Source: http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/1248/2700
Timestamp: 2018-06-22 21:00:14+00:00

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Volume 10, No. 1, Art. 34 – Januar 2009
Editorial: Qualitative Forschung und interkulturelle Kommunikation
Zusammenfassung: Der Beitrag führt in die Themenstellungen des Schwerpunktes sowie die Beiträge des Bandes ein und klärt über einige wichtige begriffliche Differenzierungen im Feld der interkulturellen Forschung auf. Ziel der Schwerpunktausgabe ist die Erkundung von Verwendungsformen und Reflexionen qualitativer Forschungsansätze im Kontext interkultureller Kommunikation. Dabei geht es sowohl um die Darstellung von Besonderheiten einer genuin interkulturellen Forschung als auch um die Identifikation von Gemeinsamkeiten und Anschlüssen dieses speziellen Forschungsgebietes an allgemeine interpretative Forschungstraditionen unter dem "Dach" der qualitativen Sozialforschung.
Keywords: interkulturelle Kommunikation; qualitative Kulturforschung; interkulturelle Forschung; Kulturvergleich; Ethnozentrismus; Migration; Bildung; Medien
1.1 Einige begriffliche Klärungen zu Beginn
1.2 Qualitative Forschung und interkulturelle Kommunikation
2. Themenbereiche dieses Schwerpunktes
2.1 Theoretische Reflexionen zur Konstitution und Konzeptualisierung interkultureller Kommunikation
2.2 Anwendung, Innovation, Reflexion und Vermittlung qualitativer Forschungsmethoden
2.3 Qualitative Studien zu speziellen Einzelthemen und Kontexten interkultureller Kommunikation
2.4 … und einiges, was in diesem Schwerpunkt leider fehlt
Interkulturalität und Kulturalität durchziehen als Interpretationsfolien soziale Institutionen wie Politik, Wirtschaft, Erziehung, Medien und Wissenschaft ebenso wie den Alltag in privaten Kontexten und Begegnungen. Entsprechend haben Themen der interkulturellen und kulturvergleichenden Kommunikation in den letzten Jahrzehnten auch in vielen wissenschaftlichen Disziplinen zunehmend theoretische und empirische Aufmerksamkeit auf sich gezogen. [1]
Myron LUSTIG und Jolene KOESTER (2005) unterscheiden die "einheimische" (domestic) und die "internationale Aufforderung" als zwei unterschiedliche Anlässe, sich praktisch und wissenschaftlich mit interkultureller Kommunikation zu befassen. Die internationale Variante begründet sich vor allem aus diversen Formen grenzüberschreitender Mobilität und Zusammenarbeit, z.B. beruflichen Auslandsentsendungen, Geschäftsbeziehungen, internationaler Entwicklungszusammenarbeit, Auslandsstudium und internationalem Jugendaustausch. Die "einheimische" oder lokale Variante rekurriert auf die Annahme einer wachsenden gesellschaftlichen Relevanz ethnischer, kultureller und sozialer Vielfalt in einem weiteren Sinne in nahezu allen Bereichen einer multikulturellen Gesellschaft (z.B. Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung, Handel, öffentliches Ordnungswesen wie Polizei und Gerichte und vieles mehr). [2]
Grundlagenforschung zur interkulturellen und kulturvergleichenden Kommunikation konzentriert sich auf die (empirisch begründete) Weiterentwicklung von anspruchsvollen Theorien über Kultur und Kommunikation; häufig auch in einer interdisziplinären oder gar transdisziplinären Perspektive. Angewandte Forschung findet vor allem im Rahmen praktischer Interventionen und Programme statt, die interkulturelles Lernen und Verständigung fördern sollen. Solche Forschungen zielen meistens darauf ab, die Wirkungsweisen interkultureller Interaktionen zu belegen, Programme zu evaluieren, also ganz allgemein Veränderungen zu erkennen und zu erklären, die mit den Interventionen angestrebt oder durch sie induziert werden. Dies sind einige offensichtliche, meistens auch eng verwobene Ausgangspunkte, um genauer über interkulturelle Kommunikation als einem wachsenden Forschungsfeld nachzudenken. [3]
