Source: http://jugendschutz.li/norwegen.html
Timestamp: 2018-06-22 19:02:13+00:00

Document:
Norwegen - Jugendschutz Liechtenstein
Regelungen zum gesetzlichen Jugendschutz in Norwegen
Gemäß dem Vormundschaftsgesetz ist das Volljährigkeitsalter in Norwegen 18 Jahre.
Ja. Die Polizei kann aber Kinder nach Hause verweisen oder bringen, die sich nach 22.00 Uhr auf eigene Faust an öffentlichen Plätzen aufhalten, oder die das Aufenthaltsverbot, das gemäß § 222 c der Strafprozessordnung, gem. Polizeigesetz § 13, 1. Absatz auferlegt wurde, brechen. Die Polizei kann sich auch der Kinder annehmen, die unter Umständen angetroffen werden, die eindeutig ein ernsthaftes Risiko für die Gesundheit oder die Entwicklung des Kindes zur Folge haben, und gegebenenfalls unmittelbar dafür sorgen, dass das Kind zum Vormund oder einem anderen Vorgesetzten oder wenn notwendig zu Jugendämtern, gem. § 13, 1. Absatz des Polizeigesetzes, gebracht wird.
Ja. Siehe Antwort zu öffentlichen Plätzen. Außerdem sagt § 222c der Strafprozessordnung etwas über Einzelpersonen unter 15 Jahren aus. § 222c der Strafprozessordnung geht kurz gefasst davon aus, dass die Strafverfolgungsbehörde einer Person unter 15 Jahren verbieten kann, sich an einem bestimmten Ort aufzuhalten, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass der Aufenthalt an einem Ort die Gefahr erhöht, dass die Person ansonsten eine strafbare Handlung begeht.
Es ist Kindern und Jugendlichen erlaubt, sich in Restaurants aufzuhalten, sofern nicht das Restaurant selbst eigene Vorschriften hat, die dies verbieten. Es ist aber nicht erlaubt, Alkohol an Kinder unter 18 Jahren zu verkaufen.
Es ist Kindern und Jugendlichen erlaubt, sich in Bars, Nachtclubs oder Vergleichbarem aufzuhalten, soweit dort nicht eigene Vorschriften gelten, die dies verbieten. Es ist jedoch nicht erlaubt, Alkohol an Kinder unter
18 Jahren zu verkaufen oder auszuschenken.
Es ist Kindern und Jugendlichen erlaubt, bei Tanzveranstaltungen dabei zu sein, sofern dort keine eigenen Regelungen bestehen, die dies verbieten.
Es ist nicht erlaubt, Alkohol an Kinder unter 18 Jahren zu verkaufen oder auszuschenken. Der Verkauf und das Ausschenken von Branntwein an Personen unter 20 Jahren ist nicht erlaubt.
Es gibt Begrenzungen hinsichtlich dessen, was Kinder an Filmen sehen können, die zu Gewerbezwecken gezeigt werden. Solche Filme und Videos sollen für Kinder unter 18 Jahren genehmigt werden. Die staatliche Filmzensur genehmigt, inwieweit ein Film eine niedrigere Altersgrenze von 5, 10, 15 oder 18 Jahren haben kann. Filme, die für Kinder über 5 Jahren genehmigt sind, können von Kindern unter diesem Alter gesehen werden, wenn Vorgesetzte oder Personen an deren Stelle dabei sind. Kinder in der Altersgruppe von 5-10 Jahren können Kinofilme für die Altersgruppe von 10 Jahren und Ältere sehen, wenn erwachsene Vorgesetzte dabei sind. Es gibt keine entsprechenden Regelungen für Filme, die für die über 15 und 18 Jährigen genehmigt sind (gem. Gesetz über Filme und Videoprogramme).
Seit dem 1.1.2001 wurde die 18-Jahr-Altersgrenze an Gewinnautomaten eingeführt. Obwohl die Altersgrenzevon 18 Jahren besteht, ist es ein Problem, dass Jugendliche unter 18 Jahren an Gewinnautomaten spielen. So wie die Regeln heute sind, ist es erlaubt, solche Automaten in Lebensmittelgeschäften und Kaufcentern aufzustellen, wo Kinder und Jugendliche verkehren. Es ist aber eine Gesetzesänderung vorgeschlagen, die dazu beitragen wird, die Altersgrenze einzuhalten.
In der Gesetzesvorlage des Odelstings Nr. 44 (2002-2003) „Über das Gesetz zur Änderung der Geldspiel- und Lotteriegesetzgebung etc.“, die am 17. Juni 2003 im Storting beraten wurde, wurde eine Reihe von Änderungen vorgeschlagen, die unter anderem Gewinnautomaten Personen unter 18 Jahren weniger zugänglich machen werden. Die Aufstellung von Automaten in Lebensmittelgeschäften und in Kaufzentren entfällt. Zukünftig wird man solche Automaten nur an Kiosken mit einem großen Warenangebot, Bars und Restaurants, sowie in Bingohallen, auf Trabrennbahnen, in Spielcafés und in geringer Anzahl in großen Spielhallen finden.
