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Timestamp: 2016-10-26 07:43:43+00:00

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5A_636/2011 (10.02.2012)
5A_636/2011
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, I. Zivilkammer, vom 21. Februar 2011.
X.________ (Ehefrau und Beschwerdef�hrerin), Jahrgang 1943, und Y.________ (Ehemann und Beschwerdegegner), Jahrgang 1948, heirateten am 21. Juni 1969. Sie wurden Eltern dreier Kinder, geboren in den Jahren 1969, 1972 und 1973. Der Beschwerdegegner f�hrte den familieneigenen Weinbaubetrieb. Die Beschwerdef�hrerin besorgte den Haushalt der Familie, betreute die Kinder und arbeitete zus�tzlich im Familienbetrieb mit. Die Ehegatten trennten sich Ende Februar 2003. Ihr Getrenntleben musste gerichtlich geregelt werden. Am 1. M�rz 2007 reichte die Beschwerdef�hrerin die Scheidungsklage ein. Die Parteien unterzeichneten am 20. M�rz 2007 einen gemeinsamen Scheidungsantrag, konnten sich �ber die verm�gensrechtlichen Scheidungsfolgen aber nicht einigen. Auf Veranlassung der Beschwerdef�hrerin und des �ltesten Sohnes der Parteien war dem Beschwerdegegner im Rahmen vormundschaftlicher Anordnungen vom September 2004 bis Juni 2006 und aufgrund vorsorglicher Massnahmen vom Juni 2007 bis Mai 2010 die F�hrung des Weinbaubetriebes ganz oder teilweise entzogen. Die Gesch�fte besorgten w�hrend dieser Zeit die Beschwerdef�hrerin und der �lteste Sohn der Parteien, der selber als Winzer und K�fer ausgebildet ist.
Das Bezirksgericht G.________ schied die Ehe. Es verpflichtete den Beschwerdegegner, einen Unterhaltsbeitrag von monatlich Fr. 2'000.-- bis und mit Juni 2013, d.h. bis zu seinem Eintritt in die AHV-Berechtigung, und aus G�terrecht Fr. 845'554.-- an die Beschwerdef�hrerin zu bezahlen (Urteil vom 20. Mai 2009). Auf Berufungen beider Parteien hin verpflichtete das Kantonsgericht von Graub�nden den Beschwerdegegner, der Beschwerdef�hrerin bis zum 31. Juli 2018 einen monatlichen Unterhaltsbeitrag von Fr. 3'000.-- zu bezahlen und in g�terrechtlicher Hinsicht eine Ausgleichszahlung von Fr. 289'423.-- auszurichten (Urteil vom 21. Februar 2011).
Mit Eingabe vom 15. September 2011 beantragt die Beschwerdef�hrerin dem Bundesgericht in der Sache, den Beschwerdegegner zu verpflichten, ihr eine g�terrechtliche Ausgleichszahlung von Fr. 723'694.-- auszurichten. Der Beschwerdegegner schliesst auf Abweisung der Beschwerde. Die weiteren Eingaben der Parteien wurden zugestellt.
Das angefochtene Urteil betrifft die g�terrechtliche Auseinandersetzung nach den Vorschriften �ber die Errungenschaftsbeteiligung (Art. 120 i.V.m. Art. 196 ff. ZGB) und damit eine Zivilsache (Art. 72 Abs. 1 BGG) in einer verm�gensrechtlichen Angelegenheit, deren Streitwert den gesetzlichen Mindestbetrag von Fr. 30'000.-- �bersteigt (Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG). Es ist kantonal letztinstanzlich (Art. 75 Abs. 1 BGG), lautet zum Nachteil der Beschwerdef�hrerin (Art. 76 Abs. 1 BGG) und schliesst das kantonale Verfahren ab (Art. 90 BGG). Auf die - im weiteren rechtzeitig erhobene (Art. 100 Abs. 1 BGG) - Beschwerde kann eingetreten werden.
Hauptgegenstand der g�terrechtlichen Auseinandersetzung ist der Weinbaubetrieb, den der Beschwerdegegner 1978 von seinem Vater �bernommen und als Einzelfirma ("Kellerei Y.________") weitergef�hrt hat.
