Source: https://lex-temperi.de/aktuelles/steuersystem-russland-die-wichtigsten-steuers%C3%A4tze-im-jahr-2018
Timestamp: 2019-04-19 22:36:05+00:00

Document:
Die im Folgenden aufgeführten Steuersätze ermöglichen es, den ersten Überblick über die Steuerlast in Russland zu gewinnen. Wenn Sie die aktuelle steuerliche Situation in Russland mit dem Steuersystem in den vergangenen Jahren vergleichen möchten, beachten Sie unsere Beiträge aus den Jahren 2017 und 2016. Zu wichtigen Veränderungen in der steuerlichen Situation in Russland im Jahr 2019 lesen Sie hier.
Die Einkommensteuer bezieht sich auf das Einkommen von natürlichen Personen. Steuerpflichtig sind dabei russische Steueransässige und Personen ohne Steueransässigkeit in Russland, falls sie Einkünfte auf dem Gebiet der Russischen Föderation haben.
Die Steuerzahler, die ihr Einkommen selbst deklarieren müssen, haben die Steuererklärung jährlich jeweils bis zum 30. April abzugeben. Das sind zum Beispiel Notare, Anwälte, angemeldete selbständige Kaufleute (Einzelunternehmer), Personen, die ihr Einkommen durch einen Schenkungsvertrag von natürlichen Personen bekommen haben usw.
Ausländische Mitarbeiter, die ihre Tätigkeit auf dem russischen Territorium aufgrund eines Patents visumfrei ausführen, haben die Einkommensteuer in Form einer fixen Vorauszahlung zu entrichten. Im Jahr 2018 beträgt der Deflator-Wert für solche Mitarbeiter 1,686.
Das russische Steuergesetzbuch sieht in Art. 224 fünf unterschiedliche Einkommensteuersätze vor – 9, 13, 15, 30 und 35%.
Der Regelsteuersatz wird in Höhe von 13% festgelegt (Art. 224 P. 1 des russischen Steuergesetzbuches). Er gilt bei russischen Steueransässigen für die meisten Einkommensquellen: Arbeitslohn, Vermögensveräußerung, eingehende Zahlungen aus zivilrechtlichen Verträgen usw. Der 13% - Steuersatz gilt auch für Nicht-Steueransässige hochqualifizierte Spezialisten.
Für natürliche Personen ohne russische Steueransässigkeit gilt der begünstigte Steuersatz in Höhe von 15 %, falls ihr Dividendenertrag von einem russischen Unternehmen stammt.
Sonstiges Einkommen von Nicht-Steueransässigen wird mit einem 30%-Steuersatz besteuert. Auch bei der Veräußerung von Vermögenswerten, die sich in Russland befinden, werden die Einkünfte bei dem fehlenden steuerlichen Wohnsitz (Steueransässigkeit) in Russland mit dem Satz von 30% besteuert.
Der höchste Einkommensteuersatz beträgt 35% und ist für Lotto- und andere Werbegewinne und Preise zu zahlen.
Seit dem 1. Januar 2018 ist der Mindestlohn in Russland auf föderaler und auf regionaler Ebene gestiegen. Die zu zahlende Einkommensteuersumme wird ebenfalls dementsprechend angeglichen.
Die Höhe der Gewinnsteuer hängt unmittelbar von dem erzielten Gewinn eines Unternehmens ab. Die Gewinnsteuer muss sowohl von allen russischen juristischen Personen entrichtet werden, als auch von ausländischen Unternehmen mit oder ohne ständige Niederlassung in Russland, wenn diese ihren Gewinn aus russischen Quellen einstreichen.
In Art. 251 des russischen Steuergesetzbuches ist geregelt, welche Einkünfte gewinnsteuerfrei sind (wie z.B. Pfandrechte, Nachschuss ins Stammkapital).
Der Regelsteuersatz für Gewinne eines Unternehmens beträgt 20%. Jedoch gelten einige Ausnahmen aus dieser Allgemeinregel, die in Art. 284 des russischen Steuergesetzbuches geregelt sind. So wird z.B. ein ausländisches Unternehmen für seinen Dividendenertrag von Aktien einer russischen Firma 15% Steuer zahlen müssen. Bei russischen Gesellschaften würden die durch andere russische oder ausländische Unternehmen erzielten Dividendenerträge nur mit 13% belastet. Der Gewinn aus Nutzung und Vermietung von Schiffen, Flugzeugen oder Containern bei grenzüberschreitenden Beförderungen wird nur mit 10% besteuert.
