Source: http://www.st-pauli-boxen.de/boxen-wettkampfbestimmungen.htm
Timestamp: 2017-11-17 23:14:50+00:00

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BC Barracuda - Boxen im FC St. Pauli Hamburg - Wettkampfbestimmungen
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im Olympischen Boxen (Amateurboxen)
Die Kenntnis der wichtigsten Regeln des Olympischen Boxens hilft Sportlern wie Zuschauern gleichermaßen. Für die Sportler ist es eine Voraussetzung, das Boxen fair und regelkonform zu erlernen und zu betreiben. Dem Zuschauer helfen Regelkenntnisse hingegen, das Geschehen im Ring und Kampfentscheidungen besser verstehen zu können.
Wir haben die wichtigsten Paragraphen aus den Wettkampfbestimmungen hier einmal zusammengestellt. Im Kern wird nach diesen Regeln weltweit das Olympische Boxen betrieben.
Die für einen Einstieg besonders empfohlenen Regeln sind mit einem Sternchen gekennzeichnet. Klicke einfach auf den Eintrag in der Liste und du wirst zum entsprechenden Paragraphen weitergeleitet.
Auszug aus den Wettkampfbestimmungen (WB) des DBV
Stand 2011, Angaben ohne Gewähr. Die aktuellsten Fassungen der WB findest du auf der Website des DBV.
§ 15: Amateureigenschaft
§ 18: Der Ring*
§ 19: Kampfbekleidung, Handschuhe, Bandagen, Mundschutz, Kopfschutz*
§ 20: Ärztliche Untersuchung und Betreuung
§ 24: Kampfrunden
§ 25: Sekundanten
§ 28: Ringrichter
§ 32: Entscheidungen*
§ 33: Punktwertungen*
§ 34: Verbotene Handlungen und unsportliches Benehmen*
§ 35: Schutzbestimmungen
§ 15 Amateureigenschaft
Amateur ist, wer den olympischen Boxsport als zahlendes Mitglied eines dem DBV bzw. seiner LV angeschlossenen Vereines nach den Regeln dieser WB ausübt.
Die Eigenschaft als Boxer im olympischen Boxsport verliert, wer einen Kampf als Berufsboxer bestreitet.
Wer sich als Rummelboxer betätigt, wird mit einer Sperre von allen Wettkämpfen von mindestens 1 Jahr belegt. Die Sperre wird durch den zuständigen LV festgelegt. Wird der zuständige LV nicht tätig, kann der DBV eine Sperre festlegen.
Ein Training mit Berufsboxern außerhalb von Veranstaltungen ist nur gestattet, wenn es unter Aufsicht und mit Genehmigung des Vereins, dem der Amateur angehört, des zuständigen LV oder des DBV erfolgt. Der DBV-Sportwart ist immer vorher in Kenntnis zu setzen.
Die Aberkennung der Amateureigenschaft erfolgt durch den zuständigen LV. Sie ist in auf der Homepage des DBV unter »Amtliche Nachrichten« bekannt zu geben. Wird der zuständige LV nicht tätig, kann der Vorstand des DBV ein Aberkennungsverfahren einleiten.
Trainer von Berufsboxern und ehemalige Berufsboxer, die Mitglieder eines dem DBV angehörenden Verein oder Boxabteilung geworden sind, können mit Zustimmung des DBV-Vorstandes und der zuständigen LV die Trainerlizenzen des DBV erwerben und sekundieren.
Alle Wettkämpfe sind in einem Ring auszutragen, dessen Seilviereck mindestens 4.90 m und höchstens 6.10 m im Quadrat sein muss. Zusätzliche Flächen für Medienvertreter dürfen vorhanden sein, die Gesamtfläche des Ringes darf jedoch 7.80m im Quadrat nicht übersteigen. Hochringe dürfen höchstens 1.22 m hoch sein. Bodenringe sind für Gruppen- und Deutsche Meisterschaften nicht gestattet.
Der Ringboden muss eben, sicher befestigt und ohne behindernde Federung sein. Der Ringboden muss vollständig mit einem elastischen Belag von mindestens 1.5 und höchstens 2.0 cm Stärke bedeckt sein. Der Rand des Ringbodens muss mindestens 50 cm auf jeder Seite über die Seile hinausragen, um Verletzungen der Boxer zu minimieren.
Die Seile des Ringes müssen aus Hanf bestehen. Insbesondere sind Drahtseile als Begrenzung verboten, sofern ihre Umwicklung eine erhöhte Gefährdung der Boxer nicht ausschließt.
Ringwerbung ist erlaubt. Sie muss sich jedoch außerhalb des Seilvierecks befinden und darf keine Behinderung für Boxer oder Kampfgericht darstellen. Ringwerbung ist an den Eckpolster und Seilverbindungen gestattet.
Der Ring wird durch drei oder vier mit Stoff oder gleichwertigen Material umwickelte Seile begrenzt. Hierdurch darf keine Sichtbehinderung für die Kampfrichter entstehen. Die Seile werden durch Verspannstücke an den Eckpfählen befestigt und dürfen keine Verletzungsgefahr darstellen. Sie müssen mindestens drei und höchstens fünf cm stark und straff gespannt sein.
Werden drei Seile verwendet, müssen diese 40, 80 und 130 cm vom Ringboden entfernt sein. Bei einem Boxring mit vier Seilen betragen diese Abstände 40, 75, 105 und 135 cm. Der Abstand zwischen den Eckpfählen und den Seilen muss mindestens 50 cm betragen.
In den Seilecken sind zum Schutz der Boxer gegen Verletzungen Polster anzubringen. Die Seile sind auf jeder Ringseite mit mindestens zwei Segeltuchstreifen von drei bis vier cm Breite gegen Verschiebungen zu sichern.
Die beiden Sitze für die Boxer können in der roten und blauen Ecke an den Pfosten ausschwenkbar angebracht sein. Zur Ringausstattung gehören zwei Eimer und Trinkgefäße, die während des Kampfes ebenso wie Handtücher usw. von Ringpodium und Treppe zu entfernen sind. In den Ecken der Boxer außerhalb des Boxrings sind für die Sekundanten zwei Sitzgelegenheiten vorzuhalten. In den neutralen Ecken ist außerhalb des Boxrings je ein Plastikbeutel für Abfälle anzubringen. In der neutralen Ecke sollte eine dritte Treppe für den Ringrichter und den Ringarzt vorhanden sein.
