Diskussionspapier“ mit fragwürdigen Empfehlungen. Für das Treffen des Asse II-Begleitprozesses am 01.03.2019 war auf der Tagesordnung unter "TOP 4 Bericht aus der AGO" dementsprechend die Thematik "Umgang, Konditionierung und Lagerung der rückgeholten Asse-Abfälle" angesetzt.
Der Asse II-Koordinationskreis hat am 01.03.2019 kurz vor der Sitzung dazu eine Erklärung veröffentlicht „Keine verfrühten Standortfestlegungen!“ mit einer deutlichen Kritik an dem AGO-Diskussionspapier. Dem wurde ein Fragenkatalog beigegeben, der schon am Vortag der AGO sowie dem BMU und dem NMU zugeleitet worden war.
Der Punkt „Umgang, Konditionierung und Lagerung der rückgeholten Asse-Abfälle“ wurde dann doch noch kurzfristig von der Tagesordnung abgesetzt und ohne Erläuterung nicht behandelt.
Rückblick des Asse II-Koordinationskreises auf 2018 und Ausblick
11.01.2019: Wissensbestände zu Asse II ohne Interessenkollisionen sichern, Datenzugang verbessern!
29.01.2019: Wasserzulauf in Asse II vor Atommüll-Einlagerung bekannt
04.02.2019: „Kein Atommüll an Wohngebiete!“
Der neugestaltete „AufpASSEn Bauwagen“ der Vahlberger Asse-Aktivisten wurde von den zahlreich erschienenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Asse II-Neujahrsspazierganges der WAAG bewundert.
Die Lagerung und Verarbeitung von Atommüll dürfen nicht in der Nähe von Wohngebieten geschehen. Die Belastungen im Normalbetrieb und die zusätzlichen nicht absehbaren Belastungen bei einem Störfall schließen dies aus. Der Schutz gegenwärtiger und kommender Generationen vor Radioaktivität muss Vorrang haben vor einer scheinbaren Vereinfachung von Verwaltungsverfahren. Wir weisen alle Versuche des Betreibers von Asse II und anderer Beteiligter zurück, den scheinbar einfachsten Weg zum Umgang mit dem Atommüll zu wählen.
Häufig wird von ‚Asse-Müll‘ gesprochen, um daraus eine Verantwortung der Bevölkerung der Region um die Asse für den Müll abzuleiten. Das ist kein ‚Asse-Müll‘, denn er stammt aus den Atomforschungsanlagen in Karlsruhe und Jülich sowie aus anderen Atomanlagen Westdeutschlands. Die Bundesregierung ist Eigentümerin der Schachtanlage samt eingelagerten Müll und trägt die Verantwortung dafür, denn Eigentum verpflichtet bekanntlich.
Schon 1964 war es ein Fehler, die Schachtanlage Asse II für geeignet zu erklären, obwohl man von Wasserzuläufen aus dem Deckgebirge wusste. Damals kamen die beteiligten Wissenschaftler aus Karlsruhe und Bonn nicht ihrer Verantwortung nach, vor den drohenden Gefahren zu warnen. Sie trugen vielmehr zur Legitimierung einer politischen Vorentscheidung bei.
Die Ausblendung von Gefahren und Belastungen darf sich bei der Entscheidung über die Standorte von Anlagen, die mit der Rückholung und weiteren Verwahrung des Atommülls aus der Schachtanlage Asse II im Zusammenhang stehen, nicht wiederholen.
Vollständiger Text der Pressemitteilung vom 04.02.2019
Wasserzulauf in Asse II vor Atommüll-Einlagerung bekannt
Protokoll von 1964 offenbart: Forschungsministerium und Kernforschungsgesellschaft schoben Wasserproblematik beiseite
... Am 29. Januar 1964, heute vor 55 Jahren, besichtigten Vertreter des Forschungsministeriums, der Gesellschaft für Kernforschung Karlsruhe (GfK) und des damaligen Eigentümers die Schachtanlage Asse II, um die Eignung zur Atommüll-Deponierung festzustellen. Es wurde notiert, dass pro Minute ca. zwei Liter Wasser durch den Schacht hineinlaufen (Seite 3). Das sind etwa drei Kubikmeter pro Tag. Man könne den Wasserzulauf eindämmen, sorgte sich aber nicht um den weiteren Verbleib dieses Wassers.
Auch weitere Formulierungen lassen nur den Schluss zu, dass es allein darum ging, die kostengünstige Einlagerung von Atommüll zu rechtfertigen, nicht aber um eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung der Eignung des Salzbergwerks Asse II für Atommüll-Endlagerung. So heißt es: „Positiv zu werten ist vor allem der Preis, der … auf 600.000,-- DM beziffert wurde.“ (Seite 4).“
Forschungsministerium lies wider besseres Wissen einlagern
Im Forschungsministerium hätten angesichts dieser Beurteilung schon im Frühjahr 1964 (verfasst wurde das Protokoll am 3. März 1964) alle Alarmglocken schrillen müssen. Stattdessen ließ man die Umrüstung der Schachtanlage Asse II geschehen und durch die Münchner GSF in fast 12 Jahren 50.000 Kubikmeter Atommüll einlagern. Vermutlich immer mit der Angst im Nacken, noch während des Einlagerungsbetriebes könnte sich die Wassermenge den Weg in das Bergwerk hinein suchen, denn tausend Kubikmeter pro Jahr mussten ja irgendwo bleiben ...
Befahrungsprotokoll der Projektgruppe Endlagerung über den 29.01.1964
Asse II-Koordinationskreis:
Asse II: Erheblich erhöhte Laugenzuflüsse
Asse II-Koordinationskreis (A2K) fordert Beschleunigungen:
1.: Schacht 5 jetzt abteufen!
2.: Atommüll-Rückholung von der 725m- und 511m-Sohle beginnen
und vorhandene Unterbringungsmöglichkeiten nutzen!
3.: Bergwerk stabilisieren!
Der Asse II-Koordinationskreis (A2K) will erreichen, dass die Daten von tommüll-Ablieferern, Behörden und Wissenschaft der Öffentlichkeit leicht und vollständig zugänglich gemacht werden.
Bereits Ende November 2018 hat der A2K daher die Bundesministerinnen für Bildung und Forschung (BMBF) sowie für Umwelt und nukleare Sicherheit (BMU) angeschrieben. Im Schreiben des A2K heißt es u. a.: „Das Desaster um den Schacht Asse II ist während der Verantwortung des Forschungsministeriums des Bundes (BMBF) für die Schachtanlage Asse II angerichtet worden. Der Asse II-Koordinationskreis (A2K) sieht daher eine bleibende Verantwortlichkeit im Bereich des Bundes.
Die Verantwortlichkeit für die Aufarbeitung der Datenbestände und für die Analysesoftware sowie für die Pflege, Vervollständigung und Sicherung aller Datenbestände muss weiterhin im politischen Raum auf der Ebene der Bundesministerien bleiben. Sie darf nicht an eine privatwirtschaftliche Gesellschaft ausgelagert werden.“
Der umfassende und einfache Zugang zu Informationen ist die Grundlage für Meinungsbildung und demokratische Teilhabe. Insbesondere verbietet sich die Auslagerung an eine Institution, die Endlager betreibt oder beaufsichtigt oder die eine Endlagersuche durchführt. Hier sind zum Beispiel beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) und bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) Interessenskonflikte vorprogrammiert.
Der A2K fordert beide Bundesministerinnen darüber hinaus auf, der Verantwortung ihres Amtes für die Schachtanlage Asse II gerecht zu werden, der Asse einen Besuch abzustatten und sich dabei auch zumindest neunzig Minuten Zeit für Gespräche mit den Anwohnern der Schachtanlage im Landkreises Wolfenbüttel zu nehmen, und ebenfalls mindestens neunzig Minuten Zeit für Gespräche mit Beschäftigten der Schachtanlage..
Asse II-Koordinationskreis mahnt Aktivität der Bundesministerien an:
Wissensbestände zu Asse II ohne Interessenkollisionen sichern, Datenzugang verbessern!
Der A2K fordert beide Bundesministerinnen darüber hinaus auf, der Verantwortung ihres Amtes für die Schachtanlage Asse II gerecht zu werden, der Asse einen Besuch abzustatten und sich dabei auch zumindest neunzig Minuten Zeit für Gespräche mit den Anwohnern der Schachtanlage im Landkreises Wolfenbüttel zu nehmen, und ebenfalls mindestens neunzig Minuten Zeit für Gespräche mit Beschäftigten der Schachtanlage.
Asse II-Koordinationskreis unabhängiger Bürgerinitiativen – Dezember 2018:
Als vor 10 Jahren die skandalösen Vorgänge in der Asse nach und nach ans Licht kamen, wurde mehr Transparenz versprochen. Doch immer noch ist mangelnde Transparenz ein Problem in Bezug auf das Atommülllager Asse II und die Rückholung des Atommülls aus der Schachtanlage – trotz aller Öffentlichkeitsarbeit des Betreibers.
Pressemitteilung des Asse II-Koordinationskreis vom 15.10.2018:
Seit Ende September tritt eine deutlich höhere Menge von Lauge in das ehemalige Salzbergwerk Asse II bei Braunschweig ein, im Schnitt täglich 12,7 Kubikmeter statt vorher 11,6 Kubikmeter – eine Steigerung um 10 Prozent. Diese Steigerung zeigt, wie dringlich die Rückholung des Atommülls und des Giftmülls aus der Schachtanlage ist.'
Die eindringende Lauge kann durch eine Verfüllung nicht aufgehalten werden. Sie wird langfristig den Salzstock auflösen. Die Annahme, man könne Asse II verfüllen und hätte dann für alle Zeit Ruhe vor der eingelagerten Radioaktivität, ist irrig. Eine Verfüllung hält den Zerstörungsprozess nicht auf. Da der Salzstock zudem unter Druck steht, droht langfristig die Auspressung der radioaktiven Stoffe.
Die Rückholung des Atommülls duldet keine Verzögerung. Jedoch: sie wurde zwar vom Bundestag im Atomgesetz verankert, aber kommt seit Jahren nicht wirklich voran.
Asse II-Koordinationskreis unabhängiger Bürgerinitiativen:
Grundsatzforderungen zu Asse II neu aufgestellt
Die unabhängigen Bürgerinitiativen im Asse II-Koordinationskreis haben in einem intensiven Diskussionsprozess die „Remlinger Erklärung“ aus dem Jahr 2007 weiterentwickelt und konkrete Forderungen zur Schachtanlage Asse II, zur Rückholung des Atommülls, zur Lagerung rückgeholter Abfälle sowie zur Umgebungsüberwachung an der Asse formuliert.
Die jetzt vorgelegten 27 Grundsatzforderungen des Asse II-Koordinationskreises fassen die vielfältigen Sachargumente zusammen. Sie sollen die Diskussion innerhalb der Bevölkerung neu beleben und eine verlässliche Grundlage für die Fortsetzung des sachlich-kritischen Dialogs mit dem Betreiber darstellen.
Von den A2K-Grundsatzforderungen werden einige vorgestellt:
Nachweltschutz gesetzlich verankern!
„Wir fordern, dass der Nachweltschutz gesetzlich ernst genommen wird, d.h. dass Bürgerinnen und Bürger auch klageberechtigt und klagebefugt werden, um für ihre Nachkommen Verantwortung auch gerichtlich wahrnehmen zu können. In Genehmigungsverfahren sind zugehörige Stellungnahmen nachvollziehbar zu bewerten.“
Belastungen minimieren!
„Wir fordern, dass die Freisetzungen von Radionukliden und chemo-toxischen Stoffen auf das technisch mögliche Maß minimiert werden.“
Rückholung vorantreiben!
„Wir fordern, dass der Betreiber schnellstmöglich alle Maßnahmen umsetzt, die erforderlich sind, um den Anforderungen des Atomgesetzes §57b zur Rückholung nachzukommen. Hierzu ist der Atommüll und Giftmüll trocken zu halten und der Bau des neue Schacht Asse 5 schleunigst umzusetzen.“
Anlagentrennung!
„Wir fordern, dass die Planung von Anlagen zur Pufferlagerung, Konditionierung und Zwischenlagerung eine klare Trennung dieser Anlagen aufweist, damit die Möglichkeit einer räumlichen Trennung offen gehalten wird. Der Auswahlprozess dieser Anlagen muss in der Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar geführt werden.“
Standortvergleich!
„Wir fordern einen fairen und nachvollziehbaren Vergleich von Zwischenlagerstandorten für den Atommüll aus Asse II. Aus Sicherheitsgründen – insbesondere für Störfälle – müssen bei dem Standortvergleich auch Abstände von mindestens 4 km zwischen dem Zwischenlager und der Wohnbebauung berücksichtigt werden. Auch sind bundeseigene Liegenschaften wie Bunker, Tunnel und ehemalige Truppenübungsplätze zu berücksichtigen.“
Komplette Liste der Forderungen siehe in den heute veröffentlichten Asse-Durchblicken Nr. 8
Der Asse II-Koordinationskreis ruft die interessierte Bevölkerung dazu auf, sich bei den unabhängigen Bürgerinitiativen zu informieren und dort zu engagieren. Sachorientierte Lösungen der Probleme um die Schachtanlage Asse II und den darin lagernden Atommüll und Giftmüll werden noch lange Zeit eine intensive Begleitung durch engagierte Bürgerinnen und Bürger erfordern.
