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Timestamp: 2016-10-24 14:10:02+00:00

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5A_645/2010 (27.12.2010)
5A_645/2010
Legitimation zur Vormundschaftsbeschwerde (Art. 420 ZGB),
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Appellationshof, 1. Zivilkammer, vom 5. August 2010.
Die Bank X.________ verwahrt Verm�genswerte von A.________. Am 27. Januar 2009 errichtete die Erwachsenen- und Kindesschutzkommission der Stadt Bern �ber A.________ eine Beistandschaft auf eigenes Begehren und ernannte B.________ zum Beistand.
Mit Saldierungsauftrag vom 7. Juli 2009 wies der Beistand die Bank X.________ an, s�mtliche Konti und Depots von A.________ zu saldieren und das Guthaben auf ein Konto bei der Bank C.________ zu �bertragen.
Gegen diese Handlung des Beistands erhob die Bank X.________ am 20. Juli 2009 Beschwerde im Sinne von Art. 420 Abs. 1 ZGB. Die Erwachsenen- und Kindesschutzkommission der Stadt Bern beschloss am 22. September 2009, auf die Beschwerde nicht einzutreten.
Am 5. Oktober 2009 erhob die Bank X.________ gegen diesen Beschluss Beschwerde gem�ss Art. 420 Abs. 2 ZGB an das Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland, welche am 12. April 2010 abgewiesen wurde.
Die Bank X.________ erkl�rte am 23. April 2010 die Weiterziehung an das Obergericht des Kantons Bern. Am 5. August 2010 wies das Obergericht das Rechtsmittel ab.
Dagegen hat die Bank X.________ (Beschwerdef�hrerin) am 14. September 2010 Beschwerde in Zivilsachen und - eventualiter - subsidi�re Verfassungsbeschwerde erhoben. Sie beantragt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die R�ckweisung der Sache zur materiellen Beurteilung an das Obergericht, eventuell an die Erwachsenen- und Kindesschutzkommission der Stadt Bern. Subeventualiter sei der Saldierungsauftrag des Beistandes zu widerrufen und dieser anzuweisen, die bestehenden Konti und Depots von A.________ bei der Beschwerdef�hrerin aufrechtzuerhalten.
Die Erwachsenen- und Kindesschutzkommission ersucht um Abweisung der Beschwerde. Das Obergericht hat sich nicht vernehmen lassen. Aufgrund einer verfr�hten Aktenr�cksendung durch die Vorinstanz standen dem Bundesgericht nicht alle in der Angelegenheit ergangenen Akten zur Verf�gung (vgl. unten E. 2).
Der angefochtene Entscheid betrifft die Aufsicht �ber die Vormundschaftsbeh�rden und damit eine der Beschwerde in Zivilsachen unterliegende Angelegenheit (Art. 72 Abs. 2 lit. b Ziff. 5 BGG) ohne verm�gensrechtlichen Charakter (Urteil 5A_532/2007 vom 8. April 2008 E. 1). Er ist kantonal letztinstanzlich (Art. 75 Abs. 1 BGG) und schliesst das Verfahren ab (Art. 90 BGG). Die Beschwerdef�hrerin hat ein rechtlich gesch�tztes Interesse an der Kl�rung der Frage, ob die Vormundschaftsbeh�rde zu Recht nicht auf ihre Beschwerde eingetreten ist (Art. 76 Abs. 1 lit. b BGG). Auf die rechtzeitig erhobene Beschwerde in Zivilsachen (Art. 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG) ist somit grunds�tzlich einzutreten. F�r die subsidi�re Verfassungsbeschwerde, die f�r den Fall der Unzul�ssigkeit der Beschwerde in Zivilsachen erhoben wurde, bleibt demnach kein Raum (Art. 113 BGG).
