Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20ZR%20217/75
Timestamp: 2019-05-22 22:11:37+00:00

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BGH, 20.01.1977 - II ZR 217/75 - dejure.org
BGH, 20.01.1977 - II ZR 217/75
https://dejure.org/1977,244
BGH, 20.01.1977 - II ZR 217/75 (https://dejure.org/1977,244)
BGH, Entscheidung vom 20.01.1977 - II ZR 217/75 (https://dejure.org/1977,244)
BGH, Entscheidung vom 20. Januar 1977 - II ZR 217/75 (https://dejure.org/1977,244)
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Gesellschafterausschluss ohne Vorliegen eines wichtigen Grunds durch Gesellschafterbeschluss auf Grundlage des Gesellschaftsvertrags - Abänderung des gesetzlich vorgesehenen Ausschließungsverfahrens - Rechtliche Bedenklichkeit eines an wichtige Gründe nicht gebundenen Ausschließungsrechts - Geltung der festgelegten Klagefrist für einen von vornherein unzulässigen Ausschließungsbeschluss
HGB § 140, § 119, § 105
BGHZ 68, 212
NJW 1977, 1292
MDR 1977, 732
DNotZ 1977, 680
DB 1977, 1132
a) Zwar ist im Gesellschaftsvertrag der Klägerin, was nach der ständigen Rechtsprechung des Senats bei Publikumsgesellschaften wie der Klägerin grundsätzlich zulässig ist (siehe nur BGHZ 68, 212, 216;… Sen. Urt. v. 13. Februar 1995 - II ZR 15/94, ZIP 1995, 460; v. 17. Juli 2006 - II ZR 242/04, WM 2006, 1627 Tz. 14), das kapitalgesellschaftsrechtliche Beschlussmängelrecht teilweise adaptiert worden.
Allerdings steht es den Gesellschaftern auch in einer Personengesellschaft frei, die Berufung auf Beschlußmängel durch materielle Ausschlußfristen für die Klageerhebung im Gesellschaftsvertrag zu beschränken (…Sen.Urt. v. 13. Februar 1995 - II ZR 15/94, ZIP 1995, 460; BGHZ 68, 212, 216).
Eine solche Regelung im Gesellschaftsvertrag einer Publikumspersonengesellschaft ist nach der ständigen Rechtsprechung des Senats zulässig (siehe nur BGH, Urteil vom 20. Januar 1977 - II ZR 217/75, BGHZ 68, 212, 216; Urteil vom 13. Februar 1995 - II ZR 15/94, ZIP 1995, 460, 461;… Urteil vom 17. Juli 2006 - II ZR 242/04, WM 2006, 1627 Rn. 14).
Es hat sich dabei auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats bezogen, nach der angesichts der schwerwiegenden Rechtsbeeinträchtigung, die mit dem Entzug der Gesellschafterstellung verbunden ist, eine im Gesellschaftsvertrag festgelegte Klagefrist einschränkend auszulegen ist, soweit sie für Ausschließungsbeschlüsse gelten soll (BGH, Urteil vom 20. Januar 1977 - II ZR 217/75, BGHZ 68, 212, 216).
a) Die §§ 133, 140, 161 II HGB enthalten allerdings dispositives Recht - vgl. schon § 133 III HGB -, weswegen die Ausschließung durch gesellschaftsvertragliche Regelung erleichtert werden kann (vgl. BGHZ 31, 295 ff.; BGHZ 68, 212 ff.; BGH NJW-RR 1997, 925 f.;… BGH ZIP 2005, 1322 ff., Juris - Rdnr. 32 f.;… Baumbach/Hopt § 140 HGB, Rdnr. 30).
Die Klausel des § 8 V GV kann sich nicht auf Ausschließungsbeschlüsse beziehen, welche die Gesellschafterversammlung nach dem Inhalt des Gesellschaftsvertrages - wie hier - gar nicht hätte fassen dürfen, d. h. die von vornherein unzulässig waren (BGHZ 68, 212 ff.;… Baumbach/Hopt § 119 HGB, Rdnr. 32).
Die zitierte Klausel, wonach Beschlüsse der Gesellschafterversammlung nur innerhalb einer Frist von zwei Monaten angefochten werden können, kann sich nur auf einen Katalog von Maßnahmen beziehen, für die nach dem Willen der Gesellschafter die Gesellschafterversammlung zuständig sein soll (vgl. BGHZ 68, 212 ff.).
Für die Beurteilung eines Ausschließungsbeschlusses macht es einen entscheidenden Unterschied, ob sich die Gesellschafterversammlung bereits Befugnisse anmaßt, die ihr gar nicht zustehen, oder ob sie bei korrekter Anwendung gesellschaftsvertraglicher Bestimmungen lediglich wegen der inhaltlich fehlerhaften Beurteilung eines Sachverhaltes zu einer unrichtigen Entscheidung kommt (vgl. BGHZ 68, 212 ff.).
Gesellschaftersausschließung nach freiem Ermessen
BGH, 29.05.1978 - II ZR 52/77
Nichtigkeit einer Abfindungsklausel - Begriff der Buchwertabfindung - Anspruch …

References: § 140
 § 119
 § 105
 § 133
 BGH 
 BGH 
 § 140
 § 8
 § 119