Source: https://issuu.com/coopzeitung/docs/multimediabeilage2011
Timestamp: 2017-03-24 03:16:51+00:00

Document:
Multimediabeilage 2011 by Coopzeitung - issuu
Beilage zur Coopzeitung
Nr. 44 vom 1. November 2011
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Multimedia&Unterhaltung 3
Cloud Computing: Was das ist, wie
es funktioniert und warum dieser
Technik die Zukunft gehört.
Alle paar Jahre gibt es in der Computerwelt eine Neuerung, die wirklich verblüfft. Eine Neuerung, die so
gut oder so cool ist, dass sich auch
erfahrene Computerbenutzer und
Cracks gegenseitig darauf aufmerksam machen und begeistert sind.
Eine Neuerung, die Fachleute und
Laien gleichermassen verblüfft.
Cloud Computing bietet genau das.
Wie Sie den grössten Nutzen aus
der Wolke ziehen: Services und
Programme für zu Hause.
Wolkentafeln
Die Wolke hat das gewisse Etwas.
Sie sorgt im Hintergrund zum Beispiel automatisch dafür, dass auf
Computer, Notebook, iPad und Handy wichtige Daten wie E-Mails, Kalender, Kontakte und Lesezeichen
immer synchron bleiben. Dank der
Wolke findet man ein Foto, das man
mit dem Handy schiesst, automatisch auf dem Computer. Oder das
elektronische Buch schlägt sich automatisch auf der zuletzt gelesenen
Seite auf, egal, auf welchem Gerät
man das Buch liest.
Man könnte fast sagen: Die Wolke
sorgt für Zauberei in der Computerei. Wir haben dem Prinzip der Wolke, dem «Cloud Computing», deshalb unsere Multimedia-Beilage
gewidmet. Damit Sie verstehen,
was die Computernutzer derzeit so
Am einfachsten lassen sich die
Wolken mit Tablet-Computer
nutzen. Eine kleine Übersicht.
Die Glotze in der Stube ist nicht
mehr dick und dumm, sondern
dünn und clever. Wolke sei dank.
Vernetzt und in der Wolke ist gut.
Aber ist es auch sicher? Dominik
Schupp gibt Auskunft.
Ihnen per E-Mail
ILLUSTRATIONEN: PASCAL BRUN
Herausgeber: Coop, 4002 Basel, Felix Wehrle,
Joachim Tillessen (Leiter Coop Presse)
Redaktion: Matthias Zehnder (Chefredaktor),
Produktion: Paul Gonseth, Katalin Vereb
Layout: Peter Hilfiker (Leiter),
Pascal Brun, Mischa Imfeld
Internet: Markus Kohler (Leiter),
Michaela Schlegel, Patrick Bärtschi
Druck: Basler Zeitung, 4002 Basel
Auﬂage: 1 850 000 Expl.
Titelbild: FLYART – Pascal Brun
FOTOS: FERDINANDO GODENZI; ILLUSTRATION: PASCAL BRUN
Multimedia&Unterhaltung 5
In Zukunft bewölkt
Der Wolke gehört die Zukunft: «Cloud Computing» heisst das
Zauberwort. Das Internet verwandelt sich in einen grossen
Datendienstleister, auch und gerade für Privatanwender.
Vor über 30 Jahren haben ein
paar findige, junge Männer im
Silicon Valley die Computerei
revolutioniert: Sie haben den
persönlichen Computer erfunden. Bis dahin musste, wer einen Computer nutzen wollte,
für teures Geld Rechenzeit auf
einem Grossrechner mieten.
Computer waren damals so teuer, dass ein Computer immer für
viele Menschen da war.
Bill Gates zum Beispiel war als
College-Schüler an der Lakeside
School von so einem Grossrechner abhängig. Sein College stellte den Schülern eng begrenzte
Rechenzeit zur Verfügung. Dem
Eigentlich sind viele der neuen Technologien gar nicht kompliziert, es
tönt nur immer so. Englische Fachwörter und viele Abkürzungen machen auch einfache Begriffe kompliziert. Das muss nicht sein:
Coopzeitung-Chefredaktor Matthias
Zehnder erklärt Ihnen die Technik in
einfachen Worten. In dieser Beilage
führt er Sie mit konkreten Tipps und
Erklärungen ein in die Welt der Wolkencomputer.
jungen Bill war das viel zu wenig. So hackte er sich ins System
und ergatterte sich so mehr Rechenzeit. Doch das System
stürzte ab und sein Eindringen
flog auf. Vielleicht war dieser
Vorfall mit ein Grund dafür, warum Gates später zu einem der
Väter des modernen Personal
Computings wurde.
Der Personal Computer entstand Ende der 70er-Jahre. Am
Beginn seiner Geschichte stehen Geräte von Apple — der legendäre «Apple I» —, Commodore, Atari und natürlich IBM. Das
Konzept des Personal Computers ist simpel: Der Computer
wird zum persönlichen Arbeitsinstrument, ein Computer ist für
einen Menschen da. Die Geräte
befreiten die Computernutzer
vom teuren Grossrechner und
vom Zwang, sich einem Computernetz anzuschliessen. Die
Nachfolger von Bill Gates an der
Lakeside School mussten sich
nicht mehr in Grossrechner hacken, um programmieren zu
die Welt weiterentwickelt. Immer mehr Menschen haben neben dem persönlichen Computer ein Notebook, ein iPad und
ein Smartphone. Eigentlich 6
Vor 1980 waren Computer wertvolle und höchst komplizierte
Maschinen, die von Spezialisten
betreut wurden. Anwender
wählten sich über Terminals auf
die Grossrechner ein. Die Rechenzeit des Zentralrechners wurde an
die Anwender vermietet.
In den 70er-Jahren entwickelte
sich eine unerhörte Idee: Die
Idee eines persönlichen Computers. Computer wurden so klein
und so billig, dass sich das mit der
Zeit tatsächlich realisieren liess.
Der PC war geboren.
Ein «Personal
Computer» ist ein
GRAFIK: PIXEL, ICON: ISTOCKPHOTO
Die «dummen»
Bedienungsstationen
hat ein Mensch heute also
viele Computer. Das ist der historische Dreischritt in der Entwicklung der Computerei: Am
Anfang teilten sich viele Menschen einen Computer. In der
Ära des persönlichen Computers hatte ein Mensch einen
Computer. Heute hat ein Mensch
viele Computer.
Die neue Entwicklung hat ihre
Kehrseiten: Wer viele Computer
besitzt, muss dafür sorgen, dass
die Daten auf all diesen Rechnern immer auf dem neusten
Stand sind. Angefangen zum
nicht mehr zentral,
sondern lokal auf
dem PC gespeichert.
Beispiel bei den Lesezeichen im
Webbrowser, den Bookmarks:
Es ist höchst ärgerlich, wenn
man sich eine tolle Website
zwar zu Hause auf dem PC gemerkt hat, sie dann aber unterwegs mit dem Notebook nicht
Im digitalen Leben
sorgt die Wolke
dafür, dass die Daten
immer schön aktuell
mehr findet, weil die Bookmarks auf dem Notebook nicht
dieselben sind wie die auf dem
Computer zu Hause.
Dasselbe gilt natürlich für
Kontaktangaben, für E-Mails
und für Dokumente aller Art.
Moderne Menschen sind deshalb immer wieder damit beschäftigt, all ihre Geräte auf den
neusten Informationsstand zu
bringen. Wie schön wäre es
doch, wenn die Gerätchen das
selbst übernehmen würden.
Genau das ist eine der Kernideen von Cloud Computing, von
der Computerei mit der grossen
Wolke: All die Computer und Gerätchen werden im Hintergrund
an einen «Wolkendienst» angeschlossen, der dafür sorgt, dass
die wichtigsten Daten immer à
jour sind. Kontakte, Bookmarks,
E-Mails und wichtige Dokumente werden in der «Wolke» gespeichert und jeweils mit den
verschiedenen Geräten synchronisiert.
Die Computerei kehrt damit eigentlich an ihre Anfänge zurück:
Im Zentrum steht ein Grossrechner, der die Daten handhabt; die
Geräte vor Ort sind nichts ande-
Multimedia&Unterhaltung 7
Viele Computer für
Computer werden immer kleiner
und immer billiger. Das Resultat
sind Smartphones, Notebooks,
Netbooks und schliesslich das
iPad. Jetzt besitzt jeder Mensch
eine ganze Reihe von Computern.
Viele Computer, eine Wolke
Die vielen Computer sind alle mit der
«Wolke» verbunden: Eigentlich steht
also wie 1970 wieder ein grosser
Rechner im Zentrum. Er sorgt unauffällig im Hintergrund dafür, dass all die
kleinen Computerchen funktionieren.
schwieriger, die
Daten auf den
vielen Geräten zu
Gerätchen
sich selbstständig
grosse Wolke.
res als «Front-Ends», Zugangspunkte also zum grossen Rechner im Zentrum. Anders als in
der Computervorzeit ist der Anwender dabei meist nicht nur
von der Zentrale abhängig. Die
Vernetzung verschafft ihm aber
zusätzliche Möglichkeiten, sei
es, dass er dieselben Daten auf
mehreren Geräten benutzen
kann, sei es, dass er über das
Netz mit anderen Benutzern zusammenarbeiten kann.
