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Quellen - Heute vor 75 Jahren
Heute vor 75 Jahren Vor, während und nach der Reichspogromnacht	Skip to content
No comments	Verordnung über die öffentliche Fürsorge für Juden vom 19. November 1938
By Moritz Hoffmann • 19. November 2013 Quellen Verordnung über die öffentliche Fürsorge für Juden
vom 19. November 1938.
Auf Grund des § 6 Abs. 1 Satz 1 der Fürsorgepflichtverordnung und des § 11 des Gesetzes über Kleinrentnerhilfe vom 5. Juli 1934 (RGBl. I. S. 580) wird verordnet:
Artikel 1. Hinter § 35 der Reichsgrundsätze über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge vom 1. August 1931 (RGBl. I. S. 439) wird folgender § 35a eingefügt:
§ 35a. (1) Juden (§ 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935, RGBl. I. S. 1333) sind im Falle der Hilfsbedürftigkeit auf die Hilfe der jüdischen freien Wohlfahrtspflege zu verweisen. Soweit diese nicht helfen kann, greift die öffentliche Fürsorge ein. Die Voraussetzungen der Hilfsbedürftigkeit sind streng zu prüfen. Gewährt werden Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Krankenpflege, Hilfe für Gebrechliche sowie für Schwangere und Wöchnerinnen Hebammenhilfe und, soweit erforderlich, ärztliche Behandlung. Nötigenfalls ist der Bestattungsaufwand zu bestreiten. Die in diesen Grundsätzen insbesondere unter B vorgesehene weitere Hilfe wird Juden nicht gewährt; auch die Zuwendungen der jüdischen freien Wohlfahrtspflege sind bei Prüfung der Hilfsbedürftigkeit voll anzurechnen. § 35 gilt nicht für Juden.
(2) Eine über Abs. 1 hinaus gehende Hilfe kann Juden gewährt werden, wenn sie die Auswanderung fördert oder sonst im öffentlichen Interesse liegt.
(3) Auf schwerkriegsbeschädigte Juden sind die §§ 18 bis 32 anzuwenden.
Artikel 2. Das Gesetz über Kleinrentnerhilfe vom 5. Juli 1934 (RGBl. I. S. 580) und die Verordnung zur Ergänzung dieses Gesetzes vom 24. Dezember 1937 (RGBl. I. S. 1415) gelten nicht für Juden.
Artikel 3. Diese Verordnung tritt am 1. Januar 1939 in Kraft.
No comments	Das ist Verrat am Volke – Auszug aus einem Artikel aus dem Westdeutschen Beobachter vom 17.11.1938
By Charlotte Jahnz • 17. November 2013 Propaganda, Quellen Frau Kahle und ihr Sohn halfen der Jüdin Goldstein bei Aufräumungsarbeiten
In der Nacht zum vergangenen Dienstag bemerkte ein Polizeibeamter in dem Laden der Jüdin Emilie Goldstein, Kaiserstraße 22, der bei der Kundgebung der Bevölkerung gegen das Judentum als dem Schuldigen an der Ermordung Ernst vom Raths zertrümmert worden war, Licht und die Schatten mehrerer Personen. Da der Beamte annahm, es könne sich um Einbrecher handeln, trat er in den Laden ein und stellte vier Personen, drei Frauen und einen jungen Mann, die mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren. Während zwei der Frauen, die jüdische Geschäftsinhaberin und die Jüdin Josepha Herz sofort ihren Namen angaben, verweigerten die dritte Frau und der junge Mann die Angabe ihrer Personalien. Sie sage ihren Namen nicht, weil sie „keine Lust habe, im Westdeutschen Beobachter zu stehen“, und wörtlich begründete sie ihre Anwesenheit in dem Judenladen: „Ich habe der Geschäftsinhaberin geholfen, weil ich eine alte Kundin von ihr bin.“ Erst als der Beamte sie darauf aufmerksam machte, daß er sie zur Feststellung ihrer Personalien auf die Wache mitnehmen müsse, gab die Frau an, daß sie die Gattin des Professors Kahle, Kaiserstraße 61, sei. Der junge Mann war ihr Sohn, der Student Wilhelm Kahle.
