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Timestamp: 2020-07-13 18:10:42+00:00

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Angestellt und Selbstständig (Arbeitsrecht) - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deArbeitsrechtArbeitgeberAngestellt und Selbstständig
| 21.01.2008 17:36 |
nach 2 jahren erfolgloser Selbstständigkeit beendete ich diese mit hohen Schulden.
Ich bin z Zt arbeitslos, versuche aber an einen angestellten Job wieder dranzukommen.
Über das Internet habe ich viele philippinische Freundinnen kennengelernt. Viele arbeiten auf sogenannten Eroticcam Seiten.
Gerne würden diese auch auf deutschen Seiten arbeiten, da sie hier mehr verdienen würden. Aber dazu brauchen sie einen deutschen Manager (mich). Um diese Tätigkeit auszuführen wird eine Gewerbekarte benötigt. ich bin dann also wieder selbstständig.
Frage: wie läuft das ganze mit Krankenkasse usw ab? Zahlt die mein Arbeitgeber (angestellter) oder muss ich die Komplett bezahlen?
bin ich dann angestellter oder freiberufler?
Arbeitgeber Arbeitgeber Frage Freiberufler Krankenkasse
Zunächst muss ich voranstellen, dass ich ohne das Vertragsgebot vorliegen zu haben, Ihnen nur eine vorläufige Einschätzung auf der Grundlage Ihrer kurzen Sachhaltsdarstellung geben kann, die nicht eine klassische Beratung ersetzt.
Sollten Sie Manager der Damen werden, spricht dies zunächst dafür, Sie als selbständig einzustufen sind. Ich unterstelle, dass Sie keinen Weisungen unterliegen, Ihre Arbeit und Arbeitszeit frei einteilen. Je größer Ihr Verantwortungsbereich ist, desto eher ist von einer selbständigen Tätigkeit auszugehen.
Sodann haben Sie je nach Einkommen die Wahl, eine private Krankenversicherung abzuschließen oder als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung zu verbleiben. Bitte prüfen Sie anhand Ihrer Lebensumstände und Einkommensverhältnisse, welche Versicherung für Sie langfristig günstiger ist, beispielsweise Betragspflicht auch im Alter bei der PKV etc.
Ich bitte aber zu beachten, dass die Behörde aufgrund Ihrer gescheiterten Selbständigkeit ggf. umfangreiche Prüfungen vor der Erteilung der Gewerbekarte einleiten wird. Auch rate ich, kritisch zu hinterfragen, warum die Damen gerade Sie als Manager auserwählt haben.
Sollten Sie nur für ein Internetportal ausschließlich tätig sein, könnte auf Sie das Problem der Scheinselbständigkeit zukommen, denn näher betrachtet, wären Sie eher Angestellter des Portals. Haben Sie hingegen mehrere Auftraggeber und arbeiten Sie für eine Vielzahl von Damen völlig frei, stellt sich dieses Problem nicht. Darüber hinaus vergewissern Sie sich bitte, dass Sie Ihre Vergütung vor dem ggf. bestehenden Auslandshintergrund auch erhalten.
Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und verweise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion.
Nachfrage vom Fragesteller	21.01.2008 | 18:44
Ein Vertragsangebot liegt selbstverständlich noch nicht vor. Es ist nur erstmal ein Gedanke.
das ganze fing im März06 an, als ich spasshalber mich auf einer Asiatischen Seite als Studiomanager anmeldete. Innerhalb von 4 Monaten wuchs die zahl der Mädchen von 0 auf knapp 200. Ich nahm für diese Tätigkeit NICHTS ein. Arbeitete frei!!!
Erst als die Arbeitszeit überhand nahm (10-20 Std täglich) ich aber auch eine Familie habe, hörte ich damit auf.
Erst tägliche Nachfragen der Mädchen, dass ich sie weitermanagen soll, brachten mich auf diese Idee, da diese auf deutschen Seiten weit mehr verdienen (und auch akzeptieren, dass ich 50% für Unkosten behalten darf). Mit vielen der Mädchen bin ich seit einigen jahren sehr gut befreundet. deshalb wählen sie mich als manager.
Der für mich sehr wichtige Hinweis ist aber dieser, dass ich mir den Abschluss der Krankenkasse (ges od pvt) aussuchen darf.
Wäre das auch der Fall, wenn ich erst mit der Selbstständigkeit beginne (pvt) und später als angestellter in die gesetztl. umwechsel?
