Source: http://www.konrad-fischer-info.de/7temp24.htm
Timestamp: 2017-04-24 17:03:42+00:00

Document:
EnEV-Befreiung § 25/ Ausnahme 24: Heizung & Wärmedämmung, Nachtabsenkung, Nachtabschaltung, Brennwert-Heizung
Frechheiten zum besseren Bauen +++
Das Handwerkerquiz +++ Das Planerquiz für schlaue Bauherrn +++ Das Energiespar-W U N D E R!
Staatlich organisierte Energiesparschwindeleien +++
DIE ZEIT 24/01: Verflixte Isolation - Probleme in Energiesparhäusern +++
DIE ZEIT, 13.09.07: Wärmedämmung - Wer soll das bezahlen?
2.3.08: WELT am Sonntag/WAMS: "Der Schimmel breitet sich wieder aus. - Starke Dämmung in Neubauten und falsches Lüften führen schnell zu Parasitenbefall" - Mit Aggen, Meier + Fischer!
Wärmedämmung?
Feuchte/Salz?
Fenster schwitzen?
Schimmelpilz wuchert?
Die Temperierung der Gebäude-Hüllflächen 24
2 - Seit wann gibt es Temperierung? / Die Sauerei mit der Kirchenheizung
3 - Richtig oder falsch Heizen in der Kirche - Orgeln und Heizung
4 - Strahlungsgeschichtliches 5 - Der Umschwung pro Temperierung
6 - Wie funktioniert Temperierung? / Wirkprinzip Wärmestrahlung / Trocknungseffekt / Wärmeverlust: Konvektion kontra Strahlung
7 - Sachverständigengutachten über die Mängel der Temperieranlage (Auszug) / Gesetzgeber zur Anwendung EnEV bei Strahlungsheizung - Auslegungsfragen
8 - Energieverluste? Zur Dämmung temperierter Wände / Neon-Analogon
9 - Feuchte und Temperatur an der Wand
10 - Schwedenofen, Kachelofen, Lüftungsanlage + Klimaanlage - Vorhof zur Hölle?
13 - Temperieren im Großraum - Kirche, Saal und Halle
14 - Temperierung und Hygiene
15 - Bauteilkorrosion als Folge des Warmluftstroms - Wartungsintervalle und Heiztechnik
19 - Konfiguration und Bemessung der Temperieranlage
20 - Strahlungsheizung und Fensterkonstruktion
21 - Prof. Dr. Claus Meier: Glas und die elektromagnetische Strahlung / Die Tragödie der Strahlung in der Heiztechnik - Humane Strahlungswärme 22 - VDI-Richtlinien, DIN-Norm und falsche Prüfberichte
23 - Energieerzeugung und Wirtschaftlichkeit - Probleme der Ökoenergieen
Erhaltung und/oder Umbau bestehender Heizsysteme / Die Befreiung von den Anforderungen der Energieeinsparverordnung
EnEV gem. § 25 (bis 2007 § 17) EnEV
§ 9 EnEV fordert für die "Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden": "(1) Eigentümer von Gebäuden dürfen Heizkessel, die mit flüssigen
oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind,
nicht mehr betreiben."
Doch wer das wirklich macht, verstößt gegen die EnEV, und das ist strafbar. Wenn Ihnen das Ihr
Heizungsbauer, Heizungsplaner, Heizungsverkäufer oder sonstiger Berater nicht sagt, könnte das
vorsätzlicher Betrug sein. Zur Erinnerung aus dem StGB: "§ 263 Betrug (1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das
Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung
oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu
fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Fakt ist nämlich, daß alle üblich gewarteten und vom "Schlotfeger" turnusmäßig
abgasgeprüften Kesselanlagen meist die Grenzwerte einhalten, es sei denn, ihre Bauart läßt das nicht
zu, was zur Ausnahme gem. 1.BImSchV § 11 (2) führt, soweit sie ordentlich betrieben werden (wofür die
Rußzahl 0 spricht). Sie sind bei ca. 10-13 Prozent Abgasverlust. Ein neuer Kessel mag das wenige Prozent verbessern, die Schein-Argumentation betr. besserer Dämmung, weniger
Stillstandszeiten und dergleichen können wir uns schenken. Sie brauchen doch Ihre Wärme, damit Sie es
behaglich haben. Das ist der Maßstab. Und rauf und runter drehen am Heizkessel wg. Nachtabsenkung usw. ist
nachteilig. Was an der Haushülle nächtens kühlt, muß ja mit vermehrtem Aufwand
und betriebsbedingt äußerst unwirtschaftlich wieder nachgeheizt werden.
www.politikforum.de/forum/showthread.php?threadid=83470
"Lupus: [...]
In den letzten zwei Jahren habe ich (betreffend Effizienz einer Nachtabsenkung) die Probe aufs Exempel
gemacht und da gehört schon einiges an Willens- und Überzeugungskraft dazu, das Langfristexperiment
durchzuhalten.
Im ersten Jahr in der Mietwohnung haben wir das Wohnzimmer tagsüber komplett warm gehalten, nachts abgedreht. Im
zweiten Jahr wollten wir sparen und haben es nur noch abends warm gemacht. Da 24 Std lang 70 Grad Vorlauftemperatur zur
Verfügung standen, war es auch kein Problem, die Wohnung schnell warm zu bekommen. Ich war auch der Meinung, der
Verdunstungszähler würde mehr verdunsten lassen, wenn der Heizkörper obenherum ständig lauwarm
ist, anstatt kurzzeitig volle Hitze abzukriegen.
Das Ergebnis war unerwartet: Der Verbrauch umgerechnet in kWh war im zweiten Jahr 10 % höher als im ersten und das
trotz vergleichbaren Außentemperaturen. Das Wohnzimmer blieb den ganzen Vor- und Nachmittag kalt und trotzdem
wurde durch das brutale Aufheizen abends im Extremfall von 10 Grad auf 22 die Einsparung wieder zunichte gemacht.
Erstaunlich oder? [...]"
www.ahok.de/dt/Nachtabsenkung.html
"Die Wärmezufuhr muss zwingend genauso groß sein, wie die
Wärmeabgabe, sonst wird die Anfangstemperatur nie wieder erreicht. Anders gesagt: Genau die Wärmemenge, die
nachts durch die Wände abgegeben wird, muss wieder zugeführt werden, damit am nächsten Tag die
Innentemperatur des Vortages wieder erreicht wird. --------------------------------------------------------------------------------
Um die Einsparung von Heizkosten durch Nachtabsenkung zu bestimmen, muss man also nur die
Wärmeabgabe berechnen, denn die Wärmezufuhr ist genau gleich groß! "Bleibt die Heizung aus, spart man Energie" - das ist der Trugschluß.
Denn auch wenn die Heizung nachts Pause macht - die Wärmeabgabe setzt sich nahezu
unvermindert fort. Dabei ist der Wärmeübergang proportional zur Temperaturdifferenz. Solange es drinnen noch
wärmer ist als draußen, wird Wärme abgegeben, und zwar umso schneller, je größer das
Temperaturgefälle von drinnen nach draußen ist. Aufheizphase
Wenn die nächtliche Auskühlung nach einer Nachtabsenkung, so gering sie auch sein mag, morgens in ein oder zwei Stunden von der
Heizung kompensiert werden soll, muss eine wesentlich höhere Vorlauftemperatur gefahren werden, als ohne Nachtabsenkung erforderlich
wäre. Je nach Heizkessel und Heizkörper bewirkt das einen niedrigeren Wirkungsgrad. Höhere Vorlauftemperatur
heißt eben auch höhere Abgastemperatur und mehr Verluste. Wie schnell sind dadurch die 3% nächtliche Einsparung wieder verspielt!
