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Timestamp: 2016-10-26 04:17:49+00:00

Document:
I 505/06 (16.05.2007)
vertreten durch Rechtsanwalt Willi F�chslin, Z�rcherstrasse 49, 8853 Lachen.
Der 1945 geborene S.________ war ab 1977 bei verschiedenen Arbeitgebern als Maler und Gipser erwerbst�tig. Zu Beginn des Jahres 2001 machte er sich als Gipser selbst�ndig. Am 22. Oktober 2003 meldete sich S.________ wegen chronischer R�ckenbeschwerden zum Leistungsbezug bei der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons Schwyz gew�hrte ihm Berufsberatung (Verf�gung vom 1. M�rz 2004). Nachdem die Eingliederungsbem�hungen fehlgeschlagen waren, sprach die IV-Stelle S.________ mit Wirkung ab Oktober 2003 eine Viertelsrente aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 44 Prozent zu (mit Einspracheentscheid vom 28. November 2005 best�tigte Verf�gung vom 8. November 2004).
Das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz hiess die dagegen erhobene Beschwerde in dem Sinne gut, als es S.________ mit Wirkung ab Oktober 2003 eine halbe Invalidenrente aufgrund eines Invalidit�tsgrades von 53 Prozent zusprach (Entscheid vom 5. April 2006).
Die IV-Stelle des Kantons Schwyz f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, der kantonale Beschwerdeentscheid sei aufzuheben.
Versicherter und kantonales Gericht schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf Vernehmlassung.
1.2 Der angefochtene Entscheid betrifft Leistungen der Invalidenversicherung. Nach Art. 132 Abs. 1 OG in der Fassung gem�ss Ziff. III des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 �ber die �nderung des IVG (in Kraft seit 1. Juli 2006) kann das Bundesgericht in Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen in Abweichung von den Art. 104 und 105 OG auch die Unangemessenheit der angefochtenen Verf�gung beurteilen und ist an die vorinstanzliche Feststellung des Sachverhalts nicht gebunden. Gem�ss Art. 132 Abs. 2 OG gelten diese Abweichungen nicht, wenn der angefochtene Entscheid Leistungen der Invalidenversicherung betrifft. Nach Ziff. II lit. c des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 ist indessen auf die im Zeitpunkt des Inkrafttretens der �nderung beim (damaligen) Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngigen Beschwerden bisheriges Recht anwendbar. Da die hier zu beurteilende Beschwerde am 1. Juli 2006 beim Eidgen�ssischen Versicherungsgericht h�ngig war, richtet sich die bundesgerichtliche Kognition noch nach der bis Ende Juni 2006 g�ltigen Fassung von Art. 132 OG, welche dem neuen Abs. 1 entspricht.
Strittig ist allein, ob die Vorinstanz bei der - zum Zweck des Einkommensvergleichs nach Art. 28 Abs. 2 IVG in Verbindung mit Art. 16 ATSG (BGE 130 V 343 E. 3.4 S. 348) erforderlichen - Bemessung des hypothetischen Einkommens ohne Gesundheitsschaden (Valideneinkommen) zu Recht auf die Daten aus Tabelle 1 der Lohnstrukturerhebung des Bundesamts f�r Statistik (LSE) 2002 (S. 43) und hier auf das Anforderungsniveau 1+2 (Verrichtung "h�chst anspruchsvoller und schwierigster" respektive "selbst�ndiger und qualifizierter" Arbeiten) abgestellt hat, was nach Umrechnung des Zentralwerts (Medians) von Fr. 6067.- in die betriebs�bliche w�chentliche Arbeitszeit und Einbezug der Lohnentwicklung bis 2003 zu einem j�hrlichen Validenlohn von Fr. 76'856.- f�hrte.
2.1 F�r die Bemessung des Valideneinkommens ist entscheidend, was die versicherte Person im massgebenden Zeitpunkt des Rentenbeginns (vgl. BGE 129 V 222 mit Hinweis) als Gesunde mit �berwiegender Wahrscheinlichkeit tats�chlich verdienen w�rde, und nicht, was sie bestenfalls verdienen k�nnte. Die Ermittlung des Valideneinkommens muss so konkret wie m�glich erfolgen. Massgebend ist, was die versicherte Person aufgrund ihrer beruflichen F�higkeiten und pers�nlichen Umst�nde sowie unter Ber�cksichtigung ihrer beruflichen Weiterentwicklung, soweit daf�r hinreichend konkrete Anhaltspunkte bestehen, zu erwarten gehabt h�tte (AHI 1998 S. 171 E. 5a mit Hinweisen). Da die bisherige T�tigkeit ohne Gesundheitsschaden erfahrungsgem�ss fortgesetzt w�rde, ist in der Regel vom letzten vor Eintritt der Gesundheitssch�digung erzielten Lohn auszugehen. Das Gehalt ist, wenn n�tig, der Teuerung und der realen Einkommensentwicklung anzupassen (RKUV 2006 Nr. U 568 S. 66 E. 2, U 87/05).
