Source: http://www.swiss-insurance-law.ch/schweizer-versicherungsaufsichtsgesetz/home/art-9-vag
Timestamp: 2020-04-06 07:16:17+00:00

Document:
Art. 9 VAG - Swiss Insurance Law
> Art. 8 Mindestkapital
< Art. 10 Organisationsfonds
English translation of article 9 of the Swiss Insurance Supervision Act
Art. 21 AVO Finanzielle Sicherheit
Art. 22 AVO Methoden zur Bestimmung der Solvabilität
Art. 22a AVO Risikoabsorbierende Kapitalinstrumente
a. Sie sind tatsächlich einbezahlt und nicht mit Vermögenswerten des Versicherungsunternehmens sichergestellt.
b. Sie können nicht mit Forderungen des Versicherungsunternehmens verrechnet werden.
c. Es ist unwiderruflich festgelegt, dass sie gegenüber den Forderungen aller übrigen Gläubiger und Gläubigerinnen im Fall der Liquidation, des Konkurses oder Nachlassvertrages des Versicherungsunternehmens nachgehen oder nach dem Eintreten von Bedingungen in statutarisches Eigenkapital gewandelt werden
d. Im Vertrag ist festgelegt, dass das Versicherungsunternehmen berechtigt oder unter gewissen Bedingungen verpflichtet ist, die Zahlung fälliger Schuldzinsen aufzuschieben oder ausfallen zu lassen.
e. Im Vertrag ist festgelegt, dass die Schuld und die unbezahlten Zinsen einen Verlust mittragen, ohne dass das Versicherungsunternehmen zur Einstellung der Geschäftstätigkeit gezwungen ist.
f. Der Vertrag enthält keine Klauseln, wonach die Schuld unter anderen Umständen als im Falle der Liquidation des Versicherungsunternehmens vor dem vereinbarten Rückzahlungstermin zurückzuzahlen ist.
g. Sie können nicht auf Initiative des Inhabers oder der Inhaberin und nur mit vorheriger Genehmigung der FINMA vorzeitig zurückbezahlt werden. Die Genehmigung wird erteilt, wenn das Versicherungsunternehmen nachweist, dass die Rückzahlung nicht zu einer Gefährdung der Solvenz führt.
Art. 22b AVO Beschränkung der Anrechenbarkeit unter SST
Art. 22c AVO Beschränkung der Anrechenbarkeit unter Solvabilität I
a. Verbindlichkeiten können gesamthaft bis zu einer Höchstgrenze von 50 Prozent der verfügbaren oder der geforderten Solvabilitätsspanne angerechnet werden, wobei der niedrigere der beiden Beträge massgebend ist.
b. Verbindlichkeiten mit fester Laufzeit können bis zu einer Höchstgrenze von 25 Prozent der verfügbaren oder der geforderten Solvabilitätsspanne angerechnet werden, wobei der niedrigere der beiden Beträge massgebend ist.
Art. 27 AVO Berechnung
Art. 28 AVO Prämienindex
a. Von der Summe der im Direktversicherungsgeschäft und im Rückversicherungsgeschäft im Laufe des letzten Geschäftsjahres eingenommenen Bruttoprämien, einschliesslich Nebeneinnahmen, werden zuerst der Prämienstorno und die direkt mit den Prämien überwälzten Steuern und Gebühren abgezogen;
b. Von den ersten 80 Millionen Franken des Betrags nach Buchstabe a werden 18 Prozent und vom darüber hinausgehenden Betrag 16 Prozent gerechnet und addiert;
c. Das Zwischenergebnis nach Buchstabe b wird multipliziert mit dem Quotienten der drei letzten Geschäftsjahre, der sich aus dem Betrag der Schäden, die nach Abzug der rückversicherten Schäden zu Lasten des Versicherungsunternehmens gehen, und dem Bruttoschadenbetrag ergibt,
mindestens aber mit 0,5.
Art. 29 AVO Schadenindex
a. Vom Betrag nach Absatz 1 werden die Einnahmen aus Rückgriffen der Zeiträume nach Artikel 27 sowie die Rückstellungen für schwebende Schäden im Direkt- und im Rückversicherungsgeschäft abgezogen, die zu Beginn des Geschäftsjahres, das dem letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr um zwei Jahre vorangeht, gebildet wurden. Beträgt der Zeitraum sieben Jahre, so entspricht der abzuziehende Betrag den Rückstellungen, die zu Beginn des Geschäftsjahres gebildet wurden, das dem letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr um sechs Jahre vorangeht;
b. Vom Jahresdurchschnitt des sich ergebenden Betrages werden von den ersten 56 Millionen Franken 26 Prozent und vom darüber hinausgehenden Betrag 23 Prozent gerechnet und addiert. Daraus resultiert das Zwischenergebnis;
