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Timestamp: 2019-05-19 07:27:33+00:00

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§ 174 BGB: Einseitiges Rechtsgeschäft eines Bevollmächtigten
BGH, URTEIL vom 3.6.2010, Az. VIII ZR 321/09 Als Begründung wird teilweise angegeben, der Erklärungsempfänger müsse im Hinblick auf § 174 BGB prüfen können, ob die erklärende natürliche Person vertretungsberechtigt sei (LG Hamburg, aaO, 256; Schultz, aaO).
BGH, URTEIL vom 3.11.2002, Az. VIII ZR 72/02 Es kann dahingestellt bleiben, ob die für einseitige Rechtsgeschäfte geltende Regelung des §174 BGB auf ein Mieterhöhungsverlangen nach § 2 MHG entsprechend anzuwenden ist (so OLG Hamm (RE) NJW 1982, 2076).
BGH, BESCHLUSS vom 2.2.2010, Az. XI ZR 184/09 9	a) Beruht die Vertretungsmacht nicht auf der Erteilung einer Vollmacht durch den Vertretenen, sondern - wie hier - auf gesetzlicher Grundlage, so scheidet eine Zurückweisung der Vollmacht nach § 174 BGB aus; die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit, ob die Vertretungsmacht wirksam besteht, wird dem Empfänger der Erklärung zugemutet (siehe BGH, Urteil vom 9. November 2001 - LwZR 4/01, WM 2001, 2442, 2443; für Vormundschaft und Pflegschaft bereits RGZ 74, 263, 265 ff.; Münch-KommZPO/Schmidt-RecIa, 3. Aufl., §290 FamFG Rn. 1; Palandt/Ellenberger, BGB, 69. Aufl., § 174 Rn. 4; Staudinger/Schilken, BGB (2009), § 174 Rn. 6, jeweils m.w.N.).
BGH, URTEIL vom 3.4.2010, Az. I ZR 140/08 Die insbesondere im Schrifttum ganz ü-berwiegend vertretene Gegenauffassung verneint die Anwendung des § 174 Satz 1 BGB, wenn die Abmahnung mit einem Angebot zu dem Abschluss eines Unterwerfungsvertrags verbunden ist, weil die Abmahnung in diesem Fall auf den Abschluss eines Unterwerfungsvertrags gerichtet ist und kein Anlass zu einer Anwendung des § 174 Satz 1 BGB besteht (OLG Hamburg GRUR-RR 2008, 370, 371; Ahrens/Deutsch, Der Wettbewerbsprozess, 6. Aufl., Kap. 1 Rdn. 108; Bornkamm in Köhler/Bornkamm, UWG, 28. Aufl., §12 Rdn. 1.27; Fezer/Büscher, UWG, 2. Aufl., §12 Rdn. 10 f.; Harte/Henning/Brüning, UWG, 2. Aufl., §12 Rdn. 31; MünchKomm.UWG/Ottofülling, §12 UWG Rdn. 21; Teplitzky, Wettbewerbsrechtliche Ansprüche und Verfahren, 9. Aufl., Kap. 41 Rdn. 6) oder weil die Abmahnung als bloßer Realakt angesehen wird (vgl. OLG Köln WRP 1985, 360, 361; OLG Karlsruhe NJW-RR 1990, 1323; OLG Frankfurt OLG-Rep 2001, 270).
BGH, URTEIL vom 3.4.2010, Az. I ZR 140/08 Auf die Abgabe eines Vertragsangebots ist § 174 BGB weder direkt noch analog anwendbar (vgl. Staudinger/Schilken, BGB [2009], § 174 Rdn. 2; Jauernig, BGB 13. Aufl., § 174 Rdn. 1).
BGH, URTEIL vom 4.1.2014, Az. III ZR 443/13 § 174 BGB mutet die mit der Inanspruchnahme gesetzlicher Vertretung verbundene Unsicherheit über die Wirksamkeit des Bestehens der behaupteten Vertretungsmacht dem Erklärungsempfänger zu (vgl. BGH, Urteil vom 9. November 2001 - LwZR 4/01, NJW 2002, 1194, 1195).
