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Timestamp: 2019-04-22 17:58:52+00:00

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(T492/I978) Zinseszins - Neues Thema
Es ist: 22.04.2019, 18:58 Hallo, Gast! (Anmelden — Registrieren) | Aktive Themen
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Beitrag #2371 | 01.10.2012 | | |
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neues Thema --- Phase: Neu (noch 7 Tage 23:59:53) --- Link zum Thema
Ist das Geldsystem schuld, dass Kapital und Schulden exponetiell anwachsen?
Es werden sehr schnell zahlreiche Sünder gefunden, die für die maßlose Übeschuldung der Welt verantwortlich gemacht werden. Kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass der treibende Motor für das anwachsende Kapital auf der einen Seite und die ausufernden Schulden auf der anderen seite der Zins und de Zinseszins verantwortlich sind.
Wenn das bestehende Geldsystem aufrechterhalten wird, können Sie sicher sein, dass kein einziges Sparpaket Abhilfe leisten kann, um uns vor der Verarmung zu bewahren. Warum wird das Thema Geld eigentlich nur oberflächlich diskutiert? Habendie Verantwortlichen angst, die Wahren zusammenhänge dem Volk mitzuteilen?
Beitrag #2400 | 02.10.2012 | | |
Re: (T492/I978) Zinseszins - Neue Anregung
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neue Anregung --- Phase: Neu (noch 7 Tage 14:43:59) --- Link zum Thema
1) Antrag stellen: Zinsen abschaffen
2) Groß/Kleinschreibung, letzter Absatz
Beitrag #3424 | 12.10.2012 | | |
Re: (T492/I1062) Ein Geld ohne Zinsen ist möglich. - Neuer Entwurfstext der Initiativ
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neuer Entwurfstext der Initiative --- Phase: Diskussion (noch 9 Tage 18:02:59) --- Link zum Thema
Wir können die Ursache der derzeitigen "Schuldenkrise" nicht auf die Politiker reduzieren können. Das BGE ist keine "unrealistische Forderungen an den Staat" ist, das "für leere Kassen, höhere Schulden und höhere Steuern sorgt."
Die derzeitige Schuldenkrise ist in erster Linie eine "Vermögenskrise". Denn Vermögen ist sehr stark konzentriert u. saugt zu viel an Zinsen, Renditen und Mieten von unserer Gesellschaft ab, wodurch es sich noch mehr konzentriert und noch mehr absaugt und daher fehlt das Geld für Bildung, Sozialstaat, usw. Und darum auch die Krise.
Hier meine Argumentation und eine mögliche Alternative zur Lösung des "Geldproblems":
Ja Politiker und Regierungen neigen dazu "notorische mehr auszugeben als sie einnehmen". Dies stimmt nahezu in jedem Land. Betrachtet man die gesamte Verschuldung anderer Akteure und dies weltweit, so erkennt man, dass auch Unternehmen und Private scheinbar "notorisch mehr ausgeben als einnehmen". Und beobachtet man die Verschuldung über einen Zeitrahmen, sagen wir die letzten 50ig Jahre, dann müsste man zur Erkenntnis gelangen, dass alle Akteure der Welt scheinbar immer schlechter wirtschaften bzw. "notorisch mehr ausgeben als einnehmen", denn die weltweite Verschuldung und damit die Zinslast, stieg in in dieser Zeit um ein vielfaches an.
KEINER AUF DER WELT KANN MIT GELD UMGEHEN !
könnte man denken, jedoch könnte man auch kritisch sein und versuchen die Dinge mal anders zu sehen. Meist muss man dabei ganz von vorne beginnen, zb bei der VWL.
Wer Volkswirtschaft zu studieren beginnt wird zunächst den "Wirtschaftskreislauf" lernen müssen. Hierbei werden die Geld- und Güterströme zwischen Haushalten, Unternehmen, Staat und Banken aufgezeigt.
