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Deutsche Gerichte gewähren Kuckucksmüttern weiterhin Immunität und Straffreiheit | kuckucksvater
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Deutsche Gerichte gewähren Kuckucksmüttern weiterhin Immunität und Straffreiheit
Veröffentlicht am 25. April 2013 von Max Kuckucksvater
Zweierlei Maß im Familien- und Strafrecht ist am BGH Karlsruhe keine Seltenheit. Der BGH gewährleistet Kuckucksmüttern defacto Immunität – © Foto under CC3.0 von ComQuad
Kuckucksmutter – Scheinvater / Haftung – Immunität – Täterinnenschutz – Opferleugnung / BGH – Bundesgerichtshof – Karlsruhe – Az.: XII ZB 412/11 – Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestätigte in seinem Urteil Az.: XII ZB 412/11 vom 20.02.2013 den derzeitigen Kurs, Kuckucksmütter defacto Immunität in fast allen Fragen der Haftung und Verantwortung in Bezug auf ihre Taten zu gewährleisten. Der BGH lehnte die Beschwerde gegen das Urteil vom 29.06.2011 des OLG Braunschweig als unbegründet ab. Kuckucksmütter können somit auch weiterhin nicht finanziell in die Haftung genommen werden. Einzig und alleine habe der Scheinvater einen Anspruch auf Namensnennung der als Vater in Frage kommenden Männer. Warum? Damit die Scheinväter dann eine Möglichkeit haben, sich dort das Geld einzuklagen! Ob der leibliche Vater von seinem „Glück“ Vater zu sein wusste oder nicht, spielt für den Gesetzgeber keinerlei Rolle. Somit werden weiterhin die drei Parteien juristisch aufeinander gehetzt, die den ganzen Schlamassel nicht zu verantworten haben und die zentrale Schlüsselfigur die Kuckucksmutter nimmt weiterhin als lachende Zeugin auf der Zeugenbank Platz. (Aktualisierung 2015: Nun wurde durch das Bundesverfassungsgericht den Scheinvätern auch der Anspruch auf die Namensnennung genommen)
Die Vorinstanzen waren:
AG Wolfenbüttel, Entscheidung vom 05.01.2011 – 21 F 2422/10
OLG Braunschweig, Entscheidung vom 29.06.2011 – 2 UF 30/11
Verantwortlich für dieses Urteil sind der Vorsitzende Richter Hans-Joachim Dose und die Richter Dr. Frank Klinkhammer, Roger Schilling, Dr. Claudio Nedden-Boeger und Dr. André Botur. Es bleibt zu hoffen, dass die Witwe des inzwischen verstorbenen Klägers nun vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zieht. Es wäre nicht das erste Mal, dass der BGH wegen Verletzung der Menschenrechte verurteilt und der „Richterspruch“ aufgehoben werden würde. Es scheint die letzten Jahre zu einer traurigen Tradition zu werden, dass gerechte Urteile und Gesetze nur auf Druck vom EGMR gesprochen und geschaffen werden. In England hingegen wurde vor kurzem eine Kuckucksmutter zu insgesamt ca. 60.000 Euro Zahlungen an den Scheinvater verurteilt, wovon ca. 30.000 Euro alleine Schmerzensgeld waren.
Doch zurück zum aktuellen Fall, der sich wie folgt darstellt:
Der inzwischen verstorbene Scheinvater hatte einen Sohn J., der in der Ehe mit seiner ersten Frau 1966 geboren wurde. (deutsche Gerichte sind nicht für Schnelligkeit bekannt – außer bei Straßenverkehrsdelikten) 1968 wurde die Ehe wegen schwerer Zerrüttung geschieden. Beim Scheidungstermin am 21.06.1968 räumte die Kuckucksmutter vor Gericht ein: „Der Zeitpunkt des letzten ehelichen Verkehrs ist von dem Beklagten richtig angegeben worden (Mitte Februar 1968). Nach Belehrung über die Bedeutung ehewidriger Beziehung räume ich ein, solche Beziehungen zu einem anderen Mann unterhalten zu haben und zwar nach dem letzten ehelichen Verkehr.“
Dass die Aussage der Kuckucksmutter offenkundig eine Lüge war und sie bereits vorher mit mindestens einem anderen außerehelichen Verkehr hatte, bleibt für die Gerichte in den späteren Urteilen genauso bedeutungslos, wie dass sie damals ebenfalls das Gericht anlog.
