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Timestamp: 2019-11-14 11:08:58+00:00

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BFH, 20.09.2007 - IV R 19/05 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1828
BFH, 20.09.2007 - IV R 19/05 (https://dejure.org/2007,1828)
BFH, Entscheidung vom 20.09.2007 - IV R 19/05 (https://dejure.org/2007,1828)
BFH, Entscheidung vom 20. September 2007 - IV R 19/05 (https://dejure.org/2007,1828)
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GewStG § 7, § 9 Nr. 1 Satz 2; BGB § 812, § 818; HGB § 249 Abs. 1
Zinseinkünfte aus Anlage von Mieterträgen und aus Mietzahlungen unter Vorbehalt werden nicht von der erweiterten Kürzung des Gewerbeertrags erfasst
Erweiterte Gewerbeertragskürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG: Behandlung von Kapitalerträgen aus der Anlage von rückzahlungsbedrohten Mieterträgen
Versteuerung von Zinseinkünften aus der Anlage von Mieterträgen
Zinseinkünfte bei Grundstücksunternehmen
Ansehung von durch ein Grundstücksunternehmen erzielten Zinseinkünften aus der Anlage von Mieterträgen als Erträge aus der Nutzung von Kapitalvermögen; Einbeziehung von Zinsen in eine erweiterte Kürzung des Gewerbeertrags; Kürzung der Zinserträge um Betriebsausgaben
Keine erweiterte Gewerbeertragskürzung für Zinseinkünfte
Zins- und Wertpapiererträge eines grundstücksverwaltenden Unternehmens - keine Kürzung des Gewerbeertrags
Zur Behandlung von Zins- und Wertpapiererträgen eines grundstücksverwaltenden Unternehmens
Zinseinkünfte aus Anlage von Mieterträgen (IMR 2008, 1044)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 20.09.2007, Az.: IV R 19/05 (Erweiterte Gewerbeertragskürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG - ... - Grundbesitz i.S. von § 9 Nr. 1 GewStG)" von RA/StB Stefan Köhler, original erschienen in: BB 2008, 543 - 544.
FG Berlin, 02.02.2005 - 6 K 6296/01
BFHE 219, 190
BB 2008, 540
DB 2008, 218
BStBl II 2010, 985
Zu dem "Grundbesitz" im Sinne dieser Vorschrift zählt entsprechend den Vorgaben des § 2 Nr. 2 des Grundsteuergesetzes und der §§ 68, 70 des Bewertungsgesetzes nur das Grundvermögen (vgl. BFH-Urteil vom 20. September 2007 IV R 19/05, BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985).
Zum einen gewährt die Vorschrift den Gewerbebetrieben, zu deren Betriebsvermögen Grundeigentum gehört, eine Kürzung bei der Gewerbesteuer, die die Wirkungen einer Doppelbelastung mit Gewerbesteuer und der den Grundstückseigentümer treffenden Grundsteuer abmildern oder vermeiden soll (vgl. BFH-Urteile vom 5. Oktober 1967 I 258/64, BFHE 90, 299, BStBl II 1968, 65; in BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985, und in BFHE 233, 539, BStBl II 2011, 887).
a) Der in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG verwendete Begriff des Grundbesitzes ist ebenso wie in Satz 1 dieser Bestimmung im gegenüber dem Einkommensteuerrecht engeren bewertungsrechtlichen Sinne zu verstehen (ständige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 22. Juni 1977 - I R 50/75, BFHE 122, 534, BStBl II 1977, 778; vom 26. Februar 1992 - I R 53/90, BFHE 167, 557, BStBl II 1992, 738; vom 20. September 2007 - IV R 19/05, BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985).
Bei Erträgen, die nicht auf die Nutzung und Verwaltung von Grundbesitz im bewertungsrechtlichen Sinne zurückzuführen sind, ist eine Doppelbelastung durch Grundsteuer und Gewerbesteuer nicht zu befürchten (BFH-Urteil in BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985).
b) Der Umfang des Grundvermögens ergibt sich aus § 68 des Bewertungsgesetzes --BewG-- (BFH-Urteil in BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985).
Nicht in Widerspruch hierzu steht die von den Revisionsklägern in den Vordergrund ihrer Argumentation gestellte Formulierung im BFH-Urteil vom 20. September 2007 IV R 19/05 (BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985, unter II.1.d), die gesamte Vorschrift des § 9 Nr. 1 GewStG diene der Vermeidung einer Doppelbelastung mit zwei Realsteuern; ein Unterschied zwischen den Kürzungsbestimmungen in Satz 1 bzw. Satz 2 der Vorschrift bestehe nur insoweit, als § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG lediglich zu einer Verminderung der Doppelbelastung führe, wohingegen § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG die Doppelbelastung in vollem Umfang vermeide.
