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Timestamp: 2019-01-19 15:50:17+00:00

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52 Jahre + Erwerbslos + abgehängt + Sanktion?! | Erwerbslosenforum Deutschland
52 Jahre + Erwerbslos + abgehängt + Sanktion?!
Themenstarter MichaelBelek
Stichworte erwerbslos jahre
Hallo Liebe 50+ Generation ,
wie sind eure Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt? Welche Unterstützung gibt es für unsere Altersgruppe vom Jobcenter? Förderprogramme? Sanktionen bei Langzeitarbeitslosigkeit?
Über weiterführende Informationen/Tipps/Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.
Meiner Erfahrung nach gibt der Arbeitsmarkt über 50 ne Menge her - wenn du fit, also Gesund bist, gerne für ZAF Klitschen oder in mehr oder minder schlecht bezahlten "tollen Jobs" arbeiten willst, die mit dem/den eigenen Lernberufen nicht viel bis gar nix zu tun haben und du bereit bist, deine Ansprüche runterzuschrauben. Alternativ dazu, musst du einen Mangelberuf haben, dann gehts noch. Kommt nat. auch darauf an, wo man wohnt und wie da die aktuelle Lage ist. Hier nicht gut.
Einige wenige haben Glück, noch einen Arbeitsplatz zu erlangen, der sie zufriedenstellt. Nach meiner eigenen Erfahrung, sind diese allerdings stark in der Minderheit.
Ich pers. hatte "Glück" das ich meine Handicaps habe und keine Vollzeitarbeit mehr machen kann, ich bin aber noch nicht lange vom JC weg. Mit teilweise EM und Teilzeitjob kann ich derzeit ohne JC überleben.
Welche Unterstützung gibt es für unsere Altersgruppe vom Jobcenter? Förderprogramme? Sanktionen bei Langzeitarbeitslosigkeit?
Mit Sanktionen wollten die mich gerne "fordern und fördern", damit habe ich mir aber nicht helfen lassen und diese erfolgreich abweisen lassen, ich verzichtete auf diese Art "Hilfe" freiwillig. Da kann man schnell Erfahrungen mit sammeln. Es kommt aber immer auch auf den zuständigen SB und das zuständige JC an.
Förderprogramme... Jo... Als ich noch als voll Vermittelbar - halt mit gesundheitlichen Einschränkungen - galt war ich schon Ü50.
Die JC Ma. schickte mich mal, als ich fragte, ob ich nicht mit einer Fortbildung oder gar Schulung etwas erreichen könnte zu einer Kollegin, die angebl. für sowas da war. Die fragte direkt, ob ich Praktika machen will... Wollen sie nicht? Warum sind sie dann zu mir gekommen? Schulung? Nee... lohnt sich nicht mehr bei Ü50... Überlegen Sie mal, wann sie dann fertig sind und wie wenig Jahre sie dann noch arbeiten müssen/können... Wenn Sie kein Praktikum machen möchten, kann ich nix für sie tun. Bezahlung bei Praktikum? Nöö, Fahrtkostenerstattung...
1€ Jobs brauchte ich nicht machen, seit ich vor Gericht einen platt gemacht hatte. Als "Fördermaßnahmen" kann man hier dann an "Super" Programmen teilnehmen, wo man lernt, sich zu bewerben, Tagesstruktur zu erlangen und natürlich einge andere "nützliche Dinge" mit angeblichen Sozialarbeitern und "Vermittlern", die einen sogar in Arbeit bringen - wenn man bereit ist, ein kostenloses Praktikum zu machen. Selbstverständlich bekommen die allerwenigstens im Praktikum dann eine Stelle.
Die Zukunft Ü50 mit Hilfe des JC sieht also rosig aus, zumindest wenn die Rosa Rote Brille vor den Augen sitzt. Wenn, dann muss man selbst etwas tun, um etwas zu bekommen, das einigermaßen passt oder etwas positiv ändern kann.
