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Timestamp: 2016-10-25 22:56:21+00:00

Document:
6A.93/2002 (25.02.2003)
Bundesrichter Wipr�chtiger, Karlen.
Beschwerdegegner, vertreten durch Rechtsanwalt Daniel Zbinden, cit� Bellevue 6, Postfach 41, 1707 Freiburg,
Entzug des F�hrerausweises auf unbestimmte Zeit (verkehrsmedizinisches sowie verkehrspsychologisches Gutachten),
X.________ fuhr am 3. M�rz 2002, um 11.40 Uhr, mit seinem Personenwagen vom Bahnhof Murten in Richtung Meylandstrasse. Dabei geriet er auf die linke Fahrbahn und kollidierte frontal mit einem korrekt aus der Gegenrichtung kommenden Personenwagen. Der Unfallgegner erlitt leichte Verletzungen. X.________ wurde noch an der Unfallstelle der F�hrerausweis abgenommen. Einer Aufforderung, am Unfallort zu bleiben, kam er nicht nach und entfernte sich zu Fuss. Er begab sich erst am Abend auf den Polizeiposten. In der Folge wurde ihm im Bezirksspital Meyriez eine Blut- und Urinprobe entnommen, in denen Spuren von MDMA, MDA, Methadon und Koffein nachgewiesen wurden. Die Blutprobe ergab unter Ber�cksichtigung des Nachtrunks eine auf den Unfallzeitpunkt r�ckgerechnete Blutalkoholkonzentration von 0,55 Promille.
Mit Verf�gung vom 13. M�rz 2002 entzog die Kommission f�r Administrativmassnahmen im Strassenverkehr des Kantons Freiburg (nachfolgend: KAM) X.________ wegen des Verdachts auf Alkoholabh�ngigkeit und Zweifeln bez�glich der Fahreignung vorsorglich den F�hrerausweis und ordnete ein Fahreignungsgutachten an. Gest�tzt auf das Gutachten des integrierten forensisch-psychiatrischen Dienstes der Universit�t Bern (IFPD) vom 12. Juni 2002 verf�gte die KAM am 4. Juli 2002 einen Sicherungsentzug des F�hrerausweises wegen Drogensucht auf unbestimmte Dauer, mit einer Bew�hrungsfrist von 16 Monaten ab dem 3. M�rz 2002. Die Wiedererteilung machte sie von einer mindestens einj�hrigen, durch regelm�ssige Urinproben nachgewiesenen Drogenfreiheit abh�ngig.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg hiess mit Urteil vom 8. Oktober 2002 eine von X.________ erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut, hob den angefochtenen Entscheid auf und wies die Sache zum Erlass eines Warnungsentzuges im Sinne der Erw�gungen an die KAM zur�ck.
Gegen diesen Entscheid f�hrt das Bundesamt f�r Strassen (ASTRA) Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht mit dem Antrag, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben, X.________ sei der F�hrerausweis im Sinne von Art. 14 Abs. 2 lit. c und d i.V.m. Art. 17 Abs. 1bis SVG auf unbestimmte Zeit zu entziehen, und die Wiedererteilung sei von einem die Fahreignung bejahenden verkehrsmedizinischen sowie einem positiv lautenden verkehrspsychologischen Gutachten abh�ngig zu machen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg beantragt unter Verzicht auf Stellungnahme die Abweisung der Beschwerde. X.________ schliesst in seiner Vernehmlassung ebenfalls auf Abweisung der Beschwerde und Best�tigung des angefochtenen Entscheids.
Mit Strafbefehl vom 8. August 2002 erkl�rte der Untersuchungsrichter des Kantons Freiburg X.________ der groben Verletzung von Verkehrsregeln wegen Nichtbeherrschens des Fahrzeugs, des Fahrens in angetrunkenem Zustand, der Vereitelung der Blutprobe, des pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall sowie des Nichttragens der Sicherheitsgurten schuldig und verurteilte ihn zu dreissig Tagen Gef�ngnis unbedingt sowie zu einer Busse von Fr. 1'000.--. Auf Einsprache des Beurteilten hin best�tigte der Polizeirichter des Seebezirks mit Urteil vom 14. Januar 2003 den Strafbefehl im Schuld- und Strafpunkt, gew�hrte X.________ indes den bedingten Strafvollzug mit einer Probezeit von 5 Jahren.
