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Timestamp: 2018-07-16 23:35:50+00:00

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Falsche Mehrwertsteuer berechnet – was nun? | Billomat
Finanzen 12.2.2010
Unternehmen schulden dem Staat die Mehrwertsteuer, welche auf alle steuerpflichtigen Rechnungsbeträge aufgeschlagen wird. Eine Ausnahme bilden hier Kleinunternehmer. Die Ausweisung des Umsatzsteuersatzes auf das Netto-Entgelt gehört zu den Pflichtangaben für Rechnungen. Welche Konsequenzen hat jedoch eine falsch ausgewiesene Umsatzsteuer für den Rechnungsaussteller und den Rechnungsempfänger? Und wie kann eine Rechnung berichtigt werden, wenn eine falsche Mehrwertsteuer berechnet wurde?
Wie wird eine zu hoch ausgewiesene Umsatzsteuer berichtigt?
Was passiert bei zu niedrig ausgewiesener Umsatzsteuer?
Der Rechnungsaussteller ist per Gesetz dazu verpflichtet, ordnungsgemäße Rechnungen auszustellen, die alle Pflichtangaben enthalten. Was geschieht jedoch, wenn er die Umsatzsteuer falsch ausweist? Hier werden 2 Fälle unterschieden:
1. Wurde der Umsatzsteuerbetrag zu hoch oder zu niedrig berechnet, handelt es sich nach § 14c Abs. 1 Satz 1 UStG um einen unrichtigen Steuerausweis.
2. Wurde die Rechnung mit Umsatzsteuer von einem nicht umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen oder einer Privatperson ausgestellt, bezeichnet man dies gemäß § 14c Abs. 2 UStG als unberechtigten Steuerausweis.
Eine falsch ausgewiesene Umsatzsteuer und somit falsche Mehrwertsteuer kann kostspielig werden. – Also wie berichtigt man diese richtig?
Berichtigung: Eine Rechnung mit zu hoch ausgewiesener Umsatzsteuer kann nach § 14 Abs. 6 UStG i.V.m. § 31 Abs. 5 UStDV freiwillig, auf Verlangen des Rechnungsempfängers oder infolge einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung berichtigt werden. Hat der Unternehmer die falsche Mehrwertsteuer noch nicht abgeführt und die Vorsteuer wurde ebenfalls noch nicht an den Rechnungsempfänger rückerstattet, so ist es ausreichend, wenn die falsche Rechnung storniert und eine neue Rechnung ausgestellt wird. Hat der Rechnungsempfänger die zu hohe Vorsteuer bereits vom Finanzamt gezogen bzw. der Rechnungssteller die falsche Mehrwertsteuer bereits abgeführt, muss das Finanzamt darüber in Kenntnis gesetzt werden. Eine Korrektur erfolgt im Rahmen der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung. Sobald die fehlerhafte Rechnung berichtigt wurde, schuldet der Rechnungssteller dem Finanzamt den Mehrbetrag nicht mehr.
Berichtigung: Wie im Falle eines zu hoch berechneten Steuerausweises kann die Rechnung korrigiert werden, in dem eine neue Rechnung mit Bezug auf Rechnungsnummer und Rechnungsdatum der falsch ausgestellten Rechnung verfasst wird.
Wurde aufgrund einer falsch berechneten Umsatzsteuer innerhalb einer Rechnung unberechtigterweise zu wenig an das Finanzamt gezahlt, schuldet der Rechungssteller dem Finanzamt den tatsächlichen Steuerbetrag. In diesem Falle ist der Rechnungsleger dazu verpflichtet, die falsche Umsatzsteuervoranmeldung für den betreffenden Zeitraum zu berichtigen und den Differenzbetrag nachzuzahlen. Wird die Korrektur nicht vorgenommen und der falsche Umsatzsteuerbetrag im Rahmen einer Umsatzsteuer-Sonderprüfung aufgedeckt, so muss der Rechnungssteller den Fehlbetrag zuzüglich eines Säumniszuschlages nachzahlen. Der Rechnungsempfänger darf nur den zu niedrig ausgewiesenen Umsatzsteuerbetrag als Vorsteuer ziehen, obwohl der Rechnungslegende die tatsächliche, höhere Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen muss.
