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Timestamp: 2019-01-20 19:06:59+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein MiddelNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Middelburger Seen" vom 9. Dezember 1999 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Middelburger...
juris-Abkürzung: MiddelNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 09.12.1999
Fundstelle: GVOBl. 1999, 508
Gliederungs-Nr: 791-4-194
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Middelburger Seen" vom 9. Dezember 1999 01.01.2003
(1) Der Middelburger See, der Peper See, der Achtersee und der Kohlborn, deren Uferbereiche sowie die daran angrenzenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen bei Middelburg in der Gemeinde Süsel, Kreis Ostholstein, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Middelburger Seen" unter Nummer 181 in das im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als oberste Naturschutzbehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) Das Naturschutzgebiet erfüllt die Auswahlkriterien der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/ EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42).
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 123 ha groß und umfaßt die in der Abgrenzungskarte bezeichneten Gemarkungsteile Kohlborn, Hohenheisch, Steilen Enn, Schefkoppel, Im Dorfe, Lüttenkamp, Achtersee, Aalwehr, Klenzenholz, Neuenkamp, Peperseekoppel, Peper See, Neukoppel, Dachkrug und Middelburger See in den Gemarkungen Ottendorf, Fassensdorf und Süsel-Middelburg.
(3) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karte ist im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Oberste Naturschutzbehörde, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Bürgermeister der Gemeinde Süsel, 23701 Süsel,
(1) Das Naturschutzgebiet besteht aus dem Middelburger See sowie den mit ihm verbundenen Kleinseen und ihren Verlandungsbereichen im Naturraum der Pönitzer Seenplatte als Teilgebiet des Naturraumes Ostholsteinisches Hügel- und Seenland. Es umfaßt vermoorte Niederungen und Verlandungsbereiche, Röhrichte, Großseggenrieder, Erlenbruchsäume, ausgeprägte Geländekuppen, Ackerflächen, Wiesen und Weiden, der Eigenentwicklung überlassene Flächen sowie Fließgewässer und ist Lebensraum vielfältiger und extrem gefährdeter Lebensgemeinschaften.
die Gewässerökosysteme der Seen einschließlich der Ufer und Verlandungszonen in einem möglichst naturnahen Zustand,
den relativ nährstoffarmen Zustand der Gewässer als Lebensraum für typische und gefährdete Lebensgemeinschaften,
das mesotrophe Verlandungsmoor südlich des Middelburger Sees mit seinen teilweise sehr seltenen und gefährdeten Pflanzen und Tieren,
die Brut-, Rast- und Mauserbestände der zum Teil im Bestand bedrohten Wasser-, Röhricht- und Wiesenvögel,
die extensiv genutzten Grünlandbereiche und die der Eigenentwicklung überlassenen Flächen zu erhalten und zu schützen sowie
ehemalige landwirtschaftlich genutzte Flächen zu entwickeln.
die Gewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren oder auf diesen Gewässern mit Eisfahrzeugen aller Art zu fahren;
die auf den Schutzzweck ausgerichteten Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen auf den im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Schleswig-Holstein und der kommunalen Gebietskörperschaften befindlichen Flächen sowie auf den von der Stiftung Naturschutz und von juristischen Personen des Privatrechtes für Zwecke des Naturschutzes erworbenen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde; für das Flurstück 47 in der Flur 2, Gemarkung Süsel, tritt die vorstehende Regelung am 1. Oktober 2003 in Kraft;
Acker genutzten Flächen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang mit der Einschränkung, dass ab dem 1. Januar 2001 nur noch die in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte kariert dargestellten Flächen ackerbaulich genutzt werden dürfen und auf den verbleibenden Randstreifen weder Dünger, Pflanzenschutzmittel noch andere Stoffe ausgebracht werden dürfen;
Grünland genutzten Flächen; nicht zulässig ist es, die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln oder auf diesen Flächen Pflanzenschutzmittel oder Klärschlamm und ab dem 1. Oktober 2005 Dünger auszubringen;
die ordnungsgemäße, den Schutzzweck berücksichtigende forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der übrigen, bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen; für Bruch- und Sumpfwald gilt dies, soweit die Bestimmungen des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes nicht entgegenstehen; die natürlichen Entwicklungsabläufe haben Vorrang;
Bewegungsjagden vor dem 1. November eines jeden Jahres durchführen; ausgenommen hiervon ist die Jagd auf Schwarzwild auf Maisanbauflächen im September und Oktober eines jeden Jahres;
geschlossene Hochsitze oder Fütterungseinrichtungen zu errichten oder Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen oder zu betreiben oder Brutkästen für Enten aufzustellen;
die ordnungsgemäße Ausübung der erwerbsmäßigen Fischerei im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes sowie des § 3 Abs. 1 des Landesfischereigesetzes bis zum 30. April 2003;
der Fischfang mit der Handangel im Kohlborn von den in Nummer 11 genannten genehmigten baulichen Anlagen aus; unberührt bleiben die Bestimmungen der §§ 3, 13 und 21 des Landesfischereigesetzes; die Bestimmungen des § 15a des Landesnaturschutzgesetzes sind zu beachten;
der Betrieb und die Unterhaltung gewässerkundlicher Meßanlagen nach § 12 Abs. 1 des Landesnaturschutzgesetzes sowie die hierfür erforderlichen Forschungs- und Vermessungsarbeiten;
die Nutzung und Unterhaltung der genehmigten baulichen Anlagen an den Gewässern;
das Baden im Achtersee von der in der Örtlichkeit gekennzeichneten Badestelle der Gemeinde Süsel aus in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
das Eislaufen auf dem Middelburger See von Uferflächen aus, die mit Zustimmung der unteren Naturschutzbehörde festzulegen und in der Örtlichkeit zu kennzeichnen sind;
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und des § 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchstabe c im Einzelfall zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(3) Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und des § 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchstabe d zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 Gewässer im Sinne des § 31 des Wasserhaushaltsgesetzes ausbaut oder Maßnahmen durchführt, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß oder die Fließgeschwindigkeit erheblich verändern, oder Stoffe einbringt, einleitet, entnimmt oder andere Maßnahmen vornimmt, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 die Gewässer mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt oder auf diesen Gewässern mit Eisfahrzeugen aller Art fährt;

References: § 7
 § 15
 § 7
 § 3
 § 15
 § 12
 § 4
 § 5
 § 4
 § 5

§ 4
 § 31

§ 4