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Ralph Boes vs. Gero Jenner (Antwort auf "Rattenfänger Götz Werner") - Seite 2 - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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11.04.2011, 09:53 #26
AW: Ralph Boes vs. Gero Jenner (Antwort auf "Rattenfänger Götz Werner")
Viele hier wollen ein Hartz4 ohne Sanktionen.
Ein BGE ist nichts anderes. Allerdings ohne Bedarfsgemeinschaften, Bürokratie und ohne Anrechnung von 80-90% des Einkommens.
Die Machthaber können sich ihr Bild, die Hülle, von der Armut mit bedingungslosem Grundeinkommen verschönern. So hat es sich übrigens die Königin Marie-Antoinette auch gemacht - ein Dorf der Armen romantisch verklärt nachbauen lassen.
... Mit ihrem Weiler beim Petit Trianon, in dem sie spielerisch das Leben einer einfachen Bauersfrau nachahmte, brüskierte sie den Hochadel ebenso wie das Landvolk. ...
Quelle: Marie Antoinette
Mit dem bedingungslosem Grundeinkommen spielt man wieder rein theoretisch auf Wohltäter oder man stellt sich Armut aus Sicht der Reichen romantisch vor - grad das umgekehrte Beispiel vom Gesang des Milchmanns Tevje - "Wenn ich einmal reich wär'" aus dem Musical Anatevka. YouTube - Wenn ich einmal reich wär' -- Christian G. Ebert - Anatevka.
Sie wollen die Ausbeutungs- und Machtverhältnisse beibehalten - das privatwirtschaftliche Eigentum an Produktionsmitteln. Wenn nicht, dann müssten Sie eine echte Demokratie - eine basisorientierte Volksherrschaft - dauerhaft zulassen. Das wäre zugleich das Ende dieser Gesellschaftsordnung Kapitalismus.
Warum haben Teile jeder der genannten Parteien sich ihr eigenes Modell vom bedingungsloses Grundeinkommen zurechtgeschnitzt und diskutieren endlos die Vor- und Nachteile der Modelle?
Es dient zum Ablenken, vom tatsächlichen Abschaffen der Ursachen von Ausbeutung und Unterdrückung ist nicht die Rede. Solange man jahrzehntelang drüber sinnlos palavert, braucht man nicht zu handeln und die anderen Teile der Parteien, die diese Modelle nicht weiter verfolgen, können weiter wie gewohnt, gegen das Volk schalten und walten. Hat man genügend lange drüber palavert, ist das Thema bedingungsloses Grundeinkommen totdiskutiert und niemand interessiert sich mehr dafür. Das Palaver ist gezielte Taktik, nur um das Thema abhaken zu können. Es verkommt zu einem Gedankenspiel und sonst nichts weiter.
Welcher der Reichen und Mächtigen sägt sich schon selbst den Ast ab, auf dem er angenehm sitzt. Es friert eher die Hölle ein als daß das bedingungslose Grundeinkommen Wirklichkeit wird.
Wie heißt es im Kampflied der Arbeiterklasse - Der Internationale - in der 2. Strophe?
... Uns aus dem Elend zu erlösen
duldet die Schmach nun länger nicht! ...
Wenn die Machthaber wirklich menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen haben wöllten, dann ist
die Abschaffung der Hartzgesetzgebung,
die völlige Abschaffung der Arbeitslosigkeit,
die Garantie von Tarifarbeit für jedermann (also weit oberhalb von Mindestlöhnen) und
bezahlbare, funktionierende Sozialsysteme
Da brauchen wir uns nicht mit einem gewünschten 500-Euro-Regelsatz und nicht um einem Mindestlohn von 10 Euro nach Rainer Roth und Co. zu befassen. Denn diese Forderungen bedingen auch nur die Aufrechterhaltung von Massenarbeitslosigkeit, der prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen und nicht deren Beseitigung.
Es sind nur Gedankenspiele - weiter nichts, hypothetische Schönheitspflästerchen im Gesicht des Kapitalismus. Ein Was-wäre-wenn-Szenario. Kann man sich alles schenken.
Es ist wie eine Seifenblase - die zerplatzen wird.
11.04.2011, 10:43 #27
Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis das BGE kommt.. Immer mehr Zeichen deuten darauf hin..
Wenn ich Leute wie Brüderle reden höre, „wir befinden uns auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung“, so ist das für mich ein verzweifelter Versuch, etwas schönzureden.
Wir hatten nie Vollbeschäftigung (nur mal annähernd um 1960, nachdem zuvor alles in Schutt und Asche lag), wir haben keine Vollbeschäftigung und wir werden nie Vollbeschäftigung haben.
Es werden immer weniger Arbeitskräfte gebraucht, während gleichzeitig immer mehr produziert werden kann.
Dieses ganze Gerede über „Fachkräftemangel“ ist doch nichts weiter als eine Scheindiskussion, um am wirklichen Problem vorbeizureden:
Wir haben nicht genügend Arbeitsplätze.
- die Zeit der Industriegesellschaft ist Vergangenheit, es gibt immer weniger ausreichend bezahlte Arbeit
- die Gesellschaft überaltert, die Rentenkassen sind leer
Das schreit doch förmlich danach, die Einkommen der Menschen anders als bisher zu generieren.
Während früher das BGE in der Tat eine Utopie war, ist es heute die logische Konsequenz auf unsere derzeitigen und zukünftigen Verhältnisse.
Die Frage ist nicht, ob wir uns ein BGE leisten können; die Frage ist, wie lange wir noch brauchen, um einzusehen, dass wir es uns nicht mehr leisten können, so weiterzumachen wie bisher.
11.04.2011, 12:15 #28
Es gibt in der BRD kein Demographieproblem von wegen Vergreisung der Gesellschaft und Arbeitskräftemangel.
Der Stand von Wissenschaft und Technik ist in diesem Land so hoch, daß die Arbeitsproduktivität volkswirtschaftlich gesehen, völlig ausreichend hoch ist, alle in der BRD lebenden Menschen anständig mit und ohne Arbeit zu versorgen. Man muß nur den Unternehmern die erzielten Maximalprofite wegsteuern im Sinne Artikel 14 Abs. 2 GG - Eigentum verpflichtet zum Wohle des Allgemeinwohls eingesetzt zu werden.
Und wenn wir ein Demographieproblem haben, dann sind die Unternehmer an diesem Mißstand schuld, weil sie schon immer eine kinder- und familienfeindliche Unternehmenspolitik betreiben. Die haben einen Horror vor Familien mit Kindern, vor alleinstehenden Frauen und berufstätigen Eltern mit Kleinkindern, feuern diese Menschen lieber. Von sozialpolitischen Maßnahmen wie in der DDR seit den siebziger Jahren kann man in der BRD doch nur träumen.
Arbeit ist reichlich da, nur Unternehmer wollen die Arbeit nicht anständig und leistungsgerecht bezahlen. Von der Teilhabe der Belegschaft an der Gewinnerwirtschaftung und -verteilung ganz zu schweigen.
Was Unternehmer gern machen: Teilhabe der Belegschaft an Betriebsausfallrisiken. Das klappt immer.
12.04.2011, 15:58 #29
Wer etwas mehr über Götz Werner wissen möchte/ sich ein genaueres Bild machen möchte, dem empfehle ich das interessante Gespräch mit ihm, gestern bei Bayern 3:
ARD Mediathek: Götz Werner, Unternehmer, dm-Markt-Gründer - 11.04.2011 | Bayern 3
(btw - es geht darin nicht um BGE und auch nicht um Konsumsteuer.)
17.04.2011, 21:26 #30
Missverständnis oder Themaverfehlung? - Erwiderung auf Gero Jenners Kritik an G. W.
Missverständnis oder Themaverfehlung? - Erwiderung auf Gero Jenners Kritik an Götz Werner » Netzwerk Grundeinkommen
05.05.2011, 19:15 #31
Und wenn wir ein Demographieproblem haben, dann sind die Unternehmer an diesem Mißstand schuld, weil sie schon immer eine kinder- und familienfeindliche Unternehmenspolitik betreiben. Die haben einen Horror vor Familien mit Kindern, vor alleinstehenden Frauen und berufstätigen Eltern mit Kleinkindern, feuern diese Menschen lieber.
