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Timestamp: 2016-10-21 21:59:13+00:00

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8C_651/2012 (08.04.2013)
Mit Verf�gung vom 9. September 2010 lehnte die IV-Stelle des Kantons St. Gallen das Rentenbegehren von A.________ (Jg. 1970) - nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren - mangels invalidisierenden Gesundheitsschadens ab.
Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen hiess die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 17. August 2012 dahingehend gut, dass es der Versicherten f�r die Zeit ab 1. Januar 2009 eine halbe Rente der Invalidenversicherung zusprach.
A.________ l�sst auf Abweisung der Beschwerde schliessen; ferner ersucht sie um unentgeltliche Rechtspflege. Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss den Art. 95 f. BGG erhoben werden. Eine - f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidende (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG) - Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz kann das Bundesgericht nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG). Das Gericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), pr�ft indessen - unter Beachtung der allgemeinen Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254).
Das kantonale Gericht hat die heutige Beschwerdegegnerin - wie zuvor schon die Verwaltung - als im Gesundheitsfall voll Erwerbst�tige eingestuft und die Invalidit�tsbemessung dementsprechend mittels Einkommensvergleichs nach Art. 16 ATSG vorgenommen. Dabei ist es gest�tzt auf das Gutachten der medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) vom 24. April 2009 bei der Ermittlung des trotz gesundheitlicher Beeintr�chtigung zumutbarerweise erzielbaren Verdienstes (Invalideneinkommen) von einer 50%igen Verminderung der Arbeitsf�higkeit ausgegangen. Die Beschwerdef�hrerin hatte demgegen�ber in ihrer Verf�gung vom 9. September 2010 ein uneingeschr�nktes erwerbliches Leistungsverm�gen angenommen; dies in der Erw�gung, "die Willensanstrengung zur Schmerz�berwindung (sei) zumutbar".
3.1 Zur Begr�ndung der Beschwerde wird festgehalten, es sei eine Rechtsfrage, ob eine psychische Komorbidit�t hinreichend erheblich ist oder aber weitere Kriterien in gen�gender Intensit�t und Konstanz vorliegen, um gesamthaft auf eine mit zumutbarer Willensanstrengung nicht �berwindbare Schmerzst�rung und damit auf eine invalidisierende Gesundheitssch�digung zu schliessen; ebenso stelle sich die Rechtsfrage, ob die �rztliche Einsch�tzung der psychisch bedingten Arbeitsunf�higkeit invalidit�tsfremde Gesichtspunkte mitber�cksichtigt.
3.2 Damit will die Beschwerde f�hrende Verwaltungsstelle offenbar geltend machen, das kantonale Gericht habe diese Grunds�tze missachtet, weshalb der angefochtene Entscheid vor Bundesrecht nicht standhalte. Obschon sie dies nicht ausdr�cklich sagt und auch nicht detailliert darlegt, inwiefern dies h�tte geschehen sein sollen, kann die in Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG genannte Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (E. 1 hievor) knapp als erf�llt gelten, sodass auf das erhobene Rechtsmittel einzutreten ist.
