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Timestamp: 2016-10-22 08:55:57+00:00

Document:
4C.406/2005 (02.08.2006)
4C.406/2005/zga
vertreten durch Rechtsanwalt David Horak,
Beglinger Holenstein,
vertreten durch Rechtsanwalt Hans-Rudolf Wild.
Arbeitsvertrag; fristlose K�ndigung; p�nale Entsch�digung,
Berufung gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zug, Zivilrechtliche Abteilung, vom 4. Oktober 2005.
Die Y.________ AG mit Sitz in Zug ist eine Gesellschaft, die zum Z.________-Konzern geh�rt, der seinen Sitz in Zagreb hat. Seit Dezember 1995 befindet sich die Y.________ AG in Liquidation.
Die Y.________ AG stellte X.________ mit Wirkung ab 1. September 1994 als Gesch�ftsf�hrer an. Bez�glich seines Aufgabenbereichs wurde im Arbeitsvertrag auf ein beigeheftetes Reglement verwiesen und dieses zum Bestandteil des Vertrags erkl�rt. Ziffer 3 des Vertrages hielt den Lohn und die weiteren finanziellen Leistungen der Arbeitgeberin fest. Ziffer 6 sah vor, dass der Vertrag von jeder Partei ab dem 1. September 1998 unter Einhaltung einer K�ndigungsfrist von drei Monaten auf das Ende eines Monats aufgel�st werden k�nne. Mit Vertrags�nderung vom 7. Februar/9. M�rz 1995 wurde X.________ als Vorsitzender der Gesch�ftsleitung der Y.________ AG eingesetzt. Er war zudem Pr�sident und Delegierter des Verwaltungsrates dieser Gesellschaft.
Am 18. Dezember 1995 beschloss die Generalversammlung der Y.________ AG deren Aufl�sung. Vorher war X.________ als Mitglied und Pr�sident des Verwaltungsrates abgew�hlt worden. Mit Schreiben vom 17. Januar 1996 teilte die Arbeitgeberin X.________ mit, dass sie das Vertragsverh�ltnis mit sofortiger Wirkung aufl�se. Dieser widersetzte sich und verlangte eine schriftliche Begr�ndung, die mit Brief vom 25. Januar 1996 erfolgte.
X.________ reichte am 26. April 1996 beim Kantonsgericht des Kantons Zug Teilklage ein mit dem Begehren, die Y.________ AG in Liquidation zur Zahlung von Fr. 200'000.-- nebst 5 % Zins seit 17. Januar 1996 zu verpflichten. Mit Urteil vom 1. Oktober 1998 wies das Kantonsgericht die Klage ab. Dieser Entscheid wurde vom Obergericht des Kantons Zug am 22. Februar 2000 aufgehoben und die Streitsache zur Neubeurteilung an die erste Instanz zur�ckgewiesen. Darauf hiess das Kantonsgericht die Klage mit Urteil vom 4. Dezember 2000 im Umfang von Fr. 140'905.15 nebst 5 % Zins seit 9. Mai 1996 gut. Das Obergericht, an das beide Parteien appelliert hatten, hob diesen Entscheid mit Urteil vom 5. M�rz 2002 auf und verpflichtete die Beklagte zur Zahlung von Fr. 200'000.-- nebst 5 % Zins seit 25. M�rz 1996 und auf Fr. 174'918.20 seit 9. Mai 1996. Diesen Entscheid best�tigte das Bundesgericht am 20. August 2002 auf Berufung der Beklagten hin.
Am 7. Oktober 2002 liess X.________ beim Kantonsgericht des Kantons Zug erneut eine Klage gegen die Y.________ AG in Liquidation einreichen. Nach einigen �nderungen des Rechtsbegehrens im Laufe des Verfahrens forderte er von der Beklagten Fr. 205'784.-- nebst 5 % Zins seit 17. Januar 1996. Zus�tzlich verlangte er die Verpflichtung der Beklagten, ihm eine p�nale Entsch�digung von Fr. 88'383.30 nebst 5 % Zins seit 17. Januar 1996 zu zahlen.
