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Timestamp: 2017-12-18 10:53:29+00:00

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Erbrecht nach Adoption
| 24.05.2007 10:01 |
ich habe nun ein Problem, dass ich so nie für möglich hielt.
meine voll. Tochter hatte mich nach ihrem 18. Geburtstag auf mehr Unterhalt verklagt. Ich sollte diesen höheren Unterhalt auch noch nach ihrer schulischen Ausbildung bis Aug. 2007 zahlen.
Das Familiengericht wies diese Forderung ab, am 11.04.2007.
Jetzt habe ich gestern erfahren, das ihr Stiefvater sie adoptiert hat, und das ganze auch seit 18.04.2007 rechtskräftig ist.
Im einem Forum für Familienrecht hat man gesagt, daß bei Erwachsenen-Adoptionen nicht die Erbrechte auf den leiblichen Vater entfallen.
Ich dachte immer wenn man jemanden adoptiert, übernimmt man alle Rechte und pflichten, als wäre man der leibl. Elternteil.
Ist diese Tochter weiterhin Erberechtigt "bei mir" ??
Ihre Tochter ist tatsächlich trotz der Adoption weiterhin bei Ihnen erbberechtigt! Dies ergibt sich aus § 1770 Abs. 2 BGB, der besagt, dass die bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse des volljährig Adoptierten durch den Adoptionsvorgang unangetastet bleiben. Dass sie darüber hinaus noch erbrechtliche Ansprüche gegenüber dem Adoptivvater stellen kann, ändert hieran nichts. Stirbt ein Adoptivkind, erben leibliche Eltern und Adoptiveltern nebeneinander (Palandt, Kommentar zum BGB, 66. Auflage 2007, § 1770 Rn. 2).
Sie können die Tochter aber durch Testament enterben, so dass diese dann auf den Pflichtteil verwiesen wäre.
Nachfrage vom Fragesteller	25.05.2007 | 10:44
Wie erfahre ich, ob die Adoptaion nach § 1772 oder § 1770 durchgeführt wurde ?
Den nach § 1772/1 hätte sie ja wohl keinerlei Erbansprüche mehr.
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.05.2007 | 09:11
bitte entschuldigen Sie, dass ich Ihre Nachfrage urlaubsbedingt erst jetzt beantworten kann:
Die Tatsache der Adoption ergibt sich nur aus der Abstammungsurkunde, welche nur von einem begrenzten Personenkreis eingesehen werden darf. Dies regelt § 61 Abs. 2 des Personenstandsgesetzes (PStG):
„1Ist ein Kind angenommen, so darf nur Behörden, den Annehmenden, deren Eltern, dem gesetzlichen Vertreter des Kindes und dem über sechzehn Jahre alten Kind selbst Einsicht in den Geburtseintrag gestattet oder eine Personenstandsurkunde aus dem Geburtenbuch erteilt werden. 2Ist ein angenommenes Kind im Familienbuch der Annehmenden eingetragen, so gilt hinsichtlich des dieses Kind betreffenden Eintrags für die Einsicht in das Familienbuch sowie für die Erteilung einer Personenstandsurkunde aus dem Familienbuch Satz 1 entsprechend. 3Diese Beschränkungen entfallen mit dem Tod des Kindes; § 1758 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bleibt unberührt.“
In § 1758 Abs. 1 BGB heißt es:
„Tatsachen, die geeignet sind, die Annahme und ihre Umstände aufzudecken, dürfen ohne Zustimmung des Annehmenden und des Kindes nicht offenbart oder ausgeforscht werden, es sei denn, dass besondere Gründe des öffentlichen Interesses dies erfordern.“
Behörden dürfen Ihnen wegen des sog. Adoptionsgeheimnisses also keine Auskunft geben, wenn nicht das Kind oder der Adoptivvater zustimmen.
Es wird also an diese herangetreten werden müssen, um die gewünschte Information zu erhalten.
"Danke für die wirklich sehr ausführliche Information. "
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References: § 1770
 § 1770
 § 1772
 § 1770
 § 1772
 § 61
 § 1758
 § 1758