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Timestamp: 2019-12-07 13:20:55+00:00

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Fahrradfahrer auf Fußweg gefahren vom Hund gebissen Verkehrsrecht Forum 123recht.de
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Fahrradfahrer auf Fußweg gefahren vom Hund gebissen
25.7.2019 Thema abonnieren
Frage vom 25.7.2019 | 08:41
Beginner (61 Beiträge, 1x hilfreich)
Moinsen, kann mir jemand sagen wie ihr folgenden Fall einschätzen würdet:
Eine Dame fährt auf dem Fußweg mit dem Fahrrad an einer engen Stelle auf einem Fußweg (ausschließlich für Fußgänger ausgezeichnet) an einem Hund vorbei der gerade neben einer Laterne als verengten Stelle am Fußweg steht neben Herrchen (angeleint).
Jetzt soll der kleine Hund die Dame beim vorbeifahren ins Bein geschnappt haben. Die Dame guckt kurz am Bein sagt nix und fährt weiter. Hundebesitzer geht auch weiter.
Tage später erfährt Hundebesitzer das die Dame den Hundebesitzer sucht weil sie dann doch eine Wunde hätte dies aber erst später festgestellt habe. Beide wohnen in der Nähe.
Hundebesitzer geht hin zum klären es kommt zum Streit da die Dame nicht einsieht dass sie auf dem Gehweg nicht fahren darf.
Natürlich ist es schlecht das der Hund geschnappt hat aber da ist eine echt enge Stelle und er schnappt sonst nie hat sich wohl auch erschreckt. Hundebesitzer hat ja sowieso Versicherung aber generell geht es eher ums Recht.
Hat die Dame überhaupt Ansprüche wenn sie auf dem Fußweg fährt ? Sie ist ja eher eine Gefahr für Hunde, Fußgänger, Kinder usw. auf dem Fußweg ?
Antwort vom 25.7.2019 | 09:22
Praktikant (952 Beiträge, 437x hilfreich)
Sie ist ja eher eine Gefahr für Hunde, Fußgänger, Kinder usw. auf dem Fußweg ?
Stimmt, allerdings hat sich hier keine Gefahr verwirklicht
Andererseits hat sich eben genau die Tiergefahr verwirklicht und dann hätte die Dame auch entsprechende Ansprüche - allerdings sehe ich hier nichts großes, ggf Behandlungskostenrückforderung der KK, oder ein paar Euro für ne Hose oder was auch immer evtl. beschädigt wurde.
Für einen Hundebesitzer gibt es kaum Möglichkeiten sich der Haftung zu entziehen.
Antwort vom 25.7.2019 | 09:24
Lehrling (1519 Beiträge, 542x hilfreich)
Zitat (von myrtus):
Hat die Dame überhaupt Ansprüche wenn sie auf dem Fußweg fährt ?
Natürlich hat sie Ansprüche, denn der Hund hat nicht zu schnappen. Im Straßenverkehr kann jederzeit ein Radfahrer in die Quere kommen, nicht nur auf dem Fußgängerweg. Mal ganz davon abgesehen dass Radfahrer unter bestimmten Voraussetzungen sogar auf dem Gehweg fahren dürfen. Und der Hund kann ja nicht wissen ob diese Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen oder (wie in Deinem Falle) eben nicht.
Anders könnte es aussehen wenn beispielsweise die Dame den Hund an der Engstelle angefahren hätte. Hat sie aber wohl nicht.
Melde den Vorfall der Versicherung und lasse diese alles weitere regeln.
Antwort vom 25.7.2019 | 09:45
Zitat (von Osmos):
Natürlich hat sie Ansprüche, denn der Hund hat nicht zu schnappen.
Auch wenn der Hund angeleint ist und sie direkt auf ihn zufährt bzw. uns zufährt ? Sie hat ihm überhaupt keinen Platz zum ausweichen gegeben und er hat sonst nie überhaupt versucht jemand zu schnappen. Es ist auch ein kleiner Hund kein pitbull oder sowas.
