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Timestamp: 2018-12-13 04:21:59+00:00

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Reitstallverpachtung als Liebhaberei - Findok Internet
Berufungsentscheidung - Steuer (Referent) des UFSW vom 03.01.2013, RV/2980-W/12
Reitstallverpachtung als Liebhaberei
Der Unabhängige Finanzsenat hat über die Berufung der Bw, vertreten durch triple A consult WP-GmbH, 1030 Wien, Apostelgasse 36/12, vom 1. September 2007 gegen die Bescheide des Finanzamtes Wien 2/20/21/22 vom 2. August 2007 betreffend Einkommensteuer 2000-2001 entschieden:
Mit Vorhaltsbeantwortung vom 8.6.2012 wurde weiters von der Bw vorgebracht, die vorzeitige Darlehenstilgung sei von der Hausbank vehement eingefordert worden, da es sich um einen SFr-Kredit gehandelt habe, dessen Zinsen und Wechselkurs gefährlich gestiegen seien. Die angebotene Ersatzfinanzierung sei wegen einer ärgerlichen Vorgehensweise und aus Kostengründen schlussendlich unterblieben. Eine Änderung der Bewirtschaftung sei dadurch nicht eingetreten, weil dieser Schritt erzwungen und zur Schadensbegrenzung (doppelt so hoher Zinsaufwand als angenommen) vorgenommen worden sei.
In seiner ursprünglichen Entscheidung über die Berufung der Bw betreffend ESt und USt 2000-2005 vom 18. Juli 2012, GZ RV/2430-W/08, RV/2431-W/08, hat der UFS übersehen, dass auch über die Selbstanzeige abzusprechen ist. Die gegen die Einkommensteuer 2000-2005 erhobene Amtsbeschwerde wurde mit Klaglosstellung vom 18. Oktober 2012, GZ RG/0261-W/12 gemäß § 300 BAO erledigt. Im fortgesetzten Verfahren wurde über die Einkommensteuer 2002-2005 in der Entscheidung vom 19. Oktober 2012, GZ RV/2979-W/12 bereits gesondert abgesprochen. Im vorliegenden Verfahren wird neben der bereits in der Entscheidung vom 18. Juli 2012 enthaltenen Liebhaberei-Frage auch über die unstrittige Selbstanzeige der Jahre 2000-2001 abgesprochen, zu der noch Erhebungen durchzuführen waren:
Mit Vorhalt vom 19.10.2012 wurde die Bw aufgefordert, die Bemessungsgrundlagen für die hinterzogenen Abgaben 2000-2001 zu erklären. Im Zuge eines Telefonats mit dem steuerlichen Vertreter am 20.11.2012 wurde seitens der Bw erklärt, dass es keine Unterlagen mehr für diesen Zeitraum gebe, weshalb eine Schätzung zu erfolgen habe. Aufgrund der Gleichmäßigkeit der Erträge der Folgejahre wurde von der Bw eine Schätzung anhand der Jahre 2002-2004 vorgeschlagen. Mit Mailverkehr vom selben Tag stimmte das Finanzamt dieser Vorgehensweise zu. Mit Schreiben vom 20.12.2012 erklärte die Bw nochmals schriftlich ihr telefonisch geäußertes Anbringen.
Durch das Vorliegen von Liebhaberei stellt der Reitstall im streitgegenständlichen Zeitraum 2000-2005 keine Einkunftsquelle dar. Daher sind die Verluste der Jahre 2000-2001 aus der Einkommensermittlung auszuscheiden.
Im Jahr 2010 machte die Bw eine Selbstanzeige, die aber für die Jahre 2000-2001 keine Bemessungsgrundlagen und keine Abgaben enthielt, weil sie der Ansicht war, diese Jahre seien bereits verjährt. Außerdem waren für diese Jahre keine Unterlagen mehr vorhanden. Gemäß § 209a Abs 1 BAO tritt jedoch die Verjährung nicht ein, solange ein Berufungsverfahren offen ist. Mangels vorhandener Unterlagen waren die zur Festsetzung der Steuer relevanten Beträge gemäß § 184 Abs 1 BAO zu schätzen. Die Schätzung erfolgt anhand des Durchschnitts der erklärten hinterzogenen Abgaben der Jahre 2002-2004.
228.250,93
-2.184,58
§ 37 Abs 8 EStG gilt erst ab der Veranlagung 2003. Der besonderen Steuersatz von 25 % ist dem EuGH zufolge (15.7.2004, C-315/02, Lenz ) jedochauch vor 2003 auf ausländische Kapitalerträge in analoger Anwendung des § 37 Abs 8 EStG heranzuziehen. Die Erfassung erfolgt nach dem ESt-Protokoll 2004 (Punkt 16.5.1) in die Kennzahlen 403 (Kapitalerträge) und 375 (ausländische Quellensteuer). Die Kapitalerträge betragen im Jahr 2000 und 2001 jeweils 228.250,93 Euro (3.140.801,27 ATS), die ausländische Quellensteuer jeweils 2.184,58 Euro (30.060,48 ATS).
UFS 19.10.2012, RV/2979-W/12
Findok-Nr: 63332.1, aufgenommen am: 25.01.2013 08:13:30, Dokument-ID: 50dbbfd1-bc50-46b9-836c-9aa6f69487cf, Segment-ID: b338f7a8-2ded-4f1c-8feb-ff3e93472dcd

References: § 300
 § 209
 § 184

§ 37
 EuGH 
 § 37