Source: http://www.castor.de/material/gorlebenrundschau/2004/quartal4/ausg10_11.html
Timestamp: 2019-09-23 07:21:53+00:00

Document:
Gorleben Rundschau November/Dezember Ausgabe Nr. 10-11
Erklärung der Gruppe von Sébastien
Ankettaktion Frankreich
Presseerklärung des französischen Netswerks
Atommafia geht über Leichen
Aufruf ziviler Ungehorsam
Sébastien - Offenherzig
Gewerkschaft Sud rail
Falsche Gefahrenprognose
Polizeikessel rechtswidrig
Sachargumente gegen Castor ignoriert
Haft wegen Flugblattverteilens
Am 7. November 2004 starb Sébastien, als ihn die Lokomotive des Atommüllzugs nach Gorleben erfasste. Einige Wochen zuvor hatte er sich mit anderen von uns zum Handeln entschieden, um die Angreifbarkeit dieser Transporte publik zu machen. Die Tatsache, dass er tot ist, sollte nicht vergessen lassen, dass diese Aktion gewaltfrei, überlegt und freiwillig war. Auch wenn dieses Drama es so erscheinen lässt, war unsere Tat keinesfalls unverantwortlich, bzw. ein Akt der Verzweiflung.
Unser Engagement ist das Ergebnis tiefster Überzeugung reeller und bestehender Gefahren, welche die Atomkraft schon viel zu lange darstellt. Diese Aktion war gemeinsam genauestens vorbereitet: genaue Ortskenntnisse und die Berücksichtigung eines Notfallsstopps. Wir hatten mehrfach die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass der Zug nicht anhalten könnte. Da wir uns in einer langgezogenen Kurve mit eingeschränkter Sicht befanden, war uns klar, dass wir notfalls die Gleise sehr schnell verlassen müssten. Wir lagen zu viert neben den Schienen, da wir zwei Rohre unter den Gleisen platziert hatten. Wir lagen zu zweit jeweils auf einem Gleisstrang, um notfalls schnell wegzukommen. Wir waren nicht angekettet und hatten so die Möglichkeit schnell den Arm aus dem Rohr zu ziehen.
Leider konnte die Gruppe, die den Zug 1500m vorher zum Bremsen bringen sollte, nicht handeln. Der Hubschrauber, der ständig dem Zug voraus fliegt, fehlte. Er war "Tanken"; aber die Gruppe rechnete damit, dass er die Ankunft des Zuges signalisieren würde. Da neben dem Zug Fahrzeuge der Gendarmerie mit hoher Geschwindigkeit fuhren, konnte die Stoppergruppe nicht handeln. Der Transport konnte also weder vom Hubschrauber, noch von den Stoppern gewarnt werden und kam so mit 100km/h auf uns zu. Diese Verkettung von Umständen brachte uns in Gefahr. So hatten die Personen, die an den Gleisen lagen, sehr wenig Zeit festzustellen, dass der Zug seine Geschwindigkeit nicht verringerte.
Wir hatten es geübt sekundenschnell wegzukommen. Sébastien wurde dabei erfasst, als er die Gleise verließ. Sein Arm steckte nicht in dem Rohr fest, wie die durchzuführenden Untersuchungen beweisen werden. Es ging alles so schnell, dass wir ihm nicht helfen konnten. Wir waren in der Kälte zehn Stunden lang etwa 30 m von den Gleisen entfernt am Waldrand versteckt. In dieser Zeit wurden weder wir, noch die Vorposten zur Benachrichtigung (15 Kilometer entfernt vom Ort der Aktion), noch die Gruppe von den Sicherheitskräften entdeckt, die den Zug stoppen sollte.Wir wurden auch nicht entdeckt, als wir im Vorfeld um fünf Uhr morgens die Rohre unter die Schienen legten. Es ist klar, die Verantwortung jedes Beteiligten muss festgestellt werden, unsere inbegriffen. Zur Stunde erleben wir einen der schlimmsten Augenblicke unseres Lebens.
Neben vielen bekannten Gründen für die Aktion, ging es uns in erster Linie der Schutz unseres Planeten, der Jahr für Jahr mehr zerstört wird. Es ging uns aber auch um die Ablehnung jeder Infragestellung dieses monolithischen Staats. Wir haben nicht aus Unreife oder Abenteuerlust versucht den Zug zu stoppen, sondern weil die Atompolitik dieses Landes nur so zu einer elementaren Frage werden kann. Sébastien ist durch einen Unfall gestorben, er hat es sich nicht ausgesucht, niemand wollte es.
Er starb nicht nach einem Discobesuch betrunken am Steuer, sondern um seiner Überzeugung Gehör zu verschaffen. Sein Tod wird deshalb für uns nie ein beliebiges Vorkommnis sein. In der Situation, in der wir derart verlassen und verloren waren, hätten wir uns nie vorgestellt so viel Unterstützung zu bekommen. Wir danken vor allem unseren Freunden und Eltern, vielen Initiativen, aber auch Tausenden anonymen Deutschen und Franzosen, die in seinem Andenken Demonstrationen und Andachten organisierten. Die Stärke der Solidarität überwältigt und berührt uns. Das Wichtigste ist für uns, einen Bruder zu beweinen und seine Familie zu unterstützen, nicht sein Bild zu instrumentalisieren. "Bichon" war voller Lebensfreude und -energie, nicht nur Atomkraftgegner. Dieser Text ist weder eine Beichte noch eine Anschuldigung, wir wollen dadurch nur die Wahrheit dieser Ereignisse wiedergeben.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg e.V.
ruft dazu
auf, die französischen
Aktionsgruppen nach dem Tod von
Sébastien Briat durch solidarische
Spenden für Prozesskosten und
Weiterarbeit zu unterstützen.
„Luneville Prozesskosten u.a.“
ist ein Sonderkonto eingerichtet:
KSK Lüchow, BLZ 25851335,
Konto: 43356
Spendenbescheinigungen können
Ankettaktion in Frankreich :
Persönlicher Erlebnisbericht von Cécile
Tief in der Nacht zum 07.November 04 machten wir uns auf den Weg nach Laneuveville-devant-Nancy. Die 14- köpfige Gruppe setzte sich im Gebüsch neben den Schienen nieder. Der Anfang einer langen kalten Nacht. Gegen 11Uhr kam die erste Nachricht: „der Zug passierte gerade Nancy“. Ganz schnell wurde der Schotter weggeschoben und der Hubschrauber, der dem Zug voraus flog, entdeckte gleich die Gruppe. Bald bekamen wir das Signal: „der Zug bremst“. Eine kleine Gruppe ging in Richtung Zug mit Transpi und empfing die CRS (Bereitschaftspolizisten) mit einem Zettel worauf stand, es gehe um eine gewaltfreie Aktion gegen Atomkraft. Zur Überraschung der Polizei war die Presse auch schon vor Ort.
Es ging uns darum Atomkraft und Atomtransporte durch eine entschlossene Aktion zu denunzieren. Seitdem Atomtransporte zum Militärgeheimnis erklärt wurden, wissen die Leute nicht einmal, dass solche Züge durch Städte und Gemeinde fahren. Die Blockadestelle befand sich dazu in der Nähe einer Chemiefabrik. Ich komme aus Toulouse und weiss wie eine solche Fabrik explodieren kann!! 2001 explodierte AZF. 30 Menschen starben und ein riesiges Chaos entstand. Erst als die Polizei sich in Richtung Blockadestelle bewegte, kettete ich mich an den Schienen an, zusammen mit Camille. Die 12 weiteren UnterstützerInnen besetzten die Schiene. Die Polizei versuchte mich erstmals mit Gewalt loszuziehen, wobei es nicht ging, sie mussten Werkzeug holen und flexen. Der Rest der Gruppe kommentierte die (uneffiziente) Handlung der Polizei amüsiert, es wurden Lieder gesungen. Nach Anderhalbstunden Arbeit wurden wir „befreit“ und ... gleich mit Handschellen gefesselt ... Der Polizeichef nahm offenbar die Sache ernst und kam vor Ort, um die Ingewahrsamnahme beider „Angeketteten“ selber zu- zustellen. Die Festnahme wurde mit Akkordeonspiel begleitet, eine Unterstützergruppe aus Nancy war nachgerückt und wartete beim Bahnübergang. Die 12 weiteren BlockiererInnen wurden zum Zweck der Personalienfeststellung mitgenommen. Der Zug fuhr gegen 13 Uhr 30 weiter.
Der Abtransport dauerte noch etwas Zeit, denn die Polizei meinen Ausweis haben wollte. Aber mit gefesselten Händen ... das was ja nicht möglich ... Im Polizeiauto habe ich dann auch meinen Senf dazu gegeben, z. B. als die Polizei mit Blaulicht und Alarmsirene fuhr: „das Spielzeug da, es darf nur im Notfall benutzt werden, wir haben es nicht eilig ...“ Mir wurde später erzählt, ich sei von den Bullen die „Fanatikerin“ genannt worden, als ich ankam. Wir wurden wie übrig verhört und anschliessend in engen Einzelzellen - mit getrockneter Blutlache am Boden - stundenlang eingesperrt. Beeindruckt war ich nicht.Wir hatten uns gut vorbereitet und wussten wie wir mit Repression umgehen wollten. Die Freude den Zug für über 2 Stunden zum Stehen gebracht zu haben war gross.
