Source: https://www.kostenlose-urteile.de/BGH_VIII-ZR-9511_Angabe-eines-Postfachs-als-Widerrufsadresse-bei-Fernabsatzvertraegen-ausreichend.news12923.htm
Timestamp: 2020-05-25 14:04:38+00:00

Document:
Urteil > VIII ZR 95/11 | BGH - Angabe eines Postfachs als Widerrufsadresse bei Fernabsatzverträgen ausreichend < kostenlose-urteile.de
Die dagegen gerichtete Revision des Klägers ist ohne Erfolg geblieben. Der Bundesgerichtshof entschied, dass die Angabe eines Postfachs als Widerrufsadresse im Fernabsatz den zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses geltenden gesetzlichen Anforderungen genügte (§ 312 d Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 1**, § 312 c Abs. 2*, § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB aF***).
"Ladungsfähige" Anschrift ist durch Unternehmer bei Fernabsatzvertrag ohnehin anzugeben
Bei Fernabsatzgeschäften ist gemäß § 312 c Abs. 2, § 312 d Abs. 2 Satz 1, Art. 245 EGBGB****, § 1 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1, Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV aF***** der Unternehmer verpflichtet, dem Verbraucher das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufs- oder Rückgaberechts sowie die Bedingungen und die Einzelheiten der Ausübung, insbesondere Namen und Anschrift desjenigen, gegenüber dem der Widerruf zu erklären ist, mitzuteilen. Die Angabe einer Postfachadresse als Widerrufsadresse genügt, wie der Bundesgerichtshof vor Inkrafttreten der BGB-InfoV (BGH, Urteil vom 11. April 2002 – I ZR 306/99) bereits entschieden hat, den gesetzlichen Anforderungen. Daran ist auch nach dem Inkrafttreten der BGB-InfoV festzuhalten. Der Verbraucher wird durch die Angabe einer Postfachadresse in gleicher Weise wie durch die Angabe einer Hausanschrift in die Lage versetzt, seine Widerrufserklärung auf den Postweg zu bringen. Seine "ladungsfähige" Anschrift musste der Unternehmer bei einem Fernabsatzvertrag ohnehin angeben (§ 1 Abs. 1 Nr. 3 BGB-InfoV aF*), was im zu entscheidenden Fall auch unstreitig geschehen war.
*§ 312 c Unterrichtung des Verbrauchers bei Fernabsatzverträgen (in der bis zum 10. Juni 2011 geltenden Fassung)
** - § 312 d BGB: Widerrufs- und Rückgaberecht bei Fernabsatzverträgen (in der bis zum 10. Juni 2011 geltenden Fassung)
(2) Die Widerrufsfrist beginnt abweichend von § 355 Abs. 2 Satz 1 nicht vor Erfüllung der Informationspflichten gemäß § 312 c Abs. 2 …
*** - § 355 BGB: Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen (in der bis zum 10. Juni 2011 geltenden Fassung)
**** - Art. 245 EGBGB
***** - § 1 Informationspflichten bei Fernabsatzverträgen (in der bis zum 10. Juni 2011 geltenden Fassung, vgl. nun Art. 246 § 1 EG-BGB)
(1) Der Unternehmer muss dem Verbraucher gemäß § 312 c Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs folgende Informationen zur Verfügung stellen: …
(4) Der Unternehmer hat dem Verbraucher gemäß § 312 c Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs folgende Informationen in Textform mitzuteilen:
Amtsgericht Dorsten, Urteil vom 11.08.2011
Landgericht Essen, Urteil vom 03.02.2011
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 25.01.2012 [Aktenzeichen: VIII ZR 95/11]
Urteile zu den Schlagwörtern: Fernabsatzverträge | Fernabsatzvertrag | Fernabsatzgeschäfte | Postfach | Widerruf
Jahrgang: 2012, Seite: 75 GuT 2012, 75 | Zeitschrift: Kommunikation & Recht (K&R)
Jahrgang: 2012, Seite: 283 K&R 2012, 283 | Zeitschrift: Multimedia und Recht (MMR)
Jahrgang: 2012, Seite: 302 MMR 2012, 302 | Zeitschrift: Neue Juristische Wochenschrift (NJW)
Jahrgang: 2012, Seite: 1065 NJW 2012, 1065 | Zeitschrift: Wohnungswirtschaft und Mietrecht (WuM)
Jahrgang: 2012, Seite: 190 WuM 2012, 190
Dokument-Nr. 12923
Wenn Sie einen Link auf diese Entscheidung setzen möchten, empfehlen wir Ihnen folgende Adresse zu verwenden: https://www.kostenlose-urteile.de/Urteil12923

References: BGH 
 § 312
 § 355
 § 312
 § 312
 Art. 245
 § 1
 § 312
 § 355
 § 312
 § 355
 Art. 245
 § 1
 Art. 246
 § 1
 § 312
 § 312