Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20050222_OGH0002_0010OB00251_04Z0000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-11-13 04:45:30+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 1Ob251/04z - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 3Ob253/76 7Ob457/56 4Ob...
RS0023346
3Ob253/76; 7Ob457/56; 4Ob34/57; 5Ob296/59; 1Ob939/54; 3Ob394/57; 2Ob500/57; 2Ob132/53; 1Ob153/55; 2Ob588/54; 2Ob217/60; 1Ob282/60; 3Ob351/60; 6Ob336/60; 5Ob402/60; 1Ob408/60; 2Ob298/61; 5Ob225/62 (5Ob226/62); 6Ob5/65; 6Ob324/65; 8Ob67/66; 6Ob119/66; 5Ob274/66; 6Ob101/67; 6Ob61/68 (6Ob62/68); 6Ob46/70; 7Ob49/70 (7Ob50/70); 6Ob18/71; 6Ob23/71; 6Ob63/71; 1Ob335/71; 8Ob33/72; 6Ob212/72 (6Ob213/72); 6Ob157/73; 8Ob82/74; 1Ob145/74; 7Ob176/74; 7Ob538/77; 6Ob717/81; 4Ob129/84; 6Ob683/85; 10ObS91/87; 2Ob674/87; 4Ob519/88; 6Ob596/88; 2Ob565/88; 4Ob507/89; 1Ob699/89; 7Ob728/89; 7Ob268/98g; 2Ob214/99f; 6Ob319/00f; 1Ob13/03y; 1Ob251/04z; 2Ob23/06f; 2Ob8/06z; 10Ob15/09t; 7Ob3/10g; 8Ob85/12a; 5Ob85/13f; 8ObA19/14y; 10ObS34/14v; 1Ob128/14a; 9ObA44/15h; 2Ob68/17i; 9Ob33/18w
ZPO §528 C2
ZPO §538
ZPO §543
Hat die zweite Instanz die irrig mit Urteil erfolgte Zurückweisung der Wiederaufnahmsklage dem Inhalte nach mit Beschluss bestätigt, so ist ein weiterer Rekurs nach § 528 ZPO ausgeschlossen.
3 Ob 253/76
Entscheidungstext OGH 24.03.1936 3 Ob 253/76
Veröff: SZ 18/56
7 Ob 457/56
Entscheidungstext OGH 19.09.1956 7 Ob 457/56
4 Ob 34/57
Entscheidungstext OGH 26.03.1957 4 Ob 34/57
5 Ob 296/59
Entscheidungstext OGH 01.07.1959 5 Ob 296/59
1 Ob 939/54
Entscheidungstext OGH 15.12.1954 1 Ob 939/54
3 Ob 394/57
Entscheidungstext OGH 04.09.1957 3 Ob 394/57
2 Ob 500/57
Entscheidungstext OGH 06.11.1957 2 Ob 500/57
Veröff: EvBl 1958/64 S 105
2 Ob 132/53
Entscheidungstext OGH 18.03.1953 2 Ob 132/53
1 Ob 153/55
Entscheidungstext OGH 06.04.1955 1 Ob 153/55
2 Ob 588/54
Entscheidungstext OGH 15.09.1954 2 Ob 588/54
Ähnlich; Beisatz: Auch wenn die II. Instanz das Ersturteil aufhebt und die Klage zurückweist. (T1)
2 Ob 217/60
Entscheidungstext OGH 27.05.1960 2 Ob 217/60
1 Ob 282/60
Entscheidungstext OGH 18.08.1960 1 Ob 282/60
3 Ob 351/60
Entscheidungstext OGH 08.09.1960 3 Ob 351/60
6 Ob 336/60
Entscheidungstext OGH 30.11.1960 6 Ob 336/60
5 Ob 402/60
Entscheidungstext OGH 30.11.1960 5 Ob 402/60
1 Ob 408/60
Entscheidungstext OGH 11.01.1961 1 Ob 408/60
2 Ob 298/61
Entscheidungstext OGH 30.08.1961 2 Ob 298/61
5 Ob 225/62
Entscheidungstext OGH 15.11.1962 5 Ob 225/62
6 Ob 5/65
Entscheidungstext OGH 27.01.1965 6 Ob 5/65
6 Ob 324/65
Entscheidungstext OGH 15.12.1965 6 Ob 324/65
8 Ob 67/66
Entscheidungstext OGH 15.03.1966 8 Ob 67/66
6 Ob 119/66
Entscheidungstext OGH 21.04.1966 6 Ob 119/66
Beisatz: Hier: Unzulässigkeit der Revision gegen ein bestätigendes Urteil, in welchem ebenso wie im Ersturteil das Vorliegen eines zulässigen Wiederaufnahmsgrundes verneint wird. (T2)
5 Ob 274/66
Entscheidungstext OGH 29.09.1966 5 Ob 274/66
Beisatz: Zurückweisung einer Klage des Gemeinschuldners. (T3)
6 Ob 101/67
Entscheidungstext OGH 27.04.1967 6 Ob 101/67
6 Ob 61/68
Entscheidungstext OGH 28.02.1968 6 Ob 61/68
6 Ob 46/70
Entscheidungstext OGH 04.03.1970 6 Ob 46/70
7 Ob 49/70
Entscheidungstext OGH 22.04.1970 7 Ob 49/70
6 Ob 18/71
Entscheidungstext OGH 10.02.1971 6 Ob 18/71
Beisatz: T1; Beisatz: Hier: Erstgericht weist Klage ab statt richtigerweise zurück. (T4)
6 Ob 23/71
Entscheidungstext OGH 10.02.1971 6 Ob 23/71
Beisatz: Auch wenn die II. Instanz das Ersturteil aufhebt und die Klage zurückweist; hier: Erstgericht weist Klage ab statt richtigerweise zurück. (T5)
6 Ob 63/71
Entscheidungstext OGH 24.03.1971 6 Ob 63/71
Beisatz: Hier: Erstgericht weist Klage ab statt richtigerweise zurück. (T6)
1 Ob 335/71
Entscheidungstext OGH 17.12.1971 1 Ob 335/71
8 Ob 33/72
Entscheidungstext OGH 22.02.1972 8 Ob 33/72
6 Ob 212/72
Entscheidungstext OGH 19.10.1972 6 Ob 212/72
6 Ob 157/73
Entscheidungstext OGH 20.09.1973 6 Ob 157/73
8 Ob 82/74
Entscheidungstext OGH 21.05.1974 8 Ob 82/74
1 Ob 145/74
Entscheidungstext OGH 18.09.1974 1 Ob 145/74
Beisatz: Erstgericht weist Klage mit Urteil ab, Zweitgericht bestätigt mit Urteil. (T7)
7 Ob 176/74
Entscheidungstext OGH 07.11.1974 7 Ob 176/74
