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PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
Veröffentlicht von:Christin Böhler Geändert vor 12 Monaten
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1 PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
3. Internationale Organisationen Weiterführende Literatur: Breuer, Die Völkerrechtspersönlichkeit Internationaler Organisationen, AVR 49 (2011), S. 4. Hurd, International Organizations, 2011 Ruffert/Walter, Institutionalisiertes Völkerrecht, 2. Aufl. 2014, insbesondere §§ 4-10 Schmalenbach, International Organizations and Institutions (General Aspects), MPEPIL, online abrufbar Weiß, Kompetenzlehre internationaler Organisationen, 2009, insbesondere (zur UN) und (allgemeine Kompetenzlehre) PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen Weiterführende Literatur: Witte, Gewaltenteilung im Völkerrecht? Zur Frage der rechtlichen Bindung und richterlichen Kontrolle des Sicherheitsrates, AöR 2012, S. 223. Zobl/Thürer/Kern, Die Legitimation der G-20, AVR 2013, S. 143. Zhu, International Humanitarian Law in the Universal Periodic Review of the UN Human Rights Council, JIHLS 2014, S. 186. Einführende Literatur Payandeh, Einführung in der Recht der Vereinten Nationen, JuS 2012, S. 506. Bouwhuis, The International Law Commission‘s Definition of International Organizations, International Organizations Law Review 9 (2012), Issue 2, S. 451. PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
3 PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
3. Internationale Organisationen Völkerrechtliche Verbindung zwischen Staaten: Staatenbund Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein solcher Staatenbund ein Völkerrechtssubjekt sein, wenn dieser eine Internationale Organisation (IGO) ist. Warum Internationale Organisationen? Historische Verortung: Wann entstehen erstmals „Internationale Organisationen“? PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen: Kategorisierungen Grundsätzlich: Vielfalt und Vielgestaltigkeit der IGO Zweck der Organisation: Frieden (VN), Sicherheitspolitik (NATO), Wirtschaft (OECD, WTO) Räumlicher Wirkungsbereich: universal oder regional Sachlicher Wirkungsbereich: generell oder speziell Befugnisse gegenüber den Mitgliedern: koordinierend oder subordinierend Integrationsgrad: supranational oder international Beispiel: Vereinte Nationen → Universal → Generell → Koordinierend → Sonderorganisationen der VN (ILO, UNESCO, WHO) PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen: Inkurs „Supranational“ Neuer Typus der IGO → EU, EAG, EWR Eigene Gesetzgebungskompetenzen (im übertragenen Aufgabenbereich) Unabhängigkeit einiger Organe Eigene Gerichtsbarkeit Finanzautonomie Zulassung des Mehrheitsprinzips Unmittelbar bindendes Recht in allen Mitgliedstaaten (Verordnungen) → Durchbrechung des „Souveränitätspanzers“ Vorrang des Unionsrechts gegenüber nationalem Recht Aber: Weiterhin bestehende Abhängigkeit von den Mitgliedstaaten Prinzip der begrenzten Einzelermächtigung (Art. 5 II, 13 II EUV) Keine „Kompetenz-Kompetenz“: Keine Kompetenz der Unionsorgane, die grundlegenden Verträge der EU zu ändern PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen a) Völkerrechtssubjektivität von IGOs Voraussetzungen: (1) Durch eine völkerrechtliche Willenseinigung errichtet (2) Übertragung eines eigenständigen Aufgabenbereichs hoheitlicher Natur und (3) Errichtung mindestens eines handlungsfähigen Organs zur eigenständigen Willensbildung; Somit Verleihung der Völkerrechtssubjektivität durch ihre Gründerstaaten Folge: Es handelt sich um abgeleitete oder sekundäre Völkerrechtssubjekte mit begrenzter Völkerrechts- persönlichkeit. PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen Völkerrechtssubjektivität von IGOs Definition der ILC: „an organization established by a treaty or other instrument governed by international law and possessing ist own international legal personality. International organizations may include as members in addition to States, other entities.“ PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen Völkerrechtssubjektivität von IGOs (Forts.) • Teilweise verleihen die Mitgliedstaaten der IGO explizit Völkerrechtssubjektivität bzw. Rechtspersönlichkeit (vgl. Art. 47 EUV) • Wenn eine solche Klausel fehlt, ist der Wille der Vertragsparteien auszulegen. • Nach dem Gutachten des IGH ist die Völkerrechtssubjektivität einer IGO anhand eines funktionellen Ansatzes zu ermitteln. • Die Beantwortung der Frage, ob die UNO VR-Subjektivität besitzt, erfolgte durch die Aussage, dass dies für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben unausweichlich ist: „But to achieve these ends the attribution of international personality is indispensable.” (IGH, Reparations for Injuries, Advisory Opinion, ICJ Rep. 1949, 174, 178) PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen b) Rechtsfolge Eine IGO besitzt zunächst nur gegenüber ihren Gründungsstaaten Völkerrechtssubjektivität Gegenüber anderen Staaten erlangt sie ihre Völkerrechtssubjektivität erst durch eine ausdrückliche oder implizite Anerkennung.    Relative Völkerrechtssubjektivität c) Beispiele Heute gibt es etwa 700 IGOs: Ausdruck der Entwicklung des Völkerrechts von einem Koordinationsrecht hin zu einem teilweise Kooperationsrecht  Globalisierung der Probleme und Aufgaben Beispiele: Vereinte Nationen, Afrikanische Union, Europäische Union, Internationaler Währungsfonds, Welthandelsorganisation, Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen d) Die VN und ihre Sonderorganisationen Gründung am 26. Juni 1945 Rechtsgrundlage: VN Charta (Inkrafttreten: ) 51 Gründungsstaaten, vgl. Art. 3 SVN; heute sind fast alle Staaten der Welt Mitglied (193 Staaten), vgl. Art. 4 SVN; Grenzen: Art. 5 und Art. 6 SVN Hauptziele: Art. 1 SVN, insbesondere → Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit → Herbeiführung internationaler Zusammenarbeit zur Lösung internationaler Probleme wirtschaftlicher, sozialer, kultureller oder humanitärer Art → Schutz der Menschenrechte? Nicht explizit, aber vgl. Präambel, Art. 1 III, 55 lit. c), 76 lit. c) SVN PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen d) Die VN und ihre Sonderorganisationen (Forts.) Sechs Hauptorgane (vgl. Art. 7 SVN): GV (GA): Art. 9, 10, 11, 12, 18 SVN: Handelt grundsätzlich im Mehrheitsprinzip; faktisch: Konsens-Verfahren; Akte: Empfehlungen SR (SC): Art. 23 SVN: 15 Mitglieder, (10 davon auf 2 Jahre gewählt; fünf ständige: CHI, US, GB, F, RUS); Art. 27 III SVN: Vetorecht; Art. 24 SVN: Exekutivorgan; Akte: Auch verbindliche Beschlüsse, vgl. Art. 25 SVN i.V.m. Kap. VI und VII; Art. 103 SVN Generalsekretär (SG): Art. 97 SVN IGH (ICJ): Art. 92 SVN: Zuständig für Streitigkeiten zwischen Staaten; Art. 94 SVN: verbindliche Entscheidungen; Art. 96 SVN: Gutachten Treuhandrat Wirtschafts- und Sozialrat Zudem: Neben- und Spezialorgane PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen d) Die VN und ihre Sonderorganisationen (Forts.) Sonderproblem: Rechtliche Grenzen des Sicherheitsrates Sog. „Listing“: Kampf gegen Terror: Resolutionen des SR auf Grundlage von Kapitel VII, die die Mitgliedstaaten verpflichten, Sanktionsmaßnahmen gegen Einzelne zu verhängen Beispiel: S/RES/1267 (1999) inkl. Folgeresolutionen, auf Grundlage von Art. 41 (i.V.m. Art. 48, 103) SVN: Namentliche Auflistung betroffener Personen oder Organisationen: Kein Entscheidungsspielraum der verpflichteten Mitgliedstaaten Begrenzter Rechtsschutz des Einzelnen: „Focal Point“, Ombudsperson, EuGH Rechtsbindung? Menschenrechtsbindung? Individueller Rechtschutz? PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3.	