A2K beim BGE-Fachworkshop Gebirgsbeobachtung am 28. Juni:
Asse II: der Berg drückt
Am öffentlichen Fachworkshop zur Gebirgsbeobachtung in der Schachtanlage Asse II nahmen Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises (A2K) teil. Der Betreiber von Asse II, die BGE, hatte zu einer Reihe von Berichten zur geotechnischen Überwachung des Betriebs und zu einem Bericht über das Monitoring der Salzlösungen eingeladen. Das Institut für Gebirgsmechanik (IfG) Leipzig lieferte eine Bewertung der Überwachung.
Hier der Bericht mit Grafik-Beilagen. / Bericht online.
Stellungnahme des Asse II-Koordinationskreises zum Treffen des Asse II-Begleitprozesses am 27.04.2018 in Wolfenbüttel:
Konzept der Umgebungsüberwachung fragwürdig
Mitglieder des Asse II-Koordinationskreises haben das Treffen des Asse II-Begleitprozesses am 27.04.2018 in Wolfenbüttel besucht. „In einigen Punkten ist vordringlicher Handlungs- und Gesprächsbedarf deutlich geworden: die Kommunikation des Betreibers bezüglich Schacht 5 muss verbessert werden, das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung ist fragwürdig und das Bewusstsein über verschiedene Formen von Begleitprozessen muss geschärft werden.“
1. Die Kommunikation des Betreibers bezüglich der Realisierbarkeit des Schachtes Asse 5 am gegenwärtig geplanten Standort war bei dem Begleitprozess-Treffen am 27.4. von Uneindeutigkeit geprägt.
Doch dieser neue Schacht Asse 5 und seine Anbindung an das Bergwerk sind von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur eminent wichtig für die künftige vollständige Rückholung des Atommülls und des Giftmülls, sondern schon jetzt für die Betriebssicherheit der gesamten Schachtanlage Asse II. Hier sollte der Betreiber seine Kommunikation präzisieren.
2. Das gegenwärtige Konzept der Umgebungsüberwachung von Asse II ist grundsätzlich fragwürdig.
Im Rahmen der Umgebungsüberwachung werden nur die radioaktiven Niederschläge in der Umgebung der Schachtanlage gemessen. Prof. Dr. Bertram (AGO) verdeutlichte: um die langfristige Belastung der Bevölkerung an der Asse zu ermessen, seien Erkenntnisse über die Anreicherung radioaktiver Teilchen wichtig, beispielsweise von radioaktivem Wasserstoff (Tritium) und Kohlenstoff (C-14) in den Organismen der Umwelt.
Da sich die Umgebungsüberwachung beim Begleitprozess-Treffen am 27.4. diesbezüglich für nicht zuständig erklärte, sollte hier eine Revision des Überwachungsauftrages erfolgen.
Insbesondere stellt sich der Asse II-Koordinationskreis hinter die Forderung von Heike Wiegel, Baumscheibenanalysen von Bäumen aus der Umgebung der Schachtanlage durchzuführen. Hier könnten vermutlich Aufschlüsse über den Verlauf der Emissionen in den 50 Jahren seit Beginn der Einlagerung von Atommüll in Asse II gewonnen werden.
3. Der Charakter des Begleitprozesses hat sich geändert.
Die jüngst installierte „Zivilgesellschaftliche Vertretung“ (ZGV) soll die Vertretung der Interessen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen im Begleitprozess ermöglichen. Die Asse2-Begleitgruppe – so wie sie 2008 gegründet wurde – war hingegen darauf ausgerichtet, das Handeln des Betreibers kritisch zu begleiten und als Vertretung der gesamten Region Forderungen an den Betreiber oder den Gesetzgeber zu formulieren, die sich auf durchzuführende oder zu unterlassender Maßnahmen in Asse II bezogen.
Der Asse II-Koordinationskreis (aus Bürgerinitiativen, Organisationen und Einzelpersonen gegen die Flutung der Asse) wird das Handeln des Betreibers der Schachtanlage Asse II und das Agieren der Politik in Bund, Ländern und Kommunen bezüglich Asse II weiterhin kritisch begleiten. Er setzt seine fachlich orientierte Arbeit fort, unter anderem mit dem nächsten Treffen am Dienstag, dem 8. Mai, um 19 Uhr in Remlingen.
51. Jahrestag der ersten Einlagerung von Atommüll
Kundgebung des Asse II-Koordinationskreises am 4. April 2018
Die Veranstaltung des Asse II-Koordinationskreises zum 51. Jahrestag der ersten Einlagerung von Atommüll am 4. April 1967 wurde beeinträchtigt vom ersten heftigen Frühlingsgewitter mit Starkregen und Hagel, das in der Stunde vor Beginn über der Asse niederging. Nach dem ersten Redebeitrag begann es erneut kräftig so zu regnen, dass man sein Wort nicht mehr verstehen konnte. Glücklicherweise konnte die Versammlung nach Remlingen in eine private Scheune verlagert werden.
Es gab einen Rückblick auf die 51 Jahre seit Einlagerungsbeginn,
einen Beitrag zu den Randbedingungen der Rückholung,
einen Beitrag zu den Folgen von radioaktiver Niedrigstrahlung
und einen Beitrag zur Einlagerung aus Jülich mit jahrelang undeklarierten und 13fach überhöhtem Tritium-Inventar,
abschließend einen Rückblick auf die Ereignisse in und um den Asse II-Begleitprozess.
In der Pressemitteilung zur Kundgebung sind die Redebeiträge zusammengefasst.
Asse-Geologie:
Neue Erkenntnisse statt veralteter Mutmaßungen
Asse II-Koordinationskreis am 18.04.2018 beim
BGE-Fachworkshop „Vorstellung der geologischen Oberflächenkarte Asse“
BGE-Bericht: Revisionskartierung Asse
1. Sind Zechstein-Salze in oberen Bereichen der Asse wirklich nur mitgeschleppte Scherreste aus der Zeit der Auffaltung, oder bestehen hier möglicherweise bisher unerkannte Wegsamkeiten in die Tiefe?
2. Gegen den Bau des Schachtes „Asse 5“ (zur Rückholung des Atommülls) an der bislang ausgewählten Stelle ergaben sich durch die Revisionskartierung keine neuen Bedenken. Mit dieser für die Rückholung wichtigen Maßnahme könnte der Betreiber der Schachtanlage Asse II also unverzüglich beginnen. Wobei es zielführend wäre, gleichzeitig einen zweiten, alternativen Schachtansatzpunkt zu bestimmen – um den Zeitverlust für den Fall gering zu halten, dass die Abteufung von „Asse 5“ am derzeitigen Punkt scheitern sollte.
3. Wie weit reichen die Störungen in den geologischen Formationen, die an der Oberfläche erkennbar sind, in die Tiefe? Nach der Oberflächenkartierung sind nun auch Tiefbohrungen nötig, um Kenntnisse über die Strukturen in der Tiefe der Asse zu erweitern.
Vorgezogene Rückholung“
- mehr als ein Ablenkungsmanöver?
Der gegenwärtige Betreiber der Schachtanlage Asse II (BGE) hat am 20.3.2018 bekannt gegeben, dass er eine vorgezogene Rückholung des Atommülls von der 725 m-Sohle in Betracht zieht. Was soll das?
Die vorgezogene Rückholung von 7% des Radionuklidinventars (soviel lagert angeblich auf der 725m-Sohle) aus Asse II lösen die Probleme des Atommülls in Asse II nicht. 93% wären danach immer noch im Berg, darunter große Mengen Uran und Thorium und das extrem gefährliche Plutonium.
Was nötig ist und vom Asse II-Koordinationskreis immer wieder gefordert wurde:
- Gesamtkonzept für die Rückholung;
- Bau eine neuen Schachtes Asse 5 zur Trennung von Personentransport und Atommüll-Transport;
- Entwicklung von Bergetechnik;
- Trockenhaltung des ganzen Atommülls in Asse II, besonders auf der 750m Sohle in den zubetonierten Bereichen.
Bestenfalls kann eine Teilrückholung einer Erprobung von Bergetechnik und der Feinjustierung der kompletten Rückholung dienen. Dafür scheint es aber zu früh zu sein, solange der neue Schacht Asse 5 noch nicht gebaut ist.
Schlimmstenfalls liefert die Planung der Teilrückholung nur einen Vorwand, um an der Asse zügig ein Atommüll-Zwischenlager zu errichten, das dann als Eingangslager für Schacht Konrad genutzt wird, in dem der ganze nukleare LAW und MAW aus Deutschland zusammengeführt wird.
Erhöhte Lösungszutritte auf der 750 m-Sohle – erhebliche Tritiumkontamination
Der gegenwärtige Betreiber der Schachtanlage Asse II (BGE) hat bekannt gegeben, dass auf der 750 m-Sohle in der Nähe der Einlagerungskammer 9 in den letzten Tagen erhöhte Mengen an Zutritts-Lauge aufgefangen wurden.
Große Mengen von Tritium und radioaktivem Kohlenstoff C-14 waren in den 1970er Jahren mit Reaktorkerninventar des Hochtemperaturreaktors Jülich in die Asse eingelagert worden.
Der Asse II Koordinationskreis hatte wiederholt dringend davor gewarnt, die 750 m Sohle komplett zu verfüllen, weil dann die Gefahr besteht, dass der Atommüll in den Einlagerungskammern auf dieser Sohle unerkannt durchnässt wird und in Lösung geht, siehe.
- Veranstaltungen in Remlingen und Wolfenbüttel im Herbst 2016
„Asse II: Flutung durch die Hintertür?!Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“
- Veröffentlichung "Asse Durchblicke" Nr. 6, Ende 2016:
- Beilage in der "tageszeitung" Frühjahr 2017
- Protestaktion in Berlin am 2.5.2017
Der vorherige Betreiber von Asse II, das Bundesamt für Strahlenschutz unter dem damaligen Präsidenten Wolfram König, hatte die Verfüllung bis zum 24. April 2017 durchgeführt und angeblich abgeschlossen. Am 25. April waren die Betreiberaufgaben an die BGE übergegangen, erst am 2. Mai 2017 wurde (parallel zum Protest in Berlin) der Abschluss der Arbeiten auf 750m bekannt gegeben.
Unsere Positionsbestimmung vom 13.6.2017:
1.) zu den Verfüllmaßnahmen auf der 750m-Sohle;
2.) zum Umgang mit wissenschaftlicher Kritik;
3.) zum Asse II-Begleitprozess.
Veröffentlichung des AufpASSEn e.V. zur Zwischenlagersuche:
„Nicht nur für den Atommüll aus dem Schacht Asse II?“
Asse 2-Begleitprozess stärken,
Regeln zum Umgang mit wissenschaftlicher Kritik festlegen,
Fehler des bisherigen Betreibers BfS korrigieren:
Für einen zukunftsfähigen Umgang mit Asse II !
In der Schachtanlage Asse II hat die neue „Bundesgesellschaft für Endlagerung“ (BGE) das Bundesamt für Strahlenschutz abgelöst. Aus diesem Anlass fordert der Asse II Koordinationskreis den neuen Betreiber auf, fragwürdige Verfüllmaßnahmen des alten Betreibers zügig zu korrigieren.
Da diese Verfüllmaßnahmen entgegen der wissenschaftlich fundierten Kritik der „Asse 2 Begleitgruppe“ durchgeführt wurden, ohne dass sich der Betreiber mit der wissenschaftlichen Kritik nachvollziehbar auseinandergesetzt hätte, lautet unsere Forderung in dieser Hinsicht: gesetzliche Regelungen müssen ein derartiges ignorantes Vorgehen des Betreibers einer Atomanlage unterbinden.
Der Begleitprozess zur Schließung der Schachtanlage Asse II wird mitunter auch als Modell für andere Begleitprozesse im Atombereich verstanden. Das Umweltministerium wünscht Strukturveränderungen. Wir fordern für den Begleitprozess: Die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Berater stärken und die Kommunikation verbessern!
Unsere Positionen und Forderungen im Einzelnen:
Hier die Positionsbestimmung vom 13.6.2017
Beteiligt sich der Kreistag an der Demontage der Asse 2-Begleitgruppe?
Landrätin Christiana Steinbrügge, Vorsitzende der Asse 2-Begleitgruppe, und verschiedene Bürgermeister/innen haben angekündigt, in den nächsten Tagen und Wochen dem Kreistag Wolfenbüttel und den Samtgemeinderäten sowie deren Umweltausschüssen ihren Vorschlag für eine Änderung des Asse II-Begleitprozesses vorzulegen.
In der öffentlichen Sitzung der Begleitgruppe am 11.8.2017 wurde der Beschluss gefasst, eine öffentliche Veranstaltung zur Zukunft des Asse II-Begleitprozesses durchzuführen. Das Organisationskomitee dafür hat diese auf dem 7.9. angesetzt, siehe nebenstehendes Plakat.
Der Umweltausschuss des Kreistages hat mittlerweile beschlossen, eine „Anhörung“ durchzuführen. Zu befürchten ist allerdings, dass die Vielzahl von Stellungnahmen zur Frage der Weiterentwicklung des Begleitprozesses außer acht gelassen wird.
Zu den erhöhten Radonwerten in Asse II
Die BGE meldete am 17. August einen Anstieg der Radonwerte bei einer Bohrung in Kammer 7/750m auf maximal 17.000 Bq/m³, .
Eine Einschätzung des unabhängigen Wissenschaftlers Dr. Ralf Krupp dazu: „17.000 Bq/m³ Rn ist nicht sehr viel für die Luft in einer Einlagerungskammer mit Atommüll.
