Source: http://www.urantia.nyc/ger01/119.html
Timestamp: 2018-11-13 22:07:36+00:00

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DAS URANTIA BUCH, Schrift 119. Die Selbsthingaben von Christus Michael
DAS URANTIA BUCH - Schrift 119. Die Selbsthingaben von Christus Michael
Schrift 119. Die Selbsthingaben von Christus Michael
§ 1. Die erste Selbsthingabe
§ 2. Die zweite Selbsthingabe
§ 3. Die dritte Selbsthingabe
§ 4. Die vierte Selbsthingabe
§ 5. Die fünfte Selbsthingabe
§ 6. Die sechste Selbsthingabe
§ 7. Die siebente und letzte Selbsthingabe
§ 8. Michaels Status nach seinen Selbsthingaben
119:0.1 (1308.1) ALS Chef der Abendsterne Nebadons bin ich von Gabriel mit der Mission beauftragt worden, auf Urantia die Geschichte der sieben Selbsthingaben des Universumssouveräns, Michaels von Nebadon, zu offenbaren, und mein Name ist Gavalia. Bei der Abfassung dieser Darstellung werde ich mich strikte an die mir von meiner Kommission auferlegten Beschränkungen halten.
119:0.3 (1308.3) Wenn der Ewige Sohn einem projektierten Lokaluniversum einen Schöpfersohn zuteilt, übernimmt dieser die volle Verantwortung für Fertigstellung, Kontrolle und ruhigen Gang dieses neuen Universums und legt dabei gegenüber der ewigen Trinität ein feierliches Gelübde ab, die volle Souveränität über die neue Schöpfung nicht vor dem erfolgreichen Abschluss der sieben Selbsthingaben in Geschöpfesgestalt und ihrer Bestätigung durch die Ältesten der Tage des betreffenden Superuniversums zu übernehmen. Diese Verpflichtung geht jeder Michael-Sohn ein, der das Paradies als Freiwilliger verlässt, um sich an die Organisation und Schöpfung eines Universums zu machen.
119:0.5 (1308.5) Obwohl den verschiedenen Welten, Systemen und Konstellationen aus diesen Selbsthingaben ebenso wie den diversen Ordnungen von Universumsintelligenzen, die durch sie berührt werden und in ihren Genuss kommen, zahlreiche beiläufige Segnungen erwachsen, sind sie doch in erster Linie dazu bestimmt, die persönliche Schulung und universelle Erziehung des Schöpfersohnes selber zu vervollständigen. Die Selbsthingaben sind für die weise, gerechte und wirksame Führung eines Lokaluniversums nicht unerlässlich, aber absolut notwendig für eine faire, erbarmende und verständnisvolle Verwaltung einer solchen Schöpfung, in der es von den verschiedensten Formen des Lebens und Myriaden intelligenter, aber unvollkommener Geschöpfe nur so wimmelt.
119:1.1 (1309.2) Es war vor fast einer Milliarde Jahren ein feierlicher Anlass auf Salvington, als die versammelten Leiter und Chefs des Universums von Nebadon Michael ankündigen hörten, dass sein älterer Bruder, Immanuel, alsbald die Autorität über Nebadon übernehmen werde, während er (Michael) in unbekannter Mission abwesend sein werde. Und es gab im Zusammenhang mit diesem Geschehen keine andere Erklärung als die ferngemeldete Abschiedsbotschaft an die Väter der Konstellation, in der es nebst anderen Anweisungen hieß: „Und während dieser Zeitspanne gebe ich euch in die Fürsorge und Obhut Immanuels, während ich dem Gebot meines Paradies-Vaters Folge leiste.“
119:1.3 (1309.4) Alle Bewohner Salvingtons und der Konstellations- und Systemhauptsitze versammelten sich an ihren jeweiligen Empfangsstationen für den universellen Nachrichtendienst in der Hoffnung, etwas über Mission und Verbleib des Schöpfersohnes zu erfahren. Bis zum dritten Tag nach Michaels Weggang empfingen sie keine irgendwie bedeutungsvolle Botschaft. An diesem Tag wurde auf Salvington eine von der Melchisedek-Sphäre, dem nebadonschen Hauptsitz dieser Ordnung, stammende Mitteilung registriert, die ganz einfach diesen außerordentlichen und nie dagewesenen Vorgang erwähnte: „Heute Mittag erschien auf dem Empfangsfeld dieser Welt ein seltsamer Melchisedek-Sohn, der nicht aus unserer Mitte stammt, aber ganz wie ein Mitglied unserer Ordnung ist. Er war von einem einzelnen Omniaphen begleitet, der ein Beglaubigungsschreiben von Uversa überbrachte und für unseren Chef bestimmte Weisungen der Ältesten der Tage vorlegte, die von Immanuel von Salvington bestätigt worden waren und geboten, dass dieser neue Melchisedek-Sohn in unsere Ordnung aufzunehmen und dem Notdienst der Melchisedeks von Nebadon zuzuteilen sei. Und es ist also angeordnet und ausgeführt worden.“
