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Timestamp: 2019-11-12 08:16:31+00:00

Document:
BGH, XI ZR 56/01: BGH (abweisung der klage, sittenwidrigkeit, darlehensvertrag, abgabe, beurteilung, darlehen, zeitpunkt, einkommen, darlehensnehmer, zpo)
Urteil des BGH vom 04.12.2001, XI ZR 56/01
Aktenzeichen: XI ZR 56/01
BGH (abweisung der klage, sittenwidrigkeit, darlehensvertrag, abgabe, beurteilung, darlehen, zeitpunkt, einkommen, darlehensnehmer, zpo)
XI ZR 56/01 Verkündet am: 4. Dezember 2001 Weber, Justizhauptsekretärin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle
Ob der finanziell überforderte Ehepartner oder Lebensgefährte durch
die Mitunterzeichnung des Darlehensvertrages nach dem Willen der
Vertragsschließenden echter Darlehensnehmer oder lediglich Mithaftender wird, richtet sich ausschließlich nach den Verhältnissen auf
seiten der Vertragsgegner des Kreditgebers.
BGH, Urteil vom 4. Dezember 2001 - XI ZR 56/01 - OLG Dresden LG Leipzig
Verhandlung vom 4. Dezember 2001 durch den Vorsitzenden Richter
Nobbe und die Richter Dr. Siol, Dr. Müller, Dr. Joeres und
Dr. Wassermann
des 17. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Dresden
vom 19. Juni 2000 aufgehoben und das Urteil der Einzelrichterin der 4. Zivilkammer des Landgerichts Leipzig vom 2. Februar 2000 abgeändert.
Die Parteien streiten über die Wirksamkeit einer Mitverpflichtung
der Beklagten aus einem Darlehensvertrag. Dem liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
Am 28. Juli 1997 schloß die klagende Sparkasse mit dem ehemaligen Lebensgefährten der Beklagten, einem Inhaber von Imbißstuben,
einen Vertrag über ein Allzweckdarlehen mit einem Nettokreditbetrag
von 105.000 DM. Der Kredit sollte bei einem Zinssatz von 9,5% p.a. in
72 Monatsraten über jeweils 1.978,20 DM zurückgezahlt werden. Der
Vertrag wurde von der damals 36 Jahre alten Beklagten, einer gelernten Textilfachfrau, als "Kreditnehmer" mitunterzeichnet. Von der Darlehenssumme überwies die Klägerin vertragsgemäß 49.372,74 DM auf
das Geschäftskonto ihres früheren Lebensgefährten und verrechnete
weitere 55.607,26 DM mit einem von ihm allein aufgenommenen Altkredit. Nachdem er in der Folgezeit einige Zins- und Tilgungsraten trotz
mehrerer Mahnungen nicht geleistet hatte, kündigte sie das Darlehen
fristlos und forderte ihn und die Beklagte zur Rückzahlung auf.
Die Beklagte, die nach ihren Angaben bei Vertragsschluß längere
Zeit arbeitslos war und neben der Betreuung ihres minderjährigen Kindes in den Imbißstuben des vormaligen Lebensgefährten stundenweise
gegen Bezahlung aushalf, hält die von ihr übernommene Verpflichtung
für einen sittenwidrigen und daher nichtigen Schuldbeitritt. Die Klägerin
ist in erster Linie der Auffassung, die Beklagte sei dem klaren Vertragswortlaut entsprechend gleichberechtigte Mitdarlehensnehmerin.
Das Landgericht hat die Beklagte antragsgemäß als Gesamtschuldnerin neben ihrem früheren Lebensgefährten zur Zahlung von
105.515,09 DM zuzüglich Zinsen verurteilt. Die hiergegen gerichtete
Berufung der Beklagten hatte keinen Erfolg. Mit der Revision verfolgt
sie ihren Klageabweisungsantrag weiter.
Die Revision der Beklagten ist begründet; sie führt zur Abweisung der Klage.
