Source: https://www.buzer.de/s1.htm?g=2014+94&a=1
Timestamp: 2018-11-18 19:16:55+00:00

Document:
Artikel 1 5. TierSchNutztVÄndV Fünfte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung
nur in 5. TierSchNutztVÄndV
Sie sind hier: Start > Inhaltsverzeichnis 5. TierSchNutztVÄndV > Artikel 1
Artikel 1 - Fünfte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (5. TierSchNutztVÄndV k.a.Abk.)
V. v. 05.02.2014 BGBl. I S. 94 (Nr. 6); Geltung ab 11.08.2014
Artikel 1 wird in 1 Vorschrift zitiert und ändert mWv. 11. August 2014 TierSchNutztV § 2, § 3, § 4, § 31 (neu), § 32 (neu), § 33 (neu), § 34 (neu), § 35 (neu), § 35a (neu), § 36 (neu), § 37 (neu), § 31, § 32, § 33, § 34, § 35, § 36, § 37, § 38, § 39
Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 4 der Verordnung vom 12. Dezember 2013 (BGBl. I S. 4145) geändert worden ist, wird wie folgt geändert:
In der Inhaltsübersicht werden die Angaben zu den Abschnitten 6 und 7 durch folgende Angaben ersetzt:
„Abschnitt 6 Anforderungen an das Halten von Kaninchen
§ 32 Allgemeine Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Kaninchen
§ 33 Besondere Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Mastkaninchen
§ 34 Besondere Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Zuchtkaninchen
§ 35 Allgemeine Anforderungen an das Halten von Kaninchen
§ 35a Sachkunde
§ 36 Besondere Anforderungen an das Halten von Mastkaninchen
§ 37 Besondere Anforderungen an das Halten von Zuchtkaninchen
Abschnitt 7 Anforderungen an das Halten von Pelztieren
§ 38 Verbot der Haltung bestimmter Tiere
§ 40 Anforderungen an Haltungseinrichtungen für Pelztiere
§ 41 Allgemeine Anforderungen an das Halten von Pelztieren
§ 42 Besondere Anforderungen an das Halten von Nerzen, Iltissen, Füchsen und Marderhunden
§ 43 Besondere Anforderungen an das Halten von Sumpfbibern und Chinchillas
§ 46 Inkrafttreten, Außerkrafttreten".
Nach Nummer 21 werden folgende Nummern 22 bis 26 eingefügt:
Kaninchen: Tiere der Art Oryctolagus cuniculus forma domestica;
Zuchtkaninchen: zum Zweck der Zucht gehaltene geschlechtsreife Kaninchen;
Mastkaninchen: Kaninchen, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, vom Absetzen bis zur Schlachtung;
Häsin: geschlechtsreifes weibliches Kaninchen;
Rammler: geschlechtsreifes männliches Kaninchen;".
Die bisherige Nummer 22 wird die neue Nummer 27.
In § 3 Absatz 1 und in § 4 Absatz 1 Satz 1 im einleitenden Satzteil wird jeweils die Angabe „der Abschnitte 2 bis 6" durch die Angabe „der Abschnitte 2 bis 7" ersetzt.
Nach § 30 wird folgender Abschnitt 6 eingefügt:
(1) Kaninchen dürfen, unbeschadet der Anforderungen der §§ 3 und 4, nur nach Maßgabe der Vorschriften dieses Abschnitts gehalten werden.
(2) Die Vorschriften dieses Abschnitts sind nicht anzuwenden
auf das Halten von Kaninchen, die zur Verwendung in Tierversuchen bestimmt sind oder deren Gewebe oder Organe dazu bestimmt sind, zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet zu werden und
für die Verwendung von Kaninchen während eines Tierversuchs.
(1) Kaninchen dürfen nur in Haltungseinrichtungen gehalten werden, die den Anforderungen der Absätze 2 bis 10 entsprechen.
