Source: http://doczz.com.br/doc/1002969/umweltbericht---stadt-wetter
Timestamp: 2017-11-20 22:53:12+00:00

Document:
Umweltbericht - Stadt Wetter
Bebauungsplan "Auf dem Elberg" in Wetter-Wengern
Begründung (Teil B)
Steppan / Quante PartGmbB
0231 / 52 90 21
Bearbeitung: Dipl.-Ing. Ellen Steppan
B-Plan "Auf dem Elberg" in Wetter-Wengern - Umweltbericht
Planungsanlass und Aufgabenstellung
Kurzcharakteristik des Geltungsbereiches
Lage und Abgrenzung des Untersuchungsraumes
Umweltrelevante Fragestellungen im Zuge des Bebauungsplanverfahrens
RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN UND METHODISCHE
Städtebauliche Varianten am ausgewählten Standort
ZIELE UND INHALTE DES BEBAUUNGSPLANS
Beschreibung des zu erwartenden Bedarfes an Grund und Boden sowie Art
und Menge der zu erwartenden Emissionen
Flächenbilanz des Bebauungsplanes
PLANERISCHE VORGABEN UND VORHABEN FÜR DEN
ERMITTLUNG UND BEWERTUNG DER
Bestandsaufnahme und Bewertung der Auswirkungen auf die Schutzgüter
Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit
Vergleich der voraussichtlichen Entwicklungen des Umweltzustands bei
Durchführung und Unterbleiben der Planung
MASSNAHMEN ZUR VERMEIDUNG UND ZUR VERMINDERUNG
VON UMWELTAUSWIRKUNGEN UND ZUR KOMPENSATION VON
Maßnahmen des landschaftspflegerischen Ausgleichskonzeptes
grünplan – büro für landschaftsplanung
Ergebnis der Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung
GEPLANTE MASSNAHMEN ZUR ÜBERWACHUNG DER
ERHEBLICHEN AUSWIRKUNGEN AUF DIE UMWELT BEI DER
DURCHFÜHRUNG DES BEBAUUNGSPLANES
ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG DER
ERGEBNISSE MIT HINWEISEN AUF SCHWIERIGKEITEN BEI DER
Abb. 1: Lage im Raum
Abb. 2: Abgrenzung des Untersuchungsraumes
Abb. 3: Landschaftsplan
Abb. 4: Flächennutzungsplan
Abb. 5: Weide mit Eichenwäldchen
Abb. 6: Blick vom Wäldchen auf das Plangebiet
Tab. 1: Flächenbilanz des Bebauungsplanes
Tab. 2: Nachgewiesene Vogelarten
Tab. 3: Planungsrelevante Arten für die Messtischblätter 4509 (Q4) und 4510 (Q3)
Tab. 4: Eingriffs-Ausgleichs-Bilanz für den Bebauungsplan
Lageplan Bestand Biotoptypen
1.1 Planungsanlass und Aufgabenstellung
Der gültige Flächennutzungsplan weist am nördlichen Ortsrand des Ortsteiles Wengern
im Bereich Elberg eine Wohnbaufläche aus. Diese derzeit als Grünland genutzte Fläche gehört zu den Potentialflächen für die Entwicklung kleinteiliger Wohnbebauung
innerhalb des Stadtgebietes von Wetter (Ruhr). Auf der Prioritätenliste für die Entwicklung von zukünftigen Wohn- und Gewerbeflächen, die vom Stadtentwicklungs- und
Bauausschuss im Februar 2012 beschlossen wurde, steht die Entwicklung der Wohnbaufläche "Auf dem Elberg" an erster Stelle. Mit der Aufstellung dieses Bebauungsplanes für den Bereich zwischen der Höltkenstraße und dem Deipenbecker Weg soll die
im Flächennutzungsplan dargestellte Wohnbaufläche planungsrechtlich für eine Bebauung vorbereitet und konkretisiert werden.
1.2 Kurzcharakteristik des Geltungsbereiches
Das ca. 2,97 ha große Plangebiet (= Geltungsbereich des Bebauungsplanes) liegt im
Nordwesten des Stadtgebietes von Wetter im Stadtteil Wengern ca. 4 km von der Innenstadt von Alt-Wetter entfernt. Im Norden grenzt das Gebiet der Stadt Witten mit
dem Ortsteil Bommern an. Östlich des Plangebietes liegt das Ruhrtal (Entfernung zum
Plangebiet ca. 420 m); die Ruhr selbst befindet sich ca. 560 m entfernt. (siehe Abb. 1)
Das Bebauungsplangebiet wird wie folgt begrenzt:
- im Norden durch landwirtschaftliche Nutzflächen bzw. eine Waldfläche,
- im Osten durch den Deipenbecker Weg,
- im Süden durch die bestehende Wohnbebauung an der Höltkenstraße / Deipenbecker Weg,
- im Westen durch die Höltkenstraße.
Das Plangebiet ist aktuell durch landwirtschaftliche Nutzung (derzeit Grünland) geprägt. Das Gelände fällt von Norden nach Süden hin ab und weist Höhen zwischen ca.
152,5 m ü. NN im nördlichen Randbereich und ca. 138 m ü. NN im südöstlichen Bereich auf. Die durchschnittliche Geländeneigung beträgt im Westen durchschnittlich
rund 11 % und im Osten rund 6 %. Nordwestlich des Plangebietes ca. 300 m entfernt
befindet sich die 159,4 m hohe Elberg-Kuppe.
1.3 Lage und Abgrenzung des Untersuchungsraumes
Der im Umweltbericht zugrundegelegte Untersuchungsraum orientiert sich an den zu
erwartenden Auswirkungen des Vorhabens. Insofern wird im Rahmen des Umweltberichtes ein Untersuchungsraum festgelegt, der über die Abgrenzung des Geltungsbereiches hinausgeht und sich entsprechend der vermuteten Auswirkungsbereiche der
mit dem Vorhaben verbundenen Belastungswirkungen sowie den möglichen Wechselwirkungen zwischen dem Standort und dem Umland orientiert.
Im Einzelnen wird folgende Abgrenzung vorgenommen (siehe Abb. 1 auf der folgenden
Im Norden werden das angrenzende Wäldchen und landwirtschaftliche Flächen in einer Tiefe von ca. 138 m in den Untersuchungsraum einbezogen. Im Westen verläuft
die Grenze ca. 60 bis 70 m parallel der Höltkenstraße und beinhaltet die vorhandene
Wohnbebauung sowie kleinere Freiflächen. Im Süden bildet die Höltkenstraße die
Grenze, so dass das Wohngebiet mit Gärten im Untersuchungsraum liegt. Im Osten
verläuft die Grenze ca. 60 bis 70 m parallel des Deipenbecker Weges.
1.4 Umweltrelevante Fragestellungen im Zuge des Bebauungsplanverfahrens
Bei der Aufstellung von Bauleitplänen sind gemäß BauGB § 1 Abs. 6 Nr. 7 insbesondere die folgenden Belange des Umweltschutzes, einschließlich des Naturschutzes und
der Landschaftspflege zu berücksichtigen und damit auch potenzielle Inhalte des Umweltberichtes:
c) umweltbezogene Auswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit sowie
die Bevölkerung insgesamt,
e) die Vermeidung von Emissionen sowie der sachgerechte Umgang mit Abfällen und
die Nutzung erneuerbarer Energien sowie die sparsame und effiziente Nutzung von
g) die Darstellungen von Landschaftsplänen sowie von sonstigen Plänen, insbesondere des Wasser-, Abfall- und Immissionsschutzrechtes,
h) die Erhaltung der bestmöglichen Luftqualität in Gebieten, in denen die durch
Rechtsverordnung zur Erfüllung von bindenden Beschlüssen der Europäischen
Gemeinschaften festgelegten Immissionsgrenzwerte nicht überschritten werden,
die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Belangen des Umweltschutzes
nach den Buchstaben a, c, und d.
Das BauGB eröffnet in § 2 Abs. 4 Nr. 4 der Gemeinde die Möglichkeit, für jeden Bauleitplan festzulegen, in welchem Umfang und Detaillierungsgrad die Ermittlung der Belange für die Abwägung erforderlich ist.
Nach § 2 Abs. 4 BauGB besteht die Pflicht, bei der Aufstellung von Bebauungsplänen
eine Umweltprüfung durchzuführen, in der die Belange des Umweltschutzes ermittelt
und in einem als Umweltbericht bezeichneten gesonderten Teil der Begründung beschrieben und bewertet werden. Hierzu werden zum einen die voraussichtlichen erheblichen Auswirkungen der Planung auf die Schutzgüter Menschen, Tiere und Pflanzen,
Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, Kulturgüter und sonstige Sachgüter beschrieben. Zum anderen wird im Umweltbericht dokumentiert wie die Belange des
Umweltschutzes, des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch Maßnahmen zur
Vermeidung und Minderung von Umweltauswirkungen im Rahmen des Aufstellungsverfahrens des Bebauungsplans berücksichtigt und welche Maßnahmen zur Kompensation der (verbleibenden) Eingriffe vorgenommen wurden.
Zu den Inhalten der Umweltprüfung und des Umweltberichtes ist in der Anlage zu § 2
Abs. 4 und § 2a folgendes ausgeführt:
(1) Die Ermittlung und Bewertung der voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen der Planungen besteht aus
einer Bestandsaufnahme der einschlägigen Aspekte des derzeitigen Umweltzustands,
einer Prognose über die Entwicklung des Umweltzustands bei Durchführung der
Planung und bei Nichtdurchführung der Planung,
einer Prüfung der Maßnahmen zur Vermeidung, Verringerung und zum Ausgleich
der nachteiligen Auswirkungen und
einer Prüfung anderweitiger Planungsmöglichkeiten, wobei die Ziele und der räumliche Geltungsbereich des Bauleitplans zu berücksichtigen sind.
(2) Der Umweltprüfung sind weiter zugrunde zu legen:
eine Kurzdarstellung des Inhalts und der wichtigsten Ziele des Bauleitplans einschließlich der Beschreibung der Festsetzungen des Plans mit Angaben über
Standorte, Art und Umfang sowie Bedarf an Grund und Boden der geplanten Vorhaben,
die in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten Ziele des Umweltschutzes, die für den Bauleitplan von Bedeutung sind, und die Art, wie diese Ziele
bei der Aufstellung berücksichtigt wurden,
eine Beschreibung, wie die Umweltprüfung vorgenommen wurde (Methodik), etwa
im Hinblick auf die wichtigsten Merkmale der verwendeten technischen Verfahren,
einschließlich etwaiger Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der erforderlichen Informationen,
die geplanten Maßnahmen zur Überwachung der erheblichen Auswirkungen der
Durchführung des Bauleitplans auf die Umwelt und
eine allgemein verständliche Zusammenfassung der erforderlichen Angaben nach
Der Umweltbericht dokumentiert verfahrensbegleitend die Berücksichtigung der Belange des Umweltschutzes einschließlich des Naturschutzes und der Landschaftspflege
(vgl. hierzu BauGB § 1 Abs. 6 Nr. 7) im Rahmen des Aufstellungsverfahrens des Bebauungsplans bis zum Satzungsbeschluss durch den Rat der Stadt Wetter. Die prozessbezogene bzw. -begleitende Umweltprüfung soll eine ausreichende Berücksichtigung der umweltschützenden Belange in der Abwägung sicherstellen.
Die methodische Vorgehensweise der Erarbeitung des Umweltberichts orientiert sich
an den durch das BauGB in der Anlage zu § 2 Abs. 4 und § 2a gesetzlich definierten
Vorgaben zu den Inhalten und Arbeitsschritten wie sie in dem vorangegangenen Kap.
2.1 dargestellt sind.
Im Umweltbericht werden die Ergebnisse der folgenden Arbeitsschritte dokumentiert
(aus Gründen der Übersichtlichkeit sind an dieser Stelle nur die wichtigsten genannt):
1. Darstellung der Ziele und Inhalte des Bebauungsplans
2. Analyse der planerischen Vorgaben und Vorhaben
3. Ermittlung und Bewertung der räumlichen Ausgangssituation
4. Ermittlung und Bewertung der zu erwartenden Auswirkungen auf die Schutzgüter
5. Darstellung der Maßnahmen zur Vermeidung und zur Minderung von Umweltauswirkungen und zur Kompensation von Eingriffen
6. Empfehlungen zur Umweltvorsorge im Geltungsbereich des Bebauungsplans
7. Empfehlungen zum Monitoring.
In die Umweltprüfung integriert ist, dafür Rechnung zu tragen, dass die "Ergänzenden
Vorschriften zum Umweltschutz", gem. BauGB § 1a Anwendung finden. Dazu gehören
die Bodenschutzklausel, wonach "mit Grund und Boden sparsam und schonend
umgegangen werden soll" und
die Dokumentation der Maßnahmen zur Vermeidung voraussichtlich erheblicher
Beeinträchtigungen sowie die Abarbeitung der Eingriffsregelung und die damit verbundene Festlegung erforderlich werdender Ausgleichsmaßnahmen.
2.3 Städtebauliche Varianten am ausgewählten Standort
Gemäß der Anlage zu § 2 Abs. 4 und § 2a BauGB besteht die Pflicht, im Rahmen des
Umweltberichtes unter Berücksichtigung der Ziele und des räumlichen Geltungsbereiches des Bauleitplans in Betracht kommende anderweitige Planungsmöglichkeiten
Für die Entwicklung eines Einfamilienhausgebietes wurden im Rahmen dieses Bauleitplanverfahrens fünf alternative städtebauliche Konzeptansätze entwickelt und auf ihre
Realisierungsfähigkeit hin untersucht.
Dabei hat sich herausgestellt, dass es aufgrund der markanten Südwesthanglage des
Gebietes sinnvoll ist, die Erschließungsstraßen an den Höhenlinien zu orientieren und
die Einfamilienhäuser mit gleichmäßigen Abständen hieran anzuordnen. Durch den
gewählten Straßenverlauf können das Längsgefälle innerhalb der Erschließungsstraßen und die Höhenunterschiede aneinander grenzender Grundstücke vergleichsweise
gering gehalten werden. Verschattungen der Gebäude untereinander können durch
gleichmäßige Südabstände der einzelnen Gebäudereihen minimiert werden.
Darüber hinaus ist es zur Entflechtung der Verkehre sinnvoll, Anbindungen sowohl von
der Höltkenstraße im Westen wie auch vom Deipenbecker Weg im Osten zu ermöglichen. Auf Grundlage dieser Überlegungen wurden im Zuge der Entwurfsbearbeitung
und unter Einbeziehung fachlicher Untersuchungsergebnisse stufenweise vier Konzeptansätze entwickelt.
