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Timestamp: 2020-07-10 02:30:56+00:00

Document:
Lawbrary | LVG - Bundesgesetz über die wirtschaftliche Landesversorgung
Einleitung (1 - 2)
Massnahmen der wirtschaftlichen Landesverteidigung
Grundsatz (3 - 3)
Vorratshaltung (4 - 5)
Pflichtlagerhaltung (6 - 17)
Vorratshaltung des Bundes (18 - 18)
Nutzung einheimischer Ressourcen (19 - 21)
Transporte und andere Dienstleistungen (22 - 22)
Massnahmen bei zunehmender Bedrohung (23 - 25)
Massnahmen gegen schwere Mangellagen infolge von Marktstörungen (26 - 30)
Verwaltungsmassnahmen und Konventionalstrafen (31 - 37)
Rechtsschutz (38 - 41)
Strafbestimmungen (42 - 51)
Vollzugsbestimmungen (52 - 58)
Schlussbestimmungen (59 - 62)
Die­ses Ge­setz re­gelt die vor­sorg­li­chen Mass­nah­men der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­tei­di­gung so­wie die Mass­nah­men zur Si­cher­stel­lung der Lan­des­ver­sor­gung mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen bei schwe­ren Man­gel­la­gen, de­nen die Wirt­schaft nicht sel­ber be­geg­nen kann.
1Le­bens­wich­tig sind Gü­ter und Dienst­leis­tun­gen, die not­wen­dig sind, da­mit das Land in Zei­ten der Be­dro­hung durch­hal­ten und schwe­re Man­gel- oder Not­la­gen über­ste­hen kann.
2Le­bens­wich­tig sind ins­be­son­de­re:
Nah­rungs­mit­tel, Heil­mit­tel und wei­te­re un­ent­behr­li­che Gü­ter des täg­li­chen Be­dar­fes, Hilfs- und Roh­stof­fe für die Land­wirt­schaft, die In­dus­trie und das Ge­wer­be, Ener­gie­trä­ger so­wie al­le da­zu be­nö­tig­ten Pro­duk­ti­ons­mit­tel;
Trans­port- und Fern­mel­de­diens­te;
La­ger- und Spei­cher­mög­lich­kei­ten.
1Der Bund si­chert die Ver­sor­gung des Lan­des mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen für den Fall ei­ner mit­tel­ba­ren oder un­mit­tel­ba­ren Be­dro­hung des Lan­des oder an­de­rer macht­po­li­ti­scher Ein­wir­kun­gen; er ar­bei­tet mit den Kan­to­nen und der Wirt­schaft zu­sam­men.1
2Die Be­reit­schaft des Bun­des ist nach Art, Schwe­re und Um­fang der Be­dro­hung so zu er­stel­len, dass die Mass­nah­men der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­tei­di­gung wenn nö­tig un­ver­züg­lich in Kraft ge­setzt wer­den kön­nen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
1Die Vor­rats­hal­tung ist in der Re­gel Auf­ga­be der Wirt­schaft. Sie wird in be­son­de­ren Be­rei­chen durch Mass­nah­men des Bun­des (Art. 18) und, wenn nö­tig, der Kan­to­ne er­gänzt. Wirt­schaft und Ge­mein­we­sen ar­bei­ten zu­sam­men.
2Der Bun­des­rat kann An­le­gung, Er­hal­tung und Ver­meh­rung von Vor­rä­ten durch Ver­trä­ge und an­de­re Mit­tel för­dern. Er sieht ins­be­son­de­re vor, dass die Ei­gen­tü­mer über frei­wil­lig an­ge­leg­te Vor­rä­te grund­sätz­lich ver­fü­gen und sie im Rah­men all­fäl­li­ger Be­wirt­schaf­tungs­vor­schrif­ten im ei­ge­nen Be­trieb oder zur Be­lie­fe­rung der Kund­schaft ver­wen­den kön­nen.
4Der Bun­des­rat sorgt für ei­ne an­ge­mes­se­ne In­for­ma­ti­on der Öf­fent­lich­keit, ins­be­son­de­re zur För­de­rung von Haus­halts­vor­rä­ten und zur Ver­hin­de­rung von Hams­ter­käu­fen.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
Be­trie­be, die an der Ver­sor­gung mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern mit­wir­ken, kön­nen un­ter Be­rück­sich­ti­gung ih­rer Leis­tungs­fä­hig­keit ver­pflich­tet wer­den, Min­dest­vor­rä­te zu hal­ten.
1Für die Er­rich­tung von Pflicht­la­gern schliesst der Bund mit Be­trie­ben Ver­trä­ge ab.
2Im Pflicht­la­ger­ver­trag sind ins­be­son­de­re zu re­geln:
Art und Men­ge des La­ger­gu­tes;
La­ge­rung, Be­hand­lung, Be­auf­sich­ti­gung, Kon­trol­le und Aus­wechs­lung des La­ger­gu­tes;
La­ger­ort;
Fi­nan­zie­rung und Ver­si­che­rung;
De­ckung der La­ger­kos­ten so­wie des Preis-, Ge­wichts- und Qua­li­täts­ver­lus­tes, der sich aus der La­ge­rung er­ge­ben kann.
3Der Pflicht­la­ger­ver­trag kann vor­schrei­ben, dass der Ei­gen­tü­mer des La­gers ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on (Art. 10) an­ge­hört und ne­ben dem Pflicht­la­ger stän­dig einen an­ge­mes­se­nen frei­en Vor­rat des zu la­gern­den Gu­tes un­ter­hält.
4Ein Pflicht­la­ger­ver­trag kann nur über Wa­ren ab­ge­schlos­sen wer­den, die im Ei­gen­tum des La­ger­hal­ters sind. Vor­rä­te, an de­nen Drit­te Ei­gen­tums­an­sprü­che ha­ben, kön­nen nur zum Ge­gen­stand ei­nes Pflicht­la­ger­ver­tra­ges ge­macht wer­den, wenn sich al­le Be­rech­tig­ten ge­gen­über dem Bund und al­len­falls ge­gen­über der fi­nan­zie­ren­den Bank (Art. 11) so­li­da­risch ver­pflich­ten.
Art. 7 Verringerung und Aufhebung von
Pflichtlagern.Warenpapiere
1Pflicht­la­ger dür­fen nur mit dem Ein­ver­ständ­nis des Bun­des ver­rin­gert oder auf­ge­ho­ben wer­den. Der Ei­gen­tü­mer des La­gers muss zu­vor all­fäl­li­ge Dar­le­hen an­teils­mäs­sig der Bank zu­rück­ge­zahlt und all­fäl­li­ge Ver­pflich­tun­gen ge­gen­über Ga­ran­tie­fonds (Art. 10) er­füllt ha­ben.
