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Timestamp: 2016-10-23 07:51:04+00:00

Document:
2P.274/1999 (02.03.2000)
2P.274/1999/hzg
Hungerb�hler, M�ller, Bundesrichterin Yersin und Gerichtsschreiber H�berli.
ARGE X.________, Beschwerdef�hrerinnen, vertreten durch Rechtsanwalt Werner Marti, Postgasse 27, Glarus,
ARGE Y.________, Beschwerdegegnerinnen,
Regierungsrat des Kantons Thurgau, vertreten durch das Departement f�r Bau und Umwelt,
ArbeitsvergebungNationalstrasseA7
(Girsbergtunnel), hat sich ergeben:
A.- Das Tiefbauamt des Kantons Thurgau liess im Amtsblatt vom 5. Dezember 1997 die Bauarbeiten f�r den Girsbergtunnel der Nationalstrasse A 7 im offenen Verfahren ausschreiben. Es gingen insgesamt 15 Angebote von sieben Arbeitsgemeinschaften ein. Die E.________ AG wertete die Offerten aus und unterbreitete dem Tiefbauamt einen Vergabeantrag zugunsten der Arbeitsgemeinschaft Y.________; in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f�r Strassen schloss sich das Tiefbauamt diesem Antrag an. Mit Beschluss vom 28. April 1998 vergab der Regierungsrat des Kantons Thurgau die Arbeiten der ARGE Y.________. Das Bundesamt f�r Strassen stimmte dieser Arbeitsvergebung am 4. Mai 1998 zu. Am 13. Mai 1998 unterzeichnete das Tiefbauamt des Kantons Thurgau, welches zu diesem Zeitpunkt vom Eingang einer Beschwerde noch keine Kenntnis hatte, einen Werkvertrag mit der ARGE Y.________.
B.- Die als Konkurrentin an der Submission mitbeteiligte Arbeitsgemeinschaft X.________ erhob gegen den Vergebungsentscheid am 11. Mai 1998 Beschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau. Die Erteilung der aufschiebenden Wirkung wurde vom Pr�sidenten des Verwaltungsgerichts mit Verf�gung vom 30. Juni 1998 unter Hinweis auf den bereits erfolgten Vertragsabschluss abgelehnt. Das Gesuch um volle Akteneinsicht wurde, soweit es die von der Konkurrentin ARGE Y.________ eingereichten Offertunterlagen betraf, vom Verwaltungsgericht mit Zwischenentscheid vom 28. Oktober 1998 abgewiesen. Mit Urteil vom 19. Mai 1999 wies das Gericht die Beschwerde in der Sache ab.
C.- Hiergegen hat die ARGE X.________ am 16. September 1999 staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht eingereicht mit dem Antrag, das Verwaltungsgerichtsurteil vom 19. Mai 1999 aufzuheben und die Rechtswidrigkeit der Verf�gung (recte: Zuschlagsmitteilung) des Tiefbauamtes vom 28. April 1998 festzustellen; eventuell sei die Sache an die "Vorinstanz" zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht beantragt unter Hinweis auf die ergangenen Entscheide, die staatsrechtliche Beschwerde abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Das thurgauische Departement f�r Bau und Umwelt stellt den Antrag, die Beschwerde abzuweisen. Die ARGE Y.________ hat sich innert Frist nicht vernehmen lassen.
1.- a) Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist ein letztinstanzlicher kantonaler Endentscheid (Art. 86 und Art. 87 OG). Es betrifft eine - innerhalb der Schranken von Art. 44 ff. der Verordnung vom 18. Dezember 1995 �ber die Nationalstrassen (NSV; SR 725. 111) - vom Kanton nach kantonalem Recht durchzuf�hrende Arbeitsvergebung, weshalb das Rechtsmittel der eidgen�ssischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht zur Verf�gung steht. Die staatsrechtliche Beschwerde ist damit zul�ssig (Art. 84 Abs. 2 OG; Art. 9 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1995 �ber den Binnenmarkt [Binnenmarktgesetz, BGBM; SR 943. 02]; BGE 125 II 86 E. 3 S. 93 ff.).
