Source: http://www.jagdblog.blogspot.com/2008_02_01_archive.html
Timestamp: 2013-12-11 22:10:31+00:00

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Hallo,Kaspar Hauser mit einer kurzen Erinnerung für Hundeführer.Die Jagd-Saison ist zu Ende und viele Jäger widmen sich jetzt wieder mehr der Familie oder anderen Leidenschaften.Den jagenden Hundeführern lege ich Stefans Artikel ans Herz:Jeder Tag ist ein Jagdtag, aber nicht jeder Tag ist ein BeutetagSo wie dieser Australische Welpe um die Aufmerksamkeit meiner Cousine bettelt, werden viele Jagdhunde in den nächsten Tagen und Wochen um Beschäftigung ersuchen. Also wünsche ich allen Hunden und ihren Führern fröhliches Jagen ohne Beute.IhrKaspar Hauser
In Österreich nimmt man es mit der Tradition oft noch genauer:Offizieller Jägerschlag der Kärntner JägerschaftEs gibt wohl wenig jagdliche Rituale, die so unterschiedlich gehandhabt werden, wie der Jägerschlag.Da lässt man zur Belustigung der Jagdgesellschaft den Jungjäger beim Schüsseltreiben Hasen durch die Kneipe apportieren oder aus den Flintenläufen des Jagdkönigs Schnäpse trinken. Dabei erzählt man dann dem unbedarfen Jungjäger, dass bisher jeder Jäger diesen Schwachsinn über sich hat ergehen lassen und diese Taufe ein absolutes Muss ist, um die Jägerehre zu erlangen.Es sei allen Jungjägern gesagt, dass diese Rituale niemals Bestandteil des Jägerschlages waren und all dieser Mumpitz der Phantasie von Jägern entsprungen ist, die sich auf Kosten der Jungjäger amüsieren wollen.Richtig ist viel mehr, dass anlässlich einer Treibjagd oder einer anderen Jagdveranstaltung, an der ein Jungjäger sein erstes Stück erlegt hat, der Jagdherr oder ein anderer Altjäger den feierlichen Jägerschlag vornimmt. In Vertretung aller anwesenden Jungjäger tritt ein Jungjäger vor den Jagdherrn und bekommt nach einigen einleitenden Worten drei sanfte Schläge mit dem Hirschfänger auf die rechte Schulter.Nach jedem Schlag spricht der Jagdherr nachfolgende Worte:Der erste Schlag soll Dich zum Jäger weihen, der zweite Schlag soll Dir Waidgerechtigkeit verleihen, der dritte Schlag sei ein Gebot: Was Du nicht kennst, das schieße nicht tot." Danach erheben sich die Jungjäger und trinken zusammen einen Schnaps auf die Jagdgesellschaft. Leider wird der Brauch des Jägerschlages nur noch selten zelebriert, was wohl auch daran liegt, dass sich um das Wie des Jägerschlages viele Horrorgeschichten ranken.waidmannsheilEuerstefan
Zahlreich stehen in den nächsten Wochen die Abschlüsse neuer Jagdpachtverträge an.Natürlich wird dieses Jahr durch die Zunahme der Biogasanlagen und den damit verbundene Zunahme des Wildschadenrisikos über Wildschadensbegrenzungen und Ausstiegsklauseln verhandelt.Doch weitestgehend unbemerkt von der momentanen Wildschadenssituaton ist vielen Jagdpächtern nicht bewusst, dass in einigen Jagdpachtverträgen die ungelöste Frage der Mehrwertsteuerpflicht schlummert.Dass Eigenjagdbezirke als gewerbliche Verpachtung der Mehrwertsteuerpflicht unterliegen und die darauf zu erhebende Mehrwertsteuer auch rückwirkend zu erheben ist, wurde bereits vor dem Bundesgerichtshof in einem Urteil vom 2.3.2006 mit dem Aktenzeichen III ZR 382/02 letztinstanzlich festgelegt.Das Urteil kann hier nachgelesen werden.Doch auch die Jagdpacht bei gemeinschaftlichen Jagdbezirken kann unter bestimmten Voraussetzungen mehrwertsteuerpflichtig sein. Eine klare Aussage darüber, wann ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk mehrwertsteuerpflichtig ist, erhielt das JagdBlog auf Anfrage bei der Rechtsabteilung des DJV nicht.Der DJV hat nach Aussage seiner Rechtsabteilung keinerlei Empfehlungen an seine Mitglieder herausgegeben, wie sie sich bezüglich der Mehrwertsteuer auf den Jagdpachtpreis verhalten sollen.Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass eine Jagdpacht dann mehrwertsteuerpflichtig ist, wenn innerhalb der Jagdpachtfläche ein einzelner Eigentümer zusammenhängend 75 ha oder mehr besitzt.Aus gut unterrichteten Kreise konnte das JagdBlog erfahren, dass viele Städte und Gemeinden zur Zeit prüfen, welche ihrer verpachteten Jagdflächen der Mehrwertsteuer unterliegen.Der Jagdpächter, der in den nächsten Wochen einen Jagdpachtvertrag unterschreibt, sollte zumindest den Verpächter fragen, ob die Fläche, die er anpachtet, die Kriterien der Mehrwehrtsteuerpflicht erfüllt oder nicht. Schließlich kann eine nicht erhobene Mehrwertsteuer bis zu 5 Jahre rückwirkend erhoben werden.Grundsätzlich sollte aber der Pächter bei der Ausformulierung von Klauseln, die ihn vor unliebsamen Überraschungen schützen sollen, - dies gilt auch für eventuell nachträglich erhobene Mehrwertsteuer - einen Anwalt zu Rate ziehen.waidmannsheilEuerstefan
Von der jagdlichen Öffentlichkeit weitestgehend unbemerkt hat der Bayerische Verwaltungsgerichthof (VGH) die Kompetenz des LJV Bayern bezüglich der Brauchbarkeitsprüfung für das Jagdhundewesen massiv beschnitten.Bereits im August berichtete das Jagdblog unter dem Thema: "Jagdhundebrauchbarkeitsverordnung mit unzulässiger Überregulierung"über die fehlerhafte Interpretation der Jagdgebrauchshundeverordnung durch die Jägerschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Die Jägerschaft in Mecklenburg-Vorpommern forderte von den Jägern, die einen Hund zur Prüfung anmeldeten, die Vorlage eines Zuchtbuches, in dem der Hund als anerkannte Jagdhunderasse ausgewiesen wird. In dieser Hürde zur Prüfungszulassung sah das Gericht eine unzulässige Überregulierung.Nun wurde in einer Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof in Bayern die Kompetenz der Bayerischen Jägerschaft massiv beschnitten.Wie auch in Mecklenburg- Vorpommern ging es im Kern in der Klage in Bayern um zwei Fragen:1. Was ist ein brauchbarer Jagdhund2. Wer legt fest, wann es sich bei einem Hund um einen brauchbaren Jagdhund handelt?Erst einmal wirkt es verwirrend, dass im Urteil des Verwaltungsgerichthof in Bayern (AZ 19 ZB 06.1625) dem Halter eines Westfalenterrieres der Anspruch auf Prüfungszulassung verweigert wurde. Dem Halter war die Prüfungsteilnahme wegen fehlendem Zuchtbuch verweigert worden.Erst beim Lesen der Begründung der Verweigerung wird erkennbar, das der Landesjagdverband Bayern seine Kompetenz weit überschritten hat.Dem Landesjagdgesetz in Bayern fehlt nämlich ein Erlass des Ministers und die dazugehörige Durchführungsverordnung, die ihm die Rechtsgrundlage gibt, die Brauchbarkeitsprüfung abzuhalten. Lediglich schreibt das Landesjagdgesetz einen brauchbaren Jagdhund vor.Das Gericht entschied daher, dass niemand eine Prüfungsteilnahme einklagen kann, der die Rechtsgrundlage fehlt.Scheinbar wusste kein Jäger in Bayern, dass dem Landesjagdverband jede Rechtsgrundlage zur Durchführung der Brauchbarkeitsprüfung fehlt, da der Gesetzgeber die Bayerische Jägerschaft zur Durchführung dieser Prüfungen nie beauftragt hatte.Doch das Gericht entschied zudem weiter, dass bei einer fehlenden Rechtsgrundlage einer Brauchbarkeitsprüfung jeder Halter selbst seinen Hund als brauchbaren Jagdhund einstufen kann. Hätte die Jägerschaft an dieser Deklaration des Halters Zweifel, läge die Beweislast bei der Jägerschaft, nicht aber beim Halter.Erneut hat ein Gericht die Kompetenz einer Jägerschaft bei der Umsetzung von Gesetzen massiv beschnitten. Scheinbar kommt es bei der Umsetzung der Landesjagdgesetze durch die Landesjagdverbände immer wieder zu einer Interessenkollision.Immer noch empfinden sich die Landesjagdverbände als exekutives Organ des Gesetzgebers. Leider müssen erst teure Gerichtsentscheide herbeigeführt werden, um die Landesjagdverbände eines Besseren zu belehren.waidmannsheilEuerstefan urteil regensburg von
Hallo,Kaspar Hauser zum Thema Hundeführer und Lehrer.Gegen die meisten Lehrer empfinde ich eine Abneigung. Mit den meisten Hundebesitzern hingegen komme ich bestens aus. An sich ist das ein Widerspruch, denn jeder Hundeführer ist ja auch Lehrer.Zumindest, wenn er oder sie dem Hund etwas beibringen will.Doch wenn ein Hund etwas - noch - nicht kann, schieben Hundeführer das nur ganz selten auf den Hund. Oder haben Sie schon einmal den Satz gehört: "Mein Hund ist zu dumm"?Tausende Lehrer hingegen erklären täglich ihre Schüler für zu dumm.Jeder erfahrene Hundeausbilder kennt die Binsenweisheit:Bei Problemen mit Hunden ist die Lösung meistens am anderen Ende der Leine zu suchen.Und bei Lehrern? Nein, da liegt es immer an den Kindern. Zu nervös, Auferksamkeitsstörung, schlechtes Elternhaus, mangelnde Mitarbeit der Eltern, gestörtes soziales Umfeld, die Liste der Ausreden ließe sich endlos fortsetzen.Ich plädiere dafür, dass jeder Lehrer im Referendariat ein paar Tage bei einem guten Hundeausbilder zubringt. Der angehende Lehrer lernt dort, die Verantwortung für den Lernerfolg - oder dessen Ausbleiben ! - zu tragen.Daran fehlt es Lehrern nämlich leider viel zu oft.Ihr leicht Schul-geschädigter,Kaspar Hauser