c. Das Zwischenergebnis wird mit dem Quotienten der drei letzten Geschäftsjahre multipliziert, der sich aus dem Betrag der Schäden, die nach Abzug der rückversicherten Schäden zu Lasten des Versicherungsunternehmens gehen, und dem Bruttoschadenbetrag ergibt, mindestens aber mit 0,5.
Art. 30 AVO Rückgang der geforderten Solvabilitätsspanne
1 Ist die geforderte Solvabilitätsspanne, die sich aus den Berechnungen nach den Artikeln 27–29 ergibt, niedriger als die geforderte Solvabilitätsspanne des Vorjahres, so entspricht die neue geforderte Solvabilitätsspanne mindestens derjenigen des Vorjahres, multipliziert mit dem Quotienten aus dem Betrag der Rückstellungen für schwebende Schäden am Ende des letzten Geschäftsjahres und dem Betrag der Rückstellungen für schwebende Schäden zu Beginn des letzten Geschäftsjahres, höchstens aber mit 1.
Art. 31 AVO Krankenversicherung
a. auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeitstafeln nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnete Prämien erhoben werden;
b. eine Altersrückstellung gebildet wird;
c. ein angemessener Sicherheitszuschlag erhoben wird; und
d. das Versicherungsunternehmen spätestens nach Ablauf des dritten Versicherungsjahres den Vertrag nicht mehr kündigen kann.
Art. 32 AVO Touristische Beistandsleistung
Beim Versicherungszweig B18 entspricht die Summe der Schadenszahlungen,welche in die Berechnung des Schadenindexes eingeht, den Kosten,
die dem Unternehmen aus der erbrachten Beistandsleistung erwachsen.
Art. 37 AVO Anrechenbare Eigenmittel
1 Als Eigenmittel anrechenbar sind:
a. das einbezahlte Kapital;
b. das Agio;
c. ein allfälliges Partizipationsscheinkapital;
d. die gesetzlichen, statutarischen und freien Reserven;
e. der Organisationsfonds;
f. der Gewinnvortrag des Vorjahres;
g. der Gewinn des abgeschlossenen Geschäftsjahres;
a. [aufgehoben]
b. Rückstellungen für künftige Verpflichtungen und Verluste, die nicht eindeutig einem bestimmten Geschäftsfall zuzuordnen sind;
c. Bewertungsreserven als Differenz zwischen den bilanzierten Buchwerten und den entsprechenden Marktwerten für alle Werte mit Ausnahme der versicherungstechnischen Rückstellungen und der festverzinslichen Wertpapiere nach Artikel 110 Absatz 1, wobei mindestens 50 Prozent der geforderten Solvabilitätsspanne mit anderen Eigenmitteln gedeckt sein müssen;
d. risikoabsorbierende Kapitalinstrumente, sofern die Voraussetzungen nach den Artikeln 22a–22c erfüllt sind.
b. immaterielle Vermögenswerte;
c. der Verlustvortrag des Vorjahres;
d. der Verlust des abgeschlossenen Geschäftsjahres; und
e. die vorgesehenen Dividenden und Kapitalrückzahlungen.
Art. 38 AVO Besondere Fälle
Art. 40 AVO Kontrolle und Berichterstattung
SST - SWISS SOLVENCY TEST
Art. 41 AVO Begriff
1 Das Zielkapital entspricht dem risikotragenden Kapital (Art. 47–49), das zu Beginn des Jahres vorhanden sein muss, damit der Durchschnitt der möglichen Werte des risikotragenden Kapitals, die unter einem bestimmten Schwellenwert (Value at Risk) liegen (Expected Shortfall nach Anhang 2), Ende des Jahres grösser oder gleich dem Mindestbetrag nach Absatz 3 ist.
3 Der Mindestbetrag ist der Kapitalaufwand für das risikotragende Kapital, das während der Dauer der Abwicklungen der versicherungstechnischen
Verpflichtungen zu stellen ist.
Art. 42 AVO Ermittlung
a. einem Modell zur Quantifizierung der relevanten Risiken;
b. der Auswertung einer Reihe von Szenarien, und
c. einem Aggregationsverfahren, welches die Resultate des Modells und der Szenarioauswertung vereinigt.
2 Die FINMA legt die relevanten Risiken fest; dazu gehören auf jeden Fall Markt-, Kredit- und Versicherungsrisiken.
Art. 44 AVO Szenarien
1 Die FINMA definiert hypothetische Ereignisse oder die Kombination von Ereignissen (Szenarien), mit deren Eintritt innert Jahresfrist mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zu rechnen ist und die sich in bestimmtem Ausmass ungünstig auf das Versicherungsunternehmen auswirken.
Art. 45 AVO Aggregation
Art. 46 AVO Verfahren zur Ermittlung
a. in Versicherungsverträgen eingebettete Optionen und Garantien;
b. weitere Garantien sowie Eventualverpflichtungen.