Mit Beschwerde in Zivilsachen k�nnen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 f. BGG geltend gemacht werden. Die Feststellung des Sachverhalts kann hingegen nur ger�gt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig - d.h. willk�rlich (BGE 135 III 127 E. 1.5 S. 130) - ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Ansonsten ist der vorinstanzlich festgestellte Sachverhalt f�r das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin r�gt eine aktenwidrige und offensichtlich unrichtige Tatsachenfeststellung der Vorinstanz bei der Wiedergabe der Anweisung des Beistands zur �berweisung der Verm�genswerte von A.________. Offenbar geht es einzig um die genaue Umschreibung der betroffenen Konti und Depots. Inwieweit eine Korrektur dieser Umschreibung Auswirkungen auf das Verfahren haben k�nnte, ist weder dargetan noch ersichtlich (Art. 97 Abs. 1 BGG), weshalb darauf nicht einzutreten ist. Trotz Verletzung von Art. 102 Abs. 2 BGG er�brigt es sich deshalb auch, die Vorinstanz nochmals zur Akteneinreichung aufzufordern, um zu �berpr�fen, ob die Feststellung der Vorinstanz tats�chlich aktenwidrig ist.
Gegenstand des Verfahrens bildet die Frage, ob die Beschwerdef�hrerin zur Erhebung einer Beschwerde gem�ss Art. 420 ZGB gegen die fragliche Handlung des Beistandes legitimiert ist. Dabei ist vorauszuschicken, dass sich diese Beschwerde �ber den Wortlaut der Norm hinaus nicht nur gegen Handlungen eines Vormundes, sondern auch eines Beistandes richten kann (Art. 367 Abs. 3 ZGB).
3.1 In analoger Anwendung von Art. 420 Abs. 1 ZGB k�nnen somit gegen Handlungen des Beistandes der urteilsf�hige Verbeist�ndete sowie jedermann, der ein Interesse hat, Beschwerde f�hren. Das Recht des Dritten zur Beschwerdef�hrung ist nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung eingeschr�nkt. Demnach ist ein Dritter zur Beschwerdef�hrung gem�ss Art. 420 ZGB legitimiert, wenn er sich auf Interessen der schutzbed�rftigen Person beruft oder die Verletzung eigener Rechte oder Interessen geltend macht (BGE 121 III 1 E. 2a S. 3). Wie sich der bundesgerichtlichen Rechtsprechung entnehmen l�sst, wird die Verfolgung eigener Interessen aber nur insofern zugelassen, als bei der angefochtenen Handlung die geltend gemachten Rechte oder Interessen des Beschwerdef�hrers �berhaupt ber�cksichtigt werden m�ssen (BGE 121 III 1 E. 2b S. 4; Urteil 5C.242/2005 vom 17. Januar 2006 E. 2.2; THOMAS GEISER, in: Basler Kommentar, Zivilgesetzbuch, 3. Aufl. 2006, N. 31 zu Art. 420 ZGB).
3.2 Die Vorinstanz hat die Legitimation der Beschwerdef�hrerin einzig unter dem Aspekt der Wahrung von Interessen der schutzbed�rftigen Person gepr�ft. Sie hat angenommen, das Beschwerderecht stehe in diesem Fall nicht beliebigen Dritten zu, sondern erforderlich sei ein besonderes N�heverh�ltnis zur schutzbed�rftigen Person, und hat hiezu auf eine Analogie zu Art. 397d Abs. 1 ZGB abgestellt. Die angebliche Beziehung zwischen A.________ und der Beschwerdef�hrerin bzw. der zust�ndigen Bankangestellten sei dazu nicht gen�gend eng. Ob die Beschwerdef�hrerin zur Wahrung eigener Rechte oder Interessen Vormundschaftsbeschwerde erheben k�nne, hat das Obergericht mangels ausdr�cklicher Geltendmachung nicht gepr�ft.
3.3 Die Beschwerdef�hrerin behauptet nach wie vor, die Beschwerde im Interesse der verbeist�ndeten A.________ zu erheben, um ihr die M�he einer eigenen Prozessf�hrung zu ersparen. Die Beschwerdef�hrerin ist zwar Adressatin des Saldierungsauftrags des Beistands, womit die Anrufung von Eigeninteressen nahe liegen w�rde. Sie bringt denn auch vor, hinter dem angeblich systematischen Transfer von vormundschaftlichen Geldern an die Bank C.________ w�rden nicht vormundschaftliche Interessen stehen, sondern die entsprechenden Anweisungen erfolgten aus protektionistischen Gr�nden. Dies �ndert aber nichts daran, dass sie sich zur Begr�ndung ihrer Legitimation einzig auf die Wahrung von Fremdinteressen beruft und sie sich auch nicht gegen die vorinstanzliche Feststellung wendet, dass sie schon vor Obergericht keine Eigeninteressen geltend gemacht habe. Mithin ist ihre Beschwerde einzig unter dem Gesichtspunkt der Wahrung von Interessen des Schutzbed�rftigen (M�ndelinteressen) zu pr�fen.