Die weitestgehende Tatenlosigkeit der Jagdverbände im Fall Manfred Ißleib offenbaren ein Problem, das aus meiner Sicht für die Jagdverbände durchaus als existenzbedrohend angesehen werden kann.Die Informationspolitik der letzten Woche hat bewiesen, dass die Jagdverbände mit schwarzen Schafen aus den eigenen Reihen nicht umgehen können. Dabei stehen wir als Jäger wie kaum eine Gruppe unter der Beobachtung der Öffentlichkeit. Jede noch so kleine Verfehlung durch einzelne Verbandsmitglieder wird von der Gegnerschaft der Jagd aufgegriffen und als "Munition" gegen die Jagd verwandt. Zwar haben es die Jagdverbände geschafft, sich neben NABU und BUND als Naturschutzorganisation zu etablieren, aber bei der Suche nach einem wirksamen Instrument gegen Mitglieder, die gegen die Grundsätze ethischen Jagens verstoßen und deren Schandtaten an die Öffentlichkeit gelangen, haben die Verbände kläglich versagt.Nun lässt es sich nie ganz verhindern, dass Jäger gegen die Sitten und den Anstand verstoßen, schließlich gehen Menschen zur Jagd und wo Menschen handeln, passieren Fehler. Aber einen Plan, wie bei solchen Fällen zu verfahren ist, haben die Verbände nicht. Diese Planlosigkeit, wie die Verbandsfunktionäre in einem solchen Falle zu verfahren haben, wird im Fall Manfred Ißleib allzu deutlich.Den Jagdverbänden fehlte in den letzten Monaten ein klares Konzept, wie man in diesem Fall zu verfahren hat und vor die Öffentlichkeit geht. Stattdessen wurde versucht, den Fall tot zu schweigen.Doch irgendwie kam mir das Problem bekannt vor und ich blätterte in meinem Jagdtagebuch. Dort stieß ich auf einen aus der Jagdzeitschrift "Wild und Hund" ausgeschnittenen Leserbrief aus dem Jahre 1988, den ich damals an "Wild und Hund" schrieb.Auch damals, vor 20 Jahren, kritisierte ich diese für die Jagdverbände so typische Verschleierungstaktik als untaugliches Instrument einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit.Nach nun über 20 Jahren des Erscheinen dieses Leserbriefs muss ich feststellen, dass dieser an Aktualität nichts verloren hat.Da aber beim Fall Ißleib nun große Teile der Jägerschaft und hier ganz besonders die passionierten Hundeführer betroffen sind, bleibt zu hoffen, dass unter deren Druck sich die Informationspolitik der Jagdverbände massiv ändern wird, da wir ansonsten als Jäger die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit verlieren.Ein Umstand, den wohl kein Jäger will.waidmannsheilEuerstefanEinige Jäger sind die größten Feinde der JagdMein Leserbrief aus "Wild und Hund" Heft 22/1988 Seite 6 Trotz der Polemik, mit der jagdkritische Artikel in der Tagespresse und in den Illustrierten behaftet sind, stößt man oft auf Kritikpunkte, bei denen man auch als überzeugter Jäger, der Wert auf Brauchtum und Ethik legt, leider zustimmen muss.Die Reaktion der Jägerschaft ist aber bei Fehlverhalten immer wieder die gleiche: Schützend stellt sich die Jägerschaft vor Jäger und verteidigt die angeprangerten Missstände. Leider vermisse ich bei unseren Jagdverbänden Selbstkritik! Hierzu zwei Beispiele:1. Auf einer Treibjagd, an der fast ausschließlich ortsansässige Jäger teilnahmen, wurde mir als "zugereister" Jagdgast seitens mehrerer Jäger von den Missetaten eines geladenen Jagdgastes erzählt. So mancher wusste von Verstößen gegen Brauchtum und Jagdgesetz zu berichten. Natürlich trug dieser Jäger an seinem Hut das DJV Abzeichen.Auf meine Frage, warum er eingeladen wurde, antwortete man mir, dass geschäftliche Gründe dafür vorlägen. Nun, wenn diese Schandtaten öffentlich werden sollten, wird sich die Jägerschaft, wenn überhaupt, von diesem Jäger distanzieren. Nur ist es dann leider zu spät!2. Am eigenen Leib musste ich erfahren, wie man mit Jägern verfährt, die Kritik üben.Mehrmals verstieß ein Gast gegen Jagdrecht und Brauchtum in einem Revier, in dem auch ich jagen durfte. Als ich daraufhin meine Kritik kundtat, wurde mir klar gemacht, dass diese unerwünscht sei und ich mir doch besser eine andere Jagdmöglichkeit suchen möge.Bestimmt sind diese Beispiele nicht die Regel, jedoch auch nicht die große Ausnahme. Als Verbindungsstudent habe ich gelernt, für eine Sache, in diesem Falle die Jagd einzustehen, sowohl Kritik anzunehmen als auch zu üben. Leider vermisse ich bei der Jägerschaft weithin Selbstkritik.Warum verwarnt man Missetäter nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit (Hegeringversammlung) und droht ihnen im Wiederholungsfall mit dem Ausschluss aus dem Verband und mit einer Klage vor einem ordentliche Gericht? Der Schaden, den diese Jäger in der Öffentlichkeit anrichten ist mit nichts aufzuwiegen.Solange die Jägerschaft immer wieder den Mantel schützend über diejenigen hält, die in der Öffentlichkeit Anlass zur Kritik geben, werden wir als Jäger ständig dem Hohn und Spott der Bevölkerung ausgesetzt sein.Gern würde ich an der Verbandsarbeit teilnehmen, aber mir fehlt bis heute die Überzeugung. Selbstkritik tut weh, langfristig sehe ich aber darin die einzige Möglichkeit, das Bild der Jägerschaft in der Öffentlichkeit so darzustellen, wie wir es gerne möchten.Stefan Fügner von
Guten Tag,Kaspar Hauser hier mit einer neuen Umfrage.Stefan und ich sind uns nie einig bei der Frage:Wie alt - gefühlt - sind die JagdBlog Leser?Sie stutzen jetzt wahrscheinlich. "Gefühltes Alter", was ist das?Lassen Sie mich das kurz darlegen.Meiner Meinung nach gibt es drei Arten von Alter:die Zahl in Ihrem Passdas biologische Alter des Körpersdas gefühlte oder geistige AlterDie Zahl in Ihrem Pass ist genau das, eine Zahl.Und als solche an sich irrelevant.Das biologische Alter hängt von Gesundheit undLebenswandel ab. Hier gilt: geräuchertes und inAlkohol eingelegtes hält sich länger.Und das gefühlte oder geistige Alter hängt vonIhrem Gehirn und Ihrem Gemütszustand ab.Aus meiner Sicht ist nur das gefühlte,das geistige Alter bedeutsam.Nehmen Sie Stephen Hawking.Laut Pass ist er 66.Sein Körper wäre ohne lebenswichtige Geräte längst tot.Und dann schauen Sie sich seinen Geist an. Der Knabe macht Unfug wie ein Teenager, ist hellwach und ein humorvolles Genie, geistig also so um die 25-35?Zurück zur Umfrage: Wie ist Ihr gefühltes Alter?Ihr sehr gespannter,Kaspar Hauser
Hallo,Kaspar Hauser mit einem Nachtrag zu diesem Beitrag und der Bedeutung des Internet.Sie haben es wahrscheinlich nebenher gehört oder gelesen:Der Brockhaus stellt die gedruckte Version ein.Man publiziert nur noch im Internet, und das kostenlos."Ja und", fragen Sie?Der Brockhaus war seit Bestehen die Institution für Wissen im Deutschsprachigen Raum, also für ein paar Hundert Millionen Menschen!Millionen Menschen sind überzeugt:Was im Brockhaus steht, ist Fakt. Quasi Gesetz.Und was nicht drin ist, das gibt es gar nicht.Der "Experte" war erst dann ein solcher, wenn er entweder im Brockhaus erwähnt wurde. Oder, wenn er "Brockhaus Autor" war. Professoren aller Wissenschaftsgebiete prügelten sich um diese Ehre.Und die Brockhaus-Redakteure waren die Gralshüter des allgemeinen Wissens.Und warum gibt Brockhaus auf?Das Internet, und dort Wikipedia, haben dem Brockhaus die Autorität und die Bedeutung genommen. Nicht nur, dass es im Internet die Information kostenfrei gibt, statt für ein paar Tausend Euro.Im Internet ist die Information aktueller und besser!Und, der kritische Leser kann sogar die Diskussion nachlesen, die zu einem Lexikon-Eintrag geführt hat. Er kann sich also eine eigene Meinung bilden.Somit wiederhole ich meine Aussage:Wer nicht im Internet kommuniziert, der IST SCHON TOT!Ihr, manchmal gern Recht habender,Kaspar HauserPS: Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass der Präsident der Hessischen Jungjäger auf der Jagd & Hund zu Stefan sagte: "Na ja, wir ziehen uns aus dem Internet dann ja zurück".Wer bestellt das Begräbnis?
