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Timestamp: 2016-10-22 03:50:15+00:00

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141 IV 7710. Auszug aus dem Urteil der I. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. A. gegen Staatsanwaltschaft Innerschwyz (Beschwerde in Strafsachen)
Art. 13 Cst.; art. 8 CEDH; art. 171 al. 1 et 2, art. 197 al. 1 let. c et d ainsi qu'al. 2, art. 248 et 264 al. 1 let. b et c ainsi qu'al. 3 CPP; secret m�dical, lev�e des scell�s concernant des documents et enregistrements m�dicaux. Lorsque le m�decin directement concern� par la mesure de contrainte est lui-m�me pr�venu, son secret professionnel ne constitue pas un obstacle absolu l�gal au s�questre et � la lev�e des scell�s. Pour que les documents m�dicaux puissent �tre perquisitionn�s et exploit�s par le Minist�re public, ils doivent cependant tout d'abord se trouver dans un rapport �troit avec l'objet de l'enqu�te p�nale, respectivement �tre indispensables au but poursuivi par l'enqu�te. Lors de la pes�e entre les int�r�ts oppos�s de l'enqu�te et au maintien au secret, il convient en outre de tenir compte du fait que les mesures de contrainte qui touchent �galement aux droits fondamentaux des personnes non pr�venues doivent �tre mises en oeuvre avec retenue. S'agissant des documents m�dicaux (en particulier dossiers m�dicaux avec rapports d'anamn�se, de diagnostic et sur le d�roulement de la th�rapie), il est important de tenir compte du fait qu'ils contiennent r�guli�rement des informations sensibles hautement personnelles relevant des sph�res intime et priv�e des patients qui sont particuli�rement prot�g�es par l'art. 13 Cst.; c'est pourquoi, de mani�re g�n�rale, le Minist�re public ne peut �tre autoris� � examiner librement les informations confidentielles relatives aux patients d'un m�decin pr�venu tant que le secret m�dical n'a pas �t� lev�. La gravit� des infractions poursuivies doit �galement �tre prise en compte dans le cadre de l'examen global de la proportionnalit� des mesures concr�tes de contrainte. Dans le cas d'esp�ce, le Tribunal des mesures de contrainte (� la suite d'une admission partielle du recours intent� par le m�decin pr�venu) a �t� enjoint d'entreprendre un tri des documents m�dicaux saisis. Avant d'autoriser la perquisition de documents et objets m�dicaux essentiels � l'enqu�te par le Minist�re public, il convient de proc�der � l'anonymisation des noms des patients concern�s (consid. 4 et 5). Faits � partir de page 79
A. Die Staatsanwaltschaft Innerschwyz f�hrt eine Strafuntersuchung gegen Dr. med. A. wegen des Verdachts von Widerhandlungen gegen die eidgen�ssische und kantonale Gesundheits- und Heilmittelgesetzgebung. Im Rahmen von drei Hausdurchsuchungen (...) wurden am 9. Mai 2014 diverse Gegenst�nde und Aufzeichnungen sichergestellt, darunter Patientenakten, Medikamente, Medikamentenbestellungen, Lieferscheine und elektronische Datentr�ger, deren Siegelung er gleichentags verlangte. Am 26. Mai 2014 stellte die Staatsanwaltschaft das Entsiegelungsgesuch. Mit Verf�gung vom 27. August 2014 bewilligte das Zwangsmassnahmengericht Schwyz, Einzelrichterin, die Entsiegelung s�mtlicher sichergestellten Gegenst�nde und Aufzeichnungen "im Sinne der Erw�gungen". BGE 141 IV 77 S. 80
