Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.10.1959&Aktenzeichen=VIII%20ZR%20120/58
Timestamp: 2019-10-15 02:52:05+00:00

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BGH, 13.10.1959 - VIII ZR 120/58 - dejure.org
https://dejure.org/1959,1270
BGH, 13.10.1959 - VIII ZR 120/58 (https://dejure.org/1959,1270)
BGH, Entscheidung vom 13.10.1959 - VIII ZR 120/58 (https://dejure.org/1959,1270)
BGH, Entscheidung vom 13. Januar 1959 - VIII ZR 120/58 (https://dejure.org/1959,1270)
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NJW 1960, 91 (Ls.)
MDR 1960, 44
DB 1959, 1313
Positive oder negative Wertänderungen begründen deshalb regelmäßig keine Rechte wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage (vgl. Entwertung: BGH, Urt. v. 13. Oktober 1959, VIII ZR 120/58, LM § 242 BGB (Bb) Nr. 33; Senatsurt. v. 14. Februar 1962, V ZR 80/60, WM 1962, 625 f;… BGH, Urt. v. 13. Juli 1977, VIII ZR 72/76, LM § 242 BGB (Bb) Nr. 87; Sachwertsteigerung: Senatsurt. v. 9. Juli 1968, V ZR 118/67, WM 1968, 1248 f; s. auch BGHZ 113, 310, 314;… MünchKomm-BGB/Roth, § 242 Rdn. 607, 632 f, 636;… Palandt/Heinrichs, § 242 Rdn. 142, 152 f;… Soergel/Teichmann, BGB, 12. Aufl. , § 242 Rdn. 233, 236;… Erman/O. Werner, BGB, 9. Aufl., § 242 Rdn. 194;… Staudinger/J. Schmidt, § 242 Rdn. 1190;… Görk, aaO., S. 22 f m.w.N.).
Eine Störung aber, durch die die beiderseitigen Verpflichtungen in ein grobes Mißverhältnis geraten, läßt die Geschäftsgrundlage entfallen (Senatsurteil vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 = LM BGB § 242 (Bb) Nr. 33).
Denn anders als in den vom Bundesgerichtshof beurteilten Fällen haben sich keine grundlegend neuen wirtschaftlichen oder unvorhersehbaren gesetzlichen Änderungen wie die Neufassung eines Bebauungsplans in einer Entscheidung vom 23.05.2014 (V UR 208/12) oder ein Wegfall des Apothekenkonzessionierungssystems (vgl. BGH, Urteil v. 13.10.1959, VIII ZR 120/58) ergeben, die zu einer massiven, mit einer Entwertung der Sachleistung vergleichbaren Störung des Äquivalenzverhältnisses führten.
Beeinflussen Gesetzesänderungen oder andere hoheitliche Maßnahmen den Wert von Leistung und Gegenleistung, kann dies als Änderung der Geschäftsgrundlage zu berücksichtigen sein, es sei denn, das Risiko einer Rechtsänderung wäre von einer Partei zu tragen (vgl. Soergel/Teichmann, BGB, 12. Aufl., § 242 Rdnr. 258, MünchKomm/Roth, BGB, 3. Aufl., § 242 Rdnr. 614, vgl. auch BGH, Urteile vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 = LM BGB § 242 [Bb] Nr. 33 unter V 2 und vom 8. Februar 1984 - VIII ZR 254/82 = LM 1984, 432 unter II 1 e bb).
Ihrem Inhaber und seinen Erben wurde jedoch das Recht zur Benennung eines Nachfolgers zuerkannt, dem, wenn er vorschriftsmäßig qualifiziert war, die Konzession erteilt werden mußte (vgl. dazu Adlung, Die Apothekenbesitzrechte in den deutschen Ländern, 1927 S. 21 ff und - über die Besonderheiten der Rechtslage in Hannover - S. 34 ff; Hornung, Apotheken- und Arzneimittelgesetzeskunde, 1955 S. 75 ff; vgl. ferner die Übersichten über die geschichtliche Entwicklung in dem sog. Apothekenurteil des Bundesverfassungsgerichts BVerfGE 7, 377 = NJW 1958, 1035 [BVerfG 11.06.1958 - 1 BvR 596/56], und in dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 -, insoweit in MDR 1960, 44 nicht wiedergegeben).