Dabei kann man erkennen, dass Zinsen die Funktion der "Umlaufsicherung" erfüllen.
Sie locken das Geld der Haushalte an und ermöglichen den Banken dieses via Kredite an Unternehmen zurück in die Wirtschaft zu leiten. Würden die Sparer Geld, dass sie nicht für Konsum ausgeben zu Hause horten, würde dieses Geld der Wirtschaft fehlen und Unternehmen müssten die Preise senken (Deflation). Längerfristig würde dies zu Arbeitslosigkeit und weiteren Preissenkungen führen, da weniger Löhne ausbezahlt und weniger Geld für Konsum ausgegeben werden kann. Außerdem ist es für die übrigen "Geldhorter" vorteilhaft, weitere Preissenkungen abzuwarten und das tun sie dann auch - ein Teufelskreislauf, siehe 30er Jahre!
GOTT SEI DANK GIBT ES DANN ZINSEN !
könnte man denken, jedoch Zinsen scheinen auch negative Wirkungen zu haben. Denn wer viel Geldvermögen besitzt bekommt viele Zinsen. Diese Zinsen enstehen jedoch nicht im luftleeren Raum, sondern müssen von Kreditnehmern "erwirtschaftet" werden. Meist nehmen Unternehmen Kredite auf und die Zinsen geben sie über die Produkte an uns Konsumenten weiter. Da Geldvermögen generell sehr ungleich verteilt ist, wir aber alle ständig Zinsen zahlen, führt dies zu einer Umverteilung von der breiten Gesellschaft zu den 1 - 10%.
Diese "sich selbst verstärkende Umverteilung von der Bevölkerung zu den reichsten 1 - 10%" verläuft nahezu exponentiell, denn ein Blick in die Vergangenheit verrät, dass die Inflation in den letzten 50ig Jahren meist deutlich unter der Zinshöhe lag.
Zusätzlich muss das Geld der Sparer immer wieder zurück in die Wirtschaft fließen und wenn die Geldvermögen durch die Zinsen immer weiter wachsen, müssen spiegelbildlich die Schulden auch mit wachsen. Oft können oder wollen jedoch weder Private noch Unternehmen Schulden aufnehmen, dann muss sich der Staat verschulden, um die "Nachfragelücke zu schließen" bzw den "Geldkreislauf geschlossen zu halten" und die Geldmenge wieder in die Wirtschaft bringen. Sonst würde sich das Geld nur bei den Banken stauen und wir haben eine ähnliche Situation wie bei dem beschriebenen Teufelskreis. (Deflation)
ZINSEN SIND BLÖD !
könnte man denken. Am Besten wir schaffen sie ab oder verbieten sie. Das würde schon gehen. Nur dann würde das Geld nicht mehr "umlaufen" wie im ersten Absatz beschrieben, denn warum sollte ich Geld verleihen, wenn ich gar nicht sicher bin dass ich es wieder bekomme und es außerdem zuhause ohne Lagerkosten horten kann? Genau dies war das Problem des Zinsverbots im Mittelalter und ein Mitgrund dafür, dass sich die damalige Marktwirtschaft nicht entfalten konnte.
WIE BRINGEN WIR DAS GELD ALSO DAZU, AUCH OHNE ZINSEN ZU FLIEßEN ?
Die Antwort auf die Frage lässt sich am besten mit einer Metapher aus dem Straßenverkehr beschreiben. Wenn ich mit meinem Auto mitten auf der Straße stehen bleibe, dann werde ich längerfristig eine Strafe zahlen müssen, weil ich eine öffentliche Straße blockiere. Niemand würde auf die Idee kommen, mich mit einer Belohnung (Zinsen) zu locken, so dass ich den Weg frei gebe.
Dasselbe könnte man beim Geld machen:
Wer Geld hortet, muss zahlen. Wenn er dem entkommen will, muss er sein Geld zur Bank bringen oder es ausgeben.
