Source: https://media.zwp-online.info/archiv/pub/sim/oj/2017/oj0217/
Timestamp: 2017-06-29 03:46:06+00:00

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Wie bereits im Koalitionsvertrag ver einbart, sollte noch in dieser Legislaturperiode nach dem Willen der Bundesregierung die Weiterentwicklung des Medizinstudiums vorangebracht werden. Und tatsächlich, nach endlosen Debatten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und zähen Verhandlungen zwischen Bund und Ländern traten nun die beteiligten Ressortchefs Hermann Gröhe und Frau Professorin Johanna Wanka sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheits- und Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktion zusammen und beschlossen Ende März den Master plan Medizinstudium 2020... Inhalt
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Der zahnlose Oberkiefer stellt bei der Therapie mit festem, implantatverankertem Zahnersatz eine besondere Herausforderung dar. Einerseits sind ästhetische Vorstellungen zu berücksichtigen und anderseits gilt es, durch anatomische Gegebenheiten mit zum Teil massiven Resorptionsvorgängen der Maxilla, Schwierigkeiten prothetisch und chirurgisch zu beherrschen. Gerade hier zeigt sich, dass zum Erfolg ein bestens aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel von Chirurgie und Prothetik zugrunde liegen muss. Folgender Fachbeitrag diskutiert prothetische und chirurgische Vorgehensweisen für festsitzenden, implantatgetragenen Brückenzahnersatz anhand von zwei exemplarischen Behandlungsfällen. Dentaurum Implants GmbH
Die plastische Parodontalchirurgie strebt bei freiliegenden Zahnhälsen, welche neben ästhetischen zu medizinischen Problemen führen können, die vollständige Deckung der exponierten Wurzeloberfläche und die Verbesserung der funktionellen und ästhetischen mukogingivalen Verhältnisse an. Aktuelle evidenzbasierende Methoden ermöglichen teilweise Reparation und Regeneration der verloren gegangenen Strukturen. Die Forschung versucht, durch künstliche Herstellung von autologen/xenogenen Membranen die Ergebnisse von autologen freien Bindegewebstransplantaten zu imitieren, damit die Zeitdauer des Eingriffes zu verkürzen sowie postoperative Schmerzen und Komplikationen zu minimieren. Extraktionswunde nach Unterbrechung der Bisphosphonattherapie
Bezug nehmend auf den Beitrag „Sonografische Darstellung einer nicht heilenden Extraktionswunde“ im Oralchirurgie Journal 3/2016 wird der weitere Verlauf der Wundheilung nach der Extraktion des Zahnes 36 mithilfe der sonografischen Untersuchung dargestellt. Die sonografische Darstellung bezieht sich auf die Extraktionswunde nach der Unterbrechung der Bisphosphonattherapie für sechs Monate. Einsatz von Knochenaufbaumaterial porciner Herkunft
Im klinischen Alltag wird man häufig mit unregelmäßigen Kieferverhältnissen und Defektsituationen des knöchernen Alveolarfortsatzes konfrontiert. Wenn autogenes Knochenmaterial für die notwendige Augmentation nicht in ausreichender Menge vorhanden oder die Gewinnung mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden ist, kann auf körperfremdes Augmentationsmaterial zurückgegriffen werden. Henry Schein Dental Deutschland GmbH
Die moderne Zahnmedizin ist in der Lage, auch bei kompliziertesten Ausgangssituationen eine für den Patienten nahezu vollständige orale Rehabilitation zu erreichen. Hiebei sind aber zunehmend mehr Patienten, aufgrund der hohen Zuzahlungsnotwendigkeit insbesondere bei Implantaten, ausgeschlossen. Die von den Krankenkassen formulierten Ausnahmeindikationen kommen nur äußerst selten zum Tragen. Die dentilegus®-Stiftung hat es sich aus diesem Grund zur Aufgabe gemacht, in den kritischen Fällen – in denen Implantate alternativlos sind und nicht im Rahmen der Ausnahmeregelung von den Krankenkassen unterstützt werden – die Kosten zu übernehmen. Unter dem Dach der Stiftung werden spendenbereite Implantatfirmen und erfahrene sozial engagierte Implantologen zusammengeführt, um in besonders prekären Fällen Hilfe anbieten zu können. Der folgende Fall steht exemplarisch für die Arbeit der Stiftung. Biofeedback-Anästhesie – Die Anästhesie der Zukunft?
Die klassischen Anästhesieverfahren in der Zahnheilkunde schalten das Schmerzempfinden des Patienten entweder komplett oder zumindest weit über den unmittelbaren und eigentlichen Therapiebereich hinaus aus. Dabei ist es möglich, den körpereigenen Selbstschutzmechanismus (Biofeedback) zur Ausschaltung von Schmerzen zu verwenden. Mittels Biofeedject gelangt das Anästhesiemittel durch gezielte Diffusion ausschließlich in das Gewebe, welches sensible Rezeptoren besitzt und im unmittelbaren Therapiebereich liegt. Damit stellt die Biofeedback-Anästhesie ein wegweisendes Konzept für die Zukunft der dentalen Anästhesie dar. Produkte
Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper! Top-Referenten beim 14. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin
Ein Referententeam der Sonderklasse und Themen in einer besonderen Bandbreite bietet das diesjährige Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin am 15. und 16. September im pentahotel. Ein Termin, den man sich im Fortbildungskalender vormerken sollte. 34. Jahrestagung des BDO / 10. Herbsttagung der DGMKG
Meist ungewollt taucht man mit seiner Praxis in diversen Suchportalen, Verzeichnissen und sonstigen Seiten auf. Oft hat man nicht einmal Kenntnis darüber, wo man überall als Zahnarzt geführt wird. Problematisch wird es, wenn falsche Angaben gemacht werden, wie zum Beispiel Titel oder Qualifikationen, die man gar nicht hat. Sobald man von dieser Tatsache positive Kenntnis erlangt, muss man dafür Sorge tragen, dass der Eintrag geändert wird... 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln
Zum 5. Praxismanagement Symposium lud der BDO Landesverband Nordrhein zahlreiche Oralchirurgen und deren Praxismitarbeiter am 11. Februar 2017 ins Kölner Hotel Pullman ein. Im Rahmen des hochkarätigen Tagungsprogramms erörterten die renommierten Referenten u. a. unterschiedliche Praxisorganisationsformen, Praxishygiene, die Behandlung von Patienten mit Antikoagulantientherapie und gaben Abrechnungstipps zu zahnärztlich-chirurgischen Leistungen sowie ein Update zum Thema Notfallmanagement Aus parodontalen Niederungen zu ästhetischen Höhen
„Aus parodontalen Niederungen zu ästhetischen Höhen“, so lautete ein Vortrag des Curriculums für operative und ästhetische Parodontologie, welches den diesjährigen parodontologischen Reigen am 10. März in Düsseldorf eröffnete. In dem architektonisch einmaligen Ambiente des Hafens gaben sich renommierte Parodontologen an diesem frühlingshaften Wochenende ein Stelldichein und zogen erneut viele interessierte Kollegen in ihren Bann. Fortbildungsveranstaltungen des BDO 2017
Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper! Adressenverzeichnis Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO)
Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper! Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik
Mit Inkrafttreten der GOZ 2012 und den damit verbundenen Änderungen und Neuerungen sind einige altbekannte Streitpunkte leider erhalten geblieben. So werden von Kostenträgern nach wie vor ungerechtfertigte Erstattungskürzungen bei der Leistung nach GOÄ-Nr. 2675 im Zusammenhang mit Implantationen mit dem Hinweis vorgenommen, eine zusätzliche Lappenbildung sei hier nicht möglich bzw. berechnungsfähig... News
Kein Kurztext vorhanden. Bitte schauen Sie in die PDF oder das ePaper! Update: Implantologische Chirurgie von A-Z
17. Jahrgang | € 10,00 zzgl. MwSt. | ISSN 1617-7843 | PVSt. F 54707 Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal 2 2017 Fachbeitrag Minimalinvasive plastische Parodontalchirurgie Seite 14 Anwenderbericht Implantatversorgung bei extremer Alveolarkammatrophie Seite 22 Recht Verantwortung für korrekte Angaben im Internet zur eigenen Person Seite 36 BDO | Events 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln Seite 38 2
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EDITORIAL Masterplan Zahnmedizinstudium 2030 …? Wie bereits im Koalitionsvertrag ver- einbart, sollte noch in dieser Legisla- turperiode nach dem Willen der Bun- desregierung die Weiterentwicklung des Medizinstudiums vorangebracht werden. Und tatsächlich, nach end- losen Debatten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und zähen Verhandlun- gen zwischen Bund und Ländern tra- ten nun die beteiligten Ressortchefs Hermann Gröhe und Frau Professorin Johanna Wanka sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheits- und Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktion zusammen und beschlossen Ende März den Master plan Medizinstudium 2020. Der Bundesminister Hermann Gröhe nennt in der diesbezüglichen Presse- mitteilung den Masterplan Medizinstu- dium 2020 einen wichtigen Schritt hin zu einem modernen Medizinstudium, das unsere Ärztinnen und Ärzte auf die zukünftigen Herausforderungen deutlich besser vorbereiten soll und eine gute Patientenversorgung überall in Deutschland sicherstellen werde. So solle vor allem der Praxisbezug im Stu- dium stärker hergestellt und das Fach Allgemeinmedizin gerade im Blick auf die Versorgung im ländlichen Raum verbessert werden. Zugleich möchte man die Empfehlung des Wissen- schaftsrates umsetzen und versuchen, die Befähigung zu wissenschaftlichen Arbeiten zu verbessern. Demnach sieht der vorgestellte Masterplan Ver- änderungen bei der Studienstruktur und den Ausbildungsinhalten vor. So sollen die Fähigkeiten bei dem Arzt- Patienten-Gespräch, das maßgeblich die Patientenbeziehung, den Behand- lungserfolg und das Wohlbeﬁnden der Patientinnen und Patienten beeinﬂusst, intensiver gelehrt werden als das bisher der Fall ist. Auch die Zulassung zum Medizinstu- dium soll angepasst werden. Dabei werden soziale kommunikative Kom- petenzen stärker bei der Zulassung be- rücksichtigt werden. Des Weiteren soll ein Anreiz für eine Niederlassung im ländlichen Raum über die Schaffung einer sogenannten Land- arztquote erreicht werden. Die Länder können hiernach bis zu zehn Prozent der Medizinstudienplätze vorab an Be- werber vergeben, die sich verpﬂichten, nach Abschluss des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der all- gemeinen Medizin bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in der ländlichen Region tätig zu sein. Und was, lieber Leser, hat das mit uns Zahnärzten zu tun? Der Entwurf der neuen Approbationsordnung sieht vor, dass die vorklinische Ausbildung im Medizin- und Zahnmedizinstudium gemeinsam absolviert werden soll, sodass möglicherweise die Umsetzung des Masterplans zum Medizinstudium 2020 die Verabschiedung der neuen zahnärztlichen Approbationsordnung, die nun endlich für den 7. Juli 2017 geplant ist, möglicherweise derart stark beeinﬂusst, dass diese höchst- wahrscheinlich wieder einmal in letzter Minute zu scheitern droht und sich die Zahnärzte erneut ganz hinten anstellen und auf den Masterplan Zahnmedizin- studium 2030 warten müssen. [Infos zum Autor] Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Torsten W. Remmerbach Oralchirurgie Journal 2 | 2017 3 4
INHALT Editorial Recht 3 Masterplan Zahnmedizinstudium 2030 …? Torsten W. Remmerbach 36 Verantwortung für korrekte Angaben im Internet zur eigenen Person Dr. Susanna Zentai Fachbeitrag 6 14 18 Implantatgetragener Zahnersatz im kompromittierten Oberkiefer Dr. Friedemann Petschelt, ZTM Thomas Kraußeneck Minimalinvasive plastische Parodontalchirurgie OA Univ.-Ass. Dr. Michael Müller Extraktionswunde nach Unter brechung der Bisphosphonattherapie Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer Anwenderbericht 20 22 24 Einsatz von Knochenaufbaumaterial porciner Herkunft Prof. Dr. Daniel Grubeanu Implantatversorgung bei extremer Alveolarkammatrophie Dr. Selda Wolff, Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen G. Köhler Biofeedback-Anästhesie – Die Anästhesie der Zukunft? Dr. Said Mansouri, Pit Aretz Events | Vorschau 34 Top-Referenten beim 14. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin BDO | Events 38 40 Tipp 44 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln Dr. Mathias Sommer, M.Sc. Aus parodontalen Niederungen zu ästhetischen Höhen Dr. Maria-Theresia Peters Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik Dr. Dr. Alexander Raff 30 Markt | Produktinformationen 42 Fortbildungsveranstaltungen des BDO 2017 46 News 50 Termine/Impressum Das Oralchirurgie Journal ist die ofﬁ zielle Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen e.V. Titelbild © Kris Tan/Shutterstock.com 4 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 5
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FACHBEITRAG Dr. Petschelt [Infos zum Autor] Der zahnlose Oberkiefer stellt bei der Therapie mit festem, implan- tatverankertem Zahnersatz eine besondere Herausforderung dar. Einerseits sind ästhetische Vorstellungen zu berücksichtigen und anderseits gilt es, durch anatomische Gegebenheiten mit zum Teil massiven Resorptionsvorgängen der Maxilla, Schwierigkeiten pro- thetisch und chirurgisch zu beherrschen. Gerade hier zeigt sich, dass zum Erfolg ein bestens aufeinander abgestimmtes Zusam- menspiel von Chirurgie und Prothetik zugrunde liegen muss. Fol- gender Fachbeitrag diskutiert prothetische und chirurgische Vor- gehensweisen für festsitzenden, implantatgetragenen Brücken- zahnersatz anhand von zwei exemplarischen Behandlungsfällen. Implantatgetragener Zahnersatz im kompromittierten Oberkiefer Dr. Friedemann Petschelt, ZTM Thomas Kraußeneck Während im Unterkiefer die Atro- phiereaktionen des Kieferknochens in den meisten Fällen erwartungsgemäß nach biologischen und biomechani- schen Regeln eintreten, kann dies dem Oberkiefer nicht nachgesagt werden. Hier bieten aufgrund der fehlenden biologischen Belastungen und funktio- nellen Reize die Resorptionen relativ häuﬁg Überraschungen und von Fall zu Fall gravierende Unterschiede. Da- bei ist die prädiagnostische 3-D-Ana- lyse äußerst hilfreich und nicht mehr aus dem Planungsprozedere wegzu- denken. Auch die Forensik spielt in diesem Zusammenhang eine nicht unerhebliche Rolle. Meist stellt der Unterkiefer den weniger exponierten bzw. sichtbaren Kiefer der Patienten dar. Die Zähne des Oberkiefers wer- den gesehen, sind ästhetisch wichtig und entscheiden in großem Ausmaß über das Aussehen eines Menschen. Auch die Medien proﬁtieren von einem perfekten Lächeln und zeigen täglich das Schönheits ideal. Vorstellungen der Patienten, die im zahnlosen Oberkie- fer nicht immer in letzter Konsequenz erfüllt werden, können eine Behand- lung enorm erschweren. Trotzdem sind diese Ideen und Wünsche der Patienten nachvollziehbar und im Be- sonderen für die Implantatbehandlung maßgebend. Die erfreuliche, rasante Entwicklung in der Implantologie ermöglicht unter diesen Gesichtspunkten eine zufrie- denstellende und erfolgreiche Lösung. Basis gelungener Funktion, Phonetik und Ästhetik ist die chirurgische Vorbe- handlung und die eigentliche Implanta- tion. Langzeitstabile und ansprechende Ergebnisse sind nur mit der korrekten Implantatposition zu erzielen. Das wie- derum setzt gerade im Oberkiefer oft- mals aufwendige Augmentationen vo- raus. Ein zweizeitiges chirurgisches In- tervenieren kann in einigen Fällen nicht umgangen werden, bedeutet aber für den Patienten erhebliche Unannehm- lichkeiten. Chirurgische Augmentations - möglichkeiten stehen, neben dem evi- denzbasierten Sinuslift, viele zur Ver- fügung. Auch modiﬁzierte Mischformen diverser Techniken, die im folgenden Fall vorgestellt werden, sind hilfreich. Entscheidend und zielführend ist dabei nicht eine Technik, sondern vielmehr Abb. 1 Abb. 2a Abb. 2b Abb. 1: Klinische Ausgangssituation. – Abb. 2a und b: Anta- gonistische Situation im Unterkiefer. 6 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 7