2Über Pflicht­la­ger dür­fen kei­ne Wa­ren­pa­pie­re aus­ge­ge­ben wer­den.
Art. 8 Sicherstellung der Pflichtlagerhaltung
1Der Bun­des­rat kann be­stimm­te le­bens­wich­ti­ge Gü­ter, die ein­ge­führt oder die im In­land her­ge­stellt oder ver­ar­bei­tet wer­den, der Pflicht­la­ger­hal­tung un­ter­stel­len. Er kann für be­stimm­te Ver­wen­dun­gen Aus­nah­men vor­se­hen.2
2Für sol­che Gü­ter be­stimmt der Bun­des­rat das Aus­mass der Be­darfs­de­ckung oder Richt­men­gen. Er strebt ei­ne Ver­tei­lung der La­ger an, die dem Be­darf der ver­schie­de­nen Lan­des­ge­gen­den und den An­for­de­run­gen der Lan­des­ver­tei­di­gung ent­spricht.
3La­ger­pflich­tig ist, wer sol­che Gü­ter ein­führt oder zum ers­ten Mal im In­land als Her­stel­ler, Ver­ar­bei­ter oder Händ­ler in Ver­kehr bringt. Der Bun­des­rat be­stimmt den Kreis der La­ger­pflich­ti­gen.3
4Für die Ein­fuhr sol­cher Gü­ter kann der Bun­des­rat die Be­wil­li­gungs­pflicht vor­se­hen und die Be­wil­li­gung vom Ab­schluss ei­nes Pflicht­la­ger­ver­trags ab­hän­gig ma­chen.4
5Über Gü­ter, die der La­ger­pflicht un­ter­stellt sind, müs­sen mit dem Bund Pflicht­la­ger­ver­trä­ge ab­ge­schlos­sen wer­den.5
6Von der La­ger­pflicht kann aus­nahms­wei­se be­freit wer­den, wer ge­gen­über der Or­ga­ni­sa­ti­on, die den Ga­ran­tie­fonds oder ei­ne ähn­li­che Ein­rich­tung ver­wal­tet, die glei­chen fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen über­nimmt, wie sie mit ei­nem Pflicht­la­ger­ver­trag ver­bun­den wä­ren.6
7Im Pflicht­la­ger­ver­trag kann ver­ein­bart wer­den, dass ein Teil der La­ger­pflicht von Drit­ten über­nom­men wird. In die­sem Fall schliesst der Bund mit ei­nem Drit­ten einen se­pa­ra­ten Pflicht­la­ger­ver­trag über die ent­spre­chen­den La­ger­men­gen ab.7
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
Im Rah­men von Be­wirt­schaf­tungs- und Ver­wen­dungs­vor­schrif­ten nach den Ar­ti­keln 23 und 28 kann der Ei­gen­tü­mer des La­gers über min­des­tens die Hälf­te der Pflicht­la­ger­men­ge für den ei­ge­nen Be­trieb oder zur Be­lie­fe­rung sei­ner Kund­schaft ver­fü­gen.
1Pflicht­la­ger­ver­trä­ge kön­nen vor­se­hen, dass die ein­zel­nen Ei­gen­tü­mer von La­gern sich an der Äuf­nung von Ga­ran­tie­fonds und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen ih­res Wirt­schafts­zwei­ges zur De­ckung der La­ger­kos­ten und des Preis­ver­lus­tes auf den Pflicht­la­gern be­tei­li­gen müs­sen.
2Schaf­fung, Än­de­rung und Auf­he­bung sol­cher Ein­rich­tun­gen be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF). Wer­den von den be­tref­fen­den Wirt­schafts­zwei­gen zur Durch­füh­rung Kör­per­schaf­ten ge­grün­det oder her­an­ge­zo­gen, so be­dür­fen auch de­ren Sta­tu­ten der Ge­neh­mi­gung des WBF.1
3Wenn die öf­fent­li­chen In­ter­es­sen es er­for­dern, dür­fen die Sta­tu­ten von den Vor­schrif­ten des Pri­vat­rechts über Er­werb und Ver­lust der Mit­glied­schaft so­wie über die Be­schaf­fung und Ver­wen­dung der Mit­tel ab­wei­chen.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 15 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655).
Art. 10a Einhaltung internationaler Verpflichtungen
1Der Bun­des­rat kann zur Ein­hal­tung in­ter­na­tio­na­ler Ver­pflich­tun­gen die ma­xi­mal zu­läs­si­ge Hö­he der Bei­trä­ge an Ga­ran­tie­fonds und ähn­li­che Ein­rich­tun­gen vor­schrei­ben. Er kann die­se Kom­pe­tenz dem WBF2 über­tra­gen.
2Wird die ma­xi­mal zu­läs­si­ge Hö­he der Ga­ran­tie­fonds­bei­trä­ge auf­grund in­ter­na­tio­na­ler Ab­kom­men re­du­ziert, so er­folgt der Ab­bau die­ser Bei­trä­ge im sel­ben Ver­hält­nis wie die Zöl­le. In be­grün­de­ten Fäl­len kann von die­ser Re­gel ab­ge­wi­chen wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. Dez. 1994, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 1995 1794; BBl 1994 IV 950).
2 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 15 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.
1Der Bund er­leich­tert die Fi­nan­zie­rung der Pflicht­la­ger­hal­tung durch Ga­ran­tie von Bank­dar­le­hen; er kann auch auf an­de­re Wei­se die Kre­dit­be­schaf­fung zu nied­ri­gem Zins er­mög­li­chen.
2Der Bun­des­rat re­gelt die De­ckung un­ver­sicher­ba­rer Ri­si­ken.
Art. 11a Übernahme von Kosten der Pflichtlagerhaltung durch den Bund
Kön­nen La­ger­kos­ten und Preis­ver­lus­te auf Pflicht­la­gern von Grund­nah­rungs­mit­teln, die so­wohl ein­ge­führt als auch im In­land her­ge­stellt oder ver­ar­bei­tet wer­den, aus Mit­teln des Ga­ran­tie­fonds oder ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen nicht mehr auf­ge­bracht wer­den, so kann der Bund die un­ge­deck­ten Kos­ten ganz oder teil­wei­se über­neh­men. Der Bun­des­rat be­stimmt, für wel­che Pflicht­la­ger ent­spre­chen­de Bei­trä­ge aus­ge­rich­tet wer­den.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
1So­bald der Bund die Fi­nan­zie­rung ei­nes Pflicht­la­gers ga­ran­tiert hat, die­nen ihm das Pflicht­la­ger und all­fäl­li­ge Er­satz­an­sprü­che als Si­cher­hei­ten.
