Source: https://derblauweisse.wordpress.com/2016/02/26/oeffentlicher-brief-an-den-inhaber-des-strandhotels-georgshoehenorderney-vom-26-02-2016/
Timestamp: 2017-04-30 11:01:48+00:00

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Öffentlicher Brief an den Inhaber des Strandhotels Georgshöhe/Norderney vom 26.02.2016 | derblauweisse
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Betreff: Auskunft gemäß „TrinkwV § 21 Information der Verbraucher und Berichtspflichten“
Sehr geehrter Herr Sigges,
zuerst einmal möchte ich mein Bedauern über die Schließung ihres wunderschönen Hotels zum Ausdruck bringen. Ich wünsche Ihnen dass alle ergriffenen Maßnahmen so schnell wie möglich Erfolg haben und Sie das „Juwel“ von Norderney wieder eröffnen können.
Natürlich habe ich vollstes Verständnis für die von Ihnen geäußerten Befürchtungen über die wirtschaftlichen Folgen für Ihr Unternehmen. Ich kann Ihre Sorgen sehr gut nachvollziehen, aber bitte vergessen Sie darüber hinaus nicht, dass der Gesundheitsschutz Ihrer Gäste gerade für Sie, als Wellness Hotel, eine Selbstverständlichkeit sein sollte.
In den vergangenen Tagen konnte man viel zu dem Thema in den Medien lesen, hören und sehen. Leider sind dabei die eigentlichen Fakten nirgendwo veröffentlicht worden.
Ich bitte Sie daher höflichst mir die Ergebnisse Ihrer Legionellen-Messungen zukommen zu lassen.
Ich berufe mich mit meinem Ansinnen dabei ausdrücklich auf die Informationsverpflichtung, die sich aus der Trinkwasserverordnung §21, ergibt.
„§ 21 Information der Verbraucher und Berichtspflichten
(1) Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nummer 2 Buchstabe a oder Buchstabe b und, sofern die Anlage im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit betrieben wird, nach Buchstabe d oder Buchstabe e haben den betroffenen Verbrauchern mindestens jährlich geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse nach §§ 14, 14a und gegebenenfalls nach § 19 Absatz 7 und § 20 zu übermitteln. Dazu gehören auch Angaben über die Aufbereitungsstoffe, die bei der Aufbereitung und Verteilung verwendet werden, sowie Angaben, die für die Auswahl geeigneter Materialien für die Trinkwasser- Installation nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik erforderlich sind. Ab dem 1. Dezember 2013 haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nummer 2 Buchstabe a und b oder, sofern die Anlage im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit betrieben wird, nach Buchstabe e die betroffenen Verbraucher zu informieren, wenn Leitungen aus dem Werkstoff Blei in der von ihnen betriebenen Anlage vorhanden sind, sobald sie hiervon Kenntnis erlangen. Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nummer 2 Buchstabe f und, sofern die Anlage im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit betrieben wird, nach Buchstabe d und e, haben die ihnen nach Satz 1 zugegangenen Informationen unverzüglich allen betroffenen Verbrauchern schriftlich oder durch Aushang bekannt zu machen….“
Natürlich ist mir bekannt, dass es aktuell zusätzliche Messungen des Gesundheitsamtes gab und dass erst in den nächsten Tagen mit diesen Ergebnissen zu rechnen ist.
Meine Anfrage bezieht sich deshalb auch auf die Messergebnisse von vor dem 19.02.2016.
Ich hoffe auf Ihr Verständnis und freue mich schon auf unseren nächsten Aufenthalt in Ihrem Haus.
Diese E-Mail ist öffentlich
Bei all den Widersprüchen….Es wird Zeit für die Fakten, oder?
Der Hotelier Sigges verstrickt sich mehr und mehr in Widersprüche.
Scheinbar hat dieser Herr Sigges den Bezug zur Realität völlig verloren!
