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Timestamp: 2020-01-27 00:27:13+00:00

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Motivationsprädikatoren in der Lehrerausbildung für die ...
von Mag. Erich Hackl (Autor) Stefan Illedits (Autor)
Wissenschaftliche Studie 2014 46 Seiten
Aktualität der Fragenstellung und Problembegegnung
Berufsspezifische Interessen
Zusammenfassung der soziodemographischen Erhebung
Quellen zu den inhaltlichen Aspekten
Quellen zu den Methoden
Fragebogen zu den Motivationsprädikatoren für den Lehrberuf in der bedarfsorientierten Lehrerausbildung 2013
Da die Lehrer/innenausbildung in der Berufspädagogik eine einzigartige Sonderform in Österreich darstellt, sind sehr wenige Untersuchungen in diesem Bereichsfeld zu finden. Die vorliegende Untersuchung beinhaltet eine umfassende Analyse der soziographischen Daten sowie eine Messung der Motivationsprädikatoren in Bezug auf einen Berufswechsel in den Lehrberuf der Studierenden in der „Bedarfsorientierten Lehrerinnenausbildung“ an der PH Wien.
Since teacher training for vocational teachers is seen as a unique form of teacher training in Austria, there is very little research in this field. This research paper analyses students studying at the "demand-oriented teacher training" institute at PH Wien. It includes a comprehensive analysis of the socio-graphic data of the students, as well as a measurement of their motivation regarding their career change into teaching.
Keywords: Berufsbildung, Motivationsprädikatoren zum Berufswechsel, Zufriedenheitsstudie
Mag. Erich Hackl studierte Psychologie und Pädagogik an der Universität Wien. Durch das Lehramtsstudium „Bereichsfeld Elektronik“ hat er langjährige Unterrichtspraxis im Berufspädagogikbereich an den „Höheren Technischen Lehranstalten“ in der Praxis und der Theorie. Seit 1999 unterrichtet er an der Pädagogischen Hochschule in Wien Psychologie.
Mag. Stefan Illedits studierte, im Anschluss an das Lehramtsstudium für das Berufsfeld „Maschinenbau“ an der Berufspädagogischen Akademie Wien, Soziologie an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Wien. Von 1987 bis 2010 unterrichtete er an der HTL Eisenstadt mit dem Arbeitsschwerpunkt Arbeitsvorbereitung/Arbeitsorganisation. Seit 2002 unterrichtet er an der PH Wien und der Vorgängerinstitution BPA Wien Soziologie und ist seit 2008 als Koordinator für den Studiengang „Technisch gewerbliche Pädagogik“ tätig.
Die Studien- und Berufswahl in der bedarfsorientierten Lehrerausbildung, die speziell in der Berufsbildung stark verankert ist, ist ein „vielschichtiger Prozess“ (Havers, 1983, S. 5; auch Ludwig, 2012, S. 48ff.) der nur sehr marginal in der Wissenschaft bisher Berücksichtigung erfahren hat. Wurden in bisherigen Untersuchungen vor allem die Persönlichkeitsmerkmale (Pflanzl, Swoboda, 2012, S. 98) am Beginn der Ausbildung von Berufsschullehrer/innen untersucht, stehen im Mittelpunkt vorliegender Untersuchung die Profilanalyse und die Hintergründe der bewussten Entscheidung, warum sich Personen für den Lehrberuf im Bereich der Berufsbildung entscheiden. Da die bedarfsorientierte Lehrerausbildung in Österreich eine ganz spezielle Zugangs – und Ausbildungsform darstellt, werden im Anschluss die genauen Zugangserfordernisse für diesen Bereich angeführt. Unsere Fragestellung geht weniger in die bisher häufig verfolgte Richtung der Erforschung der Rolle des Persönlichkeitstyps in der Berufswahlentscheidung (z.B.: Mayr, 1996), sondern ist stark auf die möglichen Motivationsprädikatoren für einen Berufswechsel in den Lehrberuf gerichtet. Es steht die Frage im Mittelpunkt, welcher Art die vernunftmäßigen Gründe für die Entscheidung zum Lehrberuf waren. So konnte nach eingehender Recherche der Autoren dieser Studie zwar einige Untersuchungen in Bezug auf Umwelt und Motivationsprädikatoren von Lehramtskandidaten (Rausch, 2008, S. 5) erhoben werden, die jedoch nicht die profilbasierende Untersuchungsvariable dieses Forschungsprojektes darstellen.
