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Timestamp: 2017-07-25 12:54:05+00:00

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Zahnwissen-Lexikon V
Zahnwissen-Lexikon V Grafiken Zahnaufbau
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"Dentalstahl", "Wipla";
Name abgeleitet von "Versuchsreihe 2 Austenitgefüge"; in der
ZHK eingesetzten "Stähle" für (Klammer-)Drähte (NEM-Legierungen). Sie haben neben Chrom oft auch Vanadium und Molybdän als
Legierungsbestandteile.
Vakuumbrennverfahren, engl.: vacuum fired porcelain; Begriff aus der Verarbeitung von keramischen Massen:
Durch ein möglichst hohes Vakuum beim Brennen der Keramikmassen in der Brennkammer (sog. "evakuierter Ofen") werden diese während der
Sinterung stärker verdichtet und bewirken so eine bessere Oberflächenqualität, geringere Porosität (Poren = Verminderung der Transluzenz), verbunden mit besserer Stabilität und Farbtreue. Keramik,
Vakzination , engl.: vaccination; Immunisierung
Zuverlässigkeit einer Aussage oder Studie, engl.: validity; gibt den Grad der Genauigkeit bzw. die Qualität an, mit dem ein Verfahren, welches misst/untersucht, was es zu messen beabsichtigt.
Validierung = Bewertung der Leistungsfähigkeit eines reproduzierbaren Verfahrens. So bezeichnet ein "validiertes Verfahren" die Eigenschaft der eingesetzten Methode als "nachvollziehbar mit gewährleistetem Erfolg durchgeführtes Verfahren"
Valsalva-Pressdruck(-versuch); engl.: Valsalva's maneuver; forciertes Ausatmen durch die Nase bei zugehaltenen Nasenflügeln zur Überprüfung der Dichtigkeit der Kieferhöhle (Schneidersche Membran)
Alveolarbucht, Nasenblasversuch Vampierzähne
1.) Rot-Braun-Verfärbung der Zahnsubstanz bei familiärer Porphyrinurie; Fachbez. Erythrodontie
2.) Körperschmuck-Trend, wobei
die natürlichen Eckzähne angespitzt oder künstlich verlängert werden. Im Gegensatz zu vielen anderen (harmlosen) Zahnschmuckarten werden bei dieser Form der (Selbst)Verstümmelung an der Zahnsubstanz bleibende Schäden gesetzt, da der bedeckende Zahnschmelz i.d.R. zum erheblichen Teil durch das gewollte Anspitzen entfernt wird.
Van-der-Woude-Syndrom ; Unterlippenfistel
Streuungsmaß, engl.: variance; so gibt z.B. die V. einer Zufallsvariablen an, wie weit die Zufallsvariable um ihren Erwartungswert streut. Die Wurzel aus einer V. bezeichnet man als Standardabweichung
vom engl. für Lack; Schutzlack bei der Fertigstellung von
GIZ-Füllungen. V. wird nach dem Legen der Füllung dünn aufgetragen und mit dem Luftbläser getrocknet. So ist ein temporärer Schutz vor Mundfeuchtigkeit während der Abbindephase gegeben.
Vasodentin , engl.: do.; Sekundärdentin
Vasokonstringens, (Gegensatz: Vasodilatoren), u.a. Bez. für: gefäßverengende Medikamente (Vasokonstringenzien), engl.: vasoconstrictor(s), welche den Tonus der Gefäßmuskulatur erhöhen. Bei der zahnärztlichen Lokalanästhesie bewirkt ein derartiger Zusatz eine begrenzte
Anämie und damit eine gesteigerte Wirkdauer und -tiefe, reduziert den Blutverlust und verringert die systemische Toxizität des
Lokalanästhetikums. Als klassische Vertreter gelten Noradrenalin u. Adrenalin als postganglionäre Transmitter des Sympathikus. Regelmäßiger Zusatz bei der Lokalanästhesie.
Das Verzichten auf einen V. bei bestimmten Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen (Hintergrund: unnötige Belastung des Herz-Kreislauf-Systems) ist umstritten, da es bei einem Weglassen des V. zu einer ineffektiveren Schmerzausschaltung kommt, mit dann verstärkt statt findender endogener Katecholamin-Ausschüttung. Dies könne ein höheres gesundheitliches Risiko bedeuten als ein V.-Zusatz. Anämie,
antidiuretisches Hormon (ADH), Adiuretin, engl.: do.; das natürlich vorkommende Hormon V. reguliert die Wasserausscheidung durch die Niere. V. wird im Zwischenhirn (Hypothalamus) gebildet, in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gespeichert und bei Bedarf in den Blutkreislauf freigesetzt. In synthetischer Form als Ornipressin bzw. POR 8 vorliegend.
In Form des Derivates Felypressin findet es Anwendung bei
Lokalanästhetika anstelle von Adrenalin, wie z.B. in Xylonest™.
Vasokonstringenzien, engl.: vasopressors; pharmakologische Stoffe, welche u.a. auf die glatte Muskulatur der Blutgefäße wirken und diese verengen - das Gewebe wird dadurch weniger durchblutet. Dieser Effekt wird bei der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) angewandt, indem man dem eigentlichen Betäubungsmittel V. beimengt, um durch die geringere Durchblutung ein längeres Verweilen des Medikamentes am Betäubungsort zu erzielen, mit geringeren Mengen des Betäubungsmittels arbeiten zu können (durch Verzögerung der lokalen Resorption) und in dem Operationsgebiet (bei chirurgischen Eingriffen) eine relative Blutleere zu erreichen. Gebräuchliche Zusätze bei der
Lokalanästhesie sind
1 ml Ultracain D-S® enthält 5 pg Adrenalin
Vasokonstriktoren, Vasopressin
Verband der Deutschen Dental-Industrie, engl.: ~ German Dental-Manufakturers Federation; wurde am 24. Juni 1916 in Berlin gegründet (als Verband der Deutschen Dental-Fabrikanten, bei der Neugründung 1950 erhielt er seinen heutigen Namen) und zählt heute knapp 200 deutsche Hersteller mit rund 18.700 Mitarbeitern (mit einen Gesamtumsatz von 3,9 Milliarden Euro (2008)) von zahnmedizinischen und zahntechnischen Produkten zu seinen Mitgliedern. In Köln ist der VDDI seit dem 01.01.1969 ansässig. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Vertretung der gemeinsamen Interessen der Unternehmen der deutschen Dentalindustrie auf fachlicher und politischer Ebene gegenüber Ministerien, Behörden, Verbänden und anderen Organisationen im In- und Ausland und die Ausrichtung der Internationalen Dentalschau in Köln (weltgrößte Messe des Dentalhandels und -industrie).
http://www.vddi.de/de VDZI , Verband Deutscher Zahntechniker Innungen; http://www.vdzi.de/ VDZM
Vereinigung Demokratische Zahnmedizin e. V. , engl.: combination democratic dental medicine e. V. ; zahnärztlich eher unbedeutender Zusammenschluss von Zahnärztinnen und Zahnärzten (Gründung 1978) sowie Beschäftigten aus allen Bereichen der Zahnmedizin. Der VDZM wendet sich nach Eigenangaben gegen die herkömmliche, nur auf Vertretung der Eigeninteressen beschränkte Standespolitik. http://vdzm.de
DAZ, FVDZ, Zahnärztekammer
Ultraschallgerät in der
Parodontitis-Therapie; engl.: dito:
Dieses Ultraschallsystem unterscheidet sich in der Erzeugung der Schwingungen von den konventionellen Systemen. Die im Handstück entstehenden Schwingungen werden über die Stauchung eines Metallringes um 90° umgelenkt, so dass eine Schwingung entlang der Instrumentenlängsachse resultiert. Vorteilhaft soll die dadurch besonders gewebeschonende Behandlung sein.
PerioScan, Ultraschallgeräte,
http://www.duerr-dental.de/
Vectris , Targis-Vectris
Vega-Test , Elektroakupunktur nach VOLL
krankheitstypisch tänzelnder Gang, engl.: St. Vitus' dance; umgangssprachliche bzw. historische Bezeichnung für eine extrapyramidale Bewegungsstörung, meist in Form der Chorea Huntington. U.a. kann es zu
Schluckstörungen kommen, mit der Gefahr des Verschluckens von Nahrung oder Fremdkörpern. Die etwa im 4. Lebensjahrzehnt auftretende erbliche, nicht geschlechtsgebundene Erkrankung hat als weitere Begleitsymptome Wesensveränderungen bis hin zur Demenz als Folge.
Velum ; i.d.R. in der
ZHK abkürzende Bez. für Velum palatinum = Gaumensegel
Velumspalte, Gaumensegelspalte, von "Velum" für "Segel" (gemeint ist das Gaumensegel) Gaumenspalte
Verblendschale, Fassade, Furnier, Laminat, Frontzahnteilkrone, engl.: do.;
Veneers sind Keramik-Verblendschalen für die sichtbaren
Zahnflächen im
Frontzahnbereich, die mittels
Adhäsivtechnik nach entsprechender Präparation (s.u.) an der Zahnhartsubstanz befestigt werden. Sie können hauchdünn industriell hergestellt werden und bieten optimale Eigenschaften für Lichtbrechung und farbliche Individualisierung. V. können direkt im Mund aus
Komposite-Materialien hergestellt oder (häufiger) im zahntechnischen Labor bzw. in der Praxis mittels CAD/CAM (meist aus Keramik) gefertigt werden, wobei letztere Fertigungstechnik besonders unter ästhetischen Gesichtspunkten zu bevorzugen ist.
In neuerer Zeit (2011) sind die ursprünglichen Keramikschalen in versch. Variationen anzutreffen:
labiale (Keramik-)Schalen auf den Zahnaußenflächen (= klassische V.)
Teilveneers für:
-- Schneidekantenaufbauten
-- palatinale V. auf der Rückseite oberer Zähne als Führungsflächen
-- minimal-invasive sog. "additional Veneers"
-- Zahnhalsveneers
"Non-Prep-Veneers" (werden ohne Zahnsubstanzabtragung aufgeklebt) "360°-Veneers" (sind ähnlich einer dünnen Vollkeramikkrone bzw. Teilkrone)
Kauflächenveneers, auch bekannt unter "Tabletops"
bukkale Verblendschalen V. bieten mögliche Therapielösungen bei: Verfärbungen/Aufhellungen von Zähnen, die nicht durch Bleichen beseitigt werden können
Ersetzung von großen
zahnfarbenen Füllungen, die kosmetisch nicht der Zahnsubstanz angepasst werden können
Reparatur abgebrochener Zähne (
Zahnfrakturen)
Tetrazyklindefekten) Der Substanzverlust ist erheblich geringer als für eine VMK-Krone oder
Porzellankrone (nur 0,6-0,8 mm statt 1,2-1,5 mm bei einer Krone). Als Präparationstechnik wird die sog. "Grübchentechnik" empfohlen, wobei mit kleinen Rosenbohrern Orientierungsgruben auf der Labialfläche gesetzt werden, um eine ideale Präparationstiefe (~ 0,5 mm) auf der ganzen Fläche zu gewährleisten.
Keramik ist bekanntermaßen hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Die Lichtstrahlen, die in die Zahnoberfläche eintreten, werden durch die Lichtbrechung der Keramikschichten in das angrenzende Zahnfleisch weitergeleitet. Dadurch erhält das Zahnfleisch wie bei den natürlichen Zähnen eine vitale, frisch-rosa Farbe – es sieht gesund aus. Der Unterschied zur „rosa Ästhetik“ wird erkennbar im Vergleich mit
metallgestützten Restaurationen, die diese Lichtdurchleitung blockieren und so die Umgebung "tot" erscheinen lassen. Da kein Metall vorhanden ist, fehlt auch die labortechnisch bedingte kreidig-opake Abdeckung derselben, welche eine Krone u.U. "kreidig" erscheinen lässt.
