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Timestamp: 2018-07-16 10:56:22+00:00

Document:
Fachaerzte machen mobil gegen Buergerversicherung - Beamte auch - Seite 3 - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
12.01.2018, 23:22 #51
RobbiRob, ob es Neid ist, weiß ich nicht. Beurteilen
möchte ich das auch nicht.
Für mich persönlich gilt,, warum sollte ich neidisch sein? Das verbittert nur und das Leben wird dadurch auch nicht besser.
Und klar bekomme ich mal einen Minijob nehme ich den an, den 8 Stunden arbeiten gehen, das kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr.
Das Problem der GKV ist doch eher, dass ein Großteil der GKV-Mitglieder gar keinen Beitrag bezahlt, oder so wenig, dass es schon fast lächerlich erscheint.
Dein Satz mag ja wahr sein, aber es gibt nun mal den Niedriglohnsektor und viele sind eben der Meinung Geiz ist geil, egal ob beim Einkauf oder bei Dienstleistungen.
Woher sollen den die hohen Gehälter der Verkäuferinnen, Bäcker, Frisöse, Reinigungsfrauen und viele andere kommen? Wenig Verdienst, wenig Beitrag. Und noch dazu eine geringe Wertschätzung der Arbeit.
Das Thema Bürgerversicherung hat sich eh erledigt, die wird es nun wohl nicht geben. Dafür gibt es keine Zusatzbeiträge ,mehr und AG und AN zahlen wieder gleiche Beiträge.
Eine Lösung für die Probleme der Budgets der Ärzte ist damit aber noch nicht gefunden.
12.01.2018, 23:50 #52
Das halte ich für ausgemachten Blödsinn. Habe neulich erst eine Freundin im KH besucht, welche PKV versichert ist.
Da lag der gleiche Speiseplan bei ihr, der auch für alle anderen ausgehangen bzw ausgelegt war und da gab es für alle ganz genau drei Auswahlmöglichkeiten: Fleisch bzw Fisch, vegetarisch, Schonkost.
Ich will auf der Sache nicht rumreiten, aber es ist in diesem Krankenhaus, von dem ich Kenntnis habe, genau so.
Schwerkranker Ehemann einer Kollegin (PKV) bekommt Leckereien jeden Tag.
Gute Bekannte (GKV) schickt aus demselben Krankenhaus empört Fotos vom wirklich armseligen Essen.
Zumal mein Vater (GKV) kürzlich im Krankenhaus lag (in einem anderen). Und das Essen war nun wirklich noch nicht mal auf Mensa-Niveau.
13.01.2018, 15:37 #53
Für mich ist dieser Vorstoß der SPD reinster Populismus, man versucht wieder verlorene Wähler an sich zu ziehen. Dabei muss der SPD auch vollkommen klar sein, auf welch wackligen Beinen das Ganze steht.
Im Grunde in*i*ti*ie*rt die SPD nur eine Neid Debatte.
Dem kann man eigentlich nur zustimmen. Vor allem, wenn man anknüpft an:
Bürgerversicherung ist möglicherweise verfassungswidrig
Und den Umstand, dass der Art. 12 GG - der die Berufsfreiheit garantiert und somit die PKV schützt - dem Vorhaben der SPD entgegensteht.
Die Beseitigung eines ganzen Berufszweiges dürfte zudem nicht zu rechtfertigen sein, da der existenzielle Schutz einer (ganzen) Berufsgruppe, zum Wesen des Art. 12 GG gehört und ein Eingriff in den Wesensgehalt eines Grundrechtes, nicht gerechtfertigt werden kann (Art. 19 II GG).
Man sollte - wenn überhaupt - darauf hinweisen, dass das alles irrelevant ist, da dem Vorhaben der SPD das GG entgegensteht.
Wenn man also auf etwas hinweisen will, dann doch bitte darauf, dass die SPD mal wieder ein verfassungswidriges Projekt verfolgt, bzw., keinen Plan von der Verfassung hat.
