Source: http://www.jagdrevier-sarntal.it/de/Aktuelles/Newsletter-SJV
Timestamp: 2018-04-24 20:55:12+00:00

Document:
Newsletter SJV - jrsarntal
02. NEWSLETTER vom 23. März 2018
· Tätigkeiten, die wir in Umsetzung unserer statutarischen Ziele ausüben, sind von der direkten Besteuerung befreit, sofern sie zugunsten der Mitglieder und deren Familienangehörigen ausgeübt werden.
· Als Organisation zur Förderung des Gemeinwesens können wir von den lokalen Steuern der Regionen, Provinzen und Gemeinden befreit werden. Auch eine Befreiung von der regionalen Wertschöpfungssteuer IRAP ist vorgesehen.
· Die Eintragung in das Landesverzeichnis ist ein Vorzugstitel bei der Förderung von Projekten über den Europäischen Sozialfonds und beim Abschluss von Konventionen. Außerdem kann uns die öffentliche Hand für die Abwicklung unserer Tätigkeiten Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen oder bewegliche wie unbewegliche Güter als Leihgabe übertragen.
Das Amt für Jagd und Fischerei teilt mit, dass es Neuerungen im Bereich der Verwaltungsstrafen gibt. Die relevanteste Neuerung betrifft die Konzessionsgebühr für den Jagdgewehrschein. Wer ohne gültige Konzessionsgebühr zur Jagd geht, muss künftig mit einer Geldbuße in Höhe von 333 Euro rechnen. Die Neuerungen sind unter folgendem Link abrufbar: http://www.provinz.bz.it/land-forstwirtschaft/fauna-jagd-fischerei/downloads/VAJ_8_Jagdgesetz(1).pdf
https://ww2.unipark.de/uc/Knollseisen_Wolf/1409/
Wichtige Information für all jene Reviere, die auch in diesem Jahr wieder Projekte zur Lebensraumverbesserungen in ihrem Revier planen. Noch bis zum 31. März können Beitragsansuchen zur Förderung dieser Eingriffe an das zuständige Landesamt gerichtet werden. Die entsprechenden Vordrucke und Auflagen sind hier abrufbar: http://www.provinz.bz.it/natur-raum/themen/foerderungen-landschaftsfonds.asp
Vom 6. bis 8. April 2018 finden in Ratschings wieder die „Jagertoge“ statt. Weitere Infos unter http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagertoge-2018/54-494.html
01. NEWSLETTER vom 17. Januar 2018
Jäger pro Naturvielfalt
Von der Sorge um Lebensraumverluste getrieben, leisten Südtirols Jäger seit vielen Jahren unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden. Ob Auslichtungen, Freischneiden oder Magerrasenpflege, all dies bewahrt Lebensräume vor dem Verfall. Gleichzeitig wird damit aber auch eine Grundlage für den Fortbestand sensibler Arten gelegt. Nicht von ungefähr führt der Wildbiologe Hubert Zeiler Lebensraumverlust und Lebensraumverschlechterung als einen der Hauptgründe für den Rückgang von Birk- und Auerhuhnbeständen an.
Tausende freiwilliger Arbeitsstunden der Südtiroler Jäger sind ein Paradebeispiel für gelebten Naturschutz. Schade, dass nur die Wenigsten in der Bevölkerung davon wissen. Damit sich dies in der Zukunft ändert, wollen wir möglichst alle Projekte zur Lebensraumverbesserung, die in den letzten Jahren umgesetzt wurden, erfassen. Anschließend sollen die Leistungen auf verschiedenen Plattformen und Kanälen der Öffentlichkeit vorgestellt werden, darunter im Manifest für Biodiversität des Dachverbandes der europäischen Jagdverbände FACE. In den nächsten Monaten wird außerdem ein Südtiroler Jäger an der Universität für Bodenkultur in Wien eine Abschlussarbeit über den Einsatz der Südtiroler Jägerschaft zum Erhalt von Wildlebensräumen schreiben. Auch dies wird uns helfen, die geleisteten Arbeiten bekannter zu machen.
Bislang sind uns Lebensraumverbesserungen aus folgenden Revieren gemeldet worden: Ahornach, Antholz, St. Peter/Ahrntal, Percha, Klausen, Kematen, Feldthurns, Kurtatsch, Aldein.
Da diese Auflistung längst nicht vollständig ist, bitte ich darum, uns Informationen über Lebensraumverbesserungen in weiteren Revieren, idealerweise mit Fotomaterial und überschlagsmäßiger Angabe der geleisteten Stunden, zu übermitteln.
Afrikanische Schweinepest (ASP) kommt näher
Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ließ aufhorchen und beschäftigt letzthin die Presse im In- und vor allem im Ausland. Es ist gut, wenn wir Jäger frühzeitig mit solchen Gefahren vertraut sind. Deshalb möchte ich nachstehend die Informationen zusammenfassen.
2007 trat die Krankheit in Georgien bei Hausschweinen auf. Von dort rückt die Afrikanische Schweinepest seither nach Westen vor. Auch bei Wildschweinen ist sie schon aufgetreten. Laut EU-Kommission gibt es in den bisher schon betroffenen Gebieten in Estland, Lettland, Litauen, Polen und Tschechien einen deutlichen Anstieg infizierter Schwarzkittel. Seit 1978 soll die ASP auch auf Sardinien präsent sein.
In Deutschland wächst nun die Angst vor einem Ausbruch der Seuche. Die Erreger waren ursprünglich auf Afrika begrenzt, breiten sich aber seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Mittel- und Westeuropa aus.
Befallene Haus- und Wildschweine verenden in 90 Prozent der Fälle binnen einer Woche. Neben Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen können Durchfall und Blutungsneigung als Symptome auftreten. Gegenmittel gibt es keines. Bei einem Krankheitsfall in einem landwirtschaftlichen Betrieb muss der gesamte Bestand geschlachtet werden.
Für Menschen und andere Haus- und Wildtiere ist das Virus ungefährlich.
Übertragung durch Fahrzeuge und Kleidung
In den Ursprungsländern wird das Virus von Zecken übertragen. In Europa erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit dem Blut und den Ausscheidungen infizierter Tiere. Weitere Übertragungswege sind das Verfüttern von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen. Außerdem werden Transportfahrzeuge oder kontaminierte Kleidung als Infektionswege genannt. Die größten Risiken bestehen durch die illegale Einfuhr und Entsorgung von virusbefallenem Material sowie durch Fahrzeuge oder Personen entlang des Fernstraßennetzes.
Deutschland fürchtet Milliardenschäden und fordert verstärkte Wildschweinbejagung
Die wirtschaftlichen Folgen eines Ausbruchs in Deutschland wären immens. Exportländer würden Schweinefleisch nicht mehr abnehmen, in Deutschland würden die Preise drastisch fallen. Die möglichen Schäden für die deutsche Landwirtschaft werden auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Letzthin hat sich auch das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ mit dem Thema beschäftigt und dieses mögliche Szenario skizziert.
Im Kampf gegen die Seuche fordern die deutschen Bauernverbände, dass der Wildschweinbestand mit intensiverer Jagd reduziert werden muss. Jäger werden mit Prämien motiviert, mehr Wildschweine zu schießen. Einige Bundesländer haben die Schonzeit aufgehoben, erlauben Nachtzielgeräte oder Scheinwerfer für die Saujagd und zahlen Abschussprämien für Wildschweine. Pro erlegtem Wildschwein sollen Jäger bis zu 25 Euro bekommen.
Starke Entnahme in den Nachbarländern
Die durchaus Besorgnis erregenden Perspektiven aus unseren Nachbarländern zeigen einmal mehr, wie wichtig und richtig es war und ist, das Schwarzwild in unserem Land nicht aufkommen zu lassen.
Die Ausbreitung der Art von Süden her hat bereits seit Jahren die Provinzen Trient und Belluno erreicht. Beeindruckend ist dabei die Entwicklung in der Nachbarprovinz Trient. Bis 2014 kamen dort noch weniger als 200 Stück Schwarzwild im Jahr zur Strecke. Im Vorjahr ist die Zahl auf 382 Stück hinaufgeschnellt.
Noch beeindruckender sind die Zahlen aus Bayern: Dort ist die jährliche Schwarzwildstrecke geradezu explodiert. In den 1990er-Jahren wurden jährlich 15.000 bis 20.000 Stück erlegt, in den letzten Jahren mehr als das Dreifache, nämlich 60.000 bis 85.000.
In unserem Land ist immer versucht worden, einwechselndes Schwarzwild zu erlegen, und, noch wichtiger, die Gehegehaltung in den Griff zu bekommen. Denn das eine oder andere in der freien Wildbahn aufgetauchte Stück dürfte aus Gehegen entlaufen sein. In Südtirol belief sich die Schwarzwildstrecke auf 10 Stück im Jahr 2017.
Bärenabschuss in Trient war gerechtfertigt
Der Abschuss der Trientner Problembärin KJ2 wird keine strafrechtlichen Konsequenzen haben. Die Staatsanwaltschaft Trient hat die Archivierung des Falles beantragt, da sie der Meinung ist, dass der Abschuss gerechtfertigt war.
Am 12. August 2017 war die Problembärin KJ2 von Trientner Forstbeamten auf Anordnung des Landeshauptmanns Ugo Rossi erlegt worden. Die Bärin hatte wenige Tage zuvor in den Wäldern bei Terlago einen Wanderer angegriffen und schwer verletzt. Anhand von DNA-Analysen konnte der Bärin auch ein weiterer Angriff in den Wäldern bei Cadine im Jahr 2015 nachgewiesen werden. Damals wurde ein Jogger angegriffen und ebenfalls schwer verletzt. Landeshauptmann Ugo Rossi begründete sein Abschussdekret damit, dass der Bär aus Sicherheitsgründen entfernt werden müsste.
Nach der Erlegung des Problemtiers kam es vonseiten der Tierschützer zu heftigen Anfeindungen und Drohungen gegenüber dem Landeshauptmann. Auch Protestkundgebungen wurden abgehalten. In der Folge leitete die Staatsanwaltschaft von Trient Ermittlungen gegen Unbekannt wegen Verletzung von Art. 544bis des Strafgesetzbuches ein (Chiunque, per crudeltá o senza necessitá, cagiona la morte di un animale é punito con la reclusione da quattro mesi a due anni). Als Ermittlungshypothese stand das Töten eines Tieres ohne gerechtfertigten Grund im Raum.
Staatsanwalt Marco Gallina hat nun klargestellt, dass die Erlegung des Bären aufgrund der nachgewiesenen Gefährlichkeit gerechtfertigt war. Nach Ansicht des Staatsanwaltes sei die Notwendigkeit auch dann gegeben, wenn nicht unmittelbare Gefahr besteht.
Die Tierschutzbewegung zeigte sich verärgert über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft und hat bereits Proteste angekündigt.
Erleichtert reagierte indes Landesrat Arnold Schuler: „Hätte das Gericht anders entschieden, wäre es in Zukunft noch viel schwerer geworden, eventuelle Problembären, sollten diese vor allem zur Gefahr von Menschen werden, zu entnehmen.“
Zeckenimpfung ab sofort kostenlos
Nachdem im Jahr 2016 in Südtirol 14 Menschen durch Zecken mit dem gefährlichen FSME-Virus infiziert wurden, hat die Landesregierung eine Vorsorgeoffensive gestartet. Auf Vorschlag von Gesundheitslandesrätin Martha Stocker wurde pünktlich zum Jahreswechsel beschlossen, dass sich alle Südtiroler ab dem 01.01.2018 kostenlos gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen können.
Bereits vor Jahren hatten wir als Südtiroler Jagdverband über die Gefährlichkeit von Zeckenkrankheiten informiert und mehrmals zur vorsorglichen Impfung aufgerufen. Besonders empfohlen sei die Impfung all jenen, die in der Umgebung von Bozen, im Überetsch und Unterland ansässig und im Wald unterwegs sind. Diese Gebiete wurden von der Gesundheitsbehörde bereits 2016 als Zone mit erhöhtem FSME-Risiko ausgewiesen.
Die Anmeldung zur Impfung ist bei der einheitlichen Landesvormerkstelle für die Vorsorge unter folgender Nummer möglich: Tel. 0472 250900.
Am 20. Jänner 2018 findet im Skigebiet Schöneben im Obervinschgau der 13. Landeswintersporttag der Südtiroler Jägerinnen und Jäger statt. Nähere Infos finden Sie auf www.jagdverband.it
Weitere Sportveranstaltungen:
· 03. Februar 2018: 19. Jägerbiathlon in Ridnaun (www.jaegerbiathlon.it)
· 17. Februar 2018: 35. Jägerrodeln in Jaufental (www.jagd-jaufental.org)
04. NEWSLETTER vom 20. September 2017
Alex Bergmeister – Pfunders, Patrick Chizzali – St. Martin in Thurn, Johannes Egger – Unsere Liebe Frau im Walde, Thomas Huber – Villnöss, Markus Kaiser – Luttach-Weißenbach, Kurt Kammerer – St. Lorenzen, Hubert Kerschbaumer – Feldthurns, Wolfgang Lochmann – Altrei, Hannes Mittermair – Welsberg, Manuel Padöller – Graun, Moritz Piffrader – Bruneck, Thomas Robatscher – Neumarkt, Egon Steiner – St. Martin in Gsies, Johannes Telfser – Meran, Ulrich Tratter – Partschins, Michael Überbacher – Wiesen-Pfitsch
Bilder von den Absolventen bei der Diplomübergabe finden sich auf der Homepage des SJV.
03. NEWSLETTER vom 12. Juni 2017
Der Beschluss der Landesregierung ist hier abrufbar.
