Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_19880628_OGH0002_0010OB00584_8800000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-12-13 05:26:39+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 1Ob584/88 - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 7Ob621/84 6Ob546/85 3Ob...
RS0084703
7Ob621/84; 6Ob546/85; 3Ob543/85; 6Ob581/85 (6Ob582/85); 7Ob584/85; 2Ob581/85; 6Ob648/85; 7Ob651/85; 6Ob682/85; 8Ob645/85; 1Ob502/86; 1Ob532/86; 1Ob542/86; 8Ob538/86; 8Ob530/66; 7Ob547/86; 3Ob587/86; 2Ob640/86; 7Ob638/86; 7Ob653/86; 1Ob629/86; 6Ob660/86; 8Ob502/87; 8Ob550/87; 2Ob559/87; 2Ob591/87; 2Ob616/87; 4Ob611/87; 7Ob530/88; 6Ob732/87; 4Ob542/88; 4Ob543/88; 3Ob552/87; 1Ob584/88; 5Ob604/88; 2Ob576/88 (2Ob577/88, 2Ob578/88); 8Ob684/88; 8Ob687/88; 8Ob509/89; 2Ob527/89; 6Ob566/89; 8Ob564/89; 7Ob608/89; 8Ob628/89; 1Ob631/89; 2Ob578/89; 2Ob574/89; 4Ob575/89 (4Ob576/89, 4Ob577/89); 3Ob576/89; 8Ob523/90; 8Ob512/90; 6Ob516/90
AußStrG §16 A1
AußStrG §236
SachwG BGBl 1983/136 allg
Auch im Verfahren zur Bestellung von Sachwaltern für behinderte Personen gilt § 16 AußStrG.
7 Ob 621/84
Entscheidungstext OGH 30.08.1984 7 Ob 621/84
Veröff: ÖA 1986,53
6 Ob 546/85
Entscheidungstext OGH 28.03.1985 6 Ob 546/85
3 Ob 543/85
Entscheidungstext OGH 10.04.1985 3 Ob 543/85
6 Ob 581/85
Entscheidungstext OGH 23.05.1985 6 Ob 581/85
2 Ob 581/85
Entscheidungstext OGH 11.06.1985 2 Ob 581/85
7 Ob 584/85
Entscheidungstext OGH 13.06.1985 7 Ob 584/85
Veröff: NZ 1986,71
6 Ob 648/85
Entscheidungstext OGH 03.10.1985 6 Ob 648/85
7 Ob 651/85
Entscheidungstext OGH 07.11.1985 7 Ob 651/85
6 Ob 682/85
Entscheidungstext OGH 14.11.1985 6 Ob 682/85
8 Ob 645/85
Entscheidungstext OGH 11.12.1985 8 Ob 645/85
Veröff: NZ 1987,95
1 Ob 502/86
Entscheidungstext OGH 15.01.1986 1 Ob 502/86
1 Ob 532/86
Entscheidungstext OGH 05.03.1986 1 Ob 532/86
1 Ob 542/86
Entscheidungstext OGH 17.03.1986 1 Ob 542/86
8 Ob 530/66
Entscheidungstext OGH 19.03.1986 8 Ob 530/66
8 Ob 538/86
Entscheidungstext OGH 19.03.1986 8 Ob 538/86
3 Ob 587/86
Entscheidungstext OGH 30.07.1986 3 Ob 587/86
Beisatz: Hier: Bei Anwendung schweizer mat Rechts. (T1) Veröff: ZfRV 1988,41 (Hoyer)
7 Ob 638/86
Entscheidungstext OGH 11.09.1986 7 Ob 638/86
7 Ob 653/86
Entscheidungstext OGH 11.09.1986 7 Ob 653/86
2 Ob 640/86
Entscheidungstext OGH 16.09.1986 2 Ob 640/86
1 Ob 629/86
Entscheidungstext OGH 01.10.1986 1 Ob 629/86
