Source: https://issuu.com/welthungerhilfe/docs/whh_gb2011_einzels_ansicht
Timestamp: 2017-04-29 08:32:58+00:00

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Jahresbericht 2011 by undefined - issuu
Jahresbericht2011G.ltige Entwicklun50 Jahre nachhaEs ist mรถglich.Welthungerhilfe	in Zahlen
SelbsthilfeProjekteBis Ende 2011 förderte die
Welthungerhilfe mit rund
2,39 Milliarden EUR:
■	4.656 Selbsthilfeprojekte
■	1.122 Projekte für Kinder und Jugendliche
■	1.064 Nothilfeprogramme in 70 LändernAllein im Jahr 2011
wurden 321 Projekte
■	158 Projekte der ländlichen und
regionalen Entwicklung
■	36 Projekte im Bereich
soziale Integration und Bildung
■	31 Projekte der Basisinfrastruktur
■	27 Nothilfeprojekte
■	27 Sonstige Projekte
■	21 Inlandsprojekte
■	13 Projekte zur Förderung
zivilgesellschaftlicher Strukturen
■	6 Überregionale Projekte
■	2 Projekte im Bereich Gesundheit,
HIV & Aids158 Projekte
der ländlichen
und regionalen
EntwicklungInhalt
Leitbild	2Gespräch mit Präsidium
und Vorstand 4Ausblick	6Auslandsreport
Horn von Afrika	Nepal	Kuba	Liberia	Wash	8
18Das Spenden-Siegel des
Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen
(DZI) bescheinigt den
effizienten und verantwortungsvollen Umgang
mit den anvertrauten
Mitteln. Als Zeichen für
Vertrauen trägt die Welthungerhilfe seit 1992
das Spendensiegel.Inlandsreport
Politik-Arbeit	Marketing	Das Jahr 2011	20
24Weltkarte	26Projektliste	28Finanzen	30Stiftung	38Transparenz	41Die Welthungerhilfe	42Die Welthungerhilfe wurde mehrfach für
ihre transparente Berichterstattung und
hervorragende Informationsvermittlung
ausgezeichnet.Mitglied der Alliance2015,
ein Verband europäischer HilfsorganisationenImpressum
Tel. +49 (0)228 2288-0
Fax +49 (0)228 2288-333
Dr. Wolfgang Jamann,
Generalsekretär, Vorstandsvorsitzender
Patricia Summa (Leitung),
Katherin Longwe (Grafik)
Carsten Blum
TEMPUS CORPORATE GmbH –
Ein Unternehmen des ZEIT VerlagsDruck:
Das Druckhaus Bernd Brümmer
Gedruckt auf FSC-Papier, das aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammt.
460-9395
(Shymai Bai mahlt vor ihrem Haus im indischen Millenniumsdorf Jhiranya Korn.)
Belkin (41), Brandenburgh (24), Brockmann (8 bis 9), Dickerhof (14), Eberle
(24), Frommann (42), Gebremedhin
(19), Grabka (24), Grossmann (5, 17,
23, 25), Jungeblodt (24), Kaufhold (6),
Kopp (38), Larramendi (14), Lohnes
(21), Malsbender - Fotolia.com (Klappe),
Neubauwelt (Klappe), Otten (38), Pilar
(10, 11, 12, 13), Rosenthal (5), Rrimpa
(25), Thielker (25), Tsegaye (18, 22,
25), Veser (16), Weiss (42), Welthungerhilfe (15, 20, 24, 25)LeitbildWerte und Vision
Die Welthungerhilfe wurde 1962 gegründet, unter dem Schirm der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO. Sie war damals die deutsche Sektion der Freedom from Hunger Campaign, einer der ersten weltweiten
Initiativen zur Hungerbekämpfung. Heute sind wir eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland.
Wir kämpfen gegen den weltweiten Hunger und für nachhaltige Ernährungssicherheit. Dies schließt die Förderung
standortgerechter Landwirtschaft, den Zugang zu sauberem Wasser und zu einer modernen, umweltfreundlichen
Energieversorgung sowie die Verbesserung von Gesundheit und Bildung ein. Wir arbeiten vor allem in ländlichen
Regionen.Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Menschen die Chance haben,
das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Gerechtigkeit,
frei von Hunger und Armut wahrzunehmen.Eine Welt –
Die Gleichwertigkeit aller Menschen, ihre unverletzlichen Rechte und ihre Selbstbestimmung leiten unser Handeln.
Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind Partner, die soziale Veränderungen anstreben. Wir begegnen
ihnen mit Respekt, Solidarität und Mitgefühl.
Unser Handeln zielt auf die nachhaltige Verbesserung von Lebenschancen auch zukünftiger Generationen, in einer
gesunden Umwelt und gerechten Gesellschaft.
Wir wollen überflüssig werden. Mit vielen in der Entwicklungszusammenarbeit Engagierten verbindet uns daher
das Ziel, dass eines Tages Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr nötig sein wird und sich die Menschen vor Ort
selbst ausreichend helfen können.2Lebenskultur –
Arbeiten und Leben für Erfolg und mit Respekt
Wir wollen erfolgreich sein. Unseren Erfolg messen wir daran, dass sich die Lebensumstände von Menschen in Armut
und Not verbessert haben.
Wir nutzen moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden und achten zugleich Wissen, Erfahrung und Tradition der Menschen vor Ort. So ist unsere Arbeit geprägt durch Kreativität und ständige Lern- und Innovationsbereitschaft.
Unser Umgang miteinander ist getragen von Respekt und Wertschätzung. Wir ermöglichen unseren Mitarbeitern und
Mitarbeiterinnen eine Balance zwischen Arbeiten und Privatleben. Das gilt vor allem für jene, die besondere Herausforderungen meistern und persönliche Risiken etwa in Krisengebieten in Kauf nehmen.
Wir halten, was wir versprechen. Transparenz und Verlässlichkeit sind wichtige Grundpfeiler unserer Arbeit – gegenüber
unseren Partnern, der Öffentlichkeit, Spendern und öffentlichen Geldgebern. Wir wissen, dass wir ohne unsere Unterstützer nicht erfolgreich arbeiten könnten. Ihnen gebührt unser besonderer Dank.T ägliches Tun –
Wir arbeiten partnerschaftlich. Unser Handeln orientiert sich an den Zielen und Bedürfnissen der Menschen im Süden
und dem Wunsch nach globaler Gerechtigkeit. Wir stärken unsere Partner darin, sich für ihre Rechte einzusetzen. Wir
helfen ihnen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Wir arbeiten bedarfsorientiert und situationsangepasst. Wir helfen Menschen in akuter Not, wenn Regionen von Hunger
oder anderen Katastrophen betroffen sind. Sind die wichtigsten Bedürfnisse gestillt, helfen wir langfristig beim Wiederaufbau und unterstützen sie dabei, ihre Region langfristig zu entwickeln.
Gute und motivierende Öffentlichkeitsarbeit ist für unsere Arbeit wichtig. Damit machen wir unsere Arbeit anschaulich
und bringen die Menschen in Deutschland und den Entwicklungsländern näher zusammen.
Wir sind politisch und konfessionell ungebunden und kooperieren in strategischen Allianzen. Weltweit arbeiten wir mit
Akteuren zusammen, die ähnliche Ziele haben. So bündeln wir nicht nur Kräfte, wir können mit unseren Mitteln auch
mehr Wirkung erzielen. Wir achten auf größtmögliche (auch finanzielle) Unabhängigkeit von externen Vorgaben für
unsere Arbeit. Diese Unabhängigkeit nutzen wir im konstruktiven Dialog mit Politik und Unternehmen.
Wichtige Partner, deren Vertrauen wir schätzen, sind unsere öffentlichen Geldgeber. Wir begrüßen die enge programmatische Zusammenarbeit von Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen dort, wo es gemeinsame Ziele gibt.
Wir erheben überall dort unsere Stimme, wo wir aufgrund unserer Projektarbeit und -erfahrung, unserer Geschichte und
Überzeugungen die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen sachkundig einordnen können. Wir verstehen uns als Anwalt
derjenigen, deren Rechte und Würde eingeschränkt werden.
3IM GESPRÄCH	MIT PRÄSIDIUM
An welches positive Erlebnis denken Sie,
wenn Sie auf das vergangene Jahr zurückschauen?
Bärbel Dieckmann: Ich habe gleich zu Beginn des Jahres 2011
Haiti besucht, als die Cholera in dem Land grassierte. Dort habe
ich gesehen, mit wie einfachen Mitteln – nur durch eine Infusion
– Leben gerettet werden konnte. Das war beeindruckend.
Dr. Wolfgang Jamann: Ich muss an den hoffnungsfrohen Bauern
Bockarie Vande aus Sierra Leone denken, der dank einer von
uns unterstützten Kooperative nun Kakao für den fairen Handel
produziert und so wieder ein Auskommen hat.Aber 2011 war auch das Jahr der großen
Hungerkrise am Horn von Afrika.
Dieckmann: Das stimmt. Meine Eindrücke von dort sind mir immer noch präsent. Im Flüchtlingslager Dadaab in Kenia habe
ich mit vielen Frauen gesprochen, die ein oder mehrere Kinder
durch die Katastrophe verloren hatten. 400.000 Menschen
haben alleine in Dadaab Zuflucht gesucht. Es war erschreckend.
Umso mehr hat uns die große Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland gefreut. Alleine für Ostafrika konnten wir
17 Millionen Euro sammeln. Insgesamt konnten wir 2011 mit
107,2 Millionen Euro Menschen in 300 Projekten in weltweit
39 Ländern unterstützen.
Jamann: Auch wenn die Kameras mittlerweile weitgehend ver­
schwunden sind, ist unsere Arbeit am Horn von Afrika noch
lange nicht beendet. Bei meinem Besuch drei Monate nach dem
Höhepunkt der Krise regnete es wieder, aber bis zur Wiederherstellung der Lebensgrundlagen vieler Betroffener ist es noch ein
weiter Weg.4Was wird dort nun getan?
Jamann: Bauern erlernen angepasste Anbaumethoden, sie
erhalten dürreresistentes Saatgut und bauen Felsregenfänge.
Natürlich braucht es in akuten Notsituationen Nahrungsmittelund Trinkwasserhilfe, doch weit wichtiger sind Investitionen in
langfristige Ernährungssicherung. Dafür steht die Welthungerhilfe, und gerade angesichts weltweit steigender Nahrungsmittelpreise wird diese Langfristigkeit relevanter denn je.
Dieckmann: In Industrieländern geben die Menschen durchschnittlich rund zehn Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus. Die wenigsten wissen, was es bedeutet, sich das
Gemüse in der Auslage oder das Brot an der Theke nicht mehr
leisten zu können. In Kenia, Somalia, Äthiopien und vielen anderen Ländern kennt man das Gefühl jedoch nur zu gut. Zwischen 50 und 80 Prozent ihres Einkommens investieren Menschen in Entwicklungsländern in Nahrungsmittel. Und wenn die
Preise weiter steigen, wird die tägliche Mahlzeit immer mehr
zum Luxusgut.Was unternimmt die Welthungerhilfe gegen
die Auswirkungen der Preissteigerungen?
Dieckmann: Es ist skandalös, dass weltweit ein Drittel mehr
Nahrungsmittel produziert werden, als nötig wäre, um alle Menschen satt zu machen, und trotzdem so viele Menschen hungern. Drei von vier Hungernden leben ausgerechnet dort, wo
Nahrung produziert wird – auf dem Land. Deshalb müssen wir
gerade diese Menschen noch besser fördern, damit sie in der Lage sind, sich selbst zu ernähren. Denn nur Menschen, die nicht
hungern, können eine starke Zivilgesellschaft bilden.
Jamann: Neben unserer Arbeit vor Ort ist unsere politische
Arbeit wichtig. Hohe Nahrungsmittelpreise begründen sich unter
anderem aus den Spekulationen mit Nahrungsmitteln. DieRechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Welthungerhilfe weist auf die Zusammenhänge hin: Wir decken
auf, welche Auswirkungen zum Beispiel die Spekulationen für
die Menschen in den Entwicklungsländern haben, und nehmen
politisch Einfluss. Deshalb stand dieses Thema im Zentrum unseres Welthunger-Index 2011, den wir international vorgestellt
haben. Auch über den Welthunger-Index hinaus wurde das Thema der Preissteigerungen bei diversen Diskussionsrunden und
Veranstaltungen in die deutsche Öffentlichkeit gebracht.Jamann: In den vergangenen 50 Jahren hat die Welthungerhilfe
über 6.800 Projekte in insgesamt 70 Ländern durchgeführt. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern haben wir es geschafft,
Leid zu lindern, Ausweglosigkeit zu überwinden und individuelle
Lebensperspektiven zu verbessern – für Millionen Menschen.
Und wir haben uns mit öffentlichen Aktionen und beharrlichem
Auftreten dafür eingesetzt, dass die Länder des Südens nicht
angesichts der Krisen des Nordens vergessen werden.Afrika kommt nicht zur Ruhe, es bahnt sich
bereits die nächste Hungerkrise an, dieses
Mal in Westafrika. Was tun Sie?Was wünschen Sie sich für die Welthungerhilfe für die kommenden 50 Jahre?Dieckmann: Wir haben aus den Erfahrungen von Ostafrika gelernt. Unsere Frühwarnsysteme haben funktioniert, daher konnten
wir rechtzeitig mit unseren Maßnahmen beginnen.
Jamann: Seit Anfang 2012 erhalten bedürftige Familien Nahrungsmittel und Saatgut. Gleichzeitig werden Grundnahrungsmittel zu subventionierten Preisen zur Verfügung gestellt, damit
sich Menschen, die noch über ein kleines Einkommen verfügen,
aus eigener Kraft ernähren können. Auf diese Weise wird eine
weitere Ausweitung des Hungers verhindert.Jamann: Dass sich unsere Vision erfüllt – eine Welt ohne Hunger
und Armut …
Dieckmann: … und die Welthungerhilfe somit eines Tages überflüssig wird.Ende 2012 wird die Welthungerhilfe 50
Jahre alt. Was ist Ihr Resümee?
Dieckmann: Hinter uns liegt ein halbes Jahrhundert voller
Engagement, Leidenschaft und Mut. Darauf blickt die Welthungerhilfe 2012 zurück. All die kleinen und großen Erfolge auf
unserem Weg bestärken uns darin, dass unser Handeln richtig
und wichtig ist: Als sich unsere Organisation gründete, hungerten etwa 26 Prozent der Menschen auf der Welt, heute sind es
13 Prozent. Wir haben unseren Beitrag dazu geleistet.Bärbel Dieckmann
PräsidentinDr. Wolfgang Jamann
5Ausblick 2012/13	Neue Ziele erfordern
Zum 50-jährigen Bestehen der Welthungerhilfe gilt es, aus den Erfahrungen der
Vergangenheit zu lernen, aber auch den Mut zu haben, neue Wege zu beschreiten.
Unser Ziel bleibt eine Welt ohne Hunger. Doch dies kann nur dann gelingen, wenn
genügend Menschen zeitgleich, motiviert und ausdauernd an diesem gemeinsamen
Ziel arbeiten. Die Strategie der Welthungerhilfe für die kommenden Jahre wird sich
daher vor allem auf drei Themenfelder konzentrieren:Nachhaltige Ernährungssicherung
Noch immer hungern weltweit 925 Millionen Menschen – eine der
größten Aufgaben für die Zukunft bleibt deshalb die globale Hungerbekämpfung. Aufbauend auf ihren Kernkompetenzen wird die
Welthungerhilfe die nachhaltige Ernährungssicherung in den Mittelpunkt ihrer strategischen Zielsetzung stellen. Dem Aspekt einer
gesunden Ernährung insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und
Mütter muss dabei besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. Um
Nachhaltigkeit und Armutsminderung zu erreichen, werden wir
besonders darauf achten, dass (klein-)bäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern effizienter zur Ernährungssicherung beitragen
können und der Landbau standortgerecht und wirtschaftlich profitabel erfolgt. Dazu sind verbesserte Anbaumethoden und handhabbare Technologien genauso notwendig wie die In-Wert-Setzung
lokalen Wissens und die Verwendung angepassten Saatgutes, das
sowohl den lokalen wie den globalen Veränderungen entspricht.
Die Anpassung an den Klimawandel ist eine wichtige6Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung. Die Welthungerhilfe
wird daher Anpassungs- und Vorsorgemaßnahmen systematisch in
den Landes- und Regionalprogrammen berücksichtigen.
Für eine nachhaltige Entwicklung stellt die städtische Landwirtschaft eine wichtige Komponente dar. Die Welthungerhilfe wird
mit ihren Süd-Partnern künftig vermehrt Programme in urbanen
Räumen durchführen und dabei vor allem die Bereiche Ernährungssicherung, Landwirtschaft, Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene und Energie berücksichtigen. Im Kontext der Ernährungssicherung und Armutsminderung muss neben Energie für die (landwirtschaftliche) Produktion ein Schwerpunkt auf Haushaltsenergie
gelegt werden, einschließlich der Stromversorgung. Bestehende
Ansätze zur Gewinnung erneuerbarer Energie sollen weiter ausgebaut und Informationen über neue und auch bereits bewährte
Techniken zur effizienten Energieerzeugung und Bewirtschaftung
Eine politische Positionierung der Welthungerhilfe ist von herausragender Bedeutung – insbesondere in der Lobby- und AdvocacyArbeit. Wachsende Ungleichheit, neue globale Sicherheitsbedrohungen, das Umdenken bei Energie und Rohstoffnutzung,
Klimawandel und Umweltbelastung, Urbanisierung, eine
neue globale Weltordnung – all dies sind Themen
von hoher politischer (und medialer) Relevanz. Die
Einbringung entwicklungspolitischer Zielsetzungen
in die nationalen und internationalen Umwelt- und
Klimadebatten ist ein wichtiger Baustein für eine
nachhaltige Ernährungssicherung.Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzInternationalisierung
Unser Ziel ist, als relevanter deutscher Player im internationalen
Kontext wahrgenommen zu werden und aus der erhöhten internationalen Reputation stärkeren Einfluss auf Prozesse der Hungerbekämpfung zu gewinnen.
Der Erfolg der Organisation wird zunehmend davon abhängen, in
welchem Maße es gelingt, das Wissen und die Erfahrungen der
Menschen im Süden zur Grundlage unserer Arbeit zu machen. In
diesem Zusammenhang sind neue strategische Partnerschaften
für die wachsenden Ansprüche an eine internationale Welthungerhilfe notwendig. Die Welthungerhilfe soll als sachkundige und
starke Stimme der deutschen Zivilgesellschaft auf internationalen
Foren und in den Medien wahrgenommen und geschätzt werden.Entwicklungszusammenarbeit
erlebbar machenund Aussagen können andere motivieren, sich ebenfalls zu engagieren. Zu diesen Berichterstattern zählen nicht nur die Menschen, die wir vor Ort in Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt haben,
sondern auch unsere Mitarbeiter, unsere Spender und unsere Unterstützer. Zwischen ihnen allen als Mitgliedern einer globalen
Verantwortungsgemeinschaft möchten wir mehr persönliche Verbindungen schaffen – physisch oder virtuell, direkt oder indirekt.
