Source: http://pdeleuw.de/fahrrad/anhaenger-fakten.html
Timestamp: 2019-05-23 15:36:00+00:00

Document:
Anhänger - Fakten
[Fahrradanhänger - sicher oder unsicher?] [Fahrradanhänger - alles was Recht ist] [Mit dem Fahrradanhänger im Ausland]
[Kindertransport im Fahrrad-Anhänger] [Erfahrungen mit dem Ritschie2] [Der Hund im Fahrrad-Anhänger]
[Hersteller von Fahrradanhängern] [Weitere Infos]
[Allgemeines] [Abmessungen] [Bremsen] [Beleuchtung]
[Kindertransport] [Weitere Bestimmungen] [Radwegebenutzungspflicht]
Details mit Verweisen auf die entsprechende Rechtsverordnung folgen unten.
Kinder- und Lastenanhänger dürfen legal im Straßenverkehr verwendet werden.
Es gibt für manche Aspekte keine speziellen Vorschriften für Fahrradanhänger, deshalb werden behelfsmäßig die Vorschriften für Anhänger für Kraftfahrzeuge herangezogen.
Maximalmaße sind: 2,55 Meter breit, 4 Meter hoch, 12 Meter lang.
Kinder dürfen in Anhängern transportiert werden, wenn spezielle Sitze vorhanden sind.
Diverse Reflektoren hinten, vorn und seitlich sind Pflicht. Ein Rücklicht muss vorhanden sein, wenn das des Zugfahrrades durch den Hänger oder seine Last verdeckt wird. Dies darf auch Batterie betrieben sein.
Spezielle Vorschriften für die Bremsen am Zugrad oder am Anhänger gibt es nicht.
Die Radwegebenutzungspflicht gilt für Gespanne nicht zwingend. Je nach Breite des Weges und Zugänglichkeit (Breite der Absenkung, Poller ...) dürfen Gespanne auch die allgemeine Fahrbahn benutzen.
Tiere dürfen ohne besondere Auflagen transportiert werden.
Child trailers and cargo trailers are legal.
There are hardly any special laws for trailers. Thus, the more general rules for other trailers apply: The law, § 32 StVZO, names length max. 12 m, width 2,55 m, height 4 m.
Up to two children may be transported in trailers, when there are special seats for them. The child must be younger than seven years, the rider must be 16 years or older. For disabled children there is no limit of age. (§ 21 StVO)
There where attempts for newer rules, concerning e.g. illumination, brakes, certification, height: 1.4 m, weight: total 80 kg) etc.
This proposal did not pass.
Thus there's no explicit lay for active light on the trailer. One may guess that battery powered lights are required as soon as the rear light of the bicycle is invisible. Reflectors are required.
There's no special law for brake strength. This is handled by very common laws for every vehicle: everyone must be able to handle his vehicle savely.
Bicycles have to use bicycle paths which are indicated by the special bicycle path sign (blue disk with white bike, may be in combination with pedestrian signs). There's a special comment that trailers may use the road instead when the path is not wide enough.
Transport of animals: permitted without any special rules
Kinder dürfen in Fahrradanhängern transportiert werden, wenn diese entsprechende Sitze haben. Das Kind muss unter sieben Jahre alt sein, der Fahrer des Zugfahrrades muss mindestens 16 Jahre alt sein. Es dürfen maximal zwei Kinder im Anhänger transportiert werden. Für behinderte Kinder im Anhänger gilt die Altersbeschränkung nicht.
Es gibt keine Bauartgenehmigungspflicht für Anhänger oder Anhängerkupplungen. Allerdings muss eine Anhängerkupplung so gebaut sein, dass eine verkehrssichere Verbindung von Fahrrad und Anhänger gewährleistet ist. Das bloße Anbinden von Anhängern ist daher unzulässig.
Das Bundesverkehrsministerium hat im Verkehrsblatt 22/99, Seite 703 ff, das "Merkblatt für das Mitführen von Anhängern hinter Fahrrädern" herausgegeben, "um Herstellern und Nutzern von Fahrradanhängern Orientierungshilfen über den Stand der Technik und Handhabung von Fahrradanhängern" zu geben. Das Merkblatt ist maßgeblich vom Rheinisch-Westfälischen Technischen Überwachungsverein (RWTÜV) erarbeitet worden. Auch wenn von Zeit zu Zeit immer wieder von verschiedenen Seiten behauptet wird, dieses Dokument habe rechtliche Relevanz – es ist ausdrücklich nur eine Orientierungshilfe. Man findet in diesem Merkblatt u.a. auch Dinge über eine Bauartprüfung von Anhängerkupplungen oder eigene Bremsen am Hänger ab bestimmten Lasten – beides sollte vom RWTÜV in der StVZO durchgesetzt werden. Die entsprechende Verordnung ist jedoch im Bundesrat gescheitert.
