Source: https://rechnungswesen-info.de/abschreibungen_anlagen.html
Timestamp: 2018-03-20 13:25:35+00:00

Document:
Vielen geht damit das geplante Gesetz aber nicht weit genug. Wenn der Gesetzgeber die Grenze von 410 Euro auf 1.000 Euro anheben würde, könnte man die Poolabschreibung streichen.
Die Änderung des § 6 Abs. 2 EStG gilt zwar schon rückwirkend zum 01.01.2017, in den Anwendungsvorschriften des sect; 52 EStG wird aber festgelegt, dass die Änderung erstmals bei Wirtschaftsgütern anzuwenden ist, die nach dem 31. Dezember 2017 angeschafft, hergestellt oder in das Betriebsvermögen eingelegt werden.
Das Anlagevermögen besteht nach § 266 HGB aus:
Zu den Sachanlagen gehören nach § 266 HGB:
Als Absetzung für Abnutzungen (kurz AfA) wird die steuerrechtlich zu ermittelnde Wertminderung von Anlagevermögen bezeichnet. Handelsrechtlich spricht man von Abschreibungen.
Abschreibungsursachen:
Abnutzung bzw. Verschleiß
technisch-wirtschaftliche Überalterung
Es existieren handels- und steuerrechtliche Vorschriften.
Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder die Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Der Plan muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann. Kann in Ausnahmefällen die voraussichtliche Nutzungsdauer eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstands des Anlagevermögens nicht verlässlich geschätzt werden, sind planmäßige Abschreibungen auf die Herstellungskosten über einen Zeitraum von zehn Jahren vorzunehmen. Satz 3 findet auf einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert entsprechende Anwendung. Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen, um diese mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Bei Finanzanlagen können außerplanmäßige Abschreibungen auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung vorgenommen werden.
Damit müssen Abschreibungen nach Handelsrecht vorgenommen werden. Erlaubt sind alle planmäßigen Verfahren.
Damit müssen Abschreibungen nach Steuerrecht vorgenommen werden. Vorgeschrieben ist die lineare Abschreibung. Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens ist die leistungsgerechte Abschreibung erlaubt. Seit dem 01.01.2011 wurde die degressive Abschreibung für alle neuen beweglichen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens wieder abgeschafft (§ 7 Abs. 2 EStG). Es gilt damit wieder die Rechtslage des Jahres 2008.
Die Abschreibungshöhe ist damit von folgenden Faktoren abhängig:
Anschaffungskosten nach § 255 Abs. 1 HGB:
Herstellungskosten nach § 255 Abs. 2 HGB:
Die Abschreibungsdauer bemisst sich bei beweglichen Wirtschaftsgütern grundsätzlich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (§ 7 Abs. 1 EStG). Die Nutzungsdauer ist unter Berücksichtigung der besonderen betrieblichen Verhältnisse zu schätzen. Die AfA-Tabellen sind ein Hilfsmittel, um die Nutzungsdauer von Anlagegütern zu schätzen. Die dort stehenden Werte beruhen auf Erfahrungswissen. Die AfA-Tabellen stellen keine bindende Rechtsnorm dar.
Auf der Seite des Bundesministeriums der Finanzen finden sie die gültigen AfA-Tabellen.
Hier sehen sie einen Ausschnitt aus der AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter:
Zu Beginn der Nutzungsdauer ist ein Abschreibungsplan aufzustellen. Der Abschreibungsbeginn ist der Zeitpunkt der Lieferung bzw. Fertigstellung. Für das Anschaffungsjahr legt der § 7 Abs. 1 EStG folgendes fest:
Es wird also auf volle Monate aufgerundet. Bei einer Anschaffung am 25.05. können also 8/12 der Jahresabschreibung im Anschaffungsjahr angesetzt werden.
Die früher geltende Vereinfachungsregel wurde ab dem Jahr 2004 abgeschafft. Früher konnte bei Anschaffung im ersten Halbjahr die volle Jahresabschreibung und bei Anschaffung im zweiten Halbjahr die halbe Jahresabschreibung gebucht werden.