Viele (insbesondere englischsprachige) Veröffentlichungen scheinen die Attribute "cross-cultural" und "intercultural" synonym und wechselnd zu verwenden. Dennoch ist eine konzeptionelle Differenzierung sinnvoll: "Cross-cultural research [and communication] involve[s] comparing behavior in two or more cultures (...) intercultural research [and communication] involve[s] examining behavior when members of two or more cultures interact (…)" (GUDYKUNST 2000, S.314). Deshalb unterscheiden auch wir kulturvergleichende (cross-cultural) und interaktionale, interkulturelle (intercultural) Forschung als zwei zunächst unterschiedliche, gleichwohl oft verbundene Blickwinkel der interkulturellen Forschung. Dieser FQS-Schwerpunkt widmet sich in erster Linie interkultureller Kommunikation im Sinne einer interaktionalen Kommunikation, und es wird noch deutlicher werden, warum wir diese Perspektive auf Kultur in den Mittelpunkt stellen. Gleichwohl werden auch klassische kulturvergleichende Perspektiven in mehreren Beiträgen zur Sprache kommen. [4]
Während jeder sinnvolle Forschungszugang zu interkultureller Kommunikation in irgendeiner Form Unterscheidungen auf der Basis einer semantischen Pluralität "sozialer Welten" (STRAUSS) oder "kleiner Lebenswelten" (LUCKMANN) (vgl. SOEFFNER & ZIFONUN 2008, S.7) voraussetzt, ist die theoretische und empirische Relevanz doch nicht nur auf vergleichende Analyse und kommunikative Probleme der Überbrückung dieser Welten beschränkt (vgl. dazu auch SRUBAR, RENN & WENZEL 2005). Analysen interkultureller Kommunikation in unserem Verständnis schließen ein weites Spektrum sozialer Phänomene ein:
die interpretative Konstituierung von sozialen Konstruktionen im Hinblick auf kulturelle Unterschiede, Typifizierungen und Identifikationen einschließlich der kognitiven und sozialen Voraussetzungen solcher Konstruktionen,
die Annahme (bzw. die Negation), dass kulturelle Unterschiede für das Alltagsleben oder als außergewöhnliches kontingentes Ereignis überhaupt irgendwie bedeutsam werden (oder eben nicht),
zahlreiche Formen von konstruktiven und destruktiven Praktiken der interkulturellen Interaktion,
soziale Machtstrukturen und psycho-emotionale Barrieren, die interkulturelle Interaktionen befördern oder hemmen können – und die dazu tendieren, kulturelle Hegemonien zu verfestigen,
symbolische Sedimente und materielle Manifestationen interkultureller Kommunikation in Form von Weltsichten, Identitäten, Sprachen, Symbolen und Artefakten. [5]
Diese und viele weitere Aspekte konstituieren die große Arena für die Forschung zur interkulturellen Kommunikation bzw. die interkulturelle Kommunikationsforschung. Als "Forschung zur interkulturellen Kommunikation" wird dabei jene Forschung betrachtet, die sich der interkulturellen Bedingtheit beobachtbarer Formen von Kommunikation und Interaktion als dem primären empirischen Erkenntnisinteresse zuwendet. Den Begriff "interkulturelle Kommunikationsforschung" schlagen wir indessen dort vor, wo die Tätigkeit der Kommunikationsforschung selbst eine interkulturelle ist, mithin aus einer interkulturellen Perspektive zu betrachten ist. Diese terminologische Unterscheidung mag auf den ersten Blick spitzfindig erscheinen, aber sie hat weitreichende Implikationen, weil sie auf unterschiedliche Erkenntnisparadigmen der Sozialforschung verweist.1) [6]
Um hier ein Beispiel zur Illustration zu geben: Eine Forschungsarbeit, die z.B. Gruppendiskussionen für die Analyse von Unterrichtsinteraktionen in einem multikulturellen Bildungskontext einsetzt, kann zunächst als Forschung zur interkulturellen Kommunikation betrachtet werden. Wenn nun die Interviewsituation zwischen dem oder der Forschenden aus der Kultur X und den Gesprächspartner/innen aus Kultur Y selbst als interkulturelle Kommunikation in die Betrachtung einbezogen wird, oder wenn Datenerhebung und Dateninterpretation durch ein multikulturelles Forschungsteam mit Mitgliedern unterschiedlicher kultureller Herkunft durchgeführt werden, um den kulturellen Bias in der Forschung zu reduzieren, könnte man auch von interkultureller Kommunikationsforschung sprechen. Dieses Beispiel zeigt, dass eine wirklich reflexive Forschungspraxis beides einschließen sollte: eine nachvollziehbare Gegenstandsbegründung interkultureller Kommunikation und eine interkulturelle Forschungsperspektive. [7]
