Source: http://www.die-linden-der-anderen.de/blog1.html
Timestamp: 2018-01-16 09:07:59+00:00

Document:
FÄLLEN FÄLLEN FÄLLEN - ANDERE STRASSENSEITE! UND DIE BESONDERE, DIE DICKE LINDE
19. November 2012 - Montag Nebel
Und heute morgen - stark blinkendes Auto im Nebel - kam die Fa. Ruwe und hat erst einmal die Straße gefegt.
Dafür gibt es doch eine schicke Parktasche!
BÄUME UND STADTKLIMA! MORGEN MEHR DARÜBER - HEUTE RATLOSIGKEIT
VOLKSTRAUERTAG - DAS WAR KEINE STILLE WOCHE!
18. November 2012 - Sonntag Nebel - 6 Grad in Werder und kein Sonnenschein
und in London am 18.11.1660
Temperature: 6°C / 43°F (Nov 1660 avg.)
WOCHE VOR TOTENSONNTAG - DIE DICKE LINDE 109 WIRD FALLEN!
Diese beiden Bäume haben wir gepflegt und bewundert, der Duft - wie eine Blume - im Sommer war betörend, die Bienen haben gebrummt, die Tauben genistet… ENDE
BEVOR DIE KETTENSÄGEN WIEDER DIE WOCHE BESTIMMEN VOR DEM TOTENSONNTAG!
Der sogenannte Volkstrauertag (heute) ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag (seit 1952) . Er gehört zu den "Stillen Tagen".
Und seit Tagen abends immer eine Lichterkette aus Kerzen auf den Baumstümpfen.
Was machte Pepys an diesem Tag?
Was schrieb er in sein Tagebuch?
"Tag des Herrn. Am Morgen zu unserer Kirche, in der Mr. Powell (ein schiefbeiniger Mann, der früher mit mir zur St. Paul’s School gegangen ist) eine gute Predigt hielt.
Auch am Nachmittag in unsere Kirche gegangen. Meine Frau kam ebenfalls mit (sie und Lady Batten saßen erstmals in unserer neuen Bank).
Nach der Predigt nahm Mylady uns mit zu sich nach Hause, wo wir mit ihr, Sir W. Batten und Sir Penn zu Abend aßen und man sich sehr um uns bemühte.
Meine Frau war zum ersten Mal dort.
Dann nach Hause und zu Bett."
Sollen die Meinen vor Kummer aber nicht vergessen!
Voilá, eine Straßenseite ist am Freitag Nachmittag schon baumlos "ordentlich"!
17. November 2012 - Samstag
Auf die Frage eines Anwohners an einen Mitarbeiter dieser Firma, ob sie nicht in der Lage wären, so die Bäume zu fällen, daß nicht jedesmal eine größere Erschütterung erfolgt, wenn die langen Baumstämme auf die Straße fallen, wurde gesagt, diese Art von Fällung sei der Stadt Werder abgestimmt.
Das ist ein - im wahrsten Sinne de Wortes - unschlagbares Argument am Freitag Mittag (gestern um 12 Uhr fiel ein mächtiger Lindenstamm)!
HOLZKREUZE - TRAUER UM LINDEN!
Blick vom Marienweg auf die frisch gefällten wertvollen Linden. Hier standen nun auf den Stümpfen große Holzkreuze zum Gedenken. Gesehen gestern, am Freitag, 16.11.2012.
Blick vom Marienweg in Richtung Innenstadt mit Holzkreuzen.
UMGESTOSSENE HOLZKREUZE - EIN KREUZ MIT DEN LINDEN!
Heute früh: Blick vom Marienweg auf den Baumstumpf.
Auch dieses Holzkreuz war umgelegt worden.
Morgen ist doch Totensonntag….Auch in Werder?
Voilá, und heute ein letzter Blick auf die kräftige Linde, die vor dem Haus, wo Herr J. mit seiner Familie groß geworden ist, steht!
16. November 2012 - Freitag Mittag
Zu diesem Baum gibt es zu berichten, daß vom Landesbetrieb für Straßenwesen erläutert wurde, daß der Baum unter 1,50 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt stünde.
Da kämen "Muttis mit Kinderwagen" nicht durch und Rollatoren auch nicht, unter 1,50 m darf nun einmal kein Fußweg sein.
PARA-ERFAHRUNGEN!
Der Philosoph Welsch (Theoretiker der Postmoderne) meint, es gäbe sogenannte Para-Erfahrungen. Diese Machtdemonstration, ich nenne es "Fällen ohne jedes Zögern" (noch schnell im November), ist so eine, oder?
Also das erzeugt komplexe Gefühle! Als kein komplexes Gefühl wäre vielleicht, wenn der Hund einen zwickt.
Also er meint, zu komplexen Gefühlen gehört die Reflexion. Also das permanente Fällen (von morgens bis abends diese Kettensägengeräusche), dann aber auch das Vibrieren, wenn die großen Stämme auf die Erde bzw. den Straßenbeton fallen, etc. erzeugt Gefühle in einem (auch) Prozess.
Jedenfalls kommt man mit solchen traumatischen (?) oder traumatisierenden (?) Erlebnissen nicht leicht klar.
"Andersherum" fahren. Kein Blick mehr in diese Richtung. Nur im Dunkeln geht jetzt prima.
Kurz vor Ladenschluss schnell zum Papierladen düsen, um zum 100.000 ten Male Tonerpatronen zu kaufen.
Warum werden nicht jetzt auch die wirklich schwachen Linden "Unter den Linden" (vor Weihnachten!!!) gefällt? Dann sähe die ganze Innenstadt - oder wie diese Straßenkreuzungsmitte sich nennen mag - ordentlich aus.
Und die Stümpfe - ein Wahrzeichen - könnten als Untersetzer für kleine Tannenbäume vom Tannenhof oder auch als Kunstbaum aus China dienen.
MISTELN! AN DEN LINDEN IN DER STRASSE "UNTER DEN LINDEN" IN WERDER AN DER HAVEL.
SIND BESTIMMT AUCH SEHR, SEHR KRANK.
Entspannt doch 'mal. Pst!
Ein letzter Blick auf die schöne Baumgruppe am Marienweg!
15. November 2012 - Donnerstag Mittag - kalt - 2 Grad am Haus!
Da ist das Schild! BAUMFÄLLARBEITEN. Das war heute Vormittag. Wieder menschenleer.
Oh nein, ein Mensch wartet dort auf den Bus.
Ich erfuhr heute, daß auch die dicke Linde Nr. 109, die vor dem Bürofenster steht, ohne Aufschub und Fisimatenten gefällt wird.
Die Vögel aus der Straße sind jetzt wohl hier in dieser Baumgruppe.
Alles so unwirtlich hier für Tiere (siehe unten - also auch für uns).
rbb -IMMER AM PULS DER ZEIT!
Ich habe heute eine Anfrage vom rbb, Antenne Brandenburg, beantwortet.
Sie wollten am kommenden Montag mit mir über das Fällen reden!
Das ist doch 'mal ein Einfall! Das sogenannte öffentlich-rechtliche Radio!
Und Nietzsche? Was denkt der über uns? "Auch jenen Sinn für Wahrheit, der im Grunde der Sinn für Sicherheit ist, hat der Mensch mit dem Tiere gemeinsam:
man will sich nicht täuschen lassen, sich nicht durch sich selber irre führen lassen, man hört dem Zureden der eigenen Leidenschaften mißtrauisch zu, man bezwingt sich und bleibt gegen sich auf der Lauer; dies Alles versteht das Tier gleich dem Menschen, auch bei ihm wächst die Selbstbeherrschung aus dem Sinn für das Wirkliche (aus der Klugheit) heraus." Ach!
Heute früh bei Linde 63 und 65 an der Bushaltestelle zum Marienweg!
14. November 2012 - Mittwoch früh um 7.30 Uhr
Heute morgen Stümpfe angeschaut auf dem Wege zum Marienweg.
Dann kam die Firma, die die Bäume fällen soll. Haben ihre "Baustelle" (nennt man das so?) eingerichtet. Der Hubwagen (o je, falscher Begriff bestimmt) kann bis 30 Meter hoch aufsteigen.
Das ist die mittlere Baumgruppe, die noch eine "Torsituation" städtebaulich (nennen wir es markieren? nein) suggerieren könnte. Zurück ins Büro (wie Pepys).
Das war heute früh. Stille. Menschenleer.
Die Straßenseite ist noch sehr dunkel. Sonne steckt noch hinter den Häusern. Hab' kein besseres Foto.
Ich bring' schon die Millionen durcheinander. Denn der Rapper Psy aus Südkorea hat nicht ca. 64 Millionen Zugriffe bei youtube, sondern ich las, das Musikvideo wurde 654 Millionen Mal angeklickt. Aber das muß auch nicht stimmen.
Claudia Schm. - Verfassungsschutz Berlin - hat zuviel Schredderei durchgehen lassen.
Ich schreddere ja auch gern. Lasse aber dann einfach alles liegen. Hier ist es jetzt aber traurig. Dabei scheint die Sonne. Immer Baum Baum Baum...
ALLES GEHT SEINEN S….. GANG - ES WIRD WEITER GEFÄLLT!
13. November 2012 - Dienstag
Heute morgen ging es weiter und die ersten Riesen fielen.
Es war eine Linde, die makellos war. Als der Stamm fiel, hopste unser Haus hoch.
Mitarbeiter der Baumfällfirma mit dem hübschen Namen "Baum und Park" meinten, daß ich daran erkennen könnte, daß die Straße unbedingt neu gemacht werden müsse.
Die würde solchen Lasten (?) nicht genügen.
Und sie würden mich kennen! Guck 'mal an, dachte ich, so berühmt sind hier fröhliche Frauen, die früh Brötchen holen und Nachbarn grüßen. Nein, es war anders gemeint,
ich wäre die, die gegen das Fällen der Linden ist.
Dann erfuhr ich, daß die nochmalige Einsicht heute (jawoll - Dienstag - Behördentag) in das Baumschutzgutachten (bei der Unteren Naturschutzbehörde in Belzig) ergab, daß die beiden Linden, die ein natürliches Tor am Marienweg bilden, also Linde Nr. 63 und 44, laut Baumgutachten eine Erhaltungswürdigkeit von "1" haben.
Wenn man sich die beiden Bäume anschaut, überrascht das nur Ignoranten. Aber die kann man wohl nicht überraschen.
Die stellvertretende Bürgermeisterin, die Zugezogene, wurde nochmals angeschrieben per Fax und Email, doch die "letze Chance zur Teilerhaltung des historischen Stadtbildes" wahrzunehmen.
Morgen sind die beiden sehr schönen Bäume "dran"!
Unsere Familie gegenüber hat auch einen Hund. Das ist Leopold.
Und das Mädchen heißt C., sie kommt immer erst spät von der Schule aus Potsdam.
Und heute Abend brachte sie uns ein Gedicht!
Das war am 13.11.2012 Mittag, der 13., da kann das nur so sein. Foto: wowi
Es wird eben in die Zukunft investiert! Hab' kein Foto von Leopold.
Kopfschmerzen und doch war heute ein guter Arbeitstag. Hatte nichts mit Brandschutz zu tun und Behörden.
Ein professioneller Mann von der Zurich Versicherung hat einen Gebäudeschaden in Glindow klug gemanagt. Ich wollte nicht mehr durch die Eisenbahnstraße zurück fahren. Die wird so häßlich wie die Dr.-Külz-Straße in Glindow, auch eine "Stadteinfahrt".
Eine Rennpiste, also Straße ohne jede Aufenthaltsqualität.
Man muß fit sein, um von einer Straßenseite auf die andere zu gelangen. Landesstraße.
Am besten gelänge es im Gangnam Style (bei youtube so ca. 64 Millionen Mal angeschaut). Wie Psy. Oder wie Ai Weiei - der tanzt mit Handschellen zum Schluß. Hat China schon gelöscht.
Man kommt gar nicht hinterher! Ich brauche ein App, das mir gefühlt anzeigt, was bald wieder gelöscht wird. Geht das noch nicht?
Hier geht aus Trauer und viel Arbeit ja alles drunter und drüber - Hund lümmelt schon auf der Couch… Mein Gott, diese Inkonsequenz.
12. November 2012 - Montag
Heute morgen kamen mehrere Mitarbeiter von der Firma mit dem Namen Eurovia.
Diese Firma macht die Straßenbauarbeiten. Und ist wahrscheinlich zuständig für die Fällung aller Bäume.
Petitionen, Proteste, Bitten, Telefonate. Alles vergeblich.
Wie hässlich wird die Straße!
Das wird eine deutsche Musterstraße! Forschungsthema? Könnte lauten:
Die deutsche Landesstraße im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und deutschem Ordnungssinn.
Am Sonntag mehrmals versucht, der Polizei in Werder ein Fax zu senden: Nicht gelungen. Also wieder bei der Polizei angerufen.
Ich hatte eine Frau am Telefon:
"Guten Tag. Ich wohne in der Eisenbahnstraße hier in Werder und wollte Ihnen ein Fax schicken.
Aber die Nummer stimmt nicht."
"Ninch? Ick frag' mal einen Kollegen, der hier länger is. Egon!!!!!"
"Wie 29? Nee? Nur hinten 29 und denn noch vorher 26? Ach so, na jut, also 483 ham se? dann 26 29. Dit is die Faxnummer. Wat woll'n sen faxen?"
Das Ende des Gespräches schreibe ich nicht, es macht einen noch kränker, so wie grün, grüner am grünsten.
KETTENSÄGEN IN AKTION!
