Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F09-02-2015-2D_37-2014
Timestamp: 2016-10-21 11:25:44+00:00

Document:
2D_37/2014 (09.02.2015)
2D_37/2014 � � Urteil vom 9. Februar 2015
Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich,
4. Abteilung, vom 19. M�rz 2014.
A.________ (geb. 1982) stammt aus dem Kosovo. Er reiste am 25. Dezember 1988 mit seinen Eltern in die Schweiz ein. Vom Kanton Aargau wurde ihm eine Aufenthaltsbewilligung erteilt. Am 4. M�rz 1998 erhielt er die Niederlassungsbewilligung.
- Strafmandat des Untersuchungsrichteramts Berner Jura-Seeland vom 18. Dezember 2007 wegen F�hrens eines Fahrzeugs in angetrunkenem Zustand, Nichtbeherrschen des Fahrzeugs (Busse)
- Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 16. September 2008 Geldstrafe von 150 Tagess�tzen wegen einfacher K�rperverletzung
- Strafbefehl des Bezirksamts Muri vom 14. Dezember 2010 wegen �berlassens eines nicht betriebssicheren Fahrzeugs (Busse)
- Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland vom 12. Dezember 2011 Geldstrafe von 90 Tagess�tzen wegen Fahrenlassens ohne Haftpflichtversicherung.
Bereits zuvor war A.________ zweimal strafrechtlich in Erscheinung getreten, wobei diese Strafen mittlerweile aus dem Strafregister gel�scht wurden:
- mit Urteil des Verwaltungsgerichts vom 27. Februar 2002, wegen untergeordneter Verkehrsdelikte und wegen Vergewaltigung (begangen im Jahr 2000) zu 18 Monaten Zuchthaus, bedingt vollziehbar und einer Probezeit von 4 Jahren (sp�ter um zwei Jahre verl�ngert)
- mit Strafbefehl des Bezirksamts Zofingen vom 9. Oktober 2003 zu 14 Tagen Gef�ngnis und Busse wegen Drohung, N�tigung, Verletzung der Verkehrsregeln, bedingt vollziehbar, und Busse bei einer Probezeit von drei Jahren (sp�ter verl�ngert).
�Am 10. August 2004 und am 4. Januar 2007 wurde A.________ ausl�nderrechtlich verwarnt.
Im April 2010 zog A.________ nach V.________ in den Kanton Solothurn, wo er um die Niederlassungsbewilligung (Kantonswechsel) ersuchte. Der Kantonswechsel wurde ihm zufolge seiner strafrechtlichen Verurteilungen am 24. M�rz 2011 verweigert. Mitte Mai 2011 verlegte A.________ seinen Wohnsitz wieder in den Kanton Aargau (Gemeinde W.________). Am 1. Oktober 2011 siedelte er nach U.________ bei X.________ um, wo er am 3. August 2012 (nach einem ersten, infolge mangelhafter Mitwirkung gescheiterten Gesuch) erneut um Niederlassung im Kanton Z�rich ersuchte.
Mit Verf�gung vom 1. M�rz 2013 wies das Migrationsamt des Kantons Z�rich das Gesuch von A.________ ab und wies ihn vom z�rcherischen Kantonsgebiet weg. Am 19. Juni 2013 ersuchte er wiederum um Erteilung der Niederlassungsbewilligung im Kanton Z�rich, nachdem er sich im Kanton Aargau zur Verl�ngerung der Kontrollfrist seiner Niederlassungsbewilligung per 5. Juni 2013 wieder angemeldet und per 15. Juni 2013 erneut abgemeldet hatte. Das kantonale Migrationsamt teilte ihm mit, sein zweites Gesuch �ndere nichts am h�ngigen Rekurs bei der Sicherheitsdirektion gegen seine Verf�gung vom 1. M�rz 2013. Die Sicherheitsdirektion wies diesen am 25. Oktober 2013 ab. Eine hiergegen gerichtete Beschwerde an das Verwaltungsgericht lehnte dieses mit Urteil vom 19. M�rz 2014 ab.