Diese Einrichtung die direkt am Bargeld bzw. Giralgeld sein müsste würde dazu führen, dass viele Leute ihr Geld bei der Bank länger anlegen. Durch diese Überangebot von Geld würden die Zinsen auf 0 herunter fallen, ja sogar negativ sein können.
1. der Geldumlauf gesichert,
2. die Umverteilung durch die Zinsen reduziert und
3. die Schulden würden abgebaut werden können (leichter in Zeiten negativer Zinsen)
http://www.nytimes.com/2009/04/19/busine...html?_r=0
Dies ist eine mögliche Geldsystem Alternative und kein Allheilmittel. Zusätzlich müsste man auch die Punkte "Geldschöpfung" und "Giralgeldschöpfung" neu überdenken. Genauso den "Bodenbesitz", denn Boden ist natürlich begrenzt und stellt daher einen strukturellen Machtfaktor dar. Auch hier müsste man eine marktwirtschaftliche und sozial-ausgewogenen Lösung finden.
Ich persönlich bin der Meinung, dass wir das Geldthema nicht vor der Wahl 2013 ausdiskutieren. Dafür ist dieses Thema zu umfangreich und trägt zu viel Spaltpotential. Ich finde es jedoch wichtig, dass dem Thema Beachtung geschenkt wird und auch im Programm vermerkt wird, sich längerfristig um die Weiterentwicklung des Medium Geldes hinsichtlich Krisensicherheit, Verteilungsneutralität und Wachstumsunabhängigkeit zu kümmern.
Beitrag #3693 | 14.10.2012 | | |
Re: (T492/I1090) meinungsbild zum geld- und schuldsystem - Neue Initiative
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neue Initiative --- Phase: Diskussion (noch 7 Tage 23:14:13) --- Link zum Thema
Meinungsbild zum Geld- und Schuldsystem
meinungsbild – daher gibt es auch in meinem beitrag keinen konkreten punkt über den abgestimmt wird.
der grund für meine initiative ist, jenen, die zwar mit dem dztigen system unseres geldes einverstanden sind, aber nicht gleichzeitig den eher restrektiven standpunkt des betriebsdirektors teilen, eine alternative anzubieten.
obwohl ich mit vielem im antrag von betriebsdirektor übereinstimme, gibt es doch einige entscheidende punkte, denen deutlich zu widersprechen ist.
Kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass der treibende Montor für die anwachsenden Schulden darin besteht, dass Politiker und Regierungen notorisch mehr Geld ausgeben, als sie über Steuern und Abgaben einnehmen. Die Problematik der ausufernden Schulden einer "Fehlfunktion des Systems" zuzuschieben ist Ausdruck einer "Vogel-Strauß" Politik, die die Augen vor der politischen Mißwirtschaft verschließt und sich der Einfachheit halber einen Strohmann sucht, dem dieses Problem bequem umgehängt werden kann. Diese Vorgangsweise stellt keine Lösung des Problems dar und würde auch in einem System ohne (gesetzlich erlaubtem) Zins schnell in den Abgrund führen.
der von betriebsdirektor hier vereinfacht dargestellte schluss, dass politiker halt notorisch mehr geld ausgeben ist eine sehr einseitige sichtweise.
staaten haben eine gewisse notwendigkeit bestimmte summen für die aufrechterhaltung des staates auszugeben.
die freie verfügbarkeit über diese mittel ist sehr eingeschränkt.
ein wesentlicher faktor in diesem zusammenhang muss – wie die ausgabenseite – die einnahmenseite sein.
jetzt ist natürlich das einheben von steuern alles andere als populär.
nichts desto trotz, muss festgehalten werden, dass die abgabenquote in österreich seit dem jahr 2001 von 46,8 % auf 43,5 % gesunken ist.
das gleichzeitige fordern diverser leistungen die der staat zu erbringen hat (zb ganztagsschulen, ausbau des öffentlichen verkehrs) kann natürlich nur in dem ausmass erbracht werden, in dem ausreichend finanzielle mittel über abgaben wieder hereinkommen.
