Source: https://dolezych.de/ueber-ladungssicherung
Timestamp: 2020-08-10 22:27:05+00:00

Document:
Über Ladungssicherung | Dolezych – Ladungssicherungsmittel und Hebetechnik
Ladungssicherung: Alles was Sie wissen müssen
Egal, ob Sie an LKW Ladungssicherung, PKW Ladungssicherung, Motorrad Ladungssicherung oder Ladungssicherung für Transporter interessiert sind – hier finden Sie ein breites Infoangebot rund ums Thema.
Achtung: Verlorene Ladung auf der Fahrbahn
Fast täglich warnt der Verkehrsfunk im Radio vor Gegenständen auf der Fahrbahn. Es sind dabei nicht immer tonnenschwere Ladungen, die verloren wurden und dann auf der Straße liegen, sondern oft kleinere Gegenstände: Diese werden von Fahrzeugen überfahren, durch die Luft geschleudert und gefährden damit andere Verkehrsteilnehmer. Fahrzeugführer, die diesen Gegenständen plötzlich ausweichen, können die Kontrolle über ihr Fahrzeug verlieren und verunglücken teilweise schwer oder sogar tödlich. Um Gefährdungen für die Verkehrsteilnehmer zu reduzieren, führen die Polizei und BAG seit Jahren entsprechende Kontrollen durch und überprüfen die Ladungssicherung.
Schon im § 1 der Straßenverkehrsordnung StVO steht zum Thema Ladungssicherung: „Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“ Bedingt durch die beim Anfahren oder Bremsen auftretenden Beschleunigungs- oder Verzögerungskräfte, können Ladungen verschoben werden. Gleiches kann auch durch auftretende Zentrifugalkräfte während einer Kurvenfahrt oder durch dynamische Vertikalkräfte, die bei der Fahrt über holprige Straßen auftreten, passieren. Gemäß § 22 der StVO dürfen Ladungen während der Fahrt auf der Ladefläche nicht verrutschen, umfallen oder hin und her rollen. Ladungen verrutschen immer dann, wenn sie nicht ordnungsgemäß durch Ladungssicherungsmittel gesichert sind. Die jeweiligen Sicherungs- und / oder Rückhaltekräfte müssen daher immer größer sein als die entstehenden Beschleunigungs- oder Verzögerungskräfte, auch bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung. Nur dann verrutschen Ladungen nicht.
Grundsätzlich sind alle an der Verladung und dem Transport beteiligten Personen in der Verpflichtung, die Ladungssicherung ordnungsgemäß durch zu führen. Im Falle von Personenschäden ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen eine Vielzahl von beteiligten Personen, um den entsprechenden Grad des jeweiligen Verschuldens zu beurteilen.
Deshalb sind die Unternehmen verpflichtet, ihre Geschäftsprozesse im Hinblick auf die Ladungssicherung transparent darzustellen und die Verantwortlichkeiten eindeutig festzulegen. Sie müssen dafür Sorge tragen, dass die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter regelmäßig erfolgt. Sollten die Ordnungsorgane hierbei Mängel feststellen, werden sowohl die Unternehmensleitungen in die Verantwortung genommen als auch die mit der eigentlichen Verladung und dem Transport betrauten Mitarbeiter.
Wenn durch die Polizei- oder BAG-Kontrollen mangelnde Ladungssicherung festgestellt wird, werden Bußgelder verhängt und Punkte im Verkehrszentralregister eingetragen. Damit ist auch immer eine entsprechende Nachsicherungsverpflichtung vor Ort verbunden. Gegebenenfalls können die Ordnungsorgane über das Instrument der Gewinnabschöpfung zusätzliche, empfindliche finanzielle Strafen verhängen. Kommt es infolge von mangelnder Ladungssicherung zu Personenschäden, so wird durch die Gerichte eine Geld- oder Freiheitsstrafe verhängt. Wer im Rahmen der Verantwortungskette dann davon betroffen ist, wird im Einzelfall entschieden.