Die einfachste Form eines solchen Wolkendienstes ist ein
Web-Mail: Statt die E-Mails von
einem Server auf einen Computer herunterzuladen, werden sie
mit dem Browser per Web betrachtet. Direkt im Browser werden die Mails bearbeitet, geordnet, gelöscht, da werden die
Kontakte verwaltet, Spams aussortiert und natürlich neue Mails
verschickt. Der Vorteil dieses
Systems: Egal, ob man vom
Heimcomputer oder vom Hotel
aus, per Handy oder Notebook
auf den Maildienst zugreift, man
trifft immer den aktuellsten
Stand an und hat nie eine wichtige Anschrift zu Hause vergessen.
Einen Schritt weiter gehen Syn-
chronisationsdienste. Das sind
Techniken, mit deren Hilfe die
Wolke im Hintergrund dafür
sorgt, dass Daten auf mehrere
Rechner verteilt werden. Die
einer Wolke ist ein
Webmail-Dienst. Für
Handy, PC und iPad.
Browser und Computersysteme
hinweg dafür sorgt, dass alle
Bookmarks immer aktuell sind.
Wenn man also zu Hause am
Mac ein neues Lesezeichen in
seinen Safari-Browser einfügt,
dann sorgt Xmarks dafür, dass
beim nächsten Aufstarten das
Lesezeichen auch im Internet
Explorer des Notebooks zur Verfügung steht.
einfachste Form eines solchen
Synchronisationsdienstes ist
vielleicht Xmarks: Das ist ein
Service, der über mehrere
Noch weiter gehen Dienste wie
Dropbox: Sie sorgen dafür, dass
die Dateien in bestimmten Verzeichnissen auf dem Computer
immer auf alle
In einem Netzwerkschema steht eine
Wolke für ein nicht näher deﬁniertes
Netzwerk. Von daher kommt der Name
«Cloud Computing»: Die «Wolke» sorgt
dafür, dass der Anwender auf Computer, Notebook, iPad und Smartphone
immer Daten, Mails und Programme
zur Verfügung hat. Die Wolke sorgt
automatisch für einen Datenabgleich.
Gar nicht nebulös: Die Wolke symbolisiert Server und Dienste, die über
das Internet erreicht werden.
sind Speicherdienste in
der Wolke. Netzspeicher
machen es möglich, Daten
sehr einfach mit anderen
Rechnern zu synchronisieren oder mit anderen
Anwendern zu teilen.
angeschlossenen Rechner
verteilt werden. Man kann also
zu Hause einen Text bearbeiten
und in der Dropbox ablegen und
dann auf dem Notebook weiter
daran arbeiten, ohne je einen
Speicherstift zu Hilfe genommen zu haben.
Ganz in die Wolke verlagert
wird die Arbeit, wenn lokal gar
kein Programm mehr ausgeführt, sondern das Programm
per Webbrowser auf einem
Server ferngesteuert wird.
«Software as a Service» (SaaS),
also «Programm als Dienstleistung» hiess diese Art von Angebot früher. Benutzt wurden die
Services vor allem von Firmen,
und das für teures Geld. Im
Zeitalter der Wolke können
auch Privatanwender davon
profitieren, und zwar kostenlos: Statt für jeden Computer
eine teure Textverarbeitung zu
Die Wolke kann nicht nur
Daten speichern, sondern
auch Programme anbieten.
Statt lokal auf einem
Rechner arbeitet der
Anwender dann per
direkt auf einem Server.
kaufen, loggt man sich einfach
auf einen solchen Wolkendienst
ein und bearbeitet die Texte da
im Webbrowser. Fast so bequem wie in der lokalen Textverarbeitung und von jedem
ein Tablet (zum Beispiel das
iPad) dazu, manche smarte
Fernseher sind auch mehr Computer als TV-Gerät und in Familien mit Teenagern vervielfältigt
sich die Gerätelandschaft von
Den grossen Schub hat die
Wolke in den letzten Monaten
aber vor allem des geschilderten Dreischritts in der Computerentwicklung wegen erhalten.
All diese Geräte müssen auf
Daten zugreifen können. Dabei
wollen Familienväter ihre Zeit
nicht mit der Administration
von komplizierten Arbeitsgruppenservern verbringen. Die
Wolke übernimmt das für sie,
oft kostenlos, meistens automatisch. Im Hintergrund und ganz
unauffällig synchronisiert die
Wolke Fotos, Kalendereinträge,
E-Mails und Adressen. Bald wird
auch die Musik- und die Filmbibliothek in die Wolke wandern.
In den USA funktioniert das bereits, in der Schweiz stehen, wie
immer, noch Urheberrechtsgesetze im Weg.
E-Mails, Termine,
Adressen und Fotos
wandern in die Wolke. Bald auch Musik.
nicht mehr nur einen Computer,
sondern mindestens drei: Einen
PC (oder einen Mac), ein Handy
(zum Beispiel ein iPhone) und
ein Notebook. Oft kommt noch
Multimedia&Unterhaltung 9
Wie geht es weiter? Werden
bald noch mehr Daten in die
Wolke abwandern? Im besten
Fall werden die Wolken noch etwas leistungsfähiger und noch
etwas zuverlässiger. Für Privatanwender wäre es wohl am
wichtigsten, wenn sie Sicherheitskopien ihrer kritischen Daten in der Wolke ablegen könnten. Weil es sich dabei aber um
Berge von Digitalfotos und Videos handelt, also entsprechend viel Speicherplatz gefordert wäre, dürfte es noch eine
Weile dauern, bis man sich für
wenig Geld gleich ein paar Terabyte Speicher in der Wolke mieten kann.
«Und der Datenschutz?», werden kritische Computernutzer
jetzt fragen. Will ich wirklich
meine Familienfotos Google,
Apple und Co. anvertrauen? Die
Antwort ist wohl ganz einfach:
Das Risiko, dass wertvollen Erinnerungen auf der eigenen
Festplatte etwas passiert, ist
wohl ganz einfach grösser und
weniger angenehm als das Risiko, dass Google oder Apple
(oder ein Hacker) mit den Familienfotos etwas Ungehöriges anstellt. Die Zukunft dürfte also
der Wolke gehören.
APPLE AUF WOLKE SIEBEN
Mit dem neuen Dienst iCloud macht Apple
das Cloud Computing populär.
Es war der letzte, grosse Auftritt von Steve
Jobs: Im Juni präsentierte er an der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco das
neue Betriebssystem iOS5 und den dazugehörigen Dienst iCloud. Für Jobs kam mit
iCloud ein Projekt zum Abschluss, das er
über 15 Jahre lang verfolgte. Schon in den
90er-Jahren schwärmte er von einem Dienst,
der unsichtbar dafür sorgt, dass er überall
seine eigenen Daten vorfindet. Kurz vor seinem Tod konnte er seinen Traum verwirklichen. Seit 12. Oktober ist der Dienst verfügbar.
Apples iCloud sorgt im Hintergrund dafür,
dass wichtige Daten auf Computern (Mac und
PC), iPhone und iPad synchron bleiben. Apple
konzentriert sich dabei nicht auf Kontakte,
Mails und Bookmarks, sondern bietet darüber
hinaus die Möglichkeit, auch Fotos und EBooks synchron zu halten. In den USA gehört
auch ein Dienst für die Synchronisierung von
Musik dazu. In Europa scheint Apple den
Dienst noch nicht aktiviert zu haben — wie immer ist das europäische, länderbasierte Copyright-System einiges komplizierter. iCloud ist
damit nicht einfach eine Art Netzwerkfestplatte, sondern ein intelligenter Dienst, der in
alle Apple-Programme und künftig auch in
Apps anderer Anbieter eingebaut ist.
In der Praxis funktioniert das so problemlos,
dass man es gar nicht bemerkt. Man schiesst
zum Beispiel mit dem iPhone ein Foto und
findet das Bild eine Minute später automatisch im Ordner «Photostream» auf seinem
iPad und auf seinem iMac wieder. Oder man
merkt sich auf dem Computer eine Webseite
in seinen Bookmarks und kann auf dieselbe
Information wenig später mit dem Handy zugreifen. Apps von Apple und anderen Anbietern haben die Funktionalität bereits
eingebaut. iCloud wird schon bald so selbstverständlich sein, dass man gar nicht mehr
davon spricht.
«Die» Wolke gibt es nicht. «Cloud Computing» meint,
dass Daten im Internet auf einem Server gespeichert
werden. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Anbietern
– also eine Menge verschiedener Wolken.
Der im Moment bekannteste Wolkendienst ist sicher
iCloud von Apple. iCloud hat zwei Nachteile:
Nur Mac-Anwender haben etwas davon — und
auch das nur, wenn sie das neuste Betriebssystem
auf dem Mac (Mac OS X Lion) und auf dem iPhone
(iOS 5) benutzen. Wer beides hat, surft auf
Wolke sieben, wer das nicht hat, guckt in die
Wolke statt Stift
Die einfachste Anwendung einer Wolke ist
ein kleiner Onlinespeicher: Statt auf einem
Speicherstift speichern Sie Daten, die Sie
unterwegs benötigen, auf einem Onlinespei-
cher. Ohne Installation
eines Programms geht
das ganz einfach über
den Webbrowser. Wenn Sie
ein Programm wie Dropbox
installieren, können Sie den Onlinespeicher auch ansprechen wie
einen angesteckten Speicherstift.
Wer Wolkendienste wirklich nutzen
will, kommt um kostenpflichtige Angebote kaum herum. Je nach Angebot und Möglichkeiten sind die Preise sehr unterschiedlich. Zum
Ausprobieren reichen aber die kostenlosen Basisangebote längstens
aus. In unserer Liste finden Sie einige Anbieter samt Webadresse.
Also: Probieren statt studieren.
Clevere Dienste
Wenn die Wolke verblüfft, dann stecken clevere Dienste
dahinter. Dienste, welche die Möglichkeiten, die im Cloud
Computing stecken, besonders gut nutzen. Eine Auswahl.
Auf den letzten Seiten haben
wir Ihnen gezeigt, was eine
Wolke in der Computerei ist,
was hinter einer solchen
«Cloud» steckt und wie es dazu
gekommen ist, dass die Wolken
heute so wichtig sind. Die wirklichen Treiber der Entwicklung
sind aber nicht die Konzepte, es
sind clevere Dienste. Möglichkeiten, die so überraschen,
dass man wieder einmal staunend vor einem Computer
steht. Manchmal sieht es wie
Zauberei aus.
iPhone 4S Mit dem
iPhone 4S hat Apple
das iOS 5 herausgebracht, die neue
Version ihres
Handy-Betriebssystems. iOS 5 hat die Wolke bereits
eingebaut: «iCloud» heisst der
Dienst bei Apple. Das neue iPhone
hat eine stark verbesserte Kamera
an Bord, glänzt mit einem
schnellen Prozessor und lässt sich
mit gesprochenen Befehlen
Die einfachste Lösung aus der
Wolke ist ein Speicherdienst.
Dabei geht es weniger um den
Speicherplatz – Onlinespeicher
bleibt, verglichen mit einer
Wechselfestplatte, relativ teuer. Es geht vor allem um die
Verfügbarkeit von wichtigen
Daten. Sei es, dass Sie zu Hause an einem Dokument arbeiten, das Sie im Büro brauchen,
sei es, dass Sie Ihren Freunden
ein paar Fotos der letzten Ferienreise zeigen möchten, sei es,
dass Sie von all Ihren Computern aus auf wichtige Daten zugreifen wollen.
ist Google: Das Betriebssystem
Android des SuchmaschinenRiesen ist in immer mehr Handys
eingebaut. Kernpunkt ist der
Android App Market. Android
kann, anders als das iOS, auch
Flash-basierte Inhalte anzeigen.
Auf Android basiert zum Beispiel
das HTC Sensation mit dem 4,3
Zoll grossen Display.
Auf der folgenden Doppelseite
stellen wir Ihnen einige Speicherdienste vor. Über diese
Auswahl hinaus gibt es viele
weitere Lösungen. Interessant
sind Speicherdienste dann,
wenn sie über besondere Funktionen verfügen, also mehr aus
der Wolke machen. Die iCloud
von Apple ist so ein Beispiel: Eigentlich handelt es sich dabei
einfach um Onlinespeicherplatz. Der ist aber so clever in
die Programme eingebunden,
dass es sich wie Zauberei anfühlt. In Zukunft werden wir sicher mehr solche eingebetteten Zauberdienste sehen.
die Wolke zu bedienen. Wie ein
Tablet haben Sie nur wenig
Speicher an Bord, aber sie sind mit
einer Tastatur ausgestattet. Mit
dem HP Mini 210 etwa kann man
sich drahltlos per WLAN ins Netz
einwählen. Es hat zwar eine 250
GB grosse Festplatte, HP spendiert
dem Mini aber 2 GB im HP
iCloud ist also eigentlich kein
reiner Speicherdienst, sondern
ein Wolkenprogramm. Eine Anwendung also, die auf einem
Server im Internet läuft und
dem Anwender per Netz Funktionen anbietet. In Reinkultur
macht das Google mit verschiedenen Services. Das Angebot
hat so viel Erfolg, dass Microsoft ihrem erfolgreichen OfficePaket mittlerweile selbst Konkurrenz macht mit einem
Online-Office. Eine Übersicht
finden Sie ab Seite 14.
Wolkendrucker. Gemeint sind
damit nicht einfach Drucker, die
man per WLAN erreichen kann,
sondern Printer, die sich aus dem
Internet beliebig ansprechen
lassen. Besonders interessant ist
der Dienst Google Cloud Print. Der
Dienst wird von allen neuen
Canon-Geräten unterstützt, zum
Beispiel vom Canon Pixma
MG5350.
Multimedia&Unterhaltung 11
Der «Flüster-Synchronisationsdienst» von
Amazon ist ein echter
Cloud-Service für die EBook-Kunden: Ohne dass der
Benutzer es bemerkt, sorgt die
Technik dafür, dass die bei Amazon gekauften Kindle-E-Books
sind. Kauft man online ein
Buch, kann man es sich auf
seine Kindle herunterladen, es
steht dann aber auch auf dem
iPhone, dem iPad, einem Android-Handy oder dem PC zur Verfügung. Liest man in dem Buch,
sorgt Whispersync dafür, dass
man auf allen Geräten immer
auf die Seite gelangt, die man
zuletzt gelesen hat. Buchzeichen, Markierungen und Anmerkungen werden ebenfalls
Kosten: Gratis für KindleBenutzer
einen Internet-Speicher an.
Von der Schweiz aus ist nur die
reine Speicherfähigkeit verfügbar. In Amerika speichert Amazon in der Wolke auch Musik,
die der Kunde kauft. Die Musik
lässt sich später direkt aus der
Wolke auf dem Handy oder
dem Computer abspielen. In
Europa fehlen dafür (wie bei
Apple auch) die notwendigen
Verträge mit den Rechteverwertungsgesellschaften.
Kosten: 5 GB sind gratis
Primär als Backup-Service gedacht, dient SpiderOak heute
auch als Wolkenangebot mit
weitreichenden Synchronisationsfähigkeiten. Die Software ist
aber nach wie vor als schnelles
und sicheres Backup-Tool geeignet. Allerdings lassen sich kostengünstig damit nur wirklich relevante Daten sichern. Die
Fotobibliothek der Familienfotos so zu sichern, die
schnell einmal einige Hundert
Gigabytes umfasst, kommt dann
Preis: 2 GB kostenlos, pro
100 GB und Jahr 100 Dollar.
Apple ist so etwas
wie das Vermächtnis von Steve Jobs: Schon vor
Jahren hat er sich gewünscht,
dass sich seine (vielen) Geräte
von selbst synchronisieren. Jetzt
ist die Vision Realität: Die iCloud
von Apple sorgt dafür, dass
wichtige Inhalte wie Kontakte,
Mails, Fotos und Videos auf den
eigenen Apple-Geräten wie von
Zauberhand synchronisiert werden. So kann man mit dem iPhone ein Foto schiessen und findet
es danach auf dem iMac und
dem iPad wieder, ohne dass man
dafür einen Finger rühren müsste. Man beginnt mit dem Bearbeiten eines Dokuments auf
dem iPad und setzt die Arbeit
auf dem Mac fort, ohne das Dokument mühsam transferieren
zu müssen. Leider noch nicht
funktionstüchtig sind in der
Schweiz vergleichbare Dienste
für die Synchronisation von Musik – wie immer aus rechtlichen
Gründen. Die iCloud ist integriert in die Apps von Apple, es
werden sich aber auch andere
Apps der iCloud bedienen und
auf diese Weise die Apple-Geräte mit noch mehr Zauberfunktionen versehen. Voraussetzung für
die Nutzung der iCloud sind Mac
OS X Lion auf dem Mac und iOS
5 auf iPhone, iPad und iPod.
Cloud-Service bietet nicht nur
eine gute Online-Festplatte mit
Synchronisationsfähigkeit an,
sondern ist auch in vielen Apps
schon eingebaut. Auf dem Computer und dem Notebook
taucht Dropbox als spezieller
Ordner auf. Alles, was in diesem Ordner (lokal) gespeichert
wird, synchronisiert Dropbox
automatisch mit der Wolke und
mit den verbundenen Ordnern
auf anderen Computern. Auf
die Daten kann man auch per
Browser oder mit der DropboxApp zugreifen. Verschiedene
andere Apps, darunter etwa
GoodReader, iThoughts oder
das Schreibprogramm WriteRoom, haben die Dropbox
schon eingebaut. Die Software
gibt es für Mac, Windows, Linux, iPhone, iPad, Android und
Kosten: 2 GB kostenlos,
50 GB 10 Dollar im Monat,
100 GB 20 Dollar im Monat.
Kosten: 5 GB Speicherplatz
3D LED-TV mit 200Hz FHD Panel
DVB-T/C/S2/CI+ / USB Media / WLAN ready
Smart TV / Samsung Apps / Online Videos
USB Video REC. mit PVR / EPG auf HDD
Dünner. Leichter. Schneller. FaceTime. 10 Stunden Batterielaufzeit.
64 GB white Art. 880799
Einlösbar in Ihrer
Interdiscount-Filiale
bis 20.11.2011. Nicht
Bons/Rabattaktivitäten.