Die Radon-Aktivitäten von Bodenluft liegen vergleichsweise im Bereich 5.000 bis 500.000 Bq/m³. Grundwasser enthält in Deutschland im Mittel 6.000 Bq/m³ Radon, welches im Wasserwerk ausgestrippt wird. In einem Fall wurden in einem Wasserwerk 40.000 Bq/m³ Luft festgestellt. - Auch der Wischtest (1 Zerfall in 10 Sekunden pro cm²) ist nicht wirklich besorgniserregend.
Grundsätzlich sollten aber auch geringe Strahlendosen vermieden werden, solange der Aufwand verhältnismäßig ist. Die vom BGE getroffenen Vorsichtsmaßnahmen sind insoweit richtig.
Die Pressemitteilung des BGE ist wegen der fehlenden Einordnung und Bewertung der berichteten Aktivitäten allerdings geeignet, die Bevölkerung unnötig zu beunruhigen.“
Informationen zur Asse II-Begleitgruppe
Der Asse II-Koordinationskreis hat am 4.8.2017 eine Broschüre zu den Konflikten im Asse II-Belgeitprozess und zu Modellen zu seiner Fortführung veröffentlicht:
Die Asse 2-Begleitgruppe im Spannungsfeld, S. 2–4
Der Struktur-Vorschlag des A2K, S. 5–9
- Ziele und Kriterien
- Vorschlag für eine Geschäftsordnung
Kritik des Vorschlags der Landrätin und der Bürgermeister/innen, S. 10–11
Aktuelle Satzung der Asse 2-Begleitgruppe, S. 12
Asse II-Proteste in Berlin, S. 13–14
Drei Hauptforderungen zu Asse II, S. 15
Fazit: „Begleitgruppe stärken!“, S. 16
PDF hier zum Download –
die Mittelseiten im Zusammenhang hier als PDF
Druckexemplare auf Anfage an info@asse-watch.de
Asse II-Koordinationskreis stellte am Montag, den 19.6., sein Modell zur Diskussion:
Gemeinsamen „Runden Tisch“ der Asse 2-Begleitgruppe erhalten!
Am Freitag, den 16. Juni, sind die Hauptverwaltungsbeamten der Sitzung der Asse 2-Begleitgruppe kurzfristig fern geblieben. Sie haben sich dem internen Gespräch über die vorliegenden Modelle für eine Weiterentwicklung der Struktur der Begleitgruppe verweigert und die anderen Mitglieder brüskiert. Daher stellen wir heute (Montag, den 19. Juni) unser Modell (DOWNLOAD HIER) der Öffentlichkeit vor und bitten um Rückmeldungen dazu an info [ät] asse-watch.de .
Viele Jahre lang hat die Zusammenarbeit der regionalen Vertreter in der Begleitgruppe zu Themen um Asse II recht gut funktioniert. Auch bei kontroversen Meinungen ergab sich durch die Diskussion immer wieder eine gemeinsame Position der regionalen Begleitgruppe. Vieles konnte erreicht werden: der Optionenvergleich, die Behandlung von Asse II nach Atomrecht, die Aufnahme der Atommüll-Rückholung ins Atomgesetz.
Genau dieses Element des gemeinsamen Runden Tisches will der Vorschlag der vier Hauptverwaltungsbeamten (Landrätin Steinbrügge, Bürgermeister Pink, Bürgermeisterin Bollmeier und Bürgermeisterin Eickmann-Riedel) abschaffen. Eine Vielzahl von neuen Gremien mit einem Wirrwarr von Verbindungen zwischen ihnen würde die Diskussion und eine Positionsfindung erheblich verkomplizieren, wenn nicht gar lahmlegen. Dieses würde eine kritische Begleitung der Rückholung des Atommülls und der Schließung der Schachtanlage Asse II enorm schwächen. Der Asse II-Koordinationskreis wendet sich gegen die Aufspaltung der regionalen Begleitgruppe in viele Untergruppen.
Deswegen stellen wir unser Modell zur Diskussion und fordern eine öffentliche Diskussion über die verschiedenen Vorschläge und Stellungnahmen, nicht allein über den Vorschlag der vier Beamten!
Wir wissen uns in diesem Punkt einig mit vielen anderen Akteuren: wir plädieren für einen Erhalt der regelmäßig an einem einheitlichen Tisch tagenden Runde der stimmberechtigten Mitglieder der Begleitgruppe, also der „a2b-klein“. Bei einer Abschaffung dieser „a2b-klein“ könnten Konflikte zwischen regionalen Akteuren nicht mehr dort gelöst werden, sondern würden vermutlich in die große öffentliche Runde mit Behörden und Ministerien getragen werden. Das kann nicht Sinn und Zweck einer Asse 2-Begleitgruppe sein.
Eine Änderung der Struktur und der Geschäftsordnung der Asse 2-Begleitgruppe kann nach deren Regularien nur durch die stimmberechtigten Mitglieder geändert werden. Kein anderes Gremium hat das Recht, der Asse 2-Begleitgruppe neue Strukturen vorzuschreiben. (weiter)
Modellvorschlag des Asse II-Koordinationskreises
Befremdliche Geschehnisse rund um die Sitzung der stimmberechtigten Mitglieder der Asse 2-Begleitgruppe
Am Freitag, den 16. Juni, hatten sich um 14 Uhr die Vertreter von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und des Kreistages in Hotel Rilano 24/7 getroffen, weil zur Begleitgruppensitzung eingeladen worden war, um über die Verschläge für eine Strukturreform zu diskutieren. Angereist – aus Hannover und Berlin – waren auch Wissenschaftler der „Arbeitsgruppe Option Rückholung“, die die Begleitgruppe beraten.
Um 14 Uhr trat die für die Begleitgruppe tätige Angestellte des Landkreises vor die versammelte Runde, um eine Nachricht aus dem Büro der Landrätin mitzuteilen: die Begleitgruppensitzung würde nicht stattfinden. Eine weitere Begründung wurde nicht gegeben.
Die Hauptverwaltungsbeamten werfen laut http://regionalwolfenbuettel.de/asse-begleitgruppe-im-streit-ein-klarer-vertrauensbruch dem Asse II-Koordinationskreis (A2K) einen Vertrauensbruch vor. Der A2K hatte jedoch nicht die Vorstellungen der Hauptverwaltungsbeamten an die Öffentlichkeit getragen, sondern vielmehr seine eigenen Kriterien für eine Strukturentwicklung und ein eigenes Modell für eine Strukturanpassung veröffentlicht. Dies geschah im Paket mit anderen Vorstellungen für einen zukunftsfähigen Umgang mit Asse II, siehe unten.
Zusammenstellung der 14 wichtigsten Kritikpunkte
am Handeln des BfS bezüglich Asse 2:
zu den Verfüllmaßnahmen,
zur Konzeptlosigkeit und zu den Zeitverlusten
Erklärung vom 13.06.2017
Für einen zukunftsfähigen Umgang mit Asse II
Protestmarsch in Berlin am 2. Mai 2017
Statement zum Betreiberwechsel von Asse II
Verfüllung der Begleitstrecke am 24.4.2017,
von BfS / BGE bekanntgegeben am 2.5.2017
28.4.: taz-Beilage „Asse-Alarm“
4. April 2017: Bitteres Jubiläum –
50. Jahrestag der ersten Einlagerung von Atommüll in Asse II
Kurzgefasse Information zu Asse II
Bericht von der Kundgebung am Asse-Schacht
Redebeiträge der Kundgebung am Asse-Schacht
Grußbotschaften anderer Standorte und Initiativen
Rednerin Dr. Ursula Kleber und andere
Blick über die Kundgebung hinweig auf das Schachtgeländer mit Förderturm
Sarg mit der Aufschrift „Region Asse – ruhe sanft“ wurd zum Eingang der Schachtanlage Asse II gtragen. Förderturm im Hintergrund
Durch Verfüllung in der Asse droht Vernässung des Atommülls
Entscheidung des Bundesamtes für Strahlenschutz nicht nachvollziehbar (Info vom 18.01.2017)
Vertreter/innen der Asse 2-Begleitgruppe machten dem Umweltausschuss des Bundestages in einem Fachgespräch am 18.01.2017 deutlich : die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geplante Verfüllung auf der 750 m-Sohle erschwert die Rückholung des Atommülls. Die wissenschaftliche Kritik an dem Vorhaben wird vom Betreiber und von den niedersächsischen Genehmigungsbehörden ignoriert. Das macht den vor knapp 10 Jahren installierten Begleitprozess nahezu wirkungslos. Um die Befassung des Umweltausschusses mit den BfS-Plänen zur Verfüllung und mit dem unzureichenden Umgang mit der wissenschaftlichen Kritik daran hatte der Asse II-Koordinationskreis am 19.12.2016 gebeten.
Mögliche negative Folgen der Verfüllmaßnahmen auf der 750 m-Sohle
Moniert wurde die beabsichtigte Sorelbeton-Verfüllung eines Stollens, der vor den verschlossenen Atommüll-Einlagerungskammern entlangführt. Auf diesem Stollen wird gegenwärtig an verschiedenen Stellen radioaktive Lauge aufgefangen, die mutmaßlich aus dem Laugenzufluss stammt und den Atommüll in den Kammern durchflossen hat.
Wenn dieser Stollen verfüllt würde, können etwaige neue Laugenstellen nicht mehr gefunden werden. Die Gänge vor den Einlagerungskammern sind gewissermaßen die Augen, mit denen wir die Entwicklung des radioaktiven Laugenflusses im Berg beobachten können. Diese Augen will das Bundesamt für Strahlenschutz mit Sorelbeton verschließen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die gegenwärtigen Fließwege durch das zusätzliche Gewicht der Verfüllmasse zugedrückt und damit verschlossen werden. Dann würde sich Lauge in den Kammern aufstauen, mit dem Atommüll, den metallischen Fässern und dem Salz reagieren. Dadurch könnte der Atommüll in Lösung gehen. Das ist nicht akzeptabel. Atommüll muss nach Möglichkeit trocken gelagert werden, das ist das oberste Gebot für Atommüll-Deponierung!
Wissenschaftliche Kritik beiseite geschoben
Seit Jahren kritisieren die unabhängigen Wissenschaftler, die dem regionalen Begleitgremium zuarbeiten, das Vorhaben des Betreibers. Doch ihre Gutachten wurden im Antrags- und Genehmigungsverfahren für die fragliche Verfüllmaßnahme weder nachvollziehbar bewertet noch auch nur dokumentiert.
Im Umweltausschuss wurde dargelegt: Neue Verbindlichkeiten sind notwendig, um einen wirksamen Asse II-Begleitprozess zu gewährleisten: Die Stellungnahmen der Begleitgruppe und der Wissenschaftlergruppe AGO müssen in Genehmigungsverfahren aufgenommen und schriftlich bewertet werden. Dazu ist ein entsprechender Erlass aus dem Umweltministerium erforderlich.
In Genehmigungsverfahren müssen die Auswirkungen des Notfallkonzeptes auf die angestrebte Rückholung und die Gesamtplanung berücksichtigt werden.
Weitere Forderungen der Asse II-Begleitgruppe:
1. Alle Arbeiten im Bergwerk müssen in ihren Auswirkungen auf die Rückholung abgewogen und dokumentiert werden. Dazu muss der Betreiber endlich einen Masterplan für die Rückholung vorlegen.
2. Die fragliche „2. südliche Richtstrecke nach Westen auf der 750 m-Sohle“ muss offen gehalten und gepflegt werden, solange ausreichende Bergsicherheit gegeben ist.
3. Das Notfallkonzept muss revidiert werden. Wir brauchen ein Notfallkonzept, bei dem der Atommüll möglichst trocken bleibt und nicht absichtlich geflutet wird.
Topfkonzept zur Notfallvorsorge untauglich
Das „Topfkonzept“, das das BfS verfolgt, entspringt einem Wunschdenken. Man weiß nicht, wo die Lauge herkommt, und man weiß nicht, wo sie hinfließt, sondern hofft im Grunde darauf, dass ein deckelloser „Topf“ mit einer unbekannten Zahl von Löchern im Boden und in den Seitenwänden die Lauge und den Atommüll halten wird. Ziel muss es sein, die Kontrolle über den Atommüll in der Asse wieder herzustellen. Das „Topfkonzept“ des Bundesamtes für Strahlenschutz kann dies nicht gewährleisten.
Laugensumpf vor Kammer 9 auf der 750 m-Sohle: hier will das BfS verfüllen. Radioaktive Laugen treten aus, vermutlich stammen sie aus der Atommüllkammer 10 auf der 750 m-Sohle und laufen durch die Kammer 9. Rostfarbene Partikel deuten auf eine Korrosion der Atommüll-Fässer. Nach der Verfüllung wäre unklar, wo die Laugen bleiben; sie könnten sich in der Einlagerungskammer aufstauen und den Atommüll vernässen oder ihn gar auflösen. (Foto: Ralf Krupp)
Schnittzeichnung des Asse-Salzstocks
(für Vergrößerung anklicken!)
Risszeichnung der 750 m-Sohle
Arbeitet das BfS in Asse II nach Stand von Wissenschaft und Technik?
Dr. Ralf Krupp hat die Antragsunterlagen zu dem Genehmigungsverfahren „Sonderbetriebsplan 1/2016“, also die höchst umstrittene Verfüllung der zweiten südlichen Richtstrecke nach Westen auf der 750-m-Sohle, durchgesehen und bewertet. Es sollte ermittelt werden, „ob bei der Antragstellung und Genehmigung des Sonderbetriebsplans 1/2016 alle wesentlichen Dokumente Bestandteil der Antragsunterlagen waren“ und „ob die Genehmigungsbehörden“ Landebergamt (LBEG) und die Endlagerüberwachung (EÜ) des BfS „wesentliche Argumente und Kritikpunkte nicht berücksichtigt haben“. Hier die Stellungnahme von Dr. Krupp.
