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Timestamp: 2019-07-16 01:21:18+00:00

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BGH, 13.11.1998 - V ZR 386/97 - dejure.org
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BGH, 13.11.1998 - V ZR 386/97 (https://dejure.org/1998,815)
BGH, Entscheidung vom 13.11.1998 - V ZR 386/97 (https://dejure.org/1998,815)
BGH, Entscheidung vom 13. November 1998 - V ZR 386/97 (https://dejure.org/1998,815)
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Tu quoque-Einwand - Darlegungs- und Beweislast - Umfang
Keine Pflicht des grundstücksverkaufenden Bauunternehmers zur pünktlichen Fertigstellung bei vorheriger Anfechtung des Kaufvertrages durch den Käufer
Rücktrittsrecht, vertragliches; Vertragsuntreue; unzulässige Rechtsausübung; Beweislast, Verteilung der -; Rechtsausübung, unzulässige -; Waffengleichheit, - im Prozeß
BGB § 242; ZPO § 286
Ausschluß des Rücktrittsrechts bei eigener Vertragsuntreue des Rücktrittsberechtigten
Rücktritt vom Bauträgervertrag? (IBR 1999, 165)
NJW 1999, 352
ZIP 1999, 367
WM 1999, 551
(1) Für das Vorliegen von Mängeln, die Gegenstand einer Aufklärungspflicht sein sollen, trägt der Kläger nach allgemeinen Grundsätzen die Beweislast (vgl. nur Senat, Urt. v. 13. November 1998, V ZR 386/97, NJW 1999, 352, 353 m.w.N.).
Dies ergibt sich schon aus der allgemein anerkannten Grundregel der Beweislastverteilung, wonach der Anspruchsteller auf der ersten Ebene die rechtsbegründenden Tatsachen und der Anspruchsgegner auf einer zweiten Ebene die rechtsvernichtenden, rechtshindernden oder rechtshemmenden Tatsachen darzulegen und zu beweisen hat (vgl. BGH, Urteile vom 14. Januar 1991 - II ZR 190/89, BGHZ 113, 222, 224 f.; vom 13. November 1998 - V ZR 386/97, NJW 1999, 352 unter II 3 b aa).
Zwar machen die Kläger - aus dem Blickwinkel des § 242 BGB betrachtet - nicht einen anspruchsbegründenden, sondern vielmehr einen rechtshindernden Umstand geltend (vgl. BGH, Urteil vom 13. November 1998 - V ZR 386/97, aaO unter II 3 b bb (2)).
Der Einwand eigener Vertragsuntreue ("tu quoque") aus § 242 BGB wird als Anwendungsfall der unzulässigen Rechtsausübung behandelt (vgl. BGH, Urt. v. 13. November 1998 - V ZR 386/97, WM 1999, 551, 552).
c) Da der Kläger bestreitet, daß es sich bei den Hunden der Beklagten um Nutztiere im Rahmen der Bewirtschaftung des Reiterhofes handle, obliegt nach allgemeinen beweisrechtlichen Grundsätzen (BGHZ 113, 222, 224 f.; BGH, Urteil vom 13. November 1998 - V ZR 386/97 - NJW 1999, 352, 353;… Zöller/Greger, ZPO, 25. Aufl. vor § 284 Rdn. 17 a;… Rosenberg, Die Beweislast, 1965, S. 98, 101) den Beklagten die Behauptungs- und Beweislast für die Tatsachen, aus denen sich die Nutztiereigenschaft ergibt.
Mit ihrem Vorbringen, die Klägerin in diesem Sinne aufgeklärt zu haben, trägt die Beklagte nicht die tatsächlichen Voraussetzungen für rechtshindernde, rechtshemmende oder rechtsvernichtende Umstände vor, für die sie als diejenige, die sich darauf beruft, die Beweislast trüge (vgl. etwa BGH, Urt. v. 13.11.1998 - V ZR 386/97, NJW 1999, 352 f.).
Anders liegt es dann, wenn sich der eine Teil von einem Vertrag lossagen oder distanzieren will, aber der Grund, auf den er sich dazu stützt, auf seinem eigenen pflichtwidrigen Verhalten gegenüber dem anderen Teil beruht (BGHZ 137, 205, 209;… Senat, Urt. v. 28. September 1984, V ZR 43/83, NJW 1985, 266, 267; Senat, Urt. v. 13. November 1998, V ZR 386/97, NJW 1999, 352, 353;… Bamberger/Roth/Grüneberg, aaO, § 242 Rdn. 77;… Jauernig/Vollkommer, BGB, 11. Aufl., § 242 Rdn. 47;… RGRK/Alff, BGB, 12. Aufl., § 242 Rdn. 120, 127).
Insoweit unterscheidet sich die Rechtslage bei § 131 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 AktG nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung von der Darlegungs- und Beweislastverteilung bei Berufung auf rechtshindernde oder rechtsvernichtende Einwendungen durch den Anspruchsgegner und vom Verhältnis von Regel zu Ausnahme in anderen Situationen (dazu BGH, Urteil vom 13. November 1998 - V ZR 386/97 -, Rn. 13, juris;… Greger, in Zöller, ZPO Kommentar, 31. Aufl. 2016, Vor § 284 Rn. 17).
Danach trägt derjenige, der einen Anspruch geltend macht, die Darlegungs- und Beweislast für die anspruchsbegründenden Tatsachen, während der Gegner die anspruchshindernden, die anspruchsvernichtenden und die anspruchshemmenden Tatsachen darzulegen und zu beweisen hat (…BGH, Urt. v. 20. März 1986, IX ZR 42/85, NJW 1986, 2426, 2427; Senatsurt. v. 13. November 1998, V ZR 386/97, NJW 1999, 352, 353).
Das Recht zum Rücktritt ist gemäß § 323 Abs. 1 BGB ausgeschlossen, wenn dem Gläubiger mangelnde Vertragstreue vorzuwerfen ist (ständige Rechtsprechung zu § 326 BGB a.F., z.B. BGH, Urteil vom 13.11.1998 - V ZR 386/97, juris Rn. 11;… Urteil vom 15.10.1992 - V ZR 141/92, juris Rn. 15 zum § 323 BGB n.F.: Grüneberg in: Palandt, BGB, 76. Aufl., § 323 Rn. 29).
Der Einwand eigener Vertragsuntreue des Zurücktretenden wurde aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB, "unzulässige Rechtsausübung") entwickelt, nach dem es seitens des Rücktrittsberechtigten treuwidrig ist, die Leistung der anderen Vertragspartei zu verlangen, ohne zugleich den eigenen Verpflichtungen nachzukommen (BGH, Urteil vom 13.11.1998 - V ZR 386/97, juris Rn. 11).
Dabei gilt: Wer den "Tu-quoque"-Einwand erhebt, hat seine Voraussetzungen darzulegen und zu beweisen (BGH, Urteil vom 13.11.1998 - V ZR 386/97, Leitsatz).
OLG Hamm, 26.10.2009 - 18 U 212/08
Handelsvertreter Provisionsvereinbarung Beweislast
LG Berlin, 27.03.2014 - 67 S 421/13
Instandhaltungsabzüge nicht konkretisiert: Erhöhungserklärung ordnungsgemäß?
LG Bielefeld, 19.01.2011 - 8 O 525/98
Beurteilung der Wirksamkeit eines mit Beschluss festgestellten Prozessvergleichs …

References: § 242
 § 286
 § 242
 § 242
 § 284
 § 242
 § 242
 § 242
 § 131
 § 284
 § 323
 § 326
 § 323
 § 323