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Timestamp: 2016-10-22 21:36:28+00:00

Document:
1C_7/2012 (11.06.2012)
1C_7/2012
X.________AG, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Philipp,
3. Ehepaar A.c.________,
4. Ehepaar A.d.________,
5. Ehepaar A.e.________,
6. Ehepaar A.f.________,
7. A.g.________,
alle (Verfahrensbeteiligte 2-7) vertreten durch Rechtsanw�ltin A.h.________,
9. A.i.________,
vertreten durch Rechtsanw�ltin Dr. Ursula Schmid,
10. A.j.________,
11. A.k.________,
12. A.l.________,
14. A.n.________,
15. A.o.________,
16. A.p.________,
17. A.q.________,
18. A.r.________,
19. A.s.________,
20. A.t.________,
21. A.u.________,
22. A.v.________,
23. A.w.________,
24. Stockwerkeigent�mer-Gemeinschaft A.x.________,
Frau A.v.________,
25. A.y.________,
26. Stockwerkeigent�mer-Gemeinschaft A.z.________, Herr B.a.________,
27. Stockwerkeigent�mer-Gemeinschaft B.b.________, Herr B.c.________,
28. B.d.________,
29. B.e.________,
30. B.f.________,
31. B.g.________,
32. B.h.________,
33. B.i.________,
34. Ehepaar B.j.________,
35. Ehepaar B.k.________, Hotel B.l.________,
36. Ehepaar B.m.________,
37. Ehepaar B.n.________,
38. Ehepaar B.o.________,
39. Ehepaar B.p.________,
40. Ehepaar B.q.________,
41. Ehepaar B.r.________,
42. Ehepaar B.s.________,
43. Ehepaar B.t.________,
44. Ehepaar B.u.________,
45. Ehepaar B.v.________,
46. Ehepaar B.w.________,
47. Ehepaar B.x.________,
48. Ehepaar B.y.________,
49. Ehepaar B.z.________,
50. Ehepaar C.a.________,
51. Ehepaar C.b.________,
52. Ehepaar C.c.________,
53. Ehepaar C.d.________,
54. Ehepaar C.e.________,
55. Ehepaar C.f.________,
56. Ehepaar C.g.________,
57. Ehepaar C.h.________,
58. Ehepaar C.i.________,
59. Ehepaar C.j.________,
In der Gemeinde Vals wird seit 1930 im Gebiet "Carlag" Stein abgebaut und gespalten. Bis 2002 belief sich das Abbauvolumen auf ca. 300 m� pro Jahr. 2003 wurde mit der Erstellung einer neuen Strasse die Voraussetzung f�r den Abtransport gr�sserer Abbaumengen geschaffen und es wurden ab 2004 ca. 1'000 m� Stein pro Jahr abgebaut. Am 15. M�rz 2004 stimmte das Departement des Innern und der Volkswirtschaft des Kantons Graub�nden der Installation einer Steinfr�se und dem Neubau eines Unterstands im Abbaugebiet zu, wobei die Zustimmung mit verschiedenen Auflagen verbunden wurde. Zudem wurde die Gemeinde beauftragt, von der damaligen XX.________AG (seit 29. Februar 2009 umbenannt in X.________AG und in der Folge so bezeichnet) ein Gesuch f�r den Gesteinsabbau ausserhalb der Bauzone zu verlangen und dem Departement zur Zustimmung zu unterbreiten. Im Hinblick auf die Erweiterung des Abbaus und eine planerische Abgrenzung des Abbaugebiets stimmten die Stimmberechtigten der Gemeinde Vals am 17. Juni 2007 einer inzwischen ausgearbeiteten Vorlage betreffend projektbezogene Nutzungsplanrevision "Abbauzone Carlag" zu. Damit sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, um der X.________AG eine baurechtliche Bewilligung f�r den Abbau von maximal 25'000 m� Stein in den n�chsten rund 25 Jahren, d.h. 1'000 m� pro Jahr, im Steinbruch "Carlag" zu erteilen. Die Regierung des Kantons Graub�nden genehmigte diese Nutzungsplanung samt Generellem Gestaltungsplan am 19. August 2008 unter Abweisung verschiedener Beschwerden. Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Urteil vom 28. April 2009 wegen Verletzung des rechtlichen Geh�rs gut. Diese Nutzungsplanung ist noch Gegenstand eines h�ngigen Genehmigungsverfahrens bei der Regierung des Kantons Graub�nden. Zur Zeit ist das Verfahren auf Wunsch der Gemeinde Vals vom 22. Juni 2011 sistiert.
