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Timestamp: 2019-07-23 03:45:25+00:00

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Mein, dein oder unser Grundeinkommen? | Mein Grundeinkommen
Mein, dein oder unser Grundeinkommen?
von Maheba am 23.10.2015
Mein, dein oder unser Grundeinkommen? Wie bringt man das Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" auf den Weg und was sind dafür die richtigen Impulse und Denkanstöße? Darüber diskutierten Daniel Häni, Mitinitiator der Schweizer Volksinitiative "Für ein bedingungsloses Grundeinkommen", und Michael Bohmeyer, Gründer von Mein Grundeinkommen, in einem Interview.
Lest hier das komplette Interview:
Maheba: In einem Interview hast du, Daniel, Mein Grundeinkommen zuletzt als "den falschen Schritt in die richtige Richtung" bezeichnet. Warum?
Daniel: Um auf die größere Dimension der Idee hinzuweisen.
Maheba: Und warum ist es ein "falscher Schritt"?
Daniel: Ich meine das nicht absolut. Es ist eine Redewendung. "Falscher Schritt" meint den einseitigen Selbstbezug: Mein Grundeinkommen. Dass Jeder ein Grundeinkommen möchte, ist nicht schwer. Schwer ist, darauf zu verzichten, den anderen Bedingungen für ihr Grundeinkommen zu stellen.
Maheba: Du meinst also, dass es schwer ist, anderen das Grundeinkommen zu gönnen und nicht nur sich selbst?
Daniel: Ja, dort sitzt der größte Widerstand. Wir sind es nicht gewohnt, Geld ohne Bestimmung zu geben. Wir wollen eine Gegenleistung. Wenn wir Geld bezahlen, ist es doch logisch, dass wir damit bestimmen wollen.
Maheba: Würdest du dem zustimmen, Micha?
Micha: Ich stimme Daniel in der Analyse zu, aber gerade deswegen halte ich Mein Grundeinkommen für den richtigen Schritt. Ich glaube, man muss selbst Grundeinkommen auf dem Konto haben, um die eigenen, tiefliegenden Existenzängste zu überwinden. Erst dann, wenn ich selbst abgesichert bin, muss ich die anderen nicht mehr als Konkurrent_innen fürchten und kann ihnen ein Grundeinkommen gönnen. Ich glaube, dass das Sein das Bewusstsein bestimmt. Wenn sich also etwas bewegen soll, brauchen Menschen die 1.000 Euro auf ihrem Konto.
Daniel: Das ist die Einseitigkeit, die ich meine. Ich sehe zwischen Sein und Bewusstsein eine gegenseitige Wechselwirkung. Meiner Meinung nach sollte sich Mein Grundeinkommen erweitern.
Maheba: Daniel, was stellst du dir konkret unter einer Erweiterung von Mein Grundeinkommen vor?
Daniel: Ich will erst einen weiteren kritischen Punkt beschreiben: «Mein Grundeinkommen» ist jeweils ein zusätzliches Einkommen. Das ist ein Problem. Das Grundeinkommen kann kein zusätzliches Einkommen sein, sonst ist es nicht finanzierbar. Es ist ein grundsätzliches Einkommen. Es ersetzt das bestehende Einkommen und macht den existenzsichernden Sockel jedes Einkommen bedingungslos. Es geht um die Bedingungslosigkeit, nicht um mehr Geld.
Wenn wir aber das Grundeinkommen als zusätzliches Einkommen erhalten und erleben - wie ein Lotteriegewinn - dann bringen wir die Leute auf die falsche Fährte.
Da setzt der Vorschlag zur Erweiterung an, den ich mal mit Micha ausführlich besprochen habe. Wir hatten die Idee, dass die Aufmerksamkeit darauf gehen soll, welche Einkommen durch die 1.000 Euro «Mein Grundeinkommen» ersetzt werden können und wollen beschreiben, was daraus die weiteren Folgen sein können. Der Arbeitstitel heißt: "Bedingungslos Wäscherei" (BW). Ich sage ein Beispiel: Würde ein Hartz-IV-Empfänger durch das Grundeinkommen in die Lage kommen bei der Arbeitsagentur auszusteigen, wären dort rund 1.000 Euro weniger Kosten. Dieses Geld könnte an die "BW" transferiert werden, welche sie der Person als bedingungsloses Grundeinkommen auszahlen kann.
Micha: Ja, die Gespräche mit Daniel dazu sind sehr inspirierend. Wir planen gerade ein größeres, dauerhaftes Grundeinkommens-Pilotprojekt für die Zukunft, bei dem auch Geld zurück in die auszahlende Stelle fließen wird. Aber Schritt für Schritt.