Viele Kommentare der website www.unsere-linden.de gelesen, und auch bei werderpluswerder.de…
Die jungen Linden sind auch schon weg.
Das war bis heute Mittag die vitale Linde 103. Foto: wowi
Foto: coth 12/11/2012
Solch eine Unruhe und Lärm draußen und Tränen hier. Was machen die denn da??? Mein Rudel ist krank! Bin ich allein? Ja!
POLIZEIWACHE WERDER WEIß NICHTS!!
10. November 2012 - Samstag
Heute morgen rief ich bei der Polizeiwache in Werder an.
Telefonnummer 4830.
Ich hatte eine Frau K. am Telefon:
"Guten Morgen. Ich wohne in der Eisenbahnstraße hier in Werder und seit gestern Mittag stehen hier plötzlich auf unserer Seite Halteverbotsschilder.
Ab Montag früh darf hier nicht mal mehr gehalten werden, wissen sie, warum?" "Na wird da nich so'n Radweg jebaut? Nee? Nich??"
"Radweg? Nö, bei uns ist doch alles in Ordnung, da kann doch nicht plötzlich auf beiden Seiten ein Radweg gebaut werden. Wir wohnen doch nicht dahinten am Zernsee, sondern zwischen Bahnhof und Plantagenplatz."
"Na dann wes ick det och nich, jedenfalls liegt hier keine verkehrliche Anordnung vor."
"Liegt nichts vor? Wissen Sie, wir haben hier zum Teil extrem schmale Grundstücke, und wir können die Autos nicht einfach wegzaubern. Außerdem ist ja auf dem neu ausgebauten Teil schon überall Halteverbot."
"Also ick würde ja det Ordnungsamt der Stadt Werder anrufen. Ach so, jeht ja nich, is ja schon Mittach. Nee, dann müssen se bis Montag früh warten und da anrufen.
Dit haben die bestimmt einfach so jemacht. Wer weiß, wat die vorhaben."
"Also niemand bei der Polizei kann mir sagen, warum auf der einen Straßenseite ab Montag nicht einmal gehalten werden darf?"
"Ja, det wissen wir nich, die ham uns nüscht jeschickt." usw.
WIR TRAUERN! UNSER ABSCHIEDSFILM
Hund hat neuen Ball bekommen. Es gab eine Lieferung von quietschenden Bällen aus Spanien. Hat keine Zeit für Fotosession.
LINDE 109 - Antrag auf Unterschutzstellung beim Landrat / Untere Naturschutzbehörde Landkreis Potsdam-Mittelmark eingereicht!
9. November 2012 - Freitag Abend - noch später
Hier ist der BESONDERE BAUM! DIE DICKE LINDE!
Foto: C. Diening 9/2012
Foto:coth 9/11/2012
9. November 2012 - Freitag Abend
Hund - das Tier - ist auch noch da!
Das wird wieder eine lange Nacht im Büro… jedenfalls wird in diesem Büro nicht geschreddert… Verfassungsschutzchefin Claudia Schmid (kommt mir bekannt vor) bedauerte den Vorfall. "Entgegen den Regeln des Landesarchivs sind Akten vernichtet worden", sagte Schmid. "Das hätte nie passieren dürfen."
Der Landrat erhält heute Abend einen Antrag per Fax!
Das ist ein Auszug aus dem von C. Diening / BI erstellten Kataster aller gefährdeten Linden, die vom Landesbetrieb für Straßenwesen jetzt gefällt werden. Das ist der Anhang zum Antrag auf Unterschutzstellung.
ANTRAG über Landrat, Herrn Blasig - SPD
DAS KETTENSÄGENMASSAKER BEGINNT?!?!
9. November 2012 - Freitag
Der Landesbetrieb für Straßenwesen sorgt immer wieder für Überraschungen!
Das ist die Vorgehensweise des mächtigen Landesbetriebes für Straßenwesen!
WIR LASSEN UNS NICHTS SAGEN.
WIR LASSEN UNS AUCH NICHTS FRAGEN.
UND WIR SAGEN AUCH NICHT, WANN WELCHE FIRMA BÄUME FÄLLT!
UND WIEVIEL ALLES KOSTET!
Foto: coth 9/11/2012
Frau Finis-Keck und Herr Schmidt wollten am 2.11.2012 auf einem Treffen der BI und Unterzeichnerin in Werder, nicht sagen, welche Firma den Fällaufttrag erhalten hatte und man wisse gar nicht, wann nun gefällt würde…
Du Bürgerlein schreibt doch Petitionen, erarbeite Kataster, suche den Juchtenkäfer oder auch nicht, gehe devot zu Stadtverordnetenversammlungen und laß Dich verhöhnen, arbeite und dokumentiere…
dann - wie ist das überhaupt möglich? -
gibt es Verkehrsregelungen innerhalb von zwei Tagen!
Bei Baustellen muß man lange vorher Anträge stellen und die Schilder gelten nicht von einem Tag zum anderen.
Wer ist hier am Werk? Den brauche ich für zukünftige Baustellen! Toll!
In den Halteverbotsbereichen sind auch die vier Bäume, die stehen bleiben sollen, aber weiß das überhaupt jemand?
SAGT AI WEIWEI!
und: "Dieses Land verschwendet die Hälfte seiner Energie darauf, die Menschen daran zu hindern, an Informationen zu kommen oder miteinander zu kommunizieren….
Woher weiß dieser Ai Weiwei das denn? Er lebt doch in China! Ach ja, liest wahrscheinlich auch den blog. Klar!
8. November 2012 - Donnerstag
HERBSTHERBSTHERBST!
Unser letzter Herbst mit unseren / Euren Linden?
Foto: coth 10/2012
WIE GING ES WEITER IM JAHR 2006?
8. November 2012 - Donnerstag - 2. Teil
Schon im Jahr 2006 gab es keine angemessene Beteiligung und Transparenz! Teil II! Hier der Beschluss im Bauausschuß!
Sitzung:	Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Sitzungstag:	29.11.2006
Sitzungsort:	Kirchstraße 6/7 in 14542 Werder (Havel), Altes Rathaus Sitzungssaal
Ende: ca. Uhr
1	Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung	2	Feststellung der Beschlussfähigkeit	3	Festsetzung der Tagesordnung	4	Protokollkontrolle und Anerkennung des Beschlussprotokolls der öffentlichen Sitzung des Ausschusses vom 01.11.2006
5	Bebauungsplan 046/04 ''An der Kirche Phöben'' Stadt Werder (Havel) OT Phöben Billigung des Planentwurfs und öffentliche Auslegung gemäß § 3 Abs. 2 BauGB Vorlage: BSVV/0832/06	Fachbereich 4 6	Bebauungsplan 039/99 ''Hoher Weg'' ,Stadt Werder (Havel) Aufstellungsbeschluss zur 1. Änderung gemäß § 2 Baugesetzbuch (BauGB) und Billigung des Vorentwurfes Vorlage: BSVV/0848/06	Fachbereich 4 7	Bebauungsplan 017/92/2003 ''An der Föhse'' Hier: Abwägung gem. § 1 Abs. 7 BauGB Vorlage: BSVV/0842/06	Fachbereich 4 8	Bebauungsplan 017/92/2003 ''An der Föhse'' Hier: Beitrittsbeschluss als satzungsändernder Beschluss gem. § 10 Abs. 1 BauGB Vorlage: BSVV/0843/06	Fachbereich 4 9	Bebauungsplan 008/92 ''Einkaufspassage'' Bezug: Aufhebung Hier: Abwägung gem. § 1 Abs. 7 BauGB Vorlage: BSVV/0846/06	Fachbereich 4 10	Bebauungsplan 008/92 ''Einkaufspassage'' Hier: Aufhebung des Satzungsbeschlusses gem. § 10 Abs. 1 BauGB Vorlage: BSVV/0847/06	Fachbereich 4
11	Ausbauplanung L90 / Eisenbahnstraße Vorstellung und Beschlussfassung Vorlage: BSVV/0836/06	Fachbereich 4
12	Bauvorhaben Ausbau der Zelterstraße in Werder (Havel), OT Petzow Entwurfs- und Genehmigungsplanung Vorlage: BSVV/0845/06	Fachbereich 4 13	Neubenennung eines Teilstücks einer Straße in Werder (Havel), OT Töplitz Beschlussfassung Vorlage: BSVV/0858/06	Fachbereich 4 14	Straße in Werder (Havel), OT Töplitz Öffentliche Widmung Vorlage: BSVV/0859/06	Fachbereich 4 15	Information und Anfragen
< gez.: Wolfgang Gäding Vors. des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
Das war der entscheidende Beschluss der Stadt Werder.
RUNDERLASS BETR. ALLEEN GIBT ES SCHON SEIT NOVEMBER 2000
Hier einen Textauszug:
"Gemeinsamer Runderlass „Nachhaltige und verkehrsgerechte Sicherung der Alleen in Brandenburg“ November 2000
Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg
Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg
Nachhaltige und verkehrsgerechte Sicherung der Alleen in Brandenburg Gem. RdErl. des Ministeriums für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr und des Ministeriums für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung v. 24.11.2000.
Das Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr und das Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung haben sich verständigt, den Alleenschutz in Brandenburg zu verbessern.
Die vereinbarten Regelungen werden sowohl den Belangen des Naturschutzes als auch der Verkehrssicherheit gerecht.
Auf der Grundlage vertrauensvoller Zusammenarbeit sichern Straßenbau- und Naturschutzbehörden gemeinsam den langfristigen Erhalt der heimischen Alleen.
Ziel des Erlasses ist die nachhaltige Sicherung der Alleen in Brandenburg unter Berücksichtigung der Anforderungen der Verkehrssicherheit. Die Erhaltung und Erneuerung der Brandenburgischen Alleen wird verbindlich festgelegt und konkretisiert. An den alleenbestandenen Straßen wird eine den örtlichen Gegebenheiten entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzung veranlasst.
Die Regelungen des Erlasses werden durch Fallbeispiele in einer Anlage erläutert.
Der Erlass betrifft die Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg und gilt ergänzend zum Merkblatt „Alleen“ des Bundesministeriums für Verkehr (Ausgabe 1992). Die sonstigen diesbezüglich ergangenen, einschlägigen Erlasse behalten ihre Gültigkeit.
Die Anwendung des Erlasses wird den kommunalen Straßenbaulastträgern empfohlen.
Die Alleen im Sinne dieses Erlasses werden verbindlich in einer Karte dargestellt.
3. Allgemeine Regelungen zur Bestandssicherung von Alleen
a) Lückenbepflanzung
Werden aus Alleen, die hinsichtlich ihrer Gesamtstruktur vital sind und eine gesicherte Lebenserwartung von mehreren Jahrzehnten haben, einzelne Bäume wegen natürlichen Abgangs oder aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht entfernt, werden diese in der betreffenden Allee in vorhandene Baumlücken (bis zu fünf aufeinanderfolgende Bäume) im Verhältnis 1:1 unter Beibehaltung der bisherigen Baumflucht nachgepflanzt, sofern das aus dendrologischer Sicht sinnvoll ist…"
Laub - Linde 107.
WIE BEGANN ALLES IM JAHR 2006?
8. November 2012 - Donnerstag - Wolken, wenig Sonne
Schon im Jahr 2006 gab es keine angemessene Beteiligung und Transparenz! Blick in die Akten!
Hier schreibe ich am 2. Februar 2006:
_________________________________________________________________________ An den Leiter des Brandenburgischen Straßenbauamtes Potsdam
vorab per Email: poststelle@bsbap.brandenburg.de
per Fax: (03 31) 23 34 - 282
Umbau/Neubau Landesstrasse L 90 / Eisenbahnstraße in Werder (Havel)
am 20. und 24. Januar 2006 habe ich die im Rathaus der Stadt Werder ausliegende Planung für o. a. Straße eingesehen.
Da in der Regel detaillierte Straßenausbauplanung (einschl. der konkreten Linienführung und aller Einzelheiten) im Wege des Planfeststellungsverfahrens erfolgt, wollte ich den Verfahrensstand erfahren.
Ist eine straßenrechtliche Planfeststellung nicht auch bei Landesstraßen vorgeschrieben?
In der Stadtverwaltung Werder konnte ich darauf keine Antwort erhalten.
Eine telefonische Rückfrage in Ihrem Hause ergab, dass dies nicht so sei.
Deshalb schreibe ich nun an Sie und bitte um Mitteilung, welche Möglichkeiten für die Betroffenen bestehen, Einwände und Vorschläge vorzutragen bzw. einzubringen, da es sich für die Anlieger mit Sicherheit um wesentliche Eingriffe handelt.
Der Unterzeichnerin stellt sich Planung so dar, dass sich die Gestaltung der Straße als bauliche Anlage in vollem Umfang verändert;
d. h. der Straßenkörper in Grund- und Aufriß, neue bautechnische Ausbildungen (z. B. Kreisverkehr mit Erdhügel, Aufweitung für Mittelinsel u. a. m.),
Reduzierung der Fahrbreite auf 6,50 Meter und damit Wegfall der Park- und Haltemöglichkeiten am Fahrbahnrand, kein Bau eines Fahrradweges, keine Pflanzungen.
Darüber hinaus ist eine wesentliche Änderung der historischen städtebaulichen Struktur des Ortes durch das Aufschütten eines Erdhügels am geplanten Kreisverkehr an der Kreuzung Kesselgrundweg, Verziehen bzw. leichtes Verschwenken der Fahrbahn u. a. m. vorgesehen.
Da ich vermute, dass gemäß der entsprechenden Satzung der Stadt Werder die Anlieger an den Gesamtkosten nicht unerheblich beteiligt werden, haben doch diese hohen Kostenfolgen wesentlichen Einfluss auf die Abwägung.
