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Timestamp: 2019-08-26 08:07:31+00:00

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BSG, Urteil vom 17.10.2002, B 7 AL 96/00 R - HENSCHE Arbeitsrecht
BSG, Ur­teil vom 17.10.2002, B 7 AL 96/00 R
Schlagworte: Arbeitslosengeldanspruch, Sperrzeit, Arbeitslosenversicherung
Vorinstanzen: Sozialgericht Osnabrück, Urteil vom 06.01.2000, S 4 AL 230/97
Landessozialgericht Niedersachsen, Urteil vom 31.10.2000, L 7 AL 52/00
17. Ok­to­ber 2002
Az: B 7 AL 96/00 R
Bun­des­an­stalt für Ar­beit,
Der 7. Se­nat des Bun­des­so­zi­al­ge­richts hat auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 17. Ok­to­ber 2002 durch die Vi­ze­präsi­den­tin Dr. W o l f f , die Rich­ter Dr. S t e i n w e d e l und Dr. S p e l l b r i n k so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter H o h e n s t e i n und die eh­ren­amt­li­che Rich­te­rin G e p p e r t
Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nie­der­sach­sen
vom 31. Ok­to­ber 2000 wird zurück­ge­wie­sen.
Die Be­klag­te hat der Kläge­rin die außer­ge­richt­li­chen Kos­ten auch des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens zu er­stat­ten.
Die Kläge­rin be­gehrt Ar­beits­lo­sen­geld (Alg) für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar bis 11. Fe­bru­ar 1997 (Sperr­zeit von sechs Wo­chen).
Die im Jah­re 1967 ge­bo­re­ne Kläge­rin war vom 20. März 1995 bis 31. De­zem­ber 1996 als Zahn­arzt­hel­fe­rin in Det­mold beschäftigt. Sie wohn­te in die­sem Zeit­raum mit ih­rem da­ma­li­gen Part­ner und späte­ren Ehe­mann in Bad Sal­zu­flen in ei­ner ge­mein­sa­men Woh­nung.
Zu­vor (im Fe­bru­ar 1995) wa­ren sie be­reits ge­mein­sam von Mep­pen nach Bad Sal­zu­flen um­ge­zo­gen. Auf Grund ei­nes be­ruf­lich be­ding­ten Um­zugs ih­res Part­ners nach Mep­pen kündig­te die Kläge­rin ihr Ar­beits­verhält­nis am 30. No­vem­ber 1996 zum 31. De­zem­ber 1996. Be­reits am 20. No­vem­ber 1996 hat­te sich die Kläge­rin schrift­lich an das für Mep­pen zuständi­ge Ar­beits­amt (Ar­bA) Nord­horn mit der Bit­te um Ver­mitt­lung ei­ner Ar­beits­stel­le am neu­en Wohn­ort ge­wandt. Ab 1. Ja­nu­ar 1997 wohn­te sie mit ih­rem Part­ner in Mep­pen. Die Kläge­rin nahm am 21. April 1997 ei­ne neue Beschäfti­gung auf. Sie hei­ra­te­te ih­ren Part­ner am 11. Ju­li 1997.
Am 2. Ja­nu­ar 1997 sprach die Kläge­rin beim Ar­bA Nord­horn/Ne­ben­stel­le Mep­pen vor und be­an­trag­te die Be­wil­li­gung von Alg. Sie gab an, sie sei we­gen der zum 11. Ju­li 1997 ge­plan­ten Hoch­zeit um­ge­zo­gen. Aus fi­nan­zi­el­len Gründen könn­ten sie und ihr Ver­lob­ter nicht zwei Woh­nun­gen in Mep­pen und Det­mold un­ter­hal­ten, zu­mal das ge­mein­sa­me Kraft­fahr­zeug von ih­rem Ver­lob­ten ge­nutzt wer­de. Sie ha­be seit länge­rer Zeit ei­ne Mep­pe­ner Ta­ges­zei­tung abon­niert, um sich von Bad Sal­zu­flen zu be­wer­ben. Sie sei da­von aus­ge­gan­gen, dass sie oh­ne größere Zeit­verzöge­rung wie­der ei­nen Ar­beits­platz als Zahn­arzt­hel­fe­rin wer­de fin­den können.
Die Be­klag­te gewähr­te der Kläge­rin Alg ab 12. Fe­bru­ar 1997 (Be­wil­li­gungs­be­scheid vom 6. Fe­bru­ar 1997), lehn­te je­doch mit Be­scheid vom 11. Fe­bru­ar 1997 die Zah­lung für den Zeit­raum vom 1. Ja­nu­ar bis 11. Fe­bru­ar 1997 ab, weil ei­ne sechswöchi­ge Sperr­zeit ein­ge­tre­ten sei. Der Zu­zug zum Part­ner ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft könne nicht als wich­ti­ger Grund für die Be­en­di­gung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in Det­mold an­er­kannt wer­den, son­dern führe le­dig­lich we­gen des Vor­lie­gens ei­ner be­son­de­ren Härte zu ei­ner Verkürzung der Sperr­zeit auf sechs Wo­chen. Wi­der­spruch und Kla­ge blie­ben er­folg­los (Wi­der­spruchs­be­scheid vom 30. April 1997; Ur­teil des So­zi­al­ge­richts vom 6. Ja­nu­ar 2000).
Auf die Be­ru­fung der Kläge­rin hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt (LSG) durch Ur­teil vom 31. Ok­to­ber 2000 die Be­klag­te ver­ur­teilt, der Kläge­rin vom 1. Ja­nu­ar bis 11. Fe­bru­ar 1997 Alg zu gewähren. Zur Be­gründung sei­ner Ent­schei­dung hat das LSG aus­geführt, der Kläge­rin
ha­be für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar bis 11. Fe­bru­ar 1997 ein An­spruch auf Alg zu­ge­stan­den; die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen nach §§ 100 ff Ar­beitsförde­rungs­ge­setz (AFG) sei­en im maßgeb­li­chen Zeit­raum erfüllt ge­we­sen. Der An­spruch ha­be auch nicht we­gen des Ein­tritts ei­ner Sperr­zeit ge­ruht. Der Zu­zug zum Part­ner zwecks Fort­set­zung ei­ner eheähn­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft stel­le ei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 AFG dar, wenn der Ar­beits­lo­se die Ar­beits­stel­le von der neu­en ge­mein­sa­men Woh­nung nicht mehr zu­mut­bar er­rei­chen könne, er recht­zei­tig al­le zu­mut­ba­ren An­stren­gun­gen un­ter­neh­me, um den Ver­si­che­rungs­fall der Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­mei­den und es sich bei der be­reits länge­re Zeit be­ste­hen­den nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft um ei­ne Ver­ant­wor­tungs- und Ein­ste­hens­ge­mein­schaft im Sin­ne der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts (BVerfG) ge­han­delt ha­be. Die­se Vor­aus­set­zun­gen hätten im vor­lie­gen­den Fal­le vor­ge­le­gen. Die Part­ner­schaft sei - wie spätes­tens die Hei­rat im Ju­li 1997 ge­zeigt ha­be - ei­ne Ver­ant­wor­tungs- und Ein­ste­hens­ge­mein­schaft im Sin­ne der Recht­spre­chung des BVerfG ge­we­sen. Sie sei auf Dau­er an­ge­legt ge­we­sen, ha­be da­ne­ben kei­ne wei­te­re Le­bens­ge­mein­schaft glei­cher Art zu­ge­las­sen und sich durch in­ne­re Bin­dun­gen aus­ge­zeich­net, die ein ge­gen­sei­ti­ges Ein­ste­hen der Part­ner fürein­an­der be­gründet ha­be. Sie sei so­mit über ei­ne Haus­halts- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft hin­aus­ge­gan­gen. Die Hei­rats­ab­sicht ha­be be­reits in Bad Sal­zu­flen be­stan­den. Die Kläge­rin ha­be zum Zeit­punkt des Um­zugs be­reits un­strei­tig seit mehr als drei Jah­ren mit ih­rem späte­ren Ehe­mann in ge­mein­sa­men Woh­nun­gen in Mep­pen und Bad Sal­zu­flen ge­lebt. Dass das Zu­sam­men­le­ben in dem ge­sam­ten Zeit­raum auch in ei­ner Ver­ant­wor­tungs- und Ein­ste­hens­ge­mein­schaft er­folgt sei, er­ge­be sich zur Über­zeu­gung des Se­nats aus der Länge des Zu­sam­men­le­bens, den mehr­ma­li­gen ge­mein­sa­men Umzügen (zunächst von Mep­pen nach Bad Sal­zu­flen und dann zurück nach Mep­pen) so­wie der be­reits 1996 in Bad Sal­zu­flen ver­ein­bar­ten und im Ju­li 1997 voll­zo­ge­nen Hei­rat. An­halts­punk­te dafür, dass die Kläge­rin seit 1993 mit ih­rem späte­ren Ehe­mann zeit­wei­se le­dig­lich in ei­ner Wohn­ge­mein­schaft ge­lebt und sich hier­aus erst später ei­ne Le­bens­ge­mein­schaft ent­wi­ckelt ha­be, sei­en nicht er­sicht­lich.
