Source: https://issuu.com/799061/docs/international_school_augsburg_annual_report_-_gesc
Timestamp: 2019-08-20 02:34:46+00:00

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Geschäftsbericht - Anual Report 2017-18 der International School Augsburg by International School Augsburg - Issuu
Learning the ISA way Geschäftsbericht 2017 / 2018
Learning the ISA way
https://www.youtube.com/watch?v=OOrPSoIkIAg&feature=youtu.be
Film: Interview mit Marcus Wagner
Liebe Aktionärinnen und Aktionäre, eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. Das wusste schon Benjamin Franklin. Mit der ersten öffentlichen Bildungsaktie Deutschlands geben wir Unternehmen, Freunden, Förderern und Absolventen die Möglichkeit, Teil der ISA-Community zu werden. Und schon frühzeitig in die Ausbildung wertvoller Fach- und Führungskräfte von morgen zu investieren. Doppelter Rekord: Schülerzahl und Geschäftsergebnis Das Schul- und Geschäftsjahr 2017 /18 war das bislang erfolgreichste in der Geschichte der International School Augsburg (ISA). Wir starteten mit 342 Schülern in das neue Schuljahr. Im Juni 2018 besuchten durch mehrere unterjährige Neuzugänge 350 Schüler die ISA: Rekord! Sie verteilen sich auf 14 Jahrgangsstufen – angefangen mit zwei Altersgruppen im Early Learning Centre, über die Elementary und Middle School bis hin zur High School, die mit dem International Baccalaureate (IB) abgeschlossen wird. Gerade die ersten und letzten Schuljahre sind sehr betreuungsintensiv und führten dazu, dass im abgelaufenen Schuljahr das Verhältnis von Schülern zu Lehrern bei 6:1 stand. Um dieses hohe Maß an individueller Betreuung halten zu können, beschäftigte das Unternehmen im Berichtsjahr 71 Lehrkräfte, davon 24 in Teilzeit. Erhöhte Mehreinnahmen aus gestiegenen Schülerzahlen und Schulgeld konnten die erforderlichen Mehraufwendungen deutlich überkompensieren, so dass die ISA 2017 /18 das beste Ergebnis verzeichnen konnte, seit sie alle 14 Jahrgangsstufen anbieten kann. Der Umsatz stieg um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5.852 TEUR, der Jahresüberschuss belief sich auf 121.850 EUR. Bei einer Bilanzsumme von 6.206 TEUR betrugen die Eigenmittel 1.995 TEUR, was einer Eigenmittelquote von 32 Prozent entspricht. Liquide Mittel machten gut die Hälfte der Bilanzsumme aus. Dadurch konnten kleinere Investitionen aus Eigenmitteln finanziert werden.
Ausgezeichnete Pädagogik Nachdem die ISA bereits seit 2012 vom Council of International Schools (CIS) akkreditiert wurde, laufen nun die Vorbereitungen für die notwendige Reakkreditierung auf Hochtouren. Einen wichtigen Meilenstein konnten wir im Berichtsjahr bereits erreichen: Den „Preparatory Visit“ – verpflichtender Bestandteil der Akkreditierung – haben wir erfolgreich absolviert. Wenn Sie diesen Bericht lesen, sollte die Reakkreditierung erfolgreich abgeschlossen sein. Für uns ist sie mehr als nur Pflichtprogramm. Wir nutzen sie vielmehr dazu, unsere Konzepte immer wieder zu überdenken und damit die ISA ständig zu verbessern. So haben wir bis heute bereits viel erreicht: Im Juli 2018 verabschiedeten wir zum siebten Mal einen erfolgreichen IB-Diploma-Abschlussjahrgang. Und auch dieses mal lag die Leistung unserer Zwölftklässler wieder deutlich über dem Weltdurchschnitt der internationalen Schulen. Damit steigt die Zahl der erfolgreichen ISA-Absolventen auf 167. Viele unserer Alumni studieren an renommierten Universitäten in Deutschland und der Welt oder beschreiten bereits selbstbewusst ihren Karriereweg als Unternehmer oder in Führungspositionen. Diese Erfolge unterstreichen die Hochwertigkeit des Bildungsangebotes der ISA, das einen entscheidenden Standortvorteil für die Wirtschaftsregion Augsburg darstellt. Wachstumspotenzial heben Wir blicken optimistisch in die Zukunft. Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region Augsburg, neue Angebote wie die medizinische Fakultät an der Universität Augsburg, Unternehmensansiedlungen im Innovationspark der Stadt, die allgemeine Internationalisierung der Unternehmen in der Region und das wachsende Interesse von Familien vor Ort an der ISA bieten ein großes Wachstumspotenzial. Bevor wir dieses voll ausschöpfen können, gilt es allerdings, eine Hürde zu nehmen: Mit 350 Schülern haben wir die Kapazitätsgrenze unserer bisherigen Räumlichkeiten erreicht. Um unsere Schülerzahl weiter vergrößern zu können, ist ein wichtiges Projekt für das laufende Jahr die Suche und Entwicklung eines neuen, größeren Standorts durch Neubau oder eine geeignete Immobilie. Unseren Schülern der 12. Klasse wünschen wir viel Erfolg in ihren Abschlussprüfungen, unseren Alumni viel Glück auf ihrem weiteren Weg und bedanken uns bei allen Aktionären, Freunden und Förderern für ihr Vertrauen.
Marcus Wagner [Vorstand Business & Finance]
Marcus Wagner (Jahrgang 1962) ist seit 2009 das kaufmännische Herz der ISA. Als Director Business & Finance ist er für die unternehmerischen Belange der internationalen Schule verantwortlich. Außerdem ist er Geschäftsführer der beiden regionalen Risikokapitalfonds­gesellschaften A³ Innovationsfonds GmbH und Startkapital-Fonds Augsburg GmbH so­wie Mitglied des Kuratoriums der Universität Augsburg und des Aufsichtsrats der baramundi software AG.
Cathie Mullen [Vorstand Education]
Cathie Mullen (Jahrgang 1961) verantwortet seit der Gründung die Pädagogik an der ISA. Ihr Herz schlägt für zukunftsorientierte Lehrmethoden, individuelle Förderung und – vor allem – für ihre Schüler. Für die International Baccalaureate Organisation und den Council of International Schools evaluiert sie internationale Schulen als externe Auditorin im Akkreditierungsprozess. Daneben ist sie Mitglied des Vorstands der AGIS (Association of German International Schools) und des Aufsichtsrats der Metropolitan School Frankfurt.
Bericht des ­Aufsichtsrats
über das Geschäftsjahr 2017 / 18
Der Aufsichtsrat hat den Vorstand im Geschäftsjahr 2017 / 18 bei der Leitung des Unternehmens als gemeinnützige Aktiengesellschaft regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung kontinuierlich begleitet und überwacht. Er konnte sich stets von der Rechtmäßigkeit, Ordnungsmäßigkeit, Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftsführung des Vorstandes überzeugen. In allen für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen war der Aufsichtsrat frühzeitig und intensiv eingebunden. Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand war durch intensive Diskussionen und einen regen Gedankenaustausch gekennzeichnet. Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah, in schriftlicher und mündlicher Form über alle für das Unternehmen wesentlichen Aspekte, vor allem über die Entwicklung des Geschäftsverlaufs, die Finanzlage und grundsätzliche Fragen der Unternehmensstrategie und -planung, sowie letztlich auch der Risikolage und -entwicklung. Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2017 /18 mit der wirtschaftlichen Entwicklung, der Situation nach den strategisch, gesellschaftsrechtlichen Veränderungen, den erfolgten und bevorstehenden ReAkkreditierungen bei der IB, CIS und NEASC sowie den schwierigen, räumlich beengten Verhältnissen der Gesellschaft beschäftigt. Die Entwicklung der Gesellschaft wurde zwischen Aufsichtsrat und Vorstand regelmäßig diskutiert und überprüft. Etwaige Abweichungen des Geschäftsverlaufs von der vorliegenden Unternehmensplanung wurden analysiert. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat ausführlich erörtert und diesen nach sorgfältiger Beratung – soweit dies nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung des Vorstands erforderlich war – zugestimmt. Die Beratungen basierten immer auf mit detaillierten Unterlagen belegten Berichten des Vorstands zur finanziellen und wirtschaftlichen Lage. Dabei spielte die Budgetplanung und die Beurteilung des Budgetverlaufs stets eine zentrale Rolle. Darüber hinaus ließ sich der Vorsitzende des
Aufsichtsrates in regelmäßigen Gesprächen mit dem Vorstand zwischen den jeweiligen Sitzungsterminen ausführlich informieren. Gleiche Bedeutung kommt im Verlauf der ordentlichen Sitzungen des Aufsichtsrates dem Bericht der pädagogischen Schulleitung zu. An dieser Schnittstelle spielen die Beratungen über die Realisierung geplanter Investitionen, insbesondere in zusätzliche Räumlichkeiten, sowie gegebenenfalls darüber hinausgehende Wünsche der Pädagogik eine wichtige Rolle. Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2017 /18 zu vier Sitzungen zusammengekommen. Er war in die Entwicklung des Geschäftsverlauf, der Schülerzahlen, Veränderungen der Belegschaft, die Akkreditierungsthemen, die Planung der Unternehmensentwicklung, deren Finanzierung sowie in die Schwierigkeiten und Probleme die die Auslastung und die Sanierungsbedürftigkeit der Räumlichkeiten, insbesondere des Hauptgebäudes, stets eingebunden. Inhaltlich konnte der Aufsichtsrat die erfreuliche, unterjährige Entwicklung der Schülerzahlen und deren positive Auswirkung auf die Zielerreichung der Budgetplanung verfolgen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat in seinen Sitzungen allgemein mit folgenden Themen: »» Beobachtung der Schülerzahlen, »» Entwicklung der Raumsituation, »» Problematik des Schulstatus, der Förderung, Schulgelderhöhungsmöglichkeiten und dem Sonderungsverbot, »» politische Lobbyarbeit für die Internationalen Schulen in Bayern durch die AISB, der Arbeitsgemeinschaft Internationale Schulen in Bayern, »» Ergebnis des Vorbesuchs zur Reakkreditierung der Schule bei der CIS, »» Ergebnisse der Absolventen des IB Diploma und der IGCSE-Prüfungen sowie »» Präsentationen über das Tagesgeschehen an der ISA. Der Jahresabschluss der Gesellschaft sowie der Lagebericht zum 31. August 2018 wurden unter Einbeziehung des Steuerberaters, der Steuerkanzlei Kemmerling, Augsburg, nach HGB erstellt. In seiner Bilanzsitzung am 15. Februar 2019 wurde dem Aufsichtsrat vom Wirtschaftsprüfer der Gesellschaft der geprüfte Jahresabschluss und der Lagebericht vorgestellt und im Anschluss mit dem Prüfer und dem Vorstand eingehend diskutiert. Der Aufsichtsrat hat den vorgelegten geprüften Abschluss zur Kenntnis genommen. Die im Lagebericht getroffenen Aussagen stimmen mit den unterjährigen Aussagen des Vorstandes überein und entsprechen den Einschätzungen des Aufsichtsrates zur Lage der Gesellschaft. Der Aufsichtsrat hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss mit Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017 /18 gemäß § 172 AktG festgestellt und sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns im Geschäftsjahr nach eigener Prüfung und Abwägung angeschlossen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren erfolgreichen Einsatz und ihre Leistung im abgelaufenen Geschäftsjahr. Augsburg, den 15. Februar 2019 Für den Aufsichtsrat
Karl Moser Vorsitzender des Aufsichtsrats
10 gute Gründe für ein Investment in die ISA S. 9 Deutschlands erste öffentliche Bildungsaktie
Internationales Netzwerk für ­lokales Wachstum
Exzellente Leistungsbilanz S. 32 Film: 10 Gründe für die ISA
Klare Strategie, die auf nachhaltiges Wachstum ausgerichtet ist
https://www.youtube.com/watch?v=FvI7KdiHGbI&feature=youtu.be
Erfahrenes Management & ausgezeichnete Pädagogen
S. 2 S. 9
Regionale Wirtschaftsförderung an erstklassigem Standort
S. 11 Starke Partner
Der Zukunft von Kindern aus aller Welt und dem Gemeinwohl verpflichtet
Solide Finanzierung S. 37
Reale Sachwerte und das Gefühl, in etwas Gutes zu investieren, als echte Dividende
Die ISA-Bildungsaktie Die ISA-Bildungsaktie ist eine Investition in die Zukunft von Kindern. Sie ist ein Investment, das der Wirtschaftsförderung im Raum Augsburg Schub ­verleiht. Und sie ist eine Kapitalanlage, hinter der ein realer Sachwert steht. Kurzum: ein für alle Seiten lohnendes Invest.
