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Timestamp: 2018-01-19 05:34:42+00:00

Document:
VORIS Kultusministerium | 25 - 81 625 | Verwaltungsvorschrift (Niedersachsen) | Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache | i. d. F. v. 01.07.2014 | gültig ab 01.08.2014 | gültig bis 31.12.2019
Aktenzeichen: 25 - 81 625
Erlassdatum: 01.07.2014
Fassung vom: 01.07.2014
Normen: § 25 BbS-VO, § 26 BbS-VO, § 27 BbS-VO, § 31 BbS-VO, § 2 NSchG ... mehr
Fundstelle: SVBl. 2014, 330
RdErl. d. MK v. 1.7.2014 – 25 – 81 625 – VORIS 22410 –
Fundstelle: SVBl. 2014, S. 330
RdErl. d. MK „Die Arbeit in der Oberschule“ vom 7.7.2011 (SVBl. S. 257), geändert durch RdErl. v. 9.4.2013 (SVBl. S. 221) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Die Arbeit in der Grundschule“ v. 1.8.2012 (SVBl. S. 404) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Sprachfördermaßnahmen vor der Einschulung“ v. 1.3.2012 (SVBl. S. 390) – VORIS 22410 –
Verordnung über berufsbildende Schulen (BbS-VO) v. 10.6.2009 (Nds. GVBl. S. 243, SVBl. S. 206), zuletzt geändert durch Verordnung v. 5.10.2011 (Nds. GVBl. S. 336, SVBl. S. 419) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Ergänzende Bestimmungen für das berufsbildende Schulwesen (EB-BbS)“ v. 10.6.2009 (Nds. MBl. S. 538, SVBl. S. 238), zuletzt geändert durch RdErl. v. 20.5.2014 (Nds. MBl. S. 392) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Die Arbeit in der Hauptschule“ v. 27.4.2010 (SVBl. S. 173, ber. S. 257) geändert durch RdErl. v. 9.4.2013 (SVBl. S. 220) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Die Arbeit in der Realschule“ v. 27.4.2010 (SVBl. S. 182) geändert durch RdErl. v. 9.4.2013 (SVBl. S. 221) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Die Arbeit in den Schuljahrgängen 5 bis 10 der Integrierten Gesamtschule (IGS)“ v. 4.5.2010 (SVBl. S. 196), zuletzt geändert durch RdErl. v. 26.6.2013 (SVBl. S. 300) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Die Arbeit in den Schuljahrgängen 5 bis 10 der Kooperativen Gesamtschule (KGS)“ v. 4.5.2010 (SVBl. S. 191), zuletzt geändert durch RdErl. v. 26.6.2013 (SVBl. S. 298) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Die Arbeit in den Schuljahrgängen 5 bis 10 des Gymnasiums“ v. 16.12.2011 (SVBl. S. 149, ber. S. 223) geändert durch RdErl. v. 9.4.2013 (SVBl. S. 221) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung an den allgemein bildenden Schulen“ v. 7.7.2011 (SVBl. S. 268), zuletzt geändert durch RdErl. v. 7.5.2013 (SVBl. S. 219) – VORIS 22410 –
Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (VO-GO) v. 17.2.2005 (Nds. GVBl. S. 51; SVBl. S. 171) zuletzt geändert durch Verordnung vom 16.12.2011 (Nds. GVBl. S. 505, ber. Nds. GVBl. 2012 S. 27) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Ergänzende Bestimmungen zur Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (EB-VO-GO)“ v. 17.2.2005 (SVBl. S. 177, ber. SVBl. 2006 S. 453) zuletzt geändert durch RdErl. v. 10.7.2012 (SVBl. S. 425) – VORIS 22410 –
Verordnung zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung v. 22.01.2013 (Nds. GVBl. S. 23; SVBl. S. 66) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Ergänzende Bestimmungen zur Verordnung zur Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung“ v. 31.1.2013 (SVBl. S. 67) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Kerncurricula, Rahmenrichtlinien und Curriculare Vorgaben für das allgemein bildende Schulwesen“ v. 1.10.2013 (SVBl. S. 377, ber. S. 435) – VORIS 22410 –
Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (AVO-GOBAK) v. 19.05.2005 (Nds. GVBl. S. 169; SVBl. S. 352) zuletzt geändert durch Verordnung vom 4.2.2014 (Nds. GVBl. S. 53, SVBl. S. 116) – VORIS 22410 –
RdErl. d. MK „Ergänzende Bestimmungen zur Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (EB-AVO-GOBAK)“ v. 19.5.2005 (SVBl. S. 361) zuletzt geändert durch RdErl. v. 4.2.2014 (SVBl. S. 116) – VORIS 22410 –
Erl. d. MK „Ergänzende Bestimmungen zur Schulpflicht und zum Rechtsverhältnis zur Schule“ v. 29.8.1995 (SVBl. S. 223), zuletzt geändert durch Erl.d.MK.v. 1.3.2006 (SVBl. S 109) – VORIS 22410 –
Entsprechend § 2 NSchG, der Gemeinsamen Erklärung der Kultusministerkonferenz und der Organisationen von Menschen mit Migrationshintergrund zur Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Eltern vom 10.10.2013 und der Empfehlung der Kultusministerkonferenz „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ vom 25.10.1996 i. d. F. vom 5.12.2013 sollen die Bildungsmaßnahmen darüber hinaus dazu beitragen, dass die sprachlich-kulturelle Vielfalt ihrer Schüler- und Elternschaft als Chance für interkulturelles Lernen bewusst wahrgenommen und in der schulprogrammatischen Arbeit berücksichtigt wird. Hierzu gehören auch die Würdigung und Förderung der sprachlichen Kompetenzen mehrsprachig aufwachsender Schülerinnen und Schüler sowie die Wahrnehmung von Mehrsprachigkeit als gesellschaftliche Ressource. Weiterhin sollen die Bildungsmaßnahmen dazu beitragen, bei allen Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit zum interkulturellen Austausch zu stärken und die Zwei- und Mehrsprachigkeit zu fördern.
Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache, die gemäß Nr. 3.1.2 des Bezugserlasses zu s) ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Niedersachsen haben, sind schulpflichtig und wie alle anderen Kinder in die örtlich zuständige Grundschule gemäß Nr. 3 des Bezugserlasses zu b) aufzunehmen.
Bei Schülerinnen und Schülern aus anderen Herkunftsländern, die bei der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland bereits schulpflichtig sind, stellt die Schule im Rahmen eines Aufnahmegesprächs den bisherigen schulischen Werdegang und den Stand der Deutschkenntnisse fest und berät sie sowie ihre Eltern in Hinsicht auf die weitere Schullaufbahn und den angestrebten Schulabschluss. Sollte es Gründe dafür geben, den Schulbesuch an einer anderen Schule zu empfehlen, benennt die Schulleitung eine wohnortnahe Schule, die vom Schulprofil her im Hinblick auf die individuellen Bildungsvoraussetzungen und den angestrebten Schulabschluss angemessen und zur Aufnahme bereit ist.
Zugewanderte Jugendliche, die das 15. Lebensjahr bereits vollendet haben, können ihre Schulpflicht je nach Bildungsvoraussetzung und Bildungsziel in einem allgemein bildenden oder berufsbildenden Bildungsgang erfüllen. Sollten sie keine allgemein bildende Schule besuchen, müssen sie sich umgehend bei der für ihren Wohnort vom Schulträger bestimmten berufsbildenden Schule anmelden.
Für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache, deren Kompetenzen nicht ausreichen, um erfolgreich am Regelunterricht teilzunehmen, sind gemäß § 54a NSchG besondere additive Fördermaßnahmen zum Erwerb oder zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse einzurichten. Hierbei ist darauf hinzuwirken, dass sich die Sprachförderung entsprechend dem individuellen Bedarf kontinuierlich fortsetzt, indem sich beispielsweise an den Besuch einer Sprachlernklasse das Angebot von Förderkursen oder Förderunterricht anschließt Die Bedarfe von neu zuwandernden Kindern und Jugendlichen ohne oder mit sehr geringen Kenntnissen in Deutsch als Zweitsprache sind in diesem Zusammenhang besonders zu berücksichtigen.
Für die Durchführung dieser additiven Fördermaßnahmen werden gemäß Nr. 5.5 des Bezugserlasses zu k) zusätzliche Kontingente an Lehrerstunden zur Verfügung gestellt, deren Umfang durch die oberste Schulbehörde jährlich festgelegt wird. Voraussetzung für die Inanspruchnahme von zusätzlichen Lehrerstunden ist die Erstellung eines Sprachförderkonzeptes, das insbesondere die Verzahnung von integrativen und additiven Fördermaßnahmen vorsieht. Die zusätzlichen Stundenkontingente sind zweckgebunden zu verwenden und in der Stundentafel der Schule auszuweisen. Über die Verwendung der ihnen zugewiesenen Stundenkontingente für die Sprachförderung berichten die Schulen der Niedersächsischen Landesschulbehörde jährlich im Februar im Zusammenhang mit der Erhebung zur Unterrichtsversorgung. Über die Zuweisung der zusätzlichen Stundenkontingente im darauf folgenden Schuljahr entscheidet die Niedersächsische Landesschulbehörde nach Prüfung des Sprachförderberichts.