b) Das Submissionswesen wird heute namentlich durch das GATT/WTO-�bereinkommen vom 15. April 1994 �ber das �ffentliche Beschaffungswesen (SR 0.632. 231.422; f�r die Schweiz in Kraft seit 1. Januar 1996), das Binnenmarktgesetz und die Interkantonale Vereinbarung vom 25. November 1994 �ber das �ffentliche Beschaffungswesen (IVoeB; SR 172. 056.4; Beitritt des Kantons Thurgau per 1. Juli 1997) sowie daran ankn�pfende kantonale Erlasse gekennzeichnet. Nach dieser Rechtslage, die einen m�glichst freien Wettbewerb zu gew�hrleisten und auch die Interessen der Anbieter zu wahren sucht, ist der in einem Submissionsverfahren �bergangene Bewerber gem�ss Art. 88 OG legitimiert, den Vergebungsentscheid in formeller wie in materieller Hinsicht mit staatsrechtlicher Beschwerde anzufechten (BGE 125 II 86 E. 4 S. 95 f.; 125 I 406 E. 1 S. 408). Die Beschwerdef�hrerinnen waren am vorliegenden Submissionsverfahren beteiligt und sind damit grunds�tzlich befugt, den ergangenen Vergebungsentscheid bzw. das diesen sch�tzende Urteil des Verwaltungsgerichts - mit den nach Art. 84 Abs. 1 OG zul�ssigen R�gen - anzufechten.
c) Das Rechtsmittel der staatsrechtlichen Beschwerde bleibt auch dann zul�ssig, wenn mit dem ausgew�hlten Bewerber - wie vorliegend geschehen - bereits ein Vertrag abgeschlossen worden ist. Zwar wird die G�ltigkeit dieses Vertrags durch die Gutheissung der Beschwerde eines Konkurrenten nicht ber�hrt, doch beh�lt der �bergangene Bewerber insofern ein aktuelles praktisches Interesse am Verfahren, als das Bundesgericht aufgrund der speziellen Regelung von Art. 9 Abs. 3 des Binnenmarktgesetzes in diesem Falle wenigstens die Bundesrechtswidrigkeit des angefochtenen Entscheids festzustellen hat, um dem Betroffenen die allf�llige Geltendmachung von Schadenersatz zu erm�glichen (BGE 125 II 86 E. 5b S. 97 f.). So k�nnen die Beschwerdef�hrerinnen beantragen, es sei die Rechtswidrigkeit des Vergebungsentscheids festzustellen (richtigerweise m�sste sich ihr Begehren aber auf den Beschluss des Regierungsrats und nicht auf die Zuschlagsmitteilung des Tiefbauamtes beziehen). Im �brigen bleibt es beim Grundsatz der kassatorischen Natur der staatsrechtlichen Beschwerde, weshalb der Eventualantrag auf R�ckweisung der Sache an das Verwaltungsgericht unzul�ssig ist (vgl. BGE 124 I 231 E. 1d S. 234 f.).
2.- a) Die Beschwerdef�hrerinnen verlangten vom Verwaltungsgericht Einsicht "in alle der Entscheidmatrix zugrunde liegenden Akten", jedenfalls aber in bestimmte Offertunterlagen der ARGE Y.________ (Installationsplan, detailliertes Bauprogramm mit Endtermin, Bezugsort Kies und Beton, Zufahrtsrouten zur Baustelle, Baustellenorganisation, Qualit�tsmanagement-Konzept, technischer Bericht, Konzept Baul�ftung mit Nachweis). Sie erblicken in der Nichtherausgabe dieser Unterlagen eine Verletzung sowohl des kantonalen Verfahrensrechts als auch von Art. 4 aBV und der einschl�gigen Bestimmungen des Konkordats.