6 Ob 660/86
Entscheidungstext OGH 06.11.1986 6 Ob 660/86
8 Ob 502/87
Entscheidungstext OGH 12.02.1987 8 Ob 502/87
8 Ob 550/87
Entscheidungstext OGH 09.04.1987 8 Ob 550/87
2 Ob 559/87
Entscheidungstext OGH 28.04.1987 2 Ob 559/87
2 Ob 591/87
Entscheidungstext OGH 16.06.1987 2 Ob 591/87
4 Ob 611/87
Entscheidungstext OGH 12.01.1988 4 Ob 611/87
6 Ob 732/87
Entscheidungstext OGH 28.01.1988 6 Ob 732/87
7 Ob 530/88
Entscheidungstext OGH 25.02.1988 7 Ob 530/88
4 Ob 542/88
Entscheidungstext OGH 26.04.1988 4 Ob 542/88
4 Ob 543/88
Entscheidungstext OGH 10.05.1988 4 Ob 543/88
1 Ob 584/88
Entscheidungstext OGH 28.06.1988 1 Ob 584/88
5 Ob 604/88
Entscheidungstext OGH 20.09.1988 5 Ob 604/88
2 Ob 576/88
Entscheidungstext OGH 27.09.1988 2 Ob 576/88
8 Ob 684/88
Entscheidungstext OGH 07.12.1988 8 Ob 684/88
8 Ob 687/88
Entscheidungstext OGH 15.12.1988 8 Ob 687/88
8 Ob 509/89
Entscheidungstext OGH 26.01.1989 8 Ob 509/89
2 Ob 527/89
Entscheidungstext OGH 29.03.1989 2 Ob 527/89
6 Ob 566/89
Entscheidungstext OGH 13.04.1989 6 Ob 566/89
8 Ob 564/89
Entscheidungstext OGH 19.04.1989 8 Ob 564/89
7 Ob 608/89
Entscheidungstext OGH 15.06.1989 7 Ob 608/89
8 Ob 628/89
Entscheidungstext OGH 20.07.1989 8 Ob 628/89
1 Ob 631/89
Entscheidungstext OGH 06.09.1989 1 Ob 631/89
2 Ob 574/89
Entscheidungstext OGH 12.09.1989 2 Ob 574/89
3 Ob 576/89
Entscheidungstext OGH 18.10.1989 3 Ob 576/89
8 Ob 512/90
Entscheidungstext OGH 25.01.1990 8 Ob 512/90
6 Ob 516/90
Entscheidungstext OGH 08.02.1990 6 Ob 516/90
8 Ob 523/90
Entscheidungstext OGH 15.02.1990 8 Ob 523/90
ECLI:AT:OGH0002:1984:RS0084703
JJR_19840830_OGH0002_0070OB00621_8400000_001
Rechtssatz für 8Ob543/85 1Ob542/86 8Ob...
RS0049088
8Ob543/85; 1Ob542/86; 8Ob652/87; 1Ob584/88; 8Ob618/88; 4Ob2299/96h; 10Ob1519/96; 2Ob15/97p; 9Ob189/97b; 3Ob208/06v; 3Ob107/08v; 1Ob146/08i; 3Ob154/08f; 3Ob146/10g; 3Ob209/10x; 5Ob160/13k; 9Ob51/14m; 6Ob147/14g; 1Ob119/15d; 5Ob204/15h
ABGB idF SWRÄG 2006 §268 Abs2
ABGB §273
SWRÄG 2006 allg
Die Bestellung des Sachwalters hat subsidiären Charakter und darf nur dann erfolgen, wenn der Betroffene nicht anders, nämlich durch die im § 273 Abs 2 ABGB erwähnten Möglichkeiten, in die Lage versetzt werden kann, seine Angelegenheiten im erforderlichen Ausmaß zu besorgen; dies darf aber nicht zur völligen Verdrängung des dem Sachwalterrecht innewohnenden Schutzgedankens führen.