3.4 Zu untersuchen ist, welcher Personenkreis zur Beschwerde gem�ss Art. 420 Abs. 1 ZGB im Interesse des Schutzbed�rftigen legitimiert ist.
3.4.1 Gem�ss dem Wortlaut von Art. 420 Abs. 1 ZGB kann der urteilsf�hige Bevormundete sowie "jedermann, der ein Interesse hat" bei der Vormundschaftsbeh�rde Beschwerde f�hren. Die franz�sische Fassung spricht von "tout int�ress�", die italienische von "ogni interessato". Der Wortlaut der Norm kennt somit in keiner Version eine �ber das Interessenerfordernis hinausgehende Einschr�nkung der Legitimation. Insbesondere findet sich keine ausdr�ckliche Einschr�nkung auf nahestehende Personen.
Weitere Bestimmungen des Vormundschaftsrechts, welche sich zur Legitimation Dritter �ussern und sie mit der Formel "jedermann, der ein Interesse hat" umschreiben, sind Art. 388 Abs. 2 ZGB (Anfechtung der Wahl eines Vormundes), Art. 433 Abs. 3 ZGB (Antragstellung zur Aufhebung der Vormundschaft) und Art. 446 Abs. 1 ZGB (Antrag auf Amtsenthebung des Vormundes). Sie werfen alle dasselbe Problem auf, wie weit der Kreis der interessierten Personen gezogen werden soll (vgl. f�r einen �berblick Bernhard Schnyder, "...jedermann, der ein Interesse hat", in: Festschrift f�r Cyril Hegnauer [...], 1986, S. 457 ff.).
Der Begriff der nahestehenden Person wird in Art. 397d Abs. 1 ZGB verwendet, um den Kreis der Dritten zu umschreiben, die einen Entscheid �ber die f�rsorgerische Freiheitsentziehung in eigenem Namen anfechten k�nnen. Unter Nahestehenden versteht das Bundesgericht jene Personen, die den Betroffenen zufolge Verwandtschaft oder Freundschaft oder wegen ihrer Funktion oder beruflichen T�tigkeit (Arzt, Sozialhelfer, Priester oder Pfarrer etc.) gut kennen und die deshalb geeignet erscheinen, die Interessen der betroffenen Person wahrzunehmen (BGE 122 I 18 E. 2c/bb S. 30; 114 II 213 E. 3 S. 217; Urteil 5A_837/2008 vom 25. M�rz 2009 E. 5.2).
3.4.2 Den Materialien zu Art. 420 ZGB l�sst sich entnehmen, dass Eugen Huber von einer weiten Konzeption der Legitimation ausgegangen ist: In den Erl�uterungen zum Vorentwurf nennt er als Beispiele f�r Legitimierte nicht nur Verwandte und den Ehegatten, sondern ausdr�cklich auch "in Gesch�ftsbeziehungen befindliche Personen" (Eugen Huber, Schweizerisches Zivilgesetzbuch, Erl�uterungen zum Vorentwurf des Eidgen�ssischen Justiz- und Polizeidepartements, 1. Band, 2. Ausgabe 1914, S. 307). In den parlamentarischen Beratungen war einfach von "tout interess�" (Berichterstatter Rossel, Sten.Bull. 1905 N 1296) bzw. von jedem Dritten, der Interesse hat, als Aktivlegitimierten (Berichterstatter Hoffmann, Sten.Bull. 1906 S 85) die Rede.
