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Timestamp: 2016-10-26 04:17:53+00:00

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141 I 364. Auszug aus dem Urteil der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. X. und Mitb. gegen Regierung und Grosser Rat des Kantons Graub�nden (Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)
2C_291/2014 vom 15. Dezember 2014
Art. 50 al. 1 Cst.; art. 3, 65 et 89 Cst./GR; art. 82 let. b, art. 89 al. 1, art. 95, 111 al. 1 LTF. L'art. 32 de la loi du canton des Grisons du 21 mars 2012 sur les �coles primaires, selon lequel un changement de la langue scolaire du Rumantsch Grischun � un idiome, ou inversement, a un effet pour l'ensemble de la scolarit�, ne viole pas l'autonomie communale. S'il existe une juridiction constitutionnelle cantonale, on peut alors, au cours de la proc�dure devant le Tribunal f�d�ral (art. 82 let. b LTF), demander non seulement l'annulation de la d�cision de derni�re instance cantonale, mais �galement celle de l'acte normatif cantonal soumis � examen, et la qualit� pour agir se d�termine selon les principes de la proc�dure de contr�le abstrait des normes (consid. 1.2.2). Les priv�s peuvent invoquer l'autonomie communale, dans la mesure o� cette garantie peut avoir un effet sur leur situation juridique ou de fait (consid. 1.2.4). Une r�glementation cantonale qui n'ouvre de voie de recours tir�e de l'autonomie qu'aux communes est contraire au droit f�d�ral (consid. 5.1). Cognition du Tribunal f�d�ral dans les recours pour violation de l'autonomie communale (consid. 5.3 et 5.4). Les communes du canton des Grisons disposent d'une libert� d'appr�ciation relativement importante et partant d'autonomie pour d�terminer la langue scolaire (consid. 5.5). L'exclusion l�gale d'un changement de langue pour les enfants d�j� scolaris�s (consid. 5.6.1) repose sur la disposition constitutionnelle relativisant l'autonomie communale de l'art. 3 al. 3 Cst./GR, selon laquelle la langue scolaire doit �tre d�cid�e en collaboration avec le canton (consid. 5.6.2 et 5.6.3), et sur la r�flexion p�dagogique selon laquelle les enfants ne devraient pas �tre contraints � changer de langue scolaire au cours de la scolarit� (consid. 5.6.4-5.6.6). La r�glementation objectivement justifi�e ne viole pas l'autonomie communale (consid. 5.7). Faits � partir de page 38
BGE 141 I 36 S. 38
A. Der Kanton Graub�nden f�hrte versuchsweise die Erteilung des Schulunterrichts auf Rumantsch Grischun ein. Anfang 2011 formierte sich Widerstand. Eltern von schulpflichtigen Kindern lancierten kommunale Volksinitiativen mit dem Ziel, Rumantsch Grischun als Alphabetisierungssprache wieder abzuschaffen und durch das Idiom zu ersetzen. Am 5. Dezember 2011 beschloss die Regierung des Kantons Graub�nden, dass die Schultr�gerschaft k�nftig �ber einen solchen Wechsel auf Beginn der ersten Primarklasse entscheiden kann. Dagegen erhobene Beschwerden wies das Bundesgericht mit Urteil vom 12. Juli 2013 (2C_806/2012 / 2C_807/2012; auszugsweise publ. in BGE 139 I 229) letztinstanzlich ab.
In der Dezembersession 2011 beschloss der Grosse Rat des Kantons Graub�nden mit Art. 32 des neu zu erlassenden kantonalen Schulgesetzes eine gesetzliche Grundlage f�r den Schulsprachwechsel in r�toromanischen Schulen von folgendem Wortlaut:
