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Timestamp: 2016-10-25 14:03:53+00:00

Document:
2C_218/2016 (09.08.2016)
2C_218/2016 � � Urteil vom 9. August 2016
Amt f�r Migration und Integration
A.________ (geb. 1958), kosovarische Staatsangeh�rige, reiste im Oktober 1992 ein erstes Mal in die Schweiz ein und erhielt am 2. November 1992 im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei ihrem Ehemann. Am 8. M�rz 1996 kehrte sie in ihr Heimatland zur�ck und reiste am 2. August 2002 erneut im Rahmen des Familiennachzugs mit den drei j�ngsten gemeinsamen Kindern (geb. 1984, 1987 und 1990) in die Schweiz ein. Die drei �lteren Kinder (geb. 1976, 1979 und 1981) waren offenbar bereits zu einem fr�heren Zeitpunkt in die Schweiz gekommen. Die Aufenthaltsbewilligung von A.________ wurde letztmals bis zum 31. August 2013 verl�ngert.
Im Jahr 2003 wurde der Ehemann von A.________ wegen Verdachts auf vors�tzliche T�tung zun�chst in Untersuchungshaft genommen und im Fr�hling 2004 in den vorzeitigen Strafvollzug versetzt. Am 19. Oktober 2006 wurde er wegen vors�tzlicher T�tung zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Strafvollzug am 4. M�rz 2013 wurde er in den Kosovo ausgeschafft. Gleichzeitig wurde er mit einem zeitlich unbefristeten Einreiseverbot belegt.
Ab Oktober 2003 bezog A.________ f�r sich und ihre j�ngste, damals noch minderj�hrige Tochter finanzielle Unterst�tzungsleistungen der Sozialhilfe. Mit Schreiben vom 22. September 2006 forderte das Amt f�r Migration und Integration des Kantons Aargau sie auf, alles daran zu setzen, eine Arbeit zu finden, um damit den Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln bestreiten zu k�nnen und der �ffentlichen Wohlfahrt nicht mehr zur Last zu fallen. Andernfalls sei mit einem Verlust der Aufenthaltsbewilligung zu rechnen.
Nach einer Befragung zur pers�nlichen Situation und der Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs verf�gte das Amt f�r Migration und Integration am 31. Juli 2014 die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung von A.________ und deren Wegweisung aus der Schweiz. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben erfolglos (Einspracheentscheid des Amtes f�r Migration und Integration vom 10. Dezember 2014, Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau vom 2. Februar 2016).
Mit Eingabe vom 7. M�rz 2016 erhebt A.________ Beschwerde an das Bundesgericht und beantragt, das Amt f�r Migration und Integration sei anzuweisen, die Aufenthaltsbewilligung zu verl�ngern. Eventualiter sei von der Wegweisung abzusehen; subeventualiter sei die Sache zur�ckzuweisen.
Mit Verf�gung vom 9. M�rz 2016 wurde der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung zuerkannt.
1.1.�Der angefochtene Entscheid wurde von einer letzten kantonalen Gerichtsinstanz in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts erlassen und schliesst das kantonale Verfahren ab, weshalb die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten grunds�tzlich offen steht (vgl. Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 sowie Art. 90 BGG). Sie ist jedoch ausgeschlossen gegen Entscheide auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts betreffend Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umt (Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG). Um den Weg der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zu er�ffnen, muss ein solcher Anspruch in vertretbarer Weise geltend gemacht werden. Ob die geltend gemachten Anspr�che tats�chlich bestehen, ist alsdann Sache der materiellen Beurteilung (vgl. BGE 136 II 177 E. 1.1 S. 179). Die Beschwerdef�hrerin macht in vertretbarer Weise geltend, gest�tzt auf die Ehe mit einer Person mit Niederlassungsbewilligung (Art. 43 Abs. 1 i.V.m. Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG [SR 142.20]) sowie aufgrund des Abh�ngigkeitsverh�ltnisses zu ihren (vollj�hrigen) Kindern und dem Anspruch auf Privatleben (Art. 8 Ziff. 1 EMRK) �ber einen potentiellen Bewilligungsanspruch zu verf�gen, weshalb die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten zul�ssig ist. Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde (vgl. Art. 42 und 100 Abs. 1 BGG) der nach Art. 89 Abs. 1 BGG legitimierten Beschwerdef�hrerin ist in dem Umfang, wie sie sich gegen die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung richtet, einzutreten.
