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Abmahnwelle vom Hafenfuchs - Forum Schiff
Abmahnwelle vom Hafenfuchs
Beitrag von poseidon » Mo 8. Jun 2009, 15:20
An alle Webmaster mit historischen Schiffsbildern.
Hafenfuchs versucht bei den Webmastern abzukassieren. Es haben bereits einige einen Abmahnbrief bekommen, bei mir will er 1.800 €. Es geht um historische Schiffsbilder zum Teil vor dem 2. Weltkrieg, die längst aus dem Copyright raus sind. Und um Bilder vor 1985.
Wer eine solche Abmahnung bekommen hat setze sich bitte mit mir in Verbindung. Ich habe einen Rechtsanwalt eingeschaltet.
Re: Abmahnwelle vom Hafenfuchs
Beitrag von ArneKiel » Mo 8. Jun 2009, 15:33
gilt für Bilder vor 1985 (älter als 25 Jahre) irgendein besonderes Copyright-Recht?? - oder ist das nur ein Beispiel?
Beitrag von Frank-B » Mo 8. Jun 2009, 15:46
das habe ich bei Wikipedia gefunden:
Lichtbilder nach deutschem Recht sind Fotos jeglicher Art, die keine Werkqualität aufweisen, z. B. alltägliche Fotos aus dem Privatbereich, § 72 Abs. 1 UrhG.
Die Urheberrechte an (einfachen) Lichtbildern erlöschen nach § 72 Abs. 3 UrhG fünfzig Jahren nach dem ersten Erscheinen des Bildes (oder nach der ersten erlaubten öffentlichen Wiedergabe etwa im Fernsehen oder Internet, falls dieses Datum früher liegt). Bei einer Nicht-Veröffentlichung innerhalb von fünfzig Jahren nach der Herstellung erlischt die Schutzfrist. In seltenen Fällen kann sich damit eine hundertjährige Schutzfrist ergeben. Beispiel: Ein Lichtbild aus dem Jahr 2000 wird knapp vor der Fünfzigjahresfrist im Jahre 2050 erstmals veröffentlicht und genießt dann einen Schutz bis Ende 2100.
Lichtbildwerke sind im Unterschied zu (einfachen) Lichtbildern persönliche geistige Schöpfungen i. S. d. § 2 UrhG. Lichtbildwerke sind also Fotografien, die über das Alltägliche hinausgehen und sich durch Individualität auszeichnen, siehe auch Schöpfungshöhe.
Das Urheberrecht von Lichtbildwerken erlischt nach § 64 UrhG siebzig Jahren nach dem Tode des Urhebers (lat. post mortem auctoris), die Regelschutzfrist in der EU. Nach § 69 UrhG beginnen die Fristen mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem das für den Beginn der Frist maßgebende Ereignis eingetreten ist.
Beitrag von poseidon » Mo 8. Jun 2009, 17:59
Vor 1985 war die Schutzfrist nur 25 Jahre.
Gilt es nun Rückwirkend oder erst ab 1985? Das wird mir mein Anwalt erklären. Aber Fuchs behauptet nicht er müsse nachweisen ob er das Copyright hat sondern ich müsse nachweisen das er es nicht hat. Somit ist hier der Willkür Tür und Tor geöffnet zumal die Rechtsschutzversicherungen von einem solchen Rechtsstreit ausgenommen worden sind. So toll ist der Gesetzgeber!
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Beitrag von Cunarder » Mo 8. Jun 2009, 18:37
poseidon hat geschrieben: An alle Webmaster mit historischen Schiffsbildern.
Verstehe ich nicht, hat denn Hafenluchs oder so die Rechte am Copyright erworben.
Das Copyright liegt doch m.E. bei der damaligen Reederei bzw. beim Fotografen.
http://www.schiffspost.com
Beitrag von FBehling » Mo 8. Jun 2009, 19:21
das sieht doch stark nach dem nasforschen Versuch aus, den lauen Geschäfts- und Ladenbetrieb mit einert neuen Einnahmequelle etwas aufzubessern.
Auf jeden Fall Anwalt/Rechtsberatung mit der Abmahnung konsultieren. Wenn Die Homepage keinen finanziellen Vorteil erbringt und keinen kommerziellen Hintergrund (Firmenpage, Bilderverkauf oder etc) hat, wird Hafenfuchs es schwer haben, die 1800 Euro zu begründen. Dann läuft seine Aktivität allerhöchstens auf eine Unterlassung hinaus und die Bilder müssen aus dem Netz.
