Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=26.02.1987&Aktenzeichen=1%20StR%2012/87
Timestamp: 2019-05-23 06:25:32+00:00

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BGH, 26.02.1987 - 1 StR 12/87 - dejure.org
https://dejure.org/1987,4030
BGH, 26.02.1987 - 1 StR 12/87 (https://dejure.org/1987,4030)
BGH, Entscheidung vom 26.02.1987 - 1 StR 12/87 (https://dejure.org/1987,4030)
BGH, Entscheidung vom 26. Februar 1987 - 1 StR 12/87 (https://dejure.org/1987,4030)
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Anforderungen an eine Verfahrensrüge - Verstoß gegen die Aufklärungspflicht - Anforderungen an die Beweiswürdigung - Verletzung sachlichen Rechts - Mordmerkmal der "Grausamkeit"
MDR 1987, 623
Die Feststellung von Grausamkeit erfordert daher neben der Prüfung des äußeren Tatbildes eine solche der Gesinnung und des Gemütszustandes des Täters (vgl. BGH, BGHR StGB § 211 Abs. 2 grausam 1).
Das Landgericht hat nicht verkannt, daß nach der Rechtsprechung "grausam" tötet, wer seinem Opfer aus gefühlloser, unbarmherziger Gesinnung Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zufügt, die nach Stärke oder Dauer über das für die Tötung erforderliche Maß hinausgehen (BGHSt 3, 264; 37, 40; BGHR StGB § 211 Abs. 2 grausam 1;… Tröndle, StGB 48. Aufl. § 211 Rdn. 7 m.w.N.).
Zwar könnte möglicherweise das Mordmerkmal "grausam" auch dann erfüllt sein, wenn die Gegenwehr des Opfers den Täter zu einer Vielzahl qualvoller Messerstiche veranlaßt (BGHR StGB § 211 Abs. 2 grausam 1; vgl. auch Witt, Das Mordmerkmal "grausam" [1996], S. 79, 90, 93 f. m.w.N. zu dieser im Schrifttum umstrittenen Frage).
Allein das äußere Erscheinungsbild der Tat läßt zudem nicht ohne weiteres den Schluß auf die grausame und unbarmherzige Gesinnung des Täters zu, Die Tat kann ihres grausamen Charakters auch dadurch entkleidet werden, daß der Täter zu den entsprechenden Handlungsteilen infolge heftiger Gemütsbewegung oder durch hochgradige Erregung hingerissen worden ist (BGHR StGB § 211 Abs. 2 Grausam 1 m.w.N.).
Zu Recht hat das Landgericht im Hinblick auf die spontane Tatbegehung des Angeklagten, der sich von seiner Ehefrau getroffen und gedemütigt fühlte, ein Handeln aus einer "gefühllosen und unbarmherzigen Gesinnung" heraus verneint (vgl. BGHR StGB § 211 Abs. 2 grausam 1).
"Grausam" tötet, wer dem Opfer aus gefühlloser, unbarmherziger Gesinnung, Schmerzen oder Qualen körperlicher oder seelischer Art zufügt, die nach Stärke oder Dauer über das für die Tötung erforderliche Maß hinausgehen (st. Rspr., vgl. BGHR StGB § 211 Abs. 2 Grausam 1 m.w.N.).

References: § 211
 § 211
 § 211
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