Source: https://www.stadtwerke-neuffen-ag.de/privatkunden/strom/wissenswertes/
Timestamp: 2018-07-17 13:36:52+00:00

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Der Stromspiegel für Deutschland liefert bundesweit gültige Vergleichswerte für den Stromverbrauch von Privathaushalten.Grundlage dafür sind 110.000 Verbrauchsdaten und aktuelle Studien der Projektpartner. Der Stromspiegel ist damit eine unerlässliche Orientierungshilfe für private Haushalte beim Stromsparen.
Der Stromspiegel für Deutschland ist das Ergebnis eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses von Verbraucherorganisationen, Wirtschaftsverbänden, Energieagenturen und Forschungseinrichtungen. Er wird im Rahmen der Stromsparinitiative veröffentlicht, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit initiiert wurde. Die Stromsparinitiative bündelt zahlreiche Initiativen zur Stromberatung und motiviert private Haushalte, ihren Stromverbrauch zu verringern und weniger klimaschädliche CO2-Emissionen zu verursachen.
Nicht durch uns beeinflussbare Strompreisbestandteile: Netznutzung, Steuern, Umlagen und Abgaben im Detail.
Für alle, die mehr über die nicht beeinflussbaren Preisfaktoren wissen möchten, haben wir hier die einzelnen Bestandteile genauer zusammengefasst:
Nicht beeinflussbare
Preisbestandteile 2014 2015 2016 Differenz
EEG-Umlage 6,240 ct/kWh 6,170 ct/kWh 6,354 ct/kWh 0,184 ct/kWh
KWKG-Umlage 0,178 ct/kWh 0,254 ct/kWh 0,445 ct/kWh 0,191 ct/kWh
Umlage nach § 19 Abs.2 StromNEV 0,092 ct/kWh 0,237 ct/kWh 0,378 ct/kWh 0,141 ct/kWh
Offshore-Umlage nach §17f EnWG 0,250 ct/kWh -0,051 ct/kWh 0,040 ct/kWh 0,091 ct/kWh
Abschaltbare Lasten nach § 18 AbLaV 0,009 ct/kWh 0,006 ct/kWh entfällt -0,006 ct/kWh
Netzentgelte AP 5,710 ct/kWh 5,800 ct/kWh 6,470 ct/kWh 0,670 ct/kWh
Konzessionsabgabe 1,320 ct/kWh 1,320 ct/kWh 1,320 ct/kWh --
Stromsteuer 2,050 ct/kWh 2,050 ct/kWh 2,050 ct/kWh --
Netto 15,849 ct/kWh 15,786 ct/kWh 17,057 ct/kWh 1,271 ct/kWh
Mehrwertsteuer 3,011 ct/kWh 2,999 ct/kWh 3,241 ct/kWh 0,242 ct/kWh
Brutto 18,860 ct/kWh 18,785 ct/kWh 20,298 ct/kWh 1,513 ct/kWh
Diese Umlage wurde eingeführt, um den Ausbau von Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie zu fördern. Besitzer von Photovoltaikanlagen, Windparks oder anderen Erneuerbare-Energien-Anlagen erhalten für einen Zeitraum von 20 Jahren die Garantie, dass der von ihnen erzeugte Strom („EEG-Strom“) zu einem festgelegten Tarif („EEG-Vergütung“) abgekauft wird. Dieser Tarif liegt über dem eigentlichen Marktpreis. Die Differenz, die nun beim Weiterverkauf dieses Stromes am Spotmarkt zum Marktpreis durch die Übertragungsnetzbetreiber entsteht, wird durch die EEG-Umlage ausgeglichen. Sie beträgt ab 01.01.2016 netto 6,354 ct/kWh.
Abgaben im Rahmen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWK-Aufschlag)
Sie wurde mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) im Jahre 2002 eingeführt. Das Gesetz dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, die als besonders effizient und umweltfreundlich gelten. Zum Zwecke der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung von Klimaschutzzielen wird mit dieser Umlage die Förderung von Neubauten und die Instandhaltung bzw. Modernisierung von KWK-Anlagen auf alle Bürger umgelegt. Sie beträgt ab 01.01.2016 netto 0,445 ct / kWh (bis zu einem Jahresverbrauch von 1.000.000 kWh).
§ 19-Umlage (Sonderkundenumlage)
