Source: http://bruegg.spbe.ch/index.php?id=2127&L=0Anna
Timestamp: 2017-10-21 19:33:43+00:00

Document:
SP Brügg / Positionen
Ortsplanungsrevision - Antwort der SP Brügg zur 2. Vernehmlassung
Wie schon in der Stellungnahme vom 13. Mai 2010 geäussert, wird in den Augen der SP mit dem vorgestellten Siedlungsentwicklungskonzept eine massvolle Entwicklung unserer Gemeinde angestrebt, die den Rahmenbedingungen des kantonalen Richtplans und des Richtplans Siedlung und Verkehr „seeland biel/bienne“ entspricht. Mit den vorgenommenen Anpassungen (u.a. Reduktion der eingezonten Fläche, Grünstreifen entlang der Mettgasse etc.) und dem verkehrsplanerischen Kurzbericht trägt das Projekt den vielerorts geäusserten Bedenken Rechnung.
1. Anmerkungen zum Erläuterungsbericht Revision der Ortsplanung vom 24. Oktober 2011
Zu Nr. 1) Die SP Brügg steht mehrheitlich hinter der Einzonung von den geplanten 3,7 ha in der Brachmatt, da hier verdichtetes Bauen mit einem guten Wohnungsmix möglich wird. Mit der Anbindung der geplanten Mehrfamilienhäuser an die Brachmattstrasse liegt das einzuzonende Land am richtigen Ort. Der bestehende Obstgarten als Grünzone bildet einen wohltuenden Kontrast zu den geplanten Neubauten.
Zu Nr. 2) Mit dem Verzicht auf die Einzonung der nördlich der Gummenstrasse gelegenen Parzellen wird den Forderungen nach einer Verkleinerung der eingezonten Fläche Rechnung getragen und die Bewirtschaftung der Parzellen wird nicht beeinträchtigt, was in unseren Augen ebenfalls Sinn macht. Die Arrondierung des östlichen Siedlungsraumes bleibt hingegen sinnvoll.
Zu Nr. 3 und 5) Die Umzonung der Wohnzone W1 in Wohnzone W2 wird ausdrücklich begrüsst im Sinn einer inneren Verdichtung der bestehenden Siedlungsfläche, ebenso die geplante ZPP bei der Ile de Brügg, die eine Voraussetzung für eine Aufwertung des Dorfzentrums bildet.
Zu Nr. 12) Die geplante „Industriezone b“ mit einer publikumsintensiven Nutzung ist am richtigen Ort geplant, in unmittelbarer Nähe der Autobahnauffahrt, so dass der zusätzliche Verkehr nur zum kleineren Teil durchs Dorf rollen wird.
2. Baureglement
Die SP Brügg begrüsst die Aufhebung von Ausnützungsziffern im revidierten Baureglement als Massnahme, verdichtetes Bauen im bestehenden Siedlungsgebiet zu fördern. Die geplante Reduktion der Grünflächenziffer bei Wohnzone W2 und W3 von 70% auf 60% wird aus demselben Grund akzeptiert.
Allgemeine Anregung: Die SP Brügg schlägt beim Abkürzungsverzeichnis vor, bei der Nennung von Gesetzen, Dekreten und Verordnungen die SR- bzw. BSG-Nummern der einzelnen Erlasse anzufügen. Das dient dem schnelleren Auffinden der Erlasse.
Zu Art. 8) Die LSV regelt die Lärmauswirkungen umfassend und abschliessend. Die SP Brügg beantragt demnach die folgende Änderung von Absatz 2:
2für die Lärmemissionen der gesamten Zone gelten die Vorschriften der LSV.
Zu Art. 17) Wir erachten das Etappieren der Überbauung als sinnvoll, ebenso, dass pro Realisisierungsetappe ein gemeinsames Heizwerk erstellt werden muss. Den Bauabstand von 10m zur Mettgasse begrüssen wir ausdrücklich.
Zu Art. 26) Die SP Brügg schlägt vor, den Artikel um die folgenden zwei Absätze zu ergänzen:
4Reklamen mit blendenden, blinkenden und wechselnden Lichteffekten sind nicht gestattet.
5Der Betrieb von himmelwärts gerichteten Anlagen, welche keine Sicherheits- oder Beleuchtungsfunktionen von Bauten erfüllen (Skybeamer, Laserscheinwerfer, Reklamescheinwerfer oder ähnliche künstliche Lichtquellen) ist verboten.
Zu Art. 27) Die SP Brügg schlägt die Ergänzung um einen weiteren Artikel vor:
7Autoabstellplätze sind mit einem Untergrund zu versehen, der das Regenwasser versickern lässt.
Zu Art. 28, Abs. 3) Wir begrüssen den Absatz zur Erstellung von gemeinsamen Wärmeerzeugungen.
Zu Art. 35) Die SP Brügg begrüsst den geplanten Abschöpfungssatz von 30% der Planungsmehrwerte und könnte sich auch eine Abschöpfung von 40% vorstellen.
Die SP Brügg beantragt die Ergänzung des Baureglementes beim Abschnitt „E Qualität des Bauens und Nutzens, E/I Bau und Aussenraumgestaltung“ um den folgenden Artikel:
1Bauten mit Alterswohnungen müssen nach den Bestimmungen der Norm SIA 500 erstellt werden.