(2) Haltungseinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass Kaninchen nicht mehr als unvermeidbar mit Harn und Kot in Berührung kommen und ihnen ein trockener Liegebereich zur Verfügung steht. Die Form und die Größe der Öffnung der Haltungseinrichtung müssen gewährleisten, dass ein Kaninchen herausgenommen werden kann, ohne dass ihm vermeidbare Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden.
im ganzen Aufenthaltsbereich der Kaninchen rutschfest und trittsicher sein und
soweit perforierter Boden verwendet wird, im Aufenthaltsbereich der Kaninchen Auftrittsbreiten, die mindestens den Spalten- oder Lochweiten entsprechen, und höchstens Spalten- oder Lochweiten nach folgender Tabelle aufweisen:
Nutzungsart maximale Spalten-
oder Lochweite
Mastkaninchen 11
Zuchtkaninchen 14
(4) Haltungseinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass jedem Zucht- und Mastkaninchen zusätzlich zu der in § 33 Absatz 3 Nummer 1 und 2 oder § 34 Absatz 2 Nummer 1 genannten Fläche eine uneingeschränkt nutzbare erhöhte Bodenfläche zugänglich ist, die
jedem Mastkaninchen mindestens 300, jedem Zuchtkaninchen mindestens 600 Quadratzentimeter zur Verfügung stellt,
eine Mindestfläche von 1.500, bei Zuchtkaninchen von 1.800 Quadratzentimetern aufweist,
mindestens 30 Zentimeter breit und 50, bei Zuchtkaninchen 60 Zentimeter lang ist,
jeweils mindestens 27 Zentimeter Abstand bei Mastkaninchen und jeweils mindestens 35 Zentimeter Abstand bei Zuchtkaninchen vom Boden und zur oberen Begrenzung der Haltungseinrichtung aufweist,
zu höchstens 15 Prozent perforiert ist und
höchstens 40 Prozent der uneingeschränkt nutzbaren Bodenfläche beträgt.
Der Bereich unterhalb der erhöhten Bodenfläche muss so beschaffen sein, dass die Kaninchen sich gegenseitig ausweichen können.
(5) Haltungseinrichtungen müssen so ausgestattet sein, dass
Hitzestress vermieden und überschüssige Feuchtigkeit abgeleitet wird,
bei einer Außentemperatur von über 30 Grad Celsius im Schatten die Raumtemperatur nicht dauerhaft mehr als 3 Grad Celsius über der Außentemperatur liegt und
bei einer Außentemperatur von unter 10 Grad Celsius die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit innerhalb des Kaninchenstalls im Laufe von 48 Stunden 70 Prozent nicht überschreitet.
(6) Der Ammoniakgehalt der Luft, in Kopfhöhe der Tiere gemessen, soll 10 Kubikzentimeter je Kubikmeter Luft nicht überschreiten und darf 20 Kubikzentimeter je Kubikmeter Luft nicht dauerhaft überschreiten.
(7) Der Kohlendioxidgehalt der Luft, in Kopfhöhe der Tiere gemessen, darf 3.000 Kubikzentimeter je Kubikmeter Luft nicht dauerhaft überschreiten.
(8) Gebäude, in denen Kaninchen gehalten werden, müssen mit Lichtöffnungen für den Einfall natürlichen Lichts versehen sein, deren Gesamtfläche mindestens 5 Prozent der Gebäudegrundfläche entspricht und die so angeordnet sind, dass eine möglichst gleichmäßige Verteilung des Lichts über die gesamte Gebäudegrundfläche gewährleistet ist. Satz 1 gilt nicht für bestehende Gebäude, die vor dem 11. August 2014 genehmigt oder in Benutzung genommen worden sind und über keine oder keine ausreichenden Lichtöffnungen verfügen und bei denen auf Grund fehlender technischer oder sonstiger Möglichkeiten nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand der Einfall von natürlichem Tageslicht erreicht werden kann, soweit eine Ausleuchtung des Aufenthaltsbereiches der Tiere und des Versorgungsbereiches in der Haltungseinrichtung durch eine dem natürlichen Licht so weit wie möglich entsprechende künstliche Beleuchtung sichergestellt ist.