1.1 Der angefochtene Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Freiburg ist eine auf das Strassenverkehrsrecht des Bundes gest�tzte letztinstanzliche kantonale Verf�gung, welche der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht unterliegt (Art. 97 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 VwVG sowie Art. 98 lit. g OG; Art. 24 Abs. 2 SVG).
Dem ASTRA steht das Beschwerderecht kraft gesetzlicher Erm�chtigung zu (Art. 24 Abs. 5 lit. c SVG). Die Eingabe erfolgte innert gesetzlicher Frist (Art. 24 Abs. 6 SVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.
2.1 Die KAM verf�gte den Sicherungsentzug in Anwendung von Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG, weil der Beschwerdegegner keine Gew�hr daf�r biete, dass er Motorfahrzeuge mit aller Sicherheit und ohne Konsum von Drogen lenke. Sie st�tzt sich hierf�r auf einen Bericht des Institut universitaire de m�decine l�gale (IUML) der Universit�t Lausanne vom 5. Juni 2002 �ber die Blut- und Urinproben, der klare Hinweise auf einen Beikonsum psychotroper Substanzen (Ecstasy) zur Methadon-Substitution ergeben habe. Ferner verweist sie auf das Fahreignungsgutachten des Integrierten forensisch-psychiatrischen Dienstes der Universit�t Bern (IFPD), nach welchem beim Beschwerdegegner ein grober Einstellungsmangel hinsichtlich des Verhaltens im Strassenverkehr vorliegen soll, so dass auch aus psychiatrisch-psychologischer Sicht die Fahrtauglichkeit nicht gegeben sei.
2.2 Das Verwaltungsgericht nimmt an, der Beschwerdegegner habe mindestens bis Oktober 2000 nebst Methadon auch Heroin konsumiert und sei bis zu diesem Zeitpunkt heroinabh�ngig gewesen. In der Zeit vom 3. November 2000 bis 21. November 2001 seien bei ihm neun Urinuntersuchungen durchgef�hrt worden, die allesamt negativ ausgefallen seien. Aus diesen Gr�nden kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss, der Beschwerdegegner sei nicht mehr drogens�chtig. Hinsichtlich des Vorfalls vom 3. M�rz 2002, bei dem der Beschwerdegegner neben Methadon noch andere Drogen sowie Alkohol zu sich genommen hatte, geht es von einem einmaligen Vorfall aus. Anhaltspunkte daf�r, dass er von Oktober 2000 bis zum 3. M�rz 2002 oder in der Zeit danach Heroin oder andere Drogen wie Ecstasy konsumiert habe, l�gen nicht vor. Der in Blut und Urin des Beschwerdegegners gemessene MDMA- und der MDA-Gehalt verm�ge jedenfalls die Annahme einer Sucht nicht zu rechtfertigen. Es k�nne daher nicht gest�tzt auf Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG ein Sicherungsentzug angeordnet werden.
Das Verwaltungsgericht sieht auch keinen gen�genden Grund f�r einen Entzug des F�hrerausweises aus charakterlichen Gr�nden, soweit die KAM den Sicherungsentzug �berhaupt auch gest�tzt auf Art. 14 Abs. 2 lit. d SVG habe anordnen wollen.
2.3 Das beschwerdef�hrende Amt macht geltend, das Verwaltungsgericht werte den das Administrativverfahren ausl�senden Vorfall zu Unrecht als Einzelfall. Der Beschwerdegegner habe bereits am 1. M�rz 1999 unter dem kombinierten Einfluss von Opiaten, Benzodiazepinen und Methadon ein Motorfahrzeug gelenkt und rund einen Monat sp�ter wiederum in fahrunf�higem Zustand unter Einfluss von Alkohol, Opiaten und Methadon am Verkehr teilgenommen. Ausserdem habe er mindestens einmal unter dem Einfluss von Heroin ein Fahrzeug gef�hrt. Das beschwerdef�hrende Amt beanstandet im Weiteren, das Verwaltungsgericht habe das Fahreignungsgutachten des IFPD nicht ber�cksichtigt. Aufgrund dessen Feststellungen sowie der nachgewiesenen Fahrten unter Drogeneinfluss sei eine naheliegende Gefahr anzunehmen, dass der Beschwerdegegner wiederum im Rauschzustand am Strassenverkehr teilnehmen und die �brigen Verkehrsteilnehmer gef�hrden werde. Der F�hrerausweis sei dem Beschwerdegegner daher wegen Vorliegens einer Drogensucht auf unbestimmte Zeit zu entziehen.
