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Timestamp: 2020-08-05 22:57:22+00:00

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1838 / 301 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung)
1838 / 301 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff
verneurs der Kolonie, Sir George Napier, der am 1. Juli eine Zusammenkunft mit den vornehmsten Kaffer-Häuptlingen hatte und ihnen die Versicherung ertheilte, daß ihre Rechte ge- wissenhaft geachtet werden sollten, so lange sie sich ihrerseits ru- hig verhielten.
Die von Holländischen Blättern gegebene Nachricht , daß man in° Canton ein Englisches Geshwader erwarte, wird durch Berichte aus Ostindien bestätigt; denselben zufolge, war der Contre-Admiral Sir F. Maitland bereits mit einem Linien- chiffe und fünf kleineren Kriegs-Fahrzeugen nah China abge- gangen.
Aus dem Haag, 23. Okt. Die zweite Kammer hat ge- stern den Adreß-Entwurf angenommen, und zugleich eine Kom- mission ernannt, welche, im Fall die erste Kammer den Entwurf nicht annehmen sollte, mit diesec das Erforderliche zu verabre- den-hat. Die érste Kammer hat auch gestern bereits die Be- rathung begonnen, aber gleichfalls in geheimer Sißung. Alles, was man über den Jnhalt der Adresse erfährt, beschränkt sich auf folgende Aeußerungen des Amsterdamer Handelsblad: „Diejenigen, welche aufs neue auf eine Meinungs-Verschieden- heit zwischen dem König und der Nation in Bezug auf unsere politische Lage gerechnet haben, werden sih auch diesmal wie- der in ihren Erwartungen getäusht schen. Die Adresse ter Generalstaaten in Erwiederung auf die Thron-Rede wird den unzweifelhaften Beweis liefern, daß die Regierung die kräf- tigste Unterstüßung von Seiten des Volkes zu erwarten hat, wenn die „unbegreiflihe Politik‘, deren 'bittere Frucht Holland hon lange geärndtet hat, nicht einer Veränderung unterworfen wird. Die Generalstaaten haben im Wesentlichen gesagt daß, wenn in Folge einer „unbegreiflichen Politik“ die Mächte einen von ihnen selbst für unwiderruflih erklärten Besch{uß wieder aufheben sollten, der König auf jede mögliche Unterstüßung von Seiten der Nation rechnen könne. Man sieht alfo, daß wir uns úber den Geist der Generalstaaten nicht getäuscht haben. Nur zehn Mitglieder haben dagegen gestimmt, darunter aber befanden sich mehrere, nach deren Ansichten die Ausdrücke, welche des Königs Maaßregeln zu unterstüßen versprachen, nicht kräf- tig genug waren.‘
Man schreibt aus Rotterdam vom 23. Oktober: Louis Napoleon ist heute am Bord des „Batavier“/. nah London abgereist. So viel Gewicht auch die Französische Regierung auf seine Abreise aus der Schweiz gelegt hat, so wenig hat man hier von dem Helden Notiz genommen.
Brüssel, 23. Okt. Der Graf von Woronzoff, General- Gouverneur von Neu - Rußland und Bessarabien, ist gejtern hier angekommen.
Wie in London und Paris, so hat man auch hier Versuche mit der neuen Beleuchtung durch atmosphärisches Gas gemacht, die zu großer Zufriedenheit ausgefallen sind.
Herr von Gerstner ist hier angekommen. Er wird sich über Bristol nach den Vereinigten Staaten begeben, um dort nicht bloß den Bau, sondern auch die Administration der Eisen- bahnen fennen zu lernen, die bessere Resultate ergeben hat, als die von Europa. g
Während der ersten 10 Tage des Oktobers betrug die Zahl der Reisenden auf den Belgischen Eisenbahnen 74,268, und die Einnahme 117,489 Fr. 42 C.
Lüttich, 22. Okt. Am Sonntag ist zum erstenmale das Dampfóoot, „Stadt Lättich,“/ von. hier nach Namär gefahren. Das Boot hat den Weg die Maas aufwärts etwa in 8 Stun- den, abwärts in 4 Stunden gemacht. Der regelmäßige Dienst wird am 25sten beginnen.
München, 24. Okt. Gestern Abend ist die verwittwete Großherzogin Stephanie von Baden aus Tegernsee hier an- gekommen; Jhre Königl. Hoheit dürfte mehrere Tage hier verweilen.
JFhre Majestät die Königin Wittwe ist aus Tegernsee hier eingetroffen. f
Bekanntermaßen is fúr die Zukunft ein zweijähriges Stu- dium der allgemeinen Wissenschaften bei den Bayerschen Uni- versitäten angeordnet; doc wird die Königl. Entscheidung über die von den Senaten der drei Universitäten eingegangenen An- träge in Betreff der Jnscriptions-Bedingungen erst noch ge- wärtigt.