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Multimedia&Unterhaltung 13
Nicht einfach ein
Onlinespeicher, sondern eine Art multimedialer Merkzettel: Evernote
speichert alles, was man liest,
sieht und hört, und zwar so,
dass man von überall her darauf Zugriff hat. Egal, ob es sich
dabei um eine interessante
Website handelt, ein Textschnipsel aus einem Dokument
oder eine Online-Radiosendung. Evernote ist direkt per
Internet vom Computer aus
aufrufbar oder vom iPad oder
vom iPhone aus über die entsprechende App. Die Notizen,
Schnipsel und gemerkten Inhalte werden indexiert und auf
intelligente Art und Weise zur
Kosten: Basisversion gratis,
Premiumversion 45 Dollar
Windows Live ist das CloudComputing-Angebot von Microsoft für Privatanwender. Es besteht konkret aus zwei Komponenten: Windows Live Skydrive bietet 25 GB kostenlosen
Online-Speicher für Dateien.
Der Skydrive funktioniert dabei
wie eine Wechselfestplatte, nur
dass Windows nicht auf ein lokales Laufwerk zugreift, sondern auf Speicherplatz im Internet. Mit Windows Live Mesh
sorgt Microsoft für synchrone
Daten über mehrere PCs hinweg. Technisch handelt es sich
dabei um einen «synchronisierten SkyDrive-Speicher».
Kosten: 25 GB Speicherplatz
in Windows live und 5 GB Synchronisationsplatz in Windows Mesh sind kostenlos.
Speicherdienst bezeichnet sich selbst
als «Schweizer Taschenmesser
unter den Online-Speichern».
Die Technologie von Wuala wurde an der ETH Zürich entwickelt.
2009 wurde Wuala von LaCie
übernommen. Wuala achtet bei
der Speicherung besonders auf
Sicherheit: Die Daten werden vor
dem Übertragen in kleine Fragmente aufgeteilt, verschlüsselt
und danach verteilt abgelegt.
Wuala bietet dabei die automa-
tische Synchronisation einzelner
Ordner auf der Festplatte und
macht es möglich, auch auf frühere Versionen einer Datei zurückzugreifen. Die Server von
Wuala stehen in der Schweiz, in
Frankreich und in Deutschland.
Der Dienst eignet sich damit für
alle Anwender, die ihre Daten
nicht in irgendeinem kalifornischen Rechenzentrum gespeichert haben möchten.
Nicht bloss eine Onlinefestplatte,
sondern gleich einen ganzen Onlinecomputer macht Cloudme
verfügbar: Wie bei einem normalen Computer gibt es einen Desktop, von dem aus alle Anwendungen gestartet werden. Es gibt
Apps für Office-Anwendungen,
einen Kalender, Programme für
Fotos und Videos und weitere. Innerhalb von Cloudme lassen sich
Dateien einfach mit anderen Benutzern austauschen und sogar
gemeinsam bearbeiten. Auf seinen Cloudme-Computer kann
man von jedem Webbrowser aus
zugreifen — Voraussetzung ist allerdings installiertes Java. Die
Daten der Onlinefestplatte lassen sich auch per PC, Mac
oder Smartphone nutzen.
Ähnlich wie Dropbox synchronisiert SugarSync Dateien über eine
ganze Reihe von Plattformen hinweg und macht sie vom Handy aus
zugänglich. Dabei bietet SugarSync auch Versionierung an: Man
kann also auf bis zu fünf ältere Dateiversionen zurückgreifen. SugarSync-Software gibt es für PC und
Mac, für iPhone und iPad, für Android, für BlackBerry, für Windows
Mobile und für Symbian.
Kosten: 5 GB kostenlos zum Testen, 30 GB 50 Dollar im Jahr,
60 GB 100 Dollar im Jahr.
GB sowie Grundanwendung des
Cloudme-Computers
kostenlos, Premium
25 oder 100 GB
für 50 bzw. 100
Programme aus der Wolke In der Wolke im Internet
lassen sich nicht nur Daten speichern. Die Wolke selbst
kann aktiv werden: «Software as a Service» heisst das
auf Englisch. Programme als Wolkendienste. Online kann
man so nicht nur mailen und Termine verwalten, sondern auch Texte verarbeiten, zeichnen und rechnen.
Google Docs: Für eine kurze Probefahrt mit einem Wolkenprogramm empfehle ich Ihnen Google Docs. Der
Dienst ist kostenlos, Sie benötigen lediglich ein GoogleKonto. Sie können Dokumente direkt online neu erstellen oder bestehende Office-Dokumente hochladen. Der
Witz dabei: Wenn die Dokumente einmal online sind,
können Sie sie von jedem Computer mit Internetanschluss aus ansehen und bearbeiten — auch mit einem
Handy oder einem iPad.
Immer häufiger laufen Programme nicht mehr lokal auf
einem Computer, sondern zentral auf einem grossen Rechner.
Per Computer, Tablet oder Handy greift man darauf zu.
Eine der ersten Firmen, die Wolkenprogramme im grossen Stil
zur Verfügung stellte, war Google: «Google Docs» heisst das Angebot. Es funktioniert ganz einfach: Statt dass man ein
Textdokument oder eine Tabelle lokal auf dem eigenen Rechner öffnet, wird die Datei von
Google auf dem zentralen Server geöffnet und man schaut sie
sich mit dem Browser an.
Das hat den Vorteil, dass sich
Dateien, die per Mail zugestellt
werden, gleich auf dem Server
bearbeiten lassen, ohne dass
man sie erst herunterladen
muss. Das gilt nicht nur für Texte und Tabellen, sondern auch
für PDF-Dateien und für Präsentationen. Um den Virenschutz muss sich der Benutzer
auch nicht kümmern: Das ist
Sache von Google.
Wolkenprogramme haben
dabei drei grosse Vorteile:
1) Daten immer dabei
Egal, wo Sie sind — Sie haben
Ihre Daten immer mit dabei.
Sie über einen Internetanschluss verfügen. Sie können
dabei nicht nur auf die aktuellste Version der Datei zurückgreifen, die Sie benötigen, sondern auch auf die History, also
Bearbeitungsschritte oder Recherchedokumente.
2) Rascher Dateiaustausch
Dokumente werden immer
häufiger über das Internet ausgetauscht. Per E-Mail erhalten
Sie Dateien, die Sie betrachten
oder bearbeiten müssen. Um
eine solche Datei mit einem
traditionellen Programm bearbeiten zu können, muss man
sie zuerst herunterladen, dann
kann man sie bearbeiten, um
sie dann per Mail über das Internet wieder zu verschicken.
Wolkenprogramme vereinfachen diesen Schritt: Man erhält
die Programme online, kann
sie ohne Herunterladen da
gleich bearbeiten und problemlos weiterschicken. Das
funktioniert bei grossen Dokumenten auch dann, wenn man
eine relativ langsame Internetverbindung hat.
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Multimedia&Unterhaltung 15
Natürlich hat man dabei
nicht dieselben, ausgefeilten Möglichkeiten, eine
Datei zu bearbeiten, wie wenn
man die Datei mit Microsofts
Word oder Excel öffnet. Dafür
muss man aber auch keine teuren Programme kaufen und
sich durch komplizierte Bedienungsoberflächen quälen. Studien zeigen immer wieder, dass
die Benutzer von Word und Co.
nur ein bis zwei Prozent der
Programmfunktionen nutzen.
Abgespeckte Onlineversionen
einer Textverarbeitung versuchen, genau diese ein bis zwei
Prozent zur Verfügung zu stellen. Für die allermeisten alltäglichen Arbeitsschritte sind diese Funktionen ausreichend.
Dass die Textverarbeitung nur
funktioniert, wenn auch das Internet funktioniert, daran
Hierzulande mag es eher selten sein, dass grössere Netzunterbrüche auftreten. Wer öfter
unterwegs ist und sich dabei,
gerade im Ausland, auch mal in
Funklücken tummelt, kann allerdings ganz schön auf die
Welt kommen.
Klar: Wolkendienste sind sicher. Keine Diskussion. Microsoft, Google und Co. könnten
sich etwas anderes nicht erlauben. Und doch: Es ist ein eigenartiges Gefühl, die geheimsten
Daten irgendwo auf einem Server in Kalifornien abzulegen.
Auf dem eigenen Computer zu
Hause sind die Dateien garantiert nicht besser aufgehoben
und schon gar nicht auf einem
Speicherstift – aber trotzdem:
Für Privatanwender und ihre
Bedürfnisse sind die meisten
Dienste kostenlos. Wer mehr
als nur ein paar Dateien verwalten und die Dienste also
professionell nutzen will, muss
Die Wolkenprogramme
Google bieten Lösungen für
Texte, Tabellen, Präsentationen, Formulare und Zeichnungen. Die Dateien können dabei
jeweils von mehreren Benutzern gleichzeitig bearbeitet
werden. Zu den Apps von Google gehören auch Google Mail,
der Google Kalender sowie
Programme für Weblogs (Blogger), Fotogalerien (Picasa) und
das Lesen von Nachrichtenfeeds (Google Reader). Voraussetzung für die Benutzung ist
ein (kostenloses) Google-Konto.