Hier­ge­gen spre­che ins­be­son­de­re der Um­zug von Mep­pen nach Bad Sal­zu­flen be­reits im Fe­bru­ar 1995. Die Kläge­rin ha­be sich auch um­fas­send und aus­rei­chend um ei­ne neue Ar­beits­stel­le in Mep­pen bemüht. Sie ha­be ei­ne Mep­pe­ner Ta­ges­zei­tung abon­niert, ei­ge­ne Be­wer­bun­gen vor­ge­nom­men, ein persönli­ches Ver­mitt­lungs­ge­such an das Ar­bA Bad Sal­zu­flen, Dienst­stel­le Det­mold, und ein schrift­li­ches Ver­mitt­lungs­ge­such an das Ar­bA Nord­horn am 22. No­vem­ber 1996 - al­so noch vor Aus­spruch der Kündi­gung - ge­rich­tet. Letzt­lich sei es auch nur ih­rer Ei­gen­in­itia­ti­ve zu­zu­schrei­ben, dass sie im April 1997 wie­der ei­ne Beschäfti­gung ge­fun­den und auf­ge­nom­men ha­be. Dass trotz aus­rei­chen­der Bemühun­gen ein An­schluss­ar­beits­platz nicht naht­los ha­be ge­fun­den wer­den können, führe zu kei­nem an­de­ren Er­geb­nis. Mit dem Er­for­der­nis, sich bei ei­nem Zu­zug zum Part­ner zwecks Wie­der­her­stel­lung oder Fortführung ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft be­reits vor Lösung des Ar­beits­verhält­nis­ses um­fas­send und mit al­len ge­bo­te­nen Mit­teln um ei­ne An­schluss­beschäfti­gung zu bemühen, wer­de dem In­ter­es­se der Ver­si­cher­ten­ge-
mein­schaft an der Ver­hin­de­rung des Ein­tritts von Ar­beits­lo­sig­keit aus­rei­chend Rech­nung ge­tra­gen.
Hier­ge­gen wen­det sich die Be­klag­te mit ih­rer Re­vi­si­on. Sie rügt ei­ne Ver­let­zung des § 119 AFG. Die Kläge­rin ha­be kei­nen wich­ti­gen Grund für die Kündi­gung ih­res Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in Det­mold ge­habt. Sie könne sich zunächst nicht dar­auf be­ru­fen, dass sie ih­re Beschäfti­gung we­gen der Be­zie­hung zu ih­rem Le­bens­gefähr­ten ha­be auf­ge­ben müssen. Dies könne nur für die Be­gründung oder Wie­der­her­stel­lung ei­ner ehe­li­chen Ge­mein­schaft gel­ten. Die Kläge­rin sei aber we­der mit ih­rem Part­ner ver­hei­ra­tet ge­we­sen, noch sei die Ehe­sch­ließung bis zum En­de des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses bzw un­mit­tel­bar da­nach er­folgt. Viel­mehr sei dies erst mehr als sechs Mo­na­te nach dem En­de der Beschäfti­gung der Fall ge­we­sen. Die Auf­recht­er­hal­tung ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft könne kei­nen wich­ti­gen Grund zur Auf­ga­be ei­ner Beschäfti­gung dar­stel­len. Die Ankündi­gung des 7. Se­nats des Bun­des­so­zi­al­ge­richts (BSG) in sei­nem Ur­teil vom 29. April 1998 (B 7 AL 56/97 R) wer­de zu Recht un­ter dem Ge­sichts­punkt der Ge­wal­ten­tei­lung kri­ti­siert (Hin­weis auf Ei­chen­ho­fer, SGb 1999, 167, 172). Die Prio­rität für die An­pas­sung des Rechts an den ge­sell­schaft­li­chen Wan­del lie­ge beim Ge­setz­ge­ber, und nur die­ser ha­be Sor­ge dafür zu tra­gen, dass das Recht nicht un­zeit­gemäß wer­de und sei­ne be­frie­den­de Rol­le nicht mehr erfüllen könne. Im Übri­gen müss­te der Große Se­nat an­ge­ru­fen wer­den, wenn der er­ken­nen­de Se­nat von der ein­deu­ti­gen Recht­spre­chung des 11. Se­nats ab­wei­chen woll­te. Die Tat­sa­che schließlich, dass die Kläge­rin ih­ren Part­ner zwi­schen­zeit­lich ge­hei­ra­tet ha­be, sei für die Sperr­zei­tent­schei­dung oh­ne Be­lang, weil bei de­ren Über­prüfung auf die da­ma­li­gen Ge­ge­ben­hei­ten ab­ge­stellt wer­den müsse. Im Übri­gen sei der Kläge­rin - ent­ge­gen der Auf­fas­sung des LSG - ei­ne vorüber­ge­hen­de Tren­nung von ih­rem Part­ner zu­zu­mu­ten ge­we­sen. Ge­ra­de um Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­hin­dern, wer­de von ei­nem Ar­beit­neh­mer, der we­gen Zu­zugs zu sei­nem Part­ner sein Beschäfti­gungs­verhält­nis kündi­ge, er­war­tet, dass die­ser zur Er­lan­gung ei­nes An­schluss­ar­beits­plat­zes al­le mögli­chen An­stren­gun­gen un­ter­neh­me, um Ar­beits­lo­sig­keit erst gar nicht ein­tre­ten zu las­sen. Bemühun­gen um ei­nen neu­en Ar­beits­platz könn­ten auch vom bis­he­ri­gen Wohn­ort aus er­fol­gen.
Dies gel­te ge­ra­de im vor­lie­gen­den Fall, in dem die Ent­fer­nung zwi­schen al­tem und neu­em Wohn­ort le­dig­lich 150 km, al­so un­gefähr zwei St­un­den Fahr­zeit, be­tra­gen ha­be. Vor­stel­lungs­gespräche wären so­mit an frei­en Ta­gen oder auch nach­mit­tags durch­aus möglich ge­we­sen.
das Ur­teil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nie­der­sach­sen vom 31. Ok­to­ber 2000 auf­zu­he­ben und die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des So­zi­al­ge­richts Os­nabrück vom 6. Ja­nu­ar 2000 zurück­zu­wei­sen.
Sie be­ruft sich auf den In­halt des an­ge­foch­te­nen Ur­teils. Ergänzend weist sie dar­auf hin, dass die Be­klag­te selbst die nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft in­so­weit an­er­ken­ne, als für Ar­beits­lo­sen­hil­fe-Leis­tungs­empfänger durch das Be­ste­hen ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft ne­ga­ti­ve Fol­gen hin­sicht­lich der Höhe der Leis­tung möglich sei­en. Auch sei­en die Ausführun­gen der Be­klag­ten in sach­li­cher Hin­sicht un­zu­tref­fend. Die Ent­fer­nung zwi­schen dem al­ten und dem neu­en Wohn­ort ha­be 200 km be­tra­gen. Auf Grund der ört­li­chen Ver­kehrs­si­tua­ti­on könne von ei­ner Fahr­zeit von zwei St­un­den nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Sie - die Kläge­rin - sei auf öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel an­ge­wie­sen ge­we­sen.
Der Se­nat hat durch Be­schluss vom 7. Fe­bru­ar 2002 bei dem 11. Se­nat des BSG an­ge­fragt, ob er dem 7. Se­nat dar­in zu­stim­me, dass ent­ge­gen den Ur­tei­len vom 29. No­vem­ber 1988 - 11/7 RAr 31/87 = BS­GE 64, 202 = SozR 4100 § 119 Nr 34 und vom 27. Sep­tem­ber 11 AuB 1991, 121 al­lein der Zu­zug zum nicht­ehe­li­chen Le­bens­part­ner zur Fort­set­zung ei­ner be­reits be­ste­hen­den eheähn­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft ei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG (jetzt: § 144 Abs 1 Satz 1 des Drit­ten Bu­ches So­zi­al­ge­setz­buch <SGB III>) dar­stel­len kann.
Der 11. Se­nat des BSG hat die­se Fra­ge mit Be­schluss vom 29. Au­gust 2002 be­jaht (B 11 AL 11/02 S).
