Source: http://hozir.org/johann-peter-eckermann-gesprche-mit-goethe-in-den-letzten-jahr.html
Timestamp: 2020-07-15 05:48:13+00:00

Document:
Johann Peter Eckermann 1
in den letzten Jahren seines Lebens 1
Vorrede 2
Erster Teil 3
Zweiter Teil 113
1831/1832 186
§ 2 187
§ 3 187
§ 4 187
§ 5 187
§ 6 187
§ 7 187
§ 8 187
§ 9 188
§ 10 188
Dritter Teil 219
Vorrede 219
1824 228
1825 235
1827 252
1828 282
1830-1832 297
Doch wie man zu sagen pflegt, dass Bücher ihre Schicksale haben, und wie dieses Wort ebensowohl auf ihr Entstehen als auf ihr späteres Hinaustreten in die weite und breite Welt anzuwenden ist, so dürfte es auch von der Entstehung des gegenwärtigen Buches gelten. Monate vergingen oft, wo die Gestirne ungünstig standen, und wo Unbefinden, Geschäfte und mancherlei Bemühungen um die tägliche Existenz keine Zeile aufkommen ließen; dann aber traten wieder günstige Sterne ein, und es vereinigten sich Wohlsein, Muße und Lust zu schreiben, um wieder einen erfreulichen Schritt vorwärts zu tun. Und dann, wo tritt bei einem längeren Zusammenleben nicht mitunter einige Gleichgültigkeit ein, und wo wäre derjenige, der die Gegenwart immer so zu schätzen wüsste, wie sie es verdiente!
Übrigens erkenne ich dasjenige, was in diesen Bänden mir gelungen ist zu meinem Eigentum zu machen, und was ich gewissermaßen als den Schmuck meines Lebens zu betrachten habe, mit innigem Dank gegen eine höhere Fügung; ja ich habe sogar eine gewisse Zuversicht, dass auch die Welt mir diese Mitteilung danken werde.
Ich halte dafür, dass diese Gespräche für Leben, Kunst und Wissenschaft nicht allein manche Aufklärung und manche unschätzbare Lehre enthalten, sondern dass diese unmittelbaren Skizzen nach dem Leben auch ganz besonders dazu beitragen werden, das Bild zu vollenden, was man von Goethe aus seinen mannigfaltigen Werken bereits in sich tragen mag.
Weit entfernt aber bin ich auch wiederum, zu glauben, dass hiemit nun der ganze innere Goethe gezeichnet sei. Man kann diesen außerordentlichen Geist und Menschen mit Recht einem vielseitigen Diamanten vergleichen, der nach jeder Richtung hin eine andere Farbe spiegelt. Und wie er nun in verschiedenen Verhältnissen und zu verschiedenen Personen ein anderer war, so kann ich auch in meinem Falle nur in ganz bescheidenem Sinne sagen: dies ist mein Goethe.
Und dieses Wort dürfte nicht bloß davon gelten, wie er sich mir darbot, sondern besonders auch davon, wie ich ihn auf zufassen und wiederzugeben fähig war. Es geht in solchen Fällen eine Spiegelung vor, und es ist sehr selten, dass bei dem Durchgange durch ein anderes Individuum nichts Eigentümliches verloren gehe und nichts Fremdartiges sich heimische. Die körperlichen Bildnisse Goethes von Rauch, Dawe, Stieler und David sind alle in hohem Grade wahr, und doch tragen sie alle mehr oder weniger das Gepräge der Individualität, die sie hervorbrachte. Und wie nun ein solches schon von körperlichen Dingen zu sagen ist, um wie viel mehr wird es von flüchtigen, untastbaren Dingen des Geistes gelten! Wie dem nun aber in meinem Falle auch sei, so werden alle diejenigen, denen aus geistiger Macht oder aus persönlichem Umgange mit Goethe ein Urteil dieses Gegenstandes zusteht, mein Streben nach möglichstes Treue hoffentlich nicht verkennen.
Ebenso wird man vielleicht auf manches stoßen, was beim ersten Anblick den Schein des Unbedeutenden hat. Sollte man aber tiefer blickend bemerken, dass solche unbedeutende Anlässe oft Träger von etwas Bedeutendem sind, auch oft etwas Spätervorkommendes begründen, oder auch dazu beitragen irgendeinen kleinen Zug zur Charakterzeichnung hinzuzutun, so dürften sie, als eine Art von Notwendigkeit, wo nicht geheiliget, doch entschuldiget werden.
Katalog: ftp
ftp -> Preface to v7
ftp -> Witzschdorf um 1770
ftp -> Higher filtration rates of the mussel Mytilus edulis
ftp -> Seminarul I – 2 ore Tema: Doctrina djihad-ului şi legea păcii în dreptul islamic al popoarelor
ftp -> Public notice federal Communications Commission 445 12th St., S. W. Washington, D
ftp -> L’aportació catalana a la ciència onomàstica
ftp -> Pastoralism and mobility in the drylands
ftp -> Schedule of committee meetings public comments
ftp -> Committee meetings are held in the City Council Chambers at 140 West Pine Street Missoula, Montana, unless otherwise noted
ftp -> Executive summary

References: § 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10