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Timestamp: 2018-03-19 18:40:46+00:00

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ᐅ Einheitswert: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Einheitswert
Mit dem Begriff Einheitswert wird ein Wert bezeichnet, der für mehreren Steuern als gleichmäßig als Grundlage zur Besteuerung dient. Dazu gehören beispielsweise die Vermögenssteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer, Grunderwerbssteuer oder Erbschaftssteuer) [1]. Einheitswerte werden zurzeit für inländischen Grundbesitz, und zwar für Grundstücke und land- und forstwirtschaftliches Vermögen festgestellt.
1 Aktuelle Bedeutung des Einheitswertes
3 Das Feststellungsverfahren
3.1 Die Hauptfeststellung
3.2 Die Nachfeststellung und Aufhebung des Einheitswertes
4 Fortschreibung der Einheitswerte
5 Einheitswermittlung
5.1 Das land- und fortswirtschaftliche Vermögen
5.2 Das Grundvermögen
5.2.1 Das Ertragswertverfahren
5.2.2 Das Sachwertverfahren:
5.3 Die Betriebsgrundstücke
6 Die neuen Bundesländer:
7 Zukünftige Entwicklung des Einheitswerts
I. Aktuelle Bedeutung des Einheitswertes
Der Einheitswert hat zurzeit Bedeutung für folgende Steuerarten:
Gewerbeertragsteuer:
II. Historische Bedeutung
III. Das Feststellungsverfahren
Die Einheitswerte werden durch Feststellungsbescheide der Finanzbehörden gesondert festgestellt. Im Rahmen der Feststellung wird der Wert, die Art- und Zurechnung des Gegenstandes festgestellt[4]. Durch die gesonderte Feststellung ist der Einheitswertbescheid ein Grundlagenbescheid für den Grundsteuermessbetrag. Einwendungen gegen die Höhe der Grundsteuer können daher verfahrensrechtlich nur durch Anfechtung des Einheitswertbescheides erreicht werden.
Die Hauptfeststellung
Die Einheitswertfeststellung erfolgt immer auf einen Stichtag. Zum Hauptfeststellungszeitpunkt (1. Januar 1964) wurde für alle wirtschaftlichen Einheiten ein Einheitswert festgestellt. Der gesetzlichen Regelung entsprechend sollte alle sechs Jahre eine Hauptfeststellung der Einheitswerte erfolgen. Hierzu ist es aber aus praktischen Gründen nie gekommen. Einziger Hauptfeststellungszeitpunkt ist bisher der 1. Januar 1964.
Die Nachfeststellung und Aufhebung des Einheitswertes
Wenn nach dem Hauptfeststellungszeitpunkt eine wirtschaftliche Einheit neu entsteht, z.B. durch Parzellierung eines Grundstücks wird für die neu entstandenen Einheiten eine Nachfeststellung vorgenommen. Wenn nach dem Hauptfeststellung eine wirtschaftliche Einheit wegfällt, wird der Einheitswert aufgehoben.
IV. Fortschreibung der Einheitswerte
Wenn sich die Werte der Grundstücke ändern, ist bei Überschreitung der Grenzen des § 22 BewG eine Wertfortschreibung durchzuführen . Beim Verkauf von Grundstücken ändert sich hingegen die Zurechnung, so dass eine Zurechnungsfortschreibung auf den neuen Eigentümer vorzunehmen ist. Schließlich kann durch veränderte Nutzung eine Artfortschreibung vorzunehmen sein z.B. von Betriebsvermögen zu Grundvermögen. Ebenfalls ist bei baulichen Veränderungen eine Artfortschreibung von z.B. unbebautem Grundstück zu Einfamilienhaus vorzunehmen.
V. Einheitswertermittlung
Das land- und fortswirtschaftliche Vermögen:
Der Einheitswert für land- und forstwirtschaftliches Vermögen setzt sich aus dem Wert für den Wirtschaftsteil und dem Wert für den Wohnteil zusammen. Hier sind recht komplizierte Einzelregelungen entsprechend der verschiedenen (landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche, weinbauliche, gärtnerische, sonstige) Nutzung der Grundstücksfläche zu beachten.