In Vorgesprächen konnte festgestellt werden, dass eine beträchtliche Anzahl derer, die beschlossen haben als Lehrende in berufsbildenden Schulen tätig zu werden, ihre Motivation zu dieser Entscheidung durchaus nicht nur in den in diversen Theorien zur Berufswahlentscheidung formulierten Umständen (die theoretischen Grundlagen zur Forschung über Berufswahl sind zusammengestellt bei Ludwig, 2012, S. 47 – 67; zu Holland: siehe Pfuhl, 2010, S. 27-30), sondern in sehr handfesten praktischen Überlegungen (Jobverlust, Arbeitszeiten …) sehen. (In eine sehr ähnliche Richtung gehen die Gründe, die im Zusammenhang mit der Wahl des Lehreberufs bei Watkins, 2010, S. 50 – 52 dargestellt werden). Diese bei Altrichter,1996, S. 124 und in der Folge zusammenfassend bei Heidinger, 2001, S. 11f. als „Materielle Motivatoren“ bezeichneten Faktoren (Jobsicherheit / zeitliche Flexibilität / hoher Autonomiegrad / Ansehen - Prestige) über die bisherigen Untersuchungen zur Berufswahlentscheidung im Bereich des Pädagogikberufs hinausgehend zu untersuchen und damit auch Grundlagen für eine noch gezieltere Gestaltung der Ausbildung zu erhalten, ist Ziel des vorliegenden Forschungsprojekts. Somit stellt diese Untersuchung eine Ergänzung der bisherigen Forschungen zur Motivation von Einsteiger/innen in diese Art des Pädagogikberufes dar.
Ziel dieses Projektes ist es ökonomisch/bildungsbiographische Motivationsprädikatoren von angehenden Pädagog/innen zu bekommen, die großteils die Privatwirtschaft verlassen und sich für den Lehrberuf in der Berufsbildung entscheiden. Weiters können die Erkenntnisse auch dahingehend genutzt werden, um während des Studiums auf die Situation der Studierenden einzugehen und deren Bedürfnisse zu berücksichtigen. Durch Erkenntnisse aus den Erhebungen können die Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass in der „Bedarfsorientierten Lehrer/innenausbildung“ die Abwerbung aus der Wirtschaft - extremer Lehrermangel in den technischen Berufen wird durch Sonderverträge zu kompensieren versucht - gezielter vorgenommen werden kann.
Abgeleitet aus den in Kapitel 1 dargestellten Untersuchungen ergeben sich folgende Forschungsfragen:
Welche Motive überwiegen bei einem im nicht Lehrberuf tätigen Menschen, sich für die „Bedarfsorientierte Lehrer/innenausbildung“ zu entscheiden?
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bzgl. Motivationsprädikatoren in der „Bedarfsorientierten“ Lehrer/innenausbildung?
Gibt es divergierende Motivationsprädikatoren bzgl. der Testgruppen in der „Bedarfsorientierten Lehrer/innenausbildung“?
Da sich das vorliegende Projekt im Speziellen auf die „Bedarfsorientierte Lehrerausbildung“ bezieht, müssen die Zugangsberechtigungen der Probanden explizit dargestellt werden, da dies ein ganz spezielles Segment der Lehrerausbildung in Österreich ist. Die Stichprobe der Probanden (N=203) setzt sich aus Personen für Berufsschulpädagogik (BSP) der Fachgruppe I, II, III und Probanden für die technisch-gewerbliche Pädagogik (TGP) zusammen, die im Studienjahr 2013/14 das Lehramtsstudium an der Pädagogischen Hochschule Wien inskribiert haben. Die Untersuchung dauerte ca. 10 Minuten. Die Daten wurden anonymisiert mittels SPSS analysiert und interpretiert.
Nach der Hochschulzulassungsverordnung §3 HZV (2007, Beschlussfassung der Stuko 2010) für das Bachelorstudium sind folgende Voraussetzungen relevant:
Studiengang Berufsschulpädagogik
1. Für die Fachgruppe I gemäß § 3 Abs. 2 Z 1 lit.a gilt als einschlägige berufsbildende höhere Schule eine im SchOG genannte berufsbildende höhere Schule, die dem jeweiligen Berufsfeld entspricht.
