Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=11.10.2007&Aktenzeichen=VII%20ZR%2025/06
Timestamp: 2019-11-18 11:34:57+00:00

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BGH, 11.10.2007 - VII ZR 25/06 - dejure.org
https://dejure.org/2007,793
BGH, 11.10.2007 - VII ZR 25/06 (https://dejure.org/2007,793)
BGH, Entscheidung vom 11.10.2007 - VII ZR 25/06 (https://dejure.org/2007,793)
BGH, Entscheidung vom 11. Januar 2007 - VII ZR 25/06 (https://dejure.org/2007,793)
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BGB § 134; HOAI § 4 Abs. 3
Überschreitung der Höchstsätze der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) durch eine schriftliche Honorarvereinbarung; Teilnichtigkeit des Vertrages nach Verstoß gegen die Preisvorschriften der Honorarordnung für Architekten; Preisrechtlich unzulässige ...
Verstoß eines schriftlich vereinbarten Pauschalhonorars gegen Höchstsätze der HOAI führt zur Reduzierung auf die zulässige Höchstvergütung
Folgen des Verstoßes einer Architekten-Honorarvereinbarung gegen die Höchstvergütung nach HOAI (RA Dr. Ekkehart Reinelt; jurisPR-BGHZivilR 47/2007 Anm. 2)
Welches Honorar bei Überschreitung der HOAI-Höchstsätze? (IBR 2007, 685)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 11.10.2007, Az.: VII ZR 25/06 (Verstoß des vereinbarten Honorars gegen HOAI-Höchstsatz)" von RA Friedrich-Karl Scholtissek, original erschienen in: NJW 2007, 56 - 57.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 11.10.2007, Az.: VII ZR 25/06 (Verstoß eines schriftlich vereinbarten Pauschalhonorars gegen Höchstsätze der HOAI führt zur Reduzierung auf die zulässige...)" von RA Hans Christian Schwenker, original erschienen in: ZfIR 2008 Heft ...
LG Magdeburg, 30.07.2003 - 10 O 367/01
LG Magdeburg, 29.12.2005 - 10 O 367/01
OLG Naumburg, 29.12.2005 - 4 U 145/03
NJW 2008, 55
MDR 2007, 1418
NZBau 2008, 65
BauR 2007, 2081
ZfBR 2008, 47
Im Zusammenhang mit der Überschreitung des Höchstsatzes spricht der BGH davon, dass an die Stelle des zu hohen Honorars "der (noch) zulässige Preis" tritt, der damit zum Vertragspreis wird (BGH, Urt. v. 11.10.2007 - VII ZR 25/06, BauR 2007, 2081).
Im Regelfall tritt an die Stelle der nichtigen Vereinbarung der gesetzlich zulässige Höchstsatz (BGH, Urteil vom 11. Oktober 2007 - VII ZR 25/06, BauR 2007, 2081 = NZBau 2008, 65 = ZfBR 2008, 47).
Begründet wird dies mit der Ausnahmeregelung in § 134 Halbsatz 2 BGB, wonach das Rechtsgeschäft nur (insgesamt) nichtig ist, wenn sich nicht aus dem Gesetz ein anderes ergibt (vgl. BGH, Beschluss vom 11. Januar 1984 - VIII ARZ 13/83, BGHZ 89, 316, 319; Urteil vom 4. August 2000 - III ZR 158/99, BGHZ 145, 66, 76; Urteil vom 11. Oktober 2007 - VII ZR 25/06, NJW 2008, 55 Rn. 14).
Zwar hat der Verstoß gegen ein preisrechtliches Verbotsgesetz nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gemäß § 134 BGB im Allgemeinen die Nichtigkeit der Entgeltregelung nur in dem Umfang zur Folge, als der zulässige Preis überschritten wird; im übrigen bleibt der zulässige Preis geschuldet (vgl. Senatsurteil BGHZ 145, 66, 76 f; BGHZ 51, 174, 181; 89, 316, 319 f; 108, 147, 150; BGH, Urteil vom 11. Oktober 2007 - VII ZR 25/06 - NJW 2008, 55, 56 Rn. 14).
An die Stelle der unzulässigen Preisvereinbarung tritt der gesetzlich zulässige Preis (vgl. BGH, Beschluss vom 11. Januar 1984 - VIII ARZ 13/83, BGHZ 89, 316, 319; Urteil vom 23. Juni 1989 - V ZR 289/87, BGHZ 108, 147, 150; Urteil vom 11. Oktober 2007 - VII ZR 25/06, NJW 2008, 55 Rn. 14;… ebenso die allgemeine Meinung im Schrifttum, vgl. nur MünchKomm.BGB/Armbrüster, 6. Aufl., § 134 Rn. 63, 107;… Erman/A. Arnold, BGB, 14. Aufl., § 134 Rn. 49 f.;… jurisPK-BGB/Nassall, Stand Okt. 2014, § 134 Rn. 157).
