Source: http://maennerchor-amden.ch/index.php/geschichte
Timestamp: 2017-10-21 10:10:20+00:00

Document:
Geschichte Unbenanntes Dokument
Samstag, 28. Oktober 2017, 14:30 Uhr, Altersheim Amden
→ Fotos vom Auftritt 13.05.2017 in Kaltbrunn
Donnerstag, 19. Oktober 2017 um 20:00 Uhr im Primarschulhaus
1860 wird als Gründungsjahr des Vereins bezeichnet. Leider fehlen die Vereinsakten bis auf die neuere Zeit, doch findet man im Festführer von 1975 einiges über den Verein. Zur Gründung ist dort geschrieben, dass der Verein mehrmals neugegründet wurde, da er über kurz oder lang immer wieder einschlummerte...
Einträge bei anderen Vereinen
Zum Glück gibt es in Protokollbüchern von anderen Vereinen Einträge über den Männerchor. Beim Sängerverband an der Linth steht, dass am 26. Juni 1864 ein Bezirkssängerfest auf Ammons Höhen stattefunden hat. Bis dahin sei der Verein bereits dreimal beim Verband aufgenommen worden. Die Schützengesellschaft weihte am 20. Oktober 1866 ihr Schützenhaus im Obdorf ein. Im Festzug marschierten die Sänger mit ihrer Fahne. Die Musikgesellschaft spielte beim Ankommen auf dem Festplatz ein Stück, darauf spielte sie zusammen mit dem Gesang des Männerchors das Schützenlied "Hoch, hoch, hoch".
Zwei Jahre später, am 27. November 1868 wirkt der Männerchor an der Einweihnung des Hinterbergschulhauses mit.
Im Jahr 1878 führte der Männerchor zusammen mit dem Handwerkerverein ein Theaterstück auf.
Die erste Abendunterhaltung des Männerchors war im Jahr 1888 im Sternen, was damals im Gasterländer publiziert wurde.
In der gleichen Zeitung wurde eine Einladung zur Christbaumfeier gedruckt. Dabei wurde die Einwohnerschaft gebeten zu Spenden und Gaben an Männerchor- und Kirchenchormitglieder abzugeben. Dieser Aufwand war für Zitat: "um daraus für die Schuljugend eine Aufmunterung zur Lernbegierte zu bereiten." Zitat ende. Die Christbaumfeiern waren um die Jahrhundertwerde zur Tradition geworden. Als später der Männerchor ein weiteres Mal einschlummerte, kümmerte sich der Kirchenchor alleine um die feier.
Im Jahr 1894 ist der Verein wieder erwacht, denn es war Zeit für ein weiteres Sängerfest. Eine 40 Meter lange Festhütte wurde hinter dem Rössli aufgebaut, die für 1000 Personen Platz bot.
1899 wurde wieder theäterled. Das Stück hiess: "Wie Studenten Schauspieler werden" und dauerte laut Festführer 5 Akte, die Zeit war nicht mehr bekannt.
Ein trauriger Punkt in der Geschichte des Männerchor war laut Protokoll des Kirchenchors das JAhr 1910, als der damalige Männerchorpräsident Franz Gmür an den Folgen eines Unfalls verstarb.
Bis 1921 fehlen weitere Berichte. Im Jahr 1922 wollten eine Gruppe Männer den Chor wieder auferstehen lassen. Sie gründeten den Verein ca. sechsmal neu, bis wieder alles rund lief. Wichtig war für die Herren damals das Dorfleben - spricht die Fasnacht. Sie organisierten Umzüge und gaben eine dorfeigene Fasnachtszeitung heraus. Ein paar Jahre später wurde die vorübergende einstellung der Proben bestimmt.
Am 16. November 1953 wurde unter dem Vorsitz von Franz Thoma und Edy Wölkner der Männerchor erfolgreich neugegründet. Nach einigen Schwierigkeiten, einer langwirigen Dirigentensuche und nach Vereinsinternem "Krach" wurde dann 1966 zum ersten Mal das Waldfest Amden durchgeführt. Seit dem führt der Männerchor regelmässig Unterhaltungsabende, Altersausflüge und das Waldfest durch. Er begleitet auch immer wieder Kirchen- und Alpgottesdienste.
Das älteste Schriftstück des Männerchors sind die revidierten Statuten aus dem Jahr 1930. Heute hat der Verein andere Statuten, aber es ist immer wieder interessant, was im Jahre 1930 im Verein galt:
§1. Der Männerchor Amden hat den Zweck, gemeinsam den Boltsgesang zu heben und das gesellschaftliche und gesangliche Leben überhaupt zu fördern.
§2. Nur wer unter die Statuten seine Namensunterschrift beisetzt, wird als Mitglied betrachtet. Bei Aufnahme neuer Mitglieder entscheided die Kommission und der Dirigent. Jedes neu eintretende Mitglied bezahlt Fr. 3.-- Eintritt.
§3. Zur Leitung des Vereins wird eine fünfgliedrige Kommission gewählt, die alljährlich von der Hauptversammlung bestimmt wird. Den Dirigenten wählt die Versammlung.
§4. Es sollen in der Regel Gesangsproben abgehalten werden.