eine Methode bzw. Kombinationen, die sich in den Händen der Behandler be- währt haben. Nach dem Motto: „Viele Wege führen nach Rom.“ Für eine hochwertige und ästhetisch besonders wertvolle rein implantat- getragene festsitzende Brückenversor- gung sind, so die Aussagen der Litera- tur, mindestens sechs oder besser acht Implantate notwendig. Hierbei bildet die so oft zitierte Behandlungsform der Sofortversorgung keine Option, viel- mehr ist ein traditionelles Einheilen im gedeckten Zustand belastungsfrei zu favorisieren. Sind genügend Implantate im inte- grierten Zustand vorhanden und be- lastbar, ist der Behandler im nächsten Schritt mit der Prothetik im beson- deren Ausmaß gefordert. Unter allen Umständen empﬁehlt der Autor bei diesen Arbeiten den Einsatz eines Langzeitprovisoriums. Manipulationen und Veränderungen an dem Zahn - ersatz können einfacher vorgenommen werden, bis später der deﬁnitive Zahn- ersatz folgt. Neben dem Progressive Bone Loading ist eine Adaptation und Gewöhnung des Patienten gewähr- leistet. Bei dieser Vorgehensweise und den folgenden Behandlungssituationen kann darüber hinaus die Mukosa- manschette geschützt werden, da das deﬁnitive Abutment bei der ersten prothetischen Sitzung endgültig einge- schraubt und nicht mehr entfernt wird. Ein Weiterarbeiten auf Knochenniveau mit möglicher Bakterienpenetration in diesem Bereich ist damit ausgeschlos- sen. Jegliche Fortführung der Therapie oder auch ein später verändertes Proﬁl wird auf Mukosaniveau ausgeführt, sodass ein weiterer Beitrag zur Peri- implantitisvermeidung, durch Ausbil- dung eines relativ stabilen biologischen Attach ments an die Unterseite der Im- plantatabutments, geschaffen wird. Klinisches Vorgehen Anhand von zwei Behandlungsfällen soll das Vorgehen für festsitzende, rein implantatgetragene Versorgungen aufgezeigt werden. Während bei dem ersten Fall die Chirurgie eine beson- dere Herausforderung darstellt, steht bei dem zweiten Fall der prothetische Teil mit dem Ersatz von verlorenem Ge- webe durch zahntechnische Hilfsmittel im Vordergrund. Erster klinischer Fall Die 51-jährige Patientin stellte sich mit einem insufﬁzienten Zahnersatz und erheblicher, weit fortgeschrittener Atro phie vor. Bei der röntgenologi- schen Analyse war erkennbar, dass – wie oben ausgeführt – die Resorption der gesamten Maxilla, sowohl im ante- rioren als auch im posterioren Bereich, eine Implantation zunächst unmöglich erscheinen ließ (Abb. 1). Nach Bera- tung und Aufklärung wollte die Pa- tientin dennoch einen festsitzenden, wenn möglich keramikverblendeten Brückenzahnersatz. Die Allgemeinanamnese der nicht rauchenden Patientin war unauffällig. Die Restzähne des Oberkiefers, zwei Molaren im ersten und ein Molar im zweiten Quadranten, waren aus paro- dontalen Gründen nicht erhaltungs- würdig und mussten nach der Rehabili- tation entfernt werden. Nach Angaben der Pa tientin mussten die Zähne des Ober- und Unterkiefers in den letzten Jahren sukzessiv, wegen ständigen In- fektionen und anhaltenden Schmerzen, extrahiert werden. Im Unterkiefer war, als Antagonist für die vorgesehene Oberkieferrestauration, ein rein implantatgetragener kunst- stoffverblendeter Brückenzahnersatz, bereits seit vielen Jahren mit guter Prognose, in situ (Abb. 2a und b). Die extremen Knochenverluste mach- ten eine 3-D-Röntgendarstellung me- dizinisch notwendig. Dabei zeigte sich, dass eine Augmentation über den ge- samten Kiefer in der transversalen und vertikalen Dimension erforderlich war. Während die ebenfalls notwendige Si- nusbodenelevation als gängiger auch in der ambulanten freien Praxis häuﬁg durchgeführter Eingriff gilt, waren die weiteren knochenaufbauenden Not- wendigkeiten eine größere invasive Aufgabe. Der vorgeschlagene Knochen- transfer aus dem Beckenbereich schied vonseiten der Patientin rigoros aus. Ziel war es, mit autologem Knochen, der I E G E Z N A SC 5010 HS Mobiler OP Stuhl für • Oralchirurgie • Implantologie • Kieferorthopädie • Plastische ästhetische Chirurgie Standard Kopfstütze Mehrgelenks- Kopfstütze Deck chair Fuß Joystick AKRUS GmbH & Co KG Otto-Hahn-Str. 3 | 25337 Elmshorn Phone: +49 4121 79 19 30 Fax +49 4121 79 19 39 info@akrus.de | www.akrus.de 8
FACHBEITRAG Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 3: Augmentation unter SonicWeld-Folie. – Abb. 4: Navigierte Implantation mit knochengetragener Schablone. – Abb. 5: Primärstabile Implantat- insertion. – Abb. 6: Abdrucknahme bei der Freilegung. enoral gewonnen werden sollte, die notwendigen Knochenvoraussetzun- gen zu erarbeiten. Die Knochenblöcke, die aus der Linea obliqua externa beid- seits gewonnen werden, konnten mit weiteren Augmentationsmaßnahmen, in diesem Fall der SonicWeld-Metho- dik, kombiniert werden. So wurde zunächst im Februar 2012 in Lokalanästhesie eine Knochenblock- augmentation mit beidseitigem Sinus- lift und SonicWeld-Augmentationstech- nik vorgenommen. Nach Bildung eines Mukoperiostlappens konnte der ge- samte Alveolarfortsatz des Oberkiefers dargestellt werden. Die Mobilisation des Lappens, zum späteren spannungs- freien Nahtverschluss mit großﬂächiger und weitreichender Periostschlitzung und Präparation eines gesplitteten Lappens hoch im Vestibulum, emp- ﬁehlt sich gleich zu Beginn der Opera- tion. Eine erneute Blutung gegen Ende der operativen Maßnahme mit ausge- prägten Hämatombildungen lässt sich dadurch minimieren. Anschließend konnte der Prozessus des Ramus mandibulae beidseits dargestellt werden. Dabei wurde eine Schnitt- führung Richtung aufsteigendem Unter - kieferast nach bukkal, ohne weitere vestibuläre Entlastung, gewählt. Mit- hilfe des ultraschallinduzierten Piezo- gerätes und den verschiedenen abge- winkelten Sägeansätzen ließ sich auf jeder Seite ein großer Knochenblock, der nahezu ausschließlich aus Kom- pakta bestand, gewinnen. Vor dem Nahtverschluss wurden, zur Stabilisie- rung des Blut koagulums und zur Unter- stützung der Knochenregeneration an der Linea obliqua im Unterkiefer, Kolla- genschwämmchen in die entstandenen Knochendefekte eingebracht. Der Ver- schluss mit Naht ist, da ausschließlich in der mobilen Gingiva inzidiert wurde, leicht zu erreichen. Im Oberkiefer erfolgte zunächst eine beidseitige Sinusbodenelevation. Be- reits seit vielen Jahren hat sich die komplette Entnahme des bukkalen Knochenfensters bestens bewährt. Die Präparation der Schneider‘schen Membran wird dadurch mitunter ent- scheidend erleichtert. Zudem kann der gewonnene Knochendeckel, bzw. diese Knochenscheibe, im Sinne der „Khoury-Technik“ für weitere Aug- mentationen dienen. Nach der Augmentation des ehemali- gen Sinusbodens mit Knochenersatz- material konnten die vom Unterkiefer gewonnenen Knochenblöcke relativ passgenau auf dem Transplantatlager beidseits in der Prämolarenregion ange- bracht und mit Osteosyntheseschrau- ben ﬁxiert werden. Diese Knochen- blöcke wurden in der Zwischenzeit, um sie vor Austrocknung zu schützen, in Blutplasma vom Patienten gelagert. Das Blutplasma konnte vor Operati- onsbeginn nach dem PRGF-System generiert werden. Eine stabile Auﬂa- gerung auf der Knochenbasis ist anzu- streben. Mikrobewegungen der Kno- chenblöcke sollten vermieden werden. Damit konnte zunächst nur ein Teil und nicht der gesamte Oberkiefer knöchern aufgebaut werden. Die stabile Lage der Knochenblöcke ermöglichte beidseits eine Befestigung von PDLLA-Folien (Poly-D,L-Lactid) nach dem SonicWeld- Verfahren. Bei diesem Verfahren werden mit ei- nem Ultraschallgenerator, der eine ge- nau deﬁnierte Frequenz erzeugt, über eine Sonotrode komplett resorbierbare Pins im Knochen verankert – zur Auf- nahme einer stabilen, ebenfalls resor- bierbaren, barrierebildenden Folie. Es kann dabei ein stabiles dreidimensio- nales Konstrukt bei großer und aus- reichender Festigkeit zur horizontalen und in bestimmten Ausmaß auch ver- tikalen Augmentation erzielt werden. Die komplett nach Zerfall in Wasser- 8 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 9
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FACHBEITRAG stoff und Kohlendioxid resorbierbaren PDLLA-Materialien sind zudem höchst gewebeverträglich. Um die Befestigung der Folie auf Dis tanz zur Augmentation des ge- wonnenen Zwischenraumes zu erzie- len, wurden dabei die Weld-Folien an einer Stelle der autologen Kno- chenblöcke mit den resorbierba- ren Pins ﬁxiert. Die Folien wurden beidseits nach posterior ausgerich- tet bis in den augmentierten Sinus- bodenbereich. Der Raum zwischen Folie und ortsständigem Knochen wurde mit Knochenersatzmaterial ge- mischt und mit autologen Knochen- spänen aufgefüllt (Abb. 3). Im anterioren Bereich, die Region zwi- schen den autologen Knochenblöcken, wurde der bei dem Sinuslift entnomme - ne Knochendeckel mit Osteosynthese- schrauben angeschraubt und ähnlich der Khoury-Technik auf Distanz zum Alveolarfortsatz ﬁxiert. Auch dieses Lumen konnte mit xenogenen und autogenen spongiösen Knochenparti- keln aufgefüllt werden. Auf diese Art und Weise konnte eine Augmentationsmaßnahme über den gesamten zahnlosen Oberkiefer von Molarenregion zu Molarenregion in der transversalen und teils vertikalen Rich- tung kreiert werden. Der gesamte Bereich wurde mit resor- bierbaren Kollagenmembranen als Bar- rierefunktion und zur Unterstützung der ossären Regeneration abgedeckt. Vor dem spannungsfreien Nahtverschluss wurde die Fibrinmembran, die aus dem Blutplasma gewonnen wurde, aufgelegt. Damit kann eine physiologisch beschleu- nigte und reizfreiere Weichgewebe- adaptation erzielt werden. Nach diesen massiven Augmentationsmaßnahmen ist für circa zwei Wochen das Tragen eines Zahnersatzes nicht zu empfehlen. Circa sechs Monate später erfolgten die Wiedereröffnung und die Implan- tation. Die autologen Knochenblöcke zeigten sich gut vaskularisiert und bildeten einen festen Verbund mit dem darunterliegenden ortsständigen Knochen. Die knöcherne Durchbau- ung des augmentierten Bereiches, unter der Polylaktidfolie bzw. dem autologen Knochendeckelchen vom externen Sinusfenster, ließen ebenfalls eine Implantation bei guten Voraus- setzungen zu. Die Implantate wurden schablonengeführt und mit durch- gehend navigierter Vorgehensweise nach 3-D-Analyse in üblicher Art und Weise inseriert (Abb. 4). Nach Einbrin- gen der Implantate (Abb. 5) konnten die Osteosyn theseschrauben entfernt und anschließend ein Nahtverschluss angestrebt werden. Die mittlerweile angepasste und unterfütterte Prothe- tik konnte weiter getragen werden und erlaubte eine deutlich angenehmere Situation für die Patientin. Bei abermals zeitgemäßer und kompli- kationsloser Regeneration des Gewebes wurde nach fünf Monaten der protheti- sche Teil der Behandlung mit der Freile- gungsoperation eingeleitet. Die Implan- tate zeigten sich gut im vitalen Knochen osseointegriert. Während der Eröffnung wurde der individuelle Abdruck, nach Verschlüsselung der Abdruckpfosten, mit Composite genommen und eine „provisorische“ Registrierung der okklu - salen Ober- und Unterkieferrelationen vorgenommen (Abb. 6). Um das kera- tinisierte Mukosagewebe zu erhalten, wurde ein vertikaler Verschiebelappen präpariert, der mit Nähten an die Kon- fektionsgingivaformer adaptiert werden konnte (Abb. 7). Bei einer Zwischenanprobe wurde eine vom Zahntechniker angefertigte Registrierplatte, die anschließend auf vier ausgewählten Gingivaformern positioniert wurde, eingegliedert. An- schließend wurde eine deﬁnitive Kie- ferrelationsbestimmung durchgeführt und mit provisorisch aufgestellten Frontzähnen Informationen über die Frontzahnästhetik gewonnen. Bei die- Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 7: Verschiebeplastik mit Gingivaformer. – Abb. 8: Metallgerüsteinprobe in der gleichen Sitzung. – Abb. 9: Röntgenkontrollaufnahme. – Abb. 10: Zustand nach 18 Monaten. 10 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 11
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FACHBEITRAG Abb. 11a Abb. 11b Abb. 12 Abb. 13 Abb. 14 Abb. 15 Abb. 11a und b: Ausgangssituation. – Abb. 12: Implantation. – Abb. 13: Kieferrelationsplatte. – Abb. 14: Endgültiges Eingliedern der Abutments nach zwei Wochen. – Abb. 15: Metallgerüst. ser Sitzung wurden die Gingivaformer nicht entfernt, sodass eine Destruktion der Mukosamanschette ausgeschlos- sen werden konnte. Mit diesen Unterlagen ist es für die Zahntechnik möglich, die deﬁnitiven individuellen Abutments, ein Langzeit- provisorium und die deﬁnitiven Ge- rüste nach dem CAD/CAM-Verfahren anzufertigen. Bei der darauffolgenden Sitzung wurden die individuell herge- stellten Abutments unter Zuhilfenahme eines Einsetzschlüssels mit Drehmo- mentratsche deﬁnitiv in die Implantate eingeschraubt. Nach dem Motto „One Abutment one time“ müssen diese spä- ter nicht mehr entfernt werden. Über das aus NEM-Metall angefertigte Ge- rüst (Abb. 8) wurde, ähnlich einer Tele - s koparbeit, ein Überabdruck genommen und die Okklusion neu und exakt be- stimmt. Die Patientin konnte mit einem Langzeitprovisorium die Praxis zufrie- den verlassen. Während der folgenden Adapta tionszeit wurden ein progressi- ves Bone Loading sowie ein ungestör- tes Proﬁl der Mukosamanschette an der Unterseite der Abutments erreicht. Sechs bis acht Wochen später konnten die deﬁnitiven Brücken eingesetzt und die komplexe Implantatbehandlung be- endet werden (Abb. 9). In Abbildung 10 ist die Situation eineinhalb Jahre nach Abschluss der Behandlung ersichtlich. Zweiter klinischer Fall Während bei dem ersten Fall die Chi- rurgie im Vordergrund stand, ist dies im zweiten Fall die Prothetik. Fehlendes Gewebe, insbesondere in der vertikalen Ausdehnung, konnte prothetisch kom- pensiert werden. Der 68-jährige männ- liche Patient verlor aus parodontalen Gründen seine Zähne (Abb. 11a und b). Nach den üblichen und gängigen prä- diagnostischen Maßnahmen konnten acht enossale Implantate (XiVE S plus, Dentsply Sirona Implants) eingesetzt werden (Abb. 12). Wie in sehr vielen gleichgelagerten Fällen war eine Sinus- bodenelevation beidseits nötig. Wie bereits oben ausgeführt, wurde dabei der bukkale Knochendeckel komplett entfernt und in dem vom Patienten ge - wonnenen Thrombozytenaggregat zwi- schengelagert. Nach erfolgter Sinus- bodenelevation und Insertion der Implantate wurde der Knochendeckel zurückverlagert und in das vorhandene 12 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 13
Abb. 16 Abb. 17 FACHBEITRAG Bildergalerie Abb. 18a Abb. 18b Abb. 16: Endgültige Keramikbrücken. – Abb. 17: Nach Bone Loading, vor dem Eingliedern der Brücken. – Abb. 18a und b: Zustand drei Jahre nach Eingliederung des Zahnersatzes. Fenster verkeilt. Eine Barriere mit Mem- bran oder Ähnlichem ist nicht erforderlich. Bei epikrestal oder leicht subkrestal ein- gesetzten Implantaten ist ein Tragen der Totalprothetik in der Folgezeit ohne Pro- bleme möglich. Der Reentry-Eingriff zur Darstellung der Implantate konnte, wie oben bereits dargestellt, nach erfolgter Osseointegration durchgeführt werden. Auch die Kieferrelationsbestim mung mit einer individuellen Platte erfolgte in gleicher Art und Weise (Abb. 13). Bei der Analyse im Artikulator ergab sich die schon erwartete Problematik in der vertikalen Dimension. Es galt eine große Dimension prothetisch zu ersetzen. Aufgrund der Physiognomie und dem Lippenbild des Patienten sollte dies mit zahntechnischer Hilfe kom pensiert werden. Dabei diente die aktuelle Prothese aus funktionellen, phonetischen und ästhetischen Krite- rien als Anhaltspunkt bzw. Vorlage. Circa zwei Wochen nach der Eröffnung erfolgte die Eingliederung (Abb. 14) der deﬁnitiven individuellen CAD/ CAM-Abutments mit Einsetzschlüssel und Drehmomentratsche. Die Mukosa - manschette zeigte sich zu diesem Zeitpunkt zwar gut regeneriert, aber noch nicht durchgehend epithelisiert, eine Anlagerung bzw. Anheftung an der Abutmentunterseite war möglich. Dies stellt einen wichtigen Aspekt zur Vermeidung einer Periimplantitis dar. Es erfolgte eine Funktionsabformung über das endgültig gefräste Gerüst und eine Kieferrelationsbestimmung (Abb. 15). Mit den angefertigten Langzeitprovisorien auf den deﬁni- tiven Abutments erhielt der Patient guten Komfort bis zur endgültigen Versorgung. Änderungswünsche des Patienten konnten in dieser proviso- rischen Phase berücksichtigt und in die deﬁnitive Prothetik übernommen werden. Der vertikale Verlust wurde mit Keramik ausgeglichen. Eine pro- thetische Rehabilitation mit Ersatz von fehlendem Gewebe ist, bei entspre- chenden Voraussetzungen, größeren chirurgischen Interventionen vorzu- ziehen. Während die prothetischen und zahntechnischen Arbeiten für routinierte Behandler bzw. Zahntech- niker Maßnahmen in überschaubarem Ausmaß bedeuten, sind Augmenta- tionen deutlich aufwendiger und für den Patienten mit erheblich größerer Invasivität verbunden. Zudem ist die Prognose für ein erfolgreiches Gelin- gen der Behandlung eingeschränkt. Nach mehreren Wochen der sukzessi- ven Krafteinleitung auf die Implantate mit Langzeitprovisorien konnten die Keramikbrücken (Abb. 16) endgültig auf die schon in Position gebrach- ten Abutments eingegliedert werden (Abb. 17). Die Mukosa im Bereich der Implantatdurchtrittsstellen war stabil und gut adaptiert. Neben den günsti- gen Mukosaverhältnissen war darüber hinaus auch eine deutliche Zeiterspar- nis zu verzeichnen. Die stabilen, reizfreien und symptomlo- sen intraoralen Zustände können auch drei Jahre nach Behandlung der Kom- plettrehabilitation erkannt werden und sind im Hinblick auf den Langzeiterfolg vielversprechend (Abb. 18a und b). Zusätzliches Bildmaterial beﬁndet sich in der Bildergalerie auf ZWP online. t k a t n o K Dr. Friedemann Petschelt Gemeinschaftspraxis für Zahnheilkunde Eckertstraße 9, 91207 Lauf praxis@petschelt.de www.petschelt.de Oralchirurgie Journal 2 | 2017 13 14
