Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-10-2011-4A_275-2011
Timestamp: 2016-10-23 12:00:10+00:00

Document:
4A_275/2011 (20.10.2011)
4A_275/2011
Erben der A. X.________, n�mlich:
1. B. X.________,
2. C. X.________,
beide vertreten durch Rechtsanw�ltin Cordula Sp�rri,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Silvan Fahrni,
Haftung aus Gef�lligkeit,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich, II. Zivilkammer, vom 17. M�rz 2011.
A.a Am 2. April 2001 fiel die am 8. Juli 1997 geborene (am 11. November 2010 verstorbene) A. X.________ in der Umgebung ihres Wohnortes in die Glatt. Sie konnte erst ca. 10 Minuten sp�ter aus dem Fluss geborgen werden und erlitt einen anoxischen Hirnschaden (mit Wachkoma, schwerer tetraspastischer zerebraler Bewegungsst�rung etc.). Nach diesem Unfall war sie vollst�ndig invalid und auf dauernde Pflege und Betreuung angewiesen.
A.b Am Vormittag des Unfalltages vom 2. April 2001 hielt sich D.________ (Beklagte, Beschwerdegegnerin) bei C. X.________, der Mutter von A.________, auf und trank mit ihr Kaffee. Die damals noch nicht ganz vierj�hrige A.________ spielte mit dem 5-j�hrigen Sohn der Beklagten, E.________, im Freien. B. X.________, der Vater von A.________, befand sich ebenfalls zu Hause und liess seine Frau wissen, dass er mit einem Kollegen zu einem Baumarkt fahre. Gleichzeitig erkl�rte die Mutter von A.________, dass sie noch rasch einkaufen wolle, wobei A.________ ihre Mutter nicht begleiten wollte. Umstritten ist unter den Parteien, wer vorschlug, dass die Beklagte w�hrend der Abwesenheit der Eltern auf A.________ aufpassen sollte.
A.c Die Beklagte begab sich vor elf Uhr in Begleitung von A.________ und ihrem Sohn in ihr in der Nachbarschaft gelegenes Haus zur�ck und verrichtete Haushaltsarbeiten, w�hrend die Kinder A.________ und E.________ weiterhin draussen spielten, wobei sich aus der Nachbarschaft noch F. Z.________ (geboren am 30. Januar 1997) zu ihnen gesellte.
A.d Aufgrund des Unfalls wurde gegen die Beklagte ein Strafverfahren wegen fahrl�ssiger schwerer K�rperverletzung er�ffnet. Das Bezirksgericht B�lach sprach sie mit Urteil vom 5. Februar 2003 von diesem Vorwurf frei mit der Begr�ndung, sie habe die nach den Umst�nden gebotene Sorgfalt beachtet. Das Obergericht des Kantons Z�rich best�tigte dieses Urteil am 6. Juli 2004 in der Erw�gung, dass der Unfall auch bei gebotener Sorgfalt nicht h�tte vermieden werden k�nnen.
B.a Am 12. Dezember 2006 erhob A. X.________ (Kl�gerin), vertreten durch ihre Eltern, beim Bezirksgericht Dielsdorf Teilklage mit dem Antrag, die Beklagte sei zu verurteilen, ihr eine Genugtuung von Fr. 300'000.-- zu bezahlen.
Das Bezirksgericht hiess die Klage mit Urteil vom 10. August 2009 teilweise gut und verurteilte die Beklagte, der Kl�gerin eine Genugtuung von Fr. 200'000.-- nebst 5 % Zins seit dem 2. April 2001 zu bezahlen; ausserdem wurde vorgemerkt, dass es sich um eine Teilklage handle und Nachklage vorbehalten sei.
Das Bezirksgericht kam zum Schluss, die Beklagte habe bei der gef�lligkeitshalber erfolgten Betreuung von A.________ die n�tige Sorgfalt nicht walten lassen.
B.b Mit Urteil vom 17. M�rz 2011 wies das Obergericht des Kantons Z�rich auf Berufung der Beklagten die Klage der Eltern, die als Erben den Prozess ihrer verstorbenen Tochter �bernommen hatten, ab.
