Source: http://verkehrswacht-schwandorf.de/index.php/easy-traffic
Timestamp: 2017-12-16 11:05:56+00:00

Document:
Easy Traffic - 2016 Juli
Thema: Verbandskästen in Kraftfahrzeugen
Gemäß § 35 h StVZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) müssen Kraftfahrzeuge mit Verbandskästen ausgestattet sein. Diese selbst und deren Inhalt müssen gewissen Ansprüchen genügen, die in der sogenannten DIN 13164 geregelt sind.
Übrigens muss man einen älteren Verbandskasten nicht einfach wegwerfen. Wenn sie nach den Anforderungen der DIN 13164 nachgerüstet wurden und somit dem neuesten Stand entsprechen, dürfen sie auch weiterhin im Fahrzeug mitgeführt und verwendet werden.
Folgenden Inhalt müssen die Verbandskästen nach DIN 13164 aufweisen:
1 Heftpflaster 5 m x 2,5 cm (DIN 1301)
4 Wundschnellverbände 10 cm x 6 cm (DIN 13019)
1 Verbandspäckchen 6 cm x 8 cm (DIN13151)
1 Verbandspäckchen 10 cm x 12 cm (DIN13151)
2 Verbandspäckchen 8 cm x 10 cm (DIN13151)
1 Verbandstuch 60 cm x 80 cm (DIN13152)
2 Verbandstuch für Brandwunden 40 x 60 cm (DIN13152)
6 Wundkompressen 10 x 10 cm
2 Fixierbinden (DIN61634) 6 cm x 4 m
3 Fixierbinden (DIN61634) 8 cm x 4 m
2 Dreieckstücher (DIN 13168)
1 Rettungsdecke (Mindestmaß: 210 x 160 cm)
1 Erste-Hilfe-Schere (DIN 58279)
4 Einmal-Handschuhe (DIN EN 455)
Das Mitführen eines Verbandskastens ist absolut notwendig, da man im Umkehrschluss nach § 323c StGB (Strafgesetzbuch - Unterlassene Hilfeleistung) zur Hilfe, z.B. bei einem Straßenverkehrsunfall, gegenüber anderen Personen verpflichtet ist. Ferner begeht man eine Verkehrsordnungswidrigkeit, wenn man den Verbandskasten nicht oder nicht mit vollständigen Material mitführt. Haben Sie Zweifel, ob ihr Verbandskasten noch den Erfordernissen entspricht, wenden Sie sich an ihre Apotheke. Dort wird der Verbandskasten überprüft und kann gegebenenfalls ergänzt werden.
Easy Traffic - 2017 Februar
Thema: Sicherheit beim Radfahren
Das Fahrrad ist als Verkehrs- und Transportmittel oder als Sportgerät in der Freizeit auf unseren Straßen zu sehen. Radfahrende sind Verkehrsteilnehmer, die neben den zu Fußgehenden den geringsten Schutz zur Verfügung haben und sind deshalb besonders darauf angewiesen, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden. Die Verkehrsunfallstatistik zeigt aber auch, dass sie selbst einen hohen Beitrag zur Verkehrssicherheit erbringen müssen, werden doch rund 67 % der Verkehrsunfälle durch sie selbst verursacht.
Radfahrende sind, wie alle anderen Verkehrsteilnehmer auch, zur gegenseitigen Rücksichtnahme gemäß § 1 II StVO (Straßenverkehrsordnung) verpflichtet. Sie müssen sich so verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
Bei der Benutzung von Straßen haben die Radfahrenden immer eine beabsichtigte Fahrtrichtungsänderung mit Handzeichen anzukündigen. Dabei sind sowohl der entgegenkommende als auch der nachfolgende Verkehr zu beobachten. Dies gilt vor allem beim Abbiegen, wie auch bei der Vorbeifahrt an haltenden oder parkenden Fahrzeugen (§ 9 StVO).
