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Timestamp: 2016-10-26 00:32:52+00:00

Document:
I 42/06 (26.06.2007)
T.________, 1964, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprecherin Daniela Mathys, Sulgeneckstrasse 37, 3007 Bern,
A.a Die 1964 geborene T.________ war seit 1986 mit einem Pensum von 80% im sozialp�dagogischen Bereich t�tig. In den Jahren 1999 und 2001 musste sie sich wegen R�ckenbeschwerden operieren lassen. Im Jahre 2001 traten zudem psychische Probleme auf. Unter Hinweis auf R�ckenschmerzen und eine Depression meldete sie sich am 28. Dezember 2001 bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an und beantragte Umschulung auf eine neue T�tigkeit sowie eine Invalidenrente. Die IV-Stelle Bern kl�rte die medizinischen Verh�ltnisse ab, indem sie Berichte von Frau Dr. med. M.________ und Dr. med. H.________ einholte und das neurochirurgische Gutachten von Frau Dr. med. L.________ vom 13./19. September 2002 sowie das psychiatrische Gutachten von Dr. med. E.________ vom 14. Oktober 2002 in Auftrag gab. Danach bestand aus psychiatrischer Sicht keine Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit, w�hrend aufgrund der neurochirurgischen Erhebungen eine Arbeitsunf�higkeit von 20% (bezogen auf ein Vollpensum oder von 0% bezogen auf ein 80%iges Pensum) f�r die bisher ausge�bte T�tigkeit und eine volle Arbeitsf�higkeit f�r eine besser angepasste T�tigkeit attestiert wurde. Zudem liess die IV-Stelle die Verh�ltnisse im Haushalt vor Ort abkl�ren (Abkl�rungsbericht Haushalt vom 24. April 2003). Gest�tzt auf diese Unterlagen wies sie das Leistungsgesuch hinsichtlich Rente und berufliche Massnahmen am 30. April 2003 verf�gungsweise ab. Mit Verf�gung vom 12. Mai 2003 lehnte sie auch den Anspruch auf Umschulung zur Naturheilpraktikerin ab, bejahte jedoch einen solchen auf Arbeitsvermittlung. Die dagegen erhobenen Einsprachen wies sie mit zwei separaten Entscheiden vom 19. Februar 2004 ab. Auf Beschwerde hin hob das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die beiden Einspracheentscheide auf und wies die Sache zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und zum Erlass neuer Verf�gungen an die IV-Stelle zur�ck (Entscheid vom 16. Juli 2004).
A.b In Nachachtung des kantonalen R�ckweisungsentscheids ordnete die IV-Stelle mit Mitteilung an die Versicherte vom 16. August 2004 und den Gutachter vom 30. August 2004 eine spezial�rztliche Untersuchung durch den Neurochirurgen Dr. med. R.________ an. Mit Eingabe vom 27. August 2004 lehnte die Rechtsvertreterin von T.________ eine medizinische Abkl�rung durch diesen Arzt ab mit der Begr�ndung, die Beurteilung der Arbeitsf�higkeit sei nicht von einem Neurochirurgen, sondern von einem Neurologen vorzunehmen. Zudem sei Dr. med. R.________ befangen, da er w�hrend l�ngerer Zeit mit Frau Dr. med. L.________ zusammen gearbeitet habe. Gleichzeitig unterbreitete sie Gegenvorschl�ge. Die IV-Stelle hielt mit Verf�gung vom 3. September 2004 an der Begutachtung durch Dr. med. R.________ fest. Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern nach Einholung der Stellungnahme des Arztes vom 15. November 2004 mit Entscheid vom 16. Dezember 2004 ab.