Eine „alte Kundin“ der Jüdin Goldstein.
Die ehrlich und rein empfindende Bonner Bevölkerung steht sprachlos vor einer solchen Gemeinheit. Das hatte Frau Kahle befürchtet, und deshalb wollte sie nicht im Westdeutschen Beobachter genannt sein. Sie weiß, daß das nicht nur die Nennung ihres Namens in einer Zeitung ist, sondern die Veröffentlichung eines vernichtenden Urteilsspruches, den das deutsche Volk über sie und ihren Sohn fällt. Sie wußte also, wie die Bonner Bevölkerung über ihre Handlungsweise urteilen würde, sie wußte, daß sie sich nicht nur außerhalb dieser Gemeinschaft, sondern gegen sie stellte. Und sie wußte, daß sie das ganze Volk in seinem heiligsten Gefühl beleidigte und verriet. Trotzdem war sie Judenkundin.
Als der feige jüdische Mord an einem deutschen Mann, der im Ausland sein Vaterland in treuer Pflichterfüllung vertrat, bekannt wurde, erhob sich das deutsche Volk in Empörung gegen das mörderische Judentum. Diese Frau und ihr Sohn aber empörte diese auch vom gesamten anständigen Ausland verabscheute Tat nicht, sie blieben aber auch nicht nur abseits stehen, nein, sie stellten sich an die Seite der Juden und halfen ihnen, gegen ihr eigenes Volk, die Wirkung der Volksempörung abzuschwächen.
Es gibt noch einen kleinen Kreis Gesinnungsgenossen vom Schlage einer Frau Kahle. Das wissen wir. Und es gibt noch einen Kreis jener, die über ihrer schwächlichen Sentimentalität die harten Erfordernisse zur Rettung Deutschlands nicht verstehen können wollen. Es gibt noch solche, die ihr im allgemeinen vielleicht verständliches Mitleid irreführt. Es gibt sie bis in die letzten Schattierungen jener, die das Judentum als Verbrecher und Feind Deutschlands erkennen, aber – eine rücksichtslose Bestrafung als zu hart empfinden. Diese letzteren führen gerne das Wort „Menschlichkeit“ im Munde und vergessen, daß es in dieser Frage nur eine wahre Menschlichkeit gibt: die Ausrottung der Weltpest.
Zitiert nach: KAHLE, Marie: Was hätten Sie getan? Die Flucht der Familie Kahle aus Nazi-Deutschland, Bonn 1998, S. 189f.
No comments	„Ein Mahnwort zur Judenfrage“ des Mecklenburger Oberkirchenrates vom 16. November 1938
By Moritz Hoffmann • 16. November 2013 Quellen Ein Mahnwort zur Judenfrage.
No comments	Weisung des Reichserziehungsministers Rust vom 15. November 1938
By Moritz Hoffmann • 15. November 2013 Quellen Nach der ruchlosen Mordtat von Paris kann es keinem deutschen Lehrer und keiner deutschen Lehrerin mehr zugemutet werden, an jüdische Schulkinder Unterricht zu erteilen. Auch versteht es sich von selbst, daß es für deutsche Schüler und Schülerinnen unerträglich ist, mit Juden in einem Klassenraum zu sitzen.
Die Rassentrennung im Schulwesen ist zwar in den letzten Jahren im allgemeinen bereits durchgeführt, doch ist ein Restbestand jüdischer Schüler auf den deutschen Schulen übriggeblieben, dem der gemeinsame Schulbesuch mit deutschen Jungen und Mädeln nunmehr nicht weiter gestattet werden kann. Vorbehaltlich weiterer gesetzlicher Regelung ordne ich daher mit sofortiger Wirkung an:
1. Juden ist der Besuch deutscher Schulen nicht gestattet. Sie dürfen nur jüdische Schulen besuchen. Soweit es noch nicht geschehen sein sollte, sind alle zur Zeit eine deutsche Schule besuchenden jüdischen Schüler und Schülerinnen sofort zu entlassen.