Ich hab mal einen Artikel eines BGE-Hassers wiederlegt:
Von sozialpolitischen Maßnahmen wie in der DDR seit den siebziger Jahren kann man in der BRD doch nur träumen.
Ich erhalte SED-Opferrente, sass im Arbeitslager Bitterfeld und wie sozial sind die heutigen Parteien:
Wir können das BGE nur über Parteien einführen, weil Deutschland eine Parteiendemokratie ist, hier eine Info dazu:
Mit freundlichen Gruß merapi22
05.05.2011, 19:25 #32
Ich hatte schon mal gefragt, ob du hier nur Proaganda machst. Die Liunks zu dieser Partei sind erstmal entfernt, da uns das zuviel ist. Es reicht 1 Link. Wir sind bitte auch kein Forum für die Piraten und deren Vorstellung von einem BGE. Halte dich bitte daran.
Von Anhängern der Linkspartei sind noch nie soviele Links in einem Beitrag gekommen. Die können halt mit soetwas besser umgehen.
05.05.2011, 23:22 #33
Die SED-Opferrente hat doch auch nur Symbolcharakter, so wie der Nachwende-Lastenausgleich. Der eigentliche Hammer kommt auf alle prekär Beschäftigten und Langzeitarbeitslosen zu, wenn die Altersrente oder Grundsicherung beantragt werden wird.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein theoretisches Sandkastenspiel, das man völlig steckenlassen kann - ist realitätsfern.
Einzig allein gesetzliche, beitragsfinanzierte Sozialumlagesysteme, die aus sv-beitragspflichtigen AN- und AG-Beiträgen gespeist werden, sind ein realistisches Fundament und zwar wenn ausnahmslos Alle sv-beitragspflichtig werden und ohne jegliche Beitragsbemessungsgrenzen. Das Schweizer oder das skandinavische Sozialversicherungsmodell ist akzeptabel.
Auch die Erhöhung des Regelsatzes auf 500 Euro sollte man sich schenken, weil man so die Hartzgesetzgebung in seiner Kernsubstanz befürwortet. Die ganze Hartzgesetzgebung muß völlig verschwinden.
Amtliche Arbeitsvermittlung und -förderung hat ausschließlich auf Tariflohn- und -gehaltsbasis zu erfolgen und gegen die Unternehmer. Sie haben gefälligst ihren grundgesetzlichen Pflichten nachzukommen, nämlich für dauerhafte, tariflich bezahlte, sv-pflichtversicherte Arbeit zu sorgen, wenn sie nachweislich rentabel und wirtschaftlich arbeiten. Dann kann man sie eben mit amtlichen Einstellungsauflagen unter Anwendung von Sanktionen und Strafgesetzen dazu zwingen , ihre grundgesetzlichen Pflichten nach Artikel 14 Abs 2 zu erfüllen. Bedingung: Die Sachbearbeiter und Fallmanager brauchen mehr Ahnung von Betriebswirtschaft, müssen Bilanzen, Geschäftsberichte, Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen, Wirtschaftsverträge lesen und interpretieren können. Sie müssen gegen Unternehmer mehr Kontroll- und Vollzugsbefugnisse erhalten. Bis jetzt haben sie diese Kontroll- und Vollzugsbefugnisse nur gegen Arbeitslose und zwar mit ihrer Wirkung bis zur Existenzvernichtung.
Auch dieses Verhätscheln und Bevorteilen von Unternehmern, Reichen, Prominenten darf es nicht mehr geben:
Eine Schutzebene nach unten mit Mindestlöhnen und -gehältern einzuziehen, ist in Ordnung, aber dann bei jeder Lohn- und Gehaltsgruppen, weil es z.B. Gehaltsgruppen in Von-Bis-Spannen gibt, und da braucht man pro Gruppe den unteren bundesweit eingezogenen Schutz nach unten.
Was völlig vergessen wird, sind Mindestrenten. Daran denkt kein Mensch in der BRD.
Ich bin für ein flächendeckendes, bundesweites Tariflohn- und -gehaltssystem nach arbeitswissenschaftlich aktuell begründeten Eingruppierungsmethoden und -mitteln. Es darf dabei keinen Arbeitgeber geben, der sich Tarifeinkommen und -systemen entziehen kann.
Schon der Begriff Arbeitsmarkt ist ein mittelalterlicher Rückschritt. Der Mensch ist doch keine Handelsware, deren Wert von Angebot und Nachfrage frei zu bestimmen ist.
Es gibt feste Eingruppierungsmerkmale nach Anforderungsarten und noch feiner untersetzt nach Anforderungsstufen
und die sollen gefälligst einheitlich angewendet werden:
- Grad der körperliche Arbeitsbelastungen
- Fahigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung im Umgang mit Rohstoffen, Materialien, Halbfabrikaten, Fertigprodukten
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung mit Werkzeugen, Maschinen und Anlagen
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung naturwissenschaftlichen Wissens in der Arbeit
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung von ökonomischen Wissens in der Arbeit
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung von technischen Wissens in der Arbeit
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung von juristischen Wissens in der Arbeit
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung von Wissens des Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutzes in der Arbeit
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung von pädaogischen Leitungswissens in der Arbeit
- berufliche Qualifikationsanforderungen, Zusatzabschlüsse, Dauer der Berufserfahrung
- Fähigkeiten, Kenntnisse und Berufserfahrung in der Anwendung von moderner Rechentechnik in der Arbeit
Für jede Anforderungsart und Stufe gibt es einen speziellen Punktewert je nach Kompliziertheit. die Summe aller Punkte über alle Anforderungsarten und -stufen ist einer Punktespanne zuzuordnen, die einer bestimmten Lohn- und Gehaltsgruppe entspricht.
Das ist ein wesentlich detailliertes und genaueres Eingruppierungsverfahren als die grob strukturierten Manteltarifverträge, die jetzt der Eingruppierung dienen.
Das völlig freie Aushandeln von Löhnen und Gehältern ist mir grundsätzlich zuwider, weil da keine objektiv ermittelte Begründung und Bewertung für den wertmäßigen Charakter einer Arbeit vorliegt. Da geht alles frei und völlig subjektiv nach Nase.
Diesen Quatsch des freien Aushandelns, was gängige Praxis zum Vorteil der Unternehmer läuft, ist abzuschaffen.
Genauso mit der Gesundheit wertmäßig zu handeln, ist Unfug. Ich lehne grundsätzlich eine privatwirtschaftlich organisierte Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung ab, weil das zu einem sozialen Kastensytem verkommt. Genauso ist es Blödsinn, eine Vielzahl von Kranken-, Renten- und Unfallversicherer zuzulassen. So erzeugt man bei jedem Versicherer einen unnötigen, bürokratischen Wasserkopf und bei jedem Versicherer eine spezielle Organisations-, Verwaltungs- und Abrechnungsstruktur, die nicht kompatibel mit den anderen Versicherern ist. Das ist volkswirtschaftlicher Mist. Pro Sparte - also für die Kranken-, Pflege-, Renten- und Unfallversicherung - genügt jeweils ein einziger gesetzlicher Versicherer.
Was als Pflichtaufgabe durchgesetzt werden muß, sind prophylaktische Versorgungsmaßnahmen für alle wie Volksreihenröntgen, Impfungen usw.
Das schwarzgelbe Privatwirtschaften und der Konkurrenzkampf ist volkswirtschaftliches Kräfteverschwenden. So arbeitet man nicht im gesellschaftlichem Gesamtinteresse zusammen, sondern bekämpft sich gegenseitig.
06.05.2011, 23:57 #34
Bitte stichhaltige Argumente!
Ich höre von BGE-Skeptikern und Gegnern immer nur Totschlagargumente ("nicht realistisch" oder z. B. Behrsing "Propaganda") oder Gegenargumente aufgrund von Missverständnissen oder Unwissenheit.