FACHBEITRAG Dr. Michael Müller Literatur [Infos zum Autor] Die plastische Parodontalchirurgie strebt bei freiliegenden Zahn- hälsen, welche neben ästhetischen zu medizinischen Problemen führen können, die vollständige Deckung der exponierten Wurzel- oberﬂäche und die Verbesserung der funktionellen und ästheti- schen mukogingivalen Verhältnisse an. Aktuelle evidenzbasierende Methoden ermöglichen teilweise Reparation und Regeneration der verloren gegangenen Strukturen. Die Forschung versucht, durch künstliche Herstellung von autologen/xenogenen Membranen die Ergebnisse von autologen freien Bindegewebstransplantaten zu imitieren, damit die Zeitdauer des Eingriffes zu verkürzen sowie postoperative Schmerzen und Komplikationen zu minimieren. Minimalinvasive plastische Parodontalchirurgie Weiterentwicklung und aktuelle Methoden OA Univ.-Ass. Dr. Michael Müller Der Deﬁnition nach versteht man unter einer gingivalen Rezession eine orale Exposition der Wurzeloberﬂäche durch den apikalen Versatz des gingi- valen Epithelrandes in Bezug auf die Schmelz-Zement-Grenze und damit einhergehender Beeinträchtigung der Ästhetik. Für die objektive Beschrei- bung gingivaler Rezessionen wurden viele Indizes entworfen, die die ver- tikale und horizontale Ausdehnung sowie die Veränderungen der Papille beurteilten. Heute verwendet man für die Einteilung der gingivalen Rezes- sionen die Miller-Klassiﬁkation.1 Dieser Index ist nicht nur deskriptiv, sondern erlaubt auch eine prognostische Aus- sage auf die Vorhersagbarkeit einer chirurgischen Intervention. Das Ziel ist eine vollständige Deckung, das heißt, der gingivale Epithelrand liegt an der Schmelz-Zement-Grenze, die Sondie- rungstiefe beträgt ≤ 2 mm und es zeigt sich ein stabiler Gingivaverlauf mit einem breiten Band an keratinisierter Gingiva bei negativem „Bleeding on Probing“. Die Inzidenz einer gingiva- len Rezession steigt mit dem Alter an und zeigt in Bezug auf Häuﬁgkeit und Schwere der Ausprägung Werte von 15–59 Prozent.2 Ätiologisch betrachtet sind anatomi- sche Beziehungen Zahn zu Knochen, Knochendehiszenzen und Fenestratio- nen als primäre Ursache auszumachen. Als Co-Faktoren gelten sowohl Trauma und Putztechnik als auch Frequenz und Beschaffenheit der Zahnbürste, Frenula, lokale Faktoren (iatrogene Ursachen), Schmelzzungen, okklusale Faktoren, Parodontitis, parodontales Debridement, Zahnfehlstellung oder orthodontische Bewegungen. Die unterschiedlichen Formen der paro dontalen Erkrankungen zählen zu den häuﬁgsten Krankheiten in unserer Gesellschaft. Doch wie viele in der Be- völkerung tatsächlich und in welchem Ausmaß davon betroffen sind, ist oft durch die nicht immer eindeutige Dia- gnose schwierig. Daten zur Parodontitis sind aber von großer Bedeutung, auch hinsichtlich der immer größeren Daten- lage, welche den Zusammenhang zwi- schen parodontaler und allgemeiner Gesundheit aufzeigt. Aus diesem Grund gilt es für die Prävention der Parodon - titis, Risikofaktoren zu erkennen und auf diese gezielt einzuwirken. Neben der anamnestischen und diagnosti- schen Befunderhebung benötigt man ein adäquates Bioﬁlmmanagement. Weiterführend sollten schwere paro- dontale Fällen und infolge davon ent- standene parodontale Defekte durch minimalinvasive, resektive oder regene- rative parodontalchirurgische Eingriffe behandelt werden. Die Anfänge der heute bekannten paro- dontalen Chirurgie waren geprägt von Widman, Morris, Ramfjord und Nissle. Anfangs beschränkt auf eine mukogin- givale Chirurgie/Gingivektomie zur Re- duktion der Sondierungstiefen, kamen erst später Maßnahmen hinzu, die auch den Knochen miteinbezogen. Für alle unterschiedlichen Formen von Eingrif- fen gilt die komplette Entfernung von 14 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 15
FACHBEITRAG Gingivale Rezession ≥ 1 mm Attached Gingiva ≤ 1 mm Attached Gingiva oder KEINE autolog xenogen Wachstums- Schmelz-Matrix- autolog faktoren Proteine ≤ 1 mm Attached Gingiva Singuläre Rezession Multiple Rezession m < 1 mm d < 1 mm d+m < 1 mm m+d ≥ 1 mm Tunneltechnik Technik nach Zucchelli7 ≥ 1 mm Attached Gingiva LVL LVL DVL Entscheidungsﬁndung OP-Technik nach M. Müller-Kern et al. 2014.6 CVL Envelope-Technik Semilunartechnik autolog xenogen Wachstums- Schmelz-Matrix- faktoren Proteine Konkrement an der Wurzeloberﬂäche. Für das chirurgische Vorgehen ist eine sorgfältige Diagnostik und Planung, Patientenselektion, Abklärung von Risi- kofaktoren und der allgemeinmedizini- schen Anamnese zwingend notwendig – immer mit Rücksicht auf die lokal vor- handenen anatomischen Strukturen mit einem minimalinvasiven Vorgehen, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Die historische Entwicklung der muko- gingivalen Therapie und die Anfänge der chirurgischen Intervention am Weichgewebe wurden durch Friedman3 abgehandelt und erstmalig dargestellt. Die mukogingivale Chirurgie umfasste chirurgische Techniken, die sowohl dem Erhalt der Gingiva, Entfernung von pa- thologischen oder störenden einstrah- lenden Bänder- und Muskelansätzen als auch der Vertiefung des Vestibu- lums für prothetische Notwendigkeiten dienten. Später wurde dieser Begriff für alle chirurgischen Verfahren der Gingiva einschließlich der Alveolarmu- kosa und sogar für spezielle Techniken für die Sondierungstiefenreduktion ver- wendet. Fokussierend auf das Ausmaß der Gingiva und verschiedenen Typen von Rezessionen bevorzugte Miller4 in Übereinstimmung mit der American Academy of Periodontology den Begriff der „plastischen Parodontalchirurgie“. Die plastische Parodontalchirurgie um- fasst alle Verfahren, die anatomischen, embryologischen, traumatischen oder krankheitsbedingten Defekten der Gingiva, der Alveolarmukosa oder des Alveolarknochens, der Prävention oder Korrektur dienen: – Rezessionsdeckung – Verbreiterung der Gingiva propria – Kronenverlängerungen aus ästheti- schen oder parodontalprothetischen Gründen – Alveolarkammaugmentation – Rekonstruktion der Papille – Chirurgische Freilegung von retinier- ten Zähnen – Korrektur, Entfernung abweichender, abnorm einstrahlender Bändchen – Korrektur mukogingivaler Defekte um Implantate Die Diagnose und Therapie gelingt aber nur, wenn man über Zahnformen, Größenverhältnisse, Zahnstellungen in Relation zueinander als auch in Bezug auf die Alveolarkämme, Mittellinie, Lachlinie, Okklusionsebene und Rot- Weiß-Ästhetik informiert ist. Für die gingivale Harmonie ist es ebenso wich- tig, die Unterscheidung in „high thin scalloped“ und „low thick“-Phäno- typen5 zu treffen. Weiters sind für die natürliche, ästhetische Wirkung eines Gesichts verschiedene Parameter be- schrieben. Symmetrie der rechten und linken Gesichtshälfte, horizontale Aus- richtung der Interpupillarlinie, Paralle- lität der Verbindungslinie der Pupillen und der Okklusionsebene sowie Re- geln, die die Gesichtshöhe vertikal ein- teilen –, die Mittellinie und Lachlinie sind wohl die bekanntesten. Im Bereich des Mundes sind extraoral die Lippen, das Philtrum, Zahnfarbe und die skelet- tale Orientierung der Kieferbasen zu- einander sowie die Rot-Weiß-Ästhetik beim Lächeln verantwortlich, ein har- monisches Bild zu erzeugen. Indikationen für chirurgische Interventionen – Anspruch des Patienten, Ästhetik – Verbreiterung der befestigten Gingiva (vor Orthodontie, Hygieneproblem) Oralchirurgie Journal 2 | 2017 15 16
FACHBEITRAG – Progressive Rezession – Wurzelkaries – Sensible Zahnhälse (eingeschränkte Indikation) Techniken zur Rezessionsdeckung Verschiedenste Methoden haben sich durch Variationen der Inzision und Lap- penverlagerungen in Kombination mit Transplantaten, Membranen, Wachs- tumsfaktoren und Schmelz-Matrix-Pro- teinen entwickelt. Die bekanntesten und Erfolg versprechenden Verfahren werden folglich angeführt. – Semilunartechnik – coronal verschobener Lappen* – lateral verschobener Lappen* – doppelt lateral verschobener Lappen* – Envelope-Technik* – Tunneltechik – Guided Tissue Regeneration (GTR) in Kombination mit resorbierbaren oder nicht resorbierbaren Membranen – freies Schleimhauttransplantat – menschliches Kollagen, AlloDerm® – Periosteversionstechnik * Diese Methoden sind auch für kombi- nierte Verfahren einsetzbar und werden oft gemeinsam mit Bindegewebstrans- plantaten, seltener mit Schmelz-Matrix- Proteinen, Membranen und allogenen Transplantaten verwendet. Die Selektion der einzelnen Techniken richtet sich nach vertikaler und hori- zontaler Ausdehnung der gingivalen Rezession, Anzahl der betroffenen Zähne sowie dem Ausmaß an kerati- nisierter Gingiva apikal der Rezession (Graﬁk). Systematic Reviews zeigen, dass unabhängig von der gewählten Therapiemethode nur bei Defekten vom Grad I beziehungsweise II mit ei- ner vollständigen Restitution gerechnet werden kann, eine optimale postope- rative Nachsorge und Wundstabilität vorausgesetzt. Im Gegensatz dazu ist eine vollständige Rezessionsdeckung in Klasse III- und Klasse IV-Fällen wegen des Verlusts an knöchernem Stützge- webe ausschließlich mit chirurgischen Methoden nicht mehr möglich. Die besten Ergebnisse ﬁnden sich nach Re- zessionsbehandlung mit einem koronal verschobenen Mukoperiostlappen, wo- bei an Rezessionen vom Grad II und III zusätzlich ein freies Bindegewebe- transplantat verwendet werden sollte. Defekte vom Grad IV erfordern auch oft eine kieferorthopädischen Einstellung des betroffenen Zahnes. Verbreiterungen der Gingiva propria Lange herrschte Diskussion über die notwendige Breite für gesunde und stabile Verhältnisse der festsitzenden Mundschleimhaut. Sie zeigt eine inter- und intraindividuelle Schwankungs- breite zwischen 1 und 9 mm. Gegen- sätzlich der anfänglichen Annahme, zeigten neuere Untersuchungen, dass eine geringe Breite bis hin zur völlig fehlenden Gingiva propria mit gesun- den parodontalen Verhältnissen ver- einbar ist.8,9 Unter Umständen ist aber eine geringe Breite und/oder Dicke festsitzender Gingiva notwendig, um die Hygienefähigkeit aufrechterhalten zu können, insbesondere bei Miller- Klasse III- und Miller-Klasse IV-Rezes- sionen und im nicht sichtbaren Bereich rund um äqui- und subgingivale Res- taurationsränder, Implantate oder vor kieferorthopädischen Zahnbewegun- gen, vor allem in vestibulärer Richtung. Um in solchen Situationen das Fort- schreiten der Rezession zu verhindern, transplantiert man ein vom Gaumen entnommenes freies Schleimhauttrans- plantat in das zuvor chirurgisch präpa- rierte Empfängerbett (Abb. 1 und 2). Bei ästhetischen Eingriffen ist auch oft eine Rekonstruktion der interdentalen Papillen notwendig. Takei10 befasste sich mit den wesentlichen Aspekten der chirurgischen Rekonstruktion der interdentalen Papille an natürlichen Zähnen. Entscheidend für die Wie- derherstellung der Papille ist neben physiologischen Kontaktverhältnissen zwischen den benachbarten Zähnen eine nicht zu große apikokoronale Distanz zwischen dem Approximal- kontakt und dem darunter beﬁndli- chen Alveolarknochen (nicht mehr als 6 mm). Ist der Abstand krankheitsbe- dingt größer oder fehlt der Approxi- malkontakt, ist eine dauerhafte Re- konstruktion der Papille nicht möglich. Die chirurgische Rekonstruktion der Interdentalpapille stellt nach wie vor eine der schwierigsten Aufgaben auf dem Gebiet der plastischen Parodon- talchirurgie dar, da eine langfristige Prognose über das Therapieergebnis im Einzelfall nahezu unmöglich ist. Angewandte Techniken sind Rolllap- pen und bilaminäre Tunneltechniken sowie konservative Wiederherstel- lung der Approximalkontakte und kieferorthopädische Maßnahmen. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1: Patientin 27 Jahre, Status post kieferorthopädischer Therapie, Verlust an keratinisierter Gingiva, Rezession von 5 mm am Zahn 41, Miller-Klasse II. – Abb. 2: Sechs Monate postoperativ nach Eingriff mit freiem Schleimhauttransplantat. Ergebnis zeigt weißlich imponierendes Transplantat, Verbreiterung der keratinisierten Gingiva und teilweise Deckung der Rezession. 16 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 17
FACHBEITRAG Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 Abb. 8 Abb. 3: Ausgangsbild, Patientin 58 Jahre mit länglicher Fraktur auf 15 bukkal. – Abb. 4: Extrahierter Zahn 15. – Abb. 5: Gewinn des CGF und Fibrin ange- reicherten Propfes nach Blutabnahme und Zentrifugation. – Abb. 6: Einbringen des autologen geformten CGF-Propfes. – Abb. 7: Nahtverschluss in der Regio 15. – Abb. 8: Situation drei Monate post OP in Regio 15. Zukünftig werden alternative Materia- lien zum Einsatz kommen, die ähnliche Wirkungen von autologen freien Binde- gewebstransplantaten zu imitieren ver- suchen und gleichzeitig die Zeitdauer des operativen Eingriffes verkürzen sowie die postoperativen Schmerzen und Komplikationen minimieren. Eine Strategie versucht über ein natür- lich vorkommendes hochmolekulares Glykosaminoglykan – Hyaluronsäure – einen Volumen-/Gewebszusatz zu erzielen. Hyaluron ist in verschiedenen Körperﬂüssigkeiten, z. B. Serum, Spei- chel, Sulkusﬂüssigkeit, vorliegend und ein Hauptbestandteil der extrazellulä- ren Matrix. Hauptmerkmale sind seine Viskoelastizität und Hygroskopie. Diese Eigenschaften sind für die Gewebeelas- tizität, die Hydrodynamik sowie das Ge- webevolumen relevant.11–13 Die Ergeb- nisse in den randomisierten klinischen Studien sind aber noch sehr heterogen und zeigen derzeit Ergebnisse bis zwei Jahre nach Therapie. Eine weitere Option ist die Verwen- dung einer Schweinekollagenmatrix anstelle eines Bindegewebstransplan- tats. Jüngste Studien haben es als zu- verlässige Alternative zu einem Binde- gewebstransplantat mit vergleichbaren klinischen Ergebnissen beschrieben.14,15 Das Behandlungskonzept mit autolo- gen Wachstumsfaktoren wurde in den (conzentrated growth letzten zehn Jahren auch in der Weich- gewebsaugmentation weiterentwickelt. Dabei erfolgt die Behandlung mit An- teilen des eigenen Blutes des Patienten und zeigt dadurch keine Nebenwirkun- gen oder Unverträglichkeitsreaktionen. CGF factors) nutzt die Eigenschaften körpereigener Wachstumsfaktoren und bestimmter blutbildender Stammzellen, um die Hei- lung, Reparation und Regeneration von geschädigtem Gewebe einzuleiten. Die ersten Studien für singuläre und multi- ple gingivale Rezessionen in Verbindung mit koronal verschobenen Lappen oder Tunneltechniken zeigen gleiche Ergeb- nisse im Vergleich zum autologen Bin- degewebstransplantat mit geringeren Schmerzen und verkürzter OP-Zeit. Weiters stellt die adäquate Weich- gewebssituation gerade rund um das Implantat eine entscheidende Bedeu- tung dar und ist für ein stabiles äs- the tisches und funktionelles Langzeit- ergebnis wichtig. Für die passende Rot-Weiß-Ästhetik und Hygienefähigkeit sind neben der optimalen prothetischen Versorgung des Implantates auch ein harmonischer Verlauf der Gingiva sowie ein ausrei- chendes Volumen an mastikatorischer Mukosa notwendig. Wenn dieser Zu- stand primär nicht erfüllt ist, sind zum Aufbau des periimplantären Weich- gewebes das freie Schleimhauttrans- plantat, Verschiebe-, Rotations- und Rolllappen sowie Tunneltechniken in Kombination mit einem subepithelia- len Bindegewebstransplantat einsetz- bar. Eine objektive Bewertung dieser Ergebnisse ist durch den Pink Esthetic Score gegeben.16 Auch in der Phase der Extraktion können CGF angewendet werden und kommen bei der Socket Präservation zum Einsatz (Abb. 3–8).17 In Zukunft gilt es, weiterführende Stu- dien um das Verhalten von alternativen Materialien in Bezug auf Heilungsver- halten, regeneratives Potenzial und Langzeitergebnisse zu ermitteln. t k a t n o K OA Univ.-Ass. Dr. Michael Müller Zahnerhaltung und Parodontologie Universitätszahnklinik Wien Medizinische Universität Wien Sensengasse 2a 1090 Wien, Österreich michael.m.mueller@meduniwien.ac.at www.unizahnklinik-wien.at Oralchirurgie Journal 2 | 2017 17 18
FACHBEITRAG Bezug nehmend auf den Beitrag „Sonograﬁsche Darstellung ei- ner nicht heilenden Extraktionswunde“ im Oralchirurgie Journal 3/2016 wird der weitere Verlauf der Wundheilung nach der Ex- traktion des Zahnes 36 mithilfe der sonograﬁschen Untersuchung dargestellt. Die sonograﬁsche Darstellung bezieht sich auf die Extraktionswunde nach der Unterbrechung der Bisphosphonat- therapie für sechs Monate. Dr. Dr. Dr. O. Knauer Artikel 3/2016 [Infos zum Autor] [E-Paper] Extraktionswunde nach Unter- brechung der Bisphosphonattherapie Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer Die Patientin hat bis zum Mai 2016 alle vier Wochen 4 mg Zoledronsäure als Infusionslösung erhalten. Zoledron- säure ist ein hochwirksames Bisphos- phonat, das bei Knochenstoffwechsel- störungen, Knochenmetastasen und Osteoporose eingesetzt wird. Die Bisphosphonattherapie wurde für circa sechs Monate nach Absprache mit den betreuenden Ärzten unter- Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1: Intraorale Aufnahme in Regio 36 während der Bisphosphonattherapie. – Abb. 2: Gleicher Situs nach fünfmonatiger Unterbrechung der Bisphosphonattherapie. 18 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 brochen, damit notwendige oralchi- rurgische Behandlungen durchgeführt werden konnten. Abbildung 1 zeigt die intraorale Auf- nahme in Regio 36 während der Bis- phosphonattherapie. Gut sichtbar sind die beiden Fisteln in Regio 36, aus de- nen bei der Palpation Sekret abﬂießt. Der gleiche Situs wird in Abbildung 2 nach fünfmonatiger Unterbrechung der Bisphosphonattherapie dargestellt. Die Fisteln sind verschwunden und das Zahnﬂeisch hat eine natürliche, rötli- che, gesunde Färbung. Bei der Palpa- tion ist ein fester Unterkieferknochen zu spüren. Die Position der Sonde wird in Abbil- dung 3 dargestellt. In Abbildung 4 sind der sonograﬁsche Anfangsbefund der Extraktionswunde 36 und das Fehlen des Knochens in der Alveole zu sehen. Die sonograﬁschen Bilder sind mit einer Mikrokonvexsonde im Frequenzbereich von circa 11 MHz entstanden. Dabei wurde die Sonde direkt intraoral auf den Unterkieferknochen in Regio 36 appliziert. Die fünfte Abbildung stellt den sono- graﬁschen Befund nach Unterbrechung der Bisphosphonattherapie dar. Es wer- den die Alveolen der Zähne 36 und 35 abgebildet. Die Kortikales hat sich fast vollständig wieder neu gebildet, sodass die Schall- 19
