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Timestamp: 2016-10-23 20:38:17+00:00

Document:
1C_609/2014 � � Urteil vom 3. August 2015
R�tihof, Werkhofstrasse 65, 4509 Solothurn.
Umweltschutz (Bodenbelastung in der Arbeitersiedlung "Els�ssli" Derendingen),
Auf Grundst�cken der ehemaligen Arbeitersiedlung "Els�ssli" in Derendingen wurden (mit grosser Wahrscheinlichkeit vor 1950) Teerplatten verlegt. Diese stammten von der Dachabdeckung der Shed-Hallen der ehemaligen Kammgarnspinnerei Derendingen und dienten neu der Befestigung von Wegen und Pl�tzen in den G�rten der Siedlung. Nach der Stilllegung der Spinnerei im Jahr 1987 wurden die Grundst�cke der Arbeitersiedlung 1988 an die Einwohnergemeinde Derendingen verkauft. Diese verkaufte ihrerseits einen Teil der Grundst�cke und ist heute noch Eigent�merin der Liegenschaften Gbbl. Nrn. 3'253, 3'259, 3'263 und 3'268.
Im Herbst 2010 wurde festgestellt, dass der Oberboden im Bereich der (in der Zwischenzeit teilweise entfernten) Teerplatten ausserordentlich stark mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet ist; gewisse PAK wirken krebserregend. Im "Els�ssli" �berschreiten die PAK-Gehalte die Sanierungswerte der Verordnung vom 1. Juli 1998 �ber Belastungen des Bodens (VBBo; SR 814.12).
Mit Entscheid vom 10. Januar 2013 hielt das Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn (BJD/SO) fest, bei den G�rten handle es sich nicht um belastete Standorte im Sinne der Verordnung vom 26. August 1998 �ber die Sanierung von belasteten Standorten (Altlasten-Verordnung, AltlV; SR 814.680). Stattdessen bezeichnete das BJD/SO die G�rten als chemisch belastete B�den im Sinne der VBBo und ordnete unter anderem f�r die betroffenen Parzellen die Anmerkung "Belastung gem�ss VBBo" im Grundbuch an.
Gegen diesen Entscheid gelangte die Einwohnergemeinde Derendingen mit Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 5. Dezember 2013 ab, soweit es darauf eintrat. Gleichzeitig wies es die Angelegenheit ans BJD/SO zur�ck mit der Anordnung, allf�llig erforderliche Nutzungsverbote oder -einschr�nkungen (insbesondere f�r Kinder bis zu zw�lf Jahren) seien klar zu formulieren und den betroffenen Grundeigent�mern in Verf�gungsform zu er�ffnen.
Diesen Entscheid focht die Einwohnergemeinde Derendingen am 24. Januar 2014 mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beim Bundesgericht an. Dieses trat auf die Beschwerde gegen den Zwischenentscheid mangels drohendem nicht wieder gutzumachendem Nachteil (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) nicht ein.
Mit Verf�gung vom 21. Juli 2014 kam das BJD/SO der Aufforderung des Verwaltungsgerichts nach und legte f�r die Grundst�cke Gbbl. Nrn. 3'253, 3'259, 3'263 und 3'268 unter anderem fest, es sei Kindern bis zu zw�lf Jahren verboten, sich auf Gartenb�den oder Rasenfl�chen aufzuhalten. Jugendliche ab zw�lf Jahren und Erwachsene d�rften keinen unmittelbaren K�rperkontakt zum Boden haben. Sie d�rften nur bei befeuchtetem Boden g�rtnern; dabei h�tten sie k�rperbedeckende Kleidung, Handschuhe und Schuhwerk zu tragen. Auf Gartenb�den oder Rasenfl�chen d�rften weder Nutztiere (inkl. Kleintiere wie Kaninchen und H�hner) gehalten, noch Schlaf- und Ruhepl�tze f�r Haustiere eingerichtet werden. Weiter untersagte das BJD/SO der Grundeigent�merin den Anbau von Gem�se mit hoher Blei-Aufnahme (Kresse, Blattsalat, N�sslisalat, Mangold, Spinat, alle Kohlgem�se, Broccoli, Karotten, Knollensellerie, Rettich, Radieschen, Lauch). Gem�se und Obst seien vor dem Verzehr gut zu waschen und/oder zu sch�len. Im �brigen stimmte die Verf�gung im Wesentlichen mit derjenigen vom 10. Januar 2013 �berein.
