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Timestamp: 2018-03-19 06:52:03+00:00

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Post und Telekommunikation, Telekommunikation 1992, Januar bis Juni
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Januar - Juni 1992
Nach den datierten Kurzmeldungen finden Sie Auszüge aus dem Geschäftsbericht 1992 der Deutschen Bundespost TELEKOM, den die TELEKOM im Mitte 1993 veröffentlichte.
„Das Telekom-Buch 1992 - Informationen über uns, die Netze, die verbinden, Lösungen nach Maß. Wir beantworten Ihre Fragen.”, 163 Seiten, finden Sie hier.
Run auf das Mobitelefon
Allein im Januar 1992 registrierte die Deutsche Bundespost TELEKOM 24.109 Neuanschlüsse im analogen Funknetz C und damit insgesamt 556.361 Nutzer. Einschließlich der B-Netz-Teilnehmer nutzen 570.386 den Mobilfunk. Trotz der Erhöhung der Kapazitätsgrenze auf 800.000 Teilnehmer dürfte diese Grenze bereits Ende 1992 erreicht sein. Deswegen forciert die Deutsche Bundespost TELEKOM den Ausbau des digitalen Nachfolgenetzes D1.
Ausschreibung für neues Mobilfunknetz E1
Der Bundesminister für Post und Telekommunikation, Dr. Christian Schwarz-Schilling, hat im Januar 1992 entschieden, eine weitere bundesweite Lizenz zum Angebot von europaweiten digitalen zellularen Mobilfunkdiensten (E1-Lizenz) im Frühjahr 1992 auszuschreiben. Die Lizenz berechtigt dazu, ein digitales zellulares Mobilfunknetz auf der Basis von DCS 1800 im 1,8 GHz- Bereich zu errichten und zu betreiben.
Mit den Netzen D1 und D2 bieten ab Mitte 1992 die Deutsche Bundespost TELEKOM und die „Mannesmann Mobilfunk” Dienste im Bereich des digitalen zellularen Mobilfunks an. Von dem neuen E1-Netz erwartet der Minister eine Intensivierung des Wettbewerbs auf dem Mobilfunkmarkt.
Umbenennung: ZZF wird BZT
Das Zentralamt für Zulassungen im Fernmeldewesen (ZZF) mit Sitz in Saarbrücken wird umbenannt in Bundesamt für Zulassungen in der Telekommunikation (BZT). Gleichzeitig wird ein neues Zulassungszeichen für Endgeräte und Funkanlagen, erkenntlich am Bundesadler mit den senkrecht übereinander stehenden Buchstaben BZT - vergeben (bisher Z-Nummer, früher FTZ- Nummer).
Hoher Zuwachs bei KabelanschIuss
Über 10,6 Millionen Haushalte (von ca. 27 Millionen) in den alten Bundesländern nutzten Mitte 1992 einen Kabelanschluss. Von den fast 6,4 Millionen Haushalten in den neuen Bundesländern waren 210.000 ans Kabelnetz angeschlossen.
Umfassende Tarifreform bei der Deutschen Bundespost TELEKOM
01.05.1992
Zum 1. Mai 1992 hat Deutsche Bundespost TELEKOM ihre Telefontarife für Nordamerika-Verbindungen um bis zu 37 Prozent gesenkt. Ein 3-Minuten-Gespräch nach New York kostet nur noch 5,98 DM. Gesenkt wurden auch die Tarife im Telefonverkehr mit USA und Kanada für „Deutschland direkt”, den handvermittelten Telefondienst und den „Service 130 International”.
Deutsche Bundespost TELEKOM und Siemens vereinbaren Zusammenarbeit bei privaten Kommunikationssystemen
Die Deutsche Bundespost TELEKOM und die Siemens AG haben beschlossen, eine langfristige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Produkte und Systeme für die private Telekommunikation und der privaten Kommunikationsnetze einzugehen. Die Zusammenarbeit soll mit Projekten beginnen, bei denen die TELEKOM und Siemens als Bietergemeinschaft auftreten.
Deutsche Bundespost TELEKOM: Umsatz 1991 über 46 Milliarden DM
1991 erzielte die Deutsche Bundespost TELEKOM in den alten und neuen Bundesländern einen Gesamtumsatz von 46,1 Milliarden DM. Anstieg in den alten Bundesländern: 6,4 Prozent; Betriebsergebnis voraussichtlich 7,2 Milliarden DM. Es wird durch die gesetzliche Ablieferung an den Bund (10 Prozent) und wegen des Finanzausgleichs mit der Deutschen Bundespost POSTDIENST und Deutschen Bundespost POSTBANK vollständig aufgezehrt. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bundespost TELEKOM, Helmut Ricke, forderte die Erhöhung des Eigenkapitals.
Mit 9 Milliarden DM ist Deutsche Bundespost TELEKOM auch 1992 größter Investor in den neuen Bundesländern. Nach 550.000 Telefonanschlüssen 1991 sollen in diesem Jahr 600.000 hinzukommen.
Einzelheiten zum Geschäftsverlauf 1991 mit Auszügen aus dem Geschäftsbericht der Deutschen Bundespost TELEKOM siehe Chronik Januar bis Dezember 1991.
Neue Vorwahlen für die neuen Bundesländer
Ab April 1992 sind alle Teilnehmer in den neuen Bundesländern von Westdeutschland aus unter neuen Ortsnetzkennzahlen (Vorwahlnummern) zu erreichen. Die bisherige Wahlmöglichkeit über die Auslandsvorwahl 0037 fällt am 1. Juni 1992 endgültig weg.
Dänemark, Deutschland und die Niederlande errichten Mobilfunknetz in der Ukraine
Die Deutsche Bundespost TELEKOM, PTT Telecom Niederlande und Telecom Denmark vereinbarten in Kiew mit dem ukrainischen Ministerium für Kommunikation ein Joint Venture, um in 21 Großstädten der Ukraine ein Mobilfunknetz zu errichten.
Erstes direktes Transatlantikkabel zwischen Deutschland und den USA
Zwischen Green HilI im amerikanischen Staat Rhode Island und der deutschen Nordsee-Stadt Norden wurde erstmals ein Transatlantik-Glasfaser-Kabel mit „deutschem Landepunkt” verlegt (TAT 10). Über das Kabel können 60.000 Telefongespräche gleichzeitig übertragen werden. Kosten: 500 Millionen DM. Sie verteilen sich auf weltweit 35 Miteigentümer. Anteil der Deutschen Bundespost TELEKOM: 100 Millionen DM.
TAT 10 (Trans Atlantic Telephone Cable),
die erste direkte transatlantische Glasfaserverbindung
zwischen den USA und Deutschland geht in Betrieb.
Quelle: Deutsche Telekom AG
Deutsche Bundespost TELEKOM eröffnet Niederlassung in Moskau
Nachdem die Deutsche Bundespost TELEKOM seit 1990 Stützpunkte in New York, Tokio, London, Paris und Brüssel eingerichtet hat, folgt mit der Eröffnung einer Niederlassung in Moskau erstmals ein Standort in Osteuropa.
Die Aufgabe des Moskauer Büros liege vor allem darin - so Vorstandsvorsitzender Helmut Ricke -, gemeinsame Projekte zur Verbesserung der Kommunikation sowohl innerhalb Russlands als auch zwischen den einzelnen Republiken der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) und den übrigen Ländern Ost- und West-Europas zu entwickeln und konkret zu fördern.
Deutsche Bundespost TELEKOM startet Mobilfunk D1, Mannesmann Mobilfunk D2
Mitte 1992 startete nach 3 Jahren Netzaufbau die Deutsche Bundespost TELEKOM das neue digitale Mobiltelefonnetz D1. Das erste kommerzielle Mobilfunkgespräch über ein digitales Netz wurde am 30. Juni 1992 über das D2-Netz von Mannesmann geführt.
Auszüge aus dem Geschäftsbericht 1992 der Deutschen Bundespost TELEKOM
Alle Grafiken in den folgenden Auszügen sind dem Geschäftsbericht entnommen / © Deutsche Bundespost TELEKOM
Das Geschäftsjahr 1992: Motor des Fortschritts - Der Kunde im Mittelpunkt
Bericht des Vorstands der Deutschen Bundespost TELEKOM
„Wir sind auf Kurs”
1992 war für die Weltwirtschaft ein Jahr der konjunkturellen Talfahrt. Weder die Vereinigten Staaten von Amerika oder Europa noch die industrialisierten Staaten im asiatisch-pazifischen Raum konnten Lokomotivkräfte mobilisieren, die für ein Ankurbeln der stockenden Weltkonjunktur hätten sorgen können. Auch in der Bundesrepublik zeichnete sich immer deutlicher eine Schwächeperiode ab. Frühestens Ende des Jahres 1993 oder im Laufe des darauffolgenden Jahres erwarten Konjunkturexperten und Forschungsinstitute eine Trendwende.
Helmut Ricke, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bundespost TELEKOM
Positiv aus diesem Szenario sticht die gesamte Branche der Telekommunikation mit deutlich überdurchschnittlichen Wachstumsraten hervor. Die Telekommunikation ist eine der letzten Stützen für Wachstum und Beschäftigung, in Deutschland wie in allen übrigen Industrienationen. Mehr noch: Der gewaltige Aufschwung im gesamten Telekommunikationssektor mit all seinen facettenreichen Teilmärkten auch an den Schnittstellen zur Informations- und Computertechnologie - von der Sprachübermittiung über Mehrwertdienste, Datentransport, Satellitenübermittlung bis hin zur Mobilkommunikation ~ steckt noch in den Anfängen. Der Siegeszug in beinahe alle Bereiche der privaten und geschäftlichen Kommunikation steht erst bevor.
Triebkräfte für ein rasantes Marktwachstum sind eine Vielzahl neuer Dienstangebote und Leistungsmerkmale. TELEKOM, Europas größtes Telekommunikationsunternehmen, ist Marktführer in der Bundesrepublik und hat an der Entwicklung der Infrastruktur wie an der gesamten Branche maßgeblichen Anteil. Mit einem Umsatz von 54 Milliarden Mark verzeichnete TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 einen Zuwachs von l4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern, Ablieferung an den Bundeshaushalt und Finanzausgleich an die Schwesterunternehmen konnte mit 6,95 Milliarden Mark auf Vorjahresniveau gehalten werden. Optimistisch sind auch unsere Prognosen: Für das laufende Geschäftsjahr erwartet TELEKOM aktuell ein Umsatzwachstum inklusive Auslandsanteile auf rund 58 Milliarden Mark.
Mit Investitionen von 31,5 Milliarden Mark war TELEKOM 1992 der größte Investor in Europa und damit ein starker Wachstumsmotor und konjunkturbelebender Impulsgeber - insbesondere in den neuen Bundesländern. Darüber hinaus hat TELEKOM eine nicht minder bedeutende Querschnittsfunktion als Schrittmacher für Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Volkswirtschaft: Denn eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur ist ein tragender Pfeiler hoher Standortqualität. Mehr als je zuvor birgt die Telekommunikation ein immenses, unausgeschöpftes Potenzial zur Steigerung von Effizienz und Produktivitat.
Intern hat TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 die eigenen Konzepte zur nachhaltigen Effizienzsteigerung vorangetrieben und zur Realisationsreife gebracht. Mit Beginn des laufenden Jahres werden die Fundamente der neuen Organisationsstruktur gelegt, zunächst in der Generaldirektion, dann schrittweise und behutsam über die früheren „Oberpostdirektionen” (die kunftigen „Direktionen”) bis flächendeckend zu den „Fernmeldeämtern” die jetzt als „Niederiassungen” firmieren. Überflüssige Hierarchien werden gekappt, Entscheidungs- und Weisungsprozesse - nicht zuletzt durch den verstärkten Einsatz von computergestützter Datenverarbeitung - optimiert.
Dies alles geschieht im Dienste unserer Kunden. Mit Fortschritten bei der Umsetzung der neuen Organisationsstrukturen wächst auch unsere Fähigkeit, flexibel und rasch auf Veränderungen des Marktes und der Kundenwünsche reagieren zu können. Die Steigerung der Effizienz und Produktivität ist darüber hinaus eine absolut notwendige Voraussetzung für marktgerechte Preise der Telekom Produkte und Dienstleistungen, auch im internationalen Vergleich, in dem sich TELEKOM zu Zeiten forcierter Globalisierung im Sektor Telekommunikation - sowohl auf Seiten der Nutzer wie der Anbieter - aufgrund technologischen Fortschritts und der Öffnung nationaler Schranken verstärkt messen lassen muss.
Durch das Eingehen internationaler Kooperationen und gemeinsamer strategischer Joint Ventures mit ausländischen Partnern wappnet sich TELEKOM ebenso für diese Entwicklung. Im Geschäftsjahr wurden entsprechende Abkommen im Bereich grenzüberschreitender Kommunikationsnetze und im Rahmen wegbereitender Projekte zur Verbesserung der Telekommunikationsversorgung in den Reformstaaten Mittel- und Osteuropas bereits getroffen oder vorangetrieben.
Für unser Engagement in den Staaten jenseits des ehemaligen „Eisernen Vorhangs” ist das Know-how von TELEKOM beim Aufbau in den neuen Bundesländern ein unschätzbares Kapital. Nach wie vor lautet unser Ziel, auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in kurzer Zeit dem westdeutschen Standard entsprechende Verhältnisse herzustellen: die wichtigste Schwerpunktaufgabe von TELEKOM. Im Geschäftsjahr 1992 wurden erhebliche Fortschritte in diese Richtung erzielt. Unsere gewerblichen Kunden in den neuen Bundesländern sind nahezu ausnahmslos grundversorgt - keine Investition dort wird mehr an der Nichtverfügbarkeit von Telefonanschlüssen scheitern.
Zu den strategischen Aufgaben von TELEKOM in der nahen Zukunft zählt, strukturelle Schwerfälligkeit abzubauen. Ein Kernelement moderner Konzernphilosophie ist die Schaffung reagibler kleiner Unternehmenseinheiten, die weitgehend aus den Entscheidungsmühlen der Muttergesellschaft befreit werden. Diese Strategie macht insbesondere in Teilsegmenten des Marktes Sinn, die spezifische Charaktereigenschaften aufweisen. Selbstverständlich bleiben die ausgegiiederten Tochtergesellschaften integraler Bestandteil des Konzernverbundes TELEKOM.
Der TELEKOM Vorstand bejaht ausdrücklich Wettbewerb als bestes Ordnungsprinzip zur effizienten Verwendung knapper Ressourcen. Funktionierender Wettbewerb setzt allerdings auch faire Chancenverteilung voraus. Zentrales Element der Chancengleichheit ist eine privatrechtliche Unternehmensverfassung für TELEKOM. Darüber hinaus ist die Aktiengesellschaft die adäquate, system- und marktkonforme Basis, auf der TELEKOM uneingeschränkt international operieren, alle Instrumente des Kapitalmarktes nutzen und personalpolitisch flexibler handeln kann.
Der Vorstand dankt an dieser Stelle allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachdrücklich für ihr Tun und ihr Engagement in diesem erneut turbulenten Jahr, für Fleiß und Ausdauer beim Aufbau in den neuen Bundesländern sowie sohließlich für Geduld und kreative Mitarbeit bei der internen Reorganisation.
Helmut Ricke
Geschäftsjahr 1992 - im Zeichen des Aufbruchs
Lagebericht 1992: Going global - auf dem Weg zum international operierenden Telekommunikationsanbieter
Das Geschäftsjahr 1992 war ein weiteres Jahr durchgreifender Veränderungen. Erfolgreich war die Deutsche Bundespost TELEKOM mit ihrem Programm „Aufbau Ost” sowie bei der Implementierung ihrer Strategien in den Bereichen der Globalisierung und Standardisierung. Wichtige zukunftsweisende Maßnahmen wie z. B. die Bildung von organisatorisch und juristisch selbstständigen Geschäftseinheiten als Tochterunternehmen wurden initiiert, um das Unternehmen TELEKOM auf den wachsenden Wettbewerb vorzubereiten. Zusatzlich wurden mit der Neuorganisation und der Etablierung von 21 strategischen Geschäftsfeldern wichtige Schritte auf dem Weg zu einem kundenorientierten Unternehmen im Wettbewerb gemacht.
Wachsender Wettbewerbs- und Preisdruck sowie hohe Aufbauleistungen in den neuen Bundesländern einerseits und ungenügende Eigenkapitalausstattung andererseits haben TELEKOM ein rückläufiges Ergebnis und eine rückläufige Umsatzrendite gebracht. Die hohe Nettoverschuldung ließ außerdem die Eigenkapitalquote auf 24 Prozent sinken.
Das erfolgreiche Engagement in den neuen Bundesländern zeigt sich besonders dadurch, dass 1992 nicht nur rund 750.000 neue Telefonanschlüsse eingerichtet, sondern auch die Datenkommunikationsversorgung erheblich verbessert werden konnte.
Der Ausbau der internationalen Präsenz als wichtiger Bestandteil der Internationalisierungsstrategie ist weiter vorangetrieben worden. Die Zahl der Auslandsunternehmen stieg auf 6 (New York, Tokio, Paris, London, Moskau, Brüssel). Die Internationalisierung wurde auch durch die Harmonisierung von Dienste- und Technologie~Standards vorangetrieben.
So wurde z. B. in der 2. Jahreshälfte mit der Bereitstellung von „GEN” (Global European Network) oder der „European Videotelephony” begonnen. Auch das von mehreren europäischen Netzbetreibern unterstützte Pilotprojekt zur Erprobung des neuen Breitbandübertragungsstandards ATM (Asynchroner Transfer Modus) wurde in 1992 gestartet. Eine Vereinbarung über den Aufbau von Fest- und Mobilfunknetzen in der Ukraine und über die „Transeuropean Line” wurde getroffen und demonstriert das Engagement von TELEKOM in Osteuropa.
Zusätzlich wurden enge Kooperationen eingegangen oder gemeinsame Tochtergesellschaften gegründet, wie z. B. EUCOM, mit ihrerseits weiteren Engagements und EUNETCOM, deren Aufgabe es ist, Telekommunikationsanforderungen internationaler Kunden zu erfüllen. Im Mobilfunkbereich konnten wesentliche Schritte zur Europäisierung des Diensteangebots gemacht werden. Erstmals war es in 1992 möglich, mit der D1-Karte in der Schweiz, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden auch mit einem Mobiltelefon des jeweiligen Landes nach dem europäischen Standard GSM mobil zu telefonieren.
Die verstärkte Markt- und Kundenorientierung wurde durch das in 1992 entwickelte Projekt „Telekom Kontakt” weiter vorangetrieben. Das Konzept baut auf 21 definierten strategischen Geschäftseinheiten, den Geschäftsfeldern, auf und segmentiert TELEKOM auf allen Ebenen nach Kundengesichtspunkten wie Privat-, Geschäfts- und Systemkunden sowie der Mobilkommunikation in 4 organisatorisch selbstständige Divisionen.
Im Geschäftsjahr 1992 verzeichnete TELEKOM Umsatzerlöse von 54 Milliarden DM. Darin sind ca. 3 Milliarden DM Einnahmen von ausländischen Telefongesellschaften enthalten, bei denen ein deutlicher Anstieg, aber auch eine Ausweisänderung erfolgte. Ohne dieses Geschäft stieg der Umsatz um ca. 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bei rund 1,5 Prozent Preissenkung mit Schwerpunkt Anpassung der Tarife Ost an die westlichen Bundesländer, Nordamerika-Tarife, Mietleitungen und Endgeräte betrug das Volumenwachstum sogar 11 Prozent.
Der in den neuen Bundesländern erzielte Umsatz, soweit direkt und indirekt zurechenbar, erreichte ein Niveau von 3,5 Milliarden DM. Mit einem überproportionalen Wachstum in den Geschäftsfeldern Mobilfunk, Mietleitungen, Netzwerkdienste und Endgeräte konnte die Umsatzstruktur weiter verbessert werden.
Das Ergebnis vor Steuern und Ablieferung ist um 200 Millionen DM auf ca. 6,95 Milliarden DM gesunken. Die Umsatzrendite beträgt nur noch 12 Prozent (Vorjahr 14,7 Prozent). Die Anlaufverluste für die neuen Bundesländer nahmen um mehr als 1 Milliarde DM zu.
Ursache hierfür ist die über dem Umsatzwachstum liegende Zunahme der Personal- und Zinskosten. Durch die fast ausschließliche Fremdfinanzierung stiegen die Zinsaufwendungen um 1,2 Milliarden DM, die Personalaufwendungen um 2,2 Milliarden DM. Dabei ist der Anstieg der Pensionsverpflichtungen, für die keine Rückstellung vorhanden ist (Stand 31.12.1992: 35 Milliarden DM), um 2,8 Milliarden DM nicht mit eingeschlossen.
In 1992 sind für die Altersversorgung damit 2,6 Milliarden DM an die Versorgungsempfänger direkt bzw. indirekt über die Zusatzversicherung der Angestellten und Arbeiter sowie 0,8 Milliarden DM an Sozialversicherung gezahlt worden und 2,8 Milliarden DM an künftigen Versorgungsverpflichtungen neu entstanden. Dies sind 11,5 Prozent vom Umsatz. Neben der hohen Versorgung der Mitarbeiter belasten die Zinsaufwendungen aufgrund mangelnden Eigenkapitals das Ergebnis von TELEKOM deutlich. Unternehmerische Flexibilität und Preissenkungsspielräume werden dadurch geringer, und TELEKOM ist gegenüber den Wettbewerbern erheblich im Nachteil.
Bei gestiegener Ablieferung an den Bund verbleibt lediglich ein Betrag von ca. 1,5 Milliarden DM für den Veriustausgleich der Schwestergesellschaften POSTDENST und POSTBANK in 1992, um das Bilanzergebnis exakt auf 0,00 DM festzustellen. Die nicht ausgeglichenen Verluste in Höhe von ebenfalls 1,5 Milliarden DM gehen zulasten der Ergebnisse von TELEKOM in künftigen Jahren.
Der durchschnittliche Personalbestand betrug im Gesamtjahr, umrechnet auf Vollzeitkrafte ohne Auszubildende. ca. 231.000. Dies sind 1 Prozent mehr als 1991, mit Schwerpunkt neue Bundesländer. Zum Stichtag 31. Dezember 1992 beschäftigte TELEKOM 231.500 Mitarbeiter.