Im Jahr 2010 erwirkte der Scheinvater eine Vaterschaftsfeststellung, die bestätigte, dass J. nicht sein leiblicher Sohn ist und forderte die Kuckucksmutter auf, den Namen des möglichen Vaters zu nennen. Da sie sich weigerte, verklagte er sie daraufhin auf Schadensersatz. Erfolglos. Gegen das Urteil des Amtsgerichtes Wolfenbüttel legte er Beschwerde ein, welche abgelehnt wurde. Danach ging er zum Oberlandesgericht Braunschweig und erhielt abermals eine Ablehnung seiner Beschwerde. Zu guterletzt sah das Beschwerdegericht die Beschwerde – die von seiner Witwe in seinem Namen fortgeführt wurde – dann doch als begründet an und genehmigte diese, um nachher wieder vom BGH als unbegründet abgelehnt zu werden. Das ganze nimmt spätestens jetzt kafkaeske Züge an.
Es lehnte die Beschwerde deswegen ab, weil keine Sittenwidrigkeit der Kuckucksmutter vorläge und der Ehebruch und die Verschweigung dessen eine reine innereheliche Angelegenheit darstelle, in die sich der Staat nicht mit dem Strafrecht einmische. Na Bravo! Dann können die Ehepartner zukünftig auch wieder körperlich aufeinander eindreschen und vergewaltigen und sich dabei sicher sein, dass es ja eine innereheliche Angelegeheit darstellt und somit der Gesetzgeber sich nicht mit dem Strafrecht dort einmischen möchte. Wofür gibt es dann das so häufig missbrauchte Gewaltschutzgesetz, wenn doch der Staat sich aus den innerehelichen Handlungen herauszuhalten gedenkt? Zweierlei Maß ist wohl auch am BGH im Familienrecht Standard. Zum Abschluss gab die Kuckucksmutter an, dass sie sich – 40 Jahre danach – nicht mehr erinnern könne, wer sie denn begattet habe und ist auch in Bezug auf die Verpflichtung zur Namensnennung aus dem Schneider, denn wie soll sie jemanden nennen, an den sie sich nicht erinnert? Da dann keine Haftung durch sie erfolgt, bleibt der Scheinvater bzw. seine Witwe auf den Forderungen sitzen. Wenn man hingegen die Kuckucksmütter in die Haftung genommen hätte, so bin ich mir sicher, dass sie sich auch 60 Jahre nach ihrer Begattung noch daran erinnern könnte, wer denn der leibliche Vater ist.
Juristische Abhandlungen zum Urteil sind auf rechtslupe.de und juraforum.de zu finden.