Maheba: Der Nächste Schritt bei «Mein Grundeinkommen» ist nun die Tandem-Verlosung - es werden zwei Grundeinkommen an zwei Menschen verlost, die sich kennen. Was willst du damit bezwecken, Micha?
Micha: Ich und unsere 15 Gewinnenden haben festgestellt, dass man mit Grundeinkommen ein ziemlicher Sonderling ist. Man kann eigentlich mit niemandem so richtig darüber reden wie es sich anfühlt, es zu bekommen. Außerdem ist man durch den Sonderstatus stark unter Beobachtung. Manche fühlen sich dadurch gehemmt. Wir vermuten, dass Grundeinkommen vor allem dann das Potential von Menschen zum Vorschein bringt, wenn es alle haben und sich dadurch gegenseitig beflügeln können. Dem wollen wir jetzt mit der Tandem-Verlosung einen Schritt näher kommen. Wir hoffen, dass das Tandempaar sich über das Jahr mit Grundeinkommen austauscht, sich gegenseitig reflektiert und inspiriert, damit wir noch besser erahnen können, wie die Welt mit Grundeinkommen aussehen könnte.
Maheba: Was hältst du von der Tandem-Idee, Daniel?
Daniel: Genau, der Austausch ist wichtig, daran bildet sich Bewusstsein, dass wiederum das Sein beflügeln kann. Interessant wäre es, wenn die Tandem-Paare sich gegenseitig portraitieren würden. Sozusagen als Berichte aus der Bedingungslosigkeit.
Micha: Das werden wir probieren!
Maheba: Vielen Dank für das Gespräch!
Daniel Häni ist Unternehmer, Mitbegründer des Basler Kultur- und Kaffeehauses "unternehmen mitte" sowie Mitinitiator der Schweizer Volksinitiative “Für ein bedingungsloses Grundeinkommen”. Sie wurde 2013 erfolgreich eingereicht und löste ein weltweites Medienecho aus. Im Herbst 2016 steht die Entscheidung an. Sein Buch "Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt" erschien 2015 im orell füssli Verlag.
Michael Bohmeyer ist Jungunternehmer, Vater und Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens. 2014 gründete er "Mein Grundeinkommen". Der Verein sammelt per Crowdfunding Geld für bedingungslose Grundeinkommen. Immer wenn 12.000 Euro zusammen sind, werden sie an eine Person ausgelost. Auf diese Weise konnten bereits 15 Menschen Grundeinkommen beziehen. Die nächsten vier Grundeinkommen werden am 25.Oktober 2015 an zwei Tandempaare verlost.
am 29.12.2015, um 15:59 Uhr
am 18.11.2015, um 20:59 Uhr
Viele Menschen staunen, wenn ich für das BGE eintrete, jetzt gerade im Zeichen dunkler Schatten. Wie will man Frieden in der Welt irgendwann herstellen, wenn die Menschen nicht in allen Teilen dieser Welt existieren- leben können? Leider braucht man ja noch Geld zum Existieren, aber Geld, Vermögen und Reichtum sind ja überall falsch verteilt. Darum muss man überall BGE ins Gespräch bringen, hier ansetzen, einige Menschen zumindest hellhörig machen, ja auch provozieren. Viele schimpfen auf dies und das, auf die wirklich oft ungerechten Hartz- Gesetze, aber wie soll es anders, gerechter laufen? \"Nicht weiter so\"- sage ich da, auf zu neuen Wegen und Chancen mit dem BGE. Wir brauchen dazu- dafür starke ehrliche Partner._\nIch kenne auch eigentlich niemanden für ein Tandem, kann auch nur schlecht Rad fahren, wenn jemand da Geduld mit mir Schwergewicht haben will, mich ertragen kann, hätte ich nichts dagegen. Hatte den Menschen neulich als Partner gewählt, der mich dazu angemailt hatte.
am 5.11.2015, um 11:09 Uhr
Sich einmal, zumindest für ein Jahr frei fühlen und unabhängig Entscheidungen treffen zu können waere auch mein Wunsch. Viel Freude in diesem Jahr. Falls noch jemand Tandempartner sucht www.mein-grundeinkommen.de/tandem?mitdir=146892
am 4.11.2015, um 19:11 Uhr
am 2.11.2015, um 23:46 Uhr
Meiner Beobachtung nach, interessieren sich die aller meisten Menschen erst für gesellschaftliche Themen, wenn Sie Ihr eigenes Leben gut soriert haben (also z.B. keine Geldsorgen, etc. haben). Das triff häufig auf Menschen mit gut bezahlten Jobs, ältere Generationen (Lebenserfahrung) und auf \"Bildungsbürger\" zu. Die Frage ist, wie kann das Projekt besonders diese Bürger aktivieren, damit diese zu einer breiteren Diskussion zum Thema BGE beitragen (Multiplikator-Effekt). Verlosungsteilnehmer möchte ich damit nicht abwerten. Dass ist völlig ok, es soll ja bedingungslos sein und bleiben. Dem ein oder anderen Teilnehmer wird es seine Sorgen (zumindest teilweise) nehmen. Ich freue mich, wenn dem Teilnehmer dann der Freiraum entsteht, um über gesellschaftliche Themen zu reflektieren.
