Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/2/82220000008.htm
Timestamp: 2018-12-19 04:14:25+00:00

Document:
2.22.008 Sandtorfer Bruch
Verordnung des Bürgermeisteramtes Mannheim als untere Naturschutzbehörde über das Landschaftsschutzgebiet "Sandtorfer Bruch" vom 16.07.1984 (Mannheimer Morgen vom 21.07.1984).
Auf Grund von §§ 22, 58 Abs. 3 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz
-NatSchG-) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), geändert durch das Gesetz zur Bereinigung des baden-württembergischen Ordnungswidrigkeitenrechts vom 06. Juni 1983 (GBl. S. 199), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karls­ruhe verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Mannheim werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt den Namen "Sandtorfer Bruch".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet "Sandtorfer Bruch" hat als Ganzes eine Größe von rd. 533 ha. Es wird im wesentlichen begrenzt:
Ausgangspunkt ist der Schnittpunkt Kirschgartshäuser Straße im Ortsteil Scharhof/südliche Grenze Gewann Erstes Feldchen, übergehend auf die östliche Straßenböschungsoberkante der Bundesstraße 44 bis zur baden-württembergischen/hessischen Landesgrenze; dieser Landesgrenze in weitem Bogen in östlicher Richtung folgend bis zum Schnittpunkt Böschungsunterkante der Riedbahn der Deutschen Bundesbahn; dann in südlicher Richtung entlang der Böschungsunterkante der Riedbahn ca. 1450 m weit folgend bis zum Schnittpunkt mit der Straße Oberer Bruchrand; von hier aus in westlicher Richtung entlang der Böschungsoberkante der Straße Oberer Bruchrand; dann übergehend und entlang des Weges Flurstück Nr. 34140 und nördlich der Kasernen-Einzäunung bis zum Schnittpunkt des Weges Flurstück Nr. 34734; diesem Weg in nördlicher Richtung und östlich des Gewanns Kleine Erlen bis zum Wegeschnittpunkt Flurstücke Nrn. 34734/34736, dann in westlicher Richtung entlang des Wegegrundstücks Flurstück Nr. 34736 und nördlich des Gewanns Kleine Erlen bis zum Ausgangspunkt.
(2) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in 3 Einzelblättern im Maßstab 1 : 5000 mit durchgezogener grüner Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Bürgermeisteramt Mannheim zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden niedergelegt.
Wesentlicher Schutzzweck ist, die Landschaft im Norden Mannheims in ihrer naturräumlich bedingten Grundstruktur und in ihren charakteristischen kulturlandschaftlichen Erscheinungsformen zu erhalten und in ihrer Entwicklung so zu steuern, daß die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, die nachhaltige Nutzbarkeit der Naturgüter und die Schönheit, Vielfalt und Eigenart der Landschaft als Lebens- und Erholungsraum langfristig bewahrt und gefördert werden.
8. Anlage oder Veränderung von Flugplätzen einschließlich Modellflugplätzen;
15. Umbruch von Dauergrünland und Wiesen in Ackerland;
16. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäumen, Hecken, Gebüschen, Feld- oder Ufergehölzen, Schilf- und Rohrbeständen sowie ähnlichen Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.
§ 4 Nr. 3 und § 5 gelten nicht:
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 11, 14, 15;
3. für die im Benehmen mit der unteren Naturschutzbehörde ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze, Bahnanlagen, Gewässer, Hochwasserschutzanlagen, Ver- und Entsorgungsleitungen, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 16;
Von den Vorschriften dieser Verordnung kann mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Karlsruhe nach § 63 NatSchG Befreiung erteilt werden.
1. entgegen § 22 Abs. 3 des NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen,
2. entgegen §§ 4 und 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen können.
Mannheim, den 16.07.1984
Gerhard Widder, Oberbürgermeister

References: § 64
 § 2

§ 4
 § 5
 § 5
 § 5
 § 63
 § 22
 § 4