Grundsätzlich haben Radfahrende hintereinander zu fahren. Sie dürfen nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird (§ 2 IV StVO).
Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen, ältere Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit ihren Fahrrädern die Gehwege benutzen. Gehweg müssen von Kindern dann nicht benutzt werden, wenn ein Radweg vorhanden ist. Auf zu Fußgehende ist besonders Rücksicht zu nehmen. Achtung: Beim Überqueren einer Fahrbahn müssen Kinder absteigen und ihr Fahrrad schieben. Sie dürfen die Fahrbahn nicht fahrend überqueren (§ 2 V StVO). Eine begleitende radfahrende Person (Mindestalter 16 Jahre) darf ebenfalls die Gehwege benutzen. Andere begleitende Radfahrende dürfen die Gehwege nicht benutzen und müssen auf der rechten Straßenseite fahren (Ausfluss aus der StVO-Novelle vom 01.01.2017).
Radfahrende dürfen sich nicht an andere Fahrzeuge anhängen. Ebenso darf nicht freihändig gefahren werden. Die Füße dürfen nur von den Pedalen oder den Fußrasten genommen werden, wenn der Straßenzustand oder die Verkehrssituation dies erfordert (§ 23 III StVO).
§ 28 I StVO gestattet, dass ausschließlich Hunde von Radfahrenden geführt werden dürfen. Hierbei ist jedoch besondere Vorsicht und eine gehörige Portion Übung verlangt. Es kommt häufiger vor, dass Hunde, die bei besonderen Verkehrssituationen falsch reagieren, sich und ihr radfahrenden Hundeführer in Verkehrsunfälle verwickeln.
Radfahrende haben das Recht, einen vorhandenen Seitenstreifen zu benutzen. Eine Benutzungspflicht besteht jedoch nicht. Es kommt hierbei auf eine zumutbare Beschaffenheit und einen zumutbaren Zustand des Seitenstreifens an.
Nach § 18 StVO dürfen Radfahrende nicht auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen fahren. Dies ergibt sich aus dem Umkehrschluss, wonach nur Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h Autobahnen und Kraftfahrstraßen benutzen dürfen.
Es besteht für Radfahrende zwar keine Schutzhelmtragepflicht, doch sollte jeder "Radler" aufgrund der aus der Benutzung eines Fahrrades z.B. wegen der gefahrenen Geschwindigkeit, daran denken, dass aufgrund des fehlenden Schutzes erhebliche Verletzungsgefahren, insbesondere im Kopfbereich, bestehen.
Auch Radfahrende müssen nüchtern ihr Fahrzeug durch den Straßenverkehr lenken. So wurde in den vergangenen Jahren durch entsprechende Urteile festgesetzt, dass die absolute Fahruntüchtigkeit bei Radfahrenden in der Regel bei 1,6 Promille (0,8 mg/l) beginnt. Auch hier ist die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge akut gefährdet. Aber auch ab 0,3 Promille droht schon Ungemach.
Nicht nur am Steuer eines Kraftfahrzeuges ist es verboten, mit dem Handy zu telefonieren (§ 23 StVO), auch die Konzentration der Radfahrenden wird durch das Telefonieren während des Fahrens gestört. Außerdem müssen Radfahrende in der Regel beide Hände am Lenker haben, um sich sicher im Straßenverkehr bewegen zu können.
Die Benutzung von vorhandenen Radwegen ist zwingend vorgeschrieben (§ 41 II Nr. 5 StVO), wenn die jeweilige Fahrtrichtung durch die Verkehrszeichen
Zeichen 237 Zeichen 240 Zeichen 241
gekennzeichnet ist. Radwege und Sonderwege, dienen der Verkehrsentmischung und der Unfallverhütung. Grundsätzlich haben Radfahrende den rechten Radweg zu benutzen. Den linken Radweg dürfen sie nur benutzen, wenn dieser wie bereits erwähnt, für die Gegenrichtung durch Verkehrszeichen freigegeben ist (§ 2 IV S. 2 StVO). Verläuft rechts kein Radweg, so muss der linke Radweg benutzt werden, wenn dieser für die Gegenrichtung durch Verkehrszeichen freigegeben ist.