Sorgfältige empirische Analysen sind für Erklärungen des Wandels sozialer Strukturen und Praktiken in pluralistischen Gesellschaften essenziell. Aufgrund des interdisziplinären Charakters bezieht Forschung zu interkultureller Kommunikation ihre Inspirationen aus vielfältigen Theorien, Modellen, Methoden und kritischen Rufen aus diversen Ecken der Sozial-, Kultur- und Erziehungswissenschaften. In Anbetracht einer generell zunehmenden Verbreitung und Anerkennung qualitativer Forschungsmethoden in den Sozialwissenschaften (DENZIN & LINCOLN 2005; FLICK, von KARDORFF & STEINKE 2004; SILVERMAN 2006)2) entwickelt sich aus der interdisziplinären Prägung einer qualitativ orientierten Forschung zur interkulturellen Kommunikation (und interkulturellen Kommunikationsforschung) eine recht unübersichtliche und verschwommene Landschaft von Theorien und Methoden. [8]
Insofern als Explorationen, Rekonstruktionen und Übersetzungen des "semantisch Anderen" und die eigene Beziehung zum Anderen den grundlegenden Kern interkultureller Kommunikation bilden, wird die Verwandtschaft und Nähe zu den epistemologischen Wurzeln der qualitativen Sozialforschung schnell offenkundig. Allerdings rechtfertigt dies keinesfalls einen nicht näher begründungsbedürftigen "Automatismus" für die Anwendung qualitativer Methoden und Ansätze auf die interkulturelle Kommunikation. Forschende im Feld der interkulturellen Kommunikation müssen ihre theoretischen und methodologischen Grundannahmen über Interkulturalität explizit machen, wenn sie als bedeutungsvolle und überzeugende analytische Gesellschaftsperspektive ernst genommen werden wollen. Außerdem gilt es daran zu erinnern, dass Methodologien und Methoden der qualitativen Forschung ihrerseits kulturell eingebettet sind und stark von intellektuellen Strömungen und Forschungstraditionen in den verschiedenen Ländern und Weltregionen geprägt wurden und werden (FLICK 2005; KNOBLAUCH, FLICK & MAEDER 2005; CISNEROS PUEBLA, DOMÍNGUEZ FIGAREDO, FAUX, KÖLBL & PACKER 2006). Prozesse der interkulturellen Kommunikationsforschung wie auch der Forschung zur interkulturellen Kommunikation müssen daher selbst auch als ein spezieller Modus der kulturellen Praxis betrachtet werden. [9]
Diese FQS-Schwerpunktausgabe widmet sich der Erkundung von Verwendungsformen und Reflexionen qualitativer Forschungsansätze im Kontext interkultureller Kommunikation. Mehrere neue Einführungen und Handbücher zur interkulturellen Kommunikation sind in den letzten Jahren erschienen, und alle enthalten auch Abschnitte zu Forschungsmethoden (ASANTE, YOSHITAKE & YIN 2008; KOTTHOFF & SPENCER-OATEY 2007; STRAUB, WEIDEMANN & WEIDEMANN 2007).3) [10]
Die in dieser Ausgabe versammelten Beiträge schließen insofern an die dort – mehr oder minder ausführlich – aufgeworfenen methodologischen Fragen an und führen die Diskussion fort, indem folgende Aspekte in den Mittelpunkt gerückt werden:
Wodurch und worin manifestiert sich in der Anwendung jeweils vorgestellter Forschungsmethode/n Kultur bzw. Interkulturalität? Was verstehen die jeweils hinzugezogenen Theorien unter Kultur, und wie wird dieses Phänomen in ein übergeordnetes Theoriegebäude integriert?
Wie werden methodische Ansätze der qualitativen Forschung im Feld der interkulturellen Kommunikation genutzt? Wie werden sie in ihrer Gegenstandsadäquatheit theoretisch begründet und für interkulturelle Phänomene justiert?
Wie lassen sich Methodenkombinationen und interdisziplinäre Forschungsansätze für interkulturelle Kommunikationsforschung anwenden?
Wie lässt sich das relativ junge Forschungsfeld der interkulturellen Kommunikations- und Kompetenzforschung im Kontext klassischer Methoden und Konzepte qualitativer Sozialforschung systematisieren und verorten?
