Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=B%2014%20AS%2031/16%20R
Timestamp: 2019-01-20 07:52:22+00:00

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BSG, 30.08.2017 - B 14 AS 31/16 R - dejure.org
§ 7 Abs 1 S 1 SGB 2, § 7 Abs 1 S 2 Nr 2 SGB 2 vom 13.05.2011, § 21 S 1 SGB 12, § 23 Abs 1 S 1 SGB 12, § 23 Abs 1 S 3 SGB 12
Grundsicherungsleistungen; Leistungsausschluss für EU-Ausländer; Zugang zu Ermessensleistungen
SGG § 75 Abs. 2 Alt. 2, SGG § ... 75 Abs. 5, SGB II § 7 Abs. 1 S. 1, SGB II § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2, SGB XII § 21 S. 1, SGB XII § 23 Abs. 3 S. 1, SGB XII § 23 Abs. 1 S. 3, GG Art. 1 Abs. 1, GG Art. 20 Abs. 1, SGB II § 5 Abs. 2 S. 1, SGB XII § 23, FreizügG/EU § 2 Abs. 2 Nr. 1a,
Unionsbürger, Arbeitssuche, Sozialleistungen, ALG II, SGB XII, Existenzminimum, Menschenwürde, menschenwürdiges Existenzminimum, Aufenthalt zum Zweck der Arbeitssuche, Europäisches Fürsorgeabkommen
zeit.de (Pressemeldung, 30.08.2017)
Kein Ausschluss von EU-Bürgern von Sozialleistungen
migazin.de (Kurzinformation)
Kurznachricht zu "Trotz Leistungsausschluss von ALG II und Ausschluss des Anspruchs auf Sozialleistungen Recht auf existenzsichernde Leistungen - Anmerkung zum Urteil des BSG vom 30.08.2017" von RA Hubert Heinhold, original erschienen in: NZS 2018, 64 - 70.
BSGE 124, 81
NJW 2018, 1043
NZS 2018, 64
Insbesondere lässt sich dem Gesetz zur Regelung von Ansprüchen ausländischer Personen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch und in der Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch vom 22.12.2016 (BGBl I 3155, nachfolgend: Gesetz vom 22.12.2016) nicht entnehmen, dass es sich Geltung für die Zeit vor seinem Inkrafttreten am 29.12.2016 beimisst (vgl BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 18).
Von diesem Leistungsausschluss umfasst sind erst recht die Staatsangehörigen anderer Mitgliedstaaten der EU, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen (EU-Ausländer) und nicht über eine materielle Freizügigkeitsberechtigung nach dem FreizügG/EU oder ein Aufenthaltsrecht nach dem AufenthG verfügen (vgl zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 22; so seit 29.12.2016 auch § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchst a SGB II), sodass insoweit dahinstehen kann, ob der Kläger über eine materielle Freizügigkeitsberechtigung zur Arbeitsuche nach § 2 Abs. 2 Nr. 1 FreizügG/EU verfügte oder nicht, denn in beiden Fällen ist er vom Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II aF erfasst.
Auf eine materielle Freizügigkeitsberechtigung nach dem FreizügG/EU, die nicht von diesem Leistungsausschluss umfasst ist, oder ein Aufenthaltsrecht nach dem AufenthG, das eine Ausnahme von dem Leistungsausschluss zu rechtfertigen vermag, konnte sich der Kläger im streitigen Zeitraum unter Berücksichtigung der Feststellungen des LSG nicht berufen (vgl zum Prüfungsprogramm insoweit zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 24 ff).
Diese generelle Freizügigkeitsvermutung allein eröffnet indes weder einen Zugang zu Leistungen nach dem SGB II noch steht sie dem Ausschluss von Leistungen nach dem SGB II entgegen (vgl zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 23).
