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Timestamp: 2016-10-27 01:10:08+00:00

Document:
U 330/02 (05.12.2003)
U 330/02
A.________, 1952, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Sutter, Niedern 117, 9043 Trogen,
Die 1952 geborene A.________ war seit dem 22. November 1993 als Fertigungsangestellte bei der C.________ AG, angestellt und damit bei der Schweizerischen Unfallversicherungsgesellschaft (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen und Berufskrankheiten versichert. Am 7. November 2000 meldete die Arbeitgeberin der SUVA, A.________ sei wegen einer Nerv-/Muskelentz�ndung am linken Arm seit dem 20. August 1999 arbeitsunf�hig. Nach arbeitsplatzm�ssigen und medizinischen Abkl�rungen lehnte die SUVA ihre Leistungspflicht f�r die geltend gemachten Beschwerden ab mit der Begr�ndung, diese st�nden nicht in Zusammenhang mit der beruflichen T�tigkeit (Verf�gung vom 13. November 2001). An diesem Standpunkt hielt die SUVA mit Einspracheentscheid vom 8. April 2002 fest.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Entscheid vom 27. September 2002 ab.
A.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und die Aufhebung des angefochtenen Entscheides sowie die Zusprechung der gesetzlichen Leistungen, eventualiter die R�ckweisung der Angelegenheit zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanz beantragen.
Das kantonale Gericht hat die Normen �ber Berufskrankheiten (Art. 6 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 9 Abs. 1 UVG sowie Art. 14 UVV und Anhang 1 zur UVV; Art. 9 Abs. 2 UVG), die Rechtsprechung zum Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 40 BZP in Verbindung mit Art. 19 VwVG; Art. 95 Abs. 2 OG in Verbindung mit Art. 113 und 132 OG) und zum Beweiswert eines Arztberichts (BGE 125 V 352 Erw. 3a und b; AHI 2001 S. 113 Erw. 3a), insbesondere auch zu Berichten und Gutachten versicherungsinterner �rzte (BGE 122 V 161 f. Erw. 1c) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 im vorliegenden Fall nicht anwendbar ist, da nach dem massgebenden Zeitpunkt des Erlasses des streitigen Einspracheentscheids (hier: 8. April 2002) eingetretene Rechts- und Sachverhalts�nderungen vom Sozialversicherungsgericht nicht ber�cksichtigt werden (BGE 127 V 467 Erw. 1, 121 V 366 Erw. 1b).
Es ist unbestritten, dass die Beschwerdef�hrerin an einer Ulnaris-Neuropathie sowie an einer Kettentendomyose leidet. Streitig ist der Anspruch auf Leistungen der Unfallversicherung wegen Vorliegens einer Berufskrankheit.
2.1 Die Vorinstanz erwog, gem�ss den Ausf�hrungen des Dr. med. B.________ vom �rzteteam Unfallmedizin der SUVA l�gen einerseits keine Hinweise auf eine �berwiegend mechanische und damit beruflich bedingte Ursache der Ulnaris-Neuropathie vor, anderseits stelle die diagnostizierte Kettentendomyose keine Berufskrankheit im Sinne von Art. 9 Abs. 2 UVG dar. Die Ausrichtung von Versicherungsleistungen scheitere daher an der erforderlichen Konnexit�t zwischen Gesundheitsschaden und Berufst�tigkeit. Von einer nochmaligen Abkl�rung sei abzusehen. Die Beschwerdef�hrerin bringt demgegen�ber vor, dem Bericht von Dr. med. B.________ komme "schon vom Grundsatz her", weil er ein verwaltungsinterner Facharzt sei, nur ein sehr bescheidener Beweiswert zu. Zudem handle es sich bei seinen Ausf�hrungen um reine Aktengutachten, die ohne eigene Untersuchungen und Abkl�rungen ergangen seien. Auch erwiesen sich die darin enthaltenen Ausf�hrungen, insbesondere hinsichtlich der Ursachen f�r die Gesundheitssch�den, als nicht schl�ssig.