Doch das eigentlich perverse ist, sofern die Bürgerversicherung in dem zuvor genannten Umfang kommen sollte, dass sich deren Leistungsangebot dann nach dem "me gusto" einiger Weniger bestimmt. So dass am Ende wohl eine "absolute Zweiklassengesellschaft" hinsichtlich der medizinischen Versorgung entstünde, die aus der Bürgerversicherung - mit ihrem limitierten Leistungskatalog - einerseits und diversen PKV - mit ihrem erweitertem Leistungskatalog - andererseits bestünde.
Geändert von Indeclinabilis (13.01.2018 um 16:05 Uhr) Grund: Umbau
26.01.2018, 15:27 #54
Mal von Sinn- oder Sinnlosigkeit der Bürgerversicherung abgesehen: Ich sehe nicht, wo die Berufsfreiheit durch eine Abschaffung der PKV zugunsten einer Bürgerversicherung eingeschränkt wäre.
Den Ärzte würde doch nicht verboten, weiterhin als Ärzte zu arbeiten.
Kannst Du mir das erläutern?
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26.01.2018, 16:52 #55
Es geht doch dabei nicht um die Berufsfreiheit der Ärzte. Es geht um den kompletten Berufszweig der privaten Versicherer.
Außerdem sollte man mir einmal erklären, wie denn die Bürgerversicherung funktionieren soll.
Werden dann alle Leistungen der bisherigen GKV zum gleichen Beitrag für alle dann auf die Leistungen der PKV umgestellt? Oder umgekehrt?
Ansonsten würde es ja keinen Sinn machen, wenn man doch durch die Bürgerversicherung eine Gleichbehandlung aller Versicherten fordert.
In der Realität würde es dann aber so sein, dass alle nur die Leistungen der GKV erhalten können, weil das System sonst nicht finanzierbar ist.
Und wer genug Geld hat, zahlt dann zusätzlich seine erhöhten Leistungen aus eigener Tasche direkt an den Arzt, ohne Umweg über die PKV.
Was wäre dann gewonnen?
26.01.2018, 17:22 #56
Auch dann macht es keinen Sinn. Wenn politisch bestimmt wird, dass es eine Bürgerversicherung gibt (interessant ist dann eher die Frage, was mit den Altersrückstellungen der PKV- Versicherten passiert und wie die PKV- Versicherten und PKV- Versicherer ggf. entschädigt werden), dann wird man eine Prozedere finden müssen, damit umzugehen.
Das einige Versicherungskonzerne ja nach Abwicklung der Versicherungen ziemlich in die Bredouille kommen würden, ist sicher. Aber die Energiewende bspw. hat ja gezeigt, dass das nicht zwingend ein Hinderungsgrund ist.
Werden dann alle Leistungen der bisherigen GKV zum gleichen Beitrag für alle dann auf die Leistungen der PKV umgestellt?
Das geht ja schon deshalb nicht, weil es DIE PKV nicht gibt.
Es gibt Verträge mit großem Leistungsumfang und solche mit wenig Leistungsumfang.
na, zumindest mal würden viele Gut- Verdiener in die PKV kommen, die deutlich mehr Beiträge zahlen als sie Kosten verursachen. Das wäre zumindest ein Vorteil. So könnte man vermutlich in der weiteren Zukunft den Anstieg der GKV- Beiträge bremsen.
Aber die Bürgerversicherung wird sowieso nicht kommen, weil von dem derzeitigen Gesundheitssystem zu viele profitieren.
26.01.2018, 18:11 #57
Die PKV stirbt ohnehin, weil nur sehr Wenige über einen längeren Zeitraum von ihr profitieren.
Es wählt niemand die PKV, weil er sich bessere Leistungen erhofft. Besonders in jungen Jahren - wenn die günstigen Tarife locken - ist kaum jemand krank. Da spielt das alles keine Rolle. Es geht lediglich um günstigere Tarife.
Wenn dann die Familiengründung ansteht, ist die PKV meistens die schlechtere Wahl, weil für jedes Familienmitglied ein eigener Vertrag abgeschlossen werden muß.
