Source: http://www.bankstudent.de/downloads2/steuer4.htm
Timestamp: 2017-11-17 22:54:21+00:00

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Die privaten und gewerblichen Einkunftsarten der Einkommenssteuer
Man unterscheidet die 7 Einkunftsarten nach:
Land- / Forstwirte
private Einkunftsarten
Kapitalerträge (Einkünfte aus Kapitalvermögen)
Sonstiges (Renten, Spekulationsgewinne)
Betrifft denjenigen, der mit Hilfe der Naturkräfte der Bodens Gewinne erzielt (auch mit Nutztierhaltung), §13 ESt
Besondere Buchführungspflichten
Gewerbebetreibende / Gewerbebetriebe
Handel steht im Vordergrund
Betrifft Handel, Handwerk, sowie Vertreter (für fremde Rechnung und fremden Namen)
Nachhaltigkeit (mind. 1-2 Mal / Jahr, z.B. beim Grundstückshandel)
Gewinnerzielungsabsicht èwerden in 3 aufeinanderfolgenden Jahren Verluste gemacht, sind alle bereits geltend gemachten Verluste nichtig und erstattete Steuern zurückzuzahlen
Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr (die Leistungen stehen allen offen)
Scheinselbstständigkeit bedeutet nicht zwangsweise eine steuerliche Selbstständigkeit!!
Verkauf von Wohnobjekten: Wer innerhalb von 5 Jahren nicht mehr als 3 Wohnobjekte verkauft, betreibt reine Vermögensverwaltung èkeine Steuern, außer in der Spekulationsfrist (10 Jahre)
Gesamthandsvermögen = alles, was in der Bilanz steht
Vermögen der Gesellschafter zählt zusätzlich zum Betriebsvermögen.
Personengesellschafter versteuern Gewinnanteil und Vorweggewinne (Löhne an Gesellschafter, Mietzahlungen an Gesellschafter, Zinsen an Gesellschafter) èNeutralisierung des Aufwands
Selbstständige §18 (1)
Freiberufler = Katalogberufe èWICHTIG: Zulassung für ALLE Tätigkeiten nötig, sowie eine leitende Position mit Eigenverantwortlichkeit!
Weitere geistige Dienstleister
Sind getrennt von weiteren Einnahmen zu buchen èdaher Trennung in Lotteriestellen, zwischen Theater- und Tabakkasse und Lottokasse
Vermögensverwaltung / Hausverwaltung
Aufsichtsratverwaltung
Alle Einkommensarten sind getrennt abzurechnen!
Gewerbetreibende: Berufssportler, Photomodelle (da nicht eigenschöpferisch tätig), Artist, Wahrsager, Futtermittelgroßhändler
Freiberufler: selbständige Schauspieler, Schiffseichaufnehmerin
Betriebsvermögensvergleich (§4 (1))
· Aufstellung einer Bilanz è gilt für in das Handelsregister eingetragene Unternehmen (Gewerbetreibende)
2. Einnahme- / Überschussrechnung §4 (3)
o Freiberufler, kleine Gewerbetreibende
3. Durchschnittsbesteuerung für Land- und Forstwirte
Betriebsvermögen am Ende des Wirtschaftsjahres
- Betriebsvermögen am Ende des vergangenen Wirtschaftsjahres
= Unterschiedsbetrag
+ Entnahmen vom Privatkonto
- Einlagen aufs Privatkonto
Betriebsvermögen = Eigenkapital
Wirtschaftsjahr = 12 Monate:
1. wie Kalenderjahr
2. abweichend (bei Landwirten immer möglich; Gewerbebetreibende brauchen Zustimmung des Finanzamtes)
BV Ende 2000
-15000,-
-40000,-
-73000,-
BV Ende 1999
-35000,-
-120000,-
-30000,-
-57000,-
-58000,-
+Entnahmen
50000,-*
-56000,-
*=Entnahme > Gewinn = Überentnahme
Gewinn und Verlust müssen mit den Werten der GuV übereinstimmen.
