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Timestamp: 2019-12-11 06:39:56+00:00

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Steuern in der Rechnungslegung / 3.8.2.1 Anhang | Finance Office Professional | Finance | Haufe
Neben den sich aus den Jahresabschlüssen ergebenden Offenlegungspflichten (Rz. 114 f.) müssen für die Aufstellung des Konzernabschlusses folgende weitere Offenlegungspflichten beachtet werden:
Erläuterungspflicht zu den latenten Steuern im Konzernabschluss (§ 314 Abs. 1 Nr. 21 HGB): Die Vorschrift entspricht wortgleich der Regelung für den handelsrechtlichen Jahresabschluss nach § 285 Nr. 29 HGB. Da gem. § 306 Satz 6 HGB die latenten Steuern des § 306 Satz 1 und Satz 2 HGB mit denjenigen des § 274 HGB zusammengefasst werden dürfen, ist über alle latenten Steuern der voll- und quotenkonsolidiert in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen zu berichten, nicht hingegen über die latenten Steuern der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen und der nicht einbezogenen Tochterunternehmen.
Angabe der zur Bewertung der latenten Steuern anzuwendenden (unternehmensindividuellen) Steuersätze: Nach strenger wörtlicher Lesart müssten für sämtliche in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen die jeweiligen unternehmensindividuellen Steuersätze angegeben werden. Vertretbar scheint eine landesbezogene verdichtete Darstellungsweise, wobei auch Spannweiten (z. B. in Deutschland aufgrund der Anwendung unterschiedlicher Hebesätze) zulässig sein dürften.
Steuerliche Überleitungsrechnung: Im Gegensatz zur Angabepflicht des § 285 Nr. 29 HGB (Rz. 115) wird eine steuerliche Überleitungsrechnung für den handelsrechtlichen Konzernabschluss für erforderlich gehalten. Hierfür spricht insbesondere die Tatsache, dass der Gesetzgeber in diesem Bereich die eigenen Rechnungslegungsvorschriften in allgemeiner Form an die Grundsätze der internationalen Rechnungslegung anlehnt. So fordert die IFRS-Rechnungslegung in IAS 12.81 c) eine steuerliche Überleitungsrechnung für den IFRS-Abschluss. Da die IFRS-Rechnungslegung keine Verpflichtung zur Erstellung eines separaten Einzelabschlusses enthält, ist im Fall des Vorhandenseins mindestens eines unter der Kontrolle eines Mutterunternehmens stehenden Tochterunternehmens der IFRS-Konzernabschluss der IFRS-Abschluss, der gem. IAS 12.81 c) eine steuerliche Überleitungsrechnung einschließen muss. Weiterhin forderte bereits vor Erstanwendung des BilMoG DRS 10.42 für den Konzernanhang die Pflicht in einer Überleitungsrechnung entweder den Zusammenhang zwischen dem unter Anwendung des in Deutschland geltenden Steuersatzes erwarteten Steueraufwand/-ertrag und dem ausgewiesenen Steueraufwand/-ertrag oder den Zusammenhang zwischen dem erwarteten und dem ausgewiesenen Steuersatz darzustellen. Der nunmehr anzuwendende DRS 18.67 fordert, dass in einer "Überleitungsrechnung" der Zusammenhang zwischen dem unter Anwendung des in Deutschland geltenden Steuersatzes oder eines gewichteten Konzernsteuersatzes erwarteten Steueraufwand/-ertrag und dem ausgewiesenen Steueraufwand/-ertrag darzustellen ist. Im Unterschied zu DRS 10.42 ist somit auch die Verwendung eines durchschnittlichen Konzernsteuersatzes – wie auch nach IFRS zulässig – möglich.
Für Körperschaften ermittelt sich der in Deutschland anzuwendende Steuersatz als summarischer Steuersatz aus Körperschaftsteuer (einschließlich SolZ) sowie Gewerbesteuersatz.
Bei einem Hebesatz von 500 % ermittelt sich der anzuwendende Steuersatz wie folgt:
Gewerbesteuersatz 17,500 %
+ Körperschaftsteuersatz 15,000 %
+ SolZ zur Körperschaftsteuer 0,825 %
= anzuwendender Steuersatz 33,325 %
Bei Einzelunternehmen und Personenhandelsgesellschaften stimmt der anzuwendende Steuersatz mit dem Gewerbesteuersatz überein oder der anzuwendende Steuersatz berücksichtigt auch die Auswirkungen auf die Sphäre der Einkommensteuer des Mitunternehmers bzw. Einzelunternehmers (einschließlich Gewerbesteueranrechnung); (Rz. 39-43) im letztgenannten Fall wird die Höhe des anzuwendenden Steuersatzes auch von der Thesaurierungs- bzw. Gewinnentnahmepolitik des Einzelunternehmers bzw. der Mitunternehmer beeinflusst.
Rz. 120a
Analog zu den durch das BilRUG für den Anhang zum Jahresabschluss eingeführten zusätzlichen Angabepflichten wurden durch das BilRUG analoge Angabepflichten auch für den Konzernanhang verankert. Im Einzelnen handelt es sich dabei um:
Angabe des Stands der latenten Steuern am Ende des Geschäftsjahres und der Entwicklung der latenten Steuersalden im Laufe des Geschäftsjahres im Falle des bilanziellen Ansatzes von latenten Steuerschulden in der Konzernbilanz (§ 314 Abs. 1 Nr. 22 HGB)
Angabepflicht für Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung oder außergewöhnlicher Größenordnung bei nicht untergeordneter Bedeutung der Beträge (§ 314 Abs. 1 Nr. 23 HGB)
Angabe von Vorgängen von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Konzerngeschäftsjahrs eingetreten sind, hinsichtlich ihrer Art und finanziellen Auswirkungen (§ 314 Abs. 1 Nr. 25 HGB)
Es gelten die Ausführungen unter Rz. 114 analog. Die Beurteilung, ob nach § 314 Abs. 1 Nr. 23 oder nach Nr. 25 HGB angabepflichtige Sachverhalte im Konzernanhang vorliege...

References: § 285
 § 306
 § 306
 § 274
 § 285
 § 314