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Timestamp: 2018-01-24 00:30:56+00:00

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Ärzteblatt Sachsen-Anhalt August 2011 by Müller Marketing GmbH - issuu
Tollwutprophylaxe Kindergesundheit Konservative Behandlung von Fingerkuppendefekten
Ă&#x201E;rzteblatt Sachsen-Anhalt 22 (2011) 8
Annette S. – Allianz Ärztespezialistin
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Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 22 (2011) 8
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Editorial Verleihung der Ehrennadel der Ärztekammer SA Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse möchten wir ein großes Dankeschön sagen! Aus der Arbeit der Rechtsabteilung „Kammer-Runner“ 3. Magdeburger Firmenstaffellauf
Neuer Professor für Geschichte und Ethik in der Medizin Erstmals verliehener Lehrpreis an Professor Marsch Führender Charité-Urologe wechselt zur Universitätsklinik Magdeburg Mediziner trafen sich zum 1. Hallenser Hypothermiegespräch Krebsberatung für die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts Deutschland ist frei von klassischer Tollwut Kindergesundheit in Sachsen-Anhalt
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Sommer - von Detlev von Liliencron Mondnacht - von Joseph von Eichendorff Ausschreibung Hufeland-Preis 2012 Diagnostik - Arzt und Arzthaftung Medizin und Kunst
Ausschreibungen der Facharztsitze Mitteilungen der KV
Hilfe für ausländische Studierende Notarzt-Werbung im Ärzteblatt SA 6/2011
Habe unbändig viel zu tun... Johann Christian Reil Friedrich II. Erlebnis Unfallchirurgie: Rückblicke eines Jungpensionärs Geriatrisches Assessment und Testverfahren
Handzeichnungen der Spätgotik und der Renaissance Der Stolz von Bad Salzelmen Naumburger Meister Laudatio Frau Dr. Gerlinde Otto zum 80. Geburtstag Geburtstage
Fortbildung im Mittelteil Titel: Iris Band, Halle: Venedig
Sommer Sommer Sommer Zwischen Roggenfeld und Hecken
Einen Sommer lang. Detlev von Liliencron
Mondnacht Mondnacht Mondnacht
Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküsst, Dass sie im Blütenschimmer Von ihm nun träumen müsst. Die Luft ging durch die Felder, Die Ähren wogten sacht, Es rauschten leis die Wälder, So sternklar war die Nacht. Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus. Joseph von Eichendorff
Am Anfang war das Wort – oder – Kommunikation als Religion Das Vertrauen gibt dem Gespräch mehr Stoff als Geist. Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, in gesundheitspolitischen unruhigen Zeiten fängt eine neue Legislaturperiode an! Aber Wahlen alleine machen die Demokratie nicht aus, sie muss auch gelebt werden. Nur Unzufriedenheit zu äußern reicht nicht aus, um Veränderungen zu erwirken. Gerade jeder Unzufriedene sollte auf neuen Wegen mitgehen oder helfen, solche zu ebnen. Oftmals muss auch nichts Neues erfunden werden, Bewährtes erhalten ist manchmal auch eine Kunst.
Ich möchte gemeinsam mit dem gewählten Vorstand und den Kammerversammlungsmitgliedern die Bedeutung und Wertigkeit der ärztlichen Selbstverwaltung mehr ins Bewusstsein rücken. Die Alternativen dazu wären staatsdirigistische Vorgaben, z. B.: welche Weiterbildung und wie lange, welche Qualität reicht aus? Alles vor dem Hintergrund von Ökonomisierung, Marktwirtschaft, Vertragsmodellen, Case Management – natürlich alles ökonomisch effizient. Administrative Kompetenz vor medizinischer Qualität! Das kann keiner wollen. Daher muss statt eines bloßen Reagierens, vielmehr ein vorausschauendes Agieren im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Der richtige Weg ist aber auch dann verfehlt, wenn sich Ärzte in immer kleineren Interessensgruppen zusammenschließen, um sich mit anderen Gruppen öffentlichkeitswirksam zu streiten und sich dem Zeitgeist folgend kleine ökonomische Nischen suchen. Die Tradition unseres Berufsstandes erfordert es, dieser Entwicklung entgegen zu treten. Gerade die Tatsache, dass es sich bei der Ärztekammer eben nicht um eine
Institution handelt, welche Ziele von einzelnen Interessensgruppen vertritt, sondern die Interessen des gesamten Berufstandes bündelt, macht die Arbeit interessant. Alle Interessen in einem Ziel zu bündeln ist sicher nicht immer einfach. Jedoch kann hierdurch die Ärzteschaft besser Gehör finden.
Unsere Kommunikation steckt manchmal noch in den Kinderschuhen, obwohl sie ein fester Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens ist. Wir müssen reden! Nicht übereinander, sondern miteinander! Das betrifft sowohl die innerärztliche Kommunikation als auch den Dialog mit den anderen Beteiligten im System. Vorschlag – nicht Totschlag – so wollen wir agieren. Das heißt nicht, Standpunkte zurückzunehmen, sondern die sachorientierte Auseinandersetzung zu suchen und zu pflegen. Das kann auch bedeuten, sich hin und wieder anderen Ansichten beugen zu müssen. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen sind dabei unabdingbar.
Welche Prioritäten wollen wir konkret setzen? Wir wollen beispielsweise die Zusammenarbeit mit der KV verbessern. Die Kollegen nehmen uns viel zu oft als differente Parteien mit Doppelstrukturen wahr. Innerhalb unseres Aufgabenbereichs müssen wir von unseren Mitgliedern wieder stärker als das wahrgenommen werden, was wir sind: als deren gemeinsamer Vertreter und Ansprechpartner und nicht als ein starrer Selbstverwaltungsapparat. Ich selbst möchte gemeinsam mit dem Vizepräsidenten die Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt besuchen und dort erfahren, was dringliche Probleme im Tagesgeschäft sind. Es gibt in unserem
Bundesland circa 60 Krankenhäuser. Ich muss zugeben, dass ich lange nicht alle kenne. Das soll sich ändern. Ich möchte auch zu meinem Vorschlag der „Amtszeitbegrenzung“ stehen. Das große Amerika wird für maximal zwei Amtszeiten regiert. Ich bin sicher, für die Ärztekammer im weitaus kleineren Sachsen-Anhalt macht dies auch Sinn. Ich hoffe, dafür eine Mehrheit zu finden. Zudem sollen die Interessen, Probleme und Wünsche der anhaltischen Ärzteschaft vermehrt Gehör finden. Eine Landesärztekammer, die dafür nur auf andere Kammern oder Institutionen schaut und Vorgaben und Ideen übernimmt, kann dieses Ziel sicher nicht erreichen. Dies darf daher nicht unser Anspruch sein. Für all unsere Belange brauchen wir mehr Öffentlichkeit. Dazu gibt es bereits konkrete Vorstellungen, wie dies umgesetzt werden kann. Seien Sie versichert, wir freuen uns über jeden Vorschlag, stehen jeder sachdienlichen Kritik offen gegenüber und sind gespannt, mit Ihnen – den Ärztinnen und Ärzten in SachsenAnhalt – intensiver ins Gespräch zu kommen. Dr. med. Simone Heinemann-Meerz Präsidentin
Verleihung der Ehrennadel der Ärztekammer Sachsen-Anhalt am 15. Juli 2011
Herr Dr. jur. Ulrich Kirchhoff
Herr Dr. jur. Ulrich Kirchhoff wurde am 26. September 1935 in Werdohl/ Märkischer Kreis geboren. Nach der Reifeprüfung 1955 schloss sich das Studium der Rechtswissenschaften in Marburg, Freiburg und Münster an, wo er 1963 promovierte. Seit 1963 ist er als Rechtsanwalt beim Amtsgericht und Landgericht Hannover zugelassen. Bis 2002 war er Hauptgeschäftsführer und Justiziar der Ärztekammer Niedersachsen sowie Geschäftsführer der Ärzteversorgung Niedersachsen an deren Gründung er maßgeblich beteiligt war.
bestärkte den Gründungsvorstand der Ärztekammer darin, eine berufsständische Versorgung zu gründen. Seit Herbst 1990 beriet er den Vorstand bei der Schaffung der Alterssicherungsordnung als grundlegende Satzung und beförderte die demokratische Legitimierung der Gründung einer Ärzteversorgung in Sachsen-Anhalt durch die Urabstimmung aller Ärzte in Sachsen-Anhalt. Nach diesem positiven Votum wurde die Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt am 1. Juli 1991 als erstes ärztliches Versorgungswerk der neuen Bundesländer gegründet. Von Anfang an ist Dr. jur. Ulrich Kirchhoff als juristischer Sachverständiger im Verwaltungsausschuss tätig. Hierbei ist die sachkundige und stets einfühlsame, von menschlichem Verständnis geprägte Hilfe erwähnenswert. Seine juristischen und sozialpolitischen Kenntnisse, insbesondere als Vorsitzender des Vorstandes der ABV, flossen in die ständig notwendige Sacharbeit ein. Es gehört zu seinen Verdiensten, dass die Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt von den Ärztinnen und Ärzten als wichtiges Instrument der ärztlichen Selbstverwaltung angenommen und respektiert wird.
Nach langjähriger Tätigkeit als stellvertretender Vorsitzender und Vorsitzender des Rechtsausschusses der Arbeitsgemeinschaft Berufsständischer Versorgungseinrichtungen (ABV) war Dr. jur. Ulrich Kirchhoff seit dem Jahr 2000 bis 2011 Vorsitzender des Vorstandes der ABV, deren Mitbegründer er war.
Für sein außerordentliches Wirken auf Länder- und Bundesebene wurde Herr Dr. jur. Ulrich Kichhoff mit dem Ehrenzeichen der Deutschen Ärzteschaft (1977), dem Verdienstkreuz am Bande des Niedersächsischen Verdienstordens (2004) und mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2011) ausgezeichnet. 1992 wurde ihm die Ehrensenatorwürde der Medizinischen Hochschule Hannover verliehen.
Seit dem Jahr 1990 hatte er maßgeblichen Anteil am Aufbau der Ärztekammer und Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt. Er
Dr. jur. Ulrich Kirchhoff hat sich um die Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt verdient gemacht.
Würdigung der Verdienste von Herrn Dr. jur. Ulrich Kirchhoff und Herrn Bankdirektor a.D. Jürgen Wilke für die Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt
Herr Bankdirektor a.D. Jürgen Wilke
Seit Gründung der Ärzteversorgung Sachsen-Anhalt am 01.07.1991 ist Herr Wilke finanzsachverständiges Mitglied des Verwaltungsausschusses.
Herr Jürgen Wilke wurde am 7. Dezember 1938 in Neuss geboren. Nach dem Abitur 1959 und dem Dienst bei der Bundeswehr in Köln erlernte er ab 1961 den Beruf des Bankkaufmanns im Bankhaus Trinkhaus & Burkhardt, Düsseldorf. In den folgenden Jahren war Herr Jürgen Wilke in verschiedenen leitenden Funktionen bei der Dresdner Bank tätig. Er leitete von 1978 bis 1986 die Filiale der Dresdner Bank in Darmstadt und seit 1986 die Niederlassung in Hannover. Zum 01.01.1994 wurde er persönlich haftender Gesellschafter des renommierten Bankhauses Reuschel in München und bekleidete dort die Funktion des Vorstandssprechers. Vom 01.01.1987 bis zum 30.11.1996 war Herr Wilke als Finanzsachverständiger Mitglied des Verwaltungsausschusses der Ärzteversorgung Niedersachsen, seit dem 01.10.1991 gehört er auch dem Verwaltungsausschuss der Ärzteversorgung Mecklenburg-Vorpommern als Finanzsachverständiger an.
In dieser Position berät er den Verwaltungsausschuss und die Geschäftsführung sowie den Aufsichtsausschuss in allen wesentlichen Fragen der Kapitalanlagen. Sein fundiertes Wissen und seine Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Anlagemöglichkeiten an den Kapitalmärkten trugen maßgeblich zur Optimierung der Kapitalanlagen bei. In positiven wie insbesondere auch in schwierigen Konjunkturund Kapitalmarktzeiten haben seine besonnenen Ratschläge dazu beigetragen, das Versorgungswerk erfolgreich durch seine 20-jährige Geschichte zu führen. Seinen Sachverstand und seine Persönlichkeit haben ihren Anteil daran, dass mehr als 8000 Mitglieder und 1000 Rentner Vertrauen in ihr Versorgungswerk haben. Die ununterbrochene ehrenamtliche Tätigkeit seit 20 Jahren für den Berufsstand unseres Bundeslandes ist keine Selbstverständlichkeit. Sie erfordert ein hohes Maß an Sachkenntnis, Berufserfahrung, Engagement und menschlicher Qualität. Diese Eigenschaften zeichnen Herrn Jürgen Wilke aus, er hat sich um die Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt verdient gemacht.
Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben. Im Monat Juni konnten wir folgende Ärztinnen und Ärzte zum Erwerb des Facharztes beglückwünschen:
Facharzt für Anästhesiologie Dr. med. Tobias Hofmann, Magdeburg Dr. med. Christian Willms, Magdeburg Facharzt für Augenheilkunde Dr. med. Laszlo Kiraly, Halle (Saale) Dr. med. Franziska Kollmann, Magdeburg Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Silke Hagen, Quedlinburg Dr. med. Heike Weidling, Barleben
Facharzt für Innere Medizin Nursel Akay, Salzwedel Dr. med. Ruth Braun, Merseburg Dr. med. Florian Gläß, Magdeburg Juliane Neuendorf, Magdeburg Martin Schmelzer, Halle (Saale)
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Dr. med. Alexander Kühn, Halle (Saale) Björn Luther, Burg Andrea Marx, Lutherstadt Wittenberg Dr. med. Katja Ziegenhorn, Magdeburg
Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie Dr. med. Diane Wieczorek, Magdeburg
Neu erteilte Weiterbildungsbefugnisse gemäß der Weiterbildungsordnung vom 16.04.2005 (siehe auch im Internet unter www.aeksa.de) Facharztbezeichnungen: Allgemeinchirurgie Dr. med. Uwe Winkler 6 Monate Basisweiterbildung Chirurgie und 6 Monate Allgemeinchirurgie MVZ Herderstraße GbR Herderstraße 21/22 39108 Magdeburg Allgemeinmedizin Dr. med. Gabriele Genseke 12 Monate Arztpraxis Otto-Nuschke-Straße 4 39638 Gardelegen Dipl.-Med. Christine Grönick 18 Monate Arztpraxis Stephanstraße 1 06502 Thale
Dr. med. Petra Rosocha 12 Monate MVZ des Städtischen Klinikums Dessau gGmbH Wilhelm-Feuerherdt-Straße 15 06844 Dessau-Roßlau
Kinder- und Jugendmedizin Dr. med. Heida Ewertowski 18 Monate Arztpraxis Neustädter Straße 15 c 38486 Klötze
Innere Medizin und Pneumologie Dr. med. Marianne Schelle 24 Monate einschl. 6 Monate internistische Intensivmedizin im Verbund mit Dr. med. Stefan Rosocha Städtisches Klinikum Dessau Klinik für Innere Medizin Auenweg 38 06847 Dessau-Roßlau
Öffentliches Gesundheitswesen Dr. med. Heike Christiansen 18 Monate Gesundheitsamt Landkreis Harz Kurtsstraße 13 38855 Wernigerode
Zusatzbezeichnungen: Handchirurgie Dr. med. Thomas Telschow 24 Monate KMG Klinikum Havelberg GmbH Klinik für Chirurgie Domherrnstraße 10 39539 Havelberg
Spezielle Schmerztherapie Dr. med. Lilit Flöther 12 Monate Universitätsklinikum Halle (Saale) Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin Ernst-Grube-Straße 40 06120 Halle (Saale)
Palliativmedizin Dr. med. Katrin Scheinpflug 12 Monate Lungenklinik Lostau gGmbH Lindenstraße 2 39291 Lostau
Erloschene Weiterbildungsbefugnisse Für die Unterstützung der Kammerarbeit im Rahmen der Weiterbildung möchten wir nachfolgendem Arzt herzlich danken:
Dr. med. Raimund Geipel, Bundeswehr, Weißenfels, Befugnis für Hygiene und Umweltmedizin endete am 31.05.2011
Neu zugelassene Weiterbildungsstätten: MVZ des Städtischen Klinikums Dessau gGmbH Wilhelm-Feuerherdt-Straße 15 06847 Dessau-Roßlau zugelassen für Allgemeinmedizin
Gesundheitsamt Landkreis Harz Kurtsstraße 13 38855 Wernigerode zugelassen für Öffentliches Gesundheitswesen
Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen GmbH Pfeifferstraße 10 39114 Magdeburg zugelassen für Radiologie
4. Satzung zur Änderung der Weiterbildungsordnung Die Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hat am 06. April 2011 beschlossen: Artikel 1 Änderung der Weiterbildungsordnung Die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer SachsenAnhalt in der Neufassung vom 14. Dezember 2005, zuletzt geändert durch Beschluss der Kammerversammlung vom 06. November 2010, wird wie folgt geändert: 1.	Abschnitt A Paragraphenteil wird wie folgt geändert:
In § 3 Abs. 3 wird im 3. Satz das Wort „Facharztweiterbildung“ durch die Wörter „Facharzt- oder Schwerpunktweiterbildung“ und das Wort „Facharztbezeichnung“ durch die Wörter „Facharzt- oder Schwerpunktbezeichnung“ ersetzt.