FACHBEITRAG wellen nur noch eingeschränkt in die Alveolen eindringen können. In die- ser Abbildung ist rechts das Icon, das die ungefähre intraorale Position der Sonde anzeigt, zu erkennen. Die Alveolen 36 und zum Teil 35 sind größtenteils mit Knochenspongiosa angereichert und es lassen sich keine größeren sonograﬁschen Defekte mehr nachweisen. Man kann von einer re- gelrechten Knochenheilung sprechen, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt die Alveolen noch nicht vollständig knö- chern durchbaut sind. Vor dem Hintergrund, dass die ur- sprüngliche Extraktionswunde über elf Monate während der fortgesetzten Bisphosphonattherapie nicht adäquat abgeheilt ist, sieht man den osteogene- tischen Effekt nach Unterbrechung der Zoledronsäuretherapie im Unterkiefer deutlich. Die Knochenbildung hat sich wesentlich verbessert und insgesamt zu einer Stabilisierung der Alveolen geführt. Die Unterbrechung einer notwendigen Bisphosphonattherapie sollte trotzdem nur unter Abwägung aller Vor- und Nachteile in enger Ab- sprache mit allen beteiligten Fachdiszi- plinen erfolgen. Die Wirkungen von Bisphosphonaten auf den Kiefer sind sehr gut dokumen- tiert und sollten bei oralchirurgischen Eingriffen im Vorfeld immer berück- sichtigt werden. Abb. 3 Abb. 4 t k a t n o K Dr. med. Dr. med. dent. Dr. medic (RO) Oliver Knauer Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Zahnmedizin e.V. Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie Naumburger Straße 76 06667 Weißenfels www.mkg-knauer.de Abb. 5 Abb. 3: Position der Sonde. – Abb. 4: Sonograﬁscher Anfangsbefund der Extraktionswunde 36. – Abb. 5: Sonograﬁscher Befund nach Unterbrechung der Bisphosphonattherapie. Oralchirurgie Journal 2 | 2017 19 20
ANWENDERBERICHT Im klinischen Alltag wird man häuﬁg mit unregelmäßigen Kie- ferverhältnissen und Defektsituationen des knöchernen Alveo- larfortsatzes konfrontiert. Wenn autogenes Knochenmaterial für die notwendige Augmentation nicht in ausreichender Menge vorhanden oder die Gewinnung mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden ist, kann auf körperfremdes Augmentations- material zurückgegriffen werden. Prof. Dr. Daniel Grubeanu [Infos zum Autor] Einsatz von Knochenaufbaumaterial porciner Herkunft Prof. Dr. Daniel Grubeanu Nicht autologes Augmentationsmate- rial wird unter verschiedenen Aspekten ausgewählt. Die Einheilung soll mög- lichst schnell und komplikationslos ver- laufen, zugleich sind das Handling, der Materialbedarf und der Zeitfaktor wich- tige Kriterien. Das in diesem Patientenfall eingesetzte Symbios Xenograft-Granulat (Dentsply Sirona Implants) ist ein porci- nes Knochenaufbaumaterial, das hoch- porös ist, über eine hohe Volumenfüll- kapazität verfügt und durch die schnelle Vernetzung mit Blut sehr ortsständig ist. Patientenfall Der 52-jährige Patient erhielt ein Ein- zelzahnimplantat in Regio 17. Aufgrund eines vertikalen und eines horizontalen Knochendeﬁzits war zu erwarten, dass periimplantär bukkal augmentiert wer- den muss. Zunächst wurde nach erfolgter Präparation subantral mit reinem Kno- chenmaterial augmentiert, das im Ober- kiefer retromolar gewonnen wurde. Nach Setzen des Implantats wies die Knochen- lamelle bukkal deutlich unter 1,5 mm auf. Um die Lamelle zu verdicken, wurde mit dem zuvor genannten Granulat augmen- tiert. Es galt zu vermeiden, dass das Im- plantat durch den Knochen oder gar das Weichgewebe durchscheint. Im ersten Schritt wurde eine resorbier- bare Membran mit zwei Pins ﬁxiert. 20 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1 und 2: Die REM-Aufnahmen (links 50-fache, rechts 75-fache Vergrößerung) zeigen die inter- konnektierenden Poren und die raue Oberﬂäche des Granulats, die die Zellanhaftung begünstigen. Gewählt wurde das Granulat in der mit- telgroßen Körnung, das vestibulär einge- bracht wurde. Die Applikation erfolgte mittels eines Löffels direkt aus dem Glas. Auf eine autologe Beimischung konnte verzichtet werden, weil die Knochen- lamelle noch vorhanden und intakt war. Ohne diese wäre die erste Schicht mit autologem Transplantat aufgebaut und darüber dann als Schutz das Granulat aufgebracht worden. Die Vernetzung mit Blut erfolgte sofort nach Applikation und führte zu einem stabilen Volumen. Als vorteilhaft erwies sich, dass sich das Material nicht un- kontrolliert verteilen kann. Das Granulat wurde in drei Schichten appliziert, bis es die vestibuläre Lamelle um etwa 1,5 bis 2 mm zusätzlich abdeckte. Die Membran wurde nach palatinal umgeschlagen und das Weichgewebe verschlossen. Die Ein- heilung verlief komplikationslos. Zusammenfassung Knochenersatzmaterial soll die Knochen- neubildung anregen und die Knochen- substanz regenerieren. Wir beobachten, dass die Einheilung des hier verwendeten Granulats genauso problemlos verläuft wie bei autologem Knochenmaterial. Das Material überzeugt in der klinischen An- wendung besonders durch die Ortsstän- digkeit. Das Blut tritt in die interkonnektie- renden Poren ein und erzeugt sofort eine hohe Volumenstabilität. Die Anwendung ist zeitsparend, weil sich das Granulat direkt an Ort und Stelle applizieren lässt. t k a t n o K Prof. Dr. Daniel Grubeanu Theodor-Heuss-Allee 6, 54292 Trier Tel.: 0651 25501 dres.grubeanu.block@t-online.de www.porta-dente.de 21
Dr. Selda Wolff [Infos zur Autorin] Dr. Steffen Köhler [Infos zum Autor] ANWENDERBERICHT Die moderne Zahnmedizin ist in der Lage, auch bei kompliziertes- ten Ausgangssituationen eine für den Patienten nahezu vollstän- dige orale Rehabilitation zu erreichen. Hiebei sind aber zu nehmend mehr Patienten, aufgrund der hohen Zuzahlungsnotwendig- keit insbesondere bei Implantaten, ausgeschlossen. Die von den Krankenkassen formulierten Ausnahmeindikationen kommen nur äußerst selten zum Tragen. Die dentilegus®-Stiftung hat es sich aus diesem Grund zur Aufgabe gemacht, in den kritischen Fällen – in denen Implantate alternativlos sind und nicht im Rahmen der Ausnahmeregelung von den Krankenkassen unterstützt werden – die Kosten zu übernehmen. Unter dem Dach der Stiftung werden spendenbereite Implantatﬁrmen und erfahrene sozial engagierte Implantologen zusammengeführt, um in besonders prekären Fällen Hilfe anbieten zu können. Der folgende Fall steht exempla- risch für die Arbeit der Stiftung. Implantatversorgung bei extremer Alveolarkammatrophie Dr. Selda Wolff, Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen G. Köhler Bei der heute 56-jährigen Pa- tientin erfolgte nach Verlust aller Zähne des Oberkiefers 2006 alio loco eine Versorgung mit insgesamt vier Implantaten in Regio 11, 14, 23 und 24. Bei dystoper Lage der Implantate war die Anpassung einer abnehmba- ren Prothese jedoch nicht möglich. In der Folge wurde das Implantat in Regio 11 2008 gewechselt, für 2009 wurde zunächst erneut eine deﬁnitive prothetische Versorgung geplant. Al- lerdings musste 2009 ein zunehmen- der peri implantärer Knochenabbau festgestellt werden. Zu diesem Zeit- punkt gab die Patientin an, dass sie einen umfangreichen Knochenaufbau mit erneuter Implantatversorgung ablehne, da ihr hierzu die ﬁnanziellen Möglichkeiten fehlten. Ein Gutachten kam 2009 zu dem Schluss, dass trotz der suboptimalen Situation unter den gegebenen Umständen eine proviso- rische Versorgung mit einer Prothese erfolgen sollte. Leider mussten in den folgenden Jahren alle Implantate im Bereich des Oberkiefers bei weiterem parodontalem Knochenabbau nach- einander entfernt werden. Dabei kam es in Regio 11 zu einer Perforation des Nasenbodens, die mittels Kollagen- kegel und lokaler Lappenplastik ver- schlossen wurde. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1: Klinisches Bild mit Ansicht des augmentierten Oberkiefers von unten vor Implantatinsertion. – Abb. 2: Klinisches Bild in frontaler Ansicht zur Beur- teilung der Höhe des augmentierten Alveolarkamms vor Implantatinsertion. 22 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 23
ANWENDERBERICHT Abb. 3a Abb. 3b Abb. 3c Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 3 a–c: Digitale Volumentomograﬁen (DVT) mit Darstellung der Knochenhöhen an den verschiedenen Implantatpositionen in koronarer Schnittführung vor Implantat- insertion. – Abb. 4: Orthopantomogramm nach Implantatinsertion. – Abb. 5: Klinisches Bild mit Ansicht des augmentierten Oberkiefers von unten nach Implantatinsertion und Einsetzen der Locatoren. – Abb. 6: Klinisches Bild in frontaler Ansicht nach Implantatinsertion mit Oberkieferprothese. Im Rahmen der Implantatentfernun- gen trat ein weiterer Verlust von Kno- chensubstanz des Oberkiefers auf, so- dass eine extreme Alveolarkammatro- phie resultierte. Der total atrophierte Oberkiefer wurde 2014 in der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Hol- stein in Lübeck durch ein avaskuläres Knochentransplantat aus der rech- ten Fibula augmentiert. Zusätzlich wurde 2015 eine Vestibulumplastik mit Spalthauttransplantat vom rech- ten Oberschenkel in derselben Klinik durchgeführt. Die Patientin war trotz der augmen- tativen Maßnahme nicht in der Lage, einen normalen Zahnersatz zu tra- gen. Heute ist bekannt, dass in sol- chen Fällen nur mit Unterstützung von Implantaten ein funktionell sta- biler Zahnersatz her stellbar ist. Der Pa tientin wurde dennoch kein Zu- schuss der Krankenkasse in Aussicht gestellt. Im Mai 2016 stellte sich die Patientin auf Empfehlung der Zahnärztekam- mer Berlin zur Implantatversorgung im Bereich des zuvor augmentierten Ober- kiefers erstmals in unserer Klinik vor. Die Abbildungen 1 und 2 zeigen das klinische Bild des augmentierten Ober- kiefers zu diesem Zeitpunkt. Eine digitale Volumentomograﬁe (DVT; Abb. 3a–c) und ein Orthopantomo- gramm (OPG) zeigten eine extreme Atrophie des Oberkiefers mit Resten des Fibulatransplantats. Nach ausführli- chem Gespräch mit der Patientin wurde eine Versorgung mittels vier Implantaten (CAMLOG) im Bereich des Oberkiefers geplant. Aufgrund der langjährigen und komplikationsreichen Vorgeschichte der aktuell arbeitslosen Patientin wurde entschieden, dass die Finanzierung durch Mittel der Stiftung erfolgen sollte. Im September 2016 erfolgte die Insertion der Implantate. Zusätzlich wurde in der Regio 15 ein knochen- deﬁzitäres Areal durch Anlagerung von (Cerabone®) Knochenersatzmaterial mit Knochenspänen ausgeglichen. Un- mittelbar postoperativ dokumentierte eine abschließende OPG-Aufnahme die orthotope Lage aller vier Implantate (Abb. 4). Nach einer Einheilungsphase von vier Monaten konnte im Januar 2017 die Freilegung der vier Implantate mit Einsatz von Gingivaformern erfol- gen. Diese wurden im Februar durch Locatoren ersetzt (Abb. 5). Anschlie- ßend wurde eine Locatorprothese (von Oberärztin Dr. Chistina Erdmann) er- stellt. Abbildung 6 zeigt das aktuelle klinische Bild nach Implantatinsertion mit Oberkieferprothese. Zusammenfassung (unter dem Gesichtspunkt der Stiftungstätigkeit) Anhand dieses exemplarischen Fall- berichts lässt sich verdeutlichen, dass auch bei kompliziertester Ausgangs- situation mithilfe von Implantaten ein funktionell stabiler Zahnersatz erreicht werden kann. Allerdings ist dies auf- grund der fehlenden Kostenübernahme durch die Krankenkassen zunehmend häuﬁg nicht möglich. In solchen Fäl- len stellt eine Unterstützung durch die dentilegus®-Stiftung für die Patienten oftmals die einzige Erfolg verspre- chende Alternative dar. t k a t n o K Dr. Selda Wolff Garbátyplatz 1 13187 Berlin Tel.: 030 49989850 wolff@berlin.de Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen G. Köhler Garbátyplatz 1 13187 Berlin Tel.: 030 49989850 info@klinik-garbatyplatz.de www.klinik-garbatyplatz.de Oralchirurgie Journal 2 | 2017 23 24
ANWENDERBERICHT Dr. Said Mansouri [Infos zum Autor] Literatur Die klassischen Anästhesieverfahren in der Zahnheilkunde schal- ten das Schmerzempﬁnden des Patienten entweder komplett oder zumindest weit über den unmittelbaren und eigentlichen Therapiebereich hinaus aus. Dabei ist es möglich, den körper- eigenen Selbstschutzmechanismus (Biofeedback) zur Ausschal- tung von Schmerzen zu verwenden. Mittels Biofeedject gelangt das Anästhesiemittel durch gezielte Diffusion ausschließlich in das Gewebe, welches sensible Rezeptoren besitzt und im un- mittelbaren Therapiebereich liegt. Damit stellt die Biofeedback- Anästhesie ein wegweisendes Konzept für die Zukunft der dentalen Anästhesie dar. Biofeedback-Anästhesie – Die Anästhesie der Zukunft? Dr. Said Mansouri, Pit Aretz Das Kauorgan ist eines der sensi- belsten Organe des menschlichen Kör- pers. Der Musculus masseter verbindet den Unterkiefer mit dem übrigen Kopf und kann als stärkster Muskel des Körpers beim Kauen enormen Druck (~700 N/cm²) erzeugen. In Kombi- nation mit der intraoralen Mechano- Normale Sensibilität > Warnung – Schmerz > Verletzung Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1: Sensible Kette zum Schutz vor Verletzungen. – Abb. 2: Gegenüberstellung minimal vs. klassisch anästhesiert. 24 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 Sensorik können bei der Okklusion aber auch kleinste Höhenunterschiede von nur 0,0018 mm ertastet werden. Ein komplexes Zusammenspiel von Rezeptoren, Regelkreisen und Mus- keln verhindert normalerweise zuver- lässig, dass wir uns verletzen. Diesen körpereigenen Selbstschutzmechanis- mus bezeichnen wir im Folgenden als Biofeedback. Die sensible Kette (Abb. 1) soll das Bio- feedback verdeutlichen: Innerhalb des grünen Bereichs (normales Empﬁnden bis zum Erreichen der Reizschwelle) funktioniert das Kauorgan mit höchs- ter Präzision, ohne Selbstverletzungen oder Schmerzempﬁnden; der orange Bereich steht für das Auftreten eines Reizes und sich steigerndem Schmer- zempﬁndens bis vor einer möglichen Verletzung. Ziel einer jeden Anästhesie muss es sein, das Biofeedback und den körpereigenen Selbstschutzmechanismus nur minimal und nur im unmittelbaren Behandlungs- gebiet auszuschalten (Abb. 2). So kön- nen auf natürliche Weise versehentliche Verletzungen außerhalb des Therapie- bereichs sicher vermieden werden. 25
ANWENDERBERICHT C B C B Depot Diffusion bei LA A A A A Abb. 3 Abb. 4 Abb. 3: Sensible Neuronen. – Abb. 4: Reizweiterleitung unterbrochen durch Diffusion aus Depot. Anästhesieverfahren in der Zahnheilkunde Die von den Rezeptoren (A) sensibler Neuronen ausgesandten Impulse wer- den von leitenden Fasern (B) zum ZNS (C) weitergeleitet (Abb. 3). Ziel jeder Anästhesie ist es, das Schmerzempﬁn- den auszuschalten. Dazu greift sie an verschiedenen Stellen der Reizweiter- leitung ein. Klassische Anästhesie In der Zahnmedizin sind folgende Verfahren etabliert1,7,17,20,21,23,25: Vollnar- kose sowie Leitungs- und Inﬁltrations- anästhesie. Die Vollnarkose wirkt direkt im Be- reich des ZNS (C) und schaltet jede bewusste Informationsaufnahme und damit auch die Schmerzempﬁndlich- keit im gesamten Körper aus (Abb. 4). Bei der Leitungs- und Inﬁltrationsan- ästhesie wird ein Anästhesiemittel - Depot in die Nähe der Axone (B) der sensiblen Nervenfasern gespritzt (Abb. 4). Dadurch wird das Biofeed- back allerdings weit über den unmit- telbaren und eigentlichen Therapie- bereich hinaus ausgeschaltet. Es wird deutlich mehr Gewebe als notwendig betäubt. Verletzungen und Schädi- gungen werden dadurch gar nicht oder zu spät bemerkt. Dieses Blockie- ren großer Bereiche ist deshalb auch bei chirurgischen Eingriffen eine mög- liche Ursache für schwerwiegende Komplikationen von Perforationen bis hin zu Nervverletzungen.2,10,16,18,29 Nach einer australischen Studie sind circa. 60 Prozent aller zahnmedizini- schen Notfälle Reaktionen auf Lokal- anästhetika.24 Biofeedback-Anästhesie Die oben genannten und viele weitere bekannte Nachteile der klassischen Anästhesie lassen sich vermeiden, wenn man sich auf die Anästhesie- rung der Rezeptoren unmittelbar im zu behandelnden Bereich beschränkt. Genau das gewährleistet das Biofeed- back-Anästhesie-Konzept. Zusätzlich berücksichtigt die Biofeed- back-Anästhesie die Tatsache, dass Knochengewebe nicht sensibel ist (Abb. 5 und 6). In der Zahnheilkunde unterscheiden wir drei Arten von Gewebe: Gingiva N. lingualis N. mylohyoideus N. alveolaris inf. Dentin + Pulpa N. buccalis Diffusion bei Biofeedback-Anästhesie Desmodontal- apparat Eng begrenzt auf den Bereich der Nerven- rezeptoren C B A Abb. 5 Abb. 6 Abb. 5: Querschnitt. – Abb. 6: Biofeedback-Anästhesie. A A A A Oralchirurgie Journal 2 | 2017 25 26
erreicht durch eine gezielte Diffusion des Anästhesiemittels ausschließlich in das Gewebe, das sensible Rezeptoren besitzt und im unmittelbaren Therapie- bereich liegt (Abb. 7). Dabei kann die Permeabilität des Ge- webes in verschiedenen Bereichen des Therapiegebietes sehr unterschiedlich sein. Für eine sanfte Diffusion (ohne Depot) ist ein exakt der Gewebedurch- lässigkeit angepasster Druck notwen- dig, der zwischen 5 und 65 bar betra- gen kann (Abb. 8). Ist der Druck zu niedrig, ﬁndet keine ausreichende Diffusion statt und die Anästhesiewirkung bleibt aus. Zu hoher Druck verursacht dagegen Stau- und Traumaeffekte im Gewebe und führt ebenfalls zu keiner ausreichenden Dif- fusion.9,11,13,19,22 Der Biofeedject: Injektor für optimalen Druck Mit dem klassischen manuellen Injek- tionsinstrumentarium ist es extrem schwierig, den Druck in der notwendi- gen Genauigkeit aufzubauen.5,12,33 Des- halb wurde der Biofeedject entwickelt, ein Instrument, das es dem Zahnarzt ermöglicht, mithilfe eines minihydrauli- schen Systems den Injektionsdruck dem Gewebewiderstand exakt anzupassen (Abb. 9). Der Biofeedject gewährleistet durch den automatischen Aufbau eines ge- webeadäquaten Drucks eine optimale Diffusion. Visuell über eine Druckan- zeige und taktil über den Widerstand im Hebel gibt der Biofeedject dem behandelnden Zahnarzt permanent Rückmeldung und erlaubt so die exakte Steuerung des Diffusionsvorgangs. In folgenden chirurgischen Anwen- dungsfällen kann die Biofeedback- Anästhesie mithilfe des Biofeedject eingesetzt werden: – Extraktionen ohne und mit Inzision – Eingriffe in der Kinderzahnheilkunde (Extraktion Milchzahn) – Osteotomie, Weisheitszahnextraktion (retiniert oder nicht retiniert) – Implantation – Knochenentnahme, Bone Splitting – Sinuslift – PA und Konkremententfernung. Biofeedback-Anästhesie in der Implantologie Am Beispiel einer Implantation in ei- nem zahnlosen Unterkiefer sollen das Vorgehen und die Wirkungsweise der Biofeedback-Anästhesie verdeutlicht werden (Abb. 10–15). Anästhesierungsvorgang bei der Implantation Die Injektionsnadel wird mittig in der Gingiva ohne direkten Kontakt zum Periost platziert. Um Staueffekte zu verhindern und eine gleichmäßige Dif- fusion zu ermöglichen, wird der Hebel der Biofeedject mit sanftem, aber kon- stantem Druck betätigt. Innerhalb von ein bis zwei Sekunden baut der Injektor ANWENDERBERICHT Abb. 7: Biofeedback-Anästhesie nur im Therapiegebiet. – Gewebe, das frei von sensiblen Rezeptoren ist und daher keine Anästhesie benötigt. Dazu zählen das Knochengewebe und devitale Zähne. – Gewebe, das über sensible Rezepto- ren verfügt und daher anästhesiert werden muss. In diese Kategorie fal- len Dentin und Pulpa sowie Periost und Gingiva. – Gewebe, das zwar sensibel ist, aber nicht anästhesiert werden sollte, um das körpereigene Selbstschutz- system nicht auszuschalten. Dazu gehören der Nervenstamm (verhin- dert Nervverletzungen), das Periost außerhalb des Behandlungsgebiets (verhindert Perforationen) und der Desmodontalapparat der Nachbar- zähne im OP-Gebiet, beispielsweise bei Implantationen. Gezielte Diffusion bei angepasstem Druck Das Ziel, nur die Rezeptoren der sen- siblen Neuronen zu anästhesieren, wird Desmodontalapparat Gingiva Lkw-Reifen Pkw-Reifen 0 10 20 30 40 50 60 Druck (bar) Abb. 8: Vergleich verschiedener Drücke/Gewebewiderstände. 26 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 27
