Source: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-27-2010/weiterbildungsordnung
Timestamp: 2020-01-18 00:52:20+00:00

Document:
Auf der Grundlage der § 15 Abs. 1 Nr. 10 und § 29 des Gesetzes über die Kammern für Heilberufe Sachsen-Anhalt (KGHB-LSA) vom 13. Juli 1994 (GVBl. LSA S. 832), zuletzt geändert durch Gesetz vom 9. Dezember 2009 (GVBl. LSA S. 644), hat die Kammerversammlung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt am 11.05.2010 folgende Neufassung der Weiterbildungsordnung vom 16. November 2005 (PZ Nr. 4/2006, S.132 ff.), geändert durch Beschluss der Kammerversammlung vom 28. November 2007 (PZ Nr. 51-52/2007, S. 96) beschlossen:
1.	Gebiet: Allgemeinpharmazie
2.	Gebiet: Klinische Pharmazie
3.	Gebiet: Pharmazeutische Technologie
4.	Gebiet: Pharmazeutische Analytik
5.	Gebiet: Arzneimittelinformation
6.	Gebiet: Toxikologie und Ökologie
7.	Gebiet: Theoretische und Praktische Ausbildung
8.	Gebiet: Öffentliches Gesundheitswesen
1.	Prävention und Gesundheitsförderung
3.	Naturheilverfahren und Homöopathie
4.	Onkologische Pharmazie
5.	Geriatrische Pharmazie
(3) Inhalt, Umfang, Dauer und Durchführung der Weiterbildung in den Gebieten und Bereichen sind in der Anlage zur Weiterbildungsordnung festgelegt. Die dort angegebenen Weiterbildungszeiten sind Mindestzeiten. Eine Unterbrechung der Weiterbildung, insbesondere infolge Krankheit, Schwangerschaft, Elternzeit, Sonderurlaub, Wehrdienst oder Ersatzdienst, von mehr als einem Monat pro Weiterbildungsjahr kann grundsätzlich nicht auf die Weiterbildungszeit angerechnet werden, es sei denn, dass dies im Einzelfall eine unbillige Härte bedeutet. Die tariflich geregelte Urlaubszeit gilt nicht als Unterbrechung der Weiterbildung.
(5) Voraussetzungen für den Beginn der Weiterbildung sind der Nachweis der
–	Leitung der Weiterbildung durch einen ermächtigten Apotheker gem. § 4 und
–	die Zulassung der Weiterbildungsstätte gem. § 6.
Unterbrechungen der Weiterbildung sind der Apothekerkammer innerhalb eines Monats schriftlich anzuzeigen. Die Weiterbildungszeit einschließlich Prüfung darf nicht mehr als das Zweifache der Mindestweiterbildungszeit betragen, wenn nicht im begründeten Ausnahmefall eine Verlängerung der Weiterbildungszeit zu rechtfertigen ist.
(1) Die Ermächtigung zur Weiterbildung kann nach § 1 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Verbindung mit den §§ 48 bis 49 Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes zurückgenommen oder widerrufen werden.
§ 6 Anforderungen an die Weiterbildungsstätte
1.	die dort zu verrichtenden Tätigkeiten nach Inhalt und Umfang dem weiterzubildenden Apotheker die Möglichkeit geben, die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten des entsprechenden Gebietes nach § 2 Abs. 1 zu erwerben (siehe Anlage),
2.	Personal und Ausstattung vorhanden sind, die den Erfordernissen der Entwicklung in der Pharmazie Rechnung tragen.
3.	Bei der Zulassung von Weiterbildungsstätten im Gebiet "Öffentliches Gesundheitswesen" ist das zuständige Ministerium anzuhören.
(5) Ist der Weiterzubildende nicht an der Weiterbildungsstätte seines ermächtigten Apothekers beschäftigt, muss mit seinem Arbeitgeber eine schriftliche Vereinbarung getroffen werden, dass dem Weiterzubildenden Gelegenheit gegeben wird, seine theoretischen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen und Fertigkeiten zu vertiefen und zu erweitern.
1.	die Dauer der abgeleisteten Weiterbildungszeit sowie Unterbrechungen der Weiterbildung,
2.	die in dieser Weiterbildungszeit vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten im einzelnen,
3.	die fachliche Eignung.
(5) Die Bestellung der Mitglieder der Prüfungsausschüsse erfolgt schriftlich für die Dauer von vier Jahren, mit Beginn der Wahlperiode 2012 bis 2016 für die Dauer von fünf Jahren. Sie bleiben bis zur Neubestellung der Ausschüsse im Amt.
(4) Die Zulassung kann nach § 1 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Verbindung mit den §§ 48 bis 49 Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes zurückgenommen werden, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben waren.
(2) Die Apothekerkammer setzt den Termin der Prüfung im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses fest. Die Prüfung soll in angemessener Frist nach der Zulassung stattfinden. Der Antragsteller ist zum festgesetzten Termin mit einer Frist von mindestens vier Wochen zu laden.
