Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Hamburg&Datum=28.02.2007&Aktenzeichen=2%20Es%201/07
Timestamp: 2020-02-25 19:16:00+00:00

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OVG Hamburg, 28.02.2007 - 2 Es 1/07.N - dejure.org
OVG Hamburg, 28.02.2007 - 2 Es 1/07.N
https://dejure.org/2007,2398
OVG Hamburg, 28.02.2007 - 2 Es 1/07.N (https://dejure.org/2007,2398)
OVG Hamburg, Entscheidung vom 28.02.2007 - 2 Es 1/07.N (https://dejure.org/2007,2398)
OVG Hamburg, Entscheidung vom 28. Februar 2007 - 2 Es 1/07.N (https://dejure.org/2007,2398)
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Einstweilige Aussetzung des Vollzugs eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans; Verhinderung der Erteilung von Baugenehmigungen für Vorhaben im Plangebiet; Anwendbarkeit der Regelungen über die Umweltprüfung und den Umweltbericht bei der Aufstellung eines Bebauungsplans; ...
Verkleinerung des Plangebiets im Aufstellungsverfahren
Eilverfahren bei Normenkontrollverfahren (IBR 2007, 280)
BauR 2007, 1540
BauR 2007, 1541
ZfBR 2007, 468
ZfBR 2007, 469
Bei der Abwägung ist es nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, der der Senat folgt (…vgl. z.B. BVerwG, Urt. v. 18.9.2003, BVerwGE 119, 45, 49; OVG Hamburg, Beschl. v. 28.2.2007, NordÖR 2007, 244, 247 f.), ferner nicht erforderlich, dass der Plangeber alle mit der Planung typischerweise oder möglicherweise verbundenen Probleme bereits im Bebauungsplan abschließend löst.
Insofern läge eine unzulässige Verlagerung einer planerischen Konfliktsituation in nachfolgende Genehmigungsverfahren vor (…vgl. z.B. BVerwG, Urt. v. 18.9.2003, BVerwGE 118, 45, 49; OVG Hamburg, Beschl. v. 28.2.2007, NordÖR 2007, 244, 247 f.).
Die Antragstellerin kann mit der Unwirksamkeit des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes diese Festsetzungen zu Fall bringen und dadurch eine verbesserte Rechtsposition erlangen (vgl. in diesem Zusammenhang OVG Hamburg, Beschl. v. 28.2.2007 - 2 Es 1/07.N - BayVGH, Beschl. v. 5.12.2005 - 2 N 04.601 - …und Urt. v. 20.11.2003 - 15 N 01.550 -, zitiert nach juris; NdsOVG, Beschl. v. 4.10.2004, BauR 2005, 532).
Die von der Antragsgegnerin weiter angeführten Entscheidungen des OVG Nordrhein-Westfalen (…Urt. v. 07.02.1997 - 7 a D 134/95.NE - BRS 59 Nr. 256) und des OVG B-Stadt (Beschl. v. 28.02.2007 - 2 Es 1/07.N - BRS 71 Nr. 51) betreffen wie der dem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 09. Mai 1997 (…a.a.O.) zugrundeliegende Fall ein "Folgeproblem", nämlich die - von beiden Gerichten letztlich bejahte - Frage, ob ein durch eine Bauleitplanung ausgelöster Lärmkonflikt durch vertraglich vereinbarte Lärmschutzmaßnahmen gelöst werden kann.
Wie der Senat bereits entschieden hat, stehen die Rechtsschutzmöglichkeiten nach § 47 Abs. 6 VwGO und §§ 80a, 80 Abs. 5, 123 VwGO angesichts der unterschiedlichen Rechtsschutzziele, Streitgegenstände und Prüfungsmaßstäbe selbstständig und gleichberechtigt nebeneinander (vgl. OVG Hamburg, Beschl. v. 28.2.2007, NordÖR 2007, 244 m.w.N.).
Die Anforderungen an die Aussetzung des Vollzugs einer Norm sind im Hinblick auf die demokratische Legitimation des Normgebers und die weitreichenden Folgen einer solchen Entscheidung erheblich höher als die Anforderungen, die § 123 VwGO sonst an den Erlass einer einstweiligen Anordnung stellt (vgl. BVerwG, Beschl. v. 18.5.1998, NVwZ 1998, 1065; OVG Hamburg, Beschl. v. 28.2.2007, NordÖR 2007, 244; OVG Münster, Beschl. v. 9.11.2006, 7 B 1667/06.NE, juris; OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 14.10.2005, 2 S 111.05, juris; OVG Saarlouis, Beschl. v. 20.9.2004, 1 U 5/04, juris; VGH Kassel, Beschl. v. 22.4.2003, BRS 66 Nr. 67;… Kopp/Schenke, VwGO, 14. Aufl. 2005, § 47 Rn. 148).
Kommt hinzu, dass bis zu diesem Zeitpunkt auf der Grundlage des solange anwendbaren Bebauungsplans vollendete Tatsachen geschaffen werden, die das Normenkontrollverfahren letztlich sinnlos werden lassen, ist eine einstweilige Anordnung aus anderen wichtigen Gründen dringend geboten (…vgl. VGH Kassel, Beschl. v. 22.4.2003, a.a.O., m.w.N.;… OVG Schleswig, Beschl. v. 14.8.2006, a.a.O.; OVG Magdeburg, Beschl. v. 7.9.2004, 2 R 240/04, juris; OVG Lüneburg, Beschl. v. 30.8.2001, NVwZ 2002, 109; offen lassend: OVG Hamburg, 2. Senat, Beschl. v. 28.2.2007, NordÖR 2007, 244).
Zwischen den Rechtsschutzmöglichkeiten nach § 47 Abs. 6 VwGO einerseits und nach § 123 VwGO oder § 80 Abs. 5 , § 80a VwGO andererseits besteht wegen des unterschiedlichen Streitgegenstands und des sich daraus ergebenden unterschiedlichen gerichtlichen Prüfungsprogramms kein Konkurrenzverhältnis und daher auch keine allgemeine Subsidiarität (VGH München, Beschl. vom 03.01.2013, 1 NE 12.2151, NVwZ-RR 2013, 392; OVG D-Stadt, Beschl. v. 28.02.2007, 2 Es 1/07.N, NordÖR 2007, 244).
Das Rechtsschutzbedürfnis fehlt nach ebenso beständiger Senatsrechtsprechung (…vgl. Beschl. v. 4.10.2004 - 1 MN 225/04 -, a.a.O.; vgl. auch OVG Hamburg, Beschl. v. 28.2.2007 - 2 Es 1/07.N -, ZfBR 2007, 468 = BauR 2007, 154) hingegen nicht schon deshalb, weil der Normenkontrolleilantragsteller Individual-Eilrechtsschutz gegen Akte oder Maßnahmen ergreifen kann/könnte, die in Ausnutzung der Planfestsetzungen geschehen können.
(vgl. OVG Hamburg, Beschluss vom 28.02.2007 - 2 Es 1/07.N -) Der Bauschein habe die Fertigstellung dieser Linksabbiegespur zur Bedingung für die Inbetriebnahme des Marktes gemacht.
OVG Berlin-Brandenburg, 26.06.2007 - 2 S 62.07
Unbegründetheit eines vorläufigen Rechtsschutzantrages nach § 47 Abs. 6 VwGO …

References: § 47
 § 123
 § 47
 § 47
 § 123
 § 80
 § 80
 § 47