4.1 Nach der Rechtsprechung, auf welche die Verwaltung zur Begr�ndung ihrer rentenverweigernden Verf�gung vom 9. September 2010 verwiesen hatte, begr�ndet eine fach�rztlich (psychiatrisch) diagnostizierte anhaltende somatoforme Schmerzst�rung als solche noch keine Invalidit�t. Vielmehr besteht eine Vermutung, dass die somatoforme Schmerzst�rung oder ihre Folgen mit einer zumutbaren Willensanstrengung �berwindbar sind. Bestimmte Umst�nde, welche die Schmerzbew�ltigung intensiv und konstant behindern, k�nnen den Wiedereinstieg in den Arbeitsprozess unzumutbar machen, weil die versicherte Person alsdann nicht �ber die f�r den Umgang mit den Schmerzen notwendigen Ressourcen verf�gt. Ob ein solcher Ausnahmefall vorliegt, entscheidet sich im Einzelfall anhand verschiedener Kriterien. Im Vordergrund steht die Feststellung einer psychischen Komorbidit�t von erheblicher Schwere, Auspr�gung und Dauer. Massgebend sein k�nnen auch weitere Faktoren, so: chronische k�rperliche Begleiterkrankungen; ein mehrj�hriger, chronifizierter Krankheitsverlauf mit unver�nderter oder progredienter Symptomatik ohne l�ngerdauernde R�ckbildung; ein sozialer R�ckzug in allen Belangen des Lebens; ein verfestigter, therapeutisch nicht mehr beeinflussbarer innerseelischer Verlauf einer an sich missgl�ckten, psychisch aber entlastenden Konfliktbew�ltigung (prim�rer Krankheitsgewinn; "Flucht in die Krankheit"); das Scheitern einer konsequent durchgef�hrten ambulanten oder station�ren Behandlung (auch mit unterschiedlichem therapeutischem Ansatz) trotz kooperativer Haltung der versicherten Person. Je mehr dieser Kriterien zutreffen und je ausgepr�gter sich die entsprechenden Befunde darstellen, desto eher sind - ausnahmsweise - die Voraussetzungen f�r eine zumutbare Willensanstrengung zu verneinen (BGE 137 V 64 E. 4.1 S. 67 f. mit Hinweisen).
Diese im Bereich der somatoformen Schmerzst�rungen entwickelten Grunds�tze werden rechtsprechungsgem�ss bei der W�rdigung des invalidisierenden Charakters von Fibromyalgien (BGE 132 V 65 E. 4 S. 70), dissoziativen Sensibilit�ts- und Empfindungsst�rungen (SVR 2007 IV Nr. 45 S. 150, I 9/07 E. 4 am Ende), Chronic Fatigue Syndrome (CFS; chronisches M�digkeitssyndrom) und Neurasthenie (Urteile 9C_662/2009 vom 17. August 2010 E. 2.3, 9C_98/2010 vom 28. April 2010 E. 2.2.2 und I 70/07 vom 14. April 2008 E. 5) sowie bei dissoziativen Bewegungsst�rungen (Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4) analog angewendet. Ferner entschied das Bundesgericht in BGE 136 V 279, dass sich ebenfalls sinngem�ss nach der hievor dargelegten Rechtsprechung beurteilt, ob eine spezifische und unfallad�quate HWS-Verletzung (Schleudertrauma) ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle invalidisierend wirkt (BGE 137 V 64 E. 4.2 S. 68).
4.2 Der Betrachtungsweise der Verwaltung (E. 2 hievor in fine) zu folgen war das kantonale Gericht nicht bereit, weil es zur Auffassung gelangte, die Depression stelle die Grunderkrankung - und nicht eine Komorbidit�t - dar; sie bilde die medizinische Ursache f�r das zus�tzlich aufgetretene Schmerzsyndrom; unter diesen Umst�nden aber sei die Schwere der Depression ausschlaggebend f�r das Ausmass der objektiven Arbeitsunf�higkeit; deren Auswirkungen auf die Psyche erschwere oder verunm�gliche eine Willensanstrengung. Vor diesem Hintergrund gelangte die Vorinstanz zum Schluss, dass f�r die Bestimmung des Arbeitsunf�higkeitsgrades auf die �bereinstimmenden Angaben der involvierten medizinischen Fachpersonen abgestellt werden k�nne und demzufolge von einer 50%igen Verminderung des Leistungsverm�gens - wie sie im MEDAS-Gutachten vom 24. April 2009 bescheinigt worden ist - auszugehen sei. Sowohl beim Validen- als auch beim Invalideneinkommen vom gleichen Hilfsarbeiterinnenlohn ausgehend ermittelte sie unter Zubilligung eines 10%igen behinderungsbedingten Abzuges von den als massgebend erachteten Lohnans�tzen (Anhang 2 zu der von der Informationsstelle AHV/IV herausgegebenen Textausgabe 2012 des IVG) eine Invalidit�t von 55 %, womit ihr der Anspruch auf eine halbe Invalidenrente ab 1. Januar 2009 ausgewiesen erschien.