Ich befasse mich seit über 2 Jahren mit dem Thema BGE - und Hand auf's Herz.. jetzt ehrlich, ohne zu übertreiben oder für mich etwas beschönigen zu wollen:
Ich habe noch nie ein stichhaltiges Argument gegen die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens gehört.
Ich warte darauf..
07.05.2011, 00:40 #35
Dann empfehle ich mal aus der letzten Anne-Will-Sendung vom 01.05.2011 Malochen lohnt nicht - was ist das für ein Tag der Arbeit? - Anne Will - Archiv | DasErste.de sich genau zu diesem Punkt die Meinung des Ex-Bundesarbeitsministers Norbert Blühm anzuhören,
Malochen lohnt nicht - was ist das für ein Tag der Arbeit? - Anne Will - Videos | DasErste.de
wo vom Redakteur Christian Rickens des Manager-Magazins das bedingungslose Grundeinkommen übern grünen Klee gelobt wurde, weil die Lohnsteuern und die Sozialversicherungsbeiträge verkürzt oder völlig abgeschafft werden sollen - nach der Ideologie des bedingungslosen Grundeinkommen - genau nach der CDU- und FDP-Losung: Mehr Netto vom Brutto!
Wer hat von dem Quatsch einen Nutzen?
Der Unternehmer!!!! - weil dem seine AG-Anteile zu den SV-Beiträge ständig kleiner oder völlig verschwinden sollen. Also AN-feindlich, unsolidarisch und entgegen der angeblichen Sozialpartnerschaft. Dafür trägt der AN die steigende Lohnsteuer- und SV-Beitragslast künftig bei steigenden Gesundheitskosten, versteckt noch über Extra-Zuzahlungen und gestrichenen Sozialversicherungsleistungen aus dem Leistungen der Krankenkassen ganz allein. Also wird der AN 3mal zusätzlich belastet.
Und wovon soll man als Rentner die Krankenversicherung finanzieren, wenn man jahrzehntelang prekär beschäftigt war und diese AG-Beitragsanteilsbefreiung oder SV-Beitragsschieflage ertragen mußte?
Private Kranken- und Rentenversicherung als Ersatzlösung ist doch der reinste Müll.
Deshalb ist mir eine gesetzliche, umlagefinanzierte Krankenversicherung, wo AG und AN zu gleichen Anteilen ihre SV-Beiträge zahlen, die sozial gerechtere Form. Da sind auch die Gesunden für die Kranken, die Erwerbstätigen für die Arbeitslosen, die Leute mit höheren, sv-beitragspflichtigem Einkommen für die mit niedrigerem Einkommen, die Jungen für die Alten solidarisch da.
Bei den privaten Versicherungsmüll steht man völlig allein da. Den Letzten beißen die Hunde. Kommt die nächste Wirtschafts- und Finanzkrise sind die Einlagen der Privatversicherungen an den Börsen und Kapitalmärkten verjuxt oder diese Privatversicherungen pleite.
Was wir brauchen ist die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln, weil man mit dem Mist Ausbeutung und Unterdrückung und Sozialdumping erzeugt. Privatwirtschaft sollte man in sehr engen Grenzen zwischen Handwerkern und Mittelstandsunternehmen dulden, aber nie grundsätzlich für eine Volkswirtschaft als das politisch Bestimmende zulassen.
Und genau an diesem Privatmist klammert sich CDU/CSU/FDP und ihre Gangsterwirtschaft. Deshalb erst haben wir die Probleme mit der Arbeitslosigkeit und der sozialen Mißwirtschaft.
Wer sich das bedingunglose Grundeinkommen schönredet, der will diese Ausbeutergesellschaft und Arbeitslosigkeit. Genau das will ich eben nicht, sondern dauerhafte sv-pflichtversicherte Erwerbsarbeit zu flächendeckenden Tariflohnbedingungen in ganz Europa für alle - ganz im Sinne des Artikels 23 der UN Menschrechtserklärung
- Recht auf Arbeit, Recht auf freie Berufswahl, Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit
Das geht nur mit Zwang, scharfen Kontrollen und Auflagen gegen Unternehmer und nicht mit freiwilligen, unverbindlichen Selbstverpflichtungen oder scheinheiligen Gutmenschentum über die steuerabschreibende Stiftungsschleimspur.
Die BRD ist seit 1973 UN-Mitglied und erfüllt diese Menschenrechtsbedingung überhaupt nicht!
07.05.2011, 02:50 #36
Ich habe die Sendung vergangenen Sonntag gesehen, und das Thema schrie förmlich nach der Alternative Grundeinkommen; jedoch wurde (wieder einmal) versäumt, das Grundeinkommen anzusprechen (obwohl Anne Will vor ein paar Wochen meinte, sie wolle das Thema in einer ihrer nächsten Sendungen vertiefen).
Mir scheint, du und ich, wir haben zwei verschiedene Sendungen gesehen; denn Christian Rickens hat definitiv nicht das Grundeinkommen gelobt, geschweige denn überhaupt angesprochen.
Er hat lediglich von einem Steuerfreibetrag gesprochen.
(Ein Steuerfreibetrag ist nur dann bedingungslos i.S.v. einem BGE, wenn es der Konsumsteuerfreibetrag ist, aber nicht der Einkommensteuerfreibetrag; das ist ein wesentlicher Unterschied.)
Der Unternehmer!!!! - weil dem seine AG-Anteile zu den SV-Beiträge ständig kleiner oder völlig verschwinden sollen.
Du und so manch anderer (linke) BGE-Kritiker verstehen ganz offensichtlich nicht, dass es sich beim BGE um eine Win-Win-Situation handelt:
Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer profitieren davon.
Der Arbeitgeber, weil die Lohnkosten sinken; der Arbeitnehmer, da er dem Arbeitgeber auf gleicher Augenhöhe begegnet - wenn die Arbeitsbedingungen nicht gut sind (z. B. schlechte Bezahlung, oder schlechtes Arbeitsklima), dann kann der Arbeitnehmer gehen, ohne dass seine Existenz bedroht ist.
Heute jedoch sind die meisten Arbeitnehmer lohnabhängig. Diese Lohnabhängigkeit wird durch ein BGE genommen. Das wird dazu führen, dass die Arbeitgeber um Arbeitnehmer werben müssen. D. h. die Arbeitsbedingungen werden sich zwangsläufig verbessern (müssen).
Dafür trägt der AN die steigende Lohnsteuer- und SV-Beitragslast künftig bei steigenden Gesundheitskosten, versteckt noch über Extra-Zuzahlungen und gestrichenen Sozialversicherungsleistungen aus dem Leistungen der Krankenkassen ganz allein. Also wird der AN 3mal zusätzlich belastet.
Beim konsumsteuerfinanzierten BGE (das ich befürworte) gibt es keine Lohnsteuer und keine Sozialversicherungsbeiträge.
So gesehen werden Arbeitnehmer und Arbeitgber entlastet.
Wie das zu rechnen und zu denken ist, das wird sehr gut in dem Film
„Grundeinkommen: Ein Kulturimpuls“ veranschaulicht.
Ein Film, den ich jedem Interessierten, aber auch jedem Skeptiker WÄRMSTENS empfehlen kann. Es ist wahrlich ein KULTURIMPULS.
http://www.dailymotion.com/video/x6ycy9_grundeinkommen-ein-filmessay_news (dauert kleinen Moment, bis Film losgeht)
Aber man sollte für diesen Film Zeit und Geduld mitbringen; er dauert ca. 100 min, und erst gegen Mitte des Films wird die Finanzierung des BGEs erläutert.
Wer sich das bedingunglose Grundeinkommen schönredet, der will diese Ausbeutergesellschaft und Arbeitslosigkeit.
Ich rede das BGE nicht schön, sondern ich befürworte es und argumentiere dafür. Also bitte lass deine polemischen Totschlagsargumentversuche.
Genau das will ich eben nicht, sondern dauerhafte sv-pflichtversicherte Erwerbsarbeit
Das ist m. E. Schnee von gestern.
