Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=StraFO%202016,%20336
Timestamp: 2019-08-21 14:59:57+00:00

Document:
BGH, 25.02.2016 - 3 StR 142/15 - dejure.org
BGH, 25.02.2016 - 3 StR 142/15
https://dejure.org/2016,11569
BGH, 25.02.2016 - 3 StR 142/15 (https://dejure.org/2016,11569)
BGH, Entscheidung vom 25.02.2016 - 3 StR 142/15 (https://dejure.org/2016,11569)
BGH, Entscheidung vom 25. Februar 2016 - 3 StR 142/15 (https://dejure.org/2016,11569)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2016,11569) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 WpHG; § 38 Abs. 2 Nr. 1 WpHG; § 261 StPO; § 73 StGB; § 73 Abs. 1 Satz 1 StPO; § 74 Abs. 3 StPO
Marktmanipulation ("sonstige Täuschungshandlungen"; Bestimmtheit; Auslegung unter Berücksichtigung europäischer Rechtsakte, Richtlinie; Einwirkung auf den Börsenpreis; Feststellung; Kausalität; subjektive Gewissheit; Überzeugungsbildung; Täterschaft und Teilnahme; Jedermanndelikt); Besorgnis der Befangenheit eines Sachverständigen (Rechtsfrage; Ermessen des Vorsitzenden; zu Grunde liegende Tatsachen; revisionsgerichtliche Überprüfung; keine Ermittlung von Tatsachen durch das Gericht; strukturelle Verknüpfung der Referate Marktanalyse und Ermittlung bei der BaFin; kein genereller Ausschluss als Gutachter); Verfall bei informationsgestützten Manipulationen (erlangtes Etwas; Vertretungsfälle; Verfügungsgewalt)
WpHG § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3, § 38 Abs. 2 Nr. 1; StPO § 261
§ 38 Abs. 2, § ... 39 Abs. 1 Nr. 2, § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 WpHG, § 4 Abs. 3 Nr. 2 MaKonV, § 73c Abs. 1 Satz 1 StGB, § 73c Abs. 1 Satz 2 StGB, § 74 Abs. 3 StPO, § 40a Abs. 1 Satz 2 WpHG, § 73 Abs. 1 Satz 1 StPO, Art. 103 Abs. 2 GG, 38 Abs. 2, § 38 Abs. 2 WpHG, § 20a Abs. 1 Satz 1 WpHG, § 263 Abs. 1 StGB, Richtlinie 2003/6/EG, § 25 Abs. 2 StGB, § 25 Abs. 1 Alternative 2 StGB, § 14 Abs. 1 StGB, § 24 Abs. 1 Satz 2 BörsG, § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 WpHG, § 261 StPO, § 73c Abs. 1 StGB, § 73 Abs. 1 Satz 2 StGB, § 826 BGB, § 111i Abs. 2 Satz 1 StPO, § 2 Abs. 3, Abs. 5 StGB, § 73 Abs. 1 StGB, § 20a WpHG, § 73b StGB, § 73 Abs. 3 StGB, § 14 StGB, §§ 73, 73a StGB, § 154 Abs. 1 StPO
§ 20a Abs 1 S 1 Nr 3 WpHG, § 38 Abs 2 Nr 1 WpHG, § 261 StPO, Art 1 Nr 2 Buchst b EGRL 6/2003, Art 5 EGRL 124/2003
Strafbare Einwirkung auf den Börsenpreis: Bestimmtheit des Tatbestandsmerkmals "sonstige Täuschungshandlungen"; erforderliche Tatsachenfeststellungen hinsichtlich der Preiseinwirkung
Feststellung einer Einwirkung auf den Börsenpreis im Sinne des § 38 Abs. 2 Nr. 1 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG); Entsprechen des Tatbestandsmerkmals "sonstige Täuschungshandlungen" i. S. des § 20a Abs. 1 S. 1 Nr. 3 WpHG dem Bestimmtheitsgebot des Grundgesetzes (GG); Verfassungsmäßigkeit des die Strafbarkeit begründenden Regelungsgefüges des WpHG
Zum Verbot der Marktmanipulation durch "sonstige Täuschungshandlungen" im Sinne des § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 WpHG; zur Feststellung einer Einwirkung auf den Börsenpreis im Sinne des § 38 Abs. 2 Nr. 1 WpHG
WpHG § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 , § 38 Abs. 2 Nr. 1; StPO § 261
Feststellung einer Einwirkung auf den Börsenpreis im Sinne des § 38 Abs. 2 Nr. 1 Wertpapierhandelsgesetz ( WpHG ); Entsprechen des Tatbestandsmerkmals "sonstige Täuschungshandlungen" i. S. des § 20a Abs. 1 S. 1 Nr. 3 WpHG dem Bestimmtheitsgebot des Grundgesetzes ( GG ); Verfassungsmäßigkeit des die Strafbarkeit begründenden Regelungsgefüges des WpHG
Bestimmtheit des Tatbestandsmerkmals "sonstige Täuschungshandlungen" im Verbot der Marktmanipulation
Marktmanipulation per Börsenbrief - Einwirkung auf den Börsenpreis und die sonstigen Täuschungshandlungen