Forderungen zu Verfüllung, Notfallvorsorge und Rückholung
vom 4.11.2016
Geschäftsordnung der Asse II-Begleitgruppe
Veranstaltung am Di., 01.11.2016,
19.30 Uhr, Wolfenbüttel Rathaus-Saal:
„Asse 2: Flutung durch die Hintertür?!
Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“
Bei der Veranstaltung „Asse 2 - Flutung durch die Hintertür?!“ im vollbesetzten Rathaussaal von Wolfenbüttel diskutierten am Dienstagabend die Referenten Dr. Ralf Krupp, Dr.-Ing. Frank Hoffmann und Heike Wiegel mit dem Publikum kritische Anfragen an die Verfüll-Maßnahmen, die das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf der 750m-Sohle ab Januar 2017 vornehmen will.
Das geplante Zubetonieren hat sich das BfS im Wesentlichen nach Bergrecht durch das Landesbergamt genehmigen lassen. Auch hieran stellen sich Anfragen: Warum ist das zulässig, wenn doch ein Rückgängigmachen der Maßnahme, also ein Wiederaufbohren nach Atomrecht genehmigt werden müsste und komplizierte Sicherungsmaßnahmen erfordern würde, weil sich unten radioaktive Lauge ausgebreitet haben könnte?
Laugensumpf vor Kammer 9 auf der 750 m-Sohle: hier will das BfS verfüllen. Radioaktive Laugen treten aus, vermutlich stammen sie aus der Atommüllkammer 10/750 und laufen durch die Kammer 9. Rostfarbene Partikel deuten auf eine Korrosion der Atommüll-Fässer. Nach der Verfüllung wäre unklar, wo die Laugen bleiben; sie könnten sich in der Einlagerungskammer aufstauen und den Atommüll vernässen oder ihn gar auflösen. (Foto: Ralf Krupp)
Ausführliche Informationen zur Kritik an den Planungen des BfS, mit Dokumenten
Grundriss der 750 m-Sohle mit Einzeichnung der Bereiche, die das BfS verfüllen will:
Zusammenstellung der 14 wichtigsten Kritikpunkte am Handeln des BfS bezüglich Asse 2: zu den Verfüllmaßnahmen, zur Konzeptlosigkeit und zu den Zeitverlusten:
Bürgerinitiativen warnen vor Verfüllung
der Atomüllkammer-Zuwege in der Asse
Das Bundesamt für Strahlenschutz will in der Asse auf der 750 m-Sohle Zuwege zu Atomüll-Kammern verfüllen. Um auf die weitreichenden Folgen dieser Maßnahmen aufmerksam zu machen und davor zu warnen, lud der Asse 2-Koordinationskreis nach Remlingen ein, unter dem Titel: „Asse 2: Flutung durch die Hintertür?! Drohende Verfüllung gefährdet unsere Region“.
Der Hydrogeologe Dr. habil. Ralf Krupp monierte, dass die vom BfS erstellte „Machbarkeitsstudie zur Offenhaltung“ wichtige Optionen und Varianten, einschließlich der Vorschläge der AGO, nicht betrachtet habe. Die darauf aufbauende „Risikoabwägung“ habe entscheidende Risiken der Verfüllung nicht erkannt und sie nicht in die Abwägung einbezogen. Das Ergebnis der Abwägung sei aus Sicht der AGO methodisch fehlerhaft und nicht nachvollziehbar.
Der Anlagenbauer Dr.-Ing. Frank Hoffmann verglich die sogenannte „Notfallplanung“ des jetzigen Betreibers der Asse mit dem Schließungskonzept des vorherigen Betreibers. „Die Notfallplanung des BfS setzt das alte Konzept seiner Vorgängerin, des Helmholtzinstitutes, zur Verfüllung um. Dabei werden nach meiner Auffassung die Abläufe aus den Einlagerungskammern in die Begleitstrecken verschlossen und eine zusätzliche Vernässung der eingelagerten Abfälle riskiert, wodurch Gefahren für die Rückholung entstehen können“, so Dr.-Ing. Hoffmann.
Hinweise mehren sich, dass viele Arbeiten nicht der Rückholung dienen,
sondern eine Vernässung und Flutung des Atommülls in der Asse vorbereiten
- das BfS muss eine vernünftige Drainage der Atommüll-Kammern planen und umsetzen,
- das BfS muss den erforderlichen Bergungsschacht Asse 5 zügig bauen,
- das BfS muss die überfällige konkrete Rückholungsplanung beschleunigen.
In der kompletten Erklärung mit Quellenverweisen weiterlesen:
Presse-Erklärung des A2K „Zielt der Betreiber BfS absichtlich daneben?“
vom 29.06.2016 mit Quellenverweisen - als PDF
Ohne Sanierung des Atommüll-Bergwerkes Asse II
keine Glaubwürdigkeit in der Atommüll-Endlagerfrage
Erklärung zur Präsentation des Abschlussberichtes der Atommüll-Kommission in Berlin am 5.7.2016
Turbulenzen um die Asse 2-Begleitgruppe
Der Asse 2-Begleitprozess ist in der Krise. (…) Zur Erinnerung: Im Jahr 2008 kamen Skandale und Vertuschungen um den Atommüll in der Asse erstmals an die breite Öffentlichkeit und wurden bundesweit bekannt: Radioaktive Laugen im Berg verklappt, Kindergeburtstagsfeiern im Atommüll-Bergwerk, Abfälle aus Atomkraftwerken eingelagert – deklariert als Forschungsabfälle. Um verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen und für Transparenz um die Vorgänge in der Asse zu sorgen, wurde damals der Begleitprozess eingerichtet.
Der Kern des Begleitprozesses war eine Runde aus Bürgermeister/innen, Vertreter/innen von Bürgerinitiativen, von Umweltverbanden, des Kreistages und der Landkreisverwaltung, die sich seitdem alle 6 – 8 Wochen traf: (...). Diese Runde mit ihrer heterogenen Zusammensetzung ist keiner anderen Stelle untergeordnet und arbeitet auf der Grundlage einer selbstgegebenen Geschäftsordnung. (…)
Aus bislang unbekannten Gründen weigerte sich Landrätin Steinbrügge, der gemäß Geschäftsordnung die Aufgabe zukommt, die Sitzungen zu eröffnen, zu leiten und zu schließen, genau dies zu tun. Damit verließ sie die Grundordnung der Begleitgruppe, die in eben dieser Geschäftsordnung besteht.
Zudem sagte die Landrätin die für den 28.08. angesetzten Sitzungen der Begleitgruppe ab und deklarierte diese Unterbrechung der Arbeit als „Denkpause“. (…)
Daraufhin formulierte eine Mehrheit der stimmberechtigten Mitglieder (u. a. die Bürgermeister/innen von Wolfenbüttel, Elm-Asse und Sickte und Vertreter/innen von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen) einen Brief an die Landrätin und die Kreistagsfraktionen und forderten sie auf, im Sinne der Zukunft des Begleitprozesses zu sieben Fragen schriftlich Stellung zu nehmen, siehe unten. Konkrete Antworten der Landkreisverwaltung und der Kreistagsfraktionen stehen aus, die weitere Entwicklung ist offen.
Komplette Presse-Erklärung des A2K vom 26.11.2015
Offener Brief des Koordinationskreises vom 26.11.
Presse-Erklärung des A2K vom 02.11.2015 - vollständig und als PDF
Offener Brief von 11 Begleitgruppenmitgliedern vom 02.11.2015
Sachlich, fair und unabhängig für die Rückholung des Atommülls und die sichere Schließung in der Begleitgruppe zusammenarbeiten!
Bürgermeisterinnen, Umweltverbände und Bürgerinitiativen fordern Vorsitz der Asse 2 – Begleitgruppe zu neutraler Amtsführung und sachorientierter Diskussion auf
Heute richten 11 von 17 stimmberechtigten Mitglieder der Asse 2 – Begleitgruppe einen Katalog von sieben Fragen und Anforderungen in einem „offenen Brief“ an Landratsamt und Kreistag Wolfenbüttel. Zu diesen stimmberechtigten Mitgliedern gehören die drei Bürgermeister/innen der Stadt Wolfenbüttel sowie der Samtgemeinden Elm-Asse und Sickte, die Vertreter/innen der Umweltverbände BUND und NABU sowie die Vertreter/innen der Bürgerinitiativen, die im Asse 2-Koordinationskreis zusammenarbeiten,
In ihrem offenen Brief fordern sie unter anderem:
1. eine unabhängige und sachorientierte Arbeit der Begleitgruppe mit einer neutralen Amtsführung des Vorsitzes und gemeinsam abgestimmter Öffentlichkeitsarbeit,
2. die Rücknahme falscher Anschuldigungen des Landkreises gegenüber der Bürgerinitiative „aufpASSEn“,
5. Einsatz für die Weiterarbeit der unabhängigen wissenschaftlichen Experten der Arbeitsgruppe Option Rückholung (AGO), und zwar der Begleitgruppenarbeit verpflichtet.
Offener Brief vom 02.11.2015
Asse II ist ein Gefahrenort, wie alle Atomanlagen
1. Atomanlagen, zu denen sowohl Atomkraftwerke als auch Atommüll-Depots gehören, setzen „Radioaktivität“ frei. Dies geschieht in Form von Direktstrahlung und von radioaktiven Teilchen.
Beide Formen von Radioaktivität, ionisierende Strahlung und ionisierende Teilchen, haben die Eigenschaft, lebendes Gewebe schädigen zu können. Daher ist Radioaktivität grundsätzlich für Lebewesen schädlich.
2. Aus der Atomanlage Asse II wird seit der ersten Einlagerung 1967 Radioaktivität frei, vor allem in Form von ionisierenden Teilchen. Zu diesen Teilchen gehören radioaktiver Wasserstoff, genannt „Tritium“ (H-3), und radioaktiver Kohlenstoff, bezeichnet mit „C-14“.
3. Lebewesen können diese Teilchen mit dem Einatmen in sich aufnehmen,
denn Atemluft enthält sowohl Kohlendioxid (CO2) als auch Wasserdampf (H2O). Im Wasserdampf kann radioaktiver Wasserstoff sein, im CO2-Anteil der Luft radioaktiver Kohlenstoff.
4. Diese radioaktiven Teilchen haben die Eigenschaft, sich in Körper von Lebewesen einlagern zu können, da alle Lebewesen zu großen Teilen aus Wasserstoff und Kohlenstoff bestehen.
Einmal in Körper eingelagert, zerfallen diese radioaktive Teilchen zu einen nicht vorhersagbaren Zeitpunkt und lösen dann einen Ionisierungsprozess im Zellgewebe aus, verbunden mit Schädigungen. Dies kann sein im Gewebe von Organen wie Lunge oder Nieren geschehen, aber auch in Stammzellen, in Samen- und Eizelle sowie im Foetus.
5. Schädigungen können sich zeigen u.a. in Krebserkrankungen, in anderen Erkrankungen, in Aborten.
6. Keine Direktstrahlung und keine Aufnahme von ionisierenden Teilchen ist ungefährlich.
Auch wenn Grenzwerte für ionisierende Teilchen oder ionisierende Strahlung eingehalten werden, bedeutet das keine Ungefährlichkeit dieser Ionisierungsursachen.
7. Grenzwerte stellen politische Kompromisse dar:
zwischen dem Interesse von denen, die Atomanlagen betreiben und damit unweigerlich Radioaktivität freisetzen, und dem Interesse an der Gesundheit der Menschen, die von der Freisetzung von Radioaktivität betroffen sind.
8. Grenzwerte zeigen nicht, ob Radioaktivität ungefährlich ist,
sondern welche gesundheitliche Belastung der betroffenen Menschen gesetzlich zugelassen ist.
9. Um die Gefahren und Belastungen einzuschätzen, die von Atomanlagen ausgehen, ist es immer wichtig, sowohl die Freisetzung von ionisierender Strahlung und als auch die Freisetzung von ionisierenden Teilchen zu betrachten – im Normalbetrieb und bei möglichen Störfällen.
10. Zur Verringerung der Belastung von Menschen durch die Radioaktivität aus Atomanlagen
kann man z.B. den Abschirmung der Radioaktivitäts-Quelle verbessern oder den Abstand zu ihr erhöhen.
Daher: ASSE-watch.
05.01.2015: Asse II-Koordinationskreis der Bürgerinitiativen
Rückholung des Atommülls aus der Asse:
Beschleunigen statt bremsen!
Bald zwei Jahre nach Verabschiedung des Sondergesetzes zur Schließung der Asse, der „Lex Asse“, müssen wir als Bürgerinitiativen feststellen, dass die verantwortlichen Behörden die im Gesetz verankerte Beschleunigung der Rückholung nicht umsetzen, sondern bremsen. Wir fordern demgegenüber das Bundesumweltministerium auf, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als verantwortlichen Betreiber anzuweisen und in die Lage zu versetzen, die Bergung des Atommülls so zügig wie möglich in Angriff zu nehmen. Jedes verstreichende Jahr erhöht die Gefahr eines unkontrollierbaren Wassereinbruchs in die Schachtanlage Asse II.
Das BfS setzt durch sein zögerliches Vorgehen die Rückholung aufs Spiel. Dies kann man am Umgang des BfS mit der Zwischenlagerfrage sehen, an der unzureichenden Behandlung des Drainageproblems, an der extrem langen Planungszeit für den neuen Schacht 5, an den nicht zielführenden Maßnahmen der sog. Faktenerhebung und an dem Ungenutztlassen vorhandener Beschleunigungspotentiale.