Kinder, bei denen gemäß Nr. 2.1 festgestellt wurde, dass ihre Deutschkenntnisse für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht des 1. Schuljahrgangs nicht ausreichen, sind gemäß § 64 Abs. 3 NSchG verpflichtet, im Jahr vor der Einschulung an besonderen Sprachfördermaßnahmen teilzunehmen. Näheres hierzu wird in dem Runderlass zu c) geregelt Die curricularen Grundlagen für die Sprachfördermaßnahmen im Jahr vor der Einschulung sind in dem Bezugserlass zu p) geregelt.
Darüber hinaus gelten die Handlungsempfehlungen für die „Sprachbildung und Sprachförderung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder“ sowie die daran anknüpfende Empfehlung „Sprachförderung als Teil der Sprachbildung im Jahr vor der Einschulung durch Grundschulehrkräfte“.
Wenn eine Schule von mindestens zehn Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache besucht wird, die wegen eines hohen Unterstützungsbedarfs in der deutschen Sprache dem Unterricht in der Regelklasse noch nicht folgen können, soll eine Sprachlernklasse eingerichtet werden, die auch mehrere Jahrgangsstufen umfassen kann. Sie ist von einer Lehrkraft zu führen, die über eine Qualifikation in Deutsch als Zweitsprache verfügt oder diese im Rahmen einer entsprechenden Fortbildungsmaßnahme zeitnah erwirbt.
Der Unterricht in der Sprachlernklasse dient vorrangig dem Erwerb und der Erweiterung der deutschen Sprachkenntnisse und bereitet auf den Übergang in die Regelklasse vor. Innerhalb der Eingewöhnungs- und Beobachtungsphase werden die individuellen Bildungsvoraussetzungen und das vorläufige Bildungsziel ermittelt und die Zuordnung zu einer Regelklasse an einer passenden Schule vorgenommen. Dies ist nicht zwingend dieselbe Schule, an der die Sprachlernklasse besucht wird.
Der Unterricht in der Sprachlernklasse konzentriert sich auf den Sprachenunterricht, wobei die sprachliche Handlungsfähigkeit in allen Fächern Gegenstand sein soll. Bei der Vermittlung fachlicher Inhalte orientiert er sich an den curricularen Vorgaben für die Fächer in der jeweiligen künftigen Schulform. Im Hinblick auf die zu erreichende Integration sollen die Schülerinnen und Schüler einer Sprachlernklasse schon von Anfang an mit zunehmenden Anteilen in ausgewählten Fächern (z.B. in musisch-kulturellen, in praxisbezogenen Fächern und im Sport) am Unterricht ihrer künftigen Regelklasse teilnehmen.
Der Besuch einer Sprachlernklasse dauert in der Regel ein Jahr, kann aber entsprechend dem Stand der Deutschkenntnisse und dem Bildungsstand der Schülerin bzw. des Schülers jederzeit verkürzt werden, um den Übergang in die Regelklasse je nach Voraussetzung individuell flexibel zu gestalten.
Schülerinnen und Schüler, die eine Sprachlernklasse besucht haben, sollten bei Bedarf anschließend an einem Förderkurs gemäß Nr. 3.3 oder am Förderunterricht gemäß Nr. 3.4 teilnehmen.
Ein Förderkurs „Deutsch als Zweitsprache“ kann für mindestens vier Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache eingerichtet werden, die eine Regelklasse besuchen und einen erheblichen Förderbedarf in Deutsch als Zweitsprache haben.
Der Förderkurs umfasst vier bis sechs Wochenstunden im Primarbereich und fünf bis acht Wochenstunden im Sekundarbereich I und kann auch jahrgangsübergreifend durchgeführt werden. Die wöchentliche Höchststundenzahl der Schülerinnen und Schüler darf dabei um zwei Stunden überschritten werden. Die übrigen Stunden sollen zeitlich parallel zum Unterricht in der Regelklasse erteilt werden. In Grundschulen können die Förderkurse auch parallel zu den unterrichtsergänzenden Angeboten, an Ganztagsschulen auch im Rahmen von Nachmittagsangeboten stattfinden.
Der Besuch eines Förderkurses dauert in der Regel bis zu einem Jahr. Anschließend können die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf am Förderunterricht gemäß Nr. 3.4 teilnehmen.
Für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache, die eine Regelklasse besuchen, ist bei Bedarf zusätzlicher Förderunterricht einzurichten. Für Schülerinnen und Schüler ohne Deutschkenntnisse, die neu nach Deutschland zugewandert sind und nicht an einer Maßnahme gemäß Nrn. 3.2 oder 3.3 teilnehmen, umfasst der Förderunterricht mindestens fünf Wochenstunden.
Nach Möglichkeit sind Fördergruppen zu bilden, wobei den unterschiedlichen Förderbedarfen Einzelner Rechnung zu tragen ist Der Umfang des Förderunterrichts beträgt je nach dem vorhandenen Förderbedarf zwei bis fünf Wochenstunden. Dabei darf die wöchentliche Höchststundenzahl der Schülerinnen und Schüler um zwei Stunden überschritten werden. Die übrigen Stunden können parallel zu unterrichtsergänzenden Angeboten und an Ganztagsschulen im Rahmen des Ganztagsangebotes stattfinden. Eine Verkürzung oder ein Versäumen des Regelunterrichts darf nicht erfolgen.