Das Berufungsgericht hat zur Begründung seines stattgebenden
Urteils im wesentlichen ausgeführt:
Der von der Beklagten geschlossene Darlehensvertrag sei nicht
wegen Sittenwidrigkeit nichtig. Grundsätzlich sei es jedem Volljährigen
aufgrund der Vertragsfreiheit als Teil der Privatautonomie unbenommen, auch risikoreiche Geschäfte abzuschließen und sich zu Leistungen zu verpflichten, die ihn finanziell schlechthin überforderten oder
die von ihm nur unter ganz besonders günstigen Bedingungen, notfalls
sogar unter dauernder Inanspruchnahme des pfändungsfreien Einkommens, erbracht werden könnten. Die Sittenwidrigkeit eines Darlehensvertrages wegen finanzieller Überforderung des Darlehensnehmers
komme anders als die einer Bürgschaft oder Mithaftungsübernahme,
bei der die Gefahr einer Inanspruchnahme in den Hintergrund trete, die
Unterschriftsleistung leicht als bloße Formalität erscheine und das
Schutzbedürfnis naher Angehöriger höher sei als bei Mitunterzeichnung
eines Darlehensvertrages, in aller Regel nicht in Betracht.
Die Beklagte sei als Mitdarlehensnehmerin anzusehen. Sie habe
zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses über ein, wenn auch nur geringes
Einkommen verfügt, das zusammen mit den Einnahmen aus dem Gewerbebetrieb ihres ehemaligen Lebensgefährten zur gemeinsamen Lebensführung verwendet worden sei und das im Rahmen der Gesamtschuldnerschaft für das zurückzuzahlende Darlehen habe eingesetzt
werden sollen. Ihr Kind habe bei Abschluß des Vertrages ein Alter und
einen Entwicklungsgrad gehabt, welcher zu einer wirtschaftlichen Selbständigkeit seit dem 1. Januar 1999, also rund 1,5 Jahre nach der Kreditaufnahme, geführt habe. Ausgehend hiervon habe sich das Einkommen der Beklagten vergrößert und sich auch eine für eine Arbeitsaufnahme förderliche Unabhängigkeit eingestellt, so daß damals mit einer
Steigerung ihrer Einnahmen zu rechnen gewesen sei. Besondere Umstände, insbesondere eine Überrumpelung oder eine Verharmlosung
der Unterzeichnung des Vertrages als Formsache durch Mitarbeiter der
Klägerin, seien nicht vorgetragen.
Dem Berufungsgericht kann nicht gefolgt werden, soweit es
meint, die Beklagte sei nach dem Vertragsinhalt echte Mitdarlehensnehmerin. Vielmehr hat sie bei Würdigung der objektiven Umstände zur
Absicherung des neuen Kredits ihres damaligen Lebensgefährten im
Wege des Schuldbeitritts lediglich die Mithaftung übernommen.
Echter Mitdarlehensnehmer ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur, wer ein eigenes – sachliches und/oder persönliches Interesse – an der Kreditaufnahme hat und als im wesentlichen
gleichberechtigter Partner über die Auszahlung sowie die Verwendung
der Darlehensvaluta mitentscheiden darf (BGHZ 146, 37, 41; siehe
auch Senatsurteil vom 6. Oktober 1998 – XI ZR 244/97, WM 1998,
2366 f.). Ob diese Voraussetzungen im konkreten Einzelfall erfüllt sind,
beurteilt sich ausschließlich nach den Verhältnissen auf seiten der Mit-
darlehensnehmer. Die kreditgebende Bank hat es daher nicht in der
Hand, etwa durch eine im Darlehensvertrag gewählte Formulierung wie
z.B. "Mitdarlehensnehmer", "Mitantragsteller", "Mitschuldner" oder dergleichen einen bloß Mithaftenden zu einem gleichberechtigten Mitdarlehensnehmer zu machen und dadurch den Nichtigkeitsfolgen des
§ 138 Abs. 1 BGB zu entgehen (vgl. Senatsurteil vom 6. Oktober 1998
- XI ZR 244/97, aaO S. 2366; Nobbe/Kirchhof BKR 2001, 5, 6). Danach
durfte das Berufungsgericht die Beklagte – wie die Revision zu Recht
geltend macht – nicht für eine echte Kreditnehmerin halten. Da es die
vorgenannten Auslegungsregeln nicht einmal ansatzweise beachtet hat
und weitere tatsächliche Feststellungen nicht zu erwarten sind, kann
der erkennende Senat die Vertragsauslegung selbst vornehmen (vgl.
