Source: http://forum-sozialhilfe.de/phpBB3/viewtopic.php?f=25&t=27264&view=unread
Timestamp: 2019-12-11 00:41:01+00:00

Document:
Mindesteinkommen Wohngeld - www.forum-sozialhilfe.de
Mindesteinkommen Wohngeld
Ungelesener Beitragvon BertaB » 23.12.2017, 10:40
ich habe schon das Forum durchsucht, finde aber keine Antwort.
Ich bekomme seit neuestem befristete Erwerbsminderungsrente. Diese reicht nicht zum Leben aus. Demnach müsste ich Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII Kapitel 3 beantragen. Das möchte ich auf keinen Fall. Also frage ich mich, ob mein Einkommen für Wohngeld reicht. Und wenn nein, wie viel es zu wenig ist.
Rente (netto nach Abzug und Kranken-und Pflegeversicherung) 566 €
GEZ zahle ich nicht, da ich in einer WG mit einer Mitbewohnerin lebe und diese GEZ bezahlt
Kaltmiete 325
Nebenkosten 55
Heizkosten 90
Hintergrund ist, dass meine Tochter bei Antrag HLU grade so über dem Selbstbehalt ist. Sie ist dabei ein Leben mit ihrer Familie aufzubauen und ich mcöhte auf keinen Fall, dass sie für mich zahlen muss. Ggf. könnte sie einen kleinen Unterhalt an mich zahlen, damit es für das Mindesteinkommen Wohngeld reicht.
Re: Mindesteinkommen Wohngeld
Ungelesener Beitragvon Heinrich » 23.12.2017, 11:09
Hallo BertaB,
um Wohlgeld beantragen zu können, brauchst Du nach meinem Wissen ein Mindesteinkommen i.H.v. 80% des Sozialhilfeniveaus.
Ihn Deinem Fall rechnet man:
409 € Regelsatz + 470 € Warmmiete = 879 € sog. gesetzlicher Bedarf. Haushaltsstrom muß aus den Nebenkosten rausgerechnet werden, da im Regelsatz enthalten.
Grob gerechnet brauchst Du deshalb ein Mindesteinkommen von 703,20 € um Wohngeld beantragen zu können. Das kommt dann leider bei Dir nicht ganz hin.
Zudem ist die vom Betrag her höhere Leistung (also entweder Sozialhilfe od. Wohlgeld) maßgebend. Kann man sich nicht aussuchen.
Du kannst ja mal diverse Wohngeldrechner online ausprobieren und ausrechnen, wieviel Wohngeld Du bekommen würdest. Du solltest jedoch zunächst ohne finanzielle Zuwendung der Tochter rechnen, da unter Bezug von Sozialhilfe 70% der Zuwendung als Einkommen angerechnet werden würde. Das würde die Rechenergebnisse verfälschen.
Zudem sollte man ausrechnen, wie hoch sich die finanziellen Belastungen der Tochter bei Zuwendung Wohngeld und Elternunterhalt unterscheiden würden .
Wenn sie knapp über dem Selbstbehalt liegt, wäre der Elternunterhalt möglicherweise geringer als eine mtl. Zuwendung.
Zuletzt geändert von Heinrich am 23.12.2017, 11:15, insgesamt 1-mal geändert.
Ungelesener Beitragvon BertaB » 23.12.2017, 11:22
Heinrich hat geschrieben: Zudem ist die vom Betrag her höhere Leistung (also entweder Sozialhilfe od. Wohlgeld) maßgebend. Kann man sich nicht aussuchen.
ist das wirklich so? Wenn meine Tochter mir nun 140 Euro Unterhalt geben würde, dann würde es doch für das Wohngeld reichen, oder nicht? Muss ich dann trotzdem Sozialhilfe beantragen?
Heinrich hat geschrieben: Du kannst ja mal diverse Wohngeldrechner online ausprobieren und ausrechnen, wieviel Wohngeld Du bekommen würdest.