2Zi­vil- und öf­fent­lich-recht­li­che An­sprü­che Drit­ter aus Ge­setz oder Ver­trag an sol­chen Pflicht­la­gern und Er­satz­an­sprü­chen blei­ben un­wirk­sam, so­weit dem Bund ein all­fäl­li­ges Aus­son­de­rungs- oder Pfand­recht (Art. 13 und 14) zu­steht. Aus­ge­nom­men bleibt nur das Re­ten­ti­ons­recht der Be­sit­zer von La­ger­räu­men für For­de­run­gen nach Ar­ti­kel 485 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1.
1Wird der Kon­kurs über den Ei­gen­tü­mer ei­nes La­gers er­öff­net oder nach den Ar­ti­keln 7251, 764, 817 oder 903 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts2 auf­ge­ho­ben, oder wird dem Ei­gen­tü­mer ei­ne Nach­lass- oder Not­stun­dung be­wil­ligt, so ge­hen das Ei­gen­tum am Pflicht­la­ger und all­fäl­li­ge Er­satz­an­sprü­che des Ei­gen­tü­mers un­mit­tel­bar auf den Bund über, so­fern die­ser die ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen des bis­he­ri­gen Ei­gen­tü­mers aus dem Bank­dar­le­hen über­nimmt.
2Über­steigt der Wert des Pflicht­la­gers oder der Er­satz­an­sprü­che - im Zeit­punkt der tat­säch­li­chen Über­nah­me oder der ab­ge­schlos­se­nen Ver­wer­tung - nach Ab­zug al­ler Kos­ten die For­de­run­gen des Bun­des aus den von ihm zu­rück­be­zahl­ten Dar­le­hen, so er­füllt der Bund zu­nächst die Ver­pflich­tun­gen des Schuld­ners ge­gen­über dem Ga­ran­tie­fonds. Der Rest ist der Kon­kurs­mas­se oder bei Kon­kursauf­schub, Nach­lass- und Not­stun­dungs­ver­fah­ren dem Schuld­ner aus­zu­hän­di­gen.
3Wird der Bund durch die Wa­ren, die er über­nom­men oder ver­wer­tet hat, nach Ab­zug al­ler Kos­ten nicht voll be­frie­digt, so nimmt er für den Aus­fall am Kon­kurs oder am Nach­lass­ver­trag teil. Bei Kon­kursauf­schub und Not­stun­dung er­hält er ei­ne ver­zins­li­che und un­ver­jähr­ba­re For­de­rung ge­gen den Schuld­ner.
1 Heu­te: Art. 725a.
1Wird ge­gen den Ei­gen­tü­mer ei­nes La­gers ei­ne Be­trei­bung auf Pfän­dung oder Pfand­ver­wer­tung des Pflicht­la­gers und all­fäl­li­ger Er­satz­an­sprü­che ein­ge­lei­tet, hat der Bund für sei­ne ge­si­cher­ten For­de­run­gen (Art. 12) die Stel­lung ei­nes nicht be­trei­ben­den Pfand­gläu­bi­gers im ers­ten Rang. Drit­te mit ge­setz­li­chen oder ver­trag­li­chen An­sprü­chen auf das Pflicht­la­ger (Art. 12 Abs. 2 Satz 1) er­hal­ten als Gläu­bi­ger für ih­re For­de­run­gen ein Be­frie­di­gungs­recht, un­mit­tel­bar nach dem Bund und al­len­falls nach dem Ga­ran­tie­fonds.
2Si­che­rungs­an­sprü­che Drit­ter auf Pflicht­la­ger­wa­ren oder auf Er­satz­for­de­run­gen des Schuld­ners kön­nen nur durch Be­trei­bung gel­tend ge­macht wer­den.
So­weit die For­de­run­gen des Bun­des durch das Aus­son­de­rungs- und Pfand­recht nicht voll ge­deckt wer­den, ste­hen An­sprü­che auf An­fech­tung von Ver­fü­gun­gen (Art. 285 ff. des BG vom 11. April 18891 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs) aus­sch­liess­lich ihm zu. Die­se An­fech­tungs­kla­ge ver­jährt nach zehn Jah­ren.
1Bei der Ver­an­la­gung der di­rek­ten Steu­ern des Bun­des wird den be­son­de­ren Ri­si­ken der Pflicht­la­ger­hal­tung an­ge­mes­sen Rech­nung ge­tra­gen. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten und ko­or­di­niert die­se mit den Kan­to­nen für die di­rek­ten Steu­ern der Kan­to­ne.
2Pflicht­la­ger­ver­trä­ge un­ter­lie­gen kei­nen Stem­pel- oder ähn­li­chen Ab­ga­ben.
Las­sen sich Grund­stücke zum Bau von La­ger­raum oder An­la­gen für Pflicht­la­ger­wa­ren oder von be­nö­tig­tem La­ger­raum und An­la­gen selbst nicht zu an­ge­mes­se­nen Be­din­gun­gen und auf güt­li­chem We­ge be­schaf­fen, so steht dem WBF das Ent­eig­nungs­recht nach dem Ent­eig­nungs­ge­setz vom 20. Ju­ni 19301 zu.
1Der Bund hält Vor­rä­te für sei­nen Be­darf, vor al­lem für die Aus­rüs­tung und für die Ver­sor­gung der Ar­mee.
2Er kann zur Er­gän­zung der Pflicht­la­ger ei­ge­ne Vor­rä­te an­le­gen, wenn Ei­gen­tü­mer von La­gern nicht im­stan­de sind, selbst ge­nü­gend La­ger nach den Ar­ti­keln 6 ff. be­reit­zu­stel­len.
1Zur Si­cher­stel­lung der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­tei­di­gung kann der Bun­des­rat ei­ne ver­mehr­te Nut­zung der Wäl­der an­ord­nen.
2Zur De­ckung der da­durch ver­ur­sach­ten Kos­ten kann ein Aus­gleichs­fond ge­schaf­fen wer­den; der Fonds wird durch Ab­ga­ben ge­spie­sen, die ein­heit­lich auf al­len Holz­nut­zun­gen beim Wald­be­sit­zer er­ho­ben wer­den.
3Der Bund kann für die Aus­stat­tung der Forst­be­trie­be mit Ma­schi­nen und An­la­gen Fi­nanz­hil­fen ge­wäh­ren, so­weit dies für die Durch­füh­rung der Mehr­nut­zung un­er­läss­lich ist.
Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten über die Si­cher­stel­lung der Ver­sor­gung mit Trink­was­ser in Not­la­gen er­las­sen.