Mit EU-Recht ist dieser SGB II-Leistungsausschluss vereinbar, wie sich aus der Rechtsprechung des EuGH (EuGH vom 11.11.2014 - C-333/13 - Dano, NJW 2015, 145; EuGH vom 15.9.2015 - C-67/14 - Alimanovic, NJW 2016, 555; EuGH vom 25.2.2016 - C-299/14 - Garcia-Nieto, NJW 2016, 1145) ergibt (vgl zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 27).
Dieser ist mit dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG iVm dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG vereinbar, weil der Kläger grundsätzlich Zugang zu existenzsichernden Leistungen nach dem SGB XII hat, weshalb eine Vorlage des Leistungsausschlusses nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 und 2 SGB II aF an das BVerfG nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG ausscheidet (vgl zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 29 ff).
Diese Personen können Leistungen nach dem SGB XII erhalten, ohne dass es hierfür darauf ankommt, ob sie erwerbsfähig nach § 8 SGB II sind, wenn sie nicht auch durch das SGB XII von Leistungen ausgeschlossen sind (vgl dazu im Einzelnen zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 32 ff).
Doch sind ebenso wie nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II aF auch nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Alt 2 SGB XII aF erst recht EU-Ausländer, die weder über eine materielle Freizügigkeitsberechtigung nach dem FreizügG/EU, die nicht von diesem Leistungsausschluss umfasst ist, noch ein Aufenthaltsrecht nach dem AufenthG verfügen, vom Anspruch auf Sozialhilfe ausgeschlossen (vgl zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 42; so seit 29.12.2016 auch § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 SGB XII).
Dieses Verständnis des systematischen Verhältnisses von § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII aF zu § 23 Abs. 1 Satz 1 und 3 SGB XII, das den Zugang zu den Leistungen nach dem SGB XII, insbesondere der Hilfe zum Lebensunterhalt, eröffnet, wird getragen und ist angezeigt in einer verfassungsrechtlichen Perspektive durch das Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG iVm Art. 20 Abs. 1 GG bei einem tatsächlichen Aufenthalt eines Ausländers in Deutschland, gegen den ausländerbehördliche Maßnahmen nicht ergriffen werden, sondern dessen Aufenthalt faktisch geduldet wird, ohne dass es auf eine Möglichkeit der Heimkehr in das Herkunftsland ankommt (vgl dazu im Einzelnen zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 44 ff).
Dass § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII aF iVm § 23 Abs. 1 Satz 1 und 3 SGB XII den Zugang nur zu Ermessensleistungen ermöglicht, verpflichtet den Senat auch vorliegend nicht zu einer Vorlage nach Art. 100 Abs. 1 GG an das BVerfG (vgl bereits BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 50 f).
Hinsichtlich der nach § 18 Abs. 1 SGB XII (Kenntnisgrundsatz) erforderlichen Kenntnis des beigeladenen Sozialhilfeträgers ist auf die diesem zuzurechnende Kenntnis des beklagten Jobcenters zu verweisen (…vgl BSG vom 3.12.2015 - B 4 AS 44/15 R - BSGE 120, 149 = SozR 4-4200 § 7 Nr. 43, RdNr 39;… BSG vom 20.1.2016 - B 14 AS 35/15 R - SozR 4-4200 § 7 Nr. 47 RdNr 33; BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 55).
Geklärt in der Rechtsprechung des BSG ist bereits, dass eine Ermessensreduktion in Betracht kommt, wenn und weil sich der Aufenthalt von EU-Ausländern nach Ablauf von sechs Monaten tatsächlichem Aufenthalt in Deutschland, der von der Ausländerbehörde faktisch geduldet wird, so verfestigt hat, dass die Erbringung existenzsichernder Leistungen nur im Einzelfall nach Ermessen den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht mehr genügt (vgl zuletzt BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 52 ff;… vgl auch bereits BSG vom 3.12.2015 - B 4 AS 44/15 R - BSGE 120, 149 = SozR 4-4200 § 7 Nr. 43, RdNr 53 ff;… BSG vom 20.1.2016 - B 14 AS 35/15 R - SozR 4-4200 § 7 Nr. 47 RdNr 44 ff).
