Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.11.1978&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20263/77
Timestamp: 2020-02-23 21:21:49+00:00

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BGH, 29.11.1978 - VIII ZR 263/77 - dejure.org
https://dejure.org/1978,278
BGH, 29.11.1978 - VIII ZR 263/77 (https://dejure.org/1978,278)
BGH, Entscheidung vom 29.11.1978 - VIII ZR 263/77 (https://dejure.org/1978,278)
BGH, Entscheidung vom 29. November 1978 - VIII ZR 263/77 (https://dejure.org/1978,278)
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Eintritt eines Substituten in die Rechte und Pflichten aus dem Mietvertrag - Vorliegen eines auf unbestimmte Zeit eingegangenen Mietverhältnis - Formbedürftigkeit aller wesentlichen Abreden des Mietvertrages
BGHZ 72, 394
NJW 1979, 369
MDR 1979, 306
DB 1979, 254
Ob die spätere Zustimmung eines Vertragspartners zu einem Parteiwechsel auf der Gegenseite schon nach dem Grundgedanken des § 182 Abs. 2 BGB keinem Formzwang unterliegt (ausdrücklich offen gelassen in BGHZ 72, 394, 398), bedarf auch hier keiner Entscheidung.
Auf die Frage, ob und von wem ihm die Urkunde vorgelegt wird, die die entsprechende Vereinbarung enthält, kommt es ohnehin nicht an (vgl. BGHZ 72, 394, 399).
Dabei kann nach dem Prinzip der Vertragsfreiheit der Eintritt des neuen Mieters in den Vertrag auch dadurch erfolgen, daß der Neumieter einen Vertrag zwischen Vermieter und Altmieter genehmigt (vgl. BGHZ 72, 394, 396; 96, 302, 309).
d) Dies entspricht der allgemeinen Auffassung von Rechtsprechung und Literatur (BGH Urteile v. 24. September 1959 - VIII ZR 112/58 = LM Nr. 21 zu § 535 BGB a; v. 10. November 1960 - VIII ZR 167/59 = NJW 1961, 453; BGHZ 44, 229, 231; BGH Urteile v. 7. März 1973 - VIII ZR 204/72 = WM 1973, 489; v. 21. Juni 1978 - VIII ZR 155/77 = JZ 1978, 568; v. 14. Dezember 1978 - III ZR 104/77 = WM 1979, 279; BGHZ 72, 394, 396; BGB-RGRK/Weber aaO vor § 398 Rdnr. 8, 9; Palandt/Heinrichs, BGB 44. Aufl. § 398 Bem.
a) Die Formbedürftigkeit der Vertragsübernahme ergibt sich allerdings nicht schon daraus, daß die Formbedürftigkeit einer Vertragsübernahme nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats (BGHZ 65, 49, 52; 72, 394, 397) dem Formerfordernis des übernommenen Vertrages folgt.
Eine Vertragsübernahme kann entweder durch dreiseitige Vereinbarung zwischen dem ausscheidenden, dem verbleibenden und dem eintretenden Teil oder aber durch zweiseitigen Vertrag zwischen dem ausscheidenden und dem eintretenden unter Zustimmung des verbleibenden Teils vereinbart werden (Senat BGHZ 72, 394, 396; 96, 302, 308 m.w.Nachw.).
Die Vertragsübernahme wird nach allgemeiner Auffassung in Rechtsprechung und Literatur als einheitliches Geschäft angesehen (Senatsurteile vom 29. Oktober 1957 - VIII ZR 292/56 = LM Nr. 16 zu § 581 BGB = MDR 1958, 90 [BGH 29.10.1957 - VIII ZR 292/56] dort mit Anmerkung Bettermann; vom 7. März 1973 - VIII ZR 204/71 = WM 1973, 489; vom 3. Juli 1974 - VIII ZR 6/73 = WM 1974, 908, 909; vom 29. November 1978 BGHZ 72, 394, 395; ferner eingehend zuletzt BGH Urteil vom 20. Juni 1985 - IX ZR 173/84 = WM 1985, 1172, 1174; Nörr in Nörr/Scheyhing, Sukzessionen, 1983, § 17 I - S. 249 - Coester MDR 1974, 803, 804;… Staudinger/Kaduk, BGB 10./11. Aufl. Einl. § 398 Rdn. 35;… BGB-RGRK/Weber 12. Aufl. vor § 398 Rdn. 10;… MünchKomm/Möschel 2. Aufl. vor § 414 Rdn. 8).
Dies ist entweder durch dreiseitigen Vertrag im engeren Sinne oder durch Vereinbarung zwischen zwei Beteiligten unter Zustimmung des Dritten möglich (Senatsurteil vom 29. November 1978 aaO S. 395, 396;… BGH Urteil vom 20. Juni 1985 aaO).
(2.) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes setzt der Beitritt einer Partei zu einem Vertrag voraus, daß die ursprünglichen Parteien und die eintretende Partei sich über den Vertragsbeitritt einigen (BGH, Urteil vom 2. Juli 1975 - VIII ZR 223/73 = BGHZ 65, 49, 51 ff; Urteil vom 29. November 1978 - VIII ZR 263/77 = BGHZ 72, 394, 397 f).
Ebenso wie durch eine dreiseitige Vereinbarung zwischen der ausscheidenden, der beitretenden und der verbleibenden Partei kann eine solche Übernahme auch im Wege der zweiseitigen Absprache zwischen der ausscheidenden und der beitretenden Partei vorgenommen werden, der der verbleibende Teil zustimmt (BGHZ 44, 229, 231; 65, 49, 51 [BGH 02.07.1975 - VIII ZR 223/73] ; 72, 394, 396; 95, 88, 94; 109, 118, 123).
Die bei einem Übernahmevertrag in gleicher Weise wie bei der Ausgangsvereinbarung einzuhaltende Schriftform (vgl. dazu BGHZ 72, 394, 397) ist gewahrt.
Eine Vertragsübernahme kann durch dreiseitigen Vertrag im engeren Sinne oder durch Vereinbarung zwischen zwei Beteiligten unter Zustimmung des Dritten geschehen (BGH NJW 79, 369; 85, 2528; 86, 918).
Vermieter könnten die Kläger mithin nur durch rechtsgeschäftliche Vertragsübernahme, d. h. durch Vereinbarung mit den Eltern und Mietern oder durch Vereinbarung mit den Eltern unter Zustimmung der Mieter, geworden sein (vgl. dazu BGH-Urteile vom 29. Oktober 1957 VIII ZR 292/56, Monatsschrift für Deutsches Recht - MDR - 1958, 90, und vom 29. November 1978 VIII ZR 263/77, BGHZ 72, 394, 398).
BGH, 05.02.1987 - III ZR 234/85
OLG Düsseldorf, 10.01.1991 - 10 U 104/90
LG Bonn, 07.12.2011 - 2 O 248/11
Haftung einer neuen gleichnamigen Fraktion nach der Kommunalwahl für die …
OLG München, 01.10.1985 - 25 U 3981/85
Geltung des Abzahlungsgesetzes bei Eintritt in Bierlieferungsvertrag
BGH, 02.11.1983 - VIII ZR 135/82
Anforderungen an den Eintritt in ein Pachtverhältnis - Voraussetzungen für die …
VG Stuttgart, 12.06.2019 - 8 K 17717/17
Beseitigung von Straßenschäden; Anspruch aus öffentlich-rechtlichem Vertrag; …

References: § 182
 § 535
 BGH 
 § 398
 § 398
 § 581
 BGH 
 § 17
 § 398
 § 398
 § 414
 BGH