Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F13-11-2000-I_423-2000
Timestamp: 2016-10-28 02:39:09+00:00

Document:
I 423/00 (13.11.2000)
I 423/00 Gb
F.________, Beschwerdef�hrerin,
A.- Die 1966 geborene F.________ meldete sich am 9. April 1996 zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Sie gab an, wegen Migr�ne, vegetativer Dystonie und Panikattacken ihren angestammten Beruf als Arztgehilfin nicht mehr aus�ben zu k�nnen, weshalb sie eine Umschulung in Form einer kaufm�nnischen Ausbildung beantragte. Gest�tzt auf verschiedene Arztberichte, insbesondere ein MEDAS-Gutachten vom 16. Dezember 1997, verneinte die IV-Stelle Zug mit Verf�gung vom 27. Dezember 1999 einen Umschulungsanspruch der Versicherten, weil diese in ihrem angestammten Beruf voll arbeitsf�hig sei.
B.- Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 29. Juni 2000 ab.
C.- F.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem sinngem�ssen Antrag, der Entscheid vom 29. Juni 2000 und die Verwaltungsverf�gung vom 27. Dezember 1999 seien aufzuheben und es sei ihr die gew�nschte Umschulung zu gew�hren.
1.- a) Gem�ss Art. 8 Abs. 1 IVG haben invalide oder von einer Invalidit�t unmittelbar bedrohte Versicherte Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen, soweit diese notwendig und geeignet sind, die Erwerbsf�higkeit wiederherzustellen, zu verbessern, zu erhalten oder ihre Verwertung zu f�rdern. Dabei ist die gesamte noch zu erwartende Arbeitsdauer zu ber�cksichtigen.
Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidit�t die durch einen k�rperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder l�ngere Zeit dauernde Erwerbsunf�higkeit. Von hier nicht zur Diskussion stehenden Ausnahmen abgesehen setzt Erwerbsunf�higkeit und damit Invalidit�t Arbeitsunf�higkeit voraus (BGE 115 V 133 Erw. 2, 105 V 141 Erw. 1b; ZAK 1985 S. 224 Erw. 2b).
Eine Person ist nach der Rechtsprechung nur dann unmittelbar von einer Invalidit�t bedroht, wenn eine solche in absehbarer Zeit einzutreten droht; diese Voraussetzung ist nicht erf�llt, wenn der Eintritt einer Erwerbsunf�higkeit zwar als gewiss erscheint, der Zeitpunkt ihres Eintritts aber ungewiss ist (BGE 124 V 269 Erw. 4 mit Hinweisen).
b) Die Eingliederungsmassnahme der Umschulung (Art. 8 Abs. 3 lit. b IVG) wird in Art. 17 IVG n�her geregelt. Nach Abs. 1 dieser Bestimmung besteht ein Anspruch auf Umschulung auf eine neue Erwerbst�tigkeit, wenn die Umschulung infolge Invalidit�t notwendig ist und dadurch die Erwerbsf�higkeit voraussichtlich erhalten oder wesentlich verbessert werden kann.
2.- a) Das kantonale Gericht, welches die Grunds�tze �ber die W�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten richtig dargelegt hat (siehe auch: f�r den Beweiswert von Arztberichten im Allgemeinen BGE 125 V 352 Erw. 3a und RKUV 2000 Nr. KV 124 S. 214; f�r den Beweiswert haus�rztlicher Berichte BGE 125 V 353 Erw. 3b/cc; f�r den Beweiswert von MEDAS-Gutachten BGE 123 V 175 und AHI 1997 S. 122 f.), stellte in zutreffender W�rdigung der medizinischen Akten fest, die Beschwerdef�hrerin sei in ihrem angestammten Beruf voll arbeitsf�hig. Auf die diesbez�glichen Ausf�hrungen der Vorinstanz kann verwiesen werden.
b) An dieser Feststellung verm�gen die Vorbringen der Beschwerdef�hrerin, soweit erheblich, nichts zu �ndern.
aa) Das Migr�neleiden der Versicherten wurde von allen �rzten, die eine Arbeitsunf�higkeit verneinten, insbesondere auch im Rahmen der MEDAS-Begutachtung, ber�cksichtigt.