Getragen von dem Gedanken, gemeinsam neue Wege zu gehen,
steht die Welthungerhilfe mitten im 50. Jubiläum. Wir nutzen den
Jahrestag nicht, um uns zu feiern, sondern um weitere Energien
zu bündeln und auf die Zukunft auszurichten. Beispielsweise über
die zentrale Spendenkampagne „1 Stunde gegen den Hunger“,
die Menschen dazu aufruft, den Lohn einer Arbeitsstunde zu
spenden oder eine Stunde ihrer Zeit einer guten Sache zu widmen. Die ersten Aktionen haben bereits eine unglaubliche Ideenvielfalt gezeigt und formen sich zusehends zu einer Welle, die verspricht, uns bundesweit über das Jubiläumsjahr hinaus zu tragen.Die Entwicklungszusammenarbeit hat in den letzten 50 Jahren
viel aus anfänglichen Fehlern gelernt. Dennoch wird über sie und
ihre Akteure nach wie vor kritisch diskutiert. Und je mehr Reiche
es in Entwicklungsländern gibt, desto lauter stellen sich Spender
die Frage nach der Eigenverantwortung der Regierungen und Eliten in den von Hunger und Armut betroffenen Ländern. Unsere
Arbeit dagegen beschränkt sich nicht auf abstrakte Fragestellungen, sondern hilft Menschen direkt und sehr konkret. Damit dies
erlebbarer wird, wollen wir die Menschen, deren Leben unsere
Arbeit berührt und manchmal sogar entscheidend verändert hat,
stärker zu Wort kommen lassen. Deren bewegende GeschichtenMittelfristige Wirtschaftsplanung	2012 2013 (ohne Katastrophen und Sondereffekte)	Mio. EUR Mio. EUR Spenden, testamentarische Verfügungen,
Bußgelder, Stiftung Welthungerhilfe	36,6 33,9	Stiftungen und private Hilfswerke 2,5 2,0	Öffentliche Zuwendungen 103,0 101,0	Zinsen und Sonstige 2,9 2,8	Gesamtertrag 145,0 139,7	Projektförderung Ausland 134,6 127,6	Projektförderung Inland 1,1 0,9	Personalaufwand Inland 12,0 11,7	Abschreibungen	0,6 0,6	Sachaufwand 3,0 3,0	Marketingaufwand 6,9 5,4	Gesamtaufwand 158,2 149,2	Ergebnis vor Rücklagenveränderungen -13,2 -9,5	Entnahme von zweckgebundenen Rücklagen	12,7 10,0	der Vorjahre	Saldo Zuführung (-) / Entnahme Rücklage	0,5	-0,5	Ergebnis nach Rücklagenveränderung 0,0 0,0	50 Jahre nachhaltige Entwicklung.Es ist möglich.2014
0,0Der höhere Marketingaufwand im Jahr 2012 investiert in die Chancen des Jubiläumsjahres für die Sichtbarmachung der Welthungerhilfe und die
Gewinnung neuer Unterstützergruppen und wird z. T. auch über eine geringe Entnahme aus den freien Rücklagen i. H. v. 0,5 Mio. EUR finanziert.
Die Projektförderung Ausland beinhaltet bis 2014 Mittel für den Wiederaufbau in Haiti, Pakistan und Ostafrika, die der in den Jahren 2010 und
2011 gebildeten Projektmittelrücklage entnommen werden. Die in der Tabelle gezeigte mittelfristige Wirtschaftsplanung beruht auf Erfahrungswerten
und erwartbaren Rahmenbedingungen.7Dürre in Ostafrika	Staub, so weit
Im Jahr 2011 herrschte am Horn von Afrika die schlimmste Dürre seit 60 Jahren.
Noch immer sind die Folgen sicht- und spürbar: spärliche Ernten, leere Vorratsspeicher, ein abgesunkener Grundwasserspiegel, verwüstete Weideflächen und verendete
Rinder. Fragen und Antworten zu der Katastrophe, unter der Millionen Menschen
gelitten haben.Wieso gibt es in Ostafrika immer wieder
verheerende Dürren?
Der Klimawandel verstärkt die Häufigkeit von Extremwettern wie
Dürren und Überschwemmungen. Die Widerstandskräfte der Menschen sind durch die wiederkehrenden Naturkatastrophen geschwächt, da ihnen kaum Zeit und Mittel bleiben, sich davon zu
erholen.Wie kam es zur Hungerkrise 2011?
Neben den Folgen des Klimawandels sind politische und wirtschaftliche Gründe dafür verantwortlich: der Flüchtlingsstrom aus
dem bürgerkriegserschütterten Somalia und der horrende Preisanstieg für Nahrungsmittel. Auslöser waren zudem zwei ausbleibende Regenzeiten, die zur trockensten Anbausaison seit den Jahren
1950/51 führten.Wer war von der Dürre betroffen?
Insgesamt hungerten etwa 12 Millionen Menschen, 1,5 Millionen
von ihnen sind Flüchtlinge, viele aus Somalia. Besonders hart
traf es die Hirten im trockenen Tiefland. Sie verloren ihr Vieh oder
mussten ihre abgemagerten Rinder zu schlechten Preisen verkaufen, die verbliebenen Tiere können kein Überleben sichern. Ein alter Clanchef resümiert: „Wir werden den Hunger zwar irgendwie
überleben, aber wir werden durch die Verluste viele Jahre lang
arm bleiben.“ Von daher ist die Wiederaufstockung der Herden eine wichtige Komponente bei der Wiederaufbauarbeit der Welthungerhilfe.Wie war und ist die Welthungerhilfe aktiv?
Die Welthungerhilfe war in Äthiopien, Kenia und Somalia mit Soforthilfe vor Ort, die Menschen erhielten Wasser und Nahrung, au-­
ßerdem so notwendige Dinge wie Wasserbehälter und Seife.8Ein Beispiel unserer Nothilfe: Bis Ende Januar 2012 wurden in der
südäthiopischen Region Oromiya an 9.503 Menschen insgesamt
142,5 Tonnen Mais, 33,3 Tonnen Bohnen und 9.500 Liter Speiseöl verteilt. Außerdem bekamen 6.000 unterernährte Kinder,
schwangere und stillende Mütter sowie alte Menschen zusammen
14,3 Tonnen Aufbaunahrung. Neben der akuten Hilfe setzt die
Welthungerhilfe weiterhin ihre langfristigen Projekte in den drei
Ländern fort: So lernen Bauern neue Anbautechniken und erhalten dürreresistentes Saatgut; Hirten erfahren, wie sie ihre Weiden
nachhaltig bewirtschaften, und bekommen neues Vieh zur Zucht.Gibt es schon Erfolge?
Ja, in Kenia und Äthiopien wurden beispielsweise Tief- und Flachbrunnen gebohrt, sowie Wasserrückhaltebecken repariert und
angelegt. So steht Zehntausenden in der nächsten Dürre mehr
Wasser zur Verfügung. Darüber hinaus konnten in Kenia 17.000
Haushalte, die dürretolerantes Saatgut erhalten haben, bereits die
erste Ernte einfahren und ihre Speicher wieder auffüllen.Welche Strategien verfolgt die
Welthungerhilfe?
Künftige Krisen können nur durch langfristige Perspektiven verhindert werden. Es gilt, die ländliche Entwicklung zu fördern und
die Menschen für die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Deshalb unterstützt die Welthungerhilfe die Menschen dabei, die regionalen Ressourcen nachhaltig zu nutzen: Mit dem Bau von Rückhaltebecken und Brunnen wird die Wasserversorgung verbessert,
die Fruchtbarkeit der Böden wird durch besseres Bewirtschaften
erhöht und angepasstes Saat- und Pflanzgut sowie gesunde Herden sollen die Ernährung sichern. Gleichzeitig werden die Infrastruktur für Gesundheit und Bildung gefördert und alternative Einkommensmöglichkeiten geschaffen.Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzDie Geschichte der Taditi Wako Ture
Mit ihren 70 Jahren hat Taditi Wako Ture aus Südäthiopien schon viel erlebt – doch die Dürre
2011 hatte auch für sie eine neue Dimension: „Mein Mann und ich mussten hilflos zusehen, wie
unsere 20 Ziegen eingingen.“ War die Region früher alle acht bis zehn Jahre von Dürren betroffen,
kommt es nun alle drei bis vier Jahre dazu, so die 70-Jährige. Und „früher haben weniger Menschen mit weniger Tieren das Gebiet zur Tierhaltung genutzt. Deshalb gab es in Dürrezeiten Ausweichmöglichkeiten, die es heute nicht mehr gibt. Wir konnten im vergangenen Jahr nirgends mit
unseren Tieren hin“, erzählt sie weiter. Die fünf Ziegen (vier Ziegen und ein Ziegenbock), die sie
nun von der Welthungerhilfe zur Zucht erhalten hat, sind ein wichtiger Anfang, um wieder auf die
Beine zu kommen. „Während der Dürre haben wir Nahrungsmittel bekommen, das war überlebenswichtig. Aber erst mit den Ziegen können mein Mann und ich wieder ein eigenständiges Einkommen aufbauen. Darüber bin ich sehr glücklich“, sagt Taditi Wako Ture. Auf die Frage, welche Unterstützung Familien wie ihre brauchen, zeigt sie sich weitsichtig: Das Anlegen von geschützten
Notweiden sei eine wichtige Neuerung. Außerdem haben sich mehrere Buscharten verbreitet, die
es vorher nicht gab. Diese Büsche werden von den Tieren nicht gefressen und überwuchern fruchtbares Weideland. Hier helfe deshalb nur gezieltes Roden. „Außerdem freue ich mich, dass die
Welthungerhilfe den Bau von Wasserbecken und Brunnen unterstützt. Damit sind wir für die nächste Dürre gewappnet.“
www.welthungerhilfe.de/thema-duerre-ostafrika.htmlDie Welthungerhilfe ist seit 1972 in Äthiopien, seit 1970 in Kenia und seit 2000 in Somaliland
tätig. In allen drei Ländern wurde während der Dürre im Jahr 2011 Nothilfe geleistet. Doch bereits während der akuten Nothilfephase wurden die Grundsteine für die Projekte gelegt, die den
Menschen nach der Dürre ein neues Leben ermöglichen sollen. Dazu zählen unter anderem für
die Viehhalter im Tiefland Äthiopiens ein verbessertes Weidemanagement mit nachhaltiger Wasserversorgung für Mensch und Tier, eine bessere Trinkwasserversorgung und Trinkwasserhygiene in
Kenia und Somalia, alternative Einkommensquellen, besseres Saatgut und noch vieles mehr.Horn von
AFRIKAEinnahmen für die Dürreopfer:
Barspenden: 17 Mio. EUR | Öffentliche Zuwendungen: 11,6 Mio. EUR (Zuwendungsgeber: BMZ,
GIZ) | Private Hilfswerke: 0,5 Mio. EUR (medico – Weiterleitung von Spenden des „Bündnis Entwicklung Hilft“) | Gesamteinnahmen = 29,1 Mio. EUR
Bis 31.12.2011 für die Hilfe zur Dürre am Horn von Afrika bereitgestellte Gelder:
Gesamt: Nothilfe: 6,8 Mio. EUR | Basisinfrastruktur: 2,5 Mio. EUR | Ländliche und regionale Entwicklung: 5,9 Mio. EUR |
Sonstige: 1,5 Mio. EUR | Gesamt = 16,7 Mio. EUR*
Äthiopien Nothilfe: 3,6 Mio. EUR | Basisinfrastruktur: 2,0 Mio. EUR | Ländliche und regionale Entwicklung: 2,6 Mio. EUR |
Sonstige: 0,5 Mio. EUR | Äthiopien gesamt = 8,7 Mio. EUR | Partnerorganisationen: AFD, Alliance2015, APDA, GPDI |
Zuwendungsgeber: BMZ, GIZ, Private Hilfswerke (medico)
Kenia Nothilfe: 3,2 Mio. EUR | Basisinfrastruktur: 0,4 Mio. EUR | Ländliche und regionale Entwicklung: 3,3 Mio. EUR | Kenia
gesamt = 6,9 Mio. EUR | Partnerorganisationen: Alliance2015, APDA | Zuwendungsgeber: GIZ
Somalia Basisinfrastruktur: 0,1 Mio. EUR | Sonstige: 1 Mio. EUR | Somalia gesamt = 1,1 Mio. EUR | Partnerorganisationen:
* Die restlichen Gelder werden in den kommenden Jahren für die Dürreopfer verausgabt.
9Nepal	Der steinige Weg
zum Garten Eden
„Die Menschen in Nepal brauchen wieder Visionen. Bisher leben sie nur für den
Moment, müssen ihre ganze Kraft dafür geben, jeden Tag zu überleben. Wenn die
Familien aber nicht nur genug zu essen haben, sondern ihre Ernte vermarkten
können, wenn junge Frauen und Männer die Möglichkeit erhalten, sich weiterzubilden
– dann werden sie nicht mehr auswandern wollen. Dann gründen sie ein Unternehmen,
von dem sie leben können – in ihrer Heimat.“
Philippe Dresrüsse, Landes-Vertreter NepalEs ist mFoörtgsclhricitthbe,deutet.
dass Kuhdung10Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Familie Tamangs Zukunft stinkt zum Himmel. Noch gärt sie in einer Plastiktonne, doch schon bald
wird das Gebräu dazu beitragen, dass Suntali Maya Tamang für ihre Tomaten, Gurken und Auberginen
pro Kilo fünf Rupien mehr verlangen kann. Die Tamangs betreiben auf ihrer kleinen Farm biologischintegrierte Landwirtschaft. „Obst und Gemüse ohne Chemie sind viel gesünder und schmecken besser, deshalb kann ich es teurer verkaufen“, sagt Suntali Maya Tamang. Bis vor einigen Monaten konnte sich die Familie nicht vorstellen, überhaupt etwas anderes als Hirse oder Buchweizen anzubauen;
geschweige denn, etwas zu verkaufen. Und kostbare Nahrungsmittel wie Zwiebeln oder Knoblauch
mit Kuhdung und Asche zu vermischen und damit die Felder zu düngen – undenkbar in einer weltabgewandten Gemeinde wie Korak.
Die Bergbauern von Korak gehören zu den ethnischen Minderheiten. Durch Bürgerkrieg und Ausgrenzung ist das Wissen um die nachhaltige Nutzung der Naturressourcen verloren gegangen. Zudem nehmen heftige Monsunregen und Dürrezeiten zu und vernichten die Ernten. Die Armut treibt deshalb
vor allem junge Menschen fort.
Doch seit November 2011 beginnt sich im Himalaya-Land das Blatt zu wenden. In neun Gemeinden
haben die Welthungerhilfe und ihre lokalen Partner die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung aufgenommen. Die Großgemeinde Korak im südlichen Chitwan-Distrikt wurde zum Millenniumsdorf erklärt.
Zum ersten Mal fühlen sich die Menschen in Korak ernst genommen. Nie zuvor hatten sie Mitspracherecht – sie wussten nicht einmal, dass sie Rechte haben. Doch jetzt werden die Bedürfnisse der
Familien zusammengetragen für den Dorfentwicklungsplan. Als Dach dieser Projektarbeit wurde das
People’s Forum gegründet, in dem alle Bevölkerungsgruppen vertreten sind. Unter diesem Dach
entstanden inzwischen mehr als 40 verschiedene Initiativen. Dabei geht es um Straßenbau, nachhaltige Waldnutzung und Aufforstung, um Bewässerung, integrierte Landwirtschaft und Vermarktung als
Einkommensquelle. Die Ausbildungsprogramme sind auf die Menschen in Korak zugeschnitten.
450 Mitglieder der Bauerngruppen besuchen bereits die sogenannten „Farmer Field Schools“. Dabei
begleiten und beraten die Experten die Bauern während eines gesamten Erntezyklus. Und die Bauern
geben anschließend ihr erlerntes Wissen weiter. „Wir haben so vielfältige Ressourcen“, sagt Shar
Bahadur Tamang, Präsident des People’s Forum. „Die Erde ist fruchtbar und das
Klima ideal für den Anbau von Getreide, Gemüse und Obstbäumen. In
unseren Wäldern wachsen Tausende verschiedener Pflanzen,
Heilkräuter und Früchte. Und wir haben saubere Gebirgsquellen, um unsere Felder zu bewässern.“ Das Rezept
für den organischen Dünger, der zugleich Pilze und
Insekten fernhält, hat Shar Bahadur Tamang in
der Feldschule gelernt. Jetzt träumt er davon,
dass die ganze Gemeinde ihr Land in einen
biologischen Garten verwandelt.11Neue Wege in Nepal«Ich träume davon,
das ganze Land in
einen biologischen Garten
Shar Bahadur Tamang
Präsident des People’s ForumNepal ist eines der ärmsten Länder Asiens. Fast ein Fünftel der Menschen ist unterernährt und hat
keinen Zugang zu Trinkwasser. Und durch den Klimawandel kommt es zu Missernten oder Naturkatastrophen. Deshalb hat sich die Welthungerhilfe 2010 entschieden, ihre Aktivitäten in Nepal zu
intensivieren. Zunächst hat der Landes-Vertreter Philippe Dresrüsse das „Projekt Nepal“ mit der lokalen Partnerorganisation Rural Reconstruction Nepal (RRN) vorbereitet, später kamen die Organisationen Forward, Aasaman und OneWorld hinzu.
Die Großgemeinde Korak im Chitwan-Distrikt wurde zwar offiziell zum Millenniumsdorf erklärt.
„Doch eigentlich haben wir sieben Millenniumsdörfer“, so Philippe Dresrüsse. „Denn in den sechs
Gemeinden der Distrikte Ramechhap, Sankhuwasava und Morang arbeiten wir an denselben Zielen
wie in Korak: Armutsbekämpfung, Ernährungssicherung und nachhaltige Nutzung der Ressourcen.
Im zweiten Schritt geht es dann um die Gesundheit von Kindern und Müttern, um ausgewogene Ernährung. Und um die Ausbildung von Lehrern für einen kinderfreundlichen Grundschulunterricht.“
Einen etwas anderen Fokus hat das Projekt in Shaktikor und Siddhi, beide in Chitwan. Dort schließen sich 20 Bauern- und acht Waldnutzergruppen zu einer Kooperative zusammen, um ihre nachhaltig erzeugten Wald- und Feldfrüchte professionell zu vermarkten. Der Partner OneWorld hat
bereits Erfahrung mit Zertifizierung und Vermarktung. „Es geht bei unserer Arbeit aber vor allem
darum, die Menschen zu stärken. Ihnen das Selbstvertrauen zu geben, dass sie bei Behörden ihre
Rechte einfordern. Die Menschen, mit denen wir arbeiten, wissen nicht, dass es weltweit ein Grundrecht auf Nahrung, sauberes Wasser oder Bildung gibt“, sagt Philippe Dresrüsse. „Deshalb fördern
wir Zivilbildung in Bürgerforen, Schulkomitees oder den Children Power Centers.“ Dieser meschenrechtsbasierte Ansatz ist Teil der „Fight Hunger First Initiative“ der Welthungerhilfe in Indien, Bangladesch und Nepal. Durch den Zusammenschluss dieser Länder in der Initiative sind ein verstärkter Austausch und eine größere Kooperation möglich.
www.welthungerhilfe.de/nepal-korak-millenniumsdorf.html12»Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzDie Welthungerhilfe ist seit 2005, nach mehrjähriger Unterbrechung, wieder in Nepal tätig.
Seit 2010 ist die Organisation mit einem Büro in der Hauptstadt Katmandu vertreten, um
die effektive Planung und Durchführung eines längerfristig ausgerichteten Programms ländlicher Regionalentwicklung zu sichern.NEPALProjektschwerpunkte: Ernährungssicherung, Katastrophenvorsorge, Ressourcenmanagement
und Umweltschutz, integrierte ländliche Entwicklung, Basisinfrastruktur
Projektstandorte: Chitwan-Distrikt, Ramechhap-Distrikt, Sankhuwasava-Distrikt und
Morang-Distrikt
Anzahl Projekte seit 2005: 12 Projekte mit einem Volumen von 4,5 Mio. EUR
Finanzvolumen 2011: 2,1 Mio. EUR
Anzahl aktueller Projekte in Durchführung: 4
Zuwendungsgeber 2011: BMZ
Partnerorganisationen 2011: Aasaman, Forward, OneWorld, RRN13Kuba	Ein Paradies
Im Osten Kubas erstreckt sich der Alexander-vonHumboldt-Nationalpark. Pufferzonenmanagement – so heißt
die Aufgabe der Welthungerhilfe in den Randzonen dieses Naturschutzgebietes. Was das bedeutet? Dass die hier lebenden Menschen ein besseres
Leben führen können und gleichzeitig dazu beitragen, die Natur zu schützen und
die Artenvielfalt zu erhalten.Der Park bildet den Kern des Biosphärenreservats mit dem Namen „Chuchillas del Toa“. Darin liegt
das Wassereinzugsgebiet des Flusses Toa, eine der acht wichtigsten Trinkwasserreserven Kubas. Im
Park und im Biosphärenreservat leben viele seltene Tiere, wie beispielsweise der kleinste Frosch der
Welt oder die bunt gemusterten Schnecken, aus deren Häusern die Einheimischen Schmuck herstellen, um ihn an Touristen zu verkaufen.
Genau dies zeigt eines der Probleme des Naturschutzparks auf, der 2001 zum Weltnaturerbe erklärt
wurde. Die Schnecken sind vom Aussterben bedroht – die Menschen aber brauchen ein Einkommen,
um sich ernähren zu können. Eine Kette bringt ungefähr einen US-Dollar ein. Geht man davon aus,
dass der durchschnittliche Verdienst eines Bauern bei weniger als zehn US-Dollar monatlich liegt, ist
das viel Geld. Zumal, wenn es an alternativen Einkommen fehlt. Zwar wachsen in der Region Kokos
und Kakao, doch die Preise für beide Produkte sind starken Schwankungen unterworfen. Die Böden
sind infolge einer nicht angepassten landwirtschaftlichen Nutzung wie Brandrodung oder Monokultur
ausgelaugt und werfen nur geringe Erträge ab. So trifft finanzielle Not auf fehlendes landwirtschaftliches Wissen und Umweltbewusstsein.
Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation ACTAF (Vereinigung der landwirtschaftlichen und
forstwirtschaftlichen Techniker Kubas) und der Parkbehörde wirkt das Welthungerhilfe-Projekt dem
entgegen. Es fördert die Bauern bei einer alternativen landwirtschaftlichen Produktion, einer Vervielfältigung des Anbaus sowie bei der Wiederaufforstung. Erosionskontrolle und Bodensanierung
finden hier genauso statt wie die Umweltbildung für Erwachsene, Jugendliche und Kinder.
Eine der Teilnehmerinnen ist Maria Caridad Pérez. Sie ist eine von zehn Frauen, die im Projekt
als Trainerin für die Konservierung von Nahrungsmitteln ausgebildet wurden. Eingelegte
Gürkchen, Zwiebeln und Paprika, Sirup aus Hibiskusblüten, Essig aus Kochbananen
oder Ananas, Mehl aus Maniok, Bananenchips, getrockneter Oregano, Zitronengras
und Minze, selbst gebackener Kuchen und Obstwein, all das sind Produkte
aus ihrer „Werkstatt“, die sie auch verkauft. Wie man Lebensmittel haltbar
machen kann, war vor Projektbeginn den wenigsten bekannt.
Schon diese einfachen Mittel verbessern die Ernährungssituation
in der Region, erhöhen den Wert der landwirtschaftlichen Produkte und den Verdienst der Familien. „Die Frauen sind
14Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenzbegeistert“, sagt Maria Caridad Pérez, „denn wir haben viel gelernt und bekommen Aufträge aus der
Nachbarschaft.“ Neben der Schulung erhielten die Frauen auch einfache Materialien wie Mixer, Glasund Kunststoffbehältnisse für die Nahrungsmittel. Im Gegenzug verpflichteten sie sich, regelmäßig in
ihren Gemeinden Kurse für andere interessierte Frauen abzuhalten.
Menschen wie Maria sind wichtige Partner für Projekte der Welthungerhilfe. Sie sind offen für Neues
und haben Mut. Sie sind beispielhafte Vorreiter für viele, die nachrücken, und somit Katalysatoren für
Veränderung. Weil die Bauern nun zusätzliche Einnahmequellen haben, können sie auf den Raubbau
in den Schutzzonen verzichten. Erfolgreicher Naturschutz und der Erhalt des Ökosystems können nur
zusammen mit den Menschen, die in der Region leben, betrieben werden.
www.welthungerhilfe.de/kuba-hilfsprojekt-nahrungsmittel.html«Jetzt weiß ich,
wie ich Lebensmittel
und sie dann
verkaufen kann.»Maria Caridad Pérez
Trainerin für die Konservierung von NahrungsmittelnDie Welthungerhilfe ist seit 1994 in Kuba aktiv. Damit zählt sie dort zu den am längsten tätigen
Nichtregierungsorganisationen. In dieser Zeit hat sie 59 Projekte vor allem im Bereich der ländlichen und regionalen Entwicklung sowie der Nothilfe nach Wirbelstürmen gefördert und durchgeführt. Die Arbeit wird vom Büro in Havanna aus koordiniert.KubaProjektschwerpunkte: Ernährungssicherung, Förderung der städtischen und stadtnahen Landwirtschaft, Stärkung landwirtschaftlicher Genossenschaften, Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen in der Pufferzone von Naturschutzgebieten
Projektstandorte: Havanna, Artemisa, Mayabeque und Pinar del Río im Norden, Santiago, Guantánamo, Holguin, Las Tunas, Granma im Osten der Insel
Anzahl Projekte seit 1994: 59 Projekte mit einem Volumen von 33,2 Mio. EUR
Finanzvolumen 2011: 1 Mio. EUR
Anzahl aktuelle Projekte in Durchführung: 10
Zuwendungsgeber 2011: Alliance2015, BMZ, EK (EuropeAid), Sonstige
Partnerorganisationen 2011: ACPA, ACTAF, CARE France, INCA, OIKOS
15Liberia	Mama Victoria hat
den besten Kopfsalat
Nicht nur auf dem Land, selbst in der liberianischen Hauptstadt Monrovia gibt es
ausreichend Kulturflächen für den Anbau von Obst und Gemüse. Mit den Ernteerträgen ließe sich die chronische Lebensmittelknappheit effizient bekämpfen. Die
Welthungerhilfe unterstützt die Bauern mit Rat und Tat.
Victoria Sirleafs Haus liegt nicht weit von Monrovias quirligem Zentrum entfernt. Und obwohl in einer
Millionenmetropole gelegen, gleicht der Garten von „Mama Victoria“ einem winzigen Bauernhof:
An allen Ecken und Enden gedeiht dort Gemüse, mit Vorliebe zieht die 56-Jährige Kopfsalat, Mais,
Tomaten, Blattkohl, Auberginen und Frühlingszwiebeln, auch ein Reisfeld bewirtschaftet die Liberianerin. Anders als bei Gärten in Europa sind die Gemüsebeete für Sirleaf jedoch kein Hobby, sondern
lebenswichtige Quelle von Nahrung und Einkommen: „Urban Farming“ wird das Konzept genannt,
auch die Städte für den Anbau von Lebensmitteln urbar zu machen. Es könnte vielen Menschen Zugang zu gesunder, besserer Nahrung ermöglichen.
Das nach wie vor unter den Spätfolgen des Bürgerkriegs leidende Liberia bezieht bis heute die meisten Grundnahrungsmittel, darunter Reis und Maniok, aus den Nachbarländern oder aus Übersee.
„Die Preise dafür können sich nur die wenigsten Einheimischen leisten“, stellt Victoria Sirleaf klar.
Fruchtbare Flächen gibt es zwar in etlichen Landesteilen, der Transport der Ernte in die Hauptstadt
scheitert jedoch an den schlechten, bisweilen gar nicht vorhandenen Straßen. „Darum gibt es hier
viel teure Importware“, berichtet die Liberianerin.
„Urban Farming“ wäre deshalb für viele Menschen in Monrovia eine gute Möglichkeit, um ein besseres
Leben zu führen. Die liberianische Hauptstadt besitzt nämlich ein bemerkenswertes Potenzial an brachliegenden Flächen. Und das hat die gewiefte Sirleaf bereits ausgenutzt. Sie erwarb ein sumpfiges Gelände neben ihrem Wohnhaus und begann mit dem Reisanbau. „In guten Monaten nehme ich umgerechnet 200 US-Dollar ein“, stellt sie befriedigt fest. Zuversichtlich hat sie ein weiteres Gebiet für den
Reisanbau hinzuerworben. Als bescheidene Gemüsegärtnerin für den Privatbedarf hatte die selbstbewusste Frau begonnen. Nun produziert sie deutlich größere Mengen. Für diese Herausforderung
ist zusätzliches Know-how nötig. „Das hole ich mir bei der Fortbildung innerhalb des
Projekts und lerne da, wie man Anbaumethoden verbessert.“ Zudem erhalte sie dort
Saatgut und Handwerksgeräte.Es ist möglich,Städte zum Blühen zu bringen.Wichtig für sie sei, dass sie sich auf diese Weise mit anderen Stadtbauern austauschen
könne und dazulerne, sagt Sirleaf. Wenn es ihre Zeit erlaubt, begibt sie sich zum landwirtschaftlichen Demonstrationsfeld, das die Welthungerhilfe mit der Universität angelegt hat. „Man erfährt
dort, wie richtig kompostiert wird. Über den Boden gehört organisches Material, das noch nicht verrottet
ist, man muss ihn dann später kaum noch bearbeiten“, weiß sie inzwischen. „Zudem geben mir
Stadtbauern immer wieder gute Ratschläge, und das hilft mir weiter“, fügt sie hinzu. Mama Victorias
Gartenreich, in dem weder Dünger noch Pestizide Verwendung finden, wird weiterhin florieren, zu ihrem
Nutzen und dem der Einwohner Monrovias.
www.welthungerhilfe.de/liberia-hilfsprojekt.html16Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzDie Welthungerhilfe arbeitet seit 2003 in Liberia in den Bereichen Ernährungssicherung, Landwirtschaft, Rehabilitierung ländlicher Basisinfrastruktur und Krisenprävention. Die Arbeit wird
vom Regionalbüro in Monrovia aus gesteuert.
Projektschwerpunkte: Mit einem Programm zur Reintegration und zum Wiederaufbau hilft die Welt­
hungerhilfe den Menschen in Liberia, wieder auf eigenen Füßen zu stehen und den Frieden weiter zu sichern. Der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur ist ein Schwerpunkt der Arbeit in
Liberia. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt außerdem in der Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Ernährungsweise der städtischen Bevölkerung um Monrovia. Da seit November
2010 mehr als 170.000 Flüchtlinge aus der Elfenbeinküste nach Liberia geflüchtet sind, hat die
Welthungerhilfe 2011 den Aufbau eines Flüchtlingscamps und die Versorgung von Bürgerkriegsflüchtlingen durchgeführt.
Projektstandorte: Monrovia, Tubmanburg, Bomi County (Nordwesten), River Gee, Sinoe, Grand
Gedeh und Grand Kru, Counties (Südosten)
Anzahl Projekte seit 2003: 31 Projekte mit einem Volumen von 60,7 Mio. EUR
Finanzvolumen 2011: 4,8 Mio. EUR
Anzahl aktuelle Projekte in Durchführung: 7
Zuwendungsgeber 2011: AA, BMZ, EK (EuropeAid), KfW, Sonstige
Partnerorganisationen 2011: ACF, Alliance2015, HDF, IBIS, RUAF, Medica Mondiale, WOCHIDO«LiberiaFrüher haben die Nachbarn
über mich gelacht, doch heute
sehen sie meinen Erfolg.
Victoria Sirleaf
Stadtbäuerin aus Monrovia»17Wash-Netzwerk	Gemeinsam
Weltweit leben etwa 900 Millionen Menschen ohne Zugang zu sauberem Wasser,
und 2,6 Milliarden Menschen müssen ohne sanitäre Grundversorgung auskommen.
Aufgrund dieser Lebensumstände sterben täglich tausende Menschen. Die Welthungerhilfe engagiert sich, um den Menschen dieses Schicksal zu ersparen.«18Alle Menschen
haben ein Recht
auf sauberes Wasser.
Wasser-Experte der Welthungerhilfe»Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Eine Lösung des Problems bietet der sogenannte WASH-Ansatz: Die Abkürzung WASH steht für das
Zusammenspiel von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. Konkret heißt das: Die Menschen erhalten Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitäranlagen werden gebaut und über Schulungen werden wichtige Zusammenhänge zwischen Hygiene, Gesundheit und Ernährung erläutert. Um für das
Recht aller Menschen auf Wasser, Sanitärversorgung und ein Leben unter hygienischen Bedingungen zu kämpfen, engagiert sich die Welthungerhilfe im sogenannten WASH-Netzwerk. Das Netzwerk ist ein Zusammenschluss von 18 deutschen Nichtregierungsorganisationen und wurde 2011
Wasser, Energie und Ernährungssicherheit – vom Fortschritt in diesen drei Bereichen hängt das
Schicksal einer wachsenden Bevölkerung in einer Welt mit immer knapper werdenden Ressourcen
ab. Deshalb setzte sich das WASH-Netzwerk auf der Bonner Nexus-Konferenz 2011 dafür ein, diese Themen in der politischen Agenda zu verankern. Derzeit führt die Welthungerhilfe 30 Projekte
mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro im WASH-Bereich durch. Der Schwerpunkt liegt
im ländlichen Raum des südlichen und östlichen Afrika. Insgesamt profitieren rund
eine Million Menschen von den neuen oder wieder errichteten Trinkwasser- und Sanitäranlagen.,
Es ist möbegn lzuicreh
tten.Zum Beispiel in Äthiopien: Nur sechs Prozent der Landbevölkerung in Äthiopien bemit
sitzen Toiletten. Hier ist etwa jeder siebte Todesfall auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen. Die Welthungerhilfe ist in der Amhara-Region aktiv, in der etwa 450.000
Menschen leben. Dort hat sie 375 Trinkwasserversorgungsanlagen – Brunnen, Quellfassungen und Regenwassersammelbecken – gebaut oder saniert, deren Instandhaltung durch
Schulungen gesichert ist. Zudem wurden über 350 Toilettenanlagen für Schulen und Krankenhäuser errichtet. Gleichzeitig werden Hygienetrainings angeboten. All dies zeigt Wirkung: Dank der
besseren hygienischen Bedingungen werden in Amhara immer weniger Krankheitsfälle gemeldet.Toiletten LeSchon jetzt achtet die Welthungerhilfe neben dem Bau und der Wiederherstellung von Wassersystemen und sanitären Einrichtungen auf die hygienischen Belange der Menschen. Zukünftig soll den
Zusammenhängen zwischen Wasserversorgung, Trinkwasserhygiene und Ernährungssicherung noch
mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Dazu gehört auch der Aufbau von Dienstleistungsstrukturen im Wasser- und Sanitärbereich in Zusammenarbeit mit privaten Anbietern und lokalen Behörden. So müssen zum Beispiel die Nutzer der Brunnenanlagen unterstützt werden, ihre Anlagen zu
bezahlbaren Konditionen instand zu halten. Nur so werden die Menschen in den Entwicklungsländern dauerhaft in die Lage versetzt, sich selbst ihren Problemen zu stellen.
www.welthungerhilfe.de/wasser-spezial.html19Politische Arbeit	Wenn Nahrung
unbezahlbar wird
Die Welthungerhilfe steht für die Bekämpfung von Hunger und Armut – und setzt
sich dafür auch politisch ein. Deshalb sah sie Handlungsbedarf, als im Frühjahr 2011
die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel ein neues Jahrhunderthoch erreichten.Nach dem erneuten Preisanstieg für Nahrungsmittel Anfang 2011 befürchtete die Welternährungsorganisation (FAO) zu Recht, dass dies Millionen Menschen in den Hunger treiben würde. Viele Menschen in Entwicklungsländern sind gezwungen, einen Großteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel
auszugeben. Ein plötzlicher Anstieg der Preise macht es ihnen unmöglich, für Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Wohnen und Bildung aufzukommen.
Hauptursachen für höhere und stärker schwankende Preise sind drei Faktoren: die wachsende Verwendung von Agrarprodukten zur Herstellung von Treibstoffen, die Zunahme extremer Wetterereignisse durch den Klimawandel sowie der Anstieg der Warentermingeschäfte mit Agrargütern. 2011
hat sich die Welthungerhilfe insbesondere mit dem dritten Faktor, der Agrarspekulation, beschäftigt.
Wie sich diese Spekulation auf die stark schwankenden Lebensmittelpreise in Entwicklungsländern
auswirkt, war auch für Experten zunächst unklar.
Eine Studie der Hochschule Bremen im Auftrag der Welthungerhilfe aus dem April 2011 brachte
Licht ins Dunkel. Darin wird geschätzt, dass das Engagement der Kapitalanleger auf den Terminmärkten für Getreide im Jahr 2008 für etwa 15 Prozent des beobachteten Preisanstiegs auf den Spotmärkten verantwortlich war. Zudem wurde in der Studie festgestellt, dass sich das Geschehen auf den
internationalen Finanzmärkten über verschiedene Mechanismen preissteigernd auf die Nahrungsmittelimporte der Entwicklungsländer auswirkt und dass dadurch auch die lokalen Nahrungsmittelpreise
Anfang April diskutierten Experten die Studie in einem Expertenworkshop in Bonn zum Thema
„Preisbildung auf Agrarmärkten, Spekulationen, Ernährungssicherung“. Inzwischen hat sich ein breiter Konsens unter staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen entwickelt, dass die Spekulation
auf den Rohstoffmärkten eingedämmt werden muss. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Welthungerhilfe für drei zentrale Forderungen ein:
1. Transparenz an den Rohstoffbörsen durchsetzen, zum Beispiel durch strenge Berichtspflicht.
2. Erhöhung des erforderlichen Eigenkapitals für jedes einzelne Termingeschäft.
3. Verschärfung der Mengen- und Preisgrenzen für den Handel mit Agrarrohstoff-Derivaten.
Das Thema wie auch die Forderungen der Welthungerhilfe wurden 2011 viel diskutiert: So hat die
Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, die Forderungen auf einer Pressekonferenz mit
Bundesagrarministerin Ilse Aigner vorgestellt. Und auch im Bundestag wurden sie diskutiert.
20Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Darüber hinaus wurden die Ergebnisse der Studie und ihre Kernforderungen im Rahmen einer Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingebracht. Auch der
Dialog mit Banken, die Agrarrohstoffpapiere anbieten und mit ihnen handeln, ist notwendig. Deshalb
hat die Welthungerhilfe die Risiken der Agrarspekulation mit ihrer Hausbank diskutiert und Handlungsoptionen der Banken erörtert.
Gemeinsam mit dem Internationalen Forschungsinstitut für Agrar- und Ernährungspolitik IFPRI und
CONCERN hat die Welthungerhilfe auch die Ausgabe 2011 des Welthunger-Index genutzt, um auf
die Auswirkungen der Preisschwankungen in Entwicklungsländern aufmerksam zu machen. Der Welthunger-Index wurde Medien und Politikern fast zeitgleich im Oktober in Duschanbe (Tadschikistan),
Nairobi (Kenia), Berlin, Mailand und Washington vorgestellt. Ergänzend gab es Diskussionsveranstaltungen zu den Inhalten des Index in London und Paris sowie im Europäischen Parlament in Brüssel.
Anlässlich der Veröffentlichung des Welthunger-Index 2011 hatte die Welthungerhilfe unter dem Titel
„Preise auf der Achterbahn – Führt das Auf und Ab der Nahrungsmittelpreise zu Hunger?
Die Welthungerhilfe hakt nach!“ zur Diskussion nach Berlin geladen. Vertreter aus Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und Ministerien diskutierten mit etwa 100 Gästen
die Frage, wie Spekulation an den Agrarmärkten in die Schranken gewiesen werden
kann. Zwar war man sich über die Notwendigkeit der Regulation einig, strittig blieb aber
die Frage, in welchem Maße Spekulanten für den Anstieg und die Schwankungen der
Nahrungsmittelpreise verantwortlich gemacht werden können.Es ist mözugbelwiceghen,.
et wasDie verschiedenen Debatten im Jahr 2011 haben dazu beigetragen, dass Politiker, Regierende, Agrarspekulanten, Anleger, Konsumenten, Journalisten und Banker sich der Folgen der Agrarspekulation
für die Welternährung bewusst geworden sind. Erste politische Absichtserklärungen wurden erarbeitet, aber noch nicht verbindlich umgesetzt. Daher wird die Welthungerhilfe auch 2012 an dieser
Problematik weiterarbeiten.
www.welthungerhilfe.de/hunger_spezial.html21In Nord und Süd	unsere Arbeit
Verständnis und Solidarität füreinander entstehen am besten von Mensch zu Mensch.
Die Distanz zwischen den Menschen in Nord und Süd zu verringern und unsere Arbeit
erlebbarer zu machen, sind daher zentrale Punkte unserer Strategie.22Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
„Der Besuch in Myanmar hat mir wieder gezeigt, wie wichtig die Unterstützung der Menschen durch
die Welthungerhilfe ist“, sagte Michael Schindhelm nach seiner Rückkehr aus dem Land im November 2011. Immer wieder besuchen Förderer der Welthungerhilfe unsere Projekte. Sie lernen unsere
Arbeit aus nächster Nähe kennen und sehen so, wie ihr Geld verwendet wird und was es bewirkt.
Natürlich kann nur ein Bruchteil der rund 300.000 Spender, die 2011 unsere Arbeit unterstützt haben, diese Erfahrung machen. Im Umkehrschluss bedeutet dies: 99 Prozent unserer Spender können
unsere Arbeit – also das, wofür sie dankenswerterweise gespendet haben – nicht unmittelbar erleben.