B. Gegen die Verf�gung des Zwangsmassnahmengerichtes gelangte der beschuldigte Arzt mit Beschwerde vom 29. September 2014 an das Bundesgericht. Er beantragt im Hauptstandpunkt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die Abweisung des Entsiegelungsgesuches. Eventualiter sei die Entsiegelung auf nicht dem Geheimnisschutz unterliegende und untersuchungsrelevante Aufzeichnungen und Gegenst�nde zu beschr�nken; subeventualiter sei die Sache an das Zwangsmassnahmengericht zur Neubeurteilung zur�ckzuweisen. (...)
Das Bundesgericht heisst die Beschwerde teilweise gut, hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist die Sache zur�ck an die Vorinstanz zur Neubeurteilung im Sinne der nachfolgenden Erw�gungen.
4. 4.1 Werden bei einer Hausdurchsuchung (Art. 244 f. StPO) Aufzeichnungen und Gegenst�nde vorl�ufig sichergestellt (Art. 263 Abs. 3 StPO), insbesondere Schriftst�cke oder elektronische Datentr�ger, die voraussichtlich der Beschlagnahme (Art. 263 Abs. 1-2 StPO) unterliegen, sind die Bestimmungen (des 3. Abschnittes im 4. Kapitel des 5. Titels StPO) �ber die "Durchsuchung von Aufzeichnungen" (Art. 246-248 StPO) anwendbar: Die vorl�ufig sichergestellten Schriftst�cke oder elektronischen Datentr�ger d�rfen von der Untersuchungsbeh�rde grunds�tzlich durchsucht werden, wenn zu vermuten ist, dass sich darin Informationen befinden, die der Beschlagnahme unterliegen (Art. 246 StPO). Vor einer allf�lligen Durchsuchung der Aufzeichnungen kann sich ihre Inhaberin oder ihr Inhaber zu deren Inhalt �ussern (Art. 247 Abs. 1 StPO). Zur Pr�fung des Inhalts der Aufzeichnungen, insbesondere zur Aussonderung von angeblich geheimnisgesch�tztem Inhalt, k�nnen sachverst�ndige Personen beigezogen werden (Art. 247 Abs. 2 StPO). Macht die Inhaberin oder der Inhaber von Aufzeichnungen oder anderen Gegenst�nden geltend, diese d�rften wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechtes oder aus anderen Gr�nden nicht inhaltlich durchsucht (Art. 246 StPO) oder f�rmlich beschlagnahmt (Art. 263 Abs. 1-2 StPO) werden, sind die betreffenden Aufzeichnungen und Gegenst�nde zu versiegeln. Vor einem allf�lligen Entsiegelungsentscheid d�rfen sie von den Strafbeh�rden weder eingesehen noch verwendet werden (Art. 248 Abs. 1 StPO). BGE 141 IV 77 S. 81
Falls die Staatsanwaltschaft (im Vorverfahren) ein Entsiegelungsgesuch stellt, ist vom Zwangsmassnahmengericht im Entsiegelungsverfahren dar�ber zu entscheiden, ob die Geheimnisschutzinteressen, welche von der Inhaberin oder dem Inhaber der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde angerufen werden, einer Durchsuchung und weiteren strafprozessualen Verwendung durch die Staatsanwaltschaft entgegenstehen (Art. 248 Abs. 2 und Abs. 3 lit. a StPO; BGE 137 IV 189 E. 4 S. 194 f.; BGE 132 IV 63 E. 4.1-4.6 S. 65 ff.). Bis zum Entsiegelungsentscheid bleiben die versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde vorl�ufig sichergestellt (Art. 263 Abs. 3 i.V.m. Art. 248 Abs. 1 StPO). In dem Umfang, als das Zwangsmassnahmengericht die Entsiegelung rechtskr�ftig bewilligt hat, kann die Staatsanwaltschaft anschliessend die entsiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde einsehen, inhaltlich durchsuchen und (soweit nach Art. 263-268 StPO zul�ssig) f�rmlich beschlagnahmen (Art. 248 Abs. 1 i.V.m. Art. 246 und Art. 263 Abs. 1 StPO).