Konzeptalternative 1
Der erste Konzeptansatz vom September 2012 sieht ein Wohngebiet für rund 54 Einfamilienhäuser vor. Die Grundstücke sind beidseitig entlang der inneren Erschließungsstraßen im regelmäßigen Abstand angeordnet. Die innere Gebietserschließung
erfolgt über drei durchgängige, voneinander unabhängige Erschließungsspangen zwischen der Höltkenstraße und dem Deipenbecker Weg, die untereinander lediglich mit
Fußwegen verbunden sind. Die Einfamilienhäuser sind in fünf mit regelmäßigen Abständen versehenen Gebäudereihen parallel zu den inneren Erschließungsspangen
Konzeptalternative 2
Die zweite Konzeptalternative vom Februar 2014 basiert auf der Alternative 1; die drei
Verbindungsstraßen zwischen der Höltkenstraße und dem Deipenbecker Weg werden
in dieser Alternative jeweils in der Mitte durch eine Platzfläche unterbrochen und gegliedert. Die Platzflächen wiederum sind mit einem befahrbaren in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Wohnweg verbunden, so dass der zweite Konzeptansatz nicht nur
eine hohe Kfz-Durchlässigkeit in Ost-West sondern auch in der Nord-Süd-Richtung
aufweist. Um die Anordnung der Gebäude innerhalb des neuen Wohngebietes städtebaulich-räumlich stärker zu gliedern und auszudifferenzieren, folgen entlang der NordSüd-Straßen abweichend die Gebäude deren Straßenverlauf senkrecht zu den Höhenlinien.
Konzeptalternative 3
Die dritte Konzeptalternative vom Juli 2014 unterscheidet sich von den Vorgängerkonzepten vor allem durch die Gliederung des insgesamt rund 45 Einfamilienhausgrundstücke umfassenden Wohngebietes in zwei Quartiere. Dabei wird das westliche Quartier von der Höltkenstraße und das östliche Quartier über den Deipenbecker Weg erschlossen. Im zentralen Bereich zwischen den beiden Quartieren wird in nordsüdlicher
Richtung ein Grünzug angeordnet, der die beiden Quartiere freiräumlich und verkehrlich trennt. Somit wird in dieser Konzeptalternative auf eine Durchlässigkeit für KfzVerkehre zwischen der Höltkenstraße und dem Deipenbecker Weg verzichtet.
Neben dem zentral angeordneten Nord-Süd-Grünzug weist die Konzeptalternative 3
zur nördlich gelegenen Gehölzfläche sowie zu den südlich angrenzenden Bestandsgrundstücken Grünflächen als Puffer- und Übergangszone auf.
Konzeptalternative 4
Bei der vierten Konzeptalternative vom Oktober 2014 handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Alternative 3. Hierbei wurden insbesondere die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens berücksichtigt und ein Verbindungsweg zwischen den beiden südlichen Wohnhöfen angeordnet, so dass hier im Bedarfsfalle eine verkehrliche Durchlässigkeit zwischen Höltkenstraße und Deipenbecker Weg möglich ist. Darüber hinaus
werden entlang der Bestandsstraßen baugebietsseitig zusätzlich insgesamt 24 öffentliche Stellplätze angeboten, die u.a. auch den heute bestehenden Parkdruck mindern
sollen. Hierdurch verringert sich die Zahl der Einfamilienhausgrundstücke auf insgesamt 43.
Konzeptalternative 5
Im Zuge der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung gab es mehrere
Stellungnahmen, die auf die Vorteile einer Ortsrandeingrünung für Ökologie und Landschaftsbild hinwiesen. Die fünfte Konzeptalternative vom April 2015 sieht daher zur
nördlich verbleibenden landwirtschaftlichen Fläche einen Gehölzstreifen als Ortsrandeingrünung vor. Hierfür entfällt der bisher entlang der südlichen Plangebietsgrenze
angeordnete Grünstreifen. Desweiteren reagiert die fünfte Konzeptalternative auf Anregungen aus der Bürgerschaft, entlang der Höltkenstraße sowie des Deipenbecker
Weges großzügigere Verkehrsräume und eine verbesserte Parkplatzsituation zu schaffen. Vor diesem Hintergrund wurden die Straßenräume der Höltkenstraße und des
Deipenbecker Weges entsprechend aufgeweitet und die beiden Teilgebiete zur Mitte
gerückt. Im Gegenzug hierzu entfällt die Grünfläche zwischen den beiden Teilgebieten.
Die fünfte Konzeptalternative stellt somit das in Zusammenarbeit mit den fachlich beteiligten Planern und Behörden sowie unter Berücksichtigung von Anregungen aus der
Bürgerschaft optimierte Konzept dar und bildet die Grundlage für den diesem Bebauungsplan zugrunde liegenden städtebaulichen Entwurf.
3.1 Beschreibung des Vorhabens
Das städtebauliche Konzept sieht ein Wohnquartier in 2 Teilbereichen mit insgesamt
ca. 43 Einfamilienhäusern vor. Zu den städtebaulichen Zielen dieser Planung gehört
die behutsame Integration des neuen Wohngebietes in das Orts- und Landschaftsbild.
Hierzu dient insbesondere die Anordnung einer umfangreichen Ortsrandeingrünung im
Nordwesten. Zu den wichtigen Gestaltungselementen des Grün- und Freiraumkonzeptes gehören:
die Anordnung eines durchgehenden 5-m-Gehölzstreifens am nordwestlichen Gebietsrand als Ortrandeingrünung zum Landschaftsraum,
die Anordnung einer rund 25 m tiefen Grünfläche als Abstands- und Übergangsbereich zwischen den Baugrundstücken und dem nördlich angrenzenden Wäldchen,
die Ausbildung der Wohnhöfe als kleine Nachbarschaftsplätze,
die Anordnung von Straßenbäumen im Bereich der öffentlichen Verkehrsflächen,
die Anordnung von wohnungsnahen Spielbereichen innerhalb der öffentlichen
Das zentrale Grün- und Freiraumelement bildet die entlang der nördlichen Gebietsgrenze angeordnete Ortsrandeingrünung, die den freiräumlichen Übergang zwischen
den Baugrundstücken und dem angrenzenden Landschaftsraum bildet. Im Nordwesten, wo das verbleibende Grünland an das Plangebiet angrenzt, wird der Übergang in
Form eines durchgehenden 5 m breiten Gehölzstreifens gebildet. Der Gehölzstreifen
dient einerseits einer ökologisch wirksamen Vernetzung und damit dem Anreicherungsziel des Landschaftsplanes. Andererseits wird durch die Ortsrandeingrünung der
planungsbedingte Eingriff in das Landschaftsbild gemildert. Desweiteren dient der Gehölzstreifen als "Pufferzone" zwischen der Wohnnutzung (Hausgärten) und der weiterhin landwirtschaftlich genutzten Fläche nördlich angrenzend, so dass hierdurch potenzielle immissionsbedingte Konflikte (Geruchs-/ Staubbelastung etc.) abgemildert werden.
Im Nordosten wird der Übergang zur nördlich an das Plangebiet angrenzenden Waldfläche durch eine rund 25 m tiefe öffentliche Grünfläche gebildet. Die Grünfläche ist
somit Teil der nördlichen Ortsrandeingrünung und gewährleistet den gebotenen
Schutzabstand zwischen Neubebauung und Waldrand. Vor dem Hintergrund eines
möglichen Windbruches, sind die Gebäude hier so angeordnet, dass sie einen Abstand
zu den nächstgelegenen Baumkronen des Wäldchens von ca. 25 m einhalten Darüber
hinaus dient die Grünfläche der wohnungsnahen Erholung sowie als Spielbereich für
Jedes der beiden Quartiere verfügt über zwei Wohnhöfe, die die Endpunkte der Wohnstichwege bilden. Neben ihrer verkehrlichen Funktion bilden die Wohnhöfe im Sinne
von Nachbarschaftsplätzen einen kleinen öffentlichen Freibereich, der als Zentrum
einer Nachbarschaft dienen und zum Aufenthalt genutzt werden kann. Die geplante
Freiraumgestaltung der Wohnhöfe, die u.a. Baumpflanzungen vorsieht, soll entsprechend hierauf reagieren.
3.2 Beschreibung des zu erwartenden Bedarfes an Grund und Boden
sowie Art und Menge der zu erwartenden Emissionen
3.2.1 Flächenbilanz des Bebauungsplanes
Die flächenmäßigen Ausmaße der im Bebauungsplan dargestellten baulichen und verkehrlichen Nutzungen sowie Grünflächen stellen sich zum derzeitigen Bearbeitungsstand wie folgt dar:
WA-Flächen
Fläche des Geltungsbereiches
4.1 Regionalplanung
Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes sowie die südwestlich und östlich angrenzenden Flächen sind im Regionalplan für den Regierungsbezirk Arnsberg - Teilabschnitt Oberbereiche Bochum und Hagen (Zeichnerische Festlegung, Stand: Sept.
2011) als "Allgemeiner Siedlungsbereich" (ASB) dargestellt. Die nördlich angrenzenden Landwirtschaftsflächen sind als "allgemeine Freiraum- und Agrarbereiche" erfasst;
überlagernd sind diese Flächen als "Bereiche für den Schutz der Landschaft und die
landschaftsorientierte Erholung" ausgewiesen. Darüber hinaus sind der Geltungsbereich des Bebauungsplanes und generell die Flächen östlich der Höltkenstraße als
Flächen für den Grundwasser- und Gewässerschutz dargestellt.
4.2 Landschaftsplanung
Das Gebiet des Bebauungsplans liegt im Geltungsbereich des Landschaftsplans Nr. 1
"Witten, Wetter, Herdecke" des Ennepe-Ruhr-Kreises (Geoportal Ennepe-Ruhr-Kreis,
Abfrage am 12.08.2014). Das Plangebiet sowie die nördlich angrenzenden Freiflächen
sind als Landschaftsschutzgebiet (LSG Nr. 19 "Elberg in Wetter-Trienendorf") festgesetzt. Die Festsetzung erfolgt gemäß § 21 a, b, und c LG NW insbesondere
zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und der Nutzungsfähigkeit
der Naturgüter insbesondere wegen der Waldfunktionen und der Bedeutung des
Gebietes als Refugialraum für Pflanzen und Tiere und
zur Erhaltung der Landschaftsstruktur und Schönheit des Landschaftsbildes und
wegen der besonderen Bedeutung des Raumes für die Naherholung.
"Bei dem ca. 38,3 ha großen Landschaftsschutzgebiet handelt es sich um einen von
Wohnsiedlungen umgebenen Landschaftsraum mit Wald-, Grünland- und wenigen
Ackerflächen, gliedernden und belebenden Gehölzstreifen und -gruppen, Kotten mit
altem Baumbestand, wasserführenden Siepen mit Feuchtwiesen, Fischteichen und
einem ökologisch wertvollen Kleingewässer." (Textliche Darstellungen, Geoportal Ennepe-Ruhr-Kreis, Abfrage am 12.08.2014)
In der Entwicklungskarte des Landschaftsplanes ist für das Plangebiet die "Anreicherung einer im ganzen erhaltungswürdigen Landschaft mit gliedernden und belebenden
Elementen" dargestellt. Das Plangebiet liegt am südlichen Rand des Entwicklungsraumes 2.8 "Elberg in Wetter-Trienendorf" (siehe Abb. 3). "Bei dem ca. 22 ha großen Entwicklungsraum handelt es sich um Acker- und Grünlandflächen ohne gliedernde und
belebende Gehölzbestände im Nahbereich ausgedehnter Siedlungsflächen." Der
Waldbestand und die östlich daran angrenzenden Freiflächen sind mit dem Entwicklungsziel "Erhaltung einer mit natürlichen Landschaftselementen reich oder vielfältig
ausgestatteten Landschaft" belegt.
(Geoportal Ennepe-Ruhr-Kreis, Abfrage am 12.08.2014)
Der rechtswirksame Flächennutzungsplan (FNP) stellt den gesamten Geltungsbereich
des Bebauungsplanes als Wohnbaufläche dar (Auszug Flächennutzungsplan der Stadt
Wetter). Die westlich, östlich und südlich angrenzenden Flächen werden in den Grenzen ihrer bestehenden Nutzung ebenfalls als Wohnbauflächen dargestellt
Die Landwirtschaftsflächen nördlich des Plangebietes sind als Fläche für die Landwirtschaft; die nördlich angrenzende Waldfläche als Fläche für die Forstwirtschaft erfasst.
Die Waldfläche sowie die Flächen östlich des Deipenbecker Weges sind als Wasserschutzgebiet der Zone 3 ausgewiesen.
Für den Planbereich existiert kein rechtsverbindlicher Bebauungsplan.
4.4 Zusammenfassende Wertung
Die Analyse der planerischen Vorgaben und Vorhaben hat ergeben, dass seitens der
verbindlichen Planungsinstrumente weder die Zielvorgaben der Regionalplanung noch
der Bauleitplanung der Umsetzung des Vorhabens entgegenstehen. Die vorliegende
Planung liegt innerhalb eines Allgemeinen Siedlungsbereiches und entspricht somit
den Zielen der Raumordnung und Landesplanung. Der gültige Flächennutzungsplan
mit der Darstellung Wohnbaufläche entspricht ebenfalls der beabsichtigten Nutzung.
Das im Landschaftsplan Nr. 1 "Witten, Wetter, Herdecke" des Ennepe-Ruhr-Kreises
dargestellte Landschaftsschutzgebiet wird für den Bereich des Plangebietes zurückgenommen. Der geplante Gehölzstreifen am nordwestlichen Rand des Baugebietes entspricht dem Anreicherungsziel in der Entwicklungskarte des Landschaftsplanes.
5.1 Bestandsaufnahme und Bewertung der Auswirkungen auf die
5.1.1 Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit
Unter dem Schutzgut Mensch sind die Bevölkerung im Allgemeinen und ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verstehen. Neben der Sicherung einer menschenwürdigen Umwelt und dem Schutz und der Entwicklung der natürlichen Lebensgrundlagen
sind als Schutzziele das gesunde Wohnen und die Regenerationsmöglichkeiten zu
betrachten. Daraus abgeleitet sind zu berücksichtigen:
• die Wohn- und Wohnumfeldfunktion und
• die Freizeit- und Erholungsfunktion.