119:1.6 (1310.3) Und das ist alles, was mir erlaubt ist, euch über die erste Selbsthingabe Michaels mitzuteilen. Uns ist es natürlich völlig klar, dass der seltsame Melchisedek, der vor einer Milliarde Jahren auf so geheimnisvolle Weise bei den Melchisedeks diente, kein anderer als der inkarnierte Michael war, der die Mission seiner ersten Selbsthingabe erfüllte. Das Dokument erklärt nicht ausdrücklich, dass dieser einmalige und leistungsfähige Melchisedek Michael war, aber es wird allgemein geglaubt, dass er es war. Wahrscheinlich kann die wirkliche Sachdarstellung nirgends außerhalb der Archive Sonaringtons gefunden werden, und die Archive dieser geheimen Welt sind für uns unzugänglich. Nur auf dieser heiligen Welt der göttlichen Söhne kennt man die Mysterien von Inkarnation und Selbsthingabe völlig. Wir alle kennen die Tatsache der Selbsthingaben Michaels, aber wir begreifen nicht, wie sie vollzogen werden. Wir wissen nicht, wie der Lenker eines Universums, der Schöpfer der Melchisedeks, auf so plötzliche und mysteriöse Weise einer der ihren werden und als einer von ihnen unter ihnen leben und hundert Jahre lang als ein Melchisedek-Sohn arbeiten kann. Aber genau das ist geschehen.
119:2.3 (1311.2) Gleichzeitig mit dem Eintreffen dieses Gesuchs auf Salvington schritt Michael zu der zweiten seiner außerordentlichen Absichtserklärungen, sich vom Universumshauptsitz wegzubegeben, um „zu tun, was mein Paradies-Vater mir gebietet “. Er versprach, „zu gegebener Zeit zurückzukehren“, und konzentrierte alle Autorität in den Händen seines Paradies-Bruders Immanuel, des Einigers der Tage.
119:2.4 (1311.3) Und darauf verabschiedete sich Michael von seiner Hauptsitzsphäre wieder in derselben Art, die man zum Zeitpunkt seines Weggangs in Verbindung mit seiner Selbsthingabe als Melchisedek beobachtet hatte. Drei Tage nach seiner ohne Erklärung erfolgten Verabschiedung erschien inmitten des Reservekorps der primären Lanonandek-Söhne Nebadons ein neues und unbekanntes Mitglied. Dieser neue Sohn kam am Mittag an, unangemeldet und in Begleitung eines einzelnen Tertiaphen, der ein von Immanuel von Salvington bestätigtes Beglaubigungsschreiben der Ältesten der Tage Uversas überbrachte, das die Weisung enthielt, dass dieser neue Sohn dem System 37 als Nachfolger des abgesetzten Lutentia und in Erwartung der Ernennung eines neuen Souveräns als amtierender Systemsouverän mit voller Autorität zuzuteilen sei.
119:2.6 (1311.5) Und dann kam der denkwürdige Tag, an dem der neu ernannte Systemsouverän eintraf, welcher von den Universumsbehörden als dauernder Nachfolger des abgesetzten Lutentia bezeichnet worden war, und ganz Palonia trauerte über den Weggang des edelsten und gütigsten Systemherrschers, den Nebadon je gekannt hatte. Er wurde vom ganzen System geliebt und von seinen Gefährten, den Lanonandek-Söhnen aller Gruppen, vergöttert. Seine Abreise ging nicht ohne Förmlichkeiten vor sich; sein Abschied vom Systemhauptsitz wurde mit einer großen Feierlichkeit begangen. Selbst sein entgleister Vorgänger sandte diese Botschaft: „Gerecht und rechtschaffen bist du in all deinem Handeln. Obwohl ich bei meiner Ablehnung der Ordnung des Paradieses bleibe, bin ich gezwungen einzugestehen, dass du ein gerechter und barmherziger Verwalter bist.“
119:3.1 (1312.2) Der höchste Rat Salvingtons hatte eben die Prüfung eines Gesuchs der Lebensbringer von Planet 217 im System 87 der Konstellation 61 um Entsendung eines Materiellen Sohnes zu ihrer Unterstützung beendet. Nun befand sich dieser Planet in einem System bewohnter Welten, in welchem ein anderer Systemsouverän auf Abwege geraten war. Es war bis zu diesem Zeitpunkt die zweite derartige Rebellion in ganz Nebadon.
