Source: https://kiosk.freie-fachinformationen.de/mkg-spezial-ihr-wegweiser-zur-fachanwaltschaft/63548881/20
Timestamp: 2020-07-05 19:57:25+00:00

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RECHTSMITTEL (IM ÜBERBLI
RECHTSMITTEL (IM
RECHTSMITTEL (IM ÜBERBLICK) ................................................................................................................................................................................................................... und Kollegen veranstalteten „Qualitätszirkel“, sofern dem ein nachvollziehbares Konzept zugrunde liegt und die Durchführung einer Lernerfolgskontrolle möglich ist. Ein „Bestehen“ der Lernerfolgskontrolle ist nicht erforderlich. 4. 1. d Sonstiges Akzeptiert werden auch wissenschaftliche Veröffentlichungen mit entsprechendem Nachweis (jedoch nicht auf der eigenen Homepage 35 ) und die Teilnahme an Nicht- Präsenzveranstaltungen (also das Lernen vor dem eigenen PC), sofern die Anforderungen des § 15 Abs. 2 FAO erfüllt sind. 4. 2. Ein Fachanwalt, der/die nachhaltig seine Fortbildungspflicht versäumt, läuft Gefahr, gem. § 43c Abs. 4 S. 2 BRAO den Titel zu verlieren. Die Entscheidung steht im Ermessen der zuständigen Rechtsanwaltskammer (§ 43c Abs. 4 S. 2 BRAO: „kann widerrufen werden“). Die Folgen unterbliebener Fortbildung Der BGH 36 stellt dazu fest, dass unterlassene Fortbildung nicht im eigentlichen Wortsinn „nachgeholt“ werden kann und dass jedenfalls bei dreijähriger Säumnis der Widerruf droht. Mit der Verleihung und Führung der Fachanwaltsbezeichnung nehme, so heißt es in der Entscheidung, die Rechtsanwältin bzw. der Rechtsanwalt gegenüber dem rechtsuchenden Publikum eine im Vergleich zu anderen Anwältinnen und Anwälten besondere Qualifikation auf diesem Gebiet in Anspruch. Es entspreche der verständigen Erwartung der Rechtsuchenden und damit vernünftigen Gründen des Gemeinwohls, dass sie bzw. er ihre/seine spezifischen Kenntnisse jeweils auf dem neuesten Stand halte. Die Fortbildungspflicht diene der Sicherung eines einheitlichen Qualitätsstandards. ................................................................................................................................................................................................................... KAPITEL V RECHTSMITTEL (IM ÜBERBLICK) Gegen einen die Fachanwaltserlaubnis ablehnenden Bescheid der Rechtsanwaltskammer kann die Antragstellerin bzw. der Antragsteller Verpflichtungsklage beim zuständigen Anwaltsgerichtshof (AGH) erheben (§§ 112a Abs. 1, 112c Abs. 1 S. 1 BRAO, 42 VwGO). Ob es eines Vorverfahrens bedarf (§§ 68 ff. VwGO) hängt von länderspezifischen Besonderheiten ab. Gegen ein ablehnendes Urteil des AGH kann Berufung beim Anwaltssenat des BGH eingelegt werden (§§ 112a Abs. 2 Nr. 1, 112e BRAO, 124a Abs. 1 VwGO). Voraussetzung ist entweder die Zulassung der Berufung im Urteil des AGH (§ 124a Abs. 1 S. 1 VwGO) oder die Zulassung auf entsprechenden Antrag (§ 124a Abs. 4 u. 5 VwGO). Die Reichweite der Entscheidung des AGH bzw. des Anwaltssenats des BGH hängt davon ab, ob die Angelegenheit spruchreif ist. Maßgeblicher Zeitpunkt für die Entscheidung ist der Tag der letzten mündlichen Verhandlung. Streng genommen kann also der AGH bzw. der BGH die zuständige Rechtsanwaltskammer auch dann noch verpflichten, die Fachanwaltserlaubnis zu erteilen, wenn die/der Antragsteller_in/Kläger_in (erst) am Tag der letzten mündlichen Verhandlung die fehlenden Nachweise vorlegt. Die Kosten des Verfahrens trägt in einem solchen Fall selbstverständlich die/der Antragsteller_in/Kläger_in. Wird (wegen unterbliebener Fortbildung) die Fachanwaltserlaubnis widerrufen, ist die Anfechtungsklage das richtige Rechtsmittel. 20 // SONDERAUSGABE 35 BGH BRAK-Mitt. 2016, 248 m. Anm. Offermann-Burckart. 36 BGH BRAK-Mitt. 2014, 755.
