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Timestamp: 2018-06-21 02:56:38+00:00

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Redaktionelle Beiträge • SRT
28. Oktober 2017 17. Oktober 2017 von SRT
Im Einkommensteuergesetz wird die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler berücksichtig und da Kinder beträchtliche Ausgaben verursachen, ist der steuerliche Abzug dieser Ausgaben naheliegend. Nachfolgend werden außergewöhnliche Belastungen, Frei- und Absetzbeträge angeführt, auf die sich Kinder in der Einkommensteuererklärung auswirken. Die aktuellen Absetzbeträge können ab der Veranlagung für das Jahr 2016 geltend gemacht werden.
1. Der Kinderfreibetrag
Der Kinderfreibetrag vermindert die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer und ist eine Familienleistung, welche zum Bereich „Sozialversicherung“ gehört. Wer also nicht der österreichischen Sozialversicherung unterliegt, dem steht der Abzug nicht zu.
Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass einem Elternteil oder dessen Partner für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr ein Kinderabsetzbetrag (§ 33 Abs 3) oder Unterhaltsabsetzbetrag (§ 33 Abs 4) zusteht. Der Kinderfreibetrag beträgt gem. § 106a EStG € 440,- pro Kind bzw. alternativ € 300,- jährlich, wenn sich zwei (auch ehemalige) Partner den Freibetrag teilen.
2. Der Alleinverdienerabsetzbetrag (AVAB) und Alleinerzieherabsetzbetrag (AEAB)
Der Alleinverdienerabsetzbetrag wird in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt und reduziert die Einkommensteuerbelastung selbst. Der Steuerpflichtige muss für die Inanspruchnahme mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet sein und ein Kind gem. § 106a Abs 1 EStG haben. Bei aufrechter Ehe steht nur einem Partner der AVAB zu.
Unter Alleinverdiener versteht man eine Person, deren Ehepartner Einkünfte von höchstens € 6.000,- jährlich erzielt. Für den Grenzbetrag ist somit der Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs 2-4 EStG) zuzüglich bestimmter (nicht aller) steuerfreien Einkünfte sowie sonderbesteuerter Einkünfte relevant.
Der AVAB beträgt bei einem Kind jährlich € 494,–, bei zwei Kindern € 669,– jährlich. Für das dritte und jedes weitere Kind erhöht sich dieser nochmals um jeweils € 220,–.
Alleinerzieher ist eine Person, die mit mindestens einem Kind mehr als sechs Monate im Kalenderjahr nicht in einer Gemeinschaft mit einem Ehepartner lebt. Der AVAB und der AEAB können zu einer Negativsteuer führen und werden, wenn die Einkommensteuer unter € null beträgt, erstattet.
3. Der Unterhaltsabsetzbetrag (UAB)
Leistet ein Steuerpflichtiger für ein haushaltsfremdes Kind tatsächlich den gesetzlichen Unterhalt, steht ein monatlicher Unterhaltsabsetzbetrag (§ 33 Abs 4 Z 3 EStG) von € 29,20 für ein Kind bzw. €43,80 für das zweite Kind sowie € 58,40 für jedes weitere Kind zu. Der UAB kann nur dann voll ausgeschöpft werden, wenn die volle Leistung des Unterhalts erfüllt wurde. Trifft dies nicht zu, so kann der UAB nur anteilig geltend gemacht werden.
Der UAB steht für Kinder zu, die in der EU, im EWR oder der Schweiz leben. Für Kinder in Drittstaaten kann die Hälfte der tatsächlich bezahlten Unterhaltskosten geltend gemacht werden.
4. Die Kinderbehandlungskosten
Darunter fallen gem. § 34 f EStG Behandlungskosten für Krankheit, Pflege oder Behinderung. § 35 Abs 1 EStG zusätzlich zur Krankheit, wodurch außergewöhnliche Belastungen im Falle einer Behinderung eines nahen Angehörigen ohne Selbstbehalt abzugsfähig sind (Kauf eines Rollstuhls für das gebehinderte Kind ist beim zahlenden Elternteil daher eine außergewöhnliche Belastung ohne Selbstbehalt).
Die Höhe des Selbstbehalts ist vom Einkommen abhängig, weshalb ein Anreiz besteht, die außergewöhnliche Belastung beim geringer verdienenden Ehepartner geltend zu machen. Bei behinderungsbedingten Kosten besteht hingegen der Anreiz, die Kosten dem besserverdienenden Ehepartner zahlen zu lassen, da dessen Grenzsteuersatz höher ist. Hier wird darauf abgezielt, dass den besserverdienenden Partner die Zahlungsverpflichtung trifft und dieser daher zwangsläufig und nicht freiwillig zahlt. Somit kann die außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.
5. Die Kinderbetreuungskosten
Grundvoraussetzung ist ebenfalls ein Kind gem. § 106a Abs 1 oder 2 EStG. Sind die Bedingungen erfüllt, sind Kinderbetreuungskosten bis zu höchstens € 2.300,- pro Kind und Jahr bis zum Beginn des 10. Lebensjahres, bei Bezug erhöhter Familienbeihilfe bis zum Beginn des 16. Lebensjahres, ohne Abzug eines Selbstbehaltes als außergewöhnliche Belastung steuermindernd. Bei den Kinderbetreuungskosten ist die Zwangsläufigkeit nicht notwendig, somit können auch Kosten für die freiwillige Kinderbetreuung abgesetzt werden.
Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist, dass die Kinderbetreuung von einer volljährigen, pädagogisch qualifizierten Person erfolgt (Kindergarten, Kinderkrippe, Hort, etc.). Eine Privatperson als Kinderbetreuung ist nur dann zulässig, wenn diese kein haushaltszugehöriger Angehöriger und pädagogisch qualifiziert ist (Personen mit Ausbildung zur Kinderbetreuung und Kindererziehung im Ausmaß von 35 Stunden).
6. Auswärtige Berufsausbildung
Aufwendungen für die Berufsausbildung des Kindes außerhalb des Wohnortes stellen eine außergewöhnliche Belastung dar, wenn es im Einzugsgebiet (Umkreis von 80 km) des Wohnortes keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit gibt. In diesem Fall ist gem. § 34 Abs 8 EStG eine Pauschale von €110,– pro Monat der Berufsausbildung abzugsfähig.
Bei der Inanspruchnahme dieser außergewöhnlichen Belastung reicht es, ein Kind im biologischen und zivilrechtlichen Sinne zu sein.
Zusätzlich zu den oben angeführten Tatbeständen vermindern Kinder den Selbstbehalt nach § 34 Abs 4 EStG um jeweils einen Prozentpunkt. Auch auf das Sonderausgabenpauschale wirken sich Kinder geringfügig aus (§ 18 Abs 3 Z 2 EStG). Sonderausgaben nach § 18 Abs 3 Z 1 EStG sind auch die Bezahlung von privaten Personenversicherungen, Wohnraumschaffung und -sanierung sowie Kirchenbeiträge für Kinder.
Für Eltern, deren gemeinsames Jahreseinkommen € 55.000,- nicht übersteigt, gibt es einen Mehrkindzuschlag von 20 € im Monat für das dritte und jedes weitere Kind, für welches man Familienbeihilfe bezieht. Eine Zusammenrechnung der Einkommen erfolgt nur dann, wenn die Eltern länger als sechs Monate im gemeinsamen Haushalt leben.

References: § 106
 § 106
 § 34
 § 35
 § 106
 § 34
 § 34
 § 18