Sachwert mit Potenzial Es ist ein besonderer Moment – für die Absolventen, aber auch für die ISA. Wenn die Schüler ihren Abschluss feiern, erhalten sie stets ein besonderes Abschiedsgeschenk der ISA: ihre persönliche ISA-Bildungsaktie im Wert von 100 Euro. Damit gehört ihnen ein kleines Stück ihrer Alma Mater. Das schafft eine besondere Verbindung. Doch die ISA-Bildungsaktie, finanziert durch unseren Förderverein „Freunde der ISA“, ist mehr als eine symbolische Gabe für die Alumni. Sie ist ein Investment für Jedermann, der die Zukunft der Bildungseinrichtung mitgestalten und sich für eine internationale Ausbildung stark machen will. Unternehmen und Institutionen haben die Bedeutung für die Wirtschaftsförderung früh erkannt und bereits bei der Erstemission der ISA-Bildungsaktie im Jahr 2017 gezeichnet. Ende Februar 2019 waren es bereits 25 Unternehmen, die investiert haben. Hinzu kommen 36 private Investoren. Zu den ersten Aktionären gehörte das Unternehmen AL-KO Kober SE. Der Anbieter von Technologieprodukten aus den Bereichen Garten, Lufttechnik und Automotive ist ein echter Global Player. Der Mittelständler aus dem bayerisch-schwäbischen Großkötz bei Günzburg ist in rund 20 Ländern weltweit vertreten. Die Investition in die ISA-Bildungsaktie ist AL-KO ein echtes Anliegen. „Wir tragen damit Verantwortung für ein erstklassiges Bildungsangebot, von dem unsere ganze Region, insbesondere die Wirtschaft profitiert“, sagt Stefan Kober, Aufsichtsratsvorsitzender der AL-KO Kober SE. „Mit diesem Commitment setzen wir ein Zeichen und animieren andere Unternehmen, ihrem gesellschaftlichen Engagement in dieser Form Ausdruck zu verleihen.“ Neben dem ideellen Wert der Aktie investieren die ISAAktionäre in einen realen Sachwert – und der hat durchaus Potenzial. Die ISA war 2005 als GmbH gegründet worden, damals mit einem Stammkapital von 50.000 Euro. Seit 2016 ist sie gemeinnützige Aktiengesellschaft. Das Stammkapital ist
inzwischen auf knapp zwei Millionen Euro angewachsen. Dabei liegt der Unternehmenswert nach einer Bewertung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG aus dem Jahr 2014 deutlich höher. Mit 4,5 Millionen Euro hatte KPMG die ISA bereits vor Ausgabe der ersten Aktien im Auftrag der IHK bewertet. Und bei dieser Summe ist es nicht geblieben: Allein die Grundstücke und Gebäude der ISA besitzen einen Wert von gut zwei Millionen Euro. Die Rechtsform der gemeinnützigen Aktiengesellschaft ist in Deutschland noch nicht allzu verbreitet. Was hat es damit auf sich? Für die ISA gelten zunächst einmal die gleichen Anforderungen wie für jede „normale Aktiengesellschaft“. Diese betreffen Struktur, Geschäftsführung und Publizitätspflicht. So hat die ISA neben einem hauptamtlichen Vorstand einen Aufsichtsrat als Kontrollorgan. Und auch für die Aktionäre gibt es erst einmal keinen großen Unterschied: Wer Aktien der ISA besitzt, ist Miteigentümer des Unternehmens und hat ein Mitspracherecht, das er in der Hauptversammlung ausüben kann. Die Aktionäre können so die Ziele, Handlungen und Werte der Gesellschaft mitprägen. Der zentrale Unterschied zu einer „normalen“ AG: Als Einrichtung, deren Erträge in Bildung und Erziehung fließen und damit dem Gemeinwohl zugutekommen, besitzt die ISA den Status der Gemeinnützigkeit. Das bedeutet, dass sie von Körperschafts- und Gewerbesteuer und für Leistungen, die unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienen, auch von Umsatzsteuer befreit ist. Das heißt auch, dass die ISA keine Dividende ausschütten darf. „Wir profitieren als ISA-Aktionär vom Wachstum eines Sachwerts“, unterstreicht Stefan Kober, „und wir tragen dazu bei, dass unser Standort über einen echten Wettbewerbsvorteil verfügt.“
Das Plus im Wettbewerb um die besten Köpfe
Natürlich, die Puppenkiste. Die kennt man. Aber längst steht Augsburg für mehr: für eine starke Wirtschaft mit einem exportorientierten Mittelstand und internationalen Konzernen. Für renommierte Technologieinstitute, die mit ihren Forschungsergebnissen die Wirtschaft vorantreiben. Für erstklassige Medizin am neu gegründeten ­Universitätsklinikum. Für SpitzenSport und Kultur auf höchstem Niveau. Der Raum Augsburg zählt zu den wachstumsstärksten R ­ egionen Bayerns. Die ISA ist dabei ein wichtiger Standortfaktor.
Er gilt als großes Talent: ruhig, kopfballstark, besonnen. Fußballvereine haben früh um Kevin Danso gebuhlt. Schon als Teenager hatte der englische Abwehrspieler mehrere Angebote renommierter Clubs auf dem Tisch liegen. Er entschied sich 2014 für den FC Augsburg. Vor allem deshalb, weil der Verein und die Region ihm etwas bieten, was viele andere nicht können: eine Perspektive außerhalb des Sports. „Ohne eine internationale Schule, die es Kevin ermöglicht hat, neben dem Fußball weiter an seinem Abitur zu bauen, hätten wir den Vertrag beim FC Augsburg nicht unterschrieben“, sagt sein Manager und Bruder, Emmanuel Danso. So wie die ISA für den FC Augsburg im Verhandlungspoker um das junge Talent Danso zum Schlüsselfaktor wurde, so ist die Schule inzwischen für viele Unternehmen und Institutionen ein wichtiger Pluspunkt im Wettbewerb um internationale Fach- und Führungskräfte. Das bestätigt Martin Kimmerl. Der studierte Ingenieur arbeitet seit 21 Jahren als Relocator in der Region. Er begleitet sogenannte Expats – das sind Mitarbeiter, die von ihren Arbeitgebern meist vorübergehend ins Ausland entsendet werden – bei ihren Ortswechseln. Martin Kimmerl übernimmt Ämterbesuche, organisiert Immobilien und hilft der Familie beim Eingewöhnen. Er arbeitet im Auftrag zahlreicher Großunternehmen in der Region, die internationale Experten
für sich gewinnen möchten. „Früher“, sagt Martin Kimmerl, „war das nicht immer einfach. Mitarbeitern mit Familien ist das Umfeld extrem wichtig. Sie sind eher dorthin gezogen, wo es eine passende internationale Schule für die Kinder gab.“ Nach München oder Starnberg zum Beispiel. Heute sei das anders: „Die ISA ist ein echter Pluspunkt für die Region Augsburg.“ Die ISA war im Jahr 2005 auf Initiative der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben durch den „Wirtschaftsregion Augsburg Förderverein e. V.“ gegründet worden. Sie ist heute eine von drei internationalen Schulen im Großraum München. An der ISA genießen Kinder aller Altersstufen und Nationalitäten bereits ab dem Kindergarten eine englischsprachige, international einheitliche und anerkannte Ausbildung. So können sich Schüler trotz der beruflichen Mobilität ihrer Eltern am neuen Wohnort schnell in den Schulalltag integrieren und Gemeinschaft erleben. Andreas Thiel, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, schätzt das zusätzliche Bildungsangebot. „Die ISA ist zu einem zentralen Standortfaktor für mittelständische Unternehmen und internationale Konzerne in der Region geworden.“ Besonders stark vertreten sind im Wirtschaftsraum Augsburg Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich mit Mechatronik, Automation, Faserverbund- und Umwelttechnologie beschäftigen. Weitere
Schwerpunkte sind Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik sowie die Informations- und Kommunikationstechnologie. Gerade in diesen Bereichen sind Fach- und Führungskräfte mit internationaler Ausbildung oder Erfahrung rar. Gerade das Management global operierender Unternehmen, wie der SGL Carbon, KUKA, AIRBUS Helicopter oder bei Premium Aerotec, beschäftigt dieses Problem immer mehr. Und das neu gegründete Universitätsklinikum im Augsburger Westen schafft zusätzlichen Bedarf. Einer der großen Player in der Region Augsburg ist der französische Automobilzulieferer Faurecia, der seit 2010 seinen größten deutschen Standort mit rund 1.500 Beschäftigten in Augsburg hat. „Die ISA spielt nicht nur eine große Rolle für die Region, sondern auch für den Augsburger Faurecia Standort“, erklärt Mathias Miedreich, Vice President Europe des FaureciaGeschäftsbereichs Clean Mobility. „Dank dieser Institution ist es möglich, Kindern mit verschiedenen Nationalitäten von klein an den Umgang mit unterschiedlichen Kulturen beizubringen.“ Hinzu komme, dass die kreativen Lehrmethoden modernsten internationalen Standards entsprechen und so den Nachwuchs optimal auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten.
»Die Weltoffenheit und Teamfähigkeit, die hier vermittelt werden, passen optimal zu unserer Firmenkultur.«
Starke ­Partnerschaft für erst­klassige Bildung
Ramona Meinzer Geschäftsführerin der Aumüller Aumatic GmbH
Die Produkte der Firma Aumüller aus Thierhaupten sind überall zu finden: in öffentlichen Gebäuden, Firmenzentralen, Logistikzentren, modernen Wolkenkratzern, an Flughäfen oder in historischen Bauten. Und das weltweit. Ihre Rauch- und Wärmeabzugsanlagen schützen Menschenleben. Die Anlagen zur kontrollierten Lüftung sorgen für ein angenehmes Raumklima. Klar, dass es für die Entwicklung und Herstellung solch komplexer Produkte echte Spezialisten braucht. Geschäftsführerin Ramona Meinzer ist froh, im Wettbewerb um die besten Köpfe für ihr Unternehmen auf einen klaren Standortvorteil zählen zu können. „Wir merken mehr und mehr, dass Eltern ihren Wohnund Arbeitsort gezielt nach den Bedürfnissen ihrer Kinder auswählen“, berichtet sie. „Und da ist die ISA ein echtes Argument.“ Seit 2015 ist die Firma Aumüller Platinum Partner der ISA. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter der Vision und dem Konzept der ISA“, betont Ramona Meinzer. „Die ISA bringt uns als Unternehmen viele Vorteile. Da ist es für uns selbstverständlich, dass wir unseren Beitrag leisten und die Schule unterstützen.“
Gerade weil mit der zunehmenden Internationalisierung bei Aumüller der Bedarf an Mitarbeitern mit interkulturellem Hintergrund steigt, ist die ISA so wertvoll für das Unternehmen. So kann der Spezialist aus Thierhaupten seinen künftigen Kolleginnen und Kollegen nicht nur attraktive Arbeitsbedingungen eröffnen, sondern auch deren Familien ein optimales Umfeld mit einer erstklassigen Schule bieten. Für seine Mitarbeiter unterstützt Aumüller den Schulbesuch der Mitarbeiter-Kinder an der ISA als Incentive-Maßnahme. Für Ramona Meinzer in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiges Signal: „Das fördert die Bindung besonders wertvoller Mitarbeiter an unser Unternehmen.“ Und wer weiß, vielleicht werden so bereits heute die Aumüller-Mitarbeiter der Zukunft ausgebildet. Die Geschäftsführerin jedenfalls ist überzeugt von der Qualität der ISA-Ausbildung. „Die Weltoffenheit und Teamfähigkeit, die hier vermittelt werden, passen optimal zu unserer Firmenkultur“, sagt Ramona Meinzer. Schon heute sind zwei ISAAbsolventen für Aumüller tätig.
Learning to be me in a global community Was uns an der ISA antreibt? Die Verantwortung, unsere Schüler optimal auf ihre Zukunft vorzubereiten. Schon heute sind wir alle Teil einer globalen Gemeinschaft. Einer „global community“, die wir als bereichernd empfinden und als Chance verstehen. In der es auch wichtig ist, seine eigene Identität zu finden. Dabei wollen wir unsere Schüler unterstützen. Wir vermitteln nicht nur Fertigkeiten, sondern auch Werte, die unsere Schüler zukunftsfähig machen. Wir geben ihnen Raum, ihre eigenen Talente zu entdecken. Wir bestärken Sie, Dinge auszuprobieren und Fehler zu machen. Wir helfen ihnen, offene und verantwortungsvolle Menschen
zu werden. Und dabei sich selbst zu entdecken und treu zu bleiben – „learning to be me“. Die Verantwortung dafür wird an der ISA gelebt – in allen Bereichen der Schule, im Kleinen wie im Großen, von den Jüngsten bis zu den Absolventen, im Schulalltag, aber auch darüber hinaus. Im Miteinander mit den Eltern, im Austausch mit unserer Umwelt. Im Sinne unserer Kinder. In unserem ersten Geschäftsbericht nehmen wir Sie mit in unseren Schulalltag, zeigen Ihnen, wie wir unser Motto „Learning to be me in a global community“ mit Inhalt und Leben füllen: von den Dreijährigen im Early Learning Centre bis hin zu unseren Absolventen.