7 Ob 538/77
Entscheidungstext OGH 03.03.1977 7 Ob 538/77
Beisatz: Hat jedoch das Erstgericht die Klage aus materiellen Gründen abgewiesen ist aber das Berufungsgericht der Ansicht, dass eine Zurückweisung im Sinne des § 543 ZPO geboten sei und weist deshalb die Klage zurück, so ist der Rekurs an den OGH zulässig. (T8)
6 Ob 717/81
Entscheidungstext OGH 27.08.1981 6 Ob 717/81
4 Ob 129/84
Entscheidungstext OGH 27.11.1984 4 Ob 129/84
6 Ob 683/85
Entscheidungstext OGH 14.11.1985 6 Ob 683/85
10 ObS 91/87
Entscheidungstext OGH 06.10.1987 10 ObS 91/87
Auch; Beisatz: Hier: Irrige Bestätigung mit Urteil anstatt mit Beschluss: Die amtswegige Wahrnehmung dieses Mangels anlässlich einer Revision führt dazu, dass der Entscheidung des Berufungsgerichtes die entsprechende Form gegeben wird (Maßgabebestätigung der Berufungsentscheidung). (T9) Veröff: SSV-NF 1/40
2 Ob 674/87
Entscheidungstext OGH 15.03.1988 2 Ob 674/87
4 Ob 519/88
Entscheidungstext OGH 15.03.1988 4 Ob 519/88
Auch; Beis wie T7; Beis wie T2
6 Ob 596/88
Entscheidungstext OGH 16.06.1988 6 Ob 596/88
2 Ob 565/88
Entscheidungstext OGH 07.02.1989 2 Ob 565/88
Auch; Beisatz: Hier: Irrige Abweisung der Klage mit Urteil (statt Klagszurückweisung mit Beschluss gemäß § 538 ZPO) durch das Erstgericht, Aufhebung des Urteils und Klagszurückweisung durch das Rekursgericht. (T10)
4 Ob 507/89
Entscheidungstext OGH 21.02.1989 4 Ob 507/89
1 Ob 699/89
Entscheidungstext OGH 29.11.1989 1 Ob 699/89
7 Ob 728/89
Entscheidungstext OGH 21.12.1989 7 Ob 728/89
Vgl auch; Beisatz: Wurde aber von den Vorinstanzen bewusst im Vorprüfungsverfahren beschlussmäßig entschieden, so ist der Oberste Gerichtshof auf Grund der Bestimmung des § 528 Abs 1 Z 1 ZPO nicht berechtigt, zu prüfen, ob die Rechtsansicht der Vorinstanzen bezüglich der Zuweisung der von ihn entschiedenen Frage in das Vorprüfungsverfahren richtig ist oder nicht. Auch eine Fehlbeurteilung durch die Vorinstanzen würde einen weiteren Rechtszug ausschließen. (T11)
7 Ob 268/98g
Entscheidungstext OGH 11.11.1998 7 Ob 268/98g
Vgl aber; Beis wie T10; Beisatz: Sofern sich das Gericht dabei in der Entscheidungsform vergreift und mit Urteil erkennt, liegt in Wahrheit dennoch ein Beschluss vor, welcher mit Rekurs anzufechten ist. (T12);
Beisatz: Der bestätigende Beschluss des Rekursgerichtes ist gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO (idF WGN 1997) nicht absolut unanfechtbar. (T13)
2 Ob 214/99f
Entscheidungstext OGH 08.09.2000 2 Ob 214/99f
Vgl aber; Beis wie T6; Beis wie T12; Beis wie T13
6 Ob 319/00f
Entscheidungstext OGH 17.01.2001 6 Ob 319/00f
1 Ob 13/03y
Entscheidungstext OGH 18.11.2003 1 Ob 13/03y
1 Ob 251/04z
Entscheidungstext OGH 22.02.2005 1 Ob 251/04z
Vgl auch; Beisatz: Erstgericht verneint die Zulässigkeit des geltend gemachten Wiederaufnahmsgrundes, weist die Wiederaufnahmsklage nach § 543 ZPO aber nicht mit Beschluss zurück, sondern mit Urteil ab. In Wahrheit liegt dennoch ein Beschluss vor, welcher mit Rekurs anzufechten ist. (T14)
2 Ob 23/06f
Entscheidungstext OGH 02.03.2006 2 Ob 23/06f
2 Ob 8/06z
Entscheidungstext OGH 31.08.2006 2 Ob 8/06z
Auch; Beis wie T7; Beis wie T12; Beis wie T13; Beisatz: Haben sich aber beide Instanzen in der Entscheidungsform vergriffen und mit Urteil erkannt, ist dennoch die Zulässigkeit des Rechtsmittels und seine Behandlung an der wahren Verfahrenslage zu messen und die richtige Entscheidungsform der Erledigung zugrundezulegen. (T15)
10 Ob 15/09t
Entscheidungstext OGH 21.04.2009 10 Ob 15/09t
7 Ob 3/10g
Entscheidungstext OGH 21.04.2010 7 Ob 3/10g
Gegenteilig; Beisatz: Revisionsrekurs analog § 519 Abs 1 Z 1 ZPO zulässig. (T16)
8 Ob 85/12a
Entscheidungstext OGH 04.03.2013 8 Ob 85/12a
5 Ob 85/13f
Entscheidungstext OGH 16.05.2013 5 Ob 85/13f
8 ObA 19/14y
Entscheidungstext OGH 24.03.2014 8 ObA 19/14y
10 ObS 34/14v
Entscheidungstext OGH 23.04.2014 10 ObS 34/14v
Gegenteilig; Beis wie T13
9 ObA 44/15h
Entscheidungstext OGH 29.04.2015 9 ObA 44/15h
Vgl; Beis wie T12; Beis wie T15
2 Ob 68/17i
Entscheidungstext OGH 27.04.2017 2 Ob 68/17i
9 Ob 33/18w
Entscheidungstext OGH 28.06.2018 9 Ob 33/18w
ECLI:AT:OGH0002:1936:RS0023346
JJR_19360324_OGH0002_0030OB00253_7600000_001
Rechtssatz für 2Ob246/37 2Ob58/28 6Ob4...
