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Timestamp: 2016-10-23 03:20:51+00:00

Document:
4C.92/2007 (31.07.2007)
Geb�udeversicherung des Kantons Graub�nden,
Berufung gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Zivilkammer, vom 11. Dezember 2006.
A.a A.________ ist seit 1981 als Dachdecker und Spengler in der X.________ AG (Beklagte) in B.________ angestellt. Am 28. Juni 2004 ersuchte ihn C.________ aus D.________, das Dach des neu erstellten Anbaus seines Viehstalles mit Dachpappe zu belegen. Beim alten Viehstall handelte es sich um ein gemauertes Geb�ude, das mit einer Betondecke versehen war. Auf der Betonplatte befand sich der aus Holz bestehende Heustall; in diesem waren eine grosse Menge Heu und Stroh sowie verschiedene landwirtschaftliche Ger�te gelagert. Als die Arbeiten am Neubau ausgef�hrt werden sollten, befand sich der Inhaber der Beklagten, E.________, in Spanien in den Ferien, so dass A.________ den Auftrag selbst entgegennahm und die Ausf�hrung der Arbeiten f�r den folgenden Tag versprach. Er nahm am Dienstagmorgen, 29. Juni 2004, einen Augenschein vor und fuhr gegen 14 Uhr mit dem seit Mai 2004 bei der Beklagten arbeitenden Kollegen F.________ nach D.________, um die Arbeiten auszuf�hren. Es herrschte sch�nes Wetter mit zeitweise starkem Nordwind. A.________ beauftragte seinen Mitarbeiter, auf dem Dach der Holzkonstruktion die Dachpappe zu verlegen, w�hrend er selbst das in der Werkstatt vorbereitete Kehlblech unten am Dach montierte. F.________ legte auf dem Dach sieben Bahnen Dachpappe von 1 m Breite aus, wobei sich die einzelnen Streifen um 10 cm �berlappten. Dort, wo das Dach des neuen Anbaus gegen die Wand des bestehenden Stalles stiess, zog F.________ die Dachpappe etwa 15 cm gegen die Stallwand hoch. An dieser Stelle waren die an der Wand befindlichen Deckbretter in gleicher H�he abgeschnitten worden, wodurch ein etwa 2 cm breiter Spalt zwischen den einzelnen Brettern sichtbar wurde, durch den man in den alten Stall sehen konnte. Durch das Hochziehen der Dachpappe wurde dieser Spalt abgedeckt.
Nachdem A.________ das Kehlblech fertig montiert und F.________ die Dachpappe verlegt hatte, begannen die beiden mit dem Verschweissen der Dachpappe. Vor Inangriffnahme dieser Arbeiten hatte F.________ einen Wasserschlauch aus dem Stall geholt und diesen am Fusse der an den Neubau angelehnten, etwa 2.5 m langen Leiter bereitgestellt. Zum Verschweissen der Dachpappe erhitzte A.________ die Dachpappe mit einem Gasbrenner und F.________ dr�ckte das geschweisste Material mit einem Holz hinunter. In der gut zwei Stunden nach Durchf�hrung dieser Arbeiten erfolgten Befragung durch die Kantonspolizei sagte A.________ aus, er habe die Dachpappe jeweils nicht bis zum Ende der jeweiligen Bahnen an der alten Stallwand, sondern nur bis etwa 10 cm vor dieser Wand geschweisst. Anl�sslich der Einvernahme durch den Untersuchungsrichter vom 4. Januar 2005 machte er geltend, die Dachpappe nur bis zu einer Entfernung zur Stallwand von etwa 10-30 cm geschweisst zu haben; n�her zur Wand h�tten sie die N�hte mit heissem Bitumen zugedr�ckt. Als sie die dritte Bahn beinahe fertig geschweisst hatten, bemerkte F.________ durch die angrenzende Stallwand ein Glimmen, und innerhalb von Sekunden waren bereits Flammen sichtbar. Auf Zurufe seines Hilfsarbeiters hin stellte A.________ den Gasbrenner sofort ab, holte den am Fusse der Leiter liegenden Schlauch und versuchte, das Feuer durch Bespritzen einzud�mmen. Dies erwies sich allerdings als aussichtsloses Unterfangen, so dass sofort die Feuerwehr alarmiert werden musste. Dieser gelang es unter Einsatz von etwa sechzig Feuerwehrleuten, ein �bergreifen der Flammen auf die in der N�he stehenden Wohnh�user zu verhindern. Das im Stall untergebrachte Vieh konnte rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Hingegen brannten der Viehstall und der Heustall vollst�ndig nieder, wobei ein Sachschaden von �ber Fr. 820'000.-- entstand.