Gemäß § 63 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) werden für "andere Straßenfahrzeuge", und damit auch für Fahrräder, bezüglich der Abmessungen, Achslast, Gesamtgewicht und Bereifung die Vorschriften für Kfz-Anhänger herangezogen (§§ 32, 34, 36 Abs. 1). Daraus ergeben sich die folgenden Bestimmungen:
Die Breite des Anhängers darf 2,55 Meter nicht überschreiten (§ 32 (1) Nr. 3 StVZO), die maximale Höhe beträgt 4 Meter (§ 32 (2) StVZO). Die maximale Länge wird durch § 32 (3) StVZO auf 12 bis 18,75 Meter festgelegt (§ 32 (4) StVZO).
Auch wenn immer mal wieder behauptet wird, die Gesamtmasse eines ungebremsten Kinderanhängers dürfe 40 kg nicht überschreiten, gibt es keine entsprechende Bestimmung dafür. Das manchmal als Quelle angeführte "Merkblatt für das Mitführen von Anhängern hinter Fahrrädern" ist eine Empfehlung, die sich insbesondere an Hersteller zur Orientierung bei der Konstruktion von Fahrradanhängern richtet. Maßgeblich beteiligt an diesem Merkblatt war ein Ingenieur des TÜV, der eine Auflaufbremse für Fahrradanhänger entwickelt hatte. Kein Wunder, dass er ein persönliches Interesse daran hatte, Fahrradanhänger mit einer Bremse auszustatten. Dieses Merkblatt hat keinerlei rechtliche Bindung.
Fahrradanhänger benötigen keine eigene Bremse. Daher ist es eine unbedingte Voraussetzung, dass das Zugfahrrad eine auch bei Nässe zuverlässige und sehr gut funktionierende Bremsen besitzt. Es gibt Anhänger, die mit 90 kg belastet werden dürfen. Zusammen mit dem Anhängergewicht, das um 10 kg liegt, kann die zusätzliche Last mehr als 100 kg betragen, die von den Fahrradbremsen mitgebremst werden müssen! Die DIN 79100, die Mindestanforderungen für Fahrradbremsen definiert, geht von einem Gesamtgewicht (Fahrrad + Fahrer) von 100 kg aus. Diese Anforderungen sind für Anhängergespanne nicht ausreichend.
Bisher hat es am Markt noch keine überzeugend funktionierende Auflaufbremse für Fahrradanhänger gegeben.
Die Beleuchtung für Fahrradanhänger ist in § 67 a StVZO geregelt. Wie bei Fahrrädern auch dürfen nur bauartgenehmigte Komponenten angebracht werden. Diese erkennt man am KBA-Prüfzeichen, welches aus einer Wellenlinie und einer drei- bis fünfstelligen Ziffer besteht (weitere Informationen). Wie bei Fahrrädern auch dürfen die Beleuchtungseinrichtungen nicht verdeckt sein. Zur Pflichtausstattung gehören mindestens:
zwei roten Rückstrahlern der Kategorie "Z" mit einem maximalen Abstand von 20 cm zur Außenkante
ringförmig zusammenhängende Reflektorstreifen an Reifen oder Felge
oder reflektierende Speichen (alle Speichen!)
oder reflektierende Speichenhülsen an jeder Speiche
oder mindestens zwei um 180 Grad versetzt angebrachtge gelbe Speichenreflektoren an jedem Rad
Anhänger mit weniger als 60 cm Breite:
wenn mehr als 50 Prozent der sichtbaren leuchtenden Fläche der Schlussleuchte des Fahrrades verdeckt sind, eine rote Schlussleuchte.
Anhänger mit mehr als 60 cm Breite:
nach vorn wirkend zwei weiße Reflektoren mit maximal 20 cm zur Außenkante
nach hinten wirkend eine rote Schlussleuchte
Anhänger mit mehr als 100 cm Breite:
nach vorn wirkend zwei weiße Reflektoren mit maximal 20 cm zur Außenkante und zusätzlich ein Scheinwerfer auf der linken Seite
Diese Vorschriften gelten für alle Fahrradanhänger, die nach dem 1. Januar 2018 in Verkehr gebracht wurden. Eine Nachrüstpflicht für ältere Hänger besteht nicht.