Die Münchner Zeitung meldet: „Baron Delmar zu Paris, von Geburt ein Deutscher, hat, nachdem zum Behufe seiner árztlichen Behandlung an einem {weren Augenübel der Armenarzt der Haupt- und Residenzstadt München, Dr. Schleiß
von Löwenfeld, die Erlaubniß eines verlängerten Aufenthaltes
in Paris erhalten hat, aus menschenfreundlichem Zartgefühl der Armenkasse der Haupt- und Residenzstadt München eine Summe von 1009 Fr. als milde Gabe übersendet, um den Stadtarmen hiedurch einigen Ersaß für die ihnen momentan entzogene ärztliche Hülfe des genannten Armenarztes darzubie- ten. Se. Majestät der König haben befohlen, daß diese edle Handlung unter ehrender Anerkennung durch das Regierungs- blatt zur allgemeinen Kenntniß gebracht werde.““ Das „„Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel“/ enthält über den Central-Schulbücher-Verlag in München einen länge- ren Aussaß, dem Bayerische Blätter nachstehende Stellen entnehmen: „„Seine Tendenzen und Aufgaben sind allbekannt, und bestanden darin, gute wohlfeile Elementar- und Unterhal- tungs-Schriften für die Jugend und das Volk zu liefern. Jn wieweit er diese Zwecke im Auge behalten und bis dato erreicht, darúber mag ih fein Wort verlieren; ic verweise vielmehr in diejer Hinsicht auf die Kataloge der Jnsitute und die Werke selbst, — denn lektere fàhren uns am sichersten in das Bereich des vorgeseßten Zieles. Wenn gleich ih also hierüber \{weige , so möchte ich doch der Buchhändlerwelt die Nachricht mittheilen, daß vom nôchsten Schuljahr (November 1838) an, namentlich das Jnstitut „„Central-Schuibücher-Verlag““, unter höherer Pflege und Unterstüßung großartiger auftritt, seinen Wirkungekteis ausdehnt, und für seine Zwecke einen Spielraum gewinnt im ganzen Bayerischen Land, überdie ganze Bevölkerung von Bayern! Verschiedene Männer sind schon engagirt zur Es von neuen Lese- und Lehrbúchern für die Gymnasien Und höhern chul- Anstalten. Leugnen läßt es sich nicht, durch die bereits angeführte Erweiterung des Central:Schulbücher-Verlags kann und muß eine temporaire Ümgestaltung des Unterrichts erreicht werdèn, welche aber nichr ewig so bleiben fann, und über kucz oder lang einer andern Um- gestaltung wieder Plaß machen muß. Das is noch die einzige Hoff- , nung, die den Lehrer, den Autor und den Buchhändler bei solch betrühenden Aussichten aufrecht erhält. Ja, der Buch-
händler — er bekommt durch diese Ausdehnung des Jnstituts i t d einen gewaltigen Stoß, sowohl der Verlags- als der Sorti- geit ihres Erscheinens au zehn Jahre laug ohue Entrichtung ein, ments- Buchhändler; denn dem Verleger wird gegen künstige i Speculation auf einzuföhrende Schulbücher ein Riegèl vorge- hoben und er muß aufs Verlegen verzichten, und durch die vom Central-Schulbücher- Verlag vorzunehmenden Manipula- tionen wird dem Sortimentshandel eine Nahrungsquelle ganz versiegen, weil der Schulbücher- Verlag an jede Schule selbst direkt die nôthige Anzahl der Bücher einliefert, und vom Nekto- rate darauf das einkassirte Geld direkt wieder empfängt. Verkauf der Schulbücher bedarf man in Bayern känftig der Buchhändler also nicht mehr. L mentlich in den Provinzialstädten, an, wo ihre Existenz sich Dem Verlagshändler, der wirklich s#o glúcklich, ein Werk in der vorgezeichneten Tendenz als Ver- lag zu besiben, welches zur Einführung mit gewählt wurde, Manne wird das bischen Verdienst dadurch noch geschmälert, daß das Justitut gehalten ist, solche Werke dem Verleger in Masse zu gedrückten Preisen abzukaufen, oder das Verlagsrecht davon für Bayern an sich zu bringen; wei- gert er sich indeß, das Eine: oder Andere zu thun, nun so soll ihm gleich mit den Worten gedroht werden, daß das nur sein eigener Schaden sey, und das Junstitut Mittel und Wege kenne, ein ähnliches Werk einzuführen oder bearbeiten zu lassen, wo- | durch das scinige dann ganz natürlich überflüssig werde. Central-Schulbücher-Verlag ist also eine reine Verlags-Handlung, ohne gleiche Lasten mit dem Verleger zu tragen, ohne RNisico zu haben, denn seine Werke werden bestimmt eingeführt; es ist aber auch ein komplettes Sortiments- Geschäft dadurch, daß es selbst direkt debitirt, ja es ist noch viel mehr, es ist ein Ver- lags- und Sortiments-Geschäft mit dem Zwangsrecht, den Nußen von seinen Artikeln allein zu ziehen, und der Bevölkerung von Bayern den Zwang anzulegen, nur von ihm direkt zu kaufen. Solche Rechte hat bis jer noch kein derartiges Geschäft in der ganzen Welt, und da in Bayern laut Constitution aïle D pole und alle Zwangsrechte aufhôren sollen und nie gestattet werden, so läßt sich von der Gerechtigkeit des Königs erwarten, Er werde Anmaßungen zu strafen wissen und den Buchhänd- lern Gerechtigkeit angedeihen lassen.“
Núrnberg, 24. Oft. (Leipz. A. Z.) Gestern Morgen traf eine Estaffette der Behörde in Erlangen, wo kein tair liegt, hier ein, um die unverzügliche Absendung eines Truppen: Kommandos nach dem Dorfe Dennenlohe, 2!/, Stun- den von hie: und eine Stunde von Erlangen gelegen, drin- gend zu requiriren. Dem Begehren wurde von unsérer Stadt- Kommandantschaft sogleich entsprochen und 50 Mann Junfanterie nebst 12 Mann Kavallerie von der hier siationirenden Gendar- Man erfuhr, daß die Dennenloher Bauern zu mehren Hunderten, mit Heugabeln, Spaten, Knüt- teln bewaffnet, in den Wald gezogen waren, um das seit un- denklichen Zeiten geübte, durch die neuesten forstamtlichen Verordnungen aber sehr geschmälerte und auf bestimmte, je- deémal besonders anzuweisende Waldstrecken beschränkte Recht des sogenannten Streurechens auf eigne Faust sih durch die Der Revierförster, der sich pflihtgemäß den Forstfrevlern widerseßte, wurde mit Stößen und Schlägen zur Entfernung genöthigt; die paar Geadarmen konnten nichts ausrihten, und man glaubte sih daher genöthigt, den Bei- stand des Militairs anzurufen. tag in dem Wald eintraf, war derselbe dde und verlassen, die Bauern hatten dessen Ankunfc klüglich nicht abgewartet, sondern waren mit der gesammelten Streu zeitig nah Hause Da wenigstens unmittelbar keine weitern Gewalt- streiche zu besorgen standen, so erschien ein Bleiben der Trup- pen nicht nothwendig, und dieselben trafen gestern Abend wie- der hier ein.
— — Leipzig, 27. Oft.
Was fangen aber diese, na-
quasíi darauf sÆßt?
merie gingen dahin ab.
That anzueignen.