1.2.�Soweit die Beschwerdef�hrerin den mit der Nichtverl�ngerung ihrer Aufenthaltsbewilligung als gesetzliche Folge (vgl. Art. 64 Abs. 1 lit. c AuG) verbundenen Wegweisungsentscheid beanstandet, ist die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzul�ssig (Art. 83 lit. c Ziff. 4 BGG), so dass nicht darauf einzutreten ist. In diesem Fall st�nde einzig die subsidi�re Verfassungsbeschwerde offen, soweit sich die Beschwerdef�hrerin auf besondere verfassungsm�ssige Rechte beruft, die ihr unmittelbar ein rechtlich gesch�tztes Interesse im Sinne von Art. 115 lit. b BGG verschaffen. Zu denken ist dabei etwa an das Recht auf Leben gem�ss Art. 10 Abs. 1 BV oder das in Art. 25 Abs. 3 BV verankerte Non-Refoulement-Gebot (vgl. BGE 137 II 305 E. 3.3 S. 310). Die entsprechenden R�gen m�ssen indessen rechtsgen�glich begr�ndet werden (Art. 116 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG); auf rein appellatorische Kritik am angefochtenen Entscheid tritt das Bundesgericht nicht ein (BGE 136 II 489 E. 2.8 S. 494 mit Hinweisen). Die Beschwerdef�hrerin beruft sich auf keines dieser Grundrechte, sondern bringt einzig vor, der Wegweisungsvollzug sei unverh�ltnism�ssig und - ohne sich mit den vorinstanzlichen Erw�gungen dazu auseinanderzusetzen - sie sei krank. Damit wird den strengen Begr�ndungsanforderungen der subsidi�ren Verfassungsbeschwerde nicht Gen�ge getan, weshalb nicht weiter darauf einzugehen ist.
2.1.�Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und Art. 96 BGG ger�gt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist daher weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 139 II 404 E. 3 S. 415). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten gilt indessen eine qualifizierte R�ge- und Substanziierungspflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 S. 232; 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
2.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz von Amtes wegen berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). "Offensichtlich unrichtig" bedeutet dabei "willk�rlich" (BGE 140 III 115 E. 2 S. 116 f.). Die beschwerdef�hrende Partei kann die Feststellung des Sachverhalts unter den gleichen Voraussetzungen beanstanden, wenn die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Eine entsprechende R�ge ist substanziiert vorzubringen (BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; 136 II 304 E. 2.5 S. 314).
2.3.�Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur so weit vorgebracht werden, als erst der angefochtene Entscheid dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdef�hrerin hat dem Bundesgericht ein �rztliches Zeugnis vom 7. Januar 2015 eingereicht, allerdings ohne zu begr�nden, inwiefern der Entscheid der Vorinstanz Anlass dazu gegeben haben soll, dieses erst vor Bundesgericht vorzubringen. Der vorinstanzliche Verfahrensausgang allein bildet keinen hinreichenden Anlass im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG f�r die Zul�ssigkeit von unechten Noven, die bereits im kantonalen Verfahren ohne Weiteres h�tten vorgebracht werden k�nnen (BGE 134 V 223 E. 2.2.1 S. 226). Das Arztzeugnis ist somit im vorliegenden Verfahren nicht weiter zu beachten.
Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, die Familiengemeinschaft sei aufgel�st. Die Vorinstanz habe ihr zudem zu Unrecht eine gute Integration abgesprochen. Sie habe sechs Kinder grossgezogen. Als alleinerziehende Mutter sei ihr fr�her keine Gelegenheit geblieben, sich in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die gute Integration sei aber zu bejahen, da die Kinder seri�s eingeschult worden seien und sie die Bereitschaft zur Teilnahme am Wirtschaftsleben zeige. Ausserdem weise sie ein tadelloses Legalverhalten auf. Da sie somit als gut integriert im Sinne von Art. 50 AuG gelte, k�nne kein Widerrufsgrund gem�ss Art. 62 lit. e AuG erf�llt sein. Hinzu k�me, dass der Sozialhilfebezug durch die Inhaftierung ihres Ehemannes ausgel�st worden sei, weshalb sie ihn nicht verschuldet habe.
