Source: http://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_constitutions/documents/papa-francesco_costituzione-ap_20171208_veritatis-gaudium.html
Timestamp: 2020-01-17 23:48:53+00:00

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Art. 6. Allein die Universitäten und Fakultäten, die vom Heiligen Stuhl rechtmäßig errichtet oder anerkannt sind sowie nach den Normen dieser Konstitution geführt werden, haben das Recht, akademische Grade mit kirchenrechtlicher Geltung zu verleihen (vgl. can. 817 CIC und can. 648 CCEO), unter Beibehaltung des Sonderrechtes der Päpstlichen Bibelkommission (Vgl.: Paul VI., Sedula Cura: AAS 63 [1971] 665 ff.; Päpstliche Bibelkommission, Ratio Periclitandae Doctrinae: AAS 67 [1975] 153 ff.).
- der Dekan einer kirchlichen Fakultät innerhalb einer Universität.
Art. 26. § 1. Alle Dozenten, gleich welcher Stufe, sollen sich durch vorbildliches Leben, Integrität der Lehre und Pflichtbewusstsein auszeichnen, so dass sie wirksam dazu beitragen können, die besondere Zielsetzung einer kirchlichen Bildungseinrichtung zu erreichen. Wenn eine dieser Voraussetzungen nicht mehr gegeben ist, müssen die Dozenten, unter Beachtung des vorgesehenen Verfahrens (vgl. cann. 810, § 1 und 818 CIC) ihres Amtes enthoben werden.
§ 2. Diejenigen, die in Fachbereichen unterrichten, in denen es um Glaube oder Moral geht, sollen sich dessen bewusst sein, dass diese Aufgabe in voller Gemeinschaft mit dem authentischen Lehramt der Kirche und vor allem des Papstes durchzuführen ist (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen Gentium, 25, 21. November 1965: AAS 57 [1965] 29-31; und Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion über die kirchliche Berufung des Theologen, Donum veritatis, 24. Mai 1990: AAS 82 [1990] 1550-1570).
§ 2. Die einzelnen theologischen Disziplinen müssen in der Weise gelehrt werden, dass aus den inneren Gründen des jeweiligen Gegenstandes und in Verbindung mit den anderen theologischen Disziplinen, mit den kirchenrechtlichen, den philosophischen und den Humanwissenschaften, die Einheit der ganzen theologischen Lehre klar hervortritt und alle Disziplinen auf eine intensive Kenntnis des Geheimnisses Christi ausgerichtet sind, damit es so dem Volk Gottes und allen Völkern noch wirksamer verkündet werden kann (vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion über die kirchliche Berufung des Theologen, Donum veritatis, 24. Mai 1990: AAS 82 [1990] 1552).
Art. 72. § 1. Die ökumenischen Fragen müssen sorgfältig nach den von der zuständigen kirchlichen Autorität erlassenen Richtlinien behandelt werden (vgl. Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Anwendung der Prinzipien und Normen zum Ökumenismus: AAS 85 [1993] 1039 ff.).
Die ersten beiden Jahre sollen mehrheitlich einer soliden philosophischen Ausbildung gewidmet werden, da diese für ein angemessenes Angehen des Theologiestudiums notwendig ist. Das Bakkalaureat, das in einer kirchlichen Fakultät für Philosophie erlangt wurde, ersetzt die Kurse der Philosophie eines ersten Zyklus an einer Theologischen Fakultät. Das Bakkalaureat in Philosophie, das an einer nicht kirchlichen Fakultät erlangt wurde, ist kein hinreichender Grund für die vollständige Dispens eines Studenten von philosophischen Kursen des ersten Zyklus an einer Theologischen Fakultät.
Was ich mit der vorliegenden Apostolischen Konstitution beschlossen habe, ordne ich an, dass es in allen seinen Teilen beachtet werde, ungeachtet allem, was dagegenstehen sollte, selbst wenn es besonders erwähnenswert wäre, und dass es im offiziellen Publikationsorgan der Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht werde.
§ 2. Die kirchlichen Universitäten und Fakultäten, sowie die anderen Hochschuleinrichtungen, unterliegen in der Regel der Bewertung durch die Agentur des Heiligen Stuhls zur Beurteilung und Förderung der Qualität kirchlicher Universitäten und Fakultäten (AVEPRO).
§ 1. Den Dozenten anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften, die nach den Normen der zuständigen Autorität ernannt wurden (vgl. Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium zur Anwendung der Prinzipien und der Normen über den Ökumenismus [1993], n.191 ff.: AAS 85 [1993] 1107 ff.), wird die Lehrbefugnis vom Großkanzler erteilt.
§ 2. Die Dozenten der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften können im Grundzyklus keine theologischen Kurse lehren, sondern andere Disziplinen (vgl. ebd., n. 192: AAS 85 [1993] 1107-1108). Im zweiten Studienzyklus können sie als Gastdozenten eingeladen werden (vgl. ebd., n. 195: AAS 85 [1993] 1109).