S. 12 – 31
Film: Interview mit Cathie Mullen
https://www.youtube.com/watch?v=xFpd9Up83oM&feature=youtu.be
Die Suche nach dem „Ich“ in der globalen Gesellschaft „Learning to be me in a global community“ – das ist das Motto der International School Augsburg (ISA). Woher kommt dieser Leitgedanke? Mullen: Die „Zukunftsfähigkeit“ unserer Schüler treibt uns an. Die eigene Identität in einer globalen Gesellschaft zu finden, wird in unserer Zeit immer schwerer. Deshalb ist das Motto Teil eines größeren Rahmens, des „Learning the ISA Way“. Damit adressieren wir nicht nur Fähigkeiten, sondern die Werte, die unsere Schüler zukunftsfähig machen. Sie müssen anpassungsfähig sein und schnell neue Fähigkeiten erlernen können.
Welchen Stellenwert hat dabei die Wissensvermittlung an der ISA? Mullen: Wissen ist wichtig, aber durch Digitalisierung inzwischen leicht verfügbar. Die Rolle des Lehrers und des Unterrichts haben sich extrem verändert. Unsere Schüler müssen wissen, wie und wo sie Inhalte finden und organisieren, diese verstehen lernen, interdisziplinär denken und Initiative ergreifen. Sie brauchen ein hohes Maß an Eigeninitiative und starke interkulturelle Fähigkeiten. Sie müssen auch lernen, sich selbst, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden im Auge zu behalten. ... und sollen so sie ihre eigene Persönlichkeit entwickeln? Mullen: Genau. Im Fokus all unserer Bemühungen steht immer der einzelne Schüler mit seinen individuellen Talenten und Potenzialen. Jeder findet für sich heraus, was in ihm steckt und welchen Platz er in dieser globalen Gemeinschaft einnehmen möchte. Bei heute fast 350 Schülern ist das ein hoher Anspruch. Wie schaffen Sie es, jedem Einzelnen diesen Raum zu geben? Mullen: Das hat viel mit der Kultur der ISA zu tun. Werte wie gegenseitige Fürsorge und Respekt sind für uns zentral! Das spiegelt sich im Miteinander wieder. Wir schaffen ein Lernumfeld, in dem jeder mit seinen persönlichen Stärken und Schwächen wertgeschätzt wird. Das schafft Vertrauen. So können Schüler ohne Angst sich selbst „erfahren“. Sie dürfen Fehler machen und lernen so ihre Potenziale kennen.
Die ISA wurde im Jahr 2005 gegründet. Seitdem hat sich die Schule konsequent weiterentwickelt – organisatorisch wie pädagogisch. Wie erleben Sie diese permanente Veränderung? Mullen: Das ist spannend und spiegelt die Dynamik unserer Zeit wider. Damals hat kaum jemand von „digital Natives“ gesprochen und niemand hätte geahnt, dass unsere Schüler und Lehrer heute vollständig mit und in der Cloud arbeiten. Es ist wichtig, sich und seine Arbeitsweisen ständig zu hinterfragen, um sich permanent zu verbessern. Sicher hätte damals niemand gedacht, dass wir nach so kurzes Zeit ein so hochwertiges und breites IT-, Sport-, Musik- und Kunstangebot haben werden. Das schlägt sich aber in einem beachtlichen Schulgeld nieder, das immer wieder zu Vorurteilen führt. Wie gehen Sie damit um? Mullen: Ich habe dafür Verständnis. Aber Geld ist nicht direkt mit Werten verbunden oder damit, ein gutes Leben zu führen. Alle Kinder verdienen es, gefordert und gefördert zu werden und eine Schulkultur zu erleben, in der sie keine Angst haben, Fehler zu machen. Aber Fokus der ISA muss auf die gerichtet sein, die von überall aus der Welt und einem völlig anderen, kulturellen Hintergrund bei uns ankommen. Wir haben eine wunderbare Schulgemeinschaft, die diese Familien und Schüler auffängt, und die entstehende kulturelle Vielfalt als Chance zu Lernen begreift. Augsburg steht wie nur wenige Städte für all die Werte, die an der ISA zentral sind: Frieden und Völkerverständigung. Der ideale Standort für eine International School. Mullen: Fast ein MUSS. Den Bezug zur Friedensstadt und den über zweitausend Jahren Geschichte Augsburgs werden wir in unserem Schulalltag künftig noch stärker verankern. Frieden und Völkerverständigung sind zentrale Bestandteile unseres pädagogischen Konzeptes der IB (www.ibo.org). Als Mitglied der Charta der Vielfalt steht die ISA aktiv für kulturelle Vielfalt. Davon profitieren gerade unsere Kinder und Jugendlichen aus dem Ausland, aber auch unsere heimischen Schüler.
Nachwuchsforscher: In der Lower School ist die Neugierde der Schüler der Schlüssel zum Erfolg.
Die Neugier ­kleiner ­Entdecker Wie kommt der Duft einer Blume in unsere Nase? Wie funktioniert eine U-Bahn? Wann ist eine ­Geschichte richtig spannend? Und warum ist eine E-Mail so viel schneller beim Empfänger als ein Brief? Die Neugier kleiner Menschen ist unerschöpflich, ihr Einfallsreichtum oft erstaunlich. „Man muss sie nur machen lassen“, sagt Katharina Baumgartner. Den Kindern Raum geben, Fragen zu stellen, ihre Neugier auszuleben, mutig und offen zu sein, Zusammenhänge zu entdecken. Und sie zu kleinen Entdeckern zu machen – innerhalb des Klassenraums und auch außerhalb. Katharina Baumgartner ist Koordinatorin des Primary Years Programme (PYP) und damit zuständig für die Jüngsten an der International School Augsburg (ISA): vom Early-Learning-Centre (ELC) bis zur fünften Klasse. Im ELC, dem englischsprachigen Kindergarten der ISA, entdecken bereits Dreibis Sechsjährige ganz spielerisch, wie spannend und bunt ihre Welt ist. Der Regen zum Beispiel, der vom Himmel fällt, oder die Schokolade, die im Mund so zart schmilzt. Und dann wird überlegt, getüftelt und ausprobiert: Where do things come from? „Die Kinder bringen ihre eigenen Interessen und Ideen ein“, erklärt Baumgartner. Daraus entstehen
kleine Versuche und Experimente. Und manchmal wird das ELC dabei sogar zur Chocolaterie. Schon in der Vorschule wird gerechnet und geschrieben Die Älteren im ELC, die Vorschulkinder, deren Tag mit kleineren Lerneinheiten strukturiert ist, üben Buchstaben und erarbeiten sich den Zahlenraum bis zehn, sie befassen sich mit Erzählungen und manche können sogar eigenständig kurze Sätze verfassen. Unterstützt und gefördert werden die Kinder dabei – anders als sonst in Kindergärten üblich – von ausgebildeten Lehrern. „Wir nutzen die Neugier der Kinder und lassen sie ihr Potenzial voll ausschöpfen“, erklärt
»Wir nutzen die Neugier der Kinder und lassen sie ihr Potenzial voll ausschöpfen.« Katharina Baumgartner Koordinatorin Primary Years Programme
Baumgartner. Alles ohne Druck und ganz spielerisch, aber mit einer gewissen Struktur. So fällt den Kindern der Übergang in die Schule viel leichter.
Von Grade 1 bis 5 gehören die ISA-Schüler zur so genannten „Elementary School“. Hier bildet das Primary Years Programme (PYP) die Grundlage für die pädagogische Arbeit. Sarah Garland-Zach, der Leiterin der Lower School, ist eines ganz wichtig: „Wir wollen nicht nur Wissen vermitteln. Uns ist auch die Charakterbildung und das soziale Miteinander ein großes Anliegen.“ Sich etwas zutrauen, anderen offen begegnen, kommunikationsfreudig, verlässlich und fürsorglich sein – das sind zentrale Werte an der ISA. Nicht nur in der Lower School, sondern in allen Bereichen der Schule. Bei den Jüngsten werden die Grundlagen dafür gelegt. „Wir helfen den Kleinen, zu erkennen, worauf es ankommt, und eine Sprache dafür zu finden“, sagt Baumgartner. Das „IB Learner Profile“ bietet den Rahmen dafür. Lehrer arbeiten fächerübergreifend Und dann ist da noch der natürliche Forscherdrang der Schüler. Der macht es manchmal ganz einfach, ihnen Dinge zu vermitteln – ohne Zwang und stures Auswendiglernen. Die Lehrer arbeiten an der ISA interdisziplinär und verknüpfen die Lehrinhalte der jeweiligen Fächer zu übergreifenden Themen. Mehrere Wochen geht es dann um den Komplex Umweltschutz, um physikalische Phänomene oder ein Musical-Projekt, das eine
Klasse gemeinsam stemmt. Und schnell merken die Schüler, dass isoliertes Wissen nicht weiterhilft, dass sie sich der Fertigkeiten bedienen müssen, die sie in anderen Fächern gelernt haben. Die ISA gibt ihnen den Raum, sich ohne Angst vor Fehlern ausprobieren zu dürfen. Schüler müssen sich selbst einschätzen Die Lehrer haben dabei immer den aktuellen Wissensstand und den Lernfortschritt der Kinder im Auge. Dafür nutzen die Pädagogen verschiedene Strategien, zum Beispiel Quizze oder sogenannte „exit tickets“, um den aktuellen Lernstand einzuschätzen. Zu jeder gestellten Aufgabe gibt es umfassendes Feedback vom Lehrer. Die Selbsteinschätzung der Schüler spielt eine zentrale Rolle. „Uns geht es weniger um eine Benotung“, erklärt Sarah Garland-Zach. „Wir wollen frühzeitig Bereiche identifizieren, die für manche Schüler vielleicht noch unklar sind, um Rückschlüsse auf unseren Unterricht zu ziehen.“ Erst ab Grade 6 werden dann „echte“ Noten vergeben.
Physik zum Anfassen: das Egg-Drop-Experiment Ein kurzes Knacken – und schon ergießt sich der glitschige gelbe Inhalt über dem Boden. Das war’s mit dem rohen Ei. Den Sturz aus drei Metern Höhe hat es nicht überlebt. Aber vielleicht gäbe es ja doch eine Möglichkeit … und schon sind wir mittendrin im Physikunterricht der vierten Klasse der ISA. Wobei, mit Physik allein ist es hier nicht getan. „Unser Ziel ist es, den Kindern das Wissen nicht isoliert, sondern in Verknüpfung mit anderen Disziplinen näher zu bringen“, erklärt die Koordinatorin des Primary Years Programme (PYP), Katharina Baumgartner. „Dabei holen wir die Kinder immer da ab, wo sie gerade
stehen: Was wissen sie schon, was wollen sie gerne lernen? Und wie können sie das Gelernte praktisch anwenden.“ Das Programme of Inquiry bietet die Grundlage für diesen interdisziplinären Unterricht. Es umfasst sechs globale Themen: Who are we? Where are we in place and time? How do we express ourselves? How do we organise ourselves? How does the world work? How can we share the planet? Und es bettet diese großen Themenbereiche ein in einen Lehrplan, der naturwissenschaftlichen, geschichtlichen oder technischen Themen Raum gibt, bricht sie herunter auf die Lebenswirklichkeit der Kinder. So
sollen sie lernen, die Brücke zu schlagen zwischen dem, was sie im Klassenzimmer lernen, und der Welt, in der sie leben. „Uns ist wichtig, dass die Kinder das Gelernte und die Schlüsse, die sie daraus ziehen, in ihren Alltag einbringen – auch wenn es nur Kleinigkeiten sind“, erklärt Baumgartner. Zurück zur vierten Klasse, dem rohen Hühnerei und der Frage, wie es zu retten wäre. Die Schüler rätseln. Sophia setzt auf Luftpolsterfolie und einen kleinen Fallschirm. Sie fertigt eine Versuchsskizze an, formuliert ihre Hypothese und erläutert die Idee – ganz so wie eine echte Wissenschaftlerin. „Die Schüler lernen etwas über Schwerkraft und Luftwiderstand und quasi nebenbei, wie man wissenschaftlich arbeitet und einen Bericht verfasst“, sagt PYP-Expertin Baumgartner. Und dann fliegt Sophias Ei durch die Schulaula, plumpst auf den harten Steinboden und bleibt heil. Alles per Video dokumentiert. Zu Ende ist die Arbeit von Sophia und der anderen Mini-Wissenschaftler damit noch nicht. Anhand eines zuvor gemeinsam erarbeiteten Kriterienkatalogs bewerten sie sich und ihre Leistung, das gleiche macht der Lehrer. So wird für alle transparent, wo Erwartungen erfüllt wurden und wo nicht. 
Welches Ei überlebt den Sturz? Die praktische Durchführung des Experiments wird es zeigen.
Eltern als aktive Partner Ohne die Eltern geht an der ISA nichts. Die enge Partnerschaft ist zentrales Element der ISA-Kultur. Sarah GarlandZach, die Leiterin der Lower School, erklärt, warum das so ist und was die ISA dafür tut, die Eltern aktiv mit einzubinden.
