Source: http://steuerkanzlei-hagspiel.de/Hinweise%20zum%20Jahreswechsel%202013.htm
Timestamp: 2018-01-16 21:33:36+00:00

Document:
Im Veranlagungsjahr 2013 für alle Steuerpflichtige zu beachten
Im Veralagungsjahr 2013 für selbständige Steuerpflichtige zu beachten
Steuerliche Änderungen ab 2014
1. Erhöhung Grundfreibetrag: Durch das Gesetz zum Abbau der kalten Progression ist es zu einer geringfügigen Erhöhung des Grundfreibetrags ab 2013 von 8.004 € auf 8.130 € und nochmals ab 2014 auf 8.354 € gekommen.
2. Prüfung der Kindergeldgrenze von 8.130€: Kindergeld wird nur gewährt, wenn die Einkünfte des Kindes ab für das Jahr 2013 8.130€ p.a. nicht übersteigen. Es ist zu prüfen, ob diese Grenze überschritten wird und ob man nicht durch Werbungskosten des Kindes noch in diesem Jahr diese Grenze unterschreiten kann.
4. Kinderbetreuungskosten: Kinderbetreuungskosten können ab dem Veranlagungszeitraum 2012 ff nur noch als Sonderausgaben (nicht mehr als Werbungskosten) berücksichtigt werden. Die persönlichen Voraussetzungen für die Geltendmachung von Kinderbetreuungskosten (unverändert 2/3 der Aufwendungen, höchstens 4.000 € je Kind) sind entfallen. Damit sind die Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder wegen einer vor Vollendung des 25. Le-bensjahres eingetretenen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, unbenommen davon abzugsfähig, ob der Steuerpflichtige, welcher Anspruch auf den Kinderfreibetrag hat, erwerbstätig, in einem Ausbildungsverhältnis befindlich oder krank ist. Es entfällt eine Berücksichtigung erwerbsbedingter Kinderbetreuungskosten "wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben". In Verlustsituationen erhöhen Kinderbetreuungskosten demzufolge nicht den festzustellenden Verlustabzug.
Es wird empfohlen die Höchstbeträge auszuschöpfen, bzw. kann es ratsam sein, gezielt verzögerte Zahlung erst im kommenden Jahr 2014 zu leisten.
5. Pflichtveranlagung bei Arbeitnehmern: Durch die Neufassung von § 42 Abs. 2 Nr. 3 EStG werden Ar-beitnehmer mit einem Jahresarbeitslohn von bis zu 10.500 € von der Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung befreit, wenn diese allein wegen einer zu hohen Mindestvorsorgepauschale erforderlich wäre. Bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, darf der insgesamt erzielte Jahresarbeitslohn 19.700 € nicht übersteigen.
7. Beiträge Basisrente z.B. Rüruprente/Versorgungswerk: Seit dem 01. Januar 2013 können 76% der Beiträge (ab 2014 78%, 2015 80% u.s.w.) einer Basisrente (z.B. Rüruprente oder Beiträge zu einem Versor-gungswerk) steuermindernd als Sonderausgabe angesetzt werden. Wenn man die Altersvorsorge aufstocken möchte, kann es aus steuerlicher Sicht sinnvoll sein, noch dieses Jahr Beiträge zu entrichten .Der Sonderausgabenabzug ist ab 01.01.2010 davon abhängig, dass der Steuerpflichtige dem Anbieter gegen-über schriftlich eingewilligt hat, dass dieser die Höhe der Altersvorsorgebeiträge unter Angabe der Identifikationsnummer an die zentrale Stelle übermitteln darf.
8. Steuerermäßigung bei haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen oder Dienstleistungen (z.B. Haushaltshilfe oder Handwerker): Bei der Einkommensteuererklärung kann auf Antrag eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse oder Dienstleistungen in Anspruch genommen werden. Für ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis (Mini-Job) in einem Privathaushalt im Inland, einem anderen EU-Mitgliedstaat oder EWR -Staat kann ein Abzug von 20 % der Aufwendungen bis zu 510€ jährlich von der tariflichen Einkommensteuer erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass die gesetzlichen Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale bei der Knappschaft BahnSee entrichtet werden und die Zahlungen an die Haushaltshilfe per Überweisung erfolgen. Für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sowie für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen, die nicht Handwerkerleistungen sind, vermindert sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 % der zusammengefassten Aufwendungen, höchstens um 4.000€ jährlich. Dieser Steuerabzugsbetrag kann auch für Pflege- und Betreuungsleistungen sowie für Aufwendungen in Anspruch genommen werden, die wegen der Unterbringung in einem Heim erwachsen, soweit darin Kosten für Dienstleistungen enthalten sind, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind. Handwerkerleistungen sind mit 20 % der Aufwendungen, höchstens 1.200€ jährlich abzugsfähig. Für die steuerliche Vergünstigung noch in diesem Jahr ist auch hier Voraussetzung, dass eine Rechnung vorliegt, die Zahlung noch dieses Jahr vom Bankkonto (nicht in bar) erfolgen muss. Begünstigt sind bei Hand-werkerleistungen sowie bei haushaltsnahen Dienstleistungen nur die Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten-anteile, nicht aber die Materialkostenanteile. Auch Mieter oder Angehörige einer Wohnungseigentümerge-meinschaft können die Steuerabzugsbeträge geltend machen, wenn die entsprechenden Arbeiten in der Jahresabrechnung gesondert aufgeführt oder durch eine Bescheinigung des Vermieters oder seines Verwal-ters nachgewiesen werden.
