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Timestamp: 2019-06-26 09:22:13+00:00

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BGH, 25.10.2007 - IX ZR 157/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,1144
BGH, 25.10.2007 - IX ZR 157/06 (https://dejure.org/2007,1144)
BGH, Entscheidung vom 25.10.2007 - IX ZR 157/06 (https://dejure.org/2007,1144)
BGH, Entscheidung vom 25. Januar 2007 - IX ZR 157/06 (https://dejure.org/2007,1144)
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Gläubigerbenachteiligung i.R.d. Insolvenzanfechtung bei Überweisungen aus einem Guthaben nach Zustellung einer Pfändungsverfügung; Überweisung des Schuldners nach Wiederherstellung der Verfügungsmacht über sein Geschäftskonto durch den Pfändungsgläubiger; Zeitpunkt des Wirksamwerdens eines Pfändungspfandrechts
Zur Insolvenzanfechtung bei Zahlungen vom gepfändeten Geschäftskonto des Schuldners nach zeitweiser Wiederherstellung der Verfügungsbefugnis
Zur Gläubigerbenachteiligung nach Zustellung einer Pfändungsverfügung
InsO § 129 Abs. 1 § 133 Abs. 1
Anfechtung von Verfügungen des Schuldners über ein gepfändetes Konto nach Freigabe durch den Pfändungsgläubiger
Gläubigerbenachteiligung nach Zustellung der Pfändungsverfügung
Rechtshandlung im Sinne der Vorsatzanfechtung
OLG Stuttgart, 17.06.2008 - 3 U 8/08
NJW-RR 2008, 647
ZIP 2008, 131
MDR 2008, 347
NZI 2008, 180
WM 2008, 168
BB 2008, 523
DB 2008, 289
An einer Rechtshandlung des Schuldners fehlt es zwar dann, wenn er nur noch die Wahl hat, die geforderte Zahlung sofort zu leisten oder die Vollstreckung durch die anwesende Vollziehungsperson zu dulden, so dass jede Möglichkeit zu einem selbstbestimmten Handeln ausgeschaltet ist (BGHZ 162, 143, 152 ; BGH, Urt. v. 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131, 132 Rn. 16;… BGH, Beschl. v. 19. Februar 2009 - IX ZR 22/07, ZIP 2009, 728 Rn. 3).
Pfändet der Gläubiger in eine dem Schuldner eröffnete Kreditlinie, so entsteht ein Pfandrecht erst mit dem Abruf der Kreditmittel als Rechtshandlung des Schuldners (Fortführung von BGH, 25. Oktober 2007, IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131).
Diese Voraussetzungen sind zweifellos zu bejahen, wenn der Schuldner eine Überweisung veranlasst, mögen für den Zahlungsempfänger auch zuvor die Ansprüche auf Auszahlung gepfändet und zur Einziehung überwiesen worden sein (BGH, Urteil vom 10. Februar 2005 - IX ZR 211/02, BGHZ 162, 143, 152; vom 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131 Rn. 16;… vom 9. Juli 2009 - IX ZR 86/08, ZIP 2009, 1674 Rn. 21;… vom 3. Februar 2011 - IX ZR 213/09, ZIP 2011, 531 Rn. 5).
Die Schuldnerin hätte diese Überweisungen ohne weiteres unterlassen können (vgl. BGH…, Urteil vom 10. Februar 2005, aaO S. 152; vom 25. Oktober 2007, aaO Rn. 16).
Nach ständiger Rechtsprechung des Senats hat eine Zahlung mit Mitteln eines zuvor eingeräumten und vom Schuldner abgerufenen Dispositionskredits auch gläubigerbenachteiligende Wirkung (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2007, aaO Rn. 14;… vom 6. Oktober 2009 - IX ZR 191/05, BGHZ 182, 317 Rn. 13 mwN).
Hat der Gläubiger ein anfechtungsfestes Pfandrecht erworben, so braucht er davon gedeckte Zahlungen nicht zurückzugewähren, weil sie die Gläubiger nicht benachteiligen (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, WM 2008, 168 Rn. 9).