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21 Antworten zu Deutsche Gerichte gewähren Kuckucksmüttern weiterhin Immunität und Straffreiheit
Ich habe schon ein bisschen hier herumgestöbert und kann die meisten Argumente gut nachvollziehen. Gleichzeitig halte ich einige Beschreibungen von Kuckucksmüttern für übertrieben und unangebracht. „arglistige Täuschung“ – das lässt die K. Mutter einseitig als berechnende, kalte und skrupellose Femme Fatal erscheinen. Sicher kämpft auch eine K. Mutter innerlich mit der Situation, hadert damit und bemüht sich meist doch um das Wohl des Kindes: Eine Familie mit einer guten Beiehung zum liebevollen (Schein-)Vater erscheint zu Recht besser für das Kind als getrennte Eltern, die sich streiten und einem leiblichen Vater, der Probleme mit der ohnehin verschärften Situation haben könnte. Außerdem: Der K. Mutter wird Egoismus vorgeworfen, da sie den (Schein)Vater finanziell bluten lässt. Das Finanzielle mag zwar eines ihrer Motive sein, aber für eine solche bedeutsame Entscheidung muss es mehr Gründe geben. Die Reaktion des Scheinvaters, die Vaterschaft anzufechten um keinen Unterhalt mehr zahlen zu müssen, wirde hier bisher nicht als egoistisch bezeichnet. Auch wenn es ihnen zusteht, wirkt dies oft so, als stellten sie über die Unterhaltspflicht die Beziehung zum Kind in Frage. Ist man ein Vater, weil das Kind von einem abstammt? Oder weil man es aufgezogen und sein Leben mit ihm geteilt hat? Ich halte es für etwas widersprüchlich, wenn soziale (Schein-)Väter zwar Vater bleiben wollen, aber sich nicht mehr finanziell um das Kind kümmern wollen. Das ist nicht ganz konsequent, beides hängt zusammen. Dazu, hinter seinem Kind zu stehen, gehört es auch, Sicherheiten zu geben und zu erhalten – auch finanzielle. Weist man diesen Teil der Verantwortung zurück, ändert sich logischerweise auch das Verhältnis zum Kind entsprechend. Es merkt: Für Papa macht es doch einen Unterschied, dass ich nicht sein leibliches Kind bin. Zu Vater- UND Mutterschaft gehört viel mehr als auch materielle Versorgung. Warum aber wirft man einzig der K. Mutter vor, bei der Vaterschaft nur die finanzielle Seite zu sehen, während zugleich einige Scheinväter vorwiegend damit zu reagieren scheinen, gegen Unterhaltsansprüche zu klagen? (was ihnen rechtlich natürlich zusteht)
Das ist natürlich alles vollkommen richtig beobachtet und wirklich treffend analysiert, trifft allerdings meines Erachtens weitgehend nur für die Konstellationen zu, in denen der Scheinvater noch mit dem Kind in der Familie zusammenlebt oder zumindest noch regelmäßigen Kontakt zu ihm hat. In so einem Fall die Vaterschaft auf das Finanzielle zu reduzieren ist dann natürlich erst einmal genauso kritisch zu sehen wie die Seite der unterschiebenden Mutter. In der überwiegenden Zahl der Fälle (zumindest der, die uns im Laufe der Jahre hier im Blog und bei der Arbeit am Thema untergekommen sind) hängt das Thema Kuckuckskind jedoch leider sehr eng mit dem Thema Trennung zusammen. Und hier tun sich zwangsläufig finanzielle und juristische Streitfelder auf, in die auch dann das Thema Vaterschaft fällt. Wird die Nicht-Vaterschaft erst im Zuge oder nach der Trennung bekannt – was wie gesagt sehr häufig der Fall zu sein scheint – ist natürlich jeder Scheinvater bald gezwungen auch abzuwägen, was das denn zukünftig für alle Beteiligten zu bedeuten hat. Und hier wird man vom Gesetzgeber sehr schnell zu einer Entscheidung gedrängt, da eine Vaterschaftsanfechtung innerhalb von 2 Jahren nach Bekanntwerden des Umstandes, der gegen eine Vaterschaft spricht, erfolgen muss. Ist der Zeitraum bis zur Volljährigkeit (bzw. sogar bis zum Abschluss der Ausbildung) noch dementsprechend lange, gilt es die richtige Entscheidung zu treffen. Denn eine rechtliche Vaterschaft hat weitreichende Folgen, auch über den eigenen Tod hinaus. Dies wäre vielleicht alles noch hinnehmbar, wenn – ja wenn der Kontakt zum Kind ungehindert möglich wäre. Leider ist das der Hauptknackpunkt, der einem keine andere Wahl lässt. Denn in den meisten Fällen bleiben die Kinder nach der Trennung bei der Mutter, das Besuchsrecht ist stark eingeschränkt, verpasst man die Frist, liefert man sich letztendlich vollkommen aus. Immer in der Angst sein Kind irgendwann gar nicht mehr sehen zu dürfen. Die monatliche Abbuchung und andere Verpflichtungen hingegen bleiben.
