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Timestamp: 2019-12-06 01:31:41+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 28.03.1995 - 10 S 1052/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,1611
VGH Baden-Württemberg, 28.03.1995 - 10 S 1052/93 (https://dejure.org/1995,1611)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 28.03.1995 - 10 S 1052/93 (https://dejure.org/1995,1611)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 28. März 1995 - 10 S 1052/93 (https://dejure.org/1995,1611)
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Klage gegen abfallrechtlichen Planfeststellungsbeschluß - maßgebliche Rechtslage; subjektiv-öffentliche Rechte immissionsbetroffener Dritter; Ermittlung und Bewertung von Immissionen; Standortauswahl
§ 42 Abs 2 VwGO, § 5 Abs 1 Nr 1 BImSchG, § 67 Abs 7 BImSchG, § 3 BImSchV 12, § 2 Abs 1 S 2 Nr 1 UVPG, § 6 Abs 4 S 1 Nr 3 UVPG, § 8 Abs 3 S 2 Nr 3 AbfallG
NVwZ-RR 1995, 639
VBlBW 1995, 318 (Ls.)
DVBl 1996, 62 (Ls.)
DÖV 1995, 1049
Die durch Art. 6 dieses Gesetzes eingeführte Änderung u. a. des § 7 AbfG ist zwar zum 1.5.1993 in Kraft getreten (Art. 16 InvErlWoBaulG); nach der Übergangsvorschrift des Art. 7 sind bereits begonnene Verfahren zur Zulassung von Abfallentsorgungsanlagen aber nach den bisherigen Vorschriften zu Ende zu führen, wenn das Vorhaben bei Inkrafttreten des Investitionserleichterungs- und Wohnbaulandgesetzes öffentlich bekannt gemacht war, wie es hier am 29.5.1992 geschehen ist (vgl. hierzu auch Urt. d. Senats v. 28.3.1995 - 10 S 1052/93 -, Umdr. S. 11 f. und BVerwG, U. v. 24.11.1994, ZfBR 1995, 150 ff. = DVBl. 1995, 238, 240).
Er hat diese Auffassung jüngst unter Hinweis auf einen neueren Beschluß des Bundesverwaltungsgerichts (Beschl. v. 10.1.1995 - 7 B 112.94 -, DVBl. 1995, 516 f.) bestätigt (Urt. d. Senats v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 17).
Nach Auffassung des Senats vermittelt zwar auch die Regelung in Nr. 2.2.1.5 TA Luft, wonach zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch krebserzeugende Stoffe deren Emissionen nach Nr. 2.3 zu begrenzen und nach Nr. 2.4 abzuleiten sind, in Verbindung mit § 5 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG Drittschutz (vgl. zuletzt Urt. d. Senats v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 25, m.w.N., …und Beschl. d. Senats v. 29.6.1994, a.a.O.).
Die Auffassung der Kläger, die Werte der 17. BImSchV seien "nicht letzter Wissensstand" (vgl. aber die Rechtsprechung des Senats, Urt. v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 25, …und Beschl. d. Senats v. 29.6.1994, a.a.O., unter Bezug auf die amtliche Begründung zur 17. BImSchV, abgedruckt bei Feldhaus, Bundesimmissionsschutzrecht, Nr. 2.17, S. 6), vielmehr seien, soweit existent, die Maßstäbe des LAI hier heranzuziehen, überzeugt nicht.
Bei einer am Grundsatz der Verhältnismäßigkeit orientierten Betrachtung ist es gerechtfertigt, in Anlehnung an Nr. 2.6.1.1 Satz 5 TA Luft (Bagatellmassenströme) Bagatellgrenzen für Immissionsbeiträge festzulegen (…vgl. Hansmann, a.a.O., Bd. III TA Luft Nr. 2.2.1.3 RdNr. 5, 8-11; Koch, in: Gemeinschaftskommentar zum BImSchG, § 3 RdNr. 126 ff.; Urt. d. Senats v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 26).
Dazu gehört auch das Kriterium, daß die Immissionszusatzbelastung 1 % von anerkannten Wirkungsschwellen ist, wobei für bestimmte häufig vorkommende kanzerogene Luftschadstoffe die Beurteilungsmaßstäbe der LAI-Studie "Krebsrisiko durch Luftverunreinigungen" (…a.a.O.) anstelle fehlender Wirkungsschwellenwerte herangezogen werden können (vgl. Urt. d. Senats v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 27).
Unter diesen Umständen bedurfte es auch bezüglich der Gesamtbelastung, die bei Betrieb der Anlage entstehen kann, keiner weiteren Untersuchungen zu Gesundheitsgefahren durch kanzerogene Stoffe (vgl. auch Urt. d. Senats v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 28 f.).
Ihnen steht zwar aus dem das Schutzprinzip des § 5 Abs. 1 Nr. 1 BImSchG konkretisierenden § 3 der 12. BImSchV ein Anspruch darauf zu, daß die Anforderungen dieser hier nach ihrem § 1 Abs. 1 anwendbaren Rechtsverordnung eingehalten werden (…OVG Nordrhein-Westfalen, Urt. v. 7.6.1990, a.a.O., S. 1203; Urt. d. Senats v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 30;… Beschl. d. Senats v. 29.6.1994, a.a.O.;… Jarass, BImSchG, 3. Aufl., § 7 RdNr. 31).
