Source: https://www.gesetze-im-internet.de/textilgestausbv/BJNR117800011.html
Timestamp: 2020-07-03 17:59:13+00:00

Document:
TextilGestAusbV - Verordnung über die Berufsausbildung zum Textilgestalter und zur Textilgestalterin im Handwerk
TextilGestAusbV
Ausfertigungsdatum: 17.06.2011
"Verordnung über die Berufsausbildung zum Textilgestalter und zur Textilgestalterin im Handwerk vom 17. Juni 2011 (BGBl. I S. 1178), die durch Artikel 1 der Verordnung vom 25. Juli 2011 (BGBl. I S. 1527) geändert worden ist"
Stand: Geändert durch Art. 1 V v. 25.7.2011 I 1527
Diese Rechtsverordnung ist eine Ausbildungsordnung im Sinne des § 25 der Handwerksordnung. Die Ausbildungsordnung und der damit abgestimmte von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland beschlossene Rahmenlehrplan für die Berufsschule werden demnächst als Beilage zum Bundesanzeiger veröffentlicht.
(+++ Textnachweis ab: 1.8.2011 +++)
Der Ausbildungsberuf des Textilgestalters und der Textilgestalterin im Handwerk wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe Nummer 20, Textilgestalter, der Anlage B 1 der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
Die Berufsausbildung gliedert sich in gemeinsame Ausbildungsinhalte und in die Ausbildung in einer der Fachrichtungen:
Posamentieren,
(1) Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die im Ausbildungsrahmenplan (Anlage 1) aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit). Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende Organisation der Ausbildung ist insbesondere zulässig, soweit betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.
(2) Die Berufsausbildung zum Textilgestalter und zur Textilgestalterin im Handwerk gliedert sich wie folgt (Ausbildungsberufsbild):
Textile Rohstoffe und Produkte,
Entwickeln, Gestalten und Präsentieren von Entwürfen,
Experimentelles Arbeiten,
Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen,
Anwenden von Fertigungstechniken,
Instandsetzen von Produkten;
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Filzen:
Gestalten von Filzen,
Herstellen von Filzen
Fertigstellen von Filzen;
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Klöppeln:
Gestalten und Konstruieren von Klöppelspitzen,
Herstellen von Klöppelspitzen,
Fertigstellen von Klöppelspitzen;
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Posamentieren:
Gestalten und Konstruieren von Posamenten,
Herstellen von Posamenten,
Fertigstellen von Posamenten;
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Sticken:
Gestalten von Stickereien;
Anfertigen von Stickereien von Hand und mit handgeführten Maschinen,
Fertigstellen von Stickereien;
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Stricken:
Gestalten und Konstruieren von Gestricken,
Herstellen von Gestricken,
Konfektionieren von Gestricken;
Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Weben:
Gestalten und Konstruieren von Geweben,
Herstellen von Geweben,
Fertigstellen von Geweben;
Handhaben und Instandhalten von Werkzeugen, Arbeitsgeräten und Maschinen,
(1) Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sollen so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Absatz 3 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbstständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist auch in Prüfungen nach den §§ 6 bis 12 nachzuweisen.
(3) Die Zwischenprüfung findet in dem Prüfungsbereich Arbeitsauftrag statt.
technische Unterlagen anfertigen und anwenden,
Arbeitsschritte planen und festlegen,
Skizzen anfertigen und Berechnungen durchführen,
Materialien unter Berücksichtigung von Eigenschaften und Wirkungen auswählen,
Fertigungstechniken anwenden,
Werkzeuge, Arbeitsgeräte und Maschinen auswählen und einsetzen,
Maßnahmen zur Arbeitsorganisation, zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit, zum Umweltschutz, zur Kundenorientierung, zur Wirtschaftlichkeit und zur Qualitätssicherung berücksichtigen sowie
fachliche Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Durchführung der Arbeitsaufgabe begründen
Planen und Herstellen eines Produktes unter Anwendung verschiedener Fertigungstechniken;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen, die Durchführung mit praxisüblichen Unterlagen schriftlich dokumentieren und hierüber ein situatives Fachgespräch führen;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt sieben Stunden; innerhalb dieser Zeit soll das situative Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.