Jugendliche nichtdeutscher Herkunftssprache, die über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen, sollen unter Berücksichtigung des angestrebten Ausbildungsziels und der im Herkunftsland evtl. schon begonnenen Berufsausbildung in die berufsbildenden Schulen aufgenommen werden. Sofern sie einen Ausbildungsvertrag haben, sind sie in bestehende Fachklassen aufzunehmen. Schulpflichtige Jugendliche nichtdeutscher Herkunftssprache, die keinen Ausbildungsvertrag haben, nehmen am Unterricht der beruflichen Vollzeitschulen teil.
Zugewanderte schulpflichtige Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag nehmen am Unterricht der Sprachförderklasse (BVJ-A) nach Nr. 4.2.3 des Bezugserlasses zu e) teil, wenn sie wegen fehlender Deutschkenntnisse auch bei entsprechender Förderung (s. Nr. 4.1.3) dem Unterricht einer anderen beruflichen Vollzeitschule nicht folgen können.
Für Jugendliche nichtdeutscher Herkunftssprache mit Ausbildungsvertrag, die eine besondere Förderung in der deutschen Sprache benötigen, und für Jugendliche nichtdeutscher Herkunftssprache ohne Ausbildungsvertrag, die nicht die Sprachförderklasse (BVJ-A) besuchen, ist Förderunterricht einzurichten. Der Unterricht dient der Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse und bezieht Mehrsprachigkeit als wertvolle Ressource ein. Ein systematischer Spracherwerb in Deutsch als Zweitsprache ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, zunehmend fach- bzw. bildungssprachliche Handlungsfähigkeit in Mündlichkeit und Schriftlichkeit zu erwerben. Ziel soll das Erreichen der Niveaustufe A 2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen sein; die Niveaustufe B 1 ist anzustreben. Der Unterricht ist nach Möglichkeit berufsbereichsbezogen zu erteilen und hat sich ggf. an den Ausbildungsinhalten zu orientieren.
Kann wegen zu geringer Schülerzahl (weniger als 10) weder eine Sprachförderklasse noch ein Sprachkurs an einem Standort einer berufsbildenden Schule eingerichtet werden, so entscheidet die Niedersächsische Landesschulbehörde, welche Schule die oder der Jugendliche ohne hinreichende Deutschkenntnisse zur Erfüllung der Schulpflicht und zur Erlangung der notwendigen Deutschkenntnisse zunächst zu besuchen hat.
Im Anschluss an einen im Rahmen des Ruhens der Schulpflicht gem. § 70 Abs. 1 NSchG besuchten Sprachkurs müssen schulpflichtige Jugendliche entsprechend ihrem Leistungsstand und ihren Bildungsvoraussetzungen eine berufsbildende Schule mit Vollzeitunterricht besuchen, sofern sie nicht unmittelbar in eine allgemein bildende Schule oder in eine duale Berufsausbildung eintreten.
Für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache, die die Voraussetzungen zur Aufnahme in die gymnasiale Oberstufe oder in das Berufliche Gymnasium gemäß den Bestimmungen der Bezugsverordnung zu l) bzw. zu e) in der jeweils gültigen Fassung erfüllen, soll – soweit erforderlich – Förderunterricht im Umfang von ein bis zwei Stunden eingerichtet werden. Die besondere Förderung soll sich auf die Vertiefung der Kompetenzen in der deutschen Sprache, insbesondere im Hinblick auf die fachlichen Anforderungen des Unterrichts in der gymnasialen Oberstufe oder im Beruflichen Gymnasium, beziehen.
Nach Möglichkeit sollten Fördergruppen gebildet werden, die auch jahrgangsübergreifend angeboten werden können. In einer Fördergruppe können im Einvernehmen mit dem Schulträger auch Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Schulen zusammengefasst werden. Durch den Förderunterricht darf die Höchststundenzahl der Schülerinnen und Schüler bis zu zwei Stunden überschritten werden.
Die Feststellung, ob bei Schülerinnen und Schülern ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung vorliegt, ist bei eingeschränkter sprachlicher Verständigung mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Nicht ausreichende Kenntnisse in der deutschen Sprache und ihre Folgen sind kein Kriterium für die Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung.
Bei dem Verfahren auf Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung gemäß Bezugsverordnung zu n) ist bei Bedarf eine herkunftssprachliche Lehrkraft oder – ggf. unter Einbeziehung der Fachberatung für Interkulturelle Bildung bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde – eine andere geeignete Person zur sprachkundigen Vermittlung hinzuzuziehen. Bei der Erstellung des Fördergutachtens durch die zuständige Schule sowie bei der Empfehlung der Förderkommission sind bei Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache auch Aussagen zu folgenden Bereichen aufzunehmen:
Sprachstandsanalyse und Teilnahme an besonderen Fördermaßnahmen in Deutsch als Zweitsprache,
Kenntnisse der Herkunftssprache und ggf. Stand der im Herkunftsland erworbenen Bildungsvoraussetzungen,
ggf. spezifische Aussagen zur Lernentwicklung, die mit dem Elternhaus oder / und der Migrationsgeschichte der Schülerin oder des Schülers zusammenhängen.
Die individuelle Lernentwicklung ist gemäß den geltenden Grundsatzerlassen für die Schulformen fortlaufend zu begleiten, zu beobachten und schriftlich zu dokumentieren. Den individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ist auch bei der Sprachförderung Rechnung zu tragen. Die Zwei- oder Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler soll dabei berücksichtigt werden und Anerkennung erfahren.
Bei der Bewertung der Leistungen und der Benotung ist auf sprachlich bedingte Erschwernisse des Lernens Rücksicht zu nehmen und der individuelle Lernfortschritt zu beachten. Bei der Aufgabenstellung und Aufgabenformulierung sollen die jeweiligen sprachlichen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden.
Für Schülerinnen und Schüler, die auf Grund noch nicht ausreichender Kompetenzen in der deutschen und / oder in einer neu erlernten Fremdsprache keinen oder einen erschwerten Zugang zu bestimmten Aufgabenstellungen haben und so nicht ihr tatsächliches Leistungsvermögen abrufen bzw. nachweisen können, können die äußeren Bedingungen für mündliche oder schriftliche Leistungsfeststellungen u.a. wie folgt verändert werden:
Die Schule hat zunächst zu prüfen, ob die Schülerinnen und Schüler am Unterricht in den von der Schule angebotenen Pflichtfremdsprachen teilnehmen oder ob die Pflichtfremdsprachen nachgelernt werden können. Bei Bedarf ist Förderunterricht in der Pflichtfremdsprache gemäß Nr. 3.4 einzurichten.
Wenn ein Nachlernen der Pflichtfremdsprachen nicht möglich ist oder aussichtslos erscheint bzw. in besonderen Einzelfällen, können nach eingehender Beratung durch die Schule die Leistungen in der Herkunftssprache anstelle der Leistungen in einer der Pflichtfremdsprachen treten und durch eine Sprachfeststellungsprüfung nachgewiesen werden. Anstelle der Sprachfeststellungsprüfung in der Pflichtfremdsprache kann diese auch in der Wahlpflichtfremdsprache abgelegt werden. Die Verpflichtung zum Erlernen einer zweiten Pflichtfremdsprache wird dadurch nicht berührt.
Auf die besondere Bedeutung des Englischen für den weiteren schulischen und beruflichen Werdegang ist in der Beratung ausdrücklich hinzuweisen. Aus diesem Grunde wird die Teilnahme am Englischunterricht auch dann empfohlen, wenn Leistungen in Englisch durch Leistungen in der Herkunftssprache ersetzt wurden. Diese Teilnahme wird nicht benotet, aber mit „teilgenommen“ im Zeugnis vermerkt.
Sprachfeststellungsprüfungen sind von geeigneten Prüferinnen oder Prüfern durchzuführen. Bei der Festsetzung der Anforderungen und der Note muss eine Lehrkraft, die die Lehrbefähigung für eine moderne Fremdsprache in der jeweiligen Schulform besitzt, verantwortlich mitwirken.
Besondere Fremdsprachenregelungen für Bildungsgänge im
Der schriftliche und mündliche Teil der Sprachfeststellungsprüfung orientieren sich hinsichtlich des Anforderungsniveaus, des Umfangs und der Dauer an den Vorgaben für den Sekundarabschluss I, die in den Kerncurricula der Pflichtfremdsprachen / Wahlpflichtfremdsprachen des jeweiligen Bildungsganges vorgegeben sind.
Die in der Sprachfeststellungsprüfung erreichte Zensur wird in den Mittelteil der Zeugnisse bis zum Ende des Bildungsganges übernommen. Unter „Bemerkungen“ wird auf die Sprachfeststellungsprüfung und das erreichte sprachliche Kompetenzniveau hingewiesen. Die Zensur ist versetzungs- und abschlussrelevant Sie wird bei der Berechnung des Notendurchschnitts einbezogen.
Besondere Fremdsprachenregelungen für die gymnasiale Oberstufe allgemein bildender Gymnasien und Gesamtschulen
Die Bestimmungen für den Fremdsprachenunterricht gemäß VO-GO gelten grundsätzlich auch für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache.
Eine Anerkennung von Leistungen in der Herkunftssprache anstelle einer Pflichtfremdsprache kann nur in der Einführungsphase erfolgen. In der Qualifizierungsphase sind Sprachfeststellungsprüfungen nicht zulässig.
Wurde eine Sprachfeststellungsprüfung auf dem Mindestanforderungsniveau B1+ erfolgreich abgelegt, so ist für eine Pflichtfremdsprache die Teilnahmeverpflichtung erfüllt.
Kann keine Pflichtfremdsprache weitergeführt werden, so ist eine weitere Fremdsprache neu zu beginnen.
Wer nach dem Besuch einer ausländischen Schule in die gymnasiale Oberstufe aufgenommen wird, kann nach § 4 Abs. 5 VO-GO seine Belegungspflicht in Fremdsprachen in einer abweichenden Weise erfüllen, wenn dies aufgrund des bisherigen Schulbesuchs erforderlich ist. In Zweifelsfällen ist die Entscheidung der Niedersächsischen Landesschulbehörde einzuholen.
Besondere Fremdsprachenregelungen für die Bildungsgänge der berufsbildenden Schulen
In Bildungsgängen, in denen keine oder Abschlüsse nach § 25 und § 26 BbS-VO vorausgesetzt werden, sollen Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache an Grundlagenkursen (Beginnerkurse) in Englisch bzw. dem Englischunterricht im Rahmen eines Förderkonzepts teilnehmen. Daher entfällt in diesen Bildungsgängen die Möglichkeit der Sprachfeststellungsprüfung.
Sollen Abschlüsse nach §§ 27 bis 31 BbS-VO erteilt werden, können Leistungen in einer Pflichtfremdsprache gemäß Nr. 7.1.2 durch Leistungen in der Herkunftssprache (Sprachfeststellungsprüfung) ersetzt werden, wenn
in der Sekundarstufe I oder II eine Sprachfeststellungsprüfung erfolgreich abgelegt wurde oder
die Schülerinnen und Schüler in einen Bildungsgang einer berufsbildenden Schule gemäß Nr. 2.3 aufgenommen wurden.
In den folgenden Bildungsgängen können Leistungen im Fach Englisch nicht durch Leistungen in der Herkunftssprache ersetzt werden:
alle Bildungsgänge der Fachschule Seefahrt,
Bildungsgang „Kaufmännische Assistentin / Kaufmännischer Assistent Schwerpunkt Fremdsprachen und Korrespondenz“ der berufsqualifizierenden Berufsfachschulen und
alle Bildungsgänge der Fachschule Hotel- und Gaststättengewerbe.
Die Sprachfeststellungsprüfungen orientieren sich hinsichtlich des Anspruchsniveaus, des Umfangs und der Dauer an den Vorgaben für den jeweiligen Schulabschluss, die in den Erziehungsmitteln der Pflichtfremdsprachen des jeweiligen Bildungsganges vorgegeben sind.
Die in der Sprachfeststellungsprüfung erreichte Zensur wird in dem berufsübergreifenden Lernbereich ausgewiesen. Unter Bemerkungen wird auf die durchgeführte Sprachfeststellungsprüfung und das erreichte Kompetenzniveau hingewiesen. Die Zensur ist versetzungs- und abschlussrelevant.
7.4.6 In allgemein bildenden Schulen erfolgreich abgelegte Sprachfeststellungsprüfungen auf dem angestrebten Abschlussniveau werden anerkannt Die Zensur wird übernommen.
Leistungen in einer Pflichtfremdsprache können durch Leistungen in der Herkunftssprache (Sprachfeststellungsprüfung) ersetzt werden, wenn Schülerinnen und Schüler
in der Sekundarstufe I oder II eine Sprachfeststellungsprüfung erfolgreich abgelegt haben oder
in das berufliche Gymnasium gemäß Nr. 2.3 aufgenommen wurden.
Der schriftliche und mündliche Teil der Sprachfeststellungsprüfung orientiert sich hinsichtlich des Anforderungsniveaus, des Umfangs und der Dauer an den Vorgaben, die in den Erziehungsmitteln der Pflichtfremdsprachen in beruflichen Gymnasien und den Einheitlichen Prüfungsanforderungen der Kultusministerkonferenz vorgegeben sind.
Wurde in der Sekundarstufe I oder II eine Sprachfeststellungsprüfung auf dem Mindestanforderungsniveau B1 erfolgreich abgelegt, so besteht keine Pflicht zur Teilnahme am Unterricht in einer der Pflichtfremdsprachen.
Wer nach dem Besuch einer ausländischen Schule in ein berufliches Gymnasium aufgenommen wird, kann seine Belegungspflicht in Fremdsprachen in einer abweichenden Weise erfüllen, wenn dies aufgrund des bisherigen Schulbesuchs erforderlich ist. In Zweifelsfällen ist die Entscheidung der Niedersächsischen Landesschulbehörde einzuholen.
Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache ist nach Möglichkeit, sofern ein entsprechender Bedarf nachgewiesen wird, schwerpunktmäßig in den Schuljahrgängen 1 bis 4 Unterricht in den Herkunftssprachen anzubieten.
Die Teilnahme am herkunftssprachlichen Unterricht ist freiwillig und setzt die Anmeldung durch die Erziehungsberechtigten voraus. Nach der Anmeldung ist die Teilnahme verpflichtend und gilt für die Dauer des Besuchs der jeweiligen Schule. Eine Abmeldung, die durch die Erziehungsberechtigten zu begründen ist, ist nur zum Ende eines Schuljahres zulässig. Die Schulaufsicht für den herkunftssprachlichen Unterricht liegt bei der Niedersächsischen Landesschulbehörde.
Der herkunftssprachliche Unterricht ist an der für die Schülerin oder den Schüler zuständigen Schule oder – wenn dies aus unterrichtsorganisatorischen Gründen erforderlich ist – an einem möglichst wohnortnahen Schulstandort zu erteilen. Er kann für eine Gruppe von mindestens zehn Schülerinnen und Schülern gleicher Herkunftssprache eingerichtet werden. Aus unterrichtsorganisatorischen Gründen können jahrgangs- und schulformübergreifende Lerngruppen gebildet werden. Bei jahrgangs- oder schulformübergreifendem Unterricht kann eine Lerngruppe ab 18, bei jahrgangsbezogenem Unterricht ab 22 Schülerinnen und Schülern geteilt werden. Im Rahmen der verfügbaren Wochenstunden kann eine Lerngruppe zur verstärkten Differenzierung teilweise getrennt unterrichtet werden.
Die Einrichtung herkunftssprachlicher Unterrichtsangebote durch die Niedersächsische Landesschulbehörde erfolgt in der Regel jeweils zum Schuljahresbeginn. Der Unterricht umfasst zwei bis drei Wochenstunden. Er ist soweit wie möglich organisatorisch sowie inhaltlich in das schulische Sprachförderkonzept einzubinden. Um die Kooperation zu erleichtern, soll der herkunftssprachliche Unterricht zumindest mit einem Teil der Stunden in den Vormittag einbezogen werden. Er kann auch parallel zu den unterrichtsergänzenden Angeboten an Grundschulen und an Ganztagsschulen auch im Rahmen von Nachmittagsangeboten stattfinden.
Bilinguale und mehrsprachige Unterrichtsangebote im Primarbereich
Der herkunftssprachliche Unterricht kann im Rahmen der verfügbaren Stunden ganz oder teilweise auch als bilinguale Arbeitsgemeinschaft oder als Arbeitsgemeinschaft mit mehrsprachigem oder begegnungssprachlichem Schwerpunkt in der jeweiligen Herkunftssprache durchgeführt werden, an der alle Schülerinnen und Schüler des jeweiligen Schuljahrgangs teilnehmen können. Über die Einrichtung entscheidet die Schule in Absprache mit der Lehrkraft, die den Unterricht erteilt.
Die Einrichtung bilingualer Klassen oder Schulzweige bedarf der Genehmigung durch die oberste Schulbehörde.
Mehrsprachige Angebote in den Schuljahrgängen 5 bis 10
Sprachprüfung in der Herkunftssprache
Der schriftliche und der mündliche Teil der Sprachprüfung orientieren sich hinsichtlich des Anforderungsniveaus, des Umfangs und der Dauer an den Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER). Die Sprachprüfung wird von einer Lehrkraft mit herkunftssprachlicher Kompetenz – i. d. R. unter verantwortlicher Mitwirkung einer weiteren Lehrkraft – durchgeführt, die über die Lehrbefähigung für eine moderne Fremdsprache in der jeweiligen Schulstufe verfügt.
Eine Leistung in der Sprachprüfung mindestens auf der Niveaustufe B 1 des GER kann eine mangelhafte Leistung in einer Fremdsprache ausgleichen.
Leistungsbewertung im herkunftssprachlichen Unterricht der Schuljahrgänge 1 bis 4
Grundlage für die Leistungsbewertung sind die im Kerncurriculum für die Grundschule Schuljahrgänge 1 – 4 zum herkunftssprachlichen Unterricht beschriebenen Kompetenzen.
Schülerinnen und Schüler, die im Primarbereich kontinuierlich über mehrere Jahre das Angebot des herkunftssprachlichen Unterrichts wahrgenommen haben, können am Ende des vierten Schuljahrgangs auf Wunsch einen Nachweis über die erreichten Leistungen in der Herkunftssprache erhalten, der dem Zeugnis beizufügen ist. Ein Mustervordruck für den Nachweis ist in der Anlage 1 enthalten.
