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Timestamp: 2018-12-16 21:17:54+00:00

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BFH, 24.09.2014 - V R 48/13 - dejure.org
§ 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 der Insolvenzordnung, § ... 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Fall 2 InsO, § 23 Abs. 1 Satz 3 InsO, § 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO, § 365 Abs. 3 Satz 1 der Abgabenordnung (AO), § 55 Abs. 4 InsO, § 55 Abs. 1, 2 InsO, § 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 des Umsatzsteuergesetzes, § 55 Abs. 2 InsO, § 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung, § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, § 22 Abs. 2 InsO, § 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO, §§ 21 ff. InsO, § 22 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 InsO, § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG, § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b UStG, § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, § 21 Abs. 2 Nr. 2 Fall 2 InsO, § 3 Abs. 1 UStG, § 3 Abs. 9 UStG, § 1 Satz 1 InsO, § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG, §§ 22 Abs. 2, 23 InsO, § 17 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 1 Satz 1 UStG, § 80 Abs. 1 InsO, §§ 80 ff. InsO, § 24 Abs. 1 InsO, § 80 Abs. 1, § 82 InsO, Abs. 1 Satz 2 UStG, §§ 26, 27 InsO, § 21 Abs. 2 Nr. 2 Fall 1 InsO, § 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 UStG, § 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2, Art. 3 der Verordnung (EWG) Nr. 1553/89, § 21 Abs. 2 Nr. 5 InsO, § 38 InsO, § 15a UStG, § 168 Satz 1 AO, § 89 InsO, §§ 174 ff. InsO, § 179 Abs. 2 InsO
§ 55 Abs 4 InsO, § 17 Abs 2 Nr 1 S 2 UStG 2005, § 22 Abs 2 S 1 Nr 2 InsO, Art 90 Abs 1 EGRL 112/2006, UStG VZ 2011
Zu Umsatzsteueransprüchen im Insolvenzeröffnungsverfahren als Masseverbindlichkeit
InsO § 55 Abs. 4; UStG § 17 Abs. 2 Nr. 1
Zur Umsatzsteuer im Insolvenzeröffnungsverfahren
Berichtigung von Steuerbetrag und Vorsteuerabzug bei Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters
Insolvenzverfahren: Umsatzsteuerschuld als Masseverbindlichkeit
USt im Insolvenzeröffnungsverfahren
Anwendbarkeit des § 55 Abs. 4 InsO auf Umsatzsteuerschulden
InsO § 55 Abs. 4, § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1; UStG § 17
Kurznachricht zu "Umsatzsteuer im Insolvenzeröffnungsverfahren", original erschienen in: DStR 0000, 2452 - 2458.
Kurznachricht zu "Insolvenzeröffnungsverfahren und Umsatzsteuer" von RiBFH Dr. Bernd Heuermann, original erschienen in: UR 2015, 174 - 179.
Kurznachricht zu "Ein neuer Schöpfungsakt des V. BFH-Senats zur Umsatzsteuer im Insolvenzverfahren und seine Entschlüsselung" von RA/StB Günter Kahlert, original erschienen in: ZIP 2015, 11 - 16.
Berichtigung der Bemessungsgrundlage bei Uneinbringlichkeit im Insolvenzverfahren
Kurznachricht zu "Rechtliche Uneinbringlichkeit im Zusammenhang mit § 55 Abs. 4 InsO" von Vors.RiOLG Dr. Dietmar Onusseit, original erschienen in: ZIP 2016, 452 - 460.
BFHE 247, 460
ZIP 2014, 2451
ZIP 2014, 95
NZI 2015, 240
DB 2014, 2870
BStBl II 2015, 506
Der erkennende Senat berücksichtigt dabei, dass Art. 273 MwStSystRL auch dazu dient, die genaue Erhebung der Steuer und damit die zutreffende Berechnung der Mehrwertsteuer-Eigenmittel der EU nach Art. 3 der Verordnung (EWG) Nr. 1553/89 vom 29. Mai 1989 über die endgültige einheitliche Regelung für die Erhebung der Mehrwertsteuereigenmittel (Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften Nr. L 155 vom 7. Juni 1989, 9) in Insolvenzfällen sicherzustellen (BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 38).
