Source: http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20BvR%20105/09
Timestamp: 2013-05-25 08:31:23+00:00

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Rechtsprechung: 2 BvR 105/09
Rechtsprechung BVerfG, 23.06.2010 - 2 BvR 2559/08, 2 BvR 105/09, 2 BvR 491/09 Volltextver�ffentlichungen (11)
Art. 103 Abs. 2 GG; � 1 StGB; � 266 StGB; � 263 StGB; � 252 HGB; � 253 Abs. 4 Satz 1, 2 HGB; � 340e Abs. 1 Satz 2 HGBBestimmtheitsgrundsatz und erweitertes Analogieverbot (Geltung f�r die Rechtsprechung/Rechtsanwendung: Gebot der bestimmten Rechtsanwendung; Pr�zisierungsgebot; Verschleifungsverbot; Entgrenzungsverbot; erh�hte verfassungsrechtliche Kontrolldichte im Strafrecht; Anforderungen an Rechtsprechungs�nderungen); Untreue (Pflichtwidrigkeit; Risikogesch�fte; Nachteil: wirtschaftliches Verst�ndnis und Normativierung, Begr�ndung von Exspektanzen, Gef�hrdungsschaden, Nachteilsbegr�ndung durch Methoden der Bilanzierung, Bilanzrecht, Darlegungspflichten; Verm�gensbegriff).
� 263 StGB; � 266 Abs. 1 StGB; Art. 103 Abs. 2 GG; � 252 BGB; � 4 Abs. 4 SGB V; � 18 KWGVereinbarkeit des Tatbestands der Untreue gem. � 266 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) mit dem Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG - Erforderlichkeit einer Ausr�umung von Unklarheiten �ber den Anwendungsbereich von Strafnormen durch eine Pr�zisierung und Konkretisierung im Wege der Auslegung durch die Rechtsprechung - Erh�hung der verfassungsgerichtlichen Kontrolldichte aufgrund des in Art. 103 Abs. 2 GG zum Ausdruck kommenden strengen Gesetzesvorbehalts - Gerichtliche Pflicht zur konkreten Ermittlung und Bezifferung der H�he nach eines durch eine Handlung i.S.d. � 266 Abs. 1 StGB entstandenen Nachteils - Verfassungsm��igkeit einer Annahme eines Nachteils i.S.d. Untreuetatbestands aufgrund eines Gef�hrdungsschadens bzw. einer schadensgleichen Verm�gensgef�hrdung
StGB � 266 Abs. 1; GG Art. 103 Abs. 2H�here H�rden f�r Managerhaftung wegen Untreue
Bundesverfassungsgericht zur Untreue: Landowsky lacht, Karlsruhe hilft [11.08.2010]
tagesschau.de (Pressemeldung, 11.08.2010)
Verfassungsgericht kippt Urteile in Berliner Bankenaff�re // Pflichtverletzung ist noch keine Untreue
Der Untreuetatbestand des Strafgesetzbuches ist mit dem grundgesetzlichen Bestimmtheitsgebot zu vereinbaren
Die Rechtsprechung zur Steuerhinterziehung durch Erlangen eines unrichtigen Feststellungsbescheides (Prof. Dr. Petra Wittig; ZIS 2011, 660)
Manager und das Problem mit der "Untreue" // Absegnung des Untreue-Paragraphen
Kurznachricht zu "Anmerkung zu den Beschl�ssen des BVerfG vom 23.06.2010, Az.: 2 BvR 2559/08, 2 BvR 105/09 und 2 BvR 491/09 (Der Untreuetatbestand ist verfassungsgem��)" von RAin/FAinStrafR/FAinStR Dr. Eva Kohler, original erschienen in: NWB 2010, 3719 - 3724.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 23.06.2010, Az.: 2 BvR 2559/08 (Verfassungsm��igkeit des gesetzlichen Untreuetatbestandes)" von RA/FAStrafR Michael Stephan, original erschienen in: StRR 2010, 428.
Kurznachricht zu "Der Untreueparagraf auf dem verfassungsrechtlichen Pr�fstand" von RA/FAStrafR Prof. Dr. J�rgen Wessing und RA/Wiss. Mit. Dr. Lucian Krawczyk, original erschienen in: NZG 2010, 1121 - 1124.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BVerfG vom 23.06.2010, Az.: 2 BvR 2559/08 (Fast wie im richtigen Leben: Wo f�ngt eigentlich Untreue an ...?)" von Prof. Dr. Hans Kudlich, original erschienen in: JA 2011, 66 - 69.
