Source: http://london-consulting.org/hongkong.htm
Timestamp: 2020-04-03 16:29:36+00:00

Document:
﻿ firmengründung hong kong
Firmengründung China - Hong Kong
Firmengründung Hong Kong- Steuergestaltung
Detailliert: Steuerlicher Begriff der Betriebsstätte- Deutsche AO, kontra Art. 5 OECD-MA
Gründung von Gesellschaften in Hong Kong, Eintrag ins örtliche Handelsregister,Apostille, Übersetzungen
Kontoeröffnung/Geschäftskonto Hongkong
Domizillierung der Gesellschaft (Registered Office) und Büroservice
Bei realer Betriebsstätte, qualifizierter Geschäftsbetrieb: Hilfe bei der Suche nach geeigneten Büroräumen, Lagerhallen, Produktionsstätten
Treuhand-Dienste (Treuhand-Direktor, Shareholder), auf Wunsch "angestellter Direktor" Hong Kong
Steuerliche Gestaltung, steuerliche Gestaltung bei verbundenen Unternehmen
Kurzübersicht Hongkong Limited:
DBA-Sachverhalt mit Deutschland: Nein, mithin Wirkung §§12/13 AO (Deutsche Abgabenordnung)
Wirkung §8 AStG (Deutsche Hinzurechnungsbesteuerung): Ja
Steuern: 0- 17,5%. Exempt Companys (Gesellschaften, die ausschließlich mit im Ausland Ansässigen Geschäfte tätigen) bleiben gänzlich steuerfrei
Hinweis: England unterhält mit Hongkong ein DBA (Doppelbesteuerungsabkommen). Es kann aus deutscher Sicht also sinnvoll sein, eine englische Limited "zwischenzuschalten".
Angesichts der Leichtigkeit, mit der sich in Hongkong für relativ wenig Geld Firmen gründen lassen, ist es daher kaum verwunderlich, dass viele Ausländer an dem Kuchen teilhaben wollen. Wer jedoch meint, mit dem Kauf einer Hongkonger Briefkastengesellschaft seien die Voraussetzungen hierfür erfüllt, wird schnell eines Besseren belehrt. Dieses insbesondere unter den Aspekten, dass Deutschland mit Hong Kong kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) unterhält, mithin definiert sich das Vorliegen einer Betriebsstätte in Deutschland allein auf den Grundlagen §§12/13 AO (Deutsche Abgabenordnung). Ergänzend greift die EU-Niederlassungsfreiheit nicht und/oder/mithin keine Wirkung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie. §§ 7- 14 AStG, zentral § 8 AStG (Deutsche Hinzurechnungsbesteuerung) sind einschlägig.
Beiderseits der Grenze haben die Behörden in allen diesbezüglichen Fragen zwar einige Flexibilität. Wesentlich ist jedoch, dass es sich tatsächlich um ein in Hong Kong geschäftlich aktives Unternehmen mit eigenem Management handelt, das weder erst am Tag vor Einreichung der Vergünstigungsanträge gegründet wurde, noch eine, im Vergleich zum angeblichen Geschäftsumfang, lächerlich geringe Kapitalausstattung und/oder seine Adresse (gar noch zusammen mit hundert anderen) unter dem Klingelknopf eines hiesigen Anwalts, Wirtschaftsprüfers usw. hat.
Mit etwas Augenmaß lassen sich die Anforderungen dagegen meist recht leicht erfüllen: Riesige Büros und Betriebstätten werden nicht erwartet, ein reines Registered Office ist allerdings kein ordentlicher Geschäftssitz. Der Geschäftsführer sollte in diesem Fall lokal ansässig sein (ein über Treuhandlösungen erfüllbarer Wunsch) und sich auch in der Gewinn & Verlustrechnung der Firma bei der Position "Gehälter" glaubhaft niederschlagen.
Wer seine Firma allerdings bei einem der vielen Discounter bezieht, die oft nicht einmal nach dem Verwendungszweck fragen, der muss nachher mit professioneller Hilfe mühsam und teuer reparieren lassen oder es droht sogar die Annahme des Gestaltungsmissbrauchs.