Häufig wird beobachtet, das Radfahrende mit Rennrädern die vorgeschriebenen Radwege nicht benutzen. Grundsatz: die vorgenannten Radweg-Regelungen gelten für alle verwendeten Fahrräder.
Radfahrstreifen sind für Radfahrende reserviert. Radfahrende müssen Radfahrstreifen benutzen (Z. 237). Andere Fahrzeugführer dürfen diese nur zur Querung überfahren, z.B. zum Einparken auf nebenliegende Parkstreifen oder zur Zufahrt von Grundstücken etc.
Schutzstreifen für Radfahrende sind zur bevorzugten Nutzung durch Radfahrende vorgesehen. Andere Fahrzeugführer sollen außerhalb des Schutzstreifens fahren, jedoch ist die Benutzung des Schutzstreifens im Bedarfsfall gestattet.
Schutzstreifen für Radfahrende
Radfahrende dürfen nicht über Fußgängerüberwege (sog. Zebrastreifen) nach § 26 StVO fahren. Sie müssen absteigen und ihr Fahrrad schieben. Am Fußgängerüberweg haben nur zu Fußgehende, sowie Fahrer von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, die Vorrechte nach § 26 StVO.
Radfahrende dürfen eine mit Zeichen 220 gekennzeichnete Einbahnstraße nur in die dafür vorgesehene Fahrtrichtung befahren. Wollen Sie die Einbahnstraße in die entgegengesetzte Richtung benutzen, müssen Sie ihr Fahrrad als Fußgänger auf einem Gehweg schieben. In Schwandorf hält sich seit Jahren hartnäckig das Gerücht, die Friedrich-Ebert-Straße dürfe als Einbahnstraße auch entgegen der vorgeschriebenen Richtung von Radfahrern befahren werden. Hiermit wird nochmals eindringlich darauf hingewiesen, dass dies nicht der Fall ist. In der Friedrich-Ebert-Straße entgegen der Fahrtrichtung zu fahren ist aufgrund der einmündenden Straßen Bahnhofstraße und Schwaigerstraße sehr gefährlich, da die einbiegenden Verkehrsteilnehmer aufgrund der vorhandenen Beschilderung nicht damit rechnen, dass von links ein Fahrzeug kommen kann.
Es kommt aber nicht nur auf das Verhalten im Straßenverkehr an. Auch das Fahrrad muss, wie in der unten dargestellten Weise ausgerüstet sind, um die Verkehrssicherheit durch Erkennbarkeit und Sichtbarkeit zu erhöhen.
In § 23 I StVO ist geregelt, dass alle vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen des Fahrrades auch am Tage vorhanden und betriebsbereit sind müssen.
Easy Traffic - 2016 Juni
Thema: E-Bike, Pedelec, Elektrofahrrad?
Früher hießen sie schlicht Elektrofahrrad oder Fahrrad mit Hilfsmotor. Heute unterteilt man die Zweiräder mit Elektromotor in E-Bikes (Elektromotor wird über einen Drehgriff reguliert), die Pedelec 25 (Pedal Electric Cycle - durch Tretkraft gesteuerte elektrische Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h) und die Pedelec 45 (ebenfalls durch Tretkraft gesteuerte elektrische Unterstützung bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h).
Reicht für E-Bikes und Pedelec 25 ein Fahrradhelm (EN 1078 bzw. EN 1080) aus, der immer zu empfehlen ist, so herrscht für Pedelec 45 Helmpflicht, da sie rechtlich Kleinkrafträder darstellen (ECE 22-05).
