Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=12.12.2013&Aktenzeichen=B%204%20AS%206/13%20R
Timestamp: 2019-11-22 12:13:29+00:00

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BSG, 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - dejure.org
https://dejure.org/2013,35682
BSG, 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R (https://dejure.org/2013,35682)
BSG, Entscheidung vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R (https://dejure.org/2013,35682)
BSG, Entscheidung vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R (https://dejure.org/2013,35682)
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Arbeitslosengeld II bzw Sozialgeld - Zusatzkosten für kieferorthopädische Versorgung - Mehrbedarf bei unabweisbarem laufenden besonderen Bedarf - Leistungsrecht der Krankenversicherung - fehlende medizinische Notwendigkeit der Zusatzbehandlung
Arbeitslosengeld II bzw Sozialgeld; Zusatzkosten für kieferorthopädische Versorgung; Mehrbedarf bei unabweisbarem laufenden besonderen Bedarf; Beschränkung der medizinisch notwendigen Versorgung durch das Leistungsrecht der Krankenversicherung
§ 21 Abs 6 SGB 2, § 27 SGB 5, § 28 Abs 1 SGB 5, § 28 Abs 2 S 6 SGB 5, § 28 Abs 2 S 7 SGB 5
Jobcenter braucht "ergänzende" Kieferorthopädie-Leistungen nicht zu übernehmen
Kein Anspruch auf Übernahme für Kosten weiterer ärztlicher Maßnahmen
Jobcenter muss Mehrkosten für Zahnspange nicht bezahlen
SG Köln, 07.02.2011 - S 15 AS 664/10
LSG Nordrhein-Westfalen, 16.06.2011 - L 6 AS 472/11
BSG - B 6 AS 6/13 R (anhängig)
BSGE 115, 77
NZS 2014, 306
Im Rahmen dieser Vorgaben sind andererseits bei der Beurteilung der "Einsparmöglichkeiten" sowohl die dem System des SGB II immanente Subsidiarität der Leistungserbringung nach § 5 Abs. 1 S 1 SGB II (BSG Urteil vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - zur Veröffentlichung in BSGE vorgesehen, SozR 4-4200 § 21 Nr. 16, RdNr 21), als auch die aus § 3 Abs. 3 1. Halbs SGB II folgende Beschränkung auf eine Leistungserbringung nur für den Fall, dass die Hilfebedürftigkeit nicht anderweitig beseitigt werden kann, zu berücksichtigen.
So verhält es sich bei den Kosten der medizinischen Versorgung privat Krankenversicherter grundsätzlich ebenso wenig wie bei gesetzlich Krankenversicherten (…vgl hierzu aus der Rspr des erkennenden Senats BSG Urteil vom 26.5.2011 - B 14 AS 146/10 R - BSGE 108, 235 = SozR 4-4200 § 20 Nr. 13, RdNr 23 f; aus der des 4. Senats BSG Urteil vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - SozR 4-4200 § 21 Nr. 16 sowie vorgesehen für BSGE, RdNr 22) .
Insoweit erstreckt sich der Härtefallmehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II nicht auf Kosten, die auch nach der Konzeption des SGB V von den Versicherten selbst zu tragen sind (so bereits BSG Urteil vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - BSGE 115, 77 = SozR 4-4200 § 21 Nr. 16, RdNr 26) .
Der 4. Senat des BSG hat erwogen, dass ein solcher Anspruch bestehen könnte, wenn dem Leistungsberechtigten durch eine medizinisch notwendige Behandlung deswegen regelmäßig Kosten entstehen, weil Leistungen der Krankenversicherung etwa wegen ihres geringen Abgabepreises, aus sonstigen Kostengründen oder aus systematischen/sozialpolitischen Gründen von der Versorgung nach dem SGB V ausgenommen werden (BSG Urteil vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - SozR 4-4200 § 21 Nr. 16 sowie vorgesehen für BSGE, RdNr 22) .
Dem steht nicht entgegen, dass die Entscheidungen über einen Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II und die Höhe der Regelleistungen eine rechtliche, nicht weiter auftrennbare Einheit bilden (st. Rspr. des Bundessozialgerichts [BSG], zuletzt Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R -, Rn. 11 m.w.N.).
Zwar hat es nach der Schaffung des § 21 Abs. 6 SGB II ausgesprochen, dass eine Anwendung des § 73 SGB XII nach der Entscheidung des BVerfG vom 9. Februar 2010 - 1 BvL 1/09 u. a - nicht mehr in Frage komme (Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R - Rn. 15).