9. Entfernungs- bzw. Pendlerpauschale: Die umstrittene Kürzung der Pendlerpauschale ist ab 2007 ver-fassungswidrig. Seit Anfang 2007 können Aufwendungen von Arbeitnehmern für die Wege zwischen Woh-nung und Arbeitsstätte ab dem 1. Entfernungskilometer wieder steuermindernd als Werbungskosten abge-setzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass neben weiteren Werbungskosten damit der Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 1.000 € überschritten wird.
11. Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung sind keine Werbungskosten:
In § 4 Abs. 9 EStG ist geregelt worden, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Be-rufsausbildung oder für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, keine Betriebsausga-ben sind. Gleichermaßen sind nach § 9 Abs. 6 EStG Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung oder für ein Erststudium, das zugleich eine Erstausbildung vermittelt, keine Wer-bungskosten, wenn diese Berufsausbildung oder dieses Erststudium nicht im Rahmen eines Dienstverhält-nisses stattfindet. Die Regelungen ergehen rechtsprechungsbrechend und sind für Veranlagungszeiträume ab 2004 anzuwenden. Diese rückwirkende gesetzliche Regelung erachtet der Gesetzgeber als zulässig, da sie lediglich eine Gesetzeslage wiederherstelle, die vor der Rechtsprechungsänderung durch den BFH einer gefestigten Praxis entsprochen habe. Der Gesetzgeber habe seinen Willen für ein Abzugsverbot bei den Werbungskosten und Betriebsausgaben im Jahre 2004 klar zum Ausdruck gebracht. Als Kompensation wird der für Ausbildungskosten im Rahmen der Sonderausgaben höchstens abzugsfähige Betrag von 4.000 € auf 6.000 € angehoben. Diese Anhebung indes ist erst für Veranlagungszeiträume ab 2012 anzuwenden. Um eine wirkliche Kompensation für das Abzugsverbot im Rahmen der Betriebsausgaben oder Werbungskosten handelt es sich selbstredend nicht, da in einkünftelosen Jahren ein Sonderausgabenabzug ausscheidet und insbesondere nicht - wie vorweggenommene Betriebsausgaben oder Werbungskosten - zu einem festzustellenden Verlustabzug führen kann. Diese Vorgehensweise wird z.Zt. gerichtlich geklärt.
12. Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung: Die Aufwendungen für ein Erststudium sind steuerlich abzugsfähig, wenn der Steuerpflichtige bereits über eine Berufsausbildung verfügt. In diesen Fäl-len können die Aufwendungen die z.B. bereits 2009 (Abgabe der Steuererklärung bis spätestens 31.12.2013!), 2010 oder 2011 entstanden sind auch in die Folgejahre (2010ff) vorgetragen werden und hier mit positiven Einkünften steuersparend verrechnet werden.
13. Übungsleiterpauschale (2.400€) und "Ehrenamtspauschale" (720€): Es gibt einen weiteren Freibetrag von 720 € (2012 500€) für Vereinsmitglieder, die vom Verein eine Aufwandsentschädigung erhalten (Vorstand, Platzwart etc.). Dieser Freibetrag kann zusätzlich zur sog. Übungsleiterpauschale in Höhe von 2.400€ (2012 2.100 €) geltend gemacht werden, so dass die Einkünfte bis 720 € bzw. bis 2.400 € steuerfrei sind.
Zulasten der Steuerpflichtigen ist aufgrund einer Ermächtigungsnorm mit § 33 Abs. 4 EStG in § 64 EStDV geregelt worden, dass zur Berücksichtigung von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen vor Beginn der Heilmaßnahme oder dem Erwerb des medizinischen Hilfsmittels ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Bescheinigung eines Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung in den folgenden Fällen ausgestellt worden sein muss: Bade- oder Heilkur (bei einer Vorsorgekur sind auch die Gefahr einer durch die Kur abzuwendenden Krankheit, bei einer Klimakur der medizinisch angezeigte Kurort und die voraussichtliche Kurdauer zu bescheinigen); psychotherapeutische Behandlung (die Fortführung einer Behandlung nach Ablauf der Bezuschussung durch die Krankenversicherung steht einem Behand-lungsbeginn gleich); medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung eines an Legasthenie oder einer anderen Behinderung leidenden Kindes des Steuerpflichtigen; Notwendigkeit der Betreuung des Steuerpflichtigen durch eine Begleitperson (sofern dies nicht bereits aus dem Nachweis der Behinderung nach § 65 Abs. 1 Nr. 1 EStDV ersichtlich ist); medizinische Hilfsmittel, die als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens i. S. von § 33 Abs. 1 SGB V anzusehen sind; wissenschaftlich nicht anerkannte Behand-lungsmethoden (wie z. B. Frisch- und Trockenzellen-Behandlungen, Sauerstoff-, Chelat- und Eigenblutthe-rapie).