Schülerinnen und Schüler, die an einer Arbeitsgemeinschaft i. S. d. Nr. 8.3.1 in einer der Herkunftssprachen der zugewanderten Schülerinnen und Schüler teilnehmen, erhalten im Zeugnis eine entsprechende Bemerkung.
Leistungsbewertung in der Herkunftssprache für Schülerinnen und Schüler des Sekundarbereichs I und II
Bei Schülerinnen und Schülern, die am herkunftssprachlichen Unterricht teilgenommen haben, wird die erzielte Note und die erreichte Kompetenzstufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) in das Zeugnis an der entsprechenden Stelle (Wahlunterricht, Wahlpflichtunterricht oder Pflichtunterricht) eingetragen.
Die im herkunftssprachlichen Unterricht (Wahlpflicht- oder Pflichtunterricht) und in der Sprachfeststellungsprüfung gem. Nr. 7 erreichten Noten sind versetzungs- und abschlussrelevant.
Einstellungs- und Qualifikationsvoraussetzungen
Lehrkräfte, die herkunftssprachlichen Unterricht erteilen, müssen über eine abgeschlossene Lehramtsausbildung in Deutschland oder im Herkunftsland verfügen sowie Deutschkenntnisse mindestens auf der Niveaustufe C 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachweisen. Dasselbe gilt für die Herkunftssprache.
Lehrkräfte, die herkunftssprachlichen Unterricht im Rahmen eines erweiterten sprachlichen Angebotes im Sekundarbereich I gemäß Nr. 6.3 erteilen, müssen über eine in Deutschland oder im Herkunftsland erworbene Lehrbefähigung für moderne Fremdsprachen in der jeweiligen Schulstufe oder über eine Qualifikation verfügen, die von der obersten Schulbehörde im Einzelfall als gleichwertig anerkannt wird, sowie Deutschkenntnisse mindestens auf der Niveaustufe C 1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen nachweisen. Dasselbe gilt für die Herkunftssprache.
Einsatz herkunftssprachlicher Lehrkräfte
Neben dem herkunftssprachlichen Unterricht können herkunftssprachliche Lehrkräfte bis zu einem Anteil von weniger als der Hälfte ihrer Unterrichtsverpflichtung auch in folgenden Bereichen eingesetzt werden:
interkulturelle, bilinguale und mehrsprachige Arbeitsgemeinschaften
Paralleleinsatz mit anderen Lehrkräften im Fachunterricht
schulbegleitende Integrationsmaßnahmen (z.B. mit zugewanderten Erziehungsberechtigten)
unterrichtsergänzende Angebote in Grundschulen
Sprachförderung „Deutsch als Zweitsprache“
Unterricht im Fach „Islamische Religion“
Ein Einsatz im Bereich Sprachförderung „Deutsch als Zweitsprache“ ist nur dann möglich, wenn eine Lehrbefähigung für Deutsch als Fremdsprache im Herkunftsland oder eine vergleichbare Qualifikation in Deutschland erworben wurde oder langjährige einschlägige Praxiserfahrungen in Unterrichtsbereichen auch außerhalb des herkunftssprachlichen Unterrichts vorliegen.
Ein Einsatz im Unterrichtsfach „Islamische Religion“ setzt neben den nachzuweisenden fachwissenschaftlichen und fach- didaktischen Kenntnissen eine Lehrerlaubnis einer Islamischen Religionsgemeinschaft voraus.
Im Rahmen der o. g. Möglichkeiten entscheiden die Schulen in Absprache mit der Niedersächsischen Landesschulbehörde und den betroffenen Lehrkräften über deren Einsatz.
Herkunftssprachliche Lehrkräfte können ferner zur Durchführung von Verfahren zur Sprachstandsfeststellung gemäß Nr. 2.1, zur Mitwirkung bei der Feststellung eines Bedarfs an sonderpädagogischer Unterstützung gemäß Nr. 5 und von Sprachfeststellungsprüfungen gemäß Nr. 7 dieses Erlasses herangezogen werden. Gegebenenfalls ist hierfür im zeitlich notwendigen Umfang Entlastung im Hauptamt oder eine Entschädigung für nebenamtlich oder nebenberuflich Tätige zu gewähren, wenn dies zur Aufgabenwahrnehmung erforderlich ist.
Unterrichtseinsatz an mehreren Schulen
Hinweise zur Rechtsstellung herkunftssprachlicher Lehrkräfte
Anlage: Mustervordruck für einen Nachweis gem. Nr. 8.6.2 des Erlasses "Förderung von Bildungserfolg und Teilhabe von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache" vom 1. 7.2014
http://www.nds-voris.de/jportal/?quelle=jlink&query=VVND-224100-MK-20140701-SF&psml=bsvorisprod.psml&max=true

References: § 25
 § 26
 § 27
 § 31
 § 2
 § 2
 § 54
 § 64
 § 70
 § 4
 § 25
 § 26