§ 7 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Filzen
(2) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den Abschnitten A, B und H aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Herstellen und Präsentieren,
Filzproben und Vorfilze erstellen,
Schnitte und Schablonen berechnen und erstellen,
unterschiedliche Filztechniken bei mehrlagigen Hohlkörpern anwenden,
Effekte durch Nachbehandlung erzielen,
Filzteile fertigstellen,
Entwerfen und Fertigen eines mehrlagigen Hohlkörpers mit dekorativen und funktionalen Elementen unter Anwendung verschiedener Techniken;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 24 Stunden; innerhalb dieser Zeit soll die Präsentation in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.
§ 9 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Posamentieren
(2) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den Abschnitten A, D und H aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Webstühle oder Galonmaschinen aufbauen und umrüsten,
Bänder, Fransen und Borten, insbesondere Bogencrepinen, zurichten und weben,
Seile und Spikatchore herstellen,
Quastenköpfe in Auflegetechniken, in gekettelten Formen und in Spikattechniken fertigen,
Überstengel, insbesondere Blütenstengel für Quasten und Fransen, herstellen,
Posamente fertigstellen, Fransen dämpfen und zuschneiden,
Entwerfen und Fertigen eines Ensembles von Posamenten unter Anwendung verschiedener Web-, Dreh- und Stechtechniken;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 18 Stunden; innerhalb dieser Zeit soll die Präsentation in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.
§ 10 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Sticken
(2) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den Abschnitten A, E und H aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Entwürfe auf Stickböden übertragen, Stickböden in den Stickrahmen einspannen,
Stickereien in kombinierten Sticktechniken anfertigen,
Stickereien versäubern, spannen und glätten,
Stickereien fertigstellen,
Entwerfen von einer oder zwei Stickereien und Ausführen von Hand und mit handgeführten Maschinen unter Anwendung kombinierter Sticktechniken;
Werkstoffe und Zubehör unter Berücksichtigung von Materialeigenschaften und Verwendungszweck auswählen und einsetzen,
§ 11 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Stricken
(2) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den Abschnitten A, F und H aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Handstrickmaschinen muster- und garnbezogen einstellen,
Schnitte erstellen und gradieren,
Gestricke in kombinierten Techniken, verschiedenen Materialien und Mustern herstellen,
Schmuck- und Funktionselemente stricken und anbringen,
Gestricke konfektionieren,
Entwerfen, Herstellen und Konfektionieren von zwei aufeinander abgestimmten Gestricken unter Anwendung kombinierter Techniken;
§ 12 Gesellenprüfung in der Fachrichtung Weben
(2) Die Gesellenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage in den Abschnitten A, G und H aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten sowie auf den im Berufsschulunterricht zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.
Bindungen entwickeln und patronieren, Konstruktionsmerkmale festlegen,
Webketten schären und bäumen,
Webstühle einrichten,
Webarbeiten mit mindestens acht Schäften ausführen oder Bildgewebe herstellen,
Gewebe fertigstellen,
Entwerfen und Fertigen eines mindestens achtbindigen Gewebes und einer Kettdichte von mindestens zwölf Fäden pro Zentimeter oder
Entwerfen und Fertigen eines Bildgewebes mit spitzen, runden und freien Formen;
§ 13 Gewichtungs- und Bestehensregelung
1. Prüfungsbereich Herstellen und Präsentieren 50 Prozent,
2. Prüfungsbereich Gestalten und Konstruieren 20 Prozent,
3. Prüfungsbereich Planen und Fertigen 20 Prozent,
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit schlechter als „ausreichend“ bewerteten Prüfungsbereiche, in denen Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.
§ 14 Zusatzqualifikation
(1) Über das in § 4 Absatz 2 beschriebene Berufsbild hinaus kann die Zusatzqualifikation „Paramentik“ vermittelt werden.
(2) Gegenstand der Zusatzqualifikation sind die in der Anlage 2 aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
§ 15 Prüfung der Zusatzqualifikation
(1) Die Zusatzqualifikation wird auf Antrag des Auszubildenden im Zusammenhang mit der Gesellenprüfung gesondert geprüft, wenn glaubhaft gemacht wird, dass die dafür erforderlichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt worden sind.
