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Timestamp: 2017-02-23 21:18:03+00:00

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BGH, 27.07.2010 - 1 StR 345/10 - Zulässigkeit der Verhängung der Obergrenze einer Strafe nach Angabe von Ober- und Untergrenzen einer Strafe durch das Gericht | Urteile auf anwalt24.de
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BGH, 27.07.2010 - 1 StR 345/10 - Zulässigkeit der Verhängung der Obergrenze einer Strafe nach Angabe von Ober- und Untergrenzen einer Strafe durch das Gericht
BundesgerichtshofBeschl. v. 27.07.2010, Az.: 1 StR 345/10Gericht: BGHEntscheidungsform: BeschlussDatum: 27.07.2010Referenz: JurionRS 2010, 21141Aktenzeichen: 1 StR 345/10 Verfahrensgang:vorgehend:LG Nürnberg-Fürth - 27.01.2010Rechtsgrundlagen:§ 257c StPO§ 46 StGBFundstellen:AO-StB 2011, 27NJ 2010, 436NJW 2011, 1159 "Strafrahmenvereinbarung und Strafzumessung"NJW-Spezial 2010, 570NStZ 2010, 650StraFo 2010, 424-425StRR 2010, 322 (amtl. Leitsatz)StRR 2010, 383 (Volltext mit amtl. LS u. Anm.)StRR 2011, 249-250 (Urteilsbesprechung von RA Detlef Burhoff, RiOLG a.D.)StV 2010, 673wistra 2010, 412Verfahrensgegenstand:Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern u.a. Amtlicher Leitsatz:StPO § 257c; StGB § 46Gibt das Gericht gemäß § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO eine Ober- und Untergrenze der Strafe an, ist es nicht gehindert, die angegebene Obergrenze als Strafe zu verhängen. in der Strafsache gegen Der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hatam 27. Juli 2010beschlossen: Tenor:Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom 27. Januar 2010 wird als unbegründet verworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ 349 Abs. 2 StPO). Der Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels und die der Nebenklägerin im Revisionsverfahren entstandenen notwendigen Auslagen zu tragen. Der Senat merkt an: Zutreffend hat der Generalbundesanwalt darauf hingewiesen, dass bei einer Verständigung gemäß § 257c StPO das Gericht nicht gehindert ist, die gemäß § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO angegebene Obergrenze der Strafe als Strafe zu verhängen. Gemäß § 257c Abs. 3 Satz 2 StPO kann das Gericht unter freier Würdigung aller Umstände des Falles sowie der allgemeinen Strafzumessungserwägungen auch eine Ober- und Untergrenze der Strafe angeben. Die Vereinbarung einer bestimmten Strafe ("Punktstrafe"; vgl. hierzu BGHSt 51, 84, 86) bleibt nach wie vor unzulässig. Das Gericht kann im Einverständnis mit den Verfahrensbeteiligten nur einen Strafrahmen, nicht aber eine bestimmte Strafe vereinbaren. Hierbei darf der Angeklagte aber nicht mit einer weit geöffneten "Sanktionsschere" unter Druck gesetzt werden. Die Angabe eines Strafrahmens entspricht dem Grundsatz, dass das Gericht bei der Bemessung der schuldangemessenen Strafe einen Beurteilungsspielraum hat, der nur eingeschränkt vom Revisionsgericht überprüft werden kann. Die Angabe eines Strafrahmens durch das Gericht führt aber nicht dazu, dass es nur die Strafuntergrenze als Strafe festsetzen darf. Einen derartigen Vertrauenstatbestand hat das Gericht nicht geschaffen (a.A. Meyer-Goßner StPO, 53. Aufl., § 257c Rdn. 20 ff.; derselbe ZRP 2009, 107, 109). Die Entscheidung über die konkrete Strafe bleibt der abschließenden Beratung durch das Gericht vorbehalten. Der Angeklagte kann nur darauf vertrauen, dass die Strafe innerhalb des angegebenen Strafrahmens liegt. Er muss daher auch damit rechnen, dass die Strafe die Strafrahmenobergrenze erreicht. NackWahlRothfußJägerSanderHinweis: Das Dokument wurde redaktionell aufgearbeitet und unterliegt in dieser Form einem besonderen urheberrechtlichen Schutz. Eine Nutzung über die Vertragsbedingungen der Nutzungsvereinbarung hinaus - insbesondere eine gewerbliche Weiterverarbeitung außerhalb der Grenzen der Vertragsbedingungen - ist nicht gestattet.
Zitierungen dieses DokumentsUrteileBGH, 23.05.2012 - 1 StR 208/12 - Beruhen der glaubhaften Bewertung eines Geständnisses des Angeklagten auf unzureichender GrundlageBGH, 16.03.2011 - 1 StR 60/11 - Verständigung über die bandenmäßige Begehung eines Betruges als Gegenstand eines SchuldspruchesBGH, 11.10.2010 - 1 StR 359/10 - Möglichkeit der Strafmilderung nach der Vorschrift des § 46a Strafgesetzbuch (StGB) bei ganzer oder überwiegender Entschädigung des Opfers durch den Täter; Frage des…BGH, 08.10.2010 - 1 StR 347/10 - Angabe einer Strafobergrenze und Strafuntergrenze als Voraussetzung eines Verständigungsverfahrens nach § 257c Abs. 3 S. 1 Strafprozessordnung (StPO); Zulässigkeit…BGH, 21.02.2013 - 1 StR 633/12 - Entfallen der Bindung des Gerichts an eine Verständigung und Auslösung einer diesbezüglichen Hinweispflicht bei nicht der Prognose des Gerichts entsprechendem…BGH, 01.03.2011 - 1 StR 52/11 - Beweisverwertungsverbot bzgl. eines Geständnisses des Angeklagten bei Abgabe des Geständnisses aufgrund unzulässiger Verständigung über den SchuldspruchBGH, 17.02.2011 - 3 StR 426/10 - Möglichkeit der Vereinbarung einer Punktstrafe i.R.d. Verständigung über die Strafbemessung bei Unterbreitung eines Verständigungsvorschlags durch das Gericht

References: § 257
 § 46
 § 257
 § 257
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