Das Kantonsgericht hiess die Klage mit Urteil vom 10. Mai 2004 im Betrag von Fr. 239'915.70 nebst 5 % Zins seit 18. Januar 1996 gut. Auf kantonale Berufung der Beklagten hin reduzierte das Obergericht des Kantons Zug mit Urteil vom 4. Oktober 2005 den geschuldeten Betrag auf Fr. 95'367.15 nebst 5 % Zins seit 18. Januar 1996.
Der Kl�ger gelangt gegen das Urteil des Obergerichts an das Bundesgericht und verlangt mit seiner Berufung die Verurteilung der Beklagten zur Bezahlung von Fr. 239'915.70 nebst 5 % Zins seit 18. Januar 1996.
Die Beklagte beantragt die Abweisung der Berufung und hat gleichzeitig Anschlussberufung erhoben. Mit dieser verlangt sie die vollst�ndige Abweisung der Klage. Der Kl�ger beantragt die Abweisung der Anschlussberufung.
I. Zur Berufung
1.1 Nachdem im ersten Prozess der Parteien rechtskr�ftig entschieden worden ist, dass die fristlose Entlassung zu Unrecht erfolgt war, geht es im vorliegenden Berufungsverfahren noch um die Berechnung des Schadenersatzes wegen der vorzeitigen Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses und um die Bemessung der P�nale. Es ist insbesondere streitig, ob und wie die �ber die Lohnzahlung hinausgehenden Leistungen der Kl�gerin zu ber�cksichtigen sind und ob gem�ss Art. 337c Abs. 2 OR ein Abzug vorzunehmen ist. Soweit mit der Berufung eine Verletzung von Bundesrecht ger�gt wird, kann auf diese eingetreten werden.
1.2 Der Kl�ger macht geltend, dem Obergericht sei ein offensichtliches Versehen unterlaufen, weil es auf S. 10 des angefochtenen Urteils ausf�hrt, er habe die Behauptung der Beklagten nicht bestritten, er h�tte in Kroatien eine ebenb�rtige Stelle mit einem Lohn von Fr. 840.-- monatlich finden k�nnen. Er verweist diesbez�glich auf seine Ausf�hrungen in seiner Eingabe vom 24. M�rz 2003 an das Kantonsgericht. Dort bestreite er in den Randziffern 48 bis 51 diese Behauptung der Beklagten.
Der Kl�ger �bersieht, dass das Obergericht nur festh�lt, der Kl�ger habe im Berufungsverfahren zu den entsprechenden Ausf�hrungen nicht Stellung genommen. Die von ihm zitierte Rechtsschrift richtete sich aber nicht im Rahmen des kantonalen Berufungsverfahrens an das Obergericht, sondern war im erstinstanzlichen Verfahren beim Kantonsgericht eingereicht worden. Insofern widerspricht die Aussage des Obergerichts nicht der Aktenlage, weshalb darin kein offensichtliches Versehen liegt. Zudem hat das Obergericht seinen Schluss, der Kl�ger h�tte eine entsprechende Stelle finden k�nnen, aus dem Umstand abgeleitet, dass die Beklagte ihm eine solche Stelle angeboten hatte. Diese Folgerung beruht somit auf Beweisw�rdigung und nicht auf unterlassener Bestreitung, weshalb von vornherein kein offensichtliches Versehen im vom Kl�ger behaupteten Sinne vorliegen kann.
Weil das Obergericht mit der unbestritten gebliebenen Offerte der Beklagten, den Kl�ger in Zagreb zu besch�ftigen, den Beweis f�r geleistet hielt, dass der Kl�ger eine Stelle h�tten antreten k�nnen, f�llt auch die R�ge in sich zusammen, das Obergericht habe die Beweisrechte des Kl�gers in Verletzung von Art. 8 ZGB beschnitten. Ist der Beweis erbracht, wird die Frage der Verteilung der Beweislast gegenstandslos (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 602 mit Hinweisen), und eine auf antizipierter Beweisw�rdigung beruhende Ablehnung von angebotenen Beweismitteln kann nicht als Verletzung von Art. 8 ZGB ger�gt werden (BGE 115 II 440 E. 6b S. 450). Auf die diesbez�glichen Ausf�hrungen des Kl�gers braucht deshalb nicht weiter eingegangen zu werden.