02. NEWSLETTER vom 28. Februar 2017
Auftakt zum IX. Jagdaufseher- Lehrgang
FACE: EU- Richtlinien und Jagd
Hegeschauen Termine
Bozen 11. und 12. März, Offizieller Teil: Samstag, 11. März 19 Uhr Steinegg, Vereinshaus
Oberpustertal 18. und 19. März, Offizieller Teil: Sonntag, 19. März 10 Uhr Welsberg, Paul Troger-Haus
Vinschgau 18. und 19. März, Offizieller Teil: Samstag, 18. März 18 Uhr Schlanders, Kulturhaus
Bruneck 25. und 26. März, Offizieller Teil: Sonntag, 26. März 10 Uhr Percha, Vereinshaus
Unterland 25. und 26. März, Offizieller Teil: Samstag, 25. März 19 Uhr Altrei, Vereinshaus
Meran 1. und 2. April, Offizieller Teil: Sonntag, 2. April 10 Uhr Algund, Peter-Thalguter-Haus
Sterzing 1. und 2. April, Offizieller Teil; Samstag, 1. April 19 Uhr Wiesen, Festhalle
Brixen 8. und 9. April, Offizieller Teil: Samstag, 8. April 19 Uhr Barbian, Vereinshaus
01. NEWSLETTER vom 05. Jänner 2017
Steinbock, Murmeltier, Steinmarder, Dachs – Wie geht’s weiter?
Die neue Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut ist in der Gazzetta Ufficiale Nr. 303 vom 29.12.2016 veröffentlicht worden und tritt am 13. Jänner 2017 in Kraft. Die Bestimmung ermöglicht es unserem Land, Wildarten, die auf Staatsebene nicht jagdbar sind, in Südtirol als jagdbar zu erklären. Das wird nicht in einem Wurf, sondern nur Stück für Stück möglich sein. Denn es sind einige wichtige Voraussetzungen zu schaffen und Gutachten einzuholen. Bei einem ersten Treffen mit den Verantwortlichen des Amtes für Jagd und Fischerei sind einige Etappenziele abgesteckt worden:
Der Steinbock erfreut sich in unserem Land guter Bestände. Es soll angestrebt werden, dass in den gefestigten Kolonien Stücke bejagt werden können. Gleichzeitig sollen aus diesen Kolonien Stücke eingefangen und in geeigneten Lebensräumen Südtirols ausgewildert werden, um neue Kolonien zu schaffen. Darauf wird das staatliche Institut ISPRA erwartungsgemäß bestehen, da in seinem Leitfaden für eine Bewirtschaftung von Schalenwildbeständen großer Wert darauf gelegt wird. Im selben Dokument sind weitere Bedingungen für eine Bejagung angeführt. Wir hoffen auf nicht allzu rigorose Auflagen von Seiten des ISPRA.
Steinbockkolonien, die in Grenzgebiet zur Schweiz und zu Österreich bestehen, sollen in besserer Abstimmung mit den betreffenden Ländern geschützt und jagdlich genutzt werden.
Murmeltiere sind bevorzugt in jenen Gebieten zu bejagen, wo sie Schäden anrichten. In einigen besonderen Fällen wird es angezeigt sein, die Murmeltiere von den Schadgebieten zu entfernen und zu vergrämen. Grundsätzlich soll die jagdliche Entnahme in tieferen Lagen erfolgen.
Zu Dachs und Steinmarder werden Untersuchungen über Dichte und Verbreitung dieser beiden Wildarten zu machen sein, denn ohne entsprechendes Zahlenmaterial ist kaum ein positives Gutachten des ISPRA zu erwarten.
Die Voraussetzungen, welche die Durchführungsbestimmung nennt, sind beachtlich und lauten zusammengefasst: Damit der Landeshauptmann eine Art, die auf staatlicher Ebene als nicht jagdbar eingestuft ist, in Südtirol als jagdbar erklären kann, muss zunächst die höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom (ISPRA) ein entsprechendes Gutachten abgeben. Überdies ist das Einvernehmen mit dem Umweltministerium zu suchen und das Landwirtschaftsministerium anzuhören.
Sobald diese Schritte erfolgt sind, kann der Landeshauptmann die Maßnahme vollziehen und die Wildart für einen begrenzten Zeitraum für jagdbar erklären. Dabei muss unter anderem Folgendes präzise festgelegt werden: die Anzahl der Tiere, die erlegt werden dürfen, die Jagdzeiten, die Gebiete, auf denen die Entnahme stattfinden kann, der Modus der Entnahme und einiges mehr.
Unabdingbare Voraussetzung dafür, dass eine Art als jagdbar eingestuft werden kann ist, dass sie sich in einem günstigen Erhaltungszustand gemäß FFH-Richtlinie der EU befindet.
Achtung auf Wildkrankheiten
Bei den Wildkrankheiten gibt es immer wieder Neuigkeiten, die Sorge bereiten.
Fuchsbandwurm im Wipptal
In den Revieren Ridnaun und Brenner ist kürzlich bei zwei zur Untersuchung eingesandten Füchsen der Fuchsbandwurm festgestellt worden. Der Parasit ist auch für den Menschen gefährlich. Bandwurmeier werden über den Kot befallener Füchse ausgeschieden. Falls sie über die Nahrung (zum Beispiel Beeren) oder über die Luft aufgenommen werden, entwickeln sich daraus im menschlichen Körper Finnen, die lange Zeit unentdeckt bleiben können. Wenn die Zysten aber immer größer und schließlich bemerkt werden, dann ist es für eine Behandlung oft schon zu spät. Aufklärung und weitere Untersuchungen erlegter oder tot aufgefundener Füchse werden notwendig sein. Der Fuchsbandwurm war in der Vergangenheit bereits in den Revieren Graun, Mühlbach, St. Lorenzen und Prags festgestellt worden.
Die von Zecken übertragene Gehirnhautentzündung ist nun so stark verbreitet, dass eine gesundheitsbehördliche Empfehlung zur Impfung ausgegeben wurde, allerdings nur für Personen, die im betroffenen Gebiet (Unterland, Überetsch und Gemeinde Bozen) öfters im Wald unterwegs sind.
Die Arbeitgeber von Berufskategorien, die als Risikogruppe gelten, sind aufgefordert worden, ihre Angestellten entsprechend zu belehren und zur vorbeugenden Impfung aufzufordern.
Wir haben dies für die im genannten Gebiet tätigen Jagdaufseher bereits gemacht. Das Rundschreiben des territorialen Gesundheitsdienstes des Südtiroler Sanitätsbetriebs finden Sie auf unserer Website zum Download: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/newsletter-vom-5-j%C3%A4nner-2017/44-428.html
Über diese neue Wildkrankheit haben wir bereits in der letzten Jägerzeitung kurz berichtet. Das Gesundheitsministerium hat einen Überwachungsplan der „Chronic Wasting Disease“ (Chronische Auszehrungserkrankung) angeordnet. Dieser Plan sieht vor, dass bis Ende Jänner 2017 Rotwild-Hirnproben gesammelt und untersucht werden. Der Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli hat die hauptberuflichen Jagdaufseher ersucht, Proben von Rotwild zu entnehmen. Dr. Spagnolli schreibt: „Dabei soll wie folgt vorgegangen werden: Die Proben (Kopf ausschließlich von Unfallwild und Hegeabschüssen aufgrund offensichtlicher Krankheit) werden nach Rücksprache mit dem Amtstierarzt des Gebietes bei der vereinbarten Sammelstelle abgegeben; eine zwischenzeitliche Lagerung in gekühltem Zustand ist möglich, nicht aber tiefgefroren.
Für Fragen stehen die Tierärztliche Dienst und das Amt für Jagd und Fischerei zur Verfügung“.
Die von der Generalversammlung der Revierleiter am 29.11.2016 beschlossene Satzungsänderung eröffnet die Möglichkeit, die Tätigkeit der gesamten im Südtiroler Jagdverband zusammengeschlossenen Jägerschaft, also auch die Aktivitäten der einzelnen Reviere, als „das Gemeinwesen fördernd“ einzustufen. Die Folge davon sind unter anderem steuerliche Erleichterungen und Absicherungen. Darüber wird in der nächsten Jägerzeitung näher berichtet, mit welcher auch die geänderte Satzung in Papierform den einzelnen Mitgliedern zugesandt wird. Einstweilen finden Sie den Text auf unserer Homepage: http://www.jagdverband.it/de/service/downloads/37-0.html
Am 28. Jänner 2017 findet der 18. Jägerbiathlon in Ridnaun statt. Weitere Infos finden Sie hier: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/revierveranstaltungen-und-sport-2017/54-406.html
04. Februar 2017 - 34. Jägerrodeln in Jaufental (www.jagd-jaufental.org)
18. Februar 2017 - Wintersporttag der Südtiroler Jägerinnen und Jäger in Mals (für Infos: www.jagdverband.it)
Räudereport
Ein Seuchenjahr im wahrsten Sinne des Wortes musste in den Revieren Luttach-Weißenbach, Sand, Mühlwald und Lappach hingenommen werden. Die Gamsräude befiel dort die Bestände mit unerbittlicher Härte. Im Spätherbst wurde fast täglich ein Räudefall bekannt. Die Meldungen der Jagdaufseher lassen bereits einen ersten Überblick zu. Allein in den Jagdrevieren Sand, Luttach, Mühlwald und Lappach wurden im vergangen Jahr ca. 80 Räudefälle bekannt. Hinzu kommen vier räudige Stück Steinwild. Mittlerweile hat die Seuche auch die Gamsbestände in den Pfunderer Bergen erfasst. Aus den Revieren Pfunders, Mühlbach und Terenten meldeten die Jagdaufseher erste Krankheitsfälle.
Auch aus dem Gadertal wurden vermehrt Räudefälle gemeldet. Ein kompletter Überblick wird baldmöglichst veröffentlicht.
Ich wünsche allen Beziehern der Newsletter ein erfolgreiches neues Jahr und Weidmannsheil
16. NEWSLETTER vom 10. November 2016
Einladung zum Vortragsabend: Waffenrecht und Waffenpass
Die Südtiroler Jagdhundefreunde und der Südtiroler Jagdverband laden am 18. November zum Vortragsabend rund um die Themen „Das Tragen und Aufbewahren von Waffen und Munition“ und „Probleme bei der Erneuerung des Waffenpasses“.
Es referieren der Richter a.D. Edoardo Mori und der Jurist Benedikt Terzer.
Beginn: 18.11.2016, 19.30 Uhr
Ort: Aula Magna des Centro Don Bosco Leifers, Kennedystraße 94
Weitere Infos dazu unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/vortragsabend-waffenrecht-und-waffenpass
Jagdaufseherlehrgang 2017 – Anmeldefrist läuft ab
Am 14. Februar 2017 beginnt in der Forstschule Latemar in Welschnofen ein sechsmonatiger Ausbildungslehrgang für hauptberufliche Jagdaufseher.
In Kürze läuft die Anmeldefrist ab. Wer am Kurs teilnehmen möchte, muss sich spätestens innerhalb 15. November 2016 um 12 Uhr anmelden.
Die Zulassungskriterien und zahlreiche weitere Informationen können unter folgendem Link eingesehen werden: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdaufseher-lehrgang-ausgeschrieben/44-403.html
Nähere Auskünfte können auch beim Landesbetrieb – Giovanna Timpone Tel. 0471 414872, E-Mail: giovanna.timpone@provinz.bz.it oder beim Südtiroler Jagdverband – Alessandra Beneduce Tel. 0471 061703, E-Mail: alessandra.beneduce@jagdverband.it eingeholt werden.
Sollten Sie mögliche Interessenten kennen, so möchten Sie bitte dieselben aufmerksam machen.
Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen
15. NEWSLETTER vom 03. November 2016
Jagdaufseher-Lehrgang ausgeschrieben
Ein halbes Dutzend Jagdaufseher-Stellen sind momentan nicht besetzt. Im Laufe eines Jahres werden noch einmal einige Aufseher das Pensionsalter erreichen. Das war Grund genug, einen neuen Lehrgang auszuschreiben. Diesmal ist der Zugang zum Kurs etwas genauer geregelt als in der Vergangenheit. Die Kandidaten müssen einen Test bestehen. Auch ein Zweisprachigkeitsnachweis wird verlangt. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die einzelnen Kursteilnehmer bereits vergleichbare Kenntnisse besitzen. Dies wiederum lässt erwarten, dass das Anforderungsprofil an die Berufsjäger gesteigert werden kann. Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind hier zu finden: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdaufseher-lehrgang-ausgeschrieben/44-403.html
Es war die erste Veranstaltung dieser Art, und gleich schon ein großer Erfolg. Auf Initiative des Tiroler Jägerverbandes unter Landesjägermeister DI Anton Larcher veranstalteten die drei Länder Tirol, Bayern und Südtirol eine Fachtagung. Sie stand unter Schirmherrschaft der FACE. An zwei Tagen wurde referiert und diskutiert. „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“ – das war das Thema der Tagung. Die Referenten kamen aus den Ländern Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz. Am zweiten Tag wurden Workshops gebildet. Jeder Interessierte konnte sich dazu anmelden.
Für die Verabschiedung eines Schlussdokumentes fehlte die Zeit. Die Workshop-Leiter sollen sich noch einmal treffen und die Ergebnisse zusammenfassen, schlug Landesjägermeister Toni Larcher am Ende vor.
Aus unserem Land nahmen an der Tagung teil: Landesrat Arnold Schuler, FACE-Präsident Dr. Michl Ebner, Dr. Andreas Agreiter, Gottfried Hopfgartner, Heinrich Aukenthaler, Dr. Benedikt Terzer, Karoline Wieland, Bernhard Überbacher, Peter Thun, Jonathan Pasqualini.
