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Timestamp: 2016-10-26 04:16:08+00:00

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6B_89/2007 (24.10.2007)
6B_89/2007 /rom
�bertretung des Jagdgesetzes; Fahrl�ssigkeit,
Beschwerde in Strafsachen gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Strafkammer, vom 25. Januar 2007.
Am fr�hen Nachmittag des 8. August 2005 war X.________ mit ihren Hunden an der Stogelenstrasse in Pf�ffikon/ZH zwischen dem Strandbad und dem Tharnhof am Spazieren. Pl�tzlich sprang ein Reh aus dem Geb�sch. Ihr Collie rannte ihm auf einer Strecke von ca. 30 bis 40 Metern hinterher. Sie rief ihren Hund zur�ck, und dieser kehrte sofort um. Es wird ihr vorgeworfen, den Hund nicht angeleint zu haben.
Am 22. Juni 2006 sprach der Einzelrichter in Strafsachen des Bezirksgerichts Pf�ffikon X.________ des fahrl�ssigen Wildernlassens ihres Hundes im Sinne von Art. 18 Abs. 1 lit. d und Art. 18 Abs. 3 des Bundesgesetzes �ber die Jagd und den Schutz wildlebender S�ugetiere und V�gel (SR 922.0; Jagdgesetz, JSG) schuldig und bestrafte sie mit einer Busse von Fr. 200.--. Auf ihre Berufung hin wurde sie am 25. Januar 2007 vom Obergericht des Kantons Z�rich vom erw�hnten Vorwurf freigesprochen.
Dagegen erhebt die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich Beschwerde in Strafsachen, mit der sie die Aufhebung des obergerichtlichen Urteils und die R�ckweisung der Sache zur Neubeurteilung verlangt. Vernehmlassungen wurden keine eingeholt.
Das Bundesgericht pr�ft seine Zust�ndigkeit bzw. die Zul�ssigkeit eines Rechtsmittels von Amtes wegen mit freier Kognition (Art. 29 Abs. 1 BGG; BGE 133 I 185 E. 2).
Gem�ss Art. 78 Abs. 1 BGG beurteilt das Bundesgericht Beschwerden gegen Entscheide in Strafsachen. Der Begriff "Entscheide in Strafsachen" umfasst s�mtliche Entscheidungen, denen materielles Strafrecht oder Strafprozessrecht zu Grunde liegt. Mit anderen Worten kann grunds�tzlich jeder Entscheid, der die Verfolgung oder die Beurteilung einer Straftat betrifft und sich auf Bundesrecht oder auf kantonales Recht st�tzt, mit der Beschwerde in Strafsachen angefochten werden (Botschaft des Bundesrates vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege; BBl 2001 S. 4313). Diese tritt an die Stelle der fr�heren Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Bundesgerichts (Art. 268 ff. aBStP) sowie, teilweise, der fr�heren staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 84 ff. aOG).
1.2 Gem�ss Art. 81 Abs. 1 BGG ist zur Beschwerde in Strafsachen berechtigt, wer vor der Vorinstanz am Verfahren teilgenommen oder keine M�glichkeit zur Teilnahme erhalten (lit. a) und ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheides hat (lit. b). Zum Kreis der beschwerdebefugten Parteien z�hlt namentlich die Staatsanwaltschaft (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG). Vorliegend ist zun�chst zu kl�ren, ob die Beschwerdef�hrerin im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. a BGG am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat (E. 1.3), bevor in einem zweiten Schritt dar�ber zu entscheiden ist, zu welchen R�gen sie zuzulassen ist (E. 1.4).
1.3.1 Die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich w�hnt sich zur Beschwerde berechtigt, obwohl sie nach eigenen Angaben nicht am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen hat. Partei vor Vorinstanz sei das Statthalteramt Pf�ffikon gewesen. Gest�tzt auf � 6 lit. m der Verordnung vom 27. Oktober 2004 �ber die Organisation der Oberstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaften (LS 213.21) sei jedoch die Oberstaatsanwaltschaft und nicht das Statthalteramt Pf�ffikon zur Vertretung der Anklage vor Bundesinstanzen befugt.
