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Timestamp: 2018-12-15 08:06:01+00:00

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BGH, 13.12.2011 - XI ZR 51/10 - dejure.org
BGB § 823 Abs. 2; WpHG § 13 Abs. 1 Satz 1, § 15 Abs. 1 Satz 1 und 3, § 20a Abs. 1 Nr. 1, § 37b Abs. 1 Nr. 1, § 37c Abs. 1
§ 249 BGB, § 823 Abs 2 BGB, § 13 Abs 1 S 1 WpHG, § 15 Abs 1 S 1 WpHG, § 15 Abs 1 S 3 WpHG
Bankenhaftung wegen unterbliebener Ad-hoc-Mitteilungen: Umfang des Schadenersatzanspruches
§ 20a WpHG als Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB; Darlegungslast und Beweislast für den Erwerb von Finanzinstrumenten wegen unterlassener Ad-hoc-Mitteilung i.R.e. Schadensersatzanspruches gem. § 37b Abs. 1 WpHG
Haftung wegen unterbliebener Ad-hoc-Mitteilung über Subprime-Anteil des Investments einer Bank ("IKB")
20a WpHG kein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB; zur Verpflichtung, die Höhe des Subprime-Anteils der unmittelbar eigenen Investments einer Bank sowie derjenigen der mit der Bank verbundenen Zweckgesellschaften in einer Ad-hoc-Mitteilung zu veröffentlichen; zu Inhalt und Umfang des Schadensersatzanspruchs eines Anlegers wegen unterlassener Veröffentlichung einer Ad-hoc-Mitteilung
Kapitalanlage - § 20a WpHG kein Schutzgesetz im Sinne des § 823 II BGB
Unterbliebene Ad-hoc-Mitteilungen und die Haftung
Schadensersatz wegen unterlassener Ad-hoc-Mitteilung
Bank haftet nach unzutreffender Ad-hoc-Mitteilung
Zur Haftung für unterbliebene Ad-hoc-Mitteilungen aus § 37b WpHG
sueddeutsche.de (Pressemeldung, 13.12.2011)
Haftung für unterbliebene Ad-hoc-Mitteilungen
Haftung wegen unterlassener Ad-hoc-Mitteilungen
Banken haften für unterlassene Mitteilung
Bankenhaftung verschärft
Schadenersatz für Aktionär der IKB
Haftung für unterbliebene Adhoc-Mitteilung aus § 37b WpHG
rechtstipps.de (Kurzinformation und -anmerkung)
BGH stützt Rechte der Aktienkäufer bei unterlassener Aufklärung durch Banken
Umfang des Schadensersatzanspruches wegen Verletzung von ad-hoc-Pflichten
Haftung wegen falscher Information des Kapitalmarkts (Ad-hoc- Mitteilung) am Beispiel der IKB
Haftung für unterbliebene Ad-hoc-Mitteilungen aus § 37b WpHG
Anlegerprozess
WpHG § 37b Abs. 1 Nr. 1, §§ 13, 15, 20a, 37c; BGB § 823 Abs. 2
Fehlerhafte Pressemitteilung; Haftung wegen fehlerhafter Ad-hoc-Mitteilung; Schutzgesetzeigenschaft von § 20a WpHG
Schadenersatzpflicht wegen unterlassener Ad-hoc-Mitteilung
BGH verschärft Haftung bei unterlassener Ad-hoc-Mitteilung
Haftung bei falscher Kapitalmarktinformation: IKB und die Folgen
Kurznachricht zu "Die Haftung wegen fehlerhafter Ad-hoc-Publizität gem. §§ 37b, 37c WpHG nach dem IKB-Urteil des BGH" von Prof. Dr. Lars Klöhn, LL.M., original erschienen in: AG 2012, 345 - 358.
Kurznachricht zu "Haftung für fehlerhafte und unterlassene Kapitalmarktinformationen - ein (weiterer) Meilenstein" von Prof. Dr. Gerald Spindler, original erschienen in: NZG 2012, 575 - 579.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 13.12.2011, Az.: XI ZR 51/10 (Haftung für unterbliebene Ad-hoc-Mitteiluung aus § 37b WpHG)" von RA Prof. Dr. Olaf Müller-Michaels, original erschienen in: BB 2012, 530 - 538.