A.b Die Staatsanwaltschaft Graub�nden er�ffnete im Zusammenhang mit dem Brandfall vom 29. Juni 2004 eine Strafuntersuchung gegen A.________ wegen fahrl�ssiger Verursachung einer Feuersbrunst, stellte diese aber am 22. Februar 2005 wieder ein. Der Untersuchungsrichter hielt in der Einstellungsverf�gung fest, die Strafuntersuchung habe ergeben, dass A.________ einen Wasserschlauch am Fusse der Leiter bereitgestellt habe. Dass sich dieser Schlauch nicht im direkten Zugriffsbereich auf dem Dach befunden habe, sei ohne praktische Auswirkungen geblieben, da der Brand hinter der Holzverkleidung des alten Stalles ausgebrochen sei und folglich mit Wasser vom Arbeitsplatz aus nicht h�tte gel�scht werden k�nnen. Der Angeschuldigte habe die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und sei sich bewusst gewesen, dass es sich bei Schweissarbeiten um die riskantesten T�tigkeiten beim Dachdecken handle. Da F.________ die Dachpappe an der Stallwand um 15 cm nach oben gezogen habe, seien die 2 cm breiten Spalten nicht mehr sichtbar gewesen, als die Dachpappe verschweisst worden sei. A.________ habe zudem den Gasbrenner nur bis zu einer Entfernung von 10-30 cm zur Stallwand verwendet und den restlichen Teil mit heissem Bitumen verklebt. Die M�glichkeit, dass beim Verschweissen der N�hte Funken in den alten Stall h�tten geraten und das dort befindliche Heu oder Stroh anz�nden k�nnen, sei daher verschwindend klein gewesen. Es sei daher f�r A.________ nicht ohne Weiteres voraussehbar gewesen, dass es durch seine Arbeit zu einem Brand kommen k�nnte. Fehle es aber an der Voraussehbarkeit, liege keine Fahrl�ssigkeit vor, weshalb das Strafverfahren unter �bernahme der Kosten auf die Staatskasse einzustellen sei. Die Einstellungsverf�gung blieb unangefochten.
A.c Die Geb�udeversicherung des Kantons Graub�nden (Kl�gerin) zahlte dem gesch�digten Eigent�mer f�r den Viehstall Fr. 409'080.05 und f�r den Heustall Fr. 316'150.-- aus. Sie stellte sich auf den Standpunkt, das Feuer sei durch unsorgf�ltige Arbeitsweise beim Verlegen der Dachpappe auf dem neuen Stallanbau ausgebrochen und machte daher gegen die Beklagte als Arbeitgeberin von A.________ und F.________ eine Regressforderung geltend, die sie auf Fr. 300'000.-- bezifferte. Die Beklagte bzw. an ihrer Stelle die G.________ Versicherungs-Gesellschaft als deren Betriebshaftpflichtversicherung lehnte den Regressanspruch ab.
Nach erfolglosem Vermittlungsverfahren reichte die Kl�gerin beim Bezirksgericht Albula Klage ein und beantragte, die Beklagte zu verpflichten, ihr Fr. 300'000.--, allenfalls einen Betrag nach richterlichem Ermessen, nebst Zins zu bezahlen. Mit Urteil vom 15. Juni 2006 wies das Bezirksgericht die Klage ab.
Dagegen gelangte die Kl�gerin an das Kantonsgericht von Graub�nden. Dieses hiess am 11. Dezember 2006 die Berufung gut und verpflichtete die Beklagte, der Kl�gerin Fr. 300'000.-- nebst Zins zu 5 % seit 23. Mai 2005 zu zahlen. Anders als das Bezirksgericht beurteilte es das Verhalten der beiden Angestellten der Beklagten als grobfahrl�ssig. F�r dieses Fehlverhalten ihrer Hilfspersonen habe die Beklagte nach Art. 101 OR einzustehen. Da die Sorgfaltspflichtverletzung als grobe Fahrl�ssigkeit zu qualifizieren sei, stehe der Kl�gerin ein Regressanspruch gegen die dem Gesch�digten aus Vertrag haftende Beklagte zu.