Im Arbeitsvertrag haben die Parteien vereinbart, dass die Arbeitgeberin neben dem Barlohn von monatlich Fr. 8'360.60 netto "weitere Leistungen" erbringt, wie namentlich einen "Kostenanteil Wohnungsmiete" und "Krankenkassenpr�mien". Zudem wurde dem Kl�ger ein Firmenfahrzeug zur Verf�gung gestellt, das er auch privat benutzen konnte. Der Kl�ger macht mit der Berufung geltend, diese Leistungen seien Lohnbestandteil und deshalb auch f�r die Zeit bis zur ordentlichen Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses zu ersetzen. Betreffend den Kostenanteil Wohnungsmiete und die Krankenkassenpr�mien hat das Obergericht dem Kl�ger nichts zugesprochen, weil sich die Arbeitgeberin bloss zum Ersatz tats�chlich entstandener Kosten verpflichtet habe. Es hat dem Kl�ger dagegen Ersatz f�r den Wegfall der Autobenutzung zugesprochen, weil insoweit in einem separaten Abschnitt des Arbeitsvertrages eine besondere Vereinbarung getroffen worden sei.
2.1 Erfolgt eine ausserordentliche K�ndigung ohne wichtigen Grund, hat die gek�ndigte Person Anspruch auf das positive Vertragsinteresse. Sie hat Anspruch auf das, was sie bis zum Ablauf der ordentlichen K�ndigungsfrist bzw. bis zur Beendigung des Arbeitsvertrages an Vorteilen aus diesem erhalten h�tte (vgl. R�my Wyler, Droit du travail, Bern 2002, S. 382; Frank Vischer, Der Arbeitsvertrag, SPR, Bd. VII/4, 3. Aufl., Basel 2005, S. 261). Es muss konkret bestimmt werden, was der Arbeitnehmer tats�chlich verdient h�tte, wenn ihm ordentlich gek�ndigt worden w�re bzw. wenn das befristete Arbeitsverh�ltnis bis zum Ende der Frist angedauert h�tte. Massgebend ist grunds�tzlich nicht der in der Vergangenheit erzielte Verdienst, sondern das hypothetische Einkommen w�hrend der genannten Frist (BGE 125 III 14 E. 2b S. 16 f.).
F�r den vorliegenden Fall bedeutet dies, dass der Kl�ger grunds�tzlich nicht nur Anspruch auf den entgangenen Barlohn hat, sondern auch auf alle weiteren geldwerten Leistungen der Arbeitgeberin, welche ihm wegen der ungerechfertigten fristlosen K�ndigung entgangen sind. Neben dem Ersatz f�r den Barlohn schuldet die Beklagte dem Kl�ger deshalb auch Ersatz f�r den Naturallohn, soweit dieser durch die vorzeitige Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses entfallen ist. Wie das Obergericht zu Recht festh�lt, f�llt alles, was nicht Barlohn ist, unter den Begriff des Naturallohns. Ob die Leistungen der Arbeitgeberin nur zu erbringen sind, wenn dem Arbeitnehmer die entsprechenden Kosten tats�chlich erwachsen, oder ob sie auch zu verg�ten sind, wenn er die entsprechende Leistung gar nicht nutzt, ist damit aber noch nicht entschieden. Vielmehr ist dies eine Frage der Vertragsauslegung. Falls nach dem im Vertrag zum Ausdruck kommenden Willen der Parteien dem Arbeitnehmer bloss die tats�chlichen Bed�rfnisse verg�tet werden sollen, ist f�r den entgangenen Naturallohn nur Ersatz zu leisten, soweit dem Arbeitnehmer durch die anderweitige Befriedigung des entsprechenden Bed�rfnisses Kosten entstanden sind. Auch wenn das Arbeitsverh�ltnis weiter bestanden h�tte, w�ren ihm diesfalls nur die tats�chlich angefallenen Kosten verg�tet worden. Entscheidend ist somit die Auslegung des Arbeitsvertrages.