Am 6. M�rz 2008 gelangte A.a.________ in Zusammenhang mit dem Betrieb des Steinbruchs an die Gemeinde und verlangte die unverz�gliche Einstellung des Abbaus. Sie kritisierte, dass der Gesteinsabbau erfolge, obwohl keine Baubewilligung daf�r vorliege. Mit Verf�gung vom 25. September 2008 forderte die Gemeinde die X.________AG auf, innert 30 Tagen ein Baugesuch f�r den Abbau von Steinen im Gebiet "Carlag" einzureichen (Ziffer 1). Zudem ordnete sie f�r die Dauer des Verfahrens vorsorgliche Massnahmen an, die insbesondere die Begrenzung von L�rm- und Staubemissionen betrafen (Ziffer 2). Gegen diese Verf�gung erhoben sowohl A.a.________ als auch die X.________AG Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Mit Urteil vom 28. April 2009 wies das Verwaltungsgericht die Beschwerde von A.a.________ ab. Die Beschwerde der X.________AG hiess es gut und �nderte Ziffer 1 des angefochtenen Entscheids dahin gehend ab, dass das Gesuch f�r das Bauen ausserhalb der Bauzone erst nach Rechtskraft des Nutzungsplanungsverfahrens gestellt werden m�sse.
Mit Beschwerde ans Bundesgericht vom 14. Dezember 2009 beantragte A.a.________, das Urteil des Verwaltungsgerichts sei aufzuheben, und die X.________AG sei zu verpflichten, die Abbaut�tigkeit vollst�ndig einzustellen, bis eine formell und materiell rechtskr�ftige Bewilligung f�r das Bauen ausserhalb der Bauzone vorliege. Mit Urteil 1C_276/2009 vom 26. Juli 2010 hiess das Bundesgericht die Beschwerde gut, hob das Urteil des Verwaltungsgerichts auf und ordnete an, die X.________AG habe die Abbrucht�tigkeit im Steinbruch "Carlag" bis zum 31. Oktober 2010 einzustellen. Das Bundesgericht erwog, der Gesteinsabbau beruhe nicht auf einer rechtskr�ftigen Nutzungsplanung. Er sei nie baurechtlich bewilligt worden und er k�nne in Ermangelung eines entsprechenden Gesuchs auch nicht bewilligt werden. Damit handle es sich um eine formell und materiell baurechtswidrige Abbaut�tigkeit. Der von der Betreiberin ausserhalb der Bauzone ohne die erforderlichen Bewilligungen vorgenommene Gesteinsabbau stelle eine schwerwiegende Verletzung des Grundsatzes der Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet dar. Dieses gewichtige �ffentliche Interesse an einem ordentlichen Vollzug des Bau-, Planungs- und Umweltrechts �berwiege die betriebswirtschaftlichen Interessen der Betreiberin.
