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Timestamp: 2016-10-26 04:10:37+00:00

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1A.181/2005 (19.01.2006)
1A.181/2005 /ggs
X.________, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Werner Schmid,
Justiz und des Innern des Kantons Z�rich, Kantonale Opferhilfestelle, Postfach, 8090 Z�rich,
II. Kammer, vom 31. Mai 2005.
X.________, geboren ..., erlitt am ... w�hrend ... eine Schussverletzung im Unterleib. Am 30. Januar 2002 reichte er bei der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Z�rich, Kantonale Opferhilfestelle, ein Gesuch um Ausrichtung einer Genugtuung ein. Die Opferhilfestelle verf�gte vorerst die Sistierung des Verfahrens bis zum Abschluss des Strafprozesses.
Im Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Strafkammer, vom 18. August 2003 wurde davon Vormerk genommen, dass der T�ter die Genugtuungsforderung des Gesch�digten im Betrag von Fr. 30'000.-- zuz�glich Zins zu 5% seit ... [Tag des Schadensereignisses] anerkannt hatte. Sodann wurde dem Grundsatz nach entschieden, dass der T�ter f�r die Deliktsfolgen haftpflichtig ist, und der Gesch�digte bez�glich der H�he des Schadenersatzes und einer allf�lligen zus�tzlichen Genugtuung auf den Zivilweg verwiesen.
Am 19. Juli 2004 bezifferte X.________ gegen�ber der Opferhilfestelle seine Genugtuungsforderung auf Fr. 140'000.--, abz�glich einer nach Unfallversicherungsgesetz ausgerichteten Integrit�tsentsch�digung, zuz�glich Zins zu 5% auf Fr. 140'000.-- seit ... [Tag des Schadensereignisses]. Die Opferhilfestelle sistierte daraufhin das Verfahren bis zum Abschluss des Unfallversicherungsverfahrens. Mit Verf�gung vom 12. November 2004 sprach die Unfallversicherung X.________ eine Integrit�tsentsch�digung in der H�he von 50% des H�chstbetrags des versicherten Verdienstes von Fr. 106'800.--, somit einen Betrag von Fr. 53'400.-- zu. Mit Verf�gung vom 8. Februar 2005 hiess die Opferhilfestelle das Gesuch um Ausrichtung einer zus�tzlichen opferhilferechtlichen Genugtuung im Umfang von Fr. 16'600.-- gut und wies es im Mehrbetrag ab.
Gegen diese Verf�gung erhob X.________ unter Wiederholung seiner Antr�ge Beschwerde, welche das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Urteil vom 31. Mai 2005 abwies.
X.________ hat gegen das Urteil des Sozialversicherungsgerichts beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingelegt. Der Beschwerdef�hrer beantragt, die Verf�gung der Opferhilfestelle vom 8. Februar 2005 aufzuheben und den Kanton Z�rich zu verpflichten, ihm eine Genugtuung von Fr. 140'000.-- zu bezahlen, abz�glich der ausgerichteten Integrit�tsentsch�digung von Fr. 53'400.--, zuz�glich Zins zu 5% auf Fr. 140'000.-- seit ... [Tag des Schadensereignisses].
Das Sozialversicherungsgericht hat auf Vernehmlassung verzichtet. Die Opferhilfestelle beantragt die Beschwerdeabweisung. Das Bundesamt f�r Justiz (BJ) als beschwerdeberechtigte Bundesverwaltungsbeh�rde im Sinn von Art. 110 Abs. 1 OG liess sich vernehmen, ohne ausdr�cklich einen Antrag zu stellen. Der Beschwerdef�hrer sowie das Sozialversicherungsgericht und die Opferhilfestelle haben auf eine weitere Stellungnahme verzichtet.
1.1 Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf ein Rechtsmittel einzutreten ist (BGE 131 II 58 E. 1 S. 60; 130 I 312 E. 1 S. 317, je mit Hinweisen).