1.3.2 Fest steht, dass die Oberstaatsanwaltschaft nicht unmittelbar am obergerichtlichen Verfahren beteiligt war. Nach den Vorschriften des kantonalen Prozessrechts wird die Anklage im �bertretungsstrafverfahren vom zust�ndigen Statthalteramt vertreten (� 74 GVG/ZH; � 334 und � 344 Abs. 2 StPO/ZH; Niklaus Schmid, in: Andreas Donatsch/ Niklaus Schmid (Hrsg.), Kommentar zur Strafprozessordnung des Kantons Z�rich, Z�rich 1996, � 344 N. 3). Im kantonalen Rechtsmittelverfahren ist die Staatsanwaltschaft neben dem Statthalteramt zur Beschwerde legitimiert (� 395 Ziff. 1 StPO/ZH). Die Staatsanwaltschaft kann am Rechtsmittelverfahren auch teilnehmen, wenn das Rechtsmittel allein von der Verwaltungsbeh�rde ergriffen wurde (Schmid, in: Kommentar StPO/ZH, � 395 N. 7). Als Aufsichtsbeh�rde hat die Oberstaatsanwaltschaft ein allgemeines sowie ein einzelfallbezogenes Weisungsrecht (� 89 GVG/ZH; � 6 lit. e und g der Verordnung vom 27. Oktober 2004 �ber die Organisation der Oberstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaften; LS 213.21).
Die Teilnahme vor Vorinstanz ist eine Legitimationsvoraussetzung, die sich aus Bundesrecht ergibt. Es ist deshalb nicht von Bedeutung, dass die Oberstaatsanwaltschaft nach � 6 lit. m der erw�hnten kantonalen Organisationsverordnung f�r die Verfahrensf�hrung vor Bundesgericht verantwortlich ist. Mit der bundesrechtlichen Voraussetzung der Verfahrensteilnahme nach Art. 81 Abs. 1 lit. a BGG soll verhindert werden, dass sich Personen, die im kantonalen Verfahren in keiner Form am Prozess mitgewirkt oder daran ein Interesse bekundet haben, erstmals vor Bundesgericht ins Verfahren einschalten k�nnen. Dies trifft auf die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Z�rich im vorliegenden Fall jedoch nicht zu. Sie hat das Rechtsmittelverfahren nicht selbst gef�hrt, sondern die Anklage von einer ihr untergeordneten Beh�rde vertreten und damit ihre Interessen mittelbar wahrnehmen lassen. Als oberste Anklagebeh�rde im Kanton behielt sie aber jederzeit die M�glichkeit, �ber ihre Aufsichts- und Weisungsbefugnisse auf das Rechtsmittelverfahren Einfluss zu nehmen. Sie war somit im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. a BGG verfahrensbeteiligt vor Vorinstanz.
Die beschwerdef�hrende Oberstaatsanwaltschaft r�gt Willk�r in der Beweisw�rdigung und offensichtlich unrichtige Sachverhaltsfeststellungen durch die Vorinstanz. Nachfolgend ist zu entscheiden, ob sie zur Erhebung dieser R�gen berechtigt ist.
1.4.1 Gem�ss Art. 95 BGG sind die drei Einheitsbeschwerden (Beschwerde in Zivilsachen, Beschwerde in Strafsachen und Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten) unter anderem zul�ssig wegen Verletzung von Bundesrecht oder V�lkerrecht (Art. 95 lit. a und b BGG). Zum Begriff "Bundesrecht" im Sinne von Art. 95 lit. a BGG geh�rt auch Bundesverfassungsrecht (Botschaft, S. 4335). Sodann kann die Feststellung des Sachverhalts ger�gt werden, allerdings nur, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 BGG). Da eine im Ergebnis offensichtlich unrichtige Feststellung des Sachverhalts gegen das Willk�rverbot gem�ss Art. 9 BV verst�sst (Botschaft, S. 4338), stellt sie ebenfalls eine Verletzung von Bundesrecht bzw. Bundesverfassungsrecht dar.
