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Timestamp: 2016-10-28 17:51:04+00:00

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4A_262/2015 (31.08.2015)
4A_262/2015 � � Urteil vom 31. August 2015
Beschwerde gegen das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 26. Februar 2015.
A.a.�A.________ (Anwaltskanzlei, Kl�gerin, Beschwerdef�hrerin) ist eine im Handelsregister als Kollektivgesellschaft eingetragene Anwaltskanzlei mit Sitz in U.________. Die B.________AG (Versicherung, Beklagte, Beschwerdegegnerin) ist eine im Handelsregister als Aktiengesellschaft mit Sitz in U.________ eingetragene Versicherungs- und R�ckversicherungsgesellschaft, die unter anderem Berufshaftpflichtversicherungen f�r Rechtsanw�lte anbietet.
A.b.�Zwischen den Parteien bestand in der Zeit vom 1. Juli 1999 bis zum 30. November 2008 ein Berufshaftpflichtversicherungsvertrag, f�r den die Allgemeinen Vertragsbedingungen der Versicherung (AVB, g�ltig ab 1. Januar 2001 bzw. 1. Januar 2005) galten. Rechtsanwalt C.________ war bis zum 31. August 2003 Gesellschafter der Anwaltskanzlei und geh�rte in dieser Eigenschaft zum Kreis der Versicherten.
A.c.�Rechtsanwalt C.________ hatte eine Klientin im Blick auf eine Vereinbarung beraten, welche diese nach dem Ableben ihres Ehemannes im September 1999 mit ihrem Stiefsohn abgeschlossen hatte. In dieser Vereinbarung verzichtete die Klientin gegen eine Entsch�digung von Fr. 36,5 Mio. auf ihre Stellung als Beg�nstigte und Protektorin eines Trusts. Nachdem der Stiefsohn der Klientin diesen Trust mitsamt der Offshore-Konstruktion aufgel�st hatte, wurden Nachsteuern erhoben, worauf der Stiefsohn die H�lfte der bezahlten Nachsteuern von der Klientin mit der Begr�ndung forderte, sie habe von der Offshore-Konstruktion ebenfalls profitiert. Der Stiefsohn erhob am 16. Mai 2002 eine Klage vor einem Schiedsgericht, das die Klientin am 23. April 2007 zur Bezahlung von Fr. 5'679'887.50 nebst Zins und Verfahrenskosten verpflichtete, worauf diese am 5. Oktober 2007 Fr. 7'366'894.34 an ihren Stiefsohn zahlte. Die Klientin stellte sich in der Folge auf den Standpunkt, sie sei schlecht beraten worden, denn bei geh�riger Beratung h�tte sie eine Saldoklausel in die Vereinbarung mit ihrem Stiefsohn eingef�gt, die sie vor den sp�teren Forderungen bewahrt h�tte. Am 3. Dezember 2009 erhob sie beim Handelsgericht des Kantons Z�rich Klage gegen die Anwaltskanzlei mit dem Begehren, diese habe ihr den Betrag von Fr. 7'139'216.15 zuz�glich Zins zu bezahlen.
B.a.�Mit Klage vom 15. August 2012 stellte die Anwaltskanzlei dem Handelsgericht des Kantons Z�rich das Rechtsbegehren, die Versicherung sei unter dem ausdr�cklichen Vorbehalt der Nachklage zu verpflichten, ihr einen Betrag von Fr. 136'496.95 nebst Zins zu 5% seit Klageeinreichung zu bezahlen. Sie fordert damit die f�r den Prozess zur Abwehr der Klage der Klientin aufgewendeten Kosten von Fr. 236'496.95, unter Abzug des Selbstbehaltes von Fr. 100'000.--.