Die Behandlung mit V. oder einer
Teilkrone wird als minimalinvasiv bezeichnet; sie ist farblich brillanter und kann parodontal atraumatischer erfolgen. Mittlerweile werden V. in allen Nachuntersuchungen beste Langzeitresultate und eine gute Stabilität bescheinigt. Die klinischen Bewertungen veranlasste die DGZMK, V. als wissenschaftlich anerkannte Therapieform zu bezeichnen. Die früher bestehende Problematik eines Lösens und öfteren Wiederbefestigens ("rebonding") der Schalen ist durch moderne Adhäsivsysteme bei richtiger Indikation auf etwa 1 % gesunken. Insofern stellen keramische V. eine sehr gute und haltbare Alternative dar, wenn z.B. verfärbte Frontzähne ästhetisch ansprechend versorgt werden sollen.
Werden defektbezogen die Schneidekante und/oder die
Approximalbereiche ganz oder teilweise in die Präparation einbezogen, handelt es sich nach Auffassung der DGZMK um eine
Teilkrone.
in jüngerer Zeit (2004) wurden auf dem deutschen Markt sog. "non-invasible veneers" oder "additional veneers" - was soviel bedeutet, dass am Zahn selbst keine oder nur sehr wenig Substanz abgetragen wird - für ästhetische Korrekturen angeboten (auch unter dem Namen "Non-Prep-Veneers" bekannt). Diese nur 0,3 mm dünnen Lamellen werden einfach auf den Zahn nach vorheriger Reinigung und evtl. Bleichung aufgeklebt - Langzeitergebnisse liegen bisher nicht (2010) vor (
Lumineers™), die kosmetischen Ergebnisse werden kontrovers diskutiert.
Frontzahnchips,
PDF-Download im WEB
Minimal- und No Prep Veneers bei Amelogenesis imperfecta
http://www.degudent.de © der untern Grafik:
Funktionsrand, "Abdichtungsrand", engl.: valve border; "Abdichten" durch die Schleimhaut am Prothesenrand; Schlagwortbezeichnung für den
Abschlussrand einer
Vollprothese zu den angrenzenden Strukturen in der
Umschlagfalte, welche unter Muskelfunktion variabel in der Länge und dem Verlauf sind. Dieser Rand ist für die Saugwirkung einer Vollprothese von entscheidender Bedeutung: Ist dieser zu kurz, so kann sich mangels Abschluss kein Unterdruck aufbauen; ist er zu lang, so wird die Prothese unter Funktion (Kauen, Sprechen) abgehebelt. Unterteilung in Außen- und Innenventil.
Haftmittel, Sublingualrolle, Umschlagsfalte
Bedeutung der Umschlagsfalte als V. in der Voll-Prothetik
ventral ; Körperebene: bauchwärts, zum Bauch hin gerichtet
Verankerungselement ; Verbindungselement
Verband der Zahnärztinnen ; Dentista Club
engl.: connecting bar; Oberbegriff für eine Vielzahl von Konstruktionen, deren Aufgabe es ist, die Elemente einer
Teilprothese (Prothesensättel,
Verbindungselemente) miteinander zu verbinden. Unterteilung in:
verbinden die optisch "großen" Teile (Prothesensättel der rechten und linken Kieferhälfte) mit einander. Hierzu zählen
Kummetverankerung,
Torsionsbügel,
Transversalbügel,
kleine Verbinder
sind die Teile einer Klammer o. eines
Verbindungselements, welche eine "Verbindung" zur Prothesenbasis herstellen
skelettierte Verbinder
Verbindungskonstruktionen im Oberkiefer, welche den rechten und linken Teil einer Prothese zusammen halten. Es handelt es sich im Prinzip um versch. Ausführungen einer Lochplatte
Verankerungselement,
engl.: (prosthetic) attachment; Teil für die Fixierung von
herausnehmbaren Zahnersatz am Restgebiss. Unterscheidung in:
einfache Klammern
heute nur noch bei der Versorgung mit provisorischem Zahnersatz üblich
gegossene Auflageklammern
i.d.R. "in einem Stück" am Modellguss mit versch. Ausführungen, wie Doppelarm-Auflage-Klammern, Bonwill-Klammern, Ring-Klammern; Standard bei "einfachem Zahnersatz" ("Modellguss") oder in Kombination mit entsprechenden
Klammerkronen
immer aus zwei Teilen bestehend: der positive (+) = Matrize, welcher meist an der Krone des Restgebisses fest verankert (verlötet) und der negative (-) = Patrize, welcher meist mit dem herausnehmbaren Teil verbunden ist zylindrische Teleskopkronen , mit und ohne Stützfunktion
Riegel (selten angewandt)
"Druckknöpfe" ("CeKa-Anker";
kaum noch verarbeitet)
Ankerbandkrone,
CeKa-Anker, Geschiebe,
Halteelement, Klammer,
Verbindungsepithel , Saumepithel
Verblendgrenzen , engl.: restrictions for the use of faced crowns; Verblendkrone
Veneerkrone,
engl.: faced crown; Metallkrone mit einer zahnfarbenen Deckschicht (Verblendung) zur sichtbaren Zahnaußenseite und evtl. zur Kaufläche und den Zahnseitenflächen hin. Das Verblendungsmaterial kann aus aufgebrannter Keramik oder "aufgeklebten" ( Retentionsperlen, Silanisierung)
Kunststoffmaterialien haben den Nachteil, dass sie sich bei intensiver Zahnpflege abnutzen, beim ständigen Kontakt mit dem
allergische Reaktionen auslösen können, verstärkt zur Bildung von Plaque neigen, eine Tendenz zum Verfärben haben und kosmetisch nicht die Ästhetik der Keramik erreichen; zur Verblendung von
Kauflächen sind sie wegen ihrer geringen Abrasionsfestigkeit ungeeignet. Vorteil ist die preiswertere Herstellung und die Möglichkeit einer Reparatur im Mund, falls Beschädigungen an der Verblendschicht auftreten sollten. Ein Haupteinsatzgebiet von Kunststoff-Verblendungen sind Außenteleskope, da Kunststoffe wegen ihrer Elastizität gutmütiger auf Spannungen reagieren, die passungsbedingt bei Doppelkronen im Außenteil auftreten können. Keramikverblendungen können nur der sichtbaren Außenfläche von künstlichen Kronen eine Zahnähnlichkeit verleihen oder aber die Kaufläche und weitere Teile der Krone mit einbeziehen ("vollverblendet"). Sie sind ästhetisch und
biologisch gut, erreichen aber nicht die Natürlichkeit und Bioverträglichkeit von reinen Keramik- oder Galvanokronen. In der Herstellung teurer als Kunststoffverblendungen, ist eine Reparatur im Mund - z.B. nach Abplatzen der Keramik durch einen Biss auf einen harten Fremdkörper oder durch Fehlbelastungen - nur mangelhaft möglich. Wegen der Härte der Keramik (diese ist härter als der natürliche Zahnschmelz) ist die Verblendung der Kaufläche nicht unproblematisch; wenn kosmetisch vertretbar, sollte darauf verzichtet werden.
Die Gesetzliche Krankenversicherung (in D, 2006) kennt nach ihren Richtlinien sog. Verblendgrenzen: Wird ein Zahn mit einer Krone "überzogen", so ist es von der Funktion her völlig ausreichend, wenn diese Krone nur aus
Metall besteht. Allerdings entspricht es in unserer Gesellschaft nicht mehr einem "Schönheitsideal", wenn im sichtbaren Bereich Metall zu sehen ist (das war früher bei uns anders und gilt heute noch in ärmeren Ländern als Zeichen des Wohlstands). Nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot der Gesetzliche Krankenversicherung kann es aber nicht sein, dass nun jeder Zahn mit einer zahnfarbenen Schicht (= Verblendung) überzogen wird. Deshalb wurden sog. Verblendgrenzen eingeführt, die nach den Richtlinien (unter
ZE-Richtlinien o. © KZBV) derart definiert sind, dass im Oberkiefer die
Frontzähne und die
kleinen Backenzähne, im Unterkiefer ebenfalls die Frontzähne, aber nur noch die vorderen kleinen Backenzähne als "verblendnotwendig" angesehen werden (s. Abb.). Nach dem Zahnschema sind dies die Zähne 15 - 25 u. 34 - 44.
Keramikschulter, Krone,
Kunststoffkrone,
Mathé Krone,
Metallkaufläche,
Opaker,
Retentionsperlen,
Kronen auf www.Zahnwissen.de
Teilverblendung nach der
(Einbeziehung der Schneidekante)
schematischer Aufbau einer Kunststoff-Verblendkrone
mangelnde Mundbeständigkeit des Kunststoffes
Verblendkunststoff , Kunststoffe
VMK. Die Bezeichnung "VMK" wurde ursprünglich mit "Vita-Metall-Keramik" übersetzt, da die Fa. Vita ("Zahnfabrik") in Bad Säckingen maßgeblich die Entwicklung dieser Technik vorangetrieben hat.
Verblendschale ; Veneer
Verblendung ; engl.: facing; Verblendkrone
engl.: interlock; der Begriff ist vornehmlich in der Parodontologie oder Prothetik gebräuchlich im Sinne einer starren Verbindung noch vorhandener Zähne (im meist reduzierten Restgebiss/Lückengebiss). Die V. erfolgt hauptsächlich aus Stabilitätsgründen der Konstruktion und zur gleichmäßigen Verteilung der auftretenden Kräfte auf die Restzähne, um einer Überbelastung/Lockerung vorzubeugen. Es wird unterschieden:
primäre Verblockung (Primärverblockung, primary interlock)
mittels Schienen, miteinander verbundenen (gelötet oder gegossen) Kronen o. Inlays,
sekundäre Verblockung (Sekundärverblockung, secondary interlock)
durch Teleskope,
Geschiebe und ähnliche Konstruktionen. Diese Verblockungsart besteht nur solange, wie sich der herausnehmbare Teil über den Pfeilerzähnen befindet.
Bei einer V. ist besonders darauf zu achten, dass der
Interdentalraum nicht bedeckt ist ("hygienische Verblockung") und somit die
Interdentalpapille frei liegt. Daraus ergibt sich, dass z.B. künstliche Kronen nach Möglichkeit nur an den
Kontaktpunkten punktförmig verblockt werden sollten.
Interlock-Geschiebe,
Parodontalschiene, Stabilisierungsschiene, Zahnersatz
zwei miteinander verblockte Kronen als sog. "primäre Verblockung"
Hybridbrücke, Kombinationsbrücke,
engl.: composite bridge; als V. werden festsitzende bzw. bedingt abnehmbare Zahnersatzkonstruktionen bezeichnet, die zumindest einen eigenen Zahn und mindestens ein Implantat verbinden. Von der Statik her besteht das Problem, dass ein
osseointegriertes (d.h. starr bzw. ankylotisch im Kieferknochen verankert) Implantat über das Brückenzwischenglied mit einem natürlichen Zahn verbunden ist, welcher
elastisch im Knochenfach aufgehängt ist. Dieser theoretische Nachteil sollte aber in der Praxis bei normalen Bissverhältnissen (Bruxismus s.u.) keine gravierende klinische Bedeutung haben, obwohl neuere Untersuchung (2013) über 10 Jahre bei 60 Brückenkonstruktionen den rein implantat-getragenen Konstruktionen mit 87% einen Vorteil vor Verbundkonstruktionen (78%) geben Die Verbundbrücke - ob geteilt oder einteilig - sollte
definitiv zementiert werden; resiliente Verbindungen sind zu vermeiden. Brücke,
Implantat, Kombinationsbrücke Kostenvergleich: konventioneller oder implantatgetragener Zahnersatz bei der verkürzten Zahnreihe
DGI-Fachinfo
Verbundkonuskrone, engl.: compound crown; Sonderform einer
Doppelkrone, bei welcher die Innenkrone durch einen kleinen Steg mit einer Nachbarzahnkrone (Verblendkrone,
Teleskopkrone) starr verbunden ist. Trotz technisch bedingter Schlitzung der Außenkrone kommt es bei einem kleineren Konuswinkel nicht zu einem Verlust der Haftkraft.
