Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20210/04
Timestamp: 2019-03-20 05:58:43+00:00

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BGH, 01.03.2006 - XII ZR 210/04 - dejure.org
ZPO §§ 355 Abs. 2, 372 a, 387 analog, 640 Abs. 2 Nr. 2; BGB §§ 1600 Abs. 1 Nr. 1, 1600 b Abs. 1 Satz 2; GG Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1
Auswirkungen heimlich eingeholter DNA-Analysen auf die Schlüssigkeit von Parteivorbringen im Rahmen der Feststellung der Vaterschaft im Anfechtungsverfahren; Verwertbarkeit eines gerichtlichen Abstammungsgutachtens, das nicht hätte eingeholt werden dürfen, weil die Anfechtung der Vaterschaft sich auf eine heimlich eingeholte DNA-Analyse stützte; (Dogmatisches) Problem der Verwertbarkeit materiell-rechtswidrig erlangter Beweismittel im Zivilprozess und zur Tragweite des diesbezüglichen Arglisteinwandes; Prozessuale Möglichkeiten des Kindes, die Rechtmäßigkeit einer Beweisanordnung bezüglich einer heimlich eingeholten DNA-Analyse zur Festellung der Vaterschaft durch Zwischenurteil klären zu lassen; Inhalt des Begriffs des "heimlichen" DNA-Gutachtens ; Zweck und Tragweite der Ausschlussfrist des § 1600 b Abs. 1 BGB
"Fernwirkung" von Beweisverwertungsverboten im Zivilprozeß - "fruit of the poisonous tree"-Doktrin im deutschen Recht?
Verwertbarkeit eines aufgrund einer heimlich eingeholten DNA-Analyse eingeholten gerichtlichen Abstammungsgutachtens
Familienrecht - Verwertbarkeit heimlicher Vaterschaftstests
Familienrecht - Gerichtliches Abstammungsgutachten auch dann verwertbar, wenn es nicht hätte eingeholt werden dürfen, weil die Anfechtung der Vaterschaft auf einen heimlich eingeholten DNA-Vaterschaftstest gestützt war
Zur Verwertbarkeit von Gutachten im Vaterschaftsprozess; Familienrecht
Heimlicher DNA-Vaterschaftstest - Abstammungsgutachten darf ausnahmsweise trotzdem eingesetzt werden, um die Vaterschaft anzufechten
Kindschaftsrecht - Abstammungsgutachten
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 01.03.2006, Az.: XII ZR 210/04 (gerichtlich angeordnete Abstammungsbegutachtung als 'Frucht' eines verbotenen heimlichen DNA-Gutachtens)" von RA BGH Arn Osterloh, original erschienen in: AnwBl Beilage 2006, 148 - 150.
AG Grimma, 18.12.2003 - 2 F 443/03
BGHZ 166, 283
NJW 2006, 1657
FamRZ 2006, 686
AnwBl 2006, 148
Ebenso wenig wie ein in rechtswidriger Weise entstandenes oder erlangtes Beweismittel automatisch ein Beweisverwertungsverbot nach sich zieht, wirkt sich das für ein solches Beweismittel geltende Verwertungsverbot automatisch auf alle späteren Beweismittel aus (BGH Urteil vom 1. März 2006 - XII ZR 210/04 - BGHZ 166, 283 = NJW 2006, 1657, RdNr 17 ff; vgl Greger in Zöller, ZPO, § 286 RdNr 15e).
Sein Interesse, im Falle der Anordnung eines Sachverständigengutachtens seine genetischen Daten nicht preisgeben zu müssen, ist hinreichend dadurch geschützt, dass er die Mitwirkung an der Begutachtung verweigern und die Rechtmäßigkeit seiner Weigerung nach §§ 372a Abs. 2 Satz 1, 387 Abs. 1 ZPO in einem Zwischenstreit geltend machen kann (vgl. Senatsurteil BGHZ 166, 283, 290 = FamRZ 2006, 686, 688 und Senatsbeschluss vom 4. Juli 2007 - XII ZB 199/05 - FamRZ 2007, 1728, 1729).
(1) Zwar ist ein ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters des Kindes eingeholtes Abstammungsgutachten nach der Rechtsprechung des Senats grundsätzlich nicht verwertbar (…Senatsurteile vom 12. Dezember 2007 - XII ZR 173/04 - FamRZ 2008, 501 Rn. 17; vom 1. März 2006 - XII ZR 210/04 - FamRZ 2006, 686, 687 f. und vom 12. Januar 2005 - XII ZR 60/03 - FamRZ 2005, 342, 343 f.; vgl. BVerfG FamRZ 2007, 441, 443).
Zwar ist es in der Rechtsprechung anerkannt, dass verfahrensfehlerhaft zugelassenes Vorbringen einer Partei im Rechtsmittelzug nicht mehr zurückgewiesen werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 1. März 2006 - XII ZR 210/04, BGHZ 166, 283 Rn. 22).
Dies folgt aus dem in § 286 Abs. 1 Satz 1 ZPO enthaltenen Gebot der Berücksichtigung des gesamten Inhalts einer durchgeführten Beweisaufnahme (vgl. BGH, Urteil vom 1. März 2006 - XII ZR 210/04, NJW 2006, 1657 Rn. 22 ff.).
Im Übrigen wäre ein etwaiger Verstoß gegen § 373 ZPO wegen unzureichender Bezeichnung der Tatsachen, über die Beweis erhoben werden soll, im Revisionsverfahren unbeachtlich; ein Beweisergebnis ist im Zivilprozess nicht schon deshalb unberücksichtigt zu lassen, weil es unter Verstoß gegen Verfahrensvorschriften gewonnen wurde (BGHZ 166, 283, Tz. 21 ff.).
Ein Beweisergebnis ist im Zivilprozess nicht schon deshalb unberücksichtigt zu lassen, weil es unter Verstoß gegen Vorschriften des Verfahrensrechts gewonnen wurde (BGH NJW 2006, S. 1657, 1659, Rdnr. 22;… BGH FamRZ 1989, S. 373;… Zöller/Greger aaO § 286 Rdn. 15 c).
Nach der gefestigten höchstrichterlichen Rechtsprechung und der herrschenden Literatur steht aber auch das Vorliegen eines derartigen Verstoßes gegen prozessrechtliche Vorschriften der Verwertung des Beweisergebnisses nicht entgegen (vgl. ausführlich BGH NJW 2006, S. 1657, 1659, Rdnr. 23;… OLG Brandenburg, NJW-RR 2001, S. 1727;… Zöller/Greger aaO § 286 Rdnr. 15 c m.w.N.).
OLG Frankfurt, 19.07.2007 - 5 WF 81/07
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OLG Düsseldorf, 17.12.2007 - 1 UF 151/07
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LAG Hessen, 01.08.2011 - 7 Sa 1878/10
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OLG Brandenburg, 16.09.2013 - 3 WF 93/13
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KG, 26.03.2012 - 3 WF 1/12
Vaterschaftsanfechtung: Dauer einer stabilen sozial-familiären Beziehung des …

References: Art. 2
 Art. 1
 § 1600
 BGH 
 BGH 
 § 286
 § 286
 § 373
 BGH 
 § 286
 BGH 
 § 286