Wohn- und Wohnumfeldfunktion
Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes befindet sich zurzeit keine wohnbauliche
Im Süden grenzt ein Wohngebiet aus freistehenden Einfamilien- und Doppelhäusern
mit Gärten unmittelbar an das Plangebiet. Im Westen und Osten wird das Plangebiet
von der Höltkenstraße und dem Deipenbecker Weg begrenzt. Die Höltkenstraße wie
auch der Deipenbecker Weg werden in Höhe des Plangebietes einseitig von einer
Straßenrandbebauung mit Wohngebäuden gesäumt. Hierbei reicht die bestehende
Wohnbebauung geringfügig über die nördliche Grenze des Plangebietes hinaus.
Bei der im angrenzenden Umfeld vorhandenen Bestandsbebauung handelt es sich
schwerpunktmäßig um eine ortsrandtypische aufgelockerte Bebauungsstruktur in Form
von Ein- und Zweifamilienhäusern mit großen, tiefen Grundstücken. Dies trifft insbesondere auf die Bebauungsstruktur entlang des Deipenbecker Weges zu. Südlich entlang der Höltkenstraße ist demgegenüber auch eine etwas dichtere Bebauung mit
zwei- bis dreigeschossige Doppel- und Mehrfamilienhäusern zu finden. Südwestlich
hiervon, im tiefer gelegenen Bereich des Elbergweges, bestehen darüber hinaus entlang einer Hangkante drei Wohnhochhäuser.
Südöstlich des Plangebietes verläuft in rund 120 m Entfernung die Trasse der ehemaligen Elbschetalbahn in einem tiefen Geländeeinschnitt, die eine räumliche Zäsur zum
Ortszentrum darstellt und vom Plangebiet aus lediglich über die Höltkenstraße mittels
einer Brücke überquert werden kann. Ca. 450 m südöstlich befindet sich das rund 50 m
tiefer gelegene Ortszentrum von Wengern.
Das Plangebiet ist über die Gemeindestraßen Deipenbecker Weg und Höltkenstraße
an das örtliche Straßennetz angebunden. Die Höltkenstraße ermöglicht eine Verbindung sowohl in Richtung Wengern als auch in Richtung Witten-Bommern. In Richtung
Ortszentrum Wengern führt die Höltkenstraße über eine einspurig befahrbare Brücke
einer stillgelegten Bahntrasse.
Von Wengern aus sind die im Norden gelegenen Zentren Witten und Bochum über die
L 675/525 bzw. B 226/A 43 erreichbar. Das südlich gelegene Gevelsberg sowie die
gleichnamige Anschlussstelle der A1 sind über die L 527 in weniger als 15 Fahrminuten erreichbar. Das ca. 4 km entfernte, südöstlich gelegene Zentrum von Wetter (Ruhr)
ist über die L 675 zu erreichen.
Das Autobahnnetz ist im Nordwesten über die Anschlussstellen Witten-Heven bzw.
Witten-Herbede der A 43 (Bochum-Wuppertal) und im Süden über die Anschlussstelle
Gevelsberg der A 1 (Hagen-Wuppertal) jeweils innerhalb von 15 Fahrminuten erreichbar.
Im direkten Umfeld des Plangebietes verkehren keine Buslinien. Die nächstgelegenen
Haltestellen befinden sich jeweils rund 600 m Fußweg entfernt an der Wittener Straße,
Einmündung Höltkenstraße (Haltestelle Höltkenstraße, Buslinie 592) und an der
Schmiedestraße (Haltestelle Wengern Denkmal, Buslinien 584 und 593). Etwas weiter
rund 700 m entfernt liegt die Haltestelle Elbscheweg an der Einmündung des Elbscheweges in die Wittener Straße; hier verkehren drei Buslinien (592, 599 und SB 38). Die
Busse stellen u. a. die Verbindung zum Bahnhof Wetter und Bahnhof Witten her. (Linienplan Ennepe-Ruhr-Kreis, www.vrr.de)
Der Anschluss an den überörtlichen und regionalen Bahnverkehr erfolgt über die
Hauptbahnhöfe Witten und Wetter (Ruhr). Die Bahnhöfe sind sowohl mit dem Kfz wie
auch mit dem ÖPNV in weniger als 10 Minuten zu erreichen.
Die Umwandlung der ehemaligen Bahntrasse der Elbschetalbahn in eine überörtliche
Radwegetrasse (Alleenradweg Wetter-Gevelsberg) ist derzeit in Planung.
Das Landesumweltamt NRW stellt in Karten das Screening der Geräuschbelastung in
NRW (Abfrage am 15.08.2014) dar; dabei werden verschiedene Lärmquellen wie Straßenverkehr, Schienenverkehr, Flugverkehr, Industrie und Gewerbe berücksichtigt. Relevante Lärmquellen in der Umgebung des Plangebietes sind als Straßen die L 675
(Wittener Straße; Entfernung ca. 370 m) und die L 527 (Schmiedestraße; Entfernung
ca. 430 m) sowie die Bahnstrecke am westlichen Rand der Ruhraue (Güterverkehrsstrecke Witten - Wengern-Ost; Entfernung ca. 420 m). In den Lärmkarten sind für das
Plangebiet folgende Belastungen dargestellt:
sehr geringe tägliche Straßenlärmbelastung > 40 dB,
sehr geringe nächtliche Straßenlärmbelastung > 35 dB,
sehr geringe tägliche Schienenverkehrsbelastung > 40 dB,
geringe nächtliche Schienenverkehrsbelastung > 40 – 45 dB.
Insgesamt ist die Geräuschbelastung des Plangebietes durch bestehenden Straßenund Schienenverkehr gering bis sehr gering.
Erholungs- und Freizeitfunktion
Das Plangebiet besitzt keine Erholungs- und Freizeiteinrichtungen. Auf dem Deipenbecker Weg verläuft ein ausgewiesener örtlicher Wanderweg, so dass dem Plangebiet als
derzeitige Frei-(Grünland-)fläche eine Bedeutung für die landschaftsgebundene Erholung zukommt. Der mit einem Dreieck gekennzeichnete, ca. 18 km lange Weg (sog.
Martha-Becker-Weg) führt von Grundschöttel über Albringhausen, dem Elbschetal und
Wengern zum Wittener Hauptbahnhof. (Freizeitinformationen tim-online, bzw. SGVWanderwege, Abfrage am 12.08.2014)
Östlich des Plangebiets, an der nächsten Stelle ca. 120 m entfernt, verläuft die Trasse
der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Wengern und Gevelsberg (Teil der Bahnstrecke Witten-Schwelm), auf der ein Radweg angelegt werden soll.
Darüber hinaus befindet sich Wengern westlich oberhalb des Ruhrtals, das zahlreiche
Naherholungsmöglichkeiten aufweist (z. B. Ruhrtalradweg, Kemnader See). Die Wohnlage ist insgesamt als ruhig und noch als dörflich zu bezeichnen. Auf Grund der guten
verkehrlichen Anbindung und der Lage im Randbereich der Metropolregion Ruhr können auch zahlreiche Angebote in den umliegenden Stadtzentren zeitnah erreicht und
Auswirkungen Schutzgut Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit
Das städtebauliche Konzept sieht ein Wohnquartier mit insgesamt rund 43 Einfamilienhäusern vor. Durch den Bebauungsplan werden die Voraussetzungen für eine bauliche
Entwicklung der Fläche geschaffen. Im Süden grenzt die Gärten der neuen Wohnbebauung unmittelbar an die (Garten-)grundstücke der bestehenden Bebauung. Im Norden, im Übergang zur angrenzenden Feldgehölzfläche, wird eine der räumlichen Wirkung des Gehölzbestandes angemessene Fläche frei gehalten und begrünt. Zu den
nördlich angrenzenden Grünlandflächen bildet ein ca. 5 m breiter Gehölzstreifen einen
freiräumlichen Übergang.
Im Rahmen einer Verkehrsuntersuchung (Brilon, Bondzio, Weiser, Bochum, September 2014) sollten die Möglichkeiten der Erschließung sowie die verkehrlichen Auswirkungen des Vorhabens bewertet werden. Die Untersuchung kommt zu den folgenden
Das bestehende Straßennetz im Untersuchungsgebiet ist heute nur gering belastet.
Das vorhandene Verkehrsaufkommen kann problemlos abgewickelt werden.
Bei 44 Wohneinheiten ergibt sich ein durch das geplante Baugebiet induziertes Verkehrsaufkommen in Höhe von etwa 280 Kfz-Fahrten / 24 h. Es kann unabhängig von
der Wahl der Erschließungsvariante davon ausgegangen werden, dass das prognostizierte Verkehrsaufkommen verkehrstechnisch abgewickelt werden kann.
Für die Anbindung des Wohngebietes an die Höltkenstraße ist kein Ausbau erforderlich. Für die Anbindung an den Deipenbecker Weg wird im Bereich des Baugebietes
die Herstellung eines einheitlichen Straßenquerschnitts mit einer Breite von 5,50 m
empfohlen, der nach dem Mischprinzip betrieben und als verkehrsberuhigter Bereich
angelegt werden sollte.
5.1.2 Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt
Bei den Schutzgütern Pflanzen und Tiere stehen der Schutz der Arten und ihrer Lebensgemeinschaften in ihrer natürlichen Artenvielfalt und der Schutz ihrer Lebensräume und -bedingungen im Vordergrund. Daraus abgeleitet sind besonders
• die Biotopfunktion und
• die Biotopvernetzungsfunktion
Unter dem Begriff potentielle natürliche Vegetation wird diejenige Pflanzengesellschaft
verstanden, die sich ohne weiteres Einwirken des Menschen einstellen würde. In Mitteleuropa handelt es sich dabei i. d. R. um Waldgesellschaften.
Im Plangebiet entspricht der Typische Hainsimsen-Buchenwald im Komplex mit dem
Flattergras-Hainsimsen-Buchenwald der potentiellen natürlichen Vegetation (Karte der
Potentiellen Natürlichen Vegetation Deutschlands, Bundesamt für Naturschutz,
M 1 : 500.000, 2010).
Reale Vegetation / Biotoptypen
Die Erfassung der Vegetation, Landschaftselemente und Biotoptypen wurde am 19.
Juni 2013 anhand der „Arbeitsanleitung für die Biotopkartierung Nordrhein-Westfalen“
(LANUV NRW, Stand 2013) durchgeführt. Am 3. April 2014 sind die Ergebnisse des
Vorjahres durch eine Aufnahme des Frühjahrsaspekts ergänzt worden.
Die Abgrenzung der Biotoptypen und die Aufnahme der Landschaftselemente vor Ort
erfolgte anhand von Manuskriptkarten und mit einem Luftbild im Maßstab von
1 : 1.500. Landschaftselemente und Teilflächen werden mit einer entsprechenden
Nummer in der Bestandskarte gekennzeichnet.
Die Gliederung der im Untersuchungsgebiet auftretenden Vegetationstypen und Pflanzengesellschaften richtet sich nach Biotoptypen. Sie entspricht daher nicht in jedem
Fall der klassischen Ordnung des pflanzensoziologischen Systems nach BRAUNBLANQUET (1964). Das aktuelle Artenverzeichnis der Farn- und Blütenpflanzen in
Nordrhein-Westfalen (LANUV; RAABE et al. 2010) bildet die Grundlage zur Nomenklatur der Arten.
Der Untersuchungsraum umfasst zwei Weidegrünlandparzellen einschließlich ihrer
Saumgesellschaften und einen feldgehölzförmigen Eichenwald am Südosthang des
„Elbergs“. Die Höltkenstraße bildet die Südwestgrenze; im Süden erstreckt sich das
Untersuchungsgebiet bis zum Siedlungsraum an der Höltkenstraße. Im Osten reichen
Wald und Weidegrünland bis zum Deipenbecker Weg. Die Nordwestgrenze verläuft am
Nordrand des Eichenwaldes und über die offenen Grünlandflächen des „Elbergs“.
Die Grünlandparzellen (EB0) und der feldgehölzförmige Eichenwald (AB0+) werden
von Milchkühen bzw. Rindern beweidet. Während die südlich gelegene Grünlandfläche
(EB0) eine mäßig arten- und blütenreiche Fettweidenvegetation aufweist, zeigt die
nördlich gelegene Weidefläche eine verarmte Grünlandvegetation (EB0-), die vermutlich aus einer älteren Ansaat (EB1) hervorgegangen ist. Kennzeichnende Pflanzengesellschaft ist die Weißklee-Weidelgras-Weide (Lolio-Cynosuretum), die örtlich in einer
Ausprägungsform feuchter Standorte entwickelt ist (Lolio-Cynosuretum Var. von Cardamine pratensis). Die nördlich anschließende Grünlandfläche zeigt nur eine Rumpfgesellschaft der Weißklee-Weidelgras-Weide und weist partiell hohe Vegetationsanteile von Störzeigern auf.
Auch die Säume der Weg- und Straßenränder (HC3) sind recht artenreich entwickelt;
sie zeigen partiell Aushagerungstendenzen. Am Deipenbecker Weg ist der Straßenrand bzw. Grünlandsaum weniger artenreich als an der Höltkenstraße ausgeprägt.
Hohe Altholzanteile, liegendes und stehendes Totholz sowie eine oft gut entwickelte
Strauchschicht verleihen dem Eichenwald (AB0+) eine hohe Strukturvielfalt. Die fehlende Einzäunung des Gehölzes bedingt jedoch starke Trittschäden und Nährstoffeinträge durch das Weidevieh. Die Krautschicht ist daher stark überformt und partiell nur
lückenhaft entwickelt.
Im Süden und Osten grenzen ein geschlossener Siedlungsraum und einzelne Hausgrundstücke an den Untersuchungsraum. Die Gärten dieser Wohnsiedlungen sind
überwiegend naturfern gestaltetet; zerstreut existieren jedoch auch Gärten mit einheimischen Gehölzen und/oder Obstbäumen.
Rote Liste Arten, nach § 62 LG NRW geschützte Biotoptypen oder FFH-Lebensraumtypen wurden nicht festgestellt.
Im Umfeld des Untersuchungsraumes sind keine FFH-Gebiete bzw. Vogelschutzgebiete ausgewiesen.
Biotopkataster/Biotopverbund
Das Biotopkataster des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen) beinhaltet schutzwürdige Biotope und schutzwürdige
Lebensräume in Nordrhein-Westfalen. Innerhalb des Bebauungsplanes und in dessen
näherem Umfeld sind keine Flächen im Biotopkataster erfasst.