Am 20. Oktober 2010 reichte die X.________AG bei der Gemeinde Vals ein Gesuch um Weiterbetrieb des bestehenden Steinbruchs "Carlag" ein. Gem�ss Gesuch erfolgt der Abbau innerhalb der Abbauzone auf einer Fl�che von rund 900 m�. Das Abbauvolumen betr�gt 7'200 m� Stein, abbaubar in den n�chsten zw�lf Jahren jeweils von Anfang M�rz bis Ende November. Die Bohrarbeiten werden werktags ausgef�hrt, wobei sich die maximale Einsatzdauer der Bohrlafetten auf 700 Betriebsstunden pro Jahr bel�uft. Monatlich sind sieben Kleinsprengungen vorgesehen. Die Steinbl�cke werden gr�sstenteils mittels Pneulader oder Raupenbagger verschoben. Die Verarbeitung der Bl�cke zu Dachplatten und bruchrohen Bodenplatten findet alsdann ausserhalb des Steinbruchs statt. Der Abtransport des bearbeiteten Steins und des Ausschussmaterials (150 Lastwagenfahrten pro Jahr) wird �ber die bestehende Meliorationsstrasse vorgenommen. Nach Abschluss des Abbaus wird der Gemeinde die Detailplanung der Rekultivierung zur Pr�fung vorgelegt werden. Der Bedarf an F�llmaterial wird auf 5'500-6'000 m� gesch�tzt. Als Gesuchsbeilage reichte die X.________AG insbesondere ein L�rmgutachten ein, welches zum Ergebnis kommt, die Planungs- und Immissionsgrenzwerte seien eingehalten. Gegen das Gesuch wurden 53 Einsprachen eingereicht. Mit Entscheiden vom 12. April 2011, mitgeteilt am 27. Mai 2011, lehnte der Gemeindevorstand Vals das Baugesuch der X.________AG ab und hiess die dagegen erhobenen Einsprachen gut.
Diese Entscheide focht die X.________AG am 6. Juni 2011 beim Verwaltungsgericht an. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 1. November 2011 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 30. Dezember 2011 beantragt die X.________AG, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 1. November 2011 sei aufzuheben und die Gemeinde Vals sei anzuweisen, das Baubewilligungsgesuch zwecks Gutheissung an die kantonale Fachstelle zur Pr�fung weiterzuleiten. Eventualiter sei die Streitsache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Amt f�r Raumentwicklung des Kantons Graub�nden und das Bundesamt f�r Raumentwicklung verzichten auf Vernehmlassungen. Die Vorinstanz und die Beschwerdegegnerin 1 beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Gemeinde Vals sowie die Beschwerdegegner 23, 26, 33, 35, 36, 37, 41, 48, 50 und 51 stellen (sinngem�ss) Antrag auf Beschwerdeabweisung. Die Beschwerdef�hrerin verzichtet auf weitere Bemerkungen.
Das angefochtene Urteil des Verwaltungsgerichts ist ein Entscheid einer letzten kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d BGG). Ihm liegt ein Beschwerdeverfahren �ber ein Baugesuch (Gesuch um Weiterf�hrung der Abbaut�tigkeit im Steinbruch "Carlag") und damit eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit zugrunde. Das Bundesgerichtsgesetz enth�lt auf dem Gebiet des Raumplanungs- und Baurechts keinen Ausschlussgrund von der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 lit. a und Art. 83 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.2 S. 251, 409 E. 1.1 S. 411).
Die Beschwerdef�hrerin hat als Baugesuchstellerin und Beschwerdef�hrerin an den vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen. Sie ist durch den ihre Beschwerde abweisenden Entscheid der Vorinstanz besonders ber�hrt und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung oder �nderung. Die Beschwerdef�hrerin ist damit zur Beschwerdef�hrung legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG). Da auch die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist auf die Beschwerde vorbeh�ltlich gen�gend begr�ndeter R�gen (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 42 Abs. 2 BGG) einzutreten.
2.1 Die Vorinstanz erw�gt, das Abbauvorhaben liege innerhalb der von der Gemeinde Vals am 4. Dezember 1994 erlassenen und von der Regierung des Kantons Graub�nden am 25. April 1995 genehmigten Abbauzone. Gem�ss den von der Kantonsregierung am 8. M�rz 1994 genehmigten Vollzugskonzepten "Deponien und Materialablagerungen" und "Materialabbau" habe die grundeigent�merverbindliche Festlegung der f�r den Materialabbau bestimmten Fl�chen mit Einschluss der Erschliessungsanlagen und der Standorte der notwendigerweise mit dem Abbau, der Aufbereitung und dem Abtransport in Zusammenhang stehenden Bauten und Anlagen bei Abbauvolumen �ber 4'000 m� �ber eine Nutzungsplanung in der jeweiligen Gemeinde zu erfolgen (Ortsplanung). Einzig bei Abbauvolumen unter 4'000 m� gen�ge ein Ausnahmebewilligungsverfahren. F�r das hier relevante Abbauvorhaben mit einem Abbauvolumen von 7'200 m� bedeute dies, dass es lediglich aufgrund einer rechtskr�ftig genehmigten nutzungsplanerischen Grundlage bewilligt werden k�nne, welche bislang nicht bestehe.
