Source: https://www.juergenkeitel.info/home/weitere-webseiten/windw%C3%A4rts/
Timestamp: 2019-05-26 07:03:59+00:00

Document:
Timesharing, Zweitwohnungsteuer, WEG-Recht, Buchhaltung - "Windwärts"
Vom Winde verweht? - 2014-01-04
Keine Auszahlung der Zinsen bei „Windwärts“ - 2014-01-25
„Kapitaldecke“ bei Windwärts „offenbar gefährlich dünn“? - 2014-01-28
„Windwärts“ meldete Insolvenz an - 2014-02-11
„Ein seriöses Geschäftsmodell“? - 2014-02-12
1.600 Genussrechteinhaber bei Windwärts - 2014-02-14
Windwärts-Mitteilung mit wenig Substanz - 2014-02-18
Windwärts verkaufte Biogasanlage - 2014-03-09
Neuer kaufmännischer Leiter der „deanBV GmbH“ war bei der Windwärts Energie GmbH als Geschäftsführer tätig - 2014-03-15
Wurde mit offenen Karten gespielt? - 2014-03-15
Welches Spiel wird hier eigentlich gespielt? - 2014-03-28
Windwärts - Stand des Insolvenzverfahrens - 2014-04-21
Anlegerwerbung mit geschönten Zahlen? - 2014-05-04
Strafanzeige wegen Betrug und Bilanzfälschung - 2014-05-04
Dem Insolvenzverwalter ist nichts davon bekannt, dass die Gewinnerwartung 2012 intern anders ermittelt wurde - 2014-05-04
Geschäftsleitung noch zu halten? - 2014-05-04
Windwärts - Insolvenzverfahren wurde am 01. Mai 2014 eröffnet - 2014-05-06
"Anleger könnten komplett leer ausgehen" - 2014-05-07
Strafanzeige gegen „Windwärts“ - 2014-05-08
Mickrige Mitteilung zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens - 2014-05-09
„Der wahre Fall Windwärts“? - 2014-05-10
Geschäftsführer Lothar Schulze bleibt in dieser Funktion im Unternehmen - 2014-05-10
Sind Forderungen von Genussrechtsinhabern nachrangige Forderungen? - 2014-05-13
Mitteilung des Insolvenzgerichts zur Verfahrenseröffnung - 2014-05-13
Genussrechtsinhaber ohne Stimmrecht - 2014-05-17
Forderungsanmeldung für Genußrechte - 2014-03-03
Baubeginn für Windpark Coppenbrügge - 2014-06-22
Die Genußrechtsgläubiger werden ausgebootet? - 2014-06-24
Ortsänderung für den Berichts- und Prüfungstermin - 2014-07-20
Propagandaschrift aus dem Hause „Windwärts“ - 2014-07-23
Investorensuche nach dem Prinzip Hoffnung - 2014-07-26
Gläubigerversammlung (Berichts- und Prüfungstermin) der „Windwärts Energie GmbH“ - 2014-08-10
Insolvenzverfahren wird mindestens bis 2017 dauern - 2014-08-23
Gläubigerversammlung Windwärts - Gedächtnisprotokoll vom 01.08.2014 - 2014-09-11
Windwärts wird von der MVV Energie AG in Mannheim übernommen - 2014-09-29
Investorensuche ist beendet - „…und auch die Gläubiger dürften zufrieden sein…“ - 2014-09-30
„Die Genussrechteinhaber werden Teile ihres Geldes zurückerhalten - 2014-10-01
„Windwärts“ - Newsletter - Oktober 2014 - 2014-11-01
Beschluss zur Zulassung der Gläubiger mit nachrangigen Forderungen - 2014-11-05
MVV Energie übernahm mit der Hannoveraner Windwärts Energie auch deren französische Tochter - 2014-12-21
Manche merken wohl wirklich nichts? - 2014-12-23
Geringeres Windaufkommen reduzieren auch Umsatz und Ergebnis - 2015-02-17
„Langjährige Erfahrung und konstant hohe Qualität seiner Betriebsführung…“ - 2015-02-28
Informationslos - 2015-05-02
Geschichten die das Leben schreibt - 2015-05-16
„Windwärts“ bringt Windpark mit sieben Windenergieanlagen ans Netz - 2015-05-30
MVV muss bei Juwi nachschießen - 2015-08-16
Auszug aus der Insolvenztabelle - 2015-09-08 11
Offensichtlich keine Fortschritte im Insolvenzverfahren? - 2015-11-16
Windpark Siegfriedseiche - 2015-11-28
Mitteilung vom Insolvenzgericht - 2015-12-18
Grüne Trümmerlandschaft - 2014-01-28
Grünes Beschäftigungswunder - 2014-02-01
Vorsicht bei Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien - 2014-02-23
Windkraft - nur Subventionsprofiteure mit kaum Managementstrategie? - 2014-04-06
Meist folgt die „blanke Ernüchterung“ - 2014-05-02
„Zukunftstechnologie wird zur Pleitebranche“ - 2014-05-07
Prokon warnt vor Kapitalabzug - 2014-01-15
Prokon Anlegerinformation - 2014-01-16
Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Windpark-Entwickler - 2014-01-17
“stern.de”: “Prokon droht Anlegern mit Insolvenz“ - 2014-01-17
„Prokons Milliardenfrage“ - 2014-01-18
Antrag auf einstweilige Verfügung gegen Prokon abgewiesen - 2014-01-25
Wege aus der Genussschein-Falle - 2014-01-25
Prokon stellte Insolvenzantrag - 2014-01-26
Mögliche Vorgehensweisen nach dem Insolvenzantrag von Prokon - 2014-01-27
Welche Möglichkeiten hat der Anleger? - 2014-02-06
Jetzt wird verschachert - 2014-01-29
Erste Interessenten für Prokons Windparks - 2014-01-31
Auch Prokon will restrukturieren - 2014-02-01
Zukunft auch für Prokon Windparks möglich - 2014-03-31
Angebliche Genossenschaftsgründung durch Prokon - 2014-04-02
Freistellung des Geschäftsführers und des Vertriebsleiters bei Prokon - 2014-04-05
„Böses Ende eines grünen Märchens“ - 2014-05-05
Prokon-Anleger werden bis zu 70 Prozent ihres Geldes verlieren - 2014-05-06
Prokon - Allgemeine Informationen zum Insolvenzverfahren - 2014-05-08
Ausgeschlossene Gläubiger praktisch rechtlos - 2014-07-25
Schlammschlacht - 2014-07-26
Prokon – Rundbrief 53 – Informationen für Genussrechtsinhaber - 2014-10-03
Insolvenzplan für zwei Alternativen in Vorbereitung - 2014-11-11
Letztendlich wohl ohne Konsequenzen für den Verursacher - 2014-11-23
Kapitalverlust für Prokon-Anleger - 2014-12-03
Prokon soll Genossenschaft werden? - 2014-12-22
Mein Bedarf an unternehmerischen Beteiligungen ist gedeckt - 2015-02-25
Prokon: Abenteuer Genossenschaft - 2015-05-08
Prokon – Höhe der Insolvenzquote unterliegt noch zahlreichen Risiken - 2015-05-30
Genossenschaftsmodell – „Prokon“ - 2015-06-02
Prokon-Verfahrenskosten in Höhe von 26 Millionen Euro - 2015-06-29
Die Regierung möchte Verbraucher besser vor riskanten Geldanlagen schützen - 2014-02-15
Risiko bei grau-grünen Anlagen kann beträchtlich sein - 2014-02-16
Unabhängiger Journalismus? - 2014-03-02
Schutzschirmverfahren - 2014-08-12
Ein Unternehmen auf Schnäppchensuche - 2014-10-22
Strengere Regeln am grauen Kapitalmarkt - 2014-11-16
Insolvenz als Geschäftsmodell? - 2014-11-22
Umsätze und Ergebnisse sinken - 2014-12-16
Kleinanlegerschutz überfordert die Politik - 2015-03-07
Wohl kein Windpark zwischen Sibbesse und Eberholzen - 2015-03-09
Flugsicherungseinrichtungen und Winenergieanlagen - 2016-04-14
„Windwärts-Insolvenz“ und wohl kein Ende in Aussicht? - 2018-06-01
„Weihnachten warm und vom Winde verweht“ war auf der Internetseite der „Windwärts Energie GmbH“, Hannover vor einigen Tagen zu lesen. Derzeit bläst wohl eher der Sturm in Richtung „Windwärts“ und treibt nicht nur deren Windenergieanlagen an? Als Zeichner eines Genussrechts stellen sich da für mich und dies nur aus eigener Sicht, doch einige Fragen:
Das Unternehmen verordnet sich eine „Strategische Neuausrichtung“. Jetzt auf einmal ist die Konzentration auf das Kerngeschäft angesagt. Diese Ansage kommt immer dann wenn etwas nicht so ganz wie geplant lief. Warum meinte man aber als kleines mittelständiges Unternehmen (ca. 31 Mio. Euro Bilanzsumme) auf zahlreichen „Hochzeiten“ tanzen zu müssen?
„Beendigung Geschäftsfeld Photovoltaik, Einstellung des Geschäftsfeldes Biogas, Beendigung der Aktivitäten in Italien und Griechenland.“ Was wollte ein Unternehmen mit einer Bilanzsumme von ca. 31 Mio. EUR noch alles in Angriff nehmen? Learning by Doing?
„Sofortige Anpassung der Unternehmens- und Personalstruktur als Folge der strategischen Neuausrichtung.“
Der Anspruch war wohl größer als die Tat? Was bleibt dann noch von den bisherigen Aktivitäten, was versprach man sich überhaupt davon, wenn jetzt diese Bereiche aufgegeben werden? Ist man als ein Unternehmen welches sein Eigenkapital überwiegend aus der Zeichnung von Genussrechten rekrutiert sorgsam genug mit den anvertrauten Geldern umgegangen? Aufgabe von Geschäftsfeldern bedeutet immer Kapitalverlust, denn es wurde erst einmal investiert und oft bleibt selbst bei Findung eines Nachfolgers oder Käufers doch ein beträchtlicher Verlust beim Unternehmen hängen.
Letztendlich geht hier auch viel Fachwissen mit verloren welches auch in Eigenregie aufgebaut wurde. Es ist auch nicht auszuschließen, dass hierbei auch Personal das Unternehmen verlässt welches man gerne gehalten hätte. Personalabbau kostet aber Geld, egal ob durch Wissensverlust oder Abfindungsangebote usw. Ganz abgesehen davon, dass die Stimmung im Unternehmen wahrscheinlich ohnehin in eine unbefriedigende Richtung tendieren könnte.
Letztendlich hat man wohl viel zu spät dort erkannt, dass Gegenmaßnahmen schon längst erforderlich waren. Ein Hinweis des Wirtschaftsprüfers stand nicht erst im Jahr 2012 unter dem Bestätigungsvermerk. Die internen Hinweise des Wirtschaftsprüfers werden wohl etwas bestimmter ausgefallen sein als der zarte Hinweis unter dem Bestätigungsvermerk im „Windwärts Genussrechte Jahresabschluss 2012“: „Ohne diese Beurteilung einzuschränken…“, aber der Wirtschaftsprüfer weiß wer ihn bezahlt und der Leser eines Geschäftsberichts wie zarte Hinweise eines Wirtschaftsprüfers zu werten sind.
Wofür steht oder stand nun „Windwärts“? Laut Internetseite des Unternehmens:
„Dafür steht Windwärts: Professionelle und seriöse Beurteilung der Umsetzbarkeit von Projekten, umfassendes Fachwissen in allen Planungs- und Realisierungsphasen von Windenergieprojekten sowie 20 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Behörden, Banken, Investoren und anderen Institutionen. Eine ganzheitliche Betrachtung, eine transparente Kommunikation und ein partnerschaftliches Miteinander sind dabei entscheidende Grundlagen für den Erfolg.“
Das Genussrechte dem Zeichner kaum Sicherheiten und Informationsmöglichkeiten bieten ist dem Besitzer dieser Rechte in der Regel bekannt, es ist eben ein unternehmerisches Risiko. So steht schon auf der Internetseite der „Windwärts Energie GmbH“ auszugsweise:
Allgemeine Merkmale - „Durch den Kauf von Genussrechten stellt ein Anleger einem Unternehmen frei verwendbares Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug erhält er Vermögensrechte, das heißt, er wird am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Im Unterschied zu geschlossenen Fonds sind Genussrechtsinhaber keine Miteigentümer der Gesellschaft, es stehen ihnen also keine Stimm- oder Kontrollrechte zu. Der Genussrechtsinhaber kann somit keinen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen.“
http://www.windwaerts.de/de/infothek/kapitalanlagen/genussrechte.html
Einige weitere Links zu Informationen über Genussrechte:
https://de.wikipedia.org/wiki/Genussrecht
http://www.genussrecht.de/genussrecht-lexikon.php
Man muss also mit dem zufrieden sein was geboten wird? Allerdings ist eine Gesellschaft immer dazu verpflichtet die gegebenen Mittel sachgerecht zu verwenden, die Grenze zur Selbstverwirklichung und Selbstüberschätzung kann da oft fließend sein.
„Windwärts“ kann somit derzeit eine risikoreiche Anlage sein, wenn dann auch auf lange Sicht hin bleiben. Nach meiner Ansicht ist es so, und ein Unternehmen welches in den Sturm gerät dürfte wohl schwierig, schon gar nicht schnell, wieder ruhige Gewässer erreichen, denn bestehende Probleme treten meistens auch erst allmählich auf und schlagen dann voll zu. Die Erfahrung zeigt, dass es vielen Unternehmen nur sehr schwerlich gelingt einmal entstandene Schwierigkeiten nachhaltig zu lösen. Je später aber Maßnahmen ergriffen werden, je umfänglicher und einschneidender müssen diese sein und entsprechend schnell müssen diese greifen.
Auf die Besetzung der Geschäftsführung und der Gesellschafter haben die Genussrechtsinhaber aber keinen Einfluss. Was kann es aber bringen, wenn weiterhin bisherige Kompetenzträger und damit auch die Problemverursacher, weiter Verantwortung tragen?
„Windwärts“ haben die Sünden der Vergangenheit offensichtlich eingeholt und es bringt da auch die Andeutung gar nichts, dass die Neuausrichtung der Energiepolitik durch die politischen Gremien Einfluss auf diese Entwicklung haben muss. Es ist noch gar nicht absehbar wie sich die Politik entscheidet, nur so wie bis jetzt wird es nicht weiter gehen. Kann es auch nicht und niemand durfte dies erwarten. Also konnte diese Entwicklung auf die derzeitigen Ereignisse bei „Windwärts“ noch gar keinen Einfluss gehabt haben, eher nur als vorsorgliche Maßnahme, bei entsprechender Weitsicht, mit bei zu treffenden Entscheidungen Berücksichtigung finden. Der jetzige Stand ist die Folge des bisherigen Geschäftsverlaufs und der damit verbundenen Unternehmensentscheidungen, zukünftige Entwicklungen spiegeln sich erst nach Realisierung im dann anstehenden Geschäftsbericht wider. Wie weitsichtig aber waren die bisherigen Entscheidungen bei „Windwärts“?
Sehen wir uns den letzten vorliegenden „Windwärts Genussrechte Jahresabschluss 2012“ von „Windwärts“ an, der zwar von August 2013 datiert, den Genussrechteinhabern aber erst Anfang November 2013 übersandt wurde. Wenn ein Wirtschaftsprüfer nicht in der Lage ist zeitnah zu testieren und dies von ihm zu verantworten ist, dann sollte eventuell über eine leistungsfähigere Alternative nachgedacht werden? Auffällig ist, dass das Jahresergebnis 2011 noch bei einem Gewinn von 1.783.504,72 EUR lag, 2012 betrug es nur noch 159.011,13 EUR. War dies möglicherweise der Grund für die zeitversetzte Veröffentlichung?
Für 2013 führt das Unternehmen bereits, unter anderem, aus: „Der ausbleibende Projekterfolg führt 2013 zu einem Jahresfehlbetrag im operativen Geschäft.“
„Darüber hinaus sind Wertberichtigungen auf unsere Auslandsaktivitäten außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erforderlich.“
Zu einer, in einem nach Weihnachten 2013 versandten Mitteilungsexposee, selbst gestellten Frage:
„Werden die Zinsen Ende Januar 2014 gezahlt?“, führt „Windwärts“ unter anderem aus: „Das Geschäftsjahr 2013 muss erst abgeschlossen sein. Wenn dies der Fall ist, werden wir Sie voraussichtlich bis Mitte Januar 2014 informieren“.
Im Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung und unter der Voraussetzung einer funktionierenden Buchhaltung mit entsprechender Planungsrechnungsmöglichkeit dürfte es einem Unternehmen doch wohl eine Woche vor Ende des Geschäftsjahrs möglich sein hier eine halbwegs aussagefähige Darstellung zu geben? Die beteiligten Banken werden diese Aussage doch wohl schon längst angefordert und bekommen haben? Banken lieben keinen „Blindflug“.
Selbst große, an der Börse notierte, Aktiengesellschaften haben spätestens eine Woche nach Ende des Geschäftsjahres einen vollständigen vorläufigen Jahresabschluss vorliegen und fahren während des gesamten Geschäftsjahres keinen „Blindflug“. „Windwärts“ wird doch wohl hier niemanden erzählen wollen, dass man dort im „Blindflug“ tätig ist und war und zumindest nicht wenigstens eine erkennbare Tendenz vorliegen hatte?
Weiter interessant einige Positionen der Passivseite in Zusammenfassung:
Eigenkapital 2011: ca. 22.557 TEUR, 2012: ca. 19.366 TEUR.
Davon Genussrechtskapital: 2011: ca. 14.000 TEUR, 2012: ca. 11.000 TEUR.
Verbindlichkeiten: 2011: ca. 5.384 TEUR, 2012: ca. 9.616 TEUR
Auf der Aktivseite unter anderem interessant, in Zusammenfassung:
Finanzanlagen: 2011: ca. 18.220 TEUR 2012: ca. 21.126 TEUR
Umlaufvermögen: 2011: ca. 3.841 TEUR 2012: ca. 2.809 TEUR
Bundesbankguthaben usw.: 2011: ca. 5.642 TEUR 2012: ca. 2.524 TEUR
Sehen wir uns nun einmal einige Postionen des von „Windwärts“ versandten Fragenkatalogs an:
„Wann kann Windwärts das Genussrecht zurückzahlen? Die Rückzahlung ist auf vorerst unbestimmte Zeit verschoben. Sobald absehbar ist, wann zurückgezahlt werden kann, werden wir sie erneut informieren.“
Es ist somit doch wohl davon auszugehen, dass das Unternehmen flüssige Mittel und Mittelzuflüsse benötigt? Wer wird bei der derzeitigen Unternehmenssituation aber neue Genussscheine zeichnen?
„Durch fehlende Einnahmen und Rückflüsse aus dem Projektgeschäft ist die Liquiditätssituation angespannt und eine pünktliche‚ Rückzahlung der Genussrechte 2006 nicht möglich.“
Benötigte Mittel können dann wohl nur von den beteiligten Banken oder von Investitionsgesellschaften kommen? Diese werden voraussichtlich zunächst die Kapitalgeber und damit die Genussrechtsinhaber zur Kasse bitten? Die Abschreibungen des Unternehmens lagen im Jahr 2012 bei ca. 333 TEUR. Die Genussrechtsinhaber sind zu keinen Nachschüssen verpflichtet. Die Flexibilität eines Unternehmens welches sich zum Großteil mit Genussrechtskapital finanziert kann sich im Krisenfall als schwierig erweisen.
Die Banken mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet sind wohl dem genossenschaftlichen Sektor zuzurechnen? Wie risikofreudig Banken dieses Bereichs sind dürfte allgemein bekannt sein. Nach meiner Ansicht ist „Windwärts“ für Anleger die ein sicheres und risikoarmes Investment bei attraktiven Zinsen suchen derzeit keine Option. Es stellt sich ohnehin zusätzlich die Frage ob die gebotene Verzinsung überhaupt einem einflusslosen unternehmerischem Risiko angemessen war?
Weiter ist schon bemerkenswert, dass ein Unternehmen in diesem hochsubventionierten Bereich überhaupt in eine solche Situation kommen konnte?
„Bonität von Windwärts bei den Banken?“ „Wir sind mit allen Banken mit denen wir im Rahmen der Unternehmens- und Projektfinanzierung zusammenarbeiten im Gespräch und können dort auf unsere langjährigen guten Geschäftsbeziehungen bauen. Die jeweiligen Banken haben ein internes Rating. Ein öffentliches Rating liegt nicht vor.“
Welche tiefschürfende Erkenntnis. Sämtliche Banken sehen also Gesprächsbedarf. Keine gute Ausgangssituation wenn man offensichtlich einbestellt wird? Ein öffentliches Rating liegt nicht vor. Wie soll dann aber ein privater Geldgeber, hier zum Beispiel der Genussrechtszeichner das Anlagerisiko beurteilen? Demnach ist es zumindest derzeit nicht beurteilbar? War diese Entwicklung aus der bisherigen Informationslage erkennbar?
Von anderen Gesellschaften her, die sich in annähernd vergleichbaren Situationen befinden, ist bekannt, dass oft kostenintensive Gutachten zur zukünftigen Unternehmensentwicklung in Auftrag gegeben werden mussten. Diese könnten ein Jahresergebnis erheblich belasten?
„Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist eine Rückzahlung der Genussrecht 2006 daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.“
Wie bereits ausgeführt greift zumindest ein Teil der geplanten Maßnahmen erst in 2015, Wertberichtigungen auf Auslandsaktivitäten sind außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erforderlich. Diese werden dann wohl das Ergebnis 2013 schon verhageln, 2014 folgen dann die weiteren Belastungen. Also dürften, falls anstehend, auch in 2015 Rückzahlungen aus den Genussrechten dahingehend zu prüfen sein ob möglich, ebenso mögliche Zinszahlungen für sämtliche Genussrechtsinhaber?
Ein Plan wann das Unternehmen wieder nachhaltig schwarze Zahlen schreiben wird bzw. eine verbindliche Aussage dazu liegt nach meinem derzeitigen Kenntnisstand nicht vor. Negative Jahresergebnisse bedeuten aber Kapitalverlust.
Die Bedienung der Genussrechte die zur Rückzahlung anstehen ist auf unbestimmte Zeit verschoben. „Sobald absehbar ist, wann zurückgezahlt werden kann, werden wir sie erneut informieren.“
Ein Wechsel auf die Zukunft? Nach der derzeitigen Informationslage alles wohl sehr zweifelhaft? Wie viel Kapital bleibt nach Durchführung der in Aussicht gestellten Maßnahmen überhaupt noch übrig? Wie werthaltig sind die Anlagen, insbesondere unter Berücksichtigung einer möglicherweise erforderlichen Verflüssigung im Krisenfall?
Es mutet daher fast als kabarettistischen Beitrag an, wenn ausgeführt wird, dass weitere Genussrechte nicht betroffen sind, da kurz- und mittelfristig keine weiteren Rückzahlungen anstehen. Solange die Vorjahre nicht bedient wurden werden dann die Folgejahre wohl auch keine Zahlung sehen?
„Der Stand der laufenden Projekte lässt eine positive Ertragsperspektive erwarten.“
Um dies beurteilen zu können, dazu waren dann die gegebenen Informationen doch etwas sehr dünn und vage. „Die Hoffnung stirbt immer zuletzt“.
