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Timestamp: 2018-01-16 13:13:56+00:00

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DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, Titel
DGUV Vorschrift 77
(bisher VBG 38a bzw. BGV D33)
vom 1. Oktober 1994
mit Durchführungsanweisungen* ) vom April 1998
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, Inhaltsverzeichnis
§ 4 Sicherungsanweisung
§ 6 Sicherungsmaßnahmen in besonderen Fällen
§ 7 Warnkleidung
§ 8 Verhalten im Gleisbereich
§ 9 Material und Gerätelagerung
§ 10 Einsatz von Fahrzeugen, Maschinen und Geräten
§ 11 Arbeiten an fernbetätigten Gleiseinrichtungen
§ 12 Arbeiten im Bereich von Fahrleitungen
Anhang: Bezugsquellenverzeichnis
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, Hinweis
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 1: Geltungsbereich
Diese Unfallverhütungsvorschrift gilt für die Abwendung von Gefahren aus dem Bahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen (Gleisbereich) von Schienenbahnen. DA
Diese Unfallverhütungsvorschrift dient ausschließlich dem Zweck, Gefahren aus dem Bahnbetrieb abzuwenden, die bei Arbeiten im Bereich von Gleisen auftreten. Dazu gehören Gefahren, die z.B. von
bewegten Schienenfahrzeugen,
Fahrleitungen,
möglichen Rückströmen in Fahrschienen
Gefahren aus dem Bahnbetrieb sind nicht gegeben bei Fahrbewegungen gleisfahrbarer Baumaschinen in Arbeitsstellung mit einer Fahrgeschwindigkeit von höchstens 5 km/h.
Für Arbeiten im Gleisbereich siehe auch § 15 UVV "Bauarbeiten" (BGV C22) . Werden diese Arbeiten im Verkehrsraum öffentlicher Straßen ausgeführt, siehe auch "Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen, Teil B: innerörtliche Straßen" (RSA).
Rückströme können auch in Fahrschienen von Gleisen auftreten, die nicht mit Fahrleitungen versehen sind.
Die elektrischen Gefahren aus Fahrleitungen (Oberleitungen und Stromschienenleitungen) und aus Rückströmen werden bei der Deutschen Bahn AG in deren "Bestimmungen zum Schutz gegen Gefahren aus dem Eisenbahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen" (DS 132 03) nicht behandelt.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 2: Begriffsbestimmungen
Arbeiten im Gleisbereich sind alle Tätigkeiten, die zur Errichtung, Instandhaltung, Änderung und Beseitigung von Bahn- und anderen Anlagen im Gleisbereich durchgeführt werden, einschließlich der damit zusammenhängenden Arbeiten. DA
Gleisbereich ist der von bewegten Schienenfahrzeugen in Anspruch genommene Raum sowie der Raum unter, neben oder über Gleisen, in dem Versicherte durch bewegte Schienenfahrzeuge gefährdet werden können. Zum Gleisbereich gehört bei elektrisch betriebenen Bahnen auch der Bereich der Fahrleitung mit den davon zusätzlich ausgehenden Gefahren des elektrischen Stromes. DA
Schienenbahnen sind Transportsysteme mit spurgeführten Fahrzeugen, insbesondere Eisenbahnen und Straßenbahnen. Den Schienenbahnen gleichgestellt sind spurgeführte Omnibusse.
Fahrleitungen (Oberleitungen, Stromschienenleitungen) sind die betriebsmäßig unter Spannung stehenden Teile.
Damit zusammenhängende Arbeiten sind z. B. Besichtigungs-, Vermessungs- und Kontrolltätigkeiten.
Verkehren spurgeführte Fahrzeuge nicht auf Schienen (z.B. Magnetschwebebahnen, Spurbusse) sind hinsichtlich der zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen die Fahrbahnen dieser Systeme den Gleisen gleich zu setzen.
