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Timestamp: 2019-10-21 21:39:20+00:00

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BFH, 02.07.1976 - III R 24/74 - dejure.org
BFH, 02.07.1976 - III R 24/74
https://dejure.org/1976,344
BFH, 02.07.1976 - III R 24/74 (https://dejure.org/1976,344)
BFH, Entscheidung vom 02.07.1976 - III R 24/74 (https://dejure.org/1976,344)
BFH, Entscheidung vom 02. Juli 1976 - III R 24/74 (https://dejure.org/1976,344)
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Befangenheit des Richters - Rechtsmißbrauch - Vorbescheid - Antrag - Entscheidung durch Senat - Mitwirkung des Richters
FGO § 51 Abs. 1; ZPO § 42 Abs. 2
BFHE 119, 227
BFHE 119, 228
DB 1977, 60
BStBl II 1976, 627
BStBl II 1976, 631
Dies ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH geboten, wenn das Gesuch offensichtlich unzulässig ist (Urteil vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627;… vom 27. März 1992 VIII B 31/91, BFH/NV 1992, 619;… vom 14. Juni 1991 VI B 6/91, BFH/NV 1991, 761).
Von diesem Grundsatz gilt jedoch in allen Gerichtszweigen eine Ausnahme für den Fall, daß die Ablehnung mißbräuchlich ist (Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts vom 22. Februar 1960 2 BvR 36/60, BVerfGE 11, 1, 3; vom 11. Februar 1960 2 BvR 473/60, BVerfGE 11, 343, 348, und vom 19. Oktober 1977 2 BvC 3/77, BVerfGE 46, 200 ; BFH-Urteil vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227 , BStBl II 1976, 627 ;… BFH-Beschlüsse vom 30. Juni 1989 VIII B 86/88, BFH/NV 1990, 175;… vom 2. Februar 1989 X B 22/88, BFH/NV 1990, 508;… vom 20. November 1990 VII B 32/90, BFH/NV 1991, 755;… vom 21. Mai 1992 V B 235/91, BFH/NV 1993, 731;… vom 30. Juli 1993 I B 55, 56/93, BFH/NV 1994, 325;… vom 14. März 1994 X B 50/93, BFH/NV 1995, 122;… vom 10. Januar 1996 VII B 122/95, BFH/NV 1996, 489;… vom 4. April 1996 IV R 55/94, BFH/NV 1996, 801 ;… vom 29. April 1996 V B 121, 124/95, BFH/NV 1997, 33, 34).
Eine Ausnahme hiervon hat der BFH zugelassen für die Fälle, in denen das Ablehnungsgesuch rechtsmißbräuchlich ist oder deshalb offensichtlich unzulässig ist, weil der Ablehnungsgrund nicht substantiiert bzw. glaubhaft gemacht worden ist (z.B. BFH-Beschlüsse vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627;… vom 23. Februar 1994 IV B 79/93, BFH/NV 1994, 877, m.w.N.).
Die Verwerfung des Ablehnungsgesuchs des Klägers als unzulässig konnte in der geschäftsplanmäßigen Besetzung einschließlich zweier abgelehnter Richter erfolgen und setzte nicht die Einholung dienstlicher Äußerungen voraus (vgl. dazu BFH-Beschlüsse vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627;… in BFH/NV 1987, 653;… in BFH/NV 1992, 253;… in BFH/NV 1997, 33).
a) Ein Ablehnungsgesuch ist unzulässig, wenn es rechtsmißbräuchlich gestellt wird (BFH-Beschluß vom 10. März 1972 VI B 141/70, BFHE 105, 316, BStBl II 1972, 570; BFH-Entscheidung vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts - BVerwG - vom 5. Dezember 1975 VI C 129.74, BVerwGE 50, 36; Baumbach / Lauterbach / Albers / Hartmann, Zivilprozeßordnung, § 42 Anm. 1 C b).
Ein Missbrauch liegt u.a. vor, wenn das Gesuch schlechthin abwegig ist (Bundesverfassungsgericht --BVerfG--, Beschluss vom 22. Februar 1960 2 BvR 36/60, BVerfGE 11, 1, 5;… BFH-Beschluss vom 13. Juni 1986 III R 162/82, BFH/NV 1988, 502) oder wenn die Ablehnung nur auf eine angebliche Rechtswidrigkeit zuvor ergangener Entscheidungen gestützt wird und weitere Gründe für die Befürchtung der Voreingenommenheit des Richters nicht benannt werden (BFH-Beschlüsse vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627;… vom 30. August 1995 XI B 114/95, BFH/NV 1996, 225;… vom 21. November 2003 III E 5/03, BFH/NV 2004, 363).
BFH, 13.06.1991 - VII B 246/90
Hinreichende Darlegung von Gründen bezüglich der Ablehnung eines Richters
Über den unzulässigen Antrag auf Richterablehnung kann das Gericht (der Spruchkörper) in seiner geschäftsplanmäßigen Besetzung, d. h. unter Mitwirkung der abgelehnten Richter entscheiden (BFH-Beschluß vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627, und Tipke / Kruse, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 13. Aufl., § 51 FGO Tz. 10, 11, m. w. N. aus der Rechtsprechung der obersten Gerichtshöfe des Bundes).
Sein Ablehnungsgesuch ist aber deshalb unzulässig, weil es sich gegen alle Richter des Spruchkörpers richtet, ohne individuelle Gründe für die Ablehnung des jeweiligen einzelnen Richters anzuführen (vgl. § 51 Abs. 1 FGO i. V. m. § 42 Abs. 1 und 2 der Zivilprozeßordnung; ferner: BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627).
Gleich zu behandeln ist ein Ablehnungsgesuch jedoch, wenn es aus anderen Gründen "offensichtlich unzulässig" ist (BFH-Entscheidungen vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627;… vom 27. März 1992 VIII B 31/91, BFH/NV 1992, 619;… vom 14. Juni 1991 VI B 6/91, BFH/NV 1991, 761;… in BFH/NV 1996, 801; Beschluss des Bundesverfassungsgerichts --BVerfG-- vom 22. Februar 1960 2 BvR 36/60, BVerfGE 11, 1, 3).
BFH, 14.08.1998 - X B 5/98
Eine Ausnahme hiervon hat der BFH zugelassen für die Fälle, in denen das Ablehnungsgesuch rechtsmißbräuchlich ist (z.B. BFH- Beschlüsse vom 2. Juli 1976 III R 24/74, BFHE 119, 227, BStBl II 1976, 627;… vom 23. Februar 1994 IV B 79/93, BFH/NV 1994, 877, m.w.N.).
BFH, 27.02.2002 - VII S 32/01
Erinnerung - Beschwerdeschriftsatz - Besorgnis der Befangenheit - …
BFH, 25.07.1997 - VI B 68/97
BFH, 15.10.1996 - VII B 272/95
BFH, 29.01.1993 - XI B 75/92
Voraussetzungen der Ablehnung sämtlicher Richter eines Gerichts oder eines …
BFH, 21.08.1985 - VI S 9/83

References: § 51
 § 42
 § 42
 § 51
 § 51
 § 42