Bei der absichtlichen(!) Auskühlung der Außenwände während der nächtlichen
Temperaturabsenkung wird u.U. irgendwann unnötigerweise die Taupunkttemperatur unterschritten. Feuchtigkeit setzt
sich auf und in den Außenwänden ab. Auf der Wand führt das zu Schimmelbildung und in der Wand zu einer
stark verringerten Isolationswirkung. Die Wärmeverluste steigen, die Wand kühlt noch weiter ab, es bildet
sich noch mehr Feuchtigkeit, die Verluste steigen weiter usw. ..."
Und sehr schön auch die Quellenverarbeitung, aber auch Erfahrungsmitteilung von Dipl.-Ing. Thomas Göhler im
Gespräch mit einem "Energiesparwilligen":
"„Na klar- ich will ja Heizkosten sparen. Ich drehe abends ab und früh wieder rauf.“
„So, so! Sie fahren also mit Ihrem Auto auch energiesparender im Stop & Go-Betrieb? Nicht! Wieso machen Sie das dann bei dem
Fahren Ihrer Heizung so? Blöd nur, dass das II. Thermodynamische Gesetz dieser Erwartung des Energiesparens mit dieser
Methode entgegen steht.“
Ek = ½ m * v²
Nun erläutere ich, daß die Energie, die durch Stop&Go scheinbar gespart wird unvermeidbar wieder ins Bauwerk
hinein muß. Allerdings - und das ist entscheidend - nicht linear, sondern mit quadratischer Zunahme des Energieaufwands! Diesen
Test habe ich natürlich schon selbst gemacht, denn auch ich habe früher ja diesen Blödsinn kritiklos geglaubt.
Seitdem ich aber die Heizung konstant durchlaufen lasse, hat sich mein Energieverbrauch um mehr als 10% reduziert. Gut, daß es dabei
gerade zwei vergleichbare Winter gab. Im Wohnzimmer war sogar die Ersparnis bei 1/3.
So langsam wechseln jetzt die Fronten.
„Das sehe ich ein. Aber wieso wird dann so was sogar vorgeschrieben, wenn man mit
Dämmung, Nachtabsenkung, luftdichten Baracken kein Geld spart ?“, fragte mich der Berater.
Nun bin ich in meinem Element:
„Das sollen Sie ja auch damit gerade nicht - Geld sparen. Sie sollen investieren und sich verschulden
dafür - möglichst über eine Generation, also mindestens 20 Jahre. ..."
aus: Das Dämmstoff-Paradoxon (PDF)
Hier dann noch die interessante Stellungnahme zur Nachtabsenkung von Dipl.-Ing. Architekt Christoph Schwan aus seiner
Petition gegen eine (frühere) EnEV-Novellierung:
"7) Keine Energieeinsparung durch Nachtabsenkung Das II. Thermodynamische Gesetz steht der Erwartung, dass durch eine Nachtabsenkung bei Zentralheizungsanlagen
Energie eingespart werden könne, als unüberwindliches Hindernis entgegen. Diejenige Energie, die durch
abgesenkten Nachtbetrieb eingespart wird, muss unvermeidbar am Ende der Nachtabsenkung wieder ins Bauwerk eingeleitet
werden. Da die energetischen Prozesse nach der kinetischen Wärmetheorie zu behandeln sind, für die die
gilt, nimmt der morgendliche Energieverbrauch beim Aufheizvorgang sogar quadratisch zu. Die Erfahrung bestätigt
dies, weil gleichmässig gefahrene Heizanlagen den geringsten Energieverbrauch haben. Bei den von der EnEV offenkundig favorisierten hochgedämmten Leichtbauweisen ist ausserdem eine Nachtabsenkung
von Heizanlagen schon deshalb nicht möglich, weil sie wegen des geringen Wärmespeicherungsvermögens in
kürzester Zeit auskühlen und bei Anheizvorgängen schwerwiegende Tauwasserschäden unvermeidlich
werden. Derartige Tauwasserschäden sind sogar bei Massivbauweisen bekannt, bei denen die Nachtabsenkung als
Nachtabschaltung praktiziert wird. Die hierdurch ausgelöste Durchfeuchtung der Umschliessungswände führt
sogar zu einem zusätzlichen Energieverbrauch wegen der drastisch erhöhten Wärmeleitfähigkeit
durchfeuchteter Wände.
Beweis: Messergebnisse von Cammerer über die Veränderlichkeit der Wärmeleitung bei wechselnden
Feuchtigkeitszuständen."
Was die Abgasverluste im Kamin betrifft - je wärmer der alte Kamin, umso mehr Wärme gibt er im Gebäude
ab, umso weniger Zuheizbedarf besteht und obendrein umso länger hält das den Schlot bautechnisch in bester
Ordnung: mangels Kondensateintrag aus Rauchgasen in unterkühlte Kaminzüge versottungsfrei und ohne
ausgefrorene Fugen und Steine am Kaminkopf.
Und schließlich kommt doch die "alte" Kessel- und Heizleitungsabwärme
in aller Regel Ihrer Hausbehaglichkeit zugute. Sie müssen ja nicht gegen vereiste Heizräume anheizen. Alles
ogo und echt Energie sparend, oder? Das vergleichen Sie mal mit den frechen Falschaussagen, die hier die
Verlustbehauptungen und Energiesparversprechungen unterstellen! Alles Lug und Trug, durch nichts praktisch erwiesen.
Und ein Gewimmere, Gebärme und Gemaule, wenn Sie den übel gesonnenen unter den "EnEV- und Heizungsfachleuten"
diesbezüglich mal auf den Pelz rücken und ehrliche Auskünfte abfragen.
Außerdem ist es zwar eine Auszeichung für die Überzeugungskunst der Heizkesselindustrie / der Heizungshersteller,
der Regelungsproduzenten und der daran ebenfalls profitierenden Heizungsbauer, den geizerblindeten Kunden - der als
Autofahrer doch ganz genau weiß, wie er bei der Stop-and-Go-Fahrweise viel mehr Sprit verbrezelt als bei stetiger
Fahrweise - durch Märchen zum Kauf nachtabsenkender Technikblödeleien zu animieren - zum Energiesparen selber
trägt so ein preistreibender Humbug jedenfalls nichts bei. Eigentlich unfaßbar, wie "Experten" ihre ahnungslosen
Kunden foppen können, wenn es ums Sparen geht. Das ist nur noch durch den Verkauf von Solaranlagen jeglicher Bauart zu toppen.
Machen Sie doch mal den Wahrheitstest und lassen Ihren Heizi die behaupteten Ersparnisse schriftlich garantieren.
Aber bitte einen Eimer Wasser bereitstellen, um ihn aus dem folgenden Ohnmachtsanfall wieder zu erwecken!
Nehmen wir also an, sie würden - ein Ding der Unmöglichkeit - durch eine neue Heizung 0 Prozent
Abgasverlust erreichen. Das hieße, Sie sparen jedes Jahr von 1.000 EUR für das teure Öl 100 EUR. Der
neue Kessel kostet min. 5000 EUR, zzgl. Entsorgung Altanlage und Umbaukosten an der Kaminanlage von mehreren 1.000 EUR.