Ich denke die Dame trägt 100% schuld wenn eine Mitschuld, es war keine Kreuzung sondern ein Gehweg
Signatur: Siggi hat Pause
Antwort vom 25.7.2019 | 09:46
Demnach dürfte ein Hund auch nicht mal zur Selbstverteidigung schnappen ?
Antwort vom 25.7.2019 | 09:49
mal ganz davon abgesehen dass Radfahrer unter bestimmten Voraussetzungen sogar auf dem Gehweg fahren dürfen. Und der Hund kann ja nicht wissen ob diese Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen oder (wie in Deinem Falle) eben nicht.
Ist mir neu das erwachsene Radfahrer auf dem Gehweg fahren dürfen, welche Voraussetzungen sollen das sein? In diesem Fall ist der Gehweg eindeutig als Gehweg allein gekennzeichnet. Und es war eine verengte stelle direkt an einer Laterne wo nicht mal zwei Leuten aneinander vorbeikommen bei entgegen kommenden Fußgängern.
Antwort vom 25.7.2019 | 10:02
Praktikant (785 Beiträge, 260x hilfreich)
IMHO bist Du im falschen Unterforum unterwegs.
Die verkehrsrechtliche Seite sehe ich hier nur zweitrangig.
Ein Hund hat nicht zu beißen! Und "Selbstverteidigung" kann ich hier nicht erkennen ...
Antwort vom 25.7.2019 | 10:11
Ist mir neu das erwachsene Radfahrer auf dem Gehweg fahren dürfen, welche Voraussetzungen sollen das sein?
Naja, erstens sollte man alles lesen, auch dieses hier:
ob diese Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen oder (wie in Deinem Falle) eben nicht
Zum zweiten: Voraussetzungen siehe §2 Abs. 5 Satz 3 StVO :
Soweit ein Kind bis zum vollendeten achten Lebensjahr von einer geeigneten Aufsichtsperson begleitet wird, darf diese Aufsichtsperson für die Dauer der Begleitung den Gehweg ebenfalls mit dem Fahrrad benutzen; eine Aufsichtsperson ist insbesondere geeignet, wenn diese mindestens 16 Jahre alt ist.
Der Hund hat nicht zu schnappen, auch wenn sich die Dame wie in Deinem Fall regelwidrig verhält. Wenn er es dennoch tut ist der Halter in der Haftung, und die Versicherung wird zahlen.
-- Editiert von Osmos am 25.07.2019 10:12
Antwort vom 25.7.2019 | 10:19
Gelehrter (11491 Beiträge, 4926x hilfreich)
Hat die Dame überhaupt Ansprüche......
Ja, denn es gilt hier die verschuldensunabhängige Haftung. Egal wer Schuld hat, der Hundhalter haftet alleine deswegen, weil der Hund gebissen hat. Der Grund und die Schuldfrage spielen dabei keine Rolle. Das hat unser Gesetzgeber so festgelegt.
Antwort vom 25.7.2019 | 11:06
Unbeschreiblich (71883 Beiträge, 32493x hilfreich)
Zitat (von Garfield73):
Ein Hund hat nicht zu beißen!
Falsch. Unter bestimmten Umständen darf er das durchaus.
Beißt ein Hund,, haftet grundsätzlich erst mal der Halter.
Ob man sich hier aufgrund besonderer Umstände ("Angriff" des Radfahrers) der Haftung entziehen könnte, können wir so nicht beurteilen. Die Hürden sind da hoch.
Antwort vom 25.7.2019 | 11:13
Praktikant (744 Beiträge, 112x hilfreich)
Das hat unser Gesetzgeber so festgelegt.
Mir wäre jetzt kein Gesetz bekannt, dass einem Hund eine generelle Haftung trifft.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Radfahrerin, je nach Würdigung der Umstände, ihren Teil dazu beigetragen hat.
Hundebesitzer hat ja sowieso Versicherung aber generell geht es eher ums Recht.
Wenn man natürlich gerne auf Prinzipien reitet, viel Spaß! Andernfalls würde ich, aufgrund der oben zitierten Tatsache die eventuell anfallenden Schadenersatzforderungen einfach von der Versicherung übernehmen lassen. Die "entscheidet" dann auch (im ersten Step zumindest) obder der Dame eine Mithaftung anzulasten ist, oder nicht.