4.2 Macht eine berechtigte Person geltend, eine Beschlagnahme von Gegenst�nden und Verm�genswerten sei wegen eines Aussage- oder Zeugnisverweigerungsrechts (Art. 113 Abs. 1, Art. 158 Abs. 1 lit. b, Art. 168-176, Art. 180 Abs. 1 StPO) oder aus anderen Gr�nden nicht zul�ssig, so gehen die Strafbeh�rden nach den Vorschriften �ber die Siegelung vor (Art. 264 Abs. 3 StPO). Zu den im Strafprozess zu ber�cksichtigenden Berufsgeheimnissen geh�ren insbesondere das Arzt- und das Anwaltsgeheimnis (Art. 171 StPO). Gegenst�nde und Unterlagen aus dem Verkehr der beschuldigten Person mit Personen, die nach den Artikeln 170-173 StPO das Zeugnis verweigern k�nnen und im gleichen Sachzusammenhang nicht selber beschuldigt sind, d�rfen, ungeachtet des Ortes, wo sich die Gegenst�nde und Unterlagen befinden, und des Zeitpunktes, in welchem sie geschaffen worden sind, nicht beschlagnahmt werden (Art. 264 Abs. 1 lit. c StPO). Vorbehalten bleiben Beschlagnahmungen nach Art. 263 Abs. 1 lit. c-d StPO (Art. 264 Abs. 2 StPO).
4.3 Zwangsmassnahmen setzen �berdies voraus, dass ein hinreichender Tatverdacht vorliegt und die streitige Untersuchungshandlung verh�ltnism�ssig erscheint (Art. 197 Abs. 1 lit. b-d StPO). Der Entsiegelungsrichter hat (auch bei grossen Datenmengen) jene Gegenst�nde auszusondern, die (nach den substanziierten Angaben der Staatsanwaltschaft bzw. der betroffenen Inhaber) f�r die Strafuntersuchung offensichtlich irrelevant erscheinen (BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229 mit Hinweisen). Entsiegelungen und Durchsuchungen, welche in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, sind besonders BGE 141 IV 77 S. 82zur�ckhaltend einzusetzen (Art. 197 Abs. 2 StPO). Jede Person hat insbesondere Anspruch auf Achtung ihres Privat- und Familienlebens und auf Schutz vor Missbrauch ihrer pers�nlichen Daten (Art. 13 BV).
4.4 �rztinnen und �rzte sowie ihre Hilfspersonen k�nnen das Zeugnis �ber Geheimnisse verweigern, die ihnen aufgrund ihres Berufes anvertraut worden sind oder die sie in dessen Aus�bung wahrgenommen haben (Art. 171 Abs. 1 StPO). Das strafbewehrte Arztgeheimnis (Art. 321 StGB) stellt ein wichtiges Rechtsinstitut des Bundesrechts dar. Es fliesst aus dem verfassungsm�ssigen Anspruch auf Privatsph�re (Art. 13 BV, Art. 8 EMRK) und dient dem Schutz des besonderen Vertrauensverh�ltnisses zwischen Arzt und Patient (BGE 117 Ia 341 E. 6a S. 348 = Pra 1992 S. 657; Urteile des Bundesgerichtes 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 5.1; 1P.1/1995 vom 22. M�rz 1995 E. 2; des EGMR vom 25. Februar 1997 Z. gegen Finnland, Recueil CourEDH 1997 I S. 323 �� 94-99, 111-118; vgl. NIKLAUS OBERHOLZER, in: Basler Kommentar, Strafrecht, Bd. II, 3. Aufl. 2013, N. 2 zu Art. 321 StGB). Das Berufsgeheimnis nach Art. 171 Abs. 1 StPO begr�ndet eine Zeugnisverweigerungspflicht (vgl. ANDREAS DONATSCH, in: Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung [StPO], Donatsch/Hansjakob/Lieber [Hrsg.] 2. Aufl. 2014, N. 4 zu Art. 171 StPO; NIKLAUS SCHMID, Schweizerische Strafprozessordnung, Praxiskommentar, 2. Aufl. 2013, N. 1 zu Art. 171 StPO; VEST/HORBER, in: Basler Kommentar, Schweizerische Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, N. 5 zu Art. 171 StPO; ST�PHANE WERLY, in: Commentaire romand, Code de proc�dure p�nale suisse, 2011, N. 9 zu Art. 171 StPO). Ausnahmen vom Arztgeheimnis bed�rfen daher einer klaren bundesgesetzlichen Regelung (Urteil des Bundesgerichtes 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 5.1). Gem�ss Art. 171 Abs. 2 StPO haben �rztinnen und �rzte nur auszusagen, wenn sie einer Anzeigepflicht unterliegen (lit. a) oder (nach Art. 321 Ziff. 2 StGB) von der Geheimnisherrin, dem Geheimnisherrn oder schriftlich von der zust�ndigen Stelle von der Geheimnispflicht entbunden worden sind (lit. b). Die Strafbeh�rde beachtet das Berufsgeheimnis auch bei Entbindung von der Geheimnispflicht, wenn die Geheimnistr�gerin oder der Geheimnistr�ger glaubhaft macht, dass das Geheimhaltungsinteresse der Geheimnisherrin oder des Geheimnisherrn das Interesse an der Wahrheitsfindung �berwiegt (Art. 171 Abs. 3 StPO). Die Kantone bestimmen im �brigen, welche Medizinalpersonen verpflichtet sind, aussergew�hnliche Todesf�lle den Strafbeh�rden zu melden (Art. 253 Abs. 4 StPO). BGE 141 IV 77 S. 83
