Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20167/03
Timestamp: 2018-07-19 17:38:29+00:00

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UWG a. F. § 1; BGB §§ 677, 683 Satz 1, § 670; UWG § 7 Abs. 2 Nr. 3 F.: 3. Juli
UWG a.F. § 1; BGB §§ 677, 683 Satz 1, § 670; UWG § 7 Abs. 2 Nr. 3 F.: 03.07.2004
Telefaxwerbung II
Telefaxwerbung nach BGH weiterhin rechtswidrig: neue Technik ändert nichts
Voraussetzungen für einen Anspruch auf Zahlung von Abmahnkosten wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens; Beurteilung einer Werbung als belästigend; Einordnung einer per Telefax unaufgefordert übermittelten Werbung gegenüber Gewerbetreibenden als wettbewerbswidrig; Anforderungen an die Ernsthaftigkeit des Unterlassungsverlangens
Telefax-Werbung II / Telefax Werbung II / Telefaxwerbung II
§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG (i.d.F. vom 03.07.2004)
Zur Zulässigkeit von Werbung via Telefon, Fax und E-Mail
Zur Wettbewerbswidrigkeit einer per Telefax unaufgefordert übermittelten Werbung
"Telefax-Werbung II"; Wettbewerbswidrig unverlangt per Telefax übermittelter Werbung bei Empfang mit einem PC
Der Umstand, dass Telefaxsendungen immer häufiger unmittelbar auf einen PC geleitet und nicht mit einem herkömmlichen Faxgerät ausgedruckt werden, ändert nichts daran, dass eine per Telefax unaufgefordert übermittelte Werbung auch gegenüber Gewerbetreibenden grundsätzlich als wettbewerbswidrig anzusehen ist.
UWG a.F. § 1, UWG § 7 Abs. 2 Nr. 3 F.: 3. Juli 2004, BGB § 670, BGB § 677, BGB § 683 Satz 1
Telefax-Werbung II; Internetrecht, Wettbewerbsrecht
Fax-Spam ist unzulässig
Werbung gegenüber Gewerbetreibenden
Unerwünschte Telefaxwerbung auch über PC unzulässig
UWG n. F. § 7 Abs. 2 Nr. 3, § 12 Abs. 1 Satz 2; UWG a. F. § 1; BGB §§ 677, 683 Satz 1, § 670
Wettbewerbswidrigkeit von Telefax-Werbung auch an Gewerbetreibende per Computerfax ("Telefax-Werbung II")
Die unaufgeforderte Übersendung eines Werbeschreibens per Computerfax ist als belästigende Werbung unlauter
Unaufgeforderte Werbung gegenüber Gewerbetreibenden wettbewerbswidrig, auch wenn sie als Computerfax ankommen
Unaufgeforderte Faxwerbung gegenüber Gewerbetreibenden rechtswidrig
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 01.06.2006, Az.: I ZR 167/03 (Unaufgefordert übermittelte Fax-Werbung gegenüber Gewerbetreibenden - Telefax-Werbung II)" von RA Dr. Stefan Ernst, original erschienen in: NJW 2006, 3781 - 3783.
Mahnt der Gläubiger zunächst ab, statt sofort Klage zu erheben oder einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zu stellen, gibt er damit dem Schuldner die Möglichkeit, die gerichtliche Auseinandersetzung auf kostengünstige Weise durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung abzuwenden (BGH, Urteil vom 1. Juni 2006 - I ZR 167/03, GRUR 2007, 164 Rn. 12 = WRP 2007, 67 - Telefax-Werbung II).
Verhindert werden soll darüber hinaus, dass die belästigende Werbung zu einer Bindung von Ressourcen des Empfängers führt (BGH, Urteil vom 1. Juni 2006 - I ZR 167/03, GRUR 2007, 164 Rn. 9).
Gegenstand des Schutzes ist die Verhinderung des Eindringens des Werbenden in die Privatsphäre des Verbrauchers und die geschäftliche Sphäre, insbesondere die Ungestörtheit der Betriebsabläufe des sonstigen Marktteilnehmers; es soll verhindert werden, dass dem Verbraucher und sonstigen Marktteilnehmer Werbemaßnahmen gegen seinen erkennbaren oder mutmaßlichen Willen aufgedrängt werden (vgl. Begründung zum Regierungsentwurf UWG 2004, BT-Drucks. 15/1487, Seite 20 f.; BGH, Urteil vom 1. April 2004 - I ZR 227/01, GRUR 2004, 699, 701 = WRP 2004, 1160 - Ansprechen in der Öffentlichkeit I; Urteil vom 9. September 2004 - I ZR 93/02, GRUR 2005, 443, 444 = WRP 2005, 485 - Ansprechen in der Öffentlichkeit II; Urteil vom 1. Juni 2006 - I ZR 167/03, GRUR 2007, 164 Rn. 8 f. = WRP 2007, 67 - Telefax-Werbung II;… Urteil vom 11. März 2010 - I ZR 27/08, GRUR 2010, 939 Rn. 20 = WRP 2010, 1249 - Telefonwerbung nach Unternehmerwechsel;… Urteil vom 3. März 2011 - I ZR 167/09, GRUR 2011, 747 Rn. 18 = WRP 2011, 1054 - Kreditkartenübersendung;… Leible in MünchKomm.UWG aaO § 7 Rn. 1;… Köhler in Köhler/Bornkamm aaO § 7 Rn. 2;… Ohly in Ohly/Sosnitza, UWG, 6. Aufl., § 7 Rn. 1;… Koch in Ullmann, JurisPK-UWG aaO § 7 Rn. 3 f.;… Pahlow in Großkomm.UWG, 2. Aufl., § 7 Rn. 1;… Mehler in Büscher/Dittmer/Schiwy, Gewerblicher Rechtsschutz Urheberrecht Medienrecht, 3. Aufl., § 7 UWG Rn. 3).
