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Timestamp: 2020-02-18 01:59:08+00:00

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Wann müssen Online Casino Gewinne versteuert werden? | Lohnsteuer-kompakt.deTAX – LK
Immer mehr Menschen entdecken das Glücksspiel in Online Casinos für sich, die Spielerzahlen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Spätestens wenn ein hoher Geldgewinn erzielt wird, stellt sich die Frage, ob auf Gewinne im Casino Steuern anfallen. Sind sie immer steuerfrei oder handelt es sich dabei um ein reguläres Einkommen, auf das Steuern zu zahlen sind? Macht es einen Unterschied, ob man nur einmal oder regelmäßig im Casino abkassiert? Diese und weitere Fragen rund um die steuerliche Behandlung von Glücksspielgewinnen in Deutschland beantwortet der folgende Beitrag.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die rechtlichen Grundlagen: Welche Einnahmen der deutsche Gesetzesgeber als zu versteuerndes Einkommen betrachtet, ist im Einkommensteuergesetz geregelt. Im Zusammenhang mit Glücksspiel im Allgemeinen und Online Casinos im Besonderen spielt weiterhin das Vorhandensein einer gültigen Glücksspiellizenz eine bedeutsame Rolle. Mehr Infos zu den wichtigen Themen rund um die Casinolizenzen und seriösen Online Casinos gibt es auf www.onlinecasinosdeutschland.com.
Einkommensteuergesetz (EStG) Für Privatleute ist das Einkommensteuergesetz einschlägig. Spiel-, Sport-, Wett- und Lotteriegewinne lassen sich nicht unter eine der sieben in §2 Nr. 1 EStG definierten steuerpflichtigen Einkunftsarten subsummieren. Von daher kann grundsätzlich festgehalten werden, dass Gewinne, die Spieler im Online Casino erzielen, nicht als Einkommen besteuert werden. Die Höhe des Gewinns spielt dabei ähnlich wie beim Lotto keine Rolle.
Umsatzsteuergesetz (UStG) / Rennwett- und Lotteriegesetz (RennwLottG) Für die Anbieter von Glücksspielen ist in § 4 Nr. 9. b) (UStG) geregelt, dass ihre Umsätze steuerfrei sind, sofern diese unter das Rennwett- und Lotteriegesetz fallen. Dies trifft auf die Online Casinos zu. Insofern gibt es grundsätzlich keine Abgaben, die an die Gewinner durchgereicht werden könnten. Eine Ausnahme bilden Sportwetten.
Dessen ungeachtet müssen die Veranstalter von Glücksspielen die Lotteriesteuer abführen. Diese liegt gemäß § 17 Nr. 1 RennwLottG aktuell bei 20%.
Wer in Deutschland Glücksspiele betreiben will, braucht dafür eine staatliche Erlaubnis. Damit ein Online Casino seine Dienstleistungen für Spieler aus Deutschland legal anbieten darf, muss es über eine gültige Lizenz verfügen. Entsprechend sind nur solche Gewinne als rechtmäßig anzusehen, die bei einem lizenzierten Anbieter erzielt wurden.
Deutsche Lizenzen In Deutschland hat der Staat das Glücksspielmonopol inne und er erhebt Glücksspielsteuern. Die Vergabe von Glücksspiellizenzen ist Ländersache. Die Rahmenbedingungen regelt der sogenannte Glücksspielstaatsvertrag. Aktuell gibt es kein Bundesland, das Online Casinos lizenziert. Trotzdem ist das Spielen in Online Casinos legal. Die seriösen Anbieter besitzen durchgängig EU-Lizenzen, die auch für Deutschland gültig sind.
EU-Lizenzen Die EU-Dienstleistungsfreiheit gilt als einer der vier Grundpfeiler des europäischen Binnenmarktes. Sie besagt, dass Unternehmen ihre Dienstleistungen nicht nur in ihrem Heimatland, sondern EU-weit anbieten dürfen. Entsprechend gelten die wichtigsten EU-Glücksspiellizenzen aus Malta oder Gibraltar auch für den deutschen Markt. Jegliche Gewinne, die Kunden aus Deutschland in einem ordnungsgemäß lizenzierten Online Casino erzielen, sind somit als rechtmäßig zu betrachten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Gelder mit dem Bonus Guthaben oder regulären Einzahlungen erspielt wurden.
Gewinne aus Glücksspielen außerhalb der EU
Gewinne, die bei einem Casino außerhalb der EU erzielt werden, müssen deklariert werden, sobald sie höher als 10.000 Euro sind. Grundsätzlich fallen auch hier keine Steuern an. Bei Anbietern, die keine EU-Glücksspiellizenz aufweisen, besteht jedoch die Gefahr, dass die Gewinne beschlagnahmt werden. Von daher empfiehlt es sich dringend, sein Glück nur bei Anbietern zu versuchen, die eine gültige Lizenz vorweisen können.