Als dieses aber gestern Mit-
Mit dem herannahenden Win- ter scheint ein Unstern Über die Eisenbahn - Angelegenheiten un- seres Vaterlandes aufzusteigen; nicht genug, daß es an Unan- nehmlichkeiten bei den von hier ausgehenden Dampfwagen- Fahrten nicht fehlt, und die Personen - Frequenz kürzlih von 11,100 auf 7100 herabgesunken ist, so_ stehen, oder richtiger sin- ken die Cisenbahn- Actien auf 93 pCt. und sind fast mit 91 nicht verkäuflich. Es. ist nicht zu schildern, welcher Verlust da- durch einzelnen Junteressenten zugezogen wird, und eben so we- nig gründlich nachzuweisen, wodurch dieses Fallen der Actien herbeigeführt wird.
Ueber die Witterung haben wir bis jest keine Ursache zur Klage gehabt, auch sind in der leßten Woche, vom 20. zum 26. Oktober, nur 29 gestorben, während 33 geboren worden Allein die Theuerung, welche hinsichtlih des Brodes, des Holzes, der Gemüse 2c. immer deutlicher hervortritt, ist nicht geeignet, die Aussichten für den Winter angenehm beru- higend zu machen.
Der Musik-Direktor Möser aus Berlin und dessen Sohn haben hier in einem nicht sehr besuchten, Miß Clara Novello in einem sehr überfüllten Konzerte großen Beifall eingeärndtet ; Leßtere ist von hier úber Berlin nach St. Petersburg abgereist.
Stuttgart, 22. Okt. Tagen befand sich ein Emissair der Amerikanischen Baptisten Ge- sellschaft, Herr Onken aus Hamburg (früher Buchhändler), Es wurden Zusammenkünfte veranstaltet, in welchen der Fremde seine große Beredtsamkeit in zum Theil sehsthalbstún- digen Vorträgen so sehr entwickelte, daß alsbald mehrere hiesige Einwohner (unter welchen einige, die schon vorher sich weiger- ten, ihre Kinder taufen zu lassen) sih zu ihm hingezogen fühl- ten und gegen 20—30 derselben, worunter mehrere Fraüerzim- mer (von denen einige ihren Schritt bereuen sollen, während die Männer dagegen überglücklich seyen) sih von Herrn Onken im Neckar durch Untertauchen taufen ließen. Die Taufformel und das Glaubensbekenntniß soll sich in den Händen eines jeden der Neubekehrten befinden, auch Jeder verpflichtet seyn, wenn er aufgefordert wird, unumwunden die Gründe des Aus- tritts aus der evangelischen Kirche anzugeben. Es soll das hei- lige Abendmahl unter den Genossen ausgetheilt und eigenes Brod dazu gevacken worden seyn, auch einer der Getauften die Weihe als" Priester der Sekte erhalten Konvertirten befinden sich Männer aus sehr verschiedenen Stän- Der Fremde erhielt Veranlassung, auf das schnellste von hier abzureisen.
Stuttgart, 25. Okt. Der Schwäbische Merkur ent- hält folgendes Geseß, abgeänderte provisorische Bestimmungen gegen den Bücher-Nachdrue enthaltend:
Wilhelm, von Goties Gnaden König von "Württemberg. Bis zum Erscheinen cines definitiven Gesetzes Nachdruck verordnen und verfügen Wir, unter unter dem 22. Juli 1826 über di:sen Gegenftand erlassenen proviso- rischen Gesezes, nah Anhörung Unseres Geheimen Naihs und unter QZustimmung Unserer getreuen Stände, wie folgt: Art. 1. Die im Königreiche oder in einem andern im Deutschen Bunde begriffenen Staate scit dem 1, Januar 1828 erschieneneu und künftig erscheiucn-
(Schw. Merk.) In den lebten
en den Vücher- nderung Unseres
den \chriftslellerishen und künfilerishen Erzeugnisse genießen von d
bgabe gesczlihen Schuß gegen den Nachdrnck und gegen jon durch mechanishe Kunsi bewirkte Verviclfältigung in derselh® Weise, wie wenn ibnen nah dem - Gesche vom 25. Fehry, 1815 ein besonderes Privilegium deshalb ertheilt worden wi Dea gleichen Schutz haben die vom 1. Januar 1818 bis zum G Dezember 1837 im Umfange des Deutschen Bundes erscviene l Werke der obigen Art bis zum 31. Dezember 1847 zu genießen, p! Zeit des Erscheinens wird bei Werken, die in mehreren Abtheilun, herausgegeben werden, vom Erscheinen des leßten Bandes oder de tes an gerechnet, falls zwischen der Herauéëgabe me“rerer Bände l Hefte nicht mehr als drei Jazre verslossen sind. Art. 2. Die j, Zeit der Verkündigung des gegenwärtigen Geseyes bereits verans teten Nachdtücke oder soustigea mechauischen Vervielfältigung yey Werken, welchen durch den zweiten Absatz des vorsiehenden Artitqg ein ihnen zuvor nicht zugefkommener Schuß gegen mechanische v, vielfältigung verlichen, oder der erloscwene frühere Schuß eTuture wird, können zwar auch während der Dauer dicscs Schußes, Pf nur in polizeilich gestempelteu Erempiaren, zum Absatz gcbracht weite Den potizeilichen Siempel erhalten diejenigen Exemplare, weg, binnen dreißig Tagen, von der Verkündigung des gegenyj, tigen Gescyes an, von dem Nachdrucker oder Händler de Bezirks - Polizei - Amte seines Wohnorts mit dem erfordetlitg Nachwcise über ihren schon vor der Verkündigung - dicses |,, sezes veransialteten Abdruc® vorgelegt werden. Für die polizeilize Stempelung findet die Entrichtung ciner Abgabe nicht stati. Axt
| Die nah Maßgabe der bisherigen Geseße für einzelne Werke y, | lichenen besonderen Privilegien gegen den Nachdruck bleiben, sofern
sie den Betheiligten größere Vortheile, als das gegenwärtige C, gewähren sollten, auch fernerhin in Kraft. Unfer Winisterium Jnnern ist mit der Vollziehung diefes Gesezes beauftragt. Gege Stuttgart den 17. Oftober. 1838. Wilhelm. Der provisorische (g des Departements des Juneru: Geheimer Nath Schlayer, A Befehl des Königs: der Staats-Secretair: Vellnagel.“
