Source: https://www.foxiflex.com/technische-informationen-zu-unseren-schlaeuchen/atex-/-trgs-727
Timestamp: 2019-11-15 01:10:55+00:00

Document:
ATEX / TRGS 727: foxiflex GmbH & Co.KG
Die ATEX-Richtlinien (Produktrichtlinie 2014/34/EU sowie die Betriebsrichtlinie 1999/92/EG) werden auf Länderebene individuell in die vorhandenen Rechtssysteme umgesetzt.
Für Deutschland ist dies bei der Betriebsrichtlinie 1999/92/EG die Betriebssicherheitsverordnung. Die Produktrichtlinie 2014/14/EU wird in der TRGS (Technischen Regel für Gefahrenstoffe) geregelt.
Die TRGS 727 beruht auf der BGR 132 und ersetzt die bisherige TRBS 2153 und schreibt diese fort. Die TRGS 727 ist seit dem 26.04.2016 für die Beurteilung und Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen in explosionsgefährdeten Bereichen sowie für die Auswahl und Durchführung von Schutzmaßnahmen zum Vermeiden dieser Gefahren gültig.
Im Register 2 werden Begriffe detailliert definiert. Demnach zählen Schläuche zu Gegenständen oder Einrichtungen, die aus Materialien (also Werkstoffen) gefertigt werden und mit Medien wie Gasen, Flüssigkeiten oder Feststoffen in Kontakt stehen.
Darüber hinaus wird in der TRGS 727 die Leitfähigkeit und Ableitfähigkeit von Schläuchen explizit definiert, wobei die TRGS 727 bei der Definition nicht nur den Oberflächenwiderstand als Beurteilungskriterium von Leit- bzw. Ableitfähigkeit heranzieht, sondern auch den spezifischen Widerstand.
Demnach sind Schläuche
leitfähig, wenn der spezifische Widerstand ƿ ≤ 104 Ω ist (§ 2.11)
ableitfähig, wenn der spezifische Widerstand ƿ mehr als 104 Ohm und kleiner 109 Ohm ist (§ 2.13)
isolierend, wenn diese weder leitfähig noch ableitfähig sind und somit der spezifische Widerstand größer oder gleich 109 Ohm ist (§2.14)
In der TRGS 727 werden im Einzelnen elektrostatische Aufladungen beim Umgang mit Flüssigkeiten (§ 4 ff), Gasen (§ 5 ff) und Schüttgütern (§6 ff) betrachtet. Darüber hinaus gibt die TRGS 727 in den zuvor genannten Kapiteln Auskunft darüber, welche Schläuche beim Umgang mit den einzelnen Medien verwendet werden dürfen:
Bei Flüssigkeiten (§4 ff)
In § 4.9 Absatz 1 wird darauf hingewiesen, dass bei Flüssigkeiten die Schläuche aus leitfähigen Material gefertigt sein müssen. Die TRGS 727 weist eindeutig darauf hin, dass in der Praxis bei Flüssigkeiten primär Schläuche mit Armaturen konfektioniert werden. Aus diesem Grunde wird bei Flüssigkeiten die Schlauchleitung als Ganzes betrachtet, wobei für die Beurteilung der Eignung, die Eigenschaften des Schlauches maßgebend sind
(§ 4.9.4 Absatz 1).
Demzufolge ist
eine Schlauchleitung leitfähig, wenn der Widerstand weniger als 103 Ω/m ist,
eine Schlauchleitung ableitfähig, wenn der Widerstand mehr als 103 Ω/m und weniger als 106 Ω/m ist,
eine Schlauchleitung isolierend, wenn der Widerstand mehr als 106 Ω/m ist.
Der Widerstand wird dabei immer über die Länge des Schlauches und zwischen den Armaturen gemessen.
In explosionsgefährdeten Bereichen sind nur leitfähige oder ableitfähige Schlauchleitungen erlaubt, isolierende Schlauchleitungen dürfen nicht eingesetzt werden (§ 4.9.4 Absatz 3).
Bei Gasen (§5 ff)
Die TRGS 727 weist in §5.1 darauf hin, dass die Bewegung reiner Gase oder Gasgemische keine elektrostatischen Aufladungen erzeugt. Aber enthält der Gasstrom Feststoffpartikel oder Flüssigkeitströpfen, dann können elektrostatische Aufladungen entstehen.
Bei der Verwendung von Gasen betrachtet die TRGS 727 einige Anwendungsbereiche näher und gibt u.a. Hinweise für die Verwendung von Schläuchen. So sind
beim Sandstrahlen ableitfähige Schläuche zu verwenden (§5.1)
bei Spritzlackieren, Pulverbeschichten oder Beflockung leitfähige Schläuche einzusetzen (§ 5.5)
bei Abluft- und Abgassystemen sowie Staubanlagen bzw. Staubsaugern leitfähige oder ableitfähige Schläuche zu benutzen (§ 5.6 und § 5.7), wobei auch darauf hingewiesen wird, dass bei der Verwendung von Schläuchen die Hinweise in § 6.4 berücksichtigt werden müssen.
