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Timestamp: 2019-05-25 08:57:56+00:00

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Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein ObAlstNiedNatSchGV SH 2004 | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Oberalsterniederung" vom 7. Juli 2004 | gültig ab: 30.07.2004
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Oberalsterniederung"...
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet und zum Europäischen...
juris-Abkürzung: ObAlstNiedNatSchGV SH 2004
Fundstelle: GVOBl. 2004, 281
Gliederungs-Nr: 791-4-213
über das Naturschutzgebiet „Oberalsterniederung"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Oberalsterniederung" vom 7. Juli 2004 30.07.2004
§ 1 - Erklärung zum Naturschutzgebiet und zum Europäischen Vogelschutzgebiet 22.02.2019
Anlage 1 30.07.2004
Anlage 2 30.07.2004
GS Schl.-H. II, Gl. Nr. 791-4-213
Erklärung zum Naturschutzgebiet und zum
Europäischen Vogelschutzgebiet
(1) Die Niederung der Oberalster mit dem Alsterquellmoor, dem Schlappenmoor und dem Wakendorfer Moor von der Alsterquelle bei Henstedt-Rhen bis zur Bundesstraße 432 bei Naherfurth sowie ein Teilbereich der Rönneniederung in den Gemeinden Henstedt-Ulzburg, Wakendorf II, Nahe, Kayhude und Tangstedt in den Kreisen Segeberg und Stormarn wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung „Oberalsterniederung" unter Nummer 76 in das im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(3) Das Naturschutzgebiet erfüllt in Teilen die Kriterien im Sinne des Artikels 4 Abs. 1 und 2 der Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten (ABl. EG Nr. L 103 S. 1), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/49/EG vom 29. Juli 1997 (ABl. EG Nr. L 223 S. 9) und wird für diese Teile zum Europäischen Vogelschutzgebiet erklärt.
(4) In dem Naturschutzgebiet befinden sich natürliche Lebensräume im Sinne des Anhangs I und Tierarten im Sinne des Anhangs II der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (ABl. EG Nr. L 206 S. 7), zuletzt geändert durch die Richtlinie 97/62/EG vom 27. Oktober 1997 (ABl. EG Nr. L 305 S. 42).
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 907 ha groß und umfasst in den Gemarkungen Henstedt, Wakendorf II, Tangstedt, Wilstedt, Nahe und Kayhude den Lauf der Oberalster und den Unterlauf der Rönne mit den angrenzenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen vom Alsterquellmoor einschließlich des Schlappen- und des Wakendorfer Moores bis zur B 432 bei Naherfurth.
(2) Das Europäische Vogelschutzgebiet ist rund 454 ha groß und umfasst in den Gemarkungen Henstedt, Wakendorf II, Tangstedt, Wilstedt, Nahe und Kayhude den Lauf der Oberalster mit angrenzenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen vom Alsterquellmoor bis zur B 432 bei Naherfurth.
(3) In den dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarten, Blatt 1 und 2, im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt und das Europäische Vogelschutzgebiet Grau unterlegt.
(4) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 bis 4, im Maßstab 1:5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Das Vogelschutzgebiet ist in den Abgrenzungskarten Grau eingetragen. Die Ausfertigung der Karten ist im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Segeberg
bei der Landrätin oder dem Landrat des Kreises Stormarn
bei der Bürgermeisterin oder dem Bürgermeister
der Gemeinde Henstedt-Ulzburg,
der Gemeinde Tangstedt,
des Amtes Kisdorf,
24568 Kattendorf,
des Amtes Itzstedt,
23845 Itzstedt,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz und der Erhaltung von Teilen der Oberalsterniederung mit einem naturnahen mäandrierenden Fließgewässer, zeitweise überschwemmten Niederungsflächen, verschiedenen Hochmoorresten, Bruchwäldern, randlichen Knicks sowie Acker- und Grünlandflächen als Lebens-, Brut- und Nahrungsraum einer charakteristischen, teilweise gefährdeten Pflanzen- und Tierwelt.
die ausgedehnte Feuchtwiesenniederung mit feuchten Hochstaudenfluren (Lebensraumtyp „Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe", 6430, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG ) und mageren Flachlandmähwiesen (Lebensraumtyp „Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)", 6510, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG ) als Lebensraum charakteristischer, zum Teil gefährdeter Pflanzen- und Tierarten,
die in die Niederung eingebettet liegenden Reste von Hochmoorbiotopen (Lebensraumtyp „Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore", 7120, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG ) und die naturnahen Waldbestände,
die natürlichen oder naturnahen Fließgewässer (Lebensraumtyp „Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho batrachion", 3260, nach Anhang I der Richtlinie 92/43/EWG ) in ihren typischen Erscheinungsformen mit ihrer zum Teil spezialisierten Wasserflora und Wasserfauna, insbesondere mit der Kleinen Flußmuschel, als Tierart von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne des § 1 Abs. 4 (Art nach Anhang II der Richtlinie 92/43/EWG ),
die Amphibien und Reptilien im Übergangsbereich vom Moor zur Niederung,
die Lebensräume für die charakteristische terrestrische Flora und Fauna, insbesondere für bedrohte Vogelarten wie Wachtelkönig, Neuntöter (Arten nach Anhang I der Richtlinie 79/409/EWG ) und Großer Brachvogel (Art nach Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 79/409/EWG ) und
die Niederung insgesamt mit ihrer besonderen Eigenart und Schönheit auch als Fundstelle steinzeitlicher Besiedlung
