Source: https://blog.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/author/sascha/page/364/
Timestamp: 2019-12-11 18:16:47+00:00

Document:
Sascha Liebermann, Autor bei Freiheit statt Vollbeschäftigung - Seite 364 von 375
Veröffentlicht am 23. November 2007 Autor Sascha LiebermannKategorien BDK Die Grünen, Götz W. Werner, Offener BriefSchreibe einen Kommentar zu Offener Brief Götz W. Werners an Bündnis 90/ Die Grünen
Bedingungsloses Grundeinkommen versus Negative Einkommensteuer
Mittlerweile werden bedingungsloses Grundeinkommen (bGE) und Negative Einkommensteuer (NE) häufig in einem Atemzug genannt, so auf der Internetseite des Netzwerk Grundeinkommen (Unterpunkt 21 der Fragen und Antworten) Deutschland, in Vorschlägen der Grünen und auch im Solidarischen Bürgergeld.
Ein Grund, weshalb Unterschiede zwischen beiden leicht übersehen werden, rührt wohl von der bloß rechnerischen Betrachtung her. Eine Negative Einkommenssteuer, wie der Begriff schon sagt, erteilt demjenigen, der keines oder kein ausreichendes Erwerbseinkommen erzielt, eine Steuergutschrift. Ob er dieser bedarf kann erst nach Ablauf eines definierten Zeitraums – z.B. eines Monats, eines Quartals, eines Jahres – oder unter Vorbehalt im voraus festgestellt werden. Damit bleibt das Ideal aufrechterhalten, über Erwerbsarbeit ein Einkommen zu erzielen und nachzuweisen, wenn das nicht der Fall ist. Auch wenn der Weg hierfür eine einfache Steuererklärung sein könnte, so muß der Betreffende sich doch erklären. Das ist nicht nur technisch von Bedeutung. Liegt die Erklärungspflicht beim Betroffenen, wird damit zugleich ein Ideal aufrechterhalten, das besagt: erwerbsförmige Tätigkeiten sind wichtiger als nicht-erwerbsförmige. Die Steuergutschrift erfolgt ja erst, wenn ein Bedarf, also das Fehlen eines Erwerbseinkommens, festgestellt worden ist. Im Unterschied zum bGE ist die Steuergutschrift also nicht immer und ohne Erklärung verfügbar.
Die Behauptung, es bestehe kein Unterschied zum bGE rührt also daher, daß der Zusammenhang zwischen Gewährungsbedingung und Anerkennung einer Tätigkeit nicht betrachtet wird. Wer sein Augenmerk auf die verfügbare Einkommenssumme richtet, die eine Person – bei aller Einhaltung der häufig genannten, ein bGE auszeichnenden Kriterien – bei Finanzierung über eine NE zur Verfügung hat, übersieht, welche Bedeutung die Gewährungsbedingungen für die Bewertung von Tätigkeiten haben. Entscheidend ist nicht die Summe alleine, sondern, wie sie sich zusammensetzt und unter welchen Bedingungen ich sie erhalte.
Wird ein Grundeinkommen mit anderen Einkommen (aus Erwerb, Vermögen u.a.) verrechnet – das wäre ja auch bei der Steuergutschrift der Fall – ist es nicht mehr bedingungslos, wird es nicht mehr dem Bürger als Bürger gewährt. Das BGE ist dann kein Einkommen, das die Bürger um ihrer selbst willen erhalten und zu jeder Zeit verfügbar haben, ohne sich erklären zu müssen. Im Unterschied zur NE werden im Transfergrenzenmodell von Helmut Pelzer und Ute Fischer Einkommen nicht mit dem BGE verrechnet, die Bezieher müssen sich also in Bezug darauf auch nicht erklären, denn das Transfergrenzenmodell wird durch eine Sozialabgabe finanziert, die BGE-unabhängig ist. Diese Sozialabgabe (in Prozent) wird aus der Summe der Bruttoeinkommen (Erwerbseinkommen, Vermögenserträge, Altersbezüge etc.) , die auch heute schon beim Finanzamt gemeldet werden, berechnet. Bei steigendem Bruttoeinkommen aus diesen Quellen erreicht die Sozialabgabe einen Betrag, der höher ist als das Grundeinkommen, das die Person bezieht. (Grundeinkommen minus Sozialabgabe). So wird diese Person zum Nettozahler, sie zahlt mehr Sozialabgabe, als sie Grundeinkommen erhält. Damit verschwindet aber das Grundeinkommen nicht, es bleibt unangetastet. Daß es so aussieht, als verschwände es, ist ein rechnerischer Effekt, sofern bloß die verbleibende Einkommenssumme (Grundeinkommen plus alle anderen Einkommen nach Steuern) betrachtet wird.
Für die wünschbaren und erstrebten Auswirkungen eines bGE ist seine Ausgestaltung entscheidend. Nur, wenn es als ein Einkommen gewährt wird, für das keine Rechenschaftspflicht besteht, nur also, wenn es mit keinen anderen Einkommensarten verrechnet wird und vielmehr von diesen immer unabhängig bleibt, stärkt ein bGE die Solidarität unseres Gemeinwesens und die freie Entfaltung der Bürger.
Veröffentlicht am 29. Oktober 2007 Autor Sascha LiebermannKategorien Bedingungsloses Grundeinkommen, Bewertung von Tätigkeiten, Erwerbsideal, Negative Einkommensteuer, SteuergutschriftSchreibe einen Kommentar zu Bedingungsloses Grundeinkommen versus Negative Einkommensteuer
Bundesparteitag der SPD – zwei Anträge zum bedingungslosen Grundeinkommen
Für den Bundesparteitag der SPD in Hamburg liegen zwei Anträge zum bedingungslosen Grundeinkommen vor. Der eine stammt vom Unterbezirk Rhein Erft (Antragsbuch II, S. 573, 3,8 MB; Antragsteil in HTML), der andere vom Ortsverband Weilheim, Landesverband Bayern (Antragsbuch I, S. 71, 2 MB; Antragsteil in HTML). Die SPD Rhein Erft setzt sich schon länger für das bGE ein, wir hatten darüber berichtet.
Veröffentlicht am 26. Oktober 2007 Autor Sascha LiebermannKategorien Bedingungsloses Grundeinkommen, SPD Rhein ErftSchreibe einen Kommentar zu Bundesparteitag der SPD – zwei Anträge zum bedingungslosen Grundeinkommen
Grundeinkommenskongress Basel – Interviews
Auf der Website der Initiative Grundeinkommen Köln sind Videos mit Interviews abgelegt, die während des Grundeinkommenskongresses in Basel geführt worden sind
Veröffentlicht am 20. Oktober 2007 Autor Sascha LiebermannKategorien AllgemeinSchreibe einen Kommentar zu Grundeinkommenskongress Basel – Interviews
Veröffentlicht am 16. Oktober 2007 Autor Sascha LiebermannKategorien AllgemeinSchreibe einen Kommentar zu Bündnis 90/Die Grünen Baden Württemberg für bedingungsloses Grundeinkommen
Vorherige Seite Seite 1 … Seite 363 Seite 364 Seite 365 … Seite 375 Nächste Seite

References: bGE 
 bGE 
 bGE 
 BGE 
 BGE 
 bGE 
 bGE 
 bGE