Source: http://internetfallen.de/Betrug_Abzocke/Kettenbriefe/kettenbriefe.html
Timestamp: 2019-03-19 15:13:30+00:00

Document:
Internetfallen: Kettenbriefe
Die Abzocke mit “Schenkkreisen”, neuer Name für alten Hut.
Herzkreis juristisch:
Eigentlich dürfte das Prinzip der Kettenbriefe mittlerweile jedem bekannt sein. Sie bekommen eine Nachricht ( E-Mail oder Postbrief ) und sollen einen bestimmten Betrag an den Absender schicken. Danach verschicken Sie diesen Brief weiter an eine Anzahl von Bekannten und kassieren dort ab. Diese sollen den Brief ebenfalls weitergeben und Sie kassieren immer einen Teil mit, dadurch soll sich ihr Geld vervielfachen. Man muß kein Finanzgenie sein um sich auszurechnen das dieses Schneeballsystem schon nach kurzer Zeit totläuft, die Letzten gehen immer leer aus. Gewinnen werden immer nur die Veranstalter des Kettenbriefes, daher die ersten Absender / Betrüger. Sie werden immer zu den Abgezockten gehören.
Um die Leute zu locken werden diese Schneeballsysteme mit toll klingenden Namen versehen um der Sache einen seriösen Anstrich zu geben. Die Anteile werden dann als Zinsen oder Gewinnausschüttungen bezeichnet. Durch die Presse gingen in den letzten Jahren z.B. die Schneeballsysteme Pilot und Trian, aktuell noch aktiv ist die “ Perle im Internet “ unter diversen Homepageseiten.
Fallen Sie auf solche alten Maschen nicht herein. Auch Hochglanzprospekte bürgen nicht für Seriosität.
Denken Sie immer nach bevor sie ihr Geld zum Fenster rauß schmeißen, immer wenn Sie Geld bezahlen sollen und das System an Freunde und Bekannte weitergeben müssen um ans Geld zu kommen - Finger weg ! -.
Kettenbriefe sind in Deutschland unter Strafe gestellt. Rechtsvorschrift ist hier entweder Betrug ( § 263 StGB ) oder aber § 6c UWG. Für die juristische Beurteilung eines Geldspieles kann ich selbstverständliche keine Gewähr übernehmen, es ist nur meine ganz persönliche Meinung .Beachten sie bitte, dass es gerade im Bereich des § 6c UWG auch in der Rechtsprechung und der Literatur einige Unklarheiten und Differenzen gibt.
Das Landgericht Traunstein hat im Urteil (Aktenzeichen 7 S 1464/99) festgestellt das Kettenbriefe / Schneeballsysteme sittenwidrig sind und die Teilnehmer einen Rückzahlungsanspruch haben. Bereits 1997 lag auch schon ein entsprechendes Urteil des BGH vor : BGH 1997-04-22 Az.: XI ZR 191/96.
Gewinnspiele, bei denen nach mathematischen Grundsätzen nur die ersten Mitspieler einen Gewinn erzielen können, während die Masse der später hinzukommenden Teilnehmer ihren Einsatz verlieren muß, und die auch darauf angelegt sind, verstoßen gegen die guten Sitten und sind deshalb nichtig (§ 138 Abs. 1 BGB). S steht daher Rückzahlung seiner Beteiligung nach bereicherungsrechtlichen Grundsätzen zu (§ 812 BGB - BGH-ZIP 1997, S. 1110).
Wenn jeder Mitspieler / Teilnehmer nur 5 neue Spieler gewinnen muß, ist nach dem 10 Durchlauf bereits jeder Einwohner Deutschlands theoretisch im Spiel.
So sieht dann der Text eines Kettenbriefes via E-Mail aus :
Textauszug -Zitat-
...Für jede Person, der Du dieses e-mail schickst, wird Dir Microsoft $245,00 zahlen. Fur jede Person, der du das sendest und die es weitersendet, zahlt Microsoft Dir $243,00; und für jede dritte Person, die das bekommt, bekommst Du $241,00 von Microsoft. Innerhalb von zwei Wochen wird Microsoft Dich wegen Deiner Adresse kontaktieren und Dir dann einen Scheck senden... Ich dachte selbst, das sei Blösinn, aber zwei Wochen, nachdem mein Partner (Partner des Ursprungssenders dieses Mails) diese mail bekam, kontaktierte ihn Microsoft und innerhalb von ein paar Tagen erhielt er einen Scheck über $24.800,00 Du mußt antworten, bevor der betaTest vorbei ist. Wenn sich irgendwer so was leisten kann, dann ist es Bill Gates, der Mann für sowas. Das ist alles Marketing-Strategie von ihm. Ich wünsche viel Erfolg.......
