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Timestamp: 2018-01-21 14:19:56+00:00

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Bilanzierung, Bewertung und Auslagerung originärer Finanzinstrumente | Hausarbeiten publizieren
Dargestellt am Beispiel der WestLB AG
2 Historie und Charakteristik der Westdeutschen Landesbank AG
2.1 Von der Hülfskasse zur WestLB AG
2.2 Kennzahlen der WestLB AG im Überblick
2.2.1 Geschäftsjahr 2007
2.2.2 Geschäftsjahr 2008
2.2.3 Geschäftsjahr 2009
3 Originäre Finanzinstrumente - Definition, Arten und Funktionsweisen
3.1 Definition des Begriffs „originäre Finanzinstrumente“
3.2 Arten und Tranchierung originärer Finanzinstrumente am Beispiel von Verbriefungen
3.2.1 Definition und Zweck von Verbriefungen allgemein
3.2.3 Collateralized Debt Obligations (Squared)
3.2.4 Tranchierung und Rating von Verbriefungen
3.2.5 Asset Backed Commercial Paper
4 Zusammenhang von originären Finanzinstrumenten, Finanzkrise und WestLB
4.1 Ursachen und Auslöser der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise
4.1.1 Politischer Hintergrund
4.1.2 Finanzpolitischer Hintergrund
4.1.3 Vergabe von Subprime-Krediten und seine Folgen
4.1.4 Refinanzierung und Kreditrisikosteuerung
4.1.5 Rolle der Ratingagenturen
4.2 Schlußfolgerungen für die künftige Arbeit der WestLB
4.2.1 Beteiligung der WestLB am US-Hypothekenmarkt
4.2.2 Gründe für Investitionen in Verbriefungen seitens der WestLB
4.2.3 Bewertungsproblematik im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise
4.2.4 WestLB Risikoabschirmung
4.2.5 Übertragung des WestLB Portfolios an Phoenix Light
4.2.6 Erliegen des Interbankenverkehrs und Maßnahmen der Bundesregierung
5 Bilanzierung, Bewertung originärer Finanzinstrumente nach HGB und IAS
5.1 Bilanzierung und Bewertung nach HGB a. F. und HGB n. F
5.1.1 Vor Inkrafttreten des BilMoG
5.1.1.1 Ansatz und Ausweis
5.1.1.2 Zugangs und Folgebewertung
5.1.2 Nach Inkrafttreten des BilMoG
5.1.2.1 Ansatz und Ausweis
5.1.2.2 Zugang und Folgebewertung
5.2 Bilanzierung und Bewertung nach IAS und IFRS
5.2.2 Zugangsbewertung
5.2.3 Klassifizierung
5.2.4 Umwidmungen
5.2.5 Folgebewertung
5.2.6 Folgebewertungsmethode nach Klassifizierung
5.2.7 Erläuterungspflichten nach IFRS 7
5.3 Bewertung nach IAS/IFRS bei der WestLB im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise
6 Auslagerung auf eine Abwicklungsanstalt
6.1 Definition - „Bad-Bank“ und „Bad-Bank“-Modell
6.1.1 Grundprinzip des Zweckgesellschaftsmodells
6.1.2 Grundprinzip des Konsolidierungsmodells
6.2.1 Zweckgesellschaftsmodell
6.2.2 Konsolidierungsmodell
6.3 Erste Abwicklungsanstalt
6.3.1 Aufbau und Struktur
6.3.2 Übertragung des Abwicklungsportfolios
6.3.3 Zusammensetzung des Gesamtportfolios laut FSB-Bericht
6.3.4 (Re)-Finanzierung der EAA und der WestLB AG
6.3.5 Verlustausgleich
6.3.6 Rating des EAA Portfolios
Abb. 2-1 „Aktionärsstruktur der WestLB AG“2010
Abb. 2-2 „Konzernstruktur der WestLB AG nach Vorstandszugehörigkeiten Pt. I“2010
Abb. 2-3 „Konzernstruktur der WestLB AG nach Vorstandszugehörigkeiten Pt. II“2010
Abb. 2-4 „WestLB Konzern in Zahlen“2007
Abb. 2-5 „WestLB AG Konzernbilanz Aktiva“2008
Abb. 2-6 „35. Forderungen an Kunden“2008
Abb. 2-7 „Segmente im Konzern 2008“2008
Abb. 2-8 „Primäre Segmentberichterstattung“ Pt. I2008
Abb. 2-9 „Primäre Segmentberichterstattung „ Pt. II2008
Abb. 2-10 „Sekundäre Segmentberichterstattung“2008
Abb. 2-11 „Konsolidierungskreis“2008
Abb. 2-12 „WestLB Konzern in Zahlen“ Pt. II2008
Abb. 2-13 „WestLB Konzern in Zahlen“ Pt. II2008
Abb. 2-14 „WestLB Konzern Gewinn und Verlustrechnung“2008
Abb. 2- 15 „WestLB Konzern in Zahlen“2009
Abb. 2-16 „ Segmente im Konzern“2009
Abb. 2-17 „Segmentberichterstattung“2009
Abb. 2-18 „24. Kreditrisikovorsorge“2009
Abb. 2-19 „Konzern Gewinn- und Verlustrechnung“2009
Abb. 3-1 Definition: „Vermögenswert und Verbindlichkeit“ nach IAS 32.11
Abb. 3-2 „Eigene Darstellung des Diplomanden in Anlehung an Coenenberg und Nguyen“
Abb. 3-3 „Formen der Verbriefung“2010
Abb. 3-4 „Eigene Darstellung des Diplomanden einer ABS-Transaktion in Anlehnung an die deutsche Bundesbank“
Abb. 3-5 „Wasserfallprinzip“[o.A.]