(9) Haltungseinrichtungen müssen über einen abgedunkelten Bereich verfügen, in den sich die Tiere zurückziehen können und der so zugänglich und beschaffen ist, dass sich die Tiere gegenseitig ausweichen können.
(10) Tränken sind so anzubringen oder aufzustellen, dass eine Be- und Durchfeuchtung von Futter, Einstreu und des Bodens sowie eine Beeinträchtigung der gehaltenen Tiere weitestgehend vermieden wird. Tränken sind täglich auf Dichtigkeit zu prüfen.
(1) Mastkaninchen dürfen nur in Haltungseinrichtungen gehalten werden, die den Anforderungen der Absätze 2 bis 5 entsprechen.
(2) Haltungseinrichtungen müssen so beschaffen sein, dass Mastkaninchen, die nach § 36 Absatz 1 Satz 2 einzeln gehalten werden, andere Kaninchen sehen, riechen und hören können.
(3) Wer Mastkaninchen hält, hat sicherzustellen, dass
eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche nach folgender Tabelle zur Verfügung steht:
Mastkaninchen Fläche in Quadrat-
zentimetern je Tier
1. bis 4. Tier 1.500
5. bis 10. Tier 1.000
11. bis 24. Tier 850
ab 25. Tier 700
eine Mindestfläche von 8.000 Quadratzentimetern zur Verfügung steht, die mindestens 80 Zentimeter lang und 60 Zentimeter breit ist, und
die lichte Höhe der Haltungseinrichtung
über mindestens 70 Prozent der Grundfläche mindestens 60 Zentimeter und
an keiner Stelle weniger als 40 Zentimeter
Höchstens zwei Drittel der Fläche, die sich aus der Gesamtfläche der uneingeschränkt nutzbaren Bodenfläche nach Satz 1 Nummer 1 und der uneingeschränkt nutzbaren erhöhten Bodenfläche nach § 32 Absatz 4 ergibt, dürfen einen Perforationsgrad von mehr als 15 Prozent aufweisen.
(4) Bei portionierter Fütterung muss der Fressplatz so beschaffen sein, dass alle Mastkaninchen gleichzeitig fressen können.
(5) Bei Verwendung von Selbsttränken muss für jeweils höchstens fünf Mastkaninchen eine Tränkstelle vorhanden sein.
(1) Zuchtkaninchen dürfen nur in Haltungseinrichtungen gehalten werden, die den Anforderungen der Absätze 2 bis 5 entsprechen.
(2) Wer Zuchtkaninchen hält, hat sicherzustellen, dass
für jedes Tier eine uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche nach folgender Tabelle zur Verfügung steht:
bis 5,5 6.000
über 5,5 7.400
über mindestens 70 Prozent der Grundfläche mindestens 80 Zentimeter und
an keiner Stelle weniger als 60 Zentimeter
(3) Jeder Häsin muss zusätzlich zur nutzbaren Bodenfläche der Haltungseinrichtung mindestens für einen Zeitraum von einer Woche vor dem voraussichtlichen Wurftermin bis zum Absetzen der Jungtiere eine Nestkammer zur Verfügung stehen, die
eine Fläche von mindestens 1.000 Quadratzentimetern aufweist,
eine Höhe von mindestens 25 Zentimetern aufweist,
eine blickdichte Abtrennung zur Haltungseinrichtung hat,