Dass das "grüne Abitur", auch Jägerprüfung genannt, heute in einigen Jagdschulen bereits binnen 10 Tagen zu erlangen ist, hat sich vieler Orts herumgesprochen.Doch wie sah eine Jägerausbildung aus, als es noch keine Jagdschulen und Jägerprüfungskomissionen gab?Eine interessante Ausführung zum Thema einstige Jägerausbildung fand ich im Internet auf der Homepage "Lisas Jagdseiten" der Kärntner Jägerin Marlis aus dem Lavanttal.Man beachte, dass die frühere Jägerausbildung 3 Jahre dauerte und der Lehrprinz den Jungjäger im Umgang mit den Hunden (hundgerecht), in der Waldwirtschaft (holzgerecht) in der Waidgerechtigkeit (hirschgerecht) und im Umgang mit der Waffe (schießgerecht) unterrichtete.Vom Errichten von Hochsitzen oder dem Beschicken von Kirrungen allerdings steht dort nichts. Diese für die Erlangung der Jägerwürde völlig unbedeutenden Kenntnisse sind somit nachweislich eine Erfindung der Neuzeit.Interessant finde ich, dass dem Jägerburschen der Lehrabschied, wohl mit dem heutigen Jägerbrief vergleichbar, nur gezeigt und am nächsten Tage dann zugestellt wurde.Scheinbar waren die Saufgelage anlässlich solcher Jägertaufen derart exzessiv, dass kaum ein Jungjäger es schaffte, seinen Lehrabschied unversehrt über den Abend zu retten.Man nahm es mit dem Ausbilden früher wohl etwas genauer, mit dem Saufen allerdings auch.waidmannsheilEuerstefanEinstige JägerausbildungEin Lehrling, der die Jägerei erlernen wollte, mußte drei "Behänge" oder Lehrjahre aushalten, bevor er wehrhaft gemacht wurde, d.h. den Hirschfänger und den Lehrabschied erhielt. JägerjungeIm ersten "Behang" wurde der Jägerjunge auch Hundejunge genannt, seine Tätigkeit bestand in erster Linie in der Pflege und Fütterung der Hunde, insbesondere der Leithunde. LehrburscheIm zweiten Jahr hieß er Lehrbursche und durfte bereits das Jagdhorn an der Hornfessel tragen, was ihm im ersten Jahr nicht erlaubt war. Er wurde nun von seinem Lehrherrn, dem sog. Lehrprinz, in allen waidmännischen Gebräuchen und in allen Zweigen der Jagd ausgebildet, dadurch wurde er hirschgerecht. Aber auch in forstlichen Fragen sollte er sich belernen, um so holzgerecht zu werden. Durch die Abführung des Leithundes und das Dressieren der Jagdhunde wurde er hundgerecht. Auch das Schießen mußte fleißig geübt werden, damit er schießgerecht wurde. Aber daß es auf das Schießen nicht allein ankam, wurde auch schon damals betont: "Denn wenn einer noch so gut schießen kann, versteht aber sonst nicht viel, so heißt er zwar Schütze, aber noch kein Jäger." Jägerbursche Im dritten Jahr seiner Ausbildung wurde der Lehrling Jägerbursche genannt, und nach Beendigung der drei Behänge wurde er feierlich wehrhaft gemacht. Der Lehrprinz lud zu dieser Zeremonie seine Nachbarn und Freunde ein. Mit einer feierlichen Ansprache des Lehrprinzen an den Jägerburschen, der zur linken Hand seines Lehrherrn, mit Hornfessel und Hirschfängergurt angetan, stand, begann der Akt. Dann nahm der Lehrprinz mit der linken Hand den vor ihm liegenden Hirschfänger und hielt ihn vor sich, mit der rechten Hand gab er dem Jägerburschen eine Ohrfeige und sprach dabei: "Dies leidest du jetzt von mir, und hinfort nicht mehr, weder von mir noch von einem andern!" Alsdann wurde der Hirschfänger feierlich überreicht "nicht zu dem Ende, daß du es zu unnützen Händeln und Ungelegenheiten, sondern wozu es eigentlich gemacht, was vernünftig, redlich und rühmlich ist, nämlich zur Ehre der löblichen edlen Jägerey, seines künftigen Herrn, zur Beschützung seines und deines ehrlichen Namens, Leib und Lebens, am meisten aber auf Jagden führest und gebrauchest!" Alsdann wurde dem Jägerburschen der Lehrabschied überreicht oder auch nur gezeigt und am nächsten Morgen zugestellt; dieser Brauch ist wohl so zu erklären, daß man befürchtete, der neu gebackene hirsch- und holzgerechte Jäger könnte bei dem nun folgenden Examenstrunk seinen Lehrabschied, der für ihn ein wichtiges Dokument war, einbüßen. Der Jägerbursche steckte alsdann den Hirschfänger zu sich, bedankte sich in wohlgesetzter Rede, und die Anwesenden stießen in ihre Hifthörner, wünschten ihm Waidmannsheil und erkannten ihn als Kameraden an.
HasenhochzeitPhoto: Stefan Meyers NaturfotografieAls ich heute gegen 8.00 das Auto bestieg, um mit dem DK Rüden Joe ins Revier zu fahren, um die Quersuche zu üben, war noch Eis auf der Windschutzscheibe, weshalb Wintermantel, Schal und dicke Socken zur Ausstattung gehören.Starker Nachtfrost hatten die Pfützen in den Feldwegen gefrieren lassen, doch die starke Sonne und wenig Wind ließen einen gegen Mittag spüren, dass dem Winter die Puste auszugehen scheint.Irgendwann wurde der Schalknoten geöffnet und mit offenem Mantel ging es über die noch kahlen Felder. Zweimal arbeitet Joe eine Kette Hühner in einer Brache heraus und verharrte brav in klassischer Vorstehermanier, um den abstreichenden Hühnern nachzusehen."Einen Hasen muss er mir noch herausarbeiten" dachte ich mir und strebte einem brachliegendem Erdbeerfeld zu, in dem sich die Hasen gerne drücken. Doch als ich den Feldrand erreichte, konnte ich gleich 3 Rammler kaum 40 Meter vor mir bei dem Versuch beobachten, einer einzigen Häsin habhaft zu werden. Sie waren derart in die Hasenhochzeit vertieft, dass sie mich und Joe überhaupt nicht wahr nahmen. Wild ging die Jagd im Kreis und ab und an flog die Hasenwolle durch die Luft. Fast 15 Minuten musste Joe am ganzen Leib zitternd mit ansehen, wie die 4 Hasen ihm vor der Nase herumtanzten.Die Hasen haben heute am 12. Februar beschlossen, dass der Winter vorbei ist und es Frühjahr wird, - zumindest in Südhessen.waidmannsheilEuerstefan
Hallo,Kaspar Hauser mit dem Ergebnis der Umfrage zum Lesekomfort:2/3 der Leser möchten lieber "Scrollen" als "Klicken", also mehr Beiträge auf der 1. Seite. Und ich denke, wir haben eine gute Lösung gefunden.Sie finden ab sofort auf der 1. Seite alle Beiträge der letzten sieben Tage.Das können mal mehr sein und mal weniger.Ihr Vorteil ist, Sie haben die ganze Woche im Blick. Und wenn Sie mal eine Woche lang nicht beim JagdBlog waren, dann blättern Sie am Ende zu den davorliegenden Beiträgen.Ist das gut so? Vorschläge bitte in "Kommentare" schreiben.Ihr, an der Seite bastelnder,Kaspar Hauser
Wer auf der Jagdmesse Jagd und Hund in Dortmund das Publikum aufmerksam verfolgte, konnte eine erstaunliche Wandlung feststellen.Nicht nur das Publikum, sondern auch die Aussteller haben sich gewandelt.Die Stände der großen Markenartikelhersteller rund um den Jäger, die früher die Hallen durch schiere Größe dominierten, sind sehr bescheiden geworden. Mittelständische Händler und Herstellern von Produkten rund um die Jagd haben oft größere Stände als die großen Konzerne. Auch die früher auffallend häufigen Plastiktüten der renommierten Markenhersteller werden vom Messebesucher nur noch selten durch die Hallen getragen. Stattdessen sieht man Tragetaschen von Firmen, die eher wenig bekannt sind. Es sind kleine Betriebe, die sich auf den Versand von Jagdartikeln im Internet spezialisiert haben und die Messe dazu nutzen, sich auch den Jägern bekannt zu machen, die noch kein Internet nutzen. Ihnen kommt das Sterben der kleinen Jagdgeschäfte im Einzelhandel zu gute. Der Jäger hingegen nutzt die Messe zu einer intensiven "shoppingtour", um sich mit den notwendigen Artikeln für Jagd und Hund einzudecken.Doch auch eine kaum noch überschaubare Menge an Kleinsthändlern bieten Produkte an, die es im herkömmlichen Einzelhandel oder bei den große Versandhäusern nicht oder nicht mehr gibt. Die Messe hat für den außenstehenden Betrachter deshalb nur noch wenig mit einer Messe zu tun. Vielmehr hat man das Gefühl auf einem riesen Trödelmarkt für Jagdutensilien gelandet zu sein. Den vielen Kleinausstellern kann es recht sein, schließlich erschließt sich ihnen auf der Messe ein Kundenstamm, der noch nicht im Internet einkauft und nur hier bedient werden kann.Doch auch das Publikum hat sich geändert. Die Frauen sind nicht mehr nur Begleitpersonen ihrer grünbekleideten Männer, sondern auch fachkundige Besucherinnen. Überhaupt hat man den Eindruck, dass die Messe ihren Charakter als reine Jagd- und Fischereimesse verloren hat und ein hoher Anteil von Nichtjäger die Messe besucht.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der- oder diejenige, der auf der Jagd und Hund 2008 Messeneuheiten gesucht hat, sicherlich fehl am Platze war. Wer aber die Messe zu einem intensiven Einkaufsbummel nutzen wollte, um Produkte zu erwerben, die es ansonsten nur im Internet zu kaufen gibt, war gut bedient.Mit einer Messe im herkömmlichen Sinne hat dies allerdings nur noch wenig zu tun.waidmannsheilEuerstefan
