Source: https://fuehrung-coaching.de/2018/05/13/aktualisierung-der-kundendaten-neue-regeln-zum-gwg/
Timestamp: 2019-07-22 12:51:10+00:00

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Aktualisierung der Kundendaten - Neue Regeln zum GwG - S&P Seminare
von p394632 | 13. Mai, 2018 | Aktualisierungspflicht GwG, Allgemein, S&P Seminare, Unternehmensberatung online | 0 Kommentare
Mit den neuen Auslegungshinweisen der BaFin zum GwG 2017 wird das Wahlrecht für Optionsmodell A oder B verschärft und eingeschränkt. Künftig ist sowohl eine anlassbezogene als auch periodische Aktualisierung durchzuführen.
Die wesentlichen Regelungen zur Aktualisierungpflicht im Überblick:
Welche Sachverhalte lösen Aktualisierungsmaßnahmen iSd GwG aus?
Periodische Aktualisierung:
Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten, § 8 GwG
Kontinuierliche Überwachung der Geschäftsbeziehung sowie Aktualisierungspflicht, § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG wird nun wie folgt geregelt.
Mindestanforderungen an die Überwachung und Aktualisierung bei Vertragspartnern mit PeP-Status
Die Auslegungshinweise regelen, daß die Aktualisierung während der laufenden Geschäftsbeziehung in angemessenen zeitlichen Abständen durch risikoorientierte Verfahren durchzuführen ist. Dabei ist auch zu prüfen, ob zwischenzeitlich ein PeP-Satus eingetreten ist. Diese Überwachung muß in einem angemessenen zeitlichen Abstand, gekoppelt an die Laufzeit von politischen Ämtern erfolgen.
Für die Aktualisierungspflicht gilt bei hohem Risiko ein Zeitrahmen von mindestens 2 Jahren.
Welche Sachverhalte lösen Aktualisierungsmaßnahme iSd GwG aus?
Von den Verpflichteten ist im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung sicherzustellen, dass über den Vertragspartner herangezogene Dokumente, Daten oder Informationen in angemessenem zeitlichen Abstand aktualisiert werden. Die Aktualisierung der Daten hat auf risikoorientierter Grundlage zu erfolgen.
Kontaktaufnahme mit dem Kunden ist nicht zwingend
Aktualisierungsmaßnahmen setzen nicht zwingend Kontaktaufnahme mit dem Kunden voraus. Vielmehr kann auch auf anderweitig erhältliche Informationen zurückgegriffen werden, sofern diese aus einer zuverlässigen Quelle stammen.
Allerdings ist § 11 Abs. 3 GwG (Absehen von einer Identifikation) nicht anwendbar, da sich § 11 Abs. 3 GwG ausschließlich auf die Identifizierungspflicht und nicht auf die Aktualisierungspflicht im Rahmen der Kundensorgfaltspflichten bezieht.
Die Erfüllung der Aktualisierungspflicht hat periodisch und anlassbezogen zu erfolgen.
Periodische Aktualisierung – Aktualisierung der Kundendaten – Neue Regeln zum GwG
o Definition eines Zeitabschnittes von maximal 10 Jahren, in dem Kunden-daten bei sich bietender Gelegenheit in geeigneter Weise auf Aktualität zu überprüfen bzw. Kunden um Bestätigung/Aktualisierung zu bitten sind. Bis zu 3 Jahre für Maßnahmen/Nachfassen.
o Risikobasierte Entscheidung über weitere Maßnahmen, wenn kunden-seitig keine Reaktion erfolgt.
o Verringerte Zeitabstände – ansonsten wie bei geringem Risiko. Angemessener Zeitabstand 7 Jahre und bis zu 3 Jahre für Maßnahmen/ Nachfassen.
o Bei Erfolglosigkeit/Unklarheiten => Neubewertung des Risikos erwägen.
o Risikoorientierte Entscheidung über weitere Maßnahmen, wenn kundenseitig keine Reaktion erfolgt.
o Angemessene Überwachung und
o gegenüber mittlerem Risiko noch einmal angemessen verkürzte Zeitabstände (bis 2 Jahre).
Empfehlung für direkten Kundenkontakt – Aktualisierung der Kundendaten – Neue Regeln zum GwG
Unabhängig davon empfiehlt sich die Vorgabe, zumindest nach Ablauf einer fest-zulegenden Zeitspanne nach letzter Aktualisierung die Gelegenheit eines direkten Kundenkontaktes zur erneuten Aktualisierung zu nutzen.
Anlassbezogene Aktualisierung – Aktualisierung der Kundendaten – Neue Regeln zum GwG
Ungeachtet der gesetzlichen Vorgabe der Aktualisierung der Kundeninformation in ange-messenem zeitlichen Abstand ist eine Überprüfung einzelner Kundendaten zusätzlich an-lassbezogen vorzunehmen insbesondere in folgenden Fällen:
Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten, § 8 GwG – Aktualisierung der Kundendaten – Neue Regeln zum GwG
Erneute Erfüllung von Kundensorgfaltspflichten bei Bestandskunden – Aktualisierung der Kundendaten – Neue Regeln zum GwG
Die Neuregelung in § 10 Abs. 3 Satz 3 GwG stellt klar, dass die Erfüllung der allgemeinen Sorgfaltspflichten im Rahmen bereits bestehender Geschäftsbeziehungen bei entsprechendem Anlass zu wiederholen ist. Dies geht über die Aktualisierungsverpflichtung gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG hinaus.
Anlass für eine solche Wiederholung besteht insbesondere bei Änderung der maßgeblichen Umstände in Bezug auf den Kunden. Dies kann insbesondere bei juristischen Personen als Vertragspartner der Fall sein (Änderung Gesellschaftsform; Unternehmensverschmelzung; Änderung der Eigentums- und Kontrollstruktur etc.).
Ein solcher Anlass kann jederzeit eintreten, also auch in engem zeitlichem Zusammenhang zu der ursprünglichen Vornahme der Sorgfaltspflichten.
In diesen Fällen hat eine erneute Erfüllung aller allgemeinen Sorgfaltspflichten und nicht nur eine Aktualisierung von Dokumenten, Daten oder Informationen i.S.v. § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG zu erfolgen.
Die Erfüllung aller allgemeinen Sorgfaltspflichten kann auf risikobasierter Grundlage erfolgen. Das bedeutet, dass bei einer erneuten Erfüllung der Sorgfaltspflichten wie von § 10 Abs 3 Satz 2 gefordert auch die Identifizierung gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 1 GwG risikobasiert erfolgen kann.
Seminar Geldwäschebeauftragter – Aktualisierung der Kundendaten – Neue Regeln zum GwG

References: § 8
 § 10
 § 11
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 § 8
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