1.	Fachapotheker für Allgemeinpharmazie
2.	Fachapotheker für Klinische Pharmazie
3.	Fachapotheker für Pharmazeutische Technologie
4.	Fachapotheker für Pharmazeutische Analytik
5.	Fachapotheker für Arzneimittelinformation
6.	Fachapotheker für Toxikologie und Ökologie
7.	Fachapotheker für Theoretische und Praktische Ausbildung
8.	Fachapotheker für Öffentliches Gesundheitswesen.
§ 17 Weiterbildung außerhalb derBundesrepublik Deutschland
(1) Wer als Staatsangehöriger eines Mitgliedsstaats der Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaats des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder eines Vertragsstaats, dem Deutschland und die Europäische Union vertraglich einen entsprechenden Rechtsanspruch eingeräumt haben (europäische Staaten oder Vertragsstaaten), einen Ausbildungsnachweis im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Buchstabe c der Richtlinie 2005/36/EG über eine abgeschlossene Weiterbildung besitzt, erhält auf Antrag unter den Voraussetzungen von Art. 10 Buchstabe d oder g der Richtlinie 2005/36/EG die entsprechende Anerkennung durch die Apothekerkammer. Satz 1 gilt auch für Inhaber eines in einem Drittstaat ausgestellten Ausbildungsnachweises, der von einem europäischen Staat oder Vertragsstaat anerkannt wurde, wenn der Inhaber in dem anerkennenden Staat drei Jahre Berufserfahrung erworben hat und dies von dem Staat bescheinigt wird.
(2) Liegt die nachgewiesene Dauer seiner Weiterbildung mindestens ein Jahr unter der entsprechenden Weiterbildungszeit oder unterscheiden sich die Inhalte seiner Weiterbildung wesentlich von den entsprechenden Inhalten nach dieser Weiterbildungsordnung, hat der Antragsteller nach seiner Wahl einen Anpassungslehrgang zu absolvieren oder eine Eignungsprüfung abzulegen. In den Fällen des Abs. 1 Satz 2 entscheidet die Kammer über die Ausgleichsmaßnahme, ein Wahlrecht des Antragstellers besteht nicht. Eine Ausgleichsmaßnahme wird nicht gefordert, wenn die vom Antragsteller bei seiner beruflichen Tätigkeit erworbenen Kenntnisse sowie berufsbezogene Ausbildungen den wesentlichen Unterschied ausgleichen oder wenn die Berufsqualifikationen des Antragstellers die Kriterien einer nach Art. 15 Abs. 2 der Richtlinie 2005/36/EG angenommenen Maßnahme erfüllen.
(3) Als Anpassungslehrgang wird die Teilnahme an der regulären Weiterbildung vorgeschrieben. Der Antragsteller wählt in eigener Verantwortung eine zugelassene Weiterbildungsstätte. Die Kammer entscheidet im Einzelfall über die Dauer und Inhalte der Weiterbildung sowie über die Teilnahme an den begleitenden Seminaren; dabei werden die bisher absolvierte Weiterbildungszeit und die bisher vermittelten Inhalte berücksichtigt. §§ 3 und 7 gelten entsprechend.
(4) Für die Eignungsprüfung gelten §§ 8 bis 13 entsprechend. Die Prüfung ist auf diejenigen Weiterbildungsinhalte beschränkt, in denen die Weiterbildung des Antragstellers hinter der in dieser Weiterbildungsordnung geregelten Weiterbildung zurückbleibt.
(5) Die von einem Staatsangehörigen eines europäischen Staates oder Vertragsstaates abgeleistete Weiterbildungszeit, die noch nicht zu einem Ausbildungsnachweis gemäß Absatz 1 geführt hat, ist nach Maßgabe des § 16 Absatz 2 auf die in dieser Weiterbildungsordnung festgesetzten Weiterbildungszeiten ganz oder teilweise anzurechnen.
(6) Auf Ausbildungsnachweise von Drittstaatenangehörigen findet § 16 entsprechende Anwendung.
(7) Die Kammer bestätigt dem Antragsteller innerhalb eines Monats den Eingang der Unterlagen und teilt ihm gegebenenfalls mit, welche Unterlagen fehlen. Sie trifft eine Entscheidung über den Antrag spätestens innerhalb von drei Monaten nach Einreichung der vollständigen Unterlagen. Diese Frist kann um einen Monat verlängert werden.
(1) Die Anerkennung zum Führen einer Bezeichnung kann zurückgenommen werden, wenn die für die Erteilung erforderlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren. Für die Rücknahme gelten die § 1 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes Sachsen-Anhalt in Verbindung mit den §§ 48 bis 49 Verwaltungsverfahrensgesetz des Bundes. Vor der Entscheidung der Apothekerkammer über die Rücknahme sind der Betroffene und der Weiterbildungsausschuss zu hören.
(1) Weiterzubildende, die ihre Weiterbildung vor Inkrafttreten dieser Weiterbildungsordnung begonnen haben, können ihre Weiterbildung nach der bis zum 30.06.2010 geltenden Fassung der Weiterbildungsordnung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt vom 16.11.2005 oder wahlweise nach der ab dem 01.07.2010 geltenden Fassung der Weiterbildungsordnung abschließen. Die Entscheidung über das einmalig auszuübende Wahlrecht ist der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt mitzuteilen.
