Source: https://www.schufa.de/faq/privatpersonen/scoring/
Timestamp: 2020-08-07 12:41:36+00:00

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FAQ: für Privatpersonen Scoring
Warum nutzen Unternehmen Bonitätsscores und was hat der Verbraucher hiervon?
Damit Sie die Bonitätsscores und deren Bedeutung besser interpretieren können, hat die SCHUFA der Erfüllungswahrscheinlichkeit eine einheitliche Zuordnung in folgenden Risikokategorien zugrunde gelegt:
Eine Erfüllungswahrscheinlichkeit von 95 % sagt aus, dass die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kunde Zahlungen vertragsgemäß leistet bei 95 % liegt. Anders ausgedrückt: Nach statistischen Erkenntnissen würden 95 von 100 Personen zuverlässig bezahlen.
Der Basisscore ermöglicht Ihnen eine branchenübergreifende Einschätzung Ihrer Bonität. Sie können ihn online einsehen, wenn Sie eines der meineSCHUFA-Pakete nutzen. Außerdem wird er in der Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) ausgewiesen.
Der Basisscore wird als Erfüllungswahrscheinlichkeit in Form eines Prozentwertes dargestellt. Die Berechnung erfolgt einmal pro Quartal auf Basis der zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten. Er wird nicht an Unternehmen weitergegeben. Das heißt, wenn ein Unternehmen Informationen zu Ihrer Person anfragt, wird er diesem nicht mitgeteilt. Die SCHUFA-Vertragspartner erhalten stattdessen zur Unterstützung ihrer Geschäftsentscheidungen spezielle branchenspezifische oder individuelle Scores, die tagesaktuell errechnet werden und vom Basisscore abweichen können.
Der Basisscore ermöglicht Ihnen eine branchenübergreifende Einschätzung Ihrer Bonität. Er wird nicht an Unternehmen weitergegeben. Der Basisscore wird also Unternehmen, wenn sie Informationen zu Ihrer Person anfragen, nicht mitgeteilt. Der Grund für Veränderungen des Basisscores sind stets Veränderungen im Datenbestand, der die Grundlage für seine Berechnung bildet.
Scorewerte stehen für die statistische Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person in Zukunft ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen wird und errechnen sich aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit. Ein Basisscore von 100 % würde bedeuten, dass ein Zahlungsausfall ausgeschlossen ist. Aber auch wenn diese Person bislang alle Rechnungen vertragsgemäß bezahlt hat, können theoretisch Situationen im Leben eintreten, in denen die Person den Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, wie Krankheit oder Verlust der Arbeit. Somit kann ein Basisscore von 100 % überhaupt nicht erreicht werden, da es nie eine vollständige Zahlungsgarantie geben kann.
Bonitätsscores, die wir zu Verbrauchern ermitteln, basieren auf den zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten, die auch in der Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO ausgewiesen werden. Auf deren Grundlage erfolgt dann eine Zuordnung zu statistischen Personengruppen, die in der Vergangenheit eine ähnliche Datenbasis aufwiesen. Für die Ermittlung von Scorewerten zur Bonität werden die gespeicherten Daten in sogenannte Datenarten zusammengefasst. Derzeit werden folgende Datenarten verwendet, wobei nicht jede Datenart immer einfließt:
Allgemeine Daten (z.B. Geburtsdatum, Geschlecht oder Anzahl im Geschäftsverkehr verwendeter Anschriften)
bisherige Zahlungsstörungen (z.B. Saldenmeldungen einer Bank)
Kreditaktivität letztes Jahr (z.B. Kreditkartenanfrage)
Kreditnutzung (z.B. Höhe des Kreditvolumens)
Länge Kredithistorie (seit wann werden z.B. Kreditprodukte genutzt)
Anschriftendaten (nur, wenn wenige personenbezogene kreditrelevante Informationen vorliegen)
Unabhängig vom Bonitätsscoring unterstützt die SCHUFA ihre Geschäftspartner bei der Erkennung auffälliger Sachverhalte (z.B. zum Zwecke der Betrugsprävention im Versandhandel). Hierzu erfolgt eine Analyse von Anfragen unserer Geschäftspartner. Hierzu können neben diesen Anfragedaten z. B. auch Informationen ob und in welcher Funktion in allgemein zugänglichen Quellen ein Eintrag zu einer Person des öffentlichen Lebens mit übereinstimmenden Personendaten existiert, sowie aggregierte statistische Informationen aus dem SCHUFA-Datenbestand einfließen.
