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Timestamp: 2016-10-22 03:29:44+00:00

Document:
4A_264/2013 (23.09.2013)
4A_264/2013 � � Urteil vom 23. September 2013
Dr. Hans-J�rg Sch�rmann und Christian Gersbach,
vertreten durch Rechtsanwalt Andrea Mondini und Rechtsanw�ltin Dr. Giovanna Montanaro,
Beschwerde gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 3. April 2013.
A.a.�Die X.________ SA (Verk�uferin, Kl�gerin, Beschwerdef�hrerin) ist eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts mit Sitz in Neuenburg, Schweiz. Sie bezweckt insbesondere den Kauf und Verkauf von Stahl aller Art. Sie firmiert seit dem 28. August 2009 unter "X.________ SA". Zuvor, auch zur vorliegend relevanten Zeit, firmierte sie noch unter "Z.________ SA".
Die Y.________ S.p.A. (K�uferin, Beklagte, Beschwerdegegnerin) ist eine Aktiengesellschaft italienischen Rechts mit Sitz in H.________, Italien. Sie stellt Stahl sowie Halberzeugnisse aus Stahl f�r das Bauwesen her.
A.b.�Die Parteien schlossen am 15. Mai 2008 einen ersten Kaufvertrag �ber rund 5'000 Metrische Tonnen (nachfolgend "MT") Walzdraht SAE 1008B mit einem Durchmesser von 6,5 mm (nachfolgend "Walzdraht 6,5 mm") zu einem Preis von USD 1'050.-- pro MT ab. Die Bezahlung sollte mittels eines Dokumentenakkreditivs erfolgen, welches die Beklagte am 21. Mai 2008 durch die Bank A.________ S.p.A., L.________, Italien (nachfolgend "Bank A.________") er�ffnen liess.
�Am 23. Mai 2008 schlossen die Parteien einen zweiten Kaufvertrag �ber rund 2'000 MT Walzdraht SAE 1008B mit einem Durchmesser von 8 mm (nachfolgend "Walzdraht 8 mm") zu einem Preis von USD 1'050.-- pro MT ab. Die K�uferin veranlasste diesbez�glich eine Erg�nzung des bereits er�ffneten Dokumentenakkreditivs, wobei insbesondere der Betrag auf USD 7'350'000.-- erh�ht wurde.
Beide Kaufvertr�ge sahen eine Verschiffung des Walzdrahtes in J.________, China, bis sp�testens am 15. Juni 2008 und die Zahlbarkeit des Kaufpreises 90 Tage nach Ausstellung des Konnossements vor.
�Die Zugfestigkeit des Walzdrahtes hatte nach der Spezifikation in beiden Kaufvertr�gen mindestens 400 Megapascal zu sein. Die physikalische Einheit Megapascal (nachfolgend "MPA") wird zur Beschreibung der Zugfestigkeit von Stahl verwendet. Unbestritten ist, dass zumindest vereinzelte Nutzungen von Stahl eine Mindestzugfestigkeit bedingen.
A.c.�Auf Verlangen der Verk�uferin veranlasste die K�uferin in der Folge �nderungen des Dokumentenakkreditivs, indem der sp�teste Verschiffungszeitpunkt des Walzdrahtes zuerst auf den 5. Juli 2008 und hernach auf den 11. Juli 2008 und das Verfalldatum des Akkreditivs zun�chst auf den 21. Juli 2008 und dann auf den 1. August 2008 verschoben wurde.
A.d.�Der Walzdraht wurde schliesslich auf das Schiff "G.________" verladen und am 10. Juli 2008 in J.________, China, verschifft. Die Verk�uferin transportierte mit dem gleichen Schiff f�r drei weitere K�ufer in Italien Walzdraht, der von derselben chinesischen Herstellerin stammte.
�Der Seefrachtf�hrer stellte f�r den Walzdraht 6,5 mm (4'989.836 MT) und f�r den Walzdraht 8 mm (1'999.880 MT) am 10. Juli 2008 je ein Konnossement aus. Die ersten Rechnungen der Verk�uferin, diejenige f�r den Walzdraht 6,5 mm in der H�he von USD 5'239'327.-- (4'989.836 MT x USD 1'050.--) und diejenige f�r den Walzdraht 8 mm in der H�he von USD 2'099'874.-- (1'999.880 MT x USD 1'050.--), datieren vom gleichen Tag.
A.e.�Nachdem die Verk�uferin von der chinesischen Herstellerin das Walzwerkzertifikat (nachfolgend "Mill Test Certificate") erhalten hatte, teilte sie der K�uferin zwei Wochen nach der Verschiffung mit, dass 12 von 101 Schmelznummern ("heats") des Walzdrahtes 6,5 mm und 33 von 93 Schmelznummern des Walzdrahtes 8 mm eine Zugfestigkeit von weniger als 400 MPA aufweisen w�rden. Die Parteien tauschten daraufhin �ber die B.________ s.a.s., die Verkaufsagentin und Vertreterin der Verk�uferin in Italien, E-Mails aus; f�r die B.________ s.a.s. handelten B.________ und D.________. Es kam zu einer Vertrags�nderung. Unbestritten ist, dass zumindest f�r 592.851 MT Walzdraht 6.5 mm eine Preisreduktion von USD 30.-- pro MT vereinbart wurde. Im �brigen blieb die Vertrags�nderung umstritten.