einen Nesteingang aufweist, der durch die Häsin weitgehend mit Nestbaumaterial abgedeckt werden kann oder über eine Zugangsvorrichtung verfügt, die
der Häsin ein jederzeitiges Aufsuchen und Verlassen der Nestkammer ermöglicht oder
vom Tierhalter verschlossen und geöffnet werden kann,
über eine Schwelle von mindestens acht Zentimetern Höhe am Übergang zur Haltungseinrichtung verfügt,
ausreichend Stroh oder anderes geeignetes Material zur Befriedigung des Nestbauverhaltens der Häsin und zur Abdeckung des Nestbereichs bietet und
so angebracht oder beschaffen ist, dass die Häsin auf diese nicht springen kann.
(4) Bei portionierter Fütterung muss der Fressplatz so beschaffen sein, dass alle Zuchtkaninchen und deren Jungtiere gleichzeitig fressen können.
(5) Bei Verwendung von Selbsttränken muss für jedes Zuchtkaninchen eine Tränkstelle vorhanden sein.
(1) Wer Kaninchen hält, hat sicherzustellen, dass
alle Kaninchen jederzeit Zugang zu grob strukturiertem Raufutter wie Stroh oder Heu und zu geeignetem Nagematerial haben,
die Tiere jederzeit Zugang zu Tränkwasser haben,
Umgruppierungen möglichst vermieden werden,
Teile von Haltungseinrichtungen, Ausrüstungen oder Geräten, die mit den Kaninchen in Berührung kommen, nach jeder vollständigen Räumung eines abgetrennten Gebäudeteils gereinigt und desinfiziert werden,
während der Lichtstunden die Beleuchtungsstärke mindestens 40 Lux, in Kopfhöhe der Tiere gemessen, beträgt,
direkte Sonneinstrahlung vermieden wird,
bei Verwendung künstlicher Beleuchtung die künstliche Beleuchtung einem 24-Stunden-Rhythmus folgt und für mindestens acht Stunden ununterbrochen während der Nacht zurückgeschaltet wird, wobei während der Dunkelphase die Beleuchtungsstärke weniger als 0,5 Lux betragen muss, soweit dies die natürliche Beleuchtung zulässt und mindestens so viel Licht vorhanden ist, wie die Kaninchen zur Orientierung brauchen, sowie eine Dämmerphase vorgesehen ist, die den Kaninchen ein artgemäßes Verhalten ermöglicht, und die mindestens 30 Minuten dauert,
in den Fällen der Nummer 6 die Dauer der ununterbrochenen Lichtstunden mit einer Stärke von mindestens 40 Lux mindestens acht Stunden beträgt und
Ausscheidungen der Tiere, die mittels Transportbändern oder entsprechenden Einrichtungen aufgefangen oder transportiert werden, mindestens täglich aus dem Stall entfernt werden.
(2) Wer Kaninchen hält, hat sicherzustellen, dass diese mindestens zwei Mal täglich in Augenschein genommen werden. Lassen Verletzungen oder Gesundheitsstörungen darauf schließen, dass ein Tier leidet, ist es angemessen zu behandeln oder unverzüglich zu töten. Soweit es der Gesundheitszustand eines Tieres erfordert, ist ein Tierarzt hinzuzuziehen.
(3) Alle Kaninchen sind erforderlichenfalls gegen Parasiten zu behandeln und in geeigneter Weise vor Krankheiten, die bei der jeweiligen Haltung üblicherweise auftreten und bei den Tieren zu Schmerzen, Leiden oder Schäden führen können, zu schützen.
(4) Der Halter führt für jede Haltungseinrichtung seines Betriebs Aufzeichnungen über
die Zahl der eingestallten Kaninchen und das Datum des Einstallens,
jede Kontrolle nach Absatz 2, die Zahl der dabei verendet aufgefundenen Tiere mit Angabe der jeweiligen Ursache des Verendens, soweit bekannt,
