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Timestamp: 2018-03-23 21:12:30+00:00

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Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen Erfahrungen und Anforderungen - PDF
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Renate Tiedeman
1 Kanton Bern Tempo-30-Zonen auf Kantonsstrassen Erfahrungen und Anforderungen Ueli Weber Kreisoberingenieur Bern Mittelland
2 Inhaltsübersicht 1. Rechtliche Grundlagen 2. Fakten zur Tempo-30-Zone Köniz 3. Erkenntnisse für zukünftige Projekte 4. Standards des Kt. Bern und Tempo-30 Lösungsansätze 5. Wo stehen wir? 2
3 Inhaltsübersicht 1. Rechtliche Grundlagen 2. Fakten zur Tempo-30-Zone Köniz 3. Erkenntnisse für zukünftige Projekte 4. Standards des Kt. Bern und Tempo-30 Lösungsansätze 5. Wo stehen wir? 3
4 Rechtliche Grundlagen SVG und VRV Strassenverkehrsgesetz vom (SVG) Art. 32 Abs. 3: Die vom Bundesrat festgesetzte Höchstgeschwindigkeit kann für bestimmte Strassenstrecken von der zuständigen Behörde nur auf Grund eines Gutachtens herab- oder heraufgesetzt werden. Der Bundesrat kann Ausnahmen vorsehen. Verkehrsregelverordnung vom (VRV) Art. 6 Abs. 3: Auf Strassen ohne Fussgängerstreifen hat der Fahrzeugführer im Kolonnenverkehr nötigenfalls zu halten, wenn Fussgänger oder Benützer von fahrzeugähnlichen Geräten darauf warten, die Fahrbahn zu überqueren. 4
5 Rechtliche Grundlagen SSV Signalisationsverordnung vom (SSV) Art. 2a (Zonensignalisation) Abs. 6: Wird auf einem Hauptstrassenabschnitt auf Grund der Voraussetzungen nach Artikel 108 die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt, so kann dieser Abschnitt ausnahmsweise bei besonderen örtlichen Gegebenheiten (...) in eine Tempo-30- Zone integriert werden. Art. 108 Abs. 1: Zur Vermeidung oder Verminderung besonderer Gefahren im Strassenverkehr, zur Reduktion einer übermässigen Umweltbelastung oder zur Verbesserung des Verkehrsablaufs kann die Behörde oder das Bundesamt für bestimmte Strassenstrecken Abweichungen von den allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten (Art. 4a VRV1) anordnen. 5
6 Rechtliche Grundlagen SSV Signalisationsverordnung vom (SSV) Art. 108 Abs. 2: Die allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten können herabgesetzt werden, wenn: a. eine Gefahr nur schwer oder nicht rechtzeitig erkennbar und anders nicht zu beheben ist; b. bestimmte Strassenbenützer eines besonderen, nicht anders zu erreichenden Schutzes bedürfen; c. auf Strecken mit grosser Verkehrsbelastung der Verkehrsablauf verbessert werden kann; d. dadurch eine im Sinne der Umweltschutzgesetzgebung übermässige Umweltbelastung (Lärm, Schadstoffe) vermindert werden kann. Dabei ist der Grundsatz der Verhältnismässigkeit zu wahren. 6
7 Rechtliche Grundlagen SSV Signalisationsverordnung vom (SSV) Art. 108 Abs. 4: Vor der Festlegung von abweichenden Höchstgeschwindigkeiten wird durch ein Gutachten (Art. 32 Abs. 3 SVG) abgeklärt, ob die Massnahme nötig (Abs. 2), zweck- und verhältnismässig ist oder ob andere Massnahmen vorzuziehen sind. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die Massnahme auf die Hauptverkehrszeiten beschränkt werden kann. 7
8 Rechtliche Grundlagen Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszonen vom des UVEK Art. 3: Das Gutachten nach Artikel 32 Absatz 4 SVG, welches in Artikel 108 Absatz 4 SSV näher umschrieben wird, ist ein Kurzbericht und umfasst namentlich: a. die Umschreibung der Ziele, die mit der Anordnung der Zone erreicht werden sollen; b. einen Übersichtsplan mit der auf Grund des Raumplanungsrechts festgelegten Hierarchie der Strassen einer Ortschaft oder von Teilen einer Ortschaft; c. eine Beurteilung bestehender und absehbarer Sicherheitsdefizite sowie Vorschläge für Massnahmen zu deren Behebung; 8