19. Abgeltungssteuer/Kapitaleinkünfte: Die Abgeltungssteuer ist per Gesetz ab 2009 festgelegt. Demnach wird ab 2009 jeder Kapitalertrag (Zinsen, Dividenden etc.), der über den neuen Sparer-Pauschbetrag (801€ bei Alleinstehenden, 1.602€ bei Verheirateten) hinausgeht, pauschal mit 25 % Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Alle Anleger werden gleich behandelt. Dies ist ein Vorteil für alle Steuerpflichtigen ab einem Spitzeneinkommensteuersatz von 25 %. Aber auch Anleger mit einem Steuersatz unter 25 % sind nicht benachteiligt, denn für sie wird auf Antrag die Besteue-rung mit ihrem individuellen Steuersatz durchgeführt (bei Abgabe der Einkommensteuererklärung). Die Spekulationsfrist von einem Jahr wurde abgeschafft, d.h. ab 2009 angeschaffte Aktien, Beteiligungspapiere, Rentenpapiere und Investmentanteile und alle Veräußerungs-, Kurs- und Einlösungsgewinne sind in voller Höhe (unabhängig von der Behaltensfrist) zu versteuern. Werbungskosten sind nicht mehr abzugsfähig (Ausnahme Teileinkünfteverfahren - außerdem ist die Versagung des Werbungskostenabzuges strittig). Falls Werbungskosten angefallen sind, empfiehlt sich die Prüfung der Anwendung des Teileinkünfteverfahrens (60% der Einnahmen und der Werbungskosten werden dann berücksichtigt).
20. Wertpapiere/Aktien Verkauf und Ankauf zur Verlustrealisierung: Im Veranlagungszeitraum 2013 können letztmals vor 2009 entstandene und vorgetragene Veräußerungsverluste i. S. des § 23 EStG mit steuerbaren Veräußerungsgewinnen nach § 20 Abs. 2 EStG verrechnet werden (§ 23 Abs. 3 Satz 9 und 10 , § 52a Abs. 11 Satz 11 EStG ). Die Verrechenbarkeit mit künftigen Spekulationsgewinnen (z. B. aus Grundstücksverkäufen) besteht fort. Wer noch über Altverlustvorträge aus privaten Spekulationsgeschäften verfügt, kann Wertsteigerungen seines nach 2008 angeschafften Wertpapierbestands durch Verkauf realisie-ren und die steuerbaren Veräußerungsgewinne mit den Altverlusten verrechnen. In Betracht kommt auch die Veräußerung festverzinslicher Wertpapiere, durch die die Zinsen, die nicht mit den Altverlusten verrechenbar sind, faktisch als Veräußerungsgewinne vorweggenommen werden. Der etwaige anschließende Wiederkauf ist kein Gestaltungsmissbrauch. Es wird steuerlich anerkannt, wenn der Steuerpflichtige Wertpapiere und Aktien zur Verlustrealisierung veräußert und am selben Tag Papiere derselben Art und in der gleichen Menge wieder zu veränderten Anschaffungskosten anschafft. Dieser Verlust kann dann mit positiven Einkünften aus derselben Einkunftsart verrechnet werden - allerdings nur noch bis zum 31.12.2013. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Verkauf und Widerkauf nicht zu dem gleichen Kurs in Auftrag gegeben wird.
21. Freistellungsaufträge: Damit Kreditinstitute den Quellensteuerabzug bis zu den Sparerfreibeträgen (801€ bzw. 1.602€ bei Verheirateten) nicht vornehmen, sollte bei den Kreditinstituten ein Freistellungsauftrag (bei allen Kreditinstituten max. bis zu der vorgenannten Höhe) erteilt werden. Bei neu erteilten Freistellungs-aufträgen ist ab 2011 die Angabe der Steueridentifikationsnummer notwendig.
22. Antragsveranlagung: Falls noch keine Einkommensteuererklärung in den letzten Jahren abgegeben wurde, kann die Abgabe geprüft und (ggf. rückwirkend) noch bis zum Jahr 2006 in jedem Fall aber ab 2009 erfolgen. Die Steuererklärung muss dann aber noch bis zum 31.12.2013 bei dem Finanzamt eingereicht werden.
25. Verfassungswidrigkeit der Grundsteuer: Der BFH hat die Grundsteuerbewertung für verfassungswidrig erklärt. Daher sollte gegen neu erlassene Grundsteuerbescheide Einspruch eingelegt werden.
26. Arbeitslohnumwandlung: Zum Ende des Kalenderjahres ist prüfenswert, ob der Rahmen für steuerfreie oder steuerbegünstigte Zuwendungen an Arbeitnehmer noch ausgeschöpft werden kann und soll, entweder in Gestalt zusätzlicher Bezüge oder von Gehaltsumwandlungen:
o Verschiedene Steuerbefreiungsvorschriften setzen voraus, dass die Bezüge " zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" gezahlt werden, z. B. bis zu 500 € je Mitarbeiter und Jahr (Freibetrag) als Sach- oder Barzuwendungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung gem. § 3 Nr. 34 EStG , und ohne Betragsgrenze Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern in Kindergärten und vergleichbaren Einrich-tungen gem. § 3 Nr. 33 EStG. Dazu hat die Finanzverwaltung in R 3.33 Abs. 5 LStR ihre restriktive Beurteilung zum Begriff der steuerschädlichen Arbeitslohnumwandlung gelockert. Sie erkennt eine (steuerbegüns-tigte) zusätzliche Leistung an, "wenn sie unter Anrechnung auf eine andere freiwillige Sonderzahlung, z. B. freiwillig geleistetes Weihnachtsgeld, erbracht wird. Unschädlich ist es, wenn der Arbeitgeber verschiedene zweckgebundene Leistungen zur Auswahl anbietet oder die übrigen Arbeitnehmer die freiwillige Sonderzah-lung erhalten". Dasselbe gilt für Arbeitslohnumwandlungen in mit 15 % lohnsteuerpauschalisierungsfähige arbeitgeberseitige Zuschüsse für Fahrtkosten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte.
o Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit sind grundsätzlich nur nach § 3b EStG steuerfrei, wenn sie zusätzlich in Höhe eines Prozentsatzes zum Grundlohn gezahlt werden und ein Nachweis der begünstigten Arbeitszeiten geführt wird. Es ist aber zulässig, die Zuschläge zunächst allmonatlich pauschal zu gewähren, soweit der Einzelnachweis bis zum Ende des Kalenderjahres (oder dem vorzeitigen Ausschei-den des Arbeitnehmers) erfolgt. Im Übrigen toleriert der BFH kreative Entlohnungsmodelle, die durch variab-len Grundlohn darauf hinauslaufen, allen betroffenen Arbeitnehmern einen gleich hohen Nettostundensatz unabhängig davon zu zahlen, inwieweit in ihren Bezügen Zuschläge i. S. des § 3b EStG enthalten sind.
o Gutscheine, die zum Erwerb von Waren oder Dienstleistungen berechtigen, gelten als Sachbezug - unabhängig davon, ob über den Gutschein der Arbeitgeber selbst die Sachwerte zuwendet oder einen Dritten bezahlt, der den Gutschein einlöst. Dergestalt gelangt der Arbeitnehmer in den Anwendungsbereich der Freigrenze von 44 €/Monat. Voraussetzung ist aber, dass der Arbeitnehmer aufgrund arbeitsrechtlicher Ver-einbarungen ausschließlich eine Sachleistung beanspruchen kann.
27. Zivilprozesskosten können nach gewandelter Sicht des BFH, zwangsläufig entstehen und deshalb unabhängig vom Gegenstand des Prozesses als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sein. Ansetzbar sind die Aufwendungen aber nur, soweit die beabsichtigte Rechtsverfolgung nicht mutwillig erscheint und die Grenze des Angemessenen nicht überschritten wird (Leistungen aus einer Rechtsschutzversicherung sind mit den Aufwendungen zu saldieren). Nach § 33 Abs. 2 Satz 4 EStG sind Aufwendungen für die Führung eines Rechtsstreits (Prozesskosten) nur dann als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen, wenn es sich um Aufwendungen handelt, ohne die der Steuerpflichtige Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse im üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können. Die Gesetzesänderung gilt nach § 52 Abs. 1 EStG mangels spezieller Anwendungsregelung erstmals für den Veranlagungszeitraum 2013.
28. Gemischte Aufwendungen: Nachdem der Große Senat des BFH das auf § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG ge-stützte Aufteilungsverbot für Aufwendungen, die nebeneinander beruflich und privat veranlasst sind, aufge-geben hat, muss im Einzelfall geprüft werden, inwieweit die gemischt veranlassten Aufwendungen als Be-triebsausgaben oder Werbungskosten absetzbar sind. Wie sich aus der Entscheidung des Großen Senats und der dazu ergangenen Verwaltungsanweisung ergibt, ist dabei zu beachten:
o Ein anteiliger Abzug berufsfördernder Aufwendungen entfällt weiterhin, wenn berufliche und private Veran-lassungen so ineinander greifen, dass eine Trennung nach objektiven Kriterien nicht möglich ist, es sich durch das Existenzminimum abgedeckte Ausgaben oder durch die gesellschaftliche Stellung bedingte Rep-räsentationsaufwendungen handelt. Die Finanzverwaltung hält deshalb z. B. - wie vor der Rechtsprechungs-änderung und vorbehaltlich gesetzlicher Sonderregelungen - Aufwendungen für Wohnung, Ernährung, Kleidung, allgemeine Schulausbildung, Kindererziehung, Gesundheit, Pflege, Hygiene, Tageszeitungen, Illustrierte, Rundfunk, Besuch kultureller und sportlicher Veranstaltungen, Schutz von Leben, Freiheit und Ver-mögen, Erlernen der deutschen Sprache, Schutzhund einer Landärztin, Einbürgerung, Führerscheinerwerb, Brille, Hörgerät und Armbanduhr für nicht absetzbar.
29. Reisekosten: Gelangt ein privates Fahrzeug für Dienstreisen zum Einsatz, können pauschal 0,30 € je gefahrenem Kilometer geltend gemacht werden. Demgegenüber sind Fahrten zwischen Wohnung und Ar-beitsstätte nur mit 0,30 € je Entfernungskilometer berücksichtigungsfähig. Der BFH hat in jüngerer Zeit den Begriff "Arbeitsstätte" zugunsten der Steuerpflichtigen einschränkend ausgelegt:
30. Unterhalt: Nach § 33a Abs. 1 Satz 4 zweiter Halbsatz EStG bleibt ein angemessenes Hausgrundstück i. S. von § 90 Abs. 2 Nr. 8 SGB XII unberücksichtigt und ist damit für den Abzug von Unterhaltsaufwendun-gen unschädlich. Diese Norm ist nach § 52 Abs. 46 EStG rückwirkend auf alle noch nicht bestandskräftig veranlagten Fälle anzuwenden.
Im Veranlagungsjahr 2013 für selbständige Steuerpflichtige zu beachten
31. Aufbewahrungspflichten: Zum Ende des Geschäftsjahres 2013 wird man prüfen, für welche Ge-schäftsunterlagen die zehn- bzw. sechsjährigen Aufbewahrungspflichten gem. § 147 AO ablaufen. Zu beachten ist, dass die Fristen erst mit Verzögerungen beginnen, z. B. die zehnjährige Aufbewahrungsfrist für "Bücher" mit Ablauf des Jahres, in dem die letzte Eintragung erfolgt ist, bzw. für Bilanzen, Inventare nach dem Jahr der Aufstellung. Auch ist der Fristablauf gehemmt, soweit und solange die Unterlagen noch für nicht verjährte Steuerfestsetzungen von Bedeutung sind.