ANWENDERBERICHT Abb. 9: Biofeedject mit Druckanzeige. automatisch den adäquaten Injektions- druck auf. Danach beginnt die Diffusion ins Gingivagewebe. Während dieses Prozesses wird die Gingiva anämisch. Die Farbänderung zeigt dem Behandler an, dass eine Diffusion des Anästheti- kums stattgefunden hat. Gleichzeitig markiert sie die Grenze des anästhe- sierten Bereichs. Da das darunter lie- gende Periost bei dieser Methode mit anästhesiert wird und das Knochenge- webe selbst keine Anästhesie benötigt, kann unmittelbar nach der Injektion mit der Behandlung begonnen werden. Die Schmerzausschaltung während der implantologischen Therapie ist somit si- chergestellt. Das Gefühl des Patienten bei der Vorbereitung des Implantat- betts unter Biofeedback-Anästhesie ist vergleichbar mit dem bei der Behand- lung eines devitalen Zahnes. Betrachten wir nun beispielsweise den Nervus alveolaris, der in bis zu 20 Pro- zent auch außerhalb des Nervkanals anastomosiert.20,27 Dieser ist von der Therapie nicht betroffen und wird des- halb bei der Biofeedback-Anästhesie bewusst auch nicht anästhesiert. Damit bleiben die körpereigenen Selbstschutz- mechanismen (sensible Kette) voll er- halten. Bei der Biofeedback-Anästhesie fühlt der Patient so frühzeitig, wenn es bei der Behandlung zu einer Annähe- rung an den Nerv kommen sollte. Ab einem Abstand von ca. 1,5 mm setzt die Alarmierung ein. Die entsprechende Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13 Abb. 14 Abb. 15 Abb. 10: Die Injektionsnadel wird mittig in der Gingiva platziert: Anästhesie der Gingiva inklusive des darunterliegenden Periosts. – Abb. 11: Vor der In- zision zu anästhesierender Bereich. – Abb. 12: Anämie markiert den anästhesierten Bereich. Abb. 13: Durchführung aller für die Implantation notwen- digen Behandlungsschritte. – Abb. 14: Reaktion des Patienten bei Annäherung an Nervgewebe (ca. 1–1,5 mm vor Berührung); Schutz vor Nervläsion. – Abb. 15: Reaktion bei Annäherung an das Periost; Schutz vor Perforation. Oralchirurgie Journal 2 | 2017 27 28
ANWENDERBERICHT Abb. 16 Abb. 17 Abb. 16: Bei retiniertem WHZ ist normalerweise die Anästhesie im Bereich der Gingiva ausreichend. – Abb. 17: Injektionspunkte im Bereich der geplanten Inzision. Rückmeldung des Patienten nimmt der behandelnde Zahnarzt wahr, bevor es zu Schmerzen oder gar einer Verletzung kommen kann. Das Biofeedback schließt so auf natür- liche Weise eine Läsion dieses Nervs aus. Nach dem gleichen Prinzip werden auch andere Verletzungen (z. B. Perfo- rationen) vermieden.6,14,20,27,28,31 Biofeedject-Anästhesie bei Weisheitszahnextraktion Auch bei der Extraktion von Weisheits- zähnen kann die Biofeedback-Anästhe- sie sinnvoll eingesetzt werden (Abb. 16). Anästhesierungsvorgang bei der Weisheitszahnextraktion Die Injektionen werden an mehreren Punkten eher vestibulär entlang der geplanten Inzision gesetzt (Abb. 17). Auch hier wird die Nadel mittig in der Gingiva platziert. Da sich im Knochen- gewebe keine Rezeptoren beﬁnden, ist für die Osteotomie selbst keine Anäs- thesie nötig. Bei retinierten Weisheits- zähnen ist der Desmodontalapparat noch nicht fertig entwickelt und die Ge- webedurchlässigkeit deshalb deutlich niedriger als bei einem Zahn, der Ok- klusionskräften ausgesetzt ist. Der Bio- feedject sorgt hier automatisch für den optimalen Druck während der Injektion des Anästhetikums. Bei retinierten Weisheitszähnen diffundiert es häuﬁg bis in den Desmodontalbereich hinein. Nur in etwa 20 Prozent der Fälle zeigt sich nach der Zahnﬂeischaufklappung, dass die Diffusion nicht ausreichend 28 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 ist. Dies lässt sich durch eine leichte Berührung des Zahnes feststellen. Da der Desmodontalspalt nun sichtbar und leicht zugänglich ist, lässt sich die in diesen Fällen zusätzlich notwendige intraligamentäre Anästhesierung sicher und zuverlässig durchführen. Bei der Extraktion von Weisheitszäh- nen ist die Gefahr einer Nervläsion relativ groß; sie liegt bei der klassi- schen Anästhesie bei ca. 2 bis 4 Pro- zent der Fälle (Nervus alveolaris oder lingualis).3,4,27,32,33 Da bei der Biofeed - back-Anästhesie der körpereigene Schutzmechanismus (sensible Kette) erhalten bleibt, lassen sich Nervläsio- nen nahezu vollständig verhindern. großen Gefäßen und Nervenstämmen. So kann es auch nicht zu einer intra- vasalen Injektion und/oder zu einer zu schnellen Absorption des Anästhe- siemittels kommen. Auch sind Taub- heitsgefühle bei den Patienten nahezu ausgeschlossen. Darüber hinaus sorgt die automatische Injektion mithilfe der Biofeedject unmittelbar im Bereich der Rezeptoren für eine sofortige Wirkung ohne Wartezeiten. Durch die deutlich niedriger injizierte Menge an Anästhetikum ist auch die Gefahr von Überdosierungen ausge- schlossen. So kann ohne Weiteres in- nerhalb einer Sitzung in vier Quadran- ten gearbeitet werden. Fazit Jede Form der Anästhesierung muss auf die sensiblen Neuronen wirken. Ziel ist es immer, die Reizübertragung zum ZNS zu unterbinden. Für die Schmerz- freiheit spielt es keine Rolle, an welcher Stelle die Reizübertragung unterbro- chen wird. Je näher die Anästhesierung an der Schmerzquelle, also an den Rezepto- ren, angesetzt wird, desto weniger Ne- beneffekte sind zu erwarten und desto efﬁzienter erfolgt die Anästhesie. Durch das punktgenaue Vorgehen kommt die Biofeedback-Anästhesie mit bis zu 80 Prozent geringeren Dosen an An- ästhesiemitteln gegenüber klassischen Methoden aus. Da außerdem nur unmittelbar im The- rapiegebiet anästhesiert wird, erfolgen die Injektionen nicht in der Nähe von t k a t n o K Dr. med. dent. Said Mansouri Heinrichsallee 32 52064 Aachen Tel.: 0241 502563 info@dr-mansouri.de 29
BACK TO THE ROOTS, SHAPING THE FUTURE F Ü R I H R I N D I V I D U E L L E S A N G E B O T B E R Ä T S I E G E R N E U N S E R A U S S E N D I E N S T 0 2 1 3 1 2 0 1 2 - 3 0 3 Vereinfachtes Prothetikkonzept durch flexible Kombinierbarkeit der Komponenten Signifikante Erhöhung der Dauerfestigkeit durch verstärkten und verlängerten Innenkonus Hohe Primärstabilität durch EPS-Technik Prof. Dr. med. dent. Georg-Hubertus Nentwig Made in Germany. Made by MEISINGER. CytoplastTM porcine derived collagen membrane since 1888 www.meisinger.de 30
MARKT | PRODUKTINFORMATIONEN W&H Mit Sicherheit innovativ W&H Deutschland [Infos zum Unternehmen] Im IDS-Jahr 2017 erhält das Chirurgie- proﬁ l von W&H ein umfassendes Update. Dieses steht ganz im Zeichen einer größt- möglichen Behandlungssicherheit und An- wenderfreundlichkeit. Dabei bleibt das Unternehmen am Puls der Zeit und setzt auf eine ausgewo- gene Kombination aus Bewähr- tem und Neuem: So wurde im Rahmen einer bisher einzigarti- gen Kooperation mit der Firma Osstell, dem schwedischen Spe- zialisten für Osseointegration, die beliebte Implantmed um das W&H Osstell ISQ-Modul erweitert. Als op - tional nachrüstbares Produktfeature ermög- licht es dem Chirurgen, für eine bestmög- liche Behandlungssicherheit den optimalen Belastungszeitpunkt eines Implantates so- wie den Verlauf der Osseointegration auch nach der Implantatinsertion zu ermitteln und diese gemeinsam mit dem Drehmo- ment zu dokumentieren. Darüber hinaus steht ab sofort ein mobiles Gerätecart für eine efﬁ ziente und ﬂ exible Arbeitsweise im OP zur Verfügung. Der „Single Point of Operation“ deckt alle zentralen Indikationen für die Oralchirurgie und Implantologie ab. Zugleich ermöglicht er einen besonders efﬁ zienten Workﬂ ow: Die Behandlerposition ist jeder- zeit ﬂ exibel, kein Kabel stört, beide chirurgischen W&H Ge- räte Implantmed und Piezomed lassen sich mit der neuen ka- bellosen Fußsteuerung bequem anwählen. Die hygienische Ge staltung erleichtert die Arbeit für das Praxisteam; alle für den Eingriff relevanten Entscheidungen können mit mehr Sicher- heit getroffen werden, während Patienten von einer reduzierten Behandlungszeit pro- ﬁ tieren. W&H Deutschland GmbH Tel.: 08682 8967-0 www.wh.com CAMLOG [Infos zum Unternehmen] CAMLOG Ein intelligentes Konzept für moderne Praxen Das iSy® Implantatsystem stellt seit der Marktein - führung im Jahr 2013 die Efﬁ zienz der chirurgischen und prothetischen Abläufe in den Mittelpunkt seines Konzeptgedankens. Durch die Konzentration auf das Wesentliche steht iSy® für Komplexitätsreduktion im Bereich der Oralen Implantologie. Das iSy® Implantatsystem hat sich als ei- genständige Konzeptmarke etabliert und gewinnt immer mehr Anhänger. Das transgingivale Konzept ist darauf abgestimmt, den Arbeitsprozess zu straffen. Dabei setzt es auf ein reduziertes Bohr- protokoll und Einpatienteninstrumente. Unabhängig davon, ob analoge oder digitale Verfahren Anwendung ﬁ nden, wird die iSy® Implantatbasis zur ﬁ nalen Versorgung einmalig entnommen und durch das deﬁ nitive Abutment ausgetauscht. Das „One-shift-Konzept“ beschreibt dieses Prinzip des einmaligen Abut- mentwechsels, das zusätzliche Vorteile für die langfristige Stabilität der periimplantären Hart- und Weichgewebe mit sich bringen soll. Mit „One Click, One Scan, One Shift“ beschreibt iSy® den digitalen Workﬂ ow für CEREC®-Anwender, der direkt nach der Implantation ansetzt und bis zur ﬁ nalen Versorgung reicht. Durch den iSy® Scan- adapter, der auf die iSy® Implantatbasis aufgeklickt wird, können die Arbeitsabläufe noch mehr gestrafft werden. Der iSy® Scan- Der iSy Workfow für CEREC®-Anwender im One-shift-Konzept. adapter ist kompatibel mit den Sirona Scanbodies S und ermöglicht es, eine deﬁ nitive Restauration an nur einem Tag modellfrei nach dem One-shift-Konzept herzustellen. CAMLOG Vertriebs GmbH Tel.: 07044 9445-100 www.camlog.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 30 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 31
PRODUKTINFORMATIONEN | MARKT Neoss Abgewinkelte Schraubenkanäle Neoss [Infos zum Unternehmen] Die abgewinkelten Schraubenkanäle für die indi- viduelle Prothetik eröffnen die Freiheit, die Schrau- benzugangskanäle bis zu einem Winkel von 25° und gleichzeitiger Rota tionsfreiheit von 360° zu gestalten. Diese Lösung verbessert sowohl die Handhabung als auch die Ästhetik durch die Möglichkeit, die Schraubenzugangskanäle in den anterioren und posterioren Bereich zu legen – bei gleichzeitig geringerem Durch- messer des Schraubenzugangskanals. Die Gestaltung der Schraubenverbindung stellt sicher, dass in einem Winkel von bis zu 25° das erforderliche Drehmoment von 32 Ncm sicher erreicht wird. „Neoss bietet damit vom Einzelzahn- bis zur mehrgliedrigen Ver- sorgung eine große Spanne prothetischer Versorgungsmöglichkeiten zu einem erschwinglichen Preis“, sagt Rainer Woyna, Marketing Manager von Neoss. Nähere Informationen unter www.neoss.de, per Telefon, Internet oder durch unseren Außendienst vor Ort. Neoss GmbH Tel.: 0221 55405-322 www.neoss.com Dentsply Sirona Implants Erweiterung des Portfolios für regenerative Lösungen Dentsply Sirona Impl. [Infos zum Unternehmen] Wenn autogenes Knochenmaterial nicht indiziert oder nicht in ausreichender Menge vorhanden ist, muss körperfremdes Augmentationsmaterial eingesetzt werden. Das neue Symbios Xenograft-Granulat ist ein porcines Knochenaufbaumaterial, das hochporös ist und statistisch eine signiﬁkant höhere Volu- menfüllkapazität aufweist als vergleichbare Produkte. Unter dem Namen Symbios hat Dentsply Sirona Implants eine Produktpalette zusammengefasst, die von bewährten Knochenaufbaumaterialien, Membranen bis zu Instrumenten für die Augmentation reicht. Die Lösungen decken die unterschiedlichsten Anforderun- gen der dentalen Chirurgie und Implantologie ab. Die anorganische Knochen- matrix des Granulats besitzt eine interkonnektierende Makro- und Mikroporenstruk- tur, die die Vaskularisierung, das Knochenwachstum und die Nährstoffzufuhr unterstützt. Das Knochenaufbaumaterial porös mit 88 bis 95 Prozent Hohlraum, der mehr Raum für neue Knochenanlagerung bietet als vergleichbare Augmentationsmaterialien. Gleichzeitig wird eine geringere Menge des Produkts zur Füllung des Defekts benötigt. Das Symbios Xenograft-Granulat ist ideal für alle Indikationen im dentalen Alltag. Dazu gehören die Sinusbodenelevation und Kiefer- kamm augmentation, der Erhalt der Alveole, die Füllung von paro- dontalen Defekten, Wurzelspitzenresektionen und die Zystektomie. Symbios Xenograft-Granulat ist ein anorganisches Knochenmineral, da es ein aus natürlichem Knochen isoliertes Mineral ist, in dem ist hoch- Abb. 1 Abb. 2 Abb. 1: Symbios Xenograft-Granulat ist ein hochporöses Knochen- aufbaumaterial mit 88 bis 95 Prozent Hohlraum, der mehr Raum für neue Knochen anlagerung bietet. – Abb. 2: Das Knochenaufbau- material lässt sich besonders einfach handhaben, da sich die Granulat- körnchen nach der Hydratisierung schnell miteinander verbinden. keine organischen Komponenten vorhanden sind. Das so gewonnene Material ist ein Karbonatapatit, das eine ähnliche Struktur wie das native Knochen- mineral aufweist. Die raue Oberﬂächenstruktur erleich- tert die Zellanhaftung und fördert das Knochenwachstum. Das Material lässt sich besonders einfach handhaben und im Knochendefekt platzieren, da sich die Granulatkörnchen nach der Hydratisierung schnell miteinander verbinden. Weitere Informationen zum Symbios Xenograft-Granulat über implants-de-info@dentsplysirona.com, unter Tel. 0621 4302-010 oder unter www.dentsplysirona.com/implants/symbios Dentsply Sirona Implants Tel.: 0621 4302-006 www.dentsplysirona.com/implants Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Oralchirurgie Journal 2 | 2017 31 32
MARKT | PRODUKTINFORMATIONEN Akrus Mobiler OP-Stuhl SC 5010 HS In Zusammenarbeit mit führenden Chirurgen aus der MKG-, HNO- In Zusammenarbeit mit führenden Chirurgen aus der MKG-, HNO- und Plastischen/Ästhetischen Chirurgie hat Akrus den mobilen und Plastischen/Ästhetischen Chirurgie hat Akrus den mobilen OP-Stuhl SC 5010 HS entwickelt. Der OP-Stuhl ist aufgrund OP-Stuhl SC 5010 HS entwickelt. Der OP-Stuhl ist aufgrund seiner ergonomischen und funktionel- seiner ergonomischen und funktionel- len Vorteile speziell für Anwen- len Vorteile speziell für Anwen- dungen im Kopfbereich ausgelegt und damit optimal geeignet für chirurgische Eingriffe im Bereich Oralchirurgie, Implantologie, Kiefer- orthopädie und Plastische/ orthopädie und Plastische/ Ästhetische Chirurgie. Die Mobilität des Stuhles ermöglicht Die Mobilität des Stuhles ermöglicht dem Behandler eine rasche und wirt- dem Behandler eine rasche und wirt- schaftliche Arbeitsweise, der Patient schaftliche Arbeitsweise, der Patient erfährt gleichzeitig eine schonende erfährt gleichzeitig eine schonende Behandlung: Sämtliche Arbeitsschritte Behandlung: Sämtliche Arbeitsschritte können auf einem Stuhl durchgeführt werden. Über können auf einem Stuhl durchgeführt werden. Über eine Handbedienung und optional am Stuhl angebrachte eine Handbedienung und optional am Stuhl angebrachte Fuß-Joysticks lassen sich Stuhl- höhe, Fußstütze, Rückenlehne, Sitzﬂ äche und Kopfstütze über fünf Antriebsmotoren bequem ein- stellen; verschiedene ergonomische Kopfstützen (u. a. Standard-/Mehr- Kopfstützen (u. a. Standard-/Mehr- gelenks-Kopfstütze) ermöglichen un- gelenks-Kopfstütze) ermöglichen un- begrenzte Lagerungsmöglichkeiten des begrenzte Lagerungsmöglichkeiten des Kopfes für eine individuell angepasste Po- Kopfes für eine individuell angepasste Po- sition. Zum Speichern einer Funktion stehen sition. Zum Speichern einer Funktion stehen standardmäßig drei, optional acht Memory-Tas- standardmäßig drei, optional acht Memory-Tas- ten zur Verfügung. Der große, freie Fußraum ten zur Verfügung. Der große, freie Fußraum unter der Rückenlehne gibt dem Behandler unter der Rückenlehne gibt dem Behandler den nötigen Bewegungsspielraum, um be- den nötigen Bewegungsspielraum, um be- quem operieren zu können – für eine ein- quem operieren zu können – für eine ein- fachere und komfortablere Behandlung. fachere und komfortablere Behandlung. Akrus GmbH & Co KG Tel.: 04121 791930 Tel.: 04121 791930 www.akrus.de www.akrus.de Henry Schein Komplettlösungen für Zahnärzte und Labore Zur IDS 2017 präsentierte Henry Schein Dental Deutschland zahlreiche Erweiterun- gen des Produktportfolios von Henry Schein ConnectDental, der Henry Schein [Infos zum Unternehmen] Unternehmensplattform für digitale Lösun- gen mit offener Struktur. Highlight ist dabei die Kooperation mit DEDICAM®, der CAD/ CAM-Prothetik von CAMLOG. Durch die Einbindung von DEDICAM® in das Connect- Dental-Lösungsangebot bietet das Unter- nehmen den Dentallaboren in Deutschland zukünftig präzise Lösungen für Implantat- prothetik. CAD/CAM-Fertigungsdienstleis- tungen können sowohl für implantatgetra- gene Rekonstruktionen als auch für zahnge- tragene Prothetik auf Basis offener STL-Da- ten in der CAD-Software genutzt werden. Henry Schein ConnectDental fokussiert den digitalen Workﬂ ow zwischen Praxis und Labor und beinhaltet verschiedene Komponenten. Neben der umfangreichen Produktpalette, Software sowie Schulun- gen und Weiterbildungen für Praxis- und Labormitarbeiter – unter anderem durch den ConnectDental Campus – bietet das Unternehmen unter dem Motto „Henry Schein ConnectDental – Trusted Digital Solutions“ auch kompetente Beratung. Henry Schein Dental Deutschland GmbH Tel.: 0800 1700077 www.henryschein-dental.de 32 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 33
