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Timestamp: 2016-10-23 09:44:34+00:00

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96 V 10029. Urteil vom 22. September 1970 i.S. Schweiz. Unfallversicherungsanstalt gegen X. und Versicherungsgericht des Kantons Bern
Art. 67 al. 3 LAMA: Responsabilit� de la Caisse nationale en cas d'entreprise t�m�raire. - El�ments constitutifs de l'entreprise t�m�raire (pr�cision de la jurisprudence). - Caract�re d'entreprise t�m�raire d'une exp�dition de plong�e sp�l�ologique qui n'avait pas �t� pr�par�e ni ex�cut�e prudemment. Faits � partir de page 101
A.- X, geboren 1935, unternahm am sp�ten Nachmittag des 3. September 1966 zusammen mit f�nf Kameraden im Quellgebiet der Orbe einen Tauchausflug nach dem unterirdischen Lac du Silence. Das zu diesem f�hrende H�hlensystem f�llt nach dem Eingang stark ab und verl�uft alsdann in einer Wassertiefe von 8-12 m. In horizontaler Richtung sind etwa 80 m zur�ckzulegen.
X und der ebenfalls aus der Gegend stammende P. hatten schon fr�her in dieser H�hle getaucht. Sie beabsichtigten, diese ihren Kameraden C., L. und W. zu zeigen, die sie erst seit kurzem kannten und mit welchen sie sich am Morgen zu gemeinsamen Tauch�bungen im Lac de Joux getroffen hatten. Der sechste Taucher wurde auf dem Wege zur Orbequelle zum Mitkommen eingeladen.
X verwendete entgegen dem Ratschlag seiner Kameraden, welche mit Pressluftger�ten ausger�stet waren, einen Sauerstoffapparat. Diesen hatte er am 31. August von L. ausgeliehen, dem er erkl�rte, von der Feuerwehr her sei er im Umgang mit Kreislaufger�ten vertraut. Mit dem geborgten Apparat, dessen Handhabung er sich von L. hatte erkl�ren lassen, unternahm er am 1. sowie am Morgen des 3. September Tauch�bungen, die ohne Zwischenfall verliefen.
F�r die Exkursion zum Lac du Silence wurde eine Zweiergruppe, bestehend aus L. und W., gebildet, welche vorauszuschwimmen hatte. Die �brigen Taucher folgten in einer Vierergruppe. Da X und P. den Verlauf der H�hle eingehend geschildert hatten, wurde beschlossen, zun�chst auf das Auslegen eines sogenannten Ariadnefadens, welcher den R�ckweg aus einem verzweigten H�hlensystem zu sichern bestimmt ist, zu verzichten. Nachdem die Taucher eine Strecke von 50 bis BGE 96 V 100 S. 10260 m zur�ckgelegt hatten, entstand anscheinend eine Unsicherheit �ber den einzuschlagenden Weg; jedenfalls wurde das Zeichen zur Umkehr gegeben. Danach muss eine Panik entstanden sein: Jeder Taucher suchte den Ausgang auf eigene Faust. P. fand diesen erst nach einem Umweg. Dort fehlte X. Die sogleich zur�ckschwimmenden C. und L. fanden ihn nach etwa 40 bis 50 m leblos auf dem Bauche liegend, das Gesicht dem Ausgang zugewandt, in einer vom Messger�t angezeigten Tiefe von 6 bis 9 m. Das Sauerstoffger�t trug er noch ordnungsgem�ss, und an diesem fand sich kein Defekt. Bevor er X zum Ausgang bringen konnte, musste L. einen an dessen Gurt befestigten Strick durchschneiden, welcher sich am Boden verfangen hatte. C. verlor den Anschluss, gelangte zum Lac du Silence, verirrte sich auf dem R�ckweg und musste von L. geholt werden. Der um 18 Uhr 35 eintreffende Arzt stellte den Tod des X durch Ersticken fest. Auf dem Gesicht fand sich helles Blut aus Mund und Nase.
Die amtliche Untersuchung wurde am 17. November 1966 eingestellt, da eine strafbare Handlung nicht vorliege und X allein f�r seinen Unfall verantwortlich sei.
