Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=09.09.1993&Aktenzeichen=IV%20R%2014/91
Timestamp: 2020-02-26 03:02:37+00:00

Document:
BFH, 09.09.1993 - IV R 14/91 - dejure.org
https://dejure.org/1993,559
BFH, 09.09.1993 - IV R 14/91 (https://dejure.org/1993,559)
BFH, Entscheidung vom 09.09.1993 - IV R 14/91 (https://dejure.org/1993,559)
BFH, Entscheidung vom 09. September 1993 - IV R 14/91 (https://dejure.org/1993,559)
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FGO §§ 90 a, 99; EStG § 4 Abs. 1
Betriebsvermögen - Gesellschafter-Grundstück - Finanzgerichtsverfahren - Zwischenurteil - Vermietung
EStG § 4 Abs. 1 (a.F., n.F.), § 13; FGO §§ 90a, 99
Einkommensteuer; notwendiges Sonderbetriebsvermögen bei Vermietung durch Gesellschafter an Dritten
BFHE 173, 40
NJW 1994, 2048 (Ls.)
BB 1994, 325
BStBl II 1994, 250
Zum notwendigen Sonderbetriebsvermögen des Mitunternehmers einer Personengesellschaft gehören nicht nur Wirtschaftsgüter, die der Gesellschafter der Gesellschaft zur betrieblichen Nutzung überlässt und die so unmittelbar dem Betrieb der Gesellschaft dienen (Sonderbetriebsvermögen I), sondern als sog. Sonderbetriebsvermögen II auch Wirtschaftsgüter, die der Mitgliedschaft des Gesellschafters in anderer Weise als durch Überlassung zur Nutzung unmittelbar an die Gesellschaft dienen (ständige Rechtsprechung des BFH, vgl. z.B. Urteile vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250, und vom 18. Dezember 2001 VIII R 27/00, BFHE 197, 483, BStBl II 2002, 733, unter II.2.b aa, jeweils m.w.N.).
Allerdings wird der Nutzen, den eine Personengesellschaft aus dem Umstand zieht, dass ihre Gesellschafter Eigentümer des von ihr als "Untermieter" genutzten Grundstücks sind, besonders deutlich, wenn der zwischen den Gesellschaftern und dem Dritten geschlossene Mietvertrag und der zwischen diesem und der Gesellschaft bestehende "Untermietvertrag" dieselbe Laufzeit haben (so in den Fällen der Senatsurteile in BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250, und BFHE 174, 407, BStBl II 1994, 796).
Dazu zählen auch Wirtschaftsgüter, die einem Mitunternehmer gehören, die jedoch geeignet und bestimmt sind, dem Betrieb der Personengesellschaft (Sonderbetriebsvermögen I) oder der Beteiligung des Gesellschafters an der Personengesellschaft (Sonderbetriebsvermögen II) zu dienen (ständige Rechtsprechung, vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250; vom 3. März 1998 VIII R 66/96, BFHE 185, 422, BStBl II 1998, 383, jeweils m.w.N.).
Ebenso hat der Senat ein Grundstück beurteilt, das der Gesellschafter an einen Fremden vermietet hatte, der es an die KG untervermietete (BFH-Urteil in BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250).
Auf der anderen Seite spricht der Umstand, daß die Verpachtung bereits vor der Gründung der Klägerin bestand, nicht dagegen, daß das Grundstück später als notwendiges Sonderbetriebsvermögen II der Klägerin zuzurechnen war (Senats-Urteil in BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250).
Zwischenurteile i.S. des § 99 Abs. 2 FGO sind selbständig mit der Revision anfechtbar (Senatsurteil vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250, m.w.N.;… Beschluß des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 15. November 1995 X R 12/95, BFH/NV 1996, 603;… a.A. Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., 1997, § 99 Rz. 9).
Dazu hat der Senat im Urteil vom 9. September 1993 IV R 14/91 (BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250) ausgeführt, auch die Bestimmung eines Wirtschaftsguts, der Beteiligung des Gesellschafters an der Gesellschaft zu dienen, bewirke, daß das Wirtschaftsgut nicht für private, sondern für betriebliche Zwecke eingesetzt sei.
Nach dem Senatsurteil in BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250 wird ein Grundstück auch dann Sonderbetriebsvermögen, wenn sein Eigentümer, der es einem Dritten zur Weitervermietung an die Personengesellschaft überlassen hat, später Gesellschafter und Mitunternehmer der Personengesellschaft wird.
Diese Voraussetzung ist auch erfüllt, wenn der Gesellschafter Eigentümer eines für die gewerbliche Tätigkeit der Gesellschaft bedeutsamen Wirtschaftsguts ist und aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit einem Dritten sicherstellt, daß die Gesellschaft dieses Wirtschaftsgut nutzen kann (vgl. Urteil in BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250).
Zwischenurteile i.S. des § 99 Abs. 2 FGO sind selbständig mit der Revision anfechtbar (§ 115 Abs. 1 FGO), da diese Entscheidungen keiner Rechtsmittelbeschränkung unterliegen, wie sie etwa in § 67 Abs. 3 FGO für ein Zwischenurteil nach § 97 FGO über die Zulässigkeit einer Klageänderung, vorgesehen ist (Senatsurteile vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250, und vom 4. Februar 1999 IV R 54/97, BFHE 187, 418, BStBl II 2000, 139, jeweils m.w.N.;… a.A. Gräber/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 4. Aufl., 1997, § 99 Rz. 9).
In die Gewinnermittlung für die Gesellschafter (Mitunternehmer) von Personengesellschaften ist nicht nur das Gesellschaftsvermögen der Personengesellschaft als solcher, sondern ist auch das Sonderbetriebsvermögen der Mitunternehmer einzubeziehen (§ 4 Abs. 1, § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG; vgl. hierzu zuletzt Senatsurteil vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250).
In solchen Fällen ist das geänderte Verfahrensrecht im Revisionsverfahren auch dann maßgebend, wenn die Gesetzesänderung erst nach dem Erlaß des finanzgerichtlichen Urteils in Kraft getreten ist und nicht auf den Zeitpunkt des Ergehens des FG-Urteils zurückwirkt (BFH-Urteil vom 9. September 1993 IV R 14/91, BFHE 173, 40, BStBl II 1994, 250, m. w. N.).
BFH, 13.06.1996 - III R 180/94
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FG Baden-Württemberg, 07.11.2001 - 2 K 274/99
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References: § 4
 § 4
 § 13
 § 99
 § 99
 § 99
 § 67
 § 97
 § 99
 § 15