Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20060503_OGH0002_0130OS00031_06T0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-10-18 11:58:39+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 13Os31/06t - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 9Os122/75 12Os47/77 10O...
RS0097541
9Os122/75; 12Os47/77; 10Os173/77; 10Os180/78; 10Os158/79; 13Os24/80; 13Os110/80; 13Os50/81; 13Os70/81; 13Os119/82; 13Os161/82; 13Os7/83; 13Os194/83; 10Os62/84; 13Os121/84; 9Os121/84; 13Os171/84; 13Os99/86; 13Os162/88; 14Os71/93 (14Os72/93); 15Os82/95; 15Os73/95; 15Os88/97; 15Os121/98; 14Os134/02; 13Os31/06t
StPO §132 ff
StPO §134 Abs1
9 Os 122/75
Entscheidungstext OGH 11.02.1976 9 Os 122/75
12 Os 47/77
Entscheidungstext OGH 24.03.1977 12 Os 47/77
Veröff: SSt 48/22 = EvBl 1977/216 S 467 = RZ 1977/56 S 109
10 Os 173/77
Entscheidungstext OGH 23.11.1977 10 Os 173/77
10 Os 180/78
Entscheidungstext OGH 13.03.1979 10 Os 180/78
Beisatz: Anwendungsbereich des verfassungsgesetzlichen geschützten Rechts der persönlichen Freiheit. (T1)
10 Os 158/79
Entscheidungstext OGH 28.11.1979 10 Os 158/79
Beisatz: Gleichgültig, ob es um die strafrechtliche Zurechnungsunfähigkeit oder um die Prozeßunfähigkeit bzw Verhandlungsfähigkeit geht. (T2) Veröff: SSt 50/72 = EvBl 1980/109 S 329 = RZ 1980/13 S 86
13 Os 24/80
Entscheidungstext OGH 28.02.1980 13 Os 24/80
Beisatz: Minderjährige Zeugen dürfen nur mit Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters (gegebenenfalls eines Kollisionskurators: § 271 ABGB) ärztlich (psychiatrisch) untersucht oder auch psychologisch exploriert werde. (T3)
Vgl auch VwGH vom 27.11.1979, Zl 855/79; Verstärkter Senat; Beisatz: Umsoweniger im Verwaltungsverfahren. (T4) Veröff: JBl 1980,667
13 Os 70/81
Entscheidungstext OGH 08.10.1981 13 Os 70/81
Entscheidungstext OGH 16.09.1982 13 Os 119/82
13 Os 161/82
Entscheidungstext OGH 27.01.1983 13 Os 161/82
13 Os 7/83
Entscheidungstext OGH 21.04.1983 13 Os 7/83
Beis wie T3; Veröff: EvBl 1984/37
10 Os 62/84
Entscheidungstext OGH 17.04.1984 10 Os 62/84
13 Os 121/84
Entscheidungstext OGH 23.08.1984 13 Os 121/84
9 Os 121/84
Entscheidungstext OGH 11.09.1984 9 Os 121/84
Vgl auch; Beis wie T3; Beisatz: Hier: Allgemein zum - auch durch § 108 StGB geschützten - fundamentalen Recht jedes Menschen auf den eigenen Körper (vgl auch § 8 Abs 3 KAG). (T5) Veröff: SSt 55/59 = EvBl 1985/48 S 212 = JBl 1985,304
13 Os 99/86
Entscheidungstext OGH 31.07.1986 13 Os 99/86
13 Os 162/88
Entscheidungstext OGH 22.12.1988 13 Os 162/88
Beisatz: Dies gilt jedoch nicht für erkennungsdienstliche Maßnahmen, sodaß die Herstellung derartigen Materials (wie die Abnahme von Fingerabdrücken oder die Herstellung von Lichtbildern) gegenüber einer Person, die verdächtigt ist, eine strafbare Handlung begangen zu haben, jedenfalls keine Verletzung des durch Art 8 MRK geschützten Anspruchs auf Achtung (ua) des die körperliche und geistige Unversehrtheit der Person einschließenden Privatlebens darstellt (VfSlg 5089/1965; Ermacora, Grundriß der Menschenrechte in Österreich, Rz 560). (T6) Veröff: EvBl 1993/174 S 706
nur: Niemand ist verpflichtet, sich selbst (seinen Körper, seine Persönlichkeit) als Beweismittel zur Verfügung zu stellen. (T7)
13 Os 31/06t
Entscheidungstext OGH 03.05.2006 13 Os 31/06t
Auch; nur T7; Beis ähnlich wie T3
ECLI:AT:OGH0002:1976:RS0097541
JJR_19760211_OGH0002_0090OS00122_7500000_001
Rechtssatz für 12Os35/87 14Os114/91 11...