B.- Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), bei der X als Zeichner im Architekturb�ro F. obligatorisch gegen Unfall versichert war, lehnte mit Verf�gung vom 3. November 1966 jede Leistung ab: Angesichts der Umst�nde, unter welchen der Tod eingetreten sei, entfalle ihre Haftung. Da die Witwe des X am 27. Oktober 1966 krankheitshalber ebenfalls verstorben war, wurde die Ablehnungsverf�gung dem Vormund der 1957 geborenen einzigen Tochter Brigitte zugestellt.
C.- Nachdem die Vormundschaft an den Wohnsitz des Vormundes �bertragen worden war, liess dieser beim Versicherungsgericht Bern Klage gegen die SUVA einreichen mit den Antr�gen, die Verf�gung vom 3. November 1966 aufzuheben und die SUVA zu verpflichten, der Kl�gerin Brigitte X die gesetzliche Kinder- und die ihrer Mutter zustehende Witwenrente vom 3. September bis 31. Oktober 1966, die Vollwaisenrente ab 1. November 1966 und eine Bestattungsentsch�digung von Fr. 500.-- auszurichten. Zur Begr�ndung wurde im wesentlichen ausgef�hrt, der Unfall h�tte sich ohne das Mitverschulden der �brigen Taucher nicht ereignet.
Demgegen�ber vertrat die SUVA die Auffassung, die ungen�gende Vorbereitung und das Verwenden des Sauerstoffger�tes h�tten das Unternehmen zum ausgesprochenen Wagnis gemacht.
Das Versicherungsgericht des Kantons Bern veranlasste zun�chst eine technische Expertise durch S., Inhaber eines Unternehmens f�r Tauch- und Unterwasserarbeiten. Dieser vertrat die Auffassung, wohl berge das Tauchen mit Sauerstoffger�ten zus�tzliche Gefahren, doch habe sich X in Gesellschaft dreier weiterer Taucher sicher f�hlen d�rfen. Die Zusammensetzung der Gruppe mit drei Ortskundigen und drei "Neulingen" komme dem Idealfall nahe. Er verneinte sowohl den Wagnistatbestand wie auch grobe Fahrl�ssigkeit. Bei der m�ndlichen Beantwortung von Erg�nzungsfragen gab er u.a. folgendes zu Protokoll: "Generell betrachtet ist ein H�hlenausflug ein schwerer Tauchausflug. Der von X und den andern Beteiligten ausgef�hrte Ausflug istinnerhalb des H�hlentauchens ein leichter (nicht grosse Distanz, Tiefe nicht gross, H�hle bekannt)". Ferner: "Schon wenn zwei Taucher mit Sauerstoffger�ten tauchen, ist das Risiko geringer, als wenn einer allein mit einem Pressluftger�t taucht. Noch geringer ist das Risiko, wenn einer mit einem Sauerstoffger�t in Begleitung mit einem mit Pressluftger�t taucht."
Der ebenfalls gerichtlich bestellte medizinische Experte, Prof. Dr. C. vom Pathologischen Institut der Universit�t Bern, gelangte zum Schluss, die Todesursache k�nne medizinisch weder auf Grund des Berichtes �ber die �rztliche Legalinspektion noch unter Ber�cksichtigung des Unfallherganges gem�ss den Zeugenaussagen festgestellt werden. Einzig eine Autopsie h�tte m�glicherweise gestattet, die Todesursache mit gen�gender Wahrscheinlichkeit abzukl�ren.
Auf Grund dieser Expertenmeinungen verneinte das Versicherungsgericht den Tatbestand des Wagnisses. Da sich die Todesursache nicht mehr feststellen lasse, k�nne auch der erforderliche ad�quate Kausalzusammenhang zwischen dem Tode und einer diesem Tauchunternehmen inh�renten besonderen Gefahr nicht mit Wahrscheinlichkeit dargetan werden. Da die SUVA sich bewusst nicht auf die nach Art. 98 Abs. 3 KUVG m�gliche K�rzung berufe und auch keinen entsprechenden Eventualantrag gestellt habe, k�nne dahingestellt bleiben, ob die vorgekommenen Unterlassungen allenfalls als grobe BGE 96 V 100 S. 104Fahrl�ssigkeit zu werten w�ren, zumal mangels ungekl�rter Todesursache auchjeder Kausalzusammenhang zwischen grober Fahrl�ssigkeit und Tod sich nicht dartun lasse. Mit Entscheid vom 20. Oktober 1969 hiess es die Klage mit Ausnahme des Antrages auf Verzinsung der von der SUVA zu erbringenden Leistungen gut und �berband dieser auch die Gerichts- und Anwaltskosten.