es gibt natürlich in unserem system ausreichend möglichkeiten effizienter mit den mitteln umzugehen, aber das gleichgewicht von einnahmen und ausgaben muss dabei immer im auge behalten werden.
ich bin also mit betriebsdirektor der meinung, dass die ausufernden schulden nicht eine „fehlfunktion“ des systems sind, sondern der politik geschuldet werden.
aber anders als er, sehe ich einen teil des problems auch in den deregulierungen und dem fehlenden mut der politik die einnahmenseite dementsprechend zu gestalten (wobei natürlich darüber zu diskutieren ist, wo bzw. bei wem diese zusätzlichen einnahmen zu rekrutieren sind – siehe diesbezüglich die lqfb-anträge grundsteuer, besteuerung von vermögen bzw. pendlerpauschale).
betriebsdirektor schreibt:
Unrealistische Forderungen an den Staat wie die totale Absicherung eines jeden Staatsbürgers in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens, das unabhängig von persönlichen und finanziellen Fähigkeiten ausgezahlt wird, werden auch in Zukunft für leere Kassen, höhere Schulden und höhere Steuern sorgen.
diesem ansatz muss ich heftig widersprechen!
der staat (also wir alle) hat die verpflichtung für die schwächsten in unserer gesellschaft ausreichend existenzielle absicherung bereit zu stellen.
unabhängig davon ist das bge nicht als sozialpolitische massnahme zu verstehen, sondern auch vor allem als impuls für eine zusätzliche belebung der wirtschaft (nähere infos bitte im lqfb-antrag nachlesen) und vor allem für unsere piratische forderung nach FREIHEIT.
zum punkt zinsen und zinses-zinsen möchte ich festhalten:
zinsen sind vor allem das entgelt für eine dienstleistung (das zurverfügungstellen von finanzmitteln).
ohne zinsen wird wahrscheinlich niemand geld verleihen.
ohne geldverleih ist das aufrechterhalten eines modernen wirtschaftssystems nicht möglich!
das islamische system, in dem es ein zinsverbot gibt, zeigt ausreichend, dass entsprechende umgehungsmassnahmen getroffen werden, um dieses verbot auszuhebeln.
de facto gibt es dort, trotz des verbotes, ebenso zinsen wie bei uns.
Beitrag #3697 | 14.10.2012 | | |
Re: (T492/I1091) Demokratisches Vollgeld - Neue Initiative
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neue Initiative --- Phase: Diskussion (noch 7 Tage 22:33:43) --- Link zum Thema
Die MitgliederInnen mögen ihre Meinung kund tun
Fiatmoney ist ein bewährtes System, dass in Zukunft natürlich auch einem anderen weichen könnte, bis dahin ist eine Überführung in ein Demokratisches Vollgeld erstrebenswert.
Eine Rückkehr z.B. dem Goldstandard ist abzulehnen.
Einführung eines Demokratischen Vollgeldes
Die Piratenpartei Österreich soll sich für ein "Demokratisches Vollgeld" einsetzen
Ein Geldsystem im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere der Realwirtschaft.
Eine Vollgeldreform zielt darauf ab:
1.das staatliche Geldregal wieder herzustellen. Alles Geld soll von der unabhängigen staatlichen Zentralbank (Monetative) geschöpft werden.
2.dadurch die Giralgeldschöpfung durch die Banken zu beenden.
3.neues Geld schuldenfrei (ohne Zins und Regeltilgung) durch öffentliche Ausgaben in Umlauf zu bringen.
weiterführende Erläuterungen: http://vollgeld.ch/faq/was-bezweckt-die-...ldreform/
Youtube Vortrag: Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber http://www.youtube.com/watch?v=IS2uwiDl2VE
Eine ZinesZins Debatte zu führen solange wir kein Demokratisches Vollgeld haben, halte für relativ sinnfrei.
