Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F18-02-2013-2C_1003-2011
Timestamp: 2016-10-25 15:48:28+00:00

Document:
2C_1003/2011 (18.02.2013)
2C_1003/2011 {T�0/2}
� � Urteil vom 18. Februar 2013
Eidgen�ssische Zollverwaltung, Oberzolldirektion,
Die X.________ AG, damals mit Sitz in A.________/ZH, heute in B.________/ZH, bezweckt statutengem�ss den Betrieb eines gewerbsm�ssigen Taxiflug-Unternehmens, das gewerbsm�ssige Ein- und Verchartern sowie das Halten und den Vertrieb von Flugzeugen. Die Gesellschaft verf�gt �ber ein "Air Operator Certificate" (AOC) und ist seit dem Jahr 1988 im Besitz einer Betriebsbewilligung des Bundesamtes f�r Zivilluftfahrt zur Bef�rderung von Personen und G�tern im Nichtlinienverkehr ("Bedarfsluftverkehr"). Gem�ss Luftfahrzeugregister war die X.________ AG in den hier interessierenden Jahren 2001 bis 2007 die "Haupthalterin" der Flugzeuge HB-S.________ (Falcon 2000EX) und HB-T.________ (Falcon 900EX). Als deren "Haupteigent�mer" wies das Luftfahrzeugregister im ersten Fall die Y.________ SA aus, im andern Fall die ebenfalls in der Schweiz ans�ssige, nunmehr aber liquidierte Z.________ AG.
Zwischen der X.________ AG und den beiden Eigent�mergesellschaften bestanden verschiedene Vertr�ge, die sich im Wesentlichen aus einer Leasing- und einer Operation-Komponente zusammensetzten. 70 bis 80 Prozent des Umsatzes erzielte die X.________ AG ab dem Jahr 2006 mit der Bef�rderung von Personen, die weder ihr noch den Eigent�mergesellschaften nahe stehen. Die Ums�tze aus internationalen Fl�gen �berwogen jene aus dem Binnenluftverkehr.
Mit Verf�gung vom 20. Mai 2010 verpflichtete die Eidgen�ssische Zollverwaltung, Zollkreisdirektion Schaffhausen, die X.________ AG zur nachtr�glichen Bezahlung einer Einfuhrumsatzsteuer in H�he von Fr. 71'769.50. Anlass bildeten Wartungsarbeiten an den Flugzeugen im Betrag von Fr. 944'335.--, welche die X.________ AG im Zollausland hatte vornehmen lassen und von denen die Eidgen�ssische Zollverwaltung ausging, sie unterl�gen der Einfuhrumsatzsteuer. Die gegen die Verf�gung gerichtete Beschwerde wies die Eidgen�ssische Zollverwaltung, Oberzolldirektion, mit Beschwerdeentscheid vom 21. Oktober 2010 ab. Dagegen wandte sich die X.________ AG an das Bundesverwaltungsgericht, das die Beschwerde am 1. November 2011 guthiess (Urteil A-8136/2010).
Mit Eingabe vom 2. Dezember 2011 erhebt die Eidgen�ssische Zollverwaltung, Oberzolldirektion, beim Bundesgericht Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten. Sie beantragt, das angefochtene Urteil vom 1. November 2011 sei aufzuheben und der Beschwerdeentscheid der Oberzolldirektion vom 21. Oktober 2010 sei zu best�tigen.
�W�hrend die Vorinstanz auf eine Vernehmlassung verzichtet, �ussert sich die X.________ AG (hiernach: die Steuerpflichtige) ausf�hrlich und beantragt die Abweisung der Beschwerde. Dazu bezieht die Eidgen�ssische Zollverwaltung Stellung, was die Steuerpflichtige zu einer weiteren Stellungnahme veranlasst. Zu den auf Anordnung des Bundesgerichts nachgereichten Unterlagen der Eidgen�ssischen Zollverwaltung nimmt die Steuerpflichtige Stellung, wozu sich die Eidgen�ssische Zollverwaltung abschliessend vernehmen l�sst.