Das Obergericht kam mit der ersten Instanz zum Schluss, dass die Beklagte die Betreuung der Kl�gerin im Sinne einer Gef�lligkeit �bernommen hatte und daher kein Vertrag zustande gekommen war. Sie erkannte, dass bei einer Sch�digung auf Seiten des Gef�lligkeitsnehmers die Regeln �ber die Deliktshaftung anwendbar seien und daher die Kl�gerin zu beweisen habe, dass sie von der Beklagten zu wenig engmaschig beaufsichtigt worden sei bzw. die Beklagte ihre Sorgfaltspflicht bei der Beaufsichtigung schuldhaft verletzt habe. Beim Massstab der Sorgfaltspflicht ist nach den Erw�gungen des Obergerichts zu beachten, dass die Pflichten der h�tenden Person nicht weiter gehen k�nnen als die der Eltern. Das Obergericht gelangte in W�rdigung der Beweise zum Schluss, dass die Kl�gerin den Hauptbeweis f�r ihre Behauptung nicht habe erbringen k�nnen, wonach die Beklagte die Kinder nicht hinreichend sorgf�ltig �berwacht, diese insbesondere nicht mehr geh�rt habe, als sie aus der Waschk�che ins Haus zur�ckkehrte.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragen die Eltern von A.________ (Beschwerdef�hrer) dem Bundesgericht, es das Urteil des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 17. M�rz 2011 sei aufzuheben (Ziffer 1), das Urteil des Bezirksgerichts Dielsdorf vom 10. August 2009 sei vollumf�nglich zu best�tigen und die Beschwerdegegnerin sei zu verpflichten, ihnen eine Genugtuung von Fr. 200'000.-- zuz�glich Zins zu 5 % seit 2. April 2001 zu bezahlen.
Sie r�gen, die Vorinstanz habe Bundesrecht verletzt, indem sie das Zustandekommen eines Auftrags verneint habe und indem sie den Begriff der Sorgfaltspflichtverletzung falsch angewendet habe. Schliesslich habe die Vorinstanz die Beweise willk�rlich gew�rdigt, den Sachverhalt unrichtig festgestellt und ihnen das rechtliche Geh�r verweigert.
Die Beschwerdegegnerin beantragt in ihrer Vernehmlassung, die Beschwerde sei vollumf�nglich abzuweisen und das angefochtene Urteil zu best�tigen. Die Vorinstanz hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Der angefochtene Endentscheid (Art. 90 BGG) vom 17. M�rz 2011 betrifft eine Zivilsache (Art. 72 BGG) und ist von einem oberen kantonalen Gericht als Rechtsmittelinstanz ergangen (Art. 75 BGG). Die Beschwerdef�hrer sind mit ihren Antr�gen unterlegen (Art. 76 BGG), die verm�gensrechtliche Angelegenheit �bersteigt den erforderlichen Streitwert (Art. 74 BGG) und die Beschwerde ist fristgerecht eingereicht worden (Art. 100 BGG). Auf die Beschwerde in Zivilsachen ist unter Vorbehalt zul�ssiger (Art. 95 BGG) und hinreichend begr�ndeter R�gen (Art. 42 Abs. 1 i.V.m. 106 Abs. 2 BGG) einzutreten.
Nach Art. 105 BGG legt das Bundesgericht seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Abs. 1). Es kann diese Sachverhaltsfeststellung von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Abs. 2). Die Voraussetzungen f�r eine Sachverhaltsr�ge nach Art. 97 Abs. 1 BGG und f�r eine Berichtigung des Sachverhalts von Amtes wegen nach Art. 105 Abs. 2 BGG stimmen im Wesentlichen �berein. Soweit es um die Frage geht, ob der Sachverhalt willk�rlich oder unter verfassungswidriger Verletzung einer kantonalen Verfahrensregel ermittelt worden ist, sind strenge Anforderungen an die Begr�ndungspflicht der Beschwerde gerechtfertigt. Entsprechende Beanstandungen sind vergleichbar mit den in Art. 106 Abs. 2 BGG genannten R�gen. Die beschwerdef�hrende Partei, welche die Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz anfechten will, kann sich nicht damit begn�gen, den bestrittenen Feststellungen eigene tats�chliche Behauptungen gegen�berzustellen oder darzulegen, wie die Beweise ihrer Ansicht nach zu w�rdigen gewesen w�ren. Vielmehr hat sie klar und substanziiert aufzuzeigen, inwiefern die ger�gten Feststellungen bzw. die Unterlassung von Feststellungen offensichtlich unrichtig sind oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3, 393 E. 7.1, 462 2.4). Soweit die beschwerdef�hrende Partei den Sachverhalt erg�nzen will, hat sie zudem mit Aktenhinweisen darzulegen, dass sie entsprechende rechtsrelevante Tatsachen und taugliche Beweismittel bereits bei den Vorinstanzen prozesskonform eingebracht hat (Urteil 4A_214/2008 vom 9. Juli 2008 E. 1.2, nicht publ. in: BGE 134 III 570; 4A_470/2009 vom 18. Februar 2010 E. 1.2). Auf eine Kritik an den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz, die diesen Anforderungen nicht gen�gt, ist nicht einzutreten (BGE 133 II 249 E. 1.4.3) und ebenso wenig auf Vorbringen, die in den tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz keine St�tze finden, ohne dass dazu eine taugliche Sachverhaltsr�ge im vorstehenden Sinne substanziiert wird, oder auf R�gen, die auf solchen Vorbringen aufbauen.
