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Timestamp: 2016-10-25 21:10:16+00:00

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2C_554/2013, 2C_555/2013 � � Urteil vom 30. Januar 2014
�Am 5. Juli 2010 reichte die X.________ AG ihre Steuererkl�rung f�r das Jahr 2008/2009 (�berj�hriges Gesch�ftsjahr) und am 20. Dezember 2011 diejenige f�r das Jahr 2010 ein. Am 21. Dezember 2011 forderte die Steuerverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden die Steuerpflichtige auf, s�mtliche Buchhaltungseinzelkontobl�tter der Gesch�ftsjahre 2009 und 2010 und f�r das Jahr 2009 �berdies den Zahlungsnachweis f�r das an die Y.________ AG gew�hrte Darlehen samt Darlehensvertrag, einen Nachweis f�r die R�ckstellungen im Betrag von Fr. 600'000.--, die Nachweise f�r zwei gr�ssere Kreditorenpositionen und zwei gr�ssere Positionen der Rubrik "�briger Aufwand" sowie ein Inventar �ber den Warenbestand per Stichtag 31. Dezember 2009 einzureichen. Nachdem die Unterlagen innert Frist nicht eingereicht worden waren, setzte die Steuerverwaltung der Steuerpflichtigen am 31. Januar 2012 unter Androhung der Ermessensveranlagung im Unterlassungsfall eine weitere Frist bis 20. Februar 2011 (recte: 2012) an. In der Folge reichte die Steuerpflichtige einen Teil der Unterlagen ein, nicht aber die Einzelkontobl�tter.
�Am 5. M�rz 2012 wurde die Steuerpflichtige f�r die Staats-, Gemeinde- und direkten Bundessteuern 2009 und 2010 nach Ermessen veranlagt. Am 6. M�rz 2012 erbat die Steuerpflichtige eine Fristverl�ngerung zur Einreichung der noch fehlenden Unterlagen. Mit Schreiben vom 7. M�rz 2012 gab die kantonale Steuerverwaltung der Steuerpflichtigen Kenntnis, dass die Veranlagungen bereits ergangen seien. Mit Eingabe vom 28. M�rz 2012 reichte die Steuerpflichtige die noch fehlenden Unterlagen (Einzelkontobl�tter) ein.
�Der Steuerkommiss�r nahm in der Folge das Schreiben vom 28. M�rz 2012, mit welchem die Beschwerdef�hrerin die noch fehlenden Unterlagen eingereicht hatte, als Einsprache entgegen. Er trat jedoch mit Einspracheentscheid vom 23. April 2012 darauf nicht ein, weil die Eingabe den Anforderungen an die Begr�ndung einer Einsprache gegen eine Ermessensveranlagung nicht gen�ge. Das Obergericht des Kantons Appenzell Ausserrhoden sch�tzte diese Rechtsauffassung und wies mit Urteil vom 20. Februar 2013 die Beschwerde der Steuerpflichtigen in Bezug auf die Staats- und Gemeindesteuern und die direkte Bundessteuer ab.
�Hiergegen f�hrt die X.________ AG Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, das Urteil des Obergerichts des Kantons Appenzell Ausserrhoden sei aufzuheben, es sei auf die Einsprache einzutreten und die Veranlagungen aufgrund der eingereichten Unterlagen und Buchhaltungen vorzunehmen.
�Die Steuerverwaltung des Kantons Appenzell Ausserrhoden und das Obergericht Appenzell Ausserrhoden beantragen Abweisung der Beschwerde. Die Eidgen�ssische Steuerverwaltung schliesst auf Abweisung der Beschwerde hinsichtlich der direkten Bundessteuer und verzichtete im �brigen auf eine Vernehmlassung.
�In der Replik h�lt die Beschwerdef�hrerin an ihren Antr�gen fest.