Trauer,Wut und Empörung
Die Freude dauerte aber nicht an. Ein Polizist kam ende Nachmittag lächelnd zu mir und sagte „ich habe eine schlechte Nachricht für Sie, der Zug hat einen Atomkraftgegner überrollt.“ Trauer,Wut und Empörung, ich konnte es nicht fassen.. Es war umso schwieriger, dass ich alleine in der Zelle war und mich mit Menschen nicht unterhalten konnte ... Wir kamen anschliessend gegen 20:30 Uhr frei. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt. Uns wird Eingriff in den Schienenverkehr vorgeworfen. Beide Aktionsgruppen haben unabhängig gehandelt. Die Gruppe um Sébastien hatte genauso viel Erfahrung wie unsere. Für uns ist eines klar; Atomkraft hat getötet und Menschenleben sind der Atomlobby nichts wert.Wir sind alle schockiert und bekunden unsere Solidarität. Wir wollen weder Helden noch Märtyrer ... Aber wir vergessen die Nachricht von Sebastien nicht und wir werden uns weiterhin quer stellen.
Weiter kämpfen!! Eine neue Widerstandsidee keimt auf: wir wollen ein Bündnis aufbauen. Ähnlich wie das Bündnis „freiwiliger MäherInnen“, das erfolgreich gegen Genfood handelt. Es soll zu einem „Bündnis des zivilen Ungehorsams gegen Atomkraft“ werden. Eine offene Plattform ohne juristische Form, ein Zusammenschluss von Menschen, die ein schriftliches Engagement unterschreiben. Eine Diskussionsgruppe wird gerade gegründet, und einen Aufruf wird es in wenigen Monaten geben. Ein Solifond (für Verfahrenskosten ...) wurde eingerichtet, wer beide Aktionsgruppen unterstützen will kann spenden! Die Organisation Cacendr stellt ihren Konto zur Verfügung.
Cacendr Bank:
La Poste CCP Nancy Kontonummer:
NCY 06 228 44 G 031 Stichwort "fond de solidarité"
Presseerklärung des französischen Netswerks "Für den Atomausstieg"
8/11/2004: Tod des jungen Anti-Atomaktivisten Sebastien Briat. Aufruf zur Versammlung vor allen Bahnhöfen am Mittwoch ,dem 10.Nov. um 18Uhr Der Appell Sebastiens, die Atomindustrie und ihre Abfälle abzulehnen,muss gehört werden.
Das französische Netzwerk "Für den Atomausstieg" teilt den Schmerz der Familie und der Freunde von Sebastien Briat, dem jungen Atomkraftgegner, der am Sonntag, dem 7. November 2004 bei einer Aktion gegen die Atommülltransporte ums Leben kam. Angesichts der lebhaften Anteilnahme unzähliger Bürgerinnen und Bürger, Aktivisten und Aktivistinnen mit ihrer Bitte, sich gemeinsam ausdrücken zu wollen, ruft das Netzwerk für den Atomausstieg dazu auf, sich am Mittwoch dem 10. November um 18 Uhr zu versammeln und vor den Bahnhöfen Blumen niederzulegen. Selbst wenn die näheren Umstände für dieses Drama im Moment noch unerklärt bleiben, geht das französische Netzwerk "Für den Atomausstieg" davon aus, dass: - die elementaren Sicherheitsmassnahmen nicht erfolgten, denn ein solcher Konvoi dürfte nicht mit normaler Gütergeschwindigkeit rollen, sondern mit reduzierter Geschwindigkeit, um jederzeit anhalten zu können. - die beträchtliche Anzahl von Atomtransporten in Frankreich veranlasst die zuständigen Behörden und die Unternehmen der Atomindustrie dazu, maximale Einsparungen vorzunehmen, was die elementaren Sicherheitsmassnahmen angeht, die man für einen solchen Transport erwarten müsste.
In Deutschland bilden diese Transporte Gegenstand strengerer Sicherheitsauflagen ( Anzahl der Polizist-innen, Überwachung des Schienenwegs, Geschwindigkeit des Zuges ...). - dieses Drama zeigt auch, dass Personen, die böswillige Absichten hätten, im Gegensatz zu den Anti-Atomgegner-innen, sehr leicht einen Atommülltransport aufbringen könnten. Das Netzwerk "Für den Atomausstieg" appelliert an die Bürger und Bürgerinnen, dem Mut und dem Engagement des jungen Sebastiens Rechnung zu tragen, dessen Absicht es war, die Umwelt und die Zukunft unseres Planeten zu retten. In der Tat beabsichtigt die Atomindustrie, nachdem sie bis Anfang der 80er Jahre Tausende von Tonnen radioaktiver Abfälle auf den Grund der Ozeane versenkte, von nun an sie unter der Erde zu verbuddeln, somit den Planeten für Tausende von Jahren zu verseuchen.
In seiner gewaltfreien Vorgehensweise ist Sebastien gestorben, als er die Öffentlichkeit auf den inakzeptablen Charakter der Atomindustrie und ihrer Abfälle aufmerksam machte. Sein Appell muss gehört werden.
Pressekontakte des Netzwerk "Für den Atomausstieg" (Reseau "Sortir du Nucleaire"):
Corinne Francois :
0686748511 Stephane Lhomme :
Presseerklärung des französischen Netzwerks "Für den Atomausstieg"
Nach dem Castor ist immer auch vor dem nächsten Castor oder:
Die Atommafia und ihre Handlanger gehen über Leichen!
Am Rande des Todes. Sicherheitsfragen. Wir alle sehnen uns nach Sicherheit. Deshalb hören wie es gern, wenn gutbezahlte Fachleute uns beteuern, wie sicher doch die Atomkraft ist. Sie haben trotzdem noch Zweifel? Dann fragen Sie doch zur Sicherheit Ihren Versicherungsvertreter. Oder wenn Sie Hausrat besitzen, ein Auto oder ein Haus, dann werfen Sie einen Blick auf das Kleingedruckte ihrer Versicherungsverträge. Dort erfahren Sie, was die Finanzexperten vom atomaren Risiko halten. Sie werden einen Satz finden, der Sie davon in Kenntnis setzt, daß Ihre Versicherung keinen Pfennig zahlt bei Schadensereignissen infolge "atomarer Ereignisse". Das atomare Risiko scheint nach Meinung der Versicherungsfachleute keine Lapalie zu sein. Sonst wäre es versicherbar.
(http://www.windenergie.de/informationen/ downloads/hintergrund_ext_kosten.pdf) Wer aber trägt dann das Risiko, vor dem jede Versicherung zurückschreckt? Die Polizei? Der Umweltminister? Die Industrie, die auch die fetten Gewinne aus der Atomkraft einstreicht? Man will es nicht glauben: Das Risiko trägt einzig und allein die Allgemeinheit.Wenn es aber wir selber sind, die das Risiko tragen - sollten wir nicht hin und wieder gefragt werden, wenn es um die öffentliche Sicherheit geht? Noch gibt es keine offiziellen Informationen über die näheren Umstände des Todes von Sebastien. Doch schon jetzt stellt dieser Tod eindringliche Fragen über den Umgang mit unser aller Sicherheit.
1. In den Castoren steckt das gefährlichste Gift, das es auf der Welt gibt.Wie kann es sein, daß dieser Zug durch unsere Zivilisation rast, ohne daß die Sicherheitsexperten im Bilde sind, in welchem Zustand sich die Gleise befinden?
2.Welchen Text hätten die Sicherheitsexperten verlautbaren lassen,wenn sich auf den Gleisen ein stählernes Hindernis befunden hätte, das den Zug zum Entgleisen gebracht hätte?
3. Behälter mit radioaktivem Inhalt sollte man behandeln wie rohe Eier. Übrigens weiß man mehr über die Bruchfestigkeit von Eiern als über die Bruchfestigkeit von Castor-Behältern. Denn bis drücken sich die Betreiber vor realen Falltests von Castoren. Warum eigentlich? Kann sich eine milliardenschwere Industrie diese Tests etwa nicht leisten? Zur Illustration: Mit welchen Gefühlen würden Sie sich in einen ungetesteten Hochgeschwindigkeitszug setzen?
4. Es scheint, als wären Regierungen, die nur in Legislaturperioden denken, wenig geeignet, sich ernsthaft mit Risiken zu befassen, die sich über hunderttausende von Jahren erstrecken.
5.Wer und was sind also das große Sicherheitsrisiko für die Allgemeinheit? Ganz sicher nicht die Menschen, die auf die Gefahren aufmerksam machen!
In den letzten Tagen haben viele Atomkraftgegner zu ihrer Verantwortung für das Leben und für die Zukunft gestanden. Viele haben versucht, den tödlichen Zug zu stoppen. Nicht alle haben den Mut und die Möglichkeit, sich auf Straßen und Schienen zu setzen.Aber den Castor kann man auch ganz komfortabel vom Sofa aus stoppen. Indem man keinen Atomstrom mehr kauft. Stromwechsel ist leichter als ein Reifenwechsel. Und es ist eine Sache der Ehre! Die Regierungen haben sich im Thema "atomare Sicherheit" als inkompetent erwiesen. Sie setzen fahrlässig unser Leben und das Leben der künftigen Generationen aufs Spiel. Schon die Tatsache, daß von 12 Castor-Tiefladern 3 nicht verkehrstauglich waren, reicht für eine Disqualifizierung. Es ist jetzt an uns, dem atomaren Irrsinn ein Ende zu machen. Suchen wir nach kreativen Wegen!
Ein Briefwechsel ...
