Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=23.04.1992&Aktenzeichen=A%2012%20S%20762/90
Timestamp: 2019-07-23 23:30:21+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 23.04.1992 - A 12 S 762/90 - dejure.org
https://dejure.org/1992,1975
VGH Baden-Württemberg, 23.04.1992 - A 12 S 762/90 (https://dejure.org/1992,1975)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 23.04.1992 - A 12 S 762/90 (https://dejure.org/1992,1975)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 23. April 1992 - A 12 S 762/90 (https://dejure.org/1992,1975)
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Feststellung der Voraussetzungen des AuslG 1990 § 51 Abs 2 Nr 1 unabhängig von der Bestandskraft oder Rechtskraft des Anerkennungsbescheides; Jeziden in der Türkei
Art 16 Abs 2 S 2 GG, § 51 Abs 1 AuslG 1990, § 51 Abs 2 Nr 1 AuslG 1990, § 7a Abs 3 AsylVfG
VG Karlsruhe, 12.12.1989 - A 11 K 2/88
Hierzu hat der Senat im Urteil vom 23.4.1992 - A 12 S 762/90 - folgendes ausgeführt:.
Er hat auch nichts Konkretes von Übergriffen der Muslime in seiner unmittelbaren Umgebung berichtet, die ihm Anlaß zu der berechtigten Befürchtung hätten geben können, jederzeit selbst Opfer asylerheblicher Verfolgungsmaßnahmen zu werden (zur "allgemeinen Gefährdungslage" vgl. etwa Urteil des Senats vom 23.4.1992 - A 12 S 762/90 - m.w.N.).
Insbesondere muß er nicht allein wegen seiner Zugehörigkeit zu der Religionsgemeinschaft der Jeziden im Falle einer Rückkehr zum jetzigen Zeitpunkt mit politischer Verfolgung rechnen (ständige Rechtsprechung des Senats, vgl. zuletzt etwa Urteil vom 23.4.1992 - A 12 S 762/90 - so auch OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 13.11.1991 - 18a A 10259/85 - anderer Ansicht Hess. VGH, Urteile vom 5.11.1990 - 12 UE 1124/89 - und vom 11.7.1991 - 12 UE 3141/88 -).
Vielmehr läßt das Asylverfahrensgesetz eine gleichzeitige behördliche oder gerichtliche Entscheidung über die Asylberechtigung und das Abschiebungsverbot zu (Vergleiche VGH Mannheim, 1992-10-29, A 12 S 1379/91 und 1992-04-23, A 12 S 762/90; Entgegen VGH Kassel, 1992-12-16 - 10 UE 1360/86).
Vielmehr läßt das Asylverfahrensgesetz eine gleichzeitige behördliche oder gerichtliche Entscheidung über die Asylberechtigung und das Abschiebungsverbot zu (vgl. im einzelnen Urteile des Senats vom 29.10.1992 - A 12 S 1379/91 - und vom 23.4.1992 - A 12 S 762/90 -).
Nur bei diesem Verständnis der Vorschrift ist eine gesonderte Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen des § 51 Abs. 1 AuslG bei den Asylberechtigten vermeidbar, denen nach § 7a Abs. 3 AsylVfG a.F. diese Rechtsstellung gewährt wird (vgl. Urteil des Senats vom 23.4.1992 - A 12 S 762/90 -).
Diese Voraussetzungen sind -- wie dargelegt -- erfüllt, ohne daß insoweit auf Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 des § 51 AuslG zurückgegriffen werden könnte, der sich nicht an die über einen Asylantrag, sondern an die über die Abschiebung eines Ausländers entscheidenden Behörden oder Gerichte wendet und ein bestands- oder rechtskräftig positiv abgeschlossenes Asylverfahren voraussetzt, weil während der Dauer des Asylverfahrens der Abschiebung ohnehin die bestehende Aufenthaltsgestattung entgegensteht (…vgl. Kloesel/Christ/Häußer, Deutsches Ausländerrecht, 3. Aufl., Januar 1992, Rdnr. 9 und 11 zu § 51 AuslG; a. A. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 23. April 1992 -- A 12 S 762/90 -- n. v. S. 55 f.).
Diese Voraussetzungen sind - wie dargelegt - erfüllt, ohne daß insoweit auf Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 des § 51 AuslG zurückgegriffen werden könnte, der sich nicht an die über einen Asylantrag, sondern an die über die Abschiebung eines Ausländers entscheidenden Behörden oder Gerichte wendet und ein bestands- oder rechtskräftig positiv abgeschlossenes Asylverfahren voraussetzt, weil während der Dauer des Asylverfahrens der Abschiebung ohnehin die bestehende Aufenthaltsgestattung entgegensteht (…vgl. Kloesel/Christ/Häußer, Deutsches Ausländerrecht, 3. Aufl. Januar 1992, Rdnr. 9 und 11 zu § 51 AuslG; a. A. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 23. April 1992 - A 12 S 762/90 - n. v. S. 55 f.).
Denn die genannte Vorschrift setzt nicht die bestands- bzw. rechtskräftige Anerkennung der Klägerin als Asylberechtigte voraus, sondern ist bei jeder positiven Anerkennungsentscheidung durch entweder eine Behörde oder -- wie vorliegend durch das Verwaltungsgericht erfolgt -- durch ein Gericht anwendbar (VGH Bad.-Württ., Urteile vom 30.3.1992 -- A 16 S 1885/89 --, 23.4.1992 -- A 12 S 762/90 -- und vom 6.8.1992 -- A 16 S 199/91 --).

References: § 51
 § 51
 § 51
 § 7
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 § 7
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 § 51
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