Preis: Für Privatanwender
kostenlos, Businessanwender zahlen pro Benutzerkonto 40 Euro pro Jahr.
Gruppe von Onlineprogrammen ermöglichen es, in einer
Arbeitsgruppe gemeinsam Dateien zu bearbeiten und zu verwalten. Populär ist vor allem
Zoho Write, die Textverarbeitung. Es gehören aber auch
Agenda, Planer, Präsentationsprogramm, Tabellenkalkulation, ein Rechnungsprogramm
und einige andere Tools dazu.
Preis: Privatanwender kostenlos, Firmen zahlen je nach
Anwendung; Textverarbeitung etwa kostet 5 Dollar im
sich mit den Business-Preisplänen von Wolkendiensten beschäftigen. Und die sind nicht
ganz durchsichtig. Die Kosten
belaufen sich jeweils pro Monat
oder Jahr und pro Speicherplatz oder pro Dokument. Aber
wer kann schon abschätzen,
wie viele Dokumente er in einem Jahr verarbeitet und wie
schwer die sein werden. Gut
möglich, dass der scheinbar
günstige Onlineservice sich im
Endeffekt als gar nicht so günstig erweist und das auf den ersten Blick teure Programm auf
die Länge gesehen die günstigere Lösung wäre.
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lassen sich bequem mit den
entsprechenden normalen Office-Programmen von Microsoft kombinieren und arbeiten
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Multimedia&Unterhaltung 19
Tablet-Rechner sind Computer, die Spass machen. Beim Einschalten
muss man nicht warten, zur Steuerung genügt die Fingerspitze
und die Leichtgewichte sind immer dabei. Auf den leuchtenden
Farbbildschirmen kann man nicht nur e-mailen und durch das
Internet surfen, sondern auch elektronische Zeitschriften lesen und
Musik und Videos geniessen.
Eine neue Gerätekategorie hat
die Herzen der Konsumenten
erobert. Die Tablet-PCs haben Grösse und Gewicht einer
Zeitschrift und funktionieren
dank Akku und drahtlosem
Netzwerk tagelang, ohne
dass man sich mit irgendwelchen Kabeln herumschlagen muss. Nicht einmal Tastatur und Maus sind nötig. Die
Maus wird nämlich durch die
Fingerspitzen ersetzt.
Man tippt auf dem Bildschirm
einfach das Gewünschte an.
Will man etwas vergrössern,
spreizt man einfach zwei Finger. Muss man etwas tippen,
blendet sich eine Bildschirmtastatur ein, auf der man einfach abgebildete Tasten antippt. Die Bedienung von
Tablets ist so intuitiv, dass
auch Computerneulinge innert Minuten damit zurechtkommen.
Kein Warten, kein Installieren
Tablets sind ärgerfrei. Drückt
man die Einschalttaste, sind
sie sofort betriebsbereit. Ein
weiterer Knopfdruck schaltet sie aus, ohne dass man
irgendwelche Daten verliert. Will man seinem digitalen Freund neue Fähigkeiten
beibringen, lädt man einfach
sogenannte Apps via Internet aus einem Programmladen (App-Store). Vieles davon
lässt sich gratis ausprobieren.
Apps lassen sich nicht nur mit
einem Fingertippen auf das
Tablet holen, sondern genauso einfach spurenlos wieder
Trotz dieser Einfachheit kön-
nen Tablets fast alles, was
«richtige Notebooks und PCs»
beherrschen. Man kann wie
gewohnt durch das Internet
surfen und auch E-Mails lassen sich bequem lesen und
beantworten. Tablets eignen
sich auch hervorragend, um
Fotos anzuzeigen oder Filme
Tablets sind ärgerfrei. Drückt man die
Einschalttaste, sind
sie sofort bereit.
und Musik abzuspielen. Diese Medien kommen entweder
aus dem öffentlichen Internet,
dem persönlichen Cloud-Speicher im Internet oder aus dem
Heimnetzwerk und von üblichen Speichergeräten.
Tablets arbeiten sogar hervorragend mit bereits 20
vorhandenen Unterhaltungsgeräten zusammen. So
lässt sich die Musikausgabe vom Tablet mit einem Tastendruck auf die Stereoanlage umleiten und erklingt dann
mit satten Bässen. Oder Fotos,
die auf dem Tablet-Bildschirm
zu sehen sind, erstrahlen nach
einem Fingertippen auch auf
dem grossen Fernseher. Wer
solchen Komfort nutzen will,
muss allerdings darauf achten, dass Fernseher und Stereoanlagen die offene Vernetzungstechnik DLNA (Digital
Living Network Alliance) oder
das von Apple entwickelte Verfahren «Airplay» unterstützen.
Immer mehr Gerätehersteller bieten spezielle Apps, welche die herkömmliche Infrarotfernbedienung von TV und
Co. ersetzen. Dann kann man
mit der Fingerspitze die Lautstärke der HiFi-Anlage regulieren.
Immer mehr Unterhaltung
wird speziell für die Tablets
geschaffen. Hunderte von
sind als solche Apps verfügbar. Statt auf Papier, blättert
man auf dem Farbbildschirm
durch die Seiten. Die elektronischen Illustrierten bieten
manchmal sogar mehr Spass,
weil animierte Grafiken und
Filme integriert oder weiterführende Infos aus dem Internet nur eine Fingerspitze entfernt sind.
In den elektronischen Buchläden von Amazon und anderen Anbietern warten ferner Hunderttausende Bücher
darauf, auf ein Tablet geladen und dort gelesen zu werden. Auf Tablets kann man
auch «hausgemachte WordDokumente» oder universellen PDF-Dateien bequem lesen. Umfassend ist auch das
Videoangebot auf den Tablets. Einerseits locken Youtube und andere Internetanbieter mit Millionen von Videos. Apps wie Zattoo und
Teleboy streamen aber auch
100 Fernsehsender live in annehmbarer Qualität auf den
tragbaren Minifernseher.
Dutzende Modelle,
Wer die Anschaffung eines
Tablets plant, kann aus Dutzenden Modellen wählen.
Diese gehören entweder zur
Familie von Android-Tab-
Android-OS von
Google und das iOS
von Apple vertragen
lets oder arbeiten mit iOS
von Apple. Die beiden Systeme sind unverträglich, Apps
von Apple funktionieren nur
auf Apple-Geräten mit iOS.
Das verbreitetste Tablet ist das Modell iPad 2 von
Apple. Deshalb gibt es dafür
auch am meisten Apps und
Inhalte (Zeitschriften, Mietfilme, Musikabos). Auf dem
iPad funktionieren ferner alle
Apps, welche für das Smart-
phone iPhone angeboten werden. Auch bei iTunes gekaufte
Musik und Videos lassen sich
nahtlos auf dem iPad nutzen.
Grösster Nachteil der iPads
ist, dass man nicht beliebige
Daten auf das Tablet kopieren kann. Es gibt weder einen
USB-Anschluss noch die Möglichkeit, den internen Speicher
mit Kärtchen zu erweitern.
Offenheit ist demgegenüber
die Stärke der Android-Tablets. Apps lassen sich aus beliebigen Quellen aus dem
Internet installieren. Die
meisten Apps von AndroidSmartphones lassen sich auch
auf den Tablets nutzen. Wer
seine Musiksammlung auf
ein billiges MicroSD-Kärtchen
kopiert, kann dieses in die
meisten Android-Tablets einschieben und dann Hunderte Stunden Musik geniessen.
Das Angebot der Apps ist bei
Android zwar kleiner, aber es
gibt inzwischen immer mehr
Lösungen, die zuerst oder exklusiv für Android-Tablets entwickelt werden.
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Fernbedienung von TV und Co.,
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Multimedia&Unterhaltung 21
Die Preise von guten Android-Tablets bewegen sich im
Rahmen der iPad-Preise. Entscheidend für den Preis sind
neben Bildschirm- und Speichergrösse auch Rechenkraft,
Akku-Ausdauer sowie Leuchtkraft und Präzision des berührungsempfindlichen Displays.
Bei Billigstangeboten muss
man mit Komforteinbussen
Praktisch alle Tablets können Informationen aus dem
Internet via drahtlosem Funknetzwerk (WLAN) beziehen.
Wer sein Tablet auch häufig
unterwegs nutzen will, kauft
ein Modell mit UMTS-Modul
(3G). Dann können Daten auch
über das Handynetz bezogen
werden. Dazu ist aber ein passendes Abo mit entsprechenden Kosten nötig. Wichtigstes Zubehör zum Tablet ist
übrigens ein Mikrofasertuch.
Auf allen Modellen hinterlassen die Streicheleien nämlich
hässliche Fingerspuren.
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MicroSD-Speicherkarten, Front- und
Ein Computer mit der Form einer kleinen Schiefertafel, meistens ohne Tastatur. Bedient
werden Tablets über den berührungsempfindlichen Bildschirm. Prototyp eines
Tablets ist Apples iPad, es gibt mittlerweile
aber eine ganze Reihe weiterer Geräte. Neben
dem Apple-Betriebssystem iOS wird das
System Android von Google und Windows
Mobile von Microsoft eingesetzt.