1.2 Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde k�nnen nur Entscheide letzter kantonaler Instanzen angefochten werden (Art. 98 lit. g OG). Das Sozialversicherungsgericht hat als letzte kantonale Instanz entschieden. Da das Opferhilfegesetz Anspr�che auf Entsch�digung vorsieht, findet der Ausschlussgrund von Art. 99 Abs. 1 lit. h OG keine Anwendung. Soweit der Beschwerdef�hrer allerdings die Aufhebung der Verf�gung der Opferhilfestelle beantragt, richtet sich die Beschwerde nicht gegen das Urteil des Sozialversicherungsgerichts, sondern gegen den erstinstanzlichen Entscheid. Der Beschwerdebegr�ndung l�sst sich aber implizit entnehmen, dass der Beschwerdef�hrer die Aufhebung des Gerichtsurteils meint. Die unpr�zise Formulierung des Begehrens steht dem Eintreten auf die Beschwerde daher nicht entgegen.
1.3 Die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen sind erf�llt und geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit einzutreten.
2.1 Der Beschwerdef�hrer beanstandet die Bemessung der Genugtuung. Als erstes bringt er vor, bei korrekter Ermittlung der Genugtuung, welche das Sozialversicherungsgericht nach der Zweiphasenmethode von H�tte und Ducksch (vgl. Klaus H�tte/Petra Ducksch/Kayum Guerrero, Die Genugtuung, 3. Aufl., Stand August 2005, I/21, N. 4.3) vornehme, h�tte es nicht nur den Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit, sondern auch die St�rung der Sexualfunktion bei der Berechnung der "Basisgenugtuung" beachten m�ssen. Des Weitern macht der Beschwerdef�hrer geltend, das Gericht habe nicht alle die Genugtuung erh�henden Faktoren ber�cksichtigt.
2.2.1 Nach Art. 2 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz, OHG; SR 312.5) ist jede Person, die durch eine Straftat in ihrer k�rperlichen, sexuellen oder psychischen Integrit�t unmittelbar beeintr�chtigt worden ist, dazu berechtigt, die im Gesetz vorgesehene Hilfe zu beanspruchen. Art. 12 Abs. 2 OHG sieht vor, dass dem Opfer im Sinne von Art. 2 Abs. 1 OHG unabh�ngig von seinem Einkommen eine Genugtuung ausgerichtet werden kann, wenn es schwer betroffen ist und besondere Umst�nde es rechtfertigen. Das Opferhilfegesetz enth�lt keine Bestimmungen �ber die Bemessung der Genugtuung. Nach der Rechtsprechung sind die von den Zivilgerichten entwickelten Bemessungsgrunds�tze zu Art. 47 und 49 OR sinngem�ss heranzuziehen (BGE 128 II 49 E. 4.1 S. 53, mit Hinweisen).
2.2.2 Art. 47 OR bestimmt, dass der Richter bei T�tung eines Menschen oder K�rperverletzung dem Verletzten oder den Angeh�rigen des Get�teten unter W�rdigung der besonderen Umst�nde eine angemessene Geldsumme als Genugtuung zusprechen kann. Die Genugtuung bezweckt den Ausgleich f�r erlittene Unbill, indem das Wohlbefinden anderweitig gesteigert oder die Beeintr�chtigung ertr�glicher gemacht wird (BGE 123 III 10 E. 4c/bb S. 15, 306 E. 9b S. 315). Bemessungskriterien sind vor allem die Art und Schwere der Verletzung, die Intensit�t und Dauer der Auswirkungen auf die Pers�nlichkeit des Betroffenen, der Grad des Verschuldens des Haftpflichtigen (BGE 125 III 412 E. 2a S. 417), ein allf�lliges Selbstverschulden des Gesch�digten (BGE 124 III 182 E. 4d S. 186) sowie die Aussicht auf Linderung des Schmerzes durch die Zahlung eines Geldbetrags (BGE 118 II 410 E. 2a S. 413). Die H�he der Summe, die als Abgeltung erlittener Unbill in Frage kommt, l�sst sich naturgem�ss nicht errechnen, sondern nur sch�tzen (BGE 117 II 50 E. 4a/aa S. 60).
