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Timestamp: 2018-12-16 09:23:27+00:00

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BGH, 21.11.1991 - IX ZR 290/90 - dejure.org
Aufrechnung mit Steuerforderungen
§ 17 KO
Aufrechnung - Erfüllungsverlangen des Konkursverwalters - Anspruch auf Erfüllung
Keine Aufrechnung gegen Erfüllungsforderung des Konkursverwalters mit vorkonkurslichem außervertraglichem Anspruch
Zur Aufrechnung gegen das Erfüllungsverlangen des Konkursverwalters
KO § 17, § 55 Satz 1 Nr. 1
Aufrechnung gegen Forderung aufgrund eines Erfüllungsverlangens des Konkursverwalters
BGHZ 116, 156
NJW 1992, 507
ZIP 1992, 48
MDR 1992, 150
WM 1992, 75
BB 1992, 172
DB 1992, 1824
JR 1992, 422
bb) Jedoch hat der Bundesgerichtshof für den Fall eines Erfüllungsverlangens des Konkursverwalters ausgesprochen, daß der Konkursmasse für die von ihr erbrachten Leistungen auch die Gegenleistung ungeschmälert durch Aufrechnungen mit vorkonkurslichen Leistungen zustehen soll (BGHZ 116, 156, 158 ff).
Insoweit paßten die Erwägungen nicht, mit denen der Bundesgerichtshof die Zulässigkeit der Aufrechnung mit vor Konkurseröffnung begründeten Forderungen gegen den durch das Erfüllungsverlangen ausgelösten Werklohnanspruch verneint habe (vgl. BGHZ 116, 156 ff).
Allein die Willenserklärung des Konkursverwalters, den Vertrag zu erfüllen oder Erfüllung zu verlangen, läßt den untergegangenen Anspruch gegen den Vertragspartner wieder erstehen, indem sie ihn mit dem bisherigen Inhalt neu begründet (BGHZ 103, 250, 252; 106, 236, 242 f; 116, 156, 158).
Mit einem vor Verfahrenseröffnung entstandenen Anspruch kann gegen den aufgrund des Erfüllungsverlangens neu begründeten Anspruch der Masse gemäß § 55 Satz 1 Nr. 1 KO nicht aufgerechnet werden (BGHZ 116, 156, 158).
Dieser Schutz würde vereitelt und in sein Gegenteil verkehrt, wenn der Gemeinschuldner (Konkursverwalter) im Fall eines nicht erfüllten gegenseitigen Vertrages seine Leistung aus Mitteln der Masse erbrächte, der Anspruch auf die Gegenleistung aber entweder infolge einer vor der Eröffnung des Konkursverfahrens vereinbarten Abtretung oder einer Aufrechnung mit vorkonkurslichen Forderungen der Masse nicht zugute käme (BGHZ 106, 236, 244; 116, 156, 159 f).
aa) Das dem Konkursverwalter durch § 17 KO eröffnete Wahlrecht ist zum Vorteil der Gesamtheit der Gläubiger auszuüben (BGHZ 106, 236, 244; 116, 156, 159;… BGH, Urt. v. 25. Februar 1983 - V ZR 20/82, NJW 1983, 1619;… Jaeger/Henckel, § 17 Rdnr. 7;… Kuhn/Uhlenbruck, KO 11. Aufl. § 17 Rdnr. 1; Uhlenbruck JZ 1992, 425 [BGH 21.11.1991 - IX ZR 290/90];… Hess/Kropshofer, KO 4. Aufl. § 17 Rdnr. 1; Adam, Die Aufrechnung gegen das Erfüllungsverlangen des Konkursverwalters Diss. Gießen 1994 S. 3, 63, 76;… Gerhardt, Festschrift für Merz S. 117, 124; Paulus EWiR 1993, 697, 698).
Dem widerspräche es, wenn aus der Masse gegenseitige Verträge zu erfüllen wären, ohne daß die anteilige Gegenleistung in die Masse flösse (BGHZ 86, 382, 385 f [BGH 09.02.1983 - VIII ZR 305/81]; 106, 236, 243 f; 109, 368, 376 f, 379; 116, 156, 159;… vgl. auch Jaeger/Henckel, § 17 Rdnr. 7).
a) Mit Forderungen gegen die Konkursmasse kann jeder Gläubiger grundsätzlich gegen eigene Masseschulden aufrechnen (BGHZ 30, 248, 250;… Jaeger/Lent aaO. § 55 Rdn. 4, 2. Abs.;… Kuhn/Uhlenbruck aaO. § 55 Rdn. 7 g, 1. Abs;… Kilger/Karsten Schmidt aaO. § 55 Anm. 3 c aa; vgl. auch BGHZ 116, 156, 159;… BGH, Urt. v. 12. März 1986 - VIII ZR 64/85, NJW 1986, 3206, 3208 unter 2 a).
b) Die vor Verfahrenseröffnung erfolgte Sicherungszession eines Anspruchs des Schuldners aus einem im Eröffnungszeitpunkt beiderseits nicht vollständig erfüllten Vertrag verliert grundsätzlich mit der Erfüllungswahl des Gesamtvollstreckungsverwalters nach § 9 Abs. 1 Satz 1 GesO (§ 17 Abs. 1 KO, § 103 Abs. 1 InsO) ihre Wirkung (vgl. BGHZ 106, 236, 241 ff; 116, 156, 159 f; 129, 336, 338 f; 135, 25, 26 f).
BGH, 04.03.1993 - IX ZR 169/92
Ist ein vor Konkurseröffnung geschlossener Vertrag weder vom Gemeinschuldner noch von seinem Vertragspartner erfüllt, fällt der ursprüngliche Erfüllungsanspruch mit der Konkurseröffnung weg (BGHZ 103, 250, 252; 106, 236, 241; 116, 156, 158).
An die Stelle des gegenseitigen Vertrages tritt, sofern der Konkursverwalter nicht die Erfüllung wählt, der einseitige Anspruch des Vertragsgegners auf Schadensersatz wegen Nichterfüllung, der nach § 26 KO nur als Konkursforderung geltend gemacht werden kann (BGHZ 106, 236, 242; 116, 156, 158).
Nur wenn der Konkursverwalter die Erfüllung des Vertrages wählt, wird mit dieser Erklärung der Anspruch aus dem Schuldverhältnis - mit dem bisherigen Inhalt - neu begründet (BGHZ 106, 236, 242 f; 116, 156, 158).
OLG Celle, 23.05.2000 - 16 U 208/99
Aufnahme der Werklohnklage durch den Konkursverwalter: Konkludente Erfüllungswahl
OLG Düsseldorf, 13.06.1997 - 22 U 260/96
Fortführung eines Stromlieferungsvertrages durch den Konkursverwalter
OLG Bamberg, 15.12.2005 - 1 U 149/05
Zulässigkeitsvoraussetzungen einer Feststellungsklage bzgl. der Feststellung …
OLG Koblenz, 27.02.2003 - 5 U 878/02
Zulässigkeit einer Teilklage bei Schadensersatz wegen mehrerer selbständiger …
BGH, 02.04.1998 - IX ZR 319/97
FG Brandenburg, 11.04.2000 - 3 K 885/98
Grunderwerbsteueranspruch bei Eröffnung des Gesamtvollstreckungsverfahrens; …

References: § 17
 § 17
 § 55
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 § 17
 § 17
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 § 55
 § 55
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 § 9
 § 103
 § 26