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Timestamp: 2018-07-18 08:47:13+00:00

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ZM als Kleinunternehmer vierteljährlich abgeben
Dieses Thema "ᐅ ZM als Kleinunternehmer vierteljährlich abgeben - Steuerrecht" im Forum "Steuerrecht" wurde erstellt von trescher, 16. April 2018.
trescher Boardneuling 16.04.2018, 11:19
Person A ist Einzelunternehmer mit Kleinunternehmerregelung. A hat eine UstId. beantragt und auch bekommen. Zusammen mit dieser ID hat er einen Brief bekommen, dass er bei innergemeinschaftlichen Erwerben eine vierteljährliche ZM abgeben muss. Aber nur, wenn solche Erwerbe vorliegen!
Nun macht A seine Steuererklärung, eine Umsatzsteuererklärung will das FA von Ihm nicht.
Jetzt kommt der Knackpunkt. A hat allerdings im vergangenen Jahr für sein Unternehmen Werbung für einen Kleckerbetrag auf Facebook (Sitz Irland) geschaltet. Diese ist mit 0% VAT angesetzt. Sofern A das nun richtig sieht, müsste er hierfür nun die deutsche Vorsteuer an das FA abführen.
A hat über diesen Umsatz keine ZM abgegeben, da er es auch nicht wusste. Bei Facebook Werbung handelt es sich um eine sonstige Leistung (so seine Auffassung), die seineswissens auch gar nicht in die ZM gehört - nur physische Erwerbe. Er ist sich allerdings unsicher.
Muss A jetzt doch eine Umsatzsteuererklärung machen, obwohl das FA (laut eigner Aussage) keine will?
Hätte A eine ZM abgeben müssen?
ElJogi V.I.P. 16.04.2018, 17:38
AW: ZM als Kleinunternehmer vierteljährlich abgeben
Das soll wirklich in dem Brief gestanden haben?
Innergemeinschaftliche Erwerbe gehören nicht in die ZM. Sondern innergemeinschaftliche Lieferungen.
trescher Boardneuling 16.04.2018, 17:54
A hat nochmal nachgeschaut, es steht wörtlich folgendes:
ElJogi V.I.P. 16.04.2018, 18:02
Das ist auch korrekt. Aber da geht es um die Umsatzsteuervoranmeldung. Und nicht um eine ZM.
Bei innergemeinschaftlichen erwerben muss auch der Kleinunternehmer die Voranmeldung abgeben und auch die Umsatzsteuererklärung.
trescher Boardneuling 16.04.2018, 18:08
Hätte A nun für die gebuchte Facebook Werbung mit 0% VAT eine Voranmeldung abgeben müssen?
A hat es nicht gemacht...
ElJogi V.I.P. 16.04.2018, 20:21
Aber das ist nicht so wild.
trescher gefällt das.
trescher Boardneuling 16.04.2018, 22:08
So wie es aussieht, muss eine Umsatzsteuer Voranmeldung auch erst ab 1000€ Steuerlast abgegeben werden. Da ist A weit drunter.
http://www.ksl3-steuerberater.de/services/fachliches-wissen/erklärungspflichten-für-die-umsatzsteuer
ElJogi V.I.P. 16.04.2018, 22:47
muss eine UmsatzsteuerVoranmeldung auch erst ab 1000€ Steuerlast abgegeben werden.
trescher Boardneuling 17.04.2018, 00:36
Unabhängig von den 1000€ was ich vorhin geschrieben habe, habe ich etwas anders gefunden.
Ich zitiere hierzu Haufe:
"Kleinunternehmer, die nach der Regelung des § 19 Abs. 1 UStG nicht der Steuererhebung für Umsätze i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG unterliegen (Lieferungen, sonstige Leistungen, nicht aber innergemeinschaftliche Erwerbe und Einfuhr), brauchen keine Voranmeldungen abzugeben"
Da es sich meines Wissens bei Facebook Werbung um eine sonstige Leistung handelt, müsste A keine Voranmeldung abgeben, wenn ich das richtig verstehe.