Dementsprechend hat der Bundesgerichtshof in seiner Rechtsprechung zu Verstößen gegen preisrechtliche Vorschriften auch nicht darauf abgestellt, ob es sich um ein- oder zweiseitige Verbote handelt (vgl. etwa BGHZ 89, 316, 319; 108, 147, 150; BGH, NJW 2008, 55 Rn. 14).
Ein Verstoß gegen Preisvorschriften führt nach einhelliger Meinung (…vgl. nur Ellenberger in Palandt, Bürgerliches Gesetzbuch, 69. Aufl., § 134 Rdnr. 26 f.) weder zur Unwirksamkeit des gesamten Vertrags noch zur Nichtigkeit der gesamten Preisabrede, sondern in Anwendung der in § 134 2. Halbsatz BGB normierten Ausnahmeregelung nur zu deren Teilnichtigkeit (BGH, NJW 2008, 55; BGH, BGHZ 89, 316, 319; BGH, BGHZ 108, 147, 150; BGH, BGHZ 145, 66, 76).
Was das Gesetz nicht verbietet, ist rechtmäßig und kann daher nicht der Nichtigkeitsfolge nach § 134 BGB anheimfallen (BGH, NJW 2008, 55).
An die Stelle der preisrechtlich unzulässigen Vergütung tritt der zulässige Preis, der damit Vertragspreis ist (BGH, NJW 2008, 55).
Nach diesen Grundsätzen hat der Bundesgerichtshof eine Mietzinsabrede nur insoweit für nichtig gehalten, als sie den nach § 5 WiStG höchstzulässigen Mietzins überstieg (vgl. BGHZ 89, 316, 320 f = NJW 1984, 722, 723; BGH NJW 2004, 1740 f; NJW 2005, 2156; NJW-RR 2006, 591; ebenso OLG Hamm WuM 1982, 302; LG Mannheim NJW 1977, 1729, 1731; LG Stuttgart NJW-RR 1993, 279; Erman/A Arnold § 134 Rn 50; Soergel/Hefermehl § 134 Rn 62, 63; Fleindl WuM 2013, 703, 711; diese Ansicht ist verfassungsgemäß, BVerfG NJW 1994, 993, vgl. auch BGH…, Urteil vom 04. August 2000 - III ZR 158/99 -, BGHZ 145, 66-83, Rn. 25 zu Architektenhonorar und BGH, Urteil vom 11. Oktober 2007 - VII ZR 25/06 -, Rn. 15, juris, zu Kleingartenpacht).
Dementsprechend hat der BGH in seiner Rechtsprechung zu Verstößen gegen preisrechtliche Vorschriften auch nicht darauf abgestellt, ob es sich um ein- oder zweiseitige Verbote handelt (vgl. etwa BGHZ 89, 316, 319 = NJW 1984, 722; BGHZ 108, 147, 150 = NJW 1989, 2470; BGH, NZBau 2008, 65 = NJW 2008, 55 Rn. 14; vgl. hierzu und zum Vorstehenden insgesamt BGH…, Urteil vom 07. Oktober 2014 - EnZR 86/13 -, Rn. 39ff. juris).
Wird die Überschreitung des zulässigen Honorars dadurch bewirkt, dass der Honorarberechnung eine zu hohe Honorarzone zugrunde gelegt wird, ist dem Zweck des Verbotsgesetzes genüge getan, wenn das Honorar mit dem Höchstsatz der zutreffenden Honorarzone berechnet und damit der preisrechtlich noch zulässige Rahmen eingehalten wird (BGH BauR 2007, 2081, juris Rn. 14 f).
Würde dagegen die Argumentation des Beklagten zutreffen, hätte der BGH im Fall BauR 2007, 2081 nach der Anpassung an die "richtige" Honorarzone III nicht vom Höchstsatz ausgehen dürfen, sondern hätte den Mittelsatz anwenden müssen, nachdem die dortigen Parteien ursprünglich die Honorarzone IV "Mitte" vereinbart hatten.
Der Vertrag bleibt mit dem zulässigen Preis aufrecht erhalten (BGH NJW 2008, 55f;… Palandt- Ellenberger 76. Aufl. § 134 Rz 27).
OLG Köln, 20.01.2009 - 22 U 77/08
VG München, 19.06.2012 - M 16 K 11.3887
Preisrecht; Preisprüfung; Erforderlichkeit; Marktpreis; marktgängige Leistung; …
OLG Koblenz, 25.05.2012 - 10 U 754/11
VG Darmstadt, 17.06.2011 - 7 K 1474/10
Überwachungsmaßnahmen bei einer Preisprüfung

References: § 134
 § 4
 BGH 
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 § 134
 § 134
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 § 5
 BGH 
 § 134
 § 134
 BGH 
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