Die PKV ist langfristig daher nur interessant für Menschen, die über viele Jahre viel Geld verdienen und dabei keine Familie gründen. Mal ehrlich - wer ist das?
Vermutlich sind auch viele PKV-Kunden nicht unglücklich über eine Bürgerversicherung.
Ob sich die Wartezeiten auf eine Facharztbehandlung dadurch für alle verkürzen oder die Beiträge stabil bleiben (wie man hört, sitzt die GKV auf einem Berg von Geld) ist eine andere Frage.
26.01.2018, 18:19 #58
Es sind immerhin mehr als 10 % aller Deutschen die in der PKV sind, 8,77 Millionen im Jahr 2016 genau. Von sterben kann da eher nicht die Rede sein.
Zahlen & Fakten | Verband der Privaten Krankenversicherung e.V.
26.01.2018, 18:25 #59
Vor allem ist die PKV attraktiv für Beamte (Wobei natürlich auch hier Ausnahmen gibt), die immerhin gut die Hälfte aller PKV- Versicherten ausmachen. Und auch so gibt es natürlich viele Gutverdienende ohne Kinder.
26.01.2018, 18:57 #60
Zitat von Max555
Und auch so gibt es natürlich viele Gutverdienende ohne Kinder.
Eben das halte ich für ein Gerücht.
26.01.2018, 19:13 #61
Tach auch in diesem Thread um es kurz zu machen: ich bin auch dafür, dass das schei* Beamtentum mit all seinen Privilegien abgeschafft wird! keine Steuergelder fürs Stiefellecken von Vorgesetzten und keine Nachbeteiligungen für diejenigen, die das nicht tun von Beamten-nicht-tums-wegen! ich denke, wir sind alle vor dem Gesetz gleich??
und selbstvertändlich bin ich dafür, dass auch verbeamtete LehrerInnen streiken dürfen!
ging es ja die Tage drum:
Beamtenstreik: GEW - Die Bildungsgewerkschaft
Dürfen Beamtinnen und Beamte streiken? "Nein", sagen konservative Juristinnen und Juristen in Deutschland. Die GEW macht sich dagegen schon seit den 1970er-Jahren dafür stark, dass das Streikverbot für verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer fällt. Denn es gibt einen Widerspruch zwischen internationalem auch Deutschland bindendem Recht und der tradierten deutschen Rechtsprechung, die es Beamtinnen und Beamten verbietet zu streiken.
Außerdem verdienen Beamtete mehr, dass soll nicht mehr sein. kein zwei-Klassen-System unter angestellten LehrerInnen!
26.01.2018, 19:44 #62
Es geht doch dabei nicht um die Berufsfreiheit der Ärzte. Es geht um den kompletten Berufszweig der privaten Versicherer. [...]
Auch dann macht es keinen Sinn.[...]
Natürlich macht das Sinn - denn Grundrechte sind Abwehrrechte des Bürgers ( der Privaten) gegen den Staat. Und der Art. 12 GG schützt nun mal die berufliche Existenz, sowie den Werk und Werkbereich, mit dem der Lebensunterhalt verdient wird. Mit anderen Worten: Der Schutz der Existenz der PK an sich, gehört zum Kernbereich der Berufsfreiheit (Art. 12 I S. 1 GG).
Eine Rechtfertigung eines Eingriffes in den Kernbereich des Art. 12 S. 1 GG ist zwar denkbar - doch einen solchen Eingriff müsste man mit Gründen rechtfertigen können, die von der Gewichtung her, mindestens gleichen Kalibers sind. Was an sich kaum zu bewerkstelligen sein dürfte, da der Wesensgehalt eines GR unantastbar ist und gerade das Wesen des Art. 12 GG angetastet werden würde, wenn man einen ganzen Berufszweig auflöst, da der Art. 12 GG dessen Existenz an sich schützt (Art. 19 II GG).
Und der Unterschied zur Energiewende ist, dass die Energiewende nicht den ganzen Berufszweig der Energieversorger auflöst, sondern nur die Ausübung, bzw. deren Produktion, auf "Erneuerbare-Energien" beschränkt - was an sich möglich ist, da die Berufsausübung geregelt werden kann (vgl. Art. 12 I S. 2 GG).
