Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j462.htm
Timestamp: 2017-04-23 11:45:03+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 462. Die Erzählung von Samvara (Samvara-Jātaka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hatte. Dieser nämlich, ein zu Savatthi wohnender Sohn aus guter Familie, war auf die Predigt des Meisters hin Mönch geworden. Er erfüllte die Vorschriften seiner Lehrer und Unterweiser und machte sich die beiden Patimokkhas [1] zu eigen. Nach Ablauf von fünf Jahren dachte er: „Ich will mir einen Betrachtungsstoff geben lassen und im Walde wohnen.“ Er verabschiedete sich von seinen Lehrern und Unterweisern und begab sich nach einem Grenzdorfe im Reiche Kosala. Da dort die Leute von seinem edlen Wandel befriedigt waren, erbauten sie ihm eine Laubhütte und dienten ihm. Hier nahm er für die Regenzeit seinen Aufenthalt und strebte, rang und meditierte mit angespannter Kraft. Als er aber drei Monate lang die Betrachtung betätigt hatte und noch keinen Schimmer davon verstehen konnte, dachte er bei sich: „Sicherlich bin ich unter den vier Arten der Männer, die der Meister lehrt [2], der Weltlichkeit am nächsten [3]; was soll mir der Aufenthalt im Walde?“ Und er beschloss: „Ich will nach dem Jetavana gehen [4], des Vollendeten herrliche Gestalt anschauen, seiner Predigt lauschen und darüber nachdenken.“ So gab er sein Streben auf, ging von dort weg und gelangte allmählich wieder nach dem Jetavana. Hier fragten ihn seine Lehrer und Unterweiser, seine Freunde und Vertrauten nach der Ursache seines Kommens. Als er ihnen die Sache mitteilte, tadelten sie ihn mit den Worten: „Warum hast du also getan?“, und führten ihn zu dem Meister hin. Dieser fragte: „Warum, ihr Mönche, führt ihr diesen Mönch gegen seinen Willen herbei?“ Als sie erwiderten: „Dieser, o Herr, hat in seinem Streben nachgelassen“, fragte der Meister weiter: „Ist dies wahr?“, und erhielt zur Antwort: „Ja, es ist wahr, Herr.“ Darauf sprach der Meister: „Warum, o Mönch, hast du in deinem Streben nachgelassen? In dieser meiner Lehre nämlich ist für einen schwächlichen, trägen Mann die höchste Frucht, die Heiligkeit nicht zu erreichen; wer jedoch seine Kraft anstrengt, der erfüllt diese Lehre. Früher aber warst du kraftvoll und der Belehrung zugänglich; aus diesem Grunde hast du, obwohl du von den hundert Söhnen des Königs von Benares der allerjüngste warst, dennoch durch dein Beharren bei der Ermahnung der Weisen den weißen Sonnenschirm erlangt.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§2. War 's, als der Großkönig noch lebte, war 's, da als Gott er war im Himmel, dass die Verwandten dich erwählten,
§4. „Nicht neidisch bin ich, Königssohn, gegen die heiligen Asketen; ihnen erzeig ich alle Ehrfurcht
§5. Und mich, der ich nach Wahrheit strebe voll Lernbegier und frei vom Neide,
belehren wieder die Asketen, die Weisen, die die Tugend lieben.
§6. Nachdem ich so das Wort vernommen von diesen heiligen Asketen, zeig ich Verachtung gegen nichts,
§9. Auch geht es gut den Kaufleuten, die aus verschiednen Ländern kommen; sie stehen unter meinem Schutz.
§11. Und so umringt von deinen Brüdern, geschmückt mit deinen Kronjuwelen,
bleibst unbesiegt du von den Feinden wie Indra vom Dämonenfürsten [7].“
§A2. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu; „O Mönch, der du früher so geduldig die Ermahnungen befolgtest, warum hast du jetzt dein Streben nicht betätigt?“ §C. Sodann verkündete er die Wahrheiten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener Mönch zur Frucht der Bekehrung) und verband das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der Großkönig Samvara dieser Mönch, der Prinz Uposatha war Sāriputta, die übrigen Brüder waren die oberen und unteren Theras [8], die Versammlung war die Buddhaschar, der die Ermahnung gebende Minister aber war ich.“
[7] Zu dem Kampfe zwischen Indra und den Dämonen (Asuras) vgl. Jātaka 31.
[8] Die oberen Theras sind die öfters genannten, wie Sāriputta, Mogallāna, Ānanda usw. Die weniger bekannten heißen die unteren.

References: §2

§4

§5

§6

§9

§11