Verbundosteogenese
engl.: bio(re)aktiv osteogenesis; Bezeichnung für einen direkten, physiko-chemischen Verbund zwischen dem Knochen und einem inserierten
Implantat; eine V. wird dabei über die Anpassung der chemischen, physikalischen, biologischen und morphologischen Oberflächeneigenschaften des Implantates an das Empfängergewebe mit dem Ziel einer klinisch erwünschten Wechselwirkung erreicht. Diese Wirkung wird besonders durch biokeramische Beschichtungen des Implantats (
TCP-Keramik) erreicht.
Verdrehwinkel ; engl.: twisting angle; Deflektion
1957 gegründete gemeinnützige Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Mund- und Zahngesundheit mit den Aufgaben:
die Öffentlichkeit über die Bedeutung der Zahn- und Mundgesundheit sowie über die Möglichkeiten zu ihrer Erhaltung aufzuklären,
Kinder und Jugendliche zu verbesserter Zahnhygiene zu motivieren und auf die Notwendigkeit regelmäßigen vorsorglichen Zahnarztbesuchs hinzuweisen
verantwortlich für den jährlich (am 25. September) stattfindenden Tag der Zahngesundheit.
Eine ausgezeichnete Adresse für Aufklärungs-, Lehr- und Lernmaterialien, welche sich preislich an den Gestehungskosten orientieren. Anschrift: Verein für Zahnhygiene e.V. , Liebigstr. 25 64293 Darmstadt Tel +49 6151 1373710 , Fax +49 6151 1373730
http://www.zahnhygiene-ev.de Tholuck-Medaille
Vereisen , Vereisung, engl.: freezing, cryogenic block; Kälteanästhesie
engl.: suppuration; eine zunächst ohne eine Infektion bestehender abnormaler Zustand - z.B. eine Zahnwunde - welcher dann durch Bakterien infiziert wird (
Alveolitis). In der Laiensprache häufig mit jeglicher
Entzündung bzw. einem
Abszess gleichgesetzt.
vererblich ; engl.: hereditary; genetisch
Verfärbungen von Zähnen, Zahnverfärbungen,
extrinsische Oberflächenveränderungen, engl.: defects in tooth color, discoloration, staining; fälschlicherweise auch als
Zahnstein bezeichnet. Es handelt sich dabei um Beläge, welche durch versch. Anziehungskräfte (van der Waals-Kräfte (zwischenmolekulare Kräfte), elektrostatische Aufladung, Wasserstoffbrücken) der auf der Zahnoberfläche befindlichen Verunreinigungen (Plaque,
Pellicle), durch Farbstoffe (Chromogene) aus Nahrungs- und Genussmitteln, Getränke und Medikamente, Metalle sowie Bakterien (Melanodontie) gebunden werden. V. können durch äußere Auflagerungen (s.o.) bedingt sein ( extrinsische Verfärbungen) oder auf während der Zahnentwicklung stattfindende Einflüsse bzw. aus dem Zahn heraus stammenden Gegebenheiten (
intrinsische Verfärbungen; z.B. durch
Tetrazycline, Folge einer
Wurzelkanalbehandlung) zurückzuführen sein.
Metalle bzw. deren Salze ergeben folgende charakteristische Einlagerungen (Zahn/Zahnfleisch):
Metall(-salz)
Antimon (II)
gelblich / gold
(grau-)schwarz
Spüllösung, beruflich
Spüllösung/ Zahncreme
(Zinnfluorid)
Eine - den chemischen Gegebenheiten entsprechende - Einteilung (N1 bis N3) stammt von Nathoo:
» N1-Typ: Die Farbstoffe (Chromogene) reagieren direkt mit der Zahnoberfläche (z.B. Genussmittel (z.B. Kaffe), Gemüse- und Obstsäfte (z.B. Heidelbeeren) sowie Gewürze (z.B. Curry)). Die Farbe des Chromogens ist mit der Zahnverfärbung identisch.
» N2-Typ: Nach der Einlagerung in das Schmelzoberhäutchen (Pellicle) erfahren die Substanzen eine Farbveränderung. Meist beruht dieser Effekt auf einer chemischen Modifikation der
Proteine durch Säuren und Divergentien.
» N3-Typ: Transformation primär farbloser Substanzen im Sinne einer chem. Reaktion häufig in Form der Maillard-Reaktion (Reaktion von Kohlenhydraten mit Lebensmittelproteinen; auch als nicht-enzymatische Bräunungsreaktion bekannt, wie z.B. das Braunwerden einer Apfelscheibe); typischer Vertreter in der ZHK ist das Chlorhexidin.
Amalgamtätowierung,
Antimonzähne,
Betelkauen,
Lobene Stain Index, Melanodontie,
Plaque, Plaquehemmung, Professionelle Zahnreinigung (PZR),
Raucherbelag,
Stainbuster,
Weißmacher-Zahnpasten,
Verformung ; Deformation
Verfügbarkeit, biologische; Substantivität
Vergolden , engl.: gold plating; Überziehen eines meist metallischen Gegenstandes mit einer dünnen Goldschicht; Diffusionsvergoldung, Galvanostegie
Vergütung, Aushärten, Verhärten, engl.: annealing, tempering; 1.) Maßnahmen zur Steigerung der Festigkeit einer Legierung durch Beseitigung von übersättigten Mischkristallen. Durch Weiterführung der unterbrochenen Entmischung mittels Wärme (z.B. bei 400 °C über 15 min) werden bessere mechanische Eigenschaften erreicht. Ebenfalls spricht man von einer V., wenn im Mund direkt gefertigte Komposite-Inlays zur Verbesserung der Härte und Volumenveränderung außerhalb des Mundes im heißen Wasser oder Lichtofen nachvergütet werden.
2.) Maßnahmen zur Verbesserung der Oberfläche eines Werkstücks. In der
ZHK wird dieses besonders durch eine sorgfältige Politur erreicht
Verhalten nach einer Zahnentfernung, engl.: behavior after tooth extraction: siehe Merkblatt
engl.: limitation. Bei Honorar- und Auslagenansprüchen bei privatzahnärztlichen Leistungen gilt ab 2002 eine regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren (bisher zwei Jahre), beginnend mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Zahlungspflichtige hiervon Kenntnis erhalten hat. Die Zeit der
Gewährleistungsansprüche gegenüber Zahntechnikern stieg von sechs Monaten auf zwei Jahre an, ebenso gegenüber Lieferanten.
Für den Fall von Schmerzensgeld und/oder Schadenersatz verjähren die Ansprüche gegen den behandelnden Zahnarzt erst in 30 Jahren nach dem
angeblichen Fehler.
Verkalkung , Kalkinfiltration, engl.:
calcification; Ablagerung von Kalksalzen; Mineralisation,
Verkehrstüchtigkeit, Fahrtüchtigkeit (nach zahnärztlichen Maßnahmen), engl.: traffic ability, driving capability (after dental treatments); im Gegensatz zu Alkohol gibt es keine eindeutigen Grenzwerte für Medikamente im Straßenverkehr. Nach neueren Untersuchungen sind bei jedem 4. Verkehrsunfall Medikamente im Spiel. So warnten z.B. Mediziner auf einem ADAC-Fachsymposium für Verkehrsmedizin über die V. bei
lokalen Betäubungen während zahnärztlichen Behandlungen oder anderen ambulanten Operationen. Diese könnten zu einer starken Beeinträchtigung der V. führen und raten daher, sich erst 24 Stunden, auch nach kleineren ambulanten medizinischen Eingriffen, hinter das Steuer zu setzen. Andere Untersuchungen belegen eindeutig, dass im Normalfall nur eine geringe Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit über einen derart langen Zeitraum eintritt - im Gegenteil: Die Erwartungsangst VOR einer zahnärztlichen Behandlung führt u.U. zu einer erheblichen Desorientierung im Straßenverkehr. Aus zahnärztlicher Sicht ist folgendes zu beachten:
Die Reaktionsfähigkeit ist nach einer (Voll-)Narkose oder nach der Verabreichung zentral dämpfender Arzneimittel (z.B. zur Ruhigstellung vor einer zahnärztlichen Behandlung) i.d.R. für 24 Std. eingeschränkt - das Führen eines Verkehrsmittel ist nicht verantwortlich!
Zahnärztliche lokale Betäubungen ("Spritze" Lokalanästhesie) sind bei reparativen Maßnahmen heute die Regel bei einem Eingriff. Im Gegensatz zu Alkohol enthalten diese
Medikamente keine euphorisierenden Bestandteile und so dürfte der "Überschätzungseffekt" nicht eintreten. Tatsache ist aber auch, dass je nach Schwere des Eingriffs eine herabgesetzte körperliche und geistige Konzentration eintreten kann und individuell das zahnärztliche Trauma ("Behandlungsstress") verschieden verarbeitet wird. Deshalb gehen vorsichtige Empfehlungen von einer Verkehrsuntüchtigkeit bis zu 24 Stunden aus, ohne dies jemals wissenschaftlich belegen zu können. Gerichte akzeptieren das Argument der Betäubungsspritze oder des zahnärztlichen Eingriffs als Entschuldigung für ein Verkehrsfehlverhalten nicht. Realistische Empfehlungen besagen:
nach zahnärztlichen Routinebehandlungen (z.B. Legen einer
Füllungen, Anfertigung von kleinerem
Zahnersatz usw.) sollte ein gewisser Abstand (ca. eine halbe Std.) zur Behandlung genommen werden, um sich wieder uneingeschränkt auf den Verkehr konzentrieren zu können
größere zahnärztliche Behandlungen (z.B. Weisheitszahnoperationen, Parodontalchirurgische Eingriffe, Implantateinbringungen usw.), einer damit verbundenen größeren Zufuhr von Betäubungsmitteln und einer
Behandlungsstressbelastung bedingen eine Reduktion der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit - auch noch nach Stunden. Auf den Praxisbesuch mit dem eigenen Fahrzeug am Steuer sollte ganz verzichtet werden!
die oben genannten Empfehlungen müssen individuell nicht zutreffen, da der
Stress während einer Behandlung sehr unterschiedlich auftreten kann und verarbeitet wird. Auf der sicheren Seite ist man immer, wenn ein öffentliches Verkehrsmittel benutzt wird oder eine Begleitperson VOR und NACH der Behandlung das Steuer übernimmt. Rückfragen in der Zahnarztpraxis zur V. sollten im Zweifelsfall immer erfolgen
Medikamente zur Schmerzlinderung werden zwar in der zahnärztlichen Praxis nur in geringem Umfang verschrieben, bergen aber grundsätzlich die Gefahr einer (individuellen) Beeinträchtigung. Dies kann auch für "harmlose", rezeptfreie Stoffe gelten, wenn sie in entsprechend hoher Dosierung eingenommen werden. Hierbei unbedingt den Beipackzettel beachten und im Zweifelsfall den (Zahn-)Arzt oder Apotheker fragen. Antibiotika gelten als unproblematisch, sieht man von (seltenen) schweren
allergischen Reaktionen ab, welche aber i.d.R. bald nach Einnahme des Präparates eintreten. Von pflanzlichen Präparaten ("Naturheilmittel") oder
homöopathischen Stoffen ist nur selten eine Beeinträchtigung zu erwarten.
http://www.blzk.de/archiv/zbay/12_99/9912s67.html ;
http://www.medizin.de/ratgeber/themen-a-z/f/fahrtuechtigkeit.html Verknöcherung , engl.: ossification; Ossifikation
engl.: shortened dental arch (SDA); Zahnreihe
Ektopie, Zahnverlagerung, ektopischer Zahn, engl.: translocation, transposition; Fehllage eines Zahnkeims oder fertig ausgebildeten Zahns. Dabei kann die Zahnachse im dreidimensionalen Raum alle Lagen einnehmen. Relativ häufig bei Weisheitszähnen und oberen Eckzähnen anzutreffen. Ist schon der Zahnkeim verlagert, tritt häufig eine Retention zusätzlich auf, d.h., der Zahn bleibt im Kiefer liegen.
