Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20D%C3%BCsseldorf&Datum=14.10.2008&Aktenzeichen=24%20U%20146/07
Timestamp: 2020-01-26 03:59:46+00:00

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OLG Düsseldorf, 14.10.2008 - I-24 U 146/07 - dejure.org
OLG Düsseldorf, 14.10.2008 - I-24 U 146/07
https://dejure.org/2008,4782
OLG Düsseldorf, 14.10.2008 - I-24 U 146/07 (https://dejure.org/2008,4782)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 14.10.2008 - I-24 U 146/07 (https://dejure.org/2008,4782)
OLG Düsseldorf, Entscheidung vom 14. Januar 2008 - I-24 U 146/07 (https://dejure.org/2008,4782)
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Aufrechnung eines Anwalts gegen den Anspruch eines Mandanten auf Auszahlung von Fremdgeldern mit zeitgleich fälligen Honorarforderung aus einem anderen Mandat
§ 611 BGB, § 675 BGB, § 667 BGB, § 387 BGB, § 242 BGB
Fremdgeld: Keine Aufrechung mit Honorar bei nachträglicher Aufrechnungslage
Aufrechnung mit Anspruch auf Auszahlung von Fremdgeldern?
LG Düsseldorf, 02.07.2007 - 3 O 234/06
LG Duisburg, 25.02.2010 - 8 O 199/09
LG Düsseldorf, 02.06.2010 - 3 O 234/06
MDR 2009, 535
AnwBl 2009, 66
Ob der Beklagte nur mit der Geltendmachung und Inempfangnahme der von der Versicherung nicht ausgezahlten 35.790,43 EUR beauftragt war, und ob die Grundsätze von Treu und Glauben (§ 242 BGB) daher eine Aufrechnung von Honoraransprüchen mit dem Anspruch der Klägerin auf Auszahlung der tatsächlich in Empfang genommenen 40.397,45 EUR verbieten (vgl. zur treuwidrigen Herbeiführung einer Aufrechnungslage Senat MDR 2009, 535), bedarf letztlich keiner Entscheidung, weil dem Beklagten kein weitergehender Honoraranspruch zusteht als vom Landgericht festgestellt.
Der Klägerin steht der Kostenerstattungsanspruch auf Grund des Senatsurteils vom 14. Oktober 2008 (I-24 U 146/07), durch das das Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 2. Juli 2007 (3 O 234/06) teilweise abgeändert worden ist, in unstreitigem Betrag von 1.435,00 EUR gegen den Beklagten zu.
(1) Der Herausgabeanspruch, der dem Mandanten aus dem Rechtsbesorgungsvertrag (§§ 611, 675, BGB, §§ 1, 3 BRAO) erwächst, wird grundsätzlich unverzüglich nach Eingang des Fremdgeldes bei dem Rechtsanwalt zur Auszahlung fällig, §§ 667, 271 Abs. 1 BGB, § 45a Abs. 5 Satz 2 BRAO, § 4 Abs. 2 BORA (vgl. BGH AnwBl 2005, 716 = MDR 2006, 231 sub III.1b; Senat; Urt. v. 14.10.2008, Az. I-24 U 146/07 - juris und MDR 2009, 535 = AGS 2009, 12;… vgl. auch Senat, Urt. v. 14.10.2003, Az. I-24 U 73/03, juris und JurBüro 2004, 536).
Die (frühestens) im Mai 2009 entstandene Aufrechnungslage hat die Beklagte treuwidrig herbeigeführt, nämlich durch die rechtswidrige und schuldhafte Leistungsverweigerung über einen Zeitraum von rund drei Jahren (vgl. Senat AnwBl 2009, 66 = MDR 2009, 535 m.w.Nachw.).
Auch gibt es sicherlich im Einzelfall Fallgestaltungen, in denen die Aufrechnung eines Rechtsanwalt mit eigenen Forderungen gegen den Anspruch eines Mandanten auf Herausgabe vereinnahmter Fremdgelder gegen Treu und Glauben verstößt (vgl. etwa: Brandenburgisches OLG, U. v. 5.3.2009 - 12 U 169/08 - juris; OLG Düsseldorf, U. v. 14.10.2008 - I-24 U 146/07, 24 U 146/07 - juris).

References: § 611
 § 675
 § 667
 § 387
 § 242
 § 45
 § 4
 BGH