Entscheidet sich eine Gemeinde f�r den Wechsel in der Schulsprache vom Idiom zu Rumantsch Grischun oder umgekehrt, erfolgt dieser aufbauend von Schuljahr zu Schuljahr. BGE 141 I 36 S. 39
Am 21. M�rz 2012 stimmte der Grosse Rat der Totalrevision des kantonalen Schulgesetzes zu. Nach Ablauf der Referendumsfrist wurde der Erwahrungsbeschluss publiziert und das Gesetz vom 21. M�rz 2012 f�r die Volksschulen des Kantons Graub�nden (Schulgesetz/GR; BR 421.000) auf den 1. August 2013 in Kraft gesetzt.
Am 12. September 2012 erhoben Eltern von schulpflichtigen Kindern beim Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden Beschwerde und beantragten, die Regierung sei anzuweisen, Art. 32 Schulgesetz/GR nicht in Kraft zu setzen, eventuell sei diese Bestimmung aufzuheben und subeventuell seien geeignete Massnahmen zu treffen, damit die r�toromanischen Gemeinden die Schulsprache weiterhin selber bestimmen k�nnten. Auf die gleichentags beim Bundesgericht erhobene Beschwerde wurde mit Urteil vom 11. Dezember 2012 (2C_859/2012) mangels Aussch�pfung des kantonalen Instanzenzugs nicht eingetreten. Das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden wies die bei ihm erhobene Beschwerde mit Urteil vom 12. November 2013 ab.
Die am vorinstanzlichen Verfahren beteiligten Eltern schulpflichtiger Kinder erheben Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, Ziff. 1 des angefochtenen Urteils sowie Art. 32 Schulgesetz/GR seien aufzuheben.
1. 1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen kantonal letztinstanzliche Entscheide betreffend kantonale Erlasse ist zul�ssig (Art. 82 lit. b sowie Art. 86 Abs. 1 lit. d i.V.m. Art. 87 Abs. 2 BGG).
1.2 1.2.1 Die Kantone sind weder durch die Verfassung noch durch ein Bundesgesetz verpflichtet, kantonale Instanzen zur �berpr�fung der Verfassungsm�ssigkeit ihrer Erlasse einzusetzen. Kennt ein Kanton ein abstraktes Normenkontrollverfahren, ist zun�chst dieses zu durchlaufen (Art. 87 Abs. 1 BGG; BGE 137 I 107 E. 1.4.1 S. 109). 1.2.2 Besteht ein kantonales abstraktes Normenkontrollverfahren, so bildet der angefochtene letztinstanzliche kantonale BGE 141 I 36 S. 40Normenkontrollentscheid das Anfechtungsobjekt des bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahrens (AEMISEGGER/SCHERRER REBER, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 2 zu Art. 87 BGG). Die Rechtsunterworfenen sollen jedoch unabh�ngig von der Ausgestaltung des kantonalen Instanzenzuges vom Bundesgericht eine �berpr�fung der kantonalen Erlasse (Art. 82 lit. b BGG) auf ihre Bundesrechtm�ssigkeit und gegebenenfalls deren Aufhebung einfordern k�nnen. Entsprechend kann im bundesgerichtlichen Beschwerdeverfahren gegen einen letztinstanzlichen kantonalen Normenkontrollentscheid nicht nur dessen Aufhebung, sondern auch diejenige des im vorinstanzlichen Verfahren angefochtenen kantonalen Erlasses beantragt werden (Urteil 2C_275/2009 vom 26. Oktober 2010 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 137 I 107; AEMISEGGER/SCHERRER REBER, a.a.O., N. 2 zu Art. 87 BGG) und richtet sich die materielle Beschwer nach den Grunds�tzen des abstrakten Normenkontrollverfahrens (Urteile 2C_1076/2012 / 2C_1088/2012 vom 27. M�rz 2014 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 140 I 176; 2C_806/2012 / 2C_807/2012 vom 12. Juli 2013 E. 2.1, nicht publ. in: BGE 139 I 229).