Abb. 3-6 „Tranchierung von ABS-Verbriefungen“2009
Abb. 3-7 „Mehrfachtranchierung von CDO-Verbriefungen“2009
Abb. 3-8 „Grundstruktur einer ABCP-Transaktion“2009
Abb. 4-1 „Leitzinsentwicklung Eurozone/ USA“2010
Abb. 4-2 „Subprime-Neugeschäfte USA“
Abb. 5-1 „Bilanzgliederung von Finanzinstrumenten im Anlagevermögen“
Abb. 5-2 „Bilanzgliederung von Finanzinstrumenten im Umlaufvermögen“
Abb. 5-3 „Bilanzierung liquider Mittel“ nach IAS 39
Abb. 5-4 „Bilanzierung von Forderungen“ nach IAS 1.78b i. v. m IAS 39
Abb. 5-5 „Kategorien für Finanzinstrumente“ nach IAS 39
Abb. 5-6 “Klassifizierung nach IAS 39.45 „At fair value through profit or loss“”
Abb. 5-7 “Klassifizierung nach IAS 39.45 „Held to maturity investments“”
Abb. 5-8 “Klassifizierung nach IAS 39.45 „Loans and receivables“”
Abb. 5-9 “Klassifizierung nach IAS 39.45 „Available-for-sale-financial-asstes“”
Abb. 5-10 “Klassifizierung nach IAS 39.45 „Other financial liabilities“”
Abb. 5-11 „Umgliederungsmöglichkeiten von Finanzinstrumenten nach IAS 39“
Abb. 5-12 „Hierarchie der Fair-Value-Bewertung“
Abb. 5-13 „Bewertung von Finanzinstrumenten“ nach IAS 39 in Anlehnung an Baetge, J./ Schulz, R.2006, S.
Abb. 6-1 „Funktionsweise des Zweckgesellschaftsmodells“2009
Abb. 6-2 „Funktionsweise des Konsolidierungsmodells“2009
Abb. 6-3 „Beteiligte der EAA“2010
Abb. 6-4 „Organisationsstruktur der EAA“2010
Abb. 6-5 „Gesamtportfolio der EAA“2010
Abb. 6-6 „Übertragene Konzernaktiva und -Passiva nach Bilanzposten“2010
Abb. 6-7 „Nominal- und Marktwerte für die verschiedenen Assetklassen“
Abb. 6-8 „Aufteilung des Portfolios nach Ratingklassen“2009
Abb. 6-9 „Gesamtvolumen der gesponserten ABCP-Conduits“2009
Abb. 6-10 „Rating des Phoenix-Portfolios“2010
Abb. 6-11 „Verlustausgleichspflicht“2010
„Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise erreichte zu Beginn des Jahres 2009 ihren Höhepunkt. Rund um den Globus brach die Wirtschaftsleistung in einer seit der Weltwirtschaftskrise nicht dagewesenen Weise ein. Das Finanzsystem stand auf der Kippe und wäre vermutlich ohne die erheblichen Stützungsmaßnahmen von Notenbanken und Regierungen kollabiert. Die Regierungen brachten vielerorts umfangreiche Programme. zur Stützung der Konjunktur und der Finanzinstitute auf den Weg, die tiefe Löcher in die öffentlichen Haushalte rissen“1 heißt es im Geschäftsbericht 2009 der WestLB AG.2
Ferner ging mit der Finanz- und Wirtschaftskrise ein Vertrauensverlust im Interbankenverkehr einher, der diesen nahezu vollständig zum Erliegen brachte. Der Grund hierfür liegt in den enormen Beständen an risikobehafteten Wertpapieren, die Kreditinstitute, wie die WestLB AG, im Laufe der vergangenen 10 Jahre aufgebaut haben. Darunter fallen bei der WestLB AG konkret Milliardeninvestitionen in strukturierte Wertpapierportfolios, wie den Asset Backed Securities und Collateralized Debt Obligations (squared) in Höhe von nominal 6,7 Milliarden Euro (Stand: 30.6.2009) sowie durch die WestLB gesponserte Asset Backed Commercial Paper Conduits in Höhe von 5,7 Milliarden Euro (Stand: 30.6.2009).3
Risikobehaftet sind diese Portfolios deshalb, da sie zum Höhepunkt der Finanz- und Bankenkrise 2008/ 2009, mangels eines aktiven Marktes, als nahezu unverkäuflich galten und ihr tatsächlicher Wert nicht ermittelbar war und/ oder heute noch nicht ermittelbar ist.
Im Zuge der Bilanzierung des Wertpapierportfolios zum beizulegenden Zeitwert, wirkte sich dies auf die Konzernbilanz der WestLB AG nachhaltig negativ aus. Durch außerplanmäßige Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe drohte der WestLB im Jahr 2009 eine Unterschreitung ihrer gesetzlichen Eigenkapitalquote und damit der zwangsweise Entzug der Banklizenz sowie letztlich die Schließung der WestLB durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), sofern sie nicht in der Lage sein sollte, neues Eigenkapital zu beschaffen oder generell Eigenkapital freizusetzen. Somit war es der WestLB ferner nicht mehr möglich, Kreditzusagen einzuhalten oder weitere Kredite an ihre Kunden aus der Realwirtschaft zu vergeben.