Von diesem Leistungsausschluss umfasst sind erst recht die Staatsangehörigen anderer Mitgliedstaaten der EU, die keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen (EU-Ausländer) und nicht über eine materielle Freizügigkeitsberechtigung nach dem FreizügG/EU oder ein Aufenthaltsrecht nach dem AufenthG verfügen (vgl letztens BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 22;… BSG vom 9.8.2018 - B 14 AS 32/17 R - vorgesehen für SozR 4 RdNr 18; so seit dem 29.12.2016 auch § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 Buchst a SGB II).
Für dessen Begründung genügt nicht bereits ein aufgrund der generellen Freizügigkeitsvermutung als rechtmäßig anzusehender Aufenthalt (vgl BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 23;… BSG vom 9.8.2018 - B 14 AS 32/17 R - vorgesehen für SozR 4 RdNr 20).
Dieser ist mit dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG iVm dem Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG vereinbar, weil die Kläger grundsätzlich Zugang zu existenzsichernden Leistungen nach dem SGB XII haben (vgl BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 29 ff; Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde hiergegen durch BVerfG (Kammer) vom 21.8.2018 - 1 BvR 2674/17).
Der Anwendbarkeit des SGB XII auf die Kläger steht § 21 Satz 1 SGB XII nicht entgegen (vgl dazu im Einzelnen BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 32 ff;… BSG vom 9.8.2018 - B 14 AS 32/17 R - vorgesehen für SozR 4 RdNr 24 ff).
Doch sind ebenso wie nach § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II aF auch nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Alt 2 SGB XII aF erst recht EU-Ausländer, die weder über eine materielle Freizügigkeitsberechtigung nach dem FreizügG/EU, die nicht von diesem Leistungsausschluss umfasst ist, noch ein Aufenthaltsrecht nach dem AufenthG verfügen, vom Anspruch auf Sozialhilfe ausgeschlossen (vgl letztens BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 42;… BSG vom 9.8.2018 - B 14 AS 32/17 R - vorgesehen für SozR 4 RdNr 29; so seit dem 29.12.2016 auch § 23 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 SGB XII).
Der Leistungsausschluss nach § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII aF führt indes nicht zum Ausschluss auch von Ermessensleistungen nach § 23 Abs. 1 Satz 3 SGB XII (vgl dazu im Einzelnen BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 44 ff;… BSG vom 9.8.2018 - B 14 AS 32/17 R - vorgesehen für SozR 4 RdNr 36 ff).
Dass § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII aF iVm § 23 Abs. 1 Satz 1 und 3 SGB XII den Zugang nur zu Ermessensleistungen ermöglicht, verpflichtet den Senat auch vorliegend nicht zu einer Vorlage nach Art. 100 Abs. 1 GG an das BVerfG (vgl bereits BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 50 f; Nichtannahme der Verfassungsbeschwerde hiergegen durch BVerfG (Kammer) vom 21.8.2018 - 1 BvR 2674/17).
Wäre eine Ermessensentscheidung zu treffen, so spricht viel dafür, dass das Ermessen des Beigeladenen dem Grunde und der Höhe nach auf Null reduziert wäre, weil sich der im streitigen Zeitraum bereits mehrjährige tatsächliche Aufenthalt der Kläger in Deutschland, der von der Ausländerbehörde faktisch geduldet wurde, so verfestigt hat, dass die Erbringung existenzsichernder Leistungen nur im Einzelfall nach Ermessen den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht mehr genügt (vgl letztens BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 52 ff;… BSG vom 9.8.2018 - B 14 AS 32/17 R - vorgesehen für SozR 4 RdNr 42).