1.4.2 Unter der Herrschaft des fr�heren Verfahrensrechts stand dem �ffentlichen Ankl�ger des Kantons lediglich das (prinzipale) Rechtsmittel der Nichtigkeitsbeschwerde zu. Verletzte seiner Meinung nach der angefochtene Entscheid Bundesrecht, war er durch diesen beschwert und ohne R�cksicht auf seine Stellungnahme vor der kantonalen Instanz zur Nichtigkeitsbeschwerde sowohl zu Ungunsten als auch zu Gunsten eines Angeklagten legitimiert (BGE 124 IV 106 E. 1).
Das (subsidi�re) Rechtsmittel der staatsrechtlichen Beschwerde wegen Verletzung verfassungsm�ssiger Rechte (Art. 84 Abs. 1 lit. a aOG) konnte der Staatsanwalt hingegen nicht ergreifen. Die staatsrechtliche Beschwerde stand B�rgern (Privaten) und Korporationen bez�glich solcher Rechtsverletzungen zu, die sie durch allgemein verbindliche oder sie pers�nlich treffende Rechtsverletzungen erlitten haben (Art. 88 aOG). Die Beschr�nkung auf pers�nliche Interessen des Beschwerdef�hrers schloss die "Popularbeschwerde" oder die Geltendmachung allgemeiner �ffentlicher Interessen aus. Der �ffentliche Ankl�ger in Strafsachen war aus diesem Grund von der Ergreifung der staatsrechtlichen Beschwerde ausgeschlossen (BGE 133 I 33 E. 1.1; eingehend schon BGE 48 I 106 E. 1).
Die fr�here Verfahrensordnung hatte zur Folge, dass der Staatsanwalt nicht vorbringen konnte, der ergangene Freispruch oder Schuldspruch des kantonalen Gerichts verletze den aus Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK abgeleiteten Grundsatz "in dubio pro reo" oder beruhe auf einer willk�rlichen Sachverhaltsfeststellung oder einer willk�rlichen Anwendung des kantonalen Prozessrechts. Die M�glichkeit, den kantonalen Entscheid auf seine Verfassungsm�ssigkeit hin �berpr�fen zu lassen, war ihm prozessual verwehrt. Damit blieb seine Beschwerdebefugnis hinter jener des Beschuldigten, aber auch jener des Opfers, dem eine auf materiell-rechtliche Fragen erweiterte Legitimation zur staatsrechtlichen Beschwerde zukam (BGE 128 I 218 E. 1.1), zur�ck.
1.4.3 Unter der neuen Verfahrensordnung wird der Staatsanwaltschaft das Beschwerderecht in Strafsachen ausdr�cklich und dem Wortlaut nach ohne Einschr�nkung zuerkannt (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 BGG). Die Legitimation leitet sich aus dem staatlichen Strafanspruch ab, den sie zu vertreten hat. Daher verf�gt sie grunds�tzlich �ber ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Aufhebung oder �nderung des angefochtenen Entscheids, das zur Erhebung der Beschwerde in Strafsachen berechtigt. Im Unterschied zur fr�heren staatsrechtlichen Beschwerde setzt das Beschwerderecht nicht voraus, dass der Beschwerdef�hrer vom angefochtenen Entscheid pers�nlich betroffen ist. Das w�re f�r den Staatsanwalt auch gar nicht denkbar, weil er am Verfahren als staatliches Organ beteiligt ist und gerade in dieser Eigenschaft zur Beschwerdef�hrung in Strafsachen erm�chtigt wird.