Ferner r�gt das beschwerdef�hrende Amt, das Verwaltungsgericht habe sich nicht mit der charakterlichen Eignung des Beschwerdegegners zum F�hren von Motorfahrzeugen auseinander gesetzt.
2.4 Der Beschwerdegegner f�hrt in seiner Vernehmlassung aus, er habe lediglich zwei Mal unter dem Einfluss von Opiaten, Benzodiazepinen und Methadon ein Motorfahrzeug gelenkt. Er habe sich aber in der Zwischenzeit von seiner Sucht befreien k�nnen und habe seit November 2000 keine Drogen mehr zu sich genommen. Anfang Oktober 2002 habe er zudem das Methadon absetzen k�nnen. Beim fraglichen Vorfall vom 3. M�rz 2002 sei lediglich Ecstasy im Spiel gewesen. Spuren von Opiaten seien nicht nachgewiesen. Die Fahrten unter Heroineinfluss k�nnten daher nicht mit dem Ereignis vom 3. M�rz 2002 verglichen werden. Im �brigen sei nicht nachgewiesen, dass er regelm�ssig Ecstasy konsumiere, so dass von einem einmaligen Vorfall auszugehen sei. Es fehle ihm auch nicht an der charakterlichen Eignung zum F�hren eines Motorfahrzeuges. Die Tatsache, dass er sich von seiner Heroinsucht habe l�sen k�nnen, zeuge von einer ausgepr�gten Charakterst�rke. Charakterst�rke, Einsatzwillen und Verantwortungsbewusstsein beweise er zudem auch an seiner Arbeitsstelle. Das Verwaltungsgericht habe daher zu Recht von einem Sicherungsentzug abgesehen.
3.1 Der F�hrerausweis ist zu entziehen, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen (Art. 16 Abs. 1 SVG). Der Sicherungsentzug dient gem�ss Art. 30 Abs. 1 VZV der Sicherung des Verkehrs vor ungeeigneten Fahrzeuglenkern. Der Entzug wird auf unbestimmte Zeit angeordnet und mit einer Probezeit von mindestens einem Jahr verbunden, wenn der F�hrer wegen Trunksucht oder anderer Suchtkrankheiten oder aus charakterlichen Gr�nden zum F�hren eines Motorfahrzeugs nicht geeignet ist (Art. 17 Abs. 1bis SVG; Art. 33 Abs. 1 VZV). Nach Ablauf der Probezeit kann der Ausweis bedingt und unter angemessenen Auflagen wieder erteilt werden.
Der Sicherungsentzug greift tief in den Pers�nlichkeitsbereich des Betroffenen ein, weshalb eine sorgf�ltige Abkl�rung aller wesentlicher Gesichtspunkte vorzunehmen ist. In Zweifelsf�llen ist ein verkehrspsychologisches oder gerichtsmedizinisches Gutachten anzuordnen (Art. 9 VZV; BGE 125 II 492 E. 2a; BGE 6A.48/2002 vom 9. Oktober 2002 E. 2.2; BGE 127 II 122 E. 3b je mit Hinweisen).
3.2 Gem�ss Art. 14 Abs. 2 lit. c i.V.m. 16 Abs. 1 SVG wird der Ausweis entzogen, wenn der Betroffene dem Trunke oder anderen die Fahrf�higkeit herabsetzenden S�chten ergeben ist. Trunksucht wird nach der Rechtsprechung bejaht, wenn der Betreffende regelm�ssig so viel Alkohol konsumiert, dass seine Fahrf�higkeit vermindert wird und er diese Neigung zum �berm�ssigen Alkoholgenuss durch den eigenen Willen nicht zu �berwinden oder zu kontrollieren vermag. Dies gilt entsprechend auch f�r die Abh�ngigkeit von anderen Substanzen. Der Betroffene muss mithin in einem Masse abh�ngig sein, dass er mehr als jede andere Person der Gefahr ausgesetzt ist, sich in einem Zustand ans Steuer eines Fahrzeugs zu setzen, der das sichere F�hren nicht mehr gew�hrleistet. Die Fahreignung ist dann nicht mehr gegeben, wenn er nicht mehr in der Lage ist, Alkohol- bzw. Drogenkonsum und Strassenverkehr ausreichend zu trennen, oder wenn die nahe liegende Gefahr besteht, dass er im akuten Rauschzustand am motorisierten Strassenverkehr teilnimmt (BGE 127 II 122 E. 3c S. 126; 124 II 559 E. 4e).
Nach der Rechtsprechung erlaubt ein regelm�ssiger, aber kontrollierter und m�ssiger Haschischkonsum f�r sich allein noch nicht den Schluss auf eine fehlende Fahreignung. Ob diese gegeben ist, kann ohne Angaben �ber die Konsumgewohnheiten des Betroffenen, namentlich �ber H�ufigkeit, Menge und Umst�nde des Cannabiskonsums und des allf�lligen Konsums weiterer Bet�ubungsmittel und/oder Alkohol, und zu seiner Pers�nlichkeit, insbesondere hinsichtlich Drogenmissbrauch im Strassenverkehr, nicht beurteilt werden (BGE 128 II 335 E. 4b; 127 II 122 E. 4b; 124 II 559 E. 4e).
3.3 Wegen charakterlicher Nichteignung ist der F�hrerausweis nach Art. 14 Abs. 2 lit. d i.V.m. 16 Abs. 1 SVG zu entziehen, wenn der Fahrzeuglenker nach seinem bisherigen Verhalten keine Gew�hr bietet, dass er als Motorfahrzeugf�hrer die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen R�cksicht nehmen wird. Anzeichen hierf�r bestehen, wenn Charaktermerkmale des Betroffenen, die f�r die Eignung im Verkehr erheblich sind, darauf hindeuten, dass er als Lenker eine Gefahr f�r den Verkehr darstellt (BGE 104 Ib 95 E. 1). F�r den Sicherungsentzug aus charakterlichen Gr�nden ist die schlechte Prognose �ber das Verhalten als Motorfahrzeugf�hrer massgebend. Die Beh�rden m�ssen gest�tzt hierauf den Ausweis verweigern oder entziehen, wenn hinreichend begr�ndete Anhaltspunkte vorliegen, dass der Lenker sich im Verkehr r�cksichtslos verhalten wird (BGE 125 II 492 E. 2a). Die Frage ist anhand der Vorkommnisse (unter anderem Art und Zahl der begangenen Verkehrsdelikte) und der pers�nlichen Umst�nde zu beurteilen
4.1 Der Integrierte forensisch-psychiatrische Dienst der Universit�t Bern (IFPD) kommt in seinem Fahreignungsgutachten vom 12. Juni 2002 zum Schluss, beim Beschwerdegegner liege keine Alkoholabh�ngigkeit, wohl aber eine Drogensucht vor. Die Fahrtauglichkeit sei daher nicht gegeben, und es sei eine Suchtbehandlung zu empfehlen. Eine Nachbegutachtung solle nicht vor Ablauf von zwei Jahren, in denen die Suchtmittelfreiheit durch regelm�ssige toxische Analysen belegt werde, erfolgen. Ferner stellt das Gutachten nach dem anl�sslich der aktuellen Begutachtung gewonnenen Eindruck einen groben Einstellungsmangel hinsichtlich des Verhaltens im Strassenverkehr fest.
Das Gutachten st�tzt sich f�r seine Schlussfolgerungen zun�chst auf die verschiedenen Administrativmassnahmen, die gegen den Beschwerdegegner verh�ngt wurden, namentlich die beiden F�hrerausweisentz�ge wegen Fahrens unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss im Jahre 1996 und 1999. Im Weiteren geht es von den anamnestischen Angaben aus, wonach beim Beschwerdegegner bis 1998 eine Heroinabh�ngigkeit bestanden habe und er seitdem unter Methadon-Substitution stehe. Das Gutachten f�hrt weiter aus, das toxikologische Gutachten �ber die Blut- und Urinproben vom 10. M�rz 2002 habe klare Hinweise auf einen Beikonsum weiterer psychotroper Substanzen ergeben. Die Begutachtung habe ferner gezeigt, dass der Beschwerdegegner sich bisher nicht durchgreifend mit der Gesamtproblematik seines Fehlverhaltens im Strassenverkehr auseinander gesetzt habe. Insbesondere sei nicht zu erkennen, dass er uneingeschr�nkt bereit sei, die eigene Verantwortung f�r sein Handeln zu �bernehmen, sondern vielmehr dazu tendiere, das Geschehen zu bagatellisieren. Prognostisch ung�nstig sei dabei der Umstand zu bewerten, dass der Beschwerdegegner trotz Bestrafung und zahlreicher empfindlicher Sanktionen erneut in gravierender Weise gegen Verkehrsregeln verstossen und damit zu erkennen gegeben habe, dass er aus fr�herem Fehlverhalten keine Lehren gezogen habe. Dieser grobe Einstellungsmangel lasse - abgesehen von der Sucht - weitere, auch gravierende Verkehrsregelverletzungen erwarten.