Prokon warnt vor Kapitalabzug
„Handelsblatt“: „Der Ökoenergiefinanzierer Prokon hat seine Anleger vor einer drohenden Insolvenz gewarnt, falls weiter Kapital abgezogen wird.“
„Ein Insolvenzrechtsexperte warnte Anleger allerdings davor, auf Ansprüche zu verzichten. „Anlegern, die nicht rechtzeitig ihre Rechte sichern, steht in einem Insolvenzverfahren aufgrund des Nachrangs der Genussrechte nicht einmal eine Insolvenzforderung zur Verfügung“, sagte der Berliner Rechtsanwalt … „Wallstreet Online““.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/fonds/nachrichten/drohende-insolvenz-prokon-warnt-investoren-vor-rueckzug/9318598.html
Prokon Anlegerinformation
http://www.prokon.net/downloads/Anlegerinformation_10_01_2014_email.pdf
Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Windpark-Entwickler
„handelsblatt.com“: „Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Windpark-Entwickler auf einen weiteren Beschuldigten vergrößert.“
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/staatsanwaltschaft-ermittlungen-gegen-windreich-ausgeweitet/9327436.html
“stern.de”: “Prokon droht Anlegern mit Insolvenz“
http://www.stern.de/wirtschaft/news/oekostromfinanzierer-prokon-droht-anlegern-mit-insolvenz-2082571.html#utm_source=sternde-newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=wirtschaft-13.01.2014
Sollte es zur Insolvenz kommen, mehr als sehr viel spricht dafür, so dürfte dies dann wohl eine der größten Insolvenzen in diesem Marktsegment werden. Es ist nichts Ungewöhnliches wenn sich Firmen, rechnen wir Firmen die sich größtenteils über Genussrechte finanzieren dazu, aus dem Bereich des „Grauen Marktes“ in die Insolvenz verabschieden. Ausgehend von ca. 1,4 Mio. Euro eingesammeltem Kapital und ca. 75.000 Anlegern legte im Durchschnitt jeder Anleger ca. 19.000 EUR in Genussrechten bei Prokon an. Eine stolze Summe, denn bei diesem Durchschnitt dürften viele darüber liegen und bei vielen davon dürfte damit die Altersversorgung in die Knie gehen.
Inspiriert von der vermeintlich guten Idee und dem Zeitgeist etwas Gutes für Umwelt und Gesellschaft zu tun, für andere der Vorreiter zu sein und der damit verbundenen entsprechenden Propaganda wurde dann wohl doch auf das falsche Pferd gesetzt? Alle die eine geringe Abweichung von diesen Idealen und Vorstellungen der allein selig machenden Umweltfreundlichkeit haben und hatten waren bzw. sind ohnehin verdächtig und durften bedenkenlos dem Gestrigen zugeordnet werden. Aber alles hat seinen Preis, auch das Engagement in einem grün gefärbten Unternehmen birgt seine Risiken und ist kein Selbstläufer.
Nicht nur die Energiewende wurde undurchdacht in Angriff genommen, auch deren Finanzierung und alle unter Anfangsverdacht gestellt die Einwände gegen diese konzeptionslose einseitige Vorgehensweise vorbrachten und Kritik anmeldeten. Trotzdem wurden Milliarden investiert ohne erkennen zu können ob die Problemlösung angestrebt wird bzw. der Zug in die richtige Richtung fährt. Offensichtlich will man hier testen was eine Volkswirtschaft verkraften kann? Es reichte aus, dass in Japan ein Atomkraftwerk Probleme hatte um hier verrückt zu werden. Alles wird und wurde einer Prüfung auf Umweltverträglichkeit unterzogen und es macht gar nichts wenn nur auf den ersten Blick Umweltfreundlichkeit festgestellt wird. Der meiste Dreck versickert ohnehin im Boden oder im Grundwasser und saniert wird dann zum gegebenen Zeitpunkt mit neuen Subventionsmodellen.
Die Politik war auch hier nicht in der Lage nur ein bisschen Ordnung in diese Vorgänge zu bringen, auch nicht zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit für Einlagen auf diesem Gebiet zu schaffen sondern folgte vermeintlichen populistischen Zwangsläufigkeiten. Die Bankkunden erhielten Sicherheitsgarantien, beim Lieblingskind der Politik, der Energiewende, ließ man dem Markt freien Lauf was die Privatinvestitionen betraf und überließ die Regelung der Anlagemöglichkeiten der vorhandenen Gesetzeslage. Freies Spiel der Kräfte und Gestaltungsmöglichkeiten, eine durchaus richtige Vorgehensweise, allerdings ließ man dies nur für den einen Marktteil zu und damit begann das Elend, denn hier waren nun vielfach die Subventionsabgreifer am Werk denen es eigentlich fast egal ist wofür es Subventionen gibt. Sie finden fast immer einen Weg diese zu nutzen, heute diese, morgen jene. Diese sollten nun das Problem der Energiewende lösen.
Jetzt wo das Kind im Brunnen liegt fällt den Politikern auch nur ein nach weiteren Gesetzen und Reglementierungen für den so genannten „Grauen Markt“ zu rufen. Woher soll Risikokapital denn kommen? Die Banken stellen dafür doch wohl kaum Mittel zur Verfügung? Bestehende gesetzliche Regeln sind auch ausreichend und bedürfen hier keiner Änderung, die Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig. Schließlich wurde niemand gezwungen zu investieren und es gibt ausreichend Alternativen am Finanzmarkt.
Ursachenforschung wird aber auch jetzt nicht betrieben und unternehmerische Fehlentscheidungen sind das Risiko welches jeder Anleger bei entsprechenden, eigentlich allen, Anlageformen und Investitionsmöglichkeiten trägt. Vorgehensweise wie gehabt und bekannt, teilweise wider besseres Wissen, Ruf nach gesetzlichen Änderungen, Einschaltung der Staatsanwaltschaft und den Betroffenen bescheinigen, dass sie sich ohnehin zu dämlich anstellten, denn man habe es schon von vornherein gewusst, dass es schief gehen muss. Vorsorgliche Bedenkenanmeldung, ansonsten Übergang zur Tagesordnung und Fatalismus. Schlaue Sprüche von irgendwelchen Seiten sind aber genau das was der betroffene Anleger nun ganz bestimmt nicht benötigt, schon gar nicht von den Unbeteiligten.
Gelegenheiten für die Politik etwas zu machen, eher zu verändern, waren schon immer möglich und gegeben, wenn man gewollt hätte. Ebenso wie ein vernünftiges Konzept auf den Weg zu bringen und nicht nur gießkannenartig und auf Zuruf der entsprechenden Interessenverbände und grünen Utopisten Subventionen zu verteilen, die letztendlich nicht die Politik und das Steueraufkommen belasteten sondern hauptsächliche den Stromkunden und die Wirtschaft. Hier ging man sehr geschickt vor, ansonsten konzeptionslos, denn diese Kreativität hätte man sich bei der Lösung der wirklich anstehenden Probleme gewünscht. Investoren anregen um im Blindflug in die Energiewende zu investieren, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, egal ob Inbetriebnahme einer Biogasanlage oder der Einschaltung eines neuen Windrades vor Ort, Präsens zeigen und schlaue Reden halten. Aktionismus und Populismus sind bei der Energiewende angesagt, da kommt kein Fachwissen gegen an und die wirklichen Problemstellungen bleiben auf der Strecke.
Nicht nur der Stromkunde bezahlt die Energiewende, auch der Investor und die Wirtschaft. Ab wann ist diese aber nicht mehr bezahlbar?
Jetzt geht es nun wohl schief, zumindest im Bereich der erneuerbaren Energien, nach dem Modell „Genussrechte“ wird niemand mehr bei derartigen Unternehmen einsteigen. Mir persönlich wird kein nicht gebautes Windrad fehlen. Teile der Branche sind ohnehin schon in Schieflage, diese sich derzeit abzeichnende Entwicklung wird nicht dazu führen, dass Erfolgsmodelle im großen Rahmen erkennbar werden bzw. verbleiben. Trotz immenser Subventionen bereinigt der Markt jetzt die Auswüchse beim Modell Energiewende, hier die erneuerbaren Energien. Vielleicht geht die gesamte Entwicklung in eine ruhigere und unaufgeregtere Richtung, wenn sich jemand findet der sie noch rettet und ideologische Glaubenskriege vermieden werden. Sonst ist auch die Energiewende ein Insolvenzfall, denn die Zeit des „Learning by Doing“ ist längst vorbei.
Es steht ohnehin zu befürchten, dass noch viel mehr Firmen in diesem Bereich Probleme haben und auf der Strecke bleiben werden, denn die Sünden der Vergangenheit werden auch diese einholen. Vielleicht nicht sofort, aber wo ein gesunder Aufbau fehlt stürzt irgendwann das gesamte Gebilde ein und die Subventionsabgreifung als Firmengrundlage hat noch nie ewig gehalten. Es besteht dort einfach kein Grund nach dem ökonomischen Prinzip vorzugehen.
Rettungsprogramme jetzt für die maroden Firmen die schon Milliarden an Subventionen mit mäßigem Erfolg verarbeiteten und bei denen Lobgesänge früher schon angestimmt wurden nur weil sie mit jenseits jeglicher bisher allgemeingültiger Konzepte tätig wurden? Den durchschlagenden Erfolg, bzw. dessen Nachweis, sind schon viele schuldig geblieben. Es hat zumindest nicht bei allen als alleiniges Geschäftsmodell ausgereicht? Bei etlichen weiteren Unternehmen wird wohl noch nicht „aller Tage Abend sein“.
Die jetzt publizierten Unternehmen könnten nur die Spitze des Eisbergs sein? Etliche werden vermutlich dann zwangsläufig folgen, der Dominoeffekt nicht ausbleiben, denn Auswirkungen wird es für die gesamte Branche geben. Bisher hält sich die Presse ohnehin in vielen Bereichen offensichtlich zurück, denn die von der Presse und anderen Medien publizierte heile Energiewelt soll in Ordnung bleiben. Investitionsinteressenten für den Bereich Energiewende sollten sich daher mehr als den gut aufgemachten farbigen Flyer und den bunten Verkaufsprospekt ansehen, eher wohl das Geld anderswo parken und erst einmal die Entwicklung abwarten, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt kaum interessante Alternativen in Aussicht sind.
Etliches bei dieser Entwicklung erinnert mich an das Börsensegment der Deutschen Börse „Neuer Markt“ der 1997 im Zuge der Euphorie um die New Economy gegründet wurde. Zunächst schossen die Kurse in ungeahnte Höhen und es gingen Firmen an die Börse die kaum jemand kannte, deren Größe teilweise nur wohlwollend als mittelständisch bezeichnet werden konnte und deren Geschäftsprinzip vielfach auch nur auf dem Prinzip Hoffnung beruhte. Dieses Börsensegment bot auch etlichen Firmeninhabern eine gute Möglichkeit einfach nur Kasse zu machen. Jede Entwicklung hat ihre Profiteure. Die Übertreibungen schlugen dann ins Gegenteil um und es wurden nur noch Restposten gehandelt. Der Markt regelte auch hier die Übertreibungen und fegte dann viele dieser Unternehmen hinweg. Anleger verloren erhebliche Beträge. 2003 wurde dieses Börsensegment geschlossen. Das Spiel war vorbei. Übrig blieb aus diesem Segment ca. eine Handvoll mittelständischer Aktiengesellschaften von denen etliche jetzt nach Jahren immer noch nach ihrer Existenzberechtigung suchen.
„Prokons Milliardenfrage“
„stern.de“: „Was Prokon-Anleger jetzt wissen müssen“
„faz.net“: „Der dramatische Appell des Windkraftunternehmens Prokon an seine Anleger zeigt Wirkung. Doch per saldo wird das Prokon nicht retten…“
Antrag auf einstweilige Verfügung gegen Prokon abgewiesen
„T-online.de“: „Das Landgericht Itzehoe wies am Mittwoch den Antrag der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ab.“
„Es handele sich vielmehr um eine zulässige Maßnahme, um den Anlegern "mit deutlichen Worten vor Augen zu führen, dass das plötzliche Abziehen von Genussrechtskapital in größerem Umfang drastische, ja existenzbedrohende Folgen für die Gesellschaft haben kann, an der alle Genussrechtsinhaber beteiligt sind".“
http://www.t-online.de/wirtschaft/unternehmen/id_67531092/prokon-verbraucherschuetzer-scheitern-vor-gericht-mit-antrag-.html
Keine Auszahlung der Zinsen bei „Windwärts“
Es ist jedes Mal das gleich Szenario. Das Kind liegt im Brunnen und sofort folgen die üblichen Absichtserklärungen alles zu ändern. Prokon ist zurzeit der spektakuläre Fall. Eigentlich können die übrigen ähnlich gelagerten Fälle, wie zum Beispiel „Windwärts“, sich da doch glücklich zurücklehnen. Sie sind der Presse keine Zeile wert, selbst die örtliche Presse hält sich zurück, obwohl es eigentlich gar keine alleinige Krise Prokon gibt sondern eher branchenspezifisch und unternehmensspezifisch und damit übergreifend. In ähnlicher Form haben alle diese Unternehmen die gleichen Fehler begangen. Es reicht eben nicht eine vermeintlich zündende Idee zu haben und studentischen Glücksgefühlen und Selbstverwirklichungsgedanken zu folgen, denn das tägliche Geschäft und die Markterfordernisse regeln den Erfolg und holen viele Vorstellungen ein. Wirtschaftlicher Erfolg lebt nicht von Idealen und Phantasien sondern von deren wirtschaftlicher Umsetzung unter Beachtung ökonomischer Prinzipien und nach möglichen Anfangserfolgen beginnt der Alltag.
Somit kann wohl davon ausgegangen werden, dass hier zunächst nur die Spitze des Eisbergs erkennbar wurde, schon allein durch die praktizierte Informationspolitik. Etliche werden noch folgen und mancher Inhaber von Genussrechten wird sich damit anfreunden müssen, dass seine Genussrechte zwar bestehen, Zinsen aber wohl nie gezahlt werden oder jemals Geld zurück fließen wird, denn häufig sind die Genussrechtsbedingungen so, dass der Geldnehmer bestimmen kann ob Zinsen gezahlt werden und Rückzahlungen erfolgen.
Wo soll dann aber das Kapital für diese Gedankenspiele herkommen? Die Idee den sogenannten „Grauen Markt“ zu reglementieren, den hatten schon viele Politiker, meistens verstanden sie nichts von der Materie, herausgekommen ist dabei bisher auch nichts oder nur sehr wenig wenn Kenntnisse vorlagen. Kann es aber noch „grau“ sein, wenn die gängige Praxis hierauf ständig zurückgreift und in der Regel dabei auch nicht gegen Gesetze verstoßen wird? Offensichtlich hat der Gesetzgeber es so gewollt?
Die Politik hat aber die geflossenen Mittel und die daraus resultierenden Windkraftanlagen und ähnliche, den erneuerbaren Energien zuzurechnenden Investitionen, gerne als ihren Erfolg verbucht. Die Höhe der gezahlten Subventionen überging man geflissentlich. Der Scherbenhaufen ist nun vollumfänglich, das Geld vieler Investoren ist dahin, zumindest derzeit und wohl auch auf absehbare Zeit, vermutlich weit darüber hinaus, nicht rückholbar, die Strompreise für den Verbraucher fast unerschwinglich mit weiter steigender Tendenz und eine Problemlösung nicht in Sicht.
Strom könnte zwar produziert werden, die Anlagen müssen aber zeitweise abgeschaltet werden weil keine ausreichenden Stromleitungen zur Verfügung stehen die den Strom dorthin transportieren wo er benötigt wird. Für die „produzierenden“ Unternehmen kein Problem, denn so halten die Anlagen länger. Nur Probleme haben diese offensichtlich trotzdem. Zeitweise wird sogar dafür gezahlt, dass Strom überhaupt abgenommen wird. Baukapazitäten wurden im Bereich der erneuerbaren Energien aufgebaut die sich heute niemand mehr leisten kann und will, etliche Unternehmen stehen vor dem Kollaps, zumindest vor harten Zeiten. Der Bereich der neuen Energien wird nicht mehr der propagierte Jobmotor bleiben der er angeblich war. Vielleicht hat man sich auch dabei nur Überkapazitäten geleistet?
Das Chaos ist komplett und das Problem nicht ansatzweise gelöst, teilweise sind nicht einmal Lösungsansätze erkennbar. Die, die es gestern verursachten, versuchen heute die Problemlösung zu finden. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.
Es sind doch nur populistische Äußerungen, wenn der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustiz- und Verbraucherschutzministerium dem „Handelsblatt“ am Dienstag sagt, so die „FAZ“: „Die aktuelle Debatte um Prokon zeigt, dass der Verbraucherschutz im Bereich des Finanzmarkts gestärkt werden muss“. Nun auch noch Bürgschaften für Investoren?
Welche Probleme es bei der rechtlichen Beurteilung eines Genussrechts gibt zeigt schon ein Artikel der „FAZ“ in dem unter anderem ausgeführt wird: „Von einem Insolvenzantrag ist aber nichts bekannt und ob dieser gestellt und akzeptiert wird ist nach einem Rückwärtssalto des Unternehmens mittlerweile offen. Es sei möglich, dass gekündigte Genussrechte aufgrund der Tatsache, dass sie allen anderen Forderungen gegenüber nachrangig sind, in einem Insolvenzverfahren nicht als fällige Forderungen zu bewerten seien. Da seitens anderer Gläubiger keine fälligen Forderungen bestünden, käme es nicht zur Insolvenz. Die gekündigten Genussrechte würden zu gestundeten Forderungen und nicht wie im Prospekt vorgesehen bedient.“
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/grauer-kapitalmarkt-bundesregierung-will-konsequenzen-aus-dem-fall-prokon-12761673.html
Demnach ist so ohne Weiteres nicht einmal beurteilbar ob und wann ein weitgehend mit Genussrechten finanziertes Unternehmen insolvent ist? Eine gute Grundlage für alle Hasardeure.
Aus dem Hause „Windwärts“ kam nun dieser Tage liebe, aber kaum informative, Post. Eigentlich hat diese wohl niemanden mehr überrascht. Einen oder mehrere Genussscheine haben Zeichner schon. Von Genuss kann natürlich keine Rede mehr sein. Jetzt haben diese zusätzlich einen „Besserungsschein“ auf mögliche Zinszahlungen hin erhalten:
„Dennoch müssen wir Ihnen zu unserem großen Bedauern mitteilen, dass wir die Zahlung der Genussrechtszinsen in diesem Jahr aussetzen müssen, “ Originalton „Windwärts“. Weiter:
„Ihr Anspruch auf die Genussrechtszinsen bleibt selbstverständlich erhalten, verzögert sich aber auf den nächsten Auszahlungstermin im Januar 2015 - ein ausreichendes Jahresergebnis und eine ausreichende Liquidität vorausgesetzt. Sollte beides nicht der Fall sein, besteht ihr Anspruch auf die Genussrechtszinsen aus den Jahresüberschüssen sowie der Liquidität der nachfolgenden Geschäftsjahre.“
Es klingt fast wie beim Kommunalsteuerbescheid, dieser bleibt auch bestehen bis zur Erteilung eines neuen Bescheides.
Gut gebrüllt „Löwe“, inzwischen wohl eher ein „Papiertiger“. Somit alles „Relativitätstheorie“? Ausgezahlt wird eventuell wenn die Lage sich bessert und der Kapitalnehmer es für geboten hält. Wodurch soll sich aber die Lage bessern? Es ist durch nichts bewiesen, dass dieses Umstrukturierungsprogramm Erfolg haben wird, vor allen Dingen ausreichend ist. Neue Mittel werden vermutlich benötigt um begonnene Investitionen zu beenden. Woher sollen diese kommen? Soll eventuell Anlagevermögen verkauft werden? Eine Aussage hierzu gibt es nicht.
Was bringt Ihnen aber dieser Besserungsschein? Damit wurden Ihnen die Zinsen zugerechnet, diese werden nicht ausgezahlt und obwohl somit kein Geld bei Ihnen eingeht sind diese zugeflossen, und Sie dürfen diese Beträge bei Ihrer nächsten Steuererklärung mit versteuern, denn es sind thesaurierende Beträge. Ist man allerdings tatsächlich so vorgegangen wie ausgeführt, denn dann hätten die Zinszuweisungen auch das Jahresergebnis mit belastet?
Bei den im Unternehmen anstehenden kostenträchtigen Maßnahmen darf doch wohl nicht davon ausgegangen werden, dass es im jetzt begonnenen Geschäftsjahr eine Änderung zu einem positiven Geschäftsjahresergebnis hin geben wird? Allein der Sozialplan wird schon dazu führen, dass beträchtliche Mittel abfließen. Planzahlen hierzu hat das Unternehmen auch nicht veröffentlicht.
Warum wurde mit dieser Mitteilung nicht zumindest ein vorläufiges Geschäftsjahresergebnis, wenigstens in Kurzform, informativ zur Kenntnis gegeben? Die Entscheidung keine Zinsen auszuzahlen dürfte doch wohl eine sichere Entscheidungsgrundlage, vor allen Dingen eine Berechtigung, gehabt haben? Eine positive Informationspolitik sieht anders aus. Es werden Mitteilungen auf den Weg gebracht, mit seitenlangen Ausführungen, belastbare Informationen sind darin aber nicht enthalten. „Windwärts“ lässt zu viele Fragen offen.
Wege aus der Genussschein-Falle
„biallo.de“: http://www.biallo.de/finanzen/Geldanlage_Fonds/drohende-prokon-pleite-wie-schuetzen-anleger-ihr-vermoegen.php
Prokon stellte Insolvenzantrag
„Prokon“: „Der Windparkbetreiber Prokon hat einen Insolvenzantrag gestellt.“
http://www.handelsblatt.com/finanzen/recht-steuern/anleger-und-verbraucherrecht/insolvenzantrag-prokon-anleger-sollten-sich-organisieren/9370762.html
Mögliche Vorgehensweisen nach dem Insolvenzantrag von Prokon
„Frankfurter Allgemeine“: „Was können Anleger jetzt tun? - Nicht viel…“
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/fragen-und-antworten-was-prokon-anleger-nach-der-insolvenz-tun-muessen-12765502.html
„faz.net“: „Prokon und die grüne Trümmerlandschaft“ – „Der Niedergang von Solar- und Windkraftfirmen ruft Erinnerungen an einen Neuen Markt wach. Der Verfall der Branche ist erstaunlich, weil die Förder-Beiträge von Jahr zu Jahr steigen.“
„Anwalt … prangert an, mit dem grünen Gewissen der Anleger sei Schindluder getrieben worden. „Die Politik hätte viel eher reagieren müssen.““
„Ein Ende des Niedergangs erwarten Verbraucherschützer und Anlegeranwälte dennoch nicht. „Wir werden noch weitere Insolvenzen erleben“, prognostiziert Anwalt ...“
„Kapitaldecke“ bei Windwärts „offenbar gefährlich dünn“?
Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schaffte es nun auch schon zu „Windwärts“ zu berichten:
„Windwärts steckt in der Flaute“ - Unter anderem: „Zurzeit aber ist die Kapitaldecke offenbar gefährlich dünn.“
„…zu den aktuellen Zahlen will der Windwärts-Chef ebenso wenig sagen wie zu den laufenden Verhandlungen mit Kredit gebenden Banken.“
„Im Unterschied zu Prokon haben die Hannoveraner ihre Genussrechte mit einer langen Laufzeit von sieben Jahren ausgestattet.“
Die Personalkosten stiegen laut „HAZ“ „jedes Jahr um eine Million Euro“. Wo wollte das Unternehmen eigentlich hin? Welche Projekte sollen nun noch in diesem Jahr gelingen nachdem im vergangenen Jahr wohl keines abgeschlossen werden konnte?
Rückzahlungen von gekündigten Genussscheinen über 1,9 Millionen konnten nicht bedient werden. Die nächste Tranche mit bis zu fünf Millionen Euro steht Ende nächsten Jahres an. Die Mittelbeschaffung über Genussscheine dürfte sich wohl weitestgehend erledigt haben?
Hätte es irgendwelche Erfolgsmeldungen gegeben dann hätte man diese wohl veröffentlicht?
Da es keine aussagefähigen Informationen gibt stellt sich auch die Frage ob beim Krisenmanagement die richtigen Akzente gesetzt werden? Hat man sich hier kompetenter externer Hilfe versichert?
