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Timestamp: 2018-06-24 12:39:03+00:00

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ᐅ Kläger: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Kläger
Als Kläger oder Klägerin bezeichnet man im juristischen Sinne in einem Zivilprozess diejenige Person, die gegen den Beklagten das Verfahren durch eine Klageerhebung eröffnet, also jemand, der vor Gericht eine Klage erhebt.
Ebenso wird der Begriff des Klägers und der Klägerin, sowie der Begriff des Beklagten in Verwaltungs-, Sozial-, Arbeits- und Finanzgerichten für die jeweiligen sich gegenüberstehenden Parteien verwendet.
In der freien Gerichtsbarkeit sowie in rechtlichen Familienangelegenheiten wird dagegen gem. § 113 FamFG der Begriff des Klägers bei Anwendung der Zivilprozessordnung (ZPO) durch die Bezeichnung des Antragstellers ersetzt.
Kläger können sich grundsätzlich anwaltlich vertreten lassen, in einigen Angelegenheiten ist dies sogar unabdingbar verpflichtend, wie beispielsweise im Anwaltsprozess. Dagegen wird im Strafverfahren die Anklage durch die Staatsanwaltschaft erhoben. Bei sogenannten Privatklagedelikten ist allerdings auch eine Erhebung der Klage durch den Bürger selbst ausführbar, sofern die Staatsanwaltschaft ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung abgelehnt hat. Bezeichnet wird man hierbei als Privatkläger. Handelt es sich um höchstpersönliche Rechtsgüter können der Verletzte oder seine Angehörigen als Nebenkläger agieren.
Nach dem Verfügungsgrundsatz (auch: Dispositionsmaxime) im Zivilprozess wird der Rechtsstreit vor Gericht grundsätzlich durch die Parteien geführt. So bleibt es gem. § 253 I ZPO den Parteien überlassen, ob sie Klage erheben oder nicht. „Wo kein Kläger, da kein Richter“- nullo actore nullus iudex. Die Bedeutung des Begriffs ist hiermit besonders deutlich; eine Straftat kann hiernach nur dann von dem Richter verfolgt werden, wenn es einen Kläger gibt.
Im Rahmen einer zivilgerichtlichen Klage sind u.a. parteibezogene Bedingungen zu überprüfen, folglich jene Bedingungen, welche den Kläger und den Beklagten treffen. Hierzu gehören u.a. die Partei- und Prozessfähigkeit. Die Parteifähigkeit ist in § 50 ZPO festgelegt.
Eine Partei im Zivilprozess ist derjenige, der im eigenen Namen Rechtsschutz begehrt (Kläger) oder gegen den Rechtsschutz begehrt wird (Beklagter). Im Normalfall gibt es zwei Parteien in einem Verfahren.
Parteifähigkeit nennt man zunächst im deutschen Zivilprozessrecht die Möglichkeit, selbst als Subjekt einer zivilrechtlichen Verhandlung zu sein.
Um als Partei an einem Prozess teilnehmen zu können, muss der Kläger parteifähig sein. Gem. § 50 I ZPO ist derjenige parteifähig, der auch rechtsfähig ist, also selbst Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Dem Recht kann durch Rechtsnormen (Gesetze, Verordnungen, Satzungen) oder mittels Gewohnheitsrecht Geltung verschafft werden, wenn es Rechtssubjekte einbindet und diesen das Recht auch einräumen oder Pflichten auferlegen kann.
Rechtssubjekte sind natürliche Personen und Personenvereinigungen. Somit sind juristische und natürliche Personen, wie auch OHG und KG gem. § 124 I HGB parteifähig. Hierbei bedeutet aktiv parteifähig wer Klagen erheben kann und passiv parteifähig wer verklagt werden kann.
Grundsätzlich sind parteifähig (u.a.):
Die Kommanditgesellschaft, § 161 II HGB
Gewerkschaften i.S.v. § 10 ArbGG
Wesentlich für den Kläger ist weiterhin die Prozessführungsbefugnis. Diese sagt aus, im eigenen Namen über das streitige Recht zu prozessieren. Für den Kläger besteht sie dann, wenn er behauptet, das streitige Recht stünde ihm selber zu.
In Angelegenheiten, in denen ein fremdes Recht im eigenen Namen geltend gemacht werden soll, spricht man von der Prozessstandschaft. Für die gewillkürte Prozessstandschaft gelten bestimmte Bedingungen. Zunächst muss der Kläger vom Rechtsinhaber ermächtigt worden sein, das Recht vor Gericht geltend zu machen. Weiterhin muss der Kläger sein eigenes, schutzwürdiges Interesse daran haben, das fremde Recht auch gerichtlich rechtskräftig zu machen. Schlussendlich darf die Geltendmachung des Anspruchs nicht rechtsmissbräuchlich sein. Dies ist der Fall, wenn der Beklagte dadurch ungerecht benachteiligt werden würde.