�Mit Schreiben vom 1. August 2008 veranlasste die K�uferin bei der Bank A.________ zwei weitere �nderungen des Dokumentenakkreditivs: Der Preis f�r Schmelznummern mit einer Zugfestigkeit unter 400 MPA wurde um USD 30.-- auf USD 1'020.-- pro MT reduziert und die G�ltigkeitsdauer des Akkreditivs wurde auf den 10. August 2008 verl�ngert.
A.f.�Der Walzdraht traf am 15. August 2008 in K.________, Italien, ein und wurde bis am 22. August 2008 entladen.
A.g.�Mit E-Mail vom 25. August 2008, 17.47 Uhr, leitete B.________ der K�uferin eine Mitteilung der Verk�uferin weiter, wonach ein Beauftragter der Verk�uferin im Hafen von K.________ mitgeteilt habe, dass "die Chinesen" den Walzdraht 8 mm (mit einer Mindestzugfestigkeit von 400 MPA) nicht aussortiert h�tten; sie wisse nicht, wie viele Schmelznummern unter 400 MPA liegen w�rden.
�Einige Tage sp�ter teilte D.________ der K�uferin mit E-Mail vom 3. September 2008, 11.26 Uhr, mit, es sei nun best�tigt, dass die Aussortierung des Walzdrahtes 8 mm beendet sei.
A.h.�Die K�uferin verlangte am 3. September 2008, Proben vom Walzdraht 8 mm nehmen zu d�rfen.
�Der in ihrem Auftrag erstellte Pr�fungsbericht "E.________" datiert vom 8. September 2008: Nach diesem Bericht lag die Zugfestigkeit bei 14 von 30 Proben des Walzdrahtes 8 mm, d.h. bei rund 47 %, unter 400 MPA.
�Die K�uferin informierte die Verk�uferin am 15. September 2008, dass sie den Walzdraht wegen Qualit�tsm�ngeln nicht annehme und bezahle.
�Am 19. September 2008 fand zwischen den Parteien auf Wunsch der Verk�uferin ein Treffen statt. Die K�uferin legte der Verk�uferin den Pr�fungsbericht von E.________ vom 8. September 2008 vor und monierte insbesondere die fehlende Mindestzugfestigkeit und die Abweichung der von ihr ermittelten Werte von den von der Herstellerin (im Walzwerkzertifikat) angegebenen Werten. Sie wies anl�sslich dieses Treffens eine von der Verk�uferin angebotene Kaufpreisreduktion um USD 1'400'000.-- zur�ck. Die K�uferin teilte der Verk�uferin mit, dass sie den Walzdraht wegen Qualit�tsm�ngel nicht annehme.
�Die Verk�uferin weigerte sich anl�sslich des Treffens vom 19. September 2008, den Walzdraht einer gesamthaften Untersuchung zu unterziehen. Sie beauftragte dann aber Ende September - �ber die F.________ SA, Genf - die F.________ Italia S.p.A. (nachfolgend "F.________") damit, Proben vom Walzdraht 8 mm wie auch vom Walzdraht 6,5 mm zu nehmen. Die Tests wurden am 29. September 2008 durchgef�hrt.
�Der Pr�fungsbericht der F.________ datiert vom 27. Oktober 2008: Laut diesem Bericht lag die Zugfestigkeit bei 20 von 24 Proben des Walzdrahtes 6,5 mm und des Walzdrahtes 8 mm, d.h. bei rund 83 %, unter 400 MPA.
A.i.�Mit Schreiben vom 7. November 2008 setzte der Vertreter der Verk�uferin der K�uferin eine Frist bis am 13. November 2008, um entweder zu best�tigen, dass sie die Ware annehme, oder aber zu erkl�ren, dass sie die Ware definitiv nicht annehme. Zudem drohte er Drittverk�ufe an.
�Daraufhin stellte die K�uferin am 10. November 2008 einen Antrag auf gerichtliche Begutachtung des Walzdrahtes durch das Gericht in Gorizia. Die Stellungnahme der Verk�uferin, mit welcher diese insbesondere die Zust�ndigkeit des Gerichtes bestritt, erfolgte am 15. Dezember 2008. Erst durch diese Stellungnahme erfuhr die K�uferin vom Bericht der F.________ vom 27. Oktober 2008. Sie hob die Kaufvertr�ge sp�testens am 13. Januar 2009 auf. Die Verk�uferin begann sp�testens danach mit den angedrohten Deckungsverk�ufen. Mit Entscheid vom 26. Mai 2009 trat das Gericht in Gorizia mangels Zust�ndigkeit auf die Klage nicht ein.
Mit Eingabe vom 9. Februar 2010 reichte die Verk�uferin beim Handelsgericht des Kantons Z�rich Klage ein. Sie beantragte, die Beklagte sei zu verpflichten, ihr wegen unberechtigter Annahmeverweigerung des Walzdrahtes Schadenersatz von USD 4'956'630.32 zuz�glich Zins zu 5 % seit dem 9. Februar 2010 zu bezahlen. Der Schaden setze sich zusammen aus der Differenz zwischen den von der Beklagten geschuldeten Kaufpreisen und den in den Deckungsverk�ufen erzielten Kaufpreisen, Lagerungskosten und Versicherungskosten. Der Grund f�r die Annahmeverweigerung der Beklagten liege in der negativen Entwicklung des Stahlpreises.