Die Einwohnergemeinde Derendingen f�hrte auch gegen diesen Entscheid am 30. Juli 2014 Beschwerde ans Verwaltungsgericht. Dieses wies die Beschwerde mit Urteil vom 6. November 2014 ab.
M it Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht vom 12. Dezember 2014 beantragt die Einwohnergemeinde Derendingen im Wesentlichen, das Urteil des Verwaltungsgerichts vom 6. November 2014 sei aufzuheben und es sei festzustellen, dass es sich bei den G�rten der ehemaligen Arbeitersiedlung "Els�ssli", namentlich bei den Grundst�cken Gbbl. Nrn. 3'253, 3'259, 3'263 und 3'268, um einen belasteten Standort handle. Die genannten Liegenschaften seien nach Massgabe von Art. 5 AltlV als belasteter Standort in den Kataster der belasteten Standorte aufzunehmen und als untersuchungsbed�rftig zu kategorisieren. Die angeordneten Massnahmen gem�ss VBBo seien aufzuheben.
Das Verwaltungsgericht beantragt, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne. Das BJD/SO beantragt die Beschwerdeabweisung. Das Bundesamt f�r Umwelt BAFU hat eine Stellungnahme eingereicht, in der es zusammenfassend zum Schluss kommt, das angefochtene Urteil sei mit der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes konform.
Die Beschwerdef�hrerin h�lt in einer weiteren Eingabe an ihrem Standpunkt und an ihren Antr�gen fest.
Der angefochtene Entscheid betrifft eine �ffentlich-rechtliche Angelegenheit, die der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Sinne von Art. 82 ff. BGG unterliegt. Es bestehen keine Ausschlussgr�nde nach Art. 83 ff. BGG. Die Beschwerdef�hrerin ist als betroffene Eigent�merin der Grundst�cke Gbbl. Nrn. 3'253, 3'259, 3'263 und 3'268 zur Beschwerde legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG). Offen bleiben kann, ob die Beschwerdef�hrerin auch hinsichtlich der im fraglichen Gebiet gelegenen Grundst�cke Gbbl. Nrn. 126, 1'441, 3'252 und 3'265, welche sie seit Beginn des Verfahrens verkauft hat, zur Beschwerdef�hrung legitimiert ist.
2.1.�Umstritten ist, ob es sich bei den belasteten B�den des "Els�ssli" um einen belasteten Standort im Sinne des Altlastenrechts oder um Belastungen im Sinne des Bodenschutzrechts handelt.
Das Altlastenlastenrecht ist lex specialis gegen�ber dem Bodenschutzrecht. Letzteres kommt nur zur Anwendung, wenn es um B�den geht, die keine belasteten Standorte i.S. der AltlV darstellen, aber durch diffuse oder punktuelle Schadstoffeintr�ge belastet worden sind. Zu pr�fen ist somit in einem ersten Schritt, ob ein belasteter Standort gem�ss AltlV vorliegt.
