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Timestamp: 2017-08-22 16:41:38+00:00

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Fallbeispiel Uniklinik Dresden | TÜV SÜD GRUPPE
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Fallbeispiel Uniklinik Dresden
Referenzprojekt: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Von dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und OncoRay wurde in Dresden ein gemeinsames Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie (OGZ) errichtet. In diesem Neubau ist ein Protonentherapiesystem (PTS) für die Strahlentherapie untergebracht. Hier werden Patienten mittels der Photonen- oder Elektronenstrahlung konventioneller medizinischer Linearbeschleuniger und seit Dezember 2014 auch mittels Protonenstrahlung behandelt.
Bei der Erzeugung und Anwendung von Protonen zur Strahlentherapie ist es erforderlich, dass die Umgebung vor der dabei entstehenden Neutronen- und Photonenstrahlung ausreichend abgeschirmt wird. Räume für Strahlerzeugung und Transport sowie die Bestrahlungsräume sind durch speziell dimensionierte Strahlenschutzwände einzuhausen. Auch ist die Ableitung der aktivierten Fortluft zu überwachen und zu bilanzieren. Die technische Gebäudeausrüstung (TGA) übernimmt bei der Anlage sicherheitstechnische Funktionen zur Gewährleistung des Strahlenschutzes.
Für die Errichtung der Protonenbeschleunigeranlage wurde TÜV SÜD zunächst mit der gutachterlichen Tätigkeit nach § 20 AtG beauftragt. Dies umfasste die Prüfung der Erfüllung der Genehmigungsvoraussetzungen gemäß § 13 Abs. 3 - 5 StrlSchV. Um die genehmigungskonforme Installation der TGA sowie Errichtung und Inbetriebnahme des Protonentherapiesystems (PTS) sicher zu stellen, erfolgte zudem ab Ende 2012 die Beauftragung der Qualitätssicherung für diese Projektphasen. Nach Abschluss der Errichtung der Anlage sollte eine Bewertung des baulichen Strahlenschutzes der Beschleunigeranlage und eine Prüfung auf sicherheitstechnische Funktion, Sicherheit und Strahlenschutz durchgeführt werden.
Zunächst wurden die Unterlagen zum Genehmigungsantrag und ihre Konformität mit den gesetzlichen Regelungen und aktuellen Normen durch TÜV SÜD-Sachverständige geprüft. Im Rahmen der Qualitätssicherung wurde die Durchführung von Arbeiten an Installationen in Übereinstimmung mit den TGA-Montageplänen kontrolliert und die Abnahmeprüfungen strahlenschutzrelevanter Systeme begleitet. In dieser Projektphase halfen die Strahlenschutz-Experten von TÜV SÜD bei der Klärung offener Fragen und in Abstimmung mit der Bauleitung und dem Strahlenschutzbeauftragten bei der Einleitung von Gegenmaßnahmen zum Abstellen von Abweichungen.
Vor und während der Inbetriebnahme der Protonenanlage begleiteten die TÜV SÜD-Sachverständigen Tests und überprüften die Dokumentation dieser und weiterer Tests. Zur Bewertung des baulichen Strahlenschutzes wurden an allen relevanten Punkten innerhalb und außerhalb des Gebäudes Messungen der Photonen- und Neutronen-Ortsdosisleistung durchgeführt. Dabei wurden jeweils der Betriebsmodus und die Strahlrichtung der Protonenanlage gewählt, welche am betreffenden Messort zur höchsten Strahlenexposition führen.
Um die Erfüllung der nach § 66 Abs. 2 StrlSchV vorgegebenen Prüfungen zu ermöglichen, wurden die Vorlagen der vorhandenen Prüfberichte an die Protonenanlage angepasst und erweitert. Dies erfolgte auch für die neue Vorlage für medizinische Elektronenbeschleuniger mit dem neuen Musterpatientenverfahren. Schließlich wurden diese Prüfberichte Punkt für Punkt zusammen mit dem Betreiber und dem Hersteller der Anlage in jeweils über mehrere Tage andauernden Prüfungen abgearbeitet.
