Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20212/04
Timestamp: 2019-10-21 19:49:31+00:00

Document:
BGH, 22.03.2006 - VIII ZR 212/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,1540
BGH, 22.03.2006 - VIII ZR 212/04 (https://dejure.org/2006,1540)
BGH, Entscheidung vom 22.03.2006 - VIII ZR 212/04 (https://dejure.org/2006,1540)
BGH, Entscheidung vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 (https://dejure.org/2006,1540)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2006,1540) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
ZPO § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1
Wertung eines Antrags auf Aufhebung und Zurückverweisung ohne Sachantrag als ordnungsgemäßer Berufungsantrag; Notwendigkeit eines förmlichen Berufungsantrags; Anforderungen an die Berufungsbegründung
ZPO § 520 Abs. 3 S. 2 Nr. 1
Verfahrensrecht - Anforderungen an die Berufungsbegründung
Berufung - Keine überhöhten Anforderungen an einen Berufungsantrag
Zu den Anforderungen an die Berufungsbegründung
Kurznachricht zu "Praxishinweis zur Entscheidung des BGH vom 22.03.2006, Az.: VIII ZR 212/04 (Keine überhöhten Anforderungen an einen Berufungsantrag)" von der Redaktion der PA, original erschienen in: PA 2006, 118 - 119.
AG Hamburg-Blankenese, 30.01.2004 - 518 C 302/02
LG Hamburg, 24.06.2004 - 307 S 50/04
NJW 2006, 2705
MDR 2006, 1249
AnwBl 2006, 176
BGH, 20.08.2019 - VIII ZB 29/19
Erforderliche Erkennbarkeit des Umfang und des Ziels der …
Die Vorschrift des § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ZPO verlangt, dass die Berufungsbegründungsschrift ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig erkennen lässt, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil der ersten Instanz angefochten werden soll (im Anschluss an Senatsurteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04, NJW 2006, 2705 Rn. 8;… BGH, Beschlüsse vom 31. August 2010 - VIII ZB 13/10, WuM 2011, 48 Rn. 7;… vom 10. Juni 2015 - XII ZB 611/14, NJW-RR 2015, 963 Rn. 10;… vom 1. Juni 2017 - III ZB 77/16, NJW-RR 2017, 1341 Rn. 8; jeweils mwN).
Die Vorschrift verlangt lediglich, dass die Begründungsschrift ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig erkennen lässt, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil der ersten Instanz angefochten werden soll (vgl. etwa Senatsurteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04, NJW 2006, 2705 Rn. 8;… BGH, Beschlüsse vom 15. Dezember 2009 - XI ZB 36/09, NJW-RR 2010, 424 Rn. 9;… vom 31. August 2010 - VIII ZB 13/10, WuM 2011, 48 Rn. 7;… vom 10. Juni 2015 - XII ZB 611/14, NJW-RR 2015, 963 Rn. 10;… vom 1. Juni 2017 - III ZB 77/16, NJW-RR 2017, 1341 Rn. 8; jeweils mwN).
Das ist aber bereits dann der Fall, wenn die Berufungsbegründung den Schluss auf die Weiterverfolgung des erstinstanzlichen Begehrens zulässt (…BGH, Beschlüsse vom 2. Februar 2012 - V ZB 184/11, NJW-RR 2012, 397 Rn. 6;… vom 29. März 2012 - V ZB 176/11, aaO Rn. 6;… vom 26. Juni 2019 - VII ZB 61/18, juris Rn. 9; vgl. auch Senatsurteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04, aaO [zum bloßen Antrag auf Aufhebung und Zurückverweisung]).
BGH, 26.06.2019 - VII ZB 61/18
Schluss auf die Weiterverfolgung des erstinstanzlichen Begehrens in der …
Für diese Erklärung bedarf es keiner ausdrücklichen Stellung eines Sachantrags; es reicht aus, wenn die Begründung den Schluss auf die Weiterverfolgung des erstinstanzlichen Begehrens zulässt (vgl. BGH…, Beschluss vom 29. März 2012 - V ZB 176/11 Rn. 6; Versäumnisurteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 Rn. 8 m.w.N., NJW 2006, 2705).