Das FG folge der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Urteil vom 24. September 2014 V R 48/13 (BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506) insoweit, als es für die Begründung von Masseverbindlichkeiten nach § 55 Abs. 4 InsO auf die dem vorläufigen Insolvenzverwalter zustehenden rechtlichen Befugnisse ankomme.
Dass der BFH im Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506 einen Verstoß gegen Unionsrecht verneint habe, sei vor diesem Hintergrund nicht überzeugend.
Mit seiner Revision rügt das FA die Abweichung des FG von der Rechtsprechung des BFH in den Urteilen vom 9. Dezember 2010 V R 22/10 (BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996) und in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506.
c) Auch wenn das Insolvenzgericht --vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens (§ 27 InsO)-- gemäß § 21 InsO einen vorläufigen Insolvenzverwalter mit allgemeinem Zustimmungsvorbehalt und mit Recht zum Forderungseinzug bestellt, ist der Steuerbetrag für die steuerpflichtigen Leistungen, die der Unternehmer vor oder nach der Verwalterbestellung bis zum Abschluss des Insolvenzeröffnungsverfahrens erbracht hat, nach § 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 UStG zu berichtigen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Leitsatz 2).
Erlässt das Insolvenzgericht aber entsprechend § 23 Abs. 1 Satz 3 InsO bei der Bestellung eines vorläufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt (§ 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Alternative 2 InsO) das Verbot an Drittschuldner, an den Schuldner zu zahlen, und ermächtigt es den vorläufigen Insolvenzverwalter, Forderungen des Schuldners einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen (§ 22 Abs. 2 InsO), wird damit das Rechtsverhältnis zwischen dem Schuldner und dem vorläufigen Insolvenzverwalter gegenüber Drittschuldnern gemäß § 24 Abs. 1 InsO in einer Weise geregelt, die § 80 Abs. 1 und § 82 InsO entspricht (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 28, m.w.N.).
b) Die Vereinnahmung der zuvor uneinbringlich gewordenen Entgelte durch den Kläger führt gemäß § 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 UStG zu einer zweiten Berichtigung (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996, Rz 31; in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 33).
Das gilt jedenfalls dann, wenn --wie im Streitfall-- der Forderungseinzug zu den rechtlichen Befugnissen des vorläufigen Insolvenzverwalters gehört (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Leitsatz 1).
Das hat der V. Senat des BFH bereits im Einzelnen dargelegt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 38;… ebenso BFH-Beschluss in BFH/NV 2014, 920, Rz 12).
Die nachträgliche Vereinnahmung der zuvor uneinbringlich gewordenen Entgelte bzw. die mit Zustimmung des Klägers erfolgte Zahlung der Entgelte für bezogene Leistungen begründen jeweils eigene Berichtigungsansprüche (§ 17 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 UStG), die gemäß § 16 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 UStG zur Ermittlung der Masseverbindlichkeit zu saldieren sind (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 40 ff.; zur Berechnung auch BMF-Schreiben in BStBl I 2015, 476, Rz 32 ff.).
Dabei muss die Summe der im Voranmeldungszeitraum Mai 2012 insgesamt entstehenden Insolvenzforderungen und Masseverbindlichkeiten der sich insgesamt für die GmbH ergebenden Umsatzsteuerschuld entsprechen (vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996, Rz 28; in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 45).
Begründen von Masseverbindlichkeiten durch den Schuldner im vorläufigen …
Maßgeblich wird dabei auf die Tätigkeit des vorläufigen Insolvenzverwalters und dessen Befugnisse (vgl. BFHE 247, 460 Rn. 16) abgestellt.