Die Beschwerdef�hrer stellen ihren R�gen zun�chst einen Sachverhalt aus ihrer Sicht voran, der von den Feststellungen der Vorinstanz abweicht, ohne dass sie R�gen erheben, welche einen Mangel im Sinne von Art. 105 Abs. 2 BGG aufzuzeigen verm�chten. Sie sind damit nicht zu h�ren und ihre R�gen haben unbeachtet zu bleiben, soweit sie auf dieser abweichenden Sachdarstellung beruhen.
Die Beschwerdef�hrer r�gen, die Vorinstanz habe den Sachverhalt in Bezug auf die Frage, ob eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliege, in willk�rlicher W�rdigung der Beweise durch aktenwidrige, unrichtige Sachverhaltsfeststellung und unter Verletzung des rechtlichen Geh�rs gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV festgestellt.
3.1 Der Anspruch auf rechtliches Geh�r (Art. 29 Abs. 2 BV) verlangt insbesondere, dass das Gericht die Vorbringen des vom Entscheid in seiner Rechtsstellung Betroffenen auch tats�chlich h�rt, pr�ft und in der Entscheidfindung ber�cksichtigt (BGE 134 I 83 E. 4.1 S. 88 mit Hinweisen). Der Grundsatz des rechtlichen Geh�rs garantiert den betroffenen Personen ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht im Verfahren. Sie haben Anspruch auf �usserung zur Sache vor Erlass des Entscheids, auf Abnahme ihrer erheblichen, rechtzeitig und formrichtig angebotenen Beweise und auf Mitwirkung an der Erhebung von Beweisen oder zumindest auf Stellungnahme zum Beweisergebnis (BGE 135 II 286 E. 5.1 S. 293; 134 I 140 E. 5.3 S. 148; 127 I 54 E. 2b S. 56). Die Begr�ndung des Entscheids muss zumindest kurz die wesentlichen �berlegungen nennen, von denen sich das Gericht hat leiten lassen und auf die es seinen Entscheid st�tzt. Dagegen wird nicht verlangt, dass sich die Begr�ndung mit allen Parteistandpunkten einl�sslich auseinandersetzt und jedes einzelne Vorbringen ausdr�cklich widerlegt (vgl. BGE 136 I 229 E. 5.2 S. 236; 184 E. 2.2.1 S. 188; je mit Hinweis).
Die Beschwerdef�hrer r�gen als Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV, dass die Vorinstanz ihre unbestritten gebliebenen und rechtsgen�glich behaupteten Vorbringen unbeachtet gelassen habe. Sie verkennen dabei freilich, dass das Gericht ohne Verletzung des rechtlichen Geh�rs Vorbringen unbeachtet lassen kann, die es nicht als rechtserheblich erachtet.
3.2 Willk�rlich ist ein Entscheid nicht schon dann, wenn eine andere L�sung ebenfalls vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re. Das Bundesgericht hebt einen kantonalen Entscheid wegen Willk�r vielmehr nur auf, wenn er offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft. Dabei gen�gt es nicht, wenn sich nur die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides als unhaltbar erweist. Eine Aufhebung rechtfertigt sich nur dann, wenn der Entscheid auch im Ergebnis verfassungswidrig ist (BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133 mit Hinweisen). R�gen betreffend die Beweisw�rdigung sind nach Massgabe von Art. 106 Abs. 2 BGG zu begr�nden (BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254 f. mit Hinweisen).