Kurznachricht zu "Praxis- und Grundsatzprobleme der BGH-Rechtsprechung zur Kapitalmarktinformationshaftung" von Dr. Alexander Hellgardt, LL.M. (Harvard), original erschienen in: DB 2012, 673 - 678.
Kurznachricht zu "Die Haftung für fehlerhafte Kapitalmarktinformationen: Zur IKB-Entscheidung des BGH" von RAe Dr. Wolf H. von Bernuth und Dr. Eric Wagner und Dr. René M. Kremer, original erschienen in: WM 2012, 831 - 837.
Kurznachricht zu "Die Haftung für fehlerhafte Sekundärmarktinformationen nach dem "IKB"-Urteil des BGH" von Dr. Klaus Ulrich Schmolke, LL.M., original erschienen in: ZBB 2012, 165 - 178.
Kurznachricht zu "Kollateralschaden und Haftung wegen fehlerhafter Ad-hoc-Publizität" von Prof. Dr. Lars Klöhn, LL.M., original erschienen in: ZIP 2015, 53 - 60.
BGHZ 192, 90
BGHZ 192, 91
ZIP 2012, 318
MDR 2012, 295
WM 2012, 303
BB 2012, 394
BB 2012, 530
DB 2012, 450
NZG 2012, 263
Deshalb reicht es nicht aus, dass der Individualschutz durch Befolgung der Norm als ihr Reflex objektiv erreicht werden kann; er muss vielmehr im Aufgabenbereich der Norm liegen (Senat…, Urteil vom 14. Mai 2013 - VI ZR 255/11, BGHZ 197, 225 Rn. 7; BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 21 jeweils mwN).
Zudem muss die Schaffung eines individuellen Schadensersatzanspruchs sinnvoll und im Sinne des haftungsrechtlichen Gesamtsystems tragbar erscheinen, wobei in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs, in den die Norm gestellt ist, geprüft werden muss, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die deliktsrechtliche Einstandspflicht des dagegen Verstoßenden mit allen damit zu Gunsten des Geschädigten gegebenen Beweiserleichterungen zu knüpfen (BGH, Urteile vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 21;… vom 22. Juni 2010 - VI ZR 212/09, BGHZ 186, 58 Rn. 26).
Die Beweiswürdigung ist grundsätzlich Sache des Tatrichters und nur eingeschränkt darauf zu überprüfen, ob er sich mit dem Prozessstoff und den Beweisergebnissen umfassend und widerspruchsfrei auseinandergesetzt hat, die Beweiswürdigung also vollständig und rechtlich möglich ist und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze verstößt (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 29; Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 217/03, WM 2004, 1726, 1729).
Das Kursbeeinflussungspotential einer Information ist in objektiv-nachträglicher Ex-ante-Prognose zu ermitteln (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 41).
Zwar kann der tatsächliche Kursverlauf Indizwirkung haben, wenn andere Umstände als das öffentliche Bekanntwerden der Insiderinformation für eine erhebliche Kursänderung praktisch ausgeschlossen werden können (vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 41).
cc) Soweit danach von einer hinreichend präzisen Information über einen Aufsichtsratsbeschluss als künftig eintretenden Umstand auszugehen sein sollte, hat der nach Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung über den Aufsichtsratsbeschluss tatsächlich eingetretene Kursanstieg für die Beurteilung der Kursrelevanz Indizwirkung, wenn andere Umstände als das öffentliche Bekanntwerden der Insiderinformation für eine erhebliche Kursänderung praktisch ausgeschlossen werden können (vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 41).
Dafür genügt es im Allgemeinen nicht, dass der Handelnde eine Pflicht verletzt und einen Vermögensschaden hervorruft (BGH, XI ZR 51/10, AG 2012, 209, 212 Rdn. 28).
In der IKB-Entscheidung hat der Bundesgerichtshof die „Höhe des Subprime-Anteils der unmittelbar eigenen Investments der [IKB] sowie derjenigen der mit der [IKB] verbundenen Zweckgesellschaften“ als veröffentlichungspflichtige Insiderinformation bewertet (BGH, XI ZR 51/10, Rdn. 36).