Fakt ist, wir haben zum einen eine überalterte Gesellschaft, zum anderen einen rasanten technischen Fortschritt; d. h. es wird immer mehr mit immer weniger Arbeitskräften produziert. Es zahlen demnach immer weniger Menschen in die SV für immer mehr Erwerbslose und Rentner ein. (Auch wenn uns manche Politiker etwas anderes weismachen wollen – Stichwort Statistikbeschönigung).
Recht auf Arbeit, Recht auf freie Berufswahl, Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit
In diesem Punkt gehe ich mit dir konform.
M. E. würde jedoch gerade ein BGE dies ermöglichen.
Das [Recht auf Arbeit, Recht auf freie Berufswahl, Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit] geht nur mit Zwang
Deine Aussage ist ein Widerspruch in sich.
Es kann nicht etwas Recht und gleichzeitig Zwang sein.
Ich jedenfalls lehne Zwang zur Arbeit entschieden ab.
Nicht nur weil unserem Grundgesetz Zwangsarbeit verboten ist, sondern aus Überzeugung.
Die BRD erfüllt nachfolgende Menschenrechtsbedingung seit ihrer Gründung 1949 nicht; und schon gar nicht seit der Einführung von Hartz IV:
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, Artikel 12:
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. […]
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden […]
07.05.2011, 11:42 #37
Der Rickens hat vom bedingungslosen Grundeinkommen gefaselt und nur den Vorteil für den Unternehmer betont.
Wer in diesem Land keine sozialpolitischen Maßnahmen im Sinne von staatlicher Geburten- und Familienförderung schon mindestens seit 30 Jahren betreibt, was eben genau diese kleinkarierten, mittelalterlichen Unternehmergangsterparteien CDU/CSU/FDP machen, der überträgt die Initiative dazu den jungen Leuten. Und die können sich bei der asozialen kinder- und familienfeindlichen Verhaltensweise der Unternehmer keine Familiengründungen leisten. Geburten- und Familienförderung ist keine Aufgabe der Unternehmer allein, weil die alles nur in betriebswirtschaftlichen Grenzen ihrer Betriebsklitsche und nicht weiter sehen. Die handeln nie im gesamtgesellschaftlichem Interesse einer Volkswirtschaft. Die jungen Leute können sich die Geburten und Familien wegen Hungerlöhne, prekärer Beschäftigung, befristeter Arbeitsverhältnisse, Aufstockungen, Ersetzung arbeitsrechtlicher Regelung durch Werkverträge, die keine sozialen Belange wie Krankheit, Urlaub, Unfall berücksichtigen, nicht leisten. Wegen der politischen Dominanz des Privateigentums an Produktionsmitteln wird erst die Ausbeutung, Unterdrückung und Profitgier gegen das Volk möglich.
Unternehmer suchen nur ausschließlich den Maximalprofit und sind dabei rücksichtslos. Die bekommen nie ihren raffgierigen Hals voll.
Weil diese BRD seit 20, 30 Jahren keine staatliche Geburten- und Familienförderung betreibt, haben wir das Demographieproblem und nicht weil die Deutschen das Kindermachen verlernt hätten. Die Politiker der BRD kriechen den profitgeilen Unternehmern in den braungeschmierten Hintern. Man muß rigoros die Profite bei den Unternehmern abschöpfen und in die öffentlichen Haushalte und Sozialkassen abführen, dann hat man auch genügend Finanzen zur Geburten- und Familienförderung.
Es gibt in einer Ausbeutergesellschaft wie dem Kapitalismus keine Win-Win-Situation von gleichberechtigten Sozialpartnern. Bedingungsloses Grundeinkommen ist eine neuaufgelegte, utopische Augenauswischerei a la Robert Owen, Henri de Saint-Simon, Charles Fourier weil es eben die privatwirtschaftliche Eigentumsform an Produktionsmitteln und das dazu die Ausbeutung schützende Rechtssystem gibt. Man hält an diese Gesellschaftsverhältnissen krampfhaft fest. Bedingungsloses Grundeinkommen und Privateigentum an Produktionsmitteln widersprechen sich.
Was nutzt Dir eine konsumsteuerfinanzierte Funktion im bedingungslosen Grundeinkommen, wenn die Unternehmer nur ihrer Profitgier nachgehen und keine Steuern und Sozialbeiträge zur Bildung von Sozialversicherungssystemen abführen wollen. Aus dieser Konsumsteuer wird eben nichts Soziales (Finanzierung der Krankheit, Unfall, Pflege, Behinderung, Altersversorgung) finanziert, sondern nur über die Preisbildung von Waren und Leistungen der Verbrauch gelenkt. Das haben wir bereits heute über ein ganzes System von Steuern, Zölle und bestimmte Abgaben.
SV-pflichtversicherte, tarifliche bezahlte Vollerwerbsarbeit ist machbar, aber mit Zwang gegen asozial handelnde, profitgeile Unternehmer. Es darf keinen einzigen Unternehmer zukünftig geben, der sich aus Tarifverbänden verabschieden kann. Da muß es ordentliche Strafen hageln.
Die SV-Beitragszahlung muß einen größeren Personenkreis belasten - also alle die, die bisher davon verschont blieben - Politiker, Beamte, Freiberufler, Selbstständige - und bitte ohne einer Beitragsbemessungsgrenze. Vorbild: Schweiz!!! Wir brauchen auch mehr Kontrolle in der Beitragszahlung und Steuererhebung. Denn dort spart man aktuell sich das Personal. Das Kontrollpersonal läßt man grade bis zu einer Größenordnung, die für eine Überwachung des Otto N ormalbürgers reicht und mehr lassen die Unternehmerparteien absichtlich nicht zu, weil die ihre Klientel von Kontrollen verschonen lassen wollen. Die Unternehmer, Schönen und Reichen werden weitestgehend von Vermögensbesteuerungen und Betriebsprüfungen jahrzehntelang verschont. Der normale AN wird dagegen gezwungen jeden Monat korrekt seine Lohnsteuern an den Fiskus und seine SV-Beiträge an die Sozialkassen abzuführen. Der kann nirgendwohin ausweichen oder seine Abgabenpflichten kreativ gestalten. Er hat jeden Monat pünktlich zu zahlen - basta. Das liegt aber an der Politik unserer verlogenen Unternehmerparteien.
Das Recht auf Arbeit, die freie Berufswahl, gleicher Lohn ist kein Widerspruch, weil es Recht und Zwang nicht gleichzeitig geben kann. Es muß beides gleichzeitig geben - Recht ist die Einsicht in die Notwendigkeit, etwas abzuführen, was gesellschaftlichen Nutzen für die Gemeinschaft bringt. Kontrollen sind der Zwang dazu für die Uneinsichtigen, die sich dieser Einsicht entziehen wollen.
Der Zwang zur Arbeit ist auch dort nötig, wo sich Menschen im erwerbsfähigen Alter bei Vorhandensein aller körperlichen, geistigen und seelischen Voraussetzungen der Selbsterwirtschaft des eigenen Lebensunterhalts entziehen wollen und auf Kosten ihrer Mitmenschen leben.
Es darf kein Recht auf Faulheit geben. Wenn jemand besseren Wohlstand haben will, dann soll das durch qualitativ höherwertige, leistungsgerecht bezahlte Arbeit erfolgen - mit mehr Bildung, mit mehr Fähigkeiten, Berufserfahrung und Verantwortung.
Eben - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.
Ich unterstütze umlagenfinanzierte Sozialversicherungssysteme und staatlich organisierte Geburten- und Familienförderung.
Unternehmer haben dem Volk zu dienen und nicht das Volk der Profitgier der privatwirtschaftenden Unternehmer. Unternehmer haben dort ihre Betriebe anzusiedeln, wo die Bevölkerung lebt und Arbeit sucht. So erspart man sich das volkswirtschaftlich unsinnige Pendeln und den dadurch unsinnigen und umweltschädlichen Verbrauch von fossilen Rohstoffen zur Energieerzeugung.