Ich habe den ausgelegten Unterlagen entnommen, dass Ihre Behörde als Träger der Straßenbaulast die Planung aufstellt.
Ich konnte zwar den Anlaß, aber nicht die voraussehbaren Auswirkungen des Vorhabens auf das öffentliche Wohl und auf private Belange und damit auch nicht den Kreis der Betroffenen, erkennen.
Eine erste Interessenabwägung konnte ich auch nicht finden.
Eine Anhörung bzw. Kontaktaufnahme der Straßenbaubehörde mit privaten Eigentümern, Anliegern etc. fand bislang nicht statt.
Die Anlieger möchten gern Gelegenheit erhalten, Bedenken und Anregungen fachgerecht vorzutragen.
Wird solch ein Anhörungsverfahren noch stattfinden?
So könnten doch wichtige Individualinteressen erkannt und geschützt werden, andererseits aber auch der Vorhabenträger neue Erkenntnisse über räumliche oder historische Gegebenheiten, den aktuellen Bestand bzw. Hintergründe, die für das „Ob“ und das „Wie“ der Durchführung dieser geplanten Straßenbaumaßnahme entscheidend sein können, erhalten.
Die im Rathaus bis zum 3.2.2006 ausgelegte verbale Bestandsbeschreibung ist z. T. fehlerhaft und auf jeden Fall unvollständig.
Bitte teilen Sie mir auch mit, wann die Einwendungsfrist endet und ob und wann ein Erörterungstermin stattfindet.
Da die von Ihnen geplanten Baumaßnahmen mein Büro in der Eisenbahnstraße 133 nachhaltig gefährden und als Anliegerin nicht unerhebliche Kosten auf mich zukommen, brauche ich Rechtssicherheit, um meine Bedenken fristgemäß vortragen zu können.
Da ich nicht möchte, dass die Einwände unter den Tisch fallen oder in ihrer Bedeutung falsch gewichtet werden, schreibe ich Ihnen jetzt in der Hoffnung, dass Sie für Veränderungsvorschläge offen sind und die Unterzeichnerin bzw. die Anlieger über den korrekten Verfahrensstand bald in Kenntnis setzen.
Durchschriftlich: Stadt Werder per Fax"
Auf diesen Brief wurde nicht reagiert. Auch die Stadt Werder blieb stumm.
Und so ist die Situation auch heute noch! Der "Erdhügel" (unser Klops) ist bislang nicht realisiert worden…
Zur Tiefenentspannung: HIMMEL ÜBER WERDER
Foto wurde heute von der Eisenbahnstraße - Höhe dicke Linde Nr. 109 aufgenommen.
Wiederhole Tiefenentspannung! HIMMEL II ÜBER WERDER
AM 30. JUNI 2006 - kein Schreibfehler -
STELLTE ICH SCHRIFTLICH FOLGENDE FRAGEN:
1.	Welche Einwände hat es inhaltlich gegeben?
2.	Wurden diese Einwände in der weiteren Planung berücksichtigt?
3.	Wenn ja, worin bestanden die Veränderungen?
4.	Warum ist es der Stadt Werder gleichgültig, im Rahmen welchen Verwaltungsverfahrens diese Planung festgestellt wird?
5.	Warum gibt es kein Planfeststellungsverfahren?
6.	Warum erfolgt eine sogenannte Anhörung erst, wenn die Kommunalpolitiker in den Gremien schon der Planung zugestimmt haben, die im Detail noch nicht vorliegt?
7.	Warum wird über die Köpfe der Bürger, Anlieger u. a. entscheiden, obwohl diese dann die Kosten, die das Land Brandenburg abwälzt, tragen müssen?
8.	Welche Bäume sollen gefällt werden?
9.	Werden die alten Linden (1. Bauabschnitt) erhalten?
10.	Warum muß in der Innenstadt (gründerzeitliche Straße, die zum Bahnhof führt) ein Kreisverkehr mit ERDHÜGEL entstehen?
11.	Wann wird das angekündigte Parkraumkonzept vorliegen?
12.	Wie wird der weitere Ausbau bzw. Umbau in die Stadt hinein planerisch vorbereitet?
13.	Werden wichtige Einrichtungen (z. B. Büros, Kino, Gewerbetreibende u. a.) berücksichtigt?
14.	Wann soll mit den Bauarbeiten begonnen werden?
15.	Wer ist Ansprechpartner seitens des Landesamtes für Straßenwesen?
und hier meine frei erdachten Antworten - sechs Jahre später
zu 1: Viele Einwände, aber wir haben sie den Planern nicht im einzelnen vorgelegt. Auftrag war erteilt.
zu 2: Nein, sie wurden nicht berücksichtigt, jedoch haben wir die Breite der Straße geändert und bleiben hart; keine Mischfläche für den Fußgänger und Fahrradfahrer vorzusehen. Hier auf der Eisenbahnstraße soll Ordnung herrschen, es birgt nur Gefahren! Das geht nicht, daß der Autofahrer permanent auf Fahrradfahrer achtet!
zu 3: s. o. Aber kein Kreisverkehr. Die Stadt will einen Tunnel, ist uns recht, da würde aber der Hügel stören.
zu 4: Weil die Stadt nicht Baulastträger ist und sich nicht um alles kümmern kann. VIP's wohnen in dieser Straße nicht.
zu 5: Es gibt Rechtsvorschriften, die bestimmte Baumaßnahmen zulassen, ohne diese umständlichen,langwierigen Verfahren. Wir wollen doch "in die Zukunft" schnell investieren.
zu 6: Diese Frage können wir nicht beantworten. Wenden Sie sich an die Kommunalpolitiker.
zu 7: Es gibt Satzungen. Wir sind nicht zuständig. Wenden Sie sich an die Kommunalpolitiker.
zu 8: Alle Bäume sollen gefällt werden. Es wird alles wie in Treuenbrietzen aussehen. Das ist eine mustergültige, wieder verwendbare Straßenkonzeption! Das möchten wir überall im Land für die Landesstraßen haben.
zu 9: Die alten Linden im ersten Bauabschnitt werden wir nicht erhalten. Die Kommune möchte auf keinen Fall auch nur einen Baum erhalten. Alles soll gleich aussehen.
zu 10: Auf den Erdhügel werden wir verzichten (s. o.)
zu 11: Das ist Sache der Stadt. Uns wurde mitgeteilt, daß Anwohner und Besucher im Parkhaus am Bahnhof parken (nach Rücksprachen mit Herrn W., FB 4 - Stadt Werder) sollen.
zu 12: Nach den Vergaberichtlinien.
zu 13: Nein, diese Einrichtungen wurden nicht berücksichtigt.
zu 14: Das wird kurzfristig bekannt gegeben.
immer Herr F. Schmidt, für alles!
Foto: coth 11/2012
6. November 2012 - Dienstag - schöner Tag - Wolken, Sonne
Klare Ansage: Informationsasymmetrie verringern!
Um über diesen Fragen nicht völlig die gute Laune zu verlieren:
Ich habe einen Tipp erhalten: ein Film zum Thema Linden auf youtube:
von Dieter Wieland "Topographie-Dorflinden"!
Im Mai 2009 stand noch ein großer Baum an der Eisenbahnstraße, wo die Gabelung zur Damaschkestraße ist. Hier auf dem Foto links zu sehen.
Die Stadt hat einen Bebauungsplan verabschiedet und auch das war kein Hinderungsgrund - er ist weg.
Foto: coth: 5_2009
Und was schrieb - auch an einem Dienstag - mein Lieblingsblogger Samuel Pepys?
"Dienstag, den 06.11.1660
……Abends zu Bett. Meine Frau und ich lagen uns in den Haaren, weil der Hund in den Keller gesperrt werden sollte.
Ich wollte das, weil er das Haus verschmutzt hatte und setzte es schließlich auch durch.
Wir gingen danach zu Bett und verbrachten die ganze Nacht in Unfrieden.
Mich plagte fortwährend ein Traum, dass meine Frau gestorben sei, weshalb ich die ganze Nacht schlecht schlief."
Interessant ist ja immer das Wetter, wie war es in London?
Heute hat die BI Werder 21 folgenden Brief geschrieben:
Weiteres Zitat der ersten Beigeordneten - Frau Saß - am Freitag, 2.11.2012:
"Auch wenn ein grünes Leitbild verabschiedet wurde, das heißt ja nicht, daß alle Bäume geschützt sind!
Diese Straße soll ordentlich aussehen…!"
Keller? Pepys? Ich schlafe gern im Keller - schön still. Da höre ich auch nicht die Waschbären trampeln. Foto: coth 10/2012
Wie war's denn am Freitag mit Stadt, Land und "uns"?
5. November 2012 - Montag
Informationsasymmetrie zwischen Staat und Bürgern!
Dieser Begriff geistert herum, er wird auch von dem Autor des aktuellen Buches gern gebraucht, also Informationsasymmetrie ist noch freundlich pseudotechnisch ausgedrückt.
Am 14. März 2012 erschien in der New York Times ein Gastbeitrag. Der Autor heißt Greg Smith. Er war Manager von Goldman Sachs, einer berühmten (berüchtigten) Investmentbank. Zwölf Jahre hat Greg Smith dort gearbeitet.
Während der Staat (Stadt ist auch Staat) große Teile der Kommunikation seiner Bürger überwachen kann, versucht er gleichzeitig, viele Informationen vor diesen geheim zu halten.
Das wurde am Freitag klar und ist ein Fazit.
Dieses ominöse Baumgutachten, welches je nach Bedarf irgendwie zitiert wird, es wurde auch mehrmals "nachjustiert", es lag nicht vor.
Herr Gabel, der Gutachter war nicht erschienen, obwohl er Frau Behm zugesagt hatte, daß er etwas später dazu käme.
So wurde frei zitiert…
Bevor ich das hier schrieb, habe ich nachgeschaut, was mein Lieblingsblogger Samuel Pepys am Montag, den 5.11.1660 über seinen Tag so geschrieben hat. Kann man unter http://www.pepys-projekt.de/05-11-1660 nachlesen.
Ich komme drauf, da im Tagesspiegel am Wochenende von einem "Lieblingsblogger" die Rede war, der im vorigen Jahrhundert lebte. Ich war erstaunt, daß das damals schon möglich war.
Aber warum nicht, dann kann es auch ein Mensch aus dem 17. Jh. sein.
Pepys schrieb:
"Montag, den 05.11.1660
Amtstag. Weil die erwarteten Mittel ausblieben, fuhren wir heute nicht nach Deptford, um die „Henrietta“ auszuzahlen.
Daheim zu Mittag gegessen und den ganzen Tag zu Hause geblieben. Am Abend im Amt gewesen, um einen Bericht darüber zu erstellen, um wieviel die Kosten von neunzehn der fünfundzwanzig Schiffe, die eigentlich hätten ausgezahlt werden sollen, gestiegen sind, seit sich das Parlament vertagt hat. Es will morgen nämlich wieder zusammentreten.
Der heutige 5. November wird in der Stadt ganz besonders schön begangen. Am Abend gab es große Freudenfeuer und Feuerwerke.
Mr. Moore kam am Abend zu mir und leistete mir Gesellschaft.
Ich holte ein Buch und er erläuterte mir dann zahlreiche Rechtsgrundsätze, wovon ich überaus angetan war. Zu Bett."
Genau, Rechtsgrundsätze heraussuchen ist ein gutes Studium, um immer aufs Neue den Behördenalltag zu schaffen.
Bieten die technischen Innovationen des Internets eine Möglichkeit, die festgestellte Asymmetrie umzukehren?
Auf jeden Fall kann durch die konsequente Veröffentlichung von Herrschaftswissen auch erreicht werden, permanent Herrschaftswissen zu reduzieren!
Bald mehr darüber!
In Werder ist eine Baumschutzsatzung unnütz! Zitat der ersten Beigeordneten, Frau Saß am Freitag: "Seien Sie sicher, auch wenn Werder eine Baumschutzsatzung hätte, diese Linden würden gefällt werden!"
Linden sind bei entsprechender Vitalität sehr gut in der Lage, mechanische Beschädigungen am Holz zu kompensieren.
Die Fähigkeit Wunden erfolgreich zu schließen und Pilzinfektionen abzuschotten ist - im Gegensatz zu anderen Baumarten - bis ins vorgerückte Baumalter gut ausgeprägt. Foto: coth 2006
Hund ist auf der Couch bei Pepys!
AM FREITAG WAR EIN ORTSTERMIN MIT FRAU CORNELIA BEHM, MdB!
3. November 2012 - Samstag
Vorsitzende der Alleenschutzgemeinschaft e. V. war gestern hier in der Eisenbahnstraße - Lindenallee!
Allee anschauen am Freitag, 2.11.2012 gegenüber dem Reformhaus in der Eisenbahnstraße
Frau Kerstin Finis-Keck - Chefin des Landesbetriebes Straßenwesen Niederlassung West, Hauptsitz Potsdam, Niederlassung West war da (links), hat aber kein Wort gesagt.
Frau Cornelia Behm (s. o.) hat moderiert.
Rechts ist Herr Frank Schmidt, der für die Planung im Landesbetrieb zuständig ist. Ihm - das muß wieder einmal gesagt werden - verdanken wir vier Linden, die bleiben dürfen!!!
Und vorn sitzt die Bloggerin - Tiefbaufacharbeiterin - von hinten mit lindgrünem Seidenschal zu sehen.
Foto: Holm Diening
Jetzt im November wird gefällt werden! Der Fällauftrag ist vergeben - bestätigte auf meine Nachfrage am Freitag auch Frau Finis-Keck.