BVerfG, 23.06.2010 - 2 BvR 2559/08, 2 BvR 105/09, 2 BvR 491/09
Wird zitiert von ... (39) BVerfG, 07.12.2011 - 2 BvR 2500/09 Akustische Wohnraum�berwachung (pr�ventiv-polizeiliche; Kernbereich privater …Art. 103 Abs. 2 GG enth�lt ein striktes Bestimmtheitsgebot f�r die Gesetzgebung sowie ein damit korrespondierendes, an die Rechtsprechung gerichtetes Verbot strafbegr�ndender Analogie (vgl. BVerfGE 14, 174 ; 73, 206 ; 75, 329 ; 126, 170 ).Der Gesetzgeber und nicht der Richter ist zur Entscheidung �ber die Strafbarkeit berufen (vgl. BVerfGE 71, 108 ; 92, 1 ; 126, 170 ).Den Strafgerichten ist es verwehrt, seine Entscheidungen zu korrigieren (vgl. BVerfGE 92, 1 ; 126, 170 ).Sie m�ssen in F�llen, die vom Wortlaut einer Strafnorm nicht mehr gedeckt sind, daher zum Freispruch gelangen und d�rfen nicht korrigierend eingreifen (vgl. BVerfGE 64, 389 ; 126, 170 ).Dabei ist "Analogie" nicht im engeren technischen Sinn zu verstehen; ausgeschlossen ist vielmehr jede Rechtsanwendung, die - tatbestandsausweitend - �ber den Inhalt einer gesetzlichen Sanktionsnorm hinausgeht, wobei der Wortlaut als �u�erste Grenze zul�ssiger richterlicher Interpretation aus der Sicht des Normadressaten zu bestimmen ist (vgl. BVerfGE 71, 108 ; 82, 236 ; 92, 1 ; 126, 170 ).F�r die Kl�rung der insoweit aufgeworfenen Fragen ist das Bundesverfassungsgericht zust�ndig (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Dieser Schadenstypus wird ganz �berwiegend als schadensgleiche Verm�gensgef�hrdung oder Gef�hrdungsschaden beschrieben (vgl. BVerfGE 126, 170 ;… Saliger, in: Festschrift Samson , S. 455 m.w.N.).Die urspr�nglich im Rahmen des Betrugstatbestands (� 263 Abs. 1 StGB) entwickelte Rechtsfigur der schadensgleichen Verm�gensgef�hrdung wurde auf das Nachteilsmerkmal des Untreuetatbestands (� 266 Abs. 1 StGB) �bertragen und findet auch dort Anwendung (vgl. BVerfGE 126, 170 ; BVerfGK 15, 193 ).In der Rechtsprechung und ganz �berwiegend auch in der Literatur werden die mit der schadensgleichen Verm�gensgef�hrdung zusammenh�ngenden Fragestellungen unabh�ngig von der Zuordnung zu � 263 Abs. 1 oder � 266 Abs. 1 StGB einheitlich behandelt (vgl. BVerfGE 126, 170 ; BVerfGK 15, 193 ;… Fischer, StGB, 58. Aufl. 2011, � 263 Rn. 156, � 266 Rn. 115, 150;… Saliger, in: Festschrift Samson , S. 455 ff.;… gegen eine parallele Betrachtung Safferling, NStZ 2011, S. 376 ).Die f�r den Straftatbestand der Untreue (� 266 StGB) ma�geblichen Erw�gungen (vgl. BVerfGE 126, 170 ) gelten auch f�r Fallgestaltungen des Eingehungsbetrugs.Allerdings darf auf diese Weise der Tatbestand des � 263 StGB nicht verfassungswidrig �berdehnt werden (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Verlustwahrscheinlichkeiten d�rfen daher nicht so diffus sein oder sich in so niedrigen Bereichen bewegen, dass der Eintritt eines realen Schadens ungewiss bleibt (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Zur Verhinderung der Tatbestands�berdehnung muss, von einfach gelagerten und eindeutigen F�llen - etwa bei einem ohne weiteres greifbaren Mindestschaden - abgesehen, der Verm�gensschaden der H�he nach beziffert und dies in wirtschaftlich nachvollziehbarer Weise in den Urteilsgr�nden dargelegt werden (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Bestehen Unsicherheiten, so kann ein Mindestschaden im Wege einer tragf�higen Sch�tzung ermittelt werden (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Normative Gesichtspunkte k�nnen bei der Bewertung von Sch�den eine Rolle spielen; sie d�rfen die wirtschaftliche Betrachtung allerdings nicht �berlagern oder verdr�ngen (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Da die Schadensh�he entscheidend von der Wahrscheinlichkeit und vom Risiko eines zuk�nftigen Verlusts abh�ngt (vgl. BVerfGE 126, 170 ;… Dannecker, in: Graf/J�ger/Wittig, Wirtschafts- und Steuerstrafrecht, 2011, � 263 StGB Rn. 95;… Saliger, in: Festschrift Samson , S. 455 ), setzt die Bestimmung eines Mindestschadens voraus, dass die Verlustwahrscheinlichkeit tragf�hig eingesch�tzt werden kann.