Unter Hinweis auf die Lehre und die bundesgerichtliche Rechtsprechung betont die Vorinstanz, ein solches Sondernutzungsplanverfahren sei unumg�nglich, um den Abbau im Sinne einer haush�lterischen und umweltschonenden Bodennutzung zu gew�hrleisten, eine umfassende Interessenabw�gung sicherzustellen und die Voraussetzungen des Abbaus festzulegen. Der Erlass eines Abbauplans d�rfe nicht durch den Erlass einer Zone umgangen werden, welche die Bedingungen f�r den Abbau und die Rekultivierung nicht festlege. Die Gemeinden seien verpflichtet, sowohl einen generellen Erschliessungsplan als auch einen generellen Gestaltungsplan mit detaillierten Angaben insbesondere �ber das Abbauvolumen, die Bauetappen, die Wiederherrichtung, die Rekultivierung und die Endgestaltung zu verabschieden. Im Zonenplan und Generellen Gestaltungsplan der Gemeinde Vals vom 4. Dezember 1994/25. April 1995 sei die Abbauzone ohne gestalterische Elemente eingetragen. Es fehle ein Abbauplan und es mangle an Angaben �ber die vorzunehmende Rekultivierung und Endgestaltung nach Abschluss des Steinabbaus, dies obwohl die Abbauzone "Carlag" nahe beim Siedlungsgebiet liege und von �berall her einsehbar sei.
Zusammenfassend folgert die Vorinstanz, es sei vorliegend eine abgeschlossene Sondernutzungsplanung erforderlich, weshalb die Erteilung einer Ausnahmebewilligung ausscheide.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung planungsrechtlicher Grunds�tze. Die Auffassung der Vorinstanz, die Erteilung einer Ausnahmebewilligung komme nicht in Betracht, sei unzutreffend. Sei wie im zu beurteilenden Fall keine Umweltvertr�glichkeitspr�fung notwendig, brauche es auch keine Sondernutzungsplanung. Eine solche w�rde ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen, was unverh�ltnism�ssig sei, zumal die Rechte der Betroffenen im Baubewilligungsverfahren vollumf�nglich gewahrt werden k�nnten (Beschwerde S. 8-11).
2.3 Die Raumplanung bildet mit der Richt- und Nutzungsplanung sowie nachfolgendem Baubewilligungs- und allf�lligem Ausnahmebewilligungsverfahren ein Ganzes, in dem jeder Teil eine spezifische Funktion erf�llt. F�r die Erstellung der Richtpl�ne bestimmen die Kantone in den Grundz�gen, wie sich ihr Gebiet r�umlich entwickeln soll (Art. 6 Abs. 1 RPG [SR 700]). Nutzungspl�ne ordnen die zul�ssige Nutzung des Bodens und unterscheiden vorab Bau-, Landwirtschafts- und Schutzzonen (Art. 14 RPG). Sie sind f�r jedermann verbindlich (Art. 21 Abs. 1 RPG). Das Baubewilligungsverfahren dient dagegen der Abkl�rung, ob Bauten und Anlagen der im Nutzungsplan ausgedr�ckten r�umlichen Ordnungsvorstellungen entsprechen. Es bezweckt einzelfallweise Planverwirklichung, soll aber nicht selbstst�ndige Planungsentscheide hervorbringen. Das Baubewilligungsverfahren verf�gt weder �ber das sachlich n�tige Instrumentarium, noch ist der damit verbundene Rechtsschutz nach rechtsstaatlichen und demokratischen Gesichtspunkten geeignet, um den Nutzungsplan im Ergebnis zu erg�nzen oder zu �ndern. Auch Ausnahmebewilligungen ausserhalb von Bauzonen (Art. 24 ff. RPG) haben sich in den planerischen Stufenbau einzuf�gen. Richtplanung, Nutzungsplanung und Bau- bzw. Ausnahmebewilligungsverfahren bilden "Orte typischer Entscheidungen" (Pierre Tschannen, in: Aemisegger/Kuttler/Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar RPG, 2010, Art. 2 N. 27 und 30).