Die Re­vi­si­on der Be­klag­ten ist zurück­zu­wei­sen. Das LSG hat zu­tref­fend ent­schie­den, dass der Kläge­rin auch für den strei­ti­gen Zeit­raum vom 1. Ja­nu­ar 1997 bis 11. Fe­bru­ar 1997 ein An­spruch auf Alg zu­stand. Ei­ne Sperr­zeit ist nicht ein­ge­tre­ten, weil die Kläge­rin ei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 AFG (jetzt § 144 Abs 1 SGB III) für die Auf­ga­be ih­res Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses durch Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses hat­te. Die Kläge­rin leb­te mit ih­rem Part­ner zum Zeit­punkt des Um­zugs und der Auf­ga­be des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses in ei­ner nicht­ehe­li­chen Ge­mein­schaft, die nach den tatsächli­chen Fest­stel­lun­gen des LSG den recht­li­chen An­for­de­run­gen an ei­ne eheähn­li­che Ge­mein­schaft im Rah­men des Sperr­zeit­rechts genügt (hier­zu im Ein­zel­nen später; der Se­nat ver­wen­det den ua in § 137 Abs 2a AFG ent­hal­te­nen Be­griff "eheähn­li­che Ge­mein­schaft", da der Aus­druck "Le­bens­part­ner­schaft" in § 1 des Le­bens­part­ner­schafts­ge­set­zes vom 16. Fe­bru­ar 2001, BGBl I 266, ge­setz­lich als gleich­ge­schlecht­li­che Ge­mein­schaft de­fi­niert ist). Auch grei­fen kei­ne an­de­ren Ge­sichts­punk­te ein - wie et­wa ein Ver­s­toß der Kläge­rin ge­gen Ob­lie­gen­hei­ten aus der Rechts­be­zie­hung zur Be­klag­ten etc -, die dem Vor­lie­gen ei­nes wich­ti­gen Grun­des iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG ent­ge­gen ste­hen.
Ei­ne Vor­la­ge des Rechts­streits an den Großen Se­nat des BSG gemäß § 41 So­zi­al­ge­richts­ge­setz (SGG) ist nicht er­for­der­lich, weil der 11. Se­nat auf den An­fra­ge­be­schluss des er­ken­nen­den Se­nats vom 7. Fe­bru­ar 2002 mit Be­schluss vom 29. Au­gust 2002 mit­ge­teilt hat, er stim­me dem 7. Se­nat des BSG dar­in zu, "dass al­lein der Zu­zug zum nicht ehe­li­chen Le­bens­part­ner zur Fort­set­zung ei­ner be­reits be­ste­hen­den eheähn­li­chen Ge­mein­schaft ei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG (jetzt § 144 SGB III) dar­stel­len kann" (Az: B 11 AL 11/02 S).
Ge­gen­stand des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens ist zunächst der Be­scheid der Be­klag­ten vom 11. Fe­bru­ar 1997 in der Ge­stalt des Wi­der­spruchs­be­schei­des vom 30. April 1997. Mit die­sen Be­schei­den hat die Be­klag­te nicht nur über den Ein­tritt ei­ner Sperr­zeit bzw das Vor­lie­gen von Ru­hens­zeiträum­en be­fun­den, son­dern auch die Gewährung von Alg für den Zeit­raum vom 1. Ja­nu­ar bis 11. Fe­bru­ar 1997 ab­ge­lehnt (vgl hier­zu BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15 und BS­GE 84, 225, 227 = SozR 3-4100 § 119 Nr 17 mwN) und gleich­zei­tig die Min­de­rung der An­spruchs­dau­er um 36 Ta­ge verfügt. Die­se Verfügun­gen kor­re­spon­die­ren mit de­nen des Be­wil­li­gungs­be­schei­des vom 6. Fe­bru­ar 1997 über die Zah­lung von Alg (erst) ab 12. Fe­bru­ar 1997. Al­le Be­schei­de stel­len in­so­weit ei­ne ein­heit­li­che Re­ge­lung dar (vgl BSG SozR 3-1300 § 104 Nr 9 S 27; SozR 3-1500 § 144 Nr 12; BS­GE 84, 225, 227 = SozR 3-4100 § 119 Nr 17; BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 19). Zu Recht hat das LSG da­her auch den Be­wil­li­gungs­be­scheid vom 6. Fe­bru­ar 1997 ab­geändert, so­weit mit ihm die Zah­lung von Alg für den strei­ti­gen Zeit­raum ab­ge­lehnt wor­den ist.
Nach den Fest­stel­lun­gen des LSG stand der Kläge­rin ab 1. Ja­nu­ar 1997 ein An­spruch auf Alg gemäß §§ 100 ff AFG zu. An­de­re Gründe als die Sperr­zeit ste­hen dem An­spruch auf Alg für die Zeit vom 1. Ja­nu­ar bis 11. Fe­bru­ar 1997 nicht ent­ge­gen.
Ob für den strei­ti­gen Zeit­raum ei­ne Sperr­zeit ein­ge­tre­ten ist, be­ur­teilt sich nach §§ 119, 119a AFG (idF, die § 119 durch das Ge­setz zur Ände­rung des Ar­beitsförde­rungs­ge­set­zes und zur Förde­rung ei­nes glei­ten­den Über­gangs älte­rer Ar­beit­neh­mer in den Ru­he­stand vom 20. De­zem­ber 1988, BGBl I 2343, und idF, die § 119a durch das Beschäfti­gungsförde­rungs­ge­setz 1994 vom 26. Ju­li 1994, BGBl I 1786, er­hal­ten hat). Da­nach tritt ei­ne Sperr­zeit von zwölf Wo­chen ua dann ein, wenn der Ar­beits­lo­se das Beschäfti­gungs­verhält­nis gelöst und da­durch vorsätz­lich oder grob fahrlässig die Ar­beits­lo­sig­keit her­bei­geführt hat, oh­ne für sein Ver­hal­ten ei­nen wich­ti­gen Grund zu ha­ben (§ 119 Abs 1 Satz 1 Nr 1 AFG). Die Sperr­zeit be­ginnt mit dem Tag nach dem Er­eig­nis, das die Sperr­zeit be­gründet (§ 119 Abs 1 Satz 2 AFG). Sie verkürzt sich von zwölf Wo­chen auf sechs Wo­chen, wenn, wie hier von der Be­klag­ten be­reits in den Be­schei­den vom 11. Fe­bru­ar und 30. April 1997 an­ge­nom­men, ei­ne Sperr­zeit von zwölf Wo­chen für den Ar­beits­lo­sen nach den für den Ein­tritt der Sperr­zeit maßge­ben­den Tat­sa­chen ei­ne be­son­de­re Härte be­deu­ten würde (§ 119 Abs 2 Satz 1 AFG iVm § 119a Nr 1 AFG).
Die Kläge­rin hat ihr Ar­beits­verhält­nis in Det­mold durch Kündi­gung zum 31. De­zem­ber 1996 gelöst. Sie hat­te - nach den bin­den­den Fest­stel­lun­gen des LSG - kei­ne kon­kre­te Aus­sicht auf ei­nen An­schluss­ar­beits­platz in Mep­pen und wuss­te dies auch. Da­mit hat sie zu­min­dest grob fahrlässig die Ar­beits­lo­sig­keit her­bei­geführt.
Der Se­nat geht je­doch mit dem LSG da­von aus, dass die Kläge­rin für die Kündi­gung ih­res Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses ei­nen wich­ti­gen Grund hat­te. Über das Vor­lie­gen ei­nes wich­ti­gen Grun­des iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG ist un­ter Berück­sich­ti­gung des Ziels der Sperr­zeit­re­ge­lung zu ent­schei­den. Die Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft soll sich ge­gen Ri­si­kofälle weh­ren, de­ren Ein­tritt der Ver­si­cher­te selbst zu ver­tre­ten hat oder an de­ren Be­he­bung er un­be­gründet nicht mit­hilft (vgl BS­GE 66, 94, 97 = SozR 4100 § 119 Nr 36; BSG SozR 3-1500 § 144 Nr 12; BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 14, 15, 16). Ei­ne Sperr­zeit tritt des­halb nur dann ein, wenn dem Ar­beit­neh­mer un­ter Berück­sich­ti­gung al­ler Umstände des Ein­zel­falls und un­ter Abwägung sei­ner In­ter­es­sen mit den In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft ein an­de­res Ver­hal­ten zu­ge­mu­tet wer­den kann (BS­GE 66, 94, 97 = SozR 4100 § 119 Nr 36; BSG SozR 3-1500 § 144 Nr 12; BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 14, 15, 16). In­so­weit muss der wich­ti­ge Grund nicht nur die Auflösung des Ar­beits­verhält­nis­ses über­haupt, son­dern auch den kon­kre­ten Zeit­punkt der Auflösung de­cken.