Geändert von Indeclinabilis (26.01.2018 um 20:02 Uhr) Grund: Nachtrag
26.01.2018, 19:54 #63
Tach auch in diesem Thread um es kurz zu machen: ich bin auch dafür, dass das schei* Beamtentum mit all seinen Privilegien abgeschafft wird!
Klar, Polizei Justiz und Zoll werden dann privatisiert.Besonders wenn diese Berufsgruppen dann streiken.
Tolle Aussichten!!
Aber bei allen anderen wie Lehrern, Verwaltungsmitarbeitern etc. sehe ich keine Notwendigkeit für eine Verbeamtung.
Und auf eine Neiddiskussion über Beamte lasse ich mich nicht ein, fast jeder hätte die Möglichkeit gehabt, sich beim Berufsstart als Beamter zu bewerben.
26.01.2018, 20:02 #64
wieso? werden "nur" angestellte Lehrer auch privatisiert? Aber gut, über das was du mit Zoll und so sagst, werde ich mal noch drüber nachdenken.
Und das Wort Neid zu tabuisieren bzw. Neiddebatte dazu zu sagen, finde ich zum ko* ein Beamter meinte mal zu mir ich sei ja bloß neidisch aufs Beamtentum. Das Gespräch kam drauf. ja, warum sollte man nicht neidisch sein, wenn andere priviligiert sind?? Neidisch sein ist erlaubt!!! Und berechtigt!! Warum nicht?
Das ist doch auch ein Schwachfug dass es eine Untugend sein soll, neidisch zu sein, gehts noch? Ja, die Reichen sollen weiter absahnen können und neidisch soll man auch nicht drauf sein - damit sie das auch noch in Ruhe und ohne schlechtes Gewissen tun können ? ja, was denn nun?
Leute seid neidisch, wenn es euch danach ist. Hört auf euren Bauch und eure Gefühle. nehmt eure Gefühle und Forderungen ernst, dann tun es anderen u.U. auch. Und na ja, versucht es so zu ändern, dass ihr nicht mehr neidisch sein braucht, ich arbeite zumindest dran ..
26.01.2018, 20:06 #65
Wer von Sch**** Beamten schreibt muss doch wohl ein Problem haben.
Und klar, Beamte gehören natürlich zu den Reichen.
26.01.2018, 20:13 #66
ja, ich habe das Problem, dass Beamte priviligiert sind. War doch schon länger mal in der Diskussion, dass das Beamtentum abgeschafft werden soll?
Beamte werden suspendiert und kassieren Geld weiter. Beamte haben einen besonderen Kündigungsschutz und und und
Berlin: Entlassung wegen Nazi-Tatowierungen rechtens | ZEIT ONLINE
Der rechtsextreme Polizist verrichtet bereits seit zehn Jahren keinen Polizeidienst mehr, hat aber seither seine vollen Beamtenbezüge erhalten. Im Jahr 2007 hatte das Land Berlin Disziplinarklage erhoben und den Mann suspendiert.
Sind ja nur Steuergelder, die eben auch der vier-Schicht-ArbeiterIn einer Zeitarbeitfirma mitträgt ...
26.01.2018, 21:06 #67
Die Beamten werden nicht entbeamtet.
Die bleiben weiter angestellt beim Staat.
Nur gehen die auch wie alle anderen in die GKV und bekommen später wie alle Rente und nicht Pension. Der Staat bezahlt doch jetzt schon Milliarden als Zuschuss für die PKV.
Die PKV ist kein Beruf. Branchen sind auch nciht geschützt wie z.B. der Kohlebergbau. Versichern kannste auch wenn alle in der GKV sind.
Die Gewinne der PKV fallen dann weg und die Leistungen werden für alle ausreichend sein. Jegliche Zuzahlungen würden wegfallen.
