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Timestamp: 2016-10-24 14:25:26+00:00

Document:
2A.57/2002 (20.06.2002)
Bundesamt f�r Ausl�nderfragen, Quellenweg 15, 3003 Bern,
Beschwerdegegner, vertreten durch F�rsprecher Viktor M�ller, Dornacherstrasse 32, Postfach, 4603 Olten,
Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau, Bahnhofstrasse 70, Postfach, 5001 Aarau,
(Verwaltungsgerichtsbeschwerde gegen das Urteil des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau vom 14. Dezember 2001)
Der aus der Bundesrepublik Jugoslawien (Kosovo) stammende A.________, geb. 1967, reiste erstmals 1989 zur Aufnahme einer Erwerbst�tigkeit in die Schweiz ein. Nachdem er im Sommer 1992 die Schweiz verlassen hatte, kehrte er im Januar 1993 illegal zur�ck und wurde zwei Wochen sp�ter nach Skopje ausgeschafft und mit einer Einreisesperre von zwei Jahren belegt. Am 12. Januar 1994 heiratete er in seiner Heimat eine um rund 14 Jahre �ltere Schweizer B�rgerin, worauf seinem Einreisegesuch vom 20. Januar 1994 stattgegeben wurde, er am 27. April 1994 wieder in die Schweiz gelangte und eine Aufenthaltsbewilligung erhielt.
Das Amt f�r Ausl�nderfragen des Kantons Solothurn erteilte A.________ am 17. Februar 1999 die Niederlassungsbewilligung. Mit sofort rechtskr�ftigem Urteil vom 14. Dezember 1999 wurde seine Ehe geschieden. Im Januar 2000 beantragte er im Rahmen eines Kantonswechsels eine neue Bewilligung bei der Fremdenpolizei des Kantons Aargau. Diese stellte ihm am 16. M�rz 2000 eine Niederlassungsbewilligung f�r den Kanton Aargau aus.
Nachdem A.________ im Fr�hjahr 2000 f�r seine neue Ehefrau und die Kinder ein Familiennachzugsgesuch gestellt hatte, leitete die Fremdenpolizei des Kantons Aargau ein Verfahren zum Widerruf der Niederlassungsbewilligung ein, welchen sie schliesslich am 28. M�rz 2001 verf�gte und mit Einspracheentscheid vom 7. Mai 2001 best�tigte. Sie warf A.________ vor, eine sog. Aufenthaltsehe mit der Schweizer Staatsangeh�rigen abgeschlossen zu haben.
Die von A.________ dagegen erhobene Beschwerde hiess das Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau mit Urteil vom 14. Dezember 2001 gut und hielt fest, dass die Niederlassungsbewilligung nicht zu widerrufen sei, weil die Ehe mit der Schweizer Ehefrau "nicht als Scheinehe zu bezeichnen" sei .
Das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen hat am 29. Januar 2002 beim Bundesgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht mit dem Antrag, den Entscheid des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau aufzuheben.
Die Fremdenpolizei des Kantons Aargau (im Folgenden: Fremdenpolizei) hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Das Rekursgericht im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau (im Folgenden: Rekursgericht) hat am 26. Februar 2002 Stellung genommen, jedoch keinen Antrag gestellt. A.________ beantragt mit Eingabe vom 20. M�rz 2002 die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei.
1.1 Auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde insbesondere unzul�ssig gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einr�umt (Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG). Dieser Ausschlussgrund betrifft den Widerruf der Niederlassungsbewilligung nicht (vgl. Art. 101 lit. d OG; BGE 98 Ib 85 E. 1a S. 87 f.; 112 Ib 161, 473). Das Bundesamt f�r Ausl�nderfragen (im Folgenden: Bundesamt) ist erm�chtigt, letztinstanzliche kantonale Entscheide in den Bereichen des Ausl�nder- und B�rgerrechts selbst�ndig anzufechten (Art. 14 Abs. 2 der Organisationsverordnung vom 17. November 1999 f�r das Eidgen�ssische Justiz- und Polizeidepartement [OV-EJPD, SR 172.213.1]). Es ist deshalb nach Art. 103 lit. b OG zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde berechtigt (vgl. nicht publizierte E. 1b von BGE 126 II 329). Die Eingabe erf�llt die Formvorschriften von Art. 108 Abs. 2 OG und ist fristgerecht eingereicht worden (Art. 106 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 32 und Art. 34 Abs. 1 lit. c OG).