PRODUKTINFORMATIONEN | MARKT Hager & Meisinger Neues Kit zur intraoralen Titanbearbeitung Hager & Meisinger [Infos zum Unternehmen] Mit steigender Anzahl gesetzter Implan- tate stellt auch die Periimplantitis ein in der Fallzahl wachsendes Krank- heitsbild dar, mit dem Zahnärzte und Implantologen in der tägli- chen Praxis folglich immer öfter konfrontiert sind. Mit dem Peri- implantitis-Kit hat die Hager & Meisinger GmbH das individuell zugeschnittene Instrumenta- rium für die Behandlung ent- wickelt. Das Kit beinhaltet acht aufein- ander abgestimmte Hartmetall- ﬁnierer in Ei- und Flammenform zur optimalen Periimplantitis- behandlung. Beide Formen in zwei Größen und sind jeweils in Standard- und extrafeiner Ver- zahnung verfügbar. Die Arbeitsteilformen, -größen und -verzah- nungen sind optimal abgestimmt auf die intraorale Bearbeitung von Titan. Alle enthaltenen Finierer besitzen einen extra langen FG-Schaft (Gesamtlänge 32 mm), mit dem schwer zugängliche, tiefe Bereiche erreicht werden können. Für die Behandlung der Periimplantitis werden die Finierer gegen den Uhrzeiger- sinn um den freiliegenden Teil des Implan- tats herumgeführt, um die Implantatober- ﬂäche zu glätten. Hager & Meisinger GmbH Tel.: 02131 2012-0 www.meisinger.de NSK Kombinierbares Ultraschall-Chirurgiesystem hohe Flexibilität und Zukunftssicherheit, denn für welches Chirurgiesystem auch immer er sich zunächst entscheidet: Das Ergänzungsprodukt kann zu jedem be- liebigen Zeitpunkt hinzugefügt werden. NSK Europe GmbH Tel.: 06196 77606-0 www.nsk-europe.de Mit dem Ultraschall-Chirurgiegerät VarioSurg3 bietet NSK ein Chi- rurgiesystem, welches über eine um 50 Prozent höhere Leistung verfügt als das Vorgängermodell. In Verbindung mit der jederzeit zuschaltbaren „Burst“-Funktion, welche für einen Hammereffekt sorgt, wird dabei die Schneidleistung und Schnittgeschwindigkeit signiﬁkant erhöht. Das ultraschlanke und federleichte Handstück mit LED-Beleuchtung – selbstverständlich sterilisierbar und ther- modesinﬁzierbar – sorgt jederzeit für optimalen Zugang und beste Sicht. Lichtleistung und Kühlmittelmenge sind je nach Anwen- dungsbereich regulierbar, sodass in Verbindung mit einer Vielzahl an zur Verfügung stehenden Aufsätzen den Anwendungsbereichen der VarioSurg3 praktisch keine Grenzen ge- setzt sind. Durch das große, hinterleuchtete Display ist der Behandler jederzeit und aus jedem Blickwinkel über die aktuellen Behand- lungsparameter informiert. Über das NSK Dynamic Link System kann die neue VarioSurg3 mit dem NSK Implantatmotor Surgic Pro zu einer kompak- ten, nur minimalen Raum beanspruchen- den werden. Die so gekoppelten Chirurgieeinheiten lassen sich dann mit nur einer Fußsteuerung bedienen. Für den Anwender bedeutet das NSK Link System eine verbunden Einheit NSK [Infos zum Unternehmen] Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. Oralchirurgie Journal 2 | 2017 33 34
EVENTS | VORSCHAU © Jakob Fischer/Shutterstock.com Ein Referententeam der Sonderklasse und Themen in einer besonderen Bandbreite bietet das diesjährige Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin am 15. und 16. Sep- tember im pentahotel. Ein Termin, den man sich im Fort- bildungskalender vormerken sollte. Leipziger Forum [Programm] Top-Referenten beim 14. Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin Durchschnittlich 150 bis 200 Zahn- ärztinnen und Zahnärzte sowie Praxis- mitarbeiterinnen haben in den letzten dreizehn Jahren am Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin teilgenommen. Damit hat sich diese Implantologie- Veranstaltung einen festen Platz im jährlichen Fortbildungskalender erobert. Inzwischen bietet der Kongress neben dem Hauptpodium „Implantologie“ auch ein breit gefächertes Parallelprogramm „Allgemeine Zahnheilkunde“ mit Kursen und wissenschaftlichen Vorträgen zu den Themen Parodontologie, Endodontie, Ästhetik, Hygiene, QM u.v.a.m. Das Kon- zept des Forums ﬁ ndet alljährlich auch überregionales Interesse. 2017 steht die Tagung unter dem Leitthema: Das ge- sunde Implantat – Prävention, Gewebe- stabilität und Risikomanagement. Mit einer Erfolgsquote von über 90 Pro- zent gehört die zahnärztliche Implan- tologie zu den sichersten Therapien in der Medizin überhaupt. Aber auch hier gibt es Risiken und es werden Fehler ge- macht. Die Frage, wie der Langzeiterfolg von Implantaten und implantatgetrage- nen Versorgungen langfristig gesichert werden kann, steht in diesem Jahr im Zentrum der fachlichen Diskussion des 14. Leipziger Forums für Innovative Im- plantologie. Inhaltliche Schwerpunkte im Kontext von Prävention, Knochen- und Gewebestabi- lität sowie Risikomanagement sind hier die Periimplantitistherapie, Fragen des Einﬂ usses von Knochen und Gewebe oder auch des Implantatdesigns auf die Stabilität implantologischer Versorgun- gen sowie letztlich auch der Einﬂ uss von Allgemeinerkrankungen. Neben der Ver- mittlung theoretischer Grundlagen geht es hier wie in jedem Jahr um die Relevanz von wissenschaftlichen Erkenntnissen für den Praxisalltag. Das parallele Programm Allgemeine Zahnheilkunde widmet sich schwer- punktmäßig der Parodontologie, der Ästhetischen Zahnheilkunde sowie dia- gnostischen Aspekten. Im Zentrum des gemeinsamen Vortragsblocks am Sams- tagnachmittag stehen interdisziplinäre und juristische Gesichtspunkte. Zum Referententeam gehören u.a. Prof. Dr. Thorsten M. Auschill/Marburg, Prof. Dr. Hans Behrbohm/Berlin, Prof. Dr. Georg Gaßmann/Köln, Prof. Dr. Knut Grötz/Wiesbaden, Prof. Dr. Georg-H. Nentwig/Frankfurt am Main, Prof. Dr. Dr. Frank Palm/Konstanz, Prof. Dr. Peter Rammelsberg/Heidelberg, Prof. Dr. Hans-Günther Schaller/Halle (Saale), Prof. Dr. Dr. Anton Sculean/Bern (CH) und Dr. Theodor Thiele, M.Sc., M.Sc./Berlin (Wissenschaftlicher Leiter Implantologie) sowie von der Universitätszahnklinik Leipzig Priv.-Doz. Dr. Dirk Ziebolz (Wis- senschaftlicher Leiter Allgemeine Zahn- heilkunde) mit seinem Team. Mit dieser absoluten Top-Referenten- besetzung, sehr komplexen und praxis- orientierten Themenstellungen sowie di- versen Seminaren verspricht das Forum wieder ein hochkarätiges Fortbildungs- ereignis für das gesamte Praxisteam zu werden. Termin jetzt vormerken oder gleich an- melden und den Frühbucherrabatt bis zum 31. Mai 2017 sichern. t k a t n o K OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 event@oemus-media.de www.oemus.com www.leipziger-forum.info 34 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 35
34. JAHRESTAGUNG DES BDO 10. JAHRESTAGUNG DER DGMKG IN KOOPERATION VON BDO, BDK, DGKFO UND DGMKG ONLINE-ANMELDUNG/ KONGRESSPROGRAMM 17. / 18. November 2017 Berlin – Maritim Hotel F O R T E16 T K N U MKG-Chirurgie, Kieferorthopädie, Oralchirurgie vernetzt: Behandlungskonzepte, Techniken, Innovationen B ILDUN G S P 34. Jahrestagung des BDO 10. Herbsttagung der DGMKG In Kooperation von BDO, BDK, DGKFO und DGMKG 17. | 18. November 2017 Maritim Hotel Berlin Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann/Heidelberg m o c . k c o t s r e t t u h S / k c o t s a d a n a c © www.bdo-jahrestagung.de Thema: MKG-Chirurgie, Kieferorthopädie, Oralchirurgie vernetzt: Behandlungskonzepte, Techniken, Innovationen Wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Dr. Jürgen Hoffmann/Heidelberg Veranstalter: BDO – Berufsverband Deutscher Oralchirurgen e.V. Bahnhofstraße 54 | 64662 Speicher Tel.: 06562 9682-0 | Fax: 06562 9682-50 Bdo-mgv@oralchirurgie.org | www.oralchirurgie.org in Kooperation mit: BDK – Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden DGKFO – Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. DGMKG – Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichts chirurgie e.V. Organisation/Anmeldung: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 | 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 | Fax: 0341 48474-290 event@oemus-media.de | www.oemus.com Faxantwort an 0341 48474-290  Bitte senden Sie mir das Programm zur 34. JAHRESTAGUNG DES BDO / Praxisstempel / Laborstempel 10. JAHRESTAGUNG DER DGMKG zu. Titel, Name, Vorname E-Mail-Adresse (Für die digitale Zusendung des Programms.) 7 1 / 2 J O O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-308 · event@oemus-media.de 36
RECHT Verantwortung für korrekte Angaben im Internet zur eigenen Person Dr. Susanna Zentai Meist ungewollt taucht man mit seiner Praxis in diversen Suchportalen, Verzeichnissen und sonstigen Seiten auf. Oft hat man nicht einmal Kennt- nis darüber, wo man überall als Zahn- arzt geführt wird. Problematisch wird es, wenn falsche Angaben gemacht werden, wie zum Beispiel Titel oder Qualiﬁkationen, die man gar nicht hat. Sobald man von dieser Tatsache posi- tive Kenntnis erlangt, muss man dafür Sorge tragen, dass der Eintrag geändert wird. So ist es einer Zahnärztin ergangen, die, ohne dies selber veranlasst zu haben, auf mehreren Portalen mit ei- nem Doktortitel geführt wurde, den sie aller dings nie erworben hat. Sie selber hat nirgends falsche Angaben hierüber gemacht. Auch hat sie diese Einträge nicht veranlasst. Auf ihrer eigenen Praxishomepage wird kein Doktortitel genannt. Die zahlreichen anderen Ein- träge – wo sie jeweils mit Doktortitel geführt wurde – ﬁelen einem Verband zur Förderung der gewerblichen oder selbstständigen beruﬂichen Interessen seiner Mitglieder, dem u. a. die Zahn- ärztekammern Mecklenburg-Vorpom- mern und Niedersachsen angehören, auf. Daraufhin wurde die Zahnärztin aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die konkret aufgeführten Internet- seiten die Einträge berichtigen und den Doktortitel entfernen. Die Zahnärztin wurde mehrfach angeschrieben, immer ohne eine Reaktion und ohne dass die Einträge korrigiert wurden. Schließlich klagte der Verband auf Unterlassung der falschen Titelführung. „Eine täterschaftliche Haf- tung nach § 8 UWG kann nicht nur durch positives Tun, sondern auch durch pﬂichtwidriges Unterlassen begründet werden.“ Das Landgericht Hamburg gab dem Verband Recht und verurteilte die Zahnärztin auf Unterlassung. Für je- den Fall der „Zuwiderhandlung“, also Nichtveranlassung der Korrektur der falschen Einträge, wurde ein Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb festgestellt und eine Strafe in Höhe von jeweils 250.000 Euro für jeden weiteren Verstoß verhängt. Für den Fall, dass dieser Betrag nicht einge- trieben werden kann, droht jeweils eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten. In seinen Entscheidungsgründen zum Urteil des Landgerichts Hamburg vom 26.07.2016 (Az. 312 O 574/15) wird ausgeführt: „Dem Kläger steht der geltend ge- machte und aus dem Tenor zu 1. er- sichtliche Unterlassungsanspruch auch in der Sache nach § 8 Abs. 1 Satz 1, § 3 Abs. 1 und 2, § 5 Abs. 1 Satz 1 und 2 Nr. 3 UWG zu. Es liegt eine Irreführung im Sinne des § 5 Abs. 1 Satz 1 und 2 Nr. 3 UWG vor. Wird im geschäftlichen Verkehr ein Doktortitel ‚Dr. med. dent‘ verwen- det, der – was vorliegend unstreitig ist – tatsächlich nicht erlangt wurde, so stellt dies eine irreführende Handlung über die Befähigung und Qualiﬁkation 36 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 © Billio n P h otos/S h utterstock.co m 37
der so betitelten Unternehmerin dar, wenn diese, wie hier die Beklagte, als Zahnärztin zahnmedizinische Leistungen anbietet. Insofern hat die Beklagte auch eine Wiederholungsgefahr im Sinne des § 8 Abs. 1 Satz 1 UWG gesetzt. Zwar hat sie – wiederum unstreitig – den Titel ‚Dr. med. dent.‘ oder auch die Bezeichnung ‚Dr. dent.‘ nicht selbst aktiv verwendet. Sie haftet für die streitgegenständlichen irreführenden Ein- träge im Internet jedoch als Täterin durch pﬂichtwidriges Unterlassen. Eine täterschaftliche Haftung nach § 8 UWG kann nicht nur durch positives Tun, sondern auch durch pﬂichtwidri- ges Unterlassen (einschließlich Dulden) begründet werden. Pﬂichtwidrig ist ein Unterlassen oder Dulden dann, wenn eine Erfolgsabwendungspﬂicht besteht, und die dazu erfor- derliche Handlung dem Verpﬂichteten möglich und zumut- bar ist, diese Pﬂicht aber nicht erfüllt wird. Die Erfolgsab- wendungspﬂicht kann sich vor allem aus Gesetz, Vertrag, Vertrauen, oder vorangegangenem gefahrbegründendem Tun ergeben … Die Beklagte war nach Auffassung der Kammer aufgrund ihrer unternehmerischen Sorgfaltspﬂicht gemäß § 3 Abs. 2 UWG verpﬂichtet, ab Kenntnis von den jeweiligen Verlet- zungshandlungen die ihr möglichen und zumutbaren Maß- nahmen zu ergreifen, um dafür Sorge zu tragen, dass die konkreten irreführenden Einträge im Internet entfernt oder korrigiert würden. Indem sie indes über einen Zeitraum von mehreren Monaten keinerlei Maßnahmen zu diesem Zweck ergriffen hat, hat sie pﬂichtwidrig und daher haftungs- begründend geduldet, dass Dritte in fehlerhafter und irreführender Weise unter Verwendung des Doktortitels ‚ Dr. med. dent.’ auf ihre Praxis hinweisen.“ Fazit Es ist nicht nur problematisch, unberechtigt einen Titel zu führen. Auch das Nichtverhindern falscher Einträge kann zu einer Verurteilung und empﬁndlichen Strafzahlungen führen! Dr. Susanna Zentai [Infos zur Autorin] t k a t n o K Dr. Susanna Zentai Justitiarin des BDO Kanzlei Dr. Zentai – Heckenbücker Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mbB Hohenzollernring 37, 50672 Köln kanzlei@d-u-mr.de www.dental-und-medizinrecht.de I E G E Z N A DVDs helfen, up to date zu bleiben! Jetzt bestellen! MOVIE BESTELLUNG AUCH ONLINE MÖGLICH 99,– % pro DVD zzgl. MwSt. und Versandkosten Bitte DVDs auswählen!  Entsiegelte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen! www.oemus-shop.de Implantologische Chirurgie von A – Z Sinuslift und Sinuslift- techniken von A – Z Anzahl: Anzahl: Unterspritzungs- techniken Endodontie praxisnah Basics Anzahl: Advanced Anzahl: Anzahl: Chirurgische Aspekte der rot-weißen Ästhetik Veneers von A – Z Anzahl: Anzahl: Biologische Zahnheilkunde Minimalinvasive Augmentations- techniken – Sinuslift, Sinuslifttechniken Anzahl: Anzahl: Fax an 0341 48474-290 Name / Vorname Straße / Hausnummer PLZ / Ort Telefon / E-Mail Unterschrift Praxisstempel / Rechnungsadresse O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-201 · grasse@oemus-media.de 7 1 / 2 J O 38
BDO | EVENTS Dr. Mathias Sommer [Infos zum Autor] Zum 5. Praxismanagement Symposium lud der BDO Landesver- band Nordrhein zahlreiche Oralchirurgen und deren Praxismit- arbeiter am 11. Februar 2017 ins Kölner Hotel Pullman ein. Im Rahmen des hochkarätigen Tagungsprogramms erörterten die renommierten Referenten u. a. unterschiedliche Praxisorganisa- tionsformen, Praxis hygiene, die Behandlung von Patienten mit Antikoagulantien therapie und gaben Abrechnungstipps zu zahn- ärztlich-chirurgischen Leistungen sowie ein Update zum Thema Notfallmanagement 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln Dr. Mathias Sommer, M.Sc. Unter der Leitung von Dr. Mathias Sommer, Landesvorsitzender Nordrhein sowie Fortbildungsreferent des Be- rufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO), fand am 11. Februar 2017 das 5. Praxismanagement Symposium im Kölner Hotel Pullman statt. Heftiges Schneetreiben in der Nacht und noch am Vormittag hielt die etwa vierzig Oralchirurgen/-innen und drei- ßig von deren Praxismitarbeiter/-innen nicht davon ab, auf die 12. Etage des Tagungshotels zu gelangen, von dem sich ein eher seltener, aber sehr schö- ner Blick über das verschneite Köln bot. Zudem wurde den Teilnehmern ein hochkarätiges Tagungsprogramm mit renommierten Referenten, u. a. auch von der Zahnärztekammer sowie KZV Nordrhein, geboten. Nach den einleitenden Worten des Ta- gungspräsidenten Dr. Sommer sowie des BDO-Bundesvorsitzenden Dr. Dr. Wolfgang Jakobs sprach der Vizepräsi- dent der Zahnärztekammer Nordrhein, Herr Dr. Ralf Hausweiler, ein Grußwort der Kammer und ging ebenso auf die einzelnen Hauptthemen der Tagung ein. Diese waren die Erörterung von verschiedenen Praxisorganisationsfor- men aus rechtlicher, organisatorischer und steuerlicher Hinsicht, Praxishy- giene und deren Organisation sowie Auf frischungsreferate zu den Themen Notfallmanagement sowie die Behand- lung von Patienten mit Antikoagulan- Abb. 1: Teilnehmer des 5. Praxismanagement Symposiums in Köln. 38 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 39