Unten klicken, um direkt zum Thema zu springen:
Ladungssicherung Verantwortung, Rechtliche Grundlagen
Kräfte bei der Ladungssicherung
Welche verschiedenen Zurrgurte gibt es?
Verantwortlichkeit und Rechtliche Grundlagen
Die Ladungssicherung muss den folgenden Anforderungen genügen:
Sie muss den allgemeinen anerkannten Regeln der Technik entsprechen.
Sie muss den rechtlichen Vorschriften genügen.
Sie muss die ökonomischen Forderungen erfüllen.
Verantwortliche Personen bei der Ladungssicherung und ihre Verantwortungsbereiche
Unternehmensleitungen / Führungskräfte
Die Unternehmensleitungen und die Führungskräfte sind dafür verantwortlich, dass die Organisation „gerichtsfest“ ist. Das bedeutet, dass Informationsflüsse eindeutig geregelt und auch die Form der Dokumentation festgeschrieben ist. Die Unternehmensleitungen sind dafür verantwortlich, dass dieses nicht nur angewiesen, sondern auch praktisch umgesetzt und im Laufe der Zeit stichprobenweise überprüft wird. All dieses ist zu dokumentieren, um ggf. in einem späteren Gerichtsverfahren die Aufgabenverpflichtung nachzuweisen.
Der Fahrzeugführer ist für die betriebssichere Verladung verantwortlich. Bei mangelnder Ladungssicherung oder nach einem Unfall wird dieser immer zuerst angesprochen. Seine Pflichten bezüglich der Ladungssicherung sind in der StVO in den §§ 22 und 23 geregelt. Hier wird auf die anerkannten Regeln der Technik verwiesen. Diese werden u.a. in der VDI Richtlinie 2700 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ und in der DIN EN 12195:2004 beschrieben. Der Fahrzeugführer ist für die Berücksichtigung des zulässigen Gesamtgewichts, die Einhaltung der zulässigen Achslasten und Mindestachslasten sowie für die Einhaltung der zulässigen Abmessungen des Fahrzeuges inkl. der Ladung verantwortlich. Zusätzlich ist er verpflichtet, Kontrollen während der Fahrt im Hinblick auf die Wirksamkeit der Ladungssicherung durchzuführen und ggf. Nachbesserungen vorzunehmen.
Spediteur, Frachtführer, Fahrzeughalter, Disponent
Die Verantwortlichkeiten des Fahrzeughalters sind in § 30 (1) und 31 (2) StVZO geregelt. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Neben einem Bußgeld können bis zu 3 Punkte im Zentralregister vermerkt werden. Alle beteiligten Personengruppen müssen in ihrem Verantwortungsbereich jeweils dafür Sorge tragen, dass die Fahrzeuge technisch einwandfrei sind und entsprechendes Ladungssicherungsmaterial zur Verfügung steht. Disponenten müssen dafür Sorge tragen, dass die Fahrzeuge die Ladegüter sicher aufnehmen können (Abmessungen und Gewichte) und dass die Lastverteilung jederzeit eingehalten werden kann.
Verlader, Absender, Verladerpersonal
Der Verlader ist für die beförderungssichere Verladung verantwortlich. Aus den bisherigen Regelungen der StVO und der StVZO kann nicht direkt gefolgert werden, wer zum Beladen verpflichtet ist. Dies wird u.a. im Zivilrecht bzw. in Verträgen und Beförderungsbedingungen geregelt. Fahrzeugführer und Fahrzeughalter haben die Verpflichtung, den verkehrssicheren Zustand des beladenen Fahrzeugs zu prüfen, zu gewährleisten und erforderlichenfalls Nachbesserungen zu veranlassen. Ggf. darf das Fahrzeug nicht in Betrieb genommen werden. Gemäß HGB § 412 wird der Absender zur ordnungsgemäßen Verpackung und Kennzeichnung verpflichtet. Auch ist er vom Grundsatz her für die Ladungssicherung mit verantwortlich. Er kann zwar die eigentlichen Arbeiten durch jeweilige Individualvereinbarungen auf den Fahrer übertragen, die Verantwortung jedoch bleibt bestehen.