Frau Garland-Zach, Eltern haben an vielen Schulen das Gefühl, eher als Störfaktor wahrgenommen zu werden, sobald sie sich einbringen wollen. Warum verfolgen Sie an der ISA einen ganz anderen Ansatz? Garland-Zach: Wenn Eltern aktiv in das Schulleben eingebunden werden, entsteht eine Gemeinschaft, von der alle profitieren: die Kinder, die Schule und natürlich die Eltern selbst. Schließlich haben wir alle das gleiche Ziel. Wir wollen gemeinsam an der Zukunft des Kindes arbeiten. Und dabei können wir viel voneinander lernen. 20
Inwiefern? Garland-Zach: Ein Großteil unserer Schüler stammt aus internationalen Familien, sie kommen manchmal aus ganz anderen Kulturkreisen oder haben ihr soziales Umfeld hinter sich gelassen. Die ISA ist da oft eine wichtige Gemeinschaft für die ganze Familie, weil hier ihre individuellen Herausforderungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig ist es für uns wichtig zu verstehen, mit welchem Background ein Kind zu uns an die Schule kommt. Wie sieht der Austausch zwischen Schule und Eltern konkret aus?
Viele Kinder sind zuhause nicht allzu gesprächig. Welche Möglichkeiten haben die Eltern zu erfahren, wie es um die konkrete Entwicklung ihres Kindes steht? Garland-Zach: Auch da stehen wir für individuelle Gespräche jederzeit zur Verfügung. Wir haben aber auch viele Kommunikationsangebote fest institutionalisiert. Wir informieren regelmäßig per Newsletter darüber, was sich in den Klassen tut. Wir haben einen Blog, der einen Blick ins Klassenzimmer ermöglicht. Es gibt Entwicklungsgespräche, an denen die Schüler selbst teilnehmen. Und wir erstellen ein digitales Portfolio für jedes der rund 100 Kinder von der ersten bis zur fünften Klasse. Was können die Eltern daraus entnehmen? Garland-Zach: Das Portfolio dokumentiert die Lernprozesse und die Entwicklung des Schülers. Und zwar anhand ganz konkreter Beispiele aus dem Unterricht. Das können Ergebnisse von Projektarbeiten sein oder kurze Videosequenzen aus dem Unterricht. Das Portfolio richtet sich aber auch an die Kinder. Sie lernen so zu reflektieren: Was ist mir gut gelungen? Wo habe ich noch Schwierigkeiten? Was würde ich das nächste Mal anders machen? Und darauf haben die Eltern Zugriff?
Garland-Zach: Der Austausch erfolgt auf verschiedenen Ebenen – je nach Bedarf: im direkten Gespräch mit den Lehrern oder der Schulleitung, per E-Mail oder Telefon, bei Veranstaltungen oder auch mal spontan auf dem Schulflur. Unsere Türen stehen immer offen. Alle zwei Wochen sind die Eltern zum Beispiel zu unserer Assembly – einer Versammlung aller Schüler – eingeladen, bei der die Kinder zeigen, was sie zuletzt gelernt haben. Außerdem können sie sich ehrenamtlich engagieren, etwa im Vorlese-Team oder in unserer Bücherei. Die ISA wiederum bietet für die Eltern die Möglichkeit eines Englischkurses an.
Garland-Zach: Ja. Wir stellen die Inhalte über eine passwortgeschützte App zur Verfügung. Die Eltern können die Beiträge der einzelnen Fachlehrer liken oder kommentieren und sich so aktiv mit ihnen austauschen. Viele Eltern treiben ganz allgemeine Fragen rund um das Thema Schule um: Wie lernt mein Kind richtig? Wie helfe ich ihm bei den Hausaufgaben? Kann die ISA hier helfen? Garland-Zach: Wir verstehen uns auch hier als Anlaufstelle und Ratgeber. Alle sechs Wochen bieten wir zum Beispiel Eltern-Workshops bei uns an der Schule an. Da greifen wir ganz gezielt solche Themen auf. Das Angebot wird sehr gut angenommen von den Eltern.
Im Early-Learning-Centre stehen neben Spielen auch Mathe und Sprachunterricht auf dem Stundenplan.
„Sie sind wie kleine Schwämme“ Hanna malt ein Flugzeug an das weiße Smartboard im Early Learning Center. „I went to Finland“, erzählt sie den Kindern. Die sitzen vor ihr auf dem grünen Teppich am Boden, manche im Schneidersitz, einige auf kleinen Stühlchen. 19 Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren. Niklas hat den Kopf auf die Hände gestützt. Er verfolgt ganz genau, was seine Lehrerin alles an das Smartboard malt: eine Frau mit zwei Zöpfen links und rechts. „My best friend Helly“, erklärt Hanna. „I met her this weekend and we went to a party.“ Hanna malt eine Torte mit Kerzen darauf. Sie erzählt, dass es auf der Party Musik gab, dass man getanzt hat und dass dort viele, viele weitere Freunde waren. Das Bild am Smartboard wird immer größer. Hanna will den Kindern in dieser WritingLesson zeigen, wie eine Geschichte entsteht. Wie aus Bildern Worte werden. Wie die Kleinen ausdrücken können, was sie erlebt haben. Und während Hanna ihrem Bild am Smartboard noch etwas Farbe verpasst, sind die Kinder längst bei ihren eigenen Wochenend-Geschichten: Sie erzählen vom Eislaufen und den
Freunden, die sie getroffen haben. Und wenig später entstehen an den großen Tischen, die im Gruppenraum stehen, viele weitere Bilder mit kleinen Texten und viel Farbe. Hanna schaut zufrieden.
Hanna. Vieles passiert dabei im Spiel: das Zählen, das beim Einsortieren der Bauklötze geübt wird, oder die lustigen Reime, die der Sprachförderung der Kinder dienen.
Hanna Vehkakoski ist studierte Pädagogin. Die Lehrerin aus Finnland begleitet die Kleinsten der ISA auf ihrem Weg zum lebenslangen Lernen. „Sie sind wie kleine Schwämme, sie lieben es“, sagt die 43 -Jährige über ihre „Schüler“. Und tatsächlich, die Kinder entdecken in Hannas Geschichte Buchstaben, die sie schon kennen, die sie mit Lauten und Bewegungen verbinden und manchmal sogar schon schreiben können. „S-s-ss-s“, zischt ein Mädchen und macht mit ihrer rechten Hand Schlangenbewegungen nach.
Dabei ist es wichtig, die Kinder ganz genau zu beobachten. Wer langweilt sich? Wen könnte das Gelernte überfordern? Und wie steht es um die Feinmotorik?
Zwischen Freispiel, Outdoor-Programm und Snack- und Lunchpausen haben die Vorschulkinder des ELC bereits richtige Unterrichtsstunden: Language, Maths, Music, Arts, Inquiry oder Sports. Zwei bis drei am Tag. „Wir können so das natürliche Interesse der Kinder aufgreifen und sie auch für Neues begeistern“, erklärt
Ihre Wochenend-Geschichten haben die Kinder bald fertig. Dann geht es nach draußen. Rennen, Hüpfen und Toben. Auch das steht bei den Kids im ELC auf dem Stundenplan.
„Jedes Kind wird ganz individuell betrachtet“, betont Hanna. Auch die Sprachförderung spielt eine große Rolle, schließlich ist für viele der Vorschulkinder auch das Englische komplett neu. Deswegen werden sie zum Teil auch einzeln unterrichtet. „Die meisten haben das ganz schnell drauf“, sagt Hanna.
Die eigenen Stärken und Schwächen erkennen: Lehrer und spezielle Programme helfen dabei.
Ehrenamtliches Engagement bildet Persönlichkeit.
Auf individuellen Wegen in die Zukunft Aus den Kindern werden Teenager, aus völlig verrückten Berufswünschen kristallisieren sich allmählich konkrete Zukunftspläne heraus: Die Zeit in der Upper School ist für viele Schüler eine entscheidende und prägende Phase in ihrem Leben. Margaret Ward, die Leiterin der Upper School, erklärt, wie die ISA die jungen Menschen in dieser Phase unterstützt, warum ­außerschulisches Engagement so wichtig ist und worauf die Lehrer an der ISA stolz sind. Upper School
Und wenn es doch nicht reichen sollte? Ward: Natürlich kommt es vor, dass wir erkennen, dass es ein Schüler nicht schafft. Dann besprechen wir gemeinsam andere Lösungen. Vielleicht ist es sinnvoll, eine Klasse zu wiederholen. Aber wir sehen das nicht als Bestrafung oder als Niederlage des Schülers, sondern vielmehr als eine Chance, seine Leistungen langfristig zu verbessern. Dabei geht es darum, die individuellen Stärken des Schülers herauszuarbeiten. Und daher sind wir stolz auf alle, die das IB-Diploma schaffen – egal mit welcher Note. Denn alle haben dafür hart gearbeitet.
Im Prinzip wollen alle nur das Beste für die Schüler: Lehrer, Eltern und in der Regel auch die Schüler selbst. Aber nicht immer verläuft die Schullaufbahn ohne Hindernisse. Wie gehen Sie an der ISA damit um? Ward: Alle Schüler bei uns haben in der Regel das Ziel, ihr IB-Diploma zu erhalten. Auf dem Weg dorthin hat aber jeder seine ganz eigenen Bedürfnisse. Darauf gehen wir ein, damit es klappt. Wir wollen für jeden einzelnen Schüler eine individuelle Lösung finden, damit er sein selbst gestecktes Ziel erreicht. Und wie sieht das in der Praxis aus? Ward: Es gibt da keinen festen Plan. Die Bedürfnisse der Schüler sind schließlich ganz unterschiedlich: Manche können wegen ihres sportlichen Engagement nicht regelmäßig am Unterricht teilnehmen, andere haben gesundheitliche Probleme oder tun sich schwer, dem Unterricht zu folgen. Und auch die Hochbegabung eines Schülers erfordert besondere Berücksichtigung. Für die Lehrer eine große Herausforderung. Ward: Absolut. Aber unser Team ist sehr engagiert. Eine so individuelle Betreuung setzt voraus, dass wir in engem Kontakt mit unseren Schülern und deren Eltern stehen, dass wir immer auf dem Laufenden sind und uns permanent austauschen. Egal, ob per E-Mail oder in einer Freistunde. Nur so können wir im Team Lösungen finden und den Schüler zum Beispiel in bestimmten Fächern gezielt fördern.
Gerade in der Middle und High School bieten Sie ihren Schülern viele Möglichkeiten, die weit über den klassischen Unterricht hinausgehen, angefangen von den CAS-Clubs über politische Projekte und Outdoor-Camps bis hin zu Freiwilligendiensten in Afrika. Was ist der Hintergrund? Ward: Uns ist wichtig, den Schülern ein Gefühl dafür zu geben, wo ihre Interessen und Stärken liegen. Deswegen bieten wir ihnen die Chance, sich auszuprobieren. Die CASClubs sind eine gute Möglichkeit dafür, weil die Schüler in verschiedene Bereiche hineinschnuppern können. Auch das ehrenamtliche Engagement wollen wir fördern, um den Schülern aufzuzeigen, wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen. Das trägt genauso zur Persönlichkeitsbildung bei wie unser Learning Assistance Programme, bei dem Elftklässler mit Schülern aus der Lower School ein Jahr lang als Art Mentoren zusammenarbeiten. All das sind Dinge, die weit über die reine Wissensvermittlung hinausgehen und die Schüler auf das Leben nach der Schule vorbereiten. Viele Ihrer Schüler absolvieren nach ihrem Abschluss an der ISA ein Studium. Wie bereiten Sie sie auf das akademische Lernen vor? Ward: Schon von klein auf versuchen wir, unsere Schüler an das selbstständige Lernen heranzuführen. Gerade in der Upper School ist die Erkenntnistheorie ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Die Schüler erfahren so, wie Wissen entsteht und wie man kritisch damit umgeht. Sie lernen, dass es notwendig ist, verschiedene Perspektiven einzunehmen. Das müssen sie in einem ausführlichen Essay, der Bestandteil des IB-Diplomas ist, unter Beweis stellen. Insofern ist das, was vielen später an der Universität schwer fällt, für unsere Absolventen selbstverständlich.
Der kleine ­Unterschied 24
Es sind vielleicht nur Kleinigkeiten: ein paar Handgriffe, eine kleine Freude, einige Stunden gemeinnütziger Arbeit. Und doch sind es genau diese Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen – für die Gemeinschaft, aber auch für jeden Einzelnen. An der ISA gibt es seit 2014 den „Make-a-Difference-Day“. Einen Tag, an dem es genau darum geht: den Unterschied zu machen. „Wir animieren unsere Schüler, Mitarbeiter und Eltern, ehrenamtliche Arbeit in der Region zu übernehmen“, erläutert Valerie Foster, eine der Koordinatorinnen des Events. Alle zwei Jahre ist die ganze Schule beim „Make-a-DifferenceDay“ in Aktion. Mehr als 30 lokale Organisationen hat die ISA-Gemeinschaft auf diese Art bereits unterstützt. Schüler ab der fünften Klasse sind an diesem Tag vor Ort im Einsatz: Die einen geben ein Konzert im Seniorenheim, andere organisieren Lebensmittelspenden für die Tafel. Und wieder andere helfen in der Kinderklinik, die Wände zu verschönern, oder schnüren und verteilen kleine Care-Pakete an Obdachlose. „Die Schüler sehen so, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit ist“, erklärt Valerie Foster. Und manch einer bleibt gleich dabei und engagiert sich fortan auch privat. Die Kleinen bis zur vierten Klasse sind ebenfalls im Einsatz. Mal haben sie Kinder aus einer Gehörlosenschule zu Gast, mal gestalten sie für kranke Kinder ein Buch. „Auch sie sehen, dass sie mit dieser Arbeit etwas bewirken können“, sagt Foster. Die Schüler werden von den Lehrern der ISA auf ihren Freiwilligendienst am „Make-a-Difference-Day“ vorbereitet. Und auch im Nachhinein sprechen sie viel über die ehrenamtliche Arbeit. Für Valerie Foster ein enorm wichtiger Bestandteil dieser Aktion: „Unser Ziel ist es, dass das, was die Schüler an der ISA lernen, ihr Verhalten nachhaltig beeinflusst“, erklärt sie.