3.2.1 Die Vorinstanz hat den Sachverhalt im angefochtenen Urteil spezifisch in Bezug auf die Sorgfaltspflichtverletzung gew�rdigt und sich dabei namentlich mit den Vorbringen der Kl�ger auseinandergesetzt. Sie hat sich insbesondere mit der Frage auseinandergesetzt, ob die Beklagte, als sie aus der Waschk�che getreten sei, die Kinder noch gesehen oder geh�rt habe. W�hrend das Bezirksgericht zum Schluss gelangte, die Beklagte habe die Kinder in diesem Zeitpunkt zwar nicht mehr gesehen, aber immerhin geh�rt, stellte die Vorinstanz fest, dass sich diese Frage weder bejahen noch verneinen lasse. Da die Kl�ger die Beweislast f�r die entsprechende Tatsache tragen, aus der sie eine Sorgfaltswidrigkeit ableiten, kann der Beklagten nach den Erw�gungen der Vorinstanz nicht vorgeworfen werden, dass sie zu diesem Zeitpunkt die Kinder nicht gesucht oder nach ihnen Ausschau gehalten hat, womit eine Sorgfaltspflichtverletzung der Beklagten nicht bewiesen ist.
3.2.2 Die Beschwerdef�hrer r�gen in diesem Zusammenhang, sie h�tten sich nicht darauf beschr�nkt, der Beschwerdegegnerin als Sorgfaltspflichtverletzung vorzuwerfen, dass sie sich im Zeitpunkt, als sie die Waschk�che verliess, nicht mehr nach den Kindern umgesehen habe. Sie h�tten vielmehr auch geltend gemacht, die Beklagte w�re sp�testens ab dem Zeitpunkt, als sie aus der Waschk�che trat sowie w�hrend der Dauer des gesamten Telefonats hindurch verpflichtet gewesen, die vertraglich zugesicherte Leistung der Beaufsichtigung von A.________ zu erbringen. Da die Beschwerdegegnerin nicht bestritten habe, dass sie von dem Zeitpunkt an, als sie sich von der Waschk�che ins Haus begeben habe, bis zu dem Zeitpunkt, als sie eine Nachbarin (Frau Z.________) am Gartenzaun winken sah, nicht mehr gewusst habe, wo sich die Kinder aufhielten, halten die Beschwerdef�hrer daf�r, die Vorinstanz habe willk�rlich den unbestrittenen Sachverhalt bei ihrer Beweisw�rdigung ignoriert.
3.2.3 Die Beschwerdef�hrer verkennen, dass es sich nicht um eine Tatsachenfeststellung, sondern um eine Rechtsfrage handelt, wie "engmaschig" Kinder eines bestimmten Alters in bestimmten Umst�nden �berwacht werden m�ssen. Sie behaupten aber selbst nicht, dass sie Tatsachen behauptet und zum Beweis verstellt h�tten, aus denen sich eine bestimmte Zeitdauer ergeben w�rde zwischen dem Zeitpunkt, als die Beschwerdegegnerin die Waschk�che verliess und dem Zeitpunkt, als sie w�hrend der Beantwortung des Telefonanrufs die gestikulierende Nachbarin am Zaun sah. Die Vorinstanz hat die Tatsachen weder offensichtlich unrichtig noch unvollst�ndig festgestellt, wenn sie keine Feststellungen �ber eine Zeitdauer traf, die gar nicht behauptet wurde.
3.3 Die Vorinstanz hat den Sachverhalt weder offensichtlich unrichtig noch in Verletzung des Rechts im Sinne von Art. 95 BGG festgestellt. Das Bundesgericht hat daher vom Sachverhalt auszugehen, den die Vorinstanz im angefochtenen Urteil festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG).
Die Beschwerdef�hrer r�gen, die Vorinstanz habe die Abmachung zwischen ihnen und der Beschwerdegegnerin vom 2. April 2001 zu Unrecht als Gef�lligkeit und nicht als Auftrag qualifiziert.