b) Das Gesuch um Akteneinsicht bildete Gegenstand eines Zwischenentscheids, den das Verwaltungsgericht am 28. Oktober 1998 traf. Darin verweigerte es den Beschwerdef�hrerinnen die Akteneinsicht (teilweise); weil dies vorliegend keinen nicht wiedergutzumachenden Nachteil im Sinne von Art. 87 OG zur Folge hatte, konnte der Zwischenentscheid nicht gesondert, sondern nur zusammen mit dem sp�ter getroffenen Endentscheid angefochten werden. Voraussetzung f�r die nachtr�gliche �berpr�fung vorangegangener Zwischenentscheide ist jedoch, dass bei der Anfechtung des Endentscheids auch die Aufhebung des betreffenden Zwischenentscheids mitbeantragt wird (vgl. BGE 117 Ia 251 E. 1b S. 254; 115 II 288 E. 3c S. 293, mit Hinweisen). Mit dem vorliegenden Beschwerdebegehren wird nicht explizit ein entsprechender Antrag gestellt. Selbst wenn man dar�ber hinwegsehen bzw. der einl�sslichen Beschwerdebegr�ndung einen Antrag auf Aufhebung des Zwischenentscheids �ber die Akteneinsicht entnehmen wollte, verm�chte die Beschwerde aus den nachfolgenden Gr�nden in diesem Punkt nicht durchzudringen.
c) aa) Die Beschwerdef�hrerinnen machen geltend, weder das thurgauische Gesetz vom 18. Dezember 1996 �ber das �ffentliche Beschaffungswesen (G�B) noch die regierungsr�tliche Verordnung vom 10. Juni 1997 zu diesem Gesetz (V�B) enthielten spezielle Verfahrensregeln �ber die Akteneinsicht bei Submissionsstreitigkeiten. Massgebend seien daher die "allgemeinen Verfahrensregeln" des Kantons Thurgau, aufgrund derer ein Einsichtsrecht in alle Verfahrensakten bestehe; dies ergebe sich zudem bereits aus Art. 4 aBV. Entgegen der Annahme der Beschwerdef�hrerinnen l�sst sich jedoch aus den unmittelbar durch Art. 4 aBV gew�hrleisteten Minimalgarantien f�r das besonders geartete Verfahren der Submission kein Anspruch auf Einsicht in die Offertunterlagen der Konkurrenten ableiten (vgl. BGE 119 Ia 424 E. 4 b/cc S. 431). Ein solcher Anspruch k�nnte auch in einem allf�lligen Rechtsmittelverfahren gegen einen Vergebungsentscheid nur nach Massgabe der einschl�gigen Verfahrensvorschriften bestehen. Der Hinweis auf die "allgemeinen" kantonalen Verfahrensregeln gen�gt nicht. Soweit die Beschwerdef�hrerinnen damit die (willk�rliche) Missachtung positiver Normen des kantonalen Verfahrensrechts r�gen wollen, fehlt eine den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG gen�gende Begr�ndung.
bb) Die Beschwerdef�hrerinnen werfen dem Verwaltungsgericht weiter vor, die Regel von Art. 11 lit. g IVoeB, wonach bei der Vergabe von Auftr�gen die "Vertraulichkeit von Informationen" zu wahren ist, falsch ausgelegt zu haben. Mit staatsrechtlicher Beschwerde kann gest�tzt auf Art. 84 Abs. 1 lit. b OG die Verletzung von Konkordaten ger�gt werden, soweit es sich um Bestimmungen handelt, welche unmittelbar die Rechtsstellung des Privaten betreffen (Walter K�lin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S. 276 f.). Letzteres trifft f�r die angerufene Bestimmung an sich zu. Art. 11 lit. g IVoeB statuiert aber lediglich in allgemeiner Weise einen Anspruch der Offerenten darauf, dass ihre Eingaben vertraulich behandelt werden; er legt nicht zugleich auch fest, inwiefern der Inhalt der Offerten den Konkurrenten bekannt zu geben ist. Das Verwaltungsgericht durfte deshalb ohne