2.2 Der Inhalt eines Vertrages bestimmt sich in erster Linie durch subjektive Auslegung, das heisst nach dem �bereinstimmenden wirklichen Parteiwillen (Art. 18 Abs. 1 OR). Nur wenn eine tats�chliche Willens�bereinstimmung unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erkl�rungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden verstanden werden durften und mussten. W�hrend das Bundesgericht die objektivierte Vertragsauslegung als Rechtfrage pr�fen kann, beruht die subjektive Vertragsauslegung auf Beweisw�rdigung, die vorbehaltlich der Ausnahmen von Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG der bundesgerichtlichen �berpr�fung im Berufungsverfahren entzogen ist. Der Vorrang der subjektiven vor der objektivierten Vertragsauslegung ergibt sich aus Art. 18 OR als Auslegungsregel. Die Verletzung dieses Grundsatzes kann deshalb mit der Berufung ger�gt werden (BGE 131 III 467 E. 1.1 mit Hinweisen).
2.2.1 Wie der Kl�ger richtig ausf�hrt, hat das Obergericht vorliegend keinen �bereinstimmenden tats�chlichen Willen der Parteien festgestellt, sondern die Vereinbarung nach dem Vertrauensgrundsatz ausgelegt. Diese Auslegung kann das Bundesgericht im Berufungsverfahren �berpr�fen.
Entgegen der Ansicht des Kl�gers ist jedoch die vom Obergericht vorgenommene Auslegung nicht zu beanstanden. Der Zweck, den die Parteien mit den zus�tzlichen Leistungen erreichen wollten, liegt auf der Hand. Im Wesentlichen handelt es sich um Leistungen, die in der Schweiz normalerweise vom Arbeitnehmer aus seinem Lohn finanziert werden, aber im Heimatstaat der Konzernmutter entweder gar nicht anfallen oder �blicherweise von der Arbeitgeberin getragen werden. Mit der teilweisen Finanzierung der Wohnung wollten die Parteien offensichtlich den unterschiedlichen Wohnkosten in der Schweiz und in Zagreb Rechnung tragen. Insofern l�sst sich die Vereinbarung ohne weiteres dahin auslegen, dass die Leistungen nur erbracht werden, wenn dem Arbeitnehmer die entsprechenden Kosten tats�chlich anfallen. Auf dieser vertraglichen Grundlage kann in der Tat vom Arbeitnehmer verlangt werden, dass er die Kosten belegt, wenn er daf�r Ersatz von der Arbeitgeberin verlangt (vgl. zur unterschiedlichen Behandlung des Personenwagens hinten E. 5).
2.2.2 Was der Kl�ger gegen diese Auslegung einwendet, vermag nicht zu �berzeugen. Soweit es um die Sozialabgaben geht, ist ihm ohne weiteres zuzugestehen, dass diese von der Arbeitgeberin auch weiterhin geschuldet sind, soweit sie tats�chlich anfallen. Dass solche Abgaben angefallen sind, hat der Kl�ger aber nach den Feststellungen der Vorinstanz nicht belegt. Gem�ss der Rechtsprechung des Bundesgerichts steht ausser Zweifel, dass auf dem Lohnersatz nach Art. 337c Abs. 1 OR die Sozialabgaben gleich wie auf dem Lohn geschuldet sind (BGE 123 V 5 E. 4 und 5 S. 10 f.). Das Obergericht ist indessen in seiner Berechnung vom Nettolohn ausgegangen und hat dem Kl�ger entsprechend den Lohnersatz auch netto zugesprochen. Die Beklagte darf vom zugesprochenen Betrag keine weiteren Abz�ge machen. Sie muss somit neben den Arbeitgeberbeitr�gen auch die Arbeitnehmerbeitr�ge auf dem zugesprochenen Betrag selber tragen. Von daher k�nnten die entsprechenden Betr�ge gar nicht zus�tzlich verg�tet werden, ohne dadurch eine Doppelzahlung zu bewirken.