Sicherlich werde ich (zumindest vorläufig - falls das ganze klappen würde)auch als Angestellter arbeiten.
Das mit der Vergütung dürfte auch kein problem sein, denn das ganze wird mirüberwiesen und ich gebe es dann weiter an die Damen.
Abschließende Frage noch: Sicherlich sieht man so eine Arbeit nicht als "normale" Arbeit an. Könnte mir das denn von Seiten der Behörde Schwieigkeiten machen?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.01.2008 | 19:57
Bitte stellen Sie gegenüber den Behörden klar, dass es sich um eine Dienstleistung handelt. Schließlich übernehmen Sie für die Damen den Forderungseinzug und überweisen nach Abzug der Kosten die Vergütung nach Asien etc..
Hinsichtlich der Krankenversicherung bitte ich folgendes zu beachten:
SGB V § 8 Befreiung von der Versicherungspflicht
durch den Bezug von Arbeitslosengeld, Unterhaltsgeld (§ 5 Abs. 1 Nr. 2) oder Arbeitslosengeld II (§ 5 Abs. 1 Nr. 2a) und in den letzten fünf Jahren vor dem Leistungsbezug nicht gesetzlich krankenversichert war, wenn er bei einem Krankenversicherungsunternehmen versichert ist und Vertragsleistungen erhält, die der Art und dem Umfang nach den Leistungen dieses Buches entsprechen,
SGB V § 6 Versicherungsfreiheit
Arbeiter und Angestellte, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nach den Absätzen 6 oder 7 übersteigt und in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überstiegen hat; dies gilt nicht für Seeleute; Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, bleiben unberücksichtigt,
(3) Die nach Absatz 1 oder anderen gesetzlichen Vorschriften mit Ausnahme von Absatz 2 und § 7 versicherungsfreien oder von der Versicherungspflicht befreiten Personen bleiben auch dann versicherungsfrei, wenn sie eine der in § 5 Abs. 1 Nr. 1 oder 5 bis 12 genannten Voraussetzungen erfüllen. Dies gilt nicht für die in Absatz 1 Nr. 3 genannten Personen, solange sie während ihrer Beschäftigung versicherungsfrei sind.
(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. Satz 1 gilt nicht für Bezieher von Arbeitslosengeld II und für Personen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 versicherungspflichtig sind.
(4) Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des dritten Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn das Entgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt. Rückwirkende Erhöhungen des Entgelts werden dem Kalenderjahr zugerechnet, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist. Ein Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze in einem von drei aufeinander folgenden Kalenderjahren liegt vor, wenn das tatsächlich im Kalenderjahr erzielte regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze überstiegen hat. Für Zeiten, in denen bei fortbestehendem Beschäftigungsverhältnis kein Arbeitsentgelt erzielt worden ist, insbesondere bei Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf der Entgeltfortzahlung sowie bei Bezug von Entgeltersatzleistungen, ist ein regelmäßiges Arbeitsentgelt in der Höhe anzusetzen, in der es ohne die Unterbrechung erzielt worden wäre. Für Zeiten des Bezugs von Erziehungsgeld oder Elterngeld oder der Inanspruchnahme von Elternzeit, für Zeiten, in denen als Entwicklungshelfer Entwicklungsdienst nach dem Entwicklungshelfergesetz geleistet worden ist, sowie im Falle des Wehr- oder Zivildienstes ist ein Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze anzunehmen, wenn spätestens innerhalb eines Jahres nach diesen Zeiträumen eine Beschäftigung mit einem regelmäßigen Arbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze aufgenommen wird; dies gilt auch für Zeiten einer Befreiung von der Versicherungspflicht nach § 8 Abs. 1 Nr. 1a, 2 oder 3.
Wie Sie aus der Komplexität der gesetzlichen Regelungen sehen, ist eine ausführliche Beratung erforderlich ehe Sie die Entscheidung für eine private Krankenversicherung treffen, soweit Sie die Befreiungsvoraussetzungen erfüllen. Außerdem müssen Sie die Gesundheitsprüfung der privaten Kasse erfüllen. Ihr Beitrag richtet sich auch nach den Vorerkrankungen und dem Eintrittsalter. Zudem gibt es keine Familienversichung in der PKV.
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References: § 8
 § 6
 § 7
 § 5
 § 5
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