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Timestamp: 2016-10-24 14:08:37+00:00

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8C_323/2014 � � Urteil vom 23. Juli 2014
Der 1972 geborene A.________ war als Bauhilfsarbeiter und in der Sicherheitsbranche erwerbst�tig. Am 12. M�rz 2010 wurde er t�tlich angegriffen und verletzt. Am 13. Oktober 2010 meldete er sich bei der IV-Stelle Zug zum Leistungsbezug an. Sie holte diverse Arztberichte und ein interdisziplin�res Gutachten der B.________, Spital C.________, vom 21. Juni 2012 mit Erg�nzung vom 28. Februar 2013 ein. Diese stellte folgende Diagnosen mit Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit: 1. Sehr schwerer, dekompensierter Tinnitus (ICD-10 H93.1), nach Angaben des Versicherten auf dem Tinnitus-Fragebogen; 2. Sensorineurale H�rst�rung links mit zus�tzlicher psychogener Komponente; aktuell keine eindeutige periphere oder zentralvestibul�re Funktionsst�rung bei Verdacht auf phobischen Schwindel (ICD-10 F40.8); 3. Sch�dlicher Gebrauch, DD Abh�ngigkeit von Benzodiazepinen (ICD-10 F13.1); 4. Sch�dlicher Gebrauch, DD Abh�ngigkeit von Alkohol (ICD-10 F10.2). Ohne Einfluss auf die Arbeitsf�higkeit seien folgende Diagnosen: 1. Status nach Septumh�matom bei Septumfraktur und nicht-dislozierter Nasenbeinfraktur nach Schlag am 12. M�rz 2010 mit Septumdeviation nach rechts; 2. Verdacht auf Pers�nlichkeit mit narzisstischen und dissozialen Z�gen. Mit Verf�gung vom 12. M�rz 2013 wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren des Versicherten ab.
Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zug mit Entscheid vom 27. Februar 2014 ab.
Mit Beschwerde beantragt der Versicherte, in Aufhebung des kantonalen Entscheides seien ihm berufliche Massnahmen, eventuell eine Rente, zuzusprechen.
1.1.�Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Dennoch pr�ft es - offensichtliche Fehler vorbehalten - nur die in seinem Verfahren beanstandeten Rechtsm�ngel (Art. 42 Abs. 1 f. BGG; BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann ihre Sachverhaltsfeststellung nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG in Verbindung mit Art. 105 Abs. 2 BGG). Rechtsfragen sind die vollst�ndige Feststellung erheblicher Tatsachen sowie die Beachtung des Untersuchungsgrundsatzes bzw. der Beweisw�rdigungsregeln nach Art. 61 lit. c ATSG und der Anforderungen an den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232). Die aufgrund dieser Berichte gerichtlich festgestellte Gesundheitslage bzw. Arbeitsf�higkeit und die konkrete Beweisw�rdigung wie auch die antizipierte Beweisw�rdigung (als Teil derselben; vgl. auch E. 4.2.2 hienach) sind Sachverhaltsfragen (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 397; nicht publ. E. 4.1 des Urteils BGE 135 V 254, ver�ffentlicht in SVR 2009 IV Nr. 53 S. 164 [9C_204/2009]; Urteil 8C_575/2013 vom 18. November 2013 E. 1.2).