A.c Am 31. Dezember 2004 gelangte die Rechtsvertreterin von T.________ an Dr. med. R.________ und ersuchte diesen, den Begutachtungsauftrag abzulehnen. Falls er damit nicht einverstanden sei, w�nsche sie, bei der Untersuchung anwesend sein zu k�nnen. Mit Schreiben vom 4. M�rz 2005 forderte die IV-Stelle die Versicherte unter Hinweis auf deren Mitwirkungspflicht und m�gliche Folgen einer Verletzung derselben auf, dem Aufgebot des Neurochirurgen nachzukommen, ansonsten die Abkl�rungen eingestellt und Nichteintreten beschlossen oder aufgrund der Akten verf�gt werde. Es sei am Arzt zu bestimmen, wer an der Untersuchung teilnehme. Am 30. M�rz 2005 forderte Dr. med. R.________ die Versicherte auf, sich am 13. April 2005 in seiner Praxis einzufinden. Nach einer telefonischen Unterredung mit der Rechtsvertreterin der Versicherten vom 5. April 2005 hielt er mit Schreiben vom 6. April 2005 am festgesetzten Datum fest mit dem Hinweis, dass die Untersuchung unter Ausschluss von Drittpersonen durchgef�hrt werde. Daraufhin liess die Versicherte am 8. April 2005 mitteilen, wegen einer Terminkollision k�nne sie dem kurzfristigen Aufgebot keine Folge leisten. Gleichzeitig machte sie einen gesetzlichen Anspruch auf Begleitung durch eine von ihr bestimmte Drittperson geltend. Dr. med. R.________ erkl�rte sich in der Folge bereit, den Untersuchungstermin auf den 24. Mai 2005 zu verschieben. Die Anwesenheit einer Drittperson lehnte er ab. Am 14. April 2005 erkl�rte sich T.________ mit der Durchf�hrung der Begutachtung grunds�tzlich einverstanden, bestand jedoch auf der Begleitung durch eine Drittperson. Nachdem Dr. med. R.________ die IV-Stelle am 25. Mai 2005 informiert hatte, dass die Versicherte den vereinbarten Termin unentschuldigt nicht wahrgenommen hatte, wies die IV-Stelle das Leistungsbegehren mit Verf�gung vom 3. Juni 2005 erneut ab. Daran hielt sie mit Einspracheentscheid vom 21. Juli 2005 fest.
Die dagegen gef�hrte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 12. Dezember 2005 ab (Dispositiv-Ziffer 1). Wegen mutwilliger Prozessf�hrung auferlegte es der Versicherten Verfahrenskosten von Fr. 1000.- (Dispositiv-Ziffer 2).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst T.________ das Rechtsbegehren stellen, es sei der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die IV-Stelle zu verpflichten, ihr die gesetzlichen Leistungen zu erbringen.
Die IV-Stelle und das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (BSV) schliessen auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde.
Am 1. Januar 2007 ist das Bundesgesetz �ber das Bundesgericht vom 17. Juni 2005 (BGG; SR 173.110) in Kraft getreten (AS 2006 1205, 1243). Damit wurden das Eidgen�ssische Versicherungsgericht und das Bundesgericht in Lausanne zu einem einheitlichen Bundesgericht (an zwei Standorten) zusammengef�gt (Seiler/von Werdt/G�ngerich, Bundesgerichtsgesetz [BGG], Bern 2007, S. 10 Rz 75) und es wurde die Organisation und das Verfahren des obersten Gerichts umfassend neu geregelt. Dieses Gesetz ist auf die nach seinem Inkrafttreten eingeleiteten Verfahren des Bundesgerichts anwendbar, auf ein Beschwerdeverfahren jedoch nur dann, wenn auch der angefochtene Entscheid nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes ergangen ist (Art. 132 Abs. 1 BGG). Da der kantonale Gerichtsentscheid vor dem 1. Januar 2007 erlassen wurde, richtet sich das Verfahren nach dem bis 31. Dezember 2006 in Kraft gestandenen Bundesgesetz �ber die Organisation der Bundesrechtspflege (OG) vom 16. Dezember 1943 (vgl. BGE 132 V 395 Erw 1.2).
Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Pflicht der Versicherungstr�ger zur Abkl�rung des Sachverhalts (Art. 43 Abs. 1 ATSG) und die Mitwirkungspflicht der Versicherten, insbesondere die Verpflichtung, sich den von den Versicherungstr�gern angeordneten notwendigen und zumutbaren �rztlichen Untersuchungen zu unterziehen (Art. 43 Abs. 2 ATSG), sowie die Befugnis der Versicherer, bei unentschuldbarer Verletzung der Mitwirkungspflicht aufgrund der Akten zu verf�gen oder die Erhebungen einzustellen und Nichteintreten zu beschliessen, und das dabei zu beachtende Vorgehen (Art. 43 Abs. 3 ATSG) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen. Beizuf�gen ist, dass die IV-Stelle gem�ss Art. 73 IVV (in der seit 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung), unter Ansetzung einer angemessenen Frist und Darlegung der S�umnisfolgen, aufgrund der Akten beschliessen oder die Abkl�rungen einstellen und Nichteintreten beschliessen kann, wenn Versicherte schuldhaft eine �rztliche Untersuchung (Art. 49 Abs. 2 IVV), eine Begutachtung (Art. 69 Abs. 2 IVV), das Erscheinen vor der IV-Stelle (Art. 69 Abs. 3 IVV) oder Ausk�nfte (Art. 28 ATSG) verweigern.
4.1 Streitig ist, ob die Beschwerdef�hrerin in entschuldbarer Weise der angeordneten medizinischen Begutachtung durch Dr. med. R.________ keine Folge geleistet hat. Die Versicherte stellt sich auf den Standpunkt, solange ihr das Recht verweigert werde, sich dabei durch eine Drittperson begleiten zu lassen, sei ihre Weigerung nicht schuldhaft. Die Vorinstanz verneinte unter Hinweis auf BGE 119 Ia 260 die Frage, ob sich eine versicherte Person, welche sich einer medizinischen Begutachtung zu unterziehen hat, dabei verbeist�nden lassen kann.
4.2 Nach Art. 37 Abs. 1 ATSG, der gem�ss Art. 1 IVG auch im Verfahren vor der IV-Stelle gilt, kann sich die Partei, wenn sie nicht pers�nlich zu handeln hat, jederzeit vertreten oder verbeist�nden lassen (frz. "se faire assister", ital. "farsi patrocinare"). Die Befugnis, sich vertreten oder verbeist�nden zu lassen, h�ngt mit dem Anspruch auf rechtliches Geh�r zusammen (BGE 119 Ia 261 Erw. 6a; Urteil vom 29. September 1994 [1P.210/1994 Erw. 3]): Die Partei ist Subjekt in einem sie betreffenden Verwaltungsverfahren (BGE 116 Ia 99 Erw. 3) und hat deshalb das Recht, am Verfahren teilzunehmen und sich dazu zu �ussern (Art. 29 Abs. 2 BV; Art. 42 ATSG). Sie kann dieses Recht selber wahrnehmen oder durch einen Vertreter wahrnehmen lassen oder sich dabei durch einen Beistand unterst�tzen beziehungsweise begleiten lassen. Dies gilt auch dann, wenn die Beh�rde Beweismassnahmen durchf�hrt, an denen die Partei kraft ihrer Parteiqualit�t teilnehmen kann. Ein grunds�tzlicher Anspruch auf Teilnahme besteht insbesondere bei Zeugeneinvernahmen und Augenscheinen (Art. 18 VwVG in Verbindung mit Art. 55 ATSG; BGE 121 V 152 f. Erw. 4, 119 V 211 f. Erw. 3, 119 Ia 262 Erw. 6, 116 Ia 99 f. Erw. 3; Michele Albertini, Der verfassungsm�ssige Anspruch auf rechtliches Geh�r im Verwaltungsverfahren des modernen Staates, Bern 2000, S. 352 ff.). Demnach besteht selbstverst�ndlich ein Anspruch darauf, sich bei derartigen Beweismassnahmen vertreten oder verbeist�nden zu lassen (BGE 132 V 445 Erw. 3.3).
4.3 Hingegen haben die Parteivertreter nach der Rechtsprechung keinen Anspruch darauf, an einer durch einen Sachverst�ndigen durchgef�hrten Begutachtung teilzunehmen (BGE 119 Ia 262 Erw. 6c, 99 Ia 47 Erw. 3). So hat das Bundesgericht auch entschieden, dass im Rahmen eines Strafverfahrens Art. 6 Ziff. 1 EMRK nicht verletzt wird, wenn der Verteidiger an der Abnahme einer Schriftprobe nicht anwesend sein konnte (BGE 132 V 446 Erw. 3.4; Urteil vom 14. September 1999 [1P.405/1999 Erw. 3d]).
4.4 Diese Differenzierung zwischen Verhandlung vor einem Gericht oder einer Beh�rde einerseits und einer Begutachtung durch Experten andererseits rechtfertigt sich insbesondere dann, wenn die Partei in einem Verfahren selber Gegenstand der Beweismassnahme ist, namentlich wenn es darum geht, den Gesundheitszustand der betroffenen Person abzukl�ren. Dabei ist diese Person - anders als etwa bei einem Augenschein, wo es darum geht, unter Mitwirkung der Parteien das Augenscheinsobjekt zu betrachten und zu w�rdigen - nicht in erster Linie als Verfahrenspartei beteiligt, die sich zum Begutachtungsobjekt �ussert, sondern sie wird selber begutachtet (BGE 122 II 469 Erw. 4c). Es geht darum, dass der medizinische Begutachter eine m�glichst objektive Beurteilung vornehmen kann, was bedingt, dass diejenigen Rahmenbedingungen zu schaffen sind, die aus wissenschaftlicher Sicht am ehesten geeignet sind, eine solche Beurteilung zu erm�glichen (BGE 119 Ia 262 Erw. 6c). Es muss eine Interaktion zwischen der begutachtenden und der zu begutachtenden Person stattfinden (Hans-Jakob Mosimann [Hrsg.], Aktuelles im Sozialversicherungsrecht, Z�rich 2001, S. 255 ff., 256 f.). Die Begutachtung soll m�glichst ohne �ussere Einflussnahmen vorgenommen werden (Ulrich Meyer-Blaser, Das medizinische Gutachten aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht, in: Siegel/Fischer [Hrsg.], Die neurologische Begutachtung, Z�rich 2004, S. 91 ff., 107; vgl. auch Urteil des Bundesgerichts vom 16. Juli 2001, Erw. 4a, 5P.164/2001). Die Anwesenheit eines Rechtsbeistandes w�re diesem Zweck nicht dienlich: Dessen Aufgabe ist es, die Interessen seiner Klientschaft zu wahren. Er kann zu diesem Zweck auch einseitige Ansichten vertreten und entsprechend im Verfahren intervenieren. Eine solche Intervention vertr�gt sich indessen nicht mit der wissenschaftlichen Begutachtung, wo es - �hnlich wie bei einer Zeugeneinvernahme, bei welcher sich der Zeuge auch nicht verbeist�nden lassen kann - darum geht, dem Gutachter ein unverf�lschtes und wahrheitsgetreues Bild zu verschaffen (BGE 132 V 446 Erw. 3.5). Die anders lautende Meinungs�usserung von Kieser (ATSG-Kommentar, N 7 zu Art. 37) setzt sich mit dem grundlegenden Unterschied zwischen Begutachtung und Verfahrensbeteiligung nicht auseinander und kann daher nicht �berzeugen (BGE 132 V 447 Erw. 3.6).
4.5 W�hrend die Beschwerdef�hrerin zun�chst die Anwesenheit ihrer Rechtsvertreterin bei der Begutachtung verlangt hatte (vgl. Schreiben an Dr. med. R.________ vom 31. Dezember 2004), wollte sie in der Folge von ihrem Lebenspartner begleitet werden. Obwohl dem vorerw�hnten BGE 132 V 443 ff. die Verbeist�ndung durch einen Rechtsbeistand zugrunde lag, haben die dortigen Erw�gungen mit der nachfolgenden Pr�zisierung grunds�tzlich auch f�r die Anwesenheit jeder anderen Drittperson als "Beistand" bei einer �rztlichen Begutachtung Geltung. Im Rahmen der f�r die Erstellung eines medizinischen Gutachtens erforderlichen rein fachbezogenen k�rperlichen Untersuchung oder psychiatrischen Exploration ist nebst der zu begutachtenden Person die Teilnahme weiterer Personen im Regelfall nicht notwendig. Ein zus�tzlicher Erkenntnisgewinn ist dadurch im Normalfall nicht zu erwarten. Eine erg�nzende Fremdanamnese kann gegebenenfalls auch nachtr�glich noch eingeholt werden. Um seinen Begutachtungsauftrag erf�llen zu k�nnen, ist es unumg�nglich, dass sich der medizinische Experte einen zuverl�ssigen pers�nlichen Eindruck von der betroffenen Person verschaffen kann. Die Gegenwart einer dritten Person w�hrend der Exploration und Untersuchung, f�r die sich keine �rztliche Notwendigkeit ergibt, kann sich unter Umst�nden als kontraproduktiv erweisen und die Tatsachenfeststellung erschweren oder der Aufkl�rung des medizinischen Sachverhalts sonst wie abtr�glich sein. Nicht nur bei einer psychiatrischen, sondern auch bei der somatischen Begutachtung besteht n�mlich die Gefahr, dass die Begleitperson das Wort ergreift, die Gespr�chsf�hrung f�r die zu begutachtende Person �bernimmt und damit ihre eigene Einsch�tzung einbringt oder dass die versicherte Person sich nicht getraut, unbefangen eigene Aussagen zu machen (vgl. dazu Wolfgang Hausotter, "Beist�nde" bei Begutachtungen - aus Sicht des medizinischen Sachverst�ndigen, in: Medizinische Sachverst�ndige, 2007, S. 27 ff.). Es gilt auch zu vermeiden, dass die medizinische Untersuchung zum Anlass genommen wird, den Sachverst�ndigen in ein Streitgespr�ch zu verwickeln. Eine kritische Auseinandersetzung hat vielmehr gest�tzt auf das schriftliche Gutachten zu erfolgen, welches den Parteien in der Folge zu diesem Zweck zuzustellen ist. Gesteht man der zu begutachtenden Person das Recht zu, auf ihren Wunsch hin eine Drittperson quasi als "Zeugen" bei der Begutachtung zuzulassen, m�sste aus Gr�nden der Waffengleichheit auch dem Gutachter das Recht einger�umt werden, eine medizinische Fachperson als "Beobachter" beizuziehen (vgl. auch BGE 132 V 447 Erw. 3.6), was die Begutachtung nur noch zus�tzlich verkomplizieren w�rde. Nach dem Gesagten muss es dem Gutachter �berlassen bleiben, im Einzelfall zu entscheiden, ob die Teilnahme einer Drittperson bei der Beugtachtung als notwendig erscheint. Es verh�lt sich somit �hnlich wie mit dem Beizug eines Dolmetschers, wor�ber ebenfalls der Gutachter im Rahmen sorgf�ltiger Auftragserf�llung zu befinden hat (vgl. dazu AHI 2004 S. 146 Erw. 4.2.1 [Urteil I. vom 30. Dezember 2003, I 245/00]).
4.6 Wie bereits die Vorinstanz zutreffend erwogen hat, sind keine objektiven Gr�nde ersichtlich, welche eine Begleitung der Versicherten zur neurochirurgischen Untersuchung durch Dr. med. R.________ als notwendig erscheinen liessen, zumal die Beschwerdef�hrerin nicht vorbringt, es sei ihr wegen Gebrechlichkeit, Hilflosigkeit oder einer anderen gesundheitlichen Beeintr�chtigung nicht zumutbar, sich ohne Dritthilfe der angeordneten medizinischen Untersuchung zu unterziehen. Eine Unzumutbarkeit liesse sich auch nicht aus der rechtskr�ftigen Ablehnung der im fr�heren Verfahren von der Beschwerdef�hrerin geltend gemachten Ablehnungsgr�nde gegen den Facharzt ableiten. Dass sie sich durch einen Arzt untersuchen lassen muss, den sie nicht kennt, liegt im System der parteiunabh�ngigen Begutachtung selbst begr�ndet. Hinzu kommt, dass der Lebenspartner der Versicherten, welcher eine eigene Praxis als Naturarzt f�hrt, gem�ss den schriftlichen Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrerin vom 2. Januar 2006 mit dem Gutachter Kontakt aufgenommen und eine Erkl�rung daf�r verlangt hat, weshalb er nicht dabei sein d�rfe. Es ist nicht auszuschliessen, dass er sich bei einer Teilnahme an der Untersuchung auch in medizinische Belange eingemischt und den medizinischen Gutachter so daran gehindert h�tte, sich einen zuverl�ssigen pers�nlichen Eindruck von ihrem Gesundheitszustand zu verschaffen. Nicht zu �berzeugen verm�gen sodann die nicht n�her begr�ndeten Aussagen des Dr. med. B.________, Chefarzt Chirurgie des Bezirksspitals P.________, vom 9. Januar 2006 und des Dr. med. O.________, Leiter TCM-Abteilung des Bezirksspitals P.________, vom 12. Dezember 2005, wonach die Versicherte die bisherigen Untersuchungen als traumatisch erlebt habe, weshalb bei einer weiteren Untersuchung die Begleitung durch eine Vertrauensperson erlaubt werden sollte. Dasselbe gilt f�r die Ausf�hrungen der Versicherten vom 2. Januar 2006. Es mag zwar zutreffen, dass sie eine Begutachtung als m�hsam oder unangenehm empfindet. Dass sie die Untersuchungen durch Dr. med. E.________ und Dr. med. L.________ jedoch als eigentliches Trauma erlebt haben soll, ist nicht nachvollziehbar, zumal sich den entsprechenden Gutachten daf�r keinerlei Anhaltspunkte entnehmen lassen und die Rechtsvertreterin in der Stellungnahme zum Vorbescheid weder solches vorbrachte noch besondere Vorkommnisse anl�sslich der Begutachtungen erw�hnte. Die Beschwerdef�hrerin kann sich daher nicht darauf berufen, die IV-Stelle h�tte in Befolgung des Untersuchungsgrundsatzes einen Arzt mit dem Gutachten beauftragen m�ssen, der keine Einw�nde gegen die Begleitung durch eine Vertrauensperson erhebt.
4.7 Nachdem die Rechtsvertreterin der Beschwerdef�hrerin mit Schreiben vom 31. Dezember 2004 an Dr. med. R.________ gelangt war mit dem Ersuchen, den Gutachterauftrag wegen Befangenheit abzulehnen und zudem in Aussicht gestellt hatte, dass sie widrigenfalls bei der Untersuchung anwesend sein werde, stellte die Beschwerdegegnerin mit Schreiben vom 4. M�rz 2005 unter Hinweis auf die Folgen einer Verletzung der Mitwirkungspflicht klar, dass sie an einer Begutachtung durch Dr. med. R.________ festhalte, wobei der Experte zu bestimmen habe, wer bei der Begutachtung anwesend sein k�nne. In Kenntnis der rechtlichen Konsequenzen einer Weigerung, der angeordneten Untersuchung nachzukommen, wandte sich die Rechtsvertreterin der Versicherten am 8. April 2005 erneut an Dr. med. R.________ und bestand auf der Teilnahme einer Drittperson mit der Wirkung, dass der Gutachter sein Mandat gem�ss Schreiben vom 25. Mai 2005 niederlegte. Bei diesen Gegebenheiten hat das kantonale Gericht zu Recht geschlossen, die Beschwerdef�hrerin sei ihrer Mitwirkungspflicht in unentschuldbarer Weise nicht nachgekommen.
5.1 Da die Beschwerdef�hrerin trotz korrekt durchgef�hrtem Mahn- und Bedenkzeitverfahren der medizinischen Abkl�rung keine Folge geleistet hatte, war die Verwaltung befugt, gem�ss Art. 43 Abs. 3 ATSG und Art. 73 IVV aufgrund der Akten zu verf�gen. Dies bedeutet, dass aufgrund der vorhandenen medizinischen Unterlagen - ohne das Ergebnis, welches wegen der fehlenden Mitwirkung der Versicherten nicht zustande kam - materiell �ber den Anspruch zu entscheiden ist. In diesem Sinne ist die IV-Stelle mit der durch den Einspracheentscheid vom 21. Juli 2005 best�tigten Verf�gung vom 3. Juni 2005 vorgegangen und hat nach Pr�fung des Anspruchs auf Leistungen der Invalidenversicherung (berufliche Massnahmen/Rente) das Leistungsbegehren abgewiesen. Das kantonale Gericht hat diesen Entscheid best�tigt.
5.2 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird unter Hinweis auf BGE 108 V 231 vorgebracht, als Sanktion sehe das Gesetz einen Entscheid aufgrund der Akten oder das Nichteintreten auf das Leistungsbegehren vor, wobei der Versicherungstr�ger die f�r die versicherte Person g�nstigere Variante zu w�hlen habe. Gem�ss diesem Urteil h�ngt die Beurteilung der Frage, wann die Verwaltung bei schuldhafter Unterlassung der notwendigen und zumutbaren Mitwirkung einen Nichteintretensentscheid und wann einen materiellen Entscheid aufgrund der vorhandenen Akten zu f�llen hat, von den Umst�nden des Einzelfalles ab. L�sst sich der Sachverhalt ohne Schwierigkeiten und ohne besonderen Aufwand abkl�ren, auch wenn der Gesuchsteller die Mitwirkung verweigert oder unterl�sst, so wird die Verwaltung die betreffenden Erhebungen zu t�tigen und anschliessend materiell zu entscheiden haben. Ebenso ist materiell zu entscheiden, wenn die vorliegenden Akten einen Teilanspruch begr�nden. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Unterlagen den Schluss auf eine halbe Rente erlauben, hinsichtlich der ganzen Rente der Sachverhalt indessen ungen�gend erhellt ist. In Grenz- und Zweifelsf�llen ist die f�r die Gesuch stellende Person g�nstigere Variante zu w�hlen (BGE 108 V 231 f.).
5.3 Im R�ckweisungsentscheid vom 16. Juli 2004 hatte die Vorinstanz erwogen, angesichts der von der Versicherten im Einsprache- und im kantonalen Beschwerdeverfahren neu eingereichten medizinischen Unterlagen sei zweifelhaft, ob die Leistungsabweisung der Verwaltung rechtm�ssig sei. Der medizinische Sachverhalt m�sse daher n�her abgekl�rt werden. Die Abkl�rung des Sachverhalts - auch in medizinischer Hinsicht - obliegt in erster Linie dem Versicherer (Art. 43 Abs. 1 ATSG). Anderseits hat die versicherte Person nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht, am Verfahren mitzuwirken. Sie ist daher befugt, dem Versicherer Arztberichte oder andere Akten einzureichen, von welchen sie glaubt, dass sie f�r den Entscheid �ber den Leistungsanspruch von Bedeutung sein k�nnten. Sie verh�lt sich jedoch rechtsmissbr�uchlich, wenn sie Arztberichte zu den Akten gibt und den Versicherer oder das angerufene Gericht daran hindert, die darin festgehaltenen Ergebnisse zu �berpr�fen und ihrerseits medizinische Abkl�rungen anzuordnen. Die IV-Stelle kann deshalb von der versicherten Person selbst veranlasste oder eingereichte Berichte �ber Tatsachen, die sie wegen fehlender Mitwirkung der versicherten Person nicht �berpr�fen kann, frei w�rdigen und allenfalls unber�cksichtigt lassen.
5.4 Da die bei den Akten liegenden medizinischen Unterlagen eine Bejahung des Leistungsanspruchs nicht zulassen, ist in �bereinstimmung mit der Vorinstanz nicht zu beanstanden, wenn die IV-Stelle das Leistungsbegehren gest�tzt auf die Akten erneut abgewiesen hat. Hinzu kommt, dass die Beschwerdef�hrerin weder im vorinstanzlichen noch im letztinstanzlichen Verfahren ihren materiellen Antrag auf gesetzliche Leistungen der Invalidenversicherung n�her begr�ndet hat.
Die Beschwerdef�hrerin beanstandet des Weitern, dass ihr das kantonale Gericht Verfahrenskosten auferlegt hat.
6.1 Das Verfahren vor dem kantonalen Versicherungsgericht ist grunds�tzlich kostenlos. Einer Partei, die sich mutwillig oder leichtsinnig verh�lt, k�nnen jedoch eine Spruchgeb�hr und die Verfahrenskosten auferlegt werden (Art. 61 lit. a ATSG).
6.2 Die vor dem Inkrafttreten des ATSG am 1. Januar 2003 ergangene Rechtsprechung zu den bundesrechtlichen Begriffen der Mutwilligkeit und des Leichtsinns bleibt auch nach diesem Datum weiterhin massgebend (SVR 2004 EL Nr. 2 S. 6 Erw. 3 [= Urteil M. vom 4. September 2003, P 23/03]). Mutwillige oder leichtsinnige Prozessf�hrung ist demnach gegeben, wenn eine Partei Tatsachen wider besseres Wissen als wahr behauptet oder ihre Stellungnahme auf einen Sachverhalt abst�tzt, von dem sie bei Beachtung der ihr zumutbaren Sorgfalt wissen m�sste, dass er unrichtig ist. Mutwillig ist ferner das Festhalten an einer offensichtlich gesetzeswidrigen Auffassung. Leichtsinnige oder mutwillige Prozessf�hrung liegt aber so lange nicht vor, als es der Partei darum geht, einen bestimmten, nicht als willk�rlich erscheinenden Standpunkt durch das Gericht beurteilen zu lassen. Die Erhebung einer aussichtslosen Beschwerde darf sodann einer leichtsinnigen oder mutwilligen Beschwerdef�hrung nicht gleichgestellt werden. Das Merkmal der Aussichtslosigkeit f�r sich allein l�sst einen Prozess noch nicht als leichtsinnig oder mutwillig erscheinen. Vielmehr bedarf es zus�tzlich des subjektiven - tadelnswerten - Elements, dass die Partei die Aussichtslosigkeit bei der ihr zumutbaren vernunftgem�ssen �berlegung ohne weiteres erkennen konnte, den Prozess aber trotzdem f�hrt. Mutwillige Prozessf�hrung kann ferner darin begr�ndet liegen, dass eine Partei eine ihr in dieser Eigenschaft obliegende Pflicht (Mitwirkungs- oder Unterlassungspflicht) verletzt (BGE 128 V 324 Erw. 1b mit Hinweisen).
