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Timestamp: 2020-08-03 15:26:30+00:00

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Selbständigkeit Archives - Seite 4 von 5 - DBITS e.V.
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3. Juli 2017 /in Neuigkeiten, Selbständigkeit /von DBITS e.V.
Es ist wieder soweit. Der Wettbewerb IT-Freelancer des Jahres 2017 beginnt heute!
Herausgeber und Veranstalter sind das IT Freelancer Magazin, die Gesellschaft für Informatik und der DBITS e.V.
Bei dem Wettbewerb geht es darum, die Mitglieder der IT-Freelancer Community zu motivieren, ihr eigenes (kleines) Unternehmen und ihre Leistungen zu präsentieren. Dabei soll jedem die Möglichkeit gegeben werden, sich mit anderen IT-Selbständigen zu messen. Außerdem dient der Wettbewerb dazu, einer breiteren Öffentlichkeit „den IT-Freelancer“ deutlicher ins Bewusstsein zu bringen und auf diese Weise seinen Stellenwert in der deutschen Wirtschaft ins rechte Licht zu rücken.
Das IT-Freelancing ist traditionell ein sehr individuelles Gesamtpaket. Dabei befindet es sich in einem ständigen Wandel. Deshalb will die Jury nicht nur das Self-Marketing und den unternehmerischen Auftritt berücksichtigen, sondern die breite Leistungsvielfalt der IT-Freelancer. Es soll sich eben auch der einzelne Freelancer mit seiner ganz persönlichen Note einbringen können.
Attraktive Preise, erstmalig der Community Award
Die Preissponsoren des Wettbewerbs 2017 sind HAYS, SOLCOM, SThree, GULP und Etengo (Deutschland) AG. Jeder gehört zu den Top10-Agenturen für die Vermittlung von IT-Freelancern in Deutschland.
Erster Preis: Das neue Microsoft Surface Pro (125 GB, Intel Core i5, 4 GByte RAM) – gesponsert von der HAYS AG
Zweiter Preis: Apple iPad Pro (128GB, 9.7 Zoll, Wifi) – gesponsert von der SOLCOM GmbH
Dritter Preis: Samsung Gear S3 Classic – gesponsert von der SThree GmbH
Sonderpreis für die beste Webpräsenz: DJI Phantom 3 Standard – gesponsert von der GULP Information Services GmbH
Community Award: GoPro HERO5 Black – gesponsert von der Etengo (Deutschland) AG
Es lohnt sich also auf jeden Fall mitzumachen, denn
die Gewinner erhalten attraktive Sachpreise und zur Preisverleihung eine Übernachtung in einem 4-Sterne-Hotel in Berlin, Frühstück natürlich inbegriffen
Profil, Homepage und unternehmerischer Ansatz von allen Teilnehmern werden von Experten begutachtet und Verbesserungspotenzial aufgezeigt
Aufmerksamkeit der Internet-Öffentlichkeit mit wertvollen Backlinks zur eigenen Homepage (Stichwort: Suchmaschinen-Optimierung) ist sichergestellt
die Auszeichnung kann gegenüber Kunden als Qualitätsmerkmal und Referenz eingesetzt werden (z.B. auf Website, im Profil, auf Xing)
Nicht zuletzt ist der Wettbewerb eine gute Gelegenheit den eigenen Marktauftritt und Marketingstrategie zu reflektieren und auf den neuesten Stand zu bringen.
Und selbst wenn sie nicht zu den Gewinnern eines Preises gehören sollten, lohnt sich die Teilnahme. Denn interessante Einsendungen werden im IT Freelancer Magazin veröffentlicht und Sie können die Reichweite des Wettbewerbs nutzen, um auf sich und Ihre Kompetenzen aufmerksam zu machen.
Besonderes Highlight für Mitglieder des DBITS
Für Teilnehmer aus den Reihen des DBITS e.V. gibt es zudem ein zusätzliches verbandsinternes Special.