1.1.�Die vorliegende Sache betrifft die direkte Bundessteuer sowie die Staats- und Gemeindesteuern. Die Vorinstanz hat die beiden Steuern im n�mlichen Urteil behandelt. Das Bundesgericht er�ffnet grunds�tzlich zwei Verfahren, wenn sowohl die kantonalen Steuern wie auch die direkte Bundessteuer streitig sind, es beh�lt sich aber vor, die beiden Verfahren zu vereinigen. Das rechtfertigt sich auch hier. Es geht um den gleichen Sachverhalt und die gleichen Rechtsfragen in einem durch das Bundesgesetz vom 14. Dezember 1990 �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden (StHG, SR 642.14) harmonisierten Bereich (vgl. Art. 71 BGG i.V.m. Art. 24 BZP; BGE 131 V 461 E. 1.2 S. 465, 59 E. 1 S. 60 f.; Urteil 2C_309/2013 / 2C_310/2013 vom 18. September 2013 E. 1.2, in: StE 2013 B 72.14.2 Nr. 42).
1.2.�Auch die Beschwerdef�hrerin hat f�r die kantonalen Steuern und die direkte Bundessteuer nur eine Beschwerde eingereicht. Das ist zul�ssig, sofern in der Beschwerde zwischen den beiden Steuerarten unterschieden wird und aus den Antr�gen hervorgeht, inwieweit diese angefochten sind und wie zu entscheiden ist (vgl. BGE 135 II 260 E. 1.3.2 S. 264 f.; 131 II 553 E. 4.2 S. 559). Allerdings hat vorliegend bereits die Vorinstanz im angefochtenen Entscheid zwischen den beiden Steuerarten nicht klar unterschieden. Unter diesen Umst�nden kann der Beschwerdef�hrerin, die nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten ist, nicht vorgeworfen werden, dass sie in ihrer Beschwerdeschrift keine Unterscheidung vorgenommen hat. Immerhin geht aus dem Antrag hervor, dass sie die integrale Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids anstrebt, und enth�lt die Beschwerde eine sachbezogene Begr�ndung, die auf beide Steuern bezogen werden kann.
1.3.�Im �brigen sind die Prozessvoraussetzungen erf�llt. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wurde unter Einhaltung der gesetzlichen Frist (Art. 100 Abs. 1 BGG) und Form (Art. 42 BGG) eingereicht und richtet sich gegen einen Endentscheid (Art. 90 BGG) einer letzten, oberen kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 BGG) in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts (Art. 82 lit. a BGG i.V.m. Art. 73 ff. StHG und Art. 146 des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 �ber die direkte Bundessteuer [DBG, SR 642.11]). Die Beschwerdef�hrerin ist durch die Entscheidung besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an deren Aufhebung oder �nderung (Art. 89 Abs. 1 BGG). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.4.�Mit der Beschwerde k�nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr�ft die Anwendung des harmonisierten kantonalen Steuerrechts durch die kantonalen Instanzen gleich wie Bundesrecht mit freier Kognition. In den Bereichen, in denen das Steuerharmonisierungsgesetz den Kantonen einen gewissen Gestaltungsspielraum bel�sst oder keine Anwendung findet, beschr�nkt sich die Kognition des Bundesgerichts auf Willk�r (BGE 134 II 207 E. 2 S. 210; 130 II 202 E. 3.1 S. 205 f.; Urteil 2C_95/2013 / 2C_96/2013 vom 21. August 2013 E. 1.6, in: StE 2013 B 22.2.28).
1.5.�Die Feststellung des Sachverhalts durch die Vorinstanz ist vorliegend nicht bestritten und f�r das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 2 BGG).