Angaben zur Staatsangehörigkeit oder besonders sensible Daten nach Art. 9 DS-GVO (z.B. ethnische Herkunft oder Angaben zu politischen oder religiösen Einstellungen) werden bei der SCHUFA nicht gespeichert und stehen daher für die Profilbildung nicht zur Verfügung. Wir nutzen auch keine Daten aus sozialen Netzwerken. Zudem hat die Bestellung einer Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO) keinen Einfluss auf das Scoring. Darüber hinaus berücksichtigt die SCHUFA beim Scoring die Bestimmungen des § 31 BDSG.
Warum legt die SCHUFA ihre Scoreformeln nicht offen?
Unsere Scoreverfahren sind transparenter, als viele denken: Die Verfahren sind bereits offengelegt, geprüft, wissenschaftlich anerkannt und haben sich in der Praxis bewährt. Die zuständige Aufsicht, der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, hat vollständige Kenntnis über die verwendeten Scoreverfahren, inklusive der verwendeten Daten und Variablen. Darüber hinaus hat die SCHUFA als einzige Auskunftei in Deutschland bereits 2010 ihr Verfahren zur Ermittlung von Bonitätsscores auch gegenüber den Datenschutzbeauftragten des Bundes und der übrigen Bundesländer offengelegt.
Zudem werden die Scoreverfahren von Gutachtern renommierter Universitäten und Instituten überprüft und wurden jeweils als wissenschaftlich und geeignet bewertet. Dem Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit werden diese Gutachten stets vorgelegt.
SCHUFA-Vertragspartner, die einen Scorewert zur Einschätzung der Bonität wünschen, erhalten diesen übrigens immer in Verbindung mit einer SCHUFA-Auskunft. Durch die Weitergabe dieser Informationen unterstützen wir Entscheidungen, getroffen werden sie allerdings von unseren Vertragspartnern.
Da zu einer Person die unterschiedlichsten Scores berechnet werden können, stellen wir jedem Verbraucher in seiner SCHUFA-BonitätsAuskunft den SCHUFA-Orientierungswert zur Verfügung. Zudem können Kunden, die auf meineSCHUFA.de registriert sind, eine tagesaktuelle Einschätzung Ihrer Bonität einsehen.
Unabhängig vom Bonitätsscoring unterstützt die SCHUFA ihre Geschäftspartner bei der Erkennung auffälliger Sachverhalte (z.B. zum Zwecke der Betrugsprävention im Versandhandel).
Für SCHUFA-Vertragspartner berechnen wir branchenspezifische oder individuelle Scores. Die Wahrscheinlichkeit, mit welcher ein Baufinanzierungskredit oder eine PKW-Finanzierung zurückbezahlt wird, muss nicht der Wahrscheinlichkeit entsprechen, mit der eine Rechnung beim Versandhandel bezahlt wird. Aus diesem Grund bietet die SCHUFA ihren Vertragspartnern unterschiedliche auf sie zugeschnittene Scoremodelle, wie z. B. die sogenannten SCHUFA-Branchenscores, an.
Die in den vergangenen 12 Monaten von Unternehmen angefragten und durch die SCHUFA zum Zwecke der Bonitätsprüfung übermittelten Scorewerte, erhalten Sie bei Bestellung einer kostenlosen Kopie der personenbezogenen Daten (nach Art. 15 DS-GVO). Die Bestellung können Sie online unter www.meineSCHUFA.de ausführen.
