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Timestamp: 2019-05-24 20:19:47+00:00

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BGH, 26.02.1987 - IX ZR 98/86 - dejure.org
https://dejure.org/1987,383
BGH, 26.02.1987 - IX ZR 98/86 (https://dejure.org/1987,383)
BGH, Entscheidung vom 26.02.1987 - IX ZR 98/86 (https://dejure.org/1987,383)
BGH, Entscheidung vom 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86 (https://dejure.org/1987,383)
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Schenkung unter der Auflage der Zahlung einer lebenslänglichen Rente an die Eltern - Übernahme einer selbstschuldnerischen Bürgschaft durch den Ehemann der Beschenkten - Auslegung als zeitlich nur durch den Tod der Rentengläubiger begrenzte Bürgschaft - Ausschluss der Bürgschaftsverpflichtung durch eine verminderte Zahlungsfähigkeit oder das Unvermögen der Hauptschuldnerin - Grundsatz der Akzessorietät der Bürgschaft - Voraussetzungen eines Wegfalls der Geschäftsgrundlage - Wegfall der Haftung des Bürgen bei der Scheidung der Ehe
Kein Wegfall der Geschäftsgrundlage einer Bürgschaft für die Schulden des Ehegatten gegenüber dessen Verwandten bei Scheitern der Ehe
Denn für den Inhalt einer Vereinbarung ist der übereinstimmende Wille der Parteien maßgebend, auch wenn er in ihren Erklärungen keinen oder nur einen unvollkommenen Niederschlag gefunden hat (vgl. u.a. BGHZ 20, 109, 110; 71, 243, 247;… BGH, Urt. v. 1. Oktober 1987 - IX ZR 117/86, WM 1987, 1520, 1522; Urt. v. 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86, WM 1987, 659, 660).
Allerdings kommt bei einer Haftungsvereinbarung für fremde Schulden ein Wegfall der Geschäftsgrundlage nur ganz ausnahmsweise in Betracht; denn der Verpflichtete übernimmt hier in der Regel schlechthin und uneingeschränkt das Risiko, daß der Schuldner bei Fälligkeit der Schuld nicht leistungsfähig ist (…BGH, Urt. v. 9. Oktober 1974 - VIII ZR 190/73, WM 1974, 1127, 1128; BGHZ 88, 185, 191 [BGH 14.07.1983 - IX ZR 40/82]; BGH, Urt. v. 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86, NJW 1987, 1629, 1630; v. 17. März 1994 - IX ZR 174/93, NJW 1994, 2146, 2147).
Das käme nur dann in Betracht, wenn ein übereinstimmender Wille der Parteien vorhanden gewesen wäre, die Bürgschaft für den Unternehmenskredit an den Fortbestand der Ehe zu knüpfen (vgl. Senatsurt. v. 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86, NJW 1987, 1629, 1630).
Ein übereinstimmender Wille der Vertragspartner ist nämlich rechtlich auch dann allein für die Auslegung maßgebend, wenn er im Inhalt der Erklärung keinen oder nur einen unvollkommenen Ausdruck gefunden hat (vgl. Senatsurt. v. 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86, WM 1987, 659, 660).
Die bleibende Zahlungsfähigkeit des Hauptschuldners kann als das verbürgte Risiko selbst in aller Regel nicht Geschäftsgrundlage der Bürgschaft sein (Senatsurt. v. 26. Februar 1987 - IX ZR 98/86, ZIP 1987, 774; v. 28. April 1988 - IX ZR 127/87, NJW 1988, 2173, 2174 unter 2 a;… Staudinger/Horn, BGB 12. Aufl. § 765 Rdn. 64; vgl. auch BGHZ 107, 92, 104; Senatsurt. v. 15. Oktober 1987 - IX ZR 218/86, WM 1987, 1420 f; v. 22. Oktober 1987 - IX ZR 267/86, WM 1987, 1481, 1483), sondern allein Gegenstand besonderer vertraglicher Absprachen werden (zur Möglichkeit einer rechtsmißbräuchlichen Inanspruchnahme vgl. ferner Senatsurt. v. 4. Juni 1987 - IX ZR 123/86, ZIP 1987, 1035, 1036 f).
Die Namhaftmachung des Verkäufers ist jedoch dann entbehrlich, wenn bei Mitteilungen der Angaben über das Objekt keine weiteren Nachforschungen zur Feststellung des Verkäufers erforderlich sind, etwa weil die Anschrift des Verkäufers mit der örtlichen Bezeichnung des Grundstücks übereinstimmt (vgl. etwa BGH NJW 1987, 1629; OLG Frankfurt/M. NJW-RR 1986, 352; OLG Düsseldorf NJW-RR 1999, 350).
Nach der Rechtsprechung des BGH, der sich der Senat anschließt, ist die Namhaftmachung des Verkäufers dann nicht erforderlich und für den Provisionsanspruch unschädlich, wenn es dem - noch unentschlossenen - Kunden zunächst auf die Person des Verkäufers gar nicht ankommt und er später den Hauptvertrag - am Makler vorbei - abschließt (vgl. BGH NJW 1987, 1629; vgl. auch BGH WM 1984, 560).
Demjenigen, der im Hause seiner Schwiegermutter auf seine Kosten eine Wohnung für seine Familie ausgebaut hatte, oder der sich bei den Verwandten seiner Ehefrau für deren Schulden verbürgt hatte, wurde das Recht zur Berufung auf den Wegfall der Geschäftsgrundlage nicht zuerkannt (BGH Urteile vom 10.10.1984 und 26.2.1987 - VIII ZR 152/83 und IX ZR 98/86 - NJW 1985, 313 [BGH 10.10.1984 - VIII ZR 152/83] und 1987, 1629 = WM 1984, 1613 und 1987, 659 = LM BGB § 598 Nr. 5 und § 765 Nr. 50).
In der Regel gehört dazu, dass der Makler seinem Kunden den Vertragspartner für das gewünschte Geschäft benennt (BGH NJW 1987, 1629; 1999, 1256).
Eine Störung der Geschäftsgrundlage - so sie denn vorliegt - ist nämlich nur dann erheblich, wenn das Festhalten am Vertrag ein Verstoß gegen Treu und Glauben wäre (…so BGH, Urt. v.15.1.1969 - VII ZR 239/66 - = WM 1969, 496 (499)), wenn einer Vertragspartei die Erfüllung des Vertrages auf der bisherigen Basis nicht mehr so zugemutet werden könnte (…so BAG, Urt. v. 17.3.1982 - 5 AZR 1047/79 - = AP Nr. 33 zu § 612 BGB ), wenn das Festhalten am Vertrag für ihn zu einem unzumutbaren Opfer würde (…so BAG, Urt. v.14.2.1956 - 1 AZR 279/54 - = AP Nr. 1 zu § 242 BGB Geschäftsgrundlage) bzw. wenn das Festhalten am Vertrag für die betroffene Partei zu untragbaren, mit Recht und Gerechtigkeit schlechterdings nicht mehr zu vereinbarenden Ergebnissen führen würde (…so BGH, Urt. v.29.4.1982 - III ZR 154/80 - = BGHZ 84, 1 [9]; BGH, Urt. v.26.2.1987 - IX ZR 98/86 - = FamRZ 1987, 568 (570)).

References: § 765
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 598
 § 765
 § 612
 § 242