8 Ob 543/85
Entscheidungstext OGH 18.04.1985 8 Ob 543/85
Veröff: SZ 58/61 = EvBl 1986/25 S 107 = NZ 1987,12 = ÖA 1987,17
nur: Die Bestellung des Sachwalters hat subsidiären Charakter und darf nur dann erfolgen, wenn der Betroffene nicht anders, nämlich durch die im § 273 Abs 2 ABGB erwähnten Möglichkeiten, in die Lage versetzt werden kann, seine Angelegenheiten im erforderlichen Ausmaß zu besorgen. (T1)
8 Ob 652/87
Entscheidungstext OGH 21.10.1987 8 Ob 652/87
Ähnlich; nur T1; Beisatz: Hier: Substituierung der fehlerhaften Willensbildung einer Person infolge psychischer Krankheit oder geistiger Behinderung durch einen (einstweiligen) Sachwalter. (T2)
Veröff: EvBl 1988/85 S 403
8 Ob 618/88
Entscheidungstext OGH 10.11.1988 8 Ob 618/88
4 Ob 2299/96h
Entscheidungstext OGH 15.10.1996 4 Ob 2299/96h
nur T1; Beisatz: Die Sachwalterbestellung setzt voraus, dass überhaupt Angelegenheiten zu besorgen sind. (T3)
10 Ob 1519/96
Entscheidungstext OGH 30.07.1996 10 Ob 1519/96
2 Ob 15/97p
Entscheidungstext OGH 30.01.1997 2 Ob 15/97p
Vgl auch; Beisatz: Hier: Die zu Besachwaltende ist zwar durchaus zu einer eigenen Willensbildung fähig, gerade aus ihren eigenen Willensentscheidungen drohen ihr aber Nachteile für ihr Vermögen. (T4)
9 Ob 189/97b
Entscheidungstext OGH 25.06.1997 9 Ob 189/97b
3 Ob 208/06v
Entscheidungstext OGH 19.10.2006 3 Ob 208/06v
nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Es sind konkrete Feststellungen darüber zu treffen, welche Angelegenheiten zu besorgen sind (Feststellung der Einkommenssituation und Vermögenssituation sowie der Lebensverhältnisse). (T5)
3 Ob 107/08v
Entscheidungstext OGH 11.06.2008 3 Ob 107/08v
nur T1; Beis wie T3; Beisatz: Mit den am 1. Juli 2007 in Kraft getretenen neuen Bestimmungen im Sachwalterrecht sollten das Subsidiaritätsprinzip und die Selbstbestimmung der behinderten Person gestärkt werden. (T6)
1 Ob 146/08i
Entscheidungstext OGH 16.09.2008 1 Ob 146/08i
Vgl auch; nur T1; Beisatz: Das bereits nach der alten Rechtslage bestehende Subsidiäritätsprinzip wurde mit dem am 1. 7. 2007 in Kraft getretenen SWRÄG 2006, nunmehr im § 268 Abs 2 ABGB formuliert, insofern verstärkt, als die Bestellung eines Sachwalters auch unzulässig ist, soweit Angelegenheiten der behinderten Person im erforderlichen Ausmaß durch einen gesetzlichen Vertreter oder im Rahmen einer anderen Hilfe, besonders in der Familie, in Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder im Rahmen sozialer oder psychosozialer Dienste besorgt werden können. Auch wenn eine ausreichende Vollmacht, insbesondere eine Vorsorgevollmacht oder eine verbindliche Patientenverfügung vorliegt, darf ein Sachwalter nicht bestellt werden. (T7)
Beisatz: Die Bestellung eines Sachwalters ist nur dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer Personen in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann. (T8)
3 Ob 154/08f
Entscheidungstext OGH 03.10.2008 3 Ob 154/08f
Auch; nur T1; Beis wie T3; Beis wie T6; Beis wie T7
3 Ob 209/10x
Entscheidungstext OGH 11.11.2010 3 Ob 209/10x
5 Ob 160/13k
Entscheidungstext OGH 20.09.2013 5 Ob 160/13k
9 Ob 51/14m
Entscheidungstext OGH 22.07.2014 9 Ob 51/14m
Auch; nur: Die Bestellung eines Sachwalters darf grundsätzlich nur dann erfolgen, wenn Betroffene nicht anders in die Lage versetzt werden können, ihre Angelegenheiten im erforderlichen Ausmaß zu besorgen. (T9)
6 Ob 147/14g
Entscheidungstext OGH 17.09.2014 6 Ob 147/14g
Auch; Beisatz: Konkrete Hinweise, wonach der Patient bei der Errichtung seiner Patientenverfügung nicht frei von Willensmängeln war, entkräften diese, womit im Hinblick auf den klaren Wortlaut des § 268 Abs 2 Satz 2 ABGB eine Patientenverfügung die Bestellung eines Sachwalters (auch) für medizinische Belange selbst dann nicht hindert, wenn diese (noch) als beachtlich angesehen wird. (T10)
Beisatz: Eine bindende Entscheidung über die Beachtlichkeit einer Patientenverfügung kommt im Sachwalterbestellungsverfahren nicht in Betracht. (T11)
1 Ob 119/15d
Entscheidungstext OGH 08.07.2015 1 Ob 119/15d
5 Ob 204/15h
Entscheidungstext OGH 20.04.2016 5 Ob 204/15h
ECLI:AT:OGH0002:1985:RS0049088
JJR_19850418_OGH0002_0080OB00543_8500000_004
Rechtssatz für 1Ob542/86 1Ob584/88 7Ob...