Wie wollen Sie das mit den Einsparungen refinanzieren? Nach 10 Jahren sparen Sie bestenfalls 1000 EUR und können
damit einen Kredit von ca. 650 EUR bedienen. Haben Sie bisher 2000 EUR auf der Heizkostenrechnung stehen, wären es
1300 EUR Kredit. Am Sankt Nimmerleinstag haben Sie es dann vielleicht geschafft, Sie Dummerle. Lesen Sie mal, was Prof.
Dr.-Ing. habil. Claus Meier zum Thema schreibt:
"Heizkesselaustausch
Auch das grundsätzliche Auswechseln des Heizkessels wird als notwendig erachtet. Damit allerdings wird lediglich
der Heizkesselbranche die Möglichkeit eröffnet, überall neue Heizkessel einbauen zu können
– Geschäfte müssen auch hier durch novellierte Verordnungen forciert werden. Die beiden großen Zauberworte für diese Verkaufskampagne lauten: Abgasverlust und Wirkungsgrad. Was damit energetisch überhaupt erreicht wird und welche technischenSchwierigkeiten damit eingehandelt werden,
Je besser die Verbrennung ist (niedrige O2-Anteile und dadurch jedoch hohe CO2-Anteile), desto geringer sind die
Abgasverluste; kurioserweise würde damit eine schlechte Verbrennung (!) den CO2-Ausstoß mindern –
wäre das nicht ein hübscher CO2-Minderungsansatz?. Aber auch geringere Abgastemperaturen führen zu
geringeren Abgasverlusten, so dass hohe CO2- Anteile und niedrige Abgastemperaturen die Abgasverluste mindern. Damit
erreicht man auch höhere Wirkungsgrade. Diese berechneten Werte beziehen sich auf einen Betriebszustand der Beharrung. Dieser Zustand wird in der Regel nach
einer Brennzeit von einer halben bis zu einer Stunde erreicht, auf jeden Fall dann, wenn sich weder Temperatur noch der
CO2-Gehalt der Abgase mehr verändern. Diese voraussetzende Randbedingung sollte ins Gedächtnis gerufen werden,
wenn durch einen geringen Wärmebedarf der Brenner kleine Intervalle fährt. Dieses Denkschema eines ”guten” Wirkungsgrades wird ohne Rücksicht auf die Bewohnbarkeit und die damit
verbundenen Schäden durchgesetzt. Bei niedrigen Abgastemperaturen versotten die Schornsteine durch anfallendes
Kondensat aus den schwefelhaltigen Rauchgasen. Der Zwang zu glasierten Tonrohren, Glasschornsteinen und zu
nichtrostenden Stahlkaminen bzw. Edelstahlkaminen ist damit gegeben, daß sich hohe Abgastemperaturen langsam im
gemauerten Schornstein abkühlen und damit eben auch Wärme ins Haus liefern, daran hat man genau so wenig
gedacht wie bei der Formulierung in der Energieeinsparverordnung, in der die abgegebene Wärme des Verteilungsnetzes
nicht als ”innere Wärmequelle” des Gebäudes, sondern als "Verteilungsverluste" in die Bilanz mit
eingehen. Jede Glühbirne wird als Energiequelle berücksichtigt, bei der Heizung jedoch wird anders
entschieden –ein größeres Durcheinander gibt es kaum. Da immer vom "Gesamtsystem Haus" gesprochen wird, wäre es bei der Heizung deshalb auch richtiger, die
Heizenergiebilanz nicht am Kesselende, sondern am Ende des Schornsteins durchzuführen; aber wie gesagt, durchdachte
Lösungen und einsichtige Verfahren waren selten Bestandteil von Verordnungen, zumal meist mit heißer Nadel
gestrickt wird, um schnell die ach so begehrten Umsatzsteigerungen zu ermöglichen und zu gewährleisten.
Zur Verbesserung des Wirkungsgrades wird nun der Brennwertkessel offeriert, der nun auch den Wasserdampf der Abgase
durch Kondensatbildung noch energetisch ausnutzen soll. Dies funktioniert, wie oben schon erwähnt, besser auf dem
Prüfstand als in der Praxis. Dadurch werden (theoretische) Wirkungsgrade von über 1 erzielt, da die "genutzte
Wärme" auf den unteren Heizwert bezogen wird. Was kommt eigentlich bei Einsatz eines Brennwertkessels an Energiegewinn und Heizkosteneinsparung heraus?
Bei einem sogenannten "Passivhaus" mit 100 m² Nutzfläche, einem "gerechneten" Bedarf von 30 kWh/m²a und
einem Jahreswirkungsgrad eines konventionellen Kessels von ca. 0,85 würde der Heizwärmebedarf insgesamt 3530
kWh/a ausmachen. Wird nun der Wirkungsgrad durch Wahl eines Brennwertkessels auf etwa 1,04 gesteigert (in der Praxis wird dieser Wert
kaum erreicht), dann reduziert sich der Heizwärmebedarf auf 2885 kWh/a. Die Differenz beträgt dann 645 kWh/a;
dies entspricht einer Heizölmenge von rund 65 Litern und einer Heizkosteneinsparung von ca. 18 EUR/a –
für "Passivhaus-Fanatiker" sicher ein gewaltiger Vorteil. Bei einem für technische Geräte anzusetzenden
Mehrkostennutzenverhältnis von 10 würden dies maximale Mehrkosten des Heizkessels von 180 EUR bedeuten. Dies
ist eine technische Utopie. Die Kunden werden mit dem Schlagwort "Brennwertkessel" wiederum permanent zum Narren gemacht,
aber nicht nur die, auch Politiker haben keine Ahnung. Mit dem Wirkungsgrad-Dogma und der Abgasverlust-Parole werden auf dem Heiztechniksektor auch wieder nur die Zahlenden
in ein finanzielles und bautechnisches Risiko gedrängt. Auch Steuergelder werden dabei vergeudet; der Staat wird
ausgeplündert."
Nun könnte man meinen, na ja, der Professor Meier und der Fischer, die als Fundamentalstänkererer bekannten
Outlaws der Energiesparbewegung sind doch immer nur dagegen, in Wahrheit funktioniert doch alles bestens und die
Werbeaussagen der Brennwertler beschreiben die Einsparpotentiale vielleicht sogar zu zurückhaltend. Doch wie
läßt sich dann diese Zuschrift eines Beratungskunden (Dipl.-Kaufmann!) erklären, die mich am 8. Juni
2009 erreichte?:
"... leider bin ich zu spät auf Ihre Webseite gestoßen und habe mich daher vom Heizungsbauer für
dumm verkaufen lassen. Entgegen seiner Zusicherung, mit einem neuen Gasbrennwertkessel 25-30% Energie einsparen zu
können, habe ich in der Heizperiode 2007/2008 gegenüber der Vorperiode 9% mehr Gas verbraucht - was unter
Berücksichtigung des um 15% höheren Klimafaktors der Vorperiode für meine Postleitzahl lt. DWD einem
6% höheren Wirkungsgrad entspricht."
Noch ein paar heiztechnische Fakten, die Brennwertfans vielleicht interessieren könnten:
Damit der Brennwerteffekt eintritt, muß die Rücklauftemperatur möglichst niedrig sein um dann am Kessel
die Kondensation und damit den Brennwertnutzen aus den wärmeren Kesselabgasen auszulösen. Damit hier ein
nutzbarer Effekt auftritt, muß folglich auch die Vorlauftemperatur schon niedrig gehalten werden. Das setzt aber
voraus, daß zum einen teure Heizflächen maximiert werden - sei es als überdimensionierte Heizkörper,
als träge und ineffizient-energievernichtende Fußbodenheizung oder Wandheizung.
In supergedämmten Nullenergiehäusern soll ja nun kaum zugeheizt werden müssen - da könnte der
Brennwertkessel mit seiner lauwarmen Brühe passen, soweit teure Flächenheizsysteme installiert sind.