(Einnahmen und Ausgaben als Bruttobeträge è mit Ust)
Gewinnauswirkung: Geldflussprinzip (gilt überall, außer in der Bilanz è= Erfassung nicht bei Leistung sondern bei Zugang des Geldes)
èBetriebseinnahmen mit Zufluß und Betriebsausgaben mit Abfluß
Wann ist der Geldfluß bewirkt?
· Bei Barzahlung sofort bei Erhalt
· Schecks bei Übergabe (nicht bei Einreichung bei Kreditinstitut)
o Abfluß mit Abgabe bei der Bank
o Eingang mit Gutschrift
· Wechsel: Zufluß mit Diskontierung
· Kreditkartenzahlung mit Abbuchung vom Konto (ca. 1 Monat später)
Echte Betriebseinnahmen
Aus der Haupttätigkeit (Warenverkauf, Provisionen) è regelmäßige Einkommen
Aus Hilfsgeschäften (Verkauf von Anlagevermögen èBGA)
Aus Nebengeschäften (Miete, Zinsen) = betriebsfremde Erträge
Weitere (u.a. Zuschüsse vom Arbeitsamt, Versicherungsleistungen)
Unechte Betriebseingaben (Korrektur bestimmter Betriebsausgaben)
Gegenstandsentnahmen der Anlage- und Umlaufvermögens (fiktiver Verkauf der Waren an den Unternehmer)
Private Gegenstandsverwendung des Anlagevermögens, z.B. KfZ (1% des Anschaffungspreises pro Monat) und Computer
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (§4 Abs. 5 und 7), insbesondere Sachgeschenke an Geschäftsfreunde von über 75,-/Jahr und Geschäftsessen mit 20%
Definition: Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst werden §4 (4) EStG
Achtung: Nicht jede Ausgabe mindert auch den Gewinn!!
Nicht gewinnmindernde Ausgaben:
Anlagevermögen (z.B. BGA)
Darlehenstilgung (ohne Zinsen)
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben (Geschenke an Geschäftsfreunde >75,- pro Jahr und Kunde; Geschäftsessen zu 20% nicht abzugsfähig)
Buchung dieser Posten auf Extrakonten
Gewinnmindernde Betriebsausgaben:
Miete / Grundstücksaufwendungen (bei Eigentum)
Absetzungen für Abnutzungen (AfA)
Schuldzinsen, Finanzierungsnebenkosten
Kraftfahrzeugkosten (Benzin, Steuer, Versicherung, Reparaturen)
Sonstige Aufwendungen, wie Porto, Büromaterial, Reisekosten
Beispiel einer Einnahme-/ Überschussrechnung
Achtung: Bei Einnahmen und Ausgaben das Geldflussprinzip beachten (Forderungen und Verbindlichkeiten werden nicht berücksichtigt!!)
Abrechnungen Krankenkasse
400000,-
Abrechnungen Privatpatienten
Ggf. nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
611000,-
Summe der Betriebsausgaben
-476000,-
Gewinn / Verlust (Einkünfte aus Gewerbebetrieb/ selbstständiger Arbeit):
+135000,-
Bei Beendigung der unternehmerischen Tätigkeit muß eine Schlussbilanz angefertigt werden. Der Verkauf des Betriebes ist gesondert auszuweisen. Grund für die Aufstellung einer Bilanz: offene Forderungen werden als Betriebseinnahme aufgedeckt und sind somit steuerlich erfasst.