Merkmale eines unseriösen Schneeballsystems :
- Um teilzunehmen müssen Sie zuerst etwas investieren.
- Sie werden aufgefordert, neue Leute für das System anzuwerben.
- Wenn Sie neue Leute anwerben, erhalten Sie dafür eine Provision.
- Produkte, die verkauft werden sollen, haben reine Alibifunktion. Damit werden Provisionen für das Anwerben neuer Mitglieder getarnt.
- Häufig wird bei den ‚Informationsveranstaltungen' eine fast sektenähnliche Atmosphäre erzeugt. Sprüche wie: "Wir sind jung, erfolgreich und können uns bald alles leisten, was wir wollen", oder “ Wer nicht Millionär werden will sollte jetzt rausgehen”, oder “ Sie können auch schnell reich werden, sie sind müssen nur ihre Trägheit ablegen und loslegen, wir zeigen ihnen wie leicht es geht”.
Seit geraumer Zeit gibt es sogenannte "Schenkkreise", "Herzkreise”, "Sternenkreise", "Sonnenmännerkreise", "Lotusblüten-Kreise", "Power Circle", "Ellipsen-Kreise”, "Die Tafelrunde" u.s.w
Sie sollen 500 oder gar 5000 Euro an den Kopf der Pyramide “schenken “.Wurde er von mindestens 8 Spielern beschenkt scheidet er aus und die anderen Spielen rutschen in der Pyramide hoch. Sie sollen nunmehr ebenfalls von weiteren 8 Spielern beschenkt werden. Ein klassisches Schnellballsystem. Nach nur 20 Runden bräuchten Sie 4 Millionen neue Mitspieler um nicht leer auszugehen. Toll was, da braucht es wenig Verstand um zu verstehen wer damit verdient, nämlich immer der, der solch ein System anstößt. Wenn Sie angesprochen werden ist es schon zu spät, Sie können nur verlieren oder sich im Bekanntenkreis viele Feinde machen. Wenn die Freunde keine neuen 8 Mitspieler finden sieht es auch für Sie schlecht aus, denn das Geld kommt frühestens zu Ihnen, wenn weitere 3 Runden funktionieren, also rund 56 neue Spieler reingelegt werden. Also Finger weg !
Eine interessante Homepage zu diesem Thema habe ich auch hier gefunden :
weitere Infos zum Thema habe ich auch hier gefunden: http://schenkkreise-recht.de/artikel/betrug/
Landgericht Bielefeld, Urteil vom 21.04.2004
Zitat (Auszug): "………Die Richtigkeit der Rechtsauffassung des Amtsgerichts, wonach der "Herzenskreis" ein sittenwidriges Pyramidensystem gewesen sei, wird durch die Berufung der Beklagten nicht mehr in Frage gestellt. In der Tat weist der"Herzenskreis", wie das Amtsgericht zutreffend festgehalten hat, alle Merkmale eines sittenwidrigen Pyramidensystems auf, wie sie in der obergerichtlichen Rechtsprechung stets umschrieben worden sind (vgl. etwa BGH NJW 1997,2314,2315; OLG Celle NJW 1996, 2660)…….."
(Quelle: http://schenkkreise-recht.de/urteile/LG-Bielefeld22S300-03/ )
Ein Deutscher und 2 Österreicher haben mit einem Kettenbriefspiel über das Internet mehr als 4000 User um mehr als acht Millionen Euro geprellt. Seit März 2004 wurden in einer Art Pyramidenspiel - jeder Teilnehmer muss neue Mitspieler gewinnen - eine Verachtfachung des Kapitals innerhalb von vier Monaten versprochen.
Als Minimaleinsatz wurden 400 Euro verlangt. Es wurden Gewinnbeteiligungen zwischen 0,8 und einem Prozent pro Tag! zugesagt. Durchschnittlich zahlten die Teilnehmer etwa 1.000 Euro an die Abzocker, deinige besonders gierige Teilnehmer zahlten tatsächlich bis zu 100.000 Euro! Die Abzocker benutzten das Geld, um sich hohe Gehälter auszuzahlen und im Luxus zu schwelgen, so wie es die Teilnehmer auch gerne hätten.. Die Polizei konnte inzwischen mindestens acht Millionen Euro auf den Konten der Männer sicherstellen. Die 3 Täter wurden in der Schweiz verhaftet. Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/52457

References: § 263
 § 6
 § 6
 BGH 
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