2.	Abschnitt B Gebiete, Facharzt- und Schwerpunktkompetenzen wird wie folgt geändert: a)	In der Tabelle wird in der 2. Spalte - unter „7. Chirurgie“ über „7.1 FA Allgemeinchirurgie“ - unter „9. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde“ über „9.1 FA Hals-Nasen-Ohrenheilkunde“ -	unter „13. Innere Medizin“ über „13.1 FA Innere Medizin“ - unter „23. Pathologie“ über „23.1 FA Neuropathologie“ unter „24. Pharmakologie“ über „24.1 FA Klinische Pharmakologie“ jeweils das Wort „Basisweiterbildung“ eingefügt. b) In 1. Gebiet Allgemeinmedizin werden im Absatz Weiterbildungsinhalt im 1. Spiegelstrich nach dem Wort „Prävention“ die Wörter „einschließlich Impfungen“ gestrichen. Dem Wort „Übergangsbestimmungen“ im letzten Absatz wird das Wort „Spezielle“ vorangestellt.
c)	In 7. Gebiet Chirurgie, 8. Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, 8. Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Schwerpunkt Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin, 9.2 Gebiet Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Facharzt/Fachärztin für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen, 13. Gebiet Innere Medizin, 14. Gebiet Kinder- und Jugendmedizin, 17. Gebiet Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, 28. Gebiet Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und 29. Radiologie wird jeweils dem Wort „Übergangsbestimmungen“ im letzten Absatz das Wort „Spezielle“ vorangestellt. d) In 8. Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe werden im Absatz Weiterbildungsziel nach dem Wort „Weiterbildungsinhalte“ die Wörter „sowie des Weiterbildungskurses“ angefügt.
a) In den Zusatzbezeichnungen	Geriatrie, Intensivmedizin, Orthopädische Rheumatologie, Plastische und Ästhetische Operationen, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Spezielle Unfallchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie wird jeweils dem Wort „Übergangsbestimmungen“ im letzten Absatz das Wort „Spezielle“ vorangestellt. b)	In der Zusatzbezeichnung Psychotherapie -fachgebunden- wird im Absatz Weiterbildungsinhalt jeweils das Wort „bzw.“ durch das Wort „oder“ ersetzt. Artikel 2 In-Kraft-Treten Diese Satzung tritt am 01.01.2011 nach ihrer Veröffentlichung im Ärzteblatt Sachsen-Anhalt in Kraft. Die Aufsichtsbehörde hat mit Schreiben vom 13.05.2011 unter dem Aktenzeichen 22-41007/3/10 die Genehmigung erteilt.
e) In 31. Gebiet Strahlentherapie werden im Absatz Weiterbildungszeit im 2. Spiegelstrich nach dem Wort „Radiologie“ die Wörter „und/oder Nuklearmedizin“ eingefügt.
3.	Abschnitt C Zusatz-Weiterbildungen wird wie folgt geändert:
gez. Dr. med. Henning Friebel Präsident
Magdeburg, 19.05.2011
Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten“ informiert Vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung Wir erinnern an die rechtzeitige Anmeldung der Auszubildenden zur vorzeitigen Abschlussprüfung. Termin: 31.08.2011 Die zu erfüllenden Kriterien wurden im Ärzteblatt Juli veröffentlicht. Ausbildung Medizinische Fachangestellte Der Berufsbildungsausschuss der Ärztekammer SachsenAnhalt hat am 21.03.2007 beschlossen, dass im Verlauf der gesamten Berufsausbildung der Medizinischen Fachangestellten eine Erste-Hilfe-Ausbildung von insgesamt 32 Unter-
richtsstunden zu absolvieren ist. Durch die Ärztekammer wurde organisiert, dass diese Lehrgänge über den Malteser Hilfsdienst e. V. angeboten werden. Dieser Kurs wird in vier Modulen zu je 8 Stunden (jeweils samstags) durchgeführt. Die Kosten pro Modul betragen 20,00 €, sind durch die Auszubildenden zu tragen und jeweils am Kurstag zu entrichten. Die Absolvierung aller Module ist Zugangsvoraussetzung zur Abschlussprüfung und muss zur Anmeldung zur Abschlussprüfung nachgewiesen werden. Im Ausbildungsnachweis sind dazu ausführliche Informationen enthalten. Die verbindlichen Anmeldungen erfolgen auf entsprechenden Listen über die Berufsschule.
Hinweis: Auszubildende/Umschüler, deren Berufsausbildungs-/ Umschulungsvertrag zwischen dem Arzt und dem Auszubildenden/Umschüler abgeschlossen wurde, haben die Möglichkeit, die Module 1 und 2 kostenlos zu absolvieren, da sie über den Ausbilder bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege versichert sind. Den dazu erforderlichen Vordruck, der durch den Ausbilder
2 Prüflinge haben die schriftliche Abschlussprüfung und 8 Auszubildende die praktische Prüfung nicht bestanden.
Die schriftliche Abschlussprüfung der Medizinischen Fachangestellten erfolgte am 17.05.2011. An den Schul­ standorten Halberstadt und Dessau wurden die praktischen Prüfungen vom 21.06.2011 bis 25.06.2011 durchgeführt. In der Ärztekammer absolvierten die Auszubildenden der Schulstandorte Halle und Magdeburg ihre Praktische Prüfung in der Zeit vom 15.06.11 bis 22.06.11. Insgesamt stellten sich 112 Auszubildende, Einzelumschüler, Externe Prüflinge sowie Wiederholer der Prüfung. Hier die Ergebnisse der schriftlichen Abschlussprüfung: Prüfungsbereich	Note 1	Note 2	Note 3	Note 4	Note 5	Note 6 Behandlungsassistenz
ausgefüllt werden muss, entnehmen Sie bitte dem Ausbildungsnachweis . Diese Möglichkeit besteht jedoch nicht für die Auszubilden/ Umschüler, deren Ausbildungs-/Umschulungsvertrag zwischen dem Auszubildenden/Umschüler und einem Bildungsträger oder der Agentur für Arbeit abgeschlossen wurde.
Von den Prüflingen, die sich zur 1. oder 2. Wiederholungsprüfung angemeldet hatten, konnte ein Teil die Prüfung erfolgreich absolvieren. Für Einzelne besteht noch einmal die Möglichkeit der Wiederholungsprüfung, die anderen haben die Abschlussprüfung endgültig nicht bestanden. Am 08.07.2011 erfolgte die Freisprechung der Medizinischen Fachangestellten in den Räumen der Ärztekammer. Der Ärztliche Geschäftsführer, Herr Dr. Schöning, überreichte den wieder zahlreich erschienenen Medizinischen Fachangestellten den Brief Medizinische Fachangestellte sowie das Prüfungszeugnis der Ärztekammer. 70 % der Medizinischen Fachangestellten wurden von der ausbildenden Praxis übernommen bzw. erhielten eine Tätigkeit in einer anderen Praxis. 7 % mussten sich arbeitslos melden. Einige beginnen eine neue Ausbildung, ein Studium oder befinden sich im Mutterschutz und Erziehungsurlaub. Nach der Aufstellung zu einem Gruppenfoto konnte die Freisprechung mit einem Glas Sekt sowie einem kleinen Imbiss gemütlich ausklingen.
Freisprechung der Medizinischen Fachangestellten
Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 22 (2011) 8 11 Freisprechung der Medizinischen Fachangestellten
Den Mitgliedern der Prüfungsausschüsse möchten wir ein großes Dankeschön sagen! 21 Prüfungsausschüsse, bestehend aus 1 Ärztin/1 Arzt, 1 Lehrerin/1 Lehrer und 1 Arbeitnehmerin, prüften in der Zeit vom 15.06.2011 bis 25.06.11 an den verschiedenen Schulstandorten, einige Mitglieder sogar an mehreren Tagen. Bei den Prüfungsausschussmitgliedern, die die Teilnahme an der Freisprechung ermöglichen konnten, bedankte sich Herr Dr. Schöning persönlich für ihre Einsatzbereitschaft. Allen anderen möchten wir den Dank auf diesem Wege aussprechen! Wir wünschen uns, dass diese bereits seit vielen Jahren andauernde sehr gute Zusammenarbeit noch viele weitere Jahre anhält.
Aus der Arbeit der Rechtsabteilung Herausgabe von Röntgenbildern Bei dem Wunsch von Patienten, sich Röntgenbilder zur Vorlage bei einem weiter- oder mitbehandelnden Arzt aushändigen zu lassen, kommt es immer wieder zu Unsicherheiten. Auch Gutachter, die Röntgenbilder zur Beantwortung ihres Gutachtenauftrages benötigen, berichten von Zweifeln der Kollegen, ob eine Aushändigung direkt an den Patienten erfolgen kann. Zwar kann der Patient eine Herausgabe von Originalunterlagen normalerweise nicht verlangen. Für die Herausgabe von Röntgenbildern findet sich aber eine ausdrückliche Regelung in der Röntgenverordnung (RöV). Paragraf 28 Abs. 8 bestimmt: „Wer eine Person mit Röntgenstrahlung untersucht oder behandelt, hat einem diese Person später untersuchenden oder behandelnden Arzt oder Zahnarzt auf dessen Verlangen Auskünfte über die Aufzeichnungen nach Absatz 1 Satz 2 zu erteilen und ihm die Aufzeichnungen und Röntgenbilder vorübergehend zu überlassen. Auch ohne dieses Verlangen sind die Aufzeichnungen und Röntgenbilder der untersuchten oder behandelten Person zur Weiterleitung an einen später untersuchenden oder behandelnden Arzt oder Zahnarzt vorübergehend zu überlassen, wenn zu erwarten ist, dass dadurch eine weitere Untersuchung mit Röntgenstrahlung vermieden
werden kann. Sofern die Aufzeichnungen und Röntgenbilder einem beauftragten Dritten zur Weiterleitung an einen später untersuchenden oder behandelnden Arzt oder Zahnarzt überlassen werden, sind geeignete Maßnahmen zur Wahrung der ärztlichen Schweigepflicht zu treffen. Auf die Pflicht zur Rückgabe der Aufzeichnungen und Röntgenbilder an den Aufbewahrungspflichtigen ist in geeigneter Weise hinzuweisen.“ Auch gerichtliche Entscheidungen weisen darauf hin, dass von einem Anspruch des Patienten, ggf. geltend gemacht durch den anwaltlichen Vertreter, auf vorübergehende Aushändigung z.B. zur Einholung einer Zweitmeinung oder Begutachtung ausgegangen werden muss. Der aushändigende Arzt sollte sich aber im Hinblick auf § 28 Abs. 8 letzter Satz RöV die Herausgabe und den Hinweis, dass die Röntgenbilder zurückzugeben sind, unbedingt quittieren lassen. Bei Fragen steht die Rechtsabteilung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt selbstverständlich zur Verfügung.
Weiterhin aktuell: Vorsicht vor kostenpflichtigen und unseriösen Branchenbucheinträgen Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt warnt regelmäßig vor unseriösen und kostenpflichtigen Eintragungsange-
boten in Branchenbuchverzeichnisse. Da die Anbieter, insbesondere durch die Verwendung neuer Namen, fortwährend versuchen, den Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags zu erreichen, wird vor den derzeit aktuellen Angeboten gewarnt. Neben älteren Angeboten wie •	dem „Verzeichnis der Mediziner“ und •	der „Gewerbeauskunfts-Zentrale“, tauchen derzeitig Angebote unter den Namen •	„Deutsches Ärzteverzeichnis“, •	„Allgemeines Gewerbeverzeichnis“, •	„Branchenbuch Ärzteeintrag“ oder •	„Branchenverzeichnis Halle“ auf. Gleichgültig wie die Verzeichnisse benannt sind oder zukünftig benannt werden, sollten derartige Offerten unbeantwortet vernichtet werden. Derartige Verträge beinhalten Kosten von teilweise über 1.000,00 Euro. Diese Summen stehen in keinerlei Verhältnis zu dem zu erwartenden Nutzen für den einzelnen Arzt. Daher gilt weiterhin: •	Prüfen Sie derartige oder ähnliche Angebote und Aufforderungen auf versteckte Kosten und ihre Seriosität! •	Ignorieren Sie unseriöse Angebote! Bei verbleibendem Zweifel können Sie die Angebote von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt prüfen lassen. T. Brehme, K. Hoffmann
ufer: Marc Sc
Unser Startlä
Ärztekammer Sachsen-Anhalt beim 3. Magdeburger Firmenstaffellauf
Zweite Teilnahme der Ärztekammer Es ist 18:59 Uhr am 7. Juli 2011. Die Spannung steigt. Das Warmup für die wartenden Läufer ist gerade vorbei, der Oberbürgermeister richtet noch ein paar Worte an die ungeduldigen Starter. Gemeinsam wird der Countdown heruntergezählt… Startschuss! Die dritte Firmenstaffel Magdeburg hat begonnen. Für die Ärztekammer ist es die zweite Teilnahme. Das Team „Kammer-Runner“, in dem Vertreter der Rechtsabteilung und der Abteilung Informatik liefen, kam mit einer Zeit von 01:09:35 h ins Ziel. Eine Zeit, mit der wir durchaus zufrieden sind, denn routinierte Läufer sind wir alle nicht. Somit belegten wir Platz 134 von 213 bei den Mixed-Teams, bei denen jeweils mindesten zwei Damen und zwei Herren laufen mussten. Neben den Läufern kamen etliche Mitarbeiter in den Magdeburger Stadtpark, um das Kammer-Team ordentlich anzufeuern. Auf der ganzen Strecke verteilt, jubelten sie uns Läufern zu und mobilisierten ungeahnte Kräfte. Die Siegerehrung läutete das zweite Highlight des Abends ein: Livemusik im Festzelt. Diese genossen wir dann gemeinsam bis kurz vor Mitternacht. Schon vor dem nächsten Morgen stand für das Läuferteam fest, dass wir auch bei der vierten Ausgabe der Firmenstaffel Magdeburg wieder mit dabei sein werden – vielleicht ja auch wieder mit einem zweiten Team.
Läufer ging
Marc Schneider Abt. Informatik
n s de Oca, Steffe , Annett Monte Tobias Brehme v.l.n.r. er, eid hn Kammer-Runner: Sc rc Ma een Hoffmann, Krausnick, Kathl Ärzteblatt Sachsen-Anhalt 22 (2011) 8
Neuer Professor für Geschichte und Ethik in der Medizin Mit der historischen Entwicklung der Medizin, aber auch den sittlichen Normen in der Krankenversorgung, be­schäftigt sich Dr. Florian Steger, der Prof. Dr. zum Professor für Florian Steger Geschichte und Ethik in der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-LutherUniversität Halle-Wittenberg berufen worden ist. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Josef Neumann, der in den Ruhestand gegangen ist, als Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik in der Medizin an. Der 36-Jährige hat sowohl Medizin (Ludwig-Maximilians-Universität München) als auch Klassische Philologie und Geschichte (Universität Würzburg; LMU München) studiert. An Halle habe ihn die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Fächer gereizt: „Besonders der Masterstudiengang Medizin-Ethik-Recht ist Beispiel gebend.“ Auch wolle er sich in die in Halle etablierte Pietismus- und Aufklärungsforschung verstärkt einbringen. Im Bereich der Krankenversorgung möchte er die klinische Ethik weiterentwickeln. „Angesichts des Fortschritts in Medizin und Technik stehen Ärzte und Pflege immer wieder vor schwierigen Grenzfragen“, sagt der Professor. Gerade in einer wertepluralen Gesellschaft sei dies eine besondere Herausforderung. Professor Steger gibt eine eigene Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Medizin und Künste („Jahrbuch Literatur und Medizin“) heraus. Er veröffentlichte im vergangenen Jahr neben zahlreichen Aufsätzen u. a. das Kurzlehrbuch „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“. I Pi UKH 14
Erstmals verliehener Lehrpreis ging an Professor Marsch Der Dermatologie Professor Dr. Wolfgang Marsch erhielt für sein langjähriges Engagement in der studentischen Ausbildung den erstmals verliehen Lehrpreis der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg. Die Verleihung erfolgte im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften am 1. Juli 2011 im Universitätsklinikum Halle (Saale). Der Preis ist mit 10.000 Lehrpreisübergabe: links, Professor Euro dotiert. „Die Fakultät Gekle, rechts Professor Marsch würdigt damit Anstrengungen der Lehrenden, um die Ausbildung der Medizinstudierenden nachhaltig zu verbessern“, sagte Studiendekan Professor Dr. Dieter Körholz. Für den Lehrpreis wurden zehn Kandidaten vorgeschlagen. Die Auswahlkommission entschied sich einstimmig, den Lehrpreis 2011 Professor Dr. Wolfgang Marsch, Direktor der Klinik für Dermatologie und Venerologie, zu verleihen. Seit Jahren setzt sich Professor Marsch mit großem Engagement für die akademische Lehre ein. „Sein gut strukturiertes und methodisch-didaktisch abgestimmtes Lehrkonzept für Vorlesungen und Praktikum in seinem Fachgebiet wird von den Studierenden stets mit den Bestnoten bewertet“, sagt Dekan Professor Dr. Michael Gekle. Im aktuellsten Projekt zur Verbesserung der Lehre werden in seiner Klinik bildliche Lehrinhalte mit Hilfe eines tragbaren Kleincomputers (iPADs) direkt am Patienten vermittelt. Der Lehrpreis wird einmal jährlich verliehen. Der Preisträger wird von einem Preiskomitee ausgewählt. Vorschlagsberechtigt ist jedes Mitglied der Medizinischen Fakultät. Voraussetzungen für die Aufnahme auf die Kandidatenliste sind: •	eine mindestens 2-jährige kontinuierliche curriculare Lehrtätigkeit an der Medizinischen Fakultät Halle •	sehr gute persönliche Evaluationsergebnisse oder nachweisbares zusätzliches Engagement für die Lehre bzw. die Studierenden •	Unterstützung des Antrages durch mindestens 5 Mitglieder der Fakultät oder des UKH (Studierende bzw. Mitarbeiter) Zusätzlich fließt in die Auswahl die von den Studenten initiierte Umfrage, wer den Lehrpreis erhalten soll, in die Auswahldiskussion ein. I Pi UKH
Bewährtes ausbauen – Neues etablieren Führender Charité-Urologe wechselt zur Universitätsklinik Magdeburg
Im Juni hat Prof. Dr. med. Martin Schostak (45) als Direktor die ärztliche Leitung der Urologischen Universitätsklinik Magdeburg übernommen. Der neu berufene Universitätsprofessor war zuletzt stellvertretender Klinikdirektor der Urologischen Klinik der Charité Berlin. Neben der urologischen Krebsforschung ist Schostak vor allem für den Einsatz innovativer und modernster Therapieverfahren bekannt. „Magdeburg gewinnt sowohl einen renommierten Mediziner als Chefarzt als auch einen ausgewiesenen Experten und Forscher im Bereich der Tumor­ therapie“, freut sich Dr. Jan Hülsemann, Ärztlicher Direktor des Magdeburger Uniklinikums. Prof. Schostak wird neben dem chirurgischen auch den onkologischen Schwerpunkt in der Patientenversorgung stärken und erweitern. Dazu gehört neben zahlreichen innovativen Operationstechniken in der sogenannten SchlüssellochChirurgie (minimal-invasive Chirurgie) oder laparoskopischen Chirurgie auch die Einführung von neuen Verfahren wie dem hochintensiven, fokussierten Ultraschall (HIFU) gegen den Prostatakrebs und der XPS-Greenlight-Lasertherapie gegen die gutartige Vergrößerung der Prostata. Mit diesen modernen innovativen Verfahren können die
betroffenen Organe wie Niere, Harnleiter, Harnblase oder Prostata oft erhalten werden. An der Urologischen Klinik der Charité leitete Schostak als stellvertretender Klinikdirektor unter anderem die Krebsforschung der Urologie wie z.B. die Entwicklung neuer molekularer Tumormarker oder die Minimierung des Blutverlustes bei der radikalen Prostataentfernung. Unter seiner Leitung entstand eine Datenbank zur Qualitätssicherung, in der Prostatakrebstherapien erfasst werden und an der sich mittlerweile 40 deutsche Kliniken mit insgesamt über 13.000 Patienten beteiligen. Prof. Schostak: „Neben der neuen Herausforderung als Chefarzt reizt mich vor allem der Aufbau der Klinik zu einem führenden Urologischen Zentrum SachsenAnhalts. Besonders wichtig ist mir neben der interdisziplinären Arbeit mit anderen Fachkliniken die stärkere Einbindung niedergelassener Urologen, damit die Versorgung betroffener Patienten weiter verbessert werden kann. Dabei will Schostak auch enger mit Patientenselbsthilfegruppen in Sachsen-Anhalt zusammenarbeiten, wie er es mit großem Engagement bereits an der Charité praktiziert hat. „Ganz nach dem Motto „Bewährtes ausbauen – Neues etab-
lieren,“ so der neue Klinikdirektor. Die Urologische Klinik des Universitätsklinikums Magdeburg bietet das gesamte Spektrum der modernen urologischen Diagnostik und Therapie mit allen Standardverfahren der offenen, endourologischen (Operationen über die Harnröhre) und laparoskopischen Urochirurgie. Teile der Klinik sind das Prostatazentrum und das Harnblasenkrebszentrum mit modernstem Laserkompetenzzentrum. Eine Besonderheit an der Universitätsklinik ist das Kinderurologische Zentrum. Die Behandlung der Patienten profitiert insbesondere durch die angeschlossene universitäre Forschung. I Pi UKMD
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Schutz durch Kälte:
Therapeutische Kühlung hilft Patienten Mediziner trafen sich zum 1. Hallenser Hypothermiegespräch
PD Dr. med. Rainer Kollmar aus Erlangen, Referent
Am 18. Juni 2011 fand in Halle-Dölau das 1. Hallenser Hypothermiegespräch statt. An der Tagung zum Thema „Therapeutische Hypothermie“ im Krankenhaus Martha-Maria nahmen Mediziner und Rettungsassistenten aus ganz Deutschland teil. Unter therapeutischer Hypothermie versteht man die gezielte Absenkung der Körperkerntemperatur eines Patienten, beispielsweise nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einem Schädel-HirnTrauma. Aber auch bei Frühgeborenen wird die „Kühl-Therapie“ bereits eingesetzt: „Die Hypothermie kann entscheidend dazu beitragen, die Spätfolgen unterschiedlichster Akutschädigungen des Gehirns deutlich zu mindern“, betont Privatdozent Dr. med. Harald Fritz, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie im Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau. „Schon
die Absenkung der Hirntemperatur um wenige Grad Celsius schützt die Nervenzellen und Nervenfasern signifikant.“ So werden – etwa bei einem Herzstillstand – der Körper und insbesondere das Gehirn nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Bereits nach fünf Minuten beginnen deshalb Abbauprozesse in den Gehirnzellen, die zu schwerwiegenden und irreversiblen Spätfolgen beim Patienten führen. Diese Abbauprozesse können durch eine Absenkung der Körperkern- und insbesondere der Hirntemperatur stark verlangsamt beziehungsweise aufgehalten werden. Als Therapieform ist die Hypothermie schon seit den 1950er-Jahren bekannt, geriet jedoch außerhalb der Verwendung bei Operationen am offenen Herzen mit Herz-Lungen-Maschinen – aufgrund der damals kaum beherrschbaren Nebenwirkungen wieder in Vergessenheit. Wurden früher die Pati-
enten noch in Badewannen mit Eiswasser gelegt, stehen den Medizinern heute moderne Geräte für eine gezielte, schonende und konstante Kühlung zur Verfügung. Wie in vielen Bereichen ist aber auch hier die Finanzierung ein Problem: „Aus experimentellen Studien wissen wir sehr genau, wie hochwirksam die Hypothermie ist. Um umfangreiche klinische Studien durchzuführen – und damit auch eine Grundlage für eine ausreichende Finanzierung durch die Krankenkassen zu schaffen- fehlt es jedoch häufig an Mitteln, da hinter dieser Therapieform keine finanzstarke Industrie, wie etwa im Pharma-Bereich, steht“, erläutert Chefarzt Dr. Fritz. Der Initiator des 1. Hallenser Hypothermiegesprächs erhofft sich durch das Treffen der Fachleute auch eine Verbesserung im Austausch der Mediziner untereinander: „Noch gibt es keine zentrale Plattform, um beispielsweise Studienergebnisse und Praxiserfahrungen auszutauschen.
