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Tags: .tk, Domainvermarkter-Magazin-7, DOT tk-Registry, Gratis-Domains
Geschrieben am 21 August 2012 von von Domainvermarkter-Magazin
Mit einer Million Neuregistrierungen pro Monat ist die länderspezifische Top-Level-Domain (ccTLD) .tk die am schnellsten wachsende Domainendung. Mitte April 2012 waren bereits 8,5 Millionen .tk-Domains registriert; damit ist die Länderkennung die drittgrößte TLD hinter .de und .com. Bleibt die Rate an Neuregistrierungen so hoch wie in den letzten Monaten, wird .tk die Top-Level-Domain .uk mit aktuell 10 Millionen registrierten Domains als zweitgrößte ccTLD in weniger als drei Monaten überholen. Ebenfalls wäre es möglich, dass .tk sogar demnächst die mit 15 Millionen registrierten Domains erfolgreichste ccTLd .de auf den zweiten Platz verweist. Wie kommt es zu einem derart rasanten Anstieg an Registrierungen einer Länder-Domain, die erst seit kurzem in den Domain Name Industry Briefs des Registrars Verisign Erwähnung findet? Durch ein Geschäftsmodell, das im Internet immer weitere Verbreitung findet: “free”.
.tk ist die ccTLD des kleinen Inselstaates Tokelau. Ähnlich wie Tonga (.to) oder Tuvalu (.tv) vermarktet der im Südpazifik gelegene Inselstaat seine Domains weltweit. Bei gerade einmal 1.500 Einwohnern gibt es für den Bedarf an .tk Domains auch nur wenig Potential in der eigenen Bevölkerung. Die Betreiberfirma Dot TK mit Sitz in London (UK) ist ein Beteiligungsunternehmen der Regierung von Tokelau, deren Kommunikationsfirma Teletok und der Privatfirma BV Dot TK. Die Regierung von Tokelau hat BV Dot TK das Exklusivrecht auf die Registrierungsverwaltung verliehen.
Das Geheimnis der ungewöhnlich hohen Anzahl an monatlichen Domain-Registrierungen dürfte in der kostenlosen Bereitstellung einer .tk- Domain für jedermann liegen. Interessenten können für einen Zeitraum von einem bis zu zwölf Monaten ohne Kosten eine Domain mit .tk-Endung registrieren, wenn sie sich an bestimmte Bedingungen halten. So darf eine Domain nicht für Domainparking benutzt werden und muss eine aktive Webseite beherbergen oder darauf weiterleiten. Pornografische und Gambling-Inhalte sind verboten und führen zu einer Deaktivierung der entsprechenden Domain, ebenso die Verbreitung von Spam, Malware und Viren über die registrierte Webseite. Laut einer Pressemitteilung von Dezember 2011 zielen diese Maßnahmen darauf ab, die ccTLD von Tokelau noch im Laufe dieses Jahres zu einer der sichersten Domainendungen überhaupt zu machen.
Läuft die Domain nach einem Jahr aus oder wird sie wegen Verstößen gegen die Auflagen gesperrt, fällt sie wieder an Dot TK zurück – es sei denn, der Registrant verlängert die Domain kostenpflichtig. Für die Registrierung einer .tk-Domain mit nur einem Buchstaben oder einer Nummer ist generell eine jährliche Gebühr von 2.500 $ fällig. Den meisten Umsatz macht Dot TK allerdings mit Domainparking – also genau der Methode, welche die Registry ihren Kunden strikt verbietet. Fällt eine Domain aus den oben erwähnten Gründen wieder an Dot TK zurück, wird so lange Werbung auf den entsprechenden Seiten geschaltet, bis sich ein neuer Interessent findet. Offenbar sehr erfolgreich: Einem Bericht von Michael Berkens (TheDomains.com) zufolge handelt es sich bei der .tk- Registry mittlerweile um die zweitgrößte Einnahmequelle von Tokelau. Etwa 45 Millionen Domains, die täglich 5 Millionen Besucher generieren, befinden sich im Besitz von Dot TK. Das Geschäftsmodell des Registrars ist simpel, aber effektiv: Wer eine .tk- Domain registriert, kommt zwar in den Genuss einer kostenlosen Domain, muss aber spätestens nach einem Jahr dafür zahlen, um sie weiter nutzen zu können. Zudem bietet nur der kostenpflichtige Premiumstatus Vorteile wie die Anzeige der Whois-Informationen und macht den Domainhalter auch zum Besitzer. In der Zeit, in der sich keine neuen Registranten finden, profitieren die von Dot TK geparkten Webseiten von bereits vorhandenem Traffic.