Der Leistungsausschluss für Ausländer, deren Aufenthaltsrecht sind allein aus dem Zweck der Arbeitsuche ergibt, ist auch mit dem Recht der Europäischen Union vereinbar (…Europäischer Gerichtshof [EuGH], Urteil vom 15. September 2015 - C-67/14 - juris Rdnr. 63; Bundessozialgericht [BSG], Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 43; BSG…, Urteil vom 9. August 2018 - B 14 AS 32/17 R - juris Rdnr. 33 zu § 23 Abs. 3 Satz 1 Var. 2 SGB XII a.F.) und daher anwendbar.
Es kommt damit im vorliegenden Fall nicht darauf an, ob zur Anspruchsberechtigung dem Grunde nach auf Leistungen nach dem SGB II bereits die Erwerbsfähigkeit ausreicht (…so etwa Leopold in jurisPK-SGB II, 4. Aufl. 2015, § 7 Rdnr. 82) oder ob ihr ein Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 Satz 2 SGB II entgegensteht (so BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris 33 ff.; BSG…, Urteil vom 9. August 2018 - B 14 AS 32/17 R - juris Rdnr. 25).
Denn jedenfalls dann, wenn der Betroffene erwerbsfähig ist, die sonstigen Voraussetzungen des § 7 Abs. 1 Satz 1 SGB II erfüllt und nicht nach § 7 Abs. 1 Satz 2 SGB II von Leistungen ausgeschlossen ist, ist er dem Grunde nach leistungsberechtigt (vgl. BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 33 ff.).
Dieser Leistungsausschluss umfasste erst Recht Ausländer, die über kein Aufenthaltsrecht, also über keine materielle Freizügigkeitsberechtigung nach dem FreizügG/EU oder ein Aufenthaltsrecht nach dem Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet (AufenthG), verfügen (BSG…, Urteil vom 3. Dezember 2015 - B 4 AS 44/15 R - juris Rdnr. 19 ff.; BSG…, Urteil vom 20. Januar 2016 - B 14 AS 35/15 R - juris Rdnr. 24 m.w.N.; BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 22).
Diese generelle Freizügigkeitsvermutung allein eröffnet indes weder einen Zugang zu Leistungen nach dem SGB II noch steht sie dem Ausschluss von Leistungen nach dem SGB II entgegen (BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 23).
Dieser Leistungsausschluss ist sowohl mit dem Grundgesetz (dazu zuletzt BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 29 ff.) und auch mit dem Recht der Europäischen Union vereinbar (dazu Europäischer Gerichtshof [EuGH], Urteil vom 11. November 2014 - C-333/13 - Dano - juris; EuGH, Urteil vom 15. September 2015 - C-67/14 - Alimanovic - juris; BSG…, Urteil vom 3. Dezember 2015 - B 4 AS 44/15 R - juris Rdnr. 35; BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 27).
Ob dem Leistungsanspruch der Kläger bereits § 21 Satz 1 SGB XII entgegensteht, wonach Personen, die nach dem Zweiten Buch als Erwerbsfähige oder als Angehörige dem Grunde nach leistungsberechtigt sind, keine Leistungen für den Lebensunterhalt erhalten, oder ob diese Regelung bei Personen, die dem Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 Satz 2 SGB II unterfallen, nicht greift (so BSG…, Urteil vom 3. Dezember 2015 - B 4 AS 44/15 R - juris Rdnr. 40 ff.; BSG…, Urteil vom 20. Januar 2016 - B 14 AS 35/15 R - juris Rdnr. 34 ff.; BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 32 ff.; zur Kritik und Gegenansicht etwa LSG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 7. März 2016 - L 12 SO 79/16 B ER - juris Rdnr. 18 ff.; Bernsdorff, NVwZ 2016, 633 [634 f.]), kann dabei dahinstehen.
Voraussetzung für § 23 Abs. 3 Satz 1 Var. 1 SGB XII a.F. ist, dass der Zweck, Sozialhilfe zu erlangen, den Einreiseentschluss geprägt hat (BSG…, Urteil vom 3. Dezember 2015 - B 4 AS 44/15 R - juris Rdnr. 45; BSG…, Urteil vom 20. Januar 2016 - B 14 AS 35/15 R - juris Rdnr. 38; BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 42).