Wie lassen sich latenter Methodenethnozentrismus und kulturelle Einseitigkeit bei konzeptionellen Vorannahmen, Feldzugängen, Instrumenten, Interpretationen und Darstellungen angemessen im Forschungsprozess berücksichtigen und reflektieren? [11]
Im Hinblick auf diese Leitfragen sind wir als Herausgeber/innen dieses Schwerpunkts der bewährten FQS-Tradition gefolgt: Wir haben uns bemüht, eine maximale Bandbreite und Variationen von Ansätzen, Disziplinen und Argumenten zu berücksichtigen. Der Aufruf zur Einreichung von Beitragsvorschlägen wurde im April 2007 versandt, und es wurden mehr als 50 Vorschläge eingereicht. Davon wurden 34 nach einem ersten Review für Volltexte eingeladen. Dieser Schwerpunkt enthält nunmehr 25 Beiträge, und einige davon liegen als Volltext in zwei Sprachen vor. Alle Autorinnen und Autoren wurden gebeten, der Reflexivität des Forschens, also der letztgenannten Leitfrage nach Ethnozentrismen, kulturellem Bias und der eigenen Rolle der Forschenden im Feld besondere Aufmerksamkeit zu widmen (wenngleich dies in den Beiträgen natürlich in unterschiedlicher Gewichtung behandelt wird). [12]
Die Artikel des Schwerpunkts sind in drei thematische Bereiche gegliedert:
Theoretische Reflexionen zur Konstitution und Konzeptualisierung interkultureller Kommunikation
Anwendung, Innovation, Reflexion und Vermittlung qualitativer Forschungsmethoden
Qualitative Forschungen zu speziellen Einzelthemen und Kontexten interkultureller Kommunikation [13]
Der erste Themenbereich enthält sechs Beiträge und bietet einen Überblick zu theoretischen und methodologischen Grundproblemen der Konzeptualisierung von Kultur und Interkultur für empirische Forschungsabsichten. Der Fokus liegt dabei auf zentralen Fragen, die – zum größten Teil – relativ unabhängig von speziellen Einzelmethoden, Disziplinen und Kontexten jedes Forschungsvorhaben betreffen. Mit anderen Worten: diese Beiträge liefern einen ersten Einstieg in den Stand der Forschungsdiskussionen, und einige von ihnen nutzen auch kurze Einblicke in eigene Forschungsbeispiele, um zentrale Argumentationen zu veranschaulichen. [14]
Der erste Beitrag von Matthias OTTEN und Judith GEPPERT nutzt den metaphorischen Ansatz einer Raummetapher, um langfristige Entwicklungslinien in der methodologischen Landschaft der qualitativen Forschung zur interkulturellen Kommunikation aufzuzeigen. Drei methodologische Dimensionen (Kulturkonzepte, Analysemethoden und Generalisierungen) konstituieren einen hitchiker's guide für die interkulturelle Galaxie, der sich als Navigationshilfe für die weitere Erkundung des Schwerpunkts anbietet. Maria Assumpta ANEAS und Maria Paz SANDÍN beleuchten die historische Entwicklung der interkulturellen Kommunikationsforschung und leiten daraus methodische Konsequenzen einer konstruktivistischen Perspektive auf Kultur ab. Dominic BUSCH analysiert in seinem Beitrag speziellen Sichtweisen auf Kultur, die in unterschiedlichen sprachwissenschaftlichen Ansätzen angelegt sind, so z.B. Kontrastive Linguistik, Interaktionale Soziolinguistik, Ethnografie der Kommunikation, Ethnomethodologie und Diskursanalyse. Einsteiger/innen ins interkulturelle Forschungsfeld finden hier einen guten Überblick über klassische linguistische Positionen zur interkulturellen Kommunikation. Ester BARINAGA nähert sich dem Feld ebenfalls sprachwissenschaftlich und stellt WITTGENSTEINs Sprachtheorie zur Diskussion, um Konsequenzen einer performativen Sprachpraxis aufzuzeigen. Immanente Probleme und epistemologischen Grenzen des Verstehens anderer Kulturen werden im Aufsatz von Norbert SCHRÖER behandelt, der hierfür auch ein methodisch kontrolliertes Interpretationsverfahren vorschlägt, das er aus der einflussreichen Tradition der Hermeneutischen Wissenssoziologie begründet. Gertraud KOCH fragt vor dem Hintergrund aktueller kulturanthropologischer Diskussionen, inwieweit Kultur als Wissen zu verstehen ist, und wie dies in einer konsequenten Lesart zu einem neuen und kritischeren Verständnis von interkultureller Kommunikation und Kompetenz führen könnte. [15]
Der zweite Themenbereich umfasst zehn Artikel, in denen die Autor/innen spezielle Forschungsmethoden und Instrumente (oder Kombinationen von mehreren Ansätzen) zur Analyse interkultureller Kommunikation erklären, demonstrieren und reflektieren. In diesem Abschnitt soll also die Vielfalt konzeptioneller Begründungen einzelner Methoden der Datenerhebung und Datenanalyse präsentiert werden, die sich aus unterschiedlichsten qualitativen Forschungstraditionen in den Sozial- und Kulturwissenschaften speisen. Ein genauerer Blick auf die Methoden und ihre spezielle Anwendung offenbart dabei den starken interdisziplinären Austausch zwischen den Disziplinen. Während beispielsweise die Soziologie sich durch Ideen der postkolonialen Literaturwissenschaft anregen lässt, entlehnt etwa die Psychologie viel von ihrem "interkulturellen Gepäck" (PHIPPS 2007) aus der klassischen Kulturanthropologie und reicht Manches davon wieder weiter in die Erziehungswissenschaften – und so fort. [16]