Mit Beschwerde vom 27. April 2014 beantragt A.________ dem Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 19. M�rz 2014 sei aufzuheben; der beantragte Kantonswechsel sei zu bewilligen. Eventuell sei die Sache an den Kanton Z�rich zur Bewilligung oder zu neuem Entscheid zur�ckzuweisen.
Die Sicherheitsdirektion und das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich sowie das Staatssekretariat f�r Migration verzichten auf Vernehmlassung.
Mit Verf�gung vom 1. Mai 2014 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Gegen Entscheide �ber den Kantonswechsel ist gem�ss Art. 83 lit. c Ziff. 6 BGG die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ausgeschlossen (vgl. 2D_19/2014 vom 2. Oktober 2014 E. 1.1; Urteile 2D_17/2011 vom 26. August 2011 E. 1.1; 2C_140/2010 vom 17 Juni 2010 E. 2.3). Die mit "Beschwerde" bezeichnete Eingabe vom 27. April 2014 ist als subsidi�re Verfassungsbeschwerde entgegenzunehmen. Diese ist form- und fristgerecht eingereicht worden (Art. 117 und 100 Abs. 1 BGG; Art. 42 und Art. 106 Abs. 2 BGG) und gegen den kantonal letztinstanzlichen Entscheid des Verwaltungsgerichts zul�ssig (Art. 113 BGG).
1.2.�Die Erhebung einer subsidi�ren Verfassungsbeschwerde erfordert ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids (Art. 115 lit. b BGG; vgl. BGE 133 I 185 ff.). Art. 37 Abs. 3 AuG statuiert einen Anspruch von in der Schweiz niedergelassenen Personen auf einen Kantonswechsel, wenn keine Widerrufsgr�nde nach Art. 63 AuG vorliegen. Ein rechtlich gesch�tztes Interesse des Beschwerdef�hrers an der �nderung des kantonalen Entscheids liegt vor.
1.3.�Mit subsidi�rer Verfassungsbeschwerde kann nur die Verletzung von verfassungsm�ssigen Rechten ger�gt werden (Art. 116 BGG). Das hat der Beschwerdef�hrer zudem substanziiert darzulegen; appellatorische Kritik und blosse Ausf�hrungen zur eigenen Sichtweise gen�gen nicht (vgl. BGE 137 V 57 E. 1.3 S. 60; 134 II 349 E. 3 S. 352; 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254; 133 III 439 E. 3.2 S. 444 f.). Soweit der Beschwerdef�hrer allgemein vorbringt, das Rechtsgleichheitsgebot in Art. 8 Abs. 1 BV sei in Bezug auf den verweigerten Kantonswechsel verletzt, jedoch nicht konkret darlegt, in welcher Weise er gegen�ber anderen Personen ungleich behandelt worden sein soll, ist auf die R�ge nicht n�her einzugehen.
1.4.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 118 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie auf einer Verletzung eines verfassungsm�ssigen Rechts beruht (Art. 118 Abs. 2 und Art. 116 BGG), was der Beschwerdef�hrer ebenfalls pr�zise geltend zu machen hat (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 III 439 E. 3.2 S. 445).
2.1.�Personen mit Niederlassungsbewilligung haben gem�ss Art. 37 Abs. 3 AuG Anspruch auf einen Kantonswechsel, wenn keine Widerrufsgr�nde nach Art. 63 AuG vorliegen. H�lt sich eine Person - wie vorliegend der Beschwerdef�hrer - seit mehr als f�nfzehn Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz auf, kann die Niederlassungsbewilligung gem�ss Art. 63 Abs. 2 AuG nur widerrufen werden, wenn sie zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme im Sinne von Art. 64 oder Art. 61 StGB angeordnet wurde (Art. 62 lit. b AuG) oder sie in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat oder diese gef�hrdet oder die innere oder die �ussere Sicherheit gef�hrdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG).
2.2.�Als l�ngerfristige Freiheitsstrafe im Sinne von Art. 62 lit. b AuG gilt eine Freiheitsstrafe, die ein Jahr �berschreitet (BGE 135 II 377 E. 4.2 und E. 4.5 S. 379 ff.). Wird diese Grenze erreicht, spielt es keine Rolle, ob die Sanktion bedingt, teilbedingt oder unbedingt ausgesprochen wurde (Urteil 2C_515/2009 vom 27. Januar 2010 E. 2.1). Das Strafmass muss sich aus einem einzigen Strafurteil ergeben und nicht bloss durch das Zusammenrechnen von k�rzeren Freiheitsstrafen aus einer Mehrzahl von Erkenntnissen (BGE 137 II 297 E. 2 S. 299 ff.). Anders als der Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (Art. 62 lit. c AuG), welcher voraussetzt, dass der Ausl�nder "erheblich oder wiederholt" gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung verstossen hat, bedingt ein Widerruf der Niederlassungsbewilligung i.S.v. Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG, dass ein solcher Verstoss "in schwerwiegender Weise" erfolgt ist. Damit werden erh�hte Anforderungen an den Widerruf der Niederlassungsbewilligung gestellt, da diese das gefestigtere Anwesenheitsrecht als eine blosse Aufenthaltsbewilligung vermittelt und bei niedergelassenen Ausl�ndern oftmals eine vergleichsweise engere Verbindung zur Schweiz besteht (vgl. BGE 137 II 297 E. 3.2 S. 303). Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist nach der Praxis erf�llt, wenn die ausl�ndische Person durch ihr Handeln besonders hochwertige Rechtsg�ter - wie namentlich die k�rperliche, psychische und sexuelle Integrit�t eines Menschen - verletzt oder in Gefahr gebracht hat, sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken l�sst und sich im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zeigt, dass sie auch k�nftig weder gewillt noch f�hig ist, sich an die Rechtsordnung zu halten (BGE 139 I 16 E. 2.1 S. 18 f.; 137 II 297 E. 3 S. 302 ff.; Urteile 2C_562/2011 vom 21. November 2011 E. 3.2 und 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5). Dies bedeutet, dass auch eine Summierung von Verst�ssen, die f�r sich genommen f�r einen Widerruf nicht ausreichen w�rden, einen Bewilligungsentzug rechtfertigen k�nnen (vgl. Urteil 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5.1). Sogar das Bestehen von privatrechtlichen Schulden kann gegebenenfalls einen schwerwiegenden Verstoss gegen die �ffentliche Ordnung darstellen. Die Verschuldung muss indessen selbstverschuldet und qualifiziert vorwerfbar sein (vgl. Art. 80 Abs. 1 lit. b VZAE; Urteile 2C_481/2012 vom 1. M�rz 2013 E. 2.3; 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5.1; 2C_273/2010 vom 6. Oktober 2010 E. 3.2 f.).
2.3.�Der Widerruf der Bewilligung rechtfertigt sich nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabw�gung die entsprechende Massnahme als verh�ltnism�ssig erscheinen l�sst (vgl. Art. 96 Abs. 1 AuG). Die Notwendigkeit einer Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung ergibt sich auch aus Art. 8 Ziff. 2 EMRK: Danach ist ein Eingriff in das von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gesch�tzte Familienleben dann statthaft, wenn er gesetzlich vorgesehen ist und eine Massnahme darstellt, die in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale Sicherheit, die �ffentliche Ordnung, das wirtschaftliche Wohl des Landes, die Verteidigung der Ordnung oder zur Verhinderung von strafbaren Handlungen, zum Schutz der Gesundheit und Moral sowie der Rechte und Freiheiten anderer notwendig erscheint. Bei der Interessenabw�gung im Rahmen von Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend dieser Periode, die Auswirkungen auf die prim�r betroffene Person sowie deren famili�re Situation zu ber�cksichtigen. Zudem sind die Dauer der ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte relevant, welche R�ckschl�sse auf deren Intensit�t zulassen (Geburt und Alter allf�lliger Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umst�nden nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen w�rden, m�ssten sie dem Betroffenen in dessen Heimat folgen (BGE 139 I 16 E. 2.2.2 S. 20 f., 139 I 31 E. 2.3.3 S. 34 ff.; 135 II 477 E. 4.3 S. 381 f.). F�r einen entsprechenden Anspruch auf Achtung des Privatlebens bedarf es nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung besonders intensiver, �ber eine normale Integration hinausgehender Bindungen gesellschaftlicher oder beruflicher Natur bzw. vertiefter sozialer Beziehungen zum ausserfamili�ren bzw. ausserh�uslichen Bereich in der Schweiz. In der Regel gen�gen hierf�r eine lange Anwesenheit und die damit verbundene normale Integration f�r sich nicht; ein entsprechender Rechtsanspruch setzt eine umfassende Interessen- und Rechtsg�terabw�gung voraus (BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286 f.; 126 II 377 E. 2c S. 384 ff.; THOMAS HUGI YAR, Von Trennungen, H�rtef�llen und Delikten - Ausl�nderrechtliches rund um die Ehe- und Familiengemeinschaft, in: Achermann et al. [Hrsg.], Jahrbuch f�r Migrationsrecht, 2012/2013, 2013, S. 31 ff., dort S. 37 f. mit zahlreichen Hinweisen).
3.1.�Der Beschwerdef�hrer bringt vor, das Verwaltungsgericht sei zu Unrecht zum Schluss gekommen, der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG sei erf�llt. Die vorinstanzlichen Ausf�hrungen zu seinem mangelhaften Schuldenabbau seien willk�rlich, da er vollzeitig besch�ftigt sei, mit dem Betreibungsamt zusammenarbeite und die Forderungen haupts�chlich ungerechtfertigt erhoben worden seien. Zudem sei die j�ngste gegen die k�rperliche Integrit�t gerichtete Straftat nunmehr vor sechs Jahren begangen worden; seither habe er einen erheblichen pers�nlichen Wandel vollzogen. Der Widerrufsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG liege daher nicht vor. Zudem sei die Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung durch die Vorinstanz willk�rlich ausgefallen, da er keine Kontakte zu Personen in seiner Heimat pflege. Durch ihre Ausf�hrungen habe sie sein Recht auf Schutz des Privatlebens (Art. 13 BV; Art. 8 EMRK) verletzt.
3.2.�Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers durfte die Vorinstanz davon ausgehen, er habe in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen:
3.2.1.�Der Beschwerdef�hrer ist mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten. Es handelt sich dabei vorwiegend um untergeordnete Delikte im Strassenverkehrsbereich, die wegen der schlechten Prognose aufgrund von Uneinsichtigkeit und Unbelehrbarkeit sowie unter Ber�cksichtigung der Vorstrafen im Dezember 2011 zu einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tagess�tzen f�hrte. Zur Verurteilung vom 16. September 2008 zu einer Geldstrafe von 150 Tagess�tzen wegen einfacher K�rperverletzung f�hrte ein Vorfall, bei dem der Beschwerdef�hrer zusammen mit seinem Cousin auf eine Person einschlug, die zuvor offenbar zwei von einer Drittperson attackierten Schwestern zu Hilfe eilen wollte. Er liess erst davon ab, als eine weitere Person dazwischen ging. Das Strafgericht des Kantons Aargau kam zum Schluss, der Beschwerdef�hrer habe gegen�ber dem Opfer ein "brutales Verhalten" an den Tag gelegt. Er habe dieses aus nichtigem Anlass - als Motiv angef�hrt wurde die Ehre seines Cousins - mit F�usten, Knien und F�ssen geschlagen bzw. auf es eingetreten und es dabei verletzt. Nach den Erw�gungen des Strafgerichts weist der Beschwerdef�hrer eine "immense Gewaltbereitschaft" und ein "grosses Bedrohungspotential" auf, alle Zeugen h�tten ohne Ausnahme den Eindruck erweckt, sich vom Beschwerdef�hrer zu f�rchten. Das Strafgericht konnte ihm aufgrund der Vorgehensweise und der Vorstrafen keine gute Prognose mehr stellen.
