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Timestamp: 2019-09-20 15:20:45+00:00

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OLG Dresden, 15.04.1999 - 9 U 3454/97 - dejure.org
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OLG Dresden, 15.04.1999 - 9 U 3454/97 (https://dejure.org/1999,2522)
OLG Dresden, Entscheidung vom 15.04.1999 - 9 U 3454/97 (https://dejure.org/1999,2522)
OLG Dresden, Entscheidung vom 15. April 1999 - 9 U 3454/97 (https://dejure.org/1999,2522)
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GmbH; Geschäftsführer; Baugeld; Zweckentfremdung; Schadensersatz; Haftung; Nachmänner
BGB §§ 179, 823 Abs. 2; GSB §§ 1, 5
Baugeldsicherungsgesetz: Anspruch des Subunternehmers gegen GmbH-Geschäftsführer?
Muß Baugeldempfänger zunächst vorhandene Eigenmittel verwenden? (IBR 1999, 372)
LG Chemnitz, 28.10.1997 - 10 O 3955/97
Etwas anderes lässt sich nicht mit der Erwägung begründen, der Empfänger von Baugeld müsse, wenn es zur Befriedigung sämtlicher Bauforderungen nicht reicht, zunächst seine sonstigen Mittel einsetzen, bevor er zur Verwendung von Baugeld schreiten dürfe (so OLG Dresden, BauR 2000, 585, 586 f.; wohl auch OLG Dresden, NJW-RR 1999, 1469, 1470 und OLG Brandenburg vom 12. Februar 2003 - 7 U 129/01, juris Tz. 54;… Hagenloch, Handbuch zum GSB, 1991, Rn. 99 f.;… Stammkötter, GSB, 2. Aufl., § 1 Rn. 76).
Die Klägerin fällt auch als Subunternehmerin der HMK GmbH, (fortan: Gemeinschuldnerin) in den Schutzbereich des § 1 GSB und ist somit Baugeldgläubigerin BGH, NJW-RR 1998, 342; OLG Dresden, Urteil v. 15.4.1999, OLGR 2000, 44; Werner/Pastor, a. a. O., Rdnr. 1868.
Denn Baugeldempfänger ist die juristische Person als solche, nicht der für die juristische Person Handelnde Vgl. Hagenloch, a. a. O., Rdnr. 243; OLG Dresden, OLGR 2000, 44.
Der Beklagte hat als Geschäftsführer der Gemeinschuldnerin das Vorliegen von Baugeld mithin billigend in Kauf genommen, wenn er sich keine näheren Kenntnisse darüber verschafft hat, wie die T. AG die Mittel zur Bestreitung der Baukosten aufgebracht hat OLG Dresden, OLGR 2000, 44; OLG Dresden, Urteil v. 23.6.1999 - 12 U 637/99 -, OLG-NL 1999; a. A. OLG Jena, OLG-NL 1999, 243; OLG Brandenburg, OLG-NL 1999, 241.
Der Baugeldempfänger, bzw. die für ihn deliktisch verantwortlichen Beklagten, haben dann darzulegen und zu beweisen, dass und wie sie das empfangene Baugeld zweckentsprechend verwendet haben (BGH BauR 2002, 620, 621; NJW 88, 263, 264; NJW-RR 1991, 141, 142; OLG Bamberg IBR 2001, 310;… OLG München aaO, OLG Dresden NJW-RR 99, 1469; BauR 2002, 486, 488; 2000, 585, 587;… Pal-Sprau, 63. Aufl., § 823 Rn. 61, Heiermann/Riedl/Rusam, VOB, 10. Aufl., § 17 VOB/B Rn. 135).
Geschützt sind Baugläubiger, auch Subunternehmer (BGH NJW-RR 1990, 342 = BauR 1990, 246; OLG Dresden BauR 2000, 585, 586), deren Leistung einen unmittelbaren Beitrag zur Herstellung des Baues bilden.
Allerdings ist davon auszugehen, dass größere Bauvorhaben regelmäßig durch grundpfandrechtlich abgesicherte Fremdmittel finanziert werden (BGH BauR 2002, 620; OLG Bamberg IBR 2001, 310; OLG Dresden BauR 2002, 486, 490; 2000, 585, 587;… Stammkötter a.a.O. Rn. 114 a, 116).
Es ist anerkannt, dass der Geschäftsführer einer GmbH aus den § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit §§ 1 Abs. 1, 5 GSB, 14 StGB persönlich schadensersatzpflichtig ist, wenn er vorsätzlich entgegen der Verwendungspflicht des § 1 Abs. 1 GSB Baugelder zweckwidrig verwendet hat (BGH WM 1990, 773 ff. bei Juris Rn. 8 und OLG Dresden, BauR 2000, 585 ff. bei Juris Rn. 11 sowie Werner/Pastor, Der Bauprozess, 10. Aufl. 2002 Rn. 1869).
Es ist im Übrigen nicht erforderlich, dass der gesamte in einem Kredit eingeräumte Darlehensbetrag Baugeld sein muss (vgl. Werner/ Pastor, a. a. O., Rn. 1866 und OLG Dresden BauR 2000, 585 ff. Rn. 13).
Der Beklagte hat als Geschäftsführer der Elektro T GmbH das Vorliegen von Baugeld mithin billigend in Kauf genommen, wenn er sich keine näheren Kenntnisse darüber verschafft hat, wie die Bauherrin die Mittel zur Bestreitung der Baukosten aufgebracht hat und woher diese kommen, sondern insofern gleichgültig bleibt (vgl. OLG Dresden, OLGR 2000, 44; OLG Dresden, Urteil vom 23.06.1999, Az. 12-U-637/99, OLG-NL 1999).
Als Geschäftsführer muss er sie kennen und befindet sich ggf. in einem vermeidbaren Verbotsirrtum (vgl. BGH, NJW-RR 1990, 914; OLG Dresden, OLGR 2000, 44; OLG Bamberg, IBR 2001, 310).
Das Oberlandesgericht Dresden (vom 15.04.1999, 9 U 3454/97) hatte sich gleichfalls nicht mit der Frage zu befassen, wann eine zum Erlöschen der Baugeldverwendungspflicht führende anderweitige Verwendung vorliegt.
Der Subunternehmer ist im Verhältnis zum Hauptunternehmer ganz sicher durch § 1 BauFordSiG geschützt (OLG Dresden BauR 2000, 585; OLG Dresden BauR 2002, 486).

References: § 1
 § 1
 § 823
 § 17
 § 823
 § 1
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