Über ein ähnliches Modell könnten sich in Zukunft auch Besitzer von neuen TLDs Gedanken machen. Sollten nicht genügend Domains unter der neuen TLDs verkauft werden, könnte man auf das .tk Modell der kostenlosen Registrierung einer eigenen Domain umsteigen.
Tags: .com-Gebühren, Domainvermarkter-Magazin-7, ICANN
Geschrieben am 16 August 2012 von von Domainvermarkter-Magazin
Tags: Domainvermarkter-Magazin-7, Google, Pagerank
Google: Keine Ranking-Vorteile für neue TLDs
Geschrieben am 15 August 2012 von von Domainvermarkter-Magazin
Eine gute Domain alleine nützt wenig, wenn man nicht gleichzeitig auch weit oben in den Ergebnissen von Suchmaschinen zu finden ist. Und so wundert es nicht, dass im Kampf um Interessenten für die neuen TLDs auch mit dem Versprechen einer automatisch hohen Suchmaschinenplatzierung geworben wird.
So erklärte Adrian Kinderis, CEO von ARI Registry Services, dass Google automatisch Webseiten mit neuen Domainendungen gegenüber äquivalenten .com Domains favorisieren würde: “Will a new TLD web address automatically be favoured by Google over a .com equivalent?Quite simply, yes it will.” Wenig überraschend: ARI Registry Services begleitet Firmen bei der aktuellen Vergabe von neuen TLDs.
Auch die dotversicherung-registry GmbH, die sich „stellvertretend für alle versicherungsaffinen Unternehmen um die Einführung der TLD .versicherung bewerben“ möchte, erklärt in einem Beitrag auf ihrer offiziellen Homepage: „Die Top-Level-Domain .versicherung teilt nicht nur Verbrauchern, sondern auch Suchmaschinen ganz automatisch Ihre Branchenzugehörigkeit mit.“ Darauf basierend geht dotversicherung-registry davon aus, „dass die neuen TLDs, zu denen .versicherung gehört, von den Suchmaschinen entsprechend positiv eingestuft werden und ihren Inhabern damit einen langfristigen und strategischen Wettbewerbsvorteil bei der Neukundengewinnung bieten.“
Die angeblich bessere Platzierung der neuen TLDs in Suchmaschinen wird auch von der dotreise GmbH, die sich für die Schaffung und Etablierung der Top-Level-Domain .reise” einsetzt, in den Vordergrund gerückt. So informiert Geschäftsführer Axel Schwiersch potentielle Interessenten: „Reise” gehöre zu den am häufigsten gesuchten Begriffen im Netz, „durch die Übereinstimmung von Suchbegriff und Top-Level-Bereich der Domain erkennen Suchmaschinen automatisch die hohe Relevanz der Domain“, und: „.reise-Domains sind daher ideal geeignet, wenn eine Top-Platzierung in Suchmaschinen angestrebt wird.“
Was ist wirklich dran? – Google nimmt Stellung
Leider bleibt im Faktencheck nicht viel von diesen vollmundigen Werbeaussagen übrig. Suchmaschinentechnisch scheinen Domains unter zukünftigen TLDs sogar eher von Nachteil zu sein. So hat Matt Cutts, der bekannte SEO-Spezialist bei Google, den Aussagen, dass neue Top-Level-Domains von der Suchmaschine im Ranking bevorzugt behandelt würden, widersprochen:
„Das ist einfach nicht wahr, und als Techniker im Google Search Quality Team muss ich dieses Missverständnis widerlegen. Google hat eine Menge Erfahrung darin, relevante Webseiten zu platzieren, unabhängig von ihrer Top-Level-Domain. Google wird versuchen, neue TLDs angemessen einzustufen, doch erwarten Sie nicht, dass eine neue TLD irgendeine anfängliche Bevorzugung gegenüber .com erfahren wird, und ich würde auch nicht darauf wetten, dass das langfristig passieren wird. Wenn Sie eine komplett neue TLD aus anderen Gründen registrieren lassen möchten, ist das Ihre Entscheidung, doch sollten Sie eine neue TLD nicht in dem Irrglauben registrieren, dass Sie in den Suchmaschinen-Rankings auf irgendeine Art einen Schub erfahren werden.“
Und wenige Tage später legte Matt Cutts in einer Videobotschaft zum Thema sogar noch einmal nach.