3.1.�Gem�ss Art. 43 Abs. 1 AuG haben ausl�ndische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung Anspruch auf Erteilung und Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung, wenn sie mit diesen zusammenwohnen. Nachdem die Niederlassungsbewilligung des Ehemannes widerrufen worden ist, kann sich die Beschwerdef�hrerin nicht mehr auf einen abgeleiteten Rechtsanspruch auf Verl�ngerung ihrer Bewilligung berufen (vgl. BGE 140 II 129 E. 3.4 S. 132).
3.2.�Nach Aufl�sung der Ehe- oder der Familiengemeinschaft besteht der Anspruch nach Art. 43 AuG weiter, wenn die Ehegemeinschaft mindestens drei Jahre bestanden hat und eine erfolgreiche Integration besteht (Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG; sog. Integrationsklausel). Die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung im Rahmen von Art. 50 AuG setzt allerdings das definitive Scheitern der Ehe- oder Familiengemeinschaft voraus (vgl. BGE 140 II 129 E. 3.5 S. 133). Im vorliegenden Fall ist die Beschwerdef�hrerin weder von ihrem Ehemann geschieden noch gerichtlich getrennt. Sie macht aber geltend, dass die Familiengemeinschaft nicht mehr bestehe und sie eine solche auch nicht mehr w�nsche. Angesichts der konkreten Umst�nde erscheinen diese �usserungen durchaus glaubw�rdig. Die Frage braucht freilich nicht abschliessend gekl�rt zu werden, zumal zur Begr�ndung eines Rechtsanspruchs auf Verl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung die Voraussetzungen der Dreijahresfrist und der erfolgreichen Integration kumulativ (vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3.3 S. 119) erf�llt sein m�ssen. Dies ist, wie im Folgenden aufgezeigt wird (E. 3.2.1 ff.), nicht der Fall. Auch vermag sich die Beschwerdef�hrerin, wie noch zu sehen ist (E. 3.3 ff.), nicht auf Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu berufen.
3.2.1.�Die massgebliche Dreijahresfrist im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG beginnt im Zeitpunkt zu laufen, in welchem die Ehegatten ihr effektives Zusammenleben in der Schweiz aufnehmen, und endet bei einer Aufl�sung des gemeinsamen Haushalts (BGE 140 II 345 E. 4.1 S. 348); im Ausland oder im Konkubinat verbrachtes Zusammenleben wird nicht ber�cksichtigt (vgl. BGE 136 II 113 E. 3.3.1 S. 118; Urteil 2C_72/2015 vom 13. August 2015 E. 2.2). Es ist nicht erforderlich, dass das Zusammenleben in der Schweiz an einem St�ck erfolgt (BGE 140 II 345 E. 4.1 S. 348). Unterbricht das Ehepaar das Zusammenleben in der Schweiz durch Auslandsaufenthalte, hat es aber insgesamt drei Jahre in der Schweiz zusammengelebt, ist die Dreijahresdauer nach Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG grunds�tzlich erreicht (vgl. BGE 140 II 289 E. 3.5.1 S. 294 f. mit Hinweisen). Die Dreijahresfrist ist vorliegend somit, trotz mehrj�hrigem Aufenthalt der Beschwerdef�hrerin in ihrem Herkunftsland, eingehalten.