2.1 Ein landwirtschaftliches Gewerbe, das ein Ehegatte als Eigent�mer selber weiterbewirtschaftet, ist bei Berechnung des Mehrwertanteils und der Beteiligungsforderung gem�ss Art. 212 Abs. 1 ZGB zum Ertragswert einzusetzen. Bereits vor Kantonsgericht ist unbestritten geblieben, dass der Weinbaubetrieb als landwirtschaftliches Gewerbe zu gelten hat und der Beschwerdegegner als Selbstbewirtschafter anzusehen ist. Massgebend f�r die g�terrechtliche Auseinandersetzung war damit im Grundsatz der Ertragswert des Weinbaubetriebs (vgl. E. 4 S. 11 des angefochtenen Urteils und S. 7 Ziff. 22 der Beschwerdeschrift).
2.2 Das Kantonsgericht hat den Weinbaubetrieb als einen Verm�gensgegenstand und damit als eine rechtlich finanzielle Einheit erfasst und - zufolge erbrechtlicher bzw. unentgeltlicher �bernahme (Art. 198 Ziff. 2 ZGB) - dem Eigengut des Beschwerdegegners zugeordnet (vgl. E. 5 S. 12 ff. des angefochtenen Urteils). Von dieser Zuweisung des Weinbaubetriebs als Ganzes, d.h. mit allen Aktiven und Passiven, in das Eigengut des Beschwerdegegners, geht auch die Beschwerdef�hrerin aus (S. 7 f. Ziff. 24 der Beschwerdeschrift). Das Kantonsgericht hat sodann die Finanzierungsanteile von Eigengut und Errungenschaft am Weinbaubetrieb festgelegt und daraus die Forderung der Errungenschaft des Beschwerdegegners gegen dessen Eigengut berechnet (E. 8c S. 25 ff. des angefochtenen Urteils). Die Beschwerdef�hrerin wendet gegen die vereinfachte Gesamtabrechnung nichts ein und �bernimmt die Berechnungsweise (S. 12 f. Ziff. 37-39 der Beschwerdeschrift).
2.3 Auf die vorstehenden, in der Beschwerde unangefochten gebliebenen Schritte in der Abwicklung des g�terrechtlichen Verh�ltnisses zwischen den Parteien ist heute nicht zur�ckzukommen. Das Bundesgericht hat keine g�terrechtliche Auseinandersetzung neu durchzuf�hren, sondern das angefochtene Urteil einzig aufgrund der Beschwerdebegr�ndung und in deren Rahmen zu beurteilen (vgl. BGE 135 III 397 E. 1.4 S. 400; 137 III 241 E. 5 S. 243). Streitig und zu pr�fen sind die Fragen, wie die selbst produzierten Vorr�te und das Inventar des Weinbaubetriebs bewertet werden m�ssen und ob im Zusammenhang mit dem Erwerb einzelner Rebparzellen f�r den Weinbaubetrieb Ersatzforderungen der Errungenschaft des Beschwerdegegners gegen dessen Eigengut bestehen.
F�r die Ermittlung des Ertragswertes eines landwirtschaftlichen Gewerbes gelten gem�ss Art. 212 Abs. 3 ZGB die erbrechtlichen Bestimmungen �ber die Bewertung sinngem�ss.
3.1 Im Zeitpunkt seines Inkrafttretens am 1. Januar 1988 (AS 1986 122 153) betraf die Verweisung in Art. 212 Abs. 3 ZGB unter anderem die erbrechtlichen Bestimmungen, wonach die Feststellung des Anrechnungswertes des landwirtschaftlichen Gewerbes nach dem Bundesgesetz vom 12. Dezember 1940 �ber die Entschuldung landwirtschaftlicher Heimwesen (LEG; BS 9 80) erfolgt (aArt. 620 Abs. 3 ZGB von 1972/73) und der �bernehmer des landwirtschaftlichen Gewerbes die Zuweisung der dem Betriebe dienenden Ger�tschaften, Vorr�te und Viehbest�nde zu ihrem Nutzwerte beanspruchen kann (aArt. 620bis ZGB von 1972/73; AS 1973 93). Die Verweisung betrifft heute Art. 619 ZGB, der f�r die �bernahme und Anrechnung von landwirtschaftlichen Gewerben und Grundst�cken auf das Bundesgesetz vom 4. Oktober 1991 �ber das b�uerliche Bodenrecht (BGBB, SR 211.412.11) weiterverweist. Danach kann der Erbe, der die Zuweisung des landwirtschaftlichen Gewerbes zur Selbstbewirtschaftung geltend macht, zudem verlangen, dass ihm das Betriebsinventar (Vieh, Ger�tschaften, Vorr�te usw.) zugewiesen wird (Art. 15 Abs. 1 BGBB). Gem�ss Art. 17 BGBB wird das landwirtschaftliche Gewerbe dem selbstbewirtschaftenden Erben zum Ertragswert an den Erbteil angerechnet (Abs. 1), w�hrend das Betriebsinventar zum Nutzwert anzurechnen ist (Abs. 2).
3.2 F�r die Ertragswertsch�tzung sieht Art. 10 Abs. 2 BGBB vor, dass der Bundesrat die Art der Berechnung, die Bemessungsperiode und die Einzelheiten der Sch�tzung regelt. Die beh�rdliche Sch�tzung des Ertragswertes (Art. 87 BGBB) unterliegt der Beschwerde gem�ss Art. 88 f. BGBB.
3.2.1 Die rechtskr�ftige Sch�tzung ist - wie bis anhin (vgl. Art. 7 LEG; BS 9 81 f.) - endg�ltig und f�r das Zivilgericht verbindlich, d.h. der freien gerichtlichen Beweisw�rdigung hier im G�terrechtsprozess entzogen (vgl. BGE 129 III 186 E. 2.2 S. 191; HAUSHEER/REUSSER/GEISER, Berner Kommentar, 1992, N. 46 und N. 81 zu Art. 212/213 ZGB; STEINAUER, Commentaire romand, 2010, N. 7, und STECK, in: FamKomm Scheidung, 2. Aufl. 2011, Bd. 1, N. 4 zu Art. 212 ZGB). Leidet die Sch�tzung an groben M�ngeln, hat das Zivilgericht sie aufzuheben und die Sache zu neuer Sch�tzung zur�ckzuweisen. Eine selbstst�ndige Bestimmung des Anrechnungswertes durch das Zivilgericht ist ausgeschlossen (vgl. BGE 58 II 406 S. 410 f.; ESCHER/ESCHER, Z�rcher Kommentar, 1960, N. 3/4, und TUOR/PICENONI, Berner Kommentar, 1964, N. 7 zu aArt. 618 ZGB).
3.2.2 Die beh�rdliche Sch�tzung umfasst nach dem Gesetzeswortlaut den Ertragswert (Art. 87 Abs. 1 BGBB) und seit der BGBB-Revision von 2003/04 auf Antrag des Berechtigten auch den Nutzwert des Inventars (Art. 87 Abs. 1bis BGBB). Das geltende b�uerliche Bodenrecht kennt - im Gegensatz zum fr�heren Recht - keine Vorschrift, die die Feststellung des Verkehrswertes der kantonalen Sch�tzungsbeh�rde vorbeh�lt und eine Verkehrswertermittlung durch ein gew�hnliches Gutachten ausschliesst (vgl. THOMAS MEYER, Der Gewinnanspruch der Miterben im b�uerlichen Bodenrecht (Art. 28 ff. BGBB), 2004, S. 140 N. 393; zum fr�heren Recht: BGE 87 II 74 E. 3b S. 80 ff., mit Hinweis auf Art. 38 Abs. 2 der Verordnung vom 16. November 1945 �ber die Verh�tung der �berschuldung landwirtschaftlicher Liegenschaften, BS 9 145 154).
3.2.3 Im G�terrechtsprozess hat das Zivilgericht somit den Ertragswert und den Nutzwert durch die kantonale Sch�tzungsbeh�rde bestimmen zu lassen, ist hingegen frei, die Sch�tzung des Verkehrswertes einem gew�hnlichen Gerichtsgutachter oder aus Zweckm�ssigkeitsgr�nden ebenfalls der kantonalen Sch�tzungsbeh�rde zu �bertragen. Die Verkehrswertsch�tzung unterliegt im Gegensatz zur Ertragswert- und Nutzwertsch�tzung der freien gerichtlichen Beweisw�rdigung.
3.3 Das Bezirksgericht hat die kantonale Sch�tzungsbeh�rde beauftragt, den Ertragswert des Weinbaubetriebs festzustellen, das Betriebsinventar zu bewerten und zus�tzlich den Verkehrswert der Lagerbest�nde zu bestimmen. Das Sch�tzungsgutachten vom 22. Dezember 2008 hat den Weinbaubetrieb in allen Teilen insgesamt auf den 6. November 2008 bewertet. Die Einholung eines weiteren Gutachtens (z.B. zur Bestimmung des aktuellen Wertes) wurde weder von den Parteien verlangt noch gerichtlich angeordnet (E. 6 S. 19 f. des angefochtenen Urteils und S. 8 Ziff. 25 der Beschwerdeschrift).