Auch Just-in-Time-Produktion ist betriebswirtschaftlicher Blödsinn, weil da die Lagerhaltung die sich bewegenden Fahrzeuge darstellen. Verschiedenen Verkehrsmitteln muß man eine bestimmte Transportfunktion und Reichweite aus ökonomischer und ökologischer Sicht zuweisen. Als Pufferung zwischen Lieferung und Produktion wird eine leistungsfähige Lagerhaltung zwingend nötig.
07.05.2011, 20:44 #38
Einige negative Seiten des BGE sind aus meiner Sicht,
die Entlastung der in Deutschland agierenden Unternehmen von den SV-Kosten. Heute zahlen die Unternehmen die SV-Beiträge knapp zur Hälfte. Ich möchte, dass die Unternehmen weiterhin die Kosten der Reproduktion der Arbeitskraft mitbezahlen. Schließlich leben sie von der Arbeit der Beschäftigten. Im Produktionsprozess verschleißen die Beschäftigten ihre Gesundheit, also sollen die Unternehmen durch die KV-Beiträge für die Krankheitskosten mitaufkommen. Analog hälftig für die RV-Beiträge für die Rente bei Erwerbsunfähigkeit und die Altersrente.
Die BGE-Vertreter legen sich nicht ganz fest, aber viele gehen von der kompletten Streichung der Sozialversicherung aus, einschließlich der Rentenversicherung. Wer also im Alter nicht auf dem Niveau des BGE leben will, muss privat vorsorgen. D.h. noch mal gigantisch expandierende Versicherungskonzerne mit x-ig neuen Milliardeneinlagen, die sie um den Erdball jagen können, bis die Finanzblase blatzt. Die Zeche zahlen die Einwohner der betroffenen Länder und die Versicherungsnehmer, die ggf. ihre gesamte Vorsorgeleistung verlieren (wie schon jetzt viele ihre privaten Rentenanlagen verloren haben). Die Privatisierung der RV ist, wovon die FDP schon immer träumt und wogegen die Linke (im weitesten Sinne) bisher eintritt.
Es wird argumentiert, dass sich die finanzielle Situation der Beschäftigten bessern soll. Dagegen schreiben viele BGE-Anhänger, dass die Löhne dann sinken werden. Manche sehen sinkende Löhne sogar als einen erstrebenswertes Ziel an! Was denn nun? Erhöhen sich die nominellen Einnahmen (Lohn + BGE) oder bleiben sie gleich, weil der Unternehmer das BGE sogleich oder allmählich bei den Löhnen abzieht (sinkender Lohn + BGE)?
Mal als Extremfall angenommen, das BGE der Belegschaftsmiglieder würde von sinkenden Löhnen vollständig aufgefressen. Dann bedeutet das, dass der drastischen Erhöhung der Mehrwertsteuer kein wachsendes Einkommen gegenübersteht, sondern Einkommen in alter Höhe. Das ist ein Realverlust. Eine Verschlechterung, der der Betroffene nicht ausweichen kann, denn essen und wohnen muss er weiterhin (trotz stark erhöhter Mwst.) Was der Unternehmer spart, zahlt der Beschäftigte beim Brotpreis und der Miete drauf. Außerdem muss fast jeder Beschäftigte monatlich private Rentenvorsorge betreiben, weil er im Alter sonst nur das BGE erhält.
Es wird argumentiert, das BGE führt zu einer Einschränkung des Konsumwahns, würde zur Bremse der Überproduktion. Ist das so?
Deutschland mit dem extrem niedrigen Lohnniveau ist Exportweltmeister. Sinkende Lohnkosten in Europa führen aus meiner Sicht zu noch mehr Übergewicht der führenden Industrieländer über den Rest der Welt. Das ist das Gegenteil von dem, was ich will.
07.05.2011, 22:56 #39
"Der Arbeit ihren Wert geben" (Quellen: SPD, FAZ), unter diesem Titel veröffentlichten der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und der DGB-Vorsitzende Michael Sommer ihren Beitrag zum Tag der Arbeit am 1. Mai.
"Uns droht das Bewusstsein verloren zu gehen, dass es der Wert der Erwerbsarbeit ist, der Zusammenhalt und Wohlstand begründet. Der Tag der Arbeit Anlass genug, diesen Aspekt verstärkt in den Mittelpunkt der notwendigen Debatte über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft zu rücken."
Mit der Zuspitzung darauf, das in Rede stehende Gemeinwesen als "Arbeitsgesellschaft" zu bezeichnen, ist an dem Beitrag nichts mehr zu retten. Keine Rede von der bedingungslosen Verleihung der Bürgerrechte, der Volkssouveränität und all dem Engagement, das ohne Orientierung an Einkommenserzielung erfolgt. Keine Rede davon, dass es gerade nicht die Erwerbsarbeit ist, also die Leistung für Gegenleistung, die ein Gemeinwesen zusammenhält, sondern die bedingungslose Bereitschaft sich zum Wohle des Ganzen einzubringen, damit es sich erhalten kann, weil es einen eigenen Wert hat. Bürgerrechte sind eben keine Erwerbstätigenrechte - doch ein solcher Gedanke scheint den Verfassern des Beitrags noch nie durch den Kopf gegangen zu sein.
"Wer eine fortschrittliche Gesellschaft will, der muss den Wert des Menschen und den Wert seiner Arbeit wieder schätzen lernen. Denn Deutschland bleibt nur als Arbeitsgesellschaft zukunftsfähig."
Der Wert des Menschen und der Wert der Arbeit sind zwei vollkommen verschiedene Dinge, denn der Wert des Menschen ist ein Selbstzweck, er bemisst sich am Menschen selbst, der Wert der Arbeit hingegen liegt in ihrem Resultat, darin, wozu sie dienen soll. Wer das nicht unterscheiden kann - und das ist allzu verbreitet (siehe z.B. hier und hier) - versteht auch nicht, worum es beim bedingungslosen Grundeinkommen geht: um den Wert des Gemeinwesens und seiner Bürger als eigenständigem Bezugspunkt, einem Wert um seiner selbst willen.
Quelle: Freiheit statt Vollbeschäftigung, 6. Mai 2011
08.05.2011, 00:09 #40
Deshalb lehne ich das bedingungslose Grundeinkommen ab, weil es auf die steuerliche und sv-beitragliche Freistellung der Unternehmer, die Privatisierung und Verkapitalisierung der Sozialsysteme abzielt und die Existenzrisiken in die Verantwortung von Börsen und Kapitalmärkte abwälzt. So wie es FMD82 darstellt, beruht wieder mal Alles auf freiwilligen Selbstverpflichtungen. Nur wer kein Interesse zeigt, die freiwilligen Selbstverpflichtungen zu erfüllen, dem passiert bei diesem Modell des bedingungslosen Grundeinkommens nichts. Der wird nicht kontrolliert, nicht sanktioniert und nicht bestraft. Denen geht das Schicksal der Völker am fetten Unternehmerhintern vorbei. Die haben nur eins im Blick:
Zum Eigennutz - Profit - Profit - und nochmals Profit!
Damit verstößt das bedingungslose Grundeinkommen auch gegen das Grundgesetz, weil sich Unternehmen völlig ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung entziehen würden, entsprechende Lasten zu schultern, die dem Allgemeinwohl dienen.
Unternehmen haben fürs Volk da zu sein und nicht das Volk für diese profitgeilen Gauner --> eben Artikel 14 Abs. 2 GG
Es geht den Völker besser, wenn wir die Machtgrundlagen des Kapitalismus beseitigen - das Privateigentum an Produktionsmitteln, weil dadurch die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen beseitigt wird.
Mit dem bedingungungslosen Grundeinkommen unter kapitalistischen Eigentums- und Machtverhältnissen bleiben Arbeitslosigkeit, Prekärbeschäftigung, Altersarmut, immer teurer werdende Pflege und Gesundheitsversorgung, kinder- und familienfeindliche Politik bestehen.
Bedingungsloses Grundeinkommen ist ein kapitalistisches Schönheitspflästerchen.
08.05.2011, 08:45 #41
Das BGE ist keine Antwort auf alle Fragen. Aber es ist ein riesiger Schritt zu einer besseren Gesellschaft!
DAs BGE ist dazu da eine andere Gesellschaft zu verhindern.
