Source: https://erziehungshilfen-bonn.de/de/bonn/stationaere-Angebote/---/massnahme/detail-infos-63/Spezialisierte-Hilfe---Intensiv-I---Erlebnispaedagogische-Intensivgruppe-Marco-Polo.htm
Timestamp: 2019-02-21 05:47:11+00:00

Document:
Spezialisierte Hilfe - Intensiv I - Erlebnispädagogische Intensivgruppe Marco Polo/Maßnahme auf Erziehungshilfen-Bonn
Venner Str 20
Betreuungsalter in der Regel 9-14 Jahre
Gesetzliche Grundlage § 27 SGB VIII (Hilfe zur Erziehung) i. V. m. § 34 § 35a SGB VIII (Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche) und § 36 SGB VIII Hilfeplanung/ §37 SGB VIII Zusammenarbeit mit der Familie, sowie § 71 Abs. II SGB VIII für delinquente Jugendliche
Marco Polo ist eine erlebnispädagogische Intensivgruppe für Jungen zwischen 10 und 14 Jahren. Wenngleich wir sicherlich nicht nach China fahren, sondern unsere Ziele bewusst im Umland suchen, haben wir doch den Namen Marco Polo gewählt, weil wir den Jungen Lernsituationen anbieten möchten, in denen sie - wie einstmals Marco Polo - gezwungen sind, ihr Bewertungen und Verhaltensweisen zu überprüfen, ihre eigenen Fähigkeit erweitern können , um ihre Umwelt differenziert zu beobachten und ihr Verhalten auf die veränderten Bedingungen einzustellen. Solche Situationen eröffnen die Chance auf Verhaltensänderungen.
In der Marco Polo-Gruppe nehmen wir Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren auf, die ein Interesse an sportlichen und naturpädagogischen Unternehmungen haben. Kinder und Jugendliche
- mit vielfältigen und gravierenden Entwicklungsstörungen, - mit erheblichen Einschränkungen im emotionalen und im Leistungsbereich, - die intensive Nähe und Zuwendung fordern bei gleichzeitig stark ausgeprägtem Misstrauen gegenüber Menschen, - die durch ein Regelgruppenangebot überfordert wären, - die unter Umständen nur eingeschränkte Möglichkeiten haben, sich auf ein pädagogisches und therapeutisches Angebot einzulassen, - die aus dem klinischen kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich kommen.
Die Maßnahme ist nicht geeignet bei schwerer körperlicher oder geistiger Behinderung, akuter psychiatrischer Indikation (im Einzelfall abzuklären), akuter Drogen- und Suchtproblematik, die pädagogische Arbeit mit den Betroffenen nicht mehr
zulässt, akuter Suizidalität.
Entlastung der Kinder und Jugendlichen und der Herkunftsfamilie Aufbau und Verbesserung der Lern- und Entwicklungsfähigkeiten Aufbau und Stärkung der personalen und sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder und
Jugendlichen Akzeptanz der eigenen Biografie mit den daraus resultierenden Grenzen und Möglichkeiten Entwicklung realistischer Lebensperspektiven Unterstützung der Bezugspersonen (Eltern, Betreuer etc.) zur Entwicklung eines
Verständnisses der individuellen Biografie des Kindes oder des Jugendlichen mit seinen
Traumata und Konflikten einerseits und den existierenden Fähigkeiten und Ressourcen
andererseits Klärung der Beziehung zu der Herkunftsfamilie gegebenenfalls Rückkehr in die Herkunftsfamilie bzw. Beheimatung in einer anderen
Betreuungsform oder der Verselbständigung
Methodik Im pädagogischen Gruppenalltag kommen verhaltensmodifizierende Elemente zum Einsatz. Zur kurzfristigen Orientierung bilden Tokenpläne mit individuellen Aufgaben die Grundlage der täglichen Reflexion. Zur längerfristigen Orientierung des Jugendlichen dienen Stufenpläne (insgesamt 6 Stufen), durch die sich das Kind oder der Jugendliche bei positivem Verhalten schrittweise mehr Freiheiten erarbeiten kann (erweiterte Melderegel, Handy etc.). Die erlebnispädagogischen Elemente unserer Arbeit umfassen Angebote wie Klettern, Kanufahren, Wandern, Wald als Erlebnisort, Fahrrad-, bzw. Mountainbiketouren, kooperative Spiele, Projekte zur biografischen Arbeit (z. B. Vorstellen und Erkunden des Heimatortes mit der Gruppe, sofern möglich und sinnvoll) und Sportangebote (wöchentliches Sportangebot in einer Turnhalle, wöchentliches Schwimmen und wöchentliches Laufangebot). Diese Angebote, die für alle Jugendlichen, die sich in den Stufen 1-4 des Stufenplanes befinden, verpflichtend sind, werden im Rahmen von Tagesangeboten, Wochenendfahrten sowie Ferienfahrten durchgeführt. Der thematisch strukturierte Wochenplan dient der Strukturierung der Schulwoche sowie zugleich den Jugendlichen zur Orientierung. Die Aktivitäten des Wochenplanes sind: Erlernen von lebenspraktischen Tätigkeiten, d.h. gemeinsame und begleitete Gruppeneinkäufe, Kochen, Schwimmen, Laufangebot, Wandern oder Mountainbiking, gemeinsamer Stadtgang. Die erlebnispädagogischen Elemente unserer Arbeit verstehen wir als gezielte Schaffung von Lernsituationen, die sowohl individuelle als auch gruppendynamische Prozesse anstoßen und zur Bearbeitung unter veränderten Bedingungen anregen
Downloadangebot Marco Polo.pdf

References: § 27
 § 34
 § 35
 § 36
 §37
 § 71