Source: http://m.hensche.de/Europarecht_freier_Warenverkehr_Verstoss_gegen_Europarecht_durch_Vorschrift_die_freien_Warenverkehr_einschraenkt_EuGH_C-490-09-u.html
Timestamp: 2017-07-26 16:26:14+00:00

Document:
27. Ja­nu­ar 2011(*)
„Ver­trags­ver­let­zung ei­nes Mit­glied­staats – Art. 49 EG – Frei­er Dienst­leis­tungs­ver­kehr – Nicht­er­stat­tung der Kos­ten von in an­de­ren Mit­glied­staa­ten als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg durch­geführ­ten Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen – Na­tio­na­le Re­ge­lung, die nicht die Über­nah­me in Form ei­ner Er­stat­tung der für sol­che Ana­ly­sen und Un­ter­su­chun­gen ent­stan­de­nen Kos­ten vor­sieht – Na­tio­na­le Re­ge­lung, die die Über­nah­me von Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung von der Erfüllung al­ler in die­ser Re­ge­lung vor­ge­se­he­nen Vor­aus­set­zun­gen abhängig macht“
In der Rechts­sa­che C-490/09
be­tref­fend ei­ne Ver­trags­ver­let­zungs­kla­ge nach Art. 226 EG, ein­ge­reicht am 30. No­vem­ber 2009,
Eu­ropäische Kom­mis­si­on, ver­tre­ten durch G. Ro­zet und E. Tra­ver­sa als Be­vollmäch­tig­te, Zu­stel­lungs­an­schrift in Lu­xem­burg,
Großher­zog­tum Lu­xem­burg, ver­tre­ten durch C. Schiltz als Be­vollmäch­tig­ten im Bei­stand von A. Ro­desch, avo­cat,
un­ter Mit­wir­kung des Kam­mer­präsi­den­ten J. N. Cun­ha Ro­d­ri­gues, der Rich­ter A. Ara­b­ad­jiev (Be­richt­er­stat­ter), A. Ro­sas und U. Lõhmus so­wie der Rich­te­rin P. Lindh,
auf­grund des schrift­li­chen Ver­fah­rens und auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 28. Ok­to­ber 2010,
Mit ih­rer Kla­ge be­an­tragt die Kom­mis­si­on der Eu­ropäischen Ge­mein­schaf­ten, fest­zu­stel­len, dass das Großher­zog­tum Lu­xem­burg da­durch ge­gen sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus Art. [49] EG ver­s­toßen hat, dass es Art. 24 des lu­xem­bur­gi­schen Code de la sécu­rité so­cia­le, der die Er­stat­tung der Kos­ten von in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­ten bio­me­di­zi­ni­schen Ana­ly­sen aus­sch­ließt und ei­ne Kos­tenüber­nah­me für die­se Ana­ly­sen nur über das Sach­leis­tungs­sys­tem vor­sieht, und Art. 12 der Sat­zung der Uni­on des cais­ses de ma­la­die, wo­nach die Kos­ten von in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­ten bio­me­di­zi­ni­schen Ana­ly­sen nur dann er­stat­tet wer­den, wenn al­le in den na­tio­na­len ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen von Lu­xem­burg vor­ge­se­he­nen Vor­aus­set­zun­gen für die Durchführung erfüllt sind, in Kraft ge­las­sen hat. Recht­li­cher Rah­men
Art. 24 des lu­xem­bur­gi­schen Code de la sécu­rité so­cia­le in sei­ner auf den Rechts­streit an­wend­ba­ren Fas­sung (Mémo­ri­al A 2008, S. 790, im Fol­gen­den: Code de la sécu­rité so­cia­le) be­stimmt:
„Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung wer­den in Form der Er­stat­tung durch die Cais­se na­tio­na­le de santé [vor­mals Uni­on des cais­ses de ma­la­die] und die Kran­ken­kas­sen an die geschütz­ten Per­so­nen, de­nen die Kos­ten ent­stan­den sind, oder in Form der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me durch die Cais­se na­tio­na­le de santé gewährt; im zu­letzt ge­nann­ten Fall kann der Leis­tungs­er­brin­ger die geschütz­te Per­son nur in Höhe ih­rer ge­ge­be­nen­falls in der Sat­zung fest­ge­leg­ten Selbst­be­tei­li­gung in An­spruch neh­men. Man­gels ab­wei­chen­der Be­stim­mung in ei­ner ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­rung kommt die Leis­tungs­gewährung in Form der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me nur bei fol­gen­den Hand­lun­gen, Dienst­leis­tun­gen und Lie­fe­run­gen zur An­wen­dung:
– Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen;
Zwi­schen den Par­tei­en des Rechts­streits ist un­strei­tig, dass die lu­xem­bur­gi­schen Vor­schrif­ten über die so­zia­le Si­cher­heit kei­ne Möglich­keit der Über­nah­me der Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen im Sin­ne von Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le in Form der Er­stat­tung der den So­zi­al­ver­si­cher­ten für die­se Ana­ly­sen und Un­ter­su­chun­gen ent­stan­de­nen Kos­ten vor­se­hen.
Art. 12 Abs. 1 und 2 der Sat­zung der Uni­on des cais­ses de ma­la­die in ih­rer Fas­sung auf­grund des am 1. Ja­nu­ar 1995 an­wend­ba­ren ko­or­di­nier­ten Tex­tes (Mémo­ri­al A 1994, S. 2989, im Fol­gen­den: Sat­zung) lau­tet:
„Die Kran­ken­kas­se in Lu­xem­burg über­nimmt nur die­je­ni­gen Dienst­leis­tun­gen und Lie­fe­run­gen, die in Art. 17 des Code [de la sécu­rité so­cia­le] vor­ge­se­hen und in den in Art. 65 die­ses Code ge­nann­ten No­men­kla­tu­ren oder in den durch die vor­lie­gen­de Sat­zung vor­ge­se­he­nen Ver­zeich­nis­sen ein­ge­tra­gen sind.
Die Dienst­leis­tun­gen können ge­genüber der Kran­ken­kas­se nur dann gel­tend ge­macht wer­den, wenn sie gemäß den Be­stim­mun­gen der in den Art. 61 und 75 des Code [de la sécu­rité so­cia­le] ge­nann­ten ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen er­bracht wor­den sind.“
Bei der Kom­mis­si­on gin­gen zwei Be­schwer­den ein, die Fälle be­tra­fen, in de­nen der lu­xem­bur­gi­schen So­zi­al­ver­si­che­rung an­ge­schlos­se­ne Pa­ti­en­ten die Er­stat­tung der Kos­ten von in an­de­ren Mit­glied­staa­ten als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg durch­geführ­ten bio­me­di­zi­ni­schen Ana­ly­sen ver­wei­gert wor­den war.