Zum einen verweist der IV. Senat in seiner Entscheidung in BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985 ausdrücklich auf die Ausführungen in Blümich/Gosch, § 9 GewStG Rz 45. Dort heißt es zunächst, beide Kürzungsbestimmungen dienten der Vermeidung von Doppelbelastungen.
Zum anderen werden in der Rechtsprechung des BFH die beiden Zwecksetzungen des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG für die Lösung zweier verschiedener Auslegungsfragen herangezogen: Geht es --wie in dem von den Revisionsklägern herangezogenen Urteil in BFHE 219, 190, BStBl II 2010, 985 sowie in den beiden vom IV. Senat dort zitierten Entscheidungen (BFH-Urteile vom 3. August 1972 IV R 235/67, BFHE 106, 331, BStBl II 1972, 799, unter II.3., und vom 26. Februar 1992 I R 53/90, BFHE 167, 557, BStBl II 1992, 738, unter II.2. am Ende)-- um die Erstreckung der dem Grunde nach zu gewährenden erweiterten Kürzung auf einen Ertragsbestandteil, der nicht unmittelbar aus der Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes folgt, stellt die Rechtsprechung in erster Linie auf den Gedanken der Vermeidung von Doppelbelastungen ab.
Nach ständiger Rechtsprechung und einhelliger Meinung im Schrifttum ist der Begriff "Grundbesitz" in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG ebenso wie in Satz 1 dieser Bestimmung im (gegenüber dem Einkommensteuerrecht engeren) bewertungsrechtlichen Sinne zu verstehen (vgl. Senatsurteil vom 20. September 2007 IV R 19/05, BFHE 219, 190, m.w.N.).
Die Vorschrift dient der Vermeidung einer Doppelbelastung von Grundbesitz innerhalb der Realsteuern durch Gewerbesteuer und Grundsteuer (z.B. BFH-Urteile vom 18. April 2000 VIII R 68/98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359; vom 14. Juni 2005 VIII R 3/03, BFHE 210, 38, BStBl II 2005, 778;… vom 5. März 2008 I R 56/07, BFH/NV 2008, 1359; in BFHE 219, 190;… vom 22. Januar 2009 IV R 80/06, BFH/NV 2009, 1279; Blümich/Gosch, § 9 GewStG Rz 45, jeweils m.w.N.).
Ein Unterschied zwischen den Kürzungsbestimmungen des § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG einerseits und § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG andererseits besteht nur insoweit, als § 9 Nr. 1 Satz 1 GewStG lediglich zu einer Verminderung der Doppelbelastung von Grundbesitz mit Grund- und Gewerbesteuer führt, wohingegen § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG die Doppelbelastung in vollem Umfang vermeidet, allerdings nur für Grundstücksunternehmen und im Rahmen der gesetzlichen Voraussetzungen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 219, 190, m.w.N.).
Bei Erträgen, die nicht auf die Nutzung und Verwaltung von Grundbesitz im bewertungsrechtlichen Sinne zurückzuführen sind, ist eine Doppelbelastung durch Grundsteuer und Gewerbesteuer nicht zu befürchten (vgl. Senatsurteil in BFHE 219, 190, m.w.N.).
Der Begriff "Grundbesitz" in § 9 Nr. 1 GewStG ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH im bewertungsrechtlichen Sinne zu verstehen (BFH, Urteil vom 20.09.2007, IV R 19/05, BStBl. II 2010, 985; BFH…, Beschluss vom 12.11.2009, IV B 8/09, BFH/NV 2010, 464, jeweils mit weiteren Nachweisen - m.w.N.).
Nach einhelliger Auffassung ist der Begriff Grundbesitz in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG ebenso wie in Satz 1 dieser Bestimmung im (gegenüber dem Einkommensteuerrecht engeren) bewertungsrechtlichen Sinne zu verstehen ist (vgl. BFH-Urteile vom 22.06.1977 I R 50/75, BStBl II 1977, 778; vom 26.02.1992 I R 53/90, BStBl II 1992, 738; vom 20.09.2007 IV R 19/05, BStBl II 2010, 985;… Gosch, a.a.O., § 9 GewStG Rdnr. 64;… Güroff in Glanegger/Güroff, GewStG, 8. Aufl., 2014, § 9 Nr. 1 Rdnr. 20;… Roser in Lenski/Steinberg, GewStG, § 9 Nr. 1 Rdnr. 111;… Schnitter in Frotscher/Drüen, KStG/ GewStG/UmwStG, § 9 Rdnr. 45).

References: § 7
 § 9
 § 812
 § 818
 § 249
 § 9
 § 9
 § 9
 § 2
 § 9
 § 68
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
 § 9
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