Source: https://studylibde.com/doc/2431419/gesundheitsinformationen-f%C3%BCr-den-umgang-mit
Timestamp: 2019-08-19 19:32:30+00:00

Document:
Gesundheitsinformationen für den Umgang mit
6/2010 - 1500
Belehrung gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Personen, die gewerbsmäßig folgende Lebensmittel herstellen, behandeln oder inverkehrbringen:
7. Backwaren mit nicht durchgebackener oder erhitzter Füllung oder Auflage
8. Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalate, Marinaden, Mayonnaisen, andere emulgierte Soßen, Nahrungshefen
9. Sprossen und Keimlinge zum Rohverzehr sowie Samen zur Herstellung von Sprossen und Keimlingen
zum Rohverzehr.
und dabei mit Ihnen direkt (mit der Hand) oder indirekt über Bedarfsgegenstände (z.B. Geschirr, Besteck und
andere Arbeitsmaterialien) in Berührung kommen
in Küchen von Gaststätten, Restaurants, Kantinen, Cafés oder sonstigen Einrichtungen mit und zur Gemeinschaftsverpflegung tätig sind,
benötigen vor erstmaliger Ausübung dieser Tätigkeiten eine Bescheinigung gemäß § 43 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz durch Ihr Gesundheitsamt. (untere Gesundheitsbehörde)
Warum müssen besondere Vorschriftsmaßnahmen beachtet werden?
In den oben genannten Lebensmitteln können sich bestimmte Krankheitserreger besonders leicht vermehren.
Durch den Verzehr von derartig mit Mikroorganismen verunreinigten Lebensmitteln können
Menschen an Lebensmittelinfektionen oder -vergiftungen schwer erkranken. In Gaststätten oder Gemeinschaftseinrichtungen kann davon eine große Anzahl von Menschen betroffen sein.
Aus diesem Grunde muß von jedem Beschäftigten zum Schutz des Verbrauchers und zum eigenen Schutz ein
hohes Maß an Eigenverantwortung und Beachtung von Hygieneregeln verlangt werden.
(Die wichtigsten Regeln haben wir für Sie im Anhang 1 zusammengestellt.)
Das Infektionsschutzgesetz bestimmt, dass Sie die genannten Tätigkeiten nicht ausüben dürfen, wenn bei
Ihnen Krankheitserscheinungen (Symptome) auftreten, die auf eine der folgenden Erkrankungen hinweisen
oder die ein Arzt bei Ihnen festgestellt hat:
Akute infektiöse Gastroenteritis (plötzlich auftretender, ansteckender Durchfall) ausgelöst durch Salmonellen, Shigellen, Cholerabakterien, Staphylokokken, Campylobacter, Rotaviren oder andere Durchfallerreger.
Sie haben infizierte Wunden oder eine Hautkrankheit, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren
Die Untersuchung einer Stuhlprobe von Ihnen hat den Nachweis eines der folgenden Krankheitserreger ergeben:
- Salmonellen,
- Shigellen,
- enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien,
- Choleravibrionen
Wenn Sie diese Bakterien ausscheiden (ohne dass Sie sich krank fühlen), besteht ebenfalls ein Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich.
Folgende Symptome weisen auf die genannten Erkrankungen hin:
Durchfall mit mehr als zwei dünnflüssigen Stühlen pro Tag, gegebenenfalls mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber.
Hohes Fieber mit schweren Kopf-, Bauch- oder Gelenkschmerzen und Verstopfung (erst nach Tagen folgt
schwerer Durchfall) sind Zeichen für Typhus und Paratyphus.
Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel mit Schwäche und Appetitlosigkeit weisen auf eine Hepatitis A oder
E hin.
Wunden oder offene Stellen von Hauterkrankungen können infiziert sein, wenn sie gerötet, schmierig belegt, nässend oder geschwollen sind.
Treten bei Ihnen die genannten Krankheitszeichen auf, nehmen Sie unbedingt den Rat Ihres Haus- oder Betriebsarztes in Anspruch! Sagen Sie ihm auch, dass Sie in einem Lebensmittelbetrieb arbeiten. Außerdem sind
Sie verpflichtet, unverzüglich Ihren Vorgesetzten über die Erkrankung zu informieren.
(Wenn Sie noch mehr über die beschriebenen Erkrankungen wissen möchten, können Sie dies im Anhang 2 nachlesen).
Nun bitten wir Sie, die nachfolgende Erklärung zu unterschreiben, dass Sie dieses Merkblatt gelesen und verstanden haben und Ihnen keine Tatsachen für ein Tätigkeitsverbot bekannt sind (Anlage 1).
