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Timestamp: 2020-07-10 04:07:28+00:00

Document:
Lawbrary | FinfraV-FINMA - Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die Finanzmarktinfrastrukturen und das Marktverhalten im Effekten- und Derivatehandel
Aufzeichnungs- und Journalführungspflicht (1 - 1)
Meldepflicht (2 - 5)
Abzurechnende OTC-Derivatgeschäfte (6 - 7)
Schriftverkehr und Fristenberechnung im Zusammenhang mit der Offenlegung von Beteiligungen und Übernahmesachen (8 - 9)
Meldepflicht (10 - 21)
Meldung und Veröffentlichung (22 - 26)
Überwachung (27 - 29)
Pflicht zur Unterbreitung eines Angebots
Angebotspflicht (30 - 39)
Ausnahmen von der Angebotspflicht (40 - 41)
Ermittlung des Angebotspreises (42 - 47)
Zusammenarbeit zwischen FINMA, Übernahmekommission und Börsen (48 - 48)
Schlussbestimmungen (49 - 51)
Über eine zentrale Gegenpartei abzurechnende Derivatekategorien
I. OTC-Zinsderivate
II. OTC-Kreditderivate
vom 3. Dezember 2015 (Stand am 1. September 2018)
gestützt auf Artikel 15 Absatz 3 des Börsengesetzes vom 24. März 19951 (BEHG), Artikel 30 Absatz 4 der Börsenverordnung vom 2. Dezember 19962 (BEHV), die Artikel 38, 39 Absatz 2, 101 Absätze 1 und 2, 123 Absätze 1 und 2 sowie 135 Absatz 4 des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes vom 19. Juni 20153 (FinfraG) und Artikel 36 Absatz 4 der Finanzmarktinfrastrukturverordnung vom 25. November 20154 (FinfraV),
1. Kapitel: Aufzeichnungs- und Journalführungspflicht
1Die Ef­fek­ten­händ­ler1 nach BEHG und die an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer2 zeich­nen die Auf­trä­ge und Ab­schlüs­se, die nach Ar­ti­kel 30 der BEHV und Ar­ti­kel 36 Fin­fraV auf­ge­zeich­net wer­den müs­sen, in ei­nem Jour­nal be­zie­hungs­wei­se in Teil­jour­na­len (Jour­nal) auf, un­ab­hän­gig da­von, ob die Ef­fek­ten oder De­ri­va­te an ei­nem Han­dels­platz ge­han­delt wer­den oder nicht.
2Für die ein­ge­gan­ge­nen Auf­trä­ge sind im Jour­nal fest­zu­hal­ten:
die Be­zeich­nung der Ef­fek­ten und De­ri­va­te;
der Zeit­punkt des Auf­trag­s­ein­gangs;
die Be­zeich­nung des Auf­trag­ge­bers oder der Auf­trag­ge­be­rin;
die Be­zeich­nung der Ge­schäfts- und der Auf­trags­art;
der Um­fang des Auf­trags.
3Für die ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­se sind im Jour­nal fest­zu­hal­ten:
der Zeit­punkt der Aus­füh­rung;
der Um­fang der Aus­füh­rung;
der er­ziel­te be­zie­hungs­wei­se der zu­ge­teil­te Kurs;
der Aus­füh­rungs­ort;
die Be­zeich­nung der Ge­gen­par­tei;
das Va­lu­ta­da­tum.
4Die ein­ge­gan­ge­nen Auf­trä­ge und die ge­tä­tig­ten Ab­schlüs­se, un­ab­hän­gig da­von, ob sie der Mel­de­pflicht nach dem 2. Ka­pi­tel un­ter­lie­gen oder nicht, sind grund­sätz­lich in stan­dar­di­sier­ter Form auf­zu­zeich­nen, so­dass der FIN­MA auf de­ren Ver­lan­gen Aus­künf­te voll­stän­dig und un­ver­züg­lich ge­lie­fert wer­den kön­nen.
1 Weil es sich bei den Ef­fek­ten­händ­lern über­wie­gend um ju­ris­ti­sche Per­so­nen han­delt, wird hier auf die Paar­form ver­zich­tet.
2 Weil es sich bei den Teil­neh­mern über­wie­gend um ju­ris­ti­sche Per­so­nen han­delt, wird hier auf die Paar­form ver­zich­tet.
2. Kapitel: Meldepflicht
Art. 2 Zu meldende Abschlüsse
Die Ef­fek­ten­händ­ler nach BEHG und die an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mer müs­sen dem Adres­sa­ten nach Ar­ti­kel 5 sämt­li­che Ab­schlüs­se nach Ar­ti­kel 31 BEHV und Ar­ti­kel 37 Fin­fraV mel­den.
Art. 3 Inhalt der Meldung
Die Mel­dung ent­hält fol­gen­de An­ga­ben:
die Be­zeich­nung des mel­de­pflich­ti­gen Ef­fek­ten­händ­lers nach BEHG oder des an ei­nem Han­dels­platz zu­ge­las­se­nen Teil­neh­mers;
die Be­zeich­nung der Ge­schäfts­art (Kauf/Ver­kauf);
die ge­naue Be­zeich­nung der um­ge­setz­ten Ef­fek­ten oder De­ri­va­te;
den Um­fang des Ge­schäfts, und zwar wie folgt: für Ob­li­ga­tio­nen in No­mi­nal, für üb­ri­ge Ef­fek­ten und De­ri­va­te in Stücken be­zie­hungs­wei­se Kon­trak­ten;
das Da­tum und die Zeit der Aus­füh­rung;
das Va­lu­ta­da­tum;
die An­ga­be, ob es sich um ein Ei­gen- oder um ein Kun­den­ge­schäft han­delt;
die Be­zeich­nung der Ge­gen­par­tei wie Bör­sen­mit­glied, an­de­rer Ef­fek­ten­händ­ler, Kun­de oder Kun­din; bei Auf­trags­wei­ter­ga­ben: die Be­zeich­nung des Auf­trag­neh­mers;
die Be­zeich­nung des Han­dels­plat­zes, an dem die Ef­fek­te oder das De­ri­vat ge­han­delt wur­de, oder die An­ga­be, dass der Ab­schluss aus­ser­halb ei­nes Han­dels­plat­zes er­folg­te;
bei Kun­den­ge­schäf­ten: ei­ne stan­dar­di­sier­te Re­fe­renz, die die Iden­ti­fi­zie­rung der am Ge­schäft wirt­schaft­lich be­rech­tig­ten Per­son (Art. 37 Abs. 1 Bst. d Fin­fraV und Art. 31 Abs. 1 Bst. d BEHV) er­mög­licht.
Art. 4 Meldefrist
Ab­schlüs­se sind in­ner­halb der Fris­ten zu mel­den, die in den Re­gle­men­ten der Han­del­splät­ze fest­ge­setzt sind, an die die Mel­dung adres­siert wird.
Art. 5 Adressat der Meldung
1Die Ab­schlüs­se in Ef­fek­ten sind dem Han­dels­platz zu mel­den, an dem die Ef­fek­te zum Han­del zu­ge­las­sen ist.
2Ist ei­ne Ef­fek­te an meh­re­ren von der FIN­MA be­wil­lig­ten Han­del­splät­zen in der Schweiz zum Han­del zu­ge­las­sen, so kön­nen die Mel­de­pflich­ti­gen wäh­len, an wel­chem Han­dels­platz sie die Mel­de­pflicht er­fül­len.
3Die Ab­schlüs­se in De­ri­va­ten nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2 BEHV und Ar­ti­kel 37 Ab­satz 2 Fin­fraV sind dem Han­dels­platz zu mel­den, an dem der Ba­sis­wert zum Han­del zu­ge­las­sen ist. Be­zieht sich das De­ri­vat auf meh­re­re Ef­fek­ten als Ba­sis­wer­te, so ist die Mel­dung wahl­wei­se an den Han­dels­platz zu er­stat­ten, an dem ei­ner der Ba­sis­wer­te zum Han­del zu­ge­las­sen ist.
4Für die Ent­ge­gen­nah­me und Ver­ar­bei­tung der Mel­dun­gen se­hen Han­del­splät­ze in ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ne be­son­de­re Stel­le vor (Mel­de­stel­le).
5Die Mel­de­stel­le er­lässt ein Re­gle­ment. Sie kann für die im Auf­trag der FIN­MA zu er­fül­len­den Auf­ga­ben ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung ver­lan­gen. Die Ta­ri­fe sind der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
3. Kapitel: Abzurechnende OTC-Derivatgeschäfte
1Die De­ri­va­te­ka­te­go­ri­en, die über ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­net wer­den, sind im An­hang 1 auf­ge­führt.
