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Timestamp: 2016-10-28 12:21:07+00:00

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2P.326/2003 (31.08.2004)
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Ernst & Young AG,
Steuerverwaltung des Kantons Thurgau, Abteilung juristische Personen, Schlossm�hlestrasse 15,
Staatsrechtliche Beschwerde gegen den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramtes Aargau vom 24. November 2003, gegen die Veranlagungsverf�gung der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau vom 29. Juni 1999 sowie gegen die (berichtigte) Veranlagungsverf�gung des Steueramtes des Kantons Solothurn vom
Die X.________ AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der X.________ Holdings Switzerland. Der statutarische Sitz und das Hauptsteuerdomizil befinden sich in A.________ (AG). In B.________ (SO) und C.________ (TG) bestehen Betriebsst�tten. Der Hauptsitz und die Betriebsst�tte in B.________ sind in der Forschung, Entwicklung und Herstellung sowie im Vertrieb von Spezialschaumstoffen t�tig. Die Betriebsst�tte in C.________ widmet sich einem vorwiegend konzerninternen, spezialisierten Marktbereich (Fahrzeugbau).
B.a Die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau veranlagte die X.________ AG f�r die Steuerperiode 1998 (Bemessungsperiode 1997) am 29. Juni 1999 gem�ss Selbstdeklaration auf einen Gesamtgewinn von Fr. 2'480'040.--. F�r die Betriebsst�tte C.________ erhob sie eine Quote von 28,65 % und somit einen Gewinnanteil von Fr. 639'421.--, wobei sie allerdings - wohl versehentlich - ein Praecipuum von 10 % zugunsten des Sitzkantons vernachl�ssigte, das die thurgauische Quote auf 25,78 % reduziert h�tte. Diese Berechnung entsprach der quotenm�ssig indirekten Ausscheidung, d.h. gest�tzt auf Hilfsfaktoren (Erwerbsfaktoren), wie sie seit der Errichtung der Betriebsst�tte in C.________ im Jahre 1993 f�r die interkantonale Aufteilung praktiziert worden war. Trotz geringf�giger Abweichung gegen�ber der Selbstdeklaration blieb die Veranlagung unangefochten und erwuchs in Rechtskraft. Ein Gesuch um Berichtigung dieser Veranlagung nach Erhalt der auf einer anderen Steuerausscheidung beruhenden Einsch�tzungen der Kantone Aargau bzw. Solothurn wurde mit Entscheid vom 17. Juli 2002 abgewiesen.
B.b Das Kantonale Steueramt Aargau lehnte die Ausscheidung aufgrund von Erwerbsfaktoren ab, nachdem eine Steuerrevision am Hauptsitz gezeigt hatte, dass die Betriebsst�tte C.________ seit dem Gesch�ftsjahr 1994 Verluste auswies. Mit definitiver Einsch�tzung vom 9. Juli 2001 nahm es die Veranlagung f�r die Periode 1999/2000 (Bemessungsjahre 1997/98) wie folgt vor: Es setzte den im Bemessungsjahr 1997 steuerbaren Gesamtgewinn - �bereinstimmend mit der Veranlagung im Kanton Thurgau - auf Fr. 2'480'040.-- fest und teilte ihn zweistufig auf die beteiligten Kantone auf. Zuerst wurde quotenm�ssig direkt, d.h. aufgrund der Buchhaltungsergebnisse, der Verlust der Betriebsst�tte C.________ ausgeschieden. Sodann wurden die durch den Hauptsitz A.________ und die Betriebsst�tte B.________ erwirtschafteten Gewinne von insgesamt Fr. 3'041'803.-- aufgrund der Erwerbsfaktoren (sowie unter Ber�cksichtigung eines Praecipuums von 10 % zugunsten des Sitzkantons) nur auf die Kantone Aargau und Solothurn verteilt. Das ergab f�r den Kanton Aargau eine Ausscheidungsquote von 91,149 % und damit einen Gewinnanteil von Fr. 2'799'496.--. F�r den Kanton Solothurn resultierte eine Quote von 8,851 % und ein Anteil von Fr. 242'307.--. Der Teilverlust 1997 der Betriebsst�tte C.________ wurde vorab dem Kanton Thurgau zugewiesen und anschliessend auf den Sitzkanton Aargau umgelegt. Vom Gesamtgewinn fiel dem Kanton Aargau somit Fr. 2'237'733.-- zu, dem Kanton Solothurn Fr. 242'307.--. Der im Bemessungsjahr 1998 erzielte Gesamtgewinn wurde nach analogen Kriterien auf die beteiligten Kantone aufgeteilt. Das f�hrte zu einer leichten Verschiebung der Ausscheidungsquoten f�r die Bemessungsjahre 1997 und 1998 insgesamt: 91,08 % f�r den Kanton Aargau, 8,92 % zugunsten des Kantons Solothurn und weiterhin 0 % f�r den Kanton Thurgau. Daran hielt das Steueramt des Kantons Aargau auch im Einspracheentscheid vom 24. November 2003 fest.