Unabhängig von Ihrer Platzierung im Gesamtwettbewerb werden die 3 herausragendsten Bewerbungen von den Teilnehmern des DBITS, mit einer Fortbildungsmaßnahme nach Wahl im Wert von 2.000, 1.500 und 1.000 Euro belohnt.
Gemäß der Tradition richten sich die ersten drei Plätze im Wesentlichen am unternehmerischen Auftritt des IT-Freelancers aus.
40% Unternehmerischer Außenauftritt (Profil / CV, Xing, Website etc.)
30% Projekterfolge/Referenzen
20% Klare Positionierung (roter Faden mit Blick auf Skills, Entwicklung, Branchen etc.)
10% IT-Freelancer Spirit
Darüber hinaus soll aber auch das Wirken des der Freelancers insgesamt, das ggf. über die reine Erledigung des Jobs für seine Kunden hinausgeht, gewürdigt werden. Darum wird in diesem Jahr erstmalig der Community Award vergeben.
Zeigen Sie, wer Sie sind – wer die IT-Freelancer sind! Sie engagieren sich aktiv oder fördernd für soziale Projekte oder bringen sich in der IT-Community ein? Berichten Sie darüber! Alles zählt und vervollständigt das Bild.
Der Wettbewerb beginnt am 3. Juli.
Die Auswertung der Einsendungen durch die Jury ist für die ersten 3 Wochen im Oktober geplant.
Anfang November werden die Bewertungsergebnisse zusammengefasst und die Gewinner informiert.
Die Preisverleihung findet am Nachmittag des 1. Dezember 2017 in Berlin statt.
Im Anschluss ist ein gemeinsames ungezwungenes Abendprogramm geplant, bei dem Gewinner und Gäste reichlich Gelegenheit haben werden Kontakte zu knüpfen.
Jeder Gewinner erhält eine Übernachtung in einem 4-Sterne-Hotel vom DBITS e.V. gesponsert.
Nach einem gemeinsamen Frühstück am Morgen des 2. Dezembers ist das Event beendet. Es kann die Heimreise angetreten oder die Gelegenheit zu einem verlängerten Wochenende in Berlin genutzt werden.
Der Wettbewerb richtet sich an alle IT-Selbständigen. Gemeint sind damit sowohl Freiberufler, als auch Gewerbetreibende. Dabei ist es unerheblich, ob die Selbständigkeit haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird. Firmen mit Angestellten, wie beispielsweise Systemhäuser, können an diesem Wettbewerb daher nicht teilnehmen. Gleiches gilt auch für die Mitglieder der Jury.
Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, welche Bewerbungsunterlagen er einreicht und wie diese gestaltet sind
Unterlagen dürfen ein Mal je Teilnehmer eingereicht werden
Automatisch nimmt jeder Teilnehmer am Wettbewerb um den ersten bis dritten Platz, den Sonderpreis für die beste Website und den Community Award teil.
Mitglieder des DBITS e.V., die an dem Wettbewerb teilnehmen, haben zusätzlich die Chance, einen der 3 verbandsinternen Preise zu gewinnen.
Gern können auch IT-Freelancer von anderen IT-Freelancern, Kunden und deren Mitarbeitern oder Vermittlern vorgeschlagen werden. Dazu einfach eine E-Mail an das Veranstalter-Team senden. Wir nehmen dann mit dem Freelancer Kontakt auf.
Zentrale Anlaufstelle und Kontakte
Zentrale Anlaufstelle für den Wettbewerb ist das IT Freelancer Magazin. Die Wettbewerbsseite wird immer wieder um neue Informationen ergänzt.
Haben Sie Vorschläge oder Fragen zur Teilnahme am Wettbewerb, dann schicken Sie bitte eine E-Mail an das Veranstalterteam.
Bei Fragen zum DBITS e.V. oder zur Mitgliedschaft im Berufsverband, wenden Sie sich gern direkt an uns.
