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Anleger Beteiligungen: Investoren-Brief 2015 01 22
Ausgabe 03/2015 | 22.01.2015 | 26.458 Abonnenten | www.anleger-beteiligungen.de
Leitartikel: Anlagestrategie deutscher Sparer – Export deutscher Ersparnisse
World Ultra Wealth Report: Viele Multimillionäre besonders in Deutschland
Deutsche Banken mit schwacher Rendite
Genussrechtskapital: im Blickfeld von Recht, Steuern, Bilanzierung und Kapitalmarkt-Regeln
Buchtipp: Daniel Stelter: Die Schulden im 21. Jahrhundert
Anlagestrategie deutscher Sparer – Export deutscher Ersparnisse
Seine Lust am Sparen hat der deutsche private Anleger trotz der niedrigen Zinsen nicht eingebüßt. Rund 10% seines verfügbaren Einkommens legt er Jahr für Jahr auf die hohe Kante, und es ist ein Ende der deutschen Ersparnisbildung nicht abzusehen.
Die deutschen Ersparnisse sind so hoch, dass sie nicht vollständig in Deutschland verwendet werden können. Daher fließt ein wachsender Teil der Ersparnisse ins Ausland. Das ist im Prinzip sinnvoller Teil einer Anlagestrategie, aber sie beschwört auch Probleme herauf.
Ein wenig geändert hat sich jedoch im Laufe der vergangenen Jahrzehnte die Art und Weise, wie Deutsche typischerweise sparen, das heißt die Anlage des Ersparten und die Anlagestrategien haben sich gewandelt. Zwar werden seit langer Zeit konstant rund 40% der Ersparnisse als Bargeld und meist niedrig verzinste Einlagen bei Banken und Sparkassen gehalten. Dafür ist der Anteil der von Privatpersonen selbst gekauften Wertpapieren am Gesamtvermögen in den vergangenen 15 Jahren deutlich zurückgegangen. Hierzu hat unter anderem die Enttäuschung über das abrupte Ende der Börsenhaussen in den Jahren 2000 und 2007 beigetragen.
Heute halten deutsche Privataktionäre nur 12% der Aktien deutscher Unternehmen, während in den Vereinigten Staaten die Privatpersonen fast 40% der Aktien amerikanischer Unternehmen besitzen. Im Gegenzug haben die von den Privatpersonen bei institutionellen Anlegern wie Versicherungen, Altersvorsorge, Einrichtungen und Pensionskassen gehaltenen Mittel deutlich zugelegt.
Diese sog. institutionellen Anleger legen ihre Gelder überwiegend in Wertpapieren an, und sie tun sich in der Regel leichter als Privatanleger, Geld an ausländischen Märkten zu investieren. Insofern ist der zunehmende Export deutscher Ersparnisse ins Ausland zum Teil wohl auch der Institutionalisierung des Sparens, sprich der Beauftragung von Vermögensberatern durch Privatleute geschuldet.
Das in ausländischen Wertpapieren angelegte Geld fließt seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahre 2007 ganz überwiegend in Anleihen und nur zu einem kleinen Teil in Aktien. Durch den Kauf von Anleihen werden die deutschen Sparer Gläubiger, denen im Ausland Schuldner gegenüberstehen: Die starke Bildung deutscher Ersparnisse führt im Ausland zu einer Zunahme der Verschuldung.
Aus der Sicht langfristiger denkender deutscher Anleger kann es auch angemessen sein, einen Teil seiner Ersparnisse außerhalb der Europäischen Union international anzulegen. Allerdings haben die deutschen Sparer dabei in der Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen besessen. Heute warnt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich für den Fall einer weiteren Aufwertung des Dollar vor Risiken von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Gleiche Risiken bestehen beim Kauf ausländischer Aktien, die allerdings bei deutschen, privaten Anlegern wegen der Kursrisiken weit weniger beliebt sind.
Wo leben die meisten Superreichen? Natürlich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in den USA. Doch auf Rang zwei folgt schon Deutschland. Die Zahl der Ultrareichen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar ist hierzulande zuletzt besonders stark angestiegen, um gut sieben Prozent auf nunmehr 19.095.
