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Timestamp: 2016-10-23 20:29:42+00:00

Document:
I 110/99 (22.09.2000)
M.________, 1941, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Vogler, Seefeldstrasse 9a, R�ti,
A.- Die 1941 geborene M.________ ersuchte die Invalidenversicherung im Dezember 1984 um Leistungen (Umschulung, Rente). Mit Verf�gung vom 26. September 1985 lehnte die Ausgleichskasse des Kantons Z�rich beide Begehren ab, was unangefochten blieb. Im Oktober 1985 begann M.________ das Studium in Psychologischer Diagnostik und Beratung am Institut X.________. Aufgrund eines neuen Gesuchs vom 23. Februar 1986 sprach ihr die Ausgleichskasse mit Verf�gung vom 27. Oktober 1986 r�ckwirkend ab 1. Dezember 1985 eine ganze Invalidenrente samt zwei Kinderrenten zu. Im Februar 1991 schloss M.________ die aus gesundheitlichen Gr�nden mehrmals verl�ngerte Ausbildung als psychotherapeutische Beraterin erfolgreich ab. Vom 1. April bis 30. Juni 1994 arbeitete sie als Leiterin einer Aussenwohngruppe im Haus Y.________ im zeitlichen Umfang von 60 % (f�nf Stunden pro Tag). Grund f�r die Aufgabe dieser Stelle auf Ende der dreimonatigen Probezeit waren gesundheitliche Probleme.
Mit Schreiben vom 31. Januar 1995 ersuchte M.________ die Invalidenversicherung um finanzielle Unterst�tzung f�r "vorbereitende Weiterbildungen" im Hinblick auf eine leitende Funktion in einer medizinischen Institution oder die psychologische Beratung im Bereich Erwachsenenbildung. Unter Hinweis auf die Stellungnahme der Berufsberaterin teilte die kantonale IV-Stelle der Gesuchstellerin mit, das Leistungsbegehren m�sse zur Zeit abgelehnt werden, da sie f�r eine geeignete Berufst�tigkeit im Bereich der psychologischen Beratung ausreichend ausgebildet sei. Dass die Versicherte ihre Teilarbeitsf�higkeit nicht voll verwerten k�nne, sei auf behinderungsfremde Faktoren, u.a. fehlende Berufserfahrung, zur�ckzuf�hren. Eine weitere Ausbildung k�nnte in Frage kommen, wenn verbindliche Zusagen f�r eine Stelle in leitender Funktion vorl�gen und Gew�hr bestehe, dass die vorhandene Arbeitsf�higkeit dann in einem gr�sseren Ausmasse verwertet werden k�nne als im Bereich der psychologischen Beratung ohne F�hrungsfunktion (Vorbescheid vom 9. Mai 1995). Daran hielt die Verwaltung trotz den Einwendungen der Versicherten fest und erliess am 8. Juni 1995 eine in diesem Sinne lautende Verf�gung.
B.- M.________ erhob hiegegen Beschwerde mit dem sinngem�ssen Antrag, es sei ihr die Weiterbildung zur Psychotherapeutin oder Familientherapeutin als Umschulung zuzusprechen. Nach zweifachem Schriftenwechsel wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 5. Januar 1999 das Rechtsmittel ab.
C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst M.________ das im kantonalen Verfahren gestellte Rechtsbegehren erneuern.