Die Beklagte beantragt mit Berufung, das angefochtene Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden vom 11. Dezember 2006 aufzuheben und die Klage vollumf�nglich abzuweisen.
Die Kl�gerin stellt den Antrag, auf die Berufung nicht einzutreten, eventuell sei sie abzuweisen.
Die Kl�gerin ist der Meinung, auf die Berufung sei nicht einzutreten, da der angefochtene Entscheid auf kantonalem Recht beruhe.
2.1 Mit Berufung kann geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid beruhe auf Verletzung des Bundesrechts mit Einschluss der durch den Bund abgeschlossenen v�lkerrechtlichen Vertr�ge (Art. 43 Abs. 1 OG). Wegen Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte oder kantonalen Rechts steht die Berufung nicht offen.
2.2 Es trifft zu, dass die Kl�gerin ihren Regressanspruch auf Art. 44 des Gesetzes �ber die Geb�udeversicherung im Kanton Graub�nden st�tzt. Sie ist eine �ffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspers�nlichkeit, die als vom Kanton organisierte Versicherungsanstalt nicht dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) untersteht. Die Subrogationsvorschrift von Art. 72 VVG findet demnach keine Anwendung. Vielmehr greift die kantonale Subrogationsnorm von Art. 44 des Gesetzes �ber die Geb�udeversicherung im Kanton Graub�nden, wonach Schadenersatzanspr�che des Eigent�mers aus Verschulden Dritter auf die Anstalt �bergehen, soweit sie Entsch�digung leistet. Das Bundesgericht hat jedoch entschieden, dass ungeachtet einer allf�lligen kantonalen Subrogationsvorschrift die Regressklage einer kantonalen Geb�udeversicherungsanstalt nach Art. 51 OR zu beurteilen ist; vorbehalten bleiben kantonale Vorschriften, die den R�ckgriff erschweren (BGE 55 II 118 E. 1; 50 II 186; 49 II 89 E. 3 S. 93; Brehm, Berner Kommentar, N. 71 zu Art. 51 OR). Da das R�ckgriffsrecht der Kl�gerin somit unter das Bundesrecht f�llt, ist die Berufung zul�ssig.
3.1 Vorliegend geht es um den Regress einer Brandversicherung auf den Vertragspartner des Gesch�digten, der wegen eines Fehlverhaltens seiner Hilfspersonen haftet (Art. 101 OR). Ist der aus Vertrag haftbaren Partei bzw. dessen Hilfsperson ein schweres Verschulden vorzuwerfen, ist ein Regressrecht der in Anspruch genommenen Versicherung zu bejahen (BGE 93 II 345 E. 6 S. 353; 80 II 247 E. 5; Urteil 4C.148/2001 vom 6. Juni 2002, E. 5.2).
Die Vorinstanz hat demnach zu Recht gepr�ft, ob den Hilfspersonen der Beklagten ein schweres Verschulden vorzuwerfen ist, mithin ob diese grobfahrl�ssig gehandelt haben. Dieses Vorgehen wird von den Parteien auch nicht in Frage gestellt.
3.2 Ein Fehlverhalten ist als grobe Fahrl�ssigkeit zu w�rdigen, wenn die verletzten Sorgfaltspflichten elementarer Natur waren, sich jedem vern�nftigen Menschen in der gleichen Lage aufdr�ngen mussten (BGE 119 II 443 E. 2a S. 448; 93 II 345 E. 5 S. 352, je mit Hinweisen).
