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Timestamp: 2020-03-29 06:45:19+00:00

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BGH, 11.02.2014 - II ZR 276/12 - dejure.org
https://dejure.org/2014,2447
BGH, 11.02.2014 - II ZR 276/12 (https://dejure.org/2014,2447)
BGH, Entscheidung vom 11.02.2014 - II ZR 276/12 (https://dejure.org/2014,2447)
BGH, Entscheidung vom 11. Februar 2014 - II ZR 276/12 (https://dejure.org/2014,2447)
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EStG §§ 21, 9; FördG § 1; HGB § 255
§ 9 EStG, § 21 EStG, § 1 FöGbG, § 255 HGB
Prospekthaftung beim geschlossenen Immobilienfonds: Anrechnung von Steuervorteilen aus dem Abzug von Werbungskosten und Sonderabschreibungen nach dem Fördergebietsgesetz
Anrechnung von Steuervorteilen des Anlegers auf dessen Schadensersatzanspruch gegen Gründungsgesellschafter eines Immobilienfonds
Keine Anrechnung von Steuervorteilen aus dem Abzug von Werbungskosten auf den Ersatzanspruch des Anlegers gegen Gründungsgesellschafter eines Immobilienfonds
Keine Anrechnung von Steuervorteilen, die sich aus der Berücksichtigung von Werbungskosten ergeben, auf den Schadensersatzanspruch eines Anlegers gegen die Gründungsgesellschafter eines Immobilienfonds
Anrechnung von Steuervorteilen auf Schadensersatzanspruch eines Anlegers
EStG § 21; AO § 175 Abs. 1 S. 1 Nr. 1; FördG § 4
Immobilienfonds: Anrechnung v. Steuervorteilen auf Schadensersatz?
EStG §§ 21, 9; FöGbG § 1; HGB § 255
Anrechnung von Steuervorteilen eines Anlegers aus dem Abzug von Werbungskosten kann ausscheiden
Steuervorteile eines Anlegers auf seine Schadenersatzansprüche
Keine Minderung von Schadensersatzforderungen um Steuervorteile geprellter Anleger
Steuervorteile des Anlegers können nicht vom Schadenersatz abgezogen werden
Keine Anrechnung von Steuervorteilen und Sonderabschreibungen
BGB §§ 249, 280; EStG §§ 9, 21; FöGbG § 1; HGB § 255
Keine Anrechnung von Steuervorteilen bei Rückabwicklung von im Privatvermögen gehaltenen Beteiligungen an Immobilienfonds
LG München I, 10.02.2011 - 22 O 4249/10
OLG München, 01.08.2012 - 15 U 1222/11
BGHZ 200, 51
NJW-RR 2014, 469
ZIP 2014, 468
MDR 2014, 552
VersR 2015, 1305
WM 2014, 449
DB 2014, 476
NZG 2014, 397
Nachdem der Kläger die maßgeblichen Daten vorgetragen und so seiner sekundären Darlegungslast (vgl. BGH , Urt . v. 11.2.2014 - II ZR 276/12) genügt hatte, wäre es Sache der Beklagten gewesen, für einen höheren Wert der Nutzungen Beweis anzutreten (vgl. BGH , Urt . v. 24.04.1985 - VIII ZR 95/84, BGHZ 94, 195 [217] = NJW 1985, 1539; Urt . v. 23.06.1992 - XI ZR 247/91, NJW-RR 1992, 1397; Urt . v. 17.10.2003 - V ZR 84/02, NJW-RR 2004, 79 [81]) .
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und des Bundesfinanzhofs sind Erstattungsbeträge, die Werbungskosten ersetzen, aus denen der Geschädigte im Rahmen einer Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds Steuervorteile erzielt hat, im Jahr ihres Zuflusses (§ 11 Abs. 1 Satz 1 EStG) steuerpflichtige Einnahmen der Einkunftsart, bei der die Aufwendungen vorher als Werbungskosten abgezogen worden sind, im Fall eines geschlossenen Immobilienfonds also der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung im Sinne von § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG (z.B. BGH, Urteile vom 11. Februar 2014 - II ZR 276/12, BGHZ 200, 51 Rn. 16 f …und vom 18. Dezember 2012 - II ZR 259/11, WM 2013, 211 Rn. 17 f; BFH NV 2005, 188, 189; Stützel, NJW 2014, 2070, 2072; jeweils mwN).
