Source: http://bhairava.forumieren.com/t209-kritik-der-urteilskraft-i-kant
Timestamp: 2017-11-24 21:58:49+00:00

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Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 14:59
Vorrangig fingen wir mit den Kommentaren zur "Kritik der Urteilskraft" von "Immanuel Kant" an, um das Verwachsene und zur Heteronomie hinwirkende etwas aufzulösen und weniger um daraus aktuell notwendige Lehren abzuleiten oder heraus zu bilden. Also mehr Mittel zum Zweck als Zweck an sich!
Es ist tatsächlich nicht anspruchsfrei, weil es einem so vorkommt, als würde man mehr die eigenen Schwachpunkte offen legen oder diese besser im Detail erkennbar werden, als dies mit Kommentaren zur Bhagavad Gita der Fall ist und zudem ist schnell die Neigung da, zu verkopft heran zu gehen und auch hierdurch, wenn es sich durch Veröffentlichung potenziert, kann man schnell einen Brummschädel darnach bekommen.
Aber in der Tat hat sich da in einem etwas herausgebildet, als könnte man eine Schicht zusätzlich unterscheiden können und es half Kommentare von Kant zu nehmen, wenn man nicht ganz man selber war oder ein wenig zugekleistert mit irgend etwas, auch wenn es erstmal eher unangenehm war, hinterher war man aber dann doch klarer und mehr man selbst.
Zuletzt von Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 17:12 bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
Was sich aus welchem Zusammenhang ergibt - KdU - Kant
KdU - Kant - IX. Von der Verknüpfung der Gesetzgebungen des Verstandes und der Vernunft durch die Urteilskraft
Der Verstand ist a priori gesetzgebend für die Natur als Objekt der Sinne, zu einem theoretischen Erkenntnis derselben in einer möglichen Erfahrung. Die Vernunft ist a priori gesetzgebend für die Freiheit und ihre eigene Kausalität, als das Übersinnliche in dem Subjekte, zu einem unbedingt-praktischen Erkenntnis. Das Gebiet des Naturbegriffs, unter der einen, und das des Freiheitsbegriffs, unter der anderen Gesetzgebung, sind gegen allen wechselseitigen Einfluß, den sie für sich (ein jedes nach seinen Grundgesetzen) auf einander haben könnten, durch die große Kluft, welche das Übersinnliche von den Erscheinungen trennt, gänzlich abgesondert.
- Die Wirkung nach dem Freiheitsbegriffe ist der Endzweck, der (oder dessen Erscheinung in der Sinnenwelt) existieren soll, wozu die Bedingung der Möglichkeit desselben in der Natur (des Subjekts als Sinnenwesens, nämlich als Mensch) vorausgesetzt wird. Das, was diese a priori und ohne Rücksicht auf das Praktische voraussetzt, die Urteilskraft, gibt den vermittelnden Begriff zwischen den Naturbegriffen und dem Freiheitsbegriffe, der den Übergang von der reinen theoretischen zur reinen praktischen, von der Gesetzmäßigkeit nach der ersten zum Endzwecke nach dem letzten möglich macht, in dem Begriffe einer Zweckmäßigkeit der Natur an die Hand; denn dadurch wird die Möglichkeit des Endzwecks, der allein in der Natur und mit Einstimmung ihrer Gesetze wirklich werden kann, erkannt.
Wenn wir das Äußere Bild des Menschen verfolgen, wie sich dieses gewandelt hat (Historisch und ruhig in Anlehnung an die Theosophie) und es heißt auch, der Mensch wird sich noch ändern und sieht noch nicht so aus, wie er einmal aussehen wird und zu welchem Ergebnis er gelangt. Dann lässt sich daraus eine Deduktion ziehen zum o.g.!
Nach meinem Verständnis, ist es nicht einfach Evolution, was das menschliche Abbild gestaltet, was gar auf Zufällen basiert und nach dem äußeren Abbild die Fähigkeiten, die er besaß oder besitzen kann beigelegt werden. Sondern vielmehr entsteht umgekehrt, gemäß der inneren Fähigkeiten das äußere Abbild (d.h. durch das, was den Körper beseelt bzw. wodurch die Maße der Körper beseelt wird)!
D.h., wenn der Mensch die Region des Denkens ausbaut und aktiviert, dann erhält er (langfristig) gesehen auch die äußere Hülle, die diese Fähigkeiten tragen kann, sprich einen entsprechenden Kopfumfang.
Ähnlich wie es heißen mag, ein gesunder Geist, hat einen gesunden Körper (in seiner Relativität betrachtet).
So kann man in Anlehnung daran sagen, dass nur die Erscheinung betrachtend, man nicht gleich die Verbindung zu dem inneren Substrat hat und das innere Substrat, nicht gleich das äußere Abbild darstellt (weil man das innere mit dem äußeren Auge nicht umfassen kann und das Substrat auch eine evtl. andere Form, vielleicht ähnliche Form annehmen könnte) und an der Stelle tritt die Urteilskraft ins Spiel, vermittels dieser lassen sich dann die Zusammenhänge ziehen (wo die einzelnen Teile für sich gesehen, noch nicht die Synthese sind).
Über ästhetische Geschmacksurteile - KdU - Kant
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:03
Ein regelmäßiges, zweckmäßiges Gebäude mit seinem Erkenntnisvermögen (es sei in deutlicher oder verworrener Vorstellung) zu befassen, ist ganz etwas anders, als sich dieser Vorstellung mit der Empfindung des Wohlgefallens bewußt zu sein. Hier wird die Vorstellung gänzlich auf das Subjekt, und zwar auf das Lebensgefühl desselben, unter dem Namen des Gefühls der Lust oder Unlust, bezogen: welches ein ganz besonderes Unterscheidungs- und Beurteilungsvermögen gründet, dass zum Erkenntnis nichts beiträgt, sondern nur die gegebene Vorstellung im Subjekte gegen das ganze Vermögen der Vorstellung hält, dessen sich das Gemüt im Gefühl seines Zustandes bewußt wird. Gegebene Vorstellungen in einem Urteile können empirisch (mithin ästhetisch) sein; das Urteil aber, das durch sie gefällt wird, ist logisch, wenn jene nur im Urteile auf das Objekt bezogen werden. Umgekehrt aber, wenn die gegebene Vorstellungen gar rational wären, würden aber in einem Urteile lediglich auf das Subjekt (sein Gefühl) bezogen, so sind sie sofern jederzeit ästhetisch.
Angenommen Zwei begutachten ein Haus, dessen Erwerb sie sich überlegen und Einer sagt, "fühle mich richtig sicher in diesem Haus" und in dem Falle, erinnert er sich womöglich, wie er wohlbehütet in seinem Elternhaus aufwuchs, womit dieses Haus gewisse Ähnlichkeiten aufweist. Dann wäre es wohl kaum ein Erkenntnisurteil, denn die Basis dessen, liegt gänzlich beim subjektiven Betrachter und hat mit dem Objekt nichts zu tuen und selbst wenn derjenige es noch so schlüssig erläutern mag.
Wenn aber einer sagt, er fühlt sich in dem Haus sehr sicher und führt an, dass dieser Ort auf einer Insel liegt, alle hier kennen sich untereinander und in dieser Gegend pflegen die Nachbarn guten Umgang miteinander, auch jeder Besucher auf der Insel könnte nicht beliebig frei herumlaufen, ohne Aufmerksamkeit zu erwecken usw. Dann wäre es wohl ein Erkenntnisurteil, da die Aussage ja tatsächlich auch mit dem Objekt zu tuen hat und nicht nur rein subjektiv gegeben ist. In dem Falle würde vermutlich selbst ein Zusatz zur Aussage genügen, wie, man fühle sich sicher, aufgrund des Umfelds.
Sofern Mehrere allerdings einen ähnlichen Geschmack haben und sich darin schlüssig sind, bedeutet dies auch noch nicht, dass es ein Erkenntnisurteil wäre, weil es objektiv keine Grundlage dafür gibt.
An der Stelle stellt sich aber die Frage, wie weit Objektiv etwas mit der Erscheinung zu tuen haben muss oder vielleicht auf einer geistigen Basis steht (wenn man sagt, Objektiv = mit tatsächlicher Wirksamkeit verbunden)?
Wäre es dann nicht gar weniger logisch, sofern man diesem, einen Namen geben kann und es logisch, sprich in einen sinnvollen Zusammenhang zu etwas (z.B. zu einem Haus) stellt?
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:05
Wir verstehen aber in der obigen Erklärung unter dem Worte Empfindung eine objektive Vorstellung der Sinne; und, um nicht immer Gefahr zu laufen, mißgedeutet zu werden, wollen wir das, was jederzeit bloß subjektiv bleiben muß und schlechterdings keine Vorstellung eines Gegenstandes ausmachen kann, mit dem sonst üblichen Namen des Gefühls benennen. Die grüne Farbe der Wiese gehört zur objektiven Empfindung, als Wahrnehmung eines Gegenstandes des Sinnes; die Annehmlichkeit derselben aber zur subjektiven Empfindung, wodurch kein Gegenstand vorgestellt wird: d.i. zum Gefühl, wodurch der Gegenstand als Objekt des Wohlgefallens (welches kein Erkenntnis desselben ist) betrachtet wird.
Daß nun mein Urteil über einen Gegenstand, wodurch ich ihn für angenehm erkläre, ein Interesse an demselben ausdrücke, ist daraus schon klar, daß es durch Empfindung eine Begierde nach dergleichen Gegenständen rege macht, mithin des Wohlgefallen nicht das bloße Urteil über ihn, sondern die Beziehung seiner Existenz auf meinen Zustand, sofern er durch ein solches Objekt affiziert wird, vorausgesetzt. Daher man von dem Angenehmen nicht bloß sagt, es gefällt, sondern es vergnügt. Es ist nicht ein bloßer Beifall, den ich ihm widme, sondern Neigung wird dadurch erzeugt; und zu dem, was auf die lebhafteste Art angenehm ist, gehört so gar kein Urteil über die Beschaffenheit des Objekts, daß diejenigen, welche immer nur auf das Genießen ausgehen (denn das ist das Wort, womit man das Innige des Vergnügens bezeichnet), sich gerne alles Urteilens überheben.
Beim ersteren Absatz dachte ich mir nur, wieso sagt Kant es mit so einer Entschlossenheit, dass bei einer Empfindung, die auf dem Gefühl basiert, auch kein Erkenntnis für das Subjekt daraus entnommen werden kann?
Wenn aber davon ausgeht, dass es um Geschmack geht und dass dieser sich doch wandelt, dann kann wohl tatsächlich kein Erkenntnis daraus gewonnen werden, außer dass man sagen kann, dass wäre nach meinem Geschmack, aber ob dieses auch Morgen noch so ist oder gar lediglich aus einer Gefühlslage entstanden ist?!
Somit kann wohl tatsächlich keine Erkenntnis daraus gewonnen werden...
Beim letzteren Absatz kann man es sich wie eine Waage mit zwei Waagschalen vorstellen, während man auf diese noch geradeso auf Augenhöhe schaut. In der einen befindet sich das Objekt der Betrachtung, in der anderen das Interesse an diesem.
Richtet man sein Hauptaugenmerk auf das Objekt und sammelt dort, das objektiv Erkannte, dann sinkt es etwas und man kann es auch von oben betrachten. Überwiegt das Interesse daran, dann schwebt die Waagschale mit dem Objekt nach oben, so, dass der Gegenstand eigentlich gar nicht mehr als der vernommen wird, der er ist. Um das Interesse sammeln sich allerlei Formen von Begehren, zum entschwebten Objekt, aber das Subjektive hat mit dem Objekt keinen Blickkontakt als solches mehr.