a) Während den Wintermonaten November bis und mit Mai regelmässig alle Wochen wenigstens einmal.
b) Währen den Monaten Juni - Oktober je nach Gutfinden des Dirigenten und Komitees.
§5. Wer an diesen Gesangübungen zu spät erscheint, zahlt 20 Rp. Busse, wer über eine Stunde oder gar nicht erscheint, hat 50 Rp. Busse verwirkt. Das Wegbleiben an öffentlichen Produktionen wird mit Fr. 2.-- gebüsst. Nur die vom Komitee für genügend erachteten Entschuldigungen punkto Wegbleiben an Produktionen und Proben, welche in den nächsten acht Tagen anzumelden sind, befreien von den Bussen.
§6. Als Vereinsgesangbuch wird das "Bardi" Gesangbuch verpflichtet. Jedes Mitglied hat ein solches auf eigene Kosten anzuschaffen. Es ist jedoch auch die letzte Ausgabe der Gnnoldahefte von J. Heim zulässig.
§7. Bestimmung von öffentlichen Produktionen ist Sache einer Besammlung.
§8. Sängerfreunde in und ausser der Gemeinde Amden, welche dem Verein mit Gunst und Wohlwollen zugetan sind, können als Passivmitglieder aufgenommen werden. Dieselben haben bei der Aufnahme und nacher jedes Jahr einen Beitrag von wenigstens Fr. 3.-- in die Vereinskasse zu bezahlen, sind aber dann bei einer Produktion des Vereins tarfrei. Ehrenmitglied des Vereins wird, wer 15 JAhre als Aktivmitglied im Verein mitgewirkt hat, oder sich sonst grosse Verdienste um denselben erworben hat.
§9. Die sich ergebenden Ausgaben des Vereins werden bestritten:
a) aus den sich ergebenden Bussgeldern, Ein- und Austritte;
b) aus einem Jahresbeitrag von Fr. 4.--, den jedes Aktivmitglied vom Eintritt an zu bezahlen hat, es sei denn, dass die einen oder anderen Mitglieder aus besonderen Gründen dispensiert werden;
c) aus Beiträgen von Passivmitgliedern und Produktionen;
d) aus frewilligen Beiträgen.
§10. Bei Todesfall eines Aktivmitgliedes soll demselben ein Grablied gesungen werden. Bei Nichterscheinen an der Beerdigung wird eine Busse von Fr. 2.-- erhoben.
§11. Alljährlich im Monat Februar findet die Hauptversammlung statt.
§12. Sämtliche Verhandlungen des Vreins und des Komitees sind in das vorhandene Verhandlungsprotokoll einzutragen. Auch ist von allen wichtigen den Verein betreffenden Vorkommnissen im Protokoll geeinte Notiz zu nehmen.
§13. Wer aus dem Verein austritt, hat keinerlei Anspruch auf die Vereinskasse oder anderweitiges Eigentum des Vereins. Ein allfällig bestehndes Defizit aber hat der Austretende je nach Verhältnis tragen zu helfen. Zudem hat jedes ohne genügende Gründe austrendende Aktivmitglied Fr. 3.--, Passivmitglied Fr. 2.-- Austritt zu bezahlten.
§14. Mitglieder, die durch unehrenhaftes Betragen oder auf irgend eine andere Art und Weise die Interessen und Ehre des Vereins schädigen, werden einmal mit Fr. 2.-- gebüsst, das zweite Mal durch die Versammlung aus dem Verein ausgeschlossen. Ebenfalls wird ausgeschlossen, wer sich während des Jahres 12 unentchuldigte Absenzen zu Schulden kommen lässt.
§15. Auf den Fall hin, dass sich die Gesangskräfte des Vereins soweit reduziert haben sollten, dass kein ordetnliches Quartett besteht und wenn ein Jahr lang keine Proben und Versammlungen mehr stattgefunden haben, so ist der Männerchor als aufgelöst zu betrachten und zwar auf solange, bis sich die erforderlichen Sänger wieder gesammelt und sich vereint haben. In diesem Falle soll das vorhandene Material und Vermögen des Vereins dem Gemeinderat Amden zur sorgsamen Aufbewahrung übergeben werden, mit der Bedingung, wenn sich hier wieder ein Männerchor gründen würde, demselben das vorhandene Inventar zu übergeben.
§16. Die bei den Verhandlungen des Vereins anwesenden Passivmitglieder haben nur beratende Stimme, sind also nicht stimmberechtigt.
§17. Die Statuten können nur dann einer Revision unterzogen werden, wenn sich zweidrittel aller Aktivmitglieder hierfür ausgesprochen haben. Sobald sich die Zahl der Aktivmitglieder mit dem Dirigenten auf 8 reduziert haben sollte, so steht dem Verein keinerlei Recht mehr zu, in Revision des §15 dieser Statuten zu treten.
§18. Diese Statuen wurden in der Hauptversammlung vom 19. Februar 1930 durchberaten und in Kraft erkärt: es werden dieselben vervielfältigt und jedem Aktivmitglied ein Exemplar verabreicht.
Amden, den 19. Februar 1930

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§14

§15

§16

§17
 §15

§18