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Timestamp: 2016-10-24 16:09:09+00:00

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U 307/99 (08.09.2000)
S.________, 1959, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Advokat Dominik Zehntner, Spalenberg 20, Basel,
A.- Die 1959 geborene S.________ war vom 23. Januar bis Ende April 1995 als kaufm�nnische Angestellte bei der Firma H.________AG t�tig und damit bei den Berner Versicherungen (nachfolgend: Berner) gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunf�llen versichert. Am 26. Mai 1995 kollidierte sie als Lenkerin eines Personenwagens seitlich mit einem anderen, ein Vortrittssignal missachtenden Fahrzeug und erlitt dadurch ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS). Die Berner erbrachte auf Grund der Nachdeckungsfrist die gesetzlichen Leistungen.
Nach Abkl�rungen in medizinischer und beruflich-erwerblicher Hinsicht sowie dem Beizug der IV-Akten, insbesondere der polydisziplin�ren Expertise des Zentrums f�r Medizinische Begutachtung (ZMB) vom 25. M�rz 1996, sprach die Berner der Versicherten, welche sich bereits im Jahre 1986 anl�sslich eines Verkehrsunfalles u.a. ein Schleudertrauma der HWS sowie 1991 bei einem Sturz auf den R�cken weitere Verletzungen zugezogen hatte, mit Verf�gung vom 23. Mai 1997 Taggeldleistungen auf der Grundlage einer Arbeitsunf�higkeit von 100 % vom 28. Mai bis 25. November 1995 und f�r eine solche von 50 % vom 26. November 1995 bis 25. M�rz 1996 zu. Weitere Leistungen wurden mit der Begr�ndung verneint, die gesundheitlichen Beschwerden seien ab 26. M�rz 1996 nicht mehr auf den Unfall vom 26. Mai 1995 zur�ckzuf�hren. Auf Einsprache hin holte die Berner ein Gutachten des Dr. med. C.________, Chefarzt der Klinik X.________ f�r Epilepsie und Neurorehabilitation, und der E.________, Psychologin FSP und Neuropsychologin, vom 25. August 1998 ein. Mit Einspracheentscheid vom 29. Dezember 1998 lehnte sie eine Leistungspflicht mangels nat�rlicher und ad�quater Kausalit�t auch f�r die bereits erbrachten Leistungen ab, verzichtete indes auf deren R�ckforderung.
C.- S.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheides sei die Berner zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen. Ferner ersucht sie um unentgeltliche Verbeist�ndung.
W�hrend die Berner auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde schliesst, hat sich das Bundesamt f�r Sozialversicherung nicht vernehmen lassen.
1.- Das kantonale Gericht hat die vorliegend massgeblichen gesetzlichen Bestimmungen �ber den Anspruch auf Heilbehandlung (Art. 10 UVG), Taggeld (Art. 16 UVG), Invalidenrente (Art. 18 UVG) und Integrit�tsentsch�digung (Art. 24 UVG) richtig wiedergegeben. Zutreffend dargelegt ist auch die Rechtsprechung zu dem f�r die Leistungspflicht des Unfallversicherers vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidit�t, Tod; BGE 118 V 289 Erw. 1b; vgl. auch BGE 119 V 337 Erw. 1), zu dem im Sozialversicherungsrecht regelm�ssig geltenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 338 Erw. 1 mit Hinweisen; RKUV 1991 Nr. U 133 S. 312 Erw. 1b; vgl. auch BGE 121 V 47 Erw. 2a, 208 Erw. 6b, je mit Hinweisen) sowie zum Beweiswert und zur richterlichen W�rdigung von medizinischen Berichten und Gutachten (BGE 122 V 160 Erw. 1c; siehe auch BGE 125 V 352 ff. Erw. 3). Darauf kann verwiesen werden. Gleiches gilt f�r die Ausf�hrungen zu den vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht entwickelten Grunds�tzen zum erforderlichen ad�quaten Kausalzusammenhang (BGE 121 V 49 Erw. 3a, 117 V 361 Erw. 5a, je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 123 III 112 Erw. 3a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a), wobei die Vorinstanz zu Recht darauf hingewiesen hat, dass die Ad�quanzbeurteilung bei psychischen Unfallfolgen nach den in BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa festgelegten Kriterien erfolgt, w�hrend bei Unf�llen mit Schleudertrauma der HWS anhand der Regeln vorzugehen ist, wie sie in BGE 117 V 359 ff. entwickelt worden sind.