Dies be­deu­tet zunächst, dass die Kläge­rin, be­vor sie ihr Ar­beits­verhält­nis kündig­te, al­le zu­mut­ba­ren An­stren­gun­gen un­ter­nom­men ha­ben muss, ei­ne Ar­beits­lo­sig­keit we­gen des Um­zugs zu ver­mei­den. Der 11. Se­nat des BSG ist in Fällen der vor­lie­gen­den Art da­von aus­ge­gan­gen, dass den Ar­beits­lo­sen bei ei­ner Ei­genkündi­gung zwecks Fort­set­zung ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft aus dem Ver­si­che­rungs­verhält­nis mit der Be­klag­ten ei­ne Ob­lie­gen­heit trifft, den Ver­si­che­rungs­fall der Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­mei­den, und zwar ua durch recht­zei­ti­ge Ein­schal­tung des Ar­beits­amts mit der Bit­te um Ver­mitt­lung in ein an­de­res Ar­beits­verhält­nis und durch ei­ge­ne Bemühun­gen um ei­ne neue Ar­beits­stel­le (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 14). Dem ist der er­ken­nen­de Se­nat ge­folgt (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15 S 64; vgl aber zur be­grenz­ten Be­deu­tung die­ser Ent­schei­dung das Ur­teil des Se­nats vom heu­ti­gen Tag B 7 AL 136/01 R, zur Veröffent­li­chung vor­ge­se­hen). Der Ar­beits­lo­se muss mit­hin recht­zei­ti­ge Bemühun­gen um ei­nen An­schluss­ar­beits­platz nach­wei­sen. Auf die Fra­ge, ob die­se Bemühun­gen er­folg­reich ge­we­sen wären, kommt es da­bei nicht an (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15, S 65 mwN). Die­sen An­for­de­run­gen hat die Kläge­rin nach den Fest­stel­lun­gen des LSG im vor­lie­gen­den Fall genügt. Sie hat sich be­reits vor der Kündi­gung an die Be­klag­te - und zwar so­wohl an das Ar­bA des bis­he­ri­gen als auch des zukünf­ti­gen Wohn­orts - ge­wandt und auch wei­te­re ei­ge­ne An­stren­gun­gen un­ter­nom­men, die den "Vor­wurf" ei­ner Ob­lie­gen­heits­ver­let­zung aus­sch­ließen.
Eben­so wie bei ei­nem Zu­zug zum Ehe­part­ner ist auch bei Part­nern ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft zu for­dern, dass die bis­he­ri­ge Ar­beits­stel­le von der ge­mein­sa­men neu­en Woh­nung aus nicht zu­mut­bar er­reicht wer­den kann (grund­le­gend BS­GE 43, 269 = SozR 4100 § 119 Nr 2 und BSG SozR 4100 § 119 Nr 33, S 161). Dies hat das LSG eben­falls rechts­feh­ler­frei fest­ge­stellt. Selbst wenn zwi­schen den Be­tei­lig­ten die ge­naue Fahrt­zeit für ei­ne Stre­cke Mep­pen/Det­mold strei­tig ist, zeigt ein Ver­gleich mit den in § 121 Abs 4 SGB III nor­mier­ten Zu­mut­bar­keits­gren­zen, dass der Kläge­rin ein Ta­ges­pen­deln (Hin- und Rück­fahrt) von der neu­en Woh­nung zur bis­he­ri­gen Ar­beits­stel­le eben­so un­zu­mut­bar war wie ih­rem Part­ner ein Pen­deln von Bad Sal­zu­flen nach Mep­pen.
Die Kläge­rin hat ih­ren Ver­lob­ten et­wa sechs Mo­na­te nach dem Um­zug (am 11. Ju­li 1997) ge­hei­ra­tet. Hier­aus al­lein kann sie in­des kei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG her­lei­ten. Der Se­nat hält in­so­fern an der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des BSG fest, dass der Zu­zug zu ei­nem künf­ti­gen Ehe­part­ner nur dann ei­nen wich­ti­gen Grund dar­stellt, wenn der Ar­beits­lo­se zum Zeit­punkt der Kündi­gung be­rech­tig­ter­wei­se da­von aus­ge­hen kann, dass die Hei­rat bis zur Be­en­di­gung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses oder je­den­falls als­bald da­nach statt­fin­den wer­de (BS­GE 43, 269, 273 = SozR 4100 § 119 Nr 2; BS­GE 52, 276, 277 = SozR 4100 § 119 Nr 17; BSG SozR 4100 § 119 Nr 33; BS­GE 64, 200, 204 = SozR 4100 § 119 Nr 34; BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 14, 15). Die­ser Fall liegt hier nicht vor. Der Se­nat hält es auch nicht für ge­bo­ten, die zeit­li­che Gren­ze zwi­schen dem Ein­tritt des Sperr­zeit­er­eig­nis­ses und der späte­ren Hei­rat zu Guns­ten der Ver­si­cher­ten hin­aus­zu­schie­ben und et­wa später er­folg­te Ehe­sch­ließun­gen nachträglich zu Guns­ten des Ver­si­cher­ten zu berück­sich­ti­gen. In­so­fern hat die Be­klag­te in ih­rer Re­vi­si­ons­be­gründung zu­tref­fend dar­auf hin­ge­wie­sen, dass maßgeb­lich die Verhält­nis­se zum Zeit­punkt des Ein­tritts des Sperr­zeit­er­eig­nis­ses (1. Ja­nu­ar 1997) sein müssen.
Auch hält der Se­nat dar­an fest, dass ein Orts­wech­sel zwecks Be­gründung nicht be­ste­hen­den) nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft kei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG dar­stellt (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 16, S 75). Der Se­nat geht viel­mehr da­von aus, dass nur bei Fort­set­zung ei­ner bei Ar­beits­auf­ga­be be­reits vor­han­de­nen eheähn­li­chen Ge­mein­schaft, die - außer dem Be­ste­hen ei­ner Haus­halts- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft un­ten), ein wich­ti­ger Grund be­jaht wer­den kann; die­se An­for­de­run­gen sind im Zeit­punkt der Be­gründung der Ge­mein­schaft re­gelmäßig noch nicht erfüllt.
Sei­ne Rechts­auf­fas­sung, dass ein Um­zug zur Auf­recht­er­hal­tung ei­ner be­reits be­ste­hen­den eheähn­li­chen Ge­mein­schaft ei­nen wich­ti­gen Grund iS des § 119 Abs 1 Satz 1 AFG dar­stel­len kann, hat der Se­nat be­reits in sei­nem Ur­teil vom 29. April 1998 (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15) im Ein­zel­nen be­gründet, oh­ne dass es bei die­ser Ent­schei­dung tra­gend auf die­se Rechts­an­sicht an­kam.
Wie der Se­nat dort (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15 S 67 f) aus­geführt hat, be­ruh­te die frühe­re Recht­spre­chung des BSG (vgl ins­be­son­de­re BS­GE 21, 205, 206 ff; BS­GE 43, 269, 271 = SozR 4100 § 119 Nr 2; BSG SozR 4100 § 119 Nr 33) auf der Über­le­gung, dass persönli­che Bedürf­nis­se im All­ge­mei­nen nicht von ei­nem sol­chen Ge­wicht sind, dass sie im Ver­gleich zu den In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft ei­nen wich­ti­gen Grund für die Lösung des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses ab­ge­ben können. Der Zu­zug zu ei­nem Part­ner ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft könne ins­be­son­de­re des­halb kei­nen wich­ti­gen Grund dar­stel­len, weil in­so­weit der Schutz der Ehe gemäß Art 6 Grund­ge­setz (GG) nicht ein­grei­fe. Ei­ne Gleich­be­hand­lung mit Ehe­leu­ten kom­me nicht in Be­tracht, weil die in ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft Le­ben­den die Ehe als Le­bens­form für sich ab­lehn­ten und sich be­wusst für die Ge­gen­form ent­schie­den hätten. Die­se von der Rechts­ord­nung igno­rier­te Ge­mein­schaft ent­spre­che persönli­chen Bedürf­nis­sen oder Wünschen, die ge­genüber den In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft zurück­ste­hen müss­ten (BS­GE 52, 276, 277 ff = SozR 4100 § 119 Nr 17).
Et­was an­de­res gilt frei­lich - und galt schon bis­her - in Fällen, in de­nen ei­ne Ar­beit­neh­me­rin zum Er­zeu­ger ih­res nicht­ehe­li­chen Kin­des zieht und be­son­de­re Umstände vor­lie­gen, die den Zu­zug zum gewähl­ten Zeit­punkt im In­ter­es­se des Kin­des­woh­les na­he le­gen (BS­GE 52, 276, 280 = SozR 4100 § 119 Nr 17; SozR 4100 § 119 Nr 33, S 161 f). Auf die­se Recht­spre­chung des BSG zur Her­stel­lung oder Auf­recht­er­hal­tung ei­ner Er­ziehungs­ge­mein­schaft (ins­be­son­de­re BSG SozR 4100 § 119 Nr 34, S 173 und Ur­teil vom 27. Sep­tem­ber 1989 11 RAr 127/88 = Fam­RZ 1990, 876 = AuB 1991, 121) kommt es im vor­lie­gen­den Fall hin­ge­gen nicht an, weil hier über ei­ne nicht­ehe­li­che Ge­mein­schaft oh­ne Kin­der zu be­fin­den ist, so­dass der As­pekt des Kin­des­woh­les kei­ne Rol­le spielt (vgl hier­zu auch das Ur­teil des Se­nats vom heu­ti­gen Ta­ge - B 7 AL 72/00 R -, zur Veröffent­li­chung vor­ge­se­hen).