Warum veröffentlicht Herr Sigges nicht ganz einfach die Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre?
Dazu ist er eigentlich verpflichtet!
Ich zitiere aus der TrinkwV §21:
„Information der Verbraucher und Berichtspflichten (1) Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage [..] die im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit [..] betrieben wird, haben den betroffenen Verbrauchern mindestens jährlich geeignetes und aktuelles Informationsmaterial über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse [..] zu übermitteln.
Ab dem 1. Dezember 2013 haben der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage [..] die im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit betrieben wird, [..] die betroffenen Verbraucher zu informieren, wenn Leitungen aus dem Werkstoff Blei in der von ihnen betriebenen Anlage vorhanden sind, sobald sie hiervon Kenntnis erlangen.
Der Unternehmer und der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage [..] die im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit betrieben wird,[..] haben die ihnen nach Satz 1 zugegangenen Informationen unverzüglich allen betroffenen Verbrauchern schriftlich oder durch Aushang bekannt zu machen…“
Ich zitiere aus dem Gäste-Aushang vom 19.02.2015 des Strandhotels Georgshöhe:
In einem unserer Zimmer wurde eine „extrem hohe Legionellenkontamination“ festgestellt. Trotz aller Vorkehrungen durch uns und regelmäßiger Kontrollen durch Gesundheits- und Wasserwirtschaftsamt ist dieser Vorfall eingetreten. Bis die weitere Unbedenklichkeit bestätigt wird, ist es unsere Pflicht Sie auf diesen
Ausbruch von Legionellen
Zum Schutze Ihrer Gesundheit ist deshalb die Nutzung der Duschen/Brausen in all unseren Gebäudeteilen und Baukörpern, die durch ein gemeinsames Wasserleitungssystem und/oder einen gemeinsamen Trinkwassererwärmer/-speicher mit Warmwasser versorgt werden, ab sofort zu unterlassen.
19.02.16 Die Geschäftsleitung“
§ 24 (Straftaten) der Trinkwasserverordnung zeigt mit Bezug zu den §§ 4 und 11 TrinkwV sowie zum § 7 des Infektionsschutzgesetzes (Legionellen) ganz klar Konsequenzen bei Nichteinhaltung auf! Es gilt als Straftat, wenn Wasser vorsätzlich oder fahrlässig abgegeben wird, welches nicht den Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügt! Demnach sollte sich vielleicht endlich auch einmal die Staatsanwaltschaft für diesen Fall interessieren.
Legionellen – TrinkwV 7. Abschnitt §24+25 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten
Aber anstatt das Problem zu akzeptieren, verhält sich Herr Sigges wie jemand, für den Gesetze scheinbar nicht zu gelten haben. Wie soll man sonst seine Aussagen im Nomo-Norderney interpretieren?
„…Hotel musste wegen des Verdachts auf Legionellenbefall geräumt werden…“
„…Am vergangenen Mittwoch, so berichtet Hotelier Karl-Hans Sigges, hatte das Gesundheitsamt des Landkreises Aurich eine Probe im Hotel genommen und am Freitag dann verlangt, dass im Hotel flächendeckend Filter in allen Wasserhähnen und Duschen eingebaut werden müssten. Ihm sei nichts anderes übrig geblieben, als das Hotel zu schließen, so Sigges…“
Legionellen – Info der Geschäftsleitung des Strandhotels Georgshöhe an die Hotelgäste vom 19.02.2016
Scheinbar kennt der Hotelier die seit 2011 neu in Kraft getretene Trinkwasserverordnung nicht und scheinbar ignoriert Herr Sigges die Tatsache, dass es nicht auf den Nachweis ankommt, ob es zwischen einem Krankheitsfall und dem vorhandenen Keimbefall, einen Zusammenhang gibt.
Geeignete Maßnahmen sind alleine aufgrund der gemessenen Werte an der Anlage zu ergreifen!
