Source: https://bitcointalk.org/index.php?topic=1976285.msg45405281
Timestamp: 2018-09-23 00:00:38+00:00

Document:
September 23, 2018, 12:00:38 AM
Author Topic: Bitcoin & die Steuer - FAQ (Read 61462 times)
August 27, 2018, 04:29:53 PM
Geschenke sind Donations, die ich erhalte und Spenden sind Donations, die ich tätige. DPoS bei RISE.
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Posts: 1537660838
August 27, 2018, 08:12:42 PM
Quote from: TheEscrow on August 27, 2018, 04:29:53 PM
Ich wage zu bezweifeln, dass das FA deine Ansicht teilen wird, dass es sich hierbei um Geschenke handelt.
Erbringst du eine Leistung, um diese Zuwendungen zu erhalten, kann man i.d.R. nicht von Geschenken sprechen, es sei denn, die Leistung stünde in einem krassen Missverhältnis zur Gegenleistung (z.B. kleine Anstecknadel als "Gegenleistung" einer erheblichen Geldspende).
August 27, 2018, 08:27:43 PM
Ich erbringe keine Leistung. Delegates entscheiden selbst ob und wie viel sie an ihre Voter verschenken. Ich gebe lediglich Delegates, welche ich für fähig halte, das Netzwerk abzusichern, meine Stimme. Das würde ich auch ohne Geschenke machen. Gegen die Geschenke kann man sich nicht wehren. Die werden automatisch von den Delegates an ihre Voter verteilt.
Und nun zu meiner Rechnung, dem eigentlichen Topic. Welche Variante wäre richtig?
August 27, 2018, 08:38:05 PM
Quote from: TheEscrow on August 27, 2018, 08:27:43 PM
Ich habe mich mit dem System "DPoS" noch nie beschäftigt. Würdest du sagen, dass du (oder besser: ein typischer Nutzer deiner Coin in deiner Situation) deine "Leistung", also das "voten", auch ohne Aussicht auf diese Geschenke erbringen würdest?
Ist also der Erhalt dieser "Geschenke" normalerweise die Motivation für das "voten"?
Versteh mich da nicht falsch, ich will dir hier nicht einreden, dass du keine "Geschenke" erhältst, sondern die Frage klären, ob das FA das so sehen würde
August 27, 2018, 09:44:10 PM
Quote from: qwk on August 27, 2018, 08:38:05 PM
Ob er selbst nun "Geschenke" erhält, oder nicht, ist in dem Beispiel sowieso weniger relevant,
da bei den angegebenen Summen ohnehin Steuern anfallen werden.
Viel wichtiger ist doch die Frage, an wen er "spendet".
Um durch Spenden die Steuerlast zu senken, sollten das nämlich schon gemeinnützige Organisationen sein, von denen er dann auch eine entsprechende Bescheinigung erhält.
August 27, 2018, 09:44:58 PM
Bei anderen DPoS Coins redet man jedenfalls nicht so um den heißen Brei.
Da wählt man natürlich Delegates, die möglichst viel ausschütten bzw geringe Gebühren haben und dabei zuverlässig sind. Darauf ist das ganze Anreizsystem schließlich aufgebaut.
Mit etwas Phantasie könnte man es vielleicht als Airdrop einordnen. Das Delegieren entspricht der Eintragung in eine Liste und die Einträge auf dieser Liste bekommen Airdrops.
Sollte es allerdings eine Schenkung sein, dann müsste man wahrscheinlich noch die Freibeträge berücksichtigen. Das wären unter Nichtverwandten 20.000€ alle 10 Jahre (keine Gewähr). Die Prozentsätze ricten sich auch nicht nach denen der Einkommenssteuer.
https://www.smart-rechner.de/schenkungssteuer/rechner.php
August 28, 2018, 02:29:19 PM
Quote from: Münzpräger on August 27, 2018, 09:44:58 PM
Ich kann mich nicht erinnern, dass hier im Thread jemand nachweisbar eine Schenkung durchgesetzt hat.
Ich sehe DPoS als sonstige Einkünfte § 22 EStG an, da man hier etwas aktiv machen muss. Also mit Erhalt versteuern, Verkauf steuerfrei, keine Haltefrist.
Ansonsten, sich mit FA oder Steuerberater in Verbindung setzen. https://bitcointalk.org/index.php?topic=2194973.0
Tarricun
August 30, 2018, 12:01:09 AM
Kann mir jemand den Sinn der Besteuerung jedes einzelnen Trades erklären?
Warum wird nicht einfach die Differenz 01.01.2017 <-> 31.12.2017 in € - Einzahlungen + Auszahlungen besteuert?
Denn das ist doch eigentlich der reelle Gewinn den ich exakt zu diesem Zeitpunkt erzielt habe/erzielen könnte.
Wenn ich im Dez. nicht mehr trade und der Kurs halbiert sich muss ich Steuern auf einen Gewinn zahlen den ich nie erzielt habe und zu diesem Zeitpunkt auch nicht erzielen kann.
August 30, 2018, 05:44:16 AM
Quote from: Tarricun on August 30, 2018, 12:01:09 AM
Du fragst ernsthaft nach dem Sinn der Umsetzung eines Steuergesetzes?