Systematisch getrennt vom Legitimationserfordernis (Art. 81 BGG) vereinigt das Gesetz die Beschwerdegr�nde der bisherigen Rechtsmittel zur Einheitsbeschwerde (Art. 95 - 98 BGG). Wer zur Beschwerde in Strafsachen legitimiert ist, kann grunds�tzlich jede Rechtsverletzung geltend machen, die bei der Anwendung von materiellem Strafrecht oder Strafprozessrecht begangen wird, mithin auch eine Verletzung von Bundesverfassungsrecht als Teil des Bundesrechts (E. 1.1.3). F�r die Staatsanwaltschaft gilt das gleichermassen wie f�r die anderen beschwerdef�hrenden Parteien. Bereits der Bundesrat hielt in seiner Botschaft fest - und ist in den eidgen�ssischen R�ten nicht in Frage gestellt worden -, dass der Staatsanwalt berechtigt ist, ein kantonales Strafurteil wegen willk�rlicher Beweisw�rdigung, aktenwidriger Sachverhaltsfeststellung (Botschaft, S. 4318) oder willk�rlicher Anwendung des kantonalen Prozessrechts (Botschaft, S. 4335) anzufechten. Seine fehlende Legitimation zur fr�heren Verfassungsbeschwerde wird ausdr�cklich als L�cke im Rechtsschutz bezeichnet (Botschaft, S. 4215 f.). Es entspricht somit der klaren Absicht des Gesetzgebers, dass Verfassungsr�gen des Staatsanwaltes nicht mehr von der Hand gewiesen werden k�nnen mit der Begr�ndung, diese st�nden nur Privaten als Tr�ger verfassungsm�ssiger Rechte zu. Selbstredend macht er auch gar nicht geltend, er sei in seinen eigenen Grundrechtspositionen beeintr�chtigt, sondern nur, Bundesverfassungsrecht sei objektiv verletzt, was einem zul�ssigen Beschwerdegrund entspricht.
1.4.4 Entgegen einer in der Literatur vertretenen Auffassung (REGINA KIENER/MATHIAS KUHN, Das neue Bundesgerichtsgesetz - eine [vorl�ufige] W�rdigung, ZBl 107/2006 S. 152) stellt die fehlende Grundrechtstr�gerschaft des �ffentlichen Ankl�gers unter der Einheitsbeschwerde kein Legitimationsproblem dar. Die Frage, ob dieser eine Verfassungsverletzung (z.B. eine Verletzung des Willk�rverbotes) geltend machen kann, betrifft vielmehr nur den Geltungsbereich der angerufenen Verfassungsnorm und damit ein materiell-rechtliches Grundrechtsproblem (vgl. dazu bereits WALTER K�LIN, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl., Bern 1994, S. 224). Das Willk�rverbot gem�ss Art. 9 BV beispielsweise r�umt dem Einzelnen einen Anspruch auf willk�rfreies Handeln der Beh�rden ein (BGE 133 I 185 E. 4.1). Dar�ber hinaus beansprucht es aber Geltung als objektives Grundprinzip, das die gesamte Staatst�tigkeit bindet, wie Grundrechte �berhaupt (J�RG PAUL M�LLER, Elemente einer schweizerischen Grundrechtstheorie, Bern 1982, S. 5 f. und passim). Das Willk�rverbot gilt daher f�r staatliche Organe umfassend als objektives Recht, und zwar nicht nur gegen�ber dem einzelnen B�rger, sondern auch im Verh�ltnis zu anderen Staatsorganen, und es verbietet sowohl die willk�rliche Benachteiligung als auch die willk�rliche Beg�nstigung von Privaten (FELIX UHLMANN, Das Willk�rverbot [Art. 9 BV], Habil. Bern 2005, Rz. 295 ff., 415). Gest�tzt auf den objektiv-rechtlichen Gehalt von Art. 9 BV oder anderen Grundrechtsnormen kann die Staatsanwaltschaft nunmehr geltend machen, die Vorinstanz habe deren Tragweite zu Gunsten oder zu Ungunsten der privaten Prozesspartei (Angeklagter oder Opfer) verkannt. Eine verfassungsrechtliche Sicht steht dem nicht entgegen.