32. Künstlersozialkasse: Viele Unternehmen (auch Vereine), die Kunst und Publizistik verwerten, indem sie Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, müssen die Künstlersozialabgabe entrichten. Abgabepflichtig sind Unternehmen, die regelmäßig zum Beispiel für die Eigenwerbung (Erstellung einer Homepage, Entwurf eines Flyers etc.) Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen. Eine Re-gelmäßigkeit liegt auch bei einer einmal jährlichen Auftragserteilung vor oder sogar bei Werbemaßnahmen die bspw. alle drei oder fünf Jahre stattfinden (Satz 2013 4,1% 2014 5,2%).
33. Schuldzinsen für kurzfristige Verbindlichkeiten: Bei Einzelunternehmen und Mitunternehmerschaften (z.B. GbR) wird der Abzug betrieblich veranlasster kurzfristiger Schuldzinsen über 2.050€ (z.B. Kontokorrent- bzw. Überziehungszinsen) eingeschränkt, wenn sich zum Bilanzstichtag Überentnahmen (Summe aus Gewinn zuzüglich Einlagen abzüglich Entnahmen ist negativ) ergeben. Zwecks etwaiger Gegenmaßnahmen kann angeraten sein zu prüfen, ob zum 31.12.2013 eine Überentnahme droht (Folge: Betriebliche kurzfristige Schuldzinsen über 2.050€ sind bis zur Höhe von 6 % der Überentnahme nicht absetzbar). Zur Beseitigung drohender Überentnahmen kommen etwa folgende Maßnahmen in Betracht: Entnahmestopp für 2013 sowie Bar- oder Sacheinlagen (bei Mitunternehmerschaften auch in das Sonderbetriebsvermögen) vor dem 31.12.2013 oder gewinnverlagernde Maßnahmen (Vorziehung der Einnahmen).
34. Inventur zum 31.12.2013: Eine Inventur und damit die ordnungsgemäße Erfassung des Warenbestands ist Voraussetzung für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung. Wenn eine Bilanz erstellt wird, ist man ver-pflichtet eine Inventur aufzustellen. Die Inventurarbeiten sind zum 31.12.2013 durchzuführen, mit Datum und Unterschrift zu versehen und zusammen mit Unterlagen, Notizzetteln und sonstigen Originalunterlagen auf-zubewahren.
35. Vorziehung von Betriebsausgaben: Der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG (Einnahmen- Ausgaben Überschussrechnung) liegt grundsätzlich das Zufluss-/Abflussprinzip zugrunde, so dass Einkünfteverlagerungen zur Jahreswende - ebenso wie bei nichtbetrieblichen Einkunftsarten - durch vorge-zogene oder verzögerte Vereinnahmung von Betriebseinnahmen und Bezahlung von Betriebsausgaben leicht erreichbar sind. Es ist zu prüfen, welche ohnehin geplanten Investitionen/Betriebsausgaben vorgezogen werden können, falls im Jahr 2013 mit einem guten Betriebsergebnis zu rechnen ist. Eine Minderung des Gewinns im laufenden Jahr lässt sich insbesondere durch das Vorziehen von Investitionen in das Anla-gevermögen (bis 410€), durch die Vornahme von Erhaltungs-, Instandsetzungs-, Beratungs- oder Werbemaßnahmen noch in diesem Jahr erreichen. Grundsätzlich ist ein auf die Jahre gesehener gleichmäßiger Gewinn aufgrund der unterschiedlichen Steuerprogression anzustreben. Dies ist insbesondere auch wichtig bei Investitionen bis 410€ netto, da diese in voller Höhe als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Bei Investi-tionen in bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens über 410 € kann es sinnvoll sein, diese auf-grund des Investitionsabzugsbetrages (s.u.) erst in den nächsten Jahren zu tätigen, damit die 40%-Sonderabschreibung noch dieses Jahr angesetzt werden kann.
36. Betriebseinnahmen: Bei einem schlechteren Ergebnis 2013 als in den Vorjahren ist es evtl. sinnvoll Be-triebseinnahmen vorzuziehen: Es ist bei einer Einnahmen-Überschussrechnung nach § 4 Abs. 3 EStG auf einen Zahlungseingang noch dieses Jahr hinzuwirken bzw. bei einer Bilanzerstellung sind die Rechnungen noch dieses Jahr zu erstellen (hier muss die Leistung aber auch dieses Jahr erbracht werden). Erträge können bei gutem Ergebnis 2013 in das kommende Jahr verlagert werden, indem mit Kunden vereinbart wird, die Zahlung erst 2014 zu leisten (bei einer Einnahmen-Überschussrechnung) bzw. Lieferungen oder Leis-tungen erst im folgenden Jahr auszuführen (Rechnungserstellung und Leistungserbringung erst 2014 bei Bilanzerstellung). Grundsätzlich ist ein auf die Jahre gesehener gleichmäßiger Gewinn aufgrund der unter-schiedlichen Steuerprogression anzustreben.