Podiumsdiskussion mit Referenten v.l.n.r.: Dr. med. Sebastian Wolfrum, Lübeck; Dr. med. Hans-Jörg Busch, Freiburg; Prof. Dr. med. Thomas Höhn, Düsseldorf; Dr. med. Sabine Himmelseher, München; Prof. Dr. med. Reinhard Bauer, Jena
Mit unserer Veranstaltung möchten wir Impulse setzen und die Zusammenarbeit weiter verbessern.“ Wichtig ist, nach Meinung aller anwesenden Experten, dass mit der therapeutischen Kühlung so früh wie möglich, also bereits durch den Rettungsdienst, begonnen wird. Die Hypothermie ist zum Beispiel bei der Herz-Kreislauf-Wiederbelebung auch in international geltenden medizinischen Standards als wichtige Maßnahme zum Schutz des Gehirns definiert. Eine Umfrage an allen Notarztstandorten in Baden-Württemberg ergab jedoch 2008, dass in nur 17 Prozent die therapeutische Kühlung regelmäßig angewendet wird. 23 Prozent der befragten Standorte setzen die Therapieform gelegentlich ein, 56 Prozent verzichteten gar ganz auf eine Kühlung der Patienten mit einer entsprechenden Erkrankung. „Dies liegt zum einen sicherlich an einer fehlenden Finanzierung aber insbesondere auch an der bislang mangelnden Praktikabilität im Rettungsdienst“, so Chefarzt Dr. Fritz, der mit seinem Team deshalb auch an der klinischen Erprobung eines neuartigen, mobilen Hypothermiegeräts teilnahm: RhinoChill „verdampft“ über einen Nasenkatheter ein ungiftiges biochemisches Kühlmittel und nutzt dabei das Prinzip der Verdunstungskälte. Die Nasennebenhöhlen fungieren dabei als Wärmetauscher. Selbst bei einem Kreislaufstillstand kann so das Gehirn des Patienten effizient gekühlt und damit vor Schädigungen geschützt werden. „In den letzten Jahren wurden neue Geräte und Produkte entwickelt, die viel zu einer schnelleren und besseren Kühlung der betroffenen Patienten beitragen. Mit unserer Veranstaltung und den hier präsentierten Studienergebnissen hoffen wir, diese Therapieform auf einer breiten Ebene zu etablieren“, betont Dr. Fritz.
Fachgebiet:	Praxisform:	Praxisort:
Orthopädie Gemeinschaftspraxis Schönebeck
Fachgebiet:	Praxisform: Praxisort:
Kinder- und Jugendmedizin Einzelpraxis Genthin
Urologie Einzelpraxis Halle
Frauenheilkunde und Geburtshilfe Einzelpraxis Aschersleben-Staßfurt
Praxisform:	Planungsbebeich: Fachgebiet Praxisform: Planungsbereich:
Frauenheilkunde und Geburtshilfe Einzelpraxis Ohrekreis
Bewerbungen richten Sie bitte an: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, Abt. Zulassungswesen, Postfach 1664, 39006 Magdeburg Die Ausschreibung endet am 25. dieses Monats. Wir weisen darauf hin, dass sich die in der Warteliste eingetragenen Ärzte ebenfalls
Das nächste Hypothermiegespräch in Halle ist für das Jahr 2013 geplant. I Pi Krankenhaus Martha - Maria Halle - Dölau
um den Vertragsarztsitz bewerben müssen.
Die Schmerzambulanz des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. lädt zur folgenden interdisziplinären Schmerzkonferenz ein:
Klinische Pharmakologie Dr. Tröger
OA Dr. med. Hoffmeyer Leiter der Schmerzambulanz Tel.: 0391 67 13 350/13320, Fax: 67 13 971
Die Konferenzen werden von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt für die Erlangung des Fortbildungsdiploms mit 4 Punkten gewertet.
Krebsberatung für die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts
Außenberatungsstelle der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft e. V. in Wernigerode eröffnet
Am 6. Juli 2011 eröffnete die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft in Wernigerode eine weitere Außenberatungsstelle in Sachsen-Anhalt. Immer am zweiten Mittwoch im Monat können sich von 13 bis 16 Uhr in den Räumen der Onkologischen Tagesklinik im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Harz-Klinikums Wernigerode-Blankenburg, Ilsenburger Straße 15 in 38855 Wernigerode, Krebserkrankte und ihre Angehörigen kostenfrei beraten lassen. Speziell ausgebildete Mitarbeiter der Krebsgesellschaft helfen Ratsuchenden nicht nur bei sozialrechtlichen und psychologischen Problemen, sondern auch bei allgemeinen Fragen wie beispielsweise der Vermittlung zu Selbsthilfegruppen oder bestimmten Kursangeboten. Die Beratungsstelle in Wernigerode kann mit freundlicher Unterstützung des Harz-Klinikums Wernigerode-Blankenburg realisiert werden und ist die letzte von insgesamt acht Beratungsstellen, die die SachsenAnhaltische Krebsgesellschaft bis Ende 2011 in vier Modellregionen Sachsen-Anhalts eingerichtet hat. Mit diesem Projekt soll die psychosoziale Betreuung Krebsbetroffener vor allem in den ländlichen Regionen verbessert werden. Beratungsstellen gibt es schon in:
Bernburg (eröffnet am 26. Mai 2010, in Kooperation mit der AWO Seniorenzentrum Zepziger Weg gGmbH) Dessau-Roßlau (eröffnet am 23. November 2010, in Kooperation mit dem MDK Sachsen-Anhalt) Kalbe (Milde) (eröffnet am 29. April 2010, in Kooperation mit dem AWO Kreisverband Altmark e. V.)
Lutherstadt Wittenberg (eröffnet am 23. Juli 2010, in Kooperation mit dem AWO Kreisverband Wittenberg e. V.) Merseburg (eröffnet am 27. September 2010, in Kooperation mit dem AWO Stadtverband Merseburg e. V.) Sangerhausen (eröffnet am 3. März 2010, in Kooperation mit dem AWO Kreisverband Sangerhausen e. V.) Stendal (eröffnet am 24. Juni 2010, in Kooperation mit der Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal gGmbH) Wernigerode (eröffnet am 6. Juli 2011, in Kooperation mit dem Harz-Klinikum Wernigerode-Blankenburg) Für jede Außenberatungsstelle ist ein feststehender Beratungstag im Monat eingeplant. Krebskranke Menschen und ihre Angehörigen können sich an diesem Tag zu allgemeinen, sozialrechtlichen oder psychologischen Problemen beraten lassen. Was aber, wenn jemand die Außenberatungsstelle nicht aufsuchen kann? Dann gibt es selbstverständlich weiterhin die Beratung per Telefon oder seit dem 1. Juli 2010 über www.krebsberatung-online.de.
Hierüber können Betroffene und Angehörige Kontakt mit dem Beratungsteam aufnehmen oder sich im Gruppenchat austauschen. Für weitere Informationen sind die Mitarbeiter über die Homepage www.krebsgesellschaft-sachsenanhalt.de zu erreichen. Dies ist im Übrigen auch die richtige Adresse für alle, die in Bezug auf die Errichtung von weiteren Außenberatungsstellen vielleicht neugierig geworden sind. Das Team der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft hilft mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen gern weiter. I Pi Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft e. V.
Deutschland ist frei von klassischer Tollwut Konsequenzen für die postexpositionelle Tollwutprophylaxe (PEP)? Hanna Oppermann und Constanze Gottschalk Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt
Deutschland gilt nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE, World Organisation for Animal Health) seit dem 28.09.2008 als „frei von klassischer Tollwut“. Erreicht wurde dies durch die konsequente orale Immunisierung von Füchsen in Verbindung mit der freiwilligen Impfung von Haustieren. Auswirkungen auf die postexpositionelle Tollwutprophylaxe nach Tierbiss/Tierkontakt werden nachfolgend erläutert. Dabei erscheint es aus dem Blickwinkel eines möglichen Übertragungsrisikos sinnvoll, nach Wildtieren, Haustieren und Fledermäusen zu unterschieden.
Wildtiere Laut Aussage des Robert Koch-Instituts ist nach direktem Schleimhautkontakt mit Speichel oder einer Biss-Verletzung durch ein Wildtier in Deutschland augenblicklich keine PEP erforderlich. Diese Aussage gilt, solange es im Bundesgebiet zu keinem Neuauftreten der klassischen Wildtiertollwut kommt. Bestehen Zweifel, ob in einem Gebiet Wildtiertollwut neu aufgetreten ist, sollte im zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt nachgefragt werden. Als zusätzlich entlastend dürfte die Aussage gewertet werden, dass Kleinsäuger (z.B. Maus, Ratte, Eichhörnchen, Siebenschläfer) oder Hasenartige (Hasen, Kaninchen) in der Epidemiologie der Tollwut keine Rolle
spielen und daher eine PEP bei Kontakt/ nach Biss selbst in Tollwut-Endemiegebieten nicht indiziert ist.
Haustiere Laut Aussage des Robert Koch-Instituts geht eine reale Tollwutgefährdung derzeit lediglich von Hunden oder Katzen aus, die kürzlich aus einem Tollwut-Endemiegebiet (z.B. aus Afrika, Asien, dem Balkan, der Türkei) illegal nach Deutschland verbracht wurden oder die eventuell Kontakt zu solchen Tieren hatten. Die Abwägung, wann ein Hund oder eine Katze bei auffälligem Verhalten in Deutschland als tollwutverdächtig gelten kann, ist im Einzelfall schwierig. Lässt sich ein Halter nicht ermitteln oder ist das Tier flüchtig, wird im Zweifelsfall eine PEP durchzuführen sein. Ist das für die Exposition verantwortliche Tier oder sein Halter bekannt, lassen sich Herkunft und Impfstatus meist direkt oder über das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt klären.
Fledermäuse Die Fledermaustollwut ist endemisch in Deutschland. Sie wird von der klassischen Tollwut unterschieden, da andere Tollwutviren ursächlich sind. Für den Menschen besteht prinzipiell die gleiche Gefahr durch Fledermaus-
tollwut wie durch klassische Tollwut. Daher ist der Kontakt zu einer lebenden oder toten Fledermaus immer eine Indikation für eine umgehende PEP, selbst wenn keine Verletzung erkennbar ist. Quelle: Tollwut in Deutschland: Gelöstes Problem oder versteckte Gefahr? Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch-Instituts 8/2011 (www.rki.de) Ein vom Landesamt für Verbraucherschutz erarbeitetes Flussdiagramm „Empfehlungen zur Postexpositionellen Tollwutprophylaxe (PEP)“ mit Hinweisen zu Verantwortlichkeiten, Meldewegen nach dem Infektionsschutzgesetz und Notfalldepots der Apotheken in SachsenAnhalt für Tollwutimpfstoffe und Tollwutimmunglobuline sowie weiterführende LINKs finden Sie unter www. verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de. Korrespondenzanschrift: Dr. med. Hanna Oppermann Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt, Fachbereich Hygiene Wallonerberg 2-3, 39104 Magdeburg Tel.: 03915377190, E-Mail: hanna.oppermann@lav.ms.sachsen-anhalt.de
Kindergesundheit in Sachsen-Anhalt: Ergebnisse der Kindergesundheitsberichterstattung und der 5. Landesgesundheitskonferenz 1998 wurden in Sachsen-Anhalt erstmals Gesundheitsziele formuliert. Sie orientieren sich an den erkennbaren gesundheitlichen Problemen in der Bevölkerung. Gesundheitsziele bilden die Grundlage für die Planung von Maßnahmen und die Festlegung zuständiger Akteure. Damit eng verknüpft sind eine verlässliche Datengrundlage im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung und regelmäßig veranstaltete Landesgesundheitskonferenzen, die eine langfristige Zusammenarbeit und Kooperation der entscheidenden Akteure und Institutionen unterstützen. In Sachsen-Anhalt fanden bislang fünf Landesgesundheitskonferenzen statt. Landesgesundheitskonferenzen werden als Gradmesser für Aktivitäten des Landes und seiner Partner im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung gesehen. Sie helfen, Aktivitäten zu bündeln, Akteure zu vernetzen sowie wichtige Handlungsfelder und Ziele für die zukünftige Arbeit zu identifizieren. Die 5. Landesgesundheitskonferenz 2011 thematisierte die gesundheitliche Lage von Kindern im Vorschulalter und von Schulkindern im Land. Die Datenbasis bilden die 2011 veröffentlichten Studien zur Kindergesundheit: die Schulanfängerstudie 2009 und der Kindergesundheitsbericht.
Kindergesundheitsberichterstattung in Sachsen-Anhalt Der 2011 veröffentlichte Kindergesundheitsbericht ist in der Reihe der Gesundheitsberichterstattung des Landes SachsenAnhalt der sechste Gesundheitsbericht. Er fasst Ergebnisse
der schulärztlichen und zahnärztlichen Reihenuntersuchungen im Land Sachsen-Anhalt zusammen. Für das Schuljahr 2008/2009 konnten aus den ärztlichen Untersuchungen Daten von etwa 15.000 Einschüler/innen, 11.000 Drittklässlern und 10.000 Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse analysiert werden. Aus zahnärztlichen Untersuchungen lagen im betreffenden Schuljahr Daten von 47.000 KitaKindern und 90.000 Schülerinnen und Schülern vor (Ministerium für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt, 2011a). Schulanfängerstudien erheben und analysieren seit 1991 im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen anonymisiert Gesundheitsdaten von Kindern. Auf freiwilliger Basis erfolgt außerdem eine Befragung der Eltern zum Lebensumfeld. Die aktuelle Studie systematisiert Daten der Einschulungsjahrgänge 2008 bis 2010. Daneben wurden Eltern von 3.621 Kindern in Magdeburg, Halle, Merseburg, Salzwedel, Gardelegen und Osterburg befragt (Ministerium für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt, 2011b).