4.1 In der Rechtsprechung ist anerkannt, dass auch im Bereich von Arbeitsleistungen unverbindliche Gef�lligkeiten vorkommen, die keine Vertragsbindung entstehen lassen. Ob Vertrag oder Gef�lligkeit vorliegt, entscheidet sich nach den Umst�nden des Einzelfalles, insbesondere der Art der Leistung, ihrem Grund und Zweck, ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Bedeutung, den Umst�nden, unter denen sie erbracht wird und der Interessenlage der Parteien. F�r einen Bindungswillen spricht ein eigenes, rechtliches oder wirtschaftliches Interesse der Person, welche die Leistung erbringt, oder ein erkennbares Interesse des Beg�nstigten an fachkundiger Beratung oder Unterst�tzung (BGE 129 III 181 E. 3.2, 116 II 695 E. 2b/bb S. 697 f.).
Die Vorinstanz stellt zutreffend dar, dass die Gef�lligkeit im Unterschied zum Vertrag unentgeltlich, uneigenn�tzig und bei Gelegenheit erfolgt, ohne dass eine rechtsgesch�ftliche Verpflichtung zur Leistungserbringung besteht (vgl. KRAMER, Berner Kommentar, der Allgemeinen Einleitung in das schweizerische OR, 1986, N. 63 ff.; HONSELL, Schweizerisches Haftpflichtrecht, 4. Aufl. 2005, � 9 N. 38; GAUCH/SCHLUEP/ SCHMID, Schweizerisches Obligationenrecht, Allgemeiner Teil, 9. Aufl. 2008, N. 353a/b; H�RLIMANN-KAUP, Die privatrechtliche Gef�lligkeit und ihre Rechtsfolgen, Diss. Fribourg 1999, S. 6; ENGEL, Trait� des obligations en droit suisse, 2. Aufl. 1997, S. 221 f.). Als typisches Beispiel f�r Gef�lligkeiten im t�glichen Leben wird das Kinderh�ten f�r eine beschr�nkte Dauer von zwei Stunden unter Freunden angef�hrt (H�RLIMANN-KAUP, a.a.O., S. 83).
4.2 Nach den Feststellungen der Vorinstanz wollten die Beschwerdef�hrer gleichzeitig wegfahren. Ihre Tochter wollte oder konnte weder mit dem Vater noch der Mutter mitgehen und weder Mutter noch Vater wollten oder konnten sie mitnehmen. Die Beschwerdegegnerin befand sich bei der Beschwerdef�hrerin und trank mit ihr Kaffee, w�hrend ihr f�nfj�hriger Sohn mit der noch nicht ganz vierj�hrigen Tochter der Beschwerdef�hrerin spielte. In dieser Situation erkl�rte sich die Beschwerdegegnerin bereit, auf die Tochter aufzupassen, w�hrend ihre Mutter zum Einkaufen fuhr. Die Vorinstanz hat diese Bereitschaft der Beschwerdegegnerin, die Tochter ihrer Nachbarn f�r eine beschr�nkte Zeit zu h�ten, zutreffend als Gef�lligkeit qualifiziert. Sie hat zutreffend ber�cksichtigt, dass Grund, Zweck und Interesse ausschliesslich bei den Eltern lagen, die gleichzeitig ihren Wohnort kurzfristig f�r Besorgungen verlassen und ihre Tochter nicht mitnehmen wollten. Die Gelegenheit, die Tochter unter diesen Umst�nden f�r die kurzfristige Abwesenheit der Aufsicht der Beschwerdegegnerin anzuvertrauen, ergab sich aus deren Besuch und dem Umstand, dass die fast gleichaltrigen Kinder miteinander spielten.
