Source: https://rente-rentenberater.de/rentenversicherung/versicherungs-beitragsrecht/693-schul-sowie-berufsausbildungszeiten-und-rente.html
Timestamp: 2020-05-25 08:03:47+00:00

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Schul-, Fachschul-, Hochschulzeiten und Zeiten einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme werden als sogenannte Anrechnungszeiten anerkannt, wenn diese nach Vollendung des 17. Lebensjahres des Versicherten absolviert wurden. Die Anerkennung erfolgt für die maximale Höchstdauer von 8 Jahren. Dies ergibt sich aus der Rechtsvorschrift des § 58 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB VI. Die Regelung gilt mit einem Rentenbeginn ab dem 01.01.2009. Zuvor haben sich Schulausbildungszeiten noch positiv auf die Rentenhöhe ausgewirkt und bis zu 75 Prozent auf den berechneten Wert der Gesamtleistungsbewertung bewertet.
Die Höchstdauer von acht Jahren entspricht 96 Kalendermonate gem. § 122 Abs. 2 SGB VI. Teilmonate zählen dabei als ganze Monate. Bei einer Überschreitung von acht Jahren, wird die Zeit, die am weitesten zurückliegt, als Anrechnungszeit anerkannt (vgl. § 122 Abs. 3 SGB VI).
Zusammenfassend ist rentenrechtlich festzustellen, dass diese Zeiten ab dem vollendeten 17. Lebensjahr als Anrechnungszeiten gewertet werden. Des Weiteren erhält der Versicherte für diese Zeiten nach § 74 SGB VI je Kalendermonat maximal 0,0625 Entgeltpunkte (jährlich 0,75 Entgeltpunkte) auf sein Rentenkonto in der Gesamtleistungsbewertung gutgeschrieben, insgesamt für die maximale Dauer von drei Jahren.
Die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme steht einer Schulausbildung gem. § 58 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB VI gleich. Unter einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme ist eine Bildungsmaßnahme zu verstehen, die den Versicherten auf eine Berufsausbildung vorbereiten sollen oder auch als eine berufliche Eingliederung dienen. Hierunter versteht man z. B. Vorbereitungslehrgänge für den späteren Erwerb des qualifizierten Schulabschlusses oder Lehrgänge bzw. Kurse zum Ausgleich diverser beruflicher Bildungsdefizite (vgl. § 58 Abs. 1 Satz 2 SGB VI).
Für die Schul-, Fachschul- oder Hochschulausbildung kann eine Berücksichtigung als Anrechnungszeiten nur erfolgen, wenn diese Zeiten überwiegend beansprucht wurden. Eine überwiegende Beanspruchung liegt im Sinne des § 58 Abs. 4a SGB VI dann vor, wenn die Unterrichtszeit gemeinsam mit dem zeitlichen Aufwand für Hausaufgaben und Fahrzeiten zum Ausbildungsort mehr als 20 Stunden wöchentlich umfasst. Wird neben der Schulausbildung noch ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oder eine selbständige Tätigkeit ausgeübt, erfolgt für die Schulausbildung eine Anerkennung als Anrechnungszeit nur dann, wenn der zeitliche Aufwand für die Schulausbildung gegenüber der Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit überwiegt.
Zusammenfassend ist rentenrechtlich festzustellen, dass Berufsausbildungszeiten als beitragsgeminderte Zeit gem. § 54 Abs. 2 Satz 2 SGB VI bewertet werden. Für die Rentenberechnung werden 75 % des errechneten Wertes in der Gesamtleistungsbewertung berücksichtigt. Eine Beschränkung erfolgt auf höchstens 0,0625 Entgeltpunkte je Kalendermonat. D.h. während der beruflichen Ausbildung erzielt der Versicherte ein niedrigeres Entgelt. Im Rahmen der Gesamtleistungsbewertung erfolgt deshalb eine entsprechende Höherbewertung. Dabei erfolgt für die Errechnung der Gesamtleistungsbewertung ein Entgelt in Höhe des Durchschnittsentgelts.
§ 58 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 SGB VI sieht die Anerkennung als Anrechnungszeit auch dann vor, wenn die Schulausbildung aus bestimmten Gründen nicht fortgesetzt werden konnte bzw. der Versicherte an der weiteren Ausübung daran gehindert wurde. Man spricht dabei von sog. Übergangszeiten

References: § 58
 § 122
 § 122
 § 74
 § 58
 § 58
 § 58
 § 54

§ 58