Das Bundesrecht verlangt, dass bei der Erf�llung raumplanerischer Aufgaben das angemessene Planungs- bzw. Entscheidungsinstrument zum Einsatz gelangt. F�r Bauten und Anlagen, die ihrer Natur nach nur in einem Planungsverfahren angemessen erfasst werden k�nnen, d�rfen keine Ausnahmebewilligungen erteilt werden. Zieht ein nicht zonenkonformes Vorhaben durch seine Ausmasse oder seine Natur bedeutende Auswirkungen auf die bestehende Nutzungsordnung nach sich, so darf es nicht nach Art. 24 ff. RPG, sondern erst nach einer entsprechenden �nderung des Zonenplans bewilligt werden. Wann ein nicht zonenkonformes Vorhaben hinsichtlich seines Ausmasses und seiner Auswirkungen auf die Nutzungsordnung so gewichtig ist, dass es erst nach einer �nderung oder Schaffung eines Nutzungsplanes bewilligt werden darf, ergibt sich aus der Planungspflicht (Art. 2 RPG), den Planungsgrunds�tzen und -zielen (Art. 1 und 3 RPG), dem kantonalen Richtplan (Art. 6 ff. RPG) sowie der Bedeutung des Projekts im Lichte der im Raumplanungsgesetz festgelegten Verfahrensordnung (Art. 4 und 33 f. RPG; vgl. zum Ganzen BGE 124 II 252 E. 3 S. 254 f.; 120 Ib 207 E. 5 S. 212 mit zahlreichen Hinweisen).
Bei der Beurteilung, ob ein Nutzungsplanverfahren durchzuf�hren ist oder ob eine Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 ff. RPG ausreicht, kommt den kommunalen und kantonalen Beh�rden ein gewisses Ermessen zu. So hat das Bundesgericht in BGE 113 Ib 371 E. 5 S. 373 f. erwogen, es habe zwar in einem fr�heren Urteil in der gleichen Sache nicht ausgeschlossen, dass das im Streit liegende Bauprojekt auch ohne besonderes Nutzungsplanungsverfahren gestattet werden k�nne. Wenn sich aber die zust�ndigen kommunalen und kantonalen Beh�rden f�r die Nutzungsplanrevision und nicht f�r das Ausnahmebewilligungsverfahren entschieden h�tten, sei dies mit Blick auf das Ausmass und die Auswirkungen der Anlage auf die Nutzungsordnung zu begr�ssen. Darin liege jedenfalls keine Umgehung des Verfahrens nach Art. 24 ff. RPG. Bezugnehmend auf dieses Urteil hat das Bundesgericht im Entscheid 1A.73/2002 vom 6. Oktober 2003 E. 4 (in: ZBl 106/2005 S. 369) zusammenfassend gefolgert, den kommunalen und kantonalen Beh�rden stehe in Grenzf�llen ein gewisser Ermessensspielraum zu, der es ihnen gestatte, sich ohne Rechtsverletzung f�r das Verfahren der Nutzungsplanung oder jenes der Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 ff. RPG zu entscheiden (vgl. hierzu auch Arnold Marti, Planungspflicht f�r gr�ssere Vorhaben ausserhalb der Bauzonen - wegleitende Rechtsprechung des Bundesgerichts, ZBl 106/2005 S. 353 ff., insb. S. 359 und S. 362 f.).
2.4 Das Bundesgericht hat f�r verschiedene Anlagen wie gr�ssere Abbau- und Deponievorhaben die Planungspflicht bejaht (vgl. die Hinweise in BGE 120 Ib 207 E. 5 S. 212 und 119 Ib 439 E. 4a S. 440). In der Regel sind Anlagen, f�r welche eine Umweltvertr�glichkeitspr�fung nach Art. 10a ff. USG (SR 814.01) vorgeschrieben ist, nur auf dem Wege der Nutzungsplanung realisierbar (BGE 124 II 252 E. 3 S. 254 f.; 119 Ib 439 E. 4b S. 440 f.). Eine Umweltvertr�glichkeitspr�fung ist gem�ss Ziffer 80.3 der Verordnung vom 19. Oktober 1988 �ber die Umweltvertr�glichkeitspr�fung (UVPV; SR 814.011) erforderlich bei Kies- und Sandgruben, Steinbr�chen und anderen nicht der Energiegewinnung dienenden Materialentnahmen aus dem Boden mit einem abbaubaren Gesamtvolumen von mehr als 300'000 m�.