Als Folgen der Pflichtverletzung werden bei mangelnder Ladungssicherung Schadensersatzansprüche geltend gemacht. Diese ergeben sich aus dem Beförderungsrecht nach HGB §§ 411, 451a, 451d, 412, 425 und 427. Ferner können auch zivilrechtliche Ansprüche gem. StVG § 7 und § 18 geltend gemacht werden. Darüber hinaus greift auch das BGB gem. § 823 und 831. Hinzu kommen entsprechende Bußgelder und bei entsprechender Schwere erfolgt eine Eintragung im Verkehrszentralregister. Hier wirken die §§ 22, 23, 32 der StVO sowie die §§ 30, 31 der StVZO. Bei schwerwiegenden Verstößen sowie bei Gefährdung von Personen können auch die §§ 222, 229, 315, 324 und 328 des StGB herangezogen werden.
Weitere Folgen mangelhafter Ladungssicherung
Verlust von Anschlussaufträgen
Anhebung der Versicherungsbeiträge
Welche Produkte zur Ladungssicherung gibt es?
Bei der Auswahl der Zurrmittel müssen bestimmte Rahmenbedingungen beachtet werden. Dazu gehören Produkteigenschaften wie die Zurrkraft, aber auch die Art der Ladung (Größe, Form, Gewicht), Voraussetzungen des Fahrzeugs und die beabsichtige Verwendungsart sollten berücksichtigt werden. Dolezych bietet ein breit gefächertes Lieferprogramm: Zurrgurte / Spanngurte, Zurrketten, Zurrseile und Zurrnetze mit sämtlichem Zubehör, damit Ihre Ladung das Ziel sicher erreicht.
Flexible Spanngurte aus Polyestergewebe nach DIN EN 12195-2 und VDI 2700ff sind wegen ihrer einfachen Handhabung sehr beliebt. Spanngurte machen Transport und Materialfluss kostengünstig und empfehlen sich für die Ladungssicherung, weil sie hohen Zugkräften standhalten, leicht und oberflächenschonend sind und eine lange Haltbarkeit besitzen. Mit Spanngurten können Ladungen umreift, in sich zusammengehalten und auf Transportfahrzeugen gesichert werden. Wegen des relativ geringen Gewichtes sind sie handlich und schnell anzubringen. Spanngurte werden auch beim innerbetrieblichen Transport verwendet. Für den Umgang mit Spanngurten (wie auch für Ketten und Drahtseile) sind folgende Sicherheits-Vorschriften zu beachten:
BGR 500, Punkt 2.8 VDI 2700 Blatt ff ‘Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen’ und
DIN EN 12195 ‘Ladungssicherungseinrichtungen auf Straßenfahrzeugen-Sicherheit’
Teil 1 Berechnungen der Zurrkräfte
Teil 2 Spanngurte / Zurrgurte
Teil 3 Zurrketten
Teil 4 Zurrdrahtseile
Dolezych hat an der im Februar 2001 erschienenen Europa-Norm DIN EN 12195-2 mitgearbeitet und ist verantwortlicher deutscher Delegierter bei der europäischen Normung (siehe auch die Anmerkungen zur neuen Berechnungsnorm auf S. 91). Diese Erfahrung garantiert Produkte, die immer auf dem aktuellsten Stand sind.