Bei Schüttgütern (§ 6 ff)
Die TRGS 727 versteht unter Schüttgüter feine Stäube, Grieß, Granulate oder Späne. Beim Transport von Schüttgütern durch Schläuche kann sich das Schüttgut und der Schlauch aufladen (§ 6.4). Die Intensität der Aufladung kann von den Eigenschaften der Stoffe und Materialien sowie von den Förderbedingungen abhängig sein.
Im Gegensatz zur TRBS 2153 unterscheidet die TRGS 727 zwischen Aspiration (Entstaubung von Maschinen und Förderanlagen) und dem pneumatischen Transport von brennbaren Schüttgütern.
Bei der Aspiration von brennbaren Schüttgütern wird in § 6.4.1 Absatz 3 darauf verwiesen, dass die Anforderungen an die einsetzbaren Schläuche ähnlich der Schläuche sind, die für den Transport von brennbaren Schüttgüter im Inneren zulässig sind und verweist hier auf § 6.4.2.
Bei der Aspiration sind Schläuche aus isolierenden Materialien nur zulässig, wenn
a) im Inneren nur eine geringe Staubbeladung vorliegt und
b) selten und kurzzeitig mit dem Auftreten gefährlicher explosionsfähiger Staubatmosphäre zu rechnen ist.
Dies entspricht aus unserer Sicht Zone 22.
Der pneumatische Transport brennbarer Schüttgüter im Inneren wird in § 6.4.2 ff geregelt. Die TRGS 727 weist darauf hin, dass beim pneumatischen Transport brennbarer Schüttgüter mit Luft von explosionsfähiger Atmosphäre durch Feinstaub auszugehen ist. Demzufolge darf bei der Beurteilung der Leitfähigkeit oder Ableitfähigkeit eines Schlauches nicht mehr der Oberflächenwiderstand als Entscheidungskriterium verwendet werden, sondern der spezifische Widerstand.
leitfähig, wenn der spezifische Widerstand ƿ ≤ 104 Ohm ist (§ 2.11)
In § 6.4.2.2 in Verbindung mit § 6.4.2.4 wird darauf hingewiesen, dass Schläuche aus einem ableitfähigen Material mit Drahteinlage wie Stützwendelschläuche bewertet werden und nur dann für den pneumatischen Transport brennbarer Schüttgüter im Inneren zugelassen sind, wenn diese die nachfolgenden Eigenschaften besitzen:
Als Stützwendel werden ausschließlich metallische blanke, unisolierte, nicht ummantelte Drähte verwendet.
Die Stützwendel ist beidseitig zu erden.
Der Wendeldrahtdurchmesser liegt zwischen 1 mm und 2 mm.
Der Abstand (Schichtdicke) der inneren Schlauchwandoberfläche zur Wendeldrahtoberfläche liegt zwischen 0,7 mm und 2 mm.
Die Steigung der Wendel ist nicht größer als 30 mm.
Die Wendel ist in ein homogenes Material mit einem spezifischen Widerstand von weniger als 2,5 x 108 Ohm eingebettet.
Der Innendurchmesser des Schlauches liegt zwischen 50 mm und 160 mm.
Die relative Permittivität des Wandungsmaterials ist nicht größer als 5.
Intensive Untersuchungen und Gespräche mit führenden Rohstoffherstellern haben bestätigt, dass die von der TRGS 727 geforderte Permittivität des Wandungsmaterials insbesondere bei dem Werkstoff PUR, zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu realisieren ist. Auch durch die Verwendung von Additiven wie „Antistatika“ kann aus unserer Sicht nicht der geforderte Wert von ≤ 5 realisiert werden.
Für diese Fälle bietet die TRGS 727 eine Alternative in Form einer Simulationsrechnung an
(siehe § 6.4.2.4 Absatz 2).
Wir haben diese Simulationsrechnungen mit der Durchschlagsspannung Uƿ ≤ 4 KV für alle permanent ableitfähigen foxiflex-Schläuche durchgeführt. Alle foxiflex-Schläuche, die aus einem ableitfähigen Material bestehen, erfüllen diese Bedingung und sind hinsichtlich der Vermeidung von zündwirksamen Entladungen im Inneren zum pneumatischen Transport von brennbaren Schüttgütern geeignet.
Die durchgeführten Simulationsrechnungen wurden seitens des TÜV überprüft und bestätigt.
In der nachfolgenden Übersicht haben wir unsere Schlauchtypen den Zonen gemäß TRGS 727 zugeordnet.
