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Timestamp: 2019-03-21 23:15:47+00:00

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Rechtsprechung: NStZ 2015, 591 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 14.10.2014
§ 263 StGB; § 10 AMG; § 21 Abs. 1 AMG; § 27 Abs. 1 SGV V;, § 31 Abs. 1 SGB V; § 11 ApoG; § 4 AMPreisV; § 5 AMPreisV; § 1a Abs. 8 ApBetrO; § 7 ApBetrO; § 35 ApBetrO
Abrechnungsbetrug bei Zytostatika-Lösungen (Eignung zur Irreführung als Voraussetzung des Täuschungsgegenstandes; Fertigarzneimittel; Rezepturarzneimittel; Verwendung nicht zugelassener ausländischer Fertigarzneimittel; konkludente Erklärung anspruchsbegründender Tatsachen durch Abrechnung; Lauer-Taxe)
§ 73 Abs. 3 Arzneimittelgesetz (AMG), §§ 4, 5 der Arzneimittelpreisverordnung (AMP... reisV), § 21 Abs. 1 AMG, § 129 Abs. 5 SGB V, § 16 Abs. 1 StGB, § 35 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), § 35 Abs. 1 Nr. 6, Abs. 6 Nr. 1 ApBetrO, § 7 ApBetrO, § 263 Abs. 1 StGB, § 11 Abs. 2, 3 ApoG, § 1a Abs. 8 ApBetrO, § 14 Abs. 1 ApBetrO, § 10 AMG, § 78 Abs. 1 AMG, § 4 Abs. 1 Satz 1 AMG, § 1 Abs. 1 AMPreisV, § 1 Abs. 1 Nr. 2 AMPreisV, § 1 Abs. 2 Nr. 1 AMPreisV, § 5 AMPreisV, § 5 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 AMPreisV, § 5 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 3 AMPreisV, § 5 Abs. 2 AMPreisV, § 5 Abs. 5 AMPreisV, § 5 Abs. 1, 3 AMPreisV, § 27 Abs. 1, § 31 Abs. 1 SGB V, § 5 Abs. 2 Satz 2 Ziff. 2 AMPreisV, § 3 Abs. 2 AMPreisV, § 5 Abs. 4 Satz 3 AMPreisV, § 5 Abs. 6 Nr. 1 AMPreisV, § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 8 AMPreisV, § 5 Abs. 4 Satz 1 AMPreisV, § 3 Abs. 2 Nr. 1 AMPreisV, § 2 AMPreisV, § 78 Abs. 2 Satz 2 AMG, § 78 AMG, § 78 Abs. 3 AMG, § 129 Abs. 2 bis 4 SGB V, § 129 Abs. 5c Satz 1 SGB V, § 129 Abs. 5c Satz 2 SGB V, § 73 Abs. 4 Satz 2 AMG, § 5 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 AMPreisV, § 25 ApBetrO, § 300 Abs. 3 Satz 2 bis 5 SGB V, § 300 SGB V, § 354 Abs. 1 StPO, § 2 Abs. 1, 3, § 5 Abs. 2 Satz 1, § 8 Abs. 1, 2 StrEG
§ 263 Abs 1 StGB, § 73 Abs 3 AMG
Strafbarkeit eines Apothekers wegen Betruges: Täuschungshandlung durch Verwendung von Importarzneimitteln bei patientenindividuellen Zytostatika-Zubereitungen
Herstellung von Medikamenten zur Behandlung von Krebserkrankungen (hier: Zytostatika) aus nicht zugelassenen Arzneimitteln als Täuschungshandlung i.R.e. Betruges
LG Braunschweig, 07.03.2013 - 6 KLs 22/10
NStZ 2015, 591
NStZ 2016, 716
StV 2015, 424
Der Verkehr erwartet im Zusammenhang mit der Geltendmachung eines Anspruchs vor allem eine wahrheitsgemäße Darstellung, soweit die Tatsache wesentlich für die Beurteilung des Anspruchs ist und der Adressat sie aus seiner Situation nicht ohne Weiteres überprüfen kann (BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13, NStZ 2015, 591, 593).
Als gewichtiges Indiz, das die übereinstimmenden Einlassungen der Angeklagten bestätigte, hat das Landgericht seiner Überzeugungsbildung auch die zwischen dem Krankenhausträger und den Gesetzlichen Krankenkassen vereinbarte Abrechnungsweise zugrunde gelegt; danach sind beide Seiten davon ausgegangen, dass die in der Krankenhausapotheke hergestellten Zytostatika-Lösungen als Rezepturarzneimittel abzurechnen sind (vgl. zum Gewicht dieses Aspekts auch Senat, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13).
Sie ist ein technisches Hilfsmittel, um unter anderem das für öffentliche Apotheken geltende gesetzgeberische Gebot einheitlicher Apothekenabgabepreise für verschreibungspflichtige Medikamente (§ 78 Abs. 2 Satz 2 AMG) umzusetzen, ohne etwas über die ohnehin nur durch Rechtsnormen zu regelnde Verkehrsfähigkeit bestimmter Rezepturen zu besagen (…vgl. zur Bedeutung der Lauer-Taxe näher BSGE 114, 36, 43 Rn. 21 f.; Senat, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13).
Denn hierauf kommt es - ungeachtet der Frage, ob den Rezeptabrechnungen nach dem durch die Verkehrsanschauung objektivierten Empfängerhorizont überhaupt ein täuschungsrelevanter konkludenter Erklärungsinhalt beizumessen ist (dazu eingehend Senat, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13) - auch hier nicht entscheidend an.