1.2 Das Bundesgericht wendet im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde das Bundesrecht von Amtes wegen an; es ist gem�ss Art. 114 Abs. 1 OG an die von den Parteien vorgebrachten Begr�ndungen nicht gebunden und kann die Beschwerde auch aus anderen als den geltend gemachten Gr�nden gutheissen oder abweisen (BGE 127 II 264 E. 1b S. 268, mit Hinweisen).
2.1 Gem�ss Art. 7 Abs. 1 Satz 1 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; SR 142.20) hat der ausl�ndische Ehegatte eines Schweizer B�rgers Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung. Des Weiteren hat er nach einem ordnungsgem�ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von f�nf Jahren Anspruch auf die Niederlassungsbewilligung (Art. 7 Abs. 1 Satz 2 ANAG). Die einmal erteilte Niederlassungsbewilligung erlischt sodann nicht automatisch mit dem Wegfall der Ehe, sondern kann allenfalls widerrufen werden, und zwar nicht nach den allgemeinen Regeln �ber den Widerruf, sondern unter den Voraussetzungen von Art. 9 Abs. 4 ANAG (BGE 112 Ib 161 E. 3 S. 162 f., 473 E. 2 S. 475).
2.2 Laut Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG kann die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden, wenn der Ausl�nder sie durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen hat. Ein solcher Widerruf setzt nach der Rechtsprechung voraus, dass der Ausl�nder wissentlich falsche Angaben machte oder wesentliche Tatsachen verschwieg, in der Absicht, gest�tzt darauf den Aufenthalt (Art. 9 Abs. 2 ANAG) oder die Niederlassung (Abs. 4) bewilligt zu erhalten (vgl. BGE 112 Ib 473 E. 3b S. 475 f.). Es muss nicht feststehen, dass die Bewilligung bei richtiger Angabe verweigert worden w�re (Andreas Z�nd, Beendigung der ausl�nderrechtlichen Anwesenheitsberechtigung, in: Bernhard Ehrenzeller (Hrsg.), Aktuelle Fragen des schweizerischen Ausl�nderrechts, 2001 S. 141). Allerdings wird ein Widerruf der Bewilligung umso weniger verh�ltnism�ssig sein (vgl. E. 4.3), wenn ein Bewilligungsanspruch auch bei richtigen und vollst�ndigen Angaben bestanden h�tte. Wesentlich sind nicht nur solche Tatsachen, nach denen die Fremdenpolizei bei der Erteilung der Bewilligung ausdr�cklich gefragt hat, sondern - mit Blick auf die Tatbestandsalternative "wissentliches Verschweigen" - auch solche, von denen der Gesuchsteller wissen muss, dass sie f�r den Bewilligungsentscheid bedeutsam sind (Urteile des Bundesgerichts 2A.511/2001 vom 10. Juni 2002, E. 3.2; 2A.374/2001 vom 10. Januar 2001, E. 3; 2A.366/1999 vom 16. M�rz 2000, E. 3a/d; 2A.13/1995 vom 27. November 1995, E. 3c, mit Klarstellung in Bezug auf BGE 102 Ib 97 E. 3 S. 99; Alain Wurzburger, La jurisprudence r�cente du Tribunal f�d�ral en mati�re de police des �trangers, in RDAF 1997 1 S. 326; Peter Kottusch, Die Niederlassungsbewilligung gem�ss Art. 6 ANAG, ZBl 87/1986 S. 546; abweichend wohl Andreas Z�nd, a.a.O., S. 141). Nach Art. 3 Abs. 2 ANAG ist der Ausl�nder verpflichtet, der Beh�rde �ber alles, was f�r den Bewilligungsentscheid massgebend sein kann, wahrheitsgetreu Auskunft zu geben. Dazu werden ebenso "innere Tatsachen" wie die Absichten �ber die Nichtfortsetzung der bisherigen bzw. die Begr�ndung einer neuen Ehe gez�hlt (erw�hntes Urteil 2A.511/2001, E. 3.2). Der Ausl�nder wird von der Informationspflicht nicht dadurch entbunden, dass die Fremdenpolizeibeh�rden die fragliche Tatsache bei der gebotenen Sorgfalt selbst h�tten ermitteln k�nnen (erw�hnte Urteile 2A.511/2001, E. 3.2, und 2A.366/1999, E. 3d). Das Erschleichen einer Bewilligung im Sinne von Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG kann schliesslich auch darin liegen, dass die Angaben, auf welche sich die Beh�rden bei der Erteilung oder Verl�ngerung einer Aufenthaltsbewilligung gest�tzt hatten und welche bei der sp�teren Erteilung der Niederlassungsbewilligung mangels anderer Angaben immer noch als massgebend betrachtet werden konnten, falsch oder unvollst�ndig waren (erw�hntes Urteil 2A.511/2001, E. 3.2).