Wer im Online Casino Geld gewinnt, hat Anspruch auf die sofortige und vollständige Auszahlung des Gewinnbetrages. Auf die folgenden Punkte ist dabei zu achten:
Keine Überweisungs- und Wechselgebühren Sofern der Gewinn in Euro erzielt wurde, darf der Anbieter weder Überweisungs- noch Wechselgebühren erheben.
Keine Pflicht, Gewinn in der Steuererklärung anzugeben Wegen der Steuerbefreiung sind Privatpersonen nicht verpflichtet, gegenüber dem Finanzamt Gewinne in der Steuererklärung anzugeben, die sie im Online Casino erzielt haben.
Tipp: Nachweise verwahren! Es besteht keine Pflicht, seine Gewinne aus Glücksspielen oder Lotto zu dokumentieren. Es hat sich aber in der Praxis bewährt, sämtliche Nachweise über die Auszahlung von Glücksspielgewinnen aufzubewahren. So ist sichergestellt, dass man auf Nachfrage gegenüber dem Fiskus die Herkunft der Einkünfte zweifelsfrei nachweisen kann.
Abgrenzung Glücks- / Geschicklichkeitsspiel
Für die steuerlichen Behandlung von Gewinnen in Online Casinos spielt weiterhin die Frage eine Rolle, ob die Gewinne aus einem reinen Glücksspiel resultieren oder aber aus einem Spiel, das auch eine Geschicklichkeitskomponente aufweist.
Überblick Glücksspiel Beim reinen Glücksspiel basieren sämtliche Gewinne ausschließlich auf dem Spielglück. Das eigene Geschick und Können haben keinen Einfluss auf die Gewinnchancen.
Beispiele für Glücksspiele Unter diese Kategorie fallen die meisten Casinospiele wie Roulette, Blackjack, Poker sowie die Spielautomaten. Wer hier gewinnt, muss keine Einkommensteuer abführen.
Überblick Geschicklichkeitsspiel Bei Geschicklichkeitsspielen liegt das Spielglück überwiegend oder ganz in den Händen des Spielers. Er kann das Spielgeschehen direkt beeinflussen und eigenständige Entscheidungen treffen, die sich im besten Falle günstig auf das Resultat auswirken.
Beispiele für Geschicklichkeitsspiele Ein gutes Beispiel für ein Geschicklichkeitsspiel ist das Schach. Wer bei einem Schachturnier einen Geldpreis gewinnt, kann sich schwerlich darauf berufen, diesen überwiegend aufgrund von Spielglück errungen zu haben. Dasselbe gilt für Gewinne aus TV Game Shows, die regelmäßig als sonstige Einkünfte gemäß § 22 Nr. 3. EStG zu versteuern sind.
Die bisherigen Ausführungen haben sich auf Privatleute bezogen, die einen einmaligen Gewinn erzielt haben oder in größeren zeitlichen Abständen Glück im Casino hatten. Zudem wurde unterstellt, dass weitere regelmäßige Einkünfte z.B. aus nichtselbständiger Arbeit im Sinne von § 2 Nr. 1 1. EStG vorliegen. In solchen Fällen kann die Steuerfreiheit der Glücksspielgewinne unproblematisch bejaht werden.
Anders verhält es sich bei Spielern, die ihre Einkünfte ganz oder zu überwiegenden Teilen aus Gewinnen im Casino beziehen. Es steht dann nämlich die Frage im Raum, ob sie ein reguläres Gewerbe ausüben und ihre Gewinne somit als ganz normal zu versteuernde Einkünfte zu betrachten sind.
Abgrenzung Freizeitspieler / professionelle Spieler
In der Praxis legen die Gerichte für die Abgrenzung von Freizeitspielern zu professionellen Spielern die folgenden Kriterien an:
Regelmäßigkeit der Einkünfte Wenn ein Spieler über einen längeren Zeitraum sehr regelmäßig und nachhaltig Gewinne erzielt, werten die Gerichte diesen Umstand oftmals als Indiz für das Vorliegen von gewerblichen Einkünften. In diesem Zusammenhang spielt auch die Frage nach der Gewinnerzielungsabsicht eine bedeutsame Rolle.
Weitere Einnahmequellen Weiterhin überprüfen die Gerichte, ob die Person weitere Einkünfte hat. Ist das der Fall, spricht zunächst einiges dafür, dass die Person nicht als professioneller Spieler zu betrachten ist. Übersteigen die Glücksspielgewinne die sonstigen Einkünfte allerdings um ein Vielfaches, ist die Einstufung als Berufsspieler kaum zu widerlegen.
