Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81160000075.htm
Timestamp: 2018-11-15 13:26:45+00:00

Document:
1.16.075 Egelsee, Neuhausen auf den Fildern
Verordnung des Landratsamtes Esslingen als untere Naturschutzbehörde über das flächenhafte Naturdenkmal und das ihm zugeordnete Landschaftsschutzgebiet "Egelsee, Neuhausen auf den Fildern" vom 10. Oktober 1986 (Mitteilungsblatt der Gemeinde Neuhausen auf den Fildern vom 24.10.1986).
Aufgrund der §§ 22, 24, 58 Abs. 3 und 4 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch Verordnung vom 19.03.1985 (GBl. S. 71) wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart als höhere Naturschutzbehörde verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Gemeinde Neuhausen auf den Fildern wird zum flächenhaften Naturdenkmal und Landschaftsschutzgebiet erklärt, das die Bezeichnung "Egelsee, Neuhausen auf den Fildern" führt.
(1) Das flächenhafte Naturdenkmal hat eine Größe von ca. 4,8 ha. Es umfaßt die Feldwege 332 (Teilfläche), 335, den Rotbach 5991/2, das Flst. Nrn. 5995 (Teilfläche), den Wassergraben 6031/2 (Teilfläche), die Flst. Nrn. 6050 (Teilfläche), 6054, 6056, 6057, 6498, 6499, 6500, 6501, 6502, 6504, 6505 und 6508.
(2) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 7,3 ha. Es umfaßt die Flst. Nrn. 6006, 6008, 6009, 6010/1, den Feldweg 329, die Flst.Nrn. 6011, 6013, 6014, 6015, 6017, 6018, den Feldweg 330, die Flst. Nrn. 6019, 6020, den Feldweg 6024, die Flst.Nrn. 6029/1, 6025, den Feldweg 332, die Flst.Nrn. 6030, 6050 (Teilfläche), 6031/1, 6032, 6033, den Feldweg 335, die Flst.Nrn. 6497, 6496, den Feldweg 336/1 und 336/2, den Feldweg 337, die Flst.Nrn. 6003, 6002, 6000, den Feldweg 5999/2, das Flst. Nr. 5995 (Teilfläche) und einen Teil des Rotbaches.
(3) Die Lage und Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 sowie in einer Flurkarte im Maßstab 1 : 2 500 schwarz eingezeichnet und, soweit sie das Naturdenkmal betreffen, rot, soweit sie das Landschaftsschutzgebiet betreffen, grün angeschummert eingetragen. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Bürgermeisteramt Neuhausen auf den Fildern zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturdenkmals ist die Erhaltung ökologisch wertvoller Lebensräume für Flora und Fauna auf den Fildern. Besonders hervorzuheben sind die vielfältigen Kleinstrukturen - Hecken, Trockenhang, Feuchtgebiete, Ruderalfloren -, die Lebensraum für viele bedrohte Pflanzen und Tiere bieten.
(2) Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes ist die Erhaltung der Wiesen und Obstbaumbestände. Die Streuobstwiesengebiete bestimmen den landschaftlichen Charakter und sind als natürlicher Lebensraum für Pflanzen und Tiere besonders wertvoll. Darüber hinaus ist der Schutz vor Beeinträchtigungen durch Kleinbauten und Einfriedigungen von besonderer Bedeutung. Zusätzlich stellt das Landschaftsschutzgebiet eine Pufferzone zum Schutze des Naturdenkmals dar.
(1) Auf dem Gebiet des Naturdenkmals sind alle Handlungen verboten, die zu einer Beseitigung, Veränderung, Beeinträchtigung oder nachhaltigen Störung führen können. Beeinträchtigung ist auch die nachhaltige Veränderung des Erscheinungsbildes. Insbesondere ist es verboten:
2. Mauern, Zäune, Hecken und ähnliche Einfriedigungen zu errichten, soweit nicht bereits Nr. 1 Anwendung findet;
3. Leitungen zu verlegen;
4. die Bodengestalt vor allem durch Abgrabungen, Auffüllungen und Aufschüttungen zu verändern;
8. Insektizide oder Herbizide zu verwenden;
9. Tiere einzubringen, wildlebenden Tieren nachzustellen, sie mutwillig zu beunruhigen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten oder Puppen, Larven, Eier oder Nester oder sonstige Brut-, Wohn- oder Zufluchtsstätten dieser Tiere zu entfernen, zu beschädigen oder zu zerstören;
10. im Bereich des Naturdenkmals zu fotografieren und zu filmen, soweit hierdurch eine Beeinträchtigung oder Störung von Brut- und Nistplätzen hervorgerufen wird, Lärm zu verursachen, Rundfunkgeräte, Fernsehgeräte, Plattenspieler, Tonbandgeräte oder ähnliche Geräte zu betreiben;
11. zu reiten, zu zelten, zu lagern, Feuer anzumachen oder das geschützte Gebiet mit Fahrzeugen jeglicher Art zu befahren;
12. das Gebiet außerhalb von Wegen und gekennzeichneten Pfaden zu betreten;
14. Dung und Chemikalien einzubringen.
(2) In dem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen, insbesondere, wenn dadurch
4. Veränderung der Bodengestalt durch Abgrabungen, Aufschüttungen oder Auffüllungen; dazu gehören Abbau, Entnahme oder Einbringen von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen, Vornahme von Bohrungen oder Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;
5. Lagern von Abfällen oder sonstigen Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstückes erforderlich sind;
8. Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen und Zelten oder Abstellen von Kraftfahrzeugen;
11. Neuaufforstung, Anlage von Kleingärten oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise;
12. Beseitigung oder Veränderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen, beispielsweise landschaftsprägende Bäume, Hecken, Gebüsche, Feld- und Ufergehölze, Schilf- und Rohrbestände;
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlung dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
(6) Eine nach Abs. 2 erteilte Erlaubnis erlischt, wenn nicht innerhalb von 2 Jahren nach Bekanntgabe ihrer Erteilung mit dem Vorhaben begonnen oder die Durchführung länger als 2 Jahre unterbrochen wird. Die Frist kann auf Antrag verlängert werden.
(1) § 4 Abs. 1 gilt auf dem Gebiet des Naturdenkmals nicht
1. für Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen, die von der unteren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle angeordnet werden,
2. für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen,
3. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd.
(2) § 4 Abs. 2 und § 5 gelten im Landschaftsschutzgebiet nicht
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsgemäßen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke mit Ausnahme der Handlungen nach § 5 Abs. 2 Nr. 13 und 14,
2. für die Beseitigung von einzelnen absterbenden Obstbäumen, wenn anstelle des alten Baumes auf dem Grundstück ein junger Obstbaum (Hochstamm) gepflanzt wird,
3. für die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd und Fischerei,
4. für die ordnungsgemäße Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach §5 Abs. 2 Nr. 12 und
1. wer im Bereich des Naturdenkmals vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 24 Abs. 6 NatSchG i.V.m. § 4 Abs. 1 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die das Naturdenkmal verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,
2. wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 22 Abs. 3 NatSchG i.V.m. § 4 Abs. 2 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,
3. wer in dem Landschaftsschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Esslingen am Neckar, den 10.10.1986

References: § 2
 § 4
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 § 4
 § 5
 § 5
 §5
 § 24
 § 4
 § 22
 § 4
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