2.2.3 Die Festsetzung der H�he der Genugtuung ist eine Entscheidung nach Billigkeit. Das Bundesgericht hat es daher abgelehnt, dass sich die Bemessung der Genugtuung nach schematischen Massst�ben richten soll. Die Genugtuungssumme darf nicht nach festen Tarifen festgesetzt, sondern muss dem Einzelfall angepasst werden (BGE 127 IV 215 E. 2e S. 219).
Dies schliesst nicht aus, die Bewertung der immateriellen Beeintr�chtigung in zwei Phasen vorzunehmen: in einer objektiven Berechnungsphase mit einem Basisbetrag als Orientierungspunkt und einer nachfolgenden Phase, in der die Besonderheiten des Einzelfalles (Haftungsgrundlage, [Selbst-]Verschulden, individuelle Lebenssituation des Gesch�digten) ber�cksichtigt werden (Urteile des Bundesgerichts 1A.203/2000 vom 13. Oktober 2000, E. 2b; 1A.235/2000 vom 21. Februar 2001, E. 5b/aa).
Ebenso hat es das Bundesgericht als mit Art. 47 OR vereinbar erachtet, zur Bewertung der objektiven Schwere der Beeintr�chtigung auf die Integrit�tsentsch�digung, welche nach der Skala �ber die Integrit�tseinbusse im Anhang 3 der Verordnung vom 20. Dezember 1982 �ber die Unfallversicherung (UVV; SR 832.202) bemessen wird und im Regelfall dem angegebenen Prozentsatz des H�chstbetrags des versicherten Verdienstes von Fr. 106'800.-- im Jahr (vgl. Art. 22 Abs. 1 UVV) entspricht, im Sinne eines Richtwerts (Basiswert) zur�ckzugreifen. Die Integrit�tsentsch�digung der Unfallversicherung bietet - gleich wie Pr�judizien - einen sachlichen Anhaltspunkt zur Beurteilung der objektiven Schwere der Beeintr�chtigung (Urteil des Bundesgerichts 4C.123/1996 vom 21. Oktober 1997, E. 3b/aa).
Dabei ist jedoch im Auge zu behalten, dass die Integrit�tsentsch�digung nur ein Richtwert ist, der im Verh�ltnis zu anderen massgeblichen Bemessungskriterien (Haftungsgrundlage, Verschulden, Lebensumst�nde) unterschiedlich gewichtet werden kann (vgl. die Hinweise auf die verschiedenen Lehrmeinungen und die kantonale Rechtsprechung im Bundesgerichtsurteil 4C.123/1996, E. 3a). Ausserdem sind nicht s�mtliche m�glichen Integrit�tssch�digungen von der Integrit�tsentsch�digung abgedeckt. Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) hat deshalb in Weiterentwicklung der bundesr�tlichen Skala weitere Bemessungsgrundlagen in tabellarischer Form (sog. Feinraster) erarbeitet. Diese Tabellen stellen zwar keine Rechtss�tze dar und sind f�r die Gerichte nicht verbindlich (vgl. BGE 116 V 156 E. 3a S. 157). Sie k�nnen aber bei der Bewertung der objektiven Schwere der immateriellen Unbill ebenfalls ein Orientierungspunkt sein.
2.2.4 Im Unterschied zum Zivilrecht besteht bei der Bemessung einer Genugtuung nach Opferhilferecht die Besonderheit, dass es sich bei dieser nicht um eine Leistung aus Verantwortlichkeit, sondern um eine staatliche Hilfeleistung handelt. Gem�ss Rechtsprechung erreicht sie deshalb nicht automatisch die gleiche H�he wie die zivilrechtliche, sondern kann unter Umst�nden davon abweichen oder gar wegfallen (BGE 128 II 49 E. 4.3 S. 55; 125 II 169 E. 2b/bb und 2c S. 174 f.). Insbesondere kann ber�cksichtigt werden, dass die Genugtuung nicht vom T�ter, sondern von der Allgemeinheit bezahlt wird. Dies kann namentlich dann eine Reduktion gegen�ber der zivilrechtlichen Genugtuung rechtfertigen, wenn diese aufgrund von subjektiven, t�terbezogenen Merkmalen (z.B. besonders skrupellose Art der Begehung der Straftat) erh�ht worden ist (Bundesgerichtsurteile 1A.235/2000 vom 21. Februar 2001, E. 3a; 1A.80/1998 vom 5. M�rz 1999, E. 3c/cc).