2Beim Ent­scheid, ob ei­ne De­ri­va­te­ka­te­go­rie im An­hang 1 auf­ge­führt wird, wird be­rück­sich­tigt, ob:
die Ver­trags­be­din­gun­gen bran­chen­üb­li­che recht­li­che Do­ku­men­te um­fas­sen, in de­nen von Ge­gen­par­tei­en üb­li­cher­wei­se ver­wen­de­te Ver­trags­spe­zi­fi­ka­tio­nen aus­ge­führt wer­den;
die ope­ra­ti­ven Pro­zes­se ei­ner au­to­ma­ti­sier­ten Nach­han­dels­ver­ar­bei­tung un­ter­lie­gen und ver­ein­heit­lich­te Le­bens­zy­klu­ser­eig­nis­se be­ste­hen, die nach ei­nem all­ge­mein ver­ein­bar­ten Zeit­plan ge­hand­habt wer­den;
die Mar­gen- oder Fi­nan­zie­rungs­an­for­de­run­gen der zen­tra­len Ge­gen­par­tei in ei­nem an­ge­mes­se­nem Ver­hält­nis zum Ri­si­ko ste­hen, das mit der Ab­rech­nungs­pflicht ge­min­dert wer­den soll;
die Grös­se und Tie­fe des Markts in Be­zug auf das Pro­dukt je­weils lang­fris­tig sta­bil sind;
bei Aus­fall ei­nes Teil­neh­mers ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei die Auf­tei­lung des Markts wei­ter­hin hin­rei­chend hoch ist;
die An­zahl und der Wert der be­reits ab­ge­schlos­se­nen Trans­ak­tio­nen hin­rei­chend hoch sind;
die In­for­ma­tio­nen, die für die Preis­bil­dung er­for­der­lich sind, oh­ne Wei­te­res zu han­dels­üb­li­chen Be­din­gun­gen ver­füg­bar sind;
ein er­höh­tes Sys­tem­ri­si­ko be­steht, dass Ge­gen­par­tei­en bei gros­sen Ab­hän­gig­kei­ten un­ter­ein­an­der ih­ren Zah­lungs- und Lie­fer­ver­pflich­tun­gen aus den Ver­trä­gen nicht nach­kom­men kön­nen.
Art. 7 Bestimmung der abzurechnenden OTC-Derivate
1Bei Be­wil­li­gung ei­ner schwei­ze­ri­schen oder An­er­ken­nung ei­ner aus­län­di­schen zen­tra­len Ge­gen­par­tei be­stimmt die FIN­MA, wel­che der von der zen­tra­len Ge­gen­par­tei ab­ge­rech­ne­ten De­ri­va­te der Ab­rech­nungs­pflicht un­ter­lie­gen. Sie be­rück­sich­tigt bei der Be­stim­mung der Ab­rech­nungs­pflicht die Kri­te­ri­en nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 2 so­wie in­ter­na­tio­na­le Stan­dards.
2Rech­net die zen­tra­le Ge­gen­par­tei nach der Be­wil­li­gung oder An­er­ken­nung zu­sätz­li­che De­ri­va­te­ka­te­go­ri­en ab, so mel­det sie die­se der FIN­MA.
3Sie hat der FIN­MA auf Auf­for­de­rung al­le In­for­ma­tio­nen zu lie­fern, die die­se be­nö­tigt, um die Be­stim­mung der ab­zu­rech­nen­den De­ri­va­te­ka­te­go­ri­en vor­zu­neh­men.
4. Kapitel: Schriftverkehr und Fristenberechnung im Zusammenhang mit der Offenlegung von Beteiligungen und Übernahmesachen
Art. 8 Schriftverkehr
(Art. 123 Abs. 1, 139 Abs. 5 Fin­fraG)
1Per Te­le­fax oder E-Mail über­mit­tel­te Mel­dun­gen und Ein­ga­ben be­tref­fend die Of­fen­le­gung von Be­tei­li­gun­gen und be­tref­fend Über­nah­men sind im Schrift­ver­kehr aus­ser­halb von Ver­wal­tungs­ver­fah­ren zu­läs­sig und wer­den für die Ein­hal­tung von Fris­ten an­er­kannt.
2Emp­feh­lun­gen der Of­fen­le­gungs­stel­len wer­den den Par­tei­en, den Ge­such­stel­lern und Ge­such­stel­le­rin­nen so­wie der FIN­MA grund­sätz­lich per Te­le­fax oder E-Mail er­öff­net.
3Für elek­tro­ni­sche Ein­ga­ben in Ver­wal­tungs­ver­fah­ren gilt die Ver­ord­nung vom 18. Ju­ni 20101 über die elek­tro­ni­sche Über­mitt­lung im Rah­men des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens. Ein­ga­ben an die Über­nah­me­kom­mis­si­on kön­nen zu­dem per Te­le­fax über­mit­telt wer­den.
1 SR 172.021.2
Art. 9 Fristenberechnung
(Art. 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1Be­rech­net sich ei­ne Frist nach Bör­sen­ta­gen, so be­ginnt sie am ers­ten Bör­sen­tag nach dem aus­lö­sen­den Er­eig­nis zu lau­fen.
2Be­rech­net sich ei­ne Frist nach Wo­chen, so en­det sie in der letz­ten Wo­che an dem Tag, der na­mens­gleich ist mit dem Tag, an dem das aus­lö­sen­de Er­eig­nis statt­fand. Ist die­ser Tag kein Bör­sen­tag, so en­det die Frist am nächs­ten Bör­sen­tag.
3Be­rech­net sich ei­ne Frist nach Mo­na­ten, so en­det sie im letz­ten Mo­nat an dem Tag, der zah­len­gleich ist mit dem Tag, an dem das aus­lö­sen­de Er­eig­nis statt­fand. Fehlt die­ser Tag, so en­det sie am letz­ten Tag des letz­ten Mo­nats; ist die­ser Tag kein Bör­sen­tag, so en­det die Frist am nächs­ten Bör­sen­tag.
4Bör­sen­ta­ge sind Ta­ge, an de­nen die be­tref­fen­de Bör­se in der Schweiz ge­mä­ss ih­rem Han­dels­ka­len­der für den börs­li­chen Han­del zur Ver­fü­gung steht.
(Art. 120 Abs. 1 und 3, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1Mel­de­pflich­tig sind die wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten an Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren nach Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG. Als wirt­schaft­lich be­rech­tigt gilt, wer die aus ei­ner Be­tei­li­gung flies­sen­den Stimm­rech­te kon­trol­liert und das wirt­schaft­li­che Ri­si­ko aus der Be­tei­li­gung trägt.
2Wer­den die Stimm­rech­te nicht di­rekt oder in­di­rekt durch die wirt­schaft­lich be­rech­tig­te Per­son aus­ge­übt, so ist nach Ar­ti­kel 120 Ab­satz 3 Fin­fraG zu­dem mel­de­pflich­tig, wer zur Aus­übung der Stimm­rech­te nach frei­em Er­mes­sen er­mäch­tigt ist. Wird die Per­son, die zur Aus­übung der Stimm­rech­te nach frei­em Er­mes­sen er­mäch­tigt ist, di­rekt oder in­di­rekt be­herrscht, gilt de­ren Mel­de­pflicht auch als er­füllt, wenn die be­herr­schen­de Per­son auf kon­so­li­dier­ter Ba­sis mel­det. Die be­herr­schen­de Per­son gilt in die­sem Fall als mel­de­pflich­tig.1
3Kei­ne Mel­de­pflicht ent­steht, wenn:
das Er­rei­chen ei­nes Grenz­werts ge­mel­det wor­den ist und die­ser über­schrit­ten wird, oh­ne dass der nächst­hö­he­re Grenz­wert er­reicht oder über­schrit­ten wird;
das Er­rei­chen oder Über­schrei­ten ei­nes Grenz­werts ge­mel­det wor­den ist und die­ser von oben wie­der er­reicht wird, oh­ne dass der nächst­hö­he­re Grenz­wert er­reicht oder über­schrit­ten wor­den ist;
ein Grenz­wert in­ner­halb ei­nes Bör­sen­ta­ges vor­über­ge­hend er­reicht, über- oder un­ter­schrit­ten wird.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V der FIN­MA vom 26. Jan. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 547).
