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Timestamp: 2020-08-09 10:55:18+00:00

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EU-Bescheinigung nach der Berufsanerkennungsrichtlinie (2005/36/EG) Ausstellung / Stadt Bad Salzdetfurth
Die Richtlinie 2005/36/EG sieht in den Artikeln 46 ff. BARL Regelungen speziell für die Anerkennung von Architekten vor. Demnach sind
Studienabschlüsse mit einer mindestens 5-jährigen Regelstudiendauer, sowie
Studienabschlüsse mit einer mindestens 4-jährigen Regelstudiendauer in Verbindung mit einer mindestens 2-jährigen berufspraktischen Tätigkeit unter Aufsicht einer berufsangehörigen Person
automatisch anzuerkennen. Eine Liste der automatisch anzuerkennenden Studiengänge enthält der Anhang 5.7.1 der BARL. Sonderregelungen bestehen für ältere Ausbildungsabschlüsse, die vor dem akademischen Bezugsjahr 1987/1988 absolviert wurden. Beispielsweise können danach Abschlüsse der Fachhochschulen mit einer 3-jährige Regelstudiendauer anerkannt werden, wenn zusätzlich eine mindestens 4-jährige berufspraktische Tätigkeit nachgewiesen wird. Zudem sind Autodidakten unter den Voraussetzungen des Art. 47 BARL sowie ältere Ausbildungsnachweise nach Art. 49 BARL i.V.m. dem Anhang VI anzuerkennen.
Für die Fachrichtungen der Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung enthält die Richtlinie 2005/36/EG keine speziellen Regelungen. Deren gegenseitige Anerkennung richtet sich nach den allgemeinen Anerkennungsbedingungen (Art. 5 ff. BARL im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit/ Art. 10 ff. BARL im Bereich der Niederlassungsfreiheit).
Die Architektenkammer Niedersachsen stellt EU-Bescheinigungen aus für Berufsqualifikationen, die in Niedersachsen erworben wurden.
Artikel 46 BARL
(1) Die Gesamtdauer der Ausbildung des Architekten umfasst mindestens entweder vier Studienjahre auf Vollzeitbasis oder sechs Studienjahre, die zumindest drei Jahre Vollzeitstudium an einer Hochschule oder einer vergleichbaren Bildungseinrichtung umfassen. Diese Ausbildung muss mit einer Prüfung auf Hochschulniveau erfolgreich abgeschlossen werden.
(2) Das Verzeichnis der Kenntnisse und Fähigkeiten in Absatz 1 kann zur Anpassung an den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt nach dem in Artikel 58 Absatz 2 genannten Verfahren geändert werden.
Artikel 47 BARL
Abweichend von Artikel 46 wird ferner als den Bestimmungen des Artikels 21 entsprechend anerkannt: die Ausbildung im Rahmen der sozialen Förderung oder eines Hochschulstudiums auf Teilzeitbasis, die den Erfordernissen des Artikels 46 entspricht und von einem Berufsangehörigen, der seit mindestens sieben Jahren in der Architektur unter der Aufsicht eines Architekten oder Architekturbüros tätig war, durch eine erfolgreiche Prüfung auf dem Gebiet der Architektur abgeschlossen wird. Diese Prüfung muss Hochschulniveau aufweisen und dem in Artikel 46 Absatz 1 Buchstabe b genannten Abschlussexamen gleichwertig sein.
Artikel 49 BARL
(1) Jeder Mitgliedstaat erkennt die in Anhang VI aufgeführten Ausbildungsnachweise des Architekten an, die die anderen Mitgliedstaaten ausgestellt haben und die eine Ausbildung abschließen, die spätestens im akademischen Bezugsjahr begann, das in diesem Anhang angegeben ist, selbst wenn sie den Mindestanforderungen von Artikel 46 nicht genügen, und verleiht ihnen in seinem Hoheitsgebiet dieselbe Wirkung wie den Ausbildungsnachweisen, mit denen er selbst die Aufnahme und Ausübung der Tätigkeiten des Architekten ermöglicht.
ba) 1. Juli 2013 für Kroatien;
Die in Unterabsatz 1 genannten Bescheinigungen bestätigen, dass ihr Inhaber spätestens am betreffenden Stichtag die Berechtigung erhielt, die Berufsbezeichnung „Architekt“ zu führen und dass er die entsprechend reglementierten Tätigkeiten während der letzten fünf Jahre vor Ausstellung der Bescheinigung mindestens drei Jahre lang ununterbrochen tatsächlich ausgeübt hat.