1.- Die Vorinstanz hat zum streitigen Anspruch auf Weiterbildung zur psychologischen Beraterin, Psychotherapeutin oder Familientherapeutin im Wesentlichen erwogen, die Ausbildung als Psychotherapeutische Beraterin sei als Umschulung im Sinne von Art. 17 Abs. 1 IVG zu betrachten. Die anbegehrte Vorkehr k�nnte daher von der Invalidenversicherung �bernommen werden, wenn es sich dabei um eine im Sinne von ZAK 1978 S. 516 ff. wenn nicht unbedingt notwendige so doch h�chst w�nschenswerte Zusatzausbildung handle. Der Anspruch auf eine solche erg�nzende Umschulung sei aufgrund der Akten zwar nicht ausgeschlossen. Zu beachten sei indessen, dass sich der Antrag der Versicherten auf eine sehr breite, nicht n�her bestimmte Palette von m�glichen Weiterbildungsmassnahmen auf dem Gebiete der Psychologie, umfassend den therapeutischen, den Familien- und den allgemeinen Beratungsbereich, und zwar im Hinblick auf eine selbstst�ndige oder unselbstst�ndige Erwerbst�tigkeit beziehe. Es ginge jedoch zu weit, alle m�glichen darunter fallenden Vorkehren unter dem Gesichtspunkt der Umschulung zu �berpr�fen, dies umso mehr, als die schulischen und praktischen Voraussetzungen je nach Institution und Ausbildungsrichtung variierten. Desgleichen seien je nach dem angestrebten Berufsziel die rechtlichen und weiteren berufsspezifischen Regelungen verschieden, m�ssten die medizinischen und berufsberaterischen Aspekte anders gewichtet werden, und seien die M�glichkeiten, welche sich durch eine Weiterausbildung erg�ben, unterschiedlich zu taxieren. Es sei somit unumg�nglich, dass die Versicherte im Hinblick auf einen allf�lligen erg�nzenden Umschulungsanspruch die Ausbildungsrichtung n�her bestimme, dies umso mehr, als sie unbestritten �ber eine breite schulische Grundausbildung auf dem Gebiet der angewandten Psychologie verf�ge. Insofern sei der vorliegende Fall mit dem in ZAK 1977 S. 325 beurteilten Sachverhalt vergleichbar. Ein eingliederungswirksames Umschulungskonzept, dem eine konkrete berufliche Absicht zugrunde liege, sei umso mehr erforderlich im Hinblick auf das Alter der Versicherten und darauf, dass sie im angestrebten Bereich abgesehen von der dreimonatigen Anstellung im Haus Y.________ als Leiterin einer Aussenwohngruppe vom 1. April bis 30. Juni 1994, welche T�tigkeit sie nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gr�nden habe aufgeben m�ssen, noch nie praktisch t�tig gewesen sei. Unter diesen Umst�nden habe die Verwaltung den Anspruch auf Weiterbildung zu Recht zur Zeit abgelehnt. Es sei in erster Linie Sache der Versicherten, im Zusammenwirken mit der IV-Stelle ihre beruflichen Absichten zu konkretisieren und hernach gegebenenfalls ein entsprechendes formelles Gesuch einzureichen.
2.- a) Die vorinstanzlichen Ausf�hrungen werden zu Recht in grunds�tzlicher Hinsicht nicht bestritten. Indessen wird geltend gemacht, es k�nne der Beschwerdef�hrerin nicht vorgeworfen werden, ihre beruflichen Absichten seien im Verf�gungszeitpunkt (8. Juni 1995) nicht gen�gend erkennbar gewesen. Es sei ihr nach Abschluss der Ausbildung am Institut X.________ im Februar 1991 nicht gelungen, ohne ad�quate Weiterbildung eine Anstellung zu finden. Die damals einzig realistische M�glichkeit der wirtschaftlichen Umsetzung dieses Studiums habe daher darin bestanden, sich im Rah- men von Weiterbildungen einen Status zu verschaffen, der schliesslich die Aufnahme einer selbstst�ndigen Erwerbst�tigkeit erm�glicht habe. Damit sei sie heute in der Lage, auf behindertengerechte Weise (insbesondere Einschaltung von Erholungspausen etc. w�hrend der Arbeit) ein substanzielles Einkommen zu erzielen. Unter diesen Umst�nden den angefochtenen Entscheid zu sch�tzen und die Beschwerdef�hrerin auf den Weg der Neuanmeldung zu verweisen, h�tte zur Folge, dass sie f�r die entsprechenden Weiterbildungs- kosten f�r die Zeit ab 1991 von immerhin weit mehr als Fr. 30'000. - (ohne Transportkosten) praktisch keine Zahlung mehr erwarten k�nne.