5. 5.1 Im vorliegenden Fall besteht weder eine Entbindung vom Arztgeheimnis durch die mitbetroffenen Patientinnen und Patienten noch eine andere gesetzliche Ausnahme (im Sinne von Art. 171 Abs. 2 StPO) vom Zeugnisverweigerungsrecht (vgl. dazu Urteil 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 4-5). Bei dem vom Entsiegelungsgesuch direkt betroffenen Arzt handelt es sich jedoch um die beschuldigte Person.
5.2 Die Durchsuchung einer Arztpraxis sowie die strafprozessuale Sicherstellung, Entsiegelung und Durchsuchung von �rztlichen Berufsunterlagen und Aufzeichnungen m�ssen (im Lichte von Art. 13 i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV sowie Art. 8 EMRK) verh�ltnism�ssig sein. Insbesondere ist den Geheimnisschutzinteressen von Patientinnen und Patienten ausreichend Rechnung zu tragen. Wenn der von den Zwangsmassnahmen unmittelbar betroffene Arzt selbst beschuldigt ist, bildet sein Berufsgeheimnis zwar kein absolutes gesetzliches Beschlagnahme- und Entsiegelungshindernis (Art. 264 Abs. 1 lit. c i.V.m. Abs. 3 StPO; vgl. BGE 140 IV 108 E. 6.5 S. 112; BGE 138 IV 225 E. 6.1-6.2 S. 227 f.). Damit erhobene �rztliche Unterlagen von der Staatsanwaltschaft durchsucht und ausgewertet werden d�rfen, m�ssen sie jedoch zun�chst einen engen Sachzusammenhang zum Gegenstand der Strafuntersuchung aufweisen bzw. f�r die angestrebten Untersuchungszwecke unentbehrlich sein (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO). Bei der Abw�gung der sich gegen�berstehenden Strafverfolgungs- und Geheimnisschutzinteressen ist weiter zu ber�cksichtigen, dass Zwangsmassnahmen, die auch in die Grundrechte nicht beschuldigter Personen eingreifen, besonders zur�ckhaltend einzusetzen sind (Art. 197 Abs. 2 StPO). Bei �rztlichen Aufzeichnungen (insbesondere Krankengeschichten mit Anamnese-, Diagnose- und Therapieverlaufsberichten) f�llt ins Gewicht, dass sie regelm�ssig sehr sensible h�chstpers�nliche Informationen aus der Intim- und Privatsph�re von Patientinnen und Patienten enthalten, die von Art. 13 BV in besonderem Masse gesch�tzt sind (vgl. oben, E. 4.4), weshalb nicht pauschal s�mtliche vertraulichen Patienteninformationen eines beschuldigten Arztes zur Durchsuchung an die Staatsanwaltschaft freigegeben werden d�rfen, solange - wie hier - keine Entbindung vom Arztgeheimnis (Art. 171 Abs. 2 lit. b StPO) erfolgt ist (vgl. Urteile des Bundesgerichtes 1B_96/2013 vom 20. August 2013 E. 4-5; 1P.1/1995 vom 22. M�rz 1995 E. 2e). Im Rahmen der Gesamtbeurteilung der Verh�ltnism�ssigkeit der genannten Zwangsmassnahmen ist im �brigen auch der Schwere der untersuchten Delikte Rechnung zu tragen (vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO). BGE 141 IV 77 S. 84