3.2.2.�Nach Art. 77 Abs. 4 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 �ber Zulassung, Aufenthalt und Erwerbst�tigkeit (VZAE; SR 142.201) liegt eine erfolgreiche Integration im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG vor, wenn die Ausl�nderin oder der Ausl�nder namentlich die rechtsstaatliche Ordnung und die Werte der Bundesverfassung respektiert (lit. a) und den Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb der am Wohnort gesprochenen Landessprache bekundet (lit. b). Nach Art. 4 der Verordnung vom 24. Oktober 2007 �ber die Integration von Ausl�nderinnen und Ausl�ndern (VIntA; SR 142.205) zeigt sich der Beitrag der Ausl�nderinnen und Ausl�nder zu ihrer Integration namentlich in der Respektierung der rechtsstaatlichen Ordnung und der Werte der Bundesverfassung (lit. a), im Erlernen der am Wohnort gesprochenen Landessprache (lit. b), in der Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen in der Schweiz (lit. c) sowie im Willen zur Teilnahme am Wirtschaftsleben und zum Erwerb von Bildung (lit. d). Das Bundesgericht hat festgehalten, dass das Adverb "namentlich", welches sowohl in Art. 77 Abs. 4 VZAE wie auch in Art. 4 VintA verwendet wird, auf den nicht ausschliesslichen Charakter der in diesen Bestimmungen aufgez�hlten Kriterien hinweist (Urteile 2C_175/2015 vom 30. Oktober 2015 E. 2.2; 2C_749/2011 vom 20. Januar 2012 E. 3.2).
Bei einer ausl�ndischen Person, die in der Schweiz beruflich integriert ist und eine feste Anstellung hat, die finanziell unabh�ngig ist, sich korrekt verh�lt und die �rtliche Sprache beherrscht, bedarf es ernsthafter besonderer Umst�nde, um eine erfolgreiche Integration zu���verneinen (Urteile 2C_175/2015 vom 30. Oktober 2015 E. 2.3; 2C_749/2011 vom 20. Januar 2012 E. 3.3). Nicht erforderlich ist eine besonders qualifizierte berufliche Karriere (Urteil 2C_430/2011 vom 11. Oktober 2011 E. 4.2). Auch das Fehlen besonders enger sozialer Beziehungen schliesst f�r sich allein eine erfolgreiche Integration nicht aus, ebenso wenig das Fehlen von Vereinsmitgliedschaften (Urteil 2C_839/2010 vom 25. Februar 2011 E. 7.1.2). Geringf�gige Strafen schliessen eine Integration nicht aus (Urteile 2C_65/2014 vom 27. Januar 2015 E. 3.2; 2C_749/2011 vom 20. Januar 2012 E. 4.3). Keine erfolgreiche Integration liegt aber vor, wenn eine Person kein Erwerbseinkommen erwirtschaften kann, welches ihren Konsum zu decken vermag, und sie w�hrend einer substantiellen Zeitdauer von Sozialleistungen abh�ngig war; jedenfalls wenn sich diese Situation nicht hinreichend verbessert (Urteile 2C_175/2015 vom 30. Oktober 2015 E. 2.3; 2C_298/2014 vom 12. Dezember 2014 E. 6.3 und 6.4.2 in fine). Ein Indiz gegen eine erfolgreiche Integration ist zudem der Umstand, dass das gesellschaftliche Leben einer ausl�ndischen Person prim�r mit Angeh�rigen derselben Nationalit�t gepflegt wird (Urteile 2C_748/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2; 2C_546/2010 vom 30. November 2010 E. 5.2.4). Bei der Auslegung des Rechtsbegriffs der erfolgreichen Integration kommt der Vorinstanz ein Beurteilungsspielraum zu, in welchen das Bundesgericht nur mit Zur�ckhaltung eingreift (Urteile 2C_151/2015 vom 10. Februar 2016 E. 3.2.1; 2C_748/2014 vom 12. Januar 2015 E. 3.2).