Wir wünschen viel Spaß und Erfolg bei der Teilnahme!
https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png 0 0 DBITS e.V. https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png DBITS e.V.2017-07-03 04:51:132020-06-18 14:53:01IT-Freelancer des Jahres – Wettbewerb 2017
22. April 2017 /in Neuigkeiten, Rechtssicherheit, Scheinselbständigkeit, Selbständigkeit /von DBITS e.V.
In dem vorliegenden Fall ging es darum, dass ein Heilpädagoge auf Basis von Honorarverträgen als Erziehungsbeistand im Rahmen der öffentlichen Jugendhilfe für einen Landkreis seit August 2007 für etwa vier bis sieben Stunden wöchentlich tätig war.
Zwischen dem Landkreis (Auftraggeber) und dem Heilpädagogen (Auftragnehmer) wurde für jeden Einzelfall, also jede zu betreuende Familie, ein separater Honorarvertrag abgeschlossen. Das Honorar belief sich auf 40 bis 41,50 Euro je vereinbarter und geleisteter Betreuungsstunde. Zusätzlich war der Heilpädagoge in Vollzeit bei einem freien Träger beschäftigt.
Statusfeststellungsverfahren – Widerspruch vor dem Sozialgericht
Der Heilpädagoge hatte bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ein Statusfeststellungsverfahren durchlaufen. Diese stellte die Sozialversicherungspflicht des Heilpädagogen wegen der Tätigkeit als Erziehungsbeistand ab dem 01.08.2007 fest.
Der Landkreis, der für die Sozialabgaben herangezogen werden sollte, legte daraufhin Widerspruch gegen den Feststellungsbescheid ein und hatte damit Erfolg. Das Sozialgericht hob die Bescheide der Deutschen Rentenversicherung auf.
Download Positionspapier DBITS
Berufung vor dem Landessozialgericht
Die Deutsche Rentenversicherung legte gegen die Entscheidung des Sozialgerichts Berufung beim Landessozialgericht ein. Diese wurde vom Gericht zurückgewiesen.
Das Landessozialgericht stellte fest, dass der Heilpädagoge selbstständig tätig sei. Eine abhängige Beschäftigung des Heilpädagogen bei der öffentlichen Jugendhilfe des Landkreises wurde nicht festgestellt.
Die schriftlichen Honorarverträge waren formell korrekt und wurden zudem während des gesamten streitigen Zeitraums auch tatsächlich „gelebt“.
Der Heilpädagoge arbeite weitgehend weisungsfrei.
Der Heilpädagoge sei auch nicht in die Arbeitsorganisation der öffentlichen Jugendhilfe des Landkreises eingegliedert.
Er trage zudem ein Unternehmerrisiko im Sinne eines Verdienstausfallrisikos.
Die Deutsche Rentenversicherung wandte sich daraufhin an das Bundessozialgericht.
In dieser Revision rügte die Deutsche Rentenversicherung eine unzureichende Sachverhaltsermittlung durch das Landessozialgericht sowie eine Verletzung von § 7 Abs. 1 SGB IV. Die Gesamtabwägung aller Umstände lasse auf eine abhängige Beschäftigung schließen. Im Übrigen bedürfe es einer grundsätzlichen Klärung der Bedeutung und Gewichtung verschiedener Indizien im Rahmen der Abgrenzung von Beschäftigung und Selbstständigkeit. Insbesondere sei eine Vergleichsbetrachtung der Rahmenbedingungen einer (vermeintlich) selbstständigen Tätigkeit mit denen einer ähnlichen abhängigen Beschäftigung vertretbar und sachgerecht.
Zurückweisung durch das Bundessozialgericht
Das Bundessozialgericht hat den Revisionsantrag der Deutschen Rentenversicherung Bund zurückgewiesen und stimmte der Gesamtabwägung des Landessozialgerichts zu.
Der Heilpädagoge ist in seiner Tätigkeit für den Landkreis nicht (abhängig) beschäftigt und unterliegt daher auch nicht der Versicherungspflicht in der Sozialversicherung.