Hauptproblemathik aller derzeitigen Probleme sehe ich in der Vermögenskonzentrationskrise.
Die gesamten Staatsschulden der EU machen 20% des Vermögens der Reichen aus. (Alleine in Ö halten die 50 reichsten Familien 10% der Nettovermögen http://www.falter.at/falter/2012/10/09/d...-reichen/)
Beitrag #4101 | 17.10.2012 | | |
Re: (T492/I978) Zinseszins - Neuer Entwurfstext der Initiative
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neuer Entwurfstext der Initiative --- Phase: Diskussion (noch 4 Tage 23:26:26) --- Link zum Thema
Beitrag #4103 | 17.10.2012 | | |
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neuer Entwurfstext der Initiative --- Phase: Diskussion (noch 4 Tage 23:22:13) --- Link zum Thema
Beitrag #4152 | 17.10.2012 | | |
Re: (T492/I1040) Geldsystem, Zinseszins und Schuldenwachstum - Neue Anregung
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neue Anregung --- Phase: Diskussion (noch 4 Tage 17:07:26) --- Link zum Thema
Finanzierungsmöglichkeit des BGE hängt von Höhe ab.
Ob ein BGE finanzierbar wäre, hängt sehr von der Höhe ab.
Beitrag #4160 | 17.10.2012 | | |
Re: (T492/I1040) Geldsystem, Zinseszins und Schuldenwachstum - Neuer Entwurfstext der
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Neuer Entwurfstext der Initiative --- Phase: Diskussion (noch 4 Tage 15:57:11) --- Link zum Thema
Geldsystem, Zinseszins und Schuldenwachstum
Es werden sehr schnell zahlreiche Sünder gefunden, die für die maßlose Überschuldung der Welt verantwortlich gemacht werden. Kaum jemand kommt auf den Gedanken, dass der treibende Montor für die anwachsenden Schulden darin besteht, dass Politiker und Regierungen notorisch mehr Geld ausgeben, als sie über Steuern und Abgaben einnehmen. Die Problematik der ausufernden Schulden einer "Fehlfunktion des Systems" zuzuschieben ist Ausdruck einer "Vogel-Strauß" Politik, die die Augen vor der politischen Mißwirtschaft verschließt und sich der Einfachheit halber einen Strohmann sucht, dem dieses Problem bequem umgehängt werden kann. Diese Vorgangsweise stellt keine Lösung des Problems dar und würde auch in einem System ohne (gesetzlich erlaubtem) Zins schnell in den Abgrund führen.
Ist unser Geldsystem ein Bankrottsystem?
Geld, das heute im Geldsystem existiert, wird auf verschiedene Art und Weise verwendet. Ein Teil davon wird bei Banken verzinst angelegt (Sparbuch) und fließt in Form von Krediten wieder zurück in die Wirtschaft. Ein weiterer Teil wird in Form von Anleihen direkt Schuldnern (Staaten, Unternehmen) zur Verfügung gestellt (verzinst), wodurch diese Investitionen tätigen können. Und ein Teil davon wird direkt Unternehmen direkt als Eigenkapital (Gesellschafteranteile, Aktien) zur Verfügung gestellt.
Ein beträchtlicher Teil des Geldes zirkuliert darüber hinaus in Form von *Bargeld* unverzinst durch den Wirtschaftskreislauf. Teile der investierten Gelder gehen dem Anleger durch Konkurse und Zahlungsunfähigkeit verloren. Diese Mischung aus verschiedenen Geldverwendungen zeigt, dass es keineswegs zu einem exponentiellen Wachstum der Schulden kommen muss. Zudem verringert sich der Wert des Geldes laufend durch eine Grundinflation (Zielinflation der Eurozone ca. 2%). Wird Geld unterhalb dieses Prozentsatzes veranlagt, so tritt real ein Verlust ein.