3.2.2.�Der Vorfall erfolgte noch w�hrend der Probezeit nach den Vorstrafen wegen Vergewaltigung einerseits sowie wegen Drohung, N�tigung und Verletzung der Verkehrsregeln andererseits. Nach der Verurteilung wegen Vergewaltigung im Jahr 2002 hatte sich der Beschwerdef�hrer bei seinem Opfer, das er kannte, weder entschuldigt noch Reue gezeigt. Anl�sslich des Sachverhalts, der zur Verurteilung wegen Drohung und N�tigung im Jahr 2003 f�hrte, hatte der Beschwerdef�hrer, der auf der Autobahn fuhr, einen anderen Lenker zum Wechsel auf die rechte Fahrbahn gezwungen. Als der Beschwerdef�hrer dabei war, das andere Auto zu �berholen und eine gewisse Zeit auf gleicher H�he fuhr, zog er eine Pistole und zielte damit auf den anderen Lenker. Dieser wurde in Angst und Schrecken versetzt.
3.2.3.�Wie dies die Vorinstanz korrekt darstellt, sind die mittlerweile aus dem Strafregister gel�schten Strafen der Vergewaltigung sowie der Drohung und N�tigung (und Verkehrsregelverletzung) dem Beschwerdef�hrer nicht als l�ngerfristige Freiheitsstrafen direkt entgegen zu halten (Art. 62 lit. b AuG; BGE 135 I 71 E. 2.10 S. 76 mit Hinweisen). Bei der im Rahmen der Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung vorzunehmenden ausl�nderrechtlichen Interessenabw�gung kann indessen nicht ausgeblendet werden, wie sich der betroffene Ausl�nder w�hrend seiner gesamten Anwesenheit in der Schweiz verhalten hat. Der Ausl�nderbeh�rde ist es daher nicht verwehrt, strafrechtlich relevante Daten, die sich in ihren Akten befinden, namentlich solche, die Anlass zu einer fremdenpolizeilichen Verwarnung gaben, nach deren L�schung im Strafregister in die Beurteilung des Verhaltens des Ausl�nders einzubeziehen, wobei selbstverst�ndlich weit zur�ckliegenden Straftaten in der Regel keine grosse Bedeutung mehr zukommen kann, insbesondere wenn es sich um relativ geringf�gige Verfehlungen handelt (vgl. Urteile 2C_136/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 4.2; 2C_711/2011 vom 27. M�rz 2012 E. 5. 2 mit Hinweisen sowie 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 3.2.2).
Die Verurteilungen wegen Vergewaltigung und N�tigung sind indessen als schwere Strafen unter dem Aspekt der �ffentlichen Sicherheit im Rahmen der Interessenabw�gung zu gewichten. Ihr Gewicht reduziert sich ein St�ck weit dadurch, dass sie zum Zeitpunkt des vorinstanzlichen Urteils gut zehn (im Fall der Vergewaltigung vierzehn) Jahre zur�cklagen. Allerdings f�llt besonders negativ ins Gewicht, dass der Beschwerdef�hrer auch nach diesen Vorf�llen erneut ein doch erhebliches Delikt gegen die k�rperliche Integrit�t beging (E. 3.2.1; vgl. Urteile 2C_699/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.3 und 4.3; 2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.1.2).