Freiwilligendienst in Afrika Sie leben in einfachen Hütten, ohne Strom, ohne Wasser, unter schwierigen Bedingungen. Sie hoffen auf Arbeit in der nahe gelegenen Mine, Tag für Tag, meist jedoch ohne Erfolg. Es sind Hunderte, vielleicht sogar Tausende, die so ihr Dasein fristen in den illegalen Siedlungen unweit der südafrikanischen Stadt Rustenburg. Und mit ihnen ihre Familien, Frauen, Kinder, alte Menschen. Die Schüler der ISA haben eine ganz besondere Beziehung zu diesen Menschen und ihren Schicksalen. Im Rahmen des Freiwilligendienstes der Organisation Serve unterstützen sie Hilfsprojekte in diesen Siedlungen – nicht nur ideell und finanziell. Sie sind vor Ort, sie packen mit an, bauen mit auf. „Solche Begegnungen verändern den Blick auf die Welt“, sagt Richard Italiano, der Koordinator des Programms an der ISA.
Jedes Jahr nimmt eine Gruppe von 13 bis 14 Schülern an dem Programm teil. Alle zwei Jahre findet eine Exkursion nach Rustenburg statt. Die Schüler reisen in die nordwestliche Provinz, verbringen ihre Pfingstferien in den Camps, um dort Hilfe zu leisten. Mit lokalen Partnern (the Tsholofelo Community) will Serve die Situation der Menschen verbessern. Durch eine bessere Infrastruktur, durch ärztliche Versorgung und Bildungsangebote für Kinder und Frauen. Die Freiwilligen helfen beim Bau von Gemeinschaftshäusern oder Kindergärten, sie streichen, putzen oder kümmern sich um die Kinder. Dem Freiwilligendienst geht eine lange Vorbereitung an der ISA voraus. „Wir wollen den Schülern alle Hintergründe und Zusammenhänge vermitteln“, betont Richard Italiano. Die Geschichte des Landes, seine Kultur und die Probleme, die es dort gibt, werden thematisiert. Die Schüler lernen, wie es ist, als Fremde in die Siedlungen zu kommen, wie sie sich
25 angemessen verhalten. Und sie sollen ein Gespür dafür bekommen, wie aufwändig es ist, solche Hilfsprojekte zu stemmen. Deswegen ist es Aufgabe der Schüler, mit verschiedenen Aktionen im Vorfeld der Reise 5.000 Euro an Spendengeldern einzutreiben. „Das erfordert viel Organisation und Kommunikation“, berichtet Richard Italiano. 2013 reiste die erste Schülergruppe der ISA im Rahmen des Freiwilligendienstes nach Afrika. Seitdem wurden die Verbindungen immer weiter vertieft. Neben dem Projekt in Südafrika unterstützt die ISA auch Aktionen der Organisation Serve in der Luyobolola Community in Zambia. Auch dorthin reist alle zwei Jahre eine Gruppe der ISA. „Wir merken ganz deutlich, dass sich durch dieses Engagement bei vielen unserer Schüler ein Bewusstseinswandel einstellt“, berichtet Italiano. „Viele hinterfragen ihre eigenen Gewohnheiten. Für manche ist der Aufenthalt Anlass, sich auch hier vor Ort ehrenamtlich zu engagieren.“
Talente jenseits des Schulalltags
Einen Roboter programmieren, dem Hausmeister der Schule zur Hand gehen oder Musik am Tablet kreieren – diese Fächer stehen an deutschen Schulen eher selten auf dem Stundenplan. An der ISA können die Schüler seit diesem Jahr solch ungewöhnlichen Kurse belegen. „Wir möchten den Schülern die Chance geben, ihre Talente auszuprobieren“, sagt Middle School Coordinator Padraig Puireux. Zehn Kurse pro Trimester – da müsste für jeden etwas dabei sein: vom Kochen und Backen über die Schauspielerei bis hin zum Kunsthandwerk. Jeder Kurs, der einmal pro Woche für die Jahrgangsstufen 6 bis 8 jeweils 80 Minuten angeboten wird, hat maximal acht Schüler, damit sich jeder in einem kleinen Kreis frei entfalten kann. Diese sogenannten CAS-Clubs sind fester Bestandteil des Curriculums an der Middle School der ISA. Die drei Buchstaben CAS stehen für „Create“, „Act“ und „Serve“, für die drei Themenfelder also, die in Vorbereitung auf das IB Diplom von zentraler Bedeutung sind. Doch dieser Abschluss ist für die Sechst- bis Achtklässler noch in weiter Entfernung: gerade der Lower School entwachsen, mittendrin im Teenager-Dasein. „Da ist es wichtig, den Schülern eine Perspektive zu geben und sie zu ermutigen“, sagt Padraig Puireux. Die CAS-Clubs böten dazu die perfekte Möglichkeit: weil sie den Schülern Raum geben, sich selbst zu entdecken, weil sie ein bisschen herausfallen aus dem sonstigen Schulalltag und weil die vielen Wahlmöglichkeiten anregen, Neues zu testen.
Fährt der Roboter wie geplant? Programmierung ist nur einer der vielfältigen Kurse des CAS-Clubs.
Kester zum Beispiel hat sich sofort für den Roboterkurs entschieden. „Weil mich das schon immer interessiert hat“, so der Zwölfjährige aus der siebten Klasse. Victoire dagegen liebt die große Bühne. Klar, dass sie den Theater-Kurs belegt hat. Die Zwölfjährige ist begeistert: „Ich mag die Schauspielerei. Hier konnte ich genau das machen, ganz entspannt mit anderen Schülern.“ Auch das ist Teil des Konzepts: Die Schüler werden herausgenommen aus ihrem Klassenverband. Sie wählen die Kurse nach ihren Interessengebieten und werden dort jahrgangsübergreifend, von der sechsten bis zur achten Klasse, unterrichtet. Padraig Puireux ist das besonders wichtig: „Das Miteinander der unterschiedlichen Altersstufen hat die Atmosphäre an unserer Schule verändert. Es ist ein neues, stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl in der Mittelstufe entstanden.“
Create Serve
und ihr Jobangebot vor. Unternehmer und Mitarbeiter erklären, wie sie in ihre Positionen gekommen sind. Alumni berichten von ihren Erfahrungen, verraten ihre Tipps und erzählen auch mal von Zweifeln und Krisen. Und die ISA-Schüler der zehnten bis zwölften Klassen stellen ihre Fragen. Das Spektrum der vertretenen Berufe ist riesig: von Ärzten über Juristen bis hin zu erfolgreichen Eventmanagern oder Modeexperten. Und sogar eine Hubschrauberpilotin, die ehemalige Schülerin Mona Seeberger, ist zum „Career Day“ schon an der ISA gelandet.
Erste Schritte im Berufsleben An die Uni oder doch lieber eine Ausbildung machen? BWL oder Soziologie? Etwas Kaufmännisches oder einen technischen Beruf? Sprachreise oder Freiwilligendienst? Nach dem Schulabschluss eröffnen sich für Absolventen heute ungezählte Möglichkeiten – und mindestens genauso viele Fragen. Die ISA gibt ihren Schülern Orientierung. Beim „Career Day“, der alle zwei Jahre stattfindet, und regelmäßigen Praktika erfahren die jungen Leute, worauf es ankommt im Job – und dabei geht es nicht nur um den passenden Notendurchschnitt. „Wir wollen den Schülern zeigen, wie der Weg in den Beruf aussehen kann. Und dass das nicht immer eine gerade Autobahn, sondern auch mal eine Strecke mit Umwegen und Unfällen sein kann“, sagt Catharina Brecht. Die vierfache Mutter hat vor gut acht Jahren gemeinsam mit Kimberly Feldt, deren Sohn ebenfalls die ISA besucht, die Initiative ergriffen und den ersten „Career Day“ an der ISA auf die Beine gestellt. Eine Elterninitiative, die bis heute Früchte trägt. Seitdem füllt sich alle zwei Jahre an einem Samstag die Schulturnhalle: Firmen stellen sich
Bei den Schülern kommt das Konzept an. „Es geht nicht um das Patentrezept, wie man erfolgreich sein kann“, sagt der 15-­ jährige Tassilo. „Es geht darum, wie man seinen eigenen Weg finden kann. Das hat mir sehr geholfen.“ Und auch seine Mitschülerin Caroline, 15, fühlt sich gestärkt für die Zeit nach der Schule. „Es nimmt einem die Angst, sich für etwas Falsches zu entscheiden“, sagt sie. „Es ist schon in Ordnung, einen Umweg zu gehen und seine Meinung zu einem Beruf zu ändern.“ Ganz nebenbei erproben sich die Schüler beim „Career Day“ in für sie ungewohnten Situationen: im Kontakt mit potenziellen Arbeitgebern oder mit Gesprächspartnern, die sie bislang nicht kannten. IB-Koordinator Richard Italiano bereitet die jungen Leute darauf vor: Wie verhalte ich mich in solchen Situationen richtig? Wie kann ich mich gut präsentieren? Mit welcher Einstiegsfrage eröffne ich ein Gespräch? „Der „Career-Day“ bietet quasi das Rundum-Paket in Sachen Berufsorientierung“, sagt Catharina Brecht. Darüber hinaus absolvieren die Schüler in der neunten und zehnten Klasse Praktika. Caroline hat in der Social-MediaAbteilung eines Rundfunkhauses Berufserfahrung gesammelt. „Richtig gut“ sei das gewesen. Ein Traumjob? Eher nicht. „Ich brauche mehr Interaktion und Austausch mit anderen“, sagt die 15-Jährige. Trotzdem sei sie froh, den Job näher kennengelernt zu haben. Ähnlich erging es ihrem Klassenkameraden Melvin, der in einem Sanitätshaus hospitierte. Er war beeindruckt, wie aufwändig es ist, zum Beispiel eine Prothese anzufertigen, welche Arbeitsschritte dazu gehören und wer alles involviert ist. „Es ist wichtig, dass die Schüler früh ein Gefühl für die Abläufe im Berufsleben bekommen“, erklärt IB-Koordinator Richard Italiano. „Das hilft ihnen, sich zu orientieren und sich mit ihren Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen.“
„An der ISA habe ich gelernt, mutig zu sein“ Es fing an mit einer E-Mail. Einer ziemlich frechen E-Mail. Die schickte Severin Mitterwald 2016 an einen potenziellen Auftraggeber. Zwei Jahre nach dem International Baccalaureate (IB) an der International School Augsburg (ISA). Severin Mitterwald war gerade 20 Jahre alt geworden und dabei, sein Hobby, die Produktion von Videos, zum gewinnbringenden Geschäftsmodell auszubauen. Was fehlte? Kunden. Warum also dem Unternehmen nicht ungefragt per E-Mail mitteilen, dass das, was es bisher an Videos zu bieten hat, nicht ganz zeitgemäß sei. Und dass er, Severin, das besser könne. Das angeschriebene Unternehmen wurde zum Kunden und Ausgangspunkt für viele weitere Projekte von Zehntausendgrad. So heißt
Severins Unternehmen. Eine Agentur für Video und Werbung. Zehn Mitarbeiter, internationale Auftraggeber. Und das bereits drei Jahre nach dieser E-Mail. Severin sitzt in seinen Büroräumen am Rande der Augsburger Innenstadt. „Wenn man sich etwas in den Kopf setzt und ein klares Ziel vor Augen hat“, sagt er, „dann manifestiert sich das unterbewusst in jeder Entscheidung. Und dann funktioniert es.“ Visionen zu entwickeln, mit Leidenschaft an Dinge ­heranzugehen – all
»Ich bin an der ISA für die Zukunft ausgebildet worden.« Severin Mitterwald Geschäftsführer von Zehntausendgrad
In seiner Agentur Zehntausendgrad dreht Severin Mitterwald mit zehn Mitarbeitern Filme für internationale Kunden.
das seien Prinzipien gewesen, die er an der ISA kennengelernt habe. „Und dass man sich etwas zutraut, auch mal mutig ist.“ Und sei es beim Verfassen einer E-Mail. Severin war zur fünften Klasse von der Grundschule an die ISA gewechselt. „Die Schule war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt er. Ihm wird das immer dann bewusst, wenn ihm Kunden von den vermeintlich innovativen Projekten zur Personalentwicklung erzählen. Zum Beispiel, dass ihre Mitarbeiter Schauspielunterricht nähmen, um sich besser präsentieren zu können. „Das hatten wir an der ISA schon als Schüler.“ Skills, die Severin nützlich sind, hat er sich so bereits als Jugendlicher angeeignet. Werte, die ihm heute wichtig sind, wurden ihm quasi nebenbei vermittelt. Präsentieren, sich in einem internationalen Umfeld zu bewegen, Diversity zu leben. „Ich bin an der ISA für die Zukunft ausgebildet worden.“ Als Jugendlicher entdeckte Severin auch seine Leidenschaft fürs Filmen. Erst hielt der passionierte BMX-Fahrer wilde Stunts und waghalsige Rides auf dem Bike mit der Kamera fest. Später
filmte er kommerziell bei Konzerten und produzierte Partytrailer für Clubs. Als nur wenige an den Erfolg der Bewegtbildkommunikation glaubten, gründete Severin sein erstes Unternehmen. Da war er noch Schüler. In der Unterrichtspause schnitt er die Videos, sein Equipment wie den Kamerakran bastelte er abends selbst. Ans Geldverdienen dachte er damals nicht. Die Videos machten ihm Spaß. Das war das Wichtigste. Erst später, nach dem IB und ein paar Semestern Wirtschaftsingenieurwesen, fiel der Entschluss, aus der Leidenschaft einen Job zu machen. „Seitdem habe ich wenig Urlaub gemacht und viel gearbeitet.“ Mitarbeiter eingestellt und den Umsatz gesteigert, das Geschäftsmodell ausdifferenziert, Wachstum generiert, Rückschläge eingesteckt.