Die nächstgelegenen Biotopkatasterflächen befinden sich zum einem ca. 450 m östlich
in der Ruhraue (NSG Ruhraue Witten-Gedern), zum anderen ca. 400 m südwestlich im
Elbschebachtal. Diese Flächen sind auch Bestandteil der vom LANUV ausgewiesenen
Biotopverbundflächen.
Von Juni 2013 bis Mai 2014 wurden drei Begehungen zur Einschätzung der Lebensraumfunktion des Biotopbestandes und zur Erfassung der Avifauna durchgeführt.
Als Untersuchungsraum für die Brutvogelerfassung ist der Grünlandbereich mit altem
Eichengehölz zwischen Höltkenstraße und Deipenbecker Weg am Südosthang des
„Elbergs“ definiert. Brutvögel angrenzender Siedlungsbereiche wurden nur durch Zufallsbeobachtungen erfasst. Das Gebiet weist eine Größe von 5,3 ha auf.
Aufgrund der geringen Größe des Untersuchungsraumes und des Erfassungsschwerpunktes nach artenschutzrechtlichen Aspekten wird mit drei Flächenbegehungen ein
deutlich geringerer Erfassungsaufwand, als z. B. den Qualitätsstandards der Projektgruppe "Ornithologie und Landschaftsplanung" der DO-G (1995) bzw. von OELKE
(1974) vorgesehen, als ausreichend beurteilt.
Die Kartierung der Brutvögel wurde nach der sog. Revierkartierung durchgeführt, in
deren Verlauf alle relevanten revieranzeigenden Merkmale (u. a. Balz, Gesang, Warnrufe usw.) zu registrieren sind. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der nur
dreimaligen Begehung schon die einmalige Beobachtung von revieranzeigendem Verhalten ausreichte, um eine Art als Brutvogel zu beurteilen. Auch kann anhand von drei
Flächenbegehungen nicht die genaue Anzahl von Brutrevieren häufiger Arten ermittelt
werden. Besondere Aufmerksamkeit war der Suche nach Nistplätzen (Horsten) streng
geschützter Arten gewidmet. Nächtliche Gebietsbegehungen zur Erfassung von Eulenvögeln erfolgten nicht, da auf der als B-Plangebiet definierten Fläche keine Brutmöglichkeiten vorhanden sind und für möglicherweise im angrenzenden Eichenwald brütende Eulenarten durch die vorgesehene Wohnbebauung keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Innerhalb des Zeitraumes vom 19. Juni 2013 bis zum 14. Mai 2014 wurden im Untersuchungsgebiet und in dessen unmittelbarer Umgebung insgesamt 22 Vogelarten bei
drei Flächenbegehungen nachgewiesen (vgl. Tab. 2). Davon sind 5 Arten als sichere
Brutvögel einzustufen. 13 Arten werden als wahrscheinlich oder möglicherweise brütend beurteilt. Turmfalke, Mäusebussard und Rabenkrähe brüten wahrscheinlich in
weiterer Umgebung des Untersuchungsraumes und wurden als Nahrungsgäste im Gebiet oder in dessen unmittelbarer Umgebung beobachtet. Ein frischer Rupfungsfund
(14.05.14) der Ringeltaube im Eichengehölz deutet auf ein Vorkommen von Sperber
oder Habicht (Vorwarnliste NRW) als Nahrungsgast im Untersuchungsraum und auf
umliegende Brutvorkommen hin.
SÜBL
häufiger Brutvogel in Eichengehölz und Siedlungsraum
2 RV in umliegenden Gärten
regelmäßige Beobachtung im
sehr häufiger Brutvogel in
Eichengehölz und Siedlungsraum
1 RV innerhalb Eichengehölz
1-2 RV in umliegenden Hausgärten
1 x Brutnachweis in Garten
südöstlich UG
Kleinkolonien
Hausgärten und an Gebäuden, 2 Bp in Gebüsch nördl.
Eichengehölz, insges. ca. 2025 Adulte
mind. 1 RV in Hausgärten
südl. UG
1 RV in Eichengehölz
Eichengehölz und im Siedlungsraum
1 x jagend über Grünland,
wahrscheinlich B umliegender
mind. 2 RV, einmal Brutnachweis in Gebüsch nördl. Eichengehölz
Einzelbeobachtung in Grünland unmittelbar nördl. des UG
regelmäßiger NG mit max. 17
Ind. am 14.05.14 auf Weidegrünland, B im weiteren Umfeld
1 RV in Eichengehölz, vermutlich weitere Bruten in Siedlungsraum
mehrere RV im Bereich der
Gärten, 1 RV in Eichengehölz
2 RV in Hausgärten, je 1 x
südl. und östl. des UG
1 x Alttier westlich der Höltkenstraße rufend, knapp außerhalb UG
1 RV in Eichengehölz, weitere
RV in Siedlungsraum
1 RV in Eichengehölz, keine
weiteren Beobachtungen
Brutvorkommen von Rote Liste Arten konnten im Untersuchungsraum nicht festgestellt
werden. Der offene Grünlandbereich auf dem „Elberg“ weist jedoch eine hohe Habitatseignung für die gefährdete und daher planungsrelevante Feldlerche auf. Daher wurden die Gebietsbegehungen auf den zur nördlich des Untersuchungsraumes gelegenen Hofstelle führenden Wirtschaftsweg ausgedehnt. Ein Artnachweis der Feldlerche
gelang jedoch nicht.
Drei Arten (Haussperling, Star, Turmfalke) sind Arten der landesweiten Vorwarnliste.
Mit Ausnahme des regional nicht im Brutbestand gefährdeten Turmfalken werden diese
Arten auch für die Großlandschaft Süderbergland (SÜBL) in der Vorwarnliste geführt.
Der kleinräumige Wechsel von teilweise artenreichem Weidegrünland, einem EichenAltholzbestand und Siedlungsräumen bedingt in Relation zur geringen Gebietsgröße
eine recht hohe Diversität der Brutvogelfauna.
Arten der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Nordrhein-Westfalens wurden nicht
festgestellt. Drei der im Untersuchungsraum oder in unmittelbar angrenzenden Bereichen festgestellten Arten (Haussperling, Star, Turmfalke) werden in der landesweiten
Vorwarnliste geführt. Der Turmfalke ist in der Großlandschaft Süderbergland jedoch
keine Art der Vorwarnliste, da die Art dank Schutzmaßnahmen im Süderbergland nicht
mehr gefährdet ist. Während der Star nur mit zwei wahrscheinlichen Revieren festgestellt wurde, sind die Abundanzen des Haussperlings in den umliegenden Gärten und
Siedlungsbereichen hoch. Beide Arten wurden regelmäßig auch auf der im Eingriffsbereich gelegenen Grünlandfläche bei der Nahrungssuche beobachtet.
Nach § 7 BNatSchG streng geschützte Arten wurden mit Turmfalke und Mäusebussard
als Nahrungsgäste im Untersuchungsraum oder in dessen unmittelbarer Umgebung
beobachtet. Horststandorte streng geschützter Greifvogelarten konnten nicht festgestellt werden. Als weitere streng geschützte Arten nutzen vermutlich der Sperber oder
der landesweit in der Vorwarnliste geführte Habicht zumindest gelegentlich den Untersuchungsraum als Jagdrevier, wie der Rupfungsfund einer Ringeltaube belegt.
Brutvorkommen nachtaktiver Greifvogelarten (Eulenvögel) konnten im Untersuchungsgebiet nicht nachgewiesen werden. Insbesondere für den Waldkauz weist das EichenAltholz aufgrund seiner Totholzvorkommen und mehrerer Baumhöhlen eine hohe Eignung als Niststätte auf, so dass Brutvorkommen auch zukünftig nicht gänzlich auszuschließen sind. Die angrenzenden Grünlandflächen könnten als Jagdhabitate für die
Eulenvögel dienen.
Auswirkungen Schutzgut Tiere, Pflanzen und biologische Vielfalt
Durch die Realisierung der Wohnbauflächen werden ca. 2,8 ha intensiv genutzte Grünlandfläche in Anspruch genommen. Dabei handelt es sich um eine Weidefläche mit
mäßig arten- und blütenreicher Fettweidenvegetation; kennzeichnende Pflanzengesellschaft ist die Weißklee-Weidelgras-Weide.
Der ca. 0,7 ha große nördlich angrenzende feldgehölzartige Eichenwald aus StielEichen mit starkem bis sehr starkem Baumholz bleibt erhalten; hohe Altholzanteile,
liegendes und stehendes Totholz sowie eine oft gut entwickelte Strauchschicht verleihen dem Eichenwald eine hohe Strukturvielfalt. Vom südlichen Rand des Waldes (ab
eingemessener Traufe der Baumkronen) wird ein Abstand von 25 m zu den Gebäuden
Das Plangebiet ist im Landschaftsplan Nr. 1 "Witten, Wetter, Herdecke" des EnnepeRuhr-Kreises als Landschaftsschutzgebiet festgesetzt, jedoch im FNP der Stadt Wetter
bereits als Wohnbaufläche dargestellt. Gebiete des Netzes Natura 2000 oder schutzwürdige Biotope und schutzwürdige Lebensräume (Biotopkataster LANUV) sind nicht
Artenschutzrechtliche Belange gemäß § 44 BNatSchG
Die nachfolgenden Ausführungen zu den Rechtsgrundlagen sind der gemeinsamen
Handlungsempfehlung "Artenschutz in der Bauleitplanung und bei der baurechtlichen
Zulassung von Vorhaben" (Gemeinsame Handlungsempfehlung des Ministeriums für
Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW und des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW vom
22.12.2010) entnommen.
Die Notwendigkeit zur Durchführung einer Artenschutzprüfung (ASP) im Rahmen der
Bauleitplanung und bei der Genehmigung von Vorhaben ergibt sich aus den Artenschutzbestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Mit den Regelungen der §§ 44 Abs. 1, 5, 6 und 45 Abs. 7 BNatSchG sind die entsprechenden Vorgaben der FFH-Richtlinie (FFH-RL: Art. 12, 13 und 16) und der Vogelschutzrichtlinie
(V-RL: Art. 5, 9 und 13) in nationales Recht umgesetzt worden.
Gemäß § 44 Abs. 5 Satz 5 BNatSchG sind die "nur" national geschützten Arten von
den artenschutzrechtlichen Verboten bei Planungs- und Zulassungsvorhaben freigestellt. Sie werden wie alle nicht geschützten Arten nur im Rahmen der Eingriffsregelung
Der Prüfumfang einer ASP beschränkt sich damit auf die europäisch geschützten FFHAnhang IV-Arten sowie die Vogelarten des Anhangs I und des Art. 4 Abs. 2 V-RL. Unter den europäischen Vogelarten sind darüber hinaus alle Arten vertieft zu betrachten,
die in der Roten Liste NRW oder im betroffenen Naturraum einer Gefährdungskategorie zugeordnet wurden (Kategorien 1, R, 2, 3, I) sowie zusätzlich alle Koloniebrüter (vgl.
LANUV, Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen).
Im Zusammenhang mit der Bauleitplanung und der Genehmigung von Vorhaben sind
für die europäisch geschützten Arten die in § 44 Abs. 1 BNatSchG formulierten Zugriffsverbote zu beachten.
wild lebenden Tieren der besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu
entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören,
wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten
während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch
die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert,
wild lebende Pflanzen der besonders geschützten Arten oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder
Vorhaben in diesem Zusammenhang sind nach § 15 BNatSchG i. V. m. §§ 4ff LG zulässige Eingriffe in Natur und Landschaft sowie nach den Vorschriften des Baugesetzbuches zulässige Vorhaben (§§ 30, 33, 34, 35 BauGB).
Nach § 44 Abs. 5 BNatSchG ergeben sich u. a. bei der Bauleitplanung und der Genehmigung von Vorhaben die folgenden Sonderregelungen: Sofern die ökologische
Funktion der von dem Eingriff oder Vorhaben betroffenen Fortpflanzungs- und Ruhestätten im räumlichen Zusammenhang weiterhin erfüllt wird, liegt kein Verstoß gegen
die Zugriffsverbote Nr. 1, 3 und 4 vor. In diesem Zusammenhang gestattet der Gesetzgeber die Durchführung von vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen. Diese können im
Sinne von Vermeidungsmaßnahmen auch dazu beitragen, das Störungsverbot Nr. 2
abzuwenden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Umsetzung eines speziellen Risikomanagements. Gegebenenfalls lassen sich die Zugriffsverbote durch ein geeignetes
Maßnahmenkonzept erfolgreich abwenden.
Das Fundortkataster des LANUV (LINFOS-Informationssystem) enthält keine Fundorte
planungsrelevanter Arten für das Plangebiet oder dessen weiteres Umfeld. Daneben
wurde das Fachinformationssystem "Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen" des
LANUV ausgewertet. Hier wird für jedes Messtischblatt eine aktuelle Liste aller im Bereich des Messtischblattes nach dem Jahr 1990 nachgewiesenen planungsrelevanten
Arten erzeugt.
Das Plangebiet liegt im äußersten Südwesten des Messtischblattes L 4510 Witten
(Quadrant 3); daher wurde auch das Messtischblatt 4509 Bochum (Quadrant 4) mit
berücksichtigt. Für die beiden Messtischblätter werden planungsrelevante Tierarten der
Säugetiere, Vögel und Amphiben sowie Farn-, Blütenpflanzen und Flechten aufgeführt,
die potenziell auftreten könnten (siehe Tab. 3).
Erläuterungen zur Tabelle 3:
Vorkommen im Ennepe-Ruhr-Kreis: Vorkommen und Bestandsgrößen von planungsrelevanten Arten in
den Kreisen und Städten in NRW, Stand: 01.07.2014, LANUV
KON: Erhaltungszustand in NRW (Kontinentale Region); Stand: 01.07.2014, LANUV:
Regionalisierung: BL = Bergland; SÜBL = Status in der Großlandschaft "Süderbergland"
Rote-Liste-Kategorien:
1 vom Aussterben bedroht D
R durch extreme Seltenheit (potentiell) gefährdet
S dank Schutzmaßnahmen gleich, geringer oder nicht mehr gefährdet
§§ streng geschützte Arten:
Arten in Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97 (Vögel) bzw. in
Anhang IV der Richtlinie 92/43/EWG (FFH-RL) (Säugetiere, Amphibien, Reptilien)
VS-RL:
(Abfrage: 09.07.2014)
RL Naturraum
FFH-RL / VS-RL
/ VO (EG)
VO (EG) Anh. A
VS-Art. 4 (2)
Forts. Tab. 1: Planungsrelevante Arten für die Messtischblätter 4509 (Q4) und 4510 (Q3)
VS-RL Anh. I
VS-RL Anh. I,
Farn-, Blütenpflanzen und Flechten
FFH-Anh. II,
Im Rahmen der Artenschutzrechtlichen Prüfung erfolgt ein Abgleich zwischen der Artenliste, den Artbeschreibungen im Fachinformationssystem LANUV und anderen
Quellen mit den örtlich vorhandenen Biotopstrukturen. Grundsätzlich können Arten, die
eine enge Bindung an besondere Lebensvoraussetzungen haben, ausgeschlossen
werden, wenn im Plangebiet und Umfeld derartige Strukturen nicht ermittelt werden.