Besser oder schlechter, diese WErtungen passen nicht.
Es geht um etwas Grundsätzliches.
Ich werde wie ich schon mitgeteilt habe von der Entrechtung auch Betreuung genannt geplagt, also eher von denjenigen Wesen die auch laut BGE ihr Einkommen damit haben.
Am Besten kann ich das mit meinen eigenen Schreiben erklären.
Richter S, Präsident des Amtsgerichts, B usw. und alle anderen Handlanger
Am 02.05.2011 habe ich die Eigentümer die mit einigen Grundrechten ihren Handel treiben, noch einmal in Kenntnis gesetzt, das ich Entrechtet worden bin und das Sie sich an Euch wenden soll.
Schon 7 Monate habe ich 0 Cent zu meiner persönlichen Verfügung
Ich habe Nein zum „Grundsicherungsvertrag“ gesagt, wie ich auch Nein zur Entrechtung gesagt habe.
Das mir heute der Grundsicherungsvertrag um die Ohren gehauen wird, lässt mich noch mal nachfragen was das für eine Verfassung ist.
Die Grundsicherung ist das Erfüllen aller Grundbedürfnisse in Fülle, in einem Universum der Bedingungslosen Liebe, auf einem Planeten des freien Willen.
Ich habe Nein zur Entrechtung gesagt, zu dem Entzug meines freien Willens. Ich habe Nein zum Grundsicherungsgesetz gesagt. Ich habe Nein zu der verlangten Kontrolle gesagt, vergleichbar mit der Schutzgelderpressung der Mafia.
Ich habe Nein zu dieser IRRSINNIGEN Sprache gesagt.
Meine Rechte sind meine Rechte,
Eure Gewalt dürft Ihr für Euch behalten.
Ich habe die Absicht mit der liebevollen Hilfe und Führung der Sternengeschwister des Lichts, mir meiner Bewusst zu sein, weil ich mit meinem Lebenssinn entsprechend mich entwickeln will.
Weil ich Gleiches, die bedingungslose Liebe in Fülle brauche.
Ich will mühelos Sein, im Hier und Jetzt, ich danke Urschöpfer für dieses Lebensgeschenk
Eigentümer der mit Grundrechten handelt.
Mir wird ja mit der Entrechtung, auch Betreuung genannt, verschwiegen wie beide Prozesse ausgegangen sind, wie Entschieden worden ist, aber es kann ja gut sein dass alle Gesetze für Sie, zu Ihren Gunsten Urteilen (Lissabonner Vertrag)
Dann ist Ihnen Bekannt wie Leicht Sie mich jetzt willentlich in die Absolute Armut, gegen meinen Willen treiben. Grundbedürfnis aufsicht- und Zwang lohnt sich?
Ich hoffe, dass Sie sich mit dem Gericht in Verbindung gesetzt haben, die jetzt schon im vierten Monat untätig zuschauen, das ich 0 Euro bekomme, das der eigens eingesetzte Menschenhändler K Körperverletzung betreibt.
Es gibt Grundsätzlich Grundrechte
Das Leben ist die Bewegung.
Das Leben wie wir es hier auf diesem lebendigen Körper Erde leben, in Verbindung mit unserem jeweiligen Körper hier ergibt noch mehr Grundrechte.
Alles was Lebensnotwendig ist, ist unser Recht - wenn dem Lebendigen, dem Leben ein Recht anerkannt wird.
ich bin ein Teil von Urschöpfer.
Für mich ist die Liebe Lebensnotwendig.
Ob das für jeden Körper so ist, das kann ich nicht sagen.
Nur ein Beispiel für Grundrechte also Grundbedürfnisse.
Ein Gesetzbuch wie das BGE ist ja nichts anderes als die Einschränkung der Grundrechte.
Eine Zustimmungserklärung auf verdrehter Art und mit der Drohung, sonst noch schimmer, von den wirklichen Grundrechten Abstand zu nehmen.
08.05.2011, 09:44 #42
Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine zusätzliche Nebelkerze vor allem aus dem Lager der Unternehmerparteien, damit sie sich noch mehr aus der gesellschaftlichen Verantwortung entziehen können.
Laßt solche Hirngespinste und schafft endlich für Langzeitarbeitslose dauerhaft sv-pflichtversicherte, tariflich bezahlte Vollerwerbsarbeit und tretet geizigen, profitgeilen Unternehmern kräftig ins Kreuz. Das ist alles, was nötig ist.
Dann können wir auf diese Gedankenkonstruktionen vom wenn und hätte und könnte verzichten. Es gibt genug Geld im System. Es wird nur unnötig an das falsche, raffende Pack verschwendet.
Wenn ich das gestern abend in meiner Heimatstadt wieder erlebe, bin ich am Kochen. Die schwarzgelbe Bande hat die Stadt wirtschaftlich ruiniert, aber feiert sich gestern wieder mit großem Gelage und Höhenfeuerwerk.
Wer bezahlt eigentlich diesen schwarzgelben Selbstdarstellungsmist?
Der Steuerzahler und nicht die CDU / FDP!!!!. Und man veröffentlicht dokumentarisch noch diese Verschwendung durch lokale Hofnarrenberichterstattung - das Lokalfernsehen. So sieht Wachstumsbeschleunigung aus.
08.05.2011, 14:31 #43
Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine zusätzliche Nebelkerze vor allem aus dem Lager der Unternehmerparteien, damit sie sich noch mehr aus der gesellschaftlichen Verantwortung entziehen können
Sorry, aber jetzt redest du wirklich Müll.
Es gibt in fast allen Lagern BGE-Befürworter,
nur nicht bei der FDP.
Und in der CDU sind die wengisten für ein BGE. Und diejenigen, die bei den Christdemokraten für ein BGE sind, sind für das Modell Althaus (Solid. Bürgergeld), das ich, so wie die meisten BGE-Befürworter, entschieden ablehne.
Was die Parteien, die im Bundestag vertreten sind, betrifft, so finden sich die meisten BGE-Befürworter bei den Grünen.
Also bitte besser informieren!
Ich hatte bereits die BGE-AGs der Parteien hier aufgelistet, ich mache es aber gerne noch einmal:
> Bündnis90/Die Grünen - Grünes Netzwerk Grundeinkommen:
> DIE LINKE - BAG Grundeinkommen:
http://www.die-linke-grundeinkommen.de
> CDU - Solidarisches Bürgergeld:
http://www.d-althaus.de/94.0.html
> SPD - Solidarisches Grundeinkommen:
Thema: GRUNDEINKOMMEN - SPD-Kreisverband Rhein-Erft: Das wirklich Wichtige tun.
Die FDP fordert das "Liberale Bürgergeld", welches kein(!!!) BGE ist, sondern Hartz IV pauschaliert.
D. h. es wird zwar erst mal an alle ausgezahlt, ist aber mit Arbeitszwang verbunden und die Sanktionen sollen noch verschärft werden.
Mit BGE hat das weiß Gott nichts zu tun.
Also, Jockel, bitte besser informieren!
Vielleicht sollte ich dich noch darüber aufklären, was ein BGE überhaupt ist, denn mir scheint, wir reden aneinander vorbei.
allen Menschen individuell zustehendes und garantiertes,
in existenzsichernder Höhe (Armut verhindernd, gesellschaftliche Teilnahme ermöglichend),
ohne Bedürftigkeitsprüfung (Einkommens-/Vermögensprüfung),
ohne Arbeitszwang und -verpflichtung bzw. Tätigkeitszwang und -verpflichtung
vom Staat ausgezahltes Grund-Einkommen. Weitere Einkommen sind anrechnungsfrei möglich. Alle genannten Kriterien kennzeichnen das Grundeinkommen als ein bedingungsloses. Es gibt schlicht und ergreifend keine Bedingung für den Bezug des Grundeinkommens. Dadurch unterscheidet sich ein Grundeinkommen von einer Grund- oder Mindestsicherung. Ein Grundeinkommen ist kein sozialpolitisches Projekt, welches versucht, Marktdefekte zu reparieren.