2.2.�Nach Art. 7 Abs. 6 USG (SR 814.01) sind Abf�lle bewegliche Sachen, deren sich der Inhaber entledigt (sog. subjektiver Abfallbegriff) oder deren Entsorgung im �ffentlichen Interesse geboten ist (sog. objektiver Abfallbegriff). Die Entsorgung der Abf�lle umfasst ihre Verwertung oder Ablagerung (vgl. Art. 7 Abs. 6bis USG). Gem�ss Art. 32c Abs. 1 USG sorgen die Kantone daf�r, dass Deponien und andere durch Abf�lle belastete Standorte saniert werden, wenn sie zu sch�dlichen oder l�stigen Einwirkungen f�hren oder die konkrete Gefahr besteht, dass solche Einwirkungen entstehen. Der Bundesrat kann �ber die Sanierungsbed�rftigkeit sowie �ber die Ziele und die Dringlichkeit von Sanierungen Vorschriften erlassen.
Der Bundesrat hat gest�tzt auf diese Delegationsnorm, welche ihn zum Erlass gesetzesvertretenden Verordnungsrecht erm�chtigt, die AltlV erlassen. Art. 2 AltlV definiert belastete Standorte als Orte, deren Belastung von Abf�llen stammt und die eine beschr�nkte Ausdehnung aufweisen. Sie umfassen Ablagerungsstandorte, d.h. stillgelegte oder noch in Betrieb stehende Deponien und andere Abfallablagerungen; ausgenommen sind Standorte, an die ausschliesslich unverschmutztes Aushub-, Ausbruch- oder Abraummaterial gelangt ist (lit. a); Betriebsstandorte, d.h. Standorte, deren Belastung von stillgelegten oder noch in Betrieb stehenden Anlagen oder Betrieben stammt, in denen mit umweltgef�hrdenden Stoffen umgegangen worden ist (lit. b); Unfallstandorte, d.h. Standorte, die wegen ausserordentlicher Ereignisse, einschliesslich Betriebsst�rungen, belastet sind (lit. c).
Mit dieser Konkretisierung in Art. 2 AltlV hat sich der Bundesrat an den gesetzlichen Rahmen gehalten. Die Aufz�hlung der drei Standorttypen ist abschliessend (BGE 136 II 142 E. 3.2.3 S. 148 mit vielen Hinweisen).
2.3.�Aus heutiger Sicht h�tten die vom Dach entfernten Teerplatten im �ffentlichen Interesse, d.h. zur Verhinderung einer Belastung der Umwelt, als Abfall entsorgt werden m�ssen. Deshalb sind die Teerplatten unter den objektiven Abfallbegriff gem�ss Art. 7 Abs. 6 USG zu subsumieren. Die Belastung mit Schadstoffeintr�gen (hohe PAK-Konzentration) ist nicht grossfl�chig, sondern beschr�nkt sich auf die G�rten der damaligen Arbeitersiedlung, wo die Teerplatten zur Befestigung von Wegen und Pl�tzen eingebaut wurden. Die Ausdehnung gilt mithin als beschr�nkt im Sinne von Art. 2 Abs. 1 AltlV.
Ein Betriebsstandort im Sinne von Art. 2 Abs. 1 lit. b AltlV liegt nicht vor. Die G�rten der damaligen Arbeitersiedlung geh�rten zu einem Wohngebiet und bildeten nicht Bestandteil des Betriebs. Die Schadstoffbelastung in den G�rten ist nicht auf eine betriebsspezifische T�tigkeit der Kammgarnspinnerei, sondern auf den Einbau der Teerplatten zur�ckzuf�hren (vgl. auch BGE 136 II 142 E. 3.2.2 S. 147 f). Ebenso wenig handelt es sich um einen Unfallstandort nach Art. 2 Abs. 1 lit. c AltlV; der Einbau der Platten stellt kein ungewolltes Ereignis dar.
Dies wird von der Beschwerdef�hrerin nicht substanziiert bestritten. Sie stellt sich vielmehr in der Hauptsache auf den Standpunkt, es liege ein Ablagerungsstandort nach Art. 2 Abs. 1 lit. a AltlV vor.