RS0099049
12Os35/87; 14Os114/91; 11Os117/02; 13Os15/03; 13Os43/03; 14Os121/03; 14Os163/03; 12Os14/05h; 11Os23/04; 14Os97/05d; 14Os67/05t; 14Os3/06g; 13Os31/06t; 13Os42/06k; 11Os64/06f; 15Os83/06d; 15Os117/06d; 15Os135/07b; 14Os142/07z; 14Os16/08x; 14Os170/07t; 11Os18/08v; 15Os55/08i; 14Os79/08m; 9Bkd3/08; 12Os25/09g; 12Os30/09t; 14Os10/10t (14Os11/10i); 14Os36/11t; 11Os76/11b; 15Os100/11m (15Os105/11x); 17Os4/12k; 14Os94/12y; 13Os141/12b; 14Os96/13v (14Os143/13f, 14Os144/13b); 14Os116/14m; 13Os68/14w; 13Os14/15f; 13Os103/15v (13Os104/15s); 11Os21/16x; 13Os105/15p (13Os106/15k); 14Os116/16t; 12Os100/16x (12Os101/16v); 14Os57/17i; 14Os97/17x; 14Os114/16w; 11Os55/18z; 23Ds3/18w
StPO §276a
Durch die Wiederholung der Hauptverhandlung verliert die vorangegangene ihre rechtliche Bedeutung. Daraus folgt, dass im Fall der Vertagung einer Hauptverhandlung und deren Wiederholung gemäß § 276a StPO formale Voraussetzung zur Geltendmachung des Nichtigkeitsgrundes der Z 4 des § 281 Abs 1 StPO die Antragstellung in der wiederholten Hauptverhandlung ist. Die bloße Verlesung von früher gestellten Beweisanträgen in der wiederholten Hauptverhandlung erfüllt diese Voraussetzung nicht.
12 Os 35/87
Entscheidungstext OGH 22.04.1987 12 Os 35/87
14 Os 114/91
Entscheidungstext OGH 29.10.1991 14 Os 114/91
Auch; nur: Im Fall der Vertagung einer Hauptverhandlung und deren Wiederholung gemäß § 276a StPO ist formale Voraussetzung zur Geltendmachung des Nichtigkeitsgrundes der Z 4 des § 281 Abs 1 StPO die Antragstellung in der wiederholten Hauptverhandlung. (T1)
Beisatz: Als Hauptverhandlung gilt nur diejenige, die der Urteilsfällung unmittelbar vorangeht, mag auch an verschiedenen Tagen verhandelt worden sein. (T2)
14 Os 121/03
Entscheidungstext OGH 18.11.2003 14 Os 121/03
11 Os 23/04
Entscheidungstext OGH 26.07.2005 11 Os 23/04
Auch; Beisatz: Verweise auf frühere, zufolge Neudurchführung der Hauptverhandlung obsolete Anträge ohne relevante Aktualisierung genügen prozessual nicht. (T3)
14 Os 97/05d
Entscheidungstext OGH 20.09.2005 14 Os 97/05d
Auch; Beisatz: Sind seit der vertagten Hauptverhandlung mehr als zwei Monate verstrichen, müssen Anträge, die das Gericht in der vorangegangenen Verhandlung abgelehnt (oder übergangen) hat, erneuert werden, um Grundlage für eine Nichtigkeitsbeschwerde nach § 281 Abs 1 Z 4 StPO sein zu können. Die Verlesung des Protokolls über die vertagte Hauptverhandlung (samt den damals gestellten Beweisanträgen) in der neuen Hauptverhandlung ändert daran nichts. (T4)
14 Os 3/06g
Entscheidungstext OGH 17.02.2006 14 Os 3/06g
13 Os 42/06k
Entscheidungstext OGH 23.08.2006 13 Os 42/06k
Vgl auch; Beisatz: Im Fall der Neudurchführung der Hauptverhandlung reicht es nicht aus, wenn der Verteidiger nur pauschal erklärt, er halte sämtliche Beweisanträge aufrecht, ohne solcherart klarzustellen, welche konkreten Beweisaufnahmen zu welchem Thema begehrt werden. (T5)
11 Os 64/06f