2. Wer jüdisch ist, bestimmt § 5 der Ersten Verordnung vom 14.11.1935 zum Reichsbürgergesetz.
Berlin, den 15. November 1938.
Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung.
Zit. nach Dorothee Wein: Zeugen der Shoah. Antisemitismus an Berliner Schulen bis 1938, Berlin 2010, S. 11.
No comments	„Herr Nachbar, hawwe Sie den schon?“
By Petra Tabarelli • 13. November 2013 Quellen „Es war ein Donnerstag; ich war nicht Schulen (=in die Synagoge) gegangen, da ich mich nicht so wohlfühlte. Bald darauf kam Herbert von dort zurück und berichtete: ‚Die Synagoge brennt!‘ Alsbald rief ein Nachbar vom gegenüberliegenden Haus, Otto Metzger, herüber, daß auch die Synagoge in der Hindenburgstraße in Brand stehe. (…)
Wir saßen nun zu Hause, als gegen Mittag der Verwalter des Israelitischen Krankenhauses, Herr Klein, telefonierte, ich müsse sofort hinkommen, es seien Verletzte eingeliefert worden er könne keinen Arzt erreichen, er wisse nicht, was zu machen. Ich sagte, ich sei doch auch kein Arzt und könne nicht helfen, aber er drängte, er könne keine Verantwortung übernehmen, ich müsse kommen. […] Ich war aber kaum im Krankenhaus angekommen, als ich am Telefon verlangt wurde; eine barsche Stimme wollte wissen, ob ich der Herr Cahn sei und im Krankenhaus wäre: ‚Sagen Sie die Wahrheit, sonst schlagen wir alles kurz und klein.‘ [Mittlerweile wurde Cahns Wohnung zerstört. Seine Familie erreichte er erst nach einiger Zeit, da seine Mutter den Telefonapparat erst unter den Trümmer herausholen musste. Jacob Cahn kehrte nach Hause zurück.]
Vor dem Haus sah ich Möbelstücke, die aus dem zweiten Stock herunter geworfen worden waren, und als ich unter diesen den großen Klubsessel aus dem Herrenzimmer inspizierte, fragten mich zwei der Plünderer höflich: ‚Herr Nachbar, hawwe Sie den schon?‘ Sie glaubten, ich wolle mich auch an dem Raub beteiligten. Da ich gesehen hatte, daß der Sessel unheilbar kaputt war, lehnte ich den Vortritt ab. […]“
Jacob Cahn war stellvertretender Vorsitzender einer Mainzer Israelitischen Gemeinde.
Quelle: Keim, Anton Maria (Hg.): „Als die letzten Hoffnungen verbrannten…“. Dokumentation zu einem Projekt der Stadt Mainz […]. [vermutlich Mainz 1988]. S. 111-112.
No comments	Aus dem NS-Kurier (11.11.1938)
By Petra Tabarelli • 13. November 2013 Quellen Der gerechte Volkszorn übt Vergeltung
In Stuttgart waren es gegen 3 Uhr in der Frühe, als sich der mondbeschienene Himmel vom Flammenschein rötete. Die Synagoge in der Hospitalstraße brannte lichterloh […] Das nächtliche Schauspiel hatte verständlicherweise noch viele Zuschauer angelockt. Überall empfand man Freude darüber, daß auf diese Weise wenigstens ein ganz bescheidener Bruchteil der Verbrechen der Juden eine Sühne findet. […] Um die Mittagsstunden waren die Ansammlungen der erregten Menge so stark, daß auf der Königsstraße der Kraftfahrzeugverkehr umgeleitet werden mußte. Die Eingänge zu den Geschäften waren von SS-Posten besetzt. Nun trat die SS als Ordnungsmacht auf. Die Besitzer der demolierten Geschäfte wurden aufgefordert, die leeren Öffnungen mit Brettern zu verschalen.“.
Quelle: DIPPER, Theodor, Die Evangelische Bekenntnis-Gemeinschaft in Württemberg 1933-1945. Arbeiten zu Geschichte des Kirchenkampfes. Band 17. Göttingen 1966. S. 20-30.