B.b.�Mit Urteil vom 26. Februar 2015 wies das Handelsgericht des Kantons Z�rich die Klage der Anwaltskanzlei ab. Das Gericht kam zum Schluss, der Anspruch sei nicht w�hrend der Dauer des in Ziffer 2/22 AVB definierten zeitlichen Geltungsbereichs der Versicherung erhoben worden. Danach ist die Versicherung g�ltig f�r Sch�den, f�r welche w�hrend der Vertragsdauer Anspr�che gegen einen Versicherten erhoben werden (Ziffer 2/21 AVB). Als Zeitpunkt, in dem ein Anspruch erhoben wird, gilt entweder derjenige, in dem ein Versicherter erstmals von einem Gesch�digten m�ndlich oder schriftlich die Mitteilung erh�lt, dass ein unter die Versicherung fallender Anspruch gestellt werde (Ziffer 2/22 erster Einzug AVB), oder derjenige, in dem ein Versicherter von Umst�nden Kenntnis erh�lt, nach denen mit der Erhebung eines solchen Anspruchs gerechnet werden muss (Ziffer 2/22 zweiter Einzug AVB). Eine Minderheit des Handelsgerichts vertrat die Auffassung, mit der Einleitung des Schiedsverfahrens gegen die Klientin habe sp�testens im Mai 2002 - und damit vor dem Austritt des Gesellschafters, der die Saldoklausel nicht zur Diskussion gestellt hatte - gerechnet werden m�ssen.
Mit Beschwerde in Zivilsachen beantragt die Anwaltskanzlei, das Urteil des Handelsgerichts vom 26. Februar 2015 sei aufzuheben und die Klage gutzuheissen. Die Beschwerdef�hrerin beantragt die Erg�nzung des Sachverhalts in dem Sinne, dass das Handelsgericht des Kantons Z�rich im Urteil vom 16. August 2011 und das Bundesgericht im Urteil 4A_588/2011 vom 3. Mai 2012 eine Sorgfaltspflichtverletzung des beratenden Anwalts festgestellt h�tten; dies sei massgeblich f�r die Frage, ob ein vern�nftiger und umsichtiger Rechtsanwalt aufgrund von Schreiben des Rechtsanwalts des Stiefsohns der Klientin vom Oktober 2001 bzw. der Schiedsgerichtsklage vom Mai 2002 mit der Erhebung eines Schadenersatzanspruchs habe rechnen m�ssen. Die Beschwerdef�hrerin r�gt, die Vorinstanz habe Art. 18 Abs. 1 OR und Art. 33 VVG verletzt bzw. Ziffer 2/22 zweiter Einzug AVB falsch ausgelegt.
Die Beschwerdegegnerin stellt in der Antwort das Rechtsbegehren, die Beschwerde sei vollumf�nglich abzuweisen. Sie h�lt namentlich daf�r, der erw�hnte Bundesgerichtsentscheid 4A_588/2011 vom 3. Mai 2012, der die Verletzung der Sorgfaltspflicht best�tigt, beruhe auf Umst�nden, die dem beratenden Rechtsanwalt im Zeitpunkt seines Ausscheidens aus der Anwaltskanzlei im Jahre 2003 nicht h�tten bekannt sein k�nnen, und das Handelsgericht habe sich mit der Wertung der Schreiben vom Oktober 2001 und dem Schiedsbegehren vom Mai 2002 zutreffend auseinandergesetzt. Die Beschwerdegegnerin h�lt daf�r, die Vorinstanz habe an die Wahrscheinlichkeit einer Anspruchserhebung im Sinne von Ziffer 2/22 zweiter Einzug AVB zu Recht hohe Anforderungen gestellt und damit die Bestimmung nicht rechtsfehlerhaft ausgelegt und angewendet.
�Die formellen Voraussetzungen f�r die Zul�ssigkeit der Beschwerde in Zivilsachen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist - unter Vorbehalt hinreichender Begr�ndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG) - einzutreten.