BGH, 13.09.2010 - 1 StR 220/09 Untreue (Pflichtwidrigkeit: Verm�gensbezug, Gesetzlichkeitsprinzip, …Das Pflichtwidrigkeitsmerkmal ersch�pft sich dabei aber nicht nach Art eines Blankettmerkmals in der Weiterverweisung auf genau bezeichnete Vorschriften (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 97); es handelt sich vielmehr um ein komplexes normatives Tatbestandsmerkmal (…vgl. BVerfG aaO mwN).Stets ist zu pr�fen, ob das verbotene Gesch�ft - wirtschaftlich betrachtet - nachteilig war (vgl. BGH NStZ-RR 2006, 378, 379 mwN; BGH NJW 2008, 2451, 2452; siehe auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a. Rn. 102, 114).Deswegen sind eigenst�ndige Feststellungen zum Vorliegen eines Nachteils geboten (BGH NJW 2008, 2451, 2452; BGH NStZ 2009, 330, 331; BGH NStZ 2010, 329, 330; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a. Rn. 112, 113 f. mwN).Hierbei ist in erster Linie von Bedeutung, ob die fremdn�tzige Verm�gensf�rsorge den Hauptgegenstand der Rechtsbeziehung bildet und ob dem Verpflichteten bei deren Wahrnehmung ein gewisser Spielraum, eine gewisse Bewegungsfreiheit oder Selbst�ndigkeit, mit anderen Worten die M�glichkeit zur verantwortlichen Entscheidung innerhalb eines gewissen Ermessensspielraums verbleibt (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 8. Mai 1951 - 1 StR 171/51, BGHSt 1, 186, 188 f.; BGH, Urteil vom 4. November 1952 - 1 StR 441/52, BGHSt 3, 289, 294; BGH, Urteil vom 3. M�rz 1953 - 1 StR 5/53, BGHSt 4, 170, 172; BGH, Urteil vom 11. Dezember 1957 - 2 StR 481/57, BGHSt 13, 315, 317; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 92 f., 108 mwN).Es besteht daher eine Anbindung an die zivil- oder �ffentlichrechtlichen Grundlagen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 6. Dezember 2001 - 1 StR 215/01, BGHSt 47, 187; BGH, Urteil vom 23. Mai 2002 - 1 StR 372/01, BGHSt 47, 295, 297; BGH, Urteil vom 13. Mai 2004 - 5 StR 73/03, BGHSt 49, 147, 155; BGH, Urteil vom 21. Dezember 2005 - 3 StR 470/04, BGHSt 50, 331, 335; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 95 sowie Fischer, StGB, 57. Aufl., � 266 Rn. 58 und SSW-StGB/Saliger � 266 Rn. 31 mwN).Das Pflichtwidrigkeitsmerkmal ersch�pft sich dabei aber nicht nach Art eines Blankettmerkmals in der Weiterverweisung auf genau bezeichnete Vorschriften (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 97); es handelt sich vielmehr um ein komplexes normatives Tatbestandsmerkmal (…vgl. BVerfG aaO mwN).Denn auch die �� 93, 116 AktG sind Vorschriften von erheblicher Unbestimmtheit und generalklauselartigem Charakter (BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 97).Stets ist zu pr�fen, ob das verbotene Gesch�ft - wirtschaftlich betrachtet - nachteilig war (vgl. BGH, Beschluss vom 17. August 2006 - 4 StR 117/06, NStZ-RR 2006, 378, 379 mwN; BGH, Beschluss vom 20. M�rz 2008 - 1 StR 488/07, NJW 2008, 2451, 2452; siehe auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a. Rn. 102, 114).Deswegen sind eigenst�ndige Feststellungen zum Vorliegen eines Nachteils geboten (BGH, Beschluss vom 20. M�rz 2008 - 1 StR 488/07, NJW 2008, 2451, 2452; BGH, Beschluss vom 18. Februar 2009 - 1 StR 731/08, NStZ 2009, 330, 331; BGH, Beschluss vom 20. Oktober 2009 - 3 StR 410/09, NStZ 2010, 329, 330; vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a. Rn. 