Diese Weiterbildungsordnung tritt am 01.07.2010 in Kraft.
Die vorstehende, von der Kammerversammlung am 11. Mai 2010 beschlossene Änderung der Weiterbildungsordnung der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, die vom Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt mit Bescheid vom 14. Juni 2010 genehmigt worden ist, wird hiermit ausgefertigt.
Magdeburg, 25. Juni 2010 Gerd Haese Präsident
1. Weiterbildungsgebiete
1.1. Gebiet Allgemeinpharmazie
Allgemeinpharmazie ist das Gebiet der Pharmazie, das der Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und anderen apothekenüblichen Mitteln zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten sowie der pharmazeutischen Information und Beratung gegenüber Patienten und Ärzten dient. Dies schließt die Herstellung, Prüfung und Lagerung von Arzneimitteln sowie die Erfassung von Arzneimittelrisiken ein.
Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, insbesondere
– in der Wirkungsweise von Arzneimitteln einschließlich der Erfassung von Arzneimittelrisiken,
– in der Beurteilung, Auswahl und Anwendung von Arzneimitteln, einschließlich solcher Arzneimittel, die zu alternativen Therapierichtungen oder an Tieren angewandt werden,
– in der Sammlung, Wertung und Weitergabe pharmazeutischer Informationen,
– in der Pharmazeutischen Betreuung der Patienten,
– in Krankheitslehre und Arzneimitteltherapie,
– in der Herstellung, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Entsorgung von Arzneimitteln in Apotheken,
– in physiologisch-chemischen und anderen Untersuchungsverfahren,
– in der Beurteilung, Auswahl und Anwendung von Medizinprodukten,
– in der Beurteilung, Auswahl und Anwendung von Diätetika,
– in der Förderung und Durchführung von Gesundheitsvorsorgemaßnahmen,
– in der adressatengerechten Vermittlung von Informationen über Arzneimittel und Medizinprodukte,
– in der Organisation und Leitung einer Apotheke,
– in der betrieblichen Aus- und Fortbildung des Apothekenpersonals,
– in der Lieferung, Überwachung und Beratung zu Arzneimitteln und Medizinprodukten außerhalb der Apotheke.
Weiterbildungszeit und Durchführung
36 Monate in einer öffentlichen Apotheke einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
Die Inhalte der Seminare richten sich nach den Vorgaben der Bundesapothekerkammer in der jeweils aktuellen Fassung.
Während der praktischen Ausbildung sind 15 Weiterbildungskonsultationen und zwei Projektarbeiten anzufertigen.
Die Projektarbeiten sollten einen unmittelbaren Bezug zu den Weiterbildungsinhalten haben. Der Weiterzubildende kann die Projektarbeiten wahlweise schriftlich oder als Referat während eines Seminars oder im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen präsentieren bzw. je nach Aufgabenstellung eine andere geeignete Ergebnisvorstellung wählen.
Im Übrigen gelten die "Empfehlungen zur Durchführung" der Bundesapothekerkammer für dieses Gebiet in der jeweils aktuellen Fassung mit Ausnahme der Anforderungen zur praktischen Ausbildung.
Ein Wechsel der Weiterbildungsstätte ist dann erforderlich, wenn die Zulassung der Weiterbildungsstätte eingeschränkt ist. Die Weiterbildung endet mit einer mündlichen Prüfung.
bis zu 12 Monate Weiterbildung in
– Klinischer Pharmazie oder
bis zu 6 Monate Weiterbildung in
– Pharmazeutischer Technologie oder
– Pharmazeutischer Analytik oder
– Öffentlichem Gesundheitswesen oder
– Theoretischer und Praktischer Ausbildung
1.2. Gebiet Klinische Pharmazie
Klinische Pharmazie ist das Gebiet der Pharmazie, das die Versorgung und pharmazeutische Betreuung aller im Krankenhaus behandelten Patienten mit Arzneimitteln und Medizinprodukten umfasst und für deren sicheren, wirksamen und wirtschaftlichen Einsatz sorgt. Dies schließt insbesondere Beschaffungsmanagement, Arzneimittelherstellung, Arzneimitteldistribution, Arzneimittelinformation und -beratung, Aus-, Fort-, Weiterbildung des Fachpersonals, patientenbezogene klinisch-pharmazeutische Dienstleistungen, Controlling des Verbrauchs und die Etablierung von Arzneimitteltherapierichtlinien mit dem Ziel der Optimierung des Arzneimitteleinsatzes im Krankenhaus ein.
