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Timestamp: 2019-12-10 12:18:23+00:00

Document:
Amtsgericht Friedberg, Beschluss vom 14. November 2008, Az.: 45a OWi - 806 Js 8580/08
Amtsgericht Friedberg:
Beschluss vom 14. November 2008
Aktenzeichen: 45a OWi - 806 Js 8580/08
10,€ Euro aus der Differenz der beantragten Grund- und Verfahrensgebühr zur insgesamt festgesetzten Grund- und Verfahrensgebühr für die Tätigkeit vor der Verwaltungsbehörde,
20,€ Auslagenpauschale nach VV Nr. 7002 RVG
Das RVG selbst enthält bezüglich der aufgeworfenen Frage keine ausdrückliche Regelung. Wie schon die BRAGO überlässt es auch das RVG der Rechtsprechung und der Literatur, im Einzelfall Abgrenzungen vorzunehmen (Madert in Gerold/Schmidt/v.Eicken/Madert/Müller-Rabe, RVG, 16. Aufl., § 15 Rdnr. 9) In § 16 und 17 RVG werden lediglich Fälle aufgezählt, in denen es ohne diese Vorschriften zweifelhaft wäre, ob sie eine gemeinsame Angelegenheit oder verschiedene Angelegenheiten darstellen (Madert in Gerold/Schmidt/v.Eicken/Madert/Müller-Rabe, RVG, 16. Aufl., § 16 Rdnr. 1; § 17 Rdnr. 1). So stellt beispielsweise § 17 Nr. 10 RVG klar, dass es sich bei einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren und dem nach Einstellung des Strafverfahrens eingeleiteten Bußgeldverfahren um zwei unterschiedliche Angelegenheiten handelt. Das Fehlen einer ausdrücklichen Regelung des Bußgeldverfahrens als verschiedene Angelegenheit, rechtfertigt jedoch nicht zwingend den Schluss, dass der Gesetzgeber das Verfahren als einheitliche Angelegenheit regeln wollte. In §§ 16 und 17 RVG werden € wie dargelegt € nur Zweifelsfälle einer gesetzlichen Regelung unterworfen und es ist nicht ersichtlich, dass der Gesetzgeber das Bußgeldverfahren als zweifelhaften Fall betrachtet hat.
Gerade das Bußgeldverfahren wurde durch das RVG komplett neu geregelt. Im Gegensatz zu den Vorschriften der BRAGO ist das Bußgeldverfahren im Vergütungsverzeichnis des RVG im fünften Teil eigenständig geregelt. Nach der Regelung der BRAGO richtete sich die Vergütung eines in Bußgeldsachen tätigen Rechtsanwaltes nach § 105 BRAGO, welcher auf das vorbereitenden Verfahrens im Strafverfahren nach § 84 BRAGO und das Hauptverfahren nach § 83 BRAGO verwies. Eine entsprechende Anwendung der für das Strafverfahren geltenden Vorschriften wurde vom Gesetzgeber bei Einführung des RVG nicht erneut vorgesehen. Stattdessen erfolge die eigenständige Regelung. Während das vorbereitende Verfahren und das Hauptverfahren in Strafsachen nach herrschender Rechtsprechung und überwiegender Literaturansicht bereits nach BRAGO eine einheitliche Angelegenheit darstellten und das RVG diesbezüglich auch keine andere Regelung getroffen hat, ist durch die nunmehr eigenständige Regelung des Bußgeldverfahrens davon auszugehen, dass der Gesetzgeber das Bußgeldverfahren gebührenrechtlich gerade nicht entsprechend dem Strafverfahren € und damit auch nicht als einheitliche Angelegenheit € behandeln wollte.
AG Friedberg:
Beschluss v. 14.11.2008
Az: 45a OWi - 806 Js 8580/08
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10.12.2019 - 13:18 Uhr
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References: § 15
 § 16
 § 16
 § 17
 § 17
 § 105
 § 84
 § 83