9 Rechtliche Grundlagen... d. Angaben zum vorhandenen Geschwindigkeitsniveau (50- Prozent-Geschwindigkeit V50 und 85-Prozent- Geschwindigkeit V85); e. Angaben zur bestehenden und angestrebten Qualität als Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsraum, einschliesslich der Nutzungsansprüche; f. Überlegungen zu möglichen Auswirkungen der geplanten Massnahme auf die ganze Ortschaft oder auf Teile der Ortschaft sowie Vorschläge zur Vermeidung allfälliger negativer Folgen; g. eine Aufzählung und Umschreibung der Massnahmen, die erforderlich sind, um die angestrebten Ziele zu erreichen. 9
10 Rechtliche Grundlagen Verordnung über die Tempo-30-Zonen und die Begegnungszonen vom des UVEK Art. 4 Abs. 1: Eine vom Rechtsvortritt abweichende Regelung durch Signale ist nur zulässig, wenn die Verkehrssicherheit es erfordert. Art. 4 Abs. 2: Die Anordnung von Fussgängerstreifen ist unzulässig. In Tempo-30-Zonen dürfen jedoch Fussgängerstreifen angebracht werden, wenn besondere Vortrittsbedürfnisse für Fussgänger dies erfordern, namentlich bei Schulen und Heimen. 10
11 Inhaltsübersicht 1. Rechtliche Grundlagen 2. Fakten zur Tempo-30-Zone Köniz 3. Erkenntnisse für zukünftige Projekte 4. Standards des Kt. Bern und Tempo-30 Lösungsansätze 5. Wo stehen wir? 11
12 Wissenschaftlich begleitete Wirkungsanalyse Tempo 30 / Tempo 50 in Köniz SVI Studie Fussgängerstreifenloses Ortszentrum Nationaler Forschungsauftrag durchgeführt vom SVI Auftragnehmer Ingenieurbüro Ghielmetti / Instititut für angewandte Psychologie 12
13 untersuchte Zustände Die Projektumgestaltung erlaubte einen Versuch im Ortskern Fussgängerstreifen Tempo 50 Vortritt FussgängerInnen Klassisch Flächiges Querungsangebot Tempo 30 Vortritt MIV Koexistenzprinzip 13
14 Resultate der Studie Mit Tempo 30 langsam und stetig schneller durch die gesamte Ortsdurchfahrt 14
15 Bläuackerplatz Köniz Schwarzenburgstr. Köniz Sonnenweg Köniz Anteil in % Bläuackerplatz Köniz Schwarzenburgstr. Köniz Sonnenweg Köniz Anteil in % Resultate der Studie weniger Konflikte zwischen Zufussgehenden und Autofahrenden Konflikthafte Konfrontationen mit FGS (März ohne FGS/1 (M ohne FGS/2 (J ohne FGS/3 (M Konflikthafte Konfrontationen mit FGS (März 2005) ohne FGS/1 (Mai 2005) ohne FGS/2 (Juni 2005) ohne FGS/3 (Mai 2006) 15
16 Nach 5 Jahren Betrieb weniger Unfälle: bei 5 x mehr Zufussgehenden 33% weniger Unfälle (von 33 auf 22) geringere Unfallfolgen: 40% weniger Verletze (von 15 auf 9) weniger Lärm: 2,2 db A weniger weniger Treibhausgasemissionen: 30% weniger CO 2 16
17 Attraktivität für Zufussgehende Wartezeiten für Zufussgehende 17
18 Fazit: Koexistenz ist der Schlüssel Koexistenz ist zwar ein Balanceakt zwischen den unterschiedlichen Ansprüchen, führt ABER zu... höherer Verkehrssicherheit und Sicherheit im öffentlichen Raum wirtschaftlich erfolgreichen Verdichtung nach Innen, im Zentrum statt auf der grünen Wiese einer Abstimmung von Verkehr und Siedlung, die einen Beitrag an die nachhaltige Entwicklung leistet 18
19 Inhaltsübersicht 1. Rechtliche Grundlagen 2. Fakten zur Tempo-30-Zone Köniz 3. Erkenntnisse für zukünftige Projekte 4. Standards des Kt. Bern und Tempo-30 Lösungsansätze 5. Wo stehen wir? 19
20 Erkenntnisse aus Köniz Das Projekt der Strassenumgestaltung im Ortskern wurde mit einem verhältnismässigem Aufwand vollständig innerhalb der bestehenden Strassenparzelle realisiert und der Eingriff in den Grundbesitz Privater minimiert. Die Anliegen des Artikel 108 Abs 2 zur Abweichung von der allgemeinen Höchstgeschwindigkeit wurden respektiert: dem Schutzbedürfnis bestimmter Strassenbenützer (FG) konnte Rechnung getragen werden, siehe Unfallstatistik auf einer stark belasteten Hauptachse wurde der Verkehrsablauf verbessert die Umweltbelastung durch den Verkehr wurde reduziert 20