Bei Tätigkeiten, die wie im vorliegenden Fall, nahezu ausschließlich vor Ort in den Familien zu erbringen sind, ist eine Betriebsstätte nicht zu erwarten.
Die vereinbarte Verpflichtung zur höchstpersönlichen Leistungserbringung war ebenfalls den Eigenheiten und besonderen Erfordernissen der Erziehungsbeistandschaft geschuldet.
Auch die Vereinbarung eines festen Stundenhonorars spricht nicht zwingend für eine abhängige Beschäftigung, wenn es um reine Dienstleistungen geht und aufgrund der Eigenheiten der zu erbringenden Leistung ein erfolgsabhängiges Entgelt regelmäßig ausscheidet.
Die Höhe des Honorars ist ein wichtiges Indiz für eine Selbständige Tätigkeit
Die Höhe des vereinbarten Honorars legt vielmehr eine selbstständige Tätigkeit nahe. Liegt es deutlich über dem Arbeitseinkommen eines sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und lässt es dadurch Eigenvorsorge zu, ist dies ein gewichtiges Indiz für eine selbstständige Tätigkeit. Allerdings handelt es sich auch bei der Honorarhöhe nur um einen bei der Gesamtwürdigung zu berücksichtigenden Anhaltspunkt, weshalb weder an die Vergleichbarkeit der betrachteten Tätigkeiten noch an den Vergleich der hieraus jeweils erzielten Entgelte bzw Honorare überspannte Anforderungen gestellt werden dürfen.
Das Urteil des Bundessozialgerichts bestätigt, dass sich der fortwährende Einsatz für die Rechtssicherheit von uns Selbständigen lohnt! Damit ist ein sehr positives Signal gesetzt worden!
Es zeigt auf, dass mit dem Inkrafttreten der Gesetzgebung zur Regulierung der Arbeitnehmerüberlassung und gegen den Missbrauch von Werkverträgen am 1.4.2017 ist noch nichts verloren ist und bestärkt uns in unseren Bemühungen.
Der DBITS e.V. vertrat schon immer den Standpunkt, dass die Höhe des Honorars ein wesentliches Indiz zur Unterscheidung zwischen abhängiger und selbständiger Beschäftigung ist. Denn gerade auf dem Honorar für Tätigkeiten aus selbständiger Arbeit fußt die nicht vorhandene Schutzbedürftigkeit. Während einige Selbständigenverbände unter Berücksichtigung der Situation ihrer Mitglieder sich bei der Konkretisierung dieses Punktes schwer taten, wurde vom DBITS e.V. schon im Jahre 2015 der Vorschlag unterbreitet, das 5-fache des gesetzlichen Mindestlohns als Richtwert bei dieser Bewertung heranzuziehen. In unserem Positionspapier zu den Rahmenbedingungen für Selbständige in der Informationstechnologie (IT) aus dem März 2015 nannten wir den Betrag von 42,50 Euro. Das Honorar des Heilpädagogen in diesem Fall belief sich nahezu exakt in diesem Rahmen.
https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png 0 0 DBITS e.V. https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png DBITS e.V.2017-04-22 16:29:192020-06-18 16:30:36Wichtiges Urteil für die Selbständigkeit
10. April 2017 /in Altersvorsorge, Neuigkeiten, Rechtssicherheit, Selbständigkeit /von DBITS e.V.
Foto: BDS Deutschland
Die Bundestagsabgeordneten Thomas Gambke und Markus Kurth (beide Bündnis 90 / Die Grünen) luden die Vertreter der Selbständigen zu einem Gespräch ein. Neben Liliana Gatterer, Frank Bösemüller, Tim Wiedemann (alle BDS) und Ingolf F. Brauner (mib), nahmen Markus Pohl (ISDV e.V.) und Kerstin Tammling (DBITS e.V.) an dem Gespräch teil.