Die Investitionen von TELEKOM erreichten durch die Verdoppelung in den neuen Bundesländern einen neuen Höchststand von 28 Milliarden DM, davon 10 Milliarden DM Ost, ohne Mehrwertsteuer (mit MwSt. ca. 31,5 Milliarden DM). Die Nettoinvestitionen belaufen sich auf 13 Milliarden DM (West 4 Milliarden DM, Ost 9 Milliarden DM). Dies bedeutet bei gesunkenen Einkaufspreisen eine Volumensteigerung von über 20 Prozent.
Die Bilanzsumme stieg damit von 131,5 Milliarden DM um 19 Milliarden DM auf ca. 150,5 Milliarden DM. Dieser Anstieg wurde im Wesentlichen durch eine Nettokreditaufnahme von 17 Milliarden DM finanziert.
Die Ablieferung Ost mit ca. 0,4 Milliarden DM verblieb bei TELEKOM zur Eigenkapitalerhöhung. Die Fremdmittel übersteigen damit erstmalig die 100-Milliarden-DM-Schwelle. Dieser Verschuldungsgrad belastet TELEKOM nachhaltig.
Die Umsätze im Geschäftsjahr 1993 verlaufen positiv, dies gilt insbesondere für die Telefonumsätze, für die Auslandsumsätze und für die neuen Bundesländer. Weitere Investitionssteigerungen, Kostensteigerungen durch Auslandsaktivitäten und die Beschleunigung der Einführung und Reorganisation von DV-Systemen sowie die Modernisierung der technischen Fernmeldeanlagen in Westdeutschland werden das Ergebnis von TELEKOM und ihrer Tochtergesellschaften in 1993 weiter rücklaufig gestalten.
Die auch in der Zukunft weiter fortschreitende Digitalisierung und Verbesserung des Leitungsnetzes, z. B. durch den Einsatz von Glasfasertechnologien zur Steigerung der Kapazitäten und weiteren Erhöhung der Übertragungsqualität, sind Gründe für die weiteren hohen Investitionen. Zur Steigerung der TELEKOM-Wettbewerbskraft sind sie unerlässlich, erhöhen aber gleichzeitig das finanzielle Risiko frühzeitiger Abschreibungen und Wertberichtigungen vorhandener Technik.
Unlängst getroffene Entscheidungen des Bundesministeriums für Post und Telekommunikation und der EG, wie z. B. die Vergabe einer E-Netz-Lizenz, sowie die aktuelle Liberalisierung des Telefondienstmonopols (Corporate Network) und die angestrebte generelle Liberalisierung aller Telekommunikationsaktivitäten ab 1998 führen zu einer signifikanten Verschärfung des nationalen und internationalen Wettbewerbs für TELEKOM. Die umgehende Gleichstellung mit den potenziellen und bereits vorhandenen Wettbewerbern in allen Aspekten, insbesondere in finanzieller und personeller Hinsicht, ist Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von TELEKOM national und international.
Sowohl die hohen Investitionen der Vergangenheit im Westen als auch die beim Aufbau der Telekommunikationsinfrastruktur in den neuen Bundesländern geplanten Anlaufverluste müssen in den kommenden Jahren zurückverdient werden. Die Richtlinien des Regulierers für Monopolpreisbildung werden dies nur in begrenztem Umfang bei den Monopolleistungen zulassen, sodass zur Vermeidung erheblicher Verluste die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens unabdingbare Voraussetzung ist.
Die Umstellung von einer hoheitlichen Fernmeldeverwaltung zu einem Unternehmen im internationalen Wettbewerb, die sich in vielen Ländern der Welt bereits vollzogen hat bzw. in den meisten entschieden und im Vollzug ist, bringt für TELEKOM erhebliche strukturelle Probleme mit sich, die durch Verzögerungen bei der Umstellung noch verstärkt werden und eine adäquate Beteiligung am Wachstum des Telekommunikationsmarktes behindern.
Das Wachstum der Telekommunikation ist weltweit ungebrochen und wird auch in Deutschland ein Volumenwachstum von über 10 Prozent p. a. in den nächsten Jahren ausmachen, sodass eine gegenüber anderen Branchen günstige Bedarfsentwicklung und damit Geschäftsbasis prognostiziert werden kann.
Aus dem Geschäftsbericht 1992:
TELEKOM - Basis für den „Aufschwung Ost”:
In den neuen Bundesländern entsteht eine der weltweit modernsten Infrastrukturen.
Die Ziele waren hoch gesteckt: Unter anderem sollten 1992 laut Planungen im Rahmen des „Telekom 2000”-Programms zum Aufbau der Telekommunikationsinfrastruktur in den neuen Bundesländern 600.000 neue Telefonanschlüsse entstehen. Dieses Ziel wurde deutlich übertroffen: Rund 758.000 neue Telefonanschlüsse und etwa 173.000 freigewordene Anschlüsse konnte TELEKOM an Kunden zwischen Rügen und dem Erzgebirge vergeben - insgesamt also über 930.000 Telefonansohlüsse.
Selbstgesteckte Ziele übertroffen
Damit hat TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 rund 70 Prozent mehr neue Telefonanschlüsse realisieren können als im Vorjahr. Das selbstgesteckte Ziel wurde um rund 1 Viertel übertroffen. TELEKOM wird das Ausbautempo weiter forcieren: 850.000 neue Telefonanschlüsse (ohne Wiedervergaben) lautet das Ziel für das Jahr 1993.
Besondere Priorität bei der Vergabe von Telefonanschlüssen - als Beitrag zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung - genoss unter den Bedingungen knapper Ressourcen die gewerbliche Wirtschaft: Rund 1 Drittel der neuen Anschlüsse, exakt 340.000, schaltete TELEKOM bei Geschäftskunden. Damit existierten Ende 1992 in den östlichen Bundesländern über 900.000 Geschäftskundenanschlüsse. Die Zahl der für die Wirtschaft so wichtigen Anschlüsse für die Datenkommunikation stieg um 17.000 auf insgesamt 27.500. Schrittweise wird dort auch ISDN aufgebaut.
Geschäftskunden hochgradig versorgt
In Regionen - insbesondere in den sich entwickelnden Gewerbegebieten -, die im Begelausbau nicht rasch genug hätten versorgt werden können, sorgte TELEKOM durch den Einsatz von Sondertechniken für eine kurzfristige Versorgung. So wurden 34.000 Telekom Geschäftskunden in den neuen Bundesländern mit einem sogenannten DAL-Anschluss (DAL = Drahtlose Anschlussleitung) versorgt. Insgesamt hat TELEKOM in diesem Jahr mehr als 87.000 Kunden jenseits der Elbe mithilfe verschiedener Sondertechniken - unter teilweise erheblichem personellen, technischen und finanziellen Einsatz - zu einem Telefonanschluss verholfen.
War im Jahr 1991 die Restaurierung des überalterten vorhandenen Netzes und der Aufbau der Telekommunikationsmagistralen zwischen Ost und West die vordringlichste Aufgabe - der Verkehrsfluss zwischen den ehemals getrennten Teilen Deutschlands ist inzwischen normalisiert -, so rückte im Geschäftsjahr 1992 die Modernisierung der Ortsnetze in den Vordergrund: Bis Jahresende wurden etwa 40 Prozent aller Ortsnetze in den neuen Bundesländern auf neueren technischen Stand gebracht oder erweitert. Weitere 20 Prozent sollen im Laufe des Jahres 1993 hinzukommen.
Wie schon im Vorjahr arbeitete TELEKOM auch 1992 mit privaten Partnerfirmen bei der Einrichtung von Telefonanschlüssen zusammen. Im Rahmen sogenannter Turn-key-Projekte schufen Privatfirmen in abgegrenzten Gebieten insgesamt rund 185.000 schlüsselfertige Anschlüsse im Auftrag von TELEKOM.
Modernisierung der Ortsnetze und Digitalisierung vorrangig
Neben der Weiterführung der Modernisierung der Ortnetze war die Digitalisierung der Knotenvermittlungsstellen - die wesentliche Voraussetzung für die Einführung der einheitlichen Ortsnetzkennzahlen, mit der TELEKOM im Sommer 1992 begonnen hat - ein weiterer Schwerpunkt im Geschäftsjahr. Ende 1992 waren bereits 75 Prozent aller Telefonkunden in den neuen Bundesländern unter der neuen Vorwahlnummer erreichbar. 70 Prozent der Fernvermittlungsstellen in den neuen Bundesländern sind bereits digitalisiert. Die Digitalisierung der Fernnetzebene wird Ende 1993 abgeschlossen sein.
In der Hauptstadt Berlin fielen am 27. Juni 1992 die letzten Reste der einstigen „Kommunikationsmauer”: die innerstädtisch unterschiedlichen Vorwahlnummern. Seither ist die „030” die einheitliche Telefonvorwahl aller Berliner Telekom Kunden. Dazu mussten rund 150.000 Telefonanschlüsse umgeschaltet werden.
Fortschritte bei der Mobilkommunikation
Große Fortschritte erzielte TELEKOM mit ihrem Aufbauprogramm Ost nicht nur bei der Basisversorgung der Privat- und Geschäftskunden. Stürmisch entwickelte sich auch der Mobilfunk. So konnte der Ausbau des analogen Funktelefonnetzes C fast abgeschlossen werden. Über 100.000 ostdeutsche Teilnehmer zählte Ende 1992 das C-Netz.
Ebenfalls fertiggestellt wurden die regionalen Netze für den „Cityruf”-Dienst: rund 28.000 Anwender in den neuen Bundesländern nutzen die Möglichkeiten von Cityruf. Große Nachfrage auch nach geschäftlicher Kommunikation mit „Chekker”: Knapp 18.000 Funkgeräte wurden Ende 1992 in den 8 Telekom-Bündelfunknetzen in den neuen Bundesländern betrieben.
Parallel zum Ausbau im Westen lief auch im Osten Deutschlands die Errichtung der Infrastruktur für das neue digitale Funktelefonnetz D1 von TELEKOM auf Hochtouren. Fast 40 Prozent der Fläche, in der rund 60 Prozent der Bevölkerung leben, konnten im Verlauf des Jahres 1992 versorgt werden. In den wichtigsten Ballungsräumen und entlang der Autobahnen steht D1 zur Verfügung.
Glasfaser: Kommunikation der Zukunft
Darüber hinaus begann TELEKOM in den neuen Bundesländern mit den Planungsarbeiten für die Versorgung von Haushalten mit Glasfaseranschlüssen. Über solche Anschlüsse mit hohen Übertragungsraten können gleichzeitig Telefon- und Datendienste sowie Kabelfernsehen genutzt werden. Bis 1995 sollen in den neuen Bundesländern 1,2 Millionen Haushalte direkt mit Glasfaseranschlüssen versorgt sein. Dort beginnt TELEKOM - als erster Netzbetreiber der Welt - mit dem planmäßigen Ausbau von Glasfaser im Anschlussbereich über die Erprobungsphase hinaus.
Mit großer Intensitat vorangetrieben wurde der Ausbau des Kabelfernsehnetzes in den neuen Bundesländern. 1992 schuf TELEKOM für rund 780.000 Haushalte Kabelanschlussmöglichkeiten, bis zum Jahresende wurden 417.000 neu in Anspruch genommen. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt in fast 1 Million Wohnungen Kabelanschlüsse installiert.
Zur Bilanz in den neuen Bundesländern zählen ebenso fast 19.000 neue öffentliche Telefonstellen, darunter etwa 15.000 Modernisierungen bereits vorhandener Telefone, wovon rund 6.200 wegen Zerstörung ersetzt werden mussten.
TELEKOM ist der größte Einzelinvestor
Auch über die Bereitstellung von Infrastruktur und Diensten hinaus wurde TELEKOM ihrer besonderen Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung in Ostdeutschland gerecht. Mit einer Investitionssumme von rund 11 Milliarden Mark (brutto) war TELEKOM 1992 wiederum der größte Einzelinvestor in den neuen Bundesländern. Von TELEKOM, ihren Tochterunternehmen und den beauftragten Generalunternehmern gingen Aufträge im Wert von über 5 Milliarden Mark an ostdeutsche Firmen. Dadurch wurden bei TELEKOM selbst und bei ihren Auftragnehmern insgesamt über 90.000 Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neu geschaffen.
Stationen des Fortschritts - Chronik eines erfolgreichen Unternehmensjahres
TELEKOM, die mit rund 65.000 Fahrzeugen über einen der größten Wagenparks Europas verfüugt, startet eine beispielhafte Umweltinitiative: Im Rahmen eines Großversuches sollen umweltfreundlichere Fahrzeuge mit neuen Antriebssystemen getestet werden. Mit einem Maßnahmenbündel will TELEKOM außerdem den Schadstoffausstoß ihrer Flotte um 1 Viertel bis zum Jahr 2000 senken. Die dafür erforderlichen zusatzlichen Investitionen belaufen sich auf rund 5 Millionen Mark pro Jahr. Darüber hinaus fördert TELEKOM die Forschung im Bereich neuer Antriebstechnologien an Universitäten und Technischen Hochschulen.
Rund 250 Journalisten aus aller Welt kommen zum 1. „Internationalen Pressekolloquium” vom 3. bis 5. Februar nach Berlin. 3 Tage lang stehen bereits praktizierte und visionäre Anwendungen moderner Telekommunikationstechnologie - vor allem auch im medizinischen Bereich - im Mittelpunkt.
Am 25. Februar unterzeichnet TELEKOM zusammen mit 24 weiteren Telekommunikationsgesellschaften den Vertrag über die erste Glasfaser-Seekabelanlage „Dänemark-Russland 1”, die Kopenhagen mit Kingisepp nahe St. Petersburg verbindet. Die 1.275 Kilometer lange Verbindung hat eine Kapazität von über 15.000 Telefonkanälen und wird die Kommunikationsmöglichkeiten des Reformstaates spürbar verbessern.
TELEKOM und der Axel Springer Verlag beschließen, künftig gemeinsam interaktive Bildschirmdienste zu entwickeln und einem breiten Nutzerkreis anzubieten. Zu diesem Zweck gründen beide Partner die gemeinsame Gesellschaft „VideoTel Infoservice GmbH & Co. KG”.
TELEKOM und Siemens vereinbaren die langfristige strategische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der privaten Kommunikation und privater Kommunikationsnetze.
17. März: 10 Millionen deutsche Haushalte verfügen jetzt über einen Kabelanschluss.
Mit der Inbetriebnahme des Pilotprojektes „Visyon” auf der CeBit '92 setzt TELEKOM einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Verwirklichung eines Übertragungsnetzes der synchronen digitalen Hierarchie (SDH).
Auf der CeBit `92 in Hannover präsentiert TELEKOM erstmals die öffentlichen Telefonzellen in neuem Design.
Übergabe des ersten Telefonanschlusses mit einer drahtlosen Anschlussleitung (DAL) in Eberswalde-Finow. 50.000 DAL-Anschlüsse will TELEKOM zur Versorgung von Geschäftskunden in den neuen Bundeslandern realisieren.
TELEKOM beschließt die Senkung der Preise für Telefonverbindungen nach den USA und Kanada um bis zu 37 Prozent ab 1. Mai 1992.
Telebox 400 ist nun auch mit Japan verbunden. Damit hat der elektronische Nachrichtenübermittlungsdienst von TELEKOM bereits zu diesem Zeitpunkt Verbindung mit insgesamt 39 Anbietern in 20 Ländern.
29. April: Eröffnung der „PopArt”-Ausstellung im Kölner Museum Ludwig, die von TELEKOM gefördert wird.
Anfang Mai wird der Funkdienst Cityruf um die „Superzone” (alle Funkrufzonen mit gleicher Vorwahl) erweitert.
Am 17. Mai eröffnet TELEKOM in Moskau ihre erste Reprasentanz in Osteuropa. Nach New York, Tokio, London, Paris und Brüssel ist dies der 6. offizielle Auslandsstützpunkt von TELEKOM.
TELEKOM fördert auf der Dokumenta in Kassel das Sonderprojekt „VAN GOGH TV piazza virtuale”. Modernste Telekommunikation - ISDN, Bildtelefon, mobile Satellitenübertragung - und Kunst werden eins.
Der Aufsichtsrat beschließt in seiner Sitzung am 21. Mai die Beteiligung von TELEKOM an einem Joint Venture zum Aufbau eines Mobilfunknetzes in der Ukraine gemeinsam mit der niederländischen PTT, der Telecom Denmark und dem ukrainischen Ministerium für Post und Telekommunikation. Darüber hinaus beschließt der Aufsichtsrat die Gründung einer Telekom Mobllfunk-Tochtergesellschaft (DeTeMobil), der der Besitz und die wirtschaftliche Führung des D1-Geschäftes übertragen werden.
1 Million Teilnehmer im Telefax-Dienst von TELEKOM.
Am 1. Juni fällt die Auslandsvorwahl für Gespräche von West- nach Ostdeutschland weg. Für die neuen Bundesländer und Berlin gilt ab sofort nur noch die einheitliche neue Vorwahl „O3”.
4. Juni: TELEKOM und die PTT Niederlande vereinbaren die gegenseitige Nutzungsmöglichkeit von Telefonkarten ab 1994. Mit dieser bis dahin weltweit einmaligen Aktion wollen beide Unternehmen einen Impuls geben für die Entwicklung multinationaler Chipkarten.
Die Reichweite des internationalen Funkrufdienstes von TELEKOM wird ausgeweitet. Nachdem „Euromessage” schon in Italien, Frankreich und England erreichbar war, sind nun auch Verbindungen in die Schweizer Wirtschaftsregionen Bern, Luzern, Zürich und Genf möglich.
11. Juni: TELEKOM gibt bekannt, dass Telefonkunden ab Anfang 1993 ihre Rechnung bei verschiedenen Geldinstituten kostenfrei bar bezahlen können.
TELEKOM führt ihr Münztelefon „mit Köpfchen” ein: Ein Mikrochip sorgt dafür, dass alle gängigen Münzen - nach Bedarf und entsprechender Programmierung auch ausländische - akzeptiert werden.
Ein neues Zeitalter der Kommunikation: Am 1. Juli startet TELEKOM den kommerziellen Betrieb des neuen digitalen D1-Mobilfunknetzes. Bis Ende des Jahres waren bereits rund 60 Prozent der Fläche und 80 Prozent der Bevölkerung mit Zugangsmöglichkeit zum D1-Netz versorgt. Bis Ende 1993 wird das Netz in den alten Bundesländern nahezu flächendeckend ausgebaut sein.
Seit 22. Juli um 7 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit gilt auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bei Anrufen aus dem Ausland die bundeseinheitliche internationale Vorwahl-Kennzahi „49”.
TELEKOM gibt die Kaufabsicht für Glasfasersysteme bekannt, mit denen zunächst rund 200.000 Wohneinheiten in den neuen Bundesländern im Laufe des Jahres 1993 versorgt werden sollen. Damit verlässt TELEKOM als weltwelt erster Netzbetreiber die Erprobungsphase von Glasfaseranschlüssen bis zum Teilnehmer.
Durch eine Vereinbarung mit France Télécom ist der mobile Inmarsat-C-Dienst von TELEKOM künftig weltweit nutzbar.
Im August startet TELEKOM mit der Einführung der bundeseinheitlichen Vorwahlnummern in den neuen Bundesländern. Voraussichtlich Ende 1993 wird die Umstellung abgeschlossen sein.
Anfang August durchbricht TELEKOM die Schallmauer von 100.000 ISDN-Basisanschlüssen.
Auf Columbus' Spuren: Am 3. August - auf den Tag genau 500 Jahre, nachdem der Amerika-Entdecker zu seiner ersten Reise über den Atlantik aufbrach - startet eine Flotte von über 200 Yachten auf historischem Kurs vom spanischen Palos über Madeira und die Kanaren nach San Salvador zu den Bahamas. Mit dabei: Das „Medienschiff” von TELEKOM und des Bayerischen Rundfunks, ausgerüstet mit modernster Übertragungstechnik, die Live-Sendungen via Inmarsat-Satellit für Hörfunk und Fernsehen möglich macht.
Vorstellung der ersten Benefiz-Telefonkarten, die ab September im Handel sein werden. Ein Teil des Verkaufserlöses fließt in die Kassen der Stiftung Deutsche Sporthilfe und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.
Am 3. September präsentiert der Vorstand dem Aufsichtsrat das Konzept „Telekom Kontakt” für eine umfassende Neustrukturierung der internen Organisation.
14. September: TELEKOM vereinbart mit der POSTBANK, Eurocard Deutschland und Yess-Card Service Gesellschaft (dem gemeinsamen Dienstleistungsunternehmen von ASKO, Kaufhof und Metro), dass künftig alle Karten der Partnerfirmen auf Wunsch der Kunden auch mit Telefon-Chips ausgerüstet werden.
Bilanzpressekonferenz von TELEKOM am 25. September in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Der Vorstand präsentiert die erste gesamtdeutsche TELEKOM Bilanz in den alten und neuen Bundesländern. Die Eckdaten: 47,2 Milliarden Mark Umsatz, ein Geschäftsergebnis in Höhe von 7,15 Milliarden Mark. Nach Abzug von Steuern und Ablieferung an den Bund (4,9 Milliarden Mark) und Finanzausgleich an die Schwesterunternehmen (2,85 Milliarden Mark) war das Bilanzergebnis ausgeglichen.
30. September: Auf der telematica `92 gibt TELEKOM das Startsignal für die Runderneuerung des Btx-Dienstes.
Vom 6. bis 8. Oktober lädt TELEKOM rund 800 hochkarätige Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Verwaltung, Meinungsbildner und Manager, Experten aus Marketing und Vertrieb, Forschung und Technik zum „Telekom Forum '92” in den Dresdener Kulturpalast ein. Bei dieser Gelegenheit ist Premiere für den europaweiten Bildtelefondienst im ISDN.
TELEKOM schließt mit 19 weiteren europäischen, nordamerikanischen und fernöstlichen Telekommunikationsgesellschaften den Vertrag über eine Glasfaser-Seekabelverbindung nach Kanada („CANTAT-3”).