(2) Die Prüfung der Zusatzqualifikation erstreckt sich auf die in der Anlage 2 aufgeführten Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
(3) Für die Prüfung der Zusatzqualifikation bestehen folgende Vorgaben:
Paramente unter Berücksichtigung liturgischer Symbolik entwerfen,
religiöse Symbole und Gestaltungselemente einsetzen, Formen variieren,
Paramente durch Stick- und Webtechniken anfertigen sowie
Paramente fertigstellen
Der Prüfung der Zusatzqualifikation sind folgende Tätigkeiten zugrunde zulegen:
Erstellen eines Entwurfs für die Ausgestaltung eines Kirchenraumes oder eines Gewandes und Ausarbeitung eines Details als Musterprobe;
der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und darüber ein auftragsbezogenes Fachgespräch führen;
die Prüfungszeit beträgt insgesamt 14 Stunden; innerhalb dieser Zeit soll das auftragsbezogene Fachgespräch in höchstens 15 Minuten durchgeführt werden.
(4) Die Prüfung der Zusatzqualifikation ist bestanden, wenn der Prüfling mindestens ausreichende Leistungen erbracht hat.
(5) Das Ergebnis der bestandenen Prüfung über die Zusatzqualifikation ist durch eine gesonderte Bescheinigung zu dokumentieren.
§ 16 Bestehende Berufsausbildungsverhältnisse
Diese Verordnung tritt am 1. August 2011 in Kraft. Gleichzeitig treten die Sticker-Ausbildungsverordnung vom 29. Dezember 1983 (BGBl. 1984 I S. 2), die Stricker-Ausbildungsverordnung vom 7. Dezember 1982 (BGBl. I S. 1640) und die Verordnung über die Berufsausbildung zum Weber/zur Weberin im Handwerk vom 19. Juli 2001 (BGBl. I S. 1675) außer Kraft.
Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Textilgestalter und zur Textilgestalterin im Handwerk
(Fundstelle: BGBl. I 2011, 1187 - 1195)
1 Textile Rohstoffe und Produkte
textile Faserstoffe nach Aufbau und Eigenschaften einteilen
Faserstoffarten bestimmen
Feinheitsbezeichnungen anwenden sowie Feinheitsbe- und -umrechnungen durchführen
Konstruktionsmerkmale textiler Flächengebilde unterscheiden sowie deren Eigenschaften bestimmen
Einfluss von Fasereigenschaften und -mischungen auf Herstellungsprozesse und Fertigprodukte berücksichtigen
Garne und Zwirne unterscheiden sowie deren Eigenschaften bestimmen
Veredlungsprozesse hinsichtlich ihrer Art und Auswirkungen unterscheiden
Gebrauchs- und Pflegeanforderungen von Textilien festlegen
2 Entwickeln, Gestalten und Präsentieren von Entwürfen
Grundlagen von Formen- und Farbenlehren anwenden, Flächen gestalten
Muster und Vorlagen analysieren
Zusammenwirken von Materialauswahl, Farbgebung und Technik berücksichtigen, Varianten entwickeln
Entwürfe, insbesondere nach historischen, modischen, funktionalen und technologischen Gesichtspunkten, gestalten und ausarbeiten
Entwürfe nach Verwendungszweck und Kundenanforderungen optimieren
3 Experimentelles Arbeiten
Eigenschaften und Wirkungen von unterschiedlichen Materialien herausarbeiten
textile und nicht textile Werkstoffe auswählen, kombinieren und einsetzen, Effekte erzielen
unterschiedliche Techniken, Geräte und Werkzeuge anwenden
Entwicklungsschritte und Gestaltungsprozesse reflektieren und dokumentieren
4 Anfertigen und Anwenden von technischen Unterlagen
Zeichnungen und Schnitte erstellen, Schrumpfungsfaktor beachten
Klöppelbriefe und technische Zeichnungen erstellen
Werkzeichnungen erstellen, perforieren, auftragen und fixieren
Patronen erstellen, Maschenmuster zeichnerisch darstellen, Lochkarten anfertigen und Schnitte erstellen
Patronen und Gewebeschnitte für Grundbindungen und abgeleitete Köperbindungen erstellen
Rapporte oder Maßstäbe berechnen, Normen anwenden