Quelle: https://www.haufe.de/finance/financ...nmeldungspflicht_idesk_PI11525_HI8671443.html
ElJogi V.I.P. 17.04.2018, 10:15
Da geht es aber um sonstige Leistungen des Kleinunternehmers. Nicht um die Empfangenen.
trescher Boardneuling 17.04.2018, 17:45
@ElJogi du hattest Recht.
A hat beim Finanzamt angerufen, diese haben bestätigt, dass die Umsatzsteuer abgeführt werden muss. Zusätzlich muss A eine vierteljährliche Umsatzsteuer-Voranmeldung zu diesen Beträgen abgeben.
Diese Voranmeldung hat A leider nicht gemacht.
Du meintest, dass es nicht so schlimm sei, wenn man die Voranmeldung vergessen hätte. Bist du dir da sicher? Zieht dies keine rechtlichen Konsequenzen mit sich?
ElJogi V.I.P. 17.04.2018, 19:48
Er könnte es für das nächste Quartal anmelden. Dann hat er sich halt vertan.
Wenn das auffliegt, droht ein kleiner Verspätungszuschlag.
Hauptsache, am Jahresende ist es in der Umsatzsteuererklärung.
aktentasche Senior Mitglied 17.04.2018, 20:01
Dass die Steuer irgendwie in die Taschen des Fiskus gelangen muss, ist unstrittig. Dennoch hat das FA mindestens einen, möglicherweise gleich zwei Fehler gemacht.
Gemäß § 18 Abs. 4 UStG müssen Unternehmer, die ausschließlich Steuerbeträge nach § 13b Abs. 5 zu entrichten haben (nach dem geschilderten Sachverhalt gehört A zu diesem Personenkreis) Voranmeldungen nur für die Voranmeldungszeiträume abgeben, in denen Steuer für diese Umsätze zu erklären ist. Die Aufforderung zur Abgabe regelmäßiger Voranmeldungen, in denen von A keine Steuer zu erklären ist, wäre rechtswidrig.
Mindestens hat sich das FA aber beim Voranmeldungszeitraum vertan. Auch in den Fällen des § 18 Abs. 4 UStG ist § 18 Abs. 2 Satz 3 UStG anzuwenden. Da es sich um einen "Kleckerbetrag" handelt, dürfte die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1.000 Euro betragen. Das FA hätte A deshalb von Amts wegen von der Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen befreien müssen (Abschnitt 18.2 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 UStAE).
A sollte den Steuerbetrag in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung (die er auch als Kleinunternehmer ohnehin abgeben muss) deklarieren. Dann ist die Sache erledigt.
trescher Boardneuling 18.04.2018, 00:30
A hat mal in Elsteronline geschaut, dort wäre es sogar noch möglich, für das vergangene Jahr Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben.
Allerdings scheint eine verspätet abgegebene Umsatzsteuer-Voranmeldung eine Steuerhinterziehung nach § 370 AO zu sein. Das bereitet A natürlich größere Sorgen.
Quelle: http://www.roedl.de/themen/mandante...steuervoranmeldungen-jahressteuererklaerungen
aktentasche Senior Mitglied 18.04.2018, 07:45
Bei den Beträgen, um die es hier vermutlich geht, hat A praktisch nichts zu befürchten. Und um allen Eventualitäten vorzubeugen, sollte A den Betrag ganz selbstverständlich in seiner USt-Jahreserklärung angeben. Schließlich hat er sich doch mit der Rechtslage beschäftigt (Rechtsgrundlagen siehe #13) und ist ganz selbstverständlich davon ausgegangen, keine Voranmeldungen abgeben zu müssen, oder?
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References: § 19
 § 1
 § 18
 § 13
 § 18
 § 18
 § 370