Mit einer US-amerikanischen Delta-Rakete schießt TELEKOM am 12. Oktober ihren 3. Fernmeldesatelliten DFS Kopernikus vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida auf seine geostationäre Position.
TELEKOM begrüßt am 23. Oktober den 11-milllonsten Kabelanschlusskunden.
Grünes Licht für grenzenloses Mobiltelefonieren: Am 28. Oktober unterzeichnet TELEKOM in Luzern mit Partnergesellschaften ein Abkommen über „international Roaming” im D1-Netz.
Die 5 größten Netzbetreiber Europas, darunter TELEKOM, einigen sich am 12. November auf die Schaffung einer europaweiten Infrastruktur auf Basis des Breitband-Vermittlungs-Standards ATM.
TELEKOM beschließt die Übernahme von 80 Prozent der „Infonet Network Services Deutschland GmbH”, Frankfurt am Main.
18. November: TELEKOM tritt einem Joint Venture („Utel”) mit AT&T und der niederländischen PTT zum Aufbau des Telefonnetzes in der Ukraine bei.
Das letzte Teilstück des ersten direkten transatlantischen Glasfaser-Seekabelsystems (TAT 10) zwischen den USA, Deutschland und den Niederlanden geht am 19. November in Betrieb.
Eckdaten des Wirtschaftsplans 1993: Umsatzanstieg um 7,5 Prozent auf rund 56 Milliarden Mark. Nach Steuern. Ablieferung an den Bundeshaushalt und Finanzausgleich an die Schwesterunternehmen erwartet TELEKOM für das Jahr 1993 einen Gewinn von nur rund 0,7 Milliarden Mark, der durch die Anlaufverluste beim Aufbau des D1-Netzes von der TELEKOM-Tochter DeTeMobil aufgezehrt wird.
TELEKOM bietet Geschäftskunden in den neuen Bundesländern, die aufgrund technischer Bedingungen nicht kurzfristig mit einem regulären Telefonanschluss versorgt werden können, im Rahmen einer Sonderaktion die Möglichkeit des Zugangs zum C- und D1-Netz zu vergünstigten Konditionen.
TELEKOM und France Téléom gründen das gemeinsame Unternehmen „Eunetcom” und vertiefen damit ihre Kooperation im Bereich globaler Kommunikationsdienstleistungen.
In seiner Sitzung am 11. Dezember beschließt der Aufsichtsrat die Gründung einer gemeinsamen Tochtergesellschaft mit der Deutschen Aerospace AG und der ANT Bosch Telecom. Ziel dieses Projektes „Romantis” ist der Aufbau eines satellitengestützten Kommunikationsnetzes insbesondere für die Staaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).
Am 18. Dezember übergibt TELEKOM den 3-millionsten Telefonanschluss in den neuen Bundesländern.
Die Geschäftsbereiche - konsequente Ausweitung der Produkt- und Dienstleistungspalette
Konsequente Ausweitung der Produkt- und Dienstleistungspalette - Grundlage für Erfolge
Sprachkommunikation - neue Technologien für neue Anwendungen
Ende 1992 gab es in Deutschland über 35,3 Millionen Telefonanschlüsse, über 5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In den alten Bundesländern erhöhte sich die Anzahl der Anschlüsse um rund 1,1 Millionen auf über 32,3 Millionen. In den neuen Ländern ergab sich ein Nettozugang von 758.000 auf rund 3,116 Millionen. Statistisch entfielen auf 100 Einwohner im Westen 50 Anschlüsse, im Osten 20. Die Zahl der Telefonverbindungen wuchs im Westen um 4,8 Prozent auf 41,8 Milliarden, im Osten um 21,8 Prozent auf 3,7 Milliarden.
Telefondienst mit dem Ausland
Es bestehen internationale Verkehrsbeziehungen mit 214 Ländern und Hoheitsgebieten. Davon sind 156 Länder im Selbstwählferndienst erreichbar. Insgesamt werden weit über 99 Prozent aller Verbindungen im internationalen Telefondienst vollautomatisch abgewickelt.
Telefonkonferenzdienst
Am Teiefonkonferenzdienst können bis zu 15 Teilnehmer gleichzeitig teilnehmen. 1992 wurden rund 25.000 Konferenzen gezählt.
Deutschland Direkt-Dienst
Der Dienst wird vorwiegend von Geschäftsreisenden und Urlaubern genutzt, um nach Deutschland zu telefonieren. 1992 wurden rund 511.000 Verbindungen gezählt, rund 23 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auskunftsdienstleistungen
1992 wurden rund 366 Millionen Auskünfte unter anderem über inländische Telefon-, Telefax- und Vorwahlnummern von den rund 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Telefonauskunft allein in den alten Bundesländern erteilt, in den neuen Ländern waren es etwa 34 Millionen. Weitere rund 25 Millionen Auskünfte erteilten die rund 760 Beschäftigten der 7 Auslands-Auskunftsstellen. Die rechnergestützte Auskunftsstelle für Nachfragen aus dem Ausland in Frankfurt wurde rund 720.000-mal von ausländischen Verwaltungen oder Betriebsgesellschaften in Anspruch genommen.
Auftragsdienstleistungen
Mit 9,3 Millionen Aufträgen war die Dienstleistung „Wecken” erneut der am stärksten genutzte Auftragsdienst. Die Auftragsarten „Erinnerung”, „Benachrichtigung” und „Abwesenheit” brachten es zusammen auf rund 140.000.
Ansagedienstleistungen
Bei rund 180 Millionen Telefonansagen - von Börsennachrichten bis Verbrauchertipps - wurde die Zeitansage mit rund 57 Millionen Anfragen am häufigsten nachgefragt. Insgesamt bietet TELEKOM über 40 verschiedene Ansagen an, die mithilfe von automatischen Wiedergabeeinrichtungen verbreitet und rund um die Uhr angeboten werden.
Private Informationsdienstleistungen
Der am 1. Oktober 1991 mit 8 privaten Anbietern und 600 Leitungen in Nordrhein-Westfalen gestartete Dienst wurde ab November 1992 auf die anderen Bundesländer ausgeweitet. Nach und nach wurden seitdem etwa 40 weitere Anbieter mit etwa 800 Leitungen angeschlossen. Private Informationsdienstleistungen (PDI) bieten ein breites Spektrum von Informationen, die unter den mit 0190 beginnenden Rufnummern abgefragt werden können. TELEKOM stellt die Netzinfrastruktur und führt das Inkasso für den privaten Informationsanbieter (der für den Inhalt verantwortlich ist) durch. Das Anrufaufkommen lag bei rund 6,7 Millionen.
Rund 4.600 Sprachboxen waren Ende Dezember 1992 vermietet, rund 71 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sprachboxen, die internationale Bezeichung ist „voice-mail”, ermöglichen das Hinterlegen eines gesprochenen Textes, der dann vom Empfänger zeitversetzt abgefragt werden kann.
Gedan (Anrufweiterschaltung)
Insgesamt waren am Jahresende rund 25.000 Anrufweiterschaltungen in Betrieb.
Service 130
Um rund 64 Prozent wuchs in diesem Jahr die Zahl der Service-130-Nummern auf etwa 10.600, rund 1.500 davon in Verkehrsbeziehungen mit dem Ausland. Mit über 77 Millionen Verbindungen wurde der Service 22-millionenmal öfter in Anspruch genommen als ein Jahr zuvor.
Televotum
Die Anzahl der Televotum-Anwendungen (Vorwahl 0137) erhöhte sich im Berichtszeitraum um 263 auf 1.163. Davon sind 444 bundesweite und 719 regionale Anwendungen. Um das Produkt, das schnelle und einfache Meinungsumfragen ermöglicht, für weitere Kundenpotenziale bereitzustellen, wurde im September 1992 die Dienstzentrale Televotum in Betrieb genommen. TELEKOM fÜhrte das neue Leistungsmerkmal „Durchschaitung” ein, mit dem zufällig ausgewählte Anrufer für Dialoge zum Anwender verbunden werden.
Für Anwender, die eine große Zahl von Anrufen initiieren, von denen jedoch nur eine geringe Zahl abgefragt werden kann, ist Teledialog (Vorwahl 0138) sinnvoll. Anrufe können auf eine Ansage mit kundenindividuellem Text geführt werden, sodass Überlastungen im Telefonnetz vermieden werden. Die Zahl der Anwendungen hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verzehnfacht (672 Anwendungen). 1994 soil der Dienst in den Regelbetrieb gehen.
Sprachmehrwertdienste und Intelligentes Netz (IN)
Mithilfe eines Pilotproiektes wird im Telefonnetz und im ISDN der Einsatz von mehr „Intelligenz” erprobt. Die Vorteile von „Intelligenten Netzen” bestehen in einer Verbesserung der Qualität und der Realisierung neuer Leistungsmerkmale wie auch der wirtschaftlichen Einführung neuer Dienstleistungen. Dabei können zum Beispiel Geschäftskunden folgende quaiifizierte Dienste nutzen: Service 130, Televotum, Teledialog, private Informationsdienste (Tele-Info-Service).
Neu wird der Service 180 angeboten. Dabei können Unternehmen mit Filialen an verschiedenen Orten bundesweit unter einer einzigen Rufnummer erreicht werden. Verbindungen unter dieser bundesweit einheitlichen Rufnummer werden auch entfernungsunabhängig tarifiert. Das bedeutet: Der Angerufene entscheidet über das Gebührensplitting.
Mit 135 Prozent (Basisanschlüsse) und 102 Prozent (Primärmultiplex-Anschlüsse) erlebte das ISDN („Diensteintegrierendes digitales Netz”) auch 1992 einen starken Zuwachs. Mit rund 139.000 Basisanschlüssen (jeweiis 2 Basiskanäle) und 11.000 Primärmultiplex-Anschlüssen (30 Kanäle), die vorwiegend auf mittlere und große Telekommunikationsanlagen geschaltet werden, zählte ISDN am Jahresende fast 617.000 vermarktete B-Kanaie. Das sind fast doppelt so viele wie in Frankreich (850.000 B-Kanäle) und Japan (335.000 B-Kanäle) und rund 5-mal mehr als in England. TELEKOM belegt damit einen Spitzenplatz unter den Netzbetreibern weltweit. Bis Ende 1992 waren rund 1.900 Städte und Gemeinden in den alten Ländern mit ISDN versorgt. Flächendeckung ist für Ende 1993 vorgesehen, in den neuen Ländern für 1995. Internationale ISDN-Verbindungen gibt es in 15 Ländern.
Öffentliche Telekommunikationsstellen
Etwa 200.000 öffentliche Telefonstellen stehen den Kunden von TELEKOM zur Verfügung. In den neuen Ländern wurden rund 20.000 öffentliche Telefonstellen neu aufgebaut und modernisiert. Intensiviert wurde der Aufbau von Kartentelefonen, 15.000 neue wurden 1992 eingerichtet. Insgesamt sind etwa 38.000 Kartentelefone, davon etwa 6.000 in den neuen Ländern, in Betrieb.
Seit November 1992 werden Kartentelefone mit Fax aufgebaut.
TELEKOM konnte 1992 insgesamt 36 Millionen Telefonkarten verkaufen. Dies bedeutet gegenüber 1991 (17,7 Millionen) eine Steigerungsrate von fast 100 Prozent. Der größte Boom in diesem Bereich war bei den Karten zu verzeichnen, die über die Deutsche Postreklame mit Fremdwerbung vermarktet werden.
Im Sammlerservice beim Fernmeldeamt 2 in Nürnberg wurde im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr in der Kundenentwicklung eine Steigerungsrate von 126 Prozent erzielt. Ende des Jahres zählte der Sammlerservice 57.000 Kunden.
Telekarten
Etwa 175.000 Kunden nutzten 1992 die Telefon-Buchungskarte (Telekarte Ökart) und damit die Möglichkeit, ihre von öffentlichen Kartentelefonen aus geführten Gespräche über ihr Fernmeldekonto abzurechnen. TELEKOM verstärkte 1992 die Vermarktung der Telekarte in Kooperation mit anderen Kartenherausgebern (167.000 Multifunktionskarten).
Der Einfuhrungsbetrieb für das digitale zellulare Funktelefonnetz D1 begann am 1. Juli 1992. Bis Ende des Jahres wurden rund 80.000 Teilnehmer gewonnen.
C-Netz
Einen weiterhin starken Zuwachs erlebt das Funktelefonnetz C mit rund 240.000 neuen Teilnehmern (plus 45 Prozent) auf 772.000 Teilnehmer.
Bündelfunk (Chekker)
Der Bündelfunkdienst „Chekker” verzeichnete 1992 eine stürmische Aufbau- und Wachstumsphase. Es wurden 19 neue Chekker-Netze in Betrieb genommen. Der Zuwachs an Endgeräten betrug 16.500 Funkstellen (plus 147 Prozent gegenüber 1991). Besonders in den neuen Ländern ist Chekker auf Erfolgskurs. Ende 1992 gab es in ganz Deutschland 27.820 Funkstellen. 130 Basisstationen waren in Betrieb.
Funkrufdienste
Fast 75.000 neue Teilnehmer entschieden sich im Berichtszeitraum für Cityruf, ein Plus von 56,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Etwa 10 Prozent davon kamen aus den neuen Ländern. Mit 207.000 Teilnehmern Ende 1992 zählte Cityruf genausoviel Nutzer wie Eurosignal. Mit insgesamt 414.000 Funkruf-Anschlüssen hat TELEKOM damit international zum größten europäischen Funkruf-Betreiber BT (England) aufgeschlossen.
Neu und in Europa einmalig ist Inforuf. Wirtschafts-, Finanz- und Börsendaten können mit dieser Cityruf-Version „realtime” abgerufen werden.
Modacom (mobile Datenkommunikation)
Modacom befand sich 1992 in den großen Wirtschaftszentren in Deutschland erfolgreich im Probebetrieb. Die bundesweite Einführung erfolgte am 1. Juni 1993.
Modacom ist ein Funkrufdienst für mobile, vorzugsweise gewerbliche Datenkommunikation. Er ist der erste, speziell auf die Datenübertragung optimierte Mobilfunkdienst von TELEKOM, bei dem funkgestützt Daten zwischen Computerterminals (z. B. einem Laptop und einem zentralen Computer) ausgetauscht werden können. Der Dienst ist vor allem einsetzbar im Bereich der Transportwirtschaft für das Flottenmanagement und Warenverteilsystem, zur Steuerung des Vertriebs und der Service-Außendienst-Mitarbeiter.
Obwohl ingesamt eine rückläufige Entwicklung der Telex-Anschlüsse zu verzeichnen ist (Stand Ende 1992: 81.000 Anschlüsse), hat der Telex-Verkehr von Deutschland nach Osteuropa seine kontinuierlich steigende Tendenz beibehalten (plus 5 Prozent). Mit Telex können noch rund 1 Million Geschäftskunden in über 200 Ländern mit über 280 Netzen erreicht werden.
Die Zahl der offiziell registrierten Telefax-Anschlüsse stieg um rund 227.000 (24 Prozent) auf 1,2 Millionen.
Die Zahl der Teletex-Anschlüsse ging im Geschäftsjahr1992 auf 11.000 zurück. Es ist vorgesehen, Teletex als separat geführten Dienst bis zum 30. Juni 1993 einzustellen. Kunden werden in den technisch gleichen Datex-L-Dienst überführt bzw. können ins ISDN wechseln.
Etwa 7,6 Millionen Telegramme wurden 1992 aufgegeben, davon der größte Teil in den neuen Ländern. Zugestellt wurden rund 7,9 Millionen Telegramme.
Datex-P/Datex-L
Die Anzahl der Anschlüsse in den beiden öffentlichen Datenwählnetzen Datex-L und Datex-P ist auf knapp 107.000 gestiegen. Dabei bleibt Datex-P mit einem Zuwachs mit ca. 18 Prozent Wachstumsträger Nummer 1. Ende des Jahres waren 82.000 Anschlüsse geschaltet. Daneben nutzen über 20.000 Kunden mit Berechtigungsnummern die Einwählmöglichkeit über das Telefonnetz. Etwa 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Bei Datex-L wurden erstmals rückläufige Zahlen auf 24.900 Anschlüsse verzeichnet.
In den neuen Bundesländern war die Nachfrage nach Datex-P-Anschlüssen und der Dienstleistung Teledat weiterhin stark. Teledat bietet Datenübertragung vom PC über Modem, PC-Karten und entsprechender Software im Telefonnetz oder im ISDN.
VSAT-Dienst DAVID
Mit fast 800 installierten interaktiven Terminals blieb TELEKOM auch 1992 der größte VSAT-Anbieter (VSAT = Very Small Aperture Terminals = kleine Satellitenschüsseln) in Europa. Aber auch der „Receive-only”-Dienst (auf speziellen Frequenzen) breitete sich mit fast 800 Stationen europaweit aus.
Der VSAT-Dienst DAVlD (Direkter Anschluss zur Verteilung von Nachrichten im Datensektor) ermöglichte es, den noch immer existierenden enormen Bedarf an Datenkommunikation zwischen den alten und neuen Bundesländern zu befriedigen.
Mit der Öffnung nach Osteuropa stieg auch der Bedarf deutscher Geschäftsleute für Datenkommunikation nach Osteuropa weiter. Durch die Ausstrahlung des VSAT-Dienstes über den Eutelsat-Satelliten FI 7 Grad Ost ist TELEKOM in der Lage, ganz Europa bis weit hinter Moskau, bis ans Kaspische Meer sowie Teile des Mittelmeergebietes abzudecken.
FVSAT-Dienst
Mit dem FVSAT-Dienst (Festverbindung über Satellit) reagierte TELEKOM auf die Nachfrage von Kunden nach digitalen festgeschalteten Verbindungen in Bereichen, wo diese im terrestrischen Netz noch nicht zur Verfügung stehen bzw. ein reines satellitengestütztes Netz gewünscht wird, z. B. vermehrt jetzt auch in Osteuropa. Über kleine Erdfunkstellen auf den Kundengrundstücken werden die Punkt-zu-Punkt-Satellitenverbindungen mit Übertragungsgeschwindigkeiten in der Regel von 64 und 128 kbit/s realisiert (einschließlich der Multiplexer für Sprachkanäle mit niedriger Übertragungsgeschwindigkeit).
Satellitenkommunikation kann noch mehr als DAVID und FVSAT. Mit dem DELOS-Dienst (DELOS = Deutscher Telefonanschluss in Osteuropa) werden deutsche Telefonanschlüsse nach Osteuropa geschaltet. Mittels DELOS können Kunden auch Zugang zum Datex-P-Netz erhalten. Damit bietet TELEKOM ihre deutschen Dienstleistungen auch in Osteuropa an, dort, wo die fehlende terrestrische Infrastruktur die Kommunikation noch behindert.
Telekom Datennetz
Telekom Datennetz wendet sich an große Unternehmen, die umfangreiche Datennetze für ihre interne Kommunikation oder den Datenaustausch mit Zulieferern und Abnehmern betreiben. Im Telekom Datennetz werden Basisprodukte aus dem Standardangebot von TELEKOM je nach Kundenbedarf individuell zusammengestellt, durch besondere Serviceleistungen wie Hotline-Dienst oder Netzmanagement-Funktionen ergänzt und umfassen selbstverständlich auch Projektbetreuung und -beratung.
Internationale Mietleitungen (IML)
Die Zahl der europäischen IML wuchs um 42 Prozent auf 3.318 (Anzahl äquivalenter 64-kbit/s-Kanäle). Interkontinental betrug der Zuwachs 69 Prozent auf 899.
Im November 1992 ging das erste direkte transatlantische Glasfaser-Verbindungssystem zwischen den USA, Deutschland und den Niederlanden in Betrieb. Über dieses 10. internationale „Trans Atlantic Telephcncable” (TAT-10) können bis zu 60.000 Telefongespräche, Datenübertragungen oder Video-Signale gleichzeitig geschickt werden.
Anlässlich der Inbetriebnahme wurden Mietleitungen, die über TAT-10 geschaltet werden, ein Jahr lang zu einem ermäßigten Sondertarif angeboten. Bis zum Jahresende nahmen bereits 80 Kunden dieses Angebot an.
OSS - One-Stop-Shopping
Mit OSS können Kunden TELEKOM beauftragen, die gesamte internationale Mietleitung (IML) quasi frei Haus zu liefern. Der OSS-Service beinhaltet zurzeit die Leistungen Single-End-Ordering, Order einer internationalen Mietleitung inklusvie ausländischer Hälfte, sowie Single-End-Billing, Abrechnung der IML inklusive der ausländischen Hälfte in Deutschland. TELEKOM hat mit 23 internationalen Netzbetreibern OSS-Vereinbarungen für internationale Mietleitungen getroffen.
Daten-Direkt-Verbindungen (DDV)
Die Zahl der DDV stieg 1992 um 11,5 Prozent auf 144.000. Im Zuge der Poststrukturreform I wurde die DDV im August 1992 in den Wettbewerb entlassen. Dies erforderte eine Anpassung der Tarifstruktur an den Wettbewerbsmarkt und die Kostenstruktur. Das bedeutet, die Tarife im Orts- und Nahbereich zu erhöhen und im Fernbereich zu senken. Diese Marktanpassung wird sich auch 1993 und darüber hinaus fortsetzen und sich an den jeweils gültigen Entgelten für Monopolübertragungswege ausrichten, da diese das „Vorprodukt” der DDV sind.
Bildschirmtext
1992 startete TELEKOM mit einer Rundumerneuerung für ihren stärksten Mehrwertdienst Bildschirmtext (Btx). Unter dem Produktnamen Datex-J („J” steht für „Jedermann”) schuf TELEKOM eine Kommunikationsplattform für gelegentliche Dialoganwendungen, die natürlich auch alle bestehenden Btx-Anwendungen einschließt.
Verbunden mit dieser Rundumerneuerung war die Datenkommunikation Einführung von zeitabhängigen und marktverträglichen Zugangsentgelten. Die Zahl der Datex-J-Zugangsberechtigungen stieg bis Ende des Jahres auf über 340.000.
Rund 2.800 Informationsanbieter offerierten ihre Leistungen auf über 762.000 Datex-J-Seiten bzw. in 1.960 externen Rechnern. Insgesamt wurde das System 87,8-millionenmal angewählt, und über 3 Millionen Mitteilungen wurden verschickt. Die Nutzung des Btx-Systems ist mit 6 bis 7 Millionen Verbindungen und mehr als 350 Minuten je Anschluss im Monat auch im internationalen Vergleich sehr hoch.
Telefax400
Telefax400 wurde am 21. September 1992 gestartet. Allein bis zum Jahresende wurden 350.000 Telefax-Seiten über diesen neuen Dienst von TELEKOM ausgeliefert. Bei Telefax400 übernimmt TELEKOM die zeitintensiven Aufgaben beim Versenden von Telefax-Dokumenten, z. B. durch Rundsenden und Einzelverbindungen ins Ausland mit hoher Qualität und Mehrfachanwahl entfallen zeitraubende Routinearbeiten beim Absender. Gerade die Verteilung von Informationen per Rundsendung ins In- und Ausland zählt zu den Anwendungsschwerpunkten. Nutzer sind z.B. Reiseveranstalter, Verbände, Import-/Export-Handelsgesellschaften, Großunternehmen mit Auslandsniederlassungen, Pressestellen oder Ministerien/Behörden.
Telebox400
Die Zahl der Teleboxen hat sich im Berichtszeitraum auf über 6.000 nahezu verdoppelt. Diese können, auf Basis des weltweit normierten X.400-Standards, 36 Netzbetreiber in 50 Ländern erreichen. Darüber hinaus sind 45 private Netze an das Telebox400-System angeschlossen.
Telebox ist ein Text- und Daten-Mehrwertdienst, mit dessen Hilfe Nachrichten, z. B. Texte, Grafiken, Daten und Bilder komfortabel erstellt, verwaltet, versandt und empfangen werden können. Der am 1. April 1991 gestartete Dienst bietet Nachrichtenübermittlung rund um die Uhr, national und weltweit, Mobilität von Sender und Empfänger, gesicherte Datenübertragung, Sicherheit vor unberechtigtem Zugang, herstellerneutrale Schnittstellen, Zugang über Telefonnetz, Datex-P und ISDN, Dienstübergänge zu Telex, Telefax, Cityruf und Datex-J Mitteilungsdienst, Benachrichtigungsfunktion und bedienerfreundliche Kommunikationssoftware.
Die Einsatzbereiche sind u. a.: Außendienstkommunikation, Labor- und Frachtdatenaustausch, Kfz-Teilebestellung, Software-Update, Elektronische Fernmelderechnung (ELFE), Zentralserver für Anwendungen in der Logistik, Kommunikationsdrehscheibe. Einige dieser Anwendungen laufen bereits heute im EDI-FACT-Standard.
Temex
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen für Temex haben gezeigt, dass TELEKOM diesen Dienst in der derzeitigen Form nicht kostendeckend anbieten kann. Die Temex-Technik muss deshalb aus derzeitiger Sicht 1996 abgebaut werden. Da zudem keine Kompatibilität mit neuen Techniken wie Glasfaser gegeben ist, kann sie auch nicht mehr ersetzt werden. Bis diesem Zeitpunkt wird es allerdings für jede Anwendung eine entsprechende Alternative geben.
Die Zielsetzung von TELEKOM, eine technische Infrastruktur für mehr Programm- und Informationsvielfalt (Auswahl) zu schaffen, wurde auch 1992 konsequent verfolgt, indem die alternativen Versorgungswege, Verteilnetze für Kabelanschluss (Breitbandverteilnetze), Satellit (Rundfunk- und Fernmeldesatelliten) und Hörfunk- und Fernsehsender (terrestrisohe Sender) weiter ausgebaut wurden.
Sich gegenseitig ergänzend, ermöglichen diese Versorgungswege eine bundesweite und flächendeckende Nutzung der verbesserten Programm- und Informationsvielfalt. Fast 2 Millionen Haushalte (ein Plus von nahezu 20 Prozent) wurden 1992 neu angeschlossen. Damit nutzten Ende des Jahres 11,38 Millionen Haushalte in den alten Ländern Kabelanschluss. Die Anschlussdichte stieg damit im Bundesdurchschnitt auf über 60 Prozent. Anschließbar waren über 18,81 Millionen Haushalte. Etwa 1,6 Millionen Anschlussmöglichkeiten wurden 1992 geschaffen. Dies führte zu einem Versorgungsgrad von etwa 70 Prozent. In den neuen Ländern hatten von fast 6,4 Millionen Haushalten 778.000 die Möglichkeit, sich anschließen zu lassen, 417.000 davon wurden angeschlossen (4-mal mehr als 1991). Trotz hoher Satellitenempfangsdichte wurde damit am Ende des 2. Ausbaujahres eine Anschlussdichte von 53 Prozent erreicht.
Am Jahresende gab es 717 Videokonferenz-Einrichtungen, 52 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der privaten Videokonferenz-Studios wuchs auf rund 500. Videokonferenzen gehören immer mehr zum Arbeitsalltag. Insbesondere in den Entwicklungsabteilungen der Industrie, den Marketing- und Werbeagenturen sowie im medizinischen Bereich.
Parallel zum nationalen Bildtelefonprojekt, das im Februar 1992 eröffnet wurde, läuft ein europäisches Projekt (European Videotelephony), das in Norwegen, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Deutschland am 6. Oktober 1992 vorgestellt wurde. Ziel ist die Einführung eines europäischen Bildtelefondienstes bis Mitte der 1990er-Jahre.
Zeitungsübertragungsdienst
Der Zeitungsübertragungsdienst (ZÜD) ist einer der wenigen Dienste, die aus den neuen Bundesländern in den gesamten Bereich der Bundesrepublik übernommen wurden. Dabei handelt es sich um Faksimile-Übertragungen von kompletten Zeitungsseiten zur Herstellung von Druckformen am dezentralen Druckort. Hauptabnehmer sind Druckereien in den neuen Bundesländern.
Die Strategien der TELEKOM: Wirksame Investitionen, Innovationen bei der Infrastruktur und Focus auf die Märkte der Zukunft
Attraktive Märkte differenziert im Visier
Vor dem Hintergrund einer weltweit schwachen Konjunkturlage ist die Telekommunikation eine der wenigen noch prosperierenden Branchen. Mehr noch: Telekommunikation selbst wird zu einem immer wichtigeren Motor für das Wachstum der industrialisierten Volkswirtschaften.
Dynamische Entwicklung des Gesamtmarktes
1992 lag das Volumen des Gesamtmarktes weltweit bei etwa 440 Milliarden US-Dollar. Die weitere Entwicklung dürfte äußerst dynamisch verlaufen. Für das Jahr 2000 wird das Weltmarktvolumen in der Telekommunikation auf zwischen 590 Milliarden und weit über 700 Milliarden US-Dollar prognostiziert, je nach Definition der Datenbasis.
In Deutschland wird der Telekommunikationsmarkt während der nächsten 3 Jahre Zuwachsraten von zwischen 8 und 10 Prozent verzeichnen. 1998 dürfte das Marktvolumen deutlich über 80 Milliarden Mark betragen gegenüber knapp 60 Milliarden in i992.
Dabei wächst der Markt fur Dienste - also das ureigenste Metier von TELEKOM - weit schneller als der Markt für Ausrüstung: Von 1990 bis 1995 rechnet TELEKOM mit einem Wachstum des Marktsegmentes „Dienste” um rund 70 Prozent. Besonders dynamisch wachsen gerade innovative Marktsegmente wie ISDN, Telefax oder Mobiltelefon.
Zunehmender Wettbewerb
Ziel von TELEKOM ist, die heutige Position des bedeutendsten Anbieters im deutschen Markt zu halten. 1992 erzielte TELEKOM im Dienstebereich einen Umsatz von rund 48 Milliarden Mark. Wettbewerber kamen auf etwa 0,8 Milliarden Mark Umsatz. Durch die Liberalisierung der Telekommunikation treten jedoch zunehmend neue Wettbewerber auf den Markt, die ihren Marktanteil kontinuierlich vergrößern.
In Europa und weltweit werden die Monopole weiter gelockert, formal durch Deregulierung, aber im Vorfeld dieser Deregulierung bereits durch technischen Fortschritt und durch die faktischen Kräfte des Marktes selbst. So substituiert das Funktelefon den Umsatz des Sprachmonopols im stationären Netz. Datennetze der Unternehmen (Corporate Networks) werden zunehmend auch für Sprachverbindungen genutzt, national und international - ebenfalls zulasten des Sprachmonopols.
Zunehmend verlangen die Kunden globale, durchgängig kompatible Kommunikationsnetze aus einer Hand. Sie wollen One-Stop-Shopping und One-Stop-Billing - das heißt alles aus einer Hand, von der Netzkonzeption bis zur Abrechnung. TELEKOM muss ihren deutschen international tätigen Kunden in deren Märkte folgen, um sie auch als Kunden auf dem Heimatmarkt halten zu können.
Privatkunden: erhebliche Potenziale
Etwa 30 Millionen Telekom Kunden - einschließlich kleinerer Geschäftskunden - zählen zur größten Kundengruppe von TELEKOM, den Privatkunden. Der Privatkundenbereich machte 1992 über die Hälfte des Gesamtumsatzes aus, verzeichnet jedoch nur relativ bescheidene Wachstumsraten. Der Grund: Fundamentale Änderungen des Verhaltens und die Umsetzung technischer Innovationen im privaten Bereich - diesen Schluss legen Studien über das Telefonverhalten nahe - erstrecken sich über einen längeren Zeitraum.
In diesem Marktsegment liegen noch erhebliche Potenziale verborgen. So verfügen erst rund 1 Million der deutschen Haushalte heute über einen Anrufbeantworter - gerade einmal 3 Prozent aller Privatkunden. Über 20 Prozent der privaten Anrufer legen sofort auf, wenn sich der Anrufbeantworter einschaltet.
Weitere 15 Prozent sprechen selten oder nie eine Nachricht auf Band. Der Einsatz von Telefax-Geräten im Haushalt ist noch so selten, dass er statistisch nicht nachweisbar ist.
Geschäftskunden: treibende Kraft für Marktwachstum
Motor für das Wachstum des Gesamtmarkts sind die Groß- und Geschäftskunden. TELEKOM zählte im Bërichtsjahr etwa 1,2 Millionen Geschäftskunden. Der Anteil dieser Gruppe am Gesamtumsatz liegt bei rund 30 Prozent Bis 1995 ist in diesem Segment mit einem Umsatzwachstum von über 35 Prozent zu rechnen gegenüber einem Zuwachs von etwa 17 Prozent bei Privatkunden. Der Anteil der Geschäftskunden am TELEKOM-Umsatz wird dann über 55 Prozent ausmachen.
Systemkunden: Motor für Innovation
Rund l.000 Telekom „Systemkunden” mit äußerst hohen Ansprüchen an Technik und Know-how generierten 1992 etwa 10 Prozent vom Gesamtumsatz. Auch hier rechnet TELEKOM mit 2-stelligen Wachstumsraten pro Jahr und einem zunehmenden Umsatzanteil. Speziell für diese Gruppe führte TELEKOM im Berichtsjahr das Produkt „Datex-M” ein. M steht dabei für „Multimegabit”. Datex-M dient der Hochgescnwindigkeits-Kommunikation von Metropole zu Metropole. Das Datex~M-Netz von TELEKOM ist ein standortübergreifendes Netz, eine Hochgeschwindigkeits-Autobahn für Daten, das in erster Linie Local Area Networks (LAN) verbindet. Nutzer der neuen Hochgeschwindigkeits-Anschlüsse sind Unternehmen, die eine Kommunikation auf hohen Bit-Raten mit entfernten firmeneigenen Standorten oder Partnern betreiben müssen. Der Bedarf von LAN-Vernetzungen ist außerordentlich groß. Bis 1995 rechnet man mit mehreren Millionen LANs in Deutschland.
Auch das sogenannte Outsourcing, also die Auslagerung beispielsweise von Datenbanken und Jumborechnern, führt zu einem vermehrten Bedarf an Hochgeschwindigkeits-Anschlüssen.
Mobilfunkkunden: größte Wachstumsraten
Circa 1,2 Millionen Mobilfunkkunden zählte TELEKOM zum Ende des Berichtsjahres. Mit weit über 80 Prozent Umsatzwachstum ist dieses Marktsegment auf dem Vormarsch. Mit dem Start des kommerziellen Regelbetriebes des digitalen Mobilfunknetzes D1 im Berichtsjahr hat TELEKOM sich einen der zukunftsträchtigsten Teilmärkte der Mobilkommunikation erschlossen.
Auch geographisch gesehen operiert TELEKOM im Zentrum des Wachstums: Ausgehend von einem starken Heimatmarkt im Herzen Europas, an der Schnittstelle zu den sich öffnenden Reformstaaten Mittel- und Osteuropas hat TELEKOM die Chance, sich als der Netzbetreiber zu positionieren, der als Kommunikationsscharnier zwischen Ost und West fungiert. In diese Richtung wirken erste Kooperationen von TELEKOM zum Aufbau von Telekommunikationsnetzen, beispielsweise in der Ukraine.
Modernste Netzarchitektur und Netztechnologíe: Voraussetzung für grenzüberschreitende Daten-Autobahnen.
Im Zeichen des EG-Binnenmarktes unterstützt TELEKOM aktiv Bemühungen zur Schaffung einer europäischen Infrastruktur der Telekommunikation.
Euro-ISDN
Aufgrund der großen Bedeutung des ISDN für eine flexible Telekommunikation bauen die europäischen Netzbetreiber seit geraumer Zeit ihre eigenen nationalen ISDN-Netze auf. Bis Ende 1993 wird die Flächendeckung in den alten Bundesländern und 2 Jahre später in den neuen Ländern erreicht sein. Ende 1992 verfügt Deutschland bereits über fast 140.000 ISDN-Anschlüsse und übernimmt mit 617.000 verkauften ISDN-Kanälen weltweit eine Führungsposition. TELEKOM forcierte zusammen mit France Télécom, BT in England und SIP in Italien die Einführung des ISDN nach einheitlichen Standards in Europa.
Breitband-Kommunikation
Auch im Bereich der Breitband-Kommunikation unterstützt TELEKOM die von der EG-Kommission eingeleiteten Maßnahmen zur Europäisierung von Hochgeschwindigkeits-Datenautobahnen. Hierzu zählt der Ausbau des Telekom Netzes mit Übertragungssystemen nach der sogenannten Synchronen Digitalen Hierarchie (SDH). Diese Systeme werden seit 1992 in großem Umfang im Netz von TELEKOM eingesetzt. Diese neue Übertragungstechnik ist die Voraussetzung für ein Pilotprojekt auf Basis des ATM-Standards, das wiederum die Grundlage für die Erprobung von Breitband-Anwendungen darstellt. Das entsprechende Pilotprojekt wird in Hamburg, Berlin und Köln durchgeführt.
Sobald die internationalen Standardisierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird in einer 2. Phase auch der Selbstwählverkehr möglich sein. Bei diesem Pilotprojekt werden Anwendungen zwischen lokalen Netzen, sogenannten Lokal Area Networks (LAN), zwischen Metropolitan Area Networks (MAN) sowie Multimedia-Anwendungen erprobt.
Darüber hinaus vereinbarte TELEKOM am 12. November 1992 mit 4 europäischen Netzbetreibern - BT in England, France Télécom, Telefónica in Spanien und STET/ASST in Italien - den Aufbau eines europaweiten ATM-Projektes (ATM: Asynchroner Transfer Modus). Bis Mitte 1993 sollen die technischen Einrichtungen in Auftrag gegeben werden. Das Netz soll ab Mitte 1994 für den Betrieb mit Pilotkunden zur Verfügung stehen.
Gemeinsam mit France Télécom, BT, Telefónica und STET hat TELEKOM am 10. September den Aufbau eines europaweiten digitalen Übertragungsnetzes unter der Projektbezeichnung „GEN” (Global European Network) beschlossen. Damit wollen die Netzbetreiber ein europäisches, diensteunabhängiges Glasfaser-Transportnetz bereitstellen, das zwischen den Knoten der Netzbetreiber vermascht ist. Damit kann internationale Netzkapazität bei sehr hohen Qualitäts- und Sicherheitsgarantien im Rahmen einer flexiblen Netzkonfiguration zur Verfügung gestellt werden. Im Frühjahr 1992 wurden bereits Dienste mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 64 Kilobit bis 2 Megabit pro Sekunde europaweit angeboten.
In einer weiteren Entwicklungsstufe soll GEN später durch Metran abgelöst werden, ein „Managed European Transmission Network”. Metran wird ab 1995 europaweit flexibel schnelle und transparente Transportwege bis 155 Megabit pro Sekunde bereitstellen. Metran nutzt die Leistungsfähigkeit der synchronen digitalen Hierarchie (SDH) und unterstützt den Asychronen Transfer Modus des kommenden europäischen Breitband-ISDN. Im Rahmen dieses ehrgeizigen Projektes arbeitet TELEKOM mit über 25 europäischen Netzbetreibern zusammen.
Durch verstärktes Engagement in Forschung und Entwicklung forciert TELEKOM die Entwicklung neuer Technologien. Wie zum Beispiel der optischen Anschlussleitung (OPAL) sowie der bereits erwähnten Übertragungs- beziehungsweise Transportsysteme ATM und SDH. Darüber hinaus gründete TELEKOM in Berlin eine Tochtergesellschaft, die „DeTe-Berkom”, hervorgegangen aus dem laufenden Berkom-Projekt. Sie soll die Voraussetzungen für ein europaweites Breitband-ISDN schaffen.
Daneben setzt TELEKOM Experten bei „Eurescom” ein, dem gemeinsam mit anderen europäischen Netzbetreibern errichteten Europäischen Institut für Forschung und Strategische Studien in Heidelberg.
Internationales Kabelprojekt: Die Trans-European Line, eine Glasfaserverbindung, wird die Telekommunikation zwischen Ost- und Westeuropa entscheidend verbessern
Im Projekt TEL („Trans European Line”) führt TELEKOM eine Glasfaser-Kabelverbindung von Frankfurt/Main nach Warschau beziehungsweise Prag - Bratislava und Budapest. TELEKOM will damit einen Beitrag zur Verbesserung der Telekommunikations-Infrastruktur in Osteuropa leisten. Eine Verlängerung nach Moskau sowie die Verknüpfung von TEL mit anderen Glasfasersystemen in diesem Raum sind vorgesehen.
Darüber hinaus beteiligt sich TELEKOM am Aufbau von Telekommunikationsnetzen in Osteuropa, so zum Beispiel in der Ukraine, und plant mit dem Satelliten-Projekt „Romantis” satellitengestützte Kommunikationsverbindungen zwischen West- und Osteuropa.
DFS3 Kopernikus
Im Oktober 1992 startete TELEKOM den Fernmeldesatelliten DFS3 Kopernikus vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Er ersetzt den DFS1 und strahlt alle bislang über den DFS1 gesendeten Fernsehprogramme ab.
TAT 10
Am 15. August nahm TELEKOM den Betrieb des Glasfaserkabeis TAT 10 („Trans Atlantic Telephone”) auf. TAT 10 ist die erste direkte transatlantische Kabelverbindung zwischen den USA und Deutschland. Die Endpunkte liegen im amerikanischen Greenhill sowie im Norden des europäischen Festlandes, von wo das Kabel weiter nach Holland führt. Via TAT 10 können bis zu 60.000 Telefongespräche gleichzeitig übertragen werden.
Cantat 3
Im Oktober vereinbarte TELEKOM mit 20 europäischen, nordamerikanischen und fernöstlichen Netzbetreibern eine direkte Glasfaserverbindung zwischen Canada und Europa („Cantat 3”). Damit erhält Deutschland ab 1994 erstmals eine direkte Verbindung nach Canada.
1992 vergab TELEKOM Aufträge zur Lieferung der technischen Ausrüstung, um in 34 Ortsnetzen 52 sogenannte optische Ringe zu installieren. Die Übertragungskapazität dieser Glasfaser-Kommunikations-Autobahnen, die unter dem Namen Visyon („Variables intelligentes synchrones optisches Netz”) laufen, wird 622 Megabit in der Sekunde betragen - 4-mal mehr als die bereits 1992 aufgebauten „Ringe”, die eine Kapazität von je 155 Megabit pro Sekunde haben. Die Visyon-Versuche von TELEKOM werden breitbandig das Übertragungsmedium Glasfaser erstmals bis zum Ortsnetz beziehungsweise zum Teilnehmer bringen. In Verbindung mit dem Aufbau digitaler Cross-Connect-Systeme (NKU 2000) in 39 Netzknoten von TELEKOM wird Anfang 1994 ein über die Grenzen der mit Visyon ausgebauten Ortsnetze hinaus wirksames synchrones digitales Übertragungsnetz zur Verfügung stehen.
Damit ist TELEKOM weltweit führend in der Anwendung der SDH-Technik. Mit dem konsequenten Einsatz der neuen synchronen digitalen Übertragungstechnik SDH nutzt TELEKOM alle realisierbaren Kosteneinsparungspotenziale aus, um die Wirtschaftlichkeit des Übertragungsnetzes zu erhöhen, den künftigen Investitionsbedarf weiter zu senken und dabei gleichzeitig die für ihre Kunden verfügbaren Leistungsmerkmale zu steigern.
TELEKOM - Europas größter Investor
Effizientes Investitionsmanagement für Spitzentechnologie und marktfähige Preise
Trotz Umsatzwachstums und eines Geschäftsergebnisses in Höhe von rund 7 Milliarden Mark im Geschäftsjahr 1992 verbleibt - nach Steuern, Ablieferung an den Bundeshaushalt und Verlustausgleich an die Schwesterunternehmen - kein Gewinn.
Bei einer Eigenkapitalquote von unter 24 Prozent muss TELEKOM ihre Investitionen mit einem erheblich höheren Fremdkapitalaufwand finanzieren als ihre unmittelbaren internationalen Wettbewerber, die über Eigenkapltalquoten von bis zu 70 Prozent verfügen. TELEKOM rechnet 1993 mit einem Zinsaufwand von 7 Milliarden Mark, was einem Umsatzanteii von etwa 13 Prozent entspricht.