– in der Wirkungs- und Funktionsweise, Bewertung, Auswahl, Bereitstellung, Abgabe und Anwendung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und anderen Mitteln zur Diagnose und Behandlung von Krankheiten,
– in der Erbringung patientenorientierter pharmazeutischer Leistungen,
– in Krankheitslehre, Arzneimitteltherapie und klinischer Ernährung,
– in der Vorbereitung und Teilnahme an Sitzungen der Arzneimittelkommission und anderen Kommissionen des Krankenhauses,
– in angewandter Pharmakoökonomie,
– in der Erkennung, Sammlung und Bewertung der Risiken zu Arzneimitteln und Medizinprodukten sowie der Koordinierung der notwendigen Maßnahmen,
– in der Entwicklung, Herstellung, Prüfung von Arzneimitteln, Diagnostika und Reagenzien,
– in Maßnahmen zur Sicherung des sachgerechten Umgangs mit Arzneimitteln,
– in Maßnahmen zur Sicherung der sachgerechten Anwendung der Arzneimittel,
– in der Aus-, Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals,
– in der Durchführung und Beurteilung klinischer Prüfungen und Studien,
– in Hygiene im Krankenhaus,
– in Methoden der Labordiagnostik, einschließlich Mikrobiologie,
– in der Entsorgung von Arzneimitteln und Gefahrstoffen,
– in der Organisation und Leitung einer Krankenhausapotheke.
36 Monate in einer Krankenhausapotheke, einer krankenhausversorgenden Apotheke oder einer Bundeswehrkrankenhausapotheke einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
– Allgemeinpharmazie oder
– Arzneimittelinformation oder
– Pharmazeutischer Analytik
1.3. Gebiet Pharmazeutische Technologie
Pharmazeutische Technologie ist das Gebiet der Pharmazie, das sich mit der Überführung eines Stoffes oder Stoffgemisches in eine therapeutisch anwendbare Arzneiform befasst mit dem Ziel, eine optimale Wirksamkeit und Verträglichkeit sowie eine größtmögliche Stabilität zu erreichen. Dies schließt die Auswahl geeigneter Hilfsstoffe und Packmittel und die Entwicklung und Anwendung geeigneter Herstellungstechniken ein.
– in der Charakterisierung und Beurteilung anwendungsbezogener Eigenschaften und der Qualität von Arznei- und Hilfsstoffen bei der Entwicklung von Arzneiformen,
– in der Erstellung, Durchführung und Auswertung von Versuchsplänen,
– in der beschreibenden und beurteilenden Statistik einschließlich der statistischen Auswertung,
– in der Prüfung, Bewertung und Optimierung der chemischen, physikalischen, mikrobiologischen und therapeutischen Stabilität von Arzneistoffen, Hilfsstoffen und Arzneiformen unter Berücksichtigung geeigneter Prüfverfahren,
– über Packmittel und Grundlagen der Verpackungstechnologie,
– über Inkompatibilitäten zwischen Arznei- und Hilfsstoffen sowie Primärpackmitteln,
– über biopharmazeutische Zusammenhänge zwischen der Formulierung und der Applikationsart,
– über Pharmakokinetik,
– in der Prüfung, Beurteilung und Optimierung des Freigabeverhaltens von Arzneistoffen (in vitro, in vivo) aus der Arzneiform im Hinblick auf das angestrebte therapeutische Ziel,
– über verfahrenstechnische Grundlagen der Entwicklung und Herstellung von Arzneiformen,
– in Maschinenkunde,
– über Prozesssteuerung einschließlich Prozesskontrolle und Validierung,
– in der Auswertung, Bewertung und Dokumentation der Arbeitsergebnisse,
– in der Qualitätssicherung der Arzneimittelherstellung unter Berücksichtigung der entsprechenden gesetzlichen Vorschriften; dies umfasst insbesondere die Qualitätsplanung, -lenkung und -prüfung, Qualifizierung, Validierung und Auftragsfertigung,
– über die Bedeutung der Arzneiform für die Compliance,
– in der Erstellung und Bewertung der Zulassungsdokumentation unter besonderer Berücksichtigung des pharmazeutisch-technologischen Teils,
– in den betreffenden Rechtsgebieten,
– im Kostenmanagement.
36 Monate in Pharmazeutischer Technologie in der Arzneimittelherstellung in einem pharmazeutischen Betrieb, an einem Hochschulinstitut, in einem pharmazeutisch-technischen Laboratorium oder einer entsprechenden Einrichtung der Bundeswehr einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
Im Übrigen gelten die "Empfehlungen zur Durchführung" der Bundesapothekerkammer für dieses Gebiet in der jeweils aktuellen Fassung.
Ein Wechsel der Weiterbildungsstätte ist dann erforderlich, wenn die Zulassung der Weiterbildungsstätte eingeschränkt ist.
Die Weiterbildung endet mit einer mündlichen Prüfung.