2.1.�Gegenstand der Gewinnsteuer von juristischen Personen ist der Reingewinn (Art. 57 DBG). Die steuerliche Gewinnermittlung kn�pft an die Jahresrechnung (Erfolgsrechnung und Bilanz) und damit an das Ergebnis einer nach den handelsrechtlichen Vorschriften ordnungsgem�ss gef�hrten Buchhaltung an (Art. 58 Abs. 1 lit. a DBG). In Lehre und Rechtsprechung ist anerkannt, dass die Handelsbilanz f�r das Steuerrecht massgebend ist, sofern sie den Anforderungen entspricht, die das Handelsrecht verlangt. Andernfalls ist sie zu berichtigen (Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz f�r das Steuerrecht, vgl. BGE 137 II 353 E. 6.2 S. 359 f.; 136 II 88 E. 3.1 S. 92; 133 I 19 E. 6.3 S. 26; 132 I 175 E. 2.2 S. 177 f.; Markus Reich, Steuerrecht, 2. Aufl. 2012, � 15 N. 54 ff., insb. N. 61; Blumenstein/Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl. 2002, S. 269 ff.; Peter B�ckli, Schweizer Aktienrecht, 4. Aufl. 2009, S. 910 ff.). Mit anderen Worten: Die Unrichtigkeit einer ordnungsgem�ss nach den handelsrechtlichen Vorschriften erstellten und vollst�ndigen Buchhaltung ist nicht zu vermuten. Die Vermutung der materiellen Richtigkeit einer Buchhaltung kann aber umgestossen werden etwa durch den Nachweis, dass die Gesch�ftsb�cher unrichtig oder unvollst�ndig gef�hrt wurden. Ebenso ist eine mit erheblichen formellen M�ngeln behaftete Buchhaltung nicht als materiell richtig anzusehen (dazu ausf�hrlich Zweifel/Casanova, Schweizerisches Steuerverfahrensrecht, 2008, � 14 Rz. 28-13 S. 126 ff. mit weiteren Hinweisen).
2.2.�Im System des gemischten Veranlagungsverfahrens (Art. 123 ff. DBG) ist die steuerpflichtige Person zur Mitwirkung bei der Veranlagung verpflichtet. Trotz Vermutung der materiellen Richtigkeit einer nach den handelsrechtlichen Vorschriften ordnungsgem�ss gef�hrten Buchhaltung nach dem Grundsatz der Massgeblichkeit der Handelsbilanz ist die steuerpflichtige Person verpflichtet, auf Verlangen der Veranlagungsbeh�rde insbesondere m�ndlich oder schriftlich Auskunft zu erteilen und Gesch�ftsb�cher, Belege und weitere Bescheinigungen sowie Urkunden �ber den Gesch�ftsverkehr vorzulegen (Art. 126 Abs. 2 DBG). Die Maxime der Massgeblichkeit der Handelsbilanz kommt zum Tragen, wenn die steuerpflichtige Person sachliche Gr�nde bzw. gen�gende Tatsachen f�r die gesch�ftsm�ssige Begr�ndetheit eines erfolgswirksam verbuchten Aufwandpostens anf�hren kann. Gelingt ihr das nicht, tr�gt sie die Folgen der Beweislosigkeit (Urteile 2C_392/2009 vom 23. August 2010 E. 3.2, in: ASA 79 S. 704; 2C_797/2012 / 2C_798/2012 vom 31. Juli 2013 E. 2.2.1, in: StE 2013 B 72.14.2 Nr. 41; s. auch BGE 119 Ib 431 E. 2c S. 435).
2.3.�Hat der Steuerpflichtige trotz Mahnung seine Verfahrenspflichten nicht erf�llt oder k�nnen die Steuerfaktoren mangels zuverl�ssiger Unterlagen nicht einwandfrei ermittelt werden, so nimmt die Veranlagungsbeh�rde eine Veranlagung nach pflichtgem�ssem Ermessen vor (Art. 130 Abs. 2 DBG). Eine solche ist immer dann durchzuf�hren, wenn nach Abkl�rung des Sachverhalts durch die Veranlagungsbeh�rde eine nicht zu beseitigende Ungewissheit im Sachverhalt, d.h. ein Untersuchungsnotstand, besteht (Martin Zweifel, in: Kommentar zum schweizerischen Steuerrecht, Bundesgesetz �ber die direkte Bundessteuer, 2. Aufl. 2008, N. 16 f. und 30 zu Art. 130 DBG; Urteil 2C_273/2013 / 2C_274/2013 vom 16. Juli 2013 E. 3.4, in: StE 2013 B 93.5 Nr. 27 mit weiteren Hinweisen). Auch bei unklarem Sachverhalt muss die Veranlagung m�glichst wirklichkeitsnah vorgenommen werden, indem die