Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=27.01.2015&Aktenzeichen=VI%20ZB%2040/14
Timestamp: 2020-05-28 19:32:21+00:00

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BGH, 27.01.2015 - VI ZB 40/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,1992
BGH, 27.01.2015 - VI ZB 40/14 (https://dejure.org/2015,1992)
BGH, Entscheidung vom 27.01.2015 - VI ZB 40/14 (https://dejure.org/2015,1992)
BGH, Entscheidung vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14 (https://dejure.org/2015,1992)
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§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § ... 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO, § 574 Abs. 2 ZPO, Art. 2 Abs. 1 GG, Art. 103 Abs. 1 GG, § 520 Abs. 1, 3 ZPO, § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO, § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 3 ZPO, § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2, § 139 ZPO
§ 520 Abs 3 S 2 Nr 2 ZPO, § 520 Abs 3 S 2 Nr 3 ZPO, Art 103 Abs 1 GG
Berufung im Arzthaftungsprozess: Anforderungen an den Inhalt der Berufungsbegründungsschrift bei Rüge eines Gehörsverstoßes durch unterlassenen Hinweis des Erstgerichts und mehreren unterschiedlichen tragenden Erwägungen im angegriffenen Ersturteil
Anforderungen an den Inhalt der Berufungsbegründungsschrift bei Rüge eines Gehörsverstoßes
Verständlichkeit einer Berufungsbegründung im Hinblick auf bekämpften Punkte des erstinstanzlichen Urteils
Berufungsbegründung: formularmäßiges, allgemeines Vorbringen genügt nicht
ZPO § 520 Abs. 1; ZPO § 520 Abs. 3
Klage abgewiesen: Berufungsbegründung muss sich mit sämtlichen tragenden Gründen befassen!
Zu den Anforderungen an eine Berufungsbegründung - muss auf konkreten Streitfall bezogen sein und alle tragenden Erwägungen angreifen
Verweis auf Vorbringen in der Klageschrift genügt in der Berufungsbegründung nicht
Arzthaftung | Berufung im Arzthaftungsprozess: Anforderungen an den Inhalt der Begründungsschrift
Klage abgewiesen: Berufungsbegründung muss sich mit sämtlichen tragenden Gründen befassen! (IBR 2015, 228)
LG Frankenthal, 27.02.2013 - 4 O 446/11
OLG Zweibrücken, 21.05.2014 - 5 U 10/13
NJW-RR 2015, 511
MDR 2015, 416
VersR 2015, 728
AnwBl 2015, 814
AnwBl Online 2015, 498
Formularmäßige Sätze und allgemeine Redewendungen genügen nicht (BGH, Urteil vom 09.03.1995 - IX ZR 143/94, NJW 1995, 1560; Urteil vom 04.10.1999 - II ZR 361/98, NJW 1999, 3784; Urteil vom 24.01.2000 - II ZR 172/98, NJW 2000, 1576; Beschluss vom 27.01.2015 - VI ZB 40/14, NJW-RR 2015, 511).
Dass die Ausführungen in der Berufungsbegründung schlüssig oder auch nur vertretbar sind, ist dagegen nicht erforderlich (BGH, Beschluss vom 21.05.2003 - VIII ZB 133/02, NJW-RR 2003, 1580; Beschluss vom 27.01.2015 - VI ZB 40/14, NJW-RR 2015, 511).
Sie hat nämlich (mit Ausnahme des vom Senat bereits gewürdigten Instanzvortrags) nicht dargelegt, was sie weiter vorgetragen hätte, wenn das Berufungsgericht den von ihr vermissten Hinweis erteilt hätte (vgl. BayObLG, NJW 1967, 57, 58; vgl. auch BGH…, Beschluss vom 22. Mai 2014 - IX ZB 46/12, nv Rn. 10; vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, VersR 2015, 728 Rn. 12).
Der pauschale Verweis auf den gesamten erstinstanzlichen Sachvortrag stellt dabei keinen hinreichend konkreten Angriff gegen das angefochtene Urteil dar (st. Rspr., etwa BGH, Beschlüsse vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, juris Rn. 7;… vom 22. Mai 2014 - IX ZB 46/12, juris Rn. 7;… vom 16. Oktober 2007 - VIII ZB 26/07, juris Rn. 7).
