Source: http://www.fklmh.de/showthread.php?tid=3478&pid=21060
Timestamp: 2018-10-15 12:52:23+00:00

Document:
› Wiedergelesen
Habt ihr den FKLMH als Quelle für Gesetzesänderungen angegeben?
Ja, habe ich, und ich bin Stolz drauf!
Ich habe mich leider nicht getraut.
die Aufgabe eines verantwortlichen Mitarbeiters für Lebensmittelhygiene ist es ja eigentlich, in Bezug auf wissenschaftliche Entwicklungen, neue Erkenntnisse und vor allem im Hinblick auf die vielen Gesetze und Verordnungen immer auf dem Laufenden zu bleiben. Und ... Hand aufs Herz, wir sind alle bestens informiert, weil wir ja regelmäßig Newsletter bekommen ... ;-) und lesen.
Leider hat es mich diese Woche durch eine Auditorin kalt erwischt. Sie wollte doch tatsächlich Analysen im Hinblick auf ein geändertes Gesetz sehen. Zwar hatte ich die Änderung mitbekommen ... - in allein drei Newslettern, gerade nachgeschlagen ... - doch Pech gehabt. So stand ich wie ein dummer August da. So werde ich meine Texte, zumindest in dieser Rubrik, aus Trotz jetzt auch signieren.
Nun habe ich mir überlegt, dass es ja nicht jedem so gehen muss. Ich möchte daher hier im Forum eine neue Unterrubrik gründen, der ich ein- bis zweimal im Monat ein wenig Leben einhauchen möchte. Da wir ja eigentlich alle wissen, dass es diese und jene Änderung gibt - und auch diese Rubrik nicht auf Vollständigkeit ausgerichtet sein kann - wollte ich sie eigentlich: "Upps, da war doch noch was" nennen. Doch während des Schreibens fällt mir eine Kolumne aus der Zeitschrift "Das Magazin" ein, welche ich hier sehr lobend erwähnen möchte, bei der ich ein klein wenig klaue und diese Rubrik "Wiedergelesen" nennen werde. Ich hoffe, es kommt nicht gleich eine Unterlassungklage.
@ Vorstand: Eventuelle Kosten gehen auf meine Kappe.
Natürlich versuche ich euch auch über aktuelle Änderungen zu informieren und hoffe, ihr beteiligt euch an dieser Rubrik. Für alle Leser, die im Qualitätsmanagement arbeiten. Natürlich würde sich unser Verein sehr freuen, wenn ihr im nächsten Audit / der nächsten Kontrolle auf die Frage: "Wie erfahren Sie, ob sich gesetzliche Regelungen geändert haben?" sagen würdet: "durch den FKLMH." Um ein kleines Feedback zu bekommen, habe ich an dieses Vorwort eine Umfragen gehängt.
Euer "dummer" Laganon
WICHTIG: Wir haben im Moment unter unseren Mitgliedern keinen Juristen, der die fachlichen Erörterungen in den nachfolgenden Texten prüfen kann. Deshalb stellen die nachfolgenden Texte immer die persönliche Interpretation des Verfassers dar und sind durch die Nutzer immer zu prüfen.
Im Januar diesen Jahres hat sich in Deutschland die Trinkwasser-Verordnung geändert. Streng genommen handelt es sich nicht um eine weitrechende Änderung, sondern um eine Aktualisierung. Es ist ja schon seit längerem darüber diskutiert worden, wer wann und warum zusätzlich Untersuchungen auf Legionellen machen muss. Die dazu gefundenen Regelungen wurden in die Änderung vom 03. Januar diesen Jahres eingebunden, und war in den § 14 b. Grundsätzlich ist der § 14 der Paragraf, der die Untersuchungspflichten regelt. Leider ist es sehr schwierig, hier durchzusteigen, denn er liest sich etwa so:
"... Inhaber einer Wasserversorgungsanlage nach § 3 Nummer 2 Buchstabe a oder Buchstabe b haben unter Beachtung von Absatz 6 folgende Untersuchungen des Trinkwassers gemäß Absatz 2 Satz 1 und § 15 Absatz 1, 1a Satz 1 und 2 ..." -
hieß bei mir am Anfang "...wer?... haben unter Beachtung von ...was?... folgende Untersuchungen des Trinkwassers gemäß ...was alle?..." .
Also hinsetzen und einmal richtig auseinander fitzeln:
Wichtig für alle, die sich einen Untersuchungsplan für Ihre Trinkwasseranlage erstellen wollen, ist der § 3 (2) der Trinkwasserverordnung. Nach diesem lassen sich die im Unternehmen installierten Trinkwasseranlagen eingruppieren. Dazu muss aber bekannt sein:
a) Bekomme ich das Wasser über einen externen Versorge oder nutze ich einen Brunnen.
b) Wieviel Wasser entnehme ich pro Tag aus meinem Netz? Dazu ist es ganz unwichtig zu schauen, ob das gesamte an der "Zapfstelle" entnommene Wasser in ein Netz oder in unterschiedliche Netze geht.