Bei der Ermittlung des Einheitswertes des Grundvermögen ist zum einen zwischen bebauten und unbebauten Grundstücken zu unterscheiden. Weiterhin ist bei bebauten Grundstücken die Grundstücksart zu unterscheiden. Besondere Regelungen gibt es schließlich noch für Erbbaurechte, Wohnungs- und Teileigentum sowie Gebäude auf fremden Grund- und Boden.
Von Ausnahmen abgesehen, sind Mietwohngrundstücke, Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Grundstücke, Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser im Ertragswertverfahren zu bewerten. Hierbei wird ein Vervielfältiger mit der erzielbaren Jahresrohmiete (Stand zum 01.01.1974!) multipliziert. Der Vervielfältiger ist in den Anlagen 3 – 8 des Bewertungsgesetzes normiert, und berücksichtigt, Baujahr und Bauweise des Gebäudes sowie die Gemeindegröße in der das Grundstück liegt. Für gewisse wertmindernde und werterhöhende Umstände kommt ein Ab- bzw. ein Zuschlag in Betracht.
Für unbebaute und sonstige bebaute Grundstücke, sowie für Grundstücke bei den sich eine Jahresrohmiete oder eine übliche Miete nicht ermitteln lässt sowie für sogenannte Luxusbauten ist der Einheitswert im Sachwertverfahren zu bestimmen. Dieses Bewertungsverfahren orientiert sich am Substanzwert des Grundstücks.
Hier werden der Wert für den Grund- und Boden, für das Gebäude und für die Außenanlagen addiert. Der Gebäudewert wird in der Regel durch Multiplikation des umbauten Raums (in m³) mit der Bauart entsprechenden durchschnittlichen Herstellungskosten multipliziert. Nach Ermittlung ist hier insbesondere ein Wertabschlag wegen Alters vorzunehmen.
Die Betriebsgrundstücke
Besonderheiten gibt es noch bei der Zuordnung von Grundstücken zum Betriebsvermögen (Betriebsgrundstücke). Im Gegensatz zum Ertragsteuerrecht kann ein Grundstück das zum Teil gewerblichen und zum Teil privaten Zwecken dient, bewertungsrechtlich nicht aufgeteilt werden[5]. Daraus folgt, dass ein Grundstück dass zu mehr als 50 % betrieblichen Zwecken dient in vollem Umfang Betriebsgrundstück ist. Ein Grundstück dass zu weniger als 50 % betrieblichen Zwecken dient, ist in vollem Umfang Grundvermögen. Betriebsgrundstücke sind wie Grundvermögen oder land- und forstwirtschaftliches Vermögen zu bewerten.
Diese Feststellung im Rahmen der Einheitsbewertung hat zwar keine steuerliche Auswirkung mehr, jedoch richtet sich die Einordnung der Grundstücke bei der Bedarfsbewertung nach den gleichen Kriterien. Daher ist diese Unterscheidung im Bezug auf die hohen Freibeträge bei der Erbschaftsteuer für betriebliches Vermögen bei der Bedarfsbewertung zurzeit noch von Bedeutung.
VI. Die neuen Bundesländer
In den neuen Bundesländern ist eine Einheitswertermittlung auf den 01.01.1964 nicht vorgenommen worden[6]. Für das land- und forstwirtschaftliche Vermögen werden daher Ersatzwirtschaftswerte berücksichtigt. Für Grundvermögen wird auf zum 01.01.1935 ermittelten Einheitswerte, zum Teil mit erhöhten Sätzen, zurückgegriffen[7].
VII. Zukünftige Entwicklung des Einheitswerts
Es ist seit längerer Zeit in der Diskussion, ob sich der Verwaltungsaufwand für die Einheitsbewertung angesichts der geringen steuerlichen Bedeutung der Einheitswerte noch rechtfertigen lässt[8]. Was ursprünglich der Steuervereinfachung diente (nur eine Ermittlung für viele Steuerarten), ist mittlerweile zum Bürokratismus lediglich für die Grundsteuer ausgeartet. Ein effizienteres Verfahren, das von der Wertermittlung auf den 01.01.1964 Abstand nimmt, ist dringend erforderlich. Ein Reformvorschlag der Länder Bayern und Rheinland-Pfalz wurde jedoch nicht umgesetzt.