Als FFH-Anhang IV-Art und damit streng geschützte, planungsrelevante Amphibienart
wurden im betroffenen Quadranten des Messtischblattes 4509 Bochum die Geburtshelferkröte nachgewiesen. Aufgrund fehlender geeigneter Gewässer ist eine Reproduktion
dieser Art im Untersuchungsgebiet ausgeschlossen.
Für das Messtischblatt 4510 Witten wird ein Vorkommen des Prächtigen Dünnfarn aufgeführt. Der Prächtige Dünnfarn (Trichomanes speciosum) wächst in tiefen, extrem
lichtarmen, feuchten Felsspalten, die oft in der Nähe von Fließgewässern liegen. Auf
der betroffenen Grünlandfläche findet die Art nicht die geeigneten Lebensraumansprüche und wurde entsprechend bei der Biotoptypenkartierung nicht festgestellt.
Alle in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind in Anhang IV der FFHRichtlinie enthalten und gehören damit zu den streng geschützten Arten von gemeinschaftlichem Interesse.
Auf der Vorhabenfläche (Grünlandfläche) kommen keine älteren Bäume und keine Gebäude vor. Der nördlich angrenzende Waldbestand wird von der Planung nicht berührt.
Von keiner der auf den Messtischblättern nachgewiesenen Arten sind deshalb lebende
Tiere bzw. Fortpflanzungs- oder Ruhestätten von der Planung betroffen. Verbotstatbestände nach § 44 Abs. 1 BNatSchG sind daher auf Baum- und Gebäudequartiere bezogen nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse nicht ersichtlich.
Auf Jagdgebiete bezogen ist die Erfüllung eines Verbotstatbestands nur dann gegeben, sofern es sich bei den betroffenen Flächen um essentielle Jagdgebiete handelt,
die als zur Fortpflanzungsstätte gehörig eingestuft werden. Durch das Vorhaben wird
eine ca. 2,8 ha große Grünlandfläche beansprucht, die als potentielles Jagdgebiet für
Fledermäuse dienen kann. Der angrenzende Waldbestand aus Stiel-Eichen mit starkem bis sehr starkem Baumholz könnte Quartiere baumbewohnender Fledermausarten
aufweisen. Im Umfeld der Waldfläche kommen jedoch ausgedehnte Landwirtschaftsflächen vor, die als Jagdgebiete dienen können. Durch den potentiellen Verlust der
relativ kleinen Grünlandfläche als Jagdhabitat sind keine so gravierenden Auswirkungen zu erwarten, dass der allgemeine Fortpflanzungserfolg beeinträchtigt und somit
der Erhaltungszustand der Lokalpopulationen oder von Kolonien verschlechtert wird.
Eine erhebliche Störung liegt deshalb nicht vor; die Erfüllung von Verbotstatbeständen
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG ist für keine Art zu erwarten.
Der Waldrand des Wäldchens könnte grundsätzlich als Jagdgebiet für Fledermäuse
dienen. Vom Wald bis zur Bebauung wird ein Abstand von 28 m eingehalten, der als
Grünfläche mit Rasenflächen und Baumgruppen sowie als Garten gestaltet wird, so
dass die Funktion als Jagdgebiet und Leitstruktur für Fledermäuse erhalten bleibt.
Ein Eintreten eines Verbotstatbestandes nach § 44 Abs. 1 BNatSchG kann deshalb für
die Artengruppe der Fledermäuse insgesamt ausgeschlossen werden.
Nach dem BNatSchG bleibt das Artenschutzregime bei Planungs- und Zulassungsverfahren auf die streng geschützten und die europäischen Vogelarten beschränkt. Zu den
europäischen Vogelarten gehören jedoch auch zahlreiche "Allerweltsarten" (Amsel,
Buchfink, Kohlmeise). Aus diesem Grund hat das LANUV für Nordrhein-Westfalen eine
naturschutzfachliche Auswahl getroffen, die sog. "planungsrelevanten" Arten.
Alle übrigen europäischen Vogelarten befinden sich in NRW derzeit in einem günstigen
Erhaltungszustand und sind im Regelfall nicht von populationsrelevanten Beeinträchtigungen bedroht. Ebenso ist bei ihnen grundsätzlich keine Beeinträchtigung der ökologischen Funktion ihrer Lebensstätten zu erwarten.
Zu den planungsrelevanten Arten gehören neben den streng geschützten Arten alle
besonders geschützten Arten, die in der Roten Liste in eine Gefährdungskategorie eingestuft sind sowie zusätzlich alle Koloniebrüter (siehe Infosystem "Geschützte Arten"
LANUV, 2014).
Sämtliche Greifvögel und Eulen sind im Anhang A der Verordnung (EG) Nr. 338/97
aufgeführt und gehören damit zu den streng geschützten Arten. Im Gebiet und in unmittelbar angrenzenden Räumen konnten mit Turmfalke und Mäusebussard zwei
streng geschützte Arten als Nahrungsgäste nachgewiesen werden. Sehr wahrscheinlich nutzen aber auch Sperber oder Habicht den Untersuchungsraum als Jagdhabitat,
wie der Rupfungsfund einer Ringeltaube belegt. Greifvogelhorste bestehen keine im
Untersuchungsraum, jedoch sind Brutvorkommen nachaktiver Eulenvögel nicht auszuschließen. Insbesondere für den Waldkauz weist der Altholzbestand eine hohe Eignung als Bruthabitat auf.
Ein Verstoß gegen das in § 44 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG formulierte Tötungsverbot ist für
Vögel nur zu erwarten, sofern besetzte Nester beseitigt werden. Brutvorkommen von
Rote Liste Arten wie der gefährdeten Feldlerche als Offenlandbrüter konnten auf der
betroffenen Grünlandfläche im Rahmen der 2013/14 durchgeführten Brutvogelerfassung nicht festgestellt werden, so dass der Verbotstatbestand der Tötung durch das
Vorhaben nicht ausgelöst wird.
Verbot einer Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten
Nach § 44 Abs. 1 Nr. 3 BNatSchG ist es verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten
der besonders geschützten Arten zu zerstören. Brutvorkommen von gefährdeten oder
streng geschützten Vogelarten wurden auf der betroffenen Grünlandfläche nicht fest-
gestellt, so dass durch das Vorhaben keine Fortpflanzungs- oder Ruhestätten zerstört
Brutvorkommen von Greif- und Eulenvögeln (z. B. Horstbäume) konnten auch im angrenzenden Eichenwäldchen nicht nachgewiesen werden. Insbesondere für den Waldkauz weist das Eichen-Altholz aufgrund seiner Totholzvorkommen und mehrerer
Baumhöhlen jedoch eine hohe Eignung als Niststätte auf, so dass Brutvorkommen
zukünftig nicht gänzlich auszuschließen sind. Da das Gehölz durch die geplante angrenzende Wohnbebauung nicht beeinträchtigt wird, ist jedoch nicht von einer Zerstörung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten auszugehen.
§ 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG verbietet die erhebliche Störung von Fortpflanzungs- und
Ruhestätten der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten. Voraussetzung für eine erhebliche Störung im Sinne von § 44 (1) Nr. 2 BNatSchG ist die Betroffenheit eines essentiellen Habitatbestandteils. Nach § 7 BNatSchG streng geschützte Arten wurden mit Turmfalke und Mäusebussard als Nahrungsgäste im Untersuchungsraum oder in dessen unmittelbarer Umgebung beobachtet; daneben nutzen
vermutlich der Sperber oder der Habicht zumindest gelegentlich den Untersuchungsraum als Jagdrevier. Die Jagdgebiete der genannten Greifvogelarten reichen von 1,5 10 km² je nach Art und Nahrungsangebot, so dass die betroffene 2,8 ha große Grünlandfläche einen untergeordneten Teil des Nahrungshabitats dieser Arten bilden. Ein
Eintreten artenschutzrechtlicher Verbotsbestände nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG ist
deshalb nicht zu erwarten.
Die übrigen nachgewiesenen Vogelarten sind ausnahmslos häufig und ungefährdet.
Für diese kann davon ausgegangen werden, dass aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit
und des landesweit günstigen Erhaltungszustandes die Verbote des § 44 BNatSchG
nicht betroffen sind (MKULNV 2010). Der günstige Erhaltungszustand wird durch kleinräumige Beeinträchtigungen einzelner Individuen nicht beeinträchtigt und negative
Auswirkungen des Populationsniveaus auf biogeografischer Ebene sind nicht zu erwarten.
die Artengruppe der Vögel insgesamt ausgeschlossen werden.
5.1.3 Boden
Das Schutzgut Boden besitzt unterschiedlichste Funktionen für den Naturhaushalt,
insbesondere als Lebensgrundlage für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Darüber hinaus sind seine Wasser- und Nährstoffkreisläufe, seine Filter-, Pufferund Stoffumwandlungseigenschaften, seine Grundwasserschutzfunktion und seine
Bedeutung für die Natur- und Kulturgeschichte zu schützen.
Das Plangebiet gehört zur naturräumlichen Einheit der Ardeypforte (Nr. 337/1.4); an
die sich im Nordwesten unmittelbar das Märkische Schichtrippenland (Nr. 337/1.13)
anschließt. Beide Einheiten gehören zur naturräumlichen Haupteinheit BergischSauerländisches Unterland, Großlandschaft Bergisch-Sauerländisches Gebirge (Bergisches Land). (Auskunftssystem BK50, 2005 bzw. Die naturräumlichen Einheiten auf
Blatt 110 Arnsberg, 1969)
Nach Sichtung des geologischen Kartenmaterials werden im Untersuchungsgebiet
unterhalb geringmächtiger Hanglehm- und Hangschutt-Ablagerungen die Ton-, Schluffund Sandsteine der „Sprockhöveler Schichten“ (cnS) aus dem Karbon erwartet. (Baugrundgutachten von Fuhrmann & Brauckmann, Balve, 2014)
Aus schluffigem Gehängelehm über Schieferton und Sandstein, stellenweise über Gehängeschutt oder Sand und Kies der Mittel- oder Hauptterrasse haben sich im Untersuchungsraum Parabraunerden, stellenweise Braunerde und Pseudogley-Braunerde
entwickelt (Bodeneinheit L34). Es handelt sich um überwiegend mittelgründige z. T.
grusige schluffige Lehmböden, die großflächig in Rücken-, Plateau- und Hanglagen
des Ardeygebirges verbreitet sind. Die Böden weisen eine mittlere Sorptionsfähigkeit,
geringe bis mittlere nutzbare Wasserkapazität und mittlere Wasserdurchlässigkeit auf.
Stellenweise besteht eine schwache Staunässe tiefer als 4 bis 8 dm unter Flur. Auf
Hochflächen und Hängen sind die Böden erosionsgefährdet; stellenweise steht oberflächennaher Fels an. (Bodenkarte NRW 1 : 50.000, Blatt L 4510 Dortmund)
Die vom Geologischen Dienst herausgegebene Karte der schutzwürdigen Böden in
NRW (Auskunftssystem BK50, Karte der schutzwürdigen Böden in NRW, Digitale Karten, Geologischer Dienst NRW, 2005) stuft die Bodeneinheit L34 nicht als schutzwürdigen Boden ein.
Im Rahmen des Baugrundgutachtens von Fuhrmann & Brauckmann, Balve (Bericht
vom 17. Juli 2014) wurden 7 Kleinrammbohrungen und 5 Rammsondierungen durchgeführt. Daraus wurde folgender Schichtenaufbau ermittelt:
Schicht 1: Mutterboden (OU, Bodenklasse 1)
Die Mächtigkeit des Mutterboden schwankt zwischen 25 cm und 35 cm. Er besteht aus
einem weichen, humosen und organische Anteile führenden Schluff.
Schicht 2: Hanglehm (UL, Bodenklasse 4)
Der Hanglehm ist ein geringmächtiger, steifer Schluff mit Sand und Kies als Nebengemengteile. Die Bodenfeuchte ist überwiegend erdfeucht.
Schicht 3: Hangschutt (GU, Bodenklasse 3)
Unterhalb des Hanglehm steht ein überwiegend mitteldicht bis dicht gelagerter Hangschutt als schluffig-sandiger Kies an. Die Bodenfeuchte ist überwiegend erdfeucht.
Schicht 4: verwitterter Fels (ZV)
Im Liegenden der Bohrungen BP1 bis BP5 wurde der Verwitterungshorizont des Sand/Tonstein-Grundgebirges erbohrt. Es handelt sich um einen halbfesten bis festen Sandbzw. Tonstein.
Altstandorte und Altablagerungen sind für das Plangebiet (Grünlandfläche) nicht bekannt. Im Rahmen der Baugrunduntersuchung wurden keine Auffüllungen festgestellt.
Zur Beurteilung des Teergehaltes der vorhandenen Fahrbahndecken wurden die
Asphaltkerne auf PK nach EPA chemisch analysiert. Die chemische Analyse erfolgte
seitens des SGS Institut Fresenius. Das Asphaltmaterial im Bereich „Höltkenstraße“ ist
im Untersuchungspunkt als teer-/pechhaltig zu beurteilen und muss gesondert entsorgt
werden. Das Material am Untersuchungspunkt „Deipenbecker Weg“ ist als Ausbauasphalt einzustufen.
