Source: http://kiosk.freie-fachinformationen.de/wegweiser-zur-fachanwaltschaft/59516145/20
Timestamp: 2018-10-18 16:22:57+00:00

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Die Fortbildungspflicht (
Die Fortbildungspflicht (§ 15 FAO) wird künftig auch die Vorbereitung auf Dozententätigkeit „in angemessenem Umfang“ anerkannt (Abs. 1 S. 3 n.F.). b) Hörende Teilnahme an „Veranstaltungen“ Eine passiv absolvierte Veranstaltung muss gem. § 15 Abs. 1 S. 2 FAO anwaltsorientiert oder (zumindest) interdisziplinär sein. Da die nur hörende Teilnahme an einem Seminar etc. dem Fachanwalt im Vergleich zur aktiven Referenten-Tätigkeit deutlich weniger abverlangt, kann und soll die Hürde für den Zuhörer höher sein. Eine passiv absolvierte Veranstaltung muss deshalb gem. § 15 Abs. 1 S. 2 FAO zusätzlich anwaltsorientiert oder (zumindest) interdisziplinär sein (Bsp.: Seminar zum Beschleunigten Familienverfahren mit Teilnehmenden aus der Anwaltschaft, den Familiengerichten, den Jugendämtern sowie mit Sachverständigen und Verfahrensbeiständen). c) Selbststudium Im Zuge der Erhöhung der geforderten Zeitstunden von 10 auf 15 wurde die Möglichkeit eingeführt, bis zu 5 Zeitstunden im Wege des Selbststudiums zu absolvieren, sofern eine Lernerfolgskontrolle erfolgt (§ 15 Abs. 4 FAO). Beispiele für diese Art der Fortbildung sind das Studieren eines Fachaufsatzes mit anschließendem Multiple-Choice-Test oder die Teilnahme an einem von Kollegen veranstalteten „Qualitätszirkel“, sofern dem ein nachvollziehbares Konzept zugrunde liegt und die Durchführung einer Lernerfolgskontrolle möglich ist. Ein „Bestehen“ der Lernerfolgskontrolle ist nicht erforderlich. d) Sonstiges Akzeptiert werden auch wissenschaftliche Veröffentlichungen mit entsprechendem Nachweis (jedoch nicht auf der eigenen Homepage) und die Teilnahme an Nicht-Präsenzveranstaltungen (also das Lernen vor dem eigenen PC), sofern die Anforderungen des § 15 Abs. 2 FAO erfüllt sind. 2. Die Folgen unterbliebener Fortbildung Ein Fachanwalt, der nachhaltig seine Fortbildungspflicht versäumt, läuft Gefahr, gem. § 43c Abs. 4 S. 2 BRAO den Titel zu verlieren. Die Entscheidung steht im Ermessen der zuständigen Rechtsanwaltskammer (§ 43c Abs. 4 S. 2 BRAO: „kann widerrufen werden“). Ein Fachanwalt, der nachhaltig seine Fortbildungspflicht versäumt, läuft Gefahr den Titel zu verlieren. Der BGH stellt dazu fest, dass unterlassene Fortbildung nicht im eigentlichen Wortsinn „nachgeholt“ werden kann und dass jedenfalls bei dreijähriger Säumnis der Widerruf droht. Mit der Verleihung und Führung der Fachanwaltsbezeichnung nehme, so heißt es in der Entscheidung, der Rechtsanwalt gegenüber dem rechtsuchenden Publikum eine im Vergleich zu anderen Anwälten besondere Qualifikation auf diesem Gebiet in Anspruch. Es entspreche der verständigen Erwartung der Rechtsuchenden und damit vernünftigen Gründen des Gemeinwohls, dass er seine spezifischen Kenntnisse jeweils auf dem neuesten Stand halte. Die Fortbildungspflicht diene der Sicherung eines einheitlichen Qualitätsstandards. 20 Infobrief Spezial MkG • Mit kollegialen Grüßen 02 | NOV 2017
Rechtsmittel (im Überblick) V. Rechtsmittel (im Überblick) Gegen einen die Fachanwaltserlaubnis ablehnenden Bescheid der Rechtsanwaltskammer kann der Antragsteller Verpflichtungsklage beim zuständigen Anwaltsgerichtshof (AGH) erheben (§§ 112a Abs. 1, 112c Abs. 1 S. 1 BRAO, 42 VwGO). Ob es eines Vorverfahrens bedarf (§§ 68 ff. VwGO) hängt von länderspezifischen Besonderheiten ab. Gegen ein ablehnendes Urteil des AGH kann Berufung beim Anwaltssenat des BGH eingelegt werden (§§ 112a Abs. 2 Nr. 1, 112e BRAO, 124a Abs. 1 VwGO). Voraussetzung ist entweder die Zulassung der Berufung im Urteil des AGH (§ 124a Abs. 1 S. 1 VwGO) oder die Zulassung auf entsprechenden Antrag (§ 124a Abs. 4 u. 5 VwGO). Gegen ein ablehnendes Urteil des AGH kann Berufung beim Anwaltssenat des BGH eingelegt werden. Die Reichweite der Entscheidung des AGH bzw. des Anwaltssenats des BGH hängt davon ab, ob die Angelegenheit spruchreif ist. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Entscheidung ist der Tag der letzten mündlichen Verhandlung. Streng genommen kann also der AGH bzw. der BGH die zuständige Rechtsanwaltskammer auch dann noch verpflichten, die Fachanwaltserlaubnis zu erteilen, wenn der Antragsteller/Kläger (erst) am Tag der letzten mündlichen Verhandlung die fehlenden Nachweise vorlegt. Die Kosten des Verfahrens trägt in einem solchen Fall selbstverständlich der Antragsteller/ Kläger. Wird (wegen unterbliebener Fortbildung) die Fachanwaltserlaubnis widerrufen, ist die Anfechtungsklage das richtige Rechtsmittel. Fachanwalts- Lehrgänge Anwaltsfortbildung mit System Online- Seminare (§ 15 FAO) § 15 FAO Seminare Selbst- Studium (§ 15 FAO) Anwaltsfortbildung „ARBER-Seminare“ ist seit mehr als 18 Jahren erfolgreich in der Aus- und Fortbildung der Anwaltschaft auf vielen unterschiedlichen Rechtsgebieten tätig. Höchste Fachkompetenz, absolute Praxisnähe und ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis zählen dabei zu den Grundprinzipien unserer Arbeit. Wir bieten: Fachanwalts-Lehrgänge in aktuell 14 Fachrichtungen Präsenzseminare nach § 15 FAO in aktuell 15 Fachrichtungen ONLINE-Seminare nach § 15 FAO in aktuell 9 Fachrichtungen Vorankündigung -ab Okt. 2017- Selbst-Studium nach § 15 FAO Infobrief Spezial MkG • Mit kollegialen Grüßen 02 | NOV 2017 www.ARBER-seminare.de | kontakt@arber-seminare.de ARBER-Seminare GmbH Gottlieb-Daimler-Ring 7, 74906 Bad Rappenau T. 0706621 - 9008-0 | F. 07066 - 9008-22
Seite 19: Voraussetzungen für die Verleihung

References: § 15
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 § 43
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