die Zahl der getöteten Tiere mit Angabe des jeweiligen Grundes der Tötung und
das Datum der Entfernung von Kaninchen zum Verkauf oder zur Schlachtung und ihre Anzahl sowie gegebenenfalls die Zahl der Kaninchen, die im Kaninchenstall verbleiben.
Diese Aufzeichnungen sind entbehrlich, soweit entsprechende Aufzeichnungen auf Grund anderer Rechtsvorschriften zu führen sind.
(5) Die Aufzeichnungen nach Absatz 4 Satz 1 sind ab dem Zeitpunkt der jeweiligen Aufzeichnung mindestens drei Jahre aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.
(1) Kaninchen darf nach dem 10. Februar 2015 nur halten, wer im Besitz einer gültigen Bescheinigung der zuständigen Behörde über seine Sachkunde (Sachkundebescheinigung) ist.
(2) Die Sachkundebescheinigung wird von der zuständigen Behörde auf Antrag erteilt, wenn die Sachkunde im Rahmen einer erfolgreichen Prüfung nach Maßgabe der Absätze 3 und 4 nachgewiesen worden ist oder wenn die zuständige Behörde von einer Prüfung absieht.
(3) Auf Antrag führt die zuständige Behörde eine Prüfung der Sachkunde durch einen Tierarzt durch. Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Sie wird im theoretischen Teil schriftlich und mündlich abgelegt. Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Prüfungsgebiete:
im Bereich der Kenntnisse:
bedarfsgerechte Versorgung der Kaninchen mit Futter und Wasser,
Grundkenntnisse der Anatomie und Physiologie der Kaninchen,
Grundkenntnisse des Verhaltens von Kaninchen,
tierschutzrechtliche Vorschriften,
Anzeichen von Gesundheitsstörungen, Verhaltensstörungen oder Stress bei Kaninchen und mögliche Gegenmaßnahmen,
Notbehandlung von Kaninchen, Notschlachtung und Tötung,
Maßnahmen, mit denen dem Ausbruch und der Verbreitung von Krankheiten vorgebeugt werden kann;
im Bereich der Fertigkeiten:
sorgsamer Umgang mit Kaninchen,
Einfangen, Verladen und Befördern von Kaninchen,
tierschutzgerechte Tötung.
(4) Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im theoretischen und praktischen Teil mindestens eine ausreichende Leistung erbracht worden ist.
(5) Die zuständige Behörde kann von einer Prüfung absehen, wenn der Antragsteller Kenntnisse und Fertigkeiten bei der tiergerechten Haltung von Kaninchen nachweist durch
eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in den Berufen Tierwirt oder Tierwirtin oder Landwirt oder Landwirtin,
den Nachweis, dass er mindestens drei Jahre eigenverantwortlich und ohne tierschutzrechtliche Beanstandung einen Kaninchenbestand gehalten hat oder
(6) Personen, die einen Nachweis der Sachkunde nach Absatz 2 in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union, der Türkei oder einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworben haben, bedürfen keiner Prüfung, soweit der Nachweis der Sachkunde den Anforderungen nach Absatz 3 entspricht.
(7) Der Halter der Kaninchen hat sicherzustellen, dass die von ihm zur Pflege oder zum Einfangen und Verladen der Kaninchen angestellten oder beschäftigten Personen in tierschutzrelevanten Kenntnissen nach Absatz 3 Satz 4 Nummer 1 und Fertigkeiten nach Absatz 3 Satz 4 Nummer 2 angewiesen und angeleitet werden.