Liebe Freundinnen, liebe Freunde, tief betroffen trauern wir um den jungen französischen Atomkraftgegner Sébastien Briat, 22 Jahre, welcher am Sonntag, den 07. November 2004 vom Castor-Zug in Luneville /Frankeich totgefahren wurde! Sébastien Briat starb,weil er für Leben und Zukunft kämpfte. Der Castor-Zug war mit seiner lebensgefährdenden, radioaktiven Ladung von La Hague zum niedersächsische Castor-Zwischenlager in Gorleben unterwegs. Gemeinsam laden die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen und der Bund für Umwelt und Naturschutz die Bevölkerung beiderseits des Rheins zu einer Trauerfeier am Samstag, den 13. November 2004 um 18.00 Uhr an den Gedenkstein im Wyhler Wald (an der Nato-Rampe) ein. Die beigefügte Traueranzeige wird am 11. November 2004 in der Badischen Zeitung veröffentlicht. Nur ein sofortiger Atomenergieausstieg kann uns eine lebenswerte Zukunft bringen! Wir bitten alle Empfänger, diese Einladung an Freunde und Bekannten weiterzuleiten!
Bernd Nößler,
Erhard Schulz und Heinz A. Siefritz
Sprecher der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen
Liebe Freunde von den Badisch-Elsässischen,
wie soll ich die seltsamen Antworten auf meinen Einspruch verstehen? Axel deutet etwas an von "unterschiedlicher Trauerkultur in Stadt und Land" (keine Ahnung, was er meint), Erhard Schulz unterstreicht noch einmal die Betroffenheit, Frank Baum fand die Trauerfeier eindrucksvoll und angemessen - alles gut und schön, aber wo ist die Antwort auf meinen Einspruch?
Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen haben erklärt: "Sébastien Briat starb, weil er für Leben und Zukunft kämpfte." Ich sage: Nein, dieser Satz ist verlogen. Und ich will es noch einmal etwas ausführlicher erklären: Hartmut Gründler wollte sterben. Er wollte mit seiner Selbstverbrennung ein Zeichen setzen. Das habe ich damals gewusst und respektiert. Ich habe 1977 im Bremer Blatt auf zwei Seiten seine Erklärungen, Begründungen, Argumentation zusammengestellt und veröffentlicht. Wie gesagt: Ich dachte überhaupt nicht so wie er, aber ich habe seine Entscheidung respektiert. Ich respektiere sie heute noch. Aber soviel ich weiß, wollte Sébastien Briat gar nicht sterben. Er wollte den Castor-Zug möglichst lange aufhalten und mit dieser Aktion ein Zeichen setzen. Aber er wollte nicht sterben. Wenn ich recht verstehe, hat er sich darauf verlassen, dass er und seine Freunde rechtzeitig entdeckt werden und dass der Castor-Zug dann anhält.
Aber Sébastien Briat wurde nicht entdeckt. Der Zug hat nicht angehalten. Sébastien Briat wurde überfahren und grausig getötet. Als ich das las, hat mich zuerst der Schrecken verstummen lassen.
Dann habe ich mich gefragt: Wo waren eigentlich die Unsrigen? die Erfahrenen? die Älteren? Warum hat ihm niemand gesagt: "Du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass der Hubschrauber Dich sieht und den Zug stoppt!". "Du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass der Zugführer den Zug mit einer Notbremsung an dieser Stelle rechtzeitig zum Stehen bringt!". Warum sind die Unsrigen nicht dagewesen, um den Jungen aus dem Sog des Zuges zu reißen? Und ich sehe, dass auf unserer Seite tödliche Fehler gemacht wurden. Und das treibt mich fast in die Verzweiflung.
Und dann lese ich, dass die Unsrigen Erklärungen abgeben, in denen unser Versagen nicht vorkommt. Kein Erschrecken und kein Verstummen, sondern sehr schnell die anklagende Rede. Nur der anklagende Zeigefinger, die drei anderen Finger gibt es nicht. Dass dieser zum Verzweifeln sinnlose Tod mit Sinn gefüllt werde. Damit dieser bittere Tod sozusagen "süß und ehrenvoll" werde.
Ich weiß nicht, wer den Satz formuliert hat - "Sébastien Briat starb, weil er für Leben und Zukunft kämpfte" - aber ich denke, er ist falsch. Ganz und gar falsch. Er verschweigt nämlich alles, was uns betrifft, die Unsrigen, unsere Fehler, unsere Verantwortung. Deshalb halte ich diesen Satz für eine Propagandalüge. Da wird ein getöteter junger Mensch politisch instrumentalisiert. Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen haben diesen Satz benutzt. Dagegen hab ich aufs Schärfste protestiert. Soll man denn jedes Wort auf die Goldwaage legen?
Ja. Die Sprecher der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen sollten in solchen Fragen jedes Wort auf die Goldwaage legen. Schöne Grüße aus der Vorzeit!
W. Mossmann
Lieber Walter Mossmann,
Deine mail an erhard schulz habe ich mit großem Befremden gelesen. Es ist genau zehn Jahre her, dass ein Demonstrant in Malville zu Tode geprügelt wurde, weil er an einer Demonstration gegen den super-phénix teilnahm. Leider von vielen schon vergessen, wie vieles im Leben. Gründler: war die verzweifelte Tat damals eine Heldentat, pure Verzweiflung, den Finger auf die tödlichen Gefahren der Atomanwendung legen? Hartmut Gründler hat sich verbrannt, während ich in Hamburg war. Er hat seine Verzweiflung mit dem Leben bezahlt. Was machen die Atomkraftgegner, die sich im Wendland, oder in Frankreich, auf die Schienen begeben.Was hat Marie Steinemann vor zwei Jahren bewogen, mit 16 Jahre diese wahnsinnige Ankettaktion zu machen, vor der sie weder die Ängste der Eltern noch der Freunde zurückhalten konnten. Marie hat in allem Glück gehabt. Sébastien blieb dieses Glück verwehrt. Dürfen wir - gerade wir Alten, die am Anfang der Demonstrationen standen, Plätze besetzten, Strassen besetzten - nicht trauern um einen unseresgleichen? Walter ich habe wirklich seit diesem tragischen Geschehen, ganz andere Sorgen.Wohin sind wir gekommen, wenn wir die freie Entscheidung unserer Mit"kämpfer" verurteilen - ob wir ihre Aktionen billigen oder nicht. Hiess es nicht über viele Jahre in der Anti-AKW-Bewegung: "Jeder ist für sein Tun und seine Entscheidung selbst verantwortlich"? Glaubst Du, dass jemand sein Leben aufs Spiel setzt, um ein Held zu sein?
Ich hasse die Verlogenheit der Schuldzuweisung. Staatsmänner schicken 17-18 Jährige in die Kriege, mit dem vollen Bewußtsein, dass sie darin umkommen können. Und sie werden im Nachhinein - gerade auch an Volkstrauertagen - als Helden der Nation gefeiert. Ist ihr Leben wertvoller, als das eines Sébastien, der bestimmt auch aus ehrlichen Motiven seine Aktion vorbereitet hatte. Ich ärgere mich noch viel mehr über meine langjährigen Weggefährtinnen und -Gefährten, denen vor Jahren, bevor sie in Parteien "Karriere" gemacht haben, meine Bedenken bei Aktionen Schnurz und piepe waren, und mir eher einen Rippenstoß verpassten als ihr Vorhaben aufzugeben, wenn ausgerechnet diese heute UNS in Gorleben zur Umsicht und Umdenken glauben ,mahnen zu müssen. Sébastien ist tot, tot, wie mancher unter uns sein könnte, wenn er nicht ein Riesenglück gehabt hätte.Tot, wie die unendlich vielen Opfer der Folgen der Atomkernspaltung, der Seveso-Vergiftung und so weiter.... Wer gedenkt dieser Opfer und wer trauert wann um sie? "Feierliche Worte"! "Falsche Strategie"! Betroffenheit ist nicht feierlich, sie ist ein in Sich.hineingehen, und wer kennt die "richtige" Strategie? Was haben wir nicht alles versucht, in den fast 30 Jahren. Und was hat es uns gebracht? Die Politiker und die Medien mahnen zur "Besonnenheit", weil eine besonnene Bevölkerung bequemer ist, als eine renitente. Mich macht dieser Tot auch krank, und auch ich fühle mich verantwortlich, aber ich verurteile nicht. Sei gegrüßt mit diesen Zeilen, von einer "alten , immer noch rebellischen Mitstreiterin.
danke für Deinen Brief. Er hat mich nicht befremdet. Ich habe Dich sehr gut herausgehört. Aber ich denke in einigen Punkten anders. Hartmut Gründler wollte sterben. (Wir kannten uns vom besetzten Platz im Wyhlerwald). Er wollte mit seiner Selbstverbrennung ein Zeichen setzen. Das habe ich damals sehr gut gewusst und respektiert. Ich habe 1977 im Bremer Blatt auf zwei Seiten seine Erklärungen, Begründungen, Argumentation zusammengestellt und veröffentlicht. Wie gesagt: Ich dachte überhaupt nicht so wie er, aber ich habe seine Entscheidung respektiert.
Soviel ich weiß, wollte Sébastien Briat nicht sterben. Er wollte den Castor-Zug möglichst lange aufhalten und mit dieser Aktion ein Zeichen setzen. Aber er wollte nicht sterben. Wenn ich recht verstehe, hat er sich darauf verlassen, dass er und seine Freunde rechtzeitig entdeckt werden und dass der Castor-Zug dann anhält.
