Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.09.2006&Aktenzeichen=IV%20ZR%2026/04
Timestamp: 2019-08-26 10:47:20+00:00

Document:
BGH, 13.09.2006 - IV ZR 26/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1439
BGH, 13.09.2006 - IV ZR 26/04 (https://dejure.org/2006,1439)
BGH, Entscheidung vom 13.09.2006 - IV ZR 26/04 (https://dejure.org/2006,1439)
BGH, Entscheidung vom 13. September 2006 - IV ZR 26/04 (https://dejure.org/2006,1439)
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Regressverzicht des Gebäudeversicherers bei leicht fahrlässig verursachten Brandschäden am Gebäude durch den Mieter; Übertragung des Regressverzichts auf die Hausratversicherung des Vermieters; Annahme einer generellen mietvertraglichen Haftungsbegrenzung auf vorsätzliche oder grob fahrlässige Schadensverursachung
§ 67 VVG a. F.
Kein Regreßverzicht bei Hausratversicherung; leicht fahrlässig durch Mieter verursachter Gebäudeschaden; Brandschaden
Gebäudeversicherer: Regressverzicht bei Mieter - Hausratversicherung des Vermieters
Umfang der Rechtsprechung zum Regressverzicht des Gebäudeversicherers bei leicht fahrlässig verursachten Schäden am Gebäude durch den Mieter
Regressverzicht der Hausratsversicherung des Vermieters
Haftpflichtversicherung - Mieterschäden: Besteht ein Ausgleichsanspruch zwischen Gebäude-VR und Haftpflicht-VR?
Mieterregressrechtsprechung ist nicht auf die Hausratsversicherung übertragbar
Kein Regressverzicht der Hausratversicherung des Vermieters gegenüber dem Mieter! (IMR 2006, 210)
LG Ulm - vom 21. August 2003 6 O 107/03 ./
LG Ulm, 21.08.2003 - 6 O 107/03
OLG Stuttgart, 30.12.2003 - 7 U 165/03
NJW 2006, 3714
MDR 2007, 214
VersR 2006, 1398
DB 2006, 2400
Vertragliche Beziehungen in Gestalt eines Gebrauchsrechts bestünden nur hinsichtlich des Gebäudes, und nicht z.B. hinsichtlich des Hausrats des Vermieters, für dessen Versicherung der Mieter in keiner Weise die Prämie zahle (so ausdrücklich BGH, U.v. 13.09.2006, - IV ZR 26/04 -;B. v. 12.03.2008, - IV ZR 348/07 -, juris).
Die versicherten Gegenstände und die Betriebsunterbrechungsversicherung stehen in keinem Bezug zu der Beklagten als Vermieterin (vgl. BGH Urteil vom 13. September 2006 - IV ZR 26/04 - NJW 2006, 3714 Rn. 7).
LG Aachen, 09.04.2010 - 9 O 539/09
Anspruch eines Elektronikversicherers auf Ausgleichszahlungen gegen den …
Die Entscheidung des BGH vom 13.09.2006 (VersR 2006, 1398 ff.), in der der BGH im Rahmen einer Hausratversicherung des Vermieters anders als für die Gebäudeversicherung keinen Regressverzicht angenommen hat, sei mit dem vorliegenden Fall nicht vergleichbar.
Dadurch wird der dem Gebäudeversicherer durch § 67 Abs. 1 Satz 1 VVG a.F. an sich eröffnete Rückgriff beschränkt (BGH, Urt. vom 13.09.2006, IV ZR 26/04).
Der von der Rechtsprechung angenommene Regressverzicht bei leicht fahrlässig verursachten Schäden am Gebäude setzt voraus, dass dem Schädiger das Gebäude oder die Räume des Gebäudes im Rahmen eines Mietverhältnisses oder ähnlichen Nutzungsverhältnisses zum Gebrauch überlassen worden sind, wobei sich der Regressverzicht auf Schäden am versicherten Gebäude insgesamt erstreckt (BGH, Urt. vom 13.09.2006, IV ZR 26/04).
Der BGH hält es für verfehlt, die Grundsätze zum Regressverzicht des Gebäudeversicherers auf die Hausratversicherung zu übertragen (BGH, Urt. vom 13.09.2006, IV ZR 26/04).