Mit einem Abbauvolumen von 7'200 m� liegt das vorliegend zu beurteilende Projekt deutlich unter dieser Schwelle, sodass keine Umweltvertr�glichkeitspr�fung notwendig ist. Daraus folgt jedoch entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin nicht zwingend, dass das Nutzungsplanverfahren hier nicht in Betracht fallen kann. Ob eine Pflicht zur Durchf�hrung einer Umweltvertr�glichkeitspr�fung besteht oder nicht, ist ein wichtiges, aber nicht das einzig massgebliche Kriterium. Auch ein Vorhaben, welches nicht der Umweltvertr�glichkeitspr�fungspflicht untersteht und nur eine beschr�nkte Bodenfl�che beansprucht, kann Auswirkungen haben, die weit �ber den eigentlichen Standort hinausreichen, sodass bei der Pr�fung der Raum- und Umweltvertr�glichkeit Koordinationsprobleme entstehen k�nnen. In solchen F�llen ist der Erlass eines vorg�ngigen Sondernutzungsplans sachgerecht, da dieses Verfahren eine umfassende und gesamtheitliche Beurteilung der Wirkungen des Projekts erm�glicht (vgl. Pierre Moor, in: Aemisegger/Kuttler/Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar RPG, 2010, Art. 14 N. 84; siehe auch Eric Brandt/Pierre Moor, in: Aemisegger/Kuttler/ Moor/Ruch [Hrsg.], Kommentar RPG, 2010, Art. 18 N. 131 ff. und 146 ff.).
2.5 Im zu beurteilenden Fall geht es um die verbindliche Festlegung der Abbaufl�che und des Abbauvolumens, der Erschliessungsanlagen (inklusive der Standorte der mit dem Abbau, der Aufbereitung und dem Abtransport in Zusammenhang stehenden Bauten und Anlagen), der Bauetappen, der Rekultivierung sowie der eigentlichen Endgestaltung (vgl. hierzu auch Sachverhalt lit. C. hiervor). Da - wie die Vorinstanz willk�rfrei festgestellt hat - der Steinbruch leicht einsehbar ist und in der N�he des Siedlungsgebiets liegt, kommt dieser Abbauplanung und der Endgestaltung eine hohe Bedeutung zu. Weiter r�umt die Beschwerdef�hrerin ausdr�cklich ein, dass eine Kontroverse �ber die Einhaltung der L�rmschutzbestimmungen und �ber die zureichende Erschliessung besteht (Beschwerde S. 10 und S. 19 f.). Entscheidend gewichtet hat die Vorinstanz schliesslich, dass es gem�ss den von der Regierung des Kantons Graub�nden am 8. M�rz 1994 genehmigten Vollzugskonzepten "Deponien und Materialablagerungen" und "Materialabbau" bei Abbauvolumen von �ber 4'000 m� zweckm�ssig ist, die f�r den Materialabbau bestimmten Fl�chen mit Einschluss der Erschliessungsanlagen im Verfahren der Nutzungsplanung und nicht auf dem Weg der Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 ff. RPG festzulegen. Diese Vollzugskonzepte weisen zwar keinen Gesetzescharakter auf, die Wertung der Kantonsregierung durfte jedoch von der Vorinstanz im Rahmen der Entscheidfindung ber�cksichtigt werden.