Steuerfaktoren pflichtgem�ss gesch�tzt werden (Zweifel, a.a.O., N. 45 ff. zu Art. 130 DBG). Allerdings f�hrt nicht jede Ungewissheit im Sachverhalt zu einer Einsch�tzung nach pflichtgem�ssem Ermessen. Der Grundtatbestand, etwa dass Einkommen aus einer selbst�ndigen Erwerbst�tigkeit erzielt worden ist, muss gewiss sein. Die pflichtgem�sse Sch�tzung kann sich grunds�tzlich nur auf das Quantitative beziehen (Richner/Frei/Kaufmann/Meuter, Handkommentar zum DBG [Handkommentar], 2. Aufl. 2009, N. 27 zu Art. 130 DBG; Dieselben, Kommentar zum Z�rcher Steuergesetz [Kommentar], 3. Aufl. 2013, N. 47 ff. zu � 139 StG/ZH). Nur ausnahmsweise, wenn jegliche Anhaltspunkte fehlen, muss eine Ermessenseinsch�tzung auch ohne konkrete Anhaltspunkte zul�ssig sein. Das ist etwa dann der Fall, wenn eine formell mangelhafte Buchhaltung derart unzuverl�ssig ist, dass sie als Ganzes abgelehnt werden muss. Unter dieser Voraussetzung wird in Praxis und Doktrin auch eine sog. Vollsch�tzung, z.B. aufgrund von Erfahrungszahlen, als zul�ssig erachtet (Richner et al., Handkommentar, N. 29 und 64 zu Art. 130 DBG; Dieselben, Kommentar, N. 49 und 84 zu � 139 StG/ZH und N. 104 zu � 132 StG/ZH; Markus Berger, Voraussetzungen und Anfechtung der Ermessensveranlagung, ASA 75 S. 185, 193 ff.). Ansonsten d�rfen nur jene Einkommensbestandteile ermessensweise eingesch�tzt werden, die im Rahmen des Veranlagungsverfahrens ungewiss geblieben sind (Richner et al., Handkommentar, N. 65 zu Art. 130 DBG; Thomas Stadelmann, Beweislast oder Einsch�tzung nach pflichtgem�ssem Ermessen? - Eine Auslegeordnung aus richterlicher Sicht, StR 2001 S. 258 ff., 264).
2.4.�Vorg�ngig einer Ermessenseinsch�tzung ist aber im�
Untersuchungs- und Beweisverfahren�zu pr�fen, ob eine steuerbegr�ndende oder -erh�hende bzw. steuermindernde oder -aufhebende Tatsache besteht. Ist dieser Beweis nicht geleistet, ist zuungunsten der mit dem Beweis belasteten Person zu entscheiden. Zu einer Ermessensveranlagung kommt es erst, wenn ausreichende Anhaltspunkte f�r eine solche Tatsache bestehen, die aber im Quantitativen der Abkl�rung bed�rfen (Richner et al., Handkommentar, N. 23 zu Art. 130 DBG; Dieselben, Kommentar, N. 43 zu � 139 StG/ZH).
Von der Ermessensveranlagung zu unterscheiden ist auch die�
Aufrechnung. Kann eine steuerpflichtige Person einen verbuchten Aufwand nicht n�her belegen oder will sie bei Schulden oder Schuldzinsen keine Angaben �ber den Gl�ubiger machen, so ist nicht nachgewiesen, dass der Aufwand gesch�ftsm�ssig begr�ndet ist und hat die steuerpflichtige Person die Folgen der Beweislosigkeit zu tragen. Solche Leistung /en werden daher nach st�ndiger Praxis aufgerechnet (BGE 119 Ib 431 E. 2c S. 435; 107 Ib 213 E. 5 S. 217 f.; Urteil 2C_797/2012 / 2C_798/2012 vom 31. Juli 2013 E. 2.2.1, in: StE 2013 B 72.14.2 Nr. 41 mit weiteren Hinweisen). F�r eine Sch�tzung im Quantitativen oder eine Ermessensveranlagung ist in einem solchen Fall kein Raum (BGE 107 Ib 213 E. 5 S. 218).
2.5.�Der Steuerpflichtige kann eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten. Die Einsprache ist zu begr�nden und muss allf�llige Beweismittel nennen (Art. 132 Abs. 3 DBG; Art. 48 Abs. 2 StHG). Die Erfordernisse der Begr�ndung und der Nennung der Beweismittel stellen bei Einsprachen, die gegen eine Ermessenseinsch�tzung erhoben werden, Prozessvoraussetzungen dar, das heisst, bei deren Fehlen wird auf die Einsprache nicht eingetreten (BGE 131 II 548 E. 2.3 S. 551; 123 II 552 E. 4c S. 557 f.; Urteil 2C_1205/2012 / 2C_1206/2012 vom 25. April 2013 E. 3.1).
