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Timestamp: 2019-12-09 07:47:39+00:00

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Raphael Kühner, Friedrich Blass, Ausführliche Grammatik der Griechischen Sprache, chapter 128
[*] 128. 4) Substantive auf eu/-s, au=-s, ou=-s.
δ, König. ὁ, Fischer. ὁ, ἡ, Rind. ἡ, alte Frau.
S. N. βασιλεύς ἁλιεύς βοῦς, bōs γραῦς
G. βασιλέ-ως ἁλιέως, strengatt. ἁλιῶς βο-ός, bŏv-is γρᾶ-ός
D. βασιλεῖ ἁλιεῖ βο-ΐ, bŏv-i γρᾶ-ΐ
A. βασιλέ-ᾶ ἁλιέᾶ, strengatt. ἁλιᾶ βοῦ-ν γραῦ-ν
V. βασιλεῦ ἁλιεῦ βοῦ γραῦ
P. N. βασιλῆς, neuatt. βασιλεῖς ἁλιῆς, neuatt. εῖς βό-ες γρᾶ-ες
G. βασιλέ-ων ἁλιέων, strengatt. ἁλιῶν βο-ῶν, bŏ-um γρᾶ-ῶν
D. βασιλεῦσι（ν） ἁλιεῦσι（ν） βου-σί（ν） γραυ-σί（ν）
A. βασιλέ-ᾶς (spät-att. εῖς） ἁλιέᾶς, strengatt. ἁλιᾶς βοῦς γραῦς
V. βασιλῆς, εῖς ἁλιῆς, εῖς βό-ες γρᾶ-ες
D. βασιλῆ ἁλιῆ βό-ε γρᾶ-ε
βασιλέ-οιν ἁλιέοιν βο-οῖν γρᾶ-οῖν.
So: ἱππεύς, Reiter, ἱερεύς, Priester, νομεύς, Hirte u. a.; nach ἁλιεύς nur Wörter, in denen vor der Endung ευς ein Vokal steht: ὁ ἀγυιεύς, Altar vor der Hausthür (G. ἀγυιῶς, A. ἀγυιᾶ, Pl. A. ἀγυιᾶς), ὁ πολιεύς, Beschützer der Stadt (G. πολιῶς C. I. A. I, 155, 8. 157, b, 9. 158, a, 8), Παιανιεύς (Παιανιῶν Inschr.), Πειραιεύς (Πειραιῶς, Πειραιᾶ), Μηλιεύς (Μηλιῶς, Μηλιᾶ A. Pers. 486, S. Phil. 4, Ar. Lys. 1169), Πλαταιεύς (Πλαταιῶν Aesch. Pers. 817, Πλαταιᾶς), Εὐβο（ι）εύς u. a. Es ist dies die im 5. Jahrhundert, der Zeit des reinen und ungemischten Atticismus, nach dem Zeugnisse der Grammatiker (Thom. Mag. 278, Moeris Πειραιῶς) und Inschriften herrschende und darum auch bei Thucydides mit Recht überall hergestellte Bildungsweise.1) Meisterhans S. 111^{2} (der indes nach O. Riemann auf Grund von Ὀαέως C. I. A. I, 318, 8 die Regel auf vorausgehendes ι beschränkt).2) Ἐρετριᾶς, Ἱσστιαιᾶς auch e. ion. Inschr. v. Eretria. — Nach βοῦς geht nur noch ὁ χοῦς (s. § 139) u. b. Spät. ὁ ἡ ῥοῦς, Essigbaum, Lob. Phryn. 87; nach γραῦς nur ἡ ναῦς, das jedoch mehrfach unregelmässig ist, s. § 130.
Anmerk. 1. Im 4. Jahrh., besonders in der 2. Hälfte, kommen bei vorhergehendem Vokal inschriftlich häufig die offenen Formen vor, weshalb auch bei Schriftstellern dieser Zeit die Durchführung der Kontraktion ihre Bedenken hat, je jünger ein Autor ist, desto mehr. Handschriftlich überliefert ist viel derart, als Thuc. 4.64 Δωριέα und Δωριέως. 100 Μηλιέως (aber 8, 3 richtig Μηλιῶς). 6, 3, 1 Θεσπιέων; Isocr. Phil. § 103 Ἰδριέα; Dem. de cor. § 234. 237 f. Εὐβοέας. 95 Εὐβοέων; X. H. 4.2.20 Θεσπιέας. 4, 8, 25 Στειριέα. 5. 4, 10 Πλαταιέας. 42 Θεσπιέων. 6. 3, 1 Πλαταιέας, Θεσπιέας, Πλαταιέας, Θεσπιέων; Hyperid. Euxen. col. 19, 20 Πειραιέως. 38, 26 Ἁζηνιέα. Vgl. Voemel, Dem. cont. p. 56 f. — Von ἁλιεύς findet sich ἁλιῶς Pherecrat. Bk. An. I, 383 (frg. 200 K., vgl. Bergk, reliq. com. Att. p. 297), ἁλιέας Antiphan. 190 K., ἁλιᾶς Herodian I, 430. Bei Späteren ist eigentümlich die Verwandlung des ι in ε vor folgendem ει = i, zu vgl. mit πτόλεϊ u. dergl. § 127, 2, als ἁλεεῖς Ev. Marc. 1, 16 f.