Arbeitslosengeld II - Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung - keine …
Die Klägerin hat zu Recht eine kombinierte Anfechtungs- und Leistungsklage gegen den Bewilligungsbescheid des Beklagten vom 22.9.2009 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 15.10.2009 erhoben, weil der von ihr geltend gemachte Anspruch auf Mehrbedarf nach §§ 19, 21 Abs. 5 SGB II (in der Fassung des Vierten Gesetzes zur Modernisierung des Arbeitsmarktes vom 24.12.2003, BGBl I 2954, zuletzt geändert durch Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland vom 2.3.2009, BGBl I 416; im Folgenden SGB II aF) kein eigenständiger Streitgegenstand im Rahmen der Bewilligung von Alg II ist (…stRspr: BSG Urteil vom 3.3.2009 - B 4 AS 50/07 R - BSGE 102, 290-295 = SozR 4-4200 § 21 Nr. 5, RdNr 12;… BSG Urteil vom 2.7.2009 - B 14 AS 54/08 R - BSGE 104, 48-57 = SozR 4-1500 § 71 Nr. 2, RdNr 11;… BSG Urteil vom 14.2.2013 - B 14 AS 48/12 R - SozR 4-4200 § 21 Nr. 15 RdNr 9; BSG Urteil vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen - RdNr 11 f).
SG Dresden, 12.12.2016 - S 3 AS 5728/14
Eine Ablehnung gelte daher nicht, wie bei einer unbefristeten Ablehnung von Leistungen ohne Folgeantrag (vgl. hierzu BSG Urteil vom 12.12.2013, Az.: B 4 AS 6/13; Urteil vom 15.04.2008, AZ.: B 14/7b AS 52/06 R und schon BSG Urteil vom 07.11.2006, Az.: B 7b AS 14/06 R), bis zur mündlichen Verhandlung fort, sondern sei durch den Bewilligungsabschnitt begrenzt, auch ohne dass dies im Ablehnungsbescheid bzgl. des Mehrbedarfs ausdrücklich erwähnt werden muss.
Soweit dies, wie vorliegend, nicht geschieht, ist der Streitgegenstand auf den im Antragszeitpunkt laufenden Bewilligungsabschnitt beschränkt (vgl. B 4 AS 6/13, Rn. 12, 13).
Mit den Leistungen der Krankenkasse wird der Bedarf des Klägers zugleich auch im Sinne des Leistungsrechts des SGB XII gedeckt (vgl. insoweit BSG vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - Rn. 25 und 26 zu einem vergleichbaren Fall im Grundsicherungsrecht: Dort hat das BSG ausgeführt, dass die Indikation zu einer kieferorthopädischen Behandlung durch die gesetzliche Krankenkasse anerkannt worden sei, so dass die dortige Klägerin auch die medizinisch notwendige Versorgung durch die gesetzliche Krankenkasse erhalte. Damit werde der Bedarf der Klägerin wegen der kieferorthopädischen Behandlung jedoch zugleich auch im Sinne des Grundsicherungsrechts gedeckt. Auch wenn hinsichtlich der geltend gemachten Mehrleistungen nicht ausgeschlossen werden könne, dass sie medizinisch indiziert sein könnten, gingen diese über die notwendige Versorgung hinaus und seien daher nach der Grundkonzeption des SGB V vom Versicherten selbst zu tragen).
Wegen solcher Ansprüche verweist das SGB XII (vgl §§ 48, 52 SGB XII) auf die im Sozialgesetzbuch Fünftes Buch - Gesetzliche Krankenversicherung - (SGB V) vorgesehenen Leistungen; weitergehende Ansprüche auf Grundlage anderer Anspruchsgrundlagen scheiden für Hilfebedürftige regelmäßig aus (vgl für Leistungsberechtigte nach dem Sozialgesetzbuch Zweites Buch - Grundsicherung für Arbeitsuchende - BSGE 115, 77 = SozR 4-4200 § 21 Nr. 16) .
Unabweisbar im Sinne des Grundsicherungsrechts kann wegen der Subsidiarität dieses Leistungssystems ein medizinischer Bedarf grundsätzlich nur dann sein, wenn nicht die gesetzliche Krankenversicherung oder Dritte zur Leistungserbringung, also zur Bedarfsdeckung, verpflichtet sind (BSG Urteil vom 12.12.2013 - B 4 AS 6/13 R - BSGE 115, 77 = SozR 4-4200 § 21 Nr. 16, RdNr 22) .
Da es sich bei einem Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II, den der Kläger geltend macht, nach der Rechtsprechung des BSG nicht um einen abtrennbaren Streitgegenstand handelt (BSG…, Urteil vom 11. Februar 2015 - B 4 AS 27/14 R - juris Rdnr. 10; BSG, Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R - juris Rdnr. 11 m.w.N.), war der ursprüngliche Mehrbedarfsantrag des Klägers darauf gerichtet, den vorläufigen Bewilligungsbescheid vom 18. März 2015 in der Fassung des Änderungsbescheides vom 24. März 2015 für die Monate Mai, Juni und Juli zu ändern und höhere Leistungen zu bewilligen.
