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Timestamp: 2020-04-09 21:43:13+00:00

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Umsatzsteuer bei eBay-Geschäften? - Anwaltskanzlei Wudtke Berlin
Umsatzsteuer bei eBay-Geschäften?
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Die Internetplattform eBay existiert in Deutschland seit 1999 und verfügt über mehr als 17 Millionen Nutzer. Davon sind ungefähr ein Drittel als private Verkäufer angemeldet. Viele davon handeln rege und glauben, keine steuerlichen Pflichten zu haben. Dies kann jedoch erheblich finanzielle Folgen nach sich ziehen, wenn ihr Handeln auch nach Jahren schließlich zur Steuerpflicht führt. Hier erfolgt eine Gesamtbetrachtung. Der Bundesfinanzhof hat sich diesbezüglich schon mehrfach geäußert und Privatpersonen wurden nach eingehender Prüfung zu Unternehmern. Dies war etwa der Fall, als ein Verkäufer aktive Schritte zur Vermarktung seiner Produkte unternahm, d.h. die Vervielfachung seines Verkäuferkontos, vgl. BFH, Urteil vom 12.08.2015 – XI R 43/13. Im Übrigen ist auch die Nachhaltigkeit der Tätigkeit, die Zahl der Kunden und die Höhe der Einnahmen bei der Abgrenzung zwischen privatem Verkäufer und gewerblichem Verkäufer zu berücksichtigen.
Was gilt beim Kleinunternehmer?
Gerade die Höhe der Einnahmen kann als erstes Kriterium für die Abgrenzung zwischen privatem Verkäufer und gewerblichem Verkäufer herangezogen werden. Gemäß § 19 I 1 UStG wird von Unternehmern die für Umsätze im Sinne des § 1 I Nr.1 UStG geschuldete Umsatzsteuer, die im Inland oder in den in § 1 III UStG bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Damit ist der Kleinunternehmer gegenüber dem Finanzamt grundsätzlich nicht umsatzsteuerpflichtig. Er ist jedoch auch nicht berechtigt die Umsatzsteuer in einer Rechnung auszuweisen. Tut er dies jedoch gelegentlich, z.B. auf Verlangen des Käufers, so schuldet er gemäß § 14 c UStG den ausgewiesenen Betrag gegenüber dem Finanzamt, und dies auch unterhalb der Kleinunternehmergrenze. Gleichzeitig ist er verpflichtet gemäß § 18 UStG eine USt-Voranmeldung und eine USt-Jahreserklärung elektronisch einzureichen. Ausnahmsweise besteht also auch hier eine Steuerpflicht.
Fällt auch Einkommensteuer an?
Veräußert jemand ein Wirtschaftsgut aus seinem Privatvermögen, so ist dieser Vorgang im Grundsatz nicht einkommensteuerpflichtig. Jedoch gibt es auch hier Ausnahmen. Gemäß § 2 I Nr.7 EStG unterliegen der Einkommensteuer auch sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG. Danach sind sonstige Einkünfte, solche aus privaten Veräußerungsgeschäften im Sinne des § 23 EStG. Dies sind nach dieser Norm z.B. auch Veräußerungsgeschäfte bei beweglichen Wirtschaftsgütern, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Dabei sind natürlich Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs ausgenommen. Die Jahresfrist kann sich jedoch auch auf zehn Jahre erhöhen.

References: § 19
 § 1
 § 1
 § 14
 § 18
 § 2
 § 22
 § 23