Anhänger mit einer Breite von weniger als 100 cm dürfen mit einem Scheinwerfer ausgerüstet werden.
Optional dürfen Fahrradanhänger
mit einer zusätzlichen roten Schlussleuchte hinten rechts
an der Rückseite mit zwei weiteren zusätzlichen roten, nicht dreieckigen Rückstrahlern mit einem maximalen Abstand von 200 mm zur Außenkante
ausgestattet werden. Generell dürfen Beleuchtungskomponenten kombiniert sein (z. B. Schlussleuchte und Reflektor).
Ebenfalls zulässig sind Fahrtrichtungsanzeiger, die nach der Regelung Nr. 50 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Begrenzungsleuchten, Schlussleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeigern und Beleuchtungseinrichtungen für das hintere Kennzeichenschild für Fahrzeuge der Klasse L (ABl. L 97 vom 29.3.2014, S. 1) und angebaut nach der Regelung Nr. 74 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Fahrzeugen der Klasse L 1 hinsichtlich des Anbaus der Beleuchtungs- und Lichtsignaleinrichtungen (ABl. L 166 vom 18.6.2013, S. 88) genehmigt wurden.
Der Transport von Kindern in Anhängern ist generell zulässig. Die durch diverse Gerichtsurteile zu Kinderanhängern ausgelöste Unsicherheit von Anhängernutzern und Polizei hat das Bundesministerium für Verkehr mit seiner Stellungnahme im Jahre 1991 ausgeräumt. Damit ist offiziell der Transport von Kindern in Fahrradanhängern, die für diesen Zweck konstruiert wurden, für zulässig erklärt worden.
Der Anhänger muss dazu analog der Vorschrift für den Kindertransport auf Fahrrädern (§ 21 (3) Straßenverkehrs-Ordnung, StVO) mit geeigneten Sitzen augestattet sein. Durch Radverkleidungen o.ä. muss wirkungsvoll verhindert werden, dass die Kinder in die Räder greifen können. Analog zu § 3 (3) StVO gilt außerdem, dass das Mindestalter des Fahrers 16 Jahre, das Höchstalter des beförderten Kindes 7 Jahre beträgt. Eine Übertragung dieser Vorschrift auf den Transport von Behinderten in Rollstuhl-Fahrrad-Kombinationen oder auf Rikschas ist hingegen wohl nicht möglich. In diesen Fällen greift die Altersbeschränkung nicht.
Die Art der Bereifung muss den Betriebsbedingungen entsprechen, es ist keine Mindestprofiltiefe erforderlich (§ 36 (1) StVZO).
Streng genommen muss außerdem der § 34 StVZO beachtet werden, der Achslast und Gesamtgewicht festlegt. Diese Vorschrift ist für Fahrradanhänger aufgrund der dort genannten Beschränkungen in der Praxis jedoch nicht relevant.
Weitere Vorschriften über Kfz-Anhänger werden in § 63 StVZO nicht genannt und sind daher für Fahrradanhänger nicht gültig.
Der Einsatz einer Federung am Kinderanhänger ist sinnvoll und kann nur empfohlen werden.
Die Benutzungspflicht von Radwegen wurde 1997 durch die 24. Novelle der StVO neu geregelt. Demnach ist jeder Radweg benutzungspflichtig, der mit einem "Radweg-Schild" (Radweg [Z. 237], getrennter Geh- und Radweg [Z. 241], gemeinsamer Geh- und Radweg [Z. 240]) ausgeschildert ist.
Nicht benutzungspflichtig ist ein Radweg trotz Ausschilderung, wenn der Radweg nicht erreichbar ist. Dieses kann für Fahrrad-Anhänger-Gespanne dann der Fall sein, wenn die Absenkung nicht breit genug ist, wenn der Radweg abgepollert oder mit einer Umlaufschranke versperrt ist oder wenn der Radweg zu schmal ist. In diesen Fällen muss auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Die Benutzung des Gehweges ist unzulässig!
Radwege dürften eigentlich nur noch benutzungspflichtig sein, wenn sie bestimmten Mindestanforderungen genügen. Dazu gehört auch eine Mindestbreite. Diese Mindestbreite ist für einspurige Fahrräder ausgelegt. Gemäß der Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung soll deshalb generell nicht beanstandet werden, wenn ein Fahrrad mit Anhänger einen an sich benutzungspflichtigen Radweg nicht benutzt. Die Breite eines Radweges reicht in der Regel für Anhänger nicht aus.