bis zu 18 Monate Weiterbildung in
1.4. Gebiet Pharmazeutische Analytik
– in physikalischen, chemischen, biologischen, biochemischen und mikrobiologischen Analysenmethoden,
– in Methoden zur Isolierung von Arzneistoffen, von Neben- und Abbauprodukten sowie zur Trennung von Gemischen,
– in der Planung, Entwicklung, Validierung, Anwendung und Bewertung analytischer Verfahren,
– in der Charakterisierung, Spezifizierung und Bewertung der Qualität von Stoffen, Stoffgemischen, Ausgangsmaterialien und Arzneizubereitungen,
– in der Prüfung und Bewertung der Arzneistoff-Freisetzung aus der Arzneiform, der pharmazeutischen sowie der biologischen Verfügbarkeit einschließlich der biopharmazeutischen Zusammenhänge,
– in der Inprozess- und Qualitätskontrolle,
– in der Qualitätssicherung der Arzneimittelherstellung unter Berücksichtigung der entsprechenden gesetzlichen Vorschriften, dies umfasst insbesondere die Qualitätsplanung, -lenkung und -prüfung, Qualifizierung, Validierung und Auftragsfertigung,
– in der Prüfung und Bewertung der chemischen, physikalischen, mikrobiologischen und therapeutischen Stabilität und Kompatibilität von Arzneistoffen, Hilfsstoffen, Ausgangsmaterialien und Arzneizubereitungen,
– in der Spezifizierung, Prüfung und Beurteilung der Betriebshygiene,
– in der Erstellung des pharmazeutisch-analytischen Teils der Zulassungsdokumentation sowie des Analytischen Gutachtens unter Berücksichtigung der regulatorischen Anforderungen,
– in der Prüfung und Beurteilung von Medizinprodukten,
– im Kostenmanagement
36 Monate in Pharmazeutischer Analytik in der Arzneimittelprüfung in einem pharmazeutischen Betrieb, an einem Hochschulinstitut, in einem analytischen Laboratorium oder einer entsprechenden Einrichtung der Bundeswehr einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
– Pharmazeutischer Technologie
– Toxikologie und Ökologie
1.5. Gebiet Arzneimittelinformation
Arzneimittelinformation ist das Gebiet der Pharmazie, das die Erarbeitung, Sammlung, Aufbereitung, Bewertung und Weitergabe von Erkenntnissen zur Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Arzneistoffen, zugelassenen Arzneimitteln und Arzneimitteln, die sich in der klinischen Prüfung befinden, umfasst.
– in der Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln (Präklinik/Klinik Phase I-III),
– in der post-marketing-surveillance (Phase IV),
– in der Entwicklung von Darreichungsformen,
– in der Biopharmazie,
– über Zulassungsanforderungen an Arzneimittel in Europa,
– über nationale und europäische Zulassungsverfahren,
– in der Sammlung, Wertung und Weitergabe pharmazeutischer und medizinischer Informationen,
– in der Erstellung pharmazeutisch-medizinisch-wissenschaftlicher Informationen,
– in Informations- und Kommunikationstechniken,
– in der Sammlung und Bewertung von Meldungen über Arzneimittelrisiken sowie der Koordinierung der notwendigen Maßnahmen,
– im Umgang mit EDV-Systemen und Medien zur Sammlung, Aufbereitung und Speicherung von Informationen über Arzneistoffe, ihren Zubereitungen oder Medizinprodukte,
– in Methoden der pharmazeutischen und medizinischen Epidemiologie und Statistik,
– über Medizinprodukte,
– in den betreffenden Rechtsgebieten.
36 Monate in geeigneten Einrichtungen der Arzneimittelinformation einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
Bis zu 6 Monate Weiterbildung in einem unter § 2 Abs.1 genannten Gebiet.
1.6. Gebiet Toxikologie und Ökologie
Toxikologie und Ökologie ist das Gebiet der Pharmazie, das die Arzneistoff-toxikologischen, chemisch-toxikologischen, Umwelt-toxikologischen und forensisch-toxikologischen Untersuchungen sowie mit diesen im Zusammenhang stehende analytische Methoden zur Untersuchung der Pharmakokinetik und klinisch-chemische Methoden zum Nachweis von Stoffen umfasst. Dies schließt Kenntnisse über ökologische Gleichgewichte und deren Störung durch umweltschädigende Substanzen ein.
– in der Entwicklung, Anwendung und Bewertung toxikologisch-analytischer Verfahren,
– in der Erfassung, Quantifizierung und Bewertung der schädlichen Wirkungen von Fremdstoffen in geeigneten Modellsystemen unter definierten Bedingungen,
– in chemischen, biologischen und physikalischen Analysenmethoden,
– über Pharmakokinetik und Toxikokinetik,
– in Wirkungen und Auswirkungen der die ökologischen Gleichgewichte beeinflussenden Stoffe,
– in der Entwicklung geeigneter analytischer Methoden zur Feststellung ökologischer Störfaktoren,
– in der Interpretation von Untersuchungsergebnissen und der Erstellung von Gutachten,
– in Maßnahmen zur Beseitigung gesundheitsschädlicher Stoffe sowie zur Risikoverminderung,
36 Monate in einer geeigneten Einrichtung der Toxikologie und Ökologie einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
Kann eine praktische Tätigkeit im Labor nicht gewährleistet werden, ist eine eingeschränkte Zulassung als Weiterbildungsstätte möglich.
1.7. Gebiet Theoretische und Praktische Ausbildung
Theoretische und Praktische Ausbildung ist das Gebiet der Pharmazie, das die Wissensvermittlung an pharmazeutisches oder nichtpharmazeutisches Personal oder andere Berufsgruppen, die Kenntnisse über Arzneimittel und Medizinprodukte benötigen, zum Inhalt hat. Dies schließt die pädagogische, methodische und didaktische Aufbereitung und Vermittlung der jeweils geforderten Lernziele und Lehrinhalte in den pharmazeutisch relevanten Gebieten ein.
A. Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, insbesondere:
– in den pharmazeutischen Tätigkeiten,
– in den pharmazeutischen Untersuchungsverfahren,
– in der Wirkungsweise von Arzneimitteln,
– in der Sammlung und Wertung pharmazeutischer Informationen,
– in der Beurteilung und Anwendung von Diätetika, Medizinprodukten und Körperpflegemitteln,
– in der Gesundheitsberatung,
– im Umgang mit Gefahrstoffen, Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln,
– in Apotheken- und Arzneimittelrecht und anderen apothekenbezogenen Vorschriften,
– im Umgang mit Patienten,
– in der Pflege des Arzneimittellagers
– in betriebswirtschaftlicher Organisation
B. Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten in der adressatengerechten Vermittlung von Informationen
– in der Unterrichtsplanung, mit verschiedenen Sozialformen,
– in der Festsetzung von Lehrzielen,
– in der Erarbeitung von Lehrinhalten unter besonderer Beachtung der pharmazeutischen Tätigkeiten,
– in der Feststellung und Berücksichtigung von Lernvoraussetzungen,
– im Medieneinsatz im Unterricht,
– in der Ablaufplanung für den Unterricht,
– in der praktischen Unterrichtsgestaltung,
– in der Leitung von Gesprächen und Diskussionen,
– in der Lernkontrolle und Leistungsbeurteilung, Prüfungsgestaltung.
a) 36 Monate hauptberufliche Lehrtätigkeit an einer Schule, Lehranstalt oder einer anderen zugelassenen Einrichtung zur Ausbildung pharmazeutischen Personals, Hilfspersonals oder anderer Berufsgruppen, die Kenntnisse über Arznei- und Hilfsmittel benötigen, sowie der Nachweis über 800 Stunden pharmazeutischer Tätigkeit
36 Monate hauptberufliche pharmazeutische Tätigkeit während nebenberuflich in einem Umfang von mindestens 500 Unterrichtsstunden an einer Schule, Lehranstalt oder einer anderen zugelassenen Einrichtung zur Ausbildung pharmazeutischen Personals, Hilfspersonals oder anderer Berufsgruppen, die Kenntnisse über Arznei- und Hilfsmittel benötigen, unterrichtet wird.
Ein Wechsel der Weiterbildungsstätte ist dann erforderlich, wenn die Zulassung als Weiterbildungsstätte eingeschränkt ist.
b) während der gesamten Weiterbildungszeit sechs Lehrproben; davon ist die letzte Teil der Prüfung
c) Sechs mehrtägige Seminare, davon mindestens vier zu Teil B
Bis zu 12 Monate Weiterbildung in einem unter § 2 Abs. 1 genannten Gebiet.
1.8. Gebiet Öffentliches Gesundheitswesen
Öffentliches Gesundheitswesen ist das Gebiet der Pharmazie, das pharmazeutische Tätigkeiten im Zulassungswesen, in der Untersuchungspraxis und der Überwachungspraxis umfasst, die der Erkennung arzneimittelbezogener Gesundheitsgefahren und der Beurteilung deren Beseitigungsmöglichkeiten dienen. Dies schließt arzneimittel-, medizinprodukte-, apotheken-, betäubungsmittel-, heilmittelwerbe-, gefahrstoff- und verwaltungsrechtliche Inhalte ein.
Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten, insbesondere:
– über den Aufbau und die Aufgaben des öffentlichen Gesundheitswesens von Bund und Ländern,
– in der Sammlung, Aufbereitung und Bewertung pharmazeutischer Informationen,
– in der Anwendung und Weiterentwicklung einschlägiger Rechtsnormen,
– in der Anwendung und Weiterentwicklung internationaler Regelungen und Beteiligung an der internationalen Zusammenarbeit,
– in der Beurteilung der Qualität in der Entwicklung, Herstellung, Prüfung und im Verkehr befindlicher Ausgangsstoffe, Arzneimittel und Medizinprodukte,
– in der Überwachung der Betriebe und Einrichtungen, in denen Arzneimittel entwickelt, hergestellt, geprüft, gelagert, verpackt, klinisch geprüft, in den Verkehr gebracht werden oder sonst mit ihnen Handel getrieben wird,
– in der Überwachung von Betrieben nach dem Medizinproduktegesetz,
– in der Beurteilung von Zulassungsunterlagen,
– in der Erfassung, Bewertung und Durchführung von Maßnahmen im Rahmen der Arzneimittelsicherheit,
– in der Überwachung der Werbung auf dem Gebiet des Heilmittelwesens,
– im Arzneimittel-, Medizinprodukte-, Apotheken-, Betäubungsmittel-, Heilmittelwerbe- und Gefahrstoffrecht,
– im Verwaltungsrecht und in Staatskunde und weiteren für das Gesundheitswesen wesentlichen Rechtsvorschriften,
– in Methoden der Pharmakoökonomie, Epidemiologie und Statistik,
– im Umgang mit EDV und Medien sowie in Informations- und Kommunikationstechniken,
– in der spezifischen Beratung im Zusammenhang mit den genannten Aufgaben, insbesondere von Trägern anderer öffentlicher Einrichtungen,
– in der Förderung und Unterstützung von Ausbildungs-, Fortbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.