Zwar liegt hier in der Rezeptabrechnung neben der Behauptung eines sozialrechtlichen Erstattungsanspruchs auch die konkludent miterklärte Aussage der Angeklagten, die Berechnung unter Einhaltung der abrechnungsrechtlichen Maßgaben vorgenommen zu haben (vgl. schon RGSt 42, 147, 150 zur Abrechnung nach einer Arzneimittel-Taxe; siehe auch BGH, Urteile vom 2. November 1951 - 4 StR 27/51, LM Nr. 5 zu § 263 StGB, …und vom 10. März 1993 - 3 StR 461/92, BGHR StGB § 263 Abs. 1 Täuschung 12; eingehend Senat, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13 mwN).
Denn auch ungeachtet der zur Tatzeit herrschenden Ansicht über eine arzneimittelrechtliche Einstufung solcher Zubereitungen als Rezepturen (vgl. Senat, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13 mwN) muss jedenfalls den behandelnden Onkologen als Empfängern der Infusionsbeutel klar gewesen sein, dass mit der Herstellerbezeichnung auf dem erst nach ihrer Verschreibung zubereiteten Arzneimittel nicht die Herkunft des verarbeiteten Fertigarzneimittels gemeint gewesen sein kann.
Auf Einzelimportarzneimittel im Sinne des § 73 Abs. 3 AMG findet das Preisrecht der Arzneimittelpreisverordnung keine Anwendung (Abgrenzung zu BGH…, Beschluss vom 9. September 2010, I ZR 72/08, NJW 2010, 3724 Rn. 12 und Urteil vom 10. Dezember 2014, 5 StR 405/13, NStZ 2015, 591 Rn. 26).
Dies wiederum hat - ebenfalls ohne eigene Begründung - der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in einem Urteil vom 10. Dezember 2014 (5 StR 405/13, NStZ 2015, 591 Rn. 26) aufgegriffen.
Wann der Rechtsverkehr der Geltendmachung einer Forderung schlüssig zugleich die Behauptung bestimmter anspruchsbegründender Tatsachen beimisst, ist Tatfrage (vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13, NStZ 2015, 591, 593).
Entscheidend ist, dass der allgemeine Geschäftsverkehr im Zusammenhang mit der Geltendmachung eines Anspruchs, vor allem eine wahrheitsgemäße Darstellung der Tatsachen erwartet und auch erwarten darf, die wesentlich für die Beurteilung des Anspruchs sind und die er aus seiner Situation nicht ohne weiteres überprüfen kann (BGH Urteil v. 10.12.2014 - 5 StR 405/13, NStZ 215, 591, 593; BGH Beschl. v. 25.07.2017 - 5 StR 46/17).
Ein Apotheker, der am Abrechnungssystem der Krankenkassen teilnimmt, erklärt bei den Abrechnungen stillschweigend, dass er bestehende sozialrechtliche Erstattungsansprüche für tatsächlich durchgeführte Apothekengeschäfte geltend macht (vgl. BGH…, Urteil vom 4. September 2012 - 1 StR 534/11, Rn. 46; Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13, Rn. 11).
vgl. auch dazu BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13 -, a. a. O., Rn. 25.
BGH, 14.10.2014 - 2 StR 124/14
§ 6a AMG, § 4 Abs. 17 AMG
§ 4 Abs 17 AMG
Inverkehrbringen von Arzneimitteln zu Dopingzwecken: Begriff der Abgabe; Vollendung der Tat im Falle einer Versendung
Vollendung der Tat des Inverkehrsbringens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken nach § 4 Abs. 17 AMG
StPO § 349 Abs. 4; AMG § 4 Abs. 17
LG Gießen, 13.12.2013 - 2 KLs 501 Js 9318/13
Ergänzend bemerkt der Senat, dass der Tatbestand des Inverkehrbringens von Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport zwar nicht durch deren Abgabe (vgl. BGH, Beschluss vom 14. Oktober 2014 - 2 StR 124/14), aber durch den Erwerb und das Vorrätighalten zum Verkauf vollendet wurde (vgl. § 4 Abs. 17 AMG; BGH, Beschluss vom 14. Dezember 2011 - 5 StR 425/11, NStZ 2012, 218, 219;… Krüger in Kügel/Müller/Hofmann, AMG, § 4 Rn. 122;… Raum in Kügel/Müller/Hofmann, aaO, § 95 Rn. 12).

References: § 263
 § 10
 § 21
 § 27
 § 31
 § 11
 § 4
 § 5
 § 1
 § 7
 § 35

§ 73
 § 21
 § 129
 § 16
 § 35
 § 35
 § 7
 § 263
 § 11
 § 1
 § 14
 § 10
 § 78
 § 4
 § 1
 § 1
 § 1
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 27
 § 31
 § 5
 § 3
 § 5
 § 5
 § 1
 § 5
 § 3
 § 2
 § 78
 § 78
 § 78
 § 129
 § 129
 § 129
 § 73
 § 5
 § 25
 § 300
 § 300
 § 354
 § 2
 § 5
 § 8

§ 263
 § 73
 § 263
 § 263
 § 73
 BGH 

§ 6
 § 4

§ 4
 § 4
 § 349
 § 4
 § 4
 § 4
 § 95