Zwei Aktionäre sowie zwei Direktoren; Aktionäre und Direktoren können identisch sein (sind es bei kleinen Gesellschaften auch oft) und dürfen sowohl juristische als auch natürliche Personen sein, die nicht in Hongkong ansässig sein müssen.
Was Deutsche zu beachten haben
1. Betriebsstättendefinition
Eine Produktionsstätte,eine Stätte zur Ausbeutung von Bodenschätzen oder eine Bauausführung länger als 12 Monate Dauer ist immer eine Betriebsstätte im Sinne, unabhängig vom Ort der geschäftlichen Oberleitung. Ansonsten definiert sich die steuerliche Betriebsstätte in Hong Kong zentral über den "Ort der geschäftlichen Oberleitung": Entweder der Mandant oder ein Beauftragter verlagert seinen gewöhnlichen Aufenthalt nach Hong Kong und tritt selbst als Direktor der Gesellschaft auf ODER ein in HongKong Ansässiger wird als Direktor der Gesellschaft angestellt ODER unsere Kanzlei in Hong Kong stellt einen Treuhand- oder angestellten Direktor. Alternativ: Der ausländische Direktor (Z.B. Deutscher) weist nach ,dass er sich im Rahmen der notwendigen Leitungsaufgaben regelmäßig und gewöhnlich in Hong Kong aufhält, um diese Aufgaben wahrzunehmen.
2. Wirkung 12/13 deutsche AO (Abgabenordung)
Da Deutschland kein Doppelbesteuerungsabkommen mit Hong Kong unterhält, greift hinsichtlich der Betriebsstättendefinition 12/13 AO. Ergänzend greift die "Umkehr der Beweislast" und eingehende Prüfungen bei einem mutmaßlichen Gestaltungsmissbrauch.
§§12/13 AO- Auszug:
Im DBA-Sachverhalt hingeben bestimmt sich das Vorliegen einer Betriebsstätte im Inland ausschließlich über Art 5 OECD-MA, als Grundlage der Legaldefinition der Betriebsstätte in den DBAs:
Soll also die steuerliche Betriebsstätte ausschließlich in Hongkong gegeben sein, ist in Deutschland ein Repräsentant, ein Warenlager oder der Anschein der geschäftlichen Leitung zwingend zu vermeiden!
3. Shareholder der Hongkong- Limited und Wirkung 7- 14 AStG
Da Hongkong ein Niedrigsteuerland im Sinne §8/2 AStG ist und nicht der EU angehört, greift die Hinzurechnungsbesteuerung, wenn ein Deutscher im Sinne beherrschenden Einfluss hat und nur passive Einkünfte realisiert werden:
Im Kern regelt das deutsche Außensteuergesetz in §§ 7-14 AStG, dass eine Besteuerung beim deutschen Anteilseigner stattfindet (mit Einkommenssteuer und nicht Abgeltungssteuer, sofern natürliche Person), wenn dieser beherrschenden Einfluss auf die Auslandsgesellschaft ausübt (Mehrheitsshareholder,also über 50% Anteile), die Auslandgesellschaft nur passive Einkünfte erwirtschaftet und die Auslandsgesellschaft im einem Niedrigsteuergebiet angesiedelt ist, also unter 25% Ertragssteuer. Ist der Anteilseigner in diesem Kontext juristische Person, so erfolgt die fiktive Besteuerung mit Körperschaftssteuer beim Anteilseigner. Im Gegensatz: Greift die Hinzurechnungsbesteuerung nach AStG nicht (Basisgesellschaft generiert aktive Einkünfte und/oder kein Niedrigsteuerland), so erfolgt die Ausschüttungsbesteuerung mit Abgeltungssteuer, sofern der Anteilseigner natürliche Person ist. Ist der Anteilseigner in diesem Kontext juristische Person, so erfolgt bei DBA-Sachverhalten die steuerfreie Vereinnahmung beim Anteilseigner unter Abzug der Quellensteuer im Sitzstaat der Basisgesellschaft. Ergänzend hierzu: Ist der Anteilseigner in diesem Kontext juristische Person innerhalb der EU, greift die EU-Mutter-Tochter-Richtlinie, mithin gänzlich steuerfreie Vereinnahmung.