RS0044437
2Ob246/37; 2Ob58/28; 6Ob407/59; 8Ob66/74; 3Ob56/89; 1Ob619/89; 6Ob673/94; 5Ob112/02k; 1Ob251/04z; 3Ob286/04m; 10Ob12/09a; 6Ob30/09v; 3Ob58/13w; 3Ob148/14g; 8Ob74/14m; 7Ob183/16m
17.03.1937
AußStrG 2005 §73 Abs1 Z6
ZPO §530 Abs1 Z7 G3
Die neue Tatsachen müssen bereits im Hauptprozess vorhanden gewesen sein.
2 Ob 246/37
Entscheidungstext OGH 17.03.1937 2 Ob 246/37
Veröff: SZ 19/95
2 Ob 58/28
Entscheidungstext OGH 06.03.1928 2 Ob 58/28
Ähnlich; Veröff: SZ 10/40
6 Ob 407/59
Entscheidungstext OGH 16.12.1959 6 Ob 407/59
8 Ob 66/74
Entscheidungstext OGH 14.05.1974 8 Ob 66/74
3 Ob 56/89
Entscheidungstext OGH 12.07.1989 3 Ob 56/89
1 Ob 619/89
Entscheidungstext OGH 20.09.1989 1 Ob 619/89
Auch; Veröff: JBl 1990,253
6 Ob 673/94
Entscheidungstext OGH 01.06.1995 6 Ob 673/94
5 Ob 112/02k
Entscheidungstext OGH 14.05.2002 5 Ob 112/02k
3 Ob 286/04m
Entscheidungstext OGH 31.03.2005 3 Ob 286/04m
Beisatz: Sowohl nach § 530 Abs 1 Z 7 ZPO als auch nach der Regelung des Abänderungsantrags nach § 73 Abs 1 Z 6 AußStrG 2005 müssen die neuen Tatsachen im vorangegangenen Verfahren bereits entstanden und vorhanden gewesen sein, dürfen also keine nova producta sein. (T1)
10 Ob 12/09a
Entscheidungstext OGH 12.05.2009 10 Ob 12/09a
Auch; Beisatz: Hier: Abänderungsantrag nach § 73 Abs 1 Z 6 AußStrG. (T2); Veröff: SZ 2009/65
6 Ob 30/09v
Entscheidungstext OGH 05.08.2009 6 Ob 30/09v
Vgl; Beisatz: Neue Tatsachen können schon begrifflich im Vorprozess noch nicht vorgebracht worden sein. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Kläger in unverschuldeter Unkenntnis der für seinen Standpunkt wesentlichen Tatsachen im Vorverfahren bloß ein unzureichendes, oder aus Mangel erfolgversprechender Argumente überhaupt kein eigenes Bestreitungsvorbringen erstattet hat. (T3)
3 Ob 58/13w
Entscheidungstext OGH 15.05.2013 3 Ob 58/13w
3 Ob 148/14g
Entscheidungstext OGH 22.10.2014 3 Ob 148/14g
8 Ob 74/14m
Entscheidungstext OGH 23.01.2015 8 Ob 74/14m
7 Ob 183/16m
Entscheidungstext OGH 13.10.2016 7 Ob 183/16m
ECLI:AT:OGH0002:1937:RS0044437
JJR_19370317_OGH0002_0020OB00246_3700000_001
Rechtssatz für 3Ob417/56 2Ob146/72 1Ob...
RS0044681
3Ob417/56; 2Ob146/72; 1Ob148/74; 7Ob28/76; 6Ob621/84; 8Ob699/86; 10Ob89/97d; 9ObA351/98b; 9ObA349/98h; 5Ob11/04k; 1Ob251/04z; 7Ob99/05t; 2Ob8/06z; 7Ob62/09g; 6Ob120/11g; 4Ob139/17w
Kommt das Berufungsgericht zu dem Ergebnis, dass die Wiederaufnahmsklage, über die das Erstgericht mit Urteil entschieden hat, auf keinen gesetzlichen Anfechtungsgrund gestützt ist, so hat es aus Anlass der Berufung das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage mit Beschluss zurückzuweisen.