Die Ausdehnung des Gleisbereichs wird in Abhängigkeit von den örtlichen und betrieblichen Verhältnissen von der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle festgelegt; siehe auch § 4 Abs. 1 .
Bei der Deutschen Bahn AG wird der Gleisbereich als "Gefahrenbereich des Gleises" bezeichnet, wobei dort die elektrischen Gefahren aus Fahrleitungen nicht einbezogen sind. Siehe auch "Bestimmungen zum Schutz gegen Gefahren aus dem Eisenbahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen" (DS 132 03) der Deutschen Bahn AG.
DA zu § 2 Nr. 4:
Zu Fahrleitungen gehören auch Speiseleitungen und andere Leitungen, soweit sie auf den Stützpunkten der Fahrleitungsanlage geführt sind. Siehe auch DIN VDE 0115 1 "Bahnen; Allgemeine Bau- und Schutzbestimmungen" und UVV "Arbeiten an Masten, Freileitungen und Oberleitungsanlagen" (BGV D 32).
Betriebsmäßig unter Spannung stehende Teile sind z.B. Schleifleiter, Streckentrenner, gegen die Schleifleiter nicht isolierte Teile der Stützpunkte.
Schleifleiter sind die von Stromabnehmern der Fahrzeuge bestrichenen Teile der Fahrleitung. Sie können Fahrdrähte, Stromschienen, Bänder sein.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 3: Pflichten des Unternehmers
(1) Der Unternehmer hat Beginn, Änderungen und Ende von Arbeiten im Gleisbereich und die erforderlichen Räumzeiten der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle so rechtzeitig anzuzeigen, dass diese die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen gegen die Gefahren aus dem Bahnbetrieb anordnen oder durchführen kann. Mit den Arbeiten darf erst begonnen werden, wenn die Sicherungsmaßnahmen durchgeführt sind. DA
(2) Der Unternehmer hat vor Beginn von Arbeiten im Gleisbereich sich oder seinen Beauftragten über die Gefahren durch den Bahnbetrieb und deren Abwendung an der Arbeitsstelle sowie auf dem Weg zur Arbeitsstelle und zurück von der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle unterweisen zu lassen. Dies gilt auch bei Änderung der Gefahrensituation. DA
(5) Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, daß Versicherte, die sich als einzelne besonders unterwiesene Personen im Bereich nicht gesperrter Gleise aufhalten, nach Bedarf und bei Änderungen der bahnbetrieblich bedingten Gefahrensituation unverzüglich über neue Gefahren unterrichtet werden. DA
(6) Der Unternehmer hat die Versicherten anzuweisen, die Anordnungen der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle und die Warnsignale zu befolgen. DA
(8) Der Unternehmer hat Beginn und Ende der täglichen Arbeiten sowie der Arbeitspausen der Sicherungsaufsicht nach § 4 Abs. 2 mitzuteilen. DA
Räumzeit ist die Zeit, die benötigt wird, um den Gleisbereich einschließlich von Maschinen und Geräten ohne Hast zu räumen.
Die Unterweisung beinhaltet insbesondere, wie bei der Annäherung von Schienenfahrzeugen vor diesen Schutz gefunden werden kann, welche Warnsignale gelten und wie diese gegeben werden.
Bei Arbeiten im Bereich von Gleisen der Deutschen Bahn AG ist maßgeblicher Ansprechpartner für die Unterweisung über die Sicherung gegen Gefahren aus dem Bahnbetrieb diejenige Dienststelle des Bahnbetreibers, die den Auftrag bzw. aufgrund anderer vertraglicher Regelungen die Erlaubnis für die Arbeiten erteilt hat. Die Unterweisung über die getroffenen oder durchzuführenden Maßnahmen erfolgt durch die Sicherungsaufsicht des Bahnbetreibers oder eines von ihm beauftragten Sicherungsunternehmens.
DA zu § 3 Abs. 5:
Bedarf für eine Unterrichtung kann z.B. gegeben sein, bei
Aufenthalt in nicht bekannten Streckenabschnitten,
Änderung von Aufgabenbereichen.