TELEKOM ist Europas größter Investor
Dies ist der Hintergrund vor einer sorgsamen Investitionspolitik mit dem Ziel größtmöglicher Effektivität. Wettbewerb ist das bestimmende Prinzip - auch für die Einkaufspolitik von TELEKOM. Das gewaltige Gesamtvolumen der Investitionen von TELEKOM - im Rahmen ihrer Infrastrukturverpflichtung vor allem in den neuen Bundesländern, aber auch im Zuge innovativer Investitionen in wettbewerbsfähige und marktnahe Kundenangebote - zwingt zu hoher Kostensensibilität: TELEKOM ist Europas größter Investor.
Rund 18 Milliarden Mark investierte TELEKOM seit der Wiedervereinigung für den Aufbau einer modernen Infrastruktur in den neuen Bundesländern, der kumuliert bis zum Jahr 1998 im Rahmen des Programms „Teiekom 2000” rund 60 Milliarden Mark erfordert. In den neuen Bundesländern liegen die Investitionen derzeit beim Dreifachen der Einnahmen. Hinzu kommen hohe Investitionen für die Modernisierung des Netzes in den alten Bundesländern.
Gesteigerte Kostensensibilität
Zur Steigerung der eigenen Wettbewerbsfahigkeit und als notwendige Voraussetzung, ihren Kunden attraktive Preise und Tarife anbieten zu können, verfolgen Vorstand und Aufsichtsrat von TELEKOM den Kurs eines konsequenten Kostenmanagements, nicht zuletzt auch im Bereich der Investitionen. Etwa 50 Prozent der Gesamtkosten von TELEKOM sind Kapitalkosten, die auch durch die Einkaufspoiitik beeinflusst werden.
Mit rund 28 Milliarden Mark (exklusive Mehrwertsteuer) erreichten die Investitionen von TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 eine Rekordmarke. Im folgenden Jahr wird ein Niveau ähnlicher Größenordnung erreicht werden. Danach wird TELEKOM langsam beginnen, ihr Investitionsvolumen abzusenken.
Mengenwachstum birgt Kostensenkungspotenzial
Umgesetzt werden kann diese Strategie durch die in der 2. Hälfte der Dekade zu erwartende Normalisierung der Investitionserfordernisse in den neuen Bundesländern. Darüber hinaus durch sinkende Beschaffungskosten aufgrund positiver Skaleneffekte infolge zunehmender grenzübergreifender Standardisierung und Normung und infolge größerer Nachfragemengen auf den globalen Telekommunikationsmärkten - wodurch sichergestellt ist, dass TELEKOM auch in Zukunft Dienste und Infrastruktur auf dem höchsten Stand der Technik realisiert.
Bei der Definition technischer Spezifikationen im internationalen Einkauf wird TELEKOM weitestgehend aüf individuelle - und damit kostentreibende - Anforderungen verzichten und sich auf allgemein akzeptierte Standards stützen. Möglich ist eine effektive Investitionssteuerung erst durch den Einsatz eines entsprechenden Instrumentariums:
Kostentransparenz durch die Einführung der Buchführung nach kaufmännischen Prinzipien ab 1993,
ein System für die Erfolgsrechnung,
durchgehendes Controlling auf allen Unternehmensebenen und
Einsatz der parametrischen Kostenschätzung.
Im Geschäftsjahr 1992 wurden diese Managementinstrumente weiter aufgebaut und verfeinert. Auch personell und organisatorisch hat sich TELEKOM für die Internationaiisierung ihres Einkaufs präpariert: Ein eigener Bereich befasst sich ausschließlich mit der Analyse der ausländischen Märkte und wendet sich gegebenenfalls direkt an Produzenten. Ebenfalls werden die Auslandstöchter von TELEKOM verstärkt in diese Aufgabe eingebunden.
Im Gegensatz zu einigen Telefongesellschaften im Ausland stellt TELEKOM selbst kein Equipment her. Bewusst verzichtet TELEKOM auf eigene Produktionsstätten, um sich so auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.
Auf Basis des EG-Binnenmarktes wird sich das Potenzial des europäischen Telekommunikationsmarktes auf der Absatz- und Beschaffungsseite erheblich vergrößern - zum Vorteil von TELEKOM als auch der gesamten Telekommunikationsindustrie. Aktiv und offensiv unterstützt TELEKOM als Motor und Schrittmacher den Trend zur Europäisierung von Normen und Standards, von Netzen und Diensten, um so „Economies of Scale” von europäischer Dimension zu verwirklichen.
Erstes Beispiel war die Entwicklung eines einheitlichen Standards (GSM) für den digitalen Mobilfunk, der bereits von 40 Netzbetreibern aus allen europäischen Staaten übernommen wurde und beste Chancen hat, sich als Weltstandard durchzusetzen. Weitere Dienste und Technologien entwickeln sich verstärkt europäisch: Euro-ISDN, Bildtelefon, breitbandige Übertragungsstandards (ATM) und internationale Transportinfrastrukturen für Dienste auf Glasfaserbasis (GEN).
Wie jedes andere Unternehmen unterliegt auch TELEKOM dem betriebswirtschaftlichen Gebot, vorhandene - natürlicherweise knappe - personelle und finanzielle Ressourcen optimal einzusetzen. Dennoch ist TELEKOM sich ihrer Verantwortung als Europas größtem Telekommunikationsunternehmen und damit auch ihrer Verantwortung gegenüber der deutschen Industrie voll bewusst.
Der Standort Deutschland braucht eine eigene leistungsfähige und innovative Telekommunikationsindustrie, die in der Lage ist, im europäischen und globalen Konzert eine wichtige Rolle zu spielen. Zu diesem marktorientierten Innovationspotenzial leistet TELEKOM unmittelbar durch die finanzielle Beteiligung an und Kooperation in Forschungs- und Entwicklungsprojekten der Industrie, privaten Instituten und Hochschulen einen gewichtigen Beitrag.
Besondere Anstrengungen in den neuen Bundesländern
Nicht zuletzt in den neuen Bundesländern ist TELEKOM ihrer besonderen Verantwortung für Wachstum und Beschäftigung gerecht geworden. Im Geschäftsjahr 1992 unternahm TELEKOM eine Fülle von Anstrengungen, um die Beteiligung ostdeutscher Firmen bei der Auftragsvergabe zu intensivieren. So informiert TELEKOM die örtlichen Industrie- und Handelskammern in den neuen Bundesländern, die Handwerkskammern, die Beratungsstellen und die Treuhandanstalt über anstehende Ausschreibungen. Hinzu kommen Ankündigungen über die Presse und die direkte Ansprache potenzieller Anbieter. Gemeinsam mit Kammern und der Treuhandanstalt veranstaltet TELEKOM Seminare, in denen Details des Auftragprocedere und Kontakte zu Einkäufern vermittelt werden. 1992 konnten durch TELEKOM direkt und indirekt Aufträge an Firmen aus den neuen Bundesländern in Höhe von 5,9 Milliarden Mark vergeben werden, Damit ist TELEKOM auch größter Einzelinvestor in den neuen Bundesländern.
Der Kunde - Maß aller Dinge
Orientierung der neuen Organisation an seinen spezifischen Wünschen
Definiertes Ziel: Weniger Bürokratie, flachere Hierarchien, klare Kompetenzen
Der erste Schritt zur Reorganisation von TELEKOM (Projekt „Telekom Kontakt”) wurde zu Beginn des Jahres 1993 verwirklicht. Danach wurden die vormals funktional orientierten Vorstandsbereiche divisionai definiert: Neben den 4 Vorständen für die Kundendivisionen (Privat-, Geschäfts-, Systemkunden und Mobilfunk) stehen die Service-Divisionen für Netz- und Diensttechnik sowie die Querschnittsbereiche Unternehmenspolitik/Strategie, Personal/Recht, Finanzen/Controlling und Aufbau Ost. Diese Abgrenzung erlaubt eine stärkere strategische Kunden- und Ergebnisorientierung. Die Generaldirektion wird künftig verantwortlich sein für die zentrale Unternehmensleitung; das operative Geschäft geht in die Verantwortung der Außenorganisation.
Den neuen Vorstandsbereichen wurden die bestehenden Geschäfts- und Fachbereiche zunächst ungeteilt zugeordnet. Nach diesem pragmatischen Auftakt werden Mitte 1993 alle technik- und kundenspezifischen Fachbereiche detailliert aufgeteilt. Sukzessive werden dann die Direktionen Telekom (ehemals Oberpostdirektionen) und Fernmeldeämter divisional strukturiert.
Neben den Direktionen gehören zu TELEKOM weiterhin folgende Zentrale Mittelbehörden (31.12.1992): Das Forschungs- und Technologie-Zentrum (mit Sitz in Darmstadt und Berlin), die Telekom Fachhochschulen (Berlin, Dieburg, Leipzig), der Fachbereich Post und Telekommunikation der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, das Zentralamt fur Mobilfunk (Münster) und das Postmuseum (Berlin).
Das Projekt ‚Telekom Kontakt’: die neue Organisation - maßgeschneidert auf den Kunden
September 1992. Der Vorstand stellt den TELEKOM-Mitarbeitern und der Öffentlichkeit das Projekt „Telekom Kontakt” vor, das einen weiteren wesentlichen Schritt in der Entwicklung von der Behörde zu einem marktorientierten Unternehmen markiert. Der einprägsame Titel - ein Kürzel für das Leitthema „Kompetenz und neueste Technologien als Angebot an die Kunden von TELEKOM” - steht für ein abgestimmtes Paket von Maßnahmen und Aktionen, mit dem ein grundlegendes Ziel verfolgt wird: das Unternehmen von innen heraus fit zu machen für den wachsenden Wettbewerb auf den Telekommunikationsmärkten.
Dieses Reorganisationsprogramm ist erforderlich - und zwar völlig unabhängig von der politischen Diskussion über den Status von TELEKOM und deren künftiger Rechtsform. Im Geschäftsjahr 1992 wurden die Analysen des Vorjahres weiter vertieft. Das mit dem Projekt „Telekom Kontakt” betraute Team entwickelte die Strukturpläne so weit, dass die Umsetzungsphase für den ersten Teilschritt auf den Beginn des Jahres 1993 terminiert werden konnte. Bereits im letzten Drittel des Geschäftsjahres liefen die Arbeiten für den Feinschnitt der einzelnen Organisationsbereiche auf Hochtouren.
Eine Organisation für die Zukunft
Im Zentrum des Projektes Telekom Kontakt steht eine umfassende Neustrukturierung der internen Organisation des Unternehmens. Kundenorientierung und Divisionalisierung sind die Grundprinzipien der neuen Organisation.
Die Gründe für die Neustrukturierung leuchten ein: Zwar war die alte Post-Organisation gut geeignet, unter den bisherigen Bedingungen ihren grundgesetzlichen Auftrag, die Aufrechterhaltung der Grundversorgung, zu erfüllen. Doch Märkte, Technologien und Kundenbedürfnisse haben sich während der vergangenen Dekade rasant - und vor allem global- weiterentwickelt und differenziert. Eine intensive Analyse, die nicht nur das Unternehmen TELEKOM und deren direktes Marktumfeld, sondern auch die Strukturen anderer deutscher Konzerne sowie die Entwicklungen der großen internationalen Telefongesellschaften auf ihrem Weg vom Monopol in den Wettbewerb untersuchte, hat ergeben: Mit der bisherigen Struktur wäre TELEKOM nur unzureichend gerüstet, um in zunehmend liberalisierten Märkten ihre Position erfolgreich behaupten zu können.
Im Mittelpunkt: der Kunde
TELEKOM will das Fundament schaffen für eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens, für ein starkes Umsatzwachstum und eine führende Marktposition, für Beschäftigung und Arbeitsplätze und nicht zuletzt auch für eine moderne Telekommunikationsinfrastruktur, die den Standort Deutschland sichert. Dazu wird TELEKOM ihre neue Organisation an dem wichtigsten Grundsatz modernen Managements orientieren: Alle betrieblichen Aktivitäten müssen auf den Kunden ausgerichtet sein. Die Philosophie: TELEKOM muss schneller und flexibler werden, bürokratische Fesseln und zentralistische Strukturen abstreifen. Das Ziel ist, dezentrale, erfolgs- und ergebnisverantwortliche Einheiten zu schaffen und den Mitarbeitern mehr Freiräume zu eröffnen.
Voraussetzungen für mehr Kundennähe
Im Sinne von Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherheit muss TELEKOM die Weichen neu steilen: in Richtung größerer Produktivität und Effizienz und mehr Kundennähe. Mit der neuen Organisationsstruktur werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen.
Das sind die wichtigsten Eckpunkte:
Einrichtung einer durchgängigen Linienorganisation mit marktorientierten, wettbewerbsfähigen Strukturen;
marktorientierte und betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Mitarbeiter,
Schaffung unternehmerischer Verantwortung mit dezentraler Entscheidungskompetenz auf der Basis von Rahmenvorgaben,
Befriedigung zunehmend differenzierter und komplexer Kundenbedürfnisse mit maßgeschneiderten Dienstleistungsangeboten,
Sicherung hoher wirtschaftlicher Ergebnisse.
Neue Strukturen vom Vorstand bis zum Amt
In der „neuen” TELEKOM wird es unternehmerisch eigenverantwortliche Bereiche geben, die mit allen wesentlichen Mitteln und Kompetenzen ausgestattet sind, die sie für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit benötigen. Dazu wird das Unternehmen in Kunden-, Technik- und Querschnittsbereiche gegliedert. 4 Kundenbereiche agieren im Markt und stehen in direktem Kontakt zum Kunden: die Bereiche Privatkunden, Geschäftskunden, Systemkunden und Mobilfunk.
Der gesamte Mobilfunkbereich wird - gemäß Beschluss des Aufsichtsrates von TELEKOM im März 1993 - aufgrund der speziellen Anforderungen in diesem ganz besonders dynamischen Wettbewerbsegment im Laufe des Jahres 1993 auf eine eigenständige Tochtergesellschaft, die Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH (DeTeMobil) mit Sitz in Bonn, überführt.
Für die Bereitstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur sowie die Entwicklung innovativer Technologien und modernster Dienste werden die beiden Bereiche Technik Netze und Technik Dienste verantwortlich sein.
Alle Funktionen, die für die Steuerung des Gesamtunternehmens notwendig sind oder die aufgrund gesetzlicher Vorschriften oder zur Nutzung von Größenvorteilen bereichsübergreifend genutzt werden müssen, werden von den Querschnittsbereichen wahrgenommen. Hierzu gehören neben dem Bereich des Vorstandsvorsitzenden die Bereiche Personal/Recht, Finanzen/Controlling/Einkauf sowie das Projektmanagement Aufbau Ost. Diese neue Struktur wird Zug um Zug auf allen Ebenen des Unternehmens abgebildet - von der Vorstandsetage bis zum „Fernmeldeamt”, das im Zuge der Reorganisation in „Telekom Niederlassung” umbenannt wird. Die Kundenbereiche sowie der Bereich Technik Netze werden über eine eigene flächendeckende Außenorganisation verfügen. Dies führt zu einer Aufgabenspezialisierung der „Oberpostdirektionen” alten Zuschnitts, die ab Januar 1993 „Direktionen” heißen. Wie bisher wird die Generaldirektion in Bonn als Hauptverwaltung die Gesamtleitung des Unternehmens zentral wahrnehmen. Den Einheiten der Außenorganisation werden dagegen im Sinne dezentralen Managements mehr Kompetenzen als bisher zuerkannt. Sie werden für das Erreichen der gesteckten Umsatz- und Ergebnisziele verantwortlich sein.
Reform mit Augenmaß
Ergebnis dieser Reorganisation wird keinesfalls ein Rückzug aus der Fläche zulasten unserer Kunden in dünner besiedelten Gebieten sein. Im Gegenteil werden Service-Qualität und Kundennähe durch klar strukturierte Handlungs- und Weisungsstränge, flachere Hierarchien, Abbau kostspieliger Bürokratie wachsen.
Auch die unmittelbaren negativen Auswirkungen von Telekom Kontakt auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind relativ gering. Viele werden zwar neue Aufgabenbereiche bekommen und sich an andere Abläufe gewöhnen müssen. Nur rund 2 Prozent aller Beschäftigten aber werden in den nächsten Jahren beispielsweise unter Umständen einen Umzug in Kauf nehmen müssen. Außerdem: Natürlich wird die neue Organisation nicht über Nacht eingeführt, sondern in einem mehrjahrigen Prozess realisiert.
Am Anfang steht zunächst die Neugliederung der Vorstandsbereiche in der Generaldirektion. Erster wesentlicher Schritt in der Praxis ist die Implementierung der „Startorganisation” zum 1. Januar 1993.
Geschäftsbereich Privatkunden: Marktnähe als Schlüssel zum Erfolg
„Telefonieren”, sagt Else Schmelzer, 80, „ist fur mich ein Grundbedürfnis.” Für die Bewohnerin des Altenheims „Fliedner” in Siegen ist das Telefon ein wichtiges Instrument, um die Verbindung zur Außenwelt aufrechtzuerhalten. Else Schmelzer ist eine von rund 30 Millionen Privatkunden, für die TELEKOM flächendeckend eine moderne Basisinfrastruktur zur Verfügung stellt. Die vorrangige unternehmerische Aufgabe dabei: stetige Steigerung von Produktivität und Effizienz, um dauerhaft möglichst günstige Tarife und Preise realisieren zu können.
Im Rahmen von Telekom Kontakt wird die Organisation des Unternehmens insbesondere auch auf die Anforderungen dieser größten Zielgruppe von TELEKOM zugeschnitten: Ab 1993 richtet TELEKOM dazu eine eigenständige Division „Privatkunden” ein, wozu im Geschäftsjahr 1992 die ersten planerischen Schritte eingeleitet wurden.
Der Unternehmensbereich Privatkunden ist das umsatzstärkste Marktsegment von TELEKOM: Im Geschäftsjahr 1992 entfielen darauf - im Telefondienst und im Endgerätebereich - über 24 Milliarden Mark, was einem Anteil von rund 50 Prozent am Gesamtumsatz entspricht.
Endgerätebereich unter Preisdruck
Prägend für das Geschäftsjahr 1992 war vor allem die dynamische Marktentwicklung im Endgerätebereich, in dem TELEKOM rund 1,8 Milliarden Mark Umsatz realisierte. Bei den Endgeräten verschärfte sich der Druck auf Preise und Erträge - ein Trend, der aufgrund zunehmenden Wettbewerbs und nicht zuletzt unter dem Einfluss der schwächeren Konjunktur anhält. Trotz Liberalisierung und Ausweitung der Wettbewerbsbereiche konnte TELEKOM ihre Marktanteile weitgehend halten und die Position des Marktführers mit einem Anteil von 70 Prozent im Privatkundengeschäft stabilisieren. Weiterhin jedoch steht TELEKOM auf dem liberalisierten Endgerätemarkt vor großen Herausforderungen.
Wachsende Produktvielfalt geht einher mit sinkenden Preisen. Zunehmend orientiert sich die Nachfrage an höherwertigen Geräten mit mehr Leistung und höherem Komfort. Derzeit konzipiert TELEKOM in diese Richtung klare Sortimentsfamilien mit durchgängigen Designmarken.
Während das Mietgeschäft schrumpft, wächst der Anteil der Kaufgeräte am Gesamtabsatz um jährlich zwischen 5 und 7 Prozent. Größere Flexibilität und kundenindividuellere Servicepakete werden die Attraktivität des Endgeräte-Angebots weiter steigern.
Die Bedeutung von Warenhäusern, Verbrauchermärkten und Elektrofachhändlern als Vertriebskanal hat seit der Liberalisierung des Endgerätemarktes sprunghaft zugenommen - hier hat die TELEKOM keine gewachsenen Geschäftsbeziehungen. Mit um so größerer Aufmerksamkeit verfolgt sie diese Entwicklung. Dabei ist TELEKOM nicht mehr ausschließlich auf einen eigenen Vertrieb fixiert: Der D1-Mobilfunk von TELEKOM wird bereits über Service-Provider und Fachhändler vertrieben. Allein der Elektrofachhandel verfügt über 3.500 D1-Verkaufsstellen.
Wachsende Kundenzufriedenheit
Das Endgerätegeschäft - an der Schnittstelle zwischen Netz und Kunden - hat für TELEKOM eine langfristige Bedeutung. Von strategischem Vorteil ist dabei das Komplettangebot: Endgerät, Dienst und Service aus einer Hand und aufeinander abgestimmt - eben Full Service.
Unter wachsendem Wettbewerbsdruck kommt dem Kundendienst immer größere Bedeutung zu, weshalb sich der After-Sales-Service von TELEKOM verstärkt auch auf Privatkunden ausrichtet. Bereits im Vorgriff auf die neue Organisation entwickelte TELEKOM im Jahr 1992 ein intensives Zielgruppen-Marketing, und entsprechend begann sich auch die Vertriebs- und Service-Organisation von TELEKOM neu zu formieren.
Ergebnis: Die Einrichtungszeiten werden kürzer, die Entstörung läuft schneller und reibungsloser ab, die Beratungsqualität und Kundenfreundlichkeit in den Vertriebsstellen verbessert sich. Umfragen belegen: Der Grad der Zufriedenheit der Privatkunden wächst. 69 Prozent der im Geschäftsjahr 1992 befragten Haushalte in den alten Bundesländern ~ 9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor - äußerten sich „sehr zufrieden” oder „zufrieden” mit den Leistungen von TELEKOM. In den neuen Bundesländern liegen die vergleichbaren Werte noch deutlich zurück - bedingt allerdings durch den noch nicht abgeschlossenen Aufbau der Telekommunikationsinfrastruktur.
Telekom Läden - Schnittstelle zum Kunden
Weiterer wichtiger Aktivposten sind die 290 Telekom Läden, die sukzessive auf das neue Telekom Design umgestellt werden. Die flächendeckende Filialkette und die 113 Fernmeldeämter mit Kundendienst [!! so im Geschäftsbericht!!] sind die wichtigsten Schnittstellen von TELEKOM zu den Privatkunden. Im Geschäftsjahr 1992 erweiterte TELEKOM das Sortiment ihrer Läden um Produkte für kleine Betriebe, Selbstständige und Freiberufler.