Wenn Hafenfuchs es auf ein Verfahren ankommen lässt, wird er aber auf jeden Falll nachweisen müssen, welcher Schaden ihm durch die wie auch immer begründete Urheberrechtsverletzung mit der Darstellung der Bilder im Netz entstanden ist. Das wird bei deutschen Richtern nicht leicht - ganz besonders mit Gerichtsstand Hamburg.
Und was die Drohung mit Anwalts- und Verfahrenskosten als Einschüchterung für eine möglichst "gütliche" Einigung angeht, hat der Gesetzgeber 2008 allzu drastischen Forderungen einen Riegel vorgeschoben:
Neue Obergrenze im Urheberrecht: 100 Euro pro Abmahnung bei „einfach gelagerten Urheberrechtsverletzungen“
Die hohen Geldforderungen im Zusammenhang mit Abmahnungen rufen immer wieder Kritiker auf den Plan, die im Bestreben, Urheberrechtsverletzungen einzudämmen, eher die Suche vieler Anwälte nach schnellem Geld sahen. Um dieser Gefahr vorzubeugen, bestimmt der am 1. September 2008 in Kraft getretene § 97a Abs. 2 UrhG, dass der (zu Recht) Abgemahnte „in einfach gelagerten Fällen“ und „außerhalb des geschäftlichen Verkehrs“ Anwaltskosten nur bis zu einer Höhe von 100 Euro tragen muss. Dieser Betrag umfasst auch die Mehrwertsteuer und etwaige Auslagen des Anwaltes, sind aber unabhängig von eventuellen weiteren Schadensersatzansprüchen des Verletzten. Die neue Regelung beschränkt sich auf das Urheberrecht und trifft keine Aussage dazu, in welcher Höhe der Anwalt einen Anspruch gegenüber dem ihn mandatierenden Verletzten hat. Wann Fälle „einfach gelagert“ sind, wird durch die Rechtsprechung geklärt werden müssen. Diese Regelung gilt nicht für Altfälle, also nur für Rechtsverletzungen ab dem 1. September 2008.
Beitrag von Uwe Richter » Mo 8. Jun 2009, 19:59
FBehling hat geschrieben: Auf jeden Fall Anwalt/Rechtsberatung mit der Abmahnung konsultieren.
Wobei zu klären wäre ob die "Gegenseite" Ihrerseits auch mit einem Anwalt arbeitet wovon ich zunächst ausgehe.
Dann auf jeden Fall überprüfen ob seine Kosten & Gebühren nach der Bundesrechtsanwaltsgebührenordnung (BRAGO) korrekt abgerechnet werden.
Ein Schelm wer da an eine "gewinnbringende Zusammenarbeit" von Mandantschaft und Kanzlei denkt, oder ?????????????????
Link: http://bundesrecht.juris.de/rvg/index.html
Beitrag von Jürgen Stein » Mo 8. Jun 2009, 21:06
Einfach nur ignorieren
Aus diesem Hafenfuchs oder Hafenluchs ist doch schon lange nur ein kleines Hafenfüchsen übergeblieben. Und diese Dame hat wahrscheinlich auch einen Namen.
Registriert: Di 26. Feb 2008, 21:13
Beitrag von Gunnar » Mo 8. Jun 2009, 22:45
Über das Thema Abmahnungen wurde in der jüngeren Vergangenheit ja schon öfter in diversen Medien berichtet. Über die Art angemessene der Reaktion waren die sich nicht immer einig, aber in einem Punkt kamen sie alle zum gleichen Schluss: Nicht zu reagieren ist so ziemlich der größtmögliche Fehler!
Meine Bilder bei Flickr: https://www.flickr.com/photos/g-meisner
Meine Forenbeiträge bei DSO: http://www.g-meisner.de/website/foren.html (Achtung! Schwerpunkt Eisenbahn...)
Beitrag von poseidon » Mo 8. Jun 2009, 23:51
Ein weiteres Opfer von Fuchs?
http://www.biedekarken.de/
auch hier sind die Schiffsfotos nicht mehr zu sehen:
http://www.hsdg-sammlung.de/

References: § 72
 § 72
 § 2
 § 64
 § 69
 § 97