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Timestamp: 2019-01-21 13:30:27+00:00

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Körperverletzung mit Todesfolge - Schmerzensgeldtabelle 2019
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Körperverletzung mit Todesfolge – Strafe und Schmerzensgeld
Endet eine Schlägerei mit Todesfolge, kommt der Tatbestand des § 227 StGB in Betracht.
Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, macht sich gemäß Definition wegen einer (einfachen) Körperverletzung strafbar. Gesetzlich geregelt ist diese in § 223 des Strafgesetzbuches (kurz: StGB).
Doch was passiert eigentlich, wenn die Gewalthandlung ein anderes Ende nimmt als geplant und das Opfer verstirbt? In Betracht kommt in derartigen Fällen der Straftatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge. Welches Strafmaß hierfür gilt, wo dieses gesetzlich geregelt ist und welche Voraussetzungen das Delikt erfordert, erfahren Sie neben einigen weiteren Informationen in unserem Ratgeber.
1 Was ist eine Körperverletzung mit Todesfolge?
1.1 Schockschaden für Angehörige
1.2 Versuchte Körperverletzung mit Todesfolge
1.3 Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen
2 Anwaltlicher Rat ist unerlässlich
Die Körperverletzung (KV) mit Todesfolge findet ihre gesetzliche Grundlage in § 227 StGB. In Absatz 1 heißt es:
Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes erfolgsqualifiziertes Delikt, bei dem ein Grunddelikt (hier die Körperverletzung) vorsätzlich begangen, dabei aber wenigstens fahrlässig eine schwere Folge (hier der Tod einer anderen Person) herbeigeführt wird. Die Körperverletzung muss für die Todesfolge ursächlich (kausal) sein.
Zwischen dem Grunddelikt und der schweren Folge muss ferner ein sogenannter spezifischer Gefahrzusammenhang bestehen, was bedeutet, dass die schwere Folge, hier der Tod, ein für den Grundtatbestand eigentümliches, typisches Risiko verwirklicht haben muss. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen:
Körperverletzung mit Todesfolge: Hier drohen mindestens drei Jahre Freiheitsstrafe.
Im sogenannten Rötzel-Fall (Bundesgerichtshof, Urteil vom 30.09.2079, Az. 3 StR 119/70) hatte der Bundesgerichtshof (kurz: BGH) über nachfolgende Konstellation zu entscheiden: Der Täter fügte seinem Opfer körperlich schwere Verletzungen zu, woraufhin dieses aus Angst die Flucht über den Balkon ergreifen wollte.
Dabei stürzte das Opfer ab und verunglückte tödlich. Der BGH lehnte eine Strafbarkeit wegen Körperverletzung mit Todesfolge ab mit der Begründung, dies sei keine typische Folge des Grunddeliktes Körperverletzung gewesen.
Das Strafmaß der Körperverletzung mit Todesfolge liegt bei einer Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren. Die Tat ist mithin ein sogenanntes Verbrechen. Anders als ein Vergehen, wird dieses mindestens mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder höher geahndet. Ein Vergehen hingegen sieht auch eine kürzere Haftmöglichkeit vor oder eine Geldstrafe.
Gut zu wissen: Eine fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge gibt es übrigens nicht. Das Grunddelikt muss zwingend in vorsätzlicher Art und Weise begangen worden sein. Lediglich hinsichtlich der schweren Folge genügt Fahrlässigkeit. Die Norm des § 227 StGB verweist insoweit unmissverständlich nur auf die Paragraphen 223 bis 226a StGB, nicht hingegen auf § 229 StGB, wo die fahrlässige Körperverletzung geregelt ist.
Zivilrechtlich kann eine Körperverletzung mit Todesfolge unter bestimmten Umständen für nahe Verwandte interessant werden. Schmerzensgeld aufgrund psychischer Schäden können nämlich nicht nur (überlebende) Opfer von Gewalttaten geltend machen, sondern bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen auch Angehörige. Die Rede ist hierbei vom sogenannten Schockschaden.
Versuchte Körperverletzung mit Todesfolge
Gibt es fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge und welches Strafmaß droht hier?
Differenziert werden muss hinsichtlich der Frage nach der Strafbarkeit eines Versuchs im Zusammenhang mit der Körperverletzung mit Todesfolge zwischen zwei Fallkonstellationen: Zum einen gibt es den Versuch der Erfolgsqualifikation und zum anderen den erfolgsqualifizierten Versuch. Die rechtliche Beurteilung und Prüfung beider Tatvarianten ist kompliziert und erfordert in der Regel eine genaue Abgrenzung.
Bei ersterem versucht oder vollendet der Täter das Grunddelikt, hier also die Körperverletzung. Die Möglichkeit des Erfolgseintritts bleibt aus, wurde vom Täter jedoch zumindest billigend in Kauf genommen. Bei letzterem tritt die schwere Folge bereits vor der Vollendung des Grunddelikts ein.
Möglich ist außerdem eine Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen. Wer beispielsweise einen Unfall verursacht, indem er andere Person fahrlässig anfährt, dann jedoch vorsätzlich liegen lässt und daraufhin der Tod eintritt, so ist besagte Tatvariante erfüllt. Durch das Liegenlassen wird ein pathologischer, also krankhafter Zustand gesteigert.
Der Unfallverursacher wäre auch zur Hilfe verpflichtet, da er den Zustand des Opfers herbeigeführt hat (sogenannte Ingerenz).
Anwaltlicher Rat ist unerlässlich
Ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge ist ein Fall für einen Rechtsanwalt und das unabhängig davon, ob sich der Beschuldigte überhaupt vertreten lassen möchte oder nicht. Gemäß § 140 Absatz 1 Nummer 2 der Strafprozessordnung (kurz: StPO) handelt es sich hierbei nämlich um den Fall einer notwendigen Verteidigung, da es sich bei dem in Rede stehenden Delikt um ein Verbrechen handelt.
Dietmar S. says
Meine Freundins Schwester R.B. wurde I’m Kreis Leer, Ostfriesland vorsaetzlich Angefahren und lag drei Jahre Mir schwersten Kopfverletzungen im Krankenaus. Sie hatte auch sofort ein Augenlicht verloren durch starke Blutu gen im Kopf. Sie ist gestern schweren Herzens an Ihren schweren Verletzungen gestorben. Sie hat nie einen Pfennig Entschaediung bekommen, da es vorsaetzlich war und die Autoversicherung fuer den Schaden nicht aufkommen wollte.
Woran kann sich die Familie wenden?
8. Januar 2019 at 13:53
die Ansprüche müssen dann direkt beim Verursacher geltend gemacht werden. Am besten wenden Sie sich an einem Anwalt. Dieser kann Sie bezüglich der Geltendmachung beraten und unterstützen.

References: § 227
 § 223
 § 227
 BGH 
 § 227
 § 229
 § 140