3.4.3 In der Lehre lassen in der Folge auch ROSSEL/MENTHA Gesch�ftsbeziehungen zur Legitimation ausdr�cklich gen�gen (ROSSEL/MENTHA, Manuel du droit civil suisse, Band 1, 2. Aufl. 1922, Ziff. 861). Keine Einschr�nkung macht KAUFMANN, der jeden, der im Interesse des Bevormundeten handelt, als legitimiert ansieht. Er erw�hnt allerdings in seinen Beispielen die Gesch�ftsbeziehung nicht, aber daf�r unter anderen Geistliche, Lehrer, �ffentliche Organe und Beamte, F�rsorgestellen und -vereine (Joseph Kaufmann, Berner Kommentar, 2. Aufl. 1924, N. 14 zu Art. 420 ZGB). Roos h�lt die gesellschaftlichen Anschauungen f�r massgeblich, wobei Engherzigkeit in der Bestimmung der Beschwerdeberechtigten nicht am Platz sei, da es darum gehe, eine m�glichst gute Vormundschaftspflege zu gew�hrleisten (Gottfried Roos, Die Legitimation zur Vormundschaftsbeschwerde, ZVW 1955, S. 48). Schwarz verlangt "eine gewisse Beziehung rechtlicher, moralischer, amtlicher oder wenigstens tats�chlicher Natur" des Dritten zum Schutzbed�rftigen (Andreas Schwarz, Die Vormundschaftsbeschwerde, Art. 420 ZGB, 1968, S. 81). In der neueren Literatur sprechen sich Deschenaux/ Steinauer f�r ein sehr weites Verst�ndnis des gen�genden Interesses aus (DESCHENAUX/STEINAUER, Personnes physiques et tutelle, 4. Aufl. 2001, Rz. 1014). SCHNYDER verlangt zur Vermeidung einer Popularbeschwerde eine besondere N�he des Dritten, der nur M�ndelinteressen wahren will, zum Schutzbed�rftigen, analog der nahestehenden Person gem�ss Art. 397d Abs. 1 ZGB (Bernhard Schnyder, Zur Vormundschaftsbeschwerde nach Art. 420 ZGB, ZVW 2002, S. 79 f.; vgl. auch dens., "...jedermann, der ein Interesse hat", a.a.O., S. 459, 462). Eine enge Beziehung rechtlicher, amtlicher, moralischer oder tats�chlicher Natur verlangt auch Meier (Philippe Meier, La position des tiers en droit de la tutelle, ZVW 1996, S. 89 f.). Die erforderliche N�he entspreche der in Art. 397d Abs. 1 ZGB vorgesehenen (ders., Le consentement des autorit�s de tutelle aux actes du tuteur, 1994, S. 196). Schnyder/ Murer weisen darauf hin, dass die Formulierung "jedermann, der ein Interesse hat" im ZGB des �fteren vorkomme, aber funktionalisiert, d.h. im Zusammenhang mit der jeweiligen Norm, auszulegen sei. Bei Art. 420 und Art. 397d Abs. 1 ZGB dr�nge sich jedoch eine gleichartige Auslegung auf, da es in beiden F�llen um vormundschaftliche Massnahmen gehe (Schnyder/Murer, Berner Kommentar, 3. Aufl. 1984, N. 19 zu Art. 388 ZGB).
3.4.4 Was den von der Vorinstanz und neueren Autoren herangezogenen Vergleich der Legitimationsvoraussetzungen in Art. 420 Abs. 1 ZGB mit denjenigen von Art. 397d Abs. 1 ZGB betrifft, ist ein Blick in die Entstehungsgeschichte der letztgenannten Norm angebracht. Die bundesr�tliche Botschaft vertritt die Auffassung, dass der Begriff "nahestehende Person" dem Sinne nach der in Art. 420 ZGB verwendeten Umschreibung "jedermann, der ein Interesse hat" entspreche (Botschaft �ber die �nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches [F�rsorgerische Freiheitsentziehung] [...] vom 17. August 1977, BBl 1977 III 37 Ziff. 241.2). Die Botschaft f�hrt weiter aus: "Dieser Ausdruck [jedermann, der ein Interesse hat] ist aber unbefriedigend; denn nach Lehre und Praxis hat nur derjenige ein Interesse im Sinne des Gesetzes, welcher M�ndelinteressen wahren will. Es dr�ngt sich deshalb eine Formulierung auf, die den wahren Gehalt besser wiedergibt." Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass dem Gesetzgeber f�r Art. 397d Abs. 1 ZGB dieselbe Legitimationsbestimmung vorschwebte wie f�r Art. 420 Abs. 1 ZGB, und zwar im Sinne einer Beschr�nkung auf die Wahrung von M�ndelinteressen. Die Differenz im Wortlaut w�re mithin keine Differenz im Inhalt. Allerdings erscheint es wenig zweckm�ssig, das Kriterium der Verfolgung von M�ndelinteressen mit demjenigen der N�hebeziehung zwischen Schutzbed�rftigem und Beschwerdef�hrer umschreiben zu wollen: Weder nimmt ein Nahestehender zwingend M�ndelinteressen wahr, noch handelt ein Aussenstehender in jedem Fall aus Eigeninteresse. Das Bundesgericht hat die Botschaft denn auch dahingehend gedeutet, dass der Gesetzgeber die Legitimation gem�ss Art. 397d Abs. 1 ZGB nicht auf den Kreis der Interessierten nach Art. 420 Abs. 1 ZGB beschr�nken wollte (BGE 114 II 213 E. 3 S. 217; vgl. BGE 122 I 18 E. 2c/bb S. 30; kritisch Meier, consentement, a.a.O., S. 196 Fn. 262). Gem�ss dieser Lesart findet gegen�ber Art. 420 ZGB insofern eine Ausweitung der Legitimation statt, als im Rahmen von Art. 397d Abs. 1 ZGB nicht erforderlich ist, Interessen der betroffenen Person wahrzunehmen (Thomas Geiser, in: Basler Kommentar, a.a.O., N. 13 zu Art. 397d ZGB; vgl. auch Eugen Spirig, Z�rcher Kommentar, 3. Aufl. 1995, N. 24 zu Art. 397d ZGB). Soweit die bundesr�tliche Botschaft davon auszugehen scheint, dass im Rahmen von Art. 420 ZGB einzig M�ndelinteressen wahrgenommen werden k�nnen, ist anzumerken, dass das Bundesgericht f�r die Legitimation gem�ss Art. 420 ZGB in der neueren Rechtsprechung auch die Verfolgung von Eigeninteressen unter bestimmten Voraussetzungen gen�gen l�sst (oben E. 3.1; BGE 121 III 1 E. 2a S. 3; vgl. auch BGE 113 II 232 E. 2a S. 234). Wie auch immer es sich mit der Absicht des Gesetzgebers bei der Regelung der f�rsorgerischen Freiheitsentziehung genau verhalten haben mag, so k�nnen die Gesetzgebungsmaterialien zu Art. 397d ZGB doch nicht entscheidend zur Auslegung von Art. 420 ZGB beitragen, weil die letztgenannte Norm nicht Gegenstand der damaligen Reform des Zivilgesetzbuches war.
3.4.5 Der Zweck der Vormundschaftsbeschwerde liegt nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung in erster Linie darin, die vormundschaftlichen Beh�rden zu einem gesetzm�ssigen Verhalten und zur Wahrung der Interessen derjenigen, f�r die sie t�tig werden m�ssen, anzuhalten (BGE 121 III 1 E. 2a S. 3; 103 II 170 E. 2 S. 174). Die Popularbeschwerde w�rde diesem Ziel am umfassendsten Rechnung tragen. Dass eine solche aber nicht gewollt gewesen ist, sondern der Interessennachweis eine gewisse Einschr�nkung mit sich bringen sollte, ist unbestritten (SCHWARZ, a.a.O., S. 71; ROOS, a.a.O., S. 42; SCHNYDEr, "...jedermann, der ein Interesse hat", a.a.O., S. 461). Somit kann der Zweck der Vormundschaftsbeschwerde zur Umschreibung der Beschwerdelegitimation jedenfalls nicht alleine massgeblich sein.
3.5 Wie dieser �berblick �ber die verschiedenen f�r die Auslegung massgeblichen Elemente (BGE 135 III 112 E. 3.3.2 S. 116 mit Hinweisen) und �ber die Standpunkte der Doktrin zeigt, lassen sich sowohl f�r eine eingrenzende wie eine grossz�gigere Interpretation von Art. 420 ZGB Argumente finden. Aus den nachfolgenden Gr�nden ist die Beschwerdelegitimation im Rahmen von Art. 420 ZGB allerdings auf nahestehende Personen zu beschr�nken, sofern der Drittbeschwerdef�hrer die Wahrung von Interessen des Schutzbed�rftigen geltend macht.