4.2.1 Das Verwaltungsgericht weicht mit seiner Annahme, es sei beim Beschwerdegegner keine Drogenabh�ngigkeit nachgewiesen, vom Fahreignungsgutachten des IFPD ab. Dies ist nicht zu beanstanden, zumal es sich f�r seine Auffassung auf triftige Gr�nde st�tzen kann.
Aus der Vorgeschichte ergibt sich, dass dem Beschwerdegegner der F�hrerausweis im Jahre 1996 wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration 1,65 Promille) f�r drei Monate entzogen wurde. Am 1. M�rz 1999 nahm ihm die Stadtpolizei Bern den Ausweis sodann vorl�ufig ab und auferlegte ihm ein Fahrverbot. Die chemisch-toxikologische Untersuchung der abgenommenen Urinprobe ergab hinsichtlich Opiate, Benzodiazepine und Methadon ein positives Resultat. Trotz des vorl�ufigen Entzugs f�hrte der Beschwerdegegner am 28. M�rz 1999 wiederum ein Motorfahrzeug, wobei er in angetrunkenem Zustand (Blutalkoholkonzentration 0,99 Promille) und unter Drogeneinfluss (Opiate und Methadon) fuhr. Aufgrund dieser Vorf�lle entzog ihm die KAM mit Verf�gung vom 24. Juni 1999 den F�hrerausweis f�r 20 Monate. Der mit dieser Verf�gung verbundenen Aufforderung, sich Urinproben zu unterziehen und sich �rztlich best�tigen zu lassen, dass er keine Drogen mehr konsumiere, kam der Beschwerdegegner zun�chst nicht nach, weshalb ihm der F�hrerausweis am 9. November 2000 vorsorglich entzogen wurde. In der Folge legte er einen Arztbericht vom 5. Februar 2001 �ber sechs zwischen dem 3. November 2000 und dem 31. Januar 2001 abgenommene Urinproben vor, die mit Ausnahme des Methadons negative Resultate zeitigten, worauf ihm der F�hrerausweis am 1. M�rz 2001 wieder erteilt wurde. Ebenfalls keine Anzeichen f�r einen Drogenkonsum stellten die weiteren der KAM eingereichten Arztberichte vom 9. Juli 2001 und 24. November 2001 fest.
Aufgrund der negativen Befunde der insgesamt neun abgenommenen Urinproben gelangt das Verwaltungsgericht zu Recht zum Schluss, dass der Beschwerdegegner nicht mehr als drogens�chtig bezeichnet werden kann. Dies wird zus�tzlich erh�rtet durch das Arztzeugnis vom 16. November 2002, nach welchem auch die seit Mitte Sommer 2002 durchgef�hrten vier Urinkontrollen negative Ergebnisse erbrachten und die Methadonsubstitution auf Anfang Oktober 2002 sistiert worden ist.
Der das vorliegende Verfahren ausl�sende Vorfall vom 3. M�rz 2002 f�hrt zu keiner anderen Beurteilung, da mit dem Verwaltungsgericht von einem Einzelfall ausgegangen werden muss. Denn der Beschwerdegegner ist beim fraglichen Vorfall nicht unter dem Einfluss von Opiaten Auto gefahren, von denen er urspr�nglich abh�ngig war, sondern hatte neben Alkohol und Methadon lediglich Ecstasy konsumiert. Diese einmalige Einnahme von Ecstasy l�sst sich nicht mit dem Heroinkonsum vergleichen, den der Beschwerdegegner fr�her betrieben hat. Dieser weist zu Recht darauf hin, dass nach der Rechtsprechung bei Ecstasy die Annahme eines mengenm�ssig schweren Falles im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG ausscheidet (BGE 125 IV 90 E. 3). Insofern steht diese Designerdroge den Cannabis-Produkten gleich (BGE 117 IV 314 E. 2 g/aa; 125 IV 256 E. 2b). �bertragen auf den Sicherungsentzug des F�hrerausweises w�rde dies bedeuten, dass ein regelm�ssiger, aber kontrollierter und m�ssiger Konsum nicht ohne weiteres den Schluss auf eine fehlende Fahreignung zul�sst (vgl. E. 3.2). Wie es sich damit verh�lt, kann indes offen bleiben, zumal ein regelm�ssiger Konsum von Ecstasy hier nicht nachgewiesen ist. In jedem Fall l�sst sich aber, wie der Beschwerdegegner zutreffend ausf�hrt, aufgrund eines bloss einmaligen Ecstasykonsums nicht annehmen, der Betroffene sei drogenabh�ngig und verm�chte Drogenkonsum und Strassenverkehr nicht ausreichend zu trennen. Der Umstand, dass der Beschwerdegegner fr�her heroinabh�ngig war, f�hrt zu keiner anderen Beurteilung, da aufgrund der Verschiedenartigkeit der Bet�ubungsmittel nicht von einem R�ckfall ausgegangen werden kann. Insofern sind auch die beiden Fahrten unter Drogeneinfluss in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung.