�Die Beschwerdef�hrerin beantragt eine Erg�nzung des Sachverhalts. Sie will damit den Schluss erreichen, dass die Schreiben vom 12., 17. und 19. Oktober 2001 des Rechtsanwalts des Stiefsohns der Klientin sowie das Schiedsbegehren vom Mai 2002 einem vern�nftigen und umsichtigen Rechtsanwalt vor Augen f�hren mussten, dass er seine Pflichten bei Verhandlung und Abschluss der Vereinbarung seiner Klientin mit ihrem Stiefsohn verletzt hatte. Sie verkennt damit, dass sich Sachverhaltsr�gen nur gegen tats�chliche Feststellungen, nicht aber gegen die rechtliche W�rdigung richten k�nnen. Die Vorinstanz hat sich im angefochtenen Entscheid mit den erw�hnten Schrifts�tzen in E. 2.4.4 auseinandergesetzt. Dass sie den Inhalt dieser Schriftst�cke dabei falsch bzw. willk�rlich wiedergegeben h�tte, behauptet die Beschwerdef�hrerin nicht. Ob und inwiefern sich daraus ergibt, dass mit Schadenersatzanspr�chen gerechnet werden muss, ist eine Rechtsfrage.
�Die Beschwerdef�hrerin hatte vor der Vorinstanz behauptet, ihr vertraglicher Anspruch gegen die Beklagte sei nach dem in Ziffer 2/22 AVB definierten zeitlichen Geltungsbereich sowohl nach der ersten wie nach der zweiten Variante gegeben. In ihrer Beschwerde r�gt sie nur noch, die Vorinstanz habe den Vertrauensgrundsatz verletzt, indem sie die Voraussetzungen des Versicherungsanspruchs nach Ziffer 2/22 zweiter Einzug AVB verneint hat.
3.1.�Ziffer 2/21 und 22 AVB schreiben Folgendes vor:
�21. Die Versicherung ist g�ltig f�r Sch�den, f�r welche w�hrend der Vertragsdauer Anspr�che gegen einen Versicherten erhoben werden.
�22. Als Zeitpunkt, in welchem ein Anspruch aus einem Schadenereignis gegen einen Versicherten erhoben wird, gilt derjenige, in welchem
-ein Versicherter erstmals von einem Gesch�digten m�ndlich oder schriftlich die Mitteilung erh�lt, dass ein unter diese Versicherung fallender Schadenersatzanspruch gestellt werde, oder
-ein Versicherter von Umst�nden Kenntnis erh�lt, nach welchen damit gerechnet werden muss, dass ein solcher Anspruch erhoben werde."
3.2.�Die Vorinstanz hat die Voraussetzungen von Ziffer 2/22 zweiter Einzug AVB in dem Sinne ausgelegt, dass ein Versicherter derart konkrete Anhaltspunkte f�r eine Anspruchserhebung haben muss, dass f�r einen vern�nftigen Versicherten die zu erhebenden Schadenersatzanspr�che mit gen�gender Bestimmtheit absehbar sind. Dies d�rfte nach dem Verst�ndnis der Vorinstanz etwa der Fall sein, wenn gegen�ber dem Versicherten um eine Verj�hrungsverzichtserkl�rung ersucht wird. Die Formulierung "rechnen muss" zeigt nach Ansicht der Vorinstanz, dass die Schwelle f�r eine wirksame Anspruchserhebung nicht zu tief anzusetzen ist und eine spekulativ im Raum stehende theoretische M�glichkeit nicht gen�gt. Die Obliegenheit zur unverz�glichen Benachrichtigung des Versicherers macht nach den Erw�gungen im angefochtenen Urteil zudem deutlich, dass die blosse M�glichkeit einer Anspruchserhebung nicht ausreichend sein kann, w�rden doch damit beim Versicherer unz�hlige Meldungen eingehen, was aufseiten der Versicherung mit einer vern�nftigen Kalkulation des Risikos nicht zu vereinbaren w�re; es liege auch nicht im Interesse der Versicherten, den Versicherer schon bei der geringsten M�glichkeit benachrichtigen zu m�ssen. Aus systematischer Sicht gelangte die Vorinstanz zum Schluss, in Ziffer 2/22 zweiter Einzug AVB sei das in Ziffer 2/21 AVB enthaltene sog. Claims-made-Prinzip modifiziert worden. Es handle sich nicht um eine Ausnahme, sondern um eine Konkretisierung dieses Prinzips, weshalb die Klausel so auszulegen sei, dass sie dem Prinzip nicht