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Timestamp: 2020-07-12 17:26:45+00:00

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Portal Waidhofen an der Ybbs, Rechte im Urbaramt - Bestätigungen des Ehhafttaidings durch den Stadtherren (1543)
Waidhofen an der Ybbs, Rechte im Urbaramt - Bestätigungen des Ehhafttaidings durch den Stadtherren (1543)
a) 1543 Febr. 26.
Heinrich Administrator der Stifter Worms und Freising bestätigt seinen Untertanen im Amt Waidhofen a. d. Ipsire statut und satzung, so si ain eehaft täding nennen, kraft seiner ihm dort zustehenden obrigkeit, so daß diese Untertanen demgehorsamlich geleben und volg thun, daran si auch nichts hindern oder ausreden soll, si weren dann deshalben von uns oder unsern vorfarn sonderlich gefreüt und privilegirt;doch behält er sich und seinen Nachfolgern das Recht vor, dieses Ehhafttaiding zu erklären, zu mindern, zu mehren, dazu und davon oder gar abzutun.
Von burgerlichem gericht und gerichtspersonen. Tit. 1.
Erstlich sol ain ambtman im urbar hie zu Waidhoven von unsers gnedigen herrn des bischoven zu Freising pfleger gesetzt und aufgenommen .erden.
Solcher ambtman soll den richtstab in der hant haben an stat unsers gnedigen herren, und mag da richten alles das fur ain ersam geding kombt, des zu recht gnugsam ist.
Der ambtman sol besitzen mit der gmaind alle jar in dem schloß oder wo es dem pfleger oder castner gemaint ist zwo eehaft täding. und die gemain mag haben in ieder täding drei sprach. und dieselben täding sollen gehalten werden die erst am erichtag nach sand Geörgen tag, die ander sol gehalten werden am erichtag nach unser frauen tag der dienstzeit. und sol der ambtman die genannten täding iedliche drei sonntag nach einander auf den pietpenken ruefen hie zu Waidhoven und Piberpach und zu Sand Geörgen.
Bei den zwaien tadingen sollen sein erbleut, vogtleut.. .. Schluß des Artikels = II 1, Art. 1, S. 692, 17 ff.; sodann = II 1, Art. 2.
So ainer an der schrannen sitzt und ainer urtl gefragt wirdet und derselb der urtl nit verstendig, soll und mag ain ganzs geding in die sprach geen und darnach das urtl fellen und die vorig frag verantworten.
Von malefitz und allerlai verprechen auch inquisition, straff und puess derselben. Tit. 2.
Das Folgende = II 1, Art. 4.
Ain ambtman soll alle jar zwier, zu sand Geörgen tag und zu sand Michels tag, in der herrschaft geen auf die mulbeschau und soll zu ime nemmen aus den hausgenossen wer ime darzue taugenlich ist; und ain pfleger soll auch iemand von obrigkeit wegen zu solcher beschau verordnen und dabei haben.
Der Anfang des folgenden Art.= II 1, Art. 12, S. 694, 41-44(.... zu wandl) . aber nachdem der groß und clain wildpan unserm gnedigen fursten und herren von Freisingen etc. zugehorig und solcher wildpan dem pfleger gelassen wirdet, und wie sich der pfleger und die waidleut mit einander derhalben ieder zeit vergleichen mögen, dabei soll es pleiben.
Das Folgende = II 1, Art. 14. 24. 25.
Welher uber den andern geverlicher weiß scharpfe wöre zugkt, als schwert messer degen hellnparten spieß oder dergleichen, oder so ainer ain armbrost uber den andern spannet und damit nit schaden thut, ist er der herrschaft sechsunddreissig pfenning zu pueß schuldig.
Wo aber ainer den andern mit solcher oder sonst allerlai wëre, als stecken stain kolben etc., doch ône pluetrunst, schlueg wurf schuss oder stiess, ist das wandl der herrschaft ain pfunt pfening und dem ambtman zwelf pfening. sind es aber offen pluetrunst, ist das wandl zehen schilling pfenning, von painschröten sechzig und drei pfund pfening, von lemen sechzig und funf pfunt pfening, von abgeschlagen glidern, als henden fuessen oder augen, von iedlichem glid sechzig und drei pfund pfening; auch bei disem iedlichen dem ambtman zwelf pfening. doch sol daneben dem belaidigten die clag seiner schäden oder interesse halben vorbehalten sein.
Desgleichen, wo ainer den andern mit feusten, henden oder fuessen schlueg, raufet oder stiess und kainerlai wëre in der hand hette gehabt, es hab gepluet oder nit, soll er gleicher maß gestrafft werden als der so ain mit ainer wëre ône pluetrunst belaidiget, wie oben gemeldet.