Nach der mündlichen Belehrung erhalten Sie dann eine Bescheinigung für Ihren Arbeitgeber oder Dienstherren
1. Auch Arbeitgeber haben die in der Anlage 1 niedergelegte Erklärung abzugeben, sofern sie zu dem auf
Seite 1 des Merkblattes ausgeführten Personenkreis gehören.
2. Sie dürfen auf Seite 1 des Merkblattes beschriebenen Tätigkeiten nur ausüben, wenn Sie eine Bescheinigung gemäß Anlage 2 erhalten oder im Besitz eines Gesundheitszeugnisses gem. § 18 BundesSeuchengesetz sind.
3. Bei erstmaliger Ausübung der Tätigkeit darf die Bescheinigung des Gesundheitsamtes (untere Gesundheitsbehörde) nicht älter als drei Monate sein.
4. Sie haben Personen, die auf Seite 1 des Merkblattes genannten Tätigkeiten ausüben, nach Aufnahme ihrer
Tätigkeit und im weiteren alle 2 Jahre über die auf Seite 2 aufgeführten Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes zu belehren und die Teilnahme an der Belehrung zu dokumentieren.
5. Sie haben ihre eigene Bescheinigung und die ihrer Beschäftigten, sowie die Dokumentation über die letzte
Belehrung an der Arbeitsstätte verfügbar zu halten und den Mitarbeitern der zuständigen Behörde alle genannten Bescheinigungen auf Verlangen vorzulegen. Bei Tätigkeiten an wechselnden Standorten genügt
die Vorlage einer beglaubigten Kopie.
6. Haben Sie selbst oder einer ihrer Beschäftigten eine auf der Seite 2 dieses Merkblattes genannten Symptome, ist eine der dort genannten Erkrankungen oder die Ausscheidung einer der aufgezählten Krankheitserreger ärztlich festgestellt worden, so müssen Sie Hygienemaßnahmen ergreifen, die geeignet sind, eine
Weiterverbreitung der Krankheitserreger an der Arbeitsstätte zu verhindern. Auskunft hierzu erteilt die Behörde für Lebensmittelüberwachung und Ihr Gesundheitsamt (untere Gesundheitsbehörde).
7. Diese Belehrung ersetzt nicht die regelmäßige Belehrung nach der Lebensmittelhygiene-Verordnung.
Wie können Sie zur Verhütung lebensmittelbedingter
Infektion beitragen?
Waschen Sie sich vor Arbeitsantritt, vor jedem neuen Arbeitsgang und selbstverständlich nach jedem Toilettenbesuch gründlich die Hände mit Seife unter
Verwenden Sie zum Händetrocknen Einwegtücher.
Legen Sie vor Arbeitsbeginn Fingerringe und Armbanduhr ab.
Tragen Sie saubere Schutzkleidung (Kopfhaube, Kittel, Handschuhe, Schuhe für
Innenräume).
Husten oder niesen Sie nie auf Lebensmittel.
Decken Sie kleine, saubere Wunden an Händen und Armen mit wasserundurchlässigem Pflaster ab.
Bei welchen Erkrankungen besteht ein gesetzliches
Tätigkeitsverbot?
Die Erreger sind Salmonella typhi und paratyphi. Ihre Aufnahme erfolgt vorwiegend durch Wasser und Lebensmittel, die damit verunreinigt sind. Die Erkrankung beginnt mit hohem Fieber, das über mehrere Tage ansteigt und unbehandelt wochenlang anhalten kann. Weitere Symptome sind Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen. Es kann zusätzlich Verstopfung auftreten, später bestehen häufig „erbsenbreiartige“ Durchfälle. Aufgrund
der guten Wasser- und Lebensmittelhygiene sind die beiden genannten Erreger bei uns nicht verbreitet.
Typhus und Paratyphus verlaufen ähnlich; allerdings sind die Symptome bei Paratyphus weniger
Beide Erkrankungen werden in der Regel aus endemischen Gebieten (Afrika, Südamerika, Südostasien) oder
aus Gebieten importiert (Reiseerkrankung), in denen sich die hygienischen Verhältnisse aufgrund von Katastrophen oder Kriegseinwirkungen dramatisch verschlechtert haben. Gegen Typhus stehen mehrere Schutzimpfungen zur Verfügung. Wenn Sie beruflich oder privat in die betroffenen Länder verreisen wollen, sprechen
Sie Ihren Hausarzt, Ihren Betriebsarzt oder Ihr Gesundheitsamt (untere Gesundheitsbehörde) an; dort werden
Sie zur Notwendigkeit einer Impfung beraten.
