Source: https://www.jusline.at/gesetz/bgld_glf/gesamt
Timestamp: 2018-07-20 08:30:58+00:00

Document:
Bgld. Grenzwerteverordnung in der Land- und Forstwirtschaft (Bgld. GLF) - Gesamt - JUSLINE Österreich
Gesamte Rechtsvorschrift Bgld. GLF
Bgld. GLF
StF: LGBl. Nr. 28/2004
§ 1 Bgld. GLF Anwendungsbereich und Begriffsbestimmungen
(1) Diese Verordnung gilt für Arbeitsstätten und auswärtige Arbeitsstellen im Sinne des § 88 Abs. 1 und 2 der LArbO.
(1) Als MAK-Werte im Sinne des § 90d Abs. 1 LArbO werden die im Anhang I/2011 (Stoffliste mit MAK-Werten und TRK-Werten) der Grenzwerteverordnung 2011 - GKV 2011, angeführten Werte festgelegt.
(2) MAK-Werte werden für gesunde Personen im erwerbsfähigen Alter festgelegt. Bei Einhaltung der MAK-Werte wird im Allgemeinen die Gesundheit von Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern nicht beeinträchtigt und werden diese nicht unangemessen belästigt. Im Einzelfall, insbesondere bei schwangeren oder stillenden Dienstnehmerinnen, kann jedoch auch bei Einhaltung der MAK-Werte eine gesundheitliche Beeinträchtigung oder unangemessene Belästigung nicht ausgeschlossen werden.
(1) Als TRK-Werte im Sinne des § 90d Abs. 2 LArbO werden die im Anhang I/2011 (Stoffliste mit MAK-Werten und TRK-Werten) der GKV 2011 angeführten Werte festgelegt.
(1) Der Beurteilungszeitraum für Grenzwerte im Sinne des § 90d Abs. 1 und 2 LArbO (MAK-Werte und TRK-Werte) wird wie folgt festgelegt:
Wenn der Grenzwert als „Tagesmittelwert“ angegeben ist, gilt als Beurteilungszeitraum eine in der Regel
achtstündige Exposition bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden (in Vierschichtbetrieben 42 Stunden je Woche im Durchschnitt von vier aufeinander folgenden Wochen).
wenn im Anhang I/2011 (Spalte 10) der GKV 2011 für einen bestimmten Arbeitsstoff ein anderer Zeitraum festgelegt ist, dieser Zeitraum.
(2) Kurzzeitwerte mit einem Beurteilungszeitraum von 15 Minuten dürfen innerhalb von acht Stunden insgesamt höchstens eine Stunde lang erreicht werden. Abs. 3 Z 2 und 3 ist anzuwenden.
(3) Für Kurzzeitwerte mit einem anderen, im Anhang I/2011 (Spalte 10) der GKV 2011 festgelegten Beurteilungszeitraum gilt Folgendes:
Der Kurzzeitwert darf innerhalb von acht Stunden höchstens in der Häufigkeit erreicht werden, die im Anhang I/2011 der GKV 2011 für den bestimmten Arbeitsstoff jeweils festgelegt ist.
§ 5 Bgld. GLF MAK-Werte für biologisch inerte Schwebstoffe
(1) Treten in der Luft am Arbeitsplatz Schwebstoffe auf, die außer der Eigenschaft „biologisch inert“ keine anderen gesundheitsgefährdenden Eigenschaften im Sinne des § 90 Abs. 4 bis 4b LArbO aufweisen, gelten die folgenden MAK-Werte.
10 mg/m3 einatembare Fraktion,
5 mg/m3 alveolengängige Fraktion.
20 mg/m3 einatembare Fraktion in einem Beurteilungszeitraum von einer Stunde. Der Kurzzeitwert darf innerhalb von acht Stunden höchstens zwei Mal erreicht werden. § 4 Abs. 3 Z 2 und 3 ist anzuwenden.
10 mg/m3 alveolengängige Fraktion in einem Beurteilungszeitraum von einer Stunde. Der Kurzzeitwert darf innerhalb von acht Stunden höchstens zwei Mal erreicht werden.