In Österreich bezeichnet der Einheitswert den steuerlichen Wert des land- und forstwirtschaftlichen sowie sonstigen Grund- und Betriebsvermögens. Er wird als einheitliche Besteuerungsgrundlage vor allem für die Grund-, Gewerbe- und Erbschaftsteuer herangezogen.
NWB, Heft Nr. 27 aus 2005, Seite 2243 – Reinhard Stöckel – Die Grundsteuerreform – Vom BVerfG vergessen und längst überfällig
Definition auf help.gv.at
X. Quellenangaben
↑ Högl in Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, Rz 4 zu § 19 BewG
↑ § 12 GewStG a.F.
↑ BVerfG vom 22. Juni 1995, BStBl. Teil I Seite 671
↑ § 20 BewG
↑ § 99 (2) BewG
↑ §§ 125 - 128 BewG
↑ §§ 129 - 133 BewG
↑ Högl in Gürsching/Stenger, Bewertungsrecht, Rz 6.1 zu § 19 BewG
Grundsteuermessbetrag/Einheitswert Eigenheim Fertigstellung Archimed schrieb am 09.02.2017, 01:59 Uhr:
Ich habe hier für Experten folgendes Szenario:Bauherr (X) baut (im Jahr 2012) ein Haus. Im selben Jahr kommt vom Bauamt (BA) die Bauzustandsbesichtigung zur Teilfertigstellung. Es gibt Mängel hinsichtlich § 40(4) BauO NRW, kein Rettungsweg im Dachgeschoss. Die Nutzung des DG wird untersagt. 2014 werden die Mängel behoben(Verzögerung... » weiter lesen
Häuserüberlassung vor Todesfall, diverse Fragen... Carl83 schrieb am 01.05.2016, 10:25 Uhr:
Hallo,in einem angenommenen Fall wollen Eltern (E) ihren zwei Kindern (K1 + K2) ihre beiden Häuser schon vor Eintritt des Todesfalles überlassen. In Haus 1 wohnen die Eltern momentan noch selber, Haus 2 ist vermietet.Beide Kinder werden gefragt, ob sie eines der Häuser übernehmen möchten.K1 lehnt dies ab, K2 bekundet Interesse an Haus... » weiter lesen
Wohnhaus mit Gewerbe, Vorwegabzug Nebenkosten Peterle64 schrieb am 25.01.2016, 10:20 Uhr:
Guten Tag,ich hätte eine Frage zu einem ausgedachten Wohnhaus mit Gewerbeeinheit, sagen wir mal es wäre eine Arztpraxis für Allgemeinmedizin.Ich habe gelesen, sollte es so einen Fall geben, dass der der Vermieter zu einem Vorwegabzug bei einigen Punkten auf der Nebenkostenabrechnung verpflichtet (?) wäre.Hier wäre die Frage, welche... » weiter lesen
Erhöhung der Grundsteuer / des Einheitswerts Halbwissende schrieb am 22.01.2015, 21:04 Uhr:
Hallo, nehmen wir einmal folgenden rein hypothetischen Fall an:Eigentümer E besitze seit einigen Jahren eine Eigentumswohnung in einem Zweifamilienhaus älteren Baujahres. Für diese zahle er seit seit dem Kauf ein und dieselbe, sehr geringe Grundsteuer. Bauliche Maßnahmen oder Veränderungen habe E in seiner Zeit als Eigentümer nicht... » weiter lesen
Grundsteuerbescheid falsch, was tun als Mieter Benny2209 schrieb am 09.07.2014, 11:55 Uhr:
Hallo, nehmen wir an bei der Betriebskostenabrechnung fällt einen auf das der Grundsteuerbescheid vom Eigentümer, den er von der Stadt X immer erhält komplett falsch berechnet sein muß. Laut Steueramt müßte die max. Belastung der Grundsteuer pro m² bei 2,20€ liegen im teuersten Stadtteil, nämlich im Zentrum. Man wohnt aber am Stadtrand... » weiter lesen
Einheitswert von Immobilie Flocko schrieb am 15.12.2012, 14:28 Uhr:
Hallo, A kauft ein Haus von B und erhält nach ca. 3 Monate einen neuen Einheitswertbescheid und Grundsteuermessbescheid vom Finanzamt. Daraus ergibt sich eine um 50% erhöhte Grundsteuerzahlung. Gegen die Bescheide vom Finanzamt kann Widerspruch eingelegt werden. Eine Nachfrage beim Finanzamt ergab, dass B beim Finanzamt Angaben zum... » weiter lesen