Anderseits ist die kantonale Fremdenpolizei verpflichtet, vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung "das bisherige Verhalten des Ausl�nders nochmals eingehend zu pr�fen" (Art. 11 Abs. 1 der Vollziehungsverordnung vom 1. M�rz 1949 zum Bundesgesetz �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder, ANAV; SR 142.201). Erteilt sie die Niederlassungsbewilligung, ohne dem Ausl�nder insoweit Gelegenheit zur �usserung - etwa in einem Antrag oder im Rahmen des Pr�fverfahrens - zu geben, kann sie die Bewilligung hernach nicht gest�tzt auf Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG widerrufen, es sei denn, der Ausl�nder habe bereits die Erteilung bzw. Verl�ngerung der vorausgehenden Aufenthaltsbewilligung durch falsche Angaben oder wissentliches Verschweigen wesentlicher Tatsachen erschlichen. Der Widerruf ist ebenfalls ausgeschlossen, wenn die Beh�rde die Niederlassungsbewilligung trotz hinreichender Kenntnis des fragw�rdigen Verhaltens des Ausl�nders erteilt hat (Urteil 2A.46/2002 vom 23. Mai 2002, E. 3.4).
2.3 Das Bundesamt ist der Auffassung, der Beschwerdegegner habe eine Scheinehe mit der Schweizer B�rgerin geschlossen oder zumindest die mit ihr eingegangene Ehe "nur noch aus fremdenpolizeilichen �berlegungen aufrechterhalten".
Gem�ss Art. 7 Abs. 2 ANAG besteht kein Bewilligungsanspruch, wenn die Ehe eingegangen worden ist, um die Vorschriften �ber Aufenthalt und Niederlassung von Ausl�ndern und namentlich jene �ber die Begrenzung der Zahl der Ausl�nder zu umgehen. Erfasst wird davon die sog. Scheinehe bzw. Ausl�nderrechtsehe, bei der die Ehegatten von vornherein keine echte eheliche Gemeinschaft beabsichtigen (BGE 127 II 49 E. 4a S. 55, mit Hinweisen). Auch wenn die Ehe nicht bloss zum Schein eingegangen worden ist, heisst dies jedoch nicht zwingend, dass einem Ausl�nder der Aufenthalt weiterhin gestattet werden muss. Zu pr�fen ist, ob sich die Berufung auf die Ehe nicht als rechtsmissbr�uchlich erweist. Dies ist der Fall, wenn sich der Ausl�nder im fremdenpolizeilichen Verfahren auf eine Ehe beruft, die nur noch formell besteht oder aufrechterhalten wird mit dem alleinigen Ziel, sich ein Anwesenheitsrecht zu erm�glichen (BGE 127 II 49 E. 5a S. 56, mit Hinweisen). Wie es sich damit verh�lt, entzieht sich in der Regel einem direkten Beweis und ist daher oft nur durch Indizien zu erstellen (vgl. BGE 127 II 49 E. 5a S. 57; 122 II 289 E. 2b S. 295).
Zun�chst ist zu untersuchen, ob der Beschwerdegegner eine Scheinehe eingegangen war und er den Beh�rden damit vorget�uscht hatte, er wolle mit der Schweizer "Ehefrau" in einer Ehegemeinschaft zusammenleben (vgl. BGE 112 Ib 161 E. 3 b und c S. 163).
