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Timestamp: 2019-05-26 14:40:20+00:00

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BFH, 15.05.1997 - IV R 33/95 - dejure.org
https://dejure.org/1997,991
BFH, 15.05.1997 - IV R 33/95 (https://dejure.org/1997,991)
BFH, Entscheidung vom 15.05.1997 - IV R 33/95 (https://dejure.org/1997,991)
BFH, Entscheidung vom 15. Mai 1997 - IV R 33/95 (https://dejure.org/1997,991)
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Umqualifizierung eines Praxiswerts in einen Geschäftswert aufgrund der Abfärbetheorie
EStG § 18 Abs 1 Nr 1, EStG § 15, StBerG § 4 Nr 9, EStG § 7 Abs 1 S 3
Freiberufliche Tätigkeit; Gewerbebetrieb; Praxiswert
FG Münster, 24.02.1994 - 12 K 4932/92
Eine Personengesellschaft entfaltet nur dann eine Tätigkeit, die die Ausübung eines freien Berufes i.S. von § 18 EStG darstellt, wenn sämtliche Gesellschafter die Merkmale eines freien Berufes erfüllen (…Urteile des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 4. Juli 2007 VIII R 77/05, BFH/NV 2008, 53; vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751, m.w.N.; vom 11. Juni 1985 VIII R 254/80, BFHE 144, 62, BStBl II 1985, 584), denn die tatbestandlichen Voraussetzungen der Freiberuflichkeit können nicht von der Personengesellschaft selbst, sondern nur von den natürlichen Personen erfüllt werden.
Eine Aufteilung der Einkünfte in freiberufliche und -für den Berufsfremden- in solche aus Gewerbebetrieb scheidet aus (…vgl. BFH-Urteile in BFH/NV 2008, 53;… vom 5. Oktober 1989 IV R 120/87, BFH/NV 1991, 319; vom 9. Oktober 1986 IV R 235/84, BFHE 148, 42, BStBl II 1987, 124, und in BFHE 144, 62, BStBl II 1985, 584; ferner in BFH/NV 1997, 751; in BFHE 193, 482, BStBl II 2001, 241; BFH-Beschluss vom 3. Dezember 2003 IV B 192/03, BFHE 204, 290, BStBl II 2004, 303;… Stuhrmann, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, EStG, § 18 Rz E 10, A 124 und 126;… Schmidt/Wacker, EStG, 26. Aufl., § 15 Rz 185).
Voraussetzung der Abfärbewirkung nach § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Nr. 1 EStG ist jedoch, dass der Berufsfremde ebenfalls die Stellung eines Mitunternehmers inne hat (vgl. BFH-Urteile vom 12. Dezember 2001 XI R 56/00, BFHE 197, 442, BStBl II 2002, 202; in BFHE 193, 482, BStBl II 2001, 241; in BFH/NV 1997, 751; in BFHE 148, 42, BStBl II 1987, 124).
Aus den gleichen Gründen ist auch die an sich zulässige Hilfe in Eingangsabgabesachen, die ein ausgebildeter Diplom-Finanzwirt erbringt, mit dem Beruf des Steuerberaters nicht vergleichbar (Senatsurteile vom 21. September 1989 IV R 117/87, BFHE 158, 372, BStBl II 1990, 153, und vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751).
Auch wenn der Nachweis nicht nur durch den erfolgreichen Abschluß einer formalisierten Prüfung, sondern auch auf andere Weise, z.B. anhand eigener praktischer Arbeiten, geführt werden kann, setzt das nach Tiefe und Breite das Wissen des Kernbereichs eines Fachstudiums voraus (Senatsurteile in BFHE 164, 408, BStBl II 1991, 769, und vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, NV).
Im Übrigen wäre die Tätigkeit der Klägerin bis einschließlich dem Streitjahr 1997 auch deswegen gewerblich, weil bis zu diesem Zeitpunkt H. Gesellschafter war, der nach den Feststellungen des FG nicht Wirtschaftsprüfer war (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 7. November 1991 IV R 17/90, BFHE 166, 443, BStBl II 1993, 324; vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751).
Ist für die Ausübung des Katalogberufs eine Erlaubnis erforderlich oder ist die Ausübung des Katalogberufs ohne Erlaubnis mit Strafe bedroht, so kann eine Ähnlichkeit nur gegeben sein, wenn für die Ausübung des vergleichbaren Berufs ebenfalls eine Erlaubnis erforderlich ist (vgl. z.B. Senatsurteile vom 21. September 1989 IV R 117/87, BFHE 158, 372, BStBl II 1990, 153, und vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751).
Eine Ausnahme von diesem Grundsatz hat der BFH lediglich in solchen Fällen angenommen, in denen sich der Praxiswert eines Freiberuflers durch Übertragung auf eine der Tätigkeit nach freiberufliche, aber kraft Rechtsform oder wegen § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG gewerbliche Einkünfte erzielende Gesellschaft in einen Geschäftswert gewandelt hat (BFH-Urteile vom 30. März 1994 I R 52/93, BFHE 175, 33, BStBl II 1994, 903, und vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751).
Ist für die Ausübung des Katalogberufs eine Erlaubnis erforderlich oder ist die Ausübung des Katalogberufs ohne Erlaubnis mit Strafe bedroht, so kann eine Ähnlichkeit nur gegeben sein, wenn für die Ausübung des vergleichbaren Berufs ebenfalls eine Erlaubnis erforderlich ist (vgl. z.B. Senatsurteile vom 21. September 1989 IV R 117/87, BFHE 158, 372, BStBl II 1990, 153; vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751, zu rechts- und steuerberatenden Berufen).
Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass eine Personengesellschaft keinen Gewerbebetrieb (§ 2 GewStG) unterhält, sondern freiberuflich i.S. von § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG tätig ist, wenn ihre Gesellschafter in ihrer Verbundenheit selbständig und nachhaltig mit Gewinnerzielungsabsicht am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnehmen und auch alle Gesellschafter als freiberufliche Mitunternehmer zu qualifizieren sind (Senatsurteil vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751, m.w.N.).
Steht die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes nicht fest, ist sie zu schätzen (vgl. z.B. Senatsurteile vom 24. Februar 1994 IV R 33/93, BFHE 174, 230, BStBl II 1994, 590, und vom 15. Mai 1997 IV R 33/95, BFH/NV 1997, 751 zum Sozietätspraxiswert).
BFH, 19.11.1999 - I B 4/99
BFH, 12.05.2003 - I B 157/02
BFH, 19.10.1998 - XI B 29/98

References: § 18
 § 15
 § 4
 § 7
 § 18
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 § 18