Der Zuwachs an extrem wohlhabenden Personen führte dazu, dass in Europa nun so viele Ultrareiche leben wie nie zuvor, insgesamt 61.820. Das stellten die Schweizer Großbank UBS und der Marktforscher Wealth X in ihrem „World Ultra Wealth Report“ fest, der die Veränderung des Vermögens besonders Reicher zwischen Juli 2013 und Juni 2014 misst.
Weltweit gibt es nun 211.275 Ultrareiche mit einem Vermögen von insgesamt rund 30 Billionen Dollar. In fünf Jahren sollen es sogar schon 250.000 sein, die ein Vermögen von 40 Billionen Dollar auf sich vereinen.
Dass die deutschen Superreichen so gut abschneiden, liegt neben der guten Aktienmarktentwicklung in den betrachteten zwölf Monaten vor allem an der damaligen Aufwertung des Euros gegenüber dem Dollar um knapp fünf Prozent. Demgemäß könnte die aktuelle Abwertung des Euro das Bild deutlich verändern.
In der Diskussion, dass die Vermögen immer ungleicher verteilt sind, spielen die Ultrareichen indes eine bedeutende Rolle. Allein in der Schweiz, wo neben Deutschland und Großbritannien die meisten Ultrareichen Europas leben, kontrollieren diese mehr als 28 Prozent des Vermögens des Landes. Insgesamt machen die Superreichen weltweit nur einen sehr geringen Anteil an der Bevölkerung aus – nämlich 0,004 Prozent. Trotzdem besitzen sie 13 Prozent des Vermögens. Dadurch haben die Superreichen einen enormen Einfluss – sei es auf die Aktienmärkte oder auf bestimmte Industrien.
Die Experten warnen zudem, dass die Superreichen ihr Vermögen zu wenig diversifizieren. „Wir glauben, dass die Vermögenskonzentration eines der größten Risiken ist, denen die Ultrareichen gegenüberstehen“, sagt Simon Smiles von UBS Wealth Management. Bei den meisten Mehrfachmillionären stecken mehr als zwei Drittel ihres Vermögens in ihrem Kerngeschäft. Bei unvorhergesehenen Risiken könnte sich dies negativ auswirken. Zudem haben sie hohe Bargeldbestände auf ihren Bankkonten liegen, wo mit dem Vermögen nichts zu verdienen ist.
Für die weltweit operierenden Banken geht es nach dem Trauma der Finanzkrise erst langsam wieder aufwärts. Aktuell erreicht die Eigenkapitalrendite der gebeutelten Branche nach Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey 9,9 %. Damit nähern sich die Geldhäuser dem langjährigen Schnitt von 10 % wieder an.
Das heißt aber noch nicht, dass die Banken auch wieder Werte schaffen, denn die langfristigen Kapitalkosten von 11 bis 12 % liegen nach wie vor über den Eigenkapitalrenditen. Das gilt besonders für die Geldhäuser in Westeuropa und in Deutschland, die der Konkurrenz in Asien und den Vereinigten Staaten deutlich hinterher hinken.
Im Schnitt kamen die Institute in Westeuropa laut McKinsey im letzten Jahr auf eine Eigenkapitalrendite von mageren 2 %. Dabei geht die Schere allerdings weit auseinander.
Während die skandinavischen Geldhäuser auf Durchschnittsrenditen von 11 % kommen, liegt der Vergleichswert in den Krisenländern der Euro-Zone, Spanien, Italien, Griechenland, Irland und Portugal bei -4 %.
Zu den schwächeren Märkten in Europa zählt auch Deutschland mit einer Eigenkapitalrendite von gerade mal 1,1 %. Das ist keine neue Entwicklung; der deutsche Markt ist schon seit langer Zeit ein Nachzügler der internationalen Kreditinstitute. Für die schwache Performance machen die Experten vor allem die Fragmentierung der deutschen Bankenlandschaft und die Preisempfindlichkeit der heimischen Kunden verantwortlich.