D.- Mit rechtzeitig eingereichter Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt die SUVA Aufhebung des kantonalen Urteils und Best�tigung der Ablehnungsverf�gung, eventualiter K�rzung der zugesprochenen Leistungen um mindestens 50% gem�ss Art. 98 Abs. 3 KUVG. Sie beanstandet insbesondere, dass im angefochtenen Urteil die Stellungnahme des Pr�sidenten der F�d�ration Romande de Plong�e und des Groupe de Plong�e et Sauvetage du Lac de Joux nicht gew�rdigt wurde. Dieser hatte gegen�ber dem Untersuchungsrichter und in einem Presseartikel der Tauchergruppe X das Ausserachtlassen elementarer Vorsichtsmassnahmen vorgeworfen und auf die besondere Gef�hrlichkeit der Sauerstoffger�te hingewiesen.
Die Kl�gerin und Beschwerdebeklagte l�sst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde und auf Best�tigung des vorinstanzlichen Entscheides antragen.
1. Das angefochtene Urteil ist nach dem Inkrafttreten des Bundesgesetzes �ber die Verwaltungsgerichtsbarkeit gef�llt worden, welches zahlreiche Artikel des OG neu ordnet. Im vorliegenden Fall bestimmt sich daher die �berpr�fungsbefugnis des Eidg. Versicherungsgerichts nach Art. 132 rev. OG. Danach kann es den angefochtenen Entscheid auch auf Unangemessenheit �berpr�fen, ist an die Feststellung des Sachverhalts nicht gebunden und kann �ber die Begehren der Parteien zu deren Gunsten oder Ungunsten hinausgehen.
2. Gem�ss Art. 67 Abs. 3 KUVG ist die SUVA befugt, aussergew�hnliche Gefahren und Wagnisse von der Versicherung der Nichtbetriebsunf�lle auszuschliessen. Von dieser Befugnis hat sie in einem Verwaltungsratsbeschluss vom 31. Oktober 1967, welcher einen solchen vom 11. Juni 1942 ersetzt, Gebrauch gemacht. Dieser enth�lt eine abschliessende Aufz�hlung bestimmter Tatbest�nde, die schlechthin als aussergew�hnliche Gefahren zu gelten haben, so z.B. die Beteiligung an Raufereien BGE 96 V 100 S. 105und Schl�gereien, die Teilnahme an Unruhen, Vergehenshandlungen. Ebenfalls von der Versicherung der Nichtbetriebsunf�lle ausgenommen werden die Wagnisse. Die Umschreibung des Wagnisbegriffes ist im neuen Verwaltungsratsbeschluss im wesentlichen in unver�nderter Form aus dem fr�heren �bernommen worden. Darnach gelten als Wagnisse Handlungen, durch die sich ein Versicherter wissentlich einer besonders grossen Gefahr aussetzt, welche durch die Handlung selbst, die Art ihrer Ausf�hrung oder die Umst�nde, unter denen sie ausgef�hrt wird, gegeben sein oder in der Pers�nlichkeit des Versicherten liegen kann.
