Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20188/02
Timestamp: 2018-07-16 10:53:47+00:00

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BGH, 18.03.2003 - XI ZR 188/02 - dejure.org
RBerG Art. 1 § 1 Abs. 1; BGB a. F. § 278
Nichtigkeit eines Treuhändervertrags; Verstoß gegen Art. 1 § 1 Abs. 1 Rechtsberatungsgesetz (RBerG); Erfassen der dem Treuhänder erteilten Vollmacht; Steuersparendes Bauherren- und Erwerbermodell; Haftung des vertriebsunabhängigen finanzierenden Kreditinstituts; Umfang des Pflichtenkreises der Bank; Erklärungen des Vermittlers zu Wert und Rentabilität des Kaufobjekts
Darlehensrückzahlungsanspruch der immobilienfinanzierenden Bank trotz Unwirksamkeit von Treuhändervertrag und Vollmacht bei Vorlage notarieller Ausfertigung der Vollmacht
RBerG Art. 1 § 1 Abs. 1; BGB § 278 a.F.
Nichtigkeit der Vollmacht bei Verstoß eines Treuhandauftrages gegen das Rechtsberatungsgeset
Nichtigkeit der Treuhändervollmacht; Rechtsscheinhaftung bei Vorlage der Vollmachtsurkunde; Keine Haftung der Bank für unrichtige Erklärungen des Vermittlers bei Bauherrenmodellen
Nichtigkeit einer Vollmacht, die aufgrund eines gegen das Rechtsberatungsgesetz verstoßenden Treuhandvertrags dem Treuhänder erteilt wird; zu den Aufklärungspflichten der finanzierenden Bank bei steuersparenden Bauherren- und Erwerbermodellen
RBerG Art. 1 § 1 Abs. 1; BGB (a.F.) § 278
Bauherrenmodell - Erklärungen des Vermittlers nicht der Bank zurechenbar
BGB §§ 171, 172, 278 a. F.; HWiG § 1 a. F.; RBerG Art. 1 § 1 Abs. 1
RBerG Art. 1 § 1 Abs. 1; BGB a. F. § 278; HWiG a. F. § 1
Bauherren- und Erwerbermodelle: Bank haftet nicht für Falschberatung des Anlagevermittlers! (IBR 2003, 1064)
Bauherren- und Erwerbermodelle: Nichtigkeit des Treuhandvertrages führt zur Nichtigkeit der Treuhändervollmacht! (IBR 2003, 1065)
NJW 2003, 2088
ZIP 2003, 984
MDR 2003, 819
NZM 2003, 530
VersR 2004, 913
WM 2003, 918
WM 2003, 919
DB 2003, 1624
ZfBR 2003, 458
Die hieraus folgende Überteuerung von rund 75% genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die Feststellung der Sittenwidrigkeit allein nicht (dazu Senatsurteile vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 921 und vom 20. Mai 2003 - XI ZR 248/02, WM 2003, 1370, 1372).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann von einem besonders groben Mißverhältnis, das eine Vermutung für die subjektiven Voraussetzungen der Sittenwidrigkeit begründet, vielmehr erst ausgegangen werden, wenn der Wert der Leistung knapp doppelt so hoch ist wie der Wert der Gegenleistung (BGHZ 146, 298, 302 ff. m.w.Nachw.; Senatsurteile vom 12. November 2002 - XI ZR 3/01, WM 2003, 61, 62, vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 921 und vom 20. Mai 2003 - XI ZR 248/02, WM 2003, 1370, 1372).
Dem hat sich der erkennende Senat bereits in seinen Urteilen vom 18. März 2003 (XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 920) und vom 25. März 2003 (XI ZR 227/02, WM 2003, 1064, 1065) angeschlossen (zustimmend ferner BGH, Urteile vom 16. Dezember 2002 - II ZR 109/01, WM 2003, 247, 249, zum Abdruck in BGHZ 153, 214 vorgesehen, und vom 26. März 2003 - IV ZR 222/02, WM 2003, 914, 915).
Die hieraus folgende Überteuerung von rund 80% genügt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs für die Feststellung der Sittenwidrigkeit allein nicht (vgl. zuletzt Senatsurteil vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 921).
Ein ohne diese Erlaubnis abgeschlossener Geschäftsbesorgungsvertrag ist nichtig (BGHZ 145, 265, 269 ff.; Senatsurteile vom 18. September 2001 - XI ZR 321/00, WM 2001, 2113, 2114 f., vom 14. Mai 2002 - XI ZR 155/01, WM 2002, 1273, 1274, vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 919, vom 25. März 2003 - XI ZR 227/02, WM 2003, 1064, 1065 und vom 29. April 2003 - XI ZR 201/02, Umdruck S. 12; BGH, Urteil vom 11. Oktober 2001 - III ZR 182/00, WM 2001, 2260, 2261; ebenso zum Geschäftsbesorgungsvertrag zwecks Beteiligung an einem Immobilienfonds BGH, Urteil vom 16. Dezember 2002 - II ZR 109/01, WM 2003, 247, 248, zum Abdruck in BGHZ vorgesehen).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wird der im Rahmen von Bauherren-, Bauträger- oder Erwerbermodellen auftretende Vermittler als Erfüllungsgehilfe im Pflichtenkreis der in den Vertrieb nicht eingeschalteten Bank nur insoweit tätig, als sein Verhalten den Bereich der Anbahnung des Kreditvertrages betrifft (zuletzt Senatsurteile vom 27. Juni 2000 - XI ZR 174/99, WM 2000, 1685, 1686 m.w.Nachw., vom 12. November 2002 - XI ZR 47/01, WM 2002, 2501, zum Abdruck in BGHZ vorgesehen, vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 922 und vom 29. April 2003 - XI ZR 201/02, Umdruck S. 7).
Möglicherweise falsche Erklärungen zum Wert des Objekts und zur monatlichen Belastung des Klägers unter Berücksichtigung von Mieteinnahmen, Steuervorteilen und Zins- und Tilgungsaufwendungen betreffen nicht das Kreditgeschäft, sondern die Rentabilität des Anlagegeschäfts und liegen damit außerhalb des Pflichtenkreises der Bank (Senatsurteil vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, WM 2003, 918, 922).
Danach kann die hier vorliegende Überteuerung von rund 80% für sich allein die Annahme eines besonders groben Missverhältnisses nicht begründen; auch ein Wertmissverhältnis von 84 % genügte nicht (…vgl. BGH, Urteile vom 10. Dezember 2013 - XI ZR 508/12, WM 2014, 124 Rn. 24; vom 20. Mai 2003 - XI ZR 248/02, NJW 2003, 2529, 2530; vom 18. März 2003 - XI ZR 188/02, NJW 2003, 1088, 2090; Senat…, vom 10. Februar 2012 - V ZR 51/11, NJW 2012, 1570 Rn. 15).

References: Art. 1
 § 1
 § 278
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