Die Realwirtschaft, die diese Kredite für Investitionen benötigte, reagierte darauf ihrerseits mit Misstrauen in die Banken allgemein und sorgte damit für weitere Unsicherheiten an den Kapitalmärkten, was die Finanz- und Bankenkrise wiederum zusätzlich verschärfte.
Um diesen Negativkreislauf im Finanzsystem zu durchbrechen, hatte die Bundesregierung am 13. Mai 2009 das „Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung“ (FMStG) und das „Gesetz zur Errichtung eines Finanzmarktstabilisierungsfonds“ (FMStFG) beschlossen. Hierbei handelt es sich unter anderem um Gesetze, dass Kreditinstituten die Möglichkeit einräumt, ihre Problemaktiva in den Bilanzen kurzfristig zu bereinigen in dem sie abzubauende Risikopositionen und nicht strategienotwendige Geschäftsbereiche an eine Zweckgesellschaft oder Abwicklungsanstalt auslagern. Durch diese Bilanzbereinigung soll das Eigenkapital der Kreditinstitute gestärkt und ihre Möglichkeit zur Kreditvergabe erweitert werden.4 Ziel des Gesetzes ist es, das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen und den Geschäftsverkehr zwischen den Finanzinstitutionen wieder in geordnete Bahnen zu lenken.5
Da die WestLB AG im Jahr 2009, als erstes Kreditinstitut in Deutschland einen Antrag auf die Gründung einer sog. „Bad-Bank“ gestellt hat und das Gesetz zur Fortentwicklung der Finanzmarktstabilisierung nutzen will, soll sie als Beispiel für die Auslagerung originärer Finanzinstrumente im Zuge dieser Diplomarbeit dienen. Ferner gehen mit dem Thema Bilanzierung, Bewertung und Auslagerung originärer Finanzinstrumente folgende Fragestellungen einher, die im Rahmen dieser Diplomarbeit beantwortet werden sollen.
- Was sind originäre Finanzinstrumente?
- Welche originären Finanzinstrumente kommen als Ursache und Auslöser der aktuellen Finanz- und Bankenkrise in Betracht?
- Kommen diese originären Finanzinstrumente auch für die Krise der WestLB AG in Betracht?
- Wie sind originäre Finanzinstrumente grundsätzlich handelsrechtlich und nach den International Accounting Standards (IAS) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS) zu bilanzieren und zu bewerten?
- Aus welchem Grund hat die WestLB AG Teile ihres Portfolios an originären Finanzinstrumenten ausgelagert?
- Welche Vorraussetzungen musste die WestLB AG erfüllen, um sie auslagern zu können?
- Wie wurde das Portfolio ausgelagert?
Kapitel 2 widmet sich daher zunächst der Charakterisierung der WestLB AG von der Hülfskasse hin zur international tätigen Geschäftsbank. Darüber hinaus werden themenrelevante Kennzahlen (Konzernergebnis, Bilanzsummen, Gewinn- und Verlustrechnung, Segmentberichterstattung aus den Geschäftsberichten 2007 - 2009 vorgestellt, die in Verbindung mit dem WestLB Financial Stability Board Bericht (FSB-Bericht), für die spätere Auslagerung von Bedeutung sind, in Kapitel 6 vorgestellt.
Kapitel 3 soll Aufschluss darüber geben, was der Gesetzgeber und das International Accounting Standard Board unter originären Finanzinstrumenten subsumieren. Ferner werden drei Verbriefungsarten, die der Gruppe der originären Finanzinstrumente angehören, beispielhaft vorgestellt und auf ihre Funktionsweise hin untersucht.
In Kapitel 4 werden die Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise skizziert und dargestellt, wie sich die US-Immobilienkrise zur weltweiten Finanz- und Bankenkrise entwickeln konnte. Ferner wird in Punkt 4.2 untersucht, ob, weshalb und in wie weit sich die WestLB auf dem USHypothekenmarkt engagiert hatte.
Kapitel 5 widmet sich zunächst der handelsrechtlichen Bilanzierung und Bewertung originärer Finanzinstrumente vor und nach Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).
Darauf folgt die Bewertung und Bilanzierung originärer Finanzinstrumente nach den International Accounting Standards (IAS) sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS). Ferner werden Bewertungsmodelle dargestellt, nach denen sowohl nach HGB n. F. und IAS/IFRS der beizulegende Zeitwert ermittelt werden kann.
In Kapitel 6 wird der Begriff der „Bad-Bank“ definiert und die von der Bundesregierung vorgesehenen zwei „Bad-Bank“-Modelle dargestellt. Außerdem wird auf die Vorraussetzungen und rechtlichen Rahmenbedingungen die mit dem „Bad-Bank“-Modell der WestLB einher gehen eingegangen sowie die Auslagerung des WestLB Wertpapierportfolios anhand des FSB-Berichts beispielhaft dargestellt.
In Kapitel 7 werden die Erkenntnisse aus der vorliegenden Arbeit einem Fazit unterzogen.