Wenn nun aber die Werbebotschaften der Dämmstoffindustrie und ihrer angeschlossenen
Verkäufer in der Energieberaterbranche, den Planern und dem Handwerk nicht aufgehen, und doch ordentlich zugeheizt
werden bzw. im gaaanz normalen Haus im bitteren Winter, ist der Brennwerteffekt futsch. Aus dem Ratgeber des Heizkörper-
Herstellers Zehnder "Niedertemperatur-Heizkörper für Brennwertkessel und Wärmepumpen" 2009, s. 12 geht
folgende Problemlage hervor:
" Praxisfall: Bei einer bestehenden Altanlage wurde ein herkömmlicher Öl-Kessel
durch ein modernes Brennwertgerät ersetzt, aber die Kompaktheizkörper belassen. So ließ sich aber kein
behagliches Raumklima erzeugen. Nach Anheben der gesamten Heizkurve stieg zwar die Raumtemperatur, doch im Rücklauf
erfolgte keine Kondensation der Abgase mehr, was Brennwerteffekt und Energieeinsparung zunichte machte."
Nun mußten
entsprechend gigantische Spezialheizkörper her, die die Investitionskosten weiter verteuerten und die angebliche Rendite
noch weiter zum Absturz brachte. Mein Tipp deswegen:Mit unverfälschter Vollkostenbetrachtung und
Wirtschaftlichkeitberechnung jede angebliche Energiesparmaßnahme vor der Beauftragung auf den Prüfstand. Entspricht
übrigens dem Wirtschaftlichkeitsgebot gem. Energieeinsparungsgesetz EnEG § 5, wonach Energiesparmaßnahmen
wirtschaftlich sein MÜSSEN! Wieviele Energiespartrickser mögen aber unterwegs sein, die dem
armen Bauherrn unwirtschaftlichsten und damit gesetzeswidrigen Energiesparplunder andrehen? Sie raten.
Nicht wundern darf man sich auch in den Leichtbauhäusern, die heutzutage der Pappendeckelstandard sind, wie dolle
laut die Anlagentechnik des Brennwertkessels wummert und oft das ganze Haus in scheppernde Resonanz versetzt. Brenner,
Pumpen und Ventilatoren sind ja nicht gerade leise Flüsterer.
Die Mehrkosten wegen der Versottungsgefahr im Kamin, da die hineinventilierten kühlen Brennwertkessel-Abgase im
noch kühleren Kamin restlich abkondensieren - sprich ein Kamineinsatz aus Kunststoff, Edelstahl, Glas oder Keramik
als Pflicht-Nachrüstung im Altbau - sind ebenfalls einzukalkulieren.
Wenn man nun Öl im Haus hat, könnte man die teure Umrüstung auf ein gasversorgtes Gas-Brennwertgerät
vielleicht sparen wollen und auf Öl-Brennwertnutzung umsteigen. Doch dazu mß man meist auf teureres schwefelarmes
leichtes Heizöl umsteigen und braucht ein teureres Brennwertgerät aus Hochleistungswerkstoffen - wegen der wesentlich
aggressiveren Abgase des Heizöls im Vergleich zum Gas. Während nun das Gas-Brennwertgerät stufenlos an den
Heizbedarf angepaßt werden kann, ist das Beimölbetriebenen Brennwertkessel nicht möglich. Bestenfalls
gibt es eine zweistufige Regelung bzw. zwei Leistungsstufen. Damit verbunden sind häufige Taktungen in der Übergangsperiode,
höherer Schadstoffausstoß und Geräuschpegel. Außerdem startet die Brennwertausbeute beim
Öl-Brennwertkessel erst ab 47 Grad Celsius gegenüber 55 Grad Celsius beim Gas-Brennwertgerät. Für
normale Heizkörper-Wärmeverteilung ist das eindeutig zu wenig, da müssen teurere Systeme wie Fußbodenheizung
oder Wandheizung her. Obendrein kostet der Öl-Brennwertkessel um bis zu ca. 2.000 EUR mehr als ein
Gas-Brennwertkessel. Mit dem im langjährigen Trend etwas billigeren Heizöl kann man das sehr vielleicht wieder
Fazit ist auf jeden Fall, daß die an allen Ecken und Enden anfallenden Mehrkosten für die Brennwertnutzung
insgesamt kaum jemals wieder hereinzusparen sind. Detaillierte Vollkostenanalyse ist also sehr empfehlenswert, wenn der
Bauherr wirklich sparen und nicht nur auf grauenhafte Lügen der Heizungsbranche hereinfallen will.
Ganz besonders dreiste Schlotfeger ziehen nun im staatlichen Auftrag in bester Tradition der Blockwarte (bekommen
sie bald zusätzlich zu ihrer schwarzen Uniform den Ökoterror-Totenkopf verliehen?) durch die Lande und machen
mittels ihrer bußgeldbezwungenen "Bescheinigungen" und "Mängelmeldungen" den verängstigten Hausbesitzern
weis, ihre alten Heizanlagen müßten teuer erneuert werden oder ganz sinnloserweise nachgerüstet werden
mit heiz- und energiespartechnisch meist blödsinnigen Temperaturfühlern und Zeitschaltuhr (die den sparsamen
Konstantbetrieb in energieverschwendenden Absenk- und übermäßigen Aufheizbetrieb verschlechtern!!!).
Müssen Sie eben nicht, da dann der bei Unwirtschaftlichkeit anzuwendende Befreiungstatbestand
gem. § 25 (bis 2007 gleichlautend § 17) EnEV greift:
"§ 25, Befreiungen
Die nach Landesrecht zuständigen Behörden haben auf Antrag von den Anforderungen dieser Verordnung
zu befreien, soweit die Anforderungen im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand
oder in sonstiger Weise zu einer unbilligen Härte führen. Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn
die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude
innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können."
Im Klartext: Bei erwiesener Unwirtschaftlichkeit irgendwelcher EnEV-Aufwendungen im Alt-und Neubau: Befreiung!
Wenn sie zur ordnungsgemäßen Betriebsweise eben etwas höhere Abgas"verluste" mit
wohltätigster Wirkung für die Hauswärme und Baukonstruktion aufweisen, kommt wieder die BImschV-Ausnahme ins Spiel. Und das verschweigt die schwarze Zunft - seit 1.10.2009 im EnEV "§ 26b Aufgaben des Bezirksschornsteinfegermeisters" als
Öko-Blockwarte geadelt, die sie bei "Verstössen" gegen den staatlich induzierten Ökoscheiß nicht nur bei der Heizung,
sondern auch im Rest ihres Eigenheimes bzw. Mietshauses bei der Filiale des Reichssicherheitshauptamts an der unteren
Bauaufsichtsbehörde anschwärzen und sie damit zur Verhängung extremer Geldbußen für angebliche
"Ordnungswidrigkeiten" gem EnEV § 27 i.V.m. EnEG § 8: 5.000, 15.000 bzw. 50.000 EUR durch die Behörde mit folgender irre
teurer Zwangsstyroposrisierung ans Messer liefern - ihren für diese üble Nachricht abkassierten (!) Kunden. Pfui Deibi!
Vielleicht fällt das alles sogar unter StGB § 240 - "Nötigung"? Urteilen Sie selbst: "StGB § 240 Nötigung (1) Wer einen Menschen rechtswidrig ... durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung ...
nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn ... die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. (3) Der Versuch ist strafbar. (4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein
besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter ... 3. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht."