Ergebnisse der Kindergesundheitsberichterstattung 2011 in Sachsen-Anhalt
Infekte der oberen Atemwege, insbesondere Bronchitis, zählen zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter. Seit 1991 nimmt hier die Erkrankungsrate kontinuierlich ab
(1991: 56 Prozent der untersuchten Kinder, 2010: 33 Prozent der untersuchten Kinder). Ein höheres Risiko für Bronchitis haben Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft rauchten und die in Wohnungen mit Feuchtigkeitsproblemen wohnen. Zugenommen hat die Fallzahl bei Bronchialasthma. Hier ist eine Häufung bei Kindern von Müttern, die in der Schwangerschaft rauchten, bei Frühgeborenen und sehr übergewichtigen Kindern erkennbar. Entgegen den zahlreichen anderslautenden Medienberichten kann in Sachsen-Anhalt nicht von einem extrem hohen Anteil übergewichtiger Kinder gesprochen werden. Insgesamt lag der Anteil im Zeitraum der Einschulungsjahrgänge 1991 bis 2010 konstant bei etwa 11,6 Prozent. Kontinuierlich zugenommen hat allerdings der Anteil sehr übergewichtiger Vorschulkinder seit 1991 von 0,6 Prozent auf 3,3 Prozent. Kinder, die bereits mit einem höheren Geburtsgewicht (mehr als 3.700 Gramm) auf die Welt gekommen waren, Einzelkinder, Kinder, die in einer Raucherwohnung leben oder deren Eltern über eine geringe Bildung verfügen, waren häufiger von Übergewicht betroffen. Beispielsweise waren einzuschulende Kinder mit niedrigem Sozialstatus fast zweimal häufiger von Übergewicht (12,6 Prozent), fast dreimal häufiger von Adipositas (7,1 Prozent) und fast fünfmal häufiger von extremer Adipositas (2,4 Prozent) betroffen, als Kinder mit hohem Sozialstatus (Übergewicht: 7,1 Prozent, Adipositas: 2,6 Prozent, extreme Adipositas: 0,5 Prozent). Der Trend einer kontinuierlichen Verbesserung der Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen setzte sich in Sachsen-Anhalt fort. Das auf Deutschland adaptierte WHOZahngesundheitsziel „Weniger als ein kariöser Zahn bei 12-jährigen bis zum Jahr 2020“ wurde in Sachsen-Anhalt mit dem Schuljahr 2008/2009 erreicht. Kinder im Alter von 1-5 Jahren hatten in Sachsen-Anhalt in den Schuljahren 2007/2008 und 2008/2009 durchschnittlich zu 78 Prozent ein naturgesundes Milchgebiss, 6-9-jährige Kinder hatten noch zu 32 Prozent ein naturgesundes Milchgebiss. Nach dem Gebisswechsel hatten 11-18-jährige Schülerinnen und Schüler zu 45 Prozent ein naturgesundes Dauergebiss. Etwa 18 Prozent der 3 bis 5-jährigen, 15 Prozent der 6 bis 9-jährigen und 4 Prozent der 10 bis 12-jährigen in Kitas und Schulen hatten jedoch ein erhöhtes Kariesrisiko. Das Kariesrisiko stieg im Alter von 5 bis 7 Jahren deutlich an, fiel dann von 25 Prozent bei 7-jährigen auf 10 Prozent bei 8-jährigen und verringerte sich weiterhin bis zum Alter von 10 Jahren. Die Zahngesundheit ist eng mit der Art der besuchten Schule assoziiert, mit einem deutlichen Gefälle vom Gymnasium über die Sekundarschule zur Förderschule. Förder- und Sekundarschüler/innen nahmen außerdem Angebote der zahnärztlichen Versorgung weniger häufig in Anspruch als Gymnasialschüler/innen. Ein zunehmender Anteil Kinder hat einen altersgerechten Impfstatus entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. 87,5 Prozent der Kinder verfügten bei der Schuleingangsuntersuchung über eine vollständige Grund­ immunisierung (Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae b, Hepatitis B und zweite
Masern-, Mumps- und Röteln-Impfung). Nachholbedarf gibt es bei den Auffrischimpfungen ab 5 bis 6 Jahren und zwischen 9 und 17 Jahren. Nur 32,6 Prozent der Drittklässler verfügen beispielsweise über eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten, bei den Sechstklässlern sind es 39,9 Prozent. Problematisch sind die erkennbaren Defizite in der emotionalen und motorischen Entwicklung sowie in der Sprachentwicklung. Bei fast einem Drittel der untersuchten Kinder wurden Defizite der Sprache festgestellt, die einen logopädischen bzw. sprachtherapeutischen Handlungsbedarf erkennen lassen (Grundlage: Basisdiagnostik umschriebener Entwicklungsstörungen im Vorschulalter, BUEVA, Esser, 2002). Jungen wiesen deutlich häufiger Sprachstörungen (36,3 Prozent) auf, als Mädchen (26,2 Prozent). Defizite waren bei Kindern mit niedrigem Sozialstatus häufiger als bei Kindern mit hohem Sozialstatus. Die Betreuungsart des Kindes zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung zeigt, dass Sprachstörungen bei Kindern, die eine Kindertageseinrichtung besuchten, deutlich seltener waren als bei Kindern, die keine Kindertageseinrichtung besucht haben. Positiv hervorzuheben ist der zunehmende Anteil an Müttern, die ihr Baby stillen. Der Anteil der Kinder, die mindestens 12 Wochen voll gestillt werden, erhöhte sich von 24,3 Prozent (1991) auf 47,3 Prozent (2010). Mütter unterstützen damit die gesunde körperliche Entwicklung ihres Kindes und fördern die für eine gesunde psychische Entwicklung entscheidende verlässliche Bindung zwischen Mutter und Kind.
Lebensstilfaktoren Die Gesundheit von Kindern wird auch durch den Lebensstil der Eltern beeinflusst. Hier steht dem positiven Trend, dass immer weniger Kinder in der elterlichen Wohnung Tabakrauch ausgesetzt sind (1991: 58 Prozent, 2010: 16 Prozent), eine Zunahme des Anteils rauchender Mütter und vor allem rauchender Schwangerer gegenüber. Im Jahr 1996 gaben 5,5 Prozent der Mütter, deren Kinder eingeschult wurden, an, während der Schwangerschaft geraucht zu haben. 2010 waren es mit 17,9 Prozent fast ein Fünftel der Schwangeren. Durch das Rauchen in der Schwangerschaft verringern sich die Chancen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern bereits im Mutterleib. Ob in der Wohnung geraucht wird oder nicht, hängt auch vom Alter der Mütter ab. Jüngere Mütter rauchen häufiger in der Wohnung als ältere Mütter. Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus lebten häufiger in Raucherwohnungen als Kinder aus Familien mit hohem Sozialstatus. So waren beispielsweise bei den letzten drei Einschulungsjahrgängen 35,5 Prozent der Kinder aus Familien, in denen kein Elternteil wenigstens einen Schulabschluss der 10. Klasse erreicht hatte, dem Passivrauchen in den ersten drei Lebensjahren ausgesetzt. Dem standen Kinder von Fach- oder Hochschulabsolventen/ innen mit einem Anteil von immerhin noch 5,4 Prozent gegenüber. Seit 2006 werden die Eltern auch zum Freizeitverhalten ihrer Kinder befragt. Insgesamt treiben 30,3 Prozent der unter-
krippe (Einschulungsjahrgang 2000: 6,9 Prozent – Einschulungsjahrgang 2010: 6,5 Prozent) oder einen Kindergarten (Einschulungsjahrgang 2000: 1,4 Prozent - Einschulungsjahrgang 2010: 0,5 Prozent) besuchten.
Schlussfolgerungen und Handlungsfelder für die Kindergesundheit in Sachsen-Anhalt
suchten Kinder der Einschulungsjahrgänge 2007 bis 2010 regelmäßig Sport in einem Sportverein. Der Anteil dieser Kinder stieg von 29 Prozent in 2007 auf 32,8 Prozent in 2010. Etwa 23 Prozent nahmen an der musikalischen Früherziehung teil oder besuchten eine Musikschule und fast 17 Prozent belegten einen Sprachkurs. Kinder aus Familien mit hohem Sozialstatus besuchten signifikant häufiger einen Sportverein (46,6 Prozent), eine Musikschule (38,7 Prozent) oder einen Sprachkurs (24,3 Prozent) als Mädchen und Jungen aus Familien mit niedrigem Sozialstatus (8,9 Prozent – Sportverein, 6,2 Prozent – Musikschule, 9,1 Prozent – Sprachkurs). Kinder sehen durchschnittlich 60 Minuten pro Tag fern. In Familien mit niedrigen Sozialstatus war ein höherer Fernsehkonsum (73 Minuten täglich) gegenüber Familien mit hohem Sozialstatus (43 Minuten) erkennbar. Im regionalen Vergleich verbrachten Kinder aus den Städten Halle und Magdeburg weniger Zeit vor dem Fernseher als Kinder aus den ländlichen Regionen der Altmark.
Wohnen und Tagesbetreuung An einer verkehrsreichen Straße wohnen ca. 19 % der untersuchten Familien mit mittlerem und hohem Sozialstatus, so wenig wie noch nie seit 1994. Für diese Familien verbesserte sich hinsichtlich Lärm, Abgas- und Staubbelastung die Wohnsituation in den vergangenen Jahren. Eher verschlechtert hat sich die Wohnsituation von Kindern aus Familien mit einem niedrigen Sozialstatus. Gut 38 % dieser Kinder, und damit mehr als 1994, lebte weniger als 10 Meter von verkehrsreichen Straßen entfernt. Rückläufig ist der Anteil Kinder, die noch nie eine Kinder-
Die Ergebnisse der Kindergesundheitsberichterstattung in Sachsen-Anhalt sind vergleichbar mit den bundesweiten Trends. Kinder in Sachsen-Anhalt sind anhand der vorliegenden Daten im Durchschnitt gesund und altersgerecht entwickelt. Wie im bundesweiten Vergleich auch, sind gesundheitliche Chancen und Risiken in Sachsen-Anhalt ungleich verteilt. Sowohl gesundheitliche Beeinträchtigungen, als auch riskante Lebensstilfaktoren sowie ungünstige soziale und Umweltbedingungen finden sich häufiger bei Kindern aus sozial schwachen Familien. Die Folgen sozialer Benachteiligung für die Gesundheit sind hinreichend untersucht, die notwendigen Stellschrauben dafür, sozialen Ungleichheiten entgegen zu wirken, liegen vor allem im Bildungssektor und bei den Möglichkeiten einer kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe. Jungen sind insgesamt stärker von Entwicklungsverzögerungen und von gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen. Die Kombination „Junge aus sozial benachteiligten Familien“ erhöht das Risiko noch einmal deutlich. Die gesundheitliche Benachteiligung von Jungen lässt sich nicht nur auf genetische und hormonelle Einflussfaktoren zurückführen, sondern sie weist auf eine möglicherweise nicht jungengerechte Umwelt hin. Jungen benötigen für eine gesunde kognitive und emotionale Entwicklung u.a. zwingend ausreichend Bewegung und nicht zuletzt in stärkerem Maß als Mädchen Rollenvorbilder. Dies scheinen weder Elternhäuser noch Tagesbetreuungs- und Bildungseinrichtungen in ausreichendem Maß gewährleisten zu können. Anhand der Ergebnisse der Schulanfängerstudie und des Kindergesundheitsberichts in Sachsen-Anhalt werden konkrete Handlungsfelder zur Förderung der Kindergesundheit in Sachsen-Anhalt erkennbar. Mögliche Maßnahmen wurden im Rahmen der fünften Landesgesundheitskonferenz am 2. Februar 2011 in Magdeburg gesammelt und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit diskutiert. Im Einzelnen wurden folgende Schwerpunkte für die zukünftige Arbeit herausgearbeitet: Ein zentrales Handlungsfeld wird erstens in der Fortführung des Gesundheitszieleprozesses in Sachsen-Anhalt gesehen. Ausgehend von den Ergebnissen der aktuellen Schulanfängerstudie und des Kindergesundheitsberichts scheinen innerhalb der Zielbereiche Konkretisierungen für das Kindesalter erforderlich sein. Die dazu notwendigen Abstimmungen mit den Akteuren im Land Sachsen-Anhalt wurden begonnen, die Ergebnisse dieser Abstimmungen werden nach ihrem Vorliegen veröffentlicht. Einen wichtigen Schwerpunkt wird dabei der Abbau sozial und geschlechtsbezogener gesundheitlicher Ungleichheiten bilden müssen. Öffentlich geförderte und ehrenamtliche Bildungsangebote,
Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und nicht zuletzt Sportangebote sollten allen Kindern ungeachtet ihrer sozialen Lage und Herkunft offen stehen. Es erscheint daher notwendig, Zugangsbarrieren zu identifizieren und auszuräumen. Eine Chance könnte im Ausbau der Ganztagsbetreuung für alle Kinder liegen. Allerdings genügt es wahrscheinlich nicht allein, die Betreuungszeiten zu verlängern. Laut dem jüngst erschienen Spezialbericht der Gesundheitsberichterstattung Berlins, der die Sozialstruktur und Kindergesundheit beleuchtet, konnte der Besuch einer Kindertagesstätte allein die gesundheitlichen Auswirkungen eines geringen Sozialstatus nicht auffangen. Daher sollten innerhalb von Ganztagsangeboten auch Bildungs-, Sport- und bei Bedarf auch Förderangebote integriert werden. Zweitens zeigte sich eine besondere Häufung von gesundheitlichen Problemen bei Jungen aus sozial benachteiligten Familien. Auch hier sind neben den Elternhäusern, die Entwicklungsanreize setzen und den Bewegungsdrang von Jungen entsprechen sollten, auch Schulen und Kindertageseinrichtungen gefragt, den Alltag „jungengerechter“ zu gestalten. Gesundheitsförderung und Prävention aber auch die ambulante und stationäre Versorgung im Land Sachsen-Anhalt sollten ihren Handlungsschwerpunkt drittens verstärkt in den Lebenswelten gesundheitlich benachteiligter Gruppen verlegen. Anhaltspunkte von Effektivität und Effizienz von Maßnahmen der Gesundheitsförderung finden sich in den Daten der Gesundheitsberichterstattung im Land. Daher soll viertens der notwendige Datenbestand für die (Kinder-) Gesundheitsberichterstattung zur Beschreibung und Analyse der gesundheitlichen Situation fortgeschrieben werden. Auch in Zukunft werden ferner regelmäßig Daten aus dem Fehlbildungsmonitoring und dem Neugeborenenscreening veröffentlicht. Insgesamt kann Sachsen-Anhalt bereits heute auf eine vergleichsweise gute Datenlage aus Nebenerhebungen bei Eltern und Schülern aus Schulanfängeruntersuchungen und schulärztlichen Reihenuntersuchungen zurückgreifen,
die zum Teil über die im Gesundheitsdienstgesetz geforderten Mindeststandards hinaus gehen. Eine fundierte Datengrundlage liegt in Sachsen-Anhalt mit den erschienenen Berichten vor: Der Bericht zur Schulanfängerstudie und der Kindergesundheitsbericht. Die Verantwortung für die Umsetzung und eine Verstärkung der Aktivitäten im Bereich der Ganztagsbetreuung liegt bei den bereits tätigen pädagogischen Akteuren, dem System der gesundheitlichen Versorgung und nicht zuletzt auch bei der Landespolitik. Gesundheitsberichterstattung Sachsen-Anhalt unter: www.gbe.sachsen-anhalt.de Literatur bei den Verfassern Korrespondenzanschrift: Dr. phil. Thomas Hering Dr. med. Dr. rer. nat. Reinhard Nehring Dr. med. Heidemarie Willer Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt Turmschanzenstraße 25 39114 Magdeburg E-mail: thomas.hering@ms.sachsen-anhalt.de
Ausschreibung Hufeland-Preis 2012 Das Kuratorium der Stiftung „Hufeland-Preis“ fordert hiermit öffentlich auf, sich um den „Hufeland-Preis 2012“ zu bewerben. Der „Hufeland-Preis“ ist mit 20.000 Euro dotiert und wird für die beste Arbeit auf dem Gebiet der Präventivmedizin vergeben. Er kann auch zwei Arbeiten, die als gleichwertig anerkannt worden sind, je zur Hälfte zugesprochen werden. Die an der Ausschreibung zum „Hufeland-Preis 2012“ teilnehmenden Arbeiten müssen bis zum 31. März 2012 bei der Notarin Frau Dr. Ingrid Doyé Kattenbug 2, 50667 Köln unter dem Stichwort „Hufeland-Preis“ in zweifacher Ausfertigung eingereicht worden sein. Die Ausschreibungsunterlagen können bei dem Geschäftsführer der Stiftung, Herrn Patrick Weidinger, Tel.: 0221 148-30785 bzw. unter www.hufeland-preis.de angefordert werden.
Damert, H.-G., Altmann, S. Universitätsklinikum Magdeburg, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie
Bei Verletzungen der Hand sind die Finger am häufigsten betroffen. Fingerverletzungen sind somit nicht nur in der handchirurgischen Sprechstunde häufig. Fingerkuppenamputationen kommen vor allem bei Haushalts- und Freizeit­ unfällen vor, aber auch im Rahmen von Arbeitsunfällen. Fingerkuppendefekte mit komplettem Verlust von Haut und ggf. auch subkutanem Gewebe sind daher im Notdienst oft anzutreffen. Sowohl das Verletzungsmuster als auch die entstandenen Wunden können vielfältig sein. Quetschverletzungen und Schnittverletzungen erfordern unter Umständen eine differenzierte Herangehensweise. Während bei Schnittverletzungen beispielsweise das Ausmaß der Schädigung primär schon gut abschätzbar ist, muss man bei Quetschverletzungen ggf. noch mit einem verzögerten Gewebeuntergang rechnen. Hier spielt ein angemessenes Debridement eine wichtige Rolle. Weiterhin unterscheiden sich die Defektwunden in der Ausdehnung. Das Spektrum reicht von oberflächlichen Defekten bis zu tiefen, mehrschichtigen Defekten mit freiliegendem Knochen. Eine konservative Behandlungsmöglichkeit solcher Defekte kann bei geeigneter Indikation der Semiocclusivverband (Mennen & Wiese 1993) darstellen. Hiermit kann auch durch einen nicht handchirurgisch oder plastisch-chirurgisch ausgebildeten Kollegen eine solche Verletzung adäquat behandelt werden. Die wichtigsten Ziele, der Längenerhalt, die bestmögliche Wiederherstellung der Funktion des Fingers sowie ein ästhetisch gutes Ergebnis, lassen sich hiermit erreichen. Das Vorgehen sowie einige Beispiele sollen in dem vorliegenden Artikel beschrieben werden.