(3) Jeder Mitgliedstaat erkennt in seinem Hoheitsgebiet folgenden Nachweis als gleichwertig mit den Ausbildungsnachweisen an, die er selbst im Hinblick auf die Aufnahme und die Ausübung der beruflichen Tätigkeiten eines Architekten ausstellt: Nachweis darüber, dass die am 5. August 1985 bestehende dreijährige Ausbildung an den Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland, die den Anforderungen des Artikels 46 Absatz 2 entspricht und die Aufnahme der in Artikel 48 genannten Tätigkeiten in diesem Mitgliedstaat unter der Berufsbezeichnung „Architekt“ ermöglicht, abgeschlossen und spätestens am 17. Januar 2014 begonnen wurde, sofern die Ausbildung durch eine vierjährige Berufserfahrung in der Bundesrepublik Deutschland ergänzt wurde; diese Berufserfahrung muss durch eine Bescheinigung bestätigt werden, welche von der Architektenkammer ausgestellt wird, in deren Architektenliste der Architekt eingetragen ist, der die Vorschriften dieser Richtlinie in Anspruch nehmen möchte.
Dem Antrag sind folgende Nachweise beizufügen (sofern die Unterlagen nicht bereits bei der Eintragung in die Architektenliste vorgelegt wurden):
Kopien der Diplom-, Bachelor- und/oder Masterurkunde und eine Kopie des jeweiligen Abschlusszeugnisses sowie des jeweiligen Diploma Supplement. Unterlage, aus der sich die Regelstudiendauer ergibt.
Berufspraktische Tätigkeit (sofern zu prüfen)
Bescheinigungen von Architektinnen oder Architekten als aufsichtführende berufsangehörige Personen über eine mindestens 2-jährige berufspraktische Tätigkeit in Vollzeit – in Teilzeit entsprechend länger – in den wesentlichen Berufsaufgaben gemäß § 2 Abs. 1, 5 und 6 NArchtG (vgl. auch § 6 Abs. 3 und 5 NArchtG sowie die Satzung der Architektenkammer Niedersachsen für den Bereich der berufspraktischen Tätigkeit unter Aufsicht vom 23.11.2017, vgl. auch die Leistungsbilder der HOAI).
Hat eine Architektenkammer die Aufsicht über die berufspraktische Tätigkeit geführt, so ist hierüber eine Bescheinigung der Kammer vorzulegen. Eine solche Bescheinigung ist nicht erforderlich, wenn die Architektenkammer Niedersachsen die Aufsicht geführt hat.
Vorlage eigener Arbeiten und Bescheinigungen:
Es sind in der Regel mindestens 2 Pläne zu jeweils 3 Objekten (Entwurfspläne – z. B. Maßstab 1 : 100) sowie zu einem Objekt mindestens 1 Ausführungsplanung (Maßstab 1 : 50 bzw. 1 : 20) und 1 Detailzeichnung vorzulegen.
Fachrichtungen Innenarchitektur / Landschaftsarchitektur / Stadtplanung
Bescheinigungen der/des Arbeitgeber/s bzw. Bestätigungen von Auftraggebern oder Behörden über eine mindestens
2-jährige berufspraktische Tätigkeit in Vollzeit – in Teilzeit entsprechend länger – in den wesentlichen Berufsaufgaben gemäß § 2 Abs. 2 bis 6 NArchtG (§ 6 Abs. 3 NArchtG, vgl. auch die Leistungsbilder der HOAI ) .
Vorlage eigener Arbeiten:
aus dem Bereich Innenarchitektur in der Regel mindestens 2 Pläne zu jeweils 3 Objekten (Entwurfspläne – z. B. Maßstab 1 : 100) sowie zu einem Objekt mindestens 1 Ausführungsplanung (Maßstab 1 : 50 bzw. 1 : 20) und 1 Detailzeichnung
aus den Bereichen Landschaftsarchitektur / Stadtplanung, z. B. Objektplanung zu Frei- oder Verkehrsanlagen, landschaftspflegerische Begleitpläne, Flächennutzungspläne, Bebauungspläne, Entwicklungs-, Struktur-, Rahmen- oder Gestaltpläne, ggf. auch zur Ergänzung landschaftspflegerische Begleitpläne, Landschafts- und Grünordnungspläne, Landschaftsrahmenpläne, UVS
Sollte sich aus den Unterlagen nicht eindeutig die Mitwirkung des Antragstellers (z. B. Namenskürzel) erkennen lassen, ist eine ergänzende Bestätigung der Mitwirkung erforderlich, z. B. durch den Arbeitgeber
Die Gebühr für die Bescheinigung beträgt
EUR 30,00 sofern eine Prüfung der berufspraktischen Tätigkeit anhand von Unterlagen nicht erforderlich ist und
EUR 80,00 sofern eine Prüfung der berufspraktischen Tätigkeit anhand von Unterlagen erforderlich ist.
In der Regel 1 – 6 Wochen

References: Art. 47
 Art. 49
 Art. 10
 § 2
 § 6
 § 2