36 Monate in einer geeigneten Einrichtung des Öffentlichen Gesundheitswesens einschließlich des Nachweises von 120 anerkannten Seminarstunden.
Als Weiterbildungsstätten kommen Landesgesundheitsbehörden, Bundesgesundheitsbehörden, Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr, Arzneimitteluntersuchungsämter, Gesundheitsämter, Landesapothekerkammern sowie andere geeignete Stellen in Frage, soweit diese nachweislich die Weiterbildungsziele vermitteln können. Ein Wechsel der Weiterbildungsstätte ist nur dann erforderlich, wenn die Zulassung der Weiterbildungsstätte eingeschränkt ist.
2. Weiterbildungsbereiche
2.1. Bereich Prävention und Gesundheitsförderung
Prävention und Gesundheitsförderung ist der Bereich, der sich mit Maßnahmen befasst, um Krankheiten oder eine dahin führende Entwicklung zu verhindern oder zu verzögern. Ziel der Maßnahmen ist es, die Gesundheit zu erhalten bzw. Krankheiten und ihre Folgen zu mildern oder zu verbessern. Die in Gesundheit verbrachte Lebenszeit soll verlängert sowie Lebensqualität und Wohlbefinden sollen gesteigert werden. Der Bereich umfasst darüber hinaus Maßnahmen, um individuelle Kompetenzen und gesundheitsfördernde Strukturen aufzubauen. Diese zielen darauf ab, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung zu ermöglichen und damit zur Stärkung der Gesundheit zu befähigen.
Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse und Erfahrungen insbesondere
– gesundheitliche Ressourcen und -risiken sowie Einflussfaktoren auf die Gesundheit,
– die Ziele, Ansätze und Strategien der Prävention und Gesundheitsförderung,
– Theorien und Modellen zur Beeinflussung des Gesundheitsverhaltens,
– die Umsetzung der Theorien und Modelle zur Verhaltensbeeinflussung und die Planung von von Interventionen,
– gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen und deren Organisation.
Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten
– in der Gesprächs- und Diskussionsführung,
– in der Gestaltung von Vorträgen und Referaten,
– in der adressatengerechten Vermittlung von Information.
Mindestens 12 Monate in Ausübung des Apothekerberufes einschließlich des Besuchs von mindestens 80 anerkannten Seminarstunden.
Es gelten die "Empfehlungen zur Durchführung – Seminarinhalte" der Bundesapothekerkammer für diesen Bereich in der jeweils aktuellen Fassung.
2.2. Bereich Ernährungsberatung
Ernährungsberatung umfasst den Bereich der Beratung der Bevölkerung in Ernährungsfragen und zielt darauf ab, Fehl- und Mangelernährung sowie Übergewicht zu vermeiden, die Entstehung und Manifestation ernährungsabhängiger Erkrankungen zu verhindern, in ihrer Entwicklung günstig zu beeinflussen oder einer Verschlechterung zu vermeiden entgegen zu wirken. Sie dient damit der Gesundheit des einzelnen Menschen.
– den Grundlagen der Ernährung (rechtliche Grundlagen, Ernährungsphysiologie, Lebensmittelkunde, besondere Ernährungsformen),
– zu Maßnahmen der Prävention von Fehl- und Mangelernährung bei besonderen Personengruppen,
– über enterale und parenterale Ernährung,
– über Besonderheiten der Ernährung bei ernährungsbedingten und -mitbestimmten Krankheitsbildern,
– über Wechselwirkungen von Arzneimitteln und Nahrungsmitteln und Störwirkungen von Arzneimitteln auf die Nahrungsverwertung,
– in der Durchführung der individuellen und gruppenbezogenen Ernährungsberatung,
– für die Motivation der Patienten zur Änderung ihres Essverhaltens.
Nachweis von 100 anerkannten Seminarstunden.
2.3. Bereich Naturheilverfahren und Homöopathie
Naturheilverfahren und Homöopathie ist der Bereich, der sich mit der sachkundigen Beratung und Versorgung der Bevölkerung mit Phytopharmaka und Arzneimitteln der besonderen Therapierichtungen befasst.
Erlangung von Kenntnissen, deren Erweiterung und Vertiefung, insbesondere:
– über wichtige und gebräuchliche Phytopharmaka, deren Herstellung und sachgerechte Anwendung
– in den Grundlagen der Homöopathie
– über wichtige und gebräuchliche Homöopathika, deren Herstellung und sachgerechte Anwendung
– über andere Therapierichtungen, z. B. Anthroposophie, Aromatherapie, Ayurveda, Bach-Blüten-Therapie, Biochemie nach Schüßler, Homotoxinlehre, Isopathie, Komplexmitteltherapie, Spargyrik und Traditionelle chinesische Medizin
– über Grundlagen der physikalischen Therapie
– über die Ernährungstherapie mit besonderem Bezug zur Naturheilkunde
Mindestens 12 Monate in einer Apotheke einschließlich des Nachweises von 100 anerkannten Seminarstunden,
Anfertigung einer Projektarbeit.
