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Timestamp: 2020-04-07 15:33:29+00:00

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Rechtsprechung: NJW 1970, 653 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 21.01.1970
BGH, 12.11.1969 - I ZR 93/67
https://dejure.org/1969,305
BGH, 12.11.1969 - I ZR 93/67 (https://dejure.org/1969,305)
BGH, Entscheidung vom 12.11.1969 - I ZR 93/67 (https://dejure.org/1969,305)
BGH, Entscheidung vom 12. November 1969 - I ZR 93/67 (https://dejure.org/1969,305)
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Verkäufer - Einzelhandelsgeschäft - Schadenhaftung - Mängel
BGH, 14.01.1970 - I ZR 93/67
NJW 1970, 1077 (Ls.)
MDR 1970, 301
VersR 1970, 131
Es geht insoweit nicht um die umstrittene Frage, in welchem Umfang ein Unternehmensverkäufer von sich aus Angaben über die wirtschaftliche Lage des zum Verkauf angebotenen Unternehmens machen muß (vgl. dazu etwa BGH Urteil vom 12. November 1969 - I ZR 93/67 = WM 1970, 132, 133 f = NJW 1970, 653, 655).
Reichsgericht und Bundesgerichtshof haben zwar wiederholt ausgesprochen, daß neben der "Ertragsfähigkeit" eines Unternehmens auch der über einen längeren Zeitraum hinaus erwirtschaftete "Ertrag" - insoweit einer Eigenschaft im Sinne des § 459 Abs. 2 BGB "rechtlich gleichgestellt" - vertraglich zugesichert werden kann (BGH Urteil vom 12. November 1969 - I ZR 93/67 a.a.O. m.w.Nachw.).
Diese Rechtsprechung ist im Schrifttum verschiedentlich auf Kritik gestoßen (…vgl. etwa Mezger in BGB-RGRK 12. Aufl. § 459 Anm. 23;… Hommelhoff a.a.O. S. 83 ff, S. 93 ff; Putzo NJW 1970, 653; Goltz Betrieb 1974, 1609, 1611).
Bei der Anbahnung eines Vertrages hat eine Partei dem anderen Teil nur diejenigen entscheidungserheblichen Umstände mitzuteilen, über die dieser eine Aufklärung nach dem Grundsatz von Treu und Glauben im Rechtsverkehr (§ 242 BGB ) redlicherweise erwarten darf (BGH, Urt. v. 12. November 1969 - I ZR 93/67, NJW 1970, 653, 655; v. 17. Oktober 1985 - IX ZR 168/84, WM 1986, 11, 12; v. 9. April 1992 IX ZR 145/91, WM 1992, 1016, 1017).
Aus dem Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) folgt die vertragliche Nebenpflicht, den Vertragszweck durch leistungstreues Verhalten zu sichern, den Vertragspartner bei der Vertragsabwicklung nicht zu schädigen und ihn über Umstände zu unterrichten, deren Mitteilung er redlicherweise erwarten darf (vgl. BGH, Urt. v. 12. November 1969 - I ZR 93/67, NJW 1970, 653, 655; v. 3. Oktober 1974 - VII ZR 156/72, VersR 1975, 41; v. 19. Oktober 1977 - VIII ZR 42/76, NJW 1978, 260 [BGH 19.10.1977 - VIII ZR 42/76]; v. 10. März 1983 - III ZR 169/81, NJW 1983, 2813, 2814; v. 30. März 1995 - IX ZR 182/94, WM 1995, 1288, 1289); diese Pflicht hat besonderes Gewicht, wenn der Vertrag - wie hier - auf Dauer angelegt und nur ein Vertragspartner fachkundig ist.
Eine Pflicht zur Aufklärung über alle für den Vertragspartner erheblichen Umstände besteht nicht; entscheidend ist, ob eine solche Aufklärung nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung im Einzelfall erwartet werden darf (BGH, Urt. v. 12. November 1969 - I ZR 93/67, NJW 1970, 653, 655 m.w.N.).
c) Zu Recht geht das Berufungsgericht weiter davon aus, daß die Ertragsfähigkeit eines Unternehmens bei dessen Veräußerung Gegenstand einer Zusicherung im Sinne der §§ 459 Abs. 2, 463 BGB sein kann (so bereits BGH, Urteil vom 9. Juni 1959 - VIII ZR 107/58 = LM § 459 BGB Nr. 4 unter III 2; Urteil vom 12. November 1969 - I ZR 93/67 = WM 1970, 132 unter II 1 a).