Dieser Mangel kann nach Ablauf der Berufungsfrist auch nicht mehr durch ergänzende Angriffe geheilt werden (st. Rspr., etwa BGH, Beschlüsse vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, juris Rn. 15;… vom 16. Oktober 2007 - VIII ZB 26/07, juris Rn. 7).
Es reicht aber nicht aus, die Auffassung des Erstgerichts mit formularmäßigen Sätzen oder allgemeinen Redewendungen zu rügen, oder lediglich auf das Vorbringen erster Instanz zu verweisen (ständige Rechtsprechung, vgl. jüngst BGH , Beschl. v. 27.01.2014, Az. VI ZB 40/14, NJW-RR 2015, 511;… vgl. auch Zöller/Heßler ZPO, 31. Aufl., § 520 Rdnr. 34 ff.).
Es reicht nicht aus, die Auffassung des Erstgerichts mit formularmäßigen Sätzen oder allgemeinen Redewendungen zu rügen oder lediglich auf das Vorbringen erster Instanz zu verweisen (…st. Rspr., vgl. BGH, Beschlüsse vom 11.03.2014 - VI ZB 22/13, VersR 2014, 895 Rn. 8 f.; vom 27.01.2015 - VI ZB 40/14, juris Rn. 7;… vom 10.02.2015 - VI ZB 26/14, juris sowie BGH, Beschlüsse vom 13.09.2012 - III ZB 24/12, NJW 2012, 3581 Rn. 8 f.;… vom 23.10.2012 - XI ZB 25/11, NJW 2013, 174 Rn. 10 …und vom 22.05.2014 - IX ZB 46/12, juris Rn. 7, jeweils m.w.N.).
BGH, 19.12.2019 - IX ZB 83/18
Betreuungsleistungen eines nicht barunterhaltspflichtigen Elternteils und …
Das Beschwerdegericht hat zutreffend angenommen (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, VersR 2015, 728 Rn. 8;… vom 3. März 2015 - VI ZB 6/14, VersR 2016, 480 Rn. 6;… Beschluss vom 21. Juli 2016 - IX ZB 88/15, NJW-RR 2016, 1267 Rn. 9), dass mangels weiterer Einkünfte des Sohnes das Kindergeld als unbedeutend einzustufen und der Sohn folglich voll zu berücksichtigen ist.
Der pauschale Verweis auf das erstinstanzliche Vorbringen stellt dabei keinen ausreichenden Berufungsangriff dar (BGH, Beschlüsse vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, juris Rn. 7;… vom 22. Mai 2014 - IX ZB 46/12, juris Rn. 7;… vom 16. Oktober 2007 - VIII ZB 26/07, juris Rn. 7), der eine Erweiterung des Berufungsantrags auch nach Ablauf der Frist zur Begründung der Berufung ermöglichen würde.
Hat das Erstgericht die Abweisung der Klage auf mehrere voneinander unabhängige, selbstständig tragende rechtliche Erwägungen gestützt, muss die Berufungsbegründung in dieser Weise jede tragende Erwägung angreifen; andernfalls ist das Rechtsmittel unzulässig (st. BGH-Rspr.; zuletzt BGH, Beschl. v. 27.01.2015 - VI ZB 40/14, Juris, Rn. 8 m.w.N.).
(1) Hat das Erstgericht die Abweisung der Klage auf mehrere voneinander unabhängige, selbständig tragende rechtliche Erwägungen gestützt, muss die Berufungsbegründung jede tragende Erwägung angreifen; andernfalls ist das Rechtsmittel unzulässig (BGH, Beschluss vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, VersR 2015, 728 Rn. 8 mwN;… vom 3. März 2015 - VI ZB 6/14, VersR 2016, 480 Rn. 6).