Das Handelsgericht wies die Klage mit Urteil vom 3. April 2013 ab. Es beurteilte den Sachverhalt nach dem �bereinkommen der Vereinten Nationen �ber Vertr�ge �ber den internationalen Warenkauf, abgeschlossen in Wien am 11. April 1980 (CISG; SR 0.221.211.1). Die Anwendbarkeit des CISG ist zwischen den Parteien nicht umstritten. Das Handelsgericht kam (im Sinne der Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens gem�ss Art. 8 Abs. 2 CISG) zum Schluss, die Kl�gerin sei auch nach der gest�tzt auf den Mail-Verkehr im Juli/August 2008 (vgl. Sachverhalt A.e) zustande gekommenen Vertrags�nderung verpflichtet gewesen, mit Ausnahme von 592.82 MT des Walzdrahtes 6,5 mm Walzdraht mit einer Mindestzugfestigkeit von 400 MPA zu liefern. Ebenso sei sie verpflichtet gewesen, den Walzdraht 8 mm mit einer Zugfestigkeit �ber 400 MPA aus dem mit dem gleichen Schiff verschifften Walzdraht 8 mm f�r andere K�ufer, die nicht auf eine Zugfestigkeit von mindestens 400 MPA angewiesen waren, auszusortieren, sodass die Beklagte nur Walzdraht 8 mm mit einer Zugfestigkeit �ber 400 MPA erhalte. Die Kl�gerin habe den Pr�fungsbericht der F.________ (vgl. Sachverhalt A.h) akzeptiert, wonach schliesslich rund 80 % des Walzdrahtes 6,5 mm und des Walzdrahtes 8 mm eine Zugfestigkeit unter 400 MPA aufgewiesen habe. Da die Kl�gerin somit mehr als die akzeptierten 592.851 MT des Stahls 6,5 mm mit einer Zugfestigkeit unter 400 MPA geliefert habe, liege eine Vertragsverletzung vor. Sie habe zudem ihre Pflicht verletzt, den Walzdraht 8 mm auszusortieren und habe auch den vertragskonformen Walzdraht 6,5 mm bis zuletzt nicht aussortiert.
Sodann qualifizierte das Handelsgericht die fehlende Zugfestigkeit von mindestens 400 MPA als wesentlich im Sinne von Art. 25 CISG und erachtete die von der Beklagten sp�testens am 13. Januar 2009 erkl�rte Aufhebung der Kaufvertr�ge als rechtzeitig im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. b CISG. Entsprechend sei die Aufhebung der Vertr�ge berechtigterweise erfolgt und liege keine Pflichtverletzung der Beklagten vor, welche die Kl�gerin zu Schadenersatz berechtigen w�rde. Daher liess sie offen, ob sich die Beklagte auf weitere von ihr geltend gemachte Vertragsverletzungen berufen k�nnte, die eine Vertragsaufhebung rechtfertigen k�nnten.
Mit Beschwerde in Zivilsachen verlangt die Kl�gerin, das Urteil des Handelsgerichts sei aufzuheben und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erw�gungen an das Handelsgericht zur�ckzuweisen. Die Beklagte beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten, eventualiter sei diese vollumf�nglich abzuweisen. Das Handelsgericht hat auf eine Stellungnahme verzichtet. Die Parteien haben unaufgefordert repliziert und dupliziert.
Beim angefochtenen Entscheid handelt es sich um einen Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG. F�r Beschwerden gegen Urteile kantonaler Handelsgerichte besteht kein Streitwerterfordernis (Art. 74 Abs. 2 lit. b BGG; BGE 139 III 67 E. 1.2 S. 69).
1.1.�Da die Beschwerde in Zivilsachen ein reformatorisches Rechtsmittel ist (Art. 107 Abs. 2 BGG), darf sich der Beschwerdef�hrer grunds�tzlich nicht darauf beschr�nken, die Aufhebung des angefochtenen Entscheids zu beantragen, sondern muss einen Antrag in der Sache stellen. Ein R�ckweisungsantrag reicht aber ausnahmsweise aus, wenn das Bundesgericht im Falle der Gutheissung in der Sache nicht selbst entscheiden k�nnte, weil die erforderlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz fehlen (BGE 134 III 379 E. 1.3 S. 383; 133 III 489 E. 3.1 mit Hinweisen).