1.2.3 Gem�ss Art. 89 Abs. 1 lit. b und c BGG ist zur Anfechtung eines kantonalen Erlasses legitimiert, wer durch den Erlass aktuell oder virtuell besonders ber�hrt ist und ein schutzw�rdiges Interesse an dessen �nderung oder Aufhebung hat; das schutzw�rdige Interesse kann rechtlicher oder tats�chlicher Natur sein (BGE 135 I 43 E. 1.4 S. 47). Die schulpflichtigen Kinder, deren Eltern vorliegend Beschwerde f�hren, sind durch den vorinstanzlichen Entscheid bzw. durch Art. 32 Schulgesetz/GR zumindest virtuell besonders ber�hrt und zur Beschwerde legitimiert. 1.2.4 Der Grosse Rat und die Regierung bringen allerdings vor, die privaten Beschwerdef�hrer seien nicht zur R�ge der Verletzung der Gemeindeautonomie legitimiert. Unter der Herrschaft des alten OG setzte die Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde eine Betroffenheit in eigenen rechtlich gesch�tzten Interessen voraus (Art. 88 OG; BS 3 531). Private sind nicht Rechtstr�ger der Gemeindeautonomie und konnten daher deren Verletzung nur hilfsweise r�gen, d.h. zur Unterst�tzung ihnen zustehender anderweitiger Verfassungsr�gen, und nur sofern die Gemeinde nicht ausdr�cklich oder stillschweigend darauf verzichtet hatte, sich auf eine Autonomieverletzung zu berufen (vgl. BGE 119 Ia 214 E. 2c S. 218). Demgegen�ber setzt die Legitimation zur Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen BGE 141 I 36 S. 41 Angelegenheiten nur ein schutzw�rdiges tats�chliches Interesse an der Aufhebung des angefochtenen Entscheids oder Erlasses voraus. Private k�nnen sich daher auf die Gemeindeautonomie berufen, soweit diese Garantie eine Auswirkung auf ihre rechtliche oder tats�chliche Stellung haben kann (Urteile 1C_53/2013 vom 7. Mai 2013 E.1.1; 1C_43/2013 vom 22. Oktober 2013 E. 1.3; 1C_815/2013 vom 13. Januar 2014 E. 1.2). Voraussetzung hierf�r ist lediglich, dass die Gemeinde hoheitlich gehandelt hat bzw. in ihrer Stellung als Hoheitstr�ger ber�hrt ist; ob ihr im fraglichen Bereich Autonomie zusteht und ob diese verletzt worden ist, ist eine Frage der materiellen Beurteilung (BGE 135 I 43 E. 1.2 S. 45 f. mit Hinweisen). Vorliegend h�tte die Aufhebung von Art. 32 Schulgesetz/GR zur Folge, dass die Gemeinden als Hoheitstr�gerinnen die Modalit�ten des Sprachwechsels selber regeln und damit auch eine Regelung treffen k�nnten, die den W�nschen der Beschwerdef�hrer besser entspricht. Die R�ge ist daher zul�ssig. 1.3 Das Bundesgericht pr�ft frei die Verletzung von Bundesrecht, V�lkerrecht, kantonalen verfassungsm�ssigen Rechten, kantonalen Bestimmungen �ber die politische Stimmberechtigung der B�rger und B�rgerinnen und �ber Volkswahlen und -abstimmungen sowie von interkantonalem Recht (Art. 95 BGG). Abgesehen davon pr�ft das Bundesgericht die Anwendung kantonalen Rechts nur auf Bundesrechtsverletzungen, namentlich auf Willk�r hin (BGE 138 I 143 E. 2 S. 149 f.). Das Bundesgericht wendet das