Source: https://www.schneideranwaelte.de/fachbereich/arbeitsrecht/kuendigung/
Timestamp: 2019-02-17 12:44:44+00:00

Document:
Kündigung | Rechtsanwalt Joachim Muth | schneideranwälte
Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis endet in der Regel durch den Ausspruch einer Kündigung. Sie kann selbstverständlich von beiden Vertragsparteien ausgesprochen werden, wobei der Arbeitgeber im Anwendungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) einen Kündigungsgrund benötigt.
(fristlose) Kündigung aus wichtigem Grund
Die Kündigung aus wichtigem Grund gemäß § 626 BGB wird im Allgemeinen fristlose Kündigung genannt und kann auch ein befristetes Arbeitsverhältnis beenden. Sie ist dann begründet, wenn der Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Arbeitsvertrags bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann. Dies kann beispielsweise bei einer schweren Beleidigung durch den Arbeitnehmer der Fall sein.
Die Kündigung aus wichtigem Grund muss nicht fristlos ausgesprochen werden, vielmehr ist es bei Vorliegen eines die Kündigung rechtfertigenden Sachverhalts durchaus möglich, die Kündigung zu einem bestimmten Zeitpunkt auszusprechen.
Es ist nicht möglich, vertraglich das Recht zum Ausspruch einer Kündigung aus wichtigem Grunde auszuschließen oder auch nur einzuschränken. § 626 BGB ist zwingendes Recht. Wenn Arbeitsverträge einen Katalog von Gründen, die eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen sollen, enthalten, bedeutet das nicht, dass der genannte Grund ein wichtiger Grund für eine Kündigung nach § 626 BGB ist.
Eine solche Kündigung muss gemäß § 626 Absatz 2 BGB darüber hinaus innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab dem Zeitpunkt da der Kündigende Kenntnis von den maßgeblichen Umständen erlangt, ausgesprochen werden und muss, sofern der Gekündigte dies verlangt unverzüglich Auskunft über die Kündigungsgründe erteilen.
Bei der Frage, ob ein wichtiger Grund im Sinne des § 626 Absatz 1 BGB vorliegt, herrscht oft nicht absolute Gewissheit. Es handelt sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff und der Fachanwalt für Arbeitsrecht muss, insbesondere um für Vergleichsgespräche eine möglichst gute Argumentationsbasis zu haben, untersuchen, ob die Rechtsprechung vergleichbare Sachverhalte als Kündigungsgrund im Sinne des § 626 Absatz 1 BGB akzeptiert.
Ordentliche Kündigung und Kündigungsschutz
Der Ausspruch einer ordentlichen Kündigung ist grundsätzlich ohne weiteres möglich. Allerdings benötigen Arbeitgeber, die mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigen, einen Kündigungsgrund, denn diese genießen Kündigungsschutz gegenüber sozial ungerechtfertigten Kündigungen. Sozial gerechtfertigt und damit trotz Kündigungsschutz wirksam kann die Kündigung eines Arbeitgebers nur sein, wenn sie durch Gründe, die in der Person oder in dem Verhalten des Arbeitnehmers liegen, oder durch dringende betriebliche Erfordernisse, die einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers in diesem Betrieb entgegenstehen, bedingt ist. Kündigungsschutz besteht nicht uneingeschränkt.
Sowohl die außerordentliche Kündigung als auch die ordentliche verhaltensbedingte Kündigung erfordern, dass eine vorausgehende Abmahnung. Die Abmahnung muss das Fehlverhalten des Arbeitnehmers möglichst präzise beschreiben, so dass er nachvollziehen kann, worin seine Pflichtverletzung bestehen soll. In der Abmahnung muss zum Ausdruck gebracht werden, dass der Arbeitgeber dieses Verhalten als Pflichtverletzung wertet und dass ein gleichartiges Verhalten in der Zukunft den Bestand des Arbeitsvertrags gefährdet. Zu Beweiszwecken empfiehlt sich eine schriftliche Abmahnung, aber auch eine mündliche Abmahnung, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, ist wirksam.
Will sich ein Arbeitnehmer gegen eine aus seiner Sicht zu Unrecht erfolgte Kündigung wehren, muss er in jedem Fall schnell tätig werden. Die so genannte Kündigungsschutzklage ist binnen einer Frist von drei Wochen ab Zugang der anzugreifenden Kündigung zu erheben. Geschieht dies nicht, so ist das Arbeitsverhältnis beendet, auch wenn keine Kündigungsgründe vorgelegen haben. Dann nützt dem Arbeitnehmer der Kündigungsschutz nicht.
08.12 Klage auf Überstundenvergütung, ein langer und steiniger Weg
02.12 Rauchverbot am Arbeitsplatz – Betriebsrat scheitert mit einstweiliger Verfügung!
26.11 Beamtenrecht: Urlaubsverfall europarechtswidrig!
Start » Fachbereiche der schneideranwälte » Arbeitsrecht » Kündigung

References: § 626
 § 626
 § 626
 § 626
 § 626
 § 626