B.c In seiner Veranlagung vom 19. Oktober 1998 nahm das Steueramt des Kantons Solothurn die Ausscheidung f�r die Steuer- und Bemessungsperiode 1997 in �bereinstimmung mit der Selbstdeklaration vor. Es berichtigte diese Aufteilung jedoch mit Verf�gung vom 23. Juli 2001 und passte sie der Quotenfestlegung des Sitzkantons Aargau an.
Gegen die Einspracheverf�gung des Kantonalen Steueramtes Aargau vom 24. November 2003 erhebt die X.________ AG mit Eingabe vom 22. Dezember 2003 staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 127 Abs. 3 BV mit den Begehren
2. Die Veranlagungsverf�gung der Kantonalen Steuerverwaltung Thurgau vom 29. Juni 1999 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern Thurgau Veranlagungsperiode 1998 (Bemessungsperiode 1997) sei aufzuheben.
3. Die (berichtigte) Veranlagungsverf�gung des Kantonalen Steueramtes Solothurn vom 23. Juli 2001 betreffend die Staats- und Gemeindesteuern Solothurn Veranlagungsperiode 1997 (Bemessungsperiode 1997) sei aufzuheben.
4a. Die beteiligten Kantone seien anzuweisen, die interkantonale Steuerausscheidung f�r die Bemessungsperiode 1997 nach Massgabe der Steuererkl�rungen der Beschwerdef�hrerin Aargau 1999/00, Thurgau 1998 und Solothurn 1997 vorzunehmen, das heisst vom steuerbaren Gesamtgewinn in H�he von CHF 2'480'040.-- seien 68.533 % dem Kanton Aargau, 25.783 % dem Kanton Thurgau und 5.684 % dem Kanton Solothurn zur Besteuerung zuzuweisen.
4b. Eventualiter seien die beteiligten Kantone anzuweisen, die interkantonale Steuerausscheidung f�r die Bemessungsperiode 1997 nach Massgabe der bundesgerichtlichen Erw�gungen in diesem Verfahren und im Einklang mit den Grunds�tzen zum bundesrechtlichen Verbot der interkantonalen Doppelbesteuerung vorzunehmen.
5. Die beteiligten Kantone seien anzuweisen, allf�llig nach Massgabe des Ausgangs des Rechtsbegehrens sub Ziffer 4 zu viel bezahlte Steuerbetr�ge an die Beschwerdef�hrerin zur�ckzuerstatten."
Die drei beteiligten Kantone stellen sinngem�ss den Antrag, die staatsrechtliche Beschwerde sei abzuweisen, soweit sie sich gegen den eigenen Kanton richte.
1.1 Bei staatsrechtlichen Beschwerden wegen Verletzung des Doppelbesteuerungsverbots muss der kantonale Instanzenzug nicht ausgesch�pft werden (Art. 86 Abs. 2 OG). Die fristgerechte Doppelbesteuerungsbeschwerde gegen den Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramtes Aargau vom 24. November 2003 ist daher zul�ssig. Es k�nnen damit auch die bereits rechtskr�ftigen Verf�gungen der Kantone Thurgau vom 29. Juni 1999 und Solothurn vom 23. Juli 2001 angefochten werden (vgl. Art. 89 Abs. 3 OG; StE 2004 A 31.1 Nr. 8 E. 1.1; BGE 123 I 289 E. 1a S. 291 f., je mit Hinweisen).