Recht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht pr�ft es aber nur insofern, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). In der Beschwerde ist klar und detailliert anhand der Erw�gungen des angefochtenen Entscheids darzulegen, inwiefern die angerufenen Rechte verletzt worden sein sollen (BGE 135 III 232 E. 1.2 S. 234; BGE 134 I 83 E. 3.2 S. 88); wird eine solche R�ge nicht vorgebracht, kann das Bundesgericht eine Beschwerde selbst dann nicht gutheissen, wenn eine Grundrechtsverletzung tats�chlich vorliegt (BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232).
5. Die Beschwerdef�hrer berufen sich sodann auf die Gemeindeautonomie. Diese R�ge wurde im fr�heren Verfahren (2C_806/2012 / 2C_807/2012) nicht vorgebracht und war daher vom Bundesgericht BGE 141 I 36 S. 42 nicht zu beurteilen (BGE 139 I 229 E. 5.9 S. 240). Sie ist hier zu pr�fen (vorne E. 1.2.4).
5.1 Die Vorinstanz hat erwogen, soweit die Beschwerdef�hrer eine Verletzung der Gemeindeautonomie geltend machten, seien sie nicht beschwerdelegitimiert, da nach Art. 58 Abs. 3 des b�ndnerischen Gesetzes vom 31. August 2006 �ber die Verwaltungsrechtspflege (VRG/ GR; BR 370.100) die Autonomiebeschwerde auf die betreffenden K�rperschaften beschr�nkt sei. Da die Beschwerdelegitimation im vorinstanzlichen Verfahren zumindest im gleichen Umfang zu gew�hrleisten ist wie in demjenigen vor Bundesgericht (Art. 111 Abs. 1 BGG), m�ssen die unmittelbaren Vorinstanzen des Bundesgerichts mindestens die R�gen nach Art. 95-98 BGG pr�fen k�nnen (Art. 111 Abs. 3 BGG). Ist hier die R�ge der Verletzung der Gemeindeautonomie zul�ssig (vorne E. 1.2.4), erweist sich diese im b�ndnerischen Recht enthaltene Legitimationsbeschr�nkung als bundesrechtswidrig.
5.2 Allerdings hat die Vorinstanz erwogen, es sei unstrittig, dass im Kanton Graub�nden die Kompetenz f�r die Festlegung der Amts- und Schulsprachen bei den Gemeinden liege. Der neue Art. 32 Schulgesetz/GR stelle diese Zust�ndigkeit nicht prinzipiell in Frage, da es den Gemeinden nach wie vor freistehe, den Wechsel der Schulsprache vom Idiom zum Rumantsch Grischun oder umgekehrt durchzuf�hren. In der Sache hat die Vorinstanz somit durchaus ihre Auffassung zu der von den Beschwerdef�hrern vorgetragenen R�ge dargelegt. Zudem haben sich auch im Verfahren vor Bundesgericht die Parteien mit dieser Frage auseinandergesetzt. Das angefochtene vorinstanzliche Urteil enth�lt demnach eine Eventualbegr�ndung. In einer solchen Konstellation w�re es ein prozessualer Leerlauf, die Sache einzig zur erneuten Beurteilung der Autonomier�ge an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Die R�ge ist hier zu beurteilen (BGE 139 II 233 E. 3.2 S. 236).
5.3 Art. 50 Abs. 1 BV gew�hrleistet die Gemeindeautonomie nach Massgabe des kantonalen Rechts. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind Gemeinden in einem Sachbereich autonom, wenn das kantonale Recht diesen nicht abschliessend ordnet, sondern ihn ganz oder teilweise der Gemeinde zur Regelung �berl�sst und ihr dabei eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit einr�umt. Der gesch�tzte Autonomiebereich kann sich auf die Befugnis zum Erlass oder Vollzug eigener kommunaler Vorschriften beziehen oder BGE 141 I 36 S. 43einen entsprechenden Spielraum bei der Anwendung kantonalen oder eidgen�ssischen Rechts betreffen. Der Schutz der Gemeindeautonomie setzt eine solche nicht in einem ganzen Aufgabengebiet, sondern lediglich im streitigen Bereich voraus. Im Einzelnen ergibt sich der Umfang der kommunalen Autonomie aus dem f�r den entsprechenden Bereich anwendbaren kantonalen Verfassungs- und Gesetzesrecht (BGE 139 I 169 E. 6.1 S. 173 f.; BGE 138 I 242 E. 5.2 S. 244 f. mit Hinweisen).
5.4 Nach der unter der fr�heren staatsrechtlichen Beschwerde geltenden Regelung �berpr�fte das Bundesgericht im Rahmen von Gemeindeautonomiebeschwerden die Anwendung von eidgen�ssischem und kantonalem Verfassungsrecht mit freier Kognition; die Handhabung von Gesetzes- und Verordnungsrecht hingegen unter dem Gesichtswinkel des Willk�rverbots. Diese Formel wird teilweise in der Rechtsprechung zum BGG weiter verwendet (BGE 139 I 169 E. 6.1 S. 172 f.; BGE 138 I 242 E. 5.2 S. 245), stimmt aber nicht mehr ganz mit der Regelung des BGG �berein (TSCHANNEN, ZBJV 146/2010 S. 1004; 147/2011 S. 810 f.; 150/2014 S. 834). Nach Art. 95 BGG, der auch f�r Gemeindeautonomiebeschwerden gilt, ist einerseits die Anwendung von Bundesrecht und kantonalen verfassungsm�ssigen Rechten frei zu pr�fen, andererseits aber diejenige von sonstigem kantonalem Verfassungsrecht nur unter dem Gesichtswinkel der Willk�r (Art. 95 lit. a und c BGG; BGE 136 I 395 E. 2 S. 397; Urteile 2C_237/2014 vom 16. Juli 2014 E. 2; 2C_949/2013 vom 24. M�rz 2014 E. 3.1). Kantonales verfassungsm�ssiges Recht im Sinne von Art. 95 lit. c BGG ist auch die Gemeindeautonomie (BGE 138 I 143 E. 2 S. 149 f.). Frei zu pr�fen ist im Zusammenhang mit der R�ge der Verletzung der Gemeindeautonomie die Anwendung desjenigen kantonalen Verfassungsrechts, welches die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden regelt. Frei pr�ft das Bundesgericht sodann, ob die kantonale Rechtsmittelinstanz einen in den Anwendungsbereich der Gemeindeautonomie fallenden Beurteilungsspielraum respektiert hat (BGE 136 I 395 E. 2 S. 397; Urteil 2C_558/2011 vom 11. Januar 2012 E. 3.2).
5.5 Zu ermitteln ist somit in einem ersten Schritt, ob den Gemeinden eine im Sinne der Rechtsprechung relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit zukommt. Trifft dies zu, ist weiter zu pr�fen, ob Art. 32 Schulgesetz/GR diese Autonomie relativiert und dies sachlich gerechtfertigt werden kann (TSCHANNEN, Staatsrecht der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 3. Aufl. 2011, S. 248 ff.). BGE 141 I 36 S. 44
5.5.1 Nach Art. 65 KV/GR ist die Autonomie der Gemeinden gew�hrleistet. Ihr Umfang wird durch das kantonale Recht bestimmt (Abs. 1). Die Gemeinden sind insbesondere befugt, ihre Organisation zu bestimmen, ihre Beh�rden und Verwaltung einzusetzen sowie ihre finanziellen Angelegenheiten selbstst�ndig zu ordnen (Abs. 2). Diese Bestimmung verweist somit wie Art. 50 Abs. 1 BV im Wesentlichen auf die im sonstigen kantonalen Recht enthaltenen Bestimmungen (vgl. z.B. Urteil 1P.349/2006 vom 21. November 2006 E. 2.2, nicht publ. in: BGE 132 I 270; Urteile 2C_237/2014 vom 16. Juli 2014 E. 5; 2C_995/2012 vom 16. Dezember 2013 E. 2.2; 2C_61/2009 vom 5. Oktober 2009 E. 2.1), legt aber (abgesehen vom hier nicht einschl�gigen Abs. 2) nicht selber fest, in welchen Bereichen die Gemeinden autonom sind.
