Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.03.2015&Aktenzeichen=VI%20ZB%2071/14
Timestamp: 2020-04-09 08:19:52+00:00

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BGH, 03.03.2015 - VI ZB 71/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,5758
BGH, 03.03.2015 - VI ZB 71/14 (https://dejure.org/2015,5758)
BGH, Entscheidung vom 03.03.2015 - VI ZB 71/14 (https://dejure.org/2015,5758)
BGH, Entscheidung vom 03. März 2015 - VI ZB 71/14 (https://dejure.org/2015,5758)
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§ 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § ... 522 Abs. 1 Satz 4, § 238 Abs. 2 Satz 1 ZPO, § 574 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 ZPO, Art. 103 Abs. 1 GG, Art. 2 Abs. 1 GG, § 522 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 130 Nr. 6, § 519 Abs. 4 ZPO, § 130 Nr. 6 ZPO, § 519 Abs. 4, § 577 Abs. 4 Satz 1 ZPO, § 234 Abs. 3 ZPO
§ 85 Abs 2 ZPO, § 130 Nr 6 ZPO, § 519 Abs 4 ZPO, Art 2 Abs 1 GG, Art 20 Abs 3 GG
Anforderungen an die anwaltliche Unterzeichnung der Berufungsschrift und der Berufungsbegründungsschrift: Übliche Verwendung eines vereinfachten, nicht lesbaren Namenszuges durch den Berufungsanwalt; Hinweispflicht des Berufungsgerichts bei beabsichtigter Beanstandung ...
Zivilprozessrecht - Unterschrift, unleserliche - Wirksamkeit
Anerkennung eines vereinfachten und nicht lesbaren Namenszugs als Unterschrift bei der Berufungsbegründung
Vertrauensschutz für über längere Zeit als Unterschrift anerkannter vereinfachter und nicht lesbarer, aber charakteristischer Namenszug
Zur Anerkennung eines vereinfachten und nicht lesbaren Namenszugs als Unterschrift
Zum verfassungsrechtlich gebotenen Vertrauensschutz, wenn das Gericht einen über längere Zeit als Unterschrift anerkannten vereinfachten und nicht lesbaren Namenszug nicht mehr als ordnungsgemäße Unterschrift hinnehmen will
Anwalt muss Berufung nicht in Schönschrift unterschreiben
ZPO § 85 Abs. 2; ZPO § 130 Nr. 6; ZPO § 519 Abs. 4
Stellt ein vereinfachter und nicht lesbarer Namenszug eine Unterschrift dar?
Sauklaue des Rechtsanwalts
Die unleserliche Unterschrift unter den Berufungsschriftsätzen
Zur nicht lesbaren Unterschrift des Rechtsanwalts
Auch vereinfachte und nicht lesbare Namenszüge können als Unterschrift anerkannt werden
Unterschrift auch in Form eines vereinfachten und nicht lesbaren Namenszugs
Anwalt kann auch mit "Sauklaue" Schriftsatz rechtswirksam unterschreiben
Kein Zwang zum Schönschreiben
Anwalt darf Sauklaue haben
Stellt ein vereinfachter und nicht lesbarer Namenszug eine Unterschrift dar? (IBR 2015, 339)
LG Hamburg, 30.11.2012 - 332 O 297/10
OLG Hamburg, 03.11.2014 - 5 U 213/12
NJW-RR 2015, 699
ZIP 2015, 1704 (Ls.)
MDR 2015, 606
FamRZ 2015, 854
VersR 2015, 1045
WM 2015, 1081
AnwBl 2015, 527
AnwBl Online 2015, 285
Zu den Anforderungen an eine Unterschrift im Sinne des § 130 Nr. 6 ZPO (im Anschluss an BGH, Beschluss vom 3. März 2015, VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045).
Unter diesen Voraussetzungen kann selbst ein vereinfachter und nicht lesbarer Namenszug - anders als eine dem äußeren Erscheinungsbild nach bewusste und gewollte Namensabkürzung (vgl. BGH…, Beschluss vom 11. April 2013 - VII ZB 43/12, NJW 2013, 1966 Rn. 8; Urteil vom 10. Juli 1997 - IX ZR 24/97, VersR 1998, 340, jeweils mwN) - als Unterschrift anzuerkennen sein, wobei insbesondere von Bedeutung ist, ob der Unterzeichner auch sonst in gleicher oder ähnlicher Weise unterschreibt (Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 8 mwN;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 7;… vom 16. Juli 2013 - VIII ZB 62/12, NJW-RR 2013, 1395 Rn. 11, jeweils mwN).