Diese Umschreibung des Wagnisbegriffes ist in der Praxis des Eidg. Versicherungsgerichts mehrfach �berpr�ft worden. Das Gericht gelangte dabei zum Schluss, es k�nne ihr zugestimmt werden, wenn unter "besonders grosser Gefahr" eine unmittelbar drohende - d.h. eine akute - Gefahr verstanden werde und wenn zugleich ein ins K�hne bis Verwegene gehender Charakter des Unternehmens vorhanden sei. Ob eine Gefahr als akut, ihr wissentliches Aufsuchen als verwegen zu gelten hat, h�ngt - je nach den konkreten Umst�nden - bald mehr von �usseren Faktoren, bald mehr von den F�higkeiten und Eigenschaften der handelnden Personen ab. Die Praxis hat versucht, Kriterien zu finden, welche es erlauben sollen, das Verh�ltnis dieser beiden Elemente des Wagnisbegriffes losgel�st von der jeweiligen Situation zu beurteilen. So wurde beispielsweise erkl�rt, die Gef�hrlichkeit einer Klettertour sei nicht aus der Sicht des in Frage stehenden Versicherten, sondern aus derjenigen eines Durchschnittskletterers zu pr�fen (vgl. Maurer, Recht und Praxis, 2. Aufl., S. 149 f. und 159 f.; Oswald, Das Wagnis als nichtversicherte Unfallgefahr, in SZS 1958 S. 209 ff.; EVGE 1961 S. 267 und 1966 S. 140). Eine echte Garantie rechtsgleicher Behandlung vermag diese Betrachtungsweise aber nicht zu bieten: Man kann die gleiche Handlung oder das gleiche Unternehmen, ausgef�hrt von verschiedenen Personen ganz verschiedener Eigenschaften, zu verschiedenen Zeiten und unter ganz anders gearteten Verumst�ndungen, rechtlich kaum je gleich qualifizieren (vgl. auch Volken, Das Wagnis im schweiz. Unfallversicherungsrecht, S. 23 ff.). Zu fragen ist vielmehr, ob und welche besonderen F�higkeiten, Eigenschaften und Vorkehren ben�tigt werden, um das Risiko einer konkreten Gefahrssituation auf ein vertretbares BGE 96 V 100 S. 106Mass herabzusetzen, und alsdann zu pr�fen, ob die handelnden Personen diese Voraussetzungen im massgeblichen Zeitpunkt erf�llten. Hierbei m�gen die durchschnittlichen Anforderungen an eine Person, die sich regelm�ssig in eine vergleichbare konkrete Gefahrssituation begibt, als Massstab gelten.
3. Diese allgemeine Umschreibung des Wagnisbegriffes bel�sst einen Ermessensraum, in welchem vom sozialversicherungsrechtlichen Standpunkt aus sch�tzenswerte ausserbetriebliche T�tigkeiten nicht als ausgeschlossen zu gelten brauchen. Dabei darf der Zusammenhang mit der einheitlichen ratio legis des Art. 67 Abs. 3 KUVG nicht vernachl�ssigt werden. Eine Gefahr erscheint daher unter dem Gesichtspunkte des Wagnisses dann als "besonders gross" oder "akut", wenn ihr - auch im Bereich einer an sich gef�hrlichen, aber infolge ihres Wertes von der Versicherung nicht ausgeschlossenen T�tigkeit - ein Risiko aneignet, dessen �bernahme der Gesamtheit der Versicherten nach dem Grundgedanken des zweiten Satzes von Art. 67 Abs. 3 KUVG nicht mehr zugemutet werden kann. Die Ausscheidung muss demnach letzten Endes auf einer vern�nftigen Abw�gung zwischen dem sch�tzenswerten Mass einer Bet�tigung und dem Gesamtinteresse der Versicherten beruhen (vgl. EVGE 1961 S. 273 f.).
4. In einem im Feuille d'avis de la vall�e de Joux am 7. September 1966 erschienenen Artikel hat der Pr�sident der F�d�ration Romande de Plong�e den Tauchsport als nicht gef�hrlicher als etwa das Schwimmen oder Reiten bezeichnet, sofern bloss in einer dem K�nnen des Tauchers angemessenen Tiefe und unter Verwendung eines Pressluftger�tes im Rahmen einer Tauchergruppe und unter Beobachtung von deren Disziplin getaucht werde. In seiner polizeilichen Einvernahme f�hrte er aus, das H�hlentauchen werde als an sich schwierig und gef�hrlich betrachtet; es m�sse erfahrenen Tauchern vorbehalten bleiben.
Der Experte S. �ussert sich wie folgt: "Das Tauchen ist ein Sport, der bei Beachtung der Vorschriften nicht gef�hrlicher ist als andere Sportarten, die mit technischen Hilfsmitteln arbeiten... Es ist beim heutigen Stand der Taucherei jedem gesunden Menschen (Lunge, Herz, Ohren) m�glich, diesen Sport ohne Gefahr auszu�ben und dies beinahe ohne Ber�cksichtigung seines Alters... H�hlentauchen ist ein Spezialgebiet, das nur BGE 96 V 100 S. 107von guten, durchtrainierten Tauchern und in gut eingespielten Gruppen betrieben werden soll. Die psychische Belastung ist sehr gross; einwandfreies Zusammenspiel der Taucher ebenso wichtig wie die gegenseitige R�cksichtnahme. Der nat�rliche Fluchtweg des Tauchers, der Aufstieg zur Oberfl�che, ist versperrt. Dunkelheit, K�lte und unbekannter Verlauf des H�hlensystems erschweren den Einsatz. Um die Kenntnisse der Hydrologie und der Spel�ologie voranzutreiben, sind die Eins�tze von Tauchern in H�hlen notwendig. Der Verlauf von H�hlen kann zum Teil nur durch das Durchtauchen von Siphonen ermittelt werden, und die Eigenarten dauernd durchflossener H�hlen k�nnen nur mit dem Tauchger�t an Ort und Stelle studiert werden, F�r unsere Kenntnisse der unterirdischen Wasserreserven und f�r Voruntersuchungen bei bestimmten Bauprojekten sind diese Forschungen von �usserster Wichtigkeit. F�r den Sporttaucher ist die H�hlentaucherei eine M�glichkeit, in unseren Gegenden noch Neuland zu erforschen".