5 Anwenden von Fertigungstechniken
Fertigungstechniken auswählen und festlegen
vorbereitende Arbeiten durchführen:
Schablonen und Filzproben erstellen
Garne spulen, Klöppelkissen und Klöppelbriefe für Torchon-, Cluny- und Bänderspitzen vorbereiten, Klöppelprobe erstellen
gesponnene und gedrehte Schnurmuster anfertigen
Stickböden berechnen und zuschneiden, Stickböden mit glatten Oberflächen und Materialien vorbereiten und Stickrahmen einrichten
Garne spulen, Maschinen einrichten, Maschenproben erstellen
Garne spulen, Webketten schären, Handwebstühle einrichten, Knotentechniken anwenden, Fachbildung sowie Kett- und Schussfadenspannung prüfen und optimieren
Fertigungstechniken anwenden:
Wollsorten kombinieren, Farben, insbesondere durch Kardieren, mischen; Kugeln, Schnüre und gleichmäßige Wolllagen für Flächen und Hohlkörper durch Walken, Roll- und Reibetechniken herstellen
Klöppelspitzen in den Techniken Torchon-, Cluny-Flandrische Spitze, Brügger Blumenwerk und Bänderspitze anfertigen, insbesondere Schneeberger, Russische Bänderspitze, Idrija-Spitze, Farbsymbolik und Grundschläge anwenden, Anfang und Ende berücksichtigen, Knoten, insbesondere Weber- und Schlingknoten, anwenden, Ecken durch Spiegelung konstruieren, Spitzen montieren
Ripsborten, Schnittfransen und Schusscrepinen weben, glatte Schnüre und Seile herstellen, aufgelegte und gekettelte Quasten anfertigen
geometrische und freie Stickereien in weiß und bunt anfertigen, Flächen mit Linien- und Füllstichen gestalten
Gestricke in Glatt-Rechts und in Mustern, insbesondere Vorlege-, Fang-, Loch- und Webstrickmuster, herstellen, Anschlage-, Zu- und Abnahmetechniken ausführen, Gestricke abketteln
Gewebe in Grundbindungen und abgeleiteten Köperbindungen herstellen, Webrhythmus finden, Schussdichte einhalten
abschließende Arbeiten durchführen, insbesondere Waren ausrüsten und konfektionieren
6 Instandsetzen von Produkten
Mängel und Schäden feststellen und dokumentieren
Instandsetzungsmaßnahmen festlegen und Durchführbarkeit beurteilen, Kostenrahmen abschätzen
Instandsetzungsmaßnahmen in Absprache mit dem Kunden durchführen
durchgeführte Maßnahmen dokumentieren
Abschnitt B: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Filzen
25.–36.
1 Gestalten von Filzen
Effekte während des Filzvorganges, insbesondere durch Nähen, Plissieren und Abbinden, erzielen
funktionale und dekorative Elemente, insbesondere Schlaufen und Verschlüsse, einfilzen
Effekte durch Nachbehandlung, insbesondere durch Sticken, Nähen und Applizieren, erzielen
2 Herstellen von Filzen
Wolle, Seide und fertige Filzteile, insbesondere durch Shibori-Färben, einfärben
Vorfilze herstellen und weiterverarbeiten
Kammzug und Wollvlies mit anderen Materialien, insbesondere Stoffen, verbinden und filzen
Nunofilztechnik anwenden
mehrlagige Hohlkörper und transparente Filze herstellen
experimentelle Filzarbeiten durchführen, insbesondere bei der Gestaltung von dreidimensionalen Filzen
Schnitte und Schablonen für Bekleidung berechnen und erstellen, gefilzte Stoffe zuschneiden
nahtlose Filzbekleidung und Filzelemente für Raumgestaltungen herstellen
Filze zur beidseitigen Benutzung herstellen
Prototypen und Kleinserien entwickeln und fertigen
3 Fertigstellen von Filzen
Filzteile, insbesondere durch Bügeln, Bürsten, Appretieren und Stärken, nachbehandeln
fertige Filzteile konfektionieren
Abschnitt C: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Klöppeln
1 Gestalten und Konstruieren von Klöppelspitzen
Spitzen mit Ecken, Rundungen und Ovalen berechnen und konstruieren