2.4.�Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, es handle sich um eine Ablagerung. Die Platten seien nicht vom Dach entfernt worden, um sie als Baustoff zu verwenden, sondern weil das Dach des Betriebsgeb�udes habe ersetzt werden m�ssen. Bei dieser Gelegenheit seien die Platten zweckentfremdet und weiterverwendet worden. Im Vordergrund habe aber das "Loswerden" bzw. die dauerhafte Beseitigung der Platten gestanden. Die Platten seien aus heutiger Sicht endg�ltig im Erdreich der G�rten abgelagert worden. Im �brigen fehle es hier am typischen Merkmal einer Belastung des Bodens im Sinne der VBBo, denn es handle sich nicht um einen diffusen Schadstoffeintrag mit grosser Ausdehnung.
Sollte das Bundesgericht die direkte Anwendung des Altlastenrechts mangels Erf�llung der Legaldefinition von Art. 2 AltlV verneinen und die (alleinige) Anwendbarkeit des Bodenschutzrechts bejahen, stelle sich die Frage der L�ckenf�llung durch das Gericht.
2.5.�Die Vorinstanz ist demgegen�ber zum Schluss gekommen, es handle sich nicht um einen Ablagerungsstandort gem�ss Art. 2 Abs. 1 lit. a AltlV. Die Teerplatten seien bewusst als Baustoff eingesetzt worden. Es habe nicht die endg�ltige Entsorgung von gef�hrlichem Material im Vordergrund gestanden, sondern die Zweitverwendung von nicht mehr ben�tigten Dacheindeckungen zur Weg- und Platzbefestigung.
2.6.��bereinstimmend mit der Einsch�tzung der Vorinstanz hat das BAFU in seiner Vernehmlassung ans Bundesgericht vom 17. M�rz 2015 festgehalten, die Teerplatten h�tten mit ihrer Verwendung zur Weg- und Platzbefestigung einen neuen Zweck gefunden. Die Abf�lle seien verwertet und nicht abgelagert worden.
2.7.1.�Das Bundesgericht hat in BGE 136 II 142 betreffend Asbest unter Hinweis auf die Lehre (vgl. insb. Marco Zaugg, Altlasten - die neuen Bestimmungen, URP 1996 S. 487 f.) erwogen, belastete Standorte im Sinne von Art. 2 Abs. 1 lit. a AltlV seien Orte, an denen Abfall deponiert worden sei, dessen Gef�hrlichkeit bekannt gewesen sei. Die Tatsache, dass Baumaterialien umweltgef�hrdende Stoffe enthielten, bedeute nicht, dass eine Ablagerung gegeben sei. Auch die Gesetzesmaterialien bez�gen sich im Wesentlichen auf das Konzept einer kontrollierten oder unkontrollierten Deponie. Es sei nie die Rede davon gewesen, den Begriff des Ablagerungsstandorts auf Geb�ude auszudehnen, bei deren Bau ein bestimmtes Material seiner spezifischen Eigenschaften wegen als Baustoff verwendet worden sei, bevor man dessen Risiko f�r die Umwelt erkannt habe (vgl. zum Ganzen BGE 136 II 142 E. 3.2.1 S. 146 f.).
2.7.2.�Wie sich aus dem Gesetz (vgl. Art. 7 Abs. 6bis USG) ergibt und aus der dargestellten bundesgerichtlichen Rechtsprechung (BGE 136 II 142) ableiten l�sst, ist die Ablagerung insbesondere von der Verwertung zu unterscheiden. Wird Material, das den objektiven Abfallbegriff erf�llt, bewusst zu einem bestimmten Zweck und gerade seiner Eigenschaften wegen verwendet, so handelt es sich um eine Verwertung von Abfall und nicht um Abfall, der zwecks Entsorgung abgelagert worden ist.
