Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2153.htm
Timestamp: 2018-12-13 23:19:44+00:00

Document:
2.153 Benzinger Berg
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Benzinger Berg" im Landkreis Freudenstadt vom 14. Okt. 1992 (GBl. v. 11.12.1992, S. 735).
Aufgrund von §§ 21, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Großen Kreisstadt Freudenstadt, Gemarkung Dietersweiler, sowie der Stadt Dornstetten, Gemarkung Aach, Landkreis Freudenstadt, werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Benzinger Berg".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 6,1 ha.
· Es umfaßt auf dem Gebiet der Großen Kreisstadt Freudenstadt, Gemarkung Dietersweiler, die Grundstücke Flst. Nrn. 395 (tw.), 395 /1 (tw.), 397/2 und 398, sowie auf dem Gebiet der Stadt Dornstetten, Gemarkung Aach, die Grundstücke Flst. Nrn. 789, 790/1 und 790/2.
(2) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 und in einer Detailkarte im Maßstab 1:2500 mit durchgezogener grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Freudenstadt und beim Bürgermeisteramt Freudenstadt auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
1. die Erhaltung und Förderung des Feuchtgebietes der Grubensohle als Lebens- und Nahrungsraum einer vielfältigen, z. T. gefährdeten Fauna und Flora;
2. die Erhaltung der Steilhänge und Terrassen des ehemaligen Abbaugeländes als "geologisches Fenster" in der Formation des untersten Muschelkalkes;
3. die Erhaltung und Entwicklung der Wiesen- und Weideflächen oberhalb der Grubenwand als Bindeglied und Lebensraum zwischen Grubensohle, Steilwand und Wald; 4. die Förderung und Entwicklung des Waldbereiches in einen artenreichen naturnahen Mischbestand und seine Sicherung als Wassereinzugsgebiet für die von Quellen gespeisten Kleingewässer der Grubensohle.
2. Straßen, Wege, Plätze oder sonstige Verkehrsanlagen sowie moto-cross-Strecken und -Bahnen an zulegen, Leitungen zu verlegen oder Anlagen dieser Art zu verändern;
5. Gegenstände jeglicher Art sowie Abfälle zu lagern;
15. Dauergrünland und Sukzessionsflächen umzubrechen;
16. außerhalb von Ackerland und Waldflächen Pflanzenbehandlungsmittel und Flüssigmist zu verwenden;
17. Gehölze, Hecken und Sträucher sowie Röhrichtbestände zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern;
20. Erstaufforstungen vorzunehmen;
21. Modellboote zu betreiben;
22. zu klettern;
23. organisierte Veranstaltungen durchzuführen.
2. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß § 4 Abs. 2 Ziffer 5, 9, 15 und 16 zu beachten sind;
§ 4 Abs. 2 gilt mit der Maßgabe, daß die Ausbringung mineralischen Düngers auf eine einmalige Grunddüngung von max. 80 kg/ha P2O5 pro Jahr beschränkt wird und die Einbringung von Flüssigmist mit einer jährlichen Höchstmenge von 20 qbm/ha nur während der Vegetationsperiode (15. März bis 31.Oktober) zulässig ist.
3. für die ordnungsmäßige forstwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß der Schutzzweck in § 3 Ziffer 4 zu beachten ist;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann nach § 63 Befreiung erteilt werden.
Gemäß § 60a NatSchG ist eine Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens- und Formvorschriften nur beachtlich, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Erlaß der Verordnung gegenüber dem Regierungspräsidium Karlsruhe schriftlich geltend gemacht worden ist; der Sachverhalt, der die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.
Karlsruhe, den 14. Okt. 1992

References: § 2
 § 4

§ 4
 § 3
 § 63
 § 60
 § 59