Antwort vom 25.7.2019 | 11:53
Nicht der Hund haftet, sondern der Halter dessen. §833 BGB
Die "entscheidet" dann auch (im ersten Step zumindest) obder der Dame eine Mithaftung anzulasten ist, oder nicht.
Nein, die entscheidet das nicht, das hat der Gesetzgeber bereits getan.
Ist keine Versicherung vorhanden haftet der Halter mit seinem ganzen Vermögen.
Ob man sich hier aufgrund besonderer Umstände ("Angriff" des Radfahrers) der Haftung entziehen könnte
Nein, das wird nicht funktionieren. Die Ausnahmen aus §833 BGB sind hier nicht gegeben.
Die daraus entstehenden Schäden hat der Halter zu tragen.
Wenn er es dennoch tut ist der Halter in der Haftung, und die Versicherung wird zahlen.
-- Editiert von -Laie- am 25.07.2019 12:05
Antwort vom 25.7.2019 | 13:42
Warum im falschen Forum ? Wenn Sie ein Kind umgefahren hätte oder es um ein Auto ginge, wäre es auch das richtige Forum ?
Angenommen sie hätte den Hund angefahren und ihn schwer verletzt und wenn der dann zuschnappt, dann hat Ihrer Meinung nach dennoch der Hund bzw. Hundehalter schuld, richtig ?
Dann sollte sich ja jeder Hundehalter das nächste mal schützend vor seinen Hund stellen, wenn rücksichtslose Erwachsene Radfahrer über den Fußweg brettern. Auch wenn man damit einen Unfall in Kauf nimmt, denn einen Menschen kann die nicht so einfach umfahren.
Denn wenn man selbst angefahren wird, wird man wohl eher sein Recht bekommen als wenn es nur um einen Hund geht.
Antwort vom 25.7.2019 | 13:50
Warum im falschen Forum ?
Weil ein beißender Hund nichts mit Verkehrsrecht zu tun hat.
Wenn Sie ein Kind umgefahren hätte oder es um ein Auto ginge, wäre es auch das richtige Forum ?
Dann ja, so aber nicht, denn es wurde ja schließlich niemand umgefahren.
Das richtige Forum wäre hier Tierrecht, nicht Verkehrsrecht.
Nein, aber wie bereits mehrfach geschrieben, die Schuldfrage spielt hier überhaupt keine Rolle. Der Halter haftet weil es unser Gesetzgeber so beschlossen hat.
Auch wenn man damit einen Unfall in Kauf nimmt, denn einen Menschen kann die nicht so einfach umfahren.
Äpfel und Birnen. Zum Einen wurde hier nichts und niemand umgefahren und zum anderen sind Menschen keine Hunde.
Noch einmal: Deiner eigenen Aussage nach wurde Nichts und Niemand angefahren! Du selbst schreibst, dass dein Hund die Dame beim Vorbeifahren gebissen hat und dass die Dame anscheinend auch niemanden, beim Vorbeifahren, verletzt hat. Was ist dein Problem? Dein Hund eine unbeteiligte Dritte gebissen. Du hast dafür zu haften. So einfach ist das.
-- Editiert von -Laie- am 25.07.2019 13:51
Antwort vom 25.7.2019 | 13:57
Erstmal finde ich es lustig wie du dich hier als Richter aufspielst, der als einziger und du alleine die Weisheit hast wie der Fall aussieht. Dann entscheidet ja auch ein Moderator wenn es das falsche Forum ist. Wenn es das falsche Forum ist, kann ein Mod es gerne verschieben. Meiner Meinung nach ist es das richtige Forum, denn hier fährt ein Fahrrad Fahrer auf dem Fußweg, wäre er auf dem Radweg gefahren, wäre nichts passiert. Und er hätte den Hund angefahren weil, dort kein Platz war, der Radfahrer ist dem Hund selber mit hoher Geschwindigkeit entgegen gekommen direkt auf ihn zu. Ist doch klar das ein Hund sich bedroht fühlt aber egal, danke für die Tipps,von allen anderen die das differenziert betrachten. Nächstes mal werde ich mich dem Radfahrer in den Weg stellen auch wenn es dann zum Unfall kommt. Denn wenn ich ihn trete, wenn er droht mich oder mein Kind anzufahren, sieht’s scheinbar anders aus denn Hund sind ja durchaus keine Menschen
Antwort vom 25.7.2019 | 14:04
denn hier fährt ein Fahrrad Fahrer auf dem Fußweg, wäre er auf dem Radweg gefahren, wäre nichts passiert.