Die mitunter geäußerte Auffassung, der Atommüll könne in der Asse sicher aufbewahrt werden, ist illusionär. Durch den Bergdruck und die zutretenden Laugen würde das radioaktive und chemotoxische Inventar der Asse irgendwann ausgepresst, ohne dass dann noch Gegenmaßnahmen möglich sind. Atommüll und Giftmüll müssen daher kontrolliert geborgen werden. Der Asse II-Koordinationskreis wendet sich dagegen, dass einige Berater der Bundesregierung immer wieder die Gefahren verharmlosen, die vom Verbleib des Atommülls in der Asse ausgehen.
Presse-Erklärung vom 05.01.2015
Asse II-Koordinationskreis der Bürgerinitiativen
Position zur Zwischenlagerung des Atommülls aus der Asse:
„Zwischenlagerung muss so erfolgen, dass sie den höchstmöglichen Sicherheitsstandards folgt und von ihr die geringstmögliche Belastung der Bevölkerung ausgeht.“
"Der Asse II-Koordinationskreis fordert für den Standort eines solchen Zwischenlagers ein zügiges, kriterienbasiertes und ergebnisoffenes Auswahlverfahren.
• Gefahren durch Bergschäden,
• Gefahren durch Brand oder Überflutungen,
• Abstand zur Wohnbebauung,
• Gefahren durch Transporte,
• Gefahren für eventuelle Trinkwasser-Gewinnung,
• Rückwirkung auf den Prozeßablauf der Rückholung,
• Gefahren durch Tieffluggebiete oder Truppenübungsplätze.
• Auslegung und Betrieb dieses Zwischenlagers müssen ausschließlich auf den Asse-Müll beschränkt bleiben.
• Ein privater Betreiber ist ausgeschlossen.
• Der Schutz vor Entwendung radioaktiven Materials muss gewährleistet sein."
Quelle: die letzte Presse-Erklärung des A2K in Sachen Zwischenlager.
Position zur Verfüllung von Kammer-Zugängen:
„Verfüllung ohne Drainage bereitet die Flutung der Asse vor“
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) setzt konsequent das Flutungskonzept des abgesetzten Betreibers HMGU um – Rückholungsansätze erweisen sich als schlechte Kosmetik
In den letzten Wochen hat das Bundesamt für Strahlenschutz in der Asse die Zugänge zu den Atommüll-Kammern 10 und 12 auf der 750 m-Sohle verfüllen lassen. In beiden Bereichen gibt es Zulaufstellen von kontaminierter Lauge. Bei der Verfüllung wurde jedoch nicht ausreichend auf die Drainage dieser Zuläufe geachtet.
Während vor Kammer 12 das Drainagesystem fragwürdig ist, gibt es vor Kammer 10 überhaupt keine Drainage. Kammer 10 liegt ganz im Westen fast direkt unterhalb der Stelle, an der Lauge aus dem umgebenden Gebirge in das Bergwerk eintritt. Sollten sich die Fließwege auch nur leicht verändern, würde sie sich in der unmittelbaren Gefahrenzone befinden. Die Annahme des BfS, dass die Laugenzutritte im Bereich der Kammer 10 vernachlässigbar bleiben, ist fahrlässig. Veränderungen der Laugenzuflüsse oder neue Zuläufe können in Zukunft weder beobachtet noch drainiert werden. Das kann zu einer massiven Behinderung der Rückholung des Atommülls führen.
Die Durchführung dieser Maßnahmen begründet das BfS mit betrieblicher Dringlichkeit. Diese wurde nicht nachgewiesen. Das BfS argumentiert, dass verfüllte Bereiche wieder aufgebohrt werden können, zeigt aber keine Problemlösung für den Umgang mit kontaminierten Strecken auf. Wir erinnern uns an den Genehmigungsaufwand, den das bloße Anbohren der Atommüll-Kammern im letzten Jahr erforderte.
Infolge der mangelhaften Umsetzung der Verfüllmaßnahme vor Kammer 10 ist am 15.8.2013 ein Salzblock von ca. 20 m³ und 40 t von der Decke gestürzt. Dieser Löserfall wurde vom BfS den Medien gegenüber als Begründung für die Dringlichkeit der Maßnahme angeführt, obwohl er ihre Folge war!
Der Asse II Koordinationskreis fordert das Bundesamt für Strahlenschutz auf
1. Verfüllmaßnahmen in der Umgebung der Einlagerungskammern zu unterlassen, solange sie nicht mit einem Rückholungskonzept abgeglichen sind oder ein Alternativzugang geschaffen wurde,
2. für alle Verfüllmaßnahmen auf der 750m Sohle ein durchgängiges Drainagesystem zu installieren und
3. eine vollständige detaillierte Rückholungsplanung vorzulegen.
Rückholungsansätze erweisen sich als schlechte Kosmetik
In den letzten Wochen gab es Streit zwischen der Asse II Begleitgruppe und dem BfS, ob die Rückholungs¬planung schon beauftragt wurde. Dazu ist festzustellen: es wurde lediglich eine Konzeptstudie zur Identifikation von Zugängen zu den Kammern beauftragt, nicht aber eine konkrete Rückholungsplanung.
Diese Zugangsstudie ist nicht sinnvoll ohne eine enge Verzahnung mit der gesamten Rückholungsplanung. Das Leistungsverzeichnis für die Zugangsstudie ist zwar öffentlich, aber es ist unklar, was davon in den beauftragten Bearbeitungsumfang einfließt. Dieses unterliegt nachträglicher Absprache zwischen dem BfS und dem Auftragnehmer. Au0erdem ist nicht festgelegt, wie die Ergebnisse der Studie dargestellt werden sollen.
Es wird offensichtlich: als einzig konkretes liegt die Notfallplanung mit der Flutung der Asse vor, Maßnahmen im Rahmen dieser Planung setzt das BfS konsequent um. Die Rückholung ist im Stadium eines Lippenbekenntnisses steckengeblieben.
Zeichnungen der 750 m – Sohle mit den Verfüllmaßnahmen:
- Übersicht über die 750 m – Sohle: Asse2_750-m-Sohle_Uebersicht.jpg
- Detailzeichnung von Kammer 10: Asse2_750-m-Sohle_Detail_Kammer_10.jpg
- Detailzeichnung von Kammer 12: Asse2_750-m-Sohle_Detail_Kammer_12.jpg
Diese Erklärung als PDF
Der behördliche Schriftwechsel bezüglich dieser Verfüllmaßnahmen ist öffentlich, das erste der folgenden Dokumente beschreibt die Maßnahmen und teilweise auch die Kritik daran - auch, dass das BfS diese Maßnahmen entgegen der Kritik durchzuführen beabsichtigte.
Hintergrunddokumente zu den Verfüllungsmaßnahmen:
• Schreiben des BfS an das BMU: Schachtanlage Asse II, Umsetzung der Notfall- und Vorsorgemaßnahmen, Verfüllmaßnahmen auf der 750-m-Sohle
• Schreiben des BfS an die Asse II Begleitgruppe: Betonierabeiten auf der 750-m-Sohle der Schachtanlage Asse II
• Schreiben des BfS an das BMU: Schachtanlage Asse II - Notfall- und Vorsorgemaßnahmen
• Antwort des BMU auf den Bericht des BfS vom 13.06.2013
• Schreiben des BfS an das BMU: Schachtanlage Asse II, Umsetzung von Notfallmaßnahmen, insbesondere auf der 750-m-Sohle
• Antwortschreiben des BfS an die Asse II Begleitgruppe
Asse II-Koordinationskreis zur Bundestagsentscheidung über die Lex Asse am 28.2.2013:
Trotz erzielter Teilerfolge bleibt Kritik an der Lex Asse
Wie wirken die radioaktiven Emissionen des Atommülls im Schacht Asse II?
Aus der Asse treten ständig seit Jahrzehnten kontinuierlich radioaktive Stoffe aus: radioaktiver Wasserstoff (Tritium, H-3), radioaktiver Kohlenstoff (C-14) und weitere. Anders als radioaktive Edelgase (zB Radon) verbleiben diese Radionuklide (H-3 und C-14) nicht nur eine kurze Zeit im Körper, wenn sie eingeatmet werden. Vielmehr können sie z.B. als Wassermoleküle oder Kohlenstoffatome in das Gewebe eingebaut werden, Ihre längere Verweildauer macht sie gefährlich; zerfallen sie während ihrer Einbindung in Körperzellen, können sie z.B. Zellkerne und Zellteilungsmechanismen schädigen.
Die Strahlenbelastung für Personen an der der Asse durch die abgegebenen Radionuklide liegt ungefähr bei dem 10fachen Wert dessen, was Personen an Atomkraftwerken erdulden müssen. Zwar liegen die Emissionen von radioaktivem Kohlenstoff (C-14) und Wasserstoff (H-3 / Tritium) in der Größenordnung der Abgaben von Atomkraftwerken, doch da kein hoher Schornstein sie weit verteilt, ist die nähere Umgebung stärker betroffen als bei AKWs. Sie werden über einen lediglich 11 m hohen Diffusor abgegeben. Die aus dem Diffusor austretende warme Luft (Bergwerksluft!) steigt hoch und wird vom Wind weggetragen und verteilt.
Ausführlicher dargestellt wird dies in einer Zusammenstellung aus dem Parlamentsbericht „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung” der Bundesregierung über das Jahr 2013 und dem ausführlicheren „Gesamtbericht zu Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung, mit den genauen Zahlenwerten.
Hier auf einen Blick die Gegenüberstellung für das Jahr 2009:
Das sollte bei der Suche nach den Ursachen für die erhöhten Leukämie- und Schilddrüsenkrebs-Raten in der Samtgemeinde Asse sowie für den erheblichen Überschuss von Jungen in den Geburtsjahrgängen 1971-1979 nicht unberücksichtigt bleiben.
Keine weiteren Hürden für die Rückholung!
- Presse-Erklärung des Asse II-Koordinationskreises vom 5.10.2012 zur gegenwärtigen Diskussion um die Asse -
Die Organisierung der Rückholung des Atommülls aus der Asse duldet keine Verzögerungen. Auch die zuletzt vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ins Spiel gebrachten theoretischen Betrachtungen zu einer nicht vorhandenen Langzeitsicherheit dürfen keine weiteren Hürden aufbauen.
Eile ist und bleibt geboten: Alle Beschleunigungsmöglichkeiten für die Rückholung müssen ausgeschöpft werden. Das betrifft den Bau eines neuen Schachts „Asse V”, die Planung und Errichtung eines Puffer- und eines Zwischenlagers für den zu bergenden Atommüll, die Beschaffung und ggf. Entwicklung geeigneter ferngesteuerter Bergetechnik, die Einstellung von Fachpersonal und die Erstellung des notwendigen Regelwerkes.
Spätestens seit der Veröffentlichung des „hydrogeologischen Strömungs- und Transportmodells” von Dr. Ralf Krupp im Juni 2010 ist klar: Die Radioaktivität wird nicht im Berg bleiben. (...)
Die Bundesrepublik Deutschland hat schuldhaft ungesetzlich den Atommülll in die Asse eingelagert, sie hat ihn auch wieder aus dem Bergwerk zu entfernen.
Der Bundestag muss der Notwendigkeit, die Asse zu räumen, durch eine klare Festlegung auf die Rückholung in einer neuen Lex Asse gerecht werden, diese Entscheidung darf nicht auf nachgeordnete Behörden von Ministerien abgeschoben werden. Das Parlament ist hier gefordert, eine eindeutige Positionierung vorzunehmen, ohne jegliche Hintertüren für eventuell anders gelagerte Bestrebungen von Behörden.
Hier die komplette Erklärung.
Über 25.000 Unterschriften für „Pumpen statt Fluten” ans Umweltministerium übergeben
Ein überwältigendes Ergebnis: weit mehr als die erhofften 20.000 Menschen unterstützten innerhalb von 20 Tagen die Kampagne, die sich gegen die Flutung der Asse im Rahmen von Notfallplanungen wendet. Am 28. Juni konnten diese Unterschriften Umweltminister Altmaier in Berlin übergeben werden. Es gelang, ihn vor dem Gebäude in eine fünfzehnminütige Diskussion zu verwickeln. Mehr zur Kampagne siehe www.asse2alarm.de.
Auftaktkundgebung und Demo-Start am Pariser Platz
Gespräch vor dem Umweltministerium
Eine Kampagne unter dem Motto "Pumpen statt Fluten" hatte am 6. Juni 2012 der Asse II-Koordinationskreis gestartet. Er mobilisiert gegen die "Notfallplanung" des gegenwärtigen Asse-Betreibers, die vorsieht, bei einem auslegungsüberschreitendem Lösungszutritt die Asse mit dem Atommüll darin mit MgCl2-Lauge zu fluten.
Bis zum 26.6.2012 sollen 20.000 Unterschriften gegen diese Flutungs-Pläne gesammelt werden. Ein ambitioniertes Ziel, aber erreichbar.
Das Problem: Das BfS will sich derzeit nur auf maximal 500 m³ pro Tag Lösungszutritt vorbereiten, obwohl aus anderen Bergwerken dieses Volumen und mehr pro Stunde abgepumpt wird. Dabei geht um nicht kontaminierte Lauge, sondern um einfache Salzlauge! Wir fordern, sich darauf einzustellen, möglichst große Mengen dieser Lauge abzupumpen, um lange in der Lage sein zu können, Atommüll aus der Asse zu räumen.
Zum Kampagnenstart wurde am 6. Juni eine Pressekonferenz in Hannover abgehalten, hier die dazugehörige Presse-Erklärung.
Dazu gehört eine ausführlichere Konzept-Skizze.