Probleme bei der Bestimmung der Nutzungsdauer kann es bei komplexen Anlagen geben. Mit Urteil vom 14.04.2011 (IV R 46/09) hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass ein Windpark aus mehreren selbständigen Wirtschaftgütern besteht, die aber einheitlich abzuschreiben sind.
Nach AfA-Tabellen haben die Wirtschaftsgüter im Windpark unterschiedliche Nutzungsdauern. Wegen ihrer technischen Abstimmung aufeinander und wegen der einheitlichen Bau- bzw. Betriebsgenehmigung ist die Nutzungsdauer aller Wirtschaftsgüter des Windparks nach Auffassung des BFH einheitlich zu bestimmen. Sie richtet sich nach der Nutzungsdauer der den Windpark prägenden Windkraftanlagen.
Bilanzielle und Kalkulatorische Abschreibung
Ein grundlegendes Unternehmensziel ist die Erhaltung der Vermögenssubstanz. Dies geschieht durch die Ersatzbeschaffung verbrauchter Anlagegüter. Um dieses Ziel ohne eine Kapitalzuführung von außen zu erreichen, müssen Abschreibungen angesetzt werden.
Bilanzielle Abschreibungen (Aufwendungen in der Finanzbuchhaltung)
Kalkulatorische Abschreibungen (Kalkulatorische Kosten in der Kosten- und Leistungsrechnung)
Damit wird verhindert, dass der Anschaffungswert über den Zeitraum der Nutzungsdauer als Gewinn ausgewiesen und damit versteuert wird. Damit wird erreicht, dass die Abschreibungsbeträge sich im Preis der Erzeugnisse bzw. Dienstleistungen wiederfinden.
mit bilanziellen Abschreibungen Erträge
Umsatzerlöse enthalten Kalkulatorische Abschreibungen
Die in den Umsatzerlösen enthaltenen Abschreibungsgegenwerte können zur Ersatzbeschaffung herangezogen werden.
Nach der Voraussicht des Werteverzehrs unterscheidet man nach HGB:
Übersicht der Abschreibungsarten nach Handelsrecht und Steuerrecht:
Planmäßige Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 HGB) AfA - Absetzung für Abnutzung
AfS - Absetzung für Substanzverringerung (Bei Bergbauunternehmen, Steinbrüchen und anderen Betrieben, die einen Verbrauch der Substanz mit sich bringen; § 7 Abs. 6 EStG)
Außerplanmäßige Abschreibungen (§ 253 Abs. 3 HGB) Erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen
Diese Abschreibungen stehen in keiner Beziehung zur Wertminderung eines Wirtschaftsguts. Der Zweck ist die Gewährung einer Steuervergünstigung.
AfaA - Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung (§ 7 Abs. 1 Satz 7 EStG)
Teilwertabschreibungen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG)
Unter Beachtung des Niederstwertprinzips ist bei einer dauernden Wertminderung der niedere Teilwert anzusetzen.
Nach der Buchungstechnik unterscheidet man:
Der Wert des Vermögenspostens wird in der Bilanz direkt um den als Aufwand verbuchten Betrag vermindert. Das Anlagekonto zeigt immer die jeweiligen Restwerte (Buchwerte).
Buchungssatz: "Abschreibungen (Aufwandskonto) an Anlagekonto"
Es wird ein Posten zur Wertberichtigung (passives Bestandskonto) gebildet, welcher die Abschreibungsbeträge sammelt. Das Anlagekonto zeigt immer die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. In der Praxis ist das Verfahren unüblich.
Buchungssatz: "Abschreibungen (Aufwandskonto) an Wertberichtigung auf Anlagen"
Beim Abgang eines Anlageguts wird die zugehörige Wertberichtigung aufgelöst.
Für Kapitalgesellschaften ist nach den Gliederungsvorschriften des HGB nur der direkte Ausweis von Abschreibungen möglich. Damit kann aber in der Buchhaltung einer Kapitalgesellschaft trotzdem indirekt abgeschrieben werden. Der Posten Wertberichtigung auf Anlagen darf aber nicht in der Bilanz erscheinen (er ist vom Anlagekonto zu subtrahieren).