Die Beschwerdef�hrerin stellt in ihrer Beschwerdeschrift ein rein kassatorisches Rechtsbegehren. Es trifft auch zu, dass sie nicht ausdr�cklich begr�ndet, weshalb sie bloss einen R�ckweisungsantrag stellt, namentlich nicht im Rahmen ihrer Darlegungen der Sachurteilsvoraussetzungen. Die Beschwerdef�hrerin r�gt zwei Punkte: einerseits, dass die Vorinstanz die absolute Wesentlichkeit im Sinne von Art. 25 CISG in Bezug auf die Einhaltung der Mindestzugfestigkeit von 400 MPA bejahte, und anderseits, dass sie die Aufhebung der Kaufvertr�ge sp�testens am 13. Januar 2009 als rechtzeitig im Sinne von Art. 49 Abs. 2 lit. b CISG qualifizierte. Sollte das Bundesgericht die Beschwerde sch�tzen, m�sste die Vorinstanz die von der Beschwerdegegnerin geltend gemachten weiteren Pflichtverletzungen der Kl�gerin sowie die ebenfalls bis anhin offen gelassenen Schadenersatzvoraussetzungen pr�fen. Im Falle einer Gutheissung m�sste daher das Bundesgericht die Sache ohnehin an die Vorinstanz zur�ckweisen. Der R�ckweisungsantrag erweist sich daher als zul�ssig.
1.2.�Beruht der angefochtene Entscheid auf mehreren selbstst�ndig tragenden Begr�ndungen, die je f�r sich den Ausgang des Rechtsstreits besiegeln, so hat der Beschwerdef�hrer darzulegen, dass jede von ihnen Recht verletzt, andernfalls kann mangels gen�gender Begr�ndung auf die Beschwerde nicht eingetreten werden (BGE 136 III 534 E. 2.2 S. 535 f.; BGE 133 IV 119 E. 6.3 S. 120 f.).
1.2.1.�Die Beschwerdegegnerin macht in diesem Sinne geltend, eine selbstst�ndige Alternativbegr�ndung der Vorinstanz sei unangefochten geblieben, n�mlich deren Feststellung, dass die Beschwerdef�hrerin eine Pflicht zum Aussortieren des Walzdrahtes 8 mm gehabt und sie diese Pflicht verletzt habe. Auch diese Pflichtverletzung sei von der Vorinstanz als wesentliche im Sinne von Art. 25 CISG erachtet worden.
1.2.2.�Es trifft zu, dass die Vorinstanz eine Pflicht zum Aussortieren des Walzdrahtes 8 mm bejahte und ebenfalls eine Verletzung dieser Pflicht. Dass diese Pflichtverletzung f�r sich allein als wesentlich zu qualifizieren w�re, hat die Vorinstanz aber nicht festgehalten. An der von der Beschwerdegegnerin angegebenen Stelle bezog sich die Vorinstanz vor allem auf die fehlende Zugfestigkeit. Nur nebenbei erw�hnte sie, dass der Walzdraht 8 mm bis zuletzt nicht aussortiert wurde. Eine selbstst�ndig tragende Begr�ndung liegt somit nicht vor.
Die Beschwerdef�hrerin stellt die Wesentlichkeit der Vertragsverletzung und damit das Recht der Beschwerdegegnerin zur Vertragsaufhebung in Abrede. Sie ist zudem der Auffassung, selbst wenn die absolute Wesentlichkeit bejaht w�rde, sei die Vertragsaufhebung nicht rechtzeitig erfolgt. Sie r�gt eine Verletzung von Art. 8, 25 und 49 CISG. Dagegen bestreitet sie vor Bundesgericht den von der Vorinstanz ermittelten Inhalt der Vertrags�nderung, wonach sie lediglich f�r 592.851 MT des Walzdrahtes 6,5 mm die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA nicht einhalten musste und f�r die gesamte restliche Menge nach wie vor dazu verpflichtet war, nicht mehr. Ebenfalls unbestritten blieb, dass die Beschwerdef�hrerin diese Vertragspflicht verletzte, da sie mehr Stahl mit einer Zugfestigkeit unter 400 MPA lieferte.
Nach Art. 49 Abs. 1 lit. a CISG kann der K�ufer die Aufhebung des Vertrags erkl�ren, wenn die Nichterf�llung einer dem Verk�ufer nach dem Vertrag oder dem CISG obliegenden Pflicht eine wesentliche Vertragsverletzung darstellt.
3.1.�Wesentlich ist eine Vertragsverletzung nach Art. 25 CISG, wenn sie f�r die andere Partei einen solchen Nachteil zur Folge hat, dass ihr im Wesentlichen entgeht, was sie nach dem Vertrag h�tte erwarten d�rfen, es sei denn, dass die vertragsbr�chige Partei diese Folge nicht vorausgesehen hat und eine vern�nftige Person in gleicher Stellung diese Folge unter den gleichen Umst�nden auch nicht vorausgesehen h�tte.
3.1.1.�Der Begriff der wesentlichen Vertragsverletzung nach Art. 25 CISG ist restriktiv auszulegen. Bei Zweifeln, ob eine wesentliche Vertragsverletzung gegeben ist, ist davon auszugehen, dass eine solche nicht vorliegt (Urteil des Bundesgerichts 4C.105/2000 vom 15. September 2000 E. 2c/aa mit Hinweis, publ. in: SJ 2001 I S. 304). Das UN-Kaufrecht geht vom Vorrang der Vertragserhaltung aus: Der Vertrag soll im Zweifel auch bei St�rungen Bestand haben, die Vertragsaufhebung hingegen die Ausnahme sein. Der K�ufer soll in erster Linie die anderen Rechtsbehelfe, namentlich Minderung und Schadenersatz, in Anspruch nehmen, w�hrend die R�ckabwicklung ihm als letzte M�glichkeit zur Verf�gung steht, um auf eine Vertragsverletzung der anderen Partei zu reagieren, die so gewichtig ist, dass sie sein Erf�llungsinteresse im Wesentlichen entfallen l�sst. Ob die Vertragsverletzung nach dem dargelegten Massstab wesentlich und die sch�rfste Sanktion der Vertragsaufhebung gerechtfertigt ist, h�ngt dabei entscheidend von den konkreten Umst�nden des Einzelfalls ab (Urteil des Bundesgerichts 4C.179/1998 vom 28. Oktober 1998 E. 2b mit Hinweisen).