Im Jahr 2018 ist Art. 286.1 ins Steuergesetzbuch eingeführt worden. Diese Norm räumt den Firmen, die ihre Grundmittel gekauft, selbst hergestellt oder modernisiert haben, einen Anspruch auf einen Investitionssteuerabzug ein. Die Vorschrift gilt nur vorübergehend und erlischt in 10 Jahren, also am 1. Januar 2028.
Die Mehrwertsteuer wird vom Verkäufer (Unternehmen oder als selbständig angemeldete Kaufleute/Einzelunternehmer) bei der Veräußerung einer Ware, eines Vermögensrechtes oder Erbringung einer Dienstleistung an den Käufer berechnet.
Die Unternehmen, deren Erlös aus der Veräußerung der zu besteuernden Waren innerhalb der letzten drei Monate unter 2 Mio. RUB liegt, können die Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht für ein Jahr beantragen (Art. 145 des russischen Steuergesetzbuches).
Heute sieht das Steuergesetzbuch in Art. 164 drei Mehrwertsteuersätze vor.
Der Regelsatz beträgt 18% (Art. 164 P. 3 des Steuergesetzbuches). Beachten Sie jedoch die Erhöhung des Regelsatzes auf 20% seit dem 1. Januar 2019!
Bei den Vorauszahlungen (Art. 164 P. 4 des Steuergesetzbuches) oder in den Fällen, wenn die steuerliche Bemessungsgrundlage nach besonderen Regeln zu berechnen ist (Art. 154 P. 3, 4, 5.1, Art. 155 P. 2 – 4 des Steuergesetzbuches), sind auch Steuersätze 10/110 und 18/118 anwendbar.
Dieses Jahr startet zudem ein Experiment des russischen Gesetzgebers. Die Mehrwertsteuer für bestimmte Waren müssen nicht vom Verkäufer, sondern vom Käufer entrichtet werden. Es gilt z.B. beim Rohprodukten- oder Rohtierhauthandel. Wenn sich das Experiment als erfolgreich herausstellt, werden noch weitere Waren dazu eingeschlossen, worauf das Finanzministerium Russlands in einer seiner Richtlinien hinweist (s. Richtlinie des Finanzministeriums Russlands vom 14. August 2017 № 03-07-14/51894).
VERMÖGENSTEUER FÜR UNTERNEHMEN
Die Vermögensteuer ist eine regionale Steuer. Das bedeutet, dass sowohl die endgültigen Steuersätze, als auch konkrete Besteuerungsbedingungen durch die Gesetze der russischen Bundesländer (Föderationssubjekte) festgelegt werden. Das Steuergesetzbuch regelt nur die steuerliche Höchstgrenze, die nach Art. 380 P. 1 des Steuergesetzbuches grundsätzlich 2,2% nicht überschreiten darf.
Vermögensteuerpflichtig sind Unternehmen, die das gem. Art. 374 des russischen Steuergesetzbuches zu besteuernde Vermögen besitzen. Hierbei muss man beachten, dass ein Besitzrecht sich nicht nur aus einem Eigentumsverhältnis ergeben kann. Als zu versteurndes Unternehmensvermögen gelten bewegliche und unbewegliche Sachen, welche als Anlagevermögen in der Bilanz der juristischen Person festgehalten sind. Mit der Vermögensteuer nicht belastet werden allerdings unter anderem Grundstücke, Kulturerbe-Gegenstände, Nukleareinrichtungen, Weltraumobjekte.
KURORTGEBÜHR
Ab dem 1. Mai 2018 müssen alle Besucher von den Regionen Krim, Krasnodar, Altai und Stawropol im Zeitraum vom 1. Mai 2018 bis zum 31. Dezember 2022 eine Kurortgebühr bezahlen. Die genaue Höhe der Gebühr ist durch ein Landesgesetz (Gesetz eines Föderationssubjekts Russlands) festzulegen.
Nähere Informationen: Föderales Gesetz der Russischen Föderation vom 29. Juli 2017 № 214-ФЗ.
Nähere Informationen zu den Steuern sind auf dem offiziellen Portal des Steueramtes Russlands erhältlich: https://www.nalog.ru/rn77/taxation/taxes/

References: Art. 224
 Art. 251
 Art. 284
 Art. 286
 Art. 164
 Art. 155
 Art. 380
 Art. 374