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Timestamp: 2019-06-17 05:57:58+00:00

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OLG Stuttgart, 04.10.2011 - 2 Ss 65/11 - dejure.org
https://dejure.org/2011,6954
OLG Stuttgart, 04.10.2011 - 2 Ss 65/11 (https://dejure.org/2011,6954)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 04.10.2011 - 2 Ss 65/11 (https://dejure.org/2011,6954)
OLG Stuttgart, Entscheidung vom 04. Januar 2011 - 2 Ss 65/11 (https://dejure.org/2011,6954)
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Vorsätzliche Marktmanipulation: Erteilung abgestimmter Kauf- und Verkaufsangebote für Wertpapiere
Marktmanipulation durch abgestimmte Wertpapierkauf- und -verkaufsangebote mit übereinstimmenden Limits
Zur Strafbarkeit abgestimmter Kauf- und Verkaufsangebote für Wertpapiere
Auslegung des Begriffs des Einwirkens auf den Börsenpreis i.S.v. § 38 Abs. 2 WpHG
WpHG § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, § 38 Abs. 2 Nr. 1
Marktmanipulation durch abgestimmte Wertpapierkauf- und Verkaufsangebote mit übereinstimmenden Limits
Einwirkung; Marktmanipulation
AG Stuttgart, 28.10.2010 - 35 Cs 151 Js 36956/09
NJW 2011, 3667
ZIP 2012, 426
WM 2012, 1030
NZG 2011, 1436
Die auf diesen limitierten Orders beruhenden Geschäfte vermittelten jedoch den Eindruck, dass der Preis sich jeweils börsenmäßig aufgrund von Angebot und Nachfrage frei gebildet habe (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 4. Oktober 2011 - 2 Ss 65/11, NJW 2011, 3667).
Auf den Börsenpreis eines Finanzinstruments wird eingewirkt, wenn dieser künstlich, d.h. gegen die wahren wirtschaftlichen Verhältnisse am Markt, erhöht, abgesenkt oder auch nur stabilisiert wird (vgl. OLG Stuttgart, aaO NJW 2011, 3667, 3669;… Vogel, aaO § 38 Rn. 51, § 20a Rn. 115;… Fuchs/Waßmer, WpHG, 2009, § 38 Rn. 40; Koppmann, ZWH 2012, 27).
Der Tatbestand setzt somit, anders als etwa der Kapitalanlagebetrug nach § 264a StGB, einen bereits bestehenden Börsenpreis voraus; das (erstmalige) Bewirken eines Börsenpreises wird von ihm nicht umfasst (vgl. OLG Stuttgart, aaO NJW 2011, 3667, 3670; Fleischer, ZIP 2003, 2045, 2052; Ziouvas, ZGR 2003, 113, 137).
Die Beeinflussung des weiteren Kursverlaufs nach einer bereits eingetretenen Beeinflussung ist ebenfalls nicht erforderlich (vgl. auch EuGH, Urteil vom 7. Juli 2011 - C-445/09 IMC-Securities BV gegen Stichting Autoriteit Financiele Markten - BKR 2011, 422; Heusel/Schmidberger, BKR 2011, 425, 427; OLG Stuttgart, aaO, NJW 2011, 3667, 3669; Woodtli, NZWiSt 2012, 51, 54 f.; aA Kudlich, wistra 2011, 361, 363 f.; Nietsch XI § 38, WpHG 112 WuB).
a) Auf den Börsenpreis, der nach § 24 Abs. 1 Satz 2 BörsG auch im Rahmen des Freiverkehrs an einer Wertpapierbörse festgestellte Preise umfasst, wird nach gängiger Definition eingewirkt, wenn er künstlich - das heißt gegen die wahren wirtschaftlichen Verhältnisse am Markt - erhöht, abgesenkt oder auch nur stabilisiert wird (siehe BGH, Urteil vom 27. November 2013 - 3 StR 5/13, BGHSt 59, 80, 87 f.; OLG Stuttgart, Urteil vom 4. Oktober 2011 - 2 Ss 65/11, NJW 2011, 3667, 3669;… Vogel in Assmann/Schneider aaO, § 38 Rn. 51).
Ergänzend weist der Senat darauf hin, dass die notwendige Einwirkung iSd § 38 Abs. 2 WpHG nicht voraussetzt, dass tatsächlich Geschäfte getätigt wurden, bei denen die Preise kausal gerade auf dem durch die Manipulation hervorgerufenen Kursniveau beruhen (BGH, wistra 2014, 233; OLG Stuttgart, NJW 2011, 3667).

References: § 38
 § 20
 § 38
 § 38
 § 20
 § 38
 § 264
 § 38
 § 24
 § 38
 § 38