Jetzt wird verschachert
„Handelsblatt“: „Prokon-Pleite lockt Aufkäufer an - Prokon ist Pleite - jetzt wird verschachert: Hedgefonds wollen Prokon-Anlagen übernehmen. Der Prokon-Chef hatte am Donnerstag angekündigt, einen Teil der Windkraftanlagen zu verkaufen, um Geld in die Kasse zu bekommen.“
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/hedgefonds-prokon-pleite-lockt-aufkaeufer-an/9381048.html
Erste Interessenten für Prokons Windparks
„stern.de“: „Sollte ein Insolvenzverfahren eröffnet werden, habe die Sanierung des Unternehmens Vorrang vor Auszahlungen an die Anleger…“
http://www.stern.de/wirtschaft/news/insolventer-windanlagen-finanzierer-prokon-windparks-finden-ersten-interessenten-2085427.html#utm_source=sternde-newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=wirtschaft-27.01.2014
Das Insolvenzverfahren ist zwar noch nicht eröffnet, aber die ersten Schnäppchenjäger haben sich schon positioniert. Die richtige Frage müsste eigentlich lauten: Was kann nach einem Insolvenzverfahren noch an Eigenkapital vorhanden sein welches dann an die Anleger ausgeschüttet werden könnte? Welche flüssigen Mittel bleiben dann überhaupt noch übrig? Allein das wohl wahrscheinliche Insolvenzverfahren wird Millionen kosten und wohl Jahre dauern. Welche Preise bei einem möglichen Verkauf von Sachanlagen erzielt werden steht auch noch in den Sternen, denn wer zahlt schon Höchstpreise wenn der Insolvenzverwalter vor der Tür steht oder der Gesprächspartner ist? Der Insolvenzverwalter nutzt dann in der Regel das günstigste ihm vorliegende Angebot, ihn interessiert der Einstandspreis überhaupt nicht und es ist ihm grundsätzlich auch egal was für den Genussscheininhaber übrig bleibt. Er wickelt das Unternehmen ab, möglicherweise lebt es in irgendeiner Form weiter, was aber nicht zwangsläufig dem Genussscheininhaber etwas bringen muss.
Auch Prokon will restrukturieren
In einer Mitteilung von Prokon und des vorläufigen Insolvenzverwalters an die Genussrechtsinhaber wird unter anderem ausgeführt:
„Die Geschäftsführung der PROKON ist allerdings überzeugt, dass im Ergebnis kein Insolvenzgrund vorliegt und ein endgültiges Insolvenzverfahren aufgrund des vorsorglich gestellten Insolvenzantrags nicht eröffnet werden muss. Die Geschäftsführung hat für diesen Fall bereits damit begonnen, ein Konzept für die Restrukturierung von PROKON zu entwerfen (z. B. Anpassung der Genussrechtsbedingungen, Änderung der Rechtsform in eine Genossenschaft oder AG). Einzelheiten hierzu können zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht mitgeteilt werden. Die Geschäftsführung geht davon aus, Ihnen erste Strukturen hierzu noch im weiteren Verlauf des vorläufigen Insolvenzverfahrens - ggf. bereits im Zeitraum Februar/März - mitteilen zu können.“
Schreiben der Geschäftsführung und des vorläufigen Insolvenzverwalters
„WirtschaftsWoche“: „Penzlin unterstrich erneut, dass nicht die gesamte Prokon-Gruppe mit insgesamt 1300 Mitarbeitern einen Insolvenzantrag gestellt habe, sondern allein die Muttergesellschaft Prokon Regenerative Energien mit 480 Mitarbeitern.“ „Für Prokon-Tochterunternehmen sei ein Insolvenzantrag „derzeit nicht absehbar“, so der Anwalt.“
http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/prokon-wir-lassen-sie-nicht-allein/9381868.html
Somit ist auch zunächst nur der Bereich betroffen bei dem das Geld der Genussrechtsinhaber liegt, mit deren Mitteln wohl auch die Tochtergesellschaften aufgebaut wurden? Ein vermutlich geschickter Schachzug, denn nach einem möglichen Kapitalschnitt stehen die Genussrechtsinhaber möglicherweise mit einem marginalen Anteil da, sofern überhaupt etwas für sie übrig bleibt. An die Tochtergesellschaften bestehen dann möglicherweise keine Ansprüche? Es sieht, persönlich aus meiner Sicht der Dinge, danach aus, dass hier die Grundlagen für einen, wie man früher oft sagte „gesunden Konkurs“ gelegt werden sollen? Für die Inhaber der Genussrechte bleibt dann die Lebenserfahrung.
„Frankfurter Allgemeine“: „Ein erster Zwischenstand ist: Wenig spricht für einen Betrug, vieles dagegen dafür, dass am Steuer des Konzerns ein ambitionierter Weltverbesserer und schlechter Geschäftsmann stand.“
„Prokon könnte nicht der einzige Fall sein, in der ein Patriarch am Steuer ein an sich lebensfähiges Unternehmen auf die Klippe steuert, weil er sich der Realität verweigert.“
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/vorwurf-schneeballsystem-eher-hybris-als-betrug-bei-prokon-12773296.html
Es ist schon richtig, wie mir ein Leser meiner Seiten schrieb, die Goldgräberstimmung ist bei den erneuerbaren Energien vorbei. Der Traum von der heilen wirtschaftlichen Welt in diesem Bereich ist auch dort ausgeträumt, ökonomische Zwangsläufigkeiten und Erfordernisse holen auch dort die Entwicklung ein. Die Planwirtschaft hat auch ihr ihre bezahlbaren Grenzen.
Grünes Beschäftigungswunder
„Frankfurter Allgemeine“: „Die Grünen versprachen im vergangenen Bundestagswahlkampf einen grünen Wandel der Wirtschaft, der bis zum Jahr 2025 nicht weniger als eine Million Arbeitsplätze bringen soll.“
Probleme demnach bei Photovoltaik und Windenergie. Laut diesem Bericht sind etliche Betriebe nicht mehr für das gesamte Jahr ausgelastet, „einigen Unternehmen gingen sogar schon von April an die Aufträge aus.“
„refrago.de“: „Die PROKON Regenerative Energien GmbH hat am 22. Januar 2014 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.
http://www.refrago.de/PROKON-Insolvenz_Wie_geht_es_fuer_Anleger_jetzt_weiter.frage220.html
„Windwärts“ meldete Insolvenz an
Nach einem Bericht der „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ vom 08. Februar 2014 meldete die Windwärts Energie GmbH, Hannover Insolvenz an.
Die Zeitung führt unter anderem aus: „…der Ausflug in neue Geschäftsbereiche hat die Finanzkraft überfordert“.
Weiter führt die „HAZ“ unter anderem aus: „…Angesichts dieser augenfälligen Parallelen darf man den großen Unterschied allerdings nicht übersehen: Anders als Prokon verfolgt Windwärts ein durch und durch seriöses Geschäftsmodell“.
Sollte diese Aussage zutreffen, dann kann das Scheitern dieses „seriösen Geschäftsmodells“ nur an der Unfähigkeit der Gesellschafter und der Geschäftsführung gelegen haben das Unternehmen kaufmännisch sauber zu führen. Die Insolvenz war dann nur Folge der Fehlentscheidungen der Geschäftsführung. Eine hausgemachte Insolvenz. Die Kenntnis kaufmännischer Zwangsläufigkeiten war wohl unzulänglich? Es ist eben nicht ausreichend nur ein grünes Geschäftsmodell und entsprechende Ideale zu haben. Ein Leser meiner Seiten traf es wohl richtig: „Aber das ist wohl das Ergebnis wenn sich Idealisten im Glanze ihrer Selbstgefälligkeit sonnen.“
Auch die Zeitungsüberschrift „Forderungen der Genussrechteinhaber lösen Zahlungsunfähigkeit aus“ trifft es nicht. Es standen 1,9 Mio. Euro zur Rückzahlung an die Genussrechteinhaber an, weiter 1,5 Mio. Euro an Zinsen. Diese Beträge konnte man nicht bedienen, man entschloss sich unter Hinweis auf die gegebenen vertraglichen Möglichkeiten es auch nicht zu tun. Es müssen andere Gründe sein die jetzt zum Insolvenzantrag führten. Wahrscheinlich konnte der weitere Geschäftsbetrieb nur mit offenen Kreditlinien durchgeführt werden. Die standen aber nicht mehr zur Verfügung. Die Genussrechteinhaber tragen nun wirklich keine Verantwortung für diese hausgemachte Misere, einer, drücken wir es einmal zurückhaltern aus, überforderten Geschäftsführung.
Es ist jetzt allerdings müßig für die Inhaber der Genussrechtsscheine Ursachenforschung zu betreiben, es sei denn diese führen zu verwertbaren Straftatbeständen die verfolgungswürdig wären. Das Unternehmen wird sich wohl auf Kosten der Genussrechtsinhaber sanieren, so weit möglich, möglicherweise sogar fortbestehen in irgendeiner Form, eventuell mit den gleichen Gesellschaftern.
Viele werden dies von ähnlichen Konstruktionen bei Hotelbetriebsgesellschaften oder anderen Anlagemöglichkeiten aus der Vergangenheit her kennen? Nach dem bis zu dritten Konkurs bzw. jetzt Insolvenz ist das Unternehmen überlebensfähig, denn Altlasten in Form von Einlagen der Investoren müssen nicht mehr bedient werden. Die ursprünglichen Geldgeber sind aber nur um eine negative Erfahrung reicher. Lebenserfahrung eben. Vom Geld aus seiner Anlage hat von denen kaum einer jemals wieder etwas gesehen.
Die Genussrechtsinhaber von „Windwärts“ können ihr investiertes Geld nun „in den Wind schreiben“. „Windwärts“ hat seinem Namen alle Ehre gemacht.
„Ein seriöses Geschäftsmodell“?
Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete, dass die Windwärts Energie GmbH Insolvenz anmeldete. Eine Überraschung ist diese Nachricht wohl für niemanden mehr. „Windwärts“ hatte „zuletzt mit fünf Banken über eine erneute Öffnung der Kreditlinien verhandelt“. Es konnte wohl niemand ernsthaft davon ausgehen, dass Banken Kreditlinien öffnen um Genussrechtsinhaber auszuzahlen. Diese oder Investitionsgesellschaften werden erst dann wieder tätig, wenn die Genussrechtsinhaber hinausgedrängt wurden. Das Insolvenzrecht bietet dafür hervorragende Möglichkeiten. Der Insolvenzverwalter wird das Unternehmen verwerten und für die Genussrechtsinhaber wird kaum etwas übrig bleiben, zumal geschickterweise auch noch ein Sozialplan vereinbart wurde. Was hat man aber mit dem Geld der Genussrechtsinhaber veranstaltet, wenn nur noch offene Kreditlinien den Unternehmensbestand sichern können?
Probleme des Unternehmens waren schon bei bzw. aus der erst sehr spät erfolgten Versendung des Geschäftsberichts 2012, in Kurzform an die Genussrechtsinhaber, Anfang November 2013, erstellt am 12.08.2013, zu vermuten, nicht nur aus der Andeutung des Wirtschaftsprüfers heraus. Dies dürfte dann die erkennbare Spitze des Eisbergs gewesen sein, denn Probleme in einem Unternehmen entstehen nicht über Nacht sondern sind ein langsam sich steigernder Prozess wenn nicht gegengesteuert wird. Angeblich hatte der Wirtschaftsprüfer keine Kapazitäten frei um den Bericht früher erstellen zu können.
Der Wirtschaftsprüfer vermerkte im Genussrechte Jahresabschluss 2012 unter anderem: „Ohne diese Beurteilung einzuschränken, verweise ich auf die Ausführungen im Anhang zur Bewertung der ausländischen Tochterunternehmen. Daraus geht hervor, dass deren Bewertung auf der Prämisse beruht, dass die Gesellschaften erfolgreich Projekte entwickeln und betreiben oder verkaufen oder aber die Gesellschaftsanteile veräußert werden können“.
Mir ist erinnerlich, dass ein ähnlicher Vermerk bereits beim Bericht für 2011 erfolgte? Offensichtlich wollte man die Andeutungen nicht verstehen?
Nach dem Bericht der „HAZ“ konnte im Jahr 2013 nicht ein Projekt durchgeführt werden. „Im vergangenen Jahr sind alle Projekte gescheitert…“
Warum hat man nicht sofort gegengesteuert und offensichtlich weiter das Prinzip Hoffnung betrieben, denn die Marschrichtung dürfte doch wohl eindeutig erkennbar gewesen sein? Sonderinformationen an die Anleger erfolgten nie.
Es muss für die Unternehmensleitung nicht erst zu diesem Zeitpunkt erkennbar gewesen sein, die Druckform des Genussrechte Jahresabschlusses 2012 datiert vom 12.08.2012, dass Umstände eingetreten waren die eine erhebliche Verschlechterung der Geschäftssituation gebracht haben mussten, denn die Fassung des Wirtschaftsprüfers dürfte erheblich früher vorgelegen haben und diskutiert worden sein. Zumindest bei Zusendung des Genussrechte Jahresabschlusses 2012, Anfang November 2013, müsste dies aber gesicherte Erkenntnis gewesen sein? Das Aufhellungsgebot gebietet es aber bei der Übermittlung eines derartigen Berichts auch auf wesentliche Sachverhalte hinzuweisen, notfalls als Anhang oder im Begleitschreiben, die nach dessen Erstellung eintraten und relevant waren, zumal man sich sehr viel Zeit für die Zusendung ließ. Dies ist nicht erfolgt.
Somit ist nun auch für mich jetzt erkennbar, dass der vom Wirtschaftsprüfer angebrachte Hinweis bereits zu diesem Zeitpunkt zutraf. Er hätte wohl deutlicher ausfallen müssen für jemanden der Einsicht in die Geschäftsvorgänge hatte, denn der Wirtschaftsprüfer schränkte, nach eigenen Angaben, sein Testat nicht ein?
Die Nichtdurchführbarkeit zumindest eines Großteils der geplanten Projekte 2013 zeichnete sich bestimmt auch nicht erst in den letzten Wochen des Jahres 2013 ab.
Zumindest ein Kompetenzträger verließ auch ca. Mitte 2013 bereits das „Boot“.
Am 19.12.2013 lag bereits ein Restrukturierungsplan vor, eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat wurde Anfang Dezember 2013 abgeschlossen. Verhandlungen wurden mit Sicherheit weit davor geführt? Auf Anforderung erhielt ich vor Weihnachten 2013 Unterlagen für einen „Informationsabend für Zeichner der Genussrechte 2006“ in denen Informationen zu diesem Restrukturierungsplan gemacht wurden. Es fand auch eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Genussrechteinhaber statt, die übrigen Genussrechteinhaber wurden darüber nicht informiert. Zumindest zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Betriebsvereinbarung dürfte dieser Restrukturierungsplan aber schon vorgelegen haben. Welche Grundlage hätte man sonst für eine Vereinbarung gehabt?
Erkenntnisse darüber dass zur Auszahlung anstehende Genussrechte nicht bedient werden können dürften somit bereits weit vor dem Tag des Insolvenzantrags vorgelegen haben, wohl eher weit vor diesem „Informationsabend“, der aber nur für ausgesuchte Genussrechtsinhaber, wahrscheinlich wohl für die direkt von der Nichtauszahlung betroffenen Geldgeber, durchgeführt wurde.
Die Gesellschaft wirbt über Ihre Internetseiten weiter für Genussrechtskapital ohne gut erkennbar auf diese „neuen“ Sachverhalte, jetzt den gestellten Insolvenzantrag, zu verweisen.
Ein, wie die „HAZ“ schrieb, „durch und durch seriöses Geschäftsmodell“, hat die Anleger informationsmäßig zu keinem Zeitpunkt wie Partner behandelt, eher, nach meiner persönlichen Einschätzung, wie Geldverleiher. Es ist nicht „durch und durch seriös“ so die Geldgeber im „Regen“ stehen zu lassen und keine Informationen über Probleme auf den Weg zu bringen. Es ist auch nicht „seriös“ offensichtlich nach einem Lösungsweg zu suchen ohne sich dabei externem Sachverstand zu versichern und dadurch die Anlagen weiter zu gefährden. Will man jetzt weiter die Informationspolitik nach der Vogel-Strauß-Methode betreiben? Die Anleger warten auf Informationen. Möglicherweise wurden sogar noch neue Gelder eingeworben? Ein seriöses Geschäftsmodell sieht anders aus. Nach meiner persönlichen Einschätzung war hier aber auch sehr viel Unvermögen bei den Kompetenzträgern vorhanden und letztendlich für den Insolvenzantrag verantwortlich?
1.600 Genussrechteinhaber bei Windwärts
„Frankfurter Allgemeine“: „Insgesamt gibt es nach Angaben des Insolvenzverwalters rund 1600 Inhaber von Genussrechten, die rund 18,9 Millionen Euro investiert haben sollen.“
Pressemitteilung „Windwärts“
1.600 Anleger von Windwärts-Pleite betroffen
Nach Prokon muss ein weiterer Windkraftfinanzierer Insolvenz anmelden
Die Regierung möchte Verbraucher besser vor riskanten Geldanlagen schützen
„Frankfurter Allgemeine“: „Die Regierung möchte Verbraucher besser vor riskanten Geldanlagen schützen“
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/nachrichten/verbraucherschutz-auf-finanzmarkt-koalition-will-privatanleger-besser-schuetzen-12796262.html
Risiko bei grau-grünen Anlagen kann beträchtlich sein
„Neue Zürcher Zeitung“: „…ist das Risiko auch bei «grau-grünen Anlagen» beachtlich“.
http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/finanzportal/nur-wissen-schuetzt-anleger-1.18242027?extcid=Newsletter_13022014_Top-News_am_Morgen
Windwärts-Mitteilung mit wenig Substanz
Haben Sie dieser Tage nun auch schon aus dem Hause „Windwärts“ die Mitteilung erhalten, dass am 07. Februar 2014 „beim Amtsgericht Hannover die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt“ wurde? Immerhin hat man eine Woche benötigt um in einem wenig informativen Schreiben mitzuteilen, dass ein Antrag auf „Eröffnung des Insolvenzverfahrens“ erfolgte.
Zu den wesentlichen Fragestellungen erfolgten wenige aussagefähige Mitteilungen.
Im letzten Absatz der Pressemitteilung wollte man wohl sehr geschickt versuchen einen Zusammenhang der derzeit völlig unmaßgeblichen Einschätzung des Geschäftsführers der „Windwärts Energie GmbH“ mit einer „Ergänzung“ des vom Amtsgericht vorläufig bestellten Insolvenzverwalters herzustellen? Welchen Erkenntnisstand kann dieser kurz nach seiner vorläufigen Bestellung haben?
Aus dieser Mitteilung der „Windwärts Energie GmbH“ ist durch nichts erkennbar woraus Zuversicht für die weitere Entwicklung begründet werden könnte zumal auch die Ursachen höchstens angedeutet werden, so diese dann dort liegen sollten. Es ist auch nicht erkennbar wo das Unternehmen derzeit steht und wie hoch der Verlust des vergangenen Jahres letztendlich sein wird. Letztendlich ist auch entscheidend was voraussichtlich noch vom Eigenkapital zum Jahresende 2013 übrig blieb und was dann möglicherweise in diesem Jahr noch herunterging.
Es wurden nur Allgemeinplätze verteilt bzw. angedeutet. Dieses Schreiben macht wenig Hoffnung und enthält keine Aussagen zu den bestehenden Problemen und den Lösungswegen.
Woher sollen nun auf einmal „kurzfristig umsetzbare Projekte“ herkommen? Woher kommen dafür die Mittel? Wie will man diese dann umsetzen? Im Rahmen der bestehenden Firmierung?
Auch die dort enthaltene Aussage des Insolvenzverwalters: „Das neue Insolvenzrecht in Deutschland bietet große Chancen für Unternehmen mit guter Substanz“, so diese denn in dieser Form erfolgte, besagt gar nichts für die Inhaber der Genussrechte, die für diese „gute Substanz“ letztendlich sorgten. Warum beantragt ein Unternehmen mit „guter Substanz“ aber Insolvenz?
Es wird durch diese Aussage aber nicht einmal angedeutet, schon gar nicht nachweisbar belegt, dass das Unternehmen noch über eine „gute Substanz“ verfügt. Entscheidend dabei ist was an Geldern und Werten noch vorhanden ist. In liquider Form ist offensichtlich nichts mehr vorhanden? Wie werthaltig sind aber eventuell noch vorhandene Sachwerte? Die Aussage hierzu bleibt abzuwarten.
„Die Betreibergesellschaften der Windenergie- und Solarprojekte, die von Windwärts über geschlossene Fonds realisiert wurden, sind rechtlich unabhängig und daher von diesem Insolvenzverfahren nicht unmittelbar betroffen.“
Was dann noch nach Bedienung aller sonstigen vorrangigen Verpflichtungen für die Genussrechtsinhaber übrig bleibt steht im Moment noch in den Sternen. Selbst bei einer „guten Substanz“ des Unternehmens muss am Ende des Insolvenzverfahrens nicht zwangsläufig etwas übrig sein für die Genussrechtsinhaber. Abgesehen davon kann ein Insolvenzverfahren Jahre dauern.
„förderland“: „Nach wie vor sind die Insolvenzquoten eines normalen Insolvenzverfahrens recht gering, durchschnittlich zwischen drei und fünf Prozent.“
„Die durchschnittliche Dauer mittlerer und größerer Unternehmensinsolvenzen beträgt vier bis acht Jahre.“
http://www.foerderland.de/mittelstand/exit/insolvenz/insolvenzverfahren/
Hoffen wir, dass zumindest die Substanz des Unternehmens größer ist als die des Schreibens an die Genussrechtsinhaber vom 11. Februar 2014.
Vorsicht bei Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien
„biallo.de“: „Manche dieser Unternehmen, so warnen Vermögensberater, würden ja gerade deshalb Kapital über einen Genuss beschaffen, weil sie von ihrer Bank oder Sparkasse keine Finanzierung mehr bekommen.“
http://www.biallo.de/finanzen/Geldanlage_Fonds/genussrechte-von-wegen-genuss.php
„SpiegelOnline“: „Parteilichkeit in Umweltfragen - unter Journalisten eine Tugend“
„…Die Berichterstattung liegt fest in der Hand von Journalisten, für die Parteilichkeit in Umweltfragen keine Sünde, sondern eine Tugend ist…“
„Gut 19 Milliarden Euro haben die Deutschen vergangenes Jahr für Strom aus grünen Energien bezahlt, der am Markt nur zwei Milliarden Euro wert war“
http://www.topagrar.com/dl/4/6/0/8/2/7/14-02-20_Fleischhauer-Kolumne_Spiegel_online.pdf
Windwärts verkaufte Biogasanlage
„euwied-nergie.de“: „Die agri.capital GmbH hat zum 22. Januar 2014 die von der Windwärts Energie GmbH entwickelte und betriebene Biogasanlage in Bergheim übernommen. Wie agri.capital mitteilte, werden die laufenden Geschäfte bis Ende März von dem bisherigen Eigentümer übertragen.“
http://www.euwid-energie.de/news/bioenergie/einzelansicht/Artikel/agricapital-uebernimmt-biogasanlage-in-bergheim.html
„pressebox.de“: „agri.capital erwirbt Biogasanlage Bergheim von Windwärts“
http://www.pressebox.de/inaktiv/agricapital-gmbh/agricapital-erwirbt-Biogasanlage-Bergheim-von-Windwaerts/boxid/662377
Neuer kaufmännischer Leiter der „deanBV GmbH“ war bei der Windwärts Energie GmbH als Geschäftsführer tätig
“iwr.de“: „Die deanBV GmbH in Neustadt am Rübenberge hat seit Februar 2014 einen neuen Kaufmännischen Leiter. Das Dienstleistungsunternehmen der dean Unternehmensgruppe ist für die Geschäftsleitung und Verwaltung von Betreibergesellschaften sowie für die technische und kaufmännische Geschäftsbesorgung von Wind-, Solar- und Bioenergieanlagen zuständig.“
„…war bis August 2013 bei der Windwärts Energie GmbH als Geschäftsführer tätig.“
http://www.iwr.de/news.php?id=25807
Wurde mit offenen Karten gespielt?