Jan KRUSE eröffnet den zweiten Themenbereich und erläutert – mit Verweis auf Alfred SCHÜTZ und seine Sozialphänomenologie – eines der fundamentalsten Probleme interkultureller Forschung: die unhintergehbaren Grenzen des Zugangs zur inneren Lebenswelt (dem subjektiven Sinn) der Anderen im Akt des Fremdverstehens. Es folgt ein Beitrag von Andrea PLODER, die sich für die Nutzung postkolonialer Theorie in der interkulturellen Forschung ausspricht, die ihrer Ansicht nach gut geeignet scheint, um sich im interkulturellen Feld immer wieder produktiv irritieren zu lassen. Arne WEIDEMANN stellt anschließend seinen anspruchsvollen Ansatz der pragma-semantischen Analyse vor, mit dem Netze kultureller Bedeutungen, die in soziale Praktiken eingelassen sind, untersucht werden sollen. Das Verfahren dazu wird am Beispiel touristischer Berichte über indische Bettler/innen illustriert. [17]
Sheila TRAHAR ist die erste von mehreren Autor/innen dieses Schwerpunkts, die ihre methodischen Überlegungen vor dem Hintergrund internationaler (Hochschul-) Bildungsprozesse thematisiert. TRAHARs kritische Betrachtung des narrativen Erzählparadigmas zeigt einige Herausforderungen der sogenannten Selbstethnografie auf, der im interkulturellen Feld eine zentrale Rolle zukommt. Ebenfalls im Bildungskontext situiert ist die Studie von Henrike EVERS, in der BOHNSACKs Dokumentarische Methode genutzt wird, um Bildungsprozesse im Rahmen von pädagogisch unterstützten, internationalen Studierendengastprogrammen zu erforschen. Doris WEIDEMANN demonstriert die Potenziale des Strukturlegeverfahrens, welches zur Analyse von subjektiven Theorien über das Konzept "Gesicht/face" und daraus folgender interkultureller Lernprozesse eingesetzt wird. Eines der wohl bekanntesten Instrumente in der Forschung zu interkultureller Kommunikation, die Critical Incident Technik nach FLANAGAN, wird in einer modifizierten und erweiterten Variante von Gundula Gwenn HILLER behandelt. [18]
Es folgen drei weitere Beiträge, in denen die strukturierte Vermittlung und das praktische Einüben von qualitativen Forschungsmethoden im interkulturellen Feld besonders im Zentrum stehen. David HOFFMAN befasst sich mit der Frage nach den kommunikativen Präferenzen, die Gesprächspartner/innen in einem interkulturellen Forschungsprojekt haben. Sein Vorschlag eines Leitfadens für die stufenweise Entwicklung der Interviewführung soll Forschende für solche Präferenzen bei der Datengewinnung sensibilisieren. Gabriele BERKENBUSCH gibt Einblicke in ihre Erfahrungen aus einem Lehr- und Studienprojekt, in dem erste interkulturelle Lernprozesse in bikulturellen Studierenden-Tandems systematisch mit der praktische Heranführung an die Methode der Konversationsanalyse verbunden werden. Ein Autorinnenkollektiv – Carmen OLIVER VERA, Conchi SAN MARTIN MARTÍNEZ, Mª Isabel NAVARRO RUIZ und Graça COSTA DOS SANTOS – berichtet ebenfalls von praktischen Erfahrungen aus einer interdisziplinären Forschungsgruppe, in deren Rahmen versucht wird, den Aufbau und die Implementierung interkultureller Schulunterstützungsprogramme für Migrant/innenkinder mit der Methodenausbildung in einem erziehungswissenschaftlichen Doktorand/innenprogramm an der Universität Barcelona zu verknüpfen. [19]
Neun weitere Beiträge bilden den dritten und letzten Unterbereich dieses FQS-Schwerpunkts. Versammelt sind hier Fallstudien und Forschungsprojekte, die sich speziellen Teilproblemen und/oder speziellen Kontexten der interkulturellen Kommunikation widmen. Es ist augenscheinlich, dass die Entwicklungen von Migration, internationaler Wirtschaftskooperation, Medien und Erziehung – um nur einige Felder zu nennen – zu einer allgegenwärtigen Interkulturalität in modernen Gesellschaften führt. Die Zahl der Beispiele und Anlässe zur kontextspezifischen Erforschung interkultureller Kommunikation ist nahezu unbegrenzt. Die hier vorgestellten Beiträge geben lediglich einen exemplarischen Eindruck von der großen Bandbreite denkbarer kontextualisierter Forschungszugänge. [20]