Die Automaten werden in der Öffentlichkeit weniger sichtbar sein, und die Handhabung der 18-Jahr-Grenze wird einfacher werden.
Es ist nicht erlaubt, Tabakwaren oder Imitationen, die zum Gebrauch solcher Waren ermuntern können, an Personen unter 18 Jahren zu verkaufen. Bei Zweifeln bezüglich des Alters des Käufers kann der Verkauf nur erfolgen, wenn der Käufer dokumentiert, dass er 18 Jahre alt ist (gem. Gesetz zu Schäden durch Tabakgenuss).
Saisonarbeitsgenehmigungen werden Ausländern erteilt, die einer typischen saison- regulierten Tätigkeit nachgehen wollen, wie zum Beispiel bei der Ernte von Erdbeeren oder beim Beerenpflücken in der Natur, oder in Verbindung mit der Durchführung eines gewöhnlichen Urlaubs. Eine Arbeitsgenehmigung als Saisonarbeiter kann für bis zu 3 Monate im Laufe eines Kalenderjahres erteilt werden. Bevor eine Person einen Antrag auf Arbeitserlaubnis stellen kann, muss er/sie ein Arbeitsangebot haben. Gehalts- und Arbeitsbedingungen müssen daraus hervorgehen. Visafreie können nach ihrer Ankunft in Norwegen die Arbeitserlaubnis beantragen. Für die Arbeit im Bereich der Landwirtschaft und in der Forstwirtschaft kann der Arbeitgeber die Genehmigung für Visafreie beantragen, die sich im Heimatland befinden. Die Vorschriften zur Arbeitserlaubnis für Saisonarbeit und Arbeit in Verbindung mit gewöhnlichem Urlaub sind im § 5, dritter Absatz, Buchstabe a der Ausländerverordnung zu finden.
Ausführlichere Bestimmungen sind im Rundschreiben 02-16 des Norwegischen Dezer- nats für Einwanderung zu finden: Saisonarbeitsgenehmigung und Erlaubnis zur Arbeit in Verbindung mit Urlaub und 02-15 über das Formular für das Arbeitsangebot und den Antrag auf Saisonarbeitserlaubnis.
Es ist nicht verboten zu trampen, aber unser Eindruck ist, dass dies heute keine gewöhnliche Erscheinung unter den Jugendlichen ist.
Die Kommunen tragen die Hauptverantwortung für die Organisation guter Wachstumsbedingungen für Kinder und Jugendliche. Es gibt eine Reihe öffentlicher Instanzen, an die sich Kinder und Jugendliche direkt wenden können, wie z. B. Mütterberatungsstellen, Sozialpädagogen an Schulen und die Jugendfürsorge. Sie können auch das Kontakttelefon für Kinder und Jugendliche (Rotes Kreuz) anrufen, das an die richtige Instanz, die „Klare Mitteilung“ des Beauftragten für Kinderschutz, vermittelt. Außerdem gibt es eine Reihe von privaten Organisationen, die zum Ziel haben, Kindern und Jugendlichen zu helfen.
Die Bestimmungen zur Einfuhr von Waffen findet man ausführlicher in der Vorschrift zu Schusswaffen, Waffenteilen und Munition (http://www.lovdata.no/for/sf/jd/td- 19630125-9722-0.html). Es ist verboten, Elektroschockwaffen, Springmesser, Stiletts, Batangamesser, Schlagringe, Gummiknüppel, Totschläger, Wurfsterne, Blasrohre für das Abschießen von Pfeilen etc. und Steinschleudern einzuführen, gem. Vorschrift über Schusswaffen, Waffenteile und Munition § 15-1. In besonderen Fällen kann der Polizeipräsident von dem Verbot im ersten Absatz befreien.
Die Bestimmung zum sexuellen Mindestalter von 16 Jahren geht aus dem § 196 des Strafgesetzes hervor. Die Bestimmungen sind „negativ“ formuliert in dem Sinne, dass nur festgelegt ist, was strafbar ist. Der fünfte Absatz im § 196 legt fest, „Strafe nach dieser Bestimmung kann entfallen, wenn diejenigen, die den sexuellen Umgang hatten, etwa ebenbürtig in Alter und Entwicklung sind“.
Quelle: Kinder-, Jugend- und Familienverwaltung (Det kgl. Barne- og Familiedepartement, 2/2004)
Fax: +47 22 44 63 50
http://www.dija.de/norwegen/kinder-und-jugendhilfe-in-der-praxis-no
http://www.coe.int/t/dg4/youth/Source/IG_Coop/YP_Norway_en.pdf

References: § 222
 § 13
 § 13
 § 222
 § 222
 § 5
 § 15
 § 196
 § 196