Anfänge und Enden sowie Randgestaltungen in Variationen planen und einsetzen
Klöppelbriefe, technische Zeichnungen und Fadenzeichnungen erstellen
Flächengestaltungen, insbesondere mit Konturfäden, Rippe und Rolle sowie Formenschlägen, planen
Bänderkreuzungen planen
Rasterveränderungen vornehmen
Gestaltungseffekte, insbesondere durch Farbauswahl und Strukturen, erzielen
Spitzentechniken rekonstruieren
2 Herstellen von Klöppelspitzen
Spitzentechniken, insbesondere Metallspitzen, Pariser Spitze, Point des Lille-Spitzen, Guipurespitzen, Mailänder Spitzen, Duchesse und Freihandspitzen sowie Moderne Gründe in Variationen, anwenden
Ecken und Rundungen ausführen, Kantenanfänge und Kantenabschlüsse in Variationen anwenden
Spitzen, insbesondere durch Verwenden von Gründen und in Variationen, herstellen, Abschlusstechniken ausführen
räumliche Grundformen in Spitzen umsetzen
Verbindungen herstellen und Verzierungen einarbeiten
3 Fertigstellen von Klöppelspitzen
hergestellte Spitzen mustergerecht zusammenfügen, insbesondere durch Laschen und Häkeln
Spitzen mit anderen Elementen verbinden, runde und eckige Montagearbeiten durchführen, Spitzen stärken
Spitzen reinigen und aufbewahren
Abschnitt D: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Posamentieren
1 Gestalten und Konstruieren von Posamenten
Fertigungstechniken, insbesondere für Rekonstruktionen, analysieren
Konstruktionsmerkmale von Geweben, insbesondere von Fransen und Crepinen, bestimmen, zeichnerisch darstellen und festlegen
Grundkörper von Quasten zeichnerisch darstellen
Aufbau von Quasten festlegen, Konstruktionsmerkmale von Quasten, insbesondere Knoten und Stiche, bestimmen
Gestaltungseffekte, insbesondere durch Material- und Farbauswahl sowie Strukturen, erzielen
2 Herstellen von Posamenten
Webstühle und Galonmaschinen aufbauen und umrüsten
Bänder, insbesondere Bogencrepinen, Fransen und Borten, weben, Effilé herstellen
Schnürchen, Schnüre, Gimpen und Biesen zurichten
Vordrehtriebe für die Herstellung von Seilen und Spikatchoren ermitteln, Seile und Spikatchore herstellen
Drähte und Pergamente, insbesondere mit Seide und leonischen Fäden, überspinnen
aufgelegte Quasten mit speziellen Holzformen, insbesondere kleinen oder gekerbten Formen, fertigen
Kettel- und Spikatformen stechen
Pompon und Quästchen herstellen
3 Fertigstellen von Posamenten
Gimpen- und Fransenansätze versäubern, fixieren und schneiden
Quasten und Fransen dämpfen und zuschneiden
Plüschcorelle scheren
Schnüre und Seile konfektionieren
Abschnitt E: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Sticken
1 Gestalten von Stickereien
profane und religiöse Stilelemente sowie Symbole für Stickereien entwerfen
Gestaltungseffekte erzielen, insbesondere durch Kombinieren von Farben, Materialien, Unterlegen sowie Ändern von Stichrichtung, Garnstärke und Garnspannung
Applikationen aus unterschiedlichen Materialien planen
technische Hilfsmittel und Materialien, insbesondere zur Optimierung des Stickbildes, auswählen
2 Anfertigen von Stickereien von Hand und mit handgeführten Maschinen
Zusammenspiel zwischen Garnen, Werkzeugen und Stickböden optimieren
Stickböden, insbesondere aus elastischen und hochflorigen Materialien, zum Einspannen in den Stickrahmen vorbereiten
Weißstickerei, insbesondere Monogramm- und Lochstickerei, anwenden
Buntstickerei, insbesondere Nadelmalerei, anwenden
Metallstickerei anwenden
Applikationen anfertigen
Stickereien in kombinierten Sticktechniken anfertigen
3 Fertigstellen von Stickereien
Stickereien versäubern, spannen, glätten, säumen und abfüttern
