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Timestamp: 2018-08-15 00:57:22+00:00

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Enay Auktion (Internetauktionen) - frag-einen-anwalt.de
Enay Auktion
27.11.2012 20:39 |
Guten Tag! Ich habe mir auf Ebay eine Wii ersteigert.Ich habe mich allerdings mit dem Gebot verschrieben und habe statt 35€ 135€ geboten, und die Wii knapp ersteigert. Ich habe dem Verkäufer sofort eine Mail mit der Bitte zur Stornierung der Transaktion( inklusive Bemerkung das ich alle Kosten übernehme) geschrieben . Er lehnt alles ab. Der Angebotstext lautet wie folgt:
Die Limited Edition in rot
der Wii Konsole
Absolut neuwertig in der OVP!
Mit dabei natürlich das Super Mario Bros. Spiel, sowie Wii sports.
Dazu zwei Controller (Remote Plus und Nuncuck)
und das gesamte Original Zubehör des Sets!
Spielespaß garantiert!
Versand ist versichert!
-- Einsatz geändert am 27.11.2012 20:46:16
in Ihrem Fall wäre zunächst daran zu denken, dass Ihnen möglicherweise ein Widerrufsrecht gemäß § 312 d Abs. 1 Satz 1 BGB zusteht. Dies ist bei einem Ebay-Kauf dann der Fall, wenn Sie als Verbraucherin handelten und der Verkäufer als Unternehmer (§ 312 b Abs. 1 S. 1 BGB). Als Verbraucher haben Sie gehandelt, wenn Sie an der Ersteigerung zu einem Zwecke teilgenommen haben, der weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden kann (§ 13 BGB). Mit anderen Worten: Wenn Sie die Wii für sich als Privatperson erwerben wollten. Der Verkäufer war Unternehmer, wenn er bei der Versteigerung in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelte (§ 14 BGB). Wenn der Verkäufer regelmäßig Waren über ebay verkauft könnte er bereits als Unternehmer in diesem Sinne angesehen werden. Insbesondere käme dies in Betracht, wenn er als „Powerseller" registriert ist.Wenn Sie Hinweise darauf haben, dass es sich bei Ihm um einen Unternehmer in diesem Sinne handelt, sollten Sie von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Formulierungsvorschlag: "Hiermit mache ich von meinem Widerrufsrecht gemäß § 312d Abs. 1 Satz 1 BGB Gebrauch."
Sollten die Voraussetzungen eines Fernabsatzvertrages nicht vorliegen, so wäre an eine Anfechtung wegen Irrtums zu denken.
Sie schreiben, dass Sie versehentlich einen höheren Betrag eingegeben haben, als sie eigentlich beabsichtigten. Dies stellt einen klassischen Fall des Erklärungsirrtums gemäß § 119 Abs. 1 2. Alternative BGB dar. Ich gehe davon aus, dass Sie dem Verkäufer im Zusammenhang mit Ihrer Bitte den Kauf zu stornieren von ihrem Versehen berichteten. Damit haben Sie von Ihrer Möglichkeit den Kauf wegen Irrtums anzufechten Gebrauch gemacht. Problematisch an diesem Vorgehen ist folgendes: Zahlen Sie jetzt den Kaufpreis nicht und weigern sich auch die Wii abzunehmen, so könnte der Verkäufer Klage erheben. Es wäre dann seine Sache den Vertragsschluss zu beweisen, was für ihn wohl relativ einfach wäre. Sie dagegen müssten das Gericht von Ihrem "Irrtum", also der versehentlichen Eingabe eines zu hohen Preises überzeugen. Es erscheint durchaus möglich, dass ein Gericht sich davon nicht überzeugen ließe.
Ich rate Ihnen dennoch folgendes:
1. Prüfen Sie, ob es sich um einen Fernabsatzvertrag gemäß § 312b Abs. 1 Satz 1 BGB handelt und machen Sie gegebenenfalls von Ihrem Widerrufsrecht gemäß § 312 d Abs. 1 Satz 1 BGB Gebrauch.
2. Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein Fernabsatzvertrag vorliegt, dann machen Sie von Ihrem Recht zur Anfechtung Gebrauch. Weisen Sie den Verkäufer erneut auf Ihr Versehen hin und machen Sie deutlich, dass Sie den Vertrag gemäß § 119 Abs. 1 2. Alternative BGB wegen Irrtums anfechten und Sie lediglich zur Zahlung von Schadensersatz gemäß § 122 Abs. 1 BGB bereit sind (Vergebliche ebay-Gebühren etc.). Der Verkäufer wird es sich zumindest zweimal überlegen, ob er vor Gericht geht und wenn er dies tun sollte besteht zumindest eine gute Chance, dass das Gericht seine Klage (zu Recht !) abweist.
Nachfrage vom Fragesteller	27.11.2012 | 22:24
Guten Tag, wie kann ich so eine Anfechtung formulieren, und sollte ich die Anfechtung per E-Mail oder Briefpost abschicken? Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.11.2012 | 22:53
schreiben Sie einfach folgendes:"Hiermit fechte ich den mit Ihnen geschlossenen Kaufvertrag vom xx.xx.xxxx (Datum des Auktionsendes) gemäß 119 Abs. 1 2. Alternative wegen Irrtums an. Ich habe mich bei der Eingabe meines Maximalgebots vertippt und versehntlich 135 statt 35 eingegeben (Gegebenfalls weiter ausführen). Bitte teilen Sie mir mit, welche Schäden Ihnen entstanden sind (vergebliche ebay-Gebühren etc.), damit ich Ihnen diese ersetzen kann.".
Grundsätzlich reicht eine E-Mail aus. Bedenken Sie aber, dass Sie gegbenfalls vor Gericht beweisen müssen, dass Sie (rechtzeitig) angefochten haben. Daher kann es sinnvoll sein, zusätzlich auch ein Fax zu schicken oder die Anfechtungserklärung per Einschreiben zu verschicken.
Ergänzung vom Anwalt 27.11.2012 | 22:56
Ergänzung zur Antwort auf die Nachfrage:
Der Formulierungsvorschlag sollte lauten:
"Hiermit fechte ich den mit Ihnen geschlossenen Kaufvertrag vom xx.xx.xxxx (Datum des Auktionsendes) gemäß § 119 Abs. 1 2. Alternative BGB wegen Irrtums an. Ich habe mich bei der Eingabe meines Maximalgebots vertippt und versehntlich 135 statt 35 eingegeben (Gegebenfalls weiter ausführen). Bitte teilen Sie mir mit, welche Schäden Ihnen entstanden sind (vergebliche ebay-Gebühren etc.), damit ich Ihnen diese ersetzen kann.".
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References: § 312
 § 312
 § 119
 § 312
 § 312
 § 119
 § 122
 § 119