Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=371
Timestamp: 2019-02-24 01:19:25+00:00

Document:
vom anfalls- oder verfang. rechte.
haben sollen, zweifels one aus dem Römischen
rechte entlihen, iedoch ausser den benannten lan-
den und orten nicht zu erstreken.
Hundert und zwölftes haubtstück
anfalls- oder verfangenschafts-rechte.
Das verfangenschafts- oder abwälzungs-rechtdas anfalls-
(jus devolutionis) ist eine gerechtsame, ver-
möge deren nach absterben eines ehegattens das
eigentum der güter, welche selbiger hinterlassen
hat, auch wohl des noch lebenden, nach masge-
bung der besondern Teutschen rechte den in der
ersten ehe erzileten kindern anfället.
Dises recht äussert sich auf verschidene weise.selbiges äus-
sert sich auf
Denn bald gehöret dahin das sämtliche vermö-
gen, welches in der ersten ehe vorhanden gewesen
ist, woran iedoch der überbleibende ehegatte den
niesbrauch, oder beisiz, merenteils auf lebenszeit
behält; bald werden nur des verstorbenen güter
allein den kindern erster ehe, dem eigentume nach,
beigeleget; bald fället von des annoch lebenden
vermögen ein gewisser anteil disen kindern eigen-
tümlich zu, Estor de iure deuolutionis cap. I
§ 5 s. 9.
Es mögen nun die güter den kindern erster ehedas versan-
genschafts-
recht entzi-
überleben-
auf eine von den vorhergehenden arten zufallen,
wie sie wollen; so werden die auferstorbene güter
der freien gebarung des überlebenden ehegenossens
haben ſollen, zweifels one aus dem Roͤmiſchen
rechte entlihen, iedoch auſſer den benannten lan-
den und orten nicht zu erſtreken.
Hundert und zwoͤlftes haubtſtuͤck
anfalls- oder verfangenſchafts-rechte.
Das verfangenſchafts- oder abwaͤlzungs-rechtdas anfalls-
(jus devolutionis) iſt eine gerechtſame, ver-
moͤge deren nach abſterben eines ehegattens das
eigentum der guͤter, welche ſelbiger hinterlaſſen
bung der beſondern Teutſchen rechte den in der
erſten ehe erzileten kindern anfaͤllet.
Diſes recht aͤuſſert ſich auf verſchidene weiſe.ſelbiges aͤuſ-
ſert ſich auf
Denn bald gehoͤret dahin das ſaͤmtliche vermoͤ-
gen, welches in der erſten ehe vorhanden geweſen
iſt, woran iedoch der uͤberbleibende ehegatte den
niesbrauch, oder beiſiz, merenteils auf lebenszeit
behaͤlt; bald werden nur des verſtorbenen guͤter
allein den kindern erſter ehe, dem eigentume nach,
beigeleget; bald faͤllet von des annoch lebenden
vermoͤgen ein gewiſſer anteil diſen kindern eigen-
tuͤmlich zu, Eſtor de iure deuolutionis cap. I
§ 5 ſ. 9.
Es moͤgen nun die guͤter den kindern erſter ehedas verſan-
genſchafts-
uͤberleben-
wie ſie wollen; ſo werden die auferſtorbene guͤter
der freien gebarung des uͤberlebenden ehegenoſſens
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[359/0371] vom anfalls- oder verfang. rechte. haben ſollen, zweifels one aus dem Roͤmiſchen rechte entlihen, iedoch auſſer den benannten lan- den und orten nicht zu erſtreken. Hundert und zwoͤlftes haubtſtuͤck vom anfalls- oder verfangenſchafts-rechte. § 836 Das verfangenſchafts- oder abwaͤlzungs-recht (jus devolutionis) iſt eine gerechtſame, ver- moͤge deren nach abſterben eines ehegattens das eigentum der guͤter, welche ſelbiger hinterlaſſen hat, auch wohl des noch lebenden, nach masge- bung der beſondern Teutſchen rechte den in der erſten ehe erzileten kindern anfaͤllet. das anfalls- recht wird beſchriben. § 837 Diſes recht aͤuſſert ſich auf verſchidene weiſe. Denn bald gehoͤret dahin das ſaͤmtliche vermoͤ- gen, welches in der erſten ehe vorhanden geweſen iſt, woran iedoch der uͤberbleibende ehegatte den niesbrauch, oder beiſiz, merenteils auf lebenszeit behaͤlt; bald werden nur des verſtorbenen guͤter allein den kindern erſter ehe, dem eigentume nach, beigeleget; bald faͤllet von des annoch lebenden vermoͤgen ein gewiſſer anteil diſen kindern eigen- tuͤmlich zu, Eſtor de iure deuolutionis cap. I § 5 ſ. 9. ſelbiges aͤuſ- ſert ſich auf verſchidene weiſe. § 838 Es moͤgen nun die guͤter den kindern erſter ehe auf eine von den vorhergehenden arten zufallen, wie ſie wollen; ſo werden die auferſtorbene guͤter der freien gebarung des uͤberlebenden ehegenoſſens entzo- das verſan- genſchafts- recht entzi- het dem uͤberleben- Z 4
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Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 359. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/371>, abgerufen am 24.02.2019.

References: § 5

§ 5

§ 5
 § 836
 § 837
 § 5
 § 838