Berechnung der privaten Einkunftsarten
Einnahmen §8
- Werbungskosten §§9,9a
= Überschuß (+/-) je Einkunftsart
Geld- oder Sacheinnahmen:
1. Steuerbar oder nicht steuerbar (z.B. Erbschaft, Schenkung)
2. wenn steuerbar, dann steuerfreie Einnahme (insb. §3) oder
3. steuerpflichtige Einnahme
sie dienen der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen
Erhaltungsaufwendung
Schuldzinsen (Immobilien)
Doppelte Haushaltsführung (für 2 Jahre)
Arbeitnehmer: 2000,-
Kapitalerträge (100,- ledige; 200,- für Eheleute)
Renten: 100,-
Dies sind die Mindestansatzbeträge
Die Jahreseinkommenssteuer ist identisch mit der Jahreslohnsteuer
Bei der Steuerberechnung sind die Pauschalbeträge schon eingerechnet.
Steuerpflichtiger Bruttolohn
- nachgewiesene Werbungskosten (mind. 2000,-)
Bei keinen steuerpflichtigen Einnahmen (z.B. Arbeitslosengeld) und Werbungskosten (z.B. Bewerbungen) können die tatsächlichen Kosten als Verlust in der Einkommensteuererklärung angegeben werden und in den Folgejahren als Verlustabzug geltend gemacht werden.
Steuerpflichtiger Bruttolohn enthält nicht:
Fortbildungskosten des Arbeitgeber
Annehmlichkeiten (Sporteinrichtungen, ...)
Kleine Sachgeschenke bis 60,- / Jahr
Bis zu 2 Betriebsveranstaltungen bei max. 200,- pro Arbeitgeber
Steuerfreie Einnahmen (§3), u.a.
Abfindungen èFreibetrag
Heirats- und Geburtsbeihilfen (bis 700,-)
Übungsleiterpauschale (Nebeneinkunft bis 3600,-)
Trinkgelder (bis 2400,-)
Rabatte (bis 2400,-)
Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitgeber
Arbeitnehmer können einen Härteausgleich geltend machen bis zu 800,- für Einkünfte, die nicht aus selbstständiger Arbeit stammen (z.B. Kapitalerträge). Des weiteren werden die Sonderausgaben abgezogen, um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln.
- Werbungskosten (nachgewiesen oder Pauschalbetrag von 100,- pro Person)
- Sparerfreibetrag (3000,- oder 6000,- bei Eheleuten; nur für Privatpersonen)
Alternative: Wenn kein oder nur geringes steuerpflichtiges Einkommen (Rentner und Kinder) ist eine NV-Bescheinigung èsteuerfreie Einnahmen bis rund 17000,-DM
KöSt (30%)
KöSt (25%)
KESt+Soli
25%+5,5% v.25% =26,375%
20%+5,5% v.20% =21,10%
Nettodividende = ausgezahlter Betrag ohne Freistellung
Aufrechnung von der Nettodividende zur steuerpflichtigen Einnahme:
Nach Halbeinkünfteverfahren:
50% steuerpflichtig
Steuerpfl. Einkommen
(Anrechnung der KöSt)
Berechnung der ausgezahlten Zinsen
Berechnung d. steuerpflichtigen Einkommens
Ausgezahlte Zinsen
ZAST (30%) + Soli (5,5% v. 30%)= 31,65%
+ZAST und Soli
+316,50
Ausgezahlte Zinsen ohne Freistellung
Steuerpfl. Einnahme (Anrechnung der ZAST)
Bei Einkünften aus Kapitalvermögen ist stets der Bruttobetrag steuerpflichtig!!!
Werbungskosten §20
Schuldzinsen (nach 5 Jahren müssen die Guthabenszinsen die Schuldzinsen übersteigen)
Fahrtkosten (zur Hauptversammlung, wenn Haupteinkünfte aus Kapitalvermögen)
Nicht jedoch:
Gezahlte Vermittlungsprovisionen (Kauf- und Verkaufsgebühren)
Alleinstehender:
Einnahmen: 4500,-
Nachgewiesene Werbungskosten: -250,-
Sparerfreibetrag: -3000,-
Einkünfte: 1250,-
-1200,-
-4800,-
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (im Privatvermögen)
Zu Immobilien gehören:
Grundstücksrechte (Wegerecht, Niesbrauchsrecht)
Bei Immobilien können Verluste über lange Zeit abgeschrieben werden, wenn die Einkünfte die AfA-Beträge übersteigen!!!