Digitale Abschuss-Datenbank bewährt sich
Es freut mich sehr, dass die Abschussdatenbank von mittlerweile gut 110 Revieren genutzt wird. Für das laufende Jahr sind bereits knapp 8.000 Einträge registriert worden. Wir versuchen, die Datenbank weiterzuentwickeln und zu verbessern. So wird es bald möglich sein, die Abschüsse und das Fallwild in einer Karte einzutragen – eine Neuerung, die von zahlreichen Revierleitern angeregt worden war.
Diese Kartierung soll in erster Linie den Revieren eine noch bessere Übersicht über die Jagdtätigkeit und die Verteilung der Abschüsse geben. Dabei wird es den Revieren freigestellt sein, ob sie dieses Angebot nutzen möchten oder nicht. Der Verortung der Abschüsse wird in Zukunft eine immer stärkere Bedeutung zukommen, das zeigen auch die Auflagen aus dem diesjährigen Sonderdekret zum Fuchsabschuss. Um den immer strenger werdenden Auflagen des ISPRA nachzukommen, ist es wichtig, über aussagekräftiges und digitalisiertes Datenmaterial zu verfügen.
Im Zuge des Gamssymposiums in Kufstein ist angeregt worden, über ein Interreg-Projekt unsere Daten und die unserer Nachbarländer auswerten zu lassen. In einigen Ländern des Alpenbogens werden die Abschüsse nur dürftig registriert. In Bayern und Tirol etwa wird das Alter der erlegten Gamsen nicht genau festgehalten, sondern lediglich die Klasse. Hier sind wir bereits ein gutes Stück voraus. Verbessern kann man sich aber immer, und ich rechne mit interessanten Ergebnissen, wenn erst einmal genaue Auswertungen unseres Datenmaterials vorliegen.
Satzungsänderung nimmt Fahrt auf
Seit Jahren wird überlegt, wie die Satzung des Südtiroler Jagdverbandes verbessert werden könnte. Drei wesentliche Ziele sollen damit erreicht werden:
- Die Eintragung des Vereins als Vereinigung zur Förderung des Gemeinwesens
- Die statutarische Absicherung von Reviergemeinschaften
- Eine Erneuerung des Wahlmodus
Die Arbeiten zur Statutenerneuerung hatten bereits in der letzten Verwaltungsperiode begonnen. Dabei holten wir uns fachlichen Rat bei Personen, die sich im Vereinsrecht auskennen. Jetzt werden die Vorschläge, die im Laufe der Jahre immer wieder im Landesjagdausschuss behandelt wurden, den Revierleitern der einzelnen Bezirke vorgestellt und gleichzeitig werden Vorschläge und Anregungen eingeholt. Auf diese Weise sollen mehrheitsfähige Vorschläge gefunden werden, die dann auch von der Generalversammlung der Revierleiter genehmigt werden.
Oberstes Ziel, das habe ich schon ganz am Anfang meines Auftrages gesagt, ist es, den Revieren mehr Sicherheit zu geben.
Wald und Wild in der Schule
„Auf den Spuren der Tiere in Südtirol“, unter diesem Titel fand in Weißenstein eine Projektwoche für Grundschüler statt. Der Verein der Jagdhundefreunde bietet schon seit Jahren solche Wochen an. Heuer hatte sich die Grundschule Aldein angemeldet. Die Schüler wurden jeweils an Vormittagen von verschiedenen Personen geführt, und zum Schluss erhielt dann jede Schülerin/jeder Schüler ein Diplom ausgehändigt.
Dem Präsidenten der Jagdhundefreunde-Vereinigung Diego Penner sei an dieser Stelle gedankt. Als Referenten/Gruppenbegleiter wirkten mit: Bruno Ruedl, Luciano Scacchetti, Heinrich Aukenthaler, Benedikt Terzer, Lorenz Heinisch, Wilhelm Franzelin, Herbert Gurndin, Lena Schober, Lothar Gerstgrasser.
Hoher Wert der Jagd in Europa
In Europa gibt es sieben Millionen Jäger. Erhebungen zum Konsumverhalten der europäischen Jäger haben ergeben, dass jährlich ca. 16 Milliarden Euro in Umlauf gebracht werden. Diese Summe enthält Spesen für Jagdlizenzen, Pachten, Ausrüstung sowie für Gewehre und Munition oder Fahrtspesen. Diese Zahlen präsentierte der Dachverband der Europäischen Jagdverbände FACE Ende September bei einer Konferenz am Europäischen Parlament.
Eine vorsichtige Schätzung, wie FACE Präsident Michl Ebner meint. Zunächst werden diesbezügliche Daten in den einzelnen Ländern nicht einheitlich erfasst. Spätestens dann, wenn man jene Leistungen berücksichtigt, die die Jägerschaft europaweit zu Gunsten der Wildlebensräume, der Wildschadensvorbeugung und des Wildbestands-Monitorings erbringt, ist der Wirtschaftsfaktor Jagd wesentlich höher zu bewerten, ist Ebner überzeugt. Er drängt daher die Europäische Kommission, das europäische Zentralamt EUROSTAT mit der regelmäßigen Erfassung der wirtschaftlichen Bedeutung der Jagd als EU-Indikator für nachhaltige Nutzung im Sinne der Biodiversitätskonvention zu beauftragen.
Lawinenseminar in Sterzing
Am Samstag, 19. November mit Beginn um 19 Uhr findet in Sterzing ein Lawinenseminar statt. Es wird vom Bergrettungsdienst Sterzing organisiert. Das Seminar ist für alle interessant, die abseits der gesicherten Pisten unterwegs sind. Damit sind auch die Jäger angesprochen. Nähere Angaben zum Seminar sind unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/sterzinger-lawinenseminar/54-408.html oder www.bergrettung-sterzing.org/lawinenseminar2016.html zu finden.
Ein schöner Herbst war uns bisher beschieden. Möge auch der November allen Leserinnen und Lesern der Newsletter Freude an der Natur bringen.
das wünscht mit einem herzlichen
14. NEWSLETTER vom 30. September 2016
13. NEWSLETTER vom 5. August 2016
Erfolg in Sachen Fuchsdekret: Gericht sagt NEIN zu Aussetzung des Dekrets
Mitte Juli hat Landesrat Arnold Schuler ein Dekret zur Fuchsregulierung im Umkreis von Geflügelhaltungen erlassen. Das Dekret zielt auf die Reduzierung der Geflügelrisse, auf den Schutz der Waldhühner und auf die Vorbeugung des Fuchsbandwurms ab. Die LAV-Liga gegen Tierversuche hat vor Kurzem Rekurs gegen das Dekret eingereicht und die vorsorgliche Aussetzung beantragt.
Nachdem das Verwaltungsgericht zuletzt mehrmals die Rechtmäßigkeit der Regulierungsdekrete des zuständigen Landesrats bestätigt hatte, ließ sich der Südtiroler Jagdverband umgehend mit RA Dr. Alfred Mulser in das Verfahren ein. Er beantragte eine Anhörung vor dem Präsidenten des Verwaltungsgerichts. Dem Antrag wurde stattgegeben. Damit bot sich auch für uns die Gelegenheit zu einer ausführlichen Argumentation.
Am 3. August gab das Verwaltungsgericht seine Entscheidung bekannt: Der Antrag auf Aussetzung der LAV wurde abgewiesen. Es ist erfreulich, dass unsere Aufmerksamkeit und unser Einsatz dazu beigetragen haben, dass zum ersten Mal die Aussetzung eines Dekretes verhindert werden konnte.
Der Verfügung des Gerichtspräsidenten ist zu entnehmen, dass vor allem folgende Faktoren ausschlaggebend für den Entscheid waren: Die Wildbeobachtungsstelle der Autonomen Provinz Bozen sowie die höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom (ISPRA) hatten die vorgeschlagene Fuchsregulierung positiv bewertet. Die genannten Gutachten waren im Entnahmedekret exakt berücksichtigt worden, sprich: Die Entnahme wurde auf den Umkreis von 400 m um Geflügelhaltungen beschränkt. Das Gericht verweist in der Verfügung außerdem auf das letzte Urteil zur Fuchsregulierung vom Mai 2016, welches das Entnahmedekret aus dem Vorjahr für rechtens erklärt hatte.
Der Fuchs nimmt im Ökosystem v.a. als Mäusejäger eine wichtige Rolle ein. Bei einer zu starken Vermehrung kann er allerdings zum Problemfall für Hausgeflügel und Biodiversität werden. Bei Nichtbejagung verliert der Kulturfolger Fuchs mitunter die natürliche Scheu und nähert sich auch tagsüber Siedlungsgebieten um Beute zu machen.
Untersuchungen aus der Provinz Trient zeigen, dass sich eine ansteigende Fuchspopulation problematisch auf das Auerwild auswirkt. Eine aktuelle Studie aus dem Naturpark Paneveggio – Pale di San Martino zeigt, dass zwei Drittel der Verluste an Auerwildgelegen auf die Prädation durch Fuchs, Marderartige und Rabenvögel zurückzuführen sind.
Dass sich eine gezielte Fuchsregulierung positiv auf den Auerwildbestand auswirken kann, lässt sich am Beispiel des Naturparks Trudner Horn festmachen. Eine Studie hatte gezeigt, dass trotz intensiver Lebensraumverbesserungen der Rückgang des Auerwildes nicht aufgehalten werden konnte. Die gezielte Regulierung des Fuchsbesatzes im Gebiet des Naturparks hat letzthin hingegen einen leichten Aufwärtstrend der Population erkennen lassen.
Flurnamen-Publikation vorgestellt
Bärenleger, Bockleger, Gamsbichl, Hirschbett, Eselsteig, Tröglegg. Unter Jägern dienen Flurnamen immer noch zur genauen Orientierung, in den Abschusslisten wird die Örtlichkeit stets festhalten. Viele Flurnamen sind allerdings in Vergessenheit geraten. Eine kürzlich vorgestellte Publikation zu den Flurnamen Südtirols könnte den einen oder anderen Flurnamen wieder ins Gedächtnis der Südtiroler Jäger rufen.
20 Jahre lang haben Wissenschaftler gesammelt und geforscht, landauf landab Jäger, Bauern und Bevölkerung befragt. Frucht dieser Arbeit ist eine weltweit wohl einzigartige Sammlung mit über 170.000 Flurnamen. Hinter diesem Archiv stecken unzählige Arbeitsstunden. Die Autoren Johannes Ortner und Cäcilia Wegscheider haben den Großteil der Erhebungen durchgeführt und geleitet. Die Angaben stützen sich auf mehr als 1.000 Gewährspersonen.
„Auf diese Basis lässt sich aufbauen, wohlwissend, dass viele Flurnamen, die nur im Kreise der Familie in Gebrauch sind, bei den Erhebungen nicht genannt worden sind und somit noch fehlen. Auch der eine oder andere Fehler hat sich möglicherweise eingeschlichen. Wir freuen uns auf jede Ergänzung und Verbesserung“, meint Benno Baumgarten vom Naturmuseum, der die Datenbank künftig ergänzen und verbessern wird. Jeder Nutzer kann interaktiv Ergänzungen vorbringen.
Die Publikation besteht aus einem Begleitbuch, in welchem der Werdegang des Projektes nachgezeichnet wird, sowie aus zwei DVDs. Letztere ermöglichen einen virtuellen 3D-Flug über Südtirol sowie eine gezielte Suche nach bestimmten Namen. Die Datenträger können auch aufs Smartphone geladen werden.
„Mit der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist das Flurnamen-Projekt noch lange nicht abgeschlossen“, erklären die Autoren Johannes Ortner und Cäcilia Wegscheider. Über die Mailadresse flurnamen@naturmuseum.it können die Nutzer Verbesserungen und Anregungen mitteilen.
Die bemerkenswerte Publikation ist zu einem Preis von 19,80 Euro im Naturmuseum erhältlich. Eine lohnenswerte und bereichernde Investition für Jäger und Interessierte.
Wildarten- wieder ein Neubürger im Land
Mitte Juni wurde auf der MEBO bei Gargazon ein Marderhund überfahren, die Medien berichteten ausführlich darüber.
Es handelte sich um den ersten Nachweis eines Marderhundes in Südtirol und den erst zweiten gesicherten Nachweis staatsweit. Im Friaul war im Jahr 2005 der erste gesicherte Nachweis in Italien erbracht worden. Marderhunde sind sog. Neozoen, das sind Tiere, die ursprünglich in einem Gebiet nicht vorgekommen sind. Nach Goldschakal und Waschbär, welche in Südtirol im Jahr 2009 nachgewiesen worden sind, ist der Marderhund der dritte große Neubürger unter den Säugetieren, der in den letzten Jahren seine Spuren hinterlassen hat.
In Deutschland sind Marderhunde neben Waschbären in aller Munde. Innerhalb von zwanzig Jahren haben sich hier die Bestände, trotz uneingeschränkter Bejagung, vervielfacht. In Deutschland kamen im Vorjahr 24.000 Marderhunde und 116.000 Waschbären zur Strecke, vor 20 Jahren waren es lediglich je 300 landesweit.
In der Schweiz sind in den vergangenen sechs Jahren sechs gesicherte Nachweise von Marderhunden und einzelne Waschbären-Nachweise erbracht worden, in Österreich sind Marderhund und Waschbär bereits weiter verbreitet und dürfen auch bejagt werden. In Österreichs Jagdstatistik des Vorjahres scheinen 49 Marderhunde und 8 Waschbären auf.