3.2.2.1.�Gem�ss der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellung ist die Beschwerdef�hrerin erst seit dem 1. Juli 2012 erwerbst�tig. Sie arbeitet im Rahmen eines Besch�ftigungsprogramms mit einem Arbeitspensum von 75% bei der Zentralw�scherei. Dabei erzielt sie ein monatliches Einkommen von rund Fr. 960.--. Erg�nzend wird sie von der Wohnortgemeinde mit finanziellen Leistungen unterst�tzt. Diese d�rften sich gem�ss der Vorinstanz bei einem Verbleib der Beschwerdef�hrerin in der Schweiz massiv erh�hen, da sie eigenen Aussagen zufolge beabsichtige, nach einem f�r sie positiven ausl�nderrechtlichen Entscheid eine eigene Wohnung auf Kosten der Sozialhilfe zu beziehen und aus dem Haushalt ihres Sohnes auszuziehen; die F�rsorge habe ihr eine eigene Wohnung mit einer monatlichen Miete von bis zu Fr. 1'100.-- zugesichert. Nachdem ihr Ehemann in den Strafvollzug versetzt worden war, hat die Beschwerdef�hrerin f�r sich und ihre damals noch minderj�hrige Tochter vom 1. Oktober 2003 bis zum 30. Juni 2006 Sozialhilfe im Betrag von rund Fr. 55'000.-- bezogen. Von Mai bis August 2007 wurden sie mit insgesamt rund Fr. 1'400.-- unterst�tzt, danach verzichtete sie auf Sozialhilfeleistungen, da sie sich offenbar nicht beim Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum habe anmelden wollen. Seit M�rz 2011 bezieht sie erneut F�rsorgegelder, wobei die Unterst�tzungsleistungen nur noch der Deckung ihres pers�nlichen Grundbedarfs dienen und bis zum 11. November 2013 ca. Fr. 57'500.-- betrugen. Die Beschwerdef�hrerin hat demnach im Zeitraum vom 1. Oktober 2003 bis zum 11. November 2013 (mit Unterbr�chen) Sozialhilfeleistungen im Umfang von total rund Fr. 112'500.-- bezogen.
3.2.2.2.�Soweit die Beschwerdef�hrerin vorbringt, als alleinerziehende Mutter nicht fr�her Gelegenheit gehabt zu haben, sich wirtschaftlich zu integrieren und ihre Bereitschaft zur Teilnahme am Wirtschaftsleben f�r die gute Integration gen�gen m�sse, ist ihr entgegen zu halten, dass die Vorinstanz diesen Umstand sehr wohl ber�cksichtigt hat. Sie hat in ihre Beurteilung miteinbezogen, dass die Beschwerdef�hrerin wegen der Straff�lligkeit ihres Ehemanns die noch minderj�hrigen Kinder alleine zu betreuen hatte. Unter Bezugnahme auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung zur Eigenversorgungskapazit�t des betreuenden Elternteils nach Scheidung einer lebenspr�genden Ehe befand sie aber, der Beschwerdef�hrerin w�re es bereits zum Zeitpunkt ihrer zweiten Einreise in die Schweiz im August 2000 (vor der Inhaftierung des Ehemannes), als die j�ngste Tochter bereits 10-j�hrig war, zumutbar gewesen, im Umfang von 50% einer Erwerbst�tigkeit nachzugehen. Anzuf�gen bleibt, dass das Bundesgericht im Bereich des Ausl�nderrechts nicht die scheidungsrechtliche Praxis anwendet, sondern die sozialversicherungs- und sozialhilferechtliche Betrachtungsweise beizieht, wonach auch einer alleinerziehenden Person grunds�tzlich bereits ab etwa dem 3. Altersjahr des Kindes zumindest eine teilweise Erwerbst�tigkeit zugemutet wird (vgl. Urteile 2D_12/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 3.7.3; 2C_320/2013 vom 11. Dezember 2013 E. 4.3.3; 2C_1228/2012 vom 20. Juni 2013 E. 5.4). Der Beschwerdef�hrerin w�re angesichts des Alters ihrer Kinder schon seit l�ngerem zumindest eine Teilzeitbesch�ftigung zumutbar gewesen. Sie hat sich jedoch selbst dann nicht ernsthaft um Aufnahme einer Arbeit bem�ht, als das Migrationsamt sie im September 2006 aufgefordert hatte, alles daran zu setzen, eine Arbeit zu finden und ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten, andernfalls sie mit ausl�nderrechtlichen Konsequenzen bis hin zum Verlust der Aufenthaltsbewilligung zu rechnen habe. Die Argumentation, wegen der Erziehungspflichten nicht gearbeitet zu haben, �berzeugt daher nicht. Es ist somit nicht ersichtlich, inwiefern sich die Beschwerdef�hrerin in absehbarer Zeit von der Sozialhilfeunterst�tzung wird l�sen k�nnen.