1832 beschloss der Landtag der Provinz Westfalen die Gründung eines gemeinnützigen, vom Landtag zu verwaltenden Kreditinstituts. Dieses Kreditinstitut nahm seine Geschäftstätigkeit noch im gleichen Jahr unter dem Namen Westfälische Provinzial-Hülfskasse mit Sitz in Münster auf. Im Jahr 1835 folgte das Rheinland mit der Gründung der Rheinischen Provinzial-Hülfskasse mit Sitz in Köln. Beide Institute wurden zum Zwecke der Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Provinz-, hin zum Industriestaat gegründet.
Um 1888 wurden zunächst die Rheinische Provinzial Hülfskasse mit Verlagerung des Hauptsitzes nach Düsseldorf und zwei Jahre später die Hülfskasse Westfalens, durch Satzungsänderung zu öffentlich-rechtlichen Landesbanken.
1969 fusionierten die beiden Landesbanken zur Westdeutschen Landesbank Girozentrale mit doppeltem Firmensitz in Düsseldorf und Münster. Unter ihrem ersten Vorstandsvorsitzenden Ludwig Poullain etablierte sie erste Standorte im Ausland. Poullains Anspruch war es die Westdeutsche Landesbank Girozentrale sehr rasch und dynamisch zu einer universellen, international tätigen Geschäftsbank zu formen. Er konnte seine Vision jedoch nicht beenden, da er aufgrund einer als skandalös empfundenen Beratertätigkeit (Poullain-Affaire 1977) frühzeitig von seinem Amt zurücktreten musste. Auf ihn folgte Friedel Neuber der Poullains Expansionspläne weiter führte. Mitte der 1980er Jahre hatte die damalige WestLB bereits 13 ausländische Standorte etabliert.6 Darunter Niederlassungen in New York, Moskau, London, Zürich, Hong Kong und Tokio. 1989 ging sie eine Kooperation mit der britischen Standard Chartered Bank ein, um in nahezu allen westeuropäischen Staaten vertreten zu sein und ihren Kunden die Möglichkeit zu geben, auf über 700 Standard Chartered-Filialen weltweit zugreifen zu können. Durch diese Kooperation wurde die WestLB zu einer der zehn größten Kreditinstitute Deutschlands. Es folgten Beteiligungen an den Landesbanken RheinlandPfalz und Schleswig-Holstein sowie die Gründung der Westdeutschen Immobilienbank in den 90er Jahren.
Am 17. Juli 2001 erzielten die Bundesregierung und die EU-Kommission - nach jahrelangen Differenzen hinsichtlich der Anstaltslast und Gewährträgerhaftung, - eine Vereinbarung über die Änderung und den Wegfall von Anstaltslast und Gewährträgerhaftung für den öffentlich- rechtlichen Bankensektor, deren Übergangsfrist bis zum 18. Juli 2005 lief.7 Nach Meinung der EU-Kommission stand die Gewährträgerhaftung im Widerspruch zu den Regeln eines freien und fairen Wettbewerbs, da die Gewährträgerhaftung die unmittelbare Haftung des Trägers einer Sparkasse oder Landesbank für die Verbindlichkeiten der Anstalt, soweit die Gläubiger nicht durch die Anstalt selbst befriedigt werden können (subsidiäre Haftung), beinhaltet.8 Folglich hätten die Gläubiger einer öffentlich-rechtlichen Anstalt im Falle, dass die Verbindlichkeiten das Vermögen der Anstalt übersteigen, Anspruch auf Erfüllung ihrer Forderungen gegenüber dem Träger in Höhe ihrer Trägeranteile. Im Falle der WestLB waren das damals der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV), der Westfälisch-Lippische Sparkassen- und Giroverband (WLSGV) sowie das Land Nordrhein-Westfalen (NRW).
Innerhalb der langen Übergangsfrist von vier Jahren (2001-2005) genoss die WestLB AG weiterhin beste Bonität und konnte sich dem entsprechend günstiger am Kapitalmarkt refinanzieren, als es zum damaligen Zeitpunkt den meisten privatrechtlichen Instituten möglich war.
Ferner stimmte die Gewährträgerversammlung noch im gleichen Jahr einem Mutter-Tochter-Modell nach Vorgabe der EU zu, bei dem im Zuge einer Neustrukturierung der Bank das öffentliche Auftragsgeschäft abgespalten und in die neu zu gründende Landesbank NRW (Heute NRW.Bank) eingebracht wird. Das Wettbewerbsgeschäft wurde in deren 100%iger Tochtergesellschaft WestLB AG, der Nachfolgegesellschaft der Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB), gebündelt. 2002 wurden die genannten Umstrukturierungspläne vollzogen, und die öffentlich-rechtliche WestLB wurde zur privatrechtlichen WestLB AG, in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, die jedoch nicht börsennotiert ist. Sie soll als Zentralbank der rheinischen und westfälischen Sparkassen fungieren und darüber hinaus als „normale“ Geschäftsbank im Wettbewerb zu anderen Geschäftsbanken stehen.9
Die Aktionäre der WestLB AG verteilen sich daher wie folgt:
Abb. 2-1 „Aktionärsstruktur der WestLB AG“2010 10
Die Konzern- bzw. Organisationsstruktur der WestLB teilt sich aktuell nach den Vorstandszuständigkeiten, wie folgt auf:
Abb. 2-2 „Konzernstruktur der WestLB AG nach Vorstandszugehörigkeiten“2010 Pt. I“11
Abb. 2-3 „Konzernstruktur der WestLB AG nach Vorstandszugehörigkeiten“2010 Pt. II“12
Im Jahr 2007 verkündet die WestLB AG ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von ca. einer Milliarde Euro für das Geschäftsjahr 2006 sowie ein positives Konzernergebnis in Höhe von 799 Millionen Euro13
Abb. 2-4 „WestLB Konzern in Zahlen“2007 14
Im weiteren Verlauf des Jahres 2007 kehrte sich das Rekordergebnis zunehmend ins Negative. Der WestLB drohten bereits im dritten Quartal Ausfallrisiken in Höhe von 600 Millionen Euro.
