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Timestamp: 2020-02-23 03:00:35+00:00

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BGH, 21.01.1998 - XII ZR 140/96 - dejure.org
https://dejure.org/1998,508
BGH, 21.01.1998 - XII ZR 140/96 (https://dejure.org/1998,508)
BGH, Entscheidung vom 21.01.1998 - XII ZR 140/96 (https://dejure.org/1998,508)
BGH, Entscheidung vom 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96 (https://dejure.org/1998,508)
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Taschengeldanspruch des zuverdienenden Ehegatten
Pfändung eines Taschengeldanspruchs des Ehegatten - Aufstockungsanspruch des weniger verdienenden Ehegatten
Zum Taschengeldanspruch eines Ehegatten in einer "Zuverdienerehe"
Taschengeldanspruch eines verdienenden Ehegatten
BGB § 1360, § 1360a
AG Borken, 05.12.1995 - 5 F 44/94
OLG Hamm, 29.04.1996 - 8 UF 4/96
NJW 1998, 1553
MDR 1998, 472
FamRZ 1998, 608
Rpfleger 1998, 254
a) Der haushaltführende Ehegatte hat, sofern nicht das Familieneinkommen schon durch den notwendigen Grundbedarf der Familienmitglieder restlos aufgezehrt wird (vgl. BGH, Urt. v. 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96, NJW 1998, 1553, 1554 m.w.N.), Anspruch auf Zahlung eines Taschengelds (…st. Rspr., BGH, Urt. v. 19. März 1986 - IVb ZR 18/85, FamRZ 1986, 668, 669; v. 21. Januar 1998 aaO; v. 15. Oktober 2003 - XII ZR 122/00, NJW 2004, 674, 676 f;… ebenso MünchKomm-BGB/Wacke, 4. Aufl. § 1360a Rn. 6;… Staudinger/Hübner/Voppel, BGB 13. Bearb. § 1360a Rn. 17;… Schuschke/Walker, Vollstreckung und vorläufiger Rechtsschutz Bd. 1, 3. Aufl. § 850b Rn. 11; Behr JurBüro 1997, 121, 122;… Stöber, Forderungspfändung 13. Aufl. Rn. 1015;… Gernhuber/Coester-Waltjen, Familienrecht 4. Aufl. § 21 I 15).
Seine Höhe richtet sich nach den im Einzelfall gegebenen Vermögensverhältnissen, dem Lebensstil und der Zukunftsplanung der Ehegatten und wird in der Rechtsprechung üblicherweise mit einer Quote von 5 % bis 7 % des zur Verfügung stehenden Nettogesamteinkommens bemessen (BGH, Urt. v. 21. Januar 1998 aaO S. 1554 f m.w.N.;… v. 15. Oktober 2003 aaO S. 677; krit. Braun AcP 195 (1995), 311, 321 ff; ders. NJW 2000, 97, 97/98; Haumer FamRZ 1996, 193).
Da der Taschengeldanspruch aus dem Gesetz folgt, ist er in seinem Bestehen weder von einem Organisationsakt noch von einer Vereinbarung der Ehegatten abhängig (BGH, Urt. v. 21. Januar 1998 aaO S. 1555; Büttner FamRZ 1994, 1433, 1439).
Denn das Taschengeld soll dem Ehegatten die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse nach eigenem Gutdünken und freier Wahl unabhängig von einer Mitsprache des anderen Ehegatten ermöglichen (vgl. BVerfGE 68, 256, 271; BGH, Urt. v. 21. Januar 1998 aaO S. 1354 f m.w.N.;… v. 15. Oktober 2003 aaO S. 676), so daß es insbesondere auch zur Schuldentilgung verwendet werden kann (vgl. KG NJW 2000, 149, 150; Smid JurBüro 1988, 1105).
Außerdem hat jeder der Ehegatten Anspruch auf einen angemessenen Teil des Gesamteinkommens als Taschengeld, d.h. auf einen Geldbetrag, der ihm die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse nach eigenem Gutdünken und freier Wahl unabhängig von einer Mitsprache des anderen Ehegatten ermöglichen soll (Senatsurteil vom 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96 - FamRZ 1998, 608, 609).
Nur ein Teil des Anspruchs auf Familienunterhalt, nämlich der Taschengeldanspruch, ist hingegen auf Zahlung eines Geldbetrages gerichtet (Senatsurteil vom 21. Januar 1998 aaO).
