Source: http://relevancy.bger.ch/php/clir/http/index.php?lang=fr&zoom=&type=show_document&highlight_docid=atf%3A%2F%2F138-III-382%3Afr
Timestamp: 2016-10-26 19:34:52+00:00

Document:
138 III 38256. Auszug aus dem Urteil der II. zivilrechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Z. (Beschwerde in Zivilsachen)
Art. 278 al. 3 LP; art. 328 CPC; opposition � l'ordonnance de s�questre et r�vision. La d�cision sur recours, qui confirme l'admission de l'opposition � l'ordonnance de s�questre, ne peut pas faire l'objet d'une demande de r�vision pour cause de faits et moyens de preuve d�couverts ult�rieurement (consid. 3). Faits � partir de page 383
A. A.a X. verlangte am 8. Dezember 2010 gest�tzt auf Art. 271 Abs. 1 Ziff. 4 SchKG die Arrestierung von Verm�genswerten der S. Holding Establishment, mit Sitz in Liechtenstein, bei der Bank T. AG, mit Sitz in Z�rich, bis zur Deckung der Arrestforderung von (umgerechnet) Fr. 5'502'101.22 nebst Zinsen. Mit Verf�gung vom 9. Dezember 2010 hiess die Arrestrichterin am Bezirksgericht Z�rich das Begehren teilweise gut und erliess einen Arrestbefehl. Als Forderungsurkunde wurde das Urteil des Court of Chancery of the State of Delaware/USA vom 12. August 2010 aufgef�hrt. Als Arrestgegenst�nde wurden s�mtliche Konten und Verm�genswerte der Arrestschuldnerin bei der betreffenden Bank, inbegriffen das Konto IBAN CH y bezeichnet.
A.b Am 10. Dezember 2010 vollzog das Betreibungsamt Z�rich 1 den Arrestbefehl. Gegen den Arrestbefehl erhob Z. Einsprache und beanspruchte das Eigentum am erw�hnten Bankkonto. Mit Verf�gung vom 15. M�rz 2011 hiess der Einzelrichter am Bezirksgericht die Arresteinsprache gut und hob den Arrestbefehl bez�glich des Bankkontos auf. Im �brigen blieb der Arrestbefehl bestehen.
A.c Gegen den Entscheid �ber die Arresteinsprache erhob X. Beschwerde. Mit Urteil vom 11. August 2011 wies das Obergericht des Kantons Z�rich die Beschwerde ab und best�tigte den Arresteinspracheentscheid vom 15. M�rz 2011. (...)
B. Am 14. September 2011 gelangte X. an das Obergericht. Er verlangte die Revision des obergerichtlichen Urteils vom 11. August 2011 und die Durchf�hrung eines neuen Verfahrens. In der Sache sei der Arresteinspracheentscheid aufzuheben und der Arrestbefehl zu best�tigen. Mit Urteil vom 19. Dezember 2011 wies das Obergericht das Revisionsbegehren ab.
C. Am 20. Januar 2012 hat X. Beschwerde in Zivilsachen erhoben. Der Beschwerdef�hrer beantragt, das Urteil des Obergerichts vom 19. Dezember 2011 aufzuheben und das Revisionsgesuch vom 14. September 2011 sowie die betreffenden Antr�ge in der Sache gutzuheissen. Eventuell sei die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. (...)
3. Anlass zur vorliegenden Beschwerde gibt das Urteil des Obergerichts, mit welchem die Revision (Art. 328 ff. ZPO [SR 272]) des Beschwerdeentscheides �ber die Arresteinsprache (Art. 278 Abs. 3 SchKG i.V.m. Art. 319 ff. ZPO) abgelehnt wurde. Der Beschwerdef�hrer wirft dem Obergericht vor, es habe den Tatsachen und Beweismitteln, mit welchen die Revision begr�ndet werde, zu Unrecht (durch Verletzung des Geh�rsanspruchs und willk�rliche Beweisw�rdigung) die Erheblichkeit abgesprochen.
3.2 Die Revision nach Art. 328 ff. ZPO erlaubt, einen rechtskr�ftigen Entscheid ("d�cision entr�e en force", "decisione passata in giudicato") aus bestimmten Gr�nden zu korrigieren, und stellt kein eigentliches Rechtsmittel dar (vgl. Botschaft zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO] vom 28. Juni 2006, BBl 2006 7221, 7379, Ziff. 5.23.3; MARAZZI, Erranze alla scoperta del nuovo Codice di procedura civile svizzero, ZSR 128/2009 II S. 423). Das Obergericht hat das Urteil vom 11. August 2011, d.h. den Beschwerdeentscheid �ber die Arresteinsprache, als revisionsf�higen Entscheid betrachtet, mit der einzigen Begr�ndung, dass dagegen (bzw. mit der Beschwerde in Zivilsachen an das Bundesgericht) kein ordentliches Rechtsmittel mehr offenstehe. Diese Sicht greift - wie sich aus dem Folgenden ergibt - zu kurz.
