Source: https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/LgblNO/LRNI_2005059/LRNI_2005059.html
Timestamp: 2019-10-20 09:08:51+00:00

Document:
0822–0
Blatt 1-16
Der Landshauptmann von Niederösterreich verlautbart gemäß Art. 44 Abs. 1 der NÖ Landesverfassung 1979, LGBl. 0001–13
Der Landtag von Niederösterreich hat die Vereinbarung am 25. November 2004 genehmigt.
Diese Vereinbarung tritt mit 26. Juli 2005 in Kraft.
Die Länder verpflichten sich, im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Berufsbilder und die Tätigkeitsbereiche der im Art. 1 Abs. 2 Z. 1 und 2 genannten Berufe in ihren Rechtsvorschriften nach den in der Anlage 1 festgelegten Grundsätzen zu regeln. Die Regelung des Berufes der Heimhelfer/innen ist fakultativ.
(3) Sind zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der Vereinbarung nach landesrechtlichen Vorschriften Heimhelfer/innen zur Führung der Berufsbezeichnung Heimhelfer/in berechtigt, die über keine Qualifikation im Sinne des Abs. 1 oder 2 verfügen, hat die betreffende Vertragspartei in ihren Rechtsvorschriften sicherzustellen, dass spätestens nach Ablauf von vier Jahren nach Inkrafttreten der Vereinbarung die Ausübung der Heimhilfe nur zulässig ist, wenn durch eine entsprechende Ergänzung der Ausbildung die Qualifikationsunterschiede ausgeglichen worden sind. Für Länder, die der Vereinbarung gemäß Art. 9 beitreten, gilt diese Frist von vier Jahren ab Wirksamwerden des Beitrittes.
Unterstützung bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von
Diese Vereinbarung steht den Ländern, die sie im Zeitpunkt ihres Inkrafttretens gemäß Art. 8 Abs. 1 noch nicht unterzeichnet haben, zum Beitritt offen. Der Beitritt wird einen Monat nach seiner schriftlichen Mitteilung an das Bundeskanzleramt wirksam.
Grundsätzliches – Allgemeine Bestimmungen:
Helfer/innen-Niveau:
Heimhelfer/innen mit 200 UE Theorie + 200 h Praxis
Fachniveau:
Fach-Sozialbetreuer/innen mit 1.200 UE Theorie + 1.200 h Praxis
Diplomniveau:
Diplom-Sozialbetreuer/innen mit 1.800 UE Theorie +
1.800 h Praxis
Altenarbeit (“A”)
Familienarbeit (nur auf Diplomniveau) (“F”)
Behindertenarbeit (“BA”)
Behindertenbegleitung (“BB”)
* Hauswirtschaftliche Tätigkeiten (insbesondere für
Sauberkeit und Ordnung in der unmittelbaren Umgebung des Klienten/der Klientin sorgen)
* Beheizen der Wohnung, Beschaffen des Brennmaterials
* Unterstützung bei Besorgungen außerhalb des Wohnbereiches (Einkauf, Post, Behörden, Apotheke, u.a.)
* Unterstützung bei der Zubereitung und Einnahme von
* Einfache Aktivierung (z.B. Anregung zur Beschäftigung)
* Förderung von Kontakten im sozialen Umfeld
* Hygienische Maßnahmen (z.B. Wäschegebarung)
* Beobachtung des Allgemeinzustandes und
rechtzeitiges Herbeiholen von Unterstützung durch andere Berufsgruppen
* Unterstützung von Pflegepersonen
* Unterstützung bei der Basisversorgung
einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln (Anlage 2)
Heimhelfer/Heimhelferinnen sind verpflichtet, im Zeitraum von 2 Jahren mindestens 16 Stunden an Fortbildung zu absolvieren.