In Italien und so auch in Südtirol sind Marderhund und Waschbär nicht jagdbar.
Liebe Leser der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen
12. NEWSLETTER vom 21. Juli 2016
Fuchsregulierung vom 22. Juli bis 17. September im Umkreis von 400 Metern von Geflügelhaltungen vorgesehen
Von Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli erhielten wir Mitte Juli das neue Dekret zur Fuchsregulierung zugesandt. Dr. Spagnolli schreibt:
„Aufgrund des fortwährenden Trends von häufigen Rissen an Hausgeflügel der landwirtschaftlichen Betriebe durch den Fuchs hat der Landesrat Arnold Schuler, auf Grundlage der Gutachten der Wildbeobachtungsstelle des Landes und des staatlichen Umweltinstituts ISPRA, per Dekret eine landesweite Ermächtigung zur Entnahme von Füchsen verfügt.
Die Regulierung ist vom 22. Juli bis 17. September 2016 im Umkreis von 400 Metern um Geflügelhaltungen in den Revieren kraft Gesetzes und Eigenjagden, ausgenommen Biotope mit einer Fläche von weniger als 10 Hektar erlaubt.
Die Regulationsabschüsse sind von gebietsmäßig zuständigen hauptberuflichen Jagdaufsehern, den Angehörigen des Landesforstkorps mit Jagdgewehrschein sowie von Jahres- bzw. Gastkarteninhabern zu tätigen.
Erlaubt ist die Erlegung der Füchse in derselben Tageszeit und mit denselben Jagdmitteln und Modalitäten, welche in der gesetzlichen Jagdzeit des Fuchses vorgesehen sind, zuzüglich der in den nächsten Absätzen beschriebenen besonderen Vorschriften:
- In jedem Revier ist eine verantwortliche Person zu ernennen. Dieser Kontrollperson müssen die Jagdgänge gemeldet und die erlegten Füchse vorgezeigt werden.
- Abschüsse sind vom Erleger umgehend in den Kontrollkalender einzutragen. Die erlegten Individuen müssen kartografisch und mit Angabe von Ort, Datum und Uhrzeit in Listen eingetragen werden.
- Die Revierleiter sind verpflichtet, diese Dokumentation innerhalb 10. Oktober 2016 dem Amt für Jagd und Fischerei zu übermitteln.
- Mindestens ein Fuchs pro Revier ist dem Tierseucheninstitut abzugeben.“
Den Revierleitern ist das Dekret noch am selben Tag weitergeleitet worden.
Es bleibt zu hoffen, dass es zu keiner Anfechtung kommt. Zur Erinnerung: letztes Jahr war das Sonderdekret zur Fuchsregulierung ab 1. August erlassen, wurde aber angefochten und ausgesetzt. Erst im Nachhinein hat der Verwaltungsgerichtshof das Dekret als rechtens eingestuft.
Dachsschäden – Genehmigungsverfahren erleichtert
Der Dachs gehört italienweit zu den geschützten Wildarten. Mitunter verursacht die Art allerdings Schäden, die Abhilfe gebieten. Landesrat Schuler hat deshalb ein Dekret verabschiedet, mit welchem das Genehmigungsverfahren vereinfacht wird.
Amtsdirektor Dr. Spagnolli schreibt uns dazu Folgendes:
„Nachdem es immer wieder Fälle gibt, in denen Dachse Schwierigkeiten bereiten, wenn sie Stützbauten, Bahndämme und Trockenmauern landwirtschaftlicher Güter hintergraben, gibt das aktuelle Dekret des Landesrates die Möglichkeit, rasch einzugreifen, d.h. diese Tiere einzufangen und weiter entfernt wieder freizulassen. Erst wenn ein solcher Versuch keinen Erfolg zeigt, kann mit entsprechender schriftlicher Anfrage und entsprechender Begründung um eine Sonderabschussermächtigung angesucht werden. Denn auch dazu liegt ein Gutachten des ISPRA vor, wobei jedoch im Jahr 2016 eine Ermächtigung nur von Fall zu Fall und beschränkt auf zehn Dachse landesweit erfolgen darf.“
Das Dekret sieht unter anderem vor, dass bei Zutreffen der nötigen Voraussetzungen die hauptberuflichen Jagdaufseher und die Angehörigen des Landesforstkorps zum Dachsfang ermächtigt sind, allerdings muss zuerst ein schriftlicher Antrag beim Amt für Jagd und Fischerei eingereicht werden.
Akute Zeckengefahr
Heuer scheint es besonders viele Zecken zu geben. Das feucht-warme Wetter begünstigt diese Parasiten enorm. Zecken können zwei für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen: die Borreliose und die FSME, das ist eine Gehirnhautentzündung.
Die gemeldeten Borreliosefälle schwanken in Südtirol zwischen 15 und 25 pro Jahr. Die Borreliose ist eine Bakterienkrankheit und deshalb mit Antibiotika behandelbar, allerdings sollte die Behandlung so schnell wie möglich beginnen. Ein ringförmiger Kreis um die Einstichstelle, der sich mit der Zeit vergrößert, ist ein Zeichen von Borreliosebefall. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, nach Zeckenbissen einen Arzt zu konsultieren.
In den vergangenen Jahren hat es in Südtirol nur einzelne Fälle von FSME-Erkrankungen gegeben, die von Zecken übertragen worden waren. Heuer sind bereits sieben Fälle bekannt geworden.
Zecken, die das auslösende Virus in sich tragen, scheint es im Überetsch, Unterland und auch schon im Fleimstal zu geben. Personen, die in diesen Gebieten im Wald unterwegs sind, sollten sich impfen lassen. Die Anmeldung zur Impfung erfolgt unter der Telefonnummer 0471 909264.
Der Impfstoff wird in drei Dosen verabreicht, die ersten zwei im Abstand von 14 Tagen bis 3 Monaten, die dritte Dosis kommt zwischen 5 und 12 Monaten nach der ersten Impfung zur Anwendung. Der Impfstoff kostet pro Dosis 28,20 Euro.
Gehirnhaut- und Gehirnentzündungen können schwere Schäden nach sich ziehen. Vorbeugung gegen Zeckenbisse ist auch dadurch möglich, dass man im zeckenverseuchten Gebiet lange, helle Kleidung trägt, und nach Waldgängen den eigenen Körper nach etwaigen Zecken absucht.
Siehe dazu auch einige ältere Artikel aus unserer Jägerzeitung: Nr. 3/2011 (Seite 44), Nr. 4/2007 (Seite 5), Nr. 2/2006 (Seite 39). Die Jägerzeitungen sind auf unserer Website unter http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/j%C3%A4gerzeitung/download-archiv/51-0.html abrufbar.
Moderhinkeausbruch geklärt?
Im Revier Brenner hat es im vergangenen Winter mehrere schwere Fälle von Moderhinke bei Steinwild gegeben. 14 kranke Tiere mussten erlegt werden. Nun erreicht uns die Nachricht, dass ein Nordtiroler Tierhalter wegen Vernachlässigung der von ihm gehaltenen Schafe bestraft wurde. Er hat an Moderhinke kranke Schafe im Grenzgebiet zu Südtirol aufgetrieben; daraufhin ist auf der entsprechenden Alm und im angrenzenden Gebiet die Krankheit verstärkt ausgebrochen.
Die Moderhinke ist eine sehr schmerzhafte, hoch ansteckende Erkrankung, die auch von Schafen auf Steinböcken übertragen werden kann.
Gamspirschführerkärtchen
Die Gamspirschführerausweise sind ausgestellt und werden zur Zeit von unseren Verbandsjagdaufsehern an die Reviere verteilt.
Hochsitze kontrollieren
Vor Beginn der Hauptjagdzeit ist es gut und richtig, auch einmal die Hochsitze zu inspizieren. Nicht stabile oder angefaulte Hochsitze sind unbedingt zu entfernen. Den Unfällen vorzubeugen ist besser als jede Versicherung.
Jagdwaffenpässe: Staatsrat kennt kein Pardon
Rückschlag für die Bemühungen um eine verfassungsorientierte Auslegung des Art. 43 des italienisches Sicherheitsgesetzes Nr. 773/1931.
Bekanntlich sieht ein Gutachten des Staatsrates aus dem Jahr 2014 vor, dass der Waffenpass nicht ausgestellt bzw. widerrufen werden muss, wenn jemand wegen bestimmten Straftaten (u.a. Diebstahl, Erpressung, Widerstand und Gewalt gegen die Staatsgewalt, unerlaubtes Waffentragen) verurteilt worden ist.
Im vergangen Jahr haben der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger und sein Trienter Kollege Franco Panizza mehrfach beim Innenminister vorgesprochen und die teilweise absurden Auswirkungen der restriktiven Auslegung aufgezeigt. Daraufhin gab das Innenministerium im Jänner 2016 beim Staatsrat ein neues Gutachten in Auftrag.
Wie vor Kurzem bekannt wurde, hat sich der Staatsrat im neuen Gutachten nun erneut für die restriktive Auslegung des Art. 43 ausgesprochen.
Der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger setzt jetzt mit seinen Kollegen auf eine Abänderung des Art. 43 des italienischen Sicherheitsgesetzes.
Das Ziel ist eine verfassungsorientierte Formulierung des Art. 43. Das italienische Sicherheitsgesetz stammt aus dem Jahr 1931 und ist somit 17 Jahre älter als die Verfassung der italienischen Republik. Dies bedingt, dass mehrere Gesetzesartikel nicht an Verfassungsgrundsätze angepasst sind.
Die soeben von der 1. Sektion des Staatsrates bestätigte restriktive Auslegung des Art. 43 ist jedenfalls nicht der Weisheit letzter Schluss. Im Gegenteil, diese Auslegung ist selbst in Gerichtskreisen höchst umstritten. So hat z.B. die 3. Sektion des Staatsrates im Jahr 2013 ausdrücklich festgehalten, dass eine restriktive Auslegung des Art. 43 von zweifelhafter Verfassungsmäßigkeit wäre. Diese Auffassung teilten letzthin auch die Verwaltungsgerichte von Trient und Florenz.
Zuversichtlich stimmt, dass die Verwaltungsgerichte sowie die rechtssprechenden Sektionen des Staatsrates sich nicht an das neue Gutachten halten müssen, sondern weiterhin frei entscheiden können.
Wir werden weiterhin, so wie bisher, unsere Interessen nach Kräften vertreten.
EU- Waffenrichtlinie: Drastische Einschränkungen abgewendet
Erfreuliches gibt es von der europäischen Ebene zu berichten. Die EU-Kommission hatte bekanntlich im November 2015 einen Vorschlag zur Änderung der Waffenrichtlinie vorgelegt, der einige radikale Einschränkungen für Waffenbesitzer vorsah.
Dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Interessensvertreter konnten nun einige erhebliche Fortschritte erzielt werden. Besonders hervorzuheben sind folgende Erfolge: ein generelles Verbot halbautomatischer Waffen der Kategorie B7 sowie eine europaweite Beschränkung der Gültigkeit des Waffenpasses auf fünf Jahre konnten abgewendet werden. Auch der Waffenerwerb über das Internet soll unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich bleiben.
Besonders verdient gemacht haben sich einige Mitglieder der Intergruppe Jagd im Europäischen Parlament, darunter der Südtiroler Europarlamentarier Herbert Dorfmann, Mitglieder des Binnenmarkt- und Verbraucherausschusses der EU sowie die Dachorganisation der Europäischen Jagdverbände (FACE) unter dem Vorsitz von Michl Ebner.
Liebe Bezieher der Newsletter, ich wünsche euch eine schöne Zeit, Freude am Wild und
11. NEWSLETTER vom 30. Juni 2016
Die jährliche Konzessionsgebühr für den Jagdwaffenpass gilt für den Zeitraum von 12 Monaten ab Ausstellungsdatum des Jagdwaffenpasses.
Sie deckt also nicht ein ganzes Jahr ab dem Datum der getätigten Einzahlung, wie manche irrtümlicherweise annehmen.
Dazu ein konkretes Beispiel: Wurde der Waffenpass am 1. April 2016 ausgestellt, gilt die erste Konzessionsgebühr bis zum 31. März 2017. Will man nach diesem Zeitpunkt vom Waffenpass Gebrauch machen, so ist vorher die Konzessionsgebühr zu entrichten. Bezahlt man diese z.B. am 20. April, so gilt sie nicht bis zum 20. April des darauffolgenden Jahres, sondern bis zum 31. März, da das Ausstellungsdatum des Waffenpasses der 1. April ist.
Der Zuständige des Landesveterinärdienstes Dr. Franz Hintner hat zur Verbreitung folgender Botschaft ersucht: „Ich finde die Information wichtig, dass wieder vermehrt Kontrollen von Seiten des tierärztlichen Dienstes betreffend die Wildbrethygiene und Wildbretvermarktung durchgeführt werden. Wir ersuchen auch die Revierleiter und Jagdaufseher, dass sie uns bei diesem Vorhaben mit ihrer Erfahrung unterstützen. Nur so kann langfristig der Ruf des Wildfleisches in das richtige Lot gebracht werden. Weiters wünschen wir, dass neben den gut ausgestatteten Wildzellen auch jene, die Mängel aufweisen, den heutigen Standards angepasst werden“.
Symposium - Heimatwild Alpengams - nachhaltig erhalten - Kufstein, Tirol - 27. Bis 28. Oktober 2016
Anmeldung: mit Anmeldeformular per Mail an info@tjv.at, per Fax unter +43 (0) 512 571093-15 oder per Post an: Tiroler Jägerverband, Christine Lettl, Meinhardstraße 9, 6020 Innsbruck.