Erst vor wenigen Wochen hatten alle deutschen Geldhäuser den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) bestanden. Allerdings überzeugte dieser Erfolg den für die Bankenaufsicht zuständigen Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret nicht wirklich. „Langfristig müssen die deutschen Banken mehr verdienen, um im Wettbewerb bestehen zu können“, forderte Dombret. Deshalb müssten viele Institute dringend ihre Geschäftsmodelle prüfen und ihre Kosten senken.
im Blickfeld von Recht, Steuern, Bilanzierung und Kapitalmarkt-Regeln
1. Rechtsgrundlagen der Genussrechte
Genussrechte als Beteiligungsinstrument wurden im Zusammenhang mit der Finanzierung von Unternehmen und Projekten bereits vor Jahrhunderten namentlich erwähnt, woraus die Anerkennung dieses Finanzierungsinstruments ersichtlich ist. Das Genussrecht ist somit seit dem frühen Mittelalter gewohnheitsrechtlich anerkannt und taucht erstmalig im 14. Jahrhundert urkundlich auf. Auch der Bau des ägyptischen Suez-Kanals wurde ab 1907 teilweise mit Genussrechten finanziert.
Genussrechte haben eine wertpapierrechtliche Grundlage und gewähren die Teilnahme am Gewinn und Verlust eines Unternehmens ohne Mitverwaltungsrechte. Genussrechte sind eine Unterform der Inhaberschuldverschreibung gem. § 793 BGB. Genussrechte gewähren anders als die Anleihe keinen festen Zins, sondern setzen die erfolgsgebundene Beteiligung am Gewinn und Verlust eines Unternehmens voraus. Wegen der fehlenden gesetzlichen Regulierung sind große Freiräume für fantasievolle Detailgestaltungen vorhanden; z.B. für Sachdividenden anstatt von Bardividenden. Lediglich im Aktienrecht bedarf die Ausgabe von Genussrechten gemäß § 221 AktG der Zustimmung der Hauptversammlung der Aktiengesellschaft. Im Steuerrecht werden die Erträge aus Genussrechten als Einkünfte aus Kapitalvermögen eingestuft, werden an der "Quelle" besteuert (also als Quellensteuer beim Unternehmen erhoben) und unterliegen der Abgeltungsteuer.
Sind die Genussrechte in einem Wertpapier verbrieft, spricht man von Genussscheinen. Genussrechte können also als Vermögensanlagen oder als börsenfähige Wertpapiere emittiert werden. Die Auswahl hat weitreichende Konsequenzen im Prospektrecht und beim Vertrieb, der entweder nur dem § 34 f GewO oder dem § 32 KWG folgt. Genussrechte können als sogen. Genussscheine in einem Wertpapier verbrieft werden. Sie können jedoch auch als vinkulierte Namens-Genussrechte ohne Wertpapierverbriefung ausgegeben. Das Genussrecht bzw. Genussrechtskapital ist überhaupt nicht gesetzlich geregelt; lediglich im Gesellschafts- und Steuerrecht werden die Genussrechte namentlich erwähnt, ohne dass Gesetzgeber eine Begriffsbestimmung gibt. Bei den vinkulierten Namensgenussrechten, die nicht wertpapierverbrieft sind, ist kein Wertpapierverkaufsprospekt erforderlich; vielmehr ist dann ein vereinfachter Verkaufsprospekt über Vermögensanlagen ausreichend.
Ergänzende Gestaltungsformen sind der Hypotheken-Genussschein und das Pfand-Genussrecht. Beim Hypotheken-Genussschein (wie bei der Hypotheken-Anleihe) wird die Genussrechtsbeteiligung durch Grundschulden auf Immobilien (z.B. die Abtretung von Eigentümergrundschulden) abgesichert. Beim Pfand-Genussrecht wird (wie beim Pfandbrief) eine Sicherstellung des Kapitalgebers über die (stille) Abtretung schuldrechtlicher Forderungsrechte (= Sicherungszession) vorgenommen.