3.2.1 Zweck der Revision nach Art. 328 ff. ZPO ist es, Gerichtsentscheide, die in materielle Rechtskraft erwachsen sind und deswegen nicht durch andere Rechtsbehelfe (wie Rechtsmittel, Ab�nderung oder Erg�nzung des Entscheides, neue Klage) korrigiert werden k�nnen, bei Vorliegen bestimmter Revisionsgr�nde einer erneuten Pr�fung durch das erkennende Gericht zuzuf�hren (u.a. SCHWANDER, in: Schweizerische Zivilprozessordnung, Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], 2011, N. 3 zu Art. 328 ZPO). Der Revision BGE 138 III 382 S. 385nach Art. 328 ff. ZPO unterliegen nur Gerichtsentscheide, sofern der angefochtene Entscheid Verbindlichkeit im Sinne der materiellen Rechtskraft aufweist (SCHWEIZER, in: Code de proc�dure civile comment�, Bohnet u.a. [Hrsg.], 2011, N. 10 zu Art. 328 ZPO; HERZOG, in: Basler Kommentar, Schweizerische Zivilprozessordnung, 2010, N. 27 ff. zu Art. 328 ZPO). An einem der Revision zug�nglichen Entscheid fehlt es, wenn dieser zwar formell rechtskr�ftig, aber nicht materiell rechtskr�ftig und jederzeit auf Begehren �berpr�ft und korrigiert werden kann, was z.B. bei vorsorglichen Massnahmen grunds�tzlich zutrifft (u.a. SCHWANDER, a.a.O., N. 14 zu Art. 328 ZPO; MEIER, Schweizerisches Zivilprozessrecht, 2010, S. 471).
3.2.2 Der Arrestentscheid erw�chst nicht in materielle Rechtskraft, sondern stellt eine vorsorgliche Massnahme f�r die Zeit des Prosequierungsverfahrens dar (BGE 133 III 589 E. 1 S. 591; vgl. STOFFEL/CHABLOZ, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 54 zu Art. 272 SchKG; GASSER, Das Abwehrdispositiv der Arrestbetroffenen nach revidiertem SchKG, ZBJV 1994 S. 607). Es ist anerkannt, dass nach Abweisung oder Aufhebung eines Arrestes ein Arrestbegehren neu eingereicht werden kann (vgl. bereits BGE 60 I 255 E. 2 S. 256), so mit einer ver�nderten, um neue Tatsachen und Beweismittel erg�nzten Begr�ndung. Einem Arrestbegehren soll nur dann der Einwand der res iudicata entgegenstehen, wenn es auf dem v�llig gleichen Sachverhalt beruht wie ein fr�heres Arrestbegehren, das zur Abweisung oder Aufhebung des Arrestes gef�hrt hat (JAEGER/WALDER/KULL/KOTTMANN, Bundesgesetz �ber Schuldbetreibung und Konkurs, 4. Aufl. 1997/99, N. 19 zu Art. 271, N. 3 zu Art. 278 SchKG; ARTHO VON GUNTEN, Die Arresteinsprache, 2001, S. 20, 118; vgl. MEIER, Grundlagen des vorsorglichen Rechtsschutzes, 1983, S. 164 Rz. 308: Wiederholung "jederzeit und voraussetzungslos" zul�ssig).
3.2.3 Der Beschwerdef�hrer hat die Revision verlangt, weil er bestimmte neue Tatsachen bzw. Beweismittel aus entschuldbaren Gr�nden nicht mehr vor der Entscheidf�llung am 11. August 2011 (nach Art. 278 Abs. 3 zweiter Satz SchKG) in das Beschwerdeverfahren gegen die Arresteinsprache habe einbringen k�nnen. Damit �bergeht er, dass alle - aus irgendwelchen Gr�nden - bis anhin nicht vorgebrachten Tatsachen und Beweismittel nach Abweisung der Beschwerde gegen die Arresteinsprache bzw. Aufhebung des Arrestbefehls in einem neuen Arrestbegehren vorgebracht werden k�nnen. Das gilt f�r die Tatsachen und Beweismittel, die bereits im BGE 138 III 382 S. 386Zeitpunkt der Entscheidf�llung existierten oder erst in der Folge entstanden sind. Um die Aufhebung des Arrestbefehls allenfalls zu korrigieren, bedarf es des "Notrechtsmittels" der Revision nicht. Wenn das Obergericht auf das Revisionsbegehren des Beschwerdef�hrers dennoch eingetreten ist, hat es �bergangen, dass das Urteil vom 11. August 2011 einen Entscheid darstellt, welcher der Revision nicht zug�nglich ist. Fehlt es an einem revisionsf�higen Entscheid im Sinne von Art. 328 ZPO, ist �ber die Erheblichkeit der nachtr�glich entdeckten Tatsachen und Beweismittel (Abs. 1 lit. a) nicht zu befinden.
art. 328 CPC,
Art. 319 ff. ZPO suite... ,
Art. 328 Abs. 1 lit. a ZPO,
Art. 278 SchKG

References: Art. 278
 art. 328
 Art. 271
 Art. 319
 Art. 328
 Art. 328
 Art. 328
 BGE 
 Art. 328
 Art. 328
 Art. 328
 Art. 328
 Art. 272
 BGE 
 Art. 271
 Art. 278
 Art. 278
 BGE 
 Art. 328

art. 328

Art. 319

Art. 328

Art. 278