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Timestamp: 2020-02-20 21:38:09+00:00

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Home » Rechnungswesen » Vollständigkeit in ReWe leicht erklärt + Beispiel, Formel & Definition
Nach § 239 Abs. 2 HGB ergibt sich das Vollständigkeitsgebot als eines der Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung. Demnach müssen Einträge in die Buchführung vollständig vorgenommen werden.
Weiterhin sind nach § 246 Abs. 1 Satz 1 HGB sämtlich Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge im Jahresabschluss zu enthalten.
Das bedeutet, dass eine generelle Aktivierungs- bzw. Passivierungspflicht vorliegt, sofern das HGB nicht explizit Ausnahmen gewähren lässt. Diese liegen in folgenden Fällen vor:
• Bei dem Aktivierungswahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Anlagegüter nach § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB, sowie den Aktivierungswahlrechten für Disagio oder aktiv latente Steuern
• Bei Bilanzierungsverboten des § 248 Abs. 1 HGB für Gründungsaufwendungen (z.B. Registergebühren, Notarkosten), Eigenkapitalbeschaffungskosten und Versicherungsabschlussaufwendungen sowie nach § 248 Abs. 2 Satz 2 HGB für selbst geschaffene Marken, Verlagsrechte, Drucktitel, Kundenlisten oder vergleichbare Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
Werden Posten in der Bilanz nicht korrekt angegeben oder bewusst weggelassen, sodass die Vermögenslage nicht nachvollziehbar ist und die Bilanz somit wertlos, ist ein Verstoß gegen das Prinzip der Vollständigkeit als verheerend einzustufen.
Des Weiteren setzt das Vollständigkeitsgebot bei der Inventur eine Erfassung sämtlicher Hand- und Außenlager voraus.
Der Begriff der Vollständigkeit beinhaltet neben materiellen und somit sichtbaren Werten, wie Vermögen, Verträge und Belege, auch immaterielle Werte, wie Risiken, die zu Rückstellungen führen oder Abwertungsbedarf. Deren Bestimmung gestaltet sich in der Praxis als deutlich anspruchsvoller und komplexer, weshalb Unternehmen Methoden und Prozesse zur vorzeitigen und vollständigen Identifikation von Risiken einführen muss.
Aufnahme der Vermögensgegenstände nach § 246 Abs. 1 Satz 2 HGB sind in der Bilanz des Eigentümers aufzunehmen. Das bedeutet, dass der rechtliche Eigentümer diese Vermögensgegenstände als Grundsatz deklariert.
Wenn ein Vermögensgegenstand jedoch jemand anderem wirtschaftlich zuzurechnen ist, so muss dieser Eigentümer den Vermögenswert in der Bilanz ansetzen. Das wirtschaftliche Eigentum nach steuerlicher Definition ist in § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO deklariert.
DREI BEISPIELE FÜR WIRTSCHAFTLICHES EIGENTUM
Wenn das bilanzierende Unternehmen einen Gegenstand unter Eigentumsvorbehalt geliefert bekommt, so ist der Lieferant bis zur Bezahlung der Rechnung rechtlicher Eigentümer des Gegenstands. Als wirtschaftlicher Eigentümer, also derjenige der den Gegenstand nutzt, gilt das belieferte Unternehmen und hat daher den Vermögensgegenstand zu bilanzieren. Dies tut er unter de Posten „Vorräten“ oder „Anlagevermögen“.
2. SICHERUNGSBESCHEINIGUNG
Das nächste Beispiel, wo das rechtliche und wirtschaftliche Eigentum nicht zusammengehören, ist de Sicherungsübereignung. In diesem Fall nutzt der Sicherungsgeber den sicherungsübereigneten Gegenstand und stellt seine Funktionsfähigkeit sicher. Dies beinhaltet u.a. den Schutz vor Diebstahl oder vor Beschädigungen.
3. KOMMISSIONSWARE
Das Kommissionsgeschäft ist im §§ 383 ff. HGB definiert. Dabei verkauft der Kommissionär Waren im eigenem Namen für die Rechnungen des Kommittenten.
BEISPIEL FÜR EIN KOMMISSIONSGESCHÄFT
Ein Autohersteller ist als Kommittent tätig und gibt einem Händler, dem Kommissionär, Automobile in Kommission. Er liefert die PKWs, die der Händler in seinem Laden ausstellt und auf Rechnung des Herstellers verkauft. Dies tut er jedoch auf seinen eigenen Namen, weshalb er für die Autokäufer als Ansprechpartner dient. Somit werden die Autos in der Bilanz des Autoherstellers, der als wirtschaftliche Eigentümer gilt, in seinem Vorratsvermögen gelistet. Der Händler hingegen braucht die Autos nicht zu bilanzieren.
Im Falle eines Treuhandverhältnisses wird die Bilanzierung beim Treugeber und nicht beim Treuhändler vorgenommen.
BWL: Einfacher Eigentumsvorbehalt - Definition, Beispiele
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References: § 239
 § 246
 § 248
 § 248
 § 248
 § 246
 § 39