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Timestamp: 2019-09-17 03:29:02+00:00

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BGH, 21.04.1988 - IX ZR 113/87 - dejure.org
https://dejure.org/1988,430
BGH, 21.04.1988 - IX ZR 113/87 (https://dejure.org/1988,430)
BGH, Entscheidung vom 21.04.1988 - IX ZR 113/87 (https://dejure.org/1988,430)
BGH, Entscheidung vom 21. April 1988 - IX ZR 113/87 (https://dejure.org/1988,430)
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Möglichkeit der Geltendmachung von Einwendungen hinsichtlich einer Bürgschaft auf erstes Anfordern vor einer Durchführung eines Rückforderungsprozesses - Einwand der unzulässigen Rechtsausübung bei offensichtlichem Fehlen der materiellen Berechtigung des Gläubigers
VOB/B § 16 Nr. 1 Abs. 3
Bürgschaft auf erstes Anfordern; Einwand unzulässiger Rechtsausübung
NJW 1988, 2610
NJW-RR 1989, 46 (Ls.)
MDR 1988, 857
WM 1988, 934
BB 1988, 1558
DB 1988, 2245
BauR 1988, 594
Hat der Bürge insoweit Einwendungen, kann er diese - einschließlich der Behauptung, die verbürgte Hauptschuld sei nicht schlüssig dargetan - grundsätzlich erst nach Zahlung durch Rückforderungsklage gegen den Begünstigten geltend machen (BGHZ 74, 244, 248; 90, 287, 294;… BGH, Urt. v. 24. November 1983 - IX ZR 2/83, NJW 1984, 923, 924; v. 21. April 1988 - IX ZR 113/87, NJW 1988, 2610; v. 17. Januar 1989 - XI ZR 65/88, NJW 1989, 1480, 1481; v. 13. Juli 1989 - IX ZR 223/88, WM 1989, 1496).
Ist es offensichtlich oder liquide beweisbar, daß trotz Vorliegens der formellen Voraussetzungen der Bürgschaftsfall nicht eingetreten ist, steht dem Bürgen der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung zu (BGH, Urt. v. 21. April 1988 - IX ZR 113/87, aaO).
Alle Streitfragen tatsächlicher und rechtlicher Art, deren Beantwortung sich nicht von selbst ergibt, sind in einem Rückforderungsprozeß auszutragen (BGHZ 90, 287, 294; BGH, Urt. v. 21. April 1988 - IX ZR 113/87, aaO;… v. 17. Januar 1989 - XI ZR 65/88, aaO; v. 13. Juli 1989 - IX ZR 223/88, WM 1989, 1496, 1498).
Zwar soll eine solche Bürgschaft vor allem sicherstellen, daß der Gläubiger bei einem Scheitern der Vertragsdurchführung seine bis dahin noch nicht durch berechtigte Forderungen des Auftragnehmers verbrauchte Vorauszahlung zurückerhält (BGH, Urt. v. 21. April 1988 - IX ZR 113/87, WM 1988, 934, 936).
-IX ZR 113/87, NJW 1988, 2610; v. 9. März 1989.
Streitfragen tatsächlicher und rechtlicher Natur, deren Beantwortung sich nicht von selbst ergibt, sind nicht im Ausgangsprozeß zu entscheiden (Senat, NJW 1988, 2610 f. = LM § 765 BGB Nr. 58; ZIP 1989, 437 (438); NJW 1989, 1480 = LM § 305 BGB Nr. 48 = ZIP 1989, 1108 (1109) im Anschluß an BGHZ 90, 287 (292 ff.) = NJW 1984, 2030 = LM § 305 BGB Nr. 27).
Sie hat somit klar und unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass den Klägern sofort liquide Barmittel zugeführt werden, wenn diese den Bürgschaftsfall für eingetreten erachten, und Einwendungen gegen die Bürgschaftsverpflichtung aus dem Hauptschuldverhältnis erst in einem Rückforderungsprozess geltend gemacht werden können (vgl. BGHZ 74, 245; 247 f.; NJW 1988, 2610).
Auch wenn die materielle Berechtigung des Gläubigers offensichtlich fehlt, steht dem Bürgen der Einwand der unzulässigen Rechtsausübung zu (BGH NJW 1988, 2610).
Eine Vorauszahlungsbürgschaft soll jedoch vor allem sicherstellen, dass der Gläubiger bei einem Scheitern der Vertragsdurchführung seine bis dahin noch nicht durch berechtigte Forderungen des Auftragnehmers verbrauchte Vorauszahlung zurückerhält (BGH NJW 1999, 1105, 1106; NJW 1988, 2610, 2611).
Streitfragen tatsächlicher und rechtlicher Natur, deren Beantwortung sich nicht von selbst ergeben, sind nicht im Ausgangsprozeß zu entscheiden (BGH, Urt. v. 21. April 1988 aaO), können also die Zuerkennung des Anspruchs auf vorläufige Zahlung nicht aufhalten.
Vielmehr ist mangels abweichender Vereinbarungen davon auszugehen, dass der Beklagte für den Fall abgesichert werden sollte, dass die von der Fa. K. erbrachten Leistungen wertmäßig hinter dem Betrag der Vorauszahlung zurückbleiben (vgl. BGH NJW 1999, 2113; NJW 1988, 2610 S. 2611;… Heiermann in Heiermann/Riedl/Rusam, 9. Aufl., § 17 VOB/B Rdn. 23), ein Risiko, das sich gerade, wie im Streitfall, bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung realisieren konnte.
Zwar hat die Fa. K. ihren Anspruch auf Anrechnung nicht etwa verloren, sie ist allerdings, nachdem die Berechtigung der Forderungen bzw. deren Höhe nunmehr streitig ist, im Rahmen der bisher noch ausstehenden Abrechnung über die ausgeführten Leistungen vorzunehmen (vgl. BGH NJW 1988, 2610).
OLG Stuttgart, 27.10.1993 - 1 U 143/93
OLG Frankfurt, 18.03.1997 - 5 U 229/95
Zulässige Einwendungen gegen die Inanspruchnahme aus einem "Standby Letter of …
OLG Bremen, 14.06.1990 - 2 U 44/90
Anspruch des Auftraggebers einer Bank auf Unterlassung einer Zahlung einer …
OLG Köln, 14.11.1995 - 3 U 222/92
LG Augsburg, 01.07.2003 - 2 HKO 5024/02

References: § 16
 § 765
 § 305
 § 305
 BGH 
 § 17
 BGH