4.3 Den Beschwerdef�hrern kann nicht gefolgt werden, wenn sie aus der Formulierung im angefochtenen Urteil, wonach sich die Parteien "auf das H�ten verst�ndigt" h�tten, ableiten wollen, es liege ein Konsens im Sinne von Art. 1 OR vor. Streitig ist gerade, ob die Verst�ndigung auf eine rechtliche Bindung oder eine Gef�lligkeit im Alltag gerichtet war. Dass das H�ten des Kindes definitionsgem�ss umfasst, dieses vor Gefahren zu sch�tzen, ist entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrer zur Abgrenzung der strittigen Frage nicht geeignet. Die Vorinstanz hat vielmehr zutreffend erkannt, dass es die Beschwerdegegnerin als zuf�llig anwesende Nachbarin und Mutter eines etwa gleichaltrigen Kindes �bernahm, die Tochter der Beschwerdef�hrerin kurzfristig zu beaufsichtigen. Die Beschwerdegegnerin erkl�rte sich bei Gelegenheit eines nachbarschaftlichen Besuchs aufgrund der kurzfristig entstandenen Situation f�r eine kurze Zeit zur Beaufsichtigung der Tochter der Beschwerdef�hrer bereit. Entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrer ist in diesem Zusammenhang unerheblich, ob die Beschwerdegegnerin in dieser Situation spontan von sich aus die Bereitschaft erkl�rte, auf das M�dchen aufzupassen, ob sie unter einem gewissen sozialen Druck handelte oder ob sie besonders darum gebeten wurde. Mit ihrer Kritik an einzelnen Formulierungen des angefochtenen Urteils verm�gen die Beschwerdef�hrer die zutreffende W�rdigung der Interessenlage durch die Vorinstanz nicht in Frage zu stellen: Das Interesse an der kurzfristigen Betreuung ihrer Tochter durch die Nachbarin und Mutter eines etwa gleichaltrigen Kindes lag auf Seiten der Beschwerdef�hrer, ohne dass ein direktes eigenes Interesse der Beschwerdegegnerin an dieser Betreuung erkennbar w�re. Die Vorinstanz hat das Verh�ltnis zutreffend als Gef�lligkeit qualifiziert.
Die Beschwerdef�hrer beanstanden sodann, die Vorinstanz habe die Haftung der Beschwerdegegnerin zu Unrecht verneint, weil sie von einem falschen Begriff der Sorgfaltspflichtverletzung ausgegangen sei, wobei es ihrer Ansicht nach keine Rolle spielt, ob eine vertragliche oder deliktische Haftung greife.
5.1 Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung haftet die Person, welche aus Gef�lligkeit eine Leistung erbringt, aus unerlaubter Handlung (BGE 116 II 695 E. 4 S. 699), w�hrend sinngem�ss nach den Regeln �ber die Gesch�ftsf�hrung ohne Auftrag haftet, wer Nutzen aus der Gef�lligkeit zieht (BGE 129 III 181 E. 4 S. 184, vgl. dazu etwa FELLMANN, HAVE 2003, S. 141; WIEGAND, ZBJV 2004, S. 861 ff.; GAUCH, Bauernhilfe, in: SCHMID/SEILER [Hrsg.], Recht des l�ndlichen Raums, Luzerner Beitr�ge zur Rechtswissenschaft, Bd. 11, 2006, S. 191, 215). Dieser Praxis stimmt ein Teil der Lehre zu (vgl. ENGEL, a.a.O., S. 222; wohl auch WIEGAND, a.a.O., S. 864 f.), w�hrend ein anderer Teil der Doktrin eine vertragliche oder vertrags�hnliche Haftung des Gef�lligen bef�rwortet (vgl. GAUCH/SCHLUEP/SCHMID, a.a.O., N. 1190a; H�RLIMANN-KAUP, a.a.O., S. 187). Die deliktische Haftung des Gef�lligen ist systematisch gerechtfertigt dadurch, dass das Zustandekommen eines Vertrags gerade verneint wird und daher auch keine Vertragspflichten entstehen. Sie ist aber auch sachgerecht. Es trifft zwar zu, dass die leistende Person mit der Gef�lligkeit die Verpflichtung �bernimmt, bei der Leistungserbringung den Gef�lligkeitsnehmer nicht zu sch�digen (H�RLIMANN-KAUP, a.a.O., S. 144). Es ist jedoch nicht erkennbar, inwiefern sich die Art dieser Verpflichtung vom allgemeinen Verbot gem�ss Art. 41 OR unterscheiden soll, niemandem widerrechtlich oder unsittlich schuldhaft Schaden zuzuf�gen. Dem Umstand, dass der Gef�llige auch den Schutz blosser Verm�gensinteressen �bernehmen kann, ist mit der Anerkennung einer entsprechenden Garantenstellung hinreichend Rechnung getragen (BGE 116 II 695 E. 4 S. 699, vgl. auch GAUCH/SCHLUEP/SCHMID, a.a.O., N. 1190a mit Hinweisen). Eine Umkehr der Beweislast f�r das Verschulden des Gef�lligen, die mit der Anerkennung einer vertrags�hnlichen Haftung verbunden w�re, erscheint dagegen nicht gerechtfertigt. Die vorgebrachten Gr�nde �berzeugen nicht, um die Praxis zu �ndern. Vielmehr ist daran festzuhalten, dass der Gef�llige nach Art. 41 OR haftet. Die Vorinstanz hat daher die Haftung der Beschwerdegegnerin zutreffend nach Art. 41 OR beurteilt.