112, 113 f. mwN).Mit den im Tatzeitraum geleisteten Zahlungen an den Angeklagten S., die den Fortbestand der AUB sicherstellten, wurde aus Sicht der Verantwortlichen der Siemens AG - jedenfalls im Tatzeitraum - der mit den Zahlungen angestrebte wirtschaftliche Vorteil, auf den bei der Gesamtsaldierung allein abzustellen ist (BGH, Urteil vom 28. Januar 1983 - 1 StR 820/81, BGHSt 31, 232, 234 f.; BGH, Urteil vom 4. November 1997 - 1 StR 273/97, BGHSt 43, 293, 298; BGH…, Urteil vom 29. August 2008 - 2 StR 587/07, BGHSt 52, 323 Rn. 45 ff.; siehe auch BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a., Rn. 142, 153, 150), bereits erreicht.
BVerfG, 01.11.2012 - 2 BvR 1235/11 Bestimmtheitsgebot (Verschleifungsverbot; Entgrenzungsverbot; …Aus dem Bestimmtheitsgebot des Art. 103 Abs. 2 GG folgt bei der Anwendung des Untreuetatbestandes, dass die Tatbestandsmerkmale der Pflichtwidrigkeit und des Nachteils nicht so weit ausgelegt werden d�rfen, dass sie vollst�ndig im jeweils anderen Merkmal aufgehen (Verschleifungsverbot bzw. Entgrenzungsverbot; vgl. BVerfGE 126, 170 = HRRS 2010 Nr. 656).Dabei ist "Analogie" nicht im engeren technischen Sinn zu verstehen; ausgeschlossen ist vielmehr jede Rechtsanwendung, die - tatbestandsausweitend - �ber den Inhalt einer gesetzlichen Sanktionsnorm hinausgeht, wobei der m�gliche Wortlaut als �u�erste Grenze zul�ssiger richterlicher Interpretation aus der Sicht des Normadressaten zu bestimmen ist (vgl. BVerfGE 71, 108 ; 87, 209 ; 92, 1 ; 126, 170 ).Einzelne Tatbestandsmerkmale d�rfen also auch innerhalb ihres m�glichen Wortsinns nicht so weit ausgelegt werden, dass sie vollst�ndig in anderen Tatbestandsmerkmalen aufgehen, also zwangsl�ufig mit diesen mitverwirklicht werden (Verschleifung oder Entgrenzung von Tatbestandsmerkmalen; vgl. BVerfGE 87, 209 ; 92, 1 ; 126, 170 ).Von einfach gelagerten und eindeutigen F�llen - etwa bei einem ohne weiteres greifbaren Mindestschaden - abgesehen, werden die Strafgerichte den von ihnen angenommenen Nachteil der H�he nach beziffern und dessen Ermittlung in wirtschaftlich nachvollziehbarer Weise in den Urteilsgr�nden darlegen m�ssen (vgl. BVerfGE 126, 170 ).So kann beispielsweise die Verwendung des anvertrauten Verm�gens zu verbotenen Zwecken nicht per se als nachteilsbegr�ndend angesehen werden; vielmehr bleibt es auch in solchen F�llen erforderlich, zu pr�fen, ob das verbotene Gesch�ft - wirtschaftlich betrachtet - nachteilhaft war ( BVerfGE 126, 170 ).Dies �ndert aber nichts an der Verantwortung der Gerichte f�r die Auslegung und Anwendung des Strafrechts (vgl. BVerfGE 126, 170 ), die vom Bundesverfassungsgericht grunds�tzlich nur im Hinblick auf die Verletzung spezifischen Verfassungsrechts �berpr�ft werden.Das Bundesverfassungsgericht kann danach eine Verletzung des Bestimmtheitsgebots des Art. 103 Abs. 2 GG nur in F�llen handgreiflicher Defizite bei der Auslegung und Anwendung von Strafrechtsnormen feststellen (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Die dabei vorgenommene Fallgruppenbildung dient nicht zuletzt der Konkretisierung des Nachteilsmerkmals und ist daher geeignet, den Anwendungsbereich des Untreuetatbestandes im Sinne des Bestimmtheitsgebots zu begrenzen (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Die mit einer