Die Ermessensveranlagung hat aber keine p�nale Funktion. Sie ist ausschliesslich die Folge davon, dass hinsichtlich des Sachverhalts nach durchgef�hrter Untersuchung - aus welchen Gr�nden auch immer - ein Bereich von Ungewissheit verbleibt. Die Ermessensveranlagung setzt nach der Rechtsprechung weder Verschulden noch Nachl�ssigkeit seitens des Steuerpflichtigen voraus und kommt auch zum Zug, wenn der Steuerpflichtige z.B. infolge h�herer Gewalt nicht in der Lage ist, die Gesch�ftsb�cher vorzuweisen. Da aber einer Sch�tzung immer eine gewisse Unsch�rfe anhaftet und der gesamte Bereich von Unsicherheit beseitigt werden muss, bevor das Sch�tzungsresultat als solches als widerrechtlich bezeichnet werden kann, ist die M�glichkeit sie anzufechten eingeschr�nkt. Das ist der richtig verstandene Grund f�r die Einsprachebeschr�nkung auch im vorliegenden Fall (Urteil 2C_279/2011 / 2C_280/2011 vom 17. Oktober 2011 E. 3.2; in: StR 67/2012 S. 59, StE 2012 B 93.5.26, RDAF 2012 II 283).
3.1.�Die Vorinstanz erwog, die Veranlagungsbeh�rde habe in der f�r die Steuererkl�rung 2009 massgeblichen Jahresrechnung f�r die Zeit vom 1. September 2008 bis 31. Dezember 2009 abkl�rungsbed�rftige Auff�lligkeiten entdeckt. Dazu geh�re die Darlehensforderung an die Y.________ AG im Betrag von Fr. 140'000.--, eine Zunahme der Kreditoren gegen�ber dem Vorjahreswert von Fr. 622.60 auf Fr. 53'346.60, eine R�ckstellung im Wert von Fr. 600'000.-- sowie in der Erfolgsrechnung die Zunahme des �brigen Aufwands von Fr. 200.-- auf Fr. 34'430.--. Dementsprechend habe die kantonale Steuerverwaltung am 21. Dezember 2011 bzw. am 31. Januar 2012 erg�nzende Unterlagen eingefordert. Nachdem aus den vorhandenen Unterlagen (und insbesondere den Jahresrechnungen und der Steuererkl�rung) in keiner Weise hervorgehe, welche Gr�nde diesen Buchungen zugrunde gelegen h�tten, und ohne weitere Informationen keine zuverl�ssige steuerliche Beurteilung m�glich gewesen sei, habe in mehrfacher Hinsicht eine rechtlich relevante Ungewissheit �ber den Sachverhalt bestanden. Diese Ungewissheit habe die Steuerverwaltung zu einer Ermessensveranlagung berechtigt (angefochtenes Urteil E. 3.5). Die Vorinstanz ermittelte anhand der Handnotizen die folgenden vom Steuerkommiss�r in der Steuererkl�rung 2009 vorgenommenen (aber der Beschwerdef�hrerin nicht bekannt gegebenen) Aufrechnungen:
- R�ckstellung Ersatzbeschaffung Fr. 600'000.--
�Die Beschwerdef�hrerin bestreitet, dass die Voraussetzungen f�r die Vornahme einer Veranlagung nach Ermessen erf�llt waren.
3.2.�Die Unrichtigkeit einer ordnungsgem�ss nach den handelsrechtlichen Vorschriften gef�hrten und vollst�ndigen Buchhaltung ist nicht zu vermuten (vorn E. 2.1). Vorliegend erkl�rte der Steuerkommiss�r die eingereichten Jahresrechnungen nicht aus formellen oder materiellen Gr�nden als untauglich. Er verlangte vielmehr �ber einzelnen Positionen Aufschluss und forderte die Beschwerdef�hrerin auf, n�her bestimmte Unterlagen einzureichen. Er nahm, nachdem die Beschwerdef�hrerin den Auflagen (nur) teilweise nachgekommen war, bei den einzelnen Position die folgenden Korrekturen vor:
�Darlehenszins Fr. 4'650.--:
�Da das von der Beschwerdef�hrerin an Z.________ gew�hrte Darlehen gem�ss Erfolgsrechnung 2009 nicht verzinst wurde und kein gesch�ftlicher Grund f�r die fehlende Verzinsung zu erkennen war, nahm der Steuerkommiss�r eine Aufrechnung f�r die fehlende Verzinsung vor. Den m�glichen Zins von Fr. 4'650.-- legte er dabei durch Sch�tzung fest.