Angst gehabt zu scheitern? Severin denkt kurz nach. Nein, eigentlich nicht. Auch das habe ihm die ISA vermittelt, erzählt er, dass man sich etwas zutrauen muss. Ständig sei man mit neuen Herausforderungen konfrontiert worden: englischsprachiger Unterricht, Präsentationen vor größeren Gruppen. Dabei wurden Fehler von den Lehrern nie als Versagen interpretiert. Man habe gemeinsam daran gearbeitet, es beim nächsten Mal besser zu machen. „Diese Fehlerkultur hat mich geprägt.“ Auch jetzt, im dritten Jahr seiner Selbstständigkeit, will er wieder etwas wagen, ein weiteres Geschäftsfeld erschließen: datenbasierte Kreation. Wieder etwas Neues, wieder eine Herausforderung. Severin Mitterwald ist gut gerüstet.
Träume realisieren: in der Modewelt ... Mal ist sie in New York, mal in Augsburg. Lisa Deurer lebt den Traum vieler junger modebegeisterter Menschen. Die 21-Jährige studiert an der Parsons Universität in New York Fashion Design. Und ganz nebenbei betreibt sie ihr eigenes Modelabel in Augsburg.
Lisa Deurer hat 2016 ihren IB-Abschluss an der ISA gemacht – und seitdem hart für ihren Traum gearbeitet. Mode sei schon immer ihr Ding gewesen, erzählt sie. Die Oma eine begeisterte HobbySchneiderin, der Opa ein Künstler. Klar, dass das auch auf die Enkelin abfärbte. Und dann hielt Lisa Deurer zum ersten Mal ein Kleidungsstück von Yohji Yamamoto in der Hand. Der japanische Designer ist bekannt für seinen postmodernen Streetwear-Chic. „Da verstand ich, dass Mode nicht nur Mode ist“, sagt Lisa. „Sie ist Kunst, Magie, ein Lebensgefühl.“ Ihr Entschluss stand fest. Lisa lernte in kürzester Zeit selbst nähen, absolvierte ein Design-Praktikum, entwarf und fertigte eigene Modelle und bewarb sich schließlich an der
»Die ISA hat aus mir einen sehr globalen, offenen und ehrgeizigen Menschen gemacht.« Lisa Deurer Modedesignerin
renommierten Hochschule in New York – mit Erfolg. „Die ISA hat aus mir einen sehr globalen, offenen und ehrgeizigen jungen Menschen gemacht“, sagt Lisa Deurer heute. Sie ist überzeugt davon, dass diese interdisziplinäre und werteorientierte Ausbildung ein Stück weit zu ihrem Erfolg beigetragen hat. Sie sei heute in der Lage, kreative Ideen und Wissen aus unterschiedlichen Themenbereichen in ihre Projekte einfließen zu lassen, erzählt Lisa. „Das gibt dem Ganzen den nötigen Schliff und macht es lebendig und persönlich.“ Und sie habe gelernt, sie selbst zu sein. Das drücke sie auch in ihren Kreationen aus. „Da zeigt man, was einen bewegt, wer man ist. Mode ist meine Sprache.“ Irgendwann möchte Lisa eines ihrer Modeprojekte gerne bei einer Fashion Show präsentieren, vielleicht als Assistant Designer bei einem der großen Fashion Labels arbeiten. Oder das eigene Unternehmen LD13 weiter ausbauen. Wer weiß… „Da muss man sehen, was sich ergibt“, sagt Lisa. „Offen sein, auf sich und sein Können vertrauen.“
... o  der hoch in der Luft
Es ist die Technik, die sie reizt. Das Gefühl, hoch oben in der Luft zu sein. Die unglaubliche Aussicht, wenn sie aus dem Fenster blickt. Und ein bisschen auch die Tatsache, dass sie sich in einer echten Männerdomäne behauptet. „Ich kann allen Nach der zehnten Klasse an der ISA und dem IGCSE-Zeugnis, das in etwa der beweisen, dass eine deutschen Mittleren Reife entspricht, Frau das auch kann“, hat Mona einen eher ungewöhnlichen Berufsweg eingeschlagen. Einer, der viel sagt Mona Seeberger. Ehrgeiz und Durchhaltevermögen erforDie 21-Jährige ist dert. Mona Seeberger ließ sich davon nicht abbringen. Die Zeit an der ISA ­Hubschrauberpilotin. hätte sie geprägt, erzählt sie. Sich etwas zuzutrauen, Ziele ohne Vorbehalte anzupacken, das habe sie dort gelernt. Jetzt ist sie ihrem Ziel, dem Berufspilotenschein, ganz nahe. Schon als junges Mädchen war Mona von der Fliegerei begeistert und oft am Flugplatz zu Gast. Bei einem Berufsbildungstag informierte sie sich, wie aus der Faszination mehr werden könnte. Sie
absolvierte eine Ausbildung zur Fluggerätemachanikerin. Parallel machte sie den Privatpilotenschein. Seit Januar 2018 trainiert sie für die Lizenz im gewerblichen Bereich. Hat sie die in der Tasche, wird sie Charterflüge absolvieren, Passagiere auf Rundflüge mitnehmen, VIP von A nach B fliegen oder für Foto- und Filmaufnahmen mit dem Heli in die Luft gehen. Mona Seeberger hat sich aber schon das nächste Ziel gesetzt: „Mein Traum ist das Rettungsfliegen“, sagt sie. Die Verantwortung, die Piloten bei diesen Flügen tragen, und die Operationen in unwegsamem Gelände reizen sie. Noch fehlt ihr dafür die nötige Flugerfahrung. Aber das ist nur eine Frage der Zeit.
Film: Die ISA in Zahlen – Geschäftsjahr 2017 /18 https://youtu.be/djpN36Wwot8
Lagebericht A. Wirtschaftsbericht I. Das Unternehmen 1. Sitz, Geschäftsjahr, Dauer, Gegenstand Die International School Augsburg – ISA – gemeinnützige AG (kurz: ISA gAG) ist eine gemeinnützige Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in Augsburg. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Augsburg unter HRB 30359 eingetragen. Das Geschäftsjahr läuft vom 1. September bis 31. August des folgenden Jahres. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet, seine Dauer ist nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt. Satzungsgemäßer Gegenstand des Unternehmens ist die Förderung der Schul- und Berufsausbildung junger Menschen mit internationalem Hintergrund. Das Basisgeschäft der ISA gAG ist der Betrieb einer internationalen Schule mit der Unterrichtssprache Englisch für Kinder im Alter von drei Jahren (Kindergarten / Vorschule / Early Learning Center (ELC)) bis 18 Jahren (allgemeine Hochschulreife / IB Diploma). Die Schule wird im Einklang mit dem bayerischen Schulrecht als genehmigte Ersatzschule in den Jahrgangsstufen 1 bis 9 und als Ergänzungsschule in den Jahrgangsstufen 10 bis 12 geführt. 2. Historische Entwicklung Die ISA gAG wurde mit dem Gesellschaftsvertrag vom 23. Februar 2005 gegründet und startete mit 61 Schülern im September 2005 in den Jahrgangsstufen Vorschule / ELC sowie den Klassen 1 bis 6 in das erste Schuljahr. Seither hat sich die Schule bis auf 350 Schüler in 14 Jahrgangsstufen bis zur 12. Klasse entwickelt und ist bei für internationale Bildung wichtigen Institutionen (IBO, CIS, CIE) und Programmen (IB Diploma, IGCSE, PYP) akkreditiert, zertifiziert bzw. autorisiert. Im Jahr 2018 absolvierte die 12. Jahrgangsstufe bereits zum siebten Mal die IB Diploma Prüfungen – erneut mit großem Erfolg. Seit 2014 haben 139 Absolventen ihre Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden. Im gleichen Zeitraum verzeichneten wir nur ein einziges Mal ein Nicht-Bestehen. Das Durchschnittsergebnis lag seither durchgehend sowohl über dem weltweiten als auch über dem deutschen Notendurchschnitt der Internationalen Schulen.
Für das Geschäftsjahr 2017 / 18 3. Unternehmensstruktur Die ISA gAG wurde auf Initiative des Vereins „Wirtschaftsregion Augsburg Förderverein e. V.“ und der IHK Schwaben als Projekt der regionalen Wirtschaftsförderung gegründet. Die nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandortes Augsburg, der Regio A³, steht dabei im Fokus. Insbesondere die global agierenden Unternehmen hatten auf diese qualitative Verbesserung der Standortbedingungen gedrängt. Für den Wirtschaftsraum ist sowohl die Attraktivität für internationale Fach- und Spezialkräfte von existenzieller Bedeutung als auch die langfristige Sicherung breit und international ausgebildeter Nachwuchskräfte für unsere Wirtschaft. Im Rahmen der Globalisierung kommt der Erhöhung der Mobilitätsbereitschaft von Mitarbeitern mit Familie vor Ort eine immer größere Bedeutung zu. Das Wirtschaftsförderungsprojekt der ISA gAG leistet dazu einen zentralen Beitrag. Um diese Bedeutung zu unterstreichen, sind heute 25 Unternehmen und Institutionen sowie 36 private Investoren an der Aktiengesellschaft beteiligt. Als allgemeinbildende Schule bietet die ISA gAG ein Schulkonzept als Ganztags-Gesamtschule ab dem Kindergarten / Vorschule an, das auf internationalen Standards basiert, in englischer Sprache unterrichtet wird und mit dem IGCSE bzw. dem IB Diploma als weltweit einheitliche Schulabschlüsse abschließt. Diese werden auch in Bayern bzw. Deutschland als Mittlere Reife und Allgemeine Hochschulreife anerkannt. Die von der ISA gAG genutzte Immobilie an der Ziegeleistrasse ist angemietet und Eigentum der Stadtsparkasse Augsburg. Das Grundstück und das Mensa- / Turnhallengebäude an der Wernher-­ von-Braun-Straße befinden sich im Eigentum der ISA gAG.
II. Der Markt In der Wirtschaftsregion Augsburg sind internationale Mitarbeiter zunehmend gefragt, und die Notwendigkeit, solche zu gewinnen, steigt. Dazu tragen die Internationalisierung der Unternehmen, die Globalisierung der Märkte und der sich deutlich abzeichnende Mangel an Fach- und Führungskräften, Spitzensportlern und Spitzenmedizinern bei. Von zentraler Bedeutung international mobiler Familien ist ein weltweit einheitliches Schulkonzept, wie es von Internationalen Schulen angeboten wird. Auch für die Entsendung von Mitarbeitern ins Ausland spielt das Schulangebot der ISA gAG eine wichtige Rolle: Mitarbeiter, deren Kinder bereits eine Internationale
Schule besuchen, lassen sich von Unternehmen viel leichter international einsetzen. Parallel entwickelt sich der Markt der Privatschulen allgemein weiterhin positiv. So steigt der Anteil der Schüler in Schulen freier Trägerschaft kontinuierlich.
