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Timestamp: 2019-04-22 13:17:23+00:00

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BGH, 25.11.1987 - IVa ZR 160/86 - dejure.org
Tötung des Vaters
§ 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB, Anwendbarkeit von § 827 BGB, rauschbedingte Zurechnungsunfähigkeit trotz planmäßigen Handelns, Beweislast, § 2336 Abs. 3 BGB, zivilrechtliche Unanwendbarkeit des Grundsatzes 'in dubio pro reo', Art. 6 Abs. 2 MRK
Erbunwürdigkeit - Erblasser - Vorsätzliche Tötung - Beweislast - Unzurechnungsfähigkeit
Zur Beweislast für die Zurechnungsfähigkeit dessen, der den Erblasser getötet hat
BGB § 2339 Nr. 1, § 827
BGHZ 102, 227
NJW 1988, 822
NJW-RR 1988, 642 (Ls.)
MDR 1988, 297
FamRZ 1988, 282
VersR 1988, 252
Dass dies aufgrund einer durch Alkohol- und Cannabiskonsum hervorgerufenen Unzurechnungsfähigkeit des Beklagten anders gewesen sein soll, hätte der Beklagte darlegen und beweisen müssen (vgl. BGH, Urteil vom 25.11.1987 - IVa ZR 160/86 Rn. 9;… Palandt- Sprau , Bürgerliches Gesetzbuch, 74. Aufl., 2015, § 827 BGB, Rn. 3).
Bei der hier zivilprozessual zu klärenden Frage einer schuldrechtlichen Haftung gilt dieser Grundsatz aber nicht (vgl. auch BGH, Urteil vom 25.11.1987 - IVa ZR 160/86).
Nach Auffassung des Senats ist die Erbunwürdigkeit gemäß § 2339 Abs. 1 Nr. 1 BGB eine spezifisch erbrechtliche Sanktion auf schwerstes vorsätzlich begangenes Handlungsunrecht, das es als unerträglich erscheinen ließe, wenn der Nachlass des Opfers auf den Täter überginge (Urteil vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 231).
Darlegungs- und beweispflichtig für die Schuldunfähigkeit im Rahmen von § 2339 Abs. 1 BGB ist in entsprechender Anwendung von § 827 BGB derjenige, der sich auf seine Unzurechnungsfähigkeit beruft (Senatsurteil vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 230 f.).
Der Beklagte zu 1, der nach allgemeinen Grundsätzen für eine krankheitsbedingt ausgeschlossene oder eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit beweisbelastet ist (vgl. BGH, Urteile vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 230, und vom 1. Juli 1986 - VI ZR 294/85, BGHZ 98, 135, 139;… Palandt/Sprau, BGB, 73. Aufl., § 827 Rn. 3), hat den angeforderten Auslagenvorschuss für das Gutachten trotz Fristsetzung nicht eingezahlt (§ 356 i.V.m. §§ 379, 402 ZPO;… vgl. Zöller/Greger, ZPO, 30. Aufl., § 356 Rn. 2).
Zwar obliegt es nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der der Senat folgt, dem Pflichtteilsberechtigten (vorliegend: dem Kläger) in entsprechender Anwendung des § 827 BGB, darzulegen und zu beweisen, dass er im Zeitpunkt einer von den §§ 2333 Nr. 1 ff. BGB erfassten Tathandlung zurechnungsunfähig und damit schuldunfähig war (vgl. insbesondere BGH ZEV 1998, 142: "nicht geringe Anforderungen an den vom Pflichtteilsberechtigten zu erbringenden Beweis seiner Schuldunfähigkeit"; diese Frage offen lassend noch BGHZ 102, 227;… siehe aus der Literatur auch Bamberger/Roth, Beckscher Online-Kommentar, Stand 01.08.2007, § 2336 Rdn. 10;… Staudinger/Olshausen, BGB, Neubearbeitung 2006, § 2336 Rdn. 18).
Angesichts des eindeutigen Gutachtens im vorliegenden Verfahren sowie der gutachterlichen Stellungnahmen im Strafverfahren und den weiteren Verfahren hat der Senat keinen Zweifel, dass der Kläger seine Schuldunfähigkeit in vollem Umfang bewiesen hat, wobei nicht verkannt wird, dass an diesen Beweis keine geringen Anforderungen zu stellen sind (BGH NJW 1988, 822, 823; BGH IV ZR 31/97, S. 36R).
BGH, 21.08.2014 - 3 StR 341/14
Unzureichende Darlegung der Gründe für ein Abweichen vom …
Diese Beweislastregel (vgl. BGH, Urteil vom 25. November 1987 - IVa ZR 160/86, BGHZ 102, 227, 230) gilt auch im Adhäsionsverfahren.
OLG Düsseldorf, 10.12.1999 - 7 U 114/99
Soweit der Beklagte behauptet, aufgrund Konsums von Alkohol und Drogen habe bei ihm zum Zeitpunkt der Tatbegehung absolute Schuldunfähigkeit vorgelegen, hat er den ihm insoweit obliegenden Beweis (BGH NJW 1988, 822, 823) in Anbetracht der im Strafverfahren eingeholten Sachverständigengutachten der Ärztin für Neurologie und Psychiatrie Dr. und der Dipl.-Psychologin nicht geführt.
Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Beklagte im Zivilverfahren den Beweis zu führen hat, daß bei ihm infolge des Konsums von Alkohol und Drogen im Zeitpunkt der Tatbegehung absolute Schuldunfähigkeit vorgelegen hat (BGH NJW 1988, 822, 823).
Wer sich darauf beruft, hat zu beweisen, sich zur Tatzeit in einem solchen Zustand befunden zu haben (BGH NJW 1988, 822, 823;… Wagner, § 827 Rdn. 6, 14;… Staudinger/Jürgen Oechsler, § 827 Rdn. 19;… Spindler, in: BeckOK-BGB, Stand: 1.11.2013, § 827 Rdn. 3 m.w.N.;… Reichold, in: jurisPK-BGB, 7. Aufl., § 827 Rdn. 9).
LG Düsseldorf, 11.07.2003 - 13 O 342/00
Erbunwürdigkeit - Doppelmord an den Eltern

References: § 2339
 § 827
 § 2336
in dubio
 Art. 6
 § 2339
 § 827
 § 827
 § 2339
 § 2339
 § 827
 § 827
 § 356
 § 827
 BGH 
 § 2336
 § 2336
 BGH 
 § 827
 § 827
 § 827
 § 827