Scorewerte, die wir zu Verbrauchern ermitteln, basieren auf den bei der SCHUFA gespeicherten Daten, wie zum Beispiel die Anzahl und Art der Kreditaktivitäten, etwaige Zahlungsausfälle oder Informationen darüber, seit wann schon Erfahrungen im Umgang mit Kreditgeschäften gesammelt wurden.
Aufgrund unseres besonderen Datenbestandes mit kreditrelevanten Informationen führen wir standardmäßig – das heißt bei 99,7 % aller Scoreberechnungen – kein Geoscoring zur Einschätzung der Bonität durch. Es spielt keine Rolle, ob Sie in einer „guten“ oder „weniger guten“ Gegend wohnen. Lediglich in wenigen Ausnahmefällen – nämlich wenn uns zu einer angefragten Person keinerlei Informationen vorliegen – greifen wir auf Adressdaten zurück – und nur dann, wenn dies von unserem Kunden explizit gewünscht wird. Ist eine Person der SCHUFA nicht bekannt, schätzt das anfragende Unternehmen eine Kreditvergabe häufig als zu riskant ein. Hier kann eine Risikobewertung anhand von Geodaten dazu beitragen, dass der durch den Kunden gewünschte Kredit doch noch durch das Unternehmen angeboten wird.
Im Rahmen der Erkennung auffälliger Sachverhalte können zum Zwecke der Betrugsprävention Anschrifteninformation zur Wertberechnung verwendet werden.
Hat die Bestellung einer SCHUFA-Auskunft Einfluss auf die Scores?
Je geringer der Wert, desto geringer das Risiko, dass Zahlungsverpflichtungen zukünftig nicht erfüllt werden. Das geringste Risiko für einen Zahlungsausfall besteht bei einem Wert von 100, das höchste bei einem Wert von 600. Auch wenn noch keine Informationen zu Zahlungsstörungen vorliegen, kann ein Risiko eines Zahlungsausfalls bestehen. Die Höhe des Risikos hängt davon ab, wie häufig Zahlungen in Ihrer Vergleichsgruppe (= Personen mit ähnlichem Datenbestand) in der Vergangenheit ausgefallen sind.
Welche Datenarten können bei der SCHUFA in die Berechnung von Bonitätsscores mit einfließen?
Die zu Ihrer Person bei der SCHUFA gespeicherten Daten werden auf der Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO zu sogenannten Datenarten zusammengefasst. Generell gilt: Nicht jede Datenart fließt auch in jede einzelne Scoreermittlung mit ein. Hier sehen Sie einen Überblick aller möglichen bei der SCHUFA verwendeten Datenarten:
Wenn Sie in der Vergangenheit Geschäfte mit einem finanziellen Ausfallrisiko (z. B. Ratenkredite, Handy- oder Versandhandelsverträge) nicht vertragsgemäß erfüllt haben, können z. B. die Anzahl, die Art und die Dauer der Zahlungsstörungen in den Score einfließen.
Anzahl, Art, Dauer und Umfang der von Ihnen abgeschlossenen Geschäfte mit einem finanziellen Ausfallrisiko sind Informationen, die beim Scoring berücksichtigt werden können, insbesondere soweit sie bei verschiedenen Unternehmen erfolgten.
Ob und in welcher Anzahl Sie in den letzten zwölf Monaten Geschäfte mit einem finanziellen Ausfallrisiko angefragt und tatsächlich abgeschlossen haben, kann berücksichtigt werden.
Diese Datenart beinhaltet, wie lange uns Kreditbeziehungen, z. B. Girokonten oder Kreditkarten, zu einer Person bekannt sind oder sie überhaupt bei der SCHUFA gespeichert sind. Längere Kredithistorien können ein Hinweis auf Erfahrung im Umgang mit finanziellen Verpflichtungen sein.