In ei­nem die­ser Fälle wur­de die Kos­ten­er­stat­tung ab­ge­lehnt, weil die na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten die Über­nah­me der Kos­ten der be­tref­fen­den Ana­ly­sen un­mit­tel­bar durch die Kran­ken­kas­sen vorsähen und die be­trof­fe­ne Kran­ken­kas­se in Er­man­ge­lung ei­ner Gebühren­re­ge­lung bezüglich der Leis­tung nicht zur Er­stat­tung be­fugt sei.
In dem an­de­ren Fall wur­de der Kom­mis­si­on zu­fol­ge die Er­stat­tung von in Deutsch­land durch­geführ­ten Blut‑ und Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen mit der Be­gründung ver­wei­gert, dass nur die in der Sat­zung vor­ge­se­he­nen Leis­tun­gen er­stat­tet wer­den könn­ten und die Leis­tun­gen gemäß den Be­stim­mun­gen der je­weils an­wend­ba­ren na­tio­na­len ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen er­bracht wer­den müss­ten. In die­sem Fall hätten die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­stat­tung der be­tref­fen­den Un­ter­su­chun­gen we­gen der Un­ter­schie­de zwi­schen dem lu­xem­bur­gi­schen und dem deut­schen Ge­sund­heits­sys­tem vom Be­schwer­deführer nicht erfüllt wer­den können. Bei­spiels­wei­se sei­en die Ent­nah­men un­mit­tel­bar vom Arzt vor­ge­nom­men wor­den, wo­hin­ge­gen sie nach lu­xem­bur­gi­schem Recht in ei­nem „ge­trenn­ten La­bor“ durch­geführt wer­den müss­ten. Die­ses Er­for­der­nis sei je­doch in Deutsch­land un­erfüll­bar.
Im An­schluss an die­se Be­schwer­den sand­te die Kom­mis­si­on am 23. Ok­to­ber 2007 dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg ein Mahn­schrei­ben, in dem sie gel­tend mach­te, dass die Bei­be­hal­tung von Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le und Art. 12 der Sat­zung ge­gen Art. 49 EG ver­s­toße.
Mit Schrei­ben vom 17. De­zem­ber 2007 ant­wor­te­te das Großher­zog­tum Lu­xem­burg auf das Mahn­schrei­ben, dass es sich sei­ner uni­ons­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen be­wusst sei und be­ab­sich­ti­ge, ei­ne um­fas­sen­de Lösung für das von der Kom­mis­si­on auf­ge­wor­fe­ne Pro­blem zu fin­den und „Ein­z­elfälle“, die in der Zwi­schen­zeit auf­tre­ten soll­ten, „prag­ma­tisch“ zu be­han­deln.
Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg führ­te gleich­wohl meh­re­re tech­ni­sche Schwie­rig­kei­ten in Be­zug auf die Ein­hal­tung der be­tref­fen­den Ver­pflich­tun­gen an. Es be­rief sich u. a. dar­auf, dass es der Uni­on des cais­ses de ma­la­die nicht möglich sei, ei­ne im We­ge der Ana­lo­gie fest­ge­setz­te Gebühren­re­ge­lung für die Er­stat­tung im Aus­land ent­stan­de­ner Kos­ten an­zu­wen­den, auf na­tio­na­le Be­son­der­hei­ten hin­sicht­lich der Vor­aus­set­zun­gen für die Er­stat­tung der Kos­ten für bio­me­di­zi­ni­sche Ana­ly­sen und dar­auf, dass die Ände­rung der Sat­zung in die Zuständig­keit der So­zi­al­part­ner fal­le.
Da die Kom­mis­si­on dar­in kei­ne fes­te Zu­sa­ge der lu­xem­bur­gi­schen Stel­len sah, den gerügten Ver­s­toß zu be­sei­ti­gen, rich­te­te sie am 16. Ok­to­ber 2008 ei­ne mit Gründen ver­se­he­ne Stel­lung­nah­me an das Großher­zog­tum Lu­xem­burg und for­der­te es auf, in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach Er­halt die­ser Stel­lung­nah­me sei­nen Ver­pflich­tun­gen aus Art. 49 EG nach­zu­kom­men.
Nach ei­nem Schrift­wech­sel zwi­schen dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg und der Kom­mis­si­on, im Rah­men des­sen die­ses u. a. gel­tend mach­te, dass die Kran­ken­kas­sen in Lu­xem­burg auf­ge­for­dert wor­den sei­en, die Kos­ten von außer­halb von Lu­xem­burg durch­geführ­ten bio­me­di­zi­ni­schen Ana­ly­sen in An­wen­dung ei­ner ana­log zu den lu­xem­bur­gi­schen Gebühren fest­ge­leg­ten Gebühren­ord­nung zu über­neh­men, dass die Uni­on des cais­ses de ma­la­die auf­ge­for­dert wor­den sei, ih­re Sat­zung zu ändern, und dass die Ände­rung des Code de la sécu­rité so­cia­le nicht iso­liert, son­dern im Rah­men ei­ner an­ste­hen­den um­fas­sen­den Re­form er­fol­gen wer­de, ge­lang­te die Kom­mis­si­on zu dem Schluss, dass kei­ne Be­stim­mung zur Ände­rung der strei­ti­gen na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten er­las­sen wor­den sei, und hat da­her be­schlos­sen, die vor­lie­gen­de Kla­ge zu er­he­ben.
Mit Be­schluss des Präsi­den­ten des Ge­richts­hofs vom 19. April 2010 ist das König­reich Däne­mark als Streit­hel­fer zur Un­terstützung der Anträge des Großher­zog­tums Lu­xem­burg zu­ge­las­sen wor­den.
Nach­dem das König­reich Däne­mark dem Ge­richts­hof mit­ge­teilt hat, dass es sei­nen Streit­hil­fe­an­trag zurück­zie­he, hat der Präsi­dent des Ge­richts­hofs mit Be­schluss vom 14. Ju­li 2010 die Strei­chung die­ses Mit­glied­staats als Streit­hel­fer an­ge­ord­net.
Nach An­sicht der Kom­mis­si­on führen Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le und Art. 12 der Sat­zung zu ei­ner un­ge­recht­fer­tig­ten Be­schränkung des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs im Sin­ne von Art. 49 EG.
Sie macht gel­tend, dass es sich bei me­di­zi­ni­schen Leis­tun­gen um Dienst­leis­tun­gen im Sin­ne von Art. 49 EG han­de­le und dass die­ser die An­wen­dung ei­ner na­tio­na­len Re­ge­lung aus­sch­ließe, die die Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen zwi­schen Mit­glied­staa­ten ge­genüber der Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen in­ner­halb ein und des­sel­ben Mit­glied­staats er­schwe­re. Außer­dem las­se das Uni­ons­recht zwar die Zuständig­keit der Mit­glied­staa­ten für die Aus­ge­stal­tung ih­res Sys­tems der so­zia­len Si­cher­heit und für die Fest­le­gung der Vor­aus­set­zun­gen für die Gewährung von Leis­tun­gen der so­zia­len Si­cher­heit un­berührt, doch müss­ten sie bei der Ausübung die­ser Be­fug­nis das Uni­ons­recht be­ach­ten.