a. Die Kapital- und Risikotransferinstrumente werden im Einklang mit den Bewertungs- und Risikoquantifizierungsgrundsätzen dieses Abschnitts modelliert.
b. Sofern Leistungsempfänger und Leistungserbringer Einheiten einer unter FINMA-Aufsicht stehenden Versicherungsgruppe sind, werden die Kapital und Risikotransferinstrumente konsistent mit dem Modell für den Gruppen- SST nach den Artikeln 198a–198c modelliert.
5 Instrumente, welche nicht unter die Bestimmungen der Artikel 22a–22c fallen, können gesamthaft bis zu einer Höchstgrenze von 50 Prozent des
Kernkapitals zu Beginn des Jahres berücksichtigt werden.
Art. 47 AVO Begriff und Anrechenbarkeit
Art. 48 AVO Kernkapital
a. vorgesehene Dividenden und Kapitalrückzahlungen;
b. die im unmittelbaren Besitz des Versicherungsunternehmens befindlichen eigenen Aktien, die auf eigenes Risiko gehalten werden;
c. immaterielle Vermögenswerte;
d. latente Liegenschaftssteuern, in dem Umfang, in dem keine Verrechnung möglich ist.
Art. 49 AVO Ergänzendes Kapital
a. In den letzten fünf Jahren der Laufzeit reduziert sich der anrechenbare Betrag um jährlich 20 Prozent des ursprünglichen Nominalbetrags.
b. Wird der Gläubigerin oder dem Gläubiger ein Kündigungsrecht eingeräumt, so gilt die frühestmögliche Rückzahlung als massgebliches Ende der Laufzeit. Die FINMA kann in begründeten Einzelfällen Ausnahmen zulassen.
Art. 50 AVO [aufgehoben]
Art. 50a AVO Grundsatz
Art. 50b AVO Standardmodelle
Art. 50c AVO Interne Modelle
a. die Standardmodelle die spezifische Risikosituation nicht genügend widerspiegeln würden; und
b. die qualitativen, quantitativen und organisatorischen Anforderungen der FINMA erfüllt sind.
Art. 50d AVO Genehmigung, Wechsel und Anpassung des Modells
Art. 50e AVO Vereinfachungen
Die FINMA kann für Versicherungsunternehmen Vereinfachungen bei der Durchführung des SST verfügen, wenn besondere Umstände, namentlich der kleine Geschäftsumfang, die geringfügige Komplexität oder die unproblematische Risikosituation,dies rechtfertigen.
Art. 50f AVO Aufschläge auf dem Zielkapital und Abschläge auf dem risikotragenden Kapital
a. bei unzureichender Modellierung;
b. zur Abdeckung weiterer, nicht berücksichtigter Risiken, insbesondere operationeller Risiken und Konzentrationsrisiken.
Art. 51 AVO Häufigkeit der Ermittlung
2 Sofern die Risikosituation eines Versicherungsunternehmens dies erfordert, kann die FINMA die Frequenz der Ermittlung erhöhen. Sie kann in
diesem Fall auch eine näherungsweise Bestimmung des risikotragenden Kapitals oder des Zielkapitals zulassen.
Art. 52 AVO Datenerhebung
1 Das Versicherungsunternehmen verfasst über die Berechnung des Zielkapitals und des risikotragenden Kapitals jährlich einen Bericht. Dieser ist von der Geschäftsleitung zu unterzeichnen und der FINMA einzureichen. Die FINMA kann häufigere Informationen einfordern, sofern die Risikosituation dies gebietet.
Art. 53a AVO Stresstests
ANHANG 2 AVO
ES Expected Shortfall
X Stochastische Variable für die Modellierung des Verlustes in der jeweiligen Berechnung (Verluste mit positivem Vorzeichen)
P Wahrscheinlichkeitsmass
α Eintrittswahrscheinlichkeit (wobei α ≪ 1)
qα Schwellenwert zur Eintrittswahrscheinlichkeit α
2. Schwellenwert qα
Der Schwellenwert qα zur Eintrittswahrscheinlichkeit α ist die grösste untere Schranke von allen reellen Zahlen x, für welche gilt:
P[X > x]  α. (1)
Der Expected Shortfall von X mit der Eintrittswahrscheinlichkeit α ist der erwartete
Wert von X unter der Bedingung, dass X grösser ist als qα:
ES[X] = E[X | X > qα]. (2)
Der Expected Shortfall von X mit der Eintrittswahrscheinlichkeit α ist gegeben durch:
ES[X]=1/α . E[max (X - qα, 0)] + qα (3)
siehe: FINMA Rundschreiben 2012 01 2015 Ratingagenturen.pdf
siehe: Gesetzesmaterialien zu Art. 9 VAG
Untergeordnete Seiten (1): Gesetzesmaterialien zu Art. 9 VAG

References: Art. 8
 Art. 10

Art. 21

Art. 22

Art. 22

Art. 22

Art. 22

Art. 27

Art. 28

Art. 29

Art. 30

Art. 31

Art. 32

Art. 37

Art. 38

Art. 40

Art. 41

Art. 42

Art. 44

Art. 45

Art. 46

Art. 47

Art. 48

Art. 49

Art. 50

Art. 50

Art. 50

Art. 50

Art. 50

Art. 50

Art. 50

Art. 51

Art. 52

Art. 53
 Art. 9
 Art. 9