In Anbetracht der Variationsbreite, die selbst Unterschriften ein und derselben Person aufweisen, ist jedenfalls bei gesicherter Urheberschaft bei den an eine Unterschrift zu stellenden Anforderungen ein großzügiger Maßstab anzulegen (Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 8 mwN;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 7;… vom 16. Juli 2013 - VIII ZB 62/12, NJW-RR 2013, 1395 Rn. 12).
Zugleich soll sichergestellt werden, dass es sich bei dem Schriftstück nicht nur um einen Entwurf handelt, sondern dass es mit Wissen und Willen des Berechtigten dem Gericht zugeleitet worden ist (Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 7;… BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 7 mwN;… vom 26. Oktober 2011 - IV ZB 9/11, juris Rn. 6 mwN).
Die hierfür erforderlichen Feststellungen trifft der Senat selbständig ohne Bindung an die Ausführungen des Berufungsgerichts (Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 10 mwN;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 8;… vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 9).
Es hat aber nicht hinreichend beachtet, dass für die Frage, ob eine formgültige Unterschrift vorliegt, nicht die Lesbarkeit oder die Ähnlichkeit des handschriftlichen Gebildes mit den Namensbuchstaben entscheidend ist, sondern es darauf ankommt, ob der Name vollständig, wenn auch nicht unbedingt lesbar, wiedergegeben wird (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 11; BGH…, Beschluss vom 9. Februar 2010 - VIII ZB 67/09, juris Rn. 11, jeweils mwN).
Für seine Urheberschaft spricht nicht nur die maschinenschriftliche Namenswiedergabe nebst Berufsbezeichnung (vgl. hierzu Senatsbeschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 13;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 8;… vom 27. September 2005 - VIII ZB 105/04, VersR 2006, 1661 Rn. 9).
BGH, 22.10.2019 - VI ZB 51/18
Anforderungen an die formgültige Unterschrift einer Berufungsbegründung; …
Zugleich soll sichergestellt werden, dass es sich bei dem Schriftstück nicht nur um einen Entwurf handelt, sondern dass es mit Wissen und Willen des Berechtigten dem Gericht zugeleitet worden ist (…Senatsbeschlüsse vom 29. November 2016 - VI ZB 16/16, VersR 2017, 506 Rn. 8 und vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 7;… BGH, Beschlüsse vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 7 …und vom 26. Oktober 2011 - IV ZB 9/11, juris Rn. 6, jeweils mwN).
Die hierfür erforderlichen Feststellungen trifft der Senat selbständig ohne Bindung an die Ausführungen des Berufungsgerichts (…Senatsbeschlüsse vom 29. November 2016 - VI ZB 16/16, VersR 2017, 506 Rn. 10 und vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 10;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 8 …und vom 26. April 2012 - VII ZB 36/10, NJW-RR 2012, 1140 Rn. 9).
bb) Die Berufungsbegründung ist - was auch das Berufungsgericht nicht in Frage stellt - handschriftlich mit einem Schriftzug unterzeichnet, der individuelle und entsprechend charakteristische Merkmale aufweist (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 29. November 2016 - VI ZB 16/16, VersR 2017, 506 Rn. 7 und vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 8 mwN;… BGH, Beschlüsse vom 9. Juli 2015 - V ZB 203/14, NJW 2015, 3104 Rn. 7 …und vom 16. Juli 2013 - VIII ZB 62/12, NJW-RR 2013, 1395 Rn. 11, jeweils mwN).
Für die Frage, ob eine formgültige Unterschrift vorliegt, ist aber nicht die Lesbarkeit oder die Ähnlichkeit des handschriftlichen Gebildes mit den Namensbuchstaben entscheidend, sondern es kommt darauf an, ob der Name vollständig, wenn auch nicht unbedingt lesbar, wiedergegeben wird (…vgl. hierzu Senatsbeschlüsse vom 29. November 2016 - VI ZB 16/16, VersR 2017, 506, Rn. 12; vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 11; BGH…, Beschluss vom 9. Februar 2010 - VIII ZB 67/09, juris Rn. 11; jeweils mwN).
BGH, 09.07.2015 - V ZB 203/14
Formwirksame Unterzeichnung der Berufungsschrift und der …
Die auf der unzutreffenden Annahme einer nicht ordnungsgemäß unterzeichneten Berufungsschrift beruhende Verwerfung der Berufung als unzulässig verletzt die Klägerin in ihren Verfahrensgrundrechten auf Gewährung rechtlichen Gehörs nach Art. 103 Abs. 1 GG und auf Gewährung wirkungsvollen Rechtsschutzes nach Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip (vgl. BGH, Beschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, NJW-RR 2015, 699 Rn. 4).
Dabei ist in Anbetracht der Variationsbreite, die selbst Unterschriften ein- und derselben Person aufweisen, jedenfalls bei gesicherter Urheberschaft ein großzügiger Maßstab anzulegen (st. Rspr., vgl. BGH, Beschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, juris Rn. 7 f.; Senat…, Beschluss vom 22. Januar 2009 - V ZB 165/08, juris Rn. 3).