(Art. 120 Abs. 5, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
Als in­di­rek­ter Er­werb oder in­di­rek­te Ver­äus­se­rung ei­ner Be­tei­li­gung gel­ten na­ment­lich:
der Er­werb und die Ver­äus­se­rung über ei­ne recht­lich im ei­ge­nen Na­men auf­tre­ten­de Dritt­per­son, die auf Rech­nung der wirt­schaft­lich be­rech­tig­ten Per­son han­delt;
der Er­werb und die Ver­äus­se­rung durch di­rekt oder in­di­rekt be­herrsch­te ju­ris­ti­sche Per­so­nen;
der Er­werb und die Ver­äus­se­rung ei­ner Be­tei­li­gung, die di­rekt oder in­di­rekt die Be­herr­schung ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son ver­mit­telt, die ih­rer­seits di­rekt oder in­di­rekt Be­tei­li­gungs­pa­pie­re hält.
(Art. 120 Abs. 1, 121, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1In ge­mein­sa­mer Ab­spra­che oder als or­ga­ni­sier­te Grup­pe han­delt, wer sei­ne Ver­hal­tens­wei­se im Hin­blick auf den Er­werb oder die Ver­äus­se­rung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren oder die Aus­übung von Stimm­rech­ten mit Drit­ten durch Ver­trag oder an­de­re or­ga­ni­sier­te Vor­keh­ren oder von Ge­set­zes we­gen ab­stimmt.
2Der Er­werb und die Ver­äus­se­rung un­ter Per­so­nen, die un­ter­ein­an­der ver­bun­den sind und ih­re Ge­samt­be­tei­li­gung ge­mel­det ha­ben, sind von der Mel­de­pflicht aus­ge­nom­men.
3Zu mel­den sind dem­ge­gen­über Än­de­run­gen in der Zu­sam­men­set­zung des Per­so­nen­krei­ses und der Art der Ab­spra­che oder der Grup­pe.
(Art. 120 Abs. 1, 3 und 4, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1Die Mel­de­pflicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG ent­steht mit der Be­grün­dung des An­spruchs auf Er­werb oder Ver­äus­se­rung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren (Ver­pflich­tungs­ge­schäft), un­ab­hän­gig da­von, ob die­ser An­spruch ei­ner Be­din­gung un­ter­liegt. Der Hin­weis auf ei­ne Er­werbs- oder ei­ne Ver­äus­se­rungs­ab­sicht löst, so­fern da­mit kei­ne Rechts­pflich­ten ver­bun­den sind, kei­ne Mel­de­pflicht aus.
2Die Ent­ste­hung der Mel­de­pflicht im Zeit­punkt des Ver­pflich­tungs­ge­schäfts ge­mä­ss Ab­satz 1 und ein da­mit ver­bun­de­nes Aus­ein­an­der­fal­len von wirt­schaft­li­cher Be­rech­ti­gung und Stimm­rechts­aus­übung lö­sen we­der für den Er­wer­ber noch für den Ver­äus­se­rer ei­ne se­pa­ra­te Mel­de­pflicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 3 Fin­fraG aus.
3Beim Er­rei­chen, Über- oder Un­ter­schrei­ten ei­nes Grenz­werts in­fol­ge ei­ner Er­hö­hung, Her­ab­set­zung oder Um­struk­tu­rie­rung des Ge­sell­schafts­ka­pi­tals ent­steht die Mel­de­pflicht für Ge­sell­schaf­ten mit Sitz in der Schweiz mit der ent­spre­chen­den Ver­öf­fent­li­chung im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt. Für Ge­sell­schaf­ten mit Sitz im Aus­land, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re ganz oder teil­wei­se in der Schweiz haupt­ko­tiert sind, ent­steht die Mel­de­pflicht im Zeit­punkt der Ver­öf­fent­li­chung ge­mä­ss Ar­ti­kel 115 Ab­satz 3 Fin­fraV .
1Wer in ei­ner oder in bei­den der nach­ste­hen­den Po­si­tio­nen einen Grenz­wert er­reicht, über- oder un­ter­schrei­tet, muss die Po­si­tio­nen ein­zeln und un­ab­hän­gig von­ein­an­der be­rech­nen so­wie bei­de gleich­zei­tig mel­den:
Er­werbs­po­si­tio­nen:
Ak­ti­en und ak­ti­en­ähn­li­che An­tei­le so­wie Stimm­rech­te nach Ar­ti­kel 120 Ab­satz 3 Fin­fraG,
Wan­del- und Er­werbs­rech­te (Art. 15 Abs. 2 Bst. a),
ein­ge­räum­te (ge­schrie­be­ne) Ver­äus­se­rungs­rech­te (Art. 15 Abs. 2 Bst. b),
üb­ri­ge Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te (Art. 15 Abs. 2);
Ver­äus­se­rungs­po­si­tio­nen:
Ver­äus­se­rungs­rech­te (Art. 15 Abs. 2 Bst. a),
ein­ge­räum­te (ge­schrie­be­ne) Wan­del- und Er­werbs­rech­te (Art. 15 Abs. 2 Bst. b),
üb­ri­ge Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te (Art. 15 Abs. 2).
2Die zu mel­den­den Po­si­tio­nen sind bei Ge­sell­schaf­ten mit Sitz in der Schweiz ge­stützt auf die Ge­samt­zahl der Stimm­rech­te ge­mä­ss dem Ein­trag im Han­dels­re­gis­ter zu be­rech­nen. Bei Ge­sell­schaf­ten mit Sitz im Aus­land ist zur Be­rech­nung der zu mel­den­den Po­si­tio­nen die Ver­öf­fent­li­chung ge­mä­ss Ar­ti­kel 115 Ab­satz 3 Fin­fraV mass­ge­bend.
(Art. 120 Abs. 1, 4 und 5, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te im Sin­ne die­ser Ver­ord­nung sind In­stru­men­te, de­ren Wert sich zu­min­dest teil­wei­se vom Wert oder der Wert­ent­wick­lung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren von Ge­sell­schaf­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG ab­lei­tet.
2Zu mel­den sind:
der Er­werb oder die Ver­äus­se­rung von Wan­del- und Er­werbs­rech­ten, ins­be­son­de­re Call-Op­tio­nen, so­wie von Ver­äus­se­rungs­rech­ten, ins­be­son­de­re Put-Op­tio­nen, die ei­ne Rea­l­er­fül­lung vor­se­hen oder zu­las­sen;
das Ein­räu­men (Schrei­ben) von Wan­del- und Er­werbs­rech­ten, ins­be­son­de­re Call-Op­tio­nen, so­wie von Ver­äus­se­rungs­rech­ten, ins­be­son­de­re Put-Op­tio­nen, die ei­ne Rea­l­er­fül­lung vor­se­hen oder zu­las­sen; und
Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te, die einen Ba­r­aus­gleich vor­se­hen oder zu­las­sen, so­wie wei­te­re Dif­fe­renz­ge­schäf­te wie Con­tracts for Dif­fe­rence, Fi­nan­ci­al Futu­res.
3Die Aus­übung oder Nichtaus­übung von nach den Ab­satz 2 ge­mel­de­ten Be­tei­li­gungs­de­ri­va­ten ist er­neut zu mel­den, wenn da­durch ei­ner der Grenz­wer­te nach Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG er­reicht, über- oder un­ter­schrit­ten wird.
(Art. 120 Abs. 1 und 4, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1Ei­ne Mel­de­pflicht be­steht ins­be­son­de­re auch, wenn ei­ner der Grenz­wert nach Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG er­reicht, über- oder un­ter­schrit­ten wird:
als Fol­ge ei­ner Er­hö­hung, Her­ab­set­zung oder Um­struk­tu­rie­rung des Ge­sell­schafts­ka­pi­tals;
bei Er­werb oder Ver­äus­se­rung ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re durch ei­ne Ge­sell­schaft;
bei Er­werb und Ver­äus­se­rung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren für in­ter­ne Son­der­ver­mö­gen nach Ar­ti­kel 4 des Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 20061 (KAG);
durch den Stimm­rechts­an­teil der Er­werbs­po­si­tio­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fer 1, al­lein, ob aus­üb­bar oder nicht und un­ab­hän­gig da­von, ob der ge­sam­te Stimm­rechts­an­teil un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te nach Ar­ti­kel 15 einen Grenz­wert er­reicht, über- oder un­ter­schrei­tet;
bei Über­tra­gung von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren von Ge­set­zes we­gen oder auf­grund ei­nes Ge­richts- oder Be­hör­den­ent­schei­des.
2Än­de­run­gen der In­for­ma­tio­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 22 Ab­sät­ze 1 Buch­sta­ben d und e, 2 Buch­sta­ben c, d und f so­wie 3 lö­sen er­neut ei­ne Mel­de­pflicht aus.