1.4.5 Schliesslich ist darauf hinzuweisen, dass die Gleichstellung der Staatsanwaltschaft mit den �brigen Prozessparteien des Strafprozesses auch in der Sache gerechtfertigt erscheint. Im kontradiktorischen Hauptverfahren kommen die Standpunkte des Ankl�gers und der Verteidigung voll zur Geltung, was Gew�hr f�r eine umfassende Darstellung des Prozessstoffes bietet (Robert Hauser/Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6. Aufl., Basel 2005, � 80 Rz. 2 S. 409). Es ist daher nur konsequent und entspricht dem aus Art. 6 EMRK abgeleiteten Grundsatz der Waffengleichheit, wenn die Parteien im Verfahren vor Bundesgericht �ber die gleichen prozessualen Rechte verf�gen. Andernfalls k�nnte die Staatsanwaltschaft selbst als Beschwerdegegnerin nicht geltend machen, der Vorwurf der falschen Rechtsanwendung sei zwar zutreffend, der Entscheid im Ergebnis aber dennoch richtig, weil das Gericht den Sachverhalt willk�rlich festgestellt habe (vgl. BGE 122 I 253 E. 6d S. 256). Das fr�here Rechtsmittelsystem war auch insofern unbefriedigend, als nur das Opfer r�gen konnte, die Vorinstanz habe die Tragweite des in Art. 32 Abs. 1 BV und Art. 6 Ziff. 2 EMRK verankerten strafprozessualen Grundsatzes "in dubio pro reo" zu Gunsten des Angeklagten verkannt, w�hrend die Staatsanwaltschaft von der R�gem�glichkeit ausgeschlossen war. Dies war nur mit den Besonderheiten der staatsrechtlichen Beschwerde zu erkl�ren und stand im Widerspruch dazu, dass der Strafanspruch ausschliesslich dem Staat zukommt. Unter der neuen Verfahrensordnung l�sst sich das prozessuale Ungleichgewicht nicht mehr aufrechterhalten. Denn die Beschwerde in Strafsachen ist nicht nur ein Rechtsmittel der Privaten, sondern dient auch dem Staatsanwalt zur Durchsetzung des objektiven Bundesrechts, um den Strafanspruch zu wahren.
1.5 Auf die Beschwerde der Oberstaatsanwaltschaft ist deshalb einzutreten und die von ihr erhobenen Verfassungs- und Sachverhaltsr�gen sind zu behandeln.
In der Sache stellt sich die Beschwerdef�hrerin auf den Standpunkt, das vorher nicht ersichtliche Reh sei aus einem nahen Geb�sch getreten und habe in einem nahegelegenen Maisfeld Zuflucht vor dem ihm nachjagenden Hund gefunden. Die besagte �rtlichkeit sei von B�schen bewachsen und von einem Maisfeld ges�umt gewesen und habe somit ausreichend Deckung geboten. Es sei deshalb willk�rlich, von einem "offenen Feld" zu sprechen.
Aus der Tatsache, dass Rehe vorwiegend in der D�mmerung und zur Nachtzeit aktiv seien und �berg�nge von Wald zu vielf�ltig gegliederter Kulturlandschaft ihren bevorzugten Lebensraum darstellten, k�nne nicht auf eine bloss theoretische M�glichkeit der Begegnung mit einem Reh geschlossen werden. Rehe seien urspr�nglich Feldtiere, die auch heute noch jede Gelegenheit nutzten, um sich im freien Feld zu bewegen. Es k�nne keinesfalls von einer ausschliesslichen D�mmerungs- und Nachtaktivit�t ausgegangen werden. Gerade in den Sommermonaten f�nden die Rehe n�hrstoffreiche Nahrung in offenen Gebieten, weshalb sich der Rehbestand aus dem Wald auf die Felder verlagere. Deshalb sei die vorinstanzliche Schlussfolgerung unhaltbar, wonach das Auftauchen eines Rehs ausserhalb seines bevorzugten Lebensraums am helllichten Tag ganz aussergew�hnlich sei.