Aber Sébastien Briat wurde nicht gesehen. Der Zug hat nicht angehalten. Sébastien Briat wurde überfahren und grausig getötet. Als ich das las, hat mich zuerst der Schrecken verstummen lassen. Dann habe ich mich gefragt: Aber wo waren die Unsrigen? die Erfahrenen? die Älteren? Warum hat ihm niemand gesagt: "Du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass der Hubschrauber Dich sieht und den Zug stoppt!". "Du kannst Dich nicht darauf verlassen, dass der Zugführer den Zug mit einer Notbremsung an dieser Stelle rechtzeitig zum Stehen bringt!". Warum sind die Unsrigen nicht dagewesen, um den Jungen aus dem Sog des Zuges zu reißen? Und ich sehe, dass auf unserer Seite tödliche Fehler gemacht wurden. Und das treibt mich fast in die Verzweiflung.
Und dann lese ich, dass die Unsrigen Erklärungen abgeben, in denen unser Versagen nicht vorkommt. Kein Erschrecken und kein Verstummen, sondern sehr schnell die anklagende Rede. Nur der anklagende Zeigefinger, die drei anderen Finger gibt es nicht. Dass dieser zum Verzweifeln sinnlose Tod mit Sinn gefüllt wird. Damit dieser bittere Tod sozusagen "süß und ehrenvoll" wird.
Ich weiß nicht, wer den Satz formuliert hat - "Sébastien Briat starb, weil er für Leben und Zukunft kämpfte" - aber ich denke, er ist falsch. Ganz und gar falsch. Er verschweigt nämlich alles, was uns betrifft, die Unsrigen, unsere Fehler, unsere Verantwortung. Deshalb halte ich diesen Satz für eine Propagandalüge. Da wird ein getöteter junger Mensch instrumentalisiert. Die Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen haben diesen Satz benutzt. Dagegen hab ich aufs Schärfste protestiert. Ich finde, wir sollten in solchen Fragen jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Apropos Gold:Wie Du weißt, habe ich keine Parteikarriere gemacht. Ich verfüge über keinerlei Ressourcen. Mit den ungeheuren Ausmaßen meiner KSK-Rente will ich Dich nicht langweilen, sonst initiierst Du noch eine Sammlung. Aber weißt Du: Auch wenn andere Freunde und Freundinnen Karriere gemacht haben - ich schau mir ihre Argumente genau an, bevor ich sage "ja" oder "nein".
Ich grüße Dich, genauso herzlich wie erstmals am 12. März 1977, und bitte Dich: lass Dir doch meine Gedanken durch den Kopf gehen. Sie sind gar nicht so neu. Einige hab ich bei Dir gelernt.
salü,Walter
- Wenn die Angst regiert -
Offener Brief an jene, die am Sonntag abend in Hitzacker auf der Bühne standen und die erste Zusammenkunft nach der Nachricht über den Tod eines angeketteten Atomkraftgegners für den anwesenden "Widerstand" gestaltet und bestimmt haben.
10. u. 11.11.2004 Ihr habt uns zusammen gerufen, gemeinsam nach der schockierenden Nachricht einen Ausdruck zu finden und herauszufinden, wie es weitergehen sollte. Keine leichte Aufgabe und ich kann niemandem verdenken, in diesem Moment nicht ganz die richtigen Worte gefunden zu haben. Gerade deshalb wäre eine offene Aussprache unverzichtbar gewesen. Statt dessen blieb bei vielen der Eindruck zurück, es habe sich um eine Verlautbarung im Auftrag der Polizei gehandelt, nach dem Motto: 'Ruhe ist die erste Bürgerpflicht'.
Da war der Ausdruck von Sprachlosigkeit, Jochen hat dann, ich finde stimmig, gesagt, daß wir alle ein Gemisch von Gefühlen in uns haben:Trauer,Wut und vieles mehr und er hat vorgeschlagen, eine Weile zu schweigen, um uns miteinander zu verbinden und klarer zu werden, was nun zu tun ist. Doch statt dem, was uns dabei bewegte, dann Raum und Ausdrucksmöglichkeit zu geben, wurde verkündet, es werde einen Trauerzug geben, der NICHT AUF DIE GLEISE gehe, ein Pastor empfahl dann noch, es dürfe nicht in Wut 'umschlagen' als wäre Wut gleichbedeutend mit Gewalteskalation, dann Blasmusik,Amen. Viele fanden sich darin nicht wieder, hätten mehr zu sagen gehabt, hätten sich einen anderen Ausdruck unserer Trauer um diesen auf den Gleisen gestorbenen Mitstreiter gewünscht, als die Versicherung, nicht auf die Gleise zu gehen. Statt gemeinsamer Kraft griff unter denen, die da um mich herum standen Frustration um sich, Ärger über die ängstliche Deckelung all der Gefühle, die Jochen erwähnt hatte, Wut auch über das Mißtrauen, das uns da offensichtlich entgegengebracht wurde, als seien wir es, die über Leichen gehen, als seien wir eine unberechenbare Masse, die es im Zaum zu halten gälte und nicht fähig selbst einen besonnenen, aber kraftvollen Weg zu finden, wie es der Widerstand im Wendland bisher immer gekonnt hat.
Weil ich auch etwas zu sagen hatte, bin ich zur Bühne vorgegangen. Es war deutlich, daß dort keine Ergänzung erwünscht war. Ansagen wurden zugelassen, einer hat noch in einem kurz hingeworfenen Statement unterbringen können, daß hier auch Leute Wut haben. Mir fehlte in dieser kurzen Spanne, wo ein Durchsetzen noch möglich gewesen wäre, die Entschlossenheit, die ich doch für's Gehen durch eine Polizeikette so oft geübt habe. Bei 'unseren Leuten' hatte ich nicht erwartet, sie zu brauchen. Nun ärgere ich mich sehr über meine 'Feigheit vor dem Freund'. Um es doch noch einmal los zu werden, hier kurz , was ich so ungefähr sagen wollte, nichts besonderes, aber mein Beitrag und es war dort so noch nicht gesagt: 'Er, dessen Namen wir noch nicht kennen, der da auf den Gleisen überrollt wurde, hat sicher nicht geahnt, was er opfert. Aber er hat mit seiner Aktion gezeigt, daß es ihm ernst war. Und uns ist nun schlagartig wieder bewußt, wie ernst es ist.Auch wir sind hier,weil es uns ernst ist. Und deshalb ist es richtig, daß Veranstaltungen abgesagt werden, die mehr der Leichtigkeit und dem Spaß gedient hätten, manches bleibt uns jetzt im Hals stecken, wird unangemessen, aber der Widerstand ist um so wichtiger. Wir wissen wofür wir hier streiten und deshalb sollten wir, besonnen wie immer aber um so entschlossener weitermachen.' Ungefähr das hätte ich gesagt, Wolfgang Ehmke wurde später mit einer ähnlichen Aussage zitiert.
Ergänzungen waren nicht erwünscht. Und doch war es Einigen ein dringendes Bedürfnis. So auch der Frau, die von der Bühne aus, ohne Mikrophon sprach. Die meisten Teilnehmer- Innen der Versammlung haben es gar nicht mehr gemerkt, vielen tat das leid, als sie später davon erfuhren. Hunderte blieben vor der Bühne stehen, um zu hören, forderten ein Mikro für die Frau, sie sprach manchen aus dem Herzen, zumindest war es hörenswert. Statt ihr und denen, die hören wollten ein Mikrophon zur Verfügung zu stellen, habt Ihr der Kollegin aus dem Widerstand das Licht abgedreht. Ungehörig und mißachtend finde ich das.
Was hat Euch dazu bewegt, Euch so kontrollierend und respektlos zu verhalten ? Ich kann es mir nur mit blanker Angst erklären. Angst vor einer Eskalation, die zu befürchten für die Verantwortlichen des Atomtransports, für die, von denen die Gewalt ausgeht, in ihrem vielleicht schlechten Gewissen nahe lag. Aus unserer Sicht wäre es absurd gewesen, in blinde Gewalt auszubrechen, nicht aber, den Schmerz in Kraft und Entschlossenheit zu wandeln. Vermutlich habt Ihr Euch in der Verantwortung gesehen, für das, was wir an jenem Abend tun würden, vielleicht hat die Polizei Euch gedroht. Eigentlich ein Thema, mit dem umzugehen Ihr gewohnt seid. Ihr wißt, daß wir alle eigenverantwortlich zu handeln imstande sind. Nachdem Ihr die Veranstaltung offiziell für beendet erklärt hattet, hättet Ihr für die Aussagen anderer nicht haftbar gemacht werden können. Habt Ihr das alles im Schock der schrekklichen Nachricht vergessen ?
Was immer Eure Motive waren, die Wirkung war fatal. Statt zusammen zu kommen fühlten wir uns zu Sprachlosigkeit verdammt, isoliert, getrennt, verraten von Euch, die Ihr Euch die Definitionsmacht über unsere Trauer und unsere spontane Reaktion darauf angemaßt habt. Viele sind frustrierter, trauriger, hilfloser und wütender von dieser Zusammenkunft weggegangen, als sie gekommen waren. Mir hat diese Erfahrung einmal mehr gezeigt: Angst ist zerstörerisch, schafft Grenzen und Repression. Auch langjährige StreiterInnen für Demokratie und Selbstbestimmung, auch 'die Guten' sind vor diesen Mechanismen nicht gefeit. Um so wichtiger scheint es mir, Euch an dieser Stelle zuzurufen: - STOP! So nicht! Nicht mit mir, nicht mit uns! -
Bitte überdenkt Eure Rolle in dieser Situation und überhaupt in der Bewegung. Wenn das Gefühl, verantwortlich zu sein, Euch so eng macht, prüft,wo Eure Verantwortlichkeit beginnt und wo sie endet... Vielleicht wäre es am Sonntag nach einer offenen Aussprache zu folgendem gekommen: Die vielleicht Tausend Menschen auf dem Platz hätten sich zu einer kraftvollen gemeinsamen Aktion entschlossen. Wir wären alle in einem Trauerzug losgegangen und hätten unsere gemischten Gefühle mitgenommen.