Die bis­he­ri­ge Recht­spre­chung zur Ar­beits­auf­ga­be zum Zwe­cke der Fort­set­zung ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft berück­sich­tigt nach Über­zeu­gung des Se­nats nicht hin­rei­chend, dass § 119 AFG kei­nen wich­ti­gen Grund "mit Ver­fas­sungs­rang" und auch kei­ne be­stimm­te Ver­hal­tens­pflicht als Vor­aus­set­zung für ei­nen wich­ti­gen Grund for­dert (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15, S 69). Wich­ti­ge Gründe können viel­mehr grundsätz­lich al­le - auch persönli­chen - Gründe der Le­bens­ge­stal­tung sein, wenn sie bei der ge­bo­te­nen Abwägung mit den In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten­ge­mein­schaft über­wie­gen und die Hint­an­stel­lung die­ser Gründe un­zu­mut­bar ist. Auch nor­miert Art 6 Abs 1 GG le­dig­lich po­si­tiv Schutz- und Förde­rungs­pflich­ten für Ehe und Fa­mi­lie, nicht je­doch ein Be­nach­tei­li­gungs­ge­bot für Nicht­ver­hei­ra­te­te und Nicht­fa­mi­li­en (aaO). Zwar hat der 11. Se­nat des BSG in ei­nem Be­schluss vom 22. April 1997 (11 BAr 3/97 = SozR 3-1500 § 160a Nr 23) un­ter Hin­weis auf Stern (Das Staats­recht der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, Bd III/1, 1988, 822, 825) an­ge­deu­tet, dass Art 6 Abs 1 GG Gleich­stel­lungs­ten­den­zen auf Grund des ge­sell­schaft­li­chen Wan­dels Gren­zen set­ze. Aus Art 6 Abs 1 GG folgt je­doch kein ver­fas­sungs-
recht­li­cher Zwang, Nicht­ver­hei­ra­te­te, die sich in ei­ner Ver­hei­ra­te­ten ver­gleich­ba­ren La­ge be­fin­den, schlech­ter als die­se zu be­han­deln. Dies hat das BVerfG in sei­ner Ent­schei­dung vom 17. Ju­li 2002 (1 BvF 1/01 und 1 BvF 2/01) zum Le­bens­part­ner­schafts­ge­setz nun­mehr aus­drück­lich klar­ge­stellt. Das BVerfG hat dort (Rd­Nr 98) aus­geführt, dass es dem Ge­setz­ge­ber we­gen des ver­fas­sungs­recht­li­chen Schut­zes der Ehe aus Art 6 Abs 1 GG nicht ver­wehrt sei, die Ehe ge­genüber an­de­ren Le­bens­for­men zu begüns­ti­gen. Hier­aus las­se sich je­doch kein in Art Abs 1 GG "ent­hal­te­nes Ge­bot her­lei­ten, an­de­re Le­bens­for­men ge­genüber der Ehe zu be­nach­tei­li­gen" (BVerfG aaO). Der Ge­setz­ge­ber ist so­mit durch Art 6 Abs 1 GG nicht ge­hin­dert, für Rechts­pro­ble­me, die im Zu­sam­men­hang mit der nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft auf­tre­ten, Re­ge­lun­gen zu er­las­sen, mit de­nen er sich an ehe­recht­li­che Vor­schrif­ten an­lehnt (vgl Coes­ter-Walt­jen in von Münch/Ku­nig, GG-Komm, Bd I, 5. Aufl 2000, Rd­Nr 7 zu Art 6; Rob­bers in von Man­goldt/Klein/St­arck, Bon­ner Grund­ge­setz, 4. Aufl 1999, Rd­Nr 43 f zu Art 6 mwN). Aus Art 6 Abs 1 GG lässt sich zwar ein Ver­bot der re­la­ti­ven Schlech­ter­stel­lung von Ehe und Fa­mi­lie ab­lei­ten, nicht je­doch ein ob­jek­tiv-recht­li­ches Ge­bot zur Be­nach­tei­li­gung von Per­so­nen, die ei­ne Part­ner­schaft außer­halb der staat­li­chen Ehe­sch­ließung be­vor­zu­gen (vgl hier­zu ins­be­son­de­re: Kin­green, Die ver­fas­sungs­recht­li­che Stel­lung der nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft im Span­nungs­feld zwi­schen Frei­heits- und Gleich­heits­rech­ten, 1995, S 121 ff, 163 ff und pas­sim). Hier­von geht auch der Bun­des­fi­nanz­hof im Rah­men sei­ner Recht­spre­chung zur An­er­ken­nung dop­pel­ter Haus­haltsführung aus (BFHE 175, 430, 434).
Sch­ließlich geht es bei der An­wen­dung des § 119 AFG im Er­geb­nis auch nicht dar­um, ob die eheähn­li­che Ge­mein­schaft eben­so zu fördern ist wie die ehe­li­che, son­dern viel­mehr um die Fra­ge, ob die in der Recht­spre­chung zu § 119 AFG lie­gen­de Be­las­tung ei­ner durch Beiträge fi­nan­zier­ten und ei­gen­tums­geschütz­ten (vgl BVerfGE 72, 1, 19) Rechts­po­si­ti­on bei eheähn­li­chen Ge­mein­schaf­ten stets und aus­nahms­los hin­zu­neh­men ist. Das BVerfG hat mehr­fach ent­schie­den, dass der An­spruch auf Alg bei Erfüllung der An­wart­schafts­zeit dem Schutz­be­reich der Ei­gen­tums­ga­ran­tie des Art 14 Abs 1 GG un­ter­liegt (BVerfGE 72, 9, 19; 74, 9, 25; 74, 203, 213; 76, 220, 235; 92, 365, 405). In­so­fern stellt § 119 Abs 1 AFG ei­ne Re­ge­lung dar, mit der In­halt und Schran­ken des Ei­gen­tums­grund­rechts der Ver­si­cher­ten be­stimmt wer­den (Art 14 Abs 1 Satz 2 GG). Im Rah­men der Prüfung nach Art 14 Abs 1 Satz 2 GG ist je­weils zu ent­schei­den, ob die be­las­ten­de Re­ge­lung ge­eig­net, er­for­der­lich und zu­mut­bar/an­ge­mes­sen ist (hier­zu ex­em­pla­risch BVerfGE 76, 220, 238 f). Es könn­te zu be­den­ken sein, ob bei Vor­lie­gen ei­ner be­reits seit länge­rer Zeit be­ste­hen­den eheähn­li­chen Ge­mein­schaft - wie im vor­lie­gen­den Fall - nicht das Ei­gen­tums­grund­recht des Ver­si­cher­ten in un­zu­mut­ba­rer Wei­se ein­ge­schränkt wird, wenn der durch ei­ge­ne Bei­trags­zah­lung er­wor­be­ne An­spruch auf Alg min­des­tens für den Zeit­raum der Sperr­zeit gänz­lich ver­lo­ren gin­ge (vgl § 110 Satz 1 Nr 2 AFG), nur weil der Ver­si­cher­te die ge­nann­te Le­bens­ge­mein­schaft auf­recht­er­hal­ten will.
Der Se­nat geht mit dem BVerfG (grund­le­gend BVerfGE 82, 6, 9 ff) da­von aus, dass ins­be­son­de­re im Rah­men der Aus­le­gung von un­be­stimm­ten Rechts­be­grif­fen den Verände­run­gen in den ge­sell­schaft­li­chen Le­bens­verhält­nis­sen Rech­nung ge­tra­gen wer­den darf. Das BVerfG hat es in der vor­ge­nann­ten Ent­schei­dung als ver­fas­sungs­recht­lich zulässig er­ach­tet, dass die Zi­vil­ge­rich­te im We­ge der Ana­lo­gie den Schutz­be­reich des § 569 Abs 2 Bürger­li­ches Ge­setz­buch für "an­de­re Fa­mi­li­en­an­gehöri­ge" als Mie­ter auch auf den "nicht­ehe­li­chen Le­bens­part­ner" des Ver­stor­be­nen aus­ge­dehnt ha­ben. Der Se­nat muss vor­lie­gend aber noch nicht ein­mal un­ter­stel­len, dass § 119 Abs 1 AFG auf Grund der tatsächli­chen Ent­wick­lung lücken­haft ge­wor­den ist (hier­zu BVerfGE 82, 6, 12 f) und die­se Lücke im We­ge ei­ner Ana­lo­gie zu schließen wäre. Viel­mehr ist le­dig­lich ein un­be­stimm­ter Rechts­be­griff - "wich­ti­ger Grund" - aus­zu­le­gen, der schon in der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des BSG zur Her­stel­lung von Ein­zel­fall­ge­rech­tig­keit An­lass zu ei­ner weit ge­hen­den Ka­su­is­tik ge­ge­ben hat (vgl zu­letzt BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 21, S 104; Ur­teil vom 10. Au­gust 2000 - B 11 AL 115/99 R - DBlR Nr 4639a zu § 119 AFG; SozR 3-4100 § 119 Nr 19 = BS­GE 84, 270, 277; SozR 3-4465 § 3 Nr 1; SozR 3-4100 § 119 Nr 11; Ur­teil vom 13. März 1997, 11 RAr 17/96 = NZA-RR 1997, 495; vgl hier­zu auch Wink­ler, Das ABC des wich­ti­gen Grun­des, Anh 1 zu § 144 in Ga­gel, SGB III). In­so­fern ver­mag das Ar­gu­ment der Be­klag­ten, das BSG set­ze sich mit der be­reits in BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15 an­ge­deu­te­ten Aus­le­gung des § 119 Abs 1 AFG "an die Stel­le des Ge­setz­ge­bers", nicht zu über­zeu­gen. Hat der Ge­setz­ge­ber ei­ne ein­deu­ti­ge Ent­schei­dung ge­trof­fen, so darf der Rich­ter die­se nicht auf Grund ei­ge­ner rechts­po­li­ti­scher Vor­stel­lun­gen verändern und durch ei­ne ju­di­ka­ti­ve Lösung er­set­zen, die im Par­la­ment so nicht er­reich­bar war (vgl Jörn Ip­sen, Richter­recht und Ver­fas­sung, 1975, S 236). So lie­gen die Verhält­nis­se hier in­des nicht. Die Aus­le­gung un­be­stimm­ter Rechts­be­grif­fe - wie hier des "wich­ti­gen Grun­des" - stellt ei­ne ge­nui­ne Auf­ga­be der Recht­spre­chung dar.