Schächte mauern konnte die exmatrikulierte Studentin der Architektur wohl nicht.
immer noch: DIE ALLEEBÄUME DER ANDEREN!
2. November 2012 - Freitag
Leserbrief in der maz am 17.10.2012!
Herr Holm Diening hat mir erlaubt, diesen Brief hier abzubilden. Die Redaktion der maz auch.
In einem Punkt irrte Herr Diening. Es sind augenscheinlich mehr Bäume mit Misteln befallen als von ihm angegeben. Aber das konnte man bei den belaubten Bäumen nicht erkennen.
In das Baumgutachten (2006 und wohl ergänzt in den Folgejahren) durfte noch niemand schauen.
Auch ich habe mir nur einen Überblick verschaffen können, als ich Einsicht erhielt.
Unter Baumsachverständige, auch ein Werderaner Bürger, möchte sich nicht zu seiner Arbeit äußern.
Tiefbauarbeiten vor dem Grundstück Nr. 134 - Sanierung der Trinkwasserleitung. Bäume waren geschützt.
Alles wie immer: Jetzt im November wird gefällt werden!
DIE ALLEEBÄUME DER ANDEREN!
1. November 2012 - Donnerstag - Nieselregen mittags
WIR SIND ALLEE!
Die Linden wurden neu "beschriftet" - gesehen heute - 1.11.2012 - in der Eisenbahnstraße in Werder (Havel)
Jetzt im November sollen alle gefällt werden!
UNSER EINZIGER KOPFBAUM - DIE DICKE LINDE NR 109!
31. Oktober 2012 - Mittwoch und Feiertag - Reformationstag
Wie könnten wir sie erhalten und pflegen?
Diese Linde ist aus Zufall ein Kopfbaum geworden.
Die Äste der Bäume werden bei den Kopfbäumen regelmäßig zurückgeschnitten.
Man gewann so Brennholz oder stellte aus jungen Weidenruten Körbe u.a. her. Weidenruten wurden auch zum Häuserbau (in den Gefachen von Fachwerkhäusern) verbaut.
Mit dieser Nutzform hat dieser Baum hier nichts zu tun.
Hier in der Eisenbahnstraße gab es im Sommer des Jahres Jahr 2003 einen Sturm und Anwohner befürchteten, daß große Äste abbrechen und man hat - ohne lange Prüfung - große Schnitte durchgeführt.
Der Baum hat sich erholt.
Aber es ist auch durchaus üblich - vor allem auch in Innenstädten - Bäume (Linden, Platanen und Rotbuchen vertragen das) zu stutzen. Oft sieht man das auf Promenaden.
(Der häufigste Kopfbaum ist in unseren Breiten die Weide.)
Die Krone dieser Linde am 31.10.2012
Kopfbäume sind sehr individuelle "Baumpersönlichkeiten" und diese Linde mit dem sehr großen Stammumfang besonders.
Warum sieht das hier im Ort niemand?
Auch der ökologische Wert ist hoch: Viele Tiere und Pflanzen leben an, auf und in ihr.
Jedes Jahr nisteten hier Wildtauben
Heute in der Sonne
Warum so mühsam das Laub der Linden einsammeln?
30. Oktober 2012 - Dienstag
Klare Ansage (steht im Amtsblatt)
"Die Laubentsorgung wird durch die Firma RUWE im Auftrage der Stadt Werder (Havel) durchgeführt.
(Abweichungen sind möglich)"
Mühsam wird das Laub mit Schaufeln auf die Ladefläche des Transporters gehievt.
Auf die Frage, warum denn so mühsam und unpraktisch sagte man, daß beide Sauger kaputt seien…
aber man fragte auch, warum denn diese Bäume alle weg müssen?
funktioniert nur an einer Straßenseite gut (keine parkenden Autos)
Vollmond - gesehen auf der Eisenbahnstraße durch die Äste der Linden
Tagesspiegelartikel über den BER vom 27.10.2012 - eine Inspiration?
29. Oktober 2012 - Montag - es gab Frost in der Eisenbahnstraße
Die Dokumentation des Projekts ist von öffentlichem Interesse - schreibt der Journalist Christian Tretbar
Dieser Zeitungsartikel inspirierte, den Begriff "Flughafen Berlin-Brandenburg" zu ersetzen mit innerörtlichem Straßenbau des Landes Brandenburg.
Dieser sperrige Begriff - innerörtlicher Straßenbau… - wird weggelassen, dafür ausprobiert mit dem Ort Werder (an der Havel).
Die Dokumentation des Projekts Straßenneubau in Werder - Eisenbahnstraße - ist von öffentlichem Interesse - schreibe ich am 29. Oktober 2012
Die Überschrift von Seite 25 der o. a. Zeitung liest sich dann so:
Das innerörtliche Straßenbauprojekt L 90 des Landes Brandenburg wird mit Steuergeldern finanziert, die Dokumentation des Projekts ist von öffentlichem Interesse.
Das Informationsgesetz soll genau solche Vorgänge transparent machen - doch die zuständigen Behörden lassen Anfragen im Sand verlaufen.
Protokoll einer unendlichen Geschichte
Zum Entspannen: Auf nach Potsdam an der Havel: schöne Linden anschauen!
Lindengruppe mit Hund im Oktober 2012 an der Havel, im Hintergrund das ehemalige Casino… übrigens: Weltkulturerbe.
INFOTAFEL GESEHEN IN DER EISENBAHNSTRASSE!
28. Oktober 2012 - Sonntag - Sonne und viel Laub!
Foto: coth 28/10/2012
Und was steht da links noch drauf?
Eisenbahnstraße - hier soll ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb (SO-Gebiet) gebaut werden. der B-Plan ist im Verfahren.
Der Fußweg mit Laub heute.
WERDER IST ÜBERALL!
27. Oktober 2012 - Samstag
Was ist nur in Potsdam los? Auch dort werden im öffentlichen Straßenraum viele alte Bäume gefällt!
"STUMPFSINN? In Potsdam werden massiv Straßenbäume gefällt. Dagegen gibt es Widerstand und eine Strafanzeige" schreibt die pnn am 25.10.2012
Auf Seite 9 (pnn) steht, daß jetzt im Herbst auch im Außenbereich an der Bundesstraße B 273 zwischen Bornim und Neumanns Erntegarten 116 Linden gefällt werden.
In Drewitz soll ein PARK angelegt werden, (Konrad-Wolf-Allee). Allen Ernstes sollen deshalb große Bäume gefällt werden…
In der Berliner Straße wurden jetzt Anfang Oktober 16 Alleebäume gefällt. Und so geht es immer weiter.
Blick Richtung Innenstadt.
Foto: coth: 10/2012
Eine Stunde länger schlafen - alles wieder im Lot!; Foto: coth
Leserbrief in "Werder life"
26. Oktober 2012 - Freitag - immer noch
Mein Leserinnenbrief wurde veröffentlicht! Mit schwarzer Umrandung.
Na und? Nichts Neues in diesem Leserbrief… Foto von der Bloggerin.
BESUCH AUS DEM BURGENLAND!
26. Oktober 2012 - Freitag - es ist kalt geworden - Sonne scheint!
Aber wo ist denn nun Werder? Da lang oder da lang?
Der Schilderwald am Bahnhof! Und vor allem, wo ist die Lindenallee? Nein, Quatsch, wurde ja noch nicht umbenannt! - Eisenbahnstraße!
Richtungsschilder am Bahnhof Werder (Havel) im Oktober 2012
Schickes Infoschild am Bahnhof - hilft auch nicht weiter!
Der Schornstein dahinter gehört der edis.
Der ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Stört aber das Landschaftsbild sehr.
Aber der bleibt!
Das ist der Schornstein der anderen! Foto: coth: 10/2012
"I Had A Dream" von Joss Stone
Der Song beginnt so:
Happy in a land of …"
Ja, ich träumte, mein Besuch stieg am Bahnhof aus und fand die Straße mit den Linden der anderen sofort - es hing ein schönes Schild im Schilderwald…und die alten Linden waren auch da…
Richtungsschild im Schilderwald am Bahnhof -
Hund träumt auch; Foto: coth
Warum schickt uns die Stadt Werder (Tiefbau) nach Potsdam? DIE BLITZSCHNELLE ANTWORT DER STADTVERWALTUNG!
25. Oktober 2012 - Donnerstag -
Die Stadtverwaltung - wieder einmal alle Liebesmüh umsonst!
Unser aktueller Brief an die Stadtverwaltung von Werder an der Havel
(vom 17.10.2012) lautete:
"Stadt Werder (Havel)
z. H. Frau Sieber
per Email: c.sieber@werder-havel.de und tiefbau@werder-havel.de
und per Fax: (0 33 27) 4 43 85
Ausbau L 90 Ortsdurchfahrt – Eisenbahnstraße
Hier: Akteneinsicht
von Ihnen haben wir in o. a. Sache bislang nur ein Schreiben vom 27.9.2011 mit einer A 4 Skizze (Grundstückszufahrt) bekommen.
In den Zeitungen wurde jetzt mehrmals angekündigt, daß ab November sämtliche Linden gefällt und die Tiefbauarbeiten im März 2012 wieder aufgenommen werden.
Wir sind Anwohner und möchten Einsicht in die Ausführungsplanung des Straßenbaus und über den Stand der Kostenermittlung Informationen erhalten.
Wir werden am Dienstag, den 23. Oktober 2012 um 17.00 Uhr bei Ihnen sein.
Wolfgang Wittig" ___________________________________________________________________________ ENDE DES BRIEFES
Anschreiben an Tiefbauamt der Stadt Werder mit unserem Brief (s. o.)
__________________________________________________________________ Und hier die Antwort, nur per Email:
Antwort vom Tiefbauamt der Stadt Werder vom 18.Oktober 2012
Also: Nicht nur die Linden, sondern die Straße ist auch die Straße der anderen.
Ist das bürgernahe Verwaltung und transparente Kommunalpolitik?
Jawoll! Das ist schlau!
Wir sollen also alle nach Potsdam fahren, um über die Planung der Eisenbahnstraße überhaupt eine technische Information zu erhalten!
Herr Schmidt vom Landesbetrieb hatte mehrmals in den Zeitungen dargelegt, daß wir bereits informiert seien! Und wir armen Bürgerlein dachten, das täte das Fachamt der Kommune.
Bislang (seit 2006) lief jede Kommunikation über den Fachbereich 4, Tiefbauamt.
Nun - ganz plötzlich - ist eine völlig andere Zuständigkeit gegeben?
Und das kurz bevor die Kettensägen kommen. Schöne neue Welt.
Was der Spaß so kostet mit Mehrfachplanungen und Umplanung erfahren wir dann wahrscheinlich auch, wenn bereits die Bescheide im Briefkasten liegen.
Sind das Déjà-vu-Erlebnisse?
Ist ja bald soweit ,Foto: coth: 10/2012
24. Oktober 2012 - Mittwoch -
Wie schaut es in der Eisenbahnstraße aus??? Wo ist der Eremit?
Die Stadt Werder hat bislang noch kein Laub abfahren lassen. Wir können noch auf Laubteppichen laufen.
Herbst - Baumkronen der "Landeslinden" - gemeint ist das Bundesland Brandenburg, Foto: coth: 10/2012
Herbstlaub von der sagenumwobenen Uraltlinde Nr. 109, Foto: coth: 10/2012
Blick auf die Baumkornen aus der Perspektive eines kleinen Hundes, Foto: coth: 10/2012
Hund ist erschöpft vom Suchen und Schnüffeln - Pause, Foto: coth: 10/2012
Werder sucht den Juchtenkäfer - steht heute in der pnn
20. Oktober 2012 - Samstag - Sonne und Wärme und gelb verfärbte Lindenblätter
Aber wird dieser Juchtenkäfer etwa nur in Bliesdorf, nicht auch in den Lindenbäumen in der Eisenbahnstraße gesucht?
Heute sollte endlich das Laub der Linden zusammengekehrt werden, damit die Straße "rein" ist, wenn die Fällung passieren.
Aber Telefonanrufe von Bekannten und Freunden haben den Tagesablauf durcheinander gewirbelt.
Die pnn (Potsdamer Neueste Nachrichten) schrieb ausführlich über Dinge, die in der Stadtverordnetenversammlung am 18.10.2012 (in Werder) diskutiert wurden.
Jemand sprach von "unterster Schublade"?!
Und eben von diesem Käfer.
In der Biesdorfer Heide soll er sein.
Der Fraktionschef der CDU hätte kritisiert, daß "naturschutzrechtliche Belange im Regionalplan nicht abgeklärt worden wären" (siehe pnn v.20.10.2012).
Nun haben wir auch viele Käfer in den Linden gesichtet.
Wie wurden denn hier die naturschutzrechtlichen Belange abgeklärt?
Ist das mit "unterste Schublade" gemeint?
Nun zum Käfer:
Was schreibt wikipedia? Ich lese, daß die erste Beschreibung ein Tiroler Naturforscher vorgenommen (1763) hat. Und wo saß der Käfer damals?
In einem Birnbaum! Und hier in Werder sind sehr viele Birnbäume. Ist doch ein Anbaugebiet für Obstbäume. Zurück zum gesuchten Tier:
Der Käfer hat kräftige Grabbeine.
Er ist ein Eremit (kein Schmuckeremit! Das ist etwas anderes).
Der Käfer ist ca. 30 mm lang und 15 mm breit. Sein Körper ist glänzend braunschwarz gefärbt. Ich lese bei wikipedia, daß Kopf, Thorax und Flügeldecken verworren punktiert und teilweise gerunzelt seien.