Zur abfallrechtlichen Beurteilung nach LAGA-Boden (1997) wurde die Mischprobe MP1
exemplarisch aus den Einzelproben 1/2+1/3+1/4+3/2+3/3+3/4+5/2+5/3+5/4 zusammengestellt. Die Mischprobe überschreitet nicht den Z0-Wert. (Baugrundgutachten von
Fuhrmann & Brauckmann, Balve, 2014)
Auswirkungen Schutzgut Boden
Durch die im Zusammenhang mit der Bauflächenausweisung verbundene Neuversiegelung von insgesamt ca. 1,3 ha (ca. 0,38 ha Erschließungsflächen sowie ca. 2,1 ha
Nettowohnbauland mit Grundflächenzahl 0,3) ist davon auszugehen, dass die hier vorkommenden gewachsenen Böden dem Naturhaushalt mit all seinen Funktionen wie
Vegetationsstandort, Lebensraum für Bodenlebewesen sowie Filterfunktionen verloren
gehen. Schutzwürdige Böden gemäß Geologischem Dienst NRW sind nicht betroffen.
Während der Bauzeit können sich sowohl durch Oberbodenzwischenlagerung, Baufeld- und Arbeitsflächen als auch das Befahren mit Baufahrzeugen Bodenverdichtungen ergeben, welches insbesondere bei druckempfindlichen Böden zu irreversiblen
Störungen der Bodenfunktionen führen kann.
Das Schutzgut Wasser besitzt unterschiedliche Funktionen für den Naturhaushalt; zu
unterscheiden sind die Bereiche Grundwasser und Oberflächengewässer. Als Schutzziele sind dabei die Sicherung der Quantität und Qualität von Grundwasservorkommen
sowie die Erhaltung und Reinhaltung der Gewässer zu nennen.
Die nachfolgenden Ausführungen zu den hydrogeologischen Verhältnissen und
Grundwasserständen sind dem Baugrundgutachten Fuhrmann & Brauckmann, Balve
(Bericht vom 17. Juli 2014) entnommen.
Grundwasser / Schichtwasser
Grund- oder Schichtenwasser wurde bis zu den erreichten Bohrendtiefen nicht angetroffen.
Grundsätzlich sind zwei die Wasserwegsamkeit betreffende Systeme festgestellt worden:
Die bindigen, schluffigen sowie die kiesigen Lockergesteinsschichten stellen einen Porenwasserleiter dar, bei dem der Wasserdurchfluss im nutzbaren Porenvolumen zwischen dem Korngerüst erfolgt.
Das erbohrte Festgestein bildet einen Trennfugenwasserleiter, wobei das Wasser sich
in Klüften, Störungen und Schichtfugen bewegt. Hinsichtlich ihrer Durchlässigkeit sind
die Festgesteine anisotrop, d.h. sie weisen, abhängig von ihrem Kluft- und Störungssystem(en), stark unterschiedliche Durchlässigkeiten in verschiedenen Richtungen auf.
Die angetroffenen, schluffigen Bodenschichten besitzen ein hohes Staunässepotential.
Infiltrierendes Niederschlagswasser kann aufstauen und die bindigen Anteile aufweichen.
Zur Beurteilung der Versickerung von Niederschlagswasser wurden in den fünf Bohrlöchern der BP1 bis BP5 Auffüllversuche durchgeführt. Die Auswertung erfolgte gemäß
Schriftenreiche des BDG, Heft 15 „Versickerung von Niederschlagswasser aus geowisschenschaftlicher Sicht“ und EARTH MANUAL (1974).
Zur Versickerung von Niederschlagswasser sind der Hangschutt (Schicht 3) und der
Sandstein (Schicht 4) geeignet. Im Bereich des Tonstein ist die Durchlässigkeit vermindert (siehe BP5).
Da das Gelände ein Gefälle aufweist und im Untergrund eine wechselnde geologische
Situation zu erwarten ist, wird empfohlen, die Beurteilung für jedes Grundstück einzeln
durchzuführen. Hierzu sind neben den Bohrungen und Versuchen an der geplanten
Einleitungsstelle die Parameter Neigung, angeschlossene Fläche, Abstände zu Grenzen und Bebauung etc. gemäß DWA A 138 individuell zu bewerten.
Nordöstlich des Plangebietes (Waldfläche sowie Flächen östlich des Deipenbecker
Weges) verläuft die Wasserschutzzone III (weitere Zone) des festgesetzten Trinkwasserschutzgebietes 4510-01 des Verbund-Wasserwerkes-Witten; die engere Schutzzone II erstreckt sich in der Ruhraue westlich der Ruhr. Das Baugebiet selbst liegt außerhalb des Wasserschutzgebietes. (Fachinformationssystem ELWAS, Abfrage am
Fließgewässer/Stillgewässer
Innerhalb des Plangebiets kommen keine Gewässer vor. Südlich des Plangebiets befindet sich ein namenloser Bach (Opfersiepen), der in einer Entfernung von ca. 130 m
weitgehend parallel zur Höltkenstraße verläuft und zum Einzugsgebiet des Elbschebaches gehört. Der ca. 8 km lange Elbschebach (auch die Elbsche genannt) fließt durch
den Ortskern von Wetter-Wengern und mündet in die Ruhr.
Auswirkungen Schutzgut Wasser
Die im Zusammenhang mit der Realisierung der Bauflächen und der Erschließung verbundene zusätzliche Neuversiegelung von insgesamt ca. 1,3 ha verhindert die Versickerung von Niederschlagswasser. Hiermit sind zwangsläufig negative Folgewirkungen
für den Wasserhaushalt, wie z. B. eine Erhöhung des Oberflächenabflusses und eine
Verringerung der Grundwasserneubildung verbunden.
Gemäß § 51a Landeswassergesetz (LWG) ist das Niederschlagswasser von Grundstücken, die nach dem 1. Januar 1996 erstmals bebaut, befestigt oder an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden, zu versickern, zu verrieseln oder ortsnah in
ein Gewässer einzuleiten. Aufgrund der gutachterlich ermittelten stellenweise geringen
Durchlässigkeit der anstehenden Bodenarten im Plangebiet wird von einer Versickerung des Niederschlagswassers abgeraten.
Im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplanes werden die Entwässerungsmöglichkeiten des gesamten Areals eingehend geprüft. Dabei soll in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden ein Entwässerungskonzept erarbeitet werden, welches u.a. auch
die angespannte Situation der Niederschlagsentwässerung im angrenzenden Siedlungsbereich sowie die beabsichtigten Sanierungsarbeiten des Stadtbetriebes Wetter
(Ruhr) mit berücksichtigt.
Die Entwässerung des geplanten Wohngebietes erfolgt im Trennsystem. Das anfallende Schmutzwasser kann auf kurzem Wege an die Mischwasserkanalisation der Höltkenstraße und des Deipenbecker Weges angeschlossen werden.
Die Niederschlagsentwässerung erfolgt zum nächstgelegenen Gewässer (Opfersiepen). Hierfür wird der Neubau eines Regenwasserkanals zum vorgeschalteten, vorhandenen Regenrückhaltebecken (RRB) erforderlich. Das Regenrückhaltebecken
weist ausreichende Volumenreserven auf.
Nach derzeitigem Planungsstand ist der Niederschlagswasseranschluss des Teilgebietes West über die Höltkenstraße und des Teilgebietes Ost über den Deipenbecker Weg
vorgesehen. Eine Kanaltrasse im südlichen Bereich des Plangebietes führt das im östlichen Teilgebiet anfallende Regenwasser auf kurzem Wege direkt zur Höltkenstraße.
Somit wird das nichtbehandlungsbedürftige anfallende Regenwasser beider Teilgebiete
in einem Regenwasserkanal in der Höltkenstraße gesammelt und in den Retentionsraum Opfersiepen geleitet.
5.1.5 Klima und Luft
Bei den Schutzgütern Klima und Luft sind als Schutzziele die Vermeidung von Luftverunreinigungen, die Erhaltung von Reinluftgebieten sowie die Erhaltung des Bestandsklimas und der lokalklimatischen Regenerations- und Austauschfunktion zu nennen.
• die Durchlüftungsfunktion
• die Luftreinigungsfunktion
• die Wärmeregulationsfunktion.
Die Stadt Wetter gehört zum Klimabezirk Bergisches Land und Sauerland. Im Mittelgebirge wird das Klima stark durch das Relief variiert; kennzeichnend sind eine höhenabhängige Temperaturabnahme, gut ventilierte Kuppenzonen, Kaltluft in den Tälern sowie veränderte Einstrahlungsbedingungen durch Hangneigung und -richtung.
Die Synthetische Klimafunktionskarte (Klimaanalyse Ruhrgebiet, KVR 1992) grenzt
sogenannte Klimatope ab, die sich aufgrund ihrer klimatischen Eigenschaften voneinander unterscheiden. In weiten Teilen der Stadt Wetter herrscht Freilandklima vor.
Das Plangebiet und die nördlich und südwestlich angrenzenden überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen sind dem "Freilandklima" zugeordnet. Die südöstlich angrenzenden Flächen sind aufgrund der vorhandenen Bebauung überwiegend vom
Siedlungsklima geprägt. Die überwiegend locker bebauten und gut durchgrünten
Wohnsiedlungen verursachen nur schwache Wärmeinseln; es bestehen keine Austauschprobleme und meist gute Bioklimate.
Auswirkungen Schutzgut Luft und Klima
Durch die Anlage der Baugebiete gehen in geringem Umfang Flächen mit klimatischer
Ausgleichsfunktion (Kaltluftentstehung) verloren. Aufgrund der Kleinflächigkeit und der
großflächig im Umfeld vorhandenen Freiflächen ist keine wesentliche Verschlechterung
der lufthygienischen Verhältnisse zu erwarten. Darüber hinaus entstehen im Plangebiet
Gartenflächen, die klimatische Ausgleichsfunktionen übernehmen können.
Aufgrund der nur geringfügigen Erhöhung des Verkehrsaufkommens ist nur von einer
geringen Erhöhung der Luftbelastung im Umfeld der Höltkenstraße und des Deipenbecker Weges auszugehen.
5.1.6 Orts- und Landschaftsbild
Wesentliches Schutzziel des Schutzgutes Landschaft ist das Landschaftsbild, das es in
seiner Eigenart, Vielfalt und Schönheit zu erhalten gilt. Daraus abgeleitet ist die landschaftsästhetische Funktion zu berücksichtigen. Diese Funktion, d. h. die Bedeutung
des Landschaftsbildes, ist abhängig von der Ausstattung eines Gebietes mit unterschiedlichen Landschaftselementen, der Topographie und der Nutzung, aber auch der
bestehenden Vorbelastung durch künstliche Elemente wie Lärm, Gerüche und Unruhe.
Das Orts- und Landschaftsbild im Plangebiet ist durch die bestehende Weidenutzung
gekennzeichnet. Das im Norden angrenzende Eichenwäldchen prägt das Landschaftsbild in diesem Bereich in besonderem Maße. Vom Plangebiet aus bieten sich Weitblicke zu weiter weg gelegenen überwiegend bewaldeten Höhen und Kuppen.
Auswirkungen Schutzgut Orts- und Landschaftsbild
Durch die bauliche Entwicklung des Gebiets verändert sich der Landschaftsbildcharakter von der Grünlandnutzung zu einem Wohngebiet mit Hausgärten. Die geplante
überwiegend 1 ½-geschossige Einfamilienhausbebauung fügt sich aufgrund der maßvollen Höhenentwicklung in das Orts- und Landschaftsbild ein. Im Hinblick auf die im
Umfeld vorhandene Gebäude- und Nutzungsstruktur sieht das städtebauliche Konzept
eine aufgelockerte, offene Baustruktur mit Einfamilienhäusern vor, die im Sinne der
benachbart vorhandenen straßenbegleitenden Bebauung entlang der geplanten
Wohnwege angeordnet werden.
Entlang der nördlichen Gebietsgrenze stellt eine Ortsrandeingrünung den freiräumlichen Übergang zwischen den Baugrundstücken und dem angrenzenden Landschaftsraum her. Im Nordwesten, wo das verbleibende Grünland an das Plangebiet angrenzt,
wird der Übergang in Form eines durchgehenden 5 m breiten Gehölzstreifens gebildet.
Im Nordosten, im Übergang zur angrenzenden Feldgehölzfläche, wird eine der räumlichen Wirkung des Gehölzbestandes angemessene Fläche frei gehalten und begrünt.
Vor dem Hintergrund eines möglichen Windbruches, sind die Gebäude hier so angeordnet, dass sie einen Abstand zu den nächstgelegenen Baumkronen des Feldgehölzes von ca. 25 m einhalten.
5.1.7 Kultur- und sonstige Sachgüter
Das Schutzziel für das Schutzgut Kulturgüter besteht in der Erhaltung historischer Kulturlandschaften und Kulturlandschaftsbestandteile von besonders charakteristischer
Eigenart, von Stadt-/Ortsbildern, Ensembles, geschützten und schützenswerten Bauund Bodendenkmälern einschließlich deren Umgebung, sofern es für den Erhalt der
Eigenart und Schönheit des Denkmals erforderlich ist.
Sonstige Sachgüter sind vom Menschen genutzte oder von diesem geschaffene Güter,
die für Einzelne, besondere Gruppen oder die Gesellschaft insgesamt von materieller
Bedeutung sind. Zu den Sachgütern zählen z. B. Gebäude, Erschließungsanlagen und
Leitungstrassen.
Auswirkungen Schutzgut Kultur- und sonstige Sachgüter
Am nordwestlichen Rand des Plangebietes befindet sich ein steinzeitlicher Fundpunkt.
Nach einem Altakteneintrag für den Ortsbereich Wengern wurde hier eine Streitaxt
gefunden. Da dieser Fund eine hinreichende Vermutung für das Vorhandensein eines
Bodendenkmals darstellt, wurde unter Aufsicht der zuständigen oberen Denkmalbehörde (LWL-Archäologie für Westfalen - Außenstelle Olpe), eine Oberflächenprospektion parallel zur Aufstellung dieses Bebauungsplanes durchgeführt. Nach Abschluss
der Sondierung im August 2015 wurde die in Frage stehende Fläche von der oberen
Denkmalbehörde für die geplante Bebauung freigegeben.
Dessen ungeachtet wird im Bebauungsplan der allgemeine Hinweis zur Meldepflicht
bei der Entdeckung von Bodendenkmälern während der Bodeneingriffe gemäß § 15
und 16 Denkmalschutzgesetz NRW aufgeführt, da nicht auszuschließen ist, dass
archäologische Befunde/Funde während der geplanten Erdarbeiten aufgedeckt werden.