Das Ur­teil des er­ken­nen­den Se­nats (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15) hat im Schrift­tum Zu­stim­mung ge­fun­den (vgl Hen­ke in Hen­nig, SGB III Rd­Nr 31 zu § 144 SGB III, Stand Ok­to­ber 2001; Wink­ler in Ga­gel, SGB III, Rd­Nr 26 zu § 144, Stand März 2001; Ha­se, AuB 1998, 315; Ul­mer, NJ 1999, 112). Die - so­weit er­sicht­lich ein­zi­ge - kri­ti­sche Stel­lung­nah­me von Ei­chen­ho­fer (SGb 1999, 167) über­zeugt hin­ge­gen nicht. Die­ser geht da­von aus, dass ein den Nicht­ein­tritt ei­ner Sperr­zeit recht­fer­ti­gen­der wich­ti­ger Grund nur bei Be­ste­hen ei­ner "Pflich­ten­kol­li­si­on" an­ge­nom­men wer­den könne (SGb 1999, 169). Ei­ne sol­che Pflich­ten­kol­li­si­on könne - je­den­falls bei ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft oh­ne ge­mein­sa­me Kin­der - nicht ent­ste­hen, da sie nicht als Un­ter­halts­ge­mein­schaft kon­zi­piert sei (aaO, S 171). Nur bei Ehe­gat­ten fol­ge aus der un­ter­halts­recht­lich be­gründe­ten Pflicht zur Kos­ten­mi­ni­mie­rung, dass ggf ein Um­zug und ei­ne Ar­beits­platz­auf­ga­be für den je­wei­li­gen Ehe­part­ner ge­bo­ten sei. Ei­ne ent­spre­chen­de Pflich­ten­kol­li­si­on könne bei der nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft hin­ge­gen nicht ent­ste­hen. Das Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­recht würde sich dann in Wi­der­spruch zum Zi­vil­recht be­ge­ben, wenn es be­haup­te­te, dass auch un­ter den Part­nern ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft Un­ter­halts­pflich-
ten bestünden, die ei­ne Pflich­ten­kol­li­si­on für den ein­zel­nen Part­ner be­gründen könn­ten (aaO).
Dem folgt der Se­nat nicht. Be­reits vom recht­li­chen An­satz­punkt her ist es zwei­fel­haft, ob ein Ver­si­cher­ter nur dann ei­nen wich­ti­gen Grund im Sin­ne des Sperr­zeit­rechts gel­tend ma­chen kann, wenn er sich für sein Han­deln auf das Be­ste­hen ei­ner Rechts­pflicht be­ru­fen kann. Doch auch wenn man von der Not­wen­dig­keit ei­ner "Pflich­ten­kol­li­si­on" bzw dem Be­ste­hen von Rechts­pflich­ten aus­ge­hen würde, ist fest zu hal­ten, dass ge­ra­de das BVerfG in sei­nem Ur­teil vom 17. De­zem­ber 1992 (BVerfGE 87, 234, ins­be­son­de­re 264 ff) aus­drück­lich auf das Vor­han­den­sein von Bin­dun­gen zwi­schen den Part­nern ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft ab­ge­stellt hat, die den un­ter­halts­recht­li­chen Pflich­ten von Ehe­gat­ten je­den­falls na­he kom­men bzw mit die­sen ver­gleich­bar sind. Die da­mals zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Prüfung ste­hen­de Norm des § 137 Abs 2a AFG über die An­rech­nung von Ein­kom­men und Vermögen des Part­ners ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft beim Be­zug von Ar­beits­lo­sen­hil­fe (Alhi) ist ver­fas­sungs­recht­lich - so das BVerfG - nur dann ge­recht­fer­tigt, wenn die Bin­dun­gen der Part­ner so eng sind, dass von ih­nen ein ge­gen­sei­ti­ges Ein­ste­hen in den Not- und Wechs­elfällen des Le­bens er­war­tet wer­den kann. § 137 Abs 2a AFG ist des­halb nur dann mit Art 3 Abs 1 GG ver­ein­bar, wenn der dort ver­wen­de­te Be­griff der eheähn­li­chen Ge­mein­schaft im Sin­ne ei­ner Ver­ant­wor­tungs- und Ein­ste­hens­ge­mein­schaft aus­ge­legt wird. Im Ein­zel­nen führt das BVerfG aus (BVerfGE 87, 234, 264 f):
"Die Ein­kom­men­s­an­rech­nung nach der Me­tho­de der verschärf­ten Bedürf­tig­keitsprüfung recht­fer­tigt sich bei Ehe­gat­ten zum ei­nen aus der ge­gen­sei­ti­gen Un­ter­halts­pflicht und zum an­de­ren aus der Ver­mu­tung, dass die Un­ter­halts­pflicht un­ter nicht dau­ernd ge­trennt le­ben­den Ehe­gat­ten auch tatsächlich erfüllt wird. Für die Part­ner ei­ner recht­lich nicht ge­re­gel­ten Ge­mein­schaft be­ste­hen ge­gen­sei­ti­ge Un­ter­halts­pflich­ten nicht. Der mit dem Ar­beits­lo­sen nicht ver­hei­ra­te­te Part­ner ist die­sem zum Un­ter­halt nicht ver­pflich­tet; er kann - auch beim Wirt­schaf­ten aus ei­nem Topf - sein Ein­kom­men ganz oder in ei­nem ho­hen Maße zur Be­frie­di­gung ei­ge­ner Bedürf­nis­se ver­wen­den.
An­ge­sichts die­ses Un­ter­schieds zwi­schen Ehe­gat­ten und Part­nern eheähn­li­cher Le­bens­ge­mein­schaf­ten war es von Ver­fas­sungs we­gen nicht ge­bo­ten, ei­ne ge­ne­rel­le Gleich­stel­lung von eheähn­li­chen Ge­mein­schaf­ten und Ehen durch die Vor­schrift des § 137 Abs 2a AFG vor­zu­neh­men, um der in der Ent­schei­dung vom 10. Ju­li 1984 (BVerfGE 67, 186) fest­ge­stell­ten Be­nach­tei­li­gung von Ehe­gat­ten ge­genüber Part­nern eheähn­li­cher Ge­mein­schaf­ten ab­zu­hel­fen. Ver­fuhr der Ge­setz­ge­ber je­doch in die­ser Wei­se, durf­te er nur sol­che Ge­mein­schaf­ten er­fas­sen, in de­nen die Bin­dun­gen der Part­ner so eng sind, dass von ih­nen ein ge­gen­sei­ti­ges Ein­ste­hen in den Not- und Wechs­elfällen des Le­bens er­war­tet wer­den kann. Nur wenn sich die Part­ner ei­ner Ge­mein­schaft so sehr fürein­an­der ver­ant­wort­lich fühlen, dass
sie zunächst den ge­mein­sa­men Le­bens­un­ter­halt si­cher­stel­len, be­vor sie ihr persönli­ches Ein­kom­men zur Be­frie­di­gung ei­ge­ner Bedürf­nis­se ver­wen­den, ist ih­re La­ge mit der­je­ni­gen nicht dau­ernd ge­trennt le­ben­der Ehe­gat­ten im Hin­blick auf die verschärf­te Bedürf­tig­keitsprüfung ver­gleich­bar."