Streitig ist die Bewertung des Lagerbestandes an Wein und Schnaps. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, das Kantonsgericht habe "selbst produzierte Vorr�te" mit Fr. 881'391.-- zu den Aktiven des Weinbaubetriebs gez�hlt, obwohl der Wert dieser Vorr�te gem�ss Sch�tzungsgutachten Fr. 1'762'800.-- betrage. Sie r�gt ein unzul�ssiges Abweichen vom Gutachten. Die zum Verkauf bestimmten selbst produzierten Vorr�te als Teil des Gesch�ftsverm�gens seien zum Verkehrswert einzusetzen (S. 8 ff. Ziff. 25-29 und 33 der Beschwerdeschrift).
4.1 Da der Weinbaubetrieb dem Eigengut des Beschwerdegegners zuzuordnen ist (E. 2.2), stellen die zum Betrieb geh�renden Vorr�te an Wein und Schnaps rechtlich Ertr�ge des Eigenguts dar, die - mangels abweichender Vereinbarung (Art. 199 Abs. 2 ZGB) - in die Errungenschaft des Beschwerdegegners fallen (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB). Vorr�te sind Teil des Betriebsinventars und zum Nutzwert anzurechnen (Art. 15 Abs. 1 i.V.m. Art. 17 Abs. 2 BGBB). Das Nutzwertprinzip erfasst allerdings nur selbst produzierte Vorr�te, die f�r eine normale Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Gewerbes erforderlich sind, hingegen nicht die f�r den Verkauf bestimmten Vorr�te, die zum Verkehrswert einzusetzen sind (vgl. BENNO STUDER, Das b�uerliche Bodenrecht, Kommentar, 2. Aufl. 2011, N. 2 zu Art. 15 BGBB; YVES DONZALLAZ, Commentaire de la loi f�d�rale du 4 octobre 1991 sur le nouveau droit foncier rural, 1993, N. 219 zu Art. 17 LDFR).
4.2 Das Kantonsgericht hat keine Feststellungen dar�ber getroffen, ob die Vorr�te an Wein ganz oder zum Teil betriebsnotwendig, d.h. f�r den offenen Ausschank an Degustationen, f�r die Pr�sentation an Weinmessen, als Werbegeschenke oder f�r �hnliches bestimmt sind. Es hat vielmehr angenommen, die selbst produzierten Lagervorr�te seien "zum Marktwert einzusetzen" (E. 6b S. 20). Dass das Kantonsgericht dabei einen Kommentar an unzutreffender Stelle zitiert haben soll, wie die Beschwerdef�hrerin das bem�ngelt (S. 10 Ziff. 28), �ndert nichts am insoweit zutreffenden Beurteilungsmassstab "Verkehrswert", d.h. dem Wert, der bei einem Verkauf auf dem freien Markt realisierbar w�re (vgl. BGE 136 III 209 E. 6.2.1 S. 215) und den das Kantonsgericht seiner Bewertung der selbst produzierten Vorr�te zugrunde gelegt hat (vgl. zur Abgrenzung von Tat- und Rechtsfrage: BGE 121 III 152 E. 3c S. 155; 132 III 489 E. 2.3 S. 491).
4.3 Mit Bezug auf die tats�chliche Wertermittlung ergibt sich was folgt:
4.3.1 Das Kantonsgericht hat nicht auf das Sch�tzungsgutachten abgestellt, sondern die Wertermittlung anhand der Bilanzen und Steuererkl�rungen des Weinbaubetriebs selber vorgenommen. Die Beschwerdef�hrerin wendet ein, das Sch�tzungsgutachten sei verbindlich. Der Einwand ist unbegr�ndet. Soweit das beh�rdliche Sch�tzungsgutachten den Verkehrswert der Lagerbest�nde betrifft, ist es f�r die Zivilgerichte nicht verbindlich und unterliegt der freien Beweisw�rdigung (E. 3 hiervor), die das Bundesgericht auf Willk�r hin �berpr�ft (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 134 V 53 E. 4.3 S. 62; 137 III 226 E. 4.2 S. 234). In Fachfragen darf das Gericht nur aus triftigen Gr�nden von einem Gerichtsgutachten abweichen. Es hat zu pr�fen, ob sich auf Grund der �brigen Beweismittel und der Vorbringen der Parteien ernsthafte Einw�nde gegen die Schl�ssigkeit der gutachterlichen Darlegungen aufdr�ngen. Erscheint ihm die Schl�ssigkeit eines Gutachtens in wesentlichen Punkten als zweifelhaft, hat das Gericht n�tigenfalls erg�nzende Beweise zur Kl�rung dieser Zweifel zu erheben. Das Abstellen auf eine nicht schl�ssige Expertise bzw. der Verzicht auf die gebotenen zus�tzlichen Beweiserhebungen kann gegen das Verbot willk�rlicher Beweisw�rdigung verstossen (vgl. BGE 136 II 539 E. 3.2 S. 547 f.).