2.2.5 Den kantonalen Beh�rden steht bei der Festsetzung der H�he der Genugtuung ein weiter Ermessensspielraum zu, in den das Bundesgericht nur eingreift, wenn grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Grunds�tzen abgewichen wird, wenn Tatsachen ber�cksichtigt werden, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle spielen d�rfen oder wenn umgekehrt Umst�nde ausser Betracht geblieben sind, die h�tten beachtet werden m�ssen, oder wenn sich der Entscheid als offensichtlich ungerecht erweist (Art. 104 lit. a OG; BGE 125 III 412 E. 2a S. 417 f., mit Hinweisen).
2.3.1 Das Sozialversicherungsgericht erachtet eine Genugtuung von insgesamt Fr. 70'000.-- (Leistung der Unfallversicherung im Betrag von Fr. 53'400.--, welche gem�ss Art. 14 Abs. 1 OHG auf die opferhilferechtliche Genugtuung angerechnet wird, plus Leistung der Opferhilfestelle im Betrag von Fr. 16'600.--) als angemessen. Bei der Bemessung der Genugtuung ging es in zwei Etappen vor: es ermittelte zuerst einen Basiswert und ber�cksichtigte dann die Besonderheiten des vorliegenden Falls. Bez�glich des Basiswerts orientierte sich das Gericht an der Skala im Anhang 3 der UVV und an den SUVA-Tabellen. Hierzu stellte es fest, dass eine bleibende Sch�digung im R�ckenwirbelbereich und der Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit auszumachen sei. Die Integrit�tseinbusse f�r die Verletzung im Wirbels�ulenbereich werde gem�ss Unfallversicherung und SUVA-Tabelle 7.2 mit 10%, diejenige f�r den Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit gem�ss Anhang 3 UVV und SUVA-Tabelle 22 mit 40% gewichtet. Damit sei von einer Integrit�tsentsch�digung von insgesamt 50% des H�chstbetrags des versicherten Jahresverdienstes auszugehen.
2.3.2 Der Beschwerdef�hrer l�sst den Basiswert f�r die Wirbels�ulenverletzung unangefochten. Dagegen beanstandet er, dass bei der Festsetzung des Basiswerts f�r den Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit die infolge der Durchtrennung der Nervenbahnen gest�rte Sexualfunktion nicht ber�cksichtigt worden sei. Die Verletzung der Nervenbahnen werde durch die Integrit�tsentsch�digung f�r den Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit nicht abgegolten. F�r die Unterleibsverletzung sei daher nicht von einem Basiswert von 40%, sondern von 80% des H�chstbetrags des versicherten Jahresverdienstes auszugehen. Das Gericht habe die St�rung der Sexualfunktion, die damit verbundene Beeintr�chtigung der mitmenschlichen Beziehungen und das junge Alter des Beschwerdef�hrers zu Unrecht nicht bei der Festsetzung der Basisgenugtuung, sondern nur als genugtuungserh�hende Faktoren ber�cksichtigt.