§ 4 Abs. 3 Z 2 und 3 ist anzuwenden.
§ 6 Bgld. GLF MAK-Werte für Kohlenwasserstoffdämpfe
wenn Dienstnehmerinnen oder Dienstnehmer gleichzeitig den Dämpfen verschiedener Kohlenwasserstoffgemische ausgesetzt sind.
gilt, sofern in den Dampfgemischen ein krebserzeugender Kohlenwasserstoff enthalten ist, für den kein MAK-Wert oder TRK-Wert festgelegt ist, die Verpflichtung, gemäß § 90d Abs. 7 LArbO dafür zu sorgen, dass die Konzentration dieses Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz stets so gering wie möglich ist.
(6) Liefert ein Messverfahren zur Ermittlung der Kohlenwasserstoffdämpfe gemäß Abs. 1 bis 4 Ergebnisse in der Einheit mg/m³, so ist unter Zugrundelegung der Molmasse von Octan auf die Einheit ml/m³ umzurechnen.
§ 7 Bgld. GLF Bewertung von Stoffgemischen
(5) Bei Kontrollmessungen kann anstatt der Erfassung aller Stoffe eines Stoffgemisches entsprechend Abs. 2 Z 1 eine auf Leitkomponenten reduzierte Erfassung vorgenommen werden, wenn die Konzentrationsverhältnisse der Komponenten in der Luft untereinander gleich bleibend sind. Voraussetzung ist ausreichendes Vorwissen auf der Grundlage von Arbeitsbereichsanalysen, das sich auf Messungen der Konzentration der Komponenten gefährlicher Stoffe in der Luft am Arbeitsplatz stützt. Die Festlegung der Leitkomponenten hat unter Mitwirkung aller im Betrieb für den Dienstnehmerschutz verantwortlichen Stellen zu erfolgen. Kriterien für die Auswahl einer oder mehrerer Leitkomponenten sind die Toxizität der bei der Arbeitsbereichsanalyse ermittelten Einzelstoffe, ihre Konzentrationsanteile in der Luft sowie ihre analytische Erfassbarkeit. Der Grenzwert für den aus einer bzw. mehreren Leitkomponenten ermittelten Bewertungsindex berechnet sich aus den Ergebnissen der bei der Arbeitsbereichsanalyse gewonnenen Erkenntnisse entsprechend den Anteilen der Leitkomponenten des Stoffgemisches in der Luft.
§ 9 Bgld. GLF Handhabung des Anhangs I/2011 der GKV 2011
im Anhang III/2011 (Liste krebserzeugender Arbeitsstoffe) oder Anhang V/2011 (Liste von Hölzern, deren Stäube als eindeutig krebserzeugend gelten) der GKV 2011 genannt sind oder
(1) Als fortpflanzungsgefährdende (reproduktionstoxische) Arbeitsstoffe im Sinne der §§ 90 bis 90g LArbO gelten jedenfalls Arbeitsstoffe, die
im Anhang VI/2011 (fortpflanzungsgefährdende (reproduktionstoxische) Arbeitsstoffe) der GKV 2011 genannt sind oder
§ 11 Bgld. GLF Verbot von eindeutig krebserzeugenden Arbeitsstoffen
§ 12 Bgld. GLF Meldung eindeutig krebserzeugender Arbeitsstoffe
Die Meldung der beabsichtigten erstmaligen Verwendung gemäß § 90b Abs. 5 LArbO hat mindestens folgende Angaben zu enthalten:
Name der Dienstgeberin/des Dienstgebers und Anschrift der Arbeitsstätte,
Zahl der exponierten Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer,
beabsichtigte Maßnahmen zur Gefahrenverhütung gemäß §§ 90c und 90d Abs. 5 LArbO.
§ 13 Bgld. GLF Schutz- oder Arbeitskleidung
