Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=WM%201975,%20307
Timestamp: 2020-02-19 00:10:39+00:00

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BGH, 22.01.1975 - VIII ZR 243/73 - dejure.org
https://dejure.org/1975,11348
BGH, 22.01.1975 - VIII ZR 243/73 (https://dejure.org/1975,11348)
BGH, Entscheidung vom 22.01.1975 - VIII ZR 243/73 (https://dejure.org/1975,11348)
BGH, Entscheidung vom 22. Januar 1975 - VIII ZR 243/73 (https://dejure.org/1975,11348)
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MDR 1975, 399
DNotZ 1976, 97
WM 1975, 307
DB 1975, 638
Das "Verbot, Bier und alkoholfreie Getränke auf dem Grundstück herzustellen, zu lagern, zu verkaufen oder sonstwie zu vertreiben", kann Gegenstand einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit sein (vgl. BGHZ 29, 244, 249;… BGH Urt. v. 6. Dezember 1961, V ZR 186/60 = WM 1962, 376, 377; v. 22. Januar 1975, VIII ZR 243/73 = WM 1975, 307, 308).
Auch diese Art der Dienstbarkeitsbestellung ist grundsätzlich unbedenklich, insbesondere ist sie in der Regel nicht sittenwidrig oder eine unzulässige Gesetzesumgehung (vgl. allerdings BGH Urt. v. 22. Januar 1975 a.a.O. und OLG Frankfurt BB 1977, 1568 wo diese Fragen offengelassen werden).
Diese Prüfung ist weitgehend dem Tatrichter vorbehalten (vgl. BGHZ 54, 145, 154 [BGH 09.04.1970 - KZR 7/69];… BGH Urt. v. 17. Oktober 1973, VIII ZR 91/72 = WM 1973, 1360, 1361; v. 22. Januar 1975, VIII ZR 243/73 = WM 1975, 307, 309).
Neben dem Umfang der Bezugsbindung (hier: sämtliche Biersorten und alkoholfreien Getränke, nicht aber andere alkoholische Getränke) wird es das Gewicht der Gegenleistungen der Klägerin berücksichtigen müssen (Senatsurteile vom 17. Oktober 1973 - VIII ZR 91/72 = WM 1973, 1360 …und vom 23. November 1983 aaO., m.Nachw.), die hier - abgesehen von der auch der Klägerin zugute kommenden Außenreklame (dazu Senatsurteil vom 22. Januar 1975 - VIII ZR 243/73 = WM 1975, 307, 309) - allein in der leihweisen Inventargestellung im Wert von 55, 000 DM ohne Verpflichtung zur Instandhaltung oder Erneuerung bestanden (vgl. Senatsurteil vom 17. Januar 1979 - VIII ZR 262/77 = WM 1979, 493, 494).
BGH, 07.05.1975 - VIII ZR 210/73
Abschluss eines Versorgungsvertrages über Wärme; Ausschluss des Rechts auf …
In seiner Rechtsprechung zur Wirksamkeit einer langfristigen Bindung in Bierlieferungsverträgen hat der Senat wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß Sittenwidrigkeit erst dann vorliegt, wenn festgestellt werden muß, daß durch die Bindung allein oder ihre Ausgestaltung im Einzelfall (z.B. das Hinzutreten einer als besonders drückend und bedenklich zu wertenden Nachfolgerklausel) die persönliche Selbständigkeit und Freiheit, sowie ein Mindestmaß an wirtschaftlichem Bewegungsspielraum eines der Vertragspartner so beschränkt werden, daß er seinem Kontrahenten auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist (Senatsurteile vom 16./17. September 1974 - VIII ZR 116/72 = WM 1974, 1042 = NJW 1974, 2089; vom 8. Januar 1974 - VIII ZR 184/73 = WM 1975, 163 = NJW 1975, 381 und vom 22. Januar 1975 - VIII ZR 243/73 = NJW 1975, 307 jeweils m.w.Nachw.).