2.3.3 Wie oben (E. 2.2.3) ausgef�hrt, hat das Sozialversicherungsgericht kein Bundesrecht verletzt, wenn es bei der Bewertung der objektiven Schwere der immateriellen Beeintr�chtigung im Sinne eines zul�ssigen, aber nicht zwingend zu ber�cksichtigenden Anhaltspunkts auf die Integrit�tsentsch�digung gem�ss Anhang 3 UVV und auf die SUVA-Tabellen abstellte. Sowohl nach der Skala im Anhang 3 UVV als auch nach Tabelle 22 der SUVA wird beim Verlust der Geschlechtsorgane oder der Fortpflanzungsf�higkeit eine Integrit�tsentsch�digung von 40% des H�chstbetrags des versicherten Jahresverdienstes ausgerichtet. Beim Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit ist die Gebrauchsunf�higkeit des noch vorhandenen Geschlechtsorgans (erektile Impotenz) dem Verlust des Organs gleichgestellt, w�hrend bei einer erektilen Dysfunktion minderen Grades eine Integrit�tsentsch�digung von weniger als 40% ausgerichtet werden kann (vgl. dazu Erich B�r, Integrit�tsschaden bei Verlust der Geschlechtsorgane oder der Fortpflanzungsf�higkeit, in: Medizinische Mitteilungen 74/2003, S. 68). Entgegen der Auffassung des Beschwerdef�hrers trifft somit nicht zu, dass der durch die St�rung der Sexualfunktion hervorgerufene Integrit�tsschaden von der Entsch�digung der Unfallversicherung f�r den Verlust der Fortpflanzungsf�higkeit nicht abgedeckt w�re.
Wie das Sozialversicherungsgericht zu Recht ausf�hrte, kann der Beschwerdef�hrer bez�glich der objektiven Schwere der Beeintr�chtigung aus dem Bundesgerichtsurteil 4C.103/2002 vom 16. Juli 2002 nichts zu seinen Gunsten ableiten. In jenem Fall ging es um die Genugtuungsbemessung bei vollst�ndiger Paraplegie und einer neurogenen Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsst�rung, somit einem weit gravierenderen Integrit�tsschaden, f�r den nach der Skala im Anhang 3 UVV eine Entsch�digung von 90% des versicherten Jahreslohns festgesetzt ist. Vorliegend liegt jedenfalls kein Grund vor, weshalb die objektive Schwere der Beeintr�chtigung zwingend h�her bewertet werden m�sste, als es im Anhang 3 UVV vorgesehen ist.
Entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers hat das Sozialversicherungsgericht auch insoweit kein Bundesrecht verletzt, als es die mit der St�rung der Sexualfunktion einhergehende Beeintr�chtigung des Sexuallebens und damit der Pers�nlichkeitssph�re sowie das Alter des Beschwerdef�hrers nicht schon bei der Festsetzung des Basiswerts, sondern als diesen erh�hende Umst�nde ber�cksichtigte. Alter und Sexualleben sind medizinisch nicht objektivierbar, sondern geh�ren zu den individuellen Lebensumst�nden (vgl. Urteil des Bundesgerichts 1A.135/2002 vom 29. Oktober 2002, E. 3.4).
2.4.1 Gem�ss dem angefochtenen Urteil hat die Kantonale Opferhilfestelle s�mtlichen Umst�nden des Einzelfalles angemessen Rechnung getragen. Genugtuungserh�hend wirke der Einfluss der St�rung der sexuellen Funktion auf die Sexualit�t und auf die Beziehung zu Mitmenschen, das junge Alter, die durchgestandene Lebensgefahr, die lange andauernden, teilweise heute noch auftretenden Schmerzen, die Operationen sowie die vor�bergehend reduzierten Karrierechancen. Insgesamt sei es gerechtfertigt, den Basiswert von Fr. 53'400.-- um Fr. 16'600.-- zu erh�hen, das Opferhilfe-Gesuch im Mehrbetrag aber abzuweisen.
2.4.2 Der Beschwerdef�hrer vertritt den Standpunkt, das Sozialversicherungsgericht h�tte auch die Brutalit�t und R�cksichtslosigkeit des T�ters sowie die Sinnlosigkeit der Tat als genugtuungserh�hende Faktoren ber�cksichtigen sollen.
2.4.3 Wie oben ausgef�hrt (E. 2.2.4), sind bei der Festsetzung einer Genugtuung nach OHG die subjektiven, t�terbezogenen Faktoren nicht zu ber�cksichtigen. Dazu geh�rt die Art der Tatbegehung (Brutalit�t, R�cksichtslosigkeit) ebenso wie das Motiv, welches den T�ter zur Begehung der Straftat bewog. Das Sozialversicherungsgericht hat somit auch insoweit kein Bundesrecht verletzt, als es die vom Beschwerdef�hrer genannten Bemessungskriterien (Brutalit�t, R�cksichtslosigkeit, Sinnlosigkeit der Tat) nicht als genugtuungserh�hend erachtete.