1.2 Die staatsrechtliche Beschwerde ist grunds�tzlich kassatorischer Natur (vgl. BGE 129 I 173 E.1.5 S. 176, mit Hinweis; grundlegend BGE 124 I 327 E. 4 S. 332 ff.). Eine Ausnahme besteht bei staatsrechtlichen Beschwerden wegen Verletzung des Doppelbesteuerungsverbots (Art. 127 Abs. 3 BV). Das Bundesgericht kann zusammen mit der Aufhebung des kantonalen Hoheitsaktes Feststellungen treffen und den beteiligten Kantonen verbindliche Weisungen hinsichtlich der verfassungskonformen Steuerausscheidung erteilen oder die R�ckerstattung ungerechtfertigt erhobener Steuern anordnen (vgl. StE 2004 A 31.1 Nr. 8 E. 1.2; siehe auch Kurt Locher/Peter Locher, Die Praxis der Bundessteuern, III. Teil, Das interkantonale Doppelbesteuerungsrecht, � 12, III C, 1). Die Begehren der gem�ss Art. 88 OG legitimierten Beschwerdef�hrerin sind daher zul�ssig, auch wenn darin mehr verlangt wird als die Aufhebung des angefochtenen Entscheids.
1.3 Bei staatsrechtlichen Beschwerden wegen Verletzung des Doppelbesteuerungsverbots pr�ft das Bundesgericht Rechts- und Tatfragen frei, und es k�nnen auch neue Tatsachen und Beweismittel vorgebracht werden (vgl. ASA 57 523 E. 1a mit Hinweis; Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 12, III B, 3 Nr. 15 und dort zitierte Urteile).
Eine gegen Art. 127 Abs. 3 BV verstossende Doppelbesteuerung liegt vor, wenn eine steuerpflichtige Person von zwei oder mehreren Kantonen f�r das gleiche Steuerobjekt und f�r die gleiche Zeit zu Steuern herangezogen wird (aktuelle Doppelbesteuerung) oder wenn ein Kanton in Verletzung der geltenden Kollisionsnormen seine Steuerhoheit �berschreitet und eine Steuer erhebt, die einem anderen Kanton zusteht (virtuelle Doppelbesteuerung). Ausserdem darf ein Kanton eine steuerpflichtige Person grunds�tzlich nicht deshalb st�rker belasten, weil sie nicht in vollem Umfang seiner Steuerhoheit untersteht, sondern zufolge ihrer territorialen Beziehungen auch noch in einem anderen Kanton steuerpflichtig ist (vgl. BGE 130 I 205 E. 4.1 S. 410; StE 2004 A 31.1 Nr. 8 E. 2.1; siehe auch Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 7, I B Nr. 45).
Wenden die beteiligten Kantone unterschiedliche Systeme der zeitlichen Bemessung an, kann die Frage des Vorliegens einer Doppelbesteuerung nicht aufgrund eines Vergleichs der Steuerperioden beurteilt werden. Vielmehr muss auf die Bemessungsperioden abgestellt werden. Ob eine unzul�ssige Doppelbesteuerung vorliegt, ist demnach durch Vergleich der Besteuerung in den verschiedenen Kantonen f�r die gleichen Bemessungsjahre zu untersuchen (vgl. NStP 54 98 E. 2 und Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 2, IV B, 2b Nr. 8 mit Hinweisen). Vorliegend galten in den drei beteiligten Kantonen im massgebenden Zeitpunkt f�r juristische Personen noch drei verschiedene Bemessungssysteme: im Kanton Aargau die zweij�hrige Vergangenheitsbemessung, im Kanton Thurgau die einj�hrige Vergangenheitsbemessung und im Kanton Solothurn die einj�hrige Gegenwartsbemessung. �berall ging es indessen um denselben Zeitraum, n�mlich das Bemessungsjahr 1997. In einem solchen Fall hat auch ein Kanton mit zweij�hriger Veranlagungsperiode (hier der Kanton Aargau) eine j�hrliche Ausscheidung vorzunehmen (vgl. BGE 116 la 127 E. 2d S. 131 und Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 7, I B Nr. 41).