09:30 Uhr Begrüßung & Eröffnung
10:00 Uhr Themenblock I – Gams & Mensch
13:30 Uhr Themenblock II – Lebensraum und Nutzung
15:30 Uhr Themenblock III – Verhalten, Stress und Bejagungsstrategien
19:00 Uhr Abendprogramm im Hotel Andreas Hofer
09:00 - 12:00 Workshops Gamsmanagement / alternativ Exkursion „Lebensraum Alpengams“
13:30 Uhr Begrüßung & Einleitung
13:45 Uhr Vorstellung der Workshop-Ergebnisse
14:30 Uhr Diskussion und Zusammenfassung des Strategieplans
10. NEWSLETTER vom 27. Mai 2016
Verwaltungsgericht: Fuchsregulierung im Jahr 2015 war rechtens
Bekanntlich konnten Land und Jagdverband im April vor dem Verwaltungsgericht einen Erfolg in Sachen Murmeltierregulierung erzielen. Vor wenigen Tagen folgte eine weitere Erfolgsmeldung aus dem Verwaltungsgericht: Das Fuchs-Entnahmedekret des Landesrates Arnold Schuler aus dem Vorjahr hat der Anfechtung durch die LAV (Liga gegen Tierversuche) standgehalten; die LAV wurde zum Kostenersatz verurteilt.
Das Richterkollegium würdigte, dass neben dem Gutachten der Wildbeobachtungsstelle der Autonomen Provinz auch ein Gutachten des ISPRA (Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom) eingeholt worden war. Nach Ansicht der Richter war das Dekret gut begründet, auch die Schäden seien ausreichend nachgewiesen worden.
In der nächsten Jägerzeitung wird ausführlich über das Urteil sowie über die Auswirkungen auf die heurige Fuchsregulierung berichtet.
EU-Waffenrichtlinie – Debatte um Verschärfung nimmt Fahrt auf
Die EU-Kommission arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einer Revision der EU-Waffenrichtlinie. Nach den Pariser Terroranschlägen geriet die Kommission unter Zugzwang, weshalb der eigentlich für das Frühjahr 2016 geplante Revisionsvorschlag bereits im November 2015 vorgelegt wurde (wir berichteten in der Jägerzeitung Nr. 1/2016).
Der Richtlinienvorschlag der EU-Kommission sieht eine Vielzahl von Einschränkungen vor, die zum Teil Auswirkungen auf die Legalwaffenbesitzer haben würden. Geht es nach den Vorstellungen der EU-Kommission, soll z. B. der Verkauf von Waffen und deren Bestandteilen unter Nutzung der Fernkommunikationstechnik nur mehr für Händler und Makler zulässig sein. Auch sollen z. B. europaweit standardisierte medizinische Untersuchungen für die Ausstellung und Erneuerung von Waffenpässen eingeführt werden. Weiters sind Einschränkungen für bestimmte Waffenkategorien vorgesehen.
Für eine Änderung der Richtlinie mit Augenmaß setzen sich insbesondere die Dachorganisation der europäischen Jagdverbände (FACE) unter dem Vorsitz von Michl Ebner sowie die Intergruppe Jagd ein, in welcher auch der EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann vertreten ist.
Jagdaufsicht stärken
Vielleicht haben einige von Euch den Filmbericht über Tierschützer gesehen, die in Obstanlagen unseres Landes nach Vogelräubern suchten. Sie hatten keine gefunden, allerdings, so der O-Ton in den Nachrichten, das Auto zweier Jäger, die ein Jungtier „erschossen“ hatten.
Um diese Zeit sind seit Jahren unsere Aufseher unterwegs, die Vogelfängern das Handwerk legen wollen. Das ist vor kurzem wieder einmal gelungen. Die Verbands- und Revierjagdaufseher haben in Zusammenarbeit mit den Carabinieri mehrere Vogeldiebe gestellt und insgesamt mehrere hundert Vögel beschlagnahmt. Spätestens nach diesem Ereignis sollte uns bewusst geworden sein, was wir an unseren Aufsehern haben: Fähige, ausgebildete Leute, die dafür sorgen, dass unser Land nicht zur Spielwiese von Übertretern des Jagdgesetzes oder selbsternannter Umweltpolizisten wird. Neben der Kontrollfunktion kommt unseren Aufsehern auch eine neue Aufgabe mehr und mehr zu: Wildkrankheiten erkennen und melden, Interessierte über Vorgänge innerhalb der Wildtierfauna aufklären, Sicherungsmaßnahmen entlang den Straßen gegen Wildunfälle, Beratung, Datenerfassung zur besseren Begründung von jagdlichen Maßnahmen. Die Jagdaufseher müssen in ihrem Beruf und in ihrer Tätigkeit unterstützt und gefördert werden. Davon bin ich überzeugt.
Auch heuer konnten in den Sarntaler Alpen wieder einige Stück Steinwild freigelassen werden. Sie waren zuvor in den Jagdrevieren Graun und Schnals gefangen und von den Jagdaufsehern markiert worden. Es handelt sich um drei junge Böcke sowie zwei Geißen. Beide Geißen waren mit großer Wahrscheinlichkeit trächtig, somit darf auch in diesem Sommer mit einem weiteren Zuwachs der neugegründeten Steinwildkolonie gerechnet werden.
Wenn alle im Vorjahr freigelassenen Tiere samt Nachwuchs noch am Leben sind, setzt sich die Kolonie bereits aus dreizehn Tieren zusammen.
Das auf mehrere Jahre angesetzte Projekt sieht die Freilassung von zumindest 20 Tieren vor.
Neues Formular für Murmeltier-Schadensmeldungen
Das Amt für Jagd und Fischerei teilt mit, dass das Formular für die Murmeltier- Schadensmeldungen überarbeitet worden ist; für Schadensmeldungen sind ab sofort die neuen Formulare zu verwenden.
Die Formulare sowie eine Anleitung zum Ausfüllen des Gesuches können unter folgendem Link heruntergeladen werden: http://www.provinz.bz.it/forst/wild-jagd/gesetze-wild-jagd.asp
Gamswildsymposium in Kufstein im Oktober
„Heimatwild Alpengams erhalten“, so lautet der Arbeitstitel einer Großveranstaltung, die am 27. und 28. Oktober in Kufstein stattfinden wird. In der engeren Planungsgruppe arbeiten der Tiroler Jägerverband, der Bayerische Jagdverband und der Südtiroler Jagdverband unter der Schirmherrschaft der FACE zusammen. Es ist vorgesehen, dass an den zwei Tagen Referate von Gamsfachleuten angeboten werden, in denen es um die Bestandsdynamik und die Zählmethoden, um Stressfaktoren, um die Folgen der Klimaerwärmung und um Bejagungskonzepte geht.
Am zweiten Tag finden Workshops statt zu den Themen Forschung, Lebensraum und jagdliche Richtlinien.
Die Veranstaltung richtet sich an Jägerinnen und Jäger, Forscher, Verwalter, Naturschutzvertreter und Touristiker. Die Ausschreibung wird rechtzeitig bekannt gegeben.
Zusammenarbeit mit dem Amt für Jagd und Fischerei
Das Amt für Jagd und Fischerei ist auch unter dem neuen geschäftsführenden Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli entschieden bemüht, den verschiedenen Notwendigkeiten zur Wildbewirtschaftung und ‑entnahme zu entsprechen. Hilfreich dafür sind die Kontakte zum ISPRA, der höheren Anstalt für Umweltschutz und -forschung. Wir haben in den letzten Wochen öfters Gelegenheit gehabt, uns darüber auszutauschen und glauben, dass die Anpassung von Verwaltungsakten an Vorgaben des ISPRA ein guter Weg ist, die Maßnahmen abzusichern.
9. NEWSLETTER vom 20. April 2016
Murmelierentnahme –Gericht t Land und Jagdverband recht
Das Verwaltungsgericht Bozen hat mit Urteil Nr. 128/2016 festgestellt, dass das Dekret des Landesrates für Forstwirtschaft Nr. 12907/2015, mit welchem die Regulierung des Murmeltieres in Südtirol genehmigt wurde, rechtmäßig war. Das Gericht ist den Argumenten der Anwälte der Autonomen Provinz und des Südtiroler Jagdverbandes gefolgt,elche beide darauf verwiesen hatten, dass das Dekret auf der Grundlage von einschlägigen Fachgutachten der Wildbeobachtungsstelle der Autonomen Provinz Bozen und des ISPRA (Höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung) erlassen worden war. Beide Fachanstalten hatten die Murmeltierentnahme in ihren Gutachten befürwortet.
· Die Murmeltierentnahme war rechtmäßig, zumal sowohl Wildbeobachtungsstelle als auch ISPRA die Bestandsverträglichkeit und die Notwendigkeit der Entnahme festgestellt hatten.
· Die Anzahl an Murmeltieren, die mit Dekret Nr. 12907/2015 zum Abschuss freigegeben worden war (958), hat keine negativen Auswirkungen auf den Gesamtbestand, zumal die Fachgutachten festgestellt haben, dass eine Entnahme von bis zu 5 % des Gesamtbestandes als verträglich eingestuft werden muss. Zum Abschuss freigegeben wurden allerdings nur 958 Exemplare, was lediglich 3 % der Gesamtpopulation entspricDas Entnahme-Dekret ist auch deswegen rechtmäßig, zumal die aufgetretenen Schäden in detaillierter Art und Weise nachgewiesen worden waren (d.h., insbesondere durch Schadensmeldungen der betroffenen Landwirte).
· Eine wichtige Rolle spielt auch die Tatsache, dass die Murmeltierentnahme lediglich an jenen Stellen erlaubt worden war, in denen erhebliche Schäden nachgewiesen worden waren, sowie in einem Umkreis dieser Gebiete von 100 Metern. Somit wurde die Regulierung insgesamt lediglich auf einer Fläche von 1.280 ha erlaubt, was nur 2,5 % des gesamten Murmeltierhabitats entspricht.
Das Urteil ist rechtskräftig, wenn es innerhalb von 60 Tagen nicht angefochten wird. In der in Kürze erscheinenden Jägerzeitung wird ausführlich über das Urteil sowie über die Auswirkungen dieses Gerichtsentscheides berichtet.
https://www.giustizia-amministrativa.it/cdsintra/cdsintra/AmministrazionePortale/DocumentViewer/index.html?ddocname=22FB62KFEIQCGNG4FGYIDIPV2Q&q=
Neuer Amtsdirektor setzt Akzente
Am 4. April 2016 hat Luigi Spagnolli die Stelle des geschäftsführenden Direktors des Amtes für Jagd und Fischerei übernommen. Seine Verwaltungserfahrung kommt ihm in diesem Amt zugute. Bei der gerade stattfindenden Abschussplanung ist der gelernte Forstwirt mit dabei und hat Sachkenntnis und ausgleichendes Wirken gezeigt. Mit Sicherheit wird er einige klare Akzente setzen, wie die Abschussplanung in der Zukunft gestaltet werden kann und muss. Unter anderem wird auch die Jägerschaft gefordert werden, durch geeignetes Datenmaterial die Richtigkeit der Wildbestandsnutzung zu belegen. Die Bestandsschätzungen und Zählungen werden mehr Bedeutung erhalten, auch um den jagdlichen Eingriff im Fall des Falles verteidigen zu können.
Vorträge zum Waffenrecht
In den letzten Tagen haben wir in Ratschings und in Olang Vorträge zum Thema „Waffenrecht – alte und neue gesetzliche Bestimmungen“ angeboten. In Ratschings referierten Direktionsassistent Benedikt Terzer und Geschäftsführer Heinrich Aukenthaler unter anderem zu folgenden Themen: Jagdwaffenpässe, Transport, Aufbewahrung und Meldung von Waffen und Munition, Verkauf und Leihgabe von Waffen etc. Beim Vortrag in Olang referierten außerdem die beiden stellvertretenden Kommissare der Quästur Bozen Robertino Bartocci und Sergio Compagnone zum Thema Waffenpässe. Die stellvertretenden Kommissare beleuchteten die Hintergründe der aktuellen Waffenpass-Angelegenheit ausführlich und betonten, dass die Quästur Bozen, bis zum restriktiven Gutachten des Staatsrates aus dem Jahr 2014, immer für die verfassungsorientierte Auslegung des Art. 43 des Einheitstextes der Gesetze über die öffentliche Sicherheit Nr. 773/1931 eingetreten ist.
Außerdem erklärten die stellvertretenden Kommissare die komplexen Bewertungsverfahren, welche von der Quästur bei jedem einzelnen Ansuchen um Verlängerung/Ausstellung eines Waffenpasses vorgenommen werden. Sie sorgten damit auch zur Beruhigung jener Stimmen, die eine Flut von Waffenpass-Entzügen kommen sehen. In der abschließenden Diskussionsrunde beantworteten die stellvertretenden Kommissare zahlreiche Fragen aus dem Publikum, wodurch Zweifel und Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden konnten.
Die rege Teilnahme an den beiden Veranstaltungen sowie die Vielzahl an vorgebrachten Fragen zeugen vom großen Interesse der Jägerschaft, sich über die geltenden Rechtsnormen zu informieren. Nachdem zahlreiche Interessensbekundungen eingelangt sind, werden ähnliche Vorträge auch in anderen Landesteilen angeboten werden.