Über Geschmack lässt sich streiten? - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:06
Diese Erklärung des Schönen kann aus der vorigen Erklärung desselben, als eines Gegenstandes des Wohlgefallens ohne alles Interesse, gefolgert werden. Denn das, wovon jemand sich bewußt ist, daß das Wohlgefallen an demselben bei ihm selbst ohne alles Interesse sei, das kann derselbe nicht anders als so beurteilen, daß es einen Grund des Wohlgefallens für jedermann enthalten müsse. Denn da es sich nicht auf irgend eine Neigung des Subjekts (noch auf irgend ein anderes überlegtes Interesse) gründet, sondern da der Urteilende sich in Ansehung des Wohlgefallens, welches er dem Gegenstande widmet, völlig frei fühlt: so kann er kein Privatbedingungen als Gründe des Wohlgefallens auffinden, an die sich sein Subjekt allein hinge, und muß es daher als in demjenigen begründet ansehen, was er auch bei jedem andern voraussetzen kann; folglich muß er glauben Grund zu haben, jedermann ein ähnliches Wohlgefallen zuzumuten. Er wird daher vom Schönen so sprechen, als ob Schönheit eine Beschaffenheit des Gegenstandes und das Urteil logisch (durch Begriffe vom Objekte eine Erkenntnis desselben ausmache) wäre; ob es gleich nur ästhetisch ist und bloß eine Beziehung der Vorstellung des Gegenstandes auf das Subjekt enthält: darum, weil es doch mit dem logischen Ähnlichkeit hat, daß man die Gültigkeit desselben für jedermann daran voraussetzen kann. Aber aus Begriffen kann diese Allgemeinheit auch nicht entspringen. Denn von Begriffen gibt es keinen Übergang zum Gefühle der Lust oder Unlust (ausgenommen in reinen praktischen Gesetzen, die aber ein Interesse bei sich führen, dergleichen mit dem reinen Geschmacksurteile nicht verbunden ist). Folglich muß dem Geschmacksurteile, mit dem Bewußtsein der Absonderung in demselben von allem Interesse, ein Anspruch auf Gültigkeit für jedermann, ohne auf Objekte gestellte Allgemeinheit anhängen, d.i. es muß damit ein Anspruch auf subjektive Allgemeinheit verbunden sein.
Da stellt Kant doch so seinige Ansprüche an ein allgemeines Geschmacksurteil:
- es darf nicht objektiv sein (da sonst kein Geschmacksurteil)
- es darf nicht logisch oder mit einem Zweck verbunden sein (kein ästhetisches Urteil)
- es darf nicht lediglich auf eigener Neigung/Interesse/Begehren gründen (nur persönlich/individuell)
- es darf auch nicht anderen einfach unterstellt werden, was nur persönlich angenehm ist (nicht allgemein)
Über Geschmack lässt sich streiten, aber wie steht es um den Anspruch eines Geschmacksurteils?
Nach logischen Schlüssen muss es also eine Schnittmenge geben, die folglich in der menschlichen Natur liegen muss, um vom persönlichen d.i. individuellen Subjektiven auf das allgemeingültige Subjektive schließen zu können. Auch eine Quantität muss gegeben sein, was nicht bedeuten, dass es gänzlich allumfassend wäre, da es immer noch einen Teil geben mag, der vorbelastet d.h. nur mit Vorbehalt zu etwas steht.
Und um einer Quantität an dem Punkt sicher zu sein, sollte mit dem Schönen, möglichst viel verbunden sein, was allgemein als Angenehm anerkannt wird und als ein solches gilt.
Zweck und Zweckmäßigkeit überhaupt - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:07
§ 10. Von der Zweckmässigkeit überhaupt
Wenn man, was ein Zweck sei, nach seinen transzendentalen Bestimmungen (ohne etwas Empirisches, dergleichen das Gefühl der Lust ist, voraussetzten) erklären will: so ist Zweck der Gegenstand eines Begriffs, sofern dieser als die Ursache von jenem (der reale Grund seiner Möglichkeit) angesehen wird; und die Kausalität eines Begriffs in Ansehung eines Objekts ist die Zweckmäßigkeit (forma finalis). Wo also nicht etwa bloß die Erkenntnis von einem Gegenstande, sondern der Gegenstand selbst (die Form oder Existenz desselben) als Wirkung, nur als durch einen Begriff von der letztern möglich gedacht wird, da denkt man sich einen Zweck. Die Vorstellung der Wirkung ist hier der Bestimmungsgrund ihrer Ursache, und geht vor der letztern vorher. Das Bewußtsein der Kausalität einer Vorstellung in Absicht auf den Zustand des Subjekts, es in dem selben zu erhalten, kann hier im allgemeinen das bezeichnen, was man Lust nennt; wogegen Unlust diejenige Vorstellung ist, die den Zustand der Vorstellung zu ihrem eigenen Gegenteile zu bestimmten (sie abzuhalten oder wegzuschaffen) den Grund enthält.
Das Begehrungsvermögen, sofern es nur durch Begriffe, d.i. der Vorstellung eines Zwecks gemäß zu handeln, bestimmbar ist, würde der Wille sein. Zweckmäßigkeit aber heißt ein Objekt, oder Gemütszustand, oder eine Handlung auch, wenn gleich ihre Möglichkeit die Vorstellung eines Zwecks nicht notwendig voraussetzt, bloß darum, weil ihre Möglichkeit von uns nur erklärt und begriffen werden kann, sofern wir eine Kausalität nach Zwecken, d.i. einen Willen, der sie nach der Vorstellung einer gewissen Regel so angeordnet hätte, zum Grunde derselben annehmen. Die Zweckmäßigkeit kann also ohne Zweck sein, sofern wir die Ursachen dieser Form nicht in einem Willen setzen, aber doch die Erklärung ihrer Möglichkeit, nur in dem wir sie von einem Willen ableiten, uns begreiflich machen können. Nun haben wir das, was wir beobachten, nicht immer nötig durch Vernunft (seiner Möglichkeit nach) einzusehen. Also können wir eine Zweckmäßigkeit der Form nach, auch ohne daß wir einen Zweck (als die Materie des Nexus finalis) zum Grunde legen, wenigstens beobachten, und an Gegenständen, wiewohl nicht anders als durch Reflexion, bemerken.
Man kann es sich schon schwer machen, etwas wissenschaftlich anzugehen, ohne auf empirische Mittel zurück zu greifen. In dem Falle lässt sich das mit Hilfe dessen, doch verhältnismäßig leicht darstellen wie ich finde.
Nehmen wir z.B. den Begriff der Erdanziehungskraft und ziehen wir daraus den Zweck, dass der Begriff den Zweck sogleich damit umfasst, dass die Erde hierdurch überhaupt zu einem festen Objekt zusammen gehalten wird.
Die Lust und Unlust ließe sich, wenngleich eben empirisch und nicht wissenschaftlich dargelegt, so erklären:
Wenn wir die Schwerkraft nehmen und uns ein Schwimmbecken mit einem Sprungturm vorstellen und das Erlebnis, des freien Falls, in uns haben/aufnehmen/erleben wollen, dann wäre es die Lust daran. Wenn wir in dem Zusammenhang aber die Vorstellung nehmen, unsanft auf dem Wasser aufzuschlagen, dann wäre es Unlust, diesen Schmerz nicht in sich aufnehmen/haben zu wollen.
Überhaupt wäre die Erdanziehung für mich mehr der Begriff, der sich nahe am Zweck selbst orientiert und dieser sich daraus leicht ableiten lässt. Während die Schwerkraft als solches gut die Zweckmäßigkeit hervorhebt, aus der auch diverse Möglichkeiten und Zusammenhänge abgeleitet werden können, aber man in Anbetracht derer, gar nicht auf den Zweck (in dem Fall die Erdanziehung als solches) kommen muss.
Reiz und Geschmacksurteil - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:08
Kritik der Urteilskraft - Kant -
Alles Interesse verdirbt das Geschmacksurteil und nimmt ihm seine Unparteilichkeit, vornehmlich, wenn es nicht, so wie das Interesse der Vernunft, die Zweckmäßigkeit vor dem Gefühle der Lust voranschickt, sondern sie auf diese gründet; welches letztere allemal im ästhetischen Urteile über etwas, sofern es vergnügt oder schmerzt, geschieht. Daher Urteile, die so affiziert sind, auf allgemeingültiges Wohlgefallen entweder gar keinen, oder so viel weniger Anspruch machen können, als sich von der gedachten Art Empfindungen unter den Bestimmungsgründen des Geschmacks befinden. Der Geschmack ist jederzeit noch barbarisch, wo er die Beimischung der Reize und Rührungen zum Wohlgefallen bedarf, ja wohl gar diese zum Maßstabe seines Beifalls macht.
In diesem Zusammenhang kann man sagen, sind Reize nicht gegenständlich sondern eine eigene Empfindung zum Sinneseindruck und in dem Sinne barbarisch, dass die Sache selbst in der Empfindung nicht reicht, ohne zusätzliche Beimischung von einer bestimmten Art von Überreiz (Sinnesrausch und Rührseligkeiten).
Ein Geschmacksurteil oder auch generell ein Urteil, darf nicht affiziert sein, denn sonst kann weder sauber unterschieden werden zwischen dem Subjekt und der Sache/Gegenstand, noch sich im Urteil von/vor der Parteilichkeit rechtzeitig eine Loslösung stattfinden und da wo sich ein Subjekt mit dem Objekt ins Urteil einbezieht, steht in selber Weise ja nicht länger das Objekt an sich zum Urteil. In selber Weise ist das Urteil also verfärbt, irritierend und unzuverlässig und bestenfalls für den geeignet, der in genau selber Art zum Objekt steht.
Aber wie heißt es doch, das Gleiche muss noch nicht das Selbe sein!
Die Sache mit der Geschmacksache - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:09
Ein Geschmacksurteil würde in Ansehung eines Gegenstandes von bestimmtem innern Zwecke nur alsdann rein sein, wenn der Urteilende entweder von diesem Zwecke keinen Begriff hätte, oder in seinem Urteile davon abstrahierte. Aber alsdann würde dieser, ob er gleich ein richtiges Geschmacksurteil fällete, indem er den Gegenstand als freie Schönheit beurteilete, dennoch von dem andern, welcher die Schönheit an ihm nur als anhängende Beschaffenheit betrachtet (Auf den Zweck des Gegenstandes sieht), getadelt und eines falschen Geschmacks beschuldigt werden, obgleich beide in ihrer Art richtig urteilen: der eine nach dem, was er von den Sinnen, der andere nach dem, was er in Gedanken hat. Durch diese Unterscheidung kann man manchen Zwist der Geschmacksrichter über Schönheit beilegen, indem man ihnen zeigt, daß der eine sich an die freie, der andere an die anhängende Schönheit halte, der erstere eine reines, der zweite ein angewandtes Geschmacksurteil fälle.
Geschmacksurteil rein nach Empfindung ist etwas anderes als nach einer Kategorie oder einem Begriff zu gehen. Der Unterschied bei dem, was tatsächlich ist und dem, was sinnbildlich ist, ist dieser Thematik nahe.
Letzten Endes erklärt dieses auch, warum es einem Kenner auf einem Gebiet, schwer fallen mag, die Dinge, welche dieses Gebiet betreffen, als rein/frei von seinen Kenntnissen anzusehen. Auf der anderen Seite mag es aber sogar helfen, einem Standpunkt treu zu bleiben, ohne sich von allerlei affizieren zu lassen.
Wie so oft, zählt ein ausgewogenes Maß und allem, was Relativ ist, auch ein Recht an der Relativität einzuräumen und schon ist ein wesentlicher Schritt zur Toleranz getan.
Gemeinsinn und Geschmacksurteil - KdU
Wenn Geschmacksurteile (gleich den Erkenntnisurteilen) ein bestimmtes objektives Prinzip hätten, so würde der, welcher sie nach dem letztern fället, auf unbedingte Notwendigkeit seins Urteils Anspruch machen. Wären sie ohne alles Prinzip, wie die des bloßen Sinnesgeschmacks, so würde man sich gar keine Notwendigkeit derselben in die Gedanken kommen lassen. Also müssen sie ein subjektives Prinzip haben, welches nur durch Gefühl und nicht durch Begriffe, doch aber allgemeingültig bestimme, was gefalle oder mißfalle. Ein solches Prinzip aber könnte nur als ein Gemeinsinn angesehen werden; welcher vom gemeinen Verstande, den man bisweilen auch Gemeinsinn (sensus communis) nennt, wesentlich unterschieden ist: indem letzterer nicht nach Gefühl, sondern jederzeit nach Begriffen, wiewohl gemeiniglich nur als nach dunkel vorgestellten Prinzipien, urteilt.
