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Timestamp: 2019-09-15 06:40:04+00:00

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BGH, 19.03.2013 - VI ZR 56/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,4321
BGH, 19.03.2013 - VI ZR 56/12 (https://dejure.org/2013,4321)
BGH, Entscheidung vom 19.03.2013 - VI ZR 56/12 (https://dejure.org/2013,4321)
BGH, Entscheidung vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12 (https://dejure.org/2013,4321)
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BGB § 823 Abs. 2; KWG (1962) § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Fall 1, § 32 Abs. 1 Satz 1, § 54 Abs. 1 Nr. 2 Fall 1, Abs. 2
§ 823 Abs 2 BGB, § 1 Abs 1 S 2 Nr 1 KredWG 1962, § 1 Abs 1 S 2 Nr 1 Alt 1 KredWG vom 22.10.1997, § 32 Abs 1 S 1 KredWG 1962, § 32 Abs 1 S 1 KredWG vom 22.10.1997
Einlagengeschäft mit Winzergeldern: Schutzgesetzverletzung bei fehlender Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz
Einlagengeschäft - Erlaubnispflicht
Zur Anwendbarkeit des KWG auf Verbindlichkeiten aus Winzergeldern
Geschäftsmäßige Begründung von Verbindlichkeiten aus Winzergeldern fällt unter das KWG
Zur Frage, ob die geschäftsmäßige Begründung von Verbindlichkeiten aus geschuldeten Winzergeldern, die über die Endabrechnung eines Jahrgangs hinaus vom Winzer bei der Winzergenossenschaft gegen Zahlung von Zinsen belassen werden, als Einlagengeschäft im Sinne des § ...
Kreditrecht - Winzergelder geschuldet: Erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft?
Einlagegeschäft nach 1 Abs. 1 KWG, Erlaubnispflicht, Haftung wegen Erlaubnispflichtsverletzung bei Einlagengeschäften, Verletzung von Schutzgesetzen nach 823 Abs. 2 BGB
KWG §§ 1, 32 Abs. 1; BGB § 823 Abs. 2
Unerlaubte Bankgeschäfte einer KG durch Kundeneinlagen ("Winzergelder")
Personenhandelsgesellschaften betreiben grundsätzlich kein Bankeinlagengeschäft
Weinkellerei ist keine Bank
Geschäftsmäßige Begründung von Verbindlichkeiten aus geschuldeten Winzergeldern stellt erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft dar
Guthaben auf Gesellschafterkonten sind keine Einlagen im Sinne des KWG
Kurznachricht zu "Bankerlaubnispflicht und Haftung der Geschäftsführer bei Stehenlassen so genannter "Winzergelder"" von RA Dr. Jens Wenzel, original erschienen in: NZG 2013, 814 - 817.
Kurznachricht zu "Sind Gesellschafterkonten aufsichtspflichtig?" von RA Dr. Joachim Kaetzler und RA/Notar Dr. Christoph Schücking, original erschienen in: NJW 2014, 1265 - 1270.
LG Landau/Pfalz, 28.04.2011 - 4 O 32/10
OLG Zweibrücken, 12.01.2012 - 4 U 75/11
BGHZ 197, 1
NJW-RR 2013, 675
ZIP 2012, 568
ZIP 2013, 966
MDR 2013, 732
WM 2013, 874
NZG 2013, 582
Notwendig ist mithin die Überzeugung der beteiligten Verkehrskreise, durch die Einhaltung der Übung bestehendes Recht zu befolgen (vgl. BGH, Urteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 29;… Beschluss vom 4. September 2013 - XII ZB 526/12, NJW 2014, 387 Rn. 16, jeweils mwN).
Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB darstellt (Senat, Urteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 11 mN;… vom 7. Juli 2015 - VI ZR 372/14, NJW-RR 2015, 1144 Rn. 25, auch zum Schutzzweck bei Einlagengeschäften).
Zwar ist § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG Schutzgesetz iSd § 823 Abs. 2 BGB zugunsten des einzelnen Kapitalanlegers (st. Rspr.; vgl. Senatsurteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 11 mwN).
(2)Zweck der Erlaubnispflicht von Einlagengeschäften iSd § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG ist es sicherzustellen, dass die Kreditinstitute entsprechend § 11 Abs. 1 KWG jederzeit eine ausreichende Zahlungsbereitschaft (Liquidität) gewährleisten (vgl. Senatsurteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 31;… vom 11. Juli 2006 - VI ZR 340/04, NJW-RR 2006, 1713 Rn. 25 und VI ZR 341/04, EBE/BGH 2006, 302, 304; OLG Celle, OLGR 2005, 96, 98 f.;… Rost, aaO, S. 87, 89; auch OLG Schleswig, ZIP 2012, 1066, 1068, 1069).