In seinem Video gab er die Antwort auf die Frage „Wie wird Google neue TLDs , bei denen z.B. für Unternehmen jede beliebige Top-Level-Domain wie www.portfolio.myCompanyName möglich ist, bezüglich des Einflusses auf Platzierung und Pagerank behandeln?“. Gerichtet hatte die Frage der User RobertvH aus München an die Google Webmaster Zentrale gerichtet.
Weiterhin nur das [mutmaßlich] Beste für den User
Cutts`Antwort:
„Wir hatten bereits Hunderte verschiedene TLDs, und wir machen einen guten Job damit, sie [bei Google] zu indexieren. Wir möchten die besten Suchergebnisse wiedergeben. Und wenn sich das beste Ergebnis auf einer speziellen TLD befindet, dann ist es logisch, zu erwarten, dass wir es ermöglichen, das unserer Meinung nach beste Ergebnis zu zeigen. Wenn Sie also „Transformers 9“ drehen und die Domain transformers9.movie oder eine ähnliche kaufen möchten, ist es realistisch zu erwarten, dass Google versuchen wird, die Resultate dazu zu finden, zu crawlen und sie dann als Ergebnisse den Usern zu zeigen.
Es wird eine Übergangsphase geben, in der wir lernen und herausfinden müssen, welche die validen Top-Level-Domains und welche die [Second-Level-] Domains auf dieser Domain sind. Wir werden das noch untersuchen müssen. Doch es ist definitiv der Fall, dass wir schon immer die besten Resultate an die User zurückgeben wollten, und genau das versuchen wir – egal, ob es sich um eine.com, eine .de oder .whatever handelt.“
Wir halten fest: Domainnamen unter neuen TLDs werden wohl nur mit Verzögerung von Suchmaschinen wie Google in die Suchergebnisse aufgenommen und dann auch nicht bevorzugt.
Von Pascal Lacaille
Tags: Anletung, Domain-Auktion, Domainvermarkter-Magazin-7, DVForum, Information
Live-Domain-Auktion: So geht ́s
Geschrieben am 27 Juli 2012 von von Domainvermarkter-Magazin
Tags: Admin-c, Domainvermarkter-Magazin-7
Prüfpflichten und Haftung des Admin-C – Zur Entscheidung des BGH
Geschrieben am 17 Juli 2012 von von Domainvermarkter-Magazin
Viele Jahre war äußerst umstritten, welche Verantwortung der Admin-C hat. Einige Gerichte lehnten eine Haftung des Admin-C grundsätzlich ab, unter anderem mit der Begründung, es handele sich ja nur um einen administrativen Ansprechpartner für die DENIC eG. Andere Gerichte gingen von einer grundsätzlichen Verantwortlichkeit der Admin-C aus, da der Admin-C nach den DENIC- Domainrichtlinien berechtigt sei, sämtliche die Domain betreffenden Angelegenheiten verbindlich zu entscheiden. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH, oberstes deutsches Zivilgericht), Az. I ZR 150/09, beantwortet nun einige wichtige Fragen.
Die Klägerin betreibt unter der Bezeichnung „Basler Haar-Kosmetik“ einen Versandhandel für Haarkosmetikprodukte auf www.basler-haarkosmetik.de. Sie ist Inhaberin der deutschen Wort-/ Bildmarke „Basler HAAR-KOSMETIK“.
Der Beklagte war Admin-C der Domain baslerhaarkosmetik.de, unter der Werbelinks für Angebote von Konkurrenten der Klägerin angeboten wurden. Inhaber dieser Domain war eine englische Ltd. (Limited; Gesellschaft mit beschränkter Haftung), der Domaingrabbing unterstellt wird. Die Ltd. hatte frei werdende Domains in einem automatisierten Verfahren ermittelt, registriert und dabei den Beklagten als Admin-C eintragen lassen. Gegenüber dieser Ltd. hatte sich der Beklagte im Wege einer im Voraus erklärten Blankovollmacht mit seiner Benennung als Admin-C für .de- Domains bereit erklärt.
