Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=16.09.2004&Aktenzeichen=16%20UF%206/04
Timestamp: 2019-08-22 05:47:55+00:00

Document:
KG, 16.09.2004 - 16 UF 6/04 - dejure.org
https://dejure.org/2004,3367
KG, 16.09.2004 - 16 UF 6/04 (https://dejure.org/2004,3367)
KG, Entscheidung vom 16.09.2004 - 16 UF 6/04 (https://dejure.org/2004,3367)
KG, Entscheidung vom 16. September 2004 - 16 UF 6/04 (https://dejure.org/2004,3367)
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§ 1615l Abs 2 S 3 BGB, Art 6 Abs 5 GG, Art 100 Abs 1 S 1 GG
Vorlagefrage an das BVerfG: Verfassungsmäßigkeit der Befristung des Betreuungsunterhaltsanspruchs der nicht verheirateten Mutter
Vereinbarkeit des § 1615 l Abs. 2 Satz 3 BGB mit Art. 6 Abs. 5 GG; Aussetzung und Vorlage an das Bundesverfassungsgericht gemäß Art. 100 Abs. 1 Satz 1 GG
Anspruch auf Betreuungsunterhalt; Anspruch der Mutter oder des Kindes; Grundsatz der nachehelichen Solidarität; Anspruch auf Unterhaltsrente; Verfassungsmäßigkeit zeitlicher Begrenzung; Anspruch auf persönliche Betreuung ehelicher und nichtehelicher Kinder; Sicherung des Kindeswohls; Entsprechende Anwendung der Regelungen für Kinder geschiedener Eltern wegen besonderer Schutzbedürftigkeit der Kinder
AG Berlin-Pankow/Weißensee - 14 F 3497/03
NJW 2004, 3656 (Ls.)
FamRZ 2004, 1895
Soweit beide Unterhaltsansprüche einem Elternteil im Interesse des Kindeswohls die notwendige Betreuung und Erziehung ermöglichen sollen (vgl. Senatsurteil BGHZ 161, 124, 128 ff. = FamRZ 2005, 347, 348), lässt die Verlängerungsmöglichkeit nach § 1615 l Abs. 2 Satz 3 BGB aus Gründen grober Unbilligkeit eine verfassungsgemäße Auslegung (vgl. insoweit BVerfG FamRZ 2003, 662, 663) im Einzelfall zu (a.A. Vorlagebeschlüsse des OLG Hamm FamRZ 2004, 1893 und des KG FamRZ 2004, 1895; vgl. auch BVerfG FamRZ 2004, 1013 und FuR 2004, 400).
Soweit das Oberlandesgericht Hamm (FamRZ 2004, 1893 f.) und das KG (FamRZ 2004, 1895 f.) demgegenüber meinen, die Norm des § 1615 l BGB sei wegen der Ungleichbehandlung ehelicher und nichtehelicher Kind verfassungswidrig, folgt der Senat dieser Argumentation aus den bereits aufgezeigten Gründen nicht.
Ein generell unbefristeter Anspruch ist jedoch verfassungsrechtlich nicht geboten (a.A. OLG Hamm, FamRZ 2004, 1893 mit ablehnender Anmerkung Mehrle; KG, FamRZ 2004, 1895).

References: § 1615
 § 1615
 Art. 6
 Art. 100
 § 1615
 § 1615