Wir möchten darauf hinweisen, dass
diese Zuordnung unsere Einschätzung und Herleitung der notwendigen Maßnahmen aus der TRGS 727 ist und kein Recht auf Vollständigkeit und Richtigkeit beinhaltet. Wir haben noch besten Wissen und Gewissen die Verwendung unserer Schläuche nach der TRGS 727 geprüft und durch externe Experten bestätigen lassen. Jedoch weist die ATEX-Richtlinie darauf hin, dass es in dem Verantwortungsbereich des Betreibers liegt, welcher Schlauch für welche Anwendung verwendet wird. Insofern soll diese Zuordnung lediglich dem Betreiber bei der Auswahl des geeigneten Schlauches unterstützen. Die Überprüfung der Richtigkeit des Schlauches obliegt dem Betreiber.
die TRGS 727 in Ihrer Richtlinie immer wieder darauf hinweist, dass Spiralschläuche trotz leitfähigem oder ableitfähigem Wandungsmaterial beidseitig zu erden sind.
wir immer bemüht sind, alle Änderungen bei rechtlichen Bestimmungen zeitnah in den Produktunterlagen aufzunehmen, allerdings kann es auch zu zeitlichen Verzögerungen aufgrund von zusätzlichen Prüfverfahren etc. kommen. Aus diesem Grunde sollte der Betreiber sicherheitsrelevante Produkteigenschaften immer bei uns anfragen.
die TRGS 727 im Vorwort eindeutig darauf hinweist, dass bei Einhaltung der Technischen Regel, der Arbeitgeber/ Betreiber davon ausgehen kann, dass die Anforderungen der Gefahrenstoffverordnung erfüllt sind. Der Arbeitgeber/Betreiber kann jedoch eine andere Lösung wählen, wenn er damit die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz für den Beschäftigten erreicht.
Stäube und Schüttgüter
brennbarer Stäube/Schüttgüter
(Zone 20,21,22 im Inneren)
aspirative Förderung brennbarer Stäube/Schüttgüter (Zone 20, 21, 22 im Inneren)
aspirative Förderung
(nicht brennbarer Stäube)
(keine Zone oder 22 im Innern)
Förderung von Gasen und
brennbaren Flüssigkeiten
(Zone 0,1,2 im Inneren)
(Zone 0 außen)
(Zone 1,2 außen)
Schlauchtyp Art.Nr.
foxiPremium PUR SL 1118-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔ Gase
foxiPremium PUR L 3218-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR L/VA 3218-xxx-999 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium Induvac L 3210-xxx-201 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR H 3318-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR H/VA 3318-xxx-999 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium Induvac H 3310-xxx-201 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR XL 3418-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR XL/VA 3418-xxx-999 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR XXL 34418-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiPremium PUR XXL/VA 34418-xxx-999 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiClassic PUR SL-Eco 11112-xxx-101 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiGarant PUR SL-SE 1115-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔ Gase
foxiGarant PUR SL-EL 1113-xxx-103 ✔ ✔ ✔ ✔ Gase ✔ Gase ✔ Gase
foxiGarant PE SL-EL 1133-xxx-103 ✔ ✔ ✔ ✔ Gase ✔ Gase ✔ Gase
foxiGarant PUR L 3210-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR L-SE 3215-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR L-EL 2213-xxx-103 ✔ ✔ ✔ ✔ ✔ ✔
foxiGarant PE L-EL 2233-xxx-103 ✔ ✔ ✔ ✔ ✔ ✔
foxiGarant PUR H 3310-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR H-SE 3315-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR H-EL 2313-xxx-103 ✔ ✔ ✔ ✔ ✔ ✔
foxiGarant PUR H-conduct 3300-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR HS-conduct 3900-xxx-106 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR XL 3410-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR XL-conduct 3400-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR XXS 34510-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR XXL 34410-xxx-101 ✔ ✔ ✔ X X ✔
foxiGarant PUR-Memory 2110-xxx-101 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiGarant EVA-EL* 6013-xxx-103 X ✔ ✔ ✔ ✔ ✔
foxiGarant GSS-L 92211-xxx-101 X X ✔ X X ✔
foxiGarant GSS-H 92311-xxx-101 X X ✔ X X ✔
foxiClassic Santo SL 1130-xxx-103 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiClassic Santo L 2230-xxx-103 X X ✔ X X ✔
foxiClassic Santo H 2330-xxx-103 X X ✔ X X ✔
foxiClassic PVC-S 6017-xxx-100 X X ✔ X X X
foxiClassic PVC-Litze 6016-xxx-100 X X ✔ X X X
foxiMulti PUR*, *2 4610-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti PE*, *2 4641-xxx-101 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti Neoprene*, *2 4642-xxx-103 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti Hyp*, *2 4643-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti Silicon*, *2 4644-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti Car*, *2 4650-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti PTFE*, *2 4645-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti PTFE-H*, *2 4746-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti PTFE-EL*, *2 4656-xxx-100 X ✔ ✔ ✔ Gase ✔ Gase ✔ Gase
foxiMulti PTFE-H-EL*, *2 4747-xxx-100 X ✔ ✔ ✔ Gase ✔ Gase ✔ Gase
foxiMulti PVC-Weld*, *2 4655-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti PVC-Weld S*, *2 4652-xxx-200 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti T 400*, *2 4652-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti T 450*, *2 4752-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti T650*, *2 4753-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti T 900*, *2 4755-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
foxiMulti T 1100*, *2 4754-xxx-100 X X ✔ X X ✔ Gase
* bauartbedingt nicht für die pneumatische Förderung geeignet
*2 bauartbedingt nicht für flüssige Medien geeignet

References: § 4
 §5
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 § 6
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