widerspreche, was daf�r spreche, dass konkrete Anhaltspunkte f�r eine Anspruchserhebung vorliegen m�ssten. Sie h�lt daf�r, aus dem Urteil 5C.237/2001 lasse sich zugunsten der Beschwerdef�hrerin entgegen deren Ansicht nichts ableiten. Die Vorinstanz verneinte, dass der Versicherte w�hrend der Versicherungsdauer von Umst�nden Kenntnis erhalten habe, nach welchen damit h�tte gerechnet werden m�ssen, dass gegen ihn Anspr�che erhoben w�rden. Denn in den Schreiben des Rechtsanwaltes des Stiefsohns vom 12., 17. und 19. Oktober 2001 wie auch im Begehren um Einleitung eines Schiedsverfahrens im Mai 2002 sei zwar von der fehlenden Saldoklausel die Rede gewesen; aber die Klientin habe ihre Mandatsbeziehung zum damaligen Gesellschafter der Kl�gerin dennoch nicht aufgel�st, sondern ihn weiterhin mit der Wahrung ihrer Interessen als Parteivertreter im Schiedsverfahren besch�ftigt.
3.3.�Die Beschwerdef�hrerin beanstandet, zum Teil unter Hinweis auf die Meinung der Minderheit des Handelsgerichts, dass dem Wortlaut eine �berschiessende Bedeutung beigemessen werde, wenn aus dem Ausdruck "rechnen mit" auf eine hohe Wahrscheinlichkeit geschlossen werde. Die Beschwerdef�hrerin ist sodann mit der Vorinstanz einig, dass die beiden Einz�ge in Ziffer 2/22 den Grundsatz des "Claims-made-Prinzips" gem�ss Ziffer 2/21 AVB gleichwertig konkretisieren. Sie h�lt jedoch fest, dass auch die zweite Alternative einen eigenen Anwendungsbereich habe und die "Anspruchserhebung" �ber die tats�chliche Geltendmachung von Schadenersatzanspr�chen hinaus erweitere. Da sich die Umst�nde auch in anderer Weise manifestieren k�nnten, brauche es nach der zweiten Variante nicht zwingend eine Handlung des Gesch�digten - entgegen der Ansicht der Vorinstanz insbesondere keine Verj�hrungsverzichtserkl�rung. Im Rahmen der systematischen Auslegung ist nach der Beschwerdef�hrerin sodann die Harmonisierung der Bestimmungen �ber den zeitlichen Geltungsbereich mit der Ausgestaltung der R�ckw�rtsversicherung in Ziffer 2.23 AVB zu ber�cksichtigen. Mit der Minderheitsmeinung der Vorinstanz weist sie darauf hin, dass danach Sch�den nicht gedeckt sind, die vor Beginn des Vertrages verursacht wurden, "ausser der Versicherungsnehmer k�nne dartun, dass er bei Vertragsbeginn von einer Handlung oder Unterlassung, die seine Haftpflicht begr�nden k�nnte, keine Kenntnis hatte oder den Umst�nden nach h�tte haben m�ssen". Sie vertritt die Ansicht, es m�sse in beiden F�llen der gleiche Massstab gelten, um bei einem Wechsel der Versicherung keine L�cken entstehen zu lassen. Schliesslich wendet sie sich dagegen, dass aus den Obliegenheiten des Versicherten nach Eintritt des Versicherungsfalles etwas zu ihren Lasten abgeleitet werde, zumal eine m�glichst fr�he Mitteilung im Interesse beider Parteien liege. Die Beschwerdef�hrerin schliesst auf ein eindeutiges Auslegungsergebnis in ihrem Sinne, h�lt jedoch daf�r, dass andernfalls die Unklarheitenregel greife. Im konkreten Fall vertritt die Beschwerdef�hrerin den Standpunkt, ein umsichtiger Anwalt in der Position ihres ausgeschiedenen Gesellschafters h�tte mit einer Inanspruchnahme gerechnet, nachdem er auf das Fehlen einer Saldo- bzw. Enthaftungsklausel hingewiesen worden sei. Dass die Klientin ihre Mandatsbeziehung nicht beendet habe, k�nne nicht als Verzicht auf Schadenersatzanspr�che gewertet werden. Auch dass im Oktober 2001 bzw. Mai 2002 ein Schadenersatzprozess noch von mehreren unsicheren Umst�nden abh�ngig gewesen sei, schliesse die Versicherungsdeckung nicht aus, zumal diese auch f�r Abwehr ungerechtfertigter Anspr�che bestehe.