(1) Dienstgeberinnen und Dienstgeber müssen den Dienstnehmerinnen und Dienstnehmern, für die die Gefahr einer Einwirkung von krebserzeugenden Arbeitsstoffen besteht, zur Verfügung stellen:
geeignete Schutzkleidung im Sinne des § 91e LArbO oder
geeignete Arbeitskleidung im Sinne des § 91e Abs. 13 LArbO, sofern für die spezifischen chemischen Einwirkungen der verwendeten Arbeitsstoffe eine geeignete Schutzkleidung nicht erhältlich ist, und
(2) Dienstgeberinnen und Dienstgeber müssen dafür sorgen, dass persönliche Schutzausrüstung nach jedem Gebrauch, erforderlichenfalls auch vor jedem Gebrauch, überprüft und gereinigt wird.
§ 15 Bgld. GLF Holzstaub: Luftrückführung und TRK-Wert
(1) § 14 gilt für alle Holzstäube.
Dienstgeberinnen und Dienstgeber müssen dafür sorgen, dass Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer Atemschutz tragen und
(4) Auf Wunsch der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer ist ihnen auch bei Einhaltung des TRK-Wertes von 2 mg/m³ persönliche Schutzausrüstung (Atemschutz, Schutzbrille) zur Verfügung zu stellen.
§ 15a Bgld. GLF Holzstaub: Pflicht zur Absaugung
Flachdübelfräsmaschinen/Lamellendübelfräsmaschinen und
(3) Bei Arbeiten mit handgeführten Schleifmaschinen muss ab 1. Jänner 2015, über die Geräteabsaugung nach Abs. 2 hinausgehend, eine zusätzliche Absaugung erfolgen durch Verwendung
(5) Von Abs. 1 bis 3 kann abgewichen werden, wenn sich aus der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren eine Unterschreitung des Grenzwertes ergibt, weil Holzbearbeitungsmaschinen verwendet werden
Abbundanlagen (gekapselt)
Langloch-, Dübel- und Reihenbohrmaschinen
(Anm.: entfallen mit LGBl. Nr. 53/2012)
§ 19 Bgld. GLF
§ 20 Bgld. GLF Geltungsbereich des 4. Abschnitts
Dieser Abschnitt gilt für Arbeiten, bei denen Dienstnehmerinnen oder Dienstnehmer Asbeststaub oder Staub von asbesthaltigen Materialien ausgesetzt sind oder sein können.
§ 23 Bgld. GLF Messungen der Asbestkonzentration
(3) Vor Probenahmen sind die Sicherheitsvertrauenspersonen oder die Belegschaftsorgane anzuhören. Sind weder Sicherheitsvertrauenspersonen noch Belegschaftsorgane bestellt, sind die betroffenen Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer anzuhören.
§ 24 Bgld. GLF Information und Unterweisung
(1) Die Information der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer nach § 84 LArbO hat jedenfalls zu enthalten:
den Hinweis, dass sich die Dienstnehmerinnen oder Dienstnehmer nach Beendigung der Exposition lungenfachärztlichen Gesundheitsuntersuchungen so lange unterziehen sollen, wie dies zur Sicherung ihrer Gesundheit nach Ansicht der untersuchenden Fachärztinnen oder Fachärzte jeweils erforderlich ist.
(2) Die Unterweisung der Dienstnehmerinnen oder Dienstnehmer nach § 84b LArbO hat insbesondere Folgendes zu enthalten:
§ 30 Bgld. GLF Gemeinsame Bestimmungen