1.2.�Die Beschwerde richtet sich gegen den (End-) Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts in einer Angelegenheit des �ffentlichen Rechts. Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist mit Blick auf die allgemeinen Eintretensvoraussetzungen grunds�tzlich gegeben (Art. 82 lit. a, 83, 86 Abs. 1 lit. a, 90 BGG). Im Bereich der Einfuhrumsatzsteuer verweist die Mehrwertsteuer- unter Vorbehalt abweichender eigener Bestimmungen auf die Zollgesetzgebung (im interessierenden Zeitraum: Art. 72 des Bundesgesetzes vom 2. September 1999 �ber die Mehrwertsteuer [MWSTG 1999; AS 2000 1300]). In der Folge findet sich in Art. 116 des Zollgesetzes vom 18. M�rz 2005 (ZG; SR 631.0) der R�ckverweis auf die allgemeinen Bestimmungen �ber die Bundesrechtspflege. Die Eidgen�ssische Zollverwaltung ist zur vorliegenden Beschwerde legitimiert (Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG und Art. 4 Abs. 1 i.V.m. Art. 14 Abs. 2 lit. c der Organisationsverordnung vom 17. Februar 2010 f�r das Eidgen�ssische Finanzdepartement [OV-EFD; SR 172.215.1]; Urteil 2C_774/2011 vom 3. Januar 2012 E. 1.1). Auf die Beschwerde ist einzutreten.
1.3.�Mit der Beschwerde kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 und 96 BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es ist folglich weder an die in der Beschwerde vorgebrachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden; es kann die Beschwerde aus einem anderen als dem angerufenen Grund gutheissen, und es kann eine Beschwerde mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr�ndung abweisen (Motivsubstitution; BGE 138 III 537 E. 2.2 S. 540; 137 III 385 E. 3 S. 386; 133 III 545 E. 2.2. S. 550).
�Trotz der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft das Bundesgericht, unter Ber�cksichtigung der allgemeinen Begr�ndungspflicht der Beschwerde (Art. 42 BGG), grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 135 II 384 E. 2.2.1 S. 389; 134 III 102 E. 1.1 S. 104; 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Die Verletzung von Grundrechten und von kantonalem und interkantonalem Recht untersucht es in jedem Fall nur, soweit eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG). Fragen des Bundesrechts kl�rt das Bundesgericht mit freier Kognition (Urteile 2C_708/2012 vom 21. Dezember 2012 E. 1.4; 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 1.4, in: StR 67/2012 S. 828).
1.4.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die tats�chlichen Feststellungen der Vorinstanz k�nnen nur berichtigt werden, sofern sie entweder offensichtlich unrichtig, d. h. willk�rlich ermittelt worden sind (Art. 9 BV; BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356; zum Willk�rbegriff: BGE 138 I 49 E. 7.1 S. 51; 137 I 1 E. 2.4 S. 5) oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhen (Art. 105 Abs. 2 BGG). Zudem hat die beschwerdef�hrende Partei aufzuzeigen, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 137 III 226 E. 4.2 S. 234).
1.5.�Streitgegenstand bildet eine Mehrwertsteuerforderung, welche die Jahre 2002 bis 2007 betrifft. Am 1. Januar 2010 ist das Bundesgesetz vom 12. Juni 2009 �ber die Mehrwertsteuer (MWSTG 2009; SR 641.20) in Kraft getreten. Aufgrund von Art. 112 Abs. 1 MWSTG 2009 bleiben in Bezug auf das materielle Recht grunds�tzlich die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen anwendbar (Urteil 2C_835/2011 vom 4. Juni 2012 E. 1.5 mit Hinweis). Massgebend ist demzufolge das bereits erw�hnte Bundesgesetz vom 2. September 1999 �ber die Mehrwertsteuer (MWSTG 1999; AS 2000 1300), das am 1. Januar 2001 in Kraft getreten war.
2.1.�Gem�ss Art. 1 Abs. 1 MWSTG 1999 erhebt der Bund eine Mehrwertsteuer, d. h. eine allgemeine Verbrauchssteuer nach dem System der Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug. Sie soll den Konsum der (End-) Verbraucher erfassen (BGE 138 II 251 E. 2.1 S. 253; 123 II 295 E. 5a S. 301). Von der allgemeinen objektiven Steuerpflicht ist auszugehen, soweit das Gesetz keine echte (Befreiung des Umsatzes mit Recht zum Vorsteuerabzug; Art. 19 i.V.m. Art. 38 Abs. 3 MWSTG 1999) oder unechte (Befreiung des Umsatzes ohne Recht zum Vorsteuerabzug; Art. 18 i.V.m. Art. 38 Abs. 4 MWSTG 1999) Ausnahme vorsieht. In Erg�nzung zu den Inlandums�tzen gem�ss Art. 5 MWSTG 1999 l�st auch die Einfuhr von Gegenst�nden ins Inland die Mehrwertsteuer aus (Art. 72 ff. MWSTG 1999).