Der Bundesgerichtshof hat zwar mehrfach entschieden, daß Angaben über die bis zum Verkauf erzielten Umsätze und Erträge grundsätzlich keine zusicherungsfähigen Eigenschaften eines Unternehmens darstellen, wenn sie sich nicht über einen längeren, mehrjährigen Zeitraum erstrecken und deshalb keinen verläßlichen Anhalt für die Bewertung der Ertragsfähigkeit und damit des Wertes des Unternehmens geben (Urteil vom 12. November 1969 aaO.; Urteil vom 25. Mai 1977 - VIII ZR 186/75 = WM 1977, 999 unter I 2 c; Urteil vom 5. Oktober 1988 - VIII ZR 222/87 = WM 1988, 1700 unter II 2; Urteil vom 30. März 1990 - V ZR 13/89 = WM 1990, 1344 [BGH 30.03.1990 - V ZR 13/89] unter II, jeweils m.w.Nachw.).
Dies gilt jedenfalls dann, wenn sie sich - wie hier - nicht über einen längeren, mehrjährigen Zeitraum erstrecken und deshalb keinen verläßlichen Anhalt für die Bewertung der Ertragsfähigkeit und damit des Wertes des Unternehmens geben (RGZ 134, 83; BGH, Urteile vom 12. November 1969 aaO, 5. Oktober 1973 a.a.O. und 25. Mai 1977 aaO).
Anforderungen an die Auslegung eines Mietvertrages - Voraussetzungen für das …
Eine solche Pflicht läßt sich insbesondere nicht aus der von der Revision zitierten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 12. November 1969 (I ZR 93/67 = NJW 1970, 653, 655), die einen Unternehmenskauf zum Gegenstand hat, herleiten.
Bei einem Kaufvertrag besteht wegen der widerstreitenden Interessen grundsätzlich keine Rechtspflicht des Verkäufers, den Käufer von sich aus über alle Umstände aufzuklären, die für dessen Vertragsentschluß von Bedeutung sein könnten (Senatsurteil vom 28. April 1971 - VIII ZR 258/69 = WM 1971, 749 = NJW 1971, 1795, 1799; BGH, Urteil vom 12. November 1969 - I ZR 93/67 = NJW 1970, 653, 655;… Kramer aaO, § 123 Rdn. 17).
Der vorliegende Fall gibt keinen Anlaß zur grundsätzlichen Prüfung, ob - ebenso wie die Umsätze eines Unternehmens (vgl. BGH, Urteil vom 12. November 1969 - I ZR 93/67, WM 1970, 132, dazu Hiddemann, ZGR 1982, 435, 446) - Charaktereigenschaften eines Arbeitnehmers des verkauften Unternehmens schon von der Natur der Sache her nicht in einen nachvollziehbaren, auf gewisse Dauer bestehenden Zusammenhang mit dem Unternehmen gebracht werden können und daher nicht als Eigenschaft des Unternehmens in Betracht kommen.
BGH, 11.06.1986 - VIII ZR 181/85
Zusicherung von Eigenschaften hinsichtlich des Gesundheitszustandes und …
BGH, 09.02.1977 - VIII ZR 258/75
Anspruch eines Verlagsunternehmens auf Bezahlung und Abnahme von monatlich zu …
OLG Köln, 21.06.1991 - 19 U 40/91
Von CP/M nach MS-DOS: Konvertieren und Sortieren
BGH, 17.11.1978 - V ZR 210/74
Verletzung vorvertraglicher Aufklärungspflichten (c.i.c.) - Anforderungen und …
BGH, 25.11.1976 - II ZR 3/75
Umfang der Pflicht der Vertragspartner zur Offenlegung von Tatsachen bei sich …
BGH, 26.02.1976 - IX ZR 132/75
LG Wuppertal, 28.03.1996 - 17 O 466/95
Aufklärungspflicht des Verkäufers bzw Erkundigungspflicht des Käufers beim …
BGH, 19.02.1971 - I ZR 113/69
BGH, 21.01.1970 - VIII ZR 145/68
https://dejure.org/1970,1195
BGH, 21.01.1970 - VIII ZR 145/68 (https://dejure.org/1970,1195)
BGH, Entscheidung vom 21.01.1970 - VIII ZR 145/68 (https://dejure.org/1970,1195)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1970 - VIII ZR 145/68 (https://dejure.org/1970,1195)
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Eigentum an einem Fahrzeug - Anforderungen an eine Übergabe im Sinne des § 933 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) - Ermächtigung eines Händlers zur Beleihung und Sicherungsübereignung eines Fahrzeugs - Überlassung von Fahrzeug und Brief an den Händler - Kraftfahrzeugbrief als ...