Lösungen bei passiven Einkünften nach 8 AStG:
Die Shares werden treuhänderisch gehalten (Steuerberater Hongkong oder andere Auslandsgesellschaft)
Der Deutsche im Sinne (natürliche oder juristische Person) hält maximal 50% der Anteile (kein beherrschender Einfluss) , die anderen 50% werden treuhänderisch gehalten
Der Mandant gründet eine EU-Gesellschaft (z.B. zyprische oder englische Limited), die als Shareholder fungiert
Der Mandant gründet eine Offshore-Gesellschaft, die als Shareholder auftritt
Steuergestaltung durch Zwischenholding
Wird als Zwischenholding eine zyprische Limited installiert, die Anteile an der Hongkong Ltd hält, werden die Dividendenzuflüsse in der zyprischen Holding nicht besteuert. Zypern hat hier Sonderregelungen im Rahmen des Holdingsprivilegs, unabhängig von der Anwendung eines DBAs. Werden diese Dividenden dann z.B. an eine deutsche Kapitalgesellschaft ausgeschüttet, so wird in Deutschland ebenso steuerfrei vereinnahmt, unter Wirkung der EU-Mutter-Tochter-Richtlinie.
Gestaltung durch UK Limited
England unterhält, im Gegensatz zu Deutschland, ein DBA mit Hongkong. Mithin ergeben sich Gestaltungsmöglichkeiten durch Zwischenschaltung einer UK Limited. Ergänzend: Deutschland unterhält mit England ein DBA, mithin Wirkung der EU-Niederlassungsfreiheit und EU-Mutter-Tochter-Richtlinie. Ergänzend und/oder/mithin kann eine englische Ltd auch als Holding der Hong Kong Ltd auftreten. Infolge des DBAs werden Dividendenausschüttungen in Hongkong mit maximal 5%iger Quellensteuer belegt, England vereinnahmt steuerfrei.
-Firmengründung, Eintrag ins Company-Register Hong Kong, Apostille,Übersetzung der Registerunterlagen: 2.500,00 Euro
-Kauf/Übernahme Vorrats-Gesellschaft: 2.900,00 Euro bis 4.000,00 Euro (je nach Gründungsdatum der Gesellschaft)
-Registered Office Hong Kong: 900,00 Euro im ersten Jahr, nachfolgend 700,00 USD pro Jahr
-Office1: Telefon,Fax,Mailing-Service: 1.200 Euro im ersten Jahr, nachfolgend 950,00 USD pro Jahr
-Office 2: Telefon,Fax,Mailing-Service, mit persönlicher Gesprächsannahme: 2.900 Euro im ersten Jahr, nachfolgend 2.500,00 USD pro Jahr
-Company Sec. Service: 900,00 Euro im ersten Jahr, nachfolgend 700,00 USD pro Jahr
-Kontoeröffnung auf die Gesellschaft (inkl. VisaCard und Internetbanking in englischer Sprache): 900,00 Euro
-Post Incorporation Structuring: 400,00 Euro
-Establishment of the company’s accounting system and database including chart of accounts: 900,00 Euro
-Treuhand-Direktors-Paket (Anwaltskanzlei Hong Kong) oder angestellter Direktor mit Angestelltenvertrag zwischen Gesellschaft und Direktor: Auf Anfrage
-Treuhand-Shareholder (englische Steuerkanzlei): 980,00 Euro pro Jahr , im ersten Jahr zzgl. 500 Euro
-Domizil, extern:
Regus Office bietet an:
Business Center-Standort
1/F Airport World Trade Centre
Hong Kong Central Plaza Centre
Hong Kong One International Finance Centre
Hong Kong Regus 100 Queen's Rd Central
Hong Kong Regus Citibank Plaza Centre
21st Floor, ICBC Tower
No. 3 Garden Road
Hong Kong Regus Lee Gardens
45th Floor of The Lee Gardens
Hong Kong Shui On Centre
Der Steuersatz auf Firmengewinne beträgt 17,5 %. In der Praxis ist er jedoch oft erheblich niedriger, da jegliche Zinserträge aus Bankguthaben sowie im Ausland oder in der Volksrepublik China erwirtschaftete Gewinne in Hongkong steuerfrei sind. Überdies sind die Regelungen für die steuerliche Abzugsfähigkeit von Aufwendungen und Kosten sehr großzügig. Allein hierdurch schon fällt das Fehlen eines Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Hongkong und Deutschland nach unserer Erfahrung in der Praxis meist nicht ins Gewicht. Umsatz- oder Mehrwertsteuern gibt es in Hongkong nicht. Importzölle fallen i. w. nur auf Spirituosen, Tabakwaren, Benzin und Diesel sowie Kraftfahrzeuge an.