Anmerk. 2. Die Länge des α im Akk. S. und Pl. derer auf εύς (s. Pierson ad Moer. p. 192 und 204) ist wie das ω des Genetivs (§ 40) aus metath quantitatis zu erklären: ῆα ῆας ῆος wurden εᾶ εᾶς εως; vgl. auch Anm. 5. Doch findet sich das α im Akk. S. in der Sprache der Tragiker, aber nur selten, kurz gebraucht. Eur. Hec. 882 φονέα^, ebenso El. 599. 763. In der κοινή war diese Verkürzung im Sing. u. Plur. gewöhnlich, s. Moeris p. 5. 192. 204, und sie stellt sich auch schon in der mittleren attischen Komödie ein, Rutherford Phryn. 234, als γονέα^ς Antiphan. frg. 261 Kock.
Anmerk. 3. Die von Thom. M. p. 115 und im Lex. Seguer. p. 87 getadelte kontrahierte Form des Akk. Pl. auf εῖς st. έᾶς von den Wörtern auf εύς findet sich auf attischen Inschriften in der That erst seit etwa 307 v. Chr., und ist daher aus den Texten der älteren Attiker überall zu beseitigen; in den Handschriften steht sie mehrfach, als: ἱππεῖς Andoc. I, 45. III, 5 (aber § 7 ἱππέας). Dem. de cor. 151 Ἀμφισσεῖς. 234 Μεγαρεῖς (aber 237 Μεγαρέας). βασιλεῖς Xen. Comm. 3. 9, 10. γονεῖς 2. 2, 14. Lycurg § 15. 96. 97 (aber γονέας § 94). [Isokr.] Demon. § 14 und 16 (aber γονέας Paneg. § 111 u. s.).3)
Anmerk. 4. Die Homerische Genetivform auf έος st. έως kommt höchst selten bei den attischen Tragikern vor, als: Eur. Ion 1082 im Ch. Νηρέος; die alte Form auf ῆος desgl. höchst selten: Ἀχιλῆος Eur. I. T. 436 Ch.; ferner ῆες ῆας Eur. Ph. 829 Ch. Andr. 1024. Ch. βασιλῆασ-ες; οἰκῆος wird in einem Citate aus Solons Gesetzen Lys. 10.19 gelesen. — Die kontrahierte Akkusativform auf η_ st. έᾶ ist in der κοινή nicht selten, als βασιλῆ Dittenb., Syll. nr. 165 (Teos), ἱερῆ öfter, γραμματέα und -τῆ Inschr. aus Kleinasien, Bull. de corr. hell. XII, 88. 204. Häufiger noch ist sie im späteren Dorismus, § 128 b, 3; sie findet sich indes schon bei Homer vereinzelt, und so auch bei att. Tragg., als: Eur. Rh. 708 Ὀδυσσῆ. Phaeth. fr. 781, 24 βασιλῆ. El. 439 Ἀχιλῆ. Alc. 25 ἱερῆ.