(Art. 120 Abs. 1, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
1Leih­ge­schäf­te und ver­gleich­ba­re Ge­schäf­te wie ins­be­son­de­re die Ver­äus­se­rung von Ef­fek­ten mit Rück­kaufs­ver­pflich­tung (Re­po-Ge­schäf­te) oder Si­che­rungs­über­eig­nun­gen mit Ei­gen­tums­über­gang sind zu mel­den.
2Mel­de­pflich­tig ist nur die Ver­trags­par­tei, wel­che im Rah­men sol­cher Ge­schäf­te die Ef­fek­ten vor­über­ge­hend über­nimmt:
bei Leih­ge­schäf­ten: der Bor­ger oder die Bor­ge­rin;
bei Ge­schäf­ten mit Rück­kaufs­ver­pflich­tung: der Er­wer­ber oder die Er­wer­be­rin; so­wie
bei Si­che­rungs­über­eig­nun­gen: der Si­che­rungs­neh­mer oder die Si­che­rungs­neh­me­rin.
3Bei Ab­lauf des Ge­schäfts ent­steht für die zu­rück­ge­ben­de Ver­trags­par­tei nach Ab­satz 2 bei Er­rei­chen oder Un­ter­schrei­ten ei­nes Grenz­werts ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG er­neut ei­ne Mel­de­pflicht.
4Leih­ge­schäf­te und Ge­schäf­te mit Rück­kaufs­ver­pflich­tun­gen sind nicht zu mel­den, so­fern sie stan­dar­di­siert über Han­dels­platt­for­men zum Zweck der Li­qui­di­täts­be­wirt­schaf­tung ab­ge­wi­ckelt wer­den.
1Die Mel­de­pflich­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG sind für Be­tei­li­gun­gen ge­neh­mig­ter kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ge­mä­ss KAG1 durch den Be­wil­li­gungs­trä­ger2 (Art. 13 Abs. 2 Bst. a-d KAG so­wie Art. 15 i. V. m. Art. 120 Abs. 1 KAG) zu er­fül­len.
2Für die Er­fül­lung der Mel­de­pflicht gilt:
Bei meh­re­ren kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen des­sel­ben Be­wil­li­gungs­trä­gers sind die Mel­de­pflich­ten ge­samt­haft zu er­fül­len so­wie je kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge, wenn die­se ein­zeln Grenz­wer­te er­rei­chen, über- oder un­ter­schrei­ten.
Für Fonds­lei­tun­gen in ei­nem Kon­zern be­steht kei­ne Kon­so­li­die­rungs­pflicht mit dem Kon­zern.
Bei ei­ner fremd­ver­wal­te­ten In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal (SI­CAV) hat die Fonds­lei­tung die Mel­de­pflich­ten für die­se zu er­fül­len.
Je­des Teil­ver­mö­gen ei­ner of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge mit Teil­ver­mö­gen gilt als ein­zel­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge im Sin­ne von Ab­satz 1.
3Bei nicht zum Ver­trieb ge­neh­mig­ten aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, die nicht von ei­nem Kon­zern ab­hän­gig sind, sind die Mel­de­pflich­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG durch die Fonds­lei­tung oder die Ge­sell­schaft zu er­fül­len. Für die Er­fül­lung der Mel­de­pflicht gilt Ab­satz 2.
4Bei nicht zum Ver­trieb ge­neh­mig­ten aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, die von ei­nem Kon­zern ab­hän­gig sind, wer­den die Mel­de­pflich­ten ge­mä­ss Ar­ti­kel 120 Ab­satz 1 Fin­fraG durch den Kon­zern er­füllt.
5 Die Un­ab­hän­gig­keit der Fonds­lei­tung oder der Ge­sell­schaft setzt na­ment­lich Fol­gen­des vor­aus:
Per­so­nel­le Un­ab­hän­gig­keit: Die die Aus­übung des Stimm­rechts kon­trol­lie­ren­den Per­so­nen der Fonds­lei­tung oder der Ge­sell­schaft han­deln un­ab­hän­gig von der Kon­zer­no­ber­ge­sell­schaft und von Ge­sell­schaf­ten, die von ihr be­herrscht wer­den.
Or­ga­ni­sa­to­ri­sche Un­ab­hän­gig­keit: Der Kon­zern ge­währ­leis­tet durch sei­ne Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tu­ren, dass:
die Kon­zer­no­ber­ge­sell­schaft und an­de­re Ge­sell­schaf­ten, die von ihr be­herrscht wer­den, nicht in Form von Wei­sun­gen oder in an­de­rer Wei­se auf die Stimm­rechts­aus­übung der Fonds­lei­tung oder der Ge­sell­schaft ein­wir­ken; und
zwi­schen der Fonds­lei­tung oder der Ge­sell­schaft und der Kon­zer­no­ber­ge­sell­schaft oder an­de­ren Ge­sell­schaf­ten, die von ihr be­herrscht wer­den, kei­ne In­for­ma­tio­nen aus­ge­tauscht oder ver­brei­tet wer­den, die sich auf die Stimm­rechts­aus­übung aus­wir­ken kön­nen.
6In den Fäl­len nach Ab­satz 3 muss der Kon­zern der zu­stän­di­gen Of­fen­le­gungs­stel­le fol­gen­de Do­ku­men­te vor­le­gen:
ei­ne Lis­te mit den Na­men der Fonds­lei­tun­gen oder der Ge­sell­schaf­ten;
ei­ne Er­klä­rung, wo­nach die An­for­de­run­gen an die Un­ab­hän­gig­keit nach Ab­satz 3 und 5 er­füllt und ein­ge­hal­ten wer­den.
7Der Kon­zern muss der zu­stän­di­gen Of­fen­le­gungs­stel­le je­de Än­de­rung der Lis­te nach Ab­satz 6 Buch­sta­be a nach­lie­fern.
8In den Fäl­len nach Ab­satz 3 kann die zu­stän­di­ge Of­fen­le­gungs­stel­le je­der­zeit wei­te­re Be­le­ge für die Er­fül­lung und Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen an die Un­ab­hän­gig­keit ver­lan­gen.
9An­ga­ben über die Iden­ti­tät der An­le­ger und An­le­ge­rin­nen sind nicht er­for­der­lich.
2 Weil es sich bei den Be­wil­li­gungs­trä­gern über­wie­gend um Ge­sell­schaf­ten han­delt, wird hier auf die Paar­form ver­zich­tet.
(Art. 123 Abs. 2 Fin­fraG)
1Ban­ken und Ef­fek­ten­händ­ler nach BEHG kön­nen bei der Be­rech­nung der Er­werbs­po­si­tio­nen (Art. 14 Abs. 1 Bst. a) und der Ver­äus­se­rungs­po­si­tio­nen (Art. 14 Abs. 1 Bst. b) Be­tei­li­gungs­pa­pie­re und Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te je nicht be­rück­sich­ti­gen, die sie:
in ih­rem Han­dels­be­stand hal­ten, so­fern de­ren An­teil 5 Pro­zent der Stimm­rech­te nicht er­reicht;
im Rah­men von Ef­fek­ten­lei­hen, Si­che­rungs­über­eig­nun­gen oder Re­po-Ge­schäf­ten hal­ten, so­fern de­ren An­teil 5 Pro­zent der Stimm­rech­te nicht er­reicht;
aus­sch­liess­lich und wäh­rend höchs­tens zwei Bör­sen­ta­gen zum Zwe­cke der Ab­rech­nung oder Ab­wick­lung von Ge­schäf­ten hal­ten.
2Die Be­rech­nung nach Ab­satz 1 ist nur zu­läs­sig, so­fern für die­se An­tei­le kei­ne Ab­sicht be­steht, die Stimm­rech­te aus­zuü­ben oder an­der­wei­tig auf die Ge­schäfts­füh­rung des Emit­ten­ten1 Ein­fluss zu neh­men, und der Stimm­rechts­an­teil ins­ge­samt 10 Pro­zent der Stimm­rech­te nicht über­steigt.
3Be­tei­li­gungs­pa­pie­re für in­ter­ne Son­der­ver­mö­gen nach Ar­ti­kel 4 KAG2 sind den ei­ge­nen Be­stän­den der Bank oder des Ef­fek­ten­händ­lers zu­zu­rech­nen.
1 Weil es sich bei den Emit­ten­ten über­wie­gend um ju­ris­ti­sche Per­so­nen han­delt, wird hier auf die Paar­form ver­zich­tet.