2. Bilanzierung der Genussrechte
Die Genussrechte bzw. das Genussrechtskapital zählt zu dem sogen. Mezzanine-Kapital. Der Mezzanine-Investor ist regelmäßig aufgrund einer Nachrangklausel den anderen Insolvenzgläubigern nachgestellt und erhält den Rest einer möglichen Insolvenzquote. Da sich das Einlagenkonto des Genussrechts-Beteiligten als schlichte Forderung darstellt und damit aus der Sicht des Unternehmens eine Verbindlichkeit ist, fehlt bei der Genussrechts-Beteiligung grundsätzlich der Eigenkapitalcharakter und ist deshalb prinzipiell als Verbindlichkeit zu passivieren. Der Genussrechte-Investor ist Gläubiger und kein unmittelbarer Haftungsträger. Damit die Einlagen der Genussrechts-Kapitalgeber als Eigenkapital in der Bilanz eines mittelständischen Unternehmens ausgewiesen werden können (Equity Mezzanine), sind folgende Kriterien in die Bedingungen für das Genussrecht einzuarbeiten:
Übernahme der Haftungs- und Verlustausgleichsfunktion des Genussrechtskapitals
Nachrangigkeit des gewährten Genussrechtskapitals im Insolvenzfall.
Langfristigkeit der Kapitalüberlassung der Genussrechte von mindestens 5 Jahre
mit zweijähriger Kündigungsfrist
Beteiligung am Gewinn und Verlust des Unternehmens
eine rein erfolgsabhängige Ausschüttung auf das Genussrechtskapital
3. Steuern der Genussrechte
Trotz des Eigenkapitalcharakters in bilanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht, werden die Genussrechte als Beteiligungskapital bei entsprechender Gestaltung steuerrechtlich als Fremdkapital mit den Absetzungsvorteilen gewertet. So sind die Ausschüttungsgelder auf eine Genussrechts-Finanzierung als Betriebsausgaben abzugsfähig und tragen zur Minderung des steuerpflichtigen Gewinns bei. Gewinnausschüttungen beim Genussrechtskapital vermindern also bei richtiger Vertragsgestaltung den körperschaftsteuerpflichtigen Gewinn und sind wie Darlehenszinsen abzugsfähiger Aufwand der Gesellschaft. dies gilt dann, wenn die Genussrechtsinhaber nicht am Liquidationserlös des Unternehmens beteiligt werden. Die Genussrechte bzw. das Genussrechtskapital bietet also echte steuerliche Vorteile.
4. Wandel-Genussrechte zur Finanzierung von Unternehmen
Wandelgenussrechte bzw. Wandelgenussscheine für mittelständische Unternehmen sind spezielle Formen des Genussrechtskapitals als Wertpapiere mit der Option - also dem späteren Wahlrecht - ein Bezugsrecht auf Eigentümeranteile (z. B. Aktien) zu erhalten. Dann wird aus dem Genussrechtskapital als stimmrechtslosem Eigenkapitalersatz vorbehaltlos stimmberechtigtes "Vollgesellschafter-Kapital".
5. Haftungsrecht beim Genussrechte-Kapital und Nachrangbefriedigung hinter allen Gläubigern
Entsprechend der Zwitterposition zwischen Gesellschaftskapital und festverzinslicher Verbindlichkeit gestaltet sich auch die Haftungsstellung des Genussrechtsbeteiligten und des Genussrechts-Kapital. Gegenüber dem Fremdkapital ist es nachrangig, bleibt bzgl. dem stimmberechtigtem Vollgesellschafter-Eigenkapital aber vorrangig. D.h. bei eintretender Insolvenz werden zunächst alle ausstehenden Forderungen von Fremdkapital gebenden Gläubigern befriedigt und erst danach erhalten die Genussrechts-Kapitalgeber ihr eingelegtes Kapital von den Inhabern des Unternehmens erstattet, sofern noch freie Vermögensmasse vorhanden ist. Genussrechtskapital ist also Haftkapital!