Internationale Organisationen d) Die VN und ihre Sonderorganisationen (Forts.) Sonderproblem: Rechtliche Grenzen des Sicherheitsrates (Forts.) Bindung an SVN, vgl. Art. 24 II SVN, und an Menschenrechte, vgl. Art. 24 II i.V.m. Art. 1 Nr. 3 SVN (aber umstritten) Bindung an welche Menschenrechte? Wohl wenigstens Gewohnheitsrecht (ICCPR, ICESCR?) Zudem (nach e.A.): Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als Gewohnheitsrecht Ius cogens! PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen d) Die VN und ihre Sonderorganisationen (Forts.) Sonderproblem: Rechtliche Grenzen des Sicherheitsrates (Forts.) (1) Kontrolle auf internationaler Ebene? Vereinte Nationen, IGH, EGMR VN: Focal-Point, Ombudsperson (-) IGH: Grds. (-) (h.M., vgl. IGH, Lockerbie, 1998) EGMR: Grds. Rückzug der Jurisdiktionsgewalt des EGMR, wenn der Konventionsstaat die vor dem EGMR zur Prüfung gestellte Maßnahme in Erfüllung von völkerrechtlichen Verpflichtungen vornimmt (2) Kontrolle auf europäischer Ebene? EuGH EuG: Nur ius cogens EuGH: Verletzung von Gemeinschaftsgrundrechten (Kadi-Entscheidung) (3) Kontrolle auf nationaler Ebene? BVerfG: Umsetzung der Resolutionen des SR durch EU mittels Verordnungen → Keine Zuständigkeit des BVerfG PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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3. Internationale Organisationen d) Die VN und ihre Sonderorganisationen (Forts.) Sonderproblem: Gesetzgebende Tätigkeit des Sicherheitsrates: SR legt den Mitgliedsstaaten die Pflicht zur Umsetzung bestimmter Sanktionsmechanismen zur Bekämpfung des Terrorismus im nationalen Recht auf (vgl. SR S/RES/1373 (2001) und S/RES/1544 (2004), S/RES/2178 (2014)). Vereinbarkeit dieser Kompetenz mit der Charta der VN? SR ist konzeptionell eher als Exekutivorgan bzw. Weltpolizei gedacht Nicht aber Ausübung (legislativer) Hoheitsgewalt Eventuell Rechtsfortbildung? Eher (-): Kritik an Resolutionen aus der Staatengemeinschaft  Daher eher keine Rechtsfortbildung anzunehmen PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt Weiterführende Literatur: Dörr, Privatisierung des Völkerrechts, JZ 2005, S. 905. Grzeszick, Recht des Einzelnen im Völkerrecht, AVR 2005, S. 312. Hobe, Individuals and Groups as Global Actors. The Denationalization of International Transactions, in: Hofmann/Geissler (eds.), Non-State Actors as New Subjects of International Law, 1999, S. 115. Mullerson, Human Rights and the Individual as Subject of International Law, EJIL 1990, S. 115. Tomuschat, Grundpflichten des Individuums nach Völkerrecht AVR 1983, S. 289. Gorski, Individuals in International Law, MPEPIL PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt a) Entwicklung der Rechtsstellung des Individuums Zwar enthielt bereits das klassische Völkerrecht Regeln, die das Individuum betrafen Aber: Das Individuum war vollständig durch die Staaten mediatisiert → Individuum als bloßes Objekt des VR VR kennt das Individuum nur als Angehörigen eines Staates Individuum ist Schutzobjekt zwischenstaatlicher Verpflichtungen Keine eigene Rechtsstellung des Individuums Beziehung zwischen Staat und seinen Staatsangehörigen wird durch nationales Recht gestaltet Völkerrechtsrelevant werde kann das Individuum nur und erst dann, wenn der Heimatstaat und ein anderer Staat völkerrechtliche Beziehung unterhalten, die das Individuum betreffen PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt a) Entwicklung der Rechtsstellung des Individuums Neuere Entwicklungen: Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird das Individuum immer stärker zum unmittelbaren Träger von Rechten und Pflichten Beispiele: Menschenrechtsschutz und Völkerstrafrecht Menschenrechte: Individuum als Träger von Rechten Völkerstrafrecht: Individuum als Adressat von Pflichten Individualrechtsschutz: Das Individuum wird teilweise dazu ermächtigt, eigene Rechte auf völkerrechtlicher Ebene selbstständig geltend zu machen Beispiel: Individualbeschwerde nach Art. 34 EMRK PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt a) Entwicklung der Rechtsstellung des Individuums „Vertrag zu Gunsten Dritter“ VR berechtigt und/oder verpflichtet unmittelbar das