119:3.2 (1312.3) Auf Verlangen Michaels wurde die Antwort auf die Anfrage der Lebensbringer vertagt, bis Immanuel sie studiert und darüber Bericht erstattet hätte. Dies war ein regelwidriges Vorgehen, und ich erinnere mich sehr gut, wie wir uns alle auf etwas Außerordentliches gefasst machten, und wir wurden nicht lange in Atem gehalten. Denn Michael legte die Leitung des Universums in Immanuels Hände, während er Gabriel mit dem Kommando über die himmlischen Heerscharen betraute. Und nachdem er sich so seiner administrativen Verantwortung entledigt hatte, verabschiedete er sich vom Muttergeist des Universums und verschwand vom Abflugfeld Salvingtons genau wie bei zwei früheren Gelegenheiten.
119:4.2 (1313.5) Am dritten Tag nach diesem Aufbruch zur Selbsthingabe stießen wir in dem Uversa betreffenden universellen Sendedienst auf folgende bedeutsame Nachricht aus dem seraphischen Hauptquartier Nebadons: „Wir berichten über die unangemeldete Ankunft eines unbekannten Seraphen in Begleitung eines einzelnen Supernaphen und Gabriels von Salvington. Dieser nichtregistrierte Seraph hat die Eigenschaften der Ordnung Nebadons und besitzt ein von Immanuel von Salvington bestätigtes Beglaubigungsschreiben der Ältesten der Tage Uversas. Er stellt sich als ein Angehöriger der höchsten Engelsordnung eines Lokaluniversums heraus und ist bereits dem Korps der Lehrer-Berater zugeteilt worden.“
119:4.3 (1313.6) Für diese seraphische Selbsthingabe war Michael während einer Periode von über vierzig Jahren universeller Standardzeit von Salvington abwesend. In dieser Zeit war er als seraphischer Lehrer-Berater, was ihr vielleicht Privatsekretär nennen würdet, eingeteilt, der auf zweiundzwanzig verschiedenen Welten wirkte und sechsundzwanzig verschiedenen Meisterlehrern diente. Sein letzter oder abschließender Dienst war der eines Ratgebers und Helfers, welcher der Mission der Selbsthingabe eines Lehrersohns der Trinität auf der Welt 84 der Konstellation 3 des Universums von Nebadon beigegeben war.
119:4.6 (1314.3) Michael hat sich selbst hingebend die Erfahrung von drei Ordnungen seiner erschaffenen Universumssöhne gemacht: der Melchisedeks, der Lanonandeks und der Materiellen Söhne. Als Nächstes geruht er, das Engelsleben verkörpernd, sich als ein höchster Seraph zu personifizieren, bevor er sein Augenmerk den verschiedenen Phasen der aufsteigenden Laufbahn der niedrigsten Art seiner Willensgeschöpfe, den evolutionären Sterblichen von Zeit und Raum, zuwendet.
119:5.1 (1314.4) Vor etwas mehr als dreihundert Millionen Jahren urantianischer Zeitrechnung waren wir Zeugen einer weiteren Übergabe der Universumsautorität an Immanuel und beobachteten, dass Michael Anstalten zum Weggehen traf. Dieses Ereignis unterschied sich von den früheren insofern, als er ankündigte, sein Reiseziel sei Uversa, der Hauptsitz des Superuniversums von Orvonton. Zu gegebener Zeit verreiste unser Souverän, aber nie erwähnte der Nachrichtendienst des Superuniversums eine Ankunft Michaels am Hof der Ältesten der Tage. Hingegen fand sich kurz nach seinem Weggang aus Salvington in den Übermittlungen aus Uversa diese bedeutungsvolle Erklärung: „Heute traf ein unangemeldeter und unnummerierter aufsteigender Pilger sterblichen Ursprungs aus dem Universum von Nebadon ein, der von Immanuel von Salvington beglaubigt und von Gabriel von Nebadon begleitet war. Dieses nicht identifizierte Wesen lässt den Status eines wahren Geistes erkennen und ist in unsere Gemeinschaft aufgenommen worden.“
119:5.3 (1315.1) Auf Salvington verfolgten wir die Laufbahn dieses geistigen Pilgers mit größtem Interesse, da wir wegen Gabriels Gegenwart sehr wohl wussten, dass dieser bescheidene und unnummerierte Pilgergeist niemand anders als der sich selbst hingebende Herrscher unseres Lokaluniversums war. Dieser erste Auftritt des in der Rolle eines Stadiums menschlicher Evolution inkarnierten Michaels war ein Ereignis, das ganz Nebadon elektrisierte und in seinen Bann schlug. Wir hatten von solchen Dingen gehört, aber jetzt konnten wir sie betrachten. Michael erschien auf Uversa als voll entwickelter und vollendet geschulter vergeistigter Sterblicher und setzte als solcher seine Laufbahn fort bis zum Zeitpunkt des Weitergehens einer Gruppe aufsteigender Sterblicher nach Havona. Hierauf besprach er sich mit den Ältesten der Tage und verließ Uversa sogleich in Begleitung Gabriels auf plötzliche und unauffällige Weise. Kurz darauf erschien er an seinem gewohnten Platz in Salvington.