(3) Soweit es zum Schutz dieses Gebietes und seiner Bestandteile, insbesondere zur Erhaltung oder Entwicklung gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensräume erforderlich ist, sind entsprechende Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen durchzuführen.
die auf den Schutzzweck ausgerichtete Bodennutzung auf den Flächen im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein sowie auf den von kommunalen Gebietskörperschaften und von juristischen Personen des Privatrechtes für Zwecke des Naturschutzes erworbenen Flächen nach Maßgabe der Empfehlungen des Landesamtes für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde; für die Waldflächen gelten die Bestimmungen der Nummer 3;
bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Grünland genutzten, in den Übersichtskarten und in den Abgrenzungskarten Blatt 1 bis 4 in waagerechter Schraffur dargestellten Flächen mit folgenden Einschränkungen:
die Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln, Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen aus zubringen und einen 10 m breiten Randstreifen entlang der Alster zu düngen;
mit Wirkung vom 1. Januar 2010 an auf diesen Flächen Düngemittel auszubringen sowie diese Flächen in der Zeit vom 5. April bis zum 30. Juni eines jeden Jahres zu walzen, zu schleppen, zu mähen oder eine sonstige Bodenbearbeitung vorzunehmen;
übrigen Flächen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang mit folgenden Einschränkungen:
nicht zulässig ist es, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Grünland genutzten Flächen mehr als bisher zu entwässern, in Ackerland umzuwandeln, Pflanzenschutzmittel auf diesen Flächen auszubringen und einen 10 m breiten Randstreifen entlang der Alster zu düngen;
die den Schutzzweck berücksichtigende, naturnahe forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen unter Beachtung des § 15 a des Landesnaturschutzgesetzes ;
Fütterungseinrichtungen zu errichten oder zu betreiben, Wildäsungsflächen oder Wildäcker anzulegen oder zu betreiben;
die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei durch die Eigentümer der jeweiligen Ufergrundstücke als fischereiberechtigte Personen sowie der Fischfang mit der Handangel durch Einzelpersonen im Rahmen einer Fischereierlaubnis in der Zeit vom 16. Juli bis zum 31. März eines jeden Jahres;
die ordnungsgemäße fischereiwirtschaftliche Nutzung im Sinne des § 7 Abs. 3 des Landesnaturschutzgesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung rechtmäßig angelegten Fischteiche in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang;
auf der Grundlage eines von den Wasserbehörden im Einvernehmen mit den unteren Naturschutzbehörden zu genehmigenden Gewässerpflegeplanes, in dem Art, Umfang und Zeitpunkt der Unterhaltungsmaßnahme anzugeben sind oder
Maßnahmen zum Schutz oder zur Pflege der im Denkmalbuch eingetragenen Kulturdenkmale, die die Denkmalschutzbehörden im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt durchführen oder durchführen lassen;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die unteren Naturschutzbehörden durchführen oder durchführen lassen; bei Maßnahmen im Bereich der Kulturdenkmale ist § 16 Abs. 9 des Landesnaturschutzgesetzes zu beachten.
das Nachstellen wildlebender, nicht dem Jagdrecht unterliegender und nicht besonders geschützter Tierarten sowie das Fangen oder Töten dieser Tierarten. Eine Ausnahme ist nicht erforderlich für die Bekämpfung des Bisams nach § 69 Abs. 2 Nr. 3 des Landeswassergesetzes im Bereich von Dämmen.
(2) Die unteren Naturschutzbehörden können im Einzelfall Ausnahmen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 4 Buchst. a zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
(3) Die unteren Naturschutzbehörden können im Einzelfall
die Anwendung von Herbiziden zur gezielten Bekämpfung von Ampfer und zur Bekämpfung von Quecke und
die Anwendung von Insektiziden zur Bekämpfung der Larven der Wiesenschnaken
als Ausnahme von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 8 und den einschränkenden Regelungen des § 5 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b zulassen, wenn hierfür ein Erfordernis unter Beachtung der Grundsätze der guten fachlichen Praxis in der Landwirtschaft nachgewiesen und hierdurch der Schutzzweck nicht nachhaltig beeinträchtigt wird.
(4) Die unteren Naturschutzbehörden können von den Verboten des § 4 Abs. 1 nach Maßgabe der Bestimmungen des § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes Befreiungen gewähren. Bei der Gewährung von Befreiungen von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 bis 13 sind die besonderen artenschutz- und jagdrechtlichen Bestimmungen zu beachten.
(2) Ordnungswidrig nach § § 57 Abs. 1 Nr. 1 des Landesnaturschutzgesetzes handelt auch, wer vorsätzlich ohne Genehmigung der unteren Naturschutzbehörden eine Handlung nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Schlappenmoor" vom 5. Juli 1971 (GVOBl. Schl.-H. S. 400), Zuständigkeiten und Ressortbezeichnungen ersetzt durch Verordnung vom 24. Oktober 1996 (GVOBl. Schl.-H. S. 652), außer Kraft.
(3) Außerdem treten
die Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen in den Gemarkungen Henstedt und Wakendorf II, Kreis Segeberg, vom 23. September 1966 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 187) und
die Kreisverordnung zum Schutz von Landschaftsteilen in der Gemeinde Tangstedt vom 1. Dezember 1969 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. 1970 S. 3), zuletzt geändert durch Kreisverordnung vom 10. März 1971 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 65),
außer Kraft, soweit sie das in § 2 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betreffen.

References: § 1

§ 1
 § 1
 Art. 4
 § 7
 § 15
 § 7
 § 16
 § 69
 § 4
 § 5
 § 4
 § 5
 § 4
 § 54
 § 4
 § 57
 § 6
 § 2