Diese Distanz möchte die Welthungerhilfe ein Stück weit verringern. Dabei stehen nicht die Projekte
selbst im Mittelpunkt, sondern die Menschen, die wir unterstützen und für die die Welthungerhilfe
existiert. Diese Menschen möchten wir unseren Unterstützern in Deutschland näherbringen – und
andersherum. Wir möchten Möglichkeiten schaffen, dass Menschen gegenseitig etwas über das Leben der anderen erfahren. Und über die zentralen Fragen, die sie trotz unterschiedlicher Voraussetzungen gleichermaßen beschäftigen. So wachsen das Verständnis und die Solidarität füreinander.h,
Es ist mögnnltic
zu machen.Konkret haben wir 2011 als Pilot-Projekt die Online-Community 123wir.org gestartet, in der Menschen aus unseren Projekten berichten und die Unterstützer
in Deutschland mit ihnen in einen direkten Dialog treten können. Auch bei der
Dürrekatastrophe in Ostafrika haben wir auf eine möglichst direkte Kommunikation gesetzt. So hat zum Beispiel der Landeskoordinator von Kenia, Johan van
der Kamp (im Bild unten), bei einem Treffen von Spendern von der Situation vor Ort berichtet und
anhand eines maßstabsgetreuen Modells einer Wasserauffanganlage erläutert, wie die Welthungerhilfe zukünftige Wasserknappheit vermeiden möchte. Die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel
Dieckmann (im Bild unten), die zuvor in das kenianische Flüchtlingslager Dadaab gereist war, bewegte auf diversen Veranstaltungen die Menschen mit der Schilderung ihrer sehr persönlichen Eindrücke.
So haben wir es geschafft, den Menschen eine Katastrophe, die in ihrem Ausmaß und ihrer Schwere
im wahrsten Sinne des Wortes unbegreiflich ist, etwas näherzubringen.bekaDie Welthungerhilfe arbeitet daran, weitere Plattformen für den Austausch zwischen Nord und Süd zu
identifizieren oder zu schaffen – physisch oder virtuell, direkt oder indirekt, aber immer authentisch.
Dabei setzen wir – darin hat uns die Erfahrung aus 2011 bestärkt – noch intensiver auf die besten
Botschafter, die wir haben: Augenzeugen, die die Situation in den Projektländern selbst erlebt haben.
Neben den Einheimischen, Journalisten und unseren Mitarbeitern sind dies außerdem die Besucher
aus unserem Unterstützerkreis. So auch Michael Schindhelm: „Die Erlebnisse in Myanmar haben
mich so sehr beeindruckt, dass ich zu jeder sich bietenden Gelegenheit davon erzähle.“
www.welthungerhilfe.de/spenden.html23Das Jahr 2011	Aktionen, Termine
Auf der Diskussionsveranstaltung zum
Thema „Was kommt nach dem Wachstum?“ in Berlin sprachen Politiker und
Wissenschaftler über Wege zu nachhaltigem Wirtschaften, das weltweite Glücksverständnis und darüber, wie sich ein
Abwenden der Industrieländer vom
Wachstumsdenken auf Entwicklungsländer auswirken könnte.FD	B Januar
Mit dem Motto „Grün ist die Hilfe“ war
die Welthungerhilfe offizieller Benefizpartner des ErlebnisBauernhofs auf der
Internationalen Grünen Woche in Berlin.
Schüler erradelten auf Heimtrainern über
8.000 Kilometer, die in bare Münze verwandelt wurden und Projekten in Liberia
zugutekamen.	Februar
123wir.org
Wie geht der Wiederaufbau nach der Flut
in Pakistan voran? Wovon träumen die
Menschen im Südsudan? Diese und viele
andere Fragen beantwortet das OnlineNetzwerk 123WIR.org. Korrespondenten
erzählen von ihrem Alltag und berichten
über Fortschritte. So können Interessierte,
Unterstützte und Unterstützer in Kontakt
treten und noch weitere Fragen stellen.JI	Mai
D Überraschungs	aktion
In mehreren deutschen Städten erlebten
die Menschen im Mai Ungewöhnliches:
24GHRechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Mitten auf der Straße tauschten afrikanische und europäische Frauen Kaffeebohnen gegen gefrorene Hühnerteile. Mit
diesen Auftritten greift „Gemeinsam für
Afrika“ das Thema ungerechte Handelsbeziehungen auf. „Gemeinsam für Afrika“
ist ein Zusammenschluss von 23 Hilfsorganisationen, darunter auch die Welthungerhilfe.K	E Juni
Erdbeben, Überschwemmungen, Dürren –
in den vergangenen Jahren scheinen sich
Katastrophen zu häufen. Doch warum
gelingt es manchen Ländern besser als
anderen, extreme Naturereignisse zu
bewältigen? Der im Juni vorgestellte WeltRisikoBericht des „Bündnis Entwicklung
Hilft“ liefert erstmals eine umfassende
Antwort.ACBE	F Oktober
Auch in diesem Jahr fanden bundesweite Aktionen für die Welthungerhilfe im
Rahmen der „Woche der Welthungerhilfe“
statt. Wie zum Beispiel die MarktstandAktion in Berlin. Ein Marktschreier bot
den Passanten Brot für knapp 30 Euro
oder einen Beutel Kartoffeln für 50
Euro an. Anlässlich der Vorstellung des
Welthunger-Index 2011 sollte so darauf
hingewiesen werden, dass Menschen in
Entwicklungsländern rund 70 Prozent
ihres Einkommens für Nahrung ausgeben
müssen. In Deutschland sind es nur zehn
bis 15 Prozent.	G Oktober
Anfang Oktober fanden in Bonn der NRWTag und das Deutschlandfest statt. Auch
die Welthungerhilfe war mit drei ganz
besonderen Modellen dabei: dreidimensional zeigten sie, wie die Welthungerhilfe
die Menschen in Kenia, Peru und Indiendabei unterstützt, die stetig knapper
werdenden Wasserressourcen optimal zu
nutzen.	H Oktober
Mit viel Spaß eröffnete die Sängerin
Lucy Diakovska (im Bild) die Ausstellung
„Erlebniswelt Dogonland“, die Einblick in
das Leben der Menschen in Mali und in
die Projektarbeit der Welthungerhilfe in
dem westafrikanischen Land bot. Anlass
war die Ausstellung „DOGON-Weltkulturerbe in Afrika“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn.	November
Elf Straßenkünstler aus aller Welt waren
der Einladung von Viva con Agua und
der Welthungerhilfe gefolgt und beschäftigten sich künstlerisch auf dem ersten
internationalen WASH Social Art Festival
mit kreativen Ideen rund um das Thema
WASH (Wasser, Sanitär und Hygiene).	Dezember
Am 1. Dezember kamen 100 langjährige
Weggefährten der Welthungerhilfe in
Berlin zusammen, um das Jubiläumsjahr
der Organisation zu eröffnen. Es war ein
gelungener Auftakt für ein spannendes
und emotionales Jahr 2012.	K Dezember
Im Dezember startete die Werbekampagne unter dem Motto „Es ist möglich“. In
Fernsehspots, Anzeigen und auf Plakaten
wird gezeigt, dass nachhaltige Entwicklung möglich ist.
www.welthungerhilfe.de/aktionen.html252011	UNSERE 39
PROJEKTLÄNDERLänder-/Regionalbüros
MillenniumsdörferLateinAmerika 2011HaitiAnzahl Projektländer gesamt: 7
Anzahl Projekte gesamt: 57
Projektvolumen gesamt: 12,9 Mio. EUR
■	1 Nothilfeprojekt mit 1,0 Mio. eur
(2010: 7 Projekte, 5,6 Mio. EUR)
■	6 Basisinfrastrukturprojekte mit 1,8 Mio. EUR
(2010: 7 Projekte, 1,5 Mio. EUR)
■ 38 Projekte zur ländlichen und regionalen
Entwicklung mit 7,9 Mio. EUR
(2010: 40 Projekte, 16,0 Mio. EUR)
■ 5 Projekte zur sozialen Integration und
Bildung mit 0,0 Mio. EUR*
(2010: 7 Projekte, 0,2 Mio. EUR)
■ 4 Projekte zur Förderung zivilgesellschaftlicher
Strukturen mit 0,7 Mio. EUR
(2010: 2 Projekte, 0,1 Mio. EUR)
■ 3 Sonstige Projekte mit 1,5 Mio. EUR
(2010: 9 Projekte, 1,6 Mio. EUR)Nicaragua*	Finanzierung erfolgte in den vorherigen Jahren.
**	Nachträgliche Einsparungen (-).26Port-au-Prince
ManaguaKuba
RepublikAuhya-PihniMaliBurkina Faso
GhanaEcuadorPeruBolivienRiberas de Huallaga
AyacuchoBamakoMonroviaKongoussiRechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzAsien 2011
Anzahl Projektländer gesamt: 11
Anzahl Projekte gesamt: 116
Projektvolumen gesamt: 28,2 Mio. EUR
■	10 Nothilfeprojekte mit 2,9 Mio. EUR (2010: 19 Projekte, 17,5 Mio. EUR)
■	5 Basisinfrastrukturprojekte mit 2,6 Mio. EUR (2010: 7 Projekte, -0,3 Mio. EUR**)
■	69 Projekte zur ländlichen und regionalen Entwicklung mit 18,7 Mio. EUR
(2010: 46 Projekte, 17,3 Mio. EUR)
■	15 Projekte zur sozialen Integration und Bildung mit 0,2 Mio. EUR
(2010: 16 Projekte, 0,4 Mio. EUR)
■	8 Projekte zur Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen mit 1,0 Mio. EUR
(2010: 6 Projekte, 1,5 Mio. EUR)
■	1 Projekt zu Gesundheit und HIV&Aids mit 0,6 Mio. EUR (2010: 0 Projekte, 0 EUR)
■	8 Sonstige Projekte mit 2,2 Mio. EUR (2010: 13 Projekte, 4,1 Mio. EUR)TadschikistanVeshab
KabulAfghanistanNeu-DelhiSUDAN
KhartumÄTHIOPIENSüdsudanAddis AbebaDemokr.
Rep. KongoNepalSarwanIndienGandhiji
Kanat Toch
Phnom PenhBAngladesch
SRI LANKASOMALIAOgur
KampalaNORDKOREAIslamabad
KorakPakistanNigerPjöngjangDuschanbeUGANDA
BurundiNairobiTansania
MosambikSimbabweHarareMALawi
MaboteMadagaskarLesothoAfrika 2011
Anzahl Projektländer gesamt: 21
Anzahl Projekte gesamt: 121
Projektvolumen gesamt: 65,8 Mio. EUR
■	16 Nothilfeprojekte mit 23,2 Mio. EUR (2010: 11 Projekte, 35,7 Mio. EUR)
■	20 Basisinfrastrukturprojekte mit 9,3 Mio. EUR (2010: 20 Projekte, 17,4 Mio. EUR)
■	51 Projekte zur ländlichen und regionalen Entwicklung mit 22,8 Mio. EUR
(2010: 53 Projekte, 36,3 Mio. EUR)
■	16 Projekte zur sozialen Integration und Bildung mit 6,4 Mio. EUR
(2010: 17 Projekte, 1,4 Mio. EUR)
■	1 Projekt zur Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen mit 0,3 Mio. EUR
(2010: 2 Projekte, 1,0 Mio. EUR)
■	1 Projekt zu Gesundheit und HIV & Aids mit 0,5 Mio. EUR (2010: 2 Projekte, 0 EUR*)
■	16 Sonstige Projekte mit 3,3 Mio. EUR (2010: 13 Projekte, 4,0 Mio. EUR)
27ProjektlistE 2011
in DurchführungProjektförderung
in EURZuwendungsgeberProjektinhalte – StichworteAnzahl PartnerorganisationenBMZ, EK (EuropeAid),
GIZ, medico, USAID,
SonstigeTrinkwasserversorgung, Umweltprogramm, Unterstützung von DürrebetroffenenEK (EuropeAid),
SonstigeMillenniumsdorf, Trinkwasserversorgung, ländliche Entwicklung, Ernährungssicherung,
Ressourcenschutz, Hygiene und sanitäre Versorgung5BMZ, GIZ, WFP, SonstigeErnährungssicherung, Wasser- und Sanitärversorgung, Schulspeisung1Unterstützung und Schulbildung für Straßenkinder1Afrika
Äthiopien179.573.89611Burkina Faso4640.034Burundi42.659.806Ghana166.500Kenia138.296.882BMZ, EK (EuropeAid), GIZ,
USAID, WFP, SonstigeRessourcenschutz, Trinkwasserversorgung, Dürreprävention, Unterstützung von Waisenkindern, Flüchtlingsversorgung, regionale Dürrenothilfe6Kongo93.757.419AA, BMZ, EK (EuropeAid), KfW, USAID,
SonstigeWiederherstellung von Straßen, Wiederaufbau des Flughafens, Armutsminderung durch
Ernährungssicherung, Friedenskonsolidierung, Unterstützung von intern Vertriebenen1Lesotho115.037Liberia74.795.349Madagaskar3756.409Malawi153.420Mali94.927.944AA, BMZ, EK (EuropeAid), GIZ, KfW, WFP,
SonstigeMosambik61.027.055Niger1750.000Ruanda53.747.153Sierra Leone4789.98310Unterstützung HIV&Aids betroffener Kinder1AA, BMZ, EK (ECHO,
EuropeAid), KfW,
SonstigeErnährungssicherung, Landwirtschaft, Rehabilitierung ländlicher Basisinfrastruktur und
Krisenprävention7BMZ, EK (EuropeAid),
WFP, SonstigeErnährungsberatung, Ernährungssicherung, Förderung der Landwirtschaft, Nothilfe nach
Zyklon0Aufbau strategischer Kooperationen0Ernährungssicherung, Förderung der Landwirtschaft, Schulbildung für Nomadenkinder,
Auffanglager für ivorische Flüchtlinge2BMZ, EK (EuropeAid),
SonstigeMillenniumsdorf, Katastrophenvorsorge, Landwirtschafts- und Wasserprojekt, Förderung
von Mädchen und jungen Frauen3BMZErnährungssicherung1BMZ, Niederländische
Regierung, SonstigeBau von Grundschulen, Verbesserung der produktiven Infrastruktur, Nutzbarmachung von
Feuchtgebieten, Ernährungssicherung0BMZ, EK (EuropeAid),
GIZ, SonstigeFörderung der Kakao- und Kaffeeproduktion, Ressourcenmanagement, Ernährungssicherung14.081.360BMZ, EK (ECHO, EuropeAid), WFP, SonstigeFörderung landwirtschaftlicher Produktion, Wasserversorgung, Sanitär und Hygiene, Bewässerung, Choleraprävention, Katastrophenvorsorge, Ernährungssicherung032.241.453BMZLandwirtschaft und Ressourcenmanagement, Not- und Übergangshilfe, Ernährungssicherung, Kinderschutzprogramm, Grundschulbildung21514.815.136BMZ, EK (ECHO),
USAID, WFP, SonstigeErnährungssicherung, Ressourcenschutz, Rehabilitierung öffentlicher und sozialer Infrastruktur,
Demobilisierung und Reintegration, Nahrungsmittelhilfe für Bürgerkriegsflüchtlinge, friedensorientierter Wiederaufbau2Südsudan3937.100AA, BMZNothilfe und Ernährungshilfen für Rückkehrer, Schulspeisung, Verbesserung der Schulinfrastruktur1Tansania141.041Familienrückführung von Straßenkindern1Uganda41.788.802Millenniumsdorf, Ernährungssicherung, Konfliktminderung, Unterstützung bäuerlicher
Vereinigungen, Förderung benachteiligter Kinder und Waisen1Simbabwe
SudanSonstige regionale
Afrika gesamtAlliance2015, BMZ1.016
12165.762.79472.285.03747Asien
AfghanistanBangladeschAA, Alliance2015, BMZ,
EK (EuropeAid), GIZ,
SonstigeErnährungssicherung, Gemeindeentwicklung, ländliche Entwicklung, Winterhilfe, Trinkwasserversorgung, Rosenölproduktion, Ressourcenmanagement111197.812BMZFörderung nachhaltiger LandwirtschaftIndien452.745.895Alliance2015, BMZ, EK
(EuropeAid), Sonstige2 Millenniumsdörfer, Stärkung von Selbsthilfegruppen, Abschaffung von Kinderarbeit,
ländliche und landwirtschaftliche Entwicklung, Katastrophenvorsorge, Aufbau von Schulen,
Unterstützung von Waisen, Förderung von Behinderten, Berufsausbildung für Jugendliche,
Landeigentumsrechte für Frauen, integriertes WassermanagementKambodscha111.370.974BMZ, EK (EuropeAid),
SonstigeMillenniumsdorf, Ernährungssicherung, landwirtschaftliche Beratung, Unterstützung der
Opfer von Menschenrechtsverletzungen284Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Laos5593.651BMZ, EK (EuropeAid),
WFP, SonstigeLändliche Entwicklung, landwirtschaftliche Beratung, Stärkung der Zivilgesellschaft,
Ernährungssicherungsprogramm2134.127.160Alliance2015, BMZ,
EK (ECHO, EuropeAid),
SonstigeErnährungssicherung, Trinkwasser- und Hygienemaßnahmen, Nothilfe für Opfer von Naturkatastrophen, Förderung behinderter Kinder, Soforthilfe für Flutopfer5Nepal42.077.701BMZ2 Millenniumsdörfer, Ernährungssicherung, Katastrophenvorsorge, Ressourcenmanagement
und Umweltschutz, integrierte ländliche Entwicklung, Basisinfrastruktur4Nordkorea71.021.754BMZ, EK (EuropeAid),
SonstigeErnährungssicherung (Obstanbau, Kartoffelanbau, Gemüseproduktion, Instandhaltung von
Landtechnik), Ressourcenschutz, Einführung von Hydrokulturen in Stadtgebieten0Pakistan76.616.578AA, BMZ, DFID, EK
(ECHO)Humanitäre Hilfe für Flutopfer, Wiederaufbau, Rehabilitierung der Landwirtschaft zur
Ernährungssicherung7Sri Lanka65.497.535Alliance2015, BMZ, EK
(ECHO), SonstigeFriedenssicherung, Förderung gesellschaftlicher Strukturen, Ernährungssicherung, Nothilfe
für Binnenflüchtlinge, nachhaltige Waldwirtschaft, Aufbau wirtschaftlicher und sozialer
Existenzgrundlagen1102.033.008Alliance2015, BMZ, GIZ,
EK (EuropeAid), SonstigeMillenniumsdorf, Förderung von gemeindegestütztem Tourismus, ländliche Entwicklung,
Förderung von Selbsthilfestrukturen, Katastrophenprävention, Nothilfe, Ernährungssicherung, integriertes Wasserressourcenmanagement, Anpassung an den Klimawandel4MyanmarTadschikistanSonstige regionale
Asien gesamt-366.945
11628.200.16053Lateinamerika/Karibik
Bolivien71.221.274AA, BMZ, EK (EuropeAid)Landwirtschaft, Umweltmanagement, Bürgerbeteiligung und Rechte der indigenen Bevölkerung, lokale Wirtschaftsförderung, Kinderrechte7Dominikanische
Republik1474.746BMZArmutsminderung in Randzonen von Schutzgebieten, nachhaltiger Ressourcenschutz3Ecuador2440.890BMZ, EK (EuropeAid)Trinkwasserversorgung, nachhaltige Nutzung von Mangrovenwäldern, lokale Wirtschaftsförderung, Management von Biosphärenreservaten, Anpassung von Produktionssystemen an
den Klimawandel3Haiti206.578.253AA, Alliance2015,
BMZ, EK (ECHO), WFP,
SonstigeNothilfe für Erdbebenopfer, Wiederaufbau der Infrastruktur, Cholerabekämpfung, landwirtschaftliche Bewässerung, lokale Wirtschaftsförderung, Trinkwasserversorgung, Ressourcenschutz, Frauenförderung in Weiterverarbeitung und Vermarktung3Kuba10957.328Alliance2015, BMZ, EK
(EuropeAid), SonstigeErnährungssicherung, Förderung der städtischen und stadtnahen Landwirtschaft, Stärkung
landwirtschaftlicher Genossenschaften, Schutz und Nutzung natürlicher Ressourcen in der
Pufferzone von Naturschutzgebieten5Nicaragua4740.742BMZ, EK (EuropeAid)Millenniumsdorf, Katastrophenvorsorge, ländliche Entwicklung, Ressourcenschutz3Peru82.195.265Alliance2015, BMZ,
Sonstige2 Millenniumsdörfer, Wirtschaftsförderung in ländlichen Andenregionen, Forstmanagement, Kinderrechte, Management von Biosphärenreservaten, nachhaltige Landwirtschaft
zur Anpassung an den KlimawandelSonstige regionale
Förderung5243.5895712.852.087Lateinamerika
gesamt11Kinderrechte, Management von Biosphärenreservaten, lokale Wirtschaftsförderung
35Überregionale Vorhaben
Überregional6349.177Überregional
gesamt6349.1770300107.164.219135211.035.569Gesamtförderung
AuslandBMZProjektbetreuung durch die Geschäftsstelle, übergreifende Qualitätssicherung der Projektarbeit im inhaltlichen Bereich sowie im Finanzmanagement0Inland
Inland gesamt
In- und Ausland211.035.569321108.199.788Alliance2015, BMZ,
GIZ, SonstigeInformationsangebote, Lobbyarbeit, ÖffentlichkeitsarbeitVerwendete Abkürzungen: AA – Auswärtiges Amt; Alliance2015 – Partnerorganisationen der Alliance2015; BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung; DFID – Programm zur Entwicklungszusammenarbeit Großbritanniens; EK (ECHO) – Europäische Kommission, Amt für Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz; EK (EuropeAid) – Europäische Kommission, Amt für Entwicklung und Zusammenarbeit; GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit; KfW
– Kreditanstalt für Wiederaufbau; USAID – Institution der USA zur Förderung der Internationalen Entwicklung; WFP – Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen
Die Liste weist die Projekte aus, die zum 31.12.2011 in Durchführung waren. Einsparungen in anderen Projekten sind als „Rückflüsse“ bereitgestellter, aber nicht benötigter Mittel zu verstehen.29BilanZ
zum 31. Dezember 2011Aktiva31.12.2011
EURVorjahr
EUR412.156,65473.282,670,0088.605,431. Grundstücke308.700,000,002. Betriebs- und Geschäftsausstattung739.270,92684.907,01256.054,97315.554,9739.479.292,4635.300.275,7241.195.475,0036.862.625,80112.091.946,71138.073.755,53A. ANLAGEVERMÖGEN
1. Entgeltlich erworbene EDV-Programme
II. SachanlagenIII. Finanzanlagen
2. Wertpapiere und SchuldscheindarlehenB. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände
 orderungen an Zuwendungsgeber aufgrund von Projektbewilligungen
 ermögensgegenstände aus Schenkungen und Erbschaften
3. Sonstige VermögensgegenständeII. Liquide MittelC. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNGAllgemeine AngabenDer Jahresabschluss des Deutsche Welthungerhilfe e.V., Bonn, (kurz: Welthungerhilfe) ist
in Anlehnung an die Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und freiwillig nach den
ergänzenden Vorschriften für große Kapitalgesellschaften gemäß § 264 ff. HGB aufgestellt.