Willk�r und ohne Verletzung der Interkantonalen Vereinbarung davon ausgehen, es bestehe einzig ein Anspruch auf Bekanntgabe der in � 32 V�B (Protokoll �ber die �ffnung der Angebote) und � 40 V�B (Bekanntmachung des Zuschlages) umschriebenen Angaben. Dies betrifft im Wesentlichen nur den Namen des ber�cksichtigten Anbieters und den Preis seines Angebots, wobei den �bergangenen Anbietern - auf Gesuch hin - immerhin die "wesentlichen Gr�nde" f�r ihre Nichtber�cksichtigung mitzuteilen sind (� 40 Abs. 2 V�B). F�r das Submissionsverfahren im Bund gilt eine entsprechende Regelung (vgl. Art. 8 Abs. 1 lit. d in Verbindung mit Art. 23 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 1994 �ber das �ffentliche Beschaffungswesen [BoeB; SR 172. 056.1]). Das in anderen Bereichen �bliche allgemeine Akteneinsichtsrecht muss bei Submissionsverfahren gegen�ber dem Interesse der Anbieter an der vertraulichen Behandlung ihrer Gesch�ftsgeheimnisse sowie des in den Offertunterlagen zum Ausdruck kommenden unternehmerischen Know-hows zur�cktreten (vgl. dazu Peter Galli/Daniel Lehmann/Peter Rechsteiner, Das �ffentliche Beschaffungswesen in der Schweiz, Z�rich 1996, S. 85 ff.).
Die dargelegten Schranken sind, soweit die Konkurrenten einer weitergehenden Bekanntgabe nicht zustimmen, selbstverst�ndlich auch in einem allf�lligen Rechtsmittelverfahren zu beachten; andernfalls k�nnte die gesetzlich garantierte Vertraulichkeit der Offerten durch die blosse Einlegung eines Rechtsmittels unterlaufen werden. Es ist nicht zu verkennen, dass eine solche Einsichtsbeschr�nkung dem unterlegenen Konkurrenten die M�glichkeit erschwert, vermutete M�ngel des Vergebungsentscheids auf dem Rechtsmittelweg geltend zu machen. Schutzlos sind die �bergangenen Anbieter jedoch nicht: Sie k�nnen von der Vergebungsbeh�rde eine Begr�ndung f�r die Nichtber�cksichtigung ihres Angebots verlangen, deren Stichhaltigkeit dann von der Rechtsmittelinstanz - gest�tzt auf einen vollumf�nglichen Einblick in die Konkurrenzofferten - �berpr�ft wird. F�r die von den Beschwerdef�hrerinnen postulierte Abw�gung zwischen dem �ffentlichen Interesse, die Richtigkeit der Vergebung abzukl�ren, sowie ihrem eigenen privaten Interesse einerseits und den privaten Interessen der �brigen Konkurrenten andererseits besteht bei der geschilderten Rechtslage kein Raum. Die R�ge der ungerechtfertigten Verweigerung der Akteneinsicht erweist sich als unbegr�ndet, soweit darauf einzutreten ist.
3.- a) Materiell fechten die Beschwerdef�hrerinnen den Vergebungsentscheid an wegen Verletzung von Bestimmungen der Interkantonalen Vereinbarung �ber das �ffentliche Beschaffungswesen wie auch wegen Missachtung des GATT/ WTO-�bereinkommens vom 15. April 1994 �ber das �ffentliche Beschaffungswesen (nachfolgend: GATT/WTO-�bereinkommen). Sie machen geltend, es sei gegen das Diskriminierungsverbot, gegen das Gebot der Transparenz sowie gegen den Grundsatz der Ber�cksichtigung des wirtschaftlich g�nstigsten Angebots verstossen worden. S�mtliche Mitglieder der ARGE X.________ h�tten ihren Sitz ausserhalb des Kantons Thurgau; die an der Arbeitsgemeinschaft mitbeteiligte, in Konstanz domizilierte Z.________ GmbH k�nne sich als ausl�ndische Unternehmung zudem auf eine Verletzung des GATT/WTO-�bereinkommens berufen.