Am 8. Juni hat eine Kampagnenzeitung "Asse-Alarm" der taz beigelegen, weitere 70.000 Exemplare haben wir zur regionalen und bundesweiten Verteilung mehr drucken lassen und freuen uns natürlich über Leute, die sich an der Verteilung beteiligen möchten. In diese Zeitung ist ein Abschnitt für Unterschriften eingedruckt, der ausgeschnitten und eingeschickt werden kann. Außerdem sind darin weitere interessante Artikel zur Asse zu lesen. Dazu wurden 5.000 Postkarten mit Kurzinfo und Unterschriften-Feldern gedruckt.
Eine neue Homepage http://www.asse2alarm.de online, um jeweils aktuell über den Stand der Kampagne zu informieren.
hier die Presse-Erklärung:
Asse-Betreiber muss Wasserzutritte bewältigen können statt vor ihnen zu kapitulieren:
„Pumpen statt Fluten!“
Vorstellung eines Konzeptentwurfes zur Trockenhaltung der Asse. Start einer Unterschriften-Kampagne.
Es ist nicht hinnehmbar, das das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sich bei der Bewältigung von Lösungszutritten in Asse II selber Fesseln anlegt und behauptet, oberhalb einiger Hundert Kubikmeter Zutritt pro Tag nur noch mittels „Gegenflutung“ der Asse reagieren zu können.
Für den Asse II-Koordinationskreis heißt es dagegen „Pumpen statt Fluten!“ Wir verlangen vom Betreiber von Asse II, alles für eine Trockenhaltung des Bergwerkes zu tun, damit die Rückholung möglichst vollständig gelingen kann. Die Aufsichtsbehörden und das BMU fordern wir auf, sich nicht mit den vom BfS vorgelegten Notfallplanungen zufrieden zu geben, sondern auf die Vorlage alternativer Notfallkonzepte zu dringen.
„Man kann uns nicht mehr mit derart lächerlichen Pumpkapazitäten abspeisen, wie es das BfS versucht“, so Peter Dickel vom A2K. „In anderen Bergwerken sind Fördermengen von mehr als 1.000 m³ in der Stunde üblich, und das BfS will sich auf höchstens 500 m³ pro Tag, also etwa 20 m³ die Stunde, beschränken? Das ist weniger als ein Fünfzigstel! Deswegen starten wir heute die Kampagne ‚Pumpen statt Fluten!’“
Eine seriöse Notfallplanung muss auf die lange Aufrechterhaltung der Trockenheit des Bergwerkes und auf einen baldestmöglich zu beginnenden Rückholungsbetrieb ausgerichtet sein.
Für eine zuverlässige Abförderung der Zutrittslaufe ist notwendig:
- Vorrichtungen zum Auffangen und Fassen erheblicher Lösungszutritte bauen;
- Errichtung angemessener Pumpkapazitäten von mehr als 10.000 m³ pro Tag (d.h. mehr als 400 m³/h);
- Verlegung handelsüblicher Druckrohre, mit denen pro Rohr mit einem Innendurchmesser von 10 cm weit mehr als 1.000 m³ pro Tag, also über 40 m³ pro Stunde abgepumpt werden können;
- Ertüchtigung der dafür notwendigen Stromversorgung: bei der ohnehin notwendigen Neuverlegung einer Mittelspannungsleitung von Wolfenbüttel zur Asse ist die notwendige Stromversorgung für leistungsfähige Pumpen gleich mit zu berücksichtigen; etwa 200kW Leistung werden pro 1000 m³ Tagesförderung benötigt;
- Abgabekapazitäten über Tage vorhalten: Gleisanschluss für Kesselwagen, um Lauge abzutransportieren: alternativ eine Pipeline in einen Binnenhafen legen; weitere Verbringungsmöglichkeiten sind zu klären.
Parallel wäre die Hydrogeologie des Wasserzutritts zu untersuchen, um ihn eventuell eindämmen zu können.
Der Asse II-Koordinationskreis von Bürgerinitiativen und Verbänden lehnt eine Flutung der Asse strikt ab. Die unabsehbaren Schädigungen von Mensch und Umwelt sind nicht zu verantworten.
Wachsendes Mißtrauen in Versprechungen von Bund und Land: Während die Rückholung in weite Ferne rückt, wird die Flutung unmittelbar vorbereitet!
Einen Tag vor dem Besuch des Bundesumweltministers Altmaier in der Asse haben Bürgerinitiativen und Verbände heute in Hannover Zweifel und Mißtrauen geäußert, dass Bund und Land es mit der Räumung des Atommülls aus der Asse wirklich ernst meinen. Seit 2009 verspricht der Bund mit wachsender Intensität und ständig wechselndem Personal, Konsequenzen aus dem Debakel Asse II zu ziehen und den Müll, der dort nie hätte gelagert werden dürfen, wieder heraus zu holen. Die Realität sieht anders aus: Während die Maßnahmen zur Rückholung nicht vorankommen, wird die Flutung der Asse – so, wie sie der alte Betreiber geplant hat – unmittelbar vorbereitet.
„Wir haben kein Vertrauen“, erklärt Andreas Riekeberg vom Asse II-Koordinationskreis, „dass nicht zu einem beliebigen Zeitpunkt jemand den Notfall ausruft und mit der Flutung beginnt. Wenn es tatsächlich noch bis 2036 dauern sollte, bis die Rückholung beginnt, dann wäre ja immerhin 24 Jahre Zeit, in der jederzeit geflutet werden kann. Sind jedoch erst einmal die Schleusen geöffnet, lässt sich der Atommüll micht mehr zurückholen“.
Das Bundesamt für Strahlenschutz bereitet derzeit durch verschiedene Maßnahmen die Flutung der Asse vor, nicht aber die Beherrschung größerer Wasserzutritte. Das ergibt der detaillierte Vergleich des sogenannten „Notfallkonzeptes“ des BfS für die Asse mit dem Konzept „Vollverfüllung“ des alten Betreibers GSF durch Dr. Frank Hoffmann vom Asse II-Koordinationskreis. (Zusammenfassende Beschreibung siehe Folgeseite.)
Bei einer Flutung der Asse würde es in unbekannten Zeiträumen an unbekannten Orten in Norddeutschland zu einer Freisetzung von Radioaktivität in unbekanntem Ausmaß kommen! Nach einem „Strömungs- und Transportmodell“ von Dr. Ralf Krupp aus dem Jahr 2010 wird dies innerhalb weniger Jahre geschehen.
Summa: Der Asse II-Koordinationskreis der Bürgerinitiativen lehnt eine Flutung der Asse strikt ab. Die unabsehbaren Schädigungen von Mensch und Umwelt sind nicht zu veranworten. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat umgehend andere Konzepte für den „Notfall“ des auslegungsüberschreitenden Lösungszutritts zu entwickeln und mit Hochdruck an der Umsetzung der Rückholung zu arbeiten.
Hintergrund: Vergleich des Flutungskonzeptes der GSF mit dem Notfallkonzept des BfS durch Dr. Frank Hoffmann, Asse II-Koordinationskreis
die Grafik rechts als Handout
Asse II-Koordinationskreis reagiert auf Durchsickern des Zeitplans für die Räumung der Asse:
Bergdruck duldet keine Verzögerung der Rückholung um ein Vierteljahrhundert
„Wir nehmen zur Kenntnis, das endlich der Zeitplanes für die Räumung der Asse vorliegt“, so Andreas Riekeberg vom Asse II-Koordinationskreis, „schließlich haben wir am vergangenen Dienstag Umweltminister Altmeier zu seiner Ernennung gratuliert und gleichzeitig darüber in Kenntnis gesetzt, dass dieser Plan mittlerweile überfälig ist. Doch als wir am Donnerstag die Öffentlichkeit darüber informierten, gingen wir nicht davon aus, dass das Bundesamt für Strahlenschutz dem so zügig nachkommen würde.“
Nun kommt es darauf an, dass der Projektsteuerplan mit den Bürgerinitiativen beraten wird. Es darf nicht noch ein Vierteljahrhundert dauern, bis der Atommüll aus der Asse geräumt und vor dem Wasser in Sicherheit gebracht wird. Beschleunigungen der Abläufe dürfen aber nicht die Bürgerbeteiligung aushebeln. Bei Verfahrensvereinfachungen besteht immer die Gefahr, dass Bürgerrechte gegenüber der Handlungsfreiheit staatlicher Stellen eingeschränkt werden.
Auch andere Beschleunigungsmaßnahmen als ein Lex Asse sind zu prüfen, etwa die rechtliche Aufteilung der einzelnen Atommüll-Kammern im Asse-Bergwerk in einzelne Atomanlagen und die dadurch erreichbaren Zeitvorteile bei den Genehmigungsverfahren für die Räumung. Die Räumung von gut erhaltenen Fässern muss sich nicht am schlechtestmöglichen Zustand des Atommülls orientieren. Bislang verweigerte allerdings BfS-Präsident König eine Stellungnahme zu dieser Verfahrensidee.
„Einiges an Schlussfolgerungen des BfS kommt uns sattsam bekannt vor, etwa die Forderung nach mehr Personal und Mitteln für das BfS. Schon im Frühjahr 2009, kurz nach der Übernahme von Asse II durch das BfS, haben wir Präsident König öffentlich auf dieses mögliche Problem angesprochen und nur ausweichende Antworten erhalten. Dabei gibt es schon seit vielen Jahren aus allen Richtungen Beteuerungen, dass Geld keine Rolle spielen dürfe und werde.“
Lichterkette2012 ein großer Erfolg:
Weit mehr als 24.000 Menschen bilden Lichterkette von Braunschweig-Thune über Asse nach Konrad
An viele Streckenabschnitten, auch außerhalb von Ortschaften standen die Menschen dicht an dicht, im Abstand von einem oder zwei Metern um die Lichterkette zu bilden und ein klares Zeichen zu setzen: „Ein Jahr nach Fukushima laufen immer noch Atomanla­gen und mit der Rückholung aus der ASSE II ist nicht begonnen worden. Wir akzeptie­ren kein ‚Restrisiko‘, keine ‚Niedrigstrahlung‘ und keine Flutung des Atommülls!”
Hunderte Menschen trafen sich schon am Sonntagnachmittag auf dem Wolfenbütteler Stadtmarkt zur AufTAKTkundgebung. Streckenkoordinatorin Erica Neumann eröffnete die Kundgebung und leitete eine Schweigeminute ein, im Gedenken an die Opfer von Erdbeben und Tsunami in Japan am 11. März letzten Jahres sowie im Gedenken an die Opfer der vom Erdbeben ausgelösten Reaktorkatastrophen von Fukushima.
Bodo Walther, Vorsitzender des Japan-Arbeitskreises der evangelischen Landeskirche, konnte aus den Eindrücken seiner letzten Japan-Aufenthalte berichten: „Durch diesen Super-Gau wurde das ganze Land in seinen Grundfesten erschüttert. Nahezu reflexartig setzte die Maschinerie des Abwiegelns, der Beschwichtigung und der Verschleierung ein. Betreiber, Regierung und Aufsichtsbehörden versuchten das wahre Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen.”
Andreas Riekeberg vom Asse II-Koordinationskreis beschrieb die Folgen eines Verbleibs des Atommülls in der Asse: „Wer den Atommüll in der Asse lässt, der nimmt in Kauf, dass der Atommüll aufgelöst und ausgepresst wird. Das droht, das Wasser der ganzen Region zu kontaminieren. Das darf nicht sein, soweit darf es nicht kommen. Wir wollen kein Opfergebiet der Atomindustrie werden. Genausowenig wie Gorleben, wie Morsleben oder wie Salzgitter mit dem Schacht Konrad.”
Streckenkoordinatorin Eleonore Bischoff (WAAG) sagte, es gelte auch nach Fukushima und in Bezug auf die Asse, was Inge Aicher-Scholl vier Wochen nach Tschernobyl am 23.5.1986 formulierte: „Jetzt werden wir nicht mehr sagen können, / wir hätten von nichts gewusst [...] Wenn wir heute nichts dagegen unternehmen, / werden sie sich morgen bedanken / für unser Stillhalten und unsere ,Vernunft' / Jeder muss überlegen, was er tun kann. / jeder an seiner Stelle."
Zum Abschluss wurden Origami-Kraniche an die Teilnehmer verteilt. Die in Wolfenbüttel schon vor zwei Jahren von der WAAG begonnene Aktion „1.000 Kraniche für eine atommüllfreie Asse” hatte durch die Katastrophe in Fukushima eine neue Aktualität bekommen.
Musikalisch wurde die AufTAKTkundgebung von den beiden Duos Sandalwood und Johanna Kreiß & Maximilian Reinhard gestaltet, letztere sangen zum Abschluss „Wir lassen die Kraniche fliegen” von Klaus W. Hoffmann.
Hier die komplette Presseerklärung, der Redebeitrag von Bodo Walther und der Redebeitrag von Andreas Riekeberg
Erklärung des Asse 2-Koordinationskreises vom Mittwoch, 18. Januar 2012
Eine Frage an Bundesumweltminister Röttgen:
Michael Sailer noch als Vorsitzender der Entsorgungskommission haltbar?-
Der Asse II-Koordinationskreis, der Zusammenschluss der Bürgerinitiativen und Gruppen zur Asse, fordert von Bundesumweltminister Röttgen, aus den jüngsten Äußerungen von Dipl.-Ing. Michael Sailer die Konsequenzen zu ziehen und ihn von seinen Ämtern zu entbinden.
