Source: https://www.rechtsanwaelte-sus.de/wohnungseigentumsrecht.php
Timestamp: 2017-09-22 09:55:48+00:00

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Das Wohnungseigentumsrecht findet man im Wohnungseigentumsgesetz und es regelt das Eigentum an einzelnen Wohnungen oder Gebäuden, das Gemeinschaftseigentum sowie das Eigentum an nicht zu Wohnzwecken genutzten Räumen oder Flächen.
Grundsätzlich kennt das Zivilrecht kein Eigentum an einzelnen Wohnungen oder Gebäuden, denn Gebäude sind gemäß § 94 Abs. 1 BGB wesentlicher Bestandteil eines Grundstücks und daher richtet sich die Eigentumsfrage vom Grundsatz her nach dem jeweiligen Grundstückseigentümer. Eine Ausnahme hiervon sieht das Wohnungseigentumsgesetz vor, wonach Wohnungen und Gebäude entgegen des zivilrechtlichen Grundsatzes sonderrechtsfähig sind, wenn eine entsprechende formelle Teilungserklärung vorliegt.
Rechtlich ist das Wohnungseigentum ein besonders ausgestaltetes Miteigentum nach Bruchteilen, welches jeweils mit einer Raumeinheit verbunden ist. Der Erwerb von Wohnungseigentum setzt grundsätzlich voraus, dass das Sondereigentum durch die Miteigentümer vertraglich eingeräumt wird und dass diese Einigung in das Grundbuch eingetragen und notariell beurkundet wird. Wir als Fachanwaltskanzlei aus Bonn unterstützen Sie gern bei dem Erwerb von Wohnungseigentum!
Hat der Wohnungseigentümer das Wohnungseigentum wirksam erworben, hat er gemäß § 13 Abs. 1 WEG das Recht, mit seinem Sondereigentum nach Belieben zu verfahren, soweit nicht Rechte Dritter entgegenstehen. Er kann also frei entscheiden, ob er das Wohnungseigentum selbst bewohnt, es vermietet, verpachtet oder in sonstiger Weise nutzt. Die Wohnungseigentümer können den Gebrauch des Sondereigentums und des gemeinschaftlichen Eigentums vertraglich regeln. Daher ist bei der Begründung des Wohnungseigentums darauf zu achten, dass der neue Wohnungseigentümer seine Rechte nicht zu sehr einschränken lässt.
Das Wohnungseigentum bringt für den Wohnungseigentümer aber nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten mit sich. So ist der Wohnungseigentümer gemäß § 14 Nr. 1 WEG verpflichtet, sein Wohnungseigentum in Stand zu halten und dafür zu sorgen, dass die anderen Wohnungseigentümer nicht erheblich belästigt werden. Außerdem hat der Wohnungseigentümer gemäß § 14 Nr. 4 WEG den Zutritt zum Wohnungseigentum zu gestatten, soweit dieser für Instandsetzungsarbeiten des gemeinschaftlichen Eigentums erforderlich ist. Daneben trägt gemäß § 16 Abs. 2 WEG grundsätzlich jeder Wohnungseigentümer die Kosten und Lasten nach dem Verhältnis seines Eigentumsanteils. Hier können jedoch gemäß § 10 Abs. 2 S.2 WEG abweichende Regelungen getroffen werden, sodass auch hier Vorsicht geboten ist!
Ist das Wohnungseigentum einmal begründet, kann es nicht wieder aufgelöst werden. Eine Ausnahme bildet allein der seltene Fall der Zerstörung des Gebäudes. Wenn der Wohnungseigentümer sein Wohnungseigentum verkaufen oder sonst veräußern will, kann dies von der Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft abhängig gemacht werden. Auch aus diesem Grund empfiehlt es sich, frühzeitig den Rat eines Rechtsanwaltes einzuholen, um so früh wie möglich Konflikte im Vorfeld zu vermeiden.
Rechtsanwalt Christian Schneider ist Fachanwalt für Mietrecht und Wohnungseigentumsrecht und berät und vertritt Sie in allen Belangen der Wohnungseigentumsgemeinschaft.
Einige weiterführende Informationen finden Sie auch hier.
Nachfolgend eine Übersicht über wichtige Bereiche des Wohnungseigentumsrechts:
Bildung von Wohnungs- und Teileigentum
Bestellung des (Haus-)Verwalters
Pflichten und Befugnisse des Verwalters
Anspruch auf Protokollberichtigung
Nichtigkeit von Beschlüssen
zweckwidrige Nutzung des Wohneigentums

References: § 94
 § 13
 § 14
 § 14
 § 16
 § 10