"Hinter den Fühlern, wo sich die halbkugeligen großen Facettenaugen befinden, ist der Kopfschild am breitesten. Ein Steg des Kopfschildes randet die Augen aus.
Die nach vorn gerichteten kleinen Kiefer sind von oben gesehen nicht sichtbar.
Die zehngliedrigen Fühler sind kurz und plump. Das erste Fühlerglied ist kräftig, lang und keulenförmig, und lang behaart….
Die Flügeldecken sind gemeinsam etwa 1,5 mal so breit wie die Basis des Halsschildes. Sie haben deutlich ausgebildete Schultern und sind auch hinten außen ausgebeult. Diese Ausweitungen erfolgen jedoch nur seitlich, sodass die Flügeldecken oben flach sind. Ein Teil der Hinterleibes bleibt seitlich und hinten unbedeckt. Zwischen den Flügeldecken an deren Basis wird das ungewöhnlich große Schildchen (Scutellum) sichtbar. Es ist lang zugespitzt, dreieckig und hat eine seichte Mittelfurche.
Bei den Beinen sind Hüfte (Coxa), Schenkel (Femur) und Schiene (Tibia) kräftig, die Schienen mit Zähnen und Dornen versehen…. Von unten sind sechs Bauchsegmente sichtbar. Die Vorderhüften sind walzenförmig und ragen parallel zueinander zapfenförmig aus der Vorderbrust. Die Mittelhüften liegen etwa rechtwinklig zur Körperachse. Die Hinterhüften berühren sich beinahe. Die Stigmen des Hinterleibs liegen nicht zwischen Tergit und Sternit, sondern in den sklerotisierten und seitlich hochgezogen Steinten.
Die Käfer leben in Baumhöhlen, die sie oft ihr ganzes Leben lang nicht verlassen. Ihre Anwesenheit ist mit einem Duft verknüpft, der von den Männchen als Sexuallockstoff produziert wird. Er wird mit „wie Juchtenleder“ oder „nach Aprikose duftend“ umschrieben.
Die Männchen posieren an heißen Tagen in den Höhlenöffnungen. Dabei geben sie den charakteristischen Lockstoff ab, der 500 bis 1000 Meter weit wirksam sein soll. Die Paarung erfolgt in der Höhle.
Die Weibchen legen 20 bis 80 Eier in den unter Mitwirkung von Braun- oder Weißfäule erzeugenden Großpilzen entstandenen Mulm der Bäume, der als Schwarzer Mull bezeichnet wird. Die Eier sind anfänglich trübweiß, dann werden sie gelblich, wobei sie ihre Größe verdoppeln und bis zu fünf Millimeter Durchmesser erreichen. Im ersten Larvenstadium ist die Larve sechs Millimeter lang. Sie lebt in den tieferen, feuchten Schichten der Höhle und frisst den Mull nahe der Höhlenwand, wodurch sie die Höhle vergrößert.[3] Sie verzehrt dabei auch das Mycel des Pilzes, von dem der Baum befallen ist, und verbessert so möglicherweise dessen Lebensbedingungen."
Dann lese ich unter den Stichworten Biotop und Verbreitung - und das ist spannend:
"Alle geeigneten Höhlen in Laubbäumen werden angenommen, dabei ist die Menge des verfügbaren Mulms wichtiger als die Art des Brutbaums. Auch eingeführte Baumarten und selbst Nadelbäume wie die Eibe …werden als Brutbäume gemeldet…."
Diese phytophage (pflanzenfressende) und stenotope (begrenzt verbreitete, auf best. Biotop fixierte) Art besiedelt naturnahe lichte Laubwälder und Waldränder (vor allem Buchen-, Eichen- und Eichen-Hainbuchenwälder), Flussauen, ALTE ALLEEN, Parks, Friedhöfe, Streuobstwiesen und Solitärbäume in Forsten…."
Also auch in alten Alleen können die Eremiten sein.
Wir suchen Foto: coth, in Werder gesehen: 10/2012
Im Briefkasten ein neues Flugblatt von der BI WERDER 21
19. Oktober 2012 - Freitag - Sonne
Meinen die zuständigen kommunalen und vor allem Landesbehörden, daß alles geheim sei (wie beim neuen Flughafen in Schönefeld)?
Auf diesem Foto ist gut zu erkennen, was für extreme Fehler passieren können im Rahmen der Bauausführung! Hier entfernt eine große Betonfräse unter extremer Staubentwicklung den Beton am 17.9.2009 in der Eisenbahnstraße in Werder (Havel).
Das hat zu irreparablen Schäden an Fassaden geführt. Niemand hat sich darum gekümmert.
sicher ist sicher - alles streng geheim, Foto: coth, in Werder gesehen: 10/2012
Aktuelles aus der Eisenbahnstraße
18. Oktober 2012 - Donnerstag - Sonne
Sieben kleine Linden im ersten Bauabschnitt sind verschwunden - abgesägt
gesehen am heutigen Tage an einer Litfaßsäule in Werder, in der Nähe des Bahnhofes.
gesehen am heutigen Tage im ersten Bauabschnitt, der im September 2009 fertiggestellt worden war. Foto: coth
"Blickpunkt" vom 13. Oktober 2012 berichtet!
17. Oktober 2012 - Mittwoch
Jetzt sehen die Bäume wieder krank aus! Meint allen Ernstes Herr Frank Schmidt vom Landesbetrieb. Schaut er sich die Neupflanzungen an?
Wo guckt er nur hin?
Unter www.unsere-linden.de, Presse, findet man den Link zum Artikel in der Onlineausgabe. Kann man besser lesen.
Sonne im Herbst - Foto: 9/2011
"Schmerzhaft karg" stand in der MAZ v. 10.10.2012 - ein weiterer Beitrag
16. Oktober 2012 - Dienstag
Leserbrief einer Anwohnerin aus der Eisenbahnstraße
Kerstin Spiekermann, Anwohnerin der Eisenbahnstraße in Werder, hat mir gestattet, den Brief hier zu veröffentlichen.
Sie schrieb am 14.10.2012 an die MAZ zu den gestern hier zitierten Veröffentlichungen der Redakteurin Regine Greiner vom 10.10.2012:
"Gerne würde ich zu dem in Ihrer Zeitung am 10. Oktober veröffentlichten Artikel "Linden fallen im November" meine Sicht der Dinge schildern.
Ich würde mich freuen, wenn Sie den Leserbrief veröffentlichen könnten:
Mit Erstaunen habe ich als Anwohnerin der Eisenbahnstraße in Werder feststellen müssen, daß im Gegensatz zum ersten Bauabschnitt, bei dem alte Linden erhalten werden konnten und neue dazu gepflanzt wurden, in dem Bauabschnitt, der mich betrifft, alle Linden gefällt werden müssen.
Dabei werden von den Verantwortlichen immer wieder unterschiedliche Gründe genannt.
Einmal sind sie krank, dann sind sie wieder von Misteln „befallen“. Dem kritischen Beobachter kommt es so vor, als sollen hier im Nachhinein Begründungen für einen ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen bereits lange gefällten Entschluß gefunden werden.
Wir, die betroffenen Anwohner, werden das so nicht hinnehmen.
Die Bäume sind nicht nur schön für Anwohner und Gäste unserer Stadt.
Würde man die alten Linden stehen lassen, könnte man mit einer sogenannten Torlösung zu einer natürlichen Verkehrsberuhigung beitragen. Dies wäre gut für die Fußgänger, Radfahrer und Anwohner der Eisenbahnstraße."
Dieses Foto wurde von der Bloggerin hinzugefügt. Es zeigt eine Situation,
die K. Spiekermann hier in ihrem Leserbrief beschreibt. So sieht ihr unmittelbares Umfeld jetzt aus. Foto: 9/2012 coth
Weiter schreibt Frau Sp. in ihrem Leserbrief:
"Außerdem bin ich sicher, daß sich der eine oder anderer der jährlich erwarteten 300.000 Besucher auf dem Weg zur Therme in den Havelauen ebenfalls an den schönen alten Bäumen erfreuen würde. Denn das Naherholungsgebiet beginnt nicht erst an der neuen Therme, sondern bereits an den Ortseingangsschildern von Werder.
So ist die Eisenbahnstraße ein Teil dieses Naherholungsgebietes und die Linden ein Teil dieser Naherholung.
Die Gäste der Therme als Begründung für eine Fällung heranzuziehen, finde ich geradezu absurd.
Wir Anwohner werden alles in unserer Macht stehende unternehmen, um die Fällung der schönen alten Linden auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Denn es darf nicht vergessen werden, daß es Jahrzehnte dauern würde, bis die Straße wieder so schön wäre, wie sie heute ist.
Und alles nur, weil es die Stadt im aktuellen Fall kein Geld kostet, die Bäume im Zusammenhang mit der Erneuerung der Straße zu fällen.
Wie paßt das eigentlich zum grünen Leitbild der Stadt Werder?
Vielen Dank und freundliche Grüße aus der schönen Eisenbahnstraße mit den alten Linden in Werder/Havel sendet Ihnen Kerstin Spiekermann"
Heute ist wieder ein schöner Herbsttag: Hier noch ein Foto von den Bäumen, die von Frau Spiekermann beschrieben wurden.
Blick auf Lindenkronen - Eisenbahnstraße, Foto: 9/2012
Frau Greiner von der MAZ hat Schmerzen!
15. Oktober 2012 - Montag
Unter der Rubrik „ Auf ein Wort“ erschien der zweite Artikel
(vom 10. Oktober 2012 in der MAZ), auch wieder von Regine Greiner
Hier meint die Journalistin, es schmerze der Verlust der Linden. (Phantomschmerz?)
Die Journalistin geht davon aus, daß der Landesbetrieb „die Bäume sorgsam prüfen ließ“ und es offenbar keine Alternative gäbe?! Warum schaut Frau Greiner nicht in das seit langem vorliegende Baumgutachten? Rätsel über Rätsel. In diesem Gutachten hatte der Baumgutachter auch Vorschläge unterbreitet.
Überhaupt – vielleicht einmal Akten studieren und Leute befragen, die sich im Detail mit den Dingen beschäftigen und Vernunft walten lassen in der Beurteilung von solchen Baumaßnahmen.
Meint sie, daß die Bäume vital, standfest und wertvoll seien, aber doch abgeholzt werden müssen und das schmerze? Also der Irrsinn schmerzt sie?
Und sie unterstellt , daß Menschen, die Bäume erhalten möchten, Menschen sind, die in Kauf nehmen daß „über die Straße zum neuen Bad gehoppelt wird“.
Diese Straßenerneuerung würde doch die Linden nicht gefährden. Frau Greiner!
Es ist der Rohrleitungsbau! Unter der Erde werden Rohre neu verlegt, für Trinkwasser und eine Schmutzwasserleitung. Und das kann man auf sehr verschiedene Weise tun!
Und ab und zu hoppeln als verkehrsberuhigende Maßnahme ist eine gute Idee.
Verkehrsberuhigung ist erforderlich, wenn diese Rennstrecke fertig ist.
Jetzt funktioniert schon die erste Querungshilfe als Überholangebot auf der anderen Straßenseite.
Noch einmal: So wurden die Bäume im ersten Bauabschnitt geschädigt! Und das soll nun nicht wieder passieren! Deshalb sollen sie weg. Schnell.
Hurra, wir haben Misteln an den Linden!
Misteln in der Baumkrone einer Linde in der Eisenbahnstraße
13. Oktober 2012 - Samstag - Wochenende
Am 10. Oktober 2012 erschienen in der MAZ (Märkische Allgemeine Zeitung) zwei Artikel über die geplante Fällung der Linden.
Beide Beiträge sind von Regine Greiner. Der eine mit der Überschrift „Linden fallen im November“.
Es gibt wieder diese Zitate, die man nach monatelangen Recherchen, Briefen und widersprüchlichen und vor allem unkonkreten Erklärungen nicht mehr ernst nehmen kann.
Und es gibt die üblichen Worthülsen.
Unter der website www.unsere-linden.de können die beiden Beiträge nachgelesen werden.
Darüber hinaus ist auch das verwendete Foto unzutreffend.
Es zeigt den Bauabschnitt, der schon umgebaut wurde. Hier wurden alte Linden erhalten.
Allerdings muß man Frau Saß (Stadt Werder), die auf diesem Gebiet keine Fachkenntnisse hat, Recht geben. Sie äußert sich „tiefbautechnisch“.
Frau Saß erkennt klar, wenn so gebaut wird, wie im ersten Bauabschnitt, also ohne jede Rücksicht auf die Linden, dann werden sie vernichtet.
Sie sagt in diesem Zeitungsartikel: „Die notwendigen Tiefbauarbeiten und Erschließungen würden die Linden nicht überleben....“
Zur Illustration, wie während der Straßenbauarbeiten im Jahr 2009 die vorhandenen Bäume geschädigt wurden. Hier mit schweren LKWs.
Originell ist die aktuellste Begründung von Herrn Schmidt (Landesbetrieb für Straßenwesen): Nun sagt der Fachmann nicht, daß es nicht möglich wäre, so zu bauen, daß die Bäume stehen blieben, sondern er behauptet nun „die Bäume sind von Misteln befallen, nicht vital genug“.
Was bedeuten diese Misteln? Was ist Baumpflege?
Hier ein "ungepflegter" Baum mit Misteln. Foto: 10/2012 coth
Zur Zeit der Wintersonnenwende und als Weihnachtsschmuck hängen wir doch gern eine Mistel in die Haustür. Und warum tun wir das?
Um das Haus vor Schaden zu bewahren.
Wer sich unter Misteln küßt, wird ein glückliches Liebespaar.