Der Begriff des Lebensraums der Rehe sei falsch ausgelegt worden. Der Raum 'Tharn' stelle ein offenes Gel�nde dar, das landwirtschaftlich intensiv genutzt werde und im August 2005 unter anderem mit Maisfeldern bewachsen gewesen sein m�sse. Das Pf�ffikerseeufer weise einen Schilfg�rtel auf, die Umgebung sei mit kleinen Wald- und Geb�schparzellen bewachsen und weiter �stlich mit einer Waldparzelle vernetzt. Das Gebiet erf�lle somit alle Voraussetzungen f�r die von Rehen bevorzugten Lebensr�ume.
In Bezug auf den fr�heren Wildereivorfall sei entgegen der Vorinstanz irrelevant, dass dieser im Fr�hjahr stattgefunden habe, zumal es sich bei Rehen um ganzj�hrig aktive Tiere handle. Ferner sei zu Unrecht nicht ber�cksichtigt worden, dass sich die beiden Vorf�lle �rtlich nicht weit von einander entfernt zugetragen h�tten.
2.1 Die Beschwerdef�hrerin legt zwar dar, dass die Entscheidung bei Zugrundelegung ihrer Sichtweise anders ausgefallen w�re, ihre Kritik am vorinstanzlichen Urteil ist jedoch weitgehend appellatorischer Natur und schon aus diesem Grund nicht zu behandeln. Insbesondere in Bezug auf die Bewachsung der besagten Umgebung, den Lebensraum der Rehe sowie deren Aufenthalts- und Ern�hrungsgewohnheiten beschr�nkt sich die Beschwerdef�hrerin darauf, ihre Sicht der �rtlichen Gegebenheiten und der Lebensgewohnheiten von Rehen darzustellen, ohne aufzuzeigen, inwiefern die von der Vorinstanz getroffenen Annahmen schlechterdings unhaltbar sein sollen. So lassen sich Sachverhaltsbeanstandungen nicht begr�nden. Auch f�r die �brigen Vorbringen geht der Vorwurf offensichtlich unhaltbarer Tatsachenfeststellung fehl. So ist der Zeitpunkt des ersten Vorfalls entgegen der Darstellung der Beschwerdef�hrerin sehr wohl von Bedeutung, da insbesondere w�hrend der Setzzeit eine Anleinepflicht besteht. Die Sachverhaltsr�gen sind deshalb als unbegr�ndet abzuweisen, soweit �berhaupt darauf eingetreten werden kann.
Die Beschwerdef�hrerin macht eine Verletzung von Art. 18 Abs. 1 lit. d i.V.m. 18 Abs. 3 JSG sowie von Art. 12 Abs. 3 StGB geltend. Zu Unrecht sei die Vorinstanz davon ausgegangen, dass das Auftauchen eines Rehs im besagten Gebiet an einem fr�hen Nachmittag im Hochsommer ganz aussergew�hnlich und deshalb nicht vorhersehbar gewesen sei.
3.1 Die Vorinstanz kommt zum Schluss, dass das unterlassene Anleinen des Hundes in der konkreten Situation nicht pflichtwidrig war. Eine allgemeine Verhaltensregel sei nicht verletzt worden. Es sei notorisch, dass Rehe vorwiegend in der D�mmerung und zur Nachtzeit aktiv seien. Die Beschwerdegegnerin habe an einem fr�hen Nachmittag im August auf offenem Feld nicht mit dem Auftauchen eines Rehs rechnen m�ssen. Die bloss theoretische M�glichkeit, einem Wildtier zu begegnen, reiche nicht zur Begr�ndung einer strafrechtlich relevanten Voraussehbarkeit.
3.2 Nach Art. 18 Abs. 3 des Jagdgesetzes wird mit Busse bestraft, wer fahrl�ssig einen Hund wildern l�sst (Abs. 1 lit. d a.a.O.). Fahrl�ssig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht R�cksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der T�ter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umst�nden und nach seinen pers�nlichen Verh�ltnissen verpflichtet ist (Art 12 Abs. 3 StGB). Wo besondere Normen ein bestimmtes Verhalten gebieten, richtet sich das Mass der dabei zu beachtenden Sorgfalt in erster Linie nach diesen Vorschriften (BGE 127 IV 34 E. 2a). Dieser Fahrl�ssigkeitsbegriff gilt auch f�r �bertretungstatbest�nde des Nebenstrafrechts (Art. 104 und Art. 333 Abs. 1 StGB).