Falsche Frage. Abgesehen von einigen
professionellen Anwendungen sind TabletComputer nicht wirklich nötig. Aber sie sind so
angenehm, nützlich, unterhaltend und bequem,
dass kaum ein Tablet-Besitzer sein Gerät je wieder
missen möchte. Kurz: Mann braucht sie nicht,
wünscht sie sich aber sehr. So was wie Schmuck für
Frauen. Was nicht heisst, dass iPads nur für Männer
sind. Weil sie ohne Knöpfe auskommen und so schlank
und schön sind, eignen sie sich gerade auch für Frauen.
Was hat das mit der Wolke zu tun?
Weil Tablet-Computer lokal nur wenig Speicherplatz,
aber eine schnelle Verbindung zum Internet haben,
sind sie auf die Wolke angewiesen. Oft holen sie sich die
Daten aus dem Netz, immer häufiger liegen auch die
Programme für die Bearbeitung der Dokumente im
Internet. Tablet-Computer sind deshalb Wolkentafeln.
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Gehäuse, Front- und Back-Kamera
Glotze wird smart
«Lern endlich was und setz dich vor den Fernseher», werden
Eltern bald ihren Sprösslingen zurufen. Denn TV-Geräte verbinden
sich immer besser mit Internet und Heimnetzwerk und liefern so
viel Informationen und vor allem noch mehr Unterhaltung.
Als der Fernseher vor zehn
Jahren seine ersten Gehversuche im Internet unternahm,
fiel er heftig auf die Nase. Denn
niemand wollte auf dem zwar
ohne Maus und Tastatur mit einem üblichen Internetbrowser
durchs WWW surfen. Denn die
Bedienung mit der TV-Fernbedienung war weder komfortabel noch praktisch.
Heute ist der Fernseher aber
ein wahrer Internet-Virtuose.
Denn moderne Smart-TVs verschmelzen die Unterhaltungswelt des Fernsehers mit der Informationswelt des Internets
so nahtlos, dass nur noch Experten erkennen, was vom
Fernsehkabel und was aus
dem Internet kommt. Zusätzlich kooperieren Smart-TVs
mit unzähligen Geräten wie
Smartphones, Tablets und Fotokameras und bringen so auch
die Foto- und Filmsammlung
mit wenigen Tastendrücken auf
den grossen Bildschirm in der
gemütlichen Stube.
Apps auf dem TV
Dass smarte Fernseher sich
heute gut mit dem Internet
verstehen, verdanken sie sogenannten Apps. Das sind kleine Programme, die sich auf
dem TV einfach installieren
und entfernen lassen. Apps am
TV funktionieren genauso einfach wie die Mini-Programme
Die Fernseh-App für Youtube
kann beispielsweise nur Videos
aus dem riesigen Fundus der
gleichnamigen Internetbibliothek abspielen. Aber dafür erledigt sie diesen Job auf einfachen Tastendruck und perfekt.
Will man am Fernseher die
neusten witzigen Videoschnipsel aus dem Internet sehen,
klickt man mit der Fernbedienung einfach diese App an und
sieht Sekunden später bereits
die beliebtesten Videos formatfüllend auf dem Fernseher.
Analog verhält es sich mit
Apps für Wetter, Sportinfos
oder Nachrichten. Immer werden bestimmte Internetinhalte
perfekt für den Fernseher verpackt und mit simplen Tastendrücken abgerufen.
Welche Apps man nutzen
kann, ist von der Fernsehmarke abhängig. Jeder Hersteller
kocht dabei sein eigenes Süpp-
Apps funktionieren
am Fernseher genau
so wie die Apps auf
chen und versucht, mit exklusiven Apps die Konkurrenz zu
übertrumpfen. Samsung nennt
seine Internettechnik auf dem
Fernseher einfach Smart TV,
Philips bezeichnet es als Net
TV, Panasonic schwört auf Viera Cast, LG bewirbt sein NetCast und Toshiba wiederum
lobt sein Places.
Multimedia&Unterhaltung 23
HBBTV – PERFEKTE SYMBIOSE
Die Integration von Internetinhalten auf dem Fernseher ist bei
den jetzigen Lösungen mit herstellereigenen Apps nicht standardisiert. Die Fernsehsender favorisieren deshalb den Standard Hybrid Broadcast Broadband TV (HbbTV). Damit können Internetinhalte herstellerunabhängig auf einem TV-Gerät genutzt werden.
Das Drücken einer roten HbbTV-Taste auf der Fernbedienung blendet ein Fenster mit Internetinhalten ein. Die Informationen passen
dabei live zur Sendung; bei einer Sportübertragung können dies
beispielsweise Resultatübersichten sein. Bei einer TV-Serie kann
man so auch direkt eine verpasste Episode abspielen.
Smarte Fernseher verpacken
nicht nur Internetinformationen stubentauglich, sondern
geben sich auch sozial und familiär. Auf ihnen lassen sich
die sozialen Netzwerkdienste von Facebook und Twitter
nutzen. Wem das Fernsehprogramm also zu langweilig ist,
verbindet auf
vergnügliche Art
der kann in einem eingeblendeten Fenster parallel verfolgen, was seine Freunde bei
Facebook zu vermelden haben. Wer glaubt, den Mörder
im neusten Tatort bereits erkannt zu haben, zwitschert
das via Twitter ins Internet
und auf den TV-Schirm anderer Twitterfreunde.
Moderne TVs bringen auch
einfach die privaten Fotosammlungen bei Picasa und
Flickr vor das Sofa. Wenn sich
die eigenen oder die Fotoalben von Freunden im Internet
befinden, kann man die Werbepause am TV mit einer Diashow überbrücken.
Smart-TVs machen mit Bildtelefonie sogar die Science-Fiction von Gestern zur Realität
von Heute. Wer einen Skypefähigen Fernseher kauft, kann
mit der ganzen Familie direkt
vor der Glotze sitzen und mit
Freunden via Internet Videotelefonate führen. Die nötige Kamera ist entweder bereits ins
TV-Gehäuse eingebaut oder
kann günstig dazugekauft
werden. Der Gesprächspartner
kann entweder auch vor einem
Fernseher sitzen oder den Telefondienst von Skype am PC
Inzwischen haben praktisch alle grossen TV-Hersteller ihre Unterstützung für HbbTV zugesagt, erste taugliche Fernseher sind
bereits am Markt. Dutzende deutsche Sender von ARD über RTL
bis ZDF strahlen bereits Sendungen mit HbbTV-Infos aus.
Leider lässt sich in der Schweiz aber HbbTV derzeit nur via
Satellitenempfang nutzen. Swisscom und Kabelanbieter wie UPC
übertragen das HbbTV-Signal nicht. Das Schweizer Fernsehen
plant, ab 2012 Sendungen mit HbbTV auszustrahlen.
Wenn sich der Fernseher mit
dem Internet verbündet, kann
er auch auf die Sendungsarchive der Fernsehanstalten zugreifen. Am Computer
kann man schon lange über
Tausende vergangene Sendungen
nochmals abspielen. Doch der
Genuss von Fernsehkonserven macht direkt am TV natürlich mehr Spass. Leider ist
hier das Schweizer Fernsehen
noch nicht smart, das heisst,
es gibt keine passenden Apps.
Demgegenüber kann man bei
ARD, ZDF und Arte direkt am
Fernseher auf die Archive zugreifen. Passende Apps ermöglichen, dass man die Tagesschau später am Abend und
die verpasste Folge von «Breaking Bad» zur persönlichen
Wunschzeit betrachten kann.
Lediglich bei der Bildqualität
muss man dabei im Vergleich
zur Live-Übertragung leichte
Nach dem persönlichen
Einige Fernsehhersteller verknüpfen ihre Geräte auch direkt mit einem kompletten Unterhaltungsangebot auf Abruf.
Man kann dann beispielsweise
gegen Monatsgebühr aus Millionen Songs sein persönliches
Internetradio zusammenstellen. Bei Video-on-demand kann
man für wenige Franken seinen
Lieblingsfilm ohne Gang in die
Videothek direkt am TV sehen.
Solche Unterhaltung auf Abruf
liefern die Fernsehhersteller
entweder selber oder arbeiten
dafür mit internationalen Partnern zusammen.
Dieses Catch-up-TV (engl.:
aufholen) bieten Dutzende
Fernsehsender. Immer populärer werden auch «Sender», die
ausschliesslich im Internet angeboten werden. Die dazu passenden Apps auf Smart-TV reichen von Musikvideos (Nuna.
tv, Putpat.tv, Qtom) bis zu wissenschaftlichen Anbietern wie
Smart verhalten sich die neuen
Fernseher auch im heimischen
Computernetzwerk. Viele Geräte verstehen den herstellerunabhängigen Vernetzungsstandard der Digital Living
Network Alliance (DLNA). Dann
kann man beispielsweise am
Windows-PC ein Video suchen
und dieses mit einem Mausklick direkt auf dem Fernseher
in der Stube wiedergeben lassen. Oder die Familie setzt sich
nach dem Familienausflug vor
den TV und betrachtet gemeinsam die neuen Fotos, die direkt
und drahtlos vom Smartphone
auf den Fernseher gefunkt werden.
