Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=HRRS%202018%20Nr.%20962
Timestamp: 2019-06-17 21:52:33+00:00

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BGH, 15.08.2018 - 5 StR 100/18 - dejure.org
https://dejure.org/2018,28971
BGH, 15.08.2018 - 5 StR 100/18 (https://dejure.org/2018,28971)
BGH, Entscheidung vom 15.08.2018 - 5 StR 100/18 (https://dejure.org/2018,28971)
BGH, Entscheidung vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18 (https://dejure.org/2018,28971)
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§ 261 StGB; § 52 StGB; § 53 StGB; § 244 Abs. 3 StPO
Geldwäsche (Feststellungen zur Vortat; taugliche Tatobjekte; Buchgeld; Surrogate; Kette von Verwertungshandlungen; Tathandlungen; Verwahren; Verwenden; Verschleiern der Herkunft; Konkurrenzen; Tateinheit; Tatmehrheit; Gewerbsmäßigkeit); Ablehnung eines Beweisantrags wegen Bedeutungslosigkeit
§ 52 StGB, § ... 78c Abs. 1 Nr. 6 und 7 StGB, § 261 Abs. 1 StGB, § 261 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4a, Abs. 8 StGB, § 261 Abs. 1 Satz 1 StGB, § 261 Abs. 2 Nr. 1 StGB, § 261 Abs. 2 Nr. 2 StGB, § 261 Abs. 1 Nr. 1 StGB, § 261 StGB, § 259 StGB, §§ 74 ff. StGB, § 261 Abs. 4 StGB, § 261 Abs. 4 Satz 2 StGB, § 261 Abs. 4 Satz 1 StGB, § 353 Abs. 2 StPO
Schuldsprüche wegen vorsätzlicher Geldwäsche; Hinreichend konkrete Feststellungen der Strafkammer zur Vortat der Geldwäsche; Tatobjektseigenschaft der Verkaufserlöse aus Wohnungsverkäufen
StGB § 52 ; StGB § 261 Abs. 1
LG Hamburg, 15.11.2017 - 2 Ss 17/18
HRRS 2018 Nr. 962
a) "Verwahren" im Sinne von § 261 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. StGB bedeutet, einen geldwäschetauglichen Gegenstand in Gewahrsam zu nehmen oder zu halten, um ihn für einen Dritten oder für die eigene spätere Verwendung zu erhalten (BGH, Urteile vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18, juris Rn. 32;… vom 12. Juli 2016 - 1 StR 595/15, juris Rn. 23).
Verwahrt ein Täter gemäß § 261 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. StGB bei mehreren Gelegenheiten geldwäschetaugliche Gegenstände, so ist, sofern keine natürliche Handlungseinheit vorliegt, grundsätzlich Tatmehrheit gegeben (BGH, Urteile vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18, juris Rn. 37 mwN; vom 17. Juli 1997 - 1 StR 208/97, BGHSt 43, 149, 151).
Angesichts des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs und des einheitlichen Tatplanes unterscheidet sich die hier vorliegende Konstellation grundlegend von den Fällen, in denen der Bundesgerichtshof etwa bei einem sich über mehrere Monate erstreckenden Eingang bemakelter Geldbeträge auf einem vom Täter beherrschten Konto (vgl. BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18, juris Rn. 37 f.) oder der mehrfachen nicht durch einen einheitlichen Entschluss geprägten Entgegennahme inkriminierter Gelder (vgl. BGH, Urteil vom 17. Juli 1997 - 1 StR 208/97, BGHSt 43, 149, 152) eine tatmehrheitliche Begehung angenommen hat.
Der Tatbestand der Geldwäsche in Form des Verwahrens nach § 261 Abs. 2 Nr. 2 1. Alt. StGB erfasst nach dem sogenannten Herkunftsprinzip sämtliche aus der Vortat herrührenden Vermögensgegenstände (BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18, juris Rn. 28 mwN).
Denn aufgrund des engen räumlichen und zeitlichen Zusammenhangs sowie des einheitlichen Tatentschlusses stellen sich die Ein- und Auszahlungen sowie die anschließende Übergabe des Geldes an D. als natürliche Handlungseinheit und damit als eine Tat dar (vgl. BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18, juris Rn. 37).
Das Tatbestandsmerkmal "Herrühren" soll nach dem Willen des Gesetzgebers auch eine Kette von Verwertungshandlungen erfassen, bei denen der ursprüngliche Gegenstand durch einen anderen ersetzt wird, selbst wenn dessen Wert höher ist (BT-Drucks. 12/989, S. 27; 12/3533, S. 12; vgl. auch BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18).
Dass dem Konto auch "legale" Zahlungen zuflossen, ändert daran nichts, weil der aus den Vortaten stammende Anteil nicht nur nicht völlig unerheblich war (vgl. BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18; Beschluss vom 20. Mai 2015 - 1 StR 33/15, NJW 2015, 3254), sondern sogar bei weitem überwog.
Indes sind die Speisungen des Kontos mit aus den Vortaten stammenden Geldbeträgen und die auf Veranlassung des Angeklagten hiervon jeweils vorgenommenen Überweisungen und Lastschriften rechtlich als natürliche Handlungseinheit zu werten (vgl. BGH, Urteile vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18 und vom 12. Juli 2016 - 1 StR 595/15, NStZ 2017, 167; Neuheuser, NStZ 2008, 492, 496).
Die Feststellungen zu den Vortaten sind hinreichend konkret (vgl. zu den Anforderungen BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18 mwN).
Aus der Geldwäschevortat rühren auch solche Gegenstände her, die erst durch eine Verwertung des vom Vortäter ursprünglich Erlangten als Surrogat erworben werden und daher nur mittelbar aus der Vortat stammen (vgl. BT-Drucks. 12/989 S. 27; 12/3533 S. 12; näher BGH, Urteil vom 15. August 2018 - 5 StR 100/18, wistra 2019, 29 Rn. 28 mwN;… Beschluss vom 27. November 2018 - 5 StR 234/18, WM 2019, 107 Rn. 17 f.).

References: § 261
 § 52
 § 53
 § 244

§ 52
 § 261
 § 261
 § 261
 § 261
 § 261
 § 261
 § 261
 § 259
 § 261
 § 261
 § 261
 § 353
 § 52
 § 261
 § 261
 § 261
 § 261