Jagdwaffenpass-Angelegenheit
Mit Spannung erwartet wird ein Gutachten des Staatsrates, welches das Innenministerium infolge der intensiven Bemühungen des Südtiroler Kammerabgeordneten Albrecht Plangger und seines Trientner Kollegen Franco Panizza in Auftrag gegeben hat. Fällt dieses Gutachten entsprechend den Erwartungen aus, würden die Quästoren wieder ihren früheren Ermessensspielraum in Waffenpass-Angelegenheiten zurückerhalten. Derzeit schreibt bekanntlich ein Gutachten des Staatsrates von 2014 den Quästoren vor, dass all jenen Jägern, die aufgrund von Straftaten laut Art. 43 Absatz 1 des Einheitstextes der Gesetze über die öffentliche Sicherheit Nr. 773/1931 verurteilt worden sind (u.a.: Gewaltstraftaten gegen Personen, Diebstahl, Raub, Widerstand und Gewalt gegen die Staatsgewalt, unerlaubtes Waffentragen), der Waffenpass nicht verlängert werden darf.
Zuversichtlich stimmen außerdem vier druckfrische Urteile der Verwaltungsgerichte Trient und Toskana, in denen Jäger erfolgreich gegen die Verweigerung der Verlängerung ihres Waffenpasses rekurriert hatten. In allen vier Fällen war der Rekurswerber vor vielen Jahren wegen geringfügigen Übertretungen verurteilt worden, woraufhin die Verlängerung des Waffenpasses – unter Berufung auf das restriktive Gutachten des Staatsrates aus dem Jahr 2014 – verweigert worden war.
Neue Wildarten im Anzug?
In den Nachbarländern Trient und Tirol wird von einer nur teilweise positiv zu sehenden Zuwanderung neuer Wildarten berichtet. Durchaus glücklich ist man in Tirol über die Rückkehr des Bibers, der sich ab 2014 sogar in Innsbruck, in der Nähe des Olympischen Dorfes und in den Innauen in Kranebitten festgesetzt hat.
Weniger glücklich sind unsere Trienter Nachbarn über die Wildkaninchen, die sogar in der Stadt Trient für Aufsehen gesorgt haben. Nachdem sich die Karnickel im Friedhof von Trient rege vermehrt hatten, forderten Bürger ein Eingreifen. Nach gescheiterten Versuchen sind dann doch die Jäger gerufen worden, die das Problem gelöst haben, nicht mit dem Gewehr, sondern unter Einsatz von Frettchen und Fallen. Aber die Wildkaninchen werden weiterwandern, und es könnte vor allem entlang der Flussdämme zu unliebsamen Problemen kommen.
Gamsräude und andere Wildkrankheiten
Univ. Doz. Dr. Armin Deutz hat vor Kurzem in Mühlbach einen gut besuchten Vortrag zu alten und neuen Wildkrankheiten gehalten. Besonders interessant waren seine Ausführungen zur Räude, wobei er nicht immer die gängigen Vorstellungen bestätigte. Ein Ziel seiner Ausführungen war es, den Blick der Jäger für Wildkrankheiten zu schärfen. Sie sind es ja, die oft zuerst Kenntnis davon erhalten. Am Ende des Vortrages wurde angeregt, eine kleine Informationsbroschüre für Jäger in der Art einer Checkliste über Wildkrankheiten herzustellen und den Jägern zur Verfügung zu stellen.
Eine der Erkenntnisse des Wildforschers: Mit der Klimaerwärmung kommen neue Parasiten, und sie werden neue Probleme verursachen. Wichtig auch die Erkenntnis, dass Krankheiten nur dann dramatisch verlaufen, wenn die Verfassung der Tierbestände schlecht ist. Dieser Zusammenhang, der in der Humanmedizin Allgemeingut ist, wird bei der Tierwelt offensichtlich zu wenig beachtet. Vitales Wild = weniger Probleme mit Krankheiten, heißt die Gleichung.
8. NEWSLETTER vom 24. März 2016
Spielhahnzlungen - Neue Datensammlung zur Begründung der Jagd
Seit dem Jahr 2008 muss die Verträglichkeit der Bejagung von Spielhahn, Stein- und Schneehuhn einer Überprüfung unterzogen werden. Dies sieht das EU-Recht für die Jagd auf obige als sensibel eingestufte Wildarten vor. Die dafür nötigen Daten liefern zu einem großen Teil die hauptberuflichen Jagdaufseher, welche von zahlreichen Jägern bei den Spielhahnzählungen unterstützt werden. Durchschnittlich werden jährlich an die 700 Balzplätze aufgesucht und erhoben, das entspricht mehr als 70% der bekannten Plätze im Land. Eine Landtagsanfrage hat im Vorjahr die Art der Wildstandserhebung in Frage gestellt. Die Erhebungen müssten von unabhängiger Stelle, d.h. von Landesbeamten, koordiniert und durchgeführt werden, lautete die Forderung. Aus diesem Grund wird bereits im heurigen Frühjahr mit koordinierten Zählungen des Birkwildes begonnen. Die Vorbereitungen und die Leitung obliegen dabei dem Amt für Jagd und Fischerei. Für die einzelnen Stichprobenflächen ist je ein Koordinator der Forstbehörde ernannt worden. Die Erhebungen erfolgen in Zusammenarbeit mit den hauptberuflichen Jagdaufsehern und weiteren Personen, die von den Verantwortlichen ernannt werden. Landesweit wurden 23 Stichprobenflächen ausgewiesen, sie erstrecken sich auf ca. 20 Prozent aller bekannten Balzplätze des Landes. Es hat bereits erste Arbeitstreffen gegeben, an denen auch die betroffenen Jagdaufseher teilgenommen haben. In jenen Landesteilen und Revieren, in denen keine Stichprobenflächen ausgewiesen worden sind, soll die Erhebung der Balzplätze durch Jagdaufseher und Jäger fortgesetzt werden, auch um zu beweisen, dass die Zählungen bereits in der Vergangenheit zuverlässige Ergebnisse geliefert haben. Die Lage der ausgewiesenen Stichprobenflächen wird in Kürze auf unserer Homepage abrufbar sein.
Personalrochade: Luigi Spagnolli wird Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei
Als Heinrich Erhard am 23. April 2014 nach 35 Dienstjahren im Amt für Jagd und Fischerei in den Ruhestand getreten ist, ahnte wohl niemand, wie schwierig sich die Nachbesetzung der Direktorenstelle gestalten würde. Nachdem es nicht gelang, die Stelle intern nachzubesetzen, wurde der Direktorenposten im Jänner 2016 ausgeschrieben. Auch der ausgeschriebene Wettbewerb führte zu keiner Neubesetzung, zumal der Wettbewerbssieger den Führungsauftrag nicht angenommen hat. Anstatt einen neuen Wettbewerb auszuschreiben, hat sich der zuständige Landesrat entschieden, die Amtsführung im direkten Wege einer geeigneten Person anzuvertrauen. Erfreulicherweise wurde man mit Luigi Spagnolli, promovierter Forstwirt und ehemaliger Leiter des Nationalparks Stilfser Joch, fündig. Im Wege der Mobilität im öffentlichen Dienst wird Spagnolli, der derzeit Beamter der Abteilung Urbanistik der Stadt Bozen ist, ans Land überstellt. Der bisherige geschäftsführende Amtsdirektor Andreas Agreiter wird mit dem Dienstantritt Spagnollis, der Anfang April erfolgen wird, wieder in die zweite Reihe wechseln.
Vortrag über Räude und andere Wildkrankheiten
Am 16.04.2016 mit Beginn um 19 Uhr findet in der Turnhalle der Mittelschule von Mühlbach ein Vortrag zum Thema „Räude und andere Wildkrankheiten statt. Als Referent konnte Univ. Dozent Dr. Armin Deutz gewonnen werden. Er hat sich gründlich mit der Räude und den Wildkrankheiten befasst. Bei Bedarf und Interesse wird der Vortrag zu einem späteren Zeitpunkt auch in der westlichen Landeshälfte angeboten.
Neuauflage des Buches Wild-Wissen
Das Standardlernwerk für die Jägerprüfung „Wild-Wissen“ wird in den nächsten Monaten gründlich überarbeitet. Nach sieben Jahren sind inzwischen einige Bereiche überholt, andere werden hingegen neu Eingang ins Buch finden. An der neuen Ausgabe werden neben den bisherigen Autoren Heinrich Aukenthaler, Lothar Gerstgrasser, Alfons Heidegger, Ulrike Raffl und Walter Rienzner auch Andreas Agreiter und Benedikt Terzer mitarbeiten. Das Autorenteam ersucht darum, eventuelle Verbesserungsvorschläge und Anregungen unter info@jagdverband.it mitzuteilen.
Vorträge zum Thema Waffenrecht
Bei den Jagertagen Ratschings wird am Samstag, 09. April um 10 Uhr ein Vortrag zum Thema Waffenrecht angeboten. Es referiert unser Mitarbeiter Benedikt Terzer. Angepeilt ist auch die Teilnahme eines Sachverständigen von der Polizeibehörde. Ein ähnlicher Vortrag wird im Oberpustertal am Dienstag, 12. April mit Beginn um 19.30 Uhr beim Tharerwirt in Olang abgehalten. Dazu lädt der Bezirksjägermeister des Oberpustertals ein.
Waffenrecht – Neuauflage des Standardwerks von Edoardo Mori
Vor Kurzem ist die 11. Auflage der Waffenrechtsenzyklopädie „Codice delle armi e degli esplosivi“ des langjährigen Bozner Richters Edoardo Mori erschienen. Mori, der als einer der größten Experten in diesem Sektor gilt, stellt auf über 1.300 Seiten das Waffenrecht in übersichtlicher Weise dar. Der erste Teil des Buches gibt Auskunft über alle wesentlichen Fragen zum Waffenrecht, während der zweite Teil eine chronologisch geordnete Sammlung aller Rechtsnormen zum Waffenrecht enthält. Mori erklärt komplexe Rechtsfragen verständlich, hinterfragt Regelungen kritisch und garniert seine Ausführungen mit Beispielen aus der Rechtsprechung. Rasches Nachschlagen verschiedenster Fragen ist dank eines alphabetischen Stichwortverzeichnisses möglich. Das Buch ist ab sofort im Fachhandel erhältlich.
Jägerprüfung News
Für die nächste Jägerprüfungssession ist eine Reihe neuer Quizfragen, die Ballistik und Waffenkunde betreffend, in den Fragenkatalog aufgenommen worden. Bereits bei Verabschiedung des neuen Prüfungsmodus ist verfügt und mitgeteilt worden, dass die Quizfragen kontinuierlich aktualisiert werden. Die neuen Fragen werden in Kürze im Internet veröffentlicht. Am 22. März hat am Schießstand von Meran eine zusätzliche Schießprüfung stattgefunden, bei welcher von den 22 angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten 17 das Prüfungsziel erreicht haben. Die Erfolgsquote lag somit bei 77%.
Polemiken um tote Bären und Wölfe
Die Bären und Wölfe beschäftigen nach wie vor die Öffentlichkeit und auch das Parlament in Rom. Erst kürzlich hat der Umweltminister zwei Anfragen betreffend die im August des Jahres 2014 an den Folgen eines Narkoseversuches eingegangene Bärin Daniza beantwortet. Die mehrere Seiten langen Antworten sind unter den folgenden Adressen abrufbar: http://banchedati.camera.it/sindacatoispettivo_17/showXhtml.Asp?idAtto=23875&stile=7&highLight=1&paroleContenute=%274%2D02677%27+%7C+%27INTERROGAZIONE+A+RISPOSTA+SCRITTA%27+%7C+%27SENATO%27
http://banchedati.camera.it/sindacatoispettivo_17/showXhtml.Asp?idAtto=22224&stile=7&highLight=1&paroleContenute=%274%2D02556%27+%7C+%27INTERROGAZIONE+A+RISPOSTA+SCRITTA%27+%7C+%27SENATO%27
Detail am Rande: Vertreter der Bewegung Cinque Stelle haben in ihrer Fragestellung Zweifel angemeldet, ob der von einem Bären verletzte Jogger im Trentino tatsächlich von einem Bären angegriffen worden ist. Auch der erst vor Kurzem im Trentino tot aufgefundene Bär gibt zu Spekulationen Anlass. In diesem Fall sind wohl zunächst einmal die Untersuchungsergebnisse abzuwarten. Keine Zweifel zur Todesursache gibt es hingegen bei einem am 15. März in Graubünden aufgefundenen Wolfskadaver. Das Tier ist offensichtlich an der Folge von Schrotschüssen zu Tode gekommen und über eine Brücke in ein enges Tal „entsorgt“ worden.
Ich wünsche euch frohe Osterfeiertage. Freuen wir uns auf den Frühling und auf die warme Jahreszeit.
7. NEWSLETTER vom 23. Februar 2016
Jagd und Autonomie
Unsere Bemühungen um mehr Autonomie in der Jagd gehen weiter. Die in der Zwölferkommission ausgehandelten Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut sind aber noch nicht unter Dach und Fach. Der Text muss noch durch den Ministerrat, um dann vom Staatspräsidenten erlassen werden zu können. Ganz offensichtlich haben sich jagd- und autonomiefeindliche Kräfte formiert, um die endgültige Verabschiedung zu verhindern. Unsere zuständigen Landespolitiker und die Parlamentarier in Rom sind aber zuversichtlich, dass die neuen Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut, die Jagd betreffend, zu einem guten Abschluss kommen.
Neuausrichtung Nationalpark
Wie in der Presse bereits zu lesen war, hat die Landesregierung beschlossen, den Nationalpark Stilfser Joch über ein eigenes Amt zu verwalten. Das Amt soll 23 Mitarbeiter umfassen, der Sitz des Amtes bleibt weiterhin in Glurns.