Informationsgestützte Marktmanipulationen - und der Verfall
Marktmanipulation per Börsenbrief - und die Informationsdeliktshaftung nach § 826 BGB
Besorgnis der Befangenheit - und kein Ermessen des Gerichts
Kurs- bzw. Marktmanipulation in Form von "Scalping"
Kurznachricht zu "Gebotene Bestimmtheit und Taterfolg der strafbaren Marktmanipulation" von FAfStR Prof. Dr. Gerson Trüg, original erschienen in: NZG 2016, 820 - 823.
LG Kleve, 07.11.2014 - 190 KLs 10/13
NJW 2016, 3459
ZIP 2016, 1334
ZIP 2016, 43
NStZ 2017, 692
StV 2017, 110
WM 2016, 1022
NZG 2016, 751
StraFo 2016, 336
OLG Düsseldorf, 18.04.2017 - 2 Ws 528/16
Loveparade-Strafverfahren eröffnet
Die bisherigen Erkenntnisse über die Art der Einbeziehung der Universitätsleitung und von Hilfskräften in die Begutachtung und Freigabe der vorbereitenden Gutachten haben keine - für die Besorgnis der Befangenheit erforderlichen (vgl. BGH BeckRS 2016, 09679;… Meyer-Goßner/Schmitt a.a.O. § 26 Rdn. 7) - konkreten tatsächlichen Anhaltspunkte für eine inhaltliche Einflussnahme auf das Ergebnis der Begutachtung ergeben, die geeignet wären, die Unabhängigkeit von Prof. Dr. Still im Rahmen der Ausführung des Gutachtenauftrags oder gar seine Unparteilichkeit ernsthaft in Frage zu stellen.
Ein Schaden i.S.v. § 826 BGB ist jede nachteiligen Einwirkung auf die Vermögenslage (BGH Urteil vom 25.02.2016 - 3 StR 142/15).
§ 826 BGB schützt nicht nur das Vermögen an sich, sondern setzt bereits bei der Beschränkung der Dispositionsfreiheit des Geschädigten an, so dass der Schaden auch in der Belastung mit einer ungewollten Verpflichtung bestehen kann (BGH Urteil vom 25.02.2016 - 3 StR 142/15).
Erforderlich ist also, dass eine manipulative Handlung des Täters kausal für den fraglichen Preis eines Finanzinstruments geworden ist (vgl. BGH, Urteil vom 27. November 2013 - 3 StR 5/13, BGHSt 59, 80, 87 f.; Beschluss vom 25. Februar 2016 - 3 StR 142/15, NJW 2016, 3459, 3460 f.; OLG Stuttgart, Urteil vom 4. Oktober 2011 - 2 Ss 65/11, NJW 2011, 3667, 3669;… MüKo-StGB/Pananis, aaO, WpHG § 38 Rn. 240).
In der Regel sind jedoch Vergleiche von bisherigem Kursverlauf und Umsatz, die Kurs- und Umsatzentwicklung der betreffenden Aktie vor und nach der manipulativen Handlung sowie die vorgenommenen Ordergrößen als Indizien darzustellen und zu würdigen, um eine tatsächliche Kurseinwirkung hinreichend zu belegen (vgl. BGH, Urteil vom 6. November 2003 - 1 StR 24/03, BGHSt 48, 373, 384; Beschluss vom 27. Januar 2010 - 5 StR 224/09, NJW 2010, 882 f.; Beschluss vom 4. Dezember 2013 - 1 StR 106/13, BGHSt 59, 105, 117; Beschluss vom 25. Februar 2016 - 3 StR 142/15, NJW 2016, 3459, 3461).
Entgegen der beantragten Abschöpfung dieses Betrags, ist - im Falle einer Verurteilung - im Anschluss an BGH NZG 2016, S. 751 [BGH 25.02.2016 - 3 StR 142/15] (Bschl. v. 25.2.2016 - 3 StR 142/15) (lediglich) der Sondervorteil für verfallen zu erklären.
Nunmehr äußerte sich der 3. Strafsenat auch zum Scalping entsprechend (BGH NZG 2016, S. 751 [BGH 25.02.2016 - 3 StR 142/15] Bschl. v. 25.2.2016 - 3 StR 142/15), hält auch hier an seiner Linie fest und stellt für den Unwert der Tat und den spiegelbildlichen Vermögensvorteil darauf ab, dass jedenfalls die Wertsteigerung der Aktien - im Gegensatz zu dem zumeist durch außertatbestandliche Verkäufe erzielte Erlös - derjenige Vermögenszuwachs ist, der auch unmittelbar aus der Tat erlangt ist.

References: § 20
 § 38
 § 261
 § 73
 § 73
 § 74
 § 20
 § 38
 § 261

§ 38
 § 20
 § 4
 § 73
 § 73
 § 74
 § 40
 § 73
 Art. 103
 § 38
 § 20
 § 263
 § 25
 § 25
 § 14
 § 24
 § 20
 § 261
 § 73
 § 73
 § 826
 § 111
 § 2
 § 73
 § 20
 § 73
 § 73
 § 14
 § 154

§ 20
 § 38
 § 261
 § 38
 § 20
 § 20
 § 38
 § 20
 § 38
 § 261
 § 38
 § 20
 § 826
 BGH 
 § 26
 § 826

§ 826
 § 38
 BGH