Ansonsten müsste, um eine Belastung des Mietverhältnisses zu vermeiden, etwa auch dem Kraftfahrzeug-Kaskoversicherer und dem Krankheitskostenversicherer des Vermieters ein Regressverzicht zugemutet werden, wenn der Mieter das Kraftfahrzeug des Vermieters oder den Vermieter verletzt (BGH, Urt. vom 13.09.2006, IV ZR 26/04).
Nach der neuen Rechtsprechung des BGH ist eine generelle mietvertragliche Haftungsbegrenzung auf vorsätzliche oder grob fahrlässige Schadensverursachung nicht mehr anzunehmen (BGH, Urt. vom 13.09.2006, IV ZR 26/04).
Davon abgesehen betraf die frühere Rechtsprechung zum Haftungsverzicht bei Überlassung von Gebäuderäumen ebenfalls nur den Regress des Gebäudeversicherers (BGH, Urt. vom 13.09.2006, IV ZR 26/04).
Die Herleitung des Regressverzichts aus dem Versicherungsvertrag führt nicht nur zu einer entsprechenden Anwendung von § 81 VVG (vormals § 61 VVG a.F.), sondern auch zur Anwendung der versicherungsvertraglichen Zurechnungsgrundsätze, weil der Mieter so gestellt wird, wie wenn er versichert wäre (BGH NJW 2006, 3714, 3716; vgl. für die frühere haftungsrechtliche Lösung: BGH NJW 1996, 715).
Demgemäß hat der Mieter für das Verhalten Dritter nicht nach § 278 BGB (bzw. § 540 Abs. 2 BGB) einzustehen, sondern nur dann, wenn sie seine Repräsentanten sind (BGH NJW 2006, 3714, 3716 mit zust. Anm. Armbrüster NJW 2006, 3683, 3684).
Dies ergibt sich nach der Rechtsprechung des BGH (NJW 06, 3714 m.w.N.) daraus, dass die Herleitung des Regressverzichts aus dem Versicherungsvertrag nicht nur zu einer entsprechenden Anwendung von § 61 VVG führt, sondern auch zur Anwendung der versicherungsvertraglichen Zurechnungsgrundsätze, weil der Mieter so gestellt wird, wie wenn er versichert wäre.
In diesem Zusammenhang ist auf die vierte Entscheidung des BGH vom 13.09.06 (NJW 06, 3714 f.) hinzuweisen.
Aus den Entscheidungen des IV. Zivilsenats (vgl. Urteile vom 13.9.2006 - IV ZR 26/04 - VersR 2006, 1398; - IV ZR 378/02 - VersR 2006, 1530; - IV ZR 116/05 - VersR 2006, 1533; und IV ZR 273/05 - VersR 2006, 1536, jeweils m.w.N.) ergibt sich, dass sich der sog. Regressverzicht nur auf den Mieter als solchen bezieht.
Die Rechtsprechung des Senats zum Regressverzicht des Gebäudeversicherers kann auf die Hausratversicherung des Vermieters nicht übertragen werden (Senatsurteil vom 13. September 2006 - IV ZR 26/04 - NJW 2006, 3714).
Im Hinblick auf die nicht durch die Gebäudeversicherung, sondern durch die Hausrats- und Kaskoversicherung abgedeckten Schäden der anderen Mieter sind die Grundsätze zum Regressverzicht ohnehin nicht anwendbar (vgl. BGH, Urteil vom 13.09.2006 - IV ZR 26/04, Rz. 7 f = NJW 2006, 3714).
Der Bundesgerichtshof hat mehrfach klargestellt, dass die Rechtsprechung zum Regressverzicht des Gebäudeversicherers nicht auf die Hausratversicherung übertragen werden kann (BGH, Urteil vom 13. September 2006, Az.: IV ZR 26/04, Beschluss vom 12. März 2008, Az.: IV ZR 348/07, beides zitiert nach juris ).
Gegenüber der Klägerin als Inventar- und damit als so genannter Inhaltsversicherungsgeberin kann ein entsprechender stillschweigend vereinbarter Regressverzicht nicht angenommen werden (vgl. BGH VersR 2005, 498; NJW 2006, 3714).

References: § 67
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 67
 BGH 
 BGH 
 § 81
 § 61
 BGH 
 § 278
 § 540
 BGH 
 § 61
 BGH 
 BGH