Es ist verboten, in Ringen zu kämpfen, die den vorstehenden, dem Schutz der Boxer dienenden Bestimmungen, nicht entsprechen. Der Delegierte und/oder der verantwortliche Ringrichter haben vor jeder Veranstaltung den Ring und alle erforderlichen Geräte eingehend zu prüfen. Kommen die genannten Personen dieser Verpflichtung der Prüfung nicht nach, so können diese Personen für Unfälle verantwortlich gemacht werden. Beanstandungen sind sofort dem Veranstalter und Organisatoren mitzuteilen und die Beseitigungen sind zu kontrollieren. In einem Boxring mit Beanstandungen darf nicht geboxt werden.
Am Boxring dürfen nur die Punktrichter, ein oder zwei Zeitnehmer, der Delegierte, der Protokollführer, ein oder zwei Ärzte, der Sprecher und der Bediener des Box-Pointers sitzen. Die Punktrichter müssen voneinander getrennt auf verschiedenen Seiten des Ringes ihre Plätze erhalten. Bei Meisterschaften sind die Punktrichter 3 und 4 gegenüber dem Delegiertentisch zu platzieren. Während des Kampfes darf außer den Boxern nur der Ringrichter im Ring sein.
Der Ring ist so aufzubauen, dass sich die rote Ecke links vom Delegiertentisch befindet.
§ 19 Kampfbekleidung-Handschuhe-Bandagen-Mundschutz-Kopfschutz
Die Boxer müssen mit leichten Sportschuhen/Boxerschuhen, mit einer Sporthose und einem ärmellosen Trikot bekleidet sein. Weibliche Boxer können auch Kurzarmtrikots tragen. Weibliche Boxer können einen passenden Brustschutz tragen. Ein BH ohne feste Stützteile kann zusätzlich getragen werden. Hose und Trikots müssen sich nicht nur von der Kampfbekleidung des Gegners, sondern auch untereinander in ihrer Farbe so unterscheiden, dass die Gürtellinie deutlich sichtbar ist. Vereins- oder Verbandsabzeichen an der Kampfkleidung sind erlaubt. Der Veranstalter hat in der roten und blauen Ecke entsprechende Schärpen bereitzuhalten. Diese müssen mindestens 8 cm breit und 150 cm lang sein.
Die Boxer müssen einen Tiefschutz tragen. Muss der Tiefschutz während des Kampfes repariert werden, muss diese Reparatur außerhalb der Wettkampfstätte erfolgen. Für weibliche Boxer ist das Tagen eines Tiefschutzes dringend empfohlen.
Boxer dürfen nichts tragen, was Verletzungen verursachen könnte. Ringe, Halsketten, Ohrenstecker und ähnliche Gegenstände sowie Piercings jeglicher Art sind zu entfernen und dürfen nicht überklebt werden. Es darf weder Kinn,- Backen noch Vollbart getragen werden. Boxer dürfen nicht mit Bandagen bzw. Verbänden einschließlich der Tapes oder auch Pflaster an Kopf und Armen kämpfen.
Die Verwendung eines Mundschutzes in den Runden eines Wettkampfes ist Pflicht. Er darf keine roten oder rötlichen Farbmarkierungen haben. Festsitzende Zahnspangen dürfen getragen werden. Bei einer doppelten Zahnspange ist ein doppelter Mundschutz zu empfehlen.
Jeder Athlet muss beim Wettkampf einen vom DBV zugelassen Kopfschutz tragen. Dieser muss mit einem DBV- Prüfstempel versehen sein. Das Tragen von Haarnetzen, Schweißbändern oder Kopftüchern unter dem Kopfschutz ist erlaubt, darf aber die Sicht in keiner Weise beeinträchtigen. Die Haare dürfen nicht im Trefferbereich sein, lange Haare sind unter dem Kopfschutz zu verstauen. Weibliche Boxer dürfen einen Zopf tragen, der aber nicht in den Trefferbereich kommen darf.
Die Kampfhandschuhe (Paar) müssen für alle Alters- und Gewichtsklassen auf je zehn Unzen (284 g) geeicht sein, wobei der Lederanteil nicht mehr als die Hälfte des Gesamtgewichts ausmachen darf. Beide Handschuhe müssen ab dem 01.01.2012 mit einer Prüfmarke des DBV versehen und die Polsterung funktionstüchtig sein. Bis zum 31.12.2012 können im Bereich des DBV 10-Unzen- Boxhandschuhe mit weißer Trefferfläche noch verwendet werden. Bei internationalen Wettkämpfen des DBV oder der LV mit mehr als zwei Nationen müssen Boxhandschuhe ohne Trefferfläche verwendet werden. Die Boxhandschuhe und Kopfschützer, die von mehreren Boxern getragen werden müssen, sind jeweils nach jedem Einsatz zu desinfizieren und dürfen erst danach wieder von einem anderen Boxer benutzt werden.
Bei allen Meisterschaften und Turnieren sind die benötigten Boxhandschuhe und Kopfschützer vom Veranstalter (Ausrichter) zu stellen. Dabei tragen die Boxer rote oder blaue Ausrüstungen, gemäß den Farben ihrer Ecke. Es wird empfohlen, sich auch bei allen anderen Veranstaltungen dieser Regelung anzugleichen. Die Handschuhe und der Kopfschutz müssen vor der Urteilsverkündung ausgezogen werden.
Die Boxer haben weiche und saubere Stoffbandagen zu tragen, die höchstens 4,5 m und mindestens aber 2,5 m lang und 5 cm breit sein dürfen. Sie dürfen nicht über die Boxhandschuhe hinaus reichen. Die Bandagen dürfen auch um die Finger gewickelt werden.