5.5.2 Nach Art. 3 Abs. 3 KV/GR bestimmen Gemeinden und Kreise ihre Amts- und Schulsprachen im Rahmen ihrer Zust�ndigkeiten und im Zusammenwirken mit dem Kanton. Sie achten dabei auf die herk�mmliche sprachliche Zusammensetzung und nehmen R�cksicht auf die angestammten sprachlichen Minderheiten.
Nach dem kantonalen Recht gilt f�r die Festlegung der Amtssprachen das Territorialit�tsprinzip (Art. 16 des Sprachengesetzes des Kantons Graub�nden vom 19. Oktober 2006 [Sprachengesetz/GR; BR 492.100]). Die Regelung der Schulsprache richtet sich nach denselben Grunds�tzen (Art. 18 Abs. 2 Sprachengesetz/GR). Weder verfassungsrechtlich noch gesetzlich geregelt ist jedoch, ob ein Idiom oder eine Schriftsprache f�r als r�toromanisch definierte Sprachgebiete als Schulsprache Anwendung zu finden hat. Verwaltungsgericht, Grosser Rat und Regierung gehen �bereinstimmend davon aus, dass dieser Entscheid den Gemeinden obliegt. Daraus folgt, dass den Gemeinden diesbez�glich eine relativ erhebliche Entscheidungsfreiheit zukommt, weshalb sie in diesem Bereich als autonom anzusehen sind.
5.6 Zu pr�fen ist weiter nach den vorne E. 5.4 genannten Grunds�tzen, ob Art. 32 Schulgesetz/GR diese kommunale Autonomie verletzt.
5.6.1 Offensichtlich greift Art. 32 Schulgesetz/GR in die kommunale Zust�ndigkeit ein. Zwar wird der Entscheid der Gemeinde dar�ber, ob ein Idiom oder eine Schriftsprache als Schulsprache Anwendung finden soll, nicht pr�judiziert, wie Verwaltungsgericht, Grosser Rat und Regierung mit Recht darlegen. Das �ndert aber BGE 141 I 36 S. 45nichts daran, dass die Gemeinden f�r einen Teil der Sch�ler, n�mlich f�r diejenigen, die bereits eingeschult sind, keinen Wechsel mehr beschliessen k�nnen. Die Autonomie der Gemeinden wird damit relativiert.
5.6.2 Schon aus dem Wortlaut von Art. 3 Abs. 3 KV/GR ergibt sich, dass die verfassungsrechtliche Autonomie der Gemeinde nicht unbegrenzt ist (vgl. auch BORGHI/PREVITALI, L'insegnamento in romancio e della lingua romancia nelle regioni di diffusione tradizionale di tale idioma, ZGRG 2003 S. 111 ff.): Einerseits bezeichnen die Gemeinden (und Kreise) die Schulsprachen "im Zusammenwirken mit dem Kanton". Diese Bestimmung, die erst im Rahmen der parlamentarischen Beratung aufgenommen wurde, f�hrt dazu, dass die Gemeindeautonomie in diesem Bereich nur in den vom kantonalen Recht definierten Schranken, insbesondere im Rahmen der Vorgaben des Sprachengesetzes/GR, besteht (NAY, Romanischdebatte: die rechtlichen Pflichten und Einschr�nkungen f�r die Politik, ZGRG 2011 S. 135, unter Verweis auf das Grossratsprotokoll vom 17. Oktober 2006, Votum Augustin, S. 481). Sodann enth�lt Satz 2 von Art. 3 Abs. 3 KV/GR in �bereinstimmung mit Art. 70 Abs. 2 BV gewisse Schranken der kommunalen Autonomie. Diese Relativierungen werden insbesondere durch die im Sprachengesetz der Regierung vorbehaltenen Kompetenz, Beschl�sse einer Gemeinde �ber einen Sprachenwechsel zu genehmigen, konkretisiert (Art. 24 Abs. 3 Sprachengesetz/ GR; vgl. RATHGEB, in: Kommentar zur Verfassung des Kantons Graub�nden, Stand: April 2006, Rz. 31 zu Art. 3 KV/GR).