BGH, URTEIL vom 4.1.2014, Az. III ZR 443/13 Da es bezüglich einer (Außen-)Ge-sellschaft bürgerlichen Rechts kein öffentliches Register gibt, dem sich die Vertretungsverhältnisse entnehmen lassen, hat der Bundesgerichtshof § 174 BGB auf die Vertretung der Gesellschaft ungeachtet dessen angewendet, dass der Gesellschaft bürgerlichen Rechts nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (Teil-)Rechtsfähigkeit zukommt (grundlegend insoweit BGH, Urteil vom 29. Januar 2001 - II ZR 331/00, BGHZ 146, 341).
BGH, URTEIL vom 3.10.1996, Az. XII ZR 60/95 gefertigten Kündigungsschreibens an den Beklagten am 24. Dezember 1993 (vgl. hierzu § 174 Satz 2 BGB sowie Soergel/Leptien, BGB 12. Aufl., § 174 Rdn. 4; BGB-RGRK/Steffen, 12. Aufl., § 174 Rdn. 2) in einer dem Erfordernis der gewillkürten Schriftform gemäß § 127 Satz 1 und Satz 2 BGB nach dem Sinn und Zweck des Schrift-formerfordernisses (vgl. dazu BGHZ 97, 283, 285) hinrei-
BGH, URTEIL vom 3.11.2002, Az. VIII ZR 141/02 Es kann dahingestellt bleiben, ob die für einseitige Rechtsgeschäfte geltende Regelung des §174 BGB auf ein Mieterhöhungsverlangen nach § 2 MHG entsprechend anzuwenden ist (so OLG Hamm (RE) NJW 1982, 2076).
BGH, URTEIL vom 4.1.2011, Az. VII ZR 53/10 Auf die Mahnung als geschäftsähnliche Handlung ist § 174 BGB entsprechend anwendbar (BGH, Urteil vom 25. November 1982 - III ZR 92/81, NJW 1983, 1542).
BGH, BESCHLUSS vom 3.6.2016, Az. VIII ZR 238/15 Denn insoweit hatte der das Vollmachtsformular vorbereitende Prozessbevollmächtigte - ersichtlich dem Gebot des sichersten Weges folgend - in der bezeichneten Angelegenheit lediglich zusätzlich mitgeteilt, die Klägerin werde in der streitgegenständlichen Angelegenheit von ihrer Mutter vertreten, so dass die Vollmachtsurkunde insoweit noch eine weitere in sich geschlossene Legitimationskette aufgewiesen hat, die im Streitfall einer Anwendbarkeit sowohl von § 174 Satz 1 BGB als auch von § 180 BGB ebenfalls von vornherein entgegengestanden hat (vgl. auch MünchKommBGB/Schubert, aaO, § 172 Rn. 23).
BGH, BESCHLUSS vom 4.9.2012, Az. V ZB 5/12 9	aa)	Eine Erklärung kann neben einer Beanstandung gemäß § 180 Satz 2 BGB auch eine Zurückweisung gemäß § 174 BGB enthalten, sofern aus ihr eindeutig hervorgeht, dass das Bestehen der Vertretungsmacht bemängelt und zugleich das Rechtsgeschäft wegen der fehlenden Vorlage einer Vollmachtsurkunde zurückgewiesen wird (BeckOK BGBA/alenthin, Edition 24, § 174 Rn. 8; vgl. auch BAG, NJW 1981, 2374 f.).
LAG Hamm, Urteil vom 2.1.2009, Az. 12 Sa 1440/08 Diese entspricht allerdings nicht den Anforderungen an eine Vollmachtsurkunde, wie sie in § 174 Abs. 1 Satz 1 BGB gefordert wird (vgl. BGH, Urteil vom 04.02.1981 - 8 ZR 313/79 -, NJW 1981, Seite 1210; Staudinger/Schilken, Neubearbeitung 2004, § 174 Rdn. 3, Allgemeine Meinung).
ArbG Essen, Urteil vom 5.11.2006, Az. 2 Ca 3652/05 Selbst wenn man zu Gunsten der Beklagten davon ausginge, bei § 14 NW VermVerwG handele es sich nicht um eine gesetzliche Formvorschrift, sondern um eine bloße Vertretungsregelung (vgl. hierzu: BAG vom 29. Juni 1988 - 7 AZR 180/87 - AP Nr. 6 zu § 174 BGB = DB 1988, 1806 = NZA 1989, 143 [LS]; Palandt/Heinrichs, BGB, 65. Auflage, § 125 Rz. 4) ergäben sich hieraus für die beklagte Kirchengemeinde keine günstigeren Rechtsfolgen.