Heißt: Es kann durchaus sein, dass sich das Leitungsnetz im Unternehmen nach der Entnahme verzweigt. Während über den ersten Strang Wasser in die Leitungen geht, über die Wasser zum Reinigen, Wasser für die Wasserhähne oder Wasser für Lebensmittel transportiert wird, kann das zweite Netz beispielsweise für die Klospülung oder in Großbetrieben für die Kühlwasserspeisung genutzt werden. Das zweite Netz müsste daher gar keine Trinkwasserqualität haben. Für die weiteren Überlegungen könntet ihr die Entnahmestelle für das Trinkwasser auch in Gedanken an den ersten Strang verlegen. Begründet wird dies aus meiner Sicht durch den § 1 gedeckt. "Zweck der Verordnung ist es, die menschliche Gesundheit vor den nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben, das für den menschlichen Gebrauch bestimmt ist."
c) Aus welchem Material besteht mein Leitungsnetz?
Der eben genannte Absatz 2 regelt dann die Art des Leitungsnetzes, über welches das Unternehmen verfügt. Der Gesetzgeber unterscheidet unter anderem in:
a) zentrale Wasserwerke: Abnahmemenge mehr als 10 Kubik/Tag,
c) Kleinanlagen: weniger als 10 Kubik/Tag für die Eigennutzung,
e) Anlagen zur Wasserverteilung mit Abgabe an einen Verbraucher.
Wenn Ihr jetzt wissen wollt, welche Analysen Ihre benötigt, sucht in der pdf-Version des Dokuments nach "2 Buchstabe ..." und tragt den oben beschriebenen Buchstaben (a, c, ode e) ein, der für euch zutreffend ist.
Wenn ich es richtig lese, nutzen die meisten eine Kleinanlage. Für diese würden nach meiner Interpretation:
jährlich die kleine Mibi (E. coli & Enterokokken / Anlage 1 Teil I) sowie die Indikatorparameter:
- Clostridium perfrigens bei Ursprung Oberflächenwasser,
- coliforme Mikroorganismen,
- Koloniezahl bei 22°C und
- Koloniezahl bei 36°C.
Zusätzlich sollten je nach verwendetem Leitungsnetz geprüft werden, ob aus dem Leitungsnetz eine der in Anlage 2 Teil II chemische Kontaminanten aus dem Leitungsnetz in das Trinkwasser übergehen kann. In diesem Falle müsste auch dieser Parameter untersucht werden.
Für alle, die einen eigenen Brunnen haben, sieht es ein wenig komplizierter aus. Aber hier gleube ich, dass das Gesundheitsamt die Überwachung übernimmt.
Natürlich würde ich mich freuen, wenn ihr mich auf Fehler in meinen Überlegungen hinweisen würdet.
Erleichterung der Transportbedingungen für geschlachtete Tierkörper
Mit der Verordnung 2017/0853 wurde in November 2017 eine kleine Erleichterung beim Transport von Fleisch vom Schlachtbetrieb zu einem Zerlegebetrieb in das EU-Recht implementiert. Bisher galt, dass das Fleisch erst versendet werden darf, wenn die Kerntemperatur kleiner, gleich 7° aufwies. Dies setzte lange Kühlzeiten vor der Zerlegung voraus. In Deutschland darf, mit behördlicher Genehmigung, auch Warmfleisch in einem örtlich begrenzten Rahmen versendet werden, wenn dieses zur Verarbeitung gedacht ist und die Verarbeitung auch mit Warmfleisch erfolgte. Neu nach dieser Verordnung ist, dass Fleisch auch versendet werden darf, wenn es zwar nicht im Kern, aber an der Oberfläche die entsprechende Temperatur erreicht hat. Dafür sind aber verschiedene Bedingungen zu erfüllen:
a) Die Oberflächentemperatur muss in einer festgelegten, maximalen Abkühlungszeit gewährleistet sein,
b) Die Beförderungstemperatur muss 1°C bis 4°C, je nach Dauer der Beförderung unter der anzustrebenden Kerntemperatur sein,
c) die Prozesshygieneparameter der 2005/2073 müssen nachweislich sichergestellt sein.
Bei langen Transportzeiten (Schwein 6 ... 30 h, Rind/Schaf/Ziege 6 ... 60 h), muss zusätzlich eine Kerntemperatur von 15°C vor der Verladung gesichert sein. Natürlich geht dies nicht einfach ganz ohne Auflagen. So muss die Behörde über diese abweichenden Transportbedingungen informiert werden, und sowohl bei der Warenausgangskontrolle als auch bei der Wareneingangskontrolle müssen zusätzliche Kontrollen und Aufzeichnungen erfolgen.

References: § 14
 § 14
 § 3
 § 15
 § 3
 § 1