Auf Grund dieser �berzeugenden Ausf�hrungen darf festgestellt werden, dass sowohl der Tauchsport im allgemeinen wie auch das H�hlentauchen im besonderen zu den an sich sch�tzenswerten Bet�tigungen geh�ren. Im vorliegenden Fall bleibt somit nur noch zu pr�fen, ob X im Rahmen des H�hlentauchens ein besonders grosses Risiko eingegangen sei.
5. Die Erkundung der Quellen der Orbe stellt nach dem Pr�sidenten der F�d�ration Romande de Plong�e ein H�hlentauchunternehmen mittlerer Schwierigkeit dar: Das Wasser sei absolut klar, die Str�mung gering; es gebe ausreichend Platz f�r die Bewegung. Es brauche hingegen eine sorgf�ltige Vorbereitung f�r Taucher, welche die �rtlichkeiten nicht gr�ndlich kennen. Unerl�sslich sei die Bestimmung eines verantwortlichen Chefs, die Bildung von Zweierequipen, das Auslegen des Ariadnefadens und das Mitf�hren von wenigstens zwei Ersatzatemger�ten.
Der Experte z�hlt eine ganze Reihe von Verhaltensmassregeln auf, die beim Tauchen zu beachten sind, so
atme ruhig und regelm�ssig,
halte Verbindung mit dem Mittaucher, BGE 96 V 100 S. 108
tauche nie, wenn Du erk�ltet bist,
die Oberfl�che ist in Richtung der
tauche nicht mit Angstgef�hl.
Tollk�hnheit, Unzuverl�ssigkeit und
Wer taucht, muss sich bewusst sein, dass unter Wasser eine v�llig neue, f�r den nur ungen�gend ge�bten Taucher sofort gef�hrliche Situation beginnt. Diese Gefahr h�lt sich nur so lange in verantwortbarem Rahmen, als s�mtliche Vorsichtsmassnahmen getroffen sind.
a) Entgegen wiederholter Warnungen - generell durch den Pr�sidenten seiner Tauchervereinigung, wenn auch bloss m�ndlich, und unmittelbar vor dem Eintauchen durch mehrere Exkursionsteilnehmer - benutzte X das Sauerstoffger�t. Der Experte stellte fest, dass seine Ausbildung daran d�rftig war. X hat damit ohne Zweifel gegen die Regel verstossen, wonach nur mit vertrautem Material zu tauchen ist.
Besonders schwer wiegt der Verstoss gegen diese Regel aber gerade wegen der Verwendung des Sauerstoffger�tes �berhaupt. Die F�d�ration Romande de Plong�e erlaubt das Tauchen mit reinem Sauerstoff nur auf Grund einer besondern und schriftlichen Bewilligung. Der Pr�sident f�hrt aus, sie k�nne nur erteilt werden, wenn der Taucher zuvor einen Spezialkurs absolviert habe. Einschr�nkend f�gt er bei, die F�d�ration habe eine solche Spezialbewilligung noch nie erteilt und werde sie wahrscheinlich auch nie erteilen. Auch aus der vom Experten S. zitierten Literatur ergibt sich eindeutig, dass Fachkreise von der Verwendung von Sauerstoffger�ten abraten. Wenn Milit�r und Polizei sie bei gewissen Eins�tzen verwenden, so mag das im Rahmen einer durch Disziplin und Training verbundenen Gruppe gerechtfertigt erscheinen, heisst aber noch lange nicht, dass solche Ger�te auch in die H�nde von Sporttauchern BGE 96 V 100 S. 109geh�ren. Dabei mag die Frage offenbleiben, ob das verwendete Sauerstoffger�t geeignet war, bis zu 10 m oder tiefer zu tauchen. S. f�hrt diesbez�glich aus: "Die Gef�hrlichkeit des Sauerstoffes bei Veratmung unter erh�htem Druck f�hrte zur Aufstellung von Tiefen- und Zeitbeschr�nkungen. Die Angaben in diesen Tabellen �ndern von Autor zu Autor und tragen zur bestehenden Verwirrung bei. Einzelne Tabellen sind nach Aussage von Tauch�rzten sogar lebensgef�hrlich".