3. Vom Kurzbericht der Metron AG zur verkehrsplanerischen Begleitung OPR Brügg wird Kenntnis genommen. Demnach scheinen die Einmündungen der Brachmattstrasse und der Mettgasse den Mehrverkehr, der durch die zusätzlichen Wohneinheiten erstehen wird, wegen der allgemeinen Abnahme des Verkehrs auf der Hauptachse (Anschluss Ostast A5 inkl. verkehrsflankierende Massnahmen) schlucken zu können.
Wir begrüssen es, dass in der Überbauungsordnung zum Industriegebiet Outdoor-Anlässe mit akustischen Verstärkeranlagen nicht zugelassen sind.
Fair produzierte Güter - Brief an den Gemeinderat
Stellungnahme zur Revision der Ortsplanung der Gemeinde Brügg
Die SP Brügg dankt dem Gemeinderat und der Bau- und Planungskommission Brügg für die Gelegenheit zur Mitwirkung.
In den Augen der SP Brügg strebt das vorgestellte Siedlungsentwicklungskonzept eine massvolle Entwicklung unserer Gemeinde an und entspricht den Rahmenbedingungen des kantonalen Richtplans und des Richtplans Siedlung und Verkehr der Agglomeration Biel. Region seeland biel/bienne.
Die SP Brügg stimmt dem gemachten Vorschlag zur Siedlungserweiterung zu, da sich die Neubaugebiete gut in das Orts- und Landschaftsbild einfügen. Wir bedauern zwar den Verlust von Fruchtfolgeflächen, sind aber der Meinung, dass das öffentliche Interesse an einer massvollen Entwicklung der Gemeinde Vorrang hat. Damit Einzelne nicht übermässig von den Einzonungen profitieren, ist es wichtig, dass Planungsmehrwerte zum Teil zu Gunsten des Gemeinwesens abgeschöpft werden. Ebenso muss durch Verträge gesichert werden, dass neu eingezontes Land innert nützlicher Frist wirklich überbaut wird.
Der inneren Verdichtung durch Reduktion der Bauabstände und der Erhöhung von Ausnützungsziffern im bestehenden Baugebiet steht die SP Brügg positiv gegenüber. Bei der Dorfzone muss jedoch mit innerer Verdichtung sorgfältig umgegangen werden, sonst drohen wichtige Grünflächen und Hochstammobstgärten zu verschwinden. Der ländliche Charakter der Dorfzone darf nicht zu sehr verschwinden, sonst geht ein Stück Brügger Identität verloren.
Wir unterstützen das Anliegen, in der Arbeits- und Industriezone möglichst wertschöpfungsintensive Arbeitsplätze anzusiedeln und insbesondere zusätzliche verkehrsintensive Einkaufszentren und Fachmärkte nicht zuzulassen. Brügg trägt schon jetzt eine sehr grosse Verkehrslast. Eine innere Verdichtung in der Industriezone erachten wir als sinnvoll, wenn gleichzeitig der Abschluss zur Aare hin gut und möglichst naturnah gestaltet wird. Die Verlegung des Grünpuffers in der Erle zur angrenzenden Wohnzone ist sinnvoll, da sie die dortigen Anwohner ein bisschen gegen Verkehrslärm schützen wird.
Die Schaffung und Erhaltung naturnaher Lebensräume im und um das Siedlungsgebiet wird von der SP Brügg befürwortet.
Einzonungsgebiet Brachmatt
Die SP Brügg stimmt den Entwicklungsskizzen gemäss Vorschlag zu. Altersgerechtes Bauen ist vor allem in dem Bereich des Gebietes anzustreben, das verdichtet überbaut wird, da in diesem Gebiet relativ kleine Höhenunterschiede überwunden werden müssen. Es ist nicht zuletzt auf den hindernisfreien Zugang zu den Häusern zu achten, z.B. durch Vermeiden unnötiger Absätze und Treppen und auf hindernisfreies Bauen in den Häusern. Diesbezüglich verweist die SP Brügg auf das Kapitel „Wohnen“ des Altersleitbildes vom Mai 2007. Das Gebiet mit den vorgesehenen kleineren Bauten ist eher für Familienwohnungen zu reservieren. Das Anbieten von Wohnungen unterschiedlicher Grösse und eine Mischung von Miet- und Eigentumswohnungen sind sinnvolle Mittel gegen die Überalterung ganzer Quartiere. Die SP Brügg weiss, dass die Verkehrserschliessung erst als Skizze vorhanden ist. In unseren Augen macht es aber Sinn, das verdichtet zu bebauende Gebiet über die Brachmattstrasse und das weniger dicht zu bebauende Gebiet über die Mettgasse zu erschliessen. Die Detailpläne sind mit der nötigen Sorgfalt auszugestalten.
Einzonungsgebiet Gummen
Die SP Brügg stimmt auch diesen Entwicklungsskizzen zu, da das Gebiet ja schon lange erschlossen ist und es sich um ein Schliessen von Baulücken am Rande des bestehenden Siedlungsgebietes handelt. Damit das Gebiet besser mit ÖV erschlossen wird, ist eine Busverbindung (Scheuren) - Orpund – Brügg zu prüfen. Via Klosterstrasse wäre so das ganze Quartier optimal an den ÖV angebunden und zudem wäre das Altersheim Fahr von den östlichen Verbandgemeinden her viel besser mit dem ÖV erreichbar.
Brügg, 13. Mai 2010
Albert Trafelet, Präsident
Eveline Matti, Vizepräsidentin

References: Art. 8
 Art. 17
 Art. 26
 Art. 27
 Art. 28
 Art. 35