Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=08.01.2015&Aktenzeichen=VII%20ZR%206/14
Timestamp: 2019-10-21 04:07:26+00:00

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BGH, 08.01.2015 - VII ZR 6/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,770
BGH, 08.01.2015 - VII ZR 6/14 (https://dejure.org/2015,770)
BGH, Entscheidung vom 08.01.2015 - VII ZR 6/14 (https://dejure.org/2015,770)
BGH, Entscheidung vom 08. Januar 2015 - VII ZR 6/14 (https://dejure.org/2015,770)
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§ 812 BGB, § 649 Satz 2 BGB, § 649 Satz 1 BGB, § 97 Abs. 1 ZPO
§ 631 BGB, § 649 S 2 BGB
Bestellerkündigung eines Werkvertrags über Internet-Dienstleistungen: Berechnung des Vergütungsrückzahlungsanspruch nach geleisteten Voraus- bzw. Abschlagszahlungen und Darlegungslast des Unternehmers hinsichtlich ersparter Aufwendungen
IT-Systemvertrag - Darlegungslast des Unternehmers hinsichtlich ersparter Aufwendungen
Erfolgen des Rückzahlungsanspruchs aus einem Werkvertrag aufgrund eines sich nach einer Abrechnung ergebenden Überschusses
Zur Rechtsnatur des Rückzahlungsanspruchs, wenn die Parteien eines BGB-Werkvertrages Voraus- oder Abschlagszahlungen vereinbart haben
Voraus- oder Abschlagszahlungen vereinbart: Wie ist nach Kündigung abzurechnen?
Auszahlung eines Saldoüberschusses bei Vereinbarung eines BGB-Werkvertrages mit Voraus- oder Abschlagszahlungen
Zum Ausgleichsanspruch bei vorzeitiger Kündigung eines Internet-System-Vertrages
Wie erfolgt die Abrechnung eines "frei" gekündigten Werkvertrags? (IBR 2015, 201)
Unternehmer muss beweisen, dass er Abschlagszahlungen behalten darf! (IBR 2015, 200)
LG Düsseldorf, 15.03.2013 - 15 O 406/11
NJW-RR 2015, 469
MDR 2015, 325
NZBau 2015, 226
WM 2015, 1073
MMR 2015, 235
MIR 2015, Dok. 033
K&R 2015, 202
BauR 2015, 660
ZfBR 2015, 254
Die Revision zeigt nicht auf, dass die insoweit darlegungs- und beweisbelasteten Kläger (vgl. BGH, Urteil vom 8. Januar 2015 - VII ZR 6/14, NZBau 2015, 226 Rn. 20) substantiiert dargetan haben, welche konkreten Steuern und Gebühren, die die Beklagte ihrerseits nicht "verbraucht" hat, sie erstattet begehren.
Die Würdigung des Berufungsgerichts, die Beklagte habe substantiiert dargelegt, welche Positionen erstattbar waren (Anlagen B 1 und B 2 = GA 83-85), und sei daher ihrer sekundären Darlegungslast (vgl. BGH, NZBau 2015, 226 Rn. 20) nachgekommen, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.
Dabei ist zu beachten, dass sich der Umfang der sekundären Darlegungslast einerseits nach der Intensität des Sachvortrags der beweisbelasteten Partei richtet und er andererseits seine Grenze in der Zumutbarkeit der den Prozessgegner treffenden Offenbarungspflicht findet (BGH…, Beschluss vom 17. Januar 2012 - XI ZR 254/10, WM 2012, 746 Rn. 4 mwN; Urteil vom 8. Januar 2015 - VII ZR 6/14, WM 2015, 1073 Rn. 29).
Soweit die Beklagte unter Berufung auf das Urteil des BGH vom 08.01.2015 ( BGH NJW-RR 2015, 469 f.) der Ansicht ist, dass der BGH mildere Anforderungen an die Darlegungslast hinsichtlich des anderweitigen Erwerbes stellt als das Gericht, ist festzustellen, dass der vom BGH entschiedene Fall nicht vergleichbar ist.
Der Anspruch folgt dabei aus der vertraglichen Vereinbarung der Parteien zur Zahlung von Abschlägen durch die Kläger (vgl. dazu: BGH, Urteil vom 08.01.2015 - VII ZR 6/14, juris-Rdnr. 13;… BGH, NJW 2012, 3569 Rdnr. 17;… BGH, NJW-RR 2002, 1097, juris-Rdnr. 7;… BGH, NJW 2002, 1567, juris-Rdnr. 17 ff.;… Palandt/Sprau, BGB (74. Aufl.), § 632 a Rdnr. 4 mwN).
In dieser Höhe steht den Klägern ein vertraglicher Rückzahlungsanspruch gegen die Beklagte zu, da sich bei der Vereinbarung einer Abschlagszahlung ein etwaiger Rückzahlungsanspruch aufgrund eines sich nach einer Abrechnung ergebenden Überschusses aus dem Vertrag ergibt (vgl. jüngst: BGH, Urteil vom 08.01.2015 - VII ZR 6/14, juris-Rdnr. 13 mwN).