4.3.2 An triftigen Gr�nden f�r sein Abweichen vom Gutachten hat das Kantonsgericht angef�hrt, dass der Gutachter selber einen Vorbehalt angebracht und darauf hingewiesen habe, dem Bewertungsdatum sei in Bezug auf die Werte der Lagerbest�nde besondere Beachtung zu schenken, entst�nden doch enorme Wertunterschiede je nach dem, ob die Bewertung vor oder nach der Traubenlese stattfinde. W�re die Bewertung statt auf den 6. November 2008 im September 2008 und damit vor der Lese erfolgt, reduzierte sich der Lagerbestand um den Wert der gepressten und in F�sser abgef�llten Trauben von rund Fr. 400'000.-- (E. 6b S. 21 des angefochtenen Urteils). Das Gutachten geht insoweit selbst von einem durch die Wahl des Stichtages zufallsbedingten Sch�tzwert aus. Entscheidend kommt hinzu, dass die selbst produzierten Vorr�te nicht zum Weinbaubetrieb geh�ren, der zum Ertragswert einzusetzen ist, sondern als gleichsam betriebsfremder, einzelner Verm�gensgegenstand separat zum Verkehrswert gesch�tzt werden mussten (vgl. E. 4.1 und 4.2 soeben). F�r die selbst produzierten Vorr�te gilt deshalb der Grundsatz, dass nach Aufl�sung des G�terstandes, d.h. hier am 1. M�rz 2007, dem Tag der Einreichung des Scheidungsbegehrens (Art. 204 Abs. 2 ZGB), keine Errungenschaft mehr entsteht, die unter den Ehegatten zu teilen w�re (vgl. BGE 136 III 209 E. 5.2 S. 211 f.). Das Sch�tzungsgutachten h�tte deshalb den Bestand der Vorr�te am 1. M�rz 2007 bewerten m�ssen und die Produktion der Jahre 2007 und 2008 nicht miteinbeziehen d�rfen. Schliesslich f�llt auf, dass der Gutachter im Lager einfach Flaschen und F�sser bzw. Tanks an Wein und Schnaps gez�hlt und mit dem je nach Sorten und Jahrg�ngen massgebenden Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer multipliziert hat (Anhang II: Details der Inventarbewertungen, S. 7-9). Davon wurden der Aufwand f�r den Verkauf und Vertrieb sowie die Kosten f�r Arbeit und Material der Etikettierung und Kapselung von Weinflaschen abgezogen und schliesslich der erhaltene Betrag im Hinblick auf die l�nger andauernde Lagerung der Weine mit 3.5 % abgezinst (S. 12 des Sch�tzungsgutachtens). Nicht ber�cksichtigt sind im Sch�tzungsgutachten damit Risiken, die zu einer Wertreduktion f�hren k�nnen wie Verderbnis des gelagerten Weins (Korkgeschmack usw.), �nderungen im Konsumverhalten oder sonstige Absatzschwierigkeiten. Erkennbare Risiken aber sind zu ermitteln und in der Warenlagerbewertung zu ber�cksichtigen (vgl. ARNOLD H. LANZ, Die Finanzbuchhaltung, 2. Aufl. 2002, S. 125 f.; f�r die Einzelheiten der Bewertung: K�FER, Berner Kommentar, 1981, N. 216 ff. zu Art. 960 OR).
4.3.3 Insgesamt durfte das Kantonsgericht willk�rfrei vom eingeholten Gutachten abweichen und den Wert der Lagerbest�nde anhand der im Recht liegenden Beweisurkunden wie der Jahresrechnung und der Steuererkl�rung 2006 des Weinbaubetriebs selbstst�ndig ermitteln. Darin sind die selbst produzierten Vorr�te mit einem Wert von Fr. 548'000.-- verzeichnet. Diesen Wert hat das Kantonsgericht um 33.36 % erh�ht, d.h. um die sog. privilegierte Warenlagerreserve (vgl. LANZ, a.a.O., S. 125) bzw. um die nach der Steuerpraxis zul�ssige Unterbewertung (vgl. K�FER, a.a.O., N. 225 f. zu Art. 960 OR). Der so errechnete Wert von Fr. 822'340.-- hat mit der nach betriebswirtschaftlichen Grunds�tzen erfolgten Bewertung in der Tabelle �ber die Wein- und Schnapsvorr�te per 31. Dezember 2006 �bereingestimmt. In die g�terrechtliche Auseinandersetzung eingesetzt hat das Kantonsgericht f�r die selbst produzierten Vorr�te schliesslich den Wert von Fr. 881'391.--, den der Beschwerdegegner in seinem Vortrag an der 2. Hauptverhandlung vor Bezirksgericht am 20. Mai 2009 zugestanden hatte (act. 7, S. 3; vgl. E. 6b S. 20 f. des angefochtenen Urteils).