2.2 Soweit die Beschwerdef�hrerin vorbringt, die Ausf�hrungen von Dr. med. B.________ seien schon grunds�tzlich nur von sehr bescheidenem Beweiswert, kann ihr nicht gefolgt werden. Hinsichtlich des Beweiswertes eines �rztlichen Berichts ist entscheidend, ob dieser f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Situation einleuchtet und zu Schlussfolgerungen f�hrt, die begr�ndet sind. Das Gericht darf unter diesen Voraussetzungen in seiner Beweisw�rdigung auch �rztlichen Berichten folgen, welche die SUVA im Administrativverfahren selber einholt, solange nicht konkrete Indizien gegen deren Zuverl�ssigkeit sprechen; denn in diesem Verfahrensabschnitt handelt sie nicht als Partei, sondern tritt als dem Gesetzesvollzug dienendes Verwaltungsorgan auf (BGE 125 V 353 f. Erw. 3b/ee; RKUV 2000 Nr. U 377 S. 183 ff. Erw. 4b mit Hinweis). Die Vorinstanz erw�gt zutreffend, dass die Ausf�hrungen von Dr. med. B.________ den von der Rechtsprechung geforderten Kriterien entsprechen und nichts ersichtlich ist, was gegen die volle Beweiskraft seiner Feststellungen spricht. Sodann setzt sich Dr. med. B.________ ausf�hrlich mit den m�glichen Ursachen einer Ulnarisneuropathie im Allgemeinen wie auch im konkreten Fall auseinander, weshalb der Einwand, das Gutachten sei diesbez�glich ungen�gend, nicht stichhaltig ist.
2.3 Auch die R�ge, auf die Einsch�tzungen des Dr. med. B.________ k�nne nicht abgestellt werden, weil er keine eigenen Untersuchungen und Abkl�rungen vorgenommen habe, ist unbegr�ndet. Abgesehen davon, dass Dr. med. B.________ tats�chlich selbst Sachverhaltsabkl�rungen angeordnet hat, sind nach der Rechtsprechung Aktengutachten zul�ssig. Entscheidend ist, ob gen�gend Unterlagen vorliegen, was dann der Fall ist, wenn die Akten ein vollst�ndiges Bild �ber Anamnese, Verlauf und gegenw�rtigen Status ergeben, so dass sich der Experte gesamthaft ein l�ckenloses Bild machen kann (RKUV 1988 Nr. U 56 S. 370 Erw. 5b mit Hinweisen auf die Literatur, best�tigt in den nicht ver�ffentlichten Urteilen S. vom 2. April 1993, U 9/92, sowie K. vom 20. Januar 1995, U 100/94). Dr. med. B.________ lagen einerseits umfangreiche medizinische Berichte und anderseits die Ergebnisse der technischen Arbeitsplatzabkl�rung vor. Aufgrund dieser Akten war er in der Lage, die sich stellenden Beweis- und Kausalit�tsfragen zuverl�ssig zu beantworten. Gerade in arbeitsmedizinischen F�llen werden sodann bei streitigen Zusammenhangsfragen nicht selten �rztliche Aktenberichte eingeholt, die sich auf vorg�ngige technische Beurteilungen st�tzen und auf welche die Rechtsprechung unter Ber�cksichtigung der in Erw. 2.2 angef�hrten Grunds�tze abstellt (RKUV 1998 Nr. U 56 S. 370 Erw. 5b; Urteil D. vom 20. November 2001, C 473/00).
Schliesslich geht aus den Akten klar hervor, dass beim Beschwerdebild - entgegen den Vorbringen der Beschwerdef�hrerin - nicht die Ulnarisneuropathie, sondern die Kettentendomyose im Vordergrund steht. Letztere Erkrankung aber figuriert nicht in der Liste der anerkannten Berufskrankheiten (Anhang 1 zur UVV), weshalb eine qualifizierte berufliche Urs�chlichkeit (Anteil von mindestens 75 %) erforderlich ist, damit diese als Berufskrankheit anerkannt werden kann (BGE 114 V 111 f. Erw. 3c). Dass es vorliegend an einem solchen Kausalzusammenhang fehlt, geht aus den Akten deutlich hervor. F�r eine weitere Begutachtung besteht keine Veranlassung.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.

References: Art. 9
 Art. 14
 Art. 9
 Art. 19
 Art. 95
 Art. 113
 Art. 9