3.1.2.�Die Beeintr�chtigung eines wesentlichen Gl�ubigerinteresses h�ngt nicht vom Ausmass (Nachteil) des dem Gl�ubiger durch den Vertragsbruch entstandenen Schadens ab. Vielmehr ist es in erster Linie Sache der Parteien, im Vertrag die Bedeutung der Pflichten zu bestimmen. Es ist namentlich vorerst Sache der Parteien, bei Vereinbarung von Eigenschaften der Kaufsache deren Bedeutung so hervorzuheben, dass deutlich wird, dass der Vertrag mit Einhaltung dieser Zusagen "stehen oder fallen" soll. Immerhin kann das Ausmass eines m�glichen Gl�ubigerschadens bei der Frage, welche Bedeutung die Parteien der Erf�llung einer Pflicht zugemessen haben, eine erhebliche Rolle spielen (Peter Schlechtriem/Ulrich G. Schroeter, in: Kommentar zum Einheitlichen UN-Kaufrecht, Schlechtriem/Schwenzer Hrsg., 5. Aufl. M�nchen 2008, N. 9 und N. 22 f. zu Art. 25 CISG; Staudinger/Magnus, Kommentar zum B�rgerlichen Gesetzbuch [...], Wiener UN-Kaufrecht, Berlin 2013, N. 9, 11 und 13 zu Art. 25 CISG).
3.1.3.�Fehlen n�here Festlegungen der Parteien, kommt es auf den Vertragszweck und darauf an, wieweit er in objektiver Sicht durch die Vertragsverletzung beeintr�chtigt ist (Staudinger/Magnus, a.a.O., N. 13 zu Art. 25 CISG; zit. Urteil 4C.179/1998 E. 2a mit Hinweis). Nur Warenm�ngel von erheblichem Gewicht erf�llen in der Regel die Voraussetzungen von Art. 25 CISG. Dazu z�hlen insbesondere solche M�ngel, die mit zumutbarem Aufwand in angemessener Frist nicht behoben werden k�nnen, so dass die Ware praktisch unbrauchbar oder unverk�uflich oder ihr Weiterverkauf jedenfalls nicht zumutbar ist (Urteil des Bundesgerichts 4A_68/2009 vom 18. Mai 2009 E. 7.1; zit. Urteil 4C.179/1998 E. 2b; Staudinger/Magnus, a.a.O., N. 26 zu Art. 25 CISG). Dabei spielt eine Rolle, ob der K�ufer Wiederverk�ufer (H�ndler) oder Produzent bzw. Endabnehmer f�r die jeweilige Ware ist. Die Verwendbarkeit bzw. Ver�usserbarkeit minderwertiger Ware f�r einen Produzenten oder Endabnehmer, der nicht mit den bezogenen Komponenten oder Materialien handelt, wird in der Regel zu verneinen sein (zit. Urteil 4A_68/2009 vom 18. Mai 2009 E. 7.1 mit Hinweisen).
3.1.4.�Welcher Zeitpunkt f�r die Frage der Vorhersehbarkeit der Folge einer Vertragsverletzung (Art. 25 CISG) beziehungsweise f�r die Kenntnis oder die Erkennbarkeit des Gewichts der (verletzten) Vertragsinteressen massgeblich ist, wird in der Literatur kontrovers beurteilt. Ein Teil der Lehre will stets auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses abstellen, da nachtr�gliche Informationen die Pflichtengewichtung als Teil der vertraglichen �quivalenz nicht mehr ver�ndern. Dem K�ufer soll nicht erm�glicht werden, den Verk�ufer mit neuen Verwendungszwecken zu belasten (vgl. Beate Gsell, in: Kommentar zum UN-Kaufrecht, Honsell Hrsg., 2. Aufl. Berlin 2009, N. 23 f. zu Art. 25 CISG; Staudinger/Magnus, a.a.O. N. 16 und 19 zu Art. 25 CISG; je mit Hinweisen). Ein anderer Teil der Lehre will (zum Teil generell, zum Teil nur ausnahmsweise) bis zum Zeitpunkt der Pflichtverletzung auch eine sp�ter erlangte Kenntnis bzw. Erkennbarkeit ber�cksichtigen (Gsell, a.a.O., N. 23 zu Art. 25 CISG; Staudinger/Magnus, a.a.O. N. 17 ff. zu Art. 25 CISG; je mit Hinweisen). Das Bundesgericht stellt in seiner Rechtsprechung auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses ab (zit. Urteil 4C.105/2000 E. 2c/aa). Es hat erg�nzend aber auch nachtr�gliche Informationen ber�cksichtigt (zit. Urteil 4C.105/2000 E. 2c/bb). Bei einer Vertrags�nderung kommt den unterschiedlichen Ans�tzen allerdings insoweit keine Bedeutung zu, als jedenfalls s�mtliche Informationen bis zu diesem Zeitpunkt massgebend sind (Schlechtriem/ Schroeter, a.a.O., N 15 zu Art. 25 CISG; Gsell, a.a.O., N. 24 zu Art. 25 CISG; Staudinger/Magnus, a.a.O., N. 19 zu Art. 25 am Ende). Die Vertrags�nderung setzt das Einverst�ndnis des Verk�ufers voraus, womit keine nachtr�gliche, einseitige Mehrbelastung durch den K�ufer zur Debatte steht.
