Source: http://www.isi-schubert.de/kleinunternehmerregelung
Timestamp: 2019-08-25 16:56:51+00:00

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Kleinunternehmerregelung – Berechnungsbeispiel
Ein Unternehmen hat Bruttojahresumsätze aus dem Verkauf von Waren von nur 16.660,00 €. Dennoch darf die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch genommen werden.
Wie das, werden einige Leser fragen. Die Grenze zur Kleinunternehmerregelung liegt doch bei 17.500,00 € und 16.660,00 € Umsätze liegen deutlich darunter. Stimmt, doch bei der Beurteilung, ob für ein Unternehmen die Kleinunternehmerregelung angewendet werden darf, hängt nicht allein von der Höhe der Verkaufserlöse des aktuellen Jahres ab.
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Welche Größen und Faktoren spielen bei der Kleinunternehmerregelung eine Rolle?
Die erste Frage ist, aus welchem Unternehmerstatus heraus die Beurteilung getroffen werden soll. Handelt es sich um ein Kleinunternehmen, für das geprüft wird, ob die Grenze entsprechend der Kleinunternehmerregelung eingehalten wird oder handelt es sich um ein Unternehmen, das am Umsatzsteuerverfahren teilnimmt. Zwar gilt der § 19 Abs. 1 UStG für alle Unternehmen, deren Tätigkeit nicht von vornherein von der Mehrwertsteuer befreit sind, wie Zahnärzte, Ärzte und Heilpraktiker, doch die Berechnung ist verschieden.
Faktor 1: unentgeltliche Wertabgabe
Laut § 19 Absatz 1 UStG gehört die unentgeltliche Wertabgabe (Eigenverbrauch) in die Bemessung. Doch nach einem BMF Schreiben sind diese bei Unternehmern, die keine Vorsteuer ziehen, nicht einzuberechnen.
„Da ein Kleinunternehmer nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, ist bei der Berechnung des Gesamtumsatzes nach § 19 Absatz 1 S. 2 UStG für die Privatverwendung eines teilunternehmerisch verwendeten Gegenstandes (ausgenommen Grundstücke i.S. des § 15 Absatz 1b UStG) keine unentgeltliche Wertabgabe hinzuzurechnen (BMF 28.3.12, IV D 3 – S 7360/11/10001).“
Das betrifft vor allem die private Nutzung des betrieblichen PKW oder des betrieblichen Telefons.
Für den Unternehmer, der zur Berechnung der USt verpflichtet ist, also am UST-Verfahren teilnimmt, ist die unentgeltliche Wertabgabe in die Bruttoumsätze einzubeziehen.
„Die unentgeltliche Wertabgabe ist in die Ermittlung des Gesamtumsatzes jedoch einzubeziehen, wenn ein der Regelbesteuerung unterliegender Unternehmer seinen Gesamtumsatz des vorangegangenen Jahres im Hinblick auf die Grenze von 17.500 EUR ermittelt und die unentgeltliche Wertabgabe im vorangegangenen Kalenderjahr steuerbar war.“ (BMF 28.3.12, IV D 3 – S 7360/11/10001)
Faktor 2: Erlöse durch den Verkauf von Anlagevermögen
Erlöse, die durch den Verkauf von Anlagegütern entstehen werden grundsätzlich nicht in die Berechnung des Bruttogesamtumsatzes einberechnet. Diesen Ausschluss regelt der § 19 Absatz 1 UStG bereits.
Faktor 3: § 13b UStG
Geschäfte, bei denen der Leistungsempfänger nach § 13b UStG die UST schuldet. Dies ist der Fall, wenn Waren aus dem Beitrittsgebiet (EU-Raum) bezogen werden. Auch diese Regelung ist bereits im § 19 Absatz 1 UStG zu finden und gilt allgemein.
Kleinunternehmer Unternehmen, die am UST-Verfahren teilnehmen
Bruttojahresumsätze durch den Handel mit Waren, Produkten oder Dienstleistungen im Inland, sofern sie steuerpflichtig sind. Werden in die Berechnung einbezogen. Es sind die Beträge, wie sie in der EÜR in Zeile 11 stehen. Werden in die Berechnung einbezogen. Es sind die Beträge, die in der EÜR in Zeile … stehen zzgl. der MwSt.