Darlehensaufnahme begr�ndeten Zinsverpflichtungen k�nnen daher in verfassungsrechtlich zul�ssiger Weise als Nachteil im Sinne des � 266 Abs. 1 StGB gewertet werden, wenn der Kreditbetrag f�r den Kreditnehmer gemessen an den genannten Kriterien subjektiv wertlos ist (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Letzteres w�rde das Bestimmtheitsgebot verletzen, weil das Tatbestandsmerkmal des Nachteils unter Versto� gegen Art. 103 Abs. 2 GG in dem der Pflichtwidrigkeit aufgegangen w�re (vgl. BVerfGE 126, 170 ).Da beiden angegriffenen Entscheidungen im Umfang der Aufhebung gleicherma�en eine mit Art. 103 Abs. 2 GG nicht zu vereinbarende Anwendung des Untreuetatbestandes zugrunde liegt, gen�gt eine Beschr�nkung des Aufhebungsumfangs auf den Beschluss des Bundesgerichtshofs nicht (vgl. BVerfGE 126, 170 ; BVerfGK 14, 177 ).
BVerfG, 20.06.2012 - 2 BvR 1048/11 Vorbehaltene Sicherungsverwahrung (Abstandsgebot; Freiheitsgrundrecht: Freiheit …Das Bestimmtheitsgebot schlie�t die Verwendung wertausf�llungsbed�rftiger Begriffe bis hin zu Generalklauseln nicht aus (vgl. BVerfGE 11, 234 ; 28, 175 ; 48, 48 ; 92, 1 ; 126, 170 ).Der Gesetzgeber muss in der Lage bleiben, der Vielgestaltigkeit des Lebens Herr zu werden (vgl. zu Art. 103 Abs. 2 GG BVerfGE 28, 175 ; 47, 109 ; 126, 170 ).Dabei l�sst sich der Grad der f�r eine Norm jeweils erforderlichen Bestimmtheit nicht abstrakt festlegen, sondern h�ngt von den Besonderheiten des jeweiligen Tatbestandes einschlie�lich der Umst�nde ab, die zur gesetzlichen Regelung gef�hrt haben (BVerfGE 28, 175 ; 86, 288 ; 126, 170 ).Die Rechtsprechung ist zudem gehalten, verbleibende Unklarheiten �ber den Anwendungsbereich einer Norm durch Pr�zisierung und Konkretisierung im Wege der Auslegung nach M�glichkeit auszur�umen (zum an die Rechtsprechung gerichteten Pr�zisierungsgebot im Rahmen des Art. 103 Abs. 2 GG vgl. BVerfGE 126, 170 ).
BGH, 27.08.2010 - 2 StR 111/09 Beihilfe zur Untreue durch die F�hrung einer schwarzen Kasse im Ausland …aa) Die Sorgfaltsgeneralklauseln des Gesellschaftsrechts sind als Ankn�pfungspunkt zur Bestimmung einer Verm�gensbetreuungspflicht im Sinne des � 266 Abs. 1 StGB geeignet, weil durch fallgruppenspezifische Konkretisierung die Vorhersehbarkeit der Strafbarkeit im Regelfall gesichert ist (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u. a. - Absatz-Nr. 81 ff., 111 f., 128):.Ein eigener zivilrechtlicher Auszahlungsanspruch der T. GmbH/AG oder eines von ihr beherrschten Unternehmens gegen die kontof�hrende Bank bestand damit nicht; die Treugeberin h�tte allenfalls gegen T. pers�nlich oder dessen an der Einrichtung der schwarzen Kasse beteiligten Helfer vorgehen k�nnen (vgl. BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a. - Absatz-Nr. 126).Bei dieser Sachlage waren die ausgegliederten Verm�genswerte bereits zur Zeit ihrer �berf�hrung in die schwarze Kasse nicht nur im Sinne einer Verm�gensgef�hrdung in ihrem wirtschaftlichen Wert gemindert (vgl. zu diesem Begriff des Gef�hrdungsschadens zuletzt grundlegend BVerfG, Beschluss vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u. a. - Absatz-Nr. 137 ff.; s. auch Fischer NStZ-Sonderheft 2009, 8, 11 f.;… Perron in Sch�nke/Schr�der, StGB, 28. Aufl., � 266 Rn. 45c); sie waren vielmehr dem Zugriff der Treugeberin bereits endg�ltig entzogen.
