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Timestamp: 2019-11-14 12:10:26+00:00

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Verlustvortrag - und die Klage gegen einen Nullbescheid - Rechtslupe
Die Kla­ge gegen den Ein­kom­men­steu­er­be­scheid ist zuläs­sig, obwohl die Ein­kom­men­steu­er dar­in auf Null Euro fest­ge­setzt wur­de und es fehlt ins­be­son­de­re nicht an einer Beschwer gemäß § 40 Abs. 2 FGO, wenn der Ein­kom­men­steu­er­be­scheid nach § 10d Abs. 4 Sät­ze 4 und 5 EStG 2010 Bin­dungs­wir­kung für die Fest­stel­lung des ver­blei­ben­den Ver­lust­vor­tra­ges zum Schluss des­sel­ben Jah­res ent­fal­tet, auch wenn er for­mal nicht den Cha­rak­ter eines Grund­la­gen­be­scheids hat 1.
Im Streit­fall sind § 10d Abs. 4 Sät­ze 4 und 5 EStG 2010 gemäß § 52 Abs. 25 Satz 5 EStG 2010 anzu­wen­den, da die Klä­ger erst­mals nach dem 13.12.2010 eine Erklä­rung zur Fest­stel­lung des ver­blei­ben­den Ver­lust­vor­trags 2010 abga­ben. Gemäß § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG 2010 sind bei der Fest­stel­lung des ver­blei­ben­den Ver­lust­vor­trags die Besteue­rungs­grund­la­gen so zu berück­sich­ti­gen, wie sie den Steu­er­fest­set­zun­gen des Ver­an­la­gungs­zeit­raums, auf des­sen Schluss der ver­blei­ben­de Ver­lust­vor­trag fest­ge­stellt wird, und des Ver­an­la­gungs­zeit­raums, in dem ein Ver­lus­t­rück­trag vor­ge­nom­men wer­den kann, zu Grun­de gelegt wor­den sind. § 171 Abs. 10, § 175 Abs. 1 Satz 1 Num­mer 1 und § 351 Abs. 2 AO sowie § 42 FGO gel­ten ent­spre­chend. Nach § 10d Abs. 4 Satz 5 EStG 2010 dür­fen die Besteue­rungs­grund­la­gen bei der Fest­stel­lung nur inso­weit abwei­chend von § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG 2010 berück­sich­tigt wer­den, wie die Auf­he­bung, Ände­rung oder Berich­ti­gung der Steu­er­be­schei­de aus­schließ­lich man­gels Aus­wir­kung auf die Höhe der fest­zu­set­zen­den Steu­er unter­bleibt.
Die Besteue­rungs­grund­la­gen sind im Fest­stel­lungs­ver­fah­ren so zu berück­sich­ti­gen, wie sie der letz­ten bestands­kräf­ti­gen bzw. nach den Vor­schrif­ten der AO noch änder­ba­ren Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zung zugrun­de lie­gen. Unter­bleibt eine Ände­rung der letz­ten Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zung aus­schließ­lich man­gels Aus­wir­kung auf die Höhe der fest­zu­set­zen­den Steu­er, ergeht den­noch ein Ver­lust­fest­stel­lungs­be­scheid (§ 10d Abs. 4 Satz 5 EStG 2010). Ist eine Ände­rung des Ein­kom­men­steu­er­be­scheids unab­hän­gig von der feh­len­den betrags­mä­ßi­gen Aus­wir­kung auch ver­fah­rens­recht­lich nicht mög­lich, bleibt es jedoch bei der in § 10d Abs. 4 Satz 4 EStG 2010 ange­ord­ne­ten Bin­dungs­wir­kung 2.
Dar­aus ergibt sich für den Streit­fall, dass eine Bin­dungs­wir­kung des Ein­kom­men­steu­er­be­schei­des 2010 für eine Ver­lust­fest­stel­lung zum 31.12.2010 vor­liegt. Wäre allein eine Kla­ge gegen die Ver­lust­fest­stel­lung zum 31.12.2010 anhän­gig, könn­te eine sol­che Kla­ge nach den vor­ste­hen­den Grund­sät­zen kei­nen Erfolg haben, da eine Ände­rung des inhalt­lich bin­den­den Ein­kom­men­steu­er­be­schei­des nicht mög­lich wäre und dies nicht allein auf einer feh­len­den betrags­mä­ßi­gen Aus­wir­kung beru­hen wür­de 3. Bin­den­de Besteue­rungs­grund­la­gen (§ 199 AO) des Ein­kom­men­steu­er­be­schei­des 2010 für die Ver­lust­fest­stel­lung 2010 sind im Streit­fall die Höhe die Ver­lus­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen (ohne Ver­äu­ße­rung von Akti­en) und die nicht aus­gleichs­fä­hi­gen Ver­lus­te.
vgl. hier­zu BFH, Urteil vom 13.01.2015 – IX R 22/​14, BSt­Bl II 2015, 829; FG Ham­burg, Urteil vom 10.06.2016 5 K 185/​13, EFG 2016, 1432; FG Müns­ter, Urteil vom 21.07.2016 9 K 3457/​15 E, F; FG Köln, Urteil vom 16.02.2016 10 K 2574/​15, EFG 2016, 1109; FG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 16.02.2016 10 K 3686/​13 F, EFG 2016, 662[↩]

References: § 40
 § 10
 § 10
 § 52
 § 10
 § 171
 § 175
 § 351
 § 42
 § 10
 § 10
 § 10