„Telekom Direkt” - die intelligente Anlaufstelle
Mehr Kundenorientierung durch „Telekom Direkt”: Wer die intelligente Nummer von TELEKOM „011 13” anruft, gelangt auf kurzem Weg zum kompetenten Ansprechpartner bei der nächstgelegenen Telekom Niederlassung. Telekom Direkt nimmt zwischen 8 und 20 Uhr Fragen, Wünsche und Kritik entgegen und sorgt fur prompte Erledigung. Motto: „Rückruf geht vor Weiterleitung”. Nach erfolgreichem Test in den alten Bundesländern wurde der neue Service 1992 von TELEKOM dort eingeführt. Die in den neuen Bundesländern ebenfalls tätigen Telekom Direkt-Teams werden Anfang 1994 unter „011 13” statt wie bisher unter verschiedenen Rufnummern zu erreichen sein.
Versandgeschäft mit hohem Zuwachs
Der Telekom Versand ist ein neuer flächendeckend ergänzender Vertriebsweg. Positiv die Bilanz 1992: Mit rund 49 Millionen Mark lag der Umsatz im Geschäftsjahr 1992 um etwa 70 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Neben dem Kauf per Bestellkarte aus dem Katalog können die Kunden im Telekom Versand auch telefonisch unter der kostenlosen Service-Nummer 0130/0191 Kontakt aufnehmen und bestellen. Zunehmend auch die Order per Telefax zum Nulltarif - unter „0130-80 01 04” - und per Btx - unter *20000833# -, wo auch Produktinformationen abgerufen werden können.
Professionelle Telekommunikation: Für Telekom Geschäftskunden Lösungen nach Maß
In kaum einem Wirtschaftszweig sind schnelle Informationen und eine reibungslose Kommunikation von so großer Bedeutung wie in der Medienbranche. Für Zeitungen und Magazine hat die Aktualität ihres Produktes „Nachricht” - lokal, regional, national und weltweit - direkten Einfluss auf das Geschäftsergebnis. Weil für sie die Verfügbarkeit leistungsfähiger Telekommunikationsnetze und -dienste oberste Priorität hat, zählen die Tageszeitungsverlage zu den anspruchsvollsten Geschäftskunden von TELEKOM.
Zum Beispiel der Mittelrhein-Verlag in Koblenz. Mit seinem Redaktionssystem „cicero” hat das innovative Verlagshaus, in dem die Rhein-Zeitung erscheint, neue Maßstäbe bei der computergestützten Herstellung von Tageszeitungen gesetzt. Das selbstentwickelte System integriert sämtliche Bereiche der Druckvorstufe.
Wesentlich erweitert wird die Leistungsstärke von cicero durch das Zusammenspiel mit moderner Telekommunikation, präziser: mit dem digitalen Telekommunikationsnetz ISDN. In enger Kooperation mit den Experten von TELEKOM haben die Computerspezialisten aus Koblenz einen Kommunikationsverbund mit den 23 Außenredaktionen der Rhein-Zeitung geknüpft.
Große geographische Entfernungen zwischen den Arbeitsplätzen in den Geschäftsstellen und in den Lokalredaktionen sind mit cicero und ISDN kein Problem mehr. Der Verlag erzielt mit dem Einsatz von ISDN entscheidende Wettbewerbsvorteile durch eine größere Flexibilität, die es erlaubt, auch kurzfristig über einen sicheren und schnellen Übertragungsweg große Datenmengen in den innerbetrieblichen Arbeitsprozess aufzunehmen.
Wachsende Anforderungen an Kompetenz und Know-how
Geschäftskunden verlangen von TELEKOM solche maßgeschneiderten Anwendungen - zunehmend. Daraus resultiert eine besondere Herausforderung an Kompetenz, Know-how und Verantwortung von TELEKOM. Antwort auf diese Entwicklung ist die neue Organisationsstruktur von TELEKOM.
Im Zentrum dieser neuen Struktur stehen die im Geschäftsjahr 1992 beschlossenen, unternehmerisch eigenverantwortlichen und kundenbezogenen Bereiche, darunter die Division „Geschäftskunden”. Diese werden sich im Laufe des Jahres 1993 konstituieren und mit einem detaillierten Verständnis der Bedürfnisse ihrer Kunden differenzierte Leistungen zur Verfügung stellen.
Die Groß- und Geschäftskunden sind der Motor für das Wachstum des Gesamtmarktes. TELEKOM zählt etwa 1,2 Millionen Kunden zu diesem Segment. 1992 hatten sie einen Anteil von rund 40 Prozent am Geschäftserfolg von TELEKOM. Dieser Anteil wächst jährlich um etwa 12 Prozent. Dabei ist das Spektrum der Geschäftskunden breitgefächert, und deren Bedürfnisse sind sehr anspruchsvoll. Entsprechend vielfältig sind die Telekommunikationslösungen von TELEKOM. Vom größeren Handwerksbetrieb bis zum Industriekonzern, vom Architektenbüro bis zum Dienstleistungsriesen reicht die Palette der professionellen Nutzer der Netze, Dienste und Endgeräte von TELEKOM.
Forcierter Ausbau des Telekom Service
Geschäftskunden fordern eine umfassende Beratung. Erster Schritt jeder Beratung: im engen Dialog eine möglichst genaue Analyse über den Telekommunikationsbedarf zu erstellen. Danach kann der Ansprechpartner des Geschäftskundenvertriebs von TELEKOM eine individuell optimale Telekommunikationslösung finden, von der TK-Anlage bis hin zu komplexeren Anwendungen.
Die intensive Kundenbetreuung setzt sich weiter fort im After-Sales Service: Parallel zur - für das Jahr 1993 geplanten - kundenbezogenen Divisionalisierung hat TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 bereits die neue Organisation des Telekom Service forciert ausgebaut und mit Blick auf die Anforderungen des Geschäftskundensegments qualifiziert. Auch der Telekom Service wird entsprechend den Divisionen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen maßgeschneidert.
Je komplexer und verzweigter das innerbetriebliche Kommunikationsnetz ist, um so enger müssen die Ideen und Pläne des Geschäftskunden und das Know-how von TELEKOM verbunden werden. Durch die Vernetzung von TK-Anlagen via Datenleitung oder ISDN-Festverbindungen können dezentral operierende Unternehmen zu einer Telekommunikationseinheit zusammengeführt werden. Zusätzliche Leistungsmerkmale auf Basis der Digitaltechnologie schaffen „Mehrwert”, beispielsweise automatischer „Rückruf” bei besetzt oder durch Anrufweiterleitung.
Telekommunikation weckt Rationalisierungspotenziale
TELEKOM offeriert eine breite Palette von TK-Anlagen. Mit dem Kauf oder der Anmietung einer ISDN-Anlage entschließen sich immer mehr Kunden zum Einstieg in die digitale Telekommunikation. ISDN wächst damit in die Rolle des „Nervensystems der Wirtschaft”. Die Zahl der ISDN-Anschlüsse stieg 1992 um fast 140 Prozent.
Wie bereits im Geschäftsjahr 1991 ging auch 1992 die Zahl der Teilnehmer im Telefax-Dienst weiter steil nach oben. Zum Jahresende hatten knapp 1,2 Millionen Telekom Kunden einen Fax-Anschluss. Das umfangreiche Geräteprogramm von TELEKOM ist auf die Anforderungen professioneller Anwender ausgelegt. 1992 etablierte sich TELEKOM bei den Fernkopierern als Marktführer.
Effizientere geschäftliche Kommunikation schaffen auch anwendungsorientierte Mehrwertdienste. Beispielsweise Telefax400. Dieser Dienst, den TELEKOM im Oktober 1992 in Betrieb nahm, ist besonders für Unternehmen mit einem hohen Telefax-Aufkommen interessant. Telefax400 ist die automatisierte Verteilung von Telefax~Rundsendungen.
Auch die Bürokommunikation birgt erhebliche Rationalisierungspotenziale. Im Mittelpunkt steht der Personal Computer, der in naher Zukunft zum multifunktionalen Telekommunikationsterminal avanciert. Mithilfe des Telebox400-Dienstes können beispielsweise Daten von PC zu PC bequem und schnell über das öffentliche Telefonnetz ausgetauscht werden. Mit der Telebox steht dem geschäftlichen Anwender ein elektronisches Postfachsystem zur Verfügung, über das er Bestellungen, Lieferscheine. Mitteilungen oder andere Dokumente papierlos versenden und empfangen kann.
Ausgefeilte Konzepte für die Telekommunikation: individuelle Betreuung bei der Realisierung komplexer betrieblicher Kommunikationslösungen
Leistungsfähige und zuverlässige Telekommunikationsverbindungen spielen bei der Essener Karstadt AG eine zentrale Rolle. Der Grund: Für die effiziente Steuerung des dezentral organisierten Großunternehmens, seiner Filialen und Tochterbetriebe ist eln relbungsloser Informationsfluss unerlässlich. So basieren unter anderem die Warenwirtschaftssysteme ganz wesentlich auf einer ausgeklügelten Informationslogistik. Rascher Zugriff auf Absatz- und Bestandszahlen - tagtäglich eine gewaltige Datenflut - sind eine wesentliche Grundlage für die Planungen des Wareneinkaufs.
Auch im Kundenkontakt setzt Karstadt auf moderne Telekommunikationsinstrumente: So können Kunden der zur Karstadt-Gruppe gehörenden Neckermann Versand AG ihre Bestellungen auch an Sonn- und Feiertagen telefonisch aufgeben.
Über Hochgeschwindigkeitsdatenleitungen von TELEKOM sind außerdem die Reisebüros der ebenfalls zur Unternehmensgruppe zählenden NUR Touristic GmbH an ein zentrales Auskunfts-, Buchungs- und Reservierungssystem angeschlossen. Mit bundesweit etwa 1.900 Anschlusspunkten zählt das Karstadt-Netz zu den größten Firmennetzen.
Individuelles „Design” für individuelle Kunden
Das Karstadt-Netz ist ein sogenanntes Telekom Designed Network (TDN) - ein individuelles Telekommunikationspaket, maßgeschneidert für den jeweiligen Kunden aus unterschiedlichen Netzen, Diensten, Dienstleistungen (dazu zählt auch das gesamte Netzmanagement) und Technikkomponenten. Das „Telekom Designed Network” ist weniger als ein Produkt im herkömmlichen Sinne zu verstehen, sondern vielmehr als eine eigene Angebotsphllosophie. Damit erfüllt TELEKOM die komplexen Anforderungen einer speziellen Kundengruppe - vornehmlich großer Unternehmen - nach differenzierten Systemlösungen für die Telekommunikation.
Um diese Kundengruppe ist auf dem globalen Telekommunikationsmarkt ein heftiger Wettbewerb entbrannt. Systemkunden generieren weltweit einen erheblichen Umsatzanteil der Netzbetreiber. In den meisten Fällen handelt es sich bei diesen Kunden um international operierende Unternehmen, deren Kommunikationsbedarf sich nicht auf nationales Territorium beschränkt. Vielmehr fordern sie von ihrem Telekommunikations-Dienstleister grenzüberschreitende Betreuung. Entsprechend ihrer internationalen Ausrichtung orientieren sich die Systemkunden bei der Auswahl dieses Dienstleisters am Angebot auf dem weltweiten Telekommunikationsmarkt.
Harter internationaler Wettbewerb
Verschärft wird der Wettbewerb um die Systemkunden durch den Trend der Ausgliederung bislang in eigener Regie betriebener Firmennetze. Das „Outsourcing” der Kommunikationsnetze an spezialisierte Dienstleister schafft diesen Unternehmen die Möglichkeit, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Darüber hinaus lassen sich so in der Regel erhebliche Kosteneinsparungen erzielen.
TELEKOM hat diese Entwicklungen schon sehr früh erkannt und die notwendigen Schritte eingeleitet, um auf die wachsenden Anforderungen der Kunden flexibel reagieren zu können. Mit dem Unternehmensbereich Systemkunden wird im Laufe des Jahres 1993 eine eigene Unternehmenseinheit geschaffen, die die Betreuung dieser für TELEKOM sehr wichtigen Kundengruppe bündelt. Mit diesem Schritt wird TELEKOM das erworbene Know~how mit der Schlagkraft einer flexiblen, homogenen Einheit vereinen.
TELEKOM beschreitet neue Wege der Kooperation
Der Unternehmensbereich Systemkunden operiert als „Vollsortimenter”. Das heißt, bei Bedarf wird die Palette der Telekom Produkte auch um Komponenten anderer Serviceanbieter oder Hersteller erweitert. Die Angebote für die Systemkunden beschränken sich demnach nicht auf die Vermarktung der Netze, Dienste und Endgeräte von TELEKOM.
Die internationalen Geschäftsaktivitäten vieler Systemkunden und der daraus resultierende Bedarf an weltweit gespannten Corporate Networks machen es darüber hinaus zwingend notwendig, dass der Unternehmensbereich Systemkunden international agiert.
Eine wichtige Rolle spielen dabei grenzüberschreitende Kooperationen, wie sie TELEKOM beispielsweise mit der Beteiligung an der Infonet Services Corporation, die ein weltweites Telekommunikationsnetz betreibt, eingegangen ist. An der deutschen Tochtergesellschaft hält TELEKOM mit 80 Prozent die Mehrheit. Mit der Gründung der EUNETCOM hat sich TELEKOM ein zusätzliches Standbein im harten Ringen um die wichtigen Großkunden geschaffen. Dieses gegen Ende des Geschäftsjahres 1992 beschlossene Joint-venture mit France Télécom bietet Transportdienste internationalen Zuschnitts auf der Basis europäischer und weltweiter Sprach- und Datennetze an.
Eine wichtige Rolle bei der Erschließung des Marktes für anwendungsorientierte Telekommunikationsdienstleistungen spielt daneben die EUCOM GmbH, ein weiteres Joint-venture von TELEKOM und France Télécom. Während TELEKOM den Systemkunden über Infonet und EUNETCOM vorwiegend Netzwerkdienstleistungen anbietet, beteiligt sich EUCOM an Unternehmen, die für kommunikationsintensive Wirtschaftszweige Mehrwertdienste entwickeln und vermarkten. Ein Beispiel dafür ist die im Geschäftsjahr 1992 gegründete EURO-LOG B. V. in Amsterdam, die ein umfassendes Mehrwertdienst-Angebot für europaweite Logistik vermarkten wird.
TELEKOM folgt überdies den Anforderungen der Systemkunden nach zunehmend internationalen Dienstleistungen durch eine Fülle weiterer Angebote: Von der Beratung und Realisierung globaler „Corporate Networks” bis hin zu „One-Stop Shopping” und „Single-End-Billing” kann sich der Systemkunde auf einen einzigen Ansprechpartner, nämlich TELEKOM. stützen.
Mobilkommunikation im Aufwind: einer der dynamischsten Märkte schlechthin
Rudi Wiedmann ist viel unterwegs. 50.000 Kilometer pro Jahr auf Deutschlands Autobahnen. „Weil ich ständig und rasch Entscheidungen treffen muss”, sagt der Chef eines mittelständischen Bauelementehandels in Bonn, „ist es für mich ein Riesenvorteil, immer und überall erreichbar zu sein.” Selbst flächendeckend in den neuen Bundesländern ist Wiedmann über sein C-Netz-Mobiltelefon stets mit seinem Büro verbunden und kann so seinen Betrieb mit einem knappen Dutzend Mitarbeitern koordinieren. „Demnächst”, sagt Wiedmann, „steige ich auf das D1-Netz um.”
Organisatorische Voraussetzung für Markterfolg
Mobile Kommunikation wird zu einem immer wichtigeren Faktor der Wettbewerbsfähigkeit. Weltweit ist der Mobilfunkmarkt selbst inzwischen einer der wettbewerbsintensivsten Märkte der Telekommunikation. Zugleich ist dies ein sehr spezifisches Kundensegment mit individuellen Anforderungen. Aus diesen Gründen haben Vorstand und Aufsichtsrat von TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 im Grundsatz beschlossen, diesen Bereich im Rahmen des Reorganisationsprojektes „Telekom Kontakt” in einer eigenen Division zu bündeln. In einem weiteren Schritt, beschlossen im März 1993, wird der gesamte Telekom Bereich Mobilfunk im Laufe des Jahres 1993 in eine eigene Tochter, die „Deutsche Telekom Mobilfunk GmbH” (DeTeMobil), ausgegliedert. So sollen Marktnähe und Flexibilitat in allen unternehmerischen Belangen erhöht werden. Die DeTeMobil bleibt jedoch integraler Bestandteil von TELEKOM.
In allen Mobilfunkdiensten erzielte TELEKOM im GeschäftsJahr 1992 - mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 2,1 Milliarden Mark - ein außerordentlich starkes Wachstum. Dieser Trend hält unvermindert an: Für 1994 rechnet TELEKOM mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Mark und im Jahr 2000 mit 8 Milliarden Mark Umsatz. Damit wird der prognostizierte Mobilfunkanteil am TELEKOM Umsatz von 4 Prozent im Jahr 1992 auf 10 Prozent gegen Ende des Jahrzehnts steigen.
D1 erfolgreich gestartet
Mitte des Jahres 1992 startete TELEKOM - mit dem Startschuss für das D1-Netz - in das neue Zeitalter der digitalen Mobilkommunikation. Bereits am Jahresende sicherten rund 1.000 Sende- und Empfangsstationen die Versorgung von 60 Prozent der Bundesrepublik in der Fläche und 80 Prozent der Bevölkerung. Ende 1992 zählte - nach weniger als 6 Monaten Regelbetrieb - das D1-Netz von TELEKOM rund 80.000 Teilnehmer.
Grenzenlose Kommunikation war von Beginn an die Zielvorgabe für D1. Dank des ganz wesentlich von TELEKOM vorangetriebenen paneuropäischen GSM-Standards ist - unter dem Einsatz von Mikrochip-Technologie - die internationale Nutzung (International Roaming) möglich. Planmäßig wurde der internationale Netzbetrieb bis Ende 1992 aufgebaut. Bis Ende März 1993 waren Roaming-Abkommen mit Belgien, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und der Schweiz geschlossen.
D1 setzt nicht nur neue Maßstäbe in der Übertragungsqualität, der Abhörsicherheit und der Portabilität der Geräte, sondern auch in der Vielfalt der Zusatzdienste. Über den Travel-Service, der in Kooperation mit dem Varta-Führer arbeitet, können die D1- wie auch die C-Netz-Kunden Flug- und Fahrplanauskünfte einholen, Hotelzimmer (meist zu günstigen Sonderkonditionen) und Restaurantplätze reservieren sowie Mietwagen buchen. Gemeinsam mit dem ADAC hat TELEKOM einen Verkehrsservice mit Stauwarnungen und Umfahrungsempfehlungen eingerichtet.
Nicht nur im digitalen D1-Netz verlief die Entwicklung sehr dynamisch: Auch im analogen C-Netz kletterte im Geschäftsjahr 1992 die Zahl der Teilnehmer noch einmal sprunghaft um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 772.000.
Cityruf und Chekker auf Erfolgskurs
Ebenfalls außerordentlich erfolgreich war Cityruf. Die Zahl der Teilnehmer stieg um über 50 Prozent - auf insgesamt 205.760, davon nutzten 113.285 den Ton-, 57.4i4 den numerischen und 36.061 den alphanumerischen Dienst. Neben dem Cityruf regional, der die Nutzung in festen Rufzonen ermöglicht, und Cityruf überregional, bei dem der Kunde in 8 Superzonen erreichbar ist, bietet TELEKOM den Cityruf international (früher Euromessage), der einen großen Teil Westeuropas abdeckt.
Höchste Wachstumsrate erzielte der Bündelfunk Chekker, der als Nachfolgedienst des Betriebsfunks besonders in den neuen Bundesländern erfolgreich ist dank Einrichtung mehrerer neuer Netze und des 1. Schrittes zur Integration ins öffentliche Telefonnetz. Der Chekker-Kunde kann seitdem in das Femsprechnetz hineintelefonieren. Nach dem 2. Schritt - zur vollen Integration - ist der Chekker-Kunde ab 1993 auch aus dem Netz heraus erreichbar. Im Jahre 1992 wuchs die Zahl der Funkstellen um 146 Prozent auf 27.820.
Kommunikation via „Modacom”
Nicht als Produkt für einen Massenmarkt konzipiert, aber für ein spezielles Kundensegment maßgeschneidert, wird 1993 die mobile Datenübertragung „Modacom” den Regelbetrieb aufnehmen. Die Funkversorgung der wichtigsten Wirtschaftsräume ist bereits vorhanden. Seit Februar 1992 arbeitet dieser Spezialdienst, mit dessen Hilfe Laptops oder Notebooks über ein tragbares Funkmodem Daten mit einem Zentralrechner austauschen können, bereits im Testbetrieb. Geeignet ist Modacom für die häufige und qualitativ hochwertige Datenübertragung, unter anderem in der Transportwirtschaft für das Fuhrparkmanagement und für Warenverteilsysteme, in der Versicherungswirtschaft und im Bankgewerbe für die Vertriebssteuerung und in Service-Außendiensten für den raschen Zugriff auf Ersatzteile.
Vollsortiment als Wettbewerbsvorteil
Ziel von TELEKOM ist die dauerhafte Marktführerschaft im Mobilfunkmarkt. Die Voraussetzungen sind gut: TELEKOM deckt mit ihrem Angebot die gesamte Bandbreite von stationären und mobilen Telekommunikationsdiensten ab und kann daher umfassend als „Vollsortimenter” beraten. Allein im Mobilfunk reicht die Palette von den nationalen und internationalen Funkrufdiensten über Bündelfunk, den internationalen Satellitenfunkdienst Inmarsat und mobilen Datenfunk bis zum Funktelefon im C- und D1-Netz. Mit insgesamt 1,2 Millionen Teilnehmern Ende 1992 ist TELEKOM der größte Mobilfunkanbieter in Europa.