2.4. Bereich Onkologische Pharmazie
Onkologische Pharmazie ist der Bereich, der sich mit der Beratung und Arzneimittelversorgung der Tumorpatienten befasst. Dies schließt die Tumorpathophysiologie, die Pharmakologie von Tumortherapeutika sowie ihre sachgerechte, applikationsfertige Herstellung und Handhabung ein. Außerdem befasst sich die Onkologische Pharmazie mit der klinisch-pharmazeutischen Beratung des onkologisch tätigen Arztes, dem Umgang mit Informationen auf dem Gebiet der Onkologie sowie der Durchführung und Bewertung klinischer Studien.
– den Grundlagen der Onkologie
– ökonomischer und sozialer Bedeutung der Tumorerkrankungen
– den onkologischen Krankheitsbildern
– den Prozessen der Tumorentstehung und Methoden der Tumorerkennung
– den Prinzipien der Tumortherapie und der Tumorresistenz
– den Besonderheiten der onkologischen Therapie in Abhängigkeit von dem Lebensalters des Patienten
– der Pharmakologie der Tumortherapeutika
– der Dosierung der Zytostatika
– der Supportivtherapie
– der pharmazeutisch-technologischen Eigenschaften der Tumortherapeutika
– der alternativen Tumortherapie
– der Handhabung der Tumortherapeutika
– dem Umgang mit Tumortherapeutika
– der Herstellung und Prüfung unter besonderer Berücksichtigung von Stabilität und Inkompatibilität
– der Entsorgung
– der Vermeidung von Gefährdungen der Patienten und des Personals
– der klinisch-pharmazeutischen Praxis
– der Zusammenarbeit mit Ärzten, deren Mitarbeitern und Pflegepersonal
– der Zusammenarbeit mit pflegenden Personen
– der pharmazeutischen Betreuung
– der Erstellung, Dokumentation und Bewertung der Arzneimittelinformationen
– der Erfassung und Weiterleitung von Arzneimittelrisiken
– der Planung und Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen
– der klinischen Prüfungen, Studien und Heilversuchen in der Onkologie
– den betriebswirtschaftlichen Aspekten des Betriebes einer ZytostatikaAbteilung
Mindestens 12 Monate in einer Apotheke einschließlich des Nachweises von 100 anerkannten Seminarstunden.
Zur Prüfung sind folgende Praxisanforderungen nachzuweisen:
– Beurteilung, Herstellung und Überprüfung von 200 Zubereitungen
– Erstellung und Präsentation von mindestens drei Patientenprofilen nach SOAP (Subjective Objective Assessment Plan)
Überprüfung und Beurteilung von 20 Verschreibungen
– Bearbeitung und Dokumentation von 5 ausgewählten Anfragen zur zytostatischen Therapie
– Erstellung eines Patienteninformationsblattes zu einem pharmazeutisch-onkologischen Thema oder
Nachweis und Dokumentation mindestens einer Beratung eines Patienten oder einer Patientengruppe
– Planung und Durchführung von einer Schulungs- oder Fortbildungsveranstaltungen für pharmazeutisches oder medizinisches Personal
2.5. Bereich Geriatrische Pharmazie
– der Prävention von Arzneimittelrisiken durch Beobachtung, Weiterleitung und strukturierter Beratung über arzneimittelbezogene Probleme,
– Qualitätssicherung und Optimierung der Arzneimittelversorgungsprozesse einschließlich der Identifikation, Lösung und Prävention typischer Medikationsfehler,
– der medizinisch-pharmazeutischen, sozialen und ökonomischen Bedeutung akuter und chronischer Erkrankungen im Alter,
– der patientenorientierten Versorgung,
– der Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegepersonal, Angehörigen und Seniorennetzwerken,
– der klinisch-pharmazeutischen Praxis,
– der Erstellung, Sammlung, Verwaltung und Bewertung von Arzneimittelinformationen,
– der Planung und Durchführung von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Pflegepersonal, pflegende Angehörige und Patienten.
12-monatige Tätigkeit in Vollzeit in einer zur Weiterbildung geeigneten Einrichtung einschließlich des Besuchs von mindestens 100 Seminarstunden, und eines dreitägigen Praktikums. Mindestens zwei Praktikumstage sind in einem Pflegeheim zu absolvieren, der dritte Tag kann optional bei einem Krankenpflegedienst durchgeführt werden.
Während der Weiterbildungszeit ist eine Projektarbeit anzufertigen, die folgende Nachweise umfassen muss:
– die Ergebnisse einer Stationsbegehung in einem Pflegeheim zur Detektion einrichtungsbezogener Probleme in der Arzneimittelversorgung,
– die Dokumentation einer Schulung des Pflegepersonals, in der die detektierten einrichtungsbezogenen Probleme des Arzneimittelversorgungsprozesses im Pflegeheim ausgewertet werden,
– die Ergebnisse von zwei pharmakologischen Beurteilungen über arzneimittelbezogene Probleme geriatrischer Patienten.
DAZ 2010, Nr. 27, S. 98, 08.07.2010

References: § 15
 § 29
 § 4
 § 6
 § 1

§ 6
 § 2
 § 1

§ 17
 Art. 10
 Art. 15
 § 16
 § 16
 § 1
 § 2
 § 2