Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/steuerbeguenstigte-handwerkerleistung-319119
Timestamp: 2020-01-19 13:35:23+00:00

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Steu­er­be­güns­tig­te Hand­wer­k­erleis­tung | Rechtslupe
Steu­er­be­güns­tig­te Hand­wer­k­erleis­tung
Die Auf­wen­dun­gen für Hand­wer­ker­ar­bei­ten kön­nen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen nach § 35a EStG bei der Ein­kom­men­steu­er berück­sich­tigt wer­den. Hier­bei ist Fol­gen­des zu beach­ten:
1. Hand­wer­k­erleis­tun­gen
2. Anspruchs­be­rech­tig­te
3. Begüns­tig­te Auf­wen­dun­gen
1. Hand­wer­k­erleis­tun­gen[↑]
Die Auf­wen­dun­gen für Hand­wer­k­erleis­tun­gen kön­nen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen nach § 35a EStG bei der Ein­kom­men­steu­er berück­sich­tigt wer­den. Die hier­für ein­schlä­gi­ge Bestim­mung des § 35 a Abs. 2 Satz 2 EStG gilt für alle hand­werk­li­chen Tätig­kei­ten für Reno­vie­rungs, Erhal­tungs und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men, die in einem Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen erbracht wer­den, der ent­we­der im Inland oder in einem ande­ren Staat der Euro­päi­schen Uni­on oder des Euro­päi­schen Wirt­schafts­raums gele­gen ist, unab­hän­gig davon, ob es sich um regel­mä­ßig vor­zu­neh­men­de Reno­vie­rungs­ar­bei­ten oder klei­ne Aus­bes­se­rungs­ar­bei­ten han­delt, die gewöhn­lich durch Mit­glie­der des pri­va­ten Haus­halts erle­digt wer­den, oder um Erhal­tungs und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men, die im Regel­fall nur von Fach­kräf­ten durch­ge­führt wer­den. Zu den hand­werk­li­chen Tätig­kei­ten zäh­len u.a.:
Arbei­ten an Innen und Außen­wän­den,
Arbei­ten am Dach, an der Fas­sa­de, an Gara­gen, o.ä.,
Repa­ra­tur oder Aus­tausch von Fens­tern und Türen,
Streichen/​Lackieren von Türen, Fens­tern (innen und außen), Wand­schrän­ken, Heiz­kör­pern und ‑roh­ren,
Repa­ra­tur oder Aus­tausch von Boden­be­lä­gen (z. B. Tep­pich­bo­den, Par­kett, Flie­sen),
Repa­ra­tur, War­tung oder Aus­tausch von Hei­zungs­an­la­gen, Elek­tro, Gas und Was­ser­in­stal­la­tio­nen,
Moder­ni­sie­rung oder Aus­tausch der Ein­bau­kü­che,
Moder­ni­sie­rung des Bade­zim­mers,
Repa­ra­tur und War­tung von Gegen­stän­den im Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen (z.B. Wasch­ma­schi­ne, Geschirr­spü­ler, Herd, Fern­se­her, Per­so­nal­com­pu­ter),
Maß­nah­men der Gar­ten­ge­stal­tung,
Pflas­ter­ar­bei­ten auf dem Wohn­grund­stück,
und zwar unab­hän­gig davon, ob die Auf­wen­dun­gen für die ein­zel­ne Maß­nah­me Erhal­tungs oder Her­stel­lungs­auf­wand dar­stel­len. Hand­werk­li­che Tätig­kei­ten im Rah­men einer Neu­bau­maß­nah­me sind nicht begüns­tigt.
Auch Kon­troll­auf­wen­dun­gen (z.B. Gebühr für den Schorn­stein­fe­ger oder für die Kon­trol­le von Blitz­schutz­an­la­gen) sind begüns­tigt. Das Glei­che gilt für hand­werk­li­che Leis­tun­gen für Haus­an­schlüs­se (z.B. Kabel für Strom oder Fern­se­hen), soweit die Auf­wen­dun­gen die Zulei­tun­gen zum Haus oder zur Woh­nung betref­fen und nicht im Rah­men einer Neu­bau­maß­nah­me anfal­len; Auf­wen­dun­gen im Zusam­men­hang mit Zulei­tun­gen, die sich auf öffent­li­chen Grund­stü­cken befin­den, sind nicht begüns­tigt.
Das beauf­trag­te Unter­neh­men muss nicht in die Hand­werks­rol­le ein­ge­tra­gen sein; es kön­nen auch Klein­un­ter­neh­mer im Sin­ne des § 19 Abs. 1 UStG mit der Leis­tung beauf­tragt wer­den.
2. Anspruchs­be­rech­tig­te[↑]
Der Steu­er­pflich­ti­ge kann die Steu­er­ermä­ßi­gung nach § 35a EStG grund­sätz­lich nur in Anspruch neh­men, wenn er selbst der Auf­trag­ge­ber ist. Dies gilt auch für einen Heim­be­woh­ner, der im Heim einen eigen­stän­di­gen abge­schlos­se­nen Haus­halt führt.