Das sind aber nur meine eigenen Erfahrungen. Bestimmt haben ein paar auch positives zu Berichten?
mich hat man im zarten Alter von 53 noch in die Hamburger Intensivbetreuung ("IBV") genommen, ohne mich auf die Weitergabe explizit hinzuweisen. Dieses habe ich dann selber recherchieren müssen:
ungefähr erster Satz meiner Intensivbetreuerin: Leute ab 50 haben keinen Anspruch mehr auf Weiterbildung. Leider war ich allein und schriftlich wollte sie mir dieses auch nicht geben.
Stattdessen kamen Vorschläge wie kostenlose Praktika, um wieder einen Fuß in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Noch besser wäre BufDi, damit "hübscht" man gleichzeitig sein Rentenkonto auf.
da mir obige Vorschläge nicht überzeugt haben, wurde mir eine Maßnahme bei Einfal über 9 Monate nahegelegt, die speziell für sozial besonders benachteiligte Menschen ausgelegt ist (ebenfalls eigene Recherche). Da hierbei ein totaler Widerspruch zu meiner beruflichen Vita (Studium mA, div. Fortbildungen, >20 Jahre Berufspraxis) offenbar wurden und ich auch mein soziales Engagment in die Waagschale legte, habe ich dankend abgelehnt.
Jetzt mussten schärfere Waffen her laut SB:
1. Sanktionsversuch (10%) wegen Meldeversäumnis, dessen Einladung ich nie erhalten habe
2. Sanktionsversuch (30%) wegen Nichtbewerbung bei einer ZAF, die ich allerdings wasserfest widerlegen konnte
3. Sanktionsversuch (30%) bei selbiger ZAF, nur diesmal wegen fehlender Rückmeldung zur Einladung auf ein VG. Da wurde ich erstmal laut (angemessen, auf Tonfall meiner SB angepasst) und habe mit Sozialgericht gedroht und um schriftliche Beweise gebeten. Leider weder vom JC noch von der ZAF Rückantwort erhalten. Die betreffende Stelle ist nach über 1 Jahr immer noch als offen gekennzeichnet (mMn klassischer Fake zur Auffüllung des Bewerberpools).
Fazit: reich durch Arbeit werde ich dieses Leben nicht mehr dank der Unfähigkeit des Jobcenters und meiner multiplen Vermittlungshemmnisse, die in den Personalabteilungen der deutschen Unternehmen und Behörden sitzen.
Gollum64, das kann ich so unterschreiben. Ich würde erstens super gerne noch was lernen, aber ohne Nachweise bringt mir das nichts. Zumal ich mir keine Fortbildungen selbst finanzieren kann.
Ich will mich nicht damit abfinden unter Hartz4 zu vergammeln, aber sieht fast aus. Die wenigen Vorstellungsgespräche führten leider nicht zum Erfolg. Und nun? Ich habe keinen Plan B momentan.
Hallo Liebe 50+ Generation , Über weiterführende Informationen/Tipps/Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.
Ich selbst habe mich ganz gut gegenüber meinem Jobcenter behaupten können, welches aber auch keine Maßnahmen oder Angebote hätte oder je gehabt hat, welche dieser Altersgruppe und irgendeinen Bedarf meinerseits entspricht oder meine Kenntnisse erweitert und gleichzeitig dann noch von AG anerkannt würden.
Einige Jobcenter haben aber im Moment Maßnahmen für diese Altersgruppe ausgeschrieben. Eine mit sehr umfangreichen Modulen hat aktuell Jobcenter Kassel über die BA in Auftrag gegeben. "Impulsmaßnahme 50plus":
Kann eine solche Konzeption gerade Älteren dem Arbeitsmarkt näher bringen?
Ist aber auch so interessant, weil es die Geisteshaltung dieses Jobcenter aufzeigt, was Älteren so fehlen könnte und welche Berufssparten das Jobcenter hier als erreichbar für Ältere definiert:
https://www.evergabe-online.de/tenderdocuments.html?2&id=215150
(Im Link dann die Bezeichnung Leistungsbeschreibung anklicken , weil Beschreibung der Maßnahme darin enthalten ist)
Wer dann noch wissen will, wann die Maßnahme startet und wieviele Elos die absolvieren sollen, dann noch Bezeichnung E1 pdf auf der Seite aus dem Link anklicken.