Beispiele zum Buchen der Abschreibung
Nach der Art der Verteilung der Anschaffungsausgaben auf die Nutzungsdauer unterscheidet man folgende Abschreibungsmethoden:
Ausführliche Informationen zur linearen Abschreibung
Es handelt sich um eine Abschreibung mit fallenden Jahresbeträgen. Die degressive Abschreibung gibt es als:
Ausführliche Informationen zur degressiven Abschreibung
Die Voraussetzung dieses Verfahrens ist die Leistungsmessung (Betriebsstunden bei Maschinen oder gefahrene Kilometer bei Fahrzeugen).
Ausführliche Informationen zur Leistungsabschreibung
Es handelt sich um eine Abschreibung mit steigenden Jahresbeträgen. Diesem Verfahren kommt nur eine geringe Bedeutung zu.
Ausführliche Informationen zur progressiven Abschreibung
Die gewählte Abschreibungsmethode ist grundsätzlich beizubehalten. Ein Wechsel ist in folgenden Fällen zulässig:
von der geometrisch-degressiven Abschreibung zur linearen Abschreibung
von der leistungsbezogenen Abschreibung zur linearen Abschreibung
von der linearen Abschreibung zur leistungsbezogenen Abschreibung
Geringwertige Wirtschaftsgüter sind abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer selbständigen Nutzung fähig sind. Wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 150 € (250 € ab 2018) nicht übersteigen, kann der Gegenstand sofort als Aufwand erfasst werden (Verbrauchsfiktion). Von 150,01 € bis 410 € (250,01 € bis 800 € ab 2018) spricht man von geringwertigen Wirtschaftsgütern.
Als Alternative besteht noch die Möglichkeit der Bildung eines Sammelpostens (§ 6 Abs. 2a EStG), wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das einzelne Wirtschaftsgut über 150 € (250 € ab 2018) liegen, aber nicht 1.000 € übersteigen. Dabei handelt es sich auch um geringwertige Wirtschaftsgüter. Der Sammelposten ist im Wirtschaftsjahr der Bildung und den folgenden vier Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufzulösen (Pauschalabschreibung über 5 Jahre).
Es handelt sich immer um Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag. Es sind also immer Nettowerte.
Ab 2018 erhöhen sich die Wertgrenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter.
Ausführliche Informationen zur Abschreibung von geringwertigen Wirtschaftsgütern
Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 bis 4 und 7 EStG in der Fassung des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008
Bis zum 31.12.2006 konnten kleine und mittlere Unternehmen gemäß § 7g Absatz 3 EStG für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsgutes eine den Gewinn mindernde Rücklage bilden. Diese Rücklage wurde als Ansparabschreibung bezeichnet und durfte maximal 40 Prozent der Anschaffungskosten/Herstellungskosten betragen.
Ab dem 01.01.2007 wurde die Ansparrücklage durch die Einführung eines Investitionsabzugsbetrags ersetzt (§ 7g EStG).
Es können bis zu 40% der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd geltend gemacht werden.
Die Förderung gibt es nur für kleine und mittlere Betriebe. Die Größenmerkmale definiert der § 7g Abs. 1 EStG.
Zu dem Thema existiert ein BMF-Schreiben vom 20. November 2013 - IV C 6 - S 2139-b/07/10002 (Zweifelsfragen zum Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Absatz 1 bis 4 und 7 EStG).
Mit dem Steueränderungsgesetz 2015 vom 2. November 2015 wurden auch die Regeln für die ab 2016 in Anspruch genommenen Investitionsabzugsbeträge geändert.
Das Bundesfinanzministerium hat dazu ein BMF-Schreiben vom 20.03.2017 veröffentlicht (Zweifelsfragen zu den Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g Absatz 1 bis 4 und 7 EStG in der Fassung des Steueränderungsgesetzes 2015 vom 2. November 2015).

References: § 6
 § 266
 § 266
 § 255
 § 255
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7