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Timestamp: 2020-06-07 04:13:46+00:00

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Staat fördert energetische Sanierung privaten Wohnraums
Der Schutz des Klimas ist eine große, globale Herausforderung. Um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, hat der Gesetzgeber im Rahmen des Gesetzes zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 mit der Einführung des § 35c EStG eine steuerliche Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen von zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden (begünstigtes Objekt) verabschiedet. Wir stellen Ihnen nachfolgend die Kernpunkte der neuen Steuerermäßigung vor.
Steuerlich begünstigte Maßnahme
Eine steuerliche Förderung ist für die folgenden energetischen Maßnahmen vorgesehen:
Anlage 1 - Wärmedämmung von Wänden
Anlage 2 - Wärmedämmung von Dachflächen
Anlage 3 - Wärmedämmung von Geschossdecken
Anlage 4 - Erneuerung der Fenster und Außentüren
Anlage 5 - Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
Anlage 6 - Erneuerung der Heizungsanlage
Anlage 7 - Einbau digitaler Systeme
Anlage 8 - Optimierung bestehender Heizungsanlagen
Voraussetzung der Steuerermäßigung
Für den Erhalt der steuerlichen Förderungen müssen für jede energetische Maßnahme verschiedene technische Mindestanforderungen erreicht werden. Die Mindestanforderungen sind in der jeweiligen Anlage 1-8 zu der Energetische Sanierungsmaßnahmen-Verordnung - EsanMV vom 02.01.2020 genau definiert. Die jeweilige Anlage sollte daher als Grundlage für die Einholung eines Kostenvoranschlags bei dem entsprechenden Fachunternehmen dienen. Wir haben die Anlagen diesem Artikel beigefügt.
Fachunternehmen im Sinne der Vorschrift sind alle Unternehmen, die in den folgenden Gewerken tätig sind. Die energetische Maßnahme muss dem Gewerk des Fachunternehmens zuzuordenen sein:
Heizungsbau und –installation
Elektrotechnik- und –installation
Die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme im Einzelnen
Das begünstigte Objekt ist älter als zehn Jahre (maßgeblicher Zeitpunkt ist der Beginn der Herstellung).
Die energetische Maßnahme muss nach dem 01.01.2020 begonnen haben.
Dem Finanzamt muss eine nach amtlich vorgeschriebenem Muster erstellte Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens über eine förderungsfähige energetische Maßnahme vorgelegt werden.
Die vom Fachunternehmen in deutscher Sprache ausgestellte Rechnung muss folgenden Inhalt ausweisen: die förderungsfähige Maßnahme, die Arbeitsleistung des Fachunternehmens, die Adresse des begünstigten Objekts.
Die Zahlung hat auf das Konto des Leistungserbringers zu erfolgen.
Ein Muster für die Bescheinigung von Fachunternehmen ist seit dem 31. März 2020 auf der Seite des BMF verfügbar:
Muster für die Bescheinigung von Fachunternehmen
Der maximal förderungsfähige Gesamtbetrag der Aufwendungen für energetische Maßnahmen je Objekt beträgt 20 % der Aufwendungen, maximal insgesamt 40.000 Euro.
Auf Antrag ermäßigt sich sodann die tarifliche Einkommensteuer in dem Jahr des Abschlusses der Maßnahme und im folgenden Kalenderjahr um 7 % der Aufwendungen –höchstens jeweils 14.000 Euro (7 % von max. 200.000 Euro)- sowie in dem darauffolgenden Jahr um 6 % der Aufwendungen –höchstens um 12.000 Euro (6% von max. 200.000 Euro).
Es wurde eine energetische Sanierungsmaßnahme in Höhe von 200.000 Euro in 2020 ausgeführt. Die übrigen Voraussetzungen des § 35c EStG liegen vor.
Ermäßigung tarifliche ESt in %
Ermäßigung tarifliche ESt in €
14.000 € 14.000 € 12.000 €
Es wurde eine energetische Sanierungsmaßnahme in Höhe von 80.000 Euro in 2020 ausgeführt. Die übrigen Voraussetzungen des § 35c EStG liegen vor.
5.600 € 5.600 € 4.800 €
Wurde für die Planung ein nach BAFA als fachlich qualifiziert eingestufter Energieberater hinzugezogen sind die Kosten für den Energieberater unabhängig von der 40.000 Euro-Grenze voll abzugsfähig.
Wesentliche Vorteil, im Vergleich zur Steuerermäßigung nach § 35a ESt, ist die Abzugsfähigkeit der Lohn- und Materialkosten.
Eine Steuermäßigung nach § 35c EStG ist ausdrücklich ausgeschlossen, wenn:
die Aufwendungen bereits als Betriebsausgabe, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt wurden oder
für die energetische Maßnahme bereits eine Steuerbegünstigung gem. § 10f EStG („Steuerbegünstigung für zu eigenen Wohnzwecken genutzte Baudenkmale und Gebäude in Sanierungsgebieten und städtebaulichen Entwicklungsbereichen“) oder gem. § 35a EStG („Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen“) in Anspruch genommen wurde oder
es sich um eine öffentlich geförderte Maßnahme handelt, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden (insb. KfW-Förderungen)
Gültigkeit der Steuerermäßigung
Die Anwendung der gesetzlichen Regelung ist für die Zeit vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2029 befristet.
Gerne beraten wir Sie, welche steuerliche Alternative (§ 35a oder § 35c EStG) für Sie günstiger ist.

References: § 35
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 § 10
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