„anwalt24.de“: „Ob jedoch Windwärts hier mit offenen Karten spielt, was die tatsächlichen Beweggründe für den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens sind, bleibt mit großer Skepsis zu betrachten.“
http://www.anwalt24.de/beitraege-news/fachartikel/inhaber-der-genussrechte-von-der-windwaerts-energie-gmbh-machen-sich-grosse-sorgen
Welches Spiel wird hier eigentlich gespielt?
Sehen wir uns dieser Tage den Internetauftritt des Unternehmens „Windwärts“ an, dann deutet nichts auf ein beantragtes Insolvenzverfahren hin. Informationen für die Anleger auf den Stand der Dinge gibt es weder dort noch vom vorläufigen Insolvenzverwalter. Individuelle Mitteilungen wurden nicht auf den Weg gebracht. Es herrscht Funkstille. Was läuft hier eigentlich ab?
Auf der Internetseite weiter Aufrufe zur Geldanlage und Flächenzurverfügungstellung. Keine auf den ersten Blick erkennbaren Hinweise auf den Stand eines laufenden Verfahrens. Für wie dämlich hält man dort eigentlich die Geldgeber und für wie dumm möchte man diese verkaufen?
Aufrufe auf der Internetseite zur Teilnahme an Demonstrationen. Die Mitarbeiter dort sollten sich wohl eher um die Lösung der bestehenden Probleme des Unternehmens kümmern, soweit dies überhaupt noch möglich sein kann, denn die bisherigen Aktivitäten sind wohl mehr oder weniger zumindest für die Anleger als gescheitert zu betrachten. Welchen Stellenwert man diesen zuordnet ist aus der aktuellen Informationspolitik ersichtlich, vorher war es allerdings auch kaum besser. Wenn man dort allerdings Zeit für derartige Aktionen haben sollte, auch dazu die Firmenportale dazu benutzen darf, dann ist die Personalbesetzung offensichtlich immer noch zu hoch oder die Zeichen der Zeit wurden nicht verstanden.
Es wäre wohl mehr als angebracht auf den Internetportalen der Firma auch die aktuelle Situation abzuhandeln. Ausführlich, denn dort ist nicht nur Platz für Demonstrationsaufrufe, sondern auch mindestens für die letzte aktuelle Bilanz.
Was veranstaltet der vorläufige Insolvenzverwalter dort eigentlich? Welche Maßnahmen hat er ergriffen um die Gelder der Genussrechteinhaber zu sichern? Darf dort weiter gemacht werden wie bisher um möglicherweise restliche Beträge auch noch zu verbraten?
Zukunft auch für Prokon Windparks möglich
„Süddeutsche.de“: „Richtig ist jedoch, dass die Genussrechtsinhaber durchaus Verluste werden hinnehmen müssen.“
„Die Quote müsste erst in einem Insolvenzplan vorgeschlagen und dann von der Gläubigerversammlung mit Mehrheit akzeptiert werden.“
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1562823
Angebliche Genossenschaftsgründung durch Prokon
„rp-online.de“: „Der angeschlagene Windanlagen-Finanzierer Prokon gründet nach Medieninformationen eine Genossenschaft.“
http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/prokon-gruendet-angeblich-genossenschaft-aid-1.4128441
Freistellung des Geschäftsführers und des Vertriebsleiters bei Prokon
„Die Welt“: „Der vorläufige Insolvenzverwalter des Windkraft-Unternehmens Prokon Regenerative Energien GmbH, …, hat den bisherigen Geschäftsführer … und Vertriebsleiter … mit sofortiger Wirkung von ihrer Arbeit freigestellt.“
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article126436510/Insolvenzverwalter-trennt-sich-von-Prokon-Geschaeftsfuehrer.html
Wann entschließt sich der vorläufige Insolvenzverwalter von „Windwärts“ zu einer ähnlichen Maßnahme?
Windkraft - nur Subventionsprofiteure mit kaum Managementstrategie?
„Handelsblatt“: „Wie viel staatliches Geld steckt hinter dem Erfolg und wie viel eigene Anstrengung?“
„Ob mit Wind oder ohne - den Windkraftbauern in Deutschland kann das herzlich egal sein. Ihre Windräder brauchen sich nicht zu drehen, gebaut werden sie trotzdem und Geld verdienen werden sie mit ihnen ebenfalls. Für einen stetigen Geldfluss sorgt allerdings keine ausgefeilte Management-Strategie und oder eine hohe Nachfrage…“
http://www.handelsblatt.com/finanzen/aktien/aktien-im-fokus/nordex-aktionaere-fuer-eeg-einigung-ein-strammer-wind-weht-durchs-land/9704572.html
Es ist wohl wirklich so, dass in dieser Branche ohne viel Erfahrung Geld verdient werden kann, auch ohne große unternehmerische Erfahrung darf man dort eigene Visionen ausleben, trotzdem haben, wie das Beispiel „Windwärts“ zeigt, Unternehmen in dieser Branche Probleme. Hausgemachte Probleme, aus der eigenen Unzulänglichkeit und Selbstüberschätzung heraus reichen dann die gießkannenartig großzügig reichlich verteilten Subventionen nicht, auch das Geld der Kapitalgeber wird in Gefahr gebracht. Offensichtlich wurde mancher „Tante-Emma“-Laden und diese wurden nicht subventioniert, wirtschaftlich besser geführt, denn die wusste, dass nicht alles was abends in der Firmenkasse lag von ihr für eigene Zwecke ausgegeben werden durfte und noch Rechnungen zu bezahlen waren.
Windwärts - Stand des Insolvenzverfahrens
Pressesprecher/Projektkommunikation, Windwärts Energie GmbH:
„…zum Stand des Insolvenzverfahrens der Windwärts Energie GmbH gibt es zur Zeit keine neuen Informationen. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Herr Prof. Dr. Volker Römermann, geht weiterhin davon aus, dass das Insolvenzverfahren Anfang Mai eröffnet wird. Die Mitarbeiter von Windwärts treiben das operative Projektgeschäft weiter voran.
Wir werden die Öffentlichkeit umgehend informieren, sobald es wesentliche neue Entwicklungen gibt…“
Meist folgt die „blanke Ernüchterung“
„NWZ Online“: „Grünes Gewissen ausgebeutet? - Geschäftemacherei mit Öko-Energien“
http://www.nwzonline.de/geld/gruenes-gewissen-ausgebeutet-geschaeftemacherei-mit-oeko-energien_a_13,6,1797960789.html
Anlegerwerbung mit geschönten Zahlen?
„02elf.net“: „Der insolvente Windenergie-Projektierer Windwärts aus Hannover hat im Jahr 2013 offenbar mit geschönten Zahlen um Anleger geworben. Das geht aus Dokumenten hervor, die dem NDR Politikmagazin “Panorama 3″ vorliegen.“
„Aus der mittlerweile vorliegenden Bilanz geht hervor, dass Windwärts im Jahr 2012 letztendlich nur einen Gewinn von 160.000 Euro erzielte. Damit betrug der Gewinn lediglich ein Zehntel der im Werbeprospekt prognostizierten Summe. Nach Informationen von “Panorama 3″ war der dramatische Gewinneinbruch im Unternehmen ebenfalls frühzeitig bekannt - nämlich in den ersten Monaten des Jahres 2013. Dennoch blieb eine Warnung an die Anleger weiter aus.“
http://02elf.net/finanzen/panorama-3-anleger-getaeuscht-windwaerts-energie-gmbh-warb-mit-geschoenten-zahlen-480951
„ad-hoc-news“: Der insolvente Windenergie-Projektierer Windwärts aus Hannover hat im Jahr 2013 offenbar mit geschönten Zahlen um Anleger geworben. Das geht aus Dokumenten hervor, die dem NDR Politikmagazin "Panorama 3" vorliegen.“
http://www.ad-hoc-news.de/panorama-3-anleger-getaeuscht-windwaerts-energie-gmbh-warb--/de/News/36643737
In der „Neue Presse“, Hannover soll es einen Artikel zu „Windwärts“ gegeben haben: „Ist zu viel Luft in der Bilanz? - Ermittlungen gegen Energieunternehmen Windwärts". Weder im Internet, noch beim Internetauftritt der „Neue Presse“ konnte ich diesen Bericht finden.
Strafanzeige wegen Betrug und Bilanzfälschung
„neuepresse.de“: „Weil genau an diesem Tag die NP über eine Strafanzeige wegen Betrug und Bilanzfälschung berichtet hatte, verlangten gut 200 Gesellschafter Auskunft.“
„„Diffamierung“ und „nichts dran“ sagen Insolvenzverwalter Römermann und Schulze zu den Behauptungen, mit denen sich jetzt die Staatsanwaltschaft Hannover beschäftigen wird.“
http://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Liquiditaet-bei-Windwaerts-ist-gesichert
Dem Insolvenzverwalter ist nichts davon bekannt, dass die Gewinnerwartung 2012 intern anders ermittelt wurde
„ndr.de“: „Der insolvente Windenergie-Projektierer Windwärts aus Hannover hat im Jahr 2013 offenbar mit geschönten Zahlen um Anleger geworben. Das geht aus Dokumenten hervor, die dem NDR Politikmagazin "Panorama 3" vorliegen.“
„Auf Anfrage von "Panorama 3" teilte Insolvenzverwalter Volker Römermann mit, ihm sei nichts davon bekannt, dass die Gewinnerwartung 2012 intern anders ermittelt wurde, als im Genussrechtsprospekt dargestellt. Sollten entsprechende Hinweise vorliegen, werde er diesen nachgehen.“
http://www.ndr.de/unternehmen/presse/pressemitteilungen/pressemeldungndr14103.html
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/windwaerts103.html
Geschäftsleitung noch zu halten?
Sollte an diesen Zeitungsberichten auch nur ein Fünkchen Wahrheit sein, dann dürfte für den Insolvenzverwalter wohl schnelles Handeln angesagt sein? Bei derartigen Vorgängen, sollten auch nur Teile davon zutreffend sein oder der Anschein dafür vorliegen, kann die derzeitige, also die „alte“ Geschäftsleitung, die Geschäfte nicht mehr weiter führen. Diese Vorwürfe müssen deshalb kurzfristig und vorrangig geprüft und die Sachlage geklärt werden. Es muss dann auch die Frage nach den Kontrollmechanismen des Unternehmens gestellt werden, insbesondere welche Überwachungsmechanismen durch den Wirtschaftsprüfer erfolgten und wie erfolgreich diese waren?
So oder so die Zukunftschancen des Unternehmens haben durch diese Nachrichten einen Rückschlag erlitten, denn wer investiert noch in ein Unternehmen zu dem gelinde ausgedrückt Gerüchte im Umlauf sind?
Möglicherweise könnte die derzeitige Geschäftsleitung auch dem Unternehmen noch einen vermutlich letzten Dienst erweisen, freiwillig von sich aus zurücktreten? Nur dies könnte dann möglicherweise einem Schuldeingeständnis gleich kommen und wird deshalb wohl keine Option sein? Das „Streben zu neuen Ufern“ ist noch schwieriger geworden.
„Böses Ende eines grünen Märchens“
„Sueddeutsche.de“: „Die Prokon Regenerative Energien GmbH sei zahlungsunfähig und überschuldet, urteilt das Gericht. Forderungen von 391 Millionen Euro stünden flüssige Mittel von 19 Millionen Euro gegenüber. "Es besteht eine Liquiditätsunterdeckung von rund 95 Prozent", heißt es im Eröffnungsbeschluss schnörkellos.“
„Dem Prokon-Vermögen - etwa durch Windparks oder Projektpläne - von gut einer Milliarde stünden Verbindlichkeiten von 1,5 Milliarden Euro entgegen. Prokon sei überschuldet, heißt es in dem Beschluss weiter. Eine Fortführung des Unternehmens sei unter diesen Umständen "nicht überwiegend wahrscheinlich".“
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/insolvenzverfahren-gegen-prokon-eroeffnet-boeses-ende-eines-gruenen-maerchens-1.1948029
Prokon-Insolvenz: Anlegervertreter reagieren positiv
Prokon-Anleger werden bis zu 70 Prozent ihres Geldes verlieren
„Hamburger Abendblatt“: "Wir gehen aber derzeit davon aus, dass Prokon 30 bis 60 Prozent der Schulden begleichen kann", sagte ... Das bedeutet aber auch, dass die Anleger mindestens 40 Prozent ihres Geldes verlieren, im schlimmsten Fall sogar 70 Prozent.“
"Die Gläubiger müssen derzeit keine Forderungen anmelden. Sie erhalten voraussichtlich bis Mitte Juli entsprechende Formulare zugesandt." Bis zum 15. September können sie ihre Ansprüche geltend machen.“
http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article127570998/Prokon-Anleger-verlieren-bis-zu-70-Prozent.html
„faz.net“: „Prokon-Windeier“ - Für die „FAZ“ ein ziemlich unbedarfter Artikel.
Windwärts - Insolvenzverfahren wurde am 01. Mai 2014 eröffnet
Pressemitteilung „Windwärts“: „Ziel des Insolvenzverwalters ist es, das Unternehmen erfolgreich fortzuführen. Daher steht die Suche nach einem geeigneten Investor nun im Mittelpunkt seiner Aktivitäten.“
„,,Wir sind zuversichtlich, einen geeigneten Partner zu finden", so ... ,,Zu diesem Zweck führen wir nun intensive Gespräche mit möglichen Investoren. Das Interesse an Windwärts ist groß." Der Insolvenzverwalter bereitet zudem eine Gläubigerversammlung vor, die das Insolvenzgericht für den 31. Juli einberufen hat. ,,Auf dieser Versammlung möchten wir den Gläubigern darlegen, wie und mit welchem Partner Windwärts die schwierige Situation überwinden wird", sagt ...“
Dies ist wohl der einzig richtige Weg für das Unternehmen, nicht aber für die Genussrechteinhaber. Das Unternehmen wird dadurch möglicherweise gerettet werden, eine Fortführung auf irgendeinem Niveau möglich, denn bei der Größenordnung „Windwärts“ wird ein möglicher Investor den aufzubringenden Betrag aus der Portokasse zahlen, das Unternehmen übernehmen und verwerten, zumal die Verbindlichkeiten durch das Insolvenzverfahren dann weitestgehend auf der Strecke bleiben bzw. negative Berücksichtigung im Übernahmepreis finden werden.
Fällt Ihnen dabei auch auf, dass es sich um eine weitestgehend informationslose Pressemitteilung handelt? Außer dem Datum der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird wenig Informelles mitgeteilt. Auch das „Interview“ des Insolvenzverwalters mit der Internetseite des Unternehmens hilft da kaum weiter. Dies, wie die Pressemitteilung, ist weitestgehend Selbstdarstellung und Eigenbeweihräucherung.
Den Gläubigern aus den Genussrechten heraus stehen zumindest Informationen über die tatsächliche Lage, somit dem derzeitigen Finanzstand, und die Begründung des Amtsgerichts für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu. Es läuft hier aber alles ab wie man es von „Windwärts“ gewohnt ist. Es hat sich auch jetzt nichts geändert. Ausschließlich Propaganda ohne Informationsgehalt. Wessen Interessen vertritt der Insolvenzverwalter? Ich vermag für mich nicht erkennen, dass die Genussrechteinhaber für ihn dabei eine wesentliche Rolle spielen?
Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ schrieb unter anderem: „Windwärts steht vor dem Verkauf“: „Die insolvente hannoversche Windenergiefirma Windwärts soll verkauft werden. Insolvenzverwalter … ist bereits auf der Suche nach einem Investor. „Wir streben primär einen Komplettverkauf an“, sagte er am Freitag der HAZ. „Das Interesse an Windwärts ist groß.“ Erste Gespräche mit Interessenten liefen bereits, es gebe aber noch keine konkreten Verhandlungen. Sollte dieser Plan scheitern, sei auch der Verkauf einzelner Unternehmensteile denkbar, sagte ...
Meine Frage war vor einigen Tagen: „…wer investiert noch in ein Unternehmen zu dem gelinde ausgedrückt Gerüchte im Umlauf sind?“ Die Antwort haben wir jetzt offensichtlich - es investiert niemand, der Fundus wird wohl von einem Investor übernommen und Brauchbares verwertet werden, möglicherweise eine Restfirma bestehen bleiben.
Für die Genussrechteinhaber hat der Insolvenzverwalter damit nichts getan. Für die wird am Ende nicht viel dabei heraus kommen. Der Insolvenzverwalter wird sich dann wohl auf die Fahnen schreiben können ein Unternehmen und damit einen Großteil der Arbeitsplätze zunächst gerettet zu haben, die Investoren interessieren ihn dabei, wenn überhaupt, nur sehr nachrangig. Die Genussrechteinhaber sollten bei dieser Vorgehensweise keine großen Erwartungen an dieses Verfahren haben. Für diesen Kreis wird es enteignungsähnliche Ergebnisse mit sich bringen.
„Zukunftstechnologie wird zur Pleitebranche“
„Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters … haben rund 1.600 Inhaber von Genussrechten etwa 18,9 Millionen Euro investiert.“
Bild 8: „Windwärts“:
http://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/sunways-meyer-burger-solarwatt-zukunftstechnologie-wird-zur-pleitebranche/6442882.html?slp=false&p=8&a=false#image
„wiwo.de“: „Da die Genussrechte sehr wahrscheinlich eigenkapitalnah sind, erhalten die Anleger bei einem Verkauf der Vermögenswerte im Rahmen einer so genannten übertragenden Sanierung nur dann Geld, wenn alle anderen Forderungen zu 100 Prozent bedient wurden. Das ist aber in der Regel nicht der Fall. Die Konsequenz: Die Anleger dürften dann nur einen geringen Teil ihres investierten Kapitals wiedersehen oder im Extremfall sogar komplett leer ausgehen…“
http://www.wiwo.de/finanzen/steuern-recht/prokon-insolvenz-anleger-koennten-komplett-leer-ausgehen/9831948.html
Prokon - Allgemeine Informationen zum Insolvenzverfahren
Äußerst interessant und sehr wichtig ist die Feststellung, „dass der Insolvenzverwalter und auch das Insolvenzgericht selbst davon ausgehen, dass die Genussrechtsbedingungen unwirksam sind, so dass die befürchtete Nachrangigkeit der Forderungen der Anleger im Insolvenzverfahren zum derzeitigen Zeitpunkt nicht gegeben ist.“
Derzeit liegen mir keine Informationen vor, wie das Insolvenzgericht im „Windwärts“-Insolvenzverfahren dies sieht.
Strafanzeige gegen „Windwärts“
Die „Neue Presse“, Hannover, berichtete am 26.04.2014 unter anderem wie folgt: „In der der NP vorliegenden Strafanzeige heißt es, eine Kaufoption für ein Projekt in Frankreich sei nur als „Überbrückungskredit“ zu verstehen, Vermarktungschancen völlig unrealistisch. Für den Windpark Hustedt hatte Windwärts von drei Millionen Euro Kapitalanlage durch Anleger gesprochen; in Wirklichkeit aber soll eine Bank einen Kredit von zwei Millionen gegeben haben…“
Der Insolvenzverwalter geht davon aus, „dass böswillig Gerüchte gestreut werden, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden“.
Es hat eigentlich sehr lange gedauert bis in diesem Verfahren die eigentlich sonst überall üblichen Strafanzeigen gestellt wurden. Meistens wegen Insolvenzverschleppung, hier nun wegen Bilanzfälschung und Betrug. Dies ist natürlich eine ganz andere Dimension. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass derartige Anzeigen in der überwiegenden Zahl der Fälle mit einer Einstellung enden. Fast ausnahmslos haben die Staatsanwaltschaften in diesen Verfahren Beweisprobleme und damit bleibt eine Verfolgung häufig auf der Stecke.
Ob deshalb moralisch alles in Ordnung ist muss der Betrachter immer für sich selbst entscheiden. Die Genussrechteinhaber bei „Windwärts“ wurden nie mit ausreichenden Informationen verwöhnt.
Mickrige Mitteilung zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens
Auf meine Frage an „Windwärts“: Wie lautete die Begründung des Insolvenzgerichts für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens? bekam ich nachstehende Antwort:
„…vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihre Nachfrage zur Begründung des Insolvenzgerichts für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Im Beschluss des Amtsgerichts Hannover sind folgende Gründe ausgewiesen:
„Die Schuldnerin ist zahlungsunfähig und überschuldet. Dies steht zur Überzeugung des Gerichts fest aufgrund der durchgeführten Ermittlungen, insbesondere aufgrund des Gutachtens des Sachverständigen Rechtsanwalt Prof. Dr. Volker Römermann vom 28.04.2014.“
Eine wohl eher dürftige Antwort, denn die gerichtliche Begründung dürfte vermutlich erheblich umfangreicher sein. So wird von „Windwärts“, eigentlich nun doch wohl eher vom Insolvenzverwalter informiert.
Auch auf der Internetseite des Unternehmens werden keine konkreten Zahlen genannt. Nachvollziehbar ist dies alles nicht, schon gar nicht informativ.
http://www.windwaerts.de/de/pressecenter/detail/fortschritte-im-projektgeschaeft-zuversicht-fuer-eroeffnetes-insolvenzverfahren.html
„Der wahre Fall Windwärts“?
„Das Magazin ERNEUERBARE ENERGIEN“ nimmt für sich in Anspruch die Wahrheit zum „Fall“ „Windwärts“ erkannt zu haben. Ein starker Anspruch, mir kommen da erhebliche Zweifel:
„erneuerbareenergien.de“: http://www.erneuerbareenergien.de/der-wahre-fall-windwaerts/150/469/78533/
„Irritierend ist der Umgang mit dem Fall“ - es ist schon sehr irritierend wenn man zu diesen Schlussfolgerungen kommt, denn „Windwärts“ wurde keineswegs als „bundesweit bedeutsames Ereignis dokumentiert“. Man hat dort Glück gehabt, dass gleichzeitig die Insolvenz von „Prokon“ medienträchtig durch Blätter und Nachrichten ging und die Politik wieder ein neues kurzzeitiges Thema hatte. „Windwärts“ war mit seiner Insolvenzankündigung nicht einmal für die regionale Presse ein Thema und so wurden von keiner Seite kritische Fragen gestellt und es wurde keine Ursachenforschung betrieben.
Die Presseabteilung des Hauses „Windwärts“ beherrscht auch heute noch das Thema und versteht es geschickt nichts heraus zu lassen. Die Genussrechtsinhaber sind heute noch so „schlau“ wie am Beginn des Verfahrens und es fehlen ihnen sämtliche Informationen wie überschuldet das Unternehmen ist und was die wirklichen Gründe für die „Pleite“ sind, ganz abgesehen von sonstigen Erkenntnissen. Wenn der Kreis der Genussrechteinhaber so klein ist warum erhalten diese dann nicht das Gutachten welches zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens führte, zumindest wesentliche Passagen daraus.
Bei dieser Größenordnung kann es doch kein Problem sein kurzfristig festzustellen ob die erhobenen Anwürfe den Tatsachen entsprechen?
„Dabei wird es immer Grauzonen geben - und keinem Unternehmen kann verweigert werden, nicht auch in Notsituationen kreativ das Mögliche auszuschöpfen“, so das Magazin. Da fällt mir doch kaum noch etwas dazu ein. Das Thema der kreativen Bilanzen kennen wir doch alle, doch die Kreativität hört spätestens dort auf wo die Informationen nicht mehr zutreffend sind. Da beginnt der Betrug, auch wenn ich als Unternehmensführung ahnungslos bin und Fachwissen vorgaukle. Das Unternehmen „Windwärts“ wird vor die Wand gefahren und die Geldgeber sollen sich mit „Grauzonen“ und „kreativen“ Möglichkeiten zufrieden geben? Nur Kreativität bedeutet zu keinem Zeitpunkt Information, sondern Desinformation.
