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Timestamp: 2020-01-28 06:10:46+00:00

Document:
Zustimmung des Integrationsamtes zur Kündigung - Präventionsverfahren - Ermessensfehler
OVG 6 B 35.11 / OVG 6 B 35/11 / 6 B 35.11
VwGO § 113 Abs. 1 S. 1 / VwGO § 114 / SGB IX § 84 Abs. 1 u. 2 / SGB IX § 85 Abs. 1 / SGB IX § 91 Abs. 4 / SGB I § 39
1. Bei der Abwägungsentscheidung nach § 85 SGB IX kann grundsätzlich Berücksichtigung finden, ob ein Präventionsverfahrens im Sinne des § 84 SGB IX durchgeführt wurde. Eine Zustimmung allein wegen eines Versäumnisses nach § 84 SGB IX ist nicht gleichsam automatisch ermessenswidrig (Bestätigung der Rechtsprechung im Senatsurteil vom 28. März 2007 - OVG 6 B 14.06 -, Rn. 37 bei juris).
2. Dass der Arbeitgeber Maßnahmen der Prävention und des Eingliederungsmanagements ergreifen kann, setzt ein Mindestmaß an Kooperationsbereitschaft des schwerbehinderten Arbeitnehmers voraus. Der Arbeitnehmer ist gehalten, den Arbeitgeber über die Art seiner Behinderung zu informieren und bei der Erörterung in Betracht kommender Präventions- und Eingliederungsmaßnahmen in einer Weise mitzuwirken, die dem Arbeitgeber eine sinnvolle, dem konkreten Einzelfall gerecht werdende Durchführung ermöglicht.
VG Potsdam Urteil vom 06.09.2010 - 7 K 1835/06
BVerwG Urteil vom 19.08.2013 - 5 B 47.13
R/R6040

References: § 113
 § 114
 § 84
 § 85
 § 91
 § 39
 § 85
 § 84
 § 84