Die Boxtauglichkeit muss durch einen ausgewiesenen Arzt festgestellt werden, und alle Eintragungen in Startausweis oder Startkarte müssen vollständig auf dem neuesten Stand sein. Ab 01.01.2012 ist die ärztliche Untersuchung im laufenden Kalenderjahr rechtzeitig vor dem ersten Boxkampf vom untersuchenden Arzt in den Startunterlagen mit Stempel, Datum und Unterschrift zu dokumentieren. Der Vermerk, dass die Untersuchungsbescheinigung beim zuständigen Landesverband vorliegt, ist ungültig. Die Jahresuntersuchung eines Boxers darf nicht an dem Tag erfolgen, an dem der Boxer einen Wettkampf bestreitet. Ärztliche Untersuchungen mit Datum vom Dezember 2010 sind von dieser Regelung nicht betroffen und gelten für das Jahr 2011.
Vor jedem Kampf muss der Boxer auf seine Boxtauglichkeit hin ärztlich untersucht werden. Stellt der Arzt fest, dass der Boxer nicht boxtauglich ist, so darf er nicht boxen, und es erfolgt eine Sperre für diesen Tag. Die Boxuntauglichkeit muss umgehend durch den Delegierten in das Kampfprotokoll eingetragen werden. Gegen diese Entscheidung ist ein Rechtsmittel nicht zulässig.
Der Ringarzt muss vom Ausrichter gestellt werden. Ohne Arzt dürfen keine Boxwettkämpfe durchgeführt werden. Während der Abwesenheit des Ringarztes ist die Veranstaltung bis zu seiner Rückkehr durch den Delegierten zu unterbrechen. Haben beide Boxer oder Mannschaften einen eigenen Ringarzt mitgebracht, so ist für die ärztliche Untersuchung sowie auch für die Tätigkeit am Boxring jeder Arzt für seine eigenen Boxer verantwortlich.
Stellt der Delegierte fest, dass beim Veranstaltungsbeginn der Ringarzt fehlt, ist er verpflichtet, vom Veranstalter(Ausrichter) auf dessen Kosten zu verlangen, dass sofort ein befähigter Arzt herbeigerufen wird.
Der Ausrichter hat einen Verbandskasten bereitzustellen.
Alle Ausrichter sind verpflichtet, für den Ringarzt die aktuelle Broschüre »Der Ringarzt im olympischen Boxsport« bereitzuhalten.
Die Kämpfe der Männer und der männlichen Jugend werden über drei Runden zu je drei Minuten, die der Frauen und der weiblichen Jugend über vier Runden zu je zwei Minuten mit je einer Minute Pause zwischen den Runden ausgetragen.
Nach vorheriger Vereinbarung können die Männer und die männliche Jugend Kämpfe über eine Distanz von drei, vier, fünf oder sechs Runden zu je zwei Minuten austragen.
Die Kämpfe der weiblichen und männlichen Altersklasse Junioren und Kadetten gehen über eine Distanz von drei Runden zu je zwei Minuten mit jeweils einer Minute Pause zwischen den Runden. Die Kämpfe der weiblichen und männlichen Altersklasse Schüler gehen über eine Distanz von drei Runden zu einer Minute mit jeweils einer Minute Pause zwischen den Runden.
Jeder Boxer wird am Ring immer von zwei Sekundanten betreut, von denen mindestens einer im Besitz einer gültigen C-Trainerlizenz (Leistungssport) sein muss. Bei allen Veranstaltungen des DBV muss ein Sekundant mindestens im Besitz der gültigen B-Trainerlizenz (Leistungssport) sein. Die Lizenzen sind auf Verlangen dem Delegierten oder verantwortlichem Kampfrichter vorzulegen, ansonsten kann der Sekundant nicht am Ring amtieren.
Während der Rundenpausen darf nur ein Sekundant den Ring betreten. Der zweite Sekundant darf das Ringpodium betreten. Die Sekundanten müssen sportliche Oberbekleidung, lange Trainingshose und Trainingsschuhe tragen. Ohne diese Sportbekleidung ist ein Sekundieren nicht erlaubt.
Die Sekundanten sind berechtigt, durch Werfen des Handtuches, sichtbar für den Ringrichter, für ihren Boxer den Kampf aufzugeben, jedoch nicht, wenn der Ringrichter zum Anzählen den Kampf unterbricht oder eine Verwarnung bzw. Disqualifikation ausspricht. Die Sekundanten dürfen erst dann das Ringpodium betreten, wenn der Gong oder der Ringrichter den Kampf beendet haben.
Es ist den Sekundanten oder beauftragten Zuschauern nicht gestattet, den Boxer während des Kampfes auf irgendeine Art, wie durch Zurufe, Weisungen, Klatschen oder Schlagen auf den Ringboden, zu unterstützen. Die Sekundanten müssen in der zugewiesenen roten oder blauen Ecke eine Sitzgelegenheit haben und diese benutzen. Sie dürfen weder auf der Ringtreppe sitzen noch im Stehen die Rundenzeiten verbringen oder die Ecken zum Zwecke der Unterstützung des kämpfenden Boxers verlassen.
Den Sekundanten ist es bei der Betreuung des Boxers untersagt, die Mitglieder des Kampfgerichtes oder den Delegierten der Veranstaltung und/oder die Zuschauer in irgendeiner Art und Weise zu beleidigen oder zu belästigen. Bei Vorkommnissen dieser Art hat der zuständige LV oder der DBV auf Antrag des Delegierten ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Der Sekundant darf während der Veranstaltung nicht mehr am Ring amtieren und hat die Veranstaltungsstätte zu verlassen.
Die Ringrichterbekleidung besteht aus sauberer weißer, langer Hose und weißem Hemd sowie weißen Sportschuhen ohne erhöhte Absätze. Das Tragen von Gegenständen, die bei den Boxern oder dem Ringrichter zu Verletzungen führen können (Ringe, Halsketten, Ohrenschmuck, Metallgürtelschnallen, Uhren, Piercing usw.) ist untersagt. Bei allen Turnieren und Meisterschaften des DBV ist das Tragen einer schwarzen Fliege Pflicht, Ausnahmen entscheidet nur der Delegierte oder der zuständige KO. Das Kampfrichtersymbol des DBV ist auf der linken Brustseite des Hemdes oder bei Frauen der Bluse zu tragen. Bei internationalen Veranstaltungen des DBV oder der AIBA oder EUBC tragen die AIBA-Kampfrichter die Qualifizierungssymbole der AIBA.