5.3 Dem Beschwerdef�hrer wird (gem�ss dem angefochtenen Entscheid) vorgeworfen, er habe gegen das Verbot der �rztlichen Selbstdispensation verstossen (Art. 86 Abs. 1 lit. c bzw. Art. 87 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 �ber Arzneimittel und Medizinprodukte [HMG; SR 812.21]), indem er (entgegen einer Verf�gung der kantonalen Beh�rden vom 24. Mai 2013) weiterhin (und �ber eine blosse Erst- bzw. Notfallabgabe hinaus) Medikamente an Patienten abgegeben habe. Ausserdem habe er das ihm (mit Verf�gung vom 17. April 2014) auferlegte Verbot der selbstst�ndigen �rztlichen Berufsaus�bung in strafbarer Weise missachtet.
5.4 Das Zwangsmassnahmengericht erachtete eine Triage der versiegelten Unterlagen als nicht notwendig. Im Dispositiv des angefochtenen Entscheides bewilligte es die unbeschr�nkte Entsiegelung s�mtlicher sichergestellten Gegenst�nde und Aufzeichnungen "im Sinne der Erw�gungen". In ihren Erw�gungen vertritt die Vorinstanz zwar den Standpunkt, alle versiegelten Unterlagen, "insbesondere die Patientenakten und Medikamentenbestellungen", seien "mit rechtsgen�glicher Wahrscheinlichkeit relevant". Weder beschr�nkt sie die Entsiegelung jedoch auf Patientenakten und Medikamentenbestellungen, noch legt sie dar, inwiefern die zur Durchsuchung freigegebenen Aufzeichnungen und Gegenst�nde untersuchungsrelevant w�ren. Stattdessen erw�gt sie, dass "die Strafbeh�rde den Inhalt der versiegelten Akten definitionsgem�ss" noch nicht kenne. Vorkehren zum Schutz von sensiblen Patientendaten in �rztlichen Aufzeichnungen traf das Zwangsmassnahmengericht ebenfalls nicht. Auch die vom Beschwerdef�hrer als geheimnisgesch�tzt angerufene (eigene) Privat- und Anwaltskorrespondenz hat die Vorinstanz weder ausgesondert noch einer Sichtung unterworfen.
5.5 Der angefochtene Entscheid h�lt vor dem Bundesrecht nicht stand:
5.5.1 Zun�chst sind von einer Durchsuchung seitens der Staatsanwaltschaft alle Aufzeichnungen und Gegenst�nde auszunehmen, die erkennbar weder mit der untersuchungsgegenst�ndlichen Medikamentenabgabe zu tun haben noch mit der Frage der selbstst�ndigen �rztlichen Berufsaus�bung (Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO; BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229). Zwar trifft es zu, dass die Staatsanwaltschaft den Inhalt der vorl�ufig sichergestellten und versiegelten Unterlagen noch nicht im Detail kennen kann, weil noch keine Durchsuchung (Art. 246 f. i.V.m. Art. 248 Abs. 1 StPO) der Aufzeichnungen und Gegenst�nde stattfinden konnte. Es ist jedoch die gesetzliche BGE 141 IV 77 S. 85 Aufgabe des Zwangsmassnahmengerichtes, das Vorliegen der rechtlichen Entsiegelungsvoraussetzungen im Vorverfahren zu pr�fen (Art. 248 Abs. 3 lit. a StPO). N�tigenfalls hat der Entsiegelungsrichter eine entsprechende Triage (Sichtung der versiegelten Unterlagen) vorzunehmen (BGE 138 IV 225 E. 7.1 S. 229; BGE 137 IV 189 E. 5.1.2 S. 196 f.). Dies gilt besonders im vorliegenden Fall von arztgeheimnisgesch�tzten vertraulichen Unterlagen. Zur Pr�fung des Inhalts der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde kann der Entsiegelungsrichter eine sachverst�ndige Person beiziehen (Art. 248 Abs. 4 StPO) und auch Stellungnahmen des Beschuldigten und der Staatsanwaltschaft einholen. Die Vorinstanz verkennt ihre eigene gesetzliche Aufgabe, wenn sie demgegen�ber erw�gt, es sei Sache der Staatsanwaltschaft, "die N�tzlichkeit der Daten f�r das Strafverfahren zu pr�fen und die nicht relevanten Daten nach der Durchsuchung herauszugeben und allf�llige Kopien zu vernichten oder zu l�schen, wobei dem Beschuldigten und seinem Verteidiger Gelegenheit zur Teilnahme an der Entsiegelung einzur�umen sein wird, um sich zum Inhalt der Aufzeichnungen zu �ussern".