5.1 Bei der Beschwerdegegnerin wurden anl�sslich der polydisziplin�ren Begutachtung in der MEDAS Anfang M�rz 2009 laut Expertise vom 24. April 2009 im Anschluss an eine gemeinsame interdisziplin�re Beratung der beteiligten Fach�rzte eine rezidivierende depressive St�rung, gegenw�rtig mittelschwere Episode mit somatischem Syndrom, ein diffuses, praktisch generalisiertes chronisches Schmerzsyndrom mit vielen vegetativen Begleitbeschwerden, ein Femoropatellarsyndrom beidseits und eine beginnende mediale Gonarthrose beidseits diagnostiziert. Der von der MEDAS konsiliarisch beigezogene Psychiater Dr. med. K.________ warf im Anschluss an seine Untersuchung vom 3. M�rz 2009 die Frage auf, ob die geklagten Schmerzempfindungen nicht einem schwer ausgepr�gten somatischen Syndrom der Depression entspr�chen. Mangels hinreichend konsistenter Angaben anl�sslich der psychiatrischen Exploration distanzierte er sich jedenfalls von der Diagnose einer anhaltenden somatoformen Schmerzst�rung und beschr�nkte sich auf die Diagnose einer rezidivierenden depressiven St�rung, gegenw�rtig mittelschwere Episode, mit somatischem Syndrom. Zudem stellte er fest, dass die Patientin im psychiatrischen Gespr�ch psychosoziale Belastungen als angebliche Ursachen ihrer St�rungen mehr in den Vordergrund stellte als ihre Leiden selbst. Unter Anrechnung relativ starker somatischer Symptome sch�tzte er die Arbeitsunf�higkeit aufgrund des depressiven Syndroms auf 50 %. Dass die Versicherte sich nicht in der Lage f�hle, einer Erwerbst�tigkeit nachzugehen, begr�ndete er mit versicherungsfremden Aspekten wie - nebst finanziellen Problemen - mangelhafte Integration, schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt wegen fehlender Ausbildung, aktuelle Belastungen durch Scheidung und Lernst�rungen der Tochter sowie deren Platzierung. Weil das ausserhalb des psychiatrischen Bereichs diagnostizierte Femoropatellarsyndrom einerseits und die beidseits beginnende Gonarththrose andererseits lediglich zu einzelnen funktionalen Einschr�nkungen (kein h�ufiges Treppensteigen und kein l�ngeres Abknien) f�hren, bei einer leidensangepassten Bet�tigung jedoch keine zus�tzliche Behinderung bewirken, fiel die Arbeitsf�higkeitssch�tzung in der MEDAS im Sinne einer Konsensfindung mit 50 % gleich wie diejenige des Psychiaters Dr. med. K.________ aus.