Jetzt gibt es ja aber auch sehr viele Fälle bei denen der Schwindel trotz Trennung erst sehr spät oder gar nicht auffliegt. Hier kommen dann bei 18 Jahren Unterhalt Summen zusammen, die 40.000 € locker übersteigen. Und da sind wir dann bei arglistiger Täuschung und Betrug angelangt. Hier setzen dann ebenfalls sehr viele Klagen an, weil Scheinväter zumindest ihren finanziellen Schaden ersetzt haben wollen, wenn der seelische schon nicht mehr wiedergutzumachen ist. Dass Kuckucksmütter innerlich mit sich hadern und eine zeitlang Gewissensbisse haben, glaube/hoffe ich ja auch, aber letztlich gebietet es doch der Respekt vor dem Partner, mit dem man ein Kind gezeugt hat, die Wahrheit zu sagen. Da dies aber so nicht zu funktionieren zu scheint, bin ich der Meinung müssen die geltenden Gesetze schärfer angewandt oder eben gleich an einigen Stellen an den Gesetzen geschraubt werden. Wer jahrelang wider besseren Wissens den Unterhalt vom Scheinvater einstreicht, muss das selbst zurückzahlen und sich dann eben vom richtigen Vater wiederholen. Im Moment werden die beiden Väter juristisch aufeinandergehetzt, während die Kuckucksmutter ohne irgendwelche Nachteile für sich selbst befürchten zu müssen das Schauspiel von der Zeugenbank aus bewundern kann. Das kann doch nun wirklich nicht sein, finde ich!
Und auch wenn es sehr viele verschiedene Konstellationen gibt, letztlich ist die Kuckucksmutter die erste die irgendwann den berechnenden Part in dem Spiel eingenommen hat. Das kann man drehen und wenden wie man möchte…
Ja, mir ging es tatsächlich um die Fälle, in denen der Scheinvater zugleich der soziale Vater ist. Scheinvätern, die z.B. nach der Trennung zu solchen wurden ohne das Kind je gesehen zu haben, will ich keinesfalls Vorwürfe dafür machen, die Vaterschaft anzufechten um nicht unterhaltspflichtig zu sein. Aber selbst wenn sich ein Scheinvater von der Mutter des Kindes trennt verschwindet doch die Beziehung zum Kind nicht einfach so!
Die Abwägung der Folgen sollte natürlich alle Beteiligten berücksichtigen. Doch vor allem wenn das Kind eben keine bzw. kaum eine soziale Beziehung zum biologischen Vater hat: Ist es nicht sinnvoll, das Kind zwar über seine/ihre Abstammung aufzuklären, ggf. auch bei der Suche nach diesem zu helfen, aber trotzdem rechtlich Vater zu bleiben, wenn es dem Kind eine Stütze ist?
Mit dem Besuchsrecht eines Elternteils (oft der Vater), wenn das Kind beim andren Elternteil lebt, kenne ich mich nicht aus. Doch wenn dieses begrenzt ist und keine angemessenen Rechte gewährleistet, ist das nicht spezifisch ein „Kuckucksproblem“. Es betrifft alle getrennten Elternteile, bei denen das Kind nicht lebt. Das können Scheinväter sein, die die Frist nicht einhalten konnten oder wollten. Doch auch Väter, die sich sicher sind, auch leiblicher Vater zu sein – sei es, weil sie ihrer Expartnerin zurecht vertrauen oder vertrauten, ihnen ihre Kinder wie aus dem Gesicht geschnitten sind oder sie sogar einen Vaterschaftstest haben machen lassen, der ihre Vaterschaft belegt. Lebt das Kind ohnehin beim Vater, ist die Mutter von den Besuchsregelungen betroffen – und bei ihr ist es ja sicher, dass sie die leibliche Mutter ist. Bedenkt man, dass laut eher höheren Schätzungen jeses 10te Kind in Deutschland ein Kuckuckskind ist, sind die Betroffenen vom Besuchsrecht wohl zum größten Teil die leiblichen Eltern. Also bei allen Trennung der Eltern von den 90% nicht-Kuckuckskindern und allen Fällen, in denen die Mutter vom Kind getrennt lebt. (Scheinväter, die die Kinder nach der Trennung zu sich nehmen, müssen zumindest nicht befürchten, ihr Kind nicht mehr zu sehen.)