Bei der Annahme des Landgerichts, die Anspruchsvoraussetzungen der streitgegenständlichen Ansprüche seien nicht hinreichend dargetan, handelt es sich um eine rechtliche Erwägung, die das Urteil selbständig und unabhängig von den anderen rechtlichen Erwägungen, etwaige Ansprüche seien verjährt, trägt und deswegen auch insoweit ein Berufungsangriff erforderlich macht (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Januar 2015, aaO Rn. 10).
Die Rüge eines Verstoßes gegen § 139 ZPO und/oder Art. 103 Abs. 1 GG ist nämlich nur dann in ausreichender Weise erhoben, wenn dargelegt wird, was auf einen entsprechenden Hinweis vorgetragen worden wäre (BGH…, Beschluss vom 22. Mai 2014 - IX ZB 46/12, nv Rn. 10; vom 27. Januar 2015, aaO Rn. 12;… vom 3. März 2015, aaO Rn. 8).
c) Der Vortrag der Klägerin im Schriftsatz vom 14. September 2015 erfolgte erst nach Ablauf der Berufungsbegründungsfrist (§ 520 Abs. 2 Satz 1 ZPO) und konnte die Berufung nicht mehr zulässig machen (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, VersR 2015, 728 Rn. 15;… vom 20. Oktober 2015 - VI ZB 18/15, VersR 2016, 616 Rn. 9 aE).
Es reicht nicht aus, die Auffassung des Erstgerichts mit formularmäßigen Sätzen oder allgemeinen Redewendungen zu rügen oder lediglich auf das Vorbringen erster Instanz zu verweisen (…st. Rspr., vgl. Senat, Beschlüsse vom 11. März 2014 - VI ZB 22/13, VersR 2014, 895 Rn. 8 f.; vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, juris Rn. 7, z.V.b; vom 10. Februar 2015 - VI ZB 26/14, z.V.b.;… BGH, Beschlüsse vom 13. September 2012 - III ZB 24/12, NJW 2012, 3581 Rn. 8 f.;… vom 23. Oktober 2012 - XI ZB 25/11, NJW 2013, 174 Rn. 10;… vom 22. Mai 2014 - IX ZB 46/12, juris Rn. 7, jeweils mwN).
Hat das Erstgericht die Abweisung der Klage auf mehrere voneinander unabhängige, selbständig tragende rechtliche Erwägungen gestützt, muss die Berufungsbegründung in dieser Weise jede tragende Erwägung angreifen; andernfalls ist das Rechtsmittel unzulässig (…Senat, Beschlüsse vom 18. Oktober 2005 - VI ZB 81/04, VersR 2006, 285 Rn. 8 f.; vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, Rn. 8;… BGH, Beschlüsse vom 15. Juni 2011 - XII ZB 572/10, NJW 2011, 2367 Rn. 10;… vom 23. Oktober 2012 - XI ZB 25/11, NJW 2013, 174 Rn. 11;… vom 28. Januar 2014 - III ZB 32/13, juris Rn. 13).
Die Rüge eines Verstoßes gegen § 139 ZPO und/oder Art. 103 Abs. 1 GG ist nämlich nur dann in ausreichender Weise erhoben, wenn dargelegt wird, was auf einen entsprechenden Hinweis vorgetragen worden wäre (vgl. Senat, Beschluss vom 27. Januar 2015 - VI ZB 40/14, Rn. 12; BGH…, Beschluss vom 22. Mai 2014 - IX ZB 46/12, juris Rn. 10;… Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 139 Rn. 20 mwN).
Anforderungen an eine formgerechte Berufungsbegründung
OLG Düsseldorf, 15.04.2015 - 14 U 2/15
OLG Köln, 31.07.2017 - 9 U 48/17
LG Würzburg, 18.02.2020 - 42 S 2362/19
Unzulässigkeit der Berufung wegen Ablauf der Berufungsbegründungsfrist
OLG Köln, 04.06.2018 - 5 U 177/17

References: § 574
 § 574
 Art. 2
 Art. 103
 § 520
 § 520
 § 520
 § 520
 § 139

§ 520
 § 520
 § 520
 § 520
 BGH 
 § 520
 § 139
 Art. 103
 § 139
 Art. 103
 § 139