Es wurde kontrovers diskutiert. Es gab Übereinstimmung zu grundsätzlichen Punkten, aber auch grundlegend unterschiedliche Positionen wurden vertreten. Man wolle einerseits soziale Absicherung für die Selbständigen schaffen, andererseits jedoch keine unnötige Bürokratie aufbauen, erklärten Gambke und Kurth den Selbständigenvertretern.
Freie Wahl der Altersvorsorge
Die Vertreter der Selbständigen sehen, ebenso wie die Politik, die Notwendigkeit der Altersvorsorge für alle Bundesbürger. Sie vertreten jedoch den Standpunkt, dass den Selbständigen die Wahl der Vorsorgeform überlassen bleiben muss. Eine Offenlegung, also der Nachweis, gegenüber den Auftraggebern, bezogen auf eine existierende Altersvorsorge lehnten die Selbständigen kategorisch ab. Ebenso eine separate Beteiligung der Auftraggeber an den Sozialversicherungsabgaben. Diese ist Bestandteil der Honorarkalkulation und muss es auch bleiben.
Um die, auch von der Politik geforderte, eindeutige Abgrenzung zwischen Selbständigkeit und abhängiger Beschäftigung zu erreichen, muss die Entscheidungsfreiheit des Unternehmers erhalten bleiben. Ansonsten wird das Unternehmertum abgeschafft. Das kann nicht im Sinne des Wirtschaftsstandortes Deutschland sein.
Beide Seiten beschlossen die Argumente der anderen Seite im Nachgang zu prüfen und weiter im Gespräch zu bleiben.
Abschaffung des Statusfeststellungsverfahrens
Das Thema Scheinselbständigkeit wurde ebenfalls angesprochen. Dabei verwiesen Dr. Thomas Gambke und Markus Kurth auf die kleine Anfrage der Grünen zum Statusfeststellungsverfahren der DRV (s. Kasten unten rechts). Man sehe, dass es hier Regelungsbedarf gebe, so Kurth. Ziel der Grünen sei es, das Statusfeststellungsverfahren zu vereinfachen. Die anwesenden Selbständigenvertreter hingegen betrachten das Verfahren als obsolet, insbesondere wenn Selbständige den Nachweis einer Altersversorgung erbringen. Auch zu diesem Thema vereinbarten beide Seiten weiter im Gespräch zu bleiben.
Bund der Selbständigen – BDS
Forderungspapier zur Altersvorsorge für Selbständige
Forderungspapier zur Altersvorsorge für Selbständige – PDF-Download
Mit Sicherheit in die Selbständigkeit ‒ Für eine bessere Absicherung von Selbständigen
Mit Sicherheit in die Selbständigkeit – PDF-Download
Kleine Anfrage – Das Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung
Kleine Anfrage Statusfeststellung – PDF-Download
https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/07/buendnis-90-gruene_logo.png 1157 1920 DBITS e.V. https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png DBITS e.V.2017-04-10 23:10:582020-07-03 22:35:39Altersvorsorge für Selbständige – Gespräch mit den Grünen
2. April 2017 /in Neuigkeiten, Selbständigkeit /von DBITS e.V.
Wer ist ein Freiberufler?
Warum wird der eine IT-Selbständige als Freiberufler, der andere jedoch als Gewerbetreibender eingestuft, wenn beide vergleichbare Voraussetzungen für die Ausübung ihrer Tätigkeit mitbringen und sogar eine vergleichbare Tätigkeit ausüben…?
Beispiel für eine Personengesellschaft mit einem Gewinn von 50.000 Euro
Abgaben an die Industrie- und Handelskammer (IHK)
In Berlin fielen ca. 80,- Euro Grundbeitrag zzgl. 72,79 Euro Umlage an.
In Nordrhein-Westfalen wären es 70,- Euro Grundbeitrag zzgl. 34,66 Euro Umlage.
Zossen Stadt (Brandenburg): Hebesatz 200%. Daraus ergibt sich die zu leistende Gewerbesteuer in Höhe von ca. 2.408,- Euro.