Anschließend unterstellt man den Anlegern noch „fehlendes Wissen“: „Das ist das Problem - und es ist das einzige, was am Fall Windwärts gruseln lässt: Die Anleger können gar nicht korrigierend auf ihr Unternehmen wirken, weil ihnen das Wissen dafür fehlt.“
Wem hat hier wohl das Wissen gefehlt? Offensichtlich doch wohl eher der Geschäftsführung „Windwärts“ und die hat die Anleger gar nicht erst über elementare Abläufe informiert? Schon gar nicht mehr als Probleme erkennbar waren. Sollte man bei „Windwärts“ diese Probleme nicht erkannt haben? Es könnte ins Bild passen. Nur wozu beschäftigte man dann einen Wirtschaftsprüfer?
Die Anleger waren höchstens davon überzeugt eine gute Tat für die Umwelt geleistet zu haben, konnten beruhigt schlafen. und waren damit möglicherweise naiv genug nicht zu erkennen einem Scharlatan aufgesessen zu sein, der die Zeichen der Zeit richtig deutete und das richtige Lied spielte?
Abgesehen davon müssen nicht die Anleger über das Wissen verfügen ein Unternehmen zu führen sondern die die Gelder einsammeln. Das scheint aber in vielen Bereichen zu fehlen wo sich Idealisten „marktwirtschaftlichen Grundsätzen“ unterwerfen ohne diese zu kennen, eben mal eine Firma gründen ohne selbst dabei groß Mittel einzusetzen, und meinen nur der gutgemeinte Wille und viel Hoffnung reiche aus ein Unternehmen erfolgreich zu führen. Irgendwann ist man dann erschrocken was alles möglich war und ist. Nur dann hat man die entscheidenden Fehler schon gemacht, denn nicht das Geld welches abends in der Kasse ist kann ausgegeben werden, damit müssen erst die laufenden Vorgänge bedient werden.
Die Führungsriege „Windwärts“ hat jedenfalls bewiesen, dass sie ein Unternehmen nicht führen konnte, nur diese Erkenntnis hilft den Geldgebern nun auch nicht mehr weiter. Allerdings mutet es eigenartig an, dass der Insolvenzverwalter immer noch an der alten Führungsriege fest hält und denen vermutlich auch noch Gehalt zahlt, aber dies ist meine persönliche Sicht der Dinge.
http://www.klimaretter.info/wirtschaft/nachricht/16287-panorama-betrug-bei-windwaerts
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2014-04/30121778-panorama-3-anleger-getaeuscht-windwaerts-energie-gmbh-warb-mit-geschoenten-zahlen-007.htm
http://www.warnernews.de/panorama-3-anleger-getaeuscht-windwaerts-energie-gmbh-warb-mit-geschoenten-zahlen/
Geschäftsführer Lothar Schulze bleibt in dieser Funktion im Unternehmen
„Geschäftsführer Lothar Schulze bleibe in dieser Funktion im Unternehmen und solle den eingeschlagenen Sanierungskurs fortführen.“
http://www.euwid-energie.de/news/bioenergie/einzelansicht/archive/2014/may/Artikel/insolvenzverfahren-ueber-windkraft-projektierer-windwaerts-eroeffnet.html
Sind Forderungen von Genussrechtsinhabern nachrangige Forderungen?
„Sind Forderungen von Genussrechtsinhabern nachrangige Forderungen?“
„Ja, die Forderungen von Genussrechtsinhabern sind nachrangige Forderungen gem. § 39 InsO.“
http://www.windwaerts.de/de/infothek/faq.html
Das Insolvenzgericht im Vorgang „Prokon“ vertritt hier eine andere Auffassung.
Mitteilung des Insolvenzgerichts zur Verfahrenseröffnung
Meine Frage an „Windwärts“: „…wie lautet die Begründung des Insolvenzgerichts für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens…“
Antwort: „…Im Beschluss des Amtsgerichts Hannover sind folgende Gründe ausgewiesen:
Meine Frage an „Windwärts“: „…Das Insolvenzgericht wird doch wohl das Insolvenzverfahren nicht mit einem Anderthalbzeiler eröffnet haben?
Ich hätte mir zumindest ein paar konkrete Zahlen zur Einschätzung der Lage gewünscht und ob das Gericht bezüglich der Rangstellung der Genussrechteinhaber irgendwelche Aussagen machte, ähnlich dem Verfahren bei "Prokon".“
Antwort: „…vielen Dank für Ihre erneute Nachfrage bezüglich der Gründe für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über die Windwärts Energie GmbH. Allerdings ist es in der Tat so, dass der Beschluss allein die von mir bereits zitierte Passage zur Begründung enthält. Informationen zur Rangstellung der Genussrechte etc. finden Sie ab sofort im Bereich FAQ auf unserer Website.“
„Windwärts“: „Wie gewohnt, erfolgt die Geschäftskorrespondenz per Post oder E-Mail. Darüber hinaus besteht ab Mai 2014 die Möglichkeit, sich in Form eines digitalen Newsletters über die weitere Entwicklung der Windwärts Energie GmbH zu informieren. Bei Interesse können Sie sich hier für den Newsletter anmelden.“
Genussrechtsinhaber ohne Stimmrecht
Diese Tage haben nun auch Sie liebe Post von Ihrem Insolvenzverwalter bei „Windwärts“ in der in dieser Branche häufig üblichen herablassenden Tonart bekommen. Nun haben Sie es schwarz auf weiß. „Das Schuldverschreibungsgesetz findet keine Anwendung.“ Sie sind somit Inhaber einer nachrangigen Forderung.
Die Gläubigerversammlung findet am 31. Juli 2014, 10.00 Uhr, Radisson Blu Hotel Hannover, Saal Europa 1 und 2 Expo Plaza 5, 30539 Hannover statt. Als Inhaber, damit als Gläubiger „gemäß § 39 InsO“, einer nachrangigen Forderung, haben Sie, als Genussrechtsinhaber, selbstverständlich kein Stimmrecht.
Sie sollten trotzdem dort erscheinen um dem Insolvenzverwalter zu zeigen, dass es eine zum Stillhalten gezwungene Mehrheit gibt die ihm auf die Finger sehen wird, soweit dies überhaupt gelingen kann. Ein Versuch schadet zumindest nicht. Ausführungen dazu ob Ihnen ein Rede- oder Fragerecht zusteht, dies geht aus den Ausführungen nicht hervor. Der Insolvenzverwalter des Prokon-Insolvenzverfahren hat in seinem Anschreiben an die Insolvenzgläubiger eine konziliantere und verbindlichere Form gefunden und einen informelleren Weg gewählt. Wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es noch lange nicht dasselbe. Dort hat auch das Insolvenzgericht bezüglich der Rechtsstellung der Genussrechteinhaber anders entschieden, es sind dort keine nachrangigen Forderungen.
In der Gläubigerversammlung werden nun andere Leute über Ihr Geld beschließen und entscheiden, Sie dürfen dies zur Kenntnis nehmen. Überwiegend ist es nämlich Ihr Geld welches da noch verteilt wird, denn Ihr Geld war die Grundlage für die Erträge des Unternehmens „Windwärts“ und für weitere Darlehn usw. die man damit absicherte. Es wurde dort nicht sorgsam verwaltet. Ob es Ihnen aber gefällt oder nicht, Einfluss darauf wie es weiter gehen wird haben Sie nicht im Geringsten. Diesen Vorgang muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, bevor man es möglicherweise begreift.
Es wird sich dann irgendwann, wahrscheinlich in fernerer Zukunft, zeigen ob da noch etwas für die Genussrechtsinhaber übrig bleibt, außer Lebenserfahrung. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich habe da allerdings wenig Hoffnung bei der für mich erkennbaren Einstellung dieses Insolvenzverwalters. Die Firma wird er wohl retten, die Gelder der Genussrechtsinhaber wohl eher nicht, denn wenn eine Investitionsgesellschaft oder ähnlicher Geldgeber einsteigt, und der wird gesucht, dann wird sich ein Weg finden lassen die Aufwendungen dafür moderat zu gestalten. Warum sollte er sonst ein marodes Unternehmen übernehmen? Ein Investor hat keine Ambitionen auch noch Genussrechtsinhabern etwas zu geben, dieser sucht den schnellen Ertrag aus der Resteverwertung.
Zumindest haben Sie einer vermeintlich guten Idee Ihre Beträge gespendet. Andere haben nun, bzw. hatten schon etwas davon, Sie nun nicht mehr, wenn überhaupt. Eine Zukunftstechnologie wurde zur Pleitebranche. Mangels fehlender Informationen konnte hier der Genussrechtsinhaber zu keinem Zeitpunkt erkennen, dass es eben kein seriöses Modell war dem er aufsaß. Ihre Rechte als Genussrechtsinhaber sind nun einmal marginal. Der Anbieter wusste warum er diesen Weg zur Geldbeschaffung wählte. Mit dem grünen Gewissen der Anleger wurde geschickt Schindluder getrieben. Zumindest haben Sie für die Anschubfinanzierung gesorgt, die Früchte werden andere ernten. Im Einkauf liegt der Gewinn, der künftige Investor wird dies wissen. Vom Insolvenzrecht dürfen Sie für sich nichts erwarten.
Forderungsanmeldung für Genußrechte
Inzwischen ist wohl den meisten auch bewusst geworden welche Werthaltigkeit die Genußrechte bei „Windwärts“ noch haben könnten?
Die Forderungsanmeldung für nachrangige Forderungen konnte versucht werden. Warum forderte der Insolvenzverwalter indirekt dazu auf, wenn dazu noch gar keine Aufforderung durch das Gericht vorlag? Wollte er nur einen Überblick bekommen was noch auf ihn zukommen könnte um entsprechend den Berichts- und Prüfungstermin steuern zu können? Eigentlich stehen diese Werte doch in den Bilanzen bei „Windwärts“? War diese Vorgehensweise im Interesse der Genussrechtsgläubiger?
Denn inzwischen wurde diesem Personenkreis beschieden, dass deren Anmeldung derzeit, also bei dem für den 31.07.2014 anberaumten Berichts- und Prüfungstermin, völlig uninteressant ist. Das Gericht hat dazu noch gar nicht aufgefordert. Ob dies jemals geschehen wird steht in den Sternen, denn andere werden erst einmal darüber entscheiden was mit dem geschieht was noch vorhanden ist und wenn dabei etwas übrig bleiben sollte, dann bekommen die Genussrechtsinhaber eventuell noch etwas ab:
„Ihre Forderung darf gem. § 174 Abs. 3 S. 1 InsO erst geprüft werden, wenn das Insolvenzgericht besonders zur Anmeldung dieser Forderung aufgefordert hat, da es sich bei der von Ihnen angemeldeten Forderung um eine nachrangige Forderung gem. § 39 InsO handelt. Nachrangige Forderungen werden in dem vom Amtsgericht Hannover - Insolvenzgericht - anberaumten Berichts- und Prüfungstermin am 31.07.2014 daher nicht geprüft.“
„Hinweis: Gläubigern gem. § 39 InsO, mithin auch Genussrechtsinhabern, steht gem. § 77 Abs. 1 S. 2 InsO kein Stimmrecht im Berichts- und Prüfungstermin am 31.07.2014 zu. Eine persönliche Teilnahme Ihrerseits an dem Termin ist auch vor diesem Hintergrund nicht erforderlich.“
Schön, dass Sie dem Unternehmen Ihr Geld anvertrauten. Die Genussrechtsgläubiger haben die „Musik bezahlt“, das Stück welches gespielt wird, bestimmen aber andere.
„insolvenzrecht.jurion.de“: „Nachrangige Insolvenzforderungen werden erst befriedigt, wenn alle anderen Insolvenzforderungen bereits befriedigt sind. Nach § 174 Abs. 3 InsO sind nachrangige Insolvenzforderungen nur anzumelden, wenn das Insolvenzgericht hierzu besonders auffordert. In der Praxis geschieht dies fast nie.“
http://www.insolvenzrecht.jurion.de/meine-inhalte/know-how/n/nachrangige-insolvenzforderung/
„windwaerts.de“: „Am heutigen Montag, den 16. Juni, beginnt das von Windwärts beauftragte ortsansässige Unternehmen mit dem Bau der Wege und Kranstellflächen für die sechs Windenergieanlagen in der Nähe von Hohnsen, einem Ortsteil des Fleckens Coppenbrügge.“
Die Genußrechtsgläubiger werden ausgebootet?
Der neue monatliche Newsletter aus dem Hause „Windwärts“ liegt Ihnen vor. Warum verteilt man diesen, wenn man nichts Neues mitzuteilen hat:
„…das Insolvenzverfahren über die Windwärts Energie GmbH befindet sich in der entscheidenden Phase. Der Insolvenzverwalter und die Unternehmensleitung verhandeln mit verschiedenen potenziellen Investoren, um die Zukunft von Windwärts mit einem starken Partner an unserer Seite sicherzustellen. Selbstverständlich sind diese Gespräche vertraulich, da jede Indiskretion den Erfolg der Verhandlungen gefährden kann. In dieser Ausgabe unseres Newsletters können wir daher leider noch nichts Konkreteres berichten…“
Weiter: „Den geeigneten Investor zu finden, ist nicht nur für uns bei Windwärts entscheidend, sondern auch für die Gläubiger des Unternehmens, zu denen auch die Inhaber von Genussrechten zählen. Denn am Ende entscheidet der Kaufpreis für das Unternehmen darüber, mit welcher Quote die Forderungen der Gläubiger bedient werden können.“
Es ist reine Propaganda die hier verbreitet wird und mit der nur ein Stillhalten der Genußrechtsgläubiger erreicht werden soll. „…mit welcher Quote die Forderungen der Gläubiger bedient werden können…“ Die Genußrechtsgläubiger sind bisher nicht einmal zur Abgabe der Anmeldung ihrer Forderungen vom Gericht aufgefordert worden. Eine Quote werden diese nur bekommen, wenn alle anderen Gläubiger vorher voll befriedigt wurden. Für das Unternehmen ist der Investor die entscheidende Größe, denn dieser sichert dem Unternehmen den Fortbestand, den Genußrechtsgläubigern wird er so gut wie nichts bringen.
Wer vertritt bei diesen Verhandlungen die Interessen der Genußrechtsgläubiger?
Stillschweigen und Vertraulichkeit, das ist alles was die Genußrechtsgläubiger bis heute aus dem Hause „Windwärts“ zu hören bekamen. Alles „fauler Zauber“ was dort jetzt abläuft. Die Genußrechtsgläubiger sollen nur ruhig gestellt werden. Es kann aber auch nichts bringen dem „schlechten“ Geld noch „gutes“ Geld hinterher zu werfen. Die Genußrechtsgläubiger wurden von einer unfähigen Geschäftsleitung aufs Kreuz gelegt. So unfähig wie man bei der Abwicklung der Unternehmensgeschäfte war, so geschickt bootet man jetzt die Genußrechtsgläubiger aus. Keine Informationen keinen Interessenvertreter. Die Gesetzeslage und das Insolvenzgericht lassen es zu.
Ortsänderung für den Berichts- und Prüfungstermin
Das Amtsgericht Hannover hat mit Beschluss vom 02.07.2014 den Eröffnungsbeschluss dahingehend abgeändert, dass der Berichts- und Prüfungstermin am Donnerstag, den 31.07.2014 nunmehr im:
Copthorne Hotel Hannover, Würzburger Straße 21, 30880 Hannover Laatzen, Saal King George I bis III,
10.00 Uhr, Einlass ab 8.30 Uhr, stattfindet.
Propagandaschrift aus dem Hause „Windwärts“
Aus dem Hause „Windwärts“ konnten Sie dieser Tage wieder einen neuen Newsletter zur Kenntnis nehmen. Eine reine Propagandaschrift mit der „Business as usual“ vorgegaukelt werden sollte, Informationen zum Insolvenzverfahren und wirklich interessierende konkrete Zahlen und Absichten aber nicht genannt wurden. Es ist reine Verdummung der Betroffenen was dort betrieben wird, offensichtlich mit Billigung des Insolvenzverwalters?
Wen will man damit eigentlich beeindrucken? So dämlich denen noch Geld zu geben wird doch wohl kaum ein Privatmann noch sein?
Was ist bei „Windwärts“ noch „Business as usual“? Nichts - denn der Insolvenzverwalter bestimmt wo es entlang geht und der ist letztendlich nur daran interessiert das Unternehmen abzuwickeln und es interessiert ihn wohl nicht im Geringsten ob dabei für die Genussrechtsinhaber etwas übrig bleibt.
„…es sind fast drei Monate vergangen, seit das Insolvenzverfahren über die Windwärts Energie GmbH eröffnet wurde. Am 31. Juli steht nun ein sehr wichtiger Termin in diesem Verfahren an. Dann werden die Windwärts-Gläubiger vom Insolvenzverwalter zur Lage des Unternehmens informiert und stimmen über einige Punkte ab, die für die Zukunft des Unternehmens von großer Bedeutung sind. So muss die Gläubigerversammlung unter anderem darüber abstimmen, ob das Unternehmen fortgeführt wird, und ob es weiterhin einen Gläubigerausschuss geben soll…“
Mehr fällt den Verantwortlichen bei „Windwärts“ zu diesem Thema nicht ein? Totale Desinformation, wie immer. Es ist eine Veralberung der Genussrechtsinhaber, die man ohnehin schon abgeschrieben hat. Kein Anspruch auf Information und es wird auch nichts herausgelassen.
„Das außerordentlich große Interesse hat natürlich damit zu tun, dass grundsätzlich alle 1.600 Genussrechtszeichner als Gläubiger an der Versammlung teilnehmen können. Stimmberechtigt sind sie allerdings nicht, das ist den nicht-nachrangigen Gläubigern nach §38 Insolvenzordnung vorbehalten.“
„Genussrechtszeichner als Gläubiger“? Die Rechtsstellung wird sofort nachgeliefert damit gar nicht erst Hoffnungen aufkommen. Teilnahmeberechtigung um zur Kenntnis zu nehmen was andere für sie beschließen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürfen die Genußrechtsgläubiger wohl davon ausgehen, dass nichts für sie übrig bleiben wird, denn ob die angesprochenen Projekte in Hessen irgendwann Gestalt annehmen steht noch in den Sternen, denn auch dort gibt es etliche Aktivitäten derer die mit diesen Vorgängen dort nicht einverstanden sind. Den Genußrechtsgläubigern bringt es ohnehin nichts wenn dort oder anderswo die geplanten Projekte gelingen. Ganz abgesehen davon, wo will „Windwärts“ die Finanzierung her nehmen? Nach meinem Kenntnisstand ging man in Insolvenz, weil man die vorhandenen Mittel „verbraten“ hatte? Projekte können somit nur mit neuen Mitteln durchgeführt werden und deren Geldgeber werden „einen Teufel tun“ und Geld für die bisherigen Gläubiger zur Verfügung stellen. „Eine Schwalbe macht ohnehin keinen Sommer“. Dem Insolvenzverwalter würde es nur Arbeit machen auch noch die Forderungen der Genussrechtsinhaber prüfen zu müssen.
Der gesamte Newsletter stellt nur das „Pfeifen im Wald“ eines mehr als angeschlagenen Unternehmens dar, eher eines Unternehmens welches k. o. ging. Dafür „spuckt“ man aber noch gewaltige Töne. Teilsaniert werden soll nun wohl zunächst über die Eliminierung der Genussrechtsinhaber und dann wird das Unternehmen oder wirtschaftlichen Erfolg versprechende Teile davon, vom Insolvenzverwalter an den meistbietenden verhökert werden? Allerdings steht nicht zu befürchten, dass die Interessenten Schlange stehen werden und der Erlös wird nicht so kräftig ausfallen, dass es für die Genußrechtsgläubiger etwas bringen wird, dies werden die potentiellen Interessenten mit Sicherheit so hinbekommen. Alles das Ergebnis einer unfähigen Unternehmensführung die eine Vision hatte.
Ausgeschlossene Gläubiger praktisch rechtlos
„Kölner Stadtanzeiger“: „Gericht schließt Gläubiger aus“. „Das ist ein Fünftel der Anleger, die Prokon in der Hoffnung auf hohe Renditen Genussrechtskapital zur Verfügung gestellt hatten. DSW-Vize … sagte, das Gericht sei seinem Antrag gefolgt, wonach die Übertragung von Stimmrechten an einen Vertrauten von Prokon-Gründer … gegen Insolvenzrecht verstoße.“
„Gläubiger praktisch rechtslos“
Das Amtsgericht Hannover hat in Bezug auf die Genußrechtsgläubiger bei „Windwärts“ einen „eleganteren“ Weg gefunden. Die Rechtstellung der dortigen Genußrechtsgläubiger ist ähnlich zu bewerten. Sie sind praktisch auch rechtlos.
„Süddeutsche.de“: „Richterin erkennt Anhängern des Prokon-Gründers Stimmrecht ab“
Bei Prokon haben die Genußrechtsgläubiger zumindest ein Stimmrecht, mit Ausnahme deren auf die der vorstehende Sachverhalt zutrifft. Bei „Windwärts“ hat keiner der Genußrechtsgläubiger ein Stimmrecht.
„WirtschaftsWoche“: „Die Gläubigerversammlung des insolventen Windparkbetreibers Prokon endet mit einer herben Niederlage für Ex-Chef ... Die Teilnehmer haben abgestimmt und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin und den von ihm vorgelegten Sanierungsplan bestätigt.“
„biallo.de“: „Was die Gläubigerversammlung für Anleger bedeutet“
„WirtschaftsWoche“: „Wer gewinnt die Schlacht um Prokon?“
Ist es hier nun ein „Glaubenskrieg“ oder wird hier um wirtschaftliche Interessen gekämpft? Möglicherweise Vorteile? Dieses Eindrucks kann man sich nicht erwehren, wenn sich hier sogenannte Aktionärs- und Anlagenschützer und solche die zumindest glauben dies zu sein und unter anderem auf Veranstaltungen wie Hauptversammlungen oft nur durch ein gerütteltes Maß an Ahnungslosigkeit auffallen unter dem Vorwand die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten sich hier aufspielen und in das Geschehen einzugreifen. Natürlich um die Interessen der eigenen Vollmachtgeber zu wahren. Hoffentlich wussten diese was sie taten als diese die Vollmacht erteilten? Dazu kommt ein offensichtlich überfordertes Amtsgericht und ein Insolvenzverwalter der sich bemüht aber wohl Probleme hat diese Größenordnung zu bewältigen und zu ordnen, der aber einen Kleinkrieg gegen den bisherigen „Herrscher“ von Prokon führt, und umgekehrt dieser gegen ihn, mit Austausch wechselseitiger Gemeinheiten, die der Sache nicht dienen. Der Gründer von Prokon hatte nun aber lange genug Zeit zu beweisen, dass er es konnte, was, wie der Ablauf der Dinge zeigt wohl eher nicht der Fall war?
Alles keine gute Ausgangslage für die Genussrechtsinhaber. Letztendlich kann es nur einen richtigen Weg geben. So wie es jetzt aussieht werden sich wohl die Gerichte weiter mit diesem Vorgang zu beschäftigen haben und Mittel der Geldgeber wird für Anwälte und Gerichtskosten ausgegeben werden um eröffnete „Nebenkriegsschauplätze“ abzudecken, denn der Insolvenzverwalter wird seinen Weg auf Kosten der Gläubiger durchsetzen. Er weiß, dass er dabei zumindest das Wohlwollen des Insolvenzgerichts besitzt.