Der Schutz der Boxer ist das Hauptanliegen des Ringrichters. Er überwacht die strikte Einhaltung der Bestimmungen dieser WB und des Fair Play. Er hat die Leitung des Kampfes in allen Phasen.
Vor dem Wettkampf kontrolliert er die Sportbekleidung und die Wettkampfausrüstung beider Boxer und sollte jedes unnötige Anfassen der Boxer vermeiden. Nach der Vorstellung der Boxer begeben sich diese in die Ringmitte und geben sich als Ausdruck der sportlichen Auffassung vor dem Gongschlag zur ersten Runde einen Handschlag. Ein weiterer Handschlag erfolgt erst nach Verkündung des Urteils.
Der Ringrichter hat zu prüfen, ob alle Punktrichter bereit sind, der Arzt an seinem Platz ist, das Schiedsgericht oder der Delegierte ihre Plätze eingenommen haben und gibt danach dem Zeitnehmer die Aufforderung, den Kampf durch das Gongzeichen zu beginnen. Nach dem Gong zur ersten Runde muss der Ringrichter das Kommando: »Box« laut und deutlich sprechen. Danach wird das Kommando: »Box« beim Beginn der nächsten Runden nicht gesprochen, wenn vorher der Kampf nicht gestoppt wurde.
Der Ringrichter benutzt drei Kommandos:
»Stopp« um das Boxen sofort einzustellen.
»Box« um weiterboxen zu lassen.
»Break« um eine Umklammerung zu unterbrechen. Das Kommando »Break« darf durch den Ringrichter nicht gegeben werden, wenn ein Boxer mit dem Rücken direkt am Seil steht. Auf das Kommando »Break« müssen beide Boxer einen Schritt zurücktreten und haben danach ohne weitere Kommandos des Ringrichters den Kampf wieder aufzunehmen.
Eine Unterbrechung des Kampfes wegen schadhafter Kampfkleidung, Nichtaufnahme des Kampfes nach unverschuldetem Verlassen des Boxrings oder durch Verletzung darf eine Minute nicht überschreiten. In zwingenden Fällen kann der Delegierte die Unterbrechung auf zwei Minuten verlängern, besonders wenn der Ringarzt eine längere Zeitspanne zur Begutachtung benötigt. Der Ringarzt darf den Boxer während des Kampfes nicht behandeln. Es ist lediglich die Entscheidung zu treffen, ob der Kampf bei Verletzung fortgesetzt werden kann.
Will ein Boxer während eines Kampfes einen ihn behindernden Kleiderschaden bzw. Verlust des Zahnschutzes oder eine Verletzung dem Ringrichter anzeigen, so geht er auf ein Knie nieder und meldet durch Heben eines Armes den Vorfall. Der Ringrichter muss den Boxer anhören. Er hat darauf zu achten, dass es sich um einen sachgemäßen Hinweis handelt. Sollte dies nicht so sein, handelt es sich um eine unsportliche Handlung und kann im Ermessen des Ringrichters mit einer Ermahnung oder Verwarnung geahndet werden.
Der Ringrichter muss einem Boxer Regelverstöße durch angemessene, erklärende Zeichen anzeigen. Er kann einen oder beide Boxer ermahnen, verwarnen oder disqualifizieren, je nach Schwere des Regelverstoßes.
Wenn der Ringrichter verwarnt, muss er dem Boxer den Regelverstoß durch deutliche Zeichen anzeigen, danach zuerst dem Schiedsgericht und/oder Delegierten und im weiteren Verlauf den Punktrichtern. Der nicht verwarnte Boxer befindet sich in dieser Zeit in der neutralen Ecke.
Wenn der Ringrichter einen Boxer wegen eines Regelverstoßes verwarnt hat, darf er ihn wegen des gleichen Regelverstoßes im Laufe des Kampfes nicht mehr ermahnen, sondern muss ihn erneut verwarnen.
Vor Weitergabe an den Delegierten überprüft der Ringrichter die von den Punktrichtern übernommenen Punkttabellen, ob sie vollständig ausgefüllt sind und keine Rechenfehler enthalten. Der Ringrichter darf den Gewinner durch Heben der Hand des Boxers erst dann verkünden, wenn die offizielle Ansage erfolgt ist. Dabei hat die Siegerernennung immer in Blickrichtung zum Delegierten zu erfolgen, es sei denn, dieser entscheidet eine andere Festlegung.
Der Ringrichter kann jederzeit einen Kampf beenden, wenn er diesen als zu einseitig einschätzt oder den Eindruck hat, dass die Boxer nicht ernsthaft kämpfen. In diesem Fall kann er einen oder auch beide Boxer disqualifizieren. Wenn ein Boxer eine Verletzung erlitten hat, sollte immer der Ringarzt konsultiert werden. Dessen Entscheidung ist verbindlich. Der Ringrichter kann aber auch den Kampf selbst beenden, wenn die Verletzung ein Weiterboxen nicht mehr ermöglicht. Er muss einen Boxer disqualifizieren, wenn dieser seinen Anweisungen nicht folgt und ihm in beleidigender oder aggressiver Art und Weise gegenübertritt.
Der Ringrichter muss einen Boxer verwarnen, wenn dieser den Mundschutz im Verlauf des Kampfes zweimal verliert. Beim dritten Verlust muss er erneut verwarnen, und bei einem weiteren Verlust muss die Disqualifikation ausgesprochen werden. Hat der Boxer den Mundschutz absichtlich ausgespuckt, muss er sofort verwarnt und beim dritten Verlust disqualifiziert werden.
Der Ringrichter hat sich im Ring während des Kampfes so zu bewegen, dass er die Boxer und die Sekundanten in den Ecken jederzeit beobachten kann und den Punktrichtern nicht unnötig die Sicht nimmt. In der Rundenpause steht der Ringrichter in der neutralen Ecke gegenüber dem Delegierten und überwacht die Arbeit der Sekundanten in den Ecken.