Gemeinsam wären wir entschlossen auf die Gleise gegangen und hätten dort eine Mahnwache gehalten. Statt uns durch die Versicherung, nicht auf die Gleise zu gehen, quasi von Sébastien zu distanzieren und den Kritikern des Widerstands auf den Gleisen Recht zu geben, hätten wir dort gezeigt, daß es uns ernst ist, so wie ihm und daß es an Politik und Atomindustrie wäre, ihr Vorgehen zu überdenken, sich zu mäßigen, sich fragen zu lassen, warum sie über Leichen gehen.
Mir sind viele Leute begegnet, die sich ein solches Signal gewünscht hätten. Überall auf die Straßen und Schienen zu stürmen und Trauer, Schmerz und Wut Ausdruck zu geben, lautstark ein Ende dieser das Leben verachtenden Transporte zu fordern, wäre das die gefürchtete Eskalation gewesen? Ich hätte auch das angemessen gefunden. Solche Impulse im Keim zu ersticken, konnte jedenfalls nicht Euer Anliegen sein. Ich wünsche mir einen Austausch über das Geschehene zwischen uns, die wir im Zorn dort weg und jede/r unserer Wege gegangen sind und Euch, die Ihr sicher Eure Beweggründe hattet, aber hoffentlich Eure Rolle an jenem Abend im Nachhinein noch einmal gründlich überdenkt. Anderenfalls bliebe nur die schmerzliche, trennende Erfahrung, die zu weiterer gegenseitiger Mißachtung und Verletzungen führt. Dies können und sollten wir uns meiner Meinung nach nicht leisten, wenn wir die Kraft behalten wollen, weiter gemeinsam für das Leben einzustehen.
Schalom!, Schulamith Weil
Öffentlicher Aufruf zu zivilem Ungehorsam
Am Sonntag, dem 7, Nov. 2004 ist ein Antiatomkraftgegner in der Lorraine an den Gleisen ums Leben gekommen, als er einen Zug mit Atommüll blockieren wollte. Das war ein extrem schlimmes Ereignis, im 30 Jahre dauernden Antiatomkampf jetzt erst zweimal vorgekommen, umso schockierender, da es bei einer vollkommen gewaltfreien Aktion geschah. In Erinnerung an Sebastien, damit seine Tat und die Botschaft, die er vermitteln wollte, nicht in Vergessenheit und Gleichgültigkeit geraten, haben wir vor, eine Arbeitsgruppe einzuladen mit dem Thema: « ziviler Atom-Ungehorsam ». Die Gruppe soll als Zielpunkt einen Text, den Rahmen und die Möglichkeiten eines öffentlichen Aufrufs zum zivilen Ungehorsam ausleuchten.
Warum einen öffentlichen Aufruf und nicht eine oder mehrere individuelle und unabhängige Initiativen? Um eine Bewegung zu Tage zu fördern, die doch nur dazugewinnen kann, wenn sie sich allgemein verbreitet und schon im Vorfeld ihre Ziele und Art der Aktion mittelt. Weil die Zahl der Teilnehmer-innen in gewisser Weise Schutz bietet, wir haben das Bedürfnis zusammen was zu machen, und weil das völlig offene Handeln uns immer mehr Sympathie und weniger Misstrauen bringt.Wir versuchen, einen echt starken Aufruf hinzukriegen, der so viele wie möglich erreichen soll. Dazu brauchen wir eine gemeinsame Reflektion über die Grenzen und Konsequenzen eines solchen Aufrufs, bis wohin sind wir bereit zu gehen, als Ziel sicherlich auch die Medienwirksamkeit und Popularität einer Sache.
Wir wünschen uns Hilfe (Unterstützung und Rat) von all denen, die sich sowohl gut im zivilen Ungehorsam auskennen, Praxiserfahrung haben oder juristische Kenntnisse in der Sache. Wir laden alle ein, bei uns mitzumachen, die sich im Antiatomwiderstand engagieren wollen, die vom Schicksal Sebastiens berührt sind, und die die Überzeugung haben, dass der Widerstand gewaltfrei weitergeführt werden muss.Wir appelieren an alle, die ganz allgemein einen Ausweg aus den ökologischen und demokratischen Problemen suchen, mit denen wir konfrontiert sind und die glauben, dass es uns gelingen kann, das Kräfteverhältnis, das wir erleiden, umzukehren.
Redaktionelle Anmerkung: In den Städten Nancy und Dijon besetzten überwiegend studentische Gruppen als Reaktion auf den Aufruf Räumlichkeiten der EDF (Electricité De France). Weitere Informationen für französisch sprachige:
Sébastien - Offenherzig, Gaukler, Rugbyman
das junge Zugopfer verteidigte humanitäre Zwecke und auch die Umwelt
Bestürzung gestern, in den fünf kleinen Dörfern die die Samtgemeinde Hauts-de-Chée bilden. Die Nachricht des Todes von Sebastian Briat, das Opfer des dramatischen Zugunfalls von Sonntag, hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet. In Louppy-sur-Chée, wo er herstammte und seine Eltern und beiden jüngeren Schwestern wohnen, hatten sich alle hinter einer Mauer des Schweigens zurückgezogen. „Unfassbar“, „unbegreiflich“, die Anwohner standen unter Schock. Sebastian, ältester von drei Kindern, war 22 Jahre alt. Seinen Hauptschulabschluß machte er 1997 bis zur 10. Klasse in Vaubecourt und wechselte anschließend zum Gymnasium „Raymond Poincaré“ in Bar-le-Duc. „Er war ein ziemlich brillanter und zurückhaltender Schüler“ erinnert sich einer seiner Lehrer. Und in seinem Bekanntenkreis betonen die Menschen die ihm nahe waren, daß er „offenherzig“ war, „le coeur sur la main“. Seit einem Jahr hatte er sich mit 15 Jugendlichen in der Initiative „ Car Pe Diem“ eingebracht, mit dem Ziel sozio-kulturelle Verbindungen in der ländlichen Region zu entwickeln, durch Musik, Straßentheater und Zirkus.Die Gauklertruppe träumte davon über die Straßen zu ziehen, an Bord eines Busses den sie dabei waren herzurichten. Und auf lange Sicht wollte die Initiative auch dem humanitären Gebiet frische Luft einhauchen. Von der Hand in den Mund leben, ist die Maxime die Sebastian mit seinen Freunden teilte. Und sein Leben war voller Begegnungen.
Bichon Nummer 9 (Sebastians Spitzname) „ Er wußte sich immer nützlich zu machen, war immer ansprechbar, war für alle offen“ vertraut uns Richard Alborch, ein Kumpel vom Bar Ovalie Club, an, bei dem Sebastian seit 10 Jahren Rugby spielte. Sei Spitzname „Bichon“ verkörperte schon alleine seine ganze Liebenswürdigkeit. Aber sie hinderte ihn nicht dabei, auf dem Spielfeld schnell und gewandt zu sein. Mit seiner Nummer 9 auf dem Rücken, war er eine tragende Säule in den Mannschaft. Sein Verschwinden hat alle Spieler und Leiter vom „BOC“ in Elend gestürzt und der Klub beabsichtigte gestern, als Zeichen der Verehrung, seine Nummer nicht mehr zu vergeben. Letzten Sonntag, sollte er in Toul spielen. Da er aber wußte das ein Atommüllzug in der Nähe von Nancy durchfahren würde, hatte er seinem Trainer eine Absage erteilt, da er sich entschieden hatte sich den Demonstranten anzuschließen. Denn als Umweltschützer, der er war, teilte er auch die Anliegen an Bord eines Busses der Gegner des Labors von Bure und des Projektes einer unterirdischen Lagerung von Atommüll in der Meuse. Am Ende seiner Überzeugungen, sollte ihn leider ein unheilvolles Schicksal aus der Mitte seiner Freunde reißen.
J. Schuler aus L’Est Républicain, 9.11.04
Gewerkschaft der Eisenbahner SUD rail
Ein Aomkraftgegner wurde von einem Atom- Zug überrollt. Ein 23 jähriger Atomkraftgegner wurde am Sonntagnachmittag von einem Zug, nähe Avricourt (Meurthe-et-Moselle), der Atommüll in Richtung Deutschland transportierte erfaßt und starb an seinen Verletzungen. Der Aktivistist nahm an einer Aktion teil die auf die Verharmlosung der Sicherheitsmängel dieser Transporte öffentlich aufmerksam machen wollte.Auch wenn wir die Schienen für einen sichereren Transportweg als die Straße halten, so bedeutet dies nicht, dass alle Atomtransporte legitim seien.
Areva (ex COGEMA) realisiert dadurch eine finanzielle Operation die sowohl die Bevölkerung als auch die Angestellten der SNCF (franz. Staatsbahn) Gefahren aussetzt, denn um diesen Transport zu verschleiern hat die SNCF nicht davor halt gemacht zu lügen, was die richtige Kennzeichnung des Transportes betrifft. Das Vorgehen der Atomkraftgegner ist also eine legitime Protestform der betroffenen Bürger, welche Sud rail unterstützt. Wir sind besonders berührt und schockiert vom Tod des jungen Aktivisten und bekunden sowohl seinen Freunden als auch seiner Familie unsere volle Solidarität. Die Gewerkschaft Sud rail unterstützt auch den Lokführer, Opfer eines großen Schock.