3.2.�Bei der Beurteilung, ob ein Vertragspunkt f�r die Parteien wesentlich war (vgl. E. 3.1.2 hiervor), kommen die Auslegungsregeln von Art. 8 CISG zur Anwendung.
3.2.1.�Ziel der Vertragsauslegung ist es, in erster Linie den �bereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien festzustellen (Art. 8 Abs. 1 CISG; Schmidt-Kessel, in: Kommentar zum Einheitlichen UN-Kaufrecht, a.a.O., N. 22 zu Art. 8 CISG). Diese subjektive Vertragsauslegung beruht auf Beweisw�rdigung, die auch im Anwendungsbereich des CISG vorbeh�ltlich der Ausnahmen von Art. 105 Abs. 2 BGG der bundesgerichtlichen �berpr�fung entzogen ist (vgl. Urteil des Bundesgerichts 4C.474/2004 vom 5. April 2005 E. 3.2).
3.2.2.�Wenn eine tats�chliche Willens�bereinstimmung unbewiesen bleibt, ist zu pr�fen, ob der tats�chliche Wille der einen Partei f�r die andere aufgrund der gesamten Umst�nde besonders leicht zu erkennen war, so dass sie dar�ber nicht in Unkenntnis sein konnte und auf dieses Verst�ndnis abzustellen ist (Art. 8 Abs. 1 CISG in fine; vgl. Schmidt-Kessel, a.a.O. N. 16 und 21-24 zu Art. 8 CISG). Ist dies nicht der Fall, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erkl�rungen der Parteien normativ so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden von einer vern�nftigen Person in gleicher Stellung wie die andere Partei verstanden worden w�ren (Art. 8 Abs. 2 CISG; Urteil des Bundesgerichts 4C.103/2003 vom 4. August 2003 E. 4.3). Diese Regelung entspricht den Grunds�tzen der Auslegung nach dem Vertrauensprinzip (Urteil des Bundesgerichts 4A_24/2013 vom 23. April 2013 E. 4; zit. Urteile 4C.474/2004 E. 3.5; 4C.103/2003 E. 4.3; Schmidt-Kessel, a.a.O. N. 19 zu Art. 8 CISG). Um den Willen einer Partei oder die Auffassung festzustellen, die eine vern�nftige Person gehabt h�tte, sind alle erheblichen Umst�nde zu ber�cksichtigen, insbesondere die Verhandlungen zwischen den Parteien, die zwischen ihnen entstandenen Gepflogenheiten, die Handelsbr�uche und das sp�tere Verhalten der Parteien (Art. 8 Abs. 3 CISG; Schmidt-Kessel, a.a.O. N. 20 zu Art. 8 CISG). Sowohl die Frage, ob die Gegenpartei die tats�chliche Bedeutung einer Aussage erkennen musste, als auch die objektivierte Auslegung nach dem Verst�ndnis einer vern�nftigen Person �berpr�ft das Bundesgericht als Rechtsfrage, wobei es an Feststellungen des kantonalen Richters �ber die �usseren Umst�nde sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grunds�tzlich (Art. 105 BGG) gebunden ist (zit. Urteil 4C.474/2004 E. 3.4 mit Hinweisen).
3.3.�Die Vorinstanz hielt fest, gem�ss Spezifikation in den Kaufvertr�gen sollte die Zugfestigkeit des Walzdrahtes mindestens 400 MPA betragen. Aufgrund der Erwartungen sei sodann davon auszugehen, dass die Parteien dieser Qualit�tsvereinbarung wesentliche Bedeutung im Sinne von Art. 25 CISG beimassen. Das ergebe sich vorerst daraus, dass die Beklagte im kl�gerischen Vertragsentwurf f�r den Walzdraht 8 mm handschriftlich die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA angebracht habe, welche von der Kl�gerin dann in den Kaufvertrag vom 23. Mai 2008 �bernommen worden sei. Die Kl�gerin habe deshalb damit rechnen m�ssen, dass die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA auch eine bedeutende Eigenschaft f�r den Walzdraht 6,5 mm sei, zumal sie selbst dargelegt habe, dass die vertragliche Festlegung einer Mindestzugfestigkeit im Stahlhandel nicht �blich sei. Zudem sei die Zugfestigkeit von 400 MPA auch als mechanische Eigenschaft des Walzdrahtes 6,5 mm und des Walzdrahtes 8 mm ins Dokumentenakkreditiv aufgenommen worden. Damit h�tten sich die Parteien ausdr�cklich darauf verst�ndigt, dass es entscheidend auf die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA ankommen soll, habe doch die Pflicht der Bank zur Bezahlung der Akkreditivsumme von dieser Eigenschaft des Walzdrahtes abgehangen. Daran �ndere nichts, dass der Verwendungszweck f�r den Walzdraht in den Kaufvertr�gen nicht festgelegt worden sei. Die Wesentlichkeit einer Eigenschaft k�nne vertraglich auch absolut, ohne R�cksicht auf einen bestimmten Verwendungszweck festgelegt werden.