5.2 Angesichts des weitestgehenden Fehlens eindeutiger Anhaltspunkte f�r Befindlichkeitsst�rungen somatischen Ursprungs anl�sslich der Begutachtung durch die Fach�rzte der MEDAS leuchtet ein, dass die Vorinstanz der diagnostizierten rezidivierenden depressiven Entwicklung das Hauptgewicht der die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigenden Beschwerden beimass. Als im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG offensichtlich unrichtige Feststellung sachverhaltlicher Art l�sst sich dies jedenfalls nicht sehen. Dies umso weniger, als die Verwaltung kurz nach der Untersuchung in der MEDAS auch ihren Regionalen �rztlichen Dienst (RAD) um eine Stellungnahme ersuchte, welcher in seiner Antwort jedoch keinerlei Bedenken hinsichtlich der Massgeblichkeit der Angaben der MEDAS-�rzte hegte, sondern gegenteils vollumf�nglich auf deren Expertise abzustellen bereit war. Was die IV-Stelle unter diesen Umst�nden dazu bewogen haben mag, dennoch - und von der Auffassung ihres RAD abweichend - von einer mit zumutbarer Willensanstrengung erreichbaren �berwindung der Schmerzempfindungen der Beschwerdegegnerin auszugehen, ist nicht nachvollziehbar. Nachdem auch die auf einer l�ngeren Beobachtungsdauer beruhende Leidensbeschreibung der �rzte der Psychiatrischen Klinik - wo sich die Beschwerdegegnerin ab Ende Januar bis Ende April 2008 mit einem einw�chigen Unterbruch station�r aufgehalten hatte - aufzeigt, dass den depressiven Anteilen am gesamten Leidensbild doch �berwiegende Bedeutung zukommt, verbietet sich die in der Verf�gung vom 9. September 2010 getroffene, jedoch mit keinem Wort n�her begr�ndete Annahme der IV-Stelle geradezu. F�r das Bundesgericht besteht deshalb kein Anlass, von der hinsichtlich der Diagnosestellung grunds�tzlich verbindlichen vorinstanzlichen Ausgangslage abzuweichen.
5.3 Ist nach dem Gesagten die rezidivierende depressive St�rung nicht bloss als Begleiterscheinung einer Schmerzkrankheit, sondern vielmehr als ein selbstst�ndiges, vom psychogenen Schmerzsyndrom losgel�stes depressives Leiden der Beschwerdegegnerin anzusehen, liegt nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kein pathogenetisch (�tiologisch) unklarer syndromaler Zustand vor, bei welchem die bei somatoformen Schmerzst�rungen bestehende Vermutung, dass die Behinderung oder deren Folgen mit zumutbarer Willensanstrengung �berwindbar w�ren, Geltung beanspruchen w�rde (SVR 2012 IV Nr. 22 S. 95 f. E. 2.4; Urteil 9C_521/2012 vom 17. Januar 2013 E. 3.1.2 und 4.1). Das kantonale Gericht sah sich denn, entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin, zu Recht auch nicht zur n�heren Kl�rung weiterer Kriterien veranlasst. Ebenso wenig kann davon gespochen werden, dass unzul�ssigerweise invalidit�tsfremde Gesichtspunkte in die �rztliche Arbeitsunf�higkeitssch�tzung Eingang gefunden h�tten. Die �rzte der MEDAS haben in ihrem Gutachten vom 24. April 2009 ausdr�cklich festgehalten, dass bez�glich der Arbeitsprognose viele soziale und psychiatrische Faktoren eine Rolle spielten, welche "IV-rechtlich nicht invalidisierend" seien. Es kann deshalb durchaus davon ausgegangen werden, dass sie solche Aspekte im Rahmen ihrer Arbeitsunf�higkeitssch�tzung ausgeklammert haben. Nichts eingewendet wird schliesslich gegen die von der Vorinstanz vorgenommene Invalidit�tsbemessung, sodass weitere Ausf�hrungen dazu unterbleiben k�nnen.
6.1 Das Gesuch um aufschiebende Beschwerdewirkung - gegen deren Gew�hrung die Beschwerdegegnerin in ihrer Vernehmlassung vom 22. Januar 2013 nichts einzuwenden hatte - wird mit heutigem Urteil gegenstandslos.
6.2 Ausgangsgem�ss gehen die Gerichtskosten (Art. 65 Abs. 1 und 4 lit. a BGG) zu Lasten der Beschwerdef�hrerin als unterliegender Partei (Art. 66 Abs. 1 BGG), welche der obsiegenden Beschwerdegegnerin �berdies eine Parteientsch�digung schuldet (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Deren Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird damit ebenfalls gegenstandslos.

References: Art. 95
 Art. 97
 Art. 95
 Art. 16
 Art. 42
 BGE 
in fine
 Art. 105