LAG Köln, Urteil vom 4.2.2010, Az. 7 Sa 1054/09 Nach ständiger Rechtsprechung des BAG ( z.B. BAG NJW 1972, 1877; BAG AP § 174 BGB Nr.2, 7, 9, 10) sind Personalleiter und Personen, die bei ihrem Arbeitgeber eine vergleichbare funktionale Stellung einnehmen, quasi kraft Amtes zu dem Ausspruch von Kündigungen bevollmächtigt.
LAG Hamm, Urteil vom 4.2.2006, Az. 8 Sa 1891/05 So wird in Rechtsprechung und Schrifttum im Zusammenhang mit der Anwendung der Vorschrift des § 174 BGB davon ausgegangen, dass mit der Position des Personalleiters durchweg eine entsprechende Personalvollmacht verbunden ist, weshalb es bei dessen Vertreterhandeln der Vorlage eines besonderen Vollmachtsnachweises nicht bedürfe (BAG AP Nr. 1 zu § 174 BGB; Palandt/Heinrichs, § 174 BGB Rz 4).
LAG Hamm, Urteil vom 4.3.2012, Az. 15 Sa 248/12 Die mit der Entscheidung des 6. Senats vom 08.12.2011 (BAG, 6 AZR 354/10, NZA 2012, 495) nunmehr für § 174 S. 1 BGB klargestellte einwöchige Überlegungsfrist ('nach einer Zeitspanne von mehr als einer Woche ohne das Vorliegen besonderer Umstände des Einzelfalls nicht mehr unverzüglich') kann auf § 91 Abs. 5 SGB IX nicht übertragen werden.
LAG Köln, Urteil vom 4.10.2002, Az. 4 Sa 1285/01 Wie sich aus dem Wortlaut des § 174 Satz 2 BGB und dem Umstand ergibt, dass das Inkenntnissetzen ein gleichwertiger Ersatz für die Vorlage der Vollmachtsurkunde seien soll, muss die Mitteilung von der Bevollmächtigung unmittelbar an den Erklärungsempfänger herangetragen werden und von ihm vernommen werden können (vgl. Soergel/Leptin § 174 BGB Rn. 4).
AG Bonn, Urteil vom 4.8.2005, Az. 6 C 411/05 Soweit der Prozessbevolimächtigte der Kläger eine fehlende Vollmacht für diese Anfechtung gerügt hat, findet die Vorschrift des § 174 BGB auf Erklärungen, die im anhängigen Rechtsstreit aufgrund der Prozessvollmacht vorgenommen werden, keine Anwendung (vergleiche Palandt, § 174 Randnummer 1 a).
LG Essen, Urteil vom 4.9.2005, Az. 16 O 221/04 Eine wirksame Zurückweisung ist aber nicht erfolgt, weil die Vorschrift des § 174 BGB auf Erklärungen, die von einem Rechtsanwalt im Rahmen des gesetzlichen Umfangs seiner Prozessvollmacht abgegeben werden, nicht anwendbar ist (BGH NJW 2003, 963, 964).
LG Wuppertal, Urteil vom 1.2.2006, Az. 17 O 227/05 (Palandt-Heinrichs, AAU, § 174 BGB Randnummer 3).
LG Paderborn, Urteil vom 5.0.2008, Az. 2 O 10/08 Auf gesetzliche Vertreter ist § 174 BGB nicht entsprechend anwendbar (MüKo, 4. Auflage, § 174 Rn. 10 unter Verweis auf § 172 Rn. 19).
LG Paderborn, Urteil vom 5.0.2008, Az. 2 O 10/08 Aus den gleichen Erwägungen ist § 174 BGB auch nicht auf Organe juristischer Personen und die persönlich haftenden vertretungsbefugten Gesellschafter von Personengesellschaften anzuwenden (MüKo, 4. Auflage, § 174 Rn. 10; Staudinger, § 174, Rn. 6; Soergel, § 174, Rn. 8; BGH, Urt. v. 9.11.2001, Az: LwZR 4/01, Rn. 10 f. = NJW 2002, 1194, 1195).
