Source: https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?cmsuri=/juris/de/nachrichten/zeigenachricht.jsp&feed=jr-bfh&wt_mc=rss.jr-bfh&nid=STRE201910077
Timestamp: 2019-07-24 00:37:23+00:00

Document:
ECLI: ECLI:DE:BFH:2019:VE.130219.XIR13.17.0
Normen: § 18 Abs 9 UStG 2005, § 61 Abs 1 UStDV 2005, § 61 Abs 2 S 1 UStDV 2005, Art 7 EGRL 9/2008, Art 8 Abs 2 Buchst d EGRL 9/2008, Art 15 Abs 1 S 2 EGRL 9/2008, Art 226 Nr 2 EGRL 112/2006, Art 267 Abs 3 AEUV, Art 5 Abs 2 EGRL 9/2008, § 14 UStG 2005, UStG VZ 2012
Zitiervorschlag: BFH, EuGH-Vorlage vom 13. Februar 2019 – XI R 13/17 –, BFHE nn
1. Ist Art. 8 Abs. 2 Buchst. d der Richtlinie 2008/9/EG, demzufolge in dem Erstattungsantrag für jeden Mitgliedstaat der Erstattung und für jede Rechnung u.a. die Nummer der Rechnung anzugeben ist, dahingehend auszulegen, dass auch die Angabe der Referenznummer einer Rechnung genügt, die als zusätzliches Ordnungskriterium neben der Rechnungsnummer auf einem Rechnungsbeleg ausgewiesen ist(Rn.33)?
2. Falls die vorstehende Frage zu verneinen ist: Gilt ein Erstattungsantrag, in dem statt der Rechnungsnummer die Referenznummer einer Rechnung angegeben worden ist, als formell vollständig und i.S. von Art. 15 Abs. 1 Satz 2 der Richtlinie 2008/9/EG als fristwahrend vorgelegt(Rn.41)?
3. Ist bei der Beantwortung der Frage 2 zu berücksichtigen, dass der nicht im Mitgliedstaat der Erstattung ansässige Steuerpflichtige aus Sicht eines verständigen Antragstellers aufgrund der Gestaltung des elektronischen Portals im Ansässigkeitsstaat und des Vordrucks des Erstattungs-Mitgliedstaats annehmen durfte, es genüge für eine ordnungsgemäße, jedenfalls formell vollständige und fristgerechte Antragstellung die Eintragung einer anderen Kennziffer als der Rechnungsnummer, um eine Zuordnung der antragsgegenständlichen Rechnung zu ermöglichen(Rn.45)?
Az. des EuGH: C-346/19
DB 2019, 1067-1071 (Leitsatz und Gründe)
DStR 2019, 988-992 (Leitsatz und Gründe)
BFH/NV 2019, 664-668 (Leitsatz und Gründe)
WPg 2019, 584-585 (red. Leitsatz und Gründe)
GmbHR 2019, 607-611 (Leitsatz und Gründe)
UR 2019, 434-439 (Leitsatz und Gründe)
MwStR 2019, 507-510 (Leitsatz und Gründe)
DStRK 2019, 171 (Leitsatz und Gründe)
StE 2019, 291-292 (Leitsatz)
NJW 2019, 1632 (Leitsatz)
StuB 2019, 411-412 (Leitsatz)
NZG 2019, 639 (Leitsatz)
BFH/PR 2019, 190 (Leitsatz)
vorgehend FG Köln, 14. September 2016, Az: 2 K 195/14, Urteil
Andreas Treiber, BFH/PR 2019, 190-191 (Anmerkung)
Andreas Treiber, DStR 2019, 992 (Anmerkung)
Stefanie Becker, DStRK 2019, 171 (Anmerkung)
Otto Lembke, MwStR 2019, 510-512 (Anmerkung)
jh, StuB 2019, 412 (Anmerkung)
Vergleiche EuGH, 21. September 2017, Az: C-441/16
Vergleiche EuGH, 29. Juni 2017, Az: C-126/15
Vergleiche BFH, 18. Juli 2016, Az: V B 5/16
Vergleiche BFH, 24. September 2015, Az: V R 9/14
Vergleiche BFH, 9. Januar 2014, Az: XI B 11/13
Vergleiche BFH, 14. Dezember 2012, Az: V B 20/12
Vergleiche EuGH, 25. Oktober 2012, Az: C-318/11
Vergleiche BFH, 24. Juli 2012, Az: V B 76/11
Vergleiche EuGH, 21. Juni 2012, Az: C-294/11
Vergleiche BFH, 22. Juli 2010, Az: V R 36/08
Vergleiche BFH, 18. Januar 2007, Az: V R 23/05
Vergleiche BFH, 21. Oktober 1999, Az: V R 76/98
Vergleiche EuGH, 18. Dezember 1997, Az: C-286/94
Die Klägerin und Revisionsbeklagte (Klägerin), eine in der Republik Österreich (Österreich) ansässige Kapitalgesellschaft, deren Unternehmensgegenstand die Abwicklung von Speditions- und Frachtaufträgen ist, beantragte am 29. Oktober 2012 die Vergütung von Vorsteuern für den Zeitraum Juli bis September 2012 (Vergütungszeitraum) in Höhe von ... € im Rahmen des besonderen Verfahrens nach § 18 Abs. 9 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in Verbindung mit §§ 59 ff. der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV) in der für den Vergütungszeitraum maßgeblichen Fassung durch das Jahressteuergesetz (JStG) 2009 vom 19. Dezember 2008 (Bundesgesetzblatt I 2008, 2794) --UStDV a.F.--. Der Vergütungsantrag wurde dem Beklagten und Revisionskläger (Bundeszentralamt für Steuern --BZSt--) über das von der Finanzverwaltung in Österreich eingerichtete Portal elektronisch übermittelt.
Mit Bescheid vom 25. Januar 2013 setzte das BZSt die Vorsteuervergütung für den Streitzeitraum auf ... € fest. Im Übrigen lehnte es den Vergütungsantrag mit der Begründung ab, dass zu den Antragspositionen 1, 7, 12, 18, 19 und 24 in der Anlage zum Antrag entgegen den gesetzlichen Anforderungen nicht die auf den Rechnungen angegebenen Rechnungsnummern eingetragen worden seien.

References: § 18
 § 61
 § 61
 § 14
 Art. 8
 Art. 15
 § 18