Das habe ich schon gemacht. Das Problem ist, dass diese Rechner nie ausspucken, ob man unter dem Mindesteinkommen liegt.
Heinrich hat geschrieben: Zudem sollte man ausrechnen, wie hoch sich die finanziellen Belastungen der Tochter bei Zuwendung Wohngeld und Elternunterhalt unterscheiden würden .
Ich weiß das Einkommen meiner Tochter und ihres Mannes nicht ganz genau. Habe das nur mal grob überschlagen.
Wo kann ich jetzt ausrechnen lassen, wie hoch die finanzielle Belastung meiner Tochter liegen würde?
Nachtrag: und wie ist das mit diesen 80% Abschlag. Wird das nicht nur in Ausnahmen so gerechnet, wenn man nachweisen kann, dass man einen geringeren Bedarf als andere haben?
Zuletzt geändert von BertaB am 23.12.2017, 11:25, insgesamt 1-mal geändert.
Ungelesener Beitragvon Heinrich » 23.12.2017, 11:38
ich kenne es so, daß man 80% des Sozialhilfeniveaus als Mindesteinkommen haben muß für einen Antrag auf Wohngeld. Meines Wissens nach gilt das generell und nicht als Ausnahme. Zudem entspricht es meinem Kenntnisstand, daß keine Wahlmöglichkeit zwischen Wohnegld und Sozialhilfe besteht.
Wo man die Höhe des Elternunterhalts herbekommt, weiß ich auch nicht. Vielleicht mal googeln. Ich nehme an, daß es da Tabellen gibt.
Ich bin auch nur auf den Gedanken mit dem möglicherweise niedrigeren Elternunterhalt gekommen, da ich unlängst irgenwo online von jemandem gelesen habe, der nach eigenen Angaben Elternunterhalt im zweistelligen Bereich zahlt. Und wenn Deine Tochter knapp über der Grenze liegt, könnte das bei ihr auch so sein.
Zudem habe ich leichte Zweifel ob die Wohngeldstelle eine monatliche Zuwendung der Tochter als Einkommen anerkennt.
Vielleicht solltest Du nach den Feiertagen oder im neuen Jahr mal mit der Wohngeldstelle reden, Anspruch ausrechnen lassen und ggf. einen Antrag stellen. Wenn Wohngeld nicht in Frage kommt, wird man das mitteilen.
Ungelesener Beitragvon BertaB » 23.12.2017, 12:24
ok, danke dir Heinrich.
Ungelesener Beitragvon w12 » 23.12.2017, 17:10
Zu § 14 Absatz 2 Nummer 19
(1) Nach § 14 Absatz 2 Nummer 19 WoGG gehören die nach § 22 Nummer 1 Satz 2 EStG dem Empfänger steuerlich nicht zuzurechnenden wiederkehrenden Bezüge, die ihm von einer Person, die kein Haushaltsmitglied ist, als Geld- oder Sachleistung gewährt werden, zum Jahreseinkommen. Nach § 22 Nummer 1 Satz 2 EStG sind die wiederkehrenden Bezüge, die freiwillig oder aufgrund einer freiwillig begründeten Rechtspflicht oder einer gesetzlich unterhaltsberechtigten Person gewährt werden, nicht dem Empfänger zuzurechnen. Auch Unterhaltsleistungen, die nicht wiederkehrend sind, zählen nach § 14 Absatz 2 Nummer 19 Halbsatz 2 WoGG zum Jahreseinkommen, wenn aus Sicht eines objektiven Betrachters anzunehmen ist, dass dadurch laufende Unterhaltszahlungen ersetzt werden. Dieser Fall liegt z. B. vor, wenn Eltern Unterhalt an das in Ausbildung befindliche Kind als Einmalbetrag leisten.
