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Timestamp: 2020-05-30 18:58:19+00:00

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BMF v. 20.01.2017 - IV A 3 - S 0338/07/10010 - NWB Datenbank
BMF v. 20.01.2017 - IV A 3 - S 0338/07/10010 BStBl 2017 I S. 66
Bezug: BMF, Schreiben v. 16. 5. 2011 (BStBl 2011 I S. 464)
Bezug: BMF, Schreiben v. 11. 4. 2016 (BStBl 2016 I S. 450)
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 10. September 2015, IV R 8/13 , BStBl 2015 II S. 1046, entschieden, dass die Nichtabziehbarkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgaben gemäß § 4 Absatz 5b EStG mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Weiter hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die gegen das BFH-Urteil vom 16. Januar 2014, I R 21/12 , BStBl 2014 II S. 531, eingelegte Verfassungsbeschwerde mit Beschluss vom 12. Juli 2016, 2 BvR 1559/14 , BStBl 2016 II S. 812, nicht zur Entscheidung angenommen.
Das BVerfG hat mit verschiedenen Beschlüssen vom 14. Juni 2016, 2 BvR 290/10 , BStBl 2016 II S. 801, und 2 BvR 323/10 sowie vom 13. Juli 2016, 2 BvR 288/10 und 2 BvR 289/10 , die Verfassungsbeschwerden gegen die steuerliche Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen im Geltungsbereich des Alterseinkünftegesetzes vom 5. Juli 2004 nicht zur Entscheidung angenommen.
Der BFH hat mit Urteil vom 1. Juni 2016, X R 17/15 , BStBl 2016 II S. 989, entschieden, dass Erstattungen einer gesetzlichen Krankenkasse im Rahmen eines Bonusprogramms gemäß § 65a SGB V für vom Steuerpflichtigen getragene Kosten für Gesundheitsmaßnahmen nicht mit den als Sonderausgaben abziehbaren Krankenversicherungsbeiträgen des Steuerpflichtigen zu verrechnen sind.
In der Anlage zum BMF-Schreiben vom 16. Mai 2011 (BStBl 2011 I S. 464), die zuletzt durch BMF-Schreiben vom 11. April 2016 (BStBl 2016 I S. 450) geändert worden ist, werden mit sofortiger Wirkung
die bisherige Nummer 1 (Nichtabziehbarkeit der Gewerbesteuer und der darauf entfallenden Nebenleistungen als Betriebsausgaben gemäß § 4 Abs. 5b EStG),
die bisherige Nummer 3.b) (Beschränkte Abziehbarkeit von Vorsorgeaufwendungen im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 2 EStG (§ 10 Absatz 3 EStG) – für Veranlagungszeiträume ab 2010) sowie
die bisherige Nummer 4 (Nichtabziehbarkeit von Beiträgen zu Rentenversicherungen als vorweggenommene Werbungskosten bei den Einkünften im Sinne des § 22 Nummer 1 Satz 3 Buchstabe a EStG für Veranlagungszeiträume ab 2005)
gestrichen sowie
die bisherige Anweisung zur vorläufigen Steuerfestsetzung hinsichtlich der Kürzung der Beiträge zur Basiskrankenversicherung im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a EStG um Bonuszahlungen der Krankenkasse für gesundheitsbewusstes Verhalten (§ 65a SGB V)
Ein Ruhenlassen außergerichtlicher Rechtsbehelfsverfahren kommt insoweit nicht mehr in Betracht.
Wegen der Zurückweisung von Einsprüchen und außerhalb eines Einspruchs- oder Klageverfahrens gestellten Anträgen auf Aufhebung oder Änderung einer Einkommensteuerfestsetzung wegen der Frage der Verfassungsmäßigkeit der Nichtabziehbarkeit von Beiträgen zu Rentenversicherungen als vorweggenommene Werbungskosten bei den Einkünften im Sinne des § 22 Nummer 1 Satz 3 Buchstabe a EStG für Veranlagungszeiträume ab 2005 wird auf die Allgemeinverfügung der obersten Finanzbehörden der Länder vom 16. Dezember 2016 (BStBl 2016 I S. 1404) hingewiesen.
Zur steuerlichen Behandlung von Bonuszahlungen einer gesetzlichen Krankenkasse für gesundheitsbewusstes Verhalten (§ 65a SGB V) im Zusammenhang mit den als Sonderausgaben abziehbaren Beiträgen zur Basiskrankenversicherung im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a EStG siehe BMF-Schreiben vom 6. Dezember 2016, – IV C 3 – S 2221/12/10008: 008 – , BStBl 2016 I S. 1426.
Wegen der Änderung bislang insoweit vorläufig ergangener Einkommensteuerfestsetzungen ergeht eine gesonderte Weisung.
Der Vorläufigkeitsvermerk gemäß Nummer 3 ist im Rahmen der verfahrensrechtlichen Möglichkeiten sämtlichen Einkommensteuerfestsetzungen für Veranlagungszeiträume ab 2001 mit einer Prüfung der Steuerfreistellung nach § 31 EStG sowie den mit derartigen Einkommensteuerfestsetzungen verbundenen Festsetzungen des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer beizufügen. [1] In Rechtsbehelfsverfahren gegen die Festsetzung der Einkommensteuer, des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer für den Veranlagungszeitraum 2014 gestellten Anträgen auf Aussetzung der Vollziehung (§ 361 AO, § 69 Absatz 2 FGO) ist zu entsprechen, soweit unter Berücksichtigung eines um 72 Euro erhöhten Kinderfreibetrags je Kind die Steuer herabzusetzen wäre und im Übrigen die Voraussetzungen des § 361 AO oder des § 69 FGO erfüllt sind. Ein Einkommensteuerbescheid ist hinsichtlich des Kinderfreibetrags kein Grundlagenbescheid für die Festsetzung des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer ( BFH-Urteile vom 27. Januar 2011, III R 90/07 , BStBl 2011 II S. 543, und vom 15. November 2011, I R 29/11 , BFH/NV 2012 S. 921); § 361 Absatz 3 Satz 1 AO und § 69 Absatz 2 Satz 4 FGO sind daher insoweit nicht anwendbar.
BMF v. 20.01.2017 - IV A 3 - S 0338/07/10010
BStBl 2017 I Seite 66
DB 2017 S. 219 Nr. 5
DStR 2017 S. 1044 Nr. 19
EStB 2017 S. 111 Nr. 3
ErbStB 2017 S. 75 Nr. 3
FR 2017 S. 354 Nr. 7
XAAAG-36162
1Soweit Einkommensteuerfestsetzungen von bayerischen Finanzämtern durchgeführt werden, erstreckt sich der Vorläufigkeitsvermerk hinsichtlich der Höhe der kindbezogenen Freibeträge auch auf die nach § 51a Absatz 2 EStG modifizierte Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer.

References: § 4
 § 65
 § 4
 § 10
 § 22
 § 10
 § 22
 § 10
 § 31
 § 69
 § 361
 § 69
 § 361
 § 69
 § 51