b) Gem�ss einem mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereichten Schreiben des Rechtsvertreters der Beschwerdef�hrerin an die IV-Stelle vom 24. August 1998 hat die Versicherte um Erstattung der von ihr bezahlten Kosten f�r die nach Abschluss der Ausbildung am Institut X.________ im Zeitraum 1991 bis 1997 absolvierten Weiterbildungen ersucht. Offensichtlich darauf Bezug nehmend h�lt die Berufsberaterin in einem ebenfalls in diesem Verfahren aufgelegten Schreiben vom 5. November 1998 u.a. fest: "Ein Kommentar zur (...) zus�tzlich geforderten Weiterbildungsmassnahme bis zur Natur�rztin er�brigt sich, da dazu bereits am 9.3.95 durch uns Stellung genommen wurde. Schon damals hielten wir fest, dass die Versicherte f�r eine T�tigkeit als psychologische Beraterin mit dem Abschluss am Institut X.________ ausreichend ausgebildet ist (...)". Mit derselben Begr�ndung hatte die IV-Stelle mit Verf�gung vom 8. Juni 1995 das Begehren um "vorbereitende Weiterbildungen" im Hinblick auf eine leitende Funktion in einer medizinischen Institution oder die psychologische Beratung im Bereich Erwachsenenbildung abgelehnt. Und in der Vernehmlassung zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hrt die Verwaltung aus, nach der Ausbildung zur Psychologin am Institut X.________ stehe der Beschwerdef�hrerin ein breites Bet�tigungsfeld offen, weshalb die von ihr angestrebte Zusatzausbildung keine notwendige berufliche Eingliederungsmassnahme im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne darstelle.
c) Aus dem vorstehend Dargelegten ist zu schliessen, dass die Beschwerdef�hrerin offenbar nach Abschluss der Ausbildung am Institut X.________ im Februar 1991 weitere Lehrg�nge absolvierte und danach eine selbstst�ndige Erwerbst�tigkeit aufnahm. N�here Einzelheiten sind indessen nicht bekannt. Die Versicherte erw�hnte weder bei der Anmeldung Ende Januar 1995 noch im Rahmen des Vorbescheidverfahrens, dass sie bereits in diesem Zeitpunkt weitere Kurse besucht hatte resp. in einem solchen stand, und auch ihr Rechtsvertreter hat es sowohl in der vorinstanzlichen Replik als auch in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim blossen Hinweis belassen, dass seine Mandantin "mitten in der Ausbildung steckt" und dank "Weiterbildung" selbstst�ndig erwerbst�tig sein k�nne. Die Abkl�rungen der eingliederungsm�ssigen Verh�ltnisse durch die Verwaltung wiederum haben sich nach Lage der Akten im Wesentlichen darin ersch�pft, eine Stellungnahme der Berufsberaterin und des IV-Arztes einzuholen, ohne auch die Gesuchstellerin selber zu befragen. Ob hiezu Anlass bestanden h�tte in dem Sinne, dass es grunds�tzlich Sache der IV-Stelle und ihrer Fachleute ist, die Versicherten �ber das in ihrem Fall M�gliche, Vern�nftige und Machbare zu beraten und nicht zu verlangen, dass mit der Anmeldung auch schon konkret in Aussicht genommene Lehrg�n- ge pr�sentiert werden, was die Vorinstanz zu verneinen scheint, braucht aus den nachstehenden Gr�nden nicht abschliessend gepr�ft zu werden.
3.- a) Obschon mit der Verf�gung vom 8. Juni 1995 nicht der Anspruch auf �bernahme einer konkreten Aus/Weiterbildung durch die Invalidenversicherung verneint wurde, haben unter den gegebenen Umst�nden die nach Abschluss des Psychologiestudiums am Institut X.________ absolvierten Lehrg�nge als von diesem Verwaltungsakt miterfasst zu gelten. Folgerichtig stellt die Anerkennung dieser Vorkehren als (erg�nzende) Umschulungsmassnahme im Sinne von Art. 17 Abs. 1 IVG (das einzige und eigentliche) Prozessthema dar. Dass die Vorinstanz sich zu dieser Frage nicht ge�ussert hat, �ndert nichts daran, nachdem immerhin in der Replik darauf hingewiesen worden war, dass die Versicherte bereits "mitten in einer Ausbildung" steckt und die "pers�nlichen k�rperlichen und finanziellen Aufwendungen" nur bei einem ordentlichen Abschluss nicht "unn�tze Investitionen" darstellten.