Michael Sailer hat am 17.1.2012 gegenüber der Braunschweiger Zeitung erklärt, der Fachworkshop des Bundesamtes für Strahlenschutz könne „keine konkreten Resultate“(1) hervorbringen. Sollte Herr Sailer der Meinung sein, dass dies gilt, gleich ob mit oder ohne seine Anwesenheit bei diesem Workshop? (...)
Dipl.-Ing. Sailer ist gegenüber einer Räumung des Atommülls aus der Asse seit vielen Jahren vorfestgelegt, auch schon vor dem Optionenvergleich. Er stellt die Probleme der Rückholung breit dar und verharmlost die Auswirkungen der Flutung des Atommülls in Asse II.
Auch die der Räumung der Asse vorgeschaltete Faktenerhebung geht auf eine Intervention der Entsorgungskommission (ESK) vom 5.1.2010 zurück (2) und hat sich mittlerweile als Blockade der Rückholung und als Hintertür zum Ausstieg aus der Rückholung erwiesen.
So müssen wir ihm und dem Bundesumweltminister die Frage stellen:
Wie kann jemand wie Herr Sailer noch länger ESK-Vorsitzender sein?
(1) Artikel „Disput vor Asse-Konferenz“,
im Asse II - Koordinationskreis arbeiten unter anderem mit:
Aktion Atommüllfreie Asse Wolfenbüttel • Anti-Atom-Plenum Braunschweig • Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad e.V. • Bürgerinitiative Braunschweig (BIBS) • BUND Kreisgruppe Wolfenbüttel • Ev.-luth Kirchengemeinde St. Thomas Wolfenbüttel • AufpASSEn e.V. • BASA Bürger Aktion sichere Asse • Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Wolfenbüttel • Jugendumweltnetzwerk Niedersachen, AK Asse • Robin Wood e.V. • SPD Ortsverein Denkte/Kissenbrück und Remlingen• Umweltschutzforum Schacht-Konrad Salzgitter e.V. • WAAG (Wolfenbüttler AtomAusstiegsGruppe) • sowie zahlreiche Einzelpersonen
Presseerklärung des Asse 2-Koordinationskreises vom Dienstag, 3. Januar 2012
Asse II: Rückholung organisieren statt aussitzen! -
Der Asse 2-Koordinationskreis stellte auf der Pressekonferenz in Hannover am 3.1.2012 fest: „Die Verantwortung für die Rückholung des Atommülls aus der Asse liegt bei Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Herr Dr. Röttgen, bekennen Sie sich zur Rückholung! Nehmen Sie Ihre Führungsverantwortung für die Sanierung der Asse endlich wahr!“
- Keine Flutung des Asse-Schachtes, auch nicht getarnt als „Vollverfüllung” oder „Notfallmaßnahme“! - Beginnt endlich mit der Rückholung!
- Jetzt Bergetechnik beschaffen, Personal aufbauen und Regelwerk schaffen!
- Jeder Kubikmeter geborgenen Atommülls ist ein Sicheheitsgewinn!
Die Pressekonferenz des Asse 2-Koordinationskreises am 3.1. erfährt große Aufmerksamkeit, um 5.1. muss in einer weiteren Presse-Erklärung auf die Verantwortlichkeit von Umweltminister Röttgen hingewiesen werden. Im Umfeld des BfS-Fachworkshops zur Asse entwickelt sich eine längst fällig Diskussion um den Vorsitzenden der ESK, Michael Sailer, der seit vielen Jahren gegen die Rückholung arbeitet.
Die ersten Schritte zur sog. „Faktenerhebung”, die vom Bundesumweltministerium vor die Rückholung geschaltet worden war, lassen immer noch auf sich warten. Auflagen und ihre umständliche Erfüllung verzögern das Anbohren der ersten Kammern. Ein Memorandum aus dem BfS sorgt für Aufregung und führt zu zwei Entgegnungen des A2K am 23.12 und am 27.12.2011.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beabsichtigt, den Atommüll aus der Asse zurückzuholen. Für den zurückgeholten Müll soll ein Zwischenlager erstellt werden, denn er muss vor einer auf Dauer angelegten Lagerung möglicherweise für Jahre und Jahrzehnte zwischengelagert werden. Diese Zwischenlagerung muss so erfolgen, dass sie den höchstmöglichen Sicherheitsstandards folgt und von ihr die geringstmögliche Belastung der Bevölkerung ausgeht.
Der Asse II-Koordinationskreis fordert für den Standort eines solchen Zwischenlagers ein nachvollziehbares, zügiges, kriterienbasiertes und ergebnisoffenes Auswahlverfahren.
Hier die Presseerklärung dazu.
Ereignisse um die Asse seit 2009 sowie Quellen dazu: siehe unten
In das Atommüll-Lager Asse II bei Wolfenbüttel dringen täglich 12 m³ Lauge ein und es ist auf längere Sicht einsturzgefährdet. Vom 4.4.1967 bis 31.12.1978 wurden hier rund 49.000 m³ Atommüll eingelagert. Schon zu Beginn gab es Warnungen vor dieser Einlagerung, doch wurden Zug um Zug rund 125.000 Fässer mit sogenanntem „leicht“ radioaktivem Abfall (LAW) und 1.300 Fässer mit „mittel“ radioaktivem Abfall (MAW) unter Tage deponiert. Dabei liegt die Unterscheidung LAW-MAW nur in der Radioaktivität an der Oberfläche der Fässer, die lediglich als Transportbehälter konzipiert waren, nicht als Lagerbehälter. 14.779 Fässer mit Betonabschirmungen, die LAW deklariert waren und in die LAW-Kammern eingelagert wurden, enthielten in Wirklichkeit MAW.
40 Jahre lang wurden die Menschen an der Asse, im Landkreis Wolfenbüttel und in der ganzen Republik über den Atommüll getäuscht. Gegen eine Fortführung der Täuschungen hilft nur Wachsamkeit der Bevölkerung und Öffentlichmachung der Kritik. Viele Gruppen sind daran beteiligt, sie koordinieren sich im ASSE-II-Koordinationskreis auf der Basis der Remlinger Erklärung vom 4.4.2007.
Die Belastung für Personen an der der Asse durch die abgegebenen Radionuklide liegt ungefähr bei dem 10fachen Wert dessen, was Personen an Atomkraftwerken erdulden müssen. Die Emissionen von radioaktivem Kohlenstoff (C-14) und Wasserstoff (H-3 / Tritium) liegen in der Größenordnung der Abgaben von Atomkraftwerken. Ausführlicher dargestellt wird dies in einer Zusammenstellung aus dem Parlamentsbericht „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung” der Bundesregierung über das Jahr 2009 und dem entsprechenden Gesamtbericht.
Allerdings werden die Emissionen im Fall der Asse nicht durch einen Dutzende von Metern hohen Schornstein weit verteilt, sondern über einen lediglich 11 m hohen Diffusor abgegeben. Das sollte bei der Suche nach den Ursachen für die erhöhten Leukämie- und Schilddrüsenkrebs-Raten in der Samtgemeinde Asse sowie für den erheblichen Überschuss von Jungen in den Geburtsjahrgängen 1971-1979 nicht unberücksichtigt bleiben.
Kritische Internet-Seiten mit Informationen zur Asse:
Asse2.de
AufpASSEn! e.V.
Bürgeraktion sichere Asse (BASA)
WAAG - Wolfen­bütteler Atom­Ausstiegs­Gruppe
ContrATOM zur Asse
Wie weiter mit der Asse?
Rückholung - nicht Umlagerung oder Flutung !
Anfang 2009 übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz die Betreiberfunktion, gründete die Asse GmbH als Betreibergesellschaft der Schachtanlage. Das BfS kündigte die Ausarbeitung der Kriterien für eine Beurteilung verschiedener Optionen für die Schließung der Schachtanlage und des Atommüll-Endlagers Asse an, zu denen Machbarkeitsstudien erstellt werden sollten.
Die Versprechen von Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung wurden aber nur zögerlich und schleppend erfüllt, so kam es im Laufe des Jahres 2009 zu einer Reihe von Stellungnahmen aus Bürgerinitiativen und auch des gesamten ASSE-II-Koordinationskreises zum Vorgehen des BfS. Diese und einige darauf reagierende Erklärungen des BfS sowie wichtige Dokumente im Diskussionsprozess sind hier dokumentiert oder verlinkt.
Wer sich über aktuelle und vergangene Vorkommnisse im Betrieb der Asse informieren möchte, findet viele Details und sachkundige Hintergrundinformationen auf asse2.de.
11 von 17 stimmberechtigten Mitgliedern der Begleitgruppe richten offenen Brief an Kreistagsfraktionen und Landrätin
Presse-Erklärung des Asse 2-Koordinationskreises
Kreistag Wolfenbüttel verabschiedet umfangreiches Positions- und Forderungspapier zur Asse und zur Begleitgruppenarbeit
Vorlage für Kreistagsbeschluss
Vorschlag des Kreistages für die Bestimmung eines Zwischenlagerstandortes
Die beiden Sitzungen der Begleitgruppe (Runde der stimmberechtigten Mitglieder und Runde mit Vertretern der Behörden und Ministerien) wird kurzfristig abgesagt, wg. „Denkpause“
Landrätin Steinbrügge weigert sich, als Vorsitzende der Begleitgruppe die Sitzung der stimmberechtigten Mitglieder zu eröffnen, und verfügt eigenmächtig eine sog. „Denkpause“. Viele wichtige Themen können nicht verhandelt werden.
Tagesordnung der nicht eröffneten Sitzung
Landkreis Wolfenbüttel versucht aufpASSEn zu diskreditieren
Presse-Erklärung von Landkreis-Umweltdezenent Schillmann
Analyse der Presse-Erklärung des Landkreises
aufpASSEn fordert Standortvergleich für ein Zwischenlager – ein Vergleichsstandort soll mind. 4 km Abstand zur Wohnbebauung haben
Presse-Erklärung von aufpASSEn e.V.
„Schnittstellen-Workshop“ mit einzelnen Mitgliedern verschiedener Ministerien, Behörden und der Begleitgruppe in Königslutter
Pressekonferenz des Asse 2-Koordinationskreises: „Beschleunigen statt bremsen“
Die Beteiligten des BfS-Fachworkshops bekräftigen den Willen zur und die Möglichkeit der Rückholung des Atommülls aus der Asse.
DLF-Sendung
Zum BfS-Fachworkshop über die Asse am 18./19.1. formuliert der Asse 2-Koordinationskreis seine Anforderungen und informiert über das Fernbleiben des ESK-Vorsitzenden und Rückholungs-Gegners Michael Sailer vom „Öko”-Institut.
Sailer erklärt sich gegenüber der Braunschweiger Zeitung zur übergeordneten Instanz – daraufhin fordert der A2K am 19.1. Umweltminister Röttgen auf, ihn von seinen Ämtern in der ESK zu entbinden.
Presseerklärung des A2K vom 17.1.2012
Presseerklärung des A2K vom 19.1.2012
Asse-Durchblicke Nr. 2 erscheinen, mit den Presse-Erklärungen vom 23.12. bis 5.1. und weiteren Hinweisen
Asse-Durchblicke Nr. 2 – Januar 2012
4./5.1.2012
Umweltminister Röttgen äußert sich zur Asse, der A2K erklärt daraufhin:
„Herr Röttgen, Sie sind verantwortlich:
Atommüll-Bergung aus der Asse duldet kein Abwarten!”
Bericht über Gespräch mit Röttgen in der BZ
Presseerklärung des A2K vom 5.1.2012
dpa-Meldung in der BZ: „Asse-Anwohner ermahnen Röttgen zum Handeln”
Pressekonferenz des Asse2-Koordinationskreis in Hannover: „Rückholung organisieren statt Aussitzen!”
Presseerklärung vom 3.1. mit Hintergrundpapier
Agenturmeldungen: dpa / dapd / epd
eigenständig: taz / ND
Der A2K weist erneut das Strömungs- und Transportmodell von Dr. Krupp zu den Folgen einer Asse-Flutung hin: die Auspressung von kontaminierten Gasen und Flüssigkeiten.
Presseerklärung des A2K vom 27.12.2011
Online-Artikel der Braunschweiger Zeitung vom 27.12.
Strömungs- und Transportmodell von Dr. Krupp
22./23.12.2011
Flutungsbefürworter aus BfS/BMU spielen einen Vermerk aus dem BfS der Presse zu. Der A2K protestiert gegen diese politischen Manöver und fordert Minister Röttgen auf, Verantwortung für die Sanierung der Asse zu übernehmen.
Presseerklärung des A2K vom 23.12.2011
Online-Meldung der Braunschweiger Zeitung vom 22.12.
ca. 50 online-Veröffentlichungen aufgrund einer dpa-Meldung von 14.00 Uhr am 27.12., z.B.auf stern.de
29.12.: BfS-Präsident König äußert sich in der BZ zu den Vorgängen
15.-20.12.2011
Das BfS richtet drei ODL-Messstellen für Gamma-Strahlung ein, allerdings nur östlich des „Diffusors”, durch den radioaktiv kontaminierte Luft aus der Asse austritt.
Blogbeitrag der WAAG dazu
Meldung von t-online
Zeitungsartikel vom 19.12.2011
Der Asse II-Koordinationskreis fordert für den Standort eines Zwischenlagers für aus der Asse rückgeholten Atommüll ein zügiges, kriterienbasiertes und ergebnisoffenes
Presseerklärung des Asse II-Koordinationskreises „Zwischenlager-Standort für den Atommüll aus der Asse nach klaren Kriterien mit offenem Ergebnis suchen!”
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt in der Sitzung des Asse 2-Begleitgremiums (A2B) die Pläne zur Abteufung eines neuen Schachts Asse V vor. Damit soll die Rückholung des Atommülls beschleunigt werden. Damit verbunden ist die angezielte Einrichtung eines Zwischenlagers in Schachtnähe.
