Source: https://www.familienrecht-allgaeu.de/de/kindesunterhalt-berechnen.amp
Timestamp: 2019-08-26 06:18:31+00:00

Document:
Prüfungsschema Kindesunterhalt
Standort: Startseite > Kanzleiprofil > Infothek > Leitfaden zum Unterhalt > Unterhaltsansprüche > Kindesunterhalt > Prüfungsschema zum Kindesunterhalt > Kindesunterhaltsverfahren
Wie prüft man den Kindesunterhaltsanspruch?
Das Prüfungsschema zum > Barunterhalt für Kinder besteht aus sechs Prüfungsebenen. Das Prüfungsschema gilt für > minderjährige und > volljährige Kinder gleichermaßen. Wie jeder andere > Unterhaltsanspruch folgt die Prüfung des Kindesunterhalts dem sog. > Grundschema.
Prüfungsschema zum Barunterhalt für Kinder
2. Bedarf des Kindes
3. Bedürftigkeit des Kindes
4. Leistungsfähigkeit der Eltern
5. Begrenzung des Anspruchs
§ 1601 BGB - Gesetzestext
Abstammung von Vater und Mutter
Ob Kindesunterhalt von den Eltern zu gewähren ist, hängt nach § 1601 BGB schlicht davon ab, ob das Kind mit dem Unterhaltspflichtigen in gerader Linie verwandt ist. Ob ein Verwandschaftsverhältnis besteht, richtet sich danach, ob man voneinander abstammt (§ 1589 BGB). Dabei ist nicht die genetische Abstammung entscheidend, sondern die sog. gesetzliche Abstammung. Problematisch können also beim Kindesunterhalt die Problemlagen werden, in denen die genetischen Eltern nicht gleich den gesetzlichen Eltern sind. Weder das Alter des Kindes ist maßgebend, noch die Frage, ob die Eltern miteinander verheiratet sind.
FAQ zur Anspruchsgrundlage
Wer ist mit dem Kind verwandt?
Wer gilt als Vater?
Wie wird der Bedarf des Kindes ermittelt?
Die Ermittlung des > Unterhaltsbedarfs ist das Kernstück jeder Unterhaltsberechnung. Danach richtet sich in erster Linie die Höhe des Unterhaltsanspruch. Zum > Bedarf des Kindes sagt der Gesetzgeber nur, das er sich nach der Lebensstellung richtet (§ > 1610 BGB). Welche > Bedarfsermittlungsmethode hierfür anzuwenden ist, erklärt das Gesetz nicht.
FAQ zum Bedarf des Kindes
Besitzt das Kind eine eigene oder abgeleitete Lebensstellung?
Bedarf bei einkommenslosen Eltern mit Vermögen
§ 1602 BGB - Gesetzestext
Kann das Kind sich selbst unterhalten?
zur Bedürftigkeit des Kindes
Auf der dritten Prüfungsebene zum Kindesunterhaltsanspruch, wird gem. § > 1602 BGB festgestellt, ob der Unterhaltsgläubiger (hier: Kind) "außerstande" ist oder nicht erwartet werden kann, sich selbst zu unterhalten (> Vorrang der eigenen Bedarfsdeckung). Dieser Grundsatz gilt auch für den > Kindesunterhalt. Es gilt die allgemeine > Berechnungsformel zur Bedürftigkeit. Somit reduziert sich der Unterhaltsanspruch, wenn das Kind sich eigenes Einkommen, eigenes Vermögen oder staatliche Leistungen für das Kind anrechnen lassen muss.
FAQ zur Unterhaltsbedürftigkeit
Die Erwerbsobliegenheit des Kindes - Haben Kinder fiktives Einkommen?
Wie wird die Ausbildungsvergütung angerechnet?
Welche Rolle spielen staatliche Leistungen für das Kind; mindern sie die Bedürftigkeit
§ 1603 BGB - Gesetzestext
Können die Eltern den Unterhalt leisten?
Die Grenze der Leistungsfähigkeit wird rechtstechnisch mit dem Begriff des sog. > "Selbstbehalts" oder Eigenbedarf erfasst. Der Selbstbehalt ist das, was dem Unterhaltsschuldner selbst an Einkommen und Vermögen zu verbleiben hat, ohne seinen eigenen angemessenen Unterhalt zu gefährden. Zur Leistungsfähigkeit / Selbstbehalt und Erwerbsobliegenheit der Eltern
Angemessener & notwendiger Selbstbehalt der Eltern
Je nachdem, ob es um sog. privilegierte (= Kinder i.S. des § 1603 Abs.2 BGB) oder nicht privilegierte Kinder geht, gilt für die barunterhaltspflichtigen Elternteile ein > notwendiger (§ 1603 Abs.2 BGB) oder ein > angemessener Selbstbehalt (§ 1603 Abs.1 BGB), der den Eltern als Einkommen zu belassen ist.