(2) Grenzwert-Vergleichsmessungen und Bewertungen nach § 27 Abs. 5 müssen von geeigneten, fachkundigen Personen durchgeführt werden. Das sind Personen, die neben jenen Qualifikationen, die für die betreffende Messung oder Bewertung erforderlich sind, auch die fachlichen Kenntnisse und Berufserfahrungen sowie die notwendigen Einrichtungen besitzen und die Gewähr für die gewissenhafte und repräsentative Durchführung nach dem Stand der Technik bieten. Kontrollmessungen mit vereinfachten Messverfahren können auch von unterwiesenen Betriebsangehörigen durchgeführt werden. Messverfahren können in Probenahme und Analyse aufgeteilt sein, wobei sich dann die Anforderungen an Personen und an die notwendigen Einrichtungen auf den jeweiligen Abschnitt des Messverfahrens beziehen.
(3) Messverfahren im Sinne der §§ 27, 28 und 29 müssen dem zu messenden Stoff, dessen Grenzwert und der Atmosphäre am Arbeitsplatz angepasst sein. Das Messverfahren muss zu einem für die Exposition der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer repräsentativen Messergebnis führen, das die Konzentration des zu messenden Stoffs eindeutig in der Einheit und der Größenordnung des Grenzwerts wiedergibt.
(4) Messungen und Bewertungen sind im Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument so zu dokumentieren, dass Repräsentativität, Umfang und Ergebnisse der Messungen und Bewertungen eindeutig und nachvollziehbar sind.
(5) Soweit in diesem Abschnitt auf Grenzwerte Bezug genommen wird, gelten die betreffenden Bestimmungen auch für Bewertungsindices im Sinne des § 7.
§ 34 Bgld. GLF Schlussbestimmungen
Gemäß § 94h Abs. 1 LArbO wird festgestellt, dass die Behörde von den Bestimmungen des 4. Abschnitts dieser Verordnung keine Ausnahmen zulassen darf.
Verweise in dieser Verordnung sind als Verweise auf folgende Fassungen zu verstehen:
Grenzwerteverordnung 2011 - GKV 2011, BGBl. II Nr. 253/2001, in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 186/2015;
Chemikaliengesetz 1996 - ChemG 1996, BGBl. I Nr. 53/1997, in der Fassung des Gesetzes BGBl. I Nr. 109/2015;
Pflanzenschutzmittelgesetz 2011, BGBl. I Nr. 10/2011, in der Fassung des Gesetzes BGBl. I Nr. 163/2015;
Bauarbeiterschutzverordnung, BGBl. Nr. 340/1994, in der Fassung der Verordnung BGBl. II Nr. 77/2014.
Verordnung der Burgenländischen Landesregierung über Grenzwerte für Arbeitsstoffe, über krebserzeugende Arbeitsstoffe und über fortpflanzungsgefährdende (reproduktionstoxische) Arbeitsstoffe in der Land- und Forstwirtschaft (Burgenländische Grenzwerteverordnung in der Land- und Forstwirtschaft)
LGBl. Nr. 19/2007 [CELEX Nr. 32003L0018]
LGBl. Nr. 15/2008 [CELEX Nr. 32006L0015]
LGBl. Nr. 53/2012 [CELEX Nr. 32009L0161]
LGBl. Nr. 43/2016 [CELEX Nr. 32014L0027]
Auf Grund des § 94e Abs. 2 Z 5 lit. c der Burgenländischen Landarbeitsordnung 1977 - LArbO, LGBl. Nr. 37/1977, in der Fassung des Gesetzes LGBl. Nr. 31/2003, wird verordnet:
Information der Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer
LGBl. Nr. 19/2007, LGBl. Nr. 15/2008, LGBl. Nr. 53/2012
Übersicht Bgld. GLF

References: § 1
 § 88
 § 90
 § 90
 § 90

§ 5
 § 90
 § 4

§ 4

§ 6
 § 90

§ 7

§ 9

§ 11

§ 12
 § 90

§ 13
 § 91
 § 91

§ 15
 § 14

§ 15

§ 19

§ 20

§ 23

§ 24
 § 84
 § 84

§ 30
 § 27
 § 7

§ 34
 § 94
 § 94