Inwieweit ist ein Gebrauchtwagen-Händler durch den Besitz des ihm vom Eigentümer mit dem Fahrzeug überlassenen Kfz-Briefs zu Verfügungen über das Fahrzeug legitimiert?
MDR 1970, 411
WM 1970, 251
DB 1970, 482
Der Senat sieht, wie schon in seiner Entscheidung vom 21. Januar 1970 (aaO), keine Möglichkeit und keinen Anlaß, von der allgemeinen Meinung, insbesondere der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, abzuweichen.
b) Die Rechtsprechung kann ihn auch nicht "rechtsfortbildend zum Traditionspapier machen" (vgl BGH Urteil vom 21. Januar 1970, aaO).
Der vom Gesetzgeber beabsichtigten Sicherung des Eigentums dient der Kraftfahrzeugbrief dadurch, daß bei der Veräußerung von Kraftfahrzeugen das Fehlen des Briefes in der Regel den guten Glauben des Erwerbers ausschließt (BGH Urteil vom 21. Januar 1970, aaO, mwNachw).
Der Kraftfahrzeugbrief bezweckt nämlich nach dem Gesetz die Sicherung des Eigentums oder anderer Rechte am Fahrzeug (§ 25 Abs. 4 Satz 2 StVZO), wenn er auch kein Wertpapier, insbesondere kein Traditionspapier ist (Senatsurteil vom 21. Januar 1970 - VIII ZR 145/68 = NJW 1970, 653 = WM 1970, 251).
BGH, 04.10.1976 - VIII ZR 65/75
Gutgläubiger Eigentumserwerb nach § 933 BGB
Der Übergabewille desjenigen, der dem Erwerber den Besitz einräumt, muß auf dem Veräußerungsgeschäft beruhen (RGZ 81, 141, 143); denn für § 933 BGB ist es nicht entscheidend, daß der Erwerber irgendwie den Besitz der ihm veräußerten Sache erhält, sondern daß er den Besitz gerade vom Veräußerer und mit dessen Willen erlangt hat (Senatsurteil vom 21. Januar 1970 - VIII ZR 145/68 = LM BGB § 933 Nr. 4 = WM 1970, 251, 252).
Grundsätzlich ist vielmehr, wie die Verweisung in § 1154 Abs. 1 Satz 1 BGB auf § 1117 BGB und auch die Parallelvorschrift des § 929 Satz 1 BGB zeigen, erforderlich, daß der Abtretungsempfänger den Brief vom Abtretenden und mit dessen Willen erlangt (ebenso für die Übergabe nach §§ 929, 933 BGB BGHZ 67, 207, 208 f. [BGH 04.10.1976 - VIII ZR 65/75]; BGH, Urteil vom 21. Januar 1970 - VIII ZR 145/68 = WM 1970, 251, 252).
Die an diesem Tage erfolgte Umschreibung des Kraftfahrzeugbriefes auf den Ehemann besagt für sich allein zwar noch nicht, daß auch ein Eigentumswechsel stattgefunden haben muß; denn die Eintragung im Kraftfahrzeugbrief ist für die Eigentumsverhältnisse am Kraftwagen nicht maßgebend (…vgl. Jagusch, Straßenverkehrsrecht 21. Aufl. § 25 StVZO Rdn. 3; BGH Urt. v. 21. Januar 1970 -- VIII ZR 145/68 = NJW 1970, 653).

References: BGH 
 § 459
 § 459
 § 459
 § 123
 § 933
 BGH 
 § 933
 § 933
 § 933
 § 1154
 § 1117
 § 929
 § 25
 BGH