Source: https://www.kitawaldstrasse.de/leitbild.html
Timestamp: 2020-03-29 05:48:11+00:00

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Leitbild - Kita Waldstr. e.V.
Unser Leitbild setzt sich aus mehreren Bereichen zusammen, die im Folgenden mittels separater Überschriften voneinander abgegrenzt sind:
Fähigkeiten und Leistungen der Kindertagesstätten
Ressourcen der Einrichtung
Der Verein Kindertagesstätte Waldstraße e.V. ist eine Elterninitiative, die sich dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband als autonomes Mitglied angeschlossen hat. Er ist als Träger von sozialen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche anerkannt. Der Verein betreibt Kindertagesstätten und ist Träger unterschiedlicher Projekte [1]. Alle Einrichtungen befinden sich in der Stadt Pinneberg. Entsprechend der Satzung leitet der hauptamtliche Vorstand verantwortlich die Arbeit des Vereins. Er wird vom VR [2] bestellt, der sich aus ehrenamtlich tätigen Eltern zusammensetzt und von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Die Mitgliederversammlung hat eine mitbestimmende und der paritätisch von Eltern und pädagogischem Personal ehrenamtlich besetzte Beirat der Kindertagesstätten eine mitwirkende Funktion nach § 18 (2) KiTaG.
[1] Vgl. Organigramm und www.kitawaldstrasse.de.
[2] Vereinsrat.
Zuvörderst sind wir dem Zweck des Vereins aus § 3 unserer Satzung verpflichtet. Kinder und Jugendliche sollen demnach ganzheitlich gefördert werden, worunter wir das Lernen über Körper, Geist und Seele fassen. Der Verein verfolgt keine religiösen und/oder politischen Ziele. Bzgl. der Kindertagesstätten folgen wir außerdem dem Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag nach dem KiTaG. Auf Grundlage des § 1 SGB VIII setzen wir den gesetzlichen Auftrag um, jedem durch uns betreuten Kind das Recht auf Förderung seiner Entwicklung zu gewährleisten. Ziel dieser Förderung ist die Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Neben dem dritten Abschnitt des SGB VIII zur Förderung von Kindern in Kindertageseinrichtungen binden wir die Vorgaben des Abschnitts zum gesetzlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung feinfühlig und verantwortungsbewusst in unsere Arbeit ein [3].
Entsprechend des SGB XII und SGB VIII § 35a führen wir Einzelintegrationsmaßnahmen für 3-6jährige Kinder und ambulante heilpädagogische Maßnahmen für Kinder ab der achten Woche bis zum Schuleintritt durch. Des Weiteren stehen wir Eltern empfehlend zur Seite und kooperieren in diesem Zusammenhang mit unterschiedlichen Fachdisziplinen [4] wie bspw. Logopäden, Ergotherapeuten, Diagnoseinstituten u.v.m.
[3] Seit 2005 sind wir nach § 8a i.V.m. § 72a SGB VIII besonders beauftragt, Kindeswohlgefährdungen vorzubeugen, indem wir frühzeitig eine mögliche Kindeswohlgefährdung unter Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft abschätzen und ggf. weitere notwendige Schritte einleiten.
[4] Vgl. Satzung.
Uns ist es wichtig, dass sich zwischen den Kindern (8 Wochen – 13 Jahre), Jugendlichen (14 Jahre), den Eltern und uns eine tragfähige Beziehung entwickelt, die auf Vertrauen basiert, Auseinandersetzungsprozesse zulässt und dadurch Raum für gemeinsames Lernen schafft. Diesem Ansatz folgend, favorisieren wir eine Aufteilung der Kinder in Gruppen, weil wir der Überzeugung sind, dadurch das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken. Den Leitlinien für Kindertagesstätten in Schleswig-Holstein entsprechend, bieten wir den Kindern und Jugendlichen differenzierte Bildungsmöglichkeiten. Den Gedanken des gemeinsamen Lernens umsetzend, beschäftigen wir pädagogisches Fachpersonal und Personal aus anderen Berufszweigen und befürworten, dass die Eltern unsere Arbeit kennenlernen, diese hinterfragen und sich im Rahmen der Strukturen des Vereins einbringen. Darüber hinaus bieten wir den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihren Alltag in unseren Kindertagesstätten partizipatorisch mitzugestalten.
Es ist uns wichtig, die Einrichtungen nicht nur als Bildungsorte, sondern vielmehr als Lebens- und Lernorte zu verstehen, weil wir davon überzeugt sind, dass sich Kinder bzw. Menschen nur unter der Voraussetzung dieser Haltung überhaupt gesund entwickeln können und die Möglichkeit haben, entscheidungs- und handlungskompetente, gemeinschaftsfähige Persönlichkeiten zu werden. Zum täglichen Gebrauch bevorzugen wir Alltags- und Naturmaterialien, die den Kindern zur freien Nutzung zur Verfügung stehen. Zur speziellen Förderung stehen den Kindern und Jugendlichen Lernmaterialien zur Verfügung, die gezielt eingesetzt werden, wenn deren Explorationsbedürfnis dadurch geweckt wird oder sie benennen, dass sie sich mit dem Lernmaterial befassen möchten. Je nach Situation, Kompetenz und Verfassung der Kinder/Jugendlichen unterstützen wir sie differenziert, so dass die Exploration gelingen darf, oder sie beschäftigen sich konzentriert alleine mit dem Material.
Entsprechend der Bedarfsentwicklung an KiTa-Plätzen gilt es, Veränderungen wahrzunehmen und reflektiert sowie planungsorientiert aufzunehmen. Diesbezüglich sind wir auch gegenüber unkonventionellen Maßnahmen aufgeschlossen, bspw. Umbau von herkömmlichen Gebäuden zu KiTa-Räumlichkeiten, bis hin zur Bereitschaft, den Betrieb einer weiteren KiTa zu übernehmen.