Individuum unter Verdrängung der Mediatisierung durch den Staat Rechtssetzende Subjekte bleiben die Staaten bzw. IGO‘s Normen schaffen eine partielle Völkerrechtssubjektivität der Individuen Aber: Keine originäre Völkerrechtssubjektivität der Individuen Individuen nehmen nicht am Rechtserzeugungsprozess teil Partielle Völkerrechtssubjektivität des Individuums nur in Beziehung zu den Staaten, die die partielle Völkerrechtssubjektivität begründet haben und anerkennen PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt b) Rechtsträgerschaft: Differenzierung Völkerrechtliche Berechtigung Personale Zuordnung eines Rechts zu einem Individuum (2) Bloße Begünstigung Das Individuum begünstigende Rechtsstellung entsteht lediglich als Reflex aus Rechten und Pflichten des Staates Kriterium für die Abgrenzung? Bereitstellung eines völkerrechtlichen Verfahrens zur Durchsetzung der zugeordneten Rechte Beispiel: Individualbeschwerde nach Art. 34 EMRK PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt (1) Völkerrechtliche Berechtigung: Definition Eine völkerrechtliche Individualberechtigung liegt in der Regel nur dann vor, wenn dem Individuum durch eine Völkerrechtsnorm unmittelbar die Befugnis eingeräumt wird, von einem Staat in einem völkerrechtlichen Verfahren ein bestimmtes Verhalten zu Verlangen. → Individuum und Staat stehen sich „auf Augenhöhe“ gegenüber! PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt Völkerrechtliche Berechtigung: Progressive Positionen Partielle Völkerrechtssubjektivität ohne Individualrechtsschutzver-fahren? „Die traditionelle Konzeption des Völkerrechts als eines zwischenstaatlichen Rechts verstand den Einzelnen nicht als Völkerrechtssubjekt, sondern gewährte ihm nur mittelbaren internationalen Schutz. [...] Die Mediatisierung des Einzelnen durch den Staat im Völkerrecht hat allerdings im Zusammenhang mit der Fortentwicklung und Kodifizierung des internationalen Menschenrechtsschutzes nach dem Zweiten Weltkrieg Korrekturen erfahren. Diese Entwicklung gebietet es, das Individuum zumindest als partielles Völkerrechtssubjekt anzuerkennen. […] Es ist daher für jeden völkerrechtlichen Vertrag, der Individuen begünstigt, durch Auslegung zu ermitteln, ob und in welchem Umfang er individuelle Rechte begründen soll, d.h. ob es sich um eine eigenständige Begünstigung (ein subjektives Recht – und zwar gegebenenfalls auch auf Schadensersatz – handelt oder ob nur eine faktische Begünstigung, ein Rechtsreflex vorliegt“ (BGHZ 169, 348 [351]). PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt (2) Bloße Begünstigung / Mittelbare „Berechtigungen“ Rechte aus völkerrechtlichen Verträgen Aber: Unterschiede zu echten Berechtigungen Rechte bestehen primär nur zwischen den Staaten Rechte werden erst aufgrund eines Umsetzungsaktes in das innerstaatliche Rechte implementiert Rechte können nur vor nationalen Gerichten geltend gemacht werden Kein Individualrechtsschutz vor internationalen Gerichten PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt (2) Bloße Begünstigung / Mittelbare „Berechtigungen“ Beispiel: Art. 36 Abs. 1 lit. b) WÜK „Um die Wahrnehmung konsularischer Aufgaben in Bezug auf Angehörige des Entsendestaates zu erleichtern, gilt folgendes: die zuständigen Behörden des Empfangsstaates haben die konsularischen Vertretung des Entsendestaats auf Verlangen des Betroffenen unverzüglich zu unterrichten, wenn in deren Konsularbezirk ein Angehöriger dieses Staates festgenommen, in Straf- oder Untersuchungshaft genommen oder ihm anderweitig die Freiheit entzogen ist. Jede von dem Betroffenen an die konsularische Vertretung gerichtete Mitteilung haben die genannten Behörden ebenfalls unverzüglich weiterzuleiten. Diese Behörden haben den Betroffenen unverzüglich über seine Rechte auf Grund dieser Bestimmung zu unterrichten.“ PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt (2) Bloße Begünstigung / Mittelbare „Berechtigungen“ IGH, LaGrand-Fall → Art. 36 Abs. 1 lit. b) Satz 3 WÜK Individualschützende Wirkung? IGH: (+) „Wendepunkt in der Entwicklung des Völkerrechts“ Erstmals Zuerkennung von Völkerrechtssubjektivität des Individuums außerhalb von Menschenrechten / Humanitärem VR Problem: Individualrechtsschutz kann vom Betroffenen nicht effektiv geltend gemacht werden Individuum ist auf Hilfe seines Staates angewiesen LaGrand: BRD wendet sich (nach medialem Druck) an den IGH Avena-Fall: Individuelle Wiedergutmachungsansprüche? Nein: Erneute Überprüfung der Urteile ist angemessene Entschädigung Aber: Kein gerichtlich durchsetzbarer Anspruch PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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4. Das Individuum als Völkerrechtssubjekt c) Pflichtenträgerschaft Komplementär zur Rechtsträgerschaft: Pflicht des Individuums, die in einem völkerrechtlichen Verfahren durchsetzbar ist? „Pflichtenkonventionen“: Grds. (-) Beispiele der Pflichtenbegründung von Individuen im Völkerrecht: Straftatbestände im Völkerstrafrecht Individualbezogene Pflichten im Humanitären VR (Beispiel: Pflicht von Kriegsgefangenen zur Angabe des Namens und Dienstgrades) Beachte insbesondere auch: Art. 12 II ICC-Statut: Zuständigkeit des ICC ist bereits dann gegeben, wenn der Tatortstaat Partei des Statuts ist → Folge: Individuum kann unabhängig von der Zustimmung bzw. Bindung seines Heimatstaates an das IStGH-Statut zur strafrechtlichen Verantwortung vor den ICC gezogen werden PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte Weiterführende Literatur: Hobe, Non-Governmental Organizations, MPEPIL Hobe, Der Rechtsstatus der Nichtregierungsorganisationen nach gegenwärtigem Völkerrecht, AVR 1999, S. 152 Gasser, International Committee of the Red Cross, MPEPIL Ben-Ari, The Legal Status of International Non-Governmental Organizations: Analysis of Past and Present Initiatives (1912 – 2012), 2013 Weilert, Taming the Untamable? Transnational Corporations in United Nations Law and Practice, in: Max Planck Yearbook of United Nations Law, Vol. 14, 2010, S. 445. Weilert, Transnationale Unternehmen im rechtsfreien Raum? Geltung und Reichweite völkerrechtlicher Standards, ZaöRV 2009, Vol. 69, S. 883. Schmalenbach, Multinationale Unternehmen und Menschenrechte, AVR 2011, S. 57 PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte a) Internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs): Verbände von Einzelpersonen als Völkerrechtssubjekte? Definition: NGOs sind: Von natürlichen oder juristischen Personen privaten Rechts geschaffene Vereinigungen, die auf Dauer angelegt sind, oft ideelle Ziele verfolgen und deren Aktivitäten grenzüberschreitend sind. Primäre Betätigungsfelder: Menschenrechtsschutz, humanitäre Hilfe, Umweltschutz, Kontrolle von Regierungen und politischen Strukturen Beispiele: Amnesty International, Human Rights Watch, Transparency International, Greenpeace, FIFA, IOC, P.E.N., Weltkirchenrat usw. PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte a) NGOs: Verbände von Einzelpersonen als Völkerrechtssubjekte? Mechanismen zur Beteiligung von NGOs Konsultativstatus bei den VN nach Art. 71 der Satzung der VN; ähnliche Regelungen auch bei den VN-Sonderorganisationen Beobachterstatus bei IGOs Teilnahme an Staatenkonferenzen Themenstellung / Agenda setting Beteiligung an der Durchsetzung des Völkerrechts Völkerrechtlicher Status? Grundsätzlich keine Fähigkeit Träger von VR-Pflichten zu sein Grundsätzlich keine Befugnis, an der Erzeugung von Völkerrecht konstitutiv mitzuwirken PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte a) NGOs: Verbände von Einzelpersonen als Völkerrechtssubjekte? Aber: Partielle Völkerrechtssubjektivität von NGOs Zunehmend stärkerer Grad der Einbeziehung von NGOs Unmittelbare Berechtigung und Verpflichtung von NGOs durch Primär- und Sekundärrecht von IGOs Primäre Bereiche: Menschenrechte / Umweltschutz Beispiele: Art. 21, 22 IPbpR, Art. 15, 16 