2.2.�Eine echte Ausnahme von der Inlandumsatzsteuer findet sich namentlich in Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 MWSTG 1999. Danach sind von der Steuer befreit:
�(1.) Lieferungen, Umbauten, Instandsetzungen, Wartungen, Vercharterungen und Vermietungen von Luftfahrzeugen, die von Unternehmen verwendet werden, die gewerbsm�ssige Luftfahrt im Bef�rderungs- oder Charterverkehr betreiben und deren Ums�tze aus internationalen Fl�gen jene aus dem Binnenluftverkehr �berwiegen;
�(2.) Lieferungen, Vermietungen, Instandsetzungen und Wartungen der in diese Luftfahrzeuge eingebauten Gegenst�nde oder der Gegenst�nde f�r ihren Betrieb;
�(3.) Lieferungen von Gegenst�nden zur Versorgung dieser Luftfahrzeuge sowie Dienstleistungen, die f�r den unmittelbaren Bedarf dieser Luftfahrzeuge und ihrer Ladungen bestimmt sind.
2.3.�Im Einfuhrverh�ltnis besteht Steuerfreiheit, soweit Gegenst�nde in das Zollinland eingef�hrt werden, deren Ums�tze im Inland nach Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 MWSTG 1999 von der Steuer befreit w�ren. Dies ergibt sich aus Art. 74 Ziff. 11 MWSTG 1999 (bzw. aufgrund des gleichlautenden Art. 74 Abs. 1 Ziff. 10 MWSTG 1999 in der Fassung vom 18. M�rz 2005 [AS 2007 1411]). Auf diese Weise sollen Inlandlieferungen und Einfuhren von Gegenst�nden gleichgestellt werden (Parlamentarische Initiative Dettling. Bericht der Kommission f�r Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates [BBl 1996 V 713, insb. 799]). Dementsprechend ist eine gleichartige Behandlung von Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 und Art. 74 Ziff. 11 MWSTG 1999am Platz ( PASCAL Mollard/Xavier Oberson/Anne Tissot Benedetto, Trait� TVA, 2009, S. 399 N. 696; vgl. auch Alois Camenzind/Niklaus Honauer/Klaus A. Vallender, Handbuch zur neuen Mehrwertsteuer, 2. Aufl., 2003, N. 1840).
3.1.�Anlass zur nachtr�glichen Mehrwertsteuerforderung der Eidgen�ssischen Zollverwaltung, geltend gemacht im Weg von Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 22. M�rz 1974 �ber das Verwaltungsstrafrecht (VStrR; SR 313.0), gaben die im Zollausland vorgenommenen Wartungsarbeiten an den beiden Flugzeugen. Unbestritten ist, dass die Wiedereinfuhr (sog. "Wiedereinflug") der zuvor aus dem zollrechtlich freien inl�ndischen Verkehr ins Ausland verbrachten Flugzeuge an sich unter den gegebenen Umst�nden keine schweizerische Einfuhrumsatzsteuer nach sich zieht. Fraglich ist hingegen, wie es sich mit der Erfassung der im Ausland an den Flugzeugen vorgenommenen Leistungen verh�lt (Art. 76 Abs. 1 lit. f i.V.m. Art. 74 MWSTG 1999).
3.2.�Die Eidgen�ssische Zollverwaltung stellt sich auf den Standpunkt, die Wartungsarbeiten l�sten [nur] dann keine Einfuhrumsatzsteuer aus, wenn sie durch das Luftverkehrsunternehmen selbst veranlasst und die Arbeiten an einem beg�nstigten (steuerbefreiten) Luftfahrzeug ausgef�hrt worden seien. Ein beg�nstigtes Luftfahrzeug kennzeichne sich dadurch, dass es vom Luftverkehrsunternehmen entweder durch Einfuhr oder im Inland kaufweise (Art. 6 Abs. 1 MWSTG 1999) bzw. aufgrund einer entgeltlichen Gebrauchs�berlassung erworben worden sei (Art. 6 Abs. 2 lit. b MWSTG 1999). Zudem sei zu verlangen, dass das Eigentum bzw. der Miet- oder Leasingvertrag bei Wiedereinfuhr noch bestehe.