Was den technischen Teil betrifft, berät eine Arbeitsgruppe zurzeit über die künftige strategische Ausrichtung des Parks. Verschiedenste Modelle wurden bereits beleuchtet. Ich vertrete die Südtiroler Jägerschaft bei dieser Arbeitsgruppe. Bereits bei der ersten Zusammenkunft sind die Besonderheiten des Nationalparks Stilfser Joch hervorgestrichen worden. Eine dieser Besonderheiten ist der Siedlungsraum, welcher innerhalb der Parkgrenzen liegt. Ein Ziel der künftigen Ausrichtung des Parks muss sein, die Zustimmung zum Park bei der ansässigen Bevölkerung zu verbessern. Das kann auch über gesteigerte Wertschöpfungsmöglichkeiten innerhalb der Parkgrenzen erreicht werden. Auch eine Zonierung im Sinne internationaler Richtlinien ist bereits andiskutiert worden. Dies würde die Akzeptanz bei der im Park ansässigen Bevölkerung und vor allem bei den Grundbesitzern sicher steigern.
Natura 2000-Gebiete: Landesregierung schließt Ausweisung ab
Mit der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der EU vom Mai 1992 wurden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, Natura 2000-Schutzgebiete für den Schutz von Arten und Lebensräumen von gemeinschaftlicher Bedeutung auszuweisen. Laut FFH- Richtlinie mussten die Mitgliedsstaaten, bzw. in unserem Fall das Land Südtirol, zunächst geeignete Flächen als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) einstufen. Dies ist in Südtirol bereits vor der Jahrtausendwende geschehen. Eigentlich hätten die als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) ausgewiesenen Flächen innerhalb von sechs Jahren in so genannte Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden müssen. Weil staatsweit in mehreren Gebieten diese Zeitspanne erheblich überschritten worden ist, hat die EU- Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet. Auch Südtirol war in der Umwandlung säumig, weshalb die Landesregierung vor wenigen Tagen das hierfür vorgesehene Umwandlungsverfahren eingeleitet hat. Das Dekret der Landesregierung Nr. 39/2016 sieht vor, dass 35 Gebiete Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) in Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden. Das Dekret der Landesregierung sowie die Liste der relevanten Gebiete ist unter folgendem Link abrufbar: http://www.provinz.bz.it/natur-raum/download/Beschlusse_2016-39_GGB-BSG.pdf
Trophäenschauen
Die Trophäenschauen stehen vor der Tür. Zu Eurer Erinnerung nochmals die Daten.
Hegeschauen: Infos unter https://w4u0e9w00.wimuu.com/de/Veranstaltungen/Jahr-2016/Hegeschauen-2016
In einigen Bezirken werden mit Sicherheit neue Akzente gesetzt. In Sterzing will Bezirksjägermeister Franz Plattner die Bemühungen der Jägerschaft um die Hühnervögel und das Steinwild hervorheben.
In Bruneck wird unser Mitarbeiter Benedikt Terzer über die Jagd und Autonomie reden, im Vinschgau wird ein Film über die Wildtiere im Nationalpark angeboten, und auch in den anderen Bezirken wird es an Bemühungen um eine interessante Veranstaltung nicht fehlen.
Der neue FACE-Präsident Dr. Michl Ebner hat angekündigt, dass er bei der einen oder anderen Hegeschau anwesend sein wird und dabei über aktuelle jagdliche Entwicklungen auf europäischer Ebene berichten wird.
Versicherungsleistungen wichtig
Ein großer Schritt ist dem italienischen Jagdverband FIDC in Zusammenhang mit der Erhöhung der Versicherungsleistungen gelungen. Bei der Goldpolizze sind die maximalen Garantiesummen für die Haftpflicht von € 3.000.000 auf € 5.000.000 angehoben worden, ohne Limitierung pro Person. Es sind in früheren Jahren bereits Fälle bekannt geworden, wo die damals gültigen Garantiesummen nicht genügten. Und in diesem Fall wird dann auf das Eigentum des Unfallverursachers zurückgegriffen. Das muss nach Möglichkeit verhindert werden. Deshalb empfehle ich unseren Jägerinnen und Jägern, sich bei der Wahl der Versicherung nicht nach den niedrigen Prämien zu orientieren, sondern nach der bestmöglichen Absicherung. Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass man über die Versicherung Ariscom Mitglied des italienischen Jagdverbandes wird, welcher die Interessenvertretung der Jägerinnen und Jäger in unserem Sinne garantiert. Es gibt nämlich Kräfte, die Jagd mehr und mehr zu privatisieren, was nie und nimmer Ziel und Absicht unseres sozialen Jagdsystems sein kann.
Übernahme Jagdaufsicht
Mehrere Reviere haben ihren Wunsch bekräftigt, die Jagdaufseher über die Verbandszentrale anstellen und besolden zu lassen. Die Vorbereitungen sind im Gange. Es wird sicherlich also einige Pilotprojekte geben, und wir werden sehen, wie das Ganze funktioniert. Mein Wunsch wäre es, auf diese Weise einerseits für die Reviere mehr Sicherheit und eine Arbeits- und Kostenerleichterung zu erwirken, zum anderen die Jagdaufseher zu motivieren und ihnen die bessere Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit zu bieten.
Rechtsfragen nehmen zu
Dass wir in einer neuen Zeit leben, ist uns allen bewusst. Ich jedenfalls verspüre es ganz deutlich, dass unsere Leute mehr Rechtssicherheit haben wollen und auch vieles, was bislang wie selbstverständlich galt, infrage stellen. Wir sind im Büro täglich mit Anfragen zu Rechtsangelegenheiten befasst. Unser neuer Mitarbeiter, Jurist Dr. Benedikt Terzer, kommt in der Beantwortung der Anliegen kaum nach, und ich sehe, dass seine Einstellung unbedingt notwendig war. Es gilt, Zweifelsfälle zu klären oder Klärungen herbeizuführen. Und das hilft uns dann für die Zukunft in ähnlich gelagerten Fällen.
25. bis 28. Februar 2016 Messe „Die Hohe Jagd und Fischerei“, Messezentrum Salzburg
5. März 2016 6. Internationaler Jägerinnen Alpin-Biathlon, Kitzbühel
1. bis 3. April 2016 Messe „Caccia, Pesca, Ambiente“, Riva del Garda
6. NEWSLETTER vom 27. Jänner 2016
Heuer bieten wir, auf mehrfachen Wunsch, auch die günstigste Versicherungsvariante an, die sogenannte „Normalversicherung“. Wir weisen an dieser Stelle darauf hin, dass sich die Leistungen der einzelnen Versicherungsvarianten z.T. erheblich voneinander unterscheiden. Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Haftpflicht-Deckungssummen zu berücksichtigen.Die Leistungen der Jäger- und Jagdaufseherversicherung sind zum Teil gegenüber dem letzten Jahr deutlich verbessert worden, am meisten bei den Haftpflicht-Deckungssummen der Gold-Versicherung.Zu den Prämien: Der gesamtitalienische Jagdverband FIDC sieht für jede ausgestellte Versicherung einen Zuschlag von € 24 vor. Im Unterschied zu den anderen Regionen werden von uns, wie letztes Jahr, lediglich € 10 von den vorgesehenen € 24 eingehoben.Der Zuschlag kann damit erklärt werden, dass mit der Versicherung zusammenhängende Verwaltungsarbeiten zu bewältigen sind, die wir auch weiterhin gewährleisten werden. Erfahrungsgemäß ist es für unsere Mitglieder sehr wichtig, bei Versicherungsangelegenheiten auf eine Ansprechperson im Büro vertrauen zu können, die auch bei Unfallmeldungen und Schadensabwicklungen behilflich ist. Der Zuschlag ist in den nachfolgenden Prämien enthalten.
Tessera NORMAL Tessera SILVER Tessera GOLD
Versicherung ohne Hund € 64,00 € 76,00 (2015: 74,00) € 101,00 (2015: idem)
Versicherung mit Hund ----- € 91,00 (2015: 88,00) € 122,00 (2015: idem)
Versicherung für Jagdaufseher ----- € 84,00 (2015: idem) € 120,00 (2015: idem)
Nähere Informationen zu den Versicherungen sind unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdversicherung-2016/44-340.html abrufbar. Für alle Details steht Euch, wie immer, unser Büropersonal zur Verfügung.
Das Kursprogramm der Forstschule Latemar für das Jahr 2016 steht fest. Zum Thema Jagd werden folgende Kurse angeboten: Jungjägerkurs (Revierpraktikum: 17.-19. Mai; 08.-10. August; 24.-26. Oktober; 27.-29. Oktober), Schweißhundeführerkurs (30. Mai - 01. Juni), Lockjagdkurs (06. Juni), Gamspirschführerkurs (04.-08. Juli; 05.-09. September; 10.-14. Oktober), Zerwirken und Präparieren von Trophäen (15.-16. November). Zum Thema Wild in der Küche stehen zwei Kurse auf dem Programm: Wildwürste leicht gemacht (17. November) und Wildbret in der Küche (18. November). Die Termine der einzelnen Kurse sowie nähere Informationen sind unter http://www.jagdverband.it/de/j%C3%A4gerwissen/j%C3%A4gerschule/kursprogramm/28-0.html abrufbar. Anmeldungen sind ab sofort über die Geschäftsstelle des Südtiroler Jagdverbandes (Frau Alessandra) möglich. Tel.: 0471 061703.
FACE-Manifest für die Biodiversität: Beitrag für 2015 liegt vor
Die Dachorganisation aller europäischen Jagdverbände (FACE) hat vor Kurzem den Jahresbericht zum FACE-Manifest für Biodiversität vorgestellt. Der Bericht ist ein Zeugnis des gemeinsamen Engagements der Jägerschaft und anderen Akteuren des ländlichen Raumes für die Erhaltung unserer Natur. Im Bericht wurden einige der im vergangenen Jahr von der Jägerschaft geleisteten Beiträge zur Biodiversitätsstrategie der EU wiedergegeben. Stellvertretend wurden einige Projekte bezüglich folgender Themen vorgestellt: Schutz der Habitate („Anlage von Feuchtgebieten in der Emilia- Romagna“), Artenschutz („slowenisch-kroatische grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur Erhaltung des Luchses“), Schutzgebiete („Boleybrack Mountain-Projekt zur Erhaltung des Moorschneehuhns“), nachhaltige Nutzung („ungarische Jäger sichern die nachhaltige Nutzung der Waldschnepfe“), grüne Infrastruktur („Autobahn-Hecken des Haselmaus-Projekts im Südwesten von Cheshire“), Ökosystemdienstleistungen („Das Markvildt-Projekt in Dänemark“) sowie Investition in die Natur („Die Geier des Gorges du Tarn“).
30. Jänner 2016 17. Jägerbiathlon in Ridnaun, (www.jaegerbiathlon.it)
6. Februar 2016 33. Jägerrodeln in Jaufental (www.jagd-jaufental.org)
1. bis 3. April 2016 Messe „Caccia, Pesca, Ambiente“;Riva del Garda
5. Newsletter vom 11.12.2015
4. Newsletter vom 05.11.2015
Ende Oktober fand am Ritten eine gut besuchte internationale Tagung zum Thema Natura-2000-Gebiete und Jagd statt. Eines der Hauptreferate bei der Tagung hielt der Generalsekretär des Zusammenschlusses der europäischen Jagdverbände (FACE) Filippo Segato. Er unterstrich, dass nicht die EU die einschränkenden Bestimmungen erlässt, sondern dass die Einzelstaaten die europäischen Richtlinien recht unterschiedlich und manchmal einschränkend umsetzen. Ein Extrembeispiel ist Holland, wo in den Natura-2000-Gebieten nicht gejagt werden darf.
Die Jagd ist jedenfalls in den Natura-2000-Gebieten von der EU her nicht verboten. Allerdings müssen für besonders gefährdete Arten auch besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Das Treffen am Ritten wurde von den Delegationen der Jagdverbände des Alpenraums auch dazu genutzt, den neuen Präsidenten der FACE Michl Ebner in seinem Amt zu beglückwünschen.
Waffenpass-Angelegenheit: Achtung auf Fristen
In den letzten Wochen haben sich vermehrt Jäger bei uns gemeldet, die von der Quästur die Mitteilung erhalten haben, dass ihr Waffenpass voraussichtlich nicht verlängert wird. Wer eine derartige Mitteilung erhält, sollte unbedingt von seinem Recht, einen Schriftsatz zu hinterlegen, Gebrauch machen. Betroffene Jäger erhalten in der Geschäftsstelle des Südtiroler Jagdverbandes (Sachbearbeiter ist Benedikt Terzer) eine Hilfestellung beim Verfassen des Schriftsatzes.
Achtung: Die Frist für das Einreichen des Schriftsatzes beträgt lediglich 10 Tage ab Erhalt der Mitteilung der Quästur.
Sonderdekrete Murmeltiere – Einlassung
Bekanntlich wurde auch in diesem Jahr der behördlich angeordnete Abschuss von Murmeltieren von der Liga gegen Tierversuche (LAV) vor dem Verwaltungsgericht angefochten. Heuer war neben dem Gutachten der Wildbeobachtungsstelle auch das Gutachten des höchsten staatlichen Forschungsinstituts in Jagd- und Umweltfragen (ISPRA) eingeholt worden. Obwohl auch das ISPRA in seinem Gutachten die Bestandsverträglichkeit der Murmeltierentnahmen bescheinigt und der geplanten Entnahme zugestimmt hatte, gab das Verwaltungsgericht Bozen dem Antrag des LAV auf Aussetzung des Dekrets statt. Deshalb blieb das Dekret des Landesrates für Forstwirtschaft zur Entnahme von Murmeltieren nur gut eine Woche in Kraft.