Wissenschaftlicher Name: Viscum album Pflanzenfamilie:	Sandelholzgewächse = Santalaceae englischer Name:	Mistletoe
Was für schöne Namen gibt es noch für diese Mistel?
Birnäpsel, Bocksfutter, Donarbesen, Drudenfuss, Geisskraut, Heiligkreuzholz, Hexenbesen, Hexennest, Immergrün, Kenster, Kinster, Klüster, Knisterholz, Nistel, Vogelchrut, Vogelleimholz, Vogelmistel, Wintergrün, Wintersamen (siehe unter www.wildkräuter.de)
An die Bäume in unserer Nähe stellen wir Ansprüche:
Sie sollen ihre - wie sagt man so schön - Funktionen erfüllen und keinen Schaden (beispielweise durch Bruch) verursachen.
Diese Ansprüche sind durch Pflegemaßnahmen, u. a. auch Schnittmaßnahmen zu erfüllen. So erhält man verkehrssichere, vitale und ästhetische Bäume.
Warum hat das Land Brandenburg jahrelang die Bäume nicht gepflegt?
So etwas nennt man im Hochbau
„unterlassene Instandhaltung“.
Baumpflege besteht aus Maßnahmen, die den Baum in seiner Entwicklung fördern und die Verkehrssicherheit erhalten oder wiederherstellen.
Diese Landeslinden sind Bäume, um die sich niemand kümmerte.
Regelmäßige visuelle Kontrolle aller Bäume!
Mögliche Maßnahmen am Baum: Kronenrücknahme (einschl. beseitigen von Misteln), Einkürzung der Baumhöhe, Entfernung von Überlängen, Dürrast-und Totholzentfernung, Bodenlockerung, kein Befahren und Beparken des Wurzelbereiches usw.
die pnn schrieb am 5.10.2012 unter der Überschrift
10. Oktober 2012 - Mittwoch
"Baumschützer appellieren an Landesstraßenbetrieb"
FOTODOKUMENTATION des Baumbestandes
Die Bürgerinitiative Werder 21 - Rettet die Linden hat auf ihrer website den noch vorhandenen Baumbestand erfasst
8. Oktober 2012 - Montag
Unter www.unsere-linden.de kann man unter der Rubrik "unsere Lindenallee" sich die vorhandenen Linden anschauen. Die Nummerierung an den Bäumen wurde auch dokumentiert und darüber hinaus der genaue Standort beschrieben.
C. Diening erarbeitete eine Dokumentation aller Bäume im September/Oktober 2012, Foto: coth
Die zuständige Behörde hat nun festgestellt, daß die Eisenbahnstraße keine Allee mehr hat! Da sind sie einer Meinung mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen!
7. Oktober 2012 - Sonntag - Wochenende
Wier erläutert Wikipedia die sogenannte Gretchenfrage?
"Die Gretchenfrage bezeichnet eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, die die wahren Absichten des Gefragten entlarven soll.
Sie ist dem Gefragten meistens unangenehm, da sie ein Bekenntnis verlangt, um das dieser sich bisher herumgedrückt hat."
::::::::::::::::: In der Präambel zum gemeinsamen Runderlass vom November 2000 (November 2000) 'Nachhaltige und verkehrsgerechte Sicherung der Alleen in Brandenburg' vom Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg und dem Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung des Landes Brandenburg steht:
Auf der Grundlage vertrauensvoller Zusammenarbeit sichern Straßenbau- und Naturschutzbehörden gemeinsam den langfristigen Erhalt der heimischen Alleen."
Jetzt versteht man, wie die "vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Straßenbau- und Naturschutzbehörden" hier exerziert wurde.
Deshalb teilt das Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände mit?
'Uns wurde mitgeteilt, dass aus Sicht der UNB es sich hier nicht (mehr) um eine Allee handelt und deshalb auch keine Beteiligung der Naturschutzverbände durchgeführt wurde.
Wann und wie der Status geändert wurde ist uns nicht bekannt und wurde uns auch nicht mitgeteilt.
Landesbüro anerkannter Naturschutzverbände Haus der Natur
Tel.: 0331 - 201 5550
Fax: 0331 - 201 5555
e-mail: info@landesbuero.de Internet: www.landesbuero.de'
Eine große Straßenbaumaßnahme (innerörtlich, Allee, Stress mit Anwohnern und Naturschutzverbänden) in mehre Abschnitte zerlegen, mindestens drei.
Dann im ersten Abschnitt ein Großteil der alten Linden entfernen, z. B. um eine Straßenaufweitung genau dort zu platzieren, wo viele vitale, alte Bäume in Reih und Glied stehen,
dann den ersten Abschnitt mit großem Gerät (Bagger, Asphaltmaschinen, Fräsen, schwere LKW'S u. a. m.) ohne Rücksicht auf den Baumbestand fertigstellen.
Zeit verstreichen lassen, danach gemeinsam mit der zuständigen Behörde vertrauensvoll gemeinsam feststellen, daß es keine perfekte Allee mehr ist.
Eigentlich gar keine mehr. Operation gelungen, Patient tot.
Hier ein Beispiel für das oben Beschriebene.
Diese Straßenaufweitung mit sog. Querungshilfe - übliches Standarddetail - wurde jedoch an einer Stelle realisiert, wo alte Bäume standen. Sie wurden gefällt.
Noch einmal ein Blick auf die Bushaltestelle mit Großbäumen, bevor umgebaut wurde und die Linden fielen - Eisenbahnstraße 131 im Jahr 2009.
Was ist in der 40. KW so passiert? Abgesehen von dem Brückentag - Ein Resúmé
Der rbb war am 2. Oktober da, am 3. trafen sich Baumfreunde und Interessierte unter den Linden und am 4. berichtete ausführlich die pnn und kurz auch die maz über den Offenen Brief der BI an den Landesbetrieb. Das kann unter www.unsere-linden.de nachgelesen werden.
Am häufigsten wurde die Frage gestellt, warum im ersten Bauabschnitt Großbäume stehen blieben und das jetzt nicht mehr ginge bzw. warum es bei der breiten Eisenbahnstraße nicht gelingt, Bäume zu erhalten. Am meisten wurde ein handgefertigtes Behältnis bestaunt, welches als Box für Flugblätter der 'BI Werder 21' aufgestellt worden war.
6. Oktober 2012 - Samstag - Wochenende
Die individuelle, handgefertigte hölzerne Lindenbox war am 3.10. am Treffpunkt in der Eisenbahnstraße/Marienweg aufgestellt.
An Gebäck gab es selbstgebackenen Käsekuchen, Muffins und Nußhörnchen.
Die genaue Betrachtung der alten Linden hat nochmals die Frage aufgeworfen:
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::: Der rbb, Attila Weidemann, befragte auch Herrn Frank Schmidt vom Landesbetrieb für Straßenwesen.
Dieser sagte, wenn man einem Baum Wurzeln abhackt, dann ist die Standfestigkeit nicht mehr da.
Das sei wie bei einem Menschen, dem man ein Bein abhackt. Dann sagte er noch, daß moderne Infrastruktur nicht mit den vorhandenen Linden zu haben sei.
Von kranken Bäumen allerdings sprach er nicht. Warum der erste Bauabschnitt (bis zur Gartenstraße) nicht so - wie geplant und abgestimmt - beendet wird, sagte er auch nicht.
Attila Weidemann, der ehemalige 'Rasende Reporter', vor Ort
Das rbb-team möchte einen guten Überblick bekommen, um die Lindenallee zu filmen.
Die Linden sehen in der Herbstsonne prächtig aus
3. Oktober 2012 - Feiertag
Blick aus einem Wohnhaus (1. OG) auf die Linden am Tag der Einheit.
Blick auf das Transparent am Tag der Einheit.
Baumzettel sind an anderen Linden im Stadtgebiet von Werder aufgetaucht.
Gesehen am 3.10.2012 in Werder (Havel). Foto: coth
Unsere Gesellschaft altert stark. Bäume sind auch Lebensgefährten.
Auch Uraltlinden können geschützt, gepflegt und sogar buchstäblich abgestützt werden.
Foto vom 1.10.2012 aus dem Park am Schloss Glienicke an der Havel
Die Bürgerinitiative Werder 21 mit aktualisiertem Flugblatt und neuen Aktionen
01. Oktober 2012 - Montag Abend
Es soll bald gefällt werden, was tun? Neue Aktionen!
Dieser OFFENE BRIEF AN DEN BAUHERREN - DEN LANDESBETRIEB FÜR STRASSENWESEN - LAND BRANDENBURG lautet:
Ein aktuelles Transparent in der Eisenbahnstraße - Foto: 1.10.2012 Werder (Havel)
Gibt es eine Alternative zwischen alle Bäume fällen und alle Bäume erhalten?
01. Oktober 2012 - Montag
Ein Gestaltungsidee - Tore schaffen mit vorhandenen Bäumen
Wie kam es zur Akteneinsicht bei der Unteren NaturSCHUTZbehörde beim Landkreis Potsdam-Mittelmark?
Hier ein paar Informationen auf Grund der großen Nachfrage!
29. September 2012 - Samstag noch später am Abend
Alle, die im Land Brandenburg Bäume abholzen wollen, können das jetzt tun. Es können die Bäume gefällt werden, die sie immer schon weg haben wollten.
Wie alt und dick und hoch diese Bäume auch seien mögen. Es ist so!
Jedenfalls im sogenannten Innenbereich.
Dieser Begriff 'Innenbereich' bezeichnet Gebiete der 'im Zusammenhang bebauten Ortsteile'. Dies ist ein Begriff, den man im § 34 des Baugesetzbuches (BauGB) findet.
Eine Einschränkung gibt es:
Es darf keinen qualifizierten Bebauungsplan für dieses - nennen wir es Gebiet - geben.
Das nur zur näheren Erläuterung der aktuellen rechtlichen Situation.
Zurück zur Frage!
Hier ein Brief an die Rechtsabteilung des zuständigen Landkreises Potsdam-Mittelmark.
Danach wurde mir Akteneinsicht gewährt.
HERBST AUCH FÜR DIE LANDESLINDEN - hoffentlich nicht der letzte
29. September 2012 - Samstag Abend
Wir wollen uns an den Linden erfreuen - trotz allem!
Hier ist der oben angegebene Treffpunkt zu sehen - die Bushaltestelle an der Einmündung des Marienweges in die Eisenbahnstraße mit den eindrucksvollen Lindenbäumen. Foto vom September 2012
Und es gibt schon eine Antwort vom Stadtmagazin 'Werder life'!
Am 28.09.2012 schreibt Herr Jost:
vielen Dank für Ihre aufschlussreiche Nachricht bezüglich unseres Artikel.
Wir nehmen Ihre Kritik, wie auch Ihre Erklärung zur Kenntnis und möchten uns für etwaige mißverständliche Ausführungen entschuldigen.
In der nächsten Ausgabe des Stadtmagazin am 24. Oktober 2012 werden wir Ihre E-Mail als Leserbrief an die Redaktion veröffentlichen und somit auch Ihnen die Möglichkeit geben Ihre Sichtweise zu veröffentlichen.
Von einer Sekunde zur anderen Linden krank? Was für eine rätselhafte Krankheit hat sie befallen? Fragen über Fragen!
27. September 2012 - Donnerstag
Brief an das neue Stadtmagazin "Werder life", die wahrheitswidrig berichteten
An die Redaktion des Stadtmagazins "Werder life"!
In Ihrer Ausgabe Nr. 3 vom 26. September 2012 auf Seite 3 berichten Sie über den weiteren Straßenausbau der Eisenbahnstraße.
Erlauben Sie mir jedoch dazu einige ergänzende und korrigierende Anmerkungen:
Es handelte sich in der Eisenbahnstraße um eine typische Baumallee aus der Gründerzeit.
Es ist mißverständlich, daß Sie die Überschrift "Viele Linden werden fallen" wählen, denn es sollen alle sein, auch die jungen Bäume.
Es ist aber eine Baumallee und es hätte Beteiligungsverfahren mit Naturschutzverbänden u. a. geben müssen.
Darüber hinaus - es ist keine Satire - haben die Stadtverordneten der Stadt Werder im Sommer 2012 das sog. grüne Leitbild beschlossen, was ausdrücklich den Schutz von Alleen und Großbäumen vorsieht.
Was es aber auch gibt, ist ein ausführliches Baumgutachten.
Bislang waren die Bäuem nicht krank.
Was für eine rätselhafte Krankheit hat die Bäume nun plötzlich befallen?
Sie haben eine bewußt unwahre Behauptung ohne jede Kommentierung und Nachprüfung veröffentlicht.
Zuerst waren es Tiefbauprobeme, dann waren es komplizierte Rohrverlegearbeiten, dann wurde gesagt, die Bäume gehören ja dem Land und sie sind alt. Und nun als "Totschlagargument" die ominöse Krankeit.
Der Baumsachverständige hat alle Bäume eingeschätzt.
Das Gutachten liegt u. a. dem Landesbetrieb für Straßenwesen vor und auch der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Auch die Stadtverwaltung Werder hat es.
Weitere Informationen können Sie unter www.die-linden-der-anderen.de und unter www.unsere-linden.de erfahren.
Und bewegte Bilder zur Linde Nr. 109 gibt es hier: die Linde 109 im Herbst 2012
Antworten aus dem Umweltministerium gibt es immer noch nicht. Auch nicht vom BUND.
Wo bleibt die ökologische Bauüberwachung von einem Baumgutachter?? Hier wird die Linde Nr. 78 gequält. September 2009 -
Einfachste Standards gelten für das Land Brandenburg als Bauherr nicht.