�Die beiden von der Vorinstanz ausgef�hrten Tatbestandselemente - gewerbsm�ssige Luftfahrt im Bef�rderungs- oder Charterverkehr einerseits, Ums�tze aus internationalen Fl�gen, welche jene aus dem Binnenluftverkehr �berwiegen, anderseits - reichten f�r sich alleine nicht aus, um eine Befreiung der ausl�ndischen Wartung von der Einfuhrumsatzsteuer zu bewirken. Das Verh�ltnis zwischen den Eigent�mergesellschaften und der Steuerpflichtigen sei im vorliegenden Fall ohnehin als Aircraft-Management-Vertrag zu werten. Das blosse Verwalten, Bereithalten und Betreiben eines Luftfahrzeugs im Rahmen eines solchen Vertrags begr�nde keine "generelle Vermietung", wie sie die Praxis verlange, weswegen der Befreiungstatbestand nicht zur Anwendung komme.
3.3.�Die Steuerpflichtige h�lt dem entgegen, ihr stehe das "hundertprozentige, alleinige Nutzungsrecht" an den Flugzeugen zu. Sie allein habe die Werkvertr�ge mit den ausl�ndischen Wartungsbetrieben abgeschlossen. Ungeachtet der Rechtsform des Vertrags zwischen den Eigent�mergesellschaften und ihr sei der Befreiungstatbestand erf�llt.
4.1.�Vom Anwendungsbereich der Steuerbefreiung ausgenommen sind von vornherein Luftverkehrsunternehmen, die �ber keine Bewilligung zur gewerbsm�ssigen Luftfahrt im Bef�rderungs- oder Charterverkehr verf�gen (Willy Leutenegger, in: Kompetenzzentrum MWST der Treuhand-Kammer [Hrsg.], mwst.com, 2000, N. 7 zu Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 MWSTG 1999). Die Vorinstanz h�lt hierzu in f�r das Bundesgericht verbindlicher Weise fest (Art. 105 Abs. 1 BGG), die Steuerpflichtige verf�ge �ber ein "Air Operator Certificate" (AOC). Seit dem Jahr 1988 sei sie im Besitz einer Betriebsbewilligung des Bundesamtes f�r Zivilluftfahrt. Die Eigenschaften eines Luftverkehrsunternehmens im Sinne von Art. 27 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Dezember 1948 �ber die Luftfahrt (LFG; SR 748.0) sind mithin gegeben, ebenso wie aufgrund der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen unbestritten ist, dass die von der Steuerpflichtigen erbrachten Ums�tze �berwiegend mit internationalen Fl�gen erzielt wurden.
4.2.�Zu den typischen Leistungsbeziehungen zwischen der Betreibergesellschaft und deren Kunden hat sich das Bundesgericht bereits kurz nach Einf�hrung der Mehrwertsteuer ausgesprochen. Bedingt durch den unterschiedlichen Ort der Leistung (Art. 13 f. MWSTG 1999) ist die �berlassung des Luftfahrzeugs zum Gebrauch oder zur Nutzung (ohne oder mit Bedienungspersonal; Lieferung) von der Dienstleistung zu unterscheiden, die in der Bef�rderung von Personen oder G�tern besteht (Urteile 2C_195/2007 vom 8. Januar 2008 E. 2.1, in: ASA 79 S. 636, StR 64/2009 S. 33; 2A.689/2004 vom 12. September 2005 E. 3.3, in: StR 61/2006 S. 553; 2A.726/2004 vom 25. August 2005 E. 2.3, in: StR 61/2006 S. 238; 2A.314/1998 vom 27. Februar 2001 E. 3, in: ASA 73 S. 316, RDAF 2001 II 59; 2A.55/1999 vom 23. Januar 2001 E. 5, in: ASA 71 S. 564, vgl. auch Camenzind/Honauer/Vallender, a.a.O., N. 938 ff.; zum Chartervertrag: BGE 115 II 108 E. 4 S. 109 f.; 83 II 231 E. 2 S. 234 ff.; Walter M�ller, Der Chartervertrag, in: Innominatvertr�ge, Festgabe Walter R. Schluep, 1988, S. 215).
