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Timestamp: 2016-10-24 14:24:00+00:00

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12.09.2006 13:22 | Preis: ***,00 € |
Neuerdings ist ja modern eine Limited in Großbritannien zu gründen, weil hier - im Gegensatz zur GmbH - fast kein Stammkapital eingebracht werden muß. Das Problem ist nur, dass regelmäßig ein Jahresabschluß von einem englischen Steuerberater
erstellt und beim Companieshouse in England eingereicht werden muß. Anderenfalls löscht das Companieshouse die Ldt. im Handelsregister. Wenn man die Seite abfragt (www.companieshouse.co.UK)stellt man auch fest, dass massenhaft aufgelöste Limiteds enthalten sind.
Ich vorliegenden Fall schreibt ein Versandhändler weiterhin Rechnungen unter dem Namen der Limited, die schon vor Jahren (laut Abfrage Companieshouse) aufgelöst wurde. Als Begründung auf Rückfrage führte er an, er habe von der Auflösung nichts mitbekommen, da sein Treuhänder in England im die Informationen des Companieshouse nicht weitergegeben hat (das Companieshouse informiert über die Löschung).
Macht er sich nicht strafbar, wenn er unter einer Firma Rechnungen erstellt, die längst (muß er sich die Versäumnisse seines Treuhänders nicht zurechnen lassen) aufgelöst ist? (Hinweis: die Rechnungen schickt er von einer Niederlassung in der Schweiz an seine Kunden nach Deutschland) Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 19 weitere Antworten zum Thema:
12.09.2006 | 14:29
Einen strafbaren Vorwurf kann ich allein in dem von Ihnen beschriebenen Sachverhalt - ein Versandhändler schreibt Rechnungen unter einer nicht mehr existenten Firma - nicht erkennen. Insbesondere ist eine Verschleierung von Vermögensverhältnisse bzw. ein Schadenseintritt für die Kunden/Geschäftspartner/Behörden nicht erkennbar, wenn ansonsten sämtlichen Verpflichtungen vollumfänglich nachgekommen wird.
Ein Berufen auf ausschließliche Versäumnisse des Treuhänders wird ihm dagegen nicht möglich sein. Der Händler hat sich selbst darum zu kümmern, dass die notwendigen Unterlagen fristgemäß eingereicht werden und die notwendigen Eintragungen bestehen. Ich hoffe, dass Ihre Fragen in meinen Ausführungen zufrieden stellend beantwortet wurden und Ihnen einen ersten Überblick verschaffen konnten. Andernfalls darf ich Sie auf die Möglichkeit einer für Sie kostenlosen Nachfrage hinweisen.
Nachfrage vom Fragesteller	13.09.2006 | 08:33
Sehr geehrter Hr. Freisler,
wenn der Versandhändler Rechnungen unter einer nicht existenten Limited schreibt, verhält es sich ja so, dass die Kunden Rechnungen erhalten, die einen Vertragspartner bezeichnen, der gar nicht existiert. Die Kunden des Versandhändlers sind der Meinung, die Limited sei ihr Vertragspartner, weil sie darauf vertrauen, dass die Limited existiert und überweisen das Geld auf ein Konto der Limited, dass von der kontoführenden Bank, wenn diese erfahren würde, dass die Limited inzwischen gelöscht worden wäre (die Bank führt die Legitimationsprüfung nach § 154 Abgabenordnung - Kontenwahrheit - ja nur anläßlich der Kontoeröffnung durch und überwacht nicht permanent ausländische Register darauf, ob die Kunden inzwischen gelöscht wurden)gar nicht mehr weitergeführt werden würde. Kann man so etwas machen ohne sich strafbar zu machen?
Bei Anwendbarkeit des deutschen Steuerrechts ist die Kontenwahrheit gemäß § 154 AO zu beachten. Ein Verstoß kann über § 379 AO als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Des weiteren ist § 72 AO zu beachten, nachdem der haftet, der vorsätzlich oder grob fahrlässig der Vorschrift des § 154 AO zuwiderhandelt und dadurch die Verwirklichung von Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis beeinträchtigt. Sollte, bei Anwendbarkeit der AO, der Versandhändler gegen diese Pflichten verstoßen, kommt daher eine entsprechende Strafbarkeit in Betracht. Überdies kann bei der Nichteinhaltung der Publizitätspflichten die englische Staatsaufsicht einschreiten.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Rahmen dieser Erstberatung keine weitere umfassende und konkrete Würdigung vorgenommen werden kann, sondern nur eine erste Einschätzung aufgrund des mitgeteilten Sachverhaltes erfolgen kann. Erst nach Einsicht in alle relevanten Unterlagen ist eine abschließende Würdigung möglich. Dies erfordert jedoch den Rahmen einer Mandatierung. Ich rate Ihnen daher, sich diesbezüglich mit einem ortsansässigen Rechtsanwalt oder Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen. Anbei habe ich Ihnen die Texte der genannten §§ der AO zu Ihrer Kenntnisnahme angefügt.
3. nach Gesetz buchungs- oder aufzeichnungspflichtige Geschäftsvorfälle oder Betriebsvorgänge nicht oder in tatsächlicher Hinsicht unrichtig verbucht oder verbuchen lässt und dadurch ermöglicht, Steuern zu verkürzen oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile zu erlangen. Satz 1 Nr. 1 gilt auch dann, wenn Einfuhr- und Ausfuhrabgaben verkürzt werden können, die von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften verwaltet werden oder die einem Staat zustehen, der für Waren aus den Europäischen Gemeinschaften auf Grund eines Assoziations- oder Präferenzabkommens eine Vorzugsbehandlung gewährt; § 370 Abs. 7 gilt entsprechend. Das Gleiche gilt, wenn sich die Tat auf Umsatzsteuern bezieht, die von einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften verwaltet werden.
2) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder leichtfertig
3) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig einer Auflage nach § 120 Abs. 2 Nr. 4 zuwiderhandelt, die einem Verwaltungsakt für Zwecke der besonderen Steueraufsicht (§§ 209 bis 217) beigefügt worden ist.
4) Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu fünftausend Euro geahndet werden, wenn die Handlung nicht nach § 378 geahndet werden kann.
Berechnung der Abfindung für einen GmbH-Gesellschafter
Rausschmiss aus Firma
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References: § 154
 § 154
 § 379
 § 72
 § 154
 § 370
 § 120
 § 378