Also nur unter der Voraussetzung, daß es einen Gemeinsinn gebe (wodurch wir aber keinen äußern Sinn, sondern die Wirkung aus dem freien Spiel unserer Erkenntniskräfte, verstehen), nur unter Voraussetzung, sage ich, eines solchen Gemeinsinns kann das Geschmacksurteil gefällt werden.
Selbst wenn man vom Gemeinsinn ausgehen mag, so wird es schwerlich sein, in irgend einer Form Anspruch auf diesen stellen zu können. Zweifellos ist Geschmack ein Feld, über welches nicht leicht ist, etwas auszusagen, erst recht im Sinne von Urteilen.
Dies liegt vor allem darin, dass Geschmack mehr mit dem Subjekt und Betrachter verbunden ist, als mit dem Objekt oder zumindest gleichermaßen bei/an beidem liegt.
Schön ist, was allgemein gefällt! Es wird in Ansehung des vorzüglichen einer Art und vom Blickwinkel einer Gattung aus betrachtet als Gemeinsinn zählen.
Es ist auch nicht das Mittel einer Art, d.h. dem Durchschnitt einer Masse abgeleitet, denn das wäre das Gewöhnliche, was aber einem Ausgangs-/und Orientierungspunkt dienen kann, um das ungewöhnlich Schöne hervor zu heben. Und es kann allgemein angenommen werden, dass das entscheidende beim Objekt die Qualität ist, auf Seitens des Subjekts aber die Quantität ist, die zum Maßstab gereichen.
Aber eine eindeutige Formel oder ein Model, von dem alles, dass Schöne (Ungewöhnliche) betreffend, abgeleitet werden kann, wird es wohl nicht geben!
vom Schönen zum Erhabenen - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:10
§ 25. Namenserklärung des Erhabenen
Erhaben ist das, mit welchem in Vergleichung alles andere klein ist. Hier sieht man leicht: daß nichts in der Natur gegeben werden könne, so groß als es auch von uns beurteilt werde, was nicht in einem andern Verhältnisse betrachtet bis zum Unendlichkleinen abgewürdigt werden könnte; und umgekehrt, nichts so klein, was sich nicht in Vergleichung mit noch kleinern Maßstäben für unsere Einbildungskraft bis zu einer Weltgröße erweitern ließe. Die Teleskope haben uns die erstere, die Mikroskope die letztere Bemerkung zu machen reichlich Stoff an die Hand gegeben. Nichts also, was Gegenstand der Sinnen sein kann, ist, auf diesen Fuß betrachtet, erhaben zu nennen. Aber eben darum, daß in unserer Einbildungskraft ein Bestreben zum Fortschritte ins Unendliche, in unserer Vernunft aber ein Anspruch auf absolute Totalität, als auf eine reelle Idee liegt: ist selbst jene Unangemessenheit unseres Vermögens der Größenschätzung der Dinge der Sinnenwelt für diese Idee die Erweckung des Gefühls eines übersinnlichen Vermögens in uns; und der Gebrauch, den die Urteilskraft von gewissen Gegenständen zum Behuf des letzteren (Gefühls) natürlicher Weise macht, nicht aber der Gegenstand der Sinne, ist schlechthin groß, gegen ihn aber jeder andere Gebrauch klein. Mithin ist die Geistesstimmung durch eine gewisse die reflektierende Urteilskraft beschäftigende Vorstellung, nicht aber das Objekt erhaben zu nennen.
Kant definiert Erhaben nach ähnlichen Kriterien, wie Schönheit, außer, das Erstere sich auf das Formlose und Zweitere sich auf die Form bezieht.
Alles was der Formseite angehört, ist folglich irgendwo einer Grenze unterworfen und verliert an dieser das Erhabene, aber nicht das Schöne! Das Erhabene bleibt Subjektiv und hat keine eindeutige Grenze, da es formlos ist (seis nur in der Betrachtung) und zum Erhabenen wird, weil es durch seine Größe den subjektiven Betrachter beeindruckt.
Wenn wir hinzunehmen, dass alles Sichtbare, aus dem entstanden ist, was nicht in Erscheinung tritt, dann erhält das Erhabene vielmehr hieraus die tatsächliche Größe zur Erhabenheit.
Kann dann gesagt werden, dass dadurch dem Introvertierten Erhabenheit näher ist und dem Extrovertierten im Umkehrschluss die Schönheit? Oder liegt am Ende doch alles nur im Auge des Betrachters?
Wohlgefallen am Erhabenen - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:11
- Wenn nun eine Größe beinahe das Äußerste unseres Vermögens der Zusammenfassung in eine Anschauung erreicht, und die Einbildungskraft doch durch Zahlgröße (für die wir uns unseres Vermögens als unbegrenzt bewußt sind) zur ästhetischen Zusammenfassung in eine größere Einheit aufgefordert wird, so fühlen wir uns im Gemüt als ästhetisch in Grenzen eingeschlossen; aber die Unlust wird doch, in Hinsicht auf die notwendige Erweiterung der Einbildungskraft zur Angemessenheit mit dem, was in unserm Vermögen der Vernunft unbegrenzt ist, nämlich der Idee des absoluten Ganzen, mithin die Unzweckmäßigkeit des Vermögens der Einbildungskraft doch für Vernunftideen und deren Erweckung als zweckmäßig vorgestellt. Eben dadurch wird aber das ästhetische Urteil selbst subjektiv-zweckmäßig für die Vernunft, als Quell der Ideen, d.i. einer solchen intellektuellen Zusammenfassung, für die alle ästhetische klein ist; und der Gegenstand wird als erhaben mit einer Lust aufgenommen, die nur vermittelst einer Unlust möglich ist.
Wenn also die Anschauung der Sinne an die Grenze des Fassbaren stößt und Einbildungskraft sich nicht recht zu helfen weiß, holt sich diese Rat bei der Vernunft. So wird aus der Unlust an der Begrenzung des Gemüts (weil sich der Betrachter nicht über das Betrachtete hinweg setzen kann), durch die Idee der Vernunft ein Mittel gegeben, am Betrachteten dennoch Wohlgefallen an der Erhabenheit zu finden.
Hieraus lässt sich auch ein gewisses Verhältnis mithin ableiten, wie die höhere Gesetzmäßigkeit, die kleinere in sich vereint oder unter sich fallen lässt.
Die Sinne (also das Äußere) fällt unter die Einbildungskraft (das subjektiv Innere), stößt diese an gewisse Grenzen, dann sind diese umfasst durch die Ideenwelt der Vernunft usw., mithin lassen sich auf dieser Grundlage Rückschlüsse auf die Aussage ziehen, dass alles, was in Erscheinung tritt, aus dem hervorgeht, was nicht in Erscheinung tritt (sprich, alles Sichtbare entstammt dem Unsichtbaren) und nicht umgekehrt u.s.f.!
Erhabenheit und Dienst - KdU
Kritik der Urteilskraft - I.Kant - Allgemeine Anmerkung zur Exposition der Ästhetischen Reflektierenden Urteile
Noch ist anzumerken, daß, obgleich das Wohlgefallen am Schönen eben sowohl, als das am Erhabenen, nicht allein durch allgemeine Mitteilbarkeit unter den andern ästhetischen Beurteilungen kenntlich unterschieden ist, und durch diese Eigenschaft, in Beziehung auf Gesellschaft (in der es sich mitteilen läßt), ein Interesse bekommt, gleichwohl doch auch die Absonderung von aller Gesellschaft als etwas Erhabenes angesehen werde, wenn sie auf Ideen beruht, welche über alles sinnliche Interesse hinweg sehen. Sich selbst genug zu sein, d.i. sie zu fliehen, ist etwas dem Erhabenen sich Näherndes, so wie jede Überhebung von Bedürfnissen. Dagegen ist Menschen zu fliehen, aus Misanthropie, weil man sie anfeindet, oder aus Anthropophobie (Menschenscheu), weil man sie als seine Feinde fürchtet, teils häßlich, teils verächtlich. Gleichwohl gibt es eine (sehr uneigentlich sogenannte) Misanthropie, wozu die Anlage sich mit dem Alter in vieler wohldenkenden Menschen Gemüt einzufinden pflegt, welche zwar, was das Wohlwollen betrifft, philanthropisch genug ist, aber vom Wohlgefallen an Menschen durch eine lange traurige Erfahrung weit abgebracht ist: wovon der Hang zur Eingezogenheit, der phantastische Wunsch, auf einem entlegenen Landsitze, oder auch (bei jungen Personen) die erträumte Glückseligkeit, auf einem der übrigen Welt unbekannten Eilande, mit einer kleinen Familie, seine Lebenszeit zubringen zu können, welche die Romanschreiber, oder Dichter der Robinsonaden, so gut zu nutzen wissen, Zeugnis gibt. Falschheit, Undankbarkeit, Ungerechtigkeit, das Kindische in den von uns selbst für wichtig und groß gehaltenen Zwecken, in deren Verfolgung sich Menschen selbst unter einander alle erdenklichen Übel antun, stehen mit der Idee dessen, was sie sein könnten, wenn sie wollten, so im Widerspruch, und sind dem lebhaften Wunsche, sie besser zu sehen, so sehr entgegen: daß, um sie nicht zu hassen, da man sie nicht lieben kann, die Verzichttuung auf alle gesellschaftlichen Freuden nur ein kleines Opfer zu sein scheint. Diese Traurigkeit, nicht über die Übel, welche das Schicksal über andere Menschen verhängt (wovon die Sympathie Ursache ist), sondern die sie sich selbst antun (welche auf der Antipathie in Grundsätzen beruht), ist, weil sie auf Ideen ruht, erhaben, indessen daß die erstere allenfalls nur für schön gelten kann. ...
Mit den Äußerungen Kants über Misanthropie (Anfeindung) und auch Anthropophobie (Menschenscheu) hat Kant sicher nicht bestimmte Eingeweihte gemeint, denen es tatsächlich gar in bestimmten Phasen ihrer Entwicklung schmerzen bereiten kann, sich vor allem tiefer auf andere Menschen einzulassen, vor allem, wenn diese nicht im Einklang zu ihnen in Schwingung sind.
Dann kann man nicht richtig mit, aber auch nicht wirklich ohne Andere (schon des Alltages und Berufes wegen).
Wie kommt es zu dem sogenannten Schmerz, den ich hier meine?
Es verhält sich ungefähr so.. die eine Art, ist vorrangig allem Sinnengenuss und allem, was sich gut anzufühlen scheint ergeben, die andere sieht sich doch immerfort gewisser Zweckdienlichkeit hingegeben. Dadurch, dass ab einem bestimmten Punkt, die Schwierigkeiten überwunden sind, grundsätzlich oder für sich allein gesehen, mit allerlei Dingen umzugehen, ist es im Umgang mit anderen, wohingegen noch Schwierigkeiten im entsprechenden Umgang mit allerlei gegeben sind, diese schnell auf den übergehen, der es zu pflegen und zu lösen weiß und sich zweckdienlich aufstellt. Bis zu diesem Punkt und soweit es unter dem Punkt des Dienens verbucht werden kann, ist alles im Rahmen, wenn vielleicht nicht immer schön.
Der unangenehme Punkt (versuchen wirs möglichst allgemein zu fassen), tritt dann auf, wenn das Begehren und sich wohlfühlen wollen, in einer gewissen Zwanghaftigkeit und Hemmungslosigkeit (von der inneren Haltung her) mündet und in zusätzlicher Belastung dessen, der bereits auf sein eigenes Wohlbefinden in dem Zusammenhang verzichtet.
Weiter ins Detail muss man für den, ders kennt, nicht gehen.