�hnliche �berlegungen gelten f�r die Positionen Krankenkassenpr�mien und die Pr�mien f�r die �brigen Versicherungen. Soweit der Kl�ger auf Grund seines Wohnortswechsels keine entsprechenden Pr�mien entrichten musste, weil diese Leistungen wegen eines anderen Sozialsystems im Ausland unentgeltlich sind, besteht kein Grund f�r eine Verg�tung. Der Kl�ger erhielt die entsprechenden Leistungen, ohne dass die Beklagte diese bezahlen musste. Aus dem Arbeitsvertrag l�sst sich nicht schliessen, dass die Arbeitgeberin diese Leistungen selber erbringen muss. Es gen�gt, wenn sie dem Arbeitnehmer auf andere Weise, gegebenenfalls auch durch den Staat, zugehen.
Daran vermag auch das Argument des Kl�gers nichts zu �ndern, dass es sich bei diesen zus�tzlichen Leistungen um fringe benefits handle. Darunter werden Verg�tungen und geldwerte Vorteile verstanden, welche die Arbeitgeberin dem Arbeitnehmer neben dem Barlohn in Natura oder mit R�ckverg�tungen gew�hrt. Ob diese aber nur insoweit geschuldet sind, als der Arbeitnehmer die Leistung in Anspruch nimmt, oder ob daf�r ein fester Betrag eingesetzt wird, der in erster Linie in Form der entsprechenden Leistung zu beziehen ist, bleibt dabei offen. Ist der Arbeitnehmer aber letztlich frei, ob er den entsprechenden Betrag in Geld ausbezahlt erhalten will oder ob er daf�r bestimmte Leistungen der Arbeitgeberin zu normalen Preisen beziehen will, liegen keine fringe benefits vor. Dann handelt es sich vielmehr um normalen Lohn, der bloss zur Umgehung des Steuer- und Sozialversicherungsrechts anders bezeichnet wird.
Die vom Kl�ger angerufene Unklarheitsregel hilft ihm nicht weiter. F�hrt das Vertrauensprinzip wie im vorliegenden Fall zu einem klaren Ergebnis, liegt keine Unklarheit vor. Eine solche bildet indessen die notwendige Voraussetzung zur Anwendung der Unklarheitsregel (vgl. BGE 122 III 118 E. 2d S. 124 mit Hinweisen).
2.3 Zum gleichen Ergebnis gelangt man auch mit Blick auf Art. 337c Abs. 2 OR. Nach dieser Bestimmung muss sich der Arbeitnehmer auf seine Forderung anrechnen lassen, was er infolge der Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses erspart hat. Zu diesen Ersparnissen z�hlt ein Teil der Lehre auch die tieferen Lebenshaltungskosten am neuen Wohnort nach dem Wegzug vom bisherigen Arbeitsort (Ullin Streiff/Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag: Praxiskommentar zu Art. 319 - 362 OR, Z�rich 2006, N. 6 zu Art. 337c OR). Wohl hat das Bundesgericht in einem Urteil vom 21. Oktober 1996 festgehalten, dass der Wert des in einem schweizerischen Arbeitsvertrag f�r eine Arbeit in der Schweiz vereinbarten Naturallohns nach schweizerischen Verh�ltnissen zu bestimmen ist (E. 3b/bb, abgedruckt in JAR 1997 S. 190 und SJ 1997 S. 149). Das �ndert aber nichts daran, dass kein Ersatzanspruch f�r Aufwendungen besteht, wenn diese dem Arbeitnehmer wegen des Wegfalls des Arbeitsverh�ltnisses gar nicht mehr anfallen. Die erw�hnten Versicherungspr�mien und Sozialversicherungsbeitr�ge entfallen deshalb, falls der Arbeitnehmer aus der Schweiz wegzieht und sein neues Wohnsitzland keine entsprechenden Beitr�ge kennt bzw. er nicht nachweist, dass er dort solche zu zahlen hat.
Das Obergericht hat dem Kl�ger ein hypothetisches Lohneinkommen angerechnet. Nach Art. 337c Abs. 2 OR muss sich der Arbeitnehmer anrechnen lassen, was er durch anderweitige Arbeit verdient oder zu verdienen absichtlich unterlassen hat.