Eine solche verwerfliche Benachteiligung der Verbraucher und Abnötigung ihres sauer Ersparten, wie sie nun die
schwarze Zunft nach meiner Erfahrung in eingeübter Patzigkeit vornimmt, kann unser braver Verordnungsgeber bestimmt
nicht wollen und natürlich niemandem zumuten. Die EnEV schrieb er ja bestimmt nur, weil es ihm eben Spaß
machte, die für uns und von uns und durch uns verbeamtete und gewählte semigöttliche Administration
wieder mal ein paar Jahre zu beschäftigen. Sonst kommen die nämlich vielleicht auf dumme Gedanken. Deswegen
hat er - gezwungen durch entsprechende Paragrafen in dem EnergieEinsparGesetz EnEG - die
gesetzliche Rechtsgrundlage/Ermächtigungsgrundlage für die Energieeinspar-VERORDNUNG (nicht Gesetz!!!) -
gaaaanz weiiiiiiiiiiit hiiiiiiiinten kluge Ausnahmeregelungen in der EnEV versteckt, die findige Köpfchen (und
Ihnen als alter Heizkesselbesitzerfuchs ist nur das Beste gerade gut genug!) für Sie in den Paragrafen 24
und 25 finden und die Sie mit allem Recht der Welt beanspruchen können. So kommen Sie um die vermaledeite
Wärmedämmung mit Dämmstoffen, die gar nicht dämmen und sonstige angebliche
Energiesparmaßnahmen, die gar keine Energie sparen sondern nur Ihr schönes Geld kosten, herum. Vielleicht
auch um diesbezüglich unsinnigste Mieterhöhungen und Baukosten, wenn Ihr Vermieter oder Ihre
Eigentümergemeinschaft solch wirkungslosen Blödsinn auf Ihre Kosten beschließen oder veranlassen wollen.
Was sagt nun das EnEG zur Energiesparerei? Hier das entsprechende Zitat (Unterstreichungen KF), aus dem hervorgeht, daß alle!
unwirtschaftlichen Energiesparmaßnahmen - nach meiner Erfahrung also quasi alle handelsüblichen! - ein krasser
Gesetzesverstoß sind und eigentlich als solche geahndet werden müßten - wenn es nur einen Kläger gäbe:
"EnEG § 5 Gemeinsame Voraussetzungen für Rechtsverordnungen
(1) Die in den Rechtsverordnungen nach den §§ 1 bis 4 aufgestellten Anforderungen müssen nach dem Stand der
Technik erfüllbar und für Gebäude gleicher Art und Nutzung wirtschaftlich vertretbar sein.
Anforderungen gelten als wirtschaftlich vertretbar, wenn generell die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der
üblichen Nutzungsdauer durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können. Bei bestehenden
Gebäuden ist die noch zu erwartende Nutzungsdauer zu berücksichtigen.
(2) In den Rechtsverordnungen ist vorzusehen, dass auf Antrag von den Anforderungen befreit werden kann, soweit diese
im Einzelfall wegen besonderer Umstände durch einen unangemessenen Aufwand oder in sonstiger Weise zu einer
unbilligen Härte führen."
Im Falle der Baudenkmäler ist es meist relativ einfach und kostengünstig, eine Ausnahme gem. § 24 zu beanspruchen, da helfen schon die
Denkmalbehörden mit dazu. Fälle mit "anderen Maßnahmen" setzen wohl wieder etwas gutachterliches
Geschick voraus, da erscheint die meist greifende Befreiung gem. EnEV § 25 wohl günstigere Voraussetzung zu bieten. Auch wenn diese
je nach Fallgestaltung und Umfang der im Einzelfall zu erstellenden Nachweise zur Inanspruchnahme der Befreiung (als da sind: 1.
Gegenüberstellung Wärmebedarf und Energiekosten mit und ohne EneV-Erfüllung - alternative Wärmebedarfsberechnung
mit Energiekostengegenüberstellung; 2. Kostenschätzung der Mehrkosten für die Umsetzung der EnEV-Vorschriften; 3.
Wirtschaftlichkeitsberechnung / Amortisationsberechnung / Kosten-Nutzen-Analyse durch Gegenüberstellung und Bewertung der fiktiven
Ersparnisse durch EnEV und deren verzinsten Kosten) durchaus bis zu 1.000 EUR und mehr betragen können. Hier mal
der Wortlaut des § 24:
EnEV § 24 Ausnahmen
(1) Soweit bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Erfüllung der Anforderungen dieser
Verordnung die Substanz oder das Erscheinungsbild beeinträchtigen oder andere Maßnahmen zu einem
unverhältnismäßig hohen Aufwand führen, kann von den Anforderungen dieser Verordnung abgewichen werden.
(2) Soweit die Ziele dieser Verordnung durch andere als in dieser Verordnung vorgesehene Maßnahmen im gleichen Umfang erreicht
werden, lassen die nach Landesrecht zuständigen Behörden auf Antrag Ausnahmen zu.
Dabei gilt für die Befreiung in Bayern (mir vorliegendes Schreiben des bayer. Landratsamtes XY vom 20.09.2005 - Auszug):
"[Briefkopf Landratsamt]
[Adresse Bauherr]
Befreiung nach § 25 Satz 1 Alternative 1 der Energieeinsparverordnung (EnEV)
Anwesen ...
Sehr geehrter [Bauherr],
aufgrund unseres Schreibens vom 21.07.2005, mit dem Ihnen eine befristete Befreiung von den Anforderungen des § 12 Abs. 1 EnEV
erteilt wurde, hat Herr Konrad Fischer, Hochstadt vorgesprochen und unsere Entscheidung kritisiert.
Wir haben deshalb die Sach- und Rechtslage nochmals eingehend überprüft und teilen Ihnen nunmehr folgendes mit:
1. Der Inhalt unseres Schreibens vom 21.07.2005 ist gegenstandslos.
2. Mit der Bescheinigung des verantwortlichen und nach § 2 Abs. 1 Satz 1 ZVEnEV zugelassenen Sachverständigen, Herrn Konrad
Fischer, Hauptstraße 50, 96272 Hochstadt a. Main gilt die Befreiung nach § 25 Satz 1 Alternative 1 EnEV hinsichtlich
vorliegender besonderer Umstände, die durch unangemessenen Aufwand zu einer unbilligen Härte führen, als erteilt (und zwar
unbefristet). Damit ist weder ein Befreiungsantrag noch eine behördliche Entscheidung hierüber erforderlich.
3. Die Bescheinigung des Sachverständigen ist aufzubewahren und auf Verlangen dem Bezirkskaminkehrermeister oder dem Landratsamt
vorzulegen, wobei letzteres durch die Anlagen zum bisherigen Befreiungsantrag vom 03.05.2005 bereits geschehen ist. Wir werden diese
Bescheinigung deshalb in unseren Akten lassen.
Herr Konrad Fischer und der Bezirkskaminkehrermeister, ... haben jeweils einen Abdruck dieses Schreibens erhalten.
Stellvertr. Sachgebietsleiter"
"Ich habe mich zur CO2-Einsparung für Maximaldämmung entschieden - Für die Schimmelpilze in dieser Wohnung hat sich das
Klima schon total verbessert!"
Wenn die Paragrafenerfüllung also unwirtschaftlich wird, und das wissen Sie nun, dürfen Sie die Ausnahmetatbestände zur
Vermeidung von energieverschleudernden und deswegen umweltschädlichen Unwirtschaftlichkeiten beanspruchen und Ihr schönes Geld
sparen. Das gilt selbstverständlich auch fürdie energetisch, wirtschaftlich, technisch und hygienisch nachteiligen
"Dämmstoffe". Sie können trotz aller Rechentricks die außen und innen immer maßgebliche
Wärmestrahlunggar nicht dämmen nicht besser dämmen als Massivbaustoffe und deswegen keinesfalls
die errechneten Energiemengen sparen - weder am Dach, unter dem Boden, über der Decke, vor dem Fundament noch vor oder hinter
Ihrer Hausfassade. Sogar mit einer Berechnung gem. Norm und Gegenüberstellung des angeblichen Einspareffekts mit den dafür
aufzuwendenden Zusatzkosten ist es meist ein Leichtes, die krasse Unwirtschaftlichkeit der EnEV-Dämmung nachzuweisen. Damit ist die
Anspruchsvoraussetzung für die Inanspruchnahme der Befreiung gem. § 25 EnEV gegeben, die
Bescheinigung eines verantwortlichen Sachverständigen gem. ZVEnEV/AVEn genügt in Bayern, um die
Befreiung zu erteilen. Das kostet vergleichsweise wenig und spart Ihnen die teure EnEV-Erfüllerei durch sinnlosen Verbau
nutzlosester Dämmstoffe, irrer Wärmeschutzfenster, überflüssiger und zweckloser Heizkesseltauscherei bzw.