4.3.4 Stichhaltiges vermag die Beschwerdef�hrerin gegen die obergerichtliche Beweisw�rdigung nicht einzuwenden. Es trifft nach dem Gesagten nicht zu, dass keine triftigen Gr�nde f�r ein Abweichen vom Gutachten bestanden haben, dass der Beschwerdegegner die Bewertung im Sch�tzungsgutachten nicht bestritten hat und dass auf blosse Steuerwerte abgestellt worden ist. Es wird durch nichts belegt, dass der Beschwerdegegner die Weinvorr�te in der Jahresrechnung und in der Steuerkl�rung 2006 angeblich zu tief angegeben hat. Dem Beschwerdegegner war damals die Leitung des Weinbaubetriebes offenkundig entzogen (vgl. Bst. A hiervor). Auch die Besichtigung und Inventaraufnahme im Betrieb hat der Gutachter mit dem Sohn der Parteien und nicht mit dem Beschwerdegegner durchgef�hrt (S. 2 des Sch�tzungsgutachtens). Das Sch�tzungsgutachten und die erw�hnten Beweisurkunden, die im �brigen die Beschwerdef�hrerin eingereicht hat, belegen ferner, dass das Kantonsgericht weder auf eine blosse Behauptung des Beschwerdegegners abgestellt noch ohne eigenes Fachwissen die selbst produzierten Vorr�te bewertet hat, wie die Beschwerdef�hrerin das heute behauptet.
4.3.5 Aus den dargelegten Gr�nden kann die Ermittlung des tats�chlichen Wertes der selbst produzierten Vorr�te - jedenfalls aufgrund der Willk�rr�gen der Beschwerdef�hrerin (Art. 106 Abs. 2 BGG) - nicht beanstandet werden (Art. 9 BV; vgl. zum Begriff: BGE 136 III 552 E. 4.2 S. 560).
Die Beschwerdef�hrerin wendet ein, das Kantonsgericht habe ohne Begr�ndung nicht ber�cksichtigt, dass auch das Betriebsinventar, das nach der Gesch�fts�bernahme sukzessive aus den Betriebsertr�gen erneuert worden sei, ebenfalls eine Investition aus der Errungenschaft darstelle und demzufolge gem�ss dem Gutachten mit Fr. 339'800.-- anzurechnen sei (S. 12 Ziff. 36 der Beschwerdeschrift).
5.1 Gem�ss den Feststellungen des Kantonsgerichts geh�ren zum Betriebsinventar namentlich Zugkr�fte, Maschinen, Ger�te, B�roinventar, spezielle Rebmaschinen und -ger�te sowie Tanks f�r die Lagerung von Wein (E. 6b S. 21 des angefochtenen Urteils). Es handelt sich damit um betriebsnotwendige Maschinen und Ger�tschaften, die zum Nutzwert anzurechnen sind (vgl. Art. 15 Abs. 1 i.V.m. Art. 17 Abs. 2 BGBB). Der Gutachter hat den Wert des Betriebsinventars anhand des Ankaufspreises abz�glich einer der Nutzungsdauer entsprechenden Abschreibung bestimmt und dabei die Nutzungsdauer aufgrund des Maschinentyps, der Auslastung sowie des Unterhalts festgelegt und wertvermehrende Reparaturen angemessen ber�cksichtigt. Im Sch�tzungsgutachten (S. 12) wird damit von einem zutreffenden Begriff des Nutzwertes als Zeitwert unter Ber�cksichtigung des tats�chlichen Zustandes der Maschinen und Ger�tschaften ausgegangen (vgl. STUDER, a.a.O., N. 9 zu Art. 17 BGBB; HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 47 zu Art. 212/213 ZGB).