Während also die eine Seite kein gesundes Maß finden mag, im Begehren, kann die Andere Seite kaum ein sittliches Mittel finden um die Grenzen abzustecken, geschweige denn den passenden Sprachlichen Ausdruck um dieses zu vermitteln, vor allem dorthin, wo überhaupt kein offenes Ohr hierfür existiert.
Die Herausforderung besteht dann darin, zwischen Befindlichkeit und Dienstgelegenheit zu unterscheiden, kann man es jedoch unter letzteres verbuchen, dann kann wohl angenommen werden, dass dieses sich im Bereich des Erhabenen befindet.
Autonomie im Geschmack und Meinung? - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:12
Kritik der Urteilskraft - Kant - § 32. Erste Eigentümlichkeit des Geschmacksurteils
Daher läßt sich ein junger Dichter von der Überredung, daß sein Gedicht schön sei, nicht durch das Urteil des Publikums, noch seiner Freunde abbringen; und, wenn er ihnen Gehör gibt, so geschieht es nicht darum, weil er es nun anders beurteilt, sondern weil er, wenn gleich (wenigstens in Absicht seiner) das ganze Publikum einen falschen Geschmack hätte, sich doch (selbst wider sein Urteil) dem gemeinen Wahne zu bequemen, in seiner Begierde nach Beifall Ursache findet. Nur späthin, wenn seine Urteilskraft durch Ausübung mehr Geschäft worden, geht er freiwillig von seinem vorigen Urteile ab; so wie er es auch mit seinen Urteilen hält, die ganz auf Vernunft beruhen. Der Geschmack macht bloß auf Autonomie Anspruch. Fremde Urteile sich zum Bestimmungsgrunde des seinigen zu machen, wäre Heteronomie.
Wenn das Geschmacksurteil eine Allgemeingültigkeit bei sich tragen soll, dann müsste es a priori mit anderen übereinstimmen, sprich, man sich mit ihnen absprechen können, sofern dieses nicht auf Schönheit beruhte, die sich in Ansehung z.B. erst ergibt und eben deshalb vorher keinen Begriff davon als Ursache hat.
Das Thema Heteronomie ist ohnehin etwas, dass unser einen nicht wenig beschäftigt. Mit der Tragweite hiervon hat man dann zu tuen, wenn man nicht nur als theoretisches Konzept von der Breiten Maße und dem Mitschwimmen in der breiten Maße ausgeht, sondern auch wirklich die geistige Auswirkung davon erfährt und mal unabhängig diverser Einflüsse tätig sein mag. Dann kommt man nicht umhin fest zu stellen, dass es einen geistigen Raum gibt und alles was man nicht in gewisser Hinsicht selber reflektiert und erarbeitet hat, einem wenig Autonomie ermöglicht, denn mit der breiten Maße als solches mitgehen, stellt einen selber in den selben Raum und somit ist Heteronomie fast schon der normale Umgang durch den Raum, den man sich teilt. Denn das, was man lediglich in der Äußerlichkeit als trennend ansehen und somit bereits hierdurch als Unabhängigkeit ausgeben mag, ist noch lange nicht der Gradmesser, dass man innerlich für sich oder unabhängig dessen, da zu stehen, vermag. D.h., dass Äußere trennt noch lange nicht das Innere und Subjektive oder genauer gesagt, bildet von selbst für einen die Autonomie heraus.
Und gerade die, die am lautesten auf ihre so besondere Meinung pochen wollen, sind nicht selten die selben, die am weitesten davon entfernt sind. Denn ohne wirklich eigenen Standpunkt, der auf etwas basiert, was sie rein aus sich heraus a priori bereits geschaffen und gebildet haben, um dadurch eine Deduktion erst von etwas machen zu können, eben dort kann es keine unabhängige Meinung geben und man wird schnell an den Punkt gelangen, irgend welche allgemeinen Ansichten als seine anzusehen und auszugeben.
Es gibt sicherlich weit mehr Meinungen, als Köpfe, die in der Position sind, sich diese autonom bilden zu können und Meinungen basierend auf Heteronomie, dienen doch letzten Endes nur dazu einen Standpunkt der Maße abzubilden und sind kein Grund sich auf seine Meinung etwas einbilden zu können. Das ist mal meine bescheidene Meinung dazu. :-)
Deswegen gilt Selbstverwirklichung sowohl dafür tatsächliche Freiheit zu erlangen, als auch bereits für den Luxus, es sich zu erlauben, zu Allerlei eine eigene Meinung zulegen zu müssen!
Bestimmbarkeit allgemeiner Geschmacksurteile - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:13
§ 37. Was wird eigentlich in einem Geschmacksurteile von einem Gegenstande a priori behauptet?
Daß die Vorstellung von einem Gegenstande unmittelbar mit einer Lust verbunden sei, kann nur innerlich wahrgenommen werden, und würde, wenn man nichts weiter als dieses anzeigen wollte, ein bloß empirisches Urteil geben. Denn a priori kann ich mit keiner Vorstellung ein bestimmtes Gefühl (der Lust oder Unlust) verbinden, außer wo ein den Willen bestimmendes Prinzip a priori in der Vernunft zum Grunde liegt; da denn die Lust (im moralischen Gefühl) die Folge davon ist, eben darum aber mit der Lust im Geschmacke gar nicht verglichen werden kann, weil sie einen bestimmten Begriff von einem Gesetze erfordert: da hingegen jene unmittelbar mit der bloßen Beurteilung, vor allem Begriffe, verbunden sein soll. Daher sind auch alle Geschmacksurteile einzelne Urteile, weil sie ihr Prädikat des Wohlgefallens nicht mit einem Begriffe, sondern mit einer gegebenen einzelnen empirischen Vorstellungen verbinden.
Also ist es nicht die Lust, sondern die Allgemeingültigkeit dieser Lust, die mit der bloßen Beurteilung eines Gegenstandes im Gemüte als verbunden wahrgenommen wird, welche a priori als allgemeine Regel für die Urteilskraft, für jedermann gültig, in einem Geschmacksurteile vorgestellt wird. Es ist ein empirisches Urteil: daß ich einen Gegenstand mit Lust wahrnehme und beurteile. Es ist aber ein Urteil a priori: daß ich ihn schön finde, d.i. jenes Wohlgefallen jedermann als notwendig ansinnen darf.
Es gibt so viele Mittel nicht, um es an diesen festmachen zu können, was die Allgemeingültigkeit der Geschmacksurteile anbetrifft, vor allem, da ein Kennzeichen dieser, ja die Subjektivität ist und allein hier bereits viele Maßstäbe, an denen jedenfalls etwas als fest ausgemacht gilt, nicht greifen können.
Nebst dem also, auf das Empirische zu setzen, könnte man evtl. noch danach gehen, einem gewissen Menschenschlag/Menschentypus gewisse Kategorien von Gegenständen beizulegen und davon auszugehen, dass sie generell gefallen müssen.
Das Wesentlichste und eher Allgemeingültige ist allerdings eben dies, dass rundweg die Mehrheit, mit einem bestimmten Gegenstand schlichtweg ähnliche positive Erfahrungen gemacht haben muss und eben das Empirische zur Bestimmbarkeit eines allgemeinen Geschmacksurteils zu nehmen. Sicherlich wird der, angenommen er verbindet eine unangenehme Erfahrung, dem nicht beistimmen, aber dieses liegt ja nicht zwingend an dem Gegenstand, sondern mehr an einer ungewöhnlicheren Begebenheit und gilt von daher nicht als Maßstab, sondern als Ausnahme, gerade wenn nicht anzunehmen ist, dass diese Form der Begebenheit gewöhnlich oder allgemein als zum Gegenstand gehörig anzunehmen ist.
Anders gesagt, wenn Einzelne aus der Reihe tanzen, aber noch eine Reihe erkennbar ist, an derer erstere ausgemacht werden können, dann kann immer noch ausgemacht werden, was die Reihe ausmacht! ;-)
Mitteilbarkeit einer Empfindung - KdU / BG 15:7,8
Wenn Empfindung, als das Reale der Wahrnehmung, auf Erkenntnis bezogen wird, so heißt die Sinnenempfindung; und das Spezifische ihrer Qualität läßt sich nur als durchgängig auf gleiche Art mitteilbar vorstellen, wenn man annimmt, daß jedermann einen gleichen Sinn mit dem unsrigen habe: dieses läßt sich aber von einer Sinnesempfindung schlechterdings voraussetzen. So kann dem, welchem der Sinn des Geruchs fehlt, diese Art der Empfindung nicht mitgeteilt werden; und, selbst wenn er ihm nicht mangelt, kann man doch nicht sicher sein, ob er gerade die nämliche Empfindung von einer Blume habe, die wir davon haben. Noch mehr unterschieden müssen wir uns aber die Menschen in Ansehung der Annehmlichkeit oder Unanehmlichkeit bei der Empfindung eben desselben Gegenstandes der Sinne vorstellen, und es ist schlechterdings nicht zu verlangen, daß die Lust an dergleichen Gegenständen von jedermann zugestanden werde. Man kann die Lust von dieser Art, weil sie durch den Sinn in das Gemüt kommt und wir dabei also passiv sind, die Lust des Genusses nennen.
Diese Lust muß notwendig bei jedermann auf den nämlichen Bedingungen beruhen, weil sie subjektive Bedingungen der Möglichkeit einer Erkenntnis überhaupt sind, und die Proportion dieser Erkenntnisvermögen, welche zum Geschmack erfordert wird, auch zum gemeinen und gesunden Verstande erforderlich ist, den man bei jedermann voraussetzen darf. Eben darum darf auch der mit Geschmack Urteilende (wenn er nur in diesem Bewußtsein nicht irrt, und nicht die Materie für die Form, Reiz für die Schönheit nimmt) die subjektive Zweckmäßigkeit, d.i. sein Wohlgefallen am Objekte jedem andern ansinnen, und sein Gefühl als allgemein mitteilbar, und zwar ohne Vermittlung der Begriffe, annehmen.
Bhagavad Gita 15:7-8
Wie weit ist das eine mit Prakriti, sagen wir der Natur verbunden, dass andere mit dem Geist und der Seele?
Bei der vorherigen Betrachtung, hatten wir angenommen, dass allgemeine Geschmacksurteile entweder auf einem bestimmten Menschentypus oder der Erfahrung als solches liegen, als Basis überhaupt um eine Allgemeingültigkeit dem beilegen zu können.
Nun könnte man das ganze noch etwas präzisieren und sagen, dass es an der Mitteilbarkeit überhaupt auszumachen ist, wie weit eine Allgemeingültigkeit in Empfindung und auch im Geschmacksurteil gegeben ist.
Wenn wir vom Körper ausgehen, dann ist allein durch die Ähnlichkeit der Genetik anzunehmen, dass Übereinstimmung in sehr hohem Maß gegeben ist. Wenn wir die geistigen Gesetzmäßigkeiten nehmen, auch hier bis weit ins sogenannte Subjektive hinein, sind ebenfalls allgemein gültige Bedingungen für jedermann gegeben. Das wäre das Mitteilbare, worauf allgemeine Empfindung und darauf aufbauend auch allgemeine Geschmacksurteile ausgemacht werden können.
Nehmen wir jetzt aber die Seele hinzu, dann kann man annehmen, dass nicht jede Seele, in selber weise, die Sinnesempfindung qualifizieren wird. Die spezifische Qualifizierung, wenn die Seele als Empfindungsbrücke zwischen dem Geist und der Prakriti agiert, ist der nicht mitteilbare Teil, den man nicht bei jedermann voraussetzen kann und wo man wohl vergebens bemüht sein wird, eine Übereinstimmung zu finden.
Vom empirischen Interesse am Schönen - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:14
Für sich allein würde ein verlassener Mensch auf einer wüsten Insel weder seine Hütte, noch sich selbst ausputzen, oder Blumen aufsuchen, noch weniger sie pflanzen, um sich damit auszuschmücken; sondern nur in Gesellschaft kommt es ihm ein, nicht bloß Mensch, sondern auch nach seiner Art ein feiner Mensch zu sein (der Anfang der Zivilisierung): denn als einen solchen beurteilt man denjenigen, welcher seine Lust andern mitzuteilen geneigt und geschickt ist, und den ein Objekt nicht befriedigt, wenn er das Wohlgefallen an demselben nicht in Gemeinschaft mit andern fühlen kann. Auch erwartet und fordert ein jeder die Rücksicht auf allgemeine Mitteilung von jedermann, gleichsam als aus einem ursprünglichen Vertrage, der durch die Menschheit selbst diktiert ist...