Diesen Grundsätzen folgt auch der erkennende Senat (vgl. Urt. v. 28.3.1995, a.a.O., Umdr. S. 32, Beschl. v. 8.12.1994 - 10 S 1305/94 - ZUR 1995, 95).
Der Kläger besitzt auch ein eigenes rechtsschutzwürdiges Interesse, weil mit dem vorliegenden Verfahren geklärt wird, ob die als Sicherheit abgetretene Forderung besteht und der mit der Sicherungsabtretung verfolgte Sicherungszweck erreicht werden kann (vgl. BGH, Urteil vom 24.10.1985 - VII ZR 337/84 -, BGHZ 96, 151;… Roth, a.a.O., § 398, Rn. 53; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 28.03.1995 - 10 S 1052/93 -, NVwZ-RR 1995, 639).
Die Frage wird überwiegend verneint (vgl. VGH Bad.-Württ, Urt. v. 28.03.1995 - 10 S 1052/93 - NVwZ-RR 1995, 639;… Happ in Eyermann, VwGO, 14. Aufl., § 42 Rn. 76 sowie Wahl/Schütz in Schoch/Schneider/Bier, § 42 Abs. 2 Rn. 37: generell unzulässig;… Kopp/Schenke, VwGO, 19. Aufl., Vorb. § 40 Rn. 25 m.w.N: denkbar allenfalls bei der allgemeinen Feststellungsklage;… a. A. Redeker/v. Oertzen, VwGO, 14 Aufl., § 42 Rn. 153 zur allgemeinen Leistungsklage).
Zu Leitsatz 1: Vergleiche BVerwG, Urteil vom 29.11.1982 - 7 C 34/80 - NJW 1983, 1133; OVG Saarlouis, Urteil vom 17.10.2013 - 2 A 303/12 - VGH Mannheim, Urteil vom 28.03.1995 - 10 S 1052/93 - NVwZ-RR 1995, 639.
Voraussetzung ist allerdings, dass der Kläger ein eigenes rechtsschutzwürdiges Interesse besitzt (in diesem Sinne VGH Bad.-Württ., Urt. v. 28.03.1995 - 10 S 1052/93 -, NVwZ-RR 1995, 639;… vgl. entsprechend für den Zivilprozess: BGH, Urt. v. 07.06.2001 - I ZR 49/99 -, NJW-RR 2002, 20).
Jedoch garantiert das Grundrecht der Vereinigungsfreiheit nicht ein bestimmtes Ergebnis der satzungsmäßigen Betätigung oder gar deren optimale Entfaltung (BVerwG, Urteil vom 16.07.1980 - 7 C 23/78 - DÖV 1981, 268; VGH Mannheim, Urteil vom 28.03.1995 - 10 S 1052/93 - DÖV 1995, 1049-1051; OVG Saarlouis…, Beschluss vom 23.04.2001 - 9 Q 147/00 - AS RP-SL 29, 170-173. Wird daher durch hoheitliche Maßnahmen lediglich die Verwirklichung von Vereinszwecken erschwert oder gar unmöglich gemacht, ohne dass diese Maßnahmen gegen die Existenz oder Betätigung des Vereins als solche gerichtet sind, so ist der Schutzbereich der Vereinigungsfreiheit hierdurch nicht berührt.(Rn.28).
Jedoch garantiert das Grundrecht der Vereinigungsfreiheit nicht ein bestimmtes Ergebnis der satzungsmäßigen Betätigung oder gar deren optimale Entfaltung (BVerwG, Urt. v. 16.07.1980 - 7 C 23.78 - DÖV 1981, 268; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 28.03.1995 - 10 S 1052/93 -, juris; OVG des Saarlandes, Beschl. v. 23.04.2001 - 9 Q 147/00 - AS RP-SL 29, 170).
Die Baurechtsbehörde hat ferner die Einhaltung der (nachbarschützenden) Vorschrift § 22 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 BImSchG zu prüfen (…vgl. BVerwG, Urt. v. 04.07.1986 - 4 C 31.84 -, BVerwGE 74, 315;. VGH Bad.-Württ. v. 28.03.1995 - 10 S 1052/93 - u. v. 07.08.1997 - 8 S 1859/97 -;zit. nach Juris).
Da die Widersprecher nach ihren Lebensumständen den Einwirkungen der Anlage für eine gewisse Dauer ausgesetzt sind, gehören sie zumindest zu den Nachbarn i. S. des § 22 BImSchG, der auch im Baugenehmigungsverfahren zu prüfen ist (vgl. VGH Bad.-Württ. v. 28.03.1995 - 10 S 1052/93 - u. v. 07.08.1997 - 8 S 1859/97 -).
Voraussetzung ist allerdings, dass der Kläger ein eigenes rechtsschutzwürdiges Interesse besitzt (in diesem Sinne VGH Bad.-Württ., Urt. v. 28.03.1995 - 10 S 1052/93 -, NVwZ-RR 1995, 639;… vgl. entsprechend für den Zivilprozess: BGH, Urt. v. 07.06.2001 - I ZR 49/99 -, NJW-RR 2002, 20 ).

References: § 42
 § 5
 § 67
 § 3
 § 2
 § 6
 § 8
 Art. 6
 § 7
 Art. 7
 § 5
 § 3
 § 5
 § 3
 § 1
 § 7
 § 398
 § 42
 § 42
 § 40
 § 42
 § 22
 § 22