dort kein Platz war, der Radfahrer ist dem Hund selber mit hoher Geschwindigkeit entgegen gekommen direkt auf ihn zu. Ist doch klar das ein Hund sich bedroht fühlt
Genau das könnte bei der Haftung entscheidend werden.
Antwort vom 25.7.2019 | 14:23
Schlichter (7170 Beiträge, 3754x hilfreich)
wir haben selber einen Hund in der Falimie, trotzdem muss ich dir sagen, dass ich mit einigem von dir nicht einverstanden bin!
und er schnappt sonst nie
Der wohl unangebrachteste Satz, den ein Hundeführer von sich geben kann. Meiner meinung disqualifiziert dieser schon fast zur Hundehaltung!
Ein Hund kann IMMER zuschnappen oder beissen! (sieh dir mal genug Beispile in der Vergangenheit mit Kindern an, die angefallen wurden, jedesmal hiess es, der Hund hat aber zuvor noch nie "zugeschnappt"). Ein Hundeführer muss ständig damit rechnen, dass sein Hund egal wie gross oder klein dieser ist, sich nicht beherrscht und andere angeht.
mit hoher Geschwindigkeit entgegen gekommen
Das ist erstmal ein sbjektives Empfinden. Wie schnell würdest du es denn so in etwa in KmH aussdrücken?
Die Fahrradfahrerin kam also auf Euch zu, sprich diese kam nicht ganz unerwartet an Euch vorbei. Daher wirst du dir schon einmal die Frage gefallen lassen müssen, wieso hast du deinen Hund nicht in dieser Situation an die "sehr kurze" Leine genommen? Zumindest sehe ich auch hier einen handlungs/Haltungsfehler bei Dir.
Meiner Meinung nach ist es das richtige Forum, denn hier fährt ein Fahrrad Fahrer auf dem Fußweg, wäre er auf dem Radweg gefahren, wäre nichts passiert.
ich verstehe deinen Gedankengang, aber ein nicht erlaubtes fahren auf dem Fussweg löst noch keine Schuld bei der Fahrradfahrerin aus. Du musst deinen Hund trotzdem jederzeit unter Kontrolle haben, vorallem gerade bei solchen Situationen...
Antwort vom 25.7.2019 | 14:44
der als einziger und du alleine die Weisheit hast wie der Fall aussieht.
Nein, denn DU hast geschildert wie der Fall aussieht. Ich habe dir lediglich die rechtliche Seite aufgezeigt.
Meiner Meinung nach ist es das richtige Forum
Dann erkläre mir doch bitte mal welche Verkehrsregel der Hund übertreten hat. Es geht hier um die Haftungsfrage durch den Hundebiss und nicht um eine Überlegung: "Was wäre wenn...."
Ich habe dir bereits aufgezeigt warum du haften wirst.
Und er hätte den Hund angefahren weil, dort kein Platz war,
Nochmal er HAT es aber nicht! Und zwar deiner eigenen Aussage nach!
Nächstes mal werde ich mich dem Radfahrer in den Weg stellen auch wenn es dann zum Unfall kommt.
Das nennt man dann Nötigung, bzw. gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Danach wirst du dich dann dafür verantworten müssen.
Wenn du mit unseren Gesetzen nicht einverstanden bist, dann solltest du dir keinen Hund zulegen. Wenn du dir aber einen Hund zulegst, dann sollte dir auch bewusst sein was dadurch auf dich zukommen kann und dich dementsprechend verhalten. Im Moment verhältst du dich wie ein trotziges Kind das mit den Füßen auftrampelt und immer wieder sagt: "Ich will aber nicht haften", obwohl der Gesetzgeber das anders entschieden hat.
