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Vorlesung 2 Ziele. Jun.- Prof. Dr. Jörn Griebel IILCC 2011 Universität zu Köln - PDF
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1 Vorlesung 2 Ziele Übersicht der völkerrechtl. Spezialbereiche Erarbeitung von Grundverständnis über UN-Charta Bezugnahme auf AT-Themen Die UN-Charta Zentrale Hinweise Präambel und Ziele der UN-Charta Prinzipien Mitgliedschaft Organe Überblick Sicherheitsrat Generalversammlung Sekretariat Generalsekretär
2 Übersicht der völkerrechtl. Spezialbereiche (auf Basis von Schwerpunktbereich 10) International Human Rights Friedenssicherungsrecht Völkerrecht der bewaffneten Konflikte International Environmental Law Luftrecht Weltraumrecht Völkerstrafrecht Wirtschaftsvölkerrecht WTO-Recht Internationales Investitionsrecht I und II Präzedenzfälle im Internationalen Investitionsrecht In Köln nicht spezifisch gelehrt: Diplomaten- und Konsularrecht (oft Teil von VR II) Das Recht der Internationalen Organisationen (oft Teil von VR II) Seerecht (oft Teil von VR II)
3 Alliierte Kriegs- und UN-Konferenzen: Die UN-Charta erklärt sich nur im Lichte der Zeit ihrer Gründung: Atlantik-Charta von 1941 (Churchill und Roosevelt) Declaration by United Nations vom (Anerkennung der Grundsätze der Atlantik-Charta) Konferenzen von Moskau 1943 Konferenz von Teheran Konferenz von Dumberton Oaks (Vorschläge) Konferenz von Jalta Gründungskonferenz von San Francisco mit Vertretern aus 50 Staaten Inkrafttreten der UN-Charta zum 24. Oktober 1945
4 Die UN-Charta Einordnung 24. Okt in Kraft getreten Das wichtigste völkerrechtliche Vertragswerk, eine Art Verfassung der Staatengemeinschaft Allen Staaten offen (Ausnahme: Taiwan); Universalitätsanspruch 192 Mitglieder, zuletzt Montenegro 2006; Schweiz und Ost- Timor 2002; quasi-universell Internationale Organisation mit objective legal personality (Reparations Case) Vorrang der Verpflichtungen aus der UN-Charta: Art. 103 UN-Charta
5 Reparations for Injuries-Gutachten Dürfen die UN gegenüber einem Nicht-Mitglied Schadensersatz für sich und das betroffene Individuum geltend machen? (keine ausdrückl. Antworten hins. Völkerrechtssubj. oder der Geltendmachung von Schäden) a) Ja, für sich gegenüber Mitgliedern (erhebliches Maß an Völkerrechtssubjektivität; implied powers) b) Ja, auch für ihre Mitarbeiter gegenüber Mitgliedern (functional protection) c) Ja, auch für sich und ihre Angehörigen gegenüber Nicht- Mitgliedern (objective international personality)
6 Präambel und Ziele Präambel: Relevanz bei Interpretation, Art. 31 Abs. 2 WVK Besondere Interpretationsregeln/-methoden: implied powers, dynamische Interpretation (a living document) (effet utile) Ziele: binden Organe und Mitglieder Zentral: Frieden und Sicherheit als Kernziele
7 Art. 2: Principles/Grundsätze Nicht zu verwechseln mit allgemeinen Rechtsgrundsätzen, es handelt sich um materiell-rechtliche Bestimmungen Konkretisiert über die Prinzipien-Erklärung (Friendly Relations Declaration, GA Res 2625, 1970) Sehr unterschiedliche Bedeutung! Wenig bedeutsam: Art. 2 Nr. 2, 5 und 6 Nr. 2: siehe Art. 26 WVK Nr. 5: kaum Praxis, Verpflichtung ergibt sich auch anderweitig Nr. 6: Nahezu obsolet Nr. 1, 3, 4 und 7 werden in Vorlesung 3 ausführlich besprochen
8 Mitgliedschaft Thematik ist wenig problematisch Art. 4: peace-loving states Art. 5: Suspendierung von Mitgliedsrechten, keine Praxis Art. 6: ultima ratio: Ausschluss, keine Praxis Kein ausdrückl. Austrittsrecht; h.m.: aus wichtigem Grund nach eigenem Ermessen Keine automatische Staatennachfolge
9 UN-Organe im Überblick Generalversammlung, Art. 9 ff. Sicherheitsrat, Art. 23 ff. und insb. Kap. VII Wirtschafts- und Sozialrat, Art. 61 ff. Treuhandrat, Art. 86 ff. Internationaler Gerichtshof, Art. 92 ff. und IGH-Statut Sekretariat mit Generalsekretär, Art. 97 ff.