Wer die Messe Jagd und Hund in Dortmund besuchte und bei den Hundeleuten vorbei kam, konnte feststellen, dass es zur Zeit nur ein Thema zu geben scheint: Der Abschuß des Wachtelrüden in Ilmenau.Als erste Privatperson hat nun der Forstrat Axel Jendrusiak gegen den Staatsanwalt von Wagner beim Thüringer Generalstaatsanwalt Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.Nachfolgend die Dienstaufsichtsbeschwerde im Wortlaut.Jendrusiak, AxelSchmalkalden, den.09.02.2008Johannesgasse 1398574 SchmalkaldenTel. xxxx/xxxxxThüringer Generalstaatsanwaltschaftbeim Thüringer Oberlandesgericht JenaHerrn Generalstaatsanwalt Hartmut ReiboldPostfach 100 13807701 JenaDienstaufsichtsbeschwerdeHannibal St. GangloffBetreff: Verfügung des Staatsanwaltes Herr von Wagner zur Einstellung desErmittlungsverfahrens gegen Herrn Manfred Ißleib vom 03.01.2008.AK. 513 Js 38193/07Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,Ich war am 17.11.2007 bei der fraglichen Drückjagd im Rev. Kickelhahn beiIlmenau ebenfalls als Hundeführer im Einsatz. Daher kenne ich denSachverhalt. Auch den Geschädigten Herrn Savov und seinen erschossenenWachtelrüden Hannibal kenne ich persönlich. Da es meinen Wachtelrüden ebenso hätte treffen können, fühle ich mich von o.a. Verfügung auch persönlich betroffen.Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens mit der diesbezüglichen Begründung durch den Herrn Staatsanwalt von Wagner stößt bei Jägern und Hundeführern in ganz Deutschland auf Unverständnis. Gleichzeitig führt es zu einer Rechtsunsicherheit, die schnellstens und eindeutig geklärt werden muss.Inzwischen findet der Fall sogar im Ausland starke Beachtung.Nach seinen Ermittlungen, sieht der Herr Staatsanwalt von Wagner imVerhalten des Herrn Ißleib keinerlei Verstöße gegen das Waffengesetz, gegen das Tierschutzgesetz und auch nicht gegen das Bundes- u. das Thüringer Jagdgesetz. Selbst eine strafbare Sachbeschädigung schließt er aus.Mir erscheint seine Begründung sehr einseitig angelegt und zum Teil vonVoreingenommenheit gegen den Hundeführer geprägt zu sein. Alle Aussagen des Beschuldigten werden ungeprüft als wahr übernommen. Die des Hundeführers dagegen grundsätzlich bezweifelt. Dabei verliert er sich noch weitschweifig in abenteuerliche Spekulationen über angeblich fehlende Warnhalsungen und rote Hutbänder.Dies hätte doch eigentlich durch Zeugenaussagen ermittelt werden müssen.Nach meiner Kenntnis wurde weder der zuständige Revierleiter Herr Weinhardt, noch die von Herrn Savov angestellten Schützen dazu befragt. Auch Herr Savov selbst, ist vom Herrn Staatsanwalt nicht nochmals befragt worden. Alle Seine Informationen aus der Sicht des Hundeführers entstammen der kurzen polizeilichen Anzeige.Jetzt zu den Einzelheiten:Zitat:"zwischen 10.30 und 11.00 bemerkte er einen Hund, welcher einem flüchtigen Stück Rehwild nachsetzte."Gab es dieses Stück Rehwild tatsächlich? Der Hundeführer sprach nur vonRotwildfährten. Sind die Tatortfotos der Polizei zur Prüfung derGlaubwürdigkeit ausgewertet worden? Am 17.11. 2007 lag flächendeckendSchnee.Zitat:"Nach Angaben des Beschuldigten hatte er in der Vergangenheit bereitsmehrfach vom gleichen Ansitz aus einen hetzenden Hund in diesem Bereichfestgestellt, dabei jedoch nur gehört und nicht gesehen."Es ist mir neu, das man mit reinem Hören wildernde Hunde nicht nur vermutet, sondern tatsächlich feststellt. Kein Riss, kein verändertes Verhalten (schreckhaft, Heimlichwerden) des Wildes, nur gehörtes Hundebellen im hoch frequentierten Stadtwald reicht Ihm, um den (hoffentlich) ersten Hund als wildernd zu erschießen. Eine Hemmschwelle vor der Schussabgabe (Zuverlässigkeit) ist scheinbar nicht mehr vorhanden.Ich bin seit 16 Jahren Hundeführer. Ich kann nur vom Hören her nichtunterscheiden, ob ein fremder Hund am Fahrrad, oder am Wild bellt. Zumalwirklich wildernde Hunde stumm jagen.Zitat:"Nach einer nicht näher bekannten Fluchtstrecke verendete der Hund."Offensichtlich eine Aussage des Beschuldigten. Denn der Hundeführer kannte die Fluchtstrecke. Er hat seinen Hund gefunden.Ich sehe hier eine klare Ordnungswidrigkeit nach dem ThJG, Verstoß gegen § 29 Abs. 1 (unterlassene Nachsuche) und des BJG § 22 a (unverzüglicheErlegung). Desgleichen einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz § 17 b,billigende Inkaufnahme erheblicher, andauernder Schmerzen des Hundes, nach Organverletzungen durch einzelne Schrote. Wer die Fluchtstrecke nicht kennt, kann das Ergebnis seines Schusses (Verenden oder Siechtum) auch nicht kennen.Die Verfügung enthält keinerlei Aussagen zur Güterabwägung. Dem Wert eines Stücks Rehwild von etwa 50,-? bis 60,-? und dem des Jagdhundes von 1000,-? bis 3000,?. Damit enthält die Verfügung auch keine Aussage zurAngemessenheit der Mittel (Schusswaffeneinsatz). Bei den meisten Jagdhunden genügt ein Trillerpfiff, bzw. schon ein lautes "Halt", "Fuß", oder "Hier" um den Hund vom Wild abzubringen. Als Jäger muss Herr Ißleib das wissen. Er hat es nicht einmal versucht, bzw. nicht gewollt.Jetzt zum Kern des Sachverhalts:Das Jagdrecht befugt die Jagdausübungsberechtigten zur Jagd ausschließlichauf wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen (BJG §1).Die einzigen Ausnahmen bilden wildernde Hunde und Katzen, die mitEinschränkungen, von zum Jagdschutz berechtigten Personen erlegt werdendürfen (ThJG § 42 Abs. 2).Von den wildernden Hunden wiederum, hat der Gesetzgeber ausdrücklich und eindeutig unsere Jagdhunde unterschieden und sie damit generell aus dem Jagdschutz genommen.Jagdhunde sind und bleiben Tiere. Also geht auch von ihnen eine gewisseTiergefahr aus. Das heißt, ihre Handlungsweise ist nie bis ins Letztevorhersehbar. Der Einsatz von Jagdhunden auf Drückjagden ist gesetzlicherlaubt. Bei der Wasserjagd und bei der Schweißarbeit ist er sogargesetzlich vorgeschrieben. Ein Überjagen dabei ist nie vollständigauszuschließen (Tiergefahr).Deshalb, zum Schutz unserer wertvollen Hunde hat der Gesetzgeber diejeweiligen Abschnitte in den Landesjagdgesetzen so formuliert, wie sie sind.Zitat ThJG § 42 Abs. 2:Die Erlegungsbefugnis "gilt nicht gegenüber Jagd, Dienst, Blinden undHirtenhunden, soweit sie als solche kenntlich sind und solange sie von demFührer zu seinem Dienst verwendet werden oder sich aus Anlass des Dienstes seiner Einwirkung entzogen haben".Mehr steht hier nicht.Keine Rede von der Notwendigkeit einer Warnhalsung oder vom Überschreiten von Jagdgrenzen. Es gibt vom Gesetz her auch keine zeitliche Beschränkung, die den generellen Schutz dieser Hunderassen vor der Erlegung aufhebt.Ein Jagdhund ist kenntlich durch seine definierten Rassemerkmale und durch seine typische Arbeitsweise, nicht durch eine Warnhalsung oder eineWarnweste. Diese bilden nur einen zusätzlichen Schutz vor Verwechselungen mit Wild und vor den Gefahren des Straßenverkehrs. Warnhalsungen sind außerdem so ausgelegt, dass der Hund sie sich jeder Zeit abstreifen kann. Ebenfalls zu seinem Schutz. Z. B. vor Strangulation oder bei Angriffen von wehrhaftem Wild beim Festhängen in Dickungen oder Brombeeren.Im vorliegenden Fall ist der Sachverhalt eindeutig. Hier ist nur nach denTatsachen zu entscheiden.Der tote Hund war kein wildernder Hund sondern ein Jagdhund. Bewiesen durch die Rasse Deutscher Wachtelhund, durch den Eintrag im Zuchtbuch, durch die Tätonummer im Ohr und durch einen Mikrochip. Der Jagdhund war außerdem im Dienst. Bewiesen durch die Jagdeinladung des Hundeführers Herr Savov vom Forstamt Frauenwald für den 17.11. 