Das Sys­tem der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me der Kos­ten von Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen durch die Kran­ken­kas­sen gel­te nicht in Fällen, in de­nen sich das La­bor, an das sich ei­ne der lu­xem­bur­gi­schen So­zi­al­ver­si­che­rung an­ge­schlos­se­ne Per­son wen­de, außer­halb von Lu­xem­burg be­fin­de. Der Um­stand, dass nach den na­tio­na­len Rechts­vor­schrif­ten die be­tref­fen­den Leis­tun­gen nur durch die­ses Sys­tem über­nom­men wer­den könn­ten, ma­che es dem­nach unmöglich, ei­ner sol­chen Per­son die Kos­ten bio­me­di­zi­ni­scher Ana­ly­sen zu er­stat­ten, die in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg durch­geführt würden.
Der Ge­richts­hof ha­be be­reits ent­schie­den, dass Mit­glied­staa­ten, die ein Sach­leis­tungs­sys­tem er­rich­tet hätten, Me­cha­nis­men der nachträgli­chen Er­stat­tung der Kos­ten für ei­ne Be­hand­lung vor­se­hen müss­ten, die in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat als dem­je­ni­gen durch­geführt wor­den sei­en, in dem die be­tref­fen­den Per­so­nen ver­si­chert sei­en.
Selbst wenn die lu­xem­bur­gi­schen Behörden im Fall von Ana­ly­sen oder Un­ter­su­chun­gen, die in an­de­ren Mit­glied­staa­ten als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg durch­geführt würden, ei­ne Er­stat­tungs­re­ge­lung an­wen­de­ten, könn­ten die Kos­ten für die­se Leis­tun­gen zu­dem nicht er­stat­tet wer­den, wenn nicht bei ih­rer Durchführung al­le in den ein­schlägi­gen lu­xem­bur­gi­schen Vor­schrif­ten vor­ge­se­he­nen Vor­aus­set­zun­gen erfüllt wor­den sei­en. Für die Über­nah­me der be­tref­fen­den Leis­tun­gen wer­de in­so­weit ver­langt, dass sie in ei­nem „ge­trenn­ten Un­ter­su­chungs­la­bor“ er­bracht würden. In Deutsch­land, aber auch in an­de­ren Mit­glied­staa­ten, führ­ten die Ärz­te der­ar­ti­ge Ana­ly­sen je­doch selbst durch.
Mit den in den lu­xem­bur­gi­schen Rechts­vor­schrif­ten vor­ge­se­he­nen Vor­aus­set­zun­gen für die Über­nah­me wer­de da­her ei­ne Un­ter­schei­dung da­nach ein­geführt, wie die Ge­sund­heits­ver­sor­gung in den Mit­glied­staa­ten or­ga­ni­siert sei. So könne ei­ne der lu­xem­bur­gi­schen So­zi­al­ver­si­che­rung an­ge­schlos­se­ne Per­son je nach­dem, in wel­chem Mit­glied­staat sie Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung in An­spruch ge­nom­men ha­be, ei­ne Er­stat­tung er­hal­ten oder auch nicht. Als Bei­spiel führt die Kom­mis­si­on an, dass ei­ne der lu­xem­bur­gi­schen So­zi­al­ver­si­che­rung an­ge­schlos­se­ne Per­son, wenn sie sich nach Frank­reich oder Bel­gi­en be­ge­be, wo Ana­ly­sen ganz über­wie­gend in „ge­trenn­ten La­bo­ren“ durch­geführt würden, die Kos­ten er­stat­tet be­kom­me. Be­ge­be sie sich hin­ge­gen nach Deutsch­land, wie es bei ei­ner der bei ihr ein­ge­reich­ten Be­schwer­den der Fall ge­we­sen sei, wer­de kei­ne Er­stat­tung gewährt.
Der Ge­richts­hof ha­be ent­schie­den, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Gewährung der Leis­tun­gen des Ver­si­che­rungs­mit­glied­staats auch Pa­ti­en­ten ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den könn­ten, die Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat er­hiel­ten, dass sie aber we­der dis­kri­mi­nie­rend sein noch die Freizügig­keit be­hin­dern dürf­ten. Die in den lu­xem­bur­gi­schen Rechts­vor­schrif­ten vor­ge­se­he­nen Vor­aus­set­zun­gen hin­gen aber un­mit­tel­bar da­mit zu­sam­men, wie die Mit­glied­staa­ten die Ge­sund­heits­ver­sor­gung or­ga­ni­sier­ten, so dass es den Pa­ti­en­ten tatsächlich unmöglich sei, in ir­gend­ei­ner Art und Wei­se dar­auf Ein­fluss zu neh­men, wie die be­tref­fen­den Leis­tun­gen er­bracht würden. An ei­ner Ana­ly­se hin­ge­gen ände­re sich in der Sa­che nichts, ob sie nun von ei­nem Arzt in sei­ner Pra­xis, in ei­nem Kran­ken­haus oder in ei­nem „ge­trenn­ten La­bor“ durch­geführt wer­de.
Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le und Art. 12 der Sat­zung hiel­ten da­mit im Er­geb­nis die der lu­xem­bur­gi­schen So­zi­al­ver­si­che­rung an­ge­schlos­se­nen Per­so­nen da­von ab, sich an Er­brin­ger me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen in an­de­ren Mit­glied­staa­ten als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg zu wen­den, und stell­ten folg­lich ei­ne Be­schränkung des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs dar, die nicht ge­recht­fer­tigt sei.
Was die Ge­fahr für das Sys­tem ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen an­geht, die dar­in be­ste­hen soll, dass die ver­trag­lich ge­bun­de­nen Leis­tungs­er­brin­ger kein In­ter­es­se mehr dar­an hätten, aus­ge­han­del­te Prei­se zu ak­zep­tie­ren, wenn die Leis­tun­gen un­abhängig da­von, ob die Leis­tungs­er­brin­ger ver­trag­lich ge­bun­den sei­en oder nicht, zum sel­ben Ta­rif er­stat­tet würden, macht die Kom­mis­si­on gel­tend, dass das Großher­zog­tum Lu­xem­burg kei­nen Be­leg hierfür vor­ge­legt ha­be. Zu­dem wir­ke sich das Sys­tem der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me durch die Kran­ken­kas­sen zu­guns­ten der ver­trag­lich ge­bun­de­nen Leis­tungs­er­brin­ger aus, da ver­trag­lich nicht ge­bun­de­ne Leis­tungs­er­brin­ger es ih­ren Pa­ti­en­ten je­den­falls nicht an­bie­ten könn­ten.