Dann fehlt es an einer willensgeleiteten Rechtshandlung des Schuldners (BGH, Urteil vom 27. Mai 2003 - IX ZR 169/02, BGHZ 155, 75, 79; vom 10. Februar 2005 - IX ZR 211/02, BGHZ 162, 143, 147 und 151 f; vom 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131 Rn. 16;… Beschluss vom 19. Februar 2009 - IX ZR 22/07, ZIP 2009, 728 Rn. 3;… vom 18. Juni 2009 - IX ZR 7/07, ZIP 2009, 1434 Rn. 8;… Urteil vom 6. Oktober 2009 - IX ZR 191/05, BGHZ 182, 317 Rn. 8;… vom 10. Dezember 2009 - IX ZR 128/08, ZIP 2010, 191 Rn. 10, 28).
Die Deckung von Absonderungsrechten ist jedoch insoweit nicht anfechtbar, als der Empfänger aus dem Absonderungsgegenstand hätte Befriedigung erlangen können (BGHZ 138, 291, 306 f ; 157, 350, 353 ;… BGH, Urt. v. 21. März 2000 - IX ZR 138/99, ZIP 2000, 898; v. 1. Oktober 2002 - IX ZR 360/99, ZIP 2002, 2182, 2183 f; v. 20. März 2003 - IX ZR 166/02, ZIP 2003, 808, 809;… v. 9. November 2006 - IX ZR 133/05, ZIP 2007, 35, 36 Rn. 8; v. 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131 Rn. 9;… HK-InsO/Kreft, 5. Aufl. § 129 Rn. 61).
Wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat, ist ein Pfändungspfandrecht des beklagten Landes erst mit dem Abruf des eingeräumten Dispositionskredits durch die Schuldnerin entstanden und beruht damit auf einer Rechtshandlung der Schuldnerin, weil die Inanspruchnahme einer Kreditlinie nur durch den Kontoinhaber selbst erfolgen kann (vgl. BGH, Urteil vom 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, WM 2008, 168 Rn. 16;… vom 9. Juni 2011 - IX ZR 179/08, WM 2011, 1343 Rn. 12 ff).
Dieser grundsätzliche Vorrang des einzel vollstreckenden Gläubigers im Bereich des § 133 Abs. 1 InsO ist schon deshalb für die diesbezügliche Bestimmung des Begriffs der Rechtshandlung des Schuldners von Bedeutung, weil der BGH (BGHZ 162, 143, 152; BGH WM 2008, 168, 169 Rdn. 16, ständige Rechtsprechung) die aus der Einzelzwangsvollstreckung für die Rechtshandlung des Schuldners resultierenden Folgen dahingehend begrenzt, dass nur diejenige Zwangsvollstreckungssituation, in der der Schuldner nur noch die Wahl hat, die geforderte Zahlung sofort zu leisten oder die Vollstreckung durch die bereits anwesende Vollziehungsperson zu dulden, eine mitwirkende Rechtshandlung des Schuldners ausschließt.
Ausnahmsweise kann es in einem solchen Fall an einer Rechtshandlung des Schuldners fehlen, wenn jede Möglichkeit des Schuldners zu einem selbstbestimmten Handeln ausgeschlossen ist, weil er nur noch die Wahl hat, die geforderte Zahlung sofort zu leisten oder die Vollstreckung durch die bereits anwesende Vollziehungsperson zu dulden (BGHZ 155, 75, 79 f ; 162, 143, 151 f ; BGH, Urt. v. 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131 f).
Der Anspruch auf Auszahlung eines zugesagten Darlehens ist mit dessen Abruf pfändbar (BGH, Urteil vom 25. Oktober 2007 - IX ZR 157/06, WM 2008, 168 Rn. 14).
Die Rechtshandlung der Pfändung der Ansprüche des Schuldners gegen das Kreditinstitut aus einem vereinbarten Dispositionskredit gilt erst dann als vorgenommen, wenn und soweit der Schuldner den ihm zur Verfügung stehenden Kredit abruft und hierdurch das Kreditinstitut zu der dem Schuldner zuzurechnenden Barauszahlung oder Überweisung verpflichtet (BGH, Urt.v.17.02.2004, IX ZR 318/01, ZIP 2004, 669 f.; Urt.v.25.10.2007, IX ZR 157/06, ZIP 2008, 131 f.).
Das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25.10.2007 (IX ZR 157/06, a,a,O.), auf das der Kläger in diesem Zusammenhang verweist, rechtfertigt keine abweichende rechtliche Wertung.
LG Münster, 04.12.2008 - 2 O 1012/08
Insolvenzverwalter hat keinen Rückgewähranspruch gem. § 143 InsO gegen die Bank …

References: § 129
 § 133
 § 129
 § 133
 BGH 
 BGH 
 § 143