-- Editiert von -Laie- am 25.07.2019 14:49
Antwort vom 25.7.2019 | 15:48
Für all jene die den §833 BGB nicht kennen oder nicht wissen wie und wo man ihn findet, hier der entsprechende Gesetzestext:
Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.
Da gibt es eigentlich bezüglich der Pflicht zum Schadenersatz nichts mehr zu diskutieren.
Antwort vom 25.7.2019 | 16:13
Man mag es glauben oder nicht, aber trotz des § 833 BGB kann die Haftung des Tierhalters gemindert werden / ganz entfallen, wenn der Geschädigte an dem Schadensereignis ein Mitverschulden / Alleinverschulden trägt.
Antwort vom 25.7.2019 | 17:13
Nenn mir bitte ein Beispiel.
Antwort vom 25.7.2019 | 18:10
Unbeschreiblich (35376 Beiträge, 12691x hilfreich)
§ 840 Abs. 3 BGB
Ich kann allerdings nicht erkennen, dass der hier zutreffen würde.
Antwort vom 25.7.2019 | 20:01
Da war z.B. der Einbrecher vor ein paar Jahren, der auf meinen Hund traf und dachte er könnte den tatsächlich .
Oder wenn ich sage "Vorsicht, das Pferd schlägt aus" und die selbsternannte "Pferdeflüsterin" dennoch in die Box geht.
Immer wenn ich durch mein fahrlässiges / vorsätzliches Verhalten ein Tier dazu bringe mich zu verletzten, ist das ein Grund die Haftung aus dem 3 833 ganz genau zu prüfen.
Antwort vom 26.7.2019 | 10:06
Das ist eine Handlung aus einer Straftat, die ist anders zu bewerten.
Oder wenn ich sage "Vorsicht, das Pferd schlägt aus" und die selbsternannte "Pferdeflüsterin" dennoch in die Box geht
Wieso bist du der Meinung, dass hier §833 nicht gelten soll? Mit Beispiel meinte ich natürlich Urteile und nicht deine Meinung.
Bitte ein Urteil dazu. Fahrlässigkeit führt ganz sicherlich nicht dazu, dass genannter § nicht anwendbar ist. Wenn ich vorsätzlich ein Tier dazu bringe mich zu beißen, denn wäre ich sogar bei dir, aber bei Fahrlässigkeit sicherlich nicht. Natürlich kann es dadurch zu einem Mitverschulden kommen, das steht ganz außer Frage, aber darum geht es ja nicht. Die Frage ist, ob dann die Haftung des Halters dadurch evtl. gemindert wird. Urteile mit Haftungsminderung durch Mitverschulden konnte ich jetzt nicht finden (Minderung wegen Biss durch Straftaten zähle ich explizit nicht dazu)
-- Editiert von -Laie- am 26.07.2019 10:13
Antwort vom 26.7.2019 | 10:28
BGH-Urteil vom 31.5.2016 (Az.: VI ZR 465/15 )
Antwort vom 26.7.2019 | 10:51
Ich habe mir das nochmal durch den Kopf gehen lassen und bin jetzt der Meinung, dass den Radfahrer durchaus ein Mitverschulden nach § 254 BGB trifft.
Da der Hundehalter die Sache aber ohnehin seiner Tierhalterhaftpflicht melden muss und die sich dann um die Schadenregulierung kümmert, kann es ihm letztlich egal sein, ob den Radfahrer ein Mitverschulden trifft.
Zu prüfen wäre vielleicht auch noch, ob das Ganze als Unfall zu werten ist und damit auf Seiten des Radfahrers ein Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorliegt.
Antwort vom 26.7.2019 | 11:18
Nö, denn hier wurde nicht der Person ein Mitverschulden angelastet sondern dem Hund der geschädigten Person! Dem Halter wurde eben kein Mitverschulden gegeben. Die Haftungsminderung begründet sich dabei in der Tiergefahr des eigenen Hundes.