Entsprechend unserer Überzeugung hat jeder Mensch ein Recht auf Achtung, Zuwendung, Liebe und Geborgenheit, auf Partizipation und Selbstbildung. Fehler sind eine Grundlage, um aus eigener Erfahrung zu lernen und sich zu korrigieren. Wir verhandeln notwendige Rahmenbedingungen, stimmen Verfahren und Abläufe ab, schaffen Strukturen, Regeln und Grenzen und pflegen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und partizipatorischer Aspekte ein sozialverträgliches Miteinander.
Wir betreuen Kinder und Jugendliche und pflegen den Kontakt zu den Eltern. Wir nehmen hauptsächlich Kinder aus der Stadt Pinneberg auf, des Weiteren in geringer Anzahl aus umliegenden Städten und Gemeinden, insbesondere dann, wenn die Familien in einen Nachbarort umgezogen sind und sie ihr Kind weiterhin bei uns betreuen lassen möchten oder aber es sich um Mitarbeiterkinder handelt. Wir erfüllen subsidiär Aufgaben für die Städte und Gemeinden, die Kreise, das Land Schleswig-Holstein und den Bund.
Um den Kindern und anteilig auch den Eltern und Mitarbeitern einen Lebens- und Lernort zu bieten, in dem (Selbst-)Bildung, Betreuung und Erziehung stattfinden, weist der Verein seine Kosten für die Zuschüsse im Haushaltsplan an die Stadt, im Jahres- Verwendungsnachweis/Personal an den Kreis aus sowie für die heilpädagogischen Maßnahmen durch Rechnungsstellung ebenfalls an den Kreis. Er stellt zudem gesondert Anträge für bspw. Fachberatung, Qualitätsentwicklung/Qualitätssicherung sowie Sprachbildung. Über die Zuschüsse finanziert er für die Mitarbeiter hausinterne Teamfortbildungen und externe Einzelfortbildungen u.a. zu folgenden Themen: Bindungsverhalten, Resilienz [5], Kommunikation mit Kindern, Sprachförderung, Teambildung, Moderationstechniken, Deeskalationsstrategien, Auswirkungen des eigenen Verhaltens auf das Gegenüber, Umweltschutz, Partizipation, Migration, Hygiene und Brandschutz.
Dadurch, dass wir 17 Kita-Gruppen in sechs verschiedenen Häusern haben und bedarfsorientiert handeln, bieten wir den Eltern nicht nur räumlich, sondern auch konzeptionell unterschiedliche Möglichkeiten an, ihre Kinder betreuen zu lassen.
[5] Die Fähigkeit, auf die Anforderungen wechselnder Situationen mit Bewältigungsmöglichkeiten zu reagieren und auch anspannende, erschöpfende, enttäuschende oder sonstige schwierige Lebenssituationen zu meistern.
Wir bieten den Kindern und Eltern Raum, Zeit, Fach- und Selbstkompetenz im alltäglichen Miteinander und werden im Rahmen unserer Arbeit von Ehrenamtlichen sowie Auszubildenden (von Fachschulen), unseren Verwaltungskräften, Hausmeistern/Handwerkern sowie Hauswirtschafts- und Reinigungskräften unterstützt. Wir arbeiten vernetzt mit unterschiedlichen Kooperationspartnern, wie Schulen, Behörden, ambulanten Anbietern, Therapeuten u.v.m. Die Kindertagesstätten werden aufgrund der Aufgabenerfüllung für die öffentliche Hand (Gemeinnützigkeit) insbesondere durch öffentliche Zuschüsse und Elternbeiträge finanziert. Eigenmittel kann der Kita-Träger lediglich über Spenden aufbringen.
Wir setzen uns aktiv mit Veränderungen auseinander und gestalten so unsere Arbeit bedarfsorientiert [6]. Kindern, Eltern und Mitarbeitern bieten wir die Möglichkeit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.
[6] Bspw. neue und/oder erweiterte Aufgabenbereiche wie stellvertretende Leitungstätigkeiten, heilpädagogische Förderung, Wald-, Bewegungs- und Reitpädagogik, spezielle Sprachförderung
Unsere Überzeugung ist, dass Lernen und Fördern in Kindertagesstätten nur dann gelingen und nachhaltig sein kann, wenn die Kinder zum Gruppenpersonal im Rahmen der Bindungshierarchie eine sichere Bindung erwerben [7] und die Eltern über unsere Elterngespräche mit uns in den Austausch gehen und in diesen Prozess reflektierend eingebunden werden. Wir geben den Kindern emotional-soziale Sicherheit, sodass sie sich angenommen fühlen, sich beim Spielen und Experimentieren Wissen aneignen und sich bei Bedarf mit eindeutiger und feinfühliger Unterstützung ihrer Bindungsperson ihren Selbstbildungsprozessen sowie dem Miteinander aktiv widmen und sich mit der Materie sowie ihrem Gegenüber positiv auseinandersetzen. Ziel ist, dass die Kinder sich auseinandersetzungs- entscheidungs- und handlungskompetent sowie situationsangemessen einbringen.
Wird eine Entwicklungsverzögerung in Teilbereichen beobachtet oder diagnostiziert, hat oberste Priorität, dass Fördermaßnahmen nicht funktional erfolgen, sondern Körper, Geist und Seele gleichermaßen durch das pädagogische Handeln erreicht werden, das heißt die Gesamtentwicklung des Kindes im Fokus bleibt.
[7] Wir bauen hiermit auf die Bindungstheorien nach Bowlby und Ainsworth auf.
Ihr Team der Kita Waldstraße e.V.

References: § 18
 § 3
 § 1
 § 35
 § 8
 § 72