Auf die kl�gerische Mitteilung vom 24. Juli 2008, dass nach dem "Mill Test Certificate" 12 Schmelznummern des Walzdrahtes 6,5 mm und 33 Schmelznummern des Walzdrahtes 8 mm eine Zugfestigkeit von weniger als 400 MPA aufweisen, habe die Beklagte sodann geantwortet, dass dies ein grosses Problem darstelle; sie k�nne diesen Walzdraht nicht f�r alle vorgesehenen Verwendungen brauchen. Damit habe sie im massgeblichen Zeitpunkt der Vertrags�nderung in aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass es ihr auf die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA ankomme, und zwar insbesondere auch beim Walzdraht 6,5 mm. Es sei der Kl�gerin klar gewesen, dass es der Beklagten mit Ausnahme der 12 Schmelznummern des Walzdrahtes 6,5 mm auf die Mindestzugfestigkeit von 400 MPA angekommen sei. Dies gehe eindeutig aus einer Mitteilung der Kl�gerin vom 25. August 2008 hervor. Darin habe sie die Beklagte informiert, dass "die Chinesen" den Walzdraht 8 mm (mit einer Mindestzugfestigkeit von 400 MPA) nicht aussortiert h�tten. Sie wisse nicht, wie viele Schmelznummern unter 400 MPA liegen w�rden; sie versichere aber, von diesem Problem nicht wegzulaufen.
3.4.�Die Vorinstanz ging davon aus, die Parteien h�tten der Mindestzugfestigkeit von 400 MPA eindeutig wesentliche Bedeutung zugemessen. Dazu w�re notwendig, dass eine vern�nftige Person in der Situation der Beschwerdef�hrerin h�tte erkennen m�ssen, dass die Vereinbarung mit der Einhaltung einer Mindestzugfestigkeit von 400 MPA "stehen oder fallen" soll (vgl. E. 3.1.2 und 3.2.2 hiervor). Massgeblich f�r die Erkennbarkeit ist der Zeitpunkt der Vertrags�nderung (E. 3.1.4 hiervor).
3.4.1.�Die Beschwerdegegnerin hebt hervor, die vereinbarte Vertrags�nderung zeige, dass sie einzig bereit gewesen sei, die kleine Menge von 592.851 MT des Walzdrahtes 6,5 mm mit einer Zugfestigkeit unter 400 MPA zu akzeptieren. Diese Menge habe lediglich 8,4 % des Gesamtgewichts entsprochen und sei deutlich weniger gewesen als die anf�nglich von der Beschwerdef�hrerin genannte Menge (12 Schmelznummern des Walzdrahtes 6,5 mm und 33 Schmelznummern des Walzdrahtes 8 mm).
Im Rahmen der Vertrags�nderung wurde zwar vereinbart, dass lediglich 592.851 MT des Walzdrahtes 6,5 mm mit einer Zugfestigkeit unter 400 MPA geliefert w�rde. Der Vorschlag f�r die schliesslich vereinbarte �nderung kam aber nicht von der Beschwerdegegnerin, sondern mit E-mail vom 31. Juli 2008 von der Beschwerdef�hrerin. Nach der verbindlichen Feststellung der Vorinstanz enthielten die mit anderen italienischen Kunden f�r den mit dem gleichen Schiff verschifften Walzdraht derselben chinesischen Herstellerin abgeschlossenen Kaufvertr�ge keine Mindestzugfestigkeit. F�r die Beschwerdef�hrerin ergab sich deshalb die M�glichkeit, f�r den Walzdraht 8 mm die vertragliche Verpflichtung (Zugfestigkeit von mindestens 400 MPA) ohne Vertrags�nderung zu erf�llen, indem sie die in der Lieferung f�r die Beschwerdegegnerin festgestellten 33 mangelhaften Schmelznummern durch Schmelznummern aus Lieferungen f�r die anderen italienischen Kunden ersetzte. Mit einem solchen Vorgehen h�tte sie eine Preisminderung f�r den Walzdraht 8 mm vermeiden k�nnen. Ging der Vorschlag f�r die schliesslich vereinbarte Vertrags�nderung somit nicht von der Beschwerdegegnerin aus, kann daraus auch nicht abgeleitet werden, dass diese keineswegs mehr als die kleine Menge von 592.851 MT des Walzdrahtes mit einer Zugfestigkeit unter 400 MPA akzeptieren wollte. Vielmehr hatte die Beschwerdegegnerin ihrerseits vor der �nderungsofferte der Beschwerdef�hrerin ihre Bereitschaft bekundet, die mangelhaften 12 Schmelznummern des Walzdrahtes 6,5 mm und die mangelhaften 33 Schmelznummern des Walzdrahtes 8 mm gegen eine Kaufpreisminderung um USD 30.-- pro MT zu akzeptieren. Mit E-mail vom 1. August 2008 best�tigte die Beschwerdegegnerin sodann, sie werde das Dokumentenakkreditiv entsprechend dem Vorschlag der Beschwerdef�hrerin f�r die Vertrags�nderung anpassen. Sie verlangte aber eine schriftliche Best�tigung von Herrn B.________, dass der Rest des Materials mit dem Vertrag konform sei. Sollte sich in der Folge bei der �berpr�fung des Materials im Hafen von K.________ Werte ergeben, die unter 400 MPA l�gen, w�rde sie aber die Firma B.________ s.a.s. mit der Preisdifferenz von USD 30.-- pro MT belasten. Damit gab sie zu erkennen, dass sie zwar davon ausging, abgesehen von den 592.851 MT Walzdraht 6,5 mm sei eine Mindestzugfestigkeit von 400 MPA vertraglich geschuldet. Gleichzeitig gab die Beschwerdegegnerin aber zu verstehen, dass sie bereit war, eine dar�ber hinausgehende Quote mangelhafter Ware zu dem geringeren Preis zu akzeptieren. Dies liess bei Abschluss der Vertrags�nderung aus der Position der Beschwerdef�hrerin objektiv nicht erkennen, dass f�r die Beschwerdegegnerin die Einhaltung einer Zugfestigkeit von 400 MPA von absoluter Wesentlichkeit w�re.