Wert Bauland fix16 schrieb am 29.08.2011, 14:21 Uhr:
Angenommen ein Grundstück liegt innerhalb eines Bebauungsplanes und ist somit Bauland. Der Eigentümer hat sich jedoch gegen die Einheitwertbestimmung erfolgreich gewährt, weil dass Grst. so sehr steil ist und demnach nur mit erheblichen unwirtschaftlichen Mehrkosten bebaubar ist. Wie ist der Grundstückswert zu bemessen, zB. wenn das... » weiter lesen
Grundsteuer für Industriebrache, bei Nutzung durch Verein loonquawl schrieb am 30.12.2009, 13:51 Uhr:
Angenommen Privatperson P kauft eine Industriebrache im Zwangsversteigerungsverfahren. Die Fläche sei 20.000qm, mit diversen Altlasten und Ruinen. Daraus resultierend ein winziger Kaufpreis, er sei hundert Euro; Grunderwerbssteuer und Notarkosten also dementsprechend niedrig. Wenn nun P das Gelände für einen symbolischen Betrag von 1... » weiter lesen
BFH: Grundsteuer ungerecht und gleichheitswidrig
03.12.2014 | Wirtschaft & Steuern
München (jur). Nach Überzeugung des Bundesfinanzhofs (BFH) in München ist die Grundsteuer nicht mehr gerecht und daher gleichheitswidrig. Mit einem am Mittwoch, 3. Dezember 2014, veröffentlichten Beschluss legten die Münchener Richter eine Klage dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zur Prüfung vor (Az.: II R 16/13).Die Grundsteuer soll sich nach dem Wert der Grundstücke richten. Grundlage sind sogenannte Einheitswerte, die Jahr für Jahr... » weiter lesen
13.12.2007 | Recht & Gesetz
Mit Urteil vom 24. Oktober 2007 II R 5/05 hat der Bundesfinanzhof bezüglich eines bebauten Grundstücks, dessen Einheitswert im Ertragswertverfahren ermittelt worden ist, entschieden, dass der Grundsteuererlass gemäß § 33 Abs. 1 Sätze 1 und 3 Nr. 2 Grundsteuergesetz unabhängig davon zu gewähren ist, ob die das erforderliche Ausmaß (mehr als 20 v.H.) erreichende Ertragsminderung typisch oder atypisch, strukturell oder nicht strukturell bedingt,... » weiter lesen
BVerwG: Kein Anspruch auf Entschädigung nach dem Vermögensgesetz ...
03.04.2007 | Recht & Gesetz
Kein Anspruch auf Entschädigung nach dem Vermögensgesetz für missbräuchlich deutlich unter Wert erworbenes jüdisches Eigentum Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute in zwei Verfahren entschieden, wann ein Erwerber jüdischen Eigentums in der Zeit des Nationalsozialismus im Sinne von § 7a Absatz 3b Satz 2 Vermögensgesetz  VermG  in schwerwiegendem Maße eine Stellung missbraucht hat mit der Folge, dass ein Anspruch auf Entschädigung... » weiter lesen
Einheitswert Urteile und Entscheidungen
Mit Einheitswert im Sinne von § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 EntschG war auch nach der ursprünglichen Fassung der vor der Schädigung zuletzt festgestellte Einheitswert gemeint.
» BVERWG, 27.06.2006, BVerwG 3 B 190.05
Die Bemessung des Deichverbandsbeitrages nach den Einheitswerten der im Verbandsgebiet gelegenen Grundstücke ist rechtlich nicht zu beanstanden.
» NIEDERSAECHSISCHES-OVG, 29.06.2006, 13 LC 22/04
» BVERWG, 31.05.2006, BVerwG 3 B 148.05
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