etwa BGHZ 124, 39, 45).
Nach dem übereinstimmenden Willen der Vertragsschließenden
war der ausgereichte Kredit ausschließlich für den damaligen Lebensgefährten der Beklagten bestimmt, und zwar für dessen Gewerbebetrieb
sowie zur Ablösung eines nur von ihm aufgenommenen Altkredits. Dafür, daß die Beklagte gleichwohl über die Auszahlung und Verwendung
der Darlehensvaluta als gleichberechtigte Vertragspartei mitbestimmen
durfte und von einem solchen Recht ganz oder teilweise Gebrauch gemacht hat, ist nichts vorgetragen. Nach dem eigenen Vorbringen der
Klägerin ist die Valutierung des Darlehens vielmehr durch Aufrechnung
mit ihrer Altkreditforderung gegen den damaligen Lebensgefährten der
Beklagten und durch Gutschrift von 49.392,74 DM auf dessen Geschäftskonto erfolgt. Über dieses konnte die Beklagte nicht verfügen.
Da sie an den Imbißbetrieben ihres früheren Lebensgefährten nicht
beteiligt war, deutet bei objektiver Betrachtung auch nichts auf ein eigenes – sachliches und/oder persönliches – Interesse an der Kreditaufnahme und Mittelverwendung hin. Der Umstand, daß beide auf die
Geschäftseinnahmen angewiesen waren und das neue Darlehen für
den Fortbestand des Gewerbetriebes dringend notwendig gewesen sein
soll, spricht ebenfalls nicht dafür, die Beklagte als echte Mitdarlehensnehmerin anzusehen, sondern lenkt nur den Blick auf die wirtschaftliche Abhängigkeit der Beklagten bei Abgabe der Mithaftungserklärung.
Gründen als richtig dar (§ 563 ZPO). Die Mithaftungsübernahme überforderte die Beklagte finanziell in krasser Weise, ohne daß sich für die
Klägerin entlastende Umstände anführen lassen.
1. Nach der inzwischen übereinstimmenden Rechtsprechung sowohl des IX. als auch des XI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs hängt
die Anwendung des § 138 Abs. 1 BGB bei Bürgschafts- und Mithaftungsverträgen zwischen Kreditinstituten und privaten Sicherungsgebern regelmäßig entscheidend vom Grad des Mißverhältnisses zwischen dem Verpflichtungsumfang und der finanziellen Leistungsfähigkeit des Bürgen oder Mitverpflichteten ab (BGHZ 125, 206, 211; 136,
347, 351; 137, 329, 333 f.; 146, 37, 42; BGH, Urteil vom 26. April 2001
- IX ZR 337/98, WM 2001, 1330, 1331; Senatsurteil vom 13. November
2001 – XI ZR 82/01, Urt.Umdr. S. 6). Zwar reicht selbst der Umstand,
daß der Betroffene voraussichtlich nicht einmal die vertragliche Zinslast
aus dem pfändbaren Teil seines Einkommens oder Vermögens tragen
kann, regelmäßig nicht aus, um das Unwerturteil der Sittenwidrigkeit zu
begründen. In einem solchen Falle krasser finanzieller Überforderung
wird aber widerleglich vermutet, daß die ruinöse Bürgschaft oder Mithaftung allein aus emotionaler Verbundenheit mit dem Hauptschuldner
übernommen wurde und der Kreditgeber dies in sittlich anstößiger Weise ausgenutzt hat (BGH, Urteil vom 26. April 2001 – IX ZR 337/98, aaO
S. 1331 m.w.Nachw.; Senatsurteil vom 13. November 2001 - XI ZR
82/01, Urt.Umdr. S. 6 f.).