Der Bun­des­rat kann durch Fi­nanz­hil­fen oder an­de­re ge­eig­ne­te Mit­tel Stu­di­en und Ver­su­che so­wie an­de­re Vor­be­rei­tungs­mass­nah­men im In­ter­es­se der Lan­des­ver­sor­gung för­dern.
1Der Bun­des­rat trifft die er­for­der­li­chen Mass­nah­men, um aus­rei­chen­de Trans­port- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten zu si­chern, die Trans­port- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge of­fen zu hal­ten so­wie La­ger­räu­me be­reit­zu­stel­len.
2Um die Durch­füh­rung be­stimm­ter, im In­ter­es­se der Lan­des­ver­sor­gung lie­gen­der Trans­por­te zu er­mög­li­chen und vor­sorg­lich die not­wen­di­gen Trans­port­mit­tel si­cher­zu­stel­len, kann der Bund auf be­grün­de­tes Ge­such hin oder im Rah­men ei­nes von ihm selbst ge­schlos­se­nen Trans­port­ver­tra­ges Ver­si­che­rung oder Rück­ver­si­che­rung ge­gen Kriegs­trans­port- und ähn­li­che Ge­fah­ren ge­wäh­ren.
1Ist die Ver­sor­gung mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern oder Dienst­leis­tun­gen in­fol­ge zu­neh­men­der krie­ge­ri­scher oder macht­po­li­ti­scher Be­dro­hung er­heb­lich ge­fähr­det oder ge­stört, kann der Bun­des­rat Mass­nah­men tref­fen:
zur Stei­ge­rung und An­pas­sung der in­län­di­schen Pro­duk­ti­on in der Land­wirt­schaft (wie Durch­füh­rung von Aus­bau- und Nut­zungs­pro­gram­men, Ein­füh­rung der An­bau- und der Ab­lie­fe­rungs­pflicht) und in der Ener­gie­wirt­schaft so­wie durch Nut­zung von Bo­den­schät­zen und Er­satz­stof­fen;
zur Gü­ter­be­schaf­fung (wie Ab­schluss von Rechts­ge­schäf­ten, ge­mein­sa­me Vor­keh­ren von Im­por­teu­ren, Fi­nan­zie­rung die­ser Vor­keh­ren, De­ckung des Preis­ver­lus­tes und der un­ver­sicher­ba­ren Ri­si­ken, Lie­fe­rungs­pflicht);
zur Schaf­fung und Er­hal­tung von Pro­duk­ti­ons­stät­ten;
zur Len­kung der Ver­ar­bei­tung (wie Be­stim­mung von Her­stel­lungs­ver­fah­ren, von Ver­wen­dungs­zwe­cken und Men­gen);
zur Be­schrän­kung der Aus­fuhr;
zur ver­stärk­ten La­ger­hal­tung und zur Ver­la­ge­rung von Vor­rä­ten;
zur an­ge­mes­se­nen Ver­tei­lung von Gü­tern (wie Zu­wei­sung, Kon­tin­gen­tie­rung, Ra­tio­nie­rung, Sper­re, Ver­hü­tung des Auf­kaufs);
zur Ver­min­de­rung des Ver­brauchs;
zur Si­cher­stel­lung von Dienst­leis­tun­gen, na­ment­lich von Trans­por­ten, (wie Ein­füh­rung der Pflicht zur Dienst­leis­tung, Si­che­rung von Trans­port­mit­teln, Än­de­rung oder Auf­he­bung von Vor­schrif­ten über Be­triebs-, Trans­port-, Fahr­plan- und Flug­plan­pflicht, Be­wil­li­gungs­pflicht für die Ver­äus­se­rung oder die Still­le­gung von Trans­port­mit­teln).
2Der Bun­des­rat re­gelt ins­be­son­de­re die Ver­wen­dung der Pflicht­la­ger.
1Der Bun­des­rat kann für die Gel­tungs­dau­er von Be­wirt­schaf­tungs- und Ver­wen­dungs­vor­schrif­ten nach Ar­ti­kel 23 die Über­wa­chung der Prei­se für le­bens­wich­ti­ge Gü­ter und Dienst­leis­tun­gen an­ord­nen.
2Wenn nö­tig kann er Höchst­prei­se fest­set­zen.
1Mit der In­kraft­set­zung von Mass­nah­men bei zu­neh­men­der Be­dro­hung (Art. 23 und 24) kann der Bun­des­rat den Or­ga­nen der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­tei­di­gung das Re­qui­si­ti­ons­recht ein­räu­men.
2Die nö­ti­gen Vor­be­rei­tun­gen sind schon in Frie­dens­zei­ten zu tref­fen.
3Das Nä­he­re ord­net der Bun­des­rat.
4Die Re­qui­si­ti­on von Hoch­see- und über die Gren­ze ver­keh­ren­den Last­schif­fen so­wie be­stimm­ter Luft­fahr­zeu­ge wird be­son­ders ge­re­gelt.
1Zur Ver­hü­tung oder Be­he­bung von schwe­ren Man­gel­la­gen in­fol­ge von Markt­stö­run­gen, de­nen die Wirt­schaft nicht selbst zu be­geg­nen ver­mag, kann der Bun­des­rat die Vor­rats­hal­tung so­wie die Be­schaf­fung und die Ver­tei­lung von Gü­tern för­dern. Fi­nanz­hil­fen darf er erst ge­wäh­ren, wenn sich die För­de­rung nicht an­ders ver­wirk­li­chen lässt.
2Der Bund kann die wirt­schaft­li­che Selbst­hil­fe von Or­ga­ni­sa­tio­nen und Wirt­schafts­zwei­gen un­ter­stüt­zen.
Art. 27 Verwendung von Pflichtlagern
Die im Rah­men der Mass­nah­men der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­tei­di­gung an­ge­leg­ten Pflicht­la­ger (Art. 6-17) kön­nen auch bei Mass­nah­men ge­gen schwe­re Man­gel­la­gen in­fol­ge von Markt­stö­run­gen (Art. 28 Abs. 1 Bst. a) ver­wen­det wer­den.
1Kann die Wirt­schaft die Ver­sor­gung nicht ge­währ­leis­ten und rei­chen da­zu auch die För­de­rungs­mass­nah­men des Bun­des nicht aus, kann der Bun­des­rat wenn nö­tig und bis zur Be­he­bung schwe­rer Man­gel­la­gen für be­stimm­te le­bens­wich­ti­ge Gü­ter Vor­schrif­ten er­las­sen über:
die Frei­ga­be von Pflicht­la­gern;
die Men­gen für die Er­zeu­gung, die Ver­ar­bei­tung, die Ver­tei­lung und den Ver­brauch;
die Ver­min­de­rung des Ver­brauchs;
den Ver­wen­dungs­zweck von Gü­tern und ih­re Ein­stu­fung je nach Wich­tig­keit für die Ver­sor­gung;
die Be­schrän­kung der Aus­fuhr;
die Rück­ge­win­nung von Stof­fen und die Ver­wer­tung von Alt­stof­fen;
die Be­schaf­fung von Er­satz­gü­tern.