DIE LINDEN IM HERBST
26. September 2012 - Mittwoch
Wer ist eigentlich der Bauherr und zuständig für das Abholzen der alten und auch jungen Bäume?
Land Brandenburg Landesbetrieb für Straßenwesen Niederlassung West Niederlassungsleitung: Dipl.-Ing. Kerstin Finis-Keck
Telefon: 0331 2334-274
Fax: 0331 2334-282
E-Mail: P.PoststelleLS@ls.brandenburg.de
Und bewegte Bilder gibt es hier: die Kronen der alten Lindenbäume im Wind - Herbst 2012
Antworten aus dem Umweltministerium gibt es keine.
Wo bleibt die ökologische Bauüberwachung von einem Baumgutachter?? Hier wird die Linde Nr. 74 gequält. September 2012 -
Umweltministerin des Landes Brandenburg meint, Bäume in Städten sind wertvoll
23. September 2012 - Sonntag
Eine Freundin schickte einen Zeitungsartikel aus der FAZ (August 2012).
Dort steht als Überschrift
"Wenn die Bäume könnten, liefen sie aus den Städten davon"
- ich ergänze - aus Werder auch.
Der Baumexperte Eiko Lettisch sagt, daß bei den politischen Sonntagsreden sich alle hingegen für den Erhalt des Grüns aussprächen.
Also wieder einen Brief geschrieben, an das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Mit folgendem Wortlaut:
ich habe in einer aktuellen Pressemitteilung aus Ihrem Hause vom 7.9.2012 gelesen, daß
"Stadtbäume besondere Aufmerksamkeit genießen müssen, denn Bodenverdichtung, permanente Bautätigkeiten, Streusalze, Luftverschmutzung, Staub und Wassermangel, machen vielen Bäumen zu schaffen.
Die Beeinträchtigung ihres Stoffwechsels hat häufig zur Folge, dass die Bäume weniger Energiereserven aufbauen können. ..."
Diese Meinung sind Anwohner der Eisenbahnstraße in Werder an der Havel auch.
Darüber hinaus sind wir der Auffassung, daß es sich um eine lückige Allee nach der Erlaßdefinition handelt.
Hier ist das Land zu besonderer Sorgfalt und Schutz verpflichtet.
Sie sind als Ansprechpartnerin im Internet benannt auf der Website Ihres Ministeriums.
Wir betreuen sehr aufmerksam "unsere" Linden, die (nach Auskunft der Stadt Werder) dem Land Brandenburg gehören.
Nun will das Land diese GESUNDEN Linden fällen. Die Brutzeit ist ja vorbei und die Kettensägen können eingesetzt werden.
Wir möchten Sie bitten, sich der Problematik anzunehmen.
Die genaue Sachlage zeigt die website www.die-linden-der-anderen.de mit dem dazugehörigen Blog.
Über Aktivitäten der Anwohner informiert die website www.unsere-linden.de.
Wer ist zuständig in Ihrem Ministerium?
An wen können wir uns in diesem Interessenkonflikt wenden?
Ich füge ein aktuelles Foto von der Eisenbahnstraße in Werder und ein Flugblatt bei.
am 23. September 2012 - Blick aus dem Fenster.
DIE LANDESLINDEN TRAGEN TRAUER - FOTOS VOM TAGE
21. September 2012 - Freitag Abend
Was sagt denn die Untere Naturschutzbehörde zur geplanten Fällung?
Hier erklärt die zuständige Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark ihre Ansicht zur geplanten Fällung. Email vom 12.Juni 2012.
21. September 2012 - Freitag
Ein schöner Septembertag und alle Linden - ob jung oder alt - tragen Trauer
Linde in der Eisenbahnstraße Foto: wowi, 20.09.2012
Linden in der Eisenbahnstraße Foto: wowi, 20.09.2012
Auf den Fotos fällt auf, daß auch junge Bäume, die gut gewachsen und vital sind, in der Straße stehen. Auch diese sollen gefällt werden.
Warum die jungen Linden, die sich sehr gut entwickelt haben und vital sind, auch abgeholzt werden, ist nicht nachvollziehbar. Zwei davon sind auf dem Foto rechts gut zu erkennen. Diese beiden stehen kurz vor der Einmündung zur Gartenstraße.
Straßenbauarbeiten. Auf die Linden - im Sinne einer ökologischen Bauüberwachung - wurde auch im Jahr 2009 keine Rücksicht genommen. Es gab eine "Binde" aus Holz und das war es. Niemand fühlte sich für die Bäume zuständig. Immerhin ist diese Holzbinde ein Zeichen, daß diese Lindenbäume stehen bleiben sollten. So war es mit den Anwohnern vereinbart worden.
AKTION TRAUERFLOR
20. September 2012 - Donnerstag
Anwohner protestieren - alle Bäume wurden "betrauert" und Flugblätter verteilt
Linde in der Eisenbahnstraße Foto: 19.09.2012
Es wurde ein Flugblatt verteilt mit Kontaktangaben:
- Lindenretten@gmx.de -
kann jeder mit der Anwohnerinitiative Kontakt aufnehmen.
Flugblatt vom 19.9.2012 von der Anwohnerinitiative Werder21
- "Aktion Trauerflor" -
zur Rettung der Lindenallee in der Eisenbahnstraße in Werder an der Havel.
Der Brief vom Bürgermeister Große mit einem Versprechen - lang ist es her
19. September 2012 - Mittwoch
……………………………dazu fällt mir keine Überschrift ein!
Dieser Brief beendete die damalige Auseinandersetzung. Dieser Zusage haben wir vertraut.
Heute ist ein schöner Herbsttag:
Blick auf Lindenkronen Eisenbahnstraße - gesehen aus einem Garten über die Häuser hinweg. Foto: 9/2012
Was war denn im Jahr 2008 so geplant? Und warum gilt das nicht mehr?
17. September 2012 - Montag
Wie wir den Planungsablauf erlebten
Dieser Ausbauplan (Baumerhalt und z. T. Neupflanzung) entsprach der abgestimmten, zweimal geänderten und öffentlich diskutierten Ausbauplanung. Hier ist ein Ausschnitt abgebildet, der kurz vor der Gartenstraße zeigt.
Bis zum 3.6.2006 lag in der Stadt Werder (Tiefbau) die Ausführungsplanung für die L 90 aus. Damals haben wir mühsam durchgesetzt, daß wir eine Kopie von dem Plan (DIN A 3 - Ausschnitt) erhielten.
Im Oktober 2006 gab es einen Beschlußvorschlag für die Stadtverordneten zur Ausbauplanung der L 90. Gegen diese Pläne haben Anwohner und BürgerInnen von Werder protestiert.
Ich erhielt auf Grund meiner persönlichen Anfrage an den Bürgermeister auch eine Antwort (siehe Brief von Herrn Große vom 1.11.2006). Hier wurde mir versichert, daß nie an eine Fällung aller Linden gedacht war!
Der Ausbau der L 90 innerörtlich wurde in drei Ausbaustufen geteilt:
die erste Ausbaustufe ist realisiert worden und ist der sog. 2. Bauabschnitt - von der Kesselgrundstraße bis fast zur Gartenstraße.
Dieser Bereich bis zur Gartenstraße wurde jedoch nicht komplett fertiggestellt - ohne Begründung hörten die Ausbauarbeiten vorher auf. Kurz hinter der neuen Bushaltestelle und Aufweitung endet der sog. 2. Bauabschnitt.
In der Ausführungsplanung blieben die meisten Bäume (Linden) stehen.
Zu dieser Planung gab es noch eine (wesentliche) Änderung, der sog. gemeinsame Geh- und Radweg, den wir alle uns sehr gewünscht haben, wurde vom Landesamt doch nicht realisiert, sondern ein sog. Angebotsstreifen für Radfahrer auf die Fahrbahn gemalt und darüber hinaus ist nun ein Parkverbot im gesamten sanierten Abschnitt festgelegt!
Der "alte" Plan wurde zweimal vor allen Anwohnern vorgestellt und ausführlich erörtert.
Nun erfuhren wir Anwohner so nebenbei durch eine kleine Zeitungsnotiz im März 2012, daß der Bauausschuß der Stadt Werder der geplanten Fällung aller Linden im nächsten Bauabschnitt zugestimmt hat.
Nachfragen (auch schriftlich) bei der Stadt Werder, Tiefbau, wurden nicht beantwortet.
Heute wurde der Fußweg inspiziert (neue Gasleitung wurde verlegt)
14. September 2012 - Freitag
Abnahme eines Abschnittes der neu verlegten Gasleitung - auf die Bäume wurde keine Rücksicht genommen - weder während der Tiefbauarbeiten, noch bei der Abnahme
Heute Vormittag lernte ich den Bauleiter der Firma Vorwerk persönlich kennen.
Ich hatte in angesprochen wegen der Linden:
- Entschuldigen Sie, sind Sie Herr J. von der Firma V.?
- Ich hätte Sie gern etwas über die Linden gefragt. Ich hatte auch schon deshalb bei Ihnen in der Firma angerufen, aber leider konnte ich Sie nicht erreichen.
- Was wollen Sie wissen? Was ist denn mit den Linden?
- Wissen Sie, daß die drei Linden dort drüben, also die mit der Nummer 74 und 72 erhalten werden sollen. Das habe ich in einem Brief vom Landesbetrieb bestätigt bekommen.
- Wieso denn nur die drei? Ich weiß nur, daß alle Linden erhalten bleiben, es kommen nur die anderen Bäume weg.
- Was? Jetzt sollen wieder alle Linden erhalten bleiben? Woher wissen sie das? Das ist ja interessant!
- Das ist so in meinen Plänen eingetragen, und von den Linden 1,50 Meter Abstand, da verlegen wir unser Rohr!
- Egal, ob Sie auf Wurzeln treffen?
- Von wann ist denn Ihr Ausbauplan?
- Von 2008.
- Aber ich habe es in der Zeitung gelesen, daß alle Bäume abgesägt werden.
- Vielleicht ist Ihre Zeitung nicht die neueste?
- Klar, von dieser Woche.
- Ist ja auch egal, mich interessieren doch die Bäume gar nicht.
Blick auf den Fußweg mit dem Plattenbelag aus der DDR-Zeit vor der Baumaßnahme Verlegung Gasleitung; Foto August 2012
Hier derselbe Abschnitt nach Beendigung der Rohrleitungsarbeiten - also Verlegung einer neuen Gasleitung - es wurden nur noch zwei Reihen der vorhandenen Platten wiederverwendet. In der Mitte hat man einen Betonstreifen hinzugefügt, die nun übriggebliebenen Platten verschwanden im Bauschutt, obwohl sie in Ordnung waren. Foto 15. September 2012
Hier derselbe Abschnitt zu Beginn der heute erwähnten Arbeiten. Ein Bagger hob den Graben aus, Schutz für Linde 74 - hier im Bild - gab es keinen. Handschachtung war nicht vorgesehen. Foto vom 28. August 2012
Heute wurde gewässert, auch die abgestorbenen Bäume
13. September 2012 - Donnerstag
Die Straßenbaumaßnahme - 1. Abschnitt - war Ende September 2009 beendet, viele nachgepflanzten Bäume sind eingegangen
Ersatzpflanzung für die gefällten Linden im bereits fertiggestellten Straßenabschnitt, beendet 2009; Foto September 2012
Foto September 2012
Ersatzpflanzung für die gefällten Linden im bereits fertiggestellten Straßenabschnitt, beendet 2009; Foto September 2012s
Wie kann man Laubbäume abtöten, ohne sie zu fällen? Hier in diesem Blog wird es anschaulich gezeigt
11. September 2012 - Dienstag
die MAZ schrieb am 9.8.2012 'drei alte Linden in Werder vorerst gerettet'
Diese in dem Artikel genannten Linden sind die Linde Nr. 72, 74 und 105. Wahrscheinlich war vorerst so gemeint, daß nun - im September 2012 - Schluß ist mit der Zusage des Landesbetriebes, daß diese drei Bäume (von über 50 Stück) geschont, geschützt und gepflegt werden. Vier Wochen sind auch 'vorerst'.
Laubbäume kann man sehr gut abtöten, indem man z. B. mit sehr schwerem Baugerät in unmittelbarer Nähe möglichst oft hin und her fährt, Beton abkippend, wirkungsvoll mit einem Bagger, Betonhäufchen verteilt, und immer im unmittelbaren Nahbereich der Lindenbäume: Hier ein aktuelles Beispiel vom Tage: Die beiden Linden Nr. 72 und 74 wurden massiv bearbeitet.
Laubbäume kann man auch sehr gut abtöten, indem man z. B. mit großem, sehr hohem Baugerät in unmittelbarer Nähe arbeitet, besonders wirkungsvoll, wenn der Baggergreifer sich oft in den Ästen bewegt und diese abknickt. Auch hier ein aktuelles Beispiel vom Tage: Die Äste der beiden Linden Nr. 72 und 74 wurden - wie sagt man - bearbeitet!
Neben der mechanischen Bearbeitung ist es besonders erfolgversprechend, wenn niemand vor Ort Bescheid weiß, daß die Bäume geschont werden sollen. Auch keine Schubkarren und Schippen vorhalten. Das verunsichert!
Die jeweils bauausführende Firma muß felsenfest davon überzeugt sein, daß alle Bäume abgeholzt werden.
Baufreiheit heißt das Zauberwort! Das hat bislang gut geklappt.
Und vor allem darf niemand vom Land oder - bei der aktuellen Aktion der Netzbetreiber Berlin Brandenburg - als Auftraggeber auftauchen.
