Source: http://wachschutzforum.de/index.php/Thread/3002-Ausbildung-Fachkraft-Detektive-IHK/
Timestamp: 2019-05-20 19:52:14+00:00

Document:
Ausbildung Fachkraft Detektive IHK - Detektivwesen /Ermittlungsdienst - WACHSCHUTZFORUM - Forum für Security und Wachschutz
Ausbildung Fachkraft Detektive IHK
31. August 2011, 07:31
habe jetzt in letzter Zeit viel über die Ausbildung in Berlin gesehen, wo Detektive ihre "Ausbildung" in 6 Monaten mit IHK Abschluss machen können. Was meint ihr? Ist das wirklich von Vorteil oder ist das nur etwas was man sich auch so beibringen kann in der richtigen Firma?
Würde mich gerne mal interessieren, da dort die Ausbildung ja 6 Monate geht und man dort sehr viel mit macht von Sprengstoff über Rechtliches und und und...
Re: Ausbildung Fachkraft Detektive IHK
Ich Glaube das ist das gleiche wie bei der ZAD DETEKTIVAUSBILDUNG
Bewachungsfachkrafi im Handel???
1. Januar 2013, 08:59
<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.sicherheitsakademie-berlin.de/detektiv-ermittler-ausbildung/detektiv-ermittler-fachkraft-ausbildung.html">http://www.sicherheitsakademie-berlin.d ... ldung.html</a><!-- m -->
•zertifizierte Fachkraft Detektiv (IHK) - IHK-Zertifikatslehrgang
•Zeugnis der Sicherheitsakademie Berlin
•IHK-Sachkundeprüfung gem. § 34a GewO
•gewerbliche Waffensachkundeprüfung gem. § 7 WaffG
•Nachweis der Kenntnisse über Lebensrettende Sofortmaßnahmen und die Defibrilatoreinweisung
•Zertifikat "Interventionskraft nach VDS"
•Zertifikat "Beauftragte Person als Aufzugswärter gemäß TRBS 3121"
•Zertifikat der Berliner Feuerwehr "Selbsthilfekraft im Brandsicherheitswachdienst"
•Dauer: 6 Monate, 960 Unterrichtseinheiten (UE)
•Vollzeit: reguläre Unterrichtszeiten Mo - Fr 8:30 - 16:30 Uhr (8 UE/Tag)
•5.554,50 Euro für folgende Leistungen (8.044,40 Euro inkl. Fahrerlaubnis Pkw)
•Lehrgang und alle internen / externen Leistungsüberprüfungen für das IHK-Zertifikat
•Alle notwendigen Lehrbücher
•Prüfungsgebühr IHK-Sachkundeprüfung (erster Versuch)
•Prüfungsgebühr gewerbliche Waffensachkundeprüfung (erster Versuch)
•Kostenübernahme durch Leistungsträger möglich
was soll man dazu sagen ? :confused:
1. Januar 2013, 09:54
Heftig :o Wird das vom Amt Bezahlt ? Ah, ich sehs grad ....
ziemlich teurer Führerschein...., aber der dumme Staat zahl schon....
Die IHK ist sich anscheinend für nichts mehr zu schade :confused:
1. Januar 2013, 18:43
Für unser Sicherheitsgewerbe das einzige was brauchbar ist , ist die SKP und mit Abstrichen die WSK, und das kann man für nen Bruchteil der kosten machen........
1. Januar 2013, 20:01
Was soll SKP und WSK sein??
Wenn man sich einzelne Lehrinhalte anschaut, kann man nur mit dem Kopf schütteln, was hier Personen beigebracht werden soll, die wahrscheinlich in der Masse Anfänger im Sicherheitsgewerbe sind:
Standortanalyse: Eine Standortanalyse im Hinblick auf das Verhindern von Diebstählen im Einzelhandel überfordert selbst so manchen Meister für Schutz und Sicherheit, da hier sehr schnell auch betriebsorganisatorische Fragen in Betracht gezogen werden müssen.
Schutz und Kontrolle in Wirtschaft und Industrie
Objektanalyse, Sicherheits- und Abwehranlagen: Eine Objektanalyse für den Objektschutz ist sicher nicht das Aufgabengebiet eines Sicherheitsmitarbeiters mit der Sachkundeprüfung. Auch hier bedarf es eines umfassenden fächerübergreifenden Wissens im Sicherheitsgewerbe und - mindestens genauso wichtig - fundierter Kenntnisse über die betriebliche Abläufe in der Wirtschaft.
Umfeldbeobachtungen, Spionage, Lauschabwehr, Innen- und Außenabsicherung: Spionageabwehr ist heute vor allem IT-Sicherheit, auch das ist nicht die Ausbildungsebene Sachkundeprüfung, vor allem nicht bei Leuten, der EDV-Kenntnisse sich erfahrungsgemäß auf Facebook und Online-Spiele beschränken.
