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Neue Behandlungsmethoden | Die Berechnungsmöglichkeiten der Lasertherapie in der Zahnheilkunde
28.09.2012 ·Fachbeitrag ·Neue Behandlungsmethoden
Die Berechnungsmöglichkeiten der Lasertherapie in der Zahnheilkunde
von Erika Reitz-Scheunemann, Training mit Biss, Heidelberg
| Die Anwendung der verschiedenen Lasersysteme (Nd:YAG, Diode, CO2, Er:YAG) hat sich in der Zahnheilkunde etabliert. Das Einsatzspektrum des jeweils indizierten Lasersystems in der täglichen Praxisarbeit ist vielfältig: Parodontologie, Endodontologie, Chirurgie, im Rahmen der Wundheilung, Kariesdiagnostik, als Hartgewebsabtrag und anderes mehr. Im folgenden Beitrag werden daher die vier Berechnungsmöglichkeiten vorgestellt. |
Zuschlagsposition für die Anwendung eines Lasers in der GOZ
In der GOZ 2012 gibt es - wie schon bisher in der GOÄ mit der Nr. 441 - mit der Nr. 0120 eine Zuschlagsposition für die Anwendung eines Lasers. Dieser Zuschlag ist zu bestimmten zahnärztlichen Leistungen zusätzlich berechnungsfähig und unterscheidet nicht zwischen den verschiedenen Lasersystemen (Nd:YAG, Diode, CO2, Er:YAG). Die Abrechnungsbestimmungen legen fest, dass der Zuschlag nur einmal je Behandlungstag mit dem Einfachsatz der zugeordneten Leistung berechnet werden kann und maximal 68 Euro beträgt. Bei der Erbringung mehrerer zuschlagsfähiger Leistungen wird die Leistung mit der höchsten Bewertung herangezogen. Der Zuschlag Nr. 441 für die Laseranwendung im Rahmen der GOÄ ist neben dem GOZ-Zuschlag Nr. 0120 nicht berechnungsfähig. Nachfolgend ist die Zuschlagsleistung dargestellt:
Zuschlag für die Anwendung eines Lasers bei den Leistungen nach den Nummern 2410, 3070, 3080, 3210, 3240, 4080, 4090, 4100,4130, 4133 und 9160
Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten für die Berechnung:
Erste Möglichkeit: Zuschlagspositionen aus der GOZ
Eine Möglichkeit ist die Berechnung der Nr. 0120 zu den dort aufgeführten GOZ-Leistungsziffern. In der Tabelle auf der nächsten Seite ist das zahnärztliche Honorar der zuschlagsfähigen Leistungen mit den Steigerungsfaktoren dargestellt. Die Anwendung des Steigerungsfaktors von 1 bis 2,3 erfordert keine Begründung. Der Steigerungsfaktor 2,3 bildet die nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung ab (§ 5 Abs. 2 GOZ). Die Faktoranwendung von 2,4 bis 3,5 erfordert eine Begründung. Darüber hinaus kann eine schriftliche Vereinbarung über die Vergütungshöhe gemäß § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ getroffen werden. Zusätzlich kann zu einigen Positionen ein Zuschlag für die Anwendung eines OP-Mikroskops und ein OP-Zuschlag für die ambulante Durchführung von operativen Leistungen berechnet werden.
Übersicht der zuschlagsfähigen Gebührenziffern aus der GOZ
Aufbereitung eines Wurzelkanals auch retrograd, je Kanal, ggf. in mehreren Sitzungen
+ 0120 Zuschlag für Laser (100 v.H. 1-fach Satz)
+ 22,05
Exzision von Schleimhaut oder Granulationsgewebe, als selbst. Leistung
Exzision einer Schleimhautwucherung größeren Umfangs (z.B. lappiges Fibrom, Epulis
+ 8,44
+ 30,93
+ 15,47
Achtung, wichtig: Für das Gebiet eines Zahnes ist die Nr. 4130 berechnungsfähig. Umfasst das Gebiet mehr als einen Zahn, kann die GOÄ-Nr. 2382 berechnet werden (BZÄK Juni 2012).
+ 49,49
Entfernung unter der Schleimhaut liegender Materialien (z.B. Barrieren - einschließlich Fixierung -, Osteosynthesematerial), je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich
+ 18,56
Vereinbarung der Vergütungshöhe möglich!
Die Bundeszahnärztekammer vertritt seit Juni 2012 die Auffassung, dass die Nr. 0120, der Zuschlag für die Anwendung eines OP-Mikroskops (Nr. 0110) sowie der OP-Zuschlag (Nrn. 0500 ff.) mit einer Vereinbarung der Vergütungshöhe gemäß § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ frei vereinbart werden können. Das bedeutet, dass dem Aufwand entsprechend die Höhe der Vergütung individuell vereinbart werden kann. Diese Vergütungsvereinbarung muss vor Behandlungsbeginn schriftlich mit dem Zahlungspflichtigen getroffen werden. Ohne diese Vereinbarung der Vergütungshöhe kann der Zuschlag nur mit 100 Prozent des Einfachsatzes der jeweiligen Gebühr berechnet werden (siehe Tabelle).
