Source: https://reihengeschaeftrechner.at/U2_transportiert/Reihengeschaeft_CH-DE-AT-kA.php
Timestamp: 2019-07-20 12:16:29+00:00

Document:
Reihengeschäftrechner Österreich / CH-DE-AT / U2 versendet
Ein österreichischer Unternehmer U3 (=Empfänger) bestellt bei seinem deutschen Lieferanten U2 (=Erwerber) eine Maschine. Da der Lieferant U2 die Maschine nicht auf Lager hat, bestellt er diese beim Schweizer Großhändler U1 (=Erstlieferant). Der deutsche Unternehmer U2 holt die Maschine vom Großhändler U1 in der Schweiz ab und liefert diese direkt an den Unternehmer U3 nach Österreich. Der deutsche Unternehmer U2 meldet die Waren zum freien Verkehr in Österreich an.
Steuerbefreiung (aus österreichischer Sicht) gem. § 6 Abs. 1 UStG iVm. § 7 UStG (Ausfuhrlieferung)
Haftung des österreichischen Unternehmers U3 gem. § 27 Abs. 4 UStG
Aus der Sicht des Erstlieferanten U1 (aus der Schweiz):
Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf die Steuerbefreiung (steuerfreie Ausfuhrlieferung) gem. § 6 Abs. 1 UStG iVm. § 7 UStG (oder alternativ mit Verweis auf Art. 146 der Richtlinie 2006/112/EC).
Der deutsche Unternehmer U2 muss sich im Bestimmungsland Österreich registrieren lassen und gegenüber U3 mit seiner österreichischen UID-Nummer auftreten. Die nachfolgend angeführten Eintragungen sind dementsprechend in der österreichischen UVA einzutragen.
Nachdem der deutsche Unternehmer U2 beim Grenzübertritt die umsatzsteuerliche Verfügungsmacht über die Waren hat und Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer ist, ist er zum Vorsteuerabzug aus dem Titel der EUSt berechtigt. Er kann das Verfahren "EUSt-NEU" (§ 26 Abs. 3 Z 2 UStG) anwenden, wenn er dies bereits bei der Zollanmeldung erklärt.
Für die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs aus dem Titel der EUSt ist die Einfuhrumsatzsteuer in die UVA entweder in der Kennziffer 061 (Vorsteuern betreffend die entrichtete Einfuhrumsatzsteuer) oder beim Verfahren EUSt-NEU in der Kennziffer 083 (Vorsteuern betreffend die geschuldete, auf dem Abgabenkonto verbuchte Einfuhrumsatzsteuer) einzutragen.
Diese Lieferung ist in Österreich (U3) steuerbar. Die Rechnung muss daher mit 20 % österreichischer Umsatzsteuer unter Angabe der eigenen österreichischen UID-Nummer ausgestellt werden.
Erfassung des Umsatzgeschäfts in den Kennziffern 000 und 022 als steuerpflichtige (Inlands-)Lieferung und Abfuhr der Umsatzsteuer aus dieser Lieferung an das österreichische Finanzamt (außer der österreichische Unternehmer U3 liefert die Umsatzsteuer im Rahmen seiner Haftung an das Finanzamt Graz-Stadt ab).
Der österreichische Unternehmer U3 muss gem. § 27 Abs. 4 UStG die auf diese Lieferung entfallende Umsatzsteuer einbehalten und im Namen und für Rechnung des leistenden Unternehmers (U2) an das Finanzamt Graz-Stadt abführen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, so haftet er für den hiedurch entstehenden Steuerausfall. (Annahme: Der deutsche Unternehmer U2 hat in Österreich weder einen Wohnsitz (Sitz) noch seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder eine Betriebsstätte).
Verordnung 584/2003: Diese Verordnung ist anwendbar, wenn der österreichische Unternehmer U3 Schuldner der Einfuhrumsatzsteuer ist und alle weiteren Bedingungen dieser Verordnung erfüllt sind. Die Anwendung dieser Verordnung hat zur Folge, dass sich der deutsche Unternehmer U2 in Österreich nicht umsatzsteuerlich registrieren muss und die Rechnung an den österreichischen Unternehmer U3 ohne Umsatzsteuer ausstellen muss. Der österreichische Unternehmer U3 ist in Folge zum Vorsteuerabzug aus der Einfuhrumsatzsteuer berechtigt, obwohl er beim Grenzübertritt aus umsatzsteuerlicher Sicht nicht die Verfügungsmacht hatte.
ACHTUNG: Wenn der deutsche Unternehmer U2 nicht mit einer österreichischen UID-Nummer auftritt sondern beispielsweise mit seiner eigenen deutschen UID-Nummer, so wird ein Innergemeinschaftlicher Erwerb im UID-Land ohne Recht auf Vorsteuerabzug ausgelöst. Das bedeutet, dass der Unternehmer U2 in Deutschland Erwerbsteuer bezahlen muss, aber nicht wie gewohnt diesen Betrag zugleich als Vorsteuer geltend machen kann. Siehe auch RZ 3777 UStR.
Obige Detailbeschreibung aus der Sicht des Unternehmers U1 stellt nur einen Anhaltspunkt dar, wie die steuerrechtliche Beurteilung wäre, wenn in der Schweiz die österreichischen Gesetze gelten würden. Ebenso in der Reihengeschäftzkizze wie auch in der Kurzbeschreibung wurden nationale Abweichungen zur österreichischen Gesetzeslage nicht berücksichtigt!

References: § 6
 § 7
 § 27
 § 6
 § 7
 Art. 146
 § 27