RS0048997
1Ob542/86; 1Ob584/88; 7Ob598/91; 8Ob503/93; 10Ob1519/96; 3Ob9/97p; 2Ob15/97p; 6Ob196/97k; 10Ob63/05w; 3Ob208/06v; 3Ob107/08v; 1Ob146/08i; 3Ob154/08f; 3Ob146/10g; 3Ob209/10x; 7Ob98/12f; 5Ob160/13k; 5Ob160/13k; 1Ob119/15d
ABGB §273 Abs2 Satz1
Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann, zum Beispiel durch Vollmachtserteilung, Genehmigung einer Geschäftsführung und dergleichen, was nur dann möglich ist, wenn er zumindest zeitweise nicht psychisch oder geistig behindert ist.
nur: Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann. (T1)
7 Ob 598/91
Entscheidungstext OGH 26.09.1991 7 Ob 598/91
nur T1; Veröff: EvBl 1992/12 S 55
8 Ob 503/93
Entscheidungstext OGH 04.02.1993 8 Ob 503/93
nur: Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann, zum Beispiel durch Vollmachtserteilung. (T2)
3 Ob 9/97p
Entscheidungstext OGH 26.03.1997 3 Ob 9/97p
6 Ob 196/97k
Entscheidungstext OGH 19.06.1997 6 Ob 196/97k
10 Ob 63/05w
Entscheidungstext OGH 28.06.2005 10 Ob 63/05w
Beisatz: Im Lichte der mit dem noch nicht in Kraft getretenen Sachwalterrechts-Änderungsgesetz 2006 verfolgten Absicht des Gesetzgebers, dem Ansteigen der Sachwalterschaften entgegenzuwirken, das Subsidiaritätsprinzip stärker zu betonen und hiefür das Institut einer Vorsorgevollmacht an eine Person des Vertrauens als künftiger Vertreter des Betroffenen zu schaffen ist § 273 Abs 2 ABGB jedenfalls nicht restriktiv dahin auszulegen, dass schon jede fehlende Fähigkeit eines Betroffenen, die Eignung eines Bevollmächtigten in fachlicher und charakterlicher Hinsicht verlässlich feststellen zu können, zwingend die Zulässigkeit einer Sachwalterbestellung auslöst. (T3)
Auch; nur T2; Beisatz: Für eine Anerkennung der Bevollmächtigung als „andere Hilfe" im Sinn des § 268 ABGB muss auch feststehen, dass der Bevollmächtigte die im Bevollmächtigungsvertrag genannten Aufgaben auch auftragsgemäß übernommen hat. (T4)
nur: Die Bestellung eines Sachwalters ist dann unzulässig, wenn der Betroffene sich der Hilfe anderer in rechtlich einwandfreier Weise bedienen kann, zum Beispiel durch Vollmachtserteilung, Genehmigung einer Geschäftsführung. (T5)
7 Ob 98/12f
Entscheidungstext OGH 28.06.2012 7 Ob 98/12f
Beisatz: Hier: „schlichte“ Vollmacht. (T6)
nur T5; Beisatz: Allein der Hinweis, dass sich eine betroffene Person einer anwaltlichen Vertretung bedienen kann, macht eine Sachwalterschaftsbestellung aber nicht entbehrlich. (T7)
ECLI:AT:OGH0002:1986:RS0048997
JJR_19860317_OGH0002_0010OB00542_8600000_002
Entscheidungstext 1Ob584/88
1Ob584/88
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Schragel als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schubert, Dr. Hofmann, Dr. Schlosser und Dr. Graf als weitere Richter in der Sachwalterschaftssache Hilmar G***, Pensionist, Ternitz, Jasminstraße 49, vertreten durch Dr. Edwin Schubert, Rechtsanwalt in Neunkirchen, infolge Revisionsrekurses des Betroffenen gegen den Beschluß des Kreisgerichtes Wiener Neustadt als Rekursgerichtes vom 6. April 1988, GZ R 428/87-32, womit der Beschluß des Bezirksgerichtes Neunkirchen vom 23. September 1987, GZ SW 5/87-23 bestätigt wurde, folgenden
Das Erstgericht bestellte für Hilmar G***, geboren am 3. Jänner 1945, gemäß § 273 ABGB Dr. Andreas Wippel, Rechtsanwalt in Neunkirchen, zum Sachwalter. Der Sachwalter hat vermögensrechtliche Angelegenheiten, so weit sie über die Verfügung über die dem Betroffenen zustehenden Pensionsbezüge hinausgehen, insbesondere die Vertretung im Abhandlungsverfahren nach seiner Schwester Anna G***, zu besorgen.