Quelle: Ronald Blaschke, Sprecher des Netzwerkes Grundeinkommen
08.05.2011, 14:57 #44
Ja, das kann sein, weil sie nicht mal genau wissen, was ein BGE ist, da sie sich ganz offensichtlich nicht damit auseinandergesetzt haben, sondern lieber das Geschwätz von Leuten, die Feindbilder aufbauen, nachplappern.
Dass Jockel nicht weiß, wer ein BGE überhaupt fordert, zeigt sich ja an seinem letzten Posting..
08.05.2011, 17:12 #45
Wozu der Unfug mit einem bedingungslosen Grundeinkommen?
Das ist so überflüssig wie ein Kropf? Wozu soll ich mich mit dem x-tem Lügenmärchen detailliert befassen, wenn die Absicht, die damit verfolgt wird, so durchsichtig ist.
Die Agitatoren und Propagandisten, die Propheten des bedingungslosen Grundeinkommens verhalten sich wie Hütchenspieler in einer Fußgängerzone.
Ein Ablenkungsmanöver, um an den sozialen Mißständen alles so zu belassen wie es ist. Es ist nur großes Palaver, kommt überhaupt nichts raus und für die Altersabsicherung wird auch nichts garantiert. Beruht alles nur auf unverbindliche Selbstverpflichtungen, die keiner einzuhalten braucht.
Auch bedingungsloses Grundeinkommen ist nur großes Palaver, das man sich sparen sollte. Tretet besser den Unternehmern kräftig in den Achtersteven. Nur diese Sprache verstehen sie, wenn es an ihr Eigentum, Wohlstand, Luxus und Profit geht, dann sehen sie sich genötigt ... ein bißchen was zu tun.
So lief das schon einmal in den 70er Jahren mit der Einführung eines bundesdeutschen Arbeitsgesetzbuches. Nur viel heiße Luft kam raus, das Thema wurde zerredet und verschwand schnell wieder in der Versenkung.
Man braucht den Unternehmern nur mit ihren Pflichten aus dem Grundgesetz nach Artikel 14 Abs. 2 mit Strafgesetzgebung kräftig in den fetten Hintern zu treten und das Privateigentum an Produktionsmitteln abzuschaffen. Schon gibt es keinen Grund mehr für Profittreiberei, Ausbeutung und Arbeitslosigkeit, weil niemand mehr am Elend seiner Mitmenschen verdienen kann. Die Hartzgesetzgebung wäre dann Geschichte. Aber an das Heiligtum Privatwirtschaft will keiner dran rühren.
Das bedingungslose Grundeinkommen beläßt die kapitalistischen Macht- und Ausbeutungsverhältnisse.
Schmiert Euch Eure verlogene Kapitalistenfreiheit, Kapitalistenscheindemokratie (passt, weil es so richtig doppelsinnig ist - scheinheilig und Geldscheingeschäfte) und Euren Kapitalistenrechtsstaat sonst wohin!
Diese Verlogenheit und Falschheit ist nicht mehr zu ertragen. 20 Jahre asozial-kapitalistische Zwangseinheit sind schon viel zu viel, weil das mittlerweile mit 10 Jahre ununterbrochener Langzeitarbeitslosigkeit bei mir verbunden und eine ständige Verklapserei durch Arbeitslosenverwaltung und Arbeitgebern ist. Meine Geduld hat auch ihre Grenzen und ich muß mich nicht auf ein besseres Leben am St. Nimmerleinstag vertrösten lassen. Ich brauch keine Kurse mehr zum Thema Märchenstunden besuchen. Da sind die Grimmschen Kinder- und Hausmärchen realistischer als das bedingungslose Grundeinkommen.
Die können mir allesamt den Buckel rauf und runter rutschen. Wenn aus deren Ecke einer sein Maul aufmacht, dann kommen nur stinkende Lügen raus wie bei Versicherungsvertretern, Investment- und Imobilienbankern, die einem nur das Beste wollen - die letzten Euros auch noch abzuknöpfen.
08.05.2011, 17:40 #46
@ Gartenfreund
Hat keinen Wert.
Jockel ist in seinen Vorurteilen festgefahren und will sich erst gar nicht mit der Idee des Grundeinkommens befassen.
Er drescht lediglich gebetsmühlenartig seine Totschlagargumente runter.
Wenn du micht fragst - DAS ist heiße Luft,
nicht die Idee eines Grundeinkommens..
08.05.2011, 18:04 #47
ist Dir eigentlich bekannt, dass Katja Kipping von den Linken für ein bedingungsloses Grundeinkommen eintritt? Und sie ist nicht die einzige in dieser Partei!
Wenn man Katja Kipping kontaktieren will, ist sie nie erreichbar. Genauso der Behindertensprecher der Linken Dr. Ilja Seifert. Die schweben auf Wolke 20 mit ihren Ideen und interessieren sich nicht um die Problemlösung bei den Bürgern unten an der Basis. Die Linken reden viel über Förderprojekte im öffentlichen Beschäftigungssektor für Arbeitslose und Behinderte. Spricht man sie konkret auf regionale Vorhaben an, herrscht Schweigen im Walde.
Aber zum Stimmenkassieren und kostenlose Ehrenarbeit zu erledigen, wird man gern gesehen.
Der Einzige, der für die Belange der Basis informatorisch empfänglich ist und sogar auf Anfragen unverbindlich antwortet, ist Bodo Ramelow, so meine persönliche Erfahrung. Bei all der anderen linkspolitischen Prominenz herrscht Sendepause. Man ist auch bei den Linken-Politikern Luft und Pöbel. So bei den Ebenen Landkreis, Bundesland und Bund der Linken.
Es ist auch bei Links kein gegenseitiges Geben und Nehmen. Das Postengeschachere von anderen Parteien, hat auch bei der Linkenprominenz abgefärbt. Das Einzige, was bei den Linken nicht funktioniert, sind die Schmiergeldspenden durch die Wirtschaft. Das finde ich positiv.
Postengeschachere - Ist auch kein Wunder: Linke Politiker können keine Karriere in der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst machen. Also kämpfen die um ihr Überleben durch Austragen einer innerparteilichen Hackordnung. Der Bürger ist da nur zuschauender Statist.
08.05.2011, 22:35 #48
Kann es sein, dass hier zwar fast alle gegen H4-Sanktionen sind? Also Bedingungen ablehnen, die es zum Bezug von Geldleistungen gibt.
Eine Sanktion ist gerade keine Bedingung, um ALG 2 zu bekommen. Sondern Voraussetzung, ALG2 zu verlieren.
Wer gegen Arbeitszwang, Schikanen und Kürzungen unter das Existenzminimum ist, der muss nicht zwangsläufig fürs BGE sein.
Du formulierst deine Sätze so, als könnten Sanktionen nur abgeschafft werden, indem ein BGE eingeführt würde. Wider besseren Wissens, nehme ich an.
Es gibt mehrere Bedingungen, die tatsächlich dem ALG2-Bezug vorausgehen. Diese kann man (alle) ablehnen, muss man aber nicht.
Es gibt mehrere Alternativen zu Hartz IV, nicht nur das BGE.
Eine andere Alternative wäre eine sanktionslose bedarfsdeckende Grundsicherung. Mit Individualanspruch, d.h. dass die Bedarfsgemeinschaften abgeschafft werden. Aber diese Grundsicherung ist dann nicht bedingungslos. Nicht die gesamte Bevölkerung erhält diese Grundsicherung. Bedingung wäre z.B. der Nachweis, dass das Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt.
Das würde diese gigantische Mehrwertsteuererhöhung vermeiden. Und die SV-Systeme erhalten, nicht privatieren, wie es einige BGE-Vertreter in Kauf nehmen.
Nein zur Mehrwertsteueranhebung (Götz spricht z.B. von bis zu 50 %, das sollte mal jemand ausrechnen, welches BGE nötig wäre, nur um auf gleicher Kosumhöhe wie bei Hartz IV zu bleiben. 50% Mwst auf die Miete dabei nicht vergessen.)