Wechselwirkungen im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 2 UVPG sind alle denkbaren funktionalen und strukturellen Beziehungen zwischen Schutzgütern sowie zwischen und innerhalb von landschaftlichen Ökosystemen, soweit sie aufgrund einer zu erwartenden
Betroffenheit durch Vorhabenauswirkungen von entscheidungserheblicher Bedeutung
Grundsätzlich ist – analog zum Wirkungsgefüge zwischen den abiotischen und biotischen Faktoren - davon auszugehen, dass die schutzgutbezogenen Erfassungskriterien im Sinne des Indikationsprinzips bereits Informationen über die funktionalen Beziehungen zu anderen Schutzgütern und Schutzgutfunktionen beinhalten. Somit werden über den schutzgutbezogenen Ansatz indirekt ökosystemare Wechselwirkungen
erfasst. Dieses gilt beispielsweise bei Veränderungen der klimatischen Verhältnisse für
das Wohlbefinden des Menschen oder die Bedeutung der Landschaft als Grundlage für
das Erholungsbedürfnis des Menschen.
Relevante Wechselwirkungen zwischen den Schutzgütern, die zu zusätzlichen erheblichen Beeinträchtigungen führen, sind nicht feststellbar.
5.3 Vergleich der voraussichtlichen Entwicklungen des Umweltzustands
bei Durchführung und Unterbleiben der Planung
Unter Berücksichtigung der Rechtslage und der zum Planungszeitpunkt vorhandenen
Nutzungen sind im Falle der Nichtrealisierung des vorliegenden Vorhabens langfristig
folgende Nutzungssituationen denkbar:
Bei Nichtrealisierung des Vorhabens würde die landwirtschaftliche Nutzung beibehalten.
VON UMWELTAUSWIRKUNGEN UND ZUR KOMPENSATION
VON EINGRIFFEN
Entsprechend der Ziele und Grundsätze der Eingriffsregelung sind die zu erwartenden
Risiken und zu prognostizierenden Beeinträchtigungen bei der Entwicklung des Vorhabens soweit wie möglich zu minimieren. Der Vermeidung ist generell Vorrang vor dem
Ausgleich einzuräumen.
Beeinträchtigende Umweltwirkungen sollen bereits in der Planungsphase durch ausreichende Berücksichtigung der Umweltbelange vermieden bzw. gering gehalten werden.
6.1 Regenwassermanagement
Aufgrund der gutachterlich ermittelten stellenweise geringen Durchlässigkeit der anstehenden Bodenarten im Plangebiet wird von einer Versickerung des Niederschlagswassers abgeraten. Die Entwässerung des geplanten Wohngebietes erfolgt im Trennsystem. Die Niederschlagsentwässerung erfolgt zum nächstgelegenen Gewässer (Opfersiepen). Im Rahmen des Entwässerungskonzeptes soll auch die bereits im Bestand
angespannte Situation der Niederschlagsentwässerung berücksichtigt und verbessert
6.2 Bodenschutz
Bei den Bodenarbeiten sind die entsprechenden DIN-Normen (DIN 18300 - Erdarbeiten und DIN 18915 - Vegetationstechnik im Landschaftsbau - Bodenarbeiten) zu beachten. Der Baustellenverkehr und die Zwischenlagerung von Materialien sind auf die
Bereiche innerhalb der ausgewiesenen Bauflächen zu beschränken. Um Belastungen
des Bodens und des Grundwassers zu vermeiden, sind insbesondere Beeinträchtigungen durch Betriebsstoffe auszuschließen. Die bauzeitlich in Anspruch genommenen
Flächen sind in den ursprünglichen Zustand zurückzuführen und Bodenverdichtungen
6.3 Orts- und Landschaftsbild
Die Waldfläche im Norden des Plangebiets ist zum Schutz des bestehenden Orts- und
Landschaftsbildes zu erhalten. Im Vorfeld der Realisierung etwaiger Baumaßnahmen
sind Vorsorgemaßnahmen zum Schutz der Gehölze, u. a. im Kronentraufbereich zu
ergreifen. Im Bereich der Kronentraufe sind Veränderungen der Geländehöhe in Form
von Abgrabungen oder Aufschüttungen unzulässig. Im Bebauungsplan ist entlang des
südlichen Waldrandes eine ca. 18 m breite öffentliche Grünfläche festgesetzt, die an
den eingemessenen Kronenrand der Waldbäume anschließt. Bei der Gestaltung der
Grünfläche ist darauf zu achten, dass keine Wegebauarbeiten und keine Abgrabungen
von Wurzeln im Kronenbereich der Bäume stattfinden.
Gemäß § 14 Abs. 4 BauO NW müssen zu erhaltende Bäume, Sträucher und sonstige
Bepflanzungen vor und während der Bauarbeiten durch geeignete Vorkehrungen i. V.
m. der DIN 18 920 vorsorglich und nachhaltig geschützt sowie ausreichend bewässert
werden. Dies ist durch die Bauleitung sicherzustellen. Geschützte Bäume dürfen durch
Bauarbeiten, Ablagerung von Baumaterialien oder Baustellenverkehr im Kronen-,
Stamm- und Wurzelbereich nicht beschädigt werden. Die Bauleitung hat sicherzustellen, dass vor Beginn der Baumaßnahmen geeignete Schutzmaßnahmen gemäß DIN
18920 (Schutz von Bäumen und Pflanzenbeständen und Vegetationsdecken bei Baumaßnahmen) und den Richtlinien für die Anlage von Straßen, Abschnitt 4: Schutz von
Bäumen und Sträuchern im Bereich von Baustellen (RAS-LG 4) vorzunehmen sind.
6.4 Maßnahmen des landschaftspflegerischen Ausgleichskonzeptes
6.4.1 Ergebnis der Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung
Die im Rahmen der im Juni 2013 und April 2014 durchgeführten Bestandskartierung
erfassten Biotoptypen bilden die Grundlage für die folgende Eingriffs-AusgleichsBilanzierung. Bei der Kartierung und Darstellung der Biotoptypen wurde die Biotoptypenliste und -bewertung der Methode LANUV verwendet und der Eingriff in den Naturhaushalt entsprechend bilanziert.
Für die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung des Bebauungsplans wurde eine Fläche
von 29.740 m² zugrundegelegt. Die auf dieser Fläche vorhandenen Biotop- und Nutzungstypen (siehe Biotoptypenkarte im Anhang) werden im nächsten Schritt aufgelistet
und ihre jeweiligen Flächenanteile ermittelt. Die jeweils ermittelte Quadratmeterzahl
wird anschließend mit dem zugehörigen Wertfaktor aus der Biotoptypenwertliste für
den angegebenen Biotoptyp multipliziert. Das Produkt entspricht dem Biotopwert des
betreffenden Biotoptyps.
Durch Addition aller ermittelten Biotopwerte der Biotoptypen wird der Gesamtwert des
Ausgangszustands des Plangebietes (Gesamtflächenwert I = Biotopwert vor dem Eingriff / Zustand, s. Tab. 2) ermittelt. Diesem wird der Gesamtwert des Zustands gemäß
den Festsetzungen des Bebauungsplangebietes (Gesamtflächenwert II = Biotopwert
nach dem Eingriff / Planungsentwurf, s. Tab. 2) gegenübergestellt, der auf die gleiche
Art ermittelt wird.
Die Festsetzungen des Bebauungsplanes führen zu einer neuen Verteilung der Biotoptypen. Jede festgesetzte Fläche wird einem Biotoptyp aus der Biotoptypenwertliste
zugeordnet. Die im Bereich der neuen Wohnbauflächen (insgesamt ca. 2 ha) entstehenden Gärten werden als Zier- und Nutzgarten, strukturarm (ohne Gehölze oder mit
< 50 % heimischen Gehölzen) mit 2 Punkten eingestuft. Die Grünflächen werden als
Grünanlage < 2 ha, strukturreich mit Baumbestand mit 4 Punkten bewertet. Der am
nördlichen Rand des Baugebietes im Übergang zur Grünlandfläche geplante Gehölzstreifen geht mit 6 Punkten in die Bilanzierung ein.
Die Differenz zwischen dem Bestands- und dem Planungswert ergibt eine Biotopwertdifferenz von - 45.280 Punkten. Das bedeutet, dass der durch die neu festgesetzten
Verkehrs- und Wohnbauflächen hervorgerufene Eingriff durch eine Kompensationsmaßnahme außerhalb des Bebauungsplanes in Abstimmung mit den zuständigen
Fachbehörden auszugleichen ist. Der Flächenumfang der Kompensationsmaßnahme
bemisst sich nach dem Ausgangswert der Fläche (vorhandener Biotoptyp) und dem
angestrebten Biotopwert der Fläche. Bei der Extensivierung zurzeit landwirtschaftlich
intensiv genutzter Flächen (Ausgangsbiotoptyp Grünland, intensiv genutzt mit Biotopwert 3) und Zielbiotoptyp extensiv genutzte, schwach gedüngte Wiesen oder Weiden
mit Krautanteil oder Obstwiese bis 30 Jahre (jeweils Planungswert Biotopwert 6) ist
eine Kompensationsfläche in einem Größenumfang von 15.094 m² erforderlich.
Da der Vorhabenträger über keine für die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen geeigneten Flächen verfügt und eine zeitnahe Umsetzung daher nicht möglich ist,
soll für das Defizit von 45.280 Punkten ein Ersatzgeld ermittelt werden. Die Höhe des
Ersatzgeldes bemisst sich nach den Kosten, die für die Durchführung der Kompensationsmaßnahme anfallen würden.
6.5 Grünordnerische Maßnahmen
Im Norden, im Übergang zur angrenzenden Feldgehölzfläche, wird eine der räumlichen
Wirkung des Gehölzbestandes angemessene Fläche frei gehalten und begrünt. Vor
dem Hintergrund eines möglichen Windbruches, sind die Gebäude hier so angeordnet,
dass sie einen Abstand zu den nächstgelegenen Baumkronen des Feldgehölzes von
ca. 25 m einhalten. Zu der nördlich angrenzenden Grünlandfläche bildet ein ca. 5 m
breiter Gehölzstreifen einen freiräumlichen Übergang. Zur Begrünung sind im Einzelnen folgende Maßnahmen vorgesehen:
• Pflanzung im Bereich der Wohngebiete
Die platzartigen Aufweitungen im Wohngebiet sollen mit mittelkronigen LaubbaumHochstämmen wie die Dornenlose Gleditschie (Gleditsia triacanthos 'Skyline'), die keine Früchte ausbildet und gemäß GALK-Straßenbaumliste als Stadtbaum gut geeignet
ist, bepflanzt werden. Die Unterpflanzung soll mit Bodendeckern (Liste mit empfohlenen Arten im Anhang) erfolgen.
• Pflanzung entlang Höltkenstraße und Deipenbecker Weg
Entlang Höltkenstraße und Deipenbecker Weg sollen im Bereich der dort geplanten
Stellplätze kleinkronige Laubbaum-Hochstämme wie Feld-Ahorn (Acer campestre 'Elsrijk') gepflanzt werden.
• Bepflanzung im Bereich der öffentlichen Grünflächen
Innerhalb der öffentlichen Grünfläche zwischen den Wohngebieten sowie am nördlichen Rand des Plangebiets sind Baum- und Strauchgruppen aus Laubgehölzen standortgerechter Arten gemäß der Pflanzlisten Nr. 1 bis 4 sowie bodendeckende Gehölze
und Stauden (siehe Anhang) anzupflanzen.
• Nördliche Eingrünung des Baugebiets
Das Baugebiet soll zur Abschirmung an der Nordseite mit einem 5 m breiten Gehölzstreifen, in dem Bäume 2. Ordnung und Sträucher gepflanzt werden, eingefasst
werden. Dazu können die Gehölzarten der Pflanzlisten Nr. 2 bis 3 (siehe Anhang) verwendet werden:
Die vorgesehenen Pflanzungen sind dauerhaft zu pflegen und zu erhalten.
GEPLANTE MASSNAHMEN ZUR ÜBERWACHUNG DER ERHEBLICHEN AUSWIRKUNGEN AUF DIE UMWELT BEI DER
Gemäß § 4c BauGB haben die Gemeinden die erheblichen Umweltauswirkungen, die
aufgrund der Durchführung der Bauleitpläne eintreten, zu überwachen. Durch die Umweltüberwachung (Monitoring) sollen insbesondere unvorhergesehene nachteilige
Umweltauswirkungen in der Folge der Durchführung der Bauleitpläne frühzeitig ermittelt werden, um geeignete Maßnahmen zur Abhilfe ergreifen zu können. Dabei sind die
nach Nr. 3 Buchstabe b der Anlage 1 zum BauGB genannten Überwachungsmaßnahmen sowie die Informationen der Behörden nach § 4 Abs. 3 BauGB zu nutzen.
Das Monitoring gemäß § 4c BauGB dient der Kontrolle der erheblichen, insbesondere
unvorhergesehenen umweltrelevanten Auswirkungen und umfasst folgende Komponenten
laufende Auswertung von Hinweisen der Bürger und Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Abhilfe im Bedarfsfalle
laufende Auswertung von Hinweisen der Fachbehörden gemäß § 4 Abs. 3 BauGB
und Einleitung geeigneter Maßnahmen zur Abhilfe im Bedarfsfalle
laufende Auswertung vorhandener und zukünftiger regelmäßiger städtischer Untersuchungen zu den Anforderungen des § 1 Abs. 6 BauGB (z. B. Handlungs- und
Stadtentwicklungskonzepte, Masterpläne und ähnliches) und Einleitung geeigneter
Maßnahmen zur Abhilfe im Bedarfsfalle.
Für den Bebauungsplan "Auf dem Elberg" der Stadt Wetter werden die im Folgenden
beschriebenen Monitoringmaßnahmen vorgesehen:
Sollten bei zukünftigen Bauvorhaben und Erdarbeiten unvorhergesehene Bodenverunreinigungen erkannt werden, so können diese, falls erforderlich, über ein
spezielles Monitoring, z.B. eine gutachterliche Begleitung von Sanierungs- oder
Sicherungsmaßnahmen, überwacht werden.
Durch Baumaßnahmen und Baufahrzeuge hervorgerufene Bodenverdichtungen
sind durch geeignete Bodenauflockerungsmaßnahmen rückgängig zu machen, insofern die betroffenen Flächen nicht einer baulichen Nutzung zugeführt werden.
Die Durchführung der Bodenauflockerungsmaßnahmen ist nach Abschluss der
Bauarbeiten im Rahmen der Bauabnahme zu kontrollieren.
Die Umsetzung der im Bebauungsplan festgesetzten Bepflanzungsmaßnahmen
innerhalb des Plangebietes als planinterne Ausgleichsmaßnahmen sind auf ihre
Umsetzung und Entwicklung hin zu kontrollieren. Dasselbe gilt für die planexterne
Ausgleichsmaßnahme.