2007 und durch seine Unterschrift auf dem Belehrungsblatt des Forstamtes ebenfalls vom 17.11.2007.Das hat auch ein Staatsanwalt zur Kenntnis zu nehmen. Alle anderenBetrachtungen sind zweitrangig.Das Jagdrecht legitimiert nur die Erlegung von Wild und wildernden Hunden, bzw. wildernden Katzen. Nicht die Tötung von Jagdhunden. Vom Jagdrecht ist hier eigentlich nur der § 1 des BJG Abs. 3 betroffen (Grober Verstoß gegen die deutsche Weidgerechtigkeit), Damit aber auch der § 17 Versagung des Jagdscheines Abs. (3) (missbräuchliche Verwendung von Waffen oder Munition).Da der tödliche Schuss vom Jagdschutz § 42 Abs.2 nicht gerechtfertigt ist,ist auch der Verstoß gegen das Tierschutzgesetz § 17 (Töten von Tieren ohne vernünftigen Grund) und der Verstoß gegen das Waffengesetz § 13 Führen und Schießen zu (nur zu) Jagdzwecken, bewiesen.Noch mal zur Verdeutlichung des Sachverhalts. Wenn einJagdschutzberechtigter einen wildernden Hund schießt und am Ende liegt daaber ein toter Wolf, dann zählen nur noch die Tatsachen. Das heißt ein Wolfist kein wildernder Hund, er ist auch kein Wild. Das Ergebnis ist dasGleiche, wie beim Jagdhund. Verstoß gegen das Jagdgesetz, Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, Verstoß gegen das Waffengesetz und zusätzlich ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz.Die entscheidende Frage zur Beurteilung des Tatbestandes vom 17.11.2007 und ihre Beantwortung, sind in der Verfügung vom Staatsanwalt Herr von Wagner leider nicht enthalten.Sie lautet:Hat der Beschuldigte Herr Manfred Ißleib den Deutschen Wachtelhund Hannibal vor der Schussabgabe als Jagdhund erkannt oder nicht?Ich hoffe die Frage ist nicht deshalb nicht gestellt worden, weil beidemöglichen Antworten, die gleichen rechtlichen Konsequenzen hätten. Diesofortige Einziehung des Jagdscheins.Die Antwort Ja, bedeutet vorsätzlichen Rechtsbruch aller o.g. genanntenGesetze.Die Antwort Nein, bedeutet einen grob fahrlässigen Rechtsbruch aller o.g.Gesetze.Sie beinhaltet dann aber auch, die Disqualifizierung des Herrn Ißleib alsJäger.Ein Jäger, der bei bestem Licht (10.40 Uhr) auf 30 bis 40 m (Schrotschuss)einen so auffälligen Jagdhund nicht erkennt, darf die Jagd nicht mehrausüben. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann der erste Urlauberauf 100 m in der Dämmerung zu Schaden kommt.Bleibt die Würdigung der besonderen Umstände beim Tathergang.Ort und Zeitpunkt der geplanten Drückjagd vom Forstamt im angrenzenden Rev. Kickelhahn waren dem Beschuldigten Herrn Ißleib bekannt. Außerdem sah er bei seiner Anfahrt zu seinem Ansitz im Stadtwald am Tattag die Hinweisschilder des Forstamtes. Er saß auf einer Kanzel in der Nähe der Reviergrenze 100 - 150m vom Revier Kickelhahn entfernt. Den genauen Grenzverlauf und damit auch die Richtung, von seinem Ansitz aus, zur Grenze musste er kennen. Der Hund war spurlaut (angeblich hetzend). Wenn er den Hund nicht sofort beim Überwechseln zum Stadtwald beobachten konnte, musste er zumindesten gehört haben (er scheint über ein außergewöhnlich gutes Gehör zu verfügen), dass der Wachtel aus dem Staatswald und damit von der Drückjagd kommt.Berücksichtigt man noch seine Einlassungen, hinsichtlich fremder Hunde inseinem Revier, beim persönlichen Gespräch mit dem Revierleiter HerrWeinhardt im Vorfeld der Drückjagd, erscheint die Vermutung dervorsätzlichen Tötung des Jagdhundes mehr als naheliegend. Auch seinVerhalten nach dem Schuss, deutet darauf hin. Wäre Ihm sein Fehlverhaltennicht bewusst gewesen, wäre er wohl in der Hoffnung auf verwertbaresSchalenwild noch sitzen geblieben. Er baumte aber ab und versuchte sichmöglichst schnell und unerkannt vom Tatort zu entfernen.Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt Reibold, mit der o.g. Verfügung vom 03.01.2008 wird der Sinn des § 42 Abs. 2 ThJG, der die wertvollenDiensthunde ausdrücklich aus der Erlegungsbefugnis derJagdschutzberechtigten herausnimmt, gerade zu auf den Kopf gestellt. Der,vom Gesetzgeber angedachte besondere Schutz der Diensthunde vor der Tötung, wird hier beim leisesten Verdacht auf wildernde Hunde (Schutzbehauptung) vollständig ausgehebelt. Jeder unangeleinte Hund ist plötzlich, mit der entsprechenden Schutzbehauptung, zum sofortigen, straffreien Abschuss freigegeben.Das Vertrauen der Jägerschaft in die bestehenden Gesetze ist schwererschüttert worden.Bitte überprüfen Sie den Sachverhalt und sorgen sie für Rechtssicherheit.Mit freundlichen GrüßenHochachtungsvollAxel Jendrusiak
Hallo,Kaspar Hauser zum Thema Anglizismen im JagdBlog:Wir bemühen uns um die Deutsche Sprache und vermeiden Anglizismen, wo es geht.Manche Funktionen wie das Email Abo von Feedburner, die Umfragen von Blogger und die Beitrag-Bewertung von JS-Kit, sind nur in Englisch oder in holprigen Übersetzungen verfügbar.Wenn es also keine Deutschsprachige Alternative gibt oder diese nur mit Werbung zu bekommen ist, entscheiden wir uns für die Englische Version. Wir glauben, lieber mit ein wenig Englisch als mit Werbung, oder?Wenn Ihnen Deutsche, werbefreie Anbieter bekannt sind, schreiben Sie uns.Ihr bei Bedarf auch übersetzender,Kaspar Hauser
..... er kommt natürlich nicht, aber wenn?Er würde wieder mit Lust schreiben, ein Blog im Internet.Was das mit dem JagdBlog zu tun hat? Kommt sofort:In seinem Beitrag zur Informationspolitik der Jagdverbände wies Stefan auf die Bedeutung des Internet hin. Er endete mit dem Satz „Wer das Internet heute ignoriert, der ist morgen tot“.Ich gehe weiter: Wer das Internet ignoriert, IST bereits tot.Warum?Das Internet verändert die Verteilung von Information und Wissen.Sie kennen den Satz: Wissen ist Macht. Das gilt besonders für so genanntes Herrschaftswissen. Lange war Wissen ein Privileg kleiner Gruppen. Und die achteten darauf, dass sich Wissen nur innerhalb der Gruppe verbreitete.Mit Buch- und Zeitungsdruck entstanden die erste Massen-Medien zur Verbreitung von Wissen. Bei Luther schliefen sie noch - mit bekannten Auswirkungen -, doch schnell reagierten die Herrschenden mit Zensur, Verfolgung, Verbrennung. Gedruckt werden sollte nur, was das Volk wissen soll.Wie Karl Valentin sagte: Es ist erstaunlich, dass jeden Tag genau so viel passiert, wie in die Zeitung passt.Dann kamen Radio und Fernsehen. Wieder wurden, und noch heute werden, Fernseh- und Radiosender von der Politik gesteuert. Die Medien als 4. Kraft im Staat ist ein Ammenmärchen. Wir sehen und hören, was wir sehen und hören sollen.Glauben Sie nicht? Aber Sie erinnern sich noch an die Massenvernichtungswaffen im Irak? Die dann niemand fand, oder?Heute gibt es das Internet. Und das ist nicht zensierbar und fast nicht manipulierbar.Der "globale Dorfbrunnen" zum Austausch von Informationen, Wissen und Meinungen ist erschaffen. Mit einfachsten Mitteln und nahezu ohne Kosten können Einzelne oder Gruppen Informationen, Meinungen und Wissen anbieten und verfügbar machen.Natürlich versuchen Menschen und Gruppen wieder reflexartig, das Internet zu zensieren und zu kontrollieren. Als Vorwand dienen wahlweise und wechselnd Terroristen, Kinderschänder oder allgemein Kriminelle.Aber Internet-Zensur funktioniert nicht. Zumindest nicht nachhaltig. Was im Internet an einer Stelle verboten und blockiert wird, taucht an anderer Stelle wieder auf. Sehr zum Ärger der Möchtegern-Zensoren hat der Versuch der Zensur den gegenteiligen Effekt: Das, was eigentlich vertuscht werden soll, wird erst recht bekannt.Was hat das mit Jagd zu tun?In der Vergangenheit war in Verbänden nur das „passiert“, was im Verbandsblatt stand. Alles Andere blieb unter Verschluss, geheim, verschwiegen. Die Geschichte war manipulierbar.Wie sagte Winston Churchill: „Ich beuge mich dem Urteil der Geschichte. Zumal ich mich entschlossen habe, diese selbst zu schreiben.“ Was er auch erfolgreich tat.Heute hingegen kann jeder im Internet publizieren. Natürlich kann dort jedem - auch vielfach - widersprochen werden. So entstehen Dispute und Diskussionen. Und das wiederum schafft und verbreitet Wissen.Das Internet bedeutet also das Ende von Herrschaftswissen und erschwert Manipulation.Was, wenn sich Funktionäre darauf nicht einstellen?Wenn z. B. der LJV Thüringen einerseits binnen Stunden per Email seinen Funktionär gegen Namenverwechslung in Schutz nehmen will, dann aber Wochen für eine Stellungnahme braucht, hat sich dieser Verband als Leisetreter oder Taktierer blamiert. Den nimmt im Internet niemand ernst.Zurück zu Kurt Tucholsky.Schon vor seinem Tod hatte Deutschlands schärfster Kritiker aufgegeben. Er war an der Sinnlosigkeit seines Schreibens verzweifelt. Er bewegte nichts. Erich Kästner sagte über ihn: "Der wollte mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten".Wenn Tucholsky heute zurück käme, er wäre ein viel gelesener Blogger.Und er würde mit den vielen intelligenten Nutzern des Internets einiges aufhalten.Ihr, gern schreibender,Kaspar HauserPS:Tucholsky nahm fast alle aufs Korn: Justiz, Behörden, Militär, Politiker, Unternehmer, Gewerkschafter, Verbände und Vereine, etc.An Jägern hatte er nichts auszusetzen, soweit mir bekannt ist.