Diese aufgef�hrten Umst�nde lassen die Durchf�hrung eines Sondernutzungsplanverfahrens als sachgerecht erscheinen. Hierdurch wird eine umfassende Interessenabw�gung gew�hrleistet, welche es erm�glicht, der leichten Einsehbarkeit und der Siedlungsn�he des Projekts Rechnung zu tragen und die kontroversen Fragen der Einhaltung der L�rmschutzbestimmungen und der gen�genden Erschliessung zu kl�ren. Jedenfalls verletzt die Vorinstanz mit ihrer Schlussfolgerung, ein Ausnahmebewilligungsverfahren erweise sich als ungen�gend, das ihr zukommende Ermessen nicht. Offensichtlich unverh�ltnism�ssig und damit bundesrechtswidrig ist die Beschreitung des Nutzungsplanverfahrens vielmehr nur in klaren F�llen, d.h. wenn sich weder Koordinationsprobleme stellen noch gewichtige unterschiedliche Interessen im Spiel sind, die es gegeneinander abzuw�gen gilt. Ein solcher Fall liegt nach dem Gesagten hier nicht vor.
Die weiteren Vorbringen der Beschwerdef�hrerin (Beschwerde S. 11-24) sind unbegr�ndet, soweit sie hinreichend substanziiert sind.
3.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine Verletzung des Legalit�tsprinzips (Art. 5 Abs. 1 BV), da sich die Vorinstanz �ber Art. 48 des Baugesetzes der Gemeinde Vals vom 2. April 1989/10. September 1990 (BG/Vals) hinwegsetze (Beschwerde S. 11 f.).
Gem�ss Art. 48 Abs. 3 BG/Vals werden die Gestaltung von Abbaufl�chen nach Abschluss der Materialentnahme oder einzelner Etappen sowie allenfalls weitere notwendige Massnahmen im Zusammenhang mit dem Abbau im Generellen Gestaltungsplan festgelegt oder sind Bestandteil des Baugesuchs.
Die Vorinstanz weist in ihrer Begr�ndung darauf hin, dass die Kantonsregierung bei der Genehmigung von Art. 48 BG/Vals am 17. Oktober 2000 ausdr�cklich festgehalten habe, die Gestaltung von Abbaufl�chen innerhalb einer Abbauzone sei in der Grundordnung festzulegen, weil die Behandlung in einem Baugesuch in aller Regel nicht ausreiche; es seien kaum F�lle vorstellbar, in denen die Endgestaltung einer Abbauzone erst im Baugesuch geregelt werden k�nne. Die Vorinstanz kommt im angefochtenen Urteil zum Schluss, Art. 48 BG/Vals respektive die kommunale Abbauzone gen�ge den Anforderungen des RPG an Abbauzonen nicht, da kein Abbauplan und keine Angaben �ber die vorzunehmende Rekultivierung und Endgestaltung nach Abschluss des Steinabbaus vorhanden seien. Mit diesen Erw�gungen setzt sich die Beschwerdef�hrerin nicht auseinander, weshalb auf die R�ge der Verletzung des Legalit�tsprinzips mangels hinreichender Substanziierung nicht einzutreten ist.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin macht eine Verletzung des Grundsatzes des Vertrauensschutzes geltend (Art. 9 BV). Durch den Zonenplan und die Ausk�nfte und Zusagen der kommunalen und kantonalen Beh�rden sei bei ihr das berechtigte Vertrauen geschaffen worden, dass die weitere Abbaut�tigkeit im Steinbruch "Carlag" bewilligungsf�hig sei. Gest�tzt auf diese Vertrauensgrundlage habe sie Investitionen get�tigt und bei Einreichung des Baubewilligungsgesuchs nicht mit dessen Abweisung rechnen m�ssen. Die Beschwerdef�hrerin beruft sich dabei insbesondere auf die Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts im Entscheid vom 28. April 2009 (Beschwerde S. 12-16, insb. S. 14).
Das Bundesgericht hat, wie ausgef�hrt, mit Urteil 1C_276/2009 vom 26. Juli 2010 in der gleichen Sache den angefochtenen Entscheid des Verwaltungsgerichts vom 28. April 2009 aufgehoben und erkannt, dass die Beschwerdef�hrerin ihre Abbaut�tigkeit einzustellen habe, weil diese formell und materiell bundesrechtswidrig sei (vgl. Sachverhalt lit. B. hiervor). Vor diesem Hintergrund ist nicht einsichtig, weshalb die Beschwerdef�hrerin bei der Einreichung des hier Verfahrensgegenstand bildenden Gesuchs um Weiterbetrieb des Steinbruchs "Carlag" vom 20. Oktober 2010 gest�tzt auf eine von den kommunalen und kantonalen Beh�rden angeblich geschaffene Vertrauensgrundlage nicht mit der Gesuchsabweisung hat rechnen m�ssen.