Da sich aus dem Eigentum das Recht ergibt, die Art der Grundstücksnutzung nach Belieben zu bestimmen (§ 903 BGB), ist als Inhalt einer Grunddienstbarkeit eine Beschränkung zulässig, wonach auf dem Grundstück überhaupt kein Gewerbebetrieb eingerichtet oder nur ein bestimmtes Gewerbe nicht ausgeübt werden darf (BGHZ 29, 244, 249; BGH Urteile vom 22. Januar 1975, VIII ZR 243/73, WM 1975, 307, 308 und vom 25. März 1980, KZR 17/79, NJW 1981, 343, 344).
Für diesen Regelungsbereich hat der Bundesgerichtshof speziell zur Frage der höchstzulässigen Dauer entschieden, daß zeitlich unbegrenzte Bindungen sittenwidrig sind (so schon RG JW 1927, 119) und die Grenze im Normalfall etwa zwanzig Jahre beträgt (vgl. BGH WM 1970, 1402, 1403; 1974, 1042, 1043; 1975, 307, 308).
Die erforderliche Abwägung ist weitgehend eine Sache tatrichterlicher Würdigung, die im Revisionsrechtszug nur beschränkt nachprüfbar ist (vgl. BGHZ 54, 145, 154 [BGH 09.04.1970 - KZR 7/69]; BGH Urteil vom 7. Oktober 1970, VIII ZR 202/68 = WM 1970, 1402, 1403; Urteil vom 22. Januar 1975, VIII ZR 243/73 = WM 1975, 307, 309 m.w.N.).
bb) Das Verbot, Getränke schlechthin oder alkoholische Getränke oder auch nur Bier auf einem Grundstück zu lagern oder zu vertreiben, kann nach ständiger Rechtsprechung zum Inhalt einer Dienstbarkeit gemacht werden (BGHZ 74, 293; BGH NJW 1962, 486; DNotZ 1976, 97; NJW 1981, 343/344; 1988, 2364; NJW-RR 1992, 593 ; BayObLGZ 1985, 290; OLG Karlsruhe NJW 1986, 3212 ).
Denn eine solche Verpflichtung verstärkt seine Abhängigkeit von der Brauerei (vgl. BGH Urteil vom 22. Januar 1975 - VIII ZR 243/73 - WM 1975, 307, 309) und erhöht damit die in der Bezugsbindung liegende Belastung.
Da es rechtlich möglich ist, eine Bierbezugsbindung durch Bestellung einer beschränkten persönlichen oder einer Grunddienstbarkeit zu sichern (vgl. BGHZ 74, 293, 296; BGH Urteil vom 22. Januar 1975 - VIII ZR 243/73 - WM 1975, 307, 308; s. auch Senatsurteil vom 25. März 1980 - KZR 17/79 - WM 1980, 1293, 1294 f = NJW 1980, 343, 344 "Schloßbrauerei") und die Beklagte nach Treu und Glauben (§§ 133, 242 BGB) zur Bestellung einer Dienstbarkeit mit zulässigem Inhalt verpflichtet sein sollte, war die mündliche Vereinbarung nicht auf eine objektiv unmögliche Leistung (§ 306 BGB) gerichtet.
Zwar hat der erkennende Senat wiederholt ausgesprochen, daß eine bis zu 20 Jahren gehende Bezugsbindung an eine Brauerei noch zulässig sein kann, wenn auch eine so langfristige Bindung an die äußerste Grenze des in einem Ausnahmefall gerade noch Zulässigen geht (vgl. Senatsurteile vom 7. Oktober 1970 - VIII ZR 202/68 = WM 1970, 1402, vom 14. Juni 1972 - VIII ZR 14/71 = WM 1972, 1224, vom 31. Januar 1973 - VIII ZR 131/71 = WM 1973, 357, vom 16./17. September 1974 - VIII ZR 116/72 = WM 1974, 1042 und vom 22. Januar 1975 - VIII ZR 243/73 = WM 1975, 307).

References: BGH 
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