Für die Behandlung von Fingerkuppendefekten stehen verschiedene Techniken, operative und konservative, zur Verfügung. Sie alle sollten den folgenden Zielen Rechnung tragen: suffiziente Weichteildeckung, Längenerhalt, Funktions­wiederherstellung und Erhaltung der Sensibilität. Lappenplastiken der Finger sind anspruchsvoll und keine Anfängeroperationen. Bei falscher OP-Technik enden sie
mitunter in größeren Defekten und mitunter auch Funktions­ einbußen. Weiterhin ist hierbei eine gewisse Hebemorbidität zu beachten. Eine relativ einfache und kostengünstige Methode zur konservativen Behandlung von Fingerkuppenamputationen ist der Semiocclusivverband oder einfach: Folienverband. Hierbei wird der entsprechende Finger mit einer selbstklebenden Folie verbunden. Das genaue Vorgehen soll im Folgenden beschrieben werden.
Technik Der Defekt wird nach entsprechendem Debridement/Säuberung mit einer selbstklebenden Folie gedeckt (Tegaderm®, Opsite®, Mesofol® etc.). Unter der Folie kommt es zur Ausbildung einer feuchten Kammer sowie zur Bildung einer Wundschicht mit nachfolgender Regeneration. Über dem Defekt sollte ein kleines Reservoir belassen werden. Hier sammelt sich oft trübes, übel riechendes Sekret. Ist die Folie dicht, sollte sie dennoch belassen werden. Begleitend tritt im Verlauf auch eine Mazeration der angrenzenden Haut auf, welche sich jedoch nach Ende der Folientherapie wieder zurück bildet. Bei jedem Folienwechsel wird die Wunde gespült, entweder mit Beta-Lösung oder auch mit Wasser. Sauberes, fließendes Leitungswasser genügt unserer Erfahrung nach meist. Eine mechanische Reinigung ist in der Regel bei den Wechseln nicht notwendig. Nach Trocknung an der Luft erfolgt die Neuanlage der Folie. Üblich sind Intervalle von ca. 4 Tagen. Zum Schutz legen wir noch einen Mullverband an (Abb. 1a-h). Wenn keine Begleitverletzungen bestehen, welche eine Ruhigstellung des betroffenen Fingers erfordern, kann der Finger selbstverständlich bewegt/ beübt werden. Im Verlauf können die Verbandwechsel oft auch durch den Patienten selbst bzw. Angehörige erfolgen. Kontrollen des Lokalbefundes sollten jedoch in angemessenen Intervallen durch einen Arzt vorgenommen werden.
Beispiel Abb. 2a-g: Schnittverletzung D2 links bei einem 16-jährigen Patienten (2a-b). Der Patient entschied sich nach Aufklärung operativ vs. konservativ für die konservative Behandlung.
Waschfrauenähnliche Veränderung der Haut beim Folienwechsel (2c-d). Verheilter Defekt nach 8 Wochen mit guter Funktion und Sensibilität (2e-g). 2f
Verletzungen der Finger mit resultierenden Weichteildefekten unterschiedlichen Ausmaßes sind häufig. Das Ziel ist die bestmögliche Wiederherstellung der Funktion sowie der Längenerhalt. Wenn kein Primärverschluss möglich ist, muss nach Möglichkeiten der suffizienten Defektdeckung gesucht werden. Hierzu stehen unter anderem verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Neben einfacheren Operationstechniken wie die Rücknaht des Amputates als Composite graft oder einer Hauttransplantation (Spalt- oder Vollhaut), stehen auch technisch anspruchsvollere Methoden in Form von Lappenplastiken (V-Y-Lappen, Cross-Finger-Lappen etc.) zur Verfügung. Sie setzen jedoch eine gewisse operative Erfahrung voraus und sind keine Anfängeroperationen. Die konservative Behandlung von Fingerkuppendefekten mit einem Folienverband stellt nach Ansicht der Autoren eine einfache, kostengünstige und suffiziente Alternative zu diesen Methoden dar. Voraussetzung hierbei ist allerdings auch ein suffizientes Debridement/Reinigen der Wunde, bevor diese mit einer Folie gedeckt wird. Weiterhin sollte der Patient auch über die operativen Möglichkeiten, die möglicherweise längere Behandlungsdauer bei größeren Defekten sowie einen möglichen späteren Verfahrenswechsel bei Versagen der Therapie oder Komplikationen aufgeklärt werden. Es konnten in
unserem Patientengut selbst Defekte mit kleinflächig freiliegendem Knochen gedeckt werden. In unserem Patientengut (> 80 Patienten) kam es bisher zu keinem Verfahrenswechsel. Der Folienverband ist leicht anwendbar. Bis auf den oft auftretenden üblen Geruch, wird die Behandlung von den Patienten gut toleriert. Im Vergleich zu Vollhaut- oder Spalthauttransplantaten ist die Sensibilität nach Ausheilung in den meisten Fällen deutlich besser. Im Verlauf der Behandlung können die Verbände meist auch durch den Patienten selbst oder einen Angehörigen gewechselt werden. Ein Nachteil kann unter Umständen in einer längeren Behandlungszeit liegen. Literatur beim Verfasser
Korrespondenzanschrift: Dr. med. Hans-Georg Damert, Oberarzt Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie Komm. Leiterin: Dr. med. S. Altmann Otto-von-Guericke Universität Magdeburg Leipziger Str. 44 39120 Magdeburg
Der Diagnosefehler ist ein Unterfall des Behandlungsfehlers. Vielfach wird von Patienten aus der Tatsache, dass der Arzt eine Diagnose gestellt hat, die sich im weiteren Verlauf als unzutreffend erwiesen hat, auf einen Behandlungsfehler geschlossen. Der Behandlungsvertrag ist naturgemäß kein Werkvertrag, so dass nicht in jedem Fall die objektiv richtige Diagnose geschuldet wird. Nicht jede sachlich unrichtige Diagnose und nicht jeder Irrtum im Zusammenhang mit einer Diagnose kann daher dem Arzt als haftungsbegründendes Fehlverhalten angelastet werden [1]. Allerdings begründet das Nichterkennen einer erkennbaren Erkrankung einen Schuldvorwurf [2]. Allein ausschlaggebend für die Bewertung der Haftungsfrage ist, ob der Arzt eine fachgerechte Diagnostik durchgeführt hat. Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen (haftungsrechtlich folgenlosem) Diagnoseirrtum und (haftungsrechtlich relevantem) Diagnosefehler. Begründet wird dies in der Rechtsprechung damit, dass die Symptome einer Erkrankung nicht immer eindeutig sind, sondern auf verschiedene Ursachen hinweisen können. Daneben kann jeder Patient aufgrund der Unterschiedlichkeiten im menschlichen Organismus die Symptome ein und derselben Krankheit in unterschiedlicher Ausprägung aufweisen. Deshalb sind Irrtümer bei der Diagnosestellung oft nicht Folge eines vorwerfbaren Versehens des behandelnden Arztes. Unzutreffende Diagnosen, die lediglich auf eine Fehlinterpretation der Befunde zurückzuführen sind, werden von der Rechtsprechung deshalb stets nur mit Zurückhaltung als Behandlungsfehler gewertet [3].
Richtige Diagnostik - falsche Diagnose Hat der Arzt eine gründliche Anamneseerhebung durchgeführt, eine eigene klinische Befunderhebung (ggf. durch körperliche Untersuchung) vorgenommen, notwendige
Zusatzuntersuchungen durchgeführt oder veranlasst, ggf. Ärzte anderer Fachgebiete eingeschaltet, die eigenen und die Fremdbefunde sorgfältig ausgewertet, zweifelhafte Fremdbefunde überprüft, differentialdiagnostische Erwägungen angestellt, die Arbeitsdiagnose bei ausbleibender Beschwerdebesserung oder bei Auftreten von neuen Symptomen, die mit der Arbeitsdiagnose unvereinbar sind, überprüft und ist dennoch zu einer objektiv falschen Diagnose gelangt, dann handelt es sich regelmäßig um einen unverschuldeten Diagnoseirrtum, für dessen Folgen er nicht haftet.
Hausbesuch oder Ferndiagnose? Es gehört zu den Aufgaben des Arztes, sich von den Leiden des Patienten ein eigenes Bild zu machen, dabei die Angaben Dritter nicht ungeprüft zu übernehmen und wichtige Befunde selbst zu erheben. Dazu ist, wenn der Patient nicht selbst in die Sprechstunde kommen kann, ein Hausbesuch jedenfalls dann erforderlich, wenn es sich offensichtlich um eine schwerere Erkrankung handelt. Ferndiagnosen aufgrund mündlicher Berichte von Angehörigen können in den seltensten Fällen ausreichen, und viel anders ist es auch nicht, wenn der Arzt den Patienten selbst sprechen kann. Daraus folgt die Besuchspflicht des behandelnden Arztes, der er sich nur dann entziehen darf, wenn schwerwiegende Gründe, wie z.B. die Behandlung anderer Patienten, ihn daran hindern, und er für anderweitige Hilfe sorgt [4].
Arbeitsdiagnose Unterlässt der Arzt die Überprüfung einer von ihm gestellten ersten Diagnose (Arbeitsdiagnose) im weiteren Behandlungsverlauf, dann gilt dies nicht nur dann als sorgfaltswidrig, wenn die etwa begonnene Therapie keine Wirkung zeigt, sondern auch bereits dann, wenn Krankheitserscheinungen auftreten, die für die zunächst angenommene Erkrankung untypisch sind [5] oder auch für eine ganz andere Erkrankung sprechen könnten. Auszugehen ist zunächst immer von der „schlechtesten“ Diagnose [6].
1	OLG Karlsruhe VersR 1994, 860
5	BGH VersR 1985, 886
9	OLG Hamm VersR 1997, 1342
2	BGH VersR 1998, 545
6	OLG Frankfurt, Urteil vom 24.02.1991 – AHRS 2430/3
10	OLG Oldenburg VersR 1991, 1242
3	BGH VersR 1994, 860
7	BGH VersR 1993, 836
11	Laufs/ Kern, Handbuch des Arztrechts,
4	BGH VersR 1979, 376
8	OLG Oldenburg VersR 1999, 101
Verlag C. H. Beck., 4. Aufl. 2010, S. 1209
Differenzialdiagnose Können Symptome – wenn auch vielleicht mit unterschiedlichem Wahrscheinlichkeitsgrad – auf mehrere verschiedene Krankheiten hindeuten, so ist, wenn (wie in der Regel) eine vernünftige Therapie eine sichere Festlegung erfordert, durch weitere differenzial-diagnostische Maßnahmen Aufschluss über die konkret vorliegende Erkrankung zu suchen [7]. Der Vorwurf einer unzureichenden Diagnostik und Befunderhebung ist unbegründet, wenn der Arzt die dafür gebotene Einschaltung von anderen Fachärzten durch entsprechende Überweisung zeitgerecht veranlasst hat [8].
Stufendiagnostik Grundsätzlich hat sich der Umfang der Diagnostik am Krankheitsbild zu orientieren. Die Diagnostik ist stufenweise aufzubauen (Basisdiagnostik, Aufbaudiagnostik, Spezialdiagnostik). Dies gilt insbesondere bei wenig erforschten Krankheitsbildern [9]. Unbedenkliche Untersuchungsarten ohne gesundheitsschädliche Folgen sind vorrangig einzusetzen [10].
Diagnostischer Übereifer Nicht nur das Unterlassen diagnostischer Maßnahmen, sondern auch ein Zuviel davon kann einen Behandlungsfehler darstellen [11]. Nicht indizierte Behandlungsmaßnahmen sind stets rechtswidrig, denn der Patient kann nur in eine lege artis durchzuführende Behandlung wirksam einwilligen. Dies gilt besonders auch für invasive diagnostische Maßnahmen.
Diagnostisches Übernahmeverschulden Im Bereich der Diagnostik liegt Übernahmeverschulden dann vor, wenn eine erforderliche diagnostische Ausstattung und Spezialerfahrung fehlen [12].
Diagnostische Beratung Ein Diagnosefehler kann auch vorliegen, wenn unterbliebene Verhaltensanweisungen an Patient oder Personal zur verspäteten Diagnosestellung führt [13].
Keine Verträglichkeitsdiagnostik bei gebräuchlichen Medikamenten Nach einem gefäßchirurgischen Eingriff ist eine Thromboseprophylaxe unumgänglich; die Verwendung des Mittels 12	OLG Stuttgart VersR 1994, 106 13	Steffen/Pauge Arzthaftungsrecht, RWS Verlag, 10. Aufl., S. 77 14	OLG Düsseldorf VersR 1999, 1371 15	BGH VersR 1995, 1055
Heparin ist dabei üblich und nicht zu beanstanden. Eine diesbezügliche Verträglichkeitsdiagnostik gehört nicht zu dem geschuldeten medizinischen Standard einer Operationsvorbereitung [14].
Diagnostische Eingriffe Nicht jeder Diagnosevorgang bleibt für den Patienten ohne Folgen. Je stärker ein diagnostischer Eingriff die körperliche Integrität berührt und je größer die mit ihm verbundenen Risiken sind, desto mehr stellt sich neben den haftungsrechtlich ansonsten eher unmaßgeblichen Wirtschaftlichkeitsgesichtspunkten die Frage nach einer ausreichenden medizinischen Indikation. Die Bejahung der Indikation zu einer risikobehafteten invasiven diagnostischen Maßnahme setzt immer eine Güterabwägung zwischen der diagnostischen Aussagefähigkeit, den Aufklärungsbedürfnissen und den besonderen Risiken für den Patienten voraus [15].
Der Befunderhebungsfehler – ein großes Haftungsrisiko Im Gegensatz zur Fehlinterpretation erhobener Befunde stellt das Nichterheben gebotener Befunde, das Unterlassen erforderlicher Untersuchungen – die dann möglicherweise zu anderer (zutreffender) Diagnose geführt hätten – einen Behandlungsfehler dar. Ein schwerer Befunderhebungsmangel führt ohne weiteres als schwerer Behandlungsfehler zu einer Beweislastumkehr zugunsten der Patientenseite. Selbst ein einfacher Befunderhebungsmangel kann diese gravierende Beweislastverschiebung zeitigen, wenn
der Arzt gegen die Pflicht zur Erhebung und Sicherung medizinischer Befunde verstoßen hat, bei ordnungsgemäßer Befunderhebung sich mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein reaktionspflichtiges positives Ergebnis gezeigt hätte und wenn die Verkennung dieses Befundes ein fundamentaler Fehler oder die Nichtreaktion hierauf als grob fehlerhaft einzustufen wäre. Der Patient hat Anspruch darauf, dass der Arzt ein mehrdeutiges Krankheitsbild durch alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel moderner Untersuchungsmethoden abklärt. Diagnostische Versäumnisse können ebenso wie diagnostischer Übereifer zur Haftung führen. Autor: Rechtsanwalt Johann Neu Geschäftsführer Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover www.schlichtungsstelle.de
Bedarfsplanung in der vertragsärztlichen Versorgung (193. Fortschreibung)
1.	Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 07.06.2011 gemäß § 103 Abs. 1 SGB V in folgenden Planungsbereichen (identisch mit den jeweiligen Landkreisen und kreisfreien Städten per 30.06.2007) und bei folgenden Fachgruppen eine Überversorgung festgestellt und deshalb bzw. aufgrund seines Beschlusses vom 06.10.2005 Zulassungsbeschränkungen angeordnet: Planungsbereich Altmarkkreis Salzwedel Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Anhalt-Zerbst Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Aschersleben-Staßfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Bernburg Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Kinderärzte, Nervenärzte, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Bördekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Burgenlandkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Dessau, Stadt / Bitterfeld Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halberstadt Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Halle Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Jerichower Land Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Köthen Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen
Planungsbereich Magdeburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen Planungsbereich Mansfelder Land Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Merseburg-Querfurt Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Ohrekreis Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Quedlinburg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Saalkreis Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Hautärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Sangerhausen Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Schönebeck Fachgruppen: Anästhesisten, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Stendal Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Weißenfels Fachgruppen: Augenärzte, Chirurgen, Fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wernigerode Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, HNO-Ärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Nervenärzte, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen Planungsbereich Wittenberg Fachgruppen: Anästhesisten, Augenärzte, Chirurgen, Fachärztlich tätige Internisten, Frauenärzte, Hautärzte, Kinderärzte, Orthopäden, Psychotherapeuten, Radiologen, Urologen
2.	Der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in SachsenAnhalt hat am 07.06.2011 gemäß § 103 Abs. 3 SGB V in folgenden Planungsbereichen und bei folgenden Fachgruppen keine Überversorgung mehr festgestellt und deshalb die folgenden Planungsbereiche für die betreffenden Fachgruppen entsperrt: Keine. Bedarfsplanung Psychotherapeuten Auf Grund der von den übrigen Fachgruppen abweichenden Berücksichtigung der Psychotherapeuten in der Bedarfsplanung hat der Landesausschuss trotz Anordnung von Zulassungsbeschränkungen für die Fachgruppe der Psychotherapeuten am 07.06.2011 folgende Zulassungsmöglichkeiten festgestellt: Planungsbereich
Anzahl ärztliche Psychotherapeuten
Anzahl nur Kinder und Jugendliche betreuende Psychotherapeuten 1
3 Aktualisierung der ehemaligen Aufhebungsbeschlüsse Planungsbereich Bördekreis Fachgruppe: Hausärzte 1
Planungsbereich Halle (Saale) Fachgruppe: Hausärzte Der Aufhebungsbeschluss der 189. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr zwei Zulassungen erfolgen können. Planungsbereich Magdeburg Fachgruppe: Urologen
www.studienplatz-klage.de Kein Studienplatz? Wir helfen. Bundesweit. Studienplatzklageteam mit 6 Anwälten. nlose Kosteoschüre r r b o f n I ge.de unte tz-kla
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Der Aufhebungsbeschluss der 179. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr eine Zulassung erfolgen kann.
Rechtsanwälte Dr. Selbmann & Bergert Karl-Liebknecht-Straße 103 · 04275 Leipzig Tel.: 0341/225 39 00 · Fax: 0341/225 39 01 Zweigstelle Berlin Friedrichstraße 171 · 10117 Berlin Tel.: 030/92 03 83 21 90 · Fax: 030/92 03 83 21 91
Der Aufhebungsbeschluss der 189. Fortschreibung wird dahingehend geändert, dass nunmehr eine Zulassung erfolgen kann. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle des Landesausschusses der Ärzte und Krankenkassen Sachsen-Anhalt im Hause der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt, Postfach 1664, 39006 Magdeburg, Telefon (0391) 6276461, Fax: (0391) 6278459.