Die Prognose der demografischen Entwicklung von Kindern im schulpflichtigen Alter ist für Bayern positiv und wird durch den nationalen und internationalen Zuzug verstärkt. Für Bayern wird bis zum Jahr 2035 eine Zunahme der Bevölkerung erwartet. Steigende Preise für Mietwohnungen und Immobilien, die rege Bautätigkeit im Wirtschaftsraum Augsburg sowie das Engagement international operierender Fonds am Augsburger Immobilienmarkt deuten auf eine weiterhin positive Entwicklung der Region und den Trend zur Großstadt hin. Besonders hervorzuheben sind dabei der Augsburg Innovationspark mit dem Technologiezentrum Augsburg, der Ausbau universitärer und technologischer Transfereinrichtungen wie diverser Fraunhofer-Institute und des DLR, dem Deutschen Institut für Luftund Raumfahrt, der Aufbau der medizinischen Fakultät an der Universität Augsburg sowie der Spitzensport der Region jeweils in den ersten deutschen Fußball- und Eishockey-Bundesligen. Zusätzlich stellt die ISA gAG faktisch auch für den Raum der Metropolregion München als dritte Internationale Schule eine attraktive Alternative für internationale Familien dar, die im Großraum München arbeiten, an Fahrtzeiten zur Arbeit von einer Stunde und mehr gewöhnt sind und den Wirtschaftsraum Augsburg als Wohnsitz wählen. Wettbewerbseffekte entstehen teilweise durch den Ausbau der Kapazitäten der Internationalen Schulen im Wirtschaftsraum München.
III. Das Geschäftsjahr Das Geschäftsjahr schließt mit einer Bilanzsumme von 6.205 TEUR (Vorjahr: 6.694 TEUR). Die ISA gAG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2017 / 18 einen Gesamtumsatz von 5.852 TEUR, der im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 % gestiegen ist. Zum Schuljahreswechsel bestand eine erfreulich hohe Nachfrage nach Schulplätzen. So stieg die Schülerzahl zu Schuljahresbeginn von 334 auf 342 Schüler. Durch den positiven Saldo an unterjährigen Zu- und Abgängen stieg die Schülerzahl im Juni 2018 erstmals auf 350 Schüler. Besonders erfreulich ist das seit dem Schuljahr 2015 / 16 kontinuierliche Wachstum im Vor- und Grundschulbereich zu bewerten. Der weiter steigende Anteil der Internationalisierung der Schülerschaft stellt hohe Anforderungen an die Sprachförderung in Deutsch, Englisch
und das erforderliche Angebot von insgesamt zehn Muttersprachprogrammen. Die höheren Schülerzahlen zum Schuljahresbeginn haben zusammen mit der Erhöhung des Schulgeldes und dem weiteren unterjährigen Wachstum während des Schuljahres dazu beigetragen, dass Umsatz und Ertrag deutlich über Plan lagen. Die Kosten blieben im Rahmen der Erwartungen. Diese Entwicklung hat insgesamt zu einem der besten Ergebnisse der ISA gAG seit ihrer Gründung geführt. Im Geschäftsjahr 2017 / 18 konnte die Anschlussfinanzierung der Darlehen für das Mensa- / Turnhallengebäude erfolgreich realisiert werden. Dieses Darlehen lief zum 30. Juni 2018 aus und war durch das Patronat der IHK Schwaben abgesichert. Bedingt durch die gute Eigenkapitalausstattung aus der Kapitalerhöhung im Jahr 2016 / 17 konnte die Darlehenssumme aus der Liquidität des operativen Geschäftes auf 1 Mio. EUR reduziert werden. Bei gleichzeitig günstigen Kapitalmarktzinsen ergibt sich für die ISA gAG eine drastisch verkürzte Rückzahlungsdauer des Restdarlehens. Das Patronat der IHK Schwaben wurde dadurch hinfällig und konnte gekündigt werden. 1. Geschäftsbetrieb-Pädagogik Im Geschäftsjahr wurde der Preparatory visit (Vorbereitender Besuch) der die ISA international auditierenden Institution CIS sehr erfolgreich absolviert. Damit wurde die erste Vorbereitungsphase für die im Frühjahr 2019 anstehende Reakkreditierung durch die CIS abgeschlossen. 2. Ertragslage Im Geschäftsjahr wurde ein Jahresüberschuss von 121.850 EUR (Vorjahr: 6.049 EUR) erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis (Jahresergebnis vor Ertragsteuern, Finanzergebnis und neutralen Effekten) liegt bei 192 TEUR und damit 149 TEUR (Vorjahr: 43 TEUR) über dem des Vorjahres. 3. Vermögens- und Finanzlage Die Gesellschaft weist ein positives Eigenkapital von 1.995 TEUR aus, was einer Eigenmittelquote von 32 % (Vorjahr: 28 %) entspricht. Die übrigen wesentlichen passiven Bilanzpositionen sind die erhaltenen Schulgeldanzahlungen mit 2.791 TEUR, die in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten sind, sowie die verbliebenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 1.026 TEUR.
Das Aktivvermögen der Gesellschaft besteht im Wesentlichen aus dem eigenen Mensa- / Turnhallengebäude mit Grundstück (1.997 TEUR) sowie flüssigen Mitteln in Höhe von 3.116 TEUR. 4. Liquiditätslage Die Liquiditätslage zum 31. August 2018 ist als sehr zufriedenstellend zu bezeichnen. So beträgt der Anteil der liquiden Mitteln an der Gesamt-Bilanzsumme zum Bilanzstichtag gut 50 %. Die Gesellschaft ist nicht auf kurzfristige Außenfinanzierungen angewiesen. Temporäre Engpässe können durch Guthaben auf dem Tagesgeldkonto oder kurzfristige Finanzierungen ausgeglichen werden. Die derzeitigen Finanzierungsmöglichkeiten erlauben es, das operative Geschäft abwickeln zu können und kleinere Investitionen aus Eigenmitteln zu tätigen. Wesentliche nicht-finanzielle Leistungsindikatoren, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und der Lage des Unternehmens von Bedeutung sind, sind nicht vorhanden.
B. Risiken- und Chancenbericht IV. Risikofaktoren 1. Unternehmensbezogene Risiken Zustand und Kapazität vorhandener, räumlicher ­Infrastrukturen Der ISA gAG stehen zwei Gebäude für Unterricht (Gebäude 1 und 2), Sport (Gebäude 2: Turnhalle) und Mensa (Gebäude 2) sowie Außenanlagen mit einem Hartsportplatz zur Verfügung. Das Raumangebot der Gebäude ist vollständig ausgeschöpft. Die hundertprozentige Auslastung führt zu Kapazitätsengpässen, erschwert massiv die Raum-, Personal- und Stundenplanung des Unterrichts und beschränkt ein mögliches, weiteres Wachstum. Reserveflächen existieren nicht. Im angemieteten Unterrichtsgebäude 1 besteht großer Sanierungsbedarf bei gleichzeitig hohen Nebenkosten.
Schulstatus, Sonderungsverbot und Fördermittelsituation Der ISA gAG ist in den Klassen 1 bis 9 als Ersatzschule anerkannt und hat nach dem BayEUG Anspruch auf anteilige Förderung. Schulgelderhöhungen sind jeweils durch die Regierung von Schwaben zu genehmigen und unter Berücksichtigung des Sonderungsverbots laut Abs. 4 GG nur eingeschränkt genehmigungsfähig. Dies hat langfristig Einfluss auf die Finanzierungsform und / oder die Finanzierbarkeit des Schulbetriebes. Fluktuation der international mobilen Lehrkräfte Die Mobilität der international zu akquirierenden Lehrkräfte, die daraus resultierende Fluktuation im Lehrkörper der ISA gAG und deren qualitativ äquivalenter Ersatz erfordert eine aufwändige Personalakquisition. Damit verbunden ist das Risiko, dass der qualitative Anspruch nicht gehalten werden kann, wenn sich kein adäquater Ersatz für die Lehrkräfte findet. Außerdem besteht ein Kostenrisiko, weil adäquater Ersatz unter Umständen nur mit deutlich höheren Personalkosten gefunden werden kann. 2. Marktbezogene Risiken Für den Geschäftsbetrieb der ISA gAG ist die allgemeine wirtschaftliche Lage der Unternehmen sowie die Internationalisierung des Wirtschaftsraumes Augsburg von großer Bedeutung. Aufgrund der positiven Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland im Allgemeinen sowie der regionalen Dynamik im Wirtschaftsraum Augsburg und im angrenzenden Wirtschaftsraum München im Besonderen wird aktuell keine negative Auswirkung auf die Schülerzahlen erwartet. Die wirtschaftlichen bzw. strukturellen Schwierigkeiten einiger großer, global operierender Unternehmen in der Region Augsburg, wie die für Herbst 2020 angekündigte Schließung des FUJITSU-Werkes, sind zu beobachten. 3. Risikomanagement Das interne Berichtswesen funktioniert zuverlässig. Durch regelmäßige Plan- / Ist- und Vorjahresvergleiche sowie unterjährige Forecast-Rechnungen werden Risiken früh und laufend erkannt und verringert. Durch monatliches Berichtswesen, Budgetierung, detaillierte Kostenrechnung und die Beobachtung der Entwicklung der An- und Abmeldungen ist es möglich, zeitversetzt auf Veränderungen zu reagieren.
Die staatliche Förderung stellt generell eine wichtige Einnahmequelle Internationaler Schulen dar und wird durch den Schulstatus bestimmt. Um gesetzliche Veränderungen zu erreichen und Lösungen für die nachhaltige Absicherung der Finanzierbarkeit und Förderung Internationaler Schulen zu finden, betreiben die Internationalen Schulen unter dem Dach der AISB Arbeitsgemeinschaft Internationale Schulen Bayern politische Lobbyarbeit. Im Dialog mit der Politik und der Schulverwaltung in Bayern wird die Problematik von Schulstatus, Sonderungsverbot und Förderung in Bayern diskutiert sowie die Bedeutung der Internationalen Schulen für den Wirtschaftsstandort Bayern zur Gewinnung von Fach- und Führungskräften, Spitzensportlern und Spitzenmedizinern thematisiert.
V. Chancen
Die Marktchancen der ISA gAG haben sich im Geschäftsjahr 2017 / 18 weiter verbessert. Dazu trägt bei, dass die ISA in der Region besser und in ihrem Renommee sowie durch den großen Erfolg der ersten sieben Abschlussjahrgänge als hochwertiges und exklusives Bildungsangebot wahrgenommen wird. Gleichzeitig findet das spezielle Vor- und Grundschulprogramm immer größeres Interesse bei lokalen Familien. Auch für das Geschäftsjahr 2018 / 19 ist das Anhalten des Interesses festzustellen.
C. Prognosebericht Mit dem Geschäftsjahr 2017 / 18 liegt das bisher wirtschaftlich erfolgreichste Geschäftsjahr hinter uns, seit die ISA gAG durchgängig alle 14 Jahrgangsstufen anbietet. Gleichzeitig konnten langfristige Darlehensverbindlichkeiten und laufende Finanzierungskosten deutlich reduziert werden. Die Folge ist eine „gesunde“ Liquidität. In Summe erlaubt dies einen ähnlich positiven wirtschaftlichen Forecast für das Geschäftsjahr 2018 / 19. Gleichwohl sind die Einschränkungen zu berücksichtigen, die sich aus dem Risikobericht ergeben. Insbesondere die räumliche Infrastruktur beschränkt die Entwicklung der ISA gAG durch den hundertprozentigen Auslastungsgrad und den sanierungsbedürftigen Zustand des Hauptgebäudes. Die maximale Auslastung in einzelnen Jahrgangsstufen verhindert immer wieder die Einschreibung von Familien mit mehreren Kindern. Dies sowie die hohe Belastung des Lehrkörpers und der Verwaltung sind in der Zukunft genau zu beobachten, um die Entwicklung der ISA gAG weiter positiv gestalten zu können. Gersthofen, im November 2018
Den insgesamt sehr positiven Entwicklungen der Region, dem beschleunigten Aufbau der medizinischen Fakultäten an der Universität Augsburg sowie einer weiteren Verbesserung des Renommees durch international studierende Alumni stehen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten einiger großer, international operierender Unternehmen der Region gegenüber. Nach unserer Einschätzung überwiegen dabei die Chancen der Region deutlich und bieten Potenzial für die weitere Entwicklung der ISA gAG. Chancen ergeben sich für die ISA als Aktiengesellschaft durch die erhöhte Einbindung in die Wirtschaft der Region durch die Rechtsform der (gemeinnützigen) Aktiengesellschaft und die Beteiligung der Unternehmen. Perspektiven, die sich durch die intensivierte Vermarktung vor allem über Online-Kanäle und das Bestreben, insbesondere den Vor- und Grundschulbereich weiter auszubauen, ergeben, sind am Ende des nächsten Geschäftsjahres zu überprüfen.