3 Ob 417/56
Entscheidungstext OGH 05.09.1956 3 Ob 417/56
Veröff: JBl 1957 H10,270
2 Ob 146/72
Entscheidungstext OGH 19.10.1972 2 Ob 146/72
Veröff: SZ 45/109 = EvBl 1973/164 S 355
1 Ob 148/74
Entscheidungstext OGH 18.09.1974 1 Ob 148/74
Veröff: SZ 47/99 = EvBl 1975/93 S 187
7 Ob 28/76
Entscheidungstext OGH 13.05.1976 7 Ob 28/76
Veröff: SZ 49/67 = JBl 1976,599
6 Ob 621/84
Entscheidungstext OGH 24.10.1984 6 Ob 621/84
8 Ob 699/86
Entscheidungstext OGH 12.03.1987 8 Ob 699/86
Vgl aber; Veröff: JBl 1989,186
10 Ob 89/97d
Entscheidungstext OGH 12.08.1997 10 Ob 89/97d
9 ObA 351/98b
Entscheidungstext OGH 20.01.1999 9 ObA 351/98b
Vgl auch; Beisatz: Das Fehlen der Zulässigkeitsvoraussetzungen für die Wiederaufnahmsklage ist auch noch im Berufungsverfahren und im Revisionsverfahren von Amts wegen wahrzunehmen. (T1); Beisatz: Das Berufungsgericht oder Revisionsgericht hat nicht nur die Urteile der Vorinstanzen sondern auch das ihnen vorangegangene Verfahren als nichtig aufzuheben. (T2)
9 ObA 349/98h
Entscheidungstext OGH 14.04.1999 9 ObA 349/98h
Beisatz: Die Zulässigkeit der Wiederaufnahmsklage (auch des Aufhebungsverfahrens) stellt eine vom Gesetzgeber an eng umgrenzte Voraussetzungen geknüpfte Ausnahme von der aus der Rechtskraft der Vorentscheidung abgeleiteten Einmaligkeitswirkung dar. Liegen die hiefür erforderlichen Voraussetzungen nicht vor, ist ein dessen ungeachtet durchgeführtes Verfahren (und zwar auch schon das Aufhebungsverfahren) wegen des darin liegenden Verstoßes gegen die Einmaligkeitswirkung des Vorprozesses nichtig. (T3)
6 Ob 120/11g
Entscheidungstext OGH 18.07.2011 6 Ob 120/11g
4 Ob 139/17w
Entscheidungstext OGH 21.11.2017 4 Ob 139/17w
ECLI:AT:OGH0002:1956:RS0044681
JJR_19560905_OGH0002_0030OB00417_5600000_001
Rechtssatz für 6Ob177/67 1Ob251/04z
RS0044818
6Ob177/67; 1Ob251/04z
ZPO §530 Abs1 Z7 G2
Bedarf ein Vertrag zu seiner Gültigkeit der Genehmigung der Devisenbehörde und wurde diese Genehmigung nach Schluss der mündlichen Verhandlung in erster Instanz des Vorprozesses erteilt, so ist sie selbst eine neue Tatsache im Sinne des § 530 Abs 1 Z 7 ZPO, aber eine solche, die zur Zeit des Vorprozesses noch nicht vorhanden war und daher für eine Wiederaufnahmsklage nicht geeignet ist (vgl ZBl 1937 Nr 297).
6 Ob 177/67
Entscheidungstext OGH 28.09.1967 6 Ob 177/67
Veröff: SZ 40/120 = EvBl 1968/178 S 296
Vgl; Beisatz: Hier: Bescheid der Wasserrechtsbehörde. Ein solcher Bescheid stellt nicht nur ein neues Beweismittel (nach Schluss der mündlichen Verhandlung im Hauptprozess) dar, sondern es handelt sich dabei inhaltlich auch um eine neue Tatsache selbst. (T1)
ECLI:AT:OGH0002:1967:RS0044818
JJR_19670928_OGH0002_0060OB00177_6700000_001
Rechtssatz für 1Ob335/71 8Ob33/72 6Ob2...
RS0044264
1Ob335/71; 8Ob33/72; 6Ob212/72 (6Ob213/72); 8Ob82/74; 1Ob145/74; 7Ob26/87; 4Ob507/89; 1Ob619/89; 6Ob749/89; 7Ob268/98g; 6Ob319/00f; 6Ob178/01x; 1Ob251/04z; 10Ob107/05s; 10Ob10/06b; 10Ob15/09t; 8Ob78/09t; 7Ob3/10g; 10ObS34/14v; 6Ob199/14d; 10ObS66/16b
Verneint das Erstgericht die Zulässigkeit des geltend gemachten Wiederaufnahmsgrundes, ist die Wiederaufnahmsklage nach § 543 ZPO mit Beschluss zurückzuweisen. Geschieht dies mit Urteil und fasst das Gericht zweiter Instanz diese Entscheidung als in Beschlussform ergangen auf und bestätigt es diese mit der Maßgabe, dass die Wiederaufnahmsklage zurückgewiesen wird, dann ist dagegen gemäß § 528 ZPO ein weiterer Rechtszug an den OGH unzulässig.
