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Timestamp: 2020-01-26 12:05:09+00:00

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BFH, 18.12.1986 - I B 49/86 - dejure.org
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BFH, 18.12.1986 - I B 49/86 (https://dejure.org/1986,607)
BFH, Entscheidung vom 18.12.1986 - I B 49/86 (https://dejure.org/1986,607)
BFH, Entscheidung vom 18. Dezember 1986 - I B 49/86 (https://dejure.org/1986,607)
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FGO § 69 Abs. 2 und 3; AO § 144 Abs. 1 Satz 1, § 392; AO 1977 § 370; StGB §§ 15, 17
Steuerhinterziehung - Subjektive Tatbestandsmerkmale - Mittelbare Parteienfinanzierung - Organisation
Ernstliche Zweifel an den subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung beim Spender (Parteienfinanzierung)
BFHE 148, 218
NJW 1987, 519
BB 1987, 177
BStBl II 1988, 213
Zwar hat der Bundesfinanzhof für das finanzgerichtliche Aussetzungsverfahren (§ 69 Abs. 2 und 3 FGO) in einem Leitsatz ausgesprochen, es bestünden ernstliche Zweifel, ob die subjektiven Tatbestandsmerkmale einer Steuerhinterziehung (Vorsatz und Unrechtsbewußtsein) in einem Fall der mittelbaren Parteienfinanzierung über eine Organisation gegeben seien (BFH, Beschluß vom 18. Dezember 1986 - I B 49/86).
Die Feststellung der Straftat ist strafrechtliche Vorfrage für die Prüfung der Rechtmäßigkeit der Zinsfestsetzung (Beschluss des Großen Senats des BFH vom 5. März 1979 GrS 5/77, Bundessteuerblatt - BStBl - II 1979, 570; BFH-Beschluss vom 18. Dezember 1986 I B 49/86, BStBl II 1988, 213).
Wenn der Bundesfinanzhof (BFH) in dem Beschluß vom 18. Dezember 1986 I B 49/86 (BFHE 148, 218, BStBl II 1988, 213) die Rechtfertigungs- und Schuldausschließungsgründe dem subjektiven Tatbestand zugeordnet habe, so habe er dadurch zum Ausdruck gebracht, daß mit einer Steuerhinterziehung nur die tatbestandsmäßige, vorsätzliche, rechtswidrige und schuldhafte Steuerhinterziehung gemeint sei.
Entgegen der Auffassung des FG tritt eine Verlängerung der Festsetzungsfrist gemäß § 169 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 bei Vorliegen eines Schuldausschließungsgrundes nicht ein (vgl. schon BFH-Beschluß in BFHE 148, 218, BStBl II 1988, 213; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 25. Februar 1982 I 90, 94/78, EFG 1982, 499;… siehe auch Ruban in Hübschmann/Hepp/Spitaler, Abgabenordnung-Finanzgerichtsordnung, 10. Aufl., § 169 AO 1977 Rz. 37;… Frotscher in Schwarz, Abgabenordnung, 75. Ergänzungs-Lieferung, § 169 Rz. 11;… Baum in Koch/Scholtz, Abgabenordnung, 5. Aufl., § 169 Rz. 23;… Schöll, Abgabenordnung, § 169 Rz. 17).
BFH, 24.08.1993 - VII B 203/92
Anwendung des in dubio pro reo Grundsatzes im finanzgerichtlichen Verfahren
Über die Frage, ob eine Hinterziehung wahrscheinlich ist, kann im finanzgerichtlichen Verfahren im Zusammenhang mit der Nacherhebung der Eingangsabgaben unabhängig von dem Ausgang des Strafverfahrens entschieden werden (BFH-Urteil vom 7. November 1973 I R 92/72, BFHE 111, 7, 9, BStBl II 1974, 125; Beschluß vom 18. Dezember 1986 I B 49/86, BFHE 148, 218, 220, BStBl II 1988, 213).