Briefe, die uns erreichten
Hilfe für ausländische Studierende Mitgliedschaft und Unterstützung des Vereins „Hilfe für ausländische Studierende“ (HauS) e.V. an der Martin-Luther-Universität in Halle
Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege, ich möchte mich über die Ärztekammer mit einem persönlichen Anliegen an Sie wenden. Seit nunmehr drei Jahren leite ich HauS. Der Verein unterstützt seit 1994 ausländische Studierende, die ohne eigenes Verschulden in eine finanzielle Notlage geraten. Wir helfen schnell und unbürokratisch im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten, die das Vereinsvermögen zulässt. Über Ziele, Struktur, Satzung und Mitgliedschaft können Sie sich auf der Homepage http:// www.haus.uni-halle.de informieren. Bisher haben wir über 300 Studierenden mit insgesamt ca. 250.000 Euro helfen können. Entsprechend der Größe der Fakultäten an der MLU erhalten vor allem Studierende der Medizin und Zahnmedizin Hilfszahlungen von HauS. Meist wird das Geld für Mietzahlungen, Unterhalt oder Krankenversicherungen - also für unabwendbare Ausgaben - benötigt. HauS unterstützt vor allem Studierende, bei denen sich gute Chancen auf einen erfolgreichen Studienabschluss abzeichnen. Das bedeutet, dass die von uns Unterstützten die leistungs- und studienfähigen Kommilitonen aus dem Ausland sind. Gemessen an der Zahl der hilfesuchenden ausländischen Studierenden, die kontinuierlich steigt, reicht aber das aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden verfügbare Geld nicht aus. Unsere finanzielle Lage ist prekär und wird gerade jetzt als Folge der politischen Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten immer bedenklicher. Viele der Betroffenen sind von
Geldzahlungen aus der Heimat abgeschnitten. Ihnen droht der Studienabbruch, entweder durch die fehlende Unterstützung von zu Hause oder durch die Ausländerbehörde in Halle, weil sie den für die Aufenthaltserlaubnis unerlässlichen Finanzierungsnachweis nicht mehr vorlegen können. Ich wende mich mit diesem Schreiben an Sie als ärztliche Kolleginnen und Kollegen in Sachsen-Anhalt. Ob Sie Wurzeln im Ausland haben oder nicht: Bitte helfen Sie uns. Verglichen mit deutschen Studierenden kommen die Kommilitoninnen/Kommilitonen aus dem Ausland viel häufiger in eine Notlage und brauchen unsere Hilfe. Bitte unterstützen Sie die Arbeit des Vereins durch Ihre Mitgliedschaft oder durch Spenden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 30 Euro pro Jahr. Die Beitrittserklärung können Sie von der homepage herunterladen. Ihre Spenden werden vom Finanzamt Halle als gemeinnützig anerkannt. Mit freundlichen und kollegialen Grüßen Professor Bernd Fischer Professor Dr. med. Dr. agr. Bernd Fischer Vorsitzender von HauS Professor für Anatomie und Reproduktionsbiologie Institut für Anatomie und Zellbiologie der MLU Halle-Wittenberg bernd.fischer@medizin.uni-halle.de Bankverbindung HauS: Konto-Nr. 5100201323 Hypovereinsbank Halle, BLZ: 80020086
www.akdae.de: Drug Safety Mail www.akdae.de: Neue Arzneimittel Vermissen Sie die Hinweise der Arzneimittelkommission? Wir verweisen auf unsere Internetseite www.aerzteblatt-sachsen-anhalt.de
Notarzt-Werbung im Ärzteblatt Sachsen- Anhalt 6/2011
Sehr geehrter Herr Dr. Schöning, Ihre Werbung zur Weiterbildung zur Notärztin/Notarzt im Heft 6/2011 des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt unterstütze ich vom Grundsatz her, da damit auf die kritische Situation bei der Absicherung der Notarztdienste in Sachsen-Anhalt hingewiesen wird. Mit der Aufmachung und dem Inhalt kann ich mich aber nicht identifizieren. Nun ist mir durchaus bewusst, dass die Gestaltung einer Werbeseite immer problematisch ist und nur die „positiven“ Dinge dargestellt werden. Aber inhaltlich sollte man doch versuchen die Wahrheit darzustellen. Ich bin seit vielen Jahren als Notarzt tätig, habe einige Kolleginnen und Kollegen ausgebildet und möchte auf die Realitäten hinweisen.
1.) Notarzt in Sachsen-Anhalt - spannend Das hört sich ein bisschen nach ARD - Sonntag 20:15 Uhr „Tatort“ an. Richtig, oftmals ist es ungewiss, was einen am Notfallort erwartet, da die Eingangsmeldungen ungenau sind. Aber ist das spannend? Und ist es „spannend“, wenn man dann eine 29 jährige Frau, Mutter von 6 Kindern, tot auffindet? Wohl nicht. Das ist psychisch kaum auszuhalten. Ähnlich ist es mit den Toten bei Verkehrsunfällen und Massenanfall von Verletzten, wie beispielsweise in diesem Jahr im Bördekreis bei dem Eisenbahnunglück. Ich könnte hier noch viele weitere Fälle anführen.
2.) Notarzt in Sachsen-Anhalt - gut dotiert Auch da sagen Sie leider nur die halbe Wahrheit. Sicher, wenn man als Notarzt über die „Notarztbörse“ tätig ist, wird man mehr als gut dotiert. Wenn man aber als Notarzt eines der nur noch wenigen, am Notarztdienst beteiligten Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt, im Rettungsdienst arbeitet,
dann liegt die Dotierung um 150 bis 250 % niedriger. In anderen Berufsgruppen wird für viel geringere Unterschiede in Deutschland gestreikt und der halbe Verkehr lahm gelegt. Hinzu kommt, das die Krankenhäuser auch 2011 noch mit dem gleichen Budget wie 2009 ausgehandelt, arbeiten müssen, da sich die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen weder für 2010 noch für 2011 auf ein neues Budget einigen konnten. Somit erhielten die Notärzte auch keine der ausgehandelten Lohnsteigerungen, wie in anderen Bereichen. Ich habe diese Problematik schon bei vielen Gelegenheiten angesprochen, aber ohne jeden Erfolg. Diese Dinge sollte die Ärztekammer dringend einer Klärung zuführen.
3.) Werden Sie Notärztin/Notarzt - es lohnt sich Ja !!! Ich begleite noch junge Kolleginnen und Kollegen während ihrer Weiterbildung zur Notärztin/Notarzt. Es ist die Vielseitigkeit der Krankheitsbilder, die man als Notarzt akut erlebt, die es gilt zu erkennen und auf fachlich höchster Stufe allein zu behandeln. Dadurch ist die Tätigkeit interessant und abwechslungsreich. Es sind die besonderen „Glücksgefühle“, die man als Notarzt nach der Beherrschung einer besonderen Situation oder wenn man im RTW ein Kind „zur Welt“ gebracht hat. Es sind aber auch die psychisch belastenden Einsätze, die ich versuche während dieser Begleitung aufzuzeigen. All diese Dinge sollten den künftigen Notärztinnen und Notärzten deutlich gemacht werden, bevor sie sich zu dieser Weiterbildung entschließen. Wer sich dann dafür entschlossen hat, wird auch nach vielen Jahren Notarzttätigkeit den Schritt nicht bereuen. Mit freundlichen Grüßen MR Dr. Walter Fiedler, Seehausen
Service | Für Sie gelesen
Habe unbändig viel zu tun... Johann Christian Reil
Mitteldeutsche Kulturhistorische Hefte Nr. 22, Hasenverlag Halle/Saale 2011, ISBN 978-3-939468-59-2, Broschur i. Oktavform., zahlr. sw Abb., 120 S., € 12,80
Wenn im nächsten Jahr die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ihr hergerichtetes und ansehnliches Domizil auf dem Jägerberg in Halle bezieht, hat das auch etwas mit Johann Christian Reil zu tun. Er war es, der 1792 das ehemals fürstliche Anwesen für die Loge „Zu den drei Degen“ erwarb und dort ein Gesellschaftshaus errichtete, ein Kulturhaus sozusagen. Unsere Nachkriegsgenerationen haben dessen Folgebau als Einrichtung der Universität kennen und schätzen gelernt (Tschernyschewski-Haus). J. C. Reil war übrigens selbst seit 1793 Mitglied der Leopoldina. Er ist den Hallensern und ihren Gästen zumindest als Namensgeber im Stadtplan bekannt, der ostfriesische Pastorensohn und patriotische Preuße. Er wollte immer nur Arzt werden, schon allein wegen des Ansehens dieses Berufstandes. Studium der Medizin in Göttingen und Halle, Aufbaukurs in Berlin und einige Jahre Landarzt bei den Friesen in der alten Heimat öffneten ihm den Weg dahin. Dann begann eine sehr intensive und höchst erfolgreiche Karriere als Hochschullehrer, Klinikchef, Amtsarzt, Wissenschaftler, Praxisinhaber, Badearzt, Unternehmer, Familienplaner u. v. a. mehr. Er erreichte in zehn Jahren in der Saalestadt das, wofür mancher Kollege die doppelte Zeit benötigte. Bald kamen auch aus
anderen Universitäten Angebote zu neuen Herausforderungen. Reil jedoch blieb Halle treu und stellte sich unter den Schutz des preußischen Adlers. Sicher spielten dabei auch der solide finanzielle Hintergrund, die familiäre Einbindung in das lokale Establishment und sein zunehmender Grundbesitz eine Rolle. Dazu gehörte durch Schenkung vom König auch der spitze Heinrichsberg, der heutige Zooberg. 23 Jahre blieb er an der Saale und konnte sich über sein Ansehen in Senat und Stadt, das prominente Klientel und den nicht minder illustren Freundes- und Bekanntenkreis nicht beklagen. Auch brachte er sich mit ganzem Herzen in die Sozialarbeit für die Ärmsten der Armen ein. Fast wäre es ihm sogar gelungen, Halle für dauernd zu einem bekannten Badeort zu machen. Reils Intellekt und sein Fleiß machten ihn zu einer überregional bekannten Persönlichkeit seiner Zeit, nicht zuletzt durch sein Talent für wissenschaftliche Publikationen. Man kann sagen, er entwickelte Ideen und Gedanken, die man heute als Paradigmenwechsel einordnen könnte. Dabei ist er gar nicht so sehr aus Halle weggekommen. Seine vielen, und zudem einträglichen Verpflichtungen vor Ort und ein gelinder behördlicher Druck waren Gründe dafür. Das hinderte ihn jedoch nicht, die Wissenschaftsentwicklung in der Medizin und an deren Grenzen
sehr genau zu verfolgen und sie mit den eigenen Beiträgen zu bereichern. Nicht nur medizinisch sondern auch literarisch bekannt wurden u. a. seine Rhapsodieen zum Thema des Wahnsinns bzw. der Geisteszerrüttungen. Er hatte etwas zu der seiner Meinung nach dritten Sparte der Medizin, der Psychiaterie zu sagen. Dieser von ihm geprägte Begriff hat ihn als Psychiatrie bleibend überlebt. Er verstand diese Zustände im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen als behandlungswürdige Krankheiten. Dabei bewegte er sich einerseits auf dem Boden der Spekulationen vor naturphilosophischem Hintergrund. Andererseits sorgte er als Stadtphysikus von Halle dafür, dass die erschütternde Praxis des Gefangenhaltens und Wegschließens der „Irren und Blödsinnigen“ im Zuchthaus, vielleicht sogar noch mit Zurschaustellung, aufhörte. Er war da ganz der emanzipierte, engagierte und humane Bürger dieser zukunftsorientierten Stadt. Dann aber ändert sich das politische Gefüge grundlegend durch die Eroberungskriege Napoleons. Halle wird periphere Provinzstadt im Königreich Westfalen. Die Universität wird für längere Zeit geschlossen, Studenten und Professoren wandern ab. Der gute Ruf der Hochschule ist erst einmal dahin. Der preußische Adler funktioniert dort nicht mehr. J. C. Reil nimmt nun den Ruf Wilhelm
v. Humboldts an die neu gegründete und hochrangig besetzte Berliner Universität an. Die Konditionen sind gut. Er wird wieder etwas bewegen können. Dort aber, im Umfeld einer anderen und ihm auch fremden Welt, begeht er einen strategischen Fehler. Man erwartet von ihm auf Grund seiner Kompetenz für die Psychiatrie die Entwicklung dieser jungen Wissenschaft auf ein hohes Niveau zu heben. Er aber befürchtet seine persönliche Abschiebung an den Rand der praktischen Heilkunde. Er will die ganze Medizin reformieren. Es kommt ungewollt aber folgerichtig zu Konflikten mit anderen namhaften Vertretern der Hochschulmedizin. Der anfänglich wohl gesonnene Hufeland sorgt sogar dafür, dass später Reils wissenschaft-
liches Erbe als irreführend und peinlich aus der Lehre entfernt wird. J. C. Reil stirbt 1813 als leitender Lazarettarzt nach der Völkerschlacht bei Leipzig an Typhus in Halle. Seine letzte Ruhe findet er entsprechend der zu Lebzeiten geäußerten Bitte auf einer seiner Liegenschaften in Halle, eben jenem Reil- oder Zooberg, wo man das Grabmal heute noch findet, zwischen Affen und Zebras, wie es die Autorinnen zum Schluss etwas despektierlich formulieren. Das Buch ist lesenswert und von klarer Sprache. Seine Kapitel sind kompakt gefüllt mit Ereignissen, Zitaten, Bildern und Geschichten. Es wurde von Literaturwissenschaftlerinnen geschrieben, die sich auf ein überschaubares Spektrum von profunden Quellenangaben
beziehen. Es würdigt das Lebenswerk und die Verdienste eines bemerkenswerten Arztes und Wissenschaftlers und ist mehr als nur Medizinhistorie. Es fügt dem Zeitbild des späten 18. und des frühen 19. Jahrhunderts einiges an Farbe und Kontur zu. Dem erklärten Anliegen, der nicht mehr allzu sehr bekannten historischen Person des Professor Johann Christian Reil einige Injektionen Wirklichkeit zu verabreichen, wird es voll und ganz gerecht. Man sollte sich hüten, es nur beiläufig zu lesen oder es an Hand der vielen informativen Illustrationen erblättern zu wollen. Und, wer Halle und die Hallenser nur etwas kennen gelernt hat, findet sie sicher auch in und zwischen den Zeilen wieder. F. T. A. Erle, Magdeburg
Claus und Gert Legal
Friedrich II. Preußens König Sachsens Feind Regent auf Schloss Dahlen Greifenverlag zu Rudolstadt&Berlin, 3. vollst. überarb. Aufl. 2011, geb. im Oktavformat, ISBN 978-86939-371-1, zahlr. sw Reprod., 255 S., € 24,90
Dahlen – wo liegt eigentlich dieser Ort mit seinem kleinen Schloss? Natürlich an der Dahle, einem westlichen Nebenflüsschen der Elbe im Norden Sachsens. Die Preußen und die Sachsen, das ist eine besondere Geschichte des mittleren 18. Jahrhunderts, die über die Region hinaus zwischen Wien, Berlin, Warschau und St. Petersburg internationale Wirkung zeigte. 2013 jährt sich zum 250. Mal der Friede zu Hubertusburg, erarbeitet in einem anderen Schloss, dem sachsenköniglichen
Jagdschloss in der Nähe von Dahlen. Er bedeutet das Ende des Siebenjährigen Krieges Preußens gegen Österreich auf dem Boden und sehr zum Schaden Sachsens. Schloss Dahlen ist heute der ruinierte Rest einer ehemals herrschaftlichen Vergangenheit. Deshalb macht der Titel des Buches neugierig. Die Autoren, Freunde der Historie und Brüder, schildern diesen Krieg nicht aus militärhistorischer und schon gar nicht aus preußischer Sicht. Ihr Alleinstellungsmerkmal suchen sie vor allem in der Würdigung der kriegsleidenden
Opfer und Betroffenen der Machtgelüste des Königs aus Potsdam bzw. Berlin. Sie greifen dazu auf jede Menge originales Quellenmaterial aus Archiven, Sammlungen, Kirchen- und Gemeindebüchern etc. zurück. In den roten Faden des Kriegsverlaufes über die Jahre hin setzen sie die passenden Versatzstücke in ihren barocken Formulierungen ein, machen sie zu Teilen einer Melange von neuer und alter Sprache. Ihre besondere Aufmerksamkeit richten sie auf Fundstücke, mit denen demonstriert werden kann, wie
freundliche und feindliche Armeen rücksichtslos auf Abgaben, Dienstleistungen und Rekruten bestehen, freiwillig gegeben oder mit Gewalt genommen. Manchmal wird darüber auch Buch geführt, ohne Konsequenzen allerdings. Leib und Leben sind immer in Gefahr, nicht nur in der Schlacht. Mit dieser literarischen Methode aus neuzeitlichem Erzählstil und stufenlos eingefügten zeitgenössischen Satzteilen entsteht der Eindruck von Authentizität, was jedoch auch tendenziellen Deutungen Raum lässt. Da sind die Schreiber überhaupt nicht kleinlich, sie packen zu und hinein, dem weiten Spielraum des Buchtitels entsprechend. Eine große Rolle spielt die gut organisierte und vermarktete Plünderung des königlich-sächsischen Jagdschlosses Hubertusburg 1761 durch die Preußen. Es war dies wahrscheinlich die Revanche des Eroberers Friedrich für die Plünderungen in seiner Schlössern und Depots ein Jahr zuvor durch einfallende Truppen des Feindes in Berlin und Umgebung, darunter auch sächsische Ulanen. Die Autoren machen einen ausführlichen Bericht des Hubertusburger Schlossverwalters und Zeugen Georg Samuel Götze im Dresdner Staatsarchiv über diesen Raubakt ausfindig, dessen Umstände bisher noch nicht vollständig publiziert worden waren. Auf Schloss Dahlen, ein von Friedrich
als Landhaus bezeichneter Adelssitz mit offensichtlich intakter Infrastruktur, unterzeichnet dieser 1763 die Friedensakte, die zuvor von den Gesandten Sachsens, Preußens und Österreichs in der Restwohnlichkeit des Jagdschlosses Hubertusburg ausgehandelt worden waren. Zu diesem Zweck der souveränen Unterschrift hält er sich für drei Wochen in Dahlen auf als der im Buchtitel formulierte Regent. Die Autoren halten es sich zu Gute, dass sie die dortigen Lebensbedingungen des Königs incl. Blick auf den gutshöflichen Misthaufen ans Licht der Öffentlichkeit bringen konnten. Friedrich führte seinen Krieg halt nicht vom Thron sondern vom Schlachtross und den unkommoden Unterkünften im Feindesland aus, einmal auf dem Altarpodest der Dorfkirche von Elsnig als nächtliches Lager nach der Schlacht um Torgau. Da kann man natürlich den Aufenthalt in Dahlen als Regentschaft bezeichnen. Weniger tolerabel als gelegentliche Übertreibungen sind die durchgängigen Spekulationen zur Aufrechterhaltung eines erzählten Handlungsflusses. Die Autoren vermuten, nehmen an, gehen davon aus, ja sie legen sogar Dialoge in fremde Münder. Damit verlassen sie das Terrain einer seriösen Geschichtsschreibung und begeben sich in eine Art dichterischer Prosa. Das Buch leidet auch an der in
Teilen nassforschen Sprache. Da hat der König eine Schlacht vergeigt, tauchen Otto-Normalverbraucher, Paparazzi und Stories auf und die Kreuzkirche in Dresden ist plötzlich katholisch. Hinzu kommen ein wissender Unterton aus der Nachweltperspektive und immer diese wiederholten Schilderungen von Vorgängen, die an sich erwähnenswert sind, so aber etwas unangenehm aufstoßen. Das Lesen wird dadurch nicht leichter. Der Text entwickelt sich nicht, er kriecht dahin und in alle möglichen Ecken. Auch Ausstattung und Design des Buches hätten mit mehr Sorgfalt gestaltet werden können. Das Interesse am Buch dürfte begrenzt sein. Es ist den Autoren jedoch anzurechnen, dass sie versuchen, ein Stück Zeit- und Regionalgeschichte in die heutige Vorstellungswelt zu holen, sich mit Preußen, Sachsen und ihrer gemeinsamen Vergangenheit auseinander zu setzen. Es kann doch passieren, dass man unvermittelt auf Zeitzeugen trifft, wie den königlichen Chefkoch Friedrich Emil Braatz bzw. die von ihm ein Jahr nach Kriegsende nächtlich im Schloss Sanssouci kreierten Bratkartoffeln. Ein Glossar, eine Zeittafel und eine umfangreiche Bibliographie offensichtlich benutzter Quellen schließen das Buch ab. F.T.A. Erle, Magdeburg
Medizin und Kunst 29. Jahrestagung der AGCÄ vom 7.-9. Oktober 2011 in der Diakonissenanstalt Dessau
Vom 7.-9. Oktober 2011 veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Ärzte (AGCÄ) in der Diakonissenanstalt Dessau (ADA) ihre 29. Jahrestagung zum Thema „Medizin und Kunst“. Während der ehemalige Ministerpräsident Professor Wolfgang Böhmer als Ehrenmitglied dieser Vereinigung am Freitagabend ein Referat halten wird, sind am Samstag ab 10 Uhr Ärzte als
Künstler zu sehen und zu hören, darunter Uwe Tellkamp als Chirurg und erfolgreicher Schriftsteller ab 14 Uhr mit anschließender Diskussion. Die AG Christlicher Ärzte gründete sich 1982 zunächst in evangelischen Krankenhäusern der DDR und öffnete sich mit der Wiedervereinigung für KollegenInnen beider Konfessionen aus dem stationären und Niederlassungsbereich.