Ähnlich; Beisatz: Das Erstgericht wies die Wiederaufnahmsklage ab, führte in der Begründung jedoch aus, die Klage sei mit Beschluss zurückzuweisen; das Zweitgericht bestätigte mit der Maßgabe, dass die Wiederaufnahmsklage zurückgewiesen wird (vergleiche jedoch 4 Ob 545/71 und 8 Ob 52/70). (T1)
Beisatz: Erstgericht weist Klage mit Urteil ab, Zweitgericht bestätigt mit Urteil. (T2)
7 Ob 26/87
Entscheidungstext OGH 14.05.1987 7 Ob 26/87
Auch; Veröff: VersRdSch 1988,25
Beis wie T2; Veröff: JBl 1990,253
6 Ob 749/89
Entscheidungstext OGH 18.01.1990 6 Ob 749/89
Vgl aber; Beisatz: Sofern sich das Gericht dabei in der Entscheidungsform vergreift und mit Urteil erkennt, liegt in Wahrheit dennoch ein Beschluss vor, welcher mit Rekurs anzufechten ist. (T3); Beisatz: Der bestätigende Beschluss des Rekursgerichtes ist gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO (idF WGN 1997) nicht absolut unanfechtbar. (T4)
6 Ob 178/01x
Entscheidungstext OGH 21.02.2002 6 Ob 178/01x
nur: Verneint das Erstgericht die Zulässigkeit des geltend gemachten Wiederaufnahmsgrundes, ist die Wiederaufnahmsklage nach § 543 ZPO mit Beschluss zurückzuweisen. (T5); Beis wie T3; Beis wie T4
10 Ob 107/05s
Entscheidungstext OGH 22.12.2005 10 Ob 107/05s
Beis ähnlich wie T4; Beisatz: Da kein Fall des § 519 Abs 1 Z 1 ZPO vorliegt (das Gericht zweiter Instanz hat als Rekursgericht und nicht als Berufungsgericht entschieden), hängt die Zulässigkeit des Revisionsrekurses vom Vorliegen einer erheblichen Rechtsfrage iSd § 528 Abs 1 ZPO ab. (T6)
10 Ob 10/06b
Entscheidungstext OGH 14.11.2006 10 Ob 10/06b
8 Ob 78/09t
Entscheidungstext OGH 22.04.2010 8 Ob 78/09t
Vgl; Beisatz: Auch über die Einrede der mangelnden Aktivlegitimation, die im Fall einer Wiederaufnahmsklage eine Zulässigkeitsvoraussetzung ist, ist mit Beschluss zu entscheiden. (T7); Veröff: SZ 2010/43
Gegenteilig; Beisatz: Revisionsrekurs analog § 519 Abs 1 Z 1 ZPO zulässig. (T8)
Teilweise abweichend; Beis wie T4
6 Ob 199/14d
Entscheidungstext OGH 15.12.2014 6 Ob 199/14d
Auch; Beis wie T4; Beisatz: Trotz Vorliegens eines bestätigenden Beschlusses der zweiten Instanz ist dieser gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO nicht absolut unanfechtbar, weil die Klage ohne Sachentscheidung aus formellen Gründen zurückgewiesen wurde. (T9)
10 ObS 66/16b
Entscheidungstext OGH 28.06.2016 10 ObS 66/16b
ECLI:AT:OGH0002:1971:RS0044264
JJR_19711217_OGH0002_0010OB00335_7100000_001
Rechtssatz für 6Ob517/86 5Ob653/89 9Ob...
RS0043774
6Ob517/86; 5Ob653/89; 9ObA98/91; 4Ob2018/96k; 6Ob59/97p; 5Ob120/99d; 8ObA345/99i; 8Ob264/00g; 9Ob204/02v; 3Ob155/04x; 1Ob251/04z; 3Ob19/05y; 2Ob37/08t; 6Ob98/09v; 2Ob178/09d; 10Ob29/10b; 9ObA1/11d; 4Ob41/11z; 2Ob210/11p; 8Ob111/13a; 5Ob109/14m; 3Ob165/15h; 3Ob173/16m; 5Ob213/18m
ZPO §519 Abs1 Z2 C
ZPO §528 Abs2 J
Erachtet sich ein als Rekursgericht angerufenes Gericht zweiter Instanz zu einer Nichtigerklärung des Verfahrens unter Zurückweisung der Klage bestimmt, so ist dieser Beschluss wie ein gleichartiger berufungsgerichtlicher Beschluss anfechtbar, ohne dass die Zulässigkeitsvoraussetzungen nach § 528 Abs 2 ZPO vorliegen müssten.
6 Ob 517/86
Entscheidungstext OGH 13.02.1986 6 Ob 517/86
Veröff: SZ 59/28 = EvBl 1987/58 S 248 = RdW 1986,178 = GesRZ 1986,151 = RZ 1986/55 S 192
5 Ob 653/89
Entscheidungstext OGH 09.01.1990 5 Ob 653/89
4 Ob 2018/96k
Entscheidungstext OGH 26.03.1996 4 Ob 2018/96k
6 Ob 59/97p
Entscheidungstext OGH 20.03.1997 6 Ob 59/97p
5 Ob 120/99d
Entscheidungstext OGH 28.09.1999 5 Ob 120/99d
8 ObA 345/99i
Entscheidungstext OGH 08.06.2000 8 ObA 345/99i
8 Ob 264/00g
Entscheidungstext OGH 05.07.2001 8 Ob 264/00g
9 Ob 204/02v
Entscheidungstext OGH 02.10.2002 9 Ob 204/02v
3 Ob 155/04x
Entscheidungstext OGH 21.07.2004 3 Ob 155/04x
3 Ob 19/05y
Entscheidungstext OGH 27.04.2005 3 Ob 19/05y
2 Ob 37/08t
Entscheidungstext OGH 26.06.2008 2 Ob 37/08t
2 Ob 178/09d
Entscheidungstext OGH 28.09.2009 2 Ob 178/09d
10 Ob 29/10b
Entscheidungstext OGH 22.06.2010 10 Ob 29/10b
9 ObA 1/11d
Entscheidungstext OGH 28.02.2011 9 ObA 1/11d
4 Ob 41/11z
Entscheidungstext OGH 10.05.2011 4 Ob 41/11z
2 Ob 210/11p
Entscheidungstext OGH 19.01.2012 2 Ob 210/11p
Auch; Veröff: SZ 2012/8
5 Ob 109/14m
Entscheidungstext OGH 23.10.2014 5 Ob 109/14m
3 Ob 165/15h
Entscheidungstext OGH 17.09.2015 3 Ob 165/15h
3 Ob 173/16m
Entscheidungstext OGH 13.12.2016 3 Ob 173/16m
5 Ob 213/18m
Entscheidungstext OGH 13.12.2018 5 Ob 213/18m
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0043774
JJR_19860213_OGH0002_0060OB00517_8600000_002
Rechtssatz für 8ObA292/94 9ObA59/01v 4...
RS0044497
8ObA292/94; 9ObA59/01v; 4Ob155/02a; 1Ob251/04z; 9ObA111/11f; 4Ob83/12b; 6Ob127/16v
ZPO §530 Abs1 Z7 G4
Bei der Prüfung, ob das Beweismittel in abstracto geeignet gewesen wäre, im Vorprozess eine andere Entscheidung herbeizuführen, ist von der vom nunmehrigen Wiederaufnahmskläger unbekämpft gebliebenen rechtlichen Beurteilung im Vorprozess über die Relevanz der durch das neue Beweismittel zu beweisenden Tatsachen auszugehen.