Ich denke darüber sind wir in Deutschland bereits weit hinaus.
Aber du hast richtig erkannt das man trotz hoher Steuern die gezahlt werden müssten kein Gewinn mehr haben könnte. Und daher verkaufen zum Jahresende viele die Coins welche seit dem Einkauf im Preis gesunken sind um die Verluste noch im selben Jahr geltend zu machen und mit den Gewinnen zu verrechnen.
August 30, 2018, 09:11:40 AM
a.) Fiat -> Coin A-> Fiat
b.) Fiat -> Coin A -> Coin B -> Coin C -> Fiat
August 30, 2018, 11:32:36 AM
Weil dein "Einkommen" oder deine "Einkünfte" ja nicht nur aus Euros auf dem Bankkonto bestehen.
Ansonsten könnte ja jeder Milliardär komplett steuerfrei leben, wenn er einfach nur noch in Bitcoins bleibt
(edit: bitte keine Kommentare darüber, dass Milliardäre sowieso genug Möglichkeiten haben, Steuern zu sparen)
Was allerdings geht, ist sehr wohl eine "vereinfachte" Gewinn- und Verlustrechnung.
Die Differenz deines Vermögens zwischen 01.01. und 31.12., umgerechnet in EUR ist das Maximum dessen, was du zu versteuern hast.
Wenn du zwischenzeitlich Geld ausgegeben hast, musst du das natürlich auch noch dazurechnen.
Z.B. du hast am 01.01.2017 genau 100.000 EUR in Bitcoins, Ether + Euros auf dem Bankkonto.
Im Laufe des Jahres kaufst du dir einen Lamborghini für 300.000 EUR.
Am 31.12.2017 hast du dann 800.000 EUR in Bitcoins, Ether + Euros auf dem Bankkonto.
Dein "Gewinn" in dem Jahr sind also
800.000 (Vermögen 31.12.)
+ 300.000 (Kauf Lambo)
- 100.000 (Vermögen 01.01.)
= 1.000.000 EUR.
Diesen Gewinn kannst du voll versteuern.
Wenn du im Laufe des Jahres ständig mit vollem Einsatz Daytrading betrieben hast, wird das auch stimmen.
Alle weiteren Möglichkeiten, mittels Aufstellung einzelner Trades einen "genaueren" Gewinn zu ermitteln, dienen ausschließlich dazu, deine Steuerlast vielleicht ein wenig zu senken (weil du z.B. für einen Teil deiner Coins Steuer-"freiheit" wegen Haltefrist erreicht hast).
August 30, 2018, 02:28:44 PM
Ich habe mich wohl zu unpräzise ausgedrückt, deine Aufzählung ist genau das was ich gemeint habe.
Aber wie passen deine
und B4rfs Aussage
Also nochmal, wenn mein Gewinn laut der Berechnung per Trade am 31.12.17 höher ist als meine reelle Differenz 01.01.17->31.12.17 muss ich dann Steuern nach der Trade-Berechnung zahlen oder kann ich auch die Differenz nehmen?
August 30, 2018, 06:18:32 PM
Quote from: Tarricun on August 30, 2018, 02:28:44 PM
Das ist eigentlich ganz einfach. Wenn du am 31.12 einmal trades und alles meinetwegen von ETH in btc tauschst, dann hast du genau deine Differenz realisiert. Alles über das ganze Jahr gerechnet wird genau den Betrag ergeben.
Wenn du diese Realisierung aber nicht entsprechend gemacht hast, sondern dein letzter Trade z. B. MITTE Dezember zum Hochpunkt gemacht hast und dann gehalten hast, dann gilt leider der letzte Trade. Welcome to the Club und lerne deine Steuern zu steuern und klug zu traden!
Aber im Endeffekt auch kein Beinbruch, da du deine Verluste aus diesem Jahr einfach gegen die Gewinne aus 2017 gegenrechnen kannst. Im Endeffekt schuldet du nur die komplette Differenz.
September 01, 2018, 11:06:19 PM
Quote from: shahim on August 30, 2018, 06:18:32 PM
Ja aber das bringt mir doch nur was wenn ich über meinen versteuerten Gewinn komme?
Wenn ich 2018 Verlust gegenüber meinem verstreuten Gewinn 2017 mache kriege ich die Differenz an gezahlten Steuern doch nicht zurück?
September 02, 2018, 02:54:25 PM
Quote from: Tarricun on September 01, 2018, 11:06:19 PM
Doch deine Verluste des Folgejahren kannst du gegen den Gewinn im Vorjahr geltend machen! Das nennt sich Verlustrücktrag und ist auf das vorherige Jahr anwendbar.
Natürlich must du erst die Steuer für 2017 abgeben. Daraus ergibt sich eine Steuerschuld. Dann an Januar kannst du die Erklärung für 2018 abgeben und du kannst den Verlust aus 2018 gegen 2017 zurücktragen.
