Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20StR%20492/15
Timestamp: 2018-03-17 18:20:46+00:00

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BGH, 08.11.2016 - 1 StR 492/15 - dejure.org
Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge (Grenzwert der nicht geringen Menge: Bestimmung, Grenzwert für Morphinhydrochlorids in Schlafmohnkapseln; Begriff des Besitzes)
§ 29a Abs. 1 Nr. 2, § ... 30 Abs. 1 BtMG, § 16 Abs. 1 Satz 1 StGB, § 17 StGB, § 17 Satz 2, § 49 Abs. 1 StGB, § 64 StGB, § 53 StGB, § 264 Abs. 1 StPO, § 244 Abs. 2 StPO, § 265 StPO, § 200 Abs. 1 StPO, § 200 Abs. 2 StPO, § 200 Abs. 1 Satz 1 StPO, § 29a Abs. 1 BtMG, § 52 Abs. 2 StGB, § 27 Abs. 2 Satz 2, § 49 Abs. 1 Nr. 3 StGB, § 30 Abs. 1 Nr. 4 BtMG
§ 29a Abs 1 Nr 2 BtMG, § 30 Abs 1 BtMG, § 261 StPO
Unerlaubte Einfuhr und unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln: Grenzwert der nicht geringen Menge bei Schlafmohnkapseln
BtMG § 29a Abs. 1 Nr. 2; BtMG § 30 Abs. 1
Bestimmung der nicht geringen Menge des Wirkstoffgehalts von Schlafmohnkapseln "analog" zu Opium; Orientierung an der Festsetzung der nicht geringen Menge für Morphinzubereitungen bei intravenöser Injektion; Festsetzung des Grenzwerts der nicht geringen Menge des Morphinhydrochlorids in Schlafmohnkapseln (Papaver somniferum) auf 70 Gramm; Bestimmung des Grenzwertes eines Betäubungsmittels in Abhängigkeit von der konkreten Wirkungsweise und Wirkungsintensität des Betäubungsmittels; Wirkung und Gefährlichkeit von Schlafmohnkapseln
48 kg Schlafmohnkapseln: "Nicht geringe Menge" von BtM?
Nicht geringe Menge von Morphin in Schlafmohnkapseln festgelegt
LG Nürnberg-Fürth, 18.06.2015 - 1 KLs 352 Js 21096/14
NStZ-RR 2017, 45
Der Tatrichter ist verpflichtet, diesen Vorgang unter allen tatsächlichen und rechtlichen Gesichtspunkten zu untersuchen und ohne Bindung an die der Anklage und die dem Eröffnungsbeschluss zugrunde gelegte rechtliche Bewertung (§ 264 Abs. 2 StPO) abzuurteilen, sofern dem keine rechtlichen Hindernisse entgegenstehen (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 8. November 2016 - 1 StR 492/15, insoweit nicht abgedruckt in NStZ-RR 2017, 45; Beschluss vom 15. Mai 1963 - 2 ARs 66/63, BGHSt 18, 381, 385 f. mwN).
Das Tatgericht ist verpflichtet, den Unrechtsgehalt dieses Vorgangs unter allen tatsächlichen und rechtlichen Gesichtspunkten zu untersuchen, aufzuklären und ohne Bindung an die der Anklage und dem Eröffnungsbeschluss zugrunde gelegte rechtliche Bewertung abzuurteilen, soweit dem keine rechtlichen Gründe entgegenstehen (st. Rspr.;… vgl. BGH, Urteile vom 27. April 2017 - 4 StR 592/16 Rn. 6; vom 26. Januar 2017 - 3 StR 479/16, NStZ 2017, 410; vom 8. November 2016 - 1 StR 492/15 Rn. 53; vom 29. Oktober 2009 - 4 StR 239/09, NStZ 2010, 222, 223;… Meyer-Goßner/Schmitt, StPO, 60. Aufl., § 264 Rn. 10).
Die umfassende Kognitionspflicht des Tatgerichts gebietet es, die Anklage, wie sie im Eröffnungsbeschluss zugelassen ist, zu erschöpfen, also die den Untersuchungsgegenstand bildende angeklagte Tat restlos nach allen tatsächlichen (§ 244 Abs. 2 StPO) und denkbaren rechtlichen (§ 265 StPO) Gesichtspunkten aufzuklären und abzuurteilen, ohne Rücksicht auf die der Anklage und dem Eröffnungsbeschluss zugrunde gelegte rechtliche Bewertung (vgl. z.B. BGH, Urteil vom 8. November 2016 - 1 StR 492/15, juris Rn. 53; Beschluss vom 24. September 2009 - 3 StR 280/09, StV 2010, 131, 132;… LR/Stuckenberg, StPO, 26. Aufl., § 264 Rn. 37 mwN).

References: § 29
 § 16
 § 17
 § 17
 § 49
 § 64
 § 53
 § 264
 § 244
 § 265
 § 200
 § 200
 § 200
 § 29
 § 52
 § 27
 § 49
 § 30

§ 29
 § 30
 § 261
 § 29
 § 30
 § 264
 § 264