EVENTS | BDO Abb. 2 Abb. 3 Abb. 2: ZA Martin Hendges, stellv. Vorstandsvorsitzender der KZV Nordrhein, in Diskussion mit dem BDO-Vorsitzenden Dr. Dr. Wolfgang Jakobs. – Abb. 3: Dr. Mathias Sommer, Landesvorsitzender BDO Nordrhein sowie Fortbildungsreferent des BDO. tientherapie. Weiterhin wurden Ab- rechnungsfälle zu chirurgischen The- men präsentiert und diskutiert. Zunächst ging Herr Frank Hecken bücker, Justitiar des BDO, zusammen mit sei- nem Co-Referenten Ulf Kühnemund auf die verschiedenen Praxisorganisations- formen wie Einzelpraxis, GmbH, GbR sowie MVZ ein. Hierbei wurden die ver- schiedenen rechtlichen und steuerlichen Aspekte erörtert. Es stellte sich heraus, dass bei dieser komplexen Thematik ein sehr hoher Beratungs- und Betreuungs- bedarf bei einer möglichen Planung und Organisation einer Berufsausübungsge- meinschaft besteht. Der stellvertretende Vorstandsvorsit- zende der KZV Nordrhein ZA Martin Hendges informierte die interessierten Zuhörer über die aktuellen bundes- weiten Zahlen und Trends der zahn- ärztlichen Berufsausübung hinsichtlich Niederlassung, Praxisorganisationsfor- men, steigende Qualitätsanforderun- gen an die zahnärztliche Praxis sowie Abrechnungsverhalten. Der BDO-Vorsitzende Dr. Dr. Wolfgang Jakobs sowie sein Vize Dr. Martin Ullner stellten zahnärztlich-chirurgische Ab- rechnungsfälle vor, die im Plenum an- geregt erörtert und diskutiert wurden. Ein weiteres Hauptthema des Symposi- ums war Praxishygiene und deren Or- ganisation. Hierzu referierten der Leiter der Abteilung Krankenhaushygiene und Umweltmedizin der Universitätsklinik Dresden, Herr Professor Dr. Lutz Jatz- wauk, sowie Herr Dr. rer. nat. Thomas Hennig, Leiter des Wissenschaftlichen Dienstes der Zahnärztekammer Nord- Abb. 4: Abendveranstaltung des Symposiums: Teilnahme an einer Karnevalssitzung der Ehrengarde der Stadt Köln. rhein. Beide Referenten stellten die ge- stiegenen Anforderungen an die zahn- ärztliche Praxis vor und gaben Tipps zu deren Umsetzung. Ein Update zum Thema Notfallma- nagement sowie zur Behandlung von Patienten mit Antikoagulantienthe- rapie von Dr. Dr. Jakobs sowie Herrn Priv.-Doz. Dr. Dr. Peer Kämmerer von der Universitätsklinik Dresden rundete das abwechslungsreiche Programm ab, bei dem die interessierten Kolleginnen und Kollegen auch sehr intensiv mit den Referenten diskutierten. Beim Parallelprogramm „Update Hy- giene-Management sowie Instrumen- tenaufbereitung in der oralchirurgischen Praxis“ konnten ebenfalls viele Praxis- mitarbeiter/-innen geschult werden. Das Seminar hierzu wurde von den OP-Fachpﬂegern Rudolf Drautzburg und Michael Meyer aus Trier in Koope- ration mit Prof. Jatzwauk geleitet. Alle Teilnehmer/-innen mussten sich anschließend sehr beeilen, um recht- zeitig der Abendveranstaltung – die Sitzung der Ehrengarde der Stadt Köln im Gürzenich – in Abendgarderobe bei- zuwohnen, wo das Symposium einen unterhaltsamen Ausklang fand. t k a t n o K Dr. Mathias Sommer, M.Sc. Praxis WDR-Arkaden Elstergasse 3 50667 Köln info@praxis-wdr-arkaden.de www.praxis-wdr-arkaden.de Oralchirurgie Journal 2 | 2017 39 40
BDO | EVENTS © Axel Fische/Shutterstock.com „Aus parodontalen Niederungen zu ästhetischen Höhen“, so lautete ein Vortrag des Curriculums für operative und ästhetische Parodontologie, welches den diesjährigen parodontologischen Reigen am 10. März in Düsseldorf eröffnete. In dem architek- tonisch einmaligen Ambiente des Hafens gaben sich renom- mierte Parodontologen an diesem frühlingshaften Wochenende ein Stelldichein und zogen erneut viele interessierte Kollegen in ihren Bann. Aus parodontalen Niederungen zu ästhetischen Höhen Dr. Maria-Theresia Peters Gleich der erste Tag war prall gefüllt mit Parodontologie in Theorie und Praxis. Regenerative und plastische Parodontalchirurgie stand auf dem Programm, und dieses wurde in bekannt souveräner Art von dem Fachzahnarzt für Parodontologie, Jochen Tunkel, Bad Oeynhausen, mit vielen Fallbeispielen aus der Praxis ausgefüllt. Anhand prak- tischer Übungen am Schweine kiefer konnten die Teilnehmer die zuvor in Fotos und Videos erläuterten Operati- onstechniken direkt umsetzen. Diverse Schnitttechniken wie koronaler und lateraler Verschiebelappen, modiﬁzier- ter Papillenerhaltungslappen und die dazugehörigen Nahttechniken konnten ausführlich geübt werden. Den zweiten Tag eröffnete Dr. Gerd Körner, Bielefeld, mit seinem Vortrag unter dem provokanten Titel „Aus parodontalen Niederungen zu ästheti- schen Höhen“, welcher die Schnittstelle zwischen Parodontologie und Prothetik zum Thema hatte. In spannender Weise zeigte er auf, wie die unterschiedliche Anwendung resektiver, regenerativer und mukogingivaler Parodontalchirur- gie die Voraussetzungen im gingivalen Bereich schafft, um anschließend mit Implantologie und Prothetik auch in parodontal kompromittierten Situatio- nen „ästhetische Höhen“ zu erreichen. Dem oft stiefmütterlich behandel- ten Thema der Therapieoptionen bei Furkationsbefall widmete sich Prof. Dr. Anton Friedmann, Universität Witten/ Herdecke. Sein Augenmerk richtete er insbesondere auf die Behandlungs- möglichkeiten von Zähnen mit Furka- tionsbefall zweiten und dritten Grades an mehrwurzeligen Zähnen. Jeder paro - 40 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 41
dontal- chirurgischen Therapie sollte eine nicht chirurgische parodontale Therapie vorausgehen, um akute Entzündungs- reaktionen zu beseitigen. Dabei sollten die klinischen Schritte unterstützt werden durch eine Raucherentwöh- nung, eine Verbesserung der häuslichen Mundhygiene sowie eine Verbesserung der Kontrolle der Parodontitis. Im Rahmen einer parodontal-chirurgischen Therapie ist die korrekte Indikationsstellung für eine regenerative oder resektive Therapiemaßnahme von Bedeutung. Diese orien- tiert sich an der ossären Defektmorphologie, die interradi- kuläre, infraalveoläre und supralveoläre Defekte umfasst. Die Indikation für die regenerative Parodontaltherapie ist laut Prof. Friedmann gegeben bei infra alveolären De- fekten, Furkationsdefekten, der Prävention von Defekten assoziiert mit Entfernung von Weisheitszähnen im Unter- kiefer und gegebenenfalls auch bei Rezessionen. Bei kraterförmigen Defekten fehlt die wissenschaftliche Evi- denz zur Vorhersagbarkeit der Regenerationsergebnisse. Diese werden bevorzugt resektiv chirurgisch therapiert. Taschen, die mit einem horizontalen Knochenverlust assozi- iert sind, werden konservativ mittels Lappenoperation oder apikal repositioniertem Lappen chirurgisch behandelt. Eine Kontraindikation für die gewebegesteuerte Regeneration liegt ebenfalls vor bei Furkationsgrad I bei Unterkiefer- und Oberkiefermolaren sowie bei Furkationsgrad III bei Unter- kiefermolaren. Entsprechend wissenschaftlichen Untersu- chungen haben vitale und nicht vitale Zähne nach vollstän- diger endodontologischer Therapie ein gleiches Potenzial für eine regenerative Heilung. Im Hinblick auf eine korrekte Diagnosestellung ist zu beachten, dass einzelne Wurzeln mit solitär auftretenden hohen Sondierungswerten oft mit Frakturen assoziiert sind. Der Sonntagvormittag war ganz und gar der mukogingiva- len Parodontalchirurgie gewidmet. Dr. Jan Behring, Ham- burg, stellte die aktuellen Techniken vor, die dazu genutzt werden, die Morphologie, die Position und die vorhan- dene Menge an Gingiva zu verändern. Beispielhaft führte er anhand von klinischen Fällen in die unterschiedlichen Therapieoptionen bei Kronenverlängerungen, Rezessions- deckungen und des periimplantären Gewebemanage- ments ein. Dabei erfordern alle mukogingivalen Techniken chirurgische Routine und das richtige Werkzeug. Das nächste Curriculum für operative und ästhetische Parodontologie ﬁndet vom 10. bis 12. November 2017 in Hamburg statt. Nähere Informationen gibt es auf der BDO Webseite www.oralchirurgie.org. Die Anmeldung erfolgt direkt über die Agentur boeld communication GmbH mit Sitz in München. Die Anmeldefrist zum Zertiﬁzierungsprüf- gespräch beträgt vier Wochen. t k a t n o K Dr. Maria-Theresia Peters Hobsweg 14 53125 Bonn maria-theresia-peters@t-online.de I E G E Z N A BESTELLSERVICE Jahrbuch Implantologie 2017 Interdisziplinär und nah am Markt Jahrbuch Implantologie 2017 69 €* BESTELLUNG AUCH ONLINE MÖGLICH www.oemus.com/abo Fax an 0341 48474-290 Bitte senden Sie mir das aktuelle Jahrbuch Implantologie 2017 zum Preis von 69,– €* zu. Name Straße Telefon Unterschrift Vorname PLZ/Ort E-Mail * Preis versteht sich zzgl. MwSt. und Versandkosten. Entsiegelte Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen. Praxisstempel O EM U S M E D I A AG 7 1 / 2 J O Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-201 · grasse@oemus-media.de 42
BDO | EVENTS Fortbildungsveranstaltungen des BDO 2017 Baustein Anästhesiologie „Continuing education program“ 09./10. 06. 2017 Workshop „Advanced technique in sedation (Teil II)“ inkl. Full-scale-human-simulator und Live-OPs Ort: Privatklinik für zahnärztliche Implantologie und ästhetische Zahnheilkunde-IZI, Speicher Referent: Dr. Dr. Wolfgang Jakobs, Dr. Nigel Robb, Birthe Thomsen Anmeldung: IZI GmbH, Tel.: 06562 9682-15, IZI-GmbH.Speicher@t-online.de Voraussetzung ist die Teilnahme am Workshop „Conscious Sedation for Oral Surgery“ Weitere Fortbildungsveranstaltungen 29. 04. 2017 9. Symposium der Fachgesellschaften (BDO, DGI, DGMKG, DGET, DGPARO, DGHygiene und Mikrobiologie und ZGH) Ort: Kloster Eberbach, 65346 Eltville im Rheingau Referenten: Prof. Dr. Dr. Jentsch, Prof. Dr. Dr. Grötz, Prof. Dr. Dr. Al-Nawas et al. Anmeldung: Dr. Edgar Spörlein, info@dr-spoerlein.de 06. 05. 2017 Implantatchirurgie und autologe Knochenaufbauverfahren – Kompaktkurs Ort: Heidelberger Straße 38, 69168 Wiesloch Referenten: Dr. Joel Nettey-Marbell, Dr. Frank Zastrow Anmeldung: Akademie@dental-werk.de 13. 05. 2017 Moderne Konzepte augmentativer Implantologie – Praktischer Modulkurs mit Live-OP und Übungen am Tierpräparat – Modul 2 Ort: Tunkel & Tunkel Fachzahnarztpraxis, Königstraße 19, 32545 Bad Oeynhausen Referenten: Dr. Jochen Tunkel, Dr. Robert Würdinger Anmeldung: Mona Kluge, mona.kluge@straumann.com 21.–23. 06. 2017 Augmentation Procedures part IV (Englisch) Ort: Privatzahnklinik Schloss Schellenstein, Am Schellenstein 1, 59939 Olsberg Referenten: Prof. Dr. Fouad Khoury, OA Dr. Friedrich-Wilhelm Pape, Dr. Charles Khoury Anmeldung: course@implantologieklinik.de 05.–08. 07. 2017 Dentale Sedierungstechniken: Lachgas, orale Sedativa und i.v. Sedierungen Ort: Congress Centrum Sylt, Strandstraße 35, 25980 Sylt Referenten: Dr. Frank G. Mathers und Team, Dr. Dr. Wolfgang Jakobs Anmeldung: Dr. Mathers, info@sedierung.com Bitte beachten Sie auch die chirurgischen Fortbildungen der DGMKG. 42 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 43
Adressenverzeichnis Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) Sekretärin Mitgliederverwaltung Dr. Christoph Kleinsteuber Dr. Ulrich Goos Dr. Mathias Sommer Pressereferent 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Schriftführerin Schatzmeister Beisitzer Dr. Fridleif Bachner Dr. Christoph Urban Dr. Harald Frey Dr. med. dent. Alexander Hoyer Dr. med. dent. Joel Nettey-Marbell Dr. Ingmar Nick Dr. Kay Gloystein Dr. Torsten S. Conrad Patrick Goedicke Dr. Wolfgang Seifert Sekretariat/Mitgliederverwaltung Ingrid Marx Susanne Müller Vorstand Dr. Dr. Wolfgang Jakobs Dr. Martin Ullner Dr. Maria-Theresia Peters Dr. Dr. Norbert Mrochen Dr. Joachim Schmidt Erweiterter Vorstand und Landesvorsitzende Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Hamburg Hessen Niedersachsen/Bremen Rheinland-Pfalz Saarland Mitteldeutschland Schleswig-Holstein/ Mecklenburg-Vorpommern Westfalen-Lippe Nordrhein Referate – Arbeitskreis – Arbeitsgemeinschaften – Delegierte Sprecher der Hochschullehrer Prof. Dr. Fouad Khoury Pressereferat Dr. Markus Blume Referat für Fortbildung Dr. Martin Ullner Dr. Mathias Sommer Dr. Markus Blume Referat für Abrechnung Dr. Dr. Wolfgang Jakobs Dr. Joachim Schmidt Dr. Markus Blume Referat für die zahnärztliche Behandlung von Menschen mit Behinderungen Dr. Volker Holthaus Arbeitsgemeinschaft für zahnärztliche Anästhesiologie im BDO Dr. Dr. Wolfgang Jakobs Arbeitsgemeinschaft für chirurgische Parodontologie im BDO Dr. Jochen Tunkel Dr. Maria-Theresia Peters Delegierte E.F.O.S.S. (European Federation of Oral Surgery Societies) Dr. Maria-Theresia Peters Vertreter der Bundeswehr Dr. Michael Makosch Chefredaktion Oralchirurgie Journal Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach 1. Vorsitzender Beisitzer Fortbildungsreferent Fortbildungsreferent Fortbildungsreferent Fortbildungsreferent 1. Vorsitzender 1. Vorsitzender 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Oberstarzt, Bundeswehrkrankenhaus Berlin Bahnhofstraße 54 54662 Speicher Hauptstraße 126 56598 Rheinbrohl Bahnhofstraße 54 54662 Speicher Burgeffstraße 7a 65239 Hochheim Hobsweg 14 53125 Bonn Kerststraße 21 67655 Kaiserslautern Kirchenstraße 7 59929 Brilon Tel.: 06562 9682-15 Fax: 06562 9682-50 Tel.: 02635 92596 07 Fax: 02635 9259609 IZI-GmbH.Speicher@t-online.de www.oralchirurgie.org BDO-MGV@t-online.de www.oralchirurgie.org Tel.: 06562 9682-0 Fax: 06562 9682-50 Tel.: 06146 601120 Fax: 06146 601140 Tel.: 0228 9087669 Fax: 0228 9087673 Tel.: 0631 66655 Fax: 0631 3605063 Tel.: 02961 8083 Fax: 02961 2334 IZI-GmbH.Speicher@t-online.de www.izi-gmbh.de info@praxis-ullner.de maria-theresia-peters@t-online.de norbert.mrochen@t-online.de schmidt.oralchirurg@t-online.de Schwabstraße 18, 70197 Stuttgart Abensberger Straße 50, 84048 Mainburg Tempelhofer Damm 129, 12099 Berlin Dallgower Straße 10–14, 14612 Falkensee Schloßstraße 44, 22041 Hamburg Dorotheenstraße 8, 61348 Bad Homburg Scheunebergstraße 34, 27749 Delmenhorst Heinrichstraße 10, 55411 Bingen Keplerstraße 55, 66540 Neunkirchen Bismarckstraße 2, 08258 Markneukirchen Tel.: 0711 465555 Tel.: 08751 5501 Tel.: 030 75705950 Tel.: 03322 279910 Tel.: 040 6829000 Tel.: 06172 189935 Tel.: 04221 18750 Tel.: 06721 991070 Tel.: 06821 953535 Tel.: 037422 47803 praxis@dr-bachner.com urban.mainburg@t-online.de freydr@live.de praxis@praxis-hoyer.de info@dental-werk.de dr.i.nick@gmx.de gloystein.za@t-online.de Torsten.Conrad@dr-conrad.de en-go@t-online.de Dr.Seifert-Praxis@online.de Von-Parkentin-Straße 53, 23919 Berkenthin Westernstraße 2, 33098 Paderborn WDR-Arkaden, Elstergasse 3, 50667 Köln Tel.: 04544 8908369 Tel.: 05251 282398 Tel.: 0221 2584966 dr.kleinsteuber@web.de mail@implantat.cc info@praxis-wdr-arkaden.de Am Schellenstein 1 59939 Olsberg Uhlstraße 19–23 50321 Brühl Burgeffstraße 7a 65239 Hochheim WDR-Arkaden, Elstergasse 3 50667 Köln Uhlstraße 19–23 50321 Brühl Bahnhofstraße 54 54662 Speicher Kirchenstraße 7 59929 Brilon Uhlstraße 19–23 50321 Brühl Kurhausstraße 5 23795 Bad Segeberg Bahnhofstraße 54 54662 Speicher Königstraße 19 32545 Bad Oeynhausen Hobsweg 14 53125 Bonn Hobsweg 14 53125 Bonn Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 02962 971914 Fax: 02962 971922 Tel.: 02232 943486 Fax: 02232 943487 Tel.: 06146 601120 Fax: 06146 601140 Tel.: 0221 2584966 Fax: 0221 2584967 Tel.: 02232 943486 Fax: 02232 943487 Tel.: 06562 9682-0 Fax: 06562 9682-50 Tel.: 02961 8083 Fax: 02961 2334 Tel.: 02232 943486 Fax: 02232 943487 Tel.: 04551 91288 Fax: 04551 2761 prof.khoury@t-online.de zamblume@aol.com info@praxis-ullner.de praxis@docsommer.de zamblume@aol.com IZI-GmbH.Speicher@t-online.de www.izi-gmbh.de schmidt.oralchirurg@t-online.de zamblume@aol.com volker@familieholthaus.de Tel.: 06562 9682-0 Fax: 06562 9682-50 IZI-GmbH.Speicher@t-online.de www.izi-gmbh.de Tel.: 05731 28822 Fax: 05731 260898 Tel.: 0228 9087669 Fax: 0228 9087673 Tel.: 0228 9087669 Fax: 0228 9087673 mail@dr-tunkel.de maria-theresia-peters@t-online.de maria-theresia-peters@t-online.de Tel.: 030 2841-1420 Michael1Makosch@bundeswehr.org Tel.: 0341 2237384 oralchirurgie-journal@ remmerbach.net 44
TIPP | ABRECHNUNG m o c . k c o t s r e t t u h S / a i d e m k a e r b e v a w © Dr. Dr. Raff [Infos zum Autor] Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik Dr. Dr. Alexander Raff Mit Inkrafttreten der GOZ 2012 und den damit verbundenen Änderungen und Neuerungen sind einige altbe- kannte Streitpunkte leider erhalten geblieben. So werden von Kostenträ- gern nach wie vor ungerechtfertigte Er stattungskürzungen bei der Leistung nach GOÄ-Nr. 2675 im Zusammen- hang mit Implantationen mit dem Hin- weis vorgenommen, eine zusätzliche Lappenbildung sei hier nicht möglich bzw. berechnungsfähig. Medizinische Aspekte der Vestibulumplastik Im medizinischen Sprachgebrauch wird unter einer Plastik eine operative For- mung bzw. Wiederherstellung eines rückgebildeten bzw. zerstörten Organs oder Gewebes verstanden. Die Durchführung einer Vestibulum- plastik in Verbindung mit einer Im- plantation dient der Verbreiterung der sogenannten „Attached Gingiva“ im Bereich des Implantats zum nach- haltigen Schutz vor einer Periimplan- titis. Nur durch die ﬁxierte Gingiva ist si chergestellt, dass die bewegliche Schleimhaut keinerlei Bewegung auf das implantat um gebende Gewebe verursacht. Außerdem bewirkt das Zahnﬂeisch am Implantat einen wir- kungsvollen Schutz des Körpers ge- gen Mikroorganismen. Wie auch an einem natürlichen Zahn, kann sich am Implantat eine Tasche bilden, in die Keime dringen und eine Periimplantitis auslösen. Nicht oder nur wenig vor- handene Attached Gingiva stellt eine große Gefährdung für den Langzeit - erfolg eines Implantats dar. Diesen Ausführungen kann man übri- gens auch entnehmen, dass die Vesti- bulumplastik keineswegs dem Wund- verschluss dient, wie dies mitunter von Versicherungsstellen undifferen- ziert behauptet wird. Somit kann eine Vestibulumplastik z. B. im Rahmen des Setzens von Im- plantaten (GOZ-Nr. 9010) oder auch erst bei der Freilegung von Implanta- ten (GOZ-Nr. 9040) medizinisch not- wendig sein. Die GOÄ-Nr. 2675 beﬁndet sich da- rüber hinaus im Abschnitt L IX. der ärztlichen Gebührenordnung. Dieser Abschnitt ist nach § 6 Abs. 2 GOZ für den Zahnarzt zugänglich, sodass die Berechnung auch aus die ser Sicht nicht zu beanstanden ist. Wird diese Leistung ambulant durch- geführt, was in der Zahnarztpraxis die Regel ist, kann zusätzlich eine Zu- schlagsposition – hier die GOÄ-Nr. 444 – berechnet werden. Welche Rechtsprechung gibt es zu dieser Frage? Das Amtsgericht (AG) Köln hat am 14. Dezember 2010 (Az.: 146 C 79/09) – sachverständig beraten – ein erfreuliches Urteil erlassen. Es stellt bezüglich der Vestibulumplastik gemäß Nr. 2675 GOÄ fest, dass es sich bei dieser Leistungsposition um eine Behandlungsmaßnahme han- delt, die im Sinne eines komplexen Weichgewebe managements deﬁniert werde. Dazu gehöre unter anderem 44 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 45