Dies hat der Senat ohne Bindung an die Ausführungen des Berufungsgerichts von Amts wegen zu prüfen (vgl. BGH, Beschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, juris Rn. 10 mwN).
Zudem sei nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Beschlüsse vom 26.04.2012 - VII ZB 36/10 - und vom 03.03.2015 - VI ZB 71/14 -) die Lesbarkeit der Unterschrift auch nicht zu fordern.
Insbesondere soll die Unterschrift die Identifizierung des Urhebers der schriftlichen Prozesshandlung ermöglichen und dessen unbedingten Willen zum Ausdruck bringen, die Verantwortung für den Inhalt des Schriftsatzes zu übernehmen (BGH, Beschluss vom 03.03.2015 - VI ZB 71/14 - [...]Rn. 7 m.w.N. = NJW-RR 2015, 669 ).
Dabei ist in Anbetracht der Variationsbreite, die Unterschriften ein und derselben Person aufweisen können, jedenfalls bei gesicherter Urheberschaft ein großzügiger Maßstab anzulegen (BGH, Beschluss vom 03.03.2015 - VI ZB 71/14 - [...]Rn. 8 = NJW-RR 2015, 669 ; insofern großzügig auch BGH…, Beschluss vom 09.07.2015 - V ZB 208/14 - [...]Rn. 7 ff. wonach auch zwei leicht gekrümmte Linien als Unterschrift angesehen werden können; ebenfalls großzügig BGH…, Beschluss vom 16.07.2013 - VIII ZB 62/12 [...]Rn. 9 ff. = NJW-RR 2013, 1395 ).
Entscheidend ist nur, ob der Name vollständig, wenn auch nicht unbedingt lesbar, wiedergegeben wird (BGH, Beschluss vom 03.03.2015 - VI ZB 71/14 - [...]Rn. 11 = NJW-RR 2015, 669 ).
Die Unterschrift dient nicht nur der Identifizierung des Urhebers der schriftlichen Prozesshandlung, sondern soll auch dessen unbedingten Willen zum Ausdruck bringen, die Verantwortung für den Inhalt des Schriftsatzes zu übernehmen (BGH, Beschluss vom 03.03.2015 - VI ZB 71/14 - [...]Rn. 7 = NJW-RR 2015, 669 ).
Zugleich soll sichergestellt werden, dass es sich bei dem Schriftstück nicht nur um einen Entwurf handelt, sondern dass es mit Wissen und Willen des Berechtigten dem Gericht zugeleitet worden ist (…Senatsbeschlüsse vom 29. November 2016 - VI ZB 16/16, VersR 2017, 506 Rn. 8; vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, VersR 2015, 1045 Rn. 7; BGH…, Urteil vom 10. Mai 2005 - XI ZR 128/04, NJW 2005, 2086, 2087, juris Rn. 15; jeweils mwN).
BGH, 09.07.2015 - V ZB 205/14
Anforderungen an die eigenhändige Unterschrift einer Berufungsschrift
Die auf der unzutreffenden Annahme einer nicht ordnungsgemäß unterzeichneten Berufungsschrift beruhende Verwerfung der Berufung als unzulässig verletzt die Klägerin in ihren Verfahrensgrundrechten auf Gewährung rechtlichen Gehörs nach Art. 103 Abs. 1 GG und auf Gewährung wirkungsvollen Rechtsschutzes nach Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit dem Rechtsstaatsprinzip (vgl. BGH, Beschluss vom 3. März 2015 - VI ZB 71/14, juris Rn. 4).
BGH, 09.07.2015 - V ZB 208/14
Duldungspflicht eines Wohnungseigentümers im Hinblick auf eine in der …
BGH, 09.07.2015 - V ZB 204/14
Ordnungsgemäßheit der Berufungsschrift durch Unterschrift des …
BGH, 09.07.2015 - V ZB 209/14
BGH, 09.07.2015 - V ZB 207/14
BGH, 09.07.2015 - V ZB 206/14
OLG Frankfurt, 01.02.2016 - 14 U 124/15
Anforderungen an die Unterzeichnung eines bestimmenden Schriftsatzes durch den …
OLG Bamberg, 12.07.2017 - 5 U 63/17
Anspruchsübergang des Sozialversicherten auf Ersatz von Beiträgen zur …

References: § 574
 § 238
 § 574
 Art. 103
 Art. 2
 § 522
 § 130
 § 519
 § 130
 § 519
 § 577
 § 234

§ 85
 § 130
 § 519
 § 85
 § 130
 § 519
 § 130
 Art. 103
 Art. 2
 Art. 103
 Art. 2