�Den Kauf des Porsches (Jahrgang 1981) betrachtete der Steuerkommiss�r als gesch�ftsm�ssig unbegr�ndet und rechnete den Aufwand zum steuerbaren Reingewinn hinzu. Den Kaufpreis von Fr. 33'000.-- konnte der Steuerkommiss�r dem eingereichten Kaufvertrag entnehmen.
�R�ckstellung Ersatzbeschaffung Fr. 600'000.--:
�Da die Beschwerdef�hrerin die get�tigte R�ckstellung von Fr. 600'000.-- nicht begr�ndete hatte, anerkannte der Steuerkommiss�r diese nicht als gesch�ftsm�ssig und rechnete sie zum steuerbaren Ertrag hinzu.
�Kreditoren Fr. 40'000.--:
Im Zusammenhang mit dem f�r den Verkauf einer Liegenschaft verbuchten Aufwand vermutete der Steuerkommiss�r eine verdeckte Eigenprovision, welche die Beschwerdef�hrerin auf dem Bestandeskonto (Kreditoren) verbucht hatte. Diese Leistung setzte der Steuerkommiss�r sch�tzungsweise auf Fr. 40'000.-- fest.
3.3.�Vorliegend hat somit die Veranlagungsbeh�rde gest�tzt auf die Jahresrechnungen und anhand der nachgereichten Unterlagen - Kontoblatt 1023 (Postfinance Konto) und 4349 (�brige Aufw�nde) mit Kopie des Occasion-Fahrzeug-Kaufvertrags - den handelsrechtlichen Gewinn- und Kapitalausweis unter steuerrechtlichen Gesichtspunkten korrigiert. Sie hat mithin die Jahresrechnung 2009 nicht als untauglich zur�ckgewiesen, sondern darauf abgestellt und diese Werte berichtigt. Nur die H�he des Darlehenszinses und der vermuteten Eigenprovision mussten vom Steuerkommiss�r gesch�tzt werden. Der Entscheid �ber die Aufrechnungen von geldwerten Leistungen und von gesch�ftsm�ssig nicht begr�ndetem Aufwand beruht auf der Anwendung von Rechtsregeln, soweit n�tig unter Ber�cksichtigung der Verteilung der Beweislast. Diese Positionen unterlagen daher keiner Sch�tzung, sondern einer Aufrechnung. Von einer umfassenden Ermessenseinsch�tzung oder gar Vollsch�tzung (vorn E. 2.3) kann unter diesen Umst�nden keine Rede sein. Insoweit ist die Auffassung der Beschwerdef�hrerin begr�ndet. Das hat �brigens auch die Vorinstanz festgestellt.
3.4.�Gleich verh�lt es sich mit der Veranlagung f�r das Steuerjahr 2010, wo die Aufrechnungen 2009 sich beim steuerbaren Eigenkapital auswirkten.
�Es stellt sich die Frage, ob gegen die von der Ermessenseinsch�tzung nicht betroffenen Teile der Veranlagungen die Einsprache zul�ssig war, genauer, ob insoweit die Beschwerdef�hrerin formrichtig Einsprache erhoben hat.