Zu den An­wei­sun­gen an die Kran­ken­kas­sen, die Kos­ten von außer­halb von Lu­xem­burg durch­geführ­ten bio­me­di­zi­ni­schen Ana­ly­sen zu über­neh­men, führt die Kom­mis­si­on aus, dass ei­ne bloße Ver­wal­tungs­pra­xis, die die Ver­wal­tung na­tur­gemäß be­lie­big ändern könne und die nur un­zu­rei­chend be­kannt sei, nicht als ei­ne rechts­wirk­sa­me Erfüllung der uni­ons­recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen an­ge­se­hen wer­den könne.
Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg ist der Auf­fas­sung, dass die Wei­ge­rung der Kran­ken­kas­sen, die Kos­ten von Ana­ly­sen zu über­neh­men, die in ei­nem La­bor in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführt würden, nicht mit Art. 49 EG in Ein­klang ste­he.
Es gibt je­doch zu be­den­ken, dass die Mit­glied­staa­ten aus­sch­ließlich zuständig blie­ben für die Or­ga­ni­sa­ti­on, Fi­nan­zie­rung und Er­brin­gung von Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung, und wirft die Fra­ge auf, ob die ih­nen auf­er­leg­te Pflicht zur Er­stat­tung der Kos­ten der be­tref­fen­den Leis­tun­gen, oh­ne dass sie ei­ne Vor­ab­kon­trol­le ausüben könn­ten, nicht ge­gen den in Art. 5 Abs. 3 EG nie­der­ge­leg­ten Grund­satz der Verhält­nismäßig­keit ver­s­toße. Die­se Pflicht ver­s­toße ge­gen die Ho­heits­rech­te der Mit­glied­staa­ten in dem be­tref­fen­den Be­reich und zwin­ge das Großher­zog­tum Lu­xem­burg zu ei­ner ra­di­ka­len Ände­rung der Or­ga­ni­sa­ti­on sei­nes Ge­sund­heits­sys­tems.
Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg macht fer­ner gel­tend, dass sein Ge­sund­heits­sys­tem auf den Grundsätzen der zwin­gen­den ver­trag­li­chen Bin­dung der Leis­tungs­er­brin­ger und der Bud­ge­tie­rung der Kran­kenhäuser be­ru­he. Die­ses Sys­tem tra­ge so­zi­al­po­li­ti­schen Erwägun­gen Rech­nung, in­dem es Bürgern mit be­schei­de­nen Mit­teln die­sel­ben Vor­tei­le gewähre wie sol­chen mit ho­hen Einkünf­ten. Es könne nur auf­recht­er­hal­ten wer­den, wenn vie­le So­zi­al­ver­si­cher­te es tatsächlich in An­spruch nähmen, und der Me­cha­nis­mus der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me durch die Kran­ken­kas­sen sei ein Mit­tel, um die­ses Er­geb­nis zu er­zie­len.
Würde es je­doch den wohl­ha­bends­ten So­zi­al­ver­si­cher­ten er­laubt, nach Be­lie­ben Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung in den Mit­glied­staa­ten in der Nähe des Großher­zog­tums Lu­xem­burg in An­spruch zu neh­men, wäre die für das Funk­tio­nie­ren des lu­xem­bur­gi­schen Ge­sund­heits­sys­tems nöti­ge So­li­da­rität gefähr­det. Die in Lu­xem­burg ansässi­gen Er­brin­ger me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen würden es dem­ent­spre­chend ab­leh­nen, sich den An­for­de­run­gen zu un­ter­wer­fen, die sich aus dem Sys­tem ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen ergäben. Tatsächlich sei­en in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen Gebühren­erhöhun­gen zu­ge­stan­den wor­den, um die ver­trag­li­che Bin­dung be­stimm­ter Leis­tungs­er­brin­ger auf­recht­zu­er­hal­ten.
Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg führt gleich­wohl aus, dass es nicht be­ab­sich­ti­ge, sich der Ände­rung der in der Kla­ge der Kom­mis­si­on be­an­stan­de­ten Be­stim­mun­gen zu wi­der­set­zen. Ent­spre­chen­de Ände­run­gen würden im Rah­men ei­ner um­fas­sen­den Re­form des be­tref­fen­den Be­reichs vor­ge­nom­men; bis da­hin ha­be die In­spec­tion généra­le de la sécu­rité so­cia­le kla­re, ge­naue und zwin­gen­de An­wei­sun­gen ge­ge­ben, die die Kran­ken­kas­sen zur Er­stat­tung der in an­de­ren Mit­glied­staa­ten durch­geführ­ten La­bor­un­ter­su­chun­gen ver­pflich­te­ten und de­ren Nicht­be­fol­gung zur Aus­set­zung oder so­gar Auf­he­bung ei­ner an­ders­lau­ten­den Ent­schei­dung führe. Die Ein­hal­tung von Art. 49 EG sei dem­nach si­cher­ge­stellt.
Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg be­an­tragt da­her, die Kla­ge der Kom­mis­si­on ab­zu­wei­sen.
Die Kom­mis­si­on wirft dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg zum ei­nen vor, da­durch ge­gen sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus Art. 49 EG ver­s­toßen zu ha­ben, dass es im Rah­men sei­ner Vor­schrif­ten über die so­zia­le Si­cher­heit nicht die Möglich­keit der Über­nah­me von in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­ten Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen im Sin­ne von Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le in Form der Er­stat­tung von Kos­ten, die den So­zi­al­ver­si­cher­ten für die­se Ana­ly­sen und Un­ter­su­chun­gen ent­stan­den sei­en, son­dern nur ei­ne un­mit­tel­ba­re Über­nah­me durch die Kran­ken­kas­sen vor­ge­se­hen ha­be. Zum an­de­ren rügt sie, dass das Großher­zog­tum Lu­xem­burg je­den­falls gemäß Art. 12 der Sat­zung die Er­stat­tung der Kos­ten von in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­ten bio­me­di­zi­ni­schen Ana­ly­sen durch die Kran­ken­kas­sen da­von abhängig ma­che, dass al­le Vor­aus­set­zun­gen für die Durchführung erfüllt sei­en, die die in die­sem Ar­ti­kel erwähn­ten na­tio­na­len ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen vorsähen.
