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Timestamp: 2020-01-23 19:24:01+00:00

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LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015 - 3 BVL 5003/14 - dejure.org
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LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015 - 3 BVL 5003/14 (https://dejure.org/2015,25777)
LAG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 09.07.2015 - 3 BVL 5003/14 (https://dejure.org/2015,25777)
LAG Berlin-Brandenburg, Entscheidung vom 09. Juli 2015 - 3 BVL 5003/14 (https://dejure.org/2015,25777)
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Ferner ist die ULAK in entsprechender Anwendung des § 83 Abs. 3 ArbGG i. V. m. § 98 Abs. 3 Satz 1 ArbGG zu beteiligen (vgl. ebenso LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015, 3 BvL 5003/14).
Es kann weder dem Wortlaut noch dem Sinn und Zweck des § 98 ArbGG entnommen werden, dass durch diese gesetzliche Neuregelung die Rechtsstellung der Parteien, die in einem Urteilsverfahren sowohl über die Anwendung eines allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrages als auch über die Wirksamkeit einer Allgemeinverbindlicherklärung streiten, verbessert und den Parteien die Möglichkeit eingeräumt werden sollte, eine "vorsorgliche Überprüfung" der Wirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärung gemäß § 98 Abs. 1 ArbGG durchführen zu lassen (vgl. ebenso LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015, 3 BvL 5003/14; für eine Antragsbefugnis aber LAG Berlin-Brandenburg, 17.04.2015, 2 BvL 5110/14 und 5002/14 und LAG Berlin-Brandenburg, 08.07.2015, 4 BvL 5004/14 und 5005/14).
aa) § 11 TVG entspricht den Anforderungen des Art. 80 Abs. 1 GG (vgl. im Ergebnis ebenso LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015, 3 BvL 5003/14).
Vielmehr sind die Beteiligten, soweit sie die fehlende Tarifzuständigkeit rügen, auf das Verfahren nach § 97 ArbGG zu verweisen (LAG Berlin-Brandenburg 8. Juli 2015, 4 BvL 5004/14 und 4 BvL 5004/14 sowie LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015, 3 BvL 5003/14).
Gerade das Verfahren nach § 98 ArbGG enthält ein Recht auf eine wirksame Beschwerde iSd. Art. 13 EMRK bzw. auf einen wirksamen Rechtsbehelf iSd. Art. 47 GRC (vgl. ebenso LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015, 3 BvL 5003/14 und LAG Berlin-Brandenburg, 08.07.2015, 4 BvL 5004/14 und 4 BvL 5004/14).
Die Rechtskraft eines Beschlusses im Verfahren nach § 98 ArbGG bezieht sich allein auf die Feststellung der Wirksamkeit bzw. Unwirksamkeit der Allgemeinverbindlicherklärung und hindert die Beteiligten nicht, sich in einem Urteilsverfahren auf die Unwirksamkeit des Tarifvertrags wegen Verstoßes gegen höherrangiges Recht zu berufen (vgl. ebenso LAG Berlin-Brandenburg, 09.07.2015, 3 BvL 5003/14 und LAG Berlin-Brandenburg, 08.07.2015, 4 BvL 5004/14 und 4 BvL 5004/14).
Im Anschluss daran folgten weitere, ebenfalls nach § 98 ArbGG ergangene Beschlüsse des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 8. Juli 2015 (- 4 BvL 5004/14, 4 BvL 5005/14 - zu II der Gründe) zu der Wirksamkeit der AVE VTV 2013 I (betreffend den VTV idF der Anlage 30 des SokaSiG) und der AVE VTV 2013 II (bezüglich des VTV idF der Anlage 29 des SokaSiG), vom 9. Juli 2015 (- 3 BvL 5003/14 - zu B II der Gründe) zu der Wirksamkeit der AVE VTV 2012 (betreffend den VTV idF der Anlage 31 des SokaSiG) und vom 21. August 2015 (- 6 BvL 5006/14 - zu II B der Gründe) zu der Wirksamkeit der AVE VTV 2014 (hinsichtlich des VTV idF der Anlage 28 des SokaSiG).
