Source: https://www.jusmeum.de/gesetz/pfwirtmeistprv
Timestamp: 2020-01-28 17:34:39+00:00

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Verordnung über die Anforderungen in der Meisterprüfung für den Beruf Pferdewirt
Auf Grund des § 81 Abs. 4 und des § 80 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes vom 14. August 1969 (BGBl. I S. 1112), die durch Artikel 53 Nr. 2 des Gesetzes vom 18. März 1975 (BGBl. I S. 705) geändert worden sind, und unter Berücksichtigung des § 28 des Ausbildungsplatzförderungsgesetzes vom 7. September 1976 (BGBl. I S. 2658) wird im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Bildung und Wissenschaft verordnet:
(1) Durch die Meisterprüfung ist festzustellen, ob der Prüfungsteilnehmer die notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse hat, einen Betrieb der in Absatz 2 genannten Teilbereiche der Pferdehaltung selbständig zu führen, die dort vorkommenden Arbeiten meisterhaft auszuführen und Auszubildende ordnungsgemäß auszubilden.
(2) Die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung führt zum anerkannten Abschluss Pferdewirtschaftsmeister/Pferdewirtschaftsmeisterin - Teilbereich Pferdezucht und -haltung, Reitausbildung, Galopprenntraining oder Trabrenntraining.
(2) Die Berufspraxis nach Absatz 1 muss im Bereich der Pferdewirtschaft nachgewiesen werden.
(1) Die Meisterprüfung umfasst einen praktischen Teil, einen fachtheoretischen Teil, einen wirtschaftlichen und rechtlichen Teil sowie den Teil "Berufsausbildung und Mitarbeiterführung".
(2) Die Meisterprüfung ist nach Maßgabe der §§ 3 bis 6 durchzuführen. Im fachtheoretischen sowie im wirtschaftlichen und rechtlichen Teil erfolgt die Prüfung schriftlich und mündlich, dabei ist der Absatz 3 zu beachten. Außerdem ist sie im fachtheoretischen Teil in Form einer Meisterprüfungsarbeit durchzuführen.
(3) In der mündlichen Prüfung soll der Prüfungsteilnehmer in einem Prüfungsgespräch nachweisen, daß er in der Lage ist, bestimmte berufstypische Situationen zu erkennen, ihre Ursachen zu klären und sachgerechte Lösungsvorschläge zu machen. Der Prüfungsausschuß kann den Prüfungsteilnehmer von der mündlichen Prüfung in dem Prüfungsteil befreien, in dem er eine sehr gute schriftliche Leistung erbracht hat.
§ 3 Prüfungsanforderungen im praktischen Teil
(1) In der praktischen Prüfung ist ein Arbeitseinsatz durchzuführen.
(2) Der Arbeitseinsatz soll nicht länger als vier Stunden dauern. Er umfaßt Planung und Durchführung von Arbeiten im Betrieb in einem der nachstehenden Teilbereiche:
Galopprenntraining oder
Trabrenntraining.
Der Prüfungsteilnehmer kann den Teilbereich wählen. Er soll die Planung der Arbeiten, soweit dieses von der Art der jeweiligen Arbeit her möglich ist, vorher schriftlich niederlegen.
(3) Im Arbeitseinsatz soll der Prüfungsteilnehmer in dem jeweiligen Teilbereich Fertigkeiten in folgenden Prüfungsfächern nachweisen:
Im Teilbereich Pferdezucht und -haltung:
Stallarbeiten (Halten, Pflegen und Füttern), Arbeiten im Gestüt,
Vorstellen und Identifizieren von Pferden,
Mustern und Beurteilen von Pferden,
Beurteilen, Berechnen und Schätzen von Futtermitteln,
Frisieren und Bandagieren von Pferden.
Im Teilbereich Reitausbildung:
Dressurreiten auf Trense,
Dressurreiten Klasse M auf Kandare,