BVerfG, 16.06.2011 - 2 BvR 542/09 Bestimmtheitsgebot (Blankettstrafgesetze und normative Tatbestandsmerkmale; …Art. 103 Abs. 2 GG enth�lt f�r die Gesetzgebung ein striktes Bestimmtheitsgebot sowie ein damit korrespondierendes, an die Rechtsprechung gerichtetes Verbot strafbegr�ndender Analogie ( BVerfGE 14, 174 ; 73, 206 ; 75, 329 ; 126, 170 ).Den Gerichten ist es verwehrt, die Entscheidung des Gesetzgebers zu korrigieren ( BVerfGE 92, 1 ; 126, 170 ).Sie m�ssen in F�llen, die vom Wortlaut einer Strafnorm nicht mehr gedeckt sind, zum Freispruch gelangen und d�rfen nicht korrigierend eingreifen (BVerfGE 64, 389 ; 126, 170 ).Dabei ist der m�gliche Wortlaut als �u�erste Grenze zul�ssiger richterlicher Interpretation aus der Sicht des Normadressaten zu bestimmen ( BVerfGE 71, 108 ; 82, 236 ; 92, 1 ; 126, 170 ).
OLG Celle, 23.08.2012 - 1 Ws 248/12 Weder Betrug noch Untreue durch dauerhaft hohe Kosten f�r Spendenwerbung einer …Denn Umfang und Grenzen der im Rahmen von � 266 Abs. 1 StGB strafrechtlich relevanten Pflichten richten sich nach dem zugrunde liegenden Rechtsverh�ltnis; es besteht eine Anbindung an die zivil- oder �ffentlichrechtlichen Grundlagen (BVerfGE 126, 170, 204; BGHSt 50, 331, 335;… Fischer � 266 Rn. 58;… SSW-Saliger, StGB � 266 Rn. 31 m.w.N.).Bei dessen Auslegung ist es von Verfassungs wegen geboten, die Anwendung des Untreuetatbestands auf F�lle klarer und deutlicher (evidenter) F�lle pflichtwidrigen Handelns zu beschr�nken (vgl. BVerfGE 126, 170, 210; BGHSt 43, 293, 297; 47, 148, 152; 47, 187, 197; 55, 288, 300).Allerdings gen�gt es von Verfassungs wegen nicht, dass eine Verm�gensgef�hrdung nicht ausgeschlossen werden kann; diese ist vielmehr konkret festzustellen und zu beziffern (BVerfGE 126, 170, 229).
BGH, 14.04.2011 - 2 StR 616/10 Schadensfeststellung beim Betrug bei betr�gerischer Kapitalerh�hung …Entsprechend der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Beschluss des 2. Senats - 2 BvR 2559/08, NJW 2010, 3209, 3220) ist dieser Minderwert konkret festzustellen und ggf. unter Beauftragung eines Sachverst�ndigen zur wirtschaftlichen Schadensfeststellung zu beziffern.Die Einsch�tzung von Risiken bei der Bewertung im Wirtschaftsleben ist jedoch kaufm�nnischer Alltag (vgl. im Zusammenhang mit der Bewertung von Forderungen BVerfG NJW 2010, 3209, 3219 f.; zu Anlagen auch BGHSt 53, 199, 203, jeweils mit weiteren Nachweisen).Entsprechend der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG, Beschluss des 2. Senats - 2 BvR 2559/08, NJW 2010, 3209, 3220) ist dieser Minderwert konkret festzustellen und ggf. unter Beauftragung eines Sachverst�ndigen zur wirtschaftlichen Schadensfeststellung zu beziffern.Die Einsch�tzung von Risiken bei der Bewertung im Wirtschaftsleben ist jedoch kaufm�nnischer Alltag (vgl. im Zusammenhang mit der Bewertung von Forderungen BVerfG NJW 2010, 3209, 3219 f.; zu Anlagen auch BGHSt 53, 199, 203, jeweils mit weiteren Nachweisen).