Ebenso wie im SGB II sind auch nach § 23 Abs. 3 Satz 1 Var. 2 SGB XII nichtfreizügigkeits- oder aufenthaltsberechtigte Ausländer von den existenzsichernden Leistungen der Sozialhilfe ausgenommen (BSG…, Urteil vom 3. Dezember 2015 - B 4 AS 44/15 R - juris Rdnr. 48; BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 42).
Auch dieser Leistungsausschluss ist mit dem Recht der Europäischen Union vereinbar (BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 43).
Nach der Rechtsprechung des BSG führt der Leistungsausschlusses nach § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII a.F. jedoch nicht zum Ausschluss auch von Ermessensleistungen nach § 23 Abs. 1 Satz 3 SGB XII a.F., wonach im Übrigen Sozialhilfe geleistet werden kann, soweit dies im Einzelfall gerechtfertigt ist (BSG…, Urteil vom 3. Dezember 2015 - B 4 AS 44/15 R - juris Rdnr. 51 f.; BSG…, Urteil vom 20. Januar 2016 - B 14 AS 35/15 R - juris Rdnr. 40 ff.; BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris Rdnr. 44 ff.; zur Kritik und Gegenposition etwa LSG Nordrhein-Westfalen…, Beschluss vom 7. März 2016 - L 12 SO 79/16 B ER - juris Rdnr. 27 ff.; Bernsdorff, NVwZ 2016, 633 [635]; Greiner/Kock, NZS 2017, 201 [205]; Thym, NZS 2016, 441 [443 f.]).
Dem Kläger steht aus rechtlichen Gründen kein Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt nach §§ 17 ff, 21, 23 SGB XII, ggf. im Wege einer Gleichbehandlung mit inländischen Staatsangehörigen nach dem EFA, gegen den Beigeladenen zu (vgl. hierzu BSG…, Urteil vom 20. Januar 2016, Abdruck Bl. 76 f. BSG-Akte, Rn. 29, 30; vgl. auch Urteil vom 30. August 2017, Az.: B 14 AS 31/16 R, veröffentlicht in juris, Rn. 34).
Soweit das BSG im Urteil vom 30. August 2017 (B 14 AS 31/16 zitiert nach juris, Rn. 37) zur Systemabgrenzung auf eine Vielzahl eigener, diese Abgrenzung nicht beachtender Entscheidungen verweist, macht das den Befund im hier zu beurteilenden Zusammenhang nicht besser, auch wenn es selbst behauptet, die Abgrenzung nur ausdifferenziert und nicht unbeachtet gelassen zu haben.
In diesem Fall soll die Ausschlussregelung des § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII keine Anwendung finden (vgl. auch Urteil vom 30. August 2017, B 14 AS 31/16 R, zitiert nach juris, Rn. 34).
Ein Ausschluss vom Zugang zu jeglicher Hilfe trotz Hilfebedürftigkeit ist in diesem gesetzlichen Leistungssystem nicht vorgesehen (vgl BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 31, 39, 48) .
Die zu gewährleistende materielle Vergleichbarkeit ist aufgrund der Vergleichbarkeit der existenzsicherungsrechtlichen Leistungssysteme des SGB II, SGB XII und AsylbLG mit Blick auf die Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums gewahrt (vgl nur BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 31 mwN) , auch wenn unterschiedliche Aufenthaltsrechte zum Zugang zu unterschiedlichen Leistungssystemen führen können.
