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Timestamp: 2018-05-26 08:17:06+00:00

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Netzwerk-Verkehrserziehung: Fahren, begegnen, Rücksicht nehmen
Fahren, begegnen, Rücksicht nehmen
Seit April gelten neue Regeln in der Straßenverkehrsordnung, die auch für Kinder und Jugendliche bedeutend sind. Die Rechtsexpertin Mag. Christina Holzer-Weiß vom ÖAMTC Salzburg erläutert die neuen Verkehrsschilder und Bestimmungen in der Straßenverkehrsordnung für netzwerk-verkehrserziehung.
(gültig seit 31.03.2013)
Hier sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt. Es gilt ein Tempolimit von 20 km/h. Die Begegnungszone ist ein Konzept des Shared Space, jetzt gibt es ein Verkehrsschild dafür. In der Begegnungszone gibt es weder Gehsteige noch Zebrastreifen, jeder Verkehrsteilnehmer kann die Verkehrsfläche nützen. Gefordert ist gegenseitige Rücksichtnahme. Ziel ist es, das Unfallrisiko zu senken. Pilotprojekte laufen bereits in Linz, (seit 2009) und in der Steiermark. Die Erfahrungen zeigen, dass dies zu einer Senkung des Unfallrisikos führte, was auf den partnerschaftlichen Umgang aller beteiligten Verkehrsteilnehmer zurückzuführen ist. Rechtliche Grundlage: §76c StVO
(gültig seit 30.05.2011)
An dieser Stelle eine Erinnerung an das Rücksichtnahmegebot, das seit 2011 ausdrücklich in der StVO steht. Damit wurde die defensive Fahrweise in der StVO verankert. Dazu gehört es, auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht zu nehmen. Dies ist eine effektive Maßnahme zur Steigerung der Verkehrssicherheit.
Radweg (Geh-u. Radweg) ohne Benutzungspflicht
(gültig seit 31.03. 2013)
Wenn es der Verkehrsfluss erlaubt und keine Sicherheitsbedenken vorliegen, darf ein Radfahrer statt des Radwegs auch die Fahrbahn benützen. Dieses Schild wird man vor allem bei schmalen Radwegen finden, die schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Radfahrer dürfen dann auf die Fahrbahn ausweichen. Eine Benutzungspflicht besteht jedenfalls weiter für Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen und Radfahrüberfahrten.
Das ist kein Radweg mehr, sondern von der Breite und Struktur her schon eine Straße. In der Fahrradstraße ist außer dem Fahrradverkehr jeder Fahrzeugverkehr verboten. Autos dürfen sie nur zum Zu- und Abfahren sowie zum Ausliefern verwenden, auch ein Queren ist erlaubt. Vorbild sind die kilometerlangen Fahrradstraßen im Osten Deutschlands. In Vorarlberg ist bereits eine Fahrradstraße angedacht. In Wien wurde in der Hasnerstraße die erste Fahrradstraße verordnet.
Telefonier- und SMS-Verbot
Telefonieren auf dem Fahrrad ist nur mehr mit Freisprecheinrichtung erlaubt. Die Freisprecheinrichtung muss dieselben Kriterien erfüllen wie im Auto. Zuwiderhandeln wird mit 50 bis 72 Euro bestraft. Gänzlich verboten ist das Schreiben von SMS und E-Mails beim Fahrradfahren.
Grundlage: § 68 Abs. 3 lit. E StVO
E-Bikes gelten als Fahrräder, wenn sie 25 km/h und 600 Watt nicht überschreiten. Ist ihre Leistung höher, gelten sie als Mopeds und müssen angemeldet werden. Damit gilt Helmpflicht, Nummerntafel und Mopedführerscheinpflicht. Das Benützen des Radwegs ist in diesem Fall auch untersagt. Betroffen von dieser Regelung sind vor allem die „S-Pedelacs“.
Grundlage: § 1 Abs 2a KFG, § 2 Abs.1 Zi 22 b StVO
Ein Trittroller mit luftgefüllten Reifen ist wie ein Fahrrad zu bewerten. Allein darf er ab 10 Jahren mit abgelegter Fahrradprüfung, sonst ab 12 Jahren gefahren werden – und das nur auf der Fahrbahn oder einem Radweg. Er muss ausgestattet sein wie ein Fahrrad, braucht also Katzenaugen und zumindest Stecklichter. Es gilt die Helmpflicht bis 12 Jahre wie für Fahrradfahrer.
Grundlage: § 2 Abs.1 Zi 22 c StVO
Microscooter (mit Hartreifen) dürfen nicht auf der Fahrbahn fahren. Ein 10-jähriges Kind ohne Fahrradprüfung darf mit einem Microscooter nicht allein in die Schule fahren. Kinder unter 12 Jahren müssen beim Befahren von Gehsteigen oder Gehwegen von einer Person, die das 16. Lebensjahr vollendet hat, beaufsichtigt werden, wenn sie nicht Inhaber eines Radausweises gemäß § 65 sind.
Grundlage: §88 Abs 2 StVO

References: §76
 § 68
 § 1
 § 2
 § 2
 § 65
 §88