2.- Auf Grund der medizinischen Akten, namentlich der im angefochtenen Entscheid ausf�hrlich dargelegten Unterlagen (Berichte des Dr. med. H.________, Leitender Arzt der Rheuma- und Rehabilitationsklinik Y.________, vom 4. M�rz 1994, des Dr. med. A.________ vom 2. April 1994 und 12. Juni 1995, des Dr. med. G.________, Leitender Arzt des Kurhauses Z.________, vom 17. Oktober 1994, der Dres. med. M.________ und B.________, Spital D.________, vom 26. Mai 1995, des Dr. med. R.________, Chirurg FMH, vom 8. November 1996 sowie der Gutachten des ZMB vom 25. M�rz 1996 und des Dr. med. C.________ vom 25. August 1998) kann als erstellt gelten, dass die Versicherte beim Unfallereignis vom 26. Mai 1995 ein Schleudertrauma der HWS erlitten hat. Ferner ist mit dem kantonalen Gericht davon auszugehen, dass die gesundheitlichen Probleme der Beschwerdef�hrerin zumindest teilweise (kognitive Funktionsst�rungen und Verschlimmerung des psychischen Zustands) auf den besagten Unfall zur�ckzuf�hren sind. Da dieser mithin eine massgebliche Teilursache der bestehenden Beschwerden darstellt, ist der nat�rliche Kausalzusammenhang zwischen Unfall und der danach eingetretenen Arbeits- bzw. Erwerbsunf�higkeit entgegen der vernehmlassungsweise vertretenen Auffassung der Beschwerdegegnerin zu bejahen (BGE 121 V 329 Erw. 2a mit Hinweisen).
3.- W�hrend Vorinstanz und Beschwerdegegnerin die Ad�quanzbeurteilung unter Hinweis auf BGE 123 V 98 nach der f�r psychische Unfallfolgen geltenden Rechtsprechung (BGE 115 V 133) mit der Begr�ndung vorgenommen haben, die nach dem Unfall vom 26. Mai 1995 aufgetretenen, zum typischen Beschwerdebild eines HWS-Schleudertraumas geh�renden Beeintr�chtigungen seien vorwiegend auf den depressiven Zustand der Beschwerdef�hrerin zur�ckzuf�hren bzw. durch diesen in den Hintergrund gedr�ngt worden, stellt sich die Beschwerdef�hrerin auf den Standpunkt, die Ad�quanz des Kausalzusammenhanges sei in Anwendung von BGE 117 V 359 zu beurteilen.
4.- a) Die Rechtsprechung zum ad�quaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS, nach welcher nicht unterschieden wird, ob die Beschwerden mehr organischer und/oder psychischer Natur sind (BGE 117 V 363 Erw. 5d/aa), geht davon aus, dass diese Beschwerden miteinander eng verwoben sind und eine "Differenzierung angesichts des komplexen und vielschichtigen Beschwerdebildes in heiklen F�llen gelegentlich grosse Schwierigkeiten bereitet" (BGE 117 V 364 Erw. 5d/aa). Voraussetzung f�r die Anwendung dieser Praxis ist, dass die psychischen Beschwerden aus dem Unfall hervorgehen und zusammen mit den organischen Gesundheitsst�rungen, die ebenfalls auf das Unfallereignis zur�ckzuf�hren sind, ein komplexes Gesamtbild ergeben.