37. Investitionsabzugsbetrag: Die Möglichkeit zur steuermindernden Bildung eines Investitionsabzugsbe-trags von bis zu 40 % der Anschaffungs- oder Herstellungskosten (der beabsichtigten Anschaffungen/ Her-stellungen fast ausschließlich eigenbetrieblich genutzter abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter) in den nächsten drei Jahren (nach Bilanzstichtag) besteht für bilanzierende Unternehmen, wenn ihr Eigenkapital am Ende des Wirtschaftsjahres 2013, in dem der Investitionsabzugsbetrag beansprucht werden soll, nicht mehr als 235.000€ beträgt. Im Falle der Gewinnermittlung durch Einnahmenüberschussrechnung darf der Gewinn im betreffenden Jahr (2013) nicht mehr als 100.000€ ausmachen. Für Personengesellschaften und Gemeinschaften sind die Grenzbeträge gesellschaftsbezogen anzuwenden. Bei diesen Wirtschaftsgütern des Anlage-vermögens können unter den o.g. Voraussetzungen im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den vier folgenden Jahren neben der gewöhnlichen Abschreibung Sonderabschreibungen bis zu ins-gesamt 20% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten in Anspruch genommen werden. Es kann steuerlich vorteilhafter sein, die anstehenden Investitionen erst im Wirtschaftsjahr 2014 vorzunehmen, weil durch Bil-dung eines Investitionsabzugsbetrags eine Gewinnminderung von 40% im Jahr 2013 erreichbar ist und im Jahr 2014 zusätzlich die Sonderabschreibung möglich ist. Begünstigt sind insofern sämtliche bewegliche Gegenstände des Anlagevermögens - gleichgültig, ob sie neu oder gebraucht beschafft werden -, wenn sie mindestens in einem Umfang von 90 % für eigenbetriebliche Zwecke genutzt werden (im Hinblick darauf kann der Investitionsabzugsbetrag regelmäßig nicht für den privat mitgenutzten Unternehmer-Pkw, wohl aber für Fahrzeuge beansprucht werden, die Arbeitnehmern zur Verfügung gestellt werden). Darüber hinaus muss das Investitionsobjekt mindestens bis zum Ende des Wirtschaftsjahres, das dem Jahr der Anschaffung oder Herstellung folgt, in einer inländischen Betriebsstätte verwendet werden.
38. Im Wirtschaftsjahr 2010 gebildete Investitionsabzugsbeträge müssen ggf. mit Zinszuschlag in Höhe von 6% p.a. rückwirkend auf das Jahr der Bildung des Investitionsabzugsbe-trag aufgelöst werden, wenn bis zum 31.12. 2013 keine entsprechende Investition erfolgt.
39. Investitionsabzugsbetrag für einen neuen PKW: Die steuermindernde Bildung eines Investitionsab-zugsbetrags von bis zu 40% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten für einen betrieblich genutzten PKW ist dann möglich, wenn die betriebliche Nutzung über 90% liegt (d.h. die private Nutzung nicht mehr als 10% ausmacht). Den Umfang der betrieblichen Nutzung hat der Unternehmer durch ein Fahrtenbuch nach-zuweisen. Ein Investitionsabzugsbetrag für einen Betriebs-Pkw macht deshalb nur dann Sinn, wenn dieser voraussichtlich zu mindestens 90% betrieblich genutzt wird (Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb zählen zur betrieblichen Nutzung).
40. Leistungsort bei Dienstleistungen im Umsatzsteuergesetz: Mit Wirkung ab 2010 haben sich nach Vorgaben der EU die Vorschriften zur Bestimmung des Leistungsorts für sonstige Leistungen (im Sprachge-brauch der EU-Richtlinie "Dienstleistungen") grundlegend geändert. Während nach § 3a UStG a. F. Regel-leistungsort - allerdings von Ausnahmen durchsetzt - der Ort ist, von dem aus "der Unternehmer sein Unter-nehmen betreibt", sieht das neue Recht eine Zweiteilung vor: Empfängt die Leistung ein Unternehmer für sein Unternehmen oder eine juristische Person mit USt-IdNr., gilt nach § 3a Abs. 2 UStG n. F. die sonstige Leistung als an dem Ort ausgeführt, von dem aus der Leistungsempfänger sein Unternehmen betreibt (Emp-fängerortprinzip). Für sämtliche anderen Fälle (im Folgenden vereinfachend als Leistungen Nichtunternehmer bezeichnet) bleibt es nach § 3a Abs. 1 UStG n. F. bei dem bisherigen Sitzortprinzip, d. h. es ist der Ort maßgeblich, von dem aus der Unternehmer sein Unternehmen betreibt. Die neuen Regeln werden jedoch unverändert durch eine Vielzahl von Ausnahmen verdrängt, die weitgehend dem bisherigen Ausnahmenka-talog entsprechen, dem aber einige weitere Sonderregelungen angefügt wurden. Unternehmer, die sonstige Leistungen an Ausländer bzw. im Ausland erbringen oder Empfänger sonstiger Leistungen ausländischer Unternehmer sind, müssen prüfen, ob sie von den Gesetzesänderungen betroffen sind. Handlungsbedarf besteht insbesondere aber auch dergestalt, dass die Unternehmer prüfen müssen, ob ihre sonstigen Leis-tungen an andere Unternehmer für deren Unternehmen oder an juristische Personen mit USt-IdNr. erbracht werden.