Schmückt einer einen Tannenbaum aus oder gar sich selber übermäßig, ohne das irgend ein anderer es schaut?
Wie weit mag einer dahin gehend schon gehen?!
Auch in Sachen Schönheit nur der Sache wegen oder sich selbst gegenüber wird idR. wohl kaum einer, im Übermaß etwas für tuen.. dennoch ist damit ja auch unabhängig anderer ein gewisses Selbstgewahrsein verbunden. Nur Schmuddel-Klamotten tragen, weils eh keiner sieht, trägt wohl schneller auch zur Neigung bei, die Dinge eher um sich ähnlich seiner Haltung mal schleifen zu lassen. Da setzt m.M. das oft erwähnte "pflegen" an.. denn alles, worein ein gewisses Maß an Zuwendung gelegt wird, trägt ja zur Pflege dessen bei und ehe man anfängt irgend eine Form von Schlampigkeit zu pflegen, ists vielleicht doch besser, sich auszuschmücken, auch wenns keiner sieht. Denn was wird gerade in dem Bereich nicht alles nur der anderen wegen getan, selbst nur mit geringer Aussicht, dass es Beachtung findet und wie weit wird etwas nur der Sache wegen und der Selbstachtung wegen getan?!
Erster Schritt, Lauf und Sprung - KdU
Man gibt oft der Urteilskraft, wenn nicht sowohl ihre Reflexion als vielmehr bloß das Resultat derselben bemerklich ist, den Namen eines Sinnes, und redet von einem Wahrheitssinne, von einem Sinne für Anständigkeit, Gerechtigkeit u.s.w.; ob man zwar weiß, wenigstens billig wissen sollte, daß es nicht ein Sinn ist, in welchem diese Begriffe ihren Sitz haben können, noch weniger, daß dieser zu einem Ausspruche allgemeiner Regeln die mindeste Fähigkeit habe: sondern daß uns von Wahrheit, Schicklichkeit, Schönheit oder Gerechtigkeit nie eine Vorstellung dieser Art in Gedanken kommen könnte, wenn wir uns nicht über die Sinne zu höhern Erkenntnisvermögen erheben könnten...
Wenn zu einem Sprung der Anlauf genommen wird, ist der erste Schritt immer überschaubar und kommt nicht einmal im Ansatze an den letztendlichen Sprung heran.
Ähnlich mag es mit der Urteilskraft sich verhalten. Das Ergebnis mag verblüffen, würde aber jeder Schritt der zu diesem führte bloß gestellt, würde selbst das Ergebnis nicht selten seinen Glanz verlieren. Wobei der Anlauf vielleicht ein langer sein mag und entsprechend die Vorarbeit in seinem Ursprung kaum noch nachvollziehbar.
Und so kann gesagt werden, dass selbst jeder noch so große Sprung mit einem kleinen Schritt begann und so weiß man nie, welch noch unwesentlicher aber aufrichtiger Einsatz am Ende zu welchem Abschluss führen kann.
die Moral von der Geschicht - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:15
§42. Vom intellektuellen Interesse am Schönen
Es geschah in gutmütiger Absicht, daß diejenigen, welche alle Beschäftigungen der Menschen, wozu diese die innere Naturanlage antreibt, gerne auf den letzten Zweck der Menschheit, nämlich das Moralisch-Gute richten wollten, es für ein Zweichen eines guten moralischen Charakters hielten, am Schönen überhaupt ein Interesse zu nehmen. Ihnen ist aber nicht ohne Grund von andern widersprochen worden, die sich auf die Erfahrung berufen, daß Virtuosen des Geschmacks, nicht allein öfter, sondern wohl gar gewöhnlich, eitel, eigensinnig, und verderblichen Leidenschaften ergeben, vielleicht noch weniger wie andere auf den Vorzug der Anhänglichkeit an sittliche Grundsätze Anspruch machen könnten; und so scheint es, daß das Gefühl für das Schöne nicht allein (wie es auch wirklich ist) vom moralischen Gefühl spezifisch unterschieden, sondern auch das Interesse, welches man damit verbinden kann, mit dem moralischen schwer, keineswegs aber durch innere Affinität, vereinbar sei.
Es ist wohl möglich, vielem, vieles beilegen zu wollen;
aber nicht mit allem, lässt sich alles vereinen.
Sie gibt es hierin, darin nicht,
denn das was schön ist, darf bestaunt..
ihm folgt noch lange keine Tat,
die meist Moral doch inne hat.
(außer sie zeigt mit einem Zeigefinger nach oben)
Gemütskräfte - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:16
Kritik der Urteilskraft - Kant
Schöne Kunst dagegen ist eine Vorstellungsart, die für sich selbst zweckmäßig ist, und, obgleich ohne Zweck, dennoch die Kultur der Gemütskräfte zur geselligen Mitteilung befördern.
Und wenn dann die Gemütskräfte fröhlich einander beflügeln und miteinander die Aufmerksamkeit am umgarnen sind, dann heißt es wohl, Schönheit an sich, die auch im Auge des Betrachters liegen mag, kann ihre Zweckmäßigkeit bereits im bestaunen finden.
Mitteilbarkeit und Mehrheit - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:17
§44. von der schönen Kunst
Die allgemeine Mitteilbarkeit einer Lust führt es schon in ihrem Begriffe mit sich, daß diese nicht eine Lust des Genusses, aus bloßer Empfindung, sondern der Reflexion sein müsse; und so ist ästhetische Kunst, als schöne Kunst, eine solche, die die reflektierende Urteilskraft und nicht die Sinnenempfindung zum Richtmaße hat.
Ist nicht ohnehin alles, was zur Kunst zählt, auch mitteilbar und somit nicht rein der Bereich persönlichen Empfindens, sondern vielmehr das, worin man nach dem reflektieren darüber, im Punkte der kunstvollen Eigenheit, Übereinstimmung im ästhetischen Urteile findet?!
Ohne dies wäre es ja schwerlich zwischen Kunst und persönlichem Geschmack unterscheiden zu können.
Wie so oft, kommts doch mehr auf das, was womit verbunden ist oder wohinter etwas steht an und nicht so sehr auf das Augenscheinliche. Der allgemein ausgeprägte Materialismus trägt wohl dazu bei, dass es derzeit den meisten eher schwer fällt über gewisse Punkte hinaus zu gehen und die Mehrheit Gleichgesinnter, ists auch, die kollektiv den Einflussbereich am stärksten prägt und dazu beiträgt, dass sich die Realität ausdehnt, die heute da ist.
Somit könnten alle in einer wesentlich besseren Welt leben, wenn sich die Mehrheit dafür entscheidet und alle einbezogen werden.
über die umfassendere Natur - KdU
Kritik der Urteilskraft - I. Kant §44.
... Im wissenschaftlichen also ist der größte Erfinder vom mühseligsten Nachahmer und Lehrlinge nur dem Grade nach, dagegen von dem, welchen die Natur für die schöne Kunst begabt hat, spezifisch unterschieden...
und über dem eine solche Geschicklichkeit sich auch nicht mitteilen läßt, sondern jedem unmittelbar von der Hand der Natur erteilt sein will, mit ihm also stirbt, bis die Natur einmal einen andern wiederum eben so begabt, der nichts weiter als eines Beispiels bedarf, um das Talent, dessen, er sich bewußt ist, auf ähnliche Art wirken zu lassen.
Nagut, darüber hinaus, wird für den Menschen als solches, entscheidend sein, was von der Seele und als Aufgabe im größeren Ganzen, zukommen mag.
Ist der Geist, nicht auch, die größere und umfassendere Natur?
Geist, in ästhetischer Bedeutung - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:18
Man sagt von gewissen Produkten, von welchen man erwartet, daß sie sich, zum Teil wenigstens, als schöne Kunst zeigen sollten: sie sind ohne Geist; ob man gleich an ihnen, was den Geschmack betrifft, nichts zu tadeln findet. Ein Gedicht kann recht nett und elegant sein, aber es ist ohne Geist. Eine feierliche Rede ist gründlich und zugleich zierlich, aber ohne Geist. Machen Konversation ist nicht ohne Unterhaltung, aber doch ohne Geist; selbst von einem Frauenzimmer sagt man wohl, sie ist hübsch, gesprächig und artig, aber ohne Geist. Was ist denn das, was man hier unter Geist versteht?
Geist, in ästhetischer Bedeutung, heißt das belebende Prinzip im Gemüte. Dasjenige aber, wodurch dieses Prinzip die Seele belebt, der Stoff, den es dazu anwendet, ist das, was die Gemütskräfte zweckmäßig in Schwung versetzt, d.i. in ein solches Spiel, welches sich von selbst erhält und selbst die Kräfte dazu stärkt.
Form und Geist oder auch wie viel Geist wohnt der Form bei und drückt sich durch diese aus?!
Geist ist nicht nur einfach belebend im Sinne der Vitalität, sondern wie ich finde, viel mehr im Sinne des Erweckens und das Erweckte zeichnet sich durch Bewegung aus (geistige Aktivität) und das bedeutet für mich in dem Zusammenhang "belebend".
Wer will schon wach sein - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:19
Wenn die schönen Künste nicht, nahe oder fern, mit moralischen Ideen in Verbindung gebracht werden, die allein ein selbständiges Wohlgefallen bei sich führen, so ist das letztere ihr endliches Schicksal. Sie dienen alsdann nur zur Zerstreuung, deren man immer desto mehr bedürftig wird, als man sich ihrer bedient, um die Unzufriedenheit des Gemüts mit sich selbst dadurch zu vertreiben, daß man sich immer noch unnützlicher und mit sich selbst unzufrieden macht. Überhaupt sind die Schönheiten der Natur zu der ersteren Absicht am zuträglichsten, wenn man früh dazu gewöhnt wird, sie zu beobachten, zu beurteilen, und zu bewundern.
Das schlafen (geistig gesehen) ist wohl auch so ein Punkt, man will allein deshalb schon nicht aufwachen, weil man sich erst einmal gar nicht eingestehen will, dass man schläft. Hinzu kommt hier und da der Schmerz, die Realität (geistig) zu akzeptieren, mit allem, was nicht recht läuft und allem, was man selbst nicht recht gemacht hat.
Und so wird alles, was an dem Punkt steht, der Dinge tatsächlich gewahr zu werden, schnell mit irgend einer Belanglosigkeit befüllt, um bloß nicht am wahren Grund der Dinge zu landen.
Wer traut sich mal dem Unvermeidlichen zu stellen?
Immerhin wird es nicht viel nutzen, zu warten und sich anzuschauen wie andere sich diesem stellen und es als solches vormachen, denn für jeden steht die eigene Überraschung, Kehrseite uvm. bereit und nicht jeder erwacht am selben Ort und findet das selbe vor, in dem Sinne.
Wert konträrer Standpunkte - KdU
§ 57. Auflösung der Antinomie des Geschmacks - Anmerkung I
So wie an einer Vernunftidee die Einbildungskraft, mit ihren Anschauungen, den gegebenen Begriff nicht erreicht: so erreicht bei einer ästhetischen Idee der Verstand, durch seine Begriffe, nie die ganze innere Anschauung der Einbildungskraft, welche sie mit einer gegebenen Vorstellung verbindet.
Und doch kann alles, was nicht zum Zwecke beitragen wollte immer noch als Mittel seinen Beitrag leisten. Schwierig wird es, in einer Sachlage begriffen, diese ausgiebig zu erörtern, außer der Details, wenn man nicht Mittel nutzt, die selbst nicht inbegriffen sind als solche, da der Grad der Affiziertheit ein Maß schnell zunichte machen kann uvm.