Pressemitteilung 8.11.04,
Übersetzung J. Schuler
Castor-Behälter - unsicher seit Anfang an
Nicht auszudenken ist, welche Folgen bei einem Zugunglück das Auftreffen dieser ungeschützten Bereiche auf ein „unnachgiebiges Fundament“, einen Felsen, einen Brückenpfeiler oder so haben könnte... Aber:Was nicht berechenbar ist, kann nicht eintreten. Niemals. Und was berechnet wurde, kann nicht falsch sein. Ein weiterer Höhepunkt der Irreführung von Öffentlichkeit und Genehmigungsbehörden ist nun darin zu sehen, dass der neue BAMVersuchsstand bei Horstwalde so angelegt wurde, dass der Behälter nicht gemäß IAEAVorschriften getestet werden kann, weil die Größe des „unnachgiebigen Fundamentes“ dafür zu klein ausgelegt ist, und nicht ausreicht, um schräg fallende CASTOR-Originalbehälter vollständig auftreffen zu lassen.
Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Frau Dr. Renate Sefzig wegen eines grob fahrlässigen, ggf. vorsätzlichen Dienstvergehens bei der Abwicklung des Verfahrens im Rahmen der vorgeschriebenen Verbändeanhörung zum Referentenentwurf (Stand 19.10.04) zur Umsetzung der europäischen Richtlinie 2003/122/ EURATOM des Rates vom 22.12.2003 zur Kontrolle hochradioaktiver umschlossener Strahlenquellen
Sehr geehrter Herr Minister Trittin, Sehr geehrter Herr MinDir Renneberg,
hiermit erheben wir gegen Frau Dr. Renate Sefzig, Oberregierungsrätin in BMU, als zuständige Sachbearbeiterin und mit der Verfahrensabwicklung zu "Gesetzesänderungen zur Kontrolle hoch-radioaktiver Strahlenquellen" nach Beamtenrecht beauftragte Person Dienstaufsichtsbeschwerde und beantragen sie bis zur Entscheidung vom Verfahren auszuschließen. Frau Dr. Sefzig verhindert durch die Terminierung der abzugebenden schriftlichen Stellungnahmen der angeschriebenen Verbände und eine nur 4 Tage später angesetzte Verbändeanhörung am 22. November 2004 in Bonn, dass sachlich fundierte Stellungnahmen abgegeben werden können.
Damit begeht sie u. E. grob fahrlässig und vorsätzlich ein Dienstvergehen, welches zu ahnden ist. Ihr Schreiben vom 3.11.2004, in dem sie dazu auffordert, 75 Seiten hochkomplexen Inhaltes mit den notwendigen Berechnungen über entstehende effektive Dosisbelastungen von Einzelpersonen, den Formulierungen zur Änderung des Atomrechtes, der Strahlenschutzverordnung und der atomrechtlichen Deckungsvorsorge bis zum 18.11.04 zu beurteilen und bis dahin zum Referentenentwurf eine Stellungnahme abzugeben, ist nicht leistbar und damit faktisch nicht möglich. Dies ist schlicht unzumutbar und nicht angemessen.
Über die Notwendigkeit zur Durchführung eines Anhörungsverfahrens zu einem erarbeiteten Referentenentwurf bestand seit Veröffentlichung der EU-Richtlinie 2003/ 122/ EURATOM am 31.12.03 im Amtsblatt die notwendige Transparenz. In verwaltungsrechtlich unzulässiger Weise, die nicht mehr nachvollziehbar ist, wird Sinn und Zweck einer Beteiligung von Fachverbänden, die zu einem Gelingen beitragen sollen, manipulativ durch die kurze Fristsetzung beeinflusst, weil die notwendige Bearbeitungszeit für eine sorgfältige Prüfung fehlt. Um eine Beurteilung über die Aus-wirkungen der geplanten Maßnahmen „zum Schutz der Bevölkerung gegen hochradioaktive Strah-lenquellen“ zu ermöglichen, sind zunächst detaillierte Kenntnisse der „IAEA-Empfehlungen für die sichere Beförderung von radioaktiven Stoffen“ in neuster Fassung (Abschnitt IV der IAEA Safety Standards Series No. ST-1.) unumgänglich. Eine Beurteilung der radiologischen Gefährdungen muss nach Nr. 401-419 der Vorschriften und den darin enthaltenden Tabellen, die die „A1-Werte", die Az- Werte“, die Aktivitätskonzentration für befreite Stoffe und den Aktivitätsgrenzwert für eine befreite Sendung für alle Nuklide vorgeben, erfolgen. Auf 17 Seiten enthält die Tab. 1 rund 478 Einzelnuklide. 1/100 des „A1-Wertes“ wurde als Maßstab für die Beurteilung im Referentenentwurf genommen.
Für eine Erstellung des Referentenentwurfs durch die zuständige Abt.: RS II 3, bzw. RS II., im BMU war ausreichend Zeit vorhanden, weil die Verpflichtung zur Umsetzung ab 31.12.03 bestand.Warum diese Zeit nicht genutzt wurde kann nicht nachvollzogen werden. Dass keine fachlich fundierte Stellungnahme erwünscht ist, kann man aus dem Einschub (Zitat:) „falls Sie es für erforderlich halten, […]“ im Absatz des Schreibens vom 3.November 2004 schließen. In der geplanten Verordnung hätte das Problem der sachlich nicht der Richtlinie 96/ 29 v. Mai 1996 entsprechenden „Freigrenzen- Regelung“ in § 8, Abs. 1 der derzeitig gültigen StrlSchV von Juli 2001 sofort mitgelöst werden müssen. Es verbleibt sonst eine unverantwortliche, zu schweren Strahlenschäden führende Regelungslücke zwischen den Spalten 2 und 3 für "Freigrenzen" in der Tab. 1, Anlage III. zur gültigen StrlSchV und der nach dem Verordnungsentwurf vorgesehen Spalte „3a“ (1/100 A1 in Bq).
Frau Dr. Renate Sefzig ist durch Schriftverkehr und einer Gesprächsrunde im Dezember 2001 im BMU in Bonn bekannt, dass die Freigrenzenregelung in der derzeitig gültigen StrlSchV nicht den Vorgaben der EU-Richtlinie 96/29 vom 15.5.1996 entspricht, weil die vorgegebenen „ Kriterien für die Anwendung des Art. 3" im Anhang I. Ziff. 3 Abs. a) Zitat: „Die von einer Einzelperson der Bevölkerung aufgrund der freigestellten Tätigkeit voraussichtlich aufgenommene effektive Dosis beträgt höchstens 10 Mikrosievert jährlich“ nicht eingehalten werden kann. So wird die höchstzulässige effektive Individualdosis von 10 MikroSv/ a bei dem Nuklid Tritium (H-3) bei Kleinkindern nach Berechnungen um das 640.000-fache überschritten. Bei Erwachsenen beträgt die Überschreitung der zulässigen 10 MirkoSv/ a beim Nuklid Tritium immerhin noch das 340.000-fache. Bei allen übrigen rd. 800 Nukliden der Tab. 1 in Anlage III. der StrlSchV muss erneut gerechnet werden wie hoch die Überschreitungen real sind.
Der große Irrtum bei der Festsetzung der Werte für „Freisetzungen“ in den Spalten 1 und 2 der Tab. 1 Anlage III. der gültigen StrlSchV liegt darin begründet, dass das wissenschaftliche Vor-läufergutachten für die EU-Richtlinie 96/29 „über Freigrenzen“ und Freigaberegelungen für Atommüll mit der Bezeichnung: „STRAHLENDienstaufsichtsbeschwerde SCHUTZ-65“, XI.-028/93 - gefertigt von drei Institutionen für die europäische Richtlinie - schlichtweg unbeachtet blieb. So wurde beispielsweise nicht beachtet, dass „Freigrenzen“ sich nur auf Tätigkeiten beziehen dürfen, die ausschließlich mit einer „geringfügigen Verwendung von Radioaktivität“ verbunden sind. Solche Tätigkeiten sind beispielhaft in 8 Abschnitten genannt worden.
Weitere Tätigkeiten im „Umgang mit einer geringfügigen Verwendung von Radioaktivität“, die ebenfalls auftreten können, müssen diese Rahmenvorgabe einhalten (s. S. 4 des Gutachtens „STRAHLENSCHUTZ- 65“). Die zwischen einer zulässigen Frei-grenzenregelung nach Art. 3 der EURichtlinie 96/29 liegende Verwendung von Radioaktivität und der geplanten Einfügung der neuen Spalte 3a nach dem „Gesetz zur Kontrolle hochradioaktiver und herrenloser Strahlungsquellen“, fällt somit nicht unter den Begriff „Freigrenzen“ und ist anzumelden und zu kontrollieren. Die derzeitig nach StrlSchV vom Juli 2001 noch gültige Regelung mit den festgesetzten zu hohen Faktoren in Spalte 2 und 3 der Tab. 1 der Anlage III. erlaubt eine vorsätzliche potentielle Strahlengefährdung von Einzelpersonen, die weit über den z.Z. zulässigen Wert von 10 MikroSv/a hinausgeht. Dies ist verfassungsrechtlich unzulässig. Es wird dadurch eine schwere Strahlengefährdung zahlreicher Menschen in der Bundesrepublik – vor allem für Kleinkinder und bereits durch Krankheiten vorgeschädigte ältere Personen – vorsätzlich bewirkt.
gez.für den BBU e.V.