Berichtigung: Eine Rechnung mit zu niedrig ausgewiesener Umsatzsteuer kann lt. § 14 Abs. 6 UStG i.V.m. § 31 Abs. 5 UStDV korrigiert werden, in dem der Rechnungsleger die alte Rechnung storniert und eine neue Rechnung mit richtigen Umsatzsteuerbetrag ausstellt. Des Weiteren muss die korrigierte Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt abgegeben und der Fehlbetrag nachgezahlt werden. Für einen umsatzsteuerpflichtigen Kunden stellt eine neue Rechnung mit höherem Umsatzsteuerbetrag kein Problem dar, da er den erhöhten Umsatzsteuerbetrag als Vorsteuerabzug vom Finanzamt zurück bekommt. Für einen Privatverbraucher ist eine Nachzahlung des Umsatzsteuerfehlbetrages jedoch problematisch, weil sich für ihn das Entgelt für die Leistung erhöht.
Verfassen Kleinunternehmer und Privatunternehmer Rechnungen und weisen hierbei unberechtigter weise die Umsatzsteuer aus, so sind sie gemäß § 14c Abs. 2 UStG dazu verpflichtet, den ausgewiesenen Steuerbetrag an das Finanzamt abzuführen.
Berichtigung: Die Korrektur einer Rechnung mit unberechtigtem Steuerausweis kann schriftlich durch den Rechnungssteller beim Finanzamt beantragt werden. Hinzukommend muss der unberechtigte Steuerausweis gegenüber dem Rechnungsempfänger für ungültig erklärt werden. Hat der Rechnungsempfänger noch keinen Vorsteuerabzug vom Finanzamt erhalten, zahlt die Behörde den Steuerbetrag nach dem Berichtigungsantrag an den Rechnungsausteller zurück. Wurde der Vorsteuerabzug jedoch bereits vom Rechnungsempfänger geltend gemacht, bekommt der Rechnungsaussteller seinen Steuerbetrag erst erstattet, sobald der Rechnungsempfänger die Vorsteuer korrigiert und den Betrag zurückgezahlt hat.
Fazit: Falsche Mehrwertsteuer kann teuer werden!
Einem Rechnungsempfänger, der die Vorsteuer aus einer Rechnung mit falsch berechneter Umsatzsteuer geltend gemacht hat, kann der Vorsteuerabzug auch nachträglich noch aberkannt werden. In diesem Fall hat der Rechnungsempfänger jedoch rein theoretisch Schadensersatzansprüche gegenüber dem Aussteller der Rechnung, da dieser gegen seine Pflicht zur Ausstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung verstößt, so ein Urteil vom 28.9.2006.
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10. März 2010 am 10:31
Falsche Mehrwertsteuer berechnet
Hallo! Du hast das sehr gut erklärt, die Info war sehr nützlich für mich.
7. Juli 2010 am 10:59
Leistung(MwSt-pflichtig)+Nebenleistung(Porto)
Mich quält nun die Frage wie ist es mit den Bestellungen, die per Post geliefert werden.
Die letzte Rechnung die ich erhalten habe enthält:
Zwischensumme: 22,89EUR
inkl. 19% MwSt.: 3,65EUR
DHL: Versand nach DE (1 x 0.3 kg): 3,90EUR
Summe: 26,79EUR
Nun, ist die Rechnung korrekt?
Darf der Rechnungssteller die MwSt-befreite Leistungen auch weiter MwSt-befreit weiter berechnen?
9. Juli 2010 am 13:18
Nebenleistungen teilen umsatzsteuerrechtlich das Schicksal der Hauptleistung, d.h. auch auf die weiterberechneten Versandkosten ist USt zu erheben, wenn die Hauptleistungen ust-pflichtig ist.