4.1.�Da hier eine Ermessenstaxation nur in Teilen vorliegt, kommt auf die Einsprache gegen die von der Ermesstaxation nicht betroffenen Teile der Veranlagung Art. 132 Abs. 1 - und nicht Abs. 3 - DBG zur Anwendung. Gem�ss Art. 132 Abs. 1 DBG ist die Einsprache gegen die Veranlagungsverf�gung innert 30 Tagen nach Zustellung bei der Veranlagungsbeh�rde schriftlich zu erheben. Im �brigen ist die Einsprache an keine Form gebunden. Insbesondere braucht sie keinen Antrag zu enthalten. Da die Er�ffnung der Veranlagung durch die Steuerverwaltung nach dem neuen Recht - im Gegensatz zum alten Recht (Art. 95 des Bundesratsbeschlusses �ber die direkte Bundessteuer, BdBSt; BS 6 350) - nicht mehr "kurz zu begr�nden" ist, sondern sie nur die "Abweichungen von der Steuererkl�rung" angeben muss (Art. 131 Abs. 2 DBG), er�brigen sich auch eine Begr�ndung und ein Antrag in der Einsprache (Botschaft vom 25. Mai 1983 zum Bundesgesetz �ber die Harmonisierung der direkten Steuern der Kantone und Gemeinden sowie �ber die direkte Bundessteuer, BBl 1983 III 1 S. 210 f. ad Art. 136 E-DBG; BGE 123 II 552 E. 3). Einzig erforderlich ist, dass der Einsprachewille aus der schriftlichen Eingabe ausdr�cklich oder sinngem�ss hervorgeht (Urteile 2C_80/2012 vom 16. Januar 2013 E. 4.3; 2A.62/2001 vom 9. August 2001 E. 1b, in: StE 2002 B 93.4 Nr. 5; Entscheid der Bundessteuer-Rekurskommission Z�rich vom 11. September 1997 E. 2a, in: StE 1999 B 95.1 Nr. 5; Hugo Casanova, in: Commentaire romand, Imp�t f�d�ral direct, 2008, N. 18 zu Art. 132 DBG; Zweifel, a.a.O., N. 18 zu Art. 132 DBG).
�Andere Grunds�tze gelten - wie erw�hnt - nach Absatz 3 von Art. 132 DBG f�r die Anfechtung einer Ermessensveranlagung mit Einsprache (vorn E. 2.5).
4.2.�Wie im Sachverhalt erw�hnt ersuchte die Beschwerdef�hrerin die Steuerverwaltung am 6. M�rz 2012 um Verl�ngerung der Frist zur Einreichung der noch fehlenden Unterlagen. Diese Eingabe kreuzte sich mit den ebenfalls am 6. M�rz 2012 versandten Veranlagungsverf�gungen. Im Zeitpunkt der Abfassung des Fristverl�ngerungsgesuchs hatte die Beschwerdef�hrerin somit noch keine Kenntnis, dass die Veranlagungen ergangen waren, und konnte sie folglich noch keinen Einsprachewillen haben. Mit Schreiben vom 7. M�rz 2012 teilte die Steuerverwaltung der Beschwerdef�hrerin mit, dass das Fristverl�ngerungsgesuch gegenstandslos geworden sei, nachdem die Veranlagungen ergangen seien. In der Folge reichte die Beschwerdef�hrerin mit Schreiben vom 28. M�rz 2012 - w�hrend laufender Einsprachefrist - die noch ausstehenden Unterlagen ein. Das Schreiben enth�lt den Hinweis, es handle sich um die noch fehlenden Unterlagen zur Steuererkl�rung. Das kann nur so verstanden werden, dass die Beschwerdef�hrerin eine Fortsetzung des Veranlagungsverfahrens unter Ber�cksichtigung der neuen Dokumente w�nschte. Da eine Fortsetzung des Veranlagungsverfahrens in diesem Zeitpunkt nur in Form der Einsprache m�glich war, muss der Wille der Beschwerdef�hrerin auf die Einsprache bezogen werden. Der Einsprachewille der Beschwerdef�hrerin hat sich damit - zumindest implizit und konkludent - manifestiert, auch wenn das Schreiben nicht als "Einsprache" bezeichnet war. Es verletzt daher Bundesrecht nicht, wenn die Vorinstanzen das Vorliegen einer Einsprache bejaht und das Scheiben vom 28. M�rz 2012 als Einsprache behandelt haben.
4.3.�In Bezug auf die nicht der Ermessensveranlagung unterworfenen Steuerfaktoren h�tte daher die Steuerverwaltung auf die Einsprache eintreten m�ssen, da eine Einsprache vorliegt und diese zul�ssig ist.