Der Kläger muss lediglich darlegen und gegebenenfalls beweisen, dass - wäre die Ad-hoc-Mitteilung rechtzeitig erfolgt - der Kurs zum Zeitpunkt seines Kaufs niedriger gewesen wäre (BGH, XI ZR 51/10, juris Rdn. 67;… Assmann/Schneider/Sethe6 §§ 37b, 37c WpHG Rdn. 97;… KK-WpHG/Möllers/Leisch2, §§ 37b, c Rdn. 383; RegE zum 4. FFG, BR-Drs 936/01, S. 261).
Vielmehr muss sich die besondere Verwerflichkeit des einen Schadensersatz nach § 826 BGB begründenden Verhaltens aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zu Tage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben (vgl. BGHZ 192, 90, 101 f., Rn. 28).
Während das britische Upper Tribunal in der Rechtssache Mister Massey v. Financial Services Authority den verständigen Anleger als besonders informationshungrig interpretiert und die Kursrelevanz nicht nach dem Preiseffekt, sondern danach, ob sie für die Handlungen eines verständigen Anlegers in den Schuhen des konkreten Verhandlungspartners relevant sind (…Massey (2011) UKUT 49 (TCC) Rz. 41), versteht der Bundesgerichtshof den verständigen Anleger als einen mit den Marktgegebenheiten vertrauten, börsenkundigen Anleger, der "auch irrationale Reaktionen anderer Marktteilnehmer" berücksichtige (BGH, Urt. v. 13. Dezember 2011, (IKB), BGHZ 192, 90 [Rdn. 44]).
[213] Die Beklagte muss sich nicht nur eine aus der Sphäre der Volkswagen AG stammende Insiderinformation im Rahmen des Informationsflusses zurechnen lassen, vielmehr trifft sie eine genuin eigene Pflicht, unwahre Veröffentlichungen außerhalb der Adhoc-Publizität richtigzustellen (vgl. BGH, BGHZ 192, 90 Rdn. 16f. und 30ff.).
In der IKB-Entscheidung hat der Bundesgerichtshof die "Höhe des Subprime-Anteils der unmittelbar eigenen Investments der [IKB] sowie derjenigen der mit der [IKB] verbundenen Zweckgesellschaften" als veröffentlichungspflichtige Insiderinformation bewertet (BGH, Urt. v. 13. November 2011, XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 [Rdn. 36]).
Hinsichtlich der Frage der genuin eigenen Adhoc-Publizitätspflicht in Bezug auf eine nachträgliche Richtigstellung einer unwahren Kapitalmarktinformation hat der Bundesgerichtshof bereits in der IKB-Entscheidung (BGHZ 192, 90 Rdn. 16, 30ff.) anerkannt.
(1) Ob eine Tatsache i.S.v. § 37b Abs. 1 WpHG aF geeignet ist, den Börsenpreis der zugelassenen Wertpapiere erheblich zu beeinflussen, ist in objektivnachträglicher, auf den Zeitpunkt des Entstehens der Tatsache abstellender Exante-Prognose zu ermitteln (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 41 mwN;… Beschluss vom 23. April 2013 - II ZB 7/09, ZIP 2013, 1165 Rn. 22 jeweils zu § 13 Abs. 1 Satz 1 WpHG AnSVG).
Ausschlaggebend ist danach letztlich, ob ein verständiger Anleger die neue Tatsache und ihre Folgen bei seiner Anlageentscheidung wahrscheinlich berücksichtigen würde (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 41, 44; BGH…, Beschluss vom 23. April 2013 - II ZB 7/09, ZIP 2013, 1165 Rn. 17, 22).
Die Beweiswürdigung ist grundsätzlich Sache des Tatrichters und nur eingeschränkt darauf zu überprüfen, ob er sich mit dem Prozessstoff und den Beweisergebnissen umfassend und widerspruchsfrei auseinandergesetzt hat, die Beweiswürdigung also vollständig und rechtlich möglich ist und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze verstößt (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 29; Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 217/03, 1 WM 2004, 1726, 1729).