Nachrüsterei, Zwangsgelüfte mit neuerdings zusätzlich teurer Wartungspflicht usw.. Ein treuhänderisch tätig
werdender Berater und Planer muß Sie unbedingt - Ihr unabdingbares Recht! - darauf hinweisen.
Doch viele machen sich aus der EnEV ein dreist-fieses Aufklär-Späßchen und seifen Sie damit heimtückisch in etwa wie
folgt ein (sinngemäßer Auszug aus Energieberater-Webseite - selbstverständlich ohne die in Klammern stehenden
Erläuterungen meinerseits):
"Die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 hat die energetischen Anforderungen an Bestandsgebäude nochmals drastisch erhöht (ohne den
meist anzuwendenden Befreiungsparagrafen 25 anzutasten, der bei allen unwirtschaftlichen - sich nicht in 10 Jahren refinanzierenden /
amortisierenden Energiesparmaßnahmen anzuwenden ist und dessen Anwendung jeder von Ihnen beauftragte Planer plichtgemäß
zur Vermeidung Ihrer Schadensersatzforderung zu prüfen und Ihnen das Prüfergebnis mitzuteilen hat):
Sind z.B. durch Änderungen an der wärmeumfassenden Gebäudehülle mehr als 10 Prozent der gesamten Fassadenfläche
betroffen (was nicht für Putzreparaturen gilt, selbst wenn sich im Laufe der Sanierung mehr als 10 Prozent Erneuerungsbedarf ergibt),
müssen die Maßnahmen streng nach und unter strikter Berücksichtigung der EnEV 2009 (und immer unter Beachtung des
Wirtschaftlichkeitsgebots gem. EnEG § 5 und der entsprechenden Befreiung gem EnEV § 25) durchgeführt werden.
Die Mißachtung dieser verschärften Vorgaben bei Planung und Ausführung (löst im Falle verfehlter Wirtschaftlichkeit
einen Schadensersatzanspruch des geschädigten Auftraggebers aus, das heißt, daß der wirtschaftlich entstandene Schaden -
die Fehlinvestition in unwirtschaftliche Energiesparmaßnahmen - als Schadensersatz seitens des die unwirtschaftliche Planung
verschuldenden Auftragnehmers an den geschädigten Auftraggeber zu zahlen ist) ist eine Ordnungswidrigkeit im Sinne des
Energieeinsparungsgesetztes (EnEG) und kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft werden (was aber noch nie vorgekommen ist,
da der Vollzug der EnEV seitens der dafür zuständigen unteren Baugenehmigungsbehörden dank fehlender Personalkapazitäten
meist weder die Prüfung geschweige denn die Ahndung bzw. Sanktionierung von Verstößen gegen die EneV zuläßt)!
Als (von Ihnen wirklich ganz) unabhängiger Energieberater erstelle ich (mit Hilfe meiner Industrieberater, von denen Sie nichts
wissen müssen und sollen) ganzheitliche (und immer kraß unwirtschaftliche, oft auch Baupfusch und Gesundheitsschäden
provozierend) Energiekonzepte für Bestandsgebäude (von deren Baukonstruktion und Bauphysik ich sowieso nichts verstehe) und
Neubauten (die ich nur auf dem Papier beherrsche, ansonsten erledigen das meine ebenfalls der Industrieberatung zu Ungunsten des
Bauherren verpflichteten Fachingenieure und eben meine Industriefreunde/Pharmareferenten), und helfe bei der Antragstellung für
KfW-Förderkredite und Zuschüsse (und lade zu kostenlosen Vortragsabenden, auf denen ich mit dreisten Erläuterungen und
bunten Beispielen von schon hereingelegten ahnungslosen Bauherren auf Bauernfang gehe).
Ich überwache für Sie die (im Sinne der Industrienormen, sonst aber gewiß nicht) mängelfreie Ausführung der
Arbeiten - Preis nach Absprache (und grundsätzlich unter HOAI-Mindestsätzen, da ich den Rest von meinen Industrie- und
Handwerkspartnern zugesteckt bekomme, deren Produkte und Leistungen ich - selbstverständlich ohne, daß Sie etwas davon
mitbekommen - auch in Ihrem Bauvorhaben mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln manipulativ
zu Ihren Lasten und auf Ihre Kosten begünstige)."
Es gilt also wie immer: Trau, Schau, Wem?
In Baden-Württemberg ist die Befreiung von den Anforderungen der EnEV anders geregelt - es gilt die "Verordnung zur Durchführung
der Energieeinsparverordnung (EnEV-Durchführungsverordnung - EnEV-DVO) vom 6. Mai 2003". Dort ist im § 6 Ausnahmen und
Befreiungen geregelt (hier weitere befreiende Energiesparinfo):
"Zuständige Behörde nach § 17 [seit 2007 § 25] EnEV ist die oberste Baurechtsbehörde."
Sie ist am Wirtschaftsministerium in Stuttgart angesiedelt. Die Befreiung ist unter Angabe der Gründe für das Vorliegen der Voraussetzungen der Befreiung
gem. den entsprechenden Anforderungen der EnEV (unzumutbare Härte, Nachweis z.B. durch Wirtschaftlichkeitsberechnung) zu beantragen. Der Bescheid ist gebührenpflichtig, angewendet wird
ein Stundensatz von knapp 60 EUR, je nach Bearbeitungsaufwand können mehrere 100 Euro Gebühr anfallen. Zusätzlich zu den
Antragskosten, die bei dem Antragsteller je nach Zuziehung eines kompetenten Sachverständigen anfallen. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt,
daß auch Sachverständige aus anderen Bundesländern - z.B. Bayern - als Sachverständige im
Antragsverfahren anerkannt werden.
Wiederum anders ist die Regelung in anderen Bundesländern. So ergibt sich beispielsweise aus dem durch das Innenministerium von
Schleswig-Holstein veröffentlichten "Erlass vom 10. Oktober 2002 - IV 653 - 134.212: "Überwachung der
Einhaltung der Anforderungen nach der Energieeinsparverordnung - GlNr. 7514.3" - sinngemäß,
daß die unteren Bauaufsichtsbehörden die von den in Betracht kommenden Sachverständigen vorzulegenden
Anträge auf Ausnahme bzw. Befreiung gem §§ 24, 25 EnEV zu entscheiden haben. In der "Landesverordnung
über die zuständigen Behörden nach dem Energieeinsparungsgesetz vom 27. September 2002 (GVOBl. Schl.-H. S. 210)" heißt es
"§ 1 Untere Bauaufsichtsbehörden
Die unteren Bauaufsichtsbehörden sind zuständig für
1. die Durchführung der Energieeinsparverordnung vom 16. November 2001 (BGBl. I S. 3085), soweit Rechtsvorschriften keine andere
Behörde oder Stelle für die Überwachung der Anwendung und der Einhaltung der Anforderungen der Energieeinsparverordnung bestimmen ..."