Im zu beurteilenden Fall ist gest�tzt auf die willk�rfrei getroffenen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz davon auszugehen, dass die Teerplatten bewusst f�r die Befestigung der Gehwege und Pl�tze in den G�rten eingesetzt wurden, da die Platten von der Materialeigenschaft her (Dicke und Festigkeit) hierzu geeignet waren. Mit dem Verlegen in den G�rten wurden die Dachplatten als Baustoff verwendet und einem neuen Zweck zugef�hrt. Dass die Verwendung im Unterschied zu BGE 136 II 142 nicht innerhalb, sondern ausserhalb des Geb�udes erfolgte, kann nicht ausschlaggebend sein. Anders zu beurteilen sind hingegen die von der Beschwerdef�hrerin angef�hrten Terrainaufsch�ttungen, bei welchen in aller Regel der Ablagerungszweck im Vordergrund steht.
2.8.�Die Aufz�hlung der m�glichen Standorte in Art. 2 AItIV ist, wie dargelegt (E. 2.2 hiervor), abschliessend. Dies ist ein bewusster Entscheid des Gesetz- bzw. Verordnungsgebers. Es liegt mithin keine Gesetzesl�cke vor, weshalb entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin kein Raum f�r eine richterliche L�ckenf�llung besteht. Vielmehr ist es Sache des Gesetz- bzw. Verordnungsgebers den Anwendungsbereich des Altlastenrechts auszuweiten, falls er dies f�r sachgerecht h�lt (vgl. hierzu auch BGE 136 II 142 E. 3.2.4 S. 148 f.).
3.1.�Da kein belasteter Standort im Sinne der AltlV vorliegt, die B�den aber durch Schadstoffeintr�ge (hohe PAK-Konzentration) belastet sind, gelangt das Bodenschutzrecht zur Anwendung (Art. 33-35 USG und die VBBo).
Das allgemeine Ziel des Bodenschutzrechts ist die langfristige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit (vgl. Art. 33 Abs. 1 USG). Gef�hrdet die Bodenbelastung Menschen, Tiere oder Pflanzen, so schr�nken die Kantone die Nutzung des Bodens im erforderlichen Mass ein (Art. 34 Abs. 2 USG). Der Bundesrat wird erm�chtigt, zur Beurteilung der Bodenbelastungen Richt- und Sanierungswerte festzulegen (Art. 35 Abs. 1 USG). Die Richtwerte geben die Belastung an, bei deren �berschreitung die Fruchtbarkeit des Bodens nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung langfristig nicht mehr gew�hrleistet ist (Art. 35 Abs. 2 USG). Die Sanierungswerte geben die Belastung an, bei deren �berschreitung nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung bestimmte Nutzungen ohne Gef�hrdung von Menschen Tieren oder Pflanzen nicht m�glich sind (Art. 35 Abs. 3 USG). Sanierungswerte sind als absolute Grenze konzipiert. Liegt die Belastung dar�ber, gilt diese in jedem Fall als gesundheitsgef�hrdend.
Art. 9 und 10 VBBo regeln die Massnahmen der Kantone bei �berschreiten der Pr�f- und Sanierungswerte. Sind in einem Gebiet die Pr�fwerte �berschritten, so pr�fen die Kantone, ob die Belastung des Bodens Menschen, Tiere oder Pflanzen konkret gef�hrdet (Art. 9 Abs. 1 VBBo). Bei konkreter Gef�hrdung schr�nken sie die Nutzung des Bodens so weit ein, dass die Gef�hrdung nicht mehr besteht (Art. 9 Abs. 2 VBBo). Sind in einem Gebiet die Sanierungswerte �berschritten, verbieten die Kantone die davon betroffenen Nutzungen (Art. 10 Abs. 1 VBBo).
3.2.�Die Beschwerdef�hrerin bestreitet sowohl die Korrektheit der Feststellungen zur Bodenbelastung als auch die Recht- und Verh�ltnism�ssigkeit der daraus resultierenden Verbote und Nutzungseinschr�nkungen. Der den Messungen der Bodenbelastung zugrunde gelegte Perimeter sei zuf�llig und willk�rlich gew�hlt worden, und die Messungen seien zu wenig differenziert. Die angeordneten Massnahmen seien unverh�ltnism�ssig, da die Sanierungswerte auf den jeweiligen Grundst�cken nur punktuell �berschritten seien. Entsprechend werde die Eigentumsgarantie verletzt.