Stickereien, insbesondere durch Einfassen und Aufnähen von Gestaltungselementen, garnieren
Stickereien konfektionieren
Abschnitt F: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Stricken
1 Gestalten und Konstruieren von Gestricken
Schnitte erstellen und gradieren sowie Maschenanzahl und -reihen berechnen
Effekte, insbesondere durch Kombinieren von Farben, Formen, Mustern, Oberflächen und Drappierungen, erzielen, Ziernähte berücksichtigen
Verzierungen und Zubehör festlegen
Gestricke in fully fashioned Technik planen und berechnen
Prototypen und Kleinserien entwickeln
2 Herstellen von Gestricken
muster- und garnbezogene Einstellungen an Handstrickmaschinen vornehmen, Zusammenspiel zwischen Schlosseinstellung, Abzug, Fadenspannung und Materialelastizität berücksichtigen
Zusatzgeräte anbringen
Muster, insbesondere Deck-, Zopf-, Versatz-, Abspreng-, Noppen- und Jacquardmuster sowie Intarsien, stricken
Gestricke in kombinierten Stricktechniken und mit verschiedenen Materialien herstellen
Schmuck- und Funktionselemente stricken, insbesondere Blenden, Kragen, Taschen, Knopflöcher und Besätze
Kontrastreihen einarbeiten und Gestricke von der Maschine nehmen
branchenspezifische Anwenderprogramme einsetzen
3 Konfektionieren von Gestricken
Einzelteile muster- und materialgerecht zusammenfügen
Gestricke ausrüsten und Abschlussarbeiten ausführen
Verzierungen und Zubehörteile anbringen
Abschnitt G: Weitere berufsprofilgebende Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Fachrichtung Weben
1 Gestalten und Konstruieren von Geweben
Abschnitt G Nummer 1)
gestalterische Kriterien, insbesondere das Zusammenwirken von Material, Farbe und Bindung sowie Ausrüstungen, berücksichtigen
Bindungen für einflächige Gewebe, insbesondere Leinwand- und Atlasableitungen, entwickeln und patronieren
Bindungen für mehrlagige Gewebe, insbesondere Hohlgewebe mit Warenwechsel, entwickeln und patronieren
Gewebe analysieren und Konstruktionsmerkmale bestimmen, Fertigungspatrone erstellen
Gewebekonstruktionen in Bezug auf Produkteigenschaften entwickeln und festlegen
rechnergestützte Programme zur Erstellung von Bild- und Fertigungspatronen anwenden
Entwürfe für Bildgewebe unter Berücksichtigung von Kettfadenstärke und -dichte kartonieren
2 Herstellen von Geweben
Abschnitt G Nummer 2)
Webstühle aufbauen und umrüsten
einflächige Gewebe in Ableitungen und Kombinationen von Grundbindungen herstellen
mehrlagige Gewebe, insbesondere Hohlgewebe mit Warenwechsel, bemustern
Webarbeiten in koordinierter und rhythmischer Form mit Hand- und Schnellschützen ausführen, ergonomische Gesichtspunkte berücksichtigen
Zusammenspiel zwischen Schützenart und -führung sowie Anschlag optimieren
Bildgewebe an Hoch- und Flachwebstühlen herstellen
3 Fertigstellen von Geweben
Abschnitt G Nummer 3)
Fehler in der Rohware beseitigen
Ränder sichern, Randabschlüsse herstellen
Gewebe ausrüsten, insbesondere waschen und dämpfen
Abschnitt H: Integrative Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten
Abschnitt H Nummer 1)
Abschnitt H Nummer 2)
Abschnitt H Nummer 3)
Abschnitt H Nummer 4) Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
Abschnitt H Nummer 5)
Werk- und Hilfsstoffe sowie Arbeitsmittel auswählen und bereitstellen
Gespräche im Team führen, Sachverhalte darstellen, Fachbegriffe anwenden, Ergebnisse der Teamarbeit auswerten
Material disponieren, Zeitbedarf ermitteln
inhaltliche und gestalterische Vorgaben mit den Beteiligten abstimmen, Liefertermine beachten
6 Handhaben und Instandhalten von Werkzeugen, Arbeitsgeräten und Maschinen
