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Timestamp: 2019-11-21 08:03:57+00:00

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Verdeckte Einlage: Auswirkungen auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Verdeckte Einlage: Auswirkungen auf Gesellschafts- und Gesellschafterebene
Vergleichbar zu den verdeckten Gewinnausschüttungen dürfen verdeckte Einlagen als Maßnahme der Einkommensverwendung das Einkommen nicht verändern, weil sie ihre Veranlassung nicht im betrieblichen Bereich, sondern auf der gesellschaftsrechtlichen Ebene haben.
Vermögenserhöhungen der GmbH müssen folglich bei der Ermittlung des Einkommens der GmbH darauf untersucht werden, ob sie ihre Ursache in schuldrechtlichen Verträgen oder im Gesellschaftsverhältnis haben.
Die Vorschriften über Einlagen finden sich in § 4 Abs. 1 EStG und § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG, die nach § 8 Abs. 1 KStG auch für Kapitalgesellschaften Anwendung finden. R 8.9 KStR 2015 enthält weitere Vorschriften für die Verwaltung.
Bei Einlagen überträgt der Gesellschafter aus gesellschaftsrechtlichen Gründen Vermögen auf seine Gesellschaft, entweder
im Rahmen von gesellschaftsrechtlichen Einlagen, z. B. gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten, sog. offene Einlage, oder
in anderer Form unentgeltlich oder verbilligt, sog. verdeckte Einlage.
Offene Einlagen kommen insbesondere bei der Gründung der Gesellschaft und bei der Erhöhung des Kapitals in Betracht und werden erfolgsneutral dem Eigenkapital zugebucht.
Die A-GmbH erhöht ihr Stammkapital von 1.000.000 EUR auf 1.500.000 EUR. Die Ausgabe erfolgt zum Nennwert und wird auf ein Bankkonto der Gesellschaft eingezahlt.
Die Erhöhung des Aktivkontos "Bank" führt zu einer Erhöhung des Eigenkapitalkontos "Stammkapital". Der laufende Jahresüberschuss wird nicht berührt.
Einlagen können vom Anteilseigner erfolgen, aber auch durch nahestehende Personen der Kapitalgesellschaft.
Der Gesellschafter A überträgt unentgeltlich der A-GmbH ein unbebautes Grundstück im Wert von 50.000 EUR.
Es liegt eine (verdeckte) Einlage vor, die das Einkommen der A-GmbH nicht erhöhen darf.
2 Gegenstand einer Einlage
Gegenstand einer verdeckten Einlage kann nur ein aus Sicht der Gesellschaft bilanzierungsfähiger Vermögensvorteil sein (einlagefähiger Vermögensvorteil).
Dies bedeutet, dass diese in der steuerlichen Gewinnermittlung der Gesellschaft entweder
zum Ansatz bzw. Erhöhung eines Aktivpostens oder
führen muss.
Es muss sich dabei nicht zwingend um materielle Wirtschaftsgüter handeln. Auch immaterielle Wirtschaftsgüter, z. B. Patente, sind einlagefähig. Dem steht das Aktivierungsverbot in § 5 Abs. 2 EStG für selbstgeschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter nicht entgegen. Auch ein selbst geschaffener Geschäftswert kann Gegenstand einer verdeckten Einlage sein.
Verschleierte Sachgründung
Bei sog. verschleierten Sachgründungen, bei denen ein Personenunternehmen ohne Gewährung von Gesellschaftsrechten und somit außerhalb der Regelungen des § 20 UmwStG in eine GmbH überführt wird, führt die Übertragung des Geschäftswerts zu einer Gewinnrealisierung.
3 Auswirkungen der Einlage
3.1 Gesellschaftsebene
Auf der Ebene der Gesellschaft kommt es zu folgenden steuerlichen Auswirkungen:
Aktivierung des erhaltenen Wirtschaftsguts (i. d. R. mit dem Teilwert).
Die Gesellschaft aktiviert das eingelegte Wirtschaftsgut auf der Aktivseite ihrer Bilanz bzw. minimiert auf der Passivseite einen Bilanzposten. Dies führt bei einer verdeckten Einlage i. d. R. – handelsrechtlich zutreffend – zu einem außerordentlichen Ertrag.
Bei abnutzbaren Wirtschaftsgütern erfolgt AfA aus dem Einlagewert.
Von dem aktivierten Wert kann unter den Voraussetzungen des § 7 EStG AfA vorgenommen werden.
Wenn das Wirtschaftsgut zuvor von dem Gesellschafter zur Einkunftserzielung genutzt wurde, darf die AfA nur aus dem Restwert vor Einlage vorgenommen werden.
Im Normalfall darf eine Veränderung des Einkommens durch verdeckte Einlagen nicht erfolgen; sie sind zu neutralisieren. Ein verbuchter außerordentlicher Ertrag ist daher außerbilanziell zu korrigieren (Abrechnung).
Eine Einkommenserhöhung tritt bei verdeckten Einlagen dann ein, wenn
das Einkommen des Gesellschafters durch die Einlage gemindert wurde oder
die verdeckte Einlage auf einer verdeckten Gewinnausschüttung einer dem Gesellschafter nahestehenden Person beruht und diese verdeckte Gewinnausschüttung bei der Besteuerung des Gesellschafters nicht berücksichtigt wurde; es sei denn, die verdeckte Gewinnausschüttung hat wiederum bei der leistenden Gesellschaft das Einkommen nicht erhöht.
In diesem Fall erhöhen sich nicht die Anschaffungskosten der Beteiligung.
Stellt die Einlage kein Zugang beim Stammkapital dar, ist sie dem steuerlichen Einlagekonto gutzuschreiben.
Zudem besteht eine eigenständige Berichtigungsvorschrift im Körperschaftsteuergesetz. Soweit gegenüber dem Gesellschafter ein Steuerbescheid oder ein Feststellungsbescheid hinsichtlich der Berücksichtigung einer verdeckten Einlage erlassen, aufgehoben oder geändert wird, kann ein Steuerbescheid gegenüber der Körperschaft, der der Vermögensvorteil zugewendet wurde, aufgehoben, erlassen oder geändert werden.
3.2 Gesellschafterebene
Die Einlage des Gesellschafters hat auf Ebene des Gesellschafters, soweit sich...

References: § 4
 § 6
 § 8
 § 5
 § 20
 § 7