119:5.4 (1315.2) Erst nach Abschluss dieser Selbsthingabe begann es in uns endlich zu dämmern, dass Michael sich wohl in Gestalt seiner verschiedenen Ordnungen von Universumspersönlichkeiten inkarnieren würde, von den höchsten Melchisedeks bis hinunter zu den Sterblichen aus Fleisch und Blut der evolutionären Welten von Zeit und Raum. Ungefähr zu dieser Zeit begann man an den Melchisedek-Hochschulen die Wahrscheinlichkeit zu lehren, dass Michael sich eines Tages als ein Sterblicher inkarnieren werde, und es wurden viele Mutmaßungen über die für solch eine unerklärliche Selbsthingabe mögliche Technik angestellt. Die Tatsache, dass Michael in Person in der Rolle eines aufsteigenden Sterblichen aufgetreten war, lenkte neues und zusätzliches Interesse auf den ganzen Plan des Geschöpfesfortschritts auf dem langen Weg aufwärts durch Lokal- und Superuniversum.
119:6.1 (1315.4) Nun, da ganz Salvington mit den Präliminarien einer unmittelbar bevorstehenden Selbsthingabe vertraut war, rief Michael die Bewohner des Hauptsitzplaneten zusammen und breitete vor ihnen zum ersten Mal den Rest des Inkarnationsplanes aus, indem er ankündigte, dass er Salvington bald verlassen würde, um die Laufbahn eines morontiellen Sterblichen am Hof der Allerhöchsten Väter auf dem Hauptsitzplaneten der fünften Konstellation anzutreten. Und dann vernahmen wir zum ersten Mal die Ankündigung, dass er seine siebente und letzte Selbsthingabe in Menschengestalt auf irgendeiner evolutionären Welt zu machen gedenke.
119:6.4 (1316.1) Als Michael von dieser morontiellen Selbsthingabe zurückkehrte, wurde für uns alle offenkundig, dass unser Schöpfer ein kameradschaftliches Geschöpf geworden war, dass der Universumssouverän auch der Freund und einfühlsame Helfer selbst der niedrigsten Form erschaffener Intelligenzen seiner Reiche war. Wir hatten diese allmähliche Aneignung des Geschöpfesstandpunktes in der Universumsadministration schon früher festgestellt, denn sie hatte sich schrittweise bemerkbar gemacht, aber sie sprang nach dem Abschluss seiner Selbsthingabe als morontieller Sterblicher mehr in die Augen und wurde nach der Rückkehr von seiner Laufbahn als Zimmermannssohn auf Urantia noch offensichtlicher.
119:6.5 (1316.2) Wir erfuhren durch Gabriel im Voraus den Zeitpunkt der Entlassung Michaels aus seiner morontiellen Selbsthingabe, und wir bereiteten auf Salvington einen den Umständen entsprechenden Empfang vor. Millionen und Abermillionen von Wesen aus den Hauptsitzwelten der Konstellationen Nebadons versammelten sich, und von den Nachbarwelten Salvingtons fand sich die Mehrheit der Aufenthalter ein, um ihn anlässlich seiner Wiederaufnahme der Leitung seines Universums willkommen zu heißen. In Beantwortung unserer zahlreichen Grußworte und unserer Würdigungen eines Souveräns, der so entschiedenen Anteil an seinen Geschöpfen nahm, erwiderte er bloß: „Ich habe mich einfach um die Angelegenheiten meines Vaters gekümmert. Ich handle nur aus der Freude der Paradies-Söhne heraus, die ihre Geschöpfe lieben und deren sehnlichster Wunsch es ist, sie zu verstehen.“
119:6.6 (1316.3) Aber von diesem Tag an bis zu der Stunde, da sich Michael zu seinem Abenteuer als Menschensohn auf Urantia aufmachte, fuhr ganz Nebadon fort, die vielen Großtaten seines Souveränen Herrschers auf Endantum zu diskutieren, wo er in der Selbsthingabe-Inkarnation eines evolutio-nären aufsteigenden morontiellen Sterblichen gewirkt hatte und gleich seinen den materiellen Welten der ganzen Konstellation seines Aufenthaltes entstammenden Gefährten in jeder Hinsicht auf die Probe gestellt worden war.