Welcher Fernseher die zu den
eigenen Ansprüchen passenden smarten Funktionen bietet, klärt ein Beratungsgespräch im Fachhandel. Hierbei
sollte man auch beachten, dass
einige in deutschen Zeitschriften gelobte Apps aus Urheberrechtsgründen auf Schweizer
TV-Modellen nicht verfügbar
sind. Ein Beratungsgespräch
hilft auch, wenn es darum
geht, einen bestehenden HDFernseher nachträglich smart
zu machen. Hier bieten nämlich die meisten Hersteller die
Möglichkeit, via smarten Abspielgeräten für Blu-ray-Filmscheiben oder Zusatzboxen
bestehende TV-Geräte aufzurüsten.
Multimedia&Unterhaltung 25
Energiesparend (Klasse A+), Smart-TV
mit Mediatheken von ARD, ZDF,
Videomiete via Viewster
Panasonic TX L 42 ES 31
LED-TV mit Viera Connect. Videomiete
via Acetrax-Service, Skype mittels
Zusatzkamera, Twitter, Facebook
Was hat TV mit der Wolke zu tun?
Neue Fernseher sind eigentlich keine mehr: Es sind Computer mit einem grossen Bildschirm und einem Fernsehempfänger. Deshalb kann man mit dem Fernseher auch
surfen, Mails abrufen, per Internet telefonieren oder gamen. Die Fernseher holen sich die nötigen Daten gerne
aus dem Internet, deshalb sind sie auf die Wolke angewiesen.
Samsung UE-46D6510/3D-LED
eingebaut, Skype, Twitter, Facebook,
Browser mit Flash, DLNA
Skype, Zugriff auf Sony Entertainment
Network (geplant), Integration PS3,
Warum nennt man sie Fernseher, wenn es doch Computer sind?
Weil sie so einfach zu bedienen sind wie ein Fernseher.
Computer sind viel komplizierter, man kann sie nicht einfach benutzen, man muss sie zuerst einrichten, sie brauchen Betreuung und sie stürzen immer mal wieder ab.
Einen Fernseher dagegen kauft man, packt in aus und
Wird es in Zukunft nur noch Smart-TVs geben?
Wahrscheinlich nicht. Den guten, alten Fernseher, der
tatsächlich nur die paar Hundert Stationen anzeigen
kann, die man heute im Kabel hat, den wird es weiterhin
geben. Dazu kommt, dass der Computerteil der SmartTVs Konkurrenz hat: Dieselben Dinge lassen sich auch
mit Handy und iPad tun. Wie stark Computer und Fernseher zusammenwachsen, das ist letztlich aber nicht
eine technische Frage, sondern hängt davon ab, was die
Fernsehanstalten anbieten. Vielleicht kann man ja künftig mittun beim Fernsehen. Raten, wer der Killer ist, die
Reihenfolge der Beiträge in «Sport aktuell» mitbestimmen oder dem Experten im «Kassensturz» Fragen stellen. Dann braucht es solche Smart-TVs.
Multimedia&Unterhaltung 27
So bleibt die
Wolke dicht
Wolkendienste sind sehr bequem. Aber sind sie auch sicher?
Dominik Schupp, Sicherheitsexperte an der Hochschule
Luzern– Wirtschaft, über Sicherheit im Cloud Computing.
Cloud-Dienste?
Cloud Computing ist eine relativ
neue Technologie, die viele Vorteile bringt, aber eben auch Risiken birgt. Es gilt dabei vor allem zwei Risiken zu beachten:
Zum einen der Verlust der Daten, also die mangelnde Datensicherheit, zum anderen die unberechtigte Einsicht in die
Daten, also den mangelnden
Beginnen wir mit der Datensicherheit – lagern meine
Daten auf einem professionell gewarteten Server sicherer?
Die Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Wenn der
Server softwaremässig stets
auf dem aktuellsten Stand ist,
wenn die Daten mittels Backup
gesichert werden, wenn der
Server mit einer Firewall geschützt und eine Antivirensoftware vorhanden ist, dann kann
er als relativ sicher eingestuft
werden. Allerdings gibt es ein
«Aber»: Bei Cloud-Anbietern
wie Apple oder Google liegen
die Daten auf verschiedenen
Servern verteilt, möglicherweise sogar in verschiedenen Län-
dern. Man weiss also als Nutzer
der Cloud nicht, wo die Daten
liegen und in welchem Land die
Daten gespeichert werden.
Deshalb sind die rechtlichen
nicht bekannt. Bei besonders
sensiblen Daten sollte man sich
dieses Risikos bewusst sein.
also, deren Zukunft in den
Sternen steht. Was passiert
mit meinen Daten, wenn einer solchen Firma das Geld
Das ist durchaus ein Risiko. Es
kann passieren, dass auf die
Daten nicht mehr zugegriffen
werden kann. Es ist wichtig,
zum Beispiel erhalten
als Anbieter in der Schweiz?
In Amerika kann sich zum Beispiel die Bundespolizei FBI relativ rasch Zugriff auf Daten
verschaffen. Cloud-Anbieter
weisen auch darauf hin, dass
sie den Behörden Auskunft geben müssen. Ein Beispiel dafür
ist Dropbox: Wenn man sich die
AGBs von Dropbox ansieht, wird
klar, dass Mitarbeitende oder
US-Behörden legimitiert sind,
in die Daten Einsicht zu nehmen. Man kann deshalb nie
ganz sicher sein, ob Daten nicht
von Dritten eingesehen und allenfalls weitergegeben werden.
«Amerikanische
Behörden können
oft Einsicht in die
Daten nehmen.»
Abgesehen vielleicht von
Apple und Google, handelt
es sich bei vielen Anbietern
um Startups, kleine Firmen
dass man sich nicht von einem
einzigen Cloud-Anbieter abhängig macht, und dass man mindestens eine Sicherungskopie
der Daten zu Hause hält oder
wichtige Daten bei mehreren
Anbietern speichert.
Kommen wir zum Datenschutz, also zum Schutz davor, dass Unbefugte sich Zugriff auf meine Daten
verschaffen. Wie sieht es da
Das zentrale Thema ist hier die
Verschlüsselung, bei der Datenübertragung sowie der Datenablage. Bei der Datenübertragung muss die
(36) ist Wirtschaftsinformatiker FH
und Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Security an der
Er nutzt persönlich
einen WindowsComputer.
www.hslu.ch/iwi
Internetverbindung, über
die ich die Daten übertrage,
mittels SSL verschlüsselt sein.
«Bankdaten oder
würde ich der Wolke
nie anvertrauen.»
Es sollten mindestens die Versionen SSL 3.0 oder TLS 1.0 verwendet werden. Es sind starke
Schlüssel mit mindestens 128
Bit Schlüssellänge zu verwenden. Ob die Daten sicher übertragen werden, erkennt man,
wie beim E-Banking auch, an
der Adresszeile des Browsers
durchs «https» und je nach
Browser verfärbt sich die Adresszeile grün oder blau.
und zudem aus Grossbuchstaben,
Kleinbuchstaben sowie Ziffern und
Sonderzeichen bestehen. Bekannte
Wörter aus Duden oder Tastaturfolgen sollten ebenfalls nicht verwendet werden. Wichtig ist, dass man
das Passwort regelmässig wechselt
und nie weitergibt. Unter Umständen kann man je nach Cloud-Anbieter auch Smartcards oder USBSticks einsetzen. Wichtig ist, dass
man das Zertifikat überprüft und sicherstellt, dass die Internetverbindung verschlüsselt ist. Zudem sollte man einen aktuellen Browser
verwenden. Wenn beim Verbindungsaufbau eine Fehlermeldung
erscheint oder eine grosse Verzögerung auftritt, dann sollte man sich
an den Cloud-Anbieter wenden: Es
könnte sein, dass jemand gerade einen Angriff durchführt.
Und bei der Speicherung der
Daten beim Cloud-Anbieter
Bei der Datenablage gilt es zu
beachten, dass die Systeme, in
die man die Daten speichert,
isoliert sind. Die Mitarbeitenden des Cloud-Anbieters sollten
auf die in der Cloud gespeicherten Daten keinen Zugriff haben.
Noch wichtiger ist, dass die
Nutzer der Cloud keinen Zugriff
auf die Daten der anderen Nutzer der Cloud haben. Die Daten
sollten also verschlüsselt gespeichert und mit einer strengen Zugriffskontrolle versehen
werden. Wird dies durch den
Cloud-Anbieter nicht gewährt,
können sich die Nutzer der
Cloud helfen, indem sie die Daten zum Beispiel mittels TrueCrypt selbst verschlüsseln – so
bei Dropbox.
Vergleichen wir Cloud-Dienste
mit den Alternativen, die zur
Verfügung stehen, zum Beispiel
mit einem USB-Stick. Was ist
sicherer – Cloud oder USB-Stick?
Das ist eine gute Frage. Der USBStick hat neben seinen Vorteilen
zwei grosse Nachteile: Man kann
ihn verlieren oder die Daten können verloren gehen (zum Beispiel
durch einen Defekt des USB-Sticks
oder durch versehentliches Löschen). Wenn man sicherstellt, dass
beides nicht passiert, indem man
die Daten verschlüsselt und den
USB-Stick regelmässig sichert, ist
der Stick als sicherer einzustufen.
Ein Teil des Schutzes liegt sicher auch beim Verhalten des
Benutzers, zum Beispiel an der
Wahl des richtigen Passworts.