ABRECHNUNG | TIPP ein sogenanntes Split-Flap-Verfahren sowie die Anwendung von mukogin- givalen Schwenk- oder Rotationslap- pen. Wenn ein solches Weichgewebe- management im Operationsbereich erfolge, dann seien diese eigenständig erbrachten Behandlungsmaßnahmen nicht im Sinne eines einfachen Wund- verschlusses zu verstehen, sondern über eine eigenständige Leistungspo- sition, wie im vorliegenden Fall gemäß Nr. 2675 GOÄ je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, berechenbar. Mit Urteil vom 13. Dezember 2012 bestätigt das Verwaltungsgericht (VG) München (Az.: M 17 K 11.2205), dass zu Unrecht die Ablehnung der Beihilfe- gewährung für die Nr. 2675 GOÄ erfolgte, die für die Anwendung des Split-Flap-Verfahrens angesetzt wor- den war. Die beklagte Beihilfe hatte ihre Ansicht allein auf das Argument gestützt, dass die 2675 GOÄ nur bei he rausnehmbarem Ersatz mit Sattel beihilfe fähig sei, der hier nicht vor- liege. Die nachvollziehbare Darstellung des Sachverstän digen führte allerdings zu dem Ergebnis, dass die betreffende Maßnahme eine eigenständig er- brachte Behandlungsmaßnahme dar- stellt. Das Vorgehen des Zahnarztes sei nach Ansicht des Sachverständigen im Sinne eines komplexen Weichgewebe- managements zu verstehen und nicht als einfacher Wundverschluss. mentation der gewählten Therapiemaß - nahmen unabdingbar. Nicht dokumen- tierte Leistungen gelten im Streitfall als nicht erbrachte Leistungen! Diese Ausführungen basieren auf dem GOZ-Kommentar von Liebold/Raff/ Wissing. Fazit Die eingangs zitierte Behauptung der pri vaten Krankenversicherer ist gebüh- renrechtlich unzutreffend. Lokal be- grenzte Mund vorhof- bzw. Mundboden- plastiken werden bei bis zu zwei neben- einanderliegenden Zähnen oder einem vergleichbaren Bereich am zahnlosen Kieferabschnitt nach der GOZ-Nr. 3240, bei größerem Operations umfang nach der GOÄ-Nr. 2675 berechnet. Auf- grund der vielfältigen Behandlungs- ansätze der Weichteilchirurgie ist für eine rechtssichere Behandlung und Be rechnung eine umfassende Doku- t k a t n o K Dr. Dr. Alexander Raff Zahnarzt/Arzt Mitherausgeber „DER Kommentar zu BEMA und GOZ“ Kontakt über: Asgard-Verlag Dr. Werner Hippe GmbH 53721 Siegburg Tel.: 02241 3164-10 www.bema-goz.de ANZEIGE WERDEN SIE AUTOR für die OEMUS MEDIA AG Interdisziplinär und nah am Markt 17. Jahrgang | € 10,00 zzgl. MwSt. | ISSN 1617-7843 | PVSt. F 54707 Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal 2 2017 Fachbeitrag Minimalinvasive plastische Parodontalchirurgie Seite 14 Anwenderbericht Implantatversorgung bei extremer Alveolarkammatrophie Seite 22 Recht Verantwortung für korrekte Angaben im Internet zur eigenen Person Seite 36 BDO | Events 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln Seite 38 Werden Sie Teil eines erfolgreichen Netzwerkes und proﬁ tieren Sie von hoher Reichweite und einem enormen Bekanntheitsgrad. www.oemus.com Ihre Vorteile: • eigenes Autorenproﬁ l auf ZWP online • Belegexemplare • Sonderdrucke • Referententätigkeit* Kontaktieren Sie Georg Isbaner: g.isbaner@oemus-media.de Tel.: 0341 48474-123 * entsprechend des Anforderungsproﬁ ls O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-0 · info@oemus-media.de 46
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Referent I Prof. Dr. Dr. Frank Palm/Konstanz F O R T UPDATE Implantologische Chirurgie Ein kombinierter Theorie- und Demonstrationskurs Online-Anmeldung/ Kursprogramm B ILDUN G S P E4 T K N U Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 · event@oemus-media.de O EM U S M E D I A AG inkl. DVD www.implantologische-chirurgie.de Termine 2017 05. Mai 2017 12. Mai.2017 15. September 2017 08. Dezember 2017 | | | | 09.00 – 13.00 Uhr 09.00 – 13.00 Uhr 14.00 – 18.00 Uhr 14.00 – 18.00 Uhr | | | | Konstanz Berlin Leipzig Baden-Baden Kursinhalt Theorie Weichgewebeaugmentation I Schnittführung im ästhetischen Bereich, Bindegewebstransplantate mittels Envelope-Technik I Unterschiedliche Lappentechniken zur Abstützung des periim plantären Gewebes (Rolllappen etc.) Knochenaugmentation I diagnostische Möglichkeiten von Knochendefekten I Behandlungsalgorithmen zur Rekonstruktion knöcherner Defekte I indirekter Sinuslift (Summers-Technik) I externer Sinuslift (Tatum-Technik) I Knochenersatzmaterialien I Membrantechniken I Augmentation mittels J-graft (retromolarer Knochenblock) I Rekonstruktion hochatropher Kiefer mit Beckeninnenschaufelaugmentationen Praxis (Live- bzw. Videodemonstration) Im Spezialistenkurs werden die verschiedenen Techniken anhand unterschiedlicher Modelle und am Tierpräparat gezeigt I Mittels eines Sinusliftmodells werden der externe Sinuslift und der in direkte Sinuslift demonstriert I An einem Schädelmodell wird ein retromolarer Knochenblock entnommen, der dann mittels Zugschraubenosteosynthese auf einen präformierten Defekt im Unterkiefer ﬁxiert wird I An einem Tierkiefer wird ein Bindegewebstransplantat gehoben und dann mit Envelope- Technik zur Abstützung des Bindegewebes ﬁxiert Organisatorisches Kursgebühr inkl. DVD Tagungspauschale Bei der Teilnahme am Hauptkongress wird die Kursgebühr angerechnet. 195,– € zzgl. MwSt. 39,– € zzgl. MwSt. Dieser Kurs wird unterstützt von UPDATE Implantologische Chirurgie Hiermit melde ich folgende Personen zu dem unten ausgewählten Kurs verbindlich an: 2017 Konstanz Berlin 05. Mai 2017  12. Mai 2017  Leipzig Baden-Baden 08. Dezember 2017  15. September 2017  Anmeldeformular per Fax an +49 341 48474-290 oder per Post an OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Titel | Vorname | Name Titel | Vorname | Name Praxisstempel Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Veranstaltungen (abrufbar unter www.oemus.com) erkenne ich an. Datum/Unterschrift OJ 2/17 E-Mail (Bitte angeben! Sie erhalten Ihr Zertiﬁkat per E-Mail.) 48
NEWS Designpreis 2017 [Website] ZWP Designpreis 2017 Blickfang gesucht! Was schön ist, will gesehen werden! Das gilt für über den Laufsteg getragene Kreationen ebenso wie für die Räumlichkeiten, in denen wir uns täglich bewegen. Will Ihre Praxis gesehen werden? Dann zeigen Sie uns, welches Ambiente Sie sich für Ihre tägliche Arbeit geschaffen haben! Begeistern Sie die Jury der ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis und bewerben Sie sich als „Deutschlands schönste Zahnarztpraxis“ 2017. Ob individuelles Design, stilvolles Interieur, unverwechselbare Farbgebung oder einzigartige Architektur: Die Kriterien, um sich als Titelanwärter zu qualiﬁ zieren, sind vielfältig. Das kann der Empfangs- bereich sein, der durch außergewöhnliche Lichteffekte besticht, der Behandlungsraum, der Ästhetik, Form und Zweck ideal in Einklang bringt, oder das Wartezimmer, das sich durch individuelle Details auszeichnet. Ihr ausgeklügeltes Gesamtkonzept könnte genau das sein, was uns überzeugt! Der Gewinner „Deutschlands schönste Zahnarztpraxis“ 2017 erhält eine exklusive 360grad-Praxistour der OEMUS MEDIA AG für den modernen Webauftritt. Der virtuelle Rundgang bietet per Mausklick die einzigartige Chance, Räumlichkeiten, Praxisteam und -kompetenzen informativ, kompakt und unterhaltsam vorzustellen, aus jeder Perspektive. Einsendeschluss für den diesjährigen ZWP Designpreis ist am 1. Juli 2017. Die Teilnahmebedingungen und -unterlagen sowie alle Bewerber der vergangenen Jahre ﬁ nden Sie auf www.designpreis.org Wann bewerben auch Sie sich? Wir freuen uns darauf. OEMUS MEDIA AG Stichwort: ZWP Designpreis 2017 Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-120 zwp-redaktion@oemus-media.de www.designpreis.org Wissenschaft Erfolgreiche Implantation trotz starken Zigarettenkonsums m o c . k c o t s r e t t u h S / k u h Z J © Ob eine Implantation gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. Auch das Rauchen spielt eine wichtige Rolle bei der Osseointegration. Eine neue Studie hat jetzt aber herausgefun- den, dass sich starker Zigarettenkonsum auf lange Sicht nicht negativ auf den Erfolg einer Implantation im Unterkiefer auswirkt. Ver- öffentlicht wurden die Ergebnisse im Journal of Oral Implantology. Dafür haben Wissenschaftler der Jiaotong- Universität Xi’an in China 32 Personen nach einer Implantation über einen längeren Zeit- raum hinweg kontinuierlich beobachtet. Die eine Hälfte der Teilnehmer waren starke Raucher, die andere Hälfte ausschließlich Nichtraucher. Wichtige Kriterien waren un- ter anderem der Knochenschwund, die Im- plantatstabilität und auftretende Blutungen. Während der ersten Untersuchung zwei Wo- chen nach der Operation war die Implantat- 48 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 © PHILIPIMAGE/Shutterstock.com stabilität beider Gruppen in etwa gleich. Un- terschiede stellten sich allerdings in den Kon- trolluntersuchungen drei, vier, sechs und acht Wochen später ein. Hier war die Festigkeit der Implantate bei den Rauchern deutlich nied- riger als bei der Kontrollgruppe. Nach zwölf Wochen konnte allen Teilnehmern dennoch eine erfolgreiche Osseointegration beschei- nigt werden. In den darauffolgenden Mona- ten waren die Werte für Knochenschwund bei den exzessiven Rauchern dennoch höher. Auch traten in dieser Gruppe vermehrt Blu- tungen auf. Bei der Abschlussuntersuchung nach einem Jahr konnte bei allen Teilnehmern trotzdem eine 100-prozentige Erfolgsquote verzeichnet werden. Quelle: ZWP online 49
3. GIORNATE ROMANE ONLINE-ANMELDUNG/ KONGRESSPROGRAMM Kongresssprache: Deutsch 19./20. Mai 2017 Rom/Italien – Sapienza Università di Roma www.giornate-romane.info Thema: Implantologie ohne Grenzen Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Mauro Marincola/Rom Prof. Dr. Andrea Cicconetti/Rom Prof. Antonella Polimeni/Rom Prof. Susanna Annibali/Rom Veranstalter: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 | 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308 | Fax: 0341 48474-290 event@oemus-media.de | www.oemus.com E12 T K F O R T B ILDUN G S P N U 3.Giornate Romane Implantologie ohne Grenzen 19./20. Mai 2017 in Rom/Italien Sapienza Università di Roma Kongresssprache Deutsch m o c . k c o t s r e t t u h s / t o m a S : d l i B © Faxantwort an 0341 48474-290  Bitte senden Sie mir das Programm zu den 3. GIORNATE ROMANE zu. Praxisstempel / Laborstempel Titel, Name, Vorname E-Mail-Adresse (Für die digitale Zusendung des Programms.) 7 1 / 2 J O O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-308 · event@oemus-media.de 50
IMPRESSUM Kongresse, Kurse und Symposien 18. EXPERTENSYMPOSIUM „Innovationen Implantologie“/ IMPLANTOLOGY START UP 2017 12. /13. Mai 2017 Veranstaltungsort: Berlin Tel.: 0341 48474-308 www.innovationen-implantologie.de www.startup-implantologie.de 3. Giornate Romane 19. /20. Mai 2017 Veranstaltungsort: Rom, Italien Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.giornate-romane.info 1. Trierer Forum für Innovative Implantologie 19. /20. Mai 2017 Veranstaltungsort: Trier Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.trierer-forum.de Faxantwort an 0341 48474-290 Bitte senden Sie mir die angekreuzten Veranstaltungsprogramme zu. Titel, Name, Vorname E-Mail-Adresse (Für die digitale Zusendung des Programms.) Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal Berufsverband Deutscher Oralchirurgen Sekretariat: Ingrid Marx Bahnhofstraße 54 54662 Speicher Impressum Tel.: 06562 9682-15 Fax: 06562 9682-50 izi-gmbh.speicher@t-online.de www.izi-gmbh.de Herausgeber: OEMUS MEDIA AG in Zusammen arbeit mit dem Berufsverband Deutscher Oralchirurgen Produktmanagement: Stefan Reichardt Tel.: 0341 48474-222 reichardt@oemus-media.de Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-0 Fax: 0341 48474-290 kontakt@oemus-media.de www.oemus.com Deutsche Bank AG Leipzig IBAN DE20 8607 0000 0150 1501 00 BIC DEUTDE8LXXX Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke Tel.: 0341 48474-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) Tel.: 0341 48474-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller Tel.: 0341 48474-0 Chefredaktion: Univ.-Prof. Dr. Torsten W. Remmerbach oralchirurgie-journal@remmerbach.net Redaktionsleitung: Georg Isbaner, M.A. Tel.: 0341 48474-123 g.isbaner@oemus-media.de Layout: Sandra Ehnert/Stephan Krause Tel.: 0341 48474-119 Korrektorat: Frank Sperling/Sophia Pohle Tel.: 0341 48474-125 Druck: Silber Druck oHG Am Waldstrauch 1 34266 Niestetal Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Jochen Jackowski, Universität Witten/Herdecke; Prof. Dr. Fouad Khoury, Privatklinik Schloss Schellenstein; Prof. Dr. Georg Nentwig, Universität Frankfurt am Main; Prof. Dr. Gerhard Wahl, Universitätsklinik Bonn; Prof. Dr. Thomas Weischer, Universität Duisburg-Essen; Dr. Peter Mohr; Dr. Dr. Wolfgang Jakobs, Speicher; Dr. Daniel Engler-Hamm, München Erscheinungsweise/Auﬂ age: Das Oralchirurgie Journal – Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen – erscheint 2017 mit 4 Ausgaben. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Ver - wertung ist ohne Zustimmung des Verlegers und Herausgebers unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverﬁ lmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Einver ständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffent- lichung vorausgesetzt, sofern nichts anderes vermerkt ist. Mit Einsendung des Manuskriptes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Foto kopien an den Verlag über. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge auf Formfehler und fachliche Maßgeblichkeiten zu sichten und gegebenenfalls zu berichtigen. Für unverlangt eingesandte Bücher und Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Mit anderen als den redaktionseigenen Signa oder mit Verfasser namen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitrages trägt die Verantwortung. Gekennzeichnete Sonderteile und Anzeigen beﬁ nden sich außerhalb der Verantwortung der Redaktion. Für Verbands-, Unternehmens- und Markt- informationen kann keine Gewähr übernommen werden. Eine Haftung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Darstellungen wird in jedem Falle ausgeschlossen. Gerichtsstand ist Leipzig. Praxisstempel / Laborstempel Graﬁ k/Layout: Copyright OEMUS MEDIA AG 50 Oralchirurgie Journal 2 | 2017 51
ABOSERVICE Oralchirurgie Journal Interdisziplinär und nah am Markt 17. Jahrgang | € 10,00 zzgl. MwSt. | ISSN 1617-7843 | PVSt. F 54707 Zeitschrift des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen ORALCHIRURGIE Journal 2 2017 Fachbeitrag Minimalinvasive plastische Parodontalchirurgie Seite 14 Anwenderbericht Implantatversorgung bei extremer Alveolarkammatrophie Seite 22 Recht Verantwortung für korrekte Angaben im Internet zur eigenen Person Seite 36 BDO | Events 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln Seite 38 BESTELLUNG AUCH ONLINE MÖGLICH www.oemus.com/abo Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe folgende Themen: Fachbeitrag Minimalinvasive plastische Parodontalchirurgie Anwenderbericht Implantatversorgung bei extremer Alveolarkammatrophie Recht Verantwortung für korrekte Angaben im Internet zur eigenen Person BDO | Events 5. BDO Praxismanagement Symposium in Köln Faxantwort an 0341 48474-290 Ja, ich möchte die Informationsvorteile nutzen und sichere mir folgende Journale bequem im günstigen Abonnement:  Oralchirurgie Journal  Implantologie Journal  Endodontie Journal  Prophylaxe Journal jährlich 4 x 10 x jährlich 4 x jährlich 6 x jährlich 44,– Euro* 99,– Euro* 44,– Euro* 66,– Euro* Name / Vorname Telefon / E-Mail Unterschrift Praxisstempel * Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und Versandkosten (Preise für Ausland auf Anfrage). Widerrufsbelehrung: Den Auftrag kann ich ohne Begründung innerhalb von 14 Tagen ab Bestellung bei der OEMUS MEDIA AG, Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig schriftlich widerrufen. Rechtzeitige Absendung genügt. Das Abonnement verlängert sich automatisch um 1 Jahr, wenn es nicht fristgemäß spätestens 6 Wochen vor Ablauf des Bezugszeitraumes schriftlich gekündigt wird. 7 1 / 2 J O O EM U S M E D I A AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig · Tel.: 0341 48474-201 · grasse@oemus-media.de 52
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