3.1. Aufgaben von Fach-Sozialbeteuer/innen
* Präventive, unterstützende, aktivierende,
reaktivierende, beratende, organisatorische und administrative Maßnahmen zur täglichen Lebensbewältigung
* Eingehen auf körperliche, seelische, soziale und
geistige Bedürfnisse und Ressourcen
* Hilfen zur Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten für ein möglichst selbstständiges und eigenverantwortliches Leben im Alter
* Individuelle Begleitung bei der Sinnfindung und Neuorientierung in der Lebensphase Alter
* Unterstützung bei der psychosozialen Bewältigung
* Entlastung, Begleitung und Anleitung von
Angehörigen und Laienhelfer/innen
* Begleitung von Sterbenden und deren Angehörigen
Sie verfügen in folgenden Bereichen über spezifische
Bildung - Persönlichkeitsentfaltung: Einsatz musischkreativer Mittel und Bewegung. Förderung von Wahrnehmung, Kreativität, Sinnesschulung und ästhetischer Bildung.
Kritische Lebensereignisse: Begleitung bei Krankheit, Trauer, Tod (z.B. von Angehörigen) mit dem Ziel der Sinnstiftung, Sterbebegleitung.
Pflegerische Aufgaben nehmen Fach-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Behindertenarbeit (BA) entsprechend ihrer Qualifikation als Pflegehelfer/innen gem. GuKG wahr. Fach-Sozialbetreuer /innen mit Schwerpunkt Behindertenbegleitung (BB) leisten Unterstützung bei der Basisversorgung einschließlich der Unterstützung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln.
Um als “Fach-Sozialbetreuer/in” beruflich tätig sein zu können, muss eine den unten stehenden Kriterien entsprechende Ausbildung absolviert werden, entweder durch Absolvierung eines entsprechenden Ausbildungsganges an einer dazu ermächtigten Bildungseinrichtung oder durch die Absolvierung der einzelnen Module in verschiedenen Ausbildungsangeboten.
Die Pflegehilfe-Ausbildung bildet einen integralen Bestandteil. Davon ausgenommen ist der Ausbildungsschwerpunkt “Behindertenbegleitung”, bei welchem nur die Inhalte des Moduls “Unterstützung bei der Basisversorgung” gemäß GuKG (Anlage 2) abgedeckt werden.
Persönlichkeitsbildung … 220 UE (Schwerpunkt BB: 340 UE)
Das Modul beinhaltet u.a.: Supervision, musischkreative Bildung, Kommunikation/Konfliktbewältigung, Bewegung und Körpererfahrung; Die Inhalte müssen in einem einschlägigen Kontext zur Sozialbetreuung stehen. Das Modul deckt 100 h der Pflegehilfe-Ausbildung ab.
Sozialbetreuung / allgemein … 200 UE
Humanwissenschaftliche Grundbildung ... 80 UE
Politische Bildung und Recht … 40 UE
Medizin und Pflege ... 480 UE (Schwerpunkt BB: 120 UE)
Das Modul beinhaltet alle medizinischpflegerischen Gegenstände der Pflegehilfe-Ausbildung; in Ausbildungsschwerpunkt BB werden die Inhalte des Moduls “Unterstützung bei der Basisversorgung” abgedeckt.
Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung ... 20 UE
Haushalt, Ernährung, Diät … 80 UE
Sozialbetreuung / A / F / BA / ... 80 UE (Schwerpunkt BB: 280 UE)
Familienarbeit (“F”)
Diplom-Sozialbetreuer/innen wirken mit an der fachlichen Weiterentwicklung des Dienstleistungsangebotes der eigenen Organisation oder Einrichtung und führen Maßnahmen und Prozesse der Qualitätsentwicklung durch, wie z.B. Reflexion und Evaluation mit Hilfe anerkannter Verfahren und Instrumente.
4.1.1. Diplom-Sozialbetreuer/innen mit Schwerpunkt Altenarbeit (A) :
Sie sind insbesondere für folgende Maßnahmen kompetent – erforderlichenfalls in Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachleuten (z.B. Ärzt/inn/en, Psychotherapeut/inn/en, Physiotherapeut/inn/en):
* Erkrankung eines Elternteils, eines Kindes oder
eines anderen in der Familie bzw. im familienähnlichen Verband lebenden Angehörigen,
* Psychische Krisensituationen, wie Trennung,
Scheidung, Tod von Angehörigen. Überforderung, Überlastung oder Ausfall der Betreuungsperson.
* Planung und Organisation des Alltags (Zeitplan,
Haushaltskassa, Familienorganisation, gesunde Lebensführung)
* Haushaltsorganisation und -führung (z.B. Wohnungspflege, Wäschepflege, Zubereitung von Mahlzeiten bzw. Diätkost im Tagesablauf auch für Säuglinge und Kleinkinder)
* Altersspezifische Betreuung der Kinder und Jugendlichen, Spiel-Lernanimation sowie Hausaufgabenbegleitung
* Anleitung, Beratung und Unterstützung der Betreuungsperson(en) von Familienangehörigen
* Mitbetreuung von älteren, kranken oder behinderten
* Begleitung und Unterstützung bei der Bewältigung
* Beratung, Begleitung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme von Sozial- und Gesundheitseinrichtungen sowie öffentlichen Stellen, Ämtern und Behörden
* Zusammenarbeit mit dem Betreuungsteam und mit
Einrichtungen der öffentlichen und freien Wohlfahrt im sozialen Umfeld (Teilnahme an Helferkonferenzen und Vernetzungsgesprächen)
* Eigenverantwortliche Durchführung der
“Personenzentrierten Lebensplanung”
* Eigenverantwortliche Anwendung der aktuell
anerkannten und wissenschaftlich fundierten Konzepte und Methoden der Basalen Pädagogik, wie z.B. Basale Stimulation, Basale Kommunikation, Basale Aktivierung.
* Eigenverantwortliche Anwendung unterstützender,
erweiternder und alternativer Kommunikationsmittel (z.B. Gebärden und Symbole) unter Einsatz elektronischer Hilfsmittel.
Um als “Diplom-Sozialbetreuer/in” beruflich tätig sein zu können, muss eine den unten stehenden Kriterien entsprechende Ausbildung absolviert werden, entweder durch Absolvierung eines entsprechenden Ausbildungsganges an einer dazu ermächtigten Bildungseinrichtung oder durch die Absolvierung der einzelnen Module in verschiedenen Ausbildungsangeboten.
Betreffend die Pflegehilfe-Qualifikation bzw. das Modul “Unterstützung bei der Basisversorgung” (Anlage 2) finden sämtliche Bestimmungen Anwendung, die bereits für Fach-Sozialbetreuer/innen gelten.
Persönlichkeitsbildung ... 340 UE (Schwerpunkt BB: 460 UE)
Humanwissenschaftliche Grundbildung … 200 UE
Politische Bildung und Recht … 80 UE (Schwerpunkt BB: 120 UE)
Medizin und Pflege … 480 UE (Schwerpunkt BB: 120 UE)
Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung … 20 UE
Management und Organisation … 80 UE
Sozialbetreuung / A / F / BA / ... 320 UE (Schwerpunkt BB: 520 UE)
Ausbildungsmodul “Unterstützung bei der Basisversorgung”
Der Entwurf der Vereinbarung gemäß Art. 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über Sozialbetreuungsberufe enthält in Art. 3 Abs. 3 und Art. 7 eine Verpflichtung des Bundes zur Schaffung von Regelungen eines Ausbildungsmoduls “Unterstützung bei der Basisversorgung“. Dieses Ausbildungsmodul soll im Rahmen der Ausbildung von Fach-Sozialbetreuer/innen und Diplom- Sozialbetreuer/innen der Ausbildungsrichtung Behindertenbegleitung sowie von Heimhelfer/innen absolviert werden. Die Regelungen fallen in den Kompetenzbereich des Bundes (Art. 10 Abs. 1 Z. 12 B-VG – Gesundheitswesen).