Die Menschen bei TELEKOM im Wandel
Neue Chancen auf dem Weg von der Behörde zum Unternehmen
In wachsender Zahl und intensiver als je zuvor standen die Telekom Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1992 im kundenbezogenen Wettbewerb. Auf dem Weg von der eher technisch orientierten Fernmeldebehörde zum marktnahen und effizienzorientierten Dienstleistungsunternehmen, das sich im internationalen Wettbewerb behauptet, schafften sie wichtige Fortschritte. Nur mit ihrer Hilfe wird TELEKOM ihre Wettbewerbsfähigkeit auf den nationalen und internationalen Märkten sichern. Die bereits eingeleitete Entwicklung hin zu einem flexiblen und dynamischen Unternehmen weiter zu beschleunigen, ist die große Herausforderung der nahen Zukunft. Bis Ende 1994 soll das Reorganisationsprojekt „Telekom Kontakt”, das seit Ende 1992 umgesetzt wird, in seinen Fundamenten verwirklicht sein - als Ausgangsbasis für das geplante Umsatzwachstum um mehr als 50 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts, bei gleichzeitig reduziertem Anstieg der Personalkosten.
Ausbau der finanziellen Leistungsanreize
Unter den Bedingungen des ganz erheblich zunehmenden Wettbewerbsdrucks in einigen Marktsegmenten hatte sich das seit 1990 systematisch eingeführte Incentive-Instrumentarium von TELEKOM zu bewähren. Ziel ist, besondere Leistungen ugd Einsatzbereitschaft von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit sich ergänzenden Bezahlungsinstrumenten zu honorieren. So wurden im Berichtsjahr insgesamt 140 Millionen Mark bereitgestellt als
Leistungszulagen für überdurchschnittliche und über einen längeren Zeitraum erbrachte Leistungen (im Einzelfall bis zu 16.200 Mark pro Jahr),
Belohnungen für herausragende Einzelerfolge bis zu 3.0OO Mark (in der Zuständigkeit der Ämter und Direktionen) und
Arbeitsplatzvergütungen für besonders schwierige Tätigkeiten und vorübergehende Spitzenbelastungen (bis zu rund 200 Mark monatlich).
Damit stehen TELEKOM wichtige Instrumentarien zur Motivation und Flexibilisierung des Personaleinsatzes zur Verfügung. Kombiniert mit ausschließlich nach dem Leistungsprinzip durchzuführenden Beförderungen und Höhergruppierungen haben diese Möglichkeiten zu einem spürbaren Bewusstseinswandel beim Personal in Richtung Leistungs- und Kundenorientierung beigetragen. Gleichwohl stoßen auch diese, über das allgemeine herkömmliche öffentliche Dienstrecht hinausgehenden Regelungen in einigen Bereichen schon heute an ihre Grenzen.
Um jedoch bereits auf Basis der bestehenden Rechtsgrundlage Fortschritte in Richtung auf leistungsgerechtere Bezahlung zu erzielen, hat TELEKOM eine Reihe von Aktivitäten auch im Gesetzgebungsbereich unternommen, zum Beispiel mit dem Ziel, die Anfangs- und Spitzengehälter in bestimmten Laufbahngruppen zu verbessern.
254.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Im Jahresdurchschnitt hatte TELEKOM 1992 rund 254.000 Beschäftigte, wobei Teilzeit- auf Vollzeitarbeitskräfte umgerechnet sind. Davon waren 119.000 Beamte, 46.000 Angestellte und 66.000 Arbeiter sowie 23.000 Auszubildende.
Die Planungen sehen vor, die Zahl der Stellen bis 1998 durch Vereinfachung der Arbeitsabläufe, ausgefeilte Trainingskonzepte und weitere Maßnahmen der Effizienzsteigerung um rund 20.000 zu reduzieren Dies wird sozialverträgiich im Zuge der natürlichen Fluktuation geschehen.
Mehr Chancengleichheit durch frauenfreundliche Arbeitsmodelle
Der Anteil der Frauen an der Telekom Belegschaft betrug rund 33 Prozent, mit leicht steigender Tendenz. Am höchsten war der Frauenanteil mit 68 Prozent bei den Angestellten, am niedrigsten mit 11 Prozent bei den Arbeitern; bei den Beamten waren es 36 Prozent.
Nachdrücklich fortgesetzt hat TELEKOM ihr Konzept der Frauenförderung - als wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des U nternehmens, das als einer der größten deutschen Arbeitgeber auch künftig nicht nur seine technologische, sondern auch seine soziale Kompetenz beweisen wird. Ziel des Förderkonzepts ist, die durch Technik und Sachlichkeit charakterisierte TELEKOM als frauenfreundliches Unternehmen zu profilieren, um mehr fachlich qualifizierte Frauen zu gewinnen und zu binden.
Die im Berichtsjahr vom Vorstand beschlossene Frauenförderung als Bestandteil des auf Qualifikation und Flexibilität angelegten Personalgesamtkonzepts von TELEKOM sieht konkrete und überprüfbare Maßnahmen vor: steigender Frauenanteil in den technischen Berufen, gezieltere Qualifizierung von Frauen und stärkere Beteiligung an Führungsaufgaben, leichtere Wiedereingliederung nach der Familienphase und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Dafür arbeitet die Frauenbeauftragte mit den zuständigen Dienststellen geeignete Maßnahmen und Programme aus, beispielsweise flexiblere Arbeitsmodelle und mehr Teilzeitbeschäftigung einschließlich Job-sharing (Teildienstposten) bis in Führungsebenen hinein. Auch die Möglichkeit, Aufgaben zeitlich befristet außerhalb der Dienststellen beispielsweise auch zu Hause zu erledigen, wird geprüft.
Ein wesentlicher Akzent liegt auf den Wiedereinstiegsangeboten nach dem Mutterschaftsurlaub. Schon während der Familienpause werden die beurlaubten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über alles Wissenswerte informiert. Dazu gehören gezielte Fortbildungsmaßnahmen und die Möglichkeit, an Veranstaltungen der eigenen Dienststelle teilzunehmen. Seminare nach der Beurlaubung sorgen für einen aktualisierten Wissensstand.
Um mehr Frauen für Führungsaufgaben zu motivieren, wird das Unternehmen deren spezifischen - von traditionellen Karrieremustern abweichenden - Berufswegen Rechnung tragen und die Verfahren zur dienstlichen Beurteilung besser auf ihre besonderen Qualifikationen ausrichten. Hierbei werden insbesondere auch die persönlich-sozialen Qualifikationen in geeigneter Weise berücksichtigt.
Anpassungsfortbildung in den neuen Bundesländern
Auch personell und organisatorisch wächst zusammen, was zusammen gehort: TELEKOM in Ost und West. Rund 41.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 1992 in den neuen Bundesländern tätig. Nachdem bereits im Vorjahr der überwiegende Teil der westdeutschen Tarifregelungen dem Prinzip nach auf Ostdeutschland übertragen worden war, insbesondere das Lohn- und Vergütungssystem samt Zuschlägen und Zulagen sowie das Eingruppierungssystem, machte die Integration der ostdeutschen Beschäftigten planmäßige Fortschritte: Seit dem 1. Dezember 1992 erhalten sie 74 Prozent der westdeutschen Vergütungen und Löhne.
Anpassungsfortbildung wurde in den neuen Bundesländern weiterhin großgeschrieben; der dafür erforderliche Zeitaufwand betrug im Geschäftsjahr 1992 rund 51.000 Tage. Ausgehend von den aktuellen Betriebserfordernissen oder auch im Zusammenhang mit der Einführung neuer Betriebstechniken zielten die Fortbiidungsmaßnahmen auf möglichst rasche Qualifizierung, um ein einheitliches Leistungsniveau in Ost und West zu gewährleisten.
Besondere Aufmerksamkeit widmete TELEKOM der Fortbildung von 1.000 Führungskräften aus den neuen Bundesländern: Stabsbereichsleiter und Referenten aus der Stabsstelle Berlin, Abteilungs- und Referatsleiter aus den regionalen Mittelbehörden, Amtsvorsteher, Abteilungsleiter und Stellenvorsteher aus den Fernmelde- und Fernmeldezeugämtern, die sämtlich Führungsverantwortung tragen und damit als Multiplikatoren wirken. Das ganze Berichtsjahr über nahmen sie an einem von der Telekom Führungsakademie maßgeschneiderten, fast 1½-jährigen Programm teil. Es umfasste einen Fernlehrgang (insbesondere Unternehmensstrategie, marktorientierte Unternehmensführung, Personalmanagement sowie Managementprinzipien) und 44 begleitende Arbeitskreise, die monatlich bei Fernmeldeämtern und Direktionen stattfanden.
Für dumpfe Fremdenfeindlichkeit ist bei TELEKOM kein Platz. Nicht zuletzt, weil Kommunikation international - über Grenzen hinweg - zentrale Unternehmensaufgabe von TELEKOM ist.
Foto Deutsche Bundespost TELEKOM
Lehrgänge für 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Auch in den alten Bundesländern führte TELEKOM ihre Fortbildungsoffensive weiter. So hatten die Lehrkräfte von TELEKOM Gelegenheit, sich im Rahmen einer 3-wöchigen Maßnahme unter dem Titel „Pedal” (Pädagogische Eignung der Ausbilder und Lehrkräfte) fortzubilden. Diese Seminare laufen seit Mai 1992.
Insgesamt stellte TELEKOM für die Fortbildung, an der rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilnahmen, 355 Millionen Mark zur Verfügung. Der Zeitaufwand der Lehrgänge summierte sich auf 702.000 Tage. Die Schwerpunkte der Bildungsmaßnahmen lagen abermals in den kundenorientierten Bereichen Vertrieb und Service sowie - angesichts der zunehmenden internationalen Aktivitäten und Kooperationen von TELEKOM - in der Förderung von Fremdsprachenkenntnissen mit 126 Englisch-, 34 Französisch-, 12 Russisch- und 8 Spanischkursen. In zunehmendem Maße wurden 1992 das Rechnungswesen, die Finanzbuchhaltung und das Controlling zu Fortbildungsinhalten.
Reorganisation erfordert Qualifizierung auf allen Ebenen
Um den beschleunigten Wandel von TELEKOM zum markt- und kundenorientierten, in Entscheidungsabläufen und Verantwortung dezentralisierten Unternehmen erfolgreich zu gestalten, kommt es ganz besonders auf die Kompetenz des Managements und auf ein ausreichend großes Reservoir an Top-Führungskräften an. Deshalb hatte 1992 die Aus- und Fortbildung auch auf diesem Feld herausragende Bedeutung. Personalentwicklungspläne ermöglichten ein gezielteres Development beziehungsweise Training by objectives.
Um einer zu schmalbandigen Ausrichtung auf isolierten Teilgebieten vorzubeugen, wurden - in Kooperation mit externen Institutionen - an der Schwelle zu höherer Verantwortung zwischen den Managementebenen Seminarzyklen eingebaut. In der Ausbildung des Führungskräftenachwuchses arbeitet TELEKOM mit der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar zusammen. Ein 3-teiliger 8-Wochen-Kurs mit dem Universitätsseminar der Wirtschaft (USW) begleitet den Übergang zur mittleren Führungsebene und ein firmenspezifischer Kurzstudiengang („Zusatzdiplom in Unternehmensführung”) in Zusammenarbeit mit der Hochschule St. Gallen den Aufstieg in die oberste Verantwortungsebene.
Besonderes Gewicht für die Schulung auf den oberen Personalebenen kam neben den externen Einrichtungen wieder der Akademie für Führungskräfte von TELEKOM zu, deren Programmangebot in Volks- und Betriebswirtschaft 1992 eine neue Organisationsstruktur erhielt. In der Akademie fanden im Berichtsjahr 318 Veranstaltungen zu den Themenbereichen Unternehmenspolitik, Führung, Recht, Technik und Wirtschaft mit 6.800 Teilnehmern statt.
Managementausbildung mit internationalem Zuschnitt
Mit Nachdruck hat TELEKOM die international ausgerichtete Zusatzausbildung für Führungsnachwuchs und Führungskräfte intensiviert. Damit trägt sie der wachsenden Internationalisierung des Geschäfts Rechnung und zwar sowohl im Hinblick auf den wachsenden Wettbewerb mit ausländischen Telekommunikationsunternehmen als auch auf die zunehmende Notwendigkeit grenzüberschreitender Kooperation.
Im Berichtsjahr wurden - mit steigender Tendenz - 64 einzelne Maßnahmen realisiert. Neben den vertieften bilateralen Kontakten auf allen Hierarchiestufen, dem bis zu 1-jährigen Austausch von Mitarbeitern mit France Télécom, Studienaufenthalten in Harvard und Delft sowie den Referendar-Exkursionen in westeuropäische Länder und die USA haben 1992 3 neue Projekte so große Resonanz gefunden, dass sie weiter ausgebaut werden:
Middle-Management-Exchange: Diese multinationalen 3-wöchigen Programme bieten ausgewählten Telekom Mitarbeitern die Möglichkeit, Seminare im Ausland mit individuellen Sonderstudienaufgaben (zum Beispiel „Marketing-Orientierung der British Telecom”, „Personaigewinnungskonzepte der France Téléom” oder „Frauenförderung in Italien”) zu verbinden.
Big-5-Seminar: Auf der Basis der Erfahrungen mit der für ganz Westeuropa zuständigen European Management Training Group (EMTG) veranstaltet TELEKOM gemeinsam mit British Telecom, France Télécom, der spanischen Telefónica und der schwedischen STET unter dem Motto „The European Challenge” international gemischte Seminare mit Workshops.
Managementseminare für Osteuropäer: Nicht zuletzt mit dem Ziel, die Kontakte zu den südost- und osteuropäischen Telekommunikationsbehörden und ihren Führungskräften mit praktischen Erfahrungen von 3 bis 5 Jahren zu vertiefen, bietet ihnen TELEKOM deutschsprachige Managementseminare.
Im Zusammenhang mit der internen Neustrukturierung waren im Geschäftsjahr 1992 verstärkte Bemühungen zur Erhaltung und zum Ausbau von Beschäftigungsmöglichkeiten für Schwerbehinderte erforderlich.
Zur Fort- und Weiterbildung der Führungskräfte wurde in Kooperation mit der Akademie für Führungskräfte ein spezielles Seminar „Schwerbehinderte bei der Deutschen Bundespost - ihre Integration ins Arbeitsleben” aktualisiert und auf diesen Teilnehmerkreis zugeschnitten. Damit verbunden war das Ziel, die Sensibilität für die Belange der Schwerbehinderten zu erhöhen.
Darüber hinaus wurden weitere Anstrengungen unternommen, um den Einsatz verbesserter technischer Hilfsmittel und modernster Kommunikationstechnik zu ermöglichen. Auf diese Weise werden Motivation, Flexibilität und Unabhängigkeit der im Unternehmen integrierten schwerbehinderten Mitarbeiter von TELEKOM erhöht.
Enge Zusammenarbeit mit den Personalvertretungen
Die Aus- und Fortbildung von TELEKOM leistet einen wesentlichen Beitrag, um die Unternehmens-Reorganisation „Telekom Kontakt” mit Leben zu erfüllen und darüber hinaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu befähigen, Aufstiegschancen qualifiziert zu nutzen.
Der nach einem ehrgeizigen Zeitplan beschleunigte Modernisierungsprozess hin zu einer neuen Unternehmenskultur mit mehr Eigenverantwortung aller bei TELEKOM Tätigen verläuft in enger Zusammenarbeit mit den Personalvertretungen. Organisatorisch ist „Telekom Kontakt” auch insofern eine Premiere, als eine vollständige Detailplanung nicht am Beginn feststand, sondern erst in Projektgruppen - gemeinsam mit rund 80 Teilnehmern aus der Generaldirektion und allen Sparten der Außenorganisation sowie Vertretern des Hauptpersonalrats - erarbeitet wird.
Neue Ziele für Forschung und Entwicklung
Mehr und mehr entwickelt sich die Telekommunikation zu einer „science-based industry”. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) sind gewaltig. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Informatik, Elektronik und Festkörperforschung verschmelzen und erzeugen einen starken Innovationsdruck auf die Entwicklung von Netzen und Diensten.
Oberstes Ziel von TELEKOM ist Forschen und Entwickeln, um ihren Kunden attraktive Produkte und Dienste anbieten zu können, mit denen sie ihre ehrgeizigen Ziele für Umsatz und Gewinn erreichen kann. Mit einem ausgewogenen Projekt-Portfolio unterstützt der Bereich Forschung und Entwicklung von TELEKOM die Wirtschaftlichkeit der Investitionen.
In diese Richtung wurde die FuE-Strategie von TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 neu ausgerichtet. TELEKOM betreibt keine eigene Grundlagenforschung mehr. Vielmehr llegt der Schwerpunkt auf Anwendungsorientierung. Entsprechend wurde im Geschäftsjahr 1992 damit begonnen, die Projekte auf die Kernbereiche „Dienste” und „Netze” auszurichten. Im Vordergrund stehen Schlüsselbereiche wie beispielsweise kohärente Übertragungstechnik, Optoelektronik, Netzarchitektur und wissensbasierte Systeme. Erheblich ausgeweitet wurde und wird weiter die Softwareentwicklung. Im Einklang mit der Neuorientierung der FuE-Aktivitäten wurde im Geschäftsjahr 1992 das Projekt „Berkom” beendet und dessen Aufgaben in eine Tochtergesellschaft von TELEKOM, die DeTeBerkom, überführt.
Im Geschäftsjahr 1992 betrug der FuE-Etat von TELEKOM 782 Millionen Mark. Gegenüber dem Vorjahr (Budget: 510 Millionen Mark) entspricht dies bereits einer Steigerung um rund 44 Prozent. Im folgenden Jahr wird das Finanzvolumen noch einmal um rund 1 Viertel auf dann insgesamt 910 Millionen Mark aufgestockt.
Forschung in den Kernbereichen betreibt TELEKOM weitgehend in Eigenregie, aber auch in Kooperation mit Hochschulen oder außeruniversitären Instituten. Intensiv ist die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene im Rahmen der Programme COST, RACE II, EURESCOM und EUREKA, um Doppelarbeit zu vermeiden und positive Synergien zu nutzen.
Entwicklungsprojekte schließen die Industrie mit ein, unter anderem in Form von Feldversuchen oder Pilotinstallationen, um so Erfahrungen mit der Implementierung im Netz oder beim Kunden zu sammeln. In begründeten Ausnahmefällen forschen TELEKOM und Industrie gemeinsam, beispielsweise im Sektor optoelektronische integrierte Schaltungen.
Die eigene Forschung von TELEKOM konzentriert sich auf die Weiter- und Neuentwicklung von Diensten und die Verbesserung der Netzdualität in technischer und ökonomischer Hinsicht als Basis für innovative Dienste. Im Bereich Telekommunikationsdienste standen im Geschäftsjahr l992 die Themen Software-Techniken, Systemsicherheit, Sprachkommunikation und audiovisuelle Kommunikation (Multimedia) im Mittelpunkt.
Software-Techniken und Systemsicherheit
So entwickelt TELEKOM auf Basis kryptographischer Methoden und Medien - wie zum Beispiel Chipkarten - Sicherheitskonzeptionen für Netze und Dienste. Telekom Experten arbeiten mit an der Entwicklung und Durchsetzung für Sicherheitsstandards paneuropäischer Netze. Neue Software soll die Verschmelzung von Informations- und Kommunikationskomponenten für kundenindividuelle Integrationslösungen beschleunigen.
Sprachkommunikation
Das Forschungs- und Technologiezentrum von TELEKOM entwickelte einen GSM-Codex für die Sprachübertragung bei halber Bit-Rate, was die Verdoppelung der verfügbaren Kanalkapazität ermöglicht und so zur Effizienzsteigerung beiträgt. Weit fortgeschritten ist die Entwicklung eines sprachgesteuerten Telekommunikationssystems für den Einsatz im Endgerät. Daneben widmen sich die Telekom Forscher Sprachdialogsystemen für Anwendungen in der Telekommunikation, zum Beispiel Telefon-Banking und Cityruf-Eingabe.
Zum Beispiel zum Stichwort „Hochaufiösendes Fernsehen”: TELEKOM forscht auf den Gebieten Standards, wirtschaftliche Übertragungstechniken und Codierverfahren. Ziel ist hier unter anderem die digitale Mehrprogrammübertragung via herkömmlicher Fernsehkanäle über Kabel, Satellit und terrestrische TV-Sender.
Die generelle Zielsetzung der Forschung auf dem Gebiet der Netze lautet Vorbereitung der Basis für zukünftige Dienste und Bereitstellung kostengünstiger Netze. Schwerpunkte sind Netzdimensionierung, ATM, Intelligente Netze, Zeichengabe, Funk- und Breitbandkommunikation.
Ziel der Forschungsarbeiten ist die Entwicklung und Bereitstellung effizienter Strukturen für alle Netzarten, beispielsweise in der Sprach- und Datenübermittlung wie in der mobilen Kommunikation, oder von Verfahren und Techniken, die einen höheren Auslastungsgrad ermöglichen (zum Beispiel „Routing”). Niedriger Investitionsbedarf kombiniert mit hoher Leistungsfähigkeit der Netze ist die Voraussetzung für die Realisierung günstiger Tarifangebote.
Asynchroner Transfer Modus (ATM) ist der Kern der künftigen Breitbandtechnoiogie. ATM hilft, die Kapazität des Netzes besser auszunutzen. Bei der ATM-Übertragungstechnik werden die Daten zu Informationspaketen geschnürt und übermittelt. ATM ist ein Instrument, um die unterschiedlichsten Datenmengen effizient zu transportieren - wichtig für Anwendungen wie beispielsweise die Multimedia-Kommunikation.
Intelligente Netze, Netzdienste
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung funktionaler Netzarchitekturen als Basis künftiger nutzenorientierter, netznaher Dienste, zum Beispiel als Voraussetzung für „Universal Personal Communication”.
Zeichengabe
Ein neues leistungsfähigeres Zeichengabesystem soil das „alte” Zeichengabesystem Nr. 7 erweitern und Multimedia-Anwendungen sowie Mehrbenutzerdienste („Konferenzdienste”) im B-ISDN unterstützen.