Änderungen der bahnbetrieblich bedingten Gefahrensituation können z. B. entstehen durch:
Abweichungen vom Regelbetrieb,
Einschalten der Fahrleitung,
Veränderung der Verhältnisse in Sicherheitsräumen,
Verlegung der Rangiererwege.
Warnsignale werden, sofern die für den Bahnbetrieb zuständige Stelle keine anderen Signale festgelegt hat,
bei Eisenbahnen optisch oder akustisch nach der Eisenbahnsignalordnung (ESO), der das Signalbuch DS 301 der Deutschen Bahn AG entspricht,
bei Straßenbahnen entsprechend der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab)
Die Warnsignale nach ESO bzw. nach DS 301 werden als Rottenwarnsignale bezeichnet; sie werden mit dem Mehrklangsignalhorn oder Tyfon gegeben und sind auch zu befolgen, wenn sie nur in einer Tonlage gehört werden. Sie haben folgende Bedeutung:
Übersicht über die Rottenwarnsignale (Ro)
Vorsicht! Im Nachbargleis nähern sich Fahrzeuge!
Mit dem Horn oder Tyfon ein längerer Ton als Mischklang aus zwei verschieden hohen Tönen.
Arbeitsgleise räumen!
Mit dem Horn oder Tyfon zwei lange Töne nacheinander in verschiedener Tonlage.
Arbeitsgleise schnellstens räumen!
Mit dem Horn oder Tyfon mindestens fünfmal je zwei kurze Töne nacheinander in verschiedener Tonlage.
DA zu § 3 Abs. 8
Sicherungsaufsicht siehe § 4 Abs. 2 .
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 5: Sicherungsmaßnahmen
Dies gilt auch für den Weg zur und von der Arbeitsstelle. DA
(2) Werden zur Sicherung technische Einrichtungen nach Absatz 1 Nr. 2 verwendet, darf der Unternehmer Arbeiten im Gleisbereich nur ausführen, wenn diese so beschaffen sind, dass Schienenfahrzeugen nicht automatisch die Fahrt in den Arbeitsbereich freigegeben werden kann. Dies gilt nicht für von einer anerkannten Prüfstelle geprüfte automatische Warnsysteme im Bereich der Deutschen Bahn.
in der Signalgebung und der Bedeutung der Signale sowie über den Bahnbetrieb in ihrem Sicherungsbereich unterwiesen sind
Warnsignale so rechtzeitig geben, dass die Versicherten den Gleisbereich ohne Hast unter Berücksichtigung der Räumzeiten für Maschinen und Geräte räumen bzw. Ausweichmöglichkeiten aufsuchen können, DA
die Warnsignale wiederholen oder das Signal "Arbeitsgleis schnellstens räumen!" geben, sobald sie feststellen, daß gegebene Warnsignale nicht wahrgenommen worden sind,
dem Fahrzeugführer das Nothaltsignal geben, falls der Gleisbereich nicht rechtzeitig geräumt wurde, DA
den Gleisbereich räumen lassen, falls die Warnung der Versicherten wegen schlechter Sichtverhältnisse nicht rechtzeitig erfolgen kann. DA
täglich vor Aufnahme der Arbeiten
durch Proben festzustellen. Die zur Probe gegebenen Warnsignale müssen unter den zu erwartenden ungünstigsten Betriebs- und Umgebungsbedingungen von den Versicherten wahrgenommen werden können. Bei gleichbleibenden Betriebs- und Umgebungsbedingungen kann auf die tägliche Wiederholung der Probe nach Satz 1 verzichtet werden. DA
Organisatorische Maßnahmen sind z. B.:
Einrichtung von Langsamfahrstellen in Verbindung mit Sicherungsposten,
Gleissperrung; bei Sperrfahrten oder Rangierfahrten jedoch
zusätzlich in Verbindung mit Sicherungsposten
ohne Sicherungsposten, sofern sichergestellt ist, dass die Arbeiten im Gleisbereich rechtzeitig unterbrochen werden.