Geld arbeitet nicht, der Mensch arbeitet
Dass Geld angeblich arbeiten würde, wurde in den letzten Jahren durch verschiedene Werbeinitiativen der Finanzwirtschaft geprägt. Aber es ist nicht das Geld, das arbeitet, es ist der Mensch, der arbeitet und so ein Produkt oder die Dienstleistung erzeugt die andere Menschen nutzen und konsumieren können. Um diese Leistung erbringen zu können, benötigt er in den meisten Fällen Geld ("Startkapital"), mit welchem er seine Lieferanten und Löhne vorfinanzieren kann, bis sich die Investition rentiert. Es ist von vitalem Interesse einer Volkswirtschaft, dass ein liquider Finanzsektor die Realwirtschaft mit ausreichend Geld in Form von Krediten versorgt, damit Menschen für sich und für andere Leistung erbringen können.
Unrealistische Anforderungen an den Staat
Unrealistische Forderungen an den Staat wie die totale Absicherung eines jeden Staatsbürgers werden auch in Zukunft für leere Kassen, höhere Schulden und höhere Steuern sorgen. Sicherungsformen wie das bedingungslose Grundeinkommen müssen in ihrer Höhe an die Leistungsfähigkeit des Staates angekoppelt werden.
Realistische und zukunftssichernde Maßnahmen wie eine massive Investition in das Bildungssystem und die Wettbewerbfähigkeit der Nachfolgegeneration werden zugunsten eines überbordenden Sozialstaates in den Hintergrund gedrängt oder jahrzehntelang aufgeschoben. Eine Generation, die es zulässt dass deren politische Vertreter nicht nur das Geld von heute, sondern auch das Geld von morgen und übermorgen in Form von Schulden ausgibt, handelt hochgradig fahrlässig seinen eigenen Kindern und Enkelkindern gegenüber. Diese Generation erhöht kurzfristig ihren Wohlstand auf Kosten nachfolgender Generationen. Über den Verkauf von "Familiensilber" wird dieser Prozess auch noch auf die von dervorherigen Generation aufgebauten Vermögenswerte ausgeweitet. Am Ende kann nur ein kompletter Zusammenbruch aufgrund simpler Überschuldung stehen.
Klarstellung: Es ist durchaus in Ordnung, wenn der Staat bestimmte Aufgaben finanziert. Dazu kann er auch Steuern erhöhen. Aber es ist nicht in Ordnung, wenn bei einem Aufgabenzuwachs die Steuern über den Umweg Schulden auf morgen verschoben werden. Es geht hier nur um das unfaire Verhalten der Politik!
Finanzielles Unwissen in der Bevölkerung
Verlockende Finanzierungsmodelle für Kraftfahrzeuge bis hin zu Einrichtungen und Urlauben verleiten viele Menschen dazu, sich finanziell zu übernehmen. Diese Modelle verstecken die Tatsache, dass es sich um Schulden handelt und zumeist sind die Verzinsungen in diesen Modellen sehr hoch. In breiten Bevölkerungsschichten fehlt es an ausreichend Kenntnissen, in diesen Modellen die Realzinsen zu errechnen.
Die beteiligten Finanzintermediäre haben, aufgrund der Anreizmodelle in der Finanzwirtschaft, zudem keinerlei Interesse an einer qualitativ hochwertigen Aufklärung der Kunden über den tatsächlich zu bezahlenden Zins oder die tatsächlich eingegangenen Risiken. Solche Anreizsysteme führt zwangsläufig zu einer höheren Verschuldung und der fatalen Einschätzung vieler Leute, sich diese Dinge "eh locker" leisten zu können. Hier muss mit verschiedenen Ansätzen eine Veränderung herbeigeführt werden.
Ich habe das bewusst ohne "Punkt" formuliert, weil es auch im originalen Antrag keinen "Punkt" gibt. Es kann auch keinen geben, so wie das geschrieben ist. Mir war wichtig herauszuarbeiten, dass der Originalantrag "Zinseszins" ein weitgehend sinnfreier Antrag ist.