3.3 Im vorliegenden Fall richtet sich die zu beachtende Sorgfalt in erster Linie nach den Verhaltensnormen, welche f�r das Ausf�hren von Hunden gelten. Nach dem kantonalen Gesetz vom 14. M�rz 1971 �ber das Halten von Hunden (LS 554.5) sind Hunde unter anderem in Parkanlagen und auf verkehrsreichen Strassen an der Leine zu f�hren (� 10 Abs. 1). Ferner d�rfen sie in W�ldern und an Waldr�ndern sowie zur Nachtzeit im Freien nicht unbeaufsichtigt gelassen werden (� 11). Gem�ss dem von der Vorinstanz zitierten Schreiben der Schweizerischen kynologischen Gesellschaft seien Hunde im Wald und an Waldr�ndern w�hrend der Setzzeit der Rehe von April bis Juni anzuleinen. Die Beschwerdegegnerin, welche ihren Hund ausserhalb der Setzzeit mitten am Tag auf offenem Feld spazieren f�hrte, hat nicht gegen diese Sorgfaltspflichten verstossen. Trotz Einhaltens dieser Sondervorschriften k�nnte ihr das unterlassene Anleinen unter Umst�nden dennoch zum Vorwurf gereichen, wenn im Einzelfall nach Massgabe des allgemeinen Gefahrensatzes ausserordentliche Risiken erkennbar waren (BGE 121 IV 10 E. 3; G�nter Stratenwerth, Strafrecht Allg. Teil I, 3. Aufl., � 16 N. 20). Ausserordentliche Umst�nde, welche auf die imminente Gefahr eines Wildereivorfalls hindeuteten, sind vorliegend jedoch nicht ersichtlich. Wie die Vorinstanz zutreffend festh�lt, reicht die bloss theoretische M�glichkeit, einem Wildtier zu begegnen, nicht zur Begr�ndung einer strafrechtlich relevanten Voraussehbarkeit. Vielmehr hielt sich die Beschwerdegegnerin, welche ihren Hund in Nachachtung der einschl�gigen Vorschriften bloss ausserhalb der von �berraschendem Wildaufkommen betroffenen Gebiete unangeleint ausf�hrte, im Rahmen des Erlaubten. Nach dem Gesagten wurde sie deshalb zu Recht vom Vorwurf des fahrl�ssigen Wildernlassens freigesprochen.
Aus diesen Gr�nden ist die Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist. Die Gerichtskosten werden grunds�tzlich der unterliegenden Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG). Dem Bund, den Kantonen und den Gemeinden sowie mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisationen d�rfen in der Regel keine Gerichtskosten auferlegt werden, wenn sie in ihrem amtlichen Wirkungskreis und, ohne dass es sich um ihr Verm�gensinteresse handelt, das Bundesgericht in Anspruch nehmen (Art. 66 Abs. 4 BGG). Die beschwerdef�hrende Oberstaatsanwaltschaft ist eine kantonale Beh�rde. Mit ihrer Beschwerde in Strafsachen agiert sie als kantonale Anklagebeh�rde und damit innerhalb ihres amtlichen Wirkungskreises, wie er ihr durch das kantonale Recht zugeteilt wird (� 6 lit. m der Verordnung vom 27. Oktober 2004 �ber die Organisation der Oberstaatsanwaltschaft und der Staatsanwaltschaften; LS 213.21). Trotz Unterliegens sind ihr somit keine Kosten aufzuerlegen.

References: Art. 18
 Art. 18
 BGE 
 Art. 78
 Art. 81
 Art. 81
 Art. 81
 Art. 81
 Art. 95
 Art. 95
 Art. 95
 Art. 9
 BGE 
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 6
 BGE 
 Art. 32
 Art. 6
in dubio
 Art. 18
 Art. 12
 Art. 18
 Art. 333