Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=28.07.2011&Aktenzeichen=2%20C%2028.10
Timestamp: 2020-06-03 07:57:33+00:00

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BVerwG, 28.07.2011 - 2 C 28.10 - dejure.org
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BVerwG, 28.07.2011 - 2 C 28.10 (https://dejure.org/2011,2890)
BVerwG, Entscheidung vom 28.07.2011 - 2 C 28.10 (https://dejure.org/2011,2890)
BVerwG, Entscheidung vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 (https://dejure.org/2011,2890)
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GG Art. 19 Abs. 4, Art. 20 Abs. 3, Art. 103 Abs. 1; VwGO § 86 Abs. 1, § 96 Abs. 1 Satz 1, § 108 Abs. 2; SG § 55 Abs. 5
Zeitsoldat; Betäubungsmittelkonsum; fristlose Entlassung, Amtsaufklärung; Untersuchungsgrundsatz; Beweisaufnahme; Unmittelbarkeit; Urkundsbeweis; Zeugenbeweis; Vernehmungsprotokoll; formelle Unmittelbarkeit; materielle Unmittelbarkeit; mittelbares Beweismittel; ...
§ 55 Abs 5 SG, § 96 Abs 1 VwGO, § 86 Abs 1 VwGO, § 108 Abs 2 VwGO, Art 2 Abs 1 GG
Fristlose Entlassung eines Zeitsoldaten wegen Betäubungsmittelkonsums; Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme; Untersuchungsgrundsatz
SG § 55 Abs. 5; VwGO § 86 Abs. 1; VwGO § 96 Abs. 1
BVerwGE 140, 199
NVwZ-RR 2011, 986
Im Übrigen lässt sich dem Grundsatz der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme kein abstrakter Vorrang bestimmter - etwa unmittelbarer oder "sachnäherer" - Beweismittel vor anderen - mittelbaren oder weniger "sachnahen" - entnehmen (BVerwG vom 3.1.2012 - 2 B 72/11 - Juris RdNr 10 und vom 28.7.2011 - 2 C 28/10 - BVerwGE 140, 199 = Juris RdNr 17) ; vielmehr enthält § 117 SGG im Hinblick auf die schriftliche oder mündliche Zeugenvernehmung keine gesetzlich vorgegebene Anwendungsreihenfolge.
Das Gericht muss daher alle Aufklärungsbemühungen unternehmen, auf die die Beteiligten - insbesondere durch begründete Beweisanträge - hinwirken oder die sich hiervon unabhängig aufdrängen (Urteil vom 28. Juli 2011 - BVerwG 2 C 28.10 - NVwZ-RR 2011, 986 ).
Mit Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 B 102.09 (2 C 28.10) - hat das Bundesverwaltungsgericht die Revision zugelassen.
Mit Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 - hat das Bundesverwaltungsgericht das Urteil des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 23. Juli 2009 aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Oberverwaltungsgericht zurückverwiesen.
So BVerwG, Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 -, BVerwGE 140, 199 = NVwZ-RR 2011, 986 = juris, Rn. 14, m.w.N.; vgl. ferner den Senatsbeschluss vom 20. Januar 2005 - 1 B 2009/04 -, a.a.O., juris, Rn. 16 f., auch zu der Frage eines Verstoßes gegen § 7 SG und mit zahlreichen Nachweisen zur Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts; dazu, dass das in Rede stehende Verhalten gegen das in der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 10/5 Nr. 404 ausgesprochene Verbot unbefugten Besitzes und/oder Konsums von Betäubungsmitteln für Soldaten im und außer Dienst und bereits damit gegen die Gehorsamspflicht verstößt, vgl. das Senatsurteil vom 23. Juli 2009 - 1 A 2084/07 -, juris, Rn. 106.
vgl. BVerwG, Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 -, a.a.O., juris, Rn. 10; Senatsbeschlüsse vom 17. September 2008 - 1 B 670/08 -, juris, Rn. 44 f., und vom 20. Januar 2005 - 1 B 2009/04 -, a.a.O., juris, Rn. 21 f., Letzterer m.w.N. zur Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts.
Dazu, dass das Verbleiben eines Soldaten im Dienst, der in militärischen Unterkünften Betäubungsmittel konsumiert hat, wegen der negativen Vorbildwirkung in der Regel eine ernstliche Gefährdung der militärischen Ordnung darstellt, vgl, BVerwG, Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 -, a.a.O., juris, Rn. 14.
So ausdrücklich BVerwG, Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 -, a.a.O., juris, Rn. 12; nach dieser Entscheidung kann eine fristlose Entlassung aus dem Soldatenverhältnis auch unmittelbar vor dem Ende der Dienstzeit allenfalls in atypischen Fallkonstellationen an dem Verbot unverhältnismäßiger Grundrechtseingriffe scheitern.
Die Sachaufklärungspflicht ist verletzt, wenn die getroffenen tatsächlichen Feststellungen erkennbar nicht ausreichen, um eine Entscheidung auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Rechtsstandpunkts des Tatsachengerichts zu tragen und auf der Hand liegt, welches zumutbare Mittel zur weiteren Sachaufklärung zur Verfügung steht (stRspr; vgl. nur BVerwG, Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 - BVerwGE 140, 199 Rn. 24 f.).
VG Düsseldorf, 16.01.2020 - 10 K 19633/17
BVerwG, 28. Januar 2013 - 2 B 114.11, Rn. 8 - juris; BVerwG, 28. Juli 2011 - 2 C 28.10, Rn. 10 - juris; OVG NRW, 5. Dezember 2012 - 1 A 846/12, Rn. 44 - juris.
BVerwG, 28. Januar 2013 - 2 B 114/11, Rn. 10 m.w.N. - juris; BVerwG, 28. Juli 2011 - 2 C 28/10, Rn. 13 - juris m.w.N.; BVerwG, 16. August 2010 - 2 B 33/10, Rn. 8 - juris; dem folgend zuletzt auch VG München, 23. Oktober 2019 - M 21b K 18.6134, Rn. 24 - juris.
So: BVerwG, 28. Juli 2011 - 2 C 28/10, Rn. 12 - juris; OVG NRW, 29. August 2012 - 1 A 2084/07, Rn. 148 - juris; OVG NRW, 20. Januar 2005 - 1 B 2009/04.
Eine solche allgemeine Erscheinung wird etwa bejaht bei Betäubungsmittelverstößen, vgl. BVerwG, 28. Juli 2011 - 2 C 28/10, Rn. 9 ff. - juris; OVG NRW, 29. August 2012 - 1 A 2084/07, Rn. 135 - juris; VG München, 16. März 2017 - M 21 S 16.2714, Rn. 38 -juris, oder bei menschenwürdewidrigen Aufnahmeritualen.
BVerwG, 28. Januar 2013 - 2 B 114/11, Rn. 9 - juris; BVerwG, 28. Juli 2011 - 2 C 28/10, Rn. 11 - juris, jeweils m.w.N.
Die Tatsachengerichte sind nicht gehalten, Ermittlungen anzustellen, die aus ihrer Sicht unnötig, weil ohne Bedeutung für die Sachentscheidung sind (stRspr, vgl. BVerwG, Urteile vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 - BVerwGE 140, 199 Rn. 25 …und vom 14. Dezember 2016 - 6 C 19.15 [ECLI:DE:BVerwG:2016:141216U6C19.15.0] - BVerwGE 157, 46 Rn. 5).
Die Verwertung im Wege des Urkundenbeweises findet allerdings bei förmlich beantragter Zeugenvernehmung ihre Grenze (BVerwG, Beschluss vom 29. Oktober 1998 - 1 B 103.98 - Buchholz 310 § 96 VwGO Nr. 42 S. 3 f. und Urteil vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 - BVerwGE 140, 199 Rn. 20).
VGH Bayern, 23.03.2020 - 11 ZB 20.35
Entziehung der Fahrerlaubnis wegen Multipler Sklerose
Wie ausgeführt hat weder der Kläger gegen die Ergebnisse der absolvierten Leistungstests begründete Einwände erhoben (vgl. BVerwG, U.v. 28.7.2011 - 2 C 28.10 - BVerwGE 140, 199 = juris Rn. 25) noch lagen dafür tatsächliche Anhaltspunkte vor.
Die Aufklärungspflicht verlangt nicht, dass ein Tatsachengericht Ermittlungen anstellt, die aus seiner Sicht unnötig sind, weil es nach seinem Rechtsstandpunkt auf das Ermittlungsergebnis für den Ausgang des Rechtsstreits nicht ankommt (stRspr, vgl. etwa BVerwG, Urteile vom 14. Januar 1998 - 11 C 11.96 - BVerwGE 106, 115 und vom 28. Juli 2011 - 2 C 28.10 - BVerwGE 140, 199 Rn. 25).
Eine weitere Sachverhaltsaufklärung drängt sich ohne ausdrücklichen Beweisantrag auf, wenn das Gericht nach seinem materiellrechtlichen Standpunkt Anlass zur weiteren Aufklärung sehen muss, weil die bisherigen Tatsachenfeststellungen eine Entscheidung noch nicht sicher tragen (Urteil vom 28. Juli 2011 - BVerwG 2 C 28.10 - NVwZ-RR 2011, 986 Rn. 25 ).
BVerwG, 16.12.2019 - 6 B 58.19
BVerwG, 20.12.2016 - 2 B 127.15
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BVerwG, 21.07.2016 - 10 BN 1.15
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OVG Nordrhein-Westfalen, 21.11.2014 - 6 A 76/14
Beamtenverhältnis; Charakterliche Eignung; Ernennung
VG Greifswald, 13.04.2017 - 6 A 2085/16
BVerwG, 28.11.2012 - 2 B 72.12
Entlassung eines Soldaten auf Zeit; unzutreffender Ausspruch über Nichtzulassung …
VG München, 23.10.2019 - M 21b K 18.6134
OVG Nordrhein-Westfalen, 07.05.2018 - 4 A 2471/16
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VG Greifswald, 19.07.2018 - 6 A 6/18
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VGH Baden-Württemberg, 17.07.2018 - 1 S 1042/18
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VG Kassel, 19.09.2019 - 1 L 2103/19
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References: Art. 19
 Art. 20
 Art. 103
 § 86
 § 96
 § 108
 § 55

§ 55
 § 96
 § 86
 § 108
 § 55
 § 86
 § 96
 § 117
 § 7
 § 96