Zeitungsbericht „Neuer Asse-Schacht im Schutzgebiet?”
Auskünfte der Bundesregierung über das Jahr 2008 lassen vermuten, dass die radioaktive Belastung für Personen um die Asse ca. 10 mal so hoch ist wie für Personen um Atomkraftwerke.
Zusammenstellung „Radioaktive Belastung durch die Asse”
Parlamentsbericht „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2008”, S. 16
Gesamtbericht „Umweltradioaktivität und Strahlenbelastung im Jahr 2008”, S. 132
Die Öffentlichkeit wird darauf aufmerksam gemacht, dass in Remlingen, nahe der Asse, von 1971-2008 ein erheblicher Überschuss an Geburten von Jungen (401) gegenüber den Geburten von Mädchen (315) besteht. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses auf Zufall zurückzuführen ist, beträgt 1,2 %.
Am extremsten war die Ungleichverteilung im Zeitraum 1987-1994 (104J:65M), die Wahrscheinlichkeit, dass dies auf Zufall zurückzuführen ist, beträgt nur 0,8%.
Ein etwaiger Zusammenhang mit der Einlagerung von Atommüll oder auch mit der Abluft des Atommüll-Lagers ist nicht geklärt.
Erster Zeitungsbericht vom 8.12.2010
Aufstellung der Geburten im Landkreis Wolfenbüttel 1981-2008, mit Unterscheidung 1971-1978 / 1979-2008
Aufstellung der Geburten im Landkreis Wolfenbüttel 1971-1978 / 1979-1986 / 1987-2002 / 2003-2008
27.11. - 9.12.2010
Verschiedene Ministerien und Ärzte (v.a. Radiologen) versuchen darzulegen, dass die Häufungen nichts mit dem Atommüll in der Asse zu tun haben und die Belastung durch die Asse unerheblich sei.
Bericht „"Kein Hinweis auf eine radiologische Belastung durch die Asse"” in der Braunschweiger Zeitung vom 10.12.2010, S. 3
"Neue Diagnostik erklärt Krebs-Rate" Braunschweiger Zeitung vom 8.12.2010
„Wolfenbüttel: "Kein Zusammenhang zwischen Asse und Krebs"”, Braunschweiger Zeitung vom 27.11.2010
28./30.11.2010
Das BfS behauptet zeigen zu können, dass von der Asse gegenwärtig keine Gefahren ausgehen.
Aus dem A2K kommen Nachfragen bezüglich der Messung von Tritium und bezüglich dessen radiologischen Potentials.
Offener Brief an das BfS
„Asse-Kritiker zweifeln Strahlungsmessungen am Atommülllager an”, Wolfenbütteler Zeitung vom 30.11.2010
Antwort des BfS
Es wird bekannt, dass in der Samtgemeinde Asse eine auffällig erhöhte Anzahl von Männern an Leukämie erkrankt ist und eine auffällig erhöhte Anzahl von Frauen an Schilddrüsenkrebs
Leukämie-Fälle in der Asse häufen sich
Der A2K bekräftigt die Forderung nach einer detaillierten Planung der komplexen Aufgabe: Rückholung des Atommülls aus der Asse, anlässlich einer SPD-Veranstaltung zur Asse in Schöppenstedt.
Flugblatt vom 27.10.2010
Der A2K veröffentlicht einen Offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel. Darin werden ihre frühe Mitwisserschaft bezüglich der Sicherheitsprobleme in der Asse und ihr Eintreten für eine Laufzeitverlängerung der atommüllproduzierenden AKW in Verbindung gebracht.
Offener Brief an BK Dr. Merkel vom 6.9.2010
Der „Inventarbericht” zur Asse wird mit zwei Monaten Verzögerung veröffentlicht und enthüllt, dass 14.779 Fässer mit Betonabschirmung bei der Einlagerung mittelradioaktiven Müll enthielten.
Artikel in der Wolfenbüttler Zeitung vom 10.9.2010
Das BfS lädt die Presse zur Berichterstattung über die sog. „Kalterprobung” des Anbohrens von Atommüllkammern ein.
Artikel in der Wolfenbütteler Zeitung vom 10.9.2010
6.9.2010, früher Morgen
Die Bundesregierung schließt mit vier Konzernen der Atomwirtschaft einen zunächst geheimgehaltenen Vertrag über die weitere Produktion von Atommüll.
”Geheim”vertrag
Analyse des Vertrages durch .ausgestrahlt
Die erste Ausgabe der „Asse-Durchblicke” als Informationsblatt des A2K erscheint.
Asse-Durchblicke Nr. 1, September 2010
3.6.10, abends
Das BfS informiert in Remlingen über seismische Messungen, die für den Winter 2011/2012 geplant sind.
Artikel in der Wolfenbütteler Zeitung vom 5.6.2010
3.6.10, morgens
Auf einer Pressekonferenz des A2K in Hannover stellt Dr. Ralf Krupp sein hydrogeologisches Strömungs- und Transportmodell dar, das zeigt: innerhalb weniger Monate bis Jahre nach einer Vollverfüllung der Asse werden durch Gas- und Gebirgsdruck unweigerlich radioaktive Teilchen an die Oberfläche kommen.
Dr. Frank Hoffmann (A2K) fordert vom BfS die Vorlage einer differenzierten Planung für die Rückholung und geeignete Maßnahmen, um die Bergung des Atommülls als ingenieurtechnische Aufgabe anzugehen.
1. Presseerklärung des Asse II-Koordinationskreises
2. Pressemappe mit Hintergrund-Informationen zu den Vorträgen
„Für Extremfall in der Asse von vornherein planen“
Bürgerinitiativen erheben Vorwürfe gegen Bundesamt
Michael Sailer (Öko-Institut, Vorsitzender der ESK/SSK Ad-hoc-AG Asse) propagiert weiterhin die Verfüllung der Asse, zuletzt vor dem Deutschen Atomforum. Die Asse II-Begleitgruppe hat freundlich und entschieden gekontert.
1. „Massive Zweifel an Asse-Räumung“
2. „Die Zeitpläne für die Asse sind total überoptimistisch“
Stellungnahme der ESK zur Rückholung
Offener Brief der Asse II-Begleitgruppe dazu
Das BfS informiert in Remlingen über die Notfallplanung, die eine Flutung des Bergwerkes vorsieht. Dabei wird vernachlässigt, dass die Asse mehrere Zutrittsstellen habe könnte und somit in geflutetem Zustand ein „Fließgewässer“ darstellen würde. Außerdem wurde erst auf Nachfrage bestätigt, dass die Betriebsplanungen vorsehen, Zutritte bis 500 m³/Tag beherrschen zu können.
Berichte der Braunschweiger Zeitung:
1. „Ab 500 Kubikmeter Lauge wird es ernst“
2. „Wenn zu viel Wasser in das Atommüll-Lager läuft“
Eigenbericht des BfS
Prof. Rolf Bertram beschreibt die chemischen Folgen einer Flutung der Asse
„Sicherheitsgefährdende chemische Prozesse“ - Artikel in der Zeitschrift „anti-atom-aktuell“
Rückblick auf die Ereignisse im Januar 2010
Asse II – nach dem Optionenvergleich – Artikel für die Zeitschrift „anti-atom-aktuell“
Dr. Ralf Krupp (Arbeitsgruppe Optionenvergleich) macht seine Berechnungen über den Austritt von Radionnukliden im Fall der Flutung („Verfüllung“) der Asse zugänglich.
Sein Fazit: bei dieser Option müsste „bereits nach wenigen Jahrzehnten mit Kontaminationen im Bereich der Biosphäre gerechnet werden. Sobald infolge Gasbildung und Konvergenz radioaktive Lösungen ins Nebengebirge ausgepresst würden, würden diese innerhalb eines oder weniger Jahre auch in hoher Konzentration die Oberfläche erreichen. – Von einer Vollverfüllung der Schachtanlage Asse II muss daher dringend abgeraten werden.“
Dr. habil. Ralf Krupp: „Strömungs- und Transportmodell, Langzeitsicherheit Asse II“
15.-21.1.2010
In etlichen Mediendarstellungen werden zwar die Probleme der Rückholung thematisiert, aber es wird nicht dargestellt, dass die Alternative „Verfüllung“ eine Flutung des Atommülls mit Magnesiumchlorid-Lauge bedeutet.
Bericht in der „ZEIT“
BfS-Animation des Ergebnisses des Optionenvergleiches
NDR-Bericht vom 20.1.2010
Kölner Stadtanzeiger vom 19.1.2010
18.1.2010 – abends
In Wolfenbüttel wird das Ergebnis des Optionenvergleiches vor 500 Zuschauern vorgestellt und findet breiteste Zustimmung
Bericht der Wolfenbütteler Zeitung
18.1.2010 - morgens
Der Asse II-Koordinationskreis fordert die unverzügliche Umsetzung der Rückholung des Atommülls aus der Asse
Presseerklärung „Anfangen!“
Das Bundesamt für Strahlenschutz stellt sein Ergebnis des Optionenvergleiches vor und setzt aus Gründen der Langzeitsicherheit die Rückholung an oberste Stelle.
Studie zum Optionenvergleich
Animation zum Optionenvergleich
Der A2K macht öffentlich klar, dass das vom BfS als „Vollverfüllung“ titulierte Konzept nur eine Variante des alten verworfenen Flutungskonzeptes darstellt.
Presseerklärung „'Vollverfüllung' ist Flutung“ mit Hintergrundinformationen
"Ohne Langzeitsicherheit keine Genehmigung", BZ 5.1.2010
"Atommüll in Magnesiumchlorid", FR 5.1.2010
Fernsehbericht auf NDR (ab Zeitmarke 15:09 min)
Fernsehbericht auf RTLregional
Reaktion des BfS
Rückblick auf die Entwicklung im Herbst 2009
Asse II – der Druck wächst: Artikel für die Zeitschrift „anti-atom-aktuell“
Die Arbeitsgruppe Optionenvergleich (AGO) veröffentlicht ihre Stellungnahmen zu den Machbarkeitsstudien.
AGO-Stellungnahme zu den Machbarkeitsstudien, mit interessanten Sondervoten von Dr. Ralf Krupp und Prof. Rolf Bertram
5.11.2009, 19 Uhr:
BfS-Veranstaltung: „Grundlagen der Bewertung der Stilllegungsoptionen für das Endlager Asse II“
Hier der Link zur Veranstaltungsseite der neuen BfS-Internetpräsenz zur Asse, „Endlager-Asse.de“.
Die Machbarkeitsstudien zu den drei Optionen werden in Schöppenstedt veröffentlicht.
Studie zur Rückholung (Kurzfassung, Videoclip)
Studie zur Umlagerung (Kurzfassung, Videoclip)
Studie zur Verfüllung (Kurzfassung, Videoclip)
Veranstaltungsbericht der Braunschweiger Zeitung
21.9.2009:
Reaktionen aus dem Asse-II-Koordinationskreis auf den Kriterienbericht – Pressekonferenz in Hannover
Presseerklärung „Revidierbarkeit und Überwachbarkeit zentral!“
Presseerklärung „Langzeitsicherheit zentral!“
Der Kriterien-Bericht des BfS zur Prüfung der Optionen erscheint.
Kriterien-Bericht des BfS
28.8.2009:
Reaktion aus dem Asse-II-Koordinationskreis auf die Leistungsbeschreibungen – Pressekonferenz einzelner Gruppen in Wolfenbüttel
Presseerklärung „Rückholung noch ernsthafte Option?“
Das BfS gibt bekannt, dass die Sprengstoffe aus der Asse geborgen wurden
9.7.2009 abends:
Das BfS veröffentlicht die Leistungsbeschreibungen für die Machbarkeitsstudien zu den drei Optionen
Leistungsbeschreibung „Möglichkeit der Rückholung“
Leistungsbeschreibung „Machbarkeit der Umlagerung“
Leistungsbeschreibung „Strahlenschutz bei Umlagerung“
9.7.2009 nachmittags:
Pressekonferenz mit Kritik des Asse-II-Koordinationskreises an mangelnder Transparenz des BfS
- MAW-Rückholung nicht Teil der Notfallplanungen
- Nichtveröffentlichung der Leistungsbeschreibungen
- Belassen der Sprengstoffe unter Tage
Presseerklärung „Versprechen von Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung einlösen!“
Bericht in der Wolfenbüttler Zeitung
2.7.2009:
Pressekonferenz des BfS mit Bekanntgabe der Notfallplanungen und des Antrags auf Genehmigung des Umgangs mit radioaktiven Stoffen gemäß Strahlenschutzverordnung
Pressemitteilung des BfS vom 2.7.2009
8.3.2009:
Kritik des Asse-II-Koordinationskreises am Vorgehen des BfS:„Betreiber verzweifelt gesucht“
Presseerklärung „Betreiber verzweifelt gesucht“
Mehr als 15.000 Menschen bilden unter dem Motto „Wir bringen Licht ins Dunkel“ die 52 km lange Lichterkette Braunschweig - ASSE II – KONRAD
Homepage Lichterkette09.de
Der Bundestag verabschiedet die 10. Novelle des Atomgesetzes und definiert damit die Asse als Endlager für atomare Abfälle – ohne dass je ein Planfeststellungsverfahren dafür durchgeführt wurde.
Hintergrundbericht mit Gesetzesentwürfen und Bundestagsmitschnitten
Verantwortlich für diese Seite: Andreas Riekeberg, info (bei) asse-watch.de Keine Verantwortung für externe Links!

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