§ 3. Nichts desto weniger möge der Großkanzler in besonders schwerwiegenden oder dringenden Fällen zum Wohl der Studenten und der Gläubigen den Dozenten „ad tempus“ suspendieren, bis das ordentliche Verfahren abgeschlossen ist.
Art. 32. Ebenso muss die Studienordnung die Übungen und Seminare festlegen, an denen die Studenten nicht nur teilzunehmen, sondern gemeinsam mit den Kollegen aktiv sich zu beteiligen und für die sie schriftliche Seminararbeiten zu liefern haben.
Art. 54. Bei der Darlegung der Lehre beachte man die Normen, die in den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils (vgl. Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung, Dei Verbum: AAS 58 [1966] 817 ff.; Dekret über die Ausbildung der Priester, Optatam totius: AAS 58 [1966] 713 ff.) und in den jüngeren Dokumenten des Heiligen Stuhles enthalten sind (vgl. praesertim Paul VI, Brief Lumen Ecclesiae, de S. Thoma Aquinate, 20. November 1974: AAS [1974] 673 ff; Sacrae Congr. pro Institutione Catholica Litteras: De institutione theologica [22. Februar 1976]; De institutione canonistica [1 März 1975]; De institutione philosophica [20. Januar 1972]; De institutione liturgica [3. Juni 1979]; De institutione in mediis communicationis [19. März 1986]; De institutione in doctrina sociali Ecclesiae [30. Dezember 1988]; De patrum Ecclesiae studio [10. November 1989]; De institutione circa matrimonium et familiam [19. März 1995]), soweit sie auch die akademischen Studien betreffen.
die zweckmäßig in Sektionen eingeteilten Spezialfächer, mit den entsprechenden Übungen und Seminaren, einschließlich einer schriftlichen Arbeit.
Die Studienordnung der Fakultät soll festlegen, ob und welche besonderen Fächer unterrichtet werden sollen, mit den dazugehörigen Übungen und Seminaren und welche antike und moderne Sprachen der Student zu lesen beherrschen muss, um seine Dissertation ausarbeiten zu können.
§ 1. Wer die philosophisch-theologischen Studien in einem Priesterseminar oder an einer theologischen Fakultät absolviert hat, kann sofort zum zweiten Zyklus zugelassen werden, sofern es nicht notwendig oder angemessen scheint, einen vorausgehenden Kurs der lateinischen Sprache oder der Institutionen des kanonischen Rechts im Allgemeinen zu verlangen.
§ 2. Wer bereits einen akademischen Grad im staatlichen Recht erworben hat, kann von einigen Kursen des zweiten Studienzyklus (z. B. dem römischen Recht und dem Zivilrecht) dispensiert werden, jedoch ohne ihn von der dreijährigen Dauer des Lizentiatsstudiums zu befreien.
§ 1. Forschung und Lehre der Philosophie an einer kirchlichen Fakultät für Philosophie müssen sich auf das „immer gültige philosophische Erbe” (vgl. can. 251 CIC und II. Vatikanisches Konzil, Dekret über die Ausbildung der Priester, Optatam totius) stützen, wie es sich im Laufe der Geschichte, insbesondere im Werk des heiligen Thomas von Aquin entwickelt hat. Gleichzeitig soll die an einer kirchlichen Fakultät gelehrte Philosophie offen sein für die Ergebnisse, die neuere Forschungen erbracht haben und weiterhin erbringen. Es ist dabei wichtig, die weisheitliche und metaphysische Dimension der Philosophie zu betonen.
Art. 69. § 1. Der Reform des ersten Zyklus von drei Jahren der kirchlichen Studien in Philosophie, die mit dem Bakkalaureat in Philosophie abschließen, Rechnung tragend soll bei einer Affiliation der Philosophie dies mit dem, was für den ersten Zyklus verfügt worden ist, sowohl hinsichtlich der Zahl der Jahre als auch des Studienplans übereinstimmen (vgl. OrdVG, Art. 66, 1); die Zahl der fest angestellten Dozenten mit entsprechender Qualifikation in einem affiliierten Institut soll wenigstens fünf betragen (vgl. OrdVG, Art. 67).
§ 3. Der Reform des Studienplans innerhalb des ersten philosophisch-theologischen Zyklus, der mit dem Bakkalaureat in Theologie abgeschlossen wird, Rechnung tragend soll die philosophische Ausbildung eines affiliierten Instituts in Theologie mit dem, was hinsichtlich des Studienplans verfügt worden ist (vgl. OrdVG, Art. 51, 1) übereinstimmen. Die Zahl der fest angestellten Dozenten soll wenigstens zwei betragen.
9. Beziehungen zu anderen Fakultäten, Instituten, etc.
[40] Enzyklika Laudato si, 240.
[47] The Idea of a University, Discourse VII, 6.
[57] Videobotschaft anlässlich des Internationalen Theologischen Kongresses an der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien „Santa Maria de los Buenos Aires“ (1.-3. September 2015), hier mit Bezug auf das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium, 115.

References: Art. 26
 § 1
 § 1

§ 2

§ 2

Art. 72
 § 1

§ 2

§ 1

§ 2

§ 3

Art. 32

Art. 54

§ 1

§ 2

§ 1

Art. 69
 § 1
 Art. 66
 Art. 67

§ 3
 Art. 51