Hallo , vielen Dank für Eure weiterführenden Informationen.
Noch eine kurze Frage zu den Praktikumsstellen: Ist eine Zuweisung durch das JC verpflichtend oder ist eine Teilnahme freiwillig?
wohl nur, wenn diese auch bezahlt werden. Kostenlose Praktika führen zu keiner Verringerung der Hilfebedürftigkeit.
Im Falle von EEJ kann man diese ab 58 sogar vollständig ablehnen.
Im Falle von Ein-Euro-Job kann man diese ab 58 sogar vollständig ablehnen.
Womit wäre das zu begründen?
Wenn man in dem Alter in Magdeburg oder überhaupt in Sachsen wohnt, dann wird das Jobcenter denjenigen aktuell dafür in das foldgende Projekt stecken können. Es kommt halt immer darauf an, wo man dann wohnt, ob man noch der förderlichen Verwurstung anheim fallen könnte -oder eher nur dem Status der 58er im System der Jobcenter und der BA überantwortet wird. Zu den Details in Sachsen:
http://foerderdatenbank.de/Foerder-...2e1410a2a8f6c;views;document&doc=12633&typ=RL
Und von deren Jobcenter:
https://www.jobcenter-ge.de/Jobcent...18E875C6640DE373AF?__blob=publicationFile&v=3
Die Begründung könnte dem anvisiertem Kandidaten der DGB liefern:
Quelle: http://www.dgb.de/schwerpunkt/ratgeber-ungesicherte-beschaeftigung/1-euro-jobs
genau das habe ich irgendwo gelesen, aber auf die Schnelle nicht wiederfinden können.
Das JC wird sich aber darüber freuen, eine Verpflichtung weniger zu haben.
§ 3 SGB II, alte Fassung (Synopse):
(2) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind unverzüglich nach Antragstellung auf Leistungen nach diesem Buch in eine Arbeit, eine Ausbildung oder eine Arbeitsgelegenheit zu vermitteln. Können Leistungsberechtigte ohne Berufsabschluss nicht in eine Ausbildung vermittelt werden, soll die Agentur für Arbeit darauf hinwirken, dass die vermittelte Arbeit oder Arbeitsgelegenheit auch zur Verbesserung ihrer beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten beiträgt.
(2a) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die das 58. Lebensjahr vollendet haben, sind unverzüglich in Arbeit oder in eine Arbeitsgelegenheit zu vermitteln.
Das JC muss also nicht mehr unverzüglich Arbeit oder Arbeitsgelegenheit vermitteln.
Hat denn irgendwer irgendetwas Belastbares zu der Aussage, Erwerbslose mit 58 und mehr Lebensjahren könnten Arbeitsgelegenheiten sanktionsfrei ablehnen?
(Wäre schon schön, aber ...)
Deine zitierte Synopse stammt vom v. 29. Dezember 2016.
Dem gegenüber hat die BA nunmehr in Ihrer Ausgabe vom November 2017, was die 58er betrifft, eine andere Rechtsauffassung geäußert , die die zwangsweise Überführung in eine Arbeitsgelegenheit für diese Klientel als grundsätzlich unsinnig entlarvt. Siehe
2016 wurden jahresdurchschnittlich 163.000 über 58-Jährige aufgrund des § 53a SGB II als nicht arbeitslos erfasst.
Sie werden in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit in der Unterbeschäftigung ausgewiesen
https://statistik.arbeitsagentur.de...sche-Publikationen/Aeltere-amArbeitsmarkt.pdf
Arbeitslose in Arbeitsgelegenheiten landen übrigens schon von jeher und weiterhin in der selben Statistik !!!
DOPPELT GEMOPPELT ergibt da keinen Sinn, wenn es auch freiwillig stattdessen möglich ist. Jacke wie Hose sozusagen.
Freiwillig ist dann wieder eine andere Sache. Das bleibt jedem selbst überlassen. Jeder Betroffene Ältere sollte sich dessen bewußt sein. Und im Ernstfall das BA Statement vorzeigen, immer in der neuesten Version.
Das sollte als belegbare und sichere Argumentation gegen die Willkür von Jobcenter Drückern und eine nicht freiwillige Zuweisung "funzen".