Wirkungsvoll ist es auch, wenn während der Bauarbeiten niemand telefonisch erreichbar ist. Oder man sagt, 'wir rufen zurück'.
Das schafft auch Zeit!
Verdichtung durch schwere Fahrzeuge, Äste abknicken, Beton auch an den Stamm kippen und mit der Baggerschaufel immer wieder aufnehmen.
Mit einem Vorderlader, der wendiger ist, kann man jede unversiegelte Fläche so verdichten, daß kein Regenwasser mehr an die Wurzeln dringt und jeden noch so robusten Baum so schädigen, daß er bald eingeht, ohne daß man ihn fällen muß. So wurde es auf dem unversiegelten Streifen zwischen Baum 74 und 78 heute erneut gründlich erledigt.
Foto vom 11.9.2012
Die intensiven Verdichtungsmaßnahmen in diesem Abschnitt waren schon im Jahr 2009 erfolgreich. Danach wuchs kein Gras mehr auf dieser Fläche.
Hier zerteilt ein Bagger mit der Schaufel dicke Betonflächen, in dem er die Schaufel auf die Betonfläche fallen lässt.
Das hatte noch den Nebeneffekt, daß die Häuser bebten und sich Risse bildeten.
Foto vom 10.9.2009
Um die Anwohner zu veranlassen, sich in ihre Häuser zurückzuziehen, ist eine enorme Staubentwicklung immer eine gute Methode. Hier wurde sie heute mehrmals mit großem Erfolg praktiziert. Wer Fenster nicht geschlossen hatte - heute war Westwind - hatte Pech.
in der pnn erschien am Mittwoch, 5. September 2012, ein Artikel über die Lindenallee
9. September 2012 - Sonntag
Erstaunliches erfahren wir in diesem Zeitungsartikel vor allem über den Bauherren, das Land Brandenburg
Beim Zeitungsstudium kommt man aus dem Staunen nicht heraus!
Es gab keine Informationen über den nächsten Bauabschnitt, geschweige denn Beteiligung der BürgerInnen/Anwohner. Seit 2006 und 2007 wird geschwiegen.
Damals war jedoch immer vom Erhalt der Bäume ausgegangen worden.
Darauf hatten wir uns verlassen.
Es handelt sich um eine zusammenhängende Baumaßnahme, die Erneuerung der L 90, eine Landesstraße, die jedoch vom Baulastträger (Land Brandenburg) in Bauabschnitte zerlegt wurde. So wurde auch sukzessive abschnittsweise gefällt und damit die Allee reduziert.
Die Eisenbahnstraße war eine typische Baumallee aus der Gründerzeit. Anhand der Definition kann sich jeder vergewissern, daß es jetzt immer noch eine sogenannte lückige Allee ist - das ist in dem Erlaß ausdrücklich so beschrieben und der visuelle Eindruck entspricht dem auch.
Hätte es nicht Beteiligungsverfahren mit Naturschutzverbänden u. a. geben müssen?
Der Baumsachverständige hat alle Bäume vor Jahren eingeschätzt.
Bei guter Pflege und wenig "Baustreß" sprach er pauschal von 20 bis 30 Jahren sog. Reststandzeit.
Es geht kein Baum im erneuerten Abschnitt "flöten", wie der im Artikel als "Planungschef" bezeichnete Herr Frank Schmidt meint.
Richtig ist, daß jedoch nicht alles getan wurde, um die Linden während der Bauphase und danach zu schonen und zu pflegen.
Allerdings sind die nachgepflanzten kleinen Bäume zum großen Teil "flöten gegangen" (über die Hälfte). Aber das scheint völlig aus dem Blickfeld geraten zu sein.
Dieser "Ersatzbaum" (einer von vielen) ist eingegangen in dem bereits fertig gestellten Abschnitt
Die Behauptung "Die Anwohner seien über das Projekt und die Kosten hinreichend informiert" ist unwahr.
Wir wissen seit März 2012 (Bauausschuß), daß die Linden abgeholzt werden und weiter nichts.
Fragen an die Stadtverwaltung Werder bleiben in der Sache unbeantwortet, über Kosten wurde bislang kein Sterbenswörtchen verloren.
Diese Linde mit der Nr.78 soll nun auch gefällt werden, obwohl sie in dem bereits fertig gestellten Abschnitt, in Nähe der Aufweitung / Bushaltestelle steht. Warum nur? Foto vom 9.9.2012
Anwohnerinformation vom 31.08.2012
4. September 2012 - Dienstag
Schon Halten ist verboten!
Halten verboten ab 3.9. bis voraussichtlich 10.9.2012
Die sogenannte Anwohnerinformation" von der Netzgesellschaft nbb lautet:
'Durch die Baumaßnahmen kommt es zur Sperrung der Parkflächen 03.09.2012 bis voraussichtlich 10.09.2012. In dieser Zeit ist das PARKEN, leider nicht möglich….'
Aus dem Parkverbot wurde allerdings ein Halteverbot. Das hat die Stadtverwaltung Werder so angeordnet.
Wieso gilt das auch am Wochenende, wenn niemand an den Leitungen arbeitet? Nur ein Ergänzungsschild hätte gereicht (Montag bis Freitag).
Die neue Erdgasleitung wird angeliefert und eingebaut, hier in unmittelbarer Nähe von Linde 74 und 72 am 28.08.2012
Holy Wood - eine Initiative in Berlin will MEHR Straßenbäume
2. September 2012 - Sonntag
Kein heiliger Wald in Werder!
In Berlin, so informiert heute der Tagesspiegel auf Seite 13, gibt es eine Initiative, die sich "Holy Wood" nennt.
Die Baumbeauftragte, Frau Keltischer, meint sogar, Bäume seien potentielle Sympathieträger, und manche Bäume hätten sogar eine ganz besondere Ausstrahlung, die Menschen anzieht und fasziniert…
Blick in Richtung Innenstadt in Höhe der Tierarztpraxis, Fußweg mit Baumreihe - ohne Lücke.
Blick in Richtung Innenstadt, Fußweg mit Baumreihe - auch ohne Lücke.
Hier gibt es eine lückige Allee - schaut her!
1. September 2012 - Sonnabend
Blick Richtung Bahnhof, vom Marienweg aus gesehen.
Aus dem Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - Land Brandenburg -, von Frau Veronika Feichtinger, erfuhr ich nun, was eine Alleee ist.
Sie schrieb mir gestern. Ich zitiere: "Nachfolgend übersende ich Ihnen eine Alleendefinition, wie sie in einem Gemeinsamen Erlass von 1998 zwischen dem Umwelt- und Verkehrsministerium formuliert worden ist. Dieser Erlass dient den UNB als Orientierung.
Alleendefinition
Alleen im Sinne des § 31 BbgNatSchG sind Baumreihen beidseitig der Fahrbahn an Straßen und Wegen, die in der Regel aus mindestens zwanzig aufeinanderfolgenden relativ gleichaltrigen und vom Habitus her gleichartigen Bäumen bestehen (aus gestalterischen Gründen kann in Einzelfällen auch bewußt kontrastbildend auf regelmäßig unterschiedliche Baumformen zurückgegriffen werden) und in einem gleichmäßigen Abstand vom Fahrbahnrand und innerhalb der Reihe gepflanzt sind und so einen räumlichen Zusammenhang vermitteln.
Innerorts, in Ortsrandlage und bei besonderer landschaftsprägender Bedeutung kann auch eine geringere Anzahl von Bäumen eine Allee bilden.
Der gesetzliche Schutz gilt auch für neuangelegte Alleen und Nachpflanzungen in bestehenden Alleen sowie lückige Alleen, sofern der visuell wahrnehmbare Eindruck einer Allee vorhanden ist."
Was ist gemeint? Diese Straße hat eine sogenannte lückige Allee. Meine Suche ergab, daß Synonyme für "lückig" im Netz so beantwortet werden:
"Meinten Sie vielleicht: lockig, lässig, lausig, lauschig, Lokus?".
Blick in die Straße Richtung Bahnhof mit der lockigen Allee, hier in Höhe des Marienweges, nein, nicht lockig, lückig! Hier sieht man auch jüngere Linden, die auch gefällt werden sollen, obwohl sie nicht alt sind.
Es fehlt noch unsere Skizze, auf die wir uns bezogen haben (siehe Brief vom Landesbetrieb, gestern veröffentlicht)
31. August 2012 - Freitag
Eine wichtige Bestandszeichnung
Diese städtebauliche Skizze mit dem Baumbestand hatten wir unserem Brief angefügt. Sie wurde verwendet und die Bäume, die gefällt werden sollen, rot durchkreuzt. Warum Baum 78, der im bereits fertiggestellten Abschnitt steht, gefällt werden soll, wurde nicht erläutert.
Historische Spuren: hier sind noch die alten Steinränder, die damals um die jungen Linden gesetzt wurden, zu finden. Auf dem Foto ist es die Linde 109 - in Höhe Eisenbahnstraße 132
Blick in die Straße in Richtung Innenstadt - Ist das eine Baumallee?
Das ist eine wichtige Frage. Denn Baumalleen, so haben wir es in der sogenannten Alleenkonzeption des Landes Brandenburg gelesen, werden vom Land besonders geschützt.
Dieses Thema der Baumallee ist tabuisiert. Warum nur? Da es keinerlei Bürgerbeteiligung gibt, von Bürgermitwirkung und Transparenz im Planungsablauf ganz zu schweigen, habe ich mich bemüht, herauszubekommen, welche Rechtsgrundlagen dazu führten, daß solch ein Ergebnis 2012 möglich ist. Dazu in den nächsten Tagen mehr.
Ein aktuelles Foto von heute - Höhe Eisenbahnstraße 82: Die Verlegung der neuen Gasleitung geht voran. Hier ist wieder ein Baum im Wege, aber wie man sieht - keine Chance.
Was hat der Landesbetrieb geschrieben??
30. August 2012 - Donnerstag
Diesen Brief habe ich gestern erwähnt. Und auf welchen Brief wurde hier geantwortet? Auf einen Brief vom 26. Juni 2012, der Vorschläge enthielt, wie Bäume erhalten werden könnten.
Und die diesem hier dokumentierten Brief beigefügte Zeichnung ist auch auf der website zu sehen. und da steht z. B. auch die Linde Nr. 74, um die es jetzt ging.
Blick in die Baumkrone der alten Linde Nr.109, sie steht vor dem Haus Nr. 133
Die Linden Nr.109 und links 107, sie stehen vor dem Haus Nr. 133
vom Fußweg aus in Richtung Innenstadt ist links die Linde Nr.109 zu sehen. Die Bäume wurden vor ca. vier Jahren am Stamm mit Nummern versehen.
Eine neue Gasleitung
29. August 2012 - Mittwoch
östliche Straßenseite
Blick in Richtung Bahnhof am gestrigen Abend - die Linde 74 darf weiter existieren - sie wurde nun sogar geschützt.
Als am Montag unverhofft der Bagger anrückte und Mitarbeiter der Baufirma die Gehwegplatten entfernten, wunderten wir uns, daß die Bäume ohne jeden Schutz mit in das Baugeschehen - nennen wir es einmal - einbezogen wurden.
Es wurde dann in einem Abschnitt (unbebautes Grundstück Nr. 86, dort wo der nächste Straßenbauabschnitt beginnt) eine schmale Baugrube für die neue Gasleitung (PE) vorbereitet.
Warum unmittelbar an den beiden Lindenbäumen Nr. 74 und 72 entlang gebaggert wurde, war unklar.
Ich fragte dann die Mitarbeiter der Firma, warum sie so extrem nah an den Bäumen entlang baggern. Sie teilten mir mit, daß diese Bäume alle auf jeden Fall "wegkommen". Es hätte in der letzten Woche (34. KW) noch eine Begehung mit Vertretern der Stadtverwaltung und ihrem Auftraggeber (Netzbetreiber Berlin Brandenburg) gegeben.
Die Anwesenden hätten das nochmals bestätigt. Man brauche sich nicht vorsehen.
Es wurde von den Bäumen nun abgerückt, mindestens 1,50 m und nur noch ein Streifen des unter den Gehwegplatten vorhandenen Betons (aus DDR-Zeiten) entfernt
Auf den Ausbauplänen fanden wir kein Datum, so daß völlig unklar war, welche Anweisung von wem jetzt galt. Ein an mich gerichteter Brief vom Landesbetrieb Straßenwesen (vom 6.8.2012) mit der Skizze, welche drei Bäume erhalten werden können, schien doch die aktuellste "Zusicherung" zu sein, schade nur, daß es niemand wußte oder nicht wissen wollte.
Die Tiefbauer haben betätigt, daß ausreichend Platz im Gehwegbereich ist, um im offenen Verbau - ohne die Lindenwurzeln zu schädigen - die Gasleitung zu verlegen.
Es wurde tatsächlich dann die Leitung verschwenkt und ohne Probleme wurde weiter gearbeitet.
Wer aber ist nur Ansprechpartner?
Wer kümmert sich um die Bäume?
Warum werden die über 20 cm dicken Betonflächen mit so einer enormen Staubentwicklung zerteilt?
Müssen immer alle Häuser und Menschen und Pflanzen und Autos von Zementstaub eingepudert werden?
Ist das Arbeitsschutz?
Ohne Ankündigung wurde ab Montag eine neue Gasleitung (225 PE) auf der östlichen Straßenseite verlegt:
Blick in die Grube am 27.8.2012 mit der neuen Gasleitung im Bereich der Linde 74, die durch die Baggerarbeiten an den Wurzeln beschädigt wurde"
20. November 2012 bis 3. März 2013

References: § 3
 § 2
 § 1
 § 10
 § 1
 § 10
 § 34
 § 31