LG Paderborn, Urteil vom 5.0.2008, Az. 2 O 10/08 Bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts soll zwar nach Teilen der Literatur unter Verweis auf eine Entscheidung des BGH § 174 BGB selbst nach Anerkennung ihrer Rechtsfähigkeit Anwendung finden, weil die Vertretungsmacht hier nicht durch ein Register, sondern durch eine Vollmachtsurkunde oder durch den Gesellschaftervertrag nachzuweisen sei (MüKo, 4. Auflage, § 174 Rn. 10; unter Verweis auf BGH, Urt. v. 9.11.2001, Az: LwZR 4/01, Rn. 11 = NJW 2002, 1194, 1195).
OLG Düsseldorf, Urteil vom 3.0.2001, Az. 15 U 144/00 Daran ändert sich auch dann nichts, wenn die in Rechtsprechung und Schrifttum streitige Frage, ob das Erfordernis des Vorlegens einer Vollmachtsurkunde bei einseitigen Rechtsgeschäften nach § 174 BGB auch für wettbewerbsrechtliche bzw. kreditgefährdende Tatsachenbehauptungen betreffende Abmahnungen gilt (dafür: OLG Nürnberg, NJW-RR 1991, 1393 f.; Ulrich, WRP 1998, 258 ff.; dagegen: OLG Karlsruhe, NJW-RR 1990, 1323; Kammergericht, Beschl. v. 30.4.1992 - 25 W 829/92, mitgeteilt von Ulrich, a.a.O., 261, Fn.19), bejaht wird.
AG Dortmund, Beschluss vom 1.2.2003, Az. Wie der BGH gerade erst für ein im laufenden Mieterhöhungsverfahren abgegebenes nachgeholtes Mieterhöhungsverlangen entschieden hat, ist auf die Anwaltsvollmacht auch für die neben dem Prozess abgegebenen Gestaltungserklärungen nicht § 174 BGB sondern § 81 ZPO anzuwenden (BGH NZM 2003, 229 unter Hinweis auf BAG BB 1978, 208).
AG Moers, Urteil vom 5.0.2011, Az. 564 C 41/09 Dieses Recht besteht indes, wie das Recht zur Zurückweisung insgesamt (vgl. Ellenberger in: Palandt, 69. Aufl., § 174 BGB, Rn. 7), dann gemäß § 242 BGB nicht, wenn der Vertreter innerhalb einer ständigen Geschäftsbeziehung bereits wiederholt vergleichbar aufgetreten ist.
LG Kleve, Urteil vom 4.10.1994, Az. 6 S 160/94 Bei der Anwendung des § 174 BGB könne es jedoch keinen Unterschied machen, ob die Gewährleistungsansprüche außergerichtlich oder durch Klageerhebung geltend gemacht würden (OLG Karlsruhe, NJW-RR 1991, 54 f.).
LG Kleve, Urteil vom 5.5.2002, Az. 6 S 13/02 Der Ausgangspunkt des Amtsgerichts, wonach § 174 BGB auf die Anspruchsanmeldung anzuwenden ist, entspricht der ständigen Rechtsprechung der Kammer (siehe nur LG L NJW-RR, 1995, 316), des OLG E (NJW-RR, 2000, 583) und nunmehr auch der Rechtsprechung des BGH (RRa 2001,24).Die Beklagte hat die Anspruchsanmeldung vom 2. Oktober 2000 daher berechtigt zurückgewiesen.
OLG München, Beschluss vom 3.6.2011, Az. 34 Wx 131/10 Bei der Teilnahme der GbR am Rechtsverkehr liegt eine Situation vor, die der von § 174 BGB entspricht (BGH a. a. O.).
OLG München, Beschluss vom 2.3.2011, Az. 32 Wx 1/11 Eine Rüge entsprechend § 174 BGB ist nicht erhoben worden und es wurde auch nicht die Vorlage schriftlicher Vollmachten verlangt (vgl. hierzu OLG München MDR 2008, 198 = NZM 2008, 92 = ZMR 2008, 236).

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