Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=12.10.2011&Aktenzeichen=10%20AZR%20649/10
Timestamp: 2020-03-29 10:05:57+00:00

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BAG, 12.10.2011 - 10 AZR 649/10 - dejure.org
https://dejure.org/2011,9166
BAG, 12.10.2011 - 10 AZR 649/10 (https://dejure.org/2011,9166)
BAG, Entscheidung vom 12.10.2011 - 10 AZR 649/10 (https://dejure.org/2011,9166)
BAG, Entscheidung vom 12. Januar 2011 - 10 AZR 649/10 (https://dejure.org/2011,9166)
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§ 77 Abs 4 BetrVG, § 315 BGB
Festlegung eines Bonuspools im Falle der Vereinbarung der Festlegung eines Bonuspools für eine zusätzliche variable Vergütung durch den Arbeitgeber auf Grund einer Betriebsvereinbarung
Zur Kürzung einer Bonuszahlung in der Bankenkrise ("Dresdner Bank")
Arbeitsrecht - Bonuszahlung 2008 - Investmentbank
BGB § 315; BetrVG § 77 Abs. 4
Kürzung von Bonuszahlungen nach Bankenzusammenschluss II
Bonusansprüche der Banker der ehem. Dresdner Bank für das Jahr 2008 bestehen nur bei Anwendbarkeit der Betriebsvereinbarung "Bonus im Tarif"
Bonuszahlungen (Ansprüche im Geltungsbereich einer Betriebsvereinbarung)
Zu Bonuszahlungen (Ansprüche im Geltungsbereich einer Betriebsvereinbarung)
Kurznachricht zu "Zur Zulässigkeit der Kürzung von Bonuszahlungen" von RA/FAArbR Dr. Oliver Fröhlich, original erschienen in: ArbRB 2012, 85 - 87.
ArbG Dortmund, 15.04.2010 - 6 Ca 4866/09
LAG Hamm, 06.10.2010 - 3 Sa 854/10
NJW 2012, 1833
ZIP 2012, 745
Dabei folgt aus der Norm im Umkehrschluss zunächst, dass die Leistungsbestimmung für den Berechtigten grundsätzlich verbindlich ist (vgl. dazu BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 40 f. mwN, BAGE 139, 296) .
Dies ist zulässig, da weder im Vertrag bereits die Höhe des Bonusanspruchs festgelegt war noch die Betriebsparteien die Größenordnung des zu verteilenden Bonusvolumens selbst festlegen müssen (BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 25, BAGE 139, 296; 28. November 1989 - 3 AZR 118/88 - BAGE 63, 267; vgl. auch zur Festlegung der Bemessungsgrundlage für die Tantieme eines Geschäftsführers durch die Gesellschaft: BGH 9. Mai 1994 - II ZR 128/93 -) .
Die Leistungsbestimmung hat nach der gesetzlichen Regelung mangels abweichender Anhaltspunkte nach billigem Ermessen zu erfolgen (BAG 29. August 2012 - 10 AZR 385/11 - Rn. 21; 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 26, aaO; vgl. auch 11. Dezember 2013 - 10 AZR 364/13 - Rn. 27) .
aa) Die Arbeitsvertragsparteien müssen - auch in Allgemeinen Geschäftsbedingungen - die Ausgestaltung einer Bonusregelung nicht abschließend festlegen, sondern können beispielsweise auf die Regelungen einer Betriebs- oder Dienstvereinbarung verweisen (vgl. zB die Fallgestaltungen in: BAG 20. März 2013 - 10 AZR 636/11 -; 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - BAGE 139, 296; 12. April 2011 - 1 AZR 412/09 - BAGE 137, 300) .
Dies ist zulässig, die Betriebsparteien müssen nicht alle Faktoren selbst abschließend festlegen (zum Bonusvolumen: BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 25, BAGE 139, 296; 28. November 1989 - 3 AZR 118/88 - BAGE 63, 267; vgl. auch zur Festlegung der Bemessungsgrundlage für die Tantieme eines Geschäftsführers durch die Gesellschaft: BGH 9. Mai 1994 - II ZR 128/93 -) .
Die vorherige interne Meldung an die Konzernzentrale sollte lediglich die Voraussetzung für die abschließende Feststellung der Unternehmensergebnisse und damit für die endgültige Leistungsbestimmung schaffen (vgl. dazu BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 746/10 - Rn. 30, BAGE 139, 283; 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 30, BAGE 139, 296) .
Deswegen kann der Kläger aus der Zusage eines Bonusvolumens in Höhe von 100 % des Bonusvolumens 2007 für die anderen Beschäftigten keine Rechtsfolgen herleiten (zu den Rechtswirkungen des Schreibens vom 28. Oktober 2008: BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - [Tarifbeschäftigte] und - 10 AZR 165/11 - [außertarifliche Angestellte]) .
BAG, 11.12.2019 - 7 ABR 4/18
Die Leistungsbestimmung konkretisiert den Leistungsinhalt endgültig, sie ist als Gestaltungserklärung für den Bestimmenden unwiderruflich (BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 40, BAGE 139, 296; BGH 19. Januar 2005 - VIII ZR 139/04 - zu II B 2 der Gründe) .
Die Unwiderruflichkeit dient der Rechtssicherheit und dem Schutz der nicht bestimmungsberechtigten Vertragspartei, die sich auf die Verbindlichkeit der einmal getroffenen Bestimmung verlassen und ihr Verhalten darauf einrichten darf (BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - aaO) .
Zwingend bedeutet, dass durch arbeitsvertragliche Vereinbarungen ohne Beteiligung des Betriebsrats keine abweichenden Regelungen getroffen werden können (vgl. BAG 12. Oktober 2011 - 10 AZR 649/10 - Rn. 42, 43, BAGE 139, 296) .
ArbG Frankfurt/Main, 08.12.2015 - 8 Ca 441/15
Dividendenabhängige Tantieme

References: § 77
 § 315
 § 315
 § 77
 BGH 
 BGH 
 BGH