3.2.4.�Unter dem Gesichtswinkel von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG ist nicht bloss eine wiederholte Strafbarkeit zu ber�cksichtigen, sondern auch die finanzielle Lage des Beschwerdef�hrers (E. 2.2). Nach den vorinstanzlichen Erw�gungen wurden im Jahr 2012 gegen den Beschwerdef�hrer 29 betreibungsrechtliche Verfahren im Forderungsbetrag von insgesamt Fr. 244'778.-- angehoben und bis zum 3. August 2012 Pf�ndungen in der H�he von Fr. 147'610.70 vollzogen. Nach den vorinstanzlichen Feststellungen handelt es sich bei den bestehenden Schulden gr�sstenteils um �ffentlich-rechtliche Verpflichtungen. Der Beschwerdef�hrer bringt vor, ein Teil dieser Forderungen, n�mlich diejenigen, die von der Oberzolldirektion gegen ihn erhoben wurden, seien ungerechtfertigt, weil es sich noch um unbezahlte Leistungen des Vorhalters seiner Transportfahrzeuge handle. Die Vorinstanz hat sich mit dieser R�ge auseinandergesetzt, jedoch den Einwand, dass diese Forderung noch mit dem Halterwechsel von 2010 zusammenh�ngen soll, als unplausibel erachtet. Der Beschwerdef�hrer legt in keiner Weise dar, inwiefern diese Annahme der Vorinstanz willk�rlich sein soll. Ihm ist zweifelsohne zugutezuhalten, dass ein Teil seiner Schulden durch Pf�ndung getilgt werden konnte und dass er mittlerweile nicht mehr arbeitslos, sondern im Transportbetrieb seiner Partnerin berufst�tig ist. Gegen ihn spricht indessen der Umstand, dass die Vorinstanz keine konkreten oder substanziierten Bem�hungen feststellen konnte, um den Rest seiner Schulden abzubezahlen. Die Annahme der Vorinstanz, dass eine unter dem Gesichtswinkel von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG relevante Schuldensituation besteht, ist nicht zu beanstanden.
3.2.5.�Die Vorinstanz hat schliesslich auch die Verh�ltnism�ssigkeit des Widerrufs der Niederlassungsbewilligung insgesamt und namentlich unter dem Aspekt der R�ckkehr in sein Heimatland bejaht. Sie hat sich auf den Standpunkt gestellt, der Beschwerdef�hrer habe zahlreiche Male und durch Gewaltdelikte gegen die �ffentliche Ordnung verstossen. Bedingte Strafen und auch ausl�nderrechtliche Verwarnungen h�tten ihn nicht davon abhalten k�nnen, weiter zu delinquieren. Sie zog weiter in Betracht, dass sich die Ausst�nde gegen�ber dem Gemeinwesen innert kurzer Zeit anh�uften und der Beschwerdef�hrer zu wenig Bem�hungen erkennen liess, seine Schulden abzubezahlen. Trotz einer langen Anwesenheit in der Schweiz sei er mit seiner Heimat verwurzelt, namentlich habe er sich im Strafverfahren f�r die "Rechtfertigung" der Gewaltdelikte auf die Zugeh�rigkeit zu diesem Kulturkreis berufen. Mit der albanischen Sprache sei er durch seine Eltern und seine Geschwister vertraut; sowohl seine jetzige Freundin als auch seine Kollegen stammten aus dem Kosovo, wo noch immer zahlreiche Verwandte von ihm leben w�rden. Der Beschwerdef�hrer r�gt auch diesbez�glich, die Sachverhaltsfeststellungen seien willk�rlich und er habe keinerlei Kontakte zu seiner Heimat. Er zeigt aber nicht auf, inwiefern die Vorinstanz ihre Beweiserhebungen offensichtlich unhaltbar gew�rdigt haben soll. Die vorinstanzlichen Erw�gungen k�nnen auch diesbez�glich nicht als willk�rlich gelten.