4.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine aktuelle Doppelbesteuerung. Diese erblickt sie darin, dass der Kanton Thurgau die Steuerausscheidung aufgrund von Erwerbsfaktoren vornahm und dabei f�r die Betriebsst�tte in C.________ einen Gewinnanteil von 28,65 % (recte 25,78 %) erhob, w�hrend die Kantone Aargau und Solothurn den Gesamtgewinn gem�ss den Buchhaltungsergebnissen vollumf�nglich unter sich aufteilten. S�mtliche von den beteiligten Kantonen f�r die Bemessungsperiode 1997 beanspruchten Quoten beliefen sich somit auf 128,65 % (recte 125,78 %), d.h. auf mehr als 100 %. Es liegt tats�chlich eine aktuelle Doppelbesteuerung im Sinne von Art. 127 Abs. 3 BV vor (vgl. StE 2004 A 31.1 Nr. 8 E. 2.2; siehe auch ASA 30 234 E. 2 und Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 8, II C, 1 b Nr. 9).
Vorliegend ist nur streitig, ob die Gewinnaufteilung der Beschwerdef�hrerin in den beteiligten Kantonen �bereinstimmend gem�ss der quotenm�ssig direkten, indirekten oder gemischten Methode zu erfolgen hat. Alle weiteren Aspekte, insbesondere die Kapitalausscheidung oder die Gewinnermittlung als solche und die Frage der Zuweisung eines Praecipuums an den Hauptsitz, sind unter den drei Kantonen nicht strittig. Das gilt, auch wenn die thurgauische Veranlagungsverf�gung vom 29. Juni 1999 dieses Praecipuum wohl versehentlich ausser Acht liess.
4.2 Die Kantone Aargau und Solothurn nahmen die Steuerausscheidung �bereinstimmend in zwei Stufen vor: Zuerst schieden sie die Ergebnisse der Betriebsst�tte C.________ aufgrund der dortigen buchm�ssigen Verluste aus. Sodann teilten sie das verbleibende positive Resultat nach Erwerbsfaktoren nur unter sich auf. In einem Fall wie dem vorliegenden vermag indessen dieses Vorgehen in Bezug auf keine der beiden Stufen zu �berzeugen.
4.2.1 Die von den beiden Kantonen f�r eine erste Grobausscheidung verwendete so genannte direkte Methode der Quotenermittlung aufgrund der Buchhaltungsergebnisse (vgl. zu diesem Begriff Peter Locher, Einf�hrung in das interkantonale Steuerrecht, 2. Aufl. 2003, S. 121 Fn. 56) verdient nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts grunds�tzlich den Vorzug gegen�ber den indirekten Aufteilungsmethoden. Sie setzt aber voraus, dass f�r die Betriebsst�tten und den Hauptsitz getrennte Buchhaltungen vorliegen und sich in der Betriebsst�tte ein vollst�ndiger Handels- oder Fabrikationsbetrieb mit weitgehender Selbst�ndigkeit und einer eigenen �rtlichen Gesch�ftsleitung befindet (vgl. Urteil 2P.68/2001 E. 2.3, Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 8, II C, 1 b Nr. 16 sowie BGE 93 I 415 E. 3 S. 422 und Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 8, II C, 4 Nr. 14; siehe auch Peter Athanas, Die Steuerausscheidung bei interkantonalen Fabrikationsunternehmungen, Diss. St. Gallen 1990, S. 156; Ernst Blumenstein/Peter Locher, System des schweizerischen Steuerrechts, 6. Aufl., Z�rich 2002, S. 108 f.; Ernst H�hn/Peter M�usli, Interkantonales Steuerrecht, 4. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2000, S. 400; Ernst H�hn/ Robert Waldburger, Steuerrecht, Band I, 9. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 2001, S. 864; Locher, a.a.O., S. 121; Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 8, II C, 4).