Für Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaf­ten gilt: Besteht ein Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis zu einer Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft (z.B. bei Rei­ni­gung und Pfle­ge von Gemein­schafts­räu­men) oder ist eine Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft Auf­trag­ge­ber der haus­halts­na­hen Dienst­leis­tung bzw. der hand­werk­li­chen Leis­tung, kommt für den ein­zel­nen Woh­nungs­ei­gen­tü­mer eine Steu­er­ermä­ßi­gung in Betracht, wenn
in der Jah­res­ab­rech­nung die im Kalen­der­jahr unbar gezahl­ten Beträ­ge nach den begüns­tig­ten haus­halts­na­hen Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen und Dienst­leis­tun­gen (§ 35a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 Satz 1 und Abs. 2 Satz 2 EStG) jeweils geson­dert auf­ge­führt sind,
der Anteil der steu­er­be­güns­tig­ten Kos­ten (Arbeits und Fahrt­kos­ten) aus­ge­wie­sen ist und
der Anteil des jewei­li­gen Woh­nungs­ei­gen­tü­mers anhand sei­nes Betei­li­gungs­ver­hält­nis­ses indi­vi­du­ell errech­net wur­de.
Dies gilt auch, wenn die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft zur Wahr­neh­mung ihrer Auf­ga­ben und Inter­es­sen einen Ver­wal­ter bestellt hat. In die­sen Fäl­len ist der Nach­weis durch eine Beschei­ni­gung des Ver­wal­ters über den Anteil des jewei­li­gen Woh­nungs­ei­gen­tü­mers zu füh­ren.
Auch der Mie­ter einer Woh­nung kann die Steu­er­ermä­ßi­gung nach § 35a EStG bean­spru­chen, wenn die von ihm zu zah­len­den Neben­kos­ten Beträ­ge umfas­sen, die für ein haus­halts­na­hes Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis, für haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen oder für hand­werk­li­che Tätig­kei­ten geschul­det wer­den und sein Anteil an den vom Ver­mie­ter unbar gezahl­ten Auf­wen­dun­gen ent­we­der aus der Jah­res­ab­rech­nung her­vor­geht oder durch eine Beschei­ni­gung des Ver­mie­ters oder sei­nes Ver­wal­ters nach­ge­wie­sen wird.
3. Begüns­tig­te Auf­wen­dun­gen[↑]
a) Kei­ne Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten[↑]
b) Kei­ne Son­der­aus­ga­ben oder außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen[↑]
c) Umfang der begüns­tig­ten Auf­wen­dun­gen[↑]
Nach § 35a Abs. 2 EStG sind nur die Auf­wen­dun­gen für Hand­wer­k­erleis­tun­gen ein­schließ­lich der in Rech­nung gestell­ten Maschi­nen- und Fahrt­kos­ten begüns­tigt. Mate­ri­al­kos­ten oder sons­ti­ge im Zusam­men­hang mit den Hand­wer­k­erleis­tun­gen gelie­fer­te Waren (z.B. Stütz­strümp­fe, Pfle­ge­bett, Flie­sen, Tape­ten, Far­be oder Pflas­ter­stei­ne) blei­ben außer Ansatz. Der Anteil der Arbeits­kos­ten muss grund­sätz­lich in der Rech­nung geson­dert aus­ge­wie­sen sein. Bei War­tungs­ver­trä­gen ist es nicht zu bean­stan­den, wenn der Anteil der Arbeits­kos­ten, der sich auch pau­schal aus einer Misch­kal­ku­la­ti­on erge­ben kann, aus einer Anla­ge zur Rech­nung her­vor­geht. Ein geson­der­ter Aus­weis der auf die Arbeits­kos­ten ent­fal­len­den Mehr­wert­steu­er ist nicht erfor­der­lich.
d) Nach­weis[↑]
Der Steu­er­pflich­ti­ge muss die Auf­wen­dun­gen auf Ver­lan­gen des Finanz­am­tes durch Vor­la­ge einer Rech­nung nach­wei­sen (§ 35a Abs. 2 Satz 5 EStG). Nicht mehr erfor­der­lich ist der Nach­weis der Zah­lung auf ein Kon­to des Erbrin­gers der Leis­tung durch einen Beleg des Kre­dit­in­sti­tuts.
Für die Inan­spruch­nah­me der Steu­er­ermä­ßi­gung ist auf den Ver­an­la­gungs­zeit­raum der Zah­lung abzu­stel­len (§ 11 Abs. 2 EStG). Bei regel­mä­ßig wie­der­keh­ren­den Aus­ga­ben, die inner­halb eines Zeit­raums von bis zu zehn Tagen nach Been­di­gung bzw. vor Beginn eines Kalen­der­jah­res fäl­lig und geleis­tet wor­den sind, wer­den die Aus­ga­ben dem Kalen­der­jahr zuge­rech­net, zu dem sie wirt­schaft­lich gehö­ren.

References: § 35
 § 35
 § 35
 § 19
 § 35
 § 35
 § 35