5.6.3 Grosser Rat und Regierung weisen darauf hin, dass seinerzeit auch bei der Einf�hrung des Rumantsch Grischun in den Pioniergemeinden diejenigen Sch�ler, die bereits im Idiom eingeschult wurden, weiterhin im Idiom unterrichtet wurden; dasselbe m�sse auch im umgekehrten Fall gelten. Diese Folgerung ist zwar nicht gerade logisch zwingend. Immerhin haben aber doch die betroffenen Gemeinden nach den vorinstanzlichen Feststellungen seinerzeit selber beschlossen, sich als Pioniergemeinden an der Einf�hrung des Rumantsch Grischun zu beteiligen, und sich dabei offenbar auch den vom Kanton gesetzten Rahmenbedingungen (Einf�hrung aufbauend vom ersten Schuljahr an) unterstellt. Mit der angefochtenen Gesetzesbestimmung werden die analogen Rahmenbedingungen festgelegt daf�r, wie die Gemeinden den von ihnen seinerzeit selber gew�hlten Versuch wieder abbrechen k�nnen. BGE 141 I 36 S. 46
5.6.4 Sodann sind die einzelnen Verfassungsbestimmungen auch im Kontext mit anderen Bestimmungen zu lesen (BGE 139 I 16 E. 4.2.2 S. 24 f.). Grosser Rat und Regierung weisen auf Art. 89 Abs. 2 KV/ GR hin, wonach Kanton und Gemeinden daf�r sorgen, dass Kinder und Jugendliche einen ihren F�higkeiten entsprechenden Grundschulunterricht erhalten. Die Umsetzung von Art. 89 KV/GR erfolgt wesentlich durch das Schulgesetz/GR, welches die Bildung und Erziehung in der Volksschule regelt (Art. 1 Abs. 1 Schulgesetz/GR) und namentlich auch die Lerninhalte in den Grundz�gen festlegt (Art. 29 ff. Schulgesetz/GR). Es muss in der kantonalen Kompetenz liegen, auch f�r den Unterricht in den von den Gemeinden festzulegenden Sprachen p�dagogische Ziele und Lerninhalte festzulegen. Die Autonomie der Gemeinden in der Festsetzung der Schulsprache ist abzuw�gen gegen�ber der kantonalen Zust�ndigkeit, den Inhalt des Grundschulunterrichts festzulegen. Aus den parlamentarischen Beratungen zu Art. 32 Schulgesetz/GR ergibt sich, dass der Grosse Rat der Auffassung war, aus p�dagogischen Gr�nden sollen die Kinder im Verlauf der Schulzeit nicht zu einem Wechsel der Schulsprache gezwungen werden. Das ist eine haltbare �berlegung (Urteile 2C_806/2012 / 2C_807/2012 vom 12. Juli 2013 E. 7.3, nicht publ. in: BGE 139 I 229), die sich auf Art. 89 Abs. 2 KV abst�tzen l�sst und gewisse Einschr�nkungen der kommunalen Autonomie rechtfertigen kann. 5.6.5 Eine gewisse kantonale Zust�ndigkeit l�sst sich zudem daraus ableiten, dass es neben kommunalen auch kantonale (Art. 89 Abs. 3 KV/GR; dazu Urteil 2C_949/2013 vom 24. M�rz 2014) sowie regionale Schulen gibt. Das bedingt zwangsl�ufig eine gewisse gemeinde�bergreifende Koordination. Grosser Rat und Regierung bringen in diesem Zusammenhang vor, eine kantonale Regelung dr�nge sich im Hinblick auf die Rechtsgleichheit und Chancengleichheit aller Sch�ler auf, insbesondere im Blick auf die Pr�fungen f�r die Zulassung in weiterf�hrende Schulen. Die Aufnahmepr�fungen w�rden in derjenigen Sprachvariante durchgef�hrt, in welcher die Kinder ab der ersten Schulklasse alphabetisiert wurden. Hier w�ren Kinder krass benachteiligt, wenn sie in einer anderen Sprache gepr�ft w�rden als in derjenigen, in der sie bereits mehrere Jahre alphabetisiert wurden. Art. 32 Schulgesetz/GR diene damit der Chancengleichheit.