2.5 Somit ergibt sich, dass die zuerkannte Genugtuung in der H�he von Fr. 16'600.-- unter Aufrechnung der von der Unfallversicherung ausgerichteten Integrit�tsentsch�digung von Fr. 53'400.-- (vgl. Art. 14 Abs. 1 OHG) den von Lehre und Rechtsprechung aufgestellten Bemessungsgrunds�tzen Rechnung tr�gt. Darin ist in bundesrechtskonformer Weise die Schwere der gesundheitlichen Beeintr�chtigungen und die damit verbundene St�rung der sozialen und beruflichen Beziehungen ber�cksichtigt, w�hrend die �brigen vom Beschwerdef�hrer geltend gemachten Umst�nde nicht genugtuungserh�hend wirken. Ein Vergleich mit Pr�judizien ergibt, dass die dem Beschwerdef�hrer ausgerichtete Summe von insgesamt Fr. 70'000.-- als eher hoch einzustufen ist. Schwere Sch�digungen gaben in der j�ngeren bundesgerichtlichen Rechtsprechung Anspruch auf folgende Genugtuungssummen: Bei vollst�ndiger Paraplegie und einer neurogenen Blasen-, Darm- und Sexualfunktionsst�rung, beruflicher Umschulung und einer 50%igen Arbeitsunf�higkeit Fr. 120'000.-- (Urteil 4C.103/2002 vom 16. Juli 2002, E. 5); bei irreparabler Querschnittl�hmung Fr. 60'000.-- (Urteil 4C.94/1995 vom 27. Dezember 1995, E. 4c nicht publ. in BGE 122 III 5); bei �usserst schweren Kopfverletzungen einer einundzwanzigj�hrigen Frau, langer Bewusstlosigkeit und Behandlungsdauer, Pers�nlichkeitsver�nderung und vollst�ndiger Arbeitsunf�higkeit Fr. 100'000.-- (Urteil 4C.379/1994 vom 21. August 1995, E. 7); bei unvollst�ndiger Tetraplegie eines Jugendlichen mit einer Invalidit�t von 50-75% und einem Selbstverschulden von 20% Fr. 96'000.-- (BGE 123 III 306 E. 9b S. 316). In Anbetracht des weiten Ermessensspielraums, �ber den das Sozialversicherungsgericht verf�gt, hat das Bundesgericht vorliegend aber keinen Grund, die Genugtuungsbemessung in Frage zu stellen (Art. 104 lit. a OG).
3.1 Sodann macht der Beschwerdef�hrer geltend, die ihm zugesprochene Genugtuung sei ab dem Verletzungstag zu verzinsen.
3.2 Gem�ss dem angefochtenen Urteil ist in der zuerkannten Genugtuung ber�cksichtigt, dass seit dem Schadensereignis am ... bis zum Urteilstag rund ... Jahre vergangen sind. Das Sozialversicherungsgericht nimmt Bezug auf eine Lehrmeinung, wonach entweder die nach den Bemessungskriterien am Verletzungstag gesch�tzte Genugtuungssumme zu verzinsen oder die Genugtuung nach den Verh�ltnissen im Urteilszeitpunkt ohne Zins zuzusprechen sei (vgl. Roland Brehm, Berner Kommentar, Bern 1990, Rz. 94 zu Art. 47 OR). Vorliegend sei das letztgenannte Vorgehen gew�hlt worden, weshalb kein Zinsanspruch bestehe.
3.3.1 In BGE 131 II 217 E. 4 hat das Bundesgericht entschieden, dass die opferhilferechtliche Entsch�digung auch den Schadenszins deckt. Ob eine opferhilferechtliche Genugtuung in gleicher Weise zu verzinsen w�re, liess es ausdr�cklich offen.