Ferner erschien folgende Verfügung hinsichtlich der Voll hung des Geseßes vom 17. Oktober, betressend abgeänderte pt visorische Bestimmungen gegen den Bücher - Nachdruck:
„Hinsichtlich der Vollziehung des Gesetzes vom 17. Oftober d,f, betreffend abgeänderte provisorische Bestimmungen gegen den Bücy, Nachdruck, wird hierdurch in Gemäßheit höchster Entschließung vey gleihen Tage Folgendes versügt: A. Zu Artiïel 1 des Geseges, §. 1. Als Vervielfältigung cines fkünstiertschen Erzeugnisses im Sin des Art. 1 des Gesetzes sind: - 1) Nachbiüdungen von Werken jeih nender Kunst in plasiüscher Form oder von piastisczen Werken du zeichnende Kunst, desgleichen 2) Darstellungen nach einem Original mit Veränderungen des leßteren, vermöge weicher jeue als eigenthün liche Kunsterzeuguisse angesprochen werden fênnenu, nicht zu betra ten. §. 2. Bei ciner Unterbrechung von mehr ais drei Jahren in d Aufeinanderfolge der einzelnen Vände oder Hefte cines in A; theilungen herauéfommenden Werkes werden in Hiusicht auf di Berechnung der Schußdauer gegen den Nachdruck (Gescz Art, |, Absay 3) die bis zum Anfange dieses mehr als dreijährigen Zeitrau: mes erschienenen Bände oder Hefte ais ein für sich beficbendes Va! betrachtet, und die später erscheinende neue Folge von Vänden od Heften wird als ein neues Werk behandeit. 8. Zu Art. 2 des G setzes. §. 3. Die Bezirks-Polizeistellen baden das Gese vom 17, Y tober d. J. Miilltelbas nach dem Empfange der dasselbe enthalteuda Numiner des Regierungs - Blattes deu Buchdruckern und Händlen, desgleichen den Kupfersiechern, Lithographen, Stuckatoren und sons gen die mechanische Vervielfältigung bildlicher Darstellungen oder di Handel mit solchen Darstellungen getwerblicy ausübenden Einwohnei ihrer Bezirke in cinem urfundlichen Afte zu eröffnen, mit wel die dreißigtägige Frist für die Vorlegung der bercits veranffaltay Nachdrücke oder Nachbildungen zur Stempelung zuiaufen beginnt. Aust dem ijt für das gehörige Bekanntwerdeu des Gesetzes und der gegennüt tigen Verfügung durch den Abdruck dersclben in den Lokal: und Beil Jutelligenz-Blättern zu. sorgen. §. #. Bei dem in yvorstehendem d.) angeordneten Eröffnungsaft sind die Personen, welche von der stimmung des Art. 2. des Geseyes Gebrauch zu machen im Falie sh befinden, zur vorläufigen Anzcige der Werke, von welchen sie bereil voilendete Nachdrücke oder unter das Gesct fallende Nachbildunzu besißen oder aber dergleichen veranstaltet haben, fo wie in legteru Faile zur Anzeige, wie weit die Beranstaltung bereits gedichen [t aufzufordern. Diese vorläufige Anzeige genügt indeß nicht zur V rung der con dem Gescye anbcrauniten dreißigtägigen Frist, viclutt müssen innerhalb der leßtern dem Bezirks-Polizet-Amte die zur Zl
der Verkündigung des Geseuzes bereits fertig vorgelegenen Exemplul F
des Nachdrucks oder der Nachbiidung, bezichungsweise die im geda ten Zeitpunkte zu cinem Nachdrucf oder ciner MNachbiidung getroffen g wescuen Veranstaltungen nacygeiviesen werden. §.5. Als bereits verauslab tetfanu ein Nachdruck oder eine Nachbüdung nicht betrachtet werden, weul nicht mindestens bei jenem der Drucksag, bei dieser die Bearbeitung der Platte oder Form, welche zur mechanischen Verviclfältigutg ölle nen soll, begonnen hat. §. 6. Nachdrücke oder Nachbildunger boi Werken, für welche der ihnen entweder durch ein besonderes Puvilt: ium oder durch das proviforische Gese vom 22, Fuli 1836 verlie benè Schuß gegen mechanische Vervielfältigung zur Zeit der Vei dung des Gejezes vom 17. Oftober d. J. noch gzzicht abgelaufen wal fönuen nicht zur Stempelung angenommen werdcu. Wenn jedod in Beziehung auf Nachdrücfe von im legtgedachten Falle besid lihen Werfen genügend nachgewiesen wird, daß sie zur Zu der Verkündigung des Geseßes vom 22. Juli 1836 bereits fer oder im Drucke begriffen warcn, und daß im Jahre 18 nux die vorschriftsmäßige Stempelung dersciben versäumt wb den sev, so sind diese Nachdrücke, wofern ihre Vorlegung ttnnt halb des nunmehrigen neuen Termins geschieht, zwar zur Stem luñg anzunehmen, es is jedoch ihr Absay durch anzulegenden Mi chlag so lange zu hemmen, bis der Zeitraum des dem Origiual-Ve durch das Gescy vom 22. Juli 1836 verlichenen Schutzes abgelauft ist. §. 7, Nachdrücfe, weiche bei der Boilzichung des Gesetzes vel 22. Juli 1836 polizeilich gesicmpelt wurden, bedürfen zu ihrem fäl geseßten Absaze feiner erneuerten Stempelung. §. 8. Der Sten besteht in dem Amtssfiegel der Bezirks-Polizei-Behörde und wird del Titelbogen der Schrift mittelst Drucfersczwärze aufgedrüdt. Jedes einzelne zum Absaß zu bringende Excmp!ar muß mit dem Stew! pel versehen scon. Ueber den Aft der Sicmpelung ist ein M tofoll aufzunchmen, welchzes die gestempelten Werke, die Zah der Exemplare, und die Personen, für welche die Stempeln geschehen, zu bezeihuen hat. §. 9. Gegen den Verkehr mit a gesiempelten Exemplarca eines Nachdrucks oder einer als N vielfältigung im Sinne des Gescßes zu betrachtenden Nachbildil von Werken, denen die im Art. 1 des Geseges ausgesprochene Een frist zu statten fommt, wird, wie gegen Nachdrücke besonders priv j girter Werke, nah Maßgabe der §§. 5 und 6 des Geseges ur 25. Februar 1815 eingefchritten. &§. 