Verluste können jedoch innerhalb des § 23 EStG nach Maßgabe des § 10d Abs. 1 Satz 5 EStG zeitlich vor- oder zurückgetragen werden, d. h. Verluste können historische und zukünftige Gewinne mindern. Zeitlich begrenzt ist der sog. Verlustrücktrag auf das vorangegangene Jahr. Ein Verlustvortrag unterliegt hingegen keiner zeitlichen Begrenzung und damit kann man ihn unbegrenzt in der Zukunft nutzen.
Das Funktioniert natürlich nur bei gleichen Einkunftsarten! Also du kannst keine Devisen Verluste gegen Crypto Gewinne geltend machen.
Ich rate zu einem Steuerberater! Der kann das händeln und es lohnt sich. Meiner hatte auch keine Ahnung. Von crypto, aber er weiß wie man mit dem Fa umgeht...
Edit: hier ist es schön beschrieben :
September 03, 2018, 09:55:33 AM
wie sieht das denn Steuertechnisch aus wenn ich auf einer Plattform z.B. 100 Coins in einen Fundmanager investiere und dieser innerhalb einer Zeit X z.B. einen Gewinn von 10% erzielt. Die Auszahlung würde dann wieder in Form dieser Coins erfolgen. Also hätte ich nach der Investitionsdauer 110 Token. Angenommen der Preis bleibt über diesen Zeitraum komplett stabil bei 1€ dann hätte ich einen Gewinn von 10€ den ich steuerlich angeben muss.
Ist dies denn dann genauso wie POS zu behandeln oder unter welchen Punkt fällt dies?
September 03, 2018, 11:25:55 AM
Du könntest im OP den folgenden Satz ändern, da ab der Steuererklärung 2018 eine neue
Abgabefrist für die Steuerklärung (31.07) gilt.
Siehe z.B. Punkt 3.2 dieser Zusammenfassung der Ziele des Steuermodernisierungsgesetzes:
https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2016/08/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-4-Modernisierung-des-Besteuerungsverfahrens.html
Die allgemeine Steuererklärungsfrist für alle Steuerpflichtigen nach § 149 Absatz 2 AO wird von fünf auf sieben Monate verlängert.
Damit erübrigen sich viele Fristverlängerungsanträge nicht beratener Steuerpflichtiger. Hinzu kommt, dass die gesetzlichen
Voraussetzungen für eine – in der Praxis regelmäßig großzügig gewährte – Fristverlängerung sich in der Hinsicht nicht geändert haben (§ 109 Absatz 1 AO).
September 08, 2018, 03:16:30 PM
Quote from: Scheede on August 17, 2018, 09:17:13 AM
Nr. 2 ist nun auch ohne Rückfragen durch & verrechnet
September 08, 2018, 03:33:57 PM
Quote from: bct_ail on August 20, 2018, 09:05:25 PM
§ 22 liest sich ganz furchtbar für jeden, der gerade weiß, dass "Jura" nicht nur ein Zeitalter ist.
Ich zitiere mal, was ich als "Nr. 3 Satz 4" identifiert habe:
Bis hier habe ich das Gefühl, mitzukommen.
Heißt doch, dass Verluste, die 2018 entstehen mit den (bereits mit der Steuererklärung für 2017 angegebenen) Gewinnen -rückwirkend- verrechnet werden kann, oder?
Also kommen wir zu § 10d Absatz 4:
Quote from: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10d.html
Bei der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags sind die Besteuerungsgrundlagen so zu berücksichtigen, wie sie den Steuerfestsetzungen des Veranlagungszeitraums, auf dessen Schluss der verbleibende Verlustvortrag festgestellt wird, und des Veranlagungszeitraums, in dem ein Verlustrücktrag vorgenommen werden kann, zu Grunde gelegt worden sind; § 171 Absatz 10, § 175 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und § 351 Absatz 2 der Abgabenordnung sowie § 42 der Finanzgerichtsordnung gelten entsprechend.
Und hier bin ich -geistig- raus.
Wie ist es denn jetzt im konkreten Beispiel?
2017: 10.000 EUR Gewinn durch Kryptotrading erzielt, angegeben, vom FF zum Jahresgehalt (nicht selbstständige Arbeit) addiert, entsprechend versteuert, bezahlt alles gut.
2018: 5.000 EUR Verlust durch Kryptotrading erzielt - "-5.000 EUR" in die Zeilen 41-47 in Anlage SO bei Steuererklärung für 2018, wird vom Jahresgehalt (nicht selbstständige Arbeit) abgezogen
So wäre es - eindimensional - logisch & fair.
Aber hey... so einfach wird es wohl nicht sein - oder?
September 08, 2018, 10:17:02 PM
Quote from: Scheede on September 08, 2018, 03:33:57 PM
Nein es wird nur zwischen gleichen Einkommensarten gerechnet. Crypto Verlust kann nur gegen Crypto Gewinn gerechnet werden. Ich habe oben einen Link gepostet. Da steht alles.
Bei dir: deine 5000€ Verlust werden gegen deine 10000€ Gewinn gerechnet. Du wirst also die Hälfte der Steuerzahlung zurück erhalten. Nennt sich Verlustrücktrag...

References: § 22
 § 23
 § 10
 § 149

§ 22
 § 10
 § 171
 § 175
 § 351
 § 42