Hallo,Vor über 25 Jahren überzeugte mich ein Freund, keine Batterien mehr in den Müll zu werfen. Und er hatte es leicht, "Du bist doch Jäger und Naturfreund", sagte er.Manchmal ist es nicht ganz so leicht, die Mitmenschen vom Naturschutz, vom verantwortungsbewussten Umgang mit Fauna und Flora, zu überzeugen. Dann können Bilder helfen.Unter www.AshesandSnow.org, finden Sie einzigartige Fotografien, die mir das Herz über gehen lassen. Die Seite ist auf Englisch, aber das macht nichts, die Bilder sind es wert!Wenn Sie eine schnelle Internetverbindung haben und Flashplayer, klicken Sie hier. Sonst klicken Sie hier und dann "next" für das jeweils nächste Bild.Einen genussvollen Anblick,Ihr bewegter,Kaspar Hauser
Hallo,Kaspar Hauser mit einer ketzerischen Frage und der Antwort:Der "Deutscher Jagdschutz-Verband" (DJV) wird noch lange leben.Aber wohl nicht mehr in der heutigen Form.Warum?Früher einmal waren über 90% aller Jagdschein-Inhaber im DJV organisiert.Auf seiner Webseite hier nimmt der DJV fälschlicherweise die 90% immer noch für sich in Anspruch. Allerdings nannte der Präsident des DJV, Jochen Borchert, in seiner Eröffnungsrede zur Jagd & Hund 2008 die korrekte Zahl:82%.Bei gleichzeitig steigender Zahl der Jäger, siehe Artikel hier, bedeutet das also schon rein rechnerisch einen, wenn auch kleinen, Verlust an Bedeutung.Das allein ist noch kein Grund zu Zweifeln an der Zukunft des DJV.Aber der DJV wird das Schicksal vieler monopolistischen Organisationen erleiden.Der DJV will alle Jäger - mit ihren teils gegensätzlichen Zielen - vereinen. Aber:Wer Alles für Jeden sein will, ist am Ende für Alle Nichts. Das haben so auch die Gewerkschaften schmerzhaft erfahren müssen. Es entstanden z. B. die Vereinigung Cockpit und die GDL. Spezialisten-Vereinigungen, die sich und ihre Interessen im monopolistischen Wischi-Waschi-Verbund nicht mehr vertreten sahen und sich abspalteten.Auf Hobby-Ebene dasselbe: Der Deutsche Golf Verband steht heute der Vereinigung Club-freier Golfer gegenüber. Diese waren die Vormachtstellung der Golf-Klub-Besitzer und -Betreiber im Verband leid und brachen deren Macht. Wie? Durch Abspaltung. Heute muss man nicht mehr Mitglied im Klub sein, um zu golfen.Es ist meines Erachtens nur eine Frage der Zeit, wann „Spezialisten-Gruppen“ aus dem DJV ausscheren.Was darf ein revierloser Jäger vom DJV für seinen Beitrag erwarten? Was tut der Verband, damit er - primäres Ziel - zur Jagd gehen kann?Und auch die Jagd-Pächter sind im DJV irgendwie falsch, finde ich.Deren erstes Interesse ist eine angemessene Jagdpacht. Ob die Jagdgenossen, Wald- und Grundbesitzer und Eigenjagdbesitzer im DJV das auch so sehen? Ich glaube, die sehen eher Ertragsoptimierung an erster Stelle.Ob es bald eine „Vereinigung Revier-freier Jäger“ oder einen „Verein der Jagdpächter“ oder so etwas gibt?Ihr, mal laut sinnierender,Kaspar Hauser
Hallo!Der Beitrag zur steigenden Zahl der Jäger, der mit der Frage endet „Wo jagen die alle?“, und der Beitrag zum Artikel im Manager Magazin sind - ungewollt und zufällig - fast gleichzeitig erschienen.Beide Beiträge verdeutlichen:Das Jagen in Deutschland ist im Umbruch. Wie war das mit dem Jagen vor 25 Jahren?Es gab hauptsächlich:Förster im StaatswaldEigenjagdbesitzerjagende Einheimische (zumeist im ländlichen Raum)Pächter von Revieren mit mehreren 100 haRevierlose Jäger auf der Suche nach Jagdmöglichkeiten. Die größte Gruppe stellten die revierlosen Jäger und die waren, der Ausdruck sei mir verziehen, gekniffen.Denn nur wenige Förster mussten damals Gäste zulassen. Und die vergleichsweise wenigen Beständer - Pächter und Eigenjagdbesitzer - waren von Revierlosen quasi umlagert.Viele Beständer benahmen sich schlimmer als mittelalterliche Feudalherren. Man ließ sich umschmeicheln, verteilte Abschüsse wie Orden und so mancher Revierlose wurde missbraucht, im Sinne von: „Ihren Hund brauchen wir für Treibjagd oder Nachsuche, aber Sie als Schützen brauchen wir nicht“.Viele revierlose Jäger versuchten, sich zum gern gesehenen Jagdgast zu „qualifizieren“. Ein Hund wurde angeschafft und ausgebildet. Mancher arbeitet fleißig in Hegering und Verbänden. Einige lernten Jagdhorn blasen und gar nicht wenige boten sich in der Not sogar als Treiber an. Hauptsache der Passion Jagd nachgehen.Dann änderten sich zwei wesentliche Dinge.1. Der Forst hatte weniger Geld und brauchte zusätzliche Einnahmen.Für Gatterung gab es kaum noch Budgets und durch immer häufigere Naturverjüngung stieg der Wild-Bestand. Folglich musste der Wald per Abschuss vor Verbiss geschützt werden. Drück- und Bewegungsjagden auf Schalenwild wurden populär.Und dazu braucht der Forst viele gute Schützen sowie gute Hunde und Hundeführer.Für revierlose Jäger eine neue Chance zur Jagd. Und dazu musste kein Beständer mehr umschmeichelt werden.Gleichzeitig entdeckte der Staat die Einnahmequelle „Pirschbezirk“.Auch das nutzten viele revierlose Jäger und kamen so an eine – zwar kleine und unter Direktive des Försters stehende, doch eigene – Jagd. Auch wenn diese fast nur aus Grenze besteht.2. Die Zahl der Unternehmens-Jagden und Pächter großer Reviere nahm drastisch ab.Früher hatten Banken und Großunternehmen ein oder sogar mehrere große Reviere. Regelmäßig wurden „gute Kunden“ zur Jagd eingeladen. Das ist heute immer seltener der Fall.Parallel wollten immer weniger einzelne Jäger sich auf neun oder 12 Jahre ein großes Revier „ans Bein binden“.Als Konsequenz wurden viele große Reviere mit 500 bis 1.000 Hektar in mehrere kleine Jagdbögen aufgeteilt. Die neuen, kleinen Reviere bestehen leider quasi auch nur aus Grenze.Diese beiden großen Veränderungen verschärften ein bekanntes Leid:Jagd-NeidDie Pächter kleiner Reviere wollen einen hohen Bestand, denn dafür zahlen sie ja Pacht. Ein hoher Bestand garantiert ihnen ereignisreiche Ansitze mit reichlich Wild und ab und zu eine schöne Trophäe. Dies sehen sie nun immer öfter durch nachbarschaftliche Bewegungsjagden bedroht.Der nachbarliche Forst will gegen Verbiss einen niedrigeren Bestand und braucht Einnahmen aus Wildbret-Verkauf und Pirschbezirken.Und auch die verbliebenen Beständer großer Reviere haben, teils wegen der hier, hier und hier beschriebenen zunehmenden Wildschäden und teils zur Erfüllung des Abschussplans, Bewegungsjagden aufgenommen.Dieser Konflikt zwischen "Ansitzjäger" und "Bewegungsjäger" gipfelte zuletzt im Erschießen eines während einer Bewegungsjagd überjagenden Hundes durch den nachbarlichen Pächter eines kleinen Reviers.Zurück zur veränderten Lage in der Jagd.Heute gibt es die:Forste mit Pirschbezirken und BewegungsjagdenEigenjagdbesitzer, teils mit Bewegungsjagdenjagende Einheimische mit immer kleineren Revierenwenige Pächter großer Reviere, teils mit BewegungsjagdenJäger mit kleinem PirschbezirkPächter mit Klein-Revierimmer mehr Jäger auf der Suche nach Jagdmöglichkeit Allen Jägern lege ich eine alte Kölner Weisheit ans Herz:Man muss auch Gönnen können!Ihr etwas besorgt zuschauender,Kaspar Hauser
Hallo,Kaspar Hauser, mit einem Dank.Stefan ist unterwegs unter anderem auf der Dortmunder Messe Jagd & Hund. Sein Bericht von dort kommt demnächst. Sie erinnern Sich an den vom letzten Jahr hier?Wenn Sie nach Dortmund fahren, dann können Sie den JagdBlog Autor von Angesicht zu Angesicht kennen lernen.In der Zwischenzeit lesen Sie etwas mehr von mir und auch von unserem neuen Autor, Pudlich.Doch zum angekündigten Danke schön:Das JagdBlog hatte einen fulminanten Start ins neue Jahr. Wir durften drei Leser beschenken. Unsere Stammleser besuchen uns regelmäßig und wir hatten viele neue Besucher, die hoffentlich auch zu treuen Lesern werden.Der Januar war mit über 12.000 Seitenaufrufen fast doppelt so erfolgreich, wie der Dezember 2007. Und das war schon ein toller Monat.Ihnen allen also vielen, vielen Dank!Ihr sehr bewegter,Kaspar Hausar