Dierfeld (Rheinland-Pfalz): Hebesatz 900%. Hier beträgt die Gewerbesteuer hingegen ca. 8.028,- Euro, wobei gemäß §35 EStG lediglich 3.390,- Euro mindernd auf die tarifliche Einkommensteuer angerechnet werden.
Diese Aufwände fallen bei einem Freiberufler nicht an!
Die Bundesregierung zur „Lage der freien Berufe“
In einem Bericht der Bundesregierung zur Lage der Freien Berufe aus dem Jahre 2013 heißt es dazu:
[…] 2.2 Das Berufsbild der Freien Berufe
Das Berufsbild der Freien Berufe ist nicht statisch, sondern entwickelt sich kontinuierlich fort. Die Freien Berufe sind gekennzeichnet durch eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Dynamik, aus der immer wieder neue Berufe und Berufsbilder entstehen. Zwar enthalten das Einkommensteuergesetz und das Partnerschaftsgesellschaftsgesetz Ansätze für eine steuerrechtliche und gesellschaftsrechtliche Einordnung bestimmter Berufe als Freier Beruf.
Eine abschließende und umfassende Legaldefinition der freiberuflichen Tätigkeit ist aber aufgrund der Vielzahl von heterogenen Berufen und beruflichen Ausprägungen sowie des laufenden Wandels und der Entstehung neuer Berufe kaum möglich. Hinsichtlich der Katalogberufe, der diesen ähnlichen Berufe und der sog. Tätigkeitsberufe nach § 18 Absatz 1 Nummer 1 Satz 2 EStG ist daher in der Regel eine Einzelfallprüfung durch die zuständige Finanzbehörde erforderlich. Darüber hinaus kann die steuerrechtliche Einordnung eines Berufs als Freier Beruf von der gewerberechtlichen Einordnung entsprechend der Zielsetzung des jeweiligen Rechtsbereichs abweichen. […]
EStG § 18 Selbständige Arbeit ( Frotscher/Geurts – Kommentare zum Einkommensteuergesetz)
§ 18 EStG enthält keine Definition des Begriffs der selbstständigen Arbeit, sondern lediglich eine nicht abschließende Aufzählung der unter diese Einkunftsart fallenden Tätigkeiten. An diese Aufzählung hält sich auch die Rechtssprechung, die in der selbstständigen Arbeit keinen Typusbegriff sieht. Selbstständige Arbeit setzt nach allgemeiner Meinung voraus, dass zunächst die Merkmale eines Gewerbebetriebs erfüllt sind. Voraussetzung ist also auch hier, dass eine unabhängige, nachhaltige Betätigung vorliegt, mit der sich der Steuerpflichtige am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt und die er mit Gewinnerzielungsabsicht verfolgt.
Charakteristisch für die selbstständig ausgeübte Tätigkeit ist, dass die persönliche Arbeitsleistung in Gestalt der geistigen Leistung und des Einsatzes der eigenen Arbeitskraft in den Vordergrund tritt und bestimmend ist. Eine (häufig akademische) Ausbildung, eigenes Können des Berufsträgers und persönliche Freiheit bilden die beherrschenden Momente seiner Tätigkeit.
Ganz ähnlich stellt der EuGH in seiner Definition der Freien Berufe auf den „intellektuellen Charakter“ der Tätigkeit, die hohe Qualifikation, eine genaue und strenge berufsständische Regelung sowie das persönliche Element bei der Berufsausübung ab. Demgegenüber tritt der Einsatz von Kapital und fremder Arbeitskraft prinzipiell in den Hintergrund.
Das BVerfG ist bisher von seiner Linie, wonach die Abgrenzung zwischen gewerblicher und freiberuflicher Tätigkeit durch den Gesetzgeber gerechtfertigt sei, nicht abgewichen. Es hat zur Vorzugsstellung der freien Berufe auf den „Charakter der Berufstätigkeit“ und die „Stellung und Bedeutung der freien Berufe im Sozialgefüge“ ebenso hingewiesen wie auf die zum Erwerb der hohen Qualifikation längere Ausbildungszeit der Selbstständigen.