Anmerk. 5. Der Nom. und Vok. Pl. gehen bei den älteren Attikern auf ῆς aus, das aus der alten Form ῆες entstanden ist, und zwar durch έης hindurch, welche Form sich noch auf attischen Inschriften einzeln findet, als ἱππέης (s. Dittenberger, Hermes XVII, 38 ff.). Dies εης ist genau analog zu έως, έᾶ, έᾶς; dagegen έες (von 350 ab nicht ganz selten auf Inschr.) und das daraus kontrahierte εῖς zu έα^, έα^ς (oben Anm. 2). Die Form ῆς ist auf den att. Inschr. bis gegen 350 vorherrschend, verschwindet um 325; εῖς zeigt sich 378 zuerst, seit 350 ist es häufig, allein vorkommend seit 329. Meisterhans 110^{2}. Darnach versteht es sich, dass für die Tragiker, Aristophanes, Thucydides, Platon u. A. ῆς allein zulässig ist, wie auch die Hdschr. es wenigstens z. T. bewahrt haben.4) Dagegen bei Demosthenes, Aeschines u. s. w. ist von der alten Form keine Spur mehr vorhanden, und wir dürfen sie auch nicht einführen wollen. Im Akk. Plur. aber steht ῆς auf derselben Stufe wie η_ im Akk. Sg.; also zwar Soph. Ai. 390 τοὺς βασιλῆς Herodian I, 430. II, 324. 638. 677, aber τοὺς νομῆς X. Cyr. 1. 1, 2, was Choerob. von sich dem Beisp. Herodians hinzufügt (s. das. II, 324. 677), muss der besseren Lesart νομέας weichen, obwohl auch Helladius b. Phot. Bibl. 533 b 29 Bk. νομεῖς bezeugt und dem X. als Verstoss anrechnet (s. Ddf. z. St.); ἱππῇς oder ἱππεῖς haben die Hdschr. auch Hellen. 3. 4, 14. 20, Πλαταιῆς und -έας Thuc. 2.76. — Der aufgelöste Nom. τοκέες (oder τοκέης?) Aesch. P. 63. 580, (βασιλέες Sept. 804); Θησέες Plat. Theaet. 169, b (Θησέης?). — Der Dat. Plur. auf -έσι wird aus Callimachos angeführt (δρομέσι in einer Überschrift), Herodian II, 663; vgl. τοκέσι späteres att. Epigr. C. I. Gr. l, 948 = Kaibel 116; Lob. Phryn. 69. — Für den N. A. Du. wird βασιλῆ gelehrt, Herod. L. II, 677. 711. 756, wozu das Beisp. τὼ πρεσβῆ (§ 126, Anm. 4) stimmt; auch ist dies die zu βασιλῆς einzig analoge Bildungsweise, während zu dem neuattischen βασιλεῖς eine Dualform kaum mehr gebildet wurde. Der Gen. βασιλέοιν (Aesch. Sept. 820) fällt insofern aus der Analogie heraus, als nach βασιλέως u. s. w. βασιλέῳν zu erwarten wäre.
Anmerk. 6. Von βοῦς und γραῦς wird der Nom. Pl. nicht kontrahiert; doch soll nach Thom. M. p. 55 Aristophanes aus Versnot (ἀναγκασθείς) einmal βοῦς st. βόες gesagt haben (vgl. Herodian II, 336. 706); so auch Xen. Cyr. 4. 1, 9 in Guelf. und Par., s. Bornem. ed. Lips. Der Gen. βοῦ wird aus Aeschylus und Sophokl. Inach. (fr. 277 D) angeführt, Choer. Hd. II, 704, d. Akk. βόα aus Pherekyd. Athen. (das. 705 f. 337); dann findet er sich bei dem Dichter Philippos (um 50 n. Chr.) in
Anth. Pal. IX, 255; über βῶν, βόεσσι, βόας b. Hom. s. § 128 b, 4. Von γραῦς soll nach Thom. M. p. 72 (vgl. Hd. II, 315) der Nom. Pl. γρᾶες nur poetisch sein und γραῦς pros.; aber Moschop. p. 162 lehrt, γρᾶες werde im Nom., γραῦς im Akk. gesagt; auch findet sich der N. Pl. γραῦς nirgends.5)
Anmerk. 7. Man vergleiche mit der Dekl. von γραῦς die indische von nâu-s (= ναῦ-ς): G. nân-as, Lok. nâv-i, Akk. nâv-am, V. nâu-s, Pl. nâv-as, G. nân-âm, D. nâu-śu, Akk. nâv-as, und mit der von βοῦς die indische von gâu-s (= βοῦς), G. găv-as, L. găv-i u. s. w., aber Akk. ohne u (υ） gâm, vgl. griech. βῶν § 128^{b}, 4; ΒΟΝ und ΒΟΥΝ altattisch, wovon indes ersteres wohl nur ungenaue Schreibung ist. Wackernagel, K. Z. 29, 141.6)
1 v. Bamberg, Zeitschr. f. G.-W. 1882, Jahresber. S. 200, 1886 Jahresb. S. 24 f. (nach O. Riemann). Anders Stahl, Qu. gramm. ad Thucyd. pert. (Progr. Köln 1872) p. 12 f., der dem Thuc. beiderlei Formen belässt.
2 Dieses Ὀαεύς steht indes selbst für Ὀαιεύς; also strengattisch zwar Πειραιῶς Πειραιᾶ, aber Πειραέως Πειραέα??
3 S. Bremi, Excurs. II ad Isocr. (bei Isocr. 16 mal έας, 4 mal εῖς überliefert, wovon 2 mal in der unechten 1. Rede). Kühner ad Xen. Comm. 2. 2, 14. Anab. 1. 5, 13.
4 Vgl. Lobeck ad Soph. Ai. 188; Poppo ad Thuc., T. I, p. 221 sq. und 471 sqq.; Schneider ad Pl. Civ. T. I, p. 157.
5 Vgl. Pierson ad Moerid. 110 sq.
6 S. Bopp, V. Gr. §§ 123. 124.

References: § 139
 § 130
 § 103
 § 234
 § 127
 § 7
 § 15
 § 94
 § 14
 § 111
 § 128
 § 128
 § 128