b) Im Weitern kann entgegen der IV-Stelle aufgrund der Akten nicht ohne weiteres gesagt werden, die Beschwerdef�hrerin sei mit der Ausbildung zur Psychologin optimal und zweckm�ssig eingegliedert (gewesen), weshalb es an der Notwendigkeit zus�tzlicher Lehrg�nge fehle. Anderer Auffassung scheint auch das kantonale Gericht zu sein, wenn es unter Hinweis auf drei im kantonalen Verfahren eingereichte "Best�tigungen" der Notwendigkeit einer Fort- und Weiterausbildung, u.a. des Institut X.________ und des Instituts Z.________ f�r K�rperzentrierte Psychotherapie, ausf�hrt, dass eine erg�nzende Umschulung nach Art. 17 IVG nicht von vornherein ausgeschlossen sei. Inwiefern eine berufliche Massnahme, sei es eine erstmalige berufliche Ausbildung nach Art. 16 IVG oder eine Umschulung im Sinne von Art. 17 IVG, eine Zusatzausbildung erfordert, um das Eingliederungsziel zu erreichen, h�ngt, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu Recht geltend gemacht wird, zun�chst von Art und Umfang der gesundheitlichen Beeintr�chtigung ab. Von Bedeutung sind sodann Breite und Tiefe der Grundausbildung, hier des Psychologiestudiums am Institut X.________, (verwertbare) Berufserfahrungen sowie die Angebots- und Nachfragesituation auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Zusammenhang zieht die Vorinstanz zu Recht eine Parallele zu dem in ZAK 1977 S. 325 beurteilten Fall eines Lizenziaten der Rechte, bei welchem der zum Erwerb des Anwaltspatentes erforderliche Lehrgang, umfassend u.a. ein mindestens einj�hriges Praktikum bei einem Gericht oder bei einem Anwalt sowie das Examen, als Weiterausbildung im Sinne von Art. 16 Abs. 2 lit. c IVG anerkannt wurde.
Zu erw�hnen ist schliesslich, dass der Anspruch auf erg�nzende Massnahmen zu einer Umschulung nach Art. 17 Abs. 1 IVG im Unterschied zu dieser nicht an die Voraussetzung der invalidit�tsbedingten Notwendigkeit gekn�pft ist. Vielmehr gen�gt, dass die betreffende Zusatzausbildung im Rahmen des Einfachen und Zweckm�ssigen erforderlich ist, damit das Eingliederungsziel voraussichtlich erreicht werden kann (vgl. BGE 124 V 109 f. Erw. 2a sowie EVGE 1967 S. 108 und ZAK 1978 S. 516 f. Erw. 2).
c) Aufgrund der vorstehenden Ausf�hrungen lassen sich Entscheid und Verf�gung, soweit sie die nach Abschluss des Psychologiestudiums im Februar 1991 absolvierten Weiterbildungen betreffen oder sich dazu nicht �ussern, nicht halten. Vielmehr wird die IV-Stelle entsprechende Abkl�rungen vorzunehmen und hernach zu pr�fen haben, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Anspruch auf berufliche Massnahmen der Invalidenversicherung besteht.
4.- Dem Prozessausgang entsprechend steht der Beschwerdef�hrerin f�r das letztinstanzliche Verfahren eine Parteientsch�digung zu (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
I.Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 5. Januar 1999 und die Verf�gung vom 8. Juni 1995 aufgehoben werden und die Sache an die IV-Stelle des Kantons Z�rich zur�ckgewiesen wird, damit sie nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen �ber den Anspruch der Beschwerdef�hrerin verf�ge.
III. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 1500. - (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

References: Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 16
 Art. 17
 Art. 16
 Art. 17
 BGE 
 Art. 159