Wenn das Besuchsrecht getrennt lebender Elternteile also wirklich so schlecht ist, sollte es allgemein verbessert werden. Dabei müsste dann nur zusätzlich bzw. weiterhin abgesichert werden, dass ein Scheinvater, der rechtlicher Vater und somit auch unterhaltspflichtig ist, auch dieselben Rechte bekommen muss wie ein leiblicher rechtlicher Vater in dieser Situation. Fechtet ein sozialer Scheinvater nach der Trennung dann die Vaterschaft an, kann die Vermutung aufkommen, er wolle einfach die materielle Verantwortung nicht übernehmen. Rechte und Pflichten sollten ausgewogen sein, damit die Entscheidung für die Eltern und das Kind fair und lebbar bleibt. Ich halte es weder für richtig, wenn der Scheinvater auf die Unterhaltspflicht beschränkt wird, noch, dass dieser Pflichten abschiebt, obwohl ihm das Kind wichtig ist und(/oder) er eine soziale Vater-Kind-Beziehung hat.
Was den Respekt vor dem Partner betrifft, stimme ich zu. Trotzdem gibt es Situationen, in denen ich auch verstehen kann, dass die Kuckucksmutter dem auf ihr lastenden Druck nicht stand halten kann.
dass ein Mann die soziale Vaterschaftsrolle in dem Leben eines Kindes einnimmt und ausfüllt ist doch der Kern der Sache. Diese soziale Vaterschaftsrolle kann er auch weiterhin nach der Anfechtung der gesetzlichen Vaterschaft mit Leben füllen. Sofern man ihn lässt. Es spricht sogar einiges dafür, dass er auf dem Papier ausgetragen und von den gesetzlichen Verpflichtungen entbunden wird.
Punkt 1. Nach der erfolgreichen Vaterschaftsanfechtung ist der Scheinvater frei, seine soziale Vaterschaft alleinig auf der Basis seines Mitgefühls, Liebe und Verantwortung dem Kind gegenüber zu leben. So wie auch manche (Stief-) Ziehväter weiterhin der soziale Vater des Kindes bleiben, obwohl sie sich von der Kindesmutter getrennt haben. Ich kenne solche Fälle persönlich, das geht hervorragend, auch ohne Geld und gesetzlicher Vaterschaft.
Punkt 2. Für viele Scheinväter fühlt sich die weitere Zahlungsverpflichtung wie eine Vergewaltigung an. Sie werden de facto dadurch verpflichtet, weiterhin für die Kuckucksmutter zu arbeiten. Das Geld ist nur indirekt für das Kind bestimmt. Wieviel davon direkt beim Kind ankommt, kann sich jeder selber ausrechnen.
Punkt 3. Dadurch, dass die Kuckucksmutter den Scheinvater definitiv nicht weiter finanziell schröpfen kann, muss sie sich im Klarem darüber werden, was ihr wichtig ist. Ein Kind, dass eine stabile soziale Beziehung zu seinem sozialen Vater hat oder ihre Rache am Scheinvater, dafür dass er sich nicht weiter als Zahlesel zur Verfügung stellt.
Im Falle der Rache würde sie ihre eigenen Bedürfnisse über die ihres Kindes stellen. Somit würde sie vor einer Instrumentalisierung und dem einhergehenden Missbrauchs ihres Kindes nicht zurückschrecken. Diese Verantwortung liegt alleine in ihrer Hand und kann ihr durch keinen genommen werden.
Punkt 4. Die Kindsmutter kann von da an (wenn sie es nicht bereits schon heimlich macht) den leibliche Vater in die finanzielle Verpflichtung nehmen. Dass die Zahlungen des leiblichen Vaters des Kuckuckskindes für gewöhnlich niedriger ausfallen, als des zahlungskräftigeren Scheinvaters, gehört zu den Punkten, mit denen sich die Kuckucksmutter dann abfinden lernen muss.
