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Timestamp: 2019-10-18 20:07:09+00:00

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BGH, 08.11.1993 - II ZR 26/93 - dejure.org
https://dejure.org/1993,844
BGH, 08.11.1993 - II ZR 26/93 (https://dejure.org/1993,844)
BGH, Entscheidung vom 08.11.1993 - II ZR 26/93 (https://dejure.org/1993,844)
BGH, Entscheidung vom 08. November 1993 - II ZR 26/93 (https://dejure.org/1993,844)
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AktG 1965 §§ 121 Abs. 4, 130 Abs. 1; ZPO § 415
Beweiskraft einer notariellen Niederschrift; keine Ermächtigung der Hauptversammlung zur Bestimmung des Orts der nächsten Hauptversammlung
Hauptversammlungsbeschluß - Satzungsänderung - Aktiengesellschaft - Urkundenbeweis - Notarielles Hauptversammlungsprotokoll
Nichtigkeit der Ermächtigung der Hauptversammlung durch Satzung zur Festlegung des nächsten Versammlungsorts ("ASS")
AktG (1965) § 121 Abs. 4, § 130 Abs. 1; ZPO § 415
NJW 1994, 320
ZIP 1993, 1867
DNotZ 1994, 615
WM 1993, 2244
BB 1994, 22
DB 1994, 31
Der Wortlaut von § 121 Abs. 5 AktG enthält keine Eingrenzung für die Satzungsbestimmung über den Versammlungsort (vgl. BGH, Urteil vom 8. November 1993 - II ZR 26/93, ZIP 1993, 1867, 1869).
Dem lag die Absicht zugrunde, zum Schutz der Beteiligten, namentlich der Minderheitsaktionäre, eine willkürliche Auswahl des Versammlungsorts zu unterbinden (BGH, Urteil vom 8. November 1993 - II ZR 26/93, ZIP 1993, 1867, 1870).
Der Senat hat es zwar für mit dem Schutzzweck, die Beteiligten, insbesondere die Minderheitsaktionäre vor einer willkürlichen Auswahl des Versammlungsorts zu schützen, vereinbar erachtet, wenn die Satzung mehrere Orte aufführt, unter denen das Einberufungsorgan wählen kann, oder lediglich eine regional begrenzte geographische Vorgabe macht (BGH, Urteil vom 8. November 1993 - II ZR 26/93, ZIP 1993, 1867, 1870).
Die Parteivernehmung darf von Amts wegen nur angeordnet werden, wenn aufgrund einer vorausgegangenen Beweisaufnahme oder des sonstigen Verhandlungsinhalts wenigstens eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die zu beweisende Tatsache spricht, so dass bereits "einiger Beweis" erbracht ist und das Gericht durch die Parteivernehmung die Ausräumung seiner letzten Zweifel erwartet (BGH, NJW 1994, 320;… Greger, in: Zöller, ZPO, 30. Aufl., Rdn. 4a zu § 448 ZPO;… Huber, in: Musielak, ZPO, 11. Aufl., Rdn. 3 zu § 448 ZPO).
Diese ermächtigt nach § 81 ZPO zu allen den Rechtsstreit betreffenden Prozeßhandlungen und auch zur Bestellung eines Prozeßbevollmächtigten für die Berufungsinstanz (vgl. auch BGH, Urteil vom 8. November 1993 - II ZR 26/93, WM 1993, 2244, 2245).
Denn obgleich es sich bei dem Hauptversammlungsprotokoll um eine öffentliche Urkunde handelt (vgl. BGH, NJW 1994, 320, 321;… Marsch-Barner, in: Marsch-Barner/Schäfer, Handbuch börsennotierter Aktiengesellschaften, 2. Aufl., § 35 Rdn. 2), schließt dies den Beweis einer unrichtigen Beurkundung gemäß § 415 Abs. 2 ZPO nicht aus.
Da das Protokoll die Beurkundung eines vom Notar wahrgenommenen Vorgangs i.S.v. § 415 Abs. 1 ZPO darstellt (vgl. BGH, NJW 1994, 320 [juris Rn. 15]), ist davon auszugehen, dass sich seine Beweiskraft nicht nur auf die wiedergegebenen Einzelereignisse, sondern auch auf deren zeitliche Beziehung zueinander erstreckt, die Bestandteil der Wahrnehmung des Notars ist.
Zudem haben sämtliche Antragsgegner in der Hauptversammlung Widerspruch zu Protokoll gegen alle gefassten Beschlüsse erklärt, wie sich aus Ziff. VII des Protokolls der Hauptversammlung (ASt 7), eine öffentliche Urkunde, die die Vermutung der Vollständigkeit und Richtigkeit hat (BGH ZIP 1993, 1867) - ergibt.
Die Anordnung von Amts wegen setzt voraus, dass die Beweisaufnahme nach Ausschöpfung aller Beweismittel eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit der umstrittenen Behauptung erbracht hat und das Gericht durch die Parteivernehmung die Ausräumung restlicher Zweifel erwartet (vgl. BGH, BGH, Urteil vom 16. Juli 1998, Az.: I ZR 32/96, NJW 1999, 363 - 364; Urteil vom 8. November 1993, Az.: II ZR 26/93, NJW 1994, 320 - 321;… Zöller-Greger, ZPO, 30. Auflage, § 448 Rn. 3f.;… Musielak-Huber, ZPO, 8. Auflage, § 448 Rn. 3 mit weiteren Nachweisen).
Die notariell aufgenommene Niederschrift über eine Hauptversammlung (§ 130 AktG) erbringt zwar einen Beweis als öffentliche Urkunde i. S. d. § 415 ZPO (…Hüffer, a.a.O., § 130 Rdn. 1; MünchKomm-Kubis, a.a.O., § 130 Rdn. 1 m. Hinw. auf BGH NJW 1994, 320, 321 = WM 1993, 2244, 2245 f.; OLG Düsseldorf ZIP 2003, 1147, 1150) und begründet damit grundsätzlich vollen Beweis des beurkundeten Vorganges; der Beweis, dass der Vorgang unrichtig beurkundet sei, ist aber zulässig (§ 415 II ZPO).
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References: § 415
 § 121
 § 130
 § 415
 § 121
 § 448
 § 448
 § 81
 § 35
 § 415
 § 415
 § 448
 § 448
 § 415
 § 130
 § 130
 BGH