Davon sind etwa Provisionen in Bezug auf die Vermittlung des Eigenkapitals betroffen (BGH, Urteil vom 11. Februar 2014 aaO Rn. 28 mwN).
Ihnen ist es damit jedenfalls unzumutbar, sich im Rahmen der Vorteilsausgleichung die derzeitigen Steuervorteile auf ihren Schadensersatzanspruch anrechnen zu lassen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Februar 2014 aaO Rn. 29 ff).
Denn bei der Anrechnung von Steuervorteilen handelt es sich um eine Vorteilsausgleichung (BGH, Urteil vom 11. Februar 2014 - II ZR 276/12, BGHZ 200, 51 Rn. 13 f. mwN).
Nachdem die Klägerin die maßgeblichen Daten vorgetragen und so ihrer sekundären Darlegungslast (vgl. BGH II ZR 276/12) genügt hatte, wäre es Sache der Beklagten gewesen, für einen höheren Wert der Nutzungen Beweis anzutreten (vgl. BGH NJW 1985, 1539 BGH, NJW-RR 1992, 1397 BGH, NJW-RR 2004, 79).
Daher sind nicht alle durch das Schadensereignis begründeten Vorteile auf den Schadensersatzanspruch anzurechnen, sondern nur solche, deren Anrechnung mit dem jeweiligen Zweck des Ersatzanspruchs übereinstimmt (vgl. BGH, Urteil vom 11. Februar 2014 - II ZR 276/12 - BGHZ 200, 51 ff., juris Rn. 13, und BGH, Teilurteil vom 15. Juli 2010 - III ZR 336/08 - BGHZ 186, 205 ff., juris Rn. 35, jew. mwN.).
Soweit die Schadensersatzleistung vom Anleger zu versteuern ist, ohne dass es bei der gebotenen typisierenden Betrachtungsweise darauf ankommt, ob der Anleger die Schadensersatzleistung tatsächlich versteuert, sind danach die erzielten Steuervorteile nur dann anzurechnen, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der Anleger derart außergewöhnliche Steuervorteile erzielt hat, dass es unbillig wäre, ihm diese zu belassen (…vgl. BGH, Urteile vom 23. September 2014 - XI ZR 215/13 - juris Rn. 26 ff. und vom 11. Februar 2014, aaO. Rn. 14 …sowie vom 15. Juli 2010, aaO. Rn. 36, jew. mwN.).
Damit soll vermieden werden, dass der Geschädigte bereits im anhängigen Verfahren die Übertragung seiner Beteiligung anbieten muss, ohne den vollen, ihm gebührenden Ersatz zu erhalten, und wegen eines rechtlich nicht gesicherten möglichen Vorteils über einen weiteren Zeitraum das Risiko trägt, dass der Schädiger die noch ausstehende Ersatzleistung nicht mehr erbringen kann (vgl. BGH, Urteile vom 11. Februar 2014 - II ZR 276/12 -, BGHZ 200, 51 ff., juris Rn. 18, …und vom 1. März 2011 - XI ZR 96/09 - juris Rn. 11).
Nachdem der Kläger die maßgeblichen Daten vorgetragen und so seiner sekundären Darlegungslast (vgl. BGH II ZR 276/12) genügt hatte, wäre es Sache der Beklagten gewesen, für einen höheren Wert der Nutzungen Beweis anzutreten (vgl. BGH NJW 1985, 1539; NJW-RR 1992, 1397; NJW-RR 2004, 79).
Auch bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung besteht grundsätzlich eine Pflicht des Anlegers, den ihm zufließenden Schadensersatzbetrag als Rückfluss von Werbungskosten zu versteuern (BGH, Urteil vom 11.02.2014 - II ZR 276/12, NJW-RR 2014, 469 - juris RN 14 ff.).
LG Köln, 30.04.2019 - 16 O 371/18
Nachdem die Klagepartei die maßgeblichen Daten vorgetragen und so ihrer sekundären Darlegungslast (vgl. BGH II ZR 276/12) genügt hatte, wäre es Sache der Beklagten gewesen, einen höheren Wert der Nutzungen darzulegen und zu beweisen (vgl. BGH NJW 1985, 1539; NJW-RR 1992, 1397; NJW-RR 2004, 79; LG Hildesheim…, Urteil vom 17. Januar 2017 - 3 O 139/16 -, Rn. 74, juris).

References: § 1
 § 255

§ 9
 § 21
 § 1
 § 255
 § 21
 § 175
 § 4
 § 1
 § 255
 § 1
 § 255
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 § 21
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