Migrationsprozesse und Identitätsfragen sind ein nahe liegender Impulsgeber für die Forschung (siehe den oben zitieren "domestic imperative") und deshalb knüpft unser Schwerpunktthema an Diskussionen und Topoi an, die teilweise bereits in einem früheren FQS-Schwerpunkt zur Qualitativen Migrationsforschung in Europa (BORKERT, MARTÍN PÉREZ, SCOTT & De TONA 2006) behandelt wurden. Vera SHERIDAN und Katharina STORCH erachten die Methodologie der Grounded Theory als besonders geeignet, um komplexe Verflechtungen von Migrationserfahrungen und ihren persönlichen Auswirkungen im Leben von Migrantinnen in Irland zu rekonstruieren. Bogusia TEMPLE und Katarzyna KOTERBA nehmen Sprache und Sprachgebrauch als keineswegs triviale Form kultureller Selbstpräsentation aus einer soziolinguistischen Perspektive in den Blick und begründen anhand von Ergebnissen aus ihrer Studie über polnisch sprechende Migranten und Migrantinnen in Manchester (England) die These, dass Sprecher/innen sich je nach aktuellem Kontext und aktueller Sprachwahl unterschiedlich kulturell positionieren und präsentieren. Marc THIELEN zeichnet mit den Mitteln der biografischen Erzählforschung den Einfluss eines strikt regulierten institutionellen Kontextes der deutschen Asyladministration auf Gespräche mit iranischen homosexuellen Männern nach. [21]
Es bedarf hier nicht mehr der Wiederholung ausholender Hinweise auf das World Wide Web, das "globale Dorf" oder die weltweite Verbreitung von Bollywood-Filmen, um den immensen Einfluss der Medien auf die Identitätsbildung zu begründen oder die Einsicht zu unterstreichen, dass solche Kommunikation eben oft eine interkulturelle ist. Drei Beiträge dieses Abschnitts befassen sich mit medialen bzw. medienbezogenen Formen interkultureller Kommunikation. Will GIBSON greift auf die Konversationsanalyse zurück, um die interaktive Aushandlung kultureller Zugehörigkeitskategorien durch asynchrone, geschriebene Diskurse in Online-Foren zu erforschen. Dabei geht er darauf ein, wie sich Online-Kommunikation und Face-to-Face-Kommunikation im Hinblick auf die Herstellung von Interkultur unterscheiden können. Vincenzo BUA nutzt die Strukturierungsmöglichkeiten der Analysemethode GABEK zur Untersuchung interkultureller Aspekte in der subjektiven Bildwahrnehmung der regionalen Bildmarke "Südtirol/Alto Adige" innerhalb der verschiedenen Sprachgruppen Südtirols. Andreas HEPP argumentiert mit seinem Plädoyer für eine transkulturelle Perspektive einer zeitgemäßen komparativen Medienforschung, die im Gegensatz zur klassischen, international vergleichenden Medienforschung neue Medienphänomene besser zu fassen vermag. [22]
Die letzten drei Beiträge repräsentieren auf unterschiedliche Weise die Bedeutung und ständige Abwägung kulturvergleichender Forschungsperspektiven in der interkulturellen Forschung. Jasmin MAHADEVAN stellt Ergebnisse ihrer ethnografischen Feldforschung in einem Unternehmen dar und begründet dabei, warum gerade im internationalen Kontext eine emische Sicht auf internationale Organisationskulturen sinnvoll ist. Ulrike SCHWEGLER rekurriert ebenfalls auf die Polarität von emischer und etischer Perspektive und buchstabiert dies für die interkulturelle Vertrauensforschung am Beispiel deutsch-indonesischer Geschäftsbeziehungen aus. Elisabeth SCHILLING und Alexander KOZIN beschließen den Schwerpunkt und führen uns gewissermaßen nochmals zu den Ursprüngen des Feldes zurück: zu Edward T. HALL und seinem kulturtheoretischen Konzept von Zeiterfahrung (aus den späten 1950er Jahren), das im Rahmen einer vergleichenden deutsch-russischen Studie von Zeitkonzepten neu gelesen wird. [23]
Unsere intensive Auseinandersetzung mit den hier publizierten Beiträgen führt uns selbst in ganz besonderer Deutlichkeit vor Augen, wie leicht sich die Repräsentativität dieser Auswahl infrage stellen ließe. Viele Methoden und Ansätze konnten wir leider nicht vorstellen, und auch die in den Beiträgen behandelten Themen und Kontexte können nur exemplarisch für eine Vielzahl von Möglichkeiten stehen. Manche kulturelle Sichtweise und einige Regionen sind nicht genügend repräsentiert, und wir müssen auch einräumen, dass die internationale Beteiligung von Autorinnen und Autoren leider nicht so breit gefächert ist, wie wir es anfangs erhofft hatten. Das ist schon allein deshalb bedauerlich, weil natürlich gerade das Thema der interkulturellen Kommunikation prädestiniert und aufgefordert ist, "andere" und "internationale" Perspektiven deutlich(er) zur Kenntnis zu nehmen. So hätten wir uns Beiträge von Autorinnen und Autoren aus Asien, Afrika und Lateinamerika gewünscht, die zweifelsohne die Augen und Sinne für die Begrenztheiten der "westlichen" Tradition interkultureller Kommunikationsforschung weiter schärfen würden (ASANTE 2008; YOSHITAKA 2008).4) Einmal mehr zeigt sich hier, dass mit einer Eingrenzung auf Methoden qualitativer Sozialforschung auch eine Richtungsweisung auf solche Ansätze erfolgt, die sich im bevorzugten Textformat der westlichen Academia erfassen und benennen lassen. Auf dieses Grundproblem eines verzerrten, womöglich auch verhinderten globalen interkulturellen Dialogs über interkulturelle Kommunikation weisen nicht zuletzt postkoloniale Ansätze immer wieder deutlich hin (RELLSTAB 2004). [24]
