Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.11.2014&Aktenzeichen=XII%20ZB%20522/14
Timestamp: 2019-04-20 17:22:14+00:00

Document:
BGH, 19.11.2014 - XII ZB 522/14 - dejure.org
ZPO §§ 253 Abs. 2 Nr. 2, 254, 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1
§§ 574 Abs. 1 Nr. 1, ... 522 Abs. 1 Satz 4 ZPO, § 574 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, Art. 2 Abs. 1 GG, § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ZPO, § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 ZPO, § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO, § 577 Abs. 4 Satz 1 ZPO, § 577 Abs. 5 Satz 1 ZPO, § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 ZPO, § 538 Abs. 1 Nr. 3 ZPO
§§ 520 Abs. 3 Satz 2, 254, 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO
§ 253 Abs 2 Nr 2 ZPO, § 254 ZPO, § 520 Abs 3 S 2 Nr 1 ZPO
Unterhaltsklage des geschiedenen Ehegatten: Anforderungen an die hinreichende Bestimmtheit von Berufungsanträgen; Zulässigkeit von unbezifferten Anträgen in der Berufungsinstanz; prozessuales Vorgehen bei einer Stufenklage
Hinreichende Bestimmtheit von Berufungsanträgen durch Einreichen von Schriftsätzen innerhalb der Begründungsfrist bzgl. Umfangs und Ziels der Anfechtung des Urteils; Stellen eines unbezifferten Antrags in der Berufungsinstanz
Berufungsanträge; Stufenklage
Wann sind Berufungsanträge hinreichend bestimmt?
Stufenklage - und der Fortsetzungstermin
Auskunfts-/Einsichts-/Informations-/Kontrollrechte, Stufenklage
Unbezifferter Antrag kann grundsätzlich auch in der Berufungsinstanz gestellt werden
Fortsetzung des Stufenklageverfahrens nach rechtskräftigem Auskunftsurteil nur auf Parteiantrag
Hinreichende Bestimmtheit von Berufungsanträgen
AG Wetzlar, 22.09.2011 - 612 F 151/04
NJW 2015, 1460
NJW-RR 2015, 188
MDR 2015, 232
FamRZ 2015, 247
Hat das Amtsgericht einen Stufenantrag in einer vermögensrechtlichen Folgesache insgesamt abgewiesen und gibt das Beschwerdegericht demgegenüber dem Auskunftsanspruch in der ersten Stufe statt, kommt eine Zurückverweisung des Verfahrens an das Amtsgericht in analoger Anwendung von § 117 Abs. 2 Satz 1 iVm § 538 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 ZPO grundsätzlich in Betracht (vgl. Senatsbeschluss vom 19. November 2014 - XII ZB 522/14 - FamRZ 2015, 247 Rn. 19;… BGH Beschluss vom 22. September 2008 - II ZR 257/07 - NJW 2009, 431 Rn. 12 …und Urteil vom 3. Mai 2006 - VIII ZR 168/05 - NJW 2006, 2626 Rn. 14 f.).
Der Zweck der Vorschrift, den Prozessgegner und das Berufungsgericht frühzeitig und zuverlässig über Umfang und Inhalt seiner Angriffe zu unterrichten, erfordert indes nicht zwingend einen förmlichen Sachantrag, sondern wird auch dann erreicht, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (vgl. BGH, Beschluss vom 19.11.2014 - XII ZB 522/14 - NJW-RR 2015, 188, Rn. 10 m.w.N.).
Daher reicht es aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (vgl. BGH 19.11.2014 - XII ZB 522/14 - Rn. 16 mwN).
Daher reicht es aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (…Senatsbeschlüsse vom 1. April 2015 - XII ZB 503/14 - FamRZ 2015, 1009 Rn. 11; vom 19. November 2014 - XII ZB 522/14 - FamRZ 2015, 247 Rn. 10;… vom 25. Juni 2014 - XII ZB 134/13 - FamRZ 2014, 1443 Rn. 16 …und vom 23. Mai 2012 - XII ZB 375/11 - FamRZ 2012, 1205 Rn. 14 mwN).
Daher reicht es aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (Senatsbeschlüsse vom 19. November 2014 - XII ZB 522/14 - FamRZ 2015, 247 Rn. 10;… vom 25. Juni 2014 - XII ZB 134/13 - FamRZ 2014, 1443 Rn. 16 …und vom 23. Mai 2012 - XII ZB 375/11 - FamRZ 2012, 1205 Rn. 14 mwN).
Die Anberaumung eines Fortsetzungstermin von Amts ist unzulässig (vgl. BGH Beschl. v. 19.11.2014 - XII ZB 522/14).
Sie hat hiermit - im Unterschied zu dem dem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 19.11.2014 (XII ZB 522/14) zugrundeliegenden Sachverhalt - deutlich zu erkennen gegeben, dass sie nur noch eine Entscheidung über den Leistungsantrag begehrt.
Die Vorschrift verlangt lediglich, dass die Begründungsschrift ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig erkennen lässt, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil der ersten Instanz angefochten werden soll (…s. etwa BGH, Beschlüsse vom 15. Dezember 2009 - XI ZB 36/09, NJW-RR 2010, 424 Rn. 9;… vom 31. August 2010 - VIII ZB 13/10, WuM 2011, 48 Rn. 7 und vom 19. November 2014 - XII ZB 522/14, NJW-RR 2015, 188 Rn. 10).
Denn eine Bezifferungspflicht besteht, wenn der Auskunftsschuldner unbestritten vorträgt, die Auskunft gegenüber dem Auskunftsgläubiger erteilt zu haben (zum Ganzen: BGH NJW-RR 2015, 188 [BGH 19.11.2014 - XII ZB 522/14] ).

References: § 574
 Art. 2
 § 520
 § 520
 § 253
 § 577
 § 577
 § 538
 § 538

§ 253
 § 254
 § 520
 § 117
 § 538
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH