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Rentenbezug mit 63??? (Sozialrecht) - frag-einen-anwalt.de
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Rentenbezug mit 63???
08.09.2009 19:56 |
Meine Mutter wurde am 12.11.1946 geboren (wohnhaft in NRW), hat etwa 11 Jahre beitragspflichtig gearbeitet und war zehn Jahre wegen Kindererziehung daheim. Des weiteren hat sie durch den Versorgungsausgleich meines Vaters Ansprüche erworben (sie waren etwa 10 Jahre verheiratet). Beitragspflichtig gearbeitet hat sie die letzten 38 Jahre nicht. Auf dem Rentenamt wurde ihr gesagt sie könne erst mit 65 Rentenzahlungen erhalten, da sie die letzten 10 Jahre nicht einbezaht hat.
Ist dies richtig so? Oder hat sie bereits mit 63 Jahren Anspruch auf Rentenzahlung, wenn sie Abzüge in Kauf nehmen würde? Hierzu wäre sie nämlich bereit. Wie hoch wären die Abzüge dann? Bitte um Antwort mit Paragraphen, wenn es hierzu welche gibt.
Die Auskunft der Rentenversicherung ist richtig.
1.	Ihre Mutter hat gem. § 237a Abs. 2 SGB VI in Verbindung mit der Anlage 20 zum SGB VI mit Vollendung des 65. Lebensjahres Anspruch auf eine Regelaltersrente, da die Voraussetzungen des Abs. 1 nicht vorliegen.
2.	Eine vorzeitige Inanspruchnahme einer Altersrente mit Abschlag ist gem. § 237a Abs. 2 SGB VI in Verbindung mit Anlage 20 zum SGB VI iVm § 77 Abs 2 Nr 2 Buchst a SGB VI möglich. Der Zugangsfaktor von 1,0 wäre wegen der vorzeitigen Inanspruchnahme der Altersrente mit 63 um 24 Kalendermonate um 0,072 (0,003 pro Kalendermonat) auf 0,928 abzusenken. Dies entspricht einem Abschlag von 7,2 %.
3.	Im Falle einer Schwerbehinderung käme noch § 236a SGB VI in Betracht. Da Sie hierzu keine Angaben gemacht haben, gehe ich davon aus, dass keine vorliegt.
(2) Die Altersgrenze von 60 Jahren wird bei Altersrenten für Frauen für Versicherte, die nach dem 31. Dezember 1939 geboren sind, angehoben. Die vorzeitige Inanspruchnahme einer solchen Altersrente ist möglich. Die Anhebung der Altersgrenzen und die Möglichkeit der vorzeitigen Inanspruchnahme der Altersrenten bestimmen sich nach Anlage 20.
(3) Die Altersgrenze von 60 Jahren bei der Altersrente für Frauen wird für Frauen, die
am 7. Mai 1996 arbeitslos waren, Anpassungsgeld für entlassene der Seemannskasse bezogen haben oder
vor dem 1. Januar 1942 geboren sind und 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit haben, wobei § 55 Abs. 2 nicht für Zeiten anzuwenden ist, in denen Versicherte wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe versicherungspflichtig waren…
Fundstelle des Originaltextes: BGBl. I 2002, 918
Anhebung der Altersgrenze bei der Altersrente für Frauen
Geburtsjahr Geburtsmonat	Anhebung
um ... Monat	auf Alter	vorzeitige Inanspruchnahme möglich ab Alter
Jahr	Monat	Jahr	Monat
Januar	1	60	1	60	0
Februar	2	60	2	60	0
März	3	60	3	60	0
April	4	60	4	60	0
Mai	5	60	5	60	0
Juni	6	60	6	60	0
Juli	7	60	7	60	0
August	8	60	8	60	0
September	9	60	9	60	0
Oktober	10	60	10	60	0
November	11	60	11	60	0
Dezember	12	61	0	60	0
Januar	13	61	1	60	0
Februar	14	61	2	60	0
März	15	61	3	60	0
April	16	61	4	60	0
Mai	17	61	5	60	0
Juni	18	61	6	60	0
Juli	19	61	7	60	0
August	20	61	8	60	0
September	21	61	9	60	0
Oktober	22	61	10	60	0
November	23	61	11	60	0
Dezember	24	62	0	60	0
Januar	25	62	1	60	0
Februar	26	62	2	60	0
März	27	62	3	60	0
April	28	62	4	60	0
Mai	29	62	5	60	0
Juni	30	62	6	60	0
Juli	31	62	7	60	0
August	32	62	8	60	0
September	33	62	9	60	0
Oktober	34	62	10	60	0
November	35	62	11	60	0
Dezember	36	63	0	60	0
Januar	37	63	1	60	0
Februar	38	63	2	60	0
März	39	63	3	60	0
April	40	63	4	60	0
Mai	41	63	5	60	0
Juni	42	63	6	60	0
Juli	43	63	7	60	0
August	44	63	8	60	0
September	45	63	9	60	0
Oktober	46	63	10	60	0
November	47	63	11	60	0
Dezember	48	64	0	60	0
Januar	49	64	1	60	0
Februar	50	64	2	60	0
März	51	64	3	60	0
April	52	64	4	60	0
Mai	53	64	5	60	0
Juni	54	64	6	60	0
Juli	55	64	7	60	0
August	56	64	8	60	0
September	57	64	9	60	0
Oktober	58	64	10	60	0
November	59	64	11	60	0
Dezember	60	65	0	60	0
1945 bis 1951	60	65	0	60	0
für den Versicherte trotz erfüllter Wartezeit eine Rente wegen Alters nach Erreichen der Regelaltersgrenzen nicht in Anspruch genommen haben, um 0,005 höher als 1,0.
Beginnt eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder eine Erziehungsrente vor Vollendung des 62. Lebensjahres oder ist bei Hinterbliebenenrenten der Versicherte vor Vollendung des 62. Lebensjahres verstorben, ist die Vollendung des 62. Lebensjahres für die Bestimmung des Zugangsfaktors maßgebend. Die Zeit des Bezugs einer Rente vor Vollendung des 62. Lebensjahres des Versicherten gilt nicht als Zeit einer vorzeitigen Inanspruchnahme. Dem Beginn und der vorzeitigen oder späteren Inanspruchnahme einer Rente wegen Alters steht für die Ermittlung des Zugangsfaktors für Zuschläge an Entgeltpunkten aus Beiträgen nach Beginn einer Rente wegen Alters der Beginn einer Vollrente wegen Alters gleich.
Ich hoffe, Ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben und bitte um eine entsprechende Bewertung.
Nachfrage vom Fragesteller	08.09.2009 | 21:08
Das heißt, es spielt keine Rolle, dass sie so lange Zeit nichts mehr einbezahlt hat und sie hat auf jeden Fall mit 63 Anspruch auf die Rentenzahlung unter Inkaufnahme eines Abzugs???
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2009 | 21:14
Mit Rentenabschlag kann Ihr Mutter vorzeitig, d.h. mit 63 oder jetzt schon in Rente.
Ergänzung vom Anwalt 08.09.2009 | 21:39
ich bitte mein Versehen zu entschuldigen. Die Auskunft der Rentenversicherung ist richtig. Ihre Mutter kann erst mit 65 in Rente, da die Voraussetzung des § 237a Abs. 1 Nr. 3 SGB VI - 10 Jahre Pflichtbeiträge nach dem 40. Lebensjahr nicht erfüllt werden.
Eine vorzeitige Rente mit 63 ist daher nicht möglich.

References: § 237
 § 237
 § 77
 § 236
 § 55
 § 237