3.1 Das Rekursgericht hat an einer m�ndlichen Verhandlung eine Partei- und Zeugenvernehmung durchgef�hrt; es hat den Beschwerdegegner, seinen Bruder, seine Schw�gerin, seine heutige Ehefrau sowie seine geschiedene Ehefrau befragt. Hierbei stellte das Rekursgericht Folgendes fest: Der Beschwerdegegner lernte seine fr�here Ehefrau w�hrend seines Aufenthaltes in der Schweiz als Saisonnier kennen. In der Folge trafen sie sich regelm�ssig. Nach der R�ckkehr des Beschwerdegegners in seine Heimat hielten sie den Kontakt telefonisch aufrecht. Ende 1993 machte er im Kosovo mit seiner heutigen Ehefrau Bekanntschaft und hatte mit ihr eine kurze Aff�re, aus welcher der im Oktober 1994 geborene Sohn C.________ hervorging; nachdem die Eltern der heutigen Ehefrau den Kontakt zum Beschwerdegegner verboten hatten, sahen sie sich nicht mehr. Die fr�here Ehefrau reiste im Januar 1994 in die Heimat des Beschwerdegegners, wo sie diesen heiratete. Nach Aufhebung der Einreisesperre folgte der Beschwerdegegner seiner Schweizer Ehefrau in die Schweiz und lebte mit ihr etwa vier bis f�nf Jahre zusammen. Die Ehe verlief lange gut. Seine Ehefrau begann dann zu trinken, worauf die Ehe wegen ihrer Alkoholprobleme schliesslich auseinander ging. Zwar verbrachte der Beschwerdegegner etwa zweimal im Jahr die Ferien im Heimatland ohne Begleitung seiner Schweizer Ehefrau. Hierbei hielt er sich bei seinen Eltern auf und traf seine jetzige Ehefrau nie. Dieser begegnete er erstmals erneut rund einen Monat nach ihrer Einreise in die Schweiz im Herbst 1998. Erst damals erfuhr er auch, dass er der Vater des 1994 geborenen Sohnes ist. Als er seine heutige Ehefrau 1998 wieder sah, beabsichtigte er zun�chst nicht, sie zu heiraten.
Das Rekursgericht hat ausgef�hrt, es seien "zwar einige wenige Indizien vorhanden, aufgrund derer man auf das Vorliegen einer Zweckehe schliessen k�nnte. Insbesondere auch die H�ufung ungew�hnlicher Zuf�lle, die zur Zusammenf�hrung des (Beschwerdegegners) und seiner heutigen Ehefrau in der Schweiz f�hrten". Insgesamt k�nne dem Beschwerdegegner aber nicht nachgewiesen werden, dass er seine erste Ehefrau nur geheiratet hatte, um ein Anwesenheitsrecht in der Schweiz zu erlangen (S. 9 des angefochtenen Entscheids).
3.2 Die Feststellungen des Rekursgerichts, die nach Durchf�hrung umfangreicher Beweismassnahmen getroffen worden sind, erweisen sich weder als offensichtlich unzutreffend noch in Bezug auf die Frage der Scheinehe als unvollst�ndig (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG; vgl. auch BGE 118 Ia 28 E. 1b S. 30, mit Hinweisen). Bei Gesamtw�rdigung dieser Feststellungen ist der Schluss des Rekursgerichts, es habe keine Scheinehe vorgelegen, nicht zu beanstanden (zu den Indizien f�r eine Scheinehe vgl. BGE 122 II 289 E. 2b S. 295, mit Hinweisen; Urteil des Bundesgerichts 2A.366/1999 vom 16. M�rz 2000, E. 2b). Es ist nicht ersichtlich, aus welchen Umst�nden der Ehescheidung zwingend auf eine Scheinehe gefolgert werden muss. Insbesondere geht aus den Akten und den Darlegungen des Bundesamtes nicht hervor, inwiefern eine f�r den Beschwerdegegner ung�nstige Scheidungskonvention abgeschlossen worden sein soll. Der Vorwurf des Bundesamtes, es h�tte eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Umst�nden der Eheschliessung stattfinden m�ssen, wobei es nicht anginge, die diesbez�glichen Aussagen der geschiedenen Schweizer Ehefrau unter Hinweis auf ihre mutmassliche Alkoholsucht ausser Acht zu lassen, geht fehl. Keineswegs hat das Rekursgericht die Aussagen der fr�heren Ehefrau nicht gew�rdigt. Es hat vielmehr festgestellt, dass ihre Angaben teilweise von denen der �brigen Auskunftspersonen abweichen. Zudem ist auch aus ihren Angaben nicht zwingend auf eine Scheinehe zu schliessen. Sie erkl�rte n�mlich, die Heirat sei aus Liebe zu Stande gekommen. Zwar h�tten ebenfalls aufenthaltsrechtliche �berlegungen beim Entscheid zu heiraten mitgespielt. Sie erw�hnte dies jedoch im Hinblick auf ihren gemeinsamen Wunsch zusammenzuleben; sie habe den Beschwerdegegner bei sich (in der Schweiz) haben wollen. Die Aussage des Beschwerdegegners, sein Bruder sei auch mit einer Schweizerin verheiratet, und da er gesehen habe, dass "es gut geht", habe er genauso eine Schweizerin heiraten wollen, spricht entgegen der Ansicht des Bundesamtes ebenfalls nicht f�r eine Scheinehe: Die Ehe des Bruders, der inzwischen Schweizer B�rger und schon seit �ber f�nf Jahren verheiratet ist, hat sich nicht als Scheinehe erwiesen; dem Beschwerdegegner kann daher wegen der erw�hnten Aussage nicht unterstellt werden, er habe von vornherein - und damit entgegen dem Vorbild der Ehe seines Bruders - keine echte eheliche Gemeinschaft mit seiner fr�heren Gattin beabsichtigt.