Zurrketten in Güteklasse 8/10/12
Zurrketten nach DIN EN 12195-3 und VDI 2700ff eignen sich hervorragend zum Direktzurren von schweren Ladungen. Hierfür werden kurzgliedrige Ketten verwendet (Teilung = 3 x Ketten-Ø). Nur diese gewährleisten eine hervorragende Kettenabstützung bei Kantenbeanspruchung. Langgliedrige Ketten würden sich hier verformen. Über Verkürzungselemente kann die gewünschte Länge eingestellt werden. Die Verkürzungseinheit muss eine Sicherung gegen unbeabsichtigtes Lösen aufweisen. Zurrketten im Baukastensystem sind in der Güteklasse 8 gemäß DIN EN 12195-3 gefertigt (Mindestbruchspannung 800 N/mm2). Sie weisen 20 % Mindestbruchdehnung auf, gewährleisten eine lange Haltbarkeit und sind trotz Leichtbauweise für höchste Leistungen konzipiert. Zurrketten eignen sich speziell für sehr schwere Lasten, besonders auf Tiefladern und für die Verzurrarten Diagonal- und Schrägzurren. Werden die Zurrketten beim Niederzurren über die Ladung gelegt, empfehlen wir Kantenschutzelemente, damit die Last durch die Ketten nicht beschädigt wird und die Kettenglieder leicht über die Kanten gleiten können. Wenn die Kante so beschaffen ist, dass die Kette nicht darüber gleiten kann, sollte eine direkte Verzurrung bevorzugt werden, weil die Kraftübertragung sonst nicht gewährleistet ist. Mit Spindel und Ratschlastspannern sind hochfeste Ketten der Güteklasse 8 oder 10 einfach und schnell zu bedienen.
Zurrseile nach DIN EN 12195-4 und VDI Richtlinie 2700ff sind eine weitere Alternative für perfekte Ladungssicherung. Zurrseile sind schmiegsam und sehr gut um Lasten herumführbar. Sie empfehlen sich besonders für komprimierbare Ladegüter (wie z.B. Betonstahlmatten), weil auf der Winde genügend Wickelkapazität vorhanden ist. Spannseile sind für alle Zurrarten (Niederzurren, Direktzurren, Schrägzurren) geeignet und in Verbindung mit Spannschlössern und Kettenzügen gut einstellbar. Sie werden gern verwendet, wenn Fahrzeuge mit Seilwinden ausgestattet sind. Achten Sie auch hier auf den notwendigen Kantenschutz bei der Ladungssicherung, um Beschädigungen vorzubeugen.
Zurrnetze / Ladungssicherungsnetze
Das DoKEP Ladungssicherungsnetz ist ein praktischer Helfer für die perfekte Ladungssicherung im PKW-Kombi, im Kleintransporter, auf dem Anhänger oder dem LKW. Mit DoKEP wird die Ladung optimal gesichert. Die Anwendung ist denkbar einfach: Zum Sichern wird das Zurrnetz über die Ladung gelegt und mittels Schnellspanngurten fixiert.
Welche Kräfte wirken während der Fahrt auf die Ladung ein?
Auf Ladungen wirken unterschiedliche Kräfte: Verzögerungskraft, Vertikalkraft, Fliehkraft und Beschleunigungskraft. Sie sind dafür verantwortlich, dass wir Ladung sichern müssen, um Unfälle zu vermeiden.
Die Gewichtskraft errechnet sich durch Masse x Erdanziehungskraft. Sie bezeichnet also die Kraft, mit der eine bestimmte Ladung auf die Ladefläche presst und wird in der Einheit daN (sprich: DekaNewton) angegeben. 1 daN entspricht in etwa einer Masse von 1 kg.
In Längsrichtung nach vorn (aus Bremsvorgängen) wirkt das 0,8fache der Gewichtskraft der Ladung (z.B. bei einer 10 t-Ladung immerhin 8 t).
In Querrichtung (bei Kurvenfahrten) wirkt das 0,5fache der Gewichtskraft der Ladung (bei einer 10 t-Ladung immerhin 5 t). Bei kippgefährdeten Ladegütern wirken höhere Kräfte.
In vertikaler Richtung wirken durch Schlaglöcher oder Fahrbahnunebenheiten hervorgerufene Schwingungen, die eine Ladung zum „Wandern“ anregen können. Kurzzeitig können diese Schwingungen die Gewichtskraft sogar aufheben.
