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Timestamp: 2019-10-14 21:10:40+00:00

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Thema des Monats April 2004
"Zur Funktion und Bedeutung des Lernfeldes 2b im Rahmen der Neuordnung der SHK-Berufe"
Seit der Neuordnung der SHK-Ausbildungsberufe zum/zur Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik stehen die betrieblichen und überbetrieblichen Ausbilder sowie die Lehrkräfte der berufsbildenden Schulen vor der Herausforderung, die in den Ordnungsmitteln formulierten neuen Inhalte und Vorgaben in der Ausbildung umzusetzen. Aus Sicht der Berufspädagogik von besonderer Bedeutung ist dabei die grundsätzliche (Neu)Orientierung der beruflichen Bildung an den Arbeits- und Geschäftsprozessen des Berufsfeldes bzw. an Kundenaufträgen. Die Struktur der Neuordnung, insbesondere die lernfeldorientierte Gestaltung des KMK-Rahmenlehrplans, wurde im Thema des Monats März von Manfred Hoppe ausführlich dargestellt. Dabei verwies Hoppe auf die Sonderstellung des Lernfeldes 2b. In diesem Monatsthema wird der Versuch unternommen, die von Hoppe angedeutete besondere Funktion dieses Lernfeldes für die grundlegende Orientierung der Ausbildung an Kundenaufträgen aus Sicht des Arbeitskreises Versorgungstechnik zu vertiefen. Das Monatsthema Mai wird dann ein Umsetzungsbeispiel für das Lernfeld 2b präsentieren.
2. Grundsätze und Präambeln der neuen Ordnungsmittel
Betrachtet man die neugestalteten Ordnungsmittel, dann wird deutlich, dass sich sowohl der KMK-Rahmenlehrplan, die Ausbildungsverordnung als auch die Lehrgangsbeschreibungen der überbetrieblichen Ausbildung in ihren Grundsätzen und Leitpräambeln stärker als bisher an den realen Arbeits- und Geschäftsprozessen des Berufes des/der Anlagenmechanikers/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik orientieren. Im Folgenden sind hierzu die wesentlichen Aussagen aus den einzelnen Ordnungsmitteln im Hinblick auf entsprechende Formulierungen zusammenfassend dargestellt.
a. KMK-Rahmenlehrplan
Im Teil III "Didaktische Grundsätze" ist im KMK-Rahmenlehrplan als Zielsetzung der Berufsausbildung formuliert, "... den Unterricht an einer den Aufgaben der Berufsschule zugeschnittenen Pädagogik auszurichten, die Handlungsorientíerung betont und junge Menschen zu selbstständigen Planen, Durchführen und Beurteilen von Arbeitsaufgaben im Rahmen ihrer Berufstätigkeit befähigt" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.05.2003, KMK-Rahmenlehrplan, S. 5).
Im Teil IV "Berufsbezogene Vorbemerkungen" heißt es dann weiter, dass der Rahmenlehrplan von folgenden Zielen ausgeht (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.05.2003, KMK-Rahmenlehrplan, S. 6):
"Die Schülerinnen und Schüler
beachten die besondere Verantwortung der Anlagenmechaniker/ Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik für die Sicherung der menschlichen Lebensgrundlagen im Zusammenhang mit einer auf Nachhaltigkeit orientierten Energie- und Ressourcennutzung und entwickeln Beratungskompetenz im Hinblick auf die Techniken zur Energie- und Ressourceneinsparung, zur rationellen Energienutzung und zur Nutzung erneuerbarer Energien. Dabei betrachten sie das Haus als energetisches Gesamtsystem und berücksichtigen gewerkeübergreifende Zusammenhänge.
betrachten sich als Dienstleister am Kunden und orientieren ihr Handeln und Auftreten an den Erwartungen und Wünschen des Kunden."
Und weiter unter heißt es: "Bei der unterrichtlichen Umsetzung des vorliegenden Lehrplanes werden als Qualifizierungsziele die folgenden Kompetenzen angestrebt:
Selbstständige Erstellung der üblichen versorgungstechnischen Ausrüstung eines Ein- bis Zweifamilienhauses.
Erstellung komplexerer versorgungstechnischer Anlagen unter Anleitung." (ders., S. 7).
Und bezogen auf das Lernfeld 2b heißt es u.a.: "Das Lernfeld 2b gibt einen ersten Überblick über innerbetriebliche Abläufe und das Tätigkeitsspektrum der SHK-Betriebe. Auch dort, wo es in der Darstellung von Zielformulierungen nicht explizit erwähnt wird, ist nach Möglichkeit von der Orientierung an Kundenaufträgen und -wünschen auszugehen" (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16.05.2003, KMK-Rahmenlehrplan, S. 7).
b. Ausbildungsverordnung
Die Ausbildungsverordnung beinhaltet ebenfalls entsprechende Verweise auf die grundsätzliche Orientierung der Berufsbildung an Kundenaufträgen. So heißt es in § 3 "Berufsfeldbreite Grundbildung und Zielsetzung der Berufsbildung" im Absatz 2: "Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbstständiges Planen, Ausführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 und 9 nachzuweisen" (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003, Teil I, Nr. 29, Verordnung über die Berufsausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- du Klimatechnik/zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik).