Technische Einrichtungen sind z. B.:
signalabhängige Arbeitsstellen-Sicherungsanlagen (SAS.),
Zugsicherungsanlagen,
automatische Warnsysteme,
Schutzweichen,
feste Absperrungen, z. B. Zäune, parallel zum befahrenen Gleis,
bei Straßenbahnen im Sichtfahrbetrieb auch Schranken, Leitkegel, Baken, Absperrtafeln.
Die jeweiligen örtlichen und betrieblichen Verhältnisse wie z. B.
Durchführung des Bahnbetriebes,
Umgebungsbedingungen (Lärm, Sichtverhältnisse),
signaltechnische Ausrüstung der Strecke,
beeinflussen die Auswahl der jeweils geeigneten technischen Einrichtungen.
Kombinationen von Sicherungsmaßnahmen sind für Arbeiten in gesperrten Gleisen und in Baugleisen der Deutschen Bahn AG z. B. in den Abschnitten 12 und 14 der "Bestimmungen zum Schutz gegen Gefahren aus dem Eisenbahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen" (DS 132 03) festgelegt.
Die Deutsche Bahn AG verlangt nach ihren "Bestimmungen zum Schutz gegen Gefahren aus dem Eisenbahnbetrieb bei Arbeiten im Bereich von Gleisen" (DS 132 03) für Sicherungsposten, die in ihrem Zuständigkeitsbereich eingesetzt werden, ein Mindestalter von 21 Jahren.
Die körperliche Eignung wird nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Grundsatz G 25 "Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeit" oder der Tauglichkeitsvorschrift der Deutschen Bahn AG "Tauglichkeit feststellen" (DS 107) oder den "Richtlinien für die ärztliche Feststellung der Tauglichkeit von Betriebs-Bediensteten" (VDV-Schrift Nr. 070.101.1) festgestellt.
DA zu § 5 Abs. 4 Nr. 3:
Ausweichmöglichkeiten sind z. B. Nischen, Sicherheitsräume.
DA zu § 5 Abs. 4 Nr. 5:
Nothaltsignale sind z. B. 1. nach der Eisenbahnsignalordnung (ESO) bzw. nach dem Signalbuch (DS 301) der Deutschen Bahn AG die Signale Sh 3 und Sh 5:
Signal Sh 3 – Kreissignal –
Sofort halten!
Wenn es zweifelhaft ist, ob der Zug das Signal wahrnehmen wird, ist auch das Horn- und Pfeifsignal (Sh 5) anzuwenden.
Signal Sh 5 – Horn- und Pfeifsignal –
Mehrmal nacheinander drei kurze Töne.
2. nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStrab) die Signale Sh 3a, Sh 3b, Sh 3c oder Sh 3d:
DA zu § 5 Abs. 4 Nr. 6:
Schlechte Sichtverhältnisse herrschen z. B. bei Nebel, Schneetreiben, starkem Regen, Staub.
Die ungünstigsten Betriebs- und Umgebungsbedingungen werden hinsichtlich des Arbeitslärms, des Verkehrslärms und der Sichtverhältnisse sowie der Verwendung persönlicher Gehörschutzmittel ermittelt.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 6: Sicherungsmaßnahmen in besonderen Fällen
Sicherungsmaßnahmen in besonderen Fällen
für einzelne besonders unterwiesene Personen, die sich im Gleisbereich aufhalten,
über Orts und Streckenkenntnisse verfügen,
herannahende Schienenfahrzeuge rechtzeitig wahrnehmen oder vor ihnen gewarnt werden können
bei wechselseitiger betrieblicher Nutzung der Gleise die Versicherten über die neue Betriebsart informiert sind und das Gleis gegen Fahrbewegungen aus beiden Richtungen gesichert ist
Derartige einzelne besonders unterwiesene Personen können z. B. sein: Streckenläufer, Streckenwärter, Weichenreiniger, Weichenschmierer, Schneeräumkräfte, Aufsichtskräfte.