Die Reibungskraft, Reibbeiwert μ
Der Faktor Reibung spielt bei der Ladungssicherung eine wichtige Rolle. Reibungskräfte wirken zwischen Ladegut und Ladefläche und der Verschiebung der Ladung entgegen. Sie werden physikalisch durch den Gleitreibbeiwert μ ausgedrückt. Dieser unterscheidet sich je nach Werkstoffpaarung. Bei glatten Oberflächen ist er größer, bei profilintensiven Oberflächen wird er kleiner. Für die Sicherung von Ladung wird ein möglichst hoher Gleittreibbeiwert μ angestrebt. Die folgende Tabelle zeigt beispielhafte Reibpaarungen:
Ladefläche Ladungsträger/Ladegut Empfohlene Gleitreibbeiwerte
Sperrholz, melaminharzbeschichtet, glatte Oberfläche Europaletten (Holz)
Kunststoffpaletten (PP) 0,2
Kunststoffpaletten (PP) 0,25
Aluminiumträger in der Ladefläche – Lochschienen Europaletten (Holz)
Quelle: VDI Richtlinie 2700 Blatt 2 (Juli 2014)
Beispiel: Ein Reibbeiwert von μ=0,3 bedeutet, dass eine Kraft von 300 kg nötig ist, um eine Ladung von 1000 kg auf der Ladefläche zu verschieben. Bei einer Bremsverzögerung von 1g müssen also noch 700 kg, die nicht durch Reibung gesichert sind, durch Zurrmittel gesichert werden. Der Anwender sollte im Zweifelsfalle den Reibbeiwert geringer veranschlagen und so mit dem stärkeren Zurrmittel die notwendige Sicherheit gewährleisten.
Besonders effektiv für die Erhöhung des Reibbeiwertes sind Antirutschmatten.
Die Reibungskraft hängt nicht von der Größe der Kontaktflächen zwischen Ladung und Ladefläche ab!
Eine ausschließliche Sicherung durch die Reibung ist aufgrund der dynamischen Vertikal-Beanspruchungen während des Transportes nicht möglich.
Für ein effektives Sichern der Ladung sollte zusätzlich der Schwerpunkt eines Gutes berücksichtigt werden, um ein Kippen zu verhindern. Besondere Kippgefahr besteht, wenn sich der Schwerpunkt der Ladung außermittig befindet. Dies gilt, wenn der geometrische und der Massenschwerpunkt nicht identisch sind. In diesem Fall ist der Kippwinkel gering.
Die gängigsten Varianten der Ladungssicherung
Niederzurren nach der Dolezych-Einfach-Methode©
Diagonalzurren nach der Dolezych-Einfach-Methode©
Schrägzurren ist die formschlüssige Direktsicherung mit Zurrmitteln entweder nur in Längs- oder in Querrichtung. Verfügt ein Fahrzeug z.B. über seitliche Rungen, kann durch Schrägzurren in Längsrichtung gegen Ladungsversatz beim Bremsen bzw. Anfahren gesichert werden. Sie ähnelt einer weiteren Variante des Direktzurrens, dem Diagonalzurren.
Schrägzurren in Querrichtung
Vier Zurrmittel werden vom Ladegut aus in Querrichtung verspannt. Dabei entsteht ein vertikaler Winkel α (β = 90°) zwischen Ladefläche und Zurrmittel, der mit einem Winkelmesser gemessen werden kann. Eine Ladungssicherung in Längsrichtung findet so nicht statt. Diese muss durch Formschluss vor oder hinter der Ladung vorgenommen werden. Je größer der Winkel α ist, desto höher sind die aufzuwendenden Sicherungskräfte.
Weitere Varianten der Ladungssicherung:
Rückhaltezurren
Formschluss durch z. B. Keile oder Festlegehölzer oft in Verbindung mit Nageln (beachten Sie hierbei u. a. die Bestimmungen der VDI-Richtlinie 2700)
Formschluss durch z. B. Anlegen der Ladung gegen Stirn- und Seitenwände oder Rungen des LKWs
Formschluss hintere Stirnwand
Formschluss vordere Stirnwand
Formschluss seitliche Bordwände
Der wesentliche Faktor beim Niederzurren ist die Vorspannkraft. Je höher die in den Zurrgurt eingebrachte Vorspannkraft ist, desto mehr Ladungsgewicht kann gesichert werden bzw. desto weniger Zurrmittel werden zur Sicherung derselben Ladung erforderlich.
Warum ist das Messen der Vorspannkraft wichtig?