Die Beklagte wirft der Vorinstanz mit der Berufung einzig vor, das Fehlverhalten ihrer Angestellten zu Unrecht als grobfahrl�ssig qualifiziert zu haben. Die Vorinstanz f�hrte zur Frage der Grobfahrl�ssigkeit Folgendes aus:
"Ob es sich beim Bereitstellen eines Wasserschlauches am Fusse einer zweieinhalb Meter langen Leiter um eine ad�quate Massnahme handelte, um einen pl�tzlichen Brandausbruch im Bereiche der mit dem Gasbrenner ausgef�hrten Arbeiten rasch und wirksam zu bek�mpfen, kann f�glich bezweifelt werden, w�re doch durch das Hinunter- und wieder Hinaufsteigen wertvolle Zeit verloren gegangen; es erscheint also h�chst fraglich, schon mit dem Hinweis auf das Bereitstellen eines Schlauches zu behaupten, es seien die in einem Falle wie dem vorliegenden zu beachtenden Sorgfaltspflichten erf�llt worden. Ob die beiden Arbeiter durch diese Massnahme vorsichtig genug handelten, kann aber offen bleiben, weil die Wahl dieses L�schmittels f�r den hier zu beurteilenden Brand nicht kausal sein konnte, da das Feuer nicht im Bereiche des Arbeitsplatzes, sondern hinter der Holzwand im Innern des Stalles ausbrach und folglich selbst mit einem neben dem Gasbrenner liegenden Schlauch nicht erfolgreich h�tte bek�mpft werden k�nnen. Nicht zu verfangen vermag das Argument, die in der alten Stallwand befindlichen Spalten seien wegen der von F.________ angebrachten Dachpappe nicht sichtbar gewesen, weshalb f�r A.________ nicht voraussehbar gewesen sei, dass beim Verschweissen Funken ins Heu h�tten gelangen k�nnen. A.________ hatte am Morgen des Ungl�ckstages an Ort und Stelle einen Augenschein vorgenommen, um sich f�r die auf den Nachmittag vorgesehene Arbeit vorzubereiten. Aufgrund seiner langj�hrigen Erfahrungen ist er sich nach seinen eigenen Angaben der mit dem Verschweissen von Dachpappe verbundenen Gefahren, insbesondere des erh�hten Brandrisikos, bewusst. Dies h�tte ihn dazu veranlassen m�ssen, die �rtlichkeiten genau zu rekognoszieren und vor allem die Umgebung des vorgesehenen Arbeitsplatzes gr�ndlich auf das Vorhandensein von leicht entz�ndbarem Material abzusuchen. Eine solche Abkl�rung dr�ngte sich umso eher auf, als die Arbeiten in unmittelbarer N�he eines Stalles auszuf�hren waren und die M�glichkeit gross war, dass sich in diesem Heu oder Stroh befinden konnte. Es w�re daher unbedingt n�tig gewesen abzukl�ren, ob gegen die dem neuen Anbau zugekehrte Wand solches Material gelagert war; die Besichtigung des Innern des Stalles w�re auch ohne nennenswerten Aufwand m�glich gewesen. Schon in dieser Beziehung besteht ein wesentlicher Unterschied zu dem im Bundesgerichtsentscheid 80 II 247 behandelten Fall, wo Arbeiten mit einer L�tlampe an der Aussenwand der Dependance einer Villa auszuf�hren waren, wo es nicht nahe liegend war, dass hinter dieser Wand leicht brennbares Material gelagert war. Nicht nur h�tte A.________ aber das Innere des Stalles kontrollieren m�ssen, er h�tte auch bei der Besichtigung des zu deckenden Daches sorgf�ltiger vorgehen m�ssen. Da er ja die Dachoberfl�che zur Berechnung der ben�tigten Dachpappe genau besichtigen und wohl auch vermessen musste, h�tte ihm auffallen m�ssen, dass sich an der alten Stallwand erhebliche Spalten befanden, durch welche leicht Funken ins Innere des Stalles gelangen konnten. Die Annahme, es sei f�r A.________ nicht voraussehbar gewesen, dass dies geschehen k�nnte, weil die Spalten durch die hochgezogene Dachpappe abgedeckt gewesen seien, ist offensichtlich unhaltbar. Bei sorgf�ltiger Rekognoszierung des Arbeitsplatzes h�tte dieser Gefahrenherd von A.________ mit Leichtigkeit erkannt werden k�nnen. Im Nachhinein konnte sich A.________ dann selbst vom Vorhandensein der Spalten �berzeugen; die entsprechende Besichtigung h�tte er aber offensichtlich vor Inangriffnahme der Arbeiten vornehmen m�ssen. Aber auch F.