Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=18.10.2011&Aktenzeichen=IX%20R%2015%2F11
Timestamp: 2019-03-19 04:50:49+00:00

Document:
BFH, 18.10.2011 - IX R 15/11 - dejure.org
AO §§ 39 Abs. 2 Nr. 2, 42; EStG §§ 9 Abs. 1, 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1; HGB § 255 Abs. 1
§ 39 Abs 2 Nr 2 AO, § 42 AO, § 9 Abs 1 EStG 2002, § 21 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2002, § 255 Abs 1 HGB
Zur vermögensverwaltenden GbR: Eingebrachte private Verbindlichkeit ist kein Gestaltungsmissbrauch
Einbringung privater Verbindlichkeiten in eine GbR
Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in vermögensverwaltende Personengesellschaft
Kein Gestaltungsmissbrauch bei Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in eine vermögensverwaltende PersGes.
Kein Gestaltungsmissbrauch bei Einbringung privat veranlasster Verbindlichkeiten
Wie man privat veranlasste Schuldzinsen steuerlich nutzen kann - Einbringung privater Verbindlichkeiten in eine vermögensverwaltende Familienpersonengesellschaft
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BFH vom 18.10.2011, Az.: IX R 15/11 (Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in vermögensverwaltende Personengesellschaft)" von RA/FASteuerR/StB Dr. Stefan Behrens, original erschienen in: BB 2012, 236 - 240.
BFHE 235, 428
NZM 2012, 165
BB 2012, 236
DB 2011, 2752
BStBl II 2012, 205
NZG 2012, 38
Ein Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Sinne liegt nach ständiger BFH-Rechtsprechung vor, wenn eine rechtliche Gestaltung gewählt wird, die zur Erreichung des erstrebten wirtschaftlichen Ziels unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche und sonst beachtliche außersteuerliche Gründe nicht zu rechtfertigen ist (z.B. BFH-Urteile vom 8. Oktober 2011 IX R 15/11, BFH/NV 2012, 83; vom 7. Dezember 2010 IX R 40/09, BFHE 232, 1, BStBl II 2011, 427; vom 29. August 2007 IX R 17/07, BFHE 219, 32 , BStBl II 2008, 502 m.w.N.; vom 29. Mai 2008 IX R 77/06, BFHE 221, 231, BStBl II 2008, 789 ; vom 17.12.2003 IX R 56/03, BStBl II 2004, 648; 136; vgl. BFH-Beschlüsse vom 29.11.1982 GrS 1/81, BFHE 137, 433, BStBl II 1983, 272 ,; vom 03.02.1993 I B 90/92, BFHE 170, 197 , BStBl II 1993, 426; Blümich/Heuermann, EStG , § 21 Rz.; Schmieszek in Beermann, Steuerliches Verfahrensrecht, § 42 AO Rz 10, jeweils mit weiteren Nachweisen).
Eine rechtliche Gestaltung ist erst dann unangemessen, wenn der Steuerpflichtige die vom Gesetzgeber vorausgesetzte bzw. vorgegebene typische Gestaltung zum Erreichen eines bestimmten wirtschaftlichen Ziels nicht gebraucht, sondern hierfür einen ungewöhnlichen Weg wählt, auf dem nach den Wertungen des Gesetzgebers das Ziel, Steuern zu sparen, nicht erreichbar sein soll (vgl. BFH-Urteile vom 18. Oktober 2011 IX R 15/11, BFH/NV 2012, 83; vom 7. Dezember 2010 IX R 40/09, BFHE 232, 1, BStBl II 2011, 427, und vom 29. Mai 2008 IX R 77/06, BFHE 221, 231, BStBl II 2008, 789 , m.w.N.).
Eine rechtliche Gestaltung ist erst dann unangemessen, wenn der Steuerpflichtige die vom Gesetzgeber vorausgesetzte Gestaltung zum Erreichen eines bestimmten wirtschaftlichen Ziels nicht gebraucht, sondern dafür einen ungewöhnlichen Weg wählt, auf dem nach den Wertungen des Gesetzgebers das Ziel nicht erreichbar sein soll (st. Rspr., vgl. etwa Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 29.05.2008 IX R 77/06, BStBl II 2008, 789; vom 07.12.2010 IX R 40/09, BStBl. II 2011, 427; vom 18.10.2011 IX R 15/11, BStBl. II 2012, 205 m.w.N.).
Vielmehr führt die Übernahme einer Verbindlichkeit durch die Gesellschaft regelmäßig zu Anschaffungskosten und damit einem entgeltlichen Erwerb im Umfang der Schuldübernahme (vgl. BFH-Urteil vom 18.10.2011 IX R 15/11, DStR 2011, 2347; BFH-Urteil vom 16.06.2004 X R 34/03, BFHE 207, 120, BStBl. II 2005, 378; BFH-Urteil vom 11.12.2001 VIII R 58/98, BFHE 197, 411, BStBl. II 2002, 420).
FG Hessen, 16.10.2014 - 12 K 854/07
Der Hinweis der Kläger auf das Urteil des BFH vom 18.10.2011 (IX R 15/11, BStBl II 2012, 205) geht fehl.

References: § 255

§ 39
 § 42
 § 9
 § 21
 § 255
 § 21
 § 42