Die Regeln, die er als Hotelier ganz besonders kennen sollte, geben schlicht und ergreifend vor, ab welcher Keimzahl (KBE/ml) welche Gefährdung und welche Maßnahmen zu ergreifen sind.
Also nichts anderes bzw. ähnlich der Bewertung von zulässigen Grenzwerten, wie wir sie auch von Schadstoffen kennen…mit dem Unterschied, dass man hier von einem „technischen Maßnahmenwert“ spricht.
Legionellen – Tabelle der „Messtechnischen Grenzwerte“ und die Maßnahmen
Legionellenkonzentrationen von unter 100 KBE/100 ml gelten als anzustrebender „Zielwert“. Bei Legionellenzahlen über 100 KBE/100 ml liegt eine Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes nach TrinkwV vor, so dass der Unternehmer und der sonstige Inhaber der Trinkwasser-Installation die Verpflichtungen aus § 16 Abs. 7 TrinkwV erfüllen muss. Insbesondere sollten sofort die Anlageneinstellungen kontrolliert und notwendige Wartungsarbeiten vorgenommen werden. Bestätigt die nach 4 Wochen fällige weitergehende Untersuchung eine Belastung zwischen 100 bis 1000 KBE/100 ml sind weitere Abhilfemaßnahmen erforderlich. Ab >1000 KBE/100 ml ist der „Maßnahmewert“ nach UBA-Empfehlung erreicht und Sanierungsmaßnahmen zu einer Verringerung werden kurzfristig erforderlich. Ab dem „Gefahrenwert“ von >10.000 KBE/100 ml sind zudem Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr wie beispielsweise ein Duschverbot oder Einsatz endständiger Filter notwendig.
Quelle: https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasser/legionellen.htm#hausinstallation
Hier kann sich jeder über weitere Details informieren:
1) Trinkwasserverordnung und Regelungen für Legionellen
http://tablet.bundesgesundheitsministerium.de/glossarbegriffe/t-u/trinkwasser/trinkwasserverordnung-und-regelungen-fuer-legionellen.html
2) RUND UM DAS TRINKWASSER
http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/publikationen/rund_um_das_trinkwasser.pdf
3) Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch
(Trinkwasserverordnung – TrinkwV 2001)
4) Legionellen – Änderung der Trinkwasserverordnung NLGA Niedersächsisches Landesgesundheitsamt
5) Diskussion des Einsatzes von Desinfektionsverfahren zur Inaktivierung von Legionellen unter Betrachtung rechtlicher Vorgaben
https://public.od.cm4allbusiness.de/public/W4BOD0AVBUHM-1034d6076dac6feff13ace36347dcaf61863/Legionellen.pdf
Noma-Norderney vom 22.02.2016 http://www.nomo-norderney.de/media/ebooks/2016/02/nomo_22_02_2016.pdf
Hotel auf Norderney: Acht Mal Legionellen-Verdacht https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Hotel-auf-Norderney-Achtmal-Legionellen-Verdacht,legionellen144.html
Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung Empfehlung des Umweltbundesamtes nach Anhörung der Trinkwasserkommission http://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/419/dokumente/internet-legionellen-empfehlung.pdf
Veröffentlicht am 26. Februar 2016 in Deutschland heute Abend, Gesundheitswesen, Tagesthemen und mit derblauweisse, georgshöhe Norderney, Im Hotel Georgshöhe besteht Lebensgefahr für die Gäste, joerg selan, Karl-Hans Sigges, Legionellen, Legionellen im Hotel Georgshöhe, Strandhotel Georgshöhe, TrinkwV, TrinkwV § 21 Information der Verbraucher und Berichtspflichten getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.	Hinterlasse einen Kommentar. ← Hintergründe zur Legionellenkontamination des Strandhotels Georgshöhe auf Norderney	Riester, Zinsen, die EZB, private Altersversorgung, das Finanzsystem und der Kapitalismus… →	Hinterlasse einen Kommentar

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