4.3.�Vorliegend steht freilich die Vertragsbeziehung zwischen der Betreiber- und der Eigent�mergesellschaft im Brennpunkt. Streitig ist, ob das Vorliegen eines "beg�nstigten" Luftfahrzeugs u. a. davon abh�ngt, dass das Luftverkehrsunternehmen das Luftfahrzeug selber eingef�hrt oder im Inland zum Gebrauch oder zur Nutzung erlangt hat. Zu diesem Aspekt l�sst sich dem Normtext von 2001 keine ausdr�ckliche Anordnung entnehmen. Erst das revidierte Recht von 2010 spricht sich dar�ber aus. Danach wird verlangt, dass das Luftverkehrsunternehmen das Luftfahrzeug�
"im Rahmen einer Lieferungerworben" (Art. 23 Abs. 2 Ziff. 8 MWSTG 2009) bzw. die Gegenst�nde "nach Art. 23 Abs. 2 Ziff. 8 [...] vor der Einfuhr�
im Rahmen einer Lieferung�bezogen" hat (Art. 53 Abs. 1 lit. e MWSTG 2009). Gem�ss Botschaft vom 25. Juni 2008 zur Vereinfachung der Mehrwertsteuer (BBl 2008 6885, insb. 6969 und 6989) verfolgte der Gesetzgeber mit diesem Gesichtspunkt die Absicht, Klarheit zu schaffen und Missverst�ndnisse auszur�umen (vgl. Alois Camenzind/ Niklaus Honauer/Klaus A. Vallender/ Marcel R. Jung/Simeon L. Probst, Handbuch zum Mehrwertsteuergesetz, 3. Aufl., 2012, N. 1447 und, weniger deutlich, N. 2506).
4.4.�Diese gesetzliche "Klarstellung" ist kritisiert worden. Wie bei den �brigen Tatbestandsvarianten d�rfe es auf die Art des Erwerbs des Luftfahrzeugs nicht ankommen. Die Steuerbefreiung solle vielmehr "das Luftfahrtunternehmen als solches [erfassen], das im gewerblichen Luftverkehr t�tig ist" (so Regine Schluckebier, in: Felix Geiger/Regine Schluckebier [Hrsg.], MWSTG, 2012, N. 115 zu Art. 23 MWSTG 2009; dies. scheinbar zustimmend in N. 57 zu Art. 53).
�Wie es sich damit neurechtlich verh�lt, ist hier nicht zu vertiefen. Offenbleiben kann auch, ob dem Steuerbefreiungstatbestand schon altrechtlich ein derartiges Element innewohnt, wie die Eidgen�ssische Zollverwaltung ausf�hrt, was aber zumindest aufgrund des Wortlauts von Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 MWSTG 1999 nicht evident ist. Selbst wenn die Auffassung zutr�fe, m�sste hier nach dem Folgenden vom Vorliegen einer Lieferung ausgegangen werden.
4.5.�Der Begriff des Aircraft-Mangement-Vertrags ist vielschichtig und vertragsrechtlich, da er keinem gesetzlich geregelten Vertragsverh�ltnis entspringt, unscharf gefasst ( Pascal G. Favre/Pierre Tercier, Les contrats sp�ciaux, 4. Aufl., 2009, N. 4995). F�r die Zwecke der Mehrwertsteuer umschreibt das Bundesgericht in seiner Praxis das "Aircraft Management" als Verwalten und Betreiben von Luftfahrzeugen, die im Eigentum einer anderen nat�rlichen oder juristischen Person stehen. Um den Aircraft-Management-Vertrag mit dem Eigent�mer erf�llen zu k�nnen, bezieht der Operator als Halter des Luftfahrzeugs die f�r den Betrieb und die Verwaltung erforderlichen Leistungen von Dritten oder erbringt diese Leistungen mit eigenen Mitteln. Bei den von Dritten bezogenen Leistungen kann es sich um Lieferungen (z. B. Bezug von Treibstoffen, Catering, Wartungs- und Reparaturleistungen) oder um Dienstleistungen im In- oder Ausland handeln. Die von Dritten bezogenen und die selbst erbrachten Leistungen werden vertragstypisch der Eigent�mergesellschaft in Rechnung gestellt (Urteile 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009 E. 5.2, in: StR 65/2010 S. 344; 2A.40/2007 vom 14. November 2007 E. 2.5, in: StR 63/2008 S. 288).