(1) Mastkaninchen dürfen nicht einzeln gehalten werden. Abweichend von Satz 1 ist eine Einzelhaltung zulässig, wenn gesundheitliche oder verhaltensbedingte Gründe bei einem Kaninchen dies erfordern.
(2) Der Halter eines Mastkaninchenbestandes berechnet die tägliche Mortalitätsrate jedes Masttages sowie die kumulative tägliche Mortalitätsrate. Die tägliche Mortalitätsrate ist die Zahl der an einem Tag in einem Mastkaninchenbestand verendeten sowie der an diesem Tag auf Grund von Krankheiten oder aus anderen Gründen getöteten Mastkaninchen, geteilt durch die Zahl der sich an diesem Tag in dem betreffenden Mastkaninchenbestand befindenden Mastkaninchen, multipliziert mit 100. Die zum Zweck der Schlachtung ausgestallten Mastkaninchen werden bei der Berechnung der täglichen Mortalitätsrate nicht berücksichtigt. Die kumulative tägliche Mortalitätsrate ist die Summe der täglichen Mortalitätsraten während eines Mastdurchgangs.
(3) Erreicht die kumulative tägliche Mortalitätsrate eines Mastdurchgangs nach Absatz 2 einen Wert von über 10 Prozent, hat der Tierhalter
unverzüglich die Ursache durch einen Tierarzt feststellen zu lassen,
die Mastkaninchen des Bestandes tierärztlich untersuchen und erforderlichenfalls behandeln zu lassen und
Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Mastkaninchen des Bestandes durchzuführen.
(4) Über die Mortalitätsraten nach Absatz 2 sowie die Ursachen nach Absatz 3 Nummer 1 und die Maßnahmen nach Absatz 3 Nummer 3 führt der Halter für jeden Mastkaninchenbestand Aufzeichnungen. Die Aufzeichnungen nach Satz 1 sind ab dem Zeitpunkt der jeweiligen Aufzeichnung mindestens drei Jahre aufzubewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen.
(1) Die Besamung oder das Decken der Häsin darf frühestens am 11. Tag nach der Geburt der Jungtiere des vorhergegangenen Wurfes erfolgen.
(2) Jungtiere dürfen erst im Alter von über 28 Tagen abgesetzt werden. Abweichend von Satz 1 darf ein Jungtier oder ein Wurf früher abgesetzt werden, wenn dies nach tierärztlichem Urteil zum Schutz des Muttertieres oder des Jungtieres vor Schmerzen, Leiden oder Schäden erforderlich ist.
(3) Der Halter eines Zuchtkaninchenbestandes berechnet die tägliche Mortalitätsrate jedes Tages sowie die kumulative tägliche Mortalitätsrate getrennt für Zuchtkaninchen und Jungtiere. § 36 Absatz 2 Satz 2 und 3 gilt für Zuchtkaninchen und Jungtiere entsprechend. Die kumulative tägliche Mortalitätsrate ist die Summe der täglichen Mortalitätsraten während eines Jahres.
(4) § 36 Absatz 3 und 4 gilt entsprechend mit der Maßgabe, dass die in § 36 Absatz 3 vorgesehenen Pflichten des Tierhalters bei Jungtieren erst ab Erreichen einer Mortalitätsrate mit einem Wert von über 12 Prozent zu erfüllen sind.
(5) Der Halter führt für jeden Zuchtkaninchenbestand zusätzliche Aufzeichnungen über den Zuchtverlauf, insbesondere über
die Zahl der Würfe pro Häsin und die Zahl der Jungtiere pro Wurf sowie das jeweilige Datum des Wurfs,
die Anzahl lebend geborener Jungtiere,
die Anzahl lebend abgesetzter Jungtiere und
die jeweiligen Zeitpunkte des Besamens oder Deckens einer Häsin.