Entscheidungstext OGH 26.09.2006 11 Os 64/06f
Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Dies gilt auch dann, wenn die Neudurchführung aus anderen Gründen als wegen Verstreichens von mehr als zwei Monaten oder geänderter Senatszusammensetzung erfolgt. (T6)
15 Os 117/06d
Entscheidungstext OGH 29.03.2007 15 Os 117/06d
Auch; nur T1; Beisatz: Hier: Verzicht der Parteien auf Neudurchführung wegen „Zeitablaufs", allerdings Erforderlichkeit der Neudurchführung wegen geänderter Senatszusammensetzung. (T7)
15 Os 135/07b
Entscheidungstext OGH 21.01.2008 15 Os 135/07b
14 Os 142/07z
Entscheidungstext OGH 11.03.2008 14 Os 142/07z
15 Os 55/08i
Entscheidungstext OGH 26.06.2008 15 Os 55/08i
Vgl; Beisatz: Als Hauptverhandlung im Sinn der Z 5 des § 345 Abs 1 StPO gilt nur diejenige, die der Urteilsfällung unmittelbar vorangeht (vgl WK-StPO § 276a Rz 10 sowie WK-StPO § 81 Rz 310). (T8)
14 Os 79/08m
Entscheidungstext OGH 08.07.2008 14 Os 79/08m
9 Bkd 3/08
Entscheidungstext OGH 23.02.2009 9 Bkd 3/08
Vgl; Beisatz: Auch im Disziplinarverfahren nach DSt 1990 verliert im Falle der Neudurchführung der Verhandlung (§ 276a StPO) die vorangegangene ihre rechtliche Bedeutung; Beweis- und andere Anträge müssen daher neu gestellt werden, um diese zu wirksamem und damit sanktioniertem Bestand des Verfahrens werden zu lassen. (T9)
Beisatz: Muss im Disziplinarverfahren die Verhandlung wegen einer Änderung der Senatsbesetzung neu durchgeführt werden und widersetzt sich der Disziplinarbeschuldigte nunmehr unter Berufung auf § 36 DSt 1990 ausdrücklich der Ausdehnung, so kann er durch seine Nichtzustimmung in der neu durchgeführten Verhandlung eine Verfolgungsausdehnung verhindern. (T10)
14 Os 36/11t
Entscheidungstext OGH 24.05.2011 14 Os 36/11t
11 Os 76/11b
Entscheidungstext OGH 30.06.2011 11 Os 76/11b
14 Os 94/12y
Entscheidungstext OGH 20.11.2012 14 Os 94/12y
13 Os 141/12b
Entscheidungstext OGH 14.02.2013 13 Os 141/12b
13 Os 103/15v
Entscheidungstext OGH 23.09.2015 13 Os 103/15v
Auuch; Beisatz: Ist die Hauptverhandlung wegen Zeitablaufs und infolge Abwesenheit des Angeklagten nicht in Betracht kommenden Verzichts gemäß § 276 zweiter Satz StPO zu wiederholen, dürfen Protokolle über die Vernehmung von Zeugen in den vorangegangenen Hauptverhandlungen nur unter den Voraussetzungen des § 252 Abs 1 (Z 1 bis 3) StPO verlesen werden. (T11)
14 Os 116/16t
Entscheidungstext OGH 24.01.2017 14 Os 116/16t
14 Os 114/16w
Entscheidungstext OGH 04.04.2018 14 Os 114/16w
23 Ds 3/18w
Entscheidungstext OGH 17.02.2019 23 Ds 3/18w
ECLI:AT:OGH0002:1987:RS0099049
JJR_19870422_OGH0002_0120OS00035_8700000_001
Entscheidungstext 13Os31/06t
13Os31/06t