4.2.2 Nicht zu beanstanden ist das angefochtene Urteil auch, soweit das Verwaltungsgericht annimmt, der vom Gutachten festgestellte Einstellungsmangel des Beschwerdegegners hinsichtlich seines Verhaltens im Strassenverkehr erf�lle die Voraussetzungen f�r einen Sicherungsentzug aus charakterlichen Gr�nden gem�ss Art. 14 Abs. 2 lit. d SVG nicht .
Zwar trifft zu, dass dem Beschwerdegegner in den Jahren 1987 bis 1990 zwei Mal der F�hrerausweis f�r Motorfahrr�der, zwei Mal der Ausweis f�r Motorr�der und der Lernfahrausweis f�r die Kategorie B sowie einmal der am 13. Juli 1990 erworbene F�hrerausweis f�r leichte Motorwagen (Kategorie B) entzogen werden mussten. Doch fallen die den Administrativmassnahmen zugrunde liegenden Vorf�lle im Wesentlichen in seine Jugendzeit und liegen mithin recht weit zur�ck, so dass ihnen, wie das Verwaltungsgericht zu Recht ausf�hrt, keine wesentliche Bedeutung mehr zukommt.
Ein Charaktermangel, der darauf schliessen liesse, dass der Beschwerdegegner k�nftig keine Gew�hr daf�r bietet, dass er als Motorfahrzeugf�hrer die Vorschriften beachten und auf die Mitmenschen R�cksicht nehmen wird, l�sst sich auch nicht aus den Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss herleiten, die zu den Ausweisentz�gen vom 12. Dezember 1996 und vom 24. Juni 1999 Anlass gaben. Diese fallen in die Zeit, w�hrend welcher der Beschwerdegegner drogenabh�ngig war. Sie sind daher in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Trunk- oder Drogensucht gem�ss Art. 14 Abs. 2 lit. c SVG zu w�rdigen. Da in �bereinstimmung mit dem Verwaltungsgericht anzunehmen ist, der Beschwerdegegner sei nicht alkoholabh�ngig und habe seine Drogensucht in der Zwischenzeit �berwunden, ist diesen Fahrten hinsichtlich der Prognose �ber sein k�nftiges Verhalten als Motorfahrzeugf�hrer nurmehr untergeordnete Bedeutung beizumessen. Zwar erweckt der erneute grobe Verstoss gegen die Verkehrsregeln vom 3. M�rz 2002, bei welchem der Beschwerdegegner u.a. in �berm�detem Zustand und nach Genuss von Alkohol und Ecstasy Auto gefahren ist, etwelche Bedenken hinsichtlich seiner Einstellung zum Verhalten im Strassenverkehr. Doch verletzt das Verwaltungsgericht letztlich sein Ermessen nicht, wenn es zum Schluss gelangt, es best�nden keine hinreichenden Anhaltspunkte daf�r, dass sich der Beschwerdegegner im Verkehr k�nftig r�cksichtslos verhalten werde. Allerdings ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass sich bei einem erneuten Vorfall eine andere Beurteilung aufdr�ngen m�sste und ein Sicherungsentzug kaum mehr zu umgehen w�re.
Nach dem Gesagten ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat das beschwerdef�hrende Amt keine Kosten zu tragen (Art. 156 Abs. 2 OG), und ist dem Beschwerdegegner eine angemessene Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 159 Abs. 1 OG).
Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat den Beschwerdegegner f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 3'000.-- zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien und dem Verwaltungsgericht des Kantons Freiburg, III. Verwaltungsgerichtshof, sowie der Kommission f�r Administrativmassnahmen im Strassenverkehr des Kantons Freiburg schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 14
 Art. 17
 Art. 5
 Art. 98
 Art. 24
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 30
 Art. 33
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 14
 Art. 14
 Art. 19
 Art. 14
 Art. 14