Source: https://www.bussgeldbescheideinspruch.com/unfall/
Timestamp: 2017-09-23 00:10:47+00:00

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Unfall - Bußgeldbescheid 2017
Unfall: Was müssen Sie beachten?
Um weitere Opfer zu vermeiden, muss der Unfall abgesichert werden.
Ein Unfall mit dem Auto ist für den Fahrer eine Horrorvorstellung und kann schnell durch eine Unachtsamkeit geschehen, wenn zum Beispiel die Vorfahrt missachtet wurde.
Neben den möglichen drastischen Folgen für die beteiligten Menschen und ihr Leben, darf auch nicht der materielle Schaden außer Acht gelassen werden. Zudem bedeuten Unfälle meist einen großen bürokratischen Aufwand.
Nach einem Autounfall gilt es, schier unzählige Formulare auszufüllen und viele wichtige Entscheidungen zu treffen. Diese können, gerade wenn Personen durch den Unfall verletzt sind, überfordern. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich allgemein mit dem Thema Verkehrsunfall in Deutschland zu beschäftigen und Grundregeln zu verinnerlichen.
Weitere Unfallthemen:
1 Bußgeldrechner Unfall
1.1 Was tun bei einem Unfall?
2 So sichern Sie die Unfallstelle richtig ab
2.1 Täter auf der Flucht – Unfall mit Fahrerflucht
3 Fahrlässige Tötung und Körperverletzung im Straßenverkehr
3.1 Unterlassene Hilfeleistung: Sie müssen helfen!
4 Bußgeldkatalog Unfall
Verhalten Sie sich bei einem Verkehrsunfall richtig und helfen Sie den Beteiligten.
Die Verhaltensweisen für die Beteiligten an einem Autounfall sind in der Straßenverkehrsordnung (StVO) unter § 34 Unfall festgelegt. Durch die Einhaltung dieser, soll zum einen ggf. die Versorgung der Verletzten und zum anderen auch die Aufklärung des Unfallhergangs durch die Polizei gewährleistet werden.
Damit Sie im Falle eines Autounfalls sicher wissen, wie Sie sich verhalten müssen, ist es notwendig, sich mit dem Thema Unfall zu befassen. Die nachfolgende Auflistung zeigt, welche Verhaltensregeln für alle Beteiligten an einem Verkehrsunfall gelten:
unverzüglich mit dem Auto anhalten
den verletzen Menschen helfen
Angaben zur Person und Versicherung machen
bis zum Abschluss des Unfallberichts vor Ort bleiben
Zusätzlich zur Anzeige bei der Polizei empfiehlt sich, eine eigene Beweissicherung beim Verkehrsunfall. Das bedeutet, dass Sie für Ihre eigenen Unterlagen die Kontaktdaten sowie die Angaben zu Fahrzeug und Versicherung von allen Unfallbeteiligten notieren. Ebenso sollten Name und Anschrift von Zeugen festgehalten werden.
Um die Geschehnisse zu rekonstruieren, empfehlen sich auch Fotos vom Autounfall. Dabei sollten sowohl Übersichtsaufnahmen als auch Aufnahmen von Bremsspuren und Schäden an den Fahrzeugen angefertigt werden.
Als unschuldig, verletzte Person können Sie von der Haftpflichtversicherung des Unfallgegners Schmerzensgeld bei einem Autounfall beantragen und so eine finanzielle Entschädigung für Ihre dadurch verursachten körperlichen Schäden erhalten.
So sichern Sie die Unfallstelle richtig ab
Um mögliche Verletzte zu versorgen und auch um Folgeunfälle zu vermeiden, ist es notwendig, die Unfallstelle abzusichern. Egal ob Sie Beteiligter oder Helfer beim Autounfall sind, folgende Regeln sollten Sie beim Unfall befolgen:
Beim Autounfall ist es wichtig, Erste Hilfe zu leisten.
Schalten Sie die Warnblinkanlage an. Dadurch werden die anderen Fahrer vor der Gefahrensituation gewarnt.
Versichern Sie sich, dass Sie gefahrlos das Auto verlassen können. Nutzen Sie ggf. den Ausgang durch die Beifahrertür.
Legen Sie die Warnweste an. Diese ist seit 01.07.2014 in Deutschland Pflicht.
Stellen Sie das Warndreieck in etwa 100 m Entfernung auf.
Machen Sie eine Unfallmeldung unter 110 oder 112. Dabei sollte folgendes Schema eingehalten werden: Wo? Was? Wie viele Verletze? Wie schwer verletzt? – Auf Rückfragen warten!
Sind Personen verletzt? Leisten Sie Erste-Hilfe.
Warten Sie auf das Eintreffen von Notarzt beziehungsweise Polizei.
Unfälle auf der Autobahn stellen die Rettungskräfte häufig vor eine große Herausforderung: Wie gelangt der Notarzt bei einem Stau möglichst schnell zum Opfer des Unfalls? Damit eine schnelle Bergung möglich ist, sind alle Fahrer dazu verpflichtet, eine Rettungsgasse zu bilden.