41. Bei innergemeinschaftlichen Warenlieferungen ist eine Zusammenfassende Meldung monatlich spätestens zum 25. des Nachfolgemonats abzugeben. Bei Umsätzen bis 50T€ bleibt es bei der quartalsweisen Übermittlung. Bei sonstigen innergemeinschaftlichen Leistungen gilt ab dem 01.07.2010 die vierteljährliche Übermittlung der Zusammenfassenden Meldung.
42. Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) und Poolabschreibung: Für selbständig nutzbare und be-wertbare Anlagegüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von bis zu 410 € (ohne Umsatzsteuer) gilt bei Anschaffung, Herstellung oder Einlage in das Betriebsvermögen nach dem 31. 12. 2009 das Wahlrecht zur Sofortabschreibung. Alternativ ("abweichend von Abs. 2 Satz 1") kann für alle abnutzbaren und bewegli-chen Anlagegüter, die selbständig nutzbar sind und deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten (ohne Vorsteuern) mehr als 150 €, aber nicht mehr als 1.000 € betragen, die Poolabschreibung gem. § 6 Abs. 2a EStG über fünf Wirtschaftsjahre erfolgen. Das Wahlrecht zwischen Poolabschreibung und GWG-Sofortabschreibung ist wirtschaftsjahrbezogen auszuüben. Die Wahl der Sofortabschreibung verhindert den Ansatz der Poolabschreibung für dasselbe Jahr (ebenso wie die der Poolabschreibung die Sofortabschrei-bung). Damit kann der Vorteil einhergehen, dass Anlagegüter mit Investitionskosten von nicht mehr als 1.000 € (ohne Umsatzsteuer) nach Maßgabe ihrer tatsächlichen Nutzungsdauer abgeschrieben werden können, wenn sie weniger als fünf Jahre beträgt (für Laptops macht sie etwa nur drei Jahre aus). Nach der Poolregelung ist bekanntlich zwingend immer eine Abschreibung über fünf Jahre vorzunehmen - sogar un-abhängig von einem etwaigen Ausscheiden des Wirtschaftsguts aus dem Betriebsvermögen. Die Poolab-schreibung ist aber damit verbunden, dass auch im Investitionsjahr unabhängig vom Investitionszeitpunkt (entgegen § 7 Abs. 1 Satz 4 EStG ) der volle Abzugsbetrag von 20 % beansprucht werden kann.
43. Änderungen des UStG - Erweiterte Zulässigkeit der elektronischen Rechnung: Rechnungen und Gutschriften können auch als E-Mail, als PDF- oder Textdatei (E-Mail-Anhang oder Web-Download), per Computer-Telefax, Fax-Server (nicht aber Standard-Telefax) oder im Wege des Datenträgeraustauschs übermittelt werden. Soll diese Form gewählt werden, muss der Leistungsempfänger dem Leistenden seine Zustimmung erteilen (bei Gutschriften umgekehrt der Leistende). Der Leistungsempfänger (bei Gutschriften der Leistende) muss, wenn er den Vorsteuerabzug geltend machen will, die Echtheit der Herkunft der Rech-nung, die Unversehrtheit ihres Inhalts und ihre Lesbarkeit gewährleisten. Dazu bedarf es organisatorischer Vorkehrungen (auch zur elektronischen Archivierung); es werden dazu noch Verwaltungsanweisungen er-wartet.
44. Erweitertes Verständnis der Sachbezüge: In drei Entscheidungen hat der BFH judiziert, es reiche für die Anerkennung eines Sachbezugs (der unter die Freigrenze von 44 € gem. § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG fällt) aus, dass ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber einen Gutschein erhält, den er zum Erwerb bestimmter Waren oder Dienstleistungen verwenden kann. Dies gilt unabhängig davon, ob über den Gutschein der Arbeitgeber selbst die Sachwerte zuwendet oder er nach Einlösung des Gutscheins einen Dritten, der die Leistung erbracht hat, bezahlt. Voraussetzung ist aber, dass der Arbeitnehmer aufgrund der arbeitsrechtlichen Vereinbarungen ausschließlich eine Sachleistung beanspruchen kann. Gestaltungshinweis: Es kann zu er-wägen sein, ab dem kommenden Jahr arbeitsvertraglich eine Gutscheingewährung von bis zu 44 € monatlich zu vereinbaren (möglicherweise im Wege der Barlohnumwandlung), um die Steuerfreigrenze nutzen zu können.
45. Übergang zu den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM): Spätestens für den Lohn- und Gehaltszahlungszeitraum Dezember 2013 sind dem Einbehalt der Lohnsteuer die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale zugrunde zu legen (ELStAM-Verfahren). Ein Abruf mit Wirkung ab dem Jahre 2014 ist verspätet. Dies macht es erforderlich, dass der Arbeitgeber einen elektronischen Datenabruf beim Bundeszentralamt für Steuern rechtzeitig vor der Verarbeitung des Lohn- und Gehaltszahlungszeitraums Dezember 2013 vornimmt. Vor dem Übergang zum ELStAM-Verfahren haben Arbeitnehmer die bisher auf ihrer Lohnsteuerkarte (oder einer Ersatzbescheinigung) angegebenen Freibeträge neu zu beantragen . Dies hat auf amtlichem Vordruck beim zuständigen Wohnsitz-Finanzamt zu geschehen. Lediglich Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung und für Hinterbliebene, die bereits über das Jahr 2012 hinaus gewährt wurden, werden ohne neuerlichen Antrag weiterhin berücksichtigt.