BVerfG, 27.01.2011 - 1 BvR 3222/09 Bauvertrag - BauFordSiG ist verfassungskonform!Die Vorschrift enth�lt unter anderem ein striktes Bestimmtheitsgebot f�r die Gesetzgebung sowie ein damit korrespondierendes, an die Rechtsprechung gerichtetes Verbot strafbegr�ndender Analogie (stRspr; vgl. BVerfG, Beschluss des Zweiten Senats vom 23. Juni 2010 - 2 BvR 2559/08 u.a. -, NJW 2010, S. 3209 m.w.N.).Bei der verfassungsgerichtlichen Pr�fung ist zu unterscheiden zwischen der Frage, ob ein gesetzlicher Straftatbestand hinreichend bestimmt ist, und der Pr�fung, ob eine bestimmte Auslegung dieses Straftatbestands durch die Strafgerichte den aus Art. 103 Abs. 2 GG folgenden Anforderungen gen�gt (vgl. beispielsweise BVerfGE 73, 206 ; 92, 1 ; BVerfG, NJW 2010, S. 3209 ).
BGH, 13.04.2012 - 5 StR 442/11 Strafrecht - Schadensberechnung bei t�uschungsbedingt gew�hrtem DarlehenHierbei k�nnen bank�bliche Bewertungsans�tze f�r Wertberichtigungen Anwendung finden, da die bei einem teilweisen Forderungsausfall notwendigen bilanziellen Korrekturen auch bei der Verm�gensschadensermittlung zu ber�cksichtigen sind (vgl. auch BVerfGE 126, 170, 226 ff.).Die Verlustwahrscheinlichkeiten d�rfen allerdings nicht so diffus sein oder sich in so geringen Bereichen bewegen, dass der Eintritt eines realen Schadens letztlich ungewiss bleibt (vgl. BVerfGE 126, 170, 229; BVerfG NJW 2012, 907, 916).Denn ist aufgrund der fehlenden Bonit�t des Schuldners und nicht ausreichender Sicherheiten konkret erkennbar, dass mit einem teilweisen Forderungsausfall zu rechnen ist, m�ssen entsprechende bilanzielle Korrekturen vorgenommen werden, die ihrerseits - ungeachtet der praktischen Schwierigkeiten ihrer Ermittlung - auch im Rahmen der Schadensberechnung zugrunde gelegt werden k�nnen (vgl. auch BVerfGE 126, 170, 226 ff.).Die Verlustwahrscheinlichkeiten d�rfen allerdings nicht so diffus sein oder sich in so geringen Bereichen bewegen, dass der Eintritt eines realen Schadens letztlich ungewiss bleibt (vgl. BVerfGE 126, 170, 229; BVerfG NJW 2012, 907, 916).
KG, 18.04.2012 - 3 Ws 213/12 Wiederaufnahmeverfahren
OLG Rostock, 27.09.2012 - I Ws 133/12 VG Frankfurt/Main, 20.08.2012 - 9 K 4663/11 Diskriminierende Altersgrenze in Hessen f�r den Ruhestands�bertritt
BGH, 11.01.2012 - 1 StR 585/11 Verwerfung der Revision als unbegr�ndet.
LG Bochum, 19.05.2011 - 12 KLs 35 Js 141/10 LG M�nster, 21.11.2011 - 15 Ns 45 Js 1413/08 LG M�nster, 21.11.2011 - 15 Ns 12/10 OLG Jena, 27.10.2010 - 1 Ws 323/10 Hinreichender Tatverdacht der Untreue
KG, 02.04.2012 - 161 Ss 30/12 � 261 StGB, � 266 StGB, � 14 Abs 1 Nr 1 StGB, � 27 Abs 2 …
LG L�beck, 30.09.2011 - 1 Ns 28/11 Was ist dejure.org?

References: Art. 103
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