Das Rekursgericht gab dem Rekurs des Betroffenen nicht Folge. Nach Neudurchführung des Verfahrens gemäß § 250 AußStrG stellte es folgenden Sachverhalt fest:
Hilmar G*** sei primär unterdurchschnittlich bis mindergradig begabt. Nach einer schweren Kopfverletzung, die es bei einem Verkehrsunfall vor etwa vier Jahren erlitten habe, liege nunmehr ein leichtes organisches Psychosyndrom vor. Hilmar G*** sei als Folge dieses Verkehrsunfalles auch körperlich behindert; ihm sei der linke Unterschenkel amputiert worden. Er sei geistig als leicht bis mittelgradig behindert anzusehen. Dieser Geisteszustand mache es ihm unmöglich, eine kritische und realitätskonforme Beurteilung und vorausschauende Planung seiner persönlichen Zukunft vorzunehmen. Er laufe dadurch Gefahr, dem Notstand preisgegeben zu sein. Bis zum Tod seiner Schwester Anna G*** am 18. April 1987 sei er von dieser in der Südsteiermark betreut worden, nunmehr wohne er bei seiner Schwester Helga S*** in Ternitz. Im Verlassenschaftsverfahren nach Anna G*** habe Hilmar G*** in Form eines Notariatsaktes am 8. Juli 1987 einen unentgeltlichen Erbverzicht erklärt. Dieser Erbverzicht sei auch im Verlassenschaftsverfahren vorgelegt, später aber wieder zurückgenommen worden. In diesem Verlassenschaftsverfahren habe Hilmar G*** eine bedingte Erbserklärung zu einem Viertel, sein Vater Josef G*** eine unbedingte Erbserklärung zur Hälfte und seine Schwester Helga S*** eine unbedingte Erbserklärung zu einem Viertel des Nachlasses auf Grund des Gesetzes abgegeben. Hilmar G*** beziehe eine Pension samt Hilflosenzuschuß in der Höhe von monatlich S 6.511,60 14-mal jährlich. Auf Grund seines geistigen Zustandes sei er zwar in der Lage, die finanziellen Angelegenheiten des täglichen Lebens selbst zu besorgen, er vermöge jedoch wesentliche darüber hinausgehende Entscheidungen finanzieller Natur nicht zu treffen. Dies gelte insbesondere für die von ihm im Verlassenschaftsverfahren nach Anna G*** abgegebenen Erklärungen. Er könne weder deren Tragweite erkennen noch die Folgen seiner Erklärungen abschätzen. Der von ihm abgegebene Erbverzicht habe darauf beruht, daß er vertraute, Helga S*** werde ihn auf Dauer kostenlos betreuen. Er sehe keine Notwendigkeit der Absicherung, obwohl ihm bewußt sei, daß er sonst für die für ihn notwendige Hilfe eine finanzielle Gegenleistung erbringen müsse.
Rechtlich beurteilte das Rekursgericht diesen Sachverhalt dahin, daß der Betroffene ohne Bestellung eines Sachwalters seine Angelegenheiten im Verlassenschaftsverfahren nach Anna G*** nicht zu regeln vermöge, da er weder in der Lage sei, das Wesen des Erbverzichtes und dessen Folgen zu erkennen, noch konkrete Vorstellungen über das ihm ohne Erbverzicht zufallende Erbteil habe. Dies sei aber für sein weiteres Fortkommen von entscheidender Bedeutung, da er nicht in der Lage sei, ohne Hilfe fremder Personen zu leben. Daß diese Hilfe derzeit durch seine Schwester Helga S*** gegeben sei, könne nicht darüber hinwegtäuschen, daß ein finanzieller Rückhalt für den Fall, daß Helga S*** ihren Bruder aus welchen Gründen auch immer nicht weiterbetreuen könne oder wolle, zweckmäßig sei. Der Betroffene sehe zwar die Notwendigkeit der Hilfestellung durch einen Sachwalter nicht ein, die Bestellung eines Sachwalters sei aber notwendig, weil er seinen vermutlich einzigen finanziellen Rückhalt aufgeben wolle, ohne die bisher liebenswerte Betreuung durch seine Schwester sicherstellen zu können. Er erkenne nicht, daß seine Schwester die Betreuung beenden könne, etwa weil diese über ihre Kräfte gehe, sie selbst erkranke, oder ihn aus anderen Gründen nicht mehr betreuen wolle.