Wenn man als Pirat dem oben geschriebenen allgemein zustimmen kann, dann bitte ich um Unterstützung. Dann weiß ich, dass es Sinn macht, genauere Meinungsbilder und Anträge auszuarbeiten.
07-OCT-2012: Diskussion hinzugefügt
17-OCT-2012: BGE Passus entschärft
17-OCT-2012: Kontext Aufgaben-Steuern-Schulden präzisiert
Beitrag #5212 | 29.10.2012 | | |
Leider strotzt der Text nur so von inhaltlichen Fehlern, sonderbaren Unterstellungen und Halbwahrheiten, weshalb Unterstützer dieser Initiative sich wirklich die Frage stellen sollten, ob sie diesen Antrag nur deshalb unterstützen, weil er die üblichen Sündenböcke (Politiker) anprangert und einfach nur Vorurteile bedient.
Schulden sind Ergebnis politischer Mißwirtschaft durch Politiker
Wer in den letzten Jahren auch nur ein Fünkchen Berichterstattung verfolgt hat, wird sich vielleicht erinnern, dass der Staat sich verschulden musste, um die Banken zu retten.
Schlagworte wie etwa "Credit Default Swaps" scheinen völlig in Vergessenheit geraten zu sein, um nur einen Vertreter der "Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie" zu nennen.
Der Antrag suggeriert aber etwas anderes: Die Politiker machen Schulden, weil sie mehr ausgeben, als sie einnehmen, was zur Finanzkrise geführt hat.
Was verschwiegen wird: Die faulen Papiere, die sich im Eigentum der Banken befinden, haben die Politik dazu gezwungen, das Finanzsystem durch massive Verschuldung der Staaten am Leben zu erhalten.
Das explosionsartige Ansteigen der Staatsverschuldung ist somit einzig und allein durch die "Rettung der Banken" verursacht worden.
Weil eben Banken in den großen Finanzcasinos gezockt haben, mit Geld, das ihnen nicht gehört.
Und nicht der Staat.
Ein weiterer interessanter Aspekt, ist die Unkenntnis des Autors, wie Kredite vergeben werden.
Geld, das heute im Geldsystem existiert, wird auf verschiedene Art und Weise verwendet. Ein Teil davon wird bei Banken verzinst angelegt (Sparbuch) und fließt in Form von Krediten wieder zurück in die Wirtschaft.
Das ist sachlich falsch. Sparguthaben werden nicht als Kredite vergeben. Kredite werden geschöpft. Was das bedeutet, erläutert die FAZ hier.
Dies verdeutlicht die großen inhaltlichen Schwächen, indem sogar allereinfachste Begriffe völlig falsch dargestellt werden.
Wenn dieses Meinungsbild von einer Mehrheit angenommen wird, dann zeigt sich nur eines:
Dass es in der Piratenpartei massiv an grundlegendem Wissen mangelt und dass hier Aufklärung notwendig ist.
Daher fordere ich alle Mitglieder der Piratenpartei dazu auf, diese Initiative nicht zu unterstützen, bzw. ihre Unterstüzung zurück zu ziehen.
(17.10.2012 )LiquidFeedback schrieb:
Beitrag #4623 | 22.10.2012 | | |
Re: (T492) Meinungsbild (4–5 Wochen) - Thema hat die nächste Phase erreicht
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht --- Phase: Eingefroren (noch 8 Tage 00:58:25) --- Link zum Thema
Beitrag #5292 | 30.10.2012 | | |
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht --- Phase: Abstimmung (noch 7 Tage 23:59:07) --- Link zum Thema
Beitrag #6270 | 07.11.2012 | | |
Bundesweite Themen: Wirtschaft, Soziales, Konsumentenschutz --- Meinungsbild (4–5 Wochen): Thema 492 --- Ereignis: Thema hat die nächste Phase erreicht --- Phase: Abgeschlossen (ohne Gewinner) --- Link zum Thema
Beitrag #3130 | 10.10.2012 | | |
Re: (T492/I978) Zinseszins - Neues Thema
ich war/bin schwer versucht, zu diesen initiativen ebenfalls eine initiative ins lqfb zu stellen.