DER (ANGEHENDE) FACHANWALT IM HOMEOFFICE ................................................................................................................................................................................................................... KAPITEL Vl DER (ANGEHENDE) FACHANWALT IM HOMEOFFICE Die Schöpfer und Fortentwickler der FAO haben an vieles gedacht und immer wieder auch „Extremfälle“ diskutiert – aber eine Pandemie hatten sie nicht auf dem Schirm. Dennoch erweist sich die FAO als durchaus krisenfest, ermöglicht sie doch eine Aus- und Fortbildung sogar unter Einhaltung der Regeln zu Kontaktbeschränkungen. GRUNDSÄTZLICH GILT: M Fachanwaltslehrgänge können auch im „Fernstudium“ absolviert werden. Erforderlich ist lediglich, dass die Dauer von 120 Zeitstunden (§ 4 Abs. 1 S. 2 FAO) gewährleistet ist, was wiederum die nachvollziehbare Umrechnung von Lerneinheiten in Zeiteinheiten voraussetzt. 37 M Nur für die Klausuren (§ 4a FAO) gilt bislang eine Präsenzpflicht. Es gibt allerdings bereits erste Anbieter, die über Modelle nachdenken, welche das Erstellen von Klausuren am heimischen Computer unter „echten“ Prüfungsbedingungen ermöglichen sollen. HIER GILT ES, DIE WEITERE ENT- WICKLUNG ABZUWARTEN M Die nach § 15 FAO erforderliche Fortbildung (von 15 Zeitstunden je Fachgebiet) kann völlig unabhängig von Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden. Bei Fortbildungsveranstaltungen, die nicht in Präsenzform durchgeführt werden, müssen (lediglich) die Möglichkeiten der Interaktion zwischen Referenten mit den Teilnehmern sowie der Teilnehmer untereinander während der Dauer der Veranstaltung sichergestellt sein und der Nachweis der durchgängigen Teilnahme erbracht werden (§ 15 Abs. 2 FAO). Hierauf sind die Veranstalter inzwischen eingestellt. Es gibt eine Fülle von Online- Kursen bzw. Webinaren, welche die Voraussetzungen erfüllen. M Außerdem besteht noch die Möglichkeit, bis zu einem Drittel der Fortbildung (maximal also fünf Zeitstunden je Fachgebiet) im Wege des Selbststudiums zu absolvieren, sofern eine Lernerfolgskontrolle erfolgt. DIE VERBLEIBENDEN ZWEIFELS- FRAGEN UND IHRE BEANTWOR- TUNG: M Droht der Fachanwaltslehrgang zu verfallen, wenn kurzfristig Klausuren abgesagt wurden/werden und nicht feststeht, dass diese noch im laufenden Jahr nachgeholt werden können? Der Lehrgang verfällt nicht, sofern § 4 Abs. 2 FAO beachtet wird. Danach gilt, dass Fortbildung in Art und Umfang von § 15 FAO nachzuweisen ist, wenn der Antrag auf Verleihung der Fachanwaltschaft nicht in dem Kalenderjahr gestellt wird, in dem der Lehrgang begonnen hat. Lehrgangszeiten sind dabei anzurechnen. Wer also 2020 mindestens 15 Lehrgangsstunden absolviert hat, kann die Klausuren auch 2021 schreiben und den Antrag 2021 stellen. Für 2020 und für 2021 muss er/ sie weiter nichts mehr tun. Denn auch die Klausuren sind Bestandteil des Lehrgangs und somit Lehrgangs- = Fortbildungszeit. 38 Wer nur eine oder zwei fünfstündige Klausuren ins nächste Jahr verschiebt, muss daran denken, dementsprechend zusätzlich zehn bzw. fünf Zeitstunden Fortbildung abzuleisten. M Hat ein Verschieben der Klausuren, also des Kursendes ins nächste Jahr Auswirkungen auf die Fallsammlung? Diese Gefahr besteht. Nach § 5 Abs. 1 FAO müssen die nachzuweisenden Fälle aus den letzten drei Jahren vor der Antragstellung stammen. Wer also eigentlich vorhatte, den Antrag z. B. Anfang September 2020 zu stellen und deshalb im September 2017 mit der 21 // SONDERAUSGABE 37 Vgl. hierzu Henssler/Prütting/Offermann-Burckart, aaO, § 4 FAO Rdn. 11 ff. m. w. Nachw. 38 Vgl. Offermann-Burckart, Fachanwalt werden und bleiben, S. 101 f.
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References: § 15
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