am 31.10.2015, um 14:08 Uhr
Wer kommt mit aufs Tandem?\nhttps://www.mein-grundeinkommen.de/tandem?mitdir=52465
am 31.10.2015, um 13:56 Uhr
Uwe und Wolfg Stimme ich zu. Wir vergeben hier ein B GE. Dieses B muss auch ich anerkennen, weil ich als crowdhörnchen auch jenen ein bge gönne, die keinen monetären Beitrag leisten (können).\nSollte ich gewinnen, geht die erste Auszahlung vom bge zurück an das Projekt. Vielleicht schaffen ich und das Gewinnerglückdas bald, ich hoffe auch auf die Chancen der Tandems.\nGern würde ich auch andere Projektunterstützer/ crowdhörnchen mit auf mein Tandem nehmen, aber dazu ist die Email-Adresse derjenigen nötig (bin nicht in facebook).\n So muss ich mich hier auf die Zulosung der Partner durch das bge-team verlassen :-(\nAlso: weiter mit dem Projekt, Glückwunsch allen Gewinnern - macht was daraus!
am 28.10.2015, um 21:06 Uhr
BGE ist gerechter als vorhandene soziale Instrumente wie Hartz IV, da dort ja viel kontrolliert, verwaltet, überprüft und überwacht wird. Beim kleinen Otto- Normalbürger passt man auf, aber es werden vom Staat massenhaft Steuerverschwendungen zugelassen, gemacht, Milliarden € sinnlos vergeudet und nun kommen neue gewaltige Anforderungen wegen der nicht wirklich kontrollierbaren Flüchtlingswelle hinzu. Wie kann und will man da den sozialen Frieden sichern, soziale Gerechtigkeit herstellen? Arbeit nach bisherigem Muster wird es immer weniger geben, Arbeit, die gut- fair bezahlt wird. Man muss also für Menschen mit und ohne Arbeit soziale Existenzchancen sichern, ohne Ängste, man braucht Startchancen für neue Jobs, die jetzt schon viel zu oft vorhanden sind. Eine wirkliche Dienstleistungs- und Servicegesellschaft braucht neue Jobs rund um die Uhr für und mit Menschen, das kann man gegenwärtig nicht absichern. \"Bedingungslos\" heißt ja nicht, dass die Menschen nichts tun oder nichts zu tun haben für ihr BGE, das wird heute zu wenig erkannt.
am 27.10.2015, um 21:11 Uhr
Ich bin im Sinne eines fairen sozialen Friedens im Land, in Europa und weltweit für die Existenzsicherung aller Menschen ohne Angst, Ängste verschiedener Art. Ich bin 57, nach der Wende in kaltes Wasser mehr als gefallen, habe mich immer ehrenamtlich engagiert gerade für Völkerverständigung, wurde von Politik und Wirtschaft oft verlacht, nicht unterstützt und nach 22 Jahren mussten meine Frau und ich den Verein aufgeben, den wir selber gegründet hatten. Arbeit im ländlichen Raum war für uns weg, so mussten wir Mobilität sichern, die sehr teuer für uns war. Ich war oft arbeitslos, auch wegen unbequemer politischer Denkweisen, habe seit 1994 nur befristet mal länger, mal kürzer gearbeitet, meine Frau ist als Schwerbehinderte bei der Post die Haupternährerin unserer Familie. Unsere Söhne waren lange arbeitslos, haben schlecht bezahlte Jobs gefunden, die nicht sicher sind, sie können sich keine eigene Wohnung leisten. Ein Sohn ist auch schwer behindert. Ich kann der BGE- Idee leider nicht finanziell helfen, aber in XING oder im Bürgerdialog der Bundesregierung \"Gut leben in Deutschland- was uns wichtig ist\" können sie lesen, wie ich für das BGE eintrete und nicht müde werde. Ich kämpfe für eine andere Arbeitswelt und eine freie Entfaltung der Menschen gerade mit oder wegen BGE. Gerne würde ich mich hier und da mehr engagieren, aber aktuell muss ich von Montag- Freitag je 10 Stunden arbeiten, musste damit einverstanden sein zu schlechten Konditionen, aber es ist Arbeit, im Rahmen der Flüchtlingsbetreuung. Man ist nach der langen Arbeitszeit und den Fahrten nach und von der Arbeit dann irgendwie fertig, hat kaum Kraft für noch mehr Tun hier und da. Ich wünsche der BGE- Idee wirklich den Sieg im Sinne der Menschlichkeit.
