Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=II%20B%2014/04
Timestamp: 2020-01-27 10:31:42+00:00

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BFH, 22.03.2005 - II B 14/04 - dejure.org
https://dejure.org/2005,6440
BFH, 22.03.2005 - II B 14/04 (https://dejure.org/2005,6440)
BFH, Entscheidung vom 22.03.2005 - II B 14/04 (https://dejure.org/2005,6440)
BFH, Entscheidung vom 22. März 2005 - II B 14/04 (https://dejure.org/2005,6440)
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GG Art. 12 Abs. 1; RennWettLottG § 17
Lotteriesteuerpflicht von Oddset-Wetten: Veranstalter; Verfassungsmäßigkeit, Verstoß gegen Berufsfreiheit
Veranstalter von Oddsett-Wetten; "Ins-Werk-Setzen" einer Lotterie, Ausspielung oder Oddset-Wette im Sportwettgewerbe; Zweck der Begriffsbestimmung des "Veranstalters"; Verfassungsmäßigkeit der Ergänzung des Rennwettgesetzes und Lotteriegesetzes (RennwLottG) um einen ...
Zusammenfassung von "Oddset-Sportwetten: Veranstaltung im Inland oder Vermittlung ins Ausland?" von Dr. Patrick Ernst Sensburg, M.A., original erschienen in: DStZ 2006, 189 - 193.
Dies ist nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, wer die planmäßige Ausführung des gesamten Unternehmens selbst oder durch andere ins Werk setzt (BFH-Beschluss vom 22. März 2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379, mit Nachweisen zur Rechtsprechung des RG, des RFH und des BFH).
Kennzeichnend für die Veranstaltereigenschaft ist das Gestaltungsrecht für die vertragsrechtliche Ordnung des Spielgeschehens einschließlich der Möglichkeit, die regelungsbedürftigen Fragen im Verhältnis zu den teilnehmenden Spielern, z.B. durch vorformulierte Vertragsbedingungen (allgemeine Geschäftsbedingungen), zu ordnen (BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 1379).
Es kommt auch nicht darauf an, ob die Veranstaltereigenschaft nach außen hervortritt oder nicht (BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 1379).
Die Besteuerung verfolgt danach einen hinreichenden, legitimen Gemeinschaftszweck (BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 1379).
Der Gesichtspunkt, dass Gewinne aus der Veranstaltung von Glücksspielen angesichts des streng regulierten und auf wenige Anbieter beschränkten Marktes relativ risikolos erzielt werden können, rechtfertigt die teilweise Abschöpfung der Gewinne durch staatliche Abgaben, zumal mit der Lotteriesteuerpflicht eine Befreiung von der Umsatzsteuer einhergeht (§ 4 Nr. 9 Buchst. b des Umsatzsteuergesetzes; BFH-Beschluss in BFH/NV 2005, 1379).
In beiden Fällen lasse sich keine Kongruenz zwischen dem strafrechtlich verfolgten Zweck des Vermögensschutzes des Spielers vor den Gefahren unkontrollierten Spielens und dem Belastungszweck der Rennwett- und Lotteriesteuer herstellen, so dass auch der Veranstalterbegriff des Rennwett- und Lotteriesteuergesetzes einer eigenständigen Auslegung bedürfe (Hinweis auf Beschluss des FG Thüringen vom 15.1.2004 I 1216/03, EFG 2004, 431; und nachfolgenden Beschluss des BFH vom 22.3.2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379).
Veranstalter einer Lotterie oder Ausspielung ist nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung, die zunächst zum Reichsstempelgesetz entwickelt und später für das Lotteriesteuerrecht und die korrespondierende Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 9 Buchst. b UStG übernommen worden ist, wer die planmäßige Ausführung des gesamten Unternehmens selbst oder durch andere ins Werk setzt (zuletzt zur Lotteriesteuer BFH-Beschluss vom 22.3.2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379, m.w.N.).
Eine Lotterie setzt nach den im BFH-Urteil vom 10.12.1970 (V R 50/67, BStBl II 1971, 193) entwickelten Grundsätzen in erster Linie derjenige ins Werk, der Inhaber der entsprechenden (öffentlich-rechtlichen) Genehmigung zur Veranstaltung ist, als solcher durch die ihm erteilte Genehmigung die Abhaltung dieser Glücksspiele ermöglicht und das Spiel- oder Wettgeschehen in tatsächlicher oder rechtlicher Hinsicht maßgeblich gestaltet (vgl. zuletzt auch BFH-Beschluss vom 22.3.2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379).