Bei stark schwankenden Einkommensverh�ltnissen kann auf den vor Eintritt der Invalidit�t w�hrend einer l�ngeren Zeitspanne erzielten Durchschnittsverdienst abgestellt werden (AHI 1999 S. 240 E. 3b; ZAK 1985 S. 466). L�sst sich aufgrund der tats�chlichen Verh�ltnisse das ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung realisierbare Einkommen nicht hinreichend genau beziffern, ist auf statistische Werte, so auf die Tabellenl�hne der Schweizerischen Lohnstrukturerhebung (LSE) des Bundesamtes f�r Statistik, zur�ckzugreifen (Urteil B 80/01 vom 17. Oktober 2003, E. 5.2.2 mit Hinweisen auf die Kasuistik). Auf sie darf jedoch im Rahmen der Invalidit�tsbemessung nur unter Ber�cksichtigung der f�r die Entl�hnung im Einzelfall relevanten pers�nlichen und beruflichen Faktoren abgestellt werden (Urteil I 97/00 vom 29. August 2002, E. 1.2; Meyer-Blaser, Rechtsprechung des Bundesgerichts zum IVG, Z�rich 1997, S. 205 f.; Omlin, Die Invalidit�t in der obligatorischen Unfallversicherung, Diss. Freiburg 1995, S. 180 f.).
2.2 Diesen Grunds�tzen folgend w�re das Valideneinkommen zun�chst unter der Vorgabe einer selbst�ndigen Gesch�ftst�tigkeit zu bemessen gewesen. Mit der Vorinstanz ist indes festzustellen, dass die Datengrundlage der Jahre 2001 und 2002 zu schmal und zu uneinheitlich ist, als dass sie tragf�hige R�ckschl�sse auf das hypothetische Einkommen ohne Gesundheitsschaden erlaubt h�tte. Es ist also nicht zu beanstanden, dass im angefochtenen Entscheid statistische Werte beigezogen wurden, welche die branchen�bliche Erwerbslage - freilich von Unselbst�ndigerwerbenden - wiedergeben. Strittig und n�her zu pr�fen ist die Massgeblichkeit der konkreten Tabellenposition.
2.3 Die beschwerdef�hrende IV-Stelle vertritt die Auffassung, das vom kantonalen Gericht herangezogene Anforderungsniveau 1+2 setze regelm�ssig eine leitende Funktion voraus. Der Versicherte habe seine Firma aber als Einmanngesch�ft betrieben; auch fr�her habe er nie eine Kaderstellung innegehabt. Er k�nne daher lohnstatistisch keiner h�heren Stufe als Anforderungsniveau 3 ("Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt") zugeordnet werden, was ein massgebendes Valideneinkommen von Fr. 66'937.- (und nicht, wie vom kantonalen Gericht angenommen, ein solches von Fr. 76'856.-) ergebe.
Zu treffen ist eine Annahme �ber den �berwiegend wahrscheinlichen Verlauf der Einkommensentwicklung ohne Gesundheitsschaden; das Valideneinkommen ist nicht eine vergangene, sondern eine hypothetische Gr�sse (Urteil I 696/01 vom 4. April 2002, E. 4b/bb). Das kantonale Gericht hat das Vorgehen der Verwaltung, auf ein Durchschnittsgehalt mehrerer Jahre abzustellen, zu Recht verworfen. Die im Individuellen Konto der Ausgleichskassen erfassten Einkommen der Jahre 1996 bis 2000 d�rfen nicht unbesehen auf den hier interessierenden Zeitraum ab 2003 umgelegt werden, da sie wiederholte Perioden von Arbeitslosigkeit und h�ufige Stellenwechsel enthalten. Vor diesem Hintergrund erscheint das im Jahr 2000 tats�chlich erzielte Gesamtgehalt von Fr. 71'304.- (hochgerechnet auf 2003: Fr. 75'187.-) nicht als "Ausreisser", auch wenn die im Individuellen Konto der Ausgleichskassen ausgewiesenen Einkommen der Vorjahre alle erheblich tiefer waren. Vielmehr indiziert es die Richtigkeit der Gr�ssenordnung des von der Vorinstanz tabellarisch ermittelten Valideneinkommens von Fr. 76'856.-. Im Weiteren w�rde die Annahme, der Beschwerdegegner k�nnte auch zu Zeiten normalisierter Baukonjunktur �berwiegend wahrscheinlich nicht mit einer Stabilisierung der erwerblichen Situation rechnen, seinem beruflichen Werdegang nicht gerecht: Der Versicherte erlernte von 1968 bis 1970 den Beruf des Malers und Gipsers und �bte diesen jahrzehntelang im Angestelltenverh�ltnis, seit Beginn 2001 als Selbst�ndigerwerbender aus. Gerade letzterer Umstand ist ungeachtet dessen, dass der Beschwerdegegner eine Einzelfirma unterhielt und keine F�hrungsfunktion aus�bte, durchaus als qualifizierendes Element in die Bemessung des Valideneinkommens einzubeziehen. Es ist sachgerecht, dass das kantonale Gericht den Ansatz f�r selbst�ndige und qualifizierte Arbeit f�r massgebend betrachtet hat. Das Anforderungsniveau 1+2 umfasst offenkundig nicht nur eigentliche Spitzent�tigkeiten des entsprechenden Sektors; w�re es anders, entst�nde zwischen dieser Kategorie und der folgenden (Anforderungsniveau 3: "Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt") eine relativ grosse begriffliche L�cke.
Die Beschwerdef�hrerin hat dem Beschwerdegegner f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2'000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

References: Art. 132
 Art. 104
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 28
 Art. 16
 BGE