Der Jahresabschluss wurde gemäß § 265
Abs. 5 und 6 HGB an die Besonderheiten des
Vereins angepasst.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach
dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Umsatzsteuer ist in den Anschaffungskosten
des Anlagevermögens und bei den Aufwendungen enthalten, soweit der Verein nicht zum
Vorsteuerabzug berechtigt ist.
Vorjahreszahlen werden in Klammern angegeben.Bilanzierungs- und
BewertungsmethodenDie immateriellen Vermögensgegenstände
und das Sachanlagevermögen sind mit den
Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar,
abzüglich planmäßiger Abschreibungen über
die jeweiligen Nutzungsdauern oder zu niedrigeren Wertansätzen gemäß § 253 Abs. 3 Satz
3 HGB bewertet.30Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen
linear, soweit nicht projektbedingt der Ansatz
einer kürzeren Nutzungsdauer geboten erscheint. Für die Abschreibungen der Betriebsund Geschäftsausstattung wurden Nutzungsdauern zwischen 3 und 10 Jahren zugrunde
Für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungswerten
zwischen 150,00 EUR und 1.000,00 EUR
wurde ein Sammelposten gebildet, welcher
über 5 Jahre abgeschrieben wird.
Wertpapiere und Schuldscheindarlehen des
Finanzanlagevermögens werden mit den
Anschaffungskosten aktiviert und in der Folge
nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Agien werden über Rechnungsabgrenzungsposten über die Laufzeit abgeschrieben.
Der Ausweis dieser Abschreibungen erfolgt
unter den Abschreibungen auf Wertpapiere des
Anlagevermögens. Die Beteiligungen werden
zu Anschaffungskosten bilanziert.
Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände sowie Liquide Mittel sind mit dem
Nennwert angesetzt. Erkennbaren Risiken
wird durch Wertberichtigungen angemessen
Forderungen in Fremdwährungen werden mit
dem Devisenkassamittelkurs angesetzt, wobei
im Falle langfristiger Forderungen der jeweils45.392,2346.727,302.817.792,552.420.820,2266.764.549,4558.503.548,32181.719.680,94199.044.851,37140.613,05196.220,08223.055.768,99236.103.697,25niedrigere Kurs zum Entstehungszeitpunkt
bzw. zum Bilanzstichtag zugrunde gelegt wird.
Kursgewinne werden unter den sonstigen Erträgen, Kursverluste unter den Aufwendungen
für Projektförderungen ausgewiesen.
Rücklagen werden unter Beachtung der
entsprechenden steuerrechtlichen Vorschriften entsprechend gebildet, verwendet oder
Gebundene Eigenmittel für kofinanzierte
Projekte, für die Verbesserung der Außenstrukturen der Welthungerhilfe und für nicht
kofinanzierte außervertragliche Projekte
werden als Sonderposten für Projektförderung
ausgewiesen. Der Eigenanteil für kofinanzierte
Auslandsprojekte wurde neu ermittelt und wird
mit 13,0 % (18,8 %) der gesamten Projektmittel
Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten und erkennbare Risiken in
Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme
(Erfüllungsbetrag) gebildet. Verbindlichkeiten
sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Verbindlichkeiten in Fremdwährung werden
zum Devisenkassamittelkurs bewertet, wobei
im Falle langfristiger Verbindlichkeiten der
jeweils höhere Kurs zum Entstehungszeitpunkt
bzw. zum Bilanzstichtag zugrunde gelegt wird.Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzPassiva31.12.2011
EURI. Rücklage aus testamentarischen Verfügungen14.200.000,0013.300.000,00II. Freie Rücklage12.860.000,0012.260.000,0027.060.000,0025.560.000,00B. PROJEKTMITTELRÜCKLAGE35.507.000,0030.855.000,00C. SONDERPOSTEN FÜR PROJEKTFÖRDERUNG22.619.052,0030.253.164,653.230.000,002.880.000,00A. Langfristige RÜCKLAGEND. RÜCKSTELLUNGEN
I. Zuwendungen aus noch nicht verwendeten zweckgebundenen Kofinanzierungsmitteln
II. Projektverbindlichkeiten
III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen45.828,76197.728,08109.925.538,80111.102.640,3622.383.235,6532.963.020,221.326.166,851.802.318,5259.196,9360.196,93IV. Sonstige Verbindlichkeiten
1. Spenderdarlehen
2. Im Zusammenhang mit Erbschaften und Schenkungen übernommene Verbindlichkeiten
3. Übrige VerbindlichkeitenF. PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNGKursgewinne werden unter den sonstigen Erträgen, Kursverluste unter den Aufwendungen
für Projektförderungen ausgewiesen.Erläuterungen zur Bilanz
AktivaA. Anlagevermögen
Es handelt sich hierbei um erworbene und
planmäßig abgeschriebene bzw. angezahlte
EDV-Programme in Höhe von 412 TEUR (562
TEUR).
Die Sachanlagen betreffen planmäßig abgeschriebene EDV-Hardware mit 385 TEUR
(311 TEUR), Büro- und Geschäftsausstattung
mit 269 TEUR (242 TEUR) und sonstige
Gegenstände mit 85 TEUR (132 TEUR) sowie
Grundstücke aus einem Nachlass mit 309
TEUR (0 TEUR). Die projektfinanzierten Sachanlagen im Ausland werden in den Projekten
ausgewiesen.III. Finanzanlagen
Die Beteiligungen umfassen mit 256 TEUR
einen 10 %igen Anteil an der Dritte-Welt-Shop
Gesellschaft für Entwicklungsförderung GmbH,
Königswinter (DW-Shop). Die im Vorjahr mit
60 TEUR und einem 25 %igen Anteil an der
fund44 GbR, Köln, bilanzierte Beteiligung
wurde aufgegeben, da der Beteiligungszweck,
die Entwicklung einer einheitlichen Software
für das Fundraising und die Spenden- und
Mitgliederverwaltung der vier beteiligten Hilfsorganisationen, nicht erreicht werden konnte.
2. Wertpapiere und Schuldscheindarlehen
Basierend auf einer mittelfristigen Finanzplanung und daraus gewonnenen Daten werden
die Wertpapiere in Höhe von 37,0 Mio. EUR
(33,3 Mio. EUR) und Schuldscheindarlehen
in Höhe von 2,5 Mio. EUR (2,0 Mio. EUR)
im Anlagevermögen ausgewiesen. Die Papiere
werden grundsätzlich bis zur Endfälligkeit
gehalten. Die Anlage in festverzinslichen
Wertpapieren und Wertpapierfonds folgt dem
Grundsatz, dass trotz risikoarmer Anlageformen eine angemessene und marktgerechte
Verzinsung erzielt wird.
Im Berichtsjahr waren Wertberichtigungen auf
Wertpapiere des Anlagevermögens in Höhe von4.431,442.297,03894.362,94426.853,65134.638.761,37146.555.054,79955,62477,81223.055.768,99236.103.697,2575 TEUR sowie Abschreibungen auf Agien von
59 TEUR erforderlich. In den Wertpapieren
sind zum Bilanzstichtag saldierte stille Lasten
in Höhe von 738 TEUR (Vorjahr: stille Reserven von 692 TEUR) enthalten. Zum 31. März
2012 hat sich die Situation an den Märkten
wieder erholt und es ergibt sich ein Wert von
saldierten stillen Reserven in Höhe von
99 TEUR.
Zu den Finanzanlagen gehören Finanzinstrumente, die über ihrem beizulegenden Zeitwert
ausgewiesen werden, da eine außerplanmäßige
Abschreibung nach § 253 Abs. 3 Satz 4
unterblieben ist. Dies betrifft Wertpapiere
des Anlagevermögens mit einem Buchwert
von 21.864 TEUR und einem beizulegenden
Zeitwert von 20.620 TEUR.
Abschreibungen wurden hier unterlassen, da
zwischen dem Abschlussstichtag und dem
Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses eine Werterholung feststellbar war bzw. da
mittel- bis langfristig mit einer nachhaltigen
Werterholung gerechnet und das derzeitige
Kursniveau als Überreaktion der Märkte gewertet wird.31B. Umlaufvermögen
1. Forderungen an Zuwendungsgeber aufgrund
von Projektbewilligungen
Die am Bilanzstichtag ausgewiesenen Forderungen in Höhe von 112,1 Mio. EUR
(138,1 Mio. EUR) betreffen im Wesentlichen
mitfinanzierte Projekte von der Europäischen
Union mit 30,6 Mio. EUR (38,6 Mio. EUR),
den Vereinten Nationen mit 24,6 Mio. EUR
(37,8 Mio. EUR), dem Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 18,7 Mio. EUR (17,4 Mio. EUR),
der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 17,9
Mio. EUR (23,1 Mio. EUR), dem Auswärtigen
Amt mit 6,9 Mio. EUR (8,1 Mio. EUR) und
der U.S. Agency for International Development
(USAID) mit 5,2 Mio. EUR (7,6 Mio. EUR).
Bei Zuwendungen von Sachmitteln erfolgt die
Bewertung zu Marktpreisen.
2. Vermögensgegenstände aus Schenkungen
und Erbschaften
Es handelt sich um eine Eigentumswohnung
aus einer Schenkung. Die Immobilie wurde
bei Zugang in Höhe des Verkehrswertes gemäß
Sachverständigengutachten zuzüglich vom
Verein aufgewendeter Anschaffungsnebenkosten aktiviert und wird linear gemäß § 7 Abs. 4
EStG abgeschrieben. Die übrigen Vermögensgegenstände betreffen Erbschaften, die mit
dem Erinnerungswert aktiviert worden sind.
Bei Veräußerungen dieser Werte sich ergebende Mehrerlöse werden im entsprechenden Jahr
als Erträge aus Spenden und testamentarischen Verfügungen ausgewiesen.
Die Sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe
von 2.818 TEUR (2.421 TEUR) bestehen vor
allem aus debitorischen Kreditoren im Projektbereich mit 938 TEUR (516 TEUR), Forderungen an die Stiftung Deutsche Welthungerhilfe
mit 563 TEUR (872 TEUR), Forderungen an
das Finanzamt mit 530 TEUR (205 TEUR)
aus entrichteter Vorsteuer und Zinsabgrenzungen für Wertpapiere, Festgelder und laufende
Konten mit 508 TEUR (395 TEUR).
II. Liquide Mittel
Während der Projektabwicklung werden
die noch nicht benötigten Eigenmittel als
Festgelder so angelegt, dass durch risikoarme
Anlageformen eine marktgerechte Verzinsung
erzielt wird. Sie werden entsprechend dem
laufenden Bedarf unter Berücksichtigung von
Finanzierungsplänen ausgezahlt. Fremdwährungsbestände werden mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet.
Die Liquiden Mittel sind stichtagsbedingt um
8,3 Mio. EUR auf 66,8 Mio. EUR
(58,5 Mio. EUR) angestiegen. Sie umfassen
im Wesentlichen Guthaben auf inländischen
Festgeldkonten mit 53,3 Mio. EUR (44,2 Mio.
EUR), Guthaben auf ausländischen Projektkonten mit 7,8 Mio. EUR (7,4 Mio. EUR) und
für öffentliche Zuwendungsgeber eingerichteten Sonderkonten mit 3,7 Mio. EUR (4,1 Mio.
EUR).PassivaA. Langfristige Rücklagen
I. Rücklage aus testamentarischen Verfügungen
Die Rücklage aus testamentarischen Verfügungen bindet Mittel, die dem Verein langfristig zur Verfügung stehen. Aus testamentarischen Verfügungen wurden der Rücklage
900 TEUR zugeführt.
II. Freie Rücklagen
Zur Sicherung der institutionellen Leistungsfähigkeit der Welthungerhilfe wurden der
freien Rücklage 600 TEUR zugeführt.
B. Projektmittelrücklage
Die Projektmittelrücklage beträgt 35,5 Mio.
EUR (30,9 Mio. EUR). Hiervon entfallen
33,0 Mio. EUR auf noch nicht verwendete
zweckgebundene Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti, die Flutopfer in Pakistan
und die Opfer der Dürre in Ostafrika, die
planmäßig für Hilfsprojekte in den Jahren
2012 bis 2015 verwendet werden. Im
Berichtsjahr erfolgten Entnahmen in Höhe
von 8,6 Mio. EUR, die im Wesentlichen auf
Hilfsprojekte in Haiti und Pakistan entfallen,
sowie Zuführungen in Höhe von 13,3 Mio.
EUR; hauptsächlich für Ostafrika.
C. Sonderposten für Projektförderung
Der Sonderposten in Höhe von 22,6 Mio.
EUR (30,3 Mio. EUR) setzt sich zusammen
aus Eigenmitteln der Welthungerhilfe für von
öffentlichen Zuwendungsgebern mitfinanzierte Projekte mit 16,4 Mio. EUR (25,7
Mio. EUR) sowie weiteren Eigenmitteln
zur Verbesserung der Außenstrukturen der
Welthungerhilfe mit 1,8 Mio. EUR (1,8 Mio.
EUR) und für selbsttätig ohne öffentliche
Zuwendung durchgeführte Projekte im Inund Ausland mit 4,4 Mio. EUR (2,8 Mio.
EUR).D. Rückstellungen
Die Rückstellungen in Höhe von 3.230 TEUR
(2.880 TEUR) sind hauptsächlich gebildet
für Projektrisiken mit 1.500 TEUR (1.500
TEUR), im Ausland gesetzlich vorgeschriebene
Abschlusszahlungen an ausscheidende Mitarbeiter mit 1.136 TEUR (847 TEUR) sowie
diverse Personalverpflichtungen mit 435 TEUR
(444 TEUR). Die Rückstellung für Projektrisiken wurde zum Ausgleich von zu erstattenden
Zinsen, unvorhersehbaren Projektnebenkosten
und nachträglichen Minderungen der Zuwendungen durch die Zuwendungsgeber gebildet.
I. Zuwendungen aus noch nicht verwendeten
zweckgebundenen Kofinanzierungsmitteln
Es handelt sich um öffentliche Mittel, die für
Projekte eingesetzt werden, die die Welthungerhilfe selbstständig durchführt. Sachmittelzuwendungen werden zu Marktpreisen angesetzt.
Der Ausweis betrifft Verpflichtungen für eigene
und mit anderen Projektträgern vertraglich eingegangene Projekte. Sachmittelzuwendungen
sind mit Marktpreisen bewertet.
III. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Dieser Posten betrifft überwiegend Verpflichtungen aus dem EDV- und Marketingbereich
sowie für Projekte im Ausland, die über die
Zentrale in Bonn abgewickelt werden.
Die Spenderdarlehen können innerhalb einer
Woche gekündigt werden. Die übrigen Verbindlichkeiten betreffen überwiegend kreditorische Debitoren sowie noch abzurechnende
Reise- und Honorarkosten. Von den sonstigen
Verbindlichkeiten entfallen 147 TEUR auf
Steuern und 58 TEUR auf Sozialabgaben.Verbindlichkeitsspiegel in TEUR
I.	Zuwendungen aus noch nicht
verwendeten zweckgebundenen
Kofinanzierungsmitteln 31.12.2011	davon < 1 Jahr	II.	Projektverbindlichkeiten	III.	Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen	IV.	Sonstige Verbindlichkeiten
1. Spenderdarlehen	2. Im Zusammenhang mit
übernommene Verbindlichkeiten	3. Übrige Verbindlichkeiten	> 1 Jahr	> 5 Jahre109.972	85.250	24.722	022.383	12.588	9.795	01.326	1.326	0	059	59	0	04	895	0	895	1	0	3
0134.639	100.118	34.518	3Im Vorjahr bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 146.555 TEUR, davon insgesamt 38.754 TEUR mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und 0 TEUR mit einer Restlaufzeit größer als fünf Jahre. Die langfristigen Verbindlichkeiten
entfielen dabei mit 25.123 TEUR auf Zuwendungen aus noch nicht verwendeten zweckgebundenen Kofinanzierungsmitteln und
mit 13.631 TEUR auf Projektverbindlichkeiten. Für Verbindlichkeiten betreffende Zuwendungen aus noch nicht verwendeten
zweckgebundenen Kofinanzierungsmitteln bestehen Avale in Höhe von 4.999 TEUR (5.055 TEUR).32Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzErgebnisrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011EUR
1. Spenden und andere Zuwendungen
a) Spenden, testamentarische Verfügungen und zugewiesene Bußgelder
b) Ergebnisabführung der Stiftung Deutsche Welthungerhilfe
c) Institutionelle Zuschüsse
Stiftungen und private Hilfswerke
2. Sonstige Erträge
a) Ausland
b) Inland5. Abschreibungen
a) a uf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
b) auf Vermögensgegenstände aus Schenkungen und Erbschaften76.225.220,38
911.428,3879.699.573,34
4.262.553,37
132.834.438,50131.701.576,43
1.888.244,63
210.726.469,821.547.194,771.583.140,82-97.273.391,08-151.496.268,93
-757.412,24
-152.253.681,17-9.196.329,89
-10.691.343,66-8.744.715,29
-10.822.043,00-2.196.284,17
-1.146.228,73
-23.230.186,45-2.132.163,23
-1.293.585,00
-22.992.506,52-565.733,59-565.880,40
-2.618,33
-568.498,73-9.164.376,15
435.753,00
1.682.678,39
-134.166,07
-563,32
-13.292.000,00
8.640.000,00
0,00-8.707.368,69
693.316,00
1.202.898,53
245.879,14
-35.621,61
29.894.000,00
-960.000,00
-30.855.000,00
0,00-564.398,52
-1.335,07Sonstige Aufwendungen
Erträge aus Beteiligungen und Sponsoring
Zuschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens
Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens
Ergebnis vor Rücklagenveränderung
Zuführung zur Rücklage aus testamentarischen Verfügungen
Zuführung zur freien Rücklage
Zuführung zur Projektmittelrücklage
Entnahme aus der Projektmittelrücklage
JahresergebnisErläuterungen zur Ergebnisrechnung
ErträgeSpenden und andere Zuwendungen
Die Finanzierung des Projektbereichs erfolgt
ausschließlich aus Spenden, der Ergebnisabführung der Stiftung, Zuwendungen von
öffentlichen und privaten Institutionen sowie
Zuwendungen von Kooperationspartnern.
Die hier ausgewiesenen Spenden werden im
Zeitpunkt des Zuflusses, institutionelle Zuschüsse zum Zeitpunkt der Mittelbewilligung
durch die zuwendende Institution vereinnahmt.