Das Taschengeld, das das Oberlandesgericht im Einklang mit der Rechtsprechung des Senats mit 6 % des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens angenommen hat (Senatsurteil vom 21. Januar 1998 aaO), kann der Beklagte deswegen in voller Höhe zusätzlich zu dem Einkommen aus Nebentätigkeit für den Unterhalt seiner minderjährigen Kinder aus erster Ehe verwenden.
Außerdem hat jeder der Ehegatten Anspruch auf einen angemessenen Teil des Gesamteinkommens als Taschengeld, das heißt auf einen Geldbetrag, der ihm die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse nach eigenem Gutdünken und freier Wahl unabhängig von einer Mitsprache des anderen Ehegatten ermöglichen soll (Senatsurteile vom 15. Oktober 2003 - XII ZR 122/00 - FamRZ 2004, 366, 368 und vom 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96 - FamRZ 1998, 608, 609).
Außerdem hat jeder der Ehegatten Anspruch auf einen angemessenen Teil des Gesamteinkommens als Taschengeld, d.h. auf einen Geldbetrag, der ihm die Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse nach eigenem Gutdünken und freier Wahl unabhängig von einer Mitsprache des anderen Ehegatten ermöglichen soll (Senatsurteil vom 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96 - FamRZ 1998, 608, 609 m.w.N.; kritisch Braun NJW 2000, 97 ff.; Haumer FamRZ 1996, 193 ff.).
Einem haushaltführenden Ehegatten steht, sofern nicht das Familieneinkommen schon durch den notwendigen Grundbedarf der Familienmitglieder restlos aufgezehrt wird (vgl. BGH, Urt. v. 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96, NJW 1998, 1553, 1554 m.w.N.), ein Anspruch auf Zahlung eines Taschengelds zu, dessen Höhe sich nach den im Einzelfall gegebenen Vermögensverhältnissen, dem Lebensstil und der Zukunftsplanung der Ehegatten richtet und üblicherweise mit einer Quote von 5 bis 7 % des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens bemessen wird (…BGH aaO;… BGH, Urt. v. 15. Oktober 2003 - XII ZR 122/00, NJW 2004, 674, 677).
Hierbei ist allerdings zu beachten, dass auch der dem Beklagten unter Wahrung des Ehegattenselbstbehaltes seiner Ehefrau geschuldete Familienunterhalt nur bis zur Höhe des Taschengeldes, welches mit 5 % bis 7 % des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens anzunehmen ist (vgl. BGH, FamRZ 1998, 608), für die Unterhaltsansprüche des Klägers herangezogen werden kann (vgl. BGH, FamRZ 2006, 1827).
Der Senat ist mit der wohl überwiegenden Rechtsprechung und Literatur der Auffassung, dass gem. §§ 1360, 1360a BGB einem Ehegatten gegen den anderen grundsätzlich ein Anspruch darauf zusteht, in gewissem Umfang einen Geldbetrag zur freien Verfügung für persönlichen Zwecke zu erhalten, soweit dies mit den wirtschaftlichen Verhältnissen der Familie in Einklang steht und der Betrag nicht aus eigenem Einkommen erwirtschaftet werden kann (Taschengeldanspruch - vgl. dazu im Einzelnen BGH NJW 1998, 1553 = InVo 1998, 226; vgl. auch BT-Drcks. 15/403;… s. auch die Übersicht bei Stöber, Forderungspfändung, 13. Aufl. Rn. 1015 f, der selbst jedoch eine andere Auffassung vertritt).
Das Prozessgericht ist im Rahmen des Drittschuldnerprozesses (Einziehungsverfahren) an den diese Voraussetzungen bejahenden Beschluss des Vollstreckungsgerichts gebunden, solange dieser Bestand hat (vgl. BGH NJW 1998, 1553 = InVo 1998, 226;… Stöber, a.a.O. Rn 663, 752, 1015g).
Soweit ein Taschengeldanspruch eines Ehegatten gegen den anderen bejaht wird, soll dieser der Befriedigung kleinerer und persönlicher Bedürfnisse des Ehegatten dienen (vgl. BGH NJW 1998, 1553 = InVo 1998, 226; OLG Hamm FamRZ 1989, 617).