3.4.�Klauseln in allgemeinen Gesch�fts- oder Versicherungsbedingungen sind, wenn sie in Vertr�ge �bernommen werden, grunds�tzlich nach denselben Prinzipien auszulegen wie andere vertragliche Bestimmungen (BGE 133 III 607 E. 2.2 S. 610, 675 E. 3.3 S. 681). Ziel der Vertragsauslegung ist es, in erster Linie den �bereinstimmenden wirklichen Willen der Parteien festzustellen (vgl. Art. 18 Abs. 1 OR). Wenn dieser wie im vorliegenden Fall unbewiesen bleibt, sind zur Ermittlung des mutmasslichen Parteiwillens die Erkl�rungen der Parteien aufgrund des Vertrauensprinzips so auszulegen, wie sie nach ihrem Wortlaut und Zusammenhang sowie den gesamten Umst�nden verstanden werden durften und mussten (vgl. BGE 138 III 659 E. 4.2.1 S. 666; 136 III 186 E. 3.2.1 S. 188; 133 III 406 E. 2.2 S. 409; 132 III 626 E. 3.1 S. 632, 24 E. 4 S. 27 f.). Das Bundesgericht �berpr�ft diese objektivierte Auslegung von Willenserkl�rungen als Rechtsfrage, wobei es an Feststellungen des kantonalen Gerichts �ber die �usseren Umst�nde sowie das Wissen und Wollen der Beteiligten grunds�tzlich gebunden ist (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Unklarheitenregel gelangt dann zur Anwendung, wenn die �brigen Auslegungsmittel versagen. Danach sind mehrdeutige Klauseln gegen den Verfasser bzw. gegen jene Partei auszulegen, die als branchenkundiger als die andere zu betrachten ist und die Verwendung der vorformulierten Bestimmungen veranlasst hat (BGE 133 III 61 E. 2.2.2.3 S. 69, 607 E. .2 S. 610; 124 III 155 E. 1b S. 158; 122 III 118 E. 2a S. 121).
3.5.�Die Parteien sind sich grunds�tzlich einig dar�ber, dass die beiden Alternativen in Ziffer 2/22 AVB den Grundsatz von Ziffer 2/21 AVB konkretisieren, wonach die Versicherung g�ltig ist f�r Sch�den, f�r welche w�hrend der Versicherungsdauer Anspr�che gegen einen Versicherten erhoben werden (sog. Claims-made-Prinzip). Versichert sind danach Schadenersatzanspr�che, welche gegen den Versicherten geltend gemacht bzw. angemeldet werden. Die Vorinstanz leitet aus dem Wortlaut der zweiten Alternative von Ziffer 2/22 zu Unrecht sinngem�ss ab, dass danach schon konkrete Anspr�che in Aussicht gestellt werden m�ssen, wie dies bei einem Begehren um Abgabe einer Verj�hrungsverzichtserkl�rung zutrifft. Denn nach dieser zweiten Alternative besteht der Versicherungsschutz (auch) in dem Zeitpunkt, in dem ein Versicherter von Umst�nden Kenntnis erh�lt, nach welchen damit gerechnet werden muss, dass ein solcher Anspruch erhoben werde. Mit einer Anspruchserhebung muss "gerechnet werden", wenn eine Sorgfaltswidrigkeit bekannt wird, die einen Schaden verursachen kann. Die zweite Alternative in Ziffer 2/22 AVB kann nach Treu und Glauben nicht als blosse Konkretisierung der ersten Alternative aufgefasst werden, sondern konkretisiert das