ALLGEMEIN VERSTÄNDLICHE ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE MIT HINWEISEN AUF SCHWIERIGKEITEN BEI DER
Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, Kulturgüter und sonstige Schutzgüter beschrieben. Zum anderen wird im Umweltbericht dokumentiert wie die Belange des
Mit dem Bebauungsplan "Auf dem Elberg" werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Wohngebiet mit freistehenden Einfamilienhäusern geschaffen.
Für die einzelnen Schutzgüter sind durch das Vorhaben im Wesentlichen folgende
Auswirkungen zu erwarten:
Bei der vorliegenden städtebaulichen Planung handelt es sich um ein Wohngebiet mit
einer kleinmaßstäblichen, aufgelockerten Einfamilienhausbebauung. Das städtebauliche Konzept sieht ein Wohnquartier mit insgesamt ca. 43 Einfamilienhäusern vor. Im
Rahmen einer Verkehrsuntersuchung wurde festgestellt, dass das bestehende Straßennetz im Untersuchungsgebiet heute nur gering belastet ist und das vorhandene
Verkehrsaufkommen problemlos abgewickelt werden kann. Bei 44 Wohneinheiten ergibt sich ein durch das geplante Baugebiet induziertes Verkehrsaufkommen in Höhe
von etwa 280 Kfz-Fahrten / 24 h. Es kann unabhängig von der Wahl der Erschließungsvariante davon ausgegangen werden, dass das prognostizierte Verkehrsaufkommen verkehrstechnisch abgewickelt werden kann.
Zu der nordwestlich angrenzenden Grünlandfläche bildet ein ca. 5 m breiter Gehölzstreifen einen freiräumlichen Übergang. Im Nordosten, im Übergang zur angrenzenden Feldgehölzfläche, wird eine der räumlichen Wirkung des Gehölzbestandes
angemessene Fläche frei gehalten und begrünt.
Der ca. 0,7 ha große nördlich angrenzende feldgehölzartige Eichenwald aus StielEichen mit starkem bis sehr starkem Baumholz bleibt erhalten; vom südlichen Rand
des Waldes wird ein Abstand von 25 m zu den Gebäuden eingehalten.
Artenschutzrechtliche Belange / planungsrelevante Arten
LANUV ausgewertet. Das Plangebiet liegt im äußersten Südwesten des Messtischblattes L 4510 Witten (Quadrant 3); daher wurde auch das Messtischblatt 4509 Bochum
(Quadrant 4) mit berücksichtigt. Für die beiden Messtischblätter werden planungsrelevante Tierarten der Säugetiere, Vögel und Amphiben sowie Farn-, Blütenpflanzen und
Flechten aufgeführt, die potenziell auftreten könnten.
Im betroffenen Quadranten des Messtischblattes 4509 Bochum wurde die Geburtshelferkröte als Amphibienart nachgewiesen. Aufgrund fehlender geeigneter Gewässer ist
eine Reproduktion dieser Art im Untersuchungsgebiet ausgeschlossen.
Für das Messtischblatt 4510 Witten wird ein Vorkommen des Prächtigen Dünnfarn
aufgeführt, der in tiefen, extrem lichtarmen, feuchten Felsspalten wächst. Auf der betroffenen Grünlandfläche findet die Art nicht die geeigneten Lebensraumansprüche und
wurde entsprechend bei der Biotoptypenkartierung nicht festgestellt.
Für die Fledermäuse gilt, dass sie, falls einzelne Arten im Umfeld des Plangebietes
Sommer- oder Winterquartiere haben sollten, im Plangebiet selbst allenfalls einen untergeordneten Teil ihres Jagdhabitats finden. Da das Jagdhabitat im konkreten Fall
kein essentieller Bestandteil der geschützten Fortpflanzungs- und Ruhestätten im Sinne des Bundesnaturschutzgesetztes ist, kann auch diesbezüglich eine im Sinne der
Gesetzeslage erhebliche Beeinträchtigung ausgeschlossen werden.
Bei der Brutvogelerfassung konnten im Gebiet und in unmittelbar angrenzenden
Räumen mit Turmfalke und Mäusebussard zwei streng geschützte Arten als Nahrungsgäste nachgewiesen werden. Sehr wahrscheinlich nutzen aber auch Sperber
oder Habicht den Untersuchungsraum als Jagdhabitat, wie der Rupfungsfund einer
Ringeltaube belegt. Greifvogelhorste bestehen keine im Untersuchungsraum, jedoch
sind Brutvorkommen nachaktiver Eulenvögel nicht auszuschließen.
Ruhestätten der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten. Voraussetzung für eine erhebliche Störung im Sinne von § 44 (1) Nr. 2 BNatSchG ist die Betroffenheit eines essentiellen Habitatbestandteils. Die Jagdgebiete der festgestellten
Greifvogelarten reichen von 1,5 - 10 km² je nach Art und Nahrungsangebot, so dass
die betroffene 2,8 ha große Grünlandfläche einen untergeordneten Teil des Nahrungshabitats dieser Arten bilden. Ein Eintreten artenschutzrechtlicher Verbotsbestände
nach § 44 Abs. 1 Nr. 2 BNatSchG ist deshalb nicht zu erwarten.
nicht betroffen sind. Der günstige Erhaltungszustand wird durch kleinräumige Beeinträchtigungen einzelner Individuen nicht beeinträchtigt und negative Auswirkungen des
Populationsniveaus auf biogeografischer Ebene sind nicht zu erwarten.
Durch die im Zusammenhang mit der geplanten Nutzung verbundene Versiegelung
(Neuversiegelung ca. 1,3 ha) gehen die hier vorkommenden gewachsenen Böden dem
Naturhaushalt mit all seinen Funktionen wie Vegetationsstandort, Lebensraum für Bodenlebewesen sowie Filterfunktionen verloren. Weitere Beeinträchtigungen der ökologischen Bodenfunktionen ergeben sich durch den erforderlichen Bodenauftrag und
-antrag.
Vor dem Hintergrund der geplanten aufgelockerten Einfamilienhausbebauung und der
vorgesehenen Grünflächen ist von einem Versiegelungsgrad des Baugebiets von ca.
48 % auszugehen. Schutzwürdige Böden gemäß Geologischem Dienst NRW sind nicht
betroffen. Für das Schutzgut Boden ist daher insgesamt eine mäßige Beeinträchtigung
Die im Zusammenhang mit der Realisierung der Bauflächen und der Erschließung verbundene Neuversiegelung von insgesamt ca. 1,3 ha verhindert die Versickerung von
Niederschlagswasser. Hiermit sind zwangsläufig negative Folgewirkungen für den
Wasserhaushalt wie z. B. eine Erhöhung des Oberflächenabflusses und eine Verringerung der Grundwasserneubildung verbunden.
Durchlässigkeit der anstehenden Bodenarten im Plangebiet wird von einer Versickerung des Niederschlagswassers abgeraten. Die Entwässerung des geplanten Wohngebietes erfolgt im Trennsystem. Die Niederschlagsentwässerung erfolgt zum nächstgelegenen Gewässer (Opfersiepen). Im Rahmen des Entwässerungskonzeptes soll
auch die bereits im Bestand angespannte Situation der Niederschlagsentwässerung
berücksichtigt und verbessert werden.
Durch die Anlage der Baugebiete gehen Flächen mit klimatischer Ausgleichsfunktion
(Kaltluftentstehung) verloren. Im Umfeld des Plangebiets bestehen jedoch ausgedehnte klimatische Ausgleichsflächen, so dass keine wesentliche Verschlechterung der lufthygienischen Verhältnisse zu erwarten ist.
Schutzgut Landschaft (Ortsbild)
Durch die Anlage der Baugebiete verändert sich der Landschaftscharakter der offenen
landwirtschaftlichen Flächen zu einem Wohngebiet mit Hausgärten. Die geplante
überwiegend 1 ½-geschossige Einfamilienhausbebauung fügt sich aufgrund der maßvollen Höhenentwicklung in das Orts- und Landschaftsbild ein.
Bodendenkmals darstellt, wurde unter Aufsicht der zuständigen oberen Denkmalbegrünplan – büro für landschaftsplanung
hörde (LWL-Archäologie für Westfalen - Außenstelle Olpe), eine Oberflächenprospektion parallel zur Aufstellung dieses Bebauungsplanes durchgeführt. Nach Abschluss
Eingriffs-Ausgleichs-Bilanzierung / Ausgleichsmaßnahmen
Für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes wird eine Eingriffs-AusgleichsBilanzierung nach dem Verfahren "Numerische Bewertung von Biotoptypen für die
Bauleitplanung in NRW" (LANUV, März 2008) durchgeführt. Die Differenz zwischen
dem Bestands- und dem Planungswert ergibt eine negative Biotopwertdifferenz von
- 45.280 Punkten. Das bedeutet, dass der durch die neu festgesetzten Verkehrs- und
Wohnbauflächen hervorgerufene Eingriff durch eine Kompensationsmaßnahme außerhalb des Bebauungsplanes in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden auszugleichen ist. Da der Vorhabenträger über keine für die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen geeigneten Flächen verfügt und eine zeitnahe Umsetzung daher
nicht möglich ist, soll für das Defizit von 45.280 Punkten ein Ersatzgeld ermittelt werden. Die Höhe des Ersatzgeldes bemisst sich nach den Kosten, die für die Durchführung der Kompensationsmaßnahme anfallen würden.
Abschließend kann festgestellt werden, dass nach Realisierung der Planung keine erheblichen Umweltauswirkungen verbleiben, wenn die entsprechenden Vermeidungs-,
Minderungs- und Begrünungsmaßnahmen umgesetzt werden.
ARTENSCHUTZ IN DER BAULEITPLANUNG UND BEI DER BAURECHTLICHEN ZULASSUNG VON
VORHABEN, Gemeinsame Handlungsempfehlung des Ministeriums für Wirtschaft,
Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW und des Ministeriums für Klimaschutz,
Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW vom 22.12.2010.
BEZIRKSREGIERUNG ARNSBERG (2014): Regionalplan Regierungsbezirk Arnsberg Teilabschnitt Oberbereiche Bochum und Hagen, Stand der zeichnerischen Darstellung:
Sept. 2011, Abfrage am 15.08.2014.
BRILON, BONDZIO, W EISER (2014): Verkehrsuntersuchung zum Bebauungsplan; Bochum.
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (BFN) (2009): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen
und Pilze Deutschlands, Bonn-Bad Godesberg.
BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (BFN) (2010): Karte der Potentiellen Natürlichen Vegetation Deutschlands, M 1 : 500.000.
DEUTSCHER W ETTERDIENST (2014): Klimadaten, www.dwd.de.
ENNEPE-RUHR-KREIS (2014): Geodatenatlas ERK, Landschaftsplan, Entwicklungskarte
und Festsetzungskarte (Abfrage am 12.08.2014).
FUHRMANN & BRAUCKMANN (2014): Baugrundgutachten zum Bebauungsplan, Balve.
GEOLOGISCHES LANDESAMT NRW (1980): Geologische Karte von Nordrhein-Westfalen
i. M. 1:25.000 Blatt L 5410 Witten; Krefeld.
GEOLOGISCHES LANDESAMT NRW (1993): Bodenkarte von Nordrhein-Westfalen i. M.
1:50.000 Blatt L 5410 Dortmund; Krefeld.
GEOLOGISCHER DIENST NRW (2005): Auskunftssystem BK50 - Karte der schutzwürdigen Böden; Krefeld.
KIEL, DR. E.-F. (2007): Geschützte Arten in Nordrhein-Westfalen, Vorkommen, Erhaltungszustand, Gefährdung, Maßnahmen. Hrsg.: Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen,
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LANDESAMT FÜR NATUR, UMWELT UND VERBRAUCHERSCHUTZ NORDRHEIN-W ESTFALEN
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LANDESAMT FÜR NATUR, UMWELT UND VERBRAUCHERSCHUTZ DES LANDES NORDRHEINWESTFALEN (LANUV) (Internet-Abfrage am 06.07.2014): Infosystem geschützte Arten
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LANDESAMT FÜR NATUR, UMWELT UND VERBRAUCHERSCHUTZ DES LANDES NORDRHEINWESTFALEN (LANUV) (Internet-Abfrage am 06.07.2014): Biotopkataster und Biotopverbundflächen.
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SUDMANN, S.R., C. GRÜNEBERG, A. HEGEMANN, F. HERHAUS, J. MÖLLE, K. NOTTMEYERLINDEN, W. SCHUBERT, W. VON DEWITZ, M. JÖBGES & J. W EISS (2009): Rote Liste der
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(als Empfehlung zu den Festsetzungen gem. § 9 (1) Nr. 25a BauGB)
Liste Nr. 1: Bäume 1. Ordnung
- Spitz-Ahorn
- Trauben-Eiche
Liste Nr. 2: Bäume 2. Ordnung
- Feld-Ahorn
Liste Nr. 3: Heimische Sträucher
- Schlehdorn
- Hunds-Rose
- Echte Brombeere
- Ohrweide
Liste Nr. 4: Straßenbäume
- Feld-Ahorn 'Elsrijk'
- Kegelförmiger Spitz-Ahorn
- Säulen-Hainbuche
Liste Nr. 5: Bodendeckende Gehölze und Stauden
Bodendeckende Rosen in Sorten
- Immergrüne Berberitze
- Niedriger Hartriegel
- Ysander, Dickmännchen
- Bodendeckende Rosen
- Zwergkranzspiere
- Kleinblättriges Immergrün
Unser Zeichen: Ihr Zeichen Ihr Schreiben vom:
Artenschutzfachbeitrag - Stadt Castrop
Änderung des Flächennutzungsplans in Saarbrücken
Naturschutzfachliches Gutachten zum
Fries-Erläuterung zur Planaufstellung für Internet
Umweltbericht Änderung FNP Friedrichshafen
Systemlösungen von NIHON KOHDEN für die
Planungsposter
Stadt Schwerte Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 12

References: § 1
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 1
 § 2
 § 2
 § 1
 § 2
 § 2
 § 21
 § 62
 § 7
 § 44
 Art. 12
 Art. 5
 § 44
 Art. 4
 § 44
 § 15
 § 44
 § 44
 § 44
 § 44
 § 44
 § 44

§ 44
 § 44
 § 7
 § 44
 § 44
 § 51
 § 15
 § 2
 § 14
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 1
 § 44
 § 44
 § 9