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Timestamp: 2019-03-19 10:44:52+00:00

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Lexikon Steuer: Ausbildungskosten / Weiterbildungskosten
> Ausbildungskosten / Weiterbildungskosten
Seit dem Veranlagungszeitraum 2004 zählen die Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung und ein Erststudium gem. § 12 Nr.5 EStG zu den eigentlich nicht abziehbaren Kosten der privaten Lebensführung . Gleichzeitig wird aber über § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG ein (beschränkter) Sonderausgabenabzug von bis zu 4.000 EUR für Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung zugelassen, wodurch auch die Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung und ein Erststudium zumindest teilweise begünstigt werden ( § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG .V.m. § 12 Nr. 5 EStG ). Andererseits sind Aufwendungen für eine Weiterbildung / Umschulung / Fortbildung grundsätzlich als Werbungskosten unbeschränkt abzugsfähig.
Zu den Einzelfällen vgl. Ausbildungskosten / Weiterbildungskosten (ABC)
Abgrenzung Erst-/Zweitausbildung/-studium
Positive Rechtsprechungstendenzen: Erststudium/Erstausbildung
Der BFH hat in einer ersten Entscheidung die gesetzliche Regelung z.T. verworfen (BFH, 18.06.2009 - VI R 14/07). In verfassungskonformer Auslegung stehe § 12 Nr. 5 EStG einem Abzug von Aufwendungen als Werbungskosten für ein Erststudium nach abgeschlossener Berufsausbildung nicht entgegen. Danach müssten alle Steuerbürger, die nach einer abgeschlossenen Ausbildung ein Studium aufnehmen, die Aufwendungen als Werbungskosten ansetzen können. Die Rechtsprechung wird inzwischen von der Finanzverwaltung anerkannt. Das BMF hat mit Schreiben v. 22.09.2010 - IV C 4 - S2227/07/10002:002 zur einkommensteuerlichen Behandlung von Berufsausbildungskosten Stellung genommen. Mit dem Schreiben wird u.a. klargestellt, dass die Aufwendungen für ein Erststudium nach einer abgeschlossenen nichtakademischen Berufsausbildung berücksichtigt werden können (Anwendung der BFH-Rechtsprechung u.a. gem. Urteil vom 18.06.2009 - VI R 14/07). Die Grundsätze dieses Schreibens sind in allen noch offenen Fällen ab dem VZ 2004 anzuwenden.
Der BFH hat mit Urteilen vom 28.07.2011 - VI R 38/10 und VI R 7/10 - entschieden, dass das seit 2004 geltende Abzugsverbot für Kosten einer Erstausbildung und eines Erststudiums der Abziehbarkeit solcher beruflich veranlasster Kosten auch dann nicht entgegenstehe, wenn der Stpfl. diese Berufsausbildung unmittelbar im Anschluss an seine Schulausbildung aufgenommen hat. Aus § 12 Nr. 5 EStG folge kein generelles Abzugsverbot. In beiden Fällen - Pilotenausbildung und (Medizin-)Studium direkt nach dem Abitur - seien die Kosten der Ausbildung hinreichend konkret durch die spätere Berufstätigkeit der Kläger veranlasst, sodass sie als vorweggenommene Werbungskosten zu berücksichtigen seien. Allein die Möglichkeit, dass die Berufstätigkeit später auch im Ausland ausgeübt werden könnte, begründe noch keinen unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang i. S. d. § 3c Abs. 1 EStG zwischen den Berufsausbildungskosten und später tatsächlich erzielten steuerfreien Auslandseinkünften (BFH, 28.07.2011- VI R 5/10). Der Gesetzgeber will mit dem Beitreibungsrichtlinienumsetzungsgesetz einen gesetzlichen Ausschluss der Anwendung der BFH-Rechtsprechung herbeiführen.
Umfang des Kostenabzugs
Wird die Ausbildungsstätte an mehr als zwei Tagen wöchentlich aufgesucht, liegt eine einheitliche Dienstreise vor. Soweit die Bildungsmaßnahme in diesem Fall länger als 3 Monate dauert, wird die Bildungsstätte nach Ablauf von 3 Monaten zur (weiteren) regelmäßigen Arbeitsstätte. Fahrtkosten können dann für Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsort nur noch m Rahmen der für Fahrten Wohnung - Arbeitsstätte geltenden Pauschale berücksichtigt werden (0,30 EUR / Entfernungskilometer),
Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer (BFH, 22.06.1990 - VI R 2/87, BStBl II 1990, 901). Bei den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gelten die durch das JStG 1996 getroffenen Einschränkungen (Höchstbetrag = 1.250 EUR) sinngemäß ( § 10 Abs.1 Nr. 7 EStG ). Ab 2007 ist ein Kostenabzug nur noch möglich, wenn sich das Arbeitzimmer als Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit, z.B. bei einem Fernstudium, darstellt.
Steuerfreie Leistungen, die zur unmittelbaren Förderung der Weiterbildung oder Ausbildung gewährt werden (z.B. nach dem BAföG ), vermindern die abzugsfähigen Sonderausgaben.
Anders als beim Werbungskostenabzug sind im Rahmen des Sonderausgabenabzugs (auch) bei Ledigen (auch ab VZ 2004) Aufwendungen für die auswärtige Unterbringung abzugsfähig (BFH, 20.03.1992 - VI R 40/89, BStBl II 1992, 1033). Für den Abzug von Aufwendungen für eine auswärtige Unterbringung als Sonderausgaben ist nicht erforderlich, dass die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung vorliegen. In § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG sind ausdrücklich Aufwendungen für eine auswärtige Unterbringung genannt und nicht für eine doppelte Haushaltsführung. Die angeordnete Anwendung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG bzw. § 9 Abs. 2 EStG gilt nur für die Ermittlung der Aufwendungen der Höhe nach.

References: § 12
 § 10
 § 10
 § 12
 § 12
 § 12
 § 3
 § 10
 § 10
 § 9
 § 9