Wenn sich keine Vorspannkraftmessgeräte an den Zurrgurten befinden, kann der Benutzer nicht erkennen, wie groß die jeweils eingebrachte Vorspannkraft im Zurrgurtband tatsächlich ist.
Nach DIN EN 12195-2:2004 muss jeder Zurrgurt, der zum Niederzurren verwendet wird, auf dem Etikett mit der Handkraft SHF sowie mit der erreichbaren Vorspannkraft STF gekennzeichnet werden.
Zur Berechnung der Ladungssicherung darf dann nur der auf dem Etikett angegebene Mindestwert der Vorspannkraft verwendet werden.
Die 50mm Zurrgurtsysteme von Dolezych mit Standard-Druckratschen und DoMulti- oder Do2Step-Zugratschen haben die GS-Abnahme nach DIN EN 12195-2:2004. Die durch die GS-Prüfung attestierten Vorspannwerte werden auf den Etiketten als STF und SHF entsprechend der Norm gekennzeichnet.
Diese Mindestwerte betragen für Standard-Druckratschen mind. 10 % der zulässigen Zugkraft „LC“ (Lashing Capacity) und werden mit dem Kürzel STF (Standard Tension Force) bezeichnet. Für einen Zurrgurt mit LC 2000 daN im geraden Zug (4000 daN / 4 t in der Umreifung) beträgt die Mindestvorspannkraft STF 200 daN, für einen Zurrgurt mit LC 2500 daN im geraden Zug (5000 daN / 5 t in der Umreifung) beträgt die Mindestvorspannkraft STF 250 daN.
Dolezych-Langhebelzugratschen sind generell mit einer höheren STF etikettiert (STF bis zu 720 daN).
Für die Berechnung der erforderlichen Sicherungskräfte für die Ladungssicherung darf nur die “normale Vorspannkraft” STF verwendet werden, die auf dem Etikett angegeben ist.
Nur wenn die tatsächlich erreichte, eventuell höhere Vorspannkraft durch ein Vorspannkraftmessgerät überprüft wird, darf sie für die Berechnung verwendet werden.
Erst durch die Verwendung von Vorspannkraftmessgeräten kann die maximale Kapazität einer Ratsche – besonders einer DoMulti-Zugratsche, Do2Step oder DoVario-Ratsche – voll ausgeschöpft werden (STF max. ca. 1000 daN). Anders ausgedrückt: Die tatsächlich eingebrachte Maximal-Vorspannkraft kann sicher abgelesen und darf dann für die Berechnung der Zurrgurtanzahl verwendet werden.
Vorspannkraftmessgeräte
Durch die Verwendung von DoMess Vorspannkraftmessgeräten wird es möglich, die mittels Spannratsche in das Zurrmittel eingebrachte Vorspannkraft sichtbar zu machen, mit DoMess 3 sogar „mobil“.
DoMess 1 ist ein Vorspannkraftmessgerät, das mit der Ratsche fest verbunden ist.
DoMess 2 kann wahlweise mit der Ratsche verbunden oder frei auf den Zurrgurt aufgezogen werden. DoMess 1 und DoMess 2 sind jeweils Bestandteil des Zurrgurtes.
DoMess 3 dagegen ist ein Vorspannkraftmessgerät, das an jedem gespannten 50 mm Zurrgurt angesetzt werden kann, um die Vorspannkraft zu messen, auch auf der dem Spannelement entgegengesetzten Seite der Verzurrung.
DoMess 4 ist die neue Generation der Vorspannkraftmessgeräte mit vielen neuen technischen Features. Hier gibt’s mehr Infos.
Welche verschiedenen Zurrgurte/Spanngurte gibt es?
Um die verschiedenen Ratschentypen unterscheiden zu können, sind folgende Angaben besonders wichtig:
STF: Standard Tension Force, Normale Vorspannkraft der Zurrmittel
LC: Lashing Capacity, Zulässige Zugkraft der Zurrmittel
Ratschenvarianten bei Dolezych
Spanngurt „DoZurr 4000„, Ratschentyp: Standard-Druckratsche
Spanngurt „DoZurr 5000„, Ratschentyp: Standard-Druckratsche
Unsere meistverkaufte Ratsche für fast alle Einsatzzwecke. Mit der fahren Sie sicher! Nach DIN EN 12195-2 geprüft.