§ 20a WpHG ist kein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB (im Anschluss an BGH, NJW 2012, 1800, 1803, u.a.).
Ansprüche der Klägerinnen aus § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. § 20a Abs. 1 WpHG in der vom 01.11.2007 bis 29.06.2009 geltenden Fassung (a.F.) schieden aus, weil es sich bei § 20a WpHG nicht um ein Schutzgesetz im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB handele (s. BGH, NJW 2012, 1800, 1803, u.a.).
Der Verstoß gegen eine gesetzliche Vorschrift reiche allein nicht aus, eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung zu begründen (BGH, NJW 2004, 2971, 2973; BGH, NJW 2012, 1800, 1803; u.a.).
§ 826 BGB erfordere noch eine besondere Verwerflichkeit des Verhaltens, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zu Tage tretenden Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben könne (BGH, NJW 2004, 2664, 2668; NJW 2012, 1800, 1803; zum Wertpapierhandelsrecht OLG Düsseldorf…, Urteil vom 07. April 2011 - 1-6 U 7/10, bei juris Rz. 173).
Eine analoge Anwendung der Vorschriften zu Ad-hoc-Mitteilungen auf einfache Pressemitteilungen scheide wegen der zu vermeidenden Überregulierung des Anlegerschutzes aus (BGHZ 192, 90, 96 f. - IKB; auch zur Gesetzgebungsgeschichte).
Auf diese Begründung, der rechtlich nichts hinzuzufügen ist, wird Bezug genommen, um Wiederholungen zu vermeiden (vgl. insbes. BGHZ 192, 90, bei juris Rz. 19 ff. - IKB).
Dasselbe gilt für Ansprüche aus § 37b WpHG bzw. § 37c WpHG (analog; gegen eine analoge Anwendung BGHZ 192, 90, bei juris Rz. 17 - IKB).
Verwerflichkeit kann bei einer direkt vorsätzlichen unlauteren Beeinflussung des Sekundärmarktpublikums durch eine grob unrichtige Ad-hoc-Mitteilung - an der es vorliegend fehlt - indiziert sein (vgl. BGH, Urteile vom 19. Juli 2004 - II ZR 402/02, BGHZ 160, 149, 157 f. und II ZR 217/03, WM 2004, 1726, 1730) und ist auch bei einer sonstigen Mitteilung an den Kapitalmarkt nicht ausgeschlossen, jedoch bedarf es auch im Bereich der Kapitalmarktinformation immer einer Gesamtbetrachtung aller maßgeblichen Umstände (BGHZ 192, 90, bei juris Rz. 28;… Staudinger/Oechsler, 2014, § 826 BGB, Rz. 382i und 58c, bei juris).
Auch ein Anspruch aus §§ 823 Abs. 2 BGB, 20a WpHG bestehe nicht, denn nach BGH NJW 2012, 1800, 1802 sei § 20a WpHG kein Schutzgesetz i.S.v. § 823 Abs. 2 BGB.
Bei diesen Pressemitteilungen handelt es sich jedoch schon nach Bezeichnung, Adressatenkreis und Veröffentlichungsform nicht um Ad-hoc-Mitteilungen i.S.v. § 15 WpHG (BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 16f m.w.N. -).
Der Entwurf ist zurückgezogen worden (BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 16f m.w.N. - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 166 - LG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 137 -).
d) Damit ist zwar noch nicht die Haftung des Emittenten eines Wertpapiers für die pflichtwidrige Unterlassung einer Ad-hoc-Information ausgeschlossen, die auch im Falle der Veröffentlichung einer Pressemitteilung gegeben sein kann, eben weil keine formelle Ad-hoc-Mitteilung erfolgt ist (BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 30-33 - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 169 -).
Entsprechend setzt auch die Haftungsvorschrift des § 37b Abs. 1 WpHG voraus, dass der Dritte einen Schaden dadurch erlitten haben muss, dass er infolge der Unterlassung des Emittenten eben dessen Wertpapiere erworben bzw. veräußert hat (BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 17 - OLG Frankfurt/M OLGR 2008, 738 - in Juris Rz. 74 -).