6.3 Die Vorinstanz hat das Verhalten der Beschwerdef�hrerin als mutwillig qualifiziert mit der Begr�ndung, diese habe zun�chst lediglich Ablehnungsgr�nde gegen den medizinischen Gutachter vorgebracht. Erst nachdem diese mit Entscheid vom 16. Dezember 2004 abgewiesen worden seien und eine erneute Aufforderung, sich der Begutachtung zu unterziehen, ergangen sei, habe sie geltend gemacht, sie wolle sich nur in Begleitung einer Drittperson �rztlich untersuchen lassen. Nach BGE 125 V 404 Erw. 3 h�tte sie indessen s�mtliche Antr�ge und Einwendungen gegen die Untersuchungsmassnahmen auf einmal vorbringen m�ssen. Das Beschwerdeverfahren sei offensichtlich im Bestreben eingeleitet worden, die Beurteilung durch einen anderen Gutachter zu erzwingen.
6.4 Nachdem die Vorinstanz nach Einholung einer Stellungnahme des Dr. med. R.________ das Ausstandsbegehren mit Entscheid vom 16. Dezember 2004 abgewiesen hatte, gelangte die Rechtsvertreterin der Beschwerdef�hrerin am 31. Dezember 2004 an den Arzt und teilte ihm mit, da er �ber die vorgebrachten Einw�nde gegen ihn als Gutachter sehr ungehalten reagiert habe, sei die Versicherte �ber die bevorstehende Begutachtung beunruhigt. Falls er den Gutachterauftrag trotz der unerfreulichen Vorgeschichte annehme, werde sie angesichts der schwierigen Konstellation bei der Begutachtung anwesend sein. In der Folge weigerte sich die Versicherte, sich ohne die Anwesenheit einer Drittperson zur Begutachtung zu begeben. Daraus erhellt, dass sich das Ersuchen, zur gutachterlichen Untersuchung eine weitere Person zuzuziehen, erst aufgrund des Ergebnisses des Ablehnungsverfahrens gegen den Gutachter ergab und somit nicht bereits in jenem Verfahren geltend gemacht werden konnte. Dass ein entsprechender Antrag bereits im Verfahren um den Ausstand des Gutachters h�tte vorgebracht werden m�ssen, kann dem von der Vorinstanz erw�hnten BGE 125 V 404 Erw. 3 nicht entnommen werden. Hinzu kommt, dass die Frage, ob die zu begutachtende Person sich bei der medizinischen Abkl�rung durch eine Drittperson begleiten lassen kann, von gewissen Autoren grunds�tzlich bejaht wird (vgl. beispielsweise Kieser, ATSG-Kommentar, N 8 zu Art. 37) und im vorliegenden Verfahren zu grunds�tzlichen Erw�gungen Anlass gegeben hat. Indem die Beschwerdef�hrerin einen Entscheid �ber die Zul�ssigkeit einer Verbeist�ndung bei der medizinischen Untersuchung angestrebt hat, kann ihr demnach nicht leichtsinnige oder mutwillige Prozessf�hrung vorgeworfen werden. Der vorinstanzliche Entscheid ist daher im Kostenpunkt aufzuheben.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 Satz 1 OG). Der teilweise obsiegenden Beschwerdef�hrerin ist eine reduzierte Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 159 Abs. 2 und 3 in Verbindung mit Art. 135 OG).
In teilweiser Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird Dispositiv-Ziffer 2 des Entscheids des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 12. Dezember 2005 aufgehoben. Im �brigen wird die Verwaltungsgerichtsbeschwerde abgewiesen.
Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Verfahren vor dem Bundesgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 200.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.

References: BGE 
 Art. 73
 BGE 
 Art. 37
 Art. 1
 Art. 42
 Art. 55
 BGE 
 Art. 6
 Art. 37
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 BGE 
 Art. 43
 Art. 73
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 BGE 
 BGE 
 Art. 37
 Art. 135