Source: https://gesellschaftentwickelnblog.wordpress.com/2017/05/02/direktkandidat-tomas-grohe-die-linke-zum-bge/
Timestamp: 2017-10-20 18:02:26+00:00

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Direktkandidat Tomas Grohé (DIE LINKE) zum BGE – gesellschaftentwickelnblog
Langfristig wird das immer schneller um sich greifende Vernichten von Arbeitsplätzen dazu führen, dass ein BGE zur notwendigen Grundsicherung all derer, die keine Erwerbsmöglichkeit haben, eingesetzt werden muss. Das aber erst auf lange Sicht – weil aktuell und sicher noch länger sich für die meisten Menschen der Sinn des Lebens noch über eine wie immer geartete Anerkennung und Selbstwertgefühl und finanzielle Unabhängigkeit sichernde Tätigkeit definiert. Deswegen ist (insbesondere Langzeit-)Arbeitslosigkeit und Hartz IV ja ein derart traumatisierender Zustand.
Prinzipiell Ja – aber einen mit vielen Fragen nach anderen Alternativen mit dem gleichen Ziel, Menschen Existenz sichernde, Lebensplanung verlässlich ermöglichende und Zufriedenheit, Anerkennung bietende Tätigkeiten zu geben. Dass sich dabei die Art der Tätigkeiten verändern wird ist klar und insbesondere solche „reproduktiven“ Tätigkeiten wie Kinder erziehen, Familienhaushalte führen, Angehörige pflegen, … müssen dann endlich als echte Dienstleistungen an der Gesellschaft anerkannt und honoriert werden.
Da müsste sich an den „herkömmlichen Bedingungen“ schon einiges grundsätzlich ändern:
Solange der Gier des Kapitals nach immer schnellerem Wachstum nicht Einhalt geboten wird, solange die Finanzmärkte nicht zugunsten der Realwirtschaft abgeschafft werden, solange die völlig zerstörerischen Wachstumsideologie nicht geknackt wird zugunsten einer nennen wir sie: enkeltauglichen an Nachhaltigkeit orientierten Produktions- und Entwicklungspolitik, solange es keine Umverteilung des irrwitzigen Reichtums von oben nach unten gibt, solange das Geld die Politik beherrscht und der Primat der Politik gegenüber der Wirtschaft nicht wieder hergestellt ist, solange werden wir um genau für diese Veränderungen kämpfen müssen und solange das nicht geklärt ist, wird ein BGE immer das Opium fürs Volk sein, um „Ruhe zu gewährleisten“ – es wird also eher unterdrückende als befreiend emanzipierende Funktionen haben.
Zitat Tomas Grohé: „ (…) Das aber erst auf lange Sicht – weil aktuell und sicher noch länger sich für die meisten Menschen der Sinn des Lebens noch über eine wie immer geartete Anerkennung und Selbstwertgefühl und finanzielle Unabhängigkeit sichernde Tätigkeit definiert.“
Zitat Tomas Grohé: „ (…) und solange das nicht geklärt ist, wird ein BGE immer das Opium fürs Volk sein, um „Ruhe zu gewährleisten“ – es wird also eher unterdrückende als befreiend emanzipierende Funktionen haben.“
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2 Kommentare zu “Direktkandidat Tomas Grohé (DIE LINKE) zum BGE”
Anita Bone | 4. Mai 2017 um 10:35
Vielen Dank für die Nachfragen zum BGE direkt bei den Politikern. Super Sache. Ich habe zwei Vorträge zum BGE gehalten. Diese bestätigen so ziemlich, was Herr Grohe antwortet. Beim ersten Vortrag kamen 20 Leute, aber es war kein einziger dabei, den es betrifft. Alles gut verdienende Intellektuelle, keine Arbeiter, keine Alleinerziehende, keine Frührentner, Kranke oder Rentner und auch keine Hartz VI-Bezieher. Bei der 2. Veranstaltung ähnlich, diesmal jedoch ein paar Frauen mit prekärem Verdienst. Was die erzählten, konnten die Männer kaum glauben, die natürlich alle gut bezahlter Arbeit nachgingen. Was sich viele gut vorstellen können, können ebenso viele eben nicht. Das hat natürlich Gründe. Ich bin Befürworterin eines BGE, sehe es jedoch auch als ein Wagnis, das seine Tücken hat.
Trotzdem: die Diskussion ist notwendig und wird nicht ohne Folgen bleiben.

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