Eine Verbindung zur sog. US-Subprime-Krise sah man seitens der WestLB AG nicht. Einem WestLB Sprecher zur Folge hieß es - vor Bekanntwerden des dritten Quartalsberichts - in einem Interview gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD):
"Wir sind praktisch nicht in Subprimes investiert. 98 Prozent unseres CDO-Exposures hat ein Rating von 'AAA' oder 'AA'. Von daher sind wir sehr ruhig." Gegenüber der FAZ hatte der Sprecher gesagt:
"Wenn es überhaupt ein Ausfallrisiko gäbe, beschränke sich dieses auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag."15
Das Geschäftsjahr 2007 wurde - entgegen der Aussage der WestLB - desaströs mit einem Rekordverlust in Höhe von 1,6 Milliarden Euro abgeschlossen. (Vgl. Abb. 2-4).
Als Begründung seien nach einem Eingeständnis in einer Pressemitteilung der WestLB erhebliche Verwerfungen an den internationalen Kapitalmärkten genannt, die sich zunehmend verschärften.16 Diese Verwerfungen spiegeln sich im negativen Handelsergebnis des Jahres 2007 in Höhe von 1,616 Milliarden Euro wieder. Die US-Subprime-Krise erreichte nun - nach der IKB und der Commerzbank - auch die WestLB AG.
Im Geschäftsjahr 2008 lagerte die WestLB Ende März 2008 in Folge des Ergebnisses aus 2007 und zum Zwecke der Risikoabschirmung (vgl. Kapitel 4.2), ein Portfolio an risikobehafteten Wertpapieren in Höhe von ca. 23 Milliarden Euro an die „unabhängige“, nicht zu konsolidierende irische Zweckgesellschaft Phoenix Light SF Limited (Phoenix Light) aus. Im Wesentlichen beinhaltete das Portfolio strukturierte Wertpapiere sowie Finanzierungstitel, wie Commercial Papers, Medium-Term Notes, Income and Capital Notes.17 Phoenix Light refinanzierte den Ankauf des Portfolios durch die Emission von unbesicherten Unternehmensanleihen, die die WestLB AG vollständig als Junior und Senior Notes18 übernahm. Das Portfolio ist durch die Eigentümer der Phoenix Light bis zur Höhe von 5 Milliarden Euro besichert. Darüber hinaus gehende Verluste tragen in Höhe von 2 Milliarden Euro die Eigentümer der WestLB; das Land NRW stellte weitere 3 Milliarden Euro zur Absicherung bereit. Die Auslagerung wurde wie folgt im Konzernlagebericht begründet:
„Mit der Risikoabschirmung wurden nicht nur potentielle weitere Ergebniseinbußen bei der WestLB aufgrund zukünftiger Marktpreisschwankungen bei den übertragenen strukturierten Wertpapieren vermieden, gleichzeitig wurden dadurch auch die diesbezüglichen Belastungen im Jahresabschluss 2007 weitgehend kompensiert. Der Transfer auf die Zweckgesellschaft erfolgte überwiegend zum Nominalwert beziehungsweise zu den Anschaffungskosten.“19
Die übernommenen Notes der Phoenix Light werden im Konzernanhang als Loans and Receivables (Kredite und Forderungen) kategorisiert20 und stellten somit einen Aktivtausch „Forderung an Kunden“ in Höhe des ausgelagerten Portfolios dar.
Die Auslagerung des Portfolios spiegelt sich daher im Vorjahresvergleich in der Konzernbilanz unter der Position 35 „Forderungen an Kunden“ wieder, da diese Position um rund 26 Milliarden größer ist, als noch im Vorjahreszeitraum 2007 (vgl. Abb. 2-5).
Abb. 2-5 „WestLB AG Konzernbilanz Aktiva“2008 21
Ferner kann die Auslagerung an Phoenix unter Position 35 im Konzernanhang (Notes) errechnet werden. In der folgenden Darstellung ist festzustellen, dass unter der Position „Kunden im Ausland“ eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr von knapp 30 Milliarden Euro stattgefunden hat. Darunter fällt auch das ausgelagerte Portfolio in Höhe von ca. 23 Milliarden Euro.