Spanngurt „DoMulti 4000„, Ratschentyp: Langhebel-Zugratsche
STF: 680, SHF: 50 daN
Spanngurt „DoMulti 5000“, Ratschentyp: Langhebel-Zugratsche
DoMulti-Langhebel-Zugratschen haben einen besonders stabilen Ratschengriff und eine geringe Bauhöhe. Gegenüber der Druckratsche erreichen Zugratschen bei gleicher Handkraft mehr als den doppelten Vorspannkraft-Wert (bis zu 1000 daN). Dies wird durch den längeren Ratschenhebel, das Prinzip “Ziehen statt Drücken” und die hohe Übersetzung (20 anstatt 11 Ratschenzähnen) erreicht. Ergebnis: Die gleiche Ladung kann mit weniger Zurrgurten gesichert werden!
Spanngurt „DoTension“ mit Standard Druckratsche
STF: 420 daN, SHF: 50 daN
Spanngurt „DoTension“ mit DoMulti-Langhebelzugratsche
STF: 720 daN, SHF: 50 daN
DoTension: Der erste Zurrgurt speziell für das Niederzurren
Ein neuer Spanngurt für das Niederzurren. Das Premium Gurtband mit Aufdruck DoTension ist im Aufbau und in der Gewebekonstruktion kompromisslos auf die Erfordernisse des Niederzurrens zugeschnitten. Das Ergebnis: Sie erreichen bis zu 420 daN mehr Vorspannkraft, das entspricht einer Steigerung von 140% im Vergleich zu einem Standardzurrgurt. Durch die höhere Vorspannkraft des DoTension-Spanngurtes müssen weniger Spanngurte eingesetzt werden. Das spart Zeit und Geld für die korrekte Ladungssicherung.
Spanngurt „Do2Step“ 4000 und 5000 – Ratschentyp: Langhebel-Zugratsche mit eingebauter 2-Schritt-Entspannungsautomatik.
LC 2000 daN bzw. 2500 daN
Wie die DoMulti-Ratschen erreichen Do2Step-Ratschen Vorspannkräfte bis zu 1000 daN. Der Do2Step – Mechanismus sorgt zusätzlich für höchste Sicherheit beim Entladen, denn im ersten Schritt erfolgt eine automatische Vorentspannung des Gurtbandes über einen Sicherheitsschlitten, ohne das Zurrmittel zu lösen. Dies geschieht erst im 2. Schritt. Das Ergebnis: Kein Peitscheneffekt beim Öffnen der Ratsche und keine Gefahr durch kippgefährdetes Ladegut. Dabei werden die Zahnräder geschont und dadurch die Lebensdauer des Ratschensystems erhöht.
Spanngurt Baukastensysteme „DoVario“ 1+2
Ratschentyp: Langhebel-Zugratsche
Abgenommen durch die Bundeswehr und GS-geprüft!
Mit integriertem Zurrspannmessgerät und Eindrehgehäuse (ohne vernähte Elemente), wahlweise als Do2Step-Ausführung (DoVario2). Größte Flexibilität und Kostenkontrolle durch leicht austauschbares Gurtband. Sie selber bestimmen, wie lang Ihr Spanngurt sein soll: Zurrhaken mit Einschlaufgehäuse und Ratschenkörper mit Eindrehwirbel erlauben eine variable Gurtbandbefestigung ohne Vernähung. Dazu Ratschentechnik vom Feinsten: Langhebel-Zugratsche für höchste Vorspannkräfte, gleichzeitig perfekte Kontrolle der Vorspannkraft durch das eingebaute Vorspannkraftmessgerät, und optional maximale Sicherheit durch Do2Step-Entspannungsautomatik (DoVario 2).

References: § 1
 § 22
 § 30
 § 412
 § 7
 § 18
 § 823