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Timestamp: 2020-04-04 15:31:35+00:00

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BFH, 19.03.1997 - I R 75/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,42
BFH, 19.03.1997 - I R 75/96 (https://dejure.org/1997,42)
BFH, Entscheidung vom 19.03.1997 - I R 75/96 (https://dejure.org/1997,42)
BFH, Entscheidung vom 19. März 1997 - I R 75/96 (https://dejure.org/1997,42)
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Überstundenvergütung als verdeckte Gewinnausschüttung
Verdeckte Gewinnausschüttung an einen Gesellschafter durch Zahlung von Überstundenvergütungen
Keine Überstundenvergütung für Gesellschafter-Geschäftsführer
Körperschaftsteuer; Überstundenvergütungen eines GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführers
KStG § 8 Abs 3 S 2 J: 1977, EStG § 3 b
Alleingesellschafter; Anstellungsvertrag; Gesellschaftergeschäftsführer; Überstundenvergütung; Verdeckte Gewinnausschüttung
FG Rheinland-Pfalz - EFG 1997
BFHE 183, 94
NJW 1997, 3463
BB 1997, 1571
DB 1997, 1596
BStBl II 1997, 577
a) Nach ständiger Rechtsprechung des I. Senats des BFH (grundlegend BFH-Urteile vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577; ferner vom 27. März 2001 I R 40/00, BFHE 195, 243, BStBl II 2001, 655), welcher sich der erkennende Senat angeschlossen hat (vgl. BFH-Urteil vom 16. März 2004 VIII R 33/02, BFHE 205, 270, BStBl II 2004, 927;… BFH-Beschluss vom 9. April 2003 VIII B 124/02, BFH/NV 2003, 1309), sind Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit an Gesellschafter-Geschäftsführer nicht gemäß § 3b EStG steuerfrei, sondern in aller Regel nach Körperschaftsteuerrecht als vGA zu beurteilen und damit nach Einkommensteuerrecht bei den Einkünften aus Kapitalvermögen und nicht bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zu erfassen (…so bereits im BFH-Beschluss vom 8. März 2000 I B 33/98, BFH/NV 2000, 990).
Mit dieser besonderen Stellung des Geschäftsführers verträgt sich keine Vereinbarung über die Vergütung von Überstunden, selbst wenn Arbeitszeitvereinbarungen der Organstellung des GmbH-Geschäftsführers zivilrechtlich nicht widersprechen (grundlegend BFH-Urteil in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577; ferner BFH-Urteil in BFHE 195, 243, BStBl II 2001, 655).
Ebenso stellt der BFH in mehreren Urteilen (in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577;… vom 8. April 1997 I R 66/96, BFH/NV 1997, 804, unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 11. Dezember 1991 I R 152/90, BFHE 167, 42, BStBl II 1992, 690) auf den Gegensatz zwischen Geschäftsführern zu den "normalen" Angestellten ab.
Die Anwendung der vom Bundesministerium der Finanzen unter dem 28. September 1998 (BStBl I 1998, 1194) als Billigkeitsmaßnahme erlassenen Übergangsregelung aufgrund der geänderten Rechtsprechung des BFH (Urteil in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577) zur Behandlung von Zuschlägen an Gesellschafter-Geschäftsführer ist in dem eigenständigen Verfahren wegen der Steuerfestsetzung (Zweigleisigkeit des Verfahrens) nicht zu prüfen (BFH-Urteil in BFHE 205, 270, BStBl II 2004, 927, m.w.N.).
Zahlt eine Kapitalgesellschaft ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer zusätzlich zu seinem Festgehalt Vergütungen für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit, so liegt darin nicht immer eine verdeckte Gewinnausschüttung (Abgrenzung zu den Senatsurteilen vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577, und vom 27. März 2001 I R 40/00, BFHE 195, 243, BStBl II 2001, 655).
Nach gefestigter Rechtsprechung des erkennenden Senats sind gesonderte Vergütungen, die eine GmbH ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer für die Ableistung von Überstunden zahlt, aus steuerrechtlicher Sicht regelmäßig vGA (Senatsurteile vom 19. März 1997 I R 75/86, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577; vom 27. März 2001 I R 40/00, BFHE 195, 243, BStBl II 2001, 655;… Senatsbeschluss vom 8. März 2000 I B 90/98, BFH/NV 2000, 991, m.w.N.).