26.01.2018, 21:44 #68
Art 12 GG:
Ich kann aus keinem dieser Absätze herauslesen, dass die Existenz der PKV durch diesen Paragraphen garantiert wäre.
So weit ich weiß, betreffen die Grundrechte nur natürliche Personen. Juristische Personen, wie beispielsweise Versicherungen sind davon nicht betroffen. Durch die Einführung der Bürgerversicherung wäre den Maklern die Tätigkeit ja nicht verboten, es würde nur ein Markt wegfallen (und der auch nicht komplett, da der Umfang der Bürgerversicherung sicher durch Zusatzversicherungen erweitert werden müsste).
Es macht einen Unterschied, ob der Staat sagt, A darf Beruf X nicht ausüben, oder ob der Staat politische Regelungen trifft, die eine Branche stark treffen würden.
Ersteres widerspricht §12 GG, zweiteres nicht.
26.01.2018, 22:49 #69
[...]Ich kann aus keinem dieser Absätze herauslesen, dass die Existenz der PKV durch diesen Paragraphen garantiert wäre.[...]
Dieser Aspekt ergibt sich durch Auslegung des Wortlautes.
[...]So weit ich weiß, betreffen die Grundrechte nur natürliche Personen. Juristische Personen, wie beispielsweise Versicherungen sind davon nicht betroffen. [...]
Nichts für ungut, doch an dieser Stelle merkt man recht eindeutig, dass das Thema Grundrechte und Grundrechtsdogmatik nicht so dein Steckenpferd ist. Auf inländische juristische Personen sind Grundrechte jedenfalls prinzipiell anwendbar:
Geändert von Indeclinabilis (26.01.2018 um 23:03 Uhr) Grund: Ergänzung
26.01.2018, 23:03 #70
Du glaubst also, dass die Gewinne die die PKV mit 10 % aller Beitragszahler erwirtschaften ausreichen würden, um 90 % der GKV Versicherten die gleichen Leistungen zu ermöglichen?
Und wie sieht es dann mit den Krankenhäusern aus, die müssten umfangreiche Baumaßnahmen einleiten um jedem Patient zukünftig ein Einzelzimmer zu gewährleisten.
Die Chefärzte und Professoren müssten dann 90 % mehr Patienten behandeln.
Und was ist mit den Zahnbehandlungen, die bei der PKV zu 70-100 % übernommen werden, ohne Bonus-Heft?
Alleine diese Kosten für die zusätzlichen 90 % der Versicherten würden den Ruin des Systems bedeuten.
Wie soll diese mathematische Gleichung denn funktionieren?
Und was würde denn mit der Altersrückstellung der PKV in 3-Stelliger Milliardenhöhe geschehen? Würden die dann auch auf die neu Hinzugekommenen Versicherten übertragen? Was würde wohl die Rechtssprechung dazu sagen?
Nein, ich bleibe dabei, diese Diskussion ist eine populistische, ohne wirkliche Möglichkeit zur Umsetzung. Und das wissen auch Schulz & Co. genau. Aber nach dem Motto, "was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern" würde diese Diskussion in der neuen GroKo dann schnell wieder erlöschen.
27.01.2018, 10:33 #71
Würde ich jetzt nicht so sehen, denn ich bezweifle, daß es wirklich darum geht, an das Geld der PKV-Versicherten zu kommen.
Bitte nicht vergessen: der GKV geht es finanziell ganz wunderbar!
Krankenkassen mit 2,5 Milliarden Euro Uberschuss
Was jedoch nicht angeht, ist die Bevorzugung von PKV-Kunden bei der Terminvergabe. Wochen- oder monatelange Warten auf Facharzttermine - das geht nicht!
Ich denke, das ist ein wesentlicher Punkt. Wenn es zu wenige Fachärzte gibt, dann sollte man fragen: "Wieso?" Und es ändern.
27.01.2018, 16:42 #72
Und eine Bürgerversicherung würde an den Wartezeiten etwas ändern?
Wohl kaum, denn das ist dem System geschuldet und nicht den Privatpatienten die bevorzugt werden, wofür ich übrigens auch kein Verständnis habe.