Es gibt auf den Internetseiten, auf die ihr euch - ziemlich einseitig übrigens - beruft, keine Antwort auf die Frage, was in unserer Gesellschaft mit den Arbeitsbedingungen, vor allem mit der Arbeitszeit werden soll. Soll jeder, der weiterhin abhängig beschäftigt ist, während seiner Arbeitszeit arbeiten bis zum Umfallen? Setzt ihr euch bei den Beschäftigten für eine Arbeitszeitverkürzung und Minderung des Arbeitsstresses ein? Ist ein 'Kombi-Lohn für alle' eine Lösung? Hört man nur euch beide, könnte man denken, ihr wärt der Auffassung in Hinsicht auf die Beschäftigten, nimm das Geld (BGE) und "Klappe halten". Meiner Ansicht nach ist ein gezahltes BGE kein Ersatz für kollektive Rechte im Betrieb. Dann kann ich aber nicht die Gewerkschaften verteufeln bis aufs geht nicht mehr. Oder ich müsste mir Gedanken über eine alternative Gegenmacht machen (anstelle der Gewerkschaften). Interessiert dieser Aspekt in eurer BGE-Richtung jemanden? Das individuelle BGE ist logischerweise kein Allheilmittel in dieser Frage, die keine individuellle ist.
Und seid mal nicht so kurzatmig in der Argumentation. Ihr (niemand anderes) habt hier so getan, als würden euch Argumente von BGE-Kritikern interessieren.
Ein Grundgedanke des BGE ist die Herauslösung des Menschen aus einigen grundlegenden Abhängigkeiten. Egal, ob das tatsächlich gelingen könnte, ein proklamiertes und gewolltest Ziel ist es wohl. Wer so eine Denkrichtung glaubwürdig vertreten will, sollte versuchen, Autoritätsgläubigkeit (-abhängigkeit) nicht geradezu vordergründig zu demonstrieren. Wir sind nicht Anfang der 1950er Jahre.
09.05.2011, 09:15 #49
Götz Werner sieht nicht vor, eben mal die MwSt. auf 50% zu erhöhen,
sondern beim Konsumsteuermodell ist vorgesehen, die MwSt. schrittweise zu erhöhen, während im Gegenzug die Einkommens- und Ertragsbesteuerung runtergefahren wird.
Da der Endverbraucher heute sämtliche Steuern im Preis trägt – das ist vielen offenbar nicht bewusst, dass Unternehmen alle Steuern die sie zahlen müssen in die Endpreise abwälzen – würden bei Absenkung der Ertrags- und Einkommensbesteuerung und im gleichen Maße Erhöhung der MwSt. die Preise gleich bleiben.
Es gibt auf den Internetseiten, auf die ihr euch - ziemlich einseitig übrigens - beruft, keine Antwort auf die Frage, was in unserer Gesellschaft mit den Arbeitsbedingungen, vor allem mit der Arbeitszeit werden soll.
Ich weiß ja nicht, welche BGE-Seiten du kennst; du kannst jedenfalls kaum beurteilen, auf welchen Seiten ich mir Info über das BGE geholt habe und hole.
Die Antwort auf die Frage, was in unserer Gesellschaft mit den Arbeitsbedingungen wird, gebe ich dir gleich (siehe Text nach deiner nächsten Frage).
Wenn du es aber detaillierter haben willst, dann informier dich doch mal z. B. auf freiheit-vollbeschaeftigung.de
Setzt ihr euch bei den Beschäftigten für eine Arbeitszeitverkürzung und Minderung des Arbeitsstresses ein?
Ich bin mir sicher, dass, wenn es ein BGE – in existenzsichernder und Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichender Höhe – gäbe, würden sich zwangsläufig die Arbeitsbedingungen verbessern (müssen).
Denn wenn den Beschäftigen die Arbeitsbedingungen nicht passen, können sie gehen, da sie nicht mehr lohnabhängig sind, im Gegensatz zu heute.
Dass die Arbeitszeit verkürzt wird, ist m. E. nur logisch und sinnvoll, da die Menschen dann nicht mehr so viele Stunden schieben müssen, um ihr Einkommen zu sichern.
Das wird dazu führen, dass Arbeitgeber auch wieder mehr Mitarbeiter einstellen können, was zur Senkung der Arbeitslosigkeit führt.
Das Betriebsklima wird sich zwangsläufig verbessern,
wenn die Menschen nicht mehr so viel wie heute arbeiten und vor allem der Tätigkeit nachgehen können, die sie für sinnvoll erachten.
Hört man nur euch beide, könnte man denken, ihr wärt der Auffassung in Hinsicht auf die Beschäftigten, nimm das Geld (BGE) und "Klappe halten".
Ich möchte, dass jeder Arbeitnehmer entscheiden kann, wann, wo, wie viel er arbeitet.
Mit BGE im Rücken heißt es nicht „Klappe halten“, sondern erstmals müssen sich die Arbeitnehmer nichts mehr gefallen lassen.
Mehr Mitbestimmung, mehr Mitspracherecht wird das Ergebnis in den Betrieben sein.
Abschließend möchte ich noch mal betonen, dass die Konsumsteuerfinanzierung nicht die einzige Finanzierungsmöglichkeit eines BGEs ist, sondern eine von diversen.
Das wird hier in der Diskussion offenbar vergessen oder übersehen.
09.05.2011, 11:23 #50
Sehr geehrter Herr Bersing,
Danke, dass Sie mir hier wieder die Mögichkeit gegeben haben mich hier zu Wort zu melden, obwohl ich nur ein ofw-ler bin!
Leider kann ich den von Ihnen gelöchten Link heute nicht bringen, weil ich nur vom Computer des Arbeitamt scheibe, wo das Forum der Piatenpartei nicht aufrufbar ist!
Viele Links in einem Beitrag, Entschuldigug, aber das bin ich so vom Spiegel-Forum gewöhnt!
Links steht für neues fortschrittliches denken, Rechts für konservatives am festhalten vom alten und bewährten!
Das BGE ist eindeutig fortschrittliches neues denken ich bezeichne mich als Linker, habe ja dazu beigetragen das ein sehr in der Vergangenheit verharrender konservativer Staat zusammengebrochen ist!
Auch Herr Götz Werner steht eindeutig für neues Denken. Statt das Leben eines Reiches zu führen, hat er erkannt, das der Geldbesitz selbst in Milliardenhöhe nicht zur Zufriedenheit und Glück führt, sondern, jeder Mensch dies nur in einer Umgebung/Welt erlangen kann, die frei ist von Armut und Ungerechtigkeit!
Darum hat er sein Milliardenvermögen verschenkt und setzt
sich für das BGE ein.
Nur so lässt sich auch die hierarchische Gesellschaft überwinden, mit den hunderten von Abstufugen, wo sich Menschen von anderen abgrenzen und tieferstehende verachten!
Die am tiefsten gesunkenen sind die ofw-ler, denen auch hier im Forum keierlei Aufmerksamkeit oder Tipps gewidmet werden!!!
Sie instrumentalisieren zwar die H4 Sanktionen, wie Totalverweigerung, aber wo hat es hier Tipps wie man den Tagessatz erhällt, wo es "gute" Städte und Gemeinden hat und um welche man am besten einen Bogen macht?
Ich kann zwar auf den Arbeitamt scheiben, das aber ofw-ler die Leistung nur max 3 Tage gewährt, dies erst nach sundenlagen warten und herunermachen, so dass ich als ofw-ler darauf verzichte!Für uns setzt sich jeder so ein wie Sie es gacht haben! Beschimpfen, sinnlose Uterstellung - Pronagandamacher!!! Ja logisch ist das BGE eine 100% Verbesserung!!! Das wird aufs Konto überiesen, ohne Stigmatisierung, ohne sinnlose Überprüng - einer der keine Wohnug hat, ist nicht arbeitsfähig und willig!
Ach und die Piratenpartei, ist eine Robyn Hood Partei, die selbst ofw-lern scheibrecht gewährt, leider auch den Störern die nur die BGE-Foren vermüllen und deren Ausgangsbasis ich hier vermute!
Mit freundlichen Guss Steffen
antwort, boes, gero, jenner, ralph, rattenfänger götz werner
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