AMRK, Art. 11 EMRK, Art. 10, 11 Banjul-Charta Verfahrensbeteiligungen von NGOs: Art. 44 AMRK, Art. 34 EMRK, Art. 55 Banjul-Charta, Art. 27 ILO-Charta, Art. Europäische Sozialcharta PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte b) Transnationale Unternehmen (TNC) als Völkerrechtssubjekte? Insbesondere wirtschaftlich mächtige Unternehmen sind bestrebt in Verträgen, die sie mit einzelnen Staaten (zumeist Entwicklungsländer) abschließen, Klauseln aufzunehmen, dass der gesamte Vertrag oder einzelne Klauseln dem Völkerrecht und nicht nationalem Recht unterliegen soll E.A.: „internationalisierte“ oder „quasi-völkerrechtliche Verträge“ bzw. Verträge sui generis Frage: Partielle Völkerrechtssubjektivität TNC? PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte b) TNC als Völkerrechtssubjekte? Teilweise werden Unternehmen völkerrechtliche Pflichten auferlegt (Bsp. Art. 137 I 1 HS 2 SRÜ; Haftungsannex zum Umweltschutzprotokoll des Antarktisvertrages, WTO-Streitbeilegungsverfahren), ebenso wie völkerrechtliche Rechte (einzelne Menschenrechte aus EMRK und ICCPR, Investitionsschutzverträge) garantiert In den Nürnberger Prozessen wurde geurteilt, dass IG Farben Kriegsvölkerrecht verletzen kann Teilweise wurden auch Investor-Staat-Verträge als Verträge nach internationalem Recht angesehen (vgl. Texaco Arbitration (1978), vgl. Muchlinski, Corporations in International Law, MPEPIL) PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte b) TNC als Völkerrechtssubjekte? Nein! Grundsätzlich sind Unternehmen Subjekte nationalen Rechts Vorteile: Rechtlich bindende Regelungen für die Verantwortlichkeiten transnationaler Unternehmen und anderer Wirtschaftsunternehmen (2003 erfolgloser Versuch in einem von einem Unterorgan der Menschenrechtskommission der VN ausgearbeiteten Entwurf) Gefahren: Sich erweiternde rechtliche Machtfülle für TNC Mitwirkung an der Gestaltung von Gewohnheitsrecht? Keine Unterwerfung unter nationales Recht Keine Unterwerfung unter nationale Gerichtsbarkeit? PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
35 PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
5. Sonstige Völkerrechtssubjekte: c) Internationale Rot-Kreuz-Bewegung Wer ist das? Eine Gruppe von humanitären Institutionen: Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Nationale Rot-Kreuz-Gesellschaften bzw. in den islamischen Staaten die nationalen Gesellschaften des Roten Halbmondes Internationale Föderation der Rot-Kreuz und der Rot-Halbmond-Gesellschaften Merke: Nur das IKRK hat völkerrechtlichen Status und ist Völkerrechtssubjekt. Aufgabenübertragung durch die Genfer Konventionen von 1949 und die Zusatzprotokolle von 1977 deutlich. Weitere traditionelle Völkerrechtssubjekte: Malteserritterorden, Heiliger Stuhl PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte c) Internationale Rot-Kreuz-Bewegung (Forts.) Abschluss völkerrechtlicher Verträge zwischen dem IKRK und Staaten, z.B. zum Zwecke des Austausches von Kriegsgefangenen Aufgabe des IKRK: Überwachung der Einhaltung des Humanitären Völkerrechts (insb. der Genfer Konventionen) Aktivitäten: Pflege und Versorgung von Verwundeten Überwachung der Behandlung von Kriegsgefangenen sowie ihre Versorgung Familienzusammenführung sowie die Suche nach vermissten Personen Schutz und Versorgung der Zivilbevölkerung Vermittlung zwischen den Konfliktparteien PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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5. Sonstige Völkerrechtssubjekte d) Internationale Gerichtshöfe Oft als Organe anderer internationaler Institutionen eingerichtet: sie besitzen dann keine eigene Völkerrechtssubjektivität. Beispiele: Der IGH ist eines der fünf Hauptorgane der VN Der IStGH für Jugoslawien und der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda sind Nebenorgane des Sicherheitsrates Der EGMR ist ein Konventionsorgan der EMRK Ausnahmen: IStGH (nur inter partes) Sondergerichtshof für Sierra