b) Mit staatsrechtlicher Beschwerde kann neben der Verletzung von Konkordaten (Art. 84 Abs. 1 lit. b OG; vgl. oben E. 2c) auch die Verletzung von Staatsvertr�gen ger�gt werden, soweit es sich nicht um zivilrechtliche oder strafrechtliche Bestimmungen handelt (Art. 84 Abs. 1 lit. c OG). Der Beschwerdef�hrer kann sich dabei aber (ebenfalls) nur auf solche Normen berufen, welche unmittelbar anwendbar ("self-executing") sind; die Staatsvertragsbeschwerde dient lediglich der Durchsetzung jener Vertragsbestimmungen (auf kantonaler Ebene), welche die Rechtsstellung des Einzelnen direkt regeln (BGE 120 Ia 1 E. 5b S. 11, mit Hinweisen). Zu Recht wird von keiner Seite bestritten, dass die vorliegende Arbeitsvergebung - nach Art, Gegenstand und Wert des Auftrags sowie nach der Stellung des Auftraggebers und der Offerenten - grunds�tzlich in den Geltungsbereich sowohl des Konkordats wie auch des GATT/WTO-�bereinkommens f�llt, so dass sich weitere Ausf�hrungen hierzu er�brigen.
c) Das kantonale Tiefbauamt er�ffnete in den Ausschreibungsunterlagen, den Zuschlag erhalte das wirtschaftlich g�nstigste Angebot. Ermittelt werde dieses nach verschiedenen (in den Unterlagen wiedergegebenen) Kriterien, die in der aufgez�hlten Reihenfolge ber�cksichtigt w�rden. Den publizierten Zuschlagskriterien ordnete die E.________ AG in der Folge bei der Evaluation je eine Anzahl Punkte zu, welche die eingegangenen Angebote maximal erreichen konnten. Daraus ergab sich folgendes Bewertungsschema:
- Qualit�t 500 Punkte
-Termineinhaltung, Wirtschaftlichkeit 450 "
-Installationen, Baumethode, Bauvorgang 430 "
-Unterhalts- und Betriebsaspekte 420 "
-�kologie 410 "
-Preis400 "
-Technischer Wert 390 "
Total 3'000 Punkte
Nach einer auf diesem Schema aufbauenden Bewertungstabelle wurde das Angebot der ARGE Y.________ als das wirtschaftlich g�nstigste ermittelt (2'381 Punkte bei einem Preis von 69,7 Mio. Franken); sie erhielt in der Folge den Zuschlag. Die Beschwerdef�hrerinnen, welche neben einem dritten Offerenten in die engste Wahl gekommen waren, erreichten mit ihrer Offerte ein Total von 2'335 Punkten. Sie hatten - nach dem Vergleich der "korrigierten Angebotspreise" - mit 67,1 Mio. Franken das billigste von allen sieben eingegangenen Angeboten unterbreitet; in der Bewertungstabelle wurde f�r ihre Offerte zus�tzlich ein Rabatt von 3 Mio. bzw. 5 Mio. Franken ber�cksichtigt, welcher den Preis (f�r eine Unternehmervariante) auf netto 61,7 Mio. Franken reduziert und den Beschwerdef�hrerinnen f�r diese Position die maximale Punktzahl von 400 einbrachte.
d) Die Beschwerdef�hrerinnen bestreiten zun�chst die sachliche Richtigkeit bzw. die Nachvollziehbarkeit der punktem�ssigen Bewertung ihres Angebots im Vergleich zur obsiegenden Offerte der ARGE Y.________. In einer Reihe von Positionen erachten sie die unterschiedliche Bewertung als unbegr�ndet; gest�tzt darauf r�gen sie eine Verletzung des Gebotes der Nichtdiskriminierung und Gleichbehandlung der Anbieter (Art. 11 lit. a IVoeB; Art. III des GATT/WTO-�bereinkommens).