1Ab der Ver­öf­fent­li­chung der Vor­an­mel­dung des Über­nah­me­an­ge­bots oder des Pro­spekts zu die­sem An­ge­bot (An­ge­botspro­spekt) bis zum En­de der Nach­frist gel­ten für fol­gen­de Per­so­nen aus­sch­liess­lich die von der Über­nah­me­kom­mis­si­on ge­stützt auf Ar­ti­kel 134 Ab­satz 5 Fin­fraG er­las­se­nen Mel­de­pflich­ten:
den An­bie­ter1;
Per­so­nen, die mit dem An­bie­ter in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che oder als or­ga­ni­sier­te Grup­pe han­deln;
Per­so­nen ge­mä­ss Ar­ti­kel 134 Ab­satz 1 Fin­fraG, die di­rekt, in­di­rekt oder in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che mit Drit­ten über ei­ne Be­tei­li­gung von min­des­tens 3 Pro­zent der Stimm­rech­te, ob aus­üb­bar oder nicht, der Ziel­ge­sell­schaft oder ge­ge­be­nen­falls ei­ner an­de­ren Ge­sell­schaft, de­ren Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zum Tausch an­ge­bo­ten wer­den, ver­fü­gen;
Per­so­nen, die von der Über­nah­me­kom­mis­si­on ge­mä­ss Ar­ti­kel 134 Ab­satz 3 Fin­fraG be­zeich­net wer­den.
2Zu mel­den­de Sach­ver­hal­te, die sich wäh­rend des Über­nah­me­ver­fah­rens er­eig­net ha­ben, sind nach En­de der Nach­frist ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen die­ser Ver­ord­nung zu mel­den.
3Die Ab­sät­ze 1 und 2 fin­den kei­ne An­wen­dung auf den Rück­kauf ei­ge­ner Be­tei­li­gungs­pa­pie­re.
1 Weil es sich bei den An­bie­tern über­wie­gend um ju­ris­ti­sche Per­so­nen han­delt, wird hier auf die Paar­form ver­zich­tet.
Art. 21 Vorabentscheid
(Art. 123 Abs. 1 und 3 Fin­fraG)
1Ge­su­che um einen Vor­abent­scheid über Be­stand oder Nicht­be­stand ei­ner Mel­de­pflicht sind recht­zei­tig vor dem be­ab­sich­tig­ten Ge­schäft an die zu­stän­di­ge Of­fen­le­gungs­stel­le zu rich­ten.
2Auf Ge­su­che für be­reits ab­ge­schlos­se­ne Ge­schäf­te kann die zu­stän­di­ge Of­fen­le­gungs­stel­le aus­nahms­wei­se ein­tre­ten.
1Die Mel­dung ent­hält fol­gen­de An­ga­ben:
Stimm­rechts­an­teil, Art und An­zahl sämt­li­cher von den be­tei­lig­ten Per­so­nen ge­hal­te­nen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re oder Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te nach Ar­ti­kel 15 und der mit die­sen ver­bun­de­nen Stimm­rech­te. Beim Un­ter­schrei­ten des Grenz­wer­tes von 3 Pro­zent kann die Mel­dung auf die Tat­sa­che des Un­ter­schrei­tens oh­ne An­ga­be des Stimm­rechts­an­teils be­schränkt wer­den;
Mel­de­pflicht aus­lö­sen­der Sach­ver­halt wie:
Er­werb,
Ver­äus­se­rung,
Über­tra­gung der Stimm­rech­te zur Aus­übung nach frei­em Er­mes­sen (Ar­ti­kel 120 Ab­satz 3 Fin­fraG),
Aus­übung oder Nicht-Aus­übung von Be­tei­li­gungs­de­ri­va­ten nach Ar­ti­kel 15,
Ef­fek­ten­lei­he und ver­gleich­ba­re Ge­schäf­te nach Ar­ti­kel 17,
Ver­än­de­rung des Ge­sell­schafts­ka­pi­tals,
Ge­richts- oder Be­hör­den­ent­scheid,
Be­grün­dung ei­ner ge­mein­sa­men Ab­spra­che,
Än­de­rung in der Zu­sam­men­set­zung ei­ner Grup­pe, oder
Än­de­rung ge­mel­de­ter An­ga­ben;
Da­tum der Ent­ste­hung der Mel­de­pflicht;
Da­tum der Über­tra­gung der Be­tei­li­gungs­pa­pie­re, wenn die­ses nicht mit dem Da­tum der Ent­ste­hung der Mel­de­pflicht zu­sam­men­fällt;
Na­me, Vor­na­me und Wohn­ort be­zie­hungs­wei­se Fir­ma und Sitz der er­wer­ben­den oder der ver­äus­sern­den be­zie­hungs­wei­se der be­tei­lig­ten Per­so­nen.
2Die An­ga­ben nach Ab­satz 1 sind in fol­gen­den Fäl­len na­ment­lich mit nach­ste­hen­den An­ga­ben zu er­gän­zen:
in Fäl­len von Ar­ti­kel 120 Ab­satz 3 Fin­fraG:
in der Mel­dung der zur Aus­übung der Stimm­rech­te nach frei­em Er­mes­sen be­rech­tig­ten Per­son: der von der Aus­übungs­er­mäch­ti­gung er­fass­te An­teil der Stimm­rech­te,
Hin­weis, so­fern die Mel­dung nicht durch den nach frei­em Er­mes­sen Er­mäch­tig­ten er­folgt, son­dern durch den­je­ni­gen, der die­sen di­rekt oder in­di­rekt be­herrscht (kon­so­li­dier­te Mel­dung);
beim Han­deln in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che oder als or­ga­ni­sier­te Grup­pe nach Ar­ti­kel 12: die An­ga­ben ge­mä­ss Ar­ti­kel 121 Fin­fraG und Ar­ti­kel 12 Ab­satz 3 die­ser Ver­ord­nung;
bei Be­tei­li­gungs­de­ri­va­ten nach Ar­ti­kel 15, die mit ei­ner Wert­pa­pier­kenn­num­mer (ISIN) ver­se­hen sind: die­se Num­mer;
bei Be­tei­li­gungs­de­ri­va­ten nach Ar­ti­kel 15, die nicht mit ei­ner ISIN ver­se­hen sind: die An­ga­be der we­sent­li­chen Be­din­gun­gen wie:
die Iden­ti­tät des Emit­ten­ten,
den Ba­sis­wert,
das Be­zugs­ver­hält­nis,
den Aus­übungs­preis,
die Aus­übungs­frist,
die Aus­übungs­art;
bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 3: den Hin­weis, dass die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 4 er­füllt sind;
bei Rechts­ge­schäf­ten nach Ar­ti­kel 17:
Stimm­rechts­an­teil, Art und An­zahl der über­tra­ge­nen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re oder Be­tei­li­gungs­de­ri­va­te nach Ar­ti­kel 15 und der mit die­sen ver­bun­de­nen Stimm­rech­te,
die Na­tur des Rechts­ge­schäfts,
der für die Rück­über­tra­gung ver­ein­bar­te Zeit­punkt oder, falls hier­für ein Wahl­recht ein­ge­räumt wur­de, ob die­ses der mel­de­pflich­ti­gen Ver­trags­par­tei nach Ar­ti­kel 17 Ab­satz 2 oder der Ge­gen­par­tei zu­kommt.
3Bei ei­nem in­di­rek­ten Er­werb oder ei­ner in­di­rek­ten Ver­äus­se­rung (Art. 11) hat die Mel­dung die voll­stän­di­gen An­ga­ben so­wohl über die di­rekt er­wer­ben­de oder ver­äus­sern­de Per­son als auch über die wirt­schaft­lich be­rech­tig­te Per­son zu ent­hal­ten.
Ge­gen­über der Of­fen­le­gungs­stel­le und der Ge­sell­schaft ist bei je­der Mel­dung ei­ne Kon­takt­per­son un­ter An­ga­be von Na­me, Vor­na­me, Adres­se, Te­le­fon­num­mer und elek­tro­ni­scher Adres­se zu be­nen­nen.
1Die Mel­dung hat in­nert vier Bör­sen­ta­gen nach Ent­ste­hen der Mel­de­pflicht bei der Ge­sell­schaft und der zu­stän­di­gen Of­fen­le­gungs­stel­le ein­zu­ge­hen. Die Of­fen­le­gungs­stel­le stellt ent­spre­chen­de Mel­de­for­mu­la­re zur Ver­fü­gung.
2Im Fal­le des Er­werbs durch Erb­gang be­trägt die Frist ge­mä­ss Ab­satz 1 zwan­zig Bör­sen­ta­ge.