So sehr man sich auch Mühen und in guten Willen daran gehen mag, Jemandem etwas zu erklären, erfordert dies mindestens ein gewisses Maß an gutem Willen auch zur Aufnahme dessen. So kann es schnell zur Verärgerung beitragen, wenn dem nicht so ist und Vorsatz, Unfähigkeit u.ä. sich nachträglich kundtut. Dann wäre das effektivste wohl noch es so anzusehen, dass der Anspruch weit geringer ist, zu einer Sache dennoch dienlich beizutragen, diese z.B. in Detail und Spektrum auszuarbeiten, was ja letzten Endes ebenso Qualität oder Qualifizierung bedeuten mag, wenn man den konträren Standpunkt als Beitrag zur Sache ansehen und akzeptieren kann, selbst wenn die Sache einleuchtend oder eindeutig sein sollte und vielleicht der konträren Annahme nur der angemessene Bezug oder Zugang hierzu abgeht. Es ist immerhin doch gar nicht erforderlich zu gleichen Ansicht zu gelangen, wenn es nur ein Thema und keinen Vertrag irgend einer Art betrifft.
So kann ein Wert selbst dort gefunden werden, wo man sonst schnell neigen würde, es als vertane Zeit abzuwerten!
wo noch kein Bewusstsein war - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:20
Was aber das Prinzip der Idealität der Zweckmäßigkeit im Schönen der Natur, als dasjenige, welches wir im ästhetischen Urteile selbst jederzeit zum Grunde legen, und welches uns keinen Realism eines Zwecks derselben für unsere Vorstellungskraft zum Erklärungsgrunde zu brauchen erlaubt, geradezu beweiset: ist, dass wir in der Beurteilung der Schönheit überhaupt das Richtmaß derselben a priori in uns selbst suchen, und die ästhetische Urteilskraft in Ansehung des Urteils, ob etwas schön sei oder nicht, selbst gesetzgebend ist, welches bei Annehmung des Realism der Zweckmäßigkeit der Natur nicht Statt finden kann; weil wir da von der Natur lernen müßten, was wir schön zu finden hätten, und das Geschmacksurteil empirischen Prinzipien unterworfen sein würde. Denn in einer solchen Beurteilung kommt es nicht darauf an, was die Natur ist, oder auch für uns als Zweck ist, sondern wie wir sie aufnehmen.
Kann Menschliches Bewusstsein als solches überhaupt etwas treffen, wo noch kein Bewusstsein vorher war?
Nach meiner Ansicht nicht, denn alles, was zum Menschen durchdringt, hat viele Elemente bereits passiert, angefangen beim feinstofflichen bis hin zum grobstofflichen, seis Luft, Feuer, Wasser und Erde. Alle Dinge sind nicht aufgehängt im Nichts und alleine alle Bewegung, die zur Entwicklung gehört, basiert vorrangig auf einer Art von Bewusstsein, wenn auch nicht unbedingt besonders intelligenter Art, sie mag vielleicht mehr reaktionär oder instinktiv sein.
Mit anderen Worten, der Mensch ist von zu vielen Arten von Wesen eingebettet und umgeben, als dass er mit Stoff in Berührung kommt, der nicht durch irgend etwas bereits vorgeprägt und qualifiziert wurde oder allein durch einen bestimmten Träger ihm bereit gestellt wird. So ist davon ausgehend anzunehmen, dass im großen Ganzen, der Mensch kein Produkt des Zufalls ist, denn die ihm gegebenen Möglichkeiten haben einen Rahmen, der ebenso wenig nur zufällig und ohne bereits zugrunde gelegene Intelligenz vorschwebt, allerdings die Entwicklung in diesem Rahmen und unter gewissen Umständen dann durchaus ihrer gewissen Freiheit überlassen sein mag.
Es wäre doch zudem eine ziemliche Ressourcenverschwendung, wenn so reichhaltig aufgetischt würde, dass es lediglich gänzlich zufällig entstanden sein kann und vor allem auch um es gänzlich dem Zufall zu überlassen.
Und wie es so schön heißt "von nichts, kommt nichts"! ;-)
Direkte und Indirekte Sprache - KdU
Unsere Sprache ist voll von dergleichen indirekten Darstellungen, nach einer Analogie, wodurch der Ausdruck nicht das eigentliche Schema für den Begriff, sondern bloß ein Symbol für die Reflexion enthält.
... so ist alle unsere Erkenntnis von Gott bloß symbolisch; und der, welcher sie mit den Eigenschaften Verstand, Wille, u.s.w., die allein an Weltwesen ihre objektive Realität beweisen, für schematisch nimmt, gerät in der Anthropomorphism, so wie, wenn er alles Intuitive wegläßt, in den Deism, wodurch überall nichts, auch nicht in praktischer Absicht, erkannt wird.
Nicht selten mag das Indirekte Wort genauer sein, in der Hinsicht, dass es auf die Sache selbst mehr Bezug nehmen oder verweisen kann und vor allem sicher weniger zu erzwingen suchen wird von einem Standpunkt zu überzeugen, welcher vielleicht mehr für den Darbringenden, als die Allgemeinheit von einem eindeutigen oder notwendigen Zusammenhang herrührt.
Immerhin soll für gewöhnlich ja doch nicht der Überbringer, sondern das Dargebrachte einem Empfänger zugeführt werden. Denn die Sprache kann ja doch nur so viel Tragen, wie es die Ausdrucksstärke herzugeben vermag, aber kein Ausdruck kann den Empfänger zum Dargebrachten näher bringen, als soweit dieser selber darauf zugeht oder es in ihm an Anklang finden kann und die direkte Sprache kann doch nicht mehr als die Indirekte mit sich tragen, als es eben der Sprache möglich ist.
Kausalität und Systeme - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:21
Kritik der Urteilskraft - I.Kant
Dass aber Dinge der Natur einander als Mittel zu Zwecken dienen, und ihre Möglichkeit selbst nur durch diese Art von Kausalität hinreichend verständlich sei, dazu haben wir gar keinen Grund in der allgemeinen Idee der Natur, als Inbegriffs der Gegenstände der Sinne. Denn im obigen Falle konnte die Vorstellung der Dinge, weil sie etwas in uns ist, als zu der innerlich zweckmäßigen Stimmung unserer Erkenntnisvermögen geschickt und tauglich, ganz wohl auch a priori gedacht werden; wie aber Zwecke, die nicht die unsrigen sind, und die auch der Natur (welche wir nicht als intelligentes Wesen annehmen) nicht zukommen, doch eine besondere Art der Kausalität, wenigstens eine ganz eigene Gesetzmäßigkeit derselben ausmachen können oder sollen, läßt sich a priori gar nicht mit einigem Grunde präsumieren.
So ähnlich mag es sich gar verhalten, wenn man auf Seiten eines bestimmten Systems steht. Dann wird für das Nahstehende schnell ein Verständnis aufkommen, ein anderes System gar als befremdlich und unnatürlich angesehen, da sich der Kausale Zusammenhang mangels Bezug nicht erschließen will oder man gar eine andere Kausalität selbigem Zugrunde liegen hat und daher für sich eine andere Bedeutung dem beilegt und eine andere Deduktion daraus erhält.
Wie als ob einen bei Nacht gewisse Dinge leicht schrecken mögen, bei Tag demjenigen aber als belustigend erscheinen. Während für einen also ein System wie Tag erscheint, werden alle anderen schnell zur Nacht und gespenstisch.
Himmelreich - KdU
Ein Baum zeugt einen andern Baum nach einem bekannten Naturgesetze. Der Baum aber, den er erzeugt, ist von derselben Gattung; und so erzeugt er sich selbst der Gattung nach, in der er, einerseits als Wirkung, andererseits als Ursache, von sich selbst unaufhörlich hervorgebracht, und eben so, sich selbst oft hervorbringend, sich, als Gattung, beständig erhält.
Kann einer etwas hervorbringen, was nicht zuvor in irgend einer Weise in ihm z.B. als ein Abbild oder sonst wie als Teil seiner selbst erschaffen ist?
Es heißt, "das Himmelreich ist in euch", es nimmt wohl Gestalt an, mit allem, was einer sich erarbeitet hat, das ist meines Erachtens eben dies, was Selbstverwirklichung ausmachen dürfte. Und alles Außerhalb, vom inhärenten Selbstzweck abgesehen, ist dazu da um als Beispiel zu dienen und um davon lernen zu können, wobei die Inhärenz sich nicht notwendig erschließen muss.
Und was ist mit dem Himmelreich außerhalb von einem selbst?
Das ist m.E. wohl dieses, was gemeinsam erschaffen wird. Und jeder kann Anteil daran haben, ja mindestens in der Weise, wie er dazu beiträgt, denn wer will ihm dieses auch nehmen wollen?!
eine kleine Ahnung vom Ganzen - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:22
§ 65. Dinge, als Naturzwecke sind organisierte Wesen
Zu einem Körper also, der an sich und seiner innern Möglichkeit nach als Naturzweck beurteilt werden soll, wird erfordert, daß die Teile desselben einander insgesamt, ihrer Form sowohl als Verbindung nach, wechselseitig, und so ein Ganzes aus eigener Kausalität hervorbringen, dessen Begriff wiederum umgekehrt (in einem Wesen, welches die einem solchen Produkt angemessene Kausalität nach Begriffen besäße) Ursache von demselben nach einem Prinzip, folglich die Verknüpfung der wirkenden Ursachen zugleich als Wirkung durch Endursachen beurteilt werden könnte.
Ein verbindendes Element, selbst wenn es aus den Teilen eines Körper hervorzutreten scheint, wird m.E. dieses als Ursache dann doch von etwas größerem herleiten müssen!
Denn sonst wäre es unwahrscheinlich, dass die einzelnen Teile, sich der anderen Teile überhaupt bewusst wären. Es scheint mir vielmehr nur dadurch möglich, weil etwas Umfassenderes vorhanden ist, was selbst in den Teilen das Bewusstsein weckt, über sich hinaus zu treten. Und zwar dadurch, dass es selbst aller seiner Anteile bewusst ist und überhaupt den Raum gemäß dem notwendigen Bedürfnis nach Kenntnis der Anteile begründet und ebenso in seinen Teilen das Bewusstsein vermittelt, dass es außer ihrer selbst noch etwas gibt und vor allem hierdurch diese in Bewegung versetzt werden, nach den Anderen auszuschauen und dadurch aus der Passivität zu treten.
Denn wer sucht nach etwas, wovon er nicht das geringste weiß, oder eine Vorstellung von hat, noch überhaupt ein Gewahrsein oder eine Ahnung?!
die Mittel und Zwecke - KdU
§ 66. Vom Prinzip der Beurteilung der innern Zweckmässigkeit in organisierten Wesen
Dieses Prinzip, zugleich die Definition derselben, heißt:
Ein organisiertes Produkt der Natur ist das, in welchem alles Zweck und wechselseitig auch Mittel ist. Nichts in ihm ist umsonst, zwecklos, oder einem blinden Naturmechanism zuzuschreiben.
Es mag immer sein, daß z.B. in einem tierischen Körper manche Teile als Konkretionen nach bloß mechanischen Gesetzen begriffen werden könnten (als Häute, Knochen, Haare). Doch muß die Ursache, welche die dazu schickliche Materie herbeischafft, diese so modifiziert, formt, und an ihren gehörigen Stellen absetzt, immer teleologisch beurteilt werden, so, daß alles in ihm als organisiert betrachtet werden muß, und alles auch in gewisser Beziehung auf das Ding selbst wiederum Organ ist.
I.d.R. wird, um beim Beispiel mit dem tierischen Körper zu bleiben, m.E. das Sichtbare nach dem geformt, was unsichtbar und ätherisch vorhanden ist. Von dem her, ist eben auch dadurch, nichts zu viel oder zu wenig oder umsonst da, soweit das in dem Zusammenhang "Äußere" nur dem ätherischen "Inneren" gerecht zu werden sucht.