Kann aufgrund des Einkommens und Vermögens der Eheleute allein oder in Verbindung mit ihren sonstigen Ausgaben nur der notwendige Familienunterhalt sichergestellt werden, scheidet ein Taschengeldanspruch aus (vgl. BGH NJW 1998, 1553 = InVo 1998, 226;… OLG Hamm a.a.O.;… Palandt/Brudermüller, BGB, 62. Aufl. § 1360a BGB Rn. 4;… Stöber a.a.O. Rn. 1015e).
Wie der Anspruch auf Trennungs- oder nachehelichen Unterhalt ist er ein auf Geld gerichteter Zahlungsanspruch gegen den anderen, mehr verdienenden Ehegatten (so nunmehr auch BGH, Urt. v. 21.1.1998 - XII ZR 140/96, MDR 1998, 472 = NJW 1998, 1554, 1555).
Ungeachtet der unterschiedlichen Rechtsprechung zur Festsetzung der Taschengeldhöhe im einzelnen besteht zudem über den Rahmen (in der Regel 5 % bis 7 % des anrechenbaren Einkommens des mehr verdienenden Ehegatten) weitgehend Einigkeit (vgl. nur BGH, Urt. v. 21.1.1998 - XII ZR 140/96, MDR 1998, 472 = NJW 1998, 1554).
Es kommt dann auf die materielle Rechtslage an, nicht aber darauf, wie die Ehegatten ihren Taschengeldanspruch im einzelnen handhaben (BGH, Urt. v. 21.1.1998 - XII ZR 140/96, MDR 1998, 472 = NJW 1998, 1554 m.w.N.).
c) Im Ansatz zutreffend kann eine Pfändung des Taschengeldanspruchs gegenüber dem Unterhaltspflichtigen scheitern, wenn der Unterhaltsberechtigte eine Nebentätigkeit aufnimmt und er dann aus diesen Einkünften hinreichend eigene, frei verfügbare Mittel besitzt, ein Taschengeldanspruch gegen den unterhaltsverpflichteten Ehegatten also entfällt (BGH, Urt. v. 21.1.1998 - XII ZR 140/96, MDR 1998, 472 = NJW 1998, 1554 m.w.N.; KG v. 12.11.1991 - 19 UF 2354/91, NJW-RR 1992, 707, 708).
Entscheidend ist allein, daß ein Taschengeldanspruch erst dann gegeben ist, wenn und soweit der notwendige Bedarf der Familienmitglieder ausreichend gedeckt ist (BGH, Urt. v. 21.1.1998 - XII ZR 140/96, MDR 1998, 472 = NJW 1998, 1554).
vgl. BGH, Urteil vom 21. Januar 1998 - XII ZR 140/96 -, NJW 1998, 1553, 1554.
OLG Hamm, 27.11.2007 - 1 UF 50/07
Zur Unterhaltspflicht des Kindes gegenüber einem Elternteil, wenn es sein …
Der den Haushalt führende Ehegatte hat Anspruch auf Taschengeld, das er frei für persönliche Zwecke verwenden kann (BGH FamRZ 1998, 608).
Zum anderen besteht kein Anspruch auf Zahlung eines Taschengeldes, wenn der Ehegatte über eigene Einkünfte verfügt, die höher als ein etwaiger Taschengeldanspruch sind, da in diesem Fall der Bedarf zunächst aus den Eigeneinkünften zu decken ist (BGH FamRZ 1998, 608).
OLG Hamm, 15.12.2010 - 5 WF 157/10
Umfang der Auskunftspflicht des neu verheirateten, barunterhaltspflichtigen …
OLG Frankfurt, 10.09.2008 - 6 UF 1/08
Forderungspfändung: Pfändbarkeit des Taschengeldanspruchs eines Ehegatten
OLG Stuttgart, 20.12.2004 - 10 W 77/04
Prozesskostenhilfebewilligung: Ratenfreie Prozesskostenhilfe bei Ausschluss eines …
OLG Hamm, 20.12.2006 - 11 UF 151/06
Zur Höhe des Kindesunterhalts für Kinder aus erster Ehe bei gesteigerter …
OLG Frankfurt, 05.04.2001 - 1 UF 197/00
Hausmann-Fall
OLG Karlsruhe, 23.06.2015 - 16 WF 109/15
OLG Celle, 12.05.1998 - 18 UF 236/97
AG Rendsburg, 23.08.2000 - 13 F 431/99
Kein Taschengeldanspruch des haushaltsführenden Ehegatten

References: § 1360
 § 1360
 § 1360
 § 1360
 § 850
 § 21
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 1360