Die Erreger sind Cholerabakterien. Ihre Aufnahme erfolgt durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel; auch
direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Die Infektion verläuft in der Regel als Durchfallerkrankung mit Erbrechen und Bauchschmerzen. Der Stuhl ist milchig weiß ohne Blutbeimengungen. Fieber ist nicht
typisch. Bei schwerem Verlauf ist der Flüssigkeitsverlust hoch und der Körper trocknet aus (tiefliegende Augen,
stehende Hautfalten). Auch dieser Erreger kommt nur in Gegenden mit schlechten hygienischen Voraussetzungen und mangelnder Trinkwasserversorgung vor (Ostasien, Südamerika, Afrika). Eine Schutzimpfung
mit dem in Deutschland im Moment zugelassenen Impfstoff wird nicht empfohlen. Allerdings sind im Ausland
bessere verträgliche und wirksamere Impfstoffe verfügbar. Eine Bestellung über eine internationale Apotheke
ist möglich. Deshalb sollten Sie bei Reisen in ein
Risikogebiet auch zu Ihrem Hausarzt, Ihren Betriebsarzt oder Ihr Gesundheitsamt (untere Gesundheitsbehörde) ansprechen.
Die Erreger sind Shigellabakterien. Ihre Aufnahme erfolgt von Mensch zu Mensch (bei mangelhafter Händehygiene), aber auch durch verunreinigte Lebensmittel und Trinkwasser. Shigellen sind hochinfektiös, d.h. um
krank zu werden genügt die Aufnahme von nur wenigen Bakterien! In Kindereinrichtungen sind auch bei uns
immer wieder Epidemien beschrieben worden. Die Erkrankung beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Kopf- und
krampfartigen Bauchschmerzen. Die anfänglich wässrigen Durchfälle sind bald blutig. Der Erreger ist auch in
Deutschland heimisch. Die Shigellose ist also keine typische Reisekrankheit; mit ihrem Auftreten muß jederzeit
Erreger sind zahlreiche Salmonellenarten, die durch Nahrungsmittel aus infizierten Tieren (z.B. Fleisch, Milch,
Eier) aufgenommen werden. Die häufigste Erkrankung durch Salmonellen ist der akute Brech-Durchfall mit
Bauchschmerzen und mäßigem Fieber. Allerdings können die Symptome erheblich schwanken.
Diese Krankheitserreger sind weltweit verbreitet, mit einer Infektion ist jederzeit zu rechnen; häufig sind Erkrankungen in den Sommermonaten.
Gastroenteritis durch andere Erreger
Auch andere Bakterienarten (z.B. Staphylokokken, bestimmte Colibakterien, Campylobacter, Yersinien) oder
Viren (z.B.: Rota-, Adeno-, Noroviren) können Durchfall, Erbrechen oder Bauchschmerzen verursachen.
Die Erreger sind Viren. Ihre Aufnahme erfolgt durch Nahrungsmittel, die mit Hepatitis-A- oder E-Viren behaftet
sind. Auch Übertragungen von Mensch zu Mensch sind möglich, da das Virus 1-2 Wochen nach Infektion mit
dem Stuhl ausgeschieden wird. Hauptsächlich Erwachsene erkranken an einer Gelbsucht mit Leberschwellung,
Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit. Während das Hepatitis-A-Virus auch bei uns zirkuliert, kommt das Hepatitis-E-Virus hauptsächlich in Asien, Afrika und Zentralamerika vor (importierte Infektion nach Fernreisen!).
Beide Erkrankungen verlaufen ganz ähnlich; die Übertragungswege sind gleich.
Gegen Hepatitis A kann man sich durch Impfungen schützen. Vor Reisen in südliche Länder sollten Sie unbedingt an eine Schutzimpfung denken und Ihren Hausarzt, Ihren Betriebsarzt oder Ihr Gesundheitsamt (untere
Gesundheitsbehörde) darauf ansprechen.
Deutsch - Kreisverwaltung Mainz
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Merkblatt für Lebensmittelpersonal
BELEHRUNG NACH § 43 ABS. 1 NR. 1
Belehrung zum Infektionsschutzgesetz - Elisabeth-Knipping
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Erklärung nach § 43 Infektionsschutzgesetz - Main-Tauber
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Belehrung nach § 42 u - Kreishandwerkerschaft Landkreis Leipzig
Belehrung gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 1 Infektionsschutzgesetz
BELEHRUNG GEMÄß § 43 INFEKTIONSSCHUTZGESETZ (IFSG)
Merkblatt Belehrung für Beschäftigte im Lebensmittelbereich
Muster-Belehrungsbogen gemäß § 43 IfSG Abs.1 Nr.1

References: § 43
 § 43
 § 18
 § 43
 § 43
 § 43
 § 43
 § 43
 § 42
 § 43
 § 43
 § 43