Vermeidung der Doppelbesteuerung für Körperschaften, § 26 KStG:
26 KStG, Besteuerung ausländischer Einkunftsteile
(6) 1 Vorbehaltlich des Satzes 2 sind die Vorschriften des § 34c Abs. 1 Satz 2 bis 5, Abs. 2 bis 7 und des § 50 Abs. 6 des Einkommensteuergesetzes entsprechend anzuwenden.2 Bei der Anwendung des § 34c Abs. 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes ist der Berechnung der auf die ausländischen Einkünfte entfallenden inländischen Körperschaftsteuer die Körperschaftsteuer zugrunde zu legen, die sich ohne Anwendung der §§ 37 und 38 ergibt.3 Soweit die in Artikel 6 der Richtlinie 2003/49/EG des Rates vom 3. Juni 2003 über eine gemeinsame Steuerregelung für Zahlungen von Zinsen und Lizenzgebühren zwischen verbundenen Unternehmen verschiedener Mitgliedstaaten (ABl. EU Nr. L 157 S. 49), zuletzt geändert durch die Richtlinie 2004/76/EG des Rates vom 29. April 2004 zur Änderung der Richtlinie 2003/49/EG (ABl. EU Nr. L 157 S. 106, Nr. L 195 S. 33), festgelegten Sätze der Quellensteuer für Zinsen und Lizenzgebühren, die aus Griechenland, Lettland, Litauen, Polen, Portugal, Slowakei, Spanien oder der Tschechischen Republik stammen, niedriger sind als die in den Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit diesen Staaten dafür festgelegten Sätze, ist auf Grund des § 34c Abs. 6 in Verbindung mit § 34c Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes die Quellensteuer höchstens zu den nach den Richtlinien festgelegten Sätzen anzurechnen.4 § 34c Abs. 6 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes ist bei den aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union stammenden Einkünften auch auf Einkünfte anzuwenden, die nach den Richtlinien nicht besteuert werden können.5 Eine Zahlung, die von einem Unternehmen der in Satz 3 genannten Staaten oder von einer in diesen Staaten gelegenen Betriebsstätte eines Unternehmens eines Mitgliedstaates der Europäischen Union als Schuldner erfolgt, gilt als aus dem betreffenden Mitgliedstaat der Europäischen Union stammend, wenn die Einkünfte nach Artikel 6 der Richtlinie in dem Mitgliedstaat der Europäischen Union besteuert werden können.6 Soweit ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit einem dieser Staaten bei Zinsen oder Lizenzgebühren die Anrechnung einer als gezahlt geltenden Steuer vorsieht, ist die Anrechnung bei den unter die Richtlinie fallenden Zinsen und Lizenzgebühren letztmals für den Veranlagungszeitraum zu gewähren, in dem dieser Staat nach Artikel 6 der Richtlinie hierauf noch Quellensteuern erheben kann.7 Werden die aus den in Satz 3 genannten Staaten stammenden Zinsen oder Lizenzgebühren an eine in der Bundesrepublik Deutschland gelegene Betriebsstätte eines Unternehmens eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union gezahlt, sind bei Anwendung des § 50 Abs. 6 des Einkommensteuergesetzes die Zinsen und Lizenzgebühren als ausländische Einkünfte anzusehen.8 Eine Steueranrechnung erfolgt höchstens zu den in Artikel 6 der Richtlinie genannten Sätzen.9 Die Sätze 1 bis 8 sind im Fall der Besteuerung nach Artikel 15 Abs. 2 Satz 2 des Abkommens zwischen der Europäischen Gemeinschaft und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über Regelungen, die den in der Richtlinie 2003/48/EG des Rates im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen festgelegten Regelungen gleichwertig sind (ABl. EU 2004 Nr. L 385 S. 30), entsprechend anzuwenden.

References: Art. 5
 §8
 § 8
 §8
 § 26
 § 34
 § 50
 § 34
 § 34
 § 34
 § 34
 § 50