Bei der materiellen �berpr�fung eines Vergebungsentscheids auferlegt sich das Bundesgericht grosse Zur�ckhaltung. Das versteht sich von selbst, wo lediglich der Beschwerdegrund der Willk�r in Frage steht; das Bundesgericht muss jedoch den Spielraum, welcher den zust�ndigen kantonalen Instanzen bei solchen Bewertungen zusteht, auch dann respektieren, wenn es um die Handhabung von unbestimmten Normen des Konkordats- und Staatsvertragsrechts geht (BGE 125 II 86 E. 6 S. 98 f.). Im vorliegenden Fall hat das Verwaltungsgericht die Bewertungsdifferenzen, die bei den einzelnen Positionen beanstandet worden waren, anhand des gew�hlten Bewertungsschemas und der Begr�ndung, welche im Vergabeantrag der E.________ AG enthalten war, auf ihre Plausibilit�t hin gepr�ft und als zul�ssig erachtet. Die Beschwerdef�hrerinnen bringen nichts vor, was diese Beurteilung als unhaltbar erscheinen liesse. Der blosse Umstand, dass der bestehende Spielraum auch eine andere Bewertung erlaubt h�tte, vermag den Vorwurf einer Diskriminierung oder Ungleichbehandlung des unterlegenen Konkurrenten noch nicht zu begr�nden.
e) Zur erforderlichen Transparenz des Vergabeverfahrens (vgl. Art. 1 Abs. 2 lit. c IVoeB sowie Pr�ambel des GATT/WTO-�bereinkommens) geh�rt unter anderem, dass die Kriterien f�r den Zuschlag bei der Ausschreibung bekannt gegeben werden, und zwar in der Reihenfolge ihrer Bedeutung (BGE 125 II 86 E. 7 S. 99 ff.; � 14 Abs. 1 lit. i der Vergaberichtlinien zur IVoeB). Die Beschwerdef�hrerinnen r�gen vorliegend zu Unrecht eine Verletzung des Transparenzgebots: Die Zuschlagskriterien wurden zwar nicht, wie dies der Wortlaut von Art. 5 Abs. 2 des Binnenmarktgesetzes an sich verlangt, amtlich publiziert. Sie waren aber in den Ausschreibungsunterlagen enthalten, welche den Bewerbern ausgeh�ndigt wurden, und zwar mit dem ausdr�cklichen Hinweis auf ihre Gewichtung gem�ss Reihenfolge (vgl. oben E. 3c). Das von der Vergebungsbeh�rde angewendete Punktesystem hat sich an die ver�ffentlichte Reihenfolge gehalten, indem f�r die Qualit�t der Offerte die h�chste maximale Punktzahl vergeben wurde, w�hrend f�r die weiteren Kriterien sukzessive etwas geringere Werte vorgesehen waren. Unter dem Gesichtswinkel des Transparenzgebots gen�gte die Bekanntgabe der Kriterien f�r den Zuschlag sowie der Reihenfolge ihrer Bedeutung. Dass die genaue Gewichtung der einzelnen Kriterien damals noch nicht festgelegt war, wurde von den Beschwerdef�hrerinnen und allen anderen Bewerbern akzeptiert. Sie h�tten gegebenenfalls n�heren Aufschluss verlangen k�nnen oder aber die Ausschreibung des Auftrages wegen Unvollst�ndigkeit anfechten m�ssen (vgl. � 4 Abs. 1 Ziff. 2 G�B).
f) Schliesslich r�gen die Beschwerdef�hrerinnen einen Verstoss gegen den - u.a. in Art. 13 lit. f IVoeB sowie Art. XIII Ziff. 4 lit. b des GATT/WTO-�bereinkommens verankerten - Grundsatz, wonach der Zuschlag dem wirtschaftlich g�nstigsten Angebot zu erteilen sei. Wohl sei unbestritten, dass nicht allein der niedrigste Preis f�r den Zuschlag ausschlaggebend sei. Die f�r die Ermittlung des wirtschaftlich g�nstigsten Angebots massgeblichen Kriterien m�ssten aber sachgerecht gehandhabt werden. Das vorliegend gew�hlte Bewertungssystem trage dem offerierten Preis v�llig ungen�gend Rechnung, indem dieses Kriterium - mit einem Gewicht von bloss 13 Prozent bzw. maximal 400 von 3000 m�glichen Punkten - marginalisiert werde. Die Preisdifferenz von 8 Mio. Franken zwischen ihrem Angebot und jenem der ber�cksichtigten Konkurrentinnen habe sich lediglich in einem Unterschied von 94 Punkten niedergeschlagen. Sie sei damit nur mit 3,1 Prozent gewichtet worden, obwohl der Preis der Beschwerdef�hrerinnen 13 Prozent unter jenem der ber�cksichtigten Konkurrentinnen gelegen habe.