Es ist dadurch aber noch nicht gesagt, dass die Seele allein der formgebende Faktor mittels des "ätherischen" ist und alles lediglich auf diese zurück zuführen sei, wenngleich es sicherlich einen der maßgebenden Faktoren darstellen mag.
Wäre es nicht schön, sich so zu gestalten, wie es gefällt und vor allem einem entspricht? Nur bevor es soweit kommen darf oder sollte, müsste wohl auch sicher gestellt sein, dass keiner sich selber mehr schadet, als nützt, andernfalls stünde der Nutzen wohl in keinem Verhältnis zur Möglichkeit!
So vertraut man dann doch lieber auf die Weisheit von oben, dass es darnach geschehe und genau das bereit gestellt wird, was auch dem umfassenderen Zweck mehr gerecht wird, als irgend welchem persönlichem Wunsch. Zudem bleibt es wohl anspruchsvoller mit gegebenen Mitteln zu haushalten, als sich diese dem Zweck passend zurecht biegen zu können und gar so sehr, als der Lerneffekt ausgeklammert würde.
am Vortrefflichen festhalten - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:24
... Auch Schönheit der Natur, d.i. ihre Zusammenstimmung mit dem freien Spiele unserer Erkenntnisvermögen in der Auffassung und Beurteilung ihrer Erscheinung, kann auf die Art als objektive Zweckmäßigkeit der Natur in ihrem Ganzen, als System, worin der Mensch ein Glied ist, betrachtet werden; wenn einmal die teleologische Beurteilung derselben durch die Naturzwecke, welche uns die organisierten Wesen an die Hand geben, zu der Idee eines großen Systems der Zwecke der Natur uns berechtigt hat. Wir können sie als eine Gunst, die die Natur für uns gehabt hat, betrachten, daß sie über das Nützliche noch Schönheit und Reize so reichlich austeilte, und sie deshalb lieben, so wie, ihrer Unermeßlichkeit wegen, mit Achtung betrachten, und uns selbst in dieser Betrachtung veredelt fühlen: gerade als ob die Natur ganz eigentlich dieser Absicht ihre herrliche Bühne aufgeschlagen und ausgeschmückt habe.
Wenn wir das negative Ego nehmen, so geht es ähnlich vor und geht schon mal in der Annahme hin, dass etwas gegen es gerichtet wäre und lässt darauf basierend die Gedanken wieder etwas kreisen, obwohl dieses meist nichts mit dem Umgebenden oder gar Bezug zur Objektivität hätte und vorweg steht fest, hieraus kann gar kein Nutzen für einen selber entstehen.
Dagegen hingehen oder auch gar im Falle dessen, dass man sich so vorfindet selber im Kreise sich zu drehen, einfach irgend etwas, was auch nur beifällig wäre, zu nehmen, welches aber für einen im Bereich des Schönen sich bewegt und sich damit befassend sich im Kreise drehen kann mindestens nicht gänzlich unnütz sein.
Lieber ein Luftschloss, was immer noch mehr ist, als so etwas wie ein Luftloch.
Und findet man am Umfassenden etwas unschön, dann kann man immer noch ins Detail gehen, woran man Wohlgefallen findet. Findet man ein Detail weniger ansprechend, kann man zum Umfassenderen übergehen oder danach ausschauen, was Gutes daraus werden kann und könnte oder es zu welchem Lehrzwecke alles taugen und zu dienen vermag.
Und wenn man immer noch nichts findet, dann hat man sich ja immer noch an etwas Vortrefflichem geübt und das ist mindestens was einem ja bleibt. Und Schönheit ist ja in der Weise ganz für einen da, mindestens wie man sie erkennt.
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:25
http://www.melchizedek-forum.de/index.php?id=5833
http://www.melchizedek-forum.de/index.php?id=5830
Wenn wir das negative Ego nehmen
Kommentar: Frigg himmelt Devino an. Er ist ein Zauberer, was die Fähigkeit betrifft, das negative Ego aus der Hüfte heraus rumwirbeln zu lassen. Das kann Frigg nicht. Aber der Onkel besteht darauf: das gesprochene, bzw. das geschriebene Wort zählt! Und deshalb die Bitte, an den Begriffen noch zu arbeiten und diese zu veredeln! Es gab noch viele Erklärungen. Ein Leben reicht nicht aus, um die alle wiederzugeben. Jedenfalls hätte Devino zielsicher die Stelle gefunden, wo der Widersacher maximal ist. Maximales negatives Ego. Devino weiß, wie er die Götter wachküßt, alle Engländer wissen das. Sie wissen, wie sie die Götter dazu kriegen, plötzlich voll aktiv zu werden. Erbarmen.
Der Schluss ging so:
das M-Forum ist Natur
und Devino hat es zu pflegen.
Das M-Forum bitte als Natur pflegen.
Sladdi ist erstmal platt ...
Kuschelkurs vs. Nachsinnen - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:26
Die Kausalverbindung, sofern sie bloß durch den Verstand gedacht wird, ist eine Verknüpfung, die eine Reihe (von Ursachen und Wirkungen) ausmacht, welche immer abwärts geht; und die Dinge selbst, welche als Wirkungen andere als Ursache voraussetzen, können von diesen nicht gegenseitig zugleich Ursache sein. Diese Kausalverbindung nennt man die der wirkenden Ursachen (Nexus effectivus).
Dagegen aber kann doch auch eine Kausalverbindung nach einem Vernunftbegriffe (von Zwecken) gedacht werden, welche, wenn man sie als Reihe betrachtete, sowohl abwärts als aufwärts Abhängigkeit bei sich führen würde, in der das Ding, welches einmal als Wirkung bezeichnet ist, dennoch aufwärts den Namen einer Ursache desjenigen Dinges verdient, wovon es die Wirkung ist...
Die Dinge auf einer Seite, müssen auf einer anderen nicht ebenfalls von einem Zweck sein, aber ein Zweck auf der einen, kann als Ursache zu Wirkungen auf der anderen Seite führen, m.E. zu jeder Richtung hin, also auch nach oben.
So kann ein Kuschelkurs auf der einen Seite, auf der anderen Seite Trägheit bedeuten. So scheint mir auch die Ursache unten und Wirkung oben "abarbeiten" zu heißen und die Ursache oben und Wirkung unten wiederum "lernen". D.h. dann lernen um hinterher besser arbeiten zu können, vielleicht als Nebenwirkung von der Ursache hier zu sein als solches.
So kann wohl Kuschelkurs nur als Nebensache zählen und Trägheit dann als Nebenwirkung, denn andernfalls wird das nachsinnen nur noch hinkend nachwinkend...
subjektives & objektives Urteilen - KdU
§72. Von den mancherlei Systemen über die Zweckmäßigkeit der Natur
Die Richtigkeit des Grundsatzes: dass über gewisse Dinge der Natur (organisierte Wesen) und ihre Möglichkeit nach dem Begriffe von Endursachen geurteilt werden müsse, selbst auch nur, wenn man, um ihre Beschaffenheit durch Beobachtung kennen zu lernen, einen Leitfaden verlangt, ohne sich bis zur Untersuchung über ihren ersten Ursprung zu versteigen, hat noch niemand bezweifelt.
Die Frage kann also nur sein: ob dieser Grundsatz bloß subjektiv gültig, d.i. bloß Maxime unserer Urteilskraft oder ein objektives Prinzip der Natur sei, nach welchem ihr, außer ihrem Mechanism (nach bloßen Bewegungsgesetzen), noch eine andere Art von Kausalität zukomme, nämlich die der Endursachen, unter denen jene (der bewegenden Kräfte) nur als Mittelursachen ständen.
Um die objektiv gültige Zweckmäßigkeit der Natur fassen zu können, wird der Anfang (ob es zufallsbedingt hervorkam) die Mitte (was für Wirkungen erzeugt wurden, und für welche dieser Naturteil gänzlich elementar ist) und auch das Ende (entstandenes Endprodukt und Selbstzweck) zu Rate gezogen werden müssen.
Dagegen um eine subjektive Zweckmäßigkeit ableiten zu können, aus einem Teil einer Natur, bedarf es nur einer Zweckmäßigen Wirkung, welche aus der Bewegung entsteht und was als Ursache dient zur Bildung von etwas anderem u.ä.!
Darüber hinaus wird es also schwierig die Natur objektiv beurteilen zu wollen, die außerhalb oder auch nur teilweise außerhalb eigener Kreise liegt oder derer, die man überschauen kann. Denn selbst wenn die entsprechende Natur gänzlich in eigenen Kreisläufen eingebettet liegt, bedarf es noch eines angemessenen Blickwinkels um sich das bilden eines objektiven Urteils erlauben zu können.
Daraus lässt sich schließen, dass Urteilen etwas umfassenderes und anderes ist, als eine Meinung zu haben.
ein Mittel zum bewegen - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 17 2014, 15:27
§ 73. Keines der obigen Systeme leistet das was es vorgibt
Die, welche den Realism der Naturzwecke nicht bloß behaupten, sondern ihn auch zu erklären vermeinen, glauben eine besondere Art der Kausalität, nämlich absichtlich wirkender Ursachen, wenigstens ihrer Möglichkeit nach einsehen zu können; sonst könnten sie es nicht unternehmen, jene erklären zu wollen. Denn zur Befugnis selbst der gewagtesten Hypothesen muß wenigstens die Möglichkeit dessen, was man als Grund annimmt, gewiß sein, und man muß dem Begriffe desselben seine objektive Realität sichern können.
Warum sollte man sich überhaupt die Mühe machen, sich mental mit gewissen Dingen zu befassen und etwas zu erklären suchen oder gewagte Hypothesen aufstellen?
Vorangig geht es nicht unbedingt um das ansammeln von Kenntnissen, sondern darum sich zu bewegen!
Geht man davon aus, dass es der Seele eigen ist, in Bewegung zu sein, dann ist noch nicht gesagt, dass jedem die selben Mittel naheliegend sind, sondern dem einen mehr nach seiner Ausrichtung dieses oder jenes natürlicher vorkommt/zukommt und genutzt wird.
An sich ist man ohnehin mit allem, was man kund tut auch irgendwo angreifbar, was vielleicht zu mehr Passivität einladen mag, gerade wenn etwas nicht so sehr allgemein anerkannt wird. Aber mit allem, wo der Punkt getroffen ist, wird auch dasjenige hinter einem stehen und somit mag der Sieg nur noch eine Frage der Zeit bleiben.
Und will man etwas verwirklichen, wird man ohnehin nicht drum rum kommen dasjenige auch einzusetzen und wie weit mans danach noch weiter einsetzten mag, ist mehr einem selber überlassen und soweit es den Gegebenheiten entspricht.
Objektivität der Erlösung - KdU
Kritik der Urteilskraft - I. Kant - § 76. Anmerkung
... Es ist dem menschlichen Verstande unumgänglich notwendig, Möglichkeit und Wirklichkeit der Dinge zu unterscheiden. Der Grund davon liegt im Subjekte und der Natur seiner Erkenntnisvermögen. Denn, wären zu dieser ihrer Ausübung nicht zwei ganz heterogene Stücke, Verstand für Begriffe, und sinnliche Anschauung für Objekte, die ihnen korrespondieren, erforderlich: so würde es keine solche Unterscheidung (zwischen dem Möglichen und Wirklichen geben.
... Denn, wenn er es denkt (er mag es denken wie er will), so ist es bloß als möglich vorgestellt. Ist er sich dessen, als in der Anschauung gegeben bewußt, so ist es wirklich, ohne sich hiebei irgend etwas von Möglichkeit zu denken.
Daher ist der Begriff eines absolutnotwendigen Wesens zwar eine unentbehrliche Vernunftidee, aber eine für den menschlichen Verstand unerreichbarer problematischer Begriff.
Der Grund hierfür ist m.E. folgender und zugleich auch der Grund, dass man sich als Mensch generell geborgen fühlen kann, dieser liegt vor allem darin, dass Gott als Schöpfer darüber entscheidet, was Wirklich ist und was es nie werden wird und weder der menschliche Verstand noch seine Sinnesanschauung können daran etwas aussetzen, ausgenommen der möglichen Täuschung, welche aber lediglich zeitweilig beim Subjekt vorherrschen kann.