Gewinne und Verluste? Ein weiteres Kriterium ist, ob neben regelmäßigen Gewinnen auch regelmäßige Verluste anfallen. Wenn dem so ist, spricht einiges dafür, die Person als professionellen Spieler einzustufen. Schließlich trägt er ein wirtschaftliches Risiko, das mit anderen herkömmlichen Gewerbetätigkeiten vergleichbar ist.
Einkommensteuer auf Gewinne für professionelle Spieler
Wer nach den oben aufgeführten Kriterien mit dem Glücksspiel einer gewerblichen Tätigkeit nachgeht und somit als Berufsspieler eingestuft wird, muss selbstverständlich Einkommenssteuer auf die erzielten Gewinne entrichten. Dabei sollte man die folgenden Punkte im Blick haben:
Frühere Gewinne Das gilt auch für Gewinne, die zeitlich weiter zurückliegen. Für das Finanzamt ist hier der Zeitpunkt maßgeblich, zu dem erstmalig der gewerbliche Charakter der Spieltätigkeit überwogen hat.
Freibetrag Die Abgabe wir fällig, sobald das gesamte Einkommen den Grundreibetrag von 9.168 Euro überschreitet.
Verluste gegenrechnen Im Gegenzug kann ein Berufsspieler, wie jeder andere Gewerbetätige, etwaige Verluste steuerlich geltend machen.
Die nachfolgende Übersicht gibt Auskunft über die anfallende Einkommenssteuer bei Gewinnen in unterschiedlicher Höhe
Sonderfall Wettsteuer
Einen Sonderfall mit Blick auf die Besteuerung von Glücksspielgewinnen stellen die Sportwetten dar. Gemäß § 17 Nr. 2 RennwLottG fällt hier ein pauschaler Steuersatz in Höhe von 5% des jeweiligen Einsatzes an. Die meisten Sportwettenanbieter stellen ihren Kunden diese Steuer direkt in Rechnung. Auf die etwaigen Gewinne werden wie bei Gewinnen aus Online Cassinos keine weiteren Steuern erhoben. Es gibt aber immer wieder einzelne Anbieter, die damit werben, diese Kosten nicht durchzureichen. Hier lohnt der Vergleich!
Zinsen auf Glücksspielgewinne
Für Privatleute, die nicht gewerbemäßig an Glücksspielen in Online Casinos teilnehmen, sind die erzielten Gewinne selbst steuerfrei. Dies gilt uneingeschränkt für das Steuerjahr, in dem die Gewinne anfallen.
Anders verhält es sich mit den Erlösen und Zinsgewinnen, die in den Folgejahren aus dem Gewinn im Casino resultieren. Dabei kann es sich z.B. um Zinsen auf den angelegten Gewinn oder Dividenden handeln, die mit Gewinngeldern erworbene Aktien abwerfen. Auf diese werden die regulären Zinsertrags- und Abgeltungssteuern fällig.
Aktuelle Zahlen zum Online Glücksspiel in Deutschland
Nach den letzten erhobenen Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben sich 2017 knapp vier Millionen Deutsche an Casino Spielen im Internet beteiligt. Das sind ungefähr 5% der Gesamtbevölkerung.
Eine weitere renommierte Studie aus dem Jahr 2017 beziffert die Bruttospielerträge auf dem deutschen Glücksspielmarkt für das Jahr 2015 auf knapp 13 Milliarden Euro. Davon seien ungefähr 1,2 Milliarden Euro auf die Online Casinos entfallen.
Schließlich hält der 2018 veröffentlichte Jahresreport 2016 der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder fest, dass die Bruttoerträge auf 13,4 Milliarden Euro gestiegen seien. Den Anteil der Online Casinos daran wird auf knapp 1,3 Milliarden Euro beziffert.
Rechtliche Situation in Österreich und Schweiz
Österreich In Österreich sind Gewinne aus Glücksspielen in Online Casinos immer steuerfrei. Anders als in Deutschland unterscheidet die österreichische Rechtsprechung nicht zwischen Hobby- und Berufsspielern. Aus diesem Grund verlegen professionelle Spieler aus Deutschland vermehrt ihren Wohnsitz in das Nachbarland.
Schweiz In der Schweiz werden Casinogewinne nicht einheitlich besteuert, die Rechtslage ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Es gibt jedoch eine einheitliche Freigrenze, die bei 1.000 Schweizer Franken liegt. Gewinne, die den Freibetrag überschreiten, werden in der Regel als Beweis für professionelles Spiel gewertet. In diesem Fall gelangt die normale Einkommensteuerregelung zur Anwendung.
Die Zinsen aus Glücksspielgewinnen unterliegen in beiden Staaten genauso wie in Deutschland der normalen Einkommensteuerpflicht.
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