No comments	Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben vom 12. November 1938
By Moritz Hoffmann • 12. November 2013 Quellen Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplans vom 18. Oktober 1936 (Reichsgesetzbl. I S. 887) verordne ich folgendes:
Alle Schäden, welche durch die Empörung des Volkes über die Hetze des internationalen Judentums gegen das nationalsozialistische Deutschland am 8., 9. und 10. November 1938 an jüdischen Gewerbebetrieben und Wohnungen entstanden sind, sind von dem jüdischen Inhaber oder jüdischen Gewerbetreibenden sofort zu beseitigen.
(1) Die Kosten der Wiederherstellung trägt der Inhaber der betroffenen jüdischen Gewerbebetriebe und Wohnungen.
(2) Versicherungsansprüche von Juden deutscher Staatsangehörigkeit werden zugunsten des Reichs beschlagnahmt.
Der Reichswirtschaftsminister wird ermächtigt, im Benehmen mit den übrigen Reichsministern Durchführungsbestimmungen zu erlassen.
Berlin, den 12. November 1938
No comments	Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben vom 12. November 1938
By Moritz Hoffmann • 12. November 2013 Quellen Auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Vierjahresplans vom 18. Oktober 1936 (Reichsgesetzbl. I S. 887) wird folgendes verordnet:
(1) Juden (§ 5 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. November 1935 – Reichsgesetzbl. I S. 1333) ist vom 1. Januar 1939 ab der Betrieb von Einzelhandelsverkaufsstellen, Versandgeschäften oder Bestellkontoren sowie der selbständige Betrieb eines Handwerks untersagt.
(2) Ferner ist ihnen mit Wirkung vom gleichen Tage verboten, auf Märkten aller Art, Messen oder Ausstellungen Waren oder gewerbliche Leistungen anzubieten, dafür zu werben oder Bestellungen darauf anzunehmen.
(3) Jüdische Gewerbebetriebe (Dritte Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 14. Juni 1938 – Reichsgesetzbl. I S. 627), die entgegen diesem Verbot geführt werden, sind polizeilich zu schließen.
(1) Ein Jude kann vom 1. Januar 1939 ab nicht mehr Betriebsführer im Sinne des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit vom 20. Januar 1934 (Reichsgesetzbl. I S. 45) sein.
(2) Ist ein Jude als leitender Angestellter in einem Wirtschaftsunternehmen tätig, so kann ihm mit einer Frist von sechs Wochen gekündigt werden. Mit Ablauf der Kündigungsfrist erlöschen alle Ansprüche des Dienstverpflichteten aus dem gekündigten Vertrage, insbesondere auch Ansprüche auf Versorgungsbezüge und Abfindungen.
(1) Ein Jude kann nicht Mitglied einer Genossenschaft sein.
(2) Jüdische Mitglieder von Genossenschaften scheiden zum 31. Dezember 1938 aus. Eine besondere Kündigung ist nicht erforderlich.
Der Reichswirtschaftsminister wird ermächtigt, im Einvernehmen mit den beteiligten Reichsministern die zu dieser Verordnung erforderlichen Durchführungsbestimmungen zu erlassen. Er kann Ausnahmen zulassen, soweit diese infolge der Überführung eines jüdischen Gewerbebetriebes in nichtjüdischen Besitz, zur Liquidation jüdischer Gewerbebetriebe oder in besonderen Fällen zur Sicherstellung des Bedarfs erforderlich sind.
No comments	Verordnung über eine Sühneleistung der Juden deutscher Staatsangehörigkeit vom 12. November 1938
By Moritz Hoffmann • 12. November 2013 Quellen Die feindliche Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk und Reich, die auch vor feigen Mordtaten nicht zurückschreckt, erfordert entschiedene Abwehr und harte Sühne.
No comments	Aufzeichnung des Unterstaatssekretärs Woermann zu den wesentlichen Ergebnissen der Besprechung vom 12. November 1938
By Moritz Hoffmann • 12. November 2013 Quellen 1. Arisierung der Wirtschaft soll beschleunigt durchgeführt werden. […]

References: § 6
 § 11
 § 35
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