Die Aufzeichnungen nach § 35 Absatz 4 Satz 1 Nummer 1 erfolgen getrennt nach Häsinnen und Rammlern. § 35 Absatz 5 gilt entsprechend."
Die bisherigen Abschnitte 6 und 7 werden die neuen Abschnitte 7 und 8.
Die bisherigen §§ 31 bis 39 werden die neuen §§ 38 bis 46.
In dem neuen § 38 wird die Angabe „§ 2 Nummer 22" durch die Angabe „§ 2 Nummer 28" ersetzt.
Der neue § 44 Absatz 1 wird wie folgt geändert:
In Nummer 2 werden nach der Angabe „§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3" die Wörter „oder § 35 Absatz 2 Satz 2 oder Satz 3" eingefügt.
Nach Nummer 36 werden folgende Nummern 37 bis 46 eingefügt:
entgegen § 37 Absatz 1 eine Häsin besamt oder deckt,
entgegen § 37 Absatz 2 Satz 1 ein Jungtier absetzt,".
Die bisherigen Nummern 37 bis 44 werden die neuen Nummern 47 bis 54 und wie folgt geändert:
In der neuen Nummer 47 wird die Angabe „§ 33 Absatz 1" durch die Angabe „§ 40 Absatz 1" ersetzt.
In der neuen Nummer 48 wird die Angabe „§ 34 Absatz 1 Nummer 1" durch die Angabe „§ 41 Absatz 1 Nummer 1" ersetzt.
In der neuen Nummer 49 wird die Angabe „§ 34 Absatz 1 Nummer 3" durch die Angabe „§ 41 Absatz 1 Nummer 3" ersetzt.
In der neuen Nummer 50 wird die Angabe „§ 34 Absatz 1 Nummer 5" durch die Angabe „§ 41 Absatz 1 Nummer 5" ersetzt.
In der neuen Nummer 51 wird die Angabe „§ 34 Absatz 1 Nummer 6" durch die Angabe „§ 41 Absatz 1 Nummer 6" ersetzt.
In der neuen Nummer 52 wird die Angabe „§ 34 Absatz 1 Nummer 7" durch die Angabe „§ 41 Absatz 1 Nummer 7" ersetzt.
In der neuen Nummer 53 wird die Angabe „§ 35 Satz 1" durch die Angabe „§ 42 Satz 1" ersetzt.
In der neuen Nummer 54 wird die Angabe „§ 36" durch die Angabe „§ 43" ersetzt.
Der neue § 45 wird wie folgt geändert:
Nach Absatz 16 werden folgende Absätze 17 bis 29 eingefügt:
„(17) Abweichend von § 32 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 3 Nummer 2 dürfen Kaninchen in Haltungseinrichtungen, die vor dem 11. August 2014 bereits genehmigt oder in Benutzung genommen worden sind,
(29) Abweichend von § 36 Absatz 1 Satz 1 dürfen Mastkaninchen in Haltungseinrichtungen, die vor dem 11. August 2014 bereits genehmigt oder in Benutzung genommen worden sind, noch bis zum Ablauf des 10. Februar 2019 gehalten werden."
Die bisherigen Absätze 17 bis 19 werden die neuen Absätze 30 bis 32.
Zitierungen von Artikel 1 Fünfte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung
Sie sehen die Vorschriften, die auf Artikel 1 5. TierSchNutztVÄndV verweisen. Die Liste ist unterteilt nach Zitaten in 5. TierSchNutztVÄndV selbst, Ermächtigungsgrundlagen, anderen geltenden Titeln, Änderungsvorschriften und in aufgehobenen Titeln.
... in der Fassung der Bekanntmachung vom 22. August 2006 (BGBl. I S. 2043), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 5. Februar 2014 (BGBl. I S. 94) geändert worden ist, wird wie folgt ...
Link zu dieser Seite: https://www.buzer.de/gesetz/11084/a186894.htm

References: § 2
 § 3
 § 4
 § 31
 § 32
 § 33
 § 34
 § 35
 § 35
 § 36
 § 37
 § 31
 § 32
 § 33
 § 34
 § 35
 § 36
 § 37
 § 38
 § 39

§ 32

§ 33

§ 34

§ 35

§ 35

§ 36

§ 37

§ 38

§ 40

§ 41

§ 42

§ 43

§ 46
 § 3
 § 4
 § 30
 § 33
 § 34
 § 36
 § 32
 § 36
 § 36
 § 36
 § 35
 § 35
 § 38
 § 44
 § 35
 § 37
 § 37
 § 45
 § 32
 § 36