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Timestamp: 2020-01-23 02:56:11+00:00

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BGH, 25.05.2005 - XII ZR 296/01 - dejure.org
https://dejure.org/2005,344
BGH, 25.05.2005 - XII ZR 296/01 (https://dejure.org/2005,344)
BGH, Entscheidung vom 25.05.2005 - XII ZR 296/01 (https://dejure.org/2005,344)
BGH, Entscheidung vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 (https://dejure.org/2005,344)
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§§ 138, 242, 313, 1408, 1410, 1585c BGB
Wirksamkeitskontrolle des Ehevertrags bei Schwangerschaft, mögliche Begrenzungen des Betreuungsunterhalts
BGB §§ 138, 242, 313, 1408, 1410, 1585 c
Wirksamkeitskontrolle von Eheverträgen bei Schwangerschaft - Schwangerschaft als Indiz für eine vertragliche Disparität und als Anlass einer stärkeren richterlichen Kontrolle - Erforderlichkeit einer Gesamtschau der getroffenen Vereinbarungen - Grundsätzliche ...
BGB § 138 § 242 § 313 § 1408 § 1410 § 1585c
Familienrecht - Wirksamkeitskontrolle von Eheverträgen bei Schwangerschaft
Mann machte Heirat von Ehevertrag abhängig - Bundesgerichtshof zur Sittenwidrigkeit von Eheverträgen
Eheverträge - Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse
Sittenwidrige Eheverträge: Insgesamt oder nur teilweise nichtig?
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 25.05.2005, XII ZR 296/01 (Wirksamkeit eines Ehevertrages mit einer Schwangeren - Wesentliche Änderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse)" von RA Dr. Ludwig Bergschneider, FA FamR, original erschienen in: FamRZ 2005 Heft ...
Kurznachricht zu "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 25.05.2005, XII ZR 296/01 (Wirksamkeit von Eheverträgen)" von RiOLG Dr. Jürgen Soyka, original erschienen in: FuR 2005, 416.
Kurznachricht zu "Anmerkungen zu den Urteilen des BGH vom 25.05.2005, Az.: XII ZR 296/01 und XII ZR 221/02 (Zur Inhaltskontrolle von Eheverträgen / Schwangere Braut und Karrierefrau)" von WissMit. Anne Sanders, original erschienen in: FF 2006, 242 - 245.
NJW 2005, 2386
MDR 2005, 1353
DNotZ 2005, 853
FamRZ 2005, 1444
Wie der Senat bereits mehrfach ausgesprochen hat, ist der Halbteilungsgrundsatz für sich genommen kein tauglicher Maßstab für die Beurteilung der Frage, ob ein Ehegatte durch die Regelungen in einem Ehevertrag evident einseitig belastet wird (…vgl. Senatsurteile BGHZ 178, 322 = FamRZ 2009, 198 Rn. 22 und vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1446).
Der Senat hat bereits darauf hingewiesen, dass für die Beurteilung der Frage, ob ein Ehevertrag auch ohne einzelne sittenwidrige und daher nichtige Vertragsbestandteile geschlossen worden wäre, eine in den Vertrag aufgenommene salvatorische Klausel nicht von vornherein unbeachtlich sein muss (Senatsurteil vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1447).
Selbst eine Schwangerschaft bei Abschluss des Ehevertrages ist nur ein Indiz für eine vertragliche Disparität, das Anlass gibt, den Vertrag einer verstärkten richterlichen Kontrolle zu unterziehen (Senatsurteile vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1447 und vom 5. Juli 2006 - XII ZR 25/04 - FamRZ 2006, 1359, 1361).
Vielmehr ist die Schwelle der Sittenwidrigkeit allenfalls dann erreicht, wenn die vertraglich vorgesehene Unterhaltshöhe nicht annähernd geeignet ist, ehebedingte Nachteile des Unterhaltsberechtigten auszugleichen (Senatsurteil vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1447).
Im Übrigen bedeutet die Klausel nach Ziffer XI. Satz 1 EV, dass es im Zweifel auch bei Fortfall einer vertraglichen Regelung bei der Wirksamkeit des Ehevertrages verbleiben kann (…vgl. Senatsurteil vom 17. Dezember 2008 - XII ZR 57/07 - NZM 2009, 198 Rn. 20; s. auch Senatsurteil vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1447).
Zu diesem Kernbereich sollen nach Auffassung des BGH, (so auch BGH, Urt. v. 25. Mai 2005, XII ZR 296/01, S. 9) in erster Linie der Betreuungsunterhalt (§ 1570 BGB) rechnen.
Sie indiziert aber eine ungleiche Verhandlungsposition und damit eine Disparität bei Vertragsschluss (BGH a.a.O. XII ZR 296/01 S. 13; BVerfG FamRZ 2001 S. 985).
Dieser Geschehensablauf vermag zwar allein eine Sittenwidrigkeit der Vereinbarung nicht zu begründen (vgl. BGH a.a.O. XII ZR 296/01 S. 14), er bildet aber ein Indiz für eine ungleiche Verhandlungsposition der Antragstellerin.
Auf die vom Senat zugelassene Revision hat der BGH in seinem Urteil vom 25. Mai 2005 (XII ZR 296/01) die Vereinbarung der vollständigen Gütertrennung gebilligt, obwohl die Ehefrau in dem genannten Verfahren bei Vertragsschluss im 8. Monat schwanger war.
Den Kindesbetreuungsunterhalt gem. § 1570 BGB, den der BGH als zum Kernbereich des Scheidungsfolgenrechts gehörend ansieht (vgl. Urt. v. 25. Mai 2005 XII ZR 296/01 S. 9) haben die Parteien vom Gesetz abweichend geregelt.
Der BGH hat eine solche Begrenzung in Eheverträgen für zulässig erachtet (BGH a.a.O. XII ZR 296/01 S. 15).
Ebenso wenig hat die Antragsgegnerin dazu vorgetragen, ob die Parteien sich ausnahmsweise eine bestimmte Relation ihrer Einkommensverhältnisse "als auch künftig gewiss angesehen und ihre Vereinbarung darauf abgestellt haben" (BGH XII ZR 296/01 S. 19).
Im übrigen hat der BGH die Höhenbegrenzung gebilligt, wenn das Existenzminimum wenigstens durch den gekappten Unterhaltsanspruch überschritten wird (BGH a.a.O. XII ZR 296/01 S.15) Das angefochten Urteil hat eine solche Überschreitung des Existenzminimums festgestellt.
Der BGH in seinem bereits genannten Urteil vom 25.5.05 (XII ZR 296/01) zwar auch die übrigen Regelungen im Wege einer Gesamtschau in die Beurteilung der Frage der Sittengemäßheit des Ehevertrages einbezogen.
Ein Wegfall der Geschäftgrundlage käme daher allenfalls in Betracht, wenn die Parteien bei Abschluss des Vertrages ausnahmsweise eine bestimmte Relation ihrer Einkommens- und Vermögensverhältnisse als auch künftig gewiss angesehen und ihre Vereinbarung darauf abgestellt haben (vgl. Senatsurteil vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1448).
Wie der Senat wiederholt dargelegt hat (vgl. etwa Senatsurteile BGHZ 158, 81 = FamRZ 2004, 601 und vom 25. Mai 2005 ­ XII ZR 296/01 ­ FamRZ 2005, 1444), unterliegen die gesetzlichen Regelungen über nachehelichen Unterhalt, Zugewinn und Versorgungsausgleich grundsätzlich der vertraglichen Disposition der Ehegatten; einen unverzichtbaren Mindestgehalt an Scheidungsfolgen zugunsten des berechtigten Ehegatten kennt das geltende Recht nicht.
Im übrigen wird man eine Rangabstufung vornehmen können, die sich vor allem danach bemisst, welche Bedeutung die einzelnen Scheidungsfolgenregelungen für den Berechtigten in seiner jeweiligen Lage und vor dem Hintergrund der damaligen gemeinsamen Lebensplanung der Ehegatten haben (vgl. dazu näher Senatsurteile BGHZ 158, 81, 97 ff. = FamRZ 2004, 601, 605 und vom 25. Mai 2005 ­ XII ZR 296/01 ­ FamRZ 2005, 1444, 1446).
Sie indiziert aber eine ungleiche Verhandlungsposition und damit eine Disparität bei Vertragsabschluss, die es rechtfertigt, den Vertrag einer verstärkten richterlichen Inhaltskontrolle zu unterziehen, wobei in einer Gesamtschau alle maßgeblichen Faktoren zu berücksichtigen sind (Senatsurteil vom 25. Mai 2005 ­ XII ZR 296/01 ­ FamRZ 2005, 1444, 1447; Senatsurteil vom 5. Juli 2006 ­ XII ZR 25/04 ­ FamRZ 2006, 1359, 1361).
Schon im Hinblick auf diese nachrangige Bedeutung des Zugewinnausgleichs im System des Scheidungsfolgenrechts wird ein Ausschluss dieses Güterstandes, worauf der Senat wiederholt hingewiesen hat (Senatsurteile vom 12. Januar 2005 ­ XII ZR 238/03 ­ FamRZ 2005, 691, 692 a.E. und vom 25. Mai 2005 ­ XII ZR 296/01 ­ FamRZ 2005, 1444, 1448) regelmäßig nicht sittenwidrig sein.
c) Ergibt die Wirksamkeitskontrolle des Ehevertrags allerdings, dass einzelne ehevertragliche Regelungen zu - kernbereichsnäheren - Scheidungsfolgen bei isolierter Betrachtungsweise sittenwidrig und daher nichtig sind, so ist nach § 139 BGB im Zweifel der gesamte Ehevertrag nichtig, wenn nicht anzunehmen ist, dass er auch ohne die unwirksamen Bestimmungen geschlossen sein würde (…vgl. Senatsurteile vom 21. November 2012 - XII ZR 48/11 - FamRZ 2013, 269 Rn. 31 und vom 25. Mai 2005 - XII ZR 296/01 - FamRZ 2005, 1444, 1447).

References: § 138
 § 242
 § 313
 § 1408
 § 1410
 § 1585
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 1570
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 139