am 27.10.2015, um 12:39 Uhr
Hallo zusammen,\nstimme Daniel voll zu; obwohl viele bestimmt durch ein „Zusatz-, Gewinn-Einkommen“ erst einmal wieder in die Lage kommen werden/würden ohne Sorgen/Probleme zu Leben bzw. Ihr Leben zu ordnen.\nGrundsätzlich ist die Tandemverlosung gut, allerdings Eure damit verbundenen Erwartungen bezweifle ich.\nEs mag evtl. auf die Jüngere Generation zutreffen, welche noch nicht in den „normalen“ Ablauf eingezwängt ist, aber für die, die seit Jahren/Jahrzehnten ohne Perspektive den vorgegebenen Weg gehen – kaum.\nNach meiner Ansicht sollte an ein BGE keine Erwartungen pp. verbunden sein; erzeugt unterschwellig auch Druck evtl. auch „verstelltes Ich“ um korrekt zu sein; ebenso das „Ersetzen“ durch ein BGE!\nWas ich jedoch richtig finden würde und in der Satzung einbringen würde: Jeder der gewinnt spendet monatlich Euro 100,- für die erfolgreiche weitere Fortführung.\nSomit wäre Euch und allen Mitwirkenden geholfen.\nBis dahin,
am 24.10.2015, um 22:30 Uhr
www.mein-grundeinkommen.de/tandem?mitdir=1935
am 24.10.2015, um 18:46 Uhr
ich denke auch, dass die Hälfte schon ausreichen würde , um einen Effekt zu erzielen im Hinblick auf den Gedanke des \"Flächenexperiments\"! für mich ist es ein sich entwickelndes, wachsendes Experiment, das mir beim zusehen schon Freude bereitet! Gönnen und gönnen können....
am 24.10.2015, um 6:01 Uhr
Daniels Argumentation ist nicht ganz schlüssig.\nIch stimme ihm zu, dass es eine Wechselwirkung zwischen Sein und Bewusstsein gibt. Daraus folgt aber auch, dass man für eine Veränderung sowohl am Sein als auch am Bewusstsein ansetzen kann. Wenn möglich vielleicht an beidem (am Bewusstsein setzt das Projekt hier aber unterm Strich stärker an als am Sein...). Die 1.000 EUR \"mein\" Grundeinkommen für 12 Monate stehen überhaupt nicht im Widerspruch zu dieser Interdependenz.\nZweitens: Das \"richtige\" Bedingungslose Grundeinkommen wird prinzipiell - ganz individuell - auch für viele Menschen ein zusätzliches Einkommen sein. Das kommt einfach darauf an, welche Art von Einkommen die Menschen jeweils heute beziehen (es gibt keine automatische Lohnkürzung bei Einführung des BGE, außer vielleicht für Staatsbedienstete). Für andere (namentlich Transferempfänger) ist auch \"Mein Grundeinkommen\" kein zusätzliches Einkommen.\nDrittens wäre ich nicht so sicher, ob es nicht auch eine Herausforderung ist, zumindest für viele Menschen, selbst ein (\"Mein\") Grundeinkommen zu empfangen - und nicht nur, dass man es anderen gönnt.\n\nDas mit der \"Wäscherei\" hab ich nicht verstanden. Einen Deal mit den Jobcentern zu machen, wäre natürlich eine schöne Sache, scheint mir aber kaum umsetzbar.\nDie Tandem-Verlosung sehe ich eher als Werbegag, ich habe auch den Verlosungsmechanismus nicht verstanden. Im Grunde ist der Unterschied, ob ich als Gewinner alleine (faktisch gleichzeitig mit zig Anderen, die in den letzten Monaten schon eines gewonnen haben oder in den nächsten Monaten noch eines gewinnen werden) dastehe oder noch ein andere Mensch dabei ist mit der exakt selben Laufzeit, m.E. marginal.\nInteressanter finde ich in der Hinsicht Flächenexperimente mit notwendigerweise viel geringeren Beträgen (unvermeidbar wohl in Parallelwährungen), vergleiche \"BGE-Kreise\" u.a.

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