Auf jeden Fall. Es beginnt damit, dass man ein starkes Passwort verwendet. Es sollte mindestens acht Zeichen lang sein
Gibt es Daten, die Sie sicher
nie in einer Cloud speichern
Kritisch sind prinzipiell sensible Daten. Nie speichern würde ich Bankdaten oder Gesundheitsdaten. Diese würde ich einer Cloud nie
Cloud oder Wechselplatte?
Hier gelten dieselben Punkte wie
beim USB-Stick. Eine Wechselplatte
ist vielleicht etwas sicherer als ein
USB-Stick, weil man sie weniger
schnell verlieren kann.
Wolke oder Speicherstift?
Der grössere Teil der Sicherheit hängt wahrscheinlich
nicht davon ab, ob Sie Ihre Daten in der Wolke, auf dem
Speicherstift oder auf einer Wechselfestplatte ablegen,
sondern wie Sie mit dem Speicher umgehen. Wenn Sie
den Speicherstift sorgfältig behandeln — wunderbar.
Wenn Sie ihn achtlos in die Hosentasche stecken — nicht
so gut. Irgendwo dazwischen ist der durchschnittlich sichere Umgang mit Speichermedien. Ich vermute mal:
Dann ist die Wolke sicherer als der Stift.
Dominik Schupp erklärt es im Interview: Passwörter sind
dann sicher, wenn es zufällige Folgen von Zeichen und
Ziffern sind. Bloss: Dann kann man sie sich auch schlecht
merken. Was tun? Suchen Sie sich einen Merksatz. Zum
Beispiel: «Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.» Nehmen Sie die Anfangsbuchstaben der Worte: «DWzHimgVg». Ersetzen Sie einen Buchstaben durch
eine Zahl und einen durch ein Zeichen. Zum Beispiel:
«DWz#1mgVg». Sieht doch sehr zufällig aus, oder? Und
trotzdem kann man es sich merken.
Lassen sich die Daten auch verschlüsseln?
Das ist natürlich am sichersten, wenn die Daten nicht
nur sicher übertragen werden, sondern auch noch verschlüsselt werden. Dafür gibt es eine Reihe von kostenlosen Tools – allerdings lassen sich Wolkenspeicher dann
nur noch von Computern aus nutzen. Wenn Sie keine offenen Texte oder Tabellen in die Wolke legen, können
Handy und iPad mit den Daten nichts mehr anfangen.
Wie oft heisst die Frage: sicher oder bequem?
Multimedia&Unterhaltung 29
Wie sicher ist Ihr Computer? Die Stiftung
Infosurance, die Hochschule Luzern und die
Coopzeitung möchten es genauer wissen:
Deshalb stellen wir Ihnen einige Fragen zum
Unter den Einsendern verlosen wir
10 WLAN-Festplatten mit einer
Speicherkapazität von 500 GB für
ihre eigene, private Wolke. Auf die
Festplatte kann man per PC, Notebook, iPad oder Android zugreifen.
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Welche drei Bedrohungen fürchten Sie
am meisten beim Einsatz Ihres Computers? (Mehrere Antworten möglich)
Viren (Malware)
Waren Sie in den letzten 12 Monaten
persönlich von einem Sicherheitsvorfall betroffen? Wenn ja, von welchem?
Virenverseuchung
Phishing (Missbrauch im E-Business)
Belästigung/Bedrohung
Keine Sicherheitsvorfälle
(Backup) Ihrer Daten? (Eine Antwort
Ja, wöchentlich oder öfter
Ja, monatlich oder jährlich
Wie schätzen Sie Ihre Sicherheit beim
Surfen im Internet ein? (Eine Antwort
Genügend sicher
Nutzen Sie E-Banking? (Eine Antwort
Ja, weil praktisch und sicher
Nein, weil unpraktisch, kompliziert
Nein, wegen Sicherheitsbedenken
Tätigen Sie Einkäufe über das Internet?
(Eine Antwort möglich)
Ja, für kleinere Beträge
Ja, ohne Sicherheitsbedenken
Verwenden Sie aktiv soziale NetzwerkPlattformen wie zum Beispiel
«Facebook» oder «MySpace»? (Eine
Antwort möglich)
Setzen Sie zu Hause ein drahtloses
Netzwerk (WLAN, WiFi) ein?
Wenn ja: Ist das drahtlose Netzwerk
verschlüsselt? (Eine Antwort möglich)
Ja, Verschlüsselung mit WEP
Ja, Verschlüsselung mit WPA
Ja, Verschlüsselung mit WPA2
Ja, aber ich habe keine Ahnung, ob
und wie das WLAN verschlüsselt ist
Lassen Sie das Betriebssystem Ihres
Computers automatisch aktualisieren?
Ja, das automatische Update ist aktiviert
Nein, das automatische Software-Update
Haben Sie schon einmal ein vertrauliches
Dokument mit einem E-Mail gesendet?
Ja, das Dokument war verschlüsselt
Ja, das Dokument war nicht verschlüsselt
Angaben fakultativ, nur für die Verlosung notwendig.
Fragebogen ausfüllen und einsenden an:
Coopzeitung, Leserumfrage Computer,
Sie können den Fragebogen auch im Internet
ausfüllen unter www.coopzeitung.ch/sicherheit
Fragen Sie rasch
Die Hochschule Luzern und die Coopzeitung bieten Ihnen die einmalige
Möglichkeit, kostenlos Fragen zur Computersicherheit und
zum Computerkauf zu stellen. www.coopzeitung.ch/computerfrage
Stellen Sie Ihre Fragen zu Computer
und zur Wolke!
Auf was muss ich beim Computerkauf
achten, wenn ich die Wolke nutzen will?
Auf was soll ich überhaupt achten? Wie
nutze ich die Wolke sicher? Und wie
nutze ich den Computer sicher ohne
Wolke? Kann ich meine Daten und Programme weiterverwenden, wenn ich
einen neuen Computer kaufe? Wie
kommen all die Daten auf den neuen
Solche und ähnliche Fragen können Sie
jetzt stellen. Diese Woche stehen Ihnen
Dr. Ralph Holbein und ein Team von Experten der Hochschule Luzern Red und
Antwort und geben Ihnen per E-Mail
kostenlos Auskunft.
Auf www.coopzeitung.ch/computerfrage
finden Sie ein Formular zum Ausfüllen.
Geben Sie dabei je nach Frage möglichst spezifisch den Typ Ihres Computers und der betroffenen Geräte an. Die
Experten beantworten Ihre Frage innert zwei bis drei Arbeitstagen. Die
Antwort erhalten Sie per E-Mail.
Ihre Fragen können Sie bis am
27. November 2011 stellen.
Folgende Fragen beantworten
Fragen rund um die Wolke
- Wie komme ich rein in eine Wolke?
- Wie setze ich eine
Onlinefestplatte auf?
- Wie nutze ich die Datensynchronisation?
- Wie mache ich das sicher?
Fragen rund um Computersicherheit
• Wie mache ich meinen PC
oder meinen Mac sicher?
• Wie schütze ich meine Daten online?
• Wie finde ich heraus, ob ich nicht
schon ein Computervirus
eingefangen habe?
• Wie schütze ich mich gegen
Phishing, also den Missbrauch
meiner Daten?
• Was muss ich tun, damit meine
Kinder gefahrlos surfen können?
Fragen rund um den Computerkauf:
• Wie richte ich einen neuen
Computer ein?
• Wie stelle ich sicher, dass ich meine
Daten weiter nutzen kann?
• Wie kann ich meine bisherigen
Programme transferieren?
• Kann ich Drucker, Kameras und
Musikplayer beliebig mit
dem Computer kombinieren?
• Wie ist ein Umstieg von PC auf
Mac (oder umgekehrt) möglich?
Die Hochschule Luzern bietet praxisorientierte Bachelor- und Master-Studiengänge
sowie Weiterbildungen an. Einige davon
können auch berufsbegleitend oder in Teilzeit absolviert werden. An der Teilschule
Technik & Architektur können Aus- und
Weiterbildungen im Bereich Informatik und
an der Teilschule Wirtschaft im Bereich
Wirtschaftsinformatik besucht werden.
Zu wenig Wirtschaftsinformatiker Auf
dem Arbeitsmarkt gibt es zu wenig Wirtschaftsinformatiker. «Entscheidungen und
Planungen in Unternehmen basieren auf
Informationen», erklärt Professor Markus
Wyss. «Der effiziente Umgang mit der Informationsflut und deren Integration in die
Geschäftsprozesse sind das A und O für den
Die Hochschule Luzern – Wirtschaft ist eine
jener Fachhochschulen, die einen Bachelor
in Wirtschaftsinformatik anbieten. Nach
Abschluss des Studiums gehören beispielsweise die Konzeption, Planung, Umsetzung
und das Management komplexer Informatikprojekte im betriebswirtschaftlichen
Umfeld zu den Aufgabenfeldern der Absolventen. Mehr Infos unter: www.bachelorwirtschaftsinformatik.
ILLUSTRATION: PASCAL BRUN
Multimedia&Unterhaltung 31
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Multimediabeilage 2011
Beilage zur COopzeitung Nr. 44 vom 1. November 2011

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