Gegen Polizeipropaganda und falsche „Gefahrenprognosen“
... das Recht auf Versammlungsfreiheit muss auch in CASTOR-Zeiten garantiert werden Bürgerinitiative klagt erneut gegen die „Allgemeinverfügung“ 2004 Das Recht auf Versammlungsfreiheit ist eines der wichtigsten Rechte in einem demokratischen Staat. Dass dieses Grundrecht während der CASTOR-Tage 2004 erneut durch eine „Allgemeinverfügung“ der Bezirksregierung Lüneburg außer Kraft gesetzt wurde, wird die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg (BI) auch diesmal nicht hinnehmen. Im sogenannten „Eilverfahren“ hatte die BI vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg einen Teilerfolg errungen, wonach die Allgemeinverfügung teilweise als rechtswidrig außer Kraft gesetzt wurde. Dieser Beschluss wurde vom Oberverwaltungsgericht dann allerdings wieder gekippt.
Nun will die Bürgerinitiative im Hauptverfahren erstreiten, dass sowohl die Allgemeinverfügung, als auch das daraufhin ergangene Versammlungsverbot für einen angemeldeten „Testlauf“ unter dem Motto „Fit gegen den CASTOR“ zwischen den Orten Groß-Gusborn und Langendorf in der CASTOR-Woche am 8. November als rechtswidrig festgestellt wird. Die Bezirksregierung Lüneburg hatte sich in ihrer Argumentation auf einen „polizeilichen Notstand“ berufen, und in ihrer Gefahrenprognose auf einen „Gesamtzusammenhang der Widerstandsgruppen“ berufen, und „Indizien“ zusammengebastelt, die propagandistisch aufgebläht, aber nicht objektiv, belegt und beurteilt worden sind, was die eigentliche Aufgabe für eine Bewertung durch die Behörde gewesen wäre. Ein „polizeilicher Notstand“ war selbst gemäß der Presseverlautbarungen der Polizeieinsatzleitung niemals gegeben. In einer „Materialiensammlung“ der Bezirksregierung waren für die „Gefahrenprognose“ auch bundesweite, bzw. Internetseiten aus anderen Regionen einbezogen worden. Nach einer solchen Logik müsste als letzte Konsequenz ein bundesweiter „polizeilicher Notstand“ festgestellt werden.
„Eine Bannmeile für CASTOR-Transporte“, so die Anwältin der BI, Ulrike Donat in der Klageschrift, könne nicht per Verwaltungsakt oder Allgemeinverfügung erfolgen. „Bannmeilen“ seien nur zum Schutz von Verfassungsorganen, und auch dann nur durch gesetzliche Regelung zulässig. Auch die Abwägung der Rechtsgüter – einerseits das hochrangige Grundrecht auf Versammlungsfreiheit von Bürgern, die ihre begründeten Bedenken gegen Atomenergienutzung, Eignung des Salzstocks Gorleben für eine Endlagerung, die Risiken der CASTORTransporte und die ungeklärte „Entsorgungs“ frage deutlich machen, andererseits das „Transportrecht“ der Atomkonzerne – sei falsch. Es gibt noch nicht einmal die „völkerrechtliche Verpflichtung“ zum Transport, auf die in der Allgemeinverfügung begründend bezug genommen wird.
Weiter verletze der übermäßige zeitliche und räumliche Geltungsbereich das Verhältnismäßigkeitsprinzip. Bisherige Gerichtsentscheidungen gingen von einem „eng begrenzten Transportkorridor“ aus, der von Versammlungsverboten betroffen sei; ein „Demonstrieren in Sichtweite“ des Transportes sei möglich. Tatsache aber ist, dass erneut wesentliche Zufahrtsstraßen und -Wege in den Demo-Verbotsraum einbezogen wurden. Der Landbevölkerung wurde beispielsweise am 7. November 2004 von der Polizei unter Verweis auf „das Versammlungsverbot“ die Zufahrt zu einer Diskothek in Langendorf verwehrt, und den Betroffenen empfohlen, doch mehrere Kilometer weit „zu Fuß“ zu gehen. Erst durch Intervention der Europa-Abgeordneten Rebecca Harms bei der obersten Einsatzleitung wurde die Zufahrt wieder ermöglicht.
„Die Menschen, die –nicht nur im Wendland– gegen die unverantwortliche Atompolitik protestieren, werden sich auch durch „Allgemeinverfügungen“ nicht ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit nehmen lassen“, fasst ein Sprecher der Bürgerinitiative zusammen. Nach dem achten CASTOR-Transport nach Gorleben müsste Polizei und Politik allmählich begriffen haben, dass diese Atompolitik niemals „sozialverträglich“ sein kann, sondern nur mit polizeistaatlichen Mitteln gegen den Widerstand der Menschen durchzusetzen ist. Und auch das hat der Transport 2004 gezeigt: Die Entschlossenheit der Atomkraftgegner nimmt nicht ab, sondern zu. „Es gibt nur eine „sozialverträgliche Lösung“:
Abschalten aller Atomanlagen – sofort!“, so die BI.
Die gerichtlichen Auseinandersetzungen verursachen riesige Kosten. Daher ist die Bürgerinitiative dringend auf Spenden angewiesen, die steuerlich geltend gemacht werden können.
Kto.-Nr. 20 60 721
KSK Lüchow, BLZ 258 51 335
Eingekesselte Atomkraftgegnerin gewinnt Klage gegen Bezirksregierung Erneut ist eine Klage gegen die Lüneburger Bezirksregierung und das polizeiliche Vorgehen im Zusammenhang mit Castortransporten gewonnen worden. In einem Beschluß hält das Dannenberger Amtsgericht auch Versammlungen an Bahnanlagen grundsätzlich für rechtens. Spontanversammlungen dürfen ohne ordentliche polizeiliche Auflösung nicht in Gewahrsam genommem und eingekesselt werden. Um die 1000 Personen beteiligten sich am 13. November 2002 an einem Spaziergang ab Hitzacker entlang der Bahntransportstrecke. Eine Gruppe von 300 Atomkraftgegnern die sich bei der Freien Schule Hitzacker an und auf den Gleisen befanden wurde gegen 13:30 Uhr zunächst neben dem Bahndamm eingekesselt und dann in einen erneuten Kessel auf eine 70 m entfernte Wiese gedrängt. Obwohl der Zug mit den Castorbehältern bereits gegen 16:15 Uhr in Höhe der Freien Schule vorbei fuhr, wurden die Demonstranten weiter festgehalten. Die Klägerin wurde um 20:03 Uhr in die Gefangenensammelstelle Neu Tramm verbracht und erst am nächsten Tag um 08:36 Uhr entlassen.
Das Amtsgericht Dannenberg stellte nun fest, dass die Freiheitsbeschränkung der Betroffenen rechtswidrig war (Aktz 39 XIV 164/02 L - 04.11.04). Amtsrichterin Staiger befand zwar das Sitzen der Demonstrantin an der Bahnböschung innerhalb der von der Bezirksregierung verfügten Versammlungsverbotszone von 50 m als Ordnungswidrigkeit nach § 29 Versammlungsgesetz, sowie eine beabsichtigte Ordnungswidrigkeit nach § 64b EBO (Eisenbahnbetriebsordnung), weil sie unbefugt die Gleise betreten wollte.Trotz dieser Verstöße war die Ingewahrsamnahme rechtswidrig., weil die Betroffene Teilnehmerin einer Versammlung war, die entgegen § 15 Abs. 3 des Versammlungsgesetzes nicht aufgelöst wurde. Ein Rückgriff auf das allgemeine Länderpolizeirecht war damit ausgeschlossen. Der Art. 8 des Grundgesetzes schützt Versammlungen solange, bis sie ordnungsgemäß von der Polizei aufgelöst werden. Bei dem ab Hitzacker unternommenen Spaziergangs handelte es sich um eine Versammlung, die dem grundrechtlichen Schutz und dem Versammlungsgesetz unterliegt. Eine gewollte Zusammenkunft vieler Personen zum Zweck der Meinungsbildung.
Bei der Versammlung, die sich spontan und ohne Veranstalter entwickelte, handelte es sich nicht um eine zufällige Ansammlung von Personen, als diese in Gewahrsam genommen wurden, sondern um ein gemeinsames Auftreten aus einem äußeren Anlaß heraus.Da es keine Informationen über den genauen Zeitpunkt der Durchfahrt des Castortransports bei Hitzacker gab, war der momentane Anlass auch nicht planbar.
Nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ( BVG NJW 1992,890) entfällt die Anmeldepflicht bei Spontanversammlungen, da dies sonst zu einer generellen Unzulässigkeit von Spontanversammlungen führen würde.
Das Dannenberger Amtsgericht stellt fest, dass eine friedliche Spontanversammlung stattfand, die jedoch durch die Allgemeinverfügung der Bezirksregierung verboten wurde. Auch von Anfang an verbotene Versammlungen müssen nach Versammlungsgestz ordentlich von der Polizei aufgelöst werden. Diese Auflösung obliegt nicht dem Ermessen der Polizeikräfte. Das Versammlungsrecht schließt eine Ingewahrsamnahme und Einschließung von Personen aus. Allenfalls eine sogenannte „Minus-Maßnahme“, wie ein Platzverweis wäre zuläßig, solange dieser nicht faktisch stärker in die Rechte der Versammlungsteilnehmer eingreift, als es bei einer Auflösung der Fall wäre. Da eine ordnungsgemäße Auflösung der Versammlung unterblieb, waren die Freiheitsbeschränkungen der Betroffenen rechtswidrig.