Bei „Windwärts“ wird sich dieses Possenspiel wohl kaum wiederholen können, denn dort sind die Genussrechtsinhaber rechtlos gestellt, nachrangige Forderungen wurden noch nicht einmal zur Anmeldung angefordert. Damit wurde ein Großteil der Gläubiger ruhig gestellt, Geld durften diese dem Unternehmen zur Durchführung der Spielwiese geben und dies war es dann. Allerdings ist bei „Windwärts“ der betroffene Kreis auch erheblich kleiner und verfügt offensichtlich über wenig Kampfesstimmung. Daher ist etliches bei „Windwärts“ für die sonst immer auf dem Weg befindlichen Anwaltskanzleien wohl eher uninteressant.
„Frankfurter Allgemeine Zeitung“: „Teeren und federn“.
Investorensuche nach dem Prinzip Hoffnung
„iwr.de“: „Windwärts legt beim Windpark Coppenbrügge los“
Gläubigerversammlung (Berichts- und Prüfungstermin) der „Windwärts Energie GmbH“
Die mediale Resonanz hielt sich in argen Grenzen. Nachstehend einige Berichte:
„Hannoversche Allgemeine Zeitung“: „Drei Käufer buhlen um Windwärts“.
„Windwärts“-Newsletter („die Hauspostille“): „Gläubigerversammlung bestätigt Kurs des Insolvenzverwalters“.
„erneuerbareenergien.de“: „Optimismus vor Gläubigerversammlung“.
„sonnewindwaerme.de“: „Freie Bahn für den Verkauf von Windwärts“.
Vor einigen Tagen fand die Gläubigerversammlung zum „Windwärts“-Insolvenzverfahren statt. Sie als Gläubiger aus Genussrechtsforderungen hatten keine Möglichkeit auf die Entscheidungen dort abstimmungsmäßig Einfluss zu nehmen. Sie gaben zum überwiegenden Teil das Geld, andere entschieden nun darüber was davon möglicherweise für Sie noch verbleiben wird.
Insgesamt sammelte „Windwärts“ ca. 19 Millionen Euro über Genußrechte ein.
Wie nun einem Bericht der „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ zu entnehmen ist geht der Insolvenzverwalter davon aus, dass das Unternehmen derzeit noch mit 20 Millionen Euro zu bewerten ist. Der Insolvenzverwalter strebt demnach einen schnellen Verkauf an. Angeblich soll es drei Interessenten geben. Wie ernsthaft dieses Interesse ist, dies ist nicht nachvollziehbar.
Die Informationslage durch den Insolvenzverwalter, insbesondere an die Genußrechtsgläubiger ist nicht durch große Informationsfreudigkeit gekennzeichnet, sie ist eher prekär. Es kommt nur sehr wenig an und bei dem was dann kommt ist der Informationsgehalt eher marginal.
Wenn der Insolvenzverwalter auf der Gläubigerversammlung mehrmals den Bogen zum Insolvenzverfahren „Prokon“ schlug, letztendlich völlig uninteressant, dann sollte er vielleicht einmal bezüglich der „Kundenfreundlichkeit“ und der Informationsfreudigkeit, auch an die Genussrechtsinhaber, die bei „Prokon“ aber eine ganz andere Rechtsstellung besitzen, die Genußrechtsgläubiger sind dort keine nachrangigen Gläubiger und damit keine Gläubiger zweiter Klasse, sich ein Beispiel an seinem Kollegen dort nehmen. Der Insolvenzverwalter bei „Prokon“ kommt mit Informationen herüber und dort ist auch erkennbar, dass der Insolvenzverwalter etwas für die Genussrechtsinhaber versucht. Egal wie der einzelne diese Vorgänge dort dann bewertet, es wird aber reichlich Information angeboten und es wurde eine schon fertig ausgefüllte Anmeldung der Insolvenzforderung dem einzelnen Gläubiger übersandt die dieser nur unterschreiben musste, wenn diese auch aus seiner Sicht in Ordnung war. Wurden keine Änderungen vorgenommen, dann hatte der Insolvenzverwalter dort schon darauf hingewiesen, dass die Forderung in der Höhe auch anerkannt sei.
Lesen Sie den letzten Newsletter aus dem Haus „Windwärts“ zur durchgeführten Gläubigerversammlung, der Insolvenzverwalter wird ihn hoffentlich autorisiert haben, für den Inhalt hätte man sich dort die Zeit dafür sparen können.
Es stellt sich für mich die Frage, wenn sich nach Angaben der „HAZ“, deren Ausführungen doch wohl höchstwahrscheinlich aus der Quelle des Insolvenzverwalters stammen werden, den Genussrechtsinhabern „etwas weniger als ein Drittel der von ihnen angelegten Summe“ in Aussicht gestellt wird und sich dies zum Zeitpunkt der Gläubigerversammlung schon abzeichnete, warum wurden dann die Genußrechtsgläubiger nicht zur Anmeldung ihrer Forderungen durch das Insolvenzgericht und damit auch zur stimmberechtigten Teilnahme an dieser Versammlung aufgefordert?
Ein Insolvenzverwalter der an der Abwicklung dieses Verfahrens von den ca. 2,3 Millionen Euro an Gebühren wohl einen sehr erheblichen Teil einfährt, darüber hinaus möglicherweise noch zusätzliche Beträge für ergänzende, aber nicht darin enthaltene zusätzliche Aufgaben und Zwangsläufigkeiten, erhalten könnte, dürfte diesen Sachverhalt doch wohl erkannt haben?
Es ist letztendlich Ihr Geld welches da verteilt wird, denn das Insolvenzgericht und auch das Insolvenzverfahren beginnt erst, wenn ausreichend Mittel für die daraus resultierenden Verfahrenskosten vorhanden sind.
„HAZ“: „Die Genussrechteinhaber hingegen müssen sich hinten anstellen und bekommen nur das, was am Ende übrig bleibt. In diesem Fall wären das rund 7 Millionen Euro - also etwas weniger als ein Drittel der insgesamt von ihnen angelegten Summe. Im Vergleich mit anderen Insolvenzen sei das eine „sensationelle Quote“, sagte … Im Schnitt bekämen Gläubiger nur 3 Prozent ihrer Forderungen, bei Windwärts läge sie insgesamt bei rund 5o Prozent.“
Was soll mit dieser Aussage angedeutet werden, bzw. welche Aussagekraft soll diese haben? Sollen wir uns noch dafür bedanken, dass nur über zwei Drittel der Gelder verballert wurden?
„Das Fell des Löwen ist aber noch nicht verteilt“, der Insolvenzverwalter lobt aber schon seine Tätigkeit. Sollte er vielleicht schon mehr wissen als er herausließ? „Eigenlob stinkt“, sagt der Volksmund. Hier möglicherweise ganz besonders, denn konkret ist noch gar nichts.
Es besteht nicht der geringste Grund den Insolvenzverwalter für die Ankündigung zu loben, selbst wenn diese eintreten sollte, denn letztendlich wird das verteilt was vorhanden ist und der Insolvenzverwalter kann nur das verteilen was er vorfindet. „Eine sensationelle Quote“, eher erschreckend, denn offensichtlich wusste die Unternehmensleitung nicht mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen? Der Insolvenzverwalter sah aber keinen Grund den bisherigen Geschäftsführer von seinen Pflichten zu entbinden.
Wenn noch so viel da ist oder war warum dann dieses Verfahren in dieser Form? Das Unternehmen wird fortgeführt, mit Ausnahme der Genußrechtsgläubiger erhalten alle Beteiligten und Lieferanten, damit auch Banken und sonstige Geldgeber die vollen Beträge zurück, die Kosten des Verfahrens sind auch gedeckt. Eigentlich für alle Beteiligten eine glückliche Hoffnungslage, nur nicht für die Genussrechtsgeldgeber. Diese wird man aber durch dieses Verfahren, wohl zum Glück, los?
Wie kommt der Insolvenzverwalter darauf, bzw. wer bewertete das Unternehmen, jetzt mit 20 Millionen Euro? Warum erhalten die Genußrechtsgläubiger hierzu keine nachvollziehbaren Unterlagen? Wer erstellte möglicherweise ein Gutachten über die derzeitige Werthaltigkeit des Unternehmens?
Bewertung mit zwanzig Millionen - hat einer der Interessenten schon signalisiert, dass er bereit ist diesen Betrag zu zahlen? Jede Million weniger verringert nur die Quote der Genußrechtsgläubiger. Jede Million mehr könnte diese erhöhen. Warum soll dann das
Unternehmen aber nur zwanzig Millionen wert sein? Wenn schon bei Beginn der Investorensuche „Hausnummern“ verteilt werden, dann wird wohl freiwillig niemand mehr zahlen und über mögliche Werthaltigkeiten lässt sich trefflich streiten? Es steht eher zu befürchten, dass es anders herum läuft.
Wer vertrat die Interessen der Genussrechtsinhaber in diesem Verfahren? Ich konnte dazu niemanden wählen. Die Genussrechtsinhaber haben bis jetzt keine für mich erkennbare Rechtsstellung in diesem Verfahren.
Schutzschirmverfahren, Eigenverwaltung & Insolvenzplan usw.
Das Schutzschirmverfahren nach § 270b InsO
Insolvenzverfahren wird mindestens bis 2017 dauern
Dieser Tage gab es einmal mehr den monatlichen Newsletter aus dem Hause „Windwärts“. Wie seine Vorgänger ist auch dieser ebenso interessant wie die Ausgabe der Zeitung von gestern, zumindest für den Bereich der die Genußrechtsgläubiger interessiert. Die übrigen abgehandelten Themen interessieren zumindest mich nicht mehr im Geringsten. Mein Bedarf an dem Bereich der neuen Energien ist hinlänglich gedeckt und wie es dort zugeht bzw. ging, haben „Windwärts“ und „Prokon“ wohl den meisten Interessenten plastisch genug vorgeführt. Ich habe wohl die Lektion verstanden, nicht aber wofür das Unternehmen überhaupt noch eine Presseabteilung benötigt?
„Ab sofort finden Sie dagegen im FAQ-Bereich auf unserer Website eine aktualisierte Fassung der Fragen und Antworten rund um das Insolvenzverfahren, in der auch die Ergebnisse der Gläubigerversammlung berücksichtigt sind.“
Das Unternehmen weiß welche Fragen von ihm gewünscht werden, bzw. von welchen man gerne hätte, dass diese gestellt werden und welche man lieber nicht beantworten möchte, auch worüber man gerne diskutieren möchte um von den wirklich relevanten Dingen abzulenken. Zumindest hat man für die gern gesehenen Fragen dann auch gleich eine informationsschwache Antwort parat, einige Beispiele:
„Wann werden die Verhandlungen mit den potenziellen Investoren abgeschlossen sein?
Aktuell steht Insolvenzverwalter Prof. Römermann in intensiven Verhandlungen mit den potenziellen Investoren. Ziel ist es, die Verhandlungen nach Möglichkeit zeitnah abzuschließen.“
Je länger es dauert umso kleiner wird der Betrag werden der für die Genußrechtsgläubiger übrig bleiben wird. Immer davon ausgehend, dass die genannte und damit erhoffte Preisvorstellung die ein eventueller Investor bereit sein sollte darzustellen halbwegs real und durchsetzbar sein wird. Die Ausgangslage dürfte nicht besser werden je länger dort weiter mit der bisherigen Führung und dem alten Personal „gewurstelt“ werden darf?
„Wann werden die Gläubiger gemäß § 39 InsO (u.a. Genussrechtsinhaber) vom Amtsgericht Hannover aufgefordert, ihre Forderungen anzumelden?
Das Amtsgericht Hannover wird die Gläubiger gemäß § 39 InsO gesondert auffordern, ihre Forderungen anzumelden. Der Zeitpunkt der Aufforderung obliegt der Entscheidung des Amtsgerichts Hannover. Bereits angemeldete Forderungen von Genussrechtsinhabern werden bis dahin bei der Kanzlei Römermann gesammelt und nach Aufforderung an das Amtsgericht weitergegeben.“
Es dürfte dann wohl an der Zeit sein, dass der Insolvenzverwalter entsprechend tätig wird, denn er hat doch wohl das Ohr des Gerichts? So lange aber kein Investor gefunden wurde besteht nur das Prinzip Hoffnung, denn so ist zumindest für die Genußrechtsgläubiger alles nur Zukunftsmusik. Hoffnung allerdings nur auf einen Teilverlust, denn für den potentiellen Investor liegt auch „im Einkauf der Gewinn“ und die mögliche erhoffte Quote für die Genußrechtsgläubiger interessiert ihn kaum.
„Wann ist mit einem Abschluss des Insolvenzverfahrens zu rechnen?
Der Termin für den Abschluss eines Insolvenzverfahrens ist generell schwer kalkulierbar. Nach Einschätzung der Kanzlei Römermann ist mit einer Beendigung des Verfahrens frühestens 2017 zu rechnen.“
Für den Insolvenzverwalter dürfte es wohl kein Nachteil sein, wenn das Verfahren dauert, denn so lassen sich immer wieder neue Tätigkeiten finden die gesondert zu honorieren sein werden? Nur die verfügbare Masse dürfte dadurch nicht größer werden.
Information wäre, wenn das Unternehmen auf seiner Internetseite das Werthaltigkeitsgutachten einstellt, Bilanz und Konzernerfolgsrechnung welche zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens führte und eine aktuelle Vermögensaufstellung sowie einen aktuellen Status vorlegt. Weiter die Genußrechtsgläubiger aus ihren Reihen Vertreter wählen dürfen die am Verfahren zumindest informativ beteiligt werden und Einsicht in sämtliche Vorgänge bekommen. So ist nicht nachvollziehbar ob die derzeit praktizierte Vorgehensweise auch den Gläubigern etwas bringt und hoffentlich (möglicherweise) nicht noch weiteres Geld verbrannt wird.
Gläubigerversammlung Windwärts - Gedächtnisprotokoll vom 01.08.2014
Windwärts wird von der MVV Energie AG in Mannheim übernommen
„Die Gläubiger betreffend ist über den Kaufpreis gesichert, dass nicht nur die vorrangigen Gläubiger nach §38 Insolvenzordnung ihre Forderungen in voller Höhe beglichen bekommen, sondern auch die Inhaber von Windwärts-Genussrechten etwa ein Drittel ihres angelegten Geldes zurück erhalten.“
Letztendlich dürfte die „MVV Energie AG“ „Windwärts“ aus der „Portokasse“ heraus bezahlt haben? Angaben zum Übernahmepreis werden nicht gemacht.
Verbindliche Aus- oder Zusagen hat bisher noch kein Genußrechtsgläubiger bekommen, nur unverbindliche Absichtserklärungen und vage Andeutungen. Vorgesehene Vorgehensweisen sind nicht erkennbar. Einfluss auf die Abläufe hatte und hat ohnehin kein Genußrechtsgläubiger. Dies ist auch der einzige Personenkreis der bei diesem Geschäft die Zeche zahlt, auch wenn der Insolvenzverwalter es wohl anders sieht:
„Diese für ein Insolvenzverfahren außerordentlich hohe Quote hatte Prof. Römermann bereits auf der Gläubigerversammlung am 31. Juli 2014 als Zielsetzung genannt.“
Eine „außerordentlich hohe Quote“ ist immer relativ und es ist für die Genußrechtsgläubiger nicht nachvollziehbar, ob nicht doch noch mehr drin gewesen wäre? Zunächst bleibt abzuwarten was nun unter der Aussage „...etwa ein Drittel ihres angelegten Geldes zurück erhalten…“ zu verstehen ist. Schließlich stehen auch noch Zinszahlungen aus.
Es soll wohl bedeuten, dass es kein „Drittel“ sein wird, eher weniger?
Für die Genußrechtsgläubiger war es jedenfalls kein gutes Geschäft. Das Unternehmen hat eine „gesunde“ Insolvenz hingelegt, auf Kosten der Genußrechtsgläubiger, denn diese sind die einzigen die hier Geld verlieren und ob es eine „außerordentlich hohe Quote“ sein kann, gehen wir einmal davon aus, dass es tatsächlich ein Drittel sein wird das zurückfließt, was bisher keineswegs sicher ist, die Konditionen dazu sind auch noch abzuwarten und der Zeitraum der Abwicklung, muss dann jeder für sich entscheiden, insbesondere wenn dann je eingesetzter dreitausend Euro maximal eintausend Euro übrig bleiben sollen. „Außerordentlich hoch“ ist immer relativ und besagt in diesem Zusammenhang gar nichts, es kommt immer auf den Einzelinsolvenzfall an.
Es dürfte wohl kein Hohn oder Spott sein wenn der Insolvenzverwalter ein Drittel als „außerordentlich hohe Quote“ bezeichnet? Vermutlich ist es einfach nur die Logik eines Insolvenzverwalters.
Der Newsletter des insolventen Unternehmens sollte sich aber diesbezüglich etwas zurückhalten, denn es sind letztendlich die eigenen Geldgeber denen man Schaden zufügte und der Verursacher ist bekannt. Propaganda wohl für die eigene Unzulänglichkeit, der Beweis ein Unternehmen wirtschaftlich zu führen ist nun bestimmt nicht erbracht worden. Es ist wahrlich kein Erfolgsmodell, wenn die Genußrechtsinhaber mindestens zwei Drittel der eingezahlten Beträge in den Wind schreiben dürfen und das Unternehmen seinen Namen diesbezüglich wörtlich nimmt. Eine „außerordentlich hohe Quote“ kann wohl kaum das Unternehmensziel gewesen sein? Die Verursacher machen aber weiter, wenn auch in anderem Gewand.
Möglicherweise wird von den Genußrechtsgläubigern noch erwartet, dass diese sich dafür bedanken müssen, dass sie nur mindestens zwei Drittel ihrer Einlage „in den Wind schreiben dürfen“?
Für mich ist es unter Berücksichtigung der wenigen vorliegenden Informationen keine gute Quote und schon gar keine „außerordentlich“ hohe Quote. Bei dieser Ausgangssituation wäre wohl mehr drin gewesen? Gute Geschäfte haben hier wohl Andere gemacht? Andere dahingehend zu verstehen, alle an diesem Vorgang Beteiligten, außer den Genußrechtsgläubigern, die nur die „Kröten“ schlucken mussten die man ihnen hinwarf. Alles was jetzt noch belastungsmäßig laufen sollte wird dann ohnehin von deren „Drittel“ noch abgezogen werden, denn abgerechnet wurde noch lange nicht. Das „Drittel“ wird sich wohl noch kräftig ermäßigen?
“mvv-energie.de”: “MVV Energie expands renewable energies involvement - Mannheim energy company takes over Hanover wind project developer Windwärts - Full value chain coverage as USP in German energy market.”
Handelsblatt zu MVV
Windwärts Newsletter vom 25.09.2014
Investorensuche ist beendet - „…und auch die Gläubiger dürften zufrieden sein…“
„faz.net“: „…und auch die Gläubiger dürften zufrieden sein…“
„erneuerbareenergien.de“: „Das Geld, das die MVV nun gezahlt hat, geht in einen Topf, aus dem die vorrangigen Gläubiger voll bezahlt werden und aus dem die nachrangigen Gläubiger, also Genussrechtsinhaber zum Beispiel etwa ein Drittel ihres angelegten Geldes zurück erhalten.“
„onvista.de“: „Eine Gläubigerversammlung kündigte Römermann für voraussichtlich Mitte kommenden Jahres an.“
„finanznachrichten.de“: „Projektgeschäft wird unter der Marke Windwärts weitergeführt“
„Die Genussrechteinhaber werden Teile ihres Geldes zurückerhalten
„Handelsblatt“: „…die Genussrechteinhaber werden einen Teil ihres Geldes zurückerhalten…“
„aktiencheck.de“: „Für den insolventen Windkraft-Projektentwickler Windwärts ist ein Käufer gefunden.“
„boerse-online.de“: „Mannheimer Energieversorger verstärkt sich bei Windkraft“
„tz-usingen.de“: „Grävenwiesbach“
Prokon – Rundbrief 53 – Informationen für Genussrechtsinhaber
Ein Unternehmen auf Schnäppchensuche
„ecoreporter.de“: „Der kriselnde Erneuerbare-Energien-Projektierer juwi AG ist gerettet. Die MVV Energie AG erwirbt 50,1 Prozent an dem Unternehmen aus Wörrestadt. Damit übernimmt der Energiekonzern aus Mannheim nach der Windwärts Energie GmbH innerhalb kürzester Zeit ein zweites Grünstrom-Unternehmen.“
„Gehen die Wachstumspläne Pläne der MVV Energie AG auf, könnten die Mannheimer einer der Gewinner der Krise der Grünstrombranche werden, die in der jüngeren Vergangenheit einige Pleiten erlebte.“
„Die Welt“: „Energieversorger MVV will Juwi AG übernehmen“
„finanzen.net“: „Grünes Vorzeigeunternehmen steckt in Existenzkrise“
„ecoreporter.de“: „Projektierer Windwärts wechselt den Besitzer“
„Windwärts“ - Newsletter - Oktober 2014
„Liebe Freunde von Windwärts, „…dies ist der erste Newsletter der Windwärts Energie GmbH als Unternehmen der MVV Energie Gruppe…“,
„Während Prof. Dr. Römermann und seine Mitarbeiter, denen wir an dieser Stelle für ihren Einsatz in den vergangenen Monaten noch einmal herzlich danken möchten, weiterhin mit voller Kraft im Sinne der Gläubiger der „alten“ Windwärts Energie GmbH tätig sind, widmen wir uns wieder ausschließlich der Planung und dem Bau von Windparks.“
Die Genußrechtsgläubiger wurden somit an den Insolvenzverwalter weiter gereicht und verabschiedet. Für die neue Firma kein Thema mehr.
Zunächst muss ich für mich feststellen, dass es mich herzlich wenig interessiert was das neue Unternehmen veranstaltet, nachdem das alte Unternehmen den größten Teil meiner Anlage durchbrachte und zu einer Ausgleichshöhe nur unspezifizierte Durchhalteparolen ausgegeben werden. Zu den „lieben Freunden von Windwärts“ zähle ich nun ganz bestimmt nicht.
Dass das neue Unternehmen sich beim Insolvenzverwalter für seine Tätigkeit bedankt, dies kann ich allerdings durchaus nachvollziehen, denn für Geschenke sollte man sich bedanken, insbesondere bei dieser Größenordnung, die letztendlich erst vollumfänglich ersichtlich wird, wenn die Genußrechtsgläubiger abgewickelt sind.
Davon, dass der Insolvenzverwalter für mich als Genußrechtsgläubiger „weiterhin mit voller Kraft im Sinne der Gläubiger der „alten“ Windwärts Energie GmbH tätig“ ist konnte ich bisher nichts feststellen. Allerdings wurde ich bisher als nachrangiger „Gläubiger“ ohnehin nicht registriert. Für seine Tätigkeit sehe ich auch keinen Grund dafür dankbar zu sein. Seine Aufwandentschädigung ist reichlich bemessen und bei den vorhandenen Mitteln dürfte sich diese Tätigkeit nicht kompliziert gestalten.
Es ist für mich schon mehr als bezeichnend wie man hier „auf den Arm genommen wird“. Bei der Propagandaabteilung der Firma „Windwärts“ hat sich offensichtlich bisher nichts geändert nach Übernahme durch den Investor. Also alles wohl branchentypisch?
http://newsletter.windwaerts.de/m/6011984/514046-aa2ced2406a6dad56530cd8dbb945fda
Beschluss zur Zulassung der Gläubiger mit nachrangigen Forderungen
Lange genug hat es schließlich gedauert bis es das Insolvenzgericht nun endlich schaffte einen Beschluss über die Zulassung der Gläubiger mit nachrangigen Insolvenzforderungen zu fassen. Der Ausschluss des überwiegenden Teils der Geldgeber hatte lange genug Bestand. Er hat nun seinen Zweck erfüllt. Vollendete Tatsachen wurden ohne die wirklichen Geldgeber, die Genußrechtsgläubiger gefasst. Die sich aus diesem Beschluss für die Genußrechtsgläubiger ergebenden Möglichkeiten haben somit ohnehin, wenn überhaupt, nur noch sehr geringen Einfluss auf die Abläufe. Vollendete Tatsachen wurden geschaffen, die nicht mehr umkehrbar sind.