Kurzfristige Arbeiten geringen Umfanges, die von bis zu höchstens 3 Versicherten ausgeführt werden, können z. B. sein: Beseitigung von Störungen, Besichtigungs-, Kontroll- und Prüftätigkeiten.
Nischen oder Sicherheitsräume sind Bereiche neben den Gleisen, in die Versicherte vor herannahenden Schienenfahrzeugen ausweichen können. Ein gefahrloses Aufsuchen dieser Bereiche ist dann gegeben, wenn diese auf kurzem Wege ohne Hindernisse erreicht werden können.
Wechselseitige betriebliche Nutzung des Gleises kann Gleiswechselbetrieb oder ein planmäßiger Falschfahrbetrieb sein.
Die Versicherten gelten über die neue Betriebsart als informiert, wenn der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle die Kenntnis der Mitteilung bestätigt worden ist.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 7: Warnkleidung
Der Unternehmer hat für die im Gleisbereich tätigen Versicherten Warnkleidung zur Verfügung zu stellen. Die Versicherten haben die Warnkleidung bei Arbeiten im Gleisbereich zu tragen, soweit sie durch den Bahnbetrieb gefährdet werden können. DA
Diese Forderung ist z. B. erfüllt, wenn Warnkleidung nach DIN EN 471 "Warnkleidung" in Kleidung der Klasse 2 (mindestens in Form einer Weste) in der Farbe fluoreszierendes Orange-Rot mit retroreflektierendem Material der Klasse 2 zur Verfügung steht.
Bei der Durchführung von Sicherungsaufgaben im Gleisbereich der Deutschen Bahn AG ist diese Forderung hinsichtlich der Farbgebung z. B. auch erfüllt, wenn auch Warnkleidung in der Farbe fluoreszierendes Gelb zur Verfügung steht.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 8: Verhalten im Gleisbereich
Fahrzeugführer durch Nothaltsignal zum Halten auffordern, wenn ein Gleis nicht befahrbar ist oder nicht rechtzeitig geräumt werden kann
Aufsichtführender ist, wer die Durchführung von Arbeiten zu beaufsichtigen und für deren arbeitssichere Ausführung zu sorgen hat. Er muß hierfür ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen sowie weisungsbefugt sein.
Die Erlaubnis zum Wiederbetreten des geräumten Gleises setzt voraus, dass der Aufsichtführende bei unklaren Betriebsverhältnissen sich vorher beim Sicherungsposten vergewissert hat, dass der Gleisbereich wieder betreten werden darf.
Ist die Austrittseite, nach der der Gleisbereich verlassen werden muß, nicht zweifelsfrei zu erkennen, kennzeichnet die Sicherungsaufsicht diese Seite durch Fahnenschilder (Signal Ro 4).
Signal Ro 4 – Fahnenschild –
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 9 : Material und Gerätelagerung
Material und Gerätelagerung
Der Unternehmer hat dafür zur sorgen, dass
Bauteile, Baustoffe und Geräte
so gelagert werden, dass sie von Schienenfahrzeugen nicht erfaßt oder durch den Fahrtwind nicht bewegt werden können,
in Sicherheitsräumen nur in einem solchen Umfang gelagert werden, dass der Schutz der Versicherten vor bewegten Schienenfahrzeugen nicht beeinträchtigt wird,
in festgelegten Ausweichstellen nicht gelagert werden DA
Wege neben Gleisen, auf denen rangiert wird, frei gehalten werden. DA
Die für die Lagerung erforderlichen Mindestabstände vom Gleis werden von der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle angegeben.
Sicherheitsräume und Nischen siehe Durchführungsanweisungen zu § 6 Abs. 1.
Der Schutz der Versicherten bleibt bei Lagerung von Bauteilen, Baustoffen und Geräten gewährleistet, wenn diese den Sicherheitsraum nur auf eine solche Länge unterbrechen, dass Versicherte den verbleibenden Sicherheitsraum rechtzeitig erreichen können (ausreichende Räumzeit).