Okklusalaufnahme,
parallaktisch verschobene Projektion, Weisheitszahn, Zahnektopie,
V. des oberen Eckzahns
Vermessen , engl.: surveying; Modellvermessung,
Verordnung , Verschreibung ; eng.: prescription; Rezept
Verrenkungsbruch ; Luxationsfraktur
Verriegelungsoperation
restriktiver chirurg. Eingriff bei einer
habituellen Luxation des Kiefergelenks: das Tuberculum wird entweder durch eine Auflagerungsosteoplastik (nach Rehrmann) oder Herunterklappen des osteotomierten Jochbogens (nach Le Clerc) erhöht und bietet dem
Condylus so keine Möglichkeit mehr, über die Gelenkpfanne hinaus zu gleiten.
http://www.medeco.de/
engl.: shading; Begriff aus der Röntgenologie; im engen Bezug zur
Opazität eines Stoffes stehend. So wird beispielsweise eine Metallkrone auf einem Röntgenfilm sehr viel heller als die Umgebung abgebildet, da Metall wenig Röntgenstrahlung durchlässt (= radiopak ist), wird die Filmschicht kaum geschwärzt, man spricht aber fachlich korrekt von einer V. . Dieser irreführende Begriff ist historisch bedingt und stammt noch aus einer Zeit, wo die Röntgenbefunde als Positiv-Bilder betrachtet wurden; heute wird klinisch i.d.R. die negative Form eines Röntgenbildes ausgewertet. Das Gegenteil einer V. ist die Transparenz oder Aufhellung.
Aufhellung, Opazität, Restschatten, Röntgenfilm
Verschiebeplastik, Transpositionsplastik, engl.: advancement flap, sliding, French flap; vielfältige chirurgische Eingriffe zur Deckung von Haut- oder Schleimhautdefekten mit eigenem Körpergewebe aus unmittelbarer Nachbarschaft. So in der ZHK z.B. gebräuchlich zur Deckung einer offenen Kieferhöhle oder (parodontalchirurgisch) zur Überdeckung freiliegender Zahnhälse (= koronale Verschiebeplastik).
Mukoperiostlappen,
zur Deckung einer
Verschlucken , von Fremdkörpern, engl.: ingestion of a foreign body, swallow (down); Fremdkörperaspiration
provisorischer Zement, engl.: seal cement; "weiche", relativ leicht wieder zu entfernende Materialien zum vorübergehenden Verschließen einer
Kavität oder
Einlage; Befestigungszement,
Fletscher-Zement
Verschlusszyste
Okklusionszyste, Einschlusszyste, postoperative Kieferhöhlenzyste, engl.: postoperative maxillary cyst; Schleimzyste (Mukozele) der Kieferhöhle, die entweder durch Abschottung der KH, die sich mit Schleim/Flüssigkeit füllt, entsteht (operationsbedingter Verschluss des natürlichen Ausführungsgangs der Kieferhöhle), oder durch den Verschluss des Ausführungsganges einer Speicheldrüse nach Radikal-Operation der Kieferhöhle bedingt sein kann. Gilt als Spätkomplikation operativer Eingriffe (u.U. erst nach über 20 Jahren auftretend) an pneumatisierten Räumen des Gesichtsschädels.
Stufenbohrer, Stirnbohrer, engl.: countersink burr o. drill; spezielle zylindrische Bohrerform, bei welcher nur die Stirnseite mit einem schneidfähigen Material belegt ist. Anwendung hauptsächlich bei der Stufenpräparation ("Versenken" unter den Gingivarand) oder zum "Versenken" von
Wurzelkanalstiften
Versichertenkarte, engl.: (electronic)
patient card; Chip-Karte, Elektronische Gesundheitskarte
VVG, ab 2008 gültig; umfangreiche Reform des bis dato geltenden Rechtes; die Grundlage für die Neugestaltung des VVG ist der Bericht einer Kommission, die sich 4 Jahre mit der Reform befasst hat. Oberstes Ziel des Kommissionsberichts unter der Überschrift eines „verbraucherfreundlichen und modernen Versicherungsrechts“ war es, das für die
GKV prägende Element „Wirtschaftlichkeitsgebot“ auch in der
Privaten Krankenversicherung (PKV) zu verankern. Neben den Regelungen zur Privaten Krankenversicherung zielt das VVG vor allem auf die Lebensversicherungen und die Sachversicherungen. Für den (zahn)medizinischen Bereich ergeben sich folgende "Dienstleistungsrechte" der Versicherer gegenüber ihren Kunden:
Die Beratung über Leistungen in der Zahnmedizin sowie über die Anbieter (Zahnärzte) solcher Leistungen
Die Beratung über die Berechtigung von Entgeltansprüchen der Erbringer von Leistungen - das heißt „Kostenberatung"
Die Abwehr unberechtigter Entgeltansprüche der Erbringer von Leistungen (bis hin zur Vertretung vor Gericht)
Die Unterstützung der versicherten Personen bei der Durchsetzung von Ansprüchen wegen fehlerhafter Erbringung der Leistungen und der sich hieraus ergebenden Folgen
Die unmittelbare Abrechnung der Leistungen mit deren Erbringern (z.B. Ärzten und Zahnärzten)
Mängelgutachten ("Mängelrüge"), Öffnungsklausel
Versiegelung Kurzbz. f. Versiegelung von Zahnoberflächen, engl.: sealing; zur Kariesvorbeugung und zur Beseitigung schmerzhafter
Abrasions- und
Erosionsfolgen eingesetzte Behandlungsmethoden. Bekannteste Anwendung ist die Fissurenversiegelung. Die V. kann durch Fluoridlacke und - gelees, Dentinadhäsive und Versiegelungskunststoffe (z.B. Seal&Protect) erfolgen. überempfindliche Zähne
Versorgungsauftrag , engl.: service guarantee?; häufig mit dem Sicherstellungsauftrag
gleichgestellte Bezeichnung für eine Verpflichtung (aber auch Berechtigung von zugelassenen Personen) zur (zahn-)ärztlichen Versorgung sozialversicherter Patienten. Während der Sicherstellungsauftrag bisher (2006) ausschließlich bei bei den
Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen liegt - d.h. diese gewährleisten, dass eine medizinische Versorgung in ihrem Gebiet sichergestellt ist - bestimmt der V., mit welcher Qualifikation und mit welchem Umfang diese Sicherstellung zu erfolgen hat. Bis auf die vage Beschreibung nach dem Wirtschaftlichkeitsgebot bestehen nach Gesetz keine klare Definitionen: § 140b "Verträge zu integrierten Versorgungsformen" des
Sozialgesetzbuches sagt z.B.: "... Gegenstand des Versorgungsauftrags an die Vertragspartner der Krankenkassen nach den Absätzen 1 und 2 dürfen nur solche Leistungen sein, über deren Eignung als Leistung der Krankenversicherung der Gemeinsame Bundesausschuss nach § 91 im Rahmen der Beschlüsse nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und der Ausschuss nach § 137c Abs. 2 im Rahmen der Beschlüsse nach § 137c Abs. 1 keine ablehnende Entscheidung getroffen hat. ..."
engl.: (health) services research; wissenschaftliche Untersuchung der (medizinischen) Versorgung von Einzelnen und der Bevölkerung mit gesundheitsrelevanten Produkten und Dienstleistungen unter Alltagsbedingungen - im Gegensatz zu der mehr präventionsorientierten
Compliance- oder Public-Health-Forschung.
http://www.zahnaerzteblatt.de/ ; http://www3.idz-koeln.de/
http://www.netzwerk-versorgungsforschung.de Versorgungsstrukturgesetz ; GKV-Versorgungsstrukturgesetz
Altersversorgungswerk, engl.: pension fund o. insurance; vornehmlich bei den verkammerten
Freien Berufen bestehende Sicherung der Kammerangehörigen (Selbstständige, Angestellte) im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit sowie die Sicherung der Hinterbliebenen an Stelle einer staatlichen Einrichtung. V. erhalten keinerlei staatliche Zuschüsse, sondern finanzieren sich aus Mitgliedsbeiträgen und Kapitalanlagen der V. . Die wesentliche Aufgabe des V. besteht darin, bei vorzeitiger Berufsunfähigkeit, im Alter und nach dem Tode des Mitgliedes für seine Familie eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Auf die Leistungen des Versorgungswerkes besteht ein Rechtsanspruch. Der Anspruch auf Versorgungsleistungen ist unabhängig von einer Wartezeit; die Beiträge werden neben einem Sockelbetrag i.d.R. einkommens-/umsatz-bezogen erhoben. Es besteht im zahnärztlichen Bereich eine Pflichtmitgliedschaft; eine Befreiung zugunsten staatlicher Einrichtungen ist unter besonderen Umständen möglich, wird aber wegen der schlechteren Rendite derartiger Institutionen wenig genutzt.
Geschichtlich gehen die V. auf die bayrische Ärzteversorgung (1923) zurück, welche als Folge der damaligen Wirtschaftskrise eingerichtet wurde. V. heutiger Prägung entstanden erst in den 50er Jahren des letzten Jhds., da die
Freiberufler nicht in die "dynamische Rentenversorgung" das Staates passten; heute sind die Intuitionen des Staates eher umgekehrt.
In 2010 gab es in D 89 V. unterschiedlicher Strukturierung (z.B.: Kapitaldeckung, Plandeckungsverfahren) für die Angehörigen Freier Berufe. Die wirtschaftliche Lage der V. wird als gut und zukunftssicher angesehen.
http://www.abv.de/zahnaerzte.html Verstärkerfolie engl.: intensifying foil; Röntgenstrahlen haben den Nachteil, dass sie hochenergetisch sind und daher von einem normalen Film kaum absorbiert, sondern "durchgelassen" werden - die Folge sind hohe Strahlendosen, um zu einem brauchbaren diagnostischen Bild zu kommen. V. sind mit einem Fluoreszenzstoff versehen, welcher die hochenergetische Strahlung in sichtbares Licht umwandelt, welches vom Film gut absorbiert wird. Das Nutzsignal erfährt dabei eine erhebliche Verstärkung (der Verstärkungsfaktor kann bis etwa 60mal so hoch sein), dass die Röntgendosis bei gleicher Bildqualität um ein Vielfaches niedriger angesetzt werden kann. Die Schwärzung des Röntgenfilms geht dadurch insgesamt nur zu 5% auf die Röntgenstrahlen direkt zurück, 95% sind Anteil fluoreszierender Wirkung der V.
Röntgenfilm,
engl.: hidden sugar; Zucker wird als billiger Rohstoff und "Geschmacksaufwerter" auch in solchen Lebens- und Genussmitteln eingesetzt, in denen man ihn nicht bzw. ihn nicht in so hohem Ausmaß vermutet. So isst jeder Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr rund 25 kg "versteckten" Zucker. Diese Menge nimmt er unbewusst durch Getränke, Eis, Konfitüren, Obstkonserven, Backwaren und pharmazeutische Produkte zu sich. Zum Vergleich: "nur" etwa 11 kg Zucker werden bewusst gegessen. Beispiele für versteckten Zucker:
Senf 9 - 19 %
Tomaten-Ketchup 19 - 25 %
Trockenfrüchte 58 - 89 %
Kakao-Instantpulver 70 - 80 % Zucker in Gramm
l Cola-Getränk
Becher Fruchtjoghurt
Teelöffel Marmelade
l Kakao-Getränk
Nach dem deutschen Lebensmittelgesetz heißt "zuckerfrei" lediglich, dass in diesem Produkt kein Haushaltszucker enthalten ist; wohl aber können andere vergärbare - und damit potentiell Karies auslösende - Kohlenhydrate darin enthalten sein. Aktion zahnfreundlich,
kariogen, Zucker,
Zuckeraustauschstoffe,
1l Cola-Limonade
Versteifung , engl.: stiffening; Ankylose
vertikal , engl.: verticular, perpendicular; lotrecht, senkrecht, parallel zur Körperlängsachse; Zahnflächen Vertikaldimension
VD, in der neueren Literatur gebr. Ausdr. für Bisshöhe, engl.: vertical dimension; Untergesichtshöhe bei Einnehmen der
statischen Okklusion oder in
Ruhelage; Bisslage,
Shimbashi Norm
Verträglichkeit , von zahnärztlichen Materialien, engl.: tolerance of dental materials; Biokompatibilität
Vertragszahnärztin,
früher: Kassenzahnarzt, engl.: dental panel doctor, sick fund dentist; Bezeichnung für einen Zahnarzt(in), der (überwiegend) in der Versorgung gesetzlich versicherter Patienten tätig ist und dafür eine Zulassung erhalten hat. Die V. in Deutschland haben im Jahr 2009 rund 60 Mio. Patienten behandelt. Das entspricht ca. 200 Mio. Patientenkontakten.
Ein V. muss Mitglied in einem Landesverband der KZBV sein, um mit den Krankenkassen die Behandlung von Gesetzlich Versicherten abzurechnen. Dieser muss seinen Patienten ”in üblichem Umfang” bzw. ”regelmäßig zu den üblichen Sprechzeiten” zur Verfügung stehen und diese auch behandeln (
Kontrahierungszwang). Bei der Ausübung von Nebentätigkeiten als Vertragszahnarzt gibt es sehr enge Grenzen, die im Wesentlichen in der
§ 20 Zahnärzte-Zulassungsverordnung (ZV-Z) festgeschrieben sind. Demnach ist ein Zahnarzt für die Teilnahme an der Kassenversorgung "nicht geeignet", wenn er "wegen eines Beschäftigungsverhältnisses oder wegen anderer nichtehrenamtlicher Tätigkeiten für die Versorgung der Versicherten persönlich nicht in erforderlichem Maße zur Verfügung steht". Das Bundessozialgericht (BSG) konkretisierte im Jahr 2002 in zwei grundlegenden Urteilen (Az.: B 6 KA 20/01 R und B 6 KA 23/01 R), was unter "nicht in erforderlichem Maße" zu verstehen ist. Nach Meinung der Richter ist die vertragszahnärztliche Tätigkeit als Hauptberuf ("wesentliche berufliche Prägung") zu qualifizieren. Nebentätigkeiten - auch nicht zahnärztliche - dürften maximal ca. 13 Wochenstunden umfassen.
Weiter sagt der § 20, 2 der Zahnärzte-ZV aus, dass eine Nebentätigkeit von ihrem Wesen her mit dem Beruf eines V. vereinbar sein muss. So könnte bspw. die abhängige Tätigkeit eines Zahnarztes in einem gewerblichen Labor diesem Paragraphen entgegenstehen.
Ein neues Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG, VÄG) mit erheblichen Liberalisierungen gilt ab 1. Januar 2007 (
http://www.buzer.de/gesetz/7580/ ;
http://www.aok-bv.de/lexikon/v/index_00081.html) :
Die Altersgrenze von 55 Jahren für die Erstzulassung von Vertragszahnärzten entfällt; die Höchstaltersgrenze von 68 Jahren kann aufgehoben werden, wenn in einem bestimmten Gebiet eines Zulassungsbezirks eine Unterversorgung eingetreten ist oder eine solche droht. Damit könnten regionale Versorgungsprobleme abgemildert werden.
Die vertragszahnärztliche Tätigkeit darf auch außerhalb des Vertragszahnarztsitzes an weiteren Orten – auch jenseits des originären
KZV-Bereichs – wahrgenommen werden ( "Zweigpraxis"). Inwieweit hierbei Steuerprobleme auftreten können (Gewerbesteuer, da die Befreiung davon auf dem Prinzip der
Freiberuflichkeit beruht), nämlich dann, wenn in der Zweigpraxis ein oder mehrere angestellte Zahnärzte beschäftigt werden, bedarf noch einer Klärung, da der Praxischef auch hier "leitend und verantwortlich" tätig sein muss, um den § 18 Einkommensteuergesetz zu erfüllen.
Zugelassen werden sollen örtliche und überörtliche Bildungen von Berufsausübungsgemeinschaften. Weiter wurde der Begriff der "ausgelagerten Praxisräume" eingeführt.
Einschränkungen bei fachübergreifenden Berufsausübungsgemeinschaften sind aufgehoben.
Zahnärzte aus einer Einzelpraxis können mit anderen Kollegen an anderen Orten Teilkooperationen eingehen. Damit wird Zahnärzten, die sich spezialisiert haben, ermöglicht, sich als Teilgemeinschaftspartner in mehrere Praxen, zum Beispiel zum Erbringen implantologisch-chirurgischer oder auch parodontalchirurgischer Leistungen einzubringen und auch auf dem Praxisschild zu erscheinen. Die überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft kann auch damit werben.
Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) müssen weiterhin „fachübergreifend" sein. Dies ist nach der Gesetzesbegründung zweifelsohne dann der Fall, wenn Ärzte mit verschiedenen Facharzt- oder Schwerpunktbezeichnungen im MVZ tätig sind.
Der Vertragszahnarzt kann seine Tätigkeit im Rahmen einer Teilzulassung auf die Hälfte (andere Beschränkungen als die Hälfte kennt das Gesetz nicht) einer hauptberuflichen Tätigkeit beschränken. Er wird damit frei, in anderen Praxen oder in Kliniken oder auch als angestellter Zahnarzt im Krankenhaus tätig zu bleiben.
Ab dem 01.01.2012 müssen die Zahnarztpraxen die Abrechnungen der
gesetzlich versicherten Patienten der KZV komplett elektronisch übermitteln. Dies bedeutet auch, dass die in den
Laborrechnungen enthaltenen Material- und Laborkosten als Bestandteil der zahnärztlichen Abrechnung elektronisch an die KZV zu übermitteln sind.
Laut KZBV Jahrbuch 2005 (statistische Basisdaten zur vertragszahnärztlichen Versorgung) stieg die Zahl der deutschen V. auf 55.567. Diese arbeiteten durchschnittlich 47,9 Stunden (West und Ost) pro Woche und erwirtschafteten einen Gesamtumsatz von rund 21 Milliarden Euro. Beschäftigt wurden 223.000 Arbeitnehmer, davon ca. 40.000 AZUBIS.
ausgelagerte Praxisräume, Angestellter Zahnarzt,
Berufsausübungsgemeinschaft, Budget,
Compliance-Leitlinie,
Degression, EDV in der Zahnarztpraxis, Einkommen, Ermächtigung,
Fortbildung, GKV-Versorgungsgesetz, GKV-WSG (Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung),
Honorarzahnarzt,
Kassenabrechnung, Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis, Kündigungsschutz,
Praxisvorschriften,
Teilgemeinschaftspraxis, Teilzulassung,
Therapiefreiheit, Umsatzsteuer, Vertreter,
Zahnarztregister, Zulassung
Zahnärzte-Zulassungsverordnung (ZV-Z), Stand 1.1.2007
Neue Möglichkeiten der zahnärztlichen Berufsausübung, Stand 1.7.2007; © KZBV
Download: Änderung
Bundesmantelvertrag (Zahnärzte, Stand: 01.07.2007) - Gemeinsames Rundschreiben
Bundesmantelvertrag (Zahnärzte, Stand: 01.07.2007) - Änderungsvereinbarung zum Bundesmantelvertrag-Zahnärzte (BMVZ)
Bundesmantelvertrag (Zahnärzte, Stand: 01.07.2007) - Änderungsvereinbarung zum Ersatzkassenvertrag-Zahnärzte (EKVZ)
Zahl der niedergelassenen Zahnärzte / Ausgaben der GKV pro Mitglied an die Zahnärzte
Zahnärzte _ Anteile an den GKV Ausgaben (2009)
GKV-Ausgaben 1997 u. 2009
für zahnärztliche Behandlungen
Realwert des zahnärztlichen Einnahmen-Überschusses, Alte Bundesländer (1976 - 2009)
Aufteilung der Betriebs-ausgaben 2009
Verteilung der Einkommen 2009
Finanzierungsvolumen einer Neugründung 2006/2007.
Vergleich ausgesuchter
medizin. Praxen
engl.: dental consultant, insurance company dentist; 1930 eingeführte historische Berufsbezeichnung für von den
Gesetzlichen Krankenkassen haupt- o. nebenamtlich angestellten
Zahnärzten mit überwiegend überwachender Funktion; heute durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) abgelöst.
Vertretung, engl.: locum, (medical) substitute; Kurzbez. für einen Praxisvertreter. Zahnarzt, welcher in Abwesenheit des Praxisinhabers dessen Tätigkeit übernimmt. Ein V. kann nur befristet eingestellt werden und nur dann, wenn der Praxisinhaber wegen Urlaub, Krankheit, Fortbildung oder anderen Gründen vorübergehend nicht selbst tätig sein kann oder durch Tod gänzlich ausfällt. Die Vertretungszeit darf nicht länger als 3 Monate innerhalb eines Jahres betragen. Besonders bei Tod eines Praxisinhabers sind allerdings "Individualentscheidungen" durch die KZV möglich.
engl.: relationship clause?: höchstrichterlich bestätigter Leistungsausschluss (§ 5 Abs. 1 g MBKK 76) privater Versicherungen und Beihilfestellen durch liquidationsberechtigte Ehegatten, Eltern oder Kinder. Begründet wird die V. mit einer praktisch nicht kontrollierbaren Möglichkeit der Manipulation in diesem engen Verwandtschaftsverhältnis. Die begrenzte Einschränkung der freien Arztwahl sei daher aus übergeordneten Gesichtspunkten hinzunehmen. Die V. bezieht sich nicht auf nachweisbare Fremdkosten; so fallen z.B. die
Laborkosten bei
Zahnersatz nicht unter diese Regelung.
Verweilgebühr , engl.: staying fee; Termin, nicht eingehaltener
vestibulär ,
engl.: vestibular; zum Mundvorhof hin, nach außen hin; bei Zahnflächen als Oberbegriff von
bukkal bzw.
labial; labiobukkal, oral, Zahnflächen Vestibulookklusion
Außenokklusion, zu den Nonokklusionen zählende Störung des Zusammenbisses einzelner Zähne oder Zahngruppen im Backenzahnbereich, indem der (meist obere)
bukkal "vorbeibeißt"
Vestibulum (oris), engl.: vestibule; Mundvorhof
Mundvorhofplastik,
Alveolarextensionsplastik, engl.: vestibuloplasty;
präprothetische, chirurgische Maßnahme zur Verbesserung des Prothesenlager; i.d.R. bei
Vollprothesen. Dieses - durch die
Implantologie zunehmend seltenere - Verfahren besteht im Prinzip darin, dass die
Umschlagsfalte chirurgisch "tiefer" gelegt wird (relative Erhöhung des Alveolarfortsatzes), um so eine größere Haftfläche für die Prothese zu erhalten. Der dadurch frei liegende Kieferknochen wird entweder der "freien Heilung" überlassen oder kann durch ein körpereigenes freies oder gestieltes
Schleimhauttransplantat überdeckt werden.
Alveolarkammatrophie, Alveolarkammplastik,
Edlan-Mejchar Operation,
Infrakrestalplatik,
Wurzelperforation,
"Wurzelkanaldurchbohrung",
wörtlich: "falscher Weg", engl.: do.; eine beim Aufbereiten des Zahnwurzelkanals entstehende seitliche Perforation durch die Zahnwurzel hindurch, meist im Zusammenhang mit dem Setzen einer
Stiftverankerung oder bei abgekrümmten Wurzeln bzw. schwer zugänglichen Wurzelkanälen. Dabei durchstößt das Aufbereitungsinstrument die Zahnwurzel und gelangt in den umgebenden Kieferknochen. Meist kommt es dann in der Folge zur Infektion und einer Entzündungsreaktion des die Wurzel umgebenden Gewebes; eine Erhaltung des gesamten Zahnes ist nur noch bedingt möglich.
Ein auf Dauer erfolgreicher Verschluss der Perforation wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Größe und Lokalisation der V. f., die Zeit zwischen Eintritt und Behebung des Defekts, der Grad der bakteriellen Verunreinigung sowie die Verschlusskapazität und
Biokompatibilität des Versiegelungs- bzw. Wurzelfüllmaterials (z.B.: Versuch der Reparatur mit Proroot MTA™ ).
Seltener gebräuchlich ist der Ausdruck "Via falsa" bei einer Eröffnung der Kieferhöhle ( Kieferhöhlenperforation) als Extraktionsfolge.
Batt-Spitze,
Beutelrock Bohrer,
Ellbogen Effekt,
Mineral Trioxid Aggregat,
Nadelaufnahme,
Obliteration, Stiftsysteme,
Vibrationszone engl.: palatal vibrating area; Gebiet zwischen der
Ah-Linie und der
Nasenblaslinie. Schwingungen dieses Gebietes erzeugen z.B. die beim Schnarchen typischen Geräusche. Gaumensegel
Vielpunktkontakt, maximaler
Position des Unterkiefers zum Oberkiefers beim Schluss der Zahnreihen ("Zusammenbeißen"), in welcher die maximale Kontaktbeziehung der Antagonisten besteht; Antagonist,
Vier-Phasen-Biss ; Kauakt Vier-Hand-Technik
engl.: four-handed dentistry; Schlagwortbezeichnung für das Zusammenwirken von Zahnarzt und dessen Assistenz während einer
zahnärztlichen Behandlung. Absaugen
Vierkantbogen
engl.: square arch (wire); bei der Multiband-Apparatur eingesetzte bogenförmige Drähte mit einem quadratischen oder rechteckigen Querschnitt. Dadurch, dass derartige Drähte fest in den Brackets geführt werden, sind besonders körperliche oder Torque Bewegungen des Zahnes möglich. Zahnbewegungen
engl.: Vicent's symptom; funktionelle Störung (Hypästhesie o. Parästhesie bis hin zur kompletten Anästhesie) im Versorgungsgebiet des Nervus alveolaris inferior (li. oder re. Unterlippe); nach
Unterkieferfrakturen mit verbundener Ruptur des Nervs im Mandibularkanal auftretend; gelegentlich auch bei
Unterkiefervereiterungen, Unterkiefertumoren oder nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen bzw.
endodontischen Behandlungen (Überstopfen des Wurzelfüllmaterials in den Mandibularkanal) auftretend.
Nervschädigung, Pietrantoni Syndrom
engl.: study of Vipeholm; Einfluss niedermolekularer Kohlenhydrate auf die Kariesentwicklung in Abhängigkeit von der Frequenz der Aufnahme und der Klebrigkeit der Zwischenmahlzeit. In den vierziger Jahren des letzten Jhds. an den Insassen eines schwedischen Heimes für geistig Behinderte durchgeführte und ethisch kontrovers diskutierte 5-Jahres-Studie über die Verabreichung von zuckerhaltiger Kost und deren Auswirkungen im Bezug auf eine Kariesentstehung. Kernergebnisse der Untersuchung waren, dass nicht die Absolutmenge des täglich aufgenommenen
Zuckers für den Zuwachs an Karies, sondern vielmehr die Häufigkeit ("Naschen zwischendurch") und die Klebrigkeit der Speisen (z.B. Stärkeprodukte wie Kartoffelchips) entscheidend ist.
Vipeholm experiments Viren
Virus, kleinste Krankheitserreger, engl.: viruses; "eine in Protein verpackte schlechte Nachricht". Sehr kleine Krankheitserreger, welche sich nur in lebenden Zellen entwickeln können. Unterscheidung nach ihrer genetischen Botschaft in DNS- und RNS-Viren; die alte Virusklassifikation nach Organbefall wurde verlassen.
Zahlreiche der uns bekannten Viren wie Grippevirus, HIV-Virus, SARS-Virus oder Ebolavirus, sind mit einer stabilen Membranhülle umgeben. Diese Hülle umschließt und schützt das virale Genom (Erbgut), das die Information für die nächste Virusgeneration enthält. Da sich Viren allerdings nicht aus eigener Kraft vermehren können, müssen sie parasitieren: Sie benutzen die Reproduktionsmöglichkeiten von Zellen höherer Organismen. Dazu müssen sie ihr Genom in das Innere einer Wirtszellen einschleusen. Dabei sind zwei Hindernisse zu überwinden: Zum einen die der Membran, die die attackierte Wirtszelle nach außen begrenzt, zum anderen die der eigenen viralen Hüllmembran. Die Viren benutzen dazu winzige, nur etwa ein Zehntausendstel mm lange Eiweißmoleküle ("Spikes"), die wie die Widerhaken einer Klette zu Tausenden aus ihrer Membranoberfläche ragen. Diese Spikes ketten das Virus nicht nur an der Wirtszelle fest, sie enthalten gleichzeitig auch das molekulare Werkzeug, die Membranen zu durchdringen. Auf ein Signal der Wirtszelle hin, das eigentlich der Abwehr des Angreifers dienen soll, aktivieren sich die Spikes und brechen die Membranen auf: Virale Hüllmembran und Wirtszellmembran verschmelzen miteinander und das virale Genom tritt vom Virus in die Zelle über - die Wirtszelle ist infiziert. Die molekularen Details dieses Vorganges, der, wie man inzwischen weiß, untrennbar mit einer Strukturänderung der Spikes verbunden ist, sind allerdings noch nicht verstanden. Bakterien, Mikroben,
Procalcitonin-Test,
engl.: virulence; Ausdruck der "Infektionskraft" (Pathogenität) eines
Erregers. Für eine hohe V. bedarf es den Fähigkeiten, in gesundes Körpergewebe einzudringen, sich dort gut zu vermehren und den befallenen Organismus zu schädigen oder teilweise zu zerstören.
Virostatika, Mittel zur Behandlung von Viruserkrankungen, engl.: virustatics, virustatic agents; Medikamente zur Behandlung von Vireninfektionen; beeinflussen i.d.R. ähnlich einem Zytostatikum die Eiweißsynthese in der Wirtszelle.
Bekanntester Vertreter in der ZHK ist das (meist lokal) bei Herpes-Erkrankungen (Herpes labialis) angewandte Aciclovir (Zovirax™), welches in der Wirtszelle durch ein Enzym, das von den Herpesviren gebildet wird, in eine aktive Wirkform überführt wird; es hemmt dann die virale Nukleinsäuresynthese;
keine Wirkung auf rezidivierende Aphthen. In hoher Dosierung auch Anwendung bei Zoster-bedingten
Trigeminusneuralgien.
viruzid ,
engl.: virucide; Viren inaktivierend bzw. zerstörend
"Zähflüssigkeit", Zähigkeit von flüssigen oder gasförmigen Körpern, engl.: viscosity; im Gegensatz zur Plastizität (Formbarkeit) bzw. Sprödigkeit bei festen Körpern. V. bezeichnet die innere Reibung, welche durch zwischenmolekulare Kräfte erzeugt wird. Bei den meisten Stoffen nimmt die V. bei einer Erwärmung ab (das Fließverhalten verbessert sich). In der ZHK von Bedeutung für die Fließfähigkeit von Abdruckmassen oder dem "Fließverhalten" von Füllungsmaterialien (
Komposites).
Der Kehrwert der V. ist die Fluidität (fluidity).
VistaProof™ ; auf Laserfluoreszenz beruhende Technik zur Kariesdiagnostik; http://www.duerrdental.de/
Pulpaamputation,
Teilentfernung eines (lebenden) Zahnnervs, Pulpotomie, engl.: vital amputation; dabei wird unter örtlicher Betäubung die erkrankte Kronenpulpa entfernt mit dem Ziel der Lebenderhaltung der verbleibenden Wurzelpulpa. Unterteilung in:
Vitalverfahren (= vitale Pulpotomie)
unter Einsatz von Calciumhydroxid und einer dadurch bedingten
Tertiärdentinbildung. Angestrebt wird eine völlige Überdeckung der Pulpa-Wurzelstümpfe durch körpereigenes Dentin. Dieses Verfahren erfordert eine sehr enge Indikationsstellung und ist nur bei Sicherstellung einer absolut entzündungsfreien Wurzelpulpa erfolgreich; siehe auch autologes Dentinimplantat
modifiziertes Vitalverfahren (= therapeutische Pulpotomie)
unter Anwendung von Formokresol bei einer irreversiblen Pulpitis. Dieses von BUCKLEY 1904 als „Formalintrikresol für erkrankte Pulpen“ beschriebene Amputationsmittel (Formaldehyd 35 % - 19 ml, Trikresol - 35 ml, Glycerin - 15 ml, Aqua dest. -31 ml; in 1:5 Verdünnung) hat eine bakterizide Wirkung und bewirkt eine Fixation und Desinfektion der entzündeten Wurzelpulpa, so dass die Indikation hier weiter gefasst werden kann als beim Vitalverfahren.
Anwendung nur noch im
Milchzahngebiss oder bei Jugendlichen, bei welchen das Wurzelwachstum der bleibenden Zähne noch nicht abgeschlossen ist. Die Heilungsaussichten hängen vom Grad der
Entzündung des Nervs ab und sind bei Kindern u. Jugendlichen günstiger als bei Erwachsenen. Gelegentliche Anwendung auch, wenn aus ökonomischen Gründen eine
Wurzelkanalbehandlung akut nicht in Frage kommt und Schmerzen beseitigt werden sollen - ohne dabei den Weg der Extraktion zu beschreiten.
Dentinimplantat,
Formokresol, Mortalamputation,
Pulpotomie,
Überkappung, Vitalexstirpation
Entfernung der Kronen-Pulpa
engl.: preservation of the vitality; Fern- und Wunschziel jeder Pulpitistherapie, da ein "lebender Zahn" ungleich wertvoller für den Organismus ist als ein
endodontisch behandelter. Derartige Therapien sind nur dann erfolgversprechend, wenn der Zahnnerv noch nicht irreversibel geschädigt worden ist ( Pulpitis). Im Rahmen einer Caries profunda Therapie wird meist mit Calciumhydroxid-haltigen Präparaten versucht, die Entzündung positiv abklingen zu lassen. Der Einsatz von Kombinationen aus
Corticosteroiden (z.B. Ledermix™)wird kontrovers diskutiert.
Pulpaexstirpation,
vollständige Entfernung eines (lebenden) Zahnnervs,
Pulpektomie, engl.: vital extirpation; unter örtlicher Betäubung. Chemische Abtötungen (
Devitalisation) sind heute nur noch in Ausnahmefällen gebräuchlich. Anwendung fast ausschließlich im bleibenden Gebiss, da im Milchgebiss die Schädigung des darunter liegenden Zahnkeims möglich ist
Pulpektomie, Vitalamputation
vollständige Entfernung der Pulpa und Versorgung mit einer Wurzelfüllung (blau); darüber normale Kaufüllung
Sensibilitätsprüfung,(-probe) engl.: vitality (o. sensibility) test, pulp testing; Überprüfung der Zahnpulpa ("Nerv") auf ihre Vitalität (Leben) als ein wichtiges Kriterium bei der Untersuchung des Zahnes. So können z.B. schon auf Grund dieser relativ einfachen Anwendung diagnostische Aussagen gemacht werden: Bspw. kann ein vital reagierender Zahn keine
Eiterung an der Wurzelspitze aufweisen, ebenso, wie ein devitaler Zahn keine Schmerzreaktionen auf chemische oder thermische Reize auslösen kann.
Vom Prinzip her gibt es drei versch. Möglichkeiten, die Vitalität eines Zahnes zu überprüfen:
Reaktion auf Temperatur (Kältereize, selten Reizung mit Wärme), sog. "Kältetest":
früher mit Kohlensäureschnee durchgeführt. Dieses Verfahren ist relativ umständlich im Handling; zusätzlich kann die tiefe Temperatur dieses Gases (- 76° C) heftige Schmerzen verursachen.
Heute mit Kältesprays (etwa - 30° C), mit den ein Wattekügelchen präpariert wird, durchgeführt.
Dieses Verfahren gilt als Standard, da es an allen Zähnen (auch Kronen und großen Füllungen) durchgeführt werden kann. Einzig ist eine graduelle Reizung nicht möglich. Reaktionen auf Wärme werden allgemein wegen einer Verletzungsgefahr (umliegende Gewebe bei unsachgemäßer Anwendung; der Zahnnerv wird durch zuviel Wärme stark geschädigt) abgelehnt. elektrische Reizung durch schwachen Strom, elektrischer Pulpentester, sog. "Elektrotest (mit einem Pulpaprüfer)":
gepulster Gleichstrom im mA-Bereich lässt je nach angelegter Stromstärke den Zahnnerv unterschiedlich stark reagieren (= graduelle Reaktion). Voraussetzung ist eine trockene Zahnoberfläche und keine Metalle (Kronen, Füllungen), die an oder unter das Zahnfleisch reichen, da dann der Strom den direkten Weg nimmt. Bedenken wegen Interferenzen mit Herzschrittmachern moderner Bauart oder Defibrillatoren bestehen nicht mehr.
Reaktion auf Anbohren (Probe-Trepanation, "Bohrprobe"),:
nur wenn beide vorgenannten Verfahren (einzeln o. in Kombination) keine sichere Aussage zulassen, wird ein Bohrer (ohne örtliche Betäubung) Richtung Zahnnerv geführt (Setzen einer sog. "Testkavität") und beobachtet, ob eine schmerzhafte Reaktion auftritt.
Noch im Versuchsstadium sind Laser-Testungen der intrapulpalen Mikrozirkulation. Laser-Doppler-Messmethode, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde
devital,
Perkussionstest, Pulpa,
Temperaturempfindlichkeit,
Überkappung, Zahn
Vitallium ™
nichtedelmetallische Chrom-Cobald-Molybdän-Legierung für das Anfertigen eines Modellgusses. 1932 entwickelt (Fa. Austenal, Chicago), gilt V. als erster brauchbarer
Nichtedelmetallwerkstoff der Neuzeit
Bezeichnung für eine Stoffgruppe von chemisch sehr unterschiedlichen Substanzen, die i.d.R. von Pflanzen oder Bakterien produziert werden. Sie sind für den Stoffwechsel des Menschen unentbehrlich (essenziell), sie zeigen bereits in kleinsten Dosierungen (1 mg und weniger) biologische Aktivitäten (
Skorbut). Da sie vom menschlichen Organismus nicht oder nur gering synthetisiert werden können, muss eine ständige Zufuhr mit der Nahrung erfolgen, um nicht Vitaminmangelerkrankungen auszulösen. Einige V. können vom menschlichen Körper aus Vorstufen, den Provitaminen, in einem letzten Syntheseschritt selbst hergestellt werden (z.B. die Vitamine A1 und A2 aus b-Karotin, die Vitamine D2 und D3 aus Ergosterin bzw. Dehydrocholesterin und die Nikotinsäure aus Tryptophan).
Für Männer und Frauen zwischen 25 und 51 Jahren gelten folgende Referenzwerte/Tag:
Vitamin A 0,8 bis 1 mg RÄ (Retinol-Äquivalent)
Vitamin E 13 mg TÄ (Tocopherol-Äquivalent)
Vitamin K 60 bis 70 µg
Folsäure 400 µg FÄ (Folsäure-Äquivalent)
Thiamin 1,1 bis 1,2 mg
Niazin 13 bis 15 mg
ein auf dem Weltmarkt führendes Unternehmen im Bereich der wiederherstellenden Zahnheilkunde (==> http://www.vita-zahnfabrik.com/ ). Aus einem Bericht des "Südkurier" anlässlich des 90-jährigen Bestehens im Juni 2014:
"... Als Vita Zahnfabrik wurde es 1924 gegründet. Und die Zahnfabrik setzte neue Maßstäbe. Denn die Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts angebotenen Prothesenzähne sahen nicht wie natürliche Zähne aus. Um diesen Missstand zu beheben, gründete der Zahnarzt Carl Hiltebrandt zusammen mit dem Kaufmann Heinrich Rauter 1924 die Dr. Hiltebrandt Zahnfabrik AG, die seit Anfang der 1930er Jahre unter dem Namen Vita Zahnfabrik bekannt ist.
Heinrich Rauter war der Großvater von Henry Rauter, dem heutigen Geschäftsführer. Die Anfänge des Unternehmens lagen in Essen. Die Produktion wurde dort begonnen und während des Zweiten Weltkrieges von Essen nach Säckingen verlagert. Die Stilllegung der letzten Betriebsstätte in Essen erfolgte im Oktober 1958. Zu diesem Zeitpunkt sind in Säckingen schon zirka 320 Mitarbeiter beschäftigt. Zurzeit arbeiten rund 780 Mitarbeiter an drei Standorten in Bad Säckingen.
Eine Erfolgsgeschichte bildeten seit den 30er Jahren Vita Zähne und Vita Farben, zuerst waren es die „Helios-Zähne in Vita-Farben“, ab 1955 die Vita Vacuum Zähne, die aus Keramikmaterial hergestellt wurden. Dabei wurde erstmals der Farbverlauf des menschlichen Zahnes nachempfunden, indem die künstlichen Zähne einen Dentinkörper und eine Schmelz- beziehungsweise Schneideschicht aufwiesen. Diese Entwicklung ermöglichte eine bis dahin in der Prothetik nicht gekannte lebendige Ästhetik und war damit wegweisend für alle folgenden Vita-Innovationen. 1965 begann die Erfolgsgeschichte der Kunststoffzähne. In den folgenden Jahren wurden sowohl die Materialien als auch die Vita Farben verbessert, so dass diese, wie es Vertriebsleiter Lothar Heinz, der von 1977 bis 2000 bei Vita tätig war, auf den Punkt brachte: „Wer an Zahnfarben denkt, denkt in der Regel in Vita Farben.“
Seit 2003 ist neben analogen Farbskalen ein digitales Farbmessgerät entwickelt worden, das kontinuierlich weiter verbessert und mit neuen Funktionen ausgestattet wurde, so dass eine fehlerfreie Farbkommunikation zwischen Patient, Praxis und Labor möglich ist.
Neben den künstlichen Zähnen ist die Vita Zahnfabrik auch führend in Keramiken und Kunststoffmassen, mit denen Metalllegierungen mit Keramik beschichtet werden können, die 1962 unter der Bezeichnung Vita Metallkeramik (VMK) weltweit bekannt wurden. Seit 1987 werden Vita-Blocks für die restaurative Computerzahnmedizin hergestellt. Als neueste Entwicklung entstand eine Hybridkeramik, die aus Kunststoff und Keramik besteht. ..."
VMK , Abk. v. Vita-Metall-Keramik; Metallkeramik Vogelgesicht , engl.: bird-like face (deformation); besonders stark ausgeprägte Unterentwicklung (Hypoplasie) des Untergesichtes (einseitig oder doppelseitig auftreten; "Negativkinn") und meist zusätzlicher Überentwicklung des Mittelgesichts verbunden mit einer prominenten Nase, sodass im Profil Ähnlichkeiten mit einem Vogelschnabel erkennbar werden.
Neben einer angeborenen Fehlstellung (Robin-Syndrom) u. genetischer Prädisposition kommen besonders Wachstumsstörungen im frühen Kindesalter (Frakturen der
Kiefergelenkfortsätze mit daraus resultierender Ankylose,
Osteomyelotitiden) in Betracht.
Ästhetiklinie,
Mikrogenie,
Ein Vogelgesicht durch Kiefergelenkschwund (zm, 2017)
vollständige Bezahnung, engl.: with full dentition; vollständig bezahntes Gebiss mit 20 Zähnen im Milchgebiss und 32 im bleibenden Gebiss; wobei im letzteren auch eine Bezahnung mit nur 28 Zähnen (Weisheitszähne werden nicht mitgezählt) als "vollbezahnt" gelten kann.
Gebissreduktion,
vollständig aus Metall bestehende Kronenart, engl.: cast crown; Herstellung in einem zahntechnischen Labor im Gussverfahren (goldhaltige Legierung, NEM-Legierung). Eine der dauerhaftesten und risikoärmsten Kronenarten. Aus kosmetischen Gründen Verwendung in den meisten Industrieländern nur noch im nicht-sichtbaren Bereich der
Molaren (Backenzähne). Krone
Video (Breitbandverbindung empfohlen):
volljustierbar , "voll-einstellbar", engl.: fully adjustable; Artikulator
"Ganzkeramik",
Schlagwortbezeichnung für: ausschließlich aus Keramik bestehend, besser:
vollkeramische Restauration, engl.: complete o. full ceramics. Vollkeramische Kronen und Brücken erfreuen sich wegen der ausgezeichneten Ästhetik und Körperfreundlichkeit zusehends großer Beliebtheit. Dentalkeramiken verfügen über eine begrenzte elastische Verformbarkeit, deren Elastizitätsmodul zwischen 50 GPa (Silikatkeramik) und 300 GPa (Aluminiumoxid) angesiedelt ist. Industriell hergestellte Keramikkörper, die auf CAD/CAM-Anlagen zu Restaurationen ausgeschliffen werden, haben aufgrund der homogeneren Kristallstruktur eine höhere
Dauerbiegefestigkeit als die entsprechenden Sinterkeramiken, die im Labor verarbeitet werden. Zusätzliche Festigkeit erhalten vollkeramische Restaurationen durch den Einsatz der Adhäsivtechnik bei der Eingliederung (ausführlich unter: Vollkeramik - eine Standortbestimmung (2005)) .