Punkt 5. Der leibliche Vater bekommt durch seine offizielle Vaterschaft eine rechtliche Position, in der er sein Recht auf Privatleben – dazu gehört auch der Umgang mit dem eigenen Kind – wenn nötig erkämpfen kann.
Punkt 6. Das Kuckuckskind darf endlich sein was es ist. Keine Anteile seines Seins müssen mehr geleugnet werden. Somit ist die Basis für Selbstvertrauen geschaffen. Viele Kuckuckskinder berichten darüber, dass sie sich häufig fehl am Platz vorkamen und spürten, dass etwas mit ihnen nicht stimme. Bezeichnen daran ist, dass sie meinen, dass an ihnen etwas nicht richtig sei, statt zu fühlen, dass etwas mit ihrer Familie falsch ist.
Es macht einen Unterschied, ob man gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit oder sexuelle Selbstbestimmung des Partners verstößt oder gegen gesellschaftliche Moralvorstellungen. Letztere sind an keine Verfassung und an keine Gesetze gebunden. Das Gesetz hat nicht den Anspruch (alle/viele/wichtige) Moralvorstellungen zu verankern. Deshalb ist Ehebruch auch eine innereheliche Angelegenheit und sollte nicht mit Straftaten auf eine Stufe gestellt werden. Ein Grundrecht auf eine Beziehung/Ehe ohne Betrug gibt es nicht. Und: Natürlich kann man nach über 40 Jahren vergessen, mit wem man geschlafen hat! Sicher auch schon nach 10 Jahren. Es könnte ja auch ein Seitensprung gewesen sein – nicht unbedingt eine große, erinnerungsträchtige Beziehung.
11. Februar 2014 um 20:26
Selbstverständlich geht es hier nicht um die moralische Seite eines Ehebruchs. Da würde ich sagen: Geschenkt! Wer das braucht, nur zu. Anders sieht es aus, wenn der Verkehr ungeschützt passiert und ein Kind dabei herauskommt, das anschließend dem unwissenden Partner untergejubelt werden soll. Dann geht es nämlich um die Unterschiebung eines Kindes, die in ihren Auswirkungen auf Kind und betrogenen Scheinvater (nicht selten auch auf unwissende biologische Väter, die um das Erleben ihrer Vaterschaft betrogen werden) erheblich ist und sehr wohl mehrere Straftatbestände darstellt. Angefangen bei der Personenstandsfälschung und dem damit einhergehenden Identitätsraub, über die arglistige Täuschung hin zum handfesten finanziellen Betrug, der je nach Dauer des ganzen Schwindels in die Zehntausende gehen kann und jedes Jahr in tausenden Fällen auch immer noch geht. Würde der Gesetzgeber wenigstens endlich damit anfangen die geltende Rechtslage richtig auf Kuckucksmütter anzuwenden, wäre die Hemmschwelle deutlich höher für derartige Betrügereien. Solange das Unterschieben eines Kindes jedoch den Rang eines Kavaliersdeliktes einnimmt oder gar nur einer moralischen Verfehlung, wird sich nichts ändern.
Pingback: Kuckuckskind – Schadenersatzanspruch gegen die Ex-Frau? – Rudi Ratlos fragt – von RA Bernhard Ludwig | kuckucksvater
13. Mai 2013 um 16:05
eine tolle Idee mit diesem Blog! Endlich mal einer, der auch was macht!
Hattest du auch versucht deine Vaterschaft anzufechten?