Es ist für mich aber wieder einmal bezeichnend für diesen Insolvenzverwalter. Der Informationsgehalt seines Anschreibens ist überwiegend darauf beschränkt mitzuteilen, dass „keine rechtliche Verpflichtung, Gläubigern außerhalb von Gläubigerversammlungen Auskünfte zu erteilen“ besteht. Freiwillig und entgegenkommenderweise ist aber manches möglich, wenn man nur möchte.
Es wäre äußerst „kundenfreudlich“ gewesen, so wie es der Prokon-Insolvenzverwalter handhabte. Der hatte wohl einige Betroffene mehr in seinem Bestand. Die zugesandte Forderungsanmeldung wurde gleich mit Betragshöhe und aufgelaufenen Zinsen vollständig ausgefüllt und mitgeteilt, dass diese Beträge anerkannt seien wenn keine Änderungen im Antrag vorgenommen werden, der dann nur noch unterzeichnet und zurückgesandt werden musste. Unterlagen mussten nicht vorgelegt werden. Die Genußrechtsgläubiger dort wissen was Sache ist. Eine durchaus zu begrüßende Vorgehensweise denn auch dort war ein Personenkreis betroffen, der nicht zum Fachpublikum derartiger Abläufe zu zählen ist. Der dortige Insolvenzverwalter hatte eben ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl für die betroffene Klientel.
Es mussten dort, nicht wie hier praktiziert, die Forderungsanmeldungen nun zum zweiten Mal ausgefüllt werden und Kopien der Zeichnungsunterlagen ein weiteres Mal beigefügt werden. Mit etwas gutem Willen kann es offensichtlich auch anders gehen, so würde ich es zumindest sehen?
Je länger aber eine Tätigkeit als Insolvenzverwalter geht, je länger fließen eben auch Beträge und hier beim Abgang „Windwärts“, der Altversion, ist ohnehin ausreichend Geld für derartige Dinge vorhanden. Die Genußrechtsgläubiger bekommen ohnehin nur den Rest und wenn dann weniger oder nichts mehr bleibt macht das ohnehin nichts. Der Insolvenzverwalter befand die mögliche Quote für nachrangige Gläubiger ohnehin bemerkenswert. Eigentlich gibt es so einen Vorgang kaum, dass das Gericht nachrangige Gläubiger zur Anmeldung ihrer berechtigten Forderungen auffordern muss, denn in der Regel sind keine Mittel dafür vorhanden.
Den Insolvenzverwalter darf man sich aber nicht aussuchen, er wird vom Gericht bestimmt und in einem nach meiner Ansicht pseudodemokratischen Verfahren dann gewählt. Wirkliche Alternativen gibt es da wohl kaum? Man muss eben nehmen was kommt oder angeboten wird. Letztendlich hat in diesem Verfahren der Insolvenzverwalter ein gutes Los gezogen.
Originaltext Insolvenzverwalter: „Das Amtsgericht Hannover hat mit Beschluss vom 21.10.2014 schriftlichen den Prüfungstermin auf Donnerstag, 28.01.2015, anberaumt.“ Die ordnungsgemäße Anwendung der deutschen Sprache ist eben oft schwierig.
„Mit Beschluss des Insolvenzgerichts vom 21.10.2014 wurden nunmehr die Gläubiger nachrangiger Forderungen zur Teilnahme am Verfahren zugelassen und werden aufgefordert, ihre Forderung nunmehr bis zum 30.12.2014 anzumelden.“
In diesem Zusammenhang ist auch der Informationsgehalt des Newsletters von Ende Oktober aus dem Hause „Windwärts“ zu sehen. Es erstaunt wohl niemanden, dass diese Werbeschrift keinen Hinweis auf diesen Beschluss des Amtsgerichts enthielt und man sich darin überschwänglich für die Tätigkeit des Insolvenzverwalters bedankte. Aus Sicht des Unternehmens war dieses wohl angebracht? Das Unternehmen hat der Insolvenzverwalter gerettet? Dies war allerdings wohl auch kein Kunststück dies bei der dortigen Ausgangslage hinzubekommen?
Nachdem in diversen Unternehmen dieser Branche die Anschubfinanzierung funktionierte wird diese in etlichen Fällen nun durch den Insolvenzverwalter abgesichert. Nicht nur der Endverbraucher zahlt die Kosten der Energiewende über die entsprechende Umlage, auch die Geldgeber wurden oder werden nach meiner Ansicht kräftig ausgetrickst. Wer in dieser Branche noch keinen Insolvenzantrag stellte und seinen Verpflichtungen noch nachkommt, sollte noch schnell darüber nachdenken bevor dies zu spät sein könnte ob dies nicht eine mögliche unternehmerische Entscheidung sein könnte? Der eigenen Karriere schadet dies offensichtlich nicht, wie man bei den bisherigen Kompetenzträgern von „Windwärts“ sehen kann? Die Politik ist wieder einmal fein heraus aus den Abläufen, denn der Steuerzahler ist nur indirekt betroffen.
Populistische Politiker schreien nach neuen Gesetzen zur Absicherung von Einlagen. Passieren wird wenig, eventuell nichts. Wie sollten auch derartige Einlagen abgesichert werden, denn es zeichnet sich erst nach einer Weile ab, dass Utopisten am Werk sind die von kaufmännischen Abläufen nichts oder zu wenig verstehen, nicht einmal mitbekommen wann der richtige Zeitpunkt ist es zu lassen.
Mir fällt bei diesen Abläufen nur der uralte Witz ein bei dem der Meister zu seinem Lehrling sagt: „Nun, damit Du das auch mal lernst, machen wir jetzt Konkurs“…
Prokon: Insolvenzplan für zwei Alternativen in Vorbereitung
Die Bundesregierung hat Andeutungen gemacht wie der Anlegerschutz verbessert werden soll. Gehen wir nach den ersten Informationen einmal von den Vorgängen „Windwärts“ und „Prokon“ aus. Diese beabsichtigten neuen Regeln hätten dort nichts verhindert. Auch wenn gewisse Möglichkeiten der Werbung in der Zukunft nicht mehr möglich sein sollen, Prospekte genauer gefasst werden müssen und die Kontrollmöglichkeiten vergrößert und verschärft werden sollen, bemerken, dass er einem Scharlatan aufsaß wird der Anleger erst wenn es zu spät ist. Er hat dann noch die Beweispflicht, dass der Anbieter von Anlagen falsche oder irreführende Angaben machte. Daran wird auch das neue Gesetz wenig ändern. Im Zweifel wird, selbst im Erfolgsfall, dann nichts mehr zu holen sein, weil das angesammelte Geld sich zwischenzeitlich ausgegeben wurde oder in dunklen, nicht nachvollziehbaren, Kanälen verschwand. Der Anleger wird auch dann erst nachher schlauer sein, denn das Restrisiko verbleibt auch dann weiter bei ihm. Es wird mit dem neuen Gesetz eine Sicherheit vorgegaukelt die es auch dann nicht geben wird.
Es wird auch nach dem neuen Gesetz keinen Eignungstest oder Befähigungsnachweis für Unternehmensgründer und Kapitalsammler geben. Jeder Illusionist darf sich auch in Zukunft austoben und „learning by doing“ betreiben oder ganz einfach sein eigenes Schäfchen ins Trockene bringen oder seinen Phantasien eventuell Utopien, freien Lauf lassen. Es wird auch in Zukunft weiter vielfach innerhalb der gesetzlichen Möglichkeiten gelingen und keine Konsequenzen für den Anlagenanbieter haben ein Unternehmen in die Insolvenz zu führen. Wann in der Vergangenheit waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erfolgreich und führten zu einem Urteil gegen den Anbieter? Die Verfahren mit erfolgreichem Ausgang dürften an einer Hand abgezählt werden können?
Dieses neue Gesetz wird nichts verbessern und die Anlagenanbieter werden auch in Zukunft Möglichkeiten finden an Geld zu kommen. Die Vergangenheit hat da schon gezeigt, dass deren Einfallsreichtum grenzenlos ist und auch dieses Gesetz wird wieder Möglichkeiten bieten es zu umgehen. Die nächste Politikergeneration wird auch dann wieder populistische Möglichkeiten haben nach neuen und weiteren Gesetzen zu schreien und womöglich einzuführen. Vielleicht sollten zunächst die bestehenden Möglichkeiten genutzt werden?
Es werden auch in Zukunft Investitionsgesellschaften davon profitieren, dass dann der verbliebene Ramsch nach einer gesunden Insolvenz frei von Belastungen und Ansprüchen zum Schnäppchenpreis vom Insolvenzverwalter verkauft wird und dieser dies dann noch als Erfolg verbucht. Die Anfangsinvestition und das Risiko haben so andere getragen und bezahlt.
Der Anleger wird auch in Zukunft selbst dafür verantwortlich sein wem er sein Geld gibt, den Schaden hat er so oder so selbst zu tragen.
Es ist schon für mich eine Lachnummer wenn im Artikel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ ausgeführt wird, dass es „Finanzspritzen für soziale und gemeinnützige Projekte sowie Genossenschaften“ geben soll.
Gerade Genossenschaften - allein aus der Tatsache heraus, dass Genossenschaft dran steht, besagt dies noch lange nicht, dass dieses Unternehmen sozial gegenüber den Mitgliedern auftritt und dort eine demokratische Gesinnung bezüglich Mitgliederrechten besteht. Versuchen Sie einmal bei einer Genossenschaft die über eine Vertreterversammlung verfügt als Mitglied zum Vertreter der Mitglieder in der Vertreterversammlung gewählt zu werden, wenn Sie dort nicht zum handverlesenen Personenkreis gehören der als geeignet angesehen wird und mehr oder weniger automatisch auf der Wahlliste erscheint, dort die Mitglieder zu vertreten. Die benötigten Unterschriften für den eigenen Wahlvorschlag bekommen Sie nie zusammen, denn eine Mitgliederliste wird man Ihnen unter Hinweis auf den Datenschutz schon nicht aushändigen.
Gerade Genossenschaften, hierbei insbesondere Baugenossenschaften und Genossenschaftsbanken haben Geldspritzen nicht nötig. Wer kontrolliert diesen Bereich eigentlich? Die Genossen werden durch handverlesene Vertreter „vertreten“, die dann Politiker und andere Würdenträger in Aufsichtsräte wählen und diese Posten dann jahrzehntelang verteidigen. Wenn man es dann noch nicht hat gibt es irgendwann das Bundesverdienstkreuz um den Abschied zu versüßen. Sonst wird man die oft nicht los.
Gerade die Baugenossenschaften haben Millionen an Subventionen verbrannt, die Mieten für deren Mieter sind deshalb auch nicht sozialverträglich geworden sondern, nach meinem persönlichen Empfinden, so angepasst, dass das Wohngeld problemlos fließt und somit weitere Subventionen. Durch die jahrelangen Subventionen ist ein Großteil der Wohnungen dort mittlerweile belastungsfrei. Die Mieten sind trotzdem nicht gesunken. Wem gehört dies aber alles? Vor allen Dingen wer kontrolliert diese Millionenbeträge und die Organe der Genossenschaft?
An das Genossenschaftsgesetz traut sich aber kein Politiker heran und die vor einigen Jahren propagierte Neuordnung wurde von den Lobbyisten der Genossenschaftsverbände so weich gespült, dass nun wirklich wenig positives übrig blieb, zumindest nicht für die Mitglieder einer Genossenschaft. Die Politik muss sich schließlich irgendwo ausruhen können, denn insbesondere eignen sich diese Gremien sehr gut um nach der aktiven Zeit als Politiker sich noch die Zeit zu vertreiben und dabei den Aufwand gering zu halten und nicht in ein Loch zu fallen.
Bei etlichen Genossenschaften erfahren Sie ohnehin kaum, dass eine Wahl ansteht um sich dafür zu bewerben. Wenn man bei einer Genossenschaft entgegenkommend ist, dann wird eine Briefwahl durchgeführt. In der Regel ohnehin nur eine Listenwahl ohne Alternative. Oft müssen aber in Filialen oder Zweigstellen eingerichtete „Wahllokale“ aufgesucht werden. Was man dort von einer Wahl hält konnte ich selbst erleben. Ich hatte keine Probleme bei einer Wahl jeweils eine Stimme in drei verschiedenen „Wahllokalen“ abzugeben.
Ganz abgesehen davon gibt es durchaus Genossenschaften deren Kompetenzträger kaum noch wissen was der Genossenschaftsgedanke mit sich bringt. Raiffeisen und Schultze-Delitzsch sind denen kaum noch Begriffe, schon gar nicht deren Ideen, und deren Demokratieverständnis reicht auch nur dazu aus um die eigene Mehrheit und Machtstellung zu sichern und etwas vorzugaukeln was es oft nicht gibt.
„Die Finanzaufsicht Bafin erhält mehr Befugnisse und kann Angebote bei Verstößen untersagen.“ Wie dämlich muss dann in Zukunft ein Anbieter sein um eine Untersagung zu provozieren? In der Vergangenheit bestand für etliche Produkte auch schon eine Prospektpflicht. Die „Bafin“ prüfte ob ein Prospekt vorlag, der Inhalt wurde nicht geprüft.
Ständig neue Gesetze, doch was wird wirklich besser? Es wird mit Sicherheit die nächste Pleitewelle geben, nur welche Branche es dann sein wird bleibt abzuwarten und die Politik wird wieder nach neuen Gesetzen rufen?
„Frankfurter Allgemeine“: „Strengere Regeln am Grauen Kapitalmarkt.“
Insolvenz als Geschäftsmodell?
„Hamburger Abendblatt“: „Aktuell belaufen sich die Verbindlichkeiten des schwimmenden Grandhotels, dass einem Millionenpublikum aus der ZDF-Serie "Das Traumschiff" bekannt ist, auf rund 56 Millionen Euro. Darunter sind allein 50 Millionen Euro Anleiheschulden, für die jährlich 3,4 Millionen Euro Zinsen fällig werden.“
Die „Hannoversche Allgemeine“ schreibt dazu unter anderem: „Durch das vorläufige Insolvenzverfahren müssen die Anleihegeber auf einen Teil ihres Geldes verzichten und sich mit dem Verkaufserlös des Schiffes begnügen, den der Insolvenzverwalter erzielen kann.“
„Süddeutsche.de“: „Ein Traumschiff geht den Bach runter“. „Ein Anlegervertreter spricht von einem "großen Raubzug"…“
„Schiffe und Kreuzfahrten“: MS Deutschland - Wertgutachten „wurde für einen Preis von 450 € erstellt“.
„Frankfurter Allgemeine“: „Dümpeln zwischen Weltreise und Notverkauf.“
Letztendlich wohl ohne Konsequenzen für den Verursacher
Zunächst viel Lärm, dann das Gebrüll des neuen „Platzhirsches“ und dann ein Kompromiss der für mich letztendlich faul ist. Dieser dient aber natürlich nur den Interessen der Gläubiger? Es ist immer die gleiche Vorgehensweise, die Zeche zahlen die Gläubiger und die Verursacher ziehen ungeschoren ihres Wegs, möglicherweise auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Wie sich die Bilder doch gleichen, egal ob „Prokon“, „Windwärts“ oder um in die Vergangenheit zu gehen „Cargolifter“. Alles nur die Spitze des Eisbergs und einige ganz wenige Beispiele zu nennen.
Einige Namen tauchen dann immer wieder auf. Es ist schon bemerkenswert wo diese Leute dieses Selbstverständnis und dieses eigene übersteigerte Selbstwertgefühl her nehmen. Schuldbewusstsein hat offensichtlich von den Schadenverursachern keiner, sie fühlen sich nur falsch verstanden und einen Schuldigen werden sie wohl auch immer auf Lager haben. Eine eigene Unzulänglichkeit ist grundsätzlich nicht vorgesehen.
Bei „Prokon“ hat nun der Insolvenzverwalter dem Verursacher die „goldene Brücke“ gebaut um diesen zu verabschieden. Möglicherweise auch um selbst einen kritischen Betrachter los zu werden, der zudem die Abläufe dort gut kennen sollte? Ein Verlust ist es oberflächlich betrachtet wohl nicht, es lässt aber viele Fragen offen. Die kostenmäßige Begründung und die Feststellung, dass nichts zu holen ist mag auch schlüssig sein, befriedigen kann diese Einschätzung aber nicht. Es wäre wohl nicht verkehrt gewesen, auch wenn es Geld gekostet hätte, sich mit den Abläufen auseinander zu setzen? Ein abschreckendes Beispiel für zukünftige Hasardeure unter den Geldeintreiber wird „Prokon“ somit nicht.
„focus.de“: „Kapitel Rodbertus bei insolventer Prokon beendet“. – „„Der „Öko-Pionier“, der 75 000 Anleger dazu brachte, 1,4 Milliarden Euro in Genussrechte der Firma zu investierten, zieht sich als Gesellschafter und Geschäftsführer zurück. Zudem darf er „künftig in keiner Form mehr in Sachen Prokon tätig werden oder öffentliche Erklärungen abgeben“…“, so der Insolvenzverwalter.
„SpiegelOnline“: „Insolvenzverwalter: Kapitel Carsten Rodbertus ist für Prokon beendet.“
„Handelsblatt“: „Prokon-Gründer Rodbertus zieht sich zurück.“
Kapitalverlust für Prokon-Anleger
„WirtschaftsWoche“: „Die Anleger des insolventen Windenergie-Unternehmens Prokon werden rund die Hälfte ihres eingesetzten Kapitals verlieren.“
Umsätze und Ergebnisse sinken
„iwr.de“: „MVV Energie unter Druck - Fokus auf Erneuerbare und KWK.“
MVV Energie übernahm mit der Hannoveraner Windwärts Energie auch deren französische Tochter
„nordic market“: „Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG hat zum 01. Oktober 2014 den Hannoveraner Windprojektentwickler Windwärts Energie GmbH übernommen und damit auch die französische Windwärts-Tochter Vents dʼOc Énergies Renouvelables mit Sitz in Montpellier.“
Prokon soll Genossenschaft werden?
„Handelsblatt“: „Nach Auskunft des Insolvenzverwalters … haben rund 34.000 Genußrechtsinhaber (mit einem Genussrechtskapital von 780 Millionen Euro) ihre Bereitschaft für eine Beteiligung an Prokon – voraussichtlich in der Form einer Genossenschaft – erklärt.“
Laut „Handelsblatt“ beträgt das Genussrechtskapital bei „Prokon“ „knapp 1,4 Milliarden Euro“. Wenn dann nur 780 Millionen des Genussrechtskapitals ihre Bereitschaft für diese neue Gesellschaftsform gaben dann sind dies nur ca. 56 Prozent der Genußrechtsinhaber. Für eine derartige gravierende Entscheidung somit keine ausreichende Mehrheit.
Die Gesellschaftsform der Genossenschaft bringt den Genussrechtsinhabern auch keine Vorteile. Kontrollmöglichkeiten durch die Genossenschaftsanteilsinhaber sind marginal, eher so gut wie nicht gegeben. Rechte existieren nur auf dem Papier. Das Demokratieverständnis bei Genossenschaften hält sich ohnehin in engen Grenzen. Es kann somit auch in Zukunft kaum Einfluss auf die Geschäftspolitik genommen werden, ebenso sind Berichts- und Informationspflichten bei den Genossenschaften nicht sehr ausgeprägt.
Eine Genossenschaft unterliegt auch den wirtschaftlichen Zwangsläufigkeiten und wird nicht nur durch die Gesellschaftsform zum Selbstgänger. Warum soll ich denen das nun eventuell noch verbleibende Geld zum weiteren „spielen“ überlassen? Ich vermag mir derzeit nicht vorzustellen durch diesen Weg nun Zwangsmitglied einer Genossenschaft zu werden. Genossenschaftsrecht ist im Grunde genommen Vereinsrecht. Es obliegt aber jedem selbst zu entscheiden in welchem Verein er Mitglied werden möchte.
Manche merken wohl wirklich nichts?
Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass es Leute gibt die eben nichts merken, vor allen Dingen Politiker nichts merken wollen:
„Windwärts als ÖKOPROFIT-Betrieb 2014 ausgezeichnet.“
Beim Lesen dieses Berichts kann ich für mich nur feststellen, dass mir nun klar wird warum dieses Unternehmen zu nichts kam. Offensichtlich kümmerte man sich um zu viele Dinge die nichts einbrachten und „tanzte“ dann wohl auch noch auf zu „vielen Hochzeiten“. Damit war man offensichtlich überfordert. Es lassen sich eben nicht alle Träume gleichzeitig verwirklichen und irgendwann hat man dann das Geld anderer Leute ausgegeben und es möglicherweise gar nicht bemerkt. Es wurde zu wenig in die wirklich richtigen Bahnen gebracht.
Inzwischen hat man einen neuen Geldgeber und so darf man möglicherweise neue und vielleicht auch alte „Spielwiesen“ wieder bedienen?
Geringeres Windaufkommen reduzieren auch Umsatz und Ergebnis
„MRN-News.de“: „Was die private Haushaltskasse freut, macht bei den Energieversorgern in Deutschland in diesem Jahr einen dicken Strich durch die Rechnung: Auch beim Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie hinterlässt die außergewöhnlich milde Witterung in den zurückliegenden Wintermonaten ein kräftiges Minus in der Unternehmensbilanz. Durch die witterungsbedingten Absatzeinbußen, vor allem bei Wärme und Gas, aber auch niedrigere Erträge aus den eigenen Windkraftanlagen aufgrund des geringeren Windaufkommens sind Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich geschmolzen.“
Mein Bedarf an unternehmerischen Beteiligungen ist gedeckt
„proplanta.de“: „Die Pleite des Windenergie-Anbieters Prokon aus Itzehoe soll Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein.“ „Noch ist offen, ob Prokon zu einer Genossenschaft wird oder an einen Investor verkauft. Rund 75.000 Anleger werden wohl ungefähr die Hälfte ihrer Anlagen von 1,44 Milliarden Euro verlieren.“
Eine Genossenschaft ist keine zweckmäßige Alternative, schon gar nicht wie hier möglicherweise angestrebt der zwangsweise Eintritt sämtlicher Genußrechtsgläubiger. Ich bin gespannt wie der Insolvenzverwalter von Prokon hier Insolvenzgläubiger zu einer Mitgliedschaft in einer Genossenschaft bringen will ohne deren Zustimmung im Einzelfall. Noch entscheide ich selbst wo ich Mitglied werde und bin. Diese Entscheidung liegt mit Sicherheit nicht bei einer Gläubigerversammlung. Ich werde in einer Genossenschaft, einer Unternehmensform in der demokratische Grundrechte des einzelnen Mitglieds nur auf dem Papier existieren, ganz bestimmt kein Mitglied werden. Die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft unterscheidet sich zwar rechtlich gesehen nur auf dem Papier als Besserstellung von den kaum vorhandenen Rechten eines Genussrechtsgläubigers, aber die Rechte eines Genossenschaftsmitglieds sind nicht wirklich besser. Die Praxis können Sie ohne Probleme jederzeit bei Baugenossenschaften, Volks- und Raiffeisenbanken usw. betrachten und sich dort über Ihre Informations- und Einflussmöglichkeiten informieren. Der wohl größte Teil der Mitglieder einer Genossenschaft wird Sie ungläubig ansehen wenn Sie sich danach erkundigen.
Letztendlich wurde auch bis jetzt nicht der Beweis angetreten, dass nun alles besser funktionieren und laufen wird. Dieser Ansicht sind anscheinend nur irgendwelche Anlegerschutzvereine und selbsternannte Interessenvereinigungen, die möglicherweise auf entsprechende Posten und Einflussmöglichkeiten im neuen Unternehmen hoffen? Wessen Interessen vertreten diese? Die Informationspflichten einer Genossenschaft sind auch nur marginal und werden nicht anders erfolgen als bei der hinlänglich bekannten Vorgehensweise dieses Unternehmens. Möglicherweise sind die Kontrollinstanzen des Genossenschaftswesens umfangreicher, nur das läuft dort auch alles nur im eigenen Beritt ab und unter Einhaltung der gebotenen Diskretion gegenüber den Mitgliedern.
