Source: https://www.grin.com/document/45321
Timestamp: 2020-08-11 11:20:13+00:00

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Bilanzierung und Bewertung immaterieller Anlagegegenstände - GRIN
2.Allgemeine Grundsätze der HGB und IAS
2.1.Übersicht
2.2.HGB
2.3.IAS
3.Immaterielles Anlagevermögen
3.1.Anlagevermögen
3.2.Die Unterscheidung von materiellem und immateriellem Vermögen
3.3.HGB
3.4.IAS
4.Ausgewählte Posten und deren Behandlung
4.1.Geschäfts- oder Firmenwert
4.1.2.Geschäfts- oder Firmenwert im HGB
4.1.3.Geschäfts- oder Firmenwert in den internationalen Vorschriften.
4.2.Behandlung von Software nach HGB und IAS
4.2.1.Modifikation
4.2.2.Beratung und Implementierung
Durch die Globalisierung der Märkte, agieren die meisten Unternehmen nicht nur auf dem heimischen Markt sondern auch auf den internationalen Märkten. Die Ausweitung der Aktivitäten erfordert auch entsprechende Investitionen. Um die Vorteile der internationalen Märkte nicht entgehen zu lassen, nutzen viele Unternehmen die internationale Märkte für die Kapitalbeschaffung. Die potenzielle Kapitalgeber ziehen die Jahresabschlüsse der Unternehmen heran, um die aktuelle sowie auch die zukünftige Lage der Unternehmungen beurteilen zu können. Da aber die Rechtsvorschriften für die Erstellung der Jahresabschlüsse in den meisten Ländern unterschiedlich sind, ist es sehr schwierig die Lage der Unternehmen zu vergleichen, wenn die Jahresabschlüsse dieser Unternehmen nach unterschiedlichen Vorschriften erstellt wurden[1]. Durch die Währungsunion der Europäischen Staaten wird der Vergleich der internationalen Unternehmen, durch die Aufstellung der Jahresabschlüsse in Euro, wesentlich erleichtert. Aber durch die Anwendung unterschiedlicher Rechtsvorschriften für die Aufstellung der Jahresabschlüsse wird ein Vergleich deutlich erschwert oder sogar ganz unmöglich. Um diesen Manko abzuschaffen, übergehen mehr und mehr international tätigen Unternehmen zur Aufstellung ihrer Jahresabschlüsse nach internationalen Vorschriften.
In dieser Arbeit sollen die immaterielle Anlagegegenstände in den internationalen Vorschriften untersucht und verglichen werden. Die Begriffe wie immaterielle Anlagegegenstände, immaterielle Vermögensgegenstände und immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden in dieser Arbeit synonym verwendet. Dem Autor ist es bewusst, dass es außer immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens auch immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens gibt, diese aber nicht Gegenstand dieser Arbeit sind.
Um die Behandlung der immateriellen Anlagegegenständen nach nationalen (HGB) und internationalen (IAS) Vorschriften prüfen zu können, ist es wichtig die allgemeine Grundsätze dieser Vorschriften zu kennen. Diese werden im Kapitel 2 besprochen. Die immaterielle Anlagegegenstände selbst, ihre Definition, Ansatz und Behandlung werden im Kapitel 3 besprochen.
Anschließend werden einige ausgewählte Posten, die zu immateriellen Anlagegegenständen gehören, untersucht und deren Ansatz nach HGB und IAS geprüft.
Die internationalen Regelungen für die Rechnungslegung sind eine Mischung aus einzelstaatlichen und gemeinschaftsrechtlichen Rechtsnormen, behördlichen Vorschriften und von privaten Institutionen gesetzten Standards. Sie gelten gleichmaßen für Einzel- und Konzernabschlüsse. In Deutschland hat bisher für den Einzelabschluss das HGB absoluten Vorrang, für den Konzernabschluss wurde mit der Öffnungsklausel des § 292a HGB für börsennotierte deutsche Konzernunternehmen die Möglichkeit geschaffen, u.U. anstelle eines HGB-Abschlusses einen Konzernabschlusses nach IAS zu erstellen. Aufgrund der vielfältigen Verwobenheiten sind längerfristig Auswirkungen der internationalen Standards auf den Einzelabschluss aller Unternehmen nicht auszuschließen.
In den Vorschriften des HGB wird keine direkte Adressatengruppe definiert, für welche der Jahresabschluss bestimmt ist. Es wird vielmehr versucht die Interessen der unterschiedlichen Gruppen auszugleichen. Die Aufgabe des Jahresabschlusses nach HGB ist im § 264 II Satz 1 HGB verankert und besteht darin den „tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kapitalgesellschaften zu vermitteln“[2]. Im Rahmen der GoB, kommt dem Vorsichtsprinzip die dominante Bedeutung zu, wobei Gläubigerschutzprinzip im Vordergrund steht[3].
Grundsatz der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz ist im § 5 I Satz. 1 verankert. Wenn die handelsrechtliche Rechnungslegung mit der Einhaltung der GoB erstellt wurde, dient diese Rechnungslegung prinzipiell als Grundlage für die steuerliche Gewinnermittlung[4]. Die Berücksichtigung der Steuervergünstigungen in der Handelsbilanz wird durch §§ 247 III und 254 HGB ermöglicht. Da hier das Maßgeblichkeitsprinzip dazu führt, dass steuerliche Bilanzvorschriften die Bilanzierung nach HGB bestimmen, wird hier von einer Umkehrung der Maßgeblichkeit gesprochen.
Die Zusammensetzung eines Jahresabschlusses einer Nicht-Kapital-Gesellschaft ist im § 242 III HGB geregelt. „Die Bilanz und die Gewinn-und-Verlust-Rechnung bilden den Jahresabschluss[5].“ Der Jahresabschluss für Kapitalgesellschaften wird nach HGB § 264 I um einen Anhang und einen Lagebericht erweitert. Der Anhang bildet „mit der Bilanz und der Gewinn-und-Verlust-Rechnung eine Einheit“[6]. Die börsennotierte Mutterunternehmen müssen „den Konzernanhang um eine Kapitalflussrechnung und eine Segmentberichterstattung[7] “ erweitern.
Die IAS richten sich in erster Linie an den Informationsbedarf der Investoren: dabei wird angenommen, dass die Informationen, die den Investoren dienen, auch den Informationsbedarf anderer Interessengruppen abdecken[8].
Die IAS sind völlig losgelöst und unabhängig von den nationalen steuerlichen Vorschriften. Deshalb können rein steuerlich beeinflussbare Werte nicht in ein Abschluss nach IAS aufgenommen werden[9].
Ein vollständiger Abschluss[10] setzt sich zusammen aus der Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Kapitalflussrechnung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zusammen. Dazu gehört auch eine Aufstellung, die Eigenkapitalveränderungen aufweist und erläutert. Bei den börsennotierten Unternehmen müssen zusätzlich noch die Kennzahlen Ergebnis je Aktie sowie Segmentberichterstattung offen gelegt werden[11].
3. Immaterielles Anlagevermögen
Zum Anlagevermögen gehören handelsrechtlich Vermögensgegenstände[12], die „bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen“[13]. Die Zweckbestimmung selbst liegt im Entscheidungsbereich des Kaufmanns und ist kein allgemