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Timestamp: 2019-11-21 14:25:06+00:00

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OVG Nordrhein-Westfalen, 11.08.2010 - 5 A 298/09 - dejure.org
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OVG Nordrhein-Westfalen, 11.08.2010 - 5 A 298/09 (https://dejure.org/2010,6871)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 11.08.2010 - 5 A 298/09 (https://dejure.org/2010,6871)
OVG Nordrhein-Westfalen, Entscheidung vom 11. August 2010 - 5 A 298/09 (https://dejure.org/2010,6871)
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Anspruch auf Herausgabe von sichergestelltem Geld bei Zweifeln an der Eigentümerstellung; Erschütterung der Eigentumsvermutung bei schneller Entledigung von einem besonders hohen, in einer Klarsichtfolie eingeschweißten Bargeldbetrag durch Wegwerfen und unerlaubtes ...
Anspruch auf Herausgabe von sichergestelltem Geld bei Zweifeln an der Eigentümerstellung; Erschütterung der Eigentumsvermutung bei schneller Entledigung von einem besonders hohen in einer Klarsichtfolie eingeschweißten Bargeldbetrags durch Wegwerfen und unerlaubten ...
Sicherstellung von "verdächtigem" Geld
DVBl 2011, 123
Die tatbestandlichen Voraussetzungen für eine Sicherstellung waren (bereits) im maßgeblichen Beurteilungszeitpunkt der behördlichen Entscheidung, vgl. OVG NRW, u.a. Beschluss vom 11. August 2010 - 5 A 298/09 -, juris Rn. 26, gegeben.
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 11. August 2010 - 5 A 298/09 -, juris Rn. 29; BGH, Urteil vom 4. Februar 2002 - II ZR 37/00 -, juris Rn. 7.
vgl. hierzu auch OVG NRW, Beschluss vom 11. August 2010 - 5 A 298/09 -, juris, Rn. 45; Hess. VGH, Beschluss vom 30. Juni 2015 - 8 A 103/15 -, juris, Rn. 33; Bay. VGH, Beschluss vom 19. November 2010 - 10 ZB 10.1707 -, juris, Rn. 20; VG Hannover, Urteil vom 21. Januar 2008 - 10 A 2695/05 -, juris, Rn. 46.
Denn die Sicherstellung nach Art. 25 Nr. 2 PAG dient insoweit dem Schutz des noch unbekannten Eigentümers vor Verlust (oder Beschädigung seines Eigentums; vgl. OVG NRW vom 11.8.2010 a.a.O. RdNr. 38).
Wie sich insbesondere aus Art. 28 Abs. 1 Satz 2 PAG, aber auch aus dem systematischen Zusammenhang dieser Bestimmung mit Art. 27 Abs. 1 Nrn. 4 und 5 sowie Abs. 2 PAG ergibt, muss dem von der Sicherstellung Betroffenen für einen Herausgabeanspruch nach Art. 28 Abs. 1 Satz 1 PAG ein Recht an der Sache zustehen, er darf also gerade nicht den Besitz an der Sache durch eine Straftat wie Diebstahl oder Hehlerei erlangt haben (vgl. dazu auch OVG NRW vom 11.8.2010 a.a.O. RdNr. 45, das insoweit von einem rechtsmissbräuchlichen Herausgabeverlangen spricht;… Schmidbauer/Steiner a.a.O. RdNr. 12 zu Art. 28 PAG;… Berner/Köhler/Käß, Polizeiaufgabengesetz, Handkommentar, 20. Aufl. 2010, RdNr. 3 zu Art. 28).
Maßgeblicher Zeitpunkt sowohl für die Tatsachenfeststellung als auch für die Prognoseentscheidung ist dabei der Zeitpunkt des Erlasses der Sicherstellungsverfügung (…OVG Bremen, Urt. v. 24.6.2014 - 1 A 255/12 -, NordÖR 2015, 26, juris, Rdnr. 25 m. w. N.; OVG Nordrhein-Westfalen, Beschl. v. 11.8.2010 - 5 A 298/09 -, juris, Rdnr. 29).
vgl. OVG NRW, Beschluss vom 11.08.2010 - 5 A 298/09 -, juris, Rn. 29-33 m.w.N.; VG L. , Urteil vom 02.10.2014 - 20 K 4013/12 -, juris, Rn. 36 ff.
Im maßgeblichen Zeitpunkt seines Erlasses (OVG NW, B. v. 11. August 2010 - 5 A 298/09 - juris Rn 26 f. m.w.N.; OVG Bremen, U. v. 24. Juni 2014 - 1 A 255/12 - juris Rn 25 a.E.; vgl. auch BayVGH, B. v. 18. Oktober 2010 - 10 C 10.2104, 10 CS 10.2099 - juris Rn 22, B. v. 7. Dezember 2009 - 10 ZB 09.1354 - juris Rn 15 u. U. v. 16. Januar 2001 - 24 B 99.1571 - juris Rn 28) war der angefochtene Bescheid vom ... Juni 2013 rechtmäßig, so dass der Kläger hierdurch nicht in seinen Rechten verletzt ist (§ 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO).
Für die Widerlegung dieser gesetzlichen Vermutung reichen nach obergerichtlicher Rechtsprechung Indizien und Erfahrungssätze aus, sofern sie mit einem für das praktische Leben brauchbaren Grad an Gewissheit das Eigentum des gegenwärtigen Besitzers weniger wahrscheinlich erscheinen lassen als das Eigentum eines Dritten oder die vom Besitzer behaupteten Erwerbstatsachen widerlegen (BGH, U. v. 14. Januar 1993 - IX ZR 238/91 - juris Rn 16; BVerwG, U. v. 24. April 2002 - 8 C 9.01 - juris Rn 15; OVG NW, U. v. 11. August 2010 - 5 A 298/09 - juris Rn 29 ff.;… BayVGH, B. v. 19. November 2010, aaO, Rn 11).
Hiervon ist ersichtlich auch das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in dem vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof - nicht entscheidungserheblich - in Bezug genommenen Beschluss vom 11. August 2010 (- 5 A 298/09 - juris Rn 45) ausgegangen, in dem es ein derartiges Herausgabeverlangen als rechtsmissbräuchlich qualifiziert hat.
Anders als bei der Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Sicherstellung, bei der es auf den Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung ankommt (vgl. nur Senatsbeschluss vom 8. Februar 2018 - OVG 1 N 2.17 - S. 3 [n.v.]; VGH Mannheim…, Urteil vom 22. Februar 1995 - 1 S 3184/94 - juris Rn. 16 ff.; vgl. OVG Münster, Beschluss vom 11. August 2010 - 5 A 298/09 - juris Rn. 26; OVG Lüneburg…, Urteil vom 25. Juni 2015 - 11 LB 34/14 - juris Rn. 34; VGH München…, Urteil vom 22. Mai 2017 - 10 B 17.83 - juris Rn. 25 f., jeweils m.w.N.), ist bei der Prüfung des Herausgabeanspruchs schon tatbestandlich eine nachträgliche Betrachtung anzustellen, ob die Voraussetzungen der Sicherstellung im Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung noch vorliegen bzw. deren Zweck noch gegeben ist.
Er kann die Herausgabe des Geldes auch nicht ausnahmsweise verweigern, etwa weil das Herausgabeverlangen rechtsmissbräuchlich wäre (vgl. OVG Münster, Beschluss vom 11. August 2010, a.a.O., juris Rn. 45 f.; VGH München…, Urteil vom 15. November 2016 - 10 BV 15.1049 - juris Rn. 44 ff. …sowie Beschluss vom 19. November 2010 - 10 ZB 10.1707 - juris Rn. 15 ff. ).
Da mangels Vorlage entsprechender Nachweise oder Angaben zum Verkäufer weiterhin nicht davon ausgegangen werden kann, dass er Eigentümer oder berechtigter Besitzer der sichergestellten Reifen ist, kann er sich zur Begründung seines Herausgabeverlangens nicht darauf berufen, dass ein Berechtigter bislang nicht ermittelt worden ist (…vgl. OVG NW, B.v. 13.9.2016 - 5 A 667/16 - juris Rn. 46 ff.; OVG NW, B.v. 11.8.2010 - 5 A 298/09 - juris Rn. 45;… OVG NW, B.v. 12.2.2007 - 5 A 1056/06 - juris Rn. 9).
Dasselbe gelte für die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen in dem vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof - nicht entscheidungserheblich - in Bezug genommenen Beschluss vom 11. August 2010 (5 A 298/09 - juris Rn. 45), in dem ein derartiges Herausgabeverlangen als rechtsmissbräuchlich qualifiziert worden sei.
Da weiterhin nicht davon ausgegangen werden kann, dass er Eigentümer oder berechtigter Besitzers der sichergestellten Gegenstände ist, kann er sich zur Begründung seines Herausgabeverlangens nicht darauf berufen, dass ein Berechtigter bislang nicht ermittelt worden ist (…vgl. OVG NW, B. v. 13.9.2016 - 5 A 667/16 - juris, Rn. 46 ff.; OVG NW, B. v. 11.8.2010 - 5 A 298/09 - juris Rn. 45;… OVG NW, B. v. 12.2.2007 - 5 A 1056/06 - juris Rn. 9).
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References: Art. 25
 Art. 28
 Art. 27
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28