Folgende Sicherheitstipps sollten beachtet werden, wenn man mit einem Pedelec unterwegs ist:
Tempo anpassen - für Autofahrer ist es nicht immer leicht zu erkennen, dass jemand auf einem Pedelec unterwegs ist. Pedelec-Nutzer müssen ihre Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen anpassen, aber auch die Erwartungshaltung anderer Verkehrsteilnehmer einbeziehen.
Helm tragen - besonders empfehlenswert, da durch die hohen Geschwindigkeiten sehr große Kräfte auf den Kopf bei einem Sturz einwirken können.
Bremsen beherrschen - auch zu starkes, einseitiges Bremsen kann zu Stürzen führen. Bremsen Fahrer zu stark hinten, kann das Pedelec ausbrechen. Bremsen sie zu stark vorne, können sich Fahrer überschlagen oder bei schlechter Traktion seitlich wegrutschen. Am besten machen sich Anfänger auf einem verkehrsfreien Weg mit den Bremsen ihrer Pedelec vertraut. So können sie ihren Bremsweg besser einschätzen und sicherer anhalten. Vorausschauendes Fahren mindert die Notwendigkeit, abrupt bremsen zu müssen.
Auf Sichtbarkeit achten - Vorteilhaft ist bequeme und gut sichtbare Kleidung mit reflektierenden Applikationen, das Tragen eines Fahrradhelms mit Reflektoren, Handschuhe mit ausreichender Beweglichkeit der Hände und Finger, leichte Schuhe mit rutschfesten Sohlen sowie Klammern am Hosenbein, um das Einklemmen am Tretlager, der Kette und den Speichen zu vermeiden.
Pedelec gut warten - Regelmäßige Pflege ist wichtig. So sollen stets die Reifen ausreichend aufgepumpt sein. Schmutzige Akku-Gehäuse sind mit einem feuchten Lappen abzuwischen. Kontakte können mit einem trockenen, saugfähigen Tuch gereinigt werden. Außerdem sollen die Bremsen und das Licht regelmäßig auf Funktion hin überprüft werden. Professionelle Inspektionen sind generell zu empfehlen.
Easy Traffic - 2016 September
Thema: Halten an der Haltelinie
Zeichen 294 - Haltelinie ordnet an, dass ein Fahrzeug hier halten muss. Eine Haltelinie wird in aller Regel dann markiert, wenn durch Zeichen 206 (Halt. Vorfahrt gewähren - oder besser bekannt als STOP-Zeichen), bei Lichtzeichenanlagen (Ampeln) oder Schranken (Bahnübergängen) es geboten ist, genau dort anzuhalten, wo sich die Haltelinie befindet. Der Fahrzeugführer hat hier somit keine Wahlmöglichkeit.
Doch was ist zu tun, wenn die Haltelinie dort angebracht ist, wo noch keine Sicht, z.B. an einer Kreuzung gegeben ist. Hier besteht die Straßenverkehrsordnung darauf, dass auf jeden Fall das Haltgebot durch Zeichen 294 eingehalten wird. Jedoch wird der Fahrzeugführer einen Satz weiter zusätzlich verpflichtet, an der sog. Sichtlinie zu halten, wenn dies erforderlich ist.
Die Erforderlichkeit ist nicht abschließend definiert. Sie verlangt vom Fahrzeugführer eine selbstständige Entscheidung im jeweiligen Einzelfall. Kommt es zum Beispiel dann zu einem Verkehrsunfall, weil der Fahrzeugführer nicht zusätzlich an der Sichtlinie angehalten hat, so trifft ihn trotzdem die Schuld, auch wenn er an der Haltelinie gehalten hat.
Easy Traffic - 2016 Oktober
Easy Traffic - 2016 November
Easy Traffic - 2016 Dezember
Easy Traffic - 2017 Januar

References: § 35
 § 323
 § 1

§ 28
 § 18
 § 26
 § 26
 § 23