Das gilt namentlich dann, wenn die zusätzliche Vergütung nur für Arbeiten an Sonn- und Feiertagen und zur Nachtzeit gezahlt werden soll, da eine solche Regelung die Annahme rechtfertigt, dass dem Gesellschafter-Geschäftsführer aus im Gesellschaftsverhältnis liegenden Gründen die in § 3b EStG vorgesehene Steuervergünstigung verschafft werden soll (Senatsurteil in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577).
Dann liegt keine vGA vor (Senatsurteil in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577;… Senatsbeschlüsse vom 28. Februar 2000 I B 19/99, BFH/NV 2000, 990;… vom 8. März 2000 I B 33/98, BFH/NV 2000, 990).
BFH, 27.03.2001 - I R 40/00
Dies indiziert die Veranlassung der Vereinbarung durch das Gesellschaftsverhältnis (Bestätigung der BFH-Urteile vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577;… vom 8. April 1997 I R 66/96, BFH/NV 1997, 804).
Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt --FA--) beurteilte die gesonderte Vergütung der Überstunden unter Hinweis auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats (Urteile vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577;… vom 8. April 1997 I R 66/96, BFH/NV 1997, 804) als verdeckte Gewinnausschüttungen (vGA) i.S. des § 8 Abs. 3 Satz 2 des Körperschaftsteuergesetzes (KStG) und andere Ausschüttungen i.S. des § 27 Abs. 3 Satz 2 KStG in der in den Streitjahren geltenden Fassung (KStG a.F.).
Die Einsprüche und Klage, mit denen die Klägerin unter anderem geltend machte, die Urteile in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577 und in BFH/NV 1997, 804 seien zu Sachverhalten ergangen, von denen sich der Streitfall in entscheidungserheblicher Weise unterscheide, waren erfolglos.
Der erkennende Senat hat in den Urteilen in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577 und in BFH/NV 1997, 804 die Auffassung vertreten, die Vereinbarung einer GmbH mit ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer über die gesonderte Vergütung von Überstunden vertrage sich nicht mit dem Aufgabenbild eines GmbH-Geschäftsführers.
Der erkennende Senat hat zwar in den Urteilen in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577 und in BFH/NV 1997, 804 die Vereinbarungen über die Vergütung von Überstunden auch deshalb als durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst beurteilt, weil fremde Dritte sie wegen der praktisch nicht möglichen Kontrolle der Arbeitszeiten der Geschäftsführer nicht abgeschlossen hätten.
d) Dass zumindest bis zur Veröffentlichung der Urteile in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577 und in BFH/NV 1997, 804 und somit auch noch in den Streitjahren GmbH-Geschäftsführer gesonderte Vergütungen für Überstunden erhielten (s. Prühs, DB 1997, 2094;… Lang, a.a.O., § 8 Rz. 1225.2; Deutscher Steuerberaterverband, BB 1998, 621; die im Urteil in BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577 angegebenen Urteile der FG;… BFH-Urteil vom 27. Juni 1997 VI R 12/97, BFH/NV 1997, 849 --betr. Fremdgeschäftsführer--), schließt es nicht aus, die mit Gesellschafter-Geschäftsführern abgeschlossenen Vereinbarungen über die Vergütung von Überstunden als durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst zu beurteilen.
Dies bedeutet auch, dass er --abgegolten durch die Gesamtausstattung-- die notwendigen Arbeiten auch dann erledigen muss, wenn dies einen Einsatz außerhalb der üblichen Arbeitszeiten oder über diese hinaus erfordert (Senatsurteile vom 14. Juli 2004 I R 111/03, BFHE 206, 437, BStBl II 2005, 307; vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577).
Diese Würdigung ist zumindest möglich, weil das Verhältnis zwischen der GmbH und dem Geschäftsführer von einem besonderen Vertrauen der Gesellschafter getragen wird und es den Gesellschaftern entscheidend auf das Ergebnis des Arbeitseinsatzes des Geschäftsführers ankommt und nicht --jedenfalls nicht vorrangig-- darauf, dass der Geschäftsführer eine bestimmte Anzahl von Stunden für die GmbH tätig ist (vgl. BFH-Urteil vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577).
Im Rahmen einer Betriebsprüfung für die Jahre 1996 bis 1998 (Bericht vom 12.8.1999) behandelte die Prüferin die für A. ab April 1997 gezahlten Überstundenvergütungen unter Hinweis auf das BFH-Urteil vom 19.03.1997 I R 75/96 (BStBl II 1997, 577) nicht als Betriebsausgaben, sondern rechnete sie als verdeckte Gewinnausschüttungen nach § 8 Abs. 3 Satz 2 Körperschaftsteuergesetz ( KStG ) dem Einkommen der Klägerin hinzu und stellte für die jeweiligen Beträge die Ausschüttungsbelastung gemäß § 27 Abs. 3 Satz 2 KStG her.