Springreiten Klasse M, Geländereiten,
Longieren und Arbeiten an der Hand,
Praktische Unterrichtserteilung,
Beurteilen, Berechnen und Schätzen von Futtermitteln, Füttern.
Im Teilbereich Galopprenntraining:
Vorbereiten des Pferdes für Training und Rennen,
Versorgen des Pferdes nach Training und Rennen,
Unterweisen, Anleiten und Berichtigen der Reiter in Training und Rennen,
Beurteilen, Berechnen und Schätzen von Futtermitteln, Füttern,
Im Teilbereich Trabrenntraining:
Vorbereiten des Trabers für Training und Rennen,
Versorgen des Trabers nach Training und Rennen,
Unterweisen und Anleiten der Fahrer in Training und Rennen,
Beurteilung, Spezialhufbeschlag und Beschirrung des Trabers.
§ 4 Prüfungsanforderungen im fachtheoretischen Teil
(1) Die Prüfung im fachtheoretischen Teil erstreckt sich in dem gemäß § 3 Abs. 2 gewählten Teilbereich auf folgende Prüfungsfächer:
Futter und Fütterung,
Pferdekunde,
Tiergesundheit und -hygiene,
Haltung, Technik, Arbeitswirtschaft.
Reitlehre,
Unterrichtserteilung, Sportlehre,
Haltung, Fütterung und Züchtung,
Tiergesundheit und -hygiene.
In den Teilbereichen Galopprenntraining und Trabrenntraining:
Training und Trainingsmethoden,
(2) Die Meisterprüfungsarbeit soll als schriftliche Hausarbeit erteilt werden. Für ihre Anfertigung wird ein Zeitraum von zwölf Wochen zur Verfügung gestellt. Bei der Aufgabenstellung sollen Vorschläge des Prüfungsteilnehmers berücksichtigt werden. Es sind Aufgaben zu stellen, die zu der Tätigkeit des Prüfungsteilnehmers in der Pferdehaltung in bezug stehen.
(3) In den einzelnen Prüfungsfächern können geprüft werden:
Prüfungsfach Pferdezucht
Bedeckung, Trächtigkeit und Abfohlung,
Aufzucht und Vermarktung,
Zuchtziele, Zuchtverfahren,
Leistungsprüfungen bei Hengsten und Stuten, Eintragungsbestimmungen der Zuchtverbände.
Prüfungsfach Futter und Fütterung
Futtermittel und deren Beurteilung,
Futterbau, Weidewirtschaft,
Futterplanung, Futterrationen,
Fütterungstechnik.
Prüfungsfach Pferdekunde
Körperbau des Pferdes und seine Beurteilung,
Organe und ihre Funktionen,
Verhaltensweisen und Umweltansprüche,
Altersbestimmung und Identifizierung,
Prüfungsfach Tiergesundheit und -hygiene
Infektiöse und parasitäre Krankheiten,
Fütterungsbedingte Krankheiten, sportspezifische Schäden, Hauptmängel,
Gesundheitsvorsorge, Seuchenabwehr,
Hufpflege und Beschlag.
Prüfungsfach Haltung, Technik, Arbeitswirtschaft
Haltungsformen,
Stallbau, bauliche Anlagen,
Technische Einrichtungen, Maschinen, Geräte,
Arbeitsverfahren, Arbeitsbedarf,
Arbeitsschutz, Unfallverhütung.
Prüfungsfach Haltung, Fütterung und Züchtung
Haltungsformen, Arbeitswirtschaft,
Futtermittel, Futterrationen, Fütterungstechnik,
Vererbung, Zuchtverfahren, Aufzucht,
Zuchtziele, Exterieurbeurteilung.
Prüfungsfach Reitlehre
Ausbildung von Reiter und Pferd in allen Disziplinen bis zur Klasse S,
Aufbau von Parcours, Geländeritten und Reitjagden,
Longieren, Arbeit an der Hand, Freispringen, Fahren.
Prüfungsfach Unterrichtserteilung, Sportlehre
Grundsituation der Unterrichtserteilung,
Organisations- und Unterweisungsformen,
Kriterien der Unterrichtserteilung in der Reitbahn,
Allgemeine Sportlehre gemäß den Rahmenrichtlinien des Deutschen Sportbunds für die Trainer-A-Lizenz,
Prüfungsfach Training und Trainingsmethoden