Gegen eine Sanktion sowieso. Man ist doch ab dem Alter sozusagen permanent in einer "Maßnahme" ( wenn dann auch nur als permanentes Gedankenspiel der BA innerhalb deren Unterbeschäftigungsstaitistik).
Wer aber in einer OK verortet ist, der hat möglicherweise das Nachsehen, wegen der vermehrten Neigung der OK zum kommunalen Sonderweg inkl. Programm -denke ich mal.
Die Nachrangigkeit von AGH gegenüber anderen Förderleistungen wurde in § 16d Abs. 5 SGB II festgelegt. Durch die Streichung des Wortes Arbeitsgelegenheit in § 3
SGB II entfällt die gesetzliche Verpflichtung eines AGH
-Angebotes für Jugendliche und Ältere ab 58 Jahren und der Verweis auf den Vorrang der Vermittlung in
Seite 3 in der PDF Datei
https://www.harald-thome.de/fa/hara...tlich-gefoerderte-Beschaeftigung-Anlage-1.pdf
„Unverzügliche Eingliederungshilfen“
Die ausdrückliche Vorgabe, dass Ältere ab 58 Jahren
unverzüglich in Arbeit zu vermitteln sind, wird gestrichen (§ 3 Absatz 2a SGB II alt). Dafür gilt die Maßgabe, dass unverzüglich Leistungen zur Eingliederung in Arbeit zu gewähren sind, nun für alle Altersgruppen (§ 3 Absatz 2 SGB II neu).
Das „Sofortangebot“ einer Eingliederungsleistung (§ 15a SGB II alt) wird gestrichen.
Das mit der Vergangenheit wird wohl nicht ausbleiben können.
Zur Erinnerung: Der DGB-Artikel sprach von einer Änderung, also muss es (mindestens) eine alte Fassung geben.
Die wurde gefunden und ausdrücklich mit "alte Fassung" gekennzeichnet.
Ich will nicht wissen, ob AGHs sinnfrei sind. Das weiß ich schon.
Dazu könnte man auch die Bundesrechnungshofberichte von ca. 2008 bis 2018 verwenden; es sollten auch deswegen nach Heinrich Alt 2012 die Arbeitsgelegenheiten abgeschafft werden[1].
(Nein, das ist leider nicht so wie projektiert umgesetzt worden.)
Die Angebotspflicht für Arbeit oder AGH des JCs wurde abgeschafft, auch nachzulesen unter Link.
Damit ist die Annahmeverweigerung durch den Elo, wenn ohne gesetzliche Verpflichtung doch ein AGH-Angebot gemacht wird, noch lange nicht sanktionsfrei.
[1] Nachzulesen unter z. B. http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/a-857333.html
Grundsätzlich eher unwahrscheinlich, weil und wenn:
Über 58 Jährige, die seit mehr als 12 Monaten kein Stellenangebot mehr von ihrem zuständigen Vermittler im Jobcenter erhalten haben. Warum das so ist, hat sich nun die Fraktion der Grünen im Bundestag von der Regierung erklären lassen. Die Antwort ist ausweichend und erhärtet den Vorwurf der statistischen Kosmetik ... Bei Arbeitslosen über 58 Jahren, die ein Jahr lang kein Angebot einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung erhalten haben, könne angenommen werden, dass ihre Integrationschancen eingeschränkt bleiben und sie nicht mehr alle Möglichkeiten nutzen können, ihre Beschäftigungslosigkeit zu beenden. „Sie stehen damit zwar nicht erklärtermaßen, aber faktisch der Arbeitsvermittlung nur begrenzt zur Verfügung“, heißt es in der Antwort auf die kleine Anfrage der Grünen. Mit anderen Worten: Ist der zuständige Vermittler im Jobcenter bei einem Arbeitslosen, der älter als 58 Jahre ist, der Meinung, dieser hat keine Chancen mehr auf Arbeit und gibt daher seine Vermittlung auf, ist der Betroffene nicht mehr verfügbar und damit auch nicht arbeitslos –völlig unabhängig davon, ob er weiterhin auf Arbeitsuche ist oder nicht.