Er kann einen Sekundanten ermahnen, verwarnen oder disqualifizieren, wenn er sich unsportlich verhält. Wird der Sekundant disqualifiziert, muss er den Wettkampfraum verlassen und darf an diesem Tag nicht mehr sekundieren. Sollte der zweite Sekundant sich auch weiterhin unsportlich verhalten, so darf dieser nicht disqualifiziert werden, sondern sein Boxer kann für das unsportliche Verhalten des Sekundanten verwarnt werden.
Der Ringrichter muss bei einem Niederschlag den getroffenen Boxer anzählen. Er zählt bis 8 und entscheidet, ob der Boxer weiterboxen darf. Nur im Falle eines K.O. (oder auch einer Disqualifikation nach einem Foul) muss er bis 10 zählen. Bei einem schweren Niederschlag muss er sofort auf K.O. entscheiden und sofort den Ringarzt in den Ring rufen. Trifft für beide Boxer der Begriff »zu Boden« zu, werden entsprechend den Regeln beide Boxer im Wechsel angezählt. Der Boxer, welcher bei 8 wieder kampffähig ist, wird zum Sieger erklärt, allerdings muss der andere Boxer dann ausgezählt werden, um eine Schutzsperre zu prüfen. Sind beide Boxer bis 10 nicht kampffähig, handelt es sich um einen Doppel-KO In diesem Fall wird die Punktwertung zur Anwendung gebracht und der Boxer, der punktemäßig im Vorteil war, zum Sieger erklärt, auch wenn er selbst eine Schutzsperre erhält. Nur der Ringarzt darf den Boxer im Ring betreuen, die Sekundanten oder andere Personen haben sich nicht im Ring aufzuhalten.
Nach dem Kampf ist dem Ringrichter jede Unterhaltung über den Kampf oder die Urteile mit anderen Personen als den Mitgliedern des Schiedsgerichts, dem Delegierten oder dem Ringarzt untersagt.
Wenn ein Boxer (Frauen und Männer und die weiblichen und männlichen Jugendklassen U 19) in einer Runde dreimal oder im gesamten Kampfverlauf viermal angezählt wird, muss der Ringrichter den Kampf sofort beenden. Bei den weiblichen und männlichen Schülern, Kadetten und Junioren gilt, dass der Kampf durch den Ringrichter abgebrochen werden muss, wenn im gesamten Kampfverlauf ein Boxer dreimal angezählt wird. Muss ein Boxer auf Grund eines Fouls angezählt werden und kann weiterboxen, so muss der Gegner verwarnt werden. Der Niederschlag wird nicht als »angezählt« gewertet.
Der Ringrichter darf im Ring keine Brille tragen, Kontaktlinsen sind erlaubt. Zur Prüfung der Punkttabellen vor der Urteilsverkündung kann er eine Brille benutzen. Fehlt ein Kampfrichter, kann der Ringrichter mitpunkten. Wenn der Ringrichter wegen eines Fouls einen Boxer ermahnt oder verwarnt, darf er diese Entscheidung nachträglich nicht mehr verändern. Der Ringrichter soll die WB so auslegen, wie sie anwendbar und relevant für den gegenwärtigen Kampf sind. Im Übrigen soll er über jede Angelegenheit, die nicht durch eine Bestimmung abgedeckt ist, im Sinne des olympischen Boxsports entscheiden.
Für die Tätigkeit als Ringrichter muss das 18. Lebensjahr (Geburtstag) vollendet sein. Eine obere Altersgrenze wird ausdrücklich nicht vorgeschrieben, der zuständige Kampfrichterobmann hat jedoch zu gewährleisten, dass die von ihm eingesetzten Ringrichter die körperlichen Voraussetzungen für eine einwandfreie Leitung des Kampfes erfüllen.
Sieg durch Nichtantreten (W.O)
Zu a): Sieg durch Niederschlag wird verkündet, wenn ein Boxer mehr als 8 Sekunden kampfunfähig und mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Ringboden berührt, in den Seilen hängt, sich außerhalb des Ringes befindet (regelgerecht) oder verteidigungsunfähig ist. Diese Entscheidung erfolgt auch bei einem schweren Niederschlag, wenn der Ringrichter das »AUS« sofort verkündet nach dem er Stopp 1 gesagt hat. In allen diesen Fällen erfolgt eine Schutzsperre durch den Delegierten. Bei Niederschlag durch Körpertreffer entscheidet der Ringarzt, ob eine Schutzsperre notwendig ist.
Zu b): Der Kampf kann nur durch den Boxer selbst oder seinen Sekundanten aufgegeben werden. Sein Gegner wird Sieger durch Aufgabe.
Zu c): Sieg durch Abbruch wegen Kampf- oder Verteidigungsunfähigkeit oder wegen sportlicher Unterlegenheit wird allein durch den Ringrichter bestimmt. Der Ringarzt ist berechtigt, dem Delegierten den Abbruch des Kampfes durch sichtbare Zeichen zu empfehlen, wenn er die Weiterführung aus ärztlicher Sicht nicht für vertretbar hält. Der Ringarzt besitzt nicht das Recht, selber den Kampf zu stoppen. Nach Möglichkeit sollte die Pause genutzt werden, um den Delegierten aufmerksam zu machen. Der Ringarzt hat außerdem das Recht, den Kampf bis zu einer Minute durch den Ringrichter unterbrechen zu lassen, um die Kampffähigkeit festzustellen. In dieser Zeit haben nur der Ringrichter, der Ringarzt und die Boxer den Boxring zu betreten, allen anderen Personen ist der Zutritt untersagt. Der vom Arzt nicht untersuchte Boxer hat die andere neutrale Ecke aufzusuchen und sich sportlich zu verhalten. Empfiehlt der Ringarzt begründet einen Abbruch, so muss der Delegierte dieser Empfehlung folgen und in diesem Fall auf RSC-I entscheiden. Die Begründung ist schriftlich vom Ringarzt festzuhalten.