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 11: Arbeiten an fernbetätigten Gleiseinrichtungen
Arbeiten an fernbetätigten Gleiseinrichtungen
(1) Versicherte dürfen an bewegbaren Teilen fernbetätigter Gleiseinrichtungen erst arbeiten, wenn diese von der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle gegen Bewegungen gesichert sind. DA
(2) Absatz 1 gilt nicht für Arbeiten, die nur durch Umstellen der bewegbaren Teile fernbetätigter Gleiseinrichtungen ausgeführt werden können. DA
Solche Gleiseinrichtungen können z. B. Weichen, Gleissperren, Gleisbremsen sein.
Dies kann z. B. bei Wartungsarbeiten an Weichen der Fall sein.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 12: Arbeiten im Bereich von Fahrleitungen
Arbeiten im Bereich von Fahrleitungen
(1) Vor der Durchführung von Arbeiten im Bereich von Fahrleitungen hat sich der Unternehmer mit der für den Bahnbetrieb zuständigen Stelle in Verbindung zu setzen und die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen gegen mittelbare oder unmittelbare Annäherung an oder Berührung von unter Spannung stehenden Fahrleitungen festlegen zu lassen. Der Unternehmer und die Versicherten haben die festgelegten Sicherungsmaßnahmen zu beachten. DA
Sicherungsmaßnahmen sind z. B.
Einhalten der in DIN VDE 0105-1 "Betrieb von Starkstromanlagen; Allgemeine Festlegungen" genannten 5 Sicherheitsregeln:
benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken oder
Einhalten der in DIN VDE 0105-3 "Betrieb von Starkstromanlagen; Zusatzfestlegungen für Bahnen" genannten Schutzabstände.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 13: Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig im Sinne von § 209 Abs. 1 Nr. 1 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VII) handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Bestimmungen der
§§ 3 , 4 , 5 Abs. 1, 2 Satz 1, Absatz 3 Nr. 1 bis 4, Absätze 4, 5 Satz 1, Absätze 6, 7 Satz 1 oder 2, Absatz 8,
§ 6 Abs. 2 ,
§ 7 Satz 1 ,
§§ 8 , 9 , 10 Abs. 1, 2, 4, 5, 7, 8 oder 10,
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, § 14: Inkrafttreten
Diese Unfallverhütungsvorschrift tritt am 1. Oktober 1994 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Unfallverhütungsvorschrift "Arbeiten im Bereich von Gleisen" (VBG 38a) vom 1. April 1978 außer Kraft.
DGUV Vorschrift 77: Arbeiten im Bereich von Gleisen, Anhang: Bezugsquellenverzeichnis
1. Berufsgenossenschaftliche Vorschriften für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BG-Vorschriften
2. Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
A.W. Gentner Verlag,
3. DIN-Normen
4. VDE-Bestimmungen
5. RSA-Richtlinien
Verkehrsblatt Verlag,
Schleefstraße 14, 44287 Dortmund.
6. Andere Schriften
DS-Schriften
Drucksachenzentrale der Deutschen Bahn
Stuttgarter Straße 61 a, 76137 Karlsruhe.
Richtlinie für die ärztliche Feststellung der Tauglichkeit von Betriebs-Bediensteten
Einkaufs und Wirtschaftsgesellschaft für
Verkehrsbetriebe (BEKA),
Zweigniederlassung Köln, Kamekestraße 37 - 39, 50672 Köln.
Webcode: M1436-1

References: § 4

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12
 § 1
 § 15
 § 2
 § 4
 § 2
 § 3
 § 4
 § 3
 § 3
 § 4
 § 5
 § 5
 § 5
 § 5
 § 6
 § 7
 § 8
 § 9
 § 6
 § 11
 § 12
 § 13
 § 209

§ 6

§ 7
 § 14