�Fraglich ist, ob hinsichtlich der ermessensweise festgesetzten Teile der Veranlagungen eine g�ltige Einsprache vorliegt. Wie erw�hnt kann der Steuerpflichtige eine Ermessensveranlagung nur wegen offensichtlicher Unrichtigkeit anfechten (Art. 132 Abs. 3 DBG) und ist die Begr�ndung der Einsprache Prozessvoraussetzung. Eine solche Einsprache liegt nicht vor. Allerdings hat auch die Steuerverwaltung in ihren Veranlagungsentscheiden die ermessensweise festgesetzten Positionen nicht benannt. Sie hat damit die Minimalanforderungen, die Art. 131 Abs. 2 DBG an die Er�ffnung der Veranlagung stellt, nicht beachtet. Es war damit der Beschwerdef�hrerin nicht m�glich, die der Ermessenseinsch�tzung unterliegenden Positionen gegebenenfalls sachgerecht anzufechten und darzutun, dass sie im Sinne von Art. 132 Abs. 3 DBG offensichtlich unrichtig sind. Unter diesen Umst�nden wurde ihr Recht zur Einsprache verletzt. Zugleich liegt darin eine formelle Rechtsverweigerung im Sinne von Art. 29 Abs. 2 BV.
4.4.�Das f�hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils hinsichtlich der direkten Bundessteuer und R�ckweisung an die Vorinstanz zu neuem Entscheid.
�Art. 46 Abs. 2 StHG �ber die Er�ffnung der Veranlagung entspricht w�rtlich Art. 131 Abs. 2 DBG. Dasselbe gilt in Bezug auf die Anforderungen an die Einsprache gegen Veranlagungsverf�gungen (Art. 48 Abs. 1 StHG, Art. 132 Abs. 1 DBG) sowie die Anfechtung einer Ermessensveranlagung (Art. 48 Abs. 2 StHG, Art. 132 Abs. 3 DBG). Art. 170 Abs. 2 und Art. 171 Abs. 1 und 3 des Steuergesetzes des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 21. Mai 2000 haben die bundesrechtliche Regelung w�rtlich �bernommen. Damit kann vollumf�nglich auf das zur direkten Bundessteuer Gesagte verwiesen werden (BGE 135 II 195 E. 9 S. 207 f.). Der angefochtene Entscheid ist auch in Bezug auf die kantonalen Steuern aufzuheben und die Sache an das Obergericht zur�ckzuweisen.
�Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt der Kanton Appenzell Ausserrhoden, der in verm�gensrechtlichen Interessen betroffen ist (Urteile 2C_971/2012 vom 28. Juni 2013 E. 3; 2C_620/2012 vom 14. Februar 2013 E. 4), die Verfahrenskosten (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Er hat der Beschwerdef�hrerin ausserdem eine Parteientsch�digung zu entrichten (Art. 68 Abs. 1 und 3 BGG). Art. 9 des Reglements vom 31. M�rz 2006 �ber die Parteientsch�digung und die Entsch�digung f�r die amtliche Vertretung vor dem Bundesgericht (SR 173.110.210.3) findet f�r die Bemessung der Parteientsch�digung Anwendung.
�Die Beschwerde wird bez�glich der direkten Bundessteuer gutgeheissen, der Entscheid des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom 20. Februar 2013 wird aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an das Obergericht zur�ckgewiesen.
�Die Beschwerde wird bez�glich der Staats- und Gemeindesteuern gutgeheissen, der Entscheid des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden vom 20. Februar 2013 wird aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an das Obergericht zur�ckgewiesen.
�Die Verfahrenskosten von Fr. 4'000.-- werden dem Kanton Appenzell Ausserrhoden auferlegt.
�Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung von insgesamt Fr. 2'000.-- auszurichten.
�Lausanne, 30. Januar 2014

References: Art. 71
 Art. 24
 BGE 
 BGE 
 Art. 73
 Art. 146
 Art. 95
 BGE 
 BGE 
 Art. 130
 Art. 130
 Art. 130
 Art. 130
 Art. 130
 Art. 130
 Art. 48
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 136
 BGE 
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 131
 Art. 132
 Art. 29
 Art. 131
 Art. 132
 Art. 132
 Art. 170
 Art. 171
 Art. 9