Den MEDAS-�rzten war auch bekannt, welche Umst�nde zur Aufl�sung des Arbeitsverh�ltnisses zwischen der Beschwerdef�hrerin und Dr. med. W.________ gef�hrt hatten.
bb) Dr. med. I.________ �usserte in seinem Bericht vom 1. Juni 1996 nicht die Auffassung, die Beschwerdef�hrerin sei als Sekret�rin durch ihre h�ufige Migr�ne behindert, sondern rapportierte eine dahin gehende Aussage der Versicherten.
cc) Aus dem Umstand, dass nicht bei allen Versicherten eine MEDAS-Abkl�rung durchgef�hrt wird, kann die Beschwerdef�hrerin nichts zu ihren Gunsten ableiten. Dem fundierten MEDAS-Gutachten kommt eine gr�ssere Beweiskraft zu als den haus�rztlichen Berichten des Dr. med. B.________, die sich f�r die Invalidit�tsbemessung schon deshalb nicht eignen, weil sich ihnen kein bestimmter Arbeitsunf�higkeitsgrad entnehmen l�sst. In seinen Berichten vom 14. Juni und vom 4. September 1996 gab dieser Arzt hinsichtlich der Frage der Arbeitsf�higkeit lediglich die Selbsteinsch�tzung der Versicherten wieder. In seinem rund zwei Jahre nach Erstattung des MEDAS-Gutachtens vom 16. Dezember 1997 w�hrend des kantonalen Beschwerdeverfahrens eingereichten Bericht vom 12. Januar 2000 beschr�nkte er sich bez�glich seiner eigenen �rztlichen Einsch�tzung auf die nicht weiter pr�zisierte Aussage, seines Erachtens bestehe doch eine medizinisch bedingte Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit f�r gewisse Berufe. Der letztgenannte Bericht enth�lt im �brigen auch keine Hinweise daf�r, dass sich die gesundheitliche Situation zwischen dem Zeitpunkt der Erstattung des MEDAS-Gutachtens vom 16. Dezember 1997 und dem f�r die Beurteilung massgebenden Zeitpunkt des Erlasses der Verwaltungsverf�gung vom 27. Dezember 1999 (BGE 121 V 366 Erw. 1b) verschlechtert haben k�nnte, was die Beschwerdef�hrerin auch nicht behauptet.
dd) Daraus, dass Dr. med. S.________ in seinem zuhanden der MEDAS abgegebenen Konsiliarbericht vom 11. September 1997 "wegen schlechter Erfahrung im medizinischen Bereich" eine Umschulung auf einen nichtmedizinischen Beruf vorschlug, kann keine Arbeitsunf�higkeit im angestammten Beruf als Arztgehilfin abgeleitet werden. Unmittelbar vor dieser Bemerkung hatte dieser Arzt n�mlich darauf hingewiesen, dass vom neurologischen Standpunkt aus keine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit bestehe.
3.- Nachdem es an einer Arbeitsunf�higkeit fehlt, liegt - wie die Vorinstanz zutreffend festgestellt hat - auch keine Invalidit�t vor. Auch eine unmittelbar drohende Invalidit�t hat das kantonale Gericht zu Recht verneint.
Dr. med. M.________ sah zwar in seinem psychiatrischen Konsilium zuhanden der MEDAS vom 10. November 1997 die Gefahr einer sp�teren Invalidit�t, hielt aber fest, die Explorandin sei vorderhand voll arbeitsf�hig. Das MEDAS-Gutachten selbst �ussert sich im gleichen Sinne. Unter diesen Umst�nden kann f�r den hier massgebenden Zeitpunkt des Verf�gungserlasses nicht davon die Rede sein, dass eine Invalidit�t in absehbarer Zeit einzutreten drohte; denn es fehlte schon an der Gewissheit eines sp�teren Invalidit�tseintritts, umso mehr, als nicht alle therapeutischen Massnahmen - namentlich die von Dr. med. M.________ zur Vorbeugung einer ung�nstigen Entwicklung empfohlene regelm�ssige Psychotherapie - ausgesch�pft worden waren.
Mangels einer aktuellen oder unmittelbar drohenden Invalidit�t fehlt es an einer Voraussetzung f�r einen Anspruch auf Umschulung, sodass es sich er�brigt, das Vorliegen weiterer Voraussetzungen, beispielsweise jener der Erfolgsaussichten einer Umschulung, zu pr�fen.

References: Art. 8
 Art. 4
 Art. 17
 BGE 
 BGE 
 BGE