Zun�chst erscheint es sinnvoll, die Legitimation im Rahmen vormundschaftsrechtlicher Anordnungen unabh�ngig vom Zusammenhang grunds�tzlich gleich zu umschreiben. Sachliche Gr�nde f�r eine Differenzierung sind nicht auszumachen. Die Angleichung von Art. 420 und Art. 397d Abs. 1 ZGB kann in zwei Richtungen erfolgen: Entweder ist unter dem "Interessierten" gem�ss Art. 420 ZGB, der M�ndelinteressen wahrnimmt, ein "Nahestehender" im Sinne von Art. 397d Abs. 1 ZGB zu verstehen oder es werden umgekehrt im Rahmen von Art. 397d Abs. 1 ZGB �ber dessen Wortlaut hinaus auch weitere Interessierte zur Beschwerde zugelassen. F�r die erstere L�sung spricht sich nicht nur der �berwiegende Teil der neueren Lehre aus, sondern es sprechen auch die nachfolgend darzustellenden Sachargumente daf�r.
Dass ein Dritter im Interesse einer anderen Person �berhaupt ein Rechtsmittel ergreifen kann, ist nicht selbstverst�ndlich. Vielmehr wird grunds�tzlich sowohl im Privatrecht wie auch im �ffentlichen Recht, zu welchem das Vormundschaftsrecht materiell geh�rt, ein - wie auch immer geartetes - besonderes eigenes Ber�hrtsein von Dritten verlangt, die den Rechtsweg einschlagen wollen (vgl. BGE 122 III 279 E. 3a S. 282 zur aktienrechtlichen Anfechtungsklage; BGE 130 V 560 E. 3.5 S. 564 f. zur sog. Drittbeschwerde pro Adressat). In der Regel ist jedes Rechtssubjekt gehalten, seine eigenen Interessen selber wahrzunehmen. Auch im Vormundschaftsrecht kann der urteilsf�hige Schutzbed�rftige seine Interessen mit einer Beschwerde grunds�tzlich selber wahren. Die Drittbeschwerde im Interesse des Schutzbed�rftigen ist aber dadurch gerechtfertigt, dass dieser von ihr unter Umst�nden keinen Gebrauch machen kann oder will. Die Gr�nde hief�r k�nnen vielf�ltig sein: Beispielsweise ist die betroffene Person hinsichtlich der anzufechtenden Handlung nicht urteilsf�hig oder sie �berblickt zumindest ihre volle Tragweite nicht oder sie will ihre Beziehung zum Beistand etc. nicht gef�hrden. Insoweit erscheint sinnvoll, dass ein Aussenstehender an ihrer Stelle, aber in ihrem Interesse, Beschwerde f�hren kann. Zugleich rechtfertigt es sich aber, die Legitimation auf Personen einzuschr�nken, welche den Schutzbed�rftigen gut kennen und die sich damit in berechtigter Weise f�r dessen Wohl verantwortlich f�hlen d�rfen und besonders geeignet erscheinen, seine Bed�rfnisse und W�nsche auszudr�cken. Nur sie verfolgen denn auch in der Regel den Gang der vormundschaftlichen Handlungen n�her und geraten nicht bloss zuf�llig oder im Einzelfall mit ihnen in Ber�hrung. Gegen die Beschr�nkung der Beschwerdebefugnis auf Nahestehende k�nnte einzig sprechen, dass Nahestehende entweder nicht vorhanden sind oder auf eine Beschwerde verzichten, was durchaus auch aus egoistischen Motiven geschehen kann. Der Schutzbed�rftige k�nnte insofern schutzlos bleiben, wenn kein Aussenstehender seine Interessen verteidigen darf. Nur ist die Vormundschaftsbeschwerde keine Popularbeschwerde f�r jedermann, der Interessen des Schutzbed�rftigen oder am richtigen Vollzug des Bundesrechts wahren m�chte (oben E. 3.4.5). Muss aber eine Beschr�nkung der Beschwerdeberechtigung f�r die Geltendmachung von M�ndelinteressen vorgenommen werden, so verspricht die Eingrenzung auf Nahestehende eine gewisse Legitimit�t f�r den �bergriff in die fremde Rechtssph�re.
