Source: https://www.jusline.at/gesetzeskommentare/456491960
Timestamp: 2020-06-05 21:52:58+00:00

Document:
Kommentar von Rechtsanwalt Dr. Clemens Lintschinger; MSc zu § 5c KSchG am 29.11.2016 - JUSLINE Österreich
Kommentar zum § 5c KSchG
Rechtsanwalt Dr. Clemens Lintschinger; MSc am 29.11.2016
1. Version vom 29.11.2016
Hauptzweck des § 5c KSchG ist es, die verbreitete aggressive Wettbewerbspraxis der Unternehmer abzustellen, vermeintliche Gewinnzusagen persönlich adressiert an Verbraucher zu verschicken, um diese zur Warenbestellung zu motivieren.
In Deutschland existiert eine im Wesentlichen inhaltsgleiche Bestimmung, und zwar § 661a BGB („Ein Unternehmer, der Gewinnzusagen oder vergleichbare Mitteilungen an Verbraucher sendet und durch die Gestaltung dieser Zusendungen den Eindruck erweckt, dass der Verbraucher einen Preis gewonnen hat, hat dem Verbraucher diesen Preis zu leisten“), für den § 5c KSchG als Vorbild diente.
Der Begriff „Senden“ ist im gegebenen Zusammenhang nicht als die rein faktische bzw. physische Tätigkeit des Kuvertierens, des Frankierens und der Übergabe an den Beförderer bzw. die Post zu verstehen, sondern es bedarf eines gewissen (engeren) Zusammenhangs mit der aggressiven Werbepraxis. „Sender“ einer Gewinnzusage ist derjenige Unternehmer, den ein durchschnittlicher Verbraucher in der Lage des Empfängers einer Gewinnzusage als Versprechenden ansieht (vgl BGH III ZR 158/04 = NJW 2004, 3555). Es ist aber nicht jeder als „Sender“ im Sinn von § 5c KSchG anzusehen, der sich an der Übermittlung der Gewinnzusage oder dem damit regelmäßig verknüpften Versandhandelsgeschäft beteiligt, denn sonst würde auch das Postunternehmen darunter fallen (siehe OGH 12.07.2016, 4Ob7/16g).
§ 5c KSchG | 1. Version | 429 Aufrufe | 29.11.16
Zitiervorschlag: Rechtsanwalt Dr. Clemens Lintschinger; MSc in jusline.at, KSchG, § 5c, 29.11.2016
Zum § 5c KSchG Alle Kommentare Melden Vernetzungsmöglichkeiten

References: § 5
 § 5
 § 5
 § 661
 § 5
 BGH 
 § 5
 OGH 

§ 5
 § 5
 § 5