Source: https://www.nextdoc.at/forums/topic/aufklaerung-als-turnusarzt/page/9/
Timestamp: 2018-06-19 02:53:12+00:00

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Dieses Thema enthält 155 Antworten und 15 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Medicus2010 vor 3 Monate, 1 Woche.
29. März 2010 um 23:16 #797335
Die Ärztekammer samt ihren Winkeladvokaten interpretiert aber das von ihnen selbst de facto geschriebene Gesetz schon sehr schwammig – sollen doch die Gerichte im Ernstfall deren Drecksarbeit machen !
Daß hier noch nicht einmal der Hauch eines Curriculums (wie in den Staaten mit klaren, zeitlich strukturierten Lerninhalten, Zwischenprüfungen sowie verbindlicher Evaluation der Ausbildungsstätten durch die Auszubildenden) vorliegt, sagt doch alles über die Arbeitgeber- und Primarfreundlichkeit.
Und die Unis ? Statt Gerichtsmedizin und Berufskunde gibt es Verblödung pur im Massenbetrieb.
Und abermals: Im Ernstfall wenden Gerichte zunächst StGB und ABGB an, nicht das Ärztegesetz, damit kann man sich brausen gehen. DAHER weht der Wind,nicht aus den Niederungen der Ärztekammern und ihrer viertklassigen Juristen (Wer geht denn schon freiwillig dort hin als Jurist ?) !
Und, wie schallvogl schon sagt, im ERNSTFALL (vorm Straf-, Zivilrichter, wenn es also um die berufliche Existenz gehen kann), ist jeder sich selbst der Nächste: Da ist man als TA gaaaaanz schnell alleine auf weiter Flur, da wird gelogen, daß sich die Balken biegen etc.. Umso besser, wenn man erst garnicht in der Nähe irgendeines Aufklärungsbogens war.
30. März 2010 um 0:13 #797339
Der Turnusarzt darf behandeln unter Aufsicht und für fortgeschrittene vorübergehend auch ohne Aufsicht § 1,2,3 Ärztegesetz insbesondere § 3 abs 3 Ärztegesetz.
§ 1. Soweit in den einzelnen Vorschriften nicht anderes bestimmt ist, bezieht sich in diesem
1. die allgemeine Bezeichnung „Arzt“ („ärztlich“) auf alle Ärzte, die über eine Berufsberechtigung
als „Arzt für Allgemeinmedizin“, „approbierter Arzt“, „Facharzt“ oder „Turnusarzt“ verfügen,
jedoch mit Ausnahme der Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie der Turnusärzte
in Ausbildung zum Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde,
2. die Bezeichnung „Facharzt“ oder „Turnusarzt“ auf alle Fachärzte oder Turnusärzte in Ausbildung
zum Facharzt mit Ausnahme der Fachärzte für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sowie der
Turnusärzte in Ausbildung zum Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.
(2) Die Ausübung des ärztlichen Berufes umfaßt jede auf medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen
begründete Tätigkeit, die unmittelbar am Menschen oder mittelbar für den Menschen ausgeführt
Krankheiten oder Störungen, von Behinderungen oder Mißbildungen und Anomalien, die krankhafter
Natur sind;
(3) Jeder zur selbständigen Ausübung des Berufes berechtigte Arzt ist befugt, ärztliche Zeugnisse
auszustellen und ärztliche Gutachten zu erstatten.
BGBl. I – Ausgegeben am 10. November 1998 – Nr. 169 1937
§ 3. (1) Die selbständige Ausübung des ärztlichen Berufes ist ausschließlich den Ärzten für Allgemeinmedizin
und approbierten Ärzten sowie den Fachärzten vorbehalten.
(2) Die selbständige Ausübung des ärztlichen Berufes besteht in der eigenverantwortlichen
Ausführung der im § 2 Abs. 2 und 3 umschriebenen Tätigkeiten, gleichgültig, ob solche Tätigkeiten
freiberuflich oder im Rahmen eines Dienstverhältnisses ausgeübt werden.
(3) Die in Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin oder zum Facharzt befindlichen Ärzte
(Turnusärzte) sind lediglich zur unselbständigen Ausübung der im § 2 Abs. 2 und 3 umschriebenen
Tätigkeiten in den gemäß §§ 9 bis 11 als Ausbildungsstätten anerkannten Einrichtungen, im Rahmen von
Lehrpraxen oder in Lehrambulatorien unter Anleitung und Aufsicht der ausbildenden Ärzte berechtigt.
Sofern krankenanstaltenrechtliche Organisationsvorschriften keine dauernde Anwesenheit eines Facharztes
erfordern, können Turnusärzte, die bereits über die entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten
verfügen, vorübergehend auch ohne Aufsicht eines für die Ausbildung verantwortlichen Facharztes tätig
(4) Anderen Personen als den in den Abs. 1 und 3 genannten Ärzten ist jede Ausübung des ärztlichen
Berufes verboten

References: § 1
 § 3

§ 1

§ 3
 § 2
 § 2