Entsprechend regelt in Niedersachsen die "Verordnung zur Durchführung der Energieeinsparverordnung (DVO-EnEV) vom 27. Januar 2003"
das Verfahren (§§ 16, 17 ab 2008: 24, 25):
"§ 3 Ausnahmen und Befreiungen
1. eine Ausnahme nach § 16 Abs. 2 EnEV oder
2. eine Befreiung nach § 17 EnEV wegen einer unbilligen Härte infolge eines unangemessenen Aufwandes beantragt,
hat das Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen durch das Gutachten einer oder eines Sachverständigen nach § 1 Abs. 1 nachzuweisen.
2 § 1 Abs. 2 gilt entsprechend."
Im § 1 wird Bezug genommen auf die Niedersächsische Bauordnung, Sachverständige sind demzufolge die als Entwurfsverfasser zugelassenen
Architekten bzw. Kammermitglieder der Niedersächsischen Architektenkammer und Ingenieurkammer (Bauingenieure).
Interessanterweise haben meine Rückfragen an Bauaufsichtsbehörden verschiedener Bundesländer ergeben,
daß vom Recht auf Ausnahme und Befreiung so gut wie kein Gebrauch gemacht wurde (Stand 4/2008). Ob man daraus
schließen muß, daß die "Entwurfsverfasser" ihre berufsrechtlich verankerten Pflichten als
Treuhänder des Bauherren auch im wirtschaftlichen Sinn nur sehr eingeschränkt wahrnehmen und ihren
Auftraggebern damit unwirtschaftliche Energiesparmaßnahmen zumuten, wage ich nicht zu entscheiden. Für die
Gerichte dürften sich dadurch zukünftig bestimmt interessante Fallkonstellationen ergeben. Auf das
einschlägige BGH-Urteil sei hier vorsichtshalber verwiesen:
BGH, Urteil vom 22.01.1998
Muß Architekt die Wirtschaftlichkeit eines Gebäudes optimieren? BGB § 634 (Wandelung und Minderung nach Fristablauf), § 635 (Schadensersatz). [IBR 1998, Architekten und Ingenieurrecht, S. 157] "Ein Mangel des Architektenwerks kann vorliegen, wenn übermäßiger Aufwand getrieben
wird. Sofern die Nutzflächen und Geschoßhöhen nicht den Vorgaben entsprächen, könne die
Planung mangelhaft sein. Das gleiche gelte, wenn bei der Wärmedämmung oder der Dachkonstruktion
überflüssiger Aufwand betrieben worden sei. Eine unwirtschaftliche Planung könne auch dann mangelhaft
sein, wenn sie sich im Rahmen der vorgegebenen Kosten halte."
Fazit: Entscheidend ist also die Wirtschaftlichkeit einer Baukonstruktion (Vermeidung übermäßigen Aufwandes). Ist die
Wirtschaftlichkeit nicht gegeben, kann die Planung mangelhaft sein - mit allen Konsequenzen (Minderung des Werklohnes).
Online-Sparberatung zur Heizkesselerneuerung: www.oelheizung.info
Ach so, das Öl und sogar das Gas soll bald aus sein? Wer's glaubt, ist selber schuld. Und hat keine Ahnung von der
abiotischen Entstehung der angeblich fossilen Energien, die
nach dem alten Russen Michail Lomonossow, der anno dunnemals mal ein paar alte
Baumstrünke aus einem Kohlenflöz rauslugen sah, irgendiwe aus der Biomasse gekrochen sein sollen. Hat er dann 1757 aufgeschrieben und
alle leichtgläubigen Menschen waren froh, daß schon wieder ein Schöpfungsrätsel gelöst zu sein schien.
Kaufen Sie nun, was Sie sollen. Doch wenn es um Sparinvestitionen geht, darf man nicht mit dem Schinken nach der Wurst werfen.
Also Vorsicht, vor der Kaufentscheidung lassen Sie sich die Einsparpotentiale bitte schriftlich geben. Dann können Sie bei
entsprechend entfesselter Streitlust und Prozeßhanselei später den Heizungsbauer verklagen, wenn Sie auf den unwirtschaftlichen
Kosten sitzen bleiben, weil der neue Einsparhit die dafür rausgeworfenen Kosten eben nicht so nebenbei hereinspart. Na gut, Sie
können ja immer noch den Weltklimaretter geben ... ;-)
Im Bestand mit einer konventionellen Zentralheizung muß auch nicht alles rausgerissen werden, um die Annehmlichkeiten und
energetischen Vorteile einer Temperieranlage zu erhalten. Diese Radikalerneuerung und Geldvernichtung bleibt den untreuen Sachwaltern
des Bauherrn überlassen.
Bei üblichen Ausführungen haben die Leitungssysteme und Heizkörper durchaus lange Lebensdauer, das Heizwasser ist ja wenig korrosiv.
Im Klartext kann eine bestehende Zentralheizung mit recht wenig Aufwand zu einer wärmestrahlungsintensiven Temperieranlage nach- und
umgerüstet werden. Einige ergänzende Aufputz-Heizleitungen, um deren Abstrahlwirkung besser zu nutzen und die Außenwände vollflächiger
zu temperieren, geringfügiger Umbau der als Zusatzheizflächen nutzbaren Heizkörper, fertig ist die Hüllflächentemperierung. Alte
Gußheizkörper und Rippenradiatoren mit hohem Strahlungsanteil sind dabei sogar besonders vorteilhaft, neue
"Radiatoren/Konvektoren" sind mit wenig Aufwand auf höheren Strahlungsanteil umzubasteln. Schade nur für das
Auftragsvolumen der Heizungsexperten, das wird so natürlich radikal geschmälert.
Wenn es ums Wiederverwenden alter Heizungen geht, stoßen Bauherren gerne auf Schlechtredner. Sogar, wenn eine neue Heizzentrale
drangehängt würde. "Man weiß doch nie, ob die alten Rohre noch taugen, ob die Heizkörper nicht schon massiv angerostet sind?" Wer
steckt da schon drin? Aber: Man kann sehr wohl mal was reinstecken, nämlich eine Endoskopkamera, um selber nachzusehen, was Sache ist.
Das kann viel Geld sparen.
Möglicherweise umweltschützerisch sinnvoll ist die Verbesserung der alten Heizzentrale:
Für Gebläsebrenner (nicht atmosphärische Brenner) auf Öl- und Gasbasis bringt die
Nachrüstung eines Heizungs-Katalysators mit Abgas-Wärmerückgewinnung: eine nachträgliche Umstellung alter Kesseltechnik mit Wirkungsgrad von ca. 97 - 98%, der Altkessel muß nicht ausgetauscht werden,
einfache und dauerstabile Bauart: Einbau des Katalysators aus Edelstahl zwischen Kessel und Kamin bzw. über Abgasrohrverlängerung
an einem räumlich geeigneten Standort,
Minderung der schädlichen festen Rauchgasbestandteile (Ruß, Staub, Asche) zu ca. 100%, der flüssigen (Säuren) zu ca. 60 -
80%, der gasförmigen (CO, CO2, NOx, SOx, HC) um ca. 16 - 30% bei gleichzeitiger Abgabe von Sauerstoff (aus Rauchgasumwandlung),
im Gegensatz zur üblichen
"nassen" Brennwerttechnik mit
Nutzung der "auskondensierten" Latentwärme (Abkühlung der Abgase unter ca. 47 Grad und sehr geringe Betriebszeiten im Brennwertbetrieb,
da in der Heizperiode die Rücklauftemperatur meist höher ist und deswegen gar nix kondensiert - Ausnahme:
Voll-Brennwert-Technik: wärmere Abgase (ca. 50-60 Grad)
mit Nutzung der "sensiblen Wärme" - die übliche "Kaminsanierung" wg. Versottung (Kondensation der Restfeuchte der kühleren
Brennwert-Abgase im Kamin) kann entfallen, keine Änderung des Kaminquerschnitts erforderlich, da der Katalysator den benötigten Luftstrom steuert.
keine Einleitung aggressiver Kondensate in das Abwassernetz, keine
Neutralisationstechnik - die Schadstoffe werden durch Filtertausch (als
Service Alt gegen Neu) zwei mal jährlich entsorgt,
Wirkung als Schalldämpfer,
keine wirtschaftlich sinnvolle Amortisation durch Brennstoffeinsparung,
da die alte Heizung sollgemäß schon max. 10% Abgasverlust haben
muß. Bei Erhöhung des Wirkungsgrades können ca. 7% eingespart werden, das heißt 70 EUR je 1000 EUR
Jahresheizkosten. Damit sind die Technikkosten natürlich nicht finanzierbar.