Zweite Möglichkeit: GOZ-Steigerungsfaktoren
Handelt es sich um eine „unselbstständige Leistung“ - wie zum Beispiel die Blutstillung oder das Freilegen eines Implantats, bei welcher der Laser weichteilabtragend bzw. -schneidend („Laser statt Skalpell“) oder blutstillend eingesetzt wird - ist die Laseranwendung über den Steigerungsfaktor (1- bis 3,5-fach) der erbrachten Leistung zu berücksichtigen.
Anwendung des GOZ-Steigerungsfaktors bei der GOZ-Nr. 9040
Freilegen eines Implantats und Einfügen eines oder mehrerer Aufbauelemente (zum Beispiel eines Gingivaformers) bei einem zweiphasigen Implantatsystem
Die Anwendung des Steigerungsfaktors von 1 bis 2,3 erfordert keine Begründung. Der Steigerungsfaktor 2,3 bildet die nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung ab (§ 5 Abs. 2 GOZ). Die Faktoranwendung von 2,4 bis 3,5 erfordert eine Begründung. Eine solche Begründung könnte sein: „Besondere Umstände bei der Ausführung durch die Verwendung lasergestützter Systeme“. Darüber hinaus kann eine schriftliche Vereinbarung über die Vergütungshöhe gemäß § 2 Abs. 1 und 2 der GOZ getroffen werden.
Anwendung des GOZ-Steigerungsfaktors bei der GOZ-Nr. 2010
Die Bundeszahnärztekammer vertritt die Auffassung, dass der Leistungsinhalt auch durch die Anwendung eines Dental-Lasers erfüllt werden kann.
Dritte Möglichkeit: Die Analogberechnung
Die Anwendung der Analogberechnung nach § 6 Abs. 1 GOZ setzt voraus, dass es sich um eine selbstständige zahnärztliche Leistung handelt, die nicht in das Gebührenverzeichnis (GOZ) aufgenommen ist. „Selbstständig“ sind alle Einzelleistungen, die nicht Bestandteil oder eine besondere Ausführung einer anderen - berechneten - Leistung nach der GOZ oder GOÄ sind. Diese Leistungen können entsprechend einer nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertigen Leistung der GOZ berechnet werden. Falls eine analoge Zuordnung in der GOZ nicht möglich ist, kann nachrangig die GOÄ herangezogen werden. Wenn die Leistung in der GOZ enthalten ist und lediglich die Anwendung besonderer Geräte (zum Beispiel Laser), Methoden oder Verfahren gegeben ist, ist die Analogberechnung nicht anwendbar (siehe zweite Möglichkeit).
Eine selbstständige Leistung ist zum Beispiel eine „Lasergestützte intrakanaläre Keimreduktion (Dekontamination) in einer gesonderten Sitzung nach mechanischer Aufbereitung des Wurzelkanals“. Diese Leistung könnte im Rahmen einer vertragszahnärztlichen endodontischen Behandlung als Privatleistung nach vorheriger Vereinbarung (§ 4 Abs. 5 BMV-Z oder § 7 Abs. 7 EKV-Z) berechnet werden. Regionale Bestimmungen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) sind hierbei immer zu beachten!
Die korrekte Analog-Leistungsbeschreibung seit dem 1. Juli 2012
Seit dem 1. Juli 2012 ist ein bundeseinheitliches Rechnungsformular (Anlage 2 zur GOZ) mit vorgeschriebenen Inhalten zu verwenden. Danach muss die Analoggebühr wie folgt beschrieben werden, damit die Rechnung fällig ist:
2430a*
Lasergestützte intrakanaläre Keimreduktion (Dekontamination) in separater Sitzung nach Abschluss der mechanischen Aufbereitung entsprechend Medikamentöse Einlage
* Beispielhafte Auswahl der Analogziffer. Die Auswahl ist immer praxisindividuell zu treffen. Darüber hinaus ist es wenig zielführend, sich bei der Auswahl der Analogposition in eine Begründungspflicht (ab Faktor 2,4) zu positionieren.
Welche Analogziffern soll die Zahnarztpraxis heranziehen?
Die Bundeszahnärztekammer vertritt die Auffassung, dass eine „Analogliste“ mit Vorschlägen für die heranzuziehenden Gebührenziffern den Gestaltungsspielraum des Zahnarztes behindert. Der Zahnarzt soll in eigener Verantwortung festlegen, welche GOZ-Ziffer der Schwierigkeit und dem Zeitaufwand der nicht abgebildeten Leistung am ehesten entspricht.