14. Mai 2013 um 17:37
vielen Dank für das Kompliment. Ja, ich habe erfolgreich meine Vaterschaft angefochten. Da ich zu dem Zeitpunkt bereits nach Kolumbien ausgewandert war und die Kuckucksmutter mit keinen Zahlungen von mir zu rechnen hatte – das hatte ich ihr nach dem negativen Vaterschaftstest versprochen 😉 – hatte sie in den danach erfolgten Anwaltschreiben und vor Gericht nicht mehr die Behauptung aufgestellt, dass ich doch schon immer davon gewußt hätte und somit die Zweijahresfrist abgelaufen sei. Da war es sicher attraktiver, sich einen neuen Zahlesel zu finden, auch wenn die finanziellen Mittel vom leiblichen Vater vermutlich nicht ganz so prickelnd sind, wie die Kuckucksmutter sich das wohl so zu wünschen vermag …
Wer ein Kind im Alter von über zwei Jahren hat, läuft in Deutschland schnell Gefahr, für ewig der Zahlesel zu bleiben. Und das nur wegen der Zweijahresfrist. Wie man an den Fällen von Stefan Will https://kuckucksvater.wordpress.com/2012/01/10/nur-du-kommst-in-frage-wie-der-staat-eine-luge-schutzt-und-mich-zum-zahlesel-macht-die-geschichte-von-kuckucksvater-stefan/ und Matthias Martiny https://kuckucksvater.wordpress.com/2012/11/30/scheinvater-matthias-martiny-heute-am-30-11-2012-in-brisant-in-hr-und-mdr-zu-sehen/ nachvollziehen kann.
5. Juni 2013 um 02:28
Max, tu viviste en Colombia?
Tu ex-mujer es de Colombia
Existe algun link donde se encuentre toda tu historia?
5. Juni 2013 um 02:39
vivo en Colombia. La mujer, con la estaba casado es una rusa. Ya estoy casado con una colombiana y estoy feliz. Aqui la ruta del enlace donde esta mi historia: https://kuckucksvater.wordpress.com/2011/02/21/anatomie-einer-kuckucksgeschichte-eine-kleine-ruckblende/
13. Mai 2013 um 07:59
Ein gesetzlich angeordneter Vaterschaftstest bei JEDEM Kind wäre das Optimum. Dann müsste mein Kind nämlich jetzt nicht mit einem Vater in der Geburtsurkunde leben, den ich das letzte Mal zwei Jahre vor ihrer Geburt überhaupt gesehen habe.
Es ist schon Wahnsinn, was in diesem Staat abgeht. Nur weil es einen Ehemann gibt (evtl. sogar nur noch auf dem Papier, wie bei mir), ist er auch gleichzeitig der Vater. Zum Kotzen so was.
Zu den Vaterschaftsanfechtungsberechtigten zählen Kindesmutter, gesetzlicher Vater und das Volljährige Kind. Hast Du es schon selber versucht? Spreche doch einmal mit einem Anwalt darüber. Ist die Zweijahresfrist bereits überschritten?
Das ist ja das Lustige an der Sache, bereits im Krankenhaus (!) nach der Geburt erklärte ich, dass mein (Noch)Ehemann nicht der Vater des Kindes ist und ich keinesfalls will, dass er in die Urkunde eingetragen wird. Das ging nicht und ich wurde auch nicht auf irgendeine Art und Weise beraten, WIE es geht. Nach dem die Kleine irgendwann stabil war und mit nach Hause durfte (nach ca. 10 Wochen) ging das Dilemma los. Ich hatte keine Ahnung, wo sich meine Mann aufhielt – deswegen waren wir auch noch nicht geschieden. Der richtige Papa des Kindes bot dem Gericht sogar an, einen Vaterschaftstest zu machen, um zu beweisen, dass er der Vater ist. Aber das gilt in Deutschland ja nicht, sondern der „rechtmäßige“ Vater muss ausgeschlossen werden. Es war ein Hürdenlauf über zig Gerichtsverhandlungen, den ich echt keinem wünsche. Irgendwann wurde mein Mann in der Türkei ausfindig gemacht und erschien dann auch zum Scheidungstermin. Das Kind war zu dem Zeitpunkt schon drei Jahre alt. Er behauptete steif und fest, dass er der Vater sei. Da ich auf dem Gegenteil bestand, wurde dann vom Gericht ein Vaterschaftstest angeordnet, der natürlich ergab, dass er eben nicht der Vater ist.
Nun warten wir darauf, dass die amtlichen Mühlen mal etwas schneller mahlen und den richtigen Vater, der es so gerne möchte, in die Geburtsurkunde eintragen. Also prinzipiell ist alles in die richtigen Bahnen gebracht, jedoch hätte das alles auch anders und für alle nervenschonender gehen können.
