Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/3/83350000012.htm
Timestamp: 2018-11-12 23:19:18+00:00

Document:
3.35.012 Wollmatinger Ried - Untersee - Gnadensee
Verordnung des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr und des Regierungspräsidiums Freiburg über das Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Wollmatinger Ried - Untersee - Gnadensee" vom 16. Dezember 1980 (GBl. 1981, S. 53).
Aufgrund von §§ 21, 22 und 58 Abs. 2 und 4 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654) und § 30 Abs. 2 Satz 1 des Wassergesetzes in der Fassung vom 26. April 1976 (GBl. S. 369), in Verbindung mit § 2 Abs. 3 des Vertrages zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Fischerei im Untersee und Seerhein (Unterseefischereiordnung) vom 2. November 1977 (GBl. 1978, S. 210), Artikel 6 des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über die Schiffahrt auf dem Untersee und dem Rhein zwischen Konstanz und Schaffhausen vom 1. Juni 1973 und Artikel 5 des Übereinkommens über die Schiffahrt auf dem Bodensee vom 1. Juni 1973 (BGBl. 1975, Teil II, S. 1405), sowie auf Grund von §§ 22 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979, S. 12) wird mit Zustimmung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die den §§ 14 bis 16 dieser Verordnung entsprechende Schiffahrtsvorschriften erläßt, sowie im Einvernehmen mit dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten als oberste Wasserbehörde verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinden Allensbach, Konstanz und Insel Reichenau, Landkreis Konstanz, werden zum Natur- bzw. Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Schutzgebiet führt die Bezeichnung "Wollmatinger Ried - Untersee-Gnadensee".
Die Grenzen des Schutzgebietes sind in drei Karten des Regierungspräsidiums Freiburg vom 18. April 1980 (1 Karte im Maßstab 1:25 000; 2 Karten im Maßstab 1:5 000) rot (Naturschutzgebiet) bzw. grün (Landschaftsschutzgebiet) eingetragen. Die Verordnung mit Karten wird bei der höheren Naturschutzbehörde in Freiburg verwahrt; eine Ausfertigung befindet sich bei der unteren Naturschutzbehörde in Konstanz. Die Verordnung mit Karten kann während der üblichen Sprechzeiten eingesehen werden.
1. die Erhaltung der geschützten Uferlandschaft, einschließlich der geschützten Teile des Bodensees,
c) als international bedeutsames Demonstrations- und Forschungsobjekt der Ökologie, der Zoologie, insbesondere der Ornithologie und der Botanik;
§ 7 Verbote - Natur- und Landschaftsschutzgebiet
In dem Schutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung im Naturschutzgebiet oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können, den Charakter des Gebietes verändern oder in anderer Weise dem Schutzzweck zuwiderlaufen.
6. Anlagen oder Einrichtungen zu schaffen, oder Handlungen vorzunehmen, von denen Unruhe auf das Naturschutzgebiet ausgeht.
(1) Handlungen im Landschaftsschutzgebiet, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen können, bedürfen der schriftlichen Erlaubnis. Dies gilt insbesondere für die in § 8 Nrn. 1-9 aufgeführten Handlungen.
a) daß Wasservögel nur im Rahmen der Vogeljagdordnung für das Gebiet der gemeinschaftlichen Wasserjagd auf dem Untersee und Rhein in der jeweils geltenden Fassung bejagt werden dürfen,
4. für die ordnungsmäßige Ausübung der Sportfischerei vom Unterseeufer der Insel Reichenau sowie vom Inseldamm aus mit der Maßgabe, daß nur mit dem gesetzlich zulässigen Angelgerät für Sportfischer gefischt und das Naturschutzgebiet nirgends betreten oder befahren werden darf;
5. für die ordnungsmäßige Ausübung der Schiffahrt außerhalb des Schutzgebietes;
11. für behördliche angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.
im Untersee durch eine gerade Linie zwischen dem Bruckgraben und dem südwestlichsten Punkt der Insel Langenrain sowie zwischen der Südspitze der Insel Langenrain und dem Nordufer des Seerheins,.
im Gnadensee durch eine gerade Linie zwischen dem Bruckgraben und der Südostecke des Grundstücks Flurstück Nr. 312 der Gemarkung Insel Reichenau (Festland), einschließlich der Wasserflächen zwischen den Inseln und dem Festland, sind für die Schiffahrt gesperrt.
3. für notwendige Handlungen im Rahmen der vom Regierungspräsidium Freiburg übertragenen Betreuung des Schutzgebiets;
1. entgegen §§ 14 und 15 mit Wasserfahrzeugen fährt oder Wasserfahrzeuge oder schwimmende Anlagen verankert, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 120 Abs. 1 Nr. 5 Wassergesetz,
2. entgegen §§ 7 bis 9 und 11 Nr. 2 die Jagd ausübt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz,
3. durch eine andere als die in Nr. 1 und 2 genannten Handlungen gegen §§ 7 bis 9 verstößt, handelt ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG.,
1. die Verordnung des Badischen Ministers des Kultus und Unterrichts über das "Naturschutz­gebiet Wollmatinger Ried, Giehrenmoos und Dreifußwiesen" in den Gemarkungen Konstanz, Reichenau und Hegne, Bezirksamt Konstanz, vom 17. Februar 1938 (Amtsblatt des Badischen Ministers des Kultus und Unterrichts vom 10. März 1938, S. 30), zuletzt geändert durch Verordnung des Regierungspräsidiums Südbaden vom 26. November 1963 (GBl. S. 221);
2. die Anordnung des Landratsamtes Konstanz zum Schutz von Landschaftsteilen auf der Insel Reichenau (Südkurier vom 18. März 1954, Nr. 65), soweit sie sich auf den Geltungsbereich dieser Verordnung bezieht;
3. die Verordnung des Regierungspräsidiums Freiburg über die Ausübung der Jagd im "Natur­schutzgebiet Wollmatinger Ried, Giehrenmoos und Dreifußwiesen" vom 28. Juni 1973 (GBl. S. 276).
Freiburg i.Br., den 16. Dezember 1980

References: § 30
 § 2
 § 2

§ 7
 § 8
 § 120
 § 33
 § 64