Bei der Sonderkundenumlage handelt es sich um eine erstmals im Jahr 2012 erhobene Umlage. Sie dient dem Ausgleich für entgangene Erlöse, welche die Netzbetreiber haben, da sie nach der gesetzlichen Vorgabe (§ 19 Netzentgeltverordnung) bestimmte stromintensive Unternehmen von der Zahlung der Netznutzungsentgelte befreien oder diese zumindest reduzieren müssen. Die Sonderkundenumlage wird von den Netzbetreibern im Rahmen der Netznutzungsabrechnung von den Lieferanten erhoben und an die Übertragungsnetzbetreiber durchgereicht. Die Veröffentlichung der Sonderkundenumlage erfolgt am 20. Oktober eines jeden Jahres und beträgt für 2016 netto 0,378 ct/kWh.
Offshore-Umlage nach §17f EnWG
Seit 1. Januar 2013 ist eine Haftung der anbindungsverpflichteten Übertragungsnetzbetreiber vorgesehen, wenn Offshore-Windkraftanlagen nicht rechtzeitig an das Netz angeschlossen werden können. In diesem Fall bekommen die Betreiber betriebsbereiter Offshore-Anlagen einen Entschä-digungsanspruch gegen den jeweiligen Übertragungsnetzbetreiber. Die Übertragungsnetzbetreiber werden im Gegenzug berechtigt, diese Kosten über einen Aufschlag auf die Netzentgelte in Cent pro kWh auf die Endverbraucher „wälzen“ zu können. Die deshalb so genannte Offshore-Haftungsumlage beträgt ab 2016 netto 0,040 ct/kWh.
Die „Umlage für abschaltbare Lasten“ nach § 18 AbLaV
Immer mehr Stromerzeuger speisen ihren Strom ins Stromnetz ein. Gerade die von äußeren Faktoren abhängigen Erzeuger wie Windkraft- oder Solaranlagen liefern nicht immer Strom. Um ein stabiles Stromnetz und eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten, müssen große Stromverbraucher (z. B. in der Industrie), die nahezu rund um die Uhr Strom abnehmen, kurzfristig ihre Lasten vom Stromnetz abschalten. Dafür erhalten sie einen finanziellen Ausgleich. 2012 vom Gesetzgeber beschlossen, wurde diese Umlage erstmals in 2014 erhoben. Das Gesetz wurde befristet bis 31.12.2015 beschlossen und bisher nicht verlängert, daher wird es diese Umlage ab 01.01.2016 vorerst nicht mehr geben.
Bei den Netznutzungsentgelten handelt es sich um die Entgelte, die von den Stromlieferanten an die Netzbetreiber für die Benutzung der technischen Infrastruktur, also den Transport und die Verteilung der Energie, bezahlt werden müssen. Hierbei werden (z. B. Kabel, Freileitungen, Umspannwerke und Trafostationen bis hin zum Hausanschluss im Gebäude der Kunden in Anspruch genommen. Damit eine wirtschaftliche Betriebsführung, Instandhaltung und Erneuerung gewährleistet ist, unterliegen die Kalkulationen der Netzbetreiber der behördlichen Kontrolle durch die Bundesnetzagentur bzw. der Landesregulierungsbehörde. Diese prüft und genehmigt die so genannte Erlösobergrenze, auf deren Basis die Netzentgelte vom Netzbetreiber kalkuliert und zum 15. Oktober für das jeweilige Folgejahr im Internet veröffentlicht werden. Unter Netzzugang finden Sie die aktuell gültigen Netzentgelte.
Konzessionsabgabe (für Strom)
Die Konzessionsabgabe ist vom Netzbetreiber an die Städte und Gemeinden zu bezahlen. Sie ist quasi das Entgelt für die Wegenutzung, also für die Inanspruchnahme der öffentlichen Wege, zur Erschließung des Verteilnetzes für die unmittelbare Versorgung von Letztverbrauchern. Diese Konzessionsabgabe wird den Stromlieferanten im Rahmen der Abrechnung für die Netznutzung belastet. Sie ist in ihrer Höhe gestaffelt nach der Einwohnerzahl je Stadt oder Gemeinde:
Auf alle Preise in der Tabelle wird noch die Mehrwertsteuer aufgeschlagen.
Die Stromsteuer ist eine auf Bundesebene geregelte Verbrauchssteuer und im Stromsteuergesetz (StromStG) festgeschrieben. Sie wurde am 1. April 1999 eingeführt und beträgt, wenn keine besonderen Regelungen anwendbar sind, aktuell netto 2,05 ct/kWh.
Sie beträgt derzeit 19%. Sie wird auf die Netto-Stromrechnung und somit auch auf alle oben aufgeführten Steuern, Umlagen und Abgaben aufgeschlagen.

References: § 19
 §17
 § 18

§ 19
 §17
 § 18