Im Hinblick auf Methoden und Datenformate überwiegen in diesem Schwerpunkt eindeutig die textbasierten Formen und Interviewstudien gegenüber ebenso relevanten visuellen Daten. Die Renaissance von visuellen Daten (KNOBLAUCH, BAER, LAURIER, PETSCHKE & SCHNETTLER 2008) und der virtuellen Ethnografie (DOMÍNGUEZ et al. 2007) in der qualitativen Forschung dürfte auch für die Forschung zur interkulturellen Kommunikation mit Sicherheit noch weiter an Bedeutung gewinnen. [25]
MRUCK, CISNEROS PUEBLA und FAUX (2005) haben auf die ständige Schwierigkeit hingewiesen, bei jedem Thema immer wieder die Balance von "Zentrum" und "Peripherie" der aktuellen qualitativen Forschung austarieren zu müssen.
"We need to know more about what is happening in the different (national, disciplinary, medial) 'peripheries' to learn about the conceptual roots of our current practices and to act in a future globalized academia, opening our minds to the fascinating diversity (and unity?) of our memories, images, styles, focus, strategies and life-worlds as qualitative researchers" (MRUCK et al. 2005, Par.9) [26]
Unser Versuch eines thematischen Schwerpunkts zur interkulturellen Kommunikation stellt einen Anfang für die fundierte Debatte über qualitative Methoden in diesem Feld dar. Die Leserinnen und Leser mögen selbst entscheiden, inwieweit die einzelnen Beiträge das Zentrum oder eher die "hinteren Ecken" der aktuellen "Forschungsgalaxie" repräsentieren. Wir hoffen jedenfalls, dass die Beiträge andere dazu einladen, kritisch und konstruktiv in die Diskussion einzusteigen und den Horizont zu erweitern. [27]
Unser Dank gilt zuerst allen Autorinnen und Autoren für ihre Beiträge zu diesem Schwerpunkt. Besonders danken wir Katja MRUCK und César A. CISNEROS PUEBLA für wertvolle Hinweise zur Überarbeitung der Beiträge und die geduldige Unterstützung bei diesem Projekt. Beatriz Tapia ADLER, Gabriele BERKENBUSCH, Will GIBSON, Conchi SAN MARTÍN MARTÍNEZ, Vera SHERIDAN, Sheila TRAHAR und Bogusia TEMPLE haben uns mit zusätzlichen Gutachten und muttersprachlichem Lektorat unterstützt und sich über ihre eigenen Beiträge hinaus für das Gelingen des Schwerpunkts insgesamt engagiert. Weiterhin danken wir Judith GEPPERT und Julia HABERMEHL für die tatkräftige Unterstützung bei diversen Lektorats- und Formatierungsarbeiten.
1) Leider wird in den meisten Veröffentlichungen zumeist nur die (etwas handlichere) Formulierung interkulturelle Kommunikationsforschung / intercultural communication research verwendet. Dabei fällt doch recht schnell auf, dass Methoden und Methodologie in vielen Studien über die zuweilen krude Unterstellung einer Kulturdifferenz ihrer "Objekte" hinaus kaum systematische Bemühungen um eine interkulturelle Perspektivierung des Forschungshandelns selbst erkennen lassen. <zurück>
2) Stellvertretend für die zahlreichen Grundlagenwerke im deutschsprachigen Raum beispielsweise FLICK, von KARDORFF und STEINKE (2008), BOHNSACK (2008), STRÜBING und SCHNETTLER (2004) oder BRÜSEMEISTER (2008). <zurück>
3) Es sind in den letzten Jahren viele weitere deutschsprachige Sammelbände und Einführungen erschienen, die aufzeigen, wie Forschung zu interkultureller Kommunikation und Kompetenz sich als wissenschaftliches Feld auch im deutschsprachigen Raum innerhalb und an Schnittstellen von Disziplinen konstituiert (LÜSEBRINK 2004, 2005; MOOSMÜLLER 2007; BOLTEN 2007; THOMAS 1996; THOMAS, KINAST & SCHROLL-MACHL 2003; OTTEN, SCHEITZA & CNYRIM 2007). <zurück>
4) Wir empfehlen den Global Intercultural Communication Reader (ASANTE, YOSHITAKE & YIN 2008) als Lektüre über "nicht-westliche" Konzepte und Perspektiven. <zurück>
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Thomas, Alexander; Kinast, Eva-Ulrike & Schroll-Machl, Sylvia (Hrsg.) (2003). Handbuch interkulturelle Kommunikation und Kooperation. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Yoshitaka, Miike (2008). Toward an alternative metatheory of human communication: An asiacentric view. In Molefi Kete Asante, Miike Yoshitake & Jing Yin (Hrsg.), The global intercultural communication reader (S.57-72). New York: Routledge.