1.2.�Eine Sachverhaltsfeststellung ist nicht schon dann offensichtlich unrichtig, wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst, wenn sie eindeutig und augenf�llig unzutreffend ist (BGE 132 I 42 E. 3.1 S. 44). Es liegt noch keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, nur weil eine andere L�sung ebenfalls in Betracht f�llt, selbst wenn diese als die plausiblere erschiene (BGE 129 I 8 E. 2.1 S. 9). Diese Grunds�tze gelten auch bei der konkreten Beweisw�rdigung, bei welcher dem vorinstanzlichen Gericht ein erheblicher Ermessensspielraum zusteht. Das Bundesgericht greift nur ein, wenn es diesen missbraucht, insbesondere offensichtlich unhaltbare Schl�sse gezogen, erhebliche Beweise �bersehen oder solche willk�rlich ausser Acht gelassen hat (BGE 132 III 209 E. 2.1 S. 211; zum Begriff der Willk�r BGE 137 I 1 E. 2.4 S. 5; Urteil 9C_1019/2012 vom 23. August 2013 E. 1.2.3). Inwiefern die Vorinstanz ihr Ermessen missbraucht haben soll, ist in der Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (BGE 130 I 258 E. 1.3 S. 261; SVR 2013 BVG Nr. 40 S. 174 E. 1.2 [9C_592/2012]; Urteil 8C_96/2014 vom 23. Mai 2014 E. 1.2).
Die Vorinstanz hat die Grundlagen �ber die Invalidit�t (Art. 8 Abs. 1 ATSG), den Rentenanspruch (Art. 28, Art. 29 Abs. 1 IVG), die Invalidit�tsbemessung nach dem Einkommensvergleich (Art. 28a Abs. 1 IVG, Art. 16 ATSG), den Anspruch auf Arbeitsvermittlung (Art. 18 IVG), den Grundsatz der freien Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) und den Beweiswert von Arztberichten (BGE 134 V E. 5.1 S. 232, 125 V 351) richtig dargelegt. Darauf wird verwiesen.
Die Vorinstanz hat in W�rdigung der medizinischen Akten mit einl�sslicher Begr�ndung - auf die verwiesen wird - erwogen, das interdisziplin�re (internistische, psychiatrische, neurologische sowie HNO-�rztliche) B.________-Gutachten vom 21. Juni 2012 erf�lle die Anforderungen an eine rechtsgen�gliche medizinische Beurteilungsgrundlage. Gest�tzt hierauf sei der Versicherte in der angestammten wie auch in jeder anderen T�tigkeit zu 90 % arbeitsf�hig, wobei er keine T�tigkeit mit Absturzgefahr, Fremd- oder Selbstgef�hrdung und hoher L�rmbelastung sowie keine berufliche Fahrt�tigkeit aus�ben sollte. Eine Arbeitsunf�higkeit habe nach dem Unfall vom 12. M�rz 2010 aufgrund der Nasenbeinfraktur maximal bis Ende Mai 2010 bestanden. Eine l�nger dauernde, durchschnittlich mindestens 40%ige Arbeitsunf�higkeit (Art. 28 Abs. 1 lit. b IVG) habe nicht vorgelegen. Die IV-Stelle habe den Rentenanspruch zu Recht verneint. Ein Anspruch auf Arbeitsvermittlung bestehe ebenfalls nicht.
4.1.�Der Versicherte wendet als Erstes im Wesentlichen ein, es k�nne namentlich auf das B.________-Teilgutachten der Psychiaterin Frau Dr. med. D.________, Stv. Leiterin Versicherungsmedizin, Spital C.________, vom 22. November 2011 nicht abgestellt werden. Ihre Beurteilung sei auf Grundlage einer ausgesprochen kurzen Exploration erfolgt. Sie sei mit 40-min�tiger Versp�tung zur Begutachtung eingetroffen und habe kaum mehr Zeit gehabt, eine ordentliche Exploration vorzunehmen. Die Atmosph�re sei aufgrund ihrer Versp�tung sowie der Begr�ndung - sie habe einen Parkplatz finden m�ssen - von Beginn weg gespannt gewesen. Die Behauptung des Versicherten, er habe dies wettzumachen versucht, indem er mit seiner charmanten Art versucht habe, die Gutachterin f�r sich zu gewinnen, habe die Vorinstanz als an den Haaren herbeigezogen taxiert und somit offensichtlich zu seinen Ungunsten ausgelegt. Es m�ge zwar ungew�hnlich sein, dass ein Explorand eine angespannte Stimmung aufzul�sen versuche, obwohl er f�r diese nicht verantwortlich sei. Er habe dies aber getan, weil er zwischenmenschliche Spannungen nur schwer aushalte. Zu diesen Umst�nden habe er vorinstanzlich die Befragung seiner selbst und des Dolmetschers als Zeuge verlangt. Indem die Vorinstanz diese Beweise nicht abgenommen habe, habe sie sein Recht auf Beweis (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 6 Ziff. 1 EMRK) verletzt. Da beim nichtorganischen Tinnitus der psychiatrischen Begutachtung die gr�sste Bedeutung zukomme, betr�fen die ihm verweigerten Beweise ein zentrales Thema. W�re ihm der Beweis gelungen, dass die Exploration nur �usserst kurz und in angespannter Stimmung stattgefunden habe, h�tte dies f�r den Verfahrensausgang durchaus entscheidend sein k�nnen.
