Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.12.2008&Aktenzeichen=VI%20ZR%2048/08
Timestamp: 2019-05-23 08:07:22+00:00

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BGH, 16.12.2008 - VI ZR 48/08 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2070
BGH, 16.12.2008 - VI ZR 48/08 (https://dejure.org/2008,2070)
BGH, Entscheidung vom 16.12.2008 - VI ZR 48/08 (https://dejure.org/2008,2070)
BGH, Entscheidung vom 16. Dezember 2008 - VI ZR 48/08 (https://dejure.org/2008,2070)
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BGB § 252; ZPO § 287; BinSchLV § 4; BinSchG 1994 § 32
Anspruch eines bei einer Havarie geschädigten Schiffseigners auf Ersatz des durch eine erzwungene Stilllegung seines Schiffes entstanden Nutzungsausfallschadens; Berechnung eines durch Stilllegung entstandenen Nutzungsausfallschadens nach dem Liegegeldsatz der Verordnung über die Ladezeiten und Löschzeiten sowie das Liegegeld in der Binnenschifffahrt (BinSchLV); Rechtmäßigkeit eines Zurückgreifens auf Liegegeldsätze und deren Indexierung entsprechend der Preisentwicklung durch einen Tatrichter
BGB § 252; ZPO § 287; BinSchiLV § 4; BinSchG 1994 § 32
Nutzungsausfall bei einer Schiffshavarie auf dem Rhein
AG Duisburg-Ruhrort, 03.04.2006 - 5 C 32/05
NJW-RR 2009, 715
MDR 2009, 337
NZV 2009, 336 (Ls.)
VersR 2009, 419
Welche Methode der Tatrichter zur Schadensberechnung anwendet, steht - mangels entgegenstehender Bestimmungen - in seinem pflichtgemäßen Ermessen (vgl. dazu Senatsurteile vom 8. Oktober 1981 - III ZR 46/80, NVwZ 1982, 210, 212 und vom 4. August 2000 - III ZR 328/98, BGHZ 145, 83, 90 m.w.N.; BGH, Urteile vom 6. August 1997 - VIII ZR 92/96, NJW 1998, 71, 75 und vom 16. Dezember 2008 - VI ZR 48/08, NJW-RR 2009, 715, 716 Rn. 16).
Die Ausübung dieses (Schätzungs-)Ermessens kann vom Revisionsgericht nur daraufhin überprüft werden, ob die Schadensermittlung auf grundsätzlich falschen oder offenbar unrichtigen Erwägungen beruht, ob wesentliche, die Entscheidung bedingende Tatsachen außer Acht gelassen oder unrichtige Maßstäbe zugrunde gelegt worden sind (s. etwa BGH, Urteile vom 9. Juni 1999 - VIII ZR 336/98, NJW 1999, 3487 f und vom 16. Dezember 2008 aaO Rn. 12 - jeweils m.w.N.;… Zöller/Greger, ZPO, 28. Aufl., § 287 Rn. 8;… Musielak/Foerste, ZPO, 7. Aufl., § 287 Rn. 10).
Weil sich der Schaden im Bereich der Binnenschifffahrt häufig nur schwer schätzen lässt, war jedoch in der Vergangenheit die vereinfachte Schadensschätzung durch Heranziehung der Liegegeldsätze anerkannt (BGH NJW-RR 2009, 715-718 m.w.N.).
Hiergegen spricht jedoch schon, dass die seinerzeit allseits als angemessen anerkannten Liegegeldsätze des § 32 BinSchG a.F. ebenso wie die Fracht- und Tarifbestimmungen und das Nutzungsverlustabkommen 1982 keine Unterscheidung nach den unterschiedlichen Betriebsformen vorsahen und sich auch die tatsächlichen Einfahrergebnisse und damit die Höhe des Nutzungsverlusts nicht nach der gewählten Betriebsform unterscheiden (vgl. BGH NJW-RR 2009, 715-718 ).
Für die Berücksichtigung der Geldentwertung ist auf den allgemeinen Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes abzustellen, da ein Index, der die Preisentwicklung des Güterverkehrs mit Binnenschiffen wiedergibt, nicht geführt wird (vgl. BGH NJW-RR 2009, 715-718 ).
OLG Köln, 17.03.2009 - 3 U 36/08
Diese Rechtsprechung hat der Bundesgerichtshof mittlerweile ausdrücklich gebilligt (BGH, Urt. v. 16.12.2008, VI ZR 48/08, BinSchiff 2009, Nr. 1/2, S.75 ff.).
Die Voraussetzungen für eine Zulassung der Revision gem. § 543 Abs. 2 ZPO liegen nicht vor; die Frage, wann ein Anspruch auf Nutzungsausfallschaden bei Beschädigung eines Schiffes besteht, ist ebenso bereits höchstrichterlich geklärt wie die Frage seiner Bemessung (hierzu vgl. BGH, Urt. v. 16.12.2008, VI ZR 48/08, BinSchiff 2009, Nr. 1/2, S.75 ff.).
OLG Rostock, 14.01.2011 - 5 U 90/10
Begriff des Schwesterschiffs im Sinne der Schwesterschiffklausel der Besonderen …
Die Höhe des Nutzungsausfalles ist nach dem Hinweis des Gerichts auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 16.12.2008 - Az.: VI ZR 48/08 - berechnet worden und der Höhe nach unbestritten geblieben.
AG Duisburg-Ruhrort, 26.09.2017 - 5 C 3/15
Schadensersatz wegen Verletzung nebenvertraglicher Pflichten aus einem …
(OLG Köln Urteil vom 22.01.2008, AZ 3 U 77/2008 juris Stichwort Nutzungsausfallentschädigung; BGH Urteil vom 16.12.2008 AZ VI ZR 48/08 juris Stichwort Nutzungsausfallschaden).
LG Rostock, 05.05.2010 - 6 O 76/07
Flusskaskoversicherung: Anwendbarkeit der sog. Schwesterschiffklausel bei während …
Die Höhe des Nutzungsausfalles ist nach dem Hinweis des Gerichts vom 17.07.2009 auf die Entscheidung des BGH vom 16.12.2008, Az.: VI ZR 48/08 neu berechnet worden.
AG Duisburg-Ruhrort, 04.04.2018 - 5 C 11/16
Die Höhe des Nutzungsverlustes ist nach Wahl der Klägerin zu berechnen.Dies erfolgt entweder abstrakt im Wege vereinfachter Schadensschätzung durch Heranziehung der Liegegeldsätze nach § 32 BinSchG a.F. (OLG Köln Urteil vom 22.01.20118, AZ 3 U 77/2008, BGH Urteil vom 16.12.2006 AZ VI ZR 48/08 jeweils juris Stichwort Nutzungsausfallschaden).Oder konkret durch Nachweis eines genau bezifferten entgangenen Gewinns, den die Klägerin zu beweisen hätte.Eine weitere Form der Schätzung ist die abstrakt/konkrete Form, bei der nach ständiger Rechtsprechung des Gerichts die Einfahrergebnisse von drei Monaten vor der Havarie und drei Monaten nach dieser bzw. nach der Reparatur heranzuziehen sind.

References: § 252
 § 287
 § 4
 § 32
 § 252
 § 287
 § 4
 § 32
 § 287
 § 287
 § 32
 BGH 
 BGH 
 § 543
 BGH 
 BGH 
 § 32
 BGH