Quelle:https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMST17-443.pdf
( Randbemerkung auf der Seite 4 )
Sollte trotzdem eine Angebot erfolgen, dann wäre die erste Frage, weshalb ist der Arbeitsvermittler noch nicht der Meinung ist und und inwiefern und weshalb ein Angebot mit Sanktionsandrohung überhaupt noch gerechtfertigt wäre.
Schön, dass wir dann erste Thesen zur Angebotswahrscheinlichkeit unter besonderer Berücksichtigung des § 53a SGB II haben.
Wenn wir dann noch das Sekündchen investieren und die behauptete Altersgrenze für eine sanktionsfreie AGH-Ablehnung kuchz noch belegen könnten, wäre es geradezu gülden.
Aber vielleicht kommen wir erst einmal zu etwas komplett Anderem.
Nicht nur für AGH -sondern überhaupt. Hilfsweise an der erklärten Unterteilung und Zuordnung NICHT ARBEITSLOS und NICHT ARBEITSSUCHEND, auf Seite 4, des Jobcenters Landkreis Böblingen:
Kann berechtigt auf die Be-
schränkung der Vermitt-
lungsfähigkeit nach § 10
SGB II verweisen
Steht der Vermittlung
nicht zur Verfügung und sucht
berechtigt keine Beschäfti-
gung[/QUOTE]
Beispiele dessen:
Schüler ab 15 Jahren-
mit Kindern unter drei Jahren
Bei Pflege von Angehö-
Bei 58-jährigen(§ 53 a SGB II)
Personen, die länger als
6 Wochen krankgeschrieben
Quelle: http://jobcenter-landkreisbb.de/wp-content/uploads/2018/04/180302_Jahresbericht-2017.pdf
Nicht nur für AGH -sondern überhaupt. [...]
Der § 53a SGB II ...
... liefert dem JC nur einen Grund, älteren Erwerbslosen keine Vermittlungstätigkeit angedeihen zu lassen.
Ob der auch erkannt und angenommen wird, insbesondere von SBs, die ein wenig unklüger entscheiden wollen als ihre Vorgesetzten (bzw. wiederum deren Vorgesetzte) es gerne haben, ist eine ganz andere Frage.
Dass Maßnahmen, auch AGHs, angeboten oder zugewiesen werden, wenn das gewisse Alter überschritten ist, sollte eigentlich bekannt sein.
Dementsprechend kann eine AGH angeboten werden und dann wäre eine rational erklärbare, belastbare Schutzfunktion des Lebensalters 58+ herzlich wünschenswert.
So es sie denn gäbe.
Den Trick tut für mich jedenfalls die Statistikkategorisierung des Landkreises Böblingen nicht.
Dementsprechend kann eine AGH angeboten werden und dann wäre eine rational erklärbare, belastbare Schutzfunktion des Lebensalters 58+ herzlich wünschenswert.Den Trick tut für mich jedenfalls die Statistikkategorisierung des Landkreises Böblingen nicht.
Tricks ganz bestimmt nicht. Zudem:
...Die allermeisten über 59-jährigen, die ein Jahr lang keinen VV erhalten haben, sind reine "Karteileichen". Und die meisten von ihnen sind vermutlich ganz froh darüber, denn wir alles wissen ja, was für Müll meistens als VV kommt.
Quelle: https://www.elo-forum.org/u-50-a/161766-53a-sgb-ii-arbeitslose-funktioniert.html
Ich erlaube mir mal die Wiederholung eines Auszugs Deines Zitats aus 2015 dazu. Warum vorher jetzt hier dieser Sinneswandel ?
Solange der ältere Elo NUR das Alter als einizges Vermittlungshemmnis hat, besteht auch kein gesonderter Handlungsbedarf.
Im Zusammenhang dessen , was Sb betrifft, da hast Du früher weit zuversichtlicher agiert, wie man dem Link entnehmen kann. Glaub mir, die Sb sind heute noch genauso solche Papiertiger , wie sie es schon damals waren. Kommt immer darauf an, dass Elo das erkennt und das Wissen um die aktuelle rechtliche Sachlage hat. Das sollte auch weiterhin genügen.