Bei einer zweispurigen Autobahn befindet sich diese mittig, bei drei Spuren zwischen der linken und den zwei rechten Fahrspuren. Durch die Bildung der Rettungsgasse erleichtern Sie den Sanitätern ihre Arbeit, die dazu beitragen, Leben zu retten.
Täter auf der Flucht – Unfall mit Fahrerflucht
Der Begriff Fahrerflucht oder auch Unfallflucht bezeichnet eigentlich den, im Strafgesetzbuch (StGB) unter § 142 aufgeführten Tatbestand für „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“. Das bedeutet, dass ein Unfallbeteiligter den Unfallort verlassen hat, bevor die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung möglich war, um ggf. einer Anzeige zu entgehen.
Ob es sich bei der Fahrerflucht um einen Sachschaden oder einen schweren Unfall mit Personenschaden handelt, ist irrelevant. Auch die Unfallflucht bei einem Bagatellschaden mit dem Auto wird hart geahndet.
Fahrerflucht ist eine Straftat und wird hart bestraft.
Bei einer Anzeige wegen Fahrerflucht ist kein Bußgeld nach dem Bußgeldkatalog zu erwarten, da die Strafverfolgung bei Unfallflucht durch das StGB als Straftat erfolgt. Für unerlaubtes Entfernen vom Unfallort kann als Strafe bis zu drei Jahre Haft drohen. Alternativ dazu kann die Strafe für Fahrerflucht auch eine hohe Geldstrafe sein.
Zusätzlich dazu muss der Fahrer bei einer Fahrerflucht mit drei Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg rechnen. Auch ein Fahrverbot oder der Führerscheinentzug sind bei der Unfallflucht als Strafe möglich.
Als Strafe bei Fahrerflucht in der Probezeit kommt zusätzlich zu den bereits angeführten Sanktionen noch die Verlängerung der Probezeit auf insgesamt vier Jahre und die Teilnahme am Aufbauseminar hinzu.
Aufgrund von Fahrerflucht kann die Versicherung die Zahlung für den Schaden vom Verursacher des Verkehrsunfalls zurückfordern. Dies ist auch dann möglich, wenn Sie den Autounfall und damit auch die Unfallflucht nicht bemerkt haben.
Fahrlässige Tötung und Körperverletzung im Straßenverkehr
Fahrlässigkeit liegt im Straßenverkehr dann vor, wenn die erforderliche Sorgfalt nicht beachtet wurde. Dies ist zum Beispiel der Fall bei:
der Missachtung der Vorfahrtsregeln
einem Rotlichtverstoß
der Nutzung vom Handy am Steuer
Kommt bei einem Verkehrsunfall mit Verletzung der Sorgfaltspflicht ein Mensch ums Leben, handelt es sich dabei um fahrlässiger Tötung. Bei dieser sieht das StGB § 222 eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.
War eine fahrlässige Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall die Folge, ist laut StGB § 229 mit einer Haftstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe zu rechnen. Zudem kann die verletzte Person Schmerzensgeld fordern.
Neben der strafrechtlichen Verfolgung, sind auch noch drei Punkte in Flensburg und auch ein Fahrverbot oder sogar der Führerscheinentzug möglich.
Unterlassene Hilfeleistung: Sie müssen helfen!
Bleibt ein Opfer wegen Unfallflucht unentdeckt, kann dies tödliche Folgen haben.
Wer bei einem Unfall oder allgemeiner Not nicht Hilfe leistet, obwohl diese erforderlich und zumutbar ist, macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar. Das StGB schreibt unter § 323c eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor und auch hier folgen drei Punkte in Flensburg.
Natürlich gilt es nicht als unterlassene Hilfeleistung, wenn Sie sich selbst in erhebliche Gefahr begeben müssten oder durch die Hilfe andere wichtige Pflichten verletzen werden. So kann in der Regel nicht erwartet werden, dass Sie quer über eine stark befahrende Autobahn rennen oder die Aufsichtspflicht bei Kindern vernachlässigen.
Die Hilfeleistung umfasst neben der Ersten Hilfe beim Autounfall auch die Alarmierung der Polizei und des Notarztes, ebenso wie die Absicherung der Unfallstelle.
Aus der nachfolgenden Tabelle können Sie die Sanktionen im Zusammenhang mit einem Unfall entnehmen. Alternativ dazu, kann aber auch der Bußgeldrechner zu Beginn des Ratgebers Auskunft erteilen.
Liegengebliebenes Fahrzeug nicht gesichert und als Hindernis gekennzeichnet 30 EUR
Als Unfallbeteiligter den Verkehr nicht abgesichert oder bei Bagatellen nicht unverzüglich beiseite gefahren 30 EUR
... mit Sachbeschädigung 35 EUR
Unfallspuren beseitigt bevor die notwendigen polizeilichen Feststellungen abgeschlossen sind 30 EUR
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort nach § 142 StGB 3
Unterlassene Hilfeleistung 3 Straftat nach StGB
Fahrlässige Körperverletzung 3 Straftat nach StGB
Fahrlässige Tötung 3 Straftat nach StGB

References: § 34
 § 142
 § 222
 § 229
 § 323
 § 142