Die Berück­sich­ti­gung von Ein­kom­men und Vermögen des Part­ners ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft im Rah­men der Bedürf­tig­keitsprüfung bei der Alhi ist al­so ver­fas­sungs­recht­lich nur dann ver­tret­bar, wenn in­ner­halb die­ser eheähn­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft ei­ne Ver­pflich­tung emp­fun­den wird, ähn­lich wie Ehe­gat­ten - auch im Sin­ne ge­gen­sei­ti­ger Un­ter­halts­leis­tung - fürein­an­der ein­zu­ste­hen. Un­ge­ach­tet des­sen, dass es sich hier­bei nicht um ge­setz­li­che oder recht­li­che Ver­pflich­tun­gen han­delt, hat das BVerfG die­se "außer­recht­li­chen" Pflich­ten zwi­schen den Le­bens­part­nern wie recht­li­che Ver­pflich­tun­gen be­han­delt und nur im Hin­blick hier­auf die An­rech­nung von Ein­kom­men und Vermögen des Part­ners für ge­recht­fer­tigt an­ge­se­hen. In­so­fern be­ste­hen nach Über­zeu­gung des Se­nats auch kei­ne Be­den­ken, vom Vor­lie­gen ei­ner "Pflich­ten­kol­li­si­on" auch bei Ver­si­cher­ten aus­zu­ge­hen, die ge­ra­de die in der zi­tier­ten Ent­schei­dung des BVerfG ge­nann­ten Kri­te­ri­en für die Ernst­haf­tig­keit ei­ner eheähn­li­che Ge­mein­schaft erfüllen.
Auch im Rah­men der Sperr­zeit­re­ge­lung kann auf den in § 137 Abs 2a AFG nor­mier­ten Rechts­ge­dan­ken ei­ner - fak­ti­schen - Ein­ste­hens- bzw Un­ter­halts­ge­mein­schaft zwi­schen den Part­nern ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft zurück­ge­grif­fen wer­den. Die zwi­schen den Part­nern emp­fun­de­nen ge­gen­sei­ti­gen Un­ter­halts­pflich­ten können bei ent­spre­chen­der In­ten­sität auch ei­nen wich­ti­gen Grund für den - ua der Kos­ten­mi­ni­mie­rung die­nen­den - Um­zug mit dem Part­ner dar­stel­len. Zwar hat das BSG bis­her aus­geführt, dass die Norm des § 137 Abs 2a AFG le­dig­lich den Zweck ver­fol­ge, ei­ne Schlech­ter­stel­lung von Ehen ge­genüber eheähn­li­chen Ge­mein­schaf­ten zu ver­hin­dern (ins­be­son­de­re BSG SozR 4100 § 119 Nr 33, S 163 ff; kri­tisch auch BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 16, S 74). Den­noch kann auch außer­halb die­ses Re­ge­lungs­be­reichs nicht gänz­lich un­be­acht­lich blei­ben, dass das Ar­beitsförde­rungs­recht an das Be­ste­hen ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft je­den­falls nach­tei­li­ge Rechts­fol­gen für den Part­ner knüpft (vgl § SGB III; zu den wei­te­ren Nor­men, die so­zi­al­recht­li­che Nach­tei­le mit dem Vor­lie­gen ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft ver­bin­den - § 122 Bun­des­so­zi­al­hil­fe­ge­setz <BSHG>; § 6 Abs 3 Satz 2 und § 12 Abs 1 Bun­des­er­zie­hungs­geld­ge­setz - vgl Zwißler, FPR 2001, 15 ff). Dies kann durch fol­gen­des Bei­spiel ver­deut­licht wer­den: Hätte - während ih­res ge­mein­sa­men Wohn­sit­zes in Bad Sal­zu­flen - ihr Part­ner Alhi be­zo­gen, so hätten Ein­kom­men und Vermögen der Kläge­rin bei der Bedürf­tig­keitsprüfung gemäß § 137 Abs 2a AFG Berück­sich­ti­gung ge­fun­den, so­fern bei­de Part­ner sich - im Sin­ne des BVerfG - so fürein­an­der ver­ant­wort­lich fühl­ten, dass von ih­nen ein ge­gen­sei­ti­ges Ein­ste­hen in den Not- und Wechs­elfällen des Le­bens er­war­tet wer­den konn­te. Fin­det ein sol­cher Part­ner nun ei­ne Beschäfti­gung an ei­nem räum­lich ent­fernt lie­gen­den Ort, so darf ein Ver­si­cher­ter, des­sen Ein­kom­men bis­lang die Alhi des Part­ners gemäß § 137 Abs 2a AFG
min­dern konn­te, bei ei­ner Beschäfti­gungs­auf­ga­be zu Guns­ten der Auf­recht­er­hal­tung der Ge­mein­schaft nicht so be­han­delt wer­den, als ob die Bin­dun­gen nicht be­stan­den hätten bzw be­en­det wären, al­so sei­ne Beschäfti­gungs­auf­ga­be aus rein pri­va­ten In­ter­es­sen er­folgt wäre und ar­beitsförde­rungs­recht­lich be­lang­los sei, ob­wohl zu­vor ge­ra­de an die­ses ge­mein­schaft­li­che Zu­sam­men­le­ben ne­ga­ti­ve ar­beitsförde­rungs­recht­li­che Rechts­fol­gen ge­knüpft wa­ren. Be­stand be­reits am al­ten Wohn­ort ei­ne eheähn­li­che Ge­mein­schaft, so ändert sich durch den Um­zug des Part­ners zu sei­ner neu­en Ar­beitstel­le nicht be­reits aus die­sem Grund et­was am Vor­lie­gen die­ser fak­ti­schen Ein­ste­hens­ge­mein­schaft. Hier­aus folgt für den Se­nat zu­gleich die Be­rech­ti­gung, die og Kri­te­ri­en des BVerfG für das Vor­lie­gen ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft auf das Sperr­zeit­recht zu über­tra­gen, weil ent­spre­chend in­ten­si­ve Bin­dun­gen, die bei der Bedürf­tig­keitsprüfung im Rah­men des Alhi-Rechts ei­nen Zu­griff auf Ein­kom­men und Vermögen des Part­ners recht­fer­ti­gen, auch un­ter dem As­pekt der Ver­mei­dung ei­ner Pflich­ten­kol­li­si­on die An­nah­me ei­nes wich­ti­gen Grun­des recht­fer­ti­gen können.
Der Se­nat ver­kennt da­bei nicht, dass die nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft wei­ter­hin ei­ner um­fas­sen­den recht­li­chen Re­ge­lung ent­behrt (rechts­po­li­tisch Röthel, ZRP 1999, 511) und die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) zurück­hal­tend ist, so­weit aus ei­ner sol­chen Ge­mein­schaft zi­vil­recht­li­che Rechts­pflich­ten ab­ge­lei­tet bzw Re­ge­lun­gen des Ehe­rechts ent­spre­chend an­ge­wandt wer­den sol­len (vgl den Über­blick bei Pa­landt/Bru­dermüller, Einl vor § 1297 BGB, 61. Aufl 2002, ins­be­son­de­re Rd­Nr 11 ff; zur ent­spre­chen­den An­wen­dung von Re­ge­lun­gen für Ehe­gat­ten vgl aber BGH NJW 1997, 1005 und BGHZ 84, 36). Im Grund­satz geht die Recht­spre­chung des BGH nach wie vor da­von aus, dass bei ei­ner nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft "die persönli­chen Be­zie­hun­gen" der­art im Vor­der­grund ste­hen, dass es sich in recht­li­cher Hin­sicht grundsätz­lich nicht um ei­ne Rechts­ge­mein­schaft han­delt (BGHZ 77, 55, 58; BGH NJW-RR 1996, 1473; NJW-RR 1991, 898; kri­tisch hier­zu Paw­low­ski, JZ 1998, 1032, 1034). Dies ist je­doch für die hier zu ent­schei­den­de Rechts­fra­ge eben­so un­er­heb­lich wie der Zu­stand, dass die nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft ein Mas­senphäno­men dar­stellt - 2.054.000 (ver­schie­den­ge­schlecht­li­chen) nicht­ehe­li­chen Le­bens­ge­mein­schaf­ten aus­ge­gan­gen -, und dass hin­sicht­lich der Mo­ti­va­ti­on und der Gründe des Zu­sam­men­le­bens kein ein­heit­li­ches so­zio­lo­gi­sches Bild fest­zu­stel­len ist (vgl hier­zu grund­le­gend Na­ve-Herz, FPR 2001, S 3 ff; zu ak­tu­el­len Zah­len FPR 2001, S 68 ff).
Ge­ra­de die recht­li­che und tatsächli­che Of­fen­heit und Wei­te des Phäno­mens "nicht­ehe­li­che Le­bens­ge­mein­schaft" hat den Se­nat ver­an­lasst, be­reits in sei­ner Ent­schei­dung vom 28. April 1999 (aaO) un­ter Berück­sich­ti­gung der Kri­te­ri­en des BVerfG im Rah­men des Ar­beitsförde­rungs­rechts stren­ge An­for­de­run­gen an die Ernst­haf­tig­keit ei­ner sol­chen Ge­mein­schaft zu stel­len, was durch die Ver­wen­dung des Be­griffs "eheähn­lich" an Stel­le des Be­griffs "nicht­ehe­lich" un­ter­stri­chen wer­den soll. Eheähn­lich ist da­nach ei­ne Ver­bin­dung zwei­er Part­ner un­ter­schied­li­chen Ge­schlechts nur dann, wenn sie auf Dau­er an­ge­legt ist,
da­ne­ben kei­ne wei­te­re Le­bens­ge­mein­schaft glei­cher Art zulässt und sich durch in­ne­re Bin­dun­gen aus­zeich­net, die ein ge­gen­sei­ti­ges Ein­ste­hen der Part­ner in den Not- und Wechs­elfällen des Le­bens be­gründen, al­so über die Be­zie­hun­gen ei­ner rei­nen Haus­halts- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft hin­aus­ge­hen. Ei­ne Ent­schei­dung hierüber ist nur an­hand be­stimm­ter "Hilfs­tat­sa­chen" (hier­zu auch un­ten) möglich. Kri­te­ri­en für die Ernst­haf­tig­keit ei­ner Be­zie­hung im vor­be­zeich­ne­ten Sin­ne sind ins­be­son­de­re de­ren Dau­er­haf­tig­keit und Kon­ti­nuität und ei­ne be­ste­hen­de Haus­halts- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft; da­ne­ben können wei­te­re Umstände, zB die ge­mein­sa­me Ver­sor­gung von An­gehöri­gen, ge­wer­tet wer­den. Die An­nah­me ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft setzt al­ler­dings nicht die Fest­stel­lung vor­aus, dass zwi­schen den Part­nern ge­schlecht­li­che Be­zie­hun­gen be­ste­hen.
Nach den Fest­stel­lun­gen des LSG ist an der Ernst­haf­tig­keit der Le­bens­ge­mein­schaft der Kläge­rin nicht zu zwei­feln. Das LSG hat da­bei auch dar­auf ab­ge­stellt, dass die Part­ner be­reits ein­mal ge­mein­sam von Mep­pen nach Bad Sal­zu­flen um­ge­zo­gen wa­ren und dort ih­re Ehe­sch­ließung für die Zeit nach dem er­neu­ten Um­zug nach Mep­pen fest ins Au­ge ge­fasst hat­ten. Zu Guns­ten der Kläge­rin kann auch berück­sich­tigt wer­den, dass die Ehe­sch­ließung mit ih­rem Part­ner am 11. Ju­li 1997 "planmäßig" er­folg­te. Die Ernst­haf­tig­keit und Ste­tig­keit der in­ne­ren Bin­dun­gen in­ner­halb ei­ner sol­chen Ge­mein­schaft ins­ge­samt fest­zu­stel­len, ist nach Über­zeu­gung des Se­nats Auf­ga­be der Tat­sa­chen­in­stan­zen, so­dass hier - man­gels Ver­fah­rensrügen der Re­vi­si­onskläge­rin - das Be­ste­hen ei­ner eheähn­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft im Sin­ne des Sperr­zeit­rechts auch als bin­dend fest­ge­stellt (§ 163 SGG) gel­ten kann.
Nach den Fest­stel­lun­gen des LSG be­stand die Be­zie­hung der Kläge­rin zu ih­rem Part­ner hier be­reits seit 3 ½ Jah­ren, so­dass die vom Se­nat ge­for­der­te "Drei­jah­res­gren­ze" (BSG SozR 3-4100 § 119 Nr 15 S 70) in je­dem Fal­le erfüllt war, oh­ne dass de­ren Rechtscha­rak­ter noch im Ein­zel­nen qua­li­fi­ziert wer­den müss­te. Al­ler­dings geht der Se­nat nicht da­von aus, dass die Drei­jah­res­gren­ze im Sin­ne ei­ner ab­so­lu­ten zeit­li­chen Min­dest­vor­aus­set­zung zu ver­ste­hen ist, un­ter­halb de­rer das Vor­lie­gen ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft im­mer und in je­dem Ein­zel­fall ver­neint wer­den müss­te. In­so­fern kommt es viel­mehr auf das Vor­lie­gen al­ler Umstände des Ein­zel­falls an, die für ei­ne dau­er­haf­te Ein­ste­hens­ge­mein­schaft der bei­den Part­ner spre­chen könn­ten. Da­bei ist al­ler­dings die bis­he­ri­ge Dau­er des Zu­sam­men­le­bens ein we­sent­li­ches In­diz für die Ernst­haf­tig­keit der Be­zie­hung. Auch bei die­sem Merk­mal han­delt es sich um ein richter­recht­lich ent­wi­ckel­tes Hilfs­merk­mal bzw -kri­te­ri­um (hier­zu BSG SozR 3-2600 § 48 Nr 5). Sol­che Merk­ma­le dürfen nicht los­gelöst von ih­rem Zweck ge­wer­tet und mit­hin nicht "ver­ab­so­lu­tiert" wer­den. Sie ha­ben nicht die Be­deu­tung von ge­setz­li­chen Tat­be­stands­merk­ma­len, son­dern sind nur mit her­an­zu­zie­hen, um das Vor­lie­gen des ge­setz­li­chen Tat­be­stands­merk­mals, hier des Vor­lie­gens ei­nes "wich­ti­gen Grun­des" iS des § 119 Abs 1 AFG, fest­stel­len zu können.
Ge­gen die Er­mitt­lung sol­cher Hilfs­merk­ma­le kann auch nicht ein­ge­wandt wer­den, sie führ­ten ins­be­son­de­re zu ei­ner ver­fah­rensmäßigen Über­las­tung der Be­klag­ten. Die Be­klag­te ist im Rah­men der Bedürf­tig­keitsprüfung bei der Alhi (§ 193 Abs 2, § 194 Abs 1 Nr 2 SGB III) in der La­ge, je­weils das Vor­lie­gen ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft zu er­mit­teln. Die Dienst­an­wei­sun­gen der Be­klag­ten ent­hal­ten hier­bei um­fas­sen­de Vor­schrif­ten über die Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen, die im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren zu tref­fen sind (vgl DA Rd­Nr 82 ff zu § 137, 14. Erg Lfg 8/94). Wie zu­letzt Te­ge­t­hoff (ZfSH/SGB 2001, 63) im Ein­zel­nen auf­ge­zeigt hat, sind auch die So­zi­alämter im Rah­men der Er­mitt­lun­gen zu § 122 BSHG durch­aus in der La­ge, zu Las­ten der je­wei­li­gen So­zi­al­hil­fe­empfänger das Vor­lie­gen ei­ner eheähn­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft fest­zu­stel­len. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt (BVerwG) hat in neue­ren Ent­schei­dun­gen so ge­nann­te Hin­wei­stat­sa­chen bei­spiel­haft auf­geführt, die für die Prüfung des Vor­lie­gens ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft im So­zi­al­hil­fe­recht maßge­bend sein sol­len (vgl Be­schluss vom 24. Ju­ni 1999, 5 B 114/98). Als ge­wich­ti­ges In­diz wird vom BVerwG da­bei eben­falls die bis­he­ri­ge Dau­er des Zu­sam­men­le­bens der Part­ner ge­wer­tet. Ins­ge­samt zeigt ein Ver­gleich der "Hin­wei­stat­sa­chen" der ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung (vgl hier­zu Te­ge­t­hoff, ZfSH/SGB 2001, 643, 645 f) mit den so­eben her­aus­ge­ar­bei­te­ten "Hilfs­tat­sa­chen", dass ein weit­ge­hen­der Kon­sens be­steht, wann ei­ne Be­zie­hung als "eheähn­lich" klas­si­fi­ziert wer­den kann.
Ist es da­her im Rah­men der die Part­ner ei­ner eheähn­li­chen Le­bens­ge­mein­schaft be­las­ten­den ge­setz­li­chen Re­ge­lun­gen (§ 137 Abs 2a AFG; §§ 193 Abs 2, 194 Abs 1 Nr 2 SGB III; § 122 BSHG) den Ver­wal­tungs­behörden möglich, das Vor­lie­gen ei­ner sol­chen eheähn­li­chen Ge­mein­schaft po­si­tiv fest­zu­stel­len, so un­ter­schei­det sich der Er­mitt­lungs­auf­wand im Rah­men des § 119 Abs 1 AFG hier­von le­dig­lich da­durch, dass das Vor­lie­gen ei­ner eheähn­li­chen Ge­mein­schaft (an­hand der glei­chen "Hilfs­tat­sa­chen") zu Guns­ten des Ver­si­cher­ten zu berück­sich­ti­gen ist. Ei­ne un­zu­mut­ba­re Er­mitt­lungs­last wird der Be­klag­ten hier­durch nach Über­zeu­gung des Se­nats nicht auf­er­legt.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 193 SGG.
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References: § 119
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 § 119
 § 144
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 § 121
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 § 160
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 § 110
 § 569
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 § 3
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 § 144
 § 119
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 § 144
 § 144
 § 137
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 § 119
 § 119
 § 122
 § 6
 § 12
 § 137
 § 137
 § 1297
 BGH 
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 § 119
 § 48
 § 119
 § 194
 § 137
 § 122
 § 122
 § 119
 § 193