2Un­ter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen kann der Bun­des­rat auch Vor­schrif­ten über le­bens­wich­ti­ge Dienst­leis­tun­gen je nach Wich­tig­keit für die Ver­sor­gung er­las­sen.
3Für die Gel­tungs­dau­er von Vor­schrif­ten nach die­sem Ar­ti­kel kann der Bun­des­rat für die be­tref­fen­den Gü­ter und Dienst­leis­tun­gen die Über­wa­chung der Prei­se an­ord­nen. Wenn nö­tig kann er Höchst­prei­se fest­set­zen.
4Der Bun­des­rat kann zur Be­he­bung von Man­gel­la­gen vor­sorg­lich be­reits im Rah­men der stän­di­gen Be­reit­schaft die Kom­pe­tenz zur Frei­ga­be von Pflicht­la­gern dem WBF über­tra­gen.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
So­weit die Ver­sor­gung nicht mit an­de­ren Mit­teln si­cher­ge­stellt wer­den kann, ist der Bun­des­rat er­mäch­tigt, Rechts­ge­schäf­te für Rech­nung des Bun­des ab­zu­sch­lies­sen.
Mass­nah­men un­ter dem 3. Ti­tel die­ses Ge­set­zes dür­fen nicht zum Aus­gleich von Preis­schwan­kun­gen die­nen, so­lan­ge das An­ge­bot men­gen­mäs­sig aus­rei­chend ist.
Wer­den Be­hör­den durch un­rich­ti­ge An­ga­ben oder Un­ter­drückung von Tat­sa­chen ir­re­ge­führt oder wird ei­ne sol­che Ir­re­füh­rung ver­sucht, so kön­nen nicht ver­mö­gens­recht­li­che Vor­tei­le, die sich aus Mass­nah­men die­ses Ge­set­zes er­ge­ben, ent­zo­gen wer­den.
1Bei­trä­ge und ähn­li­che Zu­wen­dun­gen kön­nen oh­ne Rück­sicht auf die Straf­bar­keit zu­rück­ge­for­dert wer­den, wenn sie zu Un­recht aus­be­zahlt wor­den sind oder wenn der Emp­fän­ger die ihm auf­er­leg­ten Be­din­gun­gen trotz Mah­nung nicht er­füllt.
2Wa­ren und Ver­mö­gens­vor­tei­le, die auf­grund ei­ner Ver­let­zung die­ses Ge­set­zes oder der ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen, Ein­zel­ver­fü­gun­gen und Ver­trä­ge er­langt wor­den sind, ver­fal­len oh­ne Rück­sicht auf die Straf­bar­keit der Ver­let­zung zu­guns­ten des Bun­des.
3Be­sitzt je­mand Wa­ren oder Ver­mö­gens­wer­te, durch die er einen un­recht­mäs­si­gen Vor­teil er­langt hat, nicht mehr, so steht dem Bund ihm ge­gen­über ei­ne Er­satz­for­de­rung in der Hö­he des un­recht­mäs­si­gen Vor­teils zu.
4Drit­te, die durch das Ver­hal­ten von Her­aus­ga­be­pflich­ti­gen oh­ne ei­ge­nes Ver­schul­den ge­schä­digt wor­den sind, kön­nen beim zu­stän­di­gen Or­gan des Bun­des die Her­aus­ga­be des auf sie ent­fal­len­den An­teils an ein­ge­zo­ge­nen Wa­ren und Ver­mö­gens­vor­tei­len ver­lan­gen.
Die zu­stän­di­gen Or­ga­ne des Bun­des kön­nen vor­sorg­li­che Be­schlag­nah­men an­ord­nen, Be­wil­li­gun­gen ent­zie­hen oder ver­wei­gern, Ab­ga­be- und Be­zugs­be­schrän­kun­gen und Zu­tei­lungs­kür­zun­gen auf­er­le­gen so­wie Er­satz­vor­nah­men tref­fen, wenn Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes, der aus­füh­ren­den Ver­ord­nun­gen oder Ver­fü­gun­gen in den fol­gen­den Be­rei­chen ver­letzt wer­den:1
Vor­rats­hal­tung;
La­ger­raum;
Her­stel­lung;
Ver­ar­bei­tung;
Ver­tei­lung;
Ver­wen­dung;
Ver­brauch;
Aus­fuhr­be­schrän­kun­gen;
Prei­se;
Be­schaf­fung von Gü­tern;
1Im Pflicht­la­ger­ver­trag kön­nen Kon­ven­tio­nal­stra­fen ver­ein­bart wer­den.
2Die zu­stän­di­gen Or­ga­ne des Bun­des be­stim­men im Ein­zel­fall die Hö­he der im ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Rah­men ein­zu­for­dern­den Kon­ven­tio­nal­stra­fe. Wird die Kon­ven­tio­nal­stra­fe grund­sätz­lich nicht an­er­kannt oder der Hö­he nach be­strit­ten, so ru­fen die zu­stän­di­gen Or­ga­ne des Bun­des das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt an.1
3Die Ver­hän­gung ei­ner Kon­ven­tio­nal­stra­fe ent­bin­det nicht von der Ver­trags­er­fül­lung.
1 Fas­sung des Sat­zes ge­mä­ss An­hang Ziff. 48 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
1Die zu­stän­di­gen Or­ga­ne des Bun­des er­öff­nen Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 31-33 den Be­trof­fe­nen mit­tels Ver­fü­gung.
2Sind dem Bund bei der Rück­for­de­rung von Wa­ren oder Ver­mö­gens­vor­tei­len Ver­fah­rens­kos­ten ent­stan­den, so ha­ben ge­schä­dig­te Drit­te (Art. 32 Abs. 4) die Kos­ten an­teils­mäs­sig zu tra­gen. Das zu­stän­di­ge Or­gan des Bun­des setzt den Be­trag durch Ver­fü­gung fest.
1An­sprü­che des Bun­des nach den Ar­ti­keln 32 und 34 ver­jäh­ren ein Jahr, nach­dem die zu­stän­di­gen Or­ga­ne des Bun­des vom Rechts­grund des An­spruchs Kennt­nis er­langt ha­ben, spä­tes­tens je­doch fünf Jah­re seit dem Ent­ste­hen des An­spru­ches. Wird je­doch der An­spruch aus ei­ner straf­ba­ren Hand­lung her­ge­lei­tet, für die das Straf­recht ei­ne län­ge­re Ver­jäh­rungs­frist vor­sieht, so gilt die­se.