D.h. über das, was der Mensch für sich als Wirklichkeit ansieht, kann er zwar bis zu einem gewissen Grad entscheiden, aber glücklicherweise nicht mehr, was ihm dadurch zugute kommt, weil es als Ausgang aus seiner Lage immer bestehen bleibt (wie auch immer diese aussehen mag), was der Schöpfer ihm konstant anbietet und was im Kern, die Seele für ihn ausmacht.
Das Einzige was den Menschen von jeglichem Heil abhält, liegt folglich lediglich in seinen Ansichten und hat ansonsten keine Objektivität darüber hinaus, da anzunehmen wäre, dass er ansonsten ebenfalls keine Objektivität vorweisen könnte?!
Eigentümlichkeit des Menschlichen Verstandes - KdU
Devino Melchizedek am Fr Okt 24 2014, 01:57
... Gleichwohl würde dieses in der Tat folgen, wenn wir materielle Wesen, als Dinge an sich selbst, anzusehen berechtigt wären. Denn alsdann würde die Einheit, welche den Grund der Möglichkeit der Naturbildungen ausmacht, lediglich die Einheit des Raums sein, welcher aber kein Realgrund der Erzeugungen, sondern nur die formale Bedingung derselben ist; obwohl er mit dem Realgrunde, welchen wir suchen, darin einige Ähnlichkeit hat, daß in ihm kein Teil ohne in Verhältnis auf das Ganze (dessen Vorstellung also der Möglichkeit der Teile zum Grunde liegt) bestimmt werden kann.
Da es aber doch wenigstens möglich ist, die materielle Welt als bloße Erscheinung zu betrachten, und etwas als Ding an sich selbst (welches nicht Erscheinung ist) als Substrat zu denken, diesem aber eine korrespondierende intellektuelle Anschauung (wenn sie gleich nicht die unsrige ist) unterzulegen: so würde ein, ob zwar für uns unerkennbarer, übersinnlicher Realgrund für die Natur statt finden, zu der wir selbst mitgehören, in welcher wir also das, was in ihr als Gegenstand der Sinne notwendig ist, nach mechanischen Gesetzen, die Zusammenstimmung und Einheit aber der besonderen Gesetze und der Formen nach denselben, die wir in Ansehung jener als zufällig beurteilen müssen, in ihr als Gegenstände der Vernunft (ja das Naturganze als System) zugleich nach teleologischen Gesetzen betrachten, und sie nach zweierlei Prinzipien beurteilen würden, ohne daß die mechanische Erklärungsart durch die teleologische, als ob sie einander widersprächen, ausgeschlossen wird.
Um mit dem Gegenstand der Betrachtung arbeiten zu können, wird vom Verstand ein Abbild angenommen, denn der Verstand hat keine Schnittmenge mit einem Objekt.
In der Weise kann das, was Objektiv ist, den Verstand, was nur ein Mittel und Werkzeug ausmacht, leicht abhängen, aber doch nicht seiner Nützlichkeit entheben, weil das Objekt zu diesem ebenso wenig eine Schnittmenge hat, außer der, die im Verstand bei seiner Tätigkeit eingeräumt wurde, in Bezug zu diesem.
Im Vergleich dazu einen Raum anzunehmen und sich fragen, wie weit der Raum den Zweck und die Absicht für Dasjenige darin bilden kann, oder Dasjenige den Raum nur für eigene Zwecke erhält, kann so scheinen, dass es schwer auf einen Nenner zu bringen sei. Aber im wesentlich wird der Raum allein meist die Dinge darin nicht begründen und ebenso einen Bezug zu einem größeren Ganzen haben, wie dasjenige in ihm, denn beides wird mehr ein Mittel als ein Selbstzweck in dem Zusammenhang bilden. Denn wäre eines davon nur Selbstzweck, dann würde es nicht im Verhältnis zum anderen stehen und fände im Zusammenhang keine Erwähnung. Beides ist auf eine Ursache also angewiesen, d.h. eine zugrunde liegende Absicht und je näher der Verstand dieser Absicht mit seinem Abbild kommt, um so näher können wohl die Schlussfolgerungen beim Naturzweck anknüpfen, eine direkte Schnittmenge ist aber nicht gegeben und jedes bleibt also seiner eigenen Natur verbunden.
Kritik am Kritisierenden
Devino Melchizedek am Fr Okt 31 2014, 02:04
Kritik der Urteilskraft - Immanuel Kant -
Warum ist Kritik nur selten sinnvoll oder hilfreich?
Man ist schnell dabei seine Kritik gegen andere zu richten, wobei es keine Rolle spielt, obs ausgesprochen oder subjektiv forciert wird, denn wenn diese ankommt, dann ist die Wirkung umso größer, je hilfreicher einer dabei ist, weil Hilfsbereitschaft mit einer Offenheit einhergeht, dem gegenüber worin geholfen wird.
Wenn man Kritik anderen anmutet, dann ist schnell die Erwartung da, der andere sei dafür da, diese Kritik und alles was damit mitschwingt und seis nur persönliche Ansichten abzuarbeiten (selbst wenn sich ein berechtigter Punkt finden mag), darüber hinaus hat der andere natürlich das Kritisierte besser zu machen als zuvor, denn sonst gäbe es ja wenig oder keinen Grund zur Kritik und dass er überhaupt den entsprechenden Part zu erfüllen hat, an dem er dran war, steht ja für gewöhnlich außer Frage.
Nur bleibt dann doch die Frage noch übrig, welchen nutzvollen Part hat der Kritisierende in dem Zusammenhang eigentlich übernommen? Und hätte er derweil nicht doch auch etwas nutzvolles leisten können?
Denn ebenso könnte er sich Gedanken machen, wie etwas besser geht, mit selber Konzentration auf den, den er zu kritisieren sucht und sollte dieses die Schanze finden, ähnlich der Kritik zu landen, dann hätte der Kritisierende auch mal einen nutzvollen Part eingenommen, vor allem wenn er ansonsten nur Nutznießer oder Zuschauer sein sollte und keinen Part darüber hinaus in dem Zusammenhang erfüllt!
Kritik dagegen auf eine Einbildung, d.h. z.B. auf eine Illusion bezogen und sofern diese von dem Nützlichen gelöst wird, kann dann schon eher konstruktiv sein, wenngleich vielleicht das ein und andere Ego damit angekratzt sein kann, aber ja doch außer Frage steht, dass Dasjenige sowieso aufgelöst gehört und eine Synthese hier nicht von Dauer bleiben kann!
Sofern es der Sache dienlich sein soll, dürfte die Kritik also mehr auf Etwas, denn auf Jemanden bezogen sein und darauf zielen, das Unnütze vom Nützlichen zu lösen, damit dieses besser da steht als zuvor. Wenn es aber nicht auf etwas Illusorisches trifft und nicht auf eine Form oder Art und Weise, dann trifft es idR. auf etwas Körpliches und wird wahrscheinlich nurmehr schädlich ausfallen.
Theorie und Praxis - KdU
Devino Melchizedek am Mi Nov 05 2014, 02:23
Kritik der Urteilskraft - I. Kant - §78
.. Nun ist aber das gemeinschaftliche Prinzip der mechanischen einerseits und der teleologischen Ableitung andererseits das Übersinnliche, welches wir der Natur als Phänomen unterlegen müssen. Von diesem aber können wir uns in theoretischer Absicht nicht den mindesten bejahenden bestimmten Begriff machen. ...
Erst im Verhältnis und Umgang lernt man die Dinge durch sich und auch in sich selber kennen. Die Theorie als eine Art Konzept, vergleichbar einer Landkarte, mag zur Orientierung beitragen, die Gegend kann man damit und wie sie auf einen wirkt aber nicht erfahren.
So kann man zwar auch zur Überzeugung gelangen, im Rückblick, auf die in einer bestimmten Weise zugebrachte Zeit, dass daraus kein Gut erwächst, aber erst wenn man daran geht etwas daran zu ändern und umzugestalten, lernt man die Arten von Widerstand in sich überhaupt mal kennen, die einen zunächst auf eine Ausdauerprobe einladen und stellen werden.
Bis man sich soweit durchgerungen hat, rückblickend sagen zu können, das aus den Bestrebungen ein Gut erwachsen kann und auch hervorgeht, wird man sich von jeder Praxisfernen Ideologie genauso distanziert haben, wie von dem Gedanken sich entfernen, es könnte einen etwas anderes erfüllter hinterlassen, als das in sich zu kultivieren, was dienlich ist, im Vergleich zu dem, was lediglich angenehm scheint und gefällt.
Dann wundert man sich, warum man sich gegen scheinbar unangenehme Aufgaben und Dinge aufgelehnt hatte, die es ja nur vor allem waren, weil man sie zu diesen erklärt hatte und um wie viel glücklicher man doch ist, die förderlichen Dinge anzusammeln, anstatt sich dagegen zu sträuben und der Aufwand den man in beide Richtungen aufbringen kann, nahezu gleich ist, denn nur so viel wie einem möglich ist, ist gegeben. Und dann merkt man auch, ob Vergnügungen einen mehr vergnügt hinterlassen als die freiwilligen Arbeiten die man auf sich nimmt und womit man wonach erfüllt ist.
Wenn man dem Höheren sich annähern will, so sollte man sich in ähnlicher Weise den Dingen widmen, wie Dasjenige und eine größere Freude kanns kaum geben, als sich diesem anzunähern und es feststellen zu können und zu erfahren!
Höchster Zweck und Bestimmung - KdU
Devino Melchizedek am Do Nov 13 2014, 00:57
§ 80. Von der notwendigen Unterordnung des Prinzips des Mechanisms unter dem Teleologischen in Erklärung eines Dinges als Naturzwecks
... Denn die ganze Schwierigkeit, welche die Frage wegen der ersten Erzeugung eines in sich selbst Zwecke enthaltenden und durch sie allein begreiflichen Dinges umgibt, beruht auf der Nachfrage nach Einheit des Grundes der Verbindung des Mannigfaltigen außer einander in diesem Produkte; da denn, wenn dieser Grund in dem Verstande einer hervorbringenden Ursache als einfacher Substanz gesetzt wird, jene Frage, sofern sie teleologisch ist, hinreichend beantwortet wird, wenn aber die Ursache bloß in der Materie, als einem Aggregat vieler Substanzen aus einander, gesucht wird, die Einheit des Prinzips für die innerlich zweckmäßige Form ihrer Bildung gänzlich ermangelt; und die Autokratie der Materie in Erzeugungen, welche von unserem Verstande nur als Zwecke begriffen werden können, ist ein Wort ohne Bedeutung.
Wie es auch bereits in den heiligen Schriften mancherorts steht, dass man auf einen göttlichen und höheren Geist allein durch die Beobachtung der Natur schließen wird, so kann in dem Zusammenhang wohl gesagt werden, dass ohne diesen Geist fast alles einfach keinen Sinn hat und dieser an sich dann nur schwer und kaum zu finden sein wird!
Denn nur aus vielen Selbstzwecken heraus, erwächst kein Gesamtzweck und wird somit ein gemeinsamer Zweck schwerlich zustande kommen, ebenso wird ohne diesen, ein Zusammenhang kaum zwischen allen Dingen entstehen.
Soweit man also nicht zum Detail hin, sondern auf die Gemeinsamkeit und Zusammenhänge schaut, spricht alles für eine höhere Vernunft, nach welcher sich alles ordnet und dieses alles spricht zugleich auch gegen unzählige günstige Zufälle.
Davon ausgehend kann man auch annehmen, dass man am besten fährt, wenn man in allem versucht diesen höheren Zweck zu finden und Dasjenige zur höchsten Bestimmung zu gleiten, welche notwendig in dem einen Höheren münden wird, aus der dieses seine Ausdehnung fand.

References: § 10

§ 25
 § 32

§ 37

§42

§44
 §44

§ 57

§ 65

§ 66

§72

§ 73
 § 76
 §78

§ 80