Ob ainer ain todtschlag thät im lantgericht, so soll und mag derselb seine gueter auf ain jar lang mit funf schilling sechs pfening freien, aber nit den leib. und wie er alsdann straffper wirdet oder sein soll, es sei mit der herrschaft oder fruntschaft, der soll seinem verprechen nach gestrafft .erden.
Item, so ainer rainstain ausgrueb oder rainpaumb abhacket oder mark verkeret und solchs unwissend that, ist das wandl der herrschaft funf pfund pfening. beschehe es aber böslicher und geverlicher weiß, so soll der thätter darumb peinlich an dem leib nach geverlicheit grösse gestalt und gelegenhait der sachen und der persone nach rath gestrafft .erden.
Das Folgende = II 1, Art. 36. .Von dienst, schuld und purde der underthanen gegen der herrschaft. Tit. 3.
Den osterdienst, air und käß, soll man alle jar dienen gein hoff, doch mit der beschaidenheit das [si] solch käß und air zu gelegner zeit, wann man der notturftig und erfordert, dienen sollen. o aber sich das verjäret, soll es in der herrschaft gefallen steen das gelt darfur wie es zu der selben zeit gultig gewesen zu nemmen.
Die herbsthennen soll man dienen zwuschen sand Bartlmes tag und sand Michels tag.
Das Folgende = II 1, Art. 6.
Die faschanghennen soll man dienen ungeverlich zwischen weichnachten und des faschang tag. es steet auch bei ainem pfleger oder castner die wal er nemme die hennen oder das gelt wie si gultig sind.
Das Folgende = II 1, Art. 8-11. 16. 17.
Es sollen auch furterhin die teüsch umb grund oder gueter mit aines pflegers vorwissen, damit niemand ubereilt werde, beschehen, auch die fuderschid darvon der gestalt genomen werden, nemlich: wo zwen umb erb mit einander tauschen die gleich seind, ist kainer der herrschaft nichts schuldig davon zu geben; gibt aber ainer dem anderen auf, ist er von derselben aufgab der herrschaft schuldig zu geben wie von alter herkomen ist.
Ob ainer ain erb verkaufet und ainer in der herrschaft plib, sol die fuderschid von ainem pfleger gemessigt werden. fert er aber aus der herrschaft, ist [er] di fuderschid das zehend pfunt auf gnad, wie von alter herkomen ist, zu geben schuldig.
Wo ain vater ainem kind ainen grund zu kaufen oder ubergibt, der sol zu fuderschid der herrschaft nicht schuldig sein; ausgenomen die vier höf und die zwen mairhöf gibt ainer zu anlait vierundzwainzig pfenning und zu abfart auch vierundzwainzig pfening, wie von alter herkomen ist.
Die newgueter die von dem Walhen herkomen, sind der herrschaft schuldig zu geben von ainem hof zu abfart acht schilling pfening und zu anlait auch acht schilling pfening, und von ainem lehen zu anlait sechzig pfening und zu abfart auch sechzig pfening, und seind frei.
Das Folgende = II 1, Art. 23. 33. 34. 37.
Von freiheiten, vergunstigungen und genieß der underthanen. Tit. 4.6
Das Folgende = II 1, Art. 13. 15.
Auch sollen die underthanen in der herrschaft Waidhoven macht haben freis erb und aigen zu versetzen zu verkaufen zu vermachen und zu geben wem und wohin ainen verlust, doch das solhe veränderung mit vorwissen aines ieden derselben zeit pflegers oder castners beschehe, auch unserm gnedigen fursten und herren an irer furstlichen gnaden rent und gulten unvergriffen. o es aber hierüber beschehe, so soll es kain craft haben und unwurklich sein. auch soll der pfleger in allbeg darob sein das die gueter sovil muglich nit zerrissen werden.
Das Folgende = II 1, Art. 38. 40.
.. .. Geben und geschehen zu Freisingen, montags den sechsundzwainzigisten des monats februarii im funfzehenhundert dreiundvierzigisten jare.
(Hängendes Siegel des Ausstellers.)
Seitenstetten | BH: Amstetten | Bundesland: Niederösterreich | Eigentümer: Stiftsarchiv Seitenstetten | InvNr.: Orig. Perg. |
Waidhofen an der Ybbs | BH: Waidhofen an der Ybbs | Bundesland: Niederösterreich |
exaktes Datum: 26. Februar 1543 | Entstehung: 1543 |
Gustav Winter (Hg.), Niederösterreichische Weistümer. Teil 3: Das Viertel ob dem Wienerwalde (Österreichische Weistümer 9). Wien-Leipzig 1909, S. 698-702, Nr. 105/II/2a (Edition).
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References: Art. 1
 Art. 2
 Art. 4
 Art. 12
 Art. 14
 Art. 36
 Art. 6
 Art. 8
 Art. 23
 Art. 13
 Art. 38