Zu d): Entsteht die Kampfunfähigkeit durch einen Unfall eines Boxers oder durch korrekt erlittenen Treffer oder anderen physischen Gründen, wird der Kampf durch den Ringrichter abgebrochen. Verletzen sich beide Boxer gleichzeitig, so wird der Boxer mit der zu diesem Zeitpunkt höheren Punktzahl zum Sieger erklärt. Grundsätzlich sollte der Ringrichter den Ringarzt vor einer Entscheidung konsultieren.
Zu e): Als Sieger wird der Boxer verkündet, für den sich die Mehrheit der Punktrichter entscheidet. Nach Kampfende wird der Sieger auf Grundlage der im Kampf korrekt erzielten Treffer ermittelt. Der Boxer mit den meisten Treffern wird zum Sieger erklärt. Sind beide Boxer verletzt, so dass ein Weiterkämpfen unmöglich ist, gelten die von den Punktrichtern den Boxern zuerkannten Punkte zum Zeitpunkt des Kampfabbruches. In diesem Fall wird der Boxer zum Sieger erklärt, der zum Zeitpunkt des Kampfabbruches die meisten Punkte erzielt hat. Sollte der Punktstand gleich sein, wird der Boxer zum Sieger erklärt, der die beste Technik und Taktik oder/und Verteidigungshandlungen demonstriert hat.
Zu f): Unentschieden wird verkündet, wenn sich die Mehrheit der Punktrichter für dieses Urteil entscheiden oder drei unterschiedliche Urteile abgegeben werden. Bei Einzelmeisterschaften gibt es kein Unentschieden. Ansonsten wird dann ein Unentschieden ermittelt, wenn bei 5 Punktrichtern 3 Punktrichter Unentschieden ermittelt haben, wenn jeweils 2 Punktrichter die beiden unterschiedlichen Ecken als Sieger errechneten und der 5. Punktrichter ein Unentschieden ermittelt. Haben von den 5 Punktrichtern 2 Punktrichter ein Unentschieden errechnet, wird der Boxer zum Sieger erklärt, für den sich die Mehrheit der restlichen Punktrichter entscheidet.
Zu g): Nach dreimaliger Verwarnung eines Boxers ist der Kampf durch den Ringrichter sofort zu beenden. Der andere Boxer wird zum Sieger durch »Disqualifikation« erklärt. Werden beide Boxer disqualifiziert, wird das Urteil dementsprechend verkündet. Der Ringrichter kann einen Boxer in schwerwiegenden Fällen eines Regelverstoßes sofort disqualifizieren. Verlässt ein Boxer durch Fahrlässigkeit oder mit Vorsatz während der Zeit des Kampfes den Boxring und ist nicht innerhalb von 10 Sekunden wieder kampfbereit, kann der Ringrichter nach eigenem Ermessen den Boxer ermahnen, verwarnen oder sofort disqualifizieren.
Zu h): Ist ein Boxer in kompletter Wettkampfkleidung im Boxring angetreten, die Sekundanten auf ihren Plätzen, und sein Gegner erscheint nicht nach dem letzten offiziellen Ausrufen (bestimmt der Delegierte) über Lautsprecher, dem Glockensignal und maximal einer Minute Wartezeit zum Kampfbeginn, erklärt der Ringrichter ersteren Boxer zum »kampflosen« Sieger durch W.O. Diese Entscheidung wird durch den Ringrichter vorher dem Delegierten mitgeteilt, danach ruft er den Boxer in die Ringmitte und hebt nach der Urteilsverkündung dessen Hand zum Zeichen des Sieges.
Zu i): Ein Kampf kann während seiner Durchführung vom Ringrichter abgebrochen werden, wenn nicht in der Macht der Boxer oder des Ringrichters stehende grundlegende Vorfälle wie Schäden am Boxring, Lichtausfall, außergewöhnliche Wetterbedingungen oder auch sehr störendes Verhalten der Zuschauer usw. Anlass waren. Unter diesen Umständen wird der Kampf als »kein Kampf (N.C.)« deklariert. Bei Meisterschaften entscheidet der Delegierte über die weitere Vorgehensweise. Bei Vorfällen wie z.B. Stromausfall, die ein Weiterkämpfen innerhalb einer Minute nach Glockensignal in der ersten, zweiten oder dritten Runde (bei insgesamt vier Runden) unmöglich machen, wird der Kampf abgebrochen und der Kampf als letzter dieser Wettkampfrunde durchgeführt. Passiert derartiges in der letzten Runde eines Kampfes, so wird dieser abgebrochen und die Punktrichter geben ihr Urteil zum Sieger ab. Kann der Kampf nicht als letzter dieser Wettkampfrunde durchgeführt werden, so wird er bei Turnieren und Meisterschaften zu Beginn der nächsten offiziellen Wettkampfrunde angesetzt. Findet diese am Folgetag statt, werden die Boxer für diesen Kampf noch einmal ärztlich untersucht und gewogen.
Jeder Treffer, der vorschriftsmäßig landet, wird mit einem Trefferpunkt bewertet. Ein Treffer gilt als vorschriftsmäßig, wenn er mit demjenigen gepolsterten Teil des Handschuhes trifft, der bei ungeschützter Faust den ersten Ansatzgliedern der vier Finger jeder Hand oder deren Ansatz- oder Endknöchel dieser Finger entspricht. Treffer müssen gegen die vordere Hälfte von Kopf oder Körper oberhalb der Gürtellinie unbehindert mit dem Gewicht des Körpers oder der Schulter gelandet werden.
Jede Verwarnung an den Boxer zählt für den Gegner zwei Treffer. Verwarnungen, die der Punktrichter anerkennt, sind mit einem »W« in die Spalte »Bemerkungen« des Verwarnten einzutragen mit dem Kürzel des Regelverstoßes (z.B. IH = Innenhand usw.). Erkennt der Punktrichter die Verwarnung nicht an, so hat er in der gleichen Spalte ein »X« einzutragen, und es werden keine Hilfspunkte vergeben. Regelverstöße, die der Ringrichter nicht ahndet oder nicht feststellt, können jedoch vom Punktrichter durch ein »J« in der Spalte des Boxer eingetragen und bestraft werden. Auch hier ist durch ein Kürzel des Regelverstoßes zu begründen (z.B. KS = Kopfstoß, TS = Tiefschlag, FH = Festhalten usw.)