Die Klägerin verlangt vom Admin-C die Löschung der Domain und die Erstattung von Abmahnkosten.
Der BGH stellt fest, dass ein Admin-C grundsätzlich nicht ohne konkrete Anhaltspunkte verpflichtet sei zu prüfen, ob eine Domain Rechte Dritter verletzen könnte. Es gibt somit keine allgemeine Rechtspflicht des Admin-C zur Überprüfung und Löschung. Gegen eine solche Rechtspflicht des Admin-C, von sich aus die entsprechenden Domains auf eventuelle Rechtsverletzungen zu überprüfen, spricht nach Ansicht des BGH die Funktion und Aufgabenstellung des Admin-C sowie die Eigenverantwortung des Domainanmelders.
Nach § 3 Abs. 1 Satz 1 der DENIC- Domainbedingungen hat der Domaininhaber dafür einzustehen, dass Registrierung und Nutzung der Domain keine Rechte Dritter verletzt. Nach der ständigen Rechtsprechung des BGH fällt die Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit einer bestimmten Domainbezeichnung grundsätzlich zunächst allein in den Verantwortungsbereich des Anmelders, da er die als Domain zu registrierende Zeichenfolge auswählt und die Domain für seine Zwecke nutzt.
Die Funktion eines administrativen Ansprechpartners nach Ziffer VIII der DENIC-Domainrichtlinien lässt nach Ansicht des BGH nicht erkennen, dass ihm – neben dem Domaininhaber – zusätzlich die Aufgabe zufällt, Rechte Dritter zu ermitteln und deren Verletzung zu verhindern. Soweit dem Admin-C in den DENIC-Domainrichtlinien die Berechtigung und Verpflichtung zugewiesen ist, „sämtliche die Domain betreffenden Angelegenheiten verbindlich zu entscheiden“, ist ebenfalls kein Aufgabenbereich fest- gelegt, auf den sich (angebliche verletzte) Dritte berufen können. Nach den Regelungen der DENIC, aus denen sich die Funktion des Admin-C ergibt, ist mithin allein der Domaininhaber gehalten, Verletzungen von Rechten Dritter zu vermeiden, während der Aufgabenbereich des Admin-C sich auf die Erleichterung der administrativen Durchführung des Domainvertrages gegenüber dem Domaininhaber beschränkt.
Es kommt hinzu, dass es einer Person allein aufgrund ihrer Stellung als Admin-C regelmäßig nicht zumutbar sein wird, für jede Domain, für die sie diese Funktion ausübt, zu recherchieren, ob darin Namen von natürlichen Personen, Handelsnamen oder Bezeichnungen oder Bestandteile von Bezeichnungen enthalten sind, um dann eine nicht selten schwierige rechtliche Prüfung vorzunehmen, ob Namensrechte, Markenrechte oder sonstige Kennzeichenrechte verletzt sind. Im Rahmen der Prüfung der Zumutbarkeit einer Prüfung ist auch darauf abzustellen, ob die Tätigkeit des als Störer in Anspruch genommenen im öffentlichen Interesse liegt und ob er dabei ohne Gewinnerzielungsabsicht handelt. Weiter hat der BGH berücksichtigt, ob die durch sein Verhalten geförderte Verletzung der Rechte Dritter erst nach eingehender rechtlicher oder tatsächlicher Prüfung festgestellt werden kann oder ob sie offenkundig oder unschwer zu erkennen ist.
Im vorliegenden Fall hat der BGH den Admin-C verurteilt. Die Namensrechte der Klägerin wurden durch die Registrierung der Domain baslerhaarkosmetik.de verletzt. Die Klägerin hat Ansprüche nicht nur gegen die englische Ltd., sondern auch gegen den beklagten Admin-C. Dieser habe einen Beitrag zu der von der englischen Ltd. begangenen Verletzung der Rechte der Klägerin dadurch geleistet, dass er sich gegenüber der Ltd. als Admin-C zur Verfügung gestellt hat. Denn nach den Bestimmungen der DENIC kann ein ausländischer Antragsteller eine Domain nur registrieren lassen, wenn er eine inländische Person als Admin-C benennt. Dem Admin-C war es ferner rechtlich und tatsächlich möglich, die Störung zu beseitigen.