3.4.2.�Daran �ndert entgegen der Auffassung der Vorinstanz nichts, dass die Beschwerdegegnerin in ihrem E-mail vom 24. Juli 2008, 11.17 Uhr, von einem "problema grosso" sprach, denn sie begr�ndete dies damit, dass sie den mangelhaften Walzdraht nicht f�r alle vorgesehenen Verwendungen brauchen k�nne, erkl�rte sich dann aber wie dargelegt doch bereit, minderwertigen Walzdraht zu einem reduzierten Preis zu akzeptieren. Daraus musste die Beschwerdef�hrerin nicht ableiten, die Beschwerdegegnerin habe f�r Ware von geringerer Zugfestigkeit keine Verwendung. Auch dass der Beschwerdef�hrerin mit Blick auf die fehlende Aussortierung bewusst war, was zur korrekten Vertragserf�llung notwendig gewesen w�re, l�sst objektiv nicht darauf schliessen, sie h�tte eine allf�llige Unbrauchbarkeit mangelhafter Ware f�r die Beschwerdegegnerin erkennen m�ssen. Eine Eigenschaft kann f�r den K�ufer auch lediglich f�r die Preisgestaltung "wesentlich" sein, ohne dass damit die Vereinbarung stehen und fallen soll. Unbestritten verlangten beide Vertr�ge urspr�nglich eine Mindestzugfestigkeit von 400 MPA. Dass die vertragliche Festlegung einer Mindestzugfestigkeit im Stahlhandel nicht �blich ist, sagt indessen nichts dar�ber aus, ob der Punkt f�r den Vertragsabschluss als solchen oder lediglich f�r den ausgehandelten Preis ausschlaggebend war. Dar�ber gibt auch die Tatsache, dass die Zugfestigkeit von 400 MPA ins Dokumentenakkreditiv aufgenommen worden ist und damit die Pflicht der Bank zur Bezahlung der Akkreditivsumme von dieser Eigenschaft des Walzdrahtes abhing, keine Auskunft. Dies war notwendig, um zu verhindern, dass die volle Akkreditivsumme f�r Ware mit ungen�gender Zugfestigkeit ausbezahlt wird.
3.5.�Eine vern�nftige Person musste aufgrund der festgestellten Umst�nde nicht davon ausgehen, die Einhaltung der Zugfestigkeit sei aus Sicht der Beschwerdegegnerin f�r den Bestand des Vertrages absolut wesentlich. Somit bleibt zu pr�fen, ob der Vertragszweck durch die mangelhafte Qualit�t in objektiver Hinsicht wesentlich beeintr�chtigt wurde (vgl. E. 3.1.3) bzw. ob allenfalls andere wesentliche Vertragsverletzungen vorlagen, die eine Aufhebung des Vertrags zu rechtfertigen verm�chten. Diesbez�glich hat die Vorinstanz keine Feststellungen getroffen, weshalb die Sache an sie zur�ckzuweisen ist.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt nur f�r den Fall, dass das Bundesgericht die absolute Wesentlichkeit ebenfalls bejaht, eine Verletzung von Art. 49 CISG wegen versp�teter Vertragsaufhebung, weil diesfalls die Wesentlichkeit schon grunds�tzlich und unabh�ngig vom konkreten Ausmass der mangelbehafteten Ware festgestanden h�tte. Nachdem die subjektive (absolute) Wesentlichkeit verneint wurde, muss darauf nicht weiter eingegangen werden.
Damit ist das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG). Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdegegnerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 3. April 2013 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 30'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 8
 Art. 25
 Art. 49
 Art. 90
 BGE 
 Art. 25
 Art. 49
 BGE 
 Art. 25
 Art. 8
 Art. 49
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 105
in fine
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 25
 Art. 49
 Art. 68