Source: https://urteile-gesetze.de/rechtsprechung/b-6-ka-34-14-r
Timestamp: 2019-11-19 21:38:37+00:00

Document:
B 6 KA 34/14 R - Urteil BSG vom 19.08.2015
B 6 KA 34/14 R
BSG 19.08.2015 - B 6 KA 34/14 R
vorgehend SG Hamburg, 25. Juni 2014, Az: S 27 KA 152/11, Urteil
§ 85 Abs 3a S 4 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 85 Abs 3a S 5 Halbs 2 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 85 Abs 4 S 1 SGB 5 vom 22.12.1999
§ 85 Abs 4 S 2 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 87 Abs 1 S 1 SGB 5 vom 16.07.2015
§ 87 Abs 2 S 1 Halbs 1 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 87a Abs 3 S 1 SGB 5
§ 87a Abs 3 S 4 SGB 5
§ 87a Abs 3 S 5 SGB 5
§ 87b Abs 1 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 87b Abs 2 S 2 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 87b Abs 2 S 7 SGB 5 vom 26.03.2007
§ 87b Abs 4 S 1 SGB 5 vom 22.12.2011
§ 87b Abs 4 S 2 SGB 5 vom 22.12.2011
Kap 32 EBM-Ä 2008
Abschn 32.2 EBM-Ä 2008
Kap 40 EBM-Ä 2008
§ 25 Abs 3 S 1 BMV-Ä
§ 25 Abs 3 S 2 BMV-Ä
§ 25 Abs 3 S 4 BMV-Ä
§ 28 Abs 3 S 1 EKV-Ä
§ 28 Abs 3 S 2 EKV-Ä
§ 28 Abs 3 S 4 EKV-Ä
Die Beklagte hat zudem auf die von ihr eingeholte Stellungnahme der KÄBV (der sich der ebenfalls befragte Spitzenverband Bund der Krankenkassen angeschlossen hat) Bezug genommen, in der diese die Auffassung vertreten hat, dass der generellen Zulässigkeit der Quotierung von Kostenerstattungen des Kapitels 32 EBM-Ä (sowie des Kapitels 40 des EBM-Ä) weder gesetzliche noch bundesmantelvertragliche Regelungen entgegenstünden. In einem Vergütungssystem, das auf einer begrenzten Gesamtvergütung beruhe, könnten grundsätzlich keine Leistungen von einer Budgetierung zulasten anderer Ärzte und Arztgruppen ausgeschlossen werden. Der BewA, der unter der Geltung des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes(WSG> vom 26.3.2007, BGBl I 378) auf Bundesebene für die Honorarverteilungs- und Mengenbegrenzungsregelungen allein zuständig gewesen sei, sei generell berechtigt, im Rahmen seines Aufgabenbereichs Bestimmungen der BMV-Partner zu modifizieren. Für Laborgemeinschaften gelte nichts anderes. Der Kostennachweis habe den Laborgemeinschaften keine bestimmte Höhe der Kostenerstattung für ihre laboratoriumsmedizinischen Untersuchungen garantieren sollen, was dadurch deutlich werde, dass die Kostenerstattung auf die im EBM-Ä benannten Euro-Beträge gedeckelt gewesen sei. Es habe damit nicht die Möglichkeit bestanden, stets die tatsächlichen Kosten erstattet zu bekommen. Die im Abschnitt 32.2 EBM-Ä aufgeführten Euro-Beträge seien mithin für Laborgemeinschaften und alle anderen Vertragsärzte gleichermaßen verbindlich. Für die Auffassung des SG gebe es keine normative Grundlage.
Der Gesetzgeber hat im Übrigen zwischenzeitlich reagiert und durch das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz ( vom 16.7.2015, BGBl I 1211, 1219) mit Wirkung zum 23.7.2015 eindeutige Regelungen geschaffen, die dem BewA auch die Bewertung der Sachkosten ermöglichen. So wurde § 87 Abs 1 Satz 1 SGB V dahingehend ergänzt, dass durch den BewA ein einheitlicher Bewertungsmaßstab für die ärztlichen Leistungen "einschließlich der Sachkosten" zu vereinbaren ist. Hierdurch soll nach der Gesetzesbegründung (Gesetzentwurf der Bundesregierung zum GKV-VSG, BT-Drucks 18/4095 S 93 zu § 87) die bislang zwischen dem BewA und - soweit Sachkostenpauschalen betroffen sind - den BMV-Partnern geteilte Zuständigkeit für die bundeseinheitlich zu entscheidenden Fragen der vertragsärztlichen Vergütung gebündelt werden. Die inhaltliche Beschreibung und Bewertung dieses Leistungssegments solle künftig durch den BewA bestimmt werden, der dabei durch das Institut des BewA unterstützt werde. Zudem wurde - als Folge der Übertragung der Zuständigkeit für Entscheidungen zur Inhaltsbestimmung und wirtschaftlichen Bewertung der abrechnungsfähigen Sachkosten an den BewA (Gesetzentwurf der Bundesregierung zum GKV-VSG, BT-Drucks 18/4095 S 93 f zu § 87) - in § 87 Abs 2 SGB V, der den Inhalt des Bewertungsmaßstabs beschreibt, ein neuer Satz 4 angefügt. Danach kann die Bewertung der Sachkosten abweichend von § 87 Abs 2 Satz 1 SGB V in Euro-Beträgen bestimmt werden. Die gesetzliche Neuregelung belegt, dass die bisher von den BMV-Partnern wahrgenommene gesonderte Kompetenz zur Bewertung der Sachkosten vor allem den verbreitet gesehenen rechtlichen Unsicherheiten zur Bewertungsbefugnis bei Sachkosten geschuldet war.

References: § 85

§ 85

§ 85

§ 85

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 87

§ 25

§ 25

§ 25

§ 28

§ 28

§ 28
 § 87
 § 87
 § 87
 § 87
 § 87