Bei der englischen Ltd. handelt es sich nach dem Vortrag der Klägerin um eine Firma, die Domaingrabbing betreibe. Immer dann, wenn eine Domain freigegeben sei, sichere sich diese die Domain, was – um nicht gegenüber anderen Interessenten das Nachsehen zu haben – typischerweise unter Zeitdruck geschehe. Daher habe der Domaingrabber dem Admin-C auch nicht vor der Registrierung Bescheid geben können, sondern habe dessen Blankoeinwilligung benötigt. Dem Beklagten sei klar gewesen oder hätte klar sein müssen, dass sich die Ltd. die Vielzahl an Domains nur sichern wolle, um damit als Domaingrabber Domainhandel zu betreiben. Aus diesem Vortrag sowie der Feststellung des Berufungsgerichts, die Registrierung der Domains für die Ltd. erfolge aufgrund einer automatisierten Eintragung, ergeben sich hinreichende Anhaltspunkte für eine die Störerhaftung begründende Prüfungspflicht des Beklagten.
Der die Prüfungspflicht auslösende gefahrerhöhende Umstand ergibt sich im Streitfall daraus, dass die englische Ltd. frei werdende Domains in einem automatisierten Verfahren ermittelt, also auf der Ebene des Anmelders und Inhabers der Domain keinerlei Prüfung stattfindet, ob die Domains Rechte Dritter verletzen könnten. Da auch die DENIC keine Rechtsprüfung vornehme besteht eine erhöhte Gefahr, dass für diese Ltd. rechtsverletzende Domains registriert werden. Trifft es zu, dass sich der Beklagte gegenüber der Ltd. im Wege einer im Voraus erklärten Blankovollmacht mit seiner Benennung als Admin-C einverstanden erklärt hat, hat er eine notwendige Ursache für das die Schutzrechte der Klägerin gefährdende Tun der Ltd. gesetzt. In Kenntnis dieser Umstände wäre der Beklagte aus Rechtsgründen gehalten gewesen zu prüfen, ob die automatisiert registrierten Domains Rechte Dritter verletzen. Der Beklagte wäre bei einer einfachen Internetrecherche sofort auf die Klägerin gestoßen und die Namensverletzung wäre offenkundig geworden.
Wie bereits zugunsten der DENIC, eBay und Sedo hat der BGH nun auch eine allgemeine Prüf- und Handlungspflicht eines Admin-C abgelehnt. Ohne konkrete Anhaltspunkte ist der Admin-C nicht verpflichtet zu prüfen, ob eine Domain Rechte Dritter verletzt. Es gibt somit keine allgemeine Rechtspflicht des Admin-C zur Überprüfung und Löschung. Der BGH betont die Eigenverantwortlichkeit des Domaininhabers. Diese Entscheidung umsetzend hat das OLG Hamburg die Haftung eines Admin-C bei einem fehlerhaften Impressum vor Kurzem verneint (Az. 3 W 54/10).
Eine Prüf- und Handlungspflicht besteht jedoch ausnahmsweise dann, wenn besondere Umstände vorliegen.
So ist der Admin-C zum Handeln verpflichtet, wenn er Teil eines automatisierten Grabbingsystems ist. Erteilt der Admin-C eine Blankovollmacht, dass er für frei werdende Domains automatisch ohne Prüfung des Domaininhabers eingetragen wird, ist er selbst zum Handeln verpflichtet. Werden in so einem Fall Rechte Dritter verletzt, kann der Admin-C auf Löschung und Kostenerstattung in Anspruch genommen werden.
Offen lässt der BGH die Frage, ob eine Haftung des Admin-C für den Fall besteht, dass sich eine Rechtsverletzung aufdrängt, z. B. bei der Verletzung einer bekannten Marke. Das OLG Stuttgart hat eine Prüfpflicht bei sich aufdrängenden Rechtsverletzungen bejaht. Handeln muss der Admin-C jedenfalls spätestens dann, wenn er eine Abmahnung erhält.
Von Harald J. Mönch, Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
Tags: Domainvermarkter-Magazin-7, neue gTLDs
Neue gTLDs: Aufschwung für den Domainmarkt?

References: BGH

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 § 3
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