8 ObA 292/94
Entscheidungstext OGH 13.10.1994 8 ObA 292/94
9 ObA 59/01v
Entscheidungstext OGH 25.04.2001 9 ObA 59/01v
Beisatz: Hat das Gericht eine Rechtsfrage selbst beurteilt, welche auch Gegenstand eines anderen Verfahrens war, dann stellt selbst eine nach Schluss der mündlichen Verhandlung im wiederaufzunehmenden Verfahren ergangene anderslautende Entscheidung der anderen Behörde (des anderen Gerichts) keinen Wiederaufnahmsgrund dar. (T1)
4 Ob 155/02a
Entscheidungstext OGH 20.08.2002 4 Ob 155/02a
Vgl auch; Beisatz: Ein rechtskräftiges behördliches Erkenntnis fällt nicht unter den Begriff der "neuen Tatsachen oder Beweismittel", wären doch sonst die Wiederaufnahmsgründe nach § 530 Abs1 Z 5 und 6 ZPO überflüssig.(T2); Veröff: SZ 2002/103
9 ObA 111/11f
Entscheidungstext OGH 25.10.2011 9 ObA 111/11f
4 Ob 83/12b
Entscheidungstext OGH 12.06.2012 4 Ob 83/12b
Vgl; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Eine in einem anderen Prozess erfolgte abweichende rechtliche Beurteilung weder eine neue Tatsache noch ein neues Beweismittel. Gleiches gilt für Änderungen in der Rechtsprechung oder neue rechtswissenschaftliche Erkenntnisse. (T3)
Veröff: SZ 2012/63
6 Ob 127/16v
Entscheidungstext OGH 27.06.2016 6 Ob 127/16v
Vgl; Beisatz: Im wiederaufzunehmenden Verfahren war die außerordentliche Revision der Kläger vom Obersten Gerichtshof ohne Außenbegründung zurückgewiesen worden, sodass die Rechtsansicht des Berufungsgerichts im Vorprozess allein maßgeblich ist. (T4)
ECLI:AT:OGH0002:1994:RS0044497
JJR_19941013_OGH0002_008OBA00292_9400000_001
Entscheidungstext 1Ob251/04z
MietSlg 57.768 = MietSlg 57.772
1Ob251/04z
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Gerstenecker als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofs Dr. Zechner, Univ. Doz. Dr. Bydlinski, Dr. Fichtenau und Dr. Gitschthaler als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei A***** GmbH, *****, vertreten durch Dr. Axel Friedberg, Rechtsanwalt in Wien, gegen die beklagten Parteien 1. Sofie V*****, 2. Robert Peter V*****, beide *****, vertreten durch Dr. Wolfgang Rumpl, Rechtsanwalt in Mödling, 3. DI Thomas S*****, 4. Rosa S*****, 5. Günter S***** und 6. Isabella S*****, 3.-6. beklagte Parteien vertreten durch Dr. Johannes Ehrenhöfer und Dr. Wilhelm Häusler, Rechtsanwälte in Wiener Neustadt, wegen Wiederaufnahme der Verfahren AZ 7 C 431/01z, AZ 18 C 695/01d und AZ 18 C 696/01a je des Bezirksgerichts Wiener Neustadt über den Revisionsrekurs der klagenden Partei gegen den Beschluss des Landesgerichts Wiener Neustadt als Berufungs-(richtig: Rekurs-)gericht vom 24. August 2004, GZ 18 R 143/04i-43, mit dem das Urteil des Bezirksgerichts Wiener Neustadt vom 18. März 2004, GZ C 431/01z-35, aufgehoben wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den
Die klagende Partei ist schuldig, den beklagten Parteien binnen 14 Tagen die Kosten ihrer Revisionsrekursbeantwortungen zu ersetzen, und zwar der Erst- und dem Zweitbeklagten insgesamt 366,48 EUR (darin enthalten 61,08 EUR Umsatzsteuer) und den Dritt- bis Sechstbeklagten insgesamt 599,27 EUR (darin enthalten 99,88 EUR Umsatzsteuer).
Mit Urteil vom 29. 7. 2002 wies das Erstgericht in den verbundenen Verfahren AZ 7 C 431/01z, AZ 18 C 695/01d und 18 C 696/01a die auf Zahlung von 3.124,42, 3.900,02 und 3.300,86 EUR gerichteten Leistungsklagen der (nunmehrigen Wiederaufnahms- und dortigen) Klägerin mit folgender wesentlichen Begründung ab: Sie stütze ihre Ansprüche auf Geschäftsführung ohne Auftrag und - als Regressforderung - auf einen Bescheid des Landeshauptmanns von Niederösterreich vom 24. 3. 1997, mit welchem die wasserrechtliche Bewilligung zur Durchführung einer Nassbaggerung auf einer im gemeinsamen Eigentum der Parteien stehenden Liegenschaft und zur Nutzung des durch diese Nassbaggerung zu sanierenden Grundwasserteichs als Badeteich und zur extensiven Sportfischteichnutzung erteilt worden sei. Allerdings könne die Klägerin die von ihr bislang getragenen Kosten für die Nassbaggerung in Höhe von rund 5,4 Mio ATS nicht anteilig auf die (nunmehrigen Wiederaufnahms- und dortigen) Beklagten als Miteigentümer überwälzen, weil die Arbeiten nicht zum klaren und überwiegenden Vorteil der Beklagten geführt hätten, sei doch eine objektive Werterhöhung der Liegenschaft insbesondere infolge Nichterreichens der bescheidmäßig vorgeschriebenen Mindesttiefe des Grundwasserteichs nicht erzielt worden. Ein Regress gemäß § 896 ABGB komme nicht in Betracht, weil der erwähnte Bescheid lediglich eine Bewilligung, nicht jedoch eine Verpflichtung zur Durchführung der Nassbaggerung enthalten habe.