5.2 Wer Schadenersatz aus Art. 41 Abs. 1 OR beansprucht, hat den Schaden, die widerrechtliche Handlung, den Kausalzusammenhang sowie das Verschulden zu beweisen (BGE 132 III 122 E. 4.1 S. 130). Ergibt sich die Rechtswidrigkeit aus der Verletzung eines absoluten Rechts (BGE 133 III 323 E. 5.1 S. 330; 132 III 122 E. 4.1; 124 III 297 E. 5b S. 301), so hat die gesch�digte Person insbesondere den - f�r die widerrechtliche Sch�digung kausalen - Mangel an objektiv gebotener Sorgfalt zu beweisen (BGE 120 Ib 411 E. 4a S. 414, 115 Ib 175 E. 2b S. 181). Die Sorgfaltswidrigkeit ergibt sich aus dem Vergleich des tats�chlichen Verhaltens des Sch�digers mit dem hypothetischen Verhalten eines durchschnittlich sorgf�ltigen Menschen in der Situation des Sch�digers (BGE 116 Ia 162 E. 2c S. 170 f.; 112 II 172 E. 2c S. 180, vgl. auch Urteil 4A_22/2008 vom 10. April 2008 E. 3).
Gem�ss Art. 99 Abs. 2 OR richtet sich das Mass der Haftung nach der besonderen Natur des Gesch�fts und wird insbesondere milder beurteilt, wenn das Gesch�ft f�r den Schuldner keinerlei Vorteil bezweckt. Diese systematisch in das Vertragsrecht eingereihte Bestimmung findet a fortiori auch auf Gef�lligkeitshandlungen Anwendung, bei denen ein rechtsgesch�ftlicher Bindungswille fehlt (HONSELL, a.a.O., � 9 N. 38). Bei Gef�lligkeiten ist mithin grunds�tzlich von einer verminderten Sorgfaltspflicht auszugehen (THIER, in: Honsell [Hrsg.], Kurzkommentar OR, 2008, N. 7 zu Art. 99 OR). Es muss in der Regel gen�gen, dass der Gef�llige jene Sorgfalt aufwendet, die er auch in eigenen Angelegenheiten beachtet (sog. eigen�bliche Sorgfalt oder diligentia quam in suis). Denn wer im vertragsfreien Raum um eine Gef�lligkeit bittet, kann vom Gef�lligen nicht verlangen, eine h�here Sorgfalt als die eigen�bliche aufzuwenden.
5.2.1 Ein Elternteil wird der �berwachung der Kinder die nach den Umst�nden gebotene Aufmerksamkeit schenken. Vorliegend ist nach den Feststellungen der Vorinstanz davon auszugehen, dass die drei vier- bis f�nfj�hrigen Kinder im Garten der Beschwerdegegnerin und im unmittelbaren Umfeld der Liegenschaft spielten. Die Beschwerdegegnerin verrichtete Arbeiten im Haushalt und beaufsichtigte die spielenden Kinder in der Weise, dass sie sich hie und da dar�ber vergewisserte, dass die Kinder sich weiterhin im Umfeld aufhielten und mit ungef�hrlichen Spielen besch�ftigt waren. In dieser Situation w�re lebensfremd anzunehmen, der mit der Aufsicht besch�ftige Elternteil schaue in regelm�ssigen Abst�nden von 5 oder 10 Minuten bewusst nach den spielenden Kindern, wie dies die Beschwerdef�hrer in ihrer Beschwerde zum Massstab erheben wollen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Arbeiten im Haushalt die Aufmerksamkeit des Elternteils zeitweise beanspruchen, so dass diese jeweils in unregelm�ssigen Abst�nden unterbrochen werden, um sich zu vergewissern, dass mit den Kindern alles noch in Ordnung ist. Dabei wird der Elternteil eher h�ufiger ein Auge oder ein Ohr den Kindern widmen, wenn aufgrund ihres Verhaltens mit einer gef�hrlichen Situation zu rechnen ist, w�hrend eher l�ngere Zeit den Haushaltarbeiten gewidmet werden kann, wenn die Kinder in einer ihnen vertrauten Umgebung so besch�ftigt sind, dass mit abrupten Ideen konkret nicht gerechnet werden muss. Es kann daher entgegen der Ansicht der Beschwerdef�hrer, die dem erstinstanzlichen Urteil entspricht, nicht angenommen werden, dass ein Kind im Alter von knapp vier Jahren, das mit zwei ungef�hr 5-j�hrigen Kindern im Garten spielt, in jedem Fall nach maximal f�nf Minuten an seinem Standort zu kontrollieren ist.