3Die Ge­sell­schaft hat die Mel­dung in­nert zwei Bör­sen­ta­gen nach Ein­tref­fen der Mel­dung zu ver­öf­fent­li­chen.
4Bei Trans­ak­tio­nen in ei­ge­nen Ef­fek­ten hat die Ge­sell­schaft in­nert vier Bör­sen­ta­gen nach Ent­ste­hen der Mel­de­pflicht so­wohl die Mel­dung an die zu­stän­di­ge Of­fen­le­gungs­stel­le als auch die Ver­öf­fent­li­chung vor­zu­neh­men.
(Art. 123 Abs. 1, 124 Fin­fraG)
1Die Ge­sell­schaft ver­öf­fent­licht die Mel­dung nach Ar­ti­kel 22 über die von der zu­stän­di­gen Of­fen­le­gungs­stel­le be­trie­be­ne elek­tro­ni­sche Ver­öf­fent­li­chungs­platt­form. Sie muss da­bei auf die vor­an­ge­gan­ge­ne Ver­öf­fent­li­chung der­sel­ben mel­de­pflich­ti­gen Per­son ver­wei­sen.
2Un­ter­lässt ei­ne Ge­sell­schaft ei­ne Ver­öf­fent­li­chung oder nimmt sie ei­ne sol­che feh­ler­haft be­zie­hungs­wei­se un­voll­stän­dig vor, so kön­nen die Of­fen­le­gungs­stel­len um­ge­hend die vor­ge­schrie­be­nen In­for­ma­tio­nen pu­bli­zie­ren und der Ge­sell­schaft die durch die Er­satz­mass­nah­me an­fal­len­den Kos­ten auf­er­le­gen. Die Of­fen­le­gungs­stel­len kön­nen die Grün­de für die Er­satz­mass­nah­me ver­öf­fent­li­chen. Die Ge­sell­schaft ist vor­gän­gig zu in­for­mie­ren.
(Art. 123 Abs. 1 und 2, 124 Fin­fraG)
1Aus wich­ti­gen Grün­den kön­nen Aus­nah­men oder Er­leich­te­run­gen von der Mel­de- und Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht ge­währt wer­den, ins­be­son­de­re wenn die Ge­schäf­te:
kurz­fris­ti­ger Na­tur sind;
2Die­se Ge­su­che sind recht­zei­tig vor dem be­ab­sich­tig­ten Ge­schäft an die zu­stän­di­ge Of­fen­le­gungs­stel­le zu rich­ten.
3Auf Ge­su­che für be­reits ab­ge­schlos­se­ne Ge­schäf­te tritt die zu­stän­di­ge Of­fen­le­gungs­stel­le nur aus­nahms­wei­se und bei Vor­lie­gen aus­ser­or­dent­li­cher Grün­de ein.
(Art. 123, 124 Fin­fraG)
1Für die Über­wa­chung der Mel­de- und der Ver­öf­fent­li­chungs­pflicht se­hen die Bör­sen in ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on ei­ne be­son­de­re Stel­le vor (Of­fen­le­gungs­stel­le). Die­se be­ar­bei­tet auch Ge­su­che um Vor­abent­scheid (Art. 21) so­wie um Aus­nah­men und Er­leich­te­run­gen (Art. 26).
2Ist die Er­rich­tung ei­ner sol­chen Stel­le un­ver­hält­nis­mäs­sig, so kann die­se Auf­ga­be ei­ner an­de­ren Bör­se über­tra­gen wer­den; die Re­ge­lung der Zu­sam­men­ar­beit ist der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
3Die Of­fen­le­gungs­stel­len in­for­mie­ren die Öf­fent­lich­keit lau­fend über ih­re Pra­xis. Sie kön­nen Mit­tei­lun­gen und Re­gle­men­te er­las­sen und In­for­ma­tio­nen, die zur Er­fül­lung des Ge­set­zes­zwecks not­wen­dig sind, in ge­eig­ne­ter Wei­se pu­bli­zie­ren. Die Ver­öf­fent­li­chung von Emp­feh­lun­gen hat grund­sätz­lich in an­ony­mi­sier­ter Form zu er­fol­gen.
4Die Of­fen­le­gungs­stel­len kön­nen für die im Auf­trag der FIN­MA zu er­fül­len­den Auf­ga­ben und für die Be­ar­bei­tung der Ge­su­che ei­ne an­ge­mes­se­ne Ent­schä­di­gung ver­lan­gen. Die Ta­ri­fe sind der FIN­MA zur Ge­neh­mi­gung zu un­ter­brei­ten.
1Ge­su­che um Vor­abent­scheid (Art. 21) so­wie um Aus­nah­men und Er­leich­te­run­gen (Art. 26) ha­ben ei­ne Sach­ver­halts­dar­stel­lung, einen An­trag und ei­ne Be­grün­dung zu ent­hal­ten. Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung ist mit ge­eig­ne­ten Un­ter­la­gen zu do­ku­men­tie­ren und hat sämt­li­che An­ga­ben nach Ar­ti­kel 22 zu ent­hal­ten.
2Die Of­fen­le­gungs­stel­le er­lässt ge­gen­über Ge­such­stel­lern und Ge­such­stel­le­rin­nen Emp­feh­lun­gen; die­se sind zu be­grün­den und auch der FIN­MA mit­zu­tei­len.
3Die Of­fen­le­gungs­stel­le kann ih­re Emp­feh­lun­gen der Ge­sell­schaft zu­stel­len. Vor­be­hal­ten blei­ben we­sent­li­che In­ter­es­sen des Ge­such­stel­lers oder der Ge­such­stel­le­rin, na­ment­lich Ge­schäfts­ge­heim­nis­se.
4Die FIN­MA er­lässt ei­ne Ver­fü­gung, wenn:
sie sel­ber in der Sa­che ent­schei­den will;
der Ge­such­stel­ler oder die Ge­such­stel­le­rin die Emp­feh­lung ab­lehnt oder miss­ach­tet; oder
die Of­fen­le­gungs­stel­le sie um einen Ent­scheid er­sucht.
5Will die FIN­MA sel­ber in der Sa­che ent­schei­den, so er­klärt sie dies in­nert fünf Bör­sen­ta­gen.
6Die Ab­leh­nung ei­ner Emp­feh­lung hat der Ge­such­stel­ler oder die Ge­such­stel­le­rin in­nert fünf Bör­sen­ta­gen mit ei­ner Ein­ga­be an die FIN­MA zu be­grün­den. Die FIN­MA kann die­se Frist für die Be­grün­dung auf Ge­such hin ver­län­gern.
7In den Fäl­len nach Ab­satz 4 er­öff­net die FIN­MA un­ver­züg­lich ein Ver­fah­ren und zeigt dies der Of­fen­le­gungs­stel­le so­wie den Par­tei­en an. Gleich­zei­tig for­dert sie die Of­fen­le­gungs­stel­le auf, ih­re Ak­ten vor­zu­le­gen.
(Art. 8, 31, 123 Abs. 1 Fin­fraG)
Die FIN­MA kann die Of­fen­le­gungs­stel­len an­wei­sen, Un­ter­su­chun­gen durch­zu­füh­ren.
(Art. 135 Abs. 4 Fin­fraG)
Ne­ben Ar­ti­kel 135 Fin­fraG und den nach­fol­gen­den Be­stim­mun­gen sind auf das Pflicht­an­ge­bot die Ar­ti­kel 125-134, 136-141, 152 so­wie 163 Fin­fraG so­wie die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Bun­des­ra­tes und der Über­nah­me­kom­mis­si­on über die öf­fent­li­chen Kau­f­an­ge­bo­te an­wend­bar.
(Art. 135 Abs. 1 und 4 Fin­fraG)
An­ge­bots­pflich­tig ist, wer di­rekt oder in­di­rekt Be­tei­li­gungs­pa­pie­re er­wirbt und da­durch den ge­setz­lich oder sta­tu­ta­risch fest­ge­leg­ten Grenz­wert nach Ar­ti­kel 135 Ab­satz 1 Fin­fraG (Grenz­wert) über­schrei­tet.
Für den in­di­rek­ten Er­werb von der An­ge­bots­pflicht un­ter­lie­gen­den Be­tei­li­gun­gen der Ziel­ge­sell­schaft gel­ten Ar­ti­kel 120 Ab­satz 5 Fin­fraG und Ar­ti­kel 11 die­ser Ver­ord­nung sinn­ge­mä­ss.