Zunächst ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass zwar fest­steht, dass das Uni­ons­recht die Zuständig­keit der Mit­glied­staa­ten für die Aus­ge­stal­tung ih­rer Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit un­berührt lässt und dass in Er­man­ge­lung ei­ner Har­mo­ni­sie­rung auf der Ebe­ne der Eu­ropäischen Uni­on das Recht je­des Mit­glied­staats be­stimmt, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen Leis­tun­gen der so­zia­len Si­cher­heit gewährt wer­den. Gleich­wohl müssen die Mit­glied­staa­ten bei der Ausübung die­ser Be­fug­nis das Uni­ons­recht be­ach­ten, ins­be­son­de­re die Be­stim­mun­gen über den frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehr (vgl. u. a. Ur­tei­le vom 12. Ju­li 2001, Smits und Peer­booms, C‑157/99, Slg. 2001, I‑5473, Rand­nrn. 44 bis 46, vom 13. Mai 2003, Müller-Fauré und van Riet, C‑385/99, Slg. 2003, I‑4509, Rand­nr. 100, vom 16. Mai 2006, Watts, C‑372/04, Slg. 2006, I‑4325, Rand­nr. 92, und vom 5. Ok­to­ber 2010, El­chi­nov, C‑173/09, Slg. 2010, I‑0000, Rand­nr. 40).
In­so­weit verstößt je­de na­tio­na­le Re­ge­lung ge­gen Art. 49 EG, die die Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen zwi­schen Mit­glied­staa­ten ge­genüber der Er­brin­gung von Dienst­leis­tun­gen in­ner­halb nur ei­nes Mit­glied­staats er­schwert (Ur­tei­le vom 28. April 1998, Kohll, C‑158/96, Slg. 1998, I‑1931, Rand­nr. 33, und vom 15. Ju­ni 2010, Kom­mis­si­on/Spa­ni­en, C‑211/08, Slg. 2010, I‑0000, Rand­nr. 55).
Nach ständi­ger Recht­spre­chung fal­len ent­gelt­li­che me­di­zi­ni­sche Leis­tun­gen in den An­wen­dungs­be­reich der Be­stim­mun­gen über den frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehr (vgl. u. a. Ur­tei­le Kohll, Rand­nr. 29, und El­chi­nov, Rand­nr. 36), oh­ne dass da­nach zu un­ter­schei­den wäre, ob die Ver­sor­gung in ei­nem Kran­ken­haus oder außer­halb ei­nes sol­chen er­bracht wird (Ur­tei­le vom 12. Ju­li 2001, Van­brae­kel u. a., C‑368/98, Slg. 2001, I‑5363, Rand­nr. 41, Müller-Fauré und van Riet, Rand­nr. 38, Watts, Rand­nr. 86, und vom 5. Ok­to­ber 2010, Kom­mis­si­on/Frank­reich, C‑512/08, Slg. 2010, I‑0000, Rand­nr. 30).
Der Ge­richts­hof hat außer­dem ent­schie­den, dass der freie Dienst­leis­tungs­ver­kehr die Frei­heit der Leis­tungs­empfänger, ins­be­son­de­re der Per­so­nen, die ei­ne me­di­zi­ni­sche Be­hand­lung benöti­gen, ein­sch­ließt, sich zur In­an­spruch­nah­me die­ser Dienst­leis­tun­gen in ei­nen an­de­ren Mit­glied­staat zu be­ge­ben (vgl. Ur­teil vom 31. Ja­nu­ar 1984, Lui­si und Car­bo­ne, 286/82 und 26/83, Slg. 1984, 377, Rand­nr. 16, so­wie Ur­tei­le Watts, Rand­nr. 87, El­chi­nov, Rand­nr. 37, und Kom­mis­si­on/Frank­reich, Rand­nr. 31).
Fer­ner schließt der Um­stand, dass ei­ne na­tio­na­le Re­ge­lung zum Be­reich der so­zia­len Si­cher­heit gehört und darüber hin­aus für die Kran­ken­ver­si­che­rung Sach­leis­tun­gen und kei­ne Er­stat­tung vor­sieht, me­di­zi­ni­sche Be­hand­lun­gen nicht vom Gel­tungs­be­reich die­ser Grund­frei­heit aus (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­tei­le Müller-Fauré und van Riet, Rand­nr. 103, Watts, Rand­nr. 89, und Kom­mis­si­on/Spa­ni­en, Rand­nr. 47).
So­weit die Kom­mis­si­on mit ih­rer Kla­ge ers­tens rügt, dass es kei­ne Möglich­keit der Über­nah­me von Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen im Sin­ne von Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le im We­ge ei­ner Er­stat­tung der für die­se Ana­ly­sen und Un­ter­su­chun­gen ent­stan­de­nen Kos­ten ge­be, ist zunächst fest­zu­stel­len, dass es da­bei nur um die Über­nah­me von Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung geht, die von Er­brin­gern me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen durch­geführt wer­den, die kei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung mit den lu­xem­bur­gi­schen Kran­ken­kas­sen ge­schlos­sen ha­ben, da die Kos­ten von Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung über das Sys­tem der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me durch die­se Kas­sen ab­ge­deckt wer­den, so­bald die be­tref­fen­den Leis­tun­gen von ei­nem ver­trag­lich ge­bun­de­nen Leis­tungs­er­brin­ger er­bracht wer­den.
Zwar hin­dern die na­tio­na­len Vor­schrif­ten über die so­zia­le Si­cher­heit die So­zi­al­ver­si­cher­ten nicht dar­an, sich an ei­nen Er­brin­ger me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen zu wen­den, der in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg ansässig ist, doch las­sen sie nicht die Er­stat­tung der Kos­ten von durch ei­nen ver­trag­lich nicht ge­bun­de­nen Leis­tungs­er­brin­ger er­brach­te Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung zu, ob­wohl die­se Er­stat­tung das ein­zi­ge Mit­tel für die Über­nah­me sol­cher Leis­tun­gen dar­stellt.
Da das lu­xem­bur­gi­sche So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem un­strei­tig auf ei­nem Sys­tem zwin­gen­der ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen be­ruht, han­delt es sich bei den Leis­tungs­er­brin­gern, die ei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung mit den lu­xem­bur­gi­schen Kran­ken­kas­sen ge­schlos­sen ha­ben, grundsätz­lich um sol­che, die im Großher­zog­tum Lu­xem­burg ansässig sind.
Tatsächlich könn­ten die Kran­ken­kas­sen ei­nes Mit­glied­staats zwar ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen mit Leis­tungs­er­brin­gern im Aus­land schließen. Je­doch dürf­te die Vor­stel­lung grundsätz­lich il­lu­so­risch sein, dass vie­le Leis­tungs­er­brin­ger in den an­de­ren Mit­glied­staa­ten ei­nen An­lass se­hen soll­ten, ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen mit den be­tref­fen­den Kran­ken­kas­sen zu schließen, da ih­re Aus­sich­ten, dass sich die­sen Kas­sen an­ge­schlos­se­ne Pa­ti­en­ten an sie wen­den, zu­falls­be­dingt und be­schränkt blei­ben (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Müller-Fauré und van Riet, Rand­nr. 43).
