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Timestamp: 2017-09-19 23:11:33+00:00

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BSG, 02.11.2015 - B 13 R 27/14 R - Aufhebung der Bewilligung einer Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung; Zahlung einer Geldleistung im Sinne von § 45 Abs. 3 S. 4 SGB X beim Bestehen eines "Stammrechts" und fehlendem Zahlungsfluss durch eine Einkommensanrechnung | anwalt24.de
Urt. v. 02.11.2015, Az.: B 13 R 27/14 R
Aufhebung der Bewilligung einer Witwerrente in der gesetzlichen Rentenversicherung; Zahlung einer Geldleistung im Sinne von § 45 Abs. 3 S. 4 SGB X beim Bestehen eines "Stammrechts" und fehlendem Zahlungsfluss durch eine Einkommensanrechnung
Referenz: JurionRS 2015, 33684
Aktenzeichen: B 13 R 27/14 R
LSG Niedersachsen-Bremen - 24.07.2014 - AZ: L 12 R 269/12
SG Stade - 05.09.2012 - AZ: S 23 R 578/11
§ 46 Abs. 1 SGB VI
§ 46 Abs. 2 SGB VI
§ 45 Abs. 3 S. 4 SGB X
Breith. 2016, 540-545
NZS 2016, 350-353
SGb 2016, 36-37
Az: B 13 R 27/14 R
L 12 R 269/12 (LSG Niedersachsen-Bremen)
S 23 R 578/11 (SG Stade)
Der 13. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 2. November 2015 durch den Vizepräsidenten Prof. Dr. S c h l e g e l , die Richter G a s s e r und Dr. K a l t e n s t e i n sowie den ehrenamtlichen Richter L i p p e r t und die ehrenamtliche Richterin R o t h - B l e c k w e h l
Vorliegend war die Zehnjahresfrist des § 48 Abs 4 S 1 iVm § 45 Abs 3 S 3 SGB X, die vom Zeitpunkt der Änderung der tatsächlichen Verhältnisse (Wiederheirat des Klägers am 13.9.1996) an lief (vgl hierzu BSG Urteil vom 11.12.1992 - BSGE 72, 1, 6 [BSG 11.12.1992 - 9a RV 20/90] = SozR 3-1300 § 48 Nr 22 S 35), zu Beginn des Verwaltungsverfahrens im Mai 2011 (vgl §§ 8, 18 SGB X), das zum Erlass des streitgegenständlichen Aufhebungsbescheids vom 18.7.2011 führte, längst abgelaufen.
aa) Entgegen der Auffassung der Beklagten kann allein das Bestehen eines sogenannten "Rentenstammrechts" nicht als "Zahlung" einer "Geldleistung" iS des § 45 Abs 3 S 4 SGB X angesehen werden. Dies folgt schon aus dem Begriff und Inhalt des sogenannten "Stammrechts" (vgl hierzu BSG Urteil vom 18.12.1986 - BSGE 61, 108, 110 [BSG 18.12.1986 - 4a RJ 73/85] = SozR 2200 § 1269 Nr 3 S 9; BSG Urteil vom 23.6.1994 - SozR 3-2600 § 300 Nr 3 S 5; BSG Urteil vom 2.8.2000 - SozR 3-2600 § 100 Nr 1 S 3 f; BSG Urteil vom 2.8.2000 - SozR 3-2600 § 99 Nr 5 S 16 ff; BSG Urteil vom 23.10.2003 - SozR 4-1200 § 53 Nr 1 RdNr 22; W. Meyer, Rechtliche Grundstrukturen der gesetzlichen Altersrentenversicherung, RV 2003, 21, 24; Malkewitz, Zur Systematik des Rentenanspruches in der gesetzlichen Rentenversicherungen, DRV 1963, 10-21 mwN auf frühere Rechtsprechung des BSG und des Reichsversicherungsamts zum "[Renten-]Stammrecht"). Zwar wird mit Entstehen eines subjektiv-öffentlichen "Stammrechts" auf Rente (auch "Grundanspruch", "Anspruch dem Grunde nach" oder gelegentlich auch "Quellrecht" genannt) ein Leistungsverhältnis zwischen Rechtsinhaber und Versicherungsträger konkretisiert, aus dem (im Regelfall) Monat für Monat ein Anspruch (vgl § 194 BGB) des Rechtsinhabers gegen den Rentenversicherungsträger auf Zahlung eines bestimmten Geldbetrags entsteht. Die dem Berechtigten aus dem "Stammrecht" erwachsenden monatlichen Zahlungsansprüche (vgl BSG Urteil vom 9.10.2012 - BSGE 112, 74 = SozR 4-1300 § 45 Nr 10, RdNr 18) können allerdings untergehen. Das kann zB dann der Fall sein, wenn - wie vorliegend - Einkommensanrechnungsvorschriften zur Vermeidung einer Über- oder Doppelversorgung des Rechtsinhabers entgegenstehen. Ist aber der aus einem (vermeintlichen) "Rentenstammrecht" fließende monatliche Zahlungsanspruch - aus welchen Rechtsgründen auch immer - vernichtet bzw untergegangen, kann trotz des (Weiter-)Bestehens des "Stammrechts" auf Rente auch keine "Zahlung" iS des § 45 Abs 3 S 4 SGB X (mehr) vorliegen.

References: § 45
 § 45

§ 46

§ 46

§ 45
 § 48
 § 45
 § 48
 § 45
 § 1269
 § 300
 § 100
 § 99
 § 53
 § 194
 § 45
 § 45