Cathie Mullen [Vorstand Education]
Marcus Wagner [Vorstand Business & Finance]
Jahresabschluss Gewinn-und-Verlust-Rechnung für das Geschäftsjahr 2017 / 18
1.	Umsatzerlöse 2.	Sonstige betriebliche Erträge
2016 / 17 5.851.741,81
5.442.100,04
109.343,80
99.691,49
davon aus der Währungsumrechnung: 270,32 EUR ­(Vorjahr: 56,98 EUR) 3.	Materialaufwand a) Aufwendungen für Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
267.932,95
247.022,17
46.988,81
55.113,90 314.921,76
302.136,07
4.	Personalaufwand a) Löhne und Gehälter b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für ­ Alters­versorgung und für Unterstützung
3.491.060,42
3.313.230,50
743.699,16
736.994,24
davon für Altersversorgung: 52.711,54 EUR (Vorjahr: 56.096,16 EUR) 4.234.759,58
4.050.224,74
5.	Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
281.322,28
264.542,72
6.	Sonstige betriebliche Aufwendungen
928.358,38
826.335,83
78.824,37
91.661,48
122.907,19
6.979,02
11.	Jahresüberschuss
121.850,33
6.049,86
12.	Gewinnvortrag
162.989,11
158.892,19
davon aus der Währungsumrechnung: 374,88 EUR (Vorjahr: 163,65 EUR) 7.	Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 8.	Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon Zinsaufwendungen aus der Abzinsung von ­Rückstellungen: 91,72 EUR (Vorjahr: 83,73 EUR) 9.	Ergebnis nach Steuern
10.	Sonstige Steuern
13.	Einstellungen in Gewinnrücklagen a) in die gesetzliche Rücklage
14.	Bilanzgewinn
6.092,52
0,00 6.092,52
278.746,92
164.942,05
Bilanz zum 31. August 2018 Aktiva in Euro
A.	Anlagevermögen I.	Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
49.488,00
38.189,00
15.098,72
25.320,80 64.586,72
63.509,80
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2. Andere Anlagen, Betriebs und Geschäfts­ ausstattung
1.997.176,70
2.066.939,70
851.215,00
822.801,00 2.848.391,70
2.889.740,70
2.912.978,42
2.953.250,50
B.	Umlaufvermögen I.	Vorräte 1. Roh , Hilfs und Betriebsstoffe
2. Fertige Erzeugnisse und Waren
18.330,00 16.800,00 38.830,00
II.	Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Sonstige Vermögensgegenstände
52.810,15
83.122,65
24.487,25 57.577,95
107.609,90
III.	Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 1. Bank
3.115.641,15
3.530.880,09
3.116.265,21
3.531.481,62
3.212.673,16
3.674.221,52
79.822,96
66.743,98
6.205.474,54
6.694.216,00
Passiva in Euro
A.	Eigenkapital I.	Gezeichnetes Kapital
1.708.500,00
II.	Gewinnrücklagen 1. Gesetzliche Rücklage
8.045,46
III.	Bilanzgewinn
0,00 8.045,46
1.995.292,38
1.873.442,05
72.194,48
64.269,76
B.	Rückstellungen 1.	Sonstige Rückstellungen
C.	Verbindlichkeiten 1.	Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.	Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.	Sonstige Verbindlichkeiten
1.026.216,80
1.602.976,59
62.308,55
151.137,39
193.842,47
Verbindlichkeiten aus Steuern: 64.067,37 EUR (Vorjahr: 59.557,52 EUR) Soziale Sicherheit: 15.222,01 EUR (Vorjahr: 15.752,78 EUR)
D.	Rechnungsabgrenzungsposten
1.251.780,76
1.859.127,61
2.886.206,92
2.897.376,58
Für das Geschäftsjahr 2017 / 18
I. Allgemeine Angaben Die International School Augsburg ISA gAG hat ihren Sitz in Gersthofen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Augsburg (Reg.Nr. HRB 30359). Die Aufstellung des vorliegenden Jahresabschluss erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) sowie den einschlägigen Bestimmungen der Satzung. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Der Abschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn und Verlustrechnung und den Anhang (einschließlich Anlage­ spiegel). Die Gewinn und Verlustrechnung ist entsprechend § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert.
II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 40
Die zu Anschaffungskosten aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände werden linear pro rata temporis über die voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Sachanlagen werden zu Anschaffungs bzw. Herstellungskosten, solche mit zeitlich begrenzter Nutzungsdauer abzüglich planmäßiger Abschreibungen, angesetzt. Die beweglichen Anlagegüter werden entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer pro rata temporis linear abgeschrieben. Im Berichtsjahr 2013 / 2014 wurde erstmalig ein Festwert für Bücher der Bibliothek, Unterrichtsbücher für Schüler und Lehrer, sowie für Spielzeug und Sportzubehör gebildet. Die nächste, durch körperliche Bestandsaufnahme, durchzuführende Überprüfung ist zum 31. August 2020 vorzunehmen. Die Anschaffungskosten der Zugänge an beweglichen geringwertigen Anlagegegenständen mit Anschaffungskosten im Einzelnen von mehr als 150,00 EUR bis 1.000,00 EUR werden in den Sammelposten nach § 6 Abs. 2a EStG einbezogen und im Jahr des Zugangs und den folgenden vier Jahren linear aufgelöst. Dieser Ansatz wurde auch in die Handelsbilanz übernommen, da der vorliegende Sammelposten für das Unternehmen von untergeordneter Bedeutung ist.
Die Bewertung der Roh, Hilfs und Betriebsstoffe und Waren erfolgt zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von Anschaffungsnebenkosten und Preisminderungen bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert. Allen erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlich langer Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, wird bei der Bewertung Rechnung getragen. Wegen mangelnder Gängigkeit und minderer Beschaffenheit werden Bewertungsabschläge vorgenommen. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalbetrag angesetzt. Erkennbaren Einzelrisiken ist durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen, dem allgemeinen Ausfall und Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung ausreichend Rechnung getragen worden. Die flüssigen Mittel sind in Höhe ihres Nennwerts angesetzt. Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen, sind unter dem Rechnungsabgrenzungsposten aktiv abgegrenzt. Bei Bildung der Rückstellungen ist den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen worden. Sie sind in Höhe des notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Die Verbindlichkeiten werden mit dem jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert. Seit 2012 / 2013 werden vorab erhaltene Schulgelder nicht mehr unter den erhaltenen Anzahlungen, sondern als passive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen. Die Bilanzierungs und Bewertungsstetigkeit wurde beibehalten.
III. Erläuterungen zu einzelnen Jahresabschlussposten 1. Anlagevermögen Die Aufgliederung der Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Berichtszeitraum sind aus dem Anlagespiegel ersichtlich.
Anschaffungs- und Herstellungskosten in Euro
194.863,63
20.137,18
25.320,80
80.629,34
159.692,27
220.184,43
35.235,90
174.790,99
2.624.501,93
12.073,66
8.613,52
2.627.962,07
Andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung
1.726.703,51
204.480,64
194.550,77
1.736.633,38
4.351.205,44
216.554,30
203.164,29
4.364.595,45
4.571.389,87
251.790,20
283.793,63
4.539.386,44
Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
2. Umlaufvermögen Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stellen sich wie folgt dar:
in Euro Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Vorjahr
davon mit einer Rest­laufzeit mehr als 1 Jahr
57.577,95
156.674,63
34.142,98
80.613,34
110.204,27
64.586,72
557.562,23
81.797,66
630.785,37
903.902,51
165.381,64
183.865,77
885.418,38
822.801,00
1.461.464,74
247.179,30
192.440,29
1.516.203,75
2.848.391,70
1.618.139,37
273.053,63
1.626.408,02
3. Eigenkapital Das Grundkapital beträgt 1.708.500 EUR und ist eingeteilt in 17.085 Stück auf den Namen lautende nennbetragslose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennbetrag von 100 EUR je Aktie. Es besteht insgesamt ein genehmigtes Kapital von 845.250,00 EUR, dass in Höhe von 393.700,00 EUR bis zum 16. November 2020 und in Höhe von 460.550,00 EUR bis zum 16. März 2023 genutzt werden kann. Im Berichtsjahr wurde die Bildung der gesetzlichen Rücklage für die Vorjahre in Höhe von 1.952,94 EUR aus dem seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2015 / 16 in Vorjahren angefallenen und vollständig vorgetragenen Gewinn der Gesellschaft nachgeholt und die gesetzliche Rücklage für das aktuelle Geschäftsjahr in Höhe von 6.092,52 EUR aus dem Jahresüberschuss dieses Geschäftsjahres zugeführt. 4. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Urlaubsverpflichtungen, ­Erfüllung der Aufbewahrungspflichten, Berufsgenossenschaft sowie Abschluss- und Prüfungskosten. Davon mit einer Restlaufzeit
44 in Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Vorjahr
Gesamtbetrag 31.8.2018
153.053,25
445.038,03
428.125,52
62.553,25
208.805,72
1.331.617,62
91.137,39
82.178,20
111.664,27
318.617,21
505.038,03
207.040,00
320.469,99
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Vorjahr Sonstige Verbindlichkeiten Vorjahr
von mehr als fünf Jahren
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ist ein Betrag von rund 297.000 EUR durch Grundschulden gesichert. 6. Passive Rechnungsabgrenzungsposten Der Ausweis betrifft vorab erhaltene Schulgelder.
IV. Angaben zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung Periodenfremde Erträge und Aufwendungen sind für die Gesellschaft nicht wesentlich.
V. Sonstige Angaben 1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Miet und Pachtverträgen in Höhe von 595.319 EUR, wovon 330.886 EUR innerhalb eines Jahres fällig sind.
2. Belegschaft Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt: 2018
Lehrer – Vollzeit
Lehrer – Teilzeit
Angestellte – Vollzeit
Angestellte – Teilzeit
3. Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB Ein Wechselobligo besteht zum Bilanzstichtag nicht. Weitere Haftungsverhältnisse im Sinne von § 251 HGB bestehen nicht. 4. Prüferhonorar Hinsichtlich des vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars gem. § 285 Nr. 1 HGB wird die Erleichterungsvorschrift des § 288 Abs. 2 Satz 3 HGB in Anspruch genommen. 5. Geschäfte gemäß § 285 Nr. 21 HGB Geschäfte, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind und über die gem. § 285 Nr. 21 HGB zu berichten wäre, wurden im Berichtsjahr nicht getätigt. 6. Derivate Finanzinstrumente Derivate Finanzinstrumente wurden nicht in Anspruch genommen. 7. Anteilsbesitz Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag 31. August 2018 keinen Anteilsbesitz. 8. Organe Die Mitglieder des Vorstandes sind: Frau Cathie Mullen, [Director Education] Herr Marcus Wagner, [Director Business & Finance] Hinsichtlich der Angabe zu den Gesamtbezügen der Geschäftsführer gemäß § 285 Nr. 9 Buchstabe a HGB wird von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. 9. Mitglieder des Aufsichtsrats Herr Karl Moser – Aufsichtsratsvorsitzender (Geschäftsführer der Karl Moser Consulting) Herr Dieter Weidner – stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender (Geschäftsführer der Weidner Käse GmbH, Vize Präsident IHK Schwaben)
Herr Dieter R. Kirchmair (Vorstand des Wirtschaftsregion Augsburg ­Fördervereins e. V.) Herr Heribert Göggerle (ohne Angabe) Herr Georg Schnelle (bis 5. Oktober 2017) (Geschäftsführer IHK Schwaben Akademie) Herr Thomas Schörg (seit 16. März 2018) (Regionalgeschäftsführer der IHK Schwaben) Herr Ulrich Wagner (Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwaben) Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen im Geschäftsjahr 0,00 EUR.
10. Nachtragsbericht Nach dem Abschluss des Geschäftsjahres 2017 / 18 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung, die zu einer anderen als der oben erfolgten Darstellung der Vermögens , Finanz und Ertragslage geführt hätten, eingetreten. 11. Ergebnisverwendung Es wird vorgeschlagen, den Jahresanschluss zum 31. August 2018, bestehend aus Bilanz, Gewinn und Verlustrechnung, Anhang, mit einer Bilanzsumme von 6.205.474,54 EUR und einem Bilanzgewinn in Höhe von 278.746,92 EUR in vorliegenden Form festzustellen. Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2017 / 2018 in Höhe von 121.850,33 EUR wird nach Dotierung der gesetzlichen Rücklage in Höhe von 6.092,52 EUR mit dem Gewinnvortrag des Geschäftsjahres 2016 / 2017 in Höhe von 162.989,11 EUR verrechnet und letztendlich 278.746,92 EUR auf neue Rechnung vorgetragen. Soweit dieser Anhang keine Angaben über sonstige, nach den §§ 264 ff, 284 ff HGB angabepflichtige Sachverhalte enthält, haben diese im Geschäftsjahr nicht vorgelegen. Gersthofen, den 8. Januar 2019
Cathie Mullen	[Vorstand Education]
Impressum Konzeption:	ISA, candid communications, Augsburg, www.candid-com.com Text:
Konzept, Design und Satz:	sam waikiki, Hamburg, www.samwaikiki.de Bilder:	ISA, S. 30 Lisa Deurer, S. 31 Mona Seeberger, S. 28â&#x20AC;&#x160;/29 Severin Mitterwald
INTERNATIONAL SCHOOL AUGSBURG -ISA- gAG Wernher-von-Braun Straße 1a 86368 Gersthofen Germany
Telefon: +49 (0)821 455560-0 E-Mail: info@isa-augsburg.com www.isa-augsburg.com
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Geschäftsbericht - Anual Report 2017-18 der International School Augsburg
Geschäftsbericht - Annual Report der ISA 2017-18

References: § 172
 § 267
 § 275
 § 6
 § 251
 § 251
 § 285
 § 288
 § 285
 § 285
 § 285
 § 286