5.5.2 Was die (grunds�tzlich untersuchungsrelevanten) �rztlichen Aufzeichnungen und Gegenst�nde betrifft, darunter Patientenakten, Medikamente, Medikamentenbestellungen, Lieferscheine und elektronische Aufzeichnungen mit pers�nlichen Patientendaten, ist im vorliegenden Fall nicht ersichtlich, weshalb die Staatsanwaltschaft (zur Untersuchung der Strafbarkeit der Medikamentenabgabepraxis und der selbstst�ndigen Berufsaus�bung) zwangsl�ufig die Identit�t der betroffenen Patientinnen und Patienten eruieren m�sste. Zu Zwecken der Strafverfolgung sollten anonymisierte Angaben dar�ber ausreichen, wie viele Personen ("Patienten A, B, C" usw.) der Beschwerdef�hrer wann in selbstst�ndiger Berufsaus�bung betreute und wann er welchen (anonymisierten) Patientinnen und Patienten welche Medikamente gegen welche Gesundheitsbeschwerden abgab. Falls die Vorinstanz die Entsiegelung nicht auf jene (anonymisierten) Patientenakten beschr�nken m�chte, die Medikamentenabgaben bzw. Behandlungen nach dem 24. Mai/10. Juni 2013 (Verbot der Selbstdispensation) bzw. 17. April 2014 (Verbot der selbstst�ndigen Berufsaus�bung) betreffen, wird sie zudem zu begr�nden haben, weshalb auch die �lteren Patientenakten untersuchungsrelevant sind. Diese auf den wesentlichen Untersuchungszweck fokussierte Beschr�nkung der Zwangsmassnahmen dr�ngt sich hier umso mehr auf, als die Staatsanwaltschaft keine schweren Delikte bzw. Verbrechen untersucht BGE 141 IV 77 S. 86(vgl. Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO) und die �rztlichen Aufzeichnungen unbestrittenermassen hochsensible medizinische Informationen �ber die mitbetroffenen Patientinnen und Patienten enthalten (vgl. Art. 13 BV i.V.m. Art. 36 Abs. 3 BV und Art. 197 Abs. 2 StPO).
5.5.3 Auch bei der vom Beschwerdef�hrer als geheimnisgesch�tzt bzw. nicht untersuchungsrelevant angerufenen Privat- und Anwaltskorrespondenz wird die Vorinstanz um eine Sichtung der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde nicht herumkommen. Zwar stellt sie sich (beil�ufig) auf den Standpunkt, er habe "nicht substanziiert, um welche konkret versiegelten Aufzeichnungen und Unterlagen es sich dabei handelt". An anderer Stelle r�umt sie jedoch ausdr�cklich ein, dass der Beschwerdef�hrer (schon im kantonalen Entsiegelungsverfahren) Gegenst�nde und Unterlagen aus dem Verkehr mit spezifisch genannten Rechtsvertretern als vom Anwaltsgeheimnis betroffen bezeichnete. Als gesch�tzte (eigene) Privatkorrespondenz habe er "unter anderem seine Steuerunterlagen und diejenigen seiner Frau" genannt, "Unterlagen zur privaten Verm�gensverwaltung ohne jeglichen Bezug zur (Arzt-)Praxis, private Urlaubsfotos etc.". Auch der Erw�gung der Vorinstanz, das Strafverfolgungsinteresse "�berwiege" diese Geheimnisschutzinteressen, kann nicht gefolgt werden: F�r Anwaltskorrespondenz aus dem Verkehr zwischen dem Beschuldigten und nicht selbst beschuldigten Anw�lten besteht ein gesetzliches Beschlagnahmehindernis, und zwar ungeachtet des Ortes, wo sich die Anwaltsakten befinden, und des Zeitpunktes, in welchem sie geschaffen worden sind (Art. 264 Abs. 1 lit. c und Abs. 1 Ingress StPO; s.a. BGE 140 IV 108 E. 6.5-6.10 S. 112 ff.). Im Gegensatz zum Fall von Privatkorrespondenz der beschuldigten Person (Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO) setzt das Gesetz beim Beschlagnahmeverbot f�r Anwaltskorrespondenz nicht voraus, dass das private Geheimnisschutzinteresse das Strafverfolgungsinteresse "�berwiegen" m�sste. Die Vorinstanz behauptet auch nicht, dass die mitbetroffenen Anw�lte im gleichen Sachzusammenhang mitbeschuldigt w�ren.
