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Timestamp: 2020-08-11 07:15:34+00:00

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Verdeckte Gewinnausschüttung | Steuerlupe
Eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung (vGA) .S. des § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG liegt vor, wenn die Kapi­tal­ge­sell­schaft ihrem Gesell­schaf­ter außer­halb der gesell­schafts­recht­li­chen Gewinn­ver­tei­lung einen Ver­mö­gens­vor­teil im Sin­ne einer bei ihr ein­tre­ten­den Ver­mö­gens­min­de­rung (ver­hin­der­te Ver­mö­gens­meh­rung) zuwen­det, die­se Zuwen­dung ihren Anlass oder zumin­dest ihre Mit­ver­an­las­sung im Gesell­schafts­ver­hält­nis hat, sich auf die Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG aus­wirkt und in kei­nem Zusam­men­hang mit einer offe­nen Aus­schüt­tung steht [1].
Das ist in der Regel der Fall, wenn ein ordent­li­cher und gewis­sen­haf­ter Geschäfts­füh­rer die­sen Vor­teil einem Nicht­ge­sell­schaf­ter nicht zuge­wen­det hät­te [2].
Der bei der Kapi­tal­ge­sell­schaft ein­tre­ten­de Ver­mö­gens­nach­teil muss danach „eine Ver­mö­gens­min­de­rung im Sin­ne einer Ver­min­de­rung des Unter­schieds­be­trags gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG“ sein [3]. Dem­ge­gen­über liegt ein Ver­mö­gens­vor­teil beim Gesell­schaf­ter immer dann vor, wenn die­ser über ein bestimm­tes, mess­ba­res Gut in Geld oder Gel­des­wert ver­fü­gen kann (§ 8 Abs. 1 EStG) [4].
Für die Fest­stel­lung einer vGA uner­heb­lich ist dage­gen, ob die Kapi­tal­ge­sell­schaft, han­delnd durch ihren Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer, erkannt hat, dass sie durch ihre Hand­ha­bung vGA bewirkt hat. Denn weder die Absicht der Kapi­tal­ge­sell­schaft, den Gewinn ver­deckt zu ver­tei­len, noch eine Eini­gung dar­über, dass der Vor­teil auf­grund des Gesell­schafts­ver­hält­nis­ses zuge­wen­det wird, gehö­ren zu den Vor­aus­set­zun­gen der vGA [5].
Ist der begüns­tig­te Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer ein beherr­schen­der, kann die Ver­mö­gens­min­de­rung schon dann ihre Ursa­che im Gesell­schafts­ver­hält­nis haben, wenn der Leis­tung an den Gesell­schaf­ter oder eine die­sem nahe­ste­hen­de Per­son kei­ne kla­re und von vorn­her­ein abge­schlos­se­ne Ver­ein­ba­rung zugrun­de liegt [6]. Im Rah­men des § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG ist die vGA in die­sen Fäl­len beim Gesell­schaf­ter zu erfas­sen, wenn ihm der Ver­mö­gens­vor­teil zufließt [7].
Ob Leis­tun­gen einer Kapi­tal­ge­sell­schaft an Gesell­schaf­ter oder des­sen Ange­hö­ri­ge als Auf­wen­dun­gen im Rah­men eines zwi­schen Gesell­schaft und Ange­hö­ri­gen bestehen­den Ver­trags­ver­hält­nis­ses oder als vGA zuguns­ten die­ses Gesell­schaf­ters zu erfas­sen sind, ist nach der Recht­spre­chung zur Ver­mei­dung steu­er­li­chen Miss­brauchs zivil­recht­li­cher Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten ins­be­son­de­re danach zu beur­tei­len, ob der jewei­li­ge Ver­trag sowohl nach sei­nem Inhalt als auch nach sei­ner tat­säch­li­chen Durch­füh­rung dem ent­spricht, was zwi­schen Frem­den üblich ist [8].
Die­se zum Begriff der vGA i.S. von § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG ent­wi­ckel­ten Rechts­grund­sät­ze sind auch für die Aus­le­gung des Begriffs der vGA in § 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG maß­geb­lich [9].
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Okto­ber 2014 – VIII R 31/​12
z.B. BFH, Urtei­le vom 19.01.2000 – I R 24/​99, BFHE 191, 107, BStBl II 2000, 545; vom 15.03.2000 – I R 40/​99, BFHE 191, 330, BStBl II 2000, 504; vom 09.08.2000 – I R 12/​99, BFHE 193, 274, BStBl II 2001, 140[↩]
BFH, Urtei­le vom 24.01.1989 – VIII R 74/​84, BFHE 156, 126, BStBl II 1989, 419; vom 19.03.1991 – VIII R 2/​85, BFH/​NV 1992, 19; vom 13.09.2000 – I R 10/​00, BFH/​NV 2001, 584; vom 14.12 2004 – VIII R 59/​02, BFH/​NV 2005, 1090[↩]
sie­he auch BFH, Urteil vom 22.10.2003 – I R 37/​02, BFHE 204, 96, BStBl II 2004, 121[↩]
stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. u.a. BFH, Urtei­le vom 01.03.1977 – VIII R 106/​74, BFHE 122, 60, BStBl II 1977, 545, und ‑zur Abgren­zung- vom 03.07.1968 – I 149/​65, BFHE 93, 517, BStBl II 1969, 15[↩]
BFH, Urtei­le vom 03.12 1969 – I R 107/​69, BFHE 97, 524, BStBl II 1970, 229; vom 09.10.1985 – I R 271/​82, BFH/​NV 1986, 429[↩]
eben­falls stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. z.B. BFH, Urtei­le vom 24.01.1990 – I R 157/​86, BFHE 160, 225, BStBl II 1990, 645; vom 09.07.2003 – I R 100/​02, BFHE 203, 77; vom 05.10.2004 – VIII R 9/​03, BFH/​NV 2005, 526; vom 09.03.2010 – VIII R 32/​07, BFHE 229, 129[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 14.07.1998 – VIII B 38/​98, BFHE 186, 379, m.w.N.[↩]
BFH, Beschluss vom 11.05.2005 – IV B 140/​03, unter Bezug­nah­me auf das BFH, Urteil vom 21.01.1999 – IV R 15/​98, BFH/​NV 1999, 919; BFH, Beschluss vom 17.05.2001 – IV B 71/​00, BFH/​NV 2001, 1390[↩]
BFH, Urteil vom 25.05.2004 – VIII R 4/​01, BFHE 207, 103[↩]
Bescheid­än­de­rung wegen ver­deck­ter Ein­la­gen – und die Schwarz­ein­nah­men
Ein­brin­gung von Mit­un­ter­neh­mer­an­tei­len mit nega­ti­vem Kapi­tal­kon­to
Gemein­nüt­zig­keit für einen Schieß­sport­ver­ein
Aus­schüt­tung aus einer Kapi­tal­rück­la­ge – ohne Steu­er­be­schei­ni­gung
Bilan­zie­rung von Dar­le­hens­for­de­run­gen – und ihre Abzin­sung
Abwärts­ver­schmel­zung – und die aus­län­di­sche Anteils­eig­ne­rin
Schach­tel­stra­fe und Rück­wir­kungs­ver­bot
Bewer­tung einer Sach­aus­schüt­tung

References: § 20
 § 4
 § 8
 § 4
 § 20
 § 8
 § 20