Source: https://www.suva.ch/de-CH/material/Fallbeispiele/maler-stuerzt-vom-dach-in-den-tod/
Timestamp: 2017-09-19 22:25:13+00:00

Document:
Maler stürzt vom Dach in den Tod
Weil eine Dachleiter abrutscht, stürzt ein Maler vom Steildach eines Mehrfamilienhauses 10 m in die Tiefe.
Die Schneestopper hielten dem Gewicht von Leiter und Person nicht stand.
Fatalerweise hatte der Maler auch auf jegliche Absturzsicherung verzichtet.
Der Chef und der Lehrling eines Malerbetriebs sind auf dem Dach mit Instandhaltungsarbeiten an den Lukarnen (Dachfenstern) beschäftigt. Um die Aussenverkleidungen der Lukarnen streichen zu können, benützen die beiden eine aus Dachlatten selbstgebaute Dachleiter. Diese legen sie auf die Ziegel und hängen sie an den Schneestoppern ein.
Bei der letzten Lukarne geschieht das Unglück: Die Dachleiter rutscht plötzlich ab, und der darauf arbeitende Chef stürzt rund 10 Meter in die Tiefe. Beim Aufprall auf den Rasenvorplatz erleidet er tödliche Verletzungen.
Der Maler streicht die Seitenverkleidung der Dachlukarne, als er mitsamt der Dachleiter abrutscht und auf den Rasenvorplatz hinunterstürzt.
Die Unfallabklärung ergibt, dass die Schneestopper dem Gewicht von Leiter und Person nicht standgehalten hatten. Die Art der Befestigung der Leiter war unzulässig.
Dies allein hätte jedoch noch nicht zum tödlichen Absturz führen müssen. Fatalerweise hatte der Maler auch auf jegliche Absturzsicherung verzichtet. Weder war er angeseilt, noch war eine Dachfangwand oder ein Gerüst vorhanden.
Schneestopper, die dem Gewicht der Leiter und Person nicht standhielten.
Das Einhalten nur schon einer der lebenswichtigen Regeln für Maler und Gipser hätte diesen Unfall verhindert:
Regel 1: Wir verzichten auf Improvisationen.
Regel 2: Wir verwenden für Arbeiten in der Höhe in der Regel ein Gerüst.
Regel 3: Wir sichern Absturzkanten.
Planen Sie die notwendigen Sicherheitsmassnahmen schon in der Offertphase und stellen Sie bei jedem Auftrag sicher, dass die notwendigen Schutzeinrichtungen bereitgestellt werden.
Kontrollieren Sie vor dem Ausführen der Arbeiten, ob alle notwendigen Schutzeinrichtungen vorhanden und richtig montiert sind.
Sind keine oder mangelhafte Schutzeinrichtungen vorhanden, sagen Sie STOPP und stellen Sie die Arbeiten ein.
Instruieren Sie die Mitarbeitenden, wie sie sich bei Arbeiten in der Höhe sichern müssen.
Vergewissern Sie sich und überprüfen Sie regelmässig, ob die Arbeitsanweisungen eingehalten werden.
Verwenden Sie keine improvisierten Arbeitsmittel.
Sichern Sie Dachleitern mit geeigneten Mitteln (z.B. Sicherheitsdachhaken nach EN 517).
Informieren Sie sich selbst über die Gefahren am Arbeitsplatz und verlangen Sie vom Arbeitgeber eine Instruktion.
Befolgen Sie die Sicherheitsanweisungen des Arbeitgebers.
Sind die notwendigen Schutzeinrichtungen nicht vorhanden, sagen Sie Stopp, führen Sie keine Arbeiten aus und fordern Sie vom Arbeitgeber das Anbringen von Schutzeinrichtungen ein.
Kontrollieren Sie die Schutzeinrichtungen vor Arbeitsbeginn und melden Sie Mängel dem Vorgesetzten.
Verordnung über die Unfallverhütung Art. 3 Abs. 1 Schutzmassnahmen und Schutzeinrichtungen
Bauarbeitenverordnung Art. 3 Abs. 1 Planung von Bauarbeiten
Verordnung über die Unfallverhütung Art. 24 Arbeitsmittel
Bauarbeitenverordnung Art. 14 Abs. 3 Sichern von Leitern
Bauarbeitenverordnung Art. 19 Abs. 1 Absturzsicherungen, wo kein Seitenschutz möglich ist
Bauarbeitenverordnung Art. 28 Schutz vor Stürzen über den Dachrand
Bauarbeitenverordnung Art. 29 Massnahmen an Dachrändern
Bauarbeitenverordnung Art. 31 Dachfangwand
Defekte, aus Dachlatten selbstgebaute Dachleiter nach dem Unfall.
Acht lebenswichtige Regeln für Maler und Gipser, Faltprospekt
Acht lebenswichtige Regeln für Maler und Gipser, Instruktionshilfe
Arbeiten auf Dächern. So bleiben Sie sicher oben.
Kleinarbeiten auf Dächern. Gefahrenermittlung und Massnahmenplanung

References: Art. 3
 Art. 3
 Art. 24
 Art. 14
 Art. 19
 Art. 28
 Art. 29
 Art. 31