Source: https://www.arbeitsagentur.de/wissensdatenbank-sgbii/15-algii-eingliederungsvereinbarung
Timestamp: 2020-07-11 13:42:26+00:00

Document:
SGB II, §15: Eingliederungsvereinbarung - Bundesagentur für Arbeit
Nein, das Ziel der Jugendfreiwilligendienste, zu denen das FSJ und das FÖJ gehören, ist gem. § 1 Abs. 1 des Jugendfreiwilligendienstegesetzes die Förderung der Bildungsfähigkeit von Jugendlichen. Zur Wahrung des Freiwilligencharakters, der für die praktische Tätigkeit unverzichtbar ist, sollte von einer Verpflichtung abgesehen werden. Die Teilnahme an den Freiwilligendiensten kann jedoch im Rahmen der Beratung und Vermittlung angeboten werden. Damit können weitere Möglichkeiten der sinnvollen Betätigung, wie z. B. auch ehrenamtlicher Tätigkeiten, erschlossen werden.
Hinweise: §§ 10, 15 SGB II
Vgl. auch gleicher Beitrag in § 10 FSJ in der Eingliederungsvereinbarung (100009)
WDB-Beitrag Nr.: 150010
Siehe Eintrag "Nachrang der Vermittlung im Verhältnis zur Teilnahme an einem freiwilligen sozialen Jahr" zu § 10: Zumutbarkeit (identisch).
WDB-Beitrag Nr.: 150011
Siehe Eintrag "Verhältnis Teilnahme FSJ/FÖJ zu Vermittlung" zu § 10: Zumutbarkeit (identisch).
WDB-Beitrag Nr.: 150009
Mit einem jugendlichen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten (eLb) sollen frühzeitig (ein bis eineinhalb Jahre) vor dessen Schulentlassung bzw. Bildungsabschluss die erforderlichen Schritte (Berufsorientierung und -beratung, Bewerbungs- und Vermittlungsbemühungen) eingeleitet werden, um den Übergang von der Schule in den Beruf möglichst nahtlos sicherzustellen und langfristig die Hilfebedürftigkeit des Jugendlichen zu reduzieren bzw. zu beenden. Dazu sollte der persönliche Ansprechpartner (pAp) kontinuierlich dessen schulischen Werdegang bzw. Ausbildungsverlauf begleiten u. a. durch Fragen nach der aktuellen bzw. angestrebten Schul-/Ausbildungsform, nach dem Stand im Berufswahlprozess oder nach dem schulischen Leistungsstand. Ein wichtiger Indikator sind dabei Noten bzw. Leistungsnachweise. Diese wird der pAp i. d. R. anlass- und einzelfallbezogen bei dem Jugendlichen erfragen. Dem Jugendlichen respektive seinem gesetzlichen Vertreter ist zu erläutern, dass die Vorlage des Zeugnisses zur Einschätzung des aktuellen Schulverlaufs bzw. im Rahmen des Integrationsprozesses erforderlich ist.
Zur Mitwirkung ist der eLb durch § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 38 Abs. 3 SGB III verpflichtet. Jedoch führt eine Nichtmitwirkung - anders als im Rechtskreis SGB III (§ 38 Abs. 4 Satz 2 SGB III) - nicht dazu, dass die Vermittlungsbemühungen und damit der Anspruch auf Arbeitslosengeld eingestellt werden. Vielmehr besteht für den eLb weiterhin die grundsätzliche Pflicht, jede zumutbare Arbeit nach § 10 SGB II aufzunehmen. Sofern die schulische Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist, kann sich der Jugendliche auf die Ausnahmetatbestände des § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB II berufen.
WDB-Beitrag Nr.: 150007

References: §15
 § 1
 § 10
 § 10
 § 10
 § 16
 § 38
 § 10
 § 10