Gewertet wird jede Runde mit der Anzahl der Treffer. Nach Beendigung jeder Runde werden die ermittelten Treffer für jeden Boxer eingetragen. Jede Runde ist in sich geschlossen zu bewerten. Um Fehlentscheidungen zu vermeiden, ist bereits die erste und auch zweite Runde mit der gebotenen Sorgfalt und Strenge zu beurteilen. Es wird empfohlen, Punktuhren (»Hand Tally Counter«) oder den »Box Points Calculator« zu verwenden. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, auch einen Punkt für die bessere Technik und Taktik zu vergeben. Der Sieg wird dem Boxer zugesprochen, der am Schluss des Kampfes die höhere Zahl an Wertungspunkten hat. Haben beide Boxer die gleiche Anzahl von Wertungspunkten, so lautet das Urteil »Unentschieden«.
Falls ein Unentschieden errechnet wurde und ein Sieger ermittelt werden muss, werden für Technik, Verteidigung, sauberes Boxen und genaues Treffen sowie bessere Taktik am Ende des Kampfes dem besseren, geschickteren Boxer der Siegpunkt zuerkannt.
Der Einsatz eines Box-Pointers (Boxcomputer) ist Standard und soll gefördert werden. Dabei ist die aktuelle Software der AIBA und/oder der EUBC zu verwenden. Ansonsten ist die Verwendung der Software mit Rundenwertung ebenso möglich wie mit der üblichen Trefferwertung. Wenn der Box-Pointer benutzt wird, sind folgende Bedingungen zu beachten:
Bei dem Box-Pointer ergibt sich die Punktentscheidung aus den korrekten Treffern und allen anderen Informationen, die jeder Punktrichter in den Computer über eine Tastatur eingibt, in dem er die jeweiligen Knöpfe drückt. Der Boxer, der am Schluss des Wettkampfes die meisten Treffer erzielen konnte, wird zum Sieger erklärt. Erhält ein Boxer eine Verwarnung, bekommt sein Gegner 2 Wertungspunkte zusätzlich.
Wenn ein Box-Pointer benutzt wird, dürfen zusätzlich keine Punkttabellen geführt werden. Jegliche für die Entscheidung notwendige Information wird vom Computer verzeichnet und am Ende des Kampfes automatisch ausgedruckt. Da durch die AIBA der Box-Pointer ständig optimiert wird und sich die Software entsprechend verändert, ist eine Anpassung an die aktuellen Bedingungen der AIBA als dynamischer Prozess zu betrachten.
Bei einem Ausfall des Box-Pointers ist die Bewertung sofort mit der Punkttabelle fortzusetzen, die Anweisung wird durch den Delegierten gegeben. Das protokollarisch festgehaltene Ergebnis durch den Bediener des Box-Pointers der kombinierten Trefferwertung aus den abgeschlossenen Runden muss bei der Ermittlung der Kampfbewertung berücksichtigt werden. Wenn der Schaden behoben ist, kann der darauf folgende Kampf wieder mit dem Box-Pointer bewertet werden.
Jeder Angriff unterhalb der Gürtellinie, jede Umklammerung, Beinstellen, Treten und Stoßen mit Fuß oder Knie
Stoßen oder Schlagen mit Kopf, Schulter, Unterarm, Ellbogen, Würgen des Gegners, Drücken mit Arm oder Ellbogen, Zurückdrücken des Kopfes über die Seile
Jeder Schlag mit offenem Handschuh, innerer Handfläche, Handgelenk, Handkante und Rückhandschläge
Jeder Schlag, der auf dem Rücken des Gegners landet, insbesondere Schläge auf den Hinterkopf, Genickschläge und Schläge in die Nierenpartie
Zurechtstellen des Gegners für eine Schlagfolge
Festhalten am Seil zum Angriff oder Verteidigung oder Ausnutzung der Seilezum Angriff
Ringen und Schleudern in der Umklammerung sowie das Aufstützen auf den Gegner
Angreifen des »zu Boden« gegangenen Gegners
Festhalten oder Einklemmen des gegnerischen Kopfes oder Armes, Durchstecken der Arme unter die des Gegners
Halten und gleichzeitiges Schlagen oder Hineinreißen in den Schlag
Niederdrücken des Gegners und Abducken unterhalb der gegnerischen Gürtellinie
vollständig passive Abwehr in Doppeldeckung oder Zubodengehen, ohne einen Schlag erhalten zu haben
alle Schläge nach den Kommandoworten »break« oder «stop« durch den Ringrichter
Abstoßen des Gegners nach dem »break«-Kommando des Ringrichters
Gebrauch von Kaugummi usw. während des Kampfes
absichtliches Herbeiführen eines verbotenen Schlages (Nieren-, Genick und Tiefschlag usw.) durch Hineindrehen oder Abwärtsschlagen des gegnerischen Schlages
schlechte Handschuhverschnürung oder deren Lockerung
das Zuwenden der vorderen Hälfte von Kopf und Körper zum eigenen Eckpolster während der Rundenpausen
Bedrohung oder aggressives Verhalten
Handschlag während des Kampfes
Vortäuschen einer Kampfunfähigkeit
Nichtaufnahme eines Kampfes bei Zubodengehen ohne Schlagwirkung
Hat der Ringrichter den verbotenen Treffer gesehen und zählt den getroffenen Kämpfer aus, muss er den Gegner disqualifizieren. Kann der getroffene Kämpfer den Kampf fortsetzen, muss der Ringrichter seinen Gegner verwarnen. Der Punktrichter ist verpflichtet, diese Entscheidung anzuerkennen. Die Verwarnungspflicht (J) gilt auch für den Punktrichter (PR), sofern der Ringrichter von einer Verwarnung absieht, aber der Punktrichter deutlich den Regelverstoß feststellen kann.