Eine Nachschusspflicht besteht jedoch nicht, wenn die vereinbarte Genussrechts-Kapitaleinlage geleistet wurde. Der Genussrechts-Kapitalgeber haftet somit nur im Innenverhältnis gegenüber dem Unternehmen im Rahmen seiner Einlagepflicht. Er haftet persönlich nicht im Außenverhältnis gegenüber Gläubigern des Unternehmens (= keine Mithaftung und keine direkte Außenhaftung). Der Genussrechtsgeber kann also nicht direkt von dritten Gläubigern in Anspruch genommen werden, wenn er aufgrund der Genussrechtsbedingungen das Genussrechtskapital an das Unternehmen geleistet hat.
Kapital von Privat an Privat mit einem öffentlichen Angebot hat als Genussrechtskapital die Regelungen der Kapitalmarktaufsicht und der Prospektgesetze zu beachten. Dabei sind zum einen in den Genussrechtsverträgen die Abgrenzungsmerkmale zu den Einlagengeschäften der Banken im Sinne des § 1 Kreditwesengesetz einzuhalten. Zum anderen ist grundsätzlich für die öffentliche Kapitalbeschaffung über Genussrechte eine Bankenaufsichtsgenehmigung der BaFin in Frankfurt/Main - Abteilung Wertpapieraufsicht - erforderlich. Dies ist nur in "geringfügigen" Fällen dann nicht der Fall, wenn das kapitalsuchende Unternehmen nicht mehr als 20 Genussrechtsanteile bzw. 20 Privatinvestoren pro Finanzinstrument an dem Betrieb beteiligt (siehe Bereichsausnahme in § 2 Nr. 3 Vermögensanlagengesetz). Auf die Höhe des Beteiligungskapitals und auf die Höhe des aufzunehmenden Finanzierungsvolumens kommt es dabei nicht an. Dies gilt im Falle der nicht wertpapierverbrieften, vinkulierten Namensgenussrechte als sogen. Vermögensanlagen.
Wertpapierverbriefte Genussrechte - also Genussscheine - sind kapitalmarktrechtlich grundsätzlich Wertpapiere. Die Bedeutung liegt für Genussscheine als Wertpapiere darin, dass für die öffentliche Emission (= Ausgabe und Angebot an Dritte) von Genussscheinen ein bankenaufsichtsrechtlich genehmigter Wertpapierverkaufsprospekt erforderlich ist. Ohne Wertpapierprospekt dürfen lediglich 149 potentielle Anleger angesprochen bzw. beworben werden (= gesetzliche Eintrittsschwelle - siehe § 3 Abs. 2 Ziff. 2 WertpapierProspektGesetz - WpPG). Genussscheine als Wertpapiere sind wiederum auch dann BaFin-frei, wenn lediglich Mindestbeteiligungen ab Euro 100.000,- angeboten werden. Ab dieser Beteiligungshöhe für Großinvestoren ist kein von der BaFin gebilligter Wertpapierprospekt erforderlich.
Beachtenswert ist, dass Genussscheine als Wertpapiere nur von den Finanzdienstleistungsinstituten gem. § 32 KWG vermittelt und verkauft werden dürfen. Die bedeutet eine Einschränkung der Platzierbarkeit von Genussscheinen, die praktisch nur über zugelassene Wertpapierhändler vertrieben werden dürfen (mit Ausnahme des Emittentenprivilegs des Emissionsunternehmens und seiner festangestellten Mitarbeiter). Die nicht wertpapierverbrieften Genussrechte als Vermögensanlagen kann jeder freie Finanzdienstleister mit einer Gewerbeerlaubnis gem. § 34 f Gewerbeordnung vermitteln. Also aufgepasst: Vertriebstechnisch ist ein Genussrechtsprospekt besser als ein Genussscheinprospekt!
Was ist drin, was ist dran und was fehlt in Thomas Pikettys
Format: 157 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag

References: § 793
 § 221
 § 34
 § 32
 § 1
 § 2
 § 3
 § 32
 § 34