Aus Gründen der Materialqualität werden deshalb zunehmend industriell vorgefertigte Keramiken im
CAD/CAM-Verfahren eingesetzt. Eines der ersten verbreiteten Systeme waren Cerec und das Anfang der 90er eingeführte Celay-System. Die Anwendung von V. erstreckt sich hauptsächlich auf
Kronen, Veneers und Onlays. Brückenkonstruktion werden zwar immer wieder von Seiten der Hersteller propagiert, jedoch fehlt hier noch jegliche positive Langzeiterfahrung (über 5 Jahre und mehr, Stand 2006). Hauptschwachpunkt ist nach bisherigen Kenntnissen der Übergangsbereich zwischen
Brückenpfeiler und Brückenzwischenglied, wo es spannungsbedingt zu Brüchen und Abplatzungen kommt.
Hohe Beißkraft beziehungsweise Bruxismus ist dabei einer der wichtigen Gründe für das Versagen vollkeramischer Rekonstruktionen (Abplatzungen von Schichtkeramik oder Fraktur von Kronen und Brücken).
CEREC,Cercon, Chipping, Frontzahnchips, Keramik,
Metallkeramik, Veneer
Kurzvorstellung der Vollkeramiksysteme durch Anklicken dieses Textes
Video Vollkeramik
© der Grafik: Vita
Gegenüberstellung einer konventionellen Brücke (oben) und einer aus V.
© der Grafik: Dr. Edelhoff/AG Keramik
Durchlichtaufnahme von Voll-Keramikkronen vs.
Vollkeramikkrone , Jacketkrone
Vollnarkose , Narkose
Totalprothese, "Totale", "Gebiss",
engl.: full denture, full set, complete replacements for teeth; Ersatz aller natürlichen Zähne durch einen herausnehmbaren
Der saugende Halt von V. ( Prothesenhalt) wird im Wesentlichen durch zwei Faktoren bestimmt:
die Adhäsion des
Speichels an der Prothesenbasis und am Prothesenlager und
die Kohäsion des Speichels im Kapillarspalt zwischen der Basis und der den Kiefer bedeckenden Schleimhaut
Zahnlose Patienten verbinden mit ihrer Versorgung durch eine V. recht hohe Erwartungen. Müheloses Kauen und Sprechen sowie gutes Aussehen stehen dabei auf der Wunschliste ganz oben. Im Gegensatz zu anderen Zahnersatzarten ist eine V. besonders für motorisch eingeschränkte Patienten und deren Hilfspersonal (z.B. in Heimen) leicht zu pflegen sowie ein- und auszugliedern.
Die Totalprothetik gehört zu den schwierigsten Fachbereichen der
Prothetik und sie wird zunehmend schwieriger und anspruchsvoller. Denn die
Zahnlosigkeit verschiebt sich immer mehr in eine höhere Altersgruppe, wo mit einer geringeren Adaptation der Patienten gerechnet werden muss. Gleichzeitig nimmt die Erfahrung der Zahnärzte in der Versorgung des zahnlosen Patienten durch die Verminderung der Zahl an notwendigen V. ab.
Untersucht worden ist, dass 11 % der Totalprothesenträger
Haftcremes verwenden und 5 % ihren Ersatz beim Essen herausnehmen.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass V. oftmals länger getragen werden, als dies medizinisch vertretbar wäre: Besonders die
Abschlussrand,
Adhäsionsprothese,
All-Oral-Verfahren,
Alveolarkammatrophie,
A-Linie, Alveolarkammplastik, Bissnahme,
Camper-Ebene, Cheilion (Mundwinkelpunkt), Christensensche Phänomen, Coverdenture,
Eckzahnlinie,
Foveola palatina (Gaumengrübchen),
Frontzahnlinie (Lachlinie),
Funktionszähne,
Greisenkiefer,
Halteelement,
Inaktivitätsatrophie,
Interalveolärlinie,
Kauabdruck,
Kaukraft,
Kompensationskurve, Kompressionsabdruck,
Körperbautypen,
Kunstzahn,
Ludwigs Prothese,
Mittellinie, Muco-Seal® Abformung,
Nasenbasislinie,
Okklusionsebene, Okklusionskonzepte,
Papillameter,
präprothetische Chirurgie, Proglissement, Prothese,
Prothesenlager,
Prothesenstomatitis,
Ruheposition,
schleimhautgelagert,
Schlotterkamm,
Schluckabdruck,
senkbare Prothese,
Spee-Kurve,
Sprechabstand,
Stereognosie,
Sublingualrolle,
Tripodisierung,
Unterzungenflügel,
Vibrationszone, Wachsaufstellung,
Zahnaufstellung,
Zahnbreite,
Zahnform,
ZahnProthetiker,
VMI, Zahnsteinindex, engl.: Volpe Manhold calculus index; eingesetzt zur Bewertung von supragingivalem Zahnstein an den Innenseiten der unteren Frontzähne (6 Zähne werden an 3 lingualen Stellen untersucht).
Volumentomographie, DVT
Vorabformung, engl.: precast; Bezeichnung für einen einfachen
Kieferabdruck, auf dessen Grundlage ein spezieller Abdrucklöffel (z.B.
Funktionslöffel,
individueller Löffel) in einem zahntechnischen Labor gearbeitet wird.
Ebenfalls als Bezeichnung für den ersten Abdruck mit einer steifen Abdruckmasse bei einem Korrekturabdruck
engl.: preparative treatment; im Sinne von vorbereitenden Maßnahmen zur Einleitung der eigentlichen Behandlung. Dazu zählt z.B. in der
Parodontologie die
Initialbehandlung, da so erst nach Abklingen der akuten Beschwerden eine regelrechte Befunderhebung und Behandlungsplanung möglich ist.
engl.: "make-ready time", preparation time; Begriff aus dem
Vertragszahnarztrecht: Zwischen
Approbation und
selbstständiger Versorgung
gesetzlich versicherter Patienten muss eine mindestens zweijährige V. liegen, welche in einer Vertragspraxis abgeleistet werden sollte. Tätigkeiten in anderen Einrichtungen (Kliniken, Bundeswehr, Ausland usw.) werden nur z.T. anerkannt; eine mindestens 3-monatige V. in einer Vertragspraxis ist auch in diesen Fällen immer erforderlich; Ausnahme: Personen mit einer EG-Approbation, welche nach geltendem Recht (2011) keine V. benötigen.
Während der V. haftet der Praxisinhaber für Behandlungsfehler des Assistenten. Bei vorsätzlichem oder fahrlässigem Verhalten ist ein Rückgriff auf diesen möglich.
Budget, Degression,
Stellenportal für den gesamten Dental-Markt Vorbiss , Progenie
maxilläre Prognathie, engl.: protrusive face; Begriffe stammt aus der
Profilanalyse nach A. M. Schwarz; Profilform, bei welchem die Subnasale vor einer gedachten Senkrechten durch das Nasion liegt. Liegt die Subnasale hinter dieser Linie, so bezeichnet man dies als Rückgesicht (retrusive lower face).
Harmonielinie, Kieferprofilfeld, Prognathie
Vorhakensonde ; historisch gebräuchliche, 3-fach gebogene, spitze Sonde für den
Approximalraum als
Kariesdiagnostikum.
Frühkontakt, Hyperkontakt, engl: premature contact; vorzeitiger Kontakt eines Zahnes oder einer Zahngruppe beim Zusammenbiss oder bei Unterkieferbewegungen aus der Okklusion heraus, mit meist erheblichen schädigenden Auswirkungen auf den Zahnhalteapparat. Unterscheidung in:
Vorkontakte in der Interkuspidation (regelrechter Zusammenbiss)
treten von Natur aus selten auf, sondern erfolgen meist durch zu hohe Wiederherstellungsmaßnahmen an einzelnen Zähnen und sind somit i.d.R. iatrogen bedingt; Korrektur der
Restauration erforderlich
Vorkontakte bei der Seitwärtsbewegung (Laterotrusion)
werden häufig bei einzelnen Zahnlockerungen beobachtet. Sie werden nach Möglichkeit am nicht-tragenden Höcker entfernt
Vorkontakte bei der Seitwärtsbewegung (Mediotrusion)
Vorkontakte auf der Balanceseite bewirken meist ein Auseinanderklaffen (Disklusion) auf der
Arbeitsseite (sog. Hyperbalancekontakt) und sollten beseitigt werden. Vorkontakte bei der Vorschubbewegung (Protrusion)
Bei normalen Bissverhältnissen mit frontalem Überbiss treten diese Kontakte im Seitenzahnbereich nur selten auf und sind i.d.R. iatrogen bedingt; Korrektur der Restauration erforderlich
Einschleifen (von Zähnen),
Okklusion, Okklusionsstörung, Überbelastung
Vorsorgeuntersuchungen für Schwangere und Kinder ; FU-Positionen
engl.: key, matrix; Schlagwortbez. für einen aus Kunststoff (meist einer Knet-Silikonmasse; früher Gips) über die Außenfläche von Zahngruppen gewonnenen Abdruck. Diese Negativform kann unterschiedliche Verwendung bei der Anfertigung/Reparatur von Zahnersatz finden.
http://www.zahnlabor.de/artikel-615.htm Voxel
u.a. in der Computertomographie verwendeter zusammengesetzter Begriff (aus volumetric und pixel) für ein dreidimensionales Pixel. Das dreidimensional erzeugte Bild (der dreidimensionale Datensatz) besteht demnach aus Voxeldaten.
VSC , Abk. von volatile sulfur compounds, messbare (Mund-)Geruchsstoffe; Halimeter, Halitosis
engl.: Abk. von Visualized Treatment Objective = sichtbar gemachtes Behandlungsziel. Mit dieser Technik werden dem Patienten zu erwartende Änderungen bei einer kieferorthopädischen Behandlung veranschaulicht. Die Voraussage wird an einem seitlichen Fernröntgenbild unter Durchzeichnung der anatomischen Strukturen mit Berücksichtigung der Therapie- und Wachstumsfaktoren dargestellt.
Die Wachstums- und somit Behandlungsvorhersage beruhen auf den Erkenntnissen von Ricketts und sind ein wichtiger Faktor der kieferorthopädischen Behandlungsplanung bei der sog. Bioprogressiven Therapie nach Ricketts.
auch V-Y-Plastik, engl.: VY-flap, VY-plasty; chirurgische Verschiebeplastik, in der ZHK z.B. bei der
Lippenbändchenexzision angewandt: ein Defekt wird durch einen V-förmigen Schleimhaut-Nahlappen von seinem Rande her gedeckt. Der Hautanteil des Lappens wird allseits umschnitten und bezieht seine Blutversorgung über einen subkutanen Lappenstiel. Einen solchen allseits umschnittenen Lappen nennt man "Insellappen". Nach Verschieben des V-förmigen Lappens in den Defekt kann auch die Entnahmestelle primär verschlossen werden, wobei ein Y entsteht.
Lappenoperation, Z-Plastik
http://e-learning.studmed.unibe.ch/; http://miami.uni-muenster.de/

References: § 140
 § 91
 § 92
 § 137
 § 137

§ 20
 § 20
 § 18