3.2.2.3.�Die Beschwerdef�hrerin bringt dagegen keine weiteren Nachweise vor, die f�r eine gelungene Integration sprechen w�rden. Gem�ss Vorinstanz ist nicht ersichtlich, wie gut sie die deutsche Sprache beherrscht. Anl�sslich der Einvernahme durch die Ausl�nderbeh�rde habe jedenfalls die Tochter die Fragen vielfach �bersetzen und teils auch selber beantworten m�ssen. Auch legt die Beschwerdef�hrerin nicht dar, inwiefern sie in die hiesige Gesellschaft sozial integriert sei und Beziehungen zu Personen - abgesehen von den hier lebenden Familienangeh�rigen - in der Schweiz pflege. Sie kann somit nicht als erfolgreich integriert im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. a AuG gelten.
3.3.�Nach Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG k�nnen wichtige pers�nliche Gr�nde einen weiteren Aufenthalt in der Schweiz erforderlich machen. Solche k�nnen namentlich vorliegen, wenn die Ehegattin oder der Ehegatte Opfer ehelicher Gewalt wurde oder die Ehe nicht aus freiem Willen geschlossen hat oder die soziale Wiedereingliederung im Herkunftsland stark gef�hrdet erscheint (Art. 50 Abs. 2 AuG). Diese Aufz�hlung ist nicht abschliessend. Entscheidend ist, ob die pers�nliche, berufliche und famili�re Wiedereingliederung als stark gef�hrdet zu gelten hat, und nicht, ob ein Leben in der Schweiz einfacher w�re und - aus welchen Gr�nden auch immer - vorgezogen w�rde. Ein nachehelicher H�rtefall setzt aufgrund der konkreten Umst�nde eine erhebliche Intensit�t der Konsequenzen f�r das Privat- und Familienleben der ausl�ndischen Person voraus, die mit ihrer Lebenssituation nach dem Dahinfallen der gest�tzt auf Art. 42 Abs. 1 bzw. Art. 43 Abs. 1 AuG abgeleiteten Anwesenheitsberechtigung verbunden sind (BGE 139 II 393 E. 6 S. 403; 138 II 229 E. 3.1 S. 232; 137 II 345 E. 3.2.3 S. 350).
3.3.1.�Die Beschwerdef�hrerin bringt vor, ihren Kindern nicht zumuten zu k�nnen, die Schweiz zu verlassen, da diese den Kosovo nicht kennen w�rden. Zudem leide sie an gewissen Gebrechen und werde teilweise durch die Kinder unterst�tzt. Im Gegenzug h�te sie regelm�ssig die Enkel, weshalb von einem Abh�ngigkeitsverh�ltnis auszugehen sei. Die Nichtverl�ngerung der Aufenthaltsbewilligung tangiere auch das Recht auf ihre Privatsph�re. Sie sei seit �ber 18 Jahren in der Schweiz und ihre wirtschaftliche Lage sei nicht selbst verschuldet.