Im angefochtenen Urteil wird f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt (Art. 63 Abs. 2 OG), dass die Muttergesellschaft der Beklagten dem Kl�ger in Zagreb eine �quivalente Stelle mit einem Monatslohn von Fr. 840.-- angeboten hat. Das Obergericht geht auf dieser tats�chlichen Grundlage davon aus, dass der Kl�ger auch unabh�ngig von diesem Angebot eine entsprechende Stelle h�tte antreten k�nnen. Es hat dem Kl�ger deshalb f�r 14 Monate ein hypothetisches Einkommen in dieser H�he angerechnet.
3.1 Soweit der Kl�ger geltend macht, die Lohnh�he sei f�r die damalige Zeit nicht realistisch, ist er nicht zu h�ren. Er kritisiert damit in unzul�ssiger Weise die f�r das Bundesgericht verbindlichen tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz. Im �brigen wurde bereits dargelegt (vorne E. 1.2), dass dem Obergericht in diesem Zusammenhang kein offensichtliches Versehen unterlaufen ist.
3.2 Dem Obergericht kann auch nicht vorgeworfen werden, es habe die sich aus Art. 337c Abs. 2 OR ergebende Schadenminderungspflicht des Kl�gers �berspannt. Es hat zu Recht ber�cksichtigt, dass ein konkretes Arbeitsangebot vorgelegen hat, und es hat dem Kl�ger auch gen�gend Zeit zugestanden, um eine andere Stelle zu finden. Unter diesen Umst�nden kann seine Beurteilung, dass im Verhalten des Kl�gers ein absichtliches Unterlassen der Erzielung eines anderweitigen Verdienstes liegt, nicht als bundesrechtswidrig beanstandet werden.
3.3 Aus diesen Gr�nden ist die Berufung abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.
II. Zur Anschlussberufung
Mit der Anschlussberufung wendet sich die Beklagte gegen die Zusprechung eines Betrages an den Kl�ger f�r die entgangene private Nutzung des Gesch�ftswagens und gegen die Bemessung der P�nale. Sie wirft dem Obergericht in diesem Zusammenhang eine falsche Vertragsauslegung und eine Verletzung von Art. 337c Abs. 3 OR vor. Damit erhebt sie R�gen, die im Berufungsverfahren zul�ssig sind, weshalb auf die Anschlussberufung eingetreten werden kann.
Die Beklagte macht geltend, wie bei den anderen Kosten seien auch bez�glich des Gesch�ftswagens nur die tats�chlich anfallenden Kosten zu ersetzen. Der Kl�ger habe aber nicht nachgewiesen, dass er nach der Aufl�sung des Vertragsverh�ltnisses im Januar 1996 �berhaupt ein Fahrzeug besessen habe.
Die Beklagte verkennt damit, dass nach dem Arbeitsvertrag die private Benutzung des Gesch�ftswagens anders zu behandeln ist als die �brigen zus�tzlichen Leistungen. Die systematische Stellung der Vertragsklausel und die Formulierung rechtfertigen eine unterschiedliche Behandlung. Im Vertrag wird ausdr�cklich festgehalten, dass die Beklagte dem Kl�ger einen Wagen zur Verf�gung stellt, dessen Kosten sie tr�gt. Wegen der vertragswidrigen Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses ist sie dieser Verpflichtung nicht nachgekommen. Aus dem Anspruch des Kl�gers auf das positive Vertragsinteresse ergibt sich, dass er ein Recht auf den Gegenwert dieser Leistung hat. Anders als bez�glich der Sozialversicherungsleistungen hat der Kl�ger durch den Wegfall des Arbeitsverh�ltnisses insofern keine Ersparnisse erzielt, die ihm anzurechnen w�ren.
Als P�nale hat das Obergericht dem Kl�ger Fr. 60'000.-- zugesprochen, was rund vier Monatsl�hnen entspricht.
Die Beklagte hat die Berechnung des Obergerichts bez�glich des massgeblichen Monatslohnes akzeptiert. Das Obergericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass es - anders als bei der Entsch�digung nach Art. 337c Abs. 1 und 2 OR - nicht darauf ankommen kann, was der Arbeitnehmer bis zur ordentlichen Beendigung des Arbeitsverh�ltnisses monatlich verdient h�tte. Entscheidend ist vielmehr, was er vor der K�ndigung monatlich verdient hat (vgl. Adrian von Kaenel, Die Entsch�digung aus ungerechtfertigter fristloser Entlassung nach Art. 337 Abs. 3 OR, Diss. Z�rich 1995, S. 85). Die Beklagte wirft dem Obergericht aber vor, nicht alle zu ber�cksichtigenden Kriterien beachtet bzw. diese nicht richtig gew�rdigt zu haben.
