Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bfh/2013-11-07/iv-r-13_10
Timestamp: 2017-09-26 18:47:33+00:00

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BFH, 07.11.2013 - IV R 13/10 - Anforderungen an die Zustimmung des Finanzamts zur Wahl eines abweichenden Wirtschaftsjahres für den Gewerbebetrieb eines Land- und Forstwirts; Rücknahme der Zustimmung | anwalt24.de
Urt. v. 07.11.2013, Az.: IV R 13/10
Referenz: JurionRS 2013, 49914
Aktenzeichen: IV R 13/10
FG Niedersachsen - 11.11.2008 - AZ: 4 K 238/08
§ 8b S. 2 Nr. 1, 2 EStDV
§ 4a Abs. 1 S. 2 Nr. 1- 3 EStG
§ 131 Abs. 2 AO
§ 164 Abs. 1 S. 1 AO
BFHE 243, 350 - 361
AO-StB 2014, 45-46
BFH/NV 2014, 199-203
BStBl II 2015, 226-231
DStRE 2014, 172-177
EStB 2014, 6-7
HFR 2014, 103-107
NWB 2013, 4019
NWB direkt 2013, 1305
StBW 2014, 14
StX 2013, 789-790
Der Kläger und Revisionskläger (Kläger) ist Landwirt. Ab dem Wirtschaftsjahr 2000/2001 wurde die Tierhaltung zum Gewerbebetrieb, weil der Tierbestand die Vieheinheitengrenze nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) überstieg.
das angefochtene Urteil und den ablehnenden Bescheid vom 23. Juni 2008 aufzuheben und das FA zu verpflichten, der Bestimmung des nach § 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG für das Wirtschaftsjahr des landwirtschaftlichen Betriebs maßgebenden Zeitraums vom 1. Juli bis 30. Juni als Zeitraum des Wirtschaftsjahrs für den Gewerbebetrieb --gewerbliche Tierhaltung-- ab 1. Juli 2000 zuzustimmen.
Die Revision des Klägers ist begründet. Sie führt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und des ablehnenden Bescheids vom 23. Juni 2008 (§ 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung --FGO--). Das FA hat der Bestimmung des abweichenden Wirtschaftsjahrs für den Gewerbebetrieb des Klägers (gewerbliche Tierhaltung) bereits durch den Erlass des unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangenen Einkommensteuerbescheids für 2001 zugestimmt. Eine Rücknahme oder ein Widerruf dieser Zustimmung durch den Bescheid vom 23. Juni 2008 ist rechtswidrig, weil die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind.
a) Die Zustimmung des FA zu der Wahl eines Wirtschaftsjahrs ist nach ständiger Rechtsprechung eine Ermessensentscheidung (u.a. BFH-Urteile in BFHE 190, 328, BStBl II 2000, 5, unter 2.b der Gründe, m.w.N.; vom 12. Juli 2007 X R 34/05, BFHE 218, 349, BStBl II 2007, 775, unter II.3. der Gründe; zu § 7 Abs. 4 des KörperschaftsteuergesetzesBFH-Beschluss vom 31. August 2009 I B 215/08, BFH/NV 2010, 57, unter II.2.c der Gründe, sowie zur entsprechenden Regelung in § 2 Abs. 5 EStG a.F. BFH-Urteile in BFHE 76, 385, BStBl III 1963, 142; vom 12. März 1965 VI 109/64 U, BFHE 82, 113, BStBl III 1965, 287; anderer Ansicht Jahndorf, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, a.a.O., § 4a Rz B 141 ff.).

References: § 8

§ 4

§ 131

§ 164
 § 13
 § 4
 § 7
 § 2
 § 4