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Timestamp: 2020-01-24 18:07:45+00:00

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Sauer, SGB II § 38 Vertretung der Bedarfsgemeinschaft / 2.1 Vertretung nach Abs. 1 | TVöD Office Professional | Öffentlicher Dienst | Haufe
Sauer, SGB II § 38 Vertretung der Bedarfsgemeinschaft / 2.1 Vertretung nach Abs. 1
2.1.1 Voraussetzung der Vermutungswirkung
Abs. 1 Satz 1 enthält die Vermutung einer rechtsgeschäftlichen Vertretungsvollmacht für die Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft (Schoch, in: Münder, SGB II, § 38 Rz. 3; Kallert, in: Gagel, SGB II, § 38 Rz. 11; Silbermann, in: Eicher/Luik, SGB II, § 38 Rz. 12). Die widerlegbare Vermutung gilt für den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Bedarfsgemeinschaft. Für die Vertretungsbefugnis des erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ist entscheidend, dass dieser Mitglied der Bedarfsgemeinschaft ist. Dies gilt nach der Rechtsprechung unabhängig davon, ob er selbst Leistungen beanspruchen kann (BSG, Urteil v. 22.8.2013, B 14 AS 78/12 R; BSG, Urteil v. 15.4.2008, B 14/7b AS 58/06 R; Valgolio, in: Hauck/Noftz, SGB II, § 38 Rz. 6; krit. dazu Kallert, a. a. O., Rz. 13, der in Anbetracht der Eindeutigkeit des Wortlauts von Abs. 1 Satz 1 – "...erwerbsfähige Leistungsberechtigte..." berechtigte Zweifel anmeldet, ob eine solche Auslegung vertretbar ist). Endet die Mitgliedschaft zur Bedarfsgemeinschaft endet auch die Vertretungsbefugnis (Schoch, a. a. O., Rz. 6).
Der Bevollmächtigte muss verfahrensfähig sein (h. M. vgl. Kallert, in: Gagel, SGB II, § 38 Rz. 14 m. w. N.; a. A. Silbermann, in: Eicher/Luik, SGB II, § 38 Rz. 14, der eine beschränkte Handlungsfähigkeit nach § 11 Abs. 1 Nr. 2 für ausreichend erachtet). Ist unklar, ob überhaupt eine Bedarfsgemeinschaft vorliegt bzw. ob einzelne Personen der Bedarfsgemeinschaft angehören, liegen die Voraussetzungen nach Abs. 1 Satz 1 nicht vor (Schoch, in: Münder, SGB II, § 38 Rz. 8 m. w. N.; Silbermann, a. a. O., Rz. 20; Kallert, a. a. O., Rz. 16).
2.1.2 Inhalt der Vermutungswirkung
Allerdings ist die Rechtsfolge der Vertretungsvermutung des Satzes 1 auf die Vertretung im Verwaltungsverfahren beschränkt (LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 21.4.2008, L 20 AS 112/06 m. w. N.; Burkiczak, in: BeckOK, SGB II, § 38 Rz. 3). Der Widerspruch kann zwar grundsätzlich von jedem einzelnen Mitglied der Bedarfsgemeinschaft, soweit es von dem Bescheid betroffen ist, eingelegt werden. § 38 ist nach der Rechtsprechung des BSG (Urteil v. 7.11.2006, B 7b AS 8/06 R) dahin auszulegen, dass die vermutete Bevollmächtigung alle Verfahrenshandlungen erfasst, die mit der Antragstellung und der Entgegennahme der Leistungen zusammenhängen und der Verfolgung des Anspruchs dienen, also auch die Einlegung des Widerspruchs (ebenso: Burkiczak, a. a. O.; a. A. Kallert, in: Gagel, SGB II, § 38 Rz. 24). Erforderlich ist jedoch nach Auffassung des BSG, dass in der Rechtsbehelfsbelehrung zum Ausdruck geb...
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Sauer, SGB II § 37 Antragserfordernis
0 Rechtsentwicklung Rz. 1 Die Vorschrift trat mit Art. 1 des Vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt v. 24.12.2003 (BGBl. I S. 2954) am 1.1.2005 (Art. 61 Abs. 1 des genannten Gesetzes) in Kraft. Sie ist im Rahmen der Neufassung von ...

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