4.6.�Die Steuerpflichtige war in den Jahren 2001 bis 2007 die "Haupthalterin" der Flugzeuge Falcon 2000EX und Falcon 900EX, w�hrend das Eigentum je einer in der Schweiz ans�ssigen Gesellschaft zustand. Das Vertragsgeflecht um die beiden Luftfahrzeuge setzt sich nach den Feststellungen der Vorinstanz haupts�chlich aus einer Leasing- und einer Operating-Komponente zusammen. Das steuerpflichtige Luftverkehrsunternehmen �bernahm die Aufgabe, das gesamte "Operating" des Flugzeugs zu besorgen, zudem das Flugzeug von der Eigent�mergesellschaft "exklusiv zu leasen zwecks exklusiver gewerbsm�ssiger Vercharterung des Flugzeugs durch den Operator".
�Die Vorinstanz h�lt hierzu fest, die Steuerpflichtige habe die Luftfahrzeuge nicht f�r die Eigent�mergesellschaften, sondern f�r "ihre eigenen Kunden (Drittkunden) " verwaltet, bereitgehalten und betrieben. Die Eigent�merinnen h�tten sich auf keine Vorrechte berufen k�nnen, wollten sie die Luftfahrzeuge ben�tzen. Zwischen 70 und 80 Prozent ihres Umsatzes habe die Steuerpflichtige ab dem Jahr 2006 mit der Bef�rderung von Personen erzielt, die weder ihr noch den Eigent�mergesellschaften nahe stehen. Diese Feststellungen sind nicht offensichtlich unrichtig (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung und Beweisw�rdigung (Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 4.3, in: StR 67/2012 S. 828) ist damit f�r das Bundesgericht verbindlich.
4.7.�Vor diesem Hintergrund vermag auch der rechtliche Schluss der Vorinstanz zu �berzeugen, wonach zwischen der Steuerpflichtigen und den beiden Eigent�mergesellschaften mehrwertsteuerlich von einer Lieferung auszugehen sei. Die T�tigkeit der Steuerpflichtigen reicht mit Blick auf die tats�chlichen Gegebenheiten, wie sie vorinstanzlich festgestellt wurden, sp�rbar �ber blosse Management-Leistungen im vertragstypischen Sinne hinaus. Unter Beanspruchung des Leasingvertrags setzte sie die Luftfahrzeuge, gemessen am erzielten Umsatz, zumindest ab dem Jahr 2006 weit �berwiegend f�r eine von ihr und den Eigent�mergesellschaften unabh�ngige Kundschaft ein. Soweit im Rahmen der gewerbsm�ssigen Personenbef�rderung nahestehende Personen transportiert wurden, hatten auch diese eine dem Drittvergleich gen�gende "Charter Fee" zu entrichten.
�Der Steuerpflichtigen kam demnach eine qualifiziert nutzende Stellung im Sinne einer vertraglich gefestigten Sachherrschaft zu. Die Leasing-Komponente dominiert und l�sst den Operating-Aspekt in den Hintergrund treten: Bei einem Fremdkundenanteil von 70 bis 80 Prozent erreicht der mit unabh�ngiger Kundschaft erzielte Umsatz ein Ausmass, das f�r die mehrwertsteuerliche Beurteilung nicht unber�cksichtigt bleiben darf. Das zwischen Betreibergesellschaft und Eigent�mergesellschaften bestehende Vertragswerk kann nicht abschliessend beurteilt werden, ohne zu pr�fen, zu welchen Zwecken die Betreibergesellschaft die Luftfahrzeuge tats�chlich genutzt hat. Eine Vercharterung oder Vermietung von der Eigent�mer- an die Betreibergesellschaft liegt praxisgem�ss denn auch vor, soweit die Betreibergesellschaft vertragsrechtlich befugt ist, im Einzelfall das Luftfahrzeug zur Durchf�hrung von Fl�gen mit Dritten einzusetzen, dies tats�chlich tut und �ber ein Air Operator Certificate (AOC) verf�gt (Urteil 2C_904/2008 vom 22. Dezember 2009 E. 5.4, in: StR 65/2010 S. 344). In der damaligen Konstellation hatte die Betreibergesellschaft das Luftfahrzeug freilich f�r den Bedarf der Eigent�mergesellschaft bereitzuhalten. Insgesamt war von einem Aircraft Management auszugehen.