Höhere Frequenzen, größerer Detaillierungsgrad, Verwendung topographischer Datenbanken mit verbesserter Auflösung sind die Ziele einer optimierten Funknetzpianung. Aufgabe der Telekom FuE-Labors ist die Weiterentwicklung der entsprechenden Werkzeuge. Darüber hinaus werden neuartige Übertragungsverfahren erprobt (Advanced TDMA, CDMA, COFDM für DAB und DVB) und das 20/30-Gigaherz-Frequenzband für die Satellitenkommunikation erschlossen. Schließlich werden die biologischen - insbesondere die athermischen - Effekte hochfreguenter elektromagnetischer Felder für Mobil-, Richt- und Rundfunk untersucht.
Ziel ist die Weiterentwicklung von Übertragungstechniken zur breitbandigen Nutzung konventioneller Telefonkabel. Daneben entwickelt TELEKOM innovative Verfahren der optischen Nachrichtentechnik für breitbandige Teilnehmeranschlüsse.
Die Verbund- und Vertragsforschung mit externen Instituten konzentriert sich auf die Bereiche:
Neue Werkstoffe, zum Beispiel Polymere, für die optische Kommunikationstechnik als kostengünstige Alternative und Ergänzung zur Realisierung optoelektronischer Schaltungen auf Halbleiterbasis
Abstimmbare Laserdioden für Anwendungen in der optischen Breitbandkommunikation
Monolithisch integrierte optische Sender und Empfänger für das künftige optische Teilnehmer-Anschlussnetz
Detaillierte Analysen von Signalstörungen bei digitalen Verbindungen als Voraussetzung für sichere Übertragungsverfahren.
Teilergebnisse dieser Arbeiten werden heute bereits in den passiven optischen Netzen genutzt.
Umweltschutz als unternehmerische Aufgabe
Am Anfang war das Rad. Es machte den Menschen beweglicher. Die um gewaltige Dimensionen gewachsene Mobilität provoziert inzwischen jedoch beinahe den Dauerstau.
Konstruktive Antworten auf drohende ökologische Krisen liefert die Telekommunikation, denn Investitionen in intelligente Verkehrsleitsysteme können dem Verkehrsinfarkt vorbeugen. Staus beispielsweise können oft vermieden werden, wenn das Verkehrsaufkommen während der Rush-hour nur um 10 Prozent reduziert würde, schätzen Verkehrswissenschaftler.
Videokonferenzen, ISDN-Bildübertragungssysteme und Bildtelefon machen manche zeitraubende und umweltbelastende Reise überflüssig. Computerverbundnetze erleichtern dezentrale Unternehmenskonzepte, wodurch Ballungszentren entlastet und Verkehre entzerrt werden können. In die gleiche Richtung wirken Tele-Arbeitsplätze, die zeitflexibleres Arbeiten ermöglichen.
Der Mobilfunk eröffnet Möglichkeiten zu einem effizienteren Flotten-Management im Gütertransport und zu einer Reduzierung der umweltschädlichen Leerfahrten, die derzeit etwa 40 Prozent aller Lkw-Fahrten ausmachen. Europa- und weltweite Kommunikätionsnetze bringen Nachfrage und Disposition von Transportkapazitäten global einander näher. Glasfaser-, Mobilfunk und Satellitennetze von TELEKOM schonen so die Umwelt.
TELEKOM ist sich auch seiner eigenen Verantwortung für Natur und Umwelt bewusst. Aktiv und initiativ hat TELEKOM eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Gesamtbilanz des Unternehmens gestartet. Nicht zuletzt ist der hohere Stellenwert des Themas Umweltschutz auch Ausdruck der Nähe zum Kunden, dessen Konsumverhalten sich zunehmend in Richtung Umweltbewusstsein orientiert.
Eine eigene Umwelt-Tochter
Beispiel Elektronik-Schrott. Jährlich fallen in Deutschland mehr als 2.000 Tonnen ausrangierter Telefone und Nebenstellenanlagen an. Da Vermeidung immer die beste Anti-Müll-Strategie ist, setzt TELEKOM bereits bei Idee und Planung ihrer Produkte an: Die Fachhochschule Darmstadt arbeitet im Auftrag von TELEKOM an einem Forschungsprojekt „recyclinggerechtes Konstruieren”. Erfahrungen aus der Verwertung fließen unmittelbar in die Produktgestaltung und die Produktion ein, um so den Wiederverwertungsgrad zu erhöhen.
Darüber hinaus arbeiten bei TELEKOM intern Experten in verschiedenen Arbeitsgruppen an Strategien zur Abfallvermeidung und -verwertung sowie zur Verringerung von negativen Umweltbelastungen am Arbeitsplatz.
Schon seit Jahren hat TELEKOM die Rücknahme von Miet-Apparaten organisiert und damit den ersten Schritt in Richtung auf einen geschlossenen Wertstoffkreislauf getan. Im Fernmeldezeugamt Bremen werden die ausranglerten Telekommunikationsgeräte auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft. 1 Drittel kann direkt wieder eingesetzt werden, ein weiteres Drittel ist reparaturfähig, der Rest muss recycelt werden.
Im Geschäftsjahr l992 lieferte eine gemeinsame Großversuchsanlage von TELEKOM und der Preussag-Tochter Noell GmbH, Würzburg, im niedersächsischen Goslar die nötigen Erkenntnisse für den Aufbau eines umfassenden Recyclingkreislaufes auf industrieller Basis. Zwischen 80.000 und 100.000 Geräte werden dort pro Monat aufbereitet. Damit konnten die Weichen gestellt werden für eine wegweisende Initiative zur Wiederverwertung von Elektronik-Schrott.
Zu Beginn des Jahres 1993 schließlich beschloss der Aufsichtsrat die Gründung einer gemeinsamen Tochter mit der Preussag AG und der Alcatel SEL AG mit Namen Electrocycling-Eigentümer GmbH. Das Gemeinschaftsunternehmen soll für die gesamte Bundesrepublik das großtechnische Recycling von ausrangierten Telefonen, Anrufbeantwortern, Telefax- und Bildschirmgeräten aufbauen.
Zunächst werden pro Jahr etwa 12.000 Tonnen Altmaterial, davon 3.000 von TELEKOM, wiederaufbereitet. Bereits in wenigen Jahren sollen die Kapazitäten jedoch auf bis zu 21.000 Tonnen im Jahr aufgestockt werden. Das System wird über die beteiligten Partnerfirmen hinaus weiteren Interessenten offenstehen und Recyclingkapazitäten am Markt offerieren. Experten rechnen für l998 mit einem Aufkommen an Elektronik-Schrott in der Bundesrepublik von insgesamt l,8 Millionen Tonnen.
Nach derzeitigem Stand der Technik sind etwa 80 Prozent der in Telefonen eingesetzten Materialien wiederverwendbar. Metalle, Kunststoffe und Kabel können durch das entwickelte Verfahren in so reiner Form gewonnen werden, dass sie anschließend direkt in den Produktionskreislauf zurückfließen. Die übrigen 20 Prozent des Telefons eignen sich aufgrund ihrer Feinkörnigkeit für eine umweltfreundliche Gasgewinnung. Das dabei gewonnene Gas wird als Rohstoff für neue Kunststoffe genutzt.
Sammeln statt wegwerfen
Telefonkarten sind auf dem Vormarsch. Auch hier hat TELEKOM die Voraussetzungen für eine umweltgerechte Beseitigung verbrauchter Plastikkarten geschaffen. In einem ausgeklügelten mechanischen Verfahren werden zunächst die metallenen Mikrochips entfernt. Dann werden die übrig gebliebenen Kunststoffteile zerkleinert und zu einem Rohmaterial aufbereitet, das wiederum zur Herstellung von Folien für verschiedene Einsatzzwecke geeignet ist.
Zunehmend sauber: der Telekom Fuhrpark
13.000 Erdumkreisungen oder 540 Millionen Kilometer oder 47 Millionen Liter Kraftstoffverbrauch pro Jahr - Daten des Fuhrparks Telekom, der größten zivilen Fahrzeugflotte Europas. Gerade hier liegt ein gewaltiges Potenzial zur ökologischen Nachrüstung. Das Ziel: Bis zum Jahr 2000 will TELEKOM den Kraftstoffverbrauch und auch die Schadstoffemission schrittweise bis 1996 um 15 Prozent und bis zum Jahr 2000 sogar um 1 Viertel senken. Das Rezept: Reifen mit geringem Rollwiderstand, sparsamere Dieselmotoren mit Katalysator, verminderte Fahrzeuggewichte und die Ausrüstung von zunächst 200 Versuchsfahrzeugen mit Hybridantrieb - ein beispielhaftes Projekt, das nicht zuletzt der Fahrzeugindustrie einen verlässlichen Planungsrahmen liefert für die raschere Entwicklung umweltfreundlicherer Technologien.
Bei diesem ehrgeizigen Projekt greift TELEKOM zurück auf das Know-how des Instituts für Kraftfahrwesen an der Technischen Hochschule Aachen. 70 Millionen Mark investiert TELEKOM in dieses Engagement für eine saubere Umwelt in den nächsten 10 Jahren.
Optischer Umweltschutz
Großflächige Schneisen durch Wälder und Erholungsgebiete, gefällte Bäume für Telefonmasten. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern ist Überbodenverkabelung in Deutschland die absolute Ausnahme. TELEKOM baut generell qualitativ aufwendiger, weil umweltverträglicher. So werden die Kommunikationsnetze, weitgehend auch beim Aufbau der Infrastruktur in den neuen Bundesländern, unterirdisch verlegt - wenngleich eine Überbodenverkabelung einfacher, billiger und schneller wäre.
Umweltschutz schreibt TELEKOM auch beim Papierverbrauch groß. Für den internen Schriftverkehr kommt weit überwiegend bereits Recyclingpapier zum Einsatz. Die Mitarbeiter-Zeitung „Telekom Monitor” und das Briefpapier im Kundenkontakt werden auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Umweltexperten, Papierhersteller und Druckereien helfen, das für den jeweiligen Zweck umweltfreundlichste Medium herauszufiltern. Seit Langem werden schon die in Millionenauflagen gedruckten Telefonbücher von TELEKOM gesammelt und wiederverwertet.
Unternehmenskommunikation - Schritte auf dem Weg zur Sicherung des Profils
Dank konsequenter Präsentation des neuen Unternehmensprofils hat TELEKOM im vergangenen Jahr deutliche Fortschritte in der Durchsetzung des neuen Erscheinungsbildes erzielt. Der Name „Telekom” hat sich weitgehend durchgesetzt. Firmenname, Firmenzeichen, letztlich der gesamte neue Unternehmensauftritt unterstützen TELEKOM auf dem Weg zum modernen, dynamischen und im harten Wettbewerb erfolgreichen Unternehmen.
Imageanalysen bestätigen den Erfolg des neuen Unternehmensauftritts: TELEKOM wird für breite Bevölkerungskreise und die Beschäftigten konkret erleb- und fassbar, Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter identifizieren sich zunehmend mit dem Unternehmen TELEKOM. Das neue Erscheinungsbild passt in den Augen der Öffentlichkeit zu TELEKOM, der Name steht in hohem Maße für Leistungsfähigkeit und unternehmerisch orientiertes Verhalten.
TELEKOM sieht sich mehr und mehr dem weltweiten Wettbewerb auf den internationalen Telekommunikationsmärkten ausgesetzt. Das Unternehmen muss als Reaktion darauf die internationale Präsenz verstärken. Eine Aufgabe auch für die Kommunikation: Es gilt, dem Unternehmen auch auf der internationalen Bühne ein erfolgversprechendes und unverwechselbares Profil zu geben.
Der Auftritt auf dem Weltmarkt stellt für TELEKOM eine große Herausforderung an die Identität des Unternehmens dar. Denn gleichzeitig müssen die nationale Herkunft („Made in Germany”) als Wettbewerbsvorteil herausgestrichen, die globale Präsenz als weltweit operierender Kommunikationskonzern unterstrichen und die Verbundenheit mit Regionen und ihren spezifischen Kommunikationsbedürfnissen glaubhaft gemacht werden.
Die Marke Telekom
Das Leistungsangebot von TELEKOM ist vielfältig. Gerade deshalb muss jedes Produkt und jede Dienstleistung auch als Produkt oder Dienstleistung von TELEKOM erkennbar sein. Erst dann können die Produkte sich über das Unternehmen profilieren. Und das Unternehmen kann sich über seine Produkte und Dienstleistungen fest im Wettbewerb etablieren.
TELEKOM gewinnt als Marke stetig an Gestalt. So wird TELEKOM im umkämpften Weltmarkt für Telekommunikation zu einem etablierten Begriff. Durch die Neuorganisation wird die Nähe zum Kunden und die Eigenständigkeit der einzelnen Unternehmensbereiche gefestigt. Eine starke Dachmarke hilft, den Zusammenhang und das gemeinsame Element „Qualität” zu betonen und sichtbar zu machen.
Weiteres wichtiges Ziel im Jahre 1992 war eine Verstärkung des Dialogs mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Erfolges auf allen Märkten ist die Tragfähigkeit der neuen Identität im Unternehmen. Bei rund 231.000 Mitarbeitern ist eine solide Verankerung des neuen Selbstverständnisses eine enorme Kommunikationsaufgabe.
Beim Start in die Eigenständigkeit im Jahr 1989 zeigten Marktforschungsergebnisse erhebliche Imagedefizite in den für die Telekommunikation entscheidenden Bereichen High-Tech-Ausrichtung, Innovationskraft und Zukunftsorientierung. Seit Frühjahr 1990 informiert TELEKOM deshalb in Anzeigen, TV-Spots, Plakaten und Broschüren über Ziele, Selbstverständnis und Leistung - und fördert so die Schaffung eines plastischen Bildes vom Unternehmen TELEKOM in der Öffentlichkeit. Mit Erfolg, wie die Marktforschung zeigt: In wichtigen Imagedimensionen braucht TELEKOM den Vergleich mit anderen kompetenten High-Tech-Unternehmen heute nicht mehr zu scheuen. Auch die Kundenzufriedenheit ist gestiegen. Von Juni 1991 bis Juni 1992 von 59 auf 69 Prozent.
Förderer von Sport und Kultur
Neben Corporate Design und Werbung ist auch Sponsoring ein integraler Bestandteil der Kommunikationsstrategie von TELEKOM. Wie die Telekommunikation, so sind auch Sport und Kultur wichtige Instrumente zur Integration und Völkerverständigung. Das ist der Hintergrund, vor dem sich TELEKOM als engagierter Förderer herausragender Sportereignisse versteht.
So war TELEKOM im Geschäftsjahr 1992 Top-Sponsor der deutschen Olympiamannschaft bei den Wettbewerben in Albertville und Barcelona. TELEKOM ist Mitglied im „Team Olympia”, einem Kreis von Großunternehmen zur Förderung der deutschen Olympiamannschaft. Als Gesellschafter und Lizenznehmer der Olympia 2000 Marketing GmbH fördert TELEKOM auch aktiv die Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele im Jahr 2000.
Im Radsport ist TELEKOM Hauptförderer in Deutschland. Das „Team Telekom” zählt als einziges deutsches Profi-Radteam zur Weltklasse. Im Jahr 1992 war das Team Telekom bei allen Weltpokalrennen am Start. Darüber hinaus unterstützt TELEKOM als Hauptförderer des Bundes Deutscher Radfahrer die deutschen Nationalmannschaften der Bahn- und Straßenfahrer, der Mountainbiker sowie der Cross-Spezialisten und Hallenradsportler.
Daneben fördert TELEKOM Postsportvereine in der 1. und 2. Bundesliga in den dynamischen Ballsportarten Handball, Volleyball, Tischtennis und Basketball.
Auch in der Leichtathletik engagiert sich TELEKOM als Sponsor bei großen Sportfesten internationalen Zuschnitts - zum Beispiel beim internationalen Telekom Sportfest des ASV in Köln und beim ISTAF '92 in Berlin.
Ein Schwerpunkt des Engagements von TELEKOM im kulturellen Bereich ist die klassische Musik. Im Mittelpunkt: Die Klassische Philharmonie Telekom Bonn unter der Leitung von Professor Heribert Beissel - ein hervorragendes junges Orchester, das eine seiner vornehmlichsten Aufgaben in der Nachwuchsförderung sieht. Bilanz des Geschäftsjahres 1992: 40 Auftritte im In- und Ausland. Gemeinsam mit der Klassischen Philharmonie Telekom Bonn begründete TELEKOM eine eigene CD-Edition mit 2 Einspielungen im Jahr 1992.
Die Förderung der Pop-Art-Show im Frühjahr 1992 war für TELEKOM der Einstieg in die Bildende Kunst. Das Engagement von TELEKOM hat entscheidend dazu beigetragen, dass diese ungewöhnliche Ausstellung - nach der Präsentation in London und Madrid - auch im Kölner Museum Ludwig zu sehen war.
Mit der „Piazza Virtuale” auf der Documenta IX in Kassel gelang TELEKOM die nahezu perfekte Verbindung von Kunst und Kommunikation. Dieses künstlerisch-technische Medienprojekt zeigte neue Wege auf: Fernsehen als interaktives Medium für die Kunst und zugleich - mithilfe innovativer Technologien - als Experimentierfeld für zukünftige Kommunikationsformen.
Aus Geschäftsbericht 1992: Auszug aus den „Erläuterungen zur Bilanz”
(7) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffen überwiegend Forderungen aus dem Fernsprechdienst in Höhe von 4,3 Milliarden DM. Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Vorsteuerforderungen von 4,3 Milliarden DM sowie eine an den Bund zu leistende Vorauszahlung auf Ablieferungen von 2 Milliarden DM. Sämtliche Forderungen sind innerhalb eines Jahres fällig.
(9) Kapital
Das Eigenkapital beträgt 34,6 Milliarden DM und liegt auch bei Einbeziehung der Rücklagen weiterhin deutlich unter der gesetzlichen Sollvorgabe von 1 Drittel des Gesamtkapitals nach § 41 PostVerwG.
Die Erhöhung des Kapitals um 410 Millionen DM ergibt sich aus § 28 Abs. 4 Haushaltsgesetz 1992. Danach wurde die Ablieferung auf Betriebseinnahmen im Beitrittsgebiet mit der Auflage erlassen, dass der erlassene Teilbetrag zur Verstärkung des Eigenkapitals verwendet wird.
(14)Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stehen vor allem mit Anlagenbeschaffungen im Zusammenhang.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Deutsche Bundespost POSTBANK und Deutsche Bundespost POSTDIENST enthalten hauptsächlich Finanzschulden gegenüber der POSTBANK in Höhe von 29,9 Milliarden DM.[...]
Auszug aus den „Erläuterungen zu der Gewinn- und Verlustrechnung”
(16) Umsatzerlöse
Die Umsatzerlöse von TELEKOM betrugen knapp 54 Milliarden DM. Darin hat sich mit über 2 Milliarden DM eine im Zusammenhang mit der Einführung der Kcntokorrentbuchhaltung in der Auslandsabrechnung verbesserte Periodenabgrenzung erhöhend ausgewirkt.
Die Umsatzerlöse der Deutschen Bundespost TELEKOM wurden in den nachfolgenden Tätigkeitsbereichen erzielt:
Mio. DM
Entgelte im Fernsprechdienst 47.178
Entgelte im Telegrafenbereich 3.347
Entgelte im Funkdienst sowie übrige Erträge 3.189
Erlöse aus Leistungen für
DBP POSTBANK, DBP POSTDIENST,
Direktorium der Deutschen Bundespost
und für verbundene Unternehmen 243
Gesamt 53.957
(20) Ablieferung an den Bund
Die Ablieferung an den Bund in Höhe von 5,0 Milliarden DM wurde entsprechend den in § 68 Abs. 1 bis 4 PostVerfG festgelegten finanzwirtschaftlichen Übergangsbestimmungen berechnet, wobei der auf das Beitrittsgebiet entfallende Anteil gemäß § 28 Abs. 4 Haushaltsgesetz 1992 zur Verstärkung des Eigenkapitals verwendet wurde.
(21) Finanzausgleich
Die Aufwendungen aus Finanzausgleich gemaß § 37 Abs. 3 PostVerfG betragen zugunsten Deutsche Bundespost POSTDIENST 1,31 Milliarden DM und zugunsten Deutsche Bundespost POSTBANK 0,17 Milliarden DM.
(22) Bilanzgewinn
Nach Entnahme von 1,3 Millionen DM aus der Sonderrücklage gemäß § 17 Abs. 4 DMBilG zum Ausgleich des Jahresfehlbetrages verbleibt ein ausgeglichenes Bilanzergebnis.
(23) Sonstige finanziellen Verpflichtungen
Am Bilanzstichtag bestanden sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 5,25 Milliarden DM, die im Wesentlichen auf das Bestellobligo für Investitionen entfallen.
Ferner bestanden finanzielle Verpflichtungen in Höhe der im Geschäftsjahr DBP POSTDIENST und bei DBP POSTBANK durch den Finanzausgleich nicht ausgeglichenen Fehlbeträge von zusammen 1,5 Milliarden DM. Aufgrund einer zwischen den Unternehmen der Deutschen Bundespost auf der Grundlage von § 87 Abs. 3 PostVerfG getroffenen Vereinbarung ist dieser nicht ausgeglichene Teilbetrag von TELEKOM zulasten der Jahresüberschüsse nachfolgender Geschäftsjahre auszugleichen.
Diese aus zukünftigen Jahresüberschüssen zu bedienende Verpflichtung war entsprechend den handelsrechtlichen Grundsätzen nicht zu bilanzieren.
(24) Mitarbeiter
Im Jahresdurchschnitt 1992 waren bei TELEKOM knapp 231.000 Mitarbeiter (ohne Auszubildende) beschäftigt. Diese durchschnittliche Beschäftigungszahl setzt sich wie folgt zusammen:
(25) Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands
Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich im Geschäftsjahr 1992 auf 588.720 DM.
Die Bezüge der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 1992 betrugen 3.359.047,60 DM. Die an frühere Mitglieder des Vorstands geleisteten Zahlungen beliefen sich auf 108.622.59 DM.
Die für diesen Personenkreis gebildeten Rückstellungen betragen 1,7 Millionen DM. Die Verpflichtungen, für die keine Rückstellungen gebildet wurden, belaufen sich auf 4.7 Millionen DM. Die Angaben über die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind der nachfolgenden Übersicht zu entnehmen.
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References: § 41
 § 28
 § 68
 § 28
 § 37
 § 17
 § 87