2Die Ver­jäh­rung wird durch je­de Ein­for­de­rungs­hand­lung un­ter­bro­chen; sie ruht, so­lan­ge der Pflich­ti­ge in der Schweiz recht­lich nicht be­langt wer­den kann.
3Die An­sprü­che Ge­schä­dig­ter nach Ar­ti­kel 32 Ab­satz 4 ver­jäh­ren ein Jahr, nach­dem der Ge­schä­dig­te von der Ein­zie­hung der un­recht­mäs­sig er­lang­ten Wa­ren oder Ver­mö­gens­vor­tei­le durch den Bund Kennt­nis er­hal­ten hat, spä­tes­tens je­doch fünf Jah­re nach der Ein­zie­hung.
1Ne­ben der An­ord­nung von Ver­wal­tungs­mass­nah­men und der Ver­hän­gung von Kon­ven­tio­nal­stra­fen bleibt die Straf­ver­fol­gung vor­be­hal­ten.
2In den von den zu­stän­di­gen Or­ga­nen zu er­stat­ten­den Amts­kla­gen (Art. 50 Abs. 2) sind die be­reits ge­trof­fe­nen Ver­wal­tungs­mass­nah­men so­wie die ver­häng­ten Kon­ven­tio­nal­stra­fen zu er­wäh­nen.
Art. 37a Einsprache
Für Ver­fü­gun­gen, die das Bun­des­amt für wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung (Bun­des­amt) bei zu­neh­men­der Be­dro­hung oder schwe­ren Man­gel­la­gen (Art. 23-28) trifft, kann der Bun­des­rat ein Ein­spra­che­ver­fah­ren vor­se­hen.
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 48 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Art. 38 Beschwerde
1Ge­gen Ver­fü­gun­gen der Be­rei­che (Art. 53 Abs. 2) und der her­an­ge­zo­ge­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft kann beim Bun­des­amt Be­schwer­de ge­führt wer­den.
2Ge­gen Ver­fü­gun­gen letz­ter kan­to­na­ler In­stan­zen kann beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt Be­schwer­de ge­führt wer­den.
3Im Üb­ri­gen rich­tet sich das Be­schwer­de­ver­fah­ren nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 48 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Art. 39 Pflichtlagerstreitigkeiten
Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schei­det auf Kla­ge Strei­tig­kei­ten zwi­schen:2
Par­tei­en von Pflicht­la­ger­ver­trä­gen;
Pflicht­la­ger­hal­tern und Pflicht­la­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen;
Bund und Pflicht­la­ger­or­ga­ni­sa­tio­nen.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 24 des BG vom 4. Okt. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1994 (AS 1992 288, 1993 877 Art. 2 Abs. 1; BBl 1991 II 465).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 48 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 48 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
Die Zi­vil­ge­rich­te be­ur­tei­len Strei­tig­kei­ten über das Aus­son­de­rungs­recht, das Pfand­recht des Bun­des an Pflicht­la­gern und all­fäl­li­ge Er­satz­an­sprü­che des Bun­des so­wie An­fech­tungs­kla­gen (Art. 13-15).
1Wer vor­sätz­lich ei­ne ge­stützt auf Ar­ti­kel 5 an­ge­ord­ne­te Pflicht zur Vor­rats­hal­tung, ei­ne Ver­fü­gung zum Ab­schluss ei­nes Pflicht­la­ger­ver­trags nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 5 oder zur Zah­lung ent­spre­chen­der fi­nan­zi­el­ler Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 6 trotz Mah­nung nicht er­füllt, wird mit Ge­fäng­nis oder mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.1
2Eben­so wird be­straft, wer vor­sätz­lich sein ver­trag­lich ver­ein­bar­tes Pflicht­la­ger für des­sen Fi­nan­zie­rung er einen vom Bund ga­ran­tier­ten Kre­dit in An­spruch ge­nom­men hat, ver­rin­gert oder ver­schlech­tert.
3Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Haft oder Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken.
4Eben­so wird mit Haft oder mit Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken be­straft, wer vor­sätz­lich sein ver­trag­lich ver­ein­bar­tes Pflicht­la­ger, für das der Bund kei­ne Ga­ran­tie ge­leis­tet hat, ver­rin­gert oder ver­schlech­tert. Ge­ring­fü­gi­ge Ver­trags­ver­let­zun­gen blei­ben straf­los.
5Die Ver­fol­gung der Über­tre­tun­gen nach den Ab­sät­zen 3 und 4 und die aus­ge­fäll­ten Stra­fen ver­jäh­ren in fünf Jah­ren, bei Ru­hen oder Un­ter­bre­chung je­doch spä­tes­tens, wenn die­se Frist um die Hälf­te über­schrit­ten wird.
1Wer trotz Ver­trags­pflicht in schrift­li­chen Be­rich­ten un­wah­re oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht, wird mit Ge­fäng­nis bis zu ei­nem Jahr oder mit Bus­se be­straft.
2Wer trotz Auf­for­de­rung und Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels der Aus­kunfts­pflicht (Art. 57 Abs. 1) nicht nach­kommt, wird mit Haft oder mit Bus­se be­straft.
3Eben­so wird be­straft, wer trotz ver­trag­li­cher Pflicht kei­ne Aus­kunft er­teilt.
1Für Ver­let­zun­gen der Ge­heim­hal­tungs­pflicht nach Ar­ti­kel 581 gilt Ar­ti­kel 320 des Straf­ge­setz­bu­ches2.
2Vor­be­hal­ten bleibt die An­wen­dung wei­te­rer Straf­be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches und des Mi­li­tär­straf­ge­set­zes3.
1 Heu­te: nach Art. 69.
1Für Leis­tungs- und Ab­ga­be­be­trug, Ur­kun­den­fäl­schung, Er­schlei­chen ei­ner falschen Be­ur­kun­dung und Un­ter­drückung von Ur­kun­den gel­ten die Ar­ti­kel 14-16 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741.
2Die Stra­fe ist je­doch Ge­fäng­nis bis zu fünf Jah­ren oder Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken.
Art. 45a Hehlerei
1Wer ei­ne Sa­che, von der er weiss oder an­neh­men muss, dass sie ein an­de­rer durch ei­ne nach die­sem Ge­setz straf­ba­re Hand­lung er­langt hat, er­wirbt, sich schen­ken lässt, zum Pfan­de nimmt, ver­heim­licht oder ver­äus­sern hilft, wird mit Ge­fäng­nis bis zu fünf Jah­ren oder mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.
2Der Heh­ler wird nach der Straf­an­dro­hung der Vor­tat be­straft, wenn sie mil­der ist.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 7. Okt. 1994, in Kraft seit 1. März 1995 (AS 1995 1018; BBl 1991 II 969).