Kommt es zu einem Gerangel zwischen zwei Hunden, in dessen Rahmen der Halter des einen Hundes von dem anderen Hund gebissen wird, so ist die typi-sche Tiergefahr des Hundes des Geschädigten bei der Schadensentstehung adäquat mitursächlich geworden. Dies muss sich der Geschädigte entsprechend § 254 Abs. 1 , § 833 Satz 1 BGB mindernd auf seinen Anspruch aus § 833 Satz 1 BGB anrechnen lassen.
Ich glaube hier sind wir alle der gleichen Meinung, aber es geht nicht um ein Mitverschulden, da die Haftung unabhängig von der Schuldfrage ist. Es geht rein um die Frage, ob die Haftung gemindert werden kann oder nicht. Ich sehe hier keinen grund warum das so sein könnte.
Antwort vom 26.7.2019 | 12:39
Pan8dora
Frischling (21 Beiträge, 0x hilfreich)
Ich habe einen ähnlichen Fall eben erst gewonnen. Mein Hund war angeleint. Wir waren beide auf einem schmalen Gehweg. Ein Radfahrer fuhr überraschend an uns vorbei. Der Hund UND ICH schreckten auf. Mein Reflex war ein Schritt zur Seite, der tierische Reflex war "zuschnappen, denn ich werde angegriffen". Der Radfahrer kam aus dem Nichts. Wir hatten keine Zeugen. Einige Tage später bekam ich eine Aufforderung von dem Radfahrer, seine Hose zu bezahlen, da die durch das Schnappen aufgerissen wurde. Ich weigerte mich, setzte ein Schreiben auf mit den nötigen Paragraphen und Richtlinien und das es sein eigenes Verschulden war. Er glaubte mir nicht. Wir zogen vor Gericht. Ich gewann.
Laut StVO heißt es:
- Kinder bis 8 Jahre dürfen auf dem Gehweg fahren (auch ohne Radfahrerkennzeichnung)
- Dabei dürfen sie von 1 Erwachsenen begleitet werden
- Erwachsene sind verpflichtet, nicht extra gekennzeichnete Radwege - also Gehwege, zu meiden. Sie MÜSSEN auf der Straße fahren.
Demnach hätte die Frau gar nicht erst auf dem Gehweg fahren dürfen und hat sich somit schon strafbar gemacht. Es war ihr eigenes Verschulden.
https://pdeleuw.de/fahrrad/stvo.html
Hinzu kommt aus einem anderen Fall:
Das Urteil findet ihr unter dem Aktenzeichen Az. 12 C 766 / 13.
"..Das Gericht wies die Klage des Radfahrers ab. Zwar ist der Halter eines Tieres immer unabhängig von einem eigenen Verschulden zum Schadensersatz verpflichtet, wenn durch sein Tier jemand verletzt wird.
Voraussetzung für eine Haftung ist allerdings, dass sich gerade die spezifische Gefahr des Tieres verwirklicht hat. Davon könne keine Rede mehr sein, wenn der Radfahrer unangemessen und überzogen auf das Verhaltens des Tieres reagiert..."
Antwort vom 26.7.2019 | 13:13
Zitat (von Pan8dora):
Dieser Fall hat rein gar nichts mit einem beißenden Hund zu tun. Der Radfahrer wurde dabei überhaupt nicht vom Hund angegriffen.
Wir zogen vor Gericht. Ich gewann.
Dann verlink doch bitte mal das Urteil, damit man sich ein Bild machen kann warum du gewonnen hast.
Es war ihr eigenes Verschulden.
Die Haftungsfrage ist unabhängig vom Verschulden. Es geht nicht ums Verschulden sondern um die Haftung.
Antwort vom 26.7.2019 | 13:31
Wenn aber den Radfahrer ein Verschulden trifft, dann haftet auch er und die Haftung wird ggf. geteilt.
Antwort vom 26.7.2019 | 14:32
genau dazu hätte ich gerne mal ein Urteil gesehen, aber bisher konnte noch niemand solch ein Urteil nennen.
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