Es habe auch keinerlei Veranlassung bestanden, von den getroffenen Regelungen im Hinblick auf das BFH-Urteil in BStBl II 1997, 577 Abstand zu nehmen, da es erst Mitte September 1997 veröffentlicht worden sei.
Danach sei das BFH-Urteil in BStBl II 1997, 577 für Lohnzahlungszeiträume vor dem 1.1.1998 nicht anzuwenden, soweit nicht aus anderen Gründen eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliege.
Dies indiziert ihre Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis (BFH-Urteile in BStBl II 1997, 577, …und vom 8. April 1997 I R 66/96, BFH/NV 1997, 804).
Damit verträgt sich keine Vereinbarung über die Vergütung von Überstunden, selbst wenn Arbeitszeitvereinbarungen der Organstellung des GmbH-Geschäftsführers zivilrechtlich nicht widersprechen (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 1997, 577).
Auch wenn in den BFH-Urteilen in BStBl II 1997, 577, und in BFH/NV 1997, 804, die fehlende Kontrollmöglichkeit und das damit für die Gesellschaft verbundene (wirtschaftliche) Risiko als gewichtiger Grund für die Annahme einer gesellschaftsrechtlichen Veranlassung dargestellt ist, so ist nach Auffassung des Gerichts bei der Prüfung der betrieblichen Veranlassung doch entscheidend auf die Organstellung und das Aufgabenbild des Geschäftsführers abzustellen.
Die Klägerin kann sich auch im übrigen nicht mit Erfolg darauf berufen, daß der BFH in den vorgenannten Urteilen in BStBl II 1997, 577, und BFH/NV 1997, 804, darauf hingewiesen hat, daß es im Einzelfall überzeugende betriebliche Gründe geben kann, die ausnahmsweise eine schuldrechtliche Veranlassung der mit einem Gesellschafter-Geschäftsführer vereinbarten Überstundenvergütung begründen können.
Die Klägerin kann sich auch nicht mit Erfolg darauf berufen, daß die einschlägigen BFH-Urteile in BStBl II 1997, 577 und BFH/NV 1997, 804, erst nach dem Abschluß des Anstellungsvertrages mit dem Geschäftsführer ergangen sind.
a) Nach ständiger Rechtsprechung des I. Senats des BFH (grundlegend BFH-Urteile vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577; ferner vom 27. März 2001 I R 40/00, BFHE 195, 243, BStBl II 2001, 655), welcher sich der erkennende Senat angeschlossen hat (vgl. BFH-Urteil vom 16. März 2004 VIII R 33/02, BFHE 205, 270, BStBl II 2004, 927;… BFH-Beschluss vom 9. April 2003 VIII B 124/02, BFH/NV 2003, 1309), sind Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit an Gesellschafter-Geschäftsführer nicht gemäß § 3b EStG steuerfrei, sondern in aller Regel nach Körperschaftsteuerrecht als vGA zu beurteilen und damit nach Einkommensteuerrecht bei den Einkünften aus Kapitalvermögen und nicht bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zu erfassen (…so bereits im BFH- Beschluss vom 8. März 2000 I B 33/98, BFH/NV 2000, 990).
aa) Der Bundesfinanzhof definiert die verdeckte Gewinnausschüttung im Sinne des § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG in ständiger Rechtsprechung als Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist, sich auf die Höhe des Einkommens (d. h. des Unterschiedsbetrages gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG) auswirkt und in keinem Zusammenhang mit einer offenen Ausschüttung steht (vgl. nur BFHE 199, 144, 145; 183, 94, 95; 156, 155, 156).
Ein Widerspruch zur sog. Überstunden-Rechtsprechung des Senats (Urteile vom 19. März 1997 I R 75/96, BFHE 183, 94, BStBl II 1997, 577, …und vom 8. April 1997 I R 66/96, BFH/NV 1997, 804), wonach sich die Vereinbarung über die Vergütung von Überstunden nicht mit dem Aufgabenbild eines GmbH-Geschäftsführers verträgt, liegt darin nicht.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist eine verdeckte Gewinnausschüttung im Sinne des § 8 Abs. 3 Satz 2 GG eine Vermögensminderung, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist, sich auf die Höhe des Einkommens auswirkt und in keinem Zusammenhang mit einer offenen Ausschüttung steht (vgl. BFHE 156, 155 ; 183, 94 ; 199, 144 ).
BFH, 08.03.2000 - I B 33/98
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References: § 8
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