Wie die Zurückziehung des Entwurfs eines allgemeinen Kapitalmarktinformations-Haftungsgesetzes zeigt, hat der Gesetzgeber eine Analogie dazu nicht gewollt; der Gesetzgeber hat sich gegen eine Ausweitung der Haftungsvorschriften ausgesprochen, damit gibt es keine Lücke im Gesetz (s.o.; vgl. BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 17 - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 166 -).
Der Senat teilt auch insoweit die Auffassung der Kammer (die von ihr zitierte Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 13.12.2011 ist die bereits angeführte in BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 20-26 - vgl. ferner OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 164f - LG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 129ff -).
Überdies genügt, wie sonst auch, für den Ausspruch des Unwerturteils der Sittenwidrigkeit weder der behauptete Gesetzesverstoß noch die Tatsache des Schadenseintritts; vielmehr muss sich die besondere Verwerflichkeit des Verhaltens aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben, wobei eine Gesamtbetrachtung aller Umstände erforderlich ist (Urteil S. 10 Abs. 3 Bl. 303; BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 28 - 160, 149 - in Juris Rz. 49 - BGH NJW-RR 2013, 550 - in Juris Rz. 25 - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 175-177 - OLG Düsseldorf WM 2009, 1655 - in Juris Rz. 32 - LG Stuttgart ZIP 2014, 726 - in Juris Rz. 142 a.E. -).
Auch insoweit bedarf es stets, wie bereits unter a) ausgeführt, der Gesamtbetrachtung aller Umstände (BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 28 - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 181 - OLG Düsseldorf WM 2009, 1655 - in Juris Rz. 32 - LG Stuttgart ZIP 2014, 726 - in Juris Rz. 142 a.E. -).
Das ist auch abgesehen von der Entscheidung des Oberlandesgerichts Stuttgart (…WM 2008, 1368ff - in Juris Rz. 32 -), die lediglich eine Falschinformation durch den Emittenten selbst betrifft, in der Rechtsprechung nicht weiter strittig; indessen sind auch Pressemitteilungen im Rahmen der gebotenen Gesamtbetrachtung aller Umstände an den - wie oben ausgeführt, ausgesprochen strengen - Kriterien des § 826 BGB zu messen (BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 28f - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 181ff - LG Stuttgart ZIP 2014, 726 - in Juris Rz. 142 -).
Die Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs aus § 826 BGB erfordert jedoch mehr, nämlich die substantiierte Darlegung und ggf. den Beweis durch den Kläger, dass die Anlageentscheidung gerade auf dem Fehlen einer bestimmten Information bzw. einer Falschinformation beruhte, welche der Beklagten zuzurechnen sein soll (vgl. BGHZ 192, 90 - in Juris Rz. 60-64 - OLG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 230-249 - OLG Düsseldorf WM 2009, 1556 - in Juris Rz. 33 - LG Stuttgart a.a.O. - in Juris Rz. 159f -).
ist (BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011, XI ZR 51/10, zit. nach juris, Rn. 41.
Die Beweiswürdigung ist danach grundsätzlich Sache des Tatrichters und nur eingeschränkt darauf zu überprüfen, ob er sich mit dem Prozessstoff und den Beweisergebnissen umfassend und widerspruchsfrei auseinandergesetzt hat, die Beweiswürdigung also vollständig und rechtlich möglich ist und nicht gegen Denkgesetze und Erfahrungssätze verstößt (st. Rspr., vgl. BGH, Urteil vom 13. Dezember 2011 - XI ZR 51/10, BGHZ 192, 90 Rn. 29; Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 217/03, WM 2004, 1726, 1729).
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LG München I, 03.06.2016 - 6 O 46/16
Sittenwidrige vorsätzliche Schädigung im Zusammenwirken mit Insolvenzverwalter

References: § 823
 § 13
 § 15
 § 20
 § 37
 § 37

§ 249
 § 823
 § 13
 § 15
 § 15

§ 20
 § 823
 § 37
 § 823
 § 20
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BGH 
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