Das Landesgericht Wiener Neustadt als Berufungsgericht bestätigte mit Urteil vom 29. 11. 2002 zu 18 R 273/02d diese Entscheidung, billigte die rechtlichen Erwägungen des Erstgerichts und ergänzte diese dahin, dass die Klägerin zu ihrem Begehren aus dem Titel der Geschäftsführung ohne Auftrag lediglich vorgebracht habe, die Wasserrechtsbehörde habe zugestanden, sich mit den Abweichungen vom Bescheidziel (hinsichtlich der Mindesttiefe des Grundwasserteichs) zufrieden zu geben, ein derartiges Zugeständnis könne aber keine gesicherte Rechtsposition verschaffen. Von einem klaren und überwiegenden Vorteil der Nassbaggerung für die Beklagten könnte allenfalls ausgegangen werden, wenn bescheidmäßig eine Bewilligung der weiteren Nutzung als Bade- und Fischteich erteilt werden sollte.
Am 1. 12. 2003 beantragte die Klägerin die Wiederaufnahme der zitierten Verfahren mit der Begründung, mit Bescheid vom 16. 10. 2003 habe „das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung" nunmehr festgestellt, dass die mit dem vorerwähnten Bescheid erteilte „wasserrechtliche Bewilligung hinsichtlich der Nassbaggerung im Wesentlichen projekts- und bedingungsgemäß ausgeführt" worden sei. Damit hätte es in den wiederaufzunehmenden Verfahren zu einer für die Klägerin günstigeren Entscheidung kommen müssen.
Die Beklagten wendeten ein, einerseits sei dieser Bescheid noch nicht rechtskräftig, weil der Drittbeklagte dagegen Berufung erhoben habe, und andererseits werde keine neue Tatsache im Sinne des § 530 Abs 1 Z 7 ZPO geltend gemacht, weil der Bescheid nicht schon zum Zeitpunkt der Vorprozesse vorhanden gewesen sei. Aus diesem Grund sei die Wiederaufnahmsklage nicht nur ab-, sondern zurückzuweisen.
Das Erstgericht wies das Klagebegehren mit der Begründung ab, der Bescheid der Wasserrechtsbehörde vom 16.10.2003 sei noch nicht rechtskräftig und könne daher keinen Wiederaufnahmsgrund darstellen.
Das Berufungsgericht hob das erstinstanzliche Urteil und das ihm vorangegangene Verfahren als nichtig auf und wies die Wiederaufnahmsklage zurück. Es vertrat die Auffassung, nach § 530 Abs 1 Z 7 ZPO müssten die neuen Tatsachen bereits im Hauptprozess vorhanden gewesen sein, was hinsichtlich des Bescheids vom 16. 10. 2003 nicht der Fall sei. Habe aber das Erstgericht trotz Fehlens eines gesetzlichen Wiederaufnahmstatbestands die Wiederaufnahmsklage zugelassen und mit Urteil entschieden, sei das Ersturteil aufzuheben, das Verfahren für nichtig zu erklären und die Klage gemäß §§ 538, 543 ZPO zurückzuweisen.
Der Revisionsrekurs der Klägerin ist zulässig, jedoch nicht berechtigt.
1. Die Zulässigkeit der Wiederaufnahmsklage (auch des Aufhebungsverfahrens) stellt eine vom Gesetzgeber an eng umgrenzte Voraussetzungen geknüpfte Ausnahme von der aus der Rechtskraft der Vorentscheidung abgeleiteten Einmaligkeitswirkung dar. Liegen die hiefür erforderlichen Voraussetzungen nicht vor, ist ein dessen ungeachtet durchgeführtes Verfahren (und zwar auch schon das Aufhebungsverfahren) wegen des darin liegenden Verstoßes gegen die Einmaligkeitswirkung des Vorprozesses nichtig (9 ObA 351/98b; 5 Ob 11/04k). Der Oberste Gerichtshof vertritt daher in ständiger Rechtsprechung die Auffassung, dass das Berufungsgericht aus Anlass einer Berufung das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage - unter Nichtigerklärung des vorangegangenen Verfahrens - zurückzuweisen hat, wenn es zum Ergebnis kommt, dass die Wiederaufnahmsklage, über die das Erstgericht mit Urteil entschieden hat, auf keinen gesetzlichen Anfechtungsgrund gestützt wurde (RIS-Justiz RS0044681).
Verneint bereits das Erstgericht die Zulässigkeit des geltend gemachten Wiederaufnahmsgrundes, weist es die Wiederaufnahmsklage nach § 543 ZPO aber nicht mit Beschluss zurück, sondern geschieht dies mit Urteil, so hat es sich in der Entscheidungsform vergriffen. In Wahrheit liegt dann dennoch ein Beschluss vor, welcher mit Rekurs anzufechten ist (JBl 2000, 193 mwN; RIS-Justiz RS0023346). Das Erstgericht hat mit seiner Begründung, dass kein tauglicher Wiederaufnahmsgrund im Sinne des § 530 Abs 1 Z 7 ZPO vorliegt, die Unschlüssigkeit der Wiederaufnahmsklage wahrgenommen. Das Gericht zweiter Instanz hatte somit als Rekursgericht die „Berufung" als Rekurs zu behandeln. Inhaltlich liegt ein bestätigender Beschluss des Rekursgerichts vor, der gemäß § 528 Abs 2 Z 2 ZPO nicht absolut unanfechtbar ist, weil die Klage ohne Sachentscheidung aus formellen Gründen zurückgewiesen wurde (JBl 2000, 193). Dass das Erstgericht zunächst eine mündliche Verhandlung durchgeführt hat, ändert im Hinblick auf § 543 ZPO nichts an der Erledigungsform (4 Ob 507/89).