b) Dem Gutachten des ZMB vom 25. M�rz 1996 ist bez�glich des gesundheitlichen Zustands der Beschwerdef�hrerin nach dem Unfall vom 26. Mai 1995 zu entnehmen, dass sie "nach einem weiteren Autounfall mit indirektem HWS-Distorsionstrauma ... am Arbeitsplatz offenbar Fehlleistungen infolge Konzentrationsst�rungen ... zeigte". Gleichenorts wurde vermerkt, nach dem Unfall im Mai 1995 habe sich eine weitere Verschlechterung des psychischen Zustands eingestellt. Dr. med. C.________ f�hrte in seiner Expertise vom 25. August 1998 seinerseits aus, man k�nne davon ausgehen, dass die neuropsychologischen Symptome und die depressive Entwicklung erst nach dem Unfall vom 26. Mai 1995 mit gen�gender Sicherheit zu erkennen seien. Bei den testm�ssig festgestellten neuropsychologischen Einschr�nkungen (Konzentrations-, Ged�chtnis- und Lesest�rungen, schwere kognitive Teilleistungsst�rungen im Bereich der Aufmerksamkeit und des verbalen Ged�chtnisses, starke Verlangsamung und erh�hte Erm�dbarkeit bzw. verminderte Belastbarkeit) handle es sich um St�rungen, die im Rahmen der chronischen Belastung mit Schmerzen sowie als Folge der Depression zu erkl�ren seien. Er kommt zum Schluss, dass die neuropsychologischen St�rungen und die reaktive Depression mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 50 % auf das Unfallereignis vom 26. Mai 1995 zur�ckzuf�hren seien. Was die Befunde und Beschwerden im HWS-Bereich mit Ausstrahlung kopfw�rts und in die Arme sowie die vegetativen Begleitsymptome (Ger�usche in den Ohren, Schwindelgef�hle, Augenflimmern) anbelangt, macht er hierf�r zu 50 % den Unfall aus dem Jahre 1991 und zu 20 % denjenigen vom 26. Mai 1995 verantwortlich.
Im Lichte dieser Ausf�hrungen wird deutlich, dass der Vorfall vom 26. Mai 1995 den Gesundheitszustand der Versicherten zwar haupts�chlich in psychischer, indem er indes klare und gewichtige k�rperliche Folgen zeitigte, zumindest teilweise auch in somatischer Hinsicht gepr�gt hat. Es liegen mithin Verh�ltnisse vor - das Ineinanderfliessen von organischen und psychischen Unfallfolgen -, welche keine Differenzierung im beschriebenen Sinne zulassen. Auch wenn das Unfallereignis vom Mai 1995 schwergewichtig Auswirkungen im Bereich der Psyche ausgel�st hat, ist entgegen der Betrachtungsweise von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin nicht von einem Beschwerdebild auszugehen, in welchem die typischerweise zu einem Schleudertrauma geh�renden Beeintr�chtigungen durch die psychische Problematik in den Hintergrund gedr�ngt worden sind. Der Umstand schliesslich, dass die Beschwerdef�hrerin an Folgen mehrerer Unf�lle leidet, vermag an der Anwendung der den vorliegenden Verh�ltnissen einzig gerecht werdenden Rechtsprechung zum ad�quaten Kausalzusammenhang bei Schleudertraumen der HWS nichts zu �ndern. Vielmehr ist ein Zusammentreffen verschiedener Schadenursachen allenfalls nach Art. 36 Abs. 2 UVG zu ber�cksichtigen.
c) Ausgehend vom augenf�lligen Geschehensablauf sowie den erlittenen Verletzungen hat das kantonale Gericht den Unfall vom 26. Mai 1995 im Rahmen der Einteilung, wie sie f�r die Belange der Ad�quanzbeurteilung vorzunehmen ist (vgl. BGE 117 V 366 Erw. 6a, 383 Erw. 4b), angesichts der Rechtsprechung (dargestellt in RKUV 1999 Nr. U 330 S. 122 ff. Erw. 4b/bb sowie RKUV 1995 Nr. U 215 S. 91) zu Recht dem mittleren Bereich und innerhalb dieser Gruppe den leichteren Unf�llen zugeordnet. Dieser Beurteilung ist beizupflichten. Ob der ad�quate Kausalzusammenhang gegeben ist, beurteilt sich mithin anhand der in BGE 117 V 367 Erw. 6a aufgelisteten Kriterien. Diese m�ssen bei Unf�llen, die - wie vorliegend - innerhalb der mittleren Kategorie eher im Grenzbereich zu den leichten Ereignissen einzureihen sind, indes in geh�ufter oder auffallender Weise erf�llt sein, damit die Ad�quanz bejaht werden kann (BGE 117 V 368 Erw. 6b).