aber das ist wohl nicht sinn und zweck von lqfb.
ich kann mit keinem der anträge zu diesem thema wirklich etwas anfangen!
und ich hoffe, dass keiner dieser anträge zustimmung findet.
in de initativen i978 und i1054 wird die sehr einfache rechnung angestellt, dass die abschaffung des zins und des zinseszins alle probleme unserer gesellschaft löst!
ich glaube, dass jeder halbwegs vernünftige mensch erkennen kann (selbst, wenn es theoretisch so wäre), dass die forderung nach abschaffung eine absolut unreale ist.
im islamischen einflussbereich besteht grösstenteils das verbot von zinsen und die realität zeigt, dass dieses verbot nicht haltbar ist und grossflächig umgangen wird.
es wird ausserdem immer wieder die abschaffung des zinses als allheilmittel in der umverteilungsdebatte eingebracht.
dass die deregulierung des finanzmarktes und die abschaffung und senkung von steuern (zb erb- und schenkungssteuer, senkung der einkommensteuer auf hohe einkommen in den usa, kapitalerträge mit einer flattax besteuern usw.) für den grossteil der ungleichen verteilung verantwortlich ist, wird negiert.
der antrag von betriebsdirektor ist zwar faktenbezogener, spiegelt aber in seinem zynismus seinen ärger über diese debatte wieder und schüttet das kind mit dem bade aus!
dass wir als piraten auch unserer sozialen verantwortung für sozial schwächere wahrnehmen ist innerhalb der piraten wohl weitestgehend konsens. immerhin haben sich bei der wahlkabine-umfrage 72 % für die einführung eines bge ausgesprochen.
es gilt für uns piraten einen realistischen weg aufzuzeigen, der sowohl gewährleistet, dass unsere gesellschaft inkl. der bestehenden wirtschaft auch in zukunft funktioniert, als auch auf der anderen seite gewähleistet, dass dieses system nicht in einen raubtierkapitalismus ausartet. innerhalb der tf-wirtschaft (inkl. betriebsdirektor) gibt es diesbezüglich weitestgehende einigkeit und es wird in diesem sinne auch gearbeitet und werden laufend initiativen inkl. alternativen ins lqfb gebracht.
Beitrag #4153 | 17.10.2012 | | |
Ich hab auch immer ein starkes *facepalm* Bedürfnis wenn ich
irgendwo wieder Zinskritik oder sowas lese...
Beitrag #3483 | 13.10.2012 | | |
Bei Schwundgeld wird immer die Umlaufgeschwindigkeit angeregt. Was ja prinzibiell für schwache, abbauende Regionen, wie z.B. Waldviertel oder Burgenland gut ist.
In der Gesamtheit muss aber die Steigerung der Umlaufgeschwindigkeit sehr kritisch betrachtet werden, da sie natürlich den Konsum steigert und somit weder ökologisch noch nachhaltig ist!
Desweiteren sind alle diese Währungen derzeit auch an den Euro gekoppelt. Da muss man sich schon überlegen dass diese Währung damit auch immer vom Euro abhängig ist.
Ich empfehle allen sich näher mit dem Demokratischen Vollgeld zu beschäftigen (-wie derzeit Joseph Huber- ein Vortrag von ihm bei den Piraten wäre nicht schlecht.)
Beitrag #3484 | 13.10.2012 | | |
Sorry mein letzter Beitrag bezog sich auf die Komplimentärwährungen
Ich denke die Zinsproblemathik kann dann angegangen oder besprochen werden, nachdem wir ein DEMOKRATISCHES VOLLGELD eingeführt haben.
Dies ist meiner Meinung wesentlich entscheidender.

References: BGE 
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