Zu Recht verneint der Kanton Thurgau in seiner Vernehmlassung (im Gegensatz zum aargauischen Einspracheentscheid), dass die Voraussetzungen f�r die quotenm�ssig direkte Ausscheidungsmethode hier erf�llt sind: Wohl werden getrennte B�cher gef�hrt, verf�gt die Betriebsst�tte C.________ �ber eine gewisse Autonomie und ist sie nicht in der gleichen Sparte t�tig wie der Hauptsitz und die Betriebsst�tte B.________. Allerdings erfolgt der Einkauf der Rohmaterialien f�r die thurgauische Betriebsst�tte wie auch der Verkauf der dort hergestellten Produkte �ber den Hauptsitz. Dazu werden die mit der Betriebsst�tte C.________ verbundenen Verwaltungsaufgaben in A.________ wahrgenommen. Es liegt mithin keine eigenst�ndige Division vor, welche s�mtliche Funktionen eines Fabrikationsbetriebes in eigener Regie erf�llt. Zudem bestreitet der mit den konkreten Verh�ltnissen vertraute Kanton Thurgau, dass die Beschwerdef�hrerin in C.________ �ber eine eigene Gesch�ftsf�hrung verf�ge. Damit fehlt ein vollst�ndiger Fabrikationsbetrieb mit weitgehender Selbst�ndigkeit und einer eigenen �rtlichen Gesch�ftsleitung. Die quotenm�ssig direkte Methode ist hier demzufolge f�r die erste Grobausscheidung nicht zul�ssig.
4.2.2 Die Kantone Aargau und Solothurn nahmen die Quotenermittlung im vorliegenden Fall nicht konsequent aufgrund der Buchhaltungsergebnisse vor. Ihr zweistufiges Vorgehen (vgl. Sachverhalt B.b und E. 4.2 einleitend) entspricht der sog. gemischten Methode (vgl. Athanas, a.a.O., S. 149; Frank Lampert, Die Verlustverrechnung von juristischen Personen im Schweizer Steuerrecht, Diss. Genf 2000, S. 170; H�hn/M�usli, a.a.O., S. 431 ff.). Diese wird in der Praxis offenbar recht h�ufig angewandt und ist auch vom Bundesgericht verschiedentlich gesch�tzt worden (vgl. u.a. ASA 37, 230 E. 4 S. 235 ff. und Locher/Locher, Doppelbesteuerungsrecht, � 8, II C, 4 Nr. 13; Locher, a.a.O., S. 121 Fn. 57).
Hier geht es jedoch um den Sonderfall der Quotenermittlung bei einem interkantonalen Unternehmen, das eine Betriebsst�tte mit Verlusten umfasst. In einem solchen Fall hat die Steuerausscheidung zwischen dem Sitzkanton und den Betriebsst�ttenkantonen ausschliesslich nach der quotenm�ssigen Methode zu erfolgen. Die Betriebsst�ttenverluste werden automatisch mit den Gewinnen, die das Unternehmen an den Steuerdomizilen mit Gewinnen erzielt, verrechnet. Dabei partizipieren im interkantonalen Steuerrecht nebst dem Hauptsteuerdomizil auch s�mtliche Nebensteuerdomizile mit Betriebsst�tten, die Gewinne ausweisen (vgl. H�hn/M�usli, a.a.O., S. 396 und S. 443 f.; Madeleine Simonek, Ausgew�hlte Probleme der steuerlichen Behandlung von Verlusten bei Kapitalgesellschaften, ASA 67 [1998/99], S. 513 ff., insbesondere S. 528). Diese Verlust�bernahme ist definitiv. Eine sp�tere R�ckbelastung der von anderen Kantonen �bernommenen Verluste an einen fr�her defizit�ren Betriebsst�ttenkanton, der nun wieder Gewinne ausweist, findet nicht statt (vgl. H�hn/M�usli, a.a.O., S. 444; Lampert, a.a.O., S. 180 und S. 196 ff.; Simonek, a.a.O., S. 528; Peter Agner/Beat Jung/Gotthard Steinmann, Kommentar zum Gesetz �ber die direkte Bundessteuer, Z�rich 1995, N 4 zu Art. 52 DBG).