________, dessen Verhalten sich die Beklagte ebenfalls anrechnen lassen muss, h�tte beim Verlegen der Dachpappe sehen k�nnen, dass in der alten Stallwand Spalten offen waren, und er h�tte seinen Vorarbeiter auf diesen Umstand hinweisen m�ssen. Nun kommt dazu, dass am Nachmittag, als die Verschweissarbeiten durchgef�hrt wurden, starker Nordwind herrschte, und dieser Wind blies genau in Richtung der alten Stallwand. Es herrschten also sowohl mit Bezug auf die �rtlichkeiten als auch bez�glich der meteorologischen Verh�ltnisse ausgesprochen ung�nstige Bedingungen zur Vornahme der gef�hrlichen Verschweissarbeiten, was nach besonders vorsichtigem Arbeiten gerufen h�tte. Es h�tte sich jedenfalls aufgedr�ngt, das Stroh oder Heu im Stall von der fraglichen Wand zu entfernen, ja unter Umst�nden h�tte angesichts der herrschenden Verh�ltnisse sogar auf die Ausf�hrung der Arbeiten verzichtet werden m�ssen. A.________ sagte denn auch aus, er h�tte diese Arbeiten am fraglichen Tag nicht ausgef�hrt, wenn er schon vorg�ngig deren Gef�hrlichkeit erkannt h�tte. Dies w�re ihm bei Beachtung der sich unter den gegebenen Bedingungen unbedingt aufdr�ngenden Vorsichtsmassnahmen aber ohne weiteres m�glich gewesen. A.________ h�tte ohne grossen Aufwand feststellen k�nnen, dass sich hinter der alten Stallwand Stroh oder Heu, also extrem leicht entz�ndbares Material, befand. Er h�tte bei aufmerksamer Besichtigung des Arbeitsplatzes sehen k�nnen, dass die Stallwand gerade dort, wo sie auf den Neubau traf, Spalten aufwies, welche sich direkt gegen das dahinter liegende leicht brennbare Material �ffneten, und es herrschte sodann starker Nordwind. Dies war besonders kritisch, weil der Wind die Flamme des Gasbrenners direkt gegen die durchl�cherte Stallwand blies. Unter all diesen ung�nstigen Bedingungen gen�gte es nicht, dass A.________ die Dachpappe nicht bis direkt zur Stallwand mit dem Brenner verschweisste. Die Gefahr, dass trotz der eingehaltenen Entfernung von angeblich 10 bis 30 cm Flammen oder Funken bis zur Stallwand gelangen konnten oder der zur Abdichtung verwendete stark erhitzte Bitumen durch die L�cken in der Wand eindringen und dabei das Stroh oder Heu entz�nden konnte, war extrem hoch. All dies h�tte dem erfahrenen Berufsmann nicht entgehen d�rfen, und auch sein Hilfsarbeiter h�tte sich beim Verlegen der Dachpappe bewusst sein m�ssen, dass die Spalten, die er zudeckte, eine erhebliche Gefahr in sich bargen und er h�tte seinen Vorgesetzten auf dieses Problem aufmerksam machen m�ssen. Angesichts der sehr ung�nstigen Verh�ltnisse h�tten wirksame Massnahmen zur Abwendung der drohenden Gefahr ergriffen oder es h�tte �berhaupt auf die Ausf�hrung der Arbeiten verzichtet werden m�ssen. Die beiden Angestellten der X.________ AG haben aber der Gef�hrlichkeit ihrer Arbeit nicht gen�gend Rechnung getragen. Sie haben die sich in der gegebenen kritischen Situation erforderlichen Vorsichtsmassnahmen nicht getroffen und damit pflichtwidrig unvorsichtig gehandelt. Angesichts der Offenkundigkeit der drohenden und erkennbaren Gefahr kann ihr Verhalten nicht anders denn als schlechterdings unverst�ndlich und damit grobfahrl�ssig bezeichnet werden."
5.1 Sie macht zun�chst geltend, die Vorinstanz h�tte das Verhalten von F.________ nicht beurteilen d�rfen, da die Kl�gerin erst im Pl�doyer vor dem Bezirksgericht Albula - und damit nach der B�ndner Prozessordnung zu sp�t - behauptet habe, auch F.________ habe grobfahrl�ssig gehandelt.
Wie es sich damit verh�lt, kann das Bundesgericht im Berufungsverfahren nicht pr�fen, da es eine Frage des kantonalen Prozessrechts ist, bis zu welchem Zeitpunkt Behauptungen vorgebracht werden k�nnen.