Der Oberste Gerichtshof hat am 3. Mai 2006 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Rouschal als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Hon. Prof. Dr. Ratz, Hon. Prof. Dr. Schroll, Mag. Hetlinger und Mag. Lendl als weitere Richter in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Dachler als Schriftführerin in der Strafsache gegen Markus B***** wegen des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 206 Abs 1 StGB über die Nichtigkeitsbeschwerde und die Berufung des Angeklagten gegen das Urteil des Landesgerichtes Wels als Schöffengericht vom 7. Juli 2005, GZ 11 Hv 15/04a-29, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss
Markus B***** wurde des Verbrechens des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen nach § 206 Abs 1 StGB schuldig erkannt. Danach hat er zu einem unbekannten Zeitpunkt „vor dem Juli 2002" (zu ergänzen: und nach Mitte 2000) in E***** mit der am 14. Februar 1996 geborenen, mithin unmündigen Jasmin D***** eine dem Beischlaf gleichzusetzende Handlung unternommen, indem er einen Finger in deren Scheide einführte.
Der aus Z 4 des § 281 Abs 1 StPO ergriffenen Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten kommt keine Berechtigung zu.
Die Hauptverhandlung vom 25. November 2004, in welcher der Angeklagte den Antrag „auf Untersuchung der mj. Sarah und Jasmin, dass deren Hymen unverletzt sind, zum Beweis dafür, dass der Vorfall wie in der Anklage dargestellt, nicht stattgefunden hat" gestellt hatte (S 107), wurde nachfolgend gemäß § 276a StPO neu durchgeführt, ohne dass der Antrag in der neu durchgeführten Hauptverhandlung wiederholt worden wäre.
Da aber nach stRsp Anträge, welche bei einer Wiederholung der Hauptverhandlung in einer vorangegangenen gestellt wurden, ihre Gültigkeit verlieren, muss die Verfahrensrüge schon deshalb versagen (Danek, WK-StPO § 276a Rz 10).
Dazu kommt, dass die Mutter der beiden Kinder, als deren gesetzliche Vertreterin befragt, ausdrücklich erklärt hatte, keine Zustimmung zur körperlichen Untersuchung ihrer Kinder zu erteilen (S 107; zum Fehlen einer Verpflichtung des Tatopfers, eine körperliche Untersuchung zuzulassen, vgl Tipold, WK-StPO § 132 Rz 1 und Ratz aaO § 281 Rz 350, RIS-Justiz RS0097541, RS0097513, RS0097681).
Die Zurückweisung der Nichtigkeitsbeschwerde bereits bei der nichtöffentlichen Beratung (§ 285d Abs 1 StPO) hat die Zuständigkeit des Oberlandesgerichtes Linz zur Entscheidung über die Berufung zur Folge (§ 285i StPO).
E80913 13Os31.06t
ECLI:AT:OGH0002:2006:0130OS00031.06T.0503.000
JJT_20060503_OGH0002_0130OS00031_06T0000_000

References: §132
 §134
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 271
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 108
 § 8
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 §276
 § 276
 § 281
 OGH 
 OGH 
 § 276
 § 281
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 281
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 345
 § 276
 § 81
 OGH 
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 § 36
 OGH 
 OGH 
 OGH 
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 § 276
 § 252
 OGH 
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 § 206
 § 206
 § 281
 § 276
 § 276
 § 132
 § 281