4.2.1.�Praxisgem�ss kommt es f�r den Aussagegehalt eines medizinischen Gutachtens nicht auf die Dauer der Untersuchung an. Zwar muss der zu betreibende zeitliche Aufwand der Fragestellung und der zu beurteilenden Psychopathologie angemessen sein; zuvorderst h�ngt der Aussagegehalt einer Expertise aber davon ab, ob sie inhaltlich vollst�ndig und im Ergebnis schl�ssig ist (Urteile 8C_767/2013 vom 20. Februar 2014 E. 6.1 und 8C_819/2103 vom 4. Februar 2014 E. 3.3). Dies trifft hier zu, wie die Vorinstanz richtig erkannt hat.
4.2.2.�Die psychiatrische Gutachterin Frau Dr. med. D.________ begr�ndete in der Stellungnahme vom 28. Februar 2013, weshalb die Einw�nde des Versicherten betreffend die angespannte Atmosph�re und sein "charmantes Verhalten" bei der Begutachtung nicht stichhaltig sind. Die Vorinstanz stellte hierauf ab. Der Versicherte bringt diesbez�glich keine substanziierten Einw�nde vor, die im Lichte der sachverhaltsm�ssig eingeschr�nkten Kognition (E. 1 hievor) Anlass zu einer abweichenden Beurteilung geben. Soweit er diesbez�glich die Befragung seiner selbst und des Dolmetschers verlangt, ist der Vorinstanz beizupflichten, dass hievon keine neuen entscheidrelevanten Ergebnisse zu erwarten sind, weshalb darauf in antizipierter Beweisw�rdigung zu verzichten ist; dies verst�sst weder gegen den Untersuchungsgrundsatz noch gegen den Anspruch auf rechtliches Geh�r bzw. auf Beweisabnahme (Art. 29 Abs. 2 BV) noch gegen das Gebot eines fairen Verfahrens nach Art. 6 Ziff. 1 EMRK bzw. Art. 29 Abs. 1 BV (BGE 134 I 140 E. 5.3 S. 148, BGE 124 V 90 E. 4b S. 94; Urteile 8C_468/2013 vom 24. Februar 2014 E. 5.3.2 und 8C_682/2011 vom 12. Oktober 2011 E. 3.2.4).
5.1.�Der Versicherte macht weiter geltend, die psychiatrische Gutachterin Frau Dr. med. D.________ h�tte angesichts des von ihr ge�usserten schwerwiegenden Verdachts (Aggravation, Inkonsistenzen etc.) ihre Beurteilung zwingend einer Fremdanamnese zu Grunde legen oder zumindest mit dem behandelnden Psychiater und der ehemaligen Lebenspartnerin Kontakt aufnehmen m�ssen. Die Gutachterin habe ausgef�hrt, seine Schilderung kontrastiere lebhaft zu seinem, auch k�rperbezogen, sehr lebhaften Auftreten in der Untersuchung, was untersucherseitig eine von seinen Schilderungen abweichende Interpretation der Beziehungsgeschichte und des Verhaltens der damaligen Partner nahe lege. Es entspreche nicht einem "Fair Trial" (Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung; Art. 6 Ziff. 1 EMRK, Art. 29 Abs. 1 BV), wenn er sich von der Gutachterin negativ bewertete Verhaltensweisen und Diskrepanzen unterstellen lassen m�sse, ohne dass sie ihre abweichende Interpretation der Beziehungsgeschichte durch eine Befragung seiner ehemaligen Lebenspartnerin verifiziert h�tte. Es sei ja durchaus m�glich, dass diese seine Darstellung best�tigt h�tte, was die gesamte Einsch�tzung der Gutachterin ersch�ttert h�tte und durchaus geeignet w�re, sie zu einer anderen Einsch�tzung des Versicherten zu veranlassen. Sie st�tze sich in einem wesentlichen Punkt auf Spekulationen. Es liege auch eine Verletzung von Art. 61 lit. c ATSG vor.