6.1 Art. 337c Abs. 3 OR sieht als Sanktion bei ungerechtfertigter fristloser K�ndigung durch den Arbeitgeber eine Entsch�digung von maximal sechs Monatsl�hnen vor. Diese hat sowohl Strafcharakter als auch Genugtuungsfunktion und soll die durch die ungerechtfertigte fristlose K�ndigung erlittene Pers�nlichkeitsverletzung des Arbeitnehmers abgelten (BGE 123 III 391 E. S. 393 f.; 123 V 5 E. 2a S. 7). In aller Regel ist eine Entsch�digung geschuldet. Nur wenn ausserordentliche Umst�nde vorliegen, die trotz ungerechtfertigter fristloser K�ndigung keine Strafzahlung zu Lasten des Arbeitgebers rechtfertigen, kann sie verweigert werden.
Die H�he der Entsch�digung wird vom Sachgericht nach pflichtgem�ssem Ermessen auf Grund der Umst�nde des Einzelfalles festgesetzt (BGE 123 III 246 E. 6a S. 255). Ermessensentscheide �berpr�ft das Bundesgericht im Berufungsverfahren grunds�tzlich frei. Es �bt dabei aber Zur�ckhaltung und schreitet nur ein, wenn die Vorinstanz grundlos von in Lehre und Rechtsprechung anerkannten Grunds�tzen abgewichen ist, wenn sie Tatsachen ber�cksichtigt hat, die f�r den Entscheid im Einzelfall keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn sie umgekehrt Umst�nde ausser Betracht gelassen hat, die zwingend h�tten beachtet werden m�ssen. Ausserdem greift das Bundesgericht in Ermessensentscheide ein, falls sich diese als offensichtlich unbillig, als in stossender Weise ungerecht erweisen (BGE 132 III 249 E. 3.5 S. 256 mit Hinweisen).
6.2 Entgegen der R�ge der Beklagten hat das Obergericht die massgeblichen Kriterien f�r die Bemessung der P�nale ber�cksichtigt.
Die Bemessungskriterien bestimmen sich nach dem Zweck der Entsch�digung. Diese soll den Arbeitgeber in erster Linie f�r das dem Arbeitnehmer durch die missbr�uchliche K�ndigung zugef�gte Unrecht bestrafen. Trotz der missverst�ndlichen Bezeichnung im Gesetz ist die P�nale nicht als Schadenersatz zu verstehen und setzt daher auch keinen Schadensnachweis voraus (BGE 119 II 157 E. 2b S. 160). Massgeblich sind insbesondere die Strafw�rdigkeit des Arbeitgeberverhaltens, die Schwere der Pers�nlichkeitsverletzung und die Lebenssituation des Arbeitnehmers sowie die Dauer der Anstellung und die besonderen Umst�nde der K�ndigung (BGE 119 II 157 E. 2b und c; Urteil des Bundesgerichts vom 12. August 1997 E. 4b, abgedruckt in JAR 1998 S. 300). Zu ber�cksichtigen sind neben den wirtschaftlichen Auswirkungen der K�ndigung auch das Mass der Rechtswidrigkeit der fristlosten Entlassung, die finanzielle Situation beider Parteien und die Schwere eines allf�lligen Mitverschuldens des Arbeitnehmers (BGE 123 III 246 E. 6a S. 255 f., 391 E. 3c S. 394 mit Hinweisen; 121 III 64 E. 3c S. 69). Grunds�tzlich ist eine Gesamtw�rdigung vorzunehmen, was allerdings nicht bedeutet, dass die einzelnen Kriterien vermengt werden d�rfen.