6. Oktober 2010 am 22:14
(in der Annahme, dass das auch alles so stimmt wie es da steht)
Sehr schöner Beitrag, klar, übersichtlich, ohne Mutmassungen und auf’n Punkt.
12. März 2013 am 18:13
Weitgehend überzeugende Ausführungen. M.E. ist der Abschnitt „Umsatz­steu­er­aus­weis auf steu­er­freie Leistungen“ zwar richtig. Dass einleitend im Abschnitt „Hier wer­den 2 Fälle unterschieden….“ eine Zuordnung des Umsatzsteuerausweises für steuerfreie Leistungen zu § 14c Abs. 2 (und nicht Abs. 1) UStG erfolgt, erscheint mit angeischts des abweichenden Erlasstextes (UStAE) aber falsch und – wegen der abweichenden Rechtsfolgen des § 14c Abs. 2 UStG – verunsichernd.
13. März 2013 am 10:54
10. April 2013 am 17:03
Danke für den Hinweis. Da wir keine Steuerberatung durchführen dürfen, hat unser Steuerberater nochmal den Blogbeitrag überprüft und entsprechend aktualisiert.
21. Januar 2015 am 15:48
Hallo, ich hab da ein Problem. Per 1.1.2014 habe ich mein Unternehmen zum Nebenerwerb umgemeldet. Grund dafür war, dass ich in 2014 nicht mehr so hohe Umsätze erwartete als in 2013. Nun hat das FA mir Umsatzsteuerbescheide (Schätzung) für 2014 zugeschickt, obwohl ich in diesem Jahr keine Mehrwertsteuern auf meine Ausgangsrechnungen erhoben habe. (Kleinunternehmerregel) Das habe dem FA mitgeteilt. Das FA sagt, dass ich in 2013 mehr als 17500 Euro eingenommen habe und deshalb, wenn auch mit neuer Firma per Gewerbeummeldung, umsatzsteuerpflichtig war. Ich könnte jetzt maximal die Ausgangsrechnungen runterrechnen auf das Netto und die 19 % daraus ans FA überweisen oder die Ausgangsrechnungen mit 19 % MwSt nach oben rechnen und diese dem Auftraggeber/Rechnungsempfänger erneut in Rechnung stellen. Wenn ich meine Nettorechnungen um die Mehrwertsteuer nach unten rechne, hab ich vielleicht nen Stundensatz von 5 Euro. Das geht doch nicht. Aber zahlen die Rechnungsempfänger mir die Mehrwertsteuer nach???? Wer kann helfen. Weiss nicht, es ich tun soll. LG Annett
11. September 2015 am 16:58
Darf ich aus einer Eingangsrechnung Vorsteuer ziehen, obwohl ich weiß, dass der Rechnungsaussteller die dazu analoge Umsatzsteuer nicht erklärt/abführt?
Die Leistung wurde übrigens tatsächlich durch den Rechnungsaussteller ausgefürht und durch mich bezahlt.
Gerda Sawinski
17. Oktober 2015 am 14:49
Rechnung ohne MW-St. bezahlt. Wurde ohne 19% erstellt. Nachträglich jetzt
vom Rechng.-Aussteller eingefordert. Muß man nachzahlen?
22. Oktober 2015 am 16:41
ich habe online bei einer deutschen Firma etwas bestellt und auf der Rechnung befindet sich der Nettobetrag und dazu 0% MwSt. Darunter steht, ich solle den Nettobetrag überweisen.
Ich habe nun beim Unternehmen nachgefragt, bis dato ohne Antwort. Jetzt wollte ich fragen, ob sie im Recht sind, einen neuen Betrag von mir einzufordern, oder ob diese erste Rechnung bindend ist.
Finanzamt Mehrwertsteuer Umsatzsteuer Kleinunternehmer Pflichtangaben UStG Korrektur Steuerausweis
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