b) Die Taucher hatten auf das Auslegen des Ariadnefadens verzichtet, weil X und P. sich als ortskundig ausgegeben hatten. In Wirklichkeit stellte sich aber heraus, "qu'ils �taient aussi perdus que nous".
Der Ariadnefaden erwies sich im vorliegenden Fall in Anwendung der vom Experten S. dargelegten Grunds�tze als unerl�sslich. Zwei oder drei Teilnehmer, darunter X, wollten die Beschaffenheit der H�hle gekannt haben, f�r die andern war das Unternehmen neu. Aber gerade die Ortskundigen versagten. Offenbar waren ihnen die �rtlichkeiten zuwenig bekannt. Also h�tten sie den Ariadnefaden unter allen Umst�nden auslegen m�ssen, sagt doch auch S., dass nur in bekannten H�hlen ohne Verzweigungen darauf verzichtet werden k�nne. Den Aussagen der Mittaucher muss entnommen werden, dass sie sich ausgerechnet in Verzweigungen verirrten. Dass S. dennoch glaubte, im vorliegenden Fall h�tte auf diese Vorsichtsmassnahme verzichtet werden k�nnen, ist unverst�ndlich.
c) Unter den gegebenen Umst�nden verwundert es nicht, dass das eingetreten ist, was unter Wasser, vor allem aber in H�hlen, unbedingt vermieden werden muss, n�mlich der Ausbruch einer Panik. Hier zeigt sich, dass die Teilnehmer, obwohl anscheinend taucherisch gut ausgebildet, gar nicht oder doch ganz ungen�gend aufeinander eingespielt waren. Es scheint, dass keiner dem andern mehr vertraute. Jeder strebte dem Ausgang zu und achtete nur noch auf sich. Insbesondere darin liegt der schl�ssige Beweis, dass diese Equipe dem fraglichen Tauchunternehmen nicht gewachsen war. Tollk�hnheit, Unzuverl�ssigkeit und Leichtsinn, nach dem Experten die gr�ssten Gefahren beim Tauchen, m�ssen allen Teilnehmern und auch X zum Vorwurf gemacht werden.
6. Die Frage, ob X ein Wagnis beging, ist somit zu bejahen. Unbestritten steht auch fest, dass sein Erstickungstod im Zusammenhang mit diesem Unternehmen eingetreten ist. Die BGE 96 V 100 S. 110SUVA braucht unter diesen Umst�nden den Nachweis daf�r nicht zu erbringen, dass der Schaden die Folge einer ganz bestimmten Einzelhandlung oder eines bestimmten Einzelgeschehens ist. Vielmehr ist das Wagnis als Ganzes zu betrachten (vgl. Maurer, a.a.O., S. 150 f.). Es kann mithin nicht darauf ankommen, ob der t�dliche Ausgang dem Sauerstoffger�t, dem Umstand, dass X sich in Steinen oder Felsen verfing, einem Schock oder einer andern Ursache zugeschrieben werden muss. Demzufolge gereicht die Unterlassung einer Autopsie der SUVA nicht zum Nachteil.
7. Unter diesen Umst�nden braucht nicht untersucht zu werden, ob den Teilnehmern des Unternehmens und insbesondere X auch der Vorwurf der Grobfahrl�ssigkeit gemacht werden k�nnte. Wagnis und Fahrl�ssigkeit stehen sich nicht alternativ gegen�ber (vgl. Maurer, a.a.O., S. 152 f.).
Ebenfalls er�brigen sich Beweiserg�nzungen...
Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht: In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird das kantonale Urteil aufgehoben und die Verf�gung vom 3. November 1966 wiederhergestellt.

References: Art. 67
 BGE 
 Art. 98
 BGE 
 Art. 98
 Art. 132
 Art. 67
 BGE 
 BGE 
 Art. 67
 Art. 67
 BGE 
 BGE 
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