Abb. 2-6 „35. Forderungen an Kunden“2008 22
Als problematisch stellte sich heraus, dass die Garantien der Eigentümer und des Landes NRW, eine nicht angemeldete Rettungsbeihilfe im Sinne des Art. 88 Abs. 3 EG-Vertrag und somit eine rechtswidrige Maßnahme war. Die Kommission erhob jedoch nach eingängiger Prüfung des Sachverhalts keine Einwände gegen den „Rettungsschirm“, da die Maßnahme an sich mit den Regelungen - betreffend eines gemeinsamen Marktes - vereinbar wäre und ist. Jedoch wurden an die Billigung der Maßnahme Verpflichtungen geknüpft. So heißt es in der Entscheidung der EU-Kommission:
„Die Kommission erwartet von den deutschen Behörden, dass sie ihrer Verpflichtungszusage, der Kommission bis spätestens 8.
August 2008 einen schlüssigen und fundierten
Umstrukturierungsplan bzw. einen Beweis für die vollständige Beendigung der Garantie vorzulegen, nachkommen.“23
Im Zuge des Umstrukturierungsplans 2008 wurden Überlegungen vorgestellt, ob ein Antrag auf die Übernahme weiterer Garantien durch den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) gestellt und eine weitere Trennung in Kern- und Abbaubank vollzogen werden soll. Der Aufsichtsrat entsprach diesem Vorschlag und ermächtigte den Vorstand am 3. November 2008, einen Antrag auf Übernahme von Garantien für die Begebung von Schuldtiteln oder der Begründung von sonstigen Verbindlichkeiten (Geldmarktpapiere) nach § 6 Finanzmarktstabilisierungs- gesetz (FMStG) zu stellen.24
Weitere Ziele des Umstrukturierungsplans waren und sind:
- Die Eigentümerstruktur hin zur Privatisierung zu verändern (siehe Abb. 2-1).
- Im Zuge der Auslagerung eine Bilanzsummenverkürzung um 50%, (siehe S. 22).
- im engeren Sinn nicht kunden-bezogene bzw. nicht strategiekonforme Risikoaktiva, um 50% abzubauen (vgl. Kapitel 6.3.3).
- zurück zum Kerngeschäft zu kommen und die eigentlichen Aufgaben einer Landesbank wahrzunehmen.25
Ferner der Ausstieg aus dem Investment Banking, die Reduzierung des Verwaltungsaufwandes um bis zu 1350 Arbeitsplätze, Sicherstellung der eigenen Liquidität und Stärkung der regulatorischen Eigenkapitalbasis, sowie die Umsetzung eines neuen Geschäftsmodells, dass laut. WestLB Lagebericht 2008 auf vier Säulen beruhen soll.26 Diese sind:
- „ Firmenkunden & strukturierte Finanzierung“  „Verbund & Immobilien“
- „Kapitalmarktgeschäft“
- „Transaction Banking“ (vgl. Abb. 2-7)
Abb. 2-7 „Segmente im Konzern 2008“2008 27
Auf diese vier Segmente sowie dem Corporate Center und dem Bereich „Sonstige“ entfallen in der primären Segmentberichterstattung die Kennzahlen wie folgt.
Abb. 2-8 „Primäre Segmentberichterstattung“ Pt. I2008 28
Der Verlust im Handelsergebnis aus Kapitalmarktgeschäften des Jahres 2007 in Höhe von 1.353 Millionen Euro und - dank der Auslagerung an die Phoenix Light - ein vergleichsweise niedriger Verlust in Höhe von 13 Mio. Euro wird an dieser Stelle nochmals deutlich.
(Aus Gründen der Vollständigkeit, sei nachfolgend der zweite Teil der Segmentberichterstattung eingefügt.)
Abb. 2-9 „Primäre Segmentberichterstattung“ Pt. II2008 29
In der sekundären Segmentberichterstattung - das heißt der Aufteilung nach Regionen - wird deutlich, dass durch die Veräußerung der Risikoaktiva an Phoenix Light und das Unterlassen weiterer riskanter Investment-Engagements in den USA, sich dies positiv auf die Bilanz des Teilmarktes Amerika ausgewirkt hat. Jedoch blieben hohe Verluste durch Engagements in der übrigen Welt nicht aus.
Abb. 2-10 „Sekundäre Segmentberichterstattung“2008 30
Ferner fließen in die Segmentberichterstattung und Bilanz die erwirtschafteten Ergebnisse der direkt zu konsolidierenden Gesellschaften und Teilkonzerne des WestLB Konzerns mit ein, die aber nicht näher erläutert werden. Zum Zeitpunkt 2008 waren das:
Abb. 2-11 „Konsolidierungskreis“2008 31
Hierbei ist anzumerken, dass in Folge der Risikoabschirmung die Zweckgesellschaften:
- Greyhawk Funding LLC, USA
- Rathgar Capital Corporation (Harrier Finance Ltd.), Cayman Islands
- Kestrel Funding plc, Dublin, Irland
- Kleros Preferred Funding V plc, Irland  Silver Elms CDO II Ltd., Irland  Silver Elms CDO plc, Irland, die einen großen Teil des Bestands der Risikoaktiva (ABS, CDO, CDO² und ABCP32 ) in ihren Bilanzen hielten, aus dem Konsolidierungskreis ausgeschieden sind.33
Für das Geschäftsjahr 2008 bleibt festzuhalten, dass die WestLB ein minimales Konzernergebnis von 18 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Dies ist der Maßnahme der Auslagerung eines Teils der Risikoaktiva bzw. der Risikoabschirmung und der teilweisen Umsetzung des Umstrukturierungsplans zu verdanken.
