Source: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009834
Timestamp: 2019-11-17 21:01:23+00:00

Document:
RIS - IngG-Fachrichtungsverordnung - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 17.11.2019
Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für IngG-Fachrichtungsverordnung, Fassung vom 17.11.2019
Verordnung des Bundesministers für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft über die Anrechnung von Fachrichtungen und Praxistätigkeiten für die Erlangung der Qualifikationsbezeichnung „Ingenieur“ bzw. „Ingenieurin“ (IngG-Fachrichtungsverordnung)
StF: BGBl. II Nr. 74/2017
Auf Grund des § 3 Abs. 1 des Ingenieurgesetz 2017 (IngG 2017), BGBl. I Nr. 23/2017, wird verordnet:
§ 1. Diese Verordnung legt gemäß § 3 Abs. 1 Ingenieurgesetz 2017 die technischen und gewerblichen Fachrichtungen gemäß § 2 Z 1 lit. a Ingenieurgesetz 2017 sowie Tätigkeiten, die als Praxistätigkeit auf technischem Gebiet anzurechnen sind, für die Erlangung der Qualifikationsbezeichnung „Ingenieur“ bzw. „Ingenieurin“ fest.
§ 2. Folgende technische und gewerbliche Fachrichtungen für Reife- und Diplomprüfungen sind im Zertifizierungsverfahren anzuerkennen:
§ 3. Im Rahmen des Zertifizierungsverfahrens sind Praxistätigkeiten in wesentlichem Ausmaß aus zumindest einem der nachfolgend genannten Arbeitsbereiche in einem Berufsfeld, das einer der in Abs. 2 genannten Fachrichtungen entspricht, nachzuweisen.
Selbständige Analyse komplexer Fragestellungen und Aufträge von Kunden bzw. Kundinnen auf Grundlage umfassender fachrelevanter sowie erforderlicher interdisziplinärer Kenntnisse und Erfahrungen,
Weitgehend selbständiges Auswählen von geeigneten Alternativen im Rahmen der Lösungsfindung bei Auftreten unvorhersehbarer Herausforderungen,
Selbständige Auswahl, Erstellung und entsprechende Einsetzung der für die Lösungsfindung erforderlichen Unterlagen und Dokumente (z. B. Checklisten),
Eigenständige Erörterung von auftretenden Problemen mit Produzenten bzw. Produzentinnen und Lieferanten bzw. Lieferantinnen sowie Erarbeiten von Lösungsansätzen und Lösungen,
Definieren funktioneller und technologischer sowie ästhetisch-künstlerischer und ergonomischer Anforderungen in Zusammenarbeit mit Produktgestaltern bzw. Produktgestalterinnen und Designern bzw. Designerinnen zu und konstruktive Umsetzung.
Kalkulation von Projekten, gegebenenfalls unter Einbeziehung der Projektteams und anderer Fachexperten bzw. Fachexpertinnen,
Überwachung des Projektfortschrittes (z. B. Einhaltung der Zeitvorgaben, Kontrolle der Meilensteine, etc.) und Veranlassung von Änderungen im Projektverlauf gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem Projektteam,
Überprüfung von Rechnungen von Produzent/innen und Lieferant/innen auf Übereinstimmung mit den Angeboten und gegebenenfalls deren Freigabe.
Einholung von Angeboten bei Lieferant/innen hinsichtlich Kriterien wie z. B. Preise, Qualität, Sortiment, Lieferfähigkeit sowie der Vorgaben der Kunden bzw. Kundinnen und interner Vorgaben,
Erfassung und Beschreibung von Problemen im technischen Bereich bei Konflikten mit Lieferanten bzw. Lieferantinnen sowie gegebenenfalls Unterbreitung von Vorschlägen bzw. Umsetzung betreffend Maßnahmen zur Problemlösung in Kooperation mit dem Projektteam und anderen Fachexperten bzw. Fachexpertinnen.
Durchführung der Kapazitätsplanung und im Fall von Kapazitätsengpässen gegebenenfalls in Kooperation mit dem Projektteam und anderen Fachexperten bzw. Fachexpertinnen Einleitung entsprechender Ausgleichsmaßnamen, Vornahme einer kontinuierliche Soll-Ist-Berechnung der Ressourcen, Ziehen entsprechender Schlüsse aus den Ergebnissen und Ableitung von Verbesserungen,
verantwortliche Mitwirkung an QUSM-Systemen und -Prozessen bzw. deren Einführung, Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung,
Durchführung von QUSM-relevanten Gesprächen mit Lieferant/innen und Produzent/innen und Festlegung von Zielen, Errechnung von QUSM-Kennzahlen und daraus Ableitung entsprechender Schlüsse,
Bewertung der Akzeptanz (z. B. Funktionalität) der eigenen Produkte/Dienstleistungen am Markt in technischer Hinsicht sowie im Verhältnis zu anderen Produkten/Dienstleistungen (Mitbewerberanalyse),
Beraten von Kunden bzw. Kundinnen über Produkte und technische Dienstleistungen,
Pflegen von Kundenbeziehungen und Teilnahme an Verkaufsaktivitäten (z. B. Teilnahme an Messen, Produktpräsentationen etc.).
Erstellen von Prüf- und Wartungsplänen sowie Instandhaltungsanweisungen in Kooperation mit der Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung sowie mit Lieferanten bzw. Lieferantinnen,
Beratung von Kunden bzw. Kundinnen über Service- und Wartungserfordernisse sowie über Modernisierung, Aktualisierung und Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Produkte und Dienstleistungen,
Einschulung von Kunden bzw. Kundinnen auf Produkte und Dienstleistungen.
Verantwortliche Mitwirkung bei Inspektionen bei Lieferanten bzw. Lieferantinnen und Produzenten bzw. Produzentinnen,
Mitarbeit an der Feststellung der Grundlagen von technischen Problemen, z. B. anhand der Durchführung von Untersuchungen, Messungen, Berechnungen, Besichtigungen,
Erstellen eines Marketingplans bzw. dessen Entwicklung mit Fachexperten bzw. Fachexpertinnen sowie Einsetzen von Marketing- und PR-Instrumenten,
Führung von Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen und Förderung von deren Entwicklung zu eigenständig agierenden Fachleuten in ihren Bereichen,
Präsentation, Erläuterung dieser Lösungsmöglichkeiten für die Kunden bzw. Kundinnen sowie Aufzeigen der Auswirkungen,
Beratung und Unterstützung der Kunden und Kundinnen bei der Umsetzung der Maßnahmen.
Feedback geben an Lernende; Einholen von Feedback von Lernenden.
§ 4. Diese Verordnung tritt mit 1. Mai 2017 in Kraft.

References: § 3

§ 1
 § 3
 § 2

§ 2

§ 3

§ 4