Die Spenden sind um 28,0 Mio. EUR auf 48,2
Mio. EUR (76,2 Mio. EUR) zurückgegangen,
liegen aber weit über dem langjährigen Durchschnitt, was auf die große Spendenbereitschaft
für die Opfer der Dürre in Ostafrika zurückzuführen ist. Im Vorjahr lag die Spendenbereitschaft nach dem Erdbeben in Haiti und den
Überschwemmungen in Pakistan noch höher.
Sie umfassen Geldspenden mit 46,1 Mio. EURVorjahr
EUR48.207.764,27
664.547,52-96.326.124,81
-947.266,274. Personalaufwand
Inlandsmitarbeiter
Auslandsmitarbeiter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung
Auslandsmitarbeiter6.
EUR(71,5 Mio. EUR), Erträge aus der Nachlassverwaltung mit 1,6 Mio. EUR (3,4 Mio. EUR)
sowie Bußgelder mit 0,5 Mio. EUR (0,3 Mio.
EUR). In den Geldspenden sind 1,8 Mio. EUR
aus der Sammlung des „Bündnis Entwicklung
hilft“ enthalten. Die öffentlichen Zuwendungen
sind um 52,0 Mio. EUR auf 79,7 Mio EUR
(131,7 Mio. EUR) stark zurückgegangen, was
vor allem auf Rückgänge von Zuwendungen
der Kreditanstalt für Wiederaufbau um 22,9
Mio. EUR, des Welternährungsprogramms um
19,6 Mio. EUR sowie der Generaldirektion für
Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der
EU (ECHO) um 10,2 Mio. EUR zurückzuführen ist. Die Projektzuschüsse von Stiftungen
und privaten Hilfswerken haben sich um 2,4
Mio. EUR auf 4,3 Mio. EUR (1,9 Mio. EUR)
Die sonstigen Erträge in Höhe von 1.547
TEUR (1.583 TEUR) ergeben sich vorwiegend
durch Währungsgewinne aus ausländischenZuwendungen und Projektabschlüssen mit
1.323 TEUR (1.069 TEUR).
Die Erträge aus Beteiligungen resultieren aus
den Sponsoringgebühren sowie dem anteiligen
Gewinn am DW-Shop für das Geschäftsjahr
2010/2011. Der Rückgang basiert auf einer
vertraglichen Reduzierung der Sponsoringgebühren.
In den sonstigen Zinsen und ähnlichen
Erträgen sind hauptsächlich Wertpapierzinsen
mit 1.170 TEUR (999 TEUR), Festgeldzinsen
mit 437 TEUR (117 TEUR) und Zinsen von
Tagesgeldkonten mit 103 TEUR (206 TEUR),
vermindert um abgegrenzte Stückzinsen mit
27 TEUR (120 TEUR), enthalten. Der Anstieg
der Zinserträge ist auf die kurz- und mittelfristige Anlage der zweckgebundenen Spenden
zurückzuführen.33Zuschreibungen auf Wertpapiere des
Infolge von Kurssteigerungen bei in den
Vorjahren wertberichtigten Wertpapieren erfolgten Zuschreibungen bis zum Stichtagswert,
höchstens bis zum Anschaffungswert in Höhe
von 20 TEUR (246 TEUR).Aufwendungen
Dieser Posten betrifft Zusagen in Form eingegangener vertraglicher und außervertraglicher
Verpflichtungen für bewilligte Vorhaben in
Entwicklungsländern sowie für Projekte der
satzungsgemäßen Inlandsarbeit. Bei den Auslandsprojekten ging die Förderung korrespondierend zur Ertragsseite um 55,2 Mio. EUR
auf 96,3 Mio. EUR (151,5 Mio. EUR) zurück.
Die Projektförderung Inland erhöhte sich auf
0,9 Mio. EUR (0,8 Mio. EUR). Im Projektförderungsaufwand enthalten sind Kursverluste in
Höhe von 0,4 Mio. EUR (0,7 Mio. EUR).
Der Personalaufwand umfasst den inländischen Projekt- und Verwaltungsbereich sowie
die direkt von der Geschäftsstelle angestellten
Mitarbeiter im Ausland. Der Aufwand für Löhne und Gehälter der Inlandsmitarbeiter stieg
um 0,5 Mio. EUR auf 9,2 Mio. EUR (8,7 Mio.
EUR) und verminderte sich für Auslandsmitarbeiter um 0,1 Mio. EUR auf 10,7 Mio. EUR
(10,8 Mio. EUR). Örtliche Projektmitarbeiter
mit einem lokalen Arbeitsvertrag werden im
Aufwand für Projektförderung ausgewiesen. Im
Personalaufwand sind 526 TEUR (495 TEUR)
für Altersversorgung enthalten.
Die Sonstigen Aufwendungen beinhalten im
Wesentlichen Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit mit 5.772 TEUR (5.565 TEUR), EDVKosten mit 964 TEUR (733 TEUR) und Miet-und Raumkosten mit 868 TEUR (828 TEUR).
Der Anstieg der Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit ist auf erhöhte Ausgaben für Werbung
und Spendenmarketing zurückzuführen.
Abschreibungen auf Wertpapiere des
Außerplanmäßige Abschreibungen wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung sind in
Höhe von 75 TEUR gebildet worden. Abschreibungen auf Agien ergaben sich mit 59 TEUR.Sonstige Pflichtangaben
Bezogen auf die Restlaufzeiten der jeweiligen Verträge bestehen insgesamt für die
nächsten Jahre bis 2020 durchschnittliche
jährliche Zahlungsverpflichtungen aus Mietund Leasingverträgen in Höhe von 502 TEUR
(494 TEUR), davon gegenüber der Stiftung
Deutsche Welthungerhilfe von 463 TEUR (448
Für Projekte, die bereits intern bewilligt wurden, für die aber bisher nur Teilverträge mit
Projektpartnern abgeschlossen sind, belaufen
sich die noch abzuschließenden Verträge auf
bis zu 225 TEUR (1.199 TEUR).
Wartungsverträge für EDV-Programme bestehen in Höhe von 256 TEUR (230 TEUR)
Prüfungshonorar
Das Prüfungshonorar für den Jahresabschluss
2011 beträgt 53 TEUR (Vj. 53 TEUR).
Zu Mitgliedern des ehrenamtlichen Präsidiums
des Vereins wurden durch die Mitgliederversammlung gewählt:
Bärbel Dieckmann (Präsidentin)
Prof. Dr. Klaus Töpfer (Vizepräsident)
(Vorsitzender des Finanzausschusses)Belegschaft
Im Jahresdurchschnitt war folgender Belegschaftsstand zu verzeichnen:
Unbefristete Arbeitsverhältnisse	Befristete Arbeitsverhältnisse	Auslandsmitarbeiter	2011	Vorjahr132	68	200	170	370	114
371Vergütungsstruktur hauptamtlicher Mitarbeiter
Das Bruttoeinkommen der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter setzt sich aus Monatsgehalt, der Jahressonderzahlung
(13. Monatsgehalt) sowie variablen Vergütungsbestandteilen zusammen.
Vorstände und leitende Angestellte: bis 142.500 EUR
Gruppenleiter/Gruppenleiterinnen: von 53.000 EUR bis 68.000 EUR
Referenten/Referentinnen: von 41.000 EUR bis 57.000 EUR
Sachbearbeiter/Sachbearbeiterinnen:	von 34.000 EUR bis 44.000 EUR
Sekretäre/Sekretärinnen, Assistenten/Assistentinnen
und andere Supportkräfte:	von 27.000 EUR bis 36.000 EUR
Die Gesamtbezüge des Vorstands im Berichtsjahr beliefen sich auf 361 TEUR und für ehemalige Mitglieder des Vorstands auf 30 TEUR. Die gesetzlich festgelegten Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung sowie Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung sind in der obigen Aufstellung nicht enthalten.
Für unterhaltspflichtige Kinder bis 14 Jahre wird derzeit ein Betrag von 90,00 EUR/Monat zusätzlich
gezahlt. Zur Altersversorgung ihrer Mitarbeiter ist die Welthungerhilfe Mitglied im Versorgungsverband
bundes- und landesgeförderter Unternehmen e.V., Bad Godesberg, (VBLU) geworden, an den sie
monatlich Versicherungsbeiträge für die versicherten Mitarbeiter entrichtet.34Prof. Dr. Hartwig de Haen
Dr. Stephan Reimers
Dr. Evelyn Schmidtke bis 1. Dezember 2011
Rosa Karcher ab 1. Dezember 2011
Dr. Tobias Schulz-Isenbeck
(Vorstandsvorsitzender/Generalsekretär)
Mathias Mogge (Programmvorstand)
Martina Dase (Marketingvorstand)
bis 30. September 2011
Michael Hofmann (Marketingvorstand)
ab 1. März 2012
Die Geschäfte des Vereins werden durch den
Vorstand geführt.
Ergebnisverwendungsvorschlag
Der Vorstand schlägt vor, das nach Auflösung
der Projektmittelrücklage aus dem Vorjahr und
Zuführung zur Projektmittelrücklage 2011 verbleibende Ergebnis von 1.500 TEUR mit 900
TEUR der Rücklage aus testamentarischen
Verfügungen und mit 600 TEUR der freien
Rücklage zuzuführen.
Bonn, den 18. April 2012Dr. Wolfgang Jamann (Vorstandsvorsitzender)Mathias Mogge (Programmvorstand)
Michael Hofmann (Marketingvorstand)Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers
An den Deutsche Welthungerhilfe e.V., Bonn
Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Ergebnisrechnung sowie Anhang – unter
Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht des Deutsche Welthungerhilfe e.V., Bonn, für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften
liegen in der Verantwortung des Vorstands des Vereins. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der
von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung
der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung
entsprechend § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung
so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung
des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich
auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche
Umfeld des Vereins sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen
der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend
auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten
Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung
der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass
unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Jahresabschluss des Deutsche Welthungerhilfe e.V., Bonn, den gesetzlichen Vorschriften und
vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Vereins. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage des Vereins und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Düsseldorf, den 20. April 2012
gez. Harnacke	Wirtschaftsprüfer	gez. Pergens
WirtschaftsprüferDownload des Lageberichts unter: www.welthungerhilfe.de/ueber_uns.htmlRechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzErgebnisrechnung nach Aufwandskategorien gemäß Definition DZI
PositionProjektförderung
b) Inland2011
gesamtProjektförderung
AuslandProjektbegleitung
AuslandKampagnen-,
AufklärungsarbeitEUREUREUREUR96.326.12596.326.125947.266Personalaufwand
Sonstige AufwendungenAusgaben für
EURVerwaltungsausgabenEUR623.265324.00123.230.18612.626.6184.982.7091.307.1822.304.2772.009.400565.73439.182247.43164.912114.42699.78324.6015.746.908168.7081.146.351578.908586.9789.164.377Werbung und allg. Öffentlichkeitsarbeit
Sachaufwand (Mieten, EDV-Kosten etc.)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen911.923563563Summe 2011
in %130.234.251
100,0 %109.160.633
83,8 %6.376.491
4,9 %2.598.868
2,0 %9.076.590
7,0 %3.021.669
2,3 %Summe 2010
in % Vorjahr184.522.083
100 %164.565.572
89,2 %5.956.737
3,2 %2.398.566
1,3 %8.576.260
4,7 %3.024.947
1,6 %Die Ermittlung der Werbe- und Verwaltungskosten erfolgt entsprechend einer Vereinbarung mit dem Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) in Berlin. Hiernach werden Abschreibungen auf
Wertpapiere in Höhe von 134.166,07 EUR nicht berücksichtigt, da sich aus der Vermögensverwaltung insgesamt ein Überschuss ergibt. Die ausgewiesene Projektförderung Ausland ist um 2 Mio. EUR
höher als in der Projektliste (Seite 28/29), da hier über die unmittelbar für die Projekte bereitgestellten Mittel weitere Aufwendungen zugerechnet werden.Aufwendungen 2011 130,2 Mio. EUR*
6,4 Mio. EUR (4,9 %)
Ausland2,6 Mio. EUR (2,0 %)
Kampagnen-, Bildungsund AufklärungsarbeitErträge 2011 136,5 Mio. EUR
0,7 Mio. EUR (0,5 %)
Stiftung Welthungerhilfe48,2 Mio. EUR (35,3 %)
Spenden9,1 Mio. EUR (7,0 %)
Ausgaben für Werbung und
3,0 Mio. EUR (2,3 %)
Verwaltungsausgaben109,1 Mio. EUR (83,8 %)
Ausland3,6 Mio. EUR (2,7 %)
Zinsen und sonstige Erträge
79,7 Mio. EUR (58,4 %)
Öffentliche Zuwendungen4,3 Mio. EUR (3,1 %)
Zuschüsse von Stiftungen,
privaten Hilfswerken und
Kooperationspartnern* Ohne Abschreibung auf Wertpapiere.Ertragsentwicklung 2007 bis 2011 (in Mio. Eur)Die Einnahmen der Welthungerhilfe aus Spenden, testamentarischen Zuwendungen und Bußgeldern betrugen im Jahr 2011 48,2 Mio. EUR (Vj. 76,2 Mio. EUR); davon entfallen 26,7 Mio. EUR (Vj. 28,0 Mio. EUR) auf
freie Spenden. Der Umfang der Nothilfespenden ist aufgrund der Hungerkatastrophe in Ostafrika mit insgesamt 18,2 Mio. EUR erneut sehr hoch (2,2 Mio. EUR 2009 und 44,9 Mio. EUR 2010). Die Ergebnisabführung
der Stiftung Welthungerhilfe beläuft sich 2011 auf 0,7 Mio. EUR (Vj. 0,9 Mio. EUR). Die öffentlichen Zuwendungen sind mit 79,7 Mio. EUR deutlich geringer als in den Vorjahren (101,1 Mio. EUR in 2009 und 131,7
Mio. EUR 2010). Der Rückgang im Vergleich zu 2010 (-52,0 Mio. EUR) erklärt sich maßgeblich durch geringere Zuwendungen des Welternährungsprogramms für die Region Darfur im Sudan (-19,6 Mio. EUR), der
Kreditanstalt für Wiederaufbau für Projekte in Liberia und Kongo (-22,9 Mio. EUR) sowie des Amts für Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO; -10,2 Mio. EUR).2007
Institutionelle Zuschüsse50100
Zinsen und Sonstige150200
Spenden35Die Welthungerhilfe
Institutionelle Zuschüsse im Zeitverlauf (in Mio. EUR)
20072008200920102011AA
EK (EuropeAid)
EK (ECHO)
WFP u. w. Org. der Vereinten Nationen
Sonstige1,4
4,71,7
4,816,8
4,71,2
3,01,6
2,3Kofi-Gesamt97,3105,0104,6133,684,0Verwendete Abkürzung
AA – Auswärtiges Amt; Alliance2015 – Partnerorganisationen der Alliance2015; BMZ – Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung; DFID – Programm zur Entwicklungszusammenarbeit Großbritanniens; EK (ECHO) – Europäische Kommission, Amt für Humanitäre Hilfe
und Katastrophenschutz; EK (EuropeAid) – Europäische Kommission, Amt für Entwicklung und Zusammenarbeit; GIZ – Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit; KfW – Kreditanstalt für Wiederaufbau; USAID – Institution der USA zur Förderung der Internationalen Entwicklung;
WFP – Welternährungsprogramm der Vereinten NationenJedes Jahr wirbt die Welthungerhilfe institutionelle Zuwendungen von verschiedenen öffentlichen
Gebern ein, darunter das Auswärtige Amt (AA),
das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die
Europäische Kommission (EK) und verschiedene
Programme der Vereinten Nationen, insbesondere das Welternährungsprogramm (WFP). Diese
Zuwendungen sind für die Projektförderung der
Arbeit der Welthungerhilfe und ihrer Partner von
großer Bedeutung: Allein mit Spenden könnte
die Welthungerhilfe nur in begrenztem Umfang
Projekte fördern. Mit dem Einsatz von Spendenmitteln kann die Welthungerhilfe öffentliche
Zuschüsse und damit insgesamt mehr Mittel für
Maßnahmen mobilisieren. Somit bilden private
Zuwendungen wie Spenden eine unverzichtbare
Grundlage für unsere Arbeit; sie sind für die Unabhängigkeit der Organisation unerlässlich.
Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Zuwendungen von Zuschussgebern zwar zurückgegangen,
bewegen sich aber mit rund 80 Mio. EUR weiterhin auf einem hohen Niveau. Deutlich reduziert
wurden die Zuwendungen des WFP für den Sudan, da sich nach Einschätzung des WFP und anderer Geber die Situation dort deutlich verbessert
hat. Manche Geber, darunter beispielsweise die
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), das BMZ,
die EK oder auch die niederländische Regierung,
fördern mehrjährige Programme. Solche Zusagen
sind sehr willkommen, da sie eine verlässliche
und längerfristige Planung mit den Menschen
vor Ort erlauben. Da die Zusagen der Geber für
die mehrjährigen Programme im Jahr der Zusage
dargestellt werden, kann dies zu Schwankungen
bei den öffentlichen Zuschüssen und damit auch
beim Gesamtergebnis der Organisation führen.36Mehrjährig angelegte Programme der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit mit
öffentlichen Zuschüssen zu finanzieren, bleibt
allerdings weiterhin eine Herausforderung für
Nichtregierungsorganisationen wie die Welthungerhilfe. Umso erfreulicher ist es, dass das BMZ
gerade auch diese Kooperationen der Welthungerhilfe mit nationalen Partnerorganisationen vor Ort
immer wieder substanziell unterstützt und 2011
besonders förderte.
Der seit mehreren Jahren zu beobachtende Trend
rückläufiger Zuwendungen seitens EuropeAid an
die Welthungerhilfe für Programme der zivilgesellschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit
setzte sich 2011 fort. Gründe dafür lassen sich
sowohl in veränderten Schwerpunktsetzungen
der Arbeit der EK in verschiedenen Ländern und
Finanzierungsprogrammen finden als auch im
stark gestiegenen Interesse an EK-Mitteln und der
damit einhergehenden stärkeren Konkurrenz um
diese Mittel.
Die Dürrekatastrophe am Horn von Afrika bewegte
die Menschen in Deutschland wieder zu großzügigen Spenden für die Unterstützung der Arbeit
der Welthungerhilfe vor Ort. Die öffentlichen
Zuschüsse, insbesondere der deutschen Geber,
für Programme der Welthungerhilfe am Horn von
Afrika waren ebenfalls beträchtlich, blieben aber
hinter der privaten Spendenbereitschaft zurück.
Insgesamt gingen die Zuwendungen für Nothilfeprojekte um rund 32 Mio. EUR gegenüber dem
Vorjahr zurück. Dieser starke Rückgang erklärt
sich daraus, dass es 2010 zwei Großkatastrophen
gab, zum einen das verheerende Erdbeben in Haiti und zum anderen die Überschwemmungen in
Pakistan. Für Programme in diesem Bereich sindAA und BMZ, WFP, USAID sowie ECHO weiterhin
die wichtigsten Partner.
Die koordinierte Reaktion auf Großkatastrophen
ist immer wieder eine enorme Herausforderung.
Die internationale Gemeinschaft hat daher in den
vergangenen Jahren intensiv an der Verbesserung der Koordinationsmechanismen gearbeitet.
Zuwendungsgeber wie ECHO greifen zunehmend
auch auf Instrumente koordinierter Planung
verschiedener Partner in einer Katastrophe zurück
oder vergeben Zuschüsse im Rahmen von Konsortien verschiedener Nichtregierungsorganisationen.
Ein Teil der Mittel, die die Welthungerhilfe von
Partnern der Alliance2015 oder anderen privaten
Hilfswerken erhalten hat, sind solche öffentlichen
Mittel, die dann im gemeinsamen Konsortialprojekt zum Einsatz kommen.Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
Die zehn Länder mit der höchsten Projektförderung (in Mio. EUR)Zu den Ländern mit der höchsten Projektförderung zählen neben Äthiopien, Kenia, Pakistan und Haiti, die 2011 und 2010 von einer Katastrophe heimgesucht wurden, wie in den Vorjahren Sudan, Liberia und
Simbabwe. Darüber hinaus wurden einige mehrjährige Programme für Sri Lanka und Mali neu bewilligt. Auch Myanmar, seit Jahren eines der wichtigsten Förderländer der Welthungerhilfe, ist diesmal unter den
Ländern mit den höchsten Fördersummen.	16
Sudan	Äthiopien	Kenia	Pakistan	Haiti	Sri Lanka	Mali	Liberia	Myanmar	SimbabweRegionale Projektförderung im Zeitverlauf (in Mio. EUR)Seit Jahren liegt der regionale Schwerpunkt der Welthungerhilfe in Afrika. Daran hat sich auch 2011 nichts geändert. Hier beträgt das in den 21 Projektländern neu bewilligte Projektvolumen 65,8 Mio. EUR bzw.