�Anders verh�lt es sich vorliegend bei der Steuerpflichtigen. Sie erzielt tats�chlich - und dies weit �berwiegend - Ums�tze mit Drittkunden. Hierzu verf�gt sie �ber die flugrechtliche Bewilligung des Bundesamtes f�r Zivilluftfahrt und ist vertragsrechtlich, so die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen, nicht verpflichtet, den Eigent�mergesellschaften ein Ben�tzungsvorrecht zu gew�hren. Dies unterscheidet die vorliegende Konstellation auch vom vertragstypischen Sachverhalt gem�ss Urteil 2C_732/2010 vom 28. Juni 2012. Dort hatte sich die Betreibergesellschaft verpflichtet, das Luftfahrzeug rund um die Uhr zur Verf�gung der Eigent�mergesellschaft zu halten ("maintenir l'avion pr�t � l'usage 24h sur 24"; E. 5.5).
4.8.�Billigen die Eigent�mergesellschaften hier die weit �berwiegenden Bef�rderungen unabh�ngiger Dritter, tritt die Operating- gegen�ber der Leasing-Komponente zur�ck und ist die Steuerbefreiung f�r die Zwecke der Einfuhrumsatzsteuer zu gew�hren. Dies gebieten bereits die leitenden Prinzipien der Mehrwertsteuer. Der Befreiungstatbestand stellt sich als Folge des Gebots der Wettbewerbsneutralit�t dar (Art. 1 Abs. 2 MWSTG 1999; Urteile 2C_836/2009 vom 15. Mai 2012 E. 6.3.4; 2C_632/2007 vom 7. April 2008 E. 2, in: ASA 77 S. 354) bzw. des Bestimmungslandprinzips, das dieses im grenz�berschreitenden Leistungsverh�ltnis verdeutlicht (Philip Robinson, in: Markus Reich, Steuerrecht, 2. Aufl., 2012, � 33 N. 19; Mollard/Oberson/Tissot Benedetto, a.a.O., S. 90 N. 318).
5.1.�Das Mehrwertsteuerrecht der Europ�ischen Union kann bei der Anwendung des schweizerischen Rechts als Erkenntnisquelle und Auslegungshilfe dienen, soweit das inl�ndische Mehrwertsteuerrecht nicht ausdr�cklich und bewusst von der Regelung der EU abweicht und einen eigenst�ndigen Weg beschreitet (BGE 138 II 251 E. 2.5.1 S. 259; 125 II 480 E. 7a S. 487 f.; 124 II 193 E. 6a S. 203 f.; Jean-Marc Rivier, L'interpr�tation des r�gles de droit qui r�gissent la Taxe sur la Valeur Ajout�e, in: ASA 63 S. 355 ff., insb. 365; Schaller/Sudan/Scheuner/Huguenot, TVA annot�e, 2005, S. 17 zu Art. 1 MWSTG 1999 mit zahlreichen Hinweisen; Camenzind/Honauer/Vallender, a.a.O., N. 79 f.; Klaus A. Vallender, in: Bernhard Ehrenzeller/Philippe Mastronardi/Rainer J. Schweizer/Klaus A. Vallender [Hrsg.], Die Schweizerische Bundesverfassung, 2. Aufl., 2008, N. 24 ff., insb. 26 zu Art. 130 BV; Manuel R. Vogel, Grenz�berschreitender Dienstleistungs- und Warenverkehr im Lichte der Mehrwertsteuer, 2003, S. 8).