Konditions- und Leistungstraining,
Arbeit in den verschiedenen Gangarten,
Behandlung des Pferdes vor und nach der Trainingsarbeit,
Behandlung des Pferdes vor und nach dem Rennen.
Prüfungsfach Rennen
Arten der Rennen und Gewichtserlaubnisse,
Durchführung der Rennen,
Ausschreibungen und Nennungen,
Sonstige Bestimmungen des Pferderennsports.
(4) Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als vier Stunden, die mündliche Prüfung soll für den einzelnen Prüfungsteilnehmer nicht länger als 45 Minuten dauern.
§ 5 Prüfungsanforderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Teil
(1) Die Prüfung im wirtschaftlichen und rechtlichen Teil erstreckt sich auf folgende Prüfungsfächer:
(2) In den einzelnen Prüfungsfächern können geprüft werden:
Prüfungsfach Wirtschaftslehre
Betriebsanalyse und Betriebsplanung,
Investitionen und Finanzierungsfragen,
Markt und Absatz, insbesondere Vermarktungseinrichtungen,
Grundkenntnisse der Volkswirtschaft und der Wirtschaftspolitik.
Buchführung und Bilanz,
Betriebserfolg,
Lohnberechnung,
Prüfungsfach Rechts- und Sozialwesen
Für den Bereich der Pferdezucht und -haltung sowie des Pferdesports wesentliche Rechtsvorschriften, insbesondere über Tierzucht, Tierhalterhaftung, Tierschutz, Tierseuchenbekämpfung einschließlich Beseitigung tierischer Nebenprodukte, Umweltschutz, Rennwettrecht sowie einschlägige Bestimmungen der jeweiligen Fachorganisationen, ferner besonders wichtige Schuldverhältnisse wie Kauf, Pacht und Rechtsvorschriften aus dem Nachbarrecht und dem Erbrecht.
Aufbau und Aufgaben der für die Pferdezucht und -haltung sowie den Pferdesport wichtigen Behörden und Organisationen.
Arbeitsrecht, soweit es nicht nach § 6 Absatz 12 geprüft wird, insbesondere Arbeitsvertrags- und Tarifvertragsrecht, Betriebsverfassungsrecht, Arbeitszeit- und Urlaubsrecht, Arbeitsschutz- und Arbeitsgerichtsverfahrensrecht.
Sozialversicherung: Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung, Alterssicherung der Landwirte,
Privatversicherung: Lebens-, Sach-, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, Pferdelebensversicherung.
Steuerarten: Grundsteuer, Umsatzsteuer, Einkommensteuer einschließlich Lohnsteuer, Vermögensteuer, Gewerbesteuer, Erbschaftsteuer, Zollvorschriften,
Steuerverfahren: Steuertermine, Steuerpflichten, insbesondere Steuererklärung, Steuerstundung und Steuererlaß, Rechtsmittel.
(3) Die schriftliche Prüfung soll nicht länger als vier Stunden, die mündliche Prüfung für den einzelnen Prüfungsteilnehmer nicht länger als 45 Minuten dauern.
§ 6 Prüfungsanforderungen im Teil "Berufsausbildung und Mitarbeiterführung
Auf Antrag kann die zuständige Stelle den Prüfungsteilnehmer oder die Prüfungsteilnehmerin von der Prüfung einzelner Prüfungsbestandteile nach § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1, § 5 Abs. 1 und § 6 Absatz 9 freistellen, wenn in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung vor einer zuständigen Stelle, einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Bildungseinrichtung oder vor einem staatlichen Prüfungsausschuss eine Prüfung mit Erfolg abgelegt wurde, die den Anforderungen der entsprechenden Prüfungsinhalte nach dieser Verordnung entspricht.
§ 8 Bestehen der Meisterprüfung