Die Jubiläumsveranstaltung 2012 wird am Ort ihrer Gründung vom 5.-7. Oktober im Diakonissenkrankenhaus Dresden zum Thema Palliativmedizin stattfinden. Dr. Ulrich Plettner, ehemals Chirurg an der ADA Dessau. Informationen erteilt als Geschäftsführerin Frau Dipl.-Med. Rosemarie Dittrich per E-mail: R.Dittrich@agcae.de.
Erlebnis Unfallchirurgie: Rückblicke eines Jungpensionärs
novum pocket Verlag, 2011, Taschenbuch, 142 S., ISBN: 978-3990100844, € 9,20
Geboren zu sein im Osten Deutschlands und als „Kleinbürgerkind“ in der DDR aufzuwachsen, war neben guten schulischen Leistungen auch an ein Stillhaltevermögen gebunden sowie an die Bereitschaft, zusätzliche Lasten auf sich zu nehmen, um persönliche Ziele zu erreichen. So konnte man auch als „Andersdenkender“ begehrte Studienplätze wie z. B. für Humanmedizin bekommen, ohne sich direkt politisch anzubiedern durch Mitgliedschaft in der SED oder in einer der „Blockparteien“. Ähnliches galt dann später auch für die Wahl der gewünschten Facharztweiterbildung und der Weiterbildungsstätte. Mein Ziel war schon früh die Chirurgie, speziell der Teil von ihr, der sich mit der Behandlung von Verletzungen am gesamten menschlichen Organismus befasst, die Unfallchirurgie. Eine stürmische Entwicklung hin zum sehr viel Besseren durfte ich miterleben und zu Teilen über ca. 26 Jahre als anerkannter Spezialist mitgestalten. Es war eine schöne Zeit!
Im Septemberheft 2009 stellten wir den Lesern unserer Zeitschrift den praxisbezogenen Leitfaden „Geriatrisches Assessment und Testverfahren“ vor. Autor ist Dr. med. Henning Freund, FA für Innere Medizin und Schwerpunkt Geriatrie, Physikalische Therapie und Balneologie; Palliativmedizin. Zu diesem Buch erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:
Kohlhammer Verlag, 2009, broschiert, 199 S., ISBN: 978-3170208803, € 38,00
Der Autor widmet sein Buch einer Thematik, der gerade unter der schwierigen demografischen Konstellation unserer Gesellschaft eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Die Zielstellung seiner Ausführungen sieht der Autor darin, die Erreichung der bestmöglichen Betreuung betagter und hoch betagter geriatrischer Patienten zu erleichtern sowie die verbleibende Lebensqualität und Aufrechterhaltung der Alltagskompetenz im gewohnten Umfeld zu ermöglichen. Unter der Bezeichnung ‚Geriatrisches Assessment und Testverfahren’ werden wichtige Screening-Methoden und spezielle Testverfahren zusammengestellt, die eine differenzierte Beurteilung der Befund- und Patientensituation ermöglichen sowie für die Einschätzung von Planung, Verlauf und Erfolg aller Maßnahmen sehr hilfreich sind. Exemplarisch werden für ausgewählte geriatrische Problemfelder spezielle Behandlungsfade aufgezeigt, primär für Patienten mit einem Schlaganfall, aber auch mit vorliegender Demenz bzw. hüftgelenksnaher Fraktur. Durch angefügte Fallbeispiele wird die Aussagekraft der voran gegangenen Ausführungen noch erhöht. Eine spezielle Zusammenstellung gibt dem Leser einen klaren Überblick, welche prinzipiellen Formen der geriatrischen Behandlung zur Verfügung stehen. Beginnend mit einer stationären Krankenhausbehandlung werden dazu differenzierende Aussagen zur teilstationären Betreuung in einer Tagesklinik gemacht sowie im Sinne einer Komplexstrategie auch die Möglichkeiten von Rehabilitation (stationär, ambulant, mobil) und abschließend von ambulantem Rehabilitationssport aufgezeigt. In komprimierter Form geht der Autor auch auf rechtliche Aspekte ein und macht einige Ausführungen zur Qualitätssicherung. Sehr gelungen ist auch das abschließende Kapitel mit vielen Begrifflichkeiten und speziellen Problemkonstellationen, die das Gesamtverständnis in Abläufe und Schwerpunkte des geriatrischen Alltags hervorragend ergänzen und abrunden. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Autor ein thematisch übersichtliches, logisch gegliedertes und nutzungsfreundliches Buch herausgegeben hat, das in der Tat eine große Unterstützung für berufliche Neueinsteiger bietet, aber auch im gestandenen Berufsalter als willkommene Orientierungshilfe und zu der einen oder anderen fachlichen Auffrischung dienen kann bzw. sicher wird. I V. Stein, Magdeburg
Handzeichnungen der Spätgotik und der Renaissance Aus den Beständen der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau Die Graphische Sammlung der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau bewahrt in ihren Beständen eine vorzügliche Sammlung von deutschen und schweizerischen Handzeichnungen des 15. und 16. Jahrhunderts auf. Der nahezu 130 Blatt umfassende Bestand des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit stellt den wertvollsten Teil der Dessauer Sammlung dar; er wird seit Juli 2011 für sieben Wochen in einer lange nicht zu sehenden Gesamtschau präsentiert. Ausgestellt sind Werke berühmter Künstler, wie z.B. von Albrecht Altdorfer, Lucas Cranach d.Ä., Albrecht Dürer, Urs Graf, Hans Holbein d.Ä. und Tobias
Stimmer. Die süddeutschen Kunstlandschaften sind mit qualitativ hochrangigen Handzeichnungen vertreten. Bemerkenswert ist zudem der reiche Bestand an schweizerischen Handzeichnungen. Anlass der Ausstellung ist nicht zuletzt der Abschluss eines umfangreichen Forschungsprojektes zu den frühen Handzeichnungsbeständen – die Publikation des mehr als 300 Seiten umfassenden und zur Ausstellungseröffnung druckfrisch vorgelegten „Bestandskataloges der deutschen und schweizerischen Meister der Spätgotik und der Renaissance“.
PETER FLÖTNER | Umkreis Fries mit Putten und Medaillons mit Gerechtigkeitsszenen, um 1530/40
HANS LEU D. J. Landschaft mit Baum- und Pflanzenstudien, um 1520/25
ALBRECHT DÜRER | Kopie Maria auf der Rasenbank, um 1570/80
HANS LEU D. J. Landschaftsstudien (Verso)
URS GRAF Bildnis eines stehenden jungen Mannes (Selbstbildnis?), um 1508/10
Ausstellung: Der Naumburger Meister
Blick über den Kragen Die schönste Frau des Mittelalters erwartet Besuch Zeichentrick-Legende Walt Disney wurde durch sie zur Kreation einer seiner berühmten Figuren inspiriert. Schriftsteller Umberto Eco träumte von einem vertrauten tête-à-tête beim Abendessen mit ihr. Unangefochten gilt sie bis heute als „schönste Frau des Mittelalters“. Die Rede ist von Uta von Ballenstedt, genauer gesagt von der berühmten Darstellung der Adligen, die der Naumburger Meister Mitte des 13. Jahrhunderts schuf. Die hochattraktive Skulptur befindet sich im Westchor des Naumburger Doms. Sie ist eine der zwölf Stifterfiguren einer frühen Kapelle, um die der neue Dom im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Die echte Uta, Ehefrau des Markgrafen Ekkehard II. von Meißen, war schon seit zweihundert Jahren verstorben, als ihr der größte Bildhauer seiner Zeit ein Denkmal setzte, das Uta überzeitlichen Nachruhm bescherte. Die Reize der mittelalterlichen Adligen wirken nicht auf den ersten Blick, aber beim genaueren Hinsehen entfaltet Uta ihren Zauber, dem man sich kaum noch entziehen kann. Fernab von platter Effekthascherei hat der Meister dem Stein Anmut und Lebendigkeit eingehaucht, und das Bildnis einer Frau geschaffen, das in der Vielschichtigkeit die Phantasie beflügelt. Uta ist keusch, verhüllt bis auf Gesicht und Hand. Sie hat den Kragen ihres Mantels hochgezogen. Er verdeckt ihr halbes Gesicht und vermittelt scheinbar den Eindruck einer schutzsuchenden, hilfsbedürftigen Frau. Doch ihre Handlung sagt etwas anderes aus: Hier zeigt sich die Markgräfin als stolze, souveräne und selbstbewusste Frau. Ihr Blick über den Kragen wirkt entschlossen und zielstrebig. Es ist die Doppelbotschaft Utas, die die geheime Sehnsucht weckt, diese Frau und ihr Gefühlsleben näher kennen lernen zu wollen. Ausstellungszeitraum: 29.06. bis 2.11.2011 in der Landesausstellung Sachsen-Anhalt in Naumburg Öffnungszeiten Sa - Do 10 – 19 Uhr Fr 10 – 22 Uhr www.naumburgermeister.eu © 2011 by CAB Artis
Laudatio Frau Dr. Gerlinde Otto zum 80. Geburtstag
Die Jubilarin, Nestorin der Kindernephrologie in Ostdeutschland, die am 12.8.2011 ihren 80. Geburtstag begeht, gehört zur Gruppe jener Arztpersönlichkeiten, die nie im Rampenlicht der Öffentlichkeit standen, die in der Tiefe und Breite der Kinder- und Jugendmedizin jedoch eine erfolgreiche Tätigkeit entfaltet hat.
Universitäts-Kinderklinik in Halle (Saale), wo sie bis 1969 tätig war. Nach ihrer Heirat zog sie nach Dessau und arbeitete dort als Leiterin einer Kinderambulanz. Von 1978-1991 widmete sie sich wieder der Hochschulmedizin, die Leitung der Kinderambulanz an der Urologischen Klinik der Medizinischen Akademie in Magdeburg lag in ihren Händen.
Frau Otto verlebte ihre Jugend in Grimma und hat dort 1949 das Abitur abgelegt an einer EOS, die vormals eine der sächsischen Fürstenschulen gewesen war. Sie wollte Medizin studieren, wurde von der Zulassungskommission der damals sozialistischen Universität in Leipzig trotz ausgezeichneter Leistungen aber abgelehnt. Sie hatte die „falsche“ soziale Herkunft, ihr früh verstorbener Vater war promovierter Lehrer („Intelligenz“). Für Frau Otto begann ein Lebensabschnitt, den man heute eine sechsjährige Warteschleife nennen würde und den sie auf eine für sie typische Weise ausfüllte: Haushaltslehre in einem Kinderheim, Stenografie und Maschineschreiben, Sprechstundenhilfe bei einem Landarzt in Colditz/Sachsen, Laborgehilfin an einer Universitätsklinik und schließlich die Fachschulausbildung zur medizinisch-technischen Laborassistentin an der Universität Leipzig. Nach dieser „Bewährung in der Praxis“ konnte sie in Leipzig von 1955-1961 schließlich Medizin studieren und schloss mit einem ausgezeichneten Staatsexamen und der Promotion über die klinische Bedeutung von Kryoglobulin ab.
Ihre ersten wissenschaftlichen Arbeiten verfasste Frau Otto schon in Meißen, sie publizierte bis zum Ende ihrer Berufstätigkeit, hielt ein Vielfaches an Vorträgen und mag, bescheiden wie sie ist, heute nicht über die Zahl ihrer Fachbeiträge sprechen. Vor fünfzig Jahren, in der Mitte der 60er Jahre, als es die medizinische Disziplin der Kindernephrologie noch nicht gab, begann sie an der Universitäts-Kinderklinik in Halle (Saale) mit der spezialisierten Betreuung nierenkranker Kinder. Das Thema lag damals „in der Luft“ der klinischen Pädiatrie und Forschung, doch die Anfänge waren mühsam. Mit der ihr eigenen Zielstrebigkeit sammelte Frau Otto zunächst die überall verstreuten Patienten und gründete eine der ersten „Nierensprechstunden“ für Kinder, wenn Fehlbildungen der Harnorgane vorlagen, in Zusammenarbeit mit Kinderchirurgen. Sie modernisierte die veraltete Diagnostik und Therapie, organisierte eine qualifizierte Nachsorge, verbunden mit regelmäßiger Fortbildung für kindernephrologisch interessierte Ärzte. Daraus entstand ein beachtliches Lebenswerk auf dem Gebiet der Kindernephrologie. Frau Otto bearbeitete wissenschaftliche Themen der Harnwegsinfektion, des kindlichen Harnsteinleidens, der röntgenologischen und urodynamischen Diagnostik der Nieren und Harnwege, der Myelodysplasie und schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der psychosozialen Rehabilitation chronisch nierenkranker Kinder. Im Jahr 1969 initiierte sie im Bezirk Halle das erste Ferienlager für nierenkranke Kinder, das nationale und internationale Beachtung fand. Nach kurzer Zeit gab es diese speziellen ärztlich betreuten Ferienlager in allen Bezirken der DDR. Sie haben in ihrer ursprünglichen Form nach der Wiedervereinigung ihre Bedeutung verloren, leben aber als Ferien-Dialyse für Kinder in vielen Ländern Europas fort.