5.2 Das Kantonsgericht hat das beh�rdliche Sch�tzungsgutachten in diesem Punkt als verbindlich angesehen und das Betriebsinventar zum gutachterlich gesch�tzten Wert von Fr. 339'800.-- zu den Aktiven des Weinbaubetriebs gerechnet (E. 6b S. 21). Es hat in diesem Zusammenhang festgestellt, dass der Beschwerdegegner von seinem Vater 1978 mit dem Weinbaubetrieb auch das Betriebsinventar im Wert von Fr. 58'109.-- �bernommen hat (E. 8cb S. 26), das ebenfalls zu seinem Eigengut geh�rt (E. 5cb S. 16 des angefochtenen Urteils). Wie die Beschwerdef�hrerin einr�umt, wurde das gesamte Betriebsinventar nach der Gesch�fts�bernahme aus Betriebsertr�gen sukzessive "erneuert". Dem Sch�tzungsgutachten l�sst sich denn auch entnehmen, dass kein Gegenstand des Betriebsinventars aus der Zeit der tats�chlichen �bernahme stammt (Anhang II: Details der Inventarbewertungen, S. 1-5). Unter diesen Umst�nden besteht zu Gunsten der Errungenschaft des Beschwerdegegners keine Forderung gegen das Eigengut unter dem Titel "Eigengutsertrag". Als "Ertr�ge seines Eigengutes" (Art. 197 Abs. 2 Ziff. 4 ZGB) erfasst das Gesetz zwar grunds�tzlich den Bruttoertrag, d.h. alles, was die Substanz an Ertrag abwirft. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass der Ertrag produktiver Verm�genswerte des Eigenguts nicht auch f�r deren Substanzerhaltung bzw. Substanzerneuerung, wie sie insbesondere das wirtschaftliche Unternehmen kennzeichnet, herangezogen werden d�rfte. Vielmehr stehen die Ertr�ge des Eigenguts nur insoweit der Errungenschaft zu, als sie nicht der Erhaltung und Erneuerung von betriebsnotwenigen Verm�genswerten dienen, die der Alterung und Abnutzung unterliegen. Der Errungenschaft verbleibt unter dieser Voraussetzung der Nettoertrag des wirtschaftlichen Unternehmens (vgl. HAUSHEER/REUSSER/GEISER, a.a.O., N. 99 ff., STECK, a.a.O., N. 38, und STEINAUER, a.a.O., N. 16 zu Art. 197 ZGB, mit Hinweisen).
5.3 Im Ergebnis kann somit nicht beanstandet werden, dass das Kantonsgericht die aus dem Betriebsertrag bestrittenen Aufwendungen f�r die Erneuerung des Betriebsinventars nicht zur Errungenschaft gerechnet hat.
Die Beschwerdef�hrerin macht Investitionen aus der Errungenschaft des Beschwerdegegners im Zusammenhang mit Liegenschaften des Weinbaubetriebs geltend (S. 5 f. Ziff. 18 und S. 11 ff. Ziff. 34, 35 und 38 der Beschwerdeschrift).
6.1 Das Kantonsgericht hat festgestellt, im Jahre 1997 habe der Beschwerdegegner die Liegenschaft "A.________" f�r Fr. 910'000.-- verkauft und den Erl�s zur Tilgung weiterer Hypothekardarlehen verwendet, was mit dem R�ckgang der Passiven im Vergleich zu den Vorjahren in der Jahresrechnung 1998 des Weinbaubetriebs best�tigt werde (E. 5ca S. 15 des angefochtenen Urteils mit Hinweis auf KB 45-47). Da das Kantonsgericht die entsprechende Behauptung des Beschwerdegegners als durch Beweisurkunden belegt anerkannt hat und insoweit zu einem Beweisergebnis gelangt ist, erweist sich die von der Beschwerdef�hrerin angerufene Beweislastverteilung gem�ss Art. 8 ZGB als gegenstandslos (vgl. BGE 137 III 226 E. 4.3 S. 235 und 268 E. 3 S. 282). Inwiefern das kantonsgerichtliche Beweisergebnis willk�rlich sein k�nnte, legt die Beschwerdef�hrerin nicht dar (Art. 106 Abs. 2 BGG). Entgegen ihrer Ansicht sind dem Betrieb wertm�ssig sowohl die Beitr�ge anzurechnen, die die Aktiven vermehren, als auch die Beitr�ge, die die Passiven vermindern und damit ebenfalls der Erhaltung des Betriebs dienen (vgl. zur Schuldentilgung: Urteil 5P.82/2004 vom 7. Oktober 2004 E. 2.5.2, in: FamPra.ch 2005 S. 319 f.). Es ist deshalb nicht zu beanstanden, dass das Kantonsgericht die Eigengutsliegenschaft "A.________" mit ihrem sp�teren Verkaufserl�s (abz�glich der darauf lastenden Hypothek) als Eigengutsanteil in die Bewertung des Weinbaubetriebs einbezogen hat (E. 5cb S. 16 und E. 8ca und 8ce S. 26 f. des angefochtenen Urteils).