3.3.�Gest�tzt auf die bisherigen Straferkenntnisse, namentlich wegen einer erneuten Verurteilung gegen die k�rperliche Unversehrtheit (vgl. Urteile 2C_699/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 3.3 und 4.3; 2C_160/2013 vom 15. November 2013 E. 2.1.2), nachdem es fr�her bereits zu schwerwiegenden Delikten im Bereich der sexuellen Integrit�t und der Drohung und N�tigung gekommen war (vgl. Urteile 2C_136/2013 vom 30. Oktober 2013 E. 4.2; 2C_711/2011 vom 27. M�rz 2012 E. 5. 2) sowie - in untergeordneterem Mass - auch aufgrund des Umstands, dass der Beschwerdef�hrer kaum Bem�hungen substanziiert, seine noch immer erheblichen Schulden zur�ckzubezahlen (vgl. Urteile 2C_310/2011 vom 17. November 2011 E. 5.2), durfte die Vorinstanz den Tatbestand von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG als erf�llt betrachten und einen Bewilligungswiderruf als verh�ltnism�ssig ansehen. Sie hat weder das Recht des Beschwerdef�hrers auf Privatleben - soweit er sich aufgrund der Straferkenntnisse �berhaupt darauf berufen konnte (BGE 130 II 281 E. 3.2.1 S. 286 f.; 126 II 377 E. 2c S. 384 ff.; vorne E. 2.3) - noch das Willk�rverbot verletzt. Die Verweigerung des Kantonswechsels f�llt damit grunds�tzlich in Betracht.
3.4.�Zu pr�fen bleibt, ob die Verweigerung des Kantonswechsels unter dem Gesichtswinkel der vom Beschwerdef�hrer erhobenen Verfassungsr�gen von Art. 9 und Art. 13 BV bzw. Art. 8 EMRK zul�ssig sein konnte. Der Beschwerdef�hrer bringt vor, aus betrieblichen Gr�nden in der N�he seines Arbeitsortes U.________ bei X.________ (ZH) wohnen zu wollen. Mit der Verweigerung des Kantonswechsels w�rde dem Unternehmen "das wirtschaftliche Fortkommen erschwert und damit auch dem Beschwerdef�hrer die Schuldensanierung". Der Beschwerdef�hrer zeigt jedoch wie bereits vor der Vorinstanz nicht auf, inwiefern die Arbeitsverh�ltnisse oder sonstige Umst�nde einen Wohnort im Kanton Z�rich anstelle des Nachbarkantons Aargau erforderlich machen w�rden. Der Vorinstanz kann vor diesem Hintergrund weder eine Verletzung von Art. 13 BV (bzw. Art. 8 EMRK) noch eine solche des Willk�rverbots vorgeworfen werden. Auch der Umstand schliesslich, dass der Kanton Aargau kein Widerrufsverfahren er�ffnet, sondern die Kontrollfrist f�r die Niederlassungsbewilligung ein weiteres Mal verl�ngert hat, vermag die Beurteilung der Vorinstanz zum Kantonswechsel nicht als willk�rlich erscheinen zu lassen (BGE 138 I 49 E. 7.1 S. 51; 135 V 2 E. 1.3 S. 4 f.; 133 I 149 E. 3.1 S. 153; 132 I 13 E. 5.1 S. 17 f.; 131 I 467 E. 3.1 S. 473 f.; je mit Hinweisen).
3.5.�Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Der Beschwerdef�hrer tr�gt die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen sind nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).

References: Art. 83
 Art. 42
 Art. 106
 BGE 
 Art. 37
 Art. 63
 BGE 
 Art. 8
 Art. 116
 Art. 106
 BGE 
 Art. 37
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 64
 Art. 61
 Art. 62
 Art. 63
 BGE 
 Art. 63
 Art. 80
 Art. 96
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 8
 BGE 
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 9
 Art. 13
 Art. 8
 Art. 13
 Art. 8