3.3.2.�Die heute 57-j�hrige Beschwerdef�hrerin hat insgesamt lange, �ber 18 Jahre, in der Schweiz gelebt. Allerdings kam sie erst mit 34 Jahren ein erstes Mal hierher. Weniger als dreieinhalb Jahre nach ihrer ersten Einreise kehrte sie in den heutigen Kosovo zur�ck und kam erst wieder im Jahr 2000, 42-j�hrig, in die Schweiz. Sie hat somit die meiste Zeit ihres Lebens in ihrem Herkunftsland verbracht. Mit der Sprache und den gesellschaftlichen Verh�ltnissen vor Ort d�rfte sie nach wie vor bestens vertraut sein. Familienangeh�rige der Beschwerdef�hrerin, nebst dem Ehemann auch einer ihrer S�hne, ihre Br�der und ihre Mutter, leben im Kosovo. Sollte sie die Weiterf�hrung der ehelichen Gemeinschaft nicht w�nschen, bestehen somit noch weitere verwandtschaftliche Beziehungen, die ihr gerade in einer Anfangsphase behilflich sein k�nnen. Dass ihre finanzielle Situation in der Schweiz unverschuldet und insbesondere auf ihren Ehemann zur�ckzuf�hren sei, �ndert nichts daran, dass die Beschwerdef�hrerin insgesamt, wie gesehen, nicht als besonders gut integriert gelten kann. Ihr enges Verh�ltnis zu ihren Kindern und die Unterst�tzung, die sie durch diese erf�hrt, ist nicht in Zweifel zu ziehen. Da ihre Kinder inzwischen vollj�hrig sind, kann sie jedoch aus diesem Verh�ltnis keinen Aufenthaltsanspruch ableiten. Ein besonderes Abh�ngigkeitsverh�ltnis im Sinne von Art. 8 EMRK zwischen der Beschwerdef�hrerin und ihren erwachsenen Kindern (vgl. BGE 139 II 393 E. 5.1 S. 402; 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159), welches ihre Anwesenheit in der Schweiz erforderlich machen w�rde, ist nicht ersichtlich. Sie lebt zwar noch bei einem ihrer Kinder, dieser Umstand ist indes auf ihre finanzielle Lage zur�ckzuf�hren. Wie sie selber darlegt, ist es ihre Absicht, sobald die finanzielle Situation es erlaube, eine eigene Wohnung zu beziehen. Andere vertiefte soziale Bindungen zur Schweiz werden nicht dargetan und sind auch nicht ersichtlich. Gewiss mag es die Beschwerdef�hrerin empfindlich treffen, wenn sie die Schweiz ohne ihre Kinder verlassen muss. Dieser Umstand allein vermag jedoch keinen nachehelichen H�rtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b AuG zu begr�nden, da eine Wiedereingliederung der Beschwerdef�hrerin in ihr Heimatland nicht als unzumutbar erscheint. Der Kontakt zu ihren erwachsenen Kindern und den Enkeln kann zudem �ber die modernen Kommunikationsmittel und gegenseitige Besuche aufrechterhalten werden. Zum Gesundheitszustand f�hrt die Beschwerdef�hrerin nicht aus, inwiefern die Ausf�hrungen der Vorinstanz unzutreffend w�ren. Diese hat festgehalten, dass die Beschwerden gem�ss Arztbericht mehrheitlich im Zusammenhang mit ihrem �bergewicht st�nden. Dem Consulting-Bericht des Bundesamtes f�r Migration vom 16. Juni 2014 sei zu entnehmen, dass die ad�quate Behandlung von Diabetes und Bluthochdruck im Kosovo, auch in der Gegend, in welcher die Familie der Beschwerdef�hrerin lebe, grunds�tzlich gew�hrleistet sei. Die Wiedereingliederung der Beschwerdef�hrerin im Kosovo ist somit auch aus gesundheitlichen Gr�nden nicht gef�hrdet.
3.4.�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde als unbegr�ndet abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Die unterliegende Beschwerdef�hrerin tr�gt die Gerichtskosten (vgl. Art. 65 und 66 Abs. 1 BGG). Ausgangsgem�ss ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 BGG).
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Verwaltungsgericht des Kantons Aargau, 2. Kammer, und dem Staatssekretariat f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 9. August 2016

References: Art. 82
 Art. 86
 Art. 90
 BGE 
 Art. 50
 Art. 42
 Art. 89
 Art. 64
 Art. 115
 Art. 10
 Art. 25
 BGE 
 Art. 106
 Art. 95
 Art. 96
 BGE 
 Art. 95
 Art. 99
 Art. 50
 Art. 62
 Art. 43
 BGE 
 Art. 43
 Art. 50
 BGE 
 BGE 
 Art. 50
 Art. 50
 BGE 
 Art. 50
 BGE 
 Art. 77
 Art. 50
 Art. 4
 Art. 77
 Art. 4
in fine
 Art. 50
 Art. 50
 Art. 42
 Art. 43
 Art. 8
 BGE 
 Art. 50
 Art. 65