Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BAG&Datum=03.09.2003&Aktenzeichen=7%20AZR%20661/02
Timestamp: 2019-12-15 07:18:25+00:00

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BAG, 03.09.2003 - 7 AZR 661/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1916
BAG, 03.09.2003 - 7 AZR 661/02 (https://dejure.org/2003,1916)
BAG, Entscheidung vom 03.09.2003 - 7 AZR 661/02 (https://dejure.org/2003,1916)
BAG, Entscheidung vom 03. September 2003 - 7 AZR 661/02 (https://dejure.org/2003,1916)
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Beendigung des Arbeitsverhältnisses - Rücknahme der unbefristeten Erwerbsunfähigkeitsrente - Erteilung einer befristeten Erwerbsminderungsrente
Beendigung eines Arbeitsverhältnisses durch Zustellung eines Rentenbescheides der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte - Erwerbsunfähigkeit des Arbeitnehmers unter dem Aspekt der auflösenden Bedingung eines Arbeitsvertrages eines Angestellten - Folgen einer ...
ArbG Erfurt, 10.05.2001 - 10 Ca 3998/00
LAG Thüringen, 21.08.2002 - 4 Sa 303/01
BAGE 107, 241
NZA 2004, 328
DB 2004, 548
Lässt der Arbeitnehmer die Widerspruchsfrist hingegen ungenutzt verstreichen, bleibt es bei der in der Tarifbestimmung angeordneten Rechtsfolge (…BAG 23. Juni 2004 - 7 AZR 440/03 - zu II 1 b bb (1) der Gründe, aaO; 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - zu I 1 der Gründe, aaO) .
Sie beruht auf der Annahme der Tarifvertragsparteien, der Arbeitnehmer werde im Falle der Erwerbsminderung künftig die arbeitsvertraglich geschuldeten Leistungen nicht mehr erbringen können (BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 = AP BAT-O § 59 Nr. 1 = EzBAT § 59 BAT Nr. 20, zu I 1 a der Gründe).
Deshalb obliegt es dem Arbeitnehmer, sich über die rechtlichen Folgen seines Rentenantrags zu informieren (BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 = AP BAT-O § 59 Nr. 1 = EzBAT § 59 Nr. 20, zu I 3 d der Gründe;… 1. Dezember 2004 - 7 AZR 135/04 - aaO).
Eine Aufklärungspflicht des Arbeitgebers kann sich zwar dann ergeben, wenn er das Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Arbeitsverhältnis veranlasst (BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - aaO).
aa) Die in § 59 Abs. 1 BAT getroffene Regelung über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses beruht auf der Annahme der Tarifvertragsparteien, der Arbeitnehmer werde im Falle der Erwerbsminderung künftig die arbeitsvertraglich geschuldeten Leistungen nicht mehr erbringen können (BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - AP BAT-O § 59 Nr. 1 = EzBAT BAT § 59 Nr. 20, zu I 1 a der Gründe).
Es oblag nicht dem beklagten Land, sondern der Klägerin selbst, sich über die rechtlichen Folgen ihres Rentenantrags zu informieren (vgl. BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - AP BAT-O § 59 Nr. 1 = EzBAT BAT § 59 Nr. 20, zu I 3 der Gründe).
Zwar kann sich eine Aufklärungspflicht des Arbeitgebers auch ergeben, wenn er das Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Arbeitsverhältnis veranlasst (BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - aaO).
§ 59 Abs. 1 BAT regelt die Beendigung des Arbeitsverhältnisses infolge des Eintritts einer auflösenden Bedingung (BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - AP BAT-O § 59 Nr. 1; 23. Februar 2000 - 7 AZR 906/98 - BAGE 94, 7 = AP BeschFG 1985 § 1 Nr. 25 = EzA BeschFG § 1 Klagefrist Nr. 3, zu 1 a der Gründe).
Für die in ihr geregelte auflösende Bedingung besteht ein sachlicher Grund (dazu ausführlich BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - AP BAT-O § 59 Nr. 1, zu I 1 a und b der Gründe).
Sie will auch dem rechtlichen Interesse des Arbeitgebers Rechnung tragen, sich von einem Arbeitnehmer zu trennen, der dauerhaft gesundheitsbedingt nicht in der Lage ist, seine vertraglich geschuldete Leistung zu erbringen (BAG 9. August 2000 - 7 AZR 214/99 - BAGE 95, 264 = AP BAT § 59 Nr. 10, zu II 2 der Gründe; 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - AP BAT-O § 59 Nr. 1, zu I 1 a der Gründe).
Nicht erforderlich ist, dass der Arbeitnehmer den Rentenantrag bereits innerhalb der Frist des § 84 SGG zurückgenommen hat (entgegen BAG 23. Juni 2004 - 7 AZR 440/03 - BAGE 111, 148 ; BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 ).
Der dauerhafte Bezug einer Erwerbsunfähigkeitsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung rechtfertigt die Beendigung des Arbeitsverhältnisses ohne Rücksicht auf den gesetzlichen Kündigungsschutz, weil durch den Bezug dauerhafter Rentenleistungen dem aus Art. 12 Abs. 1 GG folgenden Bestandsschutz und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Absicherung des Arbeitnehmers Rechnung getragen wird (BAG 03. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 ).
Allerdings hat das Bundesarbeitsgericht in ständiger Rechtsprechung den Eintritt der auflösenden Bedingung nur dann verneint, wenn der Arbeitnehmer im Rahmen seiner sozialrechtlichen Dispositionsbefugnis die Rücknahme des Rentenantrags innerhalb der Widerspruchsfrist des § 84 SGG erklärt hat (BAG 23. Juni 2004 - 7 AZR 440/03 - BAGE 111, 148 ; BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 ).
Der Arbeitgeber muss die Möglichkeit haben, nach Mitteilung über die bewilligte Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit auf Dauer entsprechende Personaldispositionen, zB durch Neueinstellungen vorzunehmen (BAG 23. Juni 2004 - 7 AZR 440/03 - BAGE 111, 148 ; BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 ).
Die Entscheidung der Kammer weicht von der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ab, wonach ein Arbeitnehmer im Rahmen seiner sozialrechtlichen Dispositionsbefugnis die Rücknahme des Rentenantrags innerhalb der Widerspruchsfrist des § 84 SGG zu erklären hat (BAG 23. Juni 2004 - 7 AZR 440/03 - BAGE 111, 148 ; BAG 3. September 2003 - 7 AZR 661/02 - BAGE 107, 241 ).
LAG Schleswig-Holstein, 01.02.2012 - 3 Sa 233/11
Beendigung des Arbeitsverhältnisses, Vergleich, Abfindung, Rückzahlung, …
LAG Düsseldorf, 08.08.2008 - 9 Sa 572/08
Arbeitsverhältnis einer Altenpflegerin endet nicht nur aufgrund ihrer …

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 Art. 12
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