Die gutachterliche Stellungnahme von TÜV SÜD war ein wichtiger Grundstein für die Errichtung der Protonentherapieanlage. Die Begutachtung der baulichen Strahlenschutzmaßnahmen, insbesondere die Dimensionierung der Bunkerwände zeigte, dass die Schutzvorschriften grundsätzlich eingehalten werden.
Durch die qualitätssicherenden Sachverständigenleistungen für die TGA und das Protonentherapiesystem konnten Abweichungen zeitnah erkannt und abgestellt oder als nicht strahlenschutzrelevant eingestuft und genehmigungskonform dokumentiert werden. Die durchgeführten Ortsdosisleistungsmessungen und deren Bewertung erbrachten den Nachweis über die Eignung des baulichen Strahlenschutzes des Baukörpers der Protonenanlage und die Einhaltung der gesetzlichen Forderungen.
Die Sachverständigenprüfungen nach § 66 Abs. 2 StrlSchV bildeten die Grundlage für die Aufnahme des Patientenbetriebs. Die Empfehlungen in den Prüfberichten dienten dabei der weiteren Verbesserung von Sicherheit und Strahlenschutz.
OncoRay – Gemeinsames Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Medizin, Strahlentherapie
Jahr/ Zeitraum:
2011 und 2012 - 2014
Protonentherapiesystem mit Zyklotron (isochron, Energie: 230 MeV)
Beamline mit Energieeinstellvorrichtung (Degrader: 70 – 230 MeV)
Patienten-Bestrahlungsplatz mit Gantry und In-Room-CT
Experimentierplatz mit fester Strahlrichtung im alternierenden Betrieb
Projektbegleitung von der Gutachterliche Stellungnahme für die Errichtung bis zur finalen Prüfung vor der Aufnahme des Patientenbetriebs.
Gutachterliche Tätigkeit nach § 20 AtG
Qualitätssicherung TGA
Qualitätssicherung bei der Errichtung und Inbetriebnahme des PTS
Ortsdosisleistungsmessungen
Überprüfung und Bewertung des baulichen Strahlenschutzes
Sachverständigenprüfung nach § 66 Abs. 2 StrlSchV
Erfüllen der gesetzlichen Forderungen und Nachweis, dass der Strahlenschutz ausreichend gegeben ist. Die Anlagen konnte planmäßig in Betrieb genommen und der Strahlenschutz verbessert werden.
Kunden-/ Behördenstimmen
"TÜV SÜD hat unser Vorhaben über die ganze Zeit kompetent und mit hoher flexibler örtlicher Präsenz begleitet."
Stefan Pieck (Wissenschaftlicher Koordinator, OncoRay)
"Vom Aushub der Baugrube bis zum ersten Patienten vergingen nur dreieinhalb Jahre, was u. a. durch das fachkundige Mitwirken von TÜV SÜD erreicht werden konnte."
Hendrik Neuhäuser (Strahlenschutzbevollmächtigter des Universitätsklinikums C. G. Carus Dresden)
"Im strahlenschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren haben wir es aufgrund der sehr komplexen Materie für notwendig erachtet, einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Als in Sachsen für die Prüfung von Sicherheit, sicherheitstechnischer Funktion und Strahlenschutz an Beschleunigern behördlich bestimmt und mit der uns bekannten Sachkenntnis an hochenergetischen Teilchenbeschleunigern und bei der Bauüberwachung in Strahlenschutzprojekten hat sich dafür die TÜV Süd Industrie Service GmbH empfohlen. Unsere Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt."
Thomas Philipp (Referent Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie)
Uniklinik Dresden: Gutachterliche Stellungnahme zum baulichen Strahlenschutz sowie Bauüberwachung zur Errichtung eines Protonentherapiesystems [ PDF 437 kB ]

References: § 20
 § 13
 § 66
 § 66
 § 20
 § 66