Der Revisionsrekurs des Betroffenen ist unzulässig. Die §§ 249, 250 AußStrG regeln das Rechtsmittelverfahren in Sachwalterschaftssachen nicht abschließend. Sie normieren nur einzelne, in Sachwalterschaftssachen geltende Ausnahmen von der allgemeinen Regelung des Rechtsmittelverfahrens in den §§ 9 bis 16 AußStrG, welche Vorschriften aber im übrigen unberührt bleiben (RZ 1986/26). Es gilt daher insbesondere die Bestimmung des § 16 AußStrG, wonach die Anfechtung eines bestätigenden Beschlusses des Rekursgerichtes zwar zulässig, aber auf die Fälle offenbarer Gesetzwidrigkeit, der Aktenwidrigkeit und Nullität beschränkt ist (1 Ob 542/86; 1 Ob 502/86 ua).
Die geltend gemachte Nullität wird darin erblickt, daß es das Rekursgericht unterlassen habe, die mit Beschluß des Bezirksgerichtes Neunkirchen vom 3. März 1988, A 42/88-43, (ohne Erbteilung) erfolgte rechtskräftige Beendigung des Verlassenschaftsverfahrens nach der am 18. April 1987 verstorbenen Schwester Anna G*** in seine Entscheidung einzubeziehen. Daß dem Rekursgericht die Beendigung des Verlassenschaftsverfahrens bekannt gewesen ist, wird nicht behauptet und ist auch nicht aktenkundig. Es handelt sich daher um eine im Verfahren über einen außerordentlichen Revisionsrekurs unzulässige Neuerung (EFSlg. 52.740; SZ 57/119 uva.)
Es geht im übrigen nicht nur um das Verlassenschaftverfahren , sondern um die gesamte Vermögensverwaltung.
Der Revisionsrekurswerber bekämpft nicht die Beurteilung der Vorinstanzen, daß er an einer physischen Krankheit leidet bzw. geistig behindert ist, so daß er einzelne seiner Angelegenheiten nicht ohne Gefahr eines Nachteiles für sich selbst zu besorgen in der Lage sei. Er rügt als offenbar gesetzwidrig, daß der Subsidiaritätsgrundsatz des § 273 Abs 2 ABGB verletzt worden sei. Seine Schwester Helga S*** leiste derzeit eine so große Hilfestellung, daß er seine Angelegenheiten im erforderlichen Ausmaß besorgen könne.
Es ist zwar richtig, daß gemäß § 273 Abs 2 ABGB die Bestellung eines Sachwalters subsidiären Charakter hat und nur dann erfolgen darf, wenn der Betroffene nicht anders, etwa durch Hilfe im Rahmen der Familie, in die Lage versetzt werden kann, seine Angelegenheiten im erforderlichen Ausmaß zu besorgen (SZ 58/61 ua;
Ehrenzweig-Schwind, Familienrecht3, 206; Maurer, Sachwalterrecht 56 f), diese "andere Hilfe" muß aber rechtlich ausreichend und unbedenklich sein (Pichler in Rummel ABGB, Rz 3 zu § 273 nF). Dies trifft aber gerade für die Wahrung der Interessen des Betroffenen im Verlassenschaftsverfahren nach seiner Schwester Anna G*** und einer allenfalls erforderlich werdenden Erbteilung nicht zu, da seine Schwester Helga S*** Miterbin ist, so daß für diese zu besorgenden Angelegenheiten ein Widerstreit ihrer Interessen mit denen des Revisionsrekurswerbers besteht. Der Revisionsrekurs ist zurückzuweisen.
ECLI:AT:OGH0002:1988:0010OB00584.88.0628.000
JJT_19880628_OGH0002_0010OB00584_8800000_000

References: §16
 §236
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 §268
 §273
 § 273
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 § 273
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 OGH 
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 OGH 
 § 268
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 § 268
 OGH 
 OGH 
 §273
 OGH 
 OGH 
 OGH 
 OGH 
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 § 273
 § 268
 OGH 
 § 273
 § 250
 § 16
 § 273
 § 273
 § 273