Ja, jetzt kann ich das Licht sehen.
Der Dampf wird begehbar und man hat die beinharte Argumentation:
"Herr Richter, ich durfte ablehnen, denn der Herr 0zymandias hat irgendein Problem mit seiner Einstellung."
Das rockt. Werden die auch sofort einsehen.
Nur ... bleibt da leider dieses kleine Problemchen mit dem Lesen und Zitieren.
Damit meine ich nicht, dass ich es nicht geschrieben, sondern zitiert habe.
Der Inhalt des Postings #9 von 2015 gibt nämlich auch etwas her:
[...] Es finden sich aber in der Tat auch Jobcenter-Mitarbeiter, die sich einfach nicht daran halten, die also auch noch 59-Jährige und Ältere mit diversen VVS beglücken.
Das fördern und fordern ja auch die diversen Top50-Initiativen, die es landesweit in den JCs gibt. [...]
[...] Die BA-Statistiken und IAB-Berichte zeigen, dass den 53a-Kunden deutlich weniger Maßnahme-"Angebote" gemacht werden als den jüngeren. [...]
Weniger bedeutet nicht keine und manche SBs sind ganz besonders anders.
Das bedeutet übrigens auch, dass es da keinen Sinneswandel gibt.
Im Zusammenhang dessen , was Sb betrifft, da hast Du früher weit zuversichtlicher agiert, wie man dem Link entnehmen kann. [...]
Nein, die Frage lautete auch nicht, was Du Dir über mich ausdenken kannst.
Sie zu beantworten, könnte auch etwas ergiebiger sein als die reine Zuversicht der Kirche Neu-Vidyas zu predigen.
Im Hinblick auf die hier vorher verlinkte Maßnahme liegt eine ÜBERHAUPT Notwendigkeit von Praktika iin der Entscheidung des Trägers anhand des Einzelfalls. Die hier vorher verlinkte Maßnahme ist nicht freiwillig. Das darin als NOTWENDIG durch den Träger erklärte Praktikum dürfte somit auch nicht abzulehnen sein bzw. durch den Träger so nicht hingenommen werden.
Ansonsten kann man sagen: Der Träger hat meistens auch zusätzlich eine Vermittlungsobliegenheit, eine bestimmte Anzahl von Teilnehmern vermitteln zu müssen, die durchschnittlich bei 15 Prozent liegt. Ob und welcher Teilnehmer überhaupt in diesen Genuss kommt, das entscheidet der Träger selbst und in den allermeisten Maßnahmen nicht der Teilnehmer, weil die Träger die besten Erfolge sicherstellen wollen, was die sichere Gewährung von Vermittlungsprämien anbelangt, auf die die Träger für ene Eingliederung in eine Arbeitsverhältnis von bis zu 6 Wochen Anspruch haben und noch mehr bei 6 Monaten andauernden Arbeitsverhältnissen.
Letztendlich ist insofern bei Beginn der Maßnahme vollkommen unklar ob man überhaupt vom Träger zur Eingliederung gebracht werden kann, wobei sich dann auch die Eingliederungsvereinbarung als solche eher als Eingliederungsversprechen ohne Garantie darstellt. Ein Grund mehr, die nicht unterschreiben zu wollen und sich auch mehr vorher über die Maßnahme selbst zu informieren. Flyer reichen nicht aus.
[...] Ich erlaube mir mal die Wiederholung eines Auszugs Deines Zitats aus 2015 dazu. Warum vorher jetzt hier dieser Sinneswandel ? [...]
Welcher Sinneswandel denn?
Ein Statment sagt an, was in Gesetzestext gemeißelt steht.
Das andere beschreibt die Ausgangssituation wenn SB trotzdem zuweist und der HE sich sperren will.
Dann winkt die Sanktion.
Weil die Oldie-Regelung zwar Sinn macht, aber nicht angewandt werden MUSS.
Wenn der SB den betagten Elo in eine Maßnahme zuweist, hat er eine der zwei Chancen der Statistikbereinigung verdaddelt.