So­weit die An­wen­dung der in Re­de ste­hen­den lu­xem­bur­gi­schen Vor­schrif­ten die Möglich­keit der Über­nah­me von Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen im Sin­ne von Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le, die von den Er­brin­gern me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen durch­geführt wer­den, die in an­de­ren Mit­glied­staa­ten als dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg ansässig sind, de fac­to na­he­zu oder so­gar vollständig aus­sch­ließt, hält sie folg­lich die der lu­xem­bur­gi­schen So­zi­al­ver­si­che­rung an­ge­schlos­se­nen Per­so­nen da­von ab, sich an sol­che Leis­tungs­er­brin­ger zu wen­den, oder hin­dert sie so­gar dar­an und stellt so­wohl für die be­tref­fen­den Per­so­nen als auch für die Leis­tungs­er­brin­ger ein Hin­der­nis für den frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehr dar.
Zu sei­ner Ver­tei­di­gung macht das Großher­zog­tum Lu­xem­burg gel­tend, dass sein So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­tem in Ge­fahr ge­rie­te, wenn die Ver­si­cher­ten nach Be­lie­ben Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung in an­de­ren Mit­glied­staa­ten in An­spruch neh­men könn­ten, weil sich dann ei­ne un­zu­rei­chen­de Zahl die­ser Ver­si­cher­ten an die Er­brin­ger me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen in Lu­xem­burg wen­den würde und Letz­te­re es ab­leh­nen würden, sich den An­for­de­run­gen zu un­ter­wer­fen, die sich aus dem Sys­tem ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen ergäben.
Der Ge­richts­hof hat in­so­weit zum ei­nen an­er­kannt, dass das Ziel, ei­ne aus­ge­wo­ge­ne, al­len zugäng­li­che ärzt­li­che und kli­ni­sche Ver­sor­gung auf­recht­zu­er­hal­ten, zu den Aus­nah­men aus Gründen der öffent­li­chen Ge­sund­heit nach Art. 46 EG zählen kann, so­weit die­ses Ziel zur Er­rei­chung ei­nes ho­hen Ni­veaus des Ge­sund­heits­schut­zes beiträgt (Ur­tei­le Kohll, Rand­nr. 50, Müller-Fauré und van Riet, Rand­nrn. 67 und 71, und Watts, Rand­nr. 104), und zum an­de­ren, dass ei­ne er­heb­li­che Gefähr­dung des fi­nan­zi­el­len Gleich­ge­wichts des Sys­tems der so­zia­len Si­cher­heit ei­nen zwin­gen­den Grund des All­ge­mein­in­ter­es­ses dar­stel­len kann, der ei­ne Be­schränkung des Grund­sat­zes des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs zu recht­fer­ti­gen ver­mag (Ur­tei­le Kohll, Rand­nrn. 41, Müller-Fauré und van Riet, Rand­nr. 73, Watts, Rand­nr. 103, und El­chi­nov, Rand­nr. 42).
Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg hat je­doch we­der dar­ge­tan, dass ei­ne sol­che Gefähr­dung be­steht, noch erläutert, war­um die Nicht­er­stat­tung der Kos­ten von Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen, die von in an­de­ren Mit­glied­staa­ten ansässi­gen Er­brin­gern me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen durch­geführt wer­den, si­cher­stel­len können soll, dass das Ziel des Schut­zes der öffent­li­chen Ge­sund­heit er­reicht wird, und nicht über das hin­aus­geht, was hier­zu ob­jek­tiv er­for­der­lich ist.
Außer­dem hat der Ge­richts­hof zu dem Vor­brin­gen, dass die Mit­glied­staa­ten ge­zwun­gen wären, die Grundsätze und die Struk­tur ih­res Kran­ken­ver­si­che­rungs­sys­tems auf­zu­ge­ben, und dass so­wohl ih­re Frei­heit, ein Sys­tem der so­zia­len Si­cher­heit ih­rer Wahl zu er­rich­ten, als auch das Funk­tio­nie­ren die­ses Sys­tems be­ein­träch­tigt würden, ins­be­son­de­re, wenn sie bei ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on des Zu­gangs zur Ge­sund­heits­ver­sor­gung Me­cha­nis­men zur Er­stat­tung der Kos­ten für in an­de­ren Mit­glied­staa­ten er­brach­te Leis­tun­gen der Ge­sund­heits­ver­sor­gung einführen müss­ten, in Rand­nr. 102 des Ur­teils Müller‑Fauré und van Riet ent­schie­den, dass die Ver­wirk­li­chung der durch den EG‑Ver­trag ga­ran­tier­ten Grund­frei­hei­ten die Mit­glied­staa­ten un­ver­meid­lich ver­pflich­tet, ei­ni­ge An­pas­sun­gen in ih­ren na­tio­na­len Sys­te­men der so­zia­len Si­cher­heit vor­zu­neh­men, oh­ne dass dies als Ein­griff in ih­re sou­veräne Zuständig­keit in dem be­tref­fen­den Be­reich an­ge­se­hen wer­den könn­te.
Zu­dem müssen be­reits im Rah­men der Durchführung der Ver­ord­nung (EWG) Nr. 1408/71 des Ra­tes vom 14. Ju­ni 1971 zur An­wen­dung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit auf Ar­beit­neh­mer und de­ren Fa­mi­li­en, die in­ner­halb der Ge­mein­schaft zu- und ab­wan­dern (ABl. L 149, S. 2), die­je­ni­gen Mit­glied­staa­ten, die ein Sach­leis­tungs­sys­tem oder so­gar ei­nen na­tio­na­len Ge­sund­heits­dienst er­rich­tet ha­ben, Me­cha­nis­men der nachträgli­chen Er­stat­tung der Kos­ten für ei­ne in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat als dem zuständi­gen durch­geführ­te Be­hand­lung vor­se­hen (Ur­teil Müller‑Fauré und van Riet, Rand­nr. 105). In­so­weit ist der zuständi­ge Mit­glied­staat, der über ein Sach­leis­tungs­sys­tem verfügt, durch nichts dar­an ge­hin­dert, die Er­stat­tungs­beträge fest­zu­set­zen, auf die die Pa­ti­en­ten, die in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat ver­sorgt wur­den, An­spruch ha­ben, so­weit die­se Beträge auf ob­jek­ti­ven, nicht­dis­kri­mi­nie­ren­den und trans­pa­ren­ten Kri­te­ri­en be­ru­hen (Ur­teil Müller‑Fauré und van Riet, Rand­nr. 107).