Wird die Leistungsfähigkeit der Eltern zur Zahlung von Kindesunterhalt zum Problem, ist regelmäßig die Frage zu beantworten, ob die Eltern ausreichend Ihrer gesteigerten > Erwerbsobliegenheit nach § 1603 Abs.2 BGB ("alle verfügbaren Mittel sind gleichmäßig zu verwenden") nachkommen, um für den Unterhalt der Kinder zu sorgen.
FAQ zur Leistungsfähigkeit der Eltern
In welchem Umfang gelten Eltern als leistungsfähig?
Wann gilt der notwendige Selbstbehalt nicht?
Wann sind die Selbstbehaltssätze nach Düsseldorfer Tabelle zu korrigieren?
Welches Einkommen wird den Eltern zugerechnet?Der Wohnvorteil - Wie wird mietfreies Wohnen der Eltern berücksichtigt?Was gilt bei Eltern mit Vermögen?Wieso bezahlt man Kindesunterhalt, ohne das Einkommen dafür zu haben?
Grenzen des Unterhaltsanspruchs
Wegen illoyalen Verhaltens gegenüber den Eltern kann es beim Unterhalt für volljährige Kinder zur Unterhaltsbegrenzung oder zum Wegfall des Kindesunterhalts nach § 1611 BGB kommen.
Weiter endet mit Vollendung des 21. Lebensjahres die Hemmung der Verjährung des Kindesunterhaltsanspruchs.
Für jeden Kindesunterhaltsanspruch ist die Verwirkung wegen unterlassender Rechtsverfolgung von rückständigen Unterhaltsansprüchen zu beachten
FAQ zur Unterhaltsbegrenzung
§ 1606 Abs. 3 BGB - Gesetzestext
Mehrere gleich nahe Verwandte haften anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen. Der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes.
Grundsätze zur anteiligen Barunterhaltspflicht der Eltern
Weil > Vater und Mutter in einem gleich nahen > Verwandtschaftsverhältnis zum Kind stehen, folgt hieraus der Grundsatz der anteiligen Unterhaltshaftung (§ 1606 Abs.3 S.1 BGB).
Die Haftungsquote richtet sich nach nach der jeweiligen wirtschaftlichen > Leistungsfähigkeit der Eltern Zur Ermittlung der Haftungsquoten> Mehr
Bei minderjährigen Kindern haftet der kinderbetreuende Elternteil im Regelfall nicht zusätzlich für den Barunterhalt (§ 1606 Abs.3.S.2 BGB > Mehr). Bei minderjährigen Kindern ist die anteilige Barunterhaltshaftung der Eltern der Ausnahmefall (> Mehr). Leben die Eltern noch mit ihren Kinder in einem Familien-Verbund zusammen (= Situation vor Trennung), gelten die Grundsätze > Unterhaltsbestimmungsrecht. Nach Trennung gilt das Modell der aufgeteilten Kinderversorgung. D.h. der alleinerziehende Elternteil erbringten den Naturalunterhalt (= Pflege- und Erziehungsleistung in natura). Der andere Elternteil leistet seinen Beitrag für das Kind durch Leistung von > Barunterhalt. Dieser Modellvorstellung folgt der Gesetzgeber bei minderjährigen Kindern, wenn er nach § 1606 > Abs.3 S.2 BGB davon ausgeht, dass der (allein-)erziehende mit der Kinderbetreuung seine anteilige Unterhaltspflicht ("inder der Regel") vollständig erfüllt. Erst wenn kein Elternteil (z.B. Kind ist > volljährig) oder beide Elternteile (gemischt) für den Naturalunterhalt des Kindes sorgen (z.B. > Wechselmodell), kann davon abgewichen werden, womit eine anteilige Elternhaftung für den Barunterhalt auch bei minderjährigen Kindern in Betracht kommt. Zur Unterhaltsermittlung beim Wechselmodell > Mehr.
Bei volljährigen Kindern gilt stets der Grundsatz der anteiligen Elternhaftung. Denn volljährige Kind haben keinen Bedarf an Betreuung (> Mehr)
Weitere Informationen zur anteiligen Haftung der Eltern erhalten Sie > hier
FAQ zur anteiligen Haftung der Eltern
Wie gestaltet sich die Haftungsverteilung bei volljährigen Kindern?Gibt es einen internen Ausgleich zwischen den Eltern, wenn die Haftungsquoten nicht beachtet wurden?Anteilige Haftung & gesteigerte Leistungsfähigkeit
Gerichtliches Verfahren wegen Kindesunterhalt
JA Dachau, Beistandschaft für minderjähriges Kind - zur -> Darlegung der Bedürftigkeit eines minderjährigen Kindes nach Schulbesuch, unser Az.: 148/14 (D4/432-14)
-> Abänderung eines Unterhaltstitels weil Kind volljährig wird, unser Az: 247/13;
Unterhaltsverwirkung nach § 1611 Abs.1 BGB, unser Az: 188/15;

References: § 1601
 § 1601

§ 1602

§ 1603
 § 1603
 § 1603
 § 1611

§ 1606
 § 1606
 § 1611