Claims-made-Prinzip gem�ss Ziffer 2/21 AVB selbst�ndig, wie sich schon aus der Systematik der Bestimmung ergibt. Insofern �berzeugt die Erw�gung im Minderheitsvotum der Vorinstanz, dass mit der zweiten Alternative grunds�tzlich die F�lle erfasst werden, die aufgrund des Verbots der R�ckw�rtsversicherung (Art. 9 VVG, vgl. dazu etwa BGE 127 III 21 E. 2b/aa S. 23, Urteil 4A_580/2011 vom 2. April 2012 E. 4.2.2 mit Hinweisen) bei einem allf�lligen Wechsel der Versicherung nicht mehr versichert werden k�nnten bzw. welche nach den eigenen AVB von der Versicherung selbst nicht mehr versichert w�rden. Denn auch wenn (erst) die Erhebung bzw. Anmeldung eines konkreten Anspruchs die Pflicht zur Versicherungsleistung ausl�st (Claims-made), ist dieser Anspruch regelm�ssig Folge fr�heren Fehlverhaltens. Als versichertes Ereignis gilt denn auch nicht die vom subjektiven Verhalten des gesch�digten Dritten abh�ngige Anspruchsanmeldung selbst; vielmehr ist objektiv massgebend der Zeitpunkt, in dem der Versicherte in der Lage ist, aus den ihm bekannten Umst�nden abzuleiten, dass er mit Anspr�chen konfrontiert werden wird (Urteil 5C.237/2001 vom 11. Januar 2002 E. 2b). Es kann offenbleiben, ob f�r Anspr�che, die zwar vom gesch�digten Dritten erst nach Abschluss der Versicherung angemeldet werden, mit deren Erhebung der Versicherte aber aufgrund der ihm bekannten Umst�nde schon vorher rechnen musste, das allgemeine R�ckw�rtsversicherungsverbot nach Art. 9 VVG Anwendung findet. Denn im vorliegenden Fall lehnt die Beschwerdegegnerin ihre Haftung (in Ziff. 2/23 "R�ckw�rtsversicherung") f�r Sch�den ab, die vor Beginn des Vertrages entstanden sind, sofern der Versicherungsnehmer nicht nachweist, dass er von haftungsbegr�ndenden Handlungen oder Unterlassungen keine Kenntnis haben musste. Bei folgerichtiger und koh�renter Auslegung der AVB kann die zweite Alternative von Ziffer 2/22 AVB nur so verstanden werden, dass die Versicherung - spiegelbildlich - leistungspflichtig ist f�r Schadenersatzanspr�che, die w�hrend der Dauer des Vertrages aufgrund der Umst�nde objektiv erkennbar sind (mit deren Geltendmachung aufgrund dieser Umst�nde daher objektiv gerechnet werden muss) und f�r die sie selbst ihre Haftung ablehnen w�rde, wenn der Vertrag erst geschlossen worden w�re, nachdem objektiv erkennbar war, dass Schadenersatzanspr�che erhoben w�rden. Der Versicherungsnehmer darf nach Treu und Glauben davon ausgehen, dass die Beschwerdegegnerin folgerichtig in Ziffer 2/22 zweite Alternative AVB die entsprechenden Sch�den �bernimmt, die w�hrend der Geltungsdauer des Vertrages entstanden sind. Die Frage, ob dem Versicherungsnehmer - wie die Beschwerdegegnerin in der Antwort vorbringt - zumutbar ist, eine besondere "Nachhaftpflichtversicherung" abzuschliessen, stellt sich hier nicht.