3.3.2 In seiner �lteren Rechtsprechung zur haftpflichtrechtlich geschuldeten Genugtuung infolge K�rperverletzung st�tzte sich das Bundesgericht bei der Genugtuungsbemessung auf die im Zeitpunkt der Verletzung g�ltigen Bemessungskriterien (Bundesgerichtsurteil vom 9. Mai 1972, teilweise publ. in BGE 98 II 129) und sprach vom Tag des Schadensereignisses an einen Schadenszins auf der Genugtuung zu (BGE 81 II 512 E. 6 S. 519). In der Lehre stiess diese Rechtsprechung auf Kritik, da den Gesch�digten der Nachteil der inzwischen aufgelaufenen Teuerung treffe (vgl. Brehm, a.a.O., N. 92 zu Art. 47 OR).
In BGE 116 II 295 E. 5b zog das Bundesgericht den - auf Brehm (a.a.O., N. 94 zu Art. 47 OR) zur�ckgehenden und in casu vom Sozialversicherungsgericht herangezogenen - Vorschlag in Betracht, entweder zus�tzlich zur nach den Ans�tzen am Verletzungstag bemessenen Summe einen Zins zuzusprechen oder eine Genugtuung nach den Ans�tzen am Urteilstag ohne Zins festzulegen. Es liess die Frage aber schliesslich offen, da die Genugtuungssumme in jenem Fall dem Gesch�digten bereits kurz nach dem Schadensereignis zur Verf�gung gestanden hatte.
In einem neueren Entscheid 129 IV 149 E. 4.2 sprach sich das Bundesgericht nun aber gegen die in Erw�gung gezogene Alternative aus. Als Begr�ndung f�hrte es an, dass wegen des weiten Ermessens bei der Festlegung der Genugtuung fragw�rdig erscheint, von "Ans�tzen" zu sprechen, und dass bei einer generellen Ver�nderung in der Gr�ssenordnung der zugesprochenen Summen s�mtliche noch nicht entschiedenen F�lle nach der neuen Gerichtspraxis zu beurteilen sind. Daher entschied das Bundesgericht, dass die Genugtuung im Urteilszeitpunkt (unter Ber�cksichtigung der seit dem Schadensereignis ergangenen Pr�judizien) zu bemessen ist und zus�tzlich ein ab dem Schadensereignis laufender Schadenszins (Genugtuungszins) als Ausgleich f�r die vorenthaltene Nutzung des Kapitals zwischen dem Verletzungs- und dem Urteilstag zugesprochen werden muss (vgl. ebenso Alfred Keller, Haftpflicht im Privatrecht, Band II, 2. Aufl., Bern 1998, S. 131; Karl Oftinger/Emil W. Stark, Schweizerisches Haftpflichtrecht, Band I, 5. Aufl., Z�rich 1995, S. 433 und 257; offenbar auch Heinrich Honsell, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 4. Aufl., Z�rich 2005, S. 115). Im genannten Urteil 129 IV 149 E. 4.2 stand der Auffassung, dass im Falle der Genugtuungsbemessung im Urteilszeitpunkt kein Zins geschuldet sei, im �brigen der Umstand entgegen, dass die H�he der zugesprochenen Genugtuung im massgebenden Zeitraum keine grundlegende �nderung erfahren hatte, die zuerkannte Summe sich in diesem Rahmen hielt und nicht derart an der oberen Grenze lag, dass der Zins als enthalten gelten konnte.