Vorliegend teilten die Kantone Aargau und Solothurn den Gewinn der Beschwerdef�hrerin vor Verlustverrechnung unter sich auf. M.a.W. gingen sie gar nicht vom Gesamtgewinn aus und wandten sie auch nicht die quotenm�ssige Ausscheidungsmethode an. Vom so dem Hauptsteuerdomizil zugewiesenen Ergebnis wurde dann der Verlust der Betriebsst�tte C.________ abgesetzt. Auf diese Weise partizipierte die solothurnische Betriebsst�tte �berhaupt nicht am Verlust der Thurgauer Betriebsst�tte. Dieses Vorgehen, das von der Praxis im internationalen Verh�ltnis inspiriert sein d�rfte, ist im interkantonalen Verh�ltnis abzulehnen.
4.2.3 Demzufolge ist die Beschwerde gegen�ber den Kantonen Aargau und Solothurn gutzuheissen.
4.3 Die thurgauische Steuerverwaltung ermittelte die Quoten der drei Kantone gem�ss der indirekten Methode auf Grund der Erwerbsfaktoren. Das ist nach dem Gesagten grunds�tzlich zu sch�tzen, umso mehr, als bei Fabrikationsbetrieben die Anwendung dieser Aufteilungsmethode ohnehin die Regel bildet (vgl. Athanas, a.a.O., S. 164; H�hn/M�usli, a.a.O., S. 422).
Daran vermag nichts zu �ndern, dass sich die Steuerverwaltung des Kantons Thurgau bereit erkl�rt hat, ab der Steuerperiode 1999 zur gemischten Methode �berzugehen, und dass die Beschwerdef�hrerin diese Methode seit dem Steuerjahr 2001 von sich aus benutzt. Vorliegend geht es um das Bemessungsjahr 1997 und um die Frage, welche Methode nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung im Streitfall zur Anwendung kommen soll.
Wie schon dargestellt (vgl. Sachverhalt B.a und E. 4.1 hiervor) ist aber auch die Quotenfestlegung der Kantonalen Steuerverwaltung Thurgau nicht ganz zutreffend. Im Rahmen der indirekten Ausscheidung liess sie - wohl versehentlich - das Praecipuum von 10 % zugunsten des Sitzkantons Aargau ausser Acht. Insofern erweist sich die Beschwerde gegen�ber dem Kanton Thurgau ebenfalls als begr�ndet.
Die Beschwerde ist deshalb gegen�ber allen beteiligten Kantonen gutzuheissen. Diese haben die gegebenenfalls zu viel bezogenen Steuern zur�ckzuerstatten.
Bei diesem Verfahrensausgang werden die drei Kantone kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 OG in Verb. mit Art. 153 und 153a OG; Art. 159 OG), und zwar der Kanton Aargau zu vier F�nfteln und die Kantone Solothurn bzw. Thurgau zu je einem Zehntel.
Die staatsrechtliche Beschwerde gegen die Kantone Aargau, Thurgau und Solothurn wird gutgeheissen: Der Einspracheentscheid des Kantonalen Steueramtes Aargau vom 24. November 2003 wird aufgehoben; der neue Einspracheentscheid f�r die Steuerperiode 1999/2000 (Bemessungsjahr 1997) hat von einer Quote von 68,533 % am Gewinn der X.________ AG auszugehen. Die Veranlagungsverf�gung der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau vom 29. Juni 1999 wird aufgehoben; die neue Veranlagungsverf�gung f�r die Steuerperiode 1998 hat von einer Quote von 25,783 % am Gewinn der X.________ AG auszugehen. Die (berichtigte) Veranlagungsverf�gung des Steueramtes des Kantons Solothurn vom 23. Juli 2001 wird aufgehoben, womit dessen zutreffende definitive Veranlagungsverf�gung vom 19. Oktober 1998 (Quote 5,684 %) wiederum auflebt.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 6'000.-- wird dem Kanton Aargau zu vier F�nfteln und den Kantonen Thurgau bzw. Solothurn zu je einem Zehntel auferlegt.
Der Beschwerdef�hrerin ist eine Parteientsch�digung von Fr. 10'000.-- auszurichten, welche vom Kanton Aargau zu vier F�nfteln und von den Kantonen Thurgau bzw. Solothurn zu je einem Zehntel zu �bernehmen ist.
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Kantonalen Steueramt Aargau, der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau und dem Steueramt des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 127
 Art. 89
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 88
 Art. 127
 BGE 
 BGE 
 Art. 127
 BGE 
 Art. 52
 Art. 153
 Art. 159