Das Bundesamt r�gt des Weiteren, der Beschwerdegegner habe zumindest sp�ter rechtsmissbr�uchlich an der Ehe mit der Schweizer B�rgerin festgehalten.
4.1 Letztlich geht es im Rahmen des Widerrufs nach Art. 9 Abs. 4 lit. a ANAG weniger darum, ob bereits ein rechtsmissbr�uchliches Festhalten an der Ehe gegeben ist (vgl. dazu BGE 127 II 49 E.5a S. 56 f., mit Hinweisen), als vielmehr darum, ob der Beschwerdegegner gegen�ber den Fremdenpolizeibeh�rden Umst�nde verschwiegen oder falsch angegeben hat, die f�r die Bewilligungserteilung bedeutsam sind und gegebenenfalls einen Rechtsmissbrauch zu begr�nden verm�gen. Das Rekursgericht hat dies nicht gepr�ft. Die Fremdenpolizei des Kantons Aargau hatte dem Beschwerdegegner vorgeworfen, "seine reellen Familienverh�ltnisse" nicht offen gelegt zu haben, aus denen "sich sogleich die Frage nach der Beziehungsintensit�t zur Schweizer Ehefrau und seinen Zukunftspl�nen in famili�rer Hinsicht gestellt" h�tte.
Wesentliche Tatsachen stellen vorliegend insbesondere dar: die Existenz des 1994 geborenen Sohnes, von dem der Beschwerdegegner seit Herbst 1998 Kenntnis hatte, zusammen mit dem Umstand, dass der Beschwerdegegner gerade mit der Kindesmutter wieder eine Beziehung eingegangen war und noch vor Erteilung der Niederlassungsbewilligung ein zweites Kind zeugte; dar�ber hinaus der Zustand der schon in Aufl�sung begriffenen Ehe. Zwar mag eine vereinzelte ehebrecherische Handlung, aus der ein Kind hervorgeht, noch nicht bedeuten, die eheliche Lebensgemeinschaft selber sei bereits hinf�llig (vgl. Urteil des Bundesgerichts 2A.397/1997 vom 13. Januar 1998, E. 2c/bb). Genauso wenig ist schon (zwingend) Rechtsmissbrauch anzunehmen bzw. ein Anspruch auf eine Anwesenheitsberechtigung ausgeschlossen, wenn die Ehegatten nicht mehr zusammenleben oder ein Eheschutz- und Scheidungsverfahren eingeleitet worden ist (vgl. BGE 127 II 49 E. 5a S. 56 f., mit Hinweisen). Aus der Gesamtheit der Umst�nde kann sich indes ergeben, ob rechtsmissbr�uchlich an der Ehe mit der Schweizer Ehefrau festgehalten wurde. Allenfalls k�nnen entsprechende Angaben des Ausl�nders weitere Abkl�rungen durch die Beh�rden ausl�sen.