61,4 Prozent der gesamten Projektförderung. 28,2 Mio. EUR oder 26,3 Prozent der eingesetzten Mittel wurden für Projekte in elf Ländern Asiens eingesetzt. 12 Prozent bzw. 12,9 Mio. EUR gingen in sieben Länder
Lateinamerikas/der Karibik. Zudem wurden 0,3 Mio. EUR für überregionale Projekte verausgabt.2007
AfrikaAsienLateinamerika100150ÜberregionalSektorale Projektförderung im Zeitverlauf (in Mio. EUR)Rund eine Milliarde Menschen hungern weltweit, die meisten davon auf dem Land. Um dem entgegenzuwirken, konzentriert sich die Arbeit der Welthungerhilfe seit Jahren auf den Bereich „Ländliche und regionale
Entwicklung“. 2011 wurden hierfür aufgrund des insgesamt geringeren Fördervolumens mit 49,3 Mio. EUR weniger Gelder als 2010 eingesetzt, der relative Anteil stieg aber leicht auf 46 Prozent. Projekte zur
Verbesserung der Basisinfrastruktur wurden mit 13,6 Mio. EUR finanziert. Hier werden auch sogenannte WASH-Maßnahmen (sauberes Trinkwasser, verbesserte Hygienepraktiken, Toilettennutzung etc.) gefördert, die
für eine nachhaltige Ernährungssicherung von erheblicher Bedeutung sind. Deutlich zurückgegangen sind trotz der Dürre am Horn von Afrika die Aufwendungen für Nothilfeprojekte, für die im vergangenen Jahr 27,1
Mio. EUR verwendet wurden. Darüber hinaus wurden mit 17,2 Mio. EUR Projekte aus den Bereichen soziale Integration, Zivilgesellschaft, Gesundheit und Sonstige finanziert. Zu letzteren zählen auch Projekte, die
der Absicherung der Qualität der Programmarbeit dienen.2007
050100NothilfeLändliche und regionale EntwicklungBasisinfrastrukturWeitere (soz. Integration, Zivilgesellschaft, Gesundheit, Sonstige)150Detaillierte Informationen über die Projektförderung im Einzelnen finden Sie auf Seite 28/29 sowie unter www.welthungerhilfe.de/hilfsprojekte.html37Stiftung	Dauerhaftes
Förderer, die sich langfristig engagieren möchten, finden bei der 1998 gegründeten
Stiftung Welthungerhilfe passende Angebote. Allen gemein ist, dass gestiftetes Kapital erhalten bleibt und die damit erwirtschafteten Erträge die Projektarbeit unterstützen. Menschen, die nachhaltig und effektiv helfen möchten, können zwischen
verschiedenen Möglichkeiten wählen. Dr. Albert Otten, Geschäftsführer der Stiftung
Welthungerhilfe, erläutert die wichtigsten Fragen.Ist Stiften eigentlich nur etwas für Reiche?
Dr. Albert Otten: Ganz klar nein! Stiften kann jeder, der sich
langfristig engagieren möchte. Das sogenannte Zustiften ist ganz
unabhängig davon, wie groß der Betrag ist, den man geben möchte. Einen Stiftungsfonds mit eigenem Namen kann man bereits ab
5.000 EUR errichten.Stiften ist immer für die Ewigkeit, oder?
Otten: Bei Zustiftungen, Stiftungsfonds oder Treuhandstiftungen
ja! Aber es gibt auch Sonderformen, die nicht unbegrenzt laufen,
wie zum Beispiel das Stifterdarlehen. Dies können Sie jederzeit
kündigen und den Darlehensbetrag wieder zurückbekommen
oder in eine dauerhafte Zuwendung umwandeln. Bei uns kann
auch eine Verbrauchs-Stiftung gegründet werden. Bei dieser wird
das Kapital nach einer bestimmten Zeit, mindestens zehn Jahre,
sukzessive für die Projektarbeit verwendet. Der Stifter kann also
festlegen, wie langesein Engagement wirken soll. Die erste Treuhandstiftung mit Verbrauch hat ein Stifter im letzten Jahr unter dem Dach der Stiftung
Welthungerhilfe gegründet.Wie arbeiten Welthungerhilfe e.V. und Stiftung Welthungerhilfe miteinander?
Otten: Verein und Stiftung dienen ein und demselben Zweck,
nämlich den Menschen in Not zu helfen. Die Erträge aus der
Stiftung unterstützen ausschließlich die Projektarbeit des Vereins.
Für unsere Förderer zählt in erster Linie, dass sie die Hilfe zur
Selbsthilfe unterstützen. In einem nächsten Schritt entscheiden
sie sich, ob sie an uns spenden, stiften oder uns im Rahmen
ihres Testaments bedenken. Bei unserem gemeinsamen Ansatz
„Philanthropie plus X“, können wir im persönlichen Gespräch das
Engagement gemäß den Wünschen der Unterstützer gestalten.Philanthropie plus X ist also ein gemeinsames Vorhaben von Verein und Stiftung?
Otten: Ja. Die Wünsche des Unterstützers stehen dabei im
Vordergrund. Im persönlichen Gespräch finden wir gemeinsam
das passende Format für ihn. Ob direktes Spenden, nachhaltiges
Stiften oder sinnvolles Vererben – unser Team steht mit Rat und
Tat zur Seite.Thema Vererben – wie geht die Stiftung damit um?
Otten: Förderer, die sich an uns wenden, möchten
ihren Nachlass bereits zu Lebzeiten aktiv und
ihren Wünschen entsprechend gestalten. Sie
haben sich oftmals schon Gedanken gemacht,
wer oder was ihnen wichtig ist. Allen gemeinsam ist, dass sie neben der Familie oder
ihnen nahestehenden Personen auch einen
38Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | Transparenz
gemeinnützigen Zweck berücksichtigen wollen. Die Befreiung der
Welthungerhilfe von der Erbschaftssteuer ist dabei ein positiver
Nebeneffekt. Das Interesse an dem Thema und der Gestaltungswille der Menschen zeigen sich auch bei unseren regelmäßigen
Testamentsveranstaltungen, die im letzten Jahr 800 Unterstützer
besuchten. Auch unser Testamentsratgeber wird auf der Suche
nach umfassenden Informationen gerne angefordert.Was passiert mit den Erträgen aus der Stiftung?
Otten: Ein Großteil der Erträge der Stiftung fließt in die Projekt­
arbeit vor Ort. 2011 sind das 0,7 Mio. EUR. Von der Wirkung
unserer Arbeit überzeuge ich mich auch selbst. Zuletzt habe ich
unsere Projekte zur Katastrophenvorsorge in Nicaragua und Kuba
besucht. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass neben der humanitären Hilfe auch Ökologie eine wichtige Rolle spielt.Ist die Verbindung von Mensch und Natur in
der Projektarbeit auch bei der Stiftung ein
Otten: Ja, bereits im Jahr 2008 wurde der ÖkoHuman-Stiftungsfonds für Biodiversität und nachhaltige Entwicklung von einem
privaten Förderer gegründet. Über 450 Unterstützer haben dazu
beigetragen, dass ÖkoHuman im Jahr 2011 auf über eine Million
EUR gewachsen ist. Mit den Erträgen daraus arbeiten wir aktuell
mit Familien im Amazonasgebiet von Peru und Ecuador. Indem
sie sich bei der Wiederaufforstung mit einheimischen Bäumen
beteiligen und nachhaltige Wald-Bewirtschaftung betreiben, eröffnen sich ihnen neue Verdienstmöglichkeiten bei gleichzeitigem
Schutz der kostbaren Ressourcen. Auch bekommen die BauernSaatgut für Mais, Bohnen, Reis, Bananen, Ananas, Kakao und
Erdnüsse. Sie lernen, organischen Dünger herzustellen, ihre Erträge weiterzuverarbeiten und später zu verkaufen. Weitere Projekte
werden folgen.Welche besonderen Entwicklungen gab es
Otten: Die Stiftung hat auch im vergangenen Jahr zunehmende
Unterstützung durch treue und neue Förderer erfahren – das ist
wichtig für die Projektarbeit. Sieben Unterstützer gründeten ihren
eigenen Stiftungsfonds, so dass das Gesamtkapital der Stiftung
inklusive Rücklagen um 2,9 Mio. EUR auf 30,4 Mio. EUR wuchs.
Auch die Stifterdarlehen erfreuten sich 2011 weiterhin großer
Beliebtheit.Was sind Ihre Pläne für 2012?
Otten: Wir wollen das Thema „Stiften auf Zeit“ in Form der
Verbrauchs-Stiftung noch stärker in das Bewusstsein der Unterstützer rücken. Wir spüren einen Bedarf an dieser flexiblen und
zeitlich begrenzten Art zu stiften. Bei aller Begeisterung für die
Verbrauchs-Stiftung behalten wir aber immer im Auge, dass die
Unterstützer selbst entscheiden, was zu ihnen passt, und wir der
Mittler für ihr maßgeschneidertes Engagement sind.
www.stiftung-welthungerhilfe.deBilanz Stiftung Deutsche Welthungerhilfe zum 31. Dezember 2011
Aktiva	31.12.2011	EUR	A. ANLAGEVERMÖGEN	I. Sachanlagen	6.765.449,24	II. Finanzanlagen 25.037.698,58	B. UMLAUFVERMÖGEN	I. Sonstige
Vermögensgegenstände	806.460,12	II. Liquide Mittel	1.667.106,63	C. AKTIVE
RECHNUNGSABGRENZUNG	115.750,95	34.392.465,52	Vermögen unselbstständige
Stiftungen 5.889.564,71	Vorjahr
6.930.624,21
21.993.865,99258.173,61
2.672.764,61
27.466,25
31.882.894,67
4.909.290,64Passiva	31.12.2011	Vorjahr
A. Eigenkapital	I. Stiftungskapital	27.766.506,52	25.250.068,47
II. Ergebnisrücklagen	2.655.000,00	2.290.000,00
B. RÜCKSTELLUNGEN	10.440,00	10.052,00
C. VERBINDLICHKEITEN	Eigenkapital unselbstständige
Stiftungen	3.960.519,00	34.392.465,52	5.889.564,71 4.332.774,20	31.882.894,67
4.909.290,6439Jahresabschluss Stiftung Deutsche Welthungerhilfe 2011
Allgemeine AngabenErläuterungen zur BilanzDer Jahresabschluss der Stiftung ist
in Anlehnung an die allgemeinen
Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und die ergänzenden
Vorschriften für Kapitalgesellschaften aufgestellt. Der Jahresabschluss
wurde gemäß § 265 Abs. 5 und
6 HGB an die Besonderheiten der
Stiftung angepasst. Von den Erleichterungsvorschriften für kleine Kapitalgesellschaften wurde Gebrauch
gemacht.AktivaUmsatzsteuer ist in den Anschaffungskosten des Anlagevermögens
und bei den Aufwendungen enthalten, soweit die Stiftung nicht zum
Vorsteuerabzug berechtigt ist.Bilanzierungsund Bewertungsmethoden
Das Sachanlagevermögen ist mit
den Anschaffungskosten und,
soweit abnutzbar, abzüglich
planmäßiger Abschreibungen nach
Maßgabe der betriebsgewöhnlichen
Nutzungsdauer oder zu niedrigeren
Wertansätzen gemäß § 253 Abs. 3
Satz 3 HGB bewertet. Immobilien
und Grundstücke aus Erbschaften
und Schenkungen werden bei Zugang zu Verkehrswerten gemäß dem
Sachverständigengutachten mit
einem Abschlag von 30 % auf den
Gebäudeanteil zuzüglich von der
Stiftung aufgewendeter Anschaffungskosten aktiviert.
Die planmäßigen Abschreibungen
erfolgen linear. Für die Abschreibungen wurde bei den Gebäuden eine
Restnutzungsdauer nach Anschaffung von 40 Jahren und bei der
Nutzungsdauern zwischen 5 und 13
Jahren zugrunde gelegt.
Wertpapiere des Finanzanlagevermögens sowie sonstige Ausleihungen werden mit den Anschaffungskosten aktiviert und in der Folge
nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Agien werden
über Rechnungsabgrenzungsposten
über die Laufzeit abgeschrieben.
sowie Liquide Mittel sind mit dem
Nennwert angesetzt. Erkennbaren
Risiken wird durch Wertberichtigungen angemessen Rechnung
Rückstellungen werden für
ungewisse Verbindlichkeiten und
erkennbare Risiken in Höhe der
voraussichtlichen Inanspruchnahme
(Erfüllungsbetrag) gebildet.
Verbindlichkeiten werden mit dem
Erfüllungsbetrag angesetzt.40Finanzanlagen
Die Finanzanlagen enthalten
festverzinsliche Wertpapiere in
Höhe von 12.180 TEUR, Fonds in
Höhe von 11.158 TEUR und zwei
Schuldscheindarlehen in Höhe
von insgesamt 1.700 TEUR. Zum
Bilanzstichtag am 31. Dezember
2011 belief sich der Saldo aus stillen Reserven und stillen Lasten auf
347 TEUR, zum 31. März 2012
auf 902 TEUR. Außerplanmäßige
Abschreibungen wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung
sind in Höhe von 50 TEUR gebildet
worden.Vorstand
Der Stiftungsvorstand setzt sich aus
folgenden Personen zusammen:
Bärbel Dieckmann, Vorstandsvorsitzende
Prof. Dr. Klaus Töpfer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Norbert Geisler, Schatzmeister
Prof. Dr. Hartwig de Haen
Dr. Tobias Schulz-Isenbeckund der Bank im Bistum Essen in
Höhe von 500 TEUR.Sonstige Angaben
Das Vermögen der Stiftung wird
nach dem am 10. Februar 2009
beschlossenen Vermögens-Management-Vertrag durch den Deutsche
Welthungerhilfe e.V. verwaltet.
Insgesamt werden 24 Treuhandstiftungen verwaltet.Personal
Die Stiftung beschäftigte am Bilanzstichtag fünf Angestellte und eine
Zu Geschäftsführern ohne Bezüge
waren im Jahre 2011 bestellt:
Dr. Wolfgang Jamann und
Dr. Albert Otten.Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen im Wesentlichen Sparkassenbriefe mit 477 TEUR und
Zinsabgrenzungen für Wertpapiere
mit 240 TEUR.
Es werden Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesen.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet vorausbezahlte
Rechnungen und Agien von 111
TEUR. Die Abschreibungen auf die
Agien beliefen sich im Berichtsjahr
auf 25 TEUR und werden unter
der Position Zinsen und ähnliche
Aufwendungen ausgewiesen.PASSIVAStiftungskapital
Die Erhöhung des Stiftungskapitals
um 2.517 TEUR betrifft Zustiftungen.
Es werden Rücklagen nach § 58
Nr. 6 und 7 AO gebildet.
Die Verbindlichkeiten betreffen 113
Stifterdarlehen mit 3.274 TEUR,
Verbindlichkeiten gegenüber dem
Deutsche Welthungerhilfe e.V. mit
563 TEUR sowie sonstige Verbindlichkeiten mit 124 TEUR.
Von den sonstigen Verbindlichkeiten
haben 7 TEUR eine Restlaufzeit von
mehr als einem Jahr.
Alle übrigen Verbindlichkeiten
haben eine Restlaufzeit von bis zu
einem Jahr.Haftungsverhältnisse
Zur Absicherung der Stifterdarlehen
bestehen Aval-Kreditrahmen bei der
Commerzbank AG Bonn in Höhe
von 3.000 TEUR, der Sparkasse
KölnBonn in Höhe von 1.500 TEURKapitalentwicklung seit 2007 (in Mio. EUR)
inkl. Rücklagen10203040Bilanzsumme
StiftungenStifterdarlehenDas Eigenkapital der Stiftung inklusive Rücklagen erhöhte sich von 22.661.076,03 EUR im Jahr 2007
auf 30.421.506,52 EUR Ende 2011. Berücksichtigt sind dabei alle Zustiftungen zu Lebzeiten sowie in
Form von testamentarischen Verfügungen. Auch die Treuhandstiftungen haben sich im Zeitraum 2007
bis 2011 kontinuierlich vergrößert. Durch Neugründungen bzw. Aufstockung der bestehenden unselbstständigen Stiftungen wuchs deren Kapital von 831.029,31 EUR auf 5.889.564,71 EUR. Großen
Zuspruch erfahren weiterhin die von Privatpersonen an die Stiftung gewährten Darlehen gemäß dem
Prinzip „Gutes tun mit Geld-zurück-Garantie“. So beträgt das Volumen aktuell 3.273.629,19 EUR.
Rückforderungen aus gekündigten bzw. zeitlich befristeten Darlehen sind dabei bereits saldiert.Eckdaten aus der Ergebnisrechnung der Stiftung
Welthungerhilfe 2011	Gesamterträge	Gesamtaufwand	Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit	Zu-/Abschreibungen auf Finanzanlagen	Ergebnis vor Ergebnisabführung	Aufwand aus Ergebnisabführung
für satzungsmäßige Zwecke	Ergebnis vor Rücklagenveränderung	Rücklagenveränderung	Jahresergebnis	2011	Vorjahr
1.641.007,86	1.722.608,22
-561.460,34	-516.549,801.079.547,52	1.206.058,42
-50.000,00	174.749,96
1.029.547,52	1.380.808,38
-664.547,52	365.000,00	-365.000,00	0,00	-911.428,38
469.380,00
-469.380,00
0,00Rechenschaftsbericht | Ausblick | Auslandsreport | Inlandsreport | Karte | Finanzen | Stiftung | TransparenzKontrollmechanismen	Transparenz
Gremien: Der hauptamtliche Vorstand leitet und verantwortet die
Geschäfte der Organisation, das Präsidium überwacht und kontrolliert
dessen Tätigkeit und stellt sicher, dass die strategischen Leitlinien eingehalten werden. Einmal im Jahr kommen die Mitgliedsorganisationen
des eingetragenen Vereins zusammen. Sie beschließen den Wirtschaftsplan und genehmigen den Jahresabschluss. So sind die Verantwortlichkeiten klar geregelt.
Interne Revision: Die Revision kontrolliert, dass Spenden und öffentliche Mittel satzungsgemäß verwendet und die Richtlinien eingehalten
werden. Sie prüft alle Bereiche und Aktivitäten der Welthungerhilfe im
In- und Ausland und überwacht die Einhaltung der internen Leitlinien.
Wirkungsmonitoring: Entwicklungshilfe – bringt das überhaupt etwas?
Ja! Die Welthungerhilfe kann in ihren Projekten Wirkungen nachweisen,
auch das haben unabhängige Gutachter bestätigt. Intensive Schulungen
und Planungen haben dazu geführt, dass ausreichend Daten vorhanden
sind, um Erfolge zu belegen. Höhere Ernten, funktionierende Managementsysteme vor Ort – so wirkt Entwicklungshilfe langfristig.
Gutachterausschuss: Der ehrenamtliche Gutachterausschuss berät die
Welthungerhilfe bei der Programmarbeit im Ausland wie bei der politischen und der Öffentlichkeitsarbeit im Inland. Er besteht aus unabhängigen Fachleuten für verschiedene Kompetenzfelder. Damit fließt zeitnah
Expertise in die Ausgestaltung der Projekte.
Evaluation: Die Evaluation überprüft regelmäßig die inhaltliche Qualität
der Arbeit im In- und Ausland und setzt dabei Gutachterinnen und
Gutachter ein, die ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet sind. Insbesondere für das Lernen aus Evaluation gewinnen sogenannte dezentrale
Evaluationen zunehmend an Bedeutung. Diese werden von den Regionalund Landesbüros in Auftrag gegeben und sind an die von der Stabsstelle
vorgegebenen Standards gebunden. Damit bleibt die Unabhängigkeit der
Evaluation gewahrt.