Wenn ein Boxer ausgezählt ist, muss er vom Ringarzt untersucht werden. Dieser hat über weitere ärztliche Folgemaßnahmen zu entscheiden. Die ärztliche Betreuung hat den Zweck, Schädigungsfolgen abzuwenden und nicht, die Kampffähigkeit nachzuweisen. Alle Boxer, die bei „zu Boden“ ausgezählt werden, unterliegen automatisch der Schutzsperre, gleichgültig, ob die Kampfunfähigkeit durch reguläre Treffer oder durch Regelwidrigkeiten entstanden ist. Die Eintragung der Schutzsperre in die Startunterlagen wird grundsätzlich vom Delegierten mit Unterschrift und Rotstift vorgenommen. Dabei ist der terminliche Ablauf der Schutzsperre einzutragen.
Eine Schutzsperre erfolgt auch für einen Boxer nach einer Abbruchniederlage infolge sportlicher Überlegenheit (RSC), sofern der Ringarzt eine ärztliche Entscheidung trifft oder der Boxer dreimal hintereinander durch RSC verliert. Auchbei einem schweren Körpertreffer kann der Ringarzt eine Schutzsperre aussprechen.
Eine Schutzsperre wird ausgesprochen bei Abbruch (RSC) in den Schüler-, Kadetten- und Juniorenklassen, bedingt durch dreimaliges »Zubodengehen« oder in der Jugendklasse für RSC bedingt durch viermaliges »Zubodengehen«
In Sonderfällen kann auf der Basis einer ärztlichen Entscheidung ebenfalls einem Boxer eine Schutzsperre auferlegt werden, wobei die Frist der Schutzsperre gleichzeitig festgelegt werden kann.
Bei Anordnung einer Schutzsperre nach KO- und RSC-Niederlagen nach 1.-3. 28 Kalendertage.
Bei zwei KO-Niederlagen (wie unter a) aufgeführt) innerhalb von drei Monaten eine Schutzsperre von einem Vierteljahr;
ein Kämpfer, der drei aufeinander folgende KO-Niederlagen (wie unter a) zu verzeichnen hat, erhält eine Schutzsperre von einem Jahr;
alle oben genannten Schutzsperren beginnen am Tag nach einer solchen Niederlage
Schutzsperren im Sinne dieser Bestimmung werden im Protokoll vermerkt. Der Startausweis ist einzuziehen. Er wird zusammen mit einer offiziellen KO-Meldung (DBV-Formulare sind zu verwenden) an den zuständigen Sportwart übersandt.
Der Startausweis eines Boxers ist nach Ablauf der Schutzsperre wieder anzufordern. Der Boxer hat anschließend mit dem Startausweis einen Arzt aufzusuchen, um die erforderlichen Untersuchungen und ärztlichen Befunde nach einer KO-Sperre vornehmen zu lassen, die Kampftauglichkeit nachweisen und im Startausweis eintragen zu lassen.
Eine Regenerationspause von sieben Kalendertagen wird einem Boxer in der Altersklasse Junioren oder jünger auferlegt, wenn er bei einem Turnierwettbewerb, der an aufeinander folgenden Tagen abgewickelt wird, mehr als zwei Kämpfe bestreitet.
Während der Schutzsperre oder Regenerationspause ist eine rein boxsportliche Betätigung (Sparring u.ä.) nicht gestattet.
Ein Boxer darf nur bei Meisterschaften ausnahmsweise zweimal am selben Tag starten. Ein zweimaliger Start bei Turnieren ist nur dann zulässig, wenn sich das Turnier über mehr als einen Tag erstreckt. Boxer der Schüler-, Kadetten, und Juniorenklasse dürfen am selben Tag nur einen Kampf bestreiten.
Die Pause zwischen den einzelnen Kämpfen der Schüler-, Kadetten- und Juniorenklasse muss mindestens sieben Tage betragen, die der Jugend mindestens vier Tage. Diese Regelung entfällt bei Einzelmeisterschaften und Turnieren des DBV oder der LV sowie Vergleichskämpfen der Verbands- oder Nationalmannschaften.
Die Zahl der Kämpfe, die ein Boxer der Schüler- und Kadettenklasse in einem Jahr bestreiten darf, ist begrenzt. Es gelten dafür folgende Bestimmungen:
Boxer der Altersklasse Schüler (U13) dürfen innerhalb eines Jahres höchstens 20 Kämpfe austragen.
Boxer der Altersklasse Kadetten(U15) dürfen innerhalb eines Jahres höchstens 25 Kämpfe austragen.
Öffentliche Sparringskämpfe, die ohne ein vom zuständigen KO eingeteiltes Kampfgericht und ohne einen Ringarzt stattfinden, sind verboten.
Boxer dürfen vor oder während Veranstaltungen keinen Alkohol trinken oder sonstige berauschende Mittel einnehmen.
Jeder Verein ist verpflichtet, seinen Übungsbetrieb durch einen lizenzierten Trainer durchführen zu lassen. Maßgebend sind die Ausbildungsrichtlinien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Bevor einem Boxer das Startrecht erteilt wird, muss vom zuständigen Landesverband (Sportwart) jährlich zur Überprüfung der Einhaltung der Schutzbestimmungen ein Kontrollvermerk in den gültigen Startunterlagen vorgenommen werden. Dieser Eintrag muss das Datum des laufenden Kalenderjahres aufweisen.
In dem Startbuch von Boxerinnen muss eine Erklärung ständig beigefügt werden, in der die Boxerin – bei Minderjährigen die Erziehungsberechtigten – erklärt, dass bei einer bestehenden Schwangerschaft Boxkämpfe und spezielles Training nicht durchgeführt werden dürfen.
Bei Verstößen gegen die Schutzbestimmungen innerhalb des Bereiches eines LV ist der betreffende LV verpflichtet, nach Bekannt werden derartiger Vorfälle, dies von seinen Rechtsorganen untersuchen und ahnden zu lassen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, kann der DBV ein Verfahren einleiten.

References: § 15

§ 18

§ 19

§ 20

§ 24

§ 25

§ 28

§ 32

§ 33

§ 34

§ 35

§ 15

§ 19