4.2 Die vorliegenden Akten erlauben keine abschliessende Beurteilung der Frage, ob der Beschwerdegegner die Beh�rden im Zusammenhang mit der Erteilung der Niederlassungsbewilligung �ber die erw�hnten Umst�nde orientiert hat. Vor allem ergibt sich daraus nicht, ob der Beschwerdegegner anl�sslich der erstmaligen Erteilung der Niederlassungsbewilligung durch die Solothurner Beh�rden �berhaupt befragt wurde bzw. Gelegenheit zur �usserung erhielt, und bejahendenfalls was er f�r Angaben machte. Sodann wurde dem Beschwerdegegner die erste Niederlassungsbewilligung schon im Februar 1999 erteilt. Damals hatte die Schweizer Ehefrau zwar bereits ein Ehetrennungsverfahren eingeleitet. Dieses wurde indes am 29. April und 19.Juni 1999 vom Richteramt Olten-G�sgen abgeschrieben, nachdem weder die damalige Ehefrau als Kl�gerin noch der Beschwerdegegner als Widerbeklagter das Verfahren weiterverfolgt hatten (vgl. Akten der Fremdenpolizei Bd. I Blatt 178 und 179). Insoweit hatte der Beschwerdegegner gegen�ber der Fremdenpolizei - unter Benennung seines damaligen Rechtsvertreters als Zeugen - vorgebracht, er habe seinerzeit keine schriftlich begr�ndete Widerklage auf Scheidung eingereicht, weil er noch versucht habe, seine Ehe mit der Schweizer B�rgerin zu retten (vgl. Akten der Fremdenpolizei Bd. I Blatt 194). Dem sind die Vorinstanzen nicht weiter nachgegangen.
Da sich die Sachverhaltsfeststellungen des Rekursgerichts demnach als unzureichend erweisen, ist der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Angelegenheit an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, welche nach dem Gesagten auch die Akten des Kantons Solothurn beizuziehen haben wird (vgl. Art. 114 Abs. 2 OG; BGE 123 II 49 E. 6 S.54 f.; 126 II 265 E. 2d S. 269).
4.3 Im Hinblick auf anders lautende Ausf�hrungen der Fremdenpolizei (S. 18 ihres Einspracheentscheids vom 7. Mai 2001) ist im �brigen erg�nzend festzuhalten, dass das Vorliegen eines Widerrufsgrundes nicht zwingend dazu f�hrt, dass die Niederlassungsbewilligung auch zu widerrufen ist. Vielmehr ist entsprechend der Angemessenheitspr�fung im Rahmen des Ausweisungsverfahrens (vgl. Art. 11 Abs. 3 ANAG) den besonderen Gegebenheiten des Falles Rechnung zu tragen, wobei den Fremdenpolizeibeh�rden ein gewisser Ermessensspielraum zusteht (vgl. BGE 112 Ib 473 E. 4 und 5 S. 477 ff.; Urteile des Bundesgerichts 2A.511/2001 vom 10. Juni 2002, E. 3.6 am Ende und E. 4; 2A.374/2001 vom 10. Januar 2002, E. 5b; 2A.366/1999 vom 16. M�rz 2000, E.4; 2A.35/1999 vom 12. Mai 1999, E.3; 2A.202/1996 vom 12. September 1996, E. 4; zu Art. 9 Abs. 2 ANAG: BGE 116 Ib 113 E. 3c S. 117; RDAT 2001 II Nr. 59 S. 237 E. 3 und 4, 2A.171/2001). Das Rekursgericht wird somit auch die Verh�ltnism�ssigkeit eines allf�lligen Widerrufs zu pr�fen haben.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich nach dem Gesagten als begr�ndet und der angefochtene Entscheid des Rekursgerichts ist aufzuheben. Ob die Niederlassungsbewilligung zu widerrufen sein wird, h�ngt namentlich von den noch vom Rekursgericht zu treffenden Feststellungen ab. Bei diesem Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens hat der Beschwerdegegner die Verfahrenskosten vor dem Bundesgericht zu tragen (Art. 156 in Verbindung mit Art.153 und 153a OG). Eine Parteientsch�digung ist nicht geschuldet (vgl. Art.159 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Rekursgerichts im Ausl�nderrecht des Kantons Aargau vom 14. Dezember 2001 aufgehoben und die Sache zu neuem Entscheid an das Rekursgericht zur�ckgewiesen.
Dieses Urteil wird dem Bundesamt f�r Ausl�nderfragen, dem Beschwerdegegner, dem Rekursgericht im Ausl�nderrecht sowie der Fremdenpolizei des Kantons Aargau schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 101
 BGE 
 Art. 103
 BGE 
 Art. 108
 Art. 32
 Art. 34
 Art. 114
 Art. 7
 Art. 9
 Art. 9
 BGE 
 BGE 
 Art. 6
 Art. 3
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 7
 BGE 
 BGE 
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 Art. 9
 BGE 
 BGE 
 Art. 114
 BGE 
 Art. 11
 BGE 
 Art. 9
 BGE 
 Art.153
 Art.159