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Die Berufsbildung schmückt sich gern mit fremden Federn | leak6 – Ordnung durch Transparenz
Die Berufsbildung schmückt sich gern mit fremden Federn
2016-12-07 Joachim	Hinterlasse einen Kommentar
[07.12.2016 – selbst, Erkenntnis 16]:
und zwar mit denen der Ausbildungsbetriebe,
während dieselben nichts hören, nichts sehen und nichts sagen dürfen.
Es ist nur lobenswert, dass die berufliche Bildung Wert auf Praxisbezug legt.
Vermutlich aus diesem Grunde wurde auch für den Industrieelektriker für Geräte und System der so genannte
‚Betriebliche Auftrag ‚
in die Abschlussprüfung aufgenommen.
In §7 (5) sind dazu die Einzelheiten geregelt. U. a. heißt es dort:
(bei Nr. 1.1): der Prüfling soll nachweisen, dass er „Zuständigkeiten am Einsatzort„ berücksichtigen kann;
(bei Nr. 2): der „Auftrag“ soll „betrieblich“ sein;
der Prüfling solle mit „praxisbezogenen„ Unterlagen dokumentieren;
und ein „auftragsbezogenes“ Fachgespräch führen. Dem Prüfungsausschuss soll dabei eine
(aus vorgenannten Gründen: wirklichkeitsnahe) „Aufgabenstellung“ vorgelegt werden.
So weit so gut. Um die Prüfungsumgebung tatsächlich wirklichkeitsnah zu gestalten, wurde die Durchführung des „Betrieblichen Auftrags“ tatsächlich in den Ausbildungsbetrieb eingebunden und findet (i. d. R. allein) unter den Augen des Ausbilders statt.
Der Glanz von Wirklichkeitsnähe und Praxisbezug entsteht ergo durch Beteiligung von Ausbildungsbetrieb und Ausbilder an der Abschlussprüfung.
Diese Beteiligung ist für den Ausbilder so gut wie alternativlos.
Er ist durch den Vertrag gebunden, den auch die IHK unterzeichnet hat. Der Vertrag verpflichtet Ausbilder und Kammer zur Mitwirkung entsprechend der Ausbildungs- und Prüfungsordnung.
Zur Wahrnehmung seiner Pflichten muss er eine eigene Qualifikation aufweisen oder eine andere geeignete Person damit beauftragen.
Er wurde zur Anmeldung zur Abschlussprüfung aufgefordert.
Er wurde benutzt, um die Aufforderung der Antragstellung des Betrieblichen Auftrags an den Prüfling weiter zu leiten.
Er trägt die Gebühren der Abschlussprüfung.
Er stellt die sonstigen Mittel (Räume, Zeit, Messmittel, Anlagenwerte und -Zerstörungsrisiko).
Er soll sich mit seiner persönlichen Unterschrift mit der Durchführung des Betrieblichen Auftrags einverstanden erklären.
Er soll die ‚persönliche Erklärung‘ des Prüflings über den ordnungsgemäßen und zeitgerechten Ablauf der Durchführung mit seiner persönlichen Unterschrift bestätigen.
Er ist gemäß §14 (1) Nr. 5 BBiG verpflichtet, für die charakterliche Förderung des Prüflings zu sorgen.
Er ist gemäß §16 (1) BBiG verpflichtet, dem Prüfling ein Zeugnis auszustellen.
2016-12-07 Dokumente zum Beteiligungsbeweis.pdf
Doch mit dem Ablehnungsbescheid vom 29.11.16 liegen nun auch leider gegenteilige Begründungen vor. Darin wird dem Ausbilder die Beteiligung abgesprochen. Und zwar:
(unter b): es ergäbe sich kein „rechtliches Interesse aus der Eigenschaft als Ausbilder“
(unter aa): es ergäbe „sich nicht, inwieweit der Ausbildende in das Prüfungsverfahren eingebunden ist.„
(unter bb): es bestünde „kein gegenseitiges Schuldverhältnis, welches Auskunftspflichten begründe.„
(unter cc): die Verpflichtung aus §14 (1) Nr. 5 BBiG, für die charakterliche Förderung des Prüflings inklusive Erfolgskontrolle zu sorgen, sei keine Verpflichtung, sondern „lediglich [ein Interesse] persönlicher, ideeller Art„.
(unter 3): es bestünde „keine Sonderverbindung“ und „keine berechtigtes Interesse„.
Es kann nicht sein, dass der Ausbilder für die Prüfung wie ein würdeloser Sklave benutzt wird, und er sich – mitsamt Kreativität, Qualifikation, Zuverlässigkeit und Mitteleinsatz – beteiligen muss, ohne die Rechte zu genießen, die ihm als Beteiligten zustehen!
Es kann nicht sein, dass der Prüfungsausschuss den Betrieblichen Auftrag gegen den vorliegenden erklärten Willen des Ausbilders genehmigt!
Es kann nicht sein, dass der Prüfungsausschuss den Betrieblichen Auftrag ohne die Bestätigung des Ausbilders einfach durchwinkt!
Es kann nicht sein, dass die Kammer dem Ausbilder sein Recht in „Treu und Glauben“ handeln zu dürfen „mangels bestehender Sonderverbindung“ absprechen darf!
Es kann nicht sein, dass die Kammer dem Ausbilder seine Rechte aus Weisungsbefugnis und Vertragsgestaltung mit dem Prüfling abspricht!
Es kann nicht sein, dass die Kammer dem Ausbilder in der Wahrnehmung seiner Pflicht aus §14 (1) Nr. 5 BBiG behindern darf!
Es kann nicht sein, dass der Ausbilder ein Zeugnis mit bösem Wissen ausstellen muss, oder zu einem späterem Zeitpunkt dazu verpflichtet werden kann!
Es kann nicht sein, dass die Kammer dem Ausbilder sein Recht auf Eigenkontrolle absprechen darf!
Niemand darf in den Zwang gestellt werden, unkontrolliert handeln zu müssen!
Niemand darf gezwungen werden, mit verbundenen Augen zu schießen!
Es darf nicht sein, dass der Ausbilder künftigen Elektrolehrlingen nicht mehr sagen kann, nicht ohne die Fähigkeit, einen selbst gezeichneten Stromkreis als solchen erkennen zu können eine Abschlussprüfung bestehen zu können! Wenn derart schlechte Prüflinge durch die Prüfung gewunken werden, werden Ausbilder unglaubwürdig, wenn sie auch nur elementarstes Wissen als unabdingbar herausstellen wollten.
Es darf auch nicht sein, dass die Kammer Anstand Sitte und Ehrbarkeit aus § 1 (1) IHKG vergisst!
Es darf nicht sein, dass der Prüfungsausschuss alle Maßstäbe über Bord wirft, wenn sie am meisten gebraucht werden.
Der richtige Weg ist, den Glanz des Praxisbezugs im Berufsbild zu erwerben, indem
Ausbilder und Betriebe beteiligt werden, und ihnen
als Beteiligte die Beteiligtenrechte zugestanden werden.
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References: §7
 §14
 §16
 §14
 §14
 § 1