Auf die Rechtsbeschwerden der Beteiligten zu 7. bis 11., 16. bis 18. und 24. bis 26. wird der Beschluss des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 9. Juli 2015 - 3 BVL 5003/14 - aufgehoben.
Da das Verfahren gerichtskostenfrei ergeht, besteht auch insoweit keine Notwendigkeit, zwingend vorab über die Zulässigkeit eines Antrags zu entscheiden (LAG Berlin-Brandenburg vom 09.07.2015, a.a.O).
Vielmehr sind die Voraussetzungen von Amts wegen unter Anwendung des im arbeitsgerichtlichen geltenden Untersuchungsgrundsatz zu prüfen (LAG Berlin-Brandenburg vom 09.07.2015, a.a.O.).
Sie unterfallen i.S.v. § 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 TVG a. F. nicht dem Geltungsbereich des VTV (LAG Hessen…, Urteil vom 02.07.2014 - 18 Sa 619/13 -, Rn. 73, juris; LAG Berlin-Brandenburg vom 08.07.2015 und vom 09.07.2015, a.a.O.).
Wenn demnach von den Tarifvertragsparteien beantragt wird, den Tarifvertrag nur mit Einschränkungen für allgemeinverbindlich zu erklären, kommt es für die Ermittlung der sog. "Großen Zahl" nur auf die Arbeitnehmer an, die in den Betrieben bzw. Betriebsabteilungen beschäftigt sind, auf die sich die AVE unter Berücksichtigung der beantragten Einschränkung erstreckt (LAG Berlin-Brandenburg vom 08.07.2015 und vom 09.07.2015, a.a.O.).
Angesichts der hier berücksichtigten Zahlen ist der Anteil der unerkannten Schwarzarbeit somit nicht geeignet, Zweifel am Erreichen eines Quorums von deutlich mehr als 50 % zu begründen ( LAG Berlin-Brandenburg 09.07.2015 - 3 BvL 5003/14) .
Auch von Seiten der Beteiligten zu 7) bis 27) wird in diesem Zusammenhang nicht substantiiert vorgetragen, dass in relevanter Weise Arbeitgeber, die Betriebe bzw. Betriebsabteilungen führen, die tatsächlich unter den Geltungsbereich des allgemeinverbindlich erklärten VTV fallen, über längere Zeit nicht von der ULAK in Anspruch genommen worden sind ( so auch LAG Berlin-Brandenburg 09.07.2015 - 3 BvL 5003/14).
Dies gilt auch bezogen auf Auskünfte von Krankenkassen, Minijobzentrale oder sonstigen Stellen (so auch LAG Berlin-Brandenburg - 08.07.2015 - 4 BVL5004/14, 5005/14 und 09.07.2015 - 3 BvL 5003/14) .
In dem Beschlussverfahren nach § 98 ArbGG hat die Ausgangsinstanz, das LAG Berlin-Brandenburg - allerdings erst nachfolgend im Jahr 2015 - , jeweils für die AVE 2008 bis 2014 deren Wirksamkeit angenommen (vgl. LAG Berlin-Brandenburg 17. April 2015 - 2 BvL 5001/14 ua. - [AVE 2008 und 2010]; LAG Berlin-Brandenburg 8. Juli 2015 - 2 BvL 5004/14 ua. - [AVE 2013]; LAG Berlin-Brandenburg 9. Juli 2015 - 3 BvL 5003/14 ua. - [AVE 2012]; LAG Berlin-Brandenburg 21. August 2015 - 6 BvL 5006/14 ua. - [AVE 2014] .
Durch Beschluss des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 9. Juli 2015 - 3 BvL 5003/14 - ist festgestellt worden, dass die Allgemeinverbindlicherklärung vom 3. Mai 2012 wirksam ist.

References: § 83
 § 98
 § 98
 § 98
 § 11
 Art. 80
 § 97
 § 98
 Art. 13
 Art. 47
 § 98
 § 98
 § 5
 § 98