Controlling: Unser Umfeld verändert sich ständig. Um zeitnah und
zielorientiert reagieren zu können, unterstützt das Controlling insbesondere den Vorstand bei der operativen und strategischen Steuerung der
Welthungerhilfe. Im Rahmen regelmäßiger Berichterstattung erhalten
Vorstand und Präsidium eine Analyse und Bewertung relevanter Entwicklungen. Dazu zählen Spendeneingänge und öffentliche Zuwendungen
ebenso wie die Höhe der Projektförderung, des Personal-, Sach- und
Marketingaufwands sowie wichtige Informationen für die strategische
Steuerung der Organisation.Qualitätsmanagement: Die Welthungerhilfe verfügt über ein übergreifendes Qualitätsmanagementsystem. Der Lern- und Entwicklungsprozess
hilft durch die Erarbeitung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen die Qualität unserer Arbeit in ausgewählten Themen und Prozessen
zu steigern. Sachorientierung sowie hohe Ergebnis- und Wirkungsorientierung stehen dabei im Mittelpunkt.
Klare Regeln & Prüfungen: Die Welthungerhilfe hat klare Regelungen
für Verantwortlichkeiten und Zeichnungsberechtigungen. Seit vielen Jahren besteht eine Auftragsvergaberegelung, die unter anderem das Verfahren für Ausschreibungen und das Vier-Augen-Prinzip festschreibt. Die öffentlichen Zuschussgeber der Welthungerhilfe wie die Bundesregierung,
die Europäische Union oder die Weltbank prüfen in den Projektländern
und in der Geschäftsstelle regelmäßig die ordnungsgemäße Verwendung
ihrer Mittel und bescheinigen der Welthungerhilfe hohe Standards.
Mit Brief und Siegel: Die Welthungerhilfe hat 2009 den ersten Platz
beim Transparenzpreis erzielt, der von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers vergeben wird. Nach Ansicht des Analyseteams der Universität Göttingen informiert die Welthungerhilfe ihre
Spender in vorbildlicher Weise. Der Preis bestätigt die Welthungerhilfe
in ihrem Anspruch, möglichst umfassend über ihre Aktivitäten und die
Verwendung der Gelder zu berichten. 2010 beteiligte sich die Welthungerhilfe außer Konkurrenz am Transparenzpreis. Nach dem Gewinn von
2009 darf die Organisation zwei Jahre nicht am Ranking teilnehmen.
Trotzdem erreichte der Jahresbericht wieder Spitzenwerte und konnte
sich im Ergebnis gegenüber dem vergangenen Jahr verbessern. Das
DZI-Siegel bescheinigt, dass die Werbe- und Verwaltungskosten der Welthungerhilfe in die Kategorie „niedrig“ fallen. Die Welthungerhilfe gehört
zusammen mit der Kindernothilfe zu den Initiatoren des Verhaltenskodex
zu „Transparenz, Organisationsführung und Kontrolle“ des Bundesverbandes der deutschen Entwicklungsorganisationen VENRO.www.welthungerhilfe.de/tranparenz.html41DIE Welthungerhilfe
SchirmherrBundespräsident Joachim GauckPräsidiumDas ehrenamtlich tätige Präsidium wird von der
Mitgliederversammlung für vier Jahre gewählt. Es
repräsentiert die Welthungerhilfe nach außen, beruft
den Vorstand und die Mitglieder des Gutachterausschusses, überwacht und berät den Vorstand. Zudem
beschließt das Präsidium die entwicklungspolitischen Grundsatzpositionen und Strategien sowie die
Grundsätze der Projektförderung. Das Präsidium der
Welthungerhilfe ist satzungsgemäß identisch mit dem
Vorstand der Stiftung Welthungerhilfe.
Bärbel Dieckmann ist 2008 zur Präsidentin der
Welthungerhilfe gewählt worden. Von 1994 bis
2009 war sie Oberbürgermeisterin von Bonn. Bärbel
Dieckmann ist Mitglied der SPD und war bis 2009 im
Präsidium der Partei. Sie war bis 2009 Vorsitzende
des Weltbürgermeisterrates zum Klimawandel und
Präsidentin der Deutschen Sektion des Rates der
Gemeinden und Regionen Europas. Innerhalb des
Präsidiums steht sie dem Marketingausschuss vor.
Prof. Dr. Klaus Töpfer ist seit 2008 Vizepräsident
der Welthungerhilfe. Von 1998 bis 2006 war er als
Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten
Nationen tätig. Von 1987 bis 1994 war der CDUPolitiker Bundesminister für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit, anschließend Bundesminister
für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau. Innerhalb des Präsidiums fungiert er als Vorsitzender des
Programmausschusses.
Norbert Geisler ist seit 2004 Schatzmeister der
Welthungerhilfe. Beruflich betätigt sich der ehemalige
Vorstandsvorsitzende eines Entsorgungsunternehmens
heute als Berater. Zuvor arbeitete der Diplom-Ökonom
als Wirtschaftsprüfer. Im 2008 gewählten Präsidium
fungiert er als Vorsitzender des Finanzausschusses.
Prof. Dr. Hartwig de Haen war von 1990 bis 2005
Beigeordneter Generaldirektor der Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen in Rom. Zuvor war er Inhaber eines Lehrstuhls für Agrarökonomie
an der Universität Göttingen. Dort ist er als Emeritus
wieder Mitglied des Departments für Agrarökonomie
und Rurale Entwicklung. Er ist seit 2008 Mitglied
des Präsidiums.
Rosa Karcher ist Mitglied im Präsidium des
Deutschen LandFrauenverbandes und seit 2009
Präsidentin des LandFrauenverbandes Südbaden.
Rosa Karcher, dreifache Mutter und ausgebildete
Hauswirtschaftsleiterin, bewirtschaftet zusammen mit
ihrem Mann im südbadischen Achern einen landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb mit Obst, Wein und
Edelbränden.42Dr. Stephan Reimers gründete in Hamburg die Obdachlosenzeitung „Hinz und Kunzt“ und baute die
Hamburger „Tafel“, eine Obdachlosenspeisung, mit
auf. 2008 wurde er ins Präsidium der Welthungerhilfe berufen. Von 1999 bis 2009 war er Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und
Dr. Tobias Schulz-Isenbeck war bereits im ehemaligen Vorstand ehrenamtlich für die Welthungerhilfe
tätig. Der promovierte Volks- und Betriebswirt wurde
2008 in das neue Präsidium berufen. Er war unter
anderem Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt.VorstandDer hauptamtliche Vorstand führt die Geschäfte der
Welthungerhilfe unter Beachtung der Satzung, der
Beschlüsse der Mitgliederversammlung und des Präsidiums. Er unterrichtet das Präsidium regelmäßig.
Dr. Wolfgang Jamann ist seit August 2009
hauptamtlicher Generalsekretär und Vorstandsvorsitzender der Welthungerhilfe sowie Geschäftsführer
der Stiftung Deutsche Welthungerhilfe. Der Entwicklungssoziologe bringt über 20 Jahre Erfahrung in der
Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären
Hilfe mit. Als Forscher und Mitarbeiter akademischer
Institutionen verbrachte Dr. Jamann viele Jahre in
Ost- und Südostasien. Zuletzt war er Hauptgeschäftsführer von CARE Deutschland-Luxemburg, außerdem
ist er Vorsitzender des Bündnisses „Gemeinsam für
Afrika e.V.“.
Michael Hofmann ist seit März 2012 hauptamtlicher Marketingvorstand. Der 1959 in Kuba geborene
Diplom-Kaufmann begann seine berufliche Laufbahn
in der Entwicklungshilfe, zunächst bei der Deutschen
Entwicklungsgesellschaft und dann unter anderem
als Projektleiter in Mexiko und in Chile bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Danach führte ihn sein Berufsweg
in Managementpositionen für sehr unterschiedliche
Funktionsbereiche (Controlling, Logistik, IT, Vertrieb
& Marketing) bei verschiedenen multinationalen
Unternehmen wie zuletzt Nokia, wo er unter anderem
bei Nokia Siemens Networks das globale Marketing
Mathias Mogge ist seit März 2010 hauptamtlicher
Programmvorstand der Welthungerhilfe. Der Agraringenieur und Umweltwissenschaftler (MSc) arbeitet
bereits seit zwölf Jahren für die Welthungerhilfe.
Zuletzt fungierte er als kommissarischer Leiter des
Bereichs Programme und Projekte. Mogge war bereits
als Programm-Manager für den Sudan, Uganda und
Äthiopien, als Regionalkoordinator für Westafrika
und als Leiter der Fachgruppe „Wissen, Innovation,
Beratung“ für die Welthungerhilfe tätig.MitgliederDie Mitgliederversammlung bestimmt die
Richtlinien für die Tätigkeit der Welthungerhilfe. Sie wählt das Präsidium, beschließt den
Wirtschaftsplan und genehmigt den Jahresabschluss auf der Grundlage des Wirtschaftsprüfungsberichts. Mitglieder des Deutsche
Welthungerhilfe e.V. sind unter anderem der
Präsident des Deutschen Bundestags, die Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Fraktionen sowie Kirchen, Verbände und Vereinigungen. Sie senden Bevollmächtigte in die einmal
jährlich einberufene Mitgliederversammlung.
(ständige/r Bevollmächtigte/r in Klammern)
Deutscher Bundestag, Präsident Dr. Norbert
Lammert, MdB (Dr. Ulrich Schöler)
Fraktion der CDU/CSU, Vorsitzender Volker
Kauder, MdB (Helmut Heiderich, MdB)
Fraktion der SPD, Vorsitzender Frank-Walter
Steinmeier (Dr. Sascha Raabe, MdB)
Fraktion der FDP, Vorsitzender Rainer Brüderle, MdB (Dr. Christiane Ratjen-Damerau, MdB)
Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Vorsitzende
Renate Künast, MdB und Vorsitzender Jürgen
Trittin, MdB (Thilo Hoppe, MdB)
Fraktion Die Linke, Vorsitzender Dr. Gregor
Gysi, MdB (Heike Hänsel, MdB)
Kommissariat der deutschen Bischöfe/Katholisches Büro Berlin, Leiter Prälat Dr. Karl
Jüsten (Dr. Martin Bröckelmann-Simon)
Rat der Evangelischen Kirchen Deutschlands, Bevollmächtigter Prälat Dr. Bernhard
Felmberg, OKR (Dr. h. c. Volker Faigle, OKR)
Bund der Deutschen Landjugend (BDL),
Bundesvorsitzender Matthias Daun (Matthias
Daun)
Bundesverband GroSShandel, AuSSenhandel, Dienstleistungen e.V., Präsident Anton
F. Börner (Katharina Andrés)
Deutscher Gewerkschaftsbund, Vorsitzender Michael Sommer (Dr. Bianca Kühl)
e.V., Präsident Prof. Dr. Hans-Peter Keitel
(Oliver Wieck)
Deutscher Bauernverband e.V., Präsident
Gerd Sonnleitner (Willi Kampmann)
Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V., Präsident Manfred Nüssel
(Dr. Andreas Wieg)
Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien
Wohlfahrtspflege e.V., Oberkirchenrat Johannes Stockmeier (Rudi Frick)
Deutsches Rotes Kreuz e.V., Präsident Dr.
h. c. Rudolf Seiters (Joachim Müller)
DLG e.V., Präsident Carl-Albrecht Bartmer
(Karl-Martin Lüth)
e.V., Prof. Dr. Peter Stehle (Prof. Dr. Michael
Krawinkel)
IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bundesvorsitzender
Klaus Wiesehügel (Klaus Wiesehügel)
Deutscher Journalisten-Verband e.V., Vorsitzender Michael Konken (Frauke Ancker)
Deutscher LandFrauenverband e.V., Präsidentin Brigitte Scherb (Rosa Karcher)
Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Vorstand Dr.
Bernd Eisenblätter (Dr. Anselm Schneider)
Förderkreis des Deutschen Welthungerhilfe e.V., Kaspar Portz (Jürgen Dorsch)
e.V., Präsident Otto Kentzler (Dr. Rainer
Neumann)Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Präsident Dr. Dieter Hundt
(Ulrich Hüttenbach)
Deutscher Städtetag, Geschäftsführendes
Präsidialmitglied Dr. Stephan Articus (Sabine
Drees)
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V., Präsident Helmut Heinen (Dietmar
Gesamtverband der Versicherungswirtschaft e.V., Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg
Freiherr, Frank von Fürstenwerth (Thomas
Kräutter)KuratoriumDas ehrenamtliche Kuratorium berät Präsidium
und Vorstand der Welthungerhilfe in Fragen
der Öffentlichkeitsarbeit, der Werbung und der
Positionierung. Es unterstützt die Netzwerke
der Welthungerhilfe wie Freundeskreise oder
Unternehmenspartner und erschließt neue
Kontakte zu Einzelpersonen, Firmen, Institutionen und Netzwerken, die das Anliegen der
Welthungerhilfe durch seine Vermittlung in die
Gesellschaft oder durch finanzielle Beiträge
und Zugang zu öffentlichen und privaten
Mitteln fördern. Das Kuratorium setzt sich aus
wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens zusammen. Es besteht aus höchstens
25 Mitgliedern.
Frank H. Asbeck, Vorstandsvorsitzender der
Peter Boudgoust, ARD-Vorsitzender und
DR. THOMAS BELLUT, ZDF-Intendant
Prof. Ernst Elitz, ehem. Intendant Deutschlandfunk
Dieter Thomas Heck, Showmaster und Produzent
Peter Hesse, Vorsitzender Peter-HesseStiftung
Dr. Volkert Klaucke, Unternehmer
Dr. Gerd Leipold, ehemaliger Geschäftsführer
von Greenpeace International
Wolfgang Kroh, ehemaliges Vorstandsmitglied KfW-Bank
Dr. Hans-Joachim PreuSS, Vorstandsmitglied
der Deutschen Gesellschaft für Internationale
Hajo Riesenbeck, Riesenbeck-IC GmbH
Dr. Theo Sommer, Editor-at-Large, DIE ZEIT
Prof. Dr. h. c. Dieter Stolte, Journalist und
Hans Hermann Thiesse, ehem. Vorstandsmitglied der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH
Katharina Trebitsch, Film- und Fernsehproduzentin
Anna von Griesheim, Modedesignerin
Dieter von Holtzbrinck, Holtzbrinck-Verlagsgruppe
Dr. Ludolf von Wartenberg, ehem. Mitglied
des Präsidiums des Bundesverbandes der
Deutschen Industrie e.V. (BDI)
Dr. jur. Christian O. Zschocke, Leiter der
Frankfurter Anwaltskanzlei von Morgan,
Lewis & BockiusGutachterausschussDer Gutachterausschuss der Welthungerhilfe
besteht aus 20 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern. Er berät den Vorstand der Welthungerhilfe
in Fragen der Programmpolitik und der Förderungswürdigkeit von satzungsgemäßen Programmen und Projekten im Ausland und im Inland.
Damit trägt die unabhängige externe Expertise
aus Wissenschaft und Praxis zur Sicherung der
Qualität der Projektarbeit bei. Darüber hinaus
kommentieren Gutachter als zentrale Ansprechpartner für Regionen, Sektoren, Politikfelder
oder Maßnahmen der entwicklungspolitischen
Öffentlichkeitsarbeit Einzelprojekte in Form
einer zeitnahen Kurz-Expertise.
Mitglieder der Gutachterausschüsse
(Fachgebiet in Klammern)
Prof. em. Dr. Winfried von Urff, ehem. Professor für Agrarpolitik, TU München (Asien),
Dr. Günter Schmidt, ehem. Geschäftsführer
der GFA-Consulting Group, Hamburg (Lateinamerika, Öffentlichkeitsarbeit), 1. Stellv.
Dr. Guido Ashoff, Abteilungsleiter bi- und
multilaterale Entwicklungspolitik, Deutsches
Institut für Entwicklungspolitik (Politik, Lateinamerika)
Stephanie Bernoully, Selbstständige Beraterin, Fachbuchautorin, Mediatorin (Öffentlichkeitsarbeit, Lateinamerika)
Prof. EM. Dr. Ludwig Ellenberg, ehem. Professor am Geographischen Institut, HumboldtUniversität Berlin (Lateinamerika)
Dr. Karin Fiege, Seminar für Ländliche
Entwicklung, HU Berlin (Afrika), 2. Stellv.
Prof. Dr. Michael Fremerey, ehem. Professor für Agrarwissenschaft, Adjunct Professor
(Universitas Indonesia) (Afrika)
Prof. Dr. Hartmut Gaese, Institut für Tropentechnologie, FH Köln (Lateinamerika)
Prof. Dr. Rolf Hofmeier, ehem. Direktor des
Instituts für Afrika-Kunde, Hamburg (Afrika)
Jochen Kenneweg, ehem. Referatsleiter im
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für Indien,
Nepal, Sri Lanka (Asien)
DR. MARLIS LINDECKE, Ländliche Entwicklung
und Ressourcenmanagement GIZ (Afrika)
Prof. EM. Dr. Dr. h. c. Uwe Jens Nagel, ehem.
Vizepräsident für Studium und Internationales,
HU Berlin (Politik)
Michel Reynaud, Vizepräsident ECOCERT SA
Herbert Sahlmann, ehem. Entwicklungsbeauftragter des BMZ (Politik, Asien)
Priv.-Doz. Dr. Conrad Justus Schetter, Senior Research Fellow Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF), Universität Bonn (Asien)
Katrin Seegers, Medienwissenschaftlerin,
Freie Beraterin (Öffentlichkeitsarbeit)
Prof. Dr. Barbara ThomaSS, Professorin am
Institut für Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (Öffentlichkeitsarbeit)
Thomas Voigt, Direktor Wirtschaftspolitik und
Kommunikation, Otto Group, Hamburg (Öffentlichkeitsarbeit)
Prof. Dr. Manfred Zeller, Leiter FG Entwicklungstheorie und Entwicklungspolitik für den
Ländlichen Raum, Universität Hohenheim,
Stuttgart (Afrika)43Organisation
Die Mitglieder des Deutsche Welthungerhilfe e.V.GutachterausschussPräsidiumKuratoriumStiftung
WelthungerhilfeVorstand ProgrammeGeneralsekretär
(Vorstandsvorsitzender)Vorstand MarketingRegionalgruppe
Lateinamerika und KaribikStabsstelle
Controlling und
OrganisationsentwicklungFachgruppe
Großspender/StiftungenRegionalgruppe
AsienStabsstelle
Revision und EvaluationFachgruppe
FundraisingRegionalgruppe
West- und ZentralafrikaStabsstelle
Presse und InformationFachgruppe
ÖffentlichkeitsarbeitRegionalgruppe
Ost- und südliches AfrikaStabsstelle
AußenbeziehungenFachgruppe
SpenderserviceFachgruppe
knowledgeXchangeKaufmännischer BereichFachgruppe
MarketingkommunikationFachgruppe
RechnungswesenFachgruppe
PersonalFachgruppe
InformationstechnologieFachgruppe
Einkauf und Innerer
DienstStand: 1. Mai 2012In Deutschland für die Welthungerhilfe dabei:
■ 304.800 Spenderinnen und Spender,
■ 4 Freundeskreise mit rund 50 Mitgliedern und
 8.000 Kinder und Jugendliche an rund 200 Schulen mit
LebensLäufen und Backaktionen.200 Schulen organisierten LebensLäufe und Backaktionen= 1 SchuleFür die Finanzierung ihrer Projekte erhielt
die Welthungerhilfe im Jahr 2011:■ 48,2 Mio. EUR Spenden
■ 79,7 Mio. EUR öffentliche Zuwendungen
■ 4,3 Mio. EUR private Zuschüsse (Stiftungen, private Hilfswerke)Die Verwaltungsausgaben betrugen 2,3 Prozent der Gesamtaufwendungen und
die Ausgaben für Werbung und allgemeine Öffentlichkeitsarbeit beliefen sich
auf 7 Prozent.Die größten Zuschussgeber waren 2011:■ Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
mit 26,2 Mio. EUR
■ Das Welternährungsprogramm (WFP) und andere UN-Organisationen mit 19,7 Mio. EUR
■ Die Europäische Kommission (EuropeAid und ECHO) mit 11,3 Mio. EUR
■ Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit 9,9 Mio. EURDownload des Geschäftsberichts unter
www.welthungerhilfe.de/jahresbericht2011.htmlWelthungerhilfe, Sparkasse KölnBonn, BLZ 370 501 98, Konto 1115
Deutsche Welthungerhilfe e.V., Friedrich-Ebert-Straße 1, D-53173 Bonn, Tel. +49 (0)228 2288-0, Fax +49 (0)228 2288-333, www.welthungerhilfe.deAll pages:2345678910111213141516171819202122232526272829303132333435363738394041424344454647InfoSaveLikeShareDownloadMoreJahresbericht 2011 Published on Jun 14, 2012 Jahresbericht 2011welthungerhilfeFollowAdvertisementRead moreRead moreSimilar toPopular nowJust for youGo explore

References: § 264
 § 265
 § 253
 § 253
 § 7
 § 317
 § 265
 § 253
 § 58