Personen, die nicht als nahestehend qualifiziert werden k�nnen, bleiben jedoch nicht machtlos und die schutzbed�rftige Person ohne Nahestehende auch nicht v�llig schutzlos. Jedermann steht die M�glichkeit einer allgemeinen Aufsichtsbeschwerde zu (Schwarz, a.a.O., S. 33). Mit der Vormundschaftsbeschwerde k�nnen zudem nicht nur M�ndelinteressen, sondern auch Eigeninteressen des Drittbeschwerdef�hrers gewahrt werden (oben E. 3.1). Hier gen�gt die Berufung auf Interessen, die im Rahmen der umstrittenen vormundschaftlichen Handlung h�tten ber�cksichtigt werden m�ssen und insoweit schutzw�rdig sind. Solche Interessen k�nnen auch Personen geltend machen, die dem Schutzbed�rftigen nicht nahestehen.
3.6 Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, sie stehe der verbeist�ndeten A.________ nahe, so dass sie ihre Interessen im Rahmen von Art. 420 ZGB selbst dann wahren k�nne, wenn zu dieser Beschwerde nur Nahestehende legitimiert seien.
Im vorinstanzlichen Urteil finden sich keine Feststellungen zur genauen Beziehungsqualit�t zwischen der verbeist�ndeten A.________ und der Beschwerdef�hrerin bzw. der zust�ndigen Kundenberaterin. Vielmehr hat das Obergericht die diesbez�glichen Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin �ber die Langj�hrigkeit der Kundenbeziehung und das Vertrauensverh�ltnis als unsubstantiiert bezeichnet. Darauf geht die Beschwerdef�hrerin nicht ein. Sie erachtet gegenteils ihre Sachverhaltsdarstellung als durch die Vorinstanz nicht in Frage gestellt. Eine in willk�rlicher Weise erfolgte Sachverhaltsfeststellung durch die Vorinstanz behauptet sie nicht, so dass f�r das Bundesgericht das Bestehen eines langj�hrigen Vertrauensverh�ltnisses nicht als nachgewiesen gelten kann.
Es ist nicht undenkbar, dass eine Bank bzw. der zust�ndige Bankangestellte je nach Konstellation eine nahestehende und damit beschwerdelegitimierte Person ist. Das N�heverh�ltnis kann auch �ber den Beruf derjenigen Person vermittelt werden, welche Vormundschaftsbeschwerde f�hren will (oben E. 3.4.1). Eine gen�gende N�hebeziehung wird bei einer blossen Konto- und Depotf�hrung ohne besonders engen Kontakt allerdings nicht angenommen werden d�rfen. Hingegen kommen F�lle intensiverer Begleitung vor, bei denen die Qualifikation der Bank bzw. des zust�ndigen Bankangestellten als nahestehende Person nicht von vornherein ausgeschlossen erscheint. Dies kann etwa der Fall sein bei einer langj�hrigen und umfassenden Finanzplanung f�r die betroffene Person und ihre Angeh�rigen (z.B. Nachfolgeregelung). Diese Frage braucht jedoch nicht abschliessend gekl�rt zu werden, da die Beschwerdef�hrerin keine entsprechenden Umst�nde namhaft macht. Zu beachten ist des Weiteren, dass die Beziehung in der Regel �ber einen bestimmten Bankangestellten vermittelt wird. Ob sich die Bank diese Beziehung zurechnen lassen kann, um selber Beschwerde f�hren zu k�nnen, braucht an dieser Stelle jedoch ebenfalls nicht entschieden zu werden.
3.7 Die Beschwerdef�hrerin kann somit nicht als der verbeist�ndeten A.________ nahestehende Person gelten. Sie ist nicht zur Vormundschaftsbeschwerde legitimiert, wenn sie auf diesem Wege Interessen der Verbeist�ndeten wahren will. Ihre allf�lligen Eigeninteressen an der Beschwerdef�hrung k�nnen im vorliegenden Verfahren nicht beurteilt werden (oben E. 3.3). Folglich ist die Beschwerde abzuweisen, soweit auf sie eingetreten werden kann.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens tr�gt die Beschwerdef�hrerin die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Parteientsch�digungen sind keine zu sprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, der Erwachsenen- und Kindesschutzkommission der Stadt Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 1. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 420
 Art. 420
 Art. 46
 Art. 95
 Art. 95
 Art. 102
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 388
 Art. 433
 Art. 446
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 388
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 BGE 
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 397
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 420
 BGE 
 BGE 
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 420
 Art. 397
 Art. 397
 BGE 
 BGE 
 Art. 420