Source: http://www.rechtslupe.de/strafrecht/aussage-gegen-aussage-und-die-besonderen-anforderungen-an-die-beweiswuerdigung-3109554?pk_campaign=feed&pk_kwd=missbrauch-berufsbezeichnungen-nazi
Timestamp: 2016-09-27 07:01:21+00:00

Document:
Aussage gegen Aussage – und die besonderen Anforderungen an die Beweiswürdigung | Rechtslupe
Rechtslupe » Strafrecht » Aussage gegen Aussage – und die besonderen Anforderungen an die Beweiswürdigung
Aussage gegen Aussage – und die besonderen Anforderungen an die Beweiswürdigung	17. Mai 2016 | StrafrechtGeschätzte Lesezeit: 1 Minuten	Die Beweiswürdigung ist Sache des Tatgerichts. Ihm allein obliegt es, das Ergebnis der Hauptverhandlung festzustellen und zu würdigen1. Seine Schlussfolgerungen brauchen nicht zwingend zu sein, es genügt, dass sie möglich sind2.
Die revisionsgerichtliche Prüfung ist darauf beschränkt, ob dem Tatgericht Rechtsfehler unterlaufen sind. Das ist in sachlichrechtlicher Hinsicht der Fall, wenn die Beweiswürdigung widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist oder gegen die Denkgesetze oder gesicherte Erfahrungssätze verstößt3.
Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof in Fällen, in denen im Kern “Aussage gegen Aussage” steht, besondere Anforderungen an die Tragfähigkeit einer zur Verurteilung führenden Beweiswürdigung formuliert. Die Urteilsgründe müssen in einem solchen Fall erkennen lassen, dass das Tatgericht alle Umstände, welche die Entscheidung zugunsten oder zuungunsten des Angeklagten zu beeinflussen geeignet sind, erkannt, in seine Überlegungen einbezogen4 und auch in einer Gesamtschau gewürdigt hat5. Dabei sind gerade bei Sexualdelikten die Entstehung und die Entwicklung der belastenden Aussage aufzuklären6.
Bundesgerichtshof, Urteil vom 6. April 2016 – 2 StR 408/15
BGH, Urteil vom 07.10.1966 – 1 StR 305/66, BGHSt 21, 149, 151↩
BGH, Beschluss vom 07.06.1979 – 4 StR 441/78, BGHSt 29, 18, 20↩
st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 06.11.1998 – 2 StR 636/97, BGHR StPO § 261 Beweiswürdigung 16; BGH, Urteil vom 27.07.1994 – 3 StR 225/94, StV 1994, 580↩
vgl. BGH, Beschluss vom 22.04.1987 – 3 StR 141/87, BGHR StPO § 261 Beweiswürdigung 1; BGH, Beschluss vom 22.04.1997 – 4 StR 140/97, BGHR StPO § 261 Beweiswürdigung 13; BGH, Urteil vom 03.02.1993 – 2 StR 531/92, BGHR StGB § 177 Abs. 1 Beweiswürdigung 15↩
st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 18.06.1997 – 2 StR 140/97, BGHR StPO § 261 Beweiswürdigung 14; BGH, Beschluss vom 12.11.1998 – 4 StR 511/98, NStZ-RR 1999, 139↩
vgl. BGH, Urteil vom 16.05.2002 – 1 StR 40/02, NStZ 2002, 656, 657↩
Weitere Informationen:Die einzige BelastungszeuginFreispruch aus tatsächlichen Gründen – und die…Wahrheitswidriges EntlastungsvorbringenDie Lücken in der BeweiswürdigungBeweiswürdigung – und die UrteilsgründeLücken in der Beweiswürdigung	Weiterlesen auf der Rechtslupe:
Themenseiten zu diesem Artikel: Aussage gegen Aussage, Beweiswürdigung, Sexualdelikt, Strafprozess, Strafurteil, Urteilsgründe	Weitere Beiträge aus diesem Rechtsgebiet: Strafrecht
Leser dieses Artikels lasen auch:Der Zeuge – und seine Gefahr der Strafverfolgung Gemäß § 55 Abs. 1 StPO ist ein Zeuge berechtigt, die Auskunft auf Fragen zu verweigern, wenn er bei wahrheitsgemäßer Aussage auch Angaben machen müsste,…Beweiswürdigung – und die Urteilsgründe Die Beweiswürdigung ist vom Gesetz dem Tatrichter übertragen (§ 261 StPO). Es obliegt allein ihm, sich unter dem umfassenden Eindruck der Hauptverhandlung ein Urteil über…

References: § 261
 § 261
 § 261
 § 177
 § 261
 § 55