Source: http://www.bverfg.de/en/decisions/rk19991201_1bvr201198.html
Timestamp: 2013-05-25 16:10:33+00:00

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Zitierung: BVerfG, 1 BvR 2011/98 vom 1.12.1999, Absatz-Nr. (1 - 10), http://www.bverfg.de/en/decisions/rk19991201_1bvr201198.html
- 1 BvR 2011/98 -
der Frau Dr. K. ,
Rechtsanwälte Professor Dr. Klaus Heuer und Partner,Sredzkistraße 47, Berlin -
den Beschluß des Bundessozialgerichts vom 5. Oktober 1998 - B 4 RA 93/98 B -, b)
das Urteil des Landessozialgerichts Berlin vom 8. April 1998 - L 6 An 18/94 -, c)
das Urteil des Sozialgerichts Berlin vom 14. Oktober 1993 - S 11 An 1667/92 -, d)
den Bescheid der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 15. Dezember 1997 - 65 121026 K 535 -
den Widerspruchsbescheid der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 27. April 1992 - 121026530064 BKZ 2020 SG - II. mittelbar gegen
§ 2 Abs. 2, § 4 Abs. 1 und 3, § 6 Abs. 1 AAÜG in Verbindung mit § 307 b Abs. 1 bis 3 SGB VI
1. Das Urteil des Landessozialgerichts Berlin vom 8. April 1998 - L 6 An 18/94 - und der Bescheid der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 15. Dezember 1997 - 65 121026 K 535 - verletzen die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten aus Artikel 14 und Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes. Das Urteil des Landessozialgerichts wird aufgehoben, soweit in dem Bescheid vom 15. Dezember 1997 die Rente nach Maßgabe des § 307 b Absatz 1 des Sozialgesetzbuches Sechstes Buch berechnet und der durch den Einigungsvertrag geschützte Zahlbetrag nicht ab 1. Januar 1992 an die Lohn- und Einkommensentwicklung angepaßt ist. Die Sache wird an das Landessozialgericht zurückverwiesen.
Der Beschluß des Bundessozialgerichts vom 5. Oktober 1998 - B 4 RA 93/98 B - ist damit gegenstandslos.
2. Das Land Berlin hat der Beschwerdeführerin die Hälfte ihrer notwendigen Auslagen zu erstatten.
In der Sache greift die Beschwerdeführerin die Höhe der Rente an, die in Abänderung früherer Bescheide auf der Grundlage von § 307 b Abs. 1 SGB VI mit Bescheid der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 15. Dezember 1997 festgesetzt worden ist; er umfaßt auch den Anspruch auf Zusatzversorgung. Daneben werden die Bescheide angegriffen, die aufgrund der Übergangsbestimmungen des § 23 Abs. 1 des Gesetzes zur Angleichung der Bestandsrenten an das Nettorentenniveau der Bundesrepublik Deutschland und zu weiteren rentenrechtlichen Regelungen (Rentenangleichungsgesetz - RAnglG) vom 28. Juni 1990 (GBl I S. 495), des § 6 der Ersten Verordnung zur Anpassung der Renten in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (1. Rentenanpassungsverordnung - 1. RAV) vom 14. Dezember 1990 (BGBl I S. 2867), des § 8 der Zweiten Verordnung zur Anpassung der Renten und zu den maßgeblichen Rechengrößen in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (2. Rentenanpassungsverordnung - 2. RAV) vom 19. Juni 1991 (BGBl I S. 1300) sowie des § 307 b Abs. 5 SGB VI für die Übergangszeit ab 1. Juli 1990 bis zur Neuberechnung erlassen wurden.
1. Die Kammer nimmt die Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung an, soweit dies zur Durchsetzung der Grundrechte der Beschwerdeführerin aus Art. 14 und Art. 3 Abs. 1 GG angezeigt ist (§ 93 a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG). Die Voraussetzungen für eine stattgebende Entscheidung durch die Kammer (§ 93 c Abs. 1 Satz 1 BVerfGG) liegen vor. Die für die Beurteilung maßgeblichen verfassungsrechtlichen Fragen hat das Bundesverfassungsgericht bereits geklärt (Urteile vom 28. April 1999, 1 BvL 32/95 und 1 BvR 2105/95 sowie 1 BvR 1926/96 und 1 BvR 485/97).
b) Nach dieser Rechtsprechung verletzen das Urteil des Landessozialgerichts vom 8. April 1998 und der Bescheid vom 15. Dezember 1997 die Beschwerdeführerin in ihren Grundrechten aus Art. 14 und Art. 3 Abs. 1 GG. Aus der verfassungsrechtlich gebotenen Anpassung des Zahlbetrags an die Lohn- und Einkommensentwicklung ab 1. Januar 1992 kann sich für die Beschwerdeführerin eine Erhöhung des Zahlbetrags ihrer Rente ergeben. Auch ist nicht auszuschließen, daß das Berechnungsverfahren des § 307 b Abs. 1 SGB VI für sie nachteilig ist.
c) Das angegriffene Urteil des Landessozialgerichts ist aufzuheben und die Sache an dieses Gericht zurückzuverweisen (§ 95 Abs. 2 BVerfGG). Der zugleich mit der Verfassungsbeschwerde angegriffene Beschluß des Bundessozialgerichts ist damit gegenstandslos (vgl. BVerfGE 69, 233 <248>).
Da die Verfassungsbeschwerde nur teilweise Erfolg hat, ist es angemessen, wenn der Beschwerdeführerin die Hälfte der notwendigen Auslagen erstattet wird (§ 34 a Abs. 2 BVerfGG).

References: § 2
 § 4
 § 6
 § 307
 § 307
 § 307
 § 23
 § 6
 § 8
 § 307
 Art. 14
 Art. 3
 Art. 14
 Art. 3
 § 307