10 Sicherheitsrat Zusammensetzung: Art. 23 (Reformüberlegungen zuletzt gescheitert) Art. 24: primary responsibility for the maintenance of international peace and security (Art. 12 Vorrang) Art. 25: Verbindlichkeit der Entscheidungen, speziell von Kap. VII! Vetorecht: Art. 27 (Modifikation durch Organpraxis: Abwesenheit und Stimmenthaltung nicht als Veto zu werten) In Kapitel VI: keine Kompetenz zu verbindlichen Entscheidungen In Kapitel VII: Weltpolizei und mehr?
11 Generalversammlung Zusammensetzung: Art. 9 Abstimmung: Art. 18, faktisch zumeist Konsensus-Verfahren Kompetenz: Allzuständigkeit, Art. 10 Wirkung: recommendations, also unverbindlich (Ausnahme: organisationsinterner Bereich) Art. 12: Vorrang des Sicherheitsrates Art. 13: insb. International Law Commission (subsidiary organ im Sinne von Art. 22; Entwürfe zahlreicher bedeutender Konventionen, etwa der WVK, sowie in noch unkodifizierten Bereichen) Zentrale Resolutionen: Allg. Erklärung der Menschenrechte, Friendly Relations Declaration, Definition of Aggression Seit 2006: Human Rights Council als subsidiary organ)
12 Uniting for Peace-Resolution (1950)/ Certain Expenses Case (1962) Korea-Krieg; SU erscheint nicht zur Abstimmung im Sicherheitsrat (Politik des leeren Stuhls); GA geht von einer subsidiären Zuständigkeit bei Blockade des Sicherheitsrates aus Certain Expenses-Gutachten: Empfehlung von Kollektivmaßnahmen durch GA möglich, wenn SC aufgrund einer Blockade seine vorrangige Funktion nicht ausfüllen kann (Basis: Art. 11 II und 14)
13 Sekretariat Kurt Waldheim: der schwierigste Job der Welt Generalsekretär und Mitarbeiter Generalsekretär ist Verwaltungschef von ca Mitarbeitern Daneben inzwischen starke politische Funktion: - Boutros Boutros-Ghali: An Agenda for Peace, Preventive diplomacy, peacemaking and peace-keeping - Kofi Annan: Report of the High Level Panel on Threats, Challenges and Change Bereich der friedlichen Streitbeilegung; Mediator und Diplomat; Das Gesicht der UN, etwa auch bei Umweltkonferenzen
14 Gesamtbetrachtung der Organstruktur Vergleichbarkeit mit Organstrukturen im nationalen Bereich? Zuordnung der Funktionen bereits schwierig; es gibt ein System der Aufgabenteilung, welches aber mit nationalen Systemen der Gewaltenteilung (system of checks and balances) kaum verglichen werden kann
15 Ergebnisse zur Vorl. 2: Besprechung anhand der Gliederung - Quellen - Völkervertragsrecht - Subjekte - Staatenverantwortlichkeit - Friedliche Streitbeilegung UN-Charta: Zentrale Bedeutung, wichtige materiellrechtliche Inhalte, System kollektiver Sicherheit Didaktischer Hinweis: Für alle zukünftigen Themen wird es nun Anknüpfungspunkte geben
B. Überblick über die Geschichte der Internationalen Organisationen I. Die Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg 11 Der Wiener Kongress von 1815 Zentralkommission für die Rheinschifffahrt Europäische Donaukommission
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References: Art. 103
 Art. 31
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 26
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 9
 Art. 23
 Art. 61
 Art. 86
 Art. 92
 Art. 97
 Art. 23
 Art. 24
 Art. 25
 Art. 27
 Art. 9
 Art. 18
 Art. 10
 Art. 12
 Art. 13
 Art. 22
 Art. 11
 Art. 34