3.3.3 Ob die oben aufgezeigte, f�r das Haftpflichtrecht geltende Rechtsprechung auf opferhilferechtliche Genugtuungsleistungen �bertragen werden kann, erscheint fraglich. Zu bedenken ist, dass der Rechtsgrund bzw. die rechtliche Natur von Leistungen nach Opferhilferecht mit derjenigen haftpflichtrechtlicher Anspr�che nicht identisch ist. Daraus k�nnen sich Unterschiede in den Entsch�digungssystemen ergeben (BGE 121 II 369 E. 3c/aa S. 373). Wie in E. 2.2.4 bereits gesagt, ist vor allem dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Genugtuungsleistungen nach OHG auf der Idee einer staatlichen Unterst�tzung beruhen und nicht aufgrund einer staatlichen Verantwortlichkeit geschuldet sind (BGE 128 II 49 E. 4.1 S. 53); der Staat zahlt anstelle des unbekannten oder zahlungsunf�higen T�ters, um das Wohlbefinden des Opfers zu steigern bzw. die erlittene Beeintr�chtigung ertr�glicher zu machen (Klaus H�tte, Anleitung zur Ermittlung angemessener Genugtuungsleistungen im Zivil- und Opferhilferecht, in: Personen - Schaden - Forum 2005, Z�rich 2005, S. 146). Eine Hauptfunktion der opferhilferechtlichen Genugtuung liegt dementsprechend in ihrer wichtigen symbolischen Rolle begr�ndet, denn mit ihr anerkennt das Gemeinwesen die schwierige Situation des Opfers (Botschaft des Bundesrates vom 9. November 2005 zur Totalrevision des Bundesgesetzes �ber die Hilfe an Opfer von Straftaten, BBl 2005 S. 7223; ferner Jean Guinand, R�vision de la LAVI - Les travaux de la commission d'experts, in: Bundesamt f�r Justiz (Hrsg.), Opferhilfe in der Schweiz, Bern 2004, S. 370). Die kantonalen Opferhilfestellen sprechen im Allgemeinen eine ex aequo et bono bemessene Pauschalsumme als Genugtuung zu, welche auch die Nebenrechte abdeckt. Mit der Anerkennung eines Zinsanspruchs �ber diese Pauschalsumme hinaus w�rde unter Umst�nden in den Ermessensspielraum der kantonalen Beh�rden eingegriffen, ohne dass die Voraussetzungen von Art. 104 lit. a OG erf�llt w�ren. Es rechtfertigt sich daher ohne weiteres, der Verzinsung einer Genugtuungsforderung im Opferhilferecht die Bedeutung eines Bemessungsfaktors einzur�umen.
3.4 Im angefochtenen Urteil (E. 5 S. 11) vertritt das Sozialversicherungsgericht den Standpunkt, dass dem Zeitablauf seit dem Schadensereignis Rechnung getragen und die Genugtuung nach den Bemessungskriterien im Urteilszeitpunkt bemessen wurde, weshalb kein Zins geschuldet sei. Diese Erw�gung ist an sich widerspr�chlich; daraus geht nicht klar hervor, ob mit der Formulierung, der Zeitablauf sei ber�cksichtigt worden, lediglich die seit dem Schadensereignis aufgelaufene Teuerung gemeint ist oder ob ein ab diesem Tag laufender Zinsanspruch anerkannt und aufgerechnet worden ist.
Nach dem oben Gesagten (E. 2.5) ist die dem Beschwerdef�hrer zugesprochene Summe von insgesamt Fr. 70'000.-- als eher hoch einzustufen. Selbst wenn das Sozialversicherungsgericht davon ausgehen w�rde, dass in dieser Summe ein Schadenszins von 5% seit ... [Tag des Schadensereignisses] inbegriffen w�re, h�tte das Bundesgericht deshalb keinen Anlass, in die Genugtuungsbemessung der kantonalen Instanz einzugreifen (Art. 104 lit. a OG). Da der Schadenszins im Bereich des Opferhilferechts zu den Bemessungsfaktoren geh�rt, hat das Sozialversicherungsgericht in Anbetracht der H�he der zuerkannten Genugtuungssumme keine bundesrechtlichen Bemessungsgrunds�tze verletzt, wenn es �ber den Betrag von Fr. 70'000.-- hinaus einen weitergehenden Genugtuungsanspruch (Zins) verneinte.
Somit ergibt sich, dass das angefochtene Urteil des Sozialversicherungsgerichts vor Bundesrecht standh�lt. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich demnach als unbegr�ndet und ist abzuweisen.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 16 Abs. 1 OHG; BGE 122 II 211 E. 4b S. 218 f.).

References: Art. 110
 Art. 99
 Art. 2
 Art. 12
 Art. 2
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 47
 Art. 22
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 BGE 
 Art. 14
 Art. 14
 BGE 
 Art. 47
 BGE 
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 Art. 47
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 Art. 47
in casu
 Art. 104
 BGE