Dem ist vorab entgegenzuhalten, dass die beanstandete sekund�re Gewichtung des Preises den bereits bei der Ausschreibung festgelegten Vorgaben entspricht (Preis an zweitletzter Stelle der dort genannten sieben Zuschlagskriterien). Die Beschwerdef�hrerinnen h�tten damals die M�glichkeit gehabt, diese Vorgaben anzufechten oder die erw�nschten Pr�zisierungen zu beantragen. Im �brigen ist richtig, dass der Preis einer Offerte naturgem�ss zu den prim�ren Elementen eines Angebots z�hlt, weshalb er zu jenen wenigen Informationen geh�rt, welche bei jedem Zuschlag zwingend bekannt gegeben werden m�ssen (vgl. � 40 Abs. 1 Ziff. 6 V�B; � 30 Abs. 1 lit. f der Vergaberichtlinien zur IVoeB; vgl. auch Art. 23 BoeB). Er kann jedoch, wie auch die Beschwerdef�hrerinnen einr�umen, f�r die Ermittlung des wirtschaftlich g�nstigsten Angebots nicht allein ausschlaggebend sein. Neben dem Preis spielen bei einem Bauwerk z.B. auch Qualit�t, Termin, Umweltvertr�glichkeit und sp�tere Betriebs- oder Unterhaltskosten als Zuschlagskriterien eine wichtige Rolle. Wohl mag sich fragen, wieweit eine punktem�ssige Taxierung der Offerten gem�ss einzelnen bestimmten Kriterien �berhaupt eine zuverl�ssige Grundlage f�r die Evaluation zu liefern vermag. Weiter erscheint in der Tat zweifelhaft, ob das vorliegend gew�hlte Bewertungssystem der Sache v�llig gerecht wird. Letztlich geht es aber darum, jene Offerte auszuw�hlen, welche - im Rahmen der gemachten Vorgaben - unter Abw�gung von Preis und Leistung am vorteilhaftesten ist, was naturgem�ss mit einem erheblichen Spielraum verbunden ist. Dem Kriterium des Preises wurde vorliegend insofern ein wichtiger Stellenwert einger�umt, als nur die drei billigsten Angebote einer vertieften Evaluation unterzogen wurden. Wenn die kantonale Vergebungsstelle in dieser Beurteilungsphase - im Einklang mit der eidgen�ssischen Subventionsbeh�rde - dem Kriterium des Preises aufgrund der mit Tunnelbauten verbundenen besonderen Probleme und Risiken nur einen beschr�nkten Raum zugestand, kann deswegen noch nicht von einer Verletzung des Grundsatzes der Ber�cksichtigung des wirtschaftlich g�nstigsten Angebots gesprochen werden. Die Beschwerde vermag auch in diesem Punkt nicht durchzudringen.
4.- Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens den Beschwerdef�hrerinnen aufzuerlegen (Art. 156 OG). Der Kanton Thurgau hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 2 OG analog).
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 10'000. -- wird den Beschwerdef�hrerinnen unter solidarischer Haftung auferlegt.
4.- Dieses Urteil wird den Parteien sowie dem Regierungsrat, Departement f�r Bau und Umwelt, und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 87
 Art. 44
 Art. 9
 BGE 
 Art. 88
 Art. 84
 Art. 9
 BGE 
 Art. 4
 Art. 87
 BGE 
 Art. 4
 Art. 4
 BGE 
 Art. 90
 Art. 11
 Art. 84
 Art. 11
 Art. 8
 Art. 23
 Art. 1
 Art. 5
 Art. 13
 Art. 23