Bestenfalls ist also eine umweltfreundlichere - aber nicht wirtschaftlichere
- Weiterverwendung der bestehenden Heizzentrale und die im Vergleich zur
Kompletterneuerung kostengünstigere Umrüstung auf ein neues Kesselsystem machbar. Mehr nicht.
Problem: Der Planer und der Heizungsbauer müßten zur Minimalsanierung
raten. Wer verzichtet aber gerne auf teure Maximallösungen? Wobei
wir hier die auch gegebenen ÖKO-Vorteile gar nicht weiter diskutieren
wollen. Welchen Hausbesitzer Marke "Schnäppchenjäger" interessiert schon wirklich der "Saure Regen", wenn er dafür
in die eigene Tasche langen muß? ...
Heizungsmethode und Strahlungswirkung
Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier nimmt zur Frage der richtigen Heizungsmethode und sachgerechten
Beurteilung der Strahlungswirkung wie folgt Stellung (Auszug aus einem Beratungsschreiben):
"Und nun zur Physik der Strahlung: Es ist und bleibt doch unbestritten, daß kurzwellige Sonnenstrahlung (etwa 0,3 bis 2,5 µm)
durch die Fenster eindringt. Bei der "Behandlung von Speicherung" wird allein nur dieser Tatbestand gesehen - wo bleibt die durch
Fenster eindringende Wärme? Hier geht es aber um die langwellige Temperaturstrahlung (Wärmestrahlung), die bei Oberflächentemperaturen von 20 bis 30°C etwa
zwischen 3 und 40 µm liegt (das Maximum liegt dann bei ca. 10 µm). Und nun steht in Cziesielski, Daniels, Trümper "Ruhrgas Handbuch
- Haustechnische Planung" auf der Seite 41 der folgenschwere Satz, der alles U-Wert-Denken beim Fenster über den Haufen wirft:
"Wichtig ist die Tatsache, daß Glas für Wellenlängen unterhalb 0,3 µm und oberhalb etwa 2,7 µm praktisch völlig undurchlässig
ist. Ultraviolette Strahlung wird [KF: fast] nicht hineingelassen (kein Bräunen hinter einer Glasscheibe) und langwelliges Infrarot
(Temperaturstrahlung) nicht herausgelassen [KF: durchgelassen]. Das Fenster erzeugt den "Treibhauseffekt": Wenn Sonnenstrahlung in einen Raum eindringt und von den Raumflächen absorbiert wird,
kann die daraus resultierende Wärmestrahlung nicht mehr hinaus.""
(Dieses Bild "Durchlässigkeit und Undurchlässigkeit von Fensterglas für elektromagnetische Strahlung verschiedener Wellenlängen vom ultravioletten UV- bis zum infraroten IR-Bereich") zeigt diese Charakteristik elektromagnetischer
Strahlung auch grafisch. Diese Aussage, die ja nicht von mir stammt, fordert eine Neuorientierung. Das Beschämende ist jedoch, daß
die "offizielle Bauphysik" davon überhaupt keine Notiz nimmt, statt dessen aber für teures Geld "U-Wert-minimierte Fenster"
zertifiziert (Institut Dr. Feist).
Wenn Sie sich äußern, daß der Hauptanteil der Mehrkosten [des Passivhauses des Fragestellers] von 15.000 EUR die Fenster sind, dann
sind Sie ein exzellentes Beispiel dafür, wie Sie mit den kF-Werten der Doppel-und Dreifachscheiben mit Edelgasfüllung und
Beschichtungen weitgehend hinters Licht geführt wurden. Eine Strahlungsheizung in Verbindung mit Normalglas ist die einzig zu
empfehlende Konstruktionsvariante, um Energie und Kosten zu sparen. Aber eine vollständige Information war noch nie Sache der von der
Industrie abhängigen "offiziellen Bauphysik".
In diesem Zusammenhang sei die "Luftheizung" erwähnt. Es ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet Luft, die der Mensch zum Atmen
benötigt, nun auch noch als "Wärmetransportmittel" benutzt wird, zumal die "Empfindungstemperatur" sich aus der
Lufttemperatur und der Oberflächentemperatur der raumumschließenden Flächen zusammensetzt. Der entscheidende Vorteil der Strahlungsheizung (erwärmt keine Luft) ist: niedrigere Lufttemperaturen, höhere Oberflächentemperaturen. Der hygienisch notwendige Luftaustausch tauscht also energiearme Luft
aus - energiesparend. Kondensat kann auch nicht entstehen. Der entscheidende Nachteil der Luftheizung ist: höhere Lufttemperaturen, niedrigere Oberflächentemperaturen.
Es wird also energiereiche Luft ausgetauscht - energieverschwendend. Und
auch Kondensat, das zur Schimmelpilzbildung führen kann, entsteht nur bei einer Luftheizung.
Luftheizung ist auch eine schnelle Heizung, die man aber auch braucht,
um auf schnelle Temperaturschwankungen (schlechtes Temperatur-Amplituden-Verhältnis
durch Leichtkonstruktion) auch schnell reagieren zu können. Ein apparativer
und regelungstechnischer Aufwand, der auch erst den "Langzeittest" bestehen muß."
Am meisten Sonnenschein = kostenlose Solarenergie kommt natürlich
durch dünnes Fensterglas, am wenigsten durch Zwei- oder gar dreifach
verglaste bzw. reflexiv verspiegelte/bedampfte Spezialgläser - ein
Muß bei menschenfeindlicher Glas-Stahl-Architektur. Bei sachgerechter
Betrachtung der Verhältnisse am Fensterglas ist aber auch dessen Nutzung
als Strahlungsheizfläche mit Heizgläsern - eine aktuelle Entwicklung
der Technik - sinnvoll und energiesparend. Obwohl bzw. gerade weil die EnEV davon gar nichts weiß.
Hier können Sie im Detail nachprüfen, wie Umweltminister Siegmar Gabriel (in Fachkreisen als
"Ökoschmerzbengel" verschrieen) mit seiner durch nichts belegbaren, aber lobbyistenfreundlichen "Meinung"
der Bevölkerung weismacht, daß durch Dämmung wirtschaftlich was zu sparen wäre: Hammerharte statistische Energieverbrauchsdaten!
Hier weiter: Temperierung Kapitel 25
Bauberatung - auch
mit Angeboten zur Planung, Kosten und Ausführung Hüllflächentemperierung
Zur Baustoffseite
- mit vielen Tips zum besseren Bauen

References: § 25
 § 25
 § 17

§ 9
 § 11
 § 5
 § 25
 § 17
 § 27
 § 8
 § 240
 § 240
 § 5
 § 24
 § 25
 § 24
 § 24
 § 25
 § 12
 § 2
 § 25
 § 25
 § 5
 § 25
 § 6
 § 17
 § 25
 § 16
 § 17
 § 1
 § 1
 § 1
 § 634
 § 635