Als einschlägige Ausbildung gemäß § 3 Abs. 2 Z 1 lit.a gilt eine Lehrabschlussprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, der erfolgreiche Abschluss von Studien oder Studienabschnitten im tertiären Bereich, die sich auf das jeweilige Berufsfeld beziehen, eine Dienstprüfung für den gehobenen Dienst der Gebietskörperschaften, erfolgreich abgelegte Prüfungen der öffentlich rechtlichen Berufsvertretungen, insofern die betreffenden Ausbildungen oder Prüfungen nach Bildungsinhalt und Bildungsumfang einer Lehrabschlussprüfung in einem Lehrberuf des Berufsfeldes gleichwertig sind.
2. Für die Fachgruppe II gemäß § 3 Abs. 2 Z 1 lit.a gilt als einschlägige berufsbildende höhere Schule eine im SchOG genannte berufsbildende höhere Schule, die dem jeweiligen Berufsfeld entspricht.
Als einschlägige Ausbildung gemäß § 3 Abs. 2 Z 1 lit.a gilt eine Lehrabschlussprüfung oder eine Meisterprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, der erfolgreiche Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, der erfolgreiche Abschluss von Studien oder Studienabschnitten im tertiären Bereich, die sich auf das jeweilige Berufsfeld beziehen, eine Dienstprüfung für den gehobenen Dienst der Gebietskörperschaften, erfolgreich abgelegte Prüfungen der öffentlich rechtlichen Berufsvertretungen, insofern die betreffenden Ausbildungen oder Prüfungen nach Bildungsinhalt und Bildungsumfang einer Lehrabschlussprüfung in einem Lehrberuf des Berufsfeldes gleichwertig sind.
3. Für die Fachgruppe III gemäß § 3 Abs 2 Z 1 lit.b gilt als einschlägige Meisterprüfung eine Meisterprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht.
Als einschlägige Befähigung gemäß § 3 Abs. 2 Z 1 lit.b gilt eine Lehrabschlussprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, und eine im Rahmen der Studienberechtigungsprüfung erfolgreich abgelegte Prüfung für das Wahlfach Fachwissenschaft des Berufsfeldes, sofern es keine einschlägige Meisterprüfung in diesem Berufsfeld gibt, eine Lehrabschlussprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, und eine im Rahmen der Berufsreifeprüfung erfolgreich abgelegte Prüfung im jeweiligen Fachbereich, sofern es keine einschlägige Meisterprüfung in diesem Berufsfeld gibt, eine Befähigungsprüfung bzw. Konzessionsprüfung nach früheren Bestimmungen, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, sofern es keine einschlägige Meisterprüfung in diesem Berufsfeld gibt, der erfolgreiche Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, sofern die betreffenden Ausbildungen nach Bildungsinhalt und Bildungsumfang einer Meisterprüfung in einem Lehrberuf des Berufsfeldes gleichwertig sind, der erfolgreiche Abschluss von Studien oder Studienabschnitten im tertiären Bereich, die sich auf das jeweilige Berufsfeld beziehen.
Studiengang der Technisch-gewerblichen Pädagogik
1. Für die Fachgruppe A gemäß § 3 Abs. 2 Z 2 lit.a gilt als einschlägige berufsbildende höhere Schule eine im SchOG genannte berufsbildende höhere Schule, die dem jeweiligen Berufsfeld entspricht
Als einschlägige Ausbildung gemäß § 3 Abs. 2 Z 2 lit.a gilt
eine Lehrabschlussprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, der erfolgreiche Abschluss von Studien oder Studienabschnitten im tertiären Bereich, die sich auf das jeweilige Berufsfeld beziehen, eine Dienstprüfung für den gehobenen Dienst der Gebietskörperschaften, erfolgreich abgelegte Prüfungen der öffentlich rechtlichen Berufsvertretungen, insofern die betreffenden Ausbildungen oder Prüfungen nach Bildungsinhalt und Bildungsumfang einer Lehrabschlussprüfung in einem Lehrberuf des Berufsfeldes gleichwertig sind.
2. Für die Fachgruppe B gemäß §3 Abs. 2 Z 2 lit.b gilt als einschlägige Meisterprüfung eine Meisterprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht.