(Art. 135 Abs. 1 und 4, 136 Abs. 2 Fin­fraG)
Für Per­so­nen, die der An­ge­bots­pflicht un­ter­lie­gen­de Be­tei­li­gun­gen der Ziel­ge­sell­schaft im Hin­blick auf die Be­herr­schung der Ziel­ge­sell­schaft in ge­mein­sa­mer Ab­spra­che oder als or­ga­ni­sier­te Grup­pe er­wer­ben, gilt Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1.
1Der Grenz­wert ist ge­stützt auf die Ge­samt­zahl der Stimm­rech­te ge­mä­ss dem Ein­trag im Han­dels­re­gis­ter zu be­rech­nen.
2Für das Über­schrei­ten des Grenz­wer­tes sind sämt­li­che Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zu be­rück­sich­ti­gen, die im Ei­gen­tum der er­wer­ben­den Per­son ste­hen oder ihr auf an­de­re Wei­se Stimm­rech­te ver­mit­teln, un­ab­hän­gig da­von, ob die Stimm­rech­te aus­üb­bar sind oder nicht.
3Von der Be­rech­nung aus­ge­nom­men sind Stimm­rech­te, de­ren Aus­übung aus­sch­liess­lich auf ei­ner Voll­macht zur Ver­tre­tung an ei­ner Ge­ne­ral­ver­samm­lung be­ruht.
1Das Pflicht­an­ge­bot hat sich auf al­le Ar­ten von ko­tier­ten Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren der Ziel­ge­sell­schaft zu er­stre­cken.
2Es hat auch Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zu um­fas­sen, die mit­tels Be­tei­li­gungs­de­ri­va­ten neu ge­schaf­fen wer­den, wenn die da­mit ver­bun­de­nen Rech­te vor dem Ab­lauf der Nach­frist im Sin­ne von Ar­ti­kel 130 Ab­satz 2 Fin­fraG aus­ge­übt wer­den.
(Art. 135 Abs. 4, 136 Abs. 2, 163 Fin­fraG)
Un­ter­lag die Per­son, die bis­her an den Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren be­rech­tigt war, nach der Über­gangs­re­ge­lung von Ar­ti­kel 163 Fin­fraG der Pflicht, beim Über­schrei­ten der Gren­ze von 50 Pro­zent der Stimm­rech­te ein An­ge­bot für al­le Be­tei­li­gungs­pa­pie­re zu un­ter­brei­ten, so geht die­se Pflicht auf die Per­son über, die ei­ne Be­tei­li­gung zwi­schen 33⅓und 50 Pro­zent der Stimm­rech­te er­wirbt, wenn sie nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 2 Fin­fraG von der An­ge­bots­pflicht be­freit ist.
Ei­ne Per­son, die ei­ne vor dem 1. Ja­nu­ar 1998 er­wor­be­ne Be­tei­li­gung von 50 oder mehr Pro­zent der Stimm­rech­te ei­ner Ge­sell­schaft auf einen An­teil von un­ter 50 Pro­zent re­du­ziert, muss ein An­ge­bot nach Ar­ti­kel 135 Fin­fraG un­ter­brei­ten, wenn sie spä­ter den Grenz­wert von 50 Pro­zent wie­der über­schrei­tet.
1Das Pflicht­an­ge­bot darf nicht an Be­din­gun­gen ge­knüpft wer­den, es sei denn, es lie­gen wich­ti­ge Grün­de vor.
2Wich­ti­ge Grün­de lie­gen ins­be­son­de­re vor, wenn:
für den Er­werb ei­ne be­hörd­li­che Be­wil­li­gung er­for­der­lich ist;
die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re, die er­wor­ben wer­den sol­len, kein Stimm­recht ver­schaf­fen; oder
der An­bie­ter will, dass die kon­kret be­zeich­ne­te wirt­schaft­li­che Sub­stanz der Ziel­ge­sell­schaft nicht ver­än­dert wird.
1Das Pflicht­an­ge­bot muss in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach Über­schrei­ten des Grenz­wer­tes un­ter­brei­tet wer­den.
2Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann aus wich­ti­gen Grün­den ei­ne Frist­ver­län­ge­rung ge­wäh­ren.
(Art. 135 Abs. 4, 136 Fin­fraG)
1Die An­ge­bots­pflicht ent­fällt, wenn:
der Grenz­wert im Rah­men ei­ner Sa­nie­rung in­fol­ge ei­ner zur Ver­rech­nung ei­nes Ver­lusts durch­ge­führ­ten Ka­pi­tal­her­ab­set­zung und um­ge­hen­den Ka­pi­tal­er­hö­hung über­schrit­ten wird;
Ban­ken oder Ef­fek­ten­händ­ler nach BEHG al­lein oder als Syn­di­kat im Rah­men ei­ner Emis­si­on Be­tei­li­gungs­pa­pie­re fest über­neh­men und sich ver­pflich­ten, die den Grenz­wert über­stei­gen­de An­zahl von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren in­ner­halb von drei Mo­na­ten ab Über­schrei­tung des Grenz­wer­tes wie­der zu ver­äus­sern und die Ver­äus­se­rung in­nert die­ser Frist auch tat­säch­lich er­folgt.
2Die Be­an­spru­chung ei­ner Aus­nah­me nach Ab­satz 1 oder nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 2 Fin­fraG ist der Über­nah­me­kom­mis­si­on zu mel­den. Die­se er­öff­net in­nert fünf Bör­sen­ta­gen ein Ver­wal­tungs­ver­fah­ren, wenn sie Grund zur An­nah­me hat, dass die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 nicht er­füllt sind.
3Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann in be­grün­de­ten Fäl­len die Frist nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b auf An­trag ver­län­gern.
(Art. 135, 136 Abs. 1 Fin­fraG)
1In den Fäl­len nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 Fin­fraG so­wie in wei­te­ren be­rech­tig­ten Fäl­len kann ei­ne an­ge­bots­pflich­ti­ge Per­son aus wich­ti­gen Grün­den von der Pflicht zur Un­ter­brei­tung ei­nes An­ge­bots be­freit wer­den.
2Als wei­te­re be­rech­tig­te Fäl­le nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 Fin­fraG kön­nen ins­be­son­de­re die Fäl­le gel­ten, in de­nen:
die er­wer­ben­de Per­son die Ziel­ge­sell­schaft nicht kon­trol­lie­ren kann, weil ei­ne an­de­re Per­son oder ei­ne Grup­pe über einen hö­he­ren Stim­men­an­teil ver­fügt;
ein Mit­glied ei­ner or­ga­ni­sier­ten Grup­pe nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Fin­fraG auch ein­zeln den Grenz­wert über­schrei­tet; oder
der vor­aus­ge­gan­ge­ne Er­werb in­di­rekt (Art. 32) er­folg­te, die­ser Er­werb nicht zu den Haupt­zie­len der Trans­ak­ti­on zählt und die In­ter­es­sen der Ak­tio­näre und Ak­tio­nä­rin­nen der Ziel­ge­sell­schaft ge­wahrt blei­ben.
3Mit der Ge­wäh­rung von Aus­nah­men kön­nen Auf­la­gen ver­bun­den wer­den; ins­be­son­de­re kön­nen der er­wer­ben­den Per­son Ver­pflich­tun­gen für die Zu­kunft auf­er­legt wer­den.
4Die Auf­la­gen nach Ab­satz 3 ge­hen auf einen Rechts­nach­fol­ger über, der ei­ne Be­tei­li­gung von über 33⅓ Pro­zent er­wirbt, auch wenn die­ser nach Ar­ti­kel 136 Ab­satz 2 Fin­fraG von der An­ge­bots­pflicht be­freit ist.
(Art. 135 Abs. 2-4 Fin­fraG)
1Der Preis des An­ge­bots muss für je­de Art von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren der Ziel­ge­sell­schaft min­des­tens dem Bör­sen­kurs ent­spre­chen.
2Der Bör­sen­kurs nach Ar­ti­kel 135 Ab­satz 2 Buch­sta­be a Fin­fraG ent­spricht dem vo­lu­men­ge­wich­te­ten Durch­schnitts­kurs der börs­li­chen Ab­schlüs­se der letz­ten 60 Bör­sen­ta­ge vor Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots be­zie­hungs­wei­se der Vor­an­mel­dung.
3Er ist von den er­heb­li­chen Kursein­flüs­sen durch be­son­de­re Er­eig­nis­se, wie Di­vi­den­den­aus­schüt­tung oder Ka­pi­tal­trans­ak­tio­nen, de­nen er in­ner­halb die­ses Zeit­raums aus­ge­setzt ist, zu be­rei­ni­gen. Ei­ne Prüf­stel­le nach Ar­ti­kel 128 Ab­satz 1 Fin­fraG hat in ih­rem Be­richt die An­ge­mes­sen­heit der Be­rei­ni­gung zu be­stä­ti­gen und die Be­rech­nungs­grund­la­gen auf­zu­zei­gen.