Durch eine Vorauszahlung der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für maximal 2,5 Jahre noch bis zum 31.12.2013 können sich in den folgenden Jahren (2014, 2015 und teilw. 2016) ggf. die sonstigen Vor-sorgeaufwendungen wie z.B. Haftpflicht, Unfall- und Lebensversicherungsbeiträge bis zu einem Betrag von 2.800 € bzw. 5.600 € p.a. bei verheirateten auswirken. Durch den Ansatz der Kranken- und Pflegeversiche-rungsbeiträgen wirken sich diese Vorsorgeaufwendungen ansonsten meistens nicht aus.
Neues steuerliches Reisekostenrecht
Kernpunkt der neuen steuerlichen Reisekostenregelungen ist die Substitution der bisher maßgeblichen "regelmäßigen Arbeitsstätte" ab dem 1. 1. 2014 durch die "erste Tätigkeitsstätte" und ihre Definition in § 9 Abs. 4 EStG . Nach der gesetzlichen Neuregelung ist erste Tätigkeitsstätte die "ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist". Die Fragestellung, ob der Arbeitnehmer an oder außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig wird, ist von maßgeblicher Auswirkung: Ist der Steuerpflichtige an der ersten Tätigkeitsstätte tätig, kommt ein Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen gem. § 9 Abs. 4a EStG n. F. nicht in Betracht. Nutzt der Steuerpflichtige einen Firmen-Pkw, ist die Zu-schlagsregelung des § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG grundsätzlich anwendbar, sofern Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte erfolgen. Andererseits kommt auch der Abzug der Entfernungspauschale in Betracht. Nutzt der Steuerpflichtige ein eigenes Fahrzeug , sind die Fahrten zwischen Wohnung und Ein-satzort nur dann Dienstfahrten mit uneingeschränktem Abzug der Fahrtkosten, wenn der Einsatzort nicht die erste Tätigkeitsstätte ist.
Die Prüfung, ob und gegebenenfalls welche Einrichtung als erste Tätigkeitsstätte einzustufen ist, folgt gem. § 9 Abs. 4 EStG einem zweistufigen Aufbau: a) Vorrangig kommt es auf die dienst- oder arbeitsrechtlichen Festlegungen (Dispositionsbefugnis des Arbeitgebers) an. Von einer ersten Tätigkeitsstätte ist danach auszugehen, wenn der Arbeitnehmer an ihr unbefristet oder über einen Zeitraum von mehr als 48 Monaten tätig sein soll. B) Fehlt eine solche Zuordnung oder ist sie nicht eindeutig, ist auf der zweiten Prüfungsstufe jene Einrichtung als erste Tätigkeitsstätte anzusehen, in der der Arbeitnehmer typischerweise arbeitstäglich oder je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten re-gelmäßigen Arbeitszeit tätig werden soll (quantitatives Kriterium).
Nach dem BMF-Schreiben v. 30. 9. 2013, sind Fahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe oder Tätigkeitsgebiete ohne ortsfeste betriebliche Einrichtung keine Tätigkeitsstätten i. S. des § 9 Abs. 4 Satz 1 EStG , so dass es insofern nicht zu einer Einschränkung der Abzugsfähigkeit der Fahrtkosten und der Geltendmachung von Verpflegungsmehraufwand kommen kann. Eine Sonderregelung trifft § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 und 4 EStG aber für das arbeitstägliche Aufsuchen bestimmter Orte, von denen aus der Arbeitnehmer seine Tätig-keit beginnt (Sammelpunkt) sowie für das Aufsuchen weiträumiger Tätigkeitsgebiete . Die Aufwendun-gen für Fahrten von der Wohnung zu diesen jeweiligen Orten sind lediglich mit der Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als Werbungskosten zu berücksichtigen. Der Abzug von Verpflegungs-mehraufwendungen wird mit Geltung ab dem 1. 1. 2014 in § 9 Abs. 4a EStG geregelt. Danach beläuft sich die Verpflegungspauschale bei auswärtiger Tätigkeit auf 12 € , wenn sich die auswärtige Tätigkeit auf mehr als 8 Stunden erstreckt. Bei einer ganztägigen Abwesenheit von der ersten Tätigkeitsstätte beträgt die Ver-pflegungspauschale 24 € . Anders als bislang wird darüber hinaus bei auswärtiger Übernachtung für den An- und Abreisetag (unabhängig von der zeitlichen Dauer) jeweils ein Betrag von 12 € gewährt. Für Aus-landsreisen gelten weiterhin die länderspezifischen Pauschalen nach dem BRKG, die mit BMF-Schreiben vom 11. 11. 2013 für die Zeit ab dem 1. 1. 2014 neu festgesetzt wurden.
Gewährt der Arbeitgeber (oder auf seine Veranlassung ein Dritter) dem Arbeitnehmer im Rahmen einer Auswärtstätigkeit eine Mahlzeit, ist diese als geldwerter Vorteil nach § 8 Abs. 2 Satz 8 EStG nur mit dem maßgebenden amtlichen Sachbezugswert anzusetzen, wenn der Preis für die Mahlzeit 60 € nicht übersteigt.

References: § 42
 § 4
 § 9
 § 33
 § 64
 § 65
 § 33
 § 23
 § 20
 § 52
 § 3
 § 3
 § 3
 § 3
 § 33
 § 52
 § 12
 § 33
 § 90
 § 52
 § 147
 § 4
 § 4
 § 3
 § 3
 § 3
 § 6
 § 7
 § 8
 § 9
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 § 8
 § 9
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 § 8