Unterscheidung nach der Nutzung:
Bei der Berechnung der Miete muß die 50%-Regel beachtet werden, damit die Werbungskosten im vollen Umfang angerechnet werden:
Die tatsächliche Miete muß mindestens 50% der ortsüblichen Miete betragen!
Ist die Miete unter diesen 50% so werden die Werbekosten wiefolgt angerechnet:
Angerechnete Werbungskosten:
6818,18=
Werbungskosten können auch bei Leerstand geltend gemacht werden, wenn eine Nutzungsabsicht erkennbar ist.
Schuldzinsen, Finanzierungsnebenkosten (Besichtigungs- / Bearbeitungsgebühr), Damnum (Abschlag bei der Kreditauszahlung)
Grundsteuer, Gebäudeversicherung, öffentliche Abgaben (Müll, Wasser, Straßenreinigung, Schornsteinfeger), Beiträge für Haus- und Grundbesitzerverein
Erhaltungsaufwendung (z.T. nicht sofort komplett absetzbar)
Arbeitsmittel (Besen, Schneeschieber)
Gebäude-AfA (über 40,50 oder 25 Jahre)
Nicht absetzbar: Erschließungskosten èZählen zu Grund- und Bodenwert èAfA-Abschreibung.
Bei Ferienwohnungen ist immer ein gewerblicher Vermieter zu suchen, da nur so Werbungskosten in vollen Höhe abgezogen werden können und keine Eigennutzung unterstellt wird.
Spekulationsgeschäfte (nur Privatpersonen)
Immobilien: Spekulationsfrist 10 Jahre beginnend mit dem Notarvertrag
andere Wirtschaftsgüter: Spekulationsfrist 1 Jahr beginnend am Tag nach Kauf
Ab 2002 gilt bei Wertpapieren das Halbeinkünfteverfahren, wonach Gewinne und Verluste nur noch zur Hälfte angegeben werden müssen.
Kauf von Aktien am 02.01.00 : 1000,- + 50,- Provision
Verkauf am 02.01.01: 2000,- +100,- Provision
Beginn der Spekulationsfrist: 03.01.00 0 Uhr(Tag nach dem Kauf)
Ende der Spekulationsfrist: 02.01.01 24 Uhr
èSpekulationsgewinn èab 03.01.01 wäre der Gewinn steuerfrei gewesen
Berechnung des Gewinnes je Spekulation:
Verkaufspreis 2000,-
- Anschaffungskosten 1050,- (1000,- + 50,- Provision)
- Werbungskosten 100,- (Verkaufsprovision)
= Überschuß 850,-
Freigrenze pro Jahr: 999,99 DM
Innerhalb dieser Grenze sind alle Gewinne (saldiert) steuerfrei.
Kommt als Saldo ein Verlust heraus, betragen die Einkünfte 0,- DM. Eine Verrechnung mit anderen Einkünften ist nicht möglich.
Bei Eheleuten können die Gewinne des einen mit den Verlusten des anderen Ehepartners verrechnet werden
Gesamtverluste können ein Jahr zurück und bis zum Aufbrauchen vorgetragen werden
2000 Gesamtverlust bei Spekulation 85000,-
1999 besteuerter Spekulationsgewinn 50000,-
2001 Spekulationsgewinn 20000,-
èVerlustrücktrag von 2000 auf 1999: 50000,-
èVerlustvortrag von 2000 auf 2001: 20000,-
Restverlust von 15000,- aus 2000 steht für 2003 zur Verfügung.
Besteuerung außerhalb des Spekulationsjahres
Besteht bei Wertpapieren eine gewerbliche Einkunft vor, so ist diese auch steuerpflichtig nach einem Jahr. èliegt vor bei Beteiligungen von mehr als 1% des Grundkapitals / Stammkapitals.

References: §13
 §18
 §4
 §4
 §8
 §3
 §20