6.2 Ersatzforderungen der Errungenschaft bestehen nach Ansicht der Beschwerdef�hrerin aufgrund des Kaufs der Grundst�cke "B.________" und des Miteigentumsanteils am Grundst�ck "C.________" (S. 11 f. Ziff. 34 der Beschwerdeschrift). Was die Parzellen "B.________" betreffe, so hat das Kantonsgericht ausgef�hrt, gehe aus dem entsprechenden Kaufvertrag hervor, dass der Beschwerdegegner diese am 23. November 2000 zu einem Preis von Fr. 200'000.-- erworben habe. Die Finanzierung sei hier �ber einen Kontokorrent-Kredit, errichtet am 19. Januar 2001, erfolgt. Des Weiteren habe der Beschwerdegegner am 15. November 2001 einen weiteren Miteigentumsanteil von einem Drittel an der Parzelle "C.________" erworben und den Erwerb ausschliesslich mittels Hypotheken finanziert (E. 5ca S. 15 des angefochtenen Urteils mit Hinweis auf KB 9 und 27). Die Beschwerdef�hrerin bestreitet, dass der Kaufpreis in beiden F�llen vollst�ndig fremdfinanziert worden sei, zumal der Beschwerdegegner im Jahre 2000 aufgrund der vorhandenen Mittel zur Finanzierung gar kein Fremdkapital ben�tigt habe. Die Investition in die Parzellen sei ebenfalls aus der Errungenschaft erfolgt und der Errungenschaft als Ersatzforderung anzurechnen. Eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung vermag die Beschwerdef�hrerin mit ihren Vorbringen nicht zu belegen. Die blosse Tatsache, dass angeblich auch andere Finanzierungsmittel vorhanden gewesen sind, l�sst die gegenteilige Annahme, die Finanzierung sei ausschliesslich durch Fremdkapital erfolgt nicht als willk�rlich erscheinen. Zu beweisen sind nicht Finanzierungsm�glichkeiten, sondern der konkrete Zahlungsfluss (vgl. BGE 135 III 241 E. 6.5, nicht ver�ffentlicht mit Hinweis auf B�HLER, Zur F�hrung von Prozessen �ber das G�terrecht, in dubio 2006, Heft 5, S. 236 ff., S. 242).
6.3 Insgesamt vermag die Beschwerdef�hrerin mit ihren Vorbringen weder Willk�r in der kantonsgerichtlichen Beweisw�rdigung (Art. 9 BV; vgl. BGE 135 II 356 E. 4.2.1 S. 362) noch eine Verletzung von Bundesrecht darzutun (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.1 S. 245 f.).
Die Beschwerde in der Sache muss insgesamt abgewiesen werden, soweit darauf eingetreten werden kann. Lediglich f�r den Fall ihres Obsiegens stellt die Beschwerdef�hrerin konkrete Antr�ge zur Verlegung der kantonalen Verfahrenskosten und der Parteientsch�digungen (S. 14 Ziff. 42 der Beschwerdeschrift). Da der angefochtene Entscheid nicht ge�ndert wird, f�llt eine andere Verteilung der Kosten und Entsch�digungen des vorangegangenen Verfahrens nicht in Betracht (vgl. Art. 67 und Art. 68 Abs. 5 BGG).
Bei diesem Verfahrensausgang wird die Beschwerdef�hrerin kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Entsch�digung an den anwaltlich nicht vertretenen Beschwerdegegner ist hingegen nicht geschuldet, zumal besondere Umst�nde, die eine Verg�tung eigener Auslagen rechtfertigen k�nnen, nicht vorliegen (vgl. Art. 68 Abs. 1 BGG; BGE 125 II 518 E. 5b S. 519 f.; 135 III 127 E. 4 S. 136).

References: Art. 196
 Art. 212
 BGE 
 Art. 212
 Art. 212
 Art. 619
 Art. 17
 Art. 10
 Art. 88
 Art. 7
 BGE 
 Art. 212
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 BGE 
 BGE 
 Art. 38
 Art. 17
 Art. 15
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 BGE 
 BGE 
 Art. 97
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 960
 Art. 960
 BGE 
 Art. 15
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 212
 Art. 197
 Art. 8
 BGE 
 BGE 
in dubio
 BGE 
 BGE 
 Art. 67
 Art. 68
 Art. 68
 BGE