Die Vorinstanz stellte fest, dass F.________ bei der Beklagten angestellt war, und folgerte zutreffend, dass diese sich dessen Verhalten anrechnen lassen muss. Sie wirft ihm vor, dass er beim Verlegen der Dachpappe h�tte sehen k�nnen, dass in der alten Stallwand Spalten offen standen, und er seinen Vorarbeiter auf diesen Umstand h�tte hinweisen m�ssen. Dieser Beurteilung ist ohne Weiteres beizupflichten. Das war grob unvorsichtig.
Zudem zog die Vorinstanz das Verhalten von F.________ vor allem insofern in Betracht, als sie es - anders als die Staatsanwaltschaft - f�r unhaltbar hielt anzunehmen, f�r A.________ sei nicht voraussehbar gewesen, dass Funken in den Heustall springen k�nnten, weil die Spalten durch die von F.________ hochgezogene Dachpappe abgedeckt gewesen seien. Auch dem ist zuzustimmen. In der Tat h�tte A.________ die Spalten bei sorgf�ltiger Besichtigung des Arbeitsplatzes mit Leichtigkeit sehen k�nnen und die Gefahr erkennen m�ssen. Es kann ihn nicht entlasten, dass sein Kollege die Spalten mit Dachpappe abgedeckt hat.
5.2 Weiter wirft die Beklagte der Vorinstanz vor, von einem falschen Begriff der Grobfahrl�ssigkeit ausgegangen zu sein. Inwiefern dies der Fall sein soll, zeigt sie jedoch nicht auf und ist nicht ersichtlich. Die Vorinstanz fasste ihre Beurteilung dahingehend zusammen, das Verhalten der beiden Angestellten sei "schlechterdings unverst�ndlich" und machte damit deutlich, dass sie von einem zutreffenden Begriff der Grobfahrl�ssigkeit (vgl. dazu Erw�gung 3.2) ausgegangen ist.
5.3 Die Beklagte ist der Ansicht, A.________ habe nicht grobfahrl�ssig gehandelt, was sich schon aus dem Umstand ergebe, dass das gegen ihn er�ffnete Strafverfahren wegen fahrl�ssiger Verursachung einer Feuersbrunst eingestellt worden sei. Indem A.________ einen Wasserschlauch am Fusse der Leiter bereitstellte, habe er die massgebende Vorsichtsmassnahme getroffen, was eindeutig gegen die Qualifikation seines Verhaltens als grobfahrl�ssig spreche.
Entgegen der Beklagten ist die Vorinstanz nicht von den tats�chlichen Feststellungen der Einstellungsverf�gung abgewichen. Jedoch hat sie eine andere Beurteilung des Verschuldens vorgenommen. Wie die Beklagte selbst anmerkt, besteht keine Bindung des Zivilrichters an die strafrechtliche Beurteilung der Schuld (Art. 53 OR). Ob die von A.________ getroffene Vorsichtsmassnahme der Bereitstellung eines Wasserschlauches am Fusse der 2.5 m langen Leiter ausreichte, um die zu beachtenden Sorgfaltspflichten zu erf�llen, bezweifelte die Vorinstanz, liess die Frage aber offen, weil die Wahl dieses L�schmittels f�r den hier zu beurteilenden Brand ohnehin nicht kausal gewesen sei. Diesbez�glich ergibt sich somit keine Belastung der Beklagten bzw. von A.________, weshalb die R�ge in diesem Punkt ins Leere st�sst.
5.4 Die Beklagte ist ferner der Ansicht, A.________ k�nne auch deshalb kein Verschulden zur Last gelegt werden, weil f�r ihn gem�ss Einstellungsverf�gung nicht vorhersehbar gewesen sei, dass es beim Verschweissen der Dachpappe zu einem Brand kommen k�nnte. Da F.________ die Dachpappe an der angrenzenden Stallwand hinaufgezogen habe, habe A.________ die Spalten nicht sehen k�nnen. Dass die Vorinstanz dieses Argument zu Recht nicht gelten liess, wurde bereits ausgef�hrt (Erw�gung 5.1). A.________ wird gerade vorgeworfen, dass er bei ordnungsgem�sser Besichtigung des Arbeitsplatzes die Spalten ohne Weiteres h�tte erkennen k�nnen und m�ssen. Dass F.________ die Spalten abdeckte, entlastet A.________ nicht, sondern gereicht zus�tzlich F.________ zum Vorwurf, dass er A.________ nicht auf die Spalten aufmerksam machte. Auch ohne entsprechende Meldung von F.________ h�tte A.________ die Spalten bemerken m�ssen, wenn er die Umgebung der Schweissarbeiten mit der gebotenen Sorgfalt untersucht h�tte.