Die seitliche Kollision eines Personenwagens mit einem anderen Fahrzeug erweist sich bei objektiver Betrachtung nicht als derart gravierend, dass von besonders dramatischen Begleitumst�nden oder einer besonderen Eindr�cklichkeit des Unfalles gesprochen werden k�nnte. Hingegen leidet die Beschwerdef�hrerin seit dem Unfall unter Konzentrationsst�rungen, rascher Erm�dbar- sowie Vergesslichkeit, st�ndigen "komischen" Ger�uschen in den Ohren, immer wieder auftretenden Schwindelgef�hlen, Augenflimmern, Gef�hllosigkeit in den Fingern und gelegentlich auch im rechten Bein sowie starken Schmerzen im Nacken- und rechten Armbereich. Diese Symptome sind nach Angaben der Beschwerdef�hrerin seit dem Unfallereignis zwar mehr oder weniger unver�ndert geblieben, insgesamt werde jedoch - so die Versicherte gegen�ber Dr. med. C.________ - "alles schlimmer, sie sei psychisch nicht mehr stabil und sofort gestresst". Ein halbes Jahr nach dem Unfall traten denn auch Alptr�ume sowie tags�ber Panikattacken auf, welche nebst zunehmenden Stressgef�hlen das Aufsuchen eines Psychiaters notwendig machten und 1997 zu einem nervlichen Zusammenbruch sowie allgemein zu einer Einschr�nkung der psychischen Belastbarkeit f�hrten. In Anbetracht der H�ufung verschiedener, f�r das Schleudertrauma der HWS typischer Beschwerden und namentlich auch ihrer schwerwiegenden Auswirkungen ist im vorliegenden Fall das Kriterium der besonderen Art der Verletzung zu bejahen. Gleiches gilt angesichts der Fortdauer von somatischen und psychischen Gesundheitsst�rungen auch f�r das Kriterium der Dauerbeschwerden. Des Weitern sch�tzte Dr. med. C.________ die Beschwerdef�hrerin infolge ihrer Leiden noch im Zeitpunkt seiner Begutachtung (vom 25. August 1998) - mithin �ber drei Jahre nach dem Unfallgeschehen - in der freien Wirtschaft als vollst�ndig sowie im Bereich Haushalt und Garten als zu 60 bis 70 % arbeitsunf�hig ein, sodass auch Grad und Dauer der Arbeitsunf�higkeit als weiteres Kriterium zu bejahen ist. Sodann f�llt der schleppende Heilungsverlauf auf, sind die Beschwerden, welche die Versicherte insgesamt sogar als immer intensiver empfindet, seit dem Unfall von 1995 in Qualit�t und Schwere doch unver�ndert geblieben und dauern unvermindert fort. Der Heilungsprozess muss somit als schwierig im Sinne der dargelegten Rechtsprechung bezeichnet werden. Zu bejahen ist im Weiteren auch das Kriterium der ungew�hnlichen Dauer der �rztlichen Behandlung, ist doch aktenkundig, dass die Beschwerdef�hrerin seit dem Unfallzeitpunkt auf Grund ihrer Leiden diverse medizinische Fachpersonen konsultiert hat, die verschiedenen Massnahmen und Therapien indes - wenn �berhaupt - lediglich zu einer vor�bergehenden, nicht aber zu einer namhaften Besserung gef�hrt haben.
Auf Grund dieser Gesamtw�rdigung kommt dem Unfall vom 26. Mai 1995 eine, wenn auch nicht alleinige, so doch massgebende Bedeutung f�r die Entstehung der festgestellten Arbeits- und Erwerbsunf�higkeit zu, weshalb die Ad�quanz entgegen der Auffassung der Vorinstanz und der Beschwerdegegnerin zu bejahen ist. Die Berner, an welche die Sache zur�ckzuweisen ist, wird somit in Bejahung des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhanges sowie unter Ber�cksichtigung von Art. 36 Abs. 2 UVG �ber den Leistungsanspruch der Beschwerdef�hrerin neu zu befinden haben.
5.- Im vorliegenden Verfahren geht es um die Bewilligung oder Verweigerung von Versicherungsleistungen, weshalb von der Auferlegung von Gerichtskosten abzusehen ist (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend ist der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 135 in Verbindung mit Art. 159 Abs. 1 OG); damit erweist sich ihr Antrag auf Gew�hrung der unentgeltlichen Verbeist�ndung als gegenstandslos.
die Sache an die Berner Versicherungen zur�ckgewiesen,
damit sie �ber die Leistungen im Sinne der Erw�gungen
III. Die Berner Versicherungen haben der Beschwerdef�hrerin
rungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2500.-

References: BGE 
 BGE 
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 BGE 
 Art. 36
 BGE 
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 Art. 36
 Art. 159