In den Leipziger Jahren hatte das Ministerium für Staatssicherheit versucht, die in der Evangelischen Studentengemeinde engagierte Studentin anzuwerben, was sie strikt ablehnte. Es wurde ihr daraufhin bedeutet, dass sie nach dem Examen berufliche Beschränkungen zu erwarten habe. Frau Otto schloss daraus, dass die von ihr beabsichtigte Bewerbung an der Universitäts-Kinderklinik Leipzig wenig aussichtsreich sein würde und ging wieder „in die Provinz“, auf einen für das Leben in der DDR typischen Umweg von Hochschulabsolventen, die sich politisch nicht gleichschalten ließen. Sie begann ihre kinderärztliche Ausbildung in Meißen (1961-1964) und beendete sie 1967 an der
Frau Dr. Otto gehörte am 31.1.1970 zu den Initiatoren und Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Kindernephrologie in der Gesellschaft für Pädiatrie, die aus einer kleinen Gruppe autodidaktisch aktiver und kindernephrologisch interessierter Kollegen in Egsdorf bei Berlin entstand. Sie war an der Erarbeitung der ersten Arbeitsordnung beteiligt und wurde bei der 2. Tagung der AG am 10.10. 1970 in Storkau von den 49 Mitgliedern in den dreiköpfigen Vorstand gewählt. Nur der schon damals vorhandene und in den folgenden Jahren aus politischen Gründen unvermeidliche Proporz verhinderte die Übernahme des Vorsitzes. Fortan hat Frau Otto mit großem Arbeitseinsatz und Vehemenz trotz der politisch vorgegebenen Limitierung maßgeblich am Aufbau der postgradualen Fortbildung zur Subspezialisierung Kindernephrologie und des Systems der im staatlichen Gesundheitswesen der DDR verankerten „Abgestuften kindernephrologischen Betreuung“ mitgewirkt. Sie hat über fast 20 Jahre das Gesicht der AG Kindernephrologie mit bestimmt. Sie sorgte für die Ausgewogenheit von praxisorientierten und wissenschaftlich-theoretischen Aktivitäten, gesellschaftlich durchsetzbaren und zukunftsorientierten Entscheidungen und verband die universitären mit den nicht­universitären Arbeitsgruppen. Mit ihrem unverwechselbaren und hoch zu achtenden Verhaltenskodex hat sie nachweislich manchem bedrückten Mitglied Mut gemacht und ihm in der AG gleichsam ein zweites beruflich-menschliches Zuhause vermittelt. So war es ihr zu Recht vorbehalten, nach der friedlichen Revolution 1989 in einem kritisch-historischen Rückblick das Wirken der AG zu dokumentieren und zu bewerten (Monatsschr Kinderheilkd (1994) 142 Suppl 2: S45-S56). Sie hat am Ende dieser Publikation den Wunsch geäußert, dass man nach 10-15 Jahren eine Neubewertung ihrer Aussagen vornehmen möge. Dem ist mit der Arbeit „Anfang und Entwicklung der Kindernephrologie in der DDR - Möglichkeiten und Grenzen“ entsprochen worden (Nieren- u. Hochdruckkrankh. (2009) 38, 561-565). Frau Otto erhielt 1979 die Ehrenplakette der Gesellschaft für Klinische Medizin und war Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Nephrologie der DDR. Dort schied sie nach eigenem Willen aus, weil sie sich nicht als „Alibi-Frau“ benutzen lassen wollte. Wo andere sich dem politischen Druck des Staates beugten, blieb diese starke Frau aufrecht. Als es z. B. um einen wissenschaftlichen Kontakt mit dem „nichtsozialistischen Ausland“ ging, der damals meldepflichtig war, bekam sie erhebliche Probleme wegen ihrer Haltung, Mainz nicht als „ausländische Stadt“ ansehen zu können. Obwohl wissenschaftlich hoch anerkannt, wurde Frau Otto niemals „Reisekader“. Das hat sie allerdings nicht gehindert, gute wissenschaftliche und - soweit es ging persönliche Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen im Osten wie im Westen zu pflegen. Nach der Wiedervereinigung wurde Sie für ihre großen Leistungen vom Berufsverband der
Kinderärzte in Deutschland mit dem August-Steffen-Preis ausgezeichnet. Es ist hervorzuheben, dass sich in Frau Otto fachliche Kompetenz, menschliches Mitfühlen und soziales Verantwortungsgefühl in einer seltenen Weise vereinen. Das ist auch der Grund für die hohe Anerkennung, die sie bei Kindern und Eltern, ebenso wie bei Kollegen und auch Offiziellen in der DDR gefunden hat. Wer mit ihr gearbeitet hat, wurde durch ihren hohen Anspruch angetrieben und sie sorgte mit ihrer schöpferischen Unruhe immer wieder für Entwicklungen. Wir schätzten oder fürchteten ihre scharfe Kritik, die aber immer offen, ehrlich und gut fundiert war. Wer gründliches, systematisches und pflichtbewusstes Arbeiten lernen wollte, hatte in ihr stets ein kaum erreichbares Vorbild. Nach jeder Tagung oder Besprechung zückte Frau Otto in der Bahn ihre berühmten grünen Schulhefte. In denen war alles notiert und es begann das „Nacharbeiten“. Höchst bemerkenswert ist Frau Ottos Bescheidenheit, ihr persönliches Zurücktreten hinter der Leistung. Schließlich zieht sich durch ihr Wirken wie ein roter Faden das Bemühen um interdisziplinäre Zusammenarbeit. Das Kooperieren und das Zusammenführen benachbarter medizinischer Disziplinen lag ihr immer besonders am Herzen. Als sie mit 60 Jahren Rentnerin wurde, was vor zwanzig Jahren die Regel war, blieb sie sich treu. Nach ihrem Motto: „Ich schaue, was nötig ist, was unter den gegebenen Umständen möglich ist und was ich kann“ wurde sie nach ihrem endgültigen Abschied aus der Kinderheilkunde auf anderen sozialen Feldern tätig. Zunächst sammelte sie für im Jugoslawienkrieg vergewaltigte Frauen Geld und begann mit der Ausbildung und dem Aufbau der Telefonseelsorge bei der evangelischen Landeskirche Anhalt in ihrer Heimatstadt Dessau. Nach mehreren Jahren wandte sie sich einem nächs­ten brennenden Problem zu, der Hospizarbeit. Sie war am Aufbau und der Ausbildung des ambulanten und stationären Hospizes über fünf Jahre maßgeblich beteiligt und wurde für ihr Ehrenamt vom Land Sachsen Anhalt geehrt. Als ihr schließlich die Last der Jahre Grenzen zu setzen begann, hat sie die Palliativmedizin gefördert, Seminare für Seniorenbegleiter abgehalten und Beratungen zur Patientenverfügung durchgeführt. Letzteres beschäftigt sie noch heute und man kann sie außerdem in St. Johannis als Kirchenführerin beim Erklären der Cranach-Werke treffen. Die unendlich vielen Kinder, Eltern, Kolleginnen und Kollegen, die Unbekannten, die durch Frau Dr. Otto beraten worden sind und auch wir, danken ihr und gratulieren herzlich zu ihrem 80. Geburtstag. Wir wünschen eine gute Zeit und Kraft für ihren Dienst am Nächsten. Dr. E. Fukala, Halle (Saale) Prof. Dr. H. J. Stolpe, Rostock
Wir gratulieren zum 60. Geburtstag 01.08.	02.08.	04.08.	07.08.	11.08.	12.08.	14.08.	16.08.	20.08.	21.08.	22.08.	24. 08.	26.08.	27.08.
Dr. med. Peter Böttcher Finkenlust 1 b 06449 Aschersleben	Dr. med. Lieselotte Pokrant	Zum Rittergut 16	06628 Naumburg (Saale)	Dipl.-Med. Wolfgang Salzmann	Gartenstraße 13	39524 Klietz	Dipl.-Med. Wolfgang Parys	Wupperweg 14	06217 Merseburg	Dr. med. Tamara Reiß Finkenschlag 2	06198 Salzatal	Dipl.-Med. Dagmar Pankotsch	Triftweg 23	06766 Wolfen	Dipl.-Med. Eva-Maria Dzierzanowski	Rennbahnring 1	06124 Halle (Saale)	Dipl.-Med. Sabine Lehmann	Buchenring 22	06198 Salzatal	Dr. med. Helmut Beder	Heinrich-Heine-Straße 4	06618 Naumburg (Saale)	Dr. med. Beate Grübler	Puschkinpromenade 6	39261 Zerbst	Dr. med. Gabriele Strauchmann	Bitterfelder Straße 48	06844 Dessau-Roßlau	Dipl.-Med. Roland Kniewel	Lehmhohle 4	06242 Braunsbedra	Dr. med. Barbara Maertens	Hinterm Fleck 4	06507 Güntersberge	Dr. med. Konrad Boegelein	Günztalstraße 8	87784 Westerheim
27.08.	29.08.	31.08.
Dr. med. Manfred Genske	Parkstraße 1	06526 Sangerhausen	Dr. med. Lorlies Bernstein	Olvenstedter Scheid 11 a	39130 Magdeburg	Dipl.-Med. Beate Hempel	Geschwister-Scholl-Straße 16 06118 Halle (Saale)
zum 65. Geburtstag 01.08.	04.08.	13.08.	24.08.	27. 08.	28.08.	28.08.
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zum 70. Geburtstag 02.08.	03.08.
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04.08.	06.08.	07.08.	09.08.	10.08.	10.08.	10.08.	13.08.	14.08.	16.08.	16.08.	17.08.	17.08.	18.08.	19.08.	19.08.	19.08.	20.08.	21.08.
SR Dr. med. Gerda Mann	Neustädter Straße 24 a	39539 Havelberg	Dr. med. habil. Inge Peschlow	Hagedornstraße 36	39118 Magdeburg	Dr. med. Henning Richter-Mendau	Arnimer Damm 7	39576 Stendal	Dr. med. Heidemarie Luther	Bahnhofstraße 55	39638 Gardelegen	Dr. med. Heide Dille-Diestelkamp	Halberstädter Straße 41	38829 Harsleben	Dr. med. Friedrich-Wilhelm Onnasch	Rosenweg 16	39120 Magdeburg	Dr. med. Joachim Rost	Annenkirchplatz 12 a	06295 Lutherstadt Eisleben	Helga Asmußen	Bodestraße 14	39418 Staßfurt	Dr. med. Renate Wolansky	Luisenstraße 26	06618 Naumburg (Saale)	Dr. med. Hans-Joachim Manhart	Goldregenweg 20	06112 Halle (Saale)	Dr. med. Helga Lutz	Am Park 15	06193 Götschetal	Dr. med. Klaus-Peter Luther	Bahnhofstraße 55	39638 Gardelegen	Dipl.-Med. Jürgen Gennermann	Cotheniusstraße 2 a	39539 Havelberg	Gerhard Boecker	Windmühlenstraße 34	06886 Lutherstadt Wittenberg	Prof. Dr. med. habil. Ulrich Schneyer	Bodestraße 1	06122 Halle (Saale)	Dr. med. Günter Nehring	Röntgenstraße 5	38855 Wernigerode	Dr. med. Eberhard Schmitt	Drosselweg 14	06449 Aschersleben	Dr. med. Dieter Wittge Dorfstraße 13 a	06862 Krakau	Dr. med. Christiane Parthier	Am Birkenwäldchen 12 06120 Halle (Saale)
21.08.	22.08.	23.08.	24.08.	25.08.	26.08.	26.08.	27.08.	29.08.	30.08.	31.08.	31.08.
Dr. med. Uwe Brämer	Schmeilstraße 15 39110 Magdeburg	Doz. Dr. med. habil. Theodor Wichmann Gartenstadtstraße 38	06126 Halle (Saale)	Dr. med. Günter Range	Kurpromenade 22	06905 Bad Schmiedeberg	Dr. med. Ursula Kleemann Theerhütter Straße 32	39638 Letzlingen	Dr. med. Christine Pöhlmann	Schillerstraße 53	06246 Bad Lauchstädt	Dr. med. Heidemarie Franke	Bleckenburgstraße 7	39104 Magdeburg	Dr. med. Dietram Klopstock	Oberer Kahlenberg 20 38875 Elbingerode (Harz)	Dr. med. Dieter Hugk	Mittelstraße 2	39114 Magdeburg	Sylvia Röder	Feldstraße 16	06198 Salzatal	Dr. med. Hannelore Schreier	Gustav-Ricker-Straße 16	39120 Magdeburg	Dr. med. Eckhard Fehlberg Sandtrift 23 39307 Roßdorf	Dr. med. Ursula Hüber Diesdorfer Straße 10	06847 Dessau-Roßlau
zum 75. Geburtstag 05.08.	08.08.	09.08.	13.08.	13.08.	16.08.
Dr. med. Anna-Elisabeth Bräutigam Vor dem Nienburger Tor 36	06406 Bernburg (Saale)	SR Dr. med. Johanna Maxdorf	Clara-Zetkin-Straße 28	06766 Wolfen	Dr. med. Beate Reich	Grindbucht 3 39576 Stendal	Dr. med. Uta Rumpff	Vogelherd 12	06110 Halle (Saale)	Dr. med. Ruth Wittig	Burgweg 3	39179 Barleben	SR Dr. med. Joachim Symanowski	Am Birkenhain 4 a	39619 Arendsee (Altmark)
17.08.	19.08.	31.08.	31.08.
Prof. Dr. med. habil. Ingrid Brähne	Am Bruchsee 1	06122 Halle (Saale)	Dr. med. Renate Krebs Hasensprung 2	06886 Apollensdorf	Charlotte Jahn	Mittelstraße 7 39326 Hermsdorf	SR Ingeborg Mädler	Walbecker Straße 47 06333 Hettstedt
Prof. Dr. med. habil. Karel Muska	Bremer Straße 18	39124 Magdeburg	SR Dr. med. Ingeborg Moser	An der F2 Nr. 3	06901 Kemberg
zum 85. Geburtstag 04.08.
Dr. med. habil. Reinhard Schroth	Friedenstraße 22 06888 Mühlanger
04.08.	12.08.	17.08.	26.08.
Dr. med. Artur Kögler	Bahnhofstraße 3	39326 Rogätz	MR Dr. med. Gerlinde Otto Hausmannstraße 7	06844 Dessau-Roßlau	SR Wilma Stephan	Regierungsstraße 17	39104 Magdeburg	SR Dr. med. Ruth-Ellen Herrmann	Wittenberger Straße 81	06895 Zahna
zum 81. Geburtstag 17.08.	25.08.
SR Dr. med. Irmentraud Dressler	Pfaffendorfer Str. 14	06847 Dessau-Roßlau	Prof. Dr. med. habil. Hans Timmel	Landrain 40 06118 Halle (Saale)
zum 82. Geburtstag 05.08.	05.08.
06.08.	26.08.
SR Dr. med. Emil Eisenstein	Quellstraße 20	06268 Querfurt	Franz Wehr Friedensallee 37 06406 Bernburg (Saale)
Dr. med. Ruth Clausnitzer	Kinzigweg 14	06217 Merseburg
zum 90. Geburtstag 06.08.
Prof. Dr. sc. med. Günter Verron Burgstraße 45 06114 Halle (Saale)
zum 94. Geburtstag 28.08.
MR Dr. med. Joseph Müller	Neudorfer Weg 4	06493 Harzgerode
Wir wünschen Ihnen Gesundheit und viel Freude auf Ihrem weiteren Lebensweg. Ihre Ärzteblatt-Redaktion Sollten Sie mit der Veröffentlichung Ihres Geburtstages nicht einverstanden sein, so bitten wir Sie, dies rechtzeitig der Ärztekammer bekanntzugeben.
Wir suchen ständig Ärzte aller Fachgebiete, als Honorarärzte, zu besten Konditionen!
Anzeigenschluss für das Oktoberheft
ist der 01.09.2011
Die Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH ist ein modern ausgestattetes Klinikum der Schwerpunktversorgung und akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit 651 Betten in den Fachabteilungen Innere Medizin (mit den Schwerpunkten Kardiologie, Onkologie/Hämatologie, Palliativmedizin, Gastroenterologie, Pulmologie, Geriatrie und Diabetologie), Orthopädie und Unfallchirurgie, Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Urologie, Notfall- und Intensivmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Anästhesie, einer leistungsfähigen radiologischen Abteilung, einer Pathologie, einer Physiotherapie, eigener Apotheke und Labor sowie einem kooperativen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe. Für die Medizinische Klinik III in Querfurt suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/-n
Assistenzärztin/Assistenzarzt Die Medizinische Klinik III in Querfurt verfügt über 85 Betten. Diese verteilen sich auf zwei große Stationen sowie eine modern ausgestattete Intensivstation. Als Akutkrankenhaus sichert diese Klinik die Versorgung aller internistischen Notfälle und Krankheitsbilder aus dem gesamten Spektrum der Inneren Medizin. Als Klinik der überregionalen Versorgung sind ein Geriatrisches Zentrum mit Tagesklinik sowie der Schwerpunkt Pneumologie etabliert. Es stehen moderne Verfahren in der bildgebenden und endoskopischen Diagnostik einschließlich Thorakoskopie und bronchologischer Interventionen zur Verfügung. Für die Medizinische Klinik III in Querfurt liegen die Ausbildungsermächtigungen für Pneumologie, Geriatrie und allgemeine Innere Medizin einschließlich 6 Monate Intensivmedizin vor. Die Möglichkeiten zur Teilnahme am Strahlenschutzkurs und anderen Fortbildungen sind gegeben. Wir suchen eine engagierte Mitarbeiterin/einen engagierten Mitarbeiter zur Ergänzung unseres hoch motivierten Ärzteteams. Neben einer guten Arbeitsatmosphäre bieten wir externe und interne Weiterbildungen an. Die Möglichkeit zur Teilnahme am Fachkundenachweis im Rettungsdienst sowie am Strahlenschutzkurs ist durch das Klinikum gegeben. Die Vergütung erfolgt nach TV-Ärzte/VKA mit den üblichen sozialen Leistungen des öffentlichen Dienstes. Für fachliche Rückfragen wenden Sie sich bitte an den Chefarzt der Medizinischen Klinik III, Herrn Dr. med. Toralf Herling, Telefon 034771/27-201, E-Mail: t.herling@klinikum-saalekreis.de. Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte bis drei Wochen nach Erscheinen der Anzeige an die: Carl-von-Basedow-Klinikum Saalekreis GmbH Geschäftsführer Herrn Lothar Peruth Weiße Mauer 52, 06217 Merseburg Tel. 03461/27-1000 Im Internet finden Sie uns unter www.klinikum-saalekreis.de
Impressum HARZ-KLINIKUM WERNIGERODE-BLANKENBURG GMBH Krankenhaus der Schwerpunktversorgung Akademisches Lehrkrankenhaus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Ärzteblatt Sachsen-Anhalt Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt Herausgeber:
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Unser Angebot: – Flexible und planbare Arbeitszeiten – Möglichkeit der Teilzeittätigkeit – Keine Wochenend-/Nachtdienste – Große Gestaltungsfreiräume – Zeit für die Beratung in der Präventivmedizin – Leistungsbezogene Vergütung – Finanzierte Weiterbildungsmaßnahmen – Betriebliche Altersvorsorge – Innerbetriebliches Gesundheitsmanagement – Car-Rent-Sharing-Modell – Attraktive Karrierechance
Ihre Aufgaben: – Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen – Betriebsbegehungen und Beratung zu vielfältigen arbeitsmedizinischen Themen – Arbeitsmedizinische Begutachtung – Gestaltung und Durchführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements – Schulungen zu verschiedenen Themen der Prävention – Reisemedizinische Beratung – Arbeiten in einem interdisziplinären Team
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Die B·A·D GmbH betreut mit mehr als 2.500 Experten europaweit 200.000 Betriebe mit 4 Millionen Beschäftigten in den verschiedenen Bereichen der Gesundheitsvorsorge und der Arbeitssicherheit. Allein in Deutschland betreiben wir 190 Gesundheitszentren. Damit gehören wir mit unseren Tochtergesellschaften zu den größten europäischen Anbietern von Präventionsdienstleistungen. Unsere Mitarbeiter sind dabei unser wertvollstes Kapital, denn ohne sie wären wir nicht so erfolgreich! Gehören Sie bald auch zu uns?
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Ärzteblatt Sachsen-Anhalt August 2011
Offizielles Mitteilungsblatt der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Ausgabe 8/2011

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