21 wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiche Projekte Verkehrs- und Betriebskonzept mit der Möglichkeit zum Dosieren des Autoverkehrs, möglichst wenig stehende Kolonnen. Selbstregulierendes Betriebskonzept möglichst ohne LSA (ausser wenn nötig zur Bevorzugung des ÖV und bei Dossierstellen). Selbsterklärende Strasse Stadtraum / Strassenraum / Signalisation, welche eine Betriebsgeschwindigkeit des Autoverkehrs von maximal ca km/h bewirken. 21
22 wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiche Projekte Kompaktes Strassenumfeld mit beidseitig dichten Nutzungen, was zu flächigen Querungen der Zufussgehenden in ausreichender Zahl führt. Belebter Stadt- und Strassenraum, wahrgenommen als gestalteter Lebensraum. Partizipativer Planungsprozess 22
23 Anlagespezifische Erkenntnisse Zweistreifige Verkehrsführung (je ein Fahrstreifen pro Richtung) Grössenordnung max. 25`000 Fz./d Ab Fz./d Mittelbereich / Mehrzweckstreifen Ausreichende Fahrbahnbreite (RadfahrerInnen) Begrenzte Ausdehnung ( m, in besonderen Situationen längere Abschnitte möglich) Klares Zeichnen der Fahrbahn. Nicht für die Autos bestimmte Flächen sind baulich abzugrenzen. Zurückversetzte Parkierung gute Sichtverhältnisse zwischen FG und Fz-lenkenden 23
24 Erkenntnisse für zukünftige Projekte Grundsätzlich stellen Tempo-30-Regime auf Hauptstrassen die Ausnahme dar und benötigen in der Regel einen hohen planerischen und baulichen Aufwand! 24
25 Inhaltsübersicht 1. Rechtliche Grundlagen 2. Fakten zur Tempo-30-Zone Köniz 3. Erkenntnisse für zukünftige Projekte 4. Standards des Kt. Bern und Tempo-30 Lösungsansätze 5. Wo stehen wir? 25
26 Standards Kantonsstrassen Standardbestimmung Der Kanton bestimmt den Standard für den Bau der Kantonsstrassen (SG, Art. 39) und legt den Referenzstandard fest (SV, Art. 18). 26
27 Standards Langsamverkehr Innerorts mehr Gestaltungsspielraum bei Tempo-30 27
29 Verhältnismässigkeit, Abwägung von Varianten Grundsatz der Verhältnismässigkeit aus der AH Verhältnismässigkeit 29
30 Variantenbildung und Beurteilung gemäss Standards Standardkonforme Variante Pflichtteil Abweichung von Standards Verhältnismässigkeitsbeurteilung von Varianten Beurteilungsschema 30
31 Inhaltsübersicht 1. Rechtliche Grundlagen 2. Fakten zur Tempo-30-Zone Köniz 3. Erkenntnisse für zukünftige Projekte 4. Standards des Kt. Bern und Tempo-30 Lösungsansätze 5. Wo stehen wir? 31
32 Realisierte: OIK I: Spiez, Oberlandstrasse Streckensignalisation OIK II: Köniz Schwarzenburgstrasse OIK III: Urtenen-Schönbühl Streckensignalisation Büren an der Aare Erlach Orvin OIK IV: Ein Versuch in Lützelflüh abgebrochen im OIK II geplante: Ansermetplatz Bern Brünnen Ortsdurchfahrt Münsingen Enggisteinstrasse - Bollstrasse Worb 32
33 Entwicklungstendenzen Verdichtung nach Innen die Stadt gewinnt an Bedeutung zurück Stadt als Konkurrent der Einkaufszentren auf der grünen Wiese Demografischer Wandel mehr ältere Leute Der Anteil Langsamverkehr nimmt zu attraktiver und sicherer öffentlicher Raum wird wichtiger tiefere MIV-Geschwindigkeit grösserer Gestaltungsspielraum 33
34 Stolpersteine Noch immer gilt: Tempo 30 = Verkehrsreduktion und Behinderung beim MIV Tempo 30 = Ja, Fussgängerstreifen weg = Nein 34
35 Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit 35
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Klosbachstrasse 48 8032 Zürich Telefon 043 488 40 30 Telefax 043 488 40 39 info@fussverkehr.ch www.fussverkehr.ch www.mobilitepietonne.ch www.mobilitapedonale.ch Position 2010/11 Fussgängerstreifen in
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 Art. 2
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 Art. 108
 Art. 3
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 39
 Art. 18