Ob dies bei nach dem Inkrafttreten des Grundgesetzes abgeschlossenen Verträgen über den Erwerb einer Apothekenberechtigung in aller Regel so ist, braucht hier nicht entschieden zu werden (vgl. im übrigen die Entscheidungen des VIII. Zivilsenats vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 = MDR 1960, 44, vom 29. Oktober 1959 - VIII ZR 147/58 = NJW 1960, 332, vom 12. April 1960 - VIII ZR 160/59 = MDR 1960, 667 und vom 3. Mai 1960 - VIII ZR 144/59).
BGH, 14.06.1960 - VIII ZR 159/59
Fehl geht hier insbesondere der Hinweis der Revision auf die Entscheidung des erkennenden Senats vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 -.
In diesem Urteil (MDR 1960, 44 = NJW 1960, 91 nur Leitsatz) ist zwar ausgesprochen, beim Kauf einer Realkonzession unter der Herrschaft des Apothekenkonzessionierungssystems könne nach Einführung der unbeschränkten Niederlassungsfreiheit die Geschäftsgrundlage des Vertrages weggefallen sein.
In gleicher Weise verlor der Verkauf einer Apothekenrealkonzession aus dem Jahre 1956 seinen vertraglichen Sinn, als 1958 die allgemeine Niederlassungsfreiheit angenommen wurde (vgl. BGH MDR 60, 44).
BGH, 20.03.1967 - VIII ZR 237/64
Grundsatz und Rechtsfolgen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage bei Änderung des …
Nach ständiger Rechtsprechung darf der Grundsatz der Vertragstreue nur durchbrochen werden, wenn dies nach der Gesamtlage notwendig erscheint, um untragbare, mit Recht und Gerechtigkeit schlechthin unvereinbare Ergebnisse zu vermeiden, wenn also beim Fehlen oder Wegfall der Geschäftsgrundlage dem Schuldner die Erfüllung des Vertrages schlechthin nichtzugemutet werden kann (BGH Urteil vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 - und Urteil vom 11. Juli 1958 - VIII ZR 96/57 = NJW 58, 1772 = LM § 242 (Bb) Nr. 27 mit Rechtsprechungsnachweisen).
Wegen der Bedenklichkeit seiner Auffassung ist auf das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil des erkennenden Senats vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 - zu verweisen, in dem der Senat die Feststellung des dortigen Berufungsgerichts gebilligt hat, der beteiligte Apotheker habe keinesfalls mit einer völligen; sondern, äußerstenfalls mit einer "gelenkten Niederlassungsfreiheit" nach einem von dsr deutschen Apothskerschaft ausgearbeiteten sog. "Frankfurter Entwurf" eines Apothekengesetzes vom 22. Juni 1950 (Süddeutsche Apothekerzeitung 1950, 584) gerechnet.
Mehr hat der erkennende Senat in seinem von der Revision angeführten Urteil vom 13. Oktober 1959 - VIII ZR 120/58 - NJW 60, 93 nur Leitsatz = MDR 1960, 44) für den Kaufvertrag betreffend eine Realkonzession nicht ausgesprochen.
BGH, 10.03.1965 - VIII ZR 109/63
Verstoß gegen das Verbot der offenen Rückwälzung der Umsatzsteuer durch …
BGH, 04.03.1964 - VIII ZR 155/62
BGH, 03.05.1960 - VIII ZR 144/59
BGH, 03.05.1960 - VII ZR 144/59

References: § 242
 § 242
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 BGH 
 § 242