5.2.1.�Entscheidend ist im Rahmen einer psychiatrischen Begutachtung die klinische Untersuchung in Kenntnis der Anamnese. Eine Fremdanamnese und (schriftliche oder m�ndliche) Ausk�nfte der behandelnden Arztpersonen sind h�ufig w�nschenswert, aber nicht zwingend erforderlich. Anfragen beim behandelnden Arzt sind u.a. wertvoll, wenn sie erweiterte Ausk�nfte �ber Pers�nlichkeit und Compliance des Exploranden erwarten lassen. Die Notwendigkeit der Einholung einer Fremdanamnese bei der behandelnden Arztperson ist in erster Linie eine Frage des medizinischen Ermessens (Urteile 8C_660/2013 vom 15. Mai 2014 E. 4.2.3, 8C_76/2014 vom 30. April 2014 E. 3.2 und 8C_308/2012 vom 29. Mai 2012 E. 4.3.4).
5.2.2.�Aus dem psychiatrischen Teil-Gutachten der Frau Dr. med. D.________ geht hervor, dass ihr mehrere Berichte des behandelnden Psychiaters Dr. med. E.________ zur Verf�gung standen. In der Stellungnahme vom 28. Februar 2013 f�hrte sie aus, vom behandelnden Psychiater h�tten ausreichend ausf�hrliche und aktuelle schriftliche Stellungnahmen vorgelegen, die im Gutachten auch ber�cksichtigt worden seien. Diesbez�glich ist mithin nicht ersichtlich, dass das Gutachten auf einer unzureichenden Grundlage beruhen w�rde.
5.2.3.�Weiter legte Frau Dr. med. D.________ am 28. Februar 2013 dar, dass eine Befragung der ehemaligen Lebensgef�hrtin des Versicherten, die sich vor bereits l�ngerer Zeit in konfliktu�sem Kontext von ihm getrennt habe und dar�ber hinaus von ihm explizit als jemand geschildert worden sei, der seine Situation falsch bzw. unsensibel eingesch�tzt habe, nicht zielf�hrend und �berwiegend wahrscheinlich nicht im Sinne des Exploranden w�re. Wenn die Vorinstanz hierauf abstellte und in antizipierter Beweisw�rdigung auf weitere Abkl�rungen verzichtete, ist dies als nur eingeschr�nkt �berpr�fbare Sachverhaltsfrage im Lichte der Vorbringen der Versicherten nicht zu bem�ngeln; insbesondere liegt weder eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes noch des Gebots des "Fair Trial" vor (vgl. auch E. 1.1 und 4.2.2 hievor).
Insgesamt erhebt der Beschwerdef�hrer keine R�gen, die zur Bejahung einer Verletzung der EMRK, der BV oder anderer Rechtserlasse f�hren oder die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen als offensichtlich unrichtig oder als Ergebnis willk�rlicher Beweisw�rdigung oder als rechtsfehlerhaft nach Art. 95 BGG erscheinen lassen (vgl. E. 1 hievor).

References: Art. 95
 BGE 
 Art. 95
 Art. 105
 Art. 61
 BGE 
 BGE 
 Art. 29
 Art. 16
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 29
 BGE 
 Art. 6
 Art. 29
 Art. 61
 Art. 95