Nach den vielen ebenso dankenswerten wie unverdienten Vorschußlorbeeren möchte ich mich zunächst vorstellen.Ich bin gerechnet 51 Jahre alt. Trotzdem meint meine Frau gelegentlich, ich sei ein fürchterlicher Kindskopf, womit sie wahrscheinlich Recht hat. Meine Familie besteht aus eben meiner Frau, meinen 3 Kindern und aktuell 6 Hunden. Meine Frau behauptet dagegen, sie habe vier Kinder, davon ein älteres angeheiratetes und sei allein erziehend.Von Beruf bin ich diplomierter Förster, gelernter Kaufmann und geprüfter Winzer. Diese Kombination macht mir das Leben leicht - als Förster verdiene ich zuwenig Geld, als Kaufmann weiß ich, wie ich trotzdem auskomme und als Winzer, womit ich mich über den trostlosen Zustand hinweg tröste.Meine Jugend war sehr glücklich, denn Vater und Großvater beschränkten sich darauf, mir die Dinge beizubringen, die zwar Freude machen, aber einer Karriere in der Wirtschaft nicht unbedingt förderlich sind. So bin ich ein ganz passabler Jäger, ein brauchbarer Hundeführer, ein passionierter Fliegenfischer und mäßiger Reiter geworden, aber leider arm geblieben. Trotzdem bin ich den alten Herrschaften dankbar.Meine besondere Liebe gilt den Vorstehhunden, denn mit ihnen bin ich aufgewachsen. Um einen guten Deutsch - Drahthaar an genügend Wild bei der Arbeit zu sehen, nehme ich auch längere Anfahrten in Kauf. Deswegen freut es mich besonders, daß sich unsere Niederwildbestände langsam, aber sichtbar erholen.Schlecht geführte Hunde empfinde ich als persönliche Kränkung.Ebenso als Kränkung empfinde ich schlecht ausgebildete Jäger.Hier sind wir Alten, und da reihe ich mich jetzt einfach einmal ein, viel mehr gefordert als wir wahr haben wollen. Jagd sollte mehr sein als ein Freizeitvergnügen, mehr sein als Schießsport auf lebende Ziele.Deshalb müssen wir jedem Trend, Jagd zum Statussymbol zu pervertieren, entschieden entgegen treten. Jagd ist ein traditionelles Handwerk und muß als solches erhalten bleiben, wenn wir Jäger nicht über kurz oder lang unsere Legitimation verlieren wollen.Ich bedauere in diesem Zusammenhang zutiefst, daß wir Förster, die wir noch vor einer Generation die Gralswächter jagdlicher Tugenden waren, dabei sind, diesen Status zunehmend zu verspielen. Unter den geänderten wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten wird es uns vermutlich auch nicht mehr gelingen, dieses Ansehen in der jagenden und nichtjagenden Öffentlichkeit zurück zu gewinnen. Diese Rolle werden andere übernehmen müssen.Hier sehe ich zwar vor allem unsere Interessenvertreter gefordert, erinnere aber auch an die Zeiten, als durch die konstruktive und neidlose Zusammenarbeit zwischen jagdlich passionierten Geldgebern einerseits und zeitlich weniger eingebundenen jagdlichen Handwerkern andererseits im Stillen viel Gutes bewirkt wurde.Damit will ichs bewenden lassen und freue mich auf einen gedeihlichen und interessanten Gedankenaustausch. Für Fragen, die über den Blog hinaus gehen, stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung.IhrPudlich
Hallo,Kaspar Hauser mit Neuem aus der Tierwelt.Dass Tauben immer wieder zum Schlag finden, ist bekannt. Nun hat die Uni Oldenburg in der Zeitschrift Current Biology online ganz erstaunliche Ergebnisse über eine weitere Vogelart veröffentlicht, den Teichrohrsänger.Bitte Wer fragen Sie? Na, er hier:Aber keine Sorge, ich musste auch erst bei Wikipedia nachsehen:Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) ist eine Singvogelart aus der Gattung der Rohrsänger (Acrocephalus) und der Familie der Grasmückenartigen (Sylviidae)....... ...... Der Teichrohrsänger war Vogel des Jahres 1989.Teichrohrsänger haben allem Anschein nach ein echtes Navigationssystem.In einem Test wurden Teichrohrsänger im Flugzeug mehr als 1.000 Kilometer vom Kurs abgebracht und mussten dann statt nach Nord-Osten nach Nord-Westen zum Brutplatz fliegen. Und das taten sie auch.Die Tiere orientieren sich also nicht nur am Breitengrad, sondern - auf noch nicht bekannte Weise - auch am Längengrad.Die Position entlang der Nord-Süd-Achse (Breitengrad) könnten Tiere recht einfach mit Hilfe der Sonne ermitteln. Wie die Vögel den Längengrad feststellen, wollen die Forscher mit weiteren Experimenten untersuchen.Die Ergebnisse sollen beim Artenschutz Anwendung finden.Ich kenne eine Menge Menschen, die das auch gern könnten.Ihr sehr beeindruckter,Kaspar Hauser
Hallo,mir, Kaspar Hauser, wurde ein Wunsch erfüllt:"Pudlich" ist nun Autor im JagdBlog.Einigen Lesern ist der neue Autor in der Spalte links bereits aufgefallen, allen anderen sei er hiermit vorgestellt und er selbst auf das Herzlichste begrüßt!Und wer ist Pudlich?Er ist gebürtiger Rheinländer.Pragmatismus, Lebensart, Optimismus, Menschlichkeit, Toleranz und Weltoffenheit wurden ihm in die Wiege gelegt. Zugegeben, das ist keine objektive Aussage. Aber Pudlich hat dies bereits in vielen Beiträgen im Internet bewiesen. Wie alle Rheinländer, nennt Pudlich die Dinge auch gern beim Namen und macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Auch das hat so mancher schon in Jagd- und Hunde-Foren erfahren.Seit über 20 Jahren ist Pudlich Förster.Er hat Erfahrung mit städtischen und ländlichen Revieren, im Süden und im Norden der BRD. Seine Kenntnisse und Erfahrungen sind breit und vielseitig. Als Lehrprinz hat Pudlich Jungjäger aus- und weiter gebildet. Wer das JagdBlog schon länger liest, erinnert sich vielleicht an diesen köstlichen Beitrag, Christa´s erster Bock- Die Eindrücke eines Lehrprinzen, in dem Pudlich seine Sicht dieses Erlebnisses schildert.Pudlich ist HundeführerSchon lange hat er Hunde, bildet Hunde aus und arbeitet mit bei Krambambulli. Großartig ist der Bericht vom Hunde-Badetag im Hause Pudlich. Auch dieser Artikel erhielt, wie der obige, die Bestnote. Freuen Sie Sich mit mir auf kenntnisreiche, vielseitige, lehrreiche, auch mal kontroverse, vor allem aber launige Beiträge. Ein herzliches Willkommen und Waidmannsheil, lieber Pudlich!Ihr hocherfreuter,Kaspar Hauser
Stadtnahe Reviere haben bei der Bejagung des Schwarzwildes ihre eigenen Gesetze.Erst im letzten Büchsenlicht werden die Sauen aktiv und die Erlegung bei schwachem Licht fordert vom Schützen große Fähigkeiten. Wenn die Sau dann trotz eines gutem Schusses noch die Dickung erreicht, erfolgt die Nachsuche unter schwierigsten Lichtverhältnissen.Als Joe zu seinem ersten Nachsucheneinsatz gerufen wurde, war das nicht anders. In völliger Dunkelheit konnte man mit Hilfe der Taschenlampe nur wenig Schweiß am Anschuss finden. Schon nach wenigen Metern aber endete dieser. An zwei kurzen Totsuchen hatte Joe bereits geübt und so wusste er genau, worum es geht.Zielsicher arbeitete er die Fährte über 100 Meter durch einen dichten Kiefernbestand. Trotz intensivem Ableuchten mit der Taschenlampe fand sich kein Schweiß, doch dann stürmte Joe vorwärts. Scheinbar bekam er direkt Witterung von der Sau und Herrchen und Erleger standen erleichtert vor der längst verendeten Sau, die einen guten Schuss aufwies.Joe hatte seine erste Nachsuche erfolgreich abgeschlossen.Joe nach seiner ersten erfolgreichen Nachsuche.Ein 38 kg schwerer ÜberläuferDoch Joe´s Leidenschaft gilt dem Niederwild. Die mit vertrocknetem Spargelkraut bedeckten Äcker ziehen ihn magisch an, bergen sie doch zahlreich Hühner, Hasen und Fasane.Das disziplinierte Suchen unter der Flinte will aber noch nicht so recht klappen, weshalb zur Zeit wieder die Arbeit an der Feldleine angesagt ist, um auf wildreichen Brachäckern den Gehorsam am Wild zu üben. Sein unbändiger Bewegungsdrang gepaart mit einer großen jagdlichen Passion muss gebändigt werden. Konzentriertes Arbeiten verursachen bei Joe starken Stress, egal ob es sich dabei um die Stöberarbeit mit ständigem Heranrufen, oder die Apportierarbeit am Fuchsdummy handelt.Diesen Druck kann er zur Zeit nur durch zielloses Herumjagen abbauen. Damit er dies nicht selbst in die Hand nimmt, läuft er, besser muss es heißen, jagt er dann neben dem Geländewagen über den sandigen Boden des hessischen Rieds. Hierbei erreicht er dann deutlich über 40 km/h. Die Behänge wehen dann nicht mehr, sondern zeigen waagerecht nach hinten, wie bei den Flügeln auf Asterix Helm.Joe in seinem Element:Spargel-Brachäcker und Hecken bergen Niederwild in großen MengenKonzentrierte Nasenarbeit auf wildreichen Äckern bei gleichzeitigen Gehorsamsübungen fordern den erneuten Einsatz der Feldleine .Auch die Aportierarbeit macht große Fortschritte, obwohl Joe durch seinen Leidensblick allen unmissverständlich klar macht, dass dieses Ausbildungsfach auf keinen Fall zu seinen Lieblingsfächern gehört!Mit einer Trauermiene, mit der er problemlos die Aufnahmeprüfung zur Schauspielschule bestehen würde, zeigt er allen, wie sehr er doch unter den Apportierübungen leidet.Zur Zeit nicht gerade sein Lieblingsfach:Apportierarbeit mit dem FuchsdummyDiese großen schauspielerischen Fähigkeiten stellte er auch unter Beweis, als er sich die Pfote verstaucht hatte. Bei der Begrüßung kam er angehumpelt und hielt jedem seine verstauchte Pfote hin. Wenn man sie behutsam ergriff, jammerte er herzerweichend.Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Joe als Therapiehund schon ganze Arbeit geleistet hat. Ein Mädchen, das unter panischer Angst vor Hunden litt, konnte durch Joe geheilt werden. Mit seiner typischen freundlichen, aber zurückhaltenden Art eroberte er das Vertrauen des Mädchens im Sturm. Aus der Angst vor Hunden ist nun Begeisterung für die Vierbeiner geworden.Aus Joe ist ein echter Familienhund geworden, allerdings mit einer enormen jagdlichen Passion, die es zu bändigen gilt. Hier wird er noch des öfteren seinen Herrn in Atem halten.Doch er ist auf dem richtigen Weg, ein treuer Jagdbegleiter zu werden.waidmannsheilEuerstefanAlle Photos: Volker Schlappner
Der Hundeführer des auf der Bewegungsjagd im Forstamt Frauenwald in Thüringen erschossenen Wachtelrüden, Herr Nikolai Savov, hat nun bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Erfurt Beschwerde eingelegt.In einem Interview mit dem Jagdblog erklärte Herr Nikolai Savov, dass zahlreiche Anrufe von Juristen ihn dazu bestärkt haben, die Beschwerde zu führen.Eine Kopie des Schreibens sehen Sie unten.Das Lesen der Beschwerde ist sehr aufschlussreich.Besonders interessant ist die Feststellung, dass das Forstamt Frauenwald in einem Schreiben die Pächter, und somit auch Herrn Manfred Ißleib, der Nachbarjagden informierte. Auch wurde auch ein persönliches Gespräch zwischen Forstamtsmitarbeitern und Herrn Manfred Ißleib geführt.Von einer fehlende Sorgfaltspflicht, wie sie in einigen Kommentaren in Foren dem Fortsamt Frauenwald unterstellt werden, kann somit keine Rede sein.Welche Entscheidung die Staatsanwaltschaft Erfurt fällt, bleibt abzuwarten.Das Jagdblog wird Sie weiter informieren.waidmansheilEuerstefan von
Nachdem nun auch die Printmedien den Fall Manfred Ißleib aufgegriffen haben und der Fall die Medien noch weiter beschäftigen wird, habe ich unter "Label" eine Rubrik "Der Fall Manfred Ißleib" eingerichtet.Wer also alle bisherigen Beiträge zum Fall zusammenfassend betrachten und lesen will, der scrollt die Hauptseite ein wenig herunter, bis am linken Rand das Verzeichnis "Label" auftaucht. Dort auf "Der Fall Manfred Ißleib" klicken und schon hat man alles auf einen Blick.Alle eingehenden Urteile werde ich dort einstellen und als Urteilssammlung in einem Link zusammenfassen.waidmannsheilEuerstefan
Seit vielen Jahren steht bei der jungen, wirtschaftlich erfolgreichen Generation das Golfen als Hobby an oberster Stelle.Doch seitdem es in Deutschland flächendeckend Golfplätze gibt und fast jeder sich damit rühmen kann, ein gutes Handycap zu haben, hat dieser Sport seinen elitären Glanz eingebüßt. Schon werben die ersten Golfplätze mit Niedrigpreisen und Discounter verkaufen Golfutensilien als Sonderposten.Durch diese Entwicklung haben die Wirtschaftseliten das Gefühl, nicht mehr alleine unter Ihresgleichen zu sein und entdecken die Jagd als neue Freizeitbeschäftigung.Durch die Notwendigkeit, erst durch den Besuch teurer Jagdschulen den Eintritt in diese Gesellschaft der Jäger zu bekommen, bekommt diese Art der Freizeitbeschäftigung einen völlig neuen Reiz, der dem Golfen wohl fehlt.Ein wenig Unbehagen beschlich mich beim Lesen schon. Kein Wort vom Erlernen der Waidgerechtigkeit und ethischem Jagen. Kein Wort davon, das mit dem Ablegen der Jägerprüfung das Lernen erst beginnt.Im Gegenteil: Die Jagdschule, die den Jagdschein binnen 10 Tagen anbietet, wird lobend erwähnt. Mir graut bei dem Gedanken, wenn solche 10 Tage Lehrgangsteilnehmer unsere Wälder durchschreiten und die Jagd ausüben.Die Autorin, Frau Gisela Maria Freisinger, stellt einseitig die Entdeckung eines neuen teuren Hobbies da. Dass das Jagen, im Gegensatz zum Golfen, viel mit ethischer Verantwortung zu tun hat, erwähnt sie mit keinem Wort.Aber vielleicht hilft das praktische Jagen den Managern, das Fehlen von Verantwortung, was man ihnen bei der Ausübung ihres Berufes oft vorwirft, bei der Jagd dann doch noch zu erlernen.Man soll die Hoffnung, auch bei unseren Managern, ja nie aufgeben!Die Beweggründe, weshalb die Eliten unserer Wirtschaft die Freizeitbeschäftigung Jagd neu entdeckt und sich vom Golfen abwendet, beschreibt das Manager Magazin in einem siebenteiligen Bericht.waidmannsheilEuerstefanJAGEN Schuss ins GrüneVon Gisela Maria FreisingerIn den Chefetagen wächst eine Generation nach, die es in der Freizeit in den Wald zieht - auf der Pirsch nach Böcken, Sauen und karriereförderlichen Verbindungen. Diese Sehnsucht! Lange schon vor Sonnenaufgang treibt sie ihn aus dem Schlaf. Noch müde, formt er die Hände zu einer Schale, fängt kaltes Wasser auf, in das er sein verschlafenes Gesicht taucht. Wieder und wieder, wie ein geheiligtes Ritual. In klobigen Trekkingstiefeln, das Lodenjankerl bis obenhin zugeknöpft, an seiner Seite den Hund, tritt er vor die Tür, wo ihm das kühle Nirwana zwischen Nacht und Tag ins Gesicht schlägt. Juliluft. Sommer noch, aber schon hat sich eine Spur Herbst eingeschlichen.Er muss vor der ersten Helligkeit des Tages an seinem Platz sein, dort, wo er schon am Vorabend ausharrte, bis tiefe Dunkelheit Wald und Welt verschluckte: auf dem Hochsitz. Ein Wirtschaftsmann, glücklich in seinem Parallelkosmos: Burkhard Graßmann (41), Geschäftsführer von Loyalty Partner, dem Betreiber des Bonussystems Payback, war in seinem schwarzen allradgetriebenen Wagen von Hamburg ins Mecklenburgische gefahren, wo er jüngst seine höheren Weihen empfing - auf Gut Grambow. Hier hatte er nicht nur einen soliden Rückzugsort gefunden, nachdem er Anfang 2007 seine Aufgabe als T-Com-Bereichsvorstand niedergelegt hatte, hier konnte der Marketing- und Internetexperte auch seinen alten Jugendtraum verwirklichen: den Jagdschein zu machen. Ausgerechnet in der Warteschleife der Karriere sollte das seine schwierigste Prüfung werden. So zumindest empfand er die Anstrengungen und Ängste rund ums "grüne Abitur".Den Jagdschein hat Graßmann geschafft, nun fehlt die Initiation. Es ist Blattzeit, ihn treibt es, seinen ersten Bock zu schießen. Schon zweimal war er zur Pirsch geladen, aber zum erlösenden Handschlag "Waidmannsheil!" kam es am Ende doch nicht. Wohl war er fasziniert von all den kleinen Wundern der Natur, sichtete auf kürzeste Entfernung einen Überläufer, Jungfuchs, Ricke und auch ein Schmalreh. Aber der ersehnte Rehbock ließ sich auch nach mehrstündigem Beharren nicht blicken. Geübt in Zenmeditation und sogar vertraut mit den extremen Strapazen eines wochenlangen Fußmarsches auf dem Jakobsweg, gesteht er trotzdem ein: "Geduld muss ich noch lernen." Nun also Mecklenburg. Würde er dieses Mal Beute machen? Quelle: Manager- Magazin Heft 10/2007, Seite 252Um den 2. bis 7. Teil zu lesen, bitte hier klickenhttp://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,506616-2,00.html

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