In subjektiver Hinsicht reicht das Vorliegen bedingten Vorsatzes aus, der auch die Verkürzung der Eingangsabgaben umfassen muß (vgl. BFHE 148, 218, 221, BStBl II 1988, 213).
Der Grundsatz in dubio pro reo ist in diesem Zusammenhang auch im finanzgerichtlichen Verfahren zu beachten (BFHE 148, 218, 220, BStBl II 1988, 213).
Bedingter Vorsatz ist gegeben, wenn es der Beteiligte zumindest für möglich hält, daß er steuerlich erhebliche Tatsachen falsch angibt, dadurch eine Steuerverkürzung eintritt und er dies billigt oder doch in Kauf nimmt (BFHE 148, 218, 220, BStBl II 1988, 213).
Die Feststellung der Straftat ist strafrechtliche Vorfrage der Prüfung der Rechtmäßigkeit der Zinsfestsetzung (Beschluss des Großen Senats des Bundesfinanzhof - BFH - vom 5. März 1979 GrS 5/77, BStBl II 1979, 570; BFH-Beschluss vom 18. Dezember 1986 I B 49/86, BStBl II 1988, 213).
Dabei genügt es, wenn der Steuerpflichtige in einer seiner Gedankenwelt entsprechenden allgemeinen Bewertung das Unrechtmäßige seiner Tat erkennen musste oder hätte erkennen können (BFH-Beschluss in BStBl II 1988, 213).
Die Feststellungslast für das Vorliegen auch des subjektiven Tatbestands in Form des beschriebenen bedingten Vorsatzes trägt das FA, da es Hinterziehungszinsen festsetzen will (BFH-Beschlüsse in BStBl II 1979, 570 und in BStBl II 1988, 213).
Es genügt, wenn dies in einer seiner Gedankenwelt entsprechenden allgemeinen Bewertung geschieht (BFH-Beschluß vom 18. Dezember 1986 I B 49/86, BFHE 148, 218, BStBl II 1988, 213).
Infolgedessen fehlt das Unrechtsbewußtsein dann, wenn der Täter sich des straftatbestandlich vertypten Unrechts nicht bewußt ist (BFH, NJW 1987, 519, 520;… Jakobs, Strafrecht, Allgemeiner Teil, 2. Aufl., 1991, S. 552, 554;… Rudolphi, Systematischer Kommentar zum StGB, 5. Aufl., 1989, § 17 Rn. 7), mag er sein Tun auch für rechtswidrig halten.
Die Feststellung der Straftat ist strafrechtliche Vorfrage der Prüfung der Rechtmäßigkeit der Zinsfestsetzung (vgl. Bundesfinanzhof -BFHBeschluss des Großen Senats vom 5. März 1979 GrS 5/77, BStBl II 1979, 570; Beschluss vom 18. Dezember 1986 I B 49/86, BStBl II 1988, 213).
Soweit jedoch die Feststellung des Straftatbestands der Steuerhinterziehung eine strafrechtliche Vorfrage der Rechtmäßigkeit eines finanzbehördlichen Verwaltungsakts - wie im Streitfall des Zinsbescheids vom 3.11.2000 - darstellt, gilt hinsichtlich des Beweisgrads ebenfalls der strafverfahrensrechtliche Grundsatz "in dubio pro reo", d.h. dass der Straftatbestand zweifelsfrei feststehen muss (BFH-Beschluss vom 18. Dezember 1986, a.a.O. und Urteil vom 14. August 1991 X R 86/88, BStBl II 1992, 128).
FG Baden-Württemberg, 20.12.2004 - 1 V 51/04
Steuerhinterziehung - Zinseinnahmen im Ausland
FG Niedersachsen, 01.09.1998 - VII (III) 328/93
Anwendbarkeit der auf zehn Jahre verlängerten Festsetzungfrist; Notwendigkeit des …

References: § 69
 § 144
 § 392
 § 370
 § 169
 § 169
 § 169
 § 169
 § 169
in dubio
in dubio
 § 17
in dubio