Mit dem Anhänger im Ausland
Die Rechtslage für den Kindertransport im Fahrradanhänger ist im Ausland uneinheitlich geregelt. Wichtig ist die Kenntnis der Rechtslage immer dann, wenn der Kinderanhänger auch im Urlaub im Ausland zum Einsatz kommen soll. Siehe dazu auch adfc.de/1101_1.
In Kroatien, Spanien, Tschechien und Zypern ist ein Kinderanhänger nach meinen Informationen nicht zulässig.
In folgenden Ländern ist nach meinen Informationen(*) der Kindertransport in Fahrradanhängern zulässig:
Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kanada, Norwegen, Niederlande, Österreich, Schweiz, Slowenien.
In allen genannten Ländern bis auf Griechenland, Island und Kanada ist die Regelung gesetzlich verankert. In manchen Ländern gelten besondere Vorschriften:
In Österreich gelten gemäß der Fahrradverordnung in der Fassung von Juni 1998 die folgenden Vorschriften:
In Italien dürfen Rad und Hänger zusammen nicht länger als 3 m sein (Vorsicht also bei Tandems!), die maximale Breite ist 75 cm, die maximale Höhe ist 1 m. Die Gesamtmasse darf 50 kg nicht überschreiten, Beleuchtung ist erforderlich.
In Luxemburg benötigen Kinderanhänger eine Erlaubnisvignette des Transportministeriums.
In der Schweiz gibt es Vorschriften über die maximalen Abmessungen: Läge 2,5 m, Breite 1 m, Höhe 1,2 m. Reflektoren sind vorn und hinten (gelb!) vorgeschrieben, die maximale Masse beträgt 80 kg. Es dürfen maximal zwei Kinder transportiert werden.
(*) Für die Richtigkeit und Aktualität dieser Angaben keine Gewähr. Im Zweifel sollte man sich also vor der Reise noch einmal nach der aktuellen Rechtslage erkundigen.
Aktuelle Urteile zum Radverkehr
Europa-Infos des ADFC: Hinweise zum Anhänger im europäischen Ausland
Hersteller Lastenanhänger
Einrädrige Anhänger:
B.O.B: einrädrige Anhänger
Weber Monoporter: zerlegbarer Einrad-Anhänger
Kool Stop Wilderbeast: faltbarer Einrad-Anhänger mit zusätzlichem Lowrider an der Deichsel
Aiolos ai:pack: einrädrige Anhänger mit hoher Belastbarkeit
Extrawheel: einrädrige Anhänger für Tourengepäck
Oxtail bicycle trailers: gefederter, einrädriger Hänger mit 70 kg Belastbarkeit, an der Sattelstütze angekuppelt
Aevon: gefederter, einrädriger Hänger, an der Sattelstütze angekuppelt
Tout Terrain Mule: gefederter, einrädriger Hänger, an der Sattelstütze angekuppelt
Zweirädrige Anhänger:
Hinterher: zusammenlegbarer Lastenanhänger aus München in zwei Größen
Bike Buggy: Gefederter Trekking-Anhänger mit großen Laufrädern, bis 80 kg belastbar
Winther (leider nur dänisch)
Infos zu Anhängern von Winther auf Deutsch von Zwei plus Zwei
Weber Technik: auch die Weber-Kupplung
Radical Design: U.a. der Cyclone, ein leichter, stabiler, faltbarer Lastenhänger
Roland: an der Sattelstütze angekuppelt
Qeridoo (auch Hundeanhänger)
Hersteller Kinderanhänger, Trailerbikes
Funtrailer: Trailerbikes
Tout Terrain Streamliner: Geländegängiges, gefedertes Trailerbike
Brüggli/Leggero
Kid Car Company
Tout Terrain Singletrailer: Geländegängiger Einrad-Kinderanhänger
Tout Terrain Streamliner: gefedertes Trailerbike
Weber (u.a. Weber-Kupplung)
Peter de Leuw , , letzte Aktualisierung: 23.08.2018
http://www.pdeleuw.de/fahrrad/anhaenger-fakten.html - ausgedruckt am 23.05.2019

References: § 32
 § 63
 § 32
 § 67
 § 3
 § 34
 § 63