10. Durch die polizeiliche e pelung wird cin Nachdruck oder cine Nachbildung der Beschlagua ars oder Confiscation, welche durch der Stempelung vorhergegaugene Vi lungen nach Maßgabe der Gesctze vom 25. Februgr 1815 und 22: 298 1836 verwirît worden i, nicht entzocen. Den 19. Oktober 190% Auf Sr. Köuigl. Majesiät besonderen Befchl: Schlayer.' Lüneburg, 24. Oft. (Hannov. Z.) Nach einer hŒ in den hiesigen Anzeigen enthaltenen Bekanntmachung des ab: gistrats der Stadt Lüneburg werden, auf Anordnung des p maun Ministeriums des Innern, in hiesiger Stadt xe nächstkünftigen Jahre 1839 an jährlih zwei Messen, Dit Oster-Messe und eine Michaelis-Messe, gehalten werden. R Oster - Messe wird jedesmal am Montage nach dem Sonn i Lätare, also 1839 am 11. März, die Michaelis - Messe an is September, und wenn dies ein Sonntag seyn sollte, am pv folgenden Tage eröffnet werden. Die Oster-Messe wird zu Mi Eintritte der Charwoche, die Michaelis-Messe 8 Tage na dielé chaelis geschlossen werden; es wird mithin jene 14 Tage,
3-Wochen dauern. Die erfte Woche in jeder Messe ist aus- den Großhandel bestimmt, so daß erst nah dem
ersten Meß - Woche der Detail - Verkauf gestattet er Leder - Handel, die st\. g. Leder-Messe, wird sowohl r Oster - Messe als in der Michaelis - Messe stets erst eine der Messe beginnen. — Jn Anse- Urchgangs- Abgaben, so wie über- steuerlichen Behandlung der Meß-Güter, find für die alle diejenigen Vergünstigungen bewilligt, für die Messen zu Braunschweig eingeräumt sind; na- ch wird der für die Braunschweiger Messen nah Maaß- tigen Meß-Ordnung vom 25. April 1835 bewilligte eß-Rabatt von 33 '/z pCt. der Einganas-Steuer auch für die hie- n. Alle zur Erleichterung des Meß- Ver-
fehrs gereichenden Einrichtungen werden hier so viel thunlich
Woche nach Eröffnu huag der Eingang§- und
abe der dor
sigen Messen eintreten.
16. September 1838 war für die katholische Gemeinde in Celle ein wahrer Freudentag, weil an demselben die seit April 1835 im Baue begonnene, ihrer Vollendung unter man- wierigkeiten so ziemlich nahe gebrachte neue Ludwigé- ch den hohwürdigsten Bischof von Hildesheim feier-
Se. Königl. Hoheit der Großher- haben heute den Königl. Dänischen Kammerherrn, Grafen Reventlow - Criminil als außerordentlichen Gesandten Sr. Majestät des Königs von Dänemark in feierlicher Audienz em- fangen, uin aus dessen Händen ein mit den Junsignien des dnigl. Elephanten - Ordens begleitetes, überaus verbindliches Sqreiben Sr. Majestät entgegenzunehmen.
Heute ist der Erzherzog Friedrich am Bord des Dampfschiffs „Graf Mitrowsky“/ U Venedig in unserer Stadt angekommen, und hat sih- nach kurzer Zusam- menkunft mit dem Fürsten ‘von Metternich unverweilt nach Vien begeben. Fürst Metternich hat den gestrigen Nachmittag g Begleitung der Frau Fürstin der Besichtigung der- hiesigen Abends wohnte derselbe im hie- figen großen Operntheater der Vorstellung der „Lucrezia Bor- gia/ bei, wo er von den versammelten Zuschauern mit dem lebhaftesten Jubelrufe empfangen wurde. Heute Vormittag em- g der Fürst die Aufwartung der hiesigen Behörden und der hier residirenden Konsuln fremder Mächte, und verfügte ch um die Mittagsstunde, in Begleitung der Direktoren, in das Institut des privilegirten Oesterreichischen Lloyds. Gegen halb 1 Uhr Nachmittags machte sodann der Fürst eine von der Lloyd-Gesellschaft eigens veranstaltete Vergnügungstour zu Vasser an Bord .des festlich geschmücten Lloydschen Dampf- his „Graf Mitrowéky“/ nah dem zwölf Seemeilen von hier entfernten Pirano. Es wurde von der hier stationirten Oester- reichischen Fregatte „Guerriera‘/ sowohl als von mehreren an- deren Schisfen mit zahlreichen Kanonensalven und einem lange nahhallenden „Evviva““ begrüßt, in welch leßteres die am Molo San Carlo versammelte Volksmen Schon nach halb 4 Uhr N Dampfschiff von Pirano wieder in unserem H macht eben, als die Post abgeht, in demselben einige Evolu- tionen. Morgen früh tritt Se. Durchlaucht die Rückreise nach
erlei Sh
irhe dur : 2 eweiht wurde.
chwerin, 24. Okt.
Triest, 20. Okt.
Merkwúürdigkeiten gewidmet.
ge von Herzen mit achmittags traf das afen ein, und
Scchweizgz.
Genf, 18. Okt. (Allg. Ztg.) Als sih die Französischen / Gränzen zurückzogen, so wurden auch ge- sern die Genfer und Waadtländer Kontingente und Freiwillige dankend und anerkennend von ihren Regierungen und von dem würdigen eidgenössischen General Guiguer entlassen. beiten und die herannahende Weinlese erheischen dringend ihre e in M Heimat.
ausanne hat vor einigen Tagen einen seiner treflichsten | Und geistreichsten Männer, den Pfarrer M a früher bei der stellt war, Vaterlande
Truppen von unsern
d i ' anuel, verloren, der ranzösischen Kirche in Frankfurt a. M. ange- seit Jahren aber thätig und segensreih in seinem
Folgendes is der leßte Tagesbefehl des Aufgabe ist zu Ende, zurü. Dort werder ihr die nungen finden, das Gefühl, eure Pflicht er- zu haben. Jch habe vom eidgenössischen euch die Zufriedenheit der hohen Tag- hen Dienste kund zu geben, wie auch schen Eifer und den militairischen Gehorsam,
abt. Und ih, Soldaten! danke euch aus dem ihr meine Erwartung erfállt, ja ihr mir einen Genuß verschaft, höher zu achten, die man liebt. innert euch zuweilen euers alten ch in seiner Zurückgezogenheit euch nie nne, den 17. Oktober 1838. Der Ge-
gewirkt hat. Zürich, 22. Okt.