Kläger erklärt Aufrechnung Rainmaker2015 schrieb am 14.12.2016, 19:39 Uhr:
Folgender Fall: Vermieter beantragt Mahnbescheid wegen angeblichen Betriebskostenrückstände gegen Mieter, Mieter legt Einspruch ein. Vermieter wird aufgefordert, seine Klage zu begründen. Nichts geschieht. Mieter will gem. § 697 Abs. 3 S. 1 ZPO Termin zur mündlichen Verhandlung beantragen, damit Kläger gem. § 697 Abs. 3 S. 2 ZPO erneut... » weiter lesen
Kläger bekommt keinen Zutritt zur eigenen Hauptverhandlung NBlümchen schrieb am 02.04.2016, 23:07 Uhr:
Mal angenommen ein Kläger bekommt zu seiner Hauptverhandlung keinen Zutritt zum Gericht und muss draußen vor dem Gerichtsgebäude warten. Der Beklagte stellt einen Antrag auf ein Versäumnisurteil und bekommt dieses auch. Wie sehen in diesem fiktiven Fall die Möglichkeiten des Klägers aus, der zwar beim Gericht erschienen ist, aber trotz... » weiter lesen
Rassismus: Kläger verschiebt 4x Termin. Angeklagte will 5x Termin verschieben. Zack! Urteil gegen An Papa59 schrieb am 03.10.2013, 20:22 Uhr:
Nehmen wir an: A verklagt B (warum auch immer). Anwalt von A leitet Amtsgericht ein. B stellt Widerspruch ein. B bekommt Post und Einladung.B erscheint pünktlich zum Termin (12.02). A jedoch nicht! A ist im Urlaub und hatte am 10.02. dem Amtsgericht Bescheid gegeben. Bescheid ging bei bei B aber erst am 12.02. nach 14 Uhr ein... » weiter lesen
Mieterhöhung - Fragen Miranda schrieb am 29.03.2012, 18:49 Uhr:
Theoretischer Fall: Ein Mieter (M) hat zum 01.01.2012 seine letzte Mieterhöhung bekommen. Nun findet er ein Schreiben des Vermieters (Wohnungsbaugesellschaft - WBGS) vor, dass er einer neuerlichen Mieterhöhung ab dem 01.06.2012 zustimmen soll. Begründung: seine Miete sei seit 01.01.2012 nicht erhöht worden und liege unter der... » weiter lesen
Mit Urteil vom 10.02.2015 entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG), dass der Urlaubsanspruch beim Wechsel von einer Voll- in eine Teilzeitbeschäftigung nicht gekürzt werden darf (AZ.: 9 AZR 53/14). NOETHE LEGAL Rechtsanwälte, Bonn, Düsseldorf, Frankfurt, Köln und Zürich führt aus: Das gilt wohl jedenfalls dann, wenn der Arbeitnehmer vor seinem Wechsel den Urlaub nicht mehr nehmen kann. Mit seiner Entscheidung stellt das BAG damit klar,... » weiter lesen
Erweitertes Führungszeugnis: pauschale Vorlage kann nicht verlangt werden
Nürnberg (jur). Arbeitgeber dürfen von neuen Mitarbeitern nicht pauschal die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses verlangen. Sind die Beschäftigten nicht beruflich für die Beaufsichtigung, Betreuung, Ausbildung oder Erziehung Minderjähriger oder eine andere vergleichbare Tätigkeit zuständig, stellt die Forderung eines erweiterten Führungszeugnisses eine unangemessene Benachteiligung dar, entschied das Landesarbeitsgericht (LAG)... » weiter lesen
Kläger Urteile und Entscheidungen
» OLG-SCHLESWIG, 04.10.2001, 7 U 153/00
» KAMMERGERICHT-BERLIN, 29.11.2005, 1 W 348/04
Für einen Kostenbeschluss gegen den nach Parteiwechsel ausscheidenden Kläger besteht kein Rechtsschutzbedürfnis, wenn dem Beklagten durch das Ausscheiden keine zusätzlichen ausscheidbaren Kosten entstanden sind.
» OLG-ZWEIBRüCKEN, 12.03.2004, 4 W 25/04
Sicherheitsfrage 95 - Z_wei =
Kläger – Weitere Begriffe im Umkreis
Nur in Fällen, in dnen ein Kläger ein schutzwürdiges Interesse an der beantragten Rechtsschutznorm besitzt, ist ein allgemeines Rechtsschutzbedürfnis gegeben. Wenn sich mehrere Klagearten anbieten, so ist der Kläger dazu verpflichtet, sich für...

References: § 113
 § 253
 § 50
 § 50
 § 124
 § 161
 § 10
 § 697
 § 697