3.3 Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, der angefochtene Entscheid verletze die Eigentums- und Bestandesgarantie (Art. 26 Abs. 1 BV). Eine Gestaltungsplanungspflicht bedeute einen unverh�ltnism�ssigen Eingriff in die Eigentumsgarantie. Zumindest aber h�tte ihr unter dem Gesichtspunkt des Bestandesschutzes die Weiterf�hrung der fr�heren Abbaut�tigkeit im Umfang von j�hrlich 300 m� (vgl. Sachverhalt lit. A. hiervor) bewilligt werden m�ssen (Beschwerde S. 16 f.).
Die Vorinstanz verletzt, wie dargelegt, kein Bundesrecht, indem sie folgert, der Erlass eines Sondernutzungs- bzw. Gestaltungsplans erweise sich als sachgerecht bzw. zweckm�ssig. Dementsprechend kommt die Gestaltungsplanungspflicht vorliegend auch keinem unverh�ltnism�ssigen Eingriff in die Eigentumsgarantie gleich. Die Berufung auf die Bestandesgarantie geht bei einer formell und materiell baurechtswidrigen Abbaut�tigkeit von vorneherein fehl.
3.4 Die Beschwerdef�hrerin macht eine "Verletzung von Art. 24 RPG im Rahmen der Interessenabw�gung" geltend (Beschwerde S. 17-23).
Diese Ausf�hrungen sind unbehelflich, da nach dem Gesagten ein Ausnahmebewilligungsverfahren nicht gen�gt, sondern ein Sondernutzungsplanverfahren erforderlich ist.
3.5 Schliesslich r�gt die Beschwerdef�hrerin eine Missachtung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV), weil die Vorinstanz nicht auf ihre Vorbringen eingegangen sei, das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip und der Grundsatz des Vertrauensschutzes w�rden missachtet und die Bestandesgarantie sei verletzt (Beschwerde S. 23 f.).
Die Vorinstanz hat eingehend dargelegt, weshalb aus ihrer Sicht ein Sondernutzungsplanverfahren zweckm�ssig ist; damit hat sie zugleich begr�ndet, weshalb sich die Planungspflicht nicht als unverh�ltnism�ssig erweist. Eine Verletzung des Anspruchs der Beschwerdef�hrerin auf rechtliches Geh�r liegt insoweit nicht vor.
Die grunds�tzliche Pflicht der Beh�rde, ihren Entscheid zu begr�nden, bedeutet nicht, dass sie sich mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen muss. Vielmehr kann sie sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Punkte beschr�nken. Vorliegend konnte die Vorinstanz ohne Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV davon absehen, n�her auf die offensichtlich unbegr�ndeten und damit nicht entscheidrelevanten Vorbringen der Beschwerdef�hrerin einzugehen, der Grundsatz des Vertrauensschutzes sei verletzt (vgl. E. 3.2 hiervor) und die Bestandesgarantie werde missachtet (vgl. E. 3.3 hiervor).
Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die bundesgerichtlichen Kosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Diese hat die anwaltlich vertretene Beschwerdegegnerin 1 f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 68 Abs. 1 BGG). Die �brigen privaten Beschwerdegegner, welche sich im bundesgerichtlichen Verfahren haben vernehmen lassen, sind nicht anwaltlich vertreten und haben daher keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung.
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin 1 f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Gemeinde Vals, dem Amt f�r Raumentwicklung Graub�nden und dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, 5. Kammer, und dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 83
 BGE 
 Art. 42
 Art. 2
 Art. 24
 BGE 
 Art. 24
 BGE 
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 Art. 10
 Art. 14
 Art. 18
 Art. 24
 Art. 48
 Art. 48
 Art. 48
 Art. 48
 Art. 24
 Art. 29