Völlig unnütz zwar, da die Bereinigung eh' schon greift, vorausgesetzt er unterbreitet dem HE ab 57 Lenze tunlichst keinen Vermittlungsvorschlag mehr.
Den mangelnden Überblick, daß er diesen schwarzen Peter mit der Maßnahme besser einem wesentlich jüngeren Kandidaten zuspielen sollte, allein um noch mehr Personen aus der Statistik bereinigen zu können, habe ich bei jedem meiner gastgebenden SBs beobachten können.
Nur - war ich auf deren Unkenntnis vorbereitet und habe den Ausdruck der neugefaßten 58er Regelung mit.
Wenn von eingeschnappten SBn Vorschläge a la Spritzbestecke-aus-Sandkästen-bergen kamen, habe ich gefragt, wie denn deren TL das fände, jetzt einen VV für einen prekären Job aktenkundig zu machen, wo noch nicht mal klar ist, daß der AG Oldies einstellen wird?
Ganz abgesehen davon, daß jeder AG in der freien Wirtschaft sich drei Mal überlegen wird, ob Mitarbeiter mit meiner Vorbildung zum Betriebsfrieden beitragen werden sobald es um arbeitsrechtliche Fragen geht.
Ü58er quasi doppelt gemoppelt aus der Statistik manipulieren zu wollen - wo doch gar keine Not mehr bestünde - erschiene mir unbedacht.
SB: Ja dann muß ich Sie aber auf den-und-den Status setzen.
Ich: Wenn das so ist...
SB: Das muß mein TL aber erst genehmigen.
Ich: Na dann wissen wir doch schon mal, was Sie vor haben wenn ich hier raus bin.
Wenn das Bequemlichkeitsgen beim SB dominant ist, ist an der Stelle Ruhe im Karton.
Also was sinnlose Maßnahmen angeht.
Ich habe mal ne kurze Nachfrage ab wann man aus der 58-Statistik frühstens theoretisch rausgenommen werden kann. Demnächst werde ich 57 .
Ich bekomme ab meinem 57 .Geburtstag 12 Monate kein soz. Jobangebot , und falle dann mit 58 J . aus der Statistik.
Ich bekomme ab meinem 58. Geburtstag 12 Monate kein Jobangebot und falle dann mit 59 J. aus der Statistik.
Das Gesetz §53a SGB 2 finde ich sehr schwammig und gibt mir keine klare Antwort.
Ja, merkwürdige Formulierung. Das 58. Lebensjahr endet mit dem Tag vor dem 58. Geburtstag. (0-1 - 1.Lebensjahr, mit 1 beginnt das 2.). So müsste diese Regelung greifen, wenn ich mit genau 57 Jahren oder vorher arbeitslos geworden bin für mindestens 12 Monate, wenn ich 58 Jahre alt geworden bin, wenn ich das richtig sehe.
Variante 1 gilt, dessen Anwendung jedoch im Ermessen von SB liegt
Die Vollendung eines bestimmten Lebensjahres erfolgt am Vortag des Geburtstages.
Juristen sind so, findet jedenfalls Haufe.
Ich bekomme ab meinem 58. Geburtstag 12 Monate kein Jobangebot und falle dann mit 59 J. aus der Statistik.Das Gesetz §53a SGB 2 finde ich sehr schwammig und gibt mir keine klare Antwort
In dem Fall hat so manches Jobcenter auch Weisungen, die dahingehend mehr Klarheit bringen können. Ich fand eine, die die Variante 2. umsetzt und auch erhellende Details zum Status, Alter und deren Möglichkeiten des nachträglichen Verlusts dessen aufzeigen, Ich meine das Jobcenter Wuppertal. Siehe:
https://wuppertal.tacheles-sozialhi...pt/___53a_Umgang_mit_Kundinnen_und_Kunden.pdf
Nur - handeln denn andere OK und insbesondere die gE der Jobcenter einheitlich so?
Das findet man nur heraus, wenn man dazu Weisungen anderer Jobcenter im Vergleich dazufügt -denke ich.
Vielen Dank für Eure Antworten. @Dinobots Weisung aus Wuppertal habe ich mir ausgedruckt. Bei meinem JC in Berlin habe ich dazu leider nichts gefunden .

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