5.2.�Der landesrechtliche Befreiungstatbestand im Bereich der Luftfahrt wurde auch im Hinblick auf das Richtlinienrecht der Europ�ischen Union geschaffen (Urteil 2C_836/2009 vom 15. Mai 2012 E. 6.3.4, in: StR 67/2012 S. 540). Seit Einf�hrung der Mehrwertsteuer in der Schweiz herrscht das Bestreben, im hier interessierenden Bereich (Art. 19 Abs. 2 Ziff. 7 bzw. Art. 74 Ziff. 11 MWSTG 1999) Einklang mit dem Recht der EU herzustellen. Schon in seinem Kommentar zum seinerzeitigen Art. 15 Abs. 2 lit. h der Verordnung vom 22. Juni 1994 �ber die Mehrwertsteuer (MWSTV 1994; AS 1994 1464) legte das Eidgen�ssische Finanzdepartement Wert auf die Feststellung, die Norm sei "eurokompatibel" (BBl 1994 III 530, insb. 549). �hnliches tat die Kommission f�r Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates in ihrem Bericht zur Parlamentarischen Initiative Dettling (BBl 1996 V 713, insb. 755).
5.3.�Auch der Gerichtshof der Europ�ischen Union (EuGH) geht in seiner Praxis - hier zu Art. 15 Ziff. 6 der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten �ber die Umsatzsteuern - Gemeinsames Mehrwertsteuersystem: einheitliche steuerpflichtige Bemessungsgrundlage (ABl. L 145 vom 13. Juni 1977, S. 1) - vom Grundsatz der steuerlichen Neutralit�t aus (Urteile vom 19. Juli 2012 C-33/11�
A Oy�Randnr. 32 bzw. vom 16. September 2004 C-382/02�
Cimber Air A/S�Randnr. 23 f.). Die in Art. 15 der Sechsten Richtlinie vorgesehenen Steuerbefreiungen sind nach Auffassung des EuGH zwar eng auszulegen, aber nicht derart restriktiv, dass dies den Begriff seiner "praktischen Wirkung" beraubte (C-33/11�
A Oy�Randnr. 49). Danach ist Art. 15 Nr. 6 der Sechsten Richtlinie dahin zu verstehen, dass die Befreiung auch f�r die Lieferung eines Luftfahrzeugs an einen Wirtschaftsteilnehmer gilt, der selbst nicht zu den "Luftfahrtgesellschaften ..., die haupts�chlich im entgeltlichen internationalen Verkehr t�tig sind", geh�rt, sondern das betreffende Luftfahrzeug [lediglich] zum Zweck der ausschliesslichen Nutzung durch eine solche Gesellschaft erwirbt (C-33/11�
A Oy�Randnr. 57). Ob das Luftverkehrsunternehmen dabei internationale Linien- oder ebensolche Charterfl�ge erbringt, ist von keiner Bedeutung (a.a.O.,Randnr. 25, 26, 30).
5.4.�Wenn [auch] die Eigent�mergesellschaft, die selber keine Luftverkehrsleistungen erbringt, als beg�nstigte Unternehmung in Betracht f�llt, vermag eine Betreibergesellschaft diese Rechtswohltat umso mehr anzurufen. Der angefochtene Entscheid erweist sich als bundesrechtskonform.
Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Die Eidgen�ssische Zollverwaltung hat damit die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens zu tragen (Art. 65, 66 Abs. BGG), da sie mit ihren Antr�gen Verm�gensinteressen wahrnimmt (Art. 66 Abs. 4 BGG; Urteil 2C_92/2012 vom 17. August 2012 E. 6.1, in: StR 67/2012 S. 828). Zudem hat sie der Steuerpflichtigen f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).
Die Beschwerdef�hrerin hat die Beschwerdegegnerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 6'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 72
 Art. 116
 Art. 4
 Art. 14
 Art. 95
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 95
 BGE 
 Art. 112
 Art. 1
 Art. 19
 Art. 38
 Art. 18
 Art. 38
 Art. 5
 Art. 19
 Art. 19
 Art. 74
 Art. 74
 Art. 19
 Art. 74
 Art. 12
 Art. 74
 Art. 19
 Art. 27
 BGE 
 Art. 23
 Art. 23
 Art. 53
 Art. 19
 Art. 1
 Art. 130
 Art. 74
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 15
 EuGH 
 Art. 15