Hierunter fallen Daten wie z. B. das Geburtsdatum, das Geschlecht oder die Anzahl und das Datum der letzten Bearbeitung der einmal im Geschäftsverkehr verwendeten Anschriften. Auch eine dem Geschäft zugrundeliegende Ausweisprüfung kann eine Rolle spielen.
Die SCHUFA verwendet für die Ermittlung von Bonitätsscores in der Regel keine Bewertung der Anschrift selbst oder ihres Umfelds. Wenn wenig personenbezogene kreditrelevante Informationen vorliegen, verwendet die SCHUFA zum Scoring für einzelne ihrer Vertragspartner auch kreditrelevante SCHUFA-Daten aus der direkten Umgebung der Anschrift. Es erfolgt aber kein Geoscoring auf der Grundlage von externen Geomarketing-Daten.
Gut zu wissen: Auch, wenn bei Ihnen zu einer bestimmten Datenart keine Informationen vorliegen, kann das Auswirkungen haben. Zum Beispiel hat es einen positiven Einfluss auf das Ergebnis in der Datenart „Bisherige Zahlungsstörungen“, wenn zu einer Person nur Informationen zu vertragsgemäßem Verhalten bekannt sind.
Was ist der SCHUFA-FraudPreCheck und wie funktioniert dieses Verfahren?
Unabhängig vom Bonitätsscoring unterstützt die SCHUFA ihre Geschäftspartner mit dem SCHUFA-FraudPreCheck (FPC) bei der Erkennung auffälliger Sachverhalte (z. B. zum Zwecke der Betrugsprävention im Versandhandel). Hierzu erfolgt eine Analyse von Anfragen von Geschäftspartnern der SCHUFA, um diese auf potenzielle Auffälligkeiten hin zu prüfen. In diese Berechnung können folgende Informationen einfließen:
Anfragen zu einer betroffenen Person, die mit SCHUFA- Anfragen der letzten 90 Tage abgeglichen und zusammengefasst wurden; Grundlage für diesen Abgleich sind durch die SCHUFA ermittelte Manipulations- und Betrugsmuster.
Informationen ob und in welcher Funktion in allgemein zugänglichen Quellen ein Eintrag zu einer Person des öffentlichen Lebens mit übereinstimmenden Personendaten existiert
aggregierte statistische Informationen aus dem SCHUFA-Datenbestand
Darüber hinaus können auch die auf der Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO jeweils aufgeführten Anfragezeiten bei der Ermittlung der Auffälligkeit berücksichtigt werden. Unter Einbeziehung dieser Informationen wird dann ein zehnstelliger Auffälligkeitswert (FPC-Wert) zwischen 0 und 1 ermittelt und an den Geschäftspartner ausgegeben.
Welche Bedeutung ein konkreter FPC-Wert für den jeweiligen Geschäftspartner hat, entscheidet dieser stets selbst anhand der jeweiligen Risikostruktur. Eine erhöhte Auffälligkeit kann z. B. dazu führen, dass der Geschäftspartner risikobehaftete Zahlungsarten wie den Rechnungskauf nicht anbietet, sie ist jedoch allein kein Grund, einen Antrag abzulehnen. Die Geschäftspartner setzen neben dem FPC-Wert auch eigene Verfahren zur Betrugsprävention ein, die häufig miteinander kombiniert werden.
Ein Geschäftsvorgang z.B. im eCommerce kann sich ab dem Zeitpunkt der Bestellung bis zur Auslieferung der bestellten Ware über mehrere Schritte und auch einen längeren Zeitraum hinziehen. Hier kann der Geschäftspartner bis zum Abschluss des gesamten Geschäftsvorgangs auch neu bekannt gewordene Informationen über Auffälligkeiten in Form aktualisierter FPC-Werte bei der SCHUFA abrufen.
Auswirkungen auf die Bonitätsbeurteilung und das Bonitätsscoring durch die SCHUFA hat das FPC-Verfahren nicht.

References: Art. 15
 Art. 15
 Art. 9
 Art. 15
 § 31
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15