Matthias Otten, Dr. phil, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Interkulturelle Bildung der Universität Koblenz-Landau (Campus Landau). Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind interkulturelle Kommunikation, interkulturelle Kompetenzentwicklung, Migrationsforschung, Bildungs- und Organisationssoziologie und internationale Hochschulforschung. Er ist Mitherausgeber mehrerer Themenschwerpunkte in internationalen Zeitschriften (Journal of Studies in International Education, Intercultural Education) sowie der wissenschaftlichen Schriftenreihe Beiträge zur interkulturellen Zusammenarbeit (LIT Verlag) von SIETAR Deutschland (Society for Intercultural Education Training and Research).
Tel.: +49 6341-990 251 oder -906 208
Fax: +49 6341-990 262
Jens ALLWOOD ist Professor für Sprachwissenschaften am Department of Linguistics der Universität Göteborg (Schweden). Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Semantik und Pragmatik, insbesondere zur Psycholinguistik und Soziolinguistik der gesprochenen Sprache. Er ist Herausgeber der Online-Zeitschrift Journal of Intercultural Communication.
Maria Assumpta ANEAS, Dr., ist Mitglied der Forschungsgruppe GREDI (Grupo de Investigación en Educación Intercultural) an der Universität Barcelona. Sie ist Professorin für qualitative Forschungsmethoden der Abteilung MEDI (Mètodes d'Investigació i Diangòstic en Educació). Ihre Forschungsgebiete sind interkulturelle Kompetenz, qualitative Forschungsmethodologie sowie Integrations- und Migrationsforschung. Sie ist Mitglied der International Academy of Intercultural Research (IAIR) und zur Zeit Präsidentin von SIETAR Spanien (Society of Intercultural Education, Training and Research.
Dominic BUSCH, Dr., ist Juniorprofessor für Interkulturelle Kommunikation an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Seine Forschungsinteressen umfassen wissenschaftliche und Alltagskonzepte von Kultur und deren Einfluss auf soziale Interaktionen, interkulturelle Mediation, interkulturelle Trainingsforschung sowie Grenzforschung. Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen zählen: Interkulturelle Mediation (Peter Lang Verlag, 2005) und die Schwerpunktausgabe Interkulturelle Kompetenz und Employability der Online-Zeitschrift Interculture Journal (2/2007).
Tel.: +49 176-96526762
David HOFFMAN, Dr., ist Wissenschaftler am Institute of Educational Research an der Universität Jyväskylä, Finnland. Seine Forschungsinteressen umfassen international vergleichende Hochschulforschung, internationale Migrationsforschung und interkulturelle Kommunikation. Er lehrt Forschungsmethoden, Hochschulforschung und interkulturelle Kommunikation an Hochschulen in Finnland, Frankreich und Kanada.
Michele SCHWEISFURTH, Dr., ist Direktorin des Centre for International Education and Research und Dozentin für Vergleichende und Internationale Erziehungswissenschaften an der University of Birmingham (Großbritannien). Ihre Forschungsprojekte befassen sich mit interkulturellen Erfahrungen ausländischer Studierender in England, globalem Lernen, Demokratie- und kindzentrierter Erziehung. Neuere Veröffentlichungen: Comparative and International Education: An introduction to theory, method and practice (Routledge, zusammen mit David PHILLIPS) und Learning to Live Together: A Review of UNESCO's Associated Schools Project Network (International Review of Education 2005).
Tel: +44 121-414 4809
Fax: +44 121-414 4865
Otten, Matthias; Allwood, Jens; Aneas, Maria Assumpta; Busch, Dominic; Hoffman, David & Schweisfurth, Michele (2009). Editorial: Qualitative Forschung und interkulturelle Kommunikation [27 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research, 10(1), Art. 34, http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0114-fqs0901342.

References: Art. 34
 Art. 4
 Art. 23
 Art. 34
 Art. 49
 Art. 34