Generals Guiguer : und ihr kehret an eure Herde \hônste der Belo fölt und gut er Kriegsrath den Auftr sakung für eure trefflich für den patrioti den ihr bewiesen
tunde meines
¿¿Soldaten! Unsere
erzens, daß Übertroffen habt; denn so habt den Genuß, Diejenigen noch Lebt wohl, meine Gefährten! er affenbruders, der au vergessen wird. Lausa neral-Kommandant des Observations-Cor Einen ähnlichen Tagesbefehl erließ erner Regierung dankte ihren Tru es, festes und ernishen Namens
ps: Guiguer.“
B nes und ppen, daß sie durch ihr entschiedenes .Benehmen den als Ruf u fahr aufs neue bewährt ndishen Milizen i kdanten aufgefordert, ihm die Züge von nus und Aufopferung zur Kenntniß zu bringen, die in ihren londissements vorgekommen. ch Stet. Gallens Beispiel ein Da Genf gerichtet. Te fingente noch aufs Pik
in Zeiten der Ge
haben. D ' Kels: Kemer Inspektor der Waadtiä
Regierung von Aargau i nkschreiben an Waadt ssin hat in den lebten Tagen scine Kon- et gestellt.
Se. Kaiserl. Hoheit der Großfärst st| am 14. Oktober Nachmittags un- Borodiasky in Gesellschaft n A Majors Grafen
o kurz vorher der Fürst von Der Großfürst ist in dem Hause des , welches zur Aufnahme des er- ft geseßt worden war, abgestiegen an den reizenden Ufern des Lario
Mailand, 19. Okt. onfolger von Rußland i tamen eines Grafen von iner Begleitung bestimmte na in Como eingetroffen, angelangt dee: Senf errn Fran Achten Gastes in Bereitscha
nft einige Wochen
Heute lies die Königin die Division
Revue passiren. ¿ Haltung der ps ist noch nicht bekannt.
i Madrid, 17. Okt. enerals Narvaez di
ete die {dne Jedermann be-
Truppen. Die Bestimmung - inister des Junern beharrt dabei, seine Entlassung
Morgen soll der Zuschlag der Lieferungen für die Armee für die Monate November und Dezember erfolgen; es haben sich nur wenige Bewerber gemeldet.
Der Geldmangel is hier so groß, daß die Fonds des Leih- hauses nicht mehr ausreichen, um den Bedürfnissen der Lethen- den zu genügen. Die Verwaltung fordert daher die Kapita- listen zu Vorschüssen auf und verspricht 4 pCt. Die Hof-Zei- tung giebt einen langen Bericht des Marquis von Pontejos über diesen Gegenstand.
_ Die Hof-Zeitung enthält einen Bericht des Finanz-Mi- nisters an die Königin, worin er ein trauriges Gemälde von der finanziellen Lage der Regierung entwirft. Er räth drin- gend an, zu außerordentlichen Maaßregeln zu schreiten, um das bedeutende Deficit zu deken und schlägt deshalb vor, zu diesem Zweck cine eigene Kommission fr die außerordentlichen Húlssmittel zu ernennen. Die Königin hat diesen Vorschlag genehwigt. Mitglieder der Kommission sind: Don Pio Pita Pizarro, Präsident, Don Juste Jose Banqueri, Minister des obersten Raths von Spanien -und Indien, Don Ramon San- tillan, Abtheilungs - Chef im Finanz - Ministerium, der Mar- quis von Caza Frajo, Secretair im Staatsrath, Don Jose Higinio d’Arche Schasmeister des Tilgungsfonds, Don Pe- dro Surra y Rull und Den Jose Vasconi.
/ Der Mexikanische Botschafter am hiesigen Hofe is be- reits von mehreren Handlungshäusern in Cadix und Gibraltar um Kaperbriefe gegen Frankreich ersucht worden. Er hat dar- auf erwiedert, daß er úber diese Angelegenheit an seine Regie- rung berichtet, aber noch feine Antwort erhalten habe. So- bald er Kaperbriefe erhalte, werde er sie unverzüglich ausgeben. __ Sir Georg Villiers ist am 14. von London wieder hier eingetroffen. /
Spanische Gränze. Cabrera ch{chickt sich an, Alcaniz zu belagern, wobei er sich des schweren Geschükes bedienen wird, das er dem General Oraa abgenommen hat. Der Gene- ral van Halen ist mit der Division des Barons von Meer in
Daroca angekommen, um die Operationen Cabrera’s zu hin- tertreiben.
__ Smyrna, 6. Okt. (Journ. de Smyrne.) Hussein Bey ist am 4. auf dem Dampfboote „Stambul‘/ von Konstantino- pel hier angekommen und mit allen seinem Range gebührenden Ehrenbezeigungen empfangen worden. Der Admiral Gallois sandte ihm ein Boot, um ihn nach seinem Palais zu bringen, wo ihn alle Civil- und Militair: Behörden der Stadt und eine große Volksmenge empfingen. — Tahir Pascha ist von seiner Reise durch sein Muschirat hierher zurückgekehrt. Hussein Bey G Pascha waren ihm bis zur Karavanen-Brücke entge- gengeeilt.
Die Englische und Türkische Flotte befanden si, den le6- ten Nachrichten zufolge, bei den Jnseln von Berin : Das Französische Linienschiff „„Triton“/, welches den „Ju- piter‘/ ablôst und nunmehr das Flaggenschis des Admirals Gallois werden wird, ist so eben auf der hiesigen Rhede vor Anker gegangen.
Herr David Offley, Konsul der vereinigten Staaten von Nord-Amerika, ist hier gestorben.
Alexandrien, 29. Sept. (Journ. de Smyrne.
