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Timestamp: 2020-07-08 22:50:04+00:00

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Annahmeverzugslohn - und seine Verjährung | Rechtslupe
Der Anspruch des Arbeit­neh­mers auf Annah­me­ver­zug ent­steht wäh­rend des Annah­me­ver­zugs suk­zes­si­ve ent­spre­chend den dem Ver­gü­tungs­an­spruch zugrun­de­lie­gen­den Rege­lun­gen. Die Fäl­lig­keit der Annah­me­ver­zugs­ver­gü­tung bestimmt sich nach dem Zeit­punkt, in dem die Ver­gü­tung bei tat­säch­li­cher Beschäf­ti­gung in den ein­zel­nen Abrech­nungs­pe­ri­oden fäl­lig gewor­den wäre [1].
Die von § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB gefor­der­te Kennt­nis des Gläu­bi­gers ist vor­han­den, wenn er auf­grund der ihm bekann­ten Tat­sa­chen gegen eine bestimm­te Per­son eine Kla­ge, sei es auch nur eine Fest­stel­lungs­kla­ge, erhe­ben kann, die bei ver­stän­di­ger Wür­di­gung so viel Erfolgs­aus­sicht hat, dass sie dem Gläu­bi­ger zumut­bar ist. Die erfor­der­li­che Kennt­nis setzt kei­ne zutref­fen­de recht­li­che Wür­di­gung vor­aus. Aus Grün­den der Rechts­si­cher­heit und der Bil­lig­keit genügt Kennt­nis der den Anspruch begrün­den­den tat­säch­li­chen Umstän­de [2].
Der Arbeit­neh­mer hat vom Anspruch auf Ver­gü­tung wegen Annah­me­ver­zugs aus­rei­chen­de Kennt­nis iSv. § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB, wenn er Kennt­nis von den Tat­sa­chen hat, die den Anspruch begrün­den. Dage­gen kommt es nicht auf eine zutref­fen­de recht­li­che Wür­di­gung an. Etwas ande­res gilt nur dann, wenn und solan­ge dem Arbeit­neh­mer die Erhe­bung einer die Ver­jäh­rung hem­men­den Kla­ge (§ 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB) unzu­mut­bar ist [3].
Nur aus­nahms­wei­se kann die Rechtsun­kennt­nis den Ver­jäh­rungs­be­ginn hin­aus­schie­ben, wenn eine unsi­che­re und zwei­fel­haf­te Rechts­la­ge besteht, die selbst ein rechts­kun­di­ger Drit­ter nicht zuver­läs­sig ein­zu­schät­zen ver­mag; denn in die­sem Fall fehlt es an der Zumut­bar­keit einer Kla­ge­er­he­bung [4].
Nach § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB wird die Ver­jäh­rung eines Anspruchs zwar auch durch die Erhe­bung einer Kla­ge auf Fest­stel­lung des Anspruchs gehemmt. Erfor­der­lich hier­für ist eine posi­ti­ve Fest­stel­lungs­kla­ge, deren Gegen­stand das Bestehen des Anspruchs ist. Die Fest­stel­lung eines die­sem zugrun­de­lie­gen­den Rechts­ver­hält­nis­ses reicht nicht aus [5]. Die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge umfasst nach ihrem Streit­ge­gen­stand nicht die Zah­lungs­an­sprü­che des Arbeit­neh­mers. Damit wur­de nicht – wie in § 204 Abs. 1 BGB vor­aus­ge­setzt – über den "Anspruch" im Sin­ne des § 194 Abs. 1 BGB, son­dern nur über den Fort­be­stand des Arbeits­ver­hält­nis­ses als eine für das Bestehen von Annah­me­ver­zugs­an­sprü­chen bedeut­sa­me Vor­fra­ge gestrit­ten. Für die ana­lo­ge Anwen­dung der §§ 203 ff. BGB ist man­gels einer Rege­lungs­lü­cke kein Raum [6].
Feh­ler amt­li­cher Stel­len kön­nen sich als höhe­re Gewalt gegen­über einer recht­zei­ti­gen Rechts­ver­fol­gung dar­stel­len [7]. Vor­aus­set­zung ist jedoch, dass der Berech­tig­te ohne jedes Eigen­ver­schul­den an der Kla­ge gehin­dert war, etwa weil er auf die Rich­tig­keit der gericht­li­chen Sach­be­hand­lung ver­trau­te [8]. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind nicht erfüllt. Der Klä­ger hat die Abwei­sung der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge durch das Arbeits­ge­richt und die Zurück­wei­sung der Beru­fung nicht als unab­wend­ba­res Ereig­nis hin­ge­nom­men und auf des­sen Rich­tig­keit ver­traut, son­dern das ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Ver­fah­ren fort­ge­führt. Ihm war damit auch die Erhe­bung einer Zah­lungs­kla­ge mög­lich. Der Klä­ger hat auch ansons­ten kei­ne Umstän­de dar­ge­legt, aus denen sich eine unver­schul­de­te Ver­säu­mung der Ver­jäh­rungs­frist ergä­be. Er hat kei­ne Anstren­gun­gen zur Wah­rung der Ver­jäh­rungs­frist unter­nom­men [9], obwohl er dazu in der Lage gewe­sen wäre.
BAG 12.12 2006 – 1 AZR 96/​06, Rn. 33, BAGE 120, 308; 7.11.2007 – 5 AZR 910/​06; 16.05.2012 – 5 AZR 251/​11, Rn. 31, BAGE 141, 340[↩]
BGH 26.09.2012 – VIII ZR 240/​11, zu B II 3 b bb (2) (b) der Grün­de; BAG 13.03.2013 – 5 AZR 424/​12, Rn. 24 mwN, BAGE 144, 322[↩]
BAG 13.03.2013 – 5 AZR 424/​12, Rn. 25 mwN, BAGE 144, 322[↩]
BGH 26.09.2012 – VIII ZR 240/​11, Rn. 45[↩]
BGH 26.09.2012 – VIII ZR 240/​11, Rn. 54[↩]
vgl. BAG 7.11.2007 – 5 AZR 910/​06, Rn. 14; 7.11.1991 – 2 AZR 159/​91, zu B der Grün­de[↩]
BAG 7.11.2002 – 2 AZR 297/​01, zu B I 4 b dd der Grün­de, BAGE 103, 290[↩]
BAG 7.11.2002 – 2 AZR 297/​01, zu B I 4 b ee der Grün­de, aaO[↩]
vgl. hier­zu BAG 7.11.2002 – 2 AZR 297/​01, zu B I 4 b gg der Grün­de, aaO[↩]
Schein­ge­schäf­te – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung Ein Schein­ge­schäft liegt vor, wenn die Par­tei­en ein­ver­ständ­lich nur den äuße­ren Schein des Abschlus­ses eines Rechts­ge­schäfts her­vor­ru­fen, aber die mit dem betref­fen­den Rechts­ge­schäft ver­bun­de­nen Rechts­wir­kun­gen…
ERA-Leis­­tungs­­­zu­la­­ge Die in § 10 Nr 10 Abs 6 ERA (Ent­geltrah­men­ab­kom­men in der Metall- und Elek­tro­in­dus­trie Nord­rhein-West­fa­lens vom 18. Dezem­ber 2003) gere­gel­te Siche­rung des Euro­be­trags der…

References: § 199
 § 199
 § 204
 § 204
 § 194

BGH 

BGH 

BGH 
 § 10