Abschnitt H Nummer 6)
Werkzeuge, Arbeitsgeräte und Maschinen hinsichtlich Funktion und Einsatz auswählen
Werkzeuge und Arbeitsgeräte handhaben, pflegen und instand halten
Maschinen einrichten, bedienen und pflegen
Störungen erkennen und Maßnahmen zur Störungsbeseitigung ergreifen
vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen durchführen, insbesondere Verschleißteile ersetzen
7 Beraten von Kunden
Abschnitt H Nummer 7)
Kunden auf Pflegeanforderungen und Aufbewahrung hinweisen
Kundenwünsche ermitteln und Kunden hinsichtlich Realisierbarkeit und Gestaltung beraten
Kundenkontakte auswerten und Ergebnisse für betriebliche Entscheidungen aufbereiten
Abschnitt H Nummer 8)
Prüftechniken anwenden, insbesondere Materialien visuell prüfen, Fehler beheben, Prüfergebnisse bewerten und dokumentieren
Produktions- und Qualitätsdaten dokumentieren
Werk- und Hilfsstoffe sowie Produkte unter Beachtung ihrer Eigenschaften lagern
Zwischen- und Endkontrollen durchführen
Qualität des Warenausfalls nach Vorlage kontrollieren, Qualitätsmerkmale feststellen
zur Verbesserung von Arbeitsvorgängen im eigenen Arbeitsbereich beitragen
9 Verkaufen von Produkten
Abschnitt H Nummer 9)
Produkte verkaufs- und versandfertig aufmachen
Zielgruppen und Absatzmärkte erkennen, trend- und produktspezifische Informationen beschaffen, nutzen und auswerten
Unternehmen nach außen darstellen
Verkaufsgespräche führen, Geschäftsvorgänge durchführen und abschließen
Angebote nach betrieblichen Vorgaben erstellen, insbesondere Materialkosten, Zeitaufwand und Personalbedarf berücksichtigen, Angebote unterbreiten
betriebliche Werbemaßnahmen entwickeln und umsetzen
Produkte, insbesondere unter Beachtung der Marktentwicklung, gestalten
Anlage 2 (zu § 14)
Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in der Zusatzqualifikation Paramentik
(Fundstelle: BGBl. I 2011, 1196)
1 Gestalten von Paramenten
Kunden im Kirchenraum beraten, insbesondere im Hinblick auf religiöse Symbole und liturgische Farben im Kirchenjahr
visuelle Wirkung und harmonisches Einfügen von Paramenten im Raum berücksichtigen
Kirchenräume mit Paramenten ausgestalten, insbesondere Gestaltungselemente für liturgische Orte aufeinander abstimmen
Besonderheiten der liturgischen Gewandung und der Kirchenausstattung berücksichtigen
Entwürfe für Paramente nach Kundenauftrag ausarbeiten, religiöse Symbole und Formen sowie liturgische Farben einsetzen, Materialauswahl und Gestaltungstechnik festlegen
2 Anfertigen von Paramenten
Stickrahmen einrichten, Stickböden vorbereiten
Stiche ausführen, insbesondere Kloster- und Nonnenstich, Konturenstiche, Faden- und nichtfadengebundene Stick- sowie Spitzentechniken anwenden
farbige Stickereien, insbesondere Ajourstickerei, Gold- und Metallstickerei, Seidenstickerei und Nadelmalerei, anfertigen
Weißstickereien, insbesondere mit Hohlsaum- und Durchbruchtechniken, anfertigen
Stoff-, Faden- und Schnurapplikationen anbringen
Hochwebstühle einrichten, Materialien berechnen und vorbereiten, Werkzeichnungen erstellen
Bildgewebe an Hochwebstühlen anfertigen, Knüpftechniken anwenden, Farbschattierungen einarbeiten
Paramente mit Stick- und Webtechniken herstellen
3 Fertigstellen und Instandhalten von Paramenten
Abschlussarbeiten ausführen und Paramente konfektionieren
Paramente reinigen, aufarbeiten und ergänzen
Paramente pflegen und aufbewahren
Aufhängungsvorrichtungen konstruieren und anbringen, visuelle Wirkung im Raum beurteilen

References: Art. 1
 § 25
 § 25
 § 1

§ 7

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14
 § 4

§ 15

§ 16
 § 14