Nun hat das Gericht zweiter Instanz unter Bedachtnahme auf die dargestellte Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs die Wiederaufnahmsklage unter Aufhebung der angefochtenen Entscheidung des Erstgerichts zurückgewiesen und das vorangegangene Verfahren für nichtig erklärt. Erachtet sich aber ein als Rekursgericht angerufenes (bzw anzurufendes) Gericht zweiter Instanz zu einer Nichtigerklärung des Verfahrens unter Zurückweisung der Klage bestimmt, so ist dieser Beschluss wie ein gleichartiger berufungsgerichtlicher Beschluss (§ 519 Abs 1 Z 1 ZPO) anfechtbar, ohne dass die Zulässigkeitsvoraussetzungen nach § 528 ZPO vorliegen müssten (SZ 59/28; EvBl 2001/274; 1 Ob 26/02h; RIS-Justiz RS0043774; E. Kodek in Rechberger ZPO² § 519 Rz 3). Dies gilt auch für die Frage des Streitwerts (vgl RZ 1992/1 mwN; 2 Ob 2260/96h; E. Kodek aaO); insoweit bedarf § 528 Abs 2 ZPO einer berichtigenden Auslegung (SZ 59/28).
Der Revisionsrekurs der Klägerin ist somit zulässig.
2. Es ist ständige Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs, dass nach § 530 Abs 1 Z 7 ZPO nur solche neuen Tatsachen und Beweismittel zur Wiederaufnahmsklage berechtigen, deren Vorbringen und Benützung im früheren Verfahren eine für die Partei günstigere Entscheidung herbeigeführt haben würde (RIS-Justiz RS0044676). Dabei müssen zwar die neuen Tatsachen bereits im Hauptprozess vorhanden gewesen sein (RIS-Justiz RS0044437), nicht aber auch die neuen Beweismittel (RIS-Justiz RS0044441), sodass auch erst nach Schluss der mündlichen Verhandlung im Hauptprozess entstandene - und nicht nur benutzbar gewordene - Beweismittel taugliche Wiederaufnahmsgründe sein können (MietSlg 32.732 mwN; EvBl 2002/215). Voraussetzung ist dabei allerdings, dass eine bestimmte Tatsache im Hauptprozess zwar behauptet wurde, jedoch nicht bewiesen werden konnte und das neue Beweismittel nunmehr eben den Beweis dieser Tatsache erbringen soll (EvBl 1970/234 uva).
Die Rechtsprechung zu neu entstandenen Beweismitteln hat die Klägerin offensichtlich im Auge, wenn sie den Bescheid vom 16.10.2003 als nunmehr - erstmals - verfügbares Beweismittel und damit tauglichen Wiederaufnahmsgrund darzustellen versucht. Allerdings übersieht die Klägerin dabei, dass bei Beurteilung der Frage, ob eine neue Tatsache (9 ObA 59/01v = RdW 2002, 236) oder ein neues Beweismittel (8 ObA 292/94) in abstracto geeignet gewesen wären, im Hauptprozess eine andere Entscheidung herbeizuführen, von der vom Wiederaufnahmswerber unbekämpft gebliebenen rechtlichen Beurteilung im Hauptprozess auszugehen ist.
Vorliegendenfalls wurde in den wiederaufzunehmenden Verfahren die Rechtsansicht vertreten, ein allfälliges Zugeständnis der Wasserrechtsbehörde, sich mit den Abweichungen vom Bescheidziel (hinsichtlich der Mindesttiefe des Grundwasserteichs) zufrieden zu geben, könne keine gesicherte Rechtsposition verschaffen. Von einem klaren und überwiegenden Vorteil der Nassbaggerung für die Beklagten könnte daher allenfalls (erst) ausgegangen werden, wenn bescheidmäßig eine Bewilligung der weiteren Nutzung als Bade- und Fischteich erteilt werden sollte. Diese Rechtsansicht hat die Klägerin in ihrer Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil in den wiederaufzunehmenden Verfahren zwar als „schlicht unrichtig" bezeichnet, habe die Wasserrechtsbehörde die Kollaudierung doch nur deshalb bislang nicht vorgenommen gehabt, weil unter anderem die Beklagten - wahrscheinlich aus Sorge vor Zahlungspflichten für die Kosten der Nassbaggerung - gegen eine solche Maßnahme im Wasserrechtsverfahren aufgetreten seien. Allerdings hat dem das Berufungsgericht in den wiederaufzunehmenden Verfahren zutreffend das Neuerungsverbot nach § 482 ZPO entgegen gehalten, sodass von einer mangelnden Behauptung der angeblichen „Tatsache" auszugehen ist.
Damit stellt der Bescheid vom 16. 10. 2003 aber nicht nur ein neues Beweismittel (nach Schluss der mündlichen Verhandlung im Hauptprozess) dar, sondern handelt es sich dabei inhaltlich auch um eine neue Tatsache selbst (vgl SZ 40/120 zum insofern durchaus vergleichbaren Fall der nachträglichen devisenbehördlichen Genehmigung eines Vertrags). Hat die Klägerin ihre Wiederaufnahmsklage auf keinen gesetzlichen Anfechtungsgrund gestützt, dann war die Klage unter Aufhebung des Ersturteils und Nichtigerklärung des erstinstanzlichen Verfahrens zurückzuweisen.
Dem Revisionsrekurs ist ein Erfolg zu versagen.
Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsrekursverfahrens gründet auf §§ 41, 50 ZPO. Einheitswert gebührt gemäß § 23 Abs 3 RATG nur im Ausmaß von 60 %.
E76411
ECLI:AT:OGH0002:2005:0010OB00251.04Z.0222.000
JJT_20050222_OGH0002_0010OB00251_04Z0000_000

References: §528
 §538
 §543
 § 528
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 543
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 538
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 528
 OGH 
 § 528
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 543
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 519
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 §73
 §530
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 530
 § 73
 OGH 
 § 73
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 §530
 § 530
 OGH 
 § 543
 § 528
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 528
 OGH 
 § 543
 OGH 
 § 519
 § 528
 OGH 
 OGH 
 § 519
 OGH 
 § 528
 OGH 
 §519
 §528
 § 528
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 §530
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 530
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 896
 § 530
 § 530
 § 543
 § 530
 § 528
 § 543
 § 528
 § 519
 § 528
 § 530
 § 482
 § 23