2. Die in der Literatur geäußerte Kritik, diese Betrachtungsweise
betone zu sehr die krasse finanzielle Überforderung und das persönliche Näheverhältnis zwischen Bürgen oder Mithaftenden und Hauptschuldner und vernachlässige das vom Bundesverfassungsgericht angesprochene Erfordernis einer strukturellen Unterlegenheit des Bürgen
oder Mithaftenden sowie die Umstände bei der Haftungsbegründung,
insbesondere eine unzulässige Willensbeeinflussung (Habersack/Giglio
WM 2001, 1100, 1103; vgl. auch Roth JZ 2001, 1039 f.), ist nicht berechtigt. Mit dem Kriterium des Handelns aus emotionaler Verbundenheit wird den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts (vgl.
BVerfGE 89, 214, 231 f.; BVerfG WM 1994, 1837, 1839) Rechnung getragen, den gegenüber der kreditgebenden Bank weitaus unterlegenen
Bürgen oder Mithaftenden mit Hilfe der Generalklauseln des Bürgerlichen Rechts vor der Abgabe fremdbestimmter und ungewöhnlich belastender Willenserklärungen zu schützen. Je stärker dabei das Übergewicht des Kreditgebers ist, je gravierender die Belastungen und je enger die persönlichen Beziehungen zwischen Bürgen oder Mithaftenden
sind, desto wahrscheinlicher ist es, daß es an einer nüchtern abwägenden, selbstbestimmten Entschließung des Bürgen oder Mithaftenden
fehlt. Es trifft daher entgegen einer in der Literatur (Medicus JuS 1999,
833, 835 f.; Zöllner WM 2000, 1, 5, 9 f.; Habersack/Giglio aaO S. 1103)
vertretenen Ansicht nicht zu, die krasse finanzielle Überforderung und
die Nähebeziehung zwischen Mithaftenden und Hauptschuldner seien
für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit der Personalsicherheit indifferent (vgl. Tiedtke JZ 2000, 677; Nobbe/Kirchhof aaO; s. auch Kulke
ZIP 2001, 985, 989). Vielmehr ist es gerechtfertigt, dem Gläubiger in
den Fällen einer krassen finanziellen Überforderung die Darlegungsund Beweislast für eine im wesentlichen freie Willensentscheidung des
Sicherungsgebers aufzubürden. Bei dieser differenzierenden Beurteilung bleiben die Umstände des Einzelfalles keineswegs außer acht,
sondern spielen bei der Widerlegung der tatsächlichen Vermutung einer unzulässigen Willensbeeinflussung eine entscheidende Rolle
(st.Rspr., siehe etwa BGHZ 146, 37, 45).
3. Die zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme 36 Jahre alte Beklagte
war voraussichtlich nicht in der Lage, die im Darlehensvertrag festgelegte Zinslast von monatlich 831,25 DM bei Eintritt des Sicherungsfalls
allein zu tragen. Die von ihr bezogene Arbeitslosenhilfe betrug damals
ausweislich des vorgelegten Leistungsnachweises lediglich
1.287,10 DM monatlich. Von diesem Betrag waren, selbst wenn man die
damals noch bestehende, aber in absehbarer Zeit endende Unterhaltspflicht der Beklagten gegenüber ihrem Kind außer acht läßt, lediglich
49,70 DM monatlich pfändbar. Das von der Beklagten durch stundenweise Mitarbeit in den Imbißstuben ihres damaligen Lebensgefährten
erzielte Einkommen fällt nach dem eigenen Vortrag der Klägerin nicht
ins Gewicht. Eigenes pfändbares Vermögen, das sie zur Schuldentilgung hätte einsetzen können, war nicht vorhanden. An der krassen finanziellen Überforderung der Beklagten bei Abschluß des Vertrages
kann danach kein Zweifel bestehen.
Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts war aus der maßgebenden Sicht eines seriösen und vernünftigen Kreditgebers innerhalb
der 72-monatigen Laufzeit des Darlehens (zu dieser Voraussetzung
siehe BGHZ 146, 37, 43; Senatsurteil vom 26. April 1994 - XI ZR
184/93, WM 1994, 1022, 1024) auch nicht mit einer Beseitigung der fi-
nanziellen Leistungsunfähigkeit der Beklagten zu rechnen. Zwar hatte
ihr Kind bei Abgabe der Mithaftungserklärung bereits ein Alter erreicht,
das eine Betreuung und finanzielle Unterhaltsleistungen in naher Zukunft entbehrlich machte. Da die Beklagte nach ihrem unwidersprochenen Vortrag über einen längeren Zeitraum arbeitslos war, mußte aber
die Möglichkeit einer alsbaldigen Ausübung des von ihr erlernten Berufes einer Textilfachfrau unwahrscheinlich erscheinen. Dafür, daß diese Betrachtungsweise nicht der späteren realen Entwicklung ihrer Einkommensverhältnisse entspricht, bestehen auch unter Berücksichtigung
der Revisionserwiderung keine Anhaltspunkte.
4. Auch von einer emotionalen Verbundenheit der Beklagten mit
ihrem damaligen Lebenspartner, dem Darlehensnehmer, mit dem sie in
einer eheähnlichen Gemeinschaft lebte, ist ebenso wie bei Ehepartnern
auszugehen (BGH, Urteile vom 23. Januar 1997 – IX ZR 55/96,
WM 1997, 465 und vom 27. Januar 2000 – IX ZR 198/98, WM 2000,
410, 412). Die persönliche enge Beziehung zwischen der Beklagten
und ihrem damaligen Lebensgefährten sowie die die krasse finanzielle
Überforderung begründenden Umstände waren der Klägerin aus den
Darlehensverhandlungen entweder bekannt oder sie hat sich einer
Kenntnis bewußt verschlossen. Nach der zitierten Rechtsprechung des
Bundesgerichtshofs (BGHZ 146, 37, 45) lag es daher bei ihr darzulegen
und notfalls zu beweisen, daß die Beklagte sich bei Abgabe der Mithaftungserklärung von einer realistischen Einschätzung des wirtschaftlichen Risikos und nicht von fremdbestimmten Motiven hat leiten lassen. Dafür ist hier jedoch nichts dargetan oder ersichtlich.
5. Anders als die Revisionserwiderung meint, ist mit der seit dem
1. Januar 1999 geltenden Insolvenzordnung die Wertungsbasis für eine
Anwendung des § 138 Abs. 1 BGB nicht entfallen.
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist
für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit grundsätzlich der Zeitpunkt des
Vertragsschlusses maßgebend (BGHZ 72, 308, 314; 100, 353, 359;
120, 272, 276; 125, 206, 209; 140, 395, 399). Der Darlehensvertrag
wurde indes bereits im Sommer des Jahres 1997, also vor Inkrafttreten
der Insolvenzverordnung geschlossen. Schon deshalb ist es nicht möglich, das in ihr normierte Verfahren zur Restschuldbefreiung zu berücksichtigen.
Das Berufungsurteil war daher aufzuheben (§ 564 Abs. 1 ZPO). Da
weitere Feststellungen nicht zu treffen sind, konnte der Senat in der
Sache selbst entscheiden (§ 565 Abs. 3 Nr. 1 ZPO) und die Klage abweisen.
Nobbe Siol Müller
Joeres Wassermann
XI ZR 56/01
Abweisung der klage, Sittenwidrigkeit, Darlehensvertrag, Abgabe, Beurteilung, Darlehen, Zeitpunkt, Einkommen, Darlehensnehmer, Zpo

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