Was schließlich die von der In­spec­tion généra­le de la sécu­rité so­cia­le aus­ge­ge­be­nen An­wei­sun­gen an­geht, die das Großher­zog­tum Lu­xem­burg anführt, um dar­zu­tun, dass die be­haup­te­te Ver­trags­ver­let­zung nicht vor­lie­ge, genügt der Hin­weis, dass ei­ne sich aus der An­wen­dung sol­cher An­wei­sun­gen er­ge­ben­de bloße Ver­wal­tungs­pra­xis, die die Ver­wal­tung na­tur­gemäß be­lie­big ändern kann und die nur un­zu­rei­chend be­kannt ist, nicht als rechts­wirk­sa­me Erfüllung der Ver­pflich­tun­gen aus dem Ver­trag an­ge­se­hen wer­den kann (vgl. u. a. Ur­teil vom 13. De­zem­ber 2007, Kom­mis­si­on/Ita­li­en, C‑465/05, Slg. 2007, I‑11091, Rand­nr. 65).
Folg­lich ist fest­zu­stel­len, dass das Großher­zog­tum Lu­xem­burg da­durch ge­gen sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus Art. 49 EG ver­s­toßen hat, dass es im Rah­men sei­ner Vor­schrif­ten über die so­zia­le Si­cher­heit nicht die Möglich­keit der Über­nah­me der Kos­ten von in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­ten Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen im Sin­ne von Art. 24 des Code de la sécu­rité so­cia­le im We­ge ei­ner Er­stat­tung der für die­se Ana­ly­sen und Un­ter­su­chun­gen ent­stan­de­nen Kos­ten, son­dern nur ein Sys­tem der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me durch die Kran­ken­kas­sen vor­ge­se­hen hat.
So­weit sich die Kla­ge der Kom­mis­si­on zwei­tens auf Art. 12 der Sat­zung be­zieht, ist zunächst dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es im Rah­men ei­nes Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­rens nach Art. 226 EG der Kom­mis­si­on ob­liegt, das Vor­lie­gen der be­haup­te­ten Ver­trags­ver­let­zung nach­zu­wei­sen, in­dem sie dem Ge­richts­hof die er­for­der­li­chen An­halts­punk­te lie­fert, an­hand de­ren er das Vor­lie­gen der Ver­trags­ver­let­zung prüfen kann (vgl. u. a. Ur­tei­le vom 29. April 2010, Kom­mis­si­on/Deutsch­land, C‑160/08, Slg. 2010, I‑0000, Rand­nr. 116, und Kom­mis­si­on/Frank­reich, Rand­nr. 56).
Außer­dem er­gibt sich aus Art. 38 § 1 Buchst. c der Ver­fah­rens­ord­nung des Ge­richts­hofs und der ein­schlägi­gen Recht­spre­chung, dass die Kla­ge­schrift den Streit­ge­gen­stand an­ge­ben und ei­ne kur­ze Dar­stel­lung der Kla­ge­gründe ent­hal­ten muss und dass die­se An­ga­ben so klar und deut­lich sein müssen, dass sie dem Be­klag­ten die Vor­be­rei­tung sei­nes Ver­tei­di­gungs­vor­brin­gens und dem Ge­richts­hof die Wahr­neh­mung sei­ner Kon­troll­auf­ga­be ermögli­chen. Folg­lich müssen sich die we­sent­li­chen tatsächli­chen und recht­li­chen Umstände, auf die ei­ne Kla­ge gestützt wird, zu­sam­menhängend und verständ­lich un­mit­tel­bar aus der Kla­ge­schrift er­ge­ben, und die Anträge der Kla­ge­schrift müssen ein­deu­tig for­mu­liert sein, da­mit der Ge­richts­hof nicht ul­tra pe­ti­ta ent­schei­det oder ei­ne Rüge über­geht (vgl. Ur­teil vom 21. Fe­bru­ar 2008, Kom­mis­si­on/Ita­li­en, C‑412/04, Slg. 2008, I‑619, Rand­nr. 103, so­wie Ur­tei­le Kom­mis­si­on/Spa­ni­en, Rand­nr. 32, und vom 28. Ok­to­ber 2010, Kom­mis­si­on/Mal­ta, C‑508/08, Slg. 2010, I‑0000, Rand­nr. 16).
Zum ei­nen ist fest­zu­stel­len, dass die Kom­mis­si­on in Be­zug auf Art. 12 der Sat­zung dem Großher­zog­tum Lu­xem­burg vor­wirft, die Er­stat­tung der Kos­ten für in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­te bio­me­di­zi­ni­sche Ana­ly­sen von der Erfüllung sämt­li­cher Vor­aus­set­zun­gen abhängig zu ma­chen, die in sei­nen ein­schlägi­gen na­tio­na­len Re­ge­lun­gen vor­ge­se­hen sei­en. Sie macht fer­ner gel­tend, dass die­se Vor­aus­set­zun­gen „of­fen­sicht­lich un­verhält­nismäßig“ sei­en.
Wie die Kom­mis­si­on in ih­rer Kla­ge­schrift selbst be­merkt hat, hat der Ge­richts­hof hier­zu ent­schie­den, dass die Vor­aus­set­zun­gen für die Gewährung von Leis­tun­gen der so­zia­len Si­cher­heit, für de­ren Fest­le­gung die Mit­glied­staa­ten eben­so zuständig sind wie für die Be­stim­mung des Um­fangs der von der So­zi­al­ver­si­che­rung ga­ran­tier­ten De­ckung, dem Ver­si­cher­ten bei ei­ner Ver­sor­gung in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat als dem der Ver­si­che­rungs­zu­gehörig­keit ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den können, so­weit sie we­der dis­kri­mi­nie­rend sind noch die Freizügig­keit be­hin­dern (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­teil Müller-Fauré und van Riet, Rand­nr. 106).
Ab­ge­se­hen von dem Er­for­der­nis, das die Kom­mis­si­on so­wohl im Mahn­schrei­ben als auch in der mit Gründen ver­se­he­nen Stel­lung­nah­me an­geführt hat und wo­nach „bio­me­di­zi­ni­sche Ana­ly­sen“ von ei­nem „ge­trenn­ten La­bor“ durch­geführt wer­den müssen, hat die Kom­mis­si­on je­doch in ih­ren Schriftsätzen nicht an­ge­ge­ben, um wel­che Vor­aus­set­zun­gen es sich han­delt. Sie hat auch nicht erläutert, in wel­chen Be­stim­mun­gen des lu­xem­bur­gi­schen Rechts sie im Ein­zel­nen vor­ge­se­hen sei­en.
Dem­nach hat die Kom­mis­si­on dem Ge­richts­hof nicht die er­for­der­li­chen An­halts­punk­te ge­lie­fert, an­hand de­ren er die Un­ver­ein­bar­keit der be­tref­fen­den Vor­aus­set­zun­gen mit Art. 49 EG prüfen kann.
Was zum an­de­ren das in Rand­nr. 53 des vor­lie­gen­den Ur­teils erwähn­te Er­for­der­nis an­geht, hat die Kom­mis­si­on we­der die Be­stim­mung des lu­xem­bur­gi­schen Rechts be­nannt, in der es vor­ge­se­hen ist, noch klar und deut­lich fest­ge­stellt, wel­che ge­naue Be­deu­tung die­ses Er­for­der­nis hat und auf wel­che me­di­zi­ni­schen Leis­tun­gen es an­wend­bar ist.