(1) Die vier Prüfungsteile sind gesondert zu bewerten. Für den praktischen, den fachtheoretischen sowie den wirtschaftlichen und rechtlichen Teil ist das arithmetische Mittel aus der Bewertung für einzelnen Prüfungsfächer zu bilden; dabei ist im fachtheoretischen Teil dei Bewertung der Meisterprüfungsarbeit einzubeziehen. Sind in einem Prüfungsfach schriftliche und mündliche Prüfungsleistungen erbracht worden, so ist aus den Bewertungen für diese Leistungen das arithmetische Mittel zu bilden; schriftliche und mündliche Prüfungsleistungen haben das gleiche Gewicht. Für den Teil „Berufsausbildung und Mitarbeiterführung“ ist eine Note als arithmetisches Mittel aus den Bewertungen der Leistungen in den Prüfungen nach § 6 Absatz 10 und 11 im Abschnitt Berufsausbildung sowie der Leistung in der Prüfung nach § 6 Absatz 12 im Abschnitt Mitarbeiterführung zu bilden, dabei ist die Note für den Abschnitt Berufsausbildung mit 60 Prozent und die Note für den Abschnitt Mitarbeiterführung mit 40 Prozent zu gewichten. Die Note für den Abschnitt Berufsausbildung ist als arithmetisches Mittel aus den Bewertungen der Leistungen in der Prüfung nach § 6 Absatz 10 und in der Prüfung nach § 6 Absatz 11 zu bilden; dabei hat die Note in der Prüfung nach § 6 Absatz 10 das doppelte Gewicht. Das Ergebnis der Bewertungen ist in den Prüfungsteilen, den Prüfungsfächern, der Meisterprüfungsarbeit sowie in den Prüfungen nach § 6 Absatz 10 bis 12 in Noten auszuweisen.
(2) Die Prüfung ist bestanden, wenn der Prüfungsteilnehmer in jedem Prüfungsteil mindestens die Note "ausreichend" erzielt hat. Sie ist nicht bestanden, wenn in der gesamten Prüfung mindestens ein Prüfungsfach, die Meisterprüfungsarbeit oder eine der Leistungen in den Prüfungen nach § 6 Absatz 10 bis 12 mit "ungenügend" oder mehr als einer der vorgenannten Prüfungsbestandteile mit "mangelhaft" benotet worden ist.
(3) Die Prüfung nach § 6 Absatz 11 ist durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Die Ergänzungsprüfung soll nicht länger als 30 Minuten dauern. Bei der Ermittlung des Ergebnisses ist die bisherige Note der Prüfung und die Note der Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2:1 zu gewichten.
§ 9 Wiederholung der Meisterprüfung
(1) Eine Meisterprüfung, die nicht bestanden ist, kann zweimal wiederholt werden.
(2) In der Wiederholungsprüfung ist der Prüfungsteilnehmer auf Antrag von der Prüfung in einzelnen Prüfungsteilen und Prüfungsfächern, der Meisterprüfungsarbeit sowie von den Prüfungen nach § 6 Absatz 10 bis 12 zu befreien, wenn seine Leistungen darin in einer vorangegangenen Prüfung mindestens mit der Note "ausreichend" bewertet worden sind und er sich innerhalb von zwei Jahren, gerechnet vom Tage der Beendigung der nicht bestandenen Prüfung an, zur Wiederholungsprüfung anmeldet.
Alle Gesetze § 1 Ziel der Meisterprüfung und Bezeichnung des Abschlusses
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 9 V v. 21.5.2014 I 548
1980, 131: BGBl I

References: § 81
 § 80
 § 28

§ 3

§ 4
 § 3

§ 5
 § 6

§ 6
 § 3
 § 4
 § 5
 § 6

§ 8
 § 6
 § 6
 § 6
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 § 6
 § 6
 § 6
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§ 9
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 § 1
 Art. 9