Da müsste man eine andere Lösung finden, vielleicht mehr Fachärzte?
Vielleicht aber auch weniger Arztbesuche, denn darin sind wir Weltmeister?
27.01.2018, 17:02 #73
Die Bürgerversicherung würde zumindest an der Bevorzugung von Privatpatienten etwas ändern. Was ja auch schon was wäre.
Daß davon niemand schneller gesund wird, ist mir auch klar. Das kann nur der erste Schritt sein. Danach gilt es, den Mangel an Fachärzten zu beseitigen. Niemand geht zu einem Facharzt, wenn er sich nicht krank fühlt. Also benötigen wir mehr Fachärzte.
Wobei ich ohnehin nicht verstehe, warum sich Fachärzte nicht häufiger in medizinischen Zentren zusammenschließen um teure Geräte und auch Verwaltungspersonal gemeinsam zu nutzen. Aber nee - jeder hat seine Praxis irgendwo und wurschtelt vor sich hin. Das kann es eigentlich nicht sein.
Letztlich geht es auch darum, Ärzten zu verdeutlichen, daß sie einen Versorgungsauftrag haben und sich nicht nur Rosinen rauspicken können. Und am Ende müsste dann ein Arzt als Angestellter eher die Regel als die Ausnahme sein.
27.01.2018, 17:21 #74
... Vielleicht aber auch weniger Arztbesuche, denn darin sind wir Weltmeister?
wenn ärzte mehr zeit hätten, dann gäbe es auch nicht so viele "da ist nichts-diagnosen" nach denen der patient sich weiter krank fühlt und den weg zum nächsten arzt einschlägt...
und wenn die burdgetierung wegfallen würde, dann würde die lädierte schulter 5 moante mit physio wiederhergestellt und gäbe 20 jahre ruhe ... nicht wie jetzt, wo sie sich garnicht mehr beruhigt, weil nur 6 mal physio ...
und wenn man endlich davon wegkähme das es "für alles eine pille gibt- weil billiger" und statt dessen anständig behandelt, dann wäre die menschheit auch gesünder...
aber der deutsche patient ist pöse, er hat spaß dran, den armen ärzten viel unterbezahlte arbeit zu machen.
ich liebe es, wenn das opfer zum täter gemacht wird...
28.01.2018, 14:36 #75
Jetzt beantworte mir mal bitte eine Frage:
Ich bin 38 Jahre alt, Nichtraucher, treibe Sport, laufe die 10km unter 45min, spiele immer noch aktiv Handball und mein BMI liegt fast im absoluten Normbereich.
Warum sollte ich jetzt den gleichen Beitrag zahlen wie mein gleichaltriger Nachbar, der adipös ist, einen BMI über 35 hat, raucht und dessen Gelenke und inneren Organe mit Sicherheit nicht mehr lange mitmachen und somit immense Kosten auf die Krankenkasse zukommen?
Ist das dein Verständnis von Gleichbehandlung? Rein reduziert auf das monatliche Einkommen?
Das nennt sich Solidarprinzip und nicht jeder hat das gleiche Glück mit seiner Gesundheit. Auch Sucht (Stichwort: rauchen) ist eine Krankheit. Und wenn der Depressive nicht von der Couch kommt und frustfuttert (Stichwort: adipös) statt Handball zu spielen ist das auch irgendwie krank.
Das zwei-Klassen-System muss WEG! ALLE müssen zwingend den gleichen bestmöglichen Zugang zu Medizin und Gesundheit und Genesung haben, wie Besserverdienende.
Wenn von Zwei-Klassen-System geschrieben wird denken viele (auch) automatisch an bessere medizinische Versorgung. Das stimmt aber nicht immer, manchmal wird auch "übertherapiert" weil das Geld bringt.
Damit schürt diese Terminologie unglücklicherweise auch Widerstand, weil sich PKV-Versicherte im Vorteil wähnen obwohl sie es weniger sind als sie denken, oder sogar im Nachteil wenn sie "übertherapiert" werden.

References: Art. 12
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