Source: http://www.foodnews.ch/food_chain/60_gesetze/Bier_Gesetz_CH.html
Timestamp: 2017-01-19 08:48:01+00:00

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foodchain - Gesetze - Bier: Gesetzgebung und Richtlinien in der Schweiz
Die aktuellen Biergesetze in der Schweiz
Das immer wieder hochgehaltene von 1516 stammende Deutsche Reinheitsgebot reicht in der heutigen Zeit längst nicht mehr aus, um die Bierherstellung ausreichend zu reglementieren. Sie finden hier eine Zusammenstellung der gesetzlichen Vorschriften in der Schweiz.
Biergesetz CH:
- Verordnung über alkoholfreie Getränke
- Verordnung über alkoholische Getränke
Die aktuelle Schweizer Bier-Gesetzgebung
Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) vom 23.11.2005
Verordnung des EDI über alkoholische Getränke vom 23.11.2005, Artikel 40  44
Zusatzstoffverordnung (ZuV) vom 23.11.2005
(Bemerkung: Verbindlich sind nur die Angaben in den einzelnen aktuellen Verordnungen!)
Es gelten sinngemäss die allgemeinen Bestimmungen gemäss der Verordnung des EDI über alkoholische Getränke vom 23.11.2005, Artikel 40  44 (Sie kann via den Link auch als PDF-Datei heruntergeladen werden). Dazu kommen die folgenden spezifischen Artikel:
Verordnung des EDI über alkoholfreie Getränke (insbesondere Tee, Kräutertee, Kaffee, Säfte, Sirupe, Limonaden) vom 23. November 2005:
Abschnitt 6, Artikel 51 - 53:
Art. 51 Definition
Alkoholfreies Bier ist Bier, dem der Alkohol entzogen ist oder bei dem die Gärung der Würze so gelenkt wird, dass kein Alkohol entsteht.
1 Alkoholfreies Bier darf aus Konzentrat durch Rückverdünnen hergestellt werden.
2 Für alkoholfreies Bier gelten die Anforderungen an Bier nach Artikel 41 der Verordnung des EDI vom 23. November 20051 über alkoholische Getränke sinngemäss.
Die Sachbezeichnung lautet: «alkoholfreies Bier», «Bier ohne Alkohol» oder «entalkoholisiertes Bier».
Verordnung des EDI über alkoholische Getränkevom 23. November 2005:
Art. 40 Definitionen
Art. 41 Anforderungen
1 Bier muss in der Regel klar sein. Bestimmte Biertypen (z.B. unfiltriertes Bier, Hefeweizenbier) dürfen Trübungen oder Ablagerungen aufweisen, die infolge eines speziellen Herstellungsverfahrens entstanden sind.
a. Cerealien wie Gerste, Weizen, Mais, Reis
b. Zucker, Invertzucker, Dextrose, Glucosesirup bis höchstens 10 Massenprozent
c. Stärke bis höchstens 20 Massen-%.
4 Der pH-Wert des Bieres darf bei der Abgabe an Konsumentinnen und Konsumenten 5.0 nicht übersteigen.
5 Der Gehalt an Kohlendioxid muss mindestens 0.3 Massen-% betragen.
6 Bier muss aus einer Stammwürze von mindestens 10 Massen-% hervorgegangen.
Art. 42 Sachbezeichnung
1 Die Sachbezeichnung lautet «Bier».
2 Entsprechend dem Stammwürzegehalt können auch folgende Sachbezeichnungen verwendet werden:
bei 10.0  12.0 Massen-%
bei 11.514.0 Massen-%
bei mindestens 14 Massen-%
3 Bier darf bis zu einem Alkoholgehalt von 3.0 Volumen-% als «Leichtbier» bezeichnet werden. Der Stammwürzegehalt von Leichtbier unterliegt keiner Begrenzung.
4 Bier mit einem Kohlenhydratgehalt von höchstens 7.5 g pro Liter und einem Alkoholgehalt von höchstens 4.5 Volumen-% darf als «kohlenhydratarm» bezeichnet werden. Der Stammwürzegehalt muss 8.09.0 Massen-% betragen.
Art. 43 Übrige Kennzeichnung
Trübe Biere, die nach einem speziellen Verfahren hergestellt wurden, müssen auf der Etikette einen entsprechenden Hinweis enthalten.
Art. 44 Ausschank
1 Zum Ausschank von Fassbier sind nur Druckapparate (Bierpressionen) gestattet, bei denen komprimiertes Kohlendioxid oder Stickstoff verwendet werden.
2 Der Anschluss der Druckgasleitung am Siphon oder Anstichkopf muss mit einem Rückschlagventil versehen sein.
3 Mit den für Bier bestimmten Schenkhahnen dürfen keine anderen Getränke ausgeschenkt werden.
4 Tropfbier und Bierreste dürfen nicht ausgeschenkt werden.
Auszug aus der Zusatzstoffverordnung (ZuV)
Es gelten sinngemäss die allgemeinen Bestimmungen gemäss ZuV (Die ZuV kann via den Link auch als PDF-Datei heruntergeladen werden). Grundsätzlich gilt, dass nur in der Positivliste aufgeführte Bestandteile eingesetzt werden dürfen. Zu den allgemeinen Bestimmungen kommen die folgenden spezifischen Angaben:
Anwendungsliste (=> E-Nummern)
Lebensmittel oder Zusatzstoffpräparat
(aus Positivliste)
Alkoholfreier Wermut, Bitter und Obstwein, alkoholfreies Bier:
Verordnung des EDI vom 23. November 2005 über alkoholfreie Getränke
Schweflige Säure (Schwefeldioxid) (E 220), Natrium-
(E 222), Calcium- (E 227) und Kaliumhydrogensulfit
(E 228), Natrium- (E 221) und Calciumsulfit (E 226), Natrium- (E 223) und Kaliummetabisulfit (E 224)
0.02 g SO2 /l
Gelier- und Verdickungsmittel:
Alginsäure (E 400) und Ammonium- (E 403), Natrium-
(E 401), Kalium-(E 402), Calciumalginat (E 404)
Amylase, Protease, Pentosanase, Invertase, Glucoseoxidase, b-Glucanase
Saccharin (Benzoesäuresulfimid und seine Natrium-, Kalium- und Cal-ciumsalze) (E 954)
Aspartam (N-L-a-Aspartyl-L-phenylalaninmethylester)
Acesulfam-K (Kaliumsalz des 6-Methyl-1,2,3-oxathiazin-4(3H)-on-2,2dioxids) (E 950)
Neohesperiden DC
Art. 6/ 3 u. 6/ 4 ZuV
Benzoesäure und Benzoate (E 210-213)
Ascorbinsäure (E 300) und Natrium- (E 301), Calcium- (E 302), Ka-liumascorbat (E 303)
0,02 g SO2/l
0,05 g SO2/l
1) bei Bier mit Nachgärung im Fass
- natur-identische
keine Bier- oder Malzaromen;
auf den Aromazusatz muss auch in der Sachbezeichnung hingewiesen werden
BB / 5.3.2004 - Last update: 13.06.2006

References: Art. 51

Art. 40

Art. 41

Art. 42

Art. 43

Art. 44

Art. 6