Der Vermögensverlust ist nicht deshalb eingetreten, weil der Kläger seine Einlage mangels Liquidität der Beklagten nicht zurückerhalten hätte (zu dieser Konstellation Senatsurteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 31;… vom 11. Juli 2006 - VI ZR 339/04, VersR 2006, 1374 Rn. 27;… VI ZR 340/04, NJW-RR 2006, 1713 Rn. 25 und VI ZR 341/04, EBE/BGH 2006, 302, 304), sondern deshalb, weil die D. AG bzw. die G.S.S. AG aufgrund des - jeweils von der unterstellten Erlaubnispflicht des Einlagengeschäfts der Beklagten unabhängigen - Vermögensverwaltungsvertrags und des Servicevertrags von diesem Konto Verwaltungsgebühren einzogen.
§ 32 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 KWG ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs Schutzgesetz zugunsten des einzelnen Kapitalanlegers (vgl. nur Senatsurteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 11 mwN …und vom 7. Juli 2015 - VI ZR 372/14, VersR 2015, 1385 Rn. 25; BGH, Versäumnisurteil vom 21. April 2005 - III ZR 238/03, VersR 2005, 1394, 1395 mwN).
Darunter ist zunächst die tatsächliche Entgegennahme von Bargeld beziehungsweise - bei Buchgeld - die Kontogutschrift zu verstehen (Senatsurteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 18, mwN).
So hat der erkennende Senat ausgesprochen, dass auch die Umwandlung einer Geldforderung aus einem Handelsgeschäft in ein Darlehen, welches aus wirtschaftlicher Sicht der Auszahlung beziehungsweise Überweisung des Forderungsbetrags und anschließender Wiedereinzahlung beziehungsweise Rücküberweisung gleichwertig ist, eine Annahme von Geldern im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 KWG darstellt (Senatsurteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, aaO; vgl. auch BVerwGE 69, 120, 124; OLG Frankfurt am Main, ZIP 2017, 179, 180; OLG Nürnberg, ZIP 2015, 1013, 1015).
Ein Verstoß gegen § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG ist gemäß § 54 Abs. 1 Nr. 2 KWG strafbewehrt, wobei sich im Falle juristischer Personen die Verantwortlichkeit insbesondere nach § 14 Abs. 1 Nr. 1 StGB richtet, der darauf abstellt, dass jemand als vertretungsberechtigtes Organ einer juristischen Person oder als Mitglied eines solchen Organs handelt (…vgl. Senatsurteile vom 11. Juli 2006 - VI ZR 339/04, VersR 2006, 1374 Rn. 25, - VI ZR 340/04, WM 2006, 1896 Rn. 23 und - VI ZR 341/04, EBE/BGH 2006, 302, 304; vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 30).
Offen bleiben kann, ob ein solches Anlagemodell ein Einlagengeschäft in Form der Annahme fremder Gelder als Einlagen (§ 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 Fall 1 KWG) darstellt (vgl. hierzu Senatsurteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, BGHZ 197, 1 Rn. 15 ff.;… vom 23. November 2010 - VI ZR 244/09, VersR 2011, 216 Rn. 15; jeweils mwN).
Im Streitfall sollte die F. GmbH Gelder in Form von Buchgeld von dem im Namen und für Rechnung der Klägerin handelnden Beklagten annehmen (vgl. hierzu Senatsurteile vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, aaO Rn. 18;… vom 11. Juli 2006 - VI ZR 339/04, VersR 2006, 1374 Rn. 17; jeweils mwN).
Bei dieser Vorschrift handelt es sich, wie das Berufungsgericht insoweit zutreffend ausgeführt hat, um ein Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB zu Gunsten des einzelnen Kapitalanlegers (…st. Rspr. z.B.: Senatsurteil vom 19. Januar 2006 - III ZR 105/05, BGHZ 166, 29 Rn. 17 a.E.; Senat, Versäumnisurteil vom 21. April 2005 - III ZR 238/03, NJW 2005, 2703 f mwN; BGH, Urteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, WM 2013, 874 Rn. 10 f mwN).
Hinzutreten muss in subjektiver Hinsicht, dass diese Übung von der Überzeugung getragen wird, mit ihrer Anwendung geltendes Recht zu befolgen (BGH, Urteil vom 16. Februar 2001 - V ZR 422/99, NJW-RR 2001, 1208, 1209; Urteil vom 19. März 2013 - VI ZR 56/12, ZIP 2013, 966 Rn. 29;… Beschluss vom 4. September 2013 - XII ZB 526/12, NJW 2014, 387 Rn. 16;… Urteil vom 18. November 2016 - V ZR 266/14, WM 2017, 256 Rn. 23).
Haftung des gewerbsmäßig tätigen Ankäufers für Lebensversicherungen aus …
OLG Frankfurt, 14.10.2016 - 10 U 64/16
OLG Frankfurt, 07.02.2017 - 8 U 15/15

References: § 823
 § 1
 § 32
 § 54

§ 823
 § 1
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 § 32
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 § 823
 § 32
 § 823
 § 32
 § 823
 § 1
 § 11

§ 32
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 § 32
 § 54
 § 14
 § 823