Nicht notwendige Verlangensleistungen
Falls es sich um eine nicht notwendige Leistung gemäß § 1 Abs. 2 Satz 2 und § 2 Abs. 3 der GOZ - wie zum Beispiel dem „Bleichen der Zähne“ - handelt, muss diese Leistung immer schriftlich vor Behandlungsbeginn vereinbart und bei Rechnungslegung als Verlangensleistung („auf Wunsch“) gekennzeichnet werden. Die Formvorschriften sind auch hier zwingend zu beachten. Die Voraussetzungen und Systematik: eine selbstständige Leistung, die in der GOZ nicht enthalten ist; Auswahl der Analogziffer (Gleichwertigkeitsprüfung); vor Behandlungsbeginn ist eine schriftliche Vereinbarung über die nicht notwendige Verlangensleistung (§ 1 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit § 2 Abs. 3 GOZ) zu treffen; Kennzeichnung der Leistung bei Rechnungslegung.
Beispiel für die Rechnungslegung
2080a *
Laseraktiviertes Bleaching entspr. Präparieren einer Kavität und Restauration, zweiflächig…**
Auf Wunsch gemäß § 1 Abs. 2 und § 2 Abs. 3 GOZ
* Beispielhafte Auswahl der Analogziffer. Die Auswahl ist immer praxisindividuell zu treffen.
** Das Bundesgesundheitsministerium vertritt die Auffassung, dass die wörtliche Wiedergabe der Leistungsbeschreibung von der GOZ nicht vorgegeben wird. Sinnerhaltende Abkürzungen sind zulässig (Quelle: BZB 9-12).
Die Umsatzsteuerpflicht bei nicht notwendigen Leistungen sollte ggf. mit dem Steuerberater abgesprochen und dann entsprechend aufgeführt werden.
Vierte Möglichkeit: Zuschlagspositionen aus der GOÄ
Die GOÄ ist gemäß § 6 Abs. 2 GOZ dem Zahnarzt für bestimmte Bereiche geöffnet. So ist zum Beispiel die Vestibulumplastik oder Mundbodenplastik kleineren Umfangs, auch Gingivaextensionsplastik für einen Bereich von bis zu zwei nebeneinander liegenden Zähnen, ggf. auch am zahnlosen Kieferabschnitt nach der GOZ-Nr. 3240, mit dem Laserzuschlag Nr. 0120 berechnungsfähig. Die Abrechnungsbestimmung legt darüber hinaus fest, dass sie je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich berechnungsfähig ist. Wird die Leistung in einem Bereich von mehr als zwei nebeneinanderliegenden Zähnen erbracht, ist die GOÄ anzuwenden. Die Nrn. Ä2675, Ä2676 und Ä2677 sind entsprechend dem erbrachten Leistungsinhalt berechnungsfähig (siehe folgende Tabelle).
Die GOÄ enthält seit 1996 unverändert den Zuschlag Nr. 441 für die Anwendung eines Lasers. Dieser ist bei besonders aufgeführten ambulanten OP-Leistungen berechenbar. Dieser Zuschlag wird mit dem 1-fachen Faktor der betreffenden Leistung berechnet, jedoch höchstens mit 67,49 Euro. Dies wurde in die GOZ 2012 übertragen und der Betrag auf 68 Euro gerundet. Auf die Darstellung der OP-Zuschläge (Nrn. 442 bis 445) sowie der Zuschlagsposition für die Anwendung eines OP-Mikroskops (Nr. 440/23,31 Euro) wurde verzichtet.
Auszug aus der GOÄ*
Entfernung eines tiefsitzenden Fremdkörpers auf operativem Wege ...
+ Ä441 Zuschlag für die Anwendung eines Lasers
+ 22,09
+ 21,57
+ 43,08
Schleimhauttransplantation - einschließlich operativer Unterminierung ...
+ 40,10
Probeexzision aus tiefliegendem Körpergewebe ...
Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik oder Tuberplastik ...
+ 49,54
Totale Mundboden- oder Vestibulumplastik ...
+ 67,49**
Submucöse Vestibulumplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich ...
* In der GOÄ (Fassung v. 9.2.1996) finden sich im Abschnitt „C. Nichtgebietsbezogene Sonderleistungen“ unter VIII. die zuschlagsberechtigten GOÄ-Leistungsnummern.
** Dieser Zuschlag wird mit dem 1-fachen Faktor der betreffenden Leistung berechnet, höchstens jedoch mit 67,49 Euro.
Quelle: Ausgabe 10 / 2012 | Seite 4 | ID 35776300

References: § 2
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 § 7
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