Da es sich bei einem Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II, den der Kläger geltend macht, nach der Rechtsprechung des BSG nicht um einen abtrennbaren Streitgegenstand handelt (BSG…, Urteil vom 11. Februar 2015 - B 4 AS 27/14 R - juris Rdnr. 10; BSG, Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R - juris Rdnr. 11 m.w.N.), war der ursprüngliche Mehrbedarfsantrag des Klägers darauf gerichtet, den vorläufigen Bewilligungsbescheid vom 18. März 2015 in der Fassung des Änderungsbescheides vom 24. März 2015 für die Monate Mai, Juni und Juli 2015 zu ändern und höhere Leistungen zu bewilligen.
Streitgegenständlich ist damit der gesamte Regelbedarf einschließlich etwaiger Mehrbedarfe, da die Mehrbedarfe nach der Rechtsprechung des BSG keinen abtrennbaren Streitgegenstand bilden können (zum Mehrbedarf nach § 21 Abs. 6 SGB II BSG…, Urteil vom 11. Februar 2015 - B 4 AS 27/14 R - juris Rdnr. 10; BSG, Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R - juris Rdnr. 11 m.w.N.; zum Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung nach § 21 Abs. 5 SGB II BSG…, Urteil vom 14. Februar 2013 - B 14 AS 48/12 R - juris Rdnr. 9; anders für die Mehrbedarfe nach dem SGB XII BSG…, Urteil vom 26. August 2008 - B 8/9b SO 10/06 R - juris Rdnr. 12 ff.).
LSG Nordrhein-Westfalen, 07.08.2014 - L 7 AS 269/14
Kostenübernahme als Zuschuss für zwei neue Brillengläser als Leistungen nach dem …
Der geltend gemachte Anspruch auf einen Mehrbedarf wegen eines unabweisbaren laufenden besonderen Bedarfs gemäß § 21 Abs. 6 SGB II stellt keinen eigenständigen und von der Höhe der Regelleistung abtrennbaren Streitgegenstand dar (Bundessozialgericht (BSG), Urteil vom 3.3.2009 - B 4 AS 50/07 R, BSG, Urteil vom 12. Dezember 2013 - B 4 AS 6/13 R).
LSG Baden-Württemberg, 27.05.2014 - L 2 SO 1431/14
Sozialhilfe - keine Kostenübernahme für implantatgestützten Zahnersatz - keine …
LSG Nordrhein-Westfalen, 15.02.2016 - L 7 AS 1681/15
LSG Sachsen-Anhalt, 28.05.2015 - L 5 AS 570/13
LSG Bayern, 10.03.2014 - L 16 AS 157/14
LSG Nordrhein-Westfalen, 24.07.2014 - L 19 AS 1088/14
Geltendmachung höherer Grundsicherungsleistungen wegen eines monatlichen …
SG Dresden, 12.12.2016 - S 3 AS 6001/14
Übernahme von Fahrtkosten zur ambulanten Psychotherapie als Mehrbedarf im Rahmen …
LSG Berlin-Brandenburg, 26.05.2016 - L 31 AS 2471/15
Darlehen für künstliche Befruchtung
SG Berlin, 14.09.2015 - S 127 AS 32141/12
Grundsicherung für Arbeitsuchende - abweichende Leistungserbringung - Darlehen …
LSG Baden-Württemberg, 27.05.2014 - L 2 SO 1625/13
BSG, 14.05.2014 - B 4 AS 369/13 B
LSG Nordrhein-Westfalen, 11.08.2014 - L 19 AS 1105/14
Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II für "gemischte …
LSG Sachsen-Anhalt, 21.05.2014 - L 5 AS 301/11
Sozialgerichtliches Verfahren - Unzulässigkeit der Berufung - Ermittlung des …
LSG Sachsen-Anhalt, 15.12.2015 - L 4 AS 478/14
LSG Nordrhein-Westfalen, 04.03.2014 - L 19 AS 1516/13
LSG Nordrhein-Westfalen, 29.01.2014 - L 7 AS 1872/13
Prozesskostenhilfe für Klage nach dem SGB II bei Ablehnung einer ambulanten …
BSG, 05.06.2014 - B 4 AS 427/13 B
SG Freiburg, 21.09.2016 - S 7 AS 710/13
Fahrtkosten zu regelmäßigen Arztterminen eines schwerbehinderten Kindes als …
SG Nordhausen, 06.08.2015 - S 13 AS 788/15
Gewährung eines Mehrbedarfes für kostenaufwendige Ernährung aufgrund einer …
BSG, 16.01.2014 - B 4 AS 429/13 B

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 § 28
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