In die­ser Hin­sicht ha­ben we­der die Ausführun­gen zu der bei der Kom­mis­si­on ein­ge­reich­ten Be­schwer­de noch ih­re An­ga­ben in der münd­li­chen Ver­hand­lung die Aufklärung die­ser As­pek­te ermöglicht.
Die Kom­mis­si­on hat hier­zu in der münd­li­chen Ver­hand­lung gel­tend ge­macht, dass sie in Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren nicht über Un­ter­su­chungs­be­fug­nis­se verfüge und für die Er­mitt­lung des Sach­ver­halts auf die Ant­wor­ten und die Zu­sam­men­ar­beit der Mit­glied­staa­ten an­ge­wie­sen sei.
Die­ser Um­stand al­lein recht­fer­tigt es je­doch nicht, dass sich die Kom­mis­si­on ih­ren in den Rand­nrn. 49 und 50 des vor­lie­gen­den Ur­teils erwähn­ten Pflich­ten ent­zieht.
Der Ge­richts­hof hat zwar ent­schie­den, dass nach Art. 10 EG die Mit­glied­staa­ten nach Treu und Glau­ben an den Un­ter­su­chun­gen der Kom­mis­si­on im Rah­men von Art. 226 EG mit­wir­ken müssen und ihr al­le zu die­sem Zweck an­ge­for­der­ten Auskünf­te zu er­tei­len ha­ben (vgl. Ur­tei­le vom 13. Ju­li 2004, Kom­mis­si­on/Ita­li­en, C‑82/03, Slg. 2004, I‑6635, Rand­nr. 15, und vom 4. März 2010, Kom­mis­si­on/Ir­land, C‑221/08, Slg. 2010, I‑0000, Rand­nr. 60).
Aus den Ak­ten, die dem Ge­richts­hof vor­lie­gen, geht je­doch we­der her­vor, dass die Kom­mis­si­on das Großher­zog­tum Lu­xem­burg auf­ge­for­dert hätte, ihr die an­wend­ba­ren Vor­schrif­ten zu über­mit­teln, noch, dass sie ihm vor­ge­wor­fen hätte, ge­gen sei­ne Pflich­ten aus Art. 10 EG ver­s­toßen zu ha­ben.
Sch­ließlich hat die Kom­mis­si­on auch nicht dar­ge­tan, in­wie­fern das in Rand­nr. 53 des vor­lie­gen­den Ur­teils erwähn­te Er­for­der­nis den frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehr be­schränkt, son­dern le­dig­lich auf die man­gels Har­mo­ni­sie­rung auf der Ebe­ne des Uni­ons­rechts ver­blei­ben­den Un­ter­schie­de zwi­schen den na­tio­na­len Sys­te­men der so­zia­len Si­cher­heit ver­wie­sen (vgl. in die­sem Sin­ne Ur­tei­le vom 15. Ja­nu­ar 1986, Pin­na, 41/84, Slg. 1986, 1, Rand­nr. 20, und Kom­mis­si­on/Spa­ni­en, Rand­nr. 61).
Die Kom­mis­si­on hat so­mit nicht nach­ge­wie­sen, dass das Großher­zog­tum Lu­xem­burg da­durch ge­gen sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus Art. 49 EG ver­s­toßen hat, dass es Art. 12 der Sat­zung, wo­nach die Über­nah­me von Dienst­leis­tun­gen und Lie­fe­run­gen im Ge­sund­heits­we­sen durch die Kran­ken­kas­sen da­von abhängt, dass al­le Vor­aus­set­zun­gen für die Durchführung erfüllt sind, die die in die­sem Ar­ti­kel erwähn­ten na­tio­na­len ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen vor­se­hen, in Kraft ge­las­sen hat.
Nach al­le­dem ist die Kla­ge der Kom­mis­si­on ab­zu­wei­sen, so­weit sie Art. 12 der Sat­zung be­trifft.
Nach Art. 69 § 3 Abs. 1 der Ver­fah­rens­ord­nung kann der Ge­richts­hof die Kos­ten tei­len oder be­sch­ließen, dass je­de Par­tei ih­re ei­ge­nen Kos­ten trägt, wenn je­de Par­tei teils ob­siegt, teils un­ter­liegt. Da im vor­lie­gen­den Fall die Par­tei­en teils ob­siegt ha­ben und teils un­ter­le­gen sind, sind je­der Par­tei ih­re ei­ge­nen Kos­ten auf­zu­er­le­gen.
Aus die­sen Gründen hat der Ge­richts­hof (Zwei­te Kam­mer) für Recht er­kannt und ent­schie­den:
1. Das Großher­zog­tum Lu­xem­burg hat da­durch ge­gen sei­ne Ver­pflich­tun­gen aus Art. 49 EG ver­s­toßen, dass es im Rah­men sei­ner Vor­schrif­ten über die so­zia­le Si­cher­heit nicht die Möglich­keit der Über­nah­me der Kos­ten für in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat durch­geführ­te Ana­ly­sen und La­bor­un­ter­su­chun­gen im Sin­ne von Art. 24 des lu­xem­bur­gi­schen Code de la sécu­rité so­cia­le in sei­ner auf den Rechts­streit an­wend­ba­ren Fas­sung im We­ge ei­ner Er­stat­tung der für die­se Ana­ly­sen und Un­ter­su­chun­gen ent­stan­de­nen Kos­ten, son­dern nur ein Sys­tem der un­mit­tel­ba­ren Über­nah­me durch die Kran­ken­kas­sen vor­ge­se­hen hat.
3. Die Eu­ropäische Kom­mis­si­on und das Großher­zog­tum Lu­xem­burg tra­gen ih­re ei­ge­nen Kos­ten.
* Ver­fah­rens­spra­che: Französisch. Quel­le: Ge­richts­hof der Eu­ropäischen Uni­on (EuGH), http://cu­ria.eu­ro­pa.eu	m.hensche.de
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References: Art. 49
 Art. 226
 Art. 24
 Art. 12

Art. 24
 Art. 24

Art. 12
 Art. 17
 Art. 65
 Art. 61
 Art. 24
 Art. 12
 Art. 49
 Art. 49
 Art. 24
 Art. 12
 Art. 49
 Art. 49

Art. 24
 Art. 12
 Art. 49
 Art. 5
 Art. 49
 Art. 49
 Art. 24
 Art. 12
 Art. 49
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 46
 Art. 49
 Art. 24
 Art. 12
 Art. 226
 Art. 38
 § 1
 Art. 12
 Art. 49
 Art. 10
 Art. 226
 Art. 10
 Art. 49
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 69
 § 3
 Art. 49
 Art. 24