3.6.�Im vorliegenden Fall hatte die Klientin des per 31. August 2003 ausgeschiedenen Gesellschafters der Beschwerdef�hrerin ihre Schadenersatzanspr�che damit begr�ndet, dass ihr damaliger Anwalt bei der Vertragsverhandlung mit ihrem Stiefsohn das Thema einer Saldo- bzw. Enthaftungsklausel nicht angesprochen hatte. Da sich die Diskussion einer solchen Klausel nach den Umst�nden aufgedr�ngt h�tte, lag darin eine Sorgfaltspflichtverletzung (wie im Urteil 4A_588/2011 vom 3. Mai 2012 und im Handelsgerichtsurteil des Kantons Z�rich vom 16. August 2011 festgestellt; inwiefern diese Beurteilung auf Umst�nden beruhen sollte, welche dem ausgeschiedenen Gesellschafter Ende 2001 bzw. anfangs 2002 nicht bekannt waren, wie die Beschwerdegegnerin in der Antwort behauptet, ist nicht erkennbar). Dass eine Saldoklausel fehle, wurde in den Schreiben vom Oktober 2001 gegen�ber dem ausgeschiedenen Gesellschafter der Beschwerdef�hrerin thematisiert; weil eine solche Klausel fehlte, leitete der Stiefsohn der Klientin denn auch am 16. Mai 2002 ein Schiedsgerichtsverfahren ein, in dem er obsiegte. Die Sorgfaltspflichtverletzung, die schliesslich zur Schadenersatzklage der Klientin gegen die Beschwerdef�hrerin vom 3. Dezember 2009 f�hrte, war aufgrund der Schreiben vom Oktober 2001 und der Klage des Stiefsohns beim Schiedsgericht objektiv erkennbar. Die Beschwerdef�hrerin macht zu Recht geltend, dass an dieser objektiven Erkennbarkeit das Verhalten der Klientin des ausgeschiedenen Gesellschafters nichts �ndert. Dass sie ihren damaligen Anwalt mit der Wahrung ihrer Interessen im Streit �ber die Auslegung der Vereinbarung mit ihrem Stiefsohn beauftragte, kann objektiv nicht als Verzicht auf allf�llige Schadenersatzanspr�che angesehen werden. Sp�testens mit der Klage des Stiefsohns gegen die Klientin auf Beteiligung an den Nachsteuern war f�r den ausgeschiedenen Gesellschafter objektiv erkennbar, dass seine Klientin bei Unterliegen im Schiedsverfahren Schadenersatzanspr�che gegen ihn bzw. gegen die Beschwerdef�hrerin als Vertragspartnerin stellen w�rde. Die Beschwerdef�hrerin bzw. ihr damaliger Gesellschafter mussten daher Ende 2001 bzw. sp�testens anfangs Mai 2002 damit rechnen, dass gegen sie Anspr�che erhoben w�rden (Ziffer 2/22 zweite Alternative AVB). Dass der hier massgebende Vertrag, auf den die Beschwerdef�hrerin ihre Anspr�che gegen die Beschwerdegegnerin st�tzt, in diesem Zeitpunkt galt, ist unbestritten.
3.7.�Die Beschwerde ist gutzuheissen. Die Vorinstanz musste sich im angefochtenen Urteil zur H�he der eingeklagten Forderung und zu allf�lligen weiteren Voraussetzungen einer Klagegutheissung nicht �ussern. Auch wenn die Beschwerdegegnerin die H�he der Forderung nicht bestreitet und auch die im angefochtenen Urteil offengelassene Frage der Aktivlegitimation nicht mehr aufgreift, kann das Bundesgericht aufgrund der Sachverhaltsfeststellungen im angefochtenen Entscheid die eingeklagte Forderung nicht endg�ltig beurteilen.
Die Beschwerde ist gutzuheissen und die Sache ist zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 107 Abs. 2 BGG). Die Gerichtsgeb�hr ist bei diesem Verfahrensausgang der Beschwerdegegnerin zu auferlegen und diese hat der Beschwerdef�hrerin deren Parteikosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu ersetzen (Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird gutgeheissen, das Urteil des Handelsgerichts des Kantons Z�rich vom 26. Februar 2015 wird aufgehoben und die Sache wird zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.

References: Art. 18
 Art. 33
 Art. 106
 Art. 18
 BGE 
 BGE 
 Art. 9
 Art. 68