3.3.�Die Vorinstanz hat erwogen, die Resultate der Untersuchung der Bodenbelastung stammten aus elf G�rten, in welchen 23 Proben genommen worden seien. Die ausgew�hlten G�rten seien repr�sentativ f�r die typischen Belastungs- und Nutzungsmuster im "Els�ssli". Aus dem Schlussbericht Bodenuntersuchung "Els�ssli" der ARGE Borer Bodenexpertisen / Ambio - Angewandte Umweltwissenschaften vom 1. M�rz 2012 (nachfolgend: Schlussbericht) gehe hervor, dass die gemessenen PAK-Werte sehr hoch seien. Der Sanierungswert liege bei 100 mg/kg. 18 der Proben h�tten diesen Wert �berschritten, wobei ein Spitzenwert von 1'270 mg/kg gemessen worden sei. Aus der Gef�hrdungsabsch�tzung folge, dass an keinem der Standorte eine uneingeschr�nkte Nutzung der Gartenfl�che, sei es als Rasen, Wiese oder Gem�sebeet, mehr m�glich sei. F�r Kleinstkinder bis zu drei Jahren bestehe bei 21 der 23 Probenahmen eine konkrete Gef�hrdung; dasselbe gelte gr�sstenteils auch f�r Kinder bis zu zw�lf Jahren. Das Nutzungsverbot sei rechtm�ssig. Ebenso st�nden die verf�gten Nutzungseinschr�nkungen in Einklang mit Art. 9 Abs. 2 VBBo.
Erg�nzend hat die Vorinstanz festgehalten, eine noch differenziertere Erhebung der Belastung pro Parzelle, wie sie die Beschwerdef�hrerin verlange, w�re mit betr�chtlichen Kosten verbunden. Vor allem aber w�re eine Nutzung gest�tzt auf solch detaillierte Ergebnisse praktisch nicht umsetzbar.
3.4.�Das BAFU hat in seiner Stellungnahme ans Bundesgericht vom 17. M�rz 2015 ausgef�hrt, die durchgef�hrte Probenahme entspreche den Vorgaben des Handbuchs "Probenahme und Probenvorbereitung f�r Schadstoffuntersuchungen in B�den" (BUWAL [heute: BAFU] 2003). Die beprobten G�rten seien als ausreichend repr�sentativ f�r die typischen Bodenbelastungen und Nutzungsmuster im "Els�ssli" einzustufen. Auch wenn sich eine l�ckenlose, fl�chendeckende Aussage zur Belastungssituation anhand der untersuchten Parzellen und der Probenahme nicht herleiten lasse, so sei doch anhand der Ergebnisse der untersuchten Parzellen und der Nutzungsgeschichte davon auszugehen, dass das Belastungsmuster der nicht untersuchten Grundst�cke nicht relevant von demjenigen der untersuchten Parzellen abweiche. F�r jedes einzelne Grundst�ck die Belastungssituation fl�chendeckend zu erheben, w�re mit einem unverh�ltnism�ssigen Aufwand verbunden. Eine fl�chendeckende Erhebung sei auch nicht erforderlich, weil eine nach der Belastungssituation differenzierte Nutzungseinschr�nkung innerhalb der Gartenparzellen praktisch nicht umsetzbar w�re. Es handle sich zusammenfassend um eine geeignete Probenahme, die fachgerecht erhoben worden sei und die das Untersuchungsgebiet ad�quat repr�sentiere. Ein Rechtsverstoss liege nicht vor.