Die Aegyptische Flotte ist vor drei Tagen in dem aj Zustande in den hiesigen Hafen zurügekehrt. Mehr als ein Viertel der Mannschaft ist krank. Die Meisten leiden an den Augen oder am Skorbut, eine Folge der shlechten Nahrung, der Unsauberkeit und der Entbehrungen aller Art. Ein ausge- zeichneter Offizier der Französischen Marine, Namens Huzar, welcher das Schiff Nr. 9 kommandirte, ist von diesem Posten abberufen und zum Adjutanten Said Bey's ernannt worden. Man schreibt dies der Eifersucht der Türkischen Befehlshaber zu, die schon seit längerer Zeit die Ueberlegenheit des Schiffes Nr. 9, welche dasselbe den Talenten des Herrn Huzar ver- dankte, mit neidischen Augen betrachteten. _ Den neuesten Nachrichten aus Hed\chas zufolge, hat sich in der Lage dieses Landes nichts geändert Achmed Pascha, Befehlshaber der Aegyptischen Armee, ist in Mekka eingezogen, um dort den Winter zuzubringen. Wahrscheinlich dürfte wäh- rend dieser Jahreszeit keine militairische Operation stattfinden. Ueber Churschid Pascha's Expedition nach dem Euphrat weiß man nichts, aber Jbrahim Pascha, der Neffe, bereitet eine Ex- pedition nah Sana vor.
In Folge des Steigens der Baumwollen-Preise in Europa werden hier Ankäufe zu den von der Regierung festgeseßten Preisen gemacht. Dies gewährt Boghos Bey einen doppelten Triumph, indem er einmal dadurch Gelegenheit erhält, sich an dem Handelsstande, den er tddtlich haßt, zu rächen, andererseits aber auch die Meinung, die sein Gebieter in Bezug auf Han- dels-Angelegenheiten von ihm hegt, noch erhöht. Obgleich man sich son An über den hohen Preis des Reises beshwert so hat ihn Boghos Bey doch noch um 10 Piaster das Ardeb erhöht, weil der Ramazan herannaht und die Türken um diese Zeit große Sendungen nach Konstantinopel zu machen pflegen.
Der öffentliche Gesundheits-Zustand is sehr befriedigend, und man spricht kaum mehr von der Post.
Ueber die mit der leßten Post aus Jndien hier eingegan- genen Nachrichten liest man Folgendes in der Times: „Es zeigt sich, daß geheime Jnrriguen und Unterhandlungen zwi- schen einigen eingeborenen Fürsten und dem Schach von Yer- sien entdet worden und vielleicht seit einiger Zeit schon zur Kenntniß der Anglo-Jndischen Regierung gekommen waren. Sie hatten endlich eine solche Gestalt angenommen und wurden so offen unterhalten, daß eine Gesandtschaft des Königs von Nepal nah dem Hauptquartier des Schachs vor Herat abge- oronet wurde, ohne Zweifel mit dem Auftrag, über gemeinsame Maßregeln gegen die Engländer in Indien oder gegen ihre Alliirten zu unterhandeln. Der Plan war reif, und so gescha- hen die nöthigen Schritte, um demselben entgegenzutreten. Fachrichten aus Lucknow zufolge, wurde die Nepalesische Ge- sandtschaft auf dem Wege nach Persien verhaftet und ihr ihre Popiere abgenommen. Nach den leßten Nachrichten aus Kalkutta, von einem späteren Datum als diese Gefangennahme, ging dort allgemein das Gerücht, eine NepalesischeTruppenmacht von 20,000 Mann habe die nach Rangpur, Purneah U. \. w. führenden Pässe besebt. Wenn dies wahr ist, so kann man sie unmöglich in einer, den benachbarten Besikungen so gefährlichen Stellung lassen. Die Bewegungen auf der Seite von Nepal waren in- deß nicht die einzigen, welche Besorgnisse erweckten. Machrich- ten sollen eingelaufen seyn über den Plan Dost Moham-
med's, des Färsten von Cabul, sich mit 125000
an den Schach von Persien anzuschließen. Die Be: dingungen eincr solchen Allianz sollen seyn, daß die Perser Herat und alles Land nordwärts bis Bukthara, und sütwörts bis an die Besißungen der Belutschen - Fürsten, welche grgen- wärtig zu Heiderabad in Sind residiren, erhalten sollen. Dest Mohammed Khan soll dagegen unterstüßt werden, die Sikhs aus Peschawer zu vertreiben, Kaschmir wieder einzunehmen und ales Land nördlih von Kabul bis an den Oxus , nänlich das Gebiet der Häuptlinge von Khunduz, Balkh u. \. w., zu unterwerfen. So \chmeichelt man Persien mit der Hoffnung, die meisten früher von Nadir-Schach wieder eroberten Provin- (s, abermals F vereinigen, und Dost Mchamimcd joll das Reich Timur Schachs mit dem Königetitel wieder herstellen. Auch auf Seiten des Birmanischen Reichs trägt Alles einen feindlichen Charakter. Oberst Benson wurde mit einer beson- deren Mission nah Ava gesendet, und von dem Erfolg dersel- ben hängt nun die Frage üder Krieg oder Frieden ab, obgleich man aligemein die Ansicht hegt, daß der Hof von Ava èurch- aus den Englischen Juteressen und dem Englischen Bündniß abgeneigt sey und keinen Willen zeige, den Beschwerden wegen mehrerer Vertragsbrüche abzuhelfen. Das Benehmen Run d- schit Singh's unter diesen Umständen erregt gleichfalls Ver- dacht. Mißverständnisse zwischen im und der Englischen Ge- fandtschast an seinem Hofe waren eingetrecen, veranlaßt, wie man sagt, durch die Forderung, eine Englische Truppenmachr durch den Pendschab marichiren zu lassen, um der Ereignisse auf jener Seire gewärtig zu seyn; wenn diesem Ansinnen nicht entsprochen wer- den sollte, wollte man einen Weg durch Sind, südwärts von Rundschit Singh’s Besißungen suchen. Diese kriegerischen Aus- sichten auf mehreren Punkten hatten bereits die Radschahs ven Dschudpur bewogen, die Zahlung des Tributs zu verweigern. Die Regierung von Audih dagegen war gut gesinnt, und ihr Kontingent- soil bereits an der Gränze gegen die Nepalesischen Berge zu stehen." Die feindliche Stimmung, die sich zu glei- cher Zeit und wie verabredet auf mehreren Punkten Indiens zeigte, schien eine Folge der verbreiteten Meinung über den ungenügenden Zustand der Anglo-Jndischen Armee. “7 :
Berlin, 29. Okt. Die feierlihe Erdffnung der gan- zen Berlin-Potsdamer Eisenbahn As Gie satt. Die Gebäude und die Wagen waren mit Blumen und Fahnen ge- \{chmüdckt ; ein Musik - Corps befand sich auf dem Balkon des Bahnhofes, ein anderes- auf dem Tender, und um 12 Uhr se6te sih ein Zug von 11 Wagen mit 280 Personen und von 2- Lo- komotiven gezogen in Bewegung. Jn diesen Wagen befanden ich Se. Königl. Hoheit der Kronprinz, so wie die Prinzen
ilhelm und Karl Königl. Hoheiten nebst mehreren anderen Prinzen des Königlichen Haujes und viele Mitglieder aller der A und hohen Behörden, die der neuen Bahn die erste
eihe gaben. Jn 41 Minuten gelangte der Zug nach Pots- dam, und nachdem die Gesellschaft dort Erfrischungen einge- nommen hatte, kehrte sie in 38!/, Minuten wieder zurúck und traf in Berlin gegen 2 Uhr ein.