Wer nach § 7 Abs. 4 SGB II wegen Altersrentenbezugs keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II erhält, ist iS des § 21 Satz 1 SGB XII dem Grunde nach nicht leistungsberechtigt nach dem SGB II und kann bei Hilfebedürftigkeit die auf gleicher Grundlage wie im SGB II bemessenen und vom Umfang im Wesentlichen identischen existenzsichernden Leistungen nach dem SGB XII unter Berücksichtigung des Renteneinkommens beanspruchen (…vgl BSG, aaO, RdNr 32 f, 41; vgl zu § 21 Satz 1 SGB XII auch BSG vom 30.8.2017 - B 14 AS 31/16 R - vorgesehen für BSGE und SozR 4-4200 § 7 Nr. 53, RdNr 32 ff).
Bestätigt werden diese Erwägungen durch ein Urteil des BSG vom 30. August 2017 (B 14 AS 31/16 R - juris).Zu dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Artikel 1 Abs. 1 GG i. V. m. Artikel 20 Abs. 1 GG bei einem tatsächlichen Aufenthalt eines Ausländers in Deutschland, gegen den ausländerbehördliche Maßnahmen nicht ergriffen werden, sondern dessen Aufenthalt faktisch geduldet wird, hat das BSG ausgeführt, mit diesem Grundrecht wäre ein durch den Wortlaut des § 23 SGB XII a. F. nicht vorgegebener vollständiger Ausschluss vom Zugang zu jeglichen existenzsichernden Leistungen für die von § 7 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB II a. F. erfassten Personen sowohl im SGB II als auch im SGB XII nicht zu vereinbaren.
Denn darauf, ob die Möglichkeit einer Heimkehr des vom Leistungsausschluss erfassten EU-Ausländers in sein Herkunftsland besteht, kommt es in der skizzierten verfassungsrechtlichen Perspektive nicht an (BSG, Urteil vom 30. August 2017 - B 14 AS 31/16 R - juris).
Schließlich kann vorliegend auf die Angabe einer ladungsfähigen Anschrift der Kläger auch nicht deshalb verzichtet werden, weil feststünde, dass die Kläger nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zumindest einen Anspruch gegenüber der Beigeladenen auf Leistungen nach dem SGB XII hätten, wenn sie - insbesondere mangels Arbeitsverhältnisses der Klägerin zu 1) - dem Ausschlussgrund des § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II a.F. unterfallen würden (…vgl. grundlegend: BSG, Urt. v. 03.12.2015 - B 4 AS 44/15 R, juris, Rn. 36 ff.;… vgl. auch: BSG, Urt. v. 16.12.2015 - B 14 AS 15/14 R, juris, Rn. 37 ff.;… BSG, Urt. v. 20.01.2016 - B 14 AS 15/15 R, juris, Rn. 26 ff.; BSG…, Urteil vom 17. Februar 2016 - B 4 AS 24/14 R, juris, Rn. 17 ff.;… BSG, Urt. v. 17.03.2016 - B 4 AS 32/15 R, juris, Rn. 22 ff.; BSG, Urt. v. 30.08.2017 - B 14 AS 31/16 R, juris, Rn. 32 ff.).

References: § 7
 § 7
 § 21
 § 23
 § 23
 § 75
 § 7
 § 7
 § 21
 § 23
 § 23
 Art. 1
 Art. 20
 § 5
 § 23
 § 2
 § 7
 § 7
 § 7
 § 2
 § 7
 § 7
 § 7
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 § 7
 Art. 1
 Art. 20
 § 7
 Art. 100
 § 7
 § 8
 § 7
 § 7
 § 23
 § 7
 § 23
 § 23
 § 23
 Art. 1
 Art. 20
 § 7
 § 23
 § 23
 Art. 100
 § 7
 § 18
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 Art. 1
 Art. 20
 § 7
 § 21
 § 7
 § 7
 § 23
 § 7
 § 23
 § 23
 § 23
 § 7
 § 23
 § 23
 Art. 100
 § 7
 § 7
 § 23
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 21
 § 7
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 23
 § 7
 § 7
 § 7
 § 21
 § 21
 § 7
 § 23
 § 7
 § 7