Hinweise auf freiberufliche Tätigkeit
Es gibt keine 100%-ige Definition des Freiberuflers, sondern lediglich eine Erwerbsgruppe, welche sich aus Katalog-, katalogähnlichen und Tätigkeitsberufen definiert. Die Leistungen in der IT sind nicht Gegenstand der Katalog- und/oder Tätigkeitsberufe. Daher bleiben nur die katalogähnlichen Berufe dessen Profil sie weitgehend entsprechen müssten.
Hier einige Kriterien, die auf eine freiberufliche Tätigkeit hinweisen können:
Der persönliche Arbeitseinsatz spielt gegenüber dem Einsatz von Kapital eine besondere Rolle
Es liegt ein akademischer Abschluss oder eine höhere Bildung vor
Der kreative Anteil bei der Arbeit ist sehr hoch
Hochwertige Zusatzausbildungen wurden absolviert, die für die Arbeit notwendig sind
Freiberufler ist, wer in seinem eigenen Unternehmen allein inhaltlich arbeitet, während andere Mitarbeiter als Aushilfen oder „Zuarbeiter“ tätig sind
Die Verdienstquelle besteht aus Wissen und Erfahrung auf hohem Niveau
Die Tätigkeit liegt im Bereich von Beratung, Coaching, Lehre oder Unterricht
Es besteht ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Kunden
Die Dienstleistung und der persönliche Einsatz stehen im Vordergrund
Die Bezahlung besteht aus Honoraren
Das Know-how der Tätigkeit hat das Niveau eines in den Katalogberufen genannten Akademikers
Diese Aufzählung erhebt weder Anspruch auf Vollzähligkeit noch ist es sicher, dass das jeweilige Finanzamt die genannten Kriterien anerkennt. Sie dient lediglich zur Orientierung.
Keine förmliche Anerkennung
Für die Tätigkeitsbeschreibung bleibt daher die Anlehnung an einem der Katalogberufe. Selbstverständlich sollten dabei nicht auf einen Beruf Bezug genommen werden, der eine Zulassung voraussetzt (Rechtsanwalt, Arzt, usw).
Das Finanzamt wird nur dann eine Prüfung einleiten, wenn im Rahmen einer Aussenprüfung oder durch konkrete Anfrage, Zweifel an der Freiberuflichkeit entstehen. Eine Statusfeststellung durch das Finanzamt sollte daher frühzeitig überlegt werden.
Es gibt keine förmliche Anerkennung der Freiberuflichkeit durch die Finanzbehörden! Als Bestätigungen können gewertet werden:
Aufhebung bereits erlassener Gewerbesteuerbescheide
Mitteilung, dass dem Einspruch gegen den Gewerbesteuermessbescheid stattgegeben worden ist
Mitteilung, dass die Einnahmen als Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit eingestuft werden
Änderung des Einkommensteuerbescheides in Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit
kein Erlass neuer Gewerbesteuerbescheide
Bei einer „Behandlung“ als Freiberuflicher und damit nicht als Gewerbesteuerpflichtiger durch das Finanzamt ohne eingehendere Prüfung, können unter Umständen Gewerbesteuerrückforderungen für einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren zuzüglich einer jährlichen Verzinsung von 6% folgen.
Es ist daher zu empfehlen, grundsätzlich Dokumentationen zu den ausgeführten Arbeiten aufzubewahren. Diese können die Argumentation hinsichtlich Tätigkeit, Rolle und (wissenschaftlichen) Ergebnissen unterstützen. Zudem ist das Anlegen von Rücklagen im Sinne des Risikomanagements ggf. zu empfehlen.
Einen Königsweg zur Erlangung des Freiberuflerstatus gibt es für Selbständige in der IT nicht. In einer Tätigkeitsbeschreibung sollte daher jeder Satz reiflich überlegt sein. Eine plausible und begründete Argumentation, ein roter Faden und eine sauber gegliederte Darstellung sind immer hilfreich. Auch beim Finanzamt sitzt ein Mensch der überzeugt werden möchte.