Verhindert werden soll darüber hinaus, dass die belästigende Werbung zu einer Bindung von Ressourcen des Empfängers (z.B. Zeitaufwand, Kosten für Faxpapier, Vorhaltekosten von Empfangseinrichtungen, Entsorgungskosten) führt (vgl. BGH, GRUR 2007, 164 Rn. 9 - Telefax-Werbung II;… Leible in MünchKomm.UWG aaO § 7 Rn. 1;… Köhler in Köhler/Bornkamm aaO § 7 Rn. 2;… Pahlow in Großkomm.UWG aaO § 7 Rn. 1;… Schöler in Harte/Henning, UWG, 3. Aufl., § 7 Rn. 36).
Der Anspruch auf Erstattung der Abmahnkosten beruht auf der Erwägung, dass die berechtigte Abmahnung dem Schuldner zum Vorteil gereicht, weil der Gläubiger, der zunächst abmahnt, statt sofort Klage zu erheben oder einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zu stellen, dem Schuldner damit die Möglichkeit gibt, eine gerichtliche Auseinandersetzung auf kostengünstige Weise durch Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung abzuwenden (BGH, Urt. v. 1.6.2006 - I ZR 167/03, GRUR 2007, 164 Tz. 12 = WRP 2007, 67 - Telefax-Werbung II).
Auf vertragliche Ansprüche, insbesondere Zahlungsansprüche, ist die Vorschrift weder direkt noch entsprechend anwendbar (vgl. BGH, Urteil vom 1. Juni 2006 - I ZR 167/03, GRUR 2007, 164 Rn. 11 = WRP 2007, 67 - Telefax-Werbung II;… Köhler in Köhler/Bornkamm, UWG, 30. Aufl., § 8 Rn. 4.8;… Bergmann in Harte/Henning, UWG, 2. Aufl., § 8 Rn. 307;… MünchKomm.UWG/Fritzsche, § 8 Rn. 448;… Ohly in Piper/Ohly/Sosnitza, UWG, 5. Aufl., § 8 Rn. 157; offengelassen in BGH…, Urteil vom 15.12.2011 - I ZR 174/10 Rn. 38 - Bauheizgerät).
Demgegenüber ist für den Anspruch auf Erstattung der Abmahnkosten allein die rechtliche Beurteilung zum Zeitpunkt der Abmahnung maßgeblich (BGH, Urt. v. 1.6.2006 - I ZR 167/03, GRUR 2007, 164 Tz 7 = WRP 2007, 67 - Telefax-Werbung II).
Dass die für die sich aus dem UWG ergebenden negatorischen Ansprüche entwickelten Grundsätze nicht ohne weiteres auf die Geltendmachung von Vertragsstrafeansprüchen als vertragliche Ansprüche übertragen werden können, folgt bereits daraus, dass der Anwendungsbereich des § 8 Abs. 4 UWG auf gesetzliche Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche aus dem UWG beschränkt ist und die Vorschrift insbesondere auf vertragliche Ansprüche, insbesondere auch nicht analog angewendet werden kann (…Köhler/Bornkamm, UWG, 29. Aufl. § 8 Rdnr. 4.8;… Harte/Henning-Bergmann, UWG, 2. Aufl., § 8 Rdnr. 307;… Piper/Ohly/Sosnitza, UWG, 5. Aufl., § 8 Rdnr. 157; BGH GRUR 2007, 164 Tz. 11 - Telefax-Werbung II - zum Aufwendungsersatzanspruch nach § 12 Abs. 1 Satz 2 UWG); vielmehr ist bei vertraglichen Ansprüchen auf die allgemeinen Grundsätze des Rechtsmissbrauchs zurückzugreifen (Harte/Henning-Bergmann, ebenda); also auf Treu und Glauben, § 242 BGB (Piper/Ohly/Sosnitza, ebenda; Köhler/Bornkamm, ebenda).
LG Heidelberg, 04.04.2007 - 5 T 13/07
Streitwert bei Telefonwerbung - Im Fall unerwünschter Telefonwerbung bei Anrufen …
OLG Hamm, 27.04.2010 - 4 U 150/09
Sofortige Geltendmachung einer Vertragsstrafe nach Abgabe der …

References: § 1
 § 670
 § 7
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 BGH 

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 § 677
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 BGH 
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 § 8
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 BGH 
 § 12
 § 242