4Sind die ko­tier­ten Be­tei­li­gungs­pa­pie­re vor der Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots be­zie­hungs­wei­se der Vor­an­mel­dung nicht li­quid, so ist ei­ne Un­ter­neh­mens­be­wer­tung durch ei­ne Prüf­stel­le zu er­stel­len. Der Be­richt be­schreibt die Be­wer­tungs­me­tho­den und Be­wer­tungs­grund­la­gen und be­grün­det, ob und in wel­chem Um­fang bei der Fest­set­zung des Min­dest­prei­ses auf den Bör­sen­kurs be­zie­hungs­wei­se auf den Un­ter­neh­mens­wert ab­zu­stel­len ist.
1Der Preis des vor­aus­ge­gan­ge­nen Er­werbs nach Ar­ti­kel 135 Ab­satz 2 Buch­sta­be b Fin­fraG ent­spricht dem höchs­ten Preis, den die er­wer­ben­de Per­son im Lau­fe der letz­ten zwölf Mo­na­te vor Ver­öf­fent­li­chung des An­ge­bots oder der Vor­an­mel­dung für Be­tei­li­gungs­pa­pie­re der Ziel­ge­sell­schaft be­zahlt hat.
2Er ist für je­de Art von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren ge­trennt zu er­mit­teln. Der Fest­le­gung des an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis­ses zwi­schen den Prei­sen meh­re­rer Ar­ten von Be­tei­li­gungs­pa­pie­ren nach Ar­ti­kel 135 Ab­satz 3 Fin­fraG ist der Preis des im Ver­gleich zum No­mi­nal­wert höchst­be­zahl­ten Be­tei­li­gungs­pa­piers zu­grun­de zu le­gen.
3Die beim vor­aus­ge­gan­ge­nen Er­werb durch Tausch ge­gen Ef­fek­ten er­wor­be­nen Be­tei­li­gungs­pa­pie­re der Ziel­ge­sell­schaft sind zum Wert im Zeit­punkt des Tau­sches an­zu­rech­nen.
4Hat die er­wer­ben­de oder die ver­äus­sern­de Per­son beim vor­aus­ge­gan­ge­nen Er­werb ne­ben den Haupt­leis­tun­gen an­de­re we­sent­li­che Leis­tun­gen er­bracht, hat sie ins­be­son­de­re Si­cher­hei­ten oder Sach­leis­tun­gen ge­währt, so wird der Preis für den vor­aus­ge­gan­ge­nen Er­werb um den Wert die­ser Leis­tun­gen er­höht be­zie­hungs­wei­se ge­min­dert.
5Ei­ne Prüf­stel­le (Art. 128 Fin­fraG) hat in ih­rem Be­richt die Be­wer­tung der Be­tei­li­gungs­pa­pie­re nach Ab­satz 3 zu prü­fen so­wie die An­ge­mes­sen­heit der Er­hö­hung oder der Min­de­rung nach Ab­satz 4 zu be­stä­ti­gen und ih­re Be­rech­nun­gen auf­zu­zei­gen.
1Er­folg­te der vor­aus­ge­gan­ge­ne Er­werb in­di­rekt im Sin­ne von Ar­ti­kel 32 in Ver­bin­dung mit Ar­ti­kel 11 Buch­sta­be c, so hat der An­bie­ter den auf die Be­tei­li­gungs­pa­pie­re der Ziel­ge­sell­schaft ent­fal­len­den An­teil des be­zahl­ten Prei­ses im An­ge­botspro­spekt of­fen­zu­le­gen.
2Die Be­wer­tung die­ses An­teils ist durch ei­ne Prüf­stel­le zu über­prü­fen.
1Der An­ge­bots­preis kann durch Bar­zah­lung oder durch Tausch ge­gen Ef­fek­ten ge­leis­tet wer­den.
2Ei­ne Ab­gel­tung durch Tausch ge­gen Ef­fek­ten ist zu­läs­sig, so­fern al­ter­na­tiv ei­ne voll­stän­di­ge Bar­zah­lung an­ge­bo­ten wird.
Für die Be­stim­mung des Wer­tes von zum Tausch an­ge­bo­te­nen Ef­fek­ten gilt Ar­ti­kel 42 Ab­sät­ze 2-4.
Die Über­nah­me­kom­mis­si­on kann aus wich­ti­gen Grün­den dem An­bie­ter in Ein­zel­fäl­len Aus­nah­men von den Re­ge­lun­gen die­ses Ab­schnitts (Art. 40-44) ge­wäh­ren.
(Art. 122, 123 Abs. 1 Fin­fraG; Art. 39 Abs. 1 FIN­MAG)
1Die FIN­MA, die Über­nah­me­kom­mis­si­on, die Zu­las­sungs-, die Of­fen­le­gungs- und die Über­wa­chungs­stel­len der Bör­sen stel­len ein­an­der von sich aus oder auf An­fra­ge hin sämt­li­che In­for­ma­tio­nen und sach­be­zo­ge­nen Un­ter­la­gen zur Ver­fü­gung, die die­se Be­hör­den und Stel­len zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen. Sie in­for­mie­ren ein­an­der ins­be­son­de­re, wenn sie Grund zur An­nah­me ha­ben, es lie­ge ei­ne Ge­set­zes­ver­let­zung vor, wel­che durch die be­tref­fen­de Be­hör­de oder Stel­le zu un­ter­su­chen ist.
2Die in­vol­vier­ten Be­hör­den und Stel­len wah­ren da­bei das Amts-, Be­rufs- und Ge­schäfts­ge­heim­nis und ver­wen­den die er­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen und sach­be­zo­ge­nen Un­ter­la­gen aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen ge­setz­li­chen Auf­ga­ben.
Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wer­den im An­hang 2 ge­re­gelt.
1Of­fen­le­gungs­mel­dun­gen, die nach bis­he­ri­gem Recht er­stat­tet wur­den, be­hal­ten ih­re Gül­tig­keit. Sach­ver­hal­te, die vor In­kraft­tre­ten des Fin­fraG ein­ge­tre­ten sind und erst auf­grund die­ses Ge­set­zes und die­ser Ver­ord­nung zu mel­den sind, müs­sen bis zum 31. März 2016 ge­mel­det wer­den.
2Zu mel­den­de Sach­ver­hal­te, die nach In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung ein­tre­ten, kön­nen mit ent­spre­chen­dem Hin­weis bei der Mel­dung und Ver­öf­fent­li­chung bis zum 31. März 2016 zu­nächst nach bis­he­ri­gem Recht ge­mel­det wer­den. Die Mel­dung nach neu­em Recht hat bis zum 31. März 2016 bei der zu­stän­di­gen Of­fen­le­gungs­stel­le und der Ge­sell­schaft ein­zu­ge­hen.
3Ver­fügt ei­ne Of­fen­le­gungs­stel­le bei In­kraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung nicht über ei­ne elek­tro­ni­sche Ver­öf­fent­li­chungs­platt­form, so hat sie ei­ne sol­che bis zum 1. Ja­nu­ar 2017 in Be­trieb zu neh­men.
4Bis zur In­be­trieb­nah­me ei­ner elek­tro­ni­schen Ver­öf­fent­li­chungs­platt­form ge­mä­ss Ab­satz 3 ver­öf­fent­licht die Ge­sell­schaft die Mel­dun­gen im Schwei­ze­ri­schen Han­delsamts­blatt so­wie in min­des­tens ei­nem der be­deu­ten­den elek­tro­ni­schen Me­di­en, die Bör­sen­in­for­ma­tio­nen ver­brei­ten. Für die Frist­wah­rung nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 2 ist der Zeit­punkt der Über­mitt­lung der Mel­dung an die elek­tro­ni­schen Me­di­en mass­ge­bend. Die Ver­öf­fent­li­chung ist gleich­zei­tig der zu­stän­di­gen Of­fen­le­gungs­stel­le zu­zu­sen­den.
Art. 50a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
Die Mel­de­pflicht nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 2 Fin­fraV-FIN­MA in der Fas­sung der Än­de­rung vom 26. Ja­nu­ar 2017 ist bis zum 31. Au­gust 2017 zu er­fül­len.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V der FIN­MA vom 26. Jan. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017 547).

References: Art. 2

Art. 3
 Art. 31

Art. 4

Art. 5

Art. 7

Art. 8

Art. 9
 Art. 15
 Art. 120

Art. 21
 Art. 39

Art. 50