5.2.2 Die Vorinstanz hat ihrer Entscheidung das Vorbringen der Beschwerdef�hrer zu Grunde gelegt, dass sich die Beklagte �ber den Verbleib der Kinder h�tte vergewissern m�ssen, als sie aus der Waschk�che in das Haus ging. Die Vorinstanz ist insofern der Ansicht gefolgt, dass ein durchschnittlich aufmerksamer Elternteil in der Situation der Beschwerdegegnerin nach Beendigung der Arbeit mit der W�sche sich vergewissert h�tte, dass die Kinder noch immer im Garten beim oder im Schopf spielten. W�hrend die erste Instanz als erstellt erachtete, dass die Beschwerdegegnerin die Kinder noch h�rte, als sie die Waschk�che verliess, hat die Vorinstanz dies nicht als nachgewiesen erachtet. Sie hat aber erkannt, dass die Beschwerdef�hrer die Beweislast f�r die behauptete Verletzung der Sorgfaltspflicht tragen und dementsprechend mangels Beweises, dass sich die Beschwerdegegnerin sorgfaltswidrig �ber den Verbleib der Kinder beim Verlassen der Waschk�che nicht vergewissert habe, die Folgen der Beweislosigkeit den Beschwerdef�hrern auferlegt. Damit hat sie keine Bundesrechtsnormen verletzt.
5.2.3 Die Beschwerdef�hrer bringen unter Berufung auf das erstinstanzliche Urteil vor, die Beschwerdegegnerin habe w�hrend 15 Minuten die Kinder weder gesehen noch geh�rt, nachdem sie sich von der Waschk�che ins Haus begeben hatte. Daraus leiten sie ab, die Beschwerdegegnerin habe die Kinder zu wenig engmaschig �berwacht.
In ihren Rechtsschriften vor den kantonalen Gerichten haben die Beschwerdef�hrer die angebliche Sorgfaltswidrigkeit zwar stets auf die gesamte Zeitspanne vom Moment, als die Beschwerdegegnerin in die Wachk�che ging, bis zur Entdeckung der gestikulierenden Nachbarin w�hrend des Telefongespr�chs bezogen. Aus den Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Urteil ergeben sich aber keine Anhaltspunkte daf�r, dass die Beschwerdegegnerin w�hrend der - auch nach der Behauptung der Beschwerdef�hrer h�chstens 15 Minuten dauernden - Zeitperiode nach der R�ckkehr aus der Waschk�che bis zur Wahrnehmung der Nachbarin am Zaun konkreten Anlass gehabt h�tte, nach den Kindern zu sehen. Die Vorinstanz hat damit keine Bundesrechtsnormen verletzt, wenn sie auch insofern den Nachweis einer Sorgfaltspflichtverletzung durch die Beschwerdegegnerin, welche f�r den Unfall kausal gewesen sein k�nnte, als nicht erbracht ansah.
Damit erweist sich die Beschwerde als unbegr�ndet. Sie ist abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend werden die Beschwerdef�hrerin kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 6'000.-- werden den Beschwerdef�hrern (in solidarischer Haftung und intern zu gleichen Teilen) auferlegt.
Die Beschwerdef�hrer haben die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren (in solidarischer Haftung und intern zu gleichen Teilen) mit Fr. 7'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 105
 Art. 95
 Art. 97
 Art. 105
 Art. 106
 Art. 95
 BGE 
 BGE 
 Art. 105
 Art. 29
 BGE 
 Art. 29
 Art. 106
 Art. 95
 Art. 1
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 99
 Art. 99
 Art. 68