Als Südtiroler Jagdverband haben wir uns in das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Bozen eingelassen, um das Gericht von der Rechtmäßigkeit des Dekretes zur Entnahme der Murmeltiere zu überzeugen. Unser Ziel lautet, mehr Rechtssicherheit in unserem Umgang mit den Wildtieren zu erreichen und die Maßnahmen des zuständigen Landesrates Arnold Schuler im Interesse der Landwirtschaft und Jagd zu unterstützen. Der Termin der Gerichtsverhandlung wird demnächst bekanntgegeben.
Digitale Datenbank aktiv
Die von der Geschäftsstelle eingerichtete digitale Datenbank für die Abschuss- und Fallwildlisten ist seit einiger Zeit aktiv. Ziel ist es, die rund 15.000 Schalenwildabschüsse und die rund 700 Hühnervogelabschüsse digital festzuhalten, damit sie auch schnell ausgewertet werden können. Bis Ende Oktober 2015 waren mehr als 5000 Datensätze aus dem heurigen Jagdjahr eingetragen und abrufbar, darunter auch 550 Stück Fallwild oder Fälle von Straßenunfällen.
Wildunfälle besorgniserregend
Von Jänner 2012 bis Ende Dezember 2014 wurden in Südtirol fast 2400 Wildunfälle auf Straßen registriert. Für 2014 lauten die Zahlen wie folgt:
Bezirk Rehwild Rotwild Summe
Bozen 187 5 192
Brixen 145 11 156
Bruneck 100 7 107
Meran 67 19 86
Oberpustertal 60 11 71
Sterzing 51 12 63
Unterland 37 2 39
Vinschgau 39 23 62
Gesamt 686 90 776
Zusammen mit einigen Gemeinden sind wir bemüht, bessere Vorbeugemaßnahmen gegen Wildunfälle umzusetzen. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden.
Analyse Hirschbestand
Ein Ziel der Abschussplanung und -umsetzung ist es, möglich naturnah zusammengesetzte Bestände zu erreichen. Das fordern die Wildbiologen, das ist auch den Jägerinnen und Jägern recht. Dass mit einem hohen Jagddruck der Altersdurchschnitt sinkt, liegt auf der Hand. Besonders beim Rotwild sollte laut Meinung von Fachleuten erreicht werden, dass genügend alte Hirsche im Bestand sind. Einer Auswertung der Abschussergebnisse der vergangenen zehn Jahre zufolge finden sich die meisten älteren Hirsche im Mittelvinschgau zwischen den Jagdrevieren Laas und Schnals. Hier sind auch die Rotwilddichten am höchsten. Im Mittelvinschgau sind vier von zehn erlegten Trophäenhirschen älter als sieben Jahre und jeder zehnte ist älter als zehn Jahre.
Im Landesdurchschnitt gibt es bei den Hirschen folgende Altersklassenverteilung:
Anteil - Altersklasse
34 % Jährlingshirsche
12 % Zweijährige Hirsche
24 % Drei-bis vierjährige Hirsche
16 % Fünf-bis sechsjährige Hirsche
11 % Sieben- bis neunjährige Hirsche
3 % Zehn- und mehrjährige Hirsche
Insgesamt wurden 2014 1062 Hirsche erlegt.
Personal: Umstrukturierung
Mit Jahresende geht ein weiterer Verbandsjagdaufseher in Pension, dessen Stelle nicht nachbesetzt werden wird. Bereits bei der letzten Pensionierung eines Verbandsjagdaufsehers im Juni 2013 ist dies so gehandhabt worden. Das Zuständigkeitsgebiet wurde von anderen Verbandsjagdaufsehern übernommen.
Im Gegenzug und um den allgemeinen Erfordernissen entsprechen zu können, haben wir, wie bereits angekündigt, den Juristen Benedikt Terzer als Direktionsassistenten angestellt. Er kümmert sich vor allem um rechtliche Angelegenheiten. Terzer ist vom Studium her Experte für Autonomiebestimmungen und juridische Verwaltungsfragen.
Rekurse um Rekurse
Derzeit kann von einer regelrechten Rekursflut gesprochen werden. Neben Rekursen von außerhalb nehmen auch die Rekurse aus den eigenen Reihen zu. Unsere Geschäftsstelle wird sich für die Wahrung der Interessen der Reviere sowie der eigenen Mitglieder einsetzen.
Ergebnisse Jägerprüfung
Den theoretischen Teil der Jägerprüfung bestanden bei der Herbstsession 69 von 102 angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten. Damit lag die Erfolgsquote bei 67 %. Im Frühjahr 2015 hatten 72 % den Prüfungsteil Theorie geschafft. Verglichen mit den letzten Jahren scheint die Jägerprüfung etwas schwieriger geworden zu sein, zumindest was den theoretischen Teil betrifft. Im Jahr 2010 und 2011 kamen bei der Theorie jeweils 80 % durch, im Jahr 2012 84 %, und im Jahr 2013 86 %.
Die neue Kommission ist seit dem Frühjahr 2014 eingesetzt.
Die nächsten Schießprüfungen finden ab 24. November statt.
Ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch
mit einem herzlichen Weidmannsheil
3. Newsletter vom 07.10.2015
Fortschritt für Autonomie
Ein großer Schritt in Richtung jagdliche Autonomie wurde vor kurzem getan. Die Zwölferkommission hat ein positives Gutachten zum Entwurf für eine neue Durchführungsbestimmung zur Jagd in den Naturparken abgegeben. Ziel dieser Durchführungsbestimmung ist die Absicherung der Jagd in den Naturparken in den autonomen Provinzen Trient und Bozen. Grünes Licht für die neue Durchführungsbestimmung hat auch das Umweltministerium gegeben. Somit ist davon auszugehen, dass die neue Durchführungsbestimmung in Kürze vom Ministerrat verabschiedet und anschließend vom Präsidenten der Republik erlassen wird.
Ein weiterer wesentlicher Fortschritt könnte mit der im Gang befindlichen Reform der italienischen Verfassung erzielt werden. Gelingt es, die Umweltschutzkompetenz auf die Regionen bzw. autonomen Provinzen Trient und Bozen zu übertragen, dürfte das einen weitreichenden Durchbruch auf dem Gebiet der Jagdgesetzgebung bedeuten. Darüber hinaus könnten die lokalen Verwaltungen in umweltrelevanten Angelegenheiten wesentlich besser und effizienter reagieren. Nicht zuletzt würde die Übertragung der Umweltschutzkompetenz auf die Regionen und autonomen Provinzen zu mehr Rechtssicherheit führen. Letzthin wurden immer wieder Regional- und Landesgesetze angefochten, weil sie angeblich gegen die ausschließliche Kompetenz des Staates im Umweltschutz verstoßen.
Inzwischen ist bekannt geworden, dass sich das Land bemühen wird, durch das regionale Verwaltungsgericht Bozen verfügte Aussetzungen von Sonderermächtigungen im Jagdbereich vor dem Staatsrat anzufechten. Unser Land hat zum Beispiel bezüglich Fuchsdekret alles getan, was die Landes- und Staatsgesetze vorsehen, insbesondere ein Gutachten des höheren Instituts für den Schutz und die Erforschung der Umwelt („ISPRA“) eingeholt. Sowohl für das Fuchsdekret als auch für das Murmeltierdekret waren die Gutachten des staatlichen Instituts positiv.
Die zuständigen Juristen zeigen sich zuversichtlich, in der Sache Recht zu bekommen.
Neue Hoffnungen für vom Waffenpassentzug bedrohte oder betroffene Personen
Die zwingenden Waffenpassentzüge, auch bei lange zurückliegenden Straftaten, die verjährt sind bzw. für welche die volle Rehabilitierung erlangt wurde, sind in die Medien geraten. Das Medieninteresse scheint auch davon genährt zu sein, dass die Maßnahme nun einmal die Jägerschaft betrifft.
Zunächst eine kurze Erklärung: Ein Gutachten des Staatsrates vom 16. Juli 2014 legt fest, dass bei verschiedenen Straftaten, welche mit einer Verurteilung und Haftstrafe geahndet wurden, ein Waffenpassentzug verfügt werden muss. Zu den genannten Straftaten gehören: Gewaltanwendung gegen Personen, Diebstahl, Raub, unerlaubtes Waffentragen. Das Innenministerium hat mit Rundschreiben vom 28. November 2014 den Quästoren mitgeteilt, dass sie diesem Gutachten Rechnung tragen müssen. In der Folge wurden von den zuständigen Quästoren zahlreiche Waffenpässe nicht mehr verlängert.
Hoffnung für die Betroffenen erweckt das Urteil des Staatsrates Nr. 1072/ 2015. Der oberste Gerichtshof in Verwaltungsfragen hat darin befunden, dass der Waffenpass bei erfolgter Rehabilitierung nicht automatisch entzogen bzw. verweigert werden darf, sondern dass der Entzug bzw. die Verweigerung im Ermessen des Quästors liegen, welcher unter anderem die Schwere der Straftat berücksichtigen muss.
In diesem Lichte gibt es zum Beispiel für jene, die wegen eines vor Jahrzehnten begangenen Diebstahls (zum Beispiel eines Baumes) nun keinen Waffenpass mehr erhalten, neue Hoffnung. Die Betroffenen müssen allerdings den Rechtsweg beschreiten.
Positive Nachrichten in der Angelegenheit kommen indes auch vom Kammerabgeordneten Dr. Albrecht Plangger, der sich in Rom für die betroffenen Jäger einsetzt. Dr. Plangger wird sich in den nächsten Tagen mit dem stellvertretenden Innenminister treffen, es soll gute Neuigkeiten geben.
In den Natura-2000-Gebieten der europäischen Union müssen bestimmte Maßnahmen wirksam sein, welche dem Schutz und der Erhaltung der Arten und der Gebiete dienen. Südtirol hat sich 2007 mit Landesgesetz dafür entschieden, dass in den Natura-2000-Gebieten unter anderem keine Zugvogeljagd ausgeübt werden darf, obwohl damals schon bekannt war, dass der Staat unter anderem ein Verbot der Schneehühnerjagd für alle Natura-2000-Gebiete, auch für jene der autonomen Provinzen, fordert. Nun war heuer ein Rekurs gegen die Schneehühnerjagd in den Natura-2000-Gebieten angekündigt worden. Allein aus diesem Grund sind heuer innerhalb der Natura-2000-Gebiete keine Schneehühnerabschüsse freigegeben worden. Zu den Natura-2000-Gebieten gehören in Südtirol, mit geringfügigen Ausnahmen, die Naturparke und einige geschützte Biotope.
Es gibt zwei Arten von Natura-2000-Gebieten: „Vogelschutzgebiete“ und „Besondere Schutzgebiete“ im Sinne der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.
Im Landtag gibt es immer wieder Anfragen, welche die Jagd auf sensible Arten betreffen. Unter anderem wurde auch ein Beschlussantrag eingebracht, mit welchem die Jagd auf folgende Arten für drei Jahre ganz ausgesetzt werden sollte: Wachtel, Steinhuhn, Fasan, Birkhahn, Schneehuhn, Knäkente, Krickente, Blässhuhn, Waldschnepfe und Schneehase. Es ist zu hoffen, dass solche Beschlussanträge in unserem Landes-Parlament keine Mehrheit finden. Wir kämpfen jedenfalls gegen Einschränkungen unserer Jagd an, indem wir den Entscheidungsträgern geeignete Gegenargumente liefern.
Dr. Michl Ebner ist neuer FACE-Präsident
Im vergangenen 16. September wurden die Führungspositionen der europäischen Dachorganisation aller Jagdverbände (FACE), welche über 7 Millionen Jäger vereinigt, neu besetzt. An die Spitze der FACE gewählt wurde Dr. Michl Ebner. Michl Ebner war 1979 bis 1994 Abgeordneter im Parlament in Rom, wo er sich unter anderem 1992 in der Verabschiedung des Jagd- Rahmengesetzes eingebracht hat und für die autonomen Provinzen wichtige Sicherheiten und Ausnahmeregelungen erzielt hat. In der Folge war Dr. Ebner für drei Legislaturen, von 1994 bis 2009, Mitglied des Europäischen Parlaments und dort in der Intergruppe Nachhaltige Jagd, Biodiversität und ländliche Aktivitäten tätig. Seit 2004 war er Präsident und Koordinator dieser Intergruppe. Außerdem war Michl Ebner auch Mitglied im ständigen Ausschuss für Landwirtschaft im Europäischen Parlament.
Auf diesem Wege möchte ich Dr. Michl Ebner zu seiner wichtigen Rolle innerhalb der europäischen Jagd beglückwünschen. Sein Vorsitz wird sich auf die europäische Jagd mit Sicherheit positiv auswirken.
Als Vertreter Italiens in der FACE wurde FIDC- Präsident Gianluca Dall’Olio gewählt.
Für die ausgeschriebene Stelle als Direktionsassistent in unserem Büro sind mehrere Bewerbungen eingegangen. Wir haben uns für den Juristen Benedikt Terzer aus Kurtatsch entschieden, der sich bereits in seiner Diplomarbeit mit der jagdlichen Autonomie in Südtirol befasst hat. Mit Benedikt Terzer wollen wir unter anderem unsere Kompetenz in Rechtsangelegenheiten stärken und ausbauen.
2. Newsletter vom 3. September 2015
1. Newsletter vom 13. Juli 2015
- Information der Mitglieder in deutlich kürzerer Zeit
- Durchlässigkeit der Informationen innerhalb der Verbandsstruktur verbessern
- Regelmäßig bediente Verteiler, E-Mail und soziale Medien
- Weniger Strukturdiskussion und mehr Transparenz durch moderne Kommunikation

References: Art. 544
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43
 Art. 43