Das RennwLottG ist vorkonstitutionelles Recht; die darin enthaltenen Regelungen über die Lotteriesteuer - bei der es sich um eine Verkehrssteuer handelt - gelten gemäß Art. 123 Abs. 1, Art. 125 GG als Bundesrecht fort (vgl. hierzu BFH-Beschluss vom 22.3.2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379).
In diesem Sinne hat auch der BFH in seinem Beschluss vom 22.3.2005 zu der Lotteriesteuerpflicht von Oddset-Wetten gemäß § 17 RennwLottG (II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379) die Auffassung der Vorinstanz (FG Thüringen, Beschluss vom 15.1.2004 I 1216/03 V,EFG 2004, 431) bestätigt, wonach § 17 RennwLottG weder gegen Art. 12 Abs. 1 GG noch gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstoße.
Die Entscheidung hierüber ergeht bei der im AdV-Verfahren gebotenen summarischen Prüfung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (vgl. BFH-Beschluss vom 22. März 2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379, m.w.N.).
Die Klägerin hat Wettumsätze (vgl. dazu EuGH-Urteile United Utilities [vom 13. Juli 2006 C-89/05], EU:C:2006:469, UR 2006, 521, Rz 26; Henfling u.a. [vom 14. Juli 2011 C-464/10], EU:C:2011:489, UR 2012, 470, Rz 30; ferner [Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 10. Dezember 1970 V R 50/67,] BFHE 101, 153, BStBl II 1971, 193; BFH-Beschluss [vom 22. März 2005 II B 14/04,] BFH/NV 2005, 1379) für A vermittelt.
Die Entscheidung hierüber ergeht bei der im Verfahren nach § 69 Abs. 3 FGO gebotenen summarischen Prüfung aufgrund des Sachverhalts, der sich aus dem Vortrag der Beteiligten und der Aktenlage ergibt (vgl. BFH, Beschluss vom 22.03.2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379 m.w.N.).
BFH, Beschluss vom 22. März 2005 - II B 14/04 - FG Hamburg, Gerichtsbescheid vom 4. Juli 2006 - 3 K 23/05, 3 K 023/05 - LSG Hamburg, Urteil vom 18. September 2014 - L 4 AS 222/13 - OVG NRW, Beschluss vom 10. Dezember 2009 - 14 A 1457/07 -, sämtlich unter juris; Tipke/Lang § 8 Rn. 23.
vgl. BFH, Beschluss vom 22. März 2005 - II B 14/04 -, juris.
vgl. für die Sportwettensteuer BFH, 22. März 2005, - II B 14/04 -, juris.
Ist daher im Hinblick auf die Umsatzerlöse aus den streitigen Leistungen gewährleistet, dass ihr nach Abzug der Steuerbelastung ein Ertrag in Höhe einer angemessenen Kapitalverzinsung und eines Unternehmerlohns verbleibt, liegt ein Verfassungsverstoß nicht vor (…vgl. dazu BFH-Urteil vom 6. Dezember 2000 II R 36/98, BFH/NV 2001, 650, unter II.2., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 22. März 2005 II B 14/04, BFH/NV 2005, 1379, unter II.5.c, m.w.N.;… BFH-Urteil vom 15. September 2010 X R 55/03, BFH/NV 2011, 231, unter II.2.c, m.w.N.).
BFH, Beschluss vom 22. März 2005 - II B 14/04 - FG Hamburg, Gerichtsbescheid vom 4. Juli 2006 - 3 K 23/05, 3 K 023/05 - LSG Hamburg, Urteil vom 18. September 2014 - L 4 AS 222/13 - OVG NRW, Beschluss vom 10. Dezember 2009 - 14 A 1457/07 -, sämtlich unter juris; Tipke/Lang § 8 Rdnr. 23.
vgl. für die Sportwettensteuer BFH, 22. März 2005, Az. II B 14/04, juris.
FG Baden-Württemberg, 09.07.2012 - 9 K 2091/11
Vermittlung von Sportwetten - Keine Kürzung des Vorsteuerabzugs - …
Umsatzsteuer; Vermittlungsleistungen; Ort der sonstigen Leistung (§§ 1, 3, 3a …
FG Saarland, 13.10.2014 - 1 K 1008/12
Besteuerung von Umsätzen an einen Sportwettenveranstalter - Steuerbarkeit - …

References: Art. 12
 § 17
 § 4
 Art. 123
 Art. 125
 § 17
 § 17
 Art. 12
 Art. 3
 § 69
 § 8
 § 8