Insoweit dürfen die Anforderungen an den Berufungsantrag nicht mit den inhaltlichen Anforderungen an die Berufungsgründe verknüpft werden (vgl. BGH, Versäumnisurteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 Rn. 10, NJW 2006, 2705).
Die Vorschrift verlangt lediglich, dass die Revisionsbegründungsschrift ihrem gesamten Inhalt nach erkennen lässt, in welchem Umfang das landesarbeitsgerichtliche Urteil angefochten werden soll (vgl. BGH 31. Mai 1995 - XII ZR 196/94 - zu II der Gründe, NJW-RR 1995, 1154; 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 - zu II 1 a der Gründe, NJW 2006, 2705 zu dem insoweit entsprechenden § 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ZPO nF bzw. § 519 Abs. 3 Nr. 1 ZPO aF).
Daher reicht es aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Berufungsklägers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (vgl. BGH Urteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 - NJW 2006, 2705 Rn. 8 mwN; vgl. auch Senatsbeschluss vom 15. Oktober 2003 - XII ZB 103/02 - FamRZ 2004, 179, 180 zu § 519 Abs. 3 Nr. 1 ZPO aF).
Durch diese Bestimmung soll der Berufungskläger im Interesse der Beschleunigung des Berufungsverfahrens dazu angehalten werden, sich eindeutig über Umfang und Ziel seines Rechtsmittels zu erklären und Berufungsgericht sowie Prozessgegner über Umfang und Inhalt seiner Angriffe möglichst schnell und zuverlässig ins Bild zu setzen (vgl. etwa BGH 10. Juni 2015 - XII ZB 611/14 - Rn. 10 mwN; 19. November 2014 - XII ZB 522/14 - Rn. 10; 22. März 2006 - VIII ZR 212/04 - Rn. 8 mwN) .
Danach ist nicht zwingend ein förmlicher Sachantrag erforderlich; es reicht aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze des Beschwerdeführers ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel die Entscheidung angefochten werden soll (…BGH, NJW 2013, 3722 [BGH 04.09.2013 - XII ZB 87/12] , Rdnr. 10 f.;… NJW 2012, 2814 [BGH 23.05.2012 - XII ZB 375/11] , Rdnr. 14; NJW 2006, 2705 [BGH 22.03.2006 - VIII ZR 212/04] , Rdnr. 8 m.w.N.).
Für die Erklärung, inwieweit das Urteil angefochten wird und welche Abänderungen beantragt werden (§ 520 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 ZPO), bedarf es keiner ausdrücklichen Stellung eines Sachantrags; es reicht aus, wenn die innerhalb der Begründungsfrist eingereichten Schriftsätze ihrem gesamten Inhalt nach eindeutig ergeben, in welchem Umfang und mit welchem Ziel das Urteil angefochten werden soll (…vgl. zB Senatsbeschluss vom 1. Juni 2017 - III ZB 77/16, NJW-RR 2017, 1341 Rn. 8;… BGH, Beschlüsse vom 1. April 2015 - XII ZB 503/14, NJW 2015, 1606 Rn. 11;… vom 2. Februar 2012 aaO …und vom 15. Dezember 2009 - XI ZB 36/09, WM 2010, 434 Rn. 9; Versäumnisurteil vom 22. März 2006 - VIII ZR 212/04, NJW 2006, 2705 Rn. 8; jeweils mwN).
Kaskoversicherung für fremde Rechnung: Beschränkung der Rechte eines …
BGH, 29.03.2012 - V ZB 176/11
Berufung in Zivilsachen: Anforderungen an die Berufungsbegründung
OLG Nürnberg, 26.05.2008 - 5 U 737/06
Feststellung eines Arbeitsunfalls: Einseitige Erledigterklärung der Berufung bei …
LAG Hamm, 25.10.2007 - 15 Sa 845/07
Gratifikation; Freiwilligkeitsvorbehalt; Auslegung des Arbeitsvertrages; …
LG Hamburg, 07.02.2011 - 316 S 52/10

References: § 520
 § 520
 BGH 
 § 520
 BGH 
 § 520
 § 519
 BGH 
 § 519
 BGH