Zu § 15 (Ermittlung des Jahreseinkommens)
15.01 Nachweis der Einnahmen, Plausibilitätsprüfung
(2) Zweifel an Glaubhaftigkeit und Vollständigkeit der Angaben können auch gegeben sein, wenn Aufwendungen des allgemeinen Lebensunterhalts zuzüglich etwaiger Mehrbedarfe, Aufwendungen für Wohnraum einschließlich der Heizkosten und sonstige Aufwendungen tatsächlich vorliegen bzw. diese den Umständen nach anzunehmen sind und Einnahmen in entsprechender Höhe nicht nachgewiesen werden. Die Ermittlungspflicht der Wohngeldbehörde endet jedoch, wenn nach Ausschöpfen der erreichbaren Erkenntnisquellen erkennbar ist, dass sich bestehende Zweifel nicht beheben lassen; die Pflicht zur (weiteren) Sachverhaltsaufklärung setzt einen schlüssigen Vortrag der wohngeldberechtigten (unterhaltspflichtigen) Person voraus (vgl. etwa Verwaltungsgericht München, Gerichtsbescheid vom 28. August 2008, Az: M 22 K 08.1731, juris, Randnummer 24).
viewtopic.php?f=6&t=27016&p=175969&hilit=wahlrecht+wohngeld#p175969
Passgenaue Zuwendung der Tochter?
Tochter soll sich doch erstmal ggf. durch Fachanwalt errechnen lassen, ob sie überhaupt zahlen müsste.
Ungelesener Beitragvon BertaB » 23.12.2017, 18:32
Danke w12.
Wenn ich es richtig verstehe, dann hat Wohngeld Vorrang vor Hilfe zum Lebensunterhalt. Und der freiwillige Unterhalt wird anerkannt?
Tu mir etwas schwer im Lesen von solchen Gesetzestexten.
Ungelesener Beitragvon CuttySark » 23.12.2017, 20:25
es ist immer wieder schön sich Gedanken machen zu können. Leider setzt man in den meisten Fällen viele Ängste ein, vor denen man keine Angst haben müsste.
Deine Mietkosten belaufen sich auf Kaltmiete 325, Nebenkosten 55, Heizkosten 90 = 470 € Gesamt: 2 Personen = 470 € : 2 Personen = 235 €
Regelsatz 416 € ab dem 01. Januar 2018 + KdU 235 = 651 € plus Zuschläge, die Du eventuell bekommen könntest.
Du marschierst zum Wohngeldamt und beantragst Wohngeld, dann gehst Du zum Sozialamt und beantragst SGB XII. Du informierst beide Ämter über Deine Handlungsweise und fertig.
Deine Töchterchen wird für Dich mit der Sicherheit aufkommen müssen, mit der Du heute Abend im Lotto 6 Richtige mit Zusatzzahl gewinnst.
Ungelesener Beitragvon BertaB » 24.12.2017, 13:17
CuttySark hat geschrieben: Deine Mietkosten belaufen sich auf Kaltmiete 325, Nebenkosten 55, Heizkosten 90 = 470 € Gesamt: 2 Personen = 470 € : 2 Personen = 235 €
Rolf, du hast es richtig erkannt. Ich bin voller Ängste und das vor Weihnachten
Leider ist deine Berechnung auch nicht richtig, weil die Miete nur mein Anteil ist. Meine Mitbewohnerin zahlt ebenso viel. Also die 470 sind schon die Hälfte.
Ungelesener Beitragvon w12 » 24.12.2017, 13:26
Hallo BertaB
Wenn deine Tochter verheiratet ist, können die beiden schon mal locker 3240 netto Euro verdienen.
Bei Miete bis 480 Euro.
Der Elternunterhalt ist schwach ausgebildet, deshalb wäre es besser zunächst diese Möglichkeit zu prüfen.
Wohngeld geht an der Realität vorbei!

References: § 14
 § 14
 § 22
 § 22
 § 14
 § 15