Bundesministerium f. Wirtschaft u. Technologie (BMWi)
Lage der Freien Berufe
Lage der freien Berufe – PDF-Download
Hebesätze der Realsteuern
Hebesätze der Realsteuern – Ausgabe 2018 auf destatis.de
zum Nachlesen auf gesetze-im-internet.de
https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png 0 0 DBITS e.V. https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png DBITS e.V.2017-04-02 13:02:572020-06-18 16:51:51Gewerbetreibender oder Freiberufler?
16. Februar 2017 /in Neuigkeiten, Scheinselbständigkeit, Selbständigkeit /von DBITS e.V.
(c) Erwin Lorenzen / pixelio.de
Selbständige sind als Fach- und Führungskräfte besonderen Belastungen und Herausforderungen ausgesetzt. Gleichzeitig können Sie Ressourcen nutzen, die Festangestellten nicht zur Verfügung stehen. Viele Selbständige in der IT, aber auch aus anderen Branchen sind als Einzelkämpfer tätig. Daher ist über die Rahmenbedingungen ihrer Projekteinsätze, ihre Führungsqualitäten und ihre Projekterfolge nur sehr wenig bekannt. Gleiches gilt für die Bindung der Selbständigen an ihre Selbständigkeit (eigenständiges Berufsbild vs. bloße Tätigkeitsform), ihre Zufriedenheit im Beruf, Gesundheit sowie ihre physisch-psychologische Robustheit („Resilienz“). Diese Forschungslücken wollen Erdwig Holste und sein Team von der Helmut-Schmidt-Universität zu Hamburg mit ihrem neuen Forschungsprojekt schließen. Es geht dabei sowohl um die Selbst- als auch die Fremdeinschätzung.
Der DBITS e.V. unterstützt diese Studie als einen weiteren Baustein, die gesellschaftliche Wahrnehmung von Selbständigen zu stärken und Vorurteile zu beseitigen und bittet Sie gemeinsam mit dem Forschungsteam um Ihre Unterstützung.
Das Thema der Studie lautet „Interim Leadership Resilience“ und richtet sich branchenübergreifend an selbständige Fach- und Führungskräfte aus dem Bereich der Wissensarbeit. Angesprochen sind also neben Selbständigen mit Führungsaufgaben auch die selbständigen Fachkräfte, deren (Projekt-)Aufgaben überwiegend durch die rein fachliche Verantwortung für ein spezielles Themengebiet, geprägt ist.
Interim Leadership Resilience
Darum laden wir sie ganz herzlich zur Teilnahme an dieser Studie ein. Sie leisten Damit einen wichtigen Beitrag zur weiteren wissenschaftlichen Erforschung der Solo-Selbständigen.
Die Ergebnisse der Studie sollen Selbständige in Ihrer Praxis unterstützen und die wissenschaftliche Forschung erweitern. Je größer die Stichprobe ausfällt, desto repräsentativer die Ergebnisse! Voraussichtlich im 2. Quartal 2018, nach Abschluss der Umfrage, Auswertung und Verschriftlichung ist geplant, eine praxisorientierte, digitale Kurzstudie kostenlos als Download bereitzustellen.
Die Teilnahme an der Online-Befragung dauert durchschnittlich 15-18 Minuten (nicht länger!). Ihre Einschätzungen werden selbstverständlich zu 100% anonymisiert ausgewertet. Wir bitten Sie zudem, uns eine kurze Fremdeinschätzung zur Selbsteinschätzung zu ermöglichen (freiwillig).
Das Zeitfenster für die Teilnahme reicht vom 01.02.-17.03.2017
https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png 0 0 DBITS e.V. https://www.dbits.it/wp-content/uploads/2020/05/dbits-logo.png DBITS e.V.2017-02-16 13:02:222020-06-18 17:09:26Wie widerstandsfähig sind Selbständige?

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 EuGH