5.5 Nicht nachvollziehbar und auch nicht hinl�nglich konkretisiert ist der Vorwurf der Beklagten, die "ex-post-Argumentation" der Vorinstanz �berspanne die Anforderungen an die Sorgfalt, die von A.________ erwartet werden k�nne, in krasser Weise. Selbst einem erfahrenen und vorsichtigen Dachdecker k�nne passieren, dass er Spalten in einer Holzwand nicht wahrnehme, zumal wenn sie sehr klein, nur ca. 2 cm breit und ca. 10-12 cm lang, gewesen seien.
Gem�ss den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz handelte es sich um erhebliche Spalten. Darauf ist abzustellen. Daf�r spricht auch, dass A.________ im Nachhinein die Spalten ohne Weiteres wahrnahm. Von einer unzul�ssigen Beurteilung ex post oder �berspannten Anforderungen an die Sorgfalt kann keine Rede sein. Das zu beachtende Mass an Sorgfalt beurteilt sich nach der jeweils konkreten Lage und den gegebenen Umst�nden. Schweissarbeiten sind mit erheblichen Risiken verbunden, zumal wenn sie neben einem alten Stall und bei ung�nstigen meteorologischen Verh�ltnissen (starker Nordwind in Richtung des Stalles) vorgenommen werden. Diese konkreten Verh�ltnisse hat die Vorinstanz zu Recht ber�cksichtigt und auch zutreffend gefolgert, die ung�nstigen Bedingungen h�tten ein besonders sorgf�ltiges Arbeiten erfordert.
5.6 Die Beklagte bestreitet sodann, dass A.________ verpflichtet gewesen w�re nachzusehen, ob sich im angrenzenden Stall leicht brennbares Material (Heu oder Stroh) befinde, zumal ihn der Gesch�digte auch nicht darauf aufmerksam gemacht habe. Sie verweist auf BGE 80 II 247, in welchem Fall der Arbeiter die L�tlampe zum Entfernen der alten Farbe gegen die Aussenseite einer Holzt�re richtete, worauf eine Flamme durch die Ritzen drang und die im Innern des Geb�udes gelagerte Holzwolle in Brand steckte. Das Bundesgericht habe in diesem Fall keine Grobfahrl�ssigkeit angenommen und m�sse vorliegend den gleichen Massstab anwenden. Wie die Vorinstanz zutreffend aufzeigt, besteht der Unterschied der beiden F�lle im Wesentlichen in den unterschiedlichen Arbeitsorten. In BGE 80 II 247 waren die Arbeiten an der Aussenwand der Dependance einer Villa vorzunehmen und es war nicht naheliegend, dass in diesem Geb�ude leicht brennbares Material gelagert wurde. In einem Stall hingegen, der sich oberhalb eines belegten Viehstalles befindet, dr�ngt sich das Vorhandensein von Heu oder Stroh geradezu auf.
5.7 Was die Beklagte gegen die Annahme ung�nstiger meteorologischer Verh�ltnisse vorbringt, stellt zum einen unzul�ssige Kritik an der Beweisw�rdigung dar (BGE 127 III 543 E. 2c S. 547). Es bleibt daher bei der vorinstanzlichen Feststellung, dass (zeitweise) starker Nordwind herrschte. Zum andern �bersieht die Beklagte, dass es nicht ausschlaggebend ist, ob der Brand tats�chlich aufgrund eines Windstosses ausgel�st bzw. beg�nstigt wurde. Entscheidend ist, dass die festgestellten Windverh�ltnisse zu einer erh�hten Gef�hrlichkeit der Schweissarbeiten f�hrten und es daher einer erh�hten Sorgfalt bedurfte.
5.8 Die Beurteilung der Vorinstanz, dass das Verhalten der Angestellten der Beklagten als grobfahrl�ssig zu qualifizieren ist, ist somit bundesrechtlich nicht zu beanstanden.
Die Berufung ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beklagte kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).

References: Art. 101
 Art. 44
 Art. 72
 Art. 44
 Art. 51
 Art. 51
 BGE 
 BGE 
 Art. 159