Ermittlungen in Wirtschaft und Industrie
Kriminalistik und Ermittlung / Befragung, Spurensuche- und sicherung unter Nutzung kriminalistischer Methoden:
Wahrscheinlich werden da wieder Fußspuren mit Gips ausgegossen oder Werkzeugspuren mit Knetmasse abgeformt oder Fingerabdrücke gesichert - alles sehr praxisoriert! Die Fälle, in denen man im privaten Sicherheitsgewerbe wirklich kriminalistische Methoden anwenden kann, bewegen sich im Promillebereich. Ihr Wert als Beweismittel vor Gericht ist meistens gleich Null, die Auswertemöglichkeiten sind ebenfalls kaum gegeben, da privaten Diensten die Vergleichsmöglichkeiten (Datenbanken) für z.B. Fingerabdrücke, Werkzeugspuren usw. fehlen, von DNA-Abgleich ganz zu schweigen. Diese ganze private Kriminalistik ist zwar recht interessant, aber nicht praxisrelevant.
Versicherungsbetrug: Eindeutig auch nicht die Ausbildungsebene Sachkundeprüfung. Hier braucht es echte Spezialisten, die sich in Betriebswirtschaft, Versicherungsrecht usw., auskennen.
Markenrecht und Produktpiraterie: Ich stelle mir gerade den SMA mit Sachkundeprüfung vor, der als Spezialist im Markenrecht auftritt.
Notfallkunde für Sicherheitskräfte (Erste-Hilfe): Das ist mit Sicherheit nicht der Ersthelfer gem. BGV A 1 oder gar der Betriebssanitäter - das wären aber die einzigen Ausbildungen, die hier wirklich etwas bringen würden.
Grundlagen - Englisch in der Einsatzpraxis von Sicherheitskräften: Da kann man nur hoffen, daß die Teilnehmer an dieser Ausbildung zumindest Englisch-Grundlagen mitbringen - was nach meinen Erfahrungen bei den typischen Teilnehmern solcher Schulungen eher nicht der Fall ist. Viele können kaum ausreichend Deutsch.
Wesentliche Inhalte der Berufsausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit: Das ist der Clou des ganzen - zusätzlich zu den bereits aufgezeigten und völlig überzogenen Inhalten nimmt man jetzt auch noch wesentliche Inhalte einer dreijährigen Vollausbildung auf.
Solche Angebote kommen vor allem zustande, weil die Förderrichtlinien, vor allem nach WeGeBau, IFLAS und ESF, eine bestimmte Ausbildungsdauer fordern. Darum werden Schulungen, die gut in sechs Wochen zu machen wären (Sachkunde, Waffensachkunde, Interventionskraft und Ersthelfer) auf sechs Monate aufgeblasen. Das Schlimme ist, dass bei öffentlicher Förderung durch Arbeitsagentur etc. hier unsere Steuergeld verblasen werden
1. Januar 2013, 21:20
"Alex30" schrieb:
Sachkundeprüfung (34a)
Hm... hier ist ja noch etwas los?
Ich hatte irgendwo Sicherheitsakademie Berlin gelesen und dem Drang Alt+F4 nachgegeben...
1. Januar 2013, 21:41
Danke Nemere, du hast sehr schön aufgelistet was ich mir beim lesen des Prospekts gedacht habe, Ich frage mich warum man den Arbeitssuchenden nicht einen vernünftigen Ausbildungsplatz besorgt und eine Ausbildung zur Fachkraft oder Servicekraft finanziert. Das Geld wäre besser angelegt.
Ich frage mich warum man den Arbeitssuchenden nicht einen vernünftigen Ausbildungsplatz besorgt und eine Ausbildung zur Fachkraft oder Servicekraft finanziert. Das Geld wäre besser angelegt.
Warum soll das Arbeitsamt ausbilden, was der Markt nicht ausdrücklich fordert ?
Die Arbeitgeber können ihre Aufträge in den meisten Fällen mit nach §34a Unterrichteten abdecken.....
Deshalb spart das Arbeitsamt doppelt:
2. Alg-kosten im Falle einer erneuten Arbeitslosigkeit
.... und dazu kommt, dass es mehr als genug ältere (50+) Arbeitslose gibt, die froh sind nicht noch mal die Schulbank drücken zu müssen ... - wo die schlichte Unterrichtung nach §34a ausreicht...
2. Januar 2013, 12:11
welch glorreiche branche. ich bin immer wieder froh hier untergebracht zu sein
... •5.554,50 Euro ...