Die Grundsätze des BGH zur Beweislastverteilung für den Anspruch auf Kündigungsvergütung gem. § 649 S. 2 BGB bei einem noch nicht in Vollzug gesetzten Internet-System-Vertrag (vgl. BGH, NJW-RR 2015, S. 469), welche einen Vertragsschluss aus dem Jahre 2008 betrafen, sind auch auf den hier erfolgten Vertragsschluss am 03.07.2014 nach wie vor anwendbar.
Dies ist eine nachvollziehbare vertragsbezogene Abrechnung (vgl. BGH, NJW-RR 2015, S. 469).
Sie muss demgegenüber nicht darlegen, welche Mitarbeiter zu welchen Kostensätzen welche Arbeitsschritte hätten erbringen müssen und welche Gemeinkosten und andere Kostenpositionen hierbei zu veranschlagen gewesen wären (vgl. BGH, NJW-RR 2015, S. 469).
Die Einlassung der Klägerin genüge insoweit der Rechtsprechung des BGH, NJW-RR 2015, S. 469.
Ihm kommen Darlegungserleichterungen zugute, wenn die Abrechnung dadurch erschwert ist, dass der Auftragnehmer sie nicht selbst durchführt (…vgl. BGH , Urteil vom 11. Februar 1999, VII ZR 399/97, BGHZ 140, 365-379, Rn. 26; BGH , Urteil vom 24. Januar 2002, VII ZR 196/00, BauR 2002, 938;… BGH , Urteil vom 30. September 2004, VII ZR 187/03, Rn. 12, juris; BGH , Urteil vom 8. Januar 2015, VII ZR 6/14, Rn. 15, juris).
Jedenfalls beim VOB-Vertrag könne er seiner Darlegungslast regelmäßig nur durch Vorlage einer prüffähigen Rechnung genügen, aus der sich ergebe, dass ihm zumindest in Höhe der erhaltenen Voraus- und Abschlagszahlungen eine endgültige Vergütung zustehe (…vgl. BGH , Urteil vom 11. Februar 1999, VII ZR 399/97, BGHZ 140, 365-379, Rn. 28;… BGH , Urteil vom 22. November 2007, VII ZR 130/06, Rn. 16, juris; BGH , Urteil vom 8. Januar 2015, VII ZR 6/14, Rn. 15, juris).
Es ist in diesem Fall dann Sache des Auftragnehmers, mit einer endgültigen, den vertraglichen Anforderungen entsprechenden Abrechnung dem Anspruch entgegenzutreten (…vgl. BGH , Urteil vom 11. Februar 1999, VII ZR 399/97, BGHZ 140, 365-379, Rn. 28;… BGH , Urteil vom 22. November 2007, VII ZR 130/06, Rn. 16, juris; BGH , Urteil vom 8. Januar 2015, VII ZR 6/14, Rn. 15, juris).
Der Unternehmer, hier also die Klägerin, muss über die kalkulatorischen Grundlagen der Abrechnung so viel vortragen, dass dem für höhere ersparte Aufwendungen darlegungs- und beweisbelasteten Besteller, hier der Beklagten, eine sachgerechte Rechtswahrung ermöglicht wird (…vgl. BGH, Urt. v. 24.03.2011 - VII ZR 146/10, ZfBR 2011, 470, 471 m.w.N.; BGH, Urt. v. 08.01.2015 - VII ZR 6/14, NSW BGB § 631, Rn. 20, zit. nach juris).
Dabei sind u.a. auch die Vertragsgestaltung und der Vertragsinhalt von Bedeutung (vgl. BGHZ 140, 263, 266; BGH, Urt. v. 08.01.2015, a.a.O.).
Das erfordert allerdings mehr als den Hinweis der Gegenseite, hier also der Beklagten, der Vortrag des Unternehmers (der Klägerin) sei nicht schlüssig (BGH, Urt. v. 08.01.2015, a.a.O., m.w.N.).
Im Übrigen reichte ohnehin nicht eine bloße Rüge der fehlenden Schlüssigkeit des Vortrages der Klägerin oder ein Bestreiten mit Nichtwissen (vgl. BGH, Urt. v. 08.01.2015 - VII ZR 6/14, Rn. 20 und 30).
Jede andere Abrechnung (BGH, Urteil vom 08.01.2015, VII ZR 6/14;… KG, a. a. O.) würde den Besonderheiten der Abwicklung bei vorzeitig gekündigten Pauschalverträgen nicht gerecht (…KG, a. a. O.).
Ob hier nach dem Parteivortrag der sekundären Darlegungslast Genüge getan ist, hat das Tatgericht im Einzelfall zuprüfen (Tatrichterliche Würdigung, BGH, Urteil vom 08.01.2015, VII ZR 6/14).
Dies gilt insbesondere dann, wenn dieser aufgrund der Stellungnahme der Gegenseite relevant unklar und daher ergänzungsbedürftig wird (vgl. BGH, Urt. v. 08.01.2015 - VII ZR 6/14, Rn. 20).
LG Köln, 15.04.2016 - 10 S 192/15
Besteller kündigt "frei": Unternehmer behält Werklohnanspruch!
OLG Düsseldorf, 12.04.2016 - 23 U 149/14
LG Düsseldorf, 20.05.2019 - 5 O 288/17
AG Frankfurt/Main, 06.05.2016 - 30 C 3021/15

References: § 812
 § 649
 § 649
 § 97

§ 631
 § 649
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 632
 BGH 
 § 649
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 § 631