Unentgeltliche Wertabgabe Wird nicht einberechnet Wird einberechnet mit dem Bruttowert.
Erlöse aus Verkauf von Anlagegütern Wird nicht einberechnet Wird nicht einberechnet
Die Rolle der Umsätze des Vorjahres bei der Kleinunternehmerregelung
Für die Beurteilung, ob die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen werden kann, sind auch die Bruttojahresumsätze des Vorjahres heranzuziehen. Das folgende Beispiel im Zeitraum 2013 bis 2016 soll verdeutlichen, wie bei schwankenden Bruttojahresumsätzen und unter Einbeziehung unentgeltlicher Wertabgabe die Kleinunternehmerregelung Anwendung findet.
Umsätze Erklärung Folge
2013 * Warenverkauf
* private Nutzung d. betrieblichen PKW
* Veräußerungser-löse
Einbezogen wird der Warenverkauf: die Privatnutzung und der Veräußerungserlös gehören nicht zur Bemessungsgrundlage Kleinunternehmer-regelung in 2013 greift
2014 * Warenverkauf
Laut eigener Schätzung sollte der Gesamtumsatz in 2014 geringer als 50.000,00 € sein Kleinunternehmer-regelung in 2014 greift, da in 2013 Umsätze geringer als 17.500,00 €
2015 * Warenverkauf + UST 19%
+ 3.230,00 €
Die Bruttoumsätze liegen in 2014 und 2015 über 17.500,00 € Teilnahme am UST-Verfahren in 2015, da in 2014
die Grenze von 17.500,00 € überschritten wurde
2016 * Warenverkauf + UST 19%
* unentgeltliche Wertentnahme + UST 19%
+ 2.660,00 €
Da am USt-Verfahren teilgenommen wird, werden zu den Nettoerlösen die USt addiert und die unent-geltliche Wertabgabe zzgl. MwSt Teilnahme am UST-Verfahren in 2016, da 2015 die Grenze von 17.500,00 € über-schritten wurde;
Teilnahme am UST-Verfahren in 2017
Das Video zum Rechenbeispiel:
Das Berechnungsschema für die Kleinunternehmerregelung
Für die genaue Berechnung, ob die Grenze überschritten wurde, gibt es ein Berechnungsschema:
./. bestimmte steuerfreie Umsätze, §§ 4 Nr. 8 i, Nr . 9 b, Nr. 11 – 28 Umsatzsteuergesetz
./. bestimmte steuerfreie Hilfsumsätze, §§ 4 Nr. 8 a – h, Nr. 9 a, Nr. 10 Umsatzsteuergesetz
= Gesamtsumme gemäß § 19 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz
= Umsatz gemäß § 19 Absatz 1 Satz 2 Umsatzsteuergesetz
= Bruttoumsatz gemäß § 19 Absatz 1 Satz 1 Umsatzsteuergesetz
Für das obere Beispiel heißt das:
Kleinunternehmer 2013 Teilnahme am UST-Verfahren 2016
Steuerbare Umsätze 20.200,00 € (= 16.974,80 € Nettoerlösen) 18.445,00 € (=15.500,00 Nettoerlösen)
./. bestimmte steuerfreie Umsätze 0,00 € 0,00 €
./. bestimmte steuerfreie Hilfsumsätze 0,00 € 0,00 €
= Gesamtsumme 16.974,80 € 15.500,00 €
./. Hilfsgeschäft 4.200,00 € (= 3.529,41 € Nettoerlösen) 0,00 €
= Umsatz gem. § 19 Abs. 1 S. 2 Umsatzsteuergesetz 13.445,39 € 15.500,00 €
+ (fiktiv) darauf entfallende Umsatzsteuer 2.554,62 € 2.945,00 €
= Bruttoumsatz 16.000,00 € 18.445,00 €
Geschützt: Wie berechnet sich das Mutterschaftsgeld Geschützt: Lohnsteuerfreibeträge

References: § 19
 § 19
 § 19
 § 15
 § 19
 § 13
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 § 19
 § 19
 § 19
 § 19
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