Als einschlägige Befähigung gemäß § 3 Abs. 2 Z 2 lit.b gilt eine Lehrabschlussprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, und eine im Rahmen der Studienberechtigungsprüfung erfolgreich abgelegte Prüfung für das Wahlfach Fachwissenschaft des Berufsfeldes, sofern es keine einschlägige Meisterprüfung in diesem Berufsfeld gibt, eine Lehrabschlussprüfung, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, und eine im Rahmen der Berufsreifeprüfung erfolgreich abgelegte Prüfung im jeweiligen Fachbereich, sofern es keine einschlägige Meisterprüfung in diesem Berufsfeld gibt, eine Befähigungsprüfung bzw. Konzessionsprüfung nach früheren Bestimmungen, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, sofern es keine einschlägige Meisterprüfung in diesem Berufsfeld gibt, der erfolgreiche Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule, die sich auf das jeweilige Berufsfeld bezieht, sofern die betreffenden Ausbildungen nach Bildungsinhalt und Bildungsumfang einer Meisterprüfung in einem Lehrberuf des Berufsfeldes gleichwertig sind, der erfolgreiche Abschluss von Studien oder Studienabschnitten im tertiären Bereich, die sich auf das jeweilige Berufsfeld beziehen.
Empirische Resultate – Soziodemographische Fragen
Es nehmen 203 Personen der Berufsbildung an der Befragung teil. Von diesen 203 Probanden sind 135 Personen männlich (66,5%) und 64 Personen weiblich (31,5%). Die größere Anzahl der männlichen Personen ergibt sich vermutlich aus den überwiegenden technischen Berufsfeldern des Studienganges „Technisch gewerbliche Pädagogik“, wie in einer genauere Differenzierung zwischen dem Studiengang Berufsschule versus Studiengang „Technisch gewerbliche Pädagogik“
In der Tabelle 2 dargestellt wird.
Tabelle 1: Aufteilung der Probanden nach Geschlecht
Tabelle 2: Aufteilung nach Studiengang und Geschlecht
Der Großteil der befragten Studierenden (Neulehrer) ist in der Alterskategorie 31 bis 50 Jahre (81,3% siehe Tabelle 3) zu finden, was einer Normverteilung nach Kolmogerov-Smirnov entspricht. (Tabelle 4). Dieser relativ hohe Altersschnitt ist mit der vorgeschriebenen Berufspraxis zu begründen, welche vor dem Einstieg in das Lehramtsstudium „Berufsbildung“ gefordert ist. So wurde in einer Studie von Pflanzl B; Swoboda W; 2012 ermittelt, dass durchschnittlich elf Berufsjahre für die Praxisrelevanz gegeben waren. Weiters ist in Tabelle 5 zu sehen, dass in Bezug auf Geschlecht und Einstiegsalter kein signifikanter Unterschied zu eruieren ist.
Tabelle 3: Verteilung der Neulehrer/innen nach Alter
So zeigt Tabelle 4, dass die Stichprobe einer normalverteilten Grundgesamtheit bzgl. Einstiegsalter entspricht. Der Mittelwert von 2.89 entspricht genau der Variablenzuweisung Alter zwischen 31 - 40 (Wertelabel 2) und Alter 41 – 50 (Wertelabel 3). Diese Normalverteilung ist insofern relevant, da bei der Anwendung eines T-Tests die Verteilung und das Skalenniveau von entscheidender Bedeutung ist.
Tabelle 4: Kolmogorv-Smirnov Verteilung
Bei den soziographischen Daten wurden weiters der regionale Faktor und die Schulzugehörigkeit in Bezug auf das Bundesland erhoben. Diese Auswertung erscheint von großer Bedeutung, da bei den Motivationsprädikatoren (Nähe zum Arbeitsplatz) eine Itemsanalyse stattgefunden hat.
Tabelle 5: Verteilung nach Wohnort und Stammschule
So zeigt die Tabelle 5, dass die befragten Neulehrer/innen zum Großteil in Wien die Stammschule haben (N= 135 respektive 66,5%), es zeigt sich aber auch, dass die Mehrzahl dieser Personen in Wien wohnen (N= 96) und nur 33 Personen aus Niederösterreich, vier Personen aus dem Burgenland und zwei Personen aus den übrigen Bundesländer in die Bundeshauptstadt pendeln. In Niederösterreich ist das Verhältnis ausgeglichener, da 51 Personen (25,1%) die Stammschule in Niederösterreich haben und 49 Personen in Niederösterreich wohnen.
9783656877356
9783656877363
v287208
Pädagogische Hochschule Wien – Berufsbildung
motivationsprädikatoren lehrerausbildung berufspädagogik eine erhebung
Stefan Illedits (Autor)
Sozialpraktikumbericht im Rahmen der Lehrerausbildung an der Uni-Greifswald
Das Modell der deutschen zweiphasigen Lehrerausbildung: Kritik und Reformansätze
Effizienz-Einschätzung von Barberfallen-Erhebungen für die Formicidenfauna eines Trockenrasen-Standortes

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