... mehr habe ich für meinen Meister auch nicht bezahlt !
2. Januar 2013, 12:54
- eine Förderung durch die Arbeitsagentur für eine Meisterausbildung ist kaum zu bekommen.
- dagegen werden für solche Schwachsinnsausbildungen, wie sie hier beschrieben sind, ungleich höhere Beträge verschwendet.
naja.... je nach Qualifikation ist eine Förderung nach WeGebAU bei der Meisterschule nicht abwegig.
Die Perversität ist der Markt an sich... selbst ein Meister muss kämpfen um eine Position mit Entlohnung als Meister zu erhalten. Das AA orientiert sich am Arbeitsmarkt und der will möglichst billige Arbeiter...
2. Januar 2013, 14:17
naja.... je nach Qualifikation ist eine Förderung nach WeGebAU bei der Meisterschule nicht abwegig..
Das dürften die absoluten Ausnahmen sein:
- Förderung geringfügig Qualifizierter unter 45 Jahren ist nach WeGebAU nur bis zur Facharbeiterebene möglich - scheidet also hier aus
- Bleiben nur die über 45-jährigen übrig. Ob sich da noch sehr viele im Sicherheitsgewerbe die Meisterausbildung antun, bezweifle ich.
Zudem müssen dann auch noch die anderen WeGebAU-Voraussetzungen stimmen:
- Durchführung während der Arbeitszeit: Es gibt nur ganz wenige Vollzeitausbildungen für Meister und nur in ganz wenigen Gegenden Deutschlands.
- Weiterbezahlung des Arbeitsentgelts während der Schulung. Hier ist nach der letzten Änderung der Bestimmungen keine Erstattung durch die Arbeitsagentur mehr möglich. Ich kann mir nur sehr wenige Sicherheitsfirmen vorstellen, die einen Mitarbeiter bei voller Bezahlung für die Meisterausbildugn freistellen.
- Zertifzierung von Bildungsanbieter und Maßnahme. Auch da sieht es bei den Meisterausbildungen nicht sehr rosig aus. Über die Qualifikation so mancher Anbieter kann man sich sowieso nur wundern. Im KURSNET bietet z.B. eine Fahrschule den "Industriemeister Schutz und Sicherheit" an - wahrscheinlich ist die Ausbildung entsprechend.
Da der Detektiv unter den §38 der GewO (Überwachendes Gewerbe) fällt, ist im Grunde keine Voraussetzung erforderlich ausgenommen einem einwandfreien Führungszeugnis, jeder kann eine Detektei eröffnen sofern das Führungszeugnis sauber ist!. Das Bewachungsgewebe ist erlaubnispflichtig (Beantragung einer Bewachungserlaubnis gemäß § 34 a GewO, Unterrichtung für Selbständige oder Sachkunde als minimum). Bezüglich der Detektivausbildungen IHK ist es wie bei den Personenschutzausbildungen IHK auch. Um als Lehrgangsträger die Zusatzzertifizierung durch die IHK zu bekommen, müssen gewisse Themen enthalten sein sowie eine gewisse Stundenanzahl.
Die IHK Münster, bietet in Deutschland als einzige IHK eine "direkte Ausbildung zum Privat- und Wirtschaftermittler/in IHK an. Die Dauer beträgt 30 Tage (180 Std.) und ist jeweils Freitags und Samstags. Die Ausbildung, beinhaltet allerdings nur berufliche Themen. Da für den Detektivberuf keine Ausbildung erforderlich/vorgeschrieben ist, um in diesem Gewerbe zu arbeiten, empfiehlt sich dennoch eine Ausbildung, die Beweise müssen gerichtsverwertbar sein, kenntnisse über Observationstechniken, rechtliche Kenntnisse usw. Natürlich, könnte man auch die Unterrichtung besuchen oder die Sachkundeprüfung ablegen um die rechtlichen Kenntnisse usw. zu erlangen, allerdings benötigt man ja uch Praxis oder man sollte über Praxis verfügen . Die Ausbildung für detektive über die ZAD (Zentralstelle für das Detektivgewerbe) wird zwar von den Detektivverbänden hoch anerkannt, allerdings ist die Ausbildung via Fernunterricht ebenfalls sehr stark auf Theorie ausgelegt und beinhaltet im Grunde wenig Praxis (Direktunterricht). Die ZAD, bietet nun auch eine Detektivausbildung mit IHK Zertifizierung an.
Ist ja wie bei Immobilienmaklern:
- 150 Öcken hinlegen
... schon ist man selbstständiger Makler.
Ob dann einer Ahnung von dem Metier hat oder nicht, interessiert keine Sau mehr.

References: § 34
 § 7
 §34
 §34
 §38
 § 34