Durch die Übertragung der Risikoaktiva an Phoenix Light wurde die Bilanz der WestLB deutlich entlastet, da sie aufgrund der ausgesprochenen Garantien (vgl. Kapitel 4.2.4), keine weiteren Rückstellungen für das Portfolio bilden musste.
Außerdem wirkte sich die in Kapitel 4.2.4 beschriebene Kapitalzuführung in Höhe von 2 Milliarden Euro ebenfalls auf das Konzernergebnis aus. Die Kapitalzuführung wurde als notwendig angesehen, um die Verluste aus 2007 von rund einer Milliarde Euro aufzufangen und vorrübergehende - aufgrund der Marktpreisbewertung - notwendige Wertabschreibungen von ebenfalls rund einer weiteren Milliarde Euro auszugleichen.34 Somit hatte die WestLB die Vorzeichen mit Hilfe des Staates und der BRD umgekehrt.
In den folgenden Abbildungen sind nochmals alle relevanten Kennzahlen und Veränderungen im Überblick zusammengefasst.
Abb. 2-12 „WestLB Konzern in Zahlen“ Pt. II2008 35
Abb. 2-13 „WestLB Konzern in Zahlen“ Pt. II2008 36
Gewinn und Verlustrechnung aus dem Geschäftsjahr 2008.
Abb. 2-14 „WestLB Konzern Gewinn und Verlustrechnung“2008 37
Das Geschäftsjahr 2009 war geprägt durch hohe Belastungen im Zusammenhang mit Stabilisierungs- und Redimensionierungsmaßnahmen sowie den Vorbereitungen zur Erfüllung der EU-Auflagen und der Auslagerung eines weiteren Teilportfolios risikobehafteter Wertpapiere an die neu gegründete Erste Abwicklungsanstalt (EAA) in Höhe von rund 6 Milliarden Euro.38
Abb. 2- 15 „WestLB Konzern in Zahlen“2009 39
Insgesamt wies die WestLB AG im Geschäftsjahr 2009 ein negatives Ergebnis vor Steuern von rund einer halben Milliarde Euro und ein negatives Konzernergebnis von ./.531 Millionen Euro aus.
Die nach Vorgabe der EU verordnete Bilanzsummenverkürzung spiegelte sich in einem ersten Schritt in der Bilanzsummenveränderung gegenüber dem Vorjahr um ca. 46 Milliarden Euro wieder. Dies entspricht einer Bilanzsummenveränderung von 16%.
Ermöglicht wurde dies, durch die Veräußerung von Beteiligungen, wie z. B. der Servicegesellschaft Kreditmanagement GmbH, einer im Jahr 2005 gegründeten Abwicklungsgesellschaft von Problemkrediten im öffentlich-rechtlichen Bankensektor und der Schließung mehrerer internationaler und nationaler Standorte, darunter auch der zweite traditionelle Firmenhauptsitz in Münster sowie die weitere Auslagerung eines ersten Teilportfolios in Höhe von rund 6 Milliarden Euro, an die nachfolgend genannte Abbaubank „Erste Abwicklungsanstalt“.
Zuvor gab die WestLB am 24. November 2009 bekannt, dass sich der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), die Bank und ihre Eigentümer nach der genannten Antragstellung aus 2008 - auf einen Fahrplan zur Stabilisierung der Bank verständigt haben. Die Hauptversammlung der WestLB hatte am 11. Dezember 2009 hierzu die erforderlichen Vertragswerke für eine Auslagerung von Risikopositionen und nicht strategischen Aktiva im Volumen von insgesamt rund 85 Mrd. € beschlossen.40
Noch am gleichen Tag wurde die „Erste Abwicklungsanstalt“ (EAA) gegründet, die von der WestLB zum Zwecke der eigenen Stabilisierung und der Stabilisierung des Finanzmarktes Risikopositionen und nicht strategienotwendige Geschäftsbereiche der WestLB mit einem Gesamtvolumen von nominal rund 77 Milliarden Euro übernahm, um diese abzuwickeln.41 Das erste Teilportfolio in Höhe von rund 6 Milliarden Euro wurde am 23. Dezember - rückwirkend zum 1. Januar 2009 - auf die EAA ausgelagert. Auf das Auslagerungsverfahren wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen, da dies gesondert im Kapitel 6 behandelt wird.
2009 wurde im WestLB Konzern das Segment „Portfolio Exit Group - PEG/Entflechtung“ eingeführt. In diesem Segment wurden einerseits die Ergebnisse aus Portfolien, die als nicht strategisch identifiziert sind und deshalb erst im Jahr 2010 in die Erste Abwicklungsanstalt ausgelagert wurden. Andererseits sind hier auch die Ergebnisse der wesentlichen Beteiligungen enthalten, für die im Rahmen der EU-Entscheidung ein Beteiligungsverkauf vereinbart wurde:42
Die Segmentsstruktur sieht daher nun wie folgt aus.
Abb. 2-16 „ Segmente im Konzern“2009 43
Innerhalb der primären Segmentsberichterstattung, täuscht das positive Handelsergebnis aus dem Segment „Kapitalmarktgeschäft“ nicht darüber hinweg, dass die Risikoaktiva lediglich in das Segment „Portfolio Exit“ verschoben wurden und sich im Vergleich zum angepassten Geschäftsjahr 2008 im Bereich der Kreditrisikovorsorge (24) nahezu verdoppelt haben (Vgl. Abb. 2-14).