Sepp Groll schreibt:
7. Mai 2013 um 20:51
Ich befasse mich als Betroffener mit diesem Thema seit dem Jahre 2006. Der resultierende Schriftverkehr füllt mehrere Ordner. Leider habe ich bis heute kein positives Ergebnis zu vermelden. Was ich so alles an Antworten von maß-geblichen Stellen bekommen habe, ist nicht überzeugend. Widersprüchliche Aussagen deuten darauf hin, dass alles so hingedreht wird, wie man es braucht: Hier so – da so.
Wenn dem Bericht zufolge keine Sittenwidrigkeit von Seiten der Kuckucks-mutter vorliegt, weil der Ehebruch und dessen Verschweigung eine reine innereheliche Angelegenheit darstellt, in der sich der Staat nicht mit Strafrecht einmischt, so wirft das Fragen auf. Hier kein Einmischen, da Strafrecht – anderseits sehr wohl, weil Eherecht.
Wenn in einer Ehe durch Unachtsamkeit der Ehefrau ein Kuchen anbrennt oder, wenn sie sich entgegen dem Willen ihres Ehemannes ein teures Kleid kauft und wahrheitswidrig dessen Preis herunterspielt, so sind das Dinge, die reine innereheliche Angelegenheiten sind. Wenn aber eine Ehefrau ihrem Ehemann gegenüber in Punkto Kind die Wahrheit verschweigt, dann hat dies für diesen Mann enorme rechtliche Auswirkungen, die wahrlich keine Peanuts sind und keine innereheliche Angelegenheit mehr sein können.
Das Unterschieben eines Kindes ist ein sittenwidriges Handeln, das der Volks-mund schlichtweg als Schweinerei bezeichnet. Daran dürfte nicht zu rütteln sein. Der Staat mischt sich hier aber in der Weise ein, indem er einen Mann trotz arglistiger Täuschung durch die Kindsmutter, gemäß § 1592/Nr.1BGB zum Vater stempelt. Wenn das kein Widerspruch ist?
Den natürlichen Vorgaben zufolge kann der Vater eines Kindes nur der Mann sein, der es gezeugt hat. Andernfalls muss er die Wahrheit kennen, um sich im Sinne des Art. 2/1 GG entscheiden zu können, und zwar so, wie seine Ehefrau in Punkto Ehebruch auch. Ich frage mich immer wieder, warum es nicht möglich ist, im Sinne von Transparenz die Vaterschaftsfrage bei der Geburt eines Kindes zu klären, wo es am einfachsten ist? Eine nachvollziehbare Antwort habe ich bislang noch von keiner Stelle bekommen.
Nicht Lug und Trug, sondern Ehrlichkeit sollten vordergründig sein, dann hätte das Trauerspiel um die Vaterschaftsfrage weitgehend eine Ende.
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Und wie nennt man die Eltern der vom Jugendamt gestohlenen Kindern ?
Gute Frage. Hast Du einen Vorschlag?
Pathoss schreibt:
25. April 2013 um 19:24
Ich habe 2009 erfahren das mein damals 10 jahre alter „sohn“ nicht der meine ist. Die folgen dauern noch an und ich bin nach wie vor in psychatrischer behandlung. Ich war mit der frau verheiratet und bei der scheidung wollte sie unterrhalt für sich, also nicht für das kind sonder wirklich für sich, weil der gesetzgeber sagt: wenn man nicht innerhalb von sechs monaten die scheidung aus diesem grund einreicht, hat man der frau vergeben und ist somit gezwungen unterhalt zu bezahlen wenn der mann die scheidung nach den sechs monaten begehrt. Das ganze stürzte mich in eine schwere psychische phase die wie gesagt noch anhält. Es wäre sinnvoll wenndas gericht sich da was einfallen lassen würde um solchen schlampen endlich das handwerk zu legen. Ein gesetzlicher vaterschaftstest bei der annerkennung wäre ein riesenschritt, denn wenn man vom partner sowas verlangt gilt dies als vertrauensbruch so aber wenn es der gesetzgeber verlangt, wärenü viele nicht in meiner situation.

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 EGMR 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 1592
 Art. 2