Demgegenüber ist der sich für das Kalenderjahr ergebende Umsatzsteueranspruch, soweit er auf den Besteuerungsgrundlagen beruht, die einen "zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens begründeten Vermögensanspruch" i.S. von § 38 InsO darstellen, als Insolvenzforderung gemäß §§ 174 ff. InsO zur Insolvenztabelle anzumelden (BFH-Urteil vom 24. September 2014 V R 48/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 48).
b) Demgegenüber dürfte ein sich für das Kalenderjahr ergebender Umsatzsteueranspruch, soweit er auf Besteuerungsgrundlagen beruht, die einen "zur Zeit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens begründeten Vermögensanspruch" i.S. von § 38 InsO darstellen, nicht mehr durch Steuerbescheid festgesetzt werden, sondern wäre als Insolvenzforderung gemäß §§ 174 ff. InsO zur Insolvenztabelle anzumelden (…vgl. BFH-Urteile vom 10. Dezember 2008 I R 41/07, BFH/NV 2009, 719; vom 13. Mai 2009 XI R 63/07, BFHE 225, 278, BStBl II 2010, 11, Rz 17; vom 11. Dezember 2013 XI R 22/11, BFHE 244, 209, BStBl II 2014, 332, Rz 20; vom 24. September 2014 V R 48/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 48).
Umsatzsteuer in der Eigenverwaltung
Ebenso kann es dahingestellt bleiben, ob § 55 Abs. 4 InsO einschlägig ist (was der Senat ebenfalls verneint, da hierfür eine Vereinnahmung der Entgelte im Zeitraum zwischen Insolvenzantrag und Insolvenzeröffnung erforderlich wäre -BFH, Urteil vom 24. September 2014 V R 48/13, BStBl II 2015, 506).
Aus dem Urteil des BFH vom 24.9.2014 (V R 48/13) und auch aus dem daraufhin ergangenen BMF-Schreiben vom 20.5.2015 sei klar zu entnehmen, dass insoweit die unselbständigen Besteuerungsgrundlagen dem jeweiligen Unternehmensteil zuzurechnen seien.
Etwas anderes folge auch nicht - entgegen der Auffassung der Klägerin - aus dem Urteil des BFH vom 24.9.2014 (Az. V R 48/13).
hierzu auch BFH, Urteil vom 24. September 2014, V R 48/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rn.19).
Etwas anderes folgt nach Auffassung des erkennenden Senats auch nicht aus dem BFH - Urteil vom 24. September 2014 (V R 48/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506).
Im Übrigen ist das genannte BFH - Urteil (V R 48/13) zu § 17 UStG ergangen.
Die Klage wies das Finanzgericht (FG) unter Bezugnahme auf die Senatsurteile vom 9. Dezember 2010 V R 22/10 (BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996), vom 24. September 2014 V R 48/13 (BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506) ab.
Anlass für ein Vorabentscheidungsersuchen an den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) besteht insofern nicht (Senatsurteile vom 24. November 2011 V R 13/11, BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, Rz 54, und in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 37 f.;… Senatsbeschluss vom 11. März 2014 V B 61/13, BFH/NV 2014, 920).
Diese Kritik hat der Senat bereits in seinem Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 37 f. zurückgewiesen.
Die Beschwerde enthält keine durchgreifenden Einwendungen gegen die diesbezüglichen Erwägungen des Senatsurteils in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 37 f. Danach beruht auch die Ausnahme vom Grundsatz der Sollbesteuerung (Art. 63 MwStSystRL) auf der zutreffenden Anwendung von Unionsrecht (Art. 90 MwStSystRL).
Er hat damit die Rechtsprechung des Senats in dem Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz 38 bestätigt.

References: § 21
 § 23
 § 21
 § 365
 § 55
 § 55
 § 17
 § 55
 § 126
 § 21
 § 22
 § 55
 § 22
 § 13
 § 13
 § 1
 § 21
 § 3
 § 3
 § 1
 § 17
 § 17
 § 80
 § 24
 § 80
 § 82
 § 21
 § 17
 § 17
 Art. 3
 § 21
 § 38
 § 15
 § 168
 § 89
 § 179

§ 55
 § 17
 § 22
 § 55
 § 17
 § 55
 § 55
 § 21
 § 17
 § 55
 Art. 273
 Art. 3
 § 55
 § 21
 § 17
 § 23
 § 24
 § 80
 § 82
 § 17
 § 16
 § 38
 § 38
 § 55
 § 17