Den Verweisen auf die §§ 8 und 9 folgend, findet sich in § 8 Abs. 3 zur Gestaltung der Zwischenprüfung die Formulierung, dass der Prüfling in höchstens acht Stunden eine Arbeitsaufgabe durchführen soll, "... die einem Kundenauftrag entspricht...". Im § 9, der die Inhalte und den Ablauf der Gesellen/ Abschlussprüfung definiert, heißt es im Abs. 2 vergleichbar: "Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 19 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht, bearbeiten und dokumentieren sowie innerhalb dieser Zeit in höchstens 20 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen" (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2003, Teil I, Nr. 29, Verordnung über die Berufsausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik/zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik).
Weitere "Fundstellen" sind im § 4 "Ausbildungsberufsbild" sowie im § 5 und dort insbesondere in der dazugehörigen Anlage enthalten. So heißt es z.B. in der lfd. Nr. 16.2 "Kundenorientierte Auftragsbearbeitung", dass folgende Kenntnisse und Fertigkeiten unter Einbeziehung des selbstständigen Planens, Durchführens und Kontrollierens zu vermitteln sind (ders.):
"a) Aufträge entgegennehmen und unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und terminlicher Vorgaben kundengerecht ausführen
b) gewerkeübergreifende Leistungen abstimmen und ausführen
c) Anlagenbetreiber unter Berücksichtigung von Sicherheit, Energieeinsparung und Umweltschutz in der Bedienung der Anlage einweisen
d) Anlage mit Übergabeprotokoll übergeben
e) Erscheinungsbild des Betriebes mitgestalten, insbesondere gegenüber Kunden."
c. Überbetriebliche Unterweisungspläne
Für die Neugestaltung und Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen in überbetrieblichen Ausbildungsstätten hat der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) eine Empfehlung formuliert (Hauptausschuss des BIBB, 28. Juni 2002). Diese Empfehlung ersetzt den vom Hauptausschuss des BIBB verabschiedeten "Kriterienkatalog zur Beurteilung von Lehrgängen für die überbetriebliche Berufsausbildung" aus dem Jahre 1979 (!). Die vom BIBB kommentierte Empfehlung versteht sich als Beitrag "zur Entwicklung und Sicherung der Qualität der Überbetrieblichen Berufsausbildung" (Pressemitteilung BIBB, 21/2002, S. 1). Unter Punkt 3.1 "Umsetzung auf der konzeptionellen Ebene" verweist der Text auf die Förderung der Handlungsorientierung bei der Umsetzung überbetrieblicher Bildungsmaßnahmen. Danach sollen die überbetrieblichen Ausbildungspläne Angaben enthalten über "Empfehlungen für Ausbilderinnen und Ausbilder zu entsprechenden problemhaltigen Handlungssituationen der Praxis (Orientierung an der Struktur von Arbeits- und Geschäftsprozessen), einschließlich methodischer Hinweise und Angaben zum organisatorischen Rahmen sowie ihrer multimedialen Umsetzung" (Pressemitteilung BIBB, 21/2002, S. 1f).
Für die Umsetzung verweist die BIBB-Empfehlung darauf, dass die "... Durchführung der überbetrieblichen Bildungsmaßnahmen sich vorzugsweise nach auftrags- und betriebsorientierten Gesichtspunkten ausrichten (sollte)" und das sich " ... Auftragsorientierung vor allem in der methodisch-didaktischen Berücksichtigung des Prinzips der vollständigen Handlung in Lehr- und Lernarrangements aus (drückt). Das Lernhandeln der Auszubildenden in komplexen Lernsituationen umfasst dabei die wesentlichen Phasen des Kundenauftrag (Analyse, Planung, Durchführung und Auswertung)" (Pressemitteilung BIBB, 21/2002, S. 3f).
Und auch die neugestalteten "Unterweisungspläne" der überbetrieblichen Bildungsstätten enthalten jeweils die folgende Anmerkung: "Die nachstehenden Unterweisungsinhalte sollen an Aufgaben, die Kundenaufträgen entsprechen, handlungsorientiert unter Berücksichtigung der betrieblichen, technischen und kundenorientierten Kommunikation, vermittelt werden" (Unterweisungsplan für einen Lehrgang der überbetrieblichen beruflichen Grundbildung im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk (12270) – Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (12273), Kennziffer: G-IH1/03).

References: § 3
 § 1
 § 8
 § 9
 § 4
 § 5