Art. 45b Begünstigung
1. Wer in ei­nem Straf­ver­fah­ren auf Grund ei­ner Wi­der­hand­lung im Sin­ne von Ar­ti­kel 42-48 je­man­den der Straf­ver­fol­gung oder dem Straf­voll­zug ent­zieht,
wer da­zu bei­trägt, ei­nem Tä­ter oder Teil­neh­mer die Vor­tei­le ei­ner sol­chen Wi­der­hand­lung zu si­chern,
wird nach der Straf­an­dro­hung be­straft, die auf den Tä­ter an­wend­bar ist.
2. Wer da­zu bei­trägt, den Voll­zug ei­ner Mass­nah­me nach die­sem Ge­setz oder nach des­sen Voll­zugs­vor­schrif­ten wi­der­recht­lich zu ver­un­mög­li­chen, wird mit Ge­fäng­nis bis zu fünf Jah­ren oder mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.
3. Steht ein Tä­ter in na­hen Be­zie­hun­gen zum Be­güns­tig­ten, so kann der Rich­ter die Stra­fe nach frei­em Er­mes­sen mil­dern oder von ei­ner Be­stra­fung Um­gang neh­men.
1Wer in Zei­ten er­kenn­bar zu­neh­men­der Be­dro­hung vor­sätz­lich un­wah­re oder ent­stel­len­de Be­haup­tun­gen über gel­ten­de oder be­vor­ste­hen­de Mass­nah­men auf dem Ge­biet der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­sor­gung äus­sert oder ver­brei­tet, wird mit Haft oder mit Bus­se be­straft.
2Han­delt der Tä­ter in der Ab­sicht, sich oder ei­nem an­dern einen un­recht­mäs­si­gen Vor­teil zu ver­schaf­fen, so ist die Stra­fe Ge­fäng­nis oder Bus­se.
1Wer vor­sätz­lich den ge­stützt auf die Ar­ti­kel 27 und 28 er­las­se­nen Vor­schrif­ten zu­wi­der­han­delt, wird mit Haft oder mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.
2Eben­so wird be­straft, wer trotz Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels vor­sätz­lich:
ei­ne an ihn ge­rich­te­te Ein­zel­ver­fü­gung nicht be­folgt;
einen mit ihm ab­ge­schlos­se­nen Ver­trag ver­letzt,
die sich auf die Ar­ti­kel 27 und 28 oder ei­ne auf­grund die­ser Be­stim­mun­gen er­las­se­ne Vor­schrift stüt­zen.
3Ver­such und Ge­hil­fen­schaft sind straf­bar.
4Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 10 000 Fran­ken. Ge­ring­fü­gi­ge Ver­trags­ver­let­zun­gen blei­ben straf­los.
5Die Ver­fol­gung der Über­tre­tun­gen und die aus­ge­fäll­ten Stra­fen ver­jäh­ren in fünf Jah­ren, bei Ru­hen oder Un­ter­bre­chung je­doch spä­tes­tens, wenn die­se Frist um die Hälf­te über­schrit­ten wird.
1Wer vor­sätz­lich den ge­stützt auf die Ar­ti­kel 23-25 er­las­se­nen Vor­schrif­ten zu­wi­der­han­delt, wird mit Ge­fäng­nis bis zu fünf Jah­ren oder mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken be­straft.1
2Eben­so wird be­straft, wer vor­sätz­lich trotz Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels:
die sich auf die Ar­ti­kel 23-25 oder auf ei­ne auf­grund die­ser Be­stim­mun­gen er­las­se­ne Vor­schrift stüt­zen.
3Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Haft oder Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken.2
4Die Ver­fol­gung der Über­tre­tun­gen nach Ab­satz 3 und die aus­ge­fäll­ten Stra­fen ver­jäh­ren in fünf Jah­ren, bei Ru­hen oder Un­ter­bre­chung je­doch spä­tes­tens, wenn die­se Frist um die Hälf­te über­schrit­ten wird.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 7. Okt. 1994, in Kraft seit 1. März 1995 (AS 1995 1018; BBl 1991 II 969).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 7. Okt. 1994, in Kraft seit 1. März 1995 (AS 1995 1018; BBl 1991 II 969).
1Es gel­ten die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen des Straf­ge­setz­bu­ches1.
2Für Wi­der­hand­lun­gen im Ge­schäfts­be­trieb gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19742. Sie gel­ten auch für Be­trie­be und Ver­wal­tun­gen der Kör­per­schaf­ten und An­stal­ten des öf­fent­li­chen Rechts.
1Die Kan­to­ne ver­fol­gen und be­ur­tei­len die Wi­der­hand­lun­gen, auch in Fäl­len nach Ar­ti­kel 45.
2Das Bun­des­amt kann bei Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz kan­to­na­le Be­hör­den ver­pflich­ten, das Ver­fah­ren ein­zu­lei­ten und durch­zu­füh­ren.
3Al­le Ur­tei­le, Straf­be­schei­de der Ver­wal­tungs­be­hör­den und Ein­stel­lungs­be­schlüs­se sind oh­ne Ver­zug in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung und un­ent­gelt­lich dem Bun­des­amt mit­zu­tei­len.
Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes über die Ein­fuhr­be­wil­li­gungs­pflicht (Art. 8) und über die Be­schrän­kung der Aus­fuhr (Art. 23 und 28) wer­den nach Mass­ga­be des Zoll­ge­set­zes vom 1. Ok­to­ber 19251 be­straft.
1 [BS 6 465; AS 1956 587, 1959 1343 Art. 11 Ziff. III, 1973 644, 1974 1857 An­hang Ziff. 7, 1980 1793 Ziff. I 1, 1992 1670 Ziff. III, 1994 1634 Ziff. I 3, 1995 1816, 1996 3371 An­hang 2 Ziff. 2, 1997 2465 An­hang Ziff. 13, 2000 1300 Art. 92 1891 Ziff. VI 6, 2002 248 Ziff. I 1 Art. 41, 2004 4763 An­hang Ziff. II 1, 2006 2197 An­hang Ziff. 50. AS 2007 1411 Art. 131 Abs. 1]. Sie­he heu­te: das Zoll­ge­setz vom 18. März 2005 (SR 631.0).
1Der Bun­des­rat voll­zieht die­ses Ge­setz und trifft die er­for­der­li­chen Mass­nah­men. Er kann den De­le­gier­ten (Art. 53) und die Be­rei­che der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­sor­gung für die Aus­füh­rung der Mass­nah­men bei zu­neh­men­der Be­dro­hung (Art. 23-25) er­mäch­ti­gen, all­ge­mein­ver­bind­li­che Vor­schrif­ten zu er­las­sen.1
2Er zieht die Kan­to­ne und Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft zur Mit­ar­beit her­an.