„Es sei viel attraktiver, Genossenschaftsanteile an einem sanierten Unternehmen zu zeichnen und damit in real existierende Werte zu investieren, als das Geld bei einer Bank zu lagern.“ - Hatten wir schon, das Ergebnis ist bekannt, zumindest produziert eine Anlage bei einer Bank in der Regel keine Verluste. Mein Bedarf an einer unternehmerischen Beteiligung ohne Einfluss- und Informationsmöglichkeit ist jedenfalls gedeckt. Offensichtlich soll es auch nur ein „Besserungsschein“ werden? Um aus einer Genossenschaft auszusteigen dauert es in der Regel Jahre bis die Genossenschaftsanteile ausgezahlt werden. Ihre ursprüngliche Einlage haben Sie durch Ihr Engagement in diesem Wirtschaftsbereich ohnehin schon mindestens halbiert. Warum soll ein weiterer Versuch mit ungewissem Ausgang folgen?
Von einer möglichen Dividende auf die Genossenschaftsanteile hat in Bezug auf Prokon bisher auch noch niemand gesprochen. Selbst wenn diese in Aussicht stünde, was bei dieser Ausgangslage wohl kaum zu erwarten sein dürfte, liegen, sofern überhaupt Dividenden ausgeschüttet werden, diese häufig zwischen ca. zwei und ca. sechs Prozent. Für eine langfristige Anlage und das auch weiterhin bestehende unternehmerische Risiko zu wenig. Ein Genossenschaftsanteil an einem „sanierten Unternehmen“ ist keine sichere Anlage, nur eine Hoffnungsoption. Der schnelle Verlust kann da durchaus die zweckmäßigere Variante sein, insbesondere wenn noch etwas übrig bleibt, denn die Hälfte der Einlage ist ohnehin schon dahin. Warum wollen Sie Ihr nun schon reduziertes Geld noch weiteren Risiken aussetzen? Warum soll es die neue Geschäftsführung dort besser können als die bisherige?
Nachdem die Branche sich nun, vielfach mit gesunden Insolvenzen, saniert hat, auf Kosten der Geldgeber, will man denen die noch übrig blieben bzw. nicht hinausgedrängt wurden, nun das Genossenschaftsmodell schmackhaft machen und als „selig“ machende Version verkaufen um den Geldgebern weiter ein gutes Gefühl zu vermitteln und einen Beitrag zu einer guten Sache vorgaukeln, gemeinschaftsdienlich zu sein und zu den besseren Menschen zu gehören die für die Allgemeinheit etwas tun. Eine Genossenschaft ist aber auch kein Wohlfahrtsverein sondern unterliegt wirtschaftlichen Zwängen.
Meine Damen und Herren, die Energiewende hat ganz andere Seiten und ganz andere Gewinner und Idealisten hat es nur so lange gegeben bis dabei erkennbar wurde wie viel damit zu verdienen ist und sie wird nur weiter funktionieren solange es noch Leute gibt die darauf hereinfallen und sich weiter für Idealisten halten und meinen eine gute Sache zu unterstützen. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken mit der Geldanlage sich ein ruhiges Gewissen verschaffen zu können und sauber zu investieren. Sie erfahren ohnehin immer nur das was man herauslassen will und möchte und die Presse ist gerne bei der einschlägigen und benötigten Meinungsbildung hilfreich zur Stelle. Wenn Sie Ihr Gewissen bei einer Geldanlage beruhigen müssen dann sollten Sie es entweder lassen und anderweitig investieren oder von den Erträgen aus den Anlagen Spenden an mildtätige Organisation leisten die Ihr Vertrauen besitzen. Das hat dann auch den Vorteil, dass es eine Spendenbescheinigung gibt und mit dieser kann die Einkommensteuer auf die eigenen Erträge reduziert werden. Darüber hinaus wird man sich bei Ihnen persönlich für Ihre Zuwendungen bedanken und die Entscheidungshoheit über die Gabe lag bei Ihnen.
In einer „Liga“ in der es um Milliarden geht sind die meisten unserer Einlagen doch nun wirklich nur „Peanuts“? Da kann es doch nur lästig sein diese dann auch noch zurückzahlen oder verzinsen zu müssen?
„Merkur-Online.de“: „Die Pleite des Windenergie-Anbieters Prokon aus Itzehoe soll Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein. Dann müssen sich die Gläubiger des Unternehmens bei einer Versammlung in den Hamburger Messehallen für einen von zwei Insolvenzplänen entscheiden, teilte Insolvenzverwalter ... in einem Schreiben an die Gläubiger und Geschäftspartner mit.“
„versicherungsbote.de“: „Eine ausreichend große Zahl an Genussrechte-Inhabern müsste auf Auszahlungen verzichten und bereit sein, Mitglied in ebenjener Genossenschaft zu werden. Sind die Betroffenen zu einem langfristigen Engagement bereit, nachdem so viel Vertrauen verspielt wurde?
„Langjährige Erfahrung und konstant hohe Qualität seiner Betriebsführung…“
„iwr.de“: „Windwärts beobachtet nach eigenen Angaben, dass die professionelle Betriebsführung als kritischer Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Windparks an Bedeutung gewinnt. Vor diesem Hintergrund freut sich das Unternehmen über das wachsende Interesse Dritter an den Betriebsführungsleistungen von Windwärts.
Dies sei „Anerkennung der langjährigen Erfahrung und der konstant hohen Qualität seiner Betriebsführung“…“
Wir erinnern uns? Da war doch noch was?
IWR - Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien, somit wohl mehr oder weniger die „Hauspostille“ und Pflichtlektüre der Branche?
„Sonne Wind & Wärme“: „Ab dem 1. Juli 2015 übernimmt die Windwärts Energie GmbH die technische Betriebsführung von 40 Windenergieanlagen im Windpark Coppenbrügge mit einer Gesamtkapazität von 62,9 MW aus dem Bestand der MVV Windenergie.“
Kleinanlegerschutz überfordert die Politik
„WirtschaftsWoche“: „Die Bundesregierung hat den Kleinanleger als schützenswerte Spezies entdeckt und über ein Kleinanlegerschutz-Gesetz beraten. Allerdings klaffen nach wie vor Lücken in der Regulierung.“
„Niemand ist gezwungen, eine Kapitalanlage zu kaufen, die er nicht versteht und dessen Risiken er nicht durchschaut.
Wohl kein Windpark zwischen Sibbesse und Eberholzen
„Hildesheimer Allgemeine Zeitung“: „Windpark wegen Luftwaffe gescheitert“.
Zum laufenden Insolvenzverfahren bei „Windwärts“ und dem allgemeinen Stand des weiteren Vorgehens liegen mir zurzeit keine Informationen vor. Die Informationspolitik des Insolvenzverwalters kann ich nicht nachvollziehen.
Beim ursprünglichen Unternehmen scheint es offensichtlich hervorragend zu laufen? Auch einige der bisherigen Kompetenzträger scheinen in der neuen Unternehmensform zu wissen wie man ein Unternehmen führt. „Sagte doch der Meister zum Lehrling: „Damit Du das auch lernst gehen wir jetzt zum Amtsgericht und melden Konkurs an“…
Prokon: Abenteuer Genossenschaft
Nach der Mitteilung eines Interessenverbandes von Prokon-Geschädigten kommt dieser voran bei der Schaffung eines neuen Abenteuers. Es wird die Gründung einer Genossenschaft propagiert.
Was spricht dafür, dass dieses Modell funktionieren wird? – Nichts.
Bringt es den Genossenschaftsmitgliedern Vorteile, insbesondere mehr Informationen oder Mitbestimmung? – Nein.
In einer Genossenschaft ist Demokratie nur ein Fremdwort und wird nur in der Satzung mit blumigen Worten beschrieben. Die Praxis sieht anders aus. Sehen Sie sich zum Beispiel Volks- und Raiffeisenbanken an, was erfahren dort die Mitglieder zum Geschäftsablauf und welche Vorteile bringt dort ein Genossenschaftsanteil bzw. welchen Einfluss haben diese dort auf die Geschäftspolitik? – Keine.
Wie ich einer kleinen Notiz in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ entnehmen konnte beabsichtigt der Insolvenzverwalter von „Prokon“ im Juli diesen Jahren das Insolvenzverfahren bei „Prokon“ abzuschließen. Wenn wir uns dann das umfangmäßig vermutlich viel kleinere Verfahren bei „Windwärts“ ansehen dann stellt sich für mich die Frage womit sich dieser Insolvenzverwalter dort eigentlich noch beschäftigt? Informationen sind diesbezüglich ohnehin Mangelware.
Ich hatte, allerdings zumindest mit dem Büro dieses Insolvenzverwalters bei „Windwärts“, dieser Tage direkten Kontakt. Kontakt der besonderen Art, denn eigentlich hatte man ein Anliegen an mich, kam mir aber in einer Art und Weise dumm die ich mir vom Personal dieses Insolvenzverwalters nicht bieten lassen muss und darum beendete ich das Gespräch. Am nächsten Tag dann der nächste Versuch, zumindest hatte man oberflächlich betrachtet jetzt die richtige Tonart gefunden, man war zumindest entsprechend bemüht, allerdings hatte man wohl eher „nur Kreide gefressen“ weil man etwas benötigte.
Durch ein „Büroversehen“ wurde meine Forderung zwei Mal berücksichtigt und auch zwei Mal anerkannt. Jetzt soll ich eine Eintragung zurückziehen, wohl damit der Insolvenzverwalter selbst keinen Fehler eingestehen muss?
Grundsätzlich ist das alles kein Problem, nur der Ton macht immer die Musik und eine Mitarbeiterin eines Insolvenzverwalters sollte zumindest die üblichen Umgangsformen beim Kontakt mit ihren „Kunden“ beherrschen. Fehler können überall passieren und müssen keine Rückschlüsse auf die Arbeitsweise des gesamten Büros oder der Arbeitsstätte zulassen. Regeln lässt sich meist immer alles, nach oder während einer vernünftigen Kommunikation und Information.
Allerdings bei der zweiten „Bitte“ versäumte man dann auch nicht mir mehrmals, allerdings mit der gebotenen Höflichkeit, anzudrohen Klage gegen mich zu erheben, wenn ich nicht kooperieren sollte.
Wer hat denn hier nun einen Fehler begangen, den man eigentlich hätte problemlos aus der Welt schaffen können nachdem es nun passiert war und von dem ich gar nichts ahnen konnte? Nur dazu hätte dann vielleicht nur eine der Mitarbeiterinnen dieses Insolvenzverwalters nicht vom „hohen Ross“ aus tätig werden sollen? Offensichtlich ist der Insolvenzgläubiger nicht nur der Dumme vom Vorgang her, man hält ihn möglicherweise dort auch danach noch dafür?
Es werden doch wohl nicht mehrere Probleme dort aufgetreten sein, dass man gleich so gereizt reagierte? Ich habe diesen unnötigen Vorgang nicht verursacht.
Zumindest soll ich jetzt erst einmal Unterlagen darüber bekommen mit denen ich den Vorgang nachvollziehen kann, denn bis jetzt liegt mir gar keine Eintragungsnachricht vor, weder die eine, noch die andere. Diesbezüglich wurde ich aber belehrt, dass mir eine Eintragungsnachricht auch gar nicht zusteht, denn wenn die Forderung anerkannt wird erfolgt keine Mitteilung…
„Windwärts“ bringt Windpark mit sieben Windenergieanlagen ans Netz
„IWR.de“: „Für Windwärts ist die Inbetriebnahme das erste erfolgreich abgeschlossene Projekt nach der Eingliederung in die MVV Energie Gruppe. Windwärts hatte dabei die Fläche in Coppenbrügge, etwa 40 Kilometer südwestlich von Hannover, bereits 1997 als geeignet für Windenergie identifiziert. Nachdem die erste Planung erfolglos geblieben war, war das Unternehmen das Projekt im Jahr 2009 erneut angegangen, dann mit Erfolg.“
Es hat den Anschein, dass es bei „Windwärts“ plötzlich läuft? Bedauerlicherweise kann aber niemand wegen Dummheit belangt werden und ein Grund um Schadenersatzforderungen zu stellen ist es auch nicht.
Für „Prokon“ bot dieser Tage ein Unternehmen ca. 550 Mio. EUR, eine der gangbaren Möglichkeiten. Daraus könnte unter allem Vorbehalt und bei einem glücklichen Ausgang eine Quote von ca. 50 Prozent für die Genussrechtsgläubiger werden. Ob sich der Insolvenzverwalter von „Windwärts“ an diesem Wert messen lassen möchte? Er hat aber das Tafelsilber ohnehin schon versilbert. Die Frage danach ob dies die bestmögliche Lösung war ist somit obsolet, eine Alternative steht und stand nie im Angebot. Die irgendwann vom Insolvenzverwalter ermittelte Quote ist dann das Ende der Fahnenstange. Je länger der Verfahrensabschluss dauert je niedriger wird wahrscheinlich die Quote werden. Offensichtlich gibt es Insolvenzverwalter die aus dem vorgefundenem auch für die betroffenen Gläubiger kreative Möglichkeiten „zaubern“?
Prokon – Höhe der Insolvenzquote unterliegt noch zahlreichen Risiken
„produktion.de“: „550 Millionen Euro in bar will die EnBW für die insolvente Windenergiefirma Prokon hinlegen. Der Karlsruher Energieversorger empfiehlt sich dabei als solider Investor.
„w3.windmesse.de“: „EnBW bietet 550 Millionen Euro für PROKON.“ „EnBW erläutert Angebot für PROKON - "Gemeinsam stärker: Unser Angebot für PROKON".“
„verivox.de“: „Neben dem Investormodell von EnBW sieht die andere Variante vor, Prokon in eine Genossenschaft umzuwandeln. In diesem Fall müsste sich allerdings ein Großteil der Inhaber von Genussrechten bereit erklären, einen Teil der Forderungen in Mitgliedschaftsrechte zu wandeln und sich so unternehmerisch an Prokon zu beteiligen.“
„Das EnBW-Angebot liegt laut … 100 Millionen Euro unter dem Wert, mit dem das Genossenschaftsmodell das Unternehmen Prokon bewertet.“
„WirtschaftsWoche“: „Die Gläubiger des insolventen Windpark-Betreibers Prokon haben im Juli die Wahl zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach.“
„stuttgarter-nachrichten.de“: „Klar ist allerdings: Werden die Randaktivitäten nicht losgeschlagen, müssen die Gläubiger sowohl beim EnBW- als auch beim Genossenschaftsangebot mit drastisch reduzierten Auszahlungen rechnen. Die von EnBW in Aussicht gestellte Insolvenzquote beträgt dann nach Unternehmensangaben nicht 52,2 Prozent, sondern 34,1 Prozent. Beim Genossenschaftsmodell 34,5 Prozent. Die Gläubiger würden in diesem Negativ-Szenario also mit nur rund einem Drittel ihres Einsatzes entschädigt.“
Für mich ist die Aussage der „WirtschaftsWoche“ richtig, „der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“. Es ist für mich vollkommen unerheblich, dass das auch vom Gericht wohl favorisierte Genossenschaftsmodell, denn darüber lässt man zunächst auf der Gläubigerversammlung abstimmen, zu einer besseren Quote kommt. Papier ist geduldig und es wird sich immer eine Rechenart finden lassen um alles etwas besser darzustellen. Hinterher findet man dann ebenso viele Gründe um zu erläutern warum es dann doch nicht so lief. „EnBW“ hat zunächst eine klare Hausnummer genannt, dass auch hier noch zahlreiche Risiken enthalten sind zeigt der Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“. Zumindest fließt dort aber dann wohl ziemlich zeitnah Geld ohne zunächst das Prinzip Hoffnung in Anspruch nehmen zu müssen wie beim Genossenschaftsmodell. Ein Verlust reicht mir und warum soll ich ein weiteres Risiko eingehen?
Die Angebote im Bereich der erneuerbaren Energien und auch darüber hinaus beinhalten derzeit für mich so zahlreiche nicht überschaubare Risiken, dass es besser ist eine Anlage zu unterlassen, auch wenn die Alternativen erbärmlich sind. Es ist dann immer noch besser ein Prozent bei einer lächerlichen Anlageform zu erhalten als dann hier wie bei Prokon die Hälfte der eingesetzten Mittel in den Sand zu setzen.
Genossenschaftsmodell – „Prokon“
Waren Sie schon auf der Internetseite des Vereins der das „Prokon“- Genossenschaftsmodell favorisiert? Sehen Sie sich dort die Unterstützer an, dann wissen Sie wer hinter dieser Idee steht. Für mich sind es zumindest teilweise die, die gestern Genußrechte „verkauften“ und nun das „Heil“ in Genossenschaftsanteilen sehen. Es sind die alten grünen Illusionen denen hier neues Leben eingehaucht werden soll und die, wie hinlänglich bekannt, schon einmal schief gingen.
Die Rechte von Genossenschaftsanteilsinhabern sind zwar von der gesetzlichen Ausstattung her etwas besser gestellt als die der Genußrechtsinhaber, nur betrachten Sie die gängige Praxis zum Beispiel bei Volks- und Raiffeisenbanken und Baugenossenschaften. Wollen Sie dann dort auch noch einen Vorstand und einen Aufsichtsrat alimentieren der dann weiß was für Sie gut ist? Die Position der Geldgeber ist dort auch nicht besser.
Eine Firma wird auch nicht deshalb erfolgreich sein nur weil sie als Genossenschaftsmodell geführt wird. Auch ein genossenschaftlich geführtes Unternehmen benötigt eine Führung die ihr Handwerk versteht und unterliegt trotzdem den wirtschaftlichen Zwangsläufigkeiten.
„Börse Online“: „Die Mitglieder der noch zu gründenden Genossenschaft müssten allerdings auf eine Bar-Ausschüttung verzichten und neue Risiken eingehen.“
Eine sehr interessante Darstellung:
„lokalkompass.de“: „Die Entscheidung fällt am 2. Juli 2015, 11:00 Uhr Hamburg Messe, Halle B5/B6 (Eingang Süd).“
„WirtschaftsWoche“: „Ob sich nun die Anleger für das Bürgermodell oder für die Barvariante des Energieversorgers EnBW entscheiden, einen Sieger gibt es schon: Insolvenzverwalter ... Er geht von Verfahrenskosten in Höhe von rund 26 Millionen Euro aus, der Großteil davon dürfte auf seine Vergütung entfallen.“
MVV muss bei Juwi nachschießen
„ARIVA.DE“: „Ein teures Töchterchen - Vergangenen Herbst rettete die Mannheimer MVV Energie den Windparkbauer Juwi. Der Stadtwerkekonzern freute sich auf Projekte in Milliardenhöhe. Womöglich zu früh. Nun muss MVV viele Millionen nachschießen…“
Auszug aus der Insolvenztabelle
Mit Eingang vom 08.09.2015 erhielt ich nunmehr vom Amtsgericht Hannover, Insolvenzgericht, einen Auszug aus der Insolvenztabelle. Ob dies nun ein Zeichen dafür sein soll, dass der gesamte Vorgang weiter voranschreitet vermag ich nicht zu beurteilen. Bei einem zeitlichen Vergleich der Abläufe dieses Verfahrens mit dem wesentlich größeren Insolvenzverfahren „Prokon“ ist für mich nicht zu erkennen, dass der Insolvenzverwalter bei „Windwärts“ und das Amtsgericht Hannover übertriebene Eile an den Tag gelegt hätten. Allerdings habe ich bei „Prokon“ auch noch kein Geld gesehen.
Allerdings lese ich immer wieder die Erfolgsmeldungen aus dem Hause „Windwärts“ welches sich für den neuen Eigentümer wohl zum Erfolgsmodell entwickelt? Da kommen mir persönlich doch dahingehend böse Gedanken, dass „Windwärts“ vom Insolvenzverwalter möglicherweise doch unter Wert verhökert wurde? Allerdings wird auch immer klarer, dass die ursprüngliche Geschäftsleitung, die nun im neuen Gewand aus meiner persönlichen Sicht heraus, schon wieder große Töne spuckt und sich feiern lässt, wohl doch erhebliche Beträge bei „Windwärts“ verplemperte für dubiose Fantasien. Es wurde damit nicht einmal ein Gesellenstück abgeliefert, das Risiko und die Kosten für diese für mich Selbstfindungsversuche und diese Selbstüberschätzung der eigenen Fähigkeiten trugen andere. Die aus meiner persönlichen Sicht der Dinge jetzt feststellbare damalige Ahnungslosigkeit des Wirtschaftsprüfers von „Windwärts“ gibt mir persönlich auch sehr zu denken. Learning by Doing – hoffentlich, denn manche lernen nie etwas dazu.
Windwärts verkauft Enercon-Windparks
„iwr.de“: „Windwärts verkauft Enercon-Windparks in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.“
Offensichtlich keine Fortschritte im Insolvenzverfahren?
Bei „Windwärts“ geht es offensichtlich voran. Nur beim Insolvenzverfahren ruht nach wie vor still der See. Könnte es sein, dass der Insolvenzverwalter mit der Abwicklung überfordert sein könnte?
„EUWID“: „Juwi überträgt Windenergieprojekte in Niedersachsen und Schleswig-Holstein an Windwärts“.
„ee-news.ch“: „Windwärts: Übernimmt Teile der Windenergie-Aktivitäten von Juwi“.
„iwr.de“: „Windwärts erweitert Windpark mit Enercon-Anlage“.
Windpark Siegfriedseiche
„Usinger Anzeiger“: „WINDENERGIE Unternehmen Windwärts will Umweltverträglichkeitsstudie für Windpark Siegfriedseiche einreichen / Neue Internetseite.“
Mitteilung vom Insolvenzgericht
Vor einigen Tagen erhielt ich vom Amtsgericht Hannover, Insolvenzgericht, einen „Auszug aus der Insolvenztabelle“ zur Kenntnisnahme zugesandt.
Was ist die Insolvenztabelle?
Flugsicherungseinrichtungen und Winenergieanlagen
Grundsatzurteil zum Konflikt zwischen Flugsiche­rungs­einrich­tun­gen und Windenergieanlagen
„Windwärts-Insolvenz“ und wohl kein Ende in Aussicht?
Am 08.04.2014 meldete „Windwärts“ Insolvenz an. Über vier Jahre ist dies nun her. Bei Prokon schaffte der Insolvenzverwalter ein Ergebnis nach wenigen Monaten und das Unternehmen war beträchtlich größer und unübersichtlicher als das kleine „Windwärts“.
Über den aktuellen Stand des Insolvenzverfahrens „Windwärts“ erhielten die betroffenen Gläubiger nun schon seit Jahren keine Information. Bei Prokon hielt der Insolvenzverwalter ständig Kontakt zu den Beteiligten. So laufen hier diese Verfahren ab, ohne Einflussmöglichkeiten des größten Teils der Insolvenzgläubiger, ohne Informationen. Was am Ende dann für diese übrig bleibt steht in den Sternen.
Wie man regelmäßig der Presse entnehmen kann hat „Windwärts“ selbst, bzw. dessen Gründer wohl eine sehr gesunde Insolvenz hingelegt? Der Insolvenzverwalter wird wohl inzwischen auch nicht schlecht an den Abläufen verdient haben?
Die Vorschusslorbeeren für diesen Insolvenzverwalter wurden inzwischen wohl ebenso vom Winde verweht wie die Einlagen der Anteilseigner? Offensichtlich müssen aber wohl immer noch Gelder vorhanden sein, denn sonst hätten das Gericht und der Insolvenzverwalter die Tätigkeit doch wohl schon eingestellt?

References: § 39
 § 39
 § 174
 § 39
 § 39
 § 77
 § 174
 §38
 § 270
 § 39
 § 39
 §38