Da die Verabreichung von Arzneimitteln eine ärztliche Tätigkeit ist, fällt die in diesem Ausbildungsmodul vorgesehene “unterstützende Mitwirkung bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln” in den Bereich des Ärzterechts. Allfällige erforderliche Anpassungen sind daher im Ärztegesetz 1998 zu treffen.
Ausbildung gemäß Artikel 3 Abs. 3
Die Ausbildung umfasst insgesamt 100 Unterichtseinheiten (UE) Theorie, die sich wie folgt zusammensetzen:
* Unterstützung bei der Körperpflege
* Haarwäsche und -pflege
* Pediküre und Maniküre
* Beobachtung der Haut
* Pflegeutensilien und Hilfsmittel
* Beobachtung – Ernährungszustand
* Beobachtung – Verdauungsstörungen
* Beobachtung – Schluckstörungen
* Flüssigkeitsbilanz
* Verabreichung von Arzneimitteln
* Beobachtung der Urinausscheidung
* Beobachtung der Stuhlausscheidung
* Anwendung von Inkontinenzhilfsmitteln
* Umgang mit der Kleidung
* Hilfestellung bei der Auswahl der Kleidung
* Hilfsmittel zum Ankleiden
* Methoden und Techniken zum An- und Auskleiden
* Bedeutung der Bewegung
* Beobachtung – Körperhaltung etc.
* Prophylaxen – Dekubitus, Thrombose, Kontraktur
* Unterstützung bei der Bewegung
* Inhalte konform mit der Pflegehilfeausbildung
* exklusive der Insulininjektionen
Die erfolgreiche Absolvierung des Ausbildungsmoduls “Unterstützung bei der Basisversorgung” berechtigt zur Durchführung nachstehender Tätigkeiten:
* Assistenz beim Aufstehen aus dem Bett
* Assistenz beim Waschen
* Assistenz beim Duschen
* Assistenz beim Baden in der Badewanne
* Assistenz bei der Zahnpflege
* Assistenz bei der Haarpflege
* Assistenz beim Rasieren
* Erkennen von Veränderungen des Allgemeinzustandes
oder der Haut und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
* Assistenz bei der Auswahl der Kleidung
* Bereitlegen der Kleidung
* Assistenz beim Anziehen bzw. Ausziehen von
* Zubereiten und Vorbereiten von Mahlzeiten wie
* Beachtung von Diätvorschriften
* Assistenz beim Essen
* Assistenz beim Trinken
* Achten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr
* Erkennen von Essstörungen, Schluckstörungen, nicht
ausreichender Flüssigkeitsaufnahme und sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
* Assistenz beim Toilettengang
* Assistenz bei der Intimpflege nach dem Toilettengang
* Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln wie
* Erkennen einer Veränderung von Ausscheidungen und
sofortige Meldung an den zuständigen Arzt/die zuständige Ärztin oder an die/den zuständige/n Angehörige/n des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege
* Assistenz beim Aufstehen oder Niederlegen
* Assistenz beim Niedersetzen
* Assistenz beim Gehen
* Anwendung von Hilfsmitteln zur Dekubitusprophylaxe
bei Menschen im Rollstuhl
* Anwendung von Hilfsmitteln bei Menschen mit
rheumatischen Veränderungen zur Erleichterung täglicher Verrichtungen
* Assistenz bei der Einnahme von oral zu
verabreichenden Arzneimitteln, dazu zählt auch das Erinnern an die Einnahme von Arzneimitteln oder das Herausnehmen der Arzneimittel aus dem Wochendispenser
* Assistenz bei der Applikation von ärztlich
verordneten Salben, Cremen, Lotionen etc. oder von Pflegeprodukten, die von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege angeordnet wurden.

References: Art. 44
 Art. 1
 Art. 9
 Art. 8
 Art. 15
 Art. 3
 Art. 7