5.6.6 Die Beschwerdef�hrer bringen dagegen zwar vor, heute bereits komme es vor, dass Kinder zwangsl�ufig mit einem Wechsel der Alphabetisierungssprache konfrontiert w�rden, so z.B. wenn sie BGE 141 I 36 S. 47von einer kommunalen Unterstufe in eine von mehreren Gemeinden gemeinsam gef�hrte Oberstufe �bertreten, in welcher in einer anderen Sprachversion unterrichtet wird. Auch w�rden die regionalen Mittelschulen bis heute das jeweilige Idiom verwenden, so dass die in Rumantsch Grischun alphabetisierten Kinder sp�testens beim �bertritt ins Untergymnasium mit einer anderen Alphabetisierungssprache konfrontiert w�rden. Art. 32 Schulgesetz/GR k�nne solche Situationen nicht vermeiden, verunm�gliche daf�r aber individuelle L�sungen im konkreten Einzelfall. Sofern �berkommunale Schulen Gemeinden mit unterschiedlichen Sprachvarianten umfassen, ist wohl in der Tat ein Sprachwechsel w�hrend der Schulzeit f�r die einen oder anderen Kinder unausweichlich, sofern nicht zwei Klassen parallel gef�hrt werden k�nnen. Den Beschwerdef�hrern ist einzur�umen, dass Art. 32 Schulgesetz/GR, der sich nicht auf �berkommunale Schulen bezieht, solche Situationen nicht vermeiden kann, so dass daf�r nach wie vor fallad�quate L�sungen gefunden werden m�ssen. Immerhin kann es aber die �berkommunale Koordination vereinfachen, wenn zumindest in allen Gemeinden mit der gleichen Sprachvariante die Wechsel nach den gleichen Grunds�tzen erfolgen.
5.7 Zusammenfassend enth�lt Art. 32 Schulgesetz/GR eine sachlich gerechtfertigte Regelung. Der kantonale Gesetzgeber hat die verfassungsm�ssige Autonomie der Gemeinden nicht verletzt. Die Beschwerde erweist sich in diesem Punkt als unbegr�ndet.
137 I 107,
138 I 143 suite... ,
139 I 169,
138 I 242,
140 I 176,
139 II 233,
art. 3 al. 3 Cst./GR,
art. 95, 111 al. 1 LTF,
art. 3, 65 et 89 Cst./GR suite... ,
Art. 87 BGG,
Art. 87 Abs. 2 BGG,
Art. 95-98 BGG,
Art. 111 Abs. 3 BGG,
Art. 95 lit. c BGG,
Art. 65 KV/GR,
Art. 3 KV/GR,
Art. 89 Abs. 2 KV/ GR,
Art. 89 Abs. 3 KV/GR

References: Art. 50
 art. 3
 art. 82
 art. 89
 art. 95

BGE 
 BGE 
 Art. 32
 BGE 
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 86
 Art. 87
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 Art. 87
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 Art. 87
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 Art. 89
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 Art. 58
 Art. 95
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 Art. 50
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 Art. 95
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 Art. 95
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 Art. 65
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 Art. 3
 Art. 32
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 Art. 70
 Art. 3
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 Art. 89
 Art. 89
 Art. 32
 BGE 
 Art. 89
 Art. 32
 BGE 
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32

art. 3

art. 95

art. 3

Art. 87

Art. 87

Art. 95

Art. 111

Art. 95

Art. 65

Art. 3

Art. 89

Art. 89