3Die in­ter­es­sier­ten Kan­to­ne und Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft sind vor Er­lass der Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen an­zu­hö­ren. Aus­nah­men sind nur zu­läs­sig, wo es Grün­de der Ge­heim­hal­tung oder der zeit­li­chen Dring­lich­keit er­for­dern.
4Der Bun­des­rat hat der Bun­des­ver­samm­lung Be­richt zu er­stat­ten, falls Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 23-25 und 28-29 ge­trof­fen wor­den sind. Die Bun­des­ver­samm­lung kann ver­lan­gen, dass die Mass­nah­men auf­ge­ho­ben, ge­än­dert oder er­gänzt wer­den.
1 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
Art. 52a Beteiligung an internationalen Massnahmen zur Versorgungssicherung
Der Bun­des­rat kann Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 23, 24 und 26-28 auch er­grei­fen, um in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen zur Si­cher­stel­lung der Ver­sor­gung mit le­bens­wich­ti­gen Gü­tern und Dienst­leis­tun­gen nach­zu­kom­men.
1Der Bun­des­rat er­nennt einen aus der Wirt­schaft stam­men­den De­le­gier­ten für wirt­schaft­li­che Lan­des­ver­sor­gung, der dem WBF un­ter­stellt ist. Der De­le­gier­te lei­tet die ge­sam­te Or­ga­ni­sa­ti­on der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­sor­gung. Er ist für die ge­sam­ten Vor­be­rei­tungs­mass­nah­men nach die­sem Ge­setz ver­ant­wort­lich.1
2Der Voll­zug des Ge­set­zes wird dem De­le­gier­ten mit dem Bun­des­amt und fol­gen­den Be­rei­chen der wirt­schaft­li­chen Lan­des­ver­sor­gung über­tra­gen:
Be­reich Er­näh­rung;
Be­reich In­dus­trie;
Be­reich Trans­por­te;
Be­reich Ar­beit.2
3Die Be­rei­che be­ste­hen aus im Ne­ben­amt tä­ti­gen Fach­leu­ten der Wirt­schaft, der kan­to­na­len und kom­mu­na­len Ver­wal­tun­gen so­wie aus Be­am­ten des Bun­des.3 Sie kön­nen voll­amt­li­che Ge­schäfts­stel­len un­ter­hal­ten.
4Der Bun­des­rat kann wenn nö­tig wei­te­re Be­rei­che schaf­fen.4
5Der Bun­des­rat kann be­ste­hen­den Bun­des­stel­len Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz über­tra­gen; sie sind den Be­rei­chen gleich­ge­stellt.5
6Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
5 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Ju­li 2001 (AS 2001 1439; BBl 1999 9261).
1Die Kan­to­ne er­las­sen die Vor­schrif­ten für den Voll­zug der ih­nen über­tra­ge­nen Auf­ga­ben und be­stel­len die er­for­der­li­chen Or­ga­ne.
2Er­lässt ein Kan­ton die not­wen­di­gen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen nicht recht­zei­tig, so trifft der Bun­des­rat auf dem Ver­ord­nungs­we­ge die vor­läu­fi­gen An­ord­nun­gen.
3Der Bun­des­rat be­auf­sich­tigt den Voll­zug durch die Kan­to­ne. Er han­delt im Ein­zel­fall an­stel­le ei­nes säu­mi­gen Kan­tons auf des­sen Kos­ten.
Der Bun­des­rat be­auf­sich­tigt den Voll­zug durch die Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft. Er kann ih­nen da­für Wei­sun­gen er­tei­len.
Der Bun­des­rat kann die für die Si­cher­stel­lung der Lan­des­ver­sor­gung er­for­der­li­chen sta­tis­ti­schen Er­he­bun­gen an­ord­nen.
1Je­der­mann muss den zu­stän­di­gen Be­hör­den und den her­an­ge­zo­ge­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft al­le für den Voll­zug des Ge­set­zes er­for­der­li­chen Aus­künf­te er­tei­len, die not­wen­di­gen Un­ter­la­gen, ins­be­son­de­re Bü­cher, Brie­fe und Rech­nun­gen, zur Ver­fü­gung stel­len und den Zu­gang zu den Räum­lich­kei­ten ge­stat­ten.
2Ar­ti­kel 169 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Ok­to­ber 20071 gilt sinn­ge­mä­ss.2
3Un­ge­ach­tet der Ge­heim­hal­tungs­pflicht stellt die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung dem Bun­des­amt und den her­an­ge­zo­ge­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen der Wirt­schaft Be­le­ge und Da­ten zur Ver­fü­gung, so­weit dies für den Voll­zug des Ge­set­zes un­er­läss­lich ist.3
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 18 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 des Mi­ne­ral­öl­steu­er­ge­set­zes vom 21. Ju­ni 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3371; BBl 1995 III 137).
Art. 58 Geheimhaltungspflicht
Wer beim Voll­zug des Ge­set­zes in ei­nem Be­reich oder ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Wirt­schaft mit­wirkt, ist zur Amts­ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet.
1 Die Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 1983 931 kon­sul­tiert wer­den.
1Der Bun­des­rat be­stimmt die Auf­he­bung des Bun­des­ge­set­zes vom 30. Sep­tem­ber 19551 über die wirt­schaft­li­che Kriegs­vor­sor­ge; er kann sie zeit­lich staf­feln.2
2Mit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes wird der Bun­des­be­schluss vom 19. Ju­ni 19813 über die Elek­tri­zi­täts­ver­sor­gung auf­ge­ho­ben.
2 Sie­he AS 83 949
Bis zum In­kraft­tre­ten ei­ner be­son­de­ren Ge­setz­ge­bung über den Schutz von Ver­mö­gens­wer­ten blei­ben der Bun­des­rats­be­schluss vom 12. April 19571 be­tref­fend vor­sorg­li­che Schutz­mass­nah­men für ju­ris­ti­sche Per­so­nen, Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten und Ein­zel­fir­men so­wie der Bun­des­rats­be­schluss vom 12. April 19572 über den Schutz von Wert­pa­pie­ren und ähn­li­chen Ur­kun­den durch vor­sorg­li­che Mass­nah­men in Kraft.
2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten; er kann es zeit­lich staf­feln.

References: Art. 7

Art. 8

Art. 10

Art. 11
 Art. 725

Art. 27

Art. 37

Art. 38

Art. 39
 Art. 2
 Art. 69

Art. 45

Art. 45
 Art. 11
 Art. 92
 Art. 41
 Art. 131

Art. 52

Art. 58