Abb. 2-17 „Segmentberichterstattung“2009 44
Innerhalb der GuV-Rechnung 2009 wird nochmals deutlich, wie schwer der Posten Kreditrisikovorsorge auf der WestLB lastete (vgl. Abb. 2-19). Sie setzt sich zusammen aus Wertberichtungen auf Forderungen und Rückstellungen im Kreditbereich in Höhe von insgesamt 933 Millionen Euro (vgl. Abb. 2-18).
Abb. 2-18 „24. Kreditrisikovorsorge“2009 45
Die hohen Rückstellungen sind auch auf die im Jahr 2009 anhaltende Finanz- und Bankenkrise zurückzuführen.
Abb. 2-19 „Konzern Gewinn- und Verlustrechnung“2009 46
Unter den Begriff „Finanzinstrumente“ (FI) fallen eine Vielzahl finanzwirtschaftlicher Produkte.47 Der Begriff des „Finanzinstruments“ wurde im Jahre 2004 durch das Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG) in das HGB eingeführt, das in § 285 HGB erweiterte Angaben zu bestimmten Arten von Finanzinstrumenten fordert. Allerdings wurde auf eine nähere Konkretisierung des Begriffs verzichtet. Bis heute findet sich im deutschen Handelsgesetzbuch keine explizite Definition von Finanzinstrumenten, was vom Gesetzgeber mit der ständigen Neu- und Weiterentwicklung entsprechender Produkte begründet wird.48
Daher resultiert ihre Definition aus dem
§ 1 Abs. 11 KWG (Kreditwesensgesetzbuch) und dem § 2 Abs. 2b WpHG (Wertpapierhandelsgesetzbuch).
Demzufolge sind Finanzinstrumente originäre - sowie der Vollständigkeit halber - derivative49
- Wertpapiere (Verbriefungen),  Geldmarktinstrumente,
- Devisen oder Rechnungseinheiten sowie  Derivate und
- Rechte auf Zeichnung von Wertpapieren
1 O.V., WestLB „Geschäftsbericht“2009, S. 45
2 Anmerkung: Im Rahmen dieser Diplomarbeit ist mit „WestLB“ immer der Konzern „WestLB AG“ gemeint.
3 O.V., vgl. WestLB „FSB-Bericht“ 2009, S. 1 ff
4 O. V., Pressemitteilung des Bundesrates Nr. 1322009, S. 1
5 O. V., BMF „Stabilisierung der Finanzmärkte“ 2008, s. p.
6 Vgl. o. V., WestLB „Von der Hülfskasse 1832 zur WestLB AG“, 80er Jahre 2010, s. p.
7 Vgl. o. V., Justiz Online NRW „Gewährträgerhaftung“2010, s. p.
8 Vgl. o. V., Stellungnahme des DSGV 2001, RZ 102
9 Vgl. o. V., WestLB „Von der Hülfskasse 1832 zur WestLB AG“, 2000er Jahre2010, s. p.
10 Ent. o. V., WestLB „Aktionärsstruktur“2010, s. p.
11 Ent. o. V., WestLB „Organisationsstruktur“2010, s. p.
12 Ent. o. V., WestLB „Organisationsstruktur“ 2010, s. p.
13 Vgl. o. V., WestLB AG „Geschäftsbericht“2007, S. 106
14 Ent. o. V,. WestLB AG „Geschäftsbericht“ 2007, s. p.
15 O. V., FTD, „Wie deutsche Banken von der Subprime-Krise betroffen sind“2007, s. p.
16 Vgl. o. V., WestLB „Pressebericht“2007, s. p.
17 Vgl. Kroes, N., EU-NN „25/2008“2008, S. 5
18 Vgl. Kapitel 3.2
19 O.V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 48
20 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2008, S. 120
21 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2008, S. 107
22 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 148
23 Vgl. Kroes, N., EU-NN „25/2008“ 2008, S. 15
24 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 52
25 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 48ff
26 Ebenda, S. 48ff
27 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2008, S. 137
28 O.V., WestLB Geschäftsbericht 2008, S. 139
29 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 139
30 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2008, S. 140
31 Ent. o. V., WestLB Geschäftsbericht 2008, S. 118
32 Vgl. Kapitel 3.2.2 ff
33 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 119
34 Vgl. Kroes, N., EU-NN „25/2008“ 2008, S. 3
35 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, s. p.
36 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2008, s. p.
37 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2008, S. 106
38 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2008, S. 50
39 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2009, s. p.
40 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2009, S. 124
41 Vgl. o. V., EAA “Home” 2010, s. p.
42 Vgl. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2009, S. 143
43 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2009, S. 142
44 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2009, S. 144
45 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“2009, S. 146
46 Ent. o. V., WestLB „Geschäftsbericht“ 2009, S. 110
47 vgl. Coenenberg, A. G./ Haller A./ Schultze, W.2009, S. 237
48 vgl. Ebenda, S. 237
49 vgl. § 1 Abs. 11 KWG i. V. m. § 2 Abs. 2b WpHG
V167146
9783640836987
9783640836970
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Alexander Becker (Autor), 2010, Bilanzierung, Bewertung und Auslagerung originärer Finanzinstrumente, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/167146

References: Art. 88
 § 6
 § 285

§ 1
 § 2
 § 1
 § 2