Das BAFU hat weiter hervorgehoben, die Gef�hrdungsabsch�tzung sei gem�ss dem Handbuch "Gef�hrdungsabsch�tzung und Massnahmen bei schadstoffbelasteten B�den" (BUWAL 2005) durchgef�hrt worden. Alle in die Untersuchung einbezogenen Parzellen zeigten das gleiche Belastungsmuster. Es m�sse davon ausgegangen werden, dass jeder Garten zumindest teilweise PAK-Konzentrationen �ber dem Sanierungswert aufweise. Die Untersuchung habe insbesondere ergeben, dass f�r Kinder bis zu zw�lf Jahren gr�sstenteils eine konkrete Gef�hrdung bestehe. Auch f�r Jugendliche und Erwachsene k�nne mindestens eine m�gliche Gef�hrdung durch eine direkte Bodenaufnahme auf 18 der 23 untersuchten Fl�chen nicht ausgeschlossen werden, und auf acht Fl�chen liege sogar eine konkrete Gef�hrdung vor. Die aus der Gef�hrdungsabsch�tzung resultierenden Nut-zungseinschr�nkungen und -verbote seien rechtm�ssig (Art. 9 Abs. 2 und Art. 10 Abs. 1 VBBo sowie Art. 34 Abs. 2 USG).
3.5.�Das BAFU hat somit in seiner Stellungnahme vom 17. M�rz 2015 ans Bundesgericht in �bereinstimmung mit den Erw�gungen der Vor-instanz festgestellt, dass die Probenahme und die Gef�hrdungsabsch�tzung den Vorgaben der Handb�cher des BUWAL "Probenahme und Probenvorbereitung f�r Schadstoffuntersuchungen in B�den" respektive "Gef�hrdungsabsch�tzung und Massnahmen bei schadstoffbelasteten B�den" entsprechen. Dies wird von der Beschwerdef�hrerin nicht bestritten. Zwar kommt den Handb�chern kein Normcharakter zu, diese konkretisieren indes als Vollzugshilfen unbestimmte Rechtsbegriffe und sollen eine einheitliche Vollzugspraxis erm�glichen. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung sind solche Vollzugshilfen oder Richtlinien in der Regel Ausdruck des Wissens und der Erfahrung bew�hrter Fachstellen und in diesem Sinn beachtlich (BGE 134 II 142 nicht publ. E. 3.3; 118 lb 614 E. 4b S. 618).
Die Beschwerdef�hrerin setzt sich in ihrer Beschwerde respektive in ihrer Stellungnahme ans Bundesgericht vom 5. Mai 2015 nicht substanziiert mit den beiden Vollzugshilfen, dem Schlussbericht, den Erw�gungen der Vorinstanz und den Ausf�hrungen des BAFU auseinander. Mit ihrer pauschalen Kritik vermag sie die Schlussfolgerung des BAFU, die Bodenbelastungen seien fachgerecht erhoben worden, nicht in Frage zu stellen. Es besteht vorliegend kein Anlass von den �berzeugenden Feststellungen des BAFU als Fachbeh�rde abzuweichen.
Auf der Grundlage, dass jeder Garten zumindest teilweise PAK-Konzentrationen �ber dem Sanierungswert aufweist, sind die verf�gten Massnahmen als rechtm�ssig zu beurteilen; entsprechend liegt auch keine Verletzung der Eigentumsgarantie vor.
Die Beschwerde ist abzuweisen. Bei diesem Ausgang sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen, da diese als Grundeigent�merin nicht in ihrem amtlichen Wirkungskreis handelt (Art. 66 Abs. 1 und 4 BGG). Entsch�digungen sind keine zuzusprechen (Art. 68 Abs. 1 - 3 BGG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Bau- und Justizdepartement des Kantons Solothurn, dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn und dem Bundesamt f�r Umwelt schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 5
 Art. 82
 Art. 83
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 32
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 7
 Art. 2
 Art. 2
 BGE 
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 BGE 
 Art. 2
 BGE 
 Art. 7
 BGE 
 Art. 2
 BGE 
 Art. 33

Art. 9
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 34