119:7.2 (1316.5) Die öffentliche Ankündigung, dass Michael Urantia zum Schauplatz seiner letzten Selbsthingabe auserkoren hatte, erfolgte kurz nachdem wir von der Pflichtverletzung Adams und Evas erfahren hatten. Und so nahm eure Welt über fünfunddreißigtausend Jahre lang in den Räten des gesamten Universums eine sehr auffallende Stellung ein. Kein Geheimnis (abgesehen vom Mysterium der Inkarnation) umgab irgendwelchen Schritt in der Selbsthingabe auf Urantia. Von Anfang bis Ende, bis zu der abschließenden, triumphierenden Rückkehr Michaels als höchster Universumssouverän nach Salvington, wurde im Universum über alles, was auf eurer kleinen, aber so sehr geehrten Welt vor sich ging, ausgiebig berichtet.
119:7.3 (1316.6) Obwohl wir dachten, dass diese Methode gewählt werden würde, wussten wir bis zum Eintritt des tatsächlichen Ereignisses nie, dass Michael auf Erden als ein hilfloses Kindlein dieser Welt erscheinen würde. Bis dahin war er immer als voll entwickelter Angehöriger der für die Selbsthingabe gewählten Persönlichkeitsgruppe erschienen, und erregend war nun die aus Salvington übermittelte Ansage, dass auf Urantia das Kindlein von Bethlehem geboren worden sei.
119:7.4 (1316.7) Wir realisierten damals nicht nur, dass unser Schöpfer und Freund den gefährlichsten Schritt seiner gesamten Laufbahn tat — riskierte er doch offensichtlich in dieser Selbsthingabe als hilfloser Säugling seine Position und Autorität — sondern wir begriffen auch, dass seine in dieser letzten, menschlichen Selbsthingabe gewonnene Erfahrung ihn für ewig als unbestrittenen und höchsten Souverän über das Universum von Nebadon inthronisieren würde. Aus allen Teilen des Lokaluniversums richteten sich während eines Jahrhundertdrittels irdischer Zeit alle Blicke auf Urantia. Allen Intelligenzen wurde klar, dass sich die letzte Selbsthingabe abwickelte, und da wir seit langem um die Rebellion Luzifers in Satania und den Abfall Caligastias auf Urantia wussten, begriffen wir nur zu gut, wie heiß der Kampf sein würde, der entstünde, wenn unser Herrscher hinabstiege, um sich in der demütigen Gestalt eines Menschenwesens zu inkarnieren.
119:8.3 (1318.2) Durch die Vervollständigung seiner Selbsthingaben in Geschöpfesgestalt begründete Michael nicht nur seine eigene Souveränität, sondern verstärkte auch die sich entwickelnde Souveränität des Supremen Gottes. Im Laufe der Selbsthingaben unternahm der Schöpfersohn nicht nur in absteigender Reihenfolge die Erforschung der verschiedenen Naturen der Geschöpfespersönlichkeiten, sondern vollbrachte auch die Offenbarung der verschiedenen Willensarten der Paradies-Gottheiten, deren zusammenfassende Einheit, wie sie durch die Supremen Schöpfer offenbart wird, die Offenbarung des Willens des Supremen Wesens ist.
119:8.7 (1318.6) Indem der Schöpfersohn die Erfahrung machte, die sich in den Sieben Hauptgeisten ausdrückenden sieben Willen der Trinität zu offenbaren, machte er zugleich die Erfahrung, den Willen des Supremen zu offenbaren. Indem er als Offenbarer des Willens der Suprematie wirkte, hat sich Michael gleich allen anderen Meistersöhnen auf ewig mit dem Supremen identifiziert. In diesem Universumszeitalter offenbart er den Supremen und nimmt an der Verwirklichung der Souveränität der Suprematie teil. Aber wir glauben, dass er im nächsten Universumszeitalter für die Universen des Äußeren Raums und in ihnen mit dem Supremen Wesen in der ersten erfahrungsmäßigen Trinität zusammenarbeiten wird.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8