Wissenschaft, Kunst und Literatur. Ausstellung auf de R E Akademie der c
Der geschichtlichen Bilder, welche antike Stoffe bchandeln, sind diesmal unr awci: von Johann Woiff Homer und scin Fübrer, und vou Mussini aus Florenz Ganvmed, welcher den Ldler tränft. Für den ersicren Gegenstand is der Vorgang vou Gérard gewiß fein get dler Nachtheil, und der trefflihe Homerus-Kopf, der uns aus den {lterthum Überlicfert worden, durfte nicht vermieden werden; adop- tirte man ihu aber, wie der Künstler gethan, so entzog dies dem Bilde gleich in seinem Schwerpunkt das Verdienst der Neuheir und Origi- nalität. Denuoch hat der Künsiler an eine so uùdankbare Aufgabe vielen Kunsifleiß gewandt; das Schreiten des blinden Greises, wel- er, geführt von einem schönen Knaben, so eben aus einem Schif ans Ufer gestiegen, ist wohl ausgedrlickt, desgleichen die Erhebung seines Auntliÿcs gen Himmel, als wollte er eben cin Lied anstimmen. Eine wodblgelungene, freundliche Figur ist der Knabe; auch auf dem Schiff unter deu Ruderern herrsht natürliche Bewegung, doch wird die Heiterkeit, welcze die Scene am Gestade des cf- fenen Meeres haben könnte, dur ein unfkräftiges, mattes Kolorit leider sehr geschwächt, und gerade die frische Seeluft, welche in den Homerischen Gesängen weht, und das helle Tageslicht, das in ibnen a spricht nicht auf gleiche Weise aus dieser Darsiellung den Be- chauer an. — Dic Wahl des Gegenstandes im Vilde von Mussint wird noch sinnreicher und interessanter durch die nahciiegende Beziehung auf den Preußischen Adler, in der That eiuc Aufgabe, welche sich sehr wohl für die Plastik geeignet haben würde. Auch bier iu der matie- rischen L sie fich recht wohl aus, do vermißt man ungern jene reine Borliebe für den Gegenfland, welhe Werken dies- ser Art erst den wahren Reiz giebt. Es zeigt sih eine gewisse Ge: fallsüchtigkeit, und die Behandlung strebt mehr nah Bravour als nach Wahrheit und unschuldiger Schönheit.
Endlich ließe sich bierher noch ein Bild von Ratti, aus der Squle von Hensel, rechnen: Scene aus dem Untergauge von Her- culanum und Pompeji; es hat aber in der Zeichuung und Äuf- faffung sehr wenig von autifem Geiste, und uoch weniger hat es in seiner Farbengebung Romantisches; die oberbald uactte Frauengestalt, welche von cinem Maune getragen wird, is mit mo- notonem Nothbraun gemalt, daß sie nicht anders, ais mit Rothftift gezeichnet erscheint. Der Künstler, der sonst in ficineren Werfen cin recht hübsches Farbengefühl und sogar recht saftige Töne zeigte, ijt hier auf einen Bbweg geratben, den wir mit der Tendenz der Schule, welcher er angehört, nicht zu vereinigen wi}cn, und von dem erx fo- G Len muß.
: ir enden uns jeßt zu den bifiorishen Bildern der roman - tisben Gattung, durch welche die Düsseldorfer Schule auf früheren Ausstellungen sich befonders die Aufmerksamkeit des Publikums er- worben. Aber gerade hier bat der Unsiern, wcicher über gcgen- wärtiger Ausstellung schwebt, sich au1 meislen gezeigt; wie reich müßte die Ausfiellung an Bildern dieser Art seyu, wenn nur Alles erschies nen wäre, was der Katalog verheißt, und wie arm is sie bis jest daran geblieben. Lessing's Ezzelino blieb in Frankfurt zurück, Piüd- deman's Conradin ist nah Petersburg abgegangen, bevor wir ihn ge- sehen, vou Sohn ist ein zweites Biid nach Romeo und Julie noch immer nicht eingetroffen, und auch von biesigen Künßilern wird A. v. Klöber's Hüou unter den Hirten und Eéspcrstedt?s Conradia A Lane: ried Rib
er hauptsächlihfe Repräsentant dieser beliebten Gattung bleib Sohn's Romeo und Julie, in der Scene auf dem UAltan (Aft IIL. Scene 5). Wir haben hier cin Drama und cineScene, auf welche der große Dichter in noch jugendlicherem Alter so viel Glnth und Zartheit und so viel romantischen Zauber gebäust, und wir baben einea Maler, welczer sich uns im AuKdruck der verlangenden Liebe als schwunugvoll benäbit hat, zuerst in Rinald und Armide und dann in seinem Hvlas. Nun hat sîih auch an demselben Gegenstand vor zehn Jahren son Hildebrandt versucht, damals freilicz noch mit jungen Kräften; dop-
pelt gespannt also durften wir auf Sohn's Auffassung , kaum eine seinem künstlerischen Naturell Andcmeserere Rutpéit finder
eff O R g = s E T RE

References: Art. 1
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 2
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