Darüber hinaus vertritt das Amtsgericht nicht die Auffassung, dass Bahnanlagen grundsätzlich dem Demonstrationsverbot unterliegen. Die EBO als untergesetzliche Regelung kann nicht das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit einschränken. Auch im Bereich von Bahnanlagen ist somit eine Versammlung grundsätzlich rechtlich möglich. Die Bezirksregierung als Landeskasse werden als Verursacherin der rechtswidrigen Handlungen die Gerichtskosten auferlegt. Ein Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg kommentiert: „Nachdem wir zwischenzeitlich kurz vor dem Castortransport erfolgreich gegen die Versammlungsverbote auf der Strassentransportstrecke geklagt hatten, zeigt auch dieser Beschluß deutlich, auf welch fragwürdiger und wackeliger rechtlicher Grundlage seit Jahren die Allgemeinverfügungen bei Castortransporten basieren. Es muß endlich aufhören, dass die Kapitalinteressen der Atomindustrie von der Politik an einen Polizeiapparat delegiert auf Kosten unserer Grundrechte durchgeknüppelt werden“.
Sächsische Landesregierung ignoriert
Sachargumente gegen Castor
Enttäuschendes Schreiben an BI Ahaus Mit großer Enttäuschung haben die Münsterländer Anti-Atom-Initiativen auf ein Schreiben der sächsischen Landesregierung an die BI Ahaus reagiert. In dem Antwortschreiben auf einen Offenen Brief der Bürgerinitiativen vom 27. Oktober ignoriert die sächsische Landesregierung sämtliche Sachargumente gegen die Castor-Transporte von Dresden nach Ahaus einzugehen. Dies halten wir für nicht akzeptabel.
Insbesondere kritisieren wir den Versuch, den Abtransport der Brennelemente aus Dresden als sicherheitstechnisch und wirtschaftlich „vernünftige“ Handlungsweise darzustellen. So behauptet die sächsische Landesregierung, dass in Dresden für die 951 Brennelemente ein neues Zwischenlager gebaut werden müsste. Doch in Dresden steht bereits eine sogenannte „Transportbereitstellungshalle“ für Atommüll, die moderner ist als das Zwischenlager Ahaus. Wenn also die Dresdner Lagerhalle nicht als Zwischenlager geeignet ist, dann ist das Zwischenlager in Ahaus erst recht nicht geeignet. Das interessiert die Landesregierung in Dresden aber nicht.
Zweitens versucht die neue CDU/SPDRegierung in Sachsen die Gefährlichkeit der radioaktiven Stoffe grob fahrlässig herunterzurechnen. An keiner Stelle werden die 2 kg Plutonium erwähnt, die mit den 18 Castor- Behältern nach Ahaus kommen sollen. Diese Menge würde ausreichen, die gesamte Bevölkerung von NRW umzubringen. Drittens wird in dem Schreiben nicht auf die besonderen Transportrisiken für die Castor- Behälter MTR-2 eingegangen, die per LKW über 600 km Autobahn nach Ahaus transportiert werden sollen. Jeden Tag passieren auf deutschen Autobahnen schwere Unfälle, doch die sächsische Landesregierung schweigt dazu. Die Transporte wurden für den Winter abgeblasen, weil sie zu gefährlich sind.
Die Transportfirma NCS sagt selbst, dass auch Transporte mit der Bahn aus physikalischen Gründen zu gefährlich sind. Offensichtlich kann man die Behälter, die noch niemals unter realen Bedingungen eingesetzt wurden, also bestenfalls bei schönem Wetter, leeren Autobahnen ohne Schlaglöcher und selbstverständlich ohne jede Panne transportieren. Das halten wir für unrealistisch und unverantwortlich. Doch die sächsische Landesregierung schweigt auch dazu. Den wahren Grund für die geplanten Atomtransporte nennt die sächsische Landesregierung gleich zu Anfang ihres Schreibens. Durch eine „zukunftsgerichtete Stärkung“ des Standortes Rossendorf soll seine „internationale Ausstrahlung ausgebaut werden“. Da würden nukleare Altlasten der DDR natürlich nur stören.Während die Attraktivität von Dresden-Rossendorf gesteigert werden soll, können Ahaus und das westliche Münsterland zusehen, wie sie mit dem hochgefährlichen Atommüll zurecht kommen. Das ist der Regierung in Dresden einfach egal. Genau dieses Verhalten halten wir für unverantwortliches Abschieben von Atommüll nach dem St.- Florians-Prinzip.
Wir erwarten von der neuen sächsischen Landesregierung ein Umdenken in dieser Frage. Sie kann die Verantwortung für ihren eigenen Atommüll nicht einfach auf die Menschen in einer anderen Region abwälzen. Das ist unredlich. Deswegen werden wir energisch gegen die Atomtransporte protestieren.
Felix Ruwe (BI Ahaus)
„Schwarzbau Gorleben“
Der Widerstands-Kalender 2005 erscheint am 10.12.04!
Momentaufnahmen des Widerstands (Format 30 x 21)
Eine Auswahl von 13 Farbfotos vom Castor-Transport im November 2004 und Aktionen des Jahres sowie einer Auswahl von Texten zum Atom-Widerstand.
Jetzt vorbestellen für 8 Euro im BI Büro
Zwei Monate Strafhaft für dieVerteilung eines Flugblatts
Friedenspolitik Ein Strafmaß von zwei Monaten Haft läßt eine schwerwiegende Straftat vermuten. Das Amtsgericht Cochem verurteilte jedoch gestern, am 23.11.2004, vier gewaltfreie Atomwaffengegner. Sie waren weder in ein Gelände eingedrungen, noch hatten sie einen Zaun zerschnitten. Vor dem Fliegerhorst Büchel hatten sie lediglich Flugblätter verteilt, in denen sie gemeinsam mit anderen UnterzeichnerInnen die Soldaten aufrufen, rechtswidrige Befehle zu verweigern. Im Flugblatt und ausführlicher vor Gericht begründeten sie ihre Meinung, dass die in Büchel stationierten Atombomben völker- und grundgesetzwidrig sind. Sie beriefen sich auf Menschenrechte, auf das Grundgesetz, auf humanitäres Völkerrecht, auf den Nichtverbreitungsvertrag über Atomwaffen, der auch eine mittelbare Teilhabe für Deutschland verbietet und zu wirksamen Maßnahmen zur Abrüstung verpflichtet. Sie verwiesen darauf, dass sie Soldaten vor drohenden Straftaten warnen wollten. Sie forderten, dass das Gericht bei einer Verurteilung zumindest prüfen müsse, ob denn die nukleare Teilhabe rechtmäßig sei. Und zu all dem stellten sie Beweisanträge. Sie erinnerten an den Freispruch des Kammergerichts Berlin nach einer Serie von Prozessen wegen des Aufrufs zu Fahnenflucht und Befehlsverweigerung während des Nato- Krieges gegen Jugoslawien. Auch das Kammergericht ließ damals die Frage, ob der Krieg völkerrechtswidrig war, unbeantwortet.
Es stellte jedoch fest, dass dies - wäre es für die Gerichtsentscheidung relevant - das Bundesverfassungsgericht entscheiden müsste. Die Gehorsamsverweigerung bei unverbindlichen Befehlen sei jedoch nicht rechtswidrig. Vor allem sei die in dem damaligen Aufruf zum Ausdruck kommende zugespitzte Meinung durch Art. 5 GG (Meinungsfreiheit) gedeckt. Ein borniertes Gericht, das schon die Anklageschrift nicht hätte zulassen dürfen, ließ alle Argumente an einer dicken Panzerwand abprallen, lehnte alle Beweisanträge ab und verurteilte zu hohen Strafen. Fest verwurzelt in einer preußisch-militaristischen Tradition, stand für Richter und Staatsanwältin wohl fest, dass Soldaten blind zu gehorchen und nicht selbst nachzudenken haben.
Die Beton-BAueren" nach Ihrer Ankett-Aktion
Tag X mit Abstand
So. 12. Dezember 14 Uhr, „Schwarzer Hahn“, Lensian
Der letzte Castor-Transport war nicht wie andere.
Der Tod eines Mitstreiters in Frankreich schien alles neu in Frage zu stellen.
Geschockt von der Nachricht hätten wir uns Zeit gewünscht für Trauer und zur Klärung.
Aber die Verantwortlichen für den Transport zweifeln nicht, der Zug rollte weiter.
Unter diesem Druck angemessen zu reagieren war sehr schwer, die Meinungen, was angemessen sei, geteilt. Reaktionen, die uns seither erreichten, spiegeln unterschiedliche Stimmungen wieder.
Deshalb laden wir Euch ein, nun mit etwas Abstand, noch einmal Zurück und auch nach Vorn zu blicken. Austausch - Informationen - Diskussionen - Ausblicke
Horst Eckert,Francis Althoff, J. Schuler
Copyleft David Sterboul, M. Golletz,
Andreas Schoelzel/Greenpeace,T.Vogt, I+W Lowin
Cecile,Gruppe von Sébastien, Sud rail,Reseau Sortir
du Nucleaire, J.Schuler,S.Weil, J.Magerl,E.Steven, R. Blach,
BBU,F.Althoff,D.Metk,M.Fritzen & W.Mossmann,R.Bertram
& A.Bust-Bartels,F.Ruwe,W.Ehmke
Bearbeitet am:05.12.2004 /ad

References: § 8
 Art. 3
 Art. 3
 § 29
 § 64
 § 15
 Art. 8
 Art. 5