6.2.1 Die Beklagte macht geltend, die Pers�nlichkeitsverletzung werde dadurch erheblich gemindert, dass der Arbeitnehmer w�hrend vollen 35 Monaten Lohn erhalten habe und damit w�hrend dieser Zeit ein wirtschaftlich unbeschwertes Leben habe f�hren k�nnen. Damit vermengt die Beklagte den pers�nlichkeitsrechtlichen mit dem wirtschaftlichen Aspekt. Wie dargelegt, ist letzterer sehr wohl zu ber�cksichtigen. Weil der Schaden, der durch die ungerechtfertigte fristlose Entlassung entstanden ist, separat verg�tet werden muss, darf sich die Entsch�digung nach Art. 337c Abs. 3 OR nicht einfach nach der finanziellen Einbusse des Entlassenen richten (BGE 119 II 157 E. 2b S. 160 f.). Die finanziellen Folgen d�rfen bloss als eines der mehreren Bemessungselemente mitber�cksichtigt werden, was die Vorinstanz aber - entgegen dem Vorwurf der Beklagten - auch tats�chlich getan hat.
6.2.2 Es ist sodann richtig, dass von einem leitenden Mitarbeiter bez�glich einer Versetzung eine erh�hte Flexibili�t erwartet werden darf. Es ist ihm auch eher zuzumuten, in einem geographisch gr�sseren Kreis eine neue Stelle zu suchen. Das betrifft aber zum einen die Frage, ob er die Weisung, sich nach Zagreb zu begeben, unter dem Gesichtswinkel der Zumutbarkeit bzw. der Schadenminderungspflicht h�tte befolgen m�ssen. Zum anderen beschl�gt dies die wirtschaftlichen Folgen der K�ndigung. Ersteres wurde bereits im ersten Verfahren gekl�rt. Letzteres betrifft die wirtschaftlichen Auswirkungen der fristlosen K�ndigung auf den gek�ndigten Arbeitnehmer, welche das Obergericht - wie bereits dargetan - durchaus ber�cksichtigt hat.
6.2.3 Schliesslich trifft zwar zu, dass es f�r den Kl�ger ein Vorteil war, in der Schweiz und damit fern ab vom Krieg in seiner Heimat eine Stelle antreten zu k�nnen. Das �ndert aber nichts an der Tatsache, dass jemand in der Regel eine Stelle im Ausland nur dann antritt, wenn er auch mit einer bestimmten Mindestdauer des Aufenthalts in diesem Land rechnen kann. Es ist von da her einleuchtend, dass der Kl�ger mit diesem Schritt bloss einverstanden war, weil er die Stelle auf eine bestimmte Dauer auf sicher hatte. Mit der ungerechtfertigten fristlosen Entlassung ist er in dieser Erwartung get�uscht worden, was bei der Bemessung der Entsch�digung ber�cksichtigt werden muss.
6.2.4 Aus den vorstehenden Erw�gungen ergibt sich, dass es der Beklagten nicht gelungen ist, bez�glich der vom Obergericht vorgenommenen Bemessung der P�nale eine Verletzung von Bundesrecht aufzuzeigen. Die Anschlussberufung ist abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.
Weder der Kl�ger noch die Beklagte dringen mit ihrem Rechtsmittel durch. Von den gestellten Rechtsbegehren her unterliegt der Kl�ger etwas mehr als die Beklagte. Es rechtfertigt sich daher, dem Kl�ger eine etwas h�here Gerichtsgeb�hr als der Beklagten aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 3 OG). Da sodann von keiner der Parteien gesagt werden kann, dass sie in einem Punkt von gr�sserem Gewicht obsiegt hat oder unterlegen ist als die andere, ist es angemessen, die Parteientsch�digungen wettzuschlagen (Art. 159 Abs. 3 OG).
Die Berufung und die Anschlussberufung werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird.
Dem Kl�ger wird eine Gerichtsgeb�hr von Fr. 5'500.-- und der Beklagten eine solche von Fr. 4'500.-- auferlegt.

References: Art. 337
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 63
 Art. 64
 Art. 18
 Art. 337
 BGE 
 Art. 337
 Art. 319
 Art. 337
 Art. 337
 Art. 337
 Art. 337
 Art. 337
 Art. 337
 Art. 337
 Art. 337