Leone Internationale Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitig-keiten (ICSID) (beschränkt) PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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6. Die Rechtsstellung von Völkern Weiterführende Literatur: Crawford, Brownlie‘s Principles of Public International Law, 8. Aufl., 2012, S. 644. Dietz/Stark, Der Kosovo im Spannungsfeld zwischen Sezessions-recht und internationaler Stabilität, Jura 2012, S. 282. Vukas, Self-Determination of Peoples: A Chronic Problem of Humankind, Coexistence, Cooperation and Solidarity 2012, Vol. 2, S Doehring, Das Selbstbestimmungsrecht der Völker als Grundsatz des Völkerrechts, 1974. Oeter, The Kosovo Case – An Unfortunate Precedent, ZaöRV 2015, S. 51. Thürer/Burri, Self-Determination, MPEPIL Wilde, Kosovo Advisory Opinion, MPEPIL PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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6. Die Rechtsstellung von Völkern Anerkannt ist ein Selbstbestimmungsrecht Art. 1 Nr. 2 SVN: „To develop friendly relations among nations based on respect for the principle of equal rights and self-determination of peoples, and to take other appropriate measures to strengthen universal peace.“ Vgl. auch die gleichlautenden Art. 55 SVN, Art. 1 des IPbpR sowie des IPwskR oder die Friendly Relations Declaration → Sie erkennen das Selbstbestimmungsrecht ebenfalls an. Rechtsnatur des Selbstbestimmungsrecht ist umstritten: Bejahte man die Existenz eines Selbstbestimmungsrechts, folgte daraus das Recht eines Volkes auf Sezession? H.M.: Lediglich Anspruch auf Autonomie-Status Aktuell: Ukraine-Krise PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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6. Die Rechtsstellung von Völkern IGH Kosovo-Gutachten (2010): „During the second half of the twentieth century, the international law of self-determination developed in such a way as to create a right to independence for the peoples of non-self-governing territories and peoples subject to alien subjugation, domination and exploitation. (...) A great many new States have come into existence as a result of the exercise of this right. There were, however, also instances of declarations of independence outside this context. The practice of States in these latter cases does not point to the emergence in international law of a new rule prohibiting the making of a declaration of independence in such cases.“ (ICJ, Kosovo, Advisory Opinion, ICJ 2010, 403, 436) PD Dr. Felix Hanschmann / Völkerrecht I / WS 2016/17 / § 4 VR-Subjekte
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Christian Djeffal - AG ÖR III1 BOTSCHAFTSKONTENFALL BverfGE 46, 342 A.Sachverhalt B.Zulässigkeit.
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D Grundzüge der Fusionskontrolle

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 Art. 47
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 Art. 3
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 1
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 Art. 7
 Art. 9
 Art. 23
 Art. 27
 Art. 24
 Art. 25
 Art. 103
 Art. 97
 Art. 92
 Art. 94
 Art. 96
 § 4
 § 4
 Art. 41
 Art. 48
 EuGH 
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 Art. 24
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 Art. 1
 § 4
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 EGMR 
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 Art. 34
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 Art. 36
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 Art. 12
 § 4
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 Art. 71
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 Art. 21
 Art. 15
 Art. 11
 Art. 10
 Art. 44
 Art. 34
 Art. 55
 Art. 27
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sui generis
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 Art. 137
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