5.5.4 Nach dem Gesagten ist die vom Beschwerdef�hrer bezeichnete Anwaltskorrespondenz im Entsiegelungsverfahren auszuscheiden. Dies gilt umso mehr, als nicht dargetan ist, inwieweit diese Akten und Dateien untersuchungsrelevant sein k�nnten. Falls die Vorinstanz an der Freigabe von Privatkorrespondenz des Beschwerdef�hrers zur Durchsuchung festhalten m�chte, wird sie zu begr�nden haben, inwiefern eine Untersuchungsrelevanz besteht und das �ffentliche BGE 141 IV 77 S. 87Interesse an den hier untersuchten Straftaten das private Geheimnisschutzinteresse �berwiegt.
5.6 Zusammenfassend ergibt sich, dass das Zwangsmassnahmengericht im vorliegenden Fall eine Triage der versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst�nde vorzunehmen hat. Soweit der Beschwerdef�hrer substanziiert und �berzeugend darlegt, welche konkreten Unterlagen und Dateien nicht untersuchungsrelevant sind, werden diese auszuscheiden sein. Offensichtlich nicht untersuchungsrelevant sind hier namentlich die vom Beschwerdef�hrer genannten privaten Urlaubsfotos (vgl. BGE 137 IV 189 E. 5.2.3 S. 198). Bei den f�r die Strafuntersuchung unentbehrlichen �rztlichen Aufzeichnungen und Gegenst�nden hat vor einer Freigabe zur Durchsuchung an die Staatsanwaltschaft eine Anonymisierung der Namen von betroffenen Patientinnen und Patienten zu erfolgen. F�r die Triage (und zur Erleichterung der Anonymisierung) kann das Zwangsmassnahmengericht n�tigenfalls geeignete Experten und technische Hilfsmittel beiziehen (vgl. Art. 248 Abs. 4 StPO). Auszuscheiden sind alle dem Anwaltsgeheimnis unterstehenden Unterlagen und Dateien. Soweit die Vorinstanz an der Freigabe von Privatkorrespondenz des Beschwerdef�hrers zur Durchsuchung (ganz oder teilweise) festhalten m�chte, wird sie zu begr�nden haben, inwiefern eine Untersuchungsrelevanz besteht und das �ffentliche Interesse an den hier untersuchten Straftaten das private Geheimnisschutzinteresse �berwiegt.
138 IV 225,
140 IV 108,
132 IV 63 suite... ,
Art. 171 StPO,
Art. 246 StPO suite... ,
Art. 263 Abs. 1-2 StPO,
Art. 263 Abs. 1 lit. c-d StPO,
Art. 171 Abs. 2 StPO,
Art. 197 Abs. 1 lit. c StPO,
Art. 197 Abs. 1 lit. d StPO,
art. 197 al. 1 let,
Art. 263 Abs. 3 StPO,
Art. 246-248 StPO,
Art. 247 Abs. 1 StPO,
Art. 247 Abs. 2 StPO,
Art. 263-268 StPO,
Art. 264 Abs. 2 StPO,
Art. 171 Abs. 3 StPO,
Art. 253 Abs. 4 StPO,
Art. 171 Abs. 2 lit. b StPO,
Art. 87 Abs. 1 lit. f des Bundesgesetzes vom 15. Dezember 2000 �ber Arzneimittel und Medizinprodukte [HMG; SR 812.21],
Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO

References: Art. 13
 art. 8
 art. 171
 art. 197
 art. 248
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 248
 Art. 263
 Art. 246
 Art. 263
 Art. 158
 Art. 168
 Art. 180
 Art. 263
 BGE 
 Art. 8
 EGMR 
 Art. 321
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 171
 Art. 321
 BGE 
 Art. 171
 Art. 13
 Art. 36
 Art. 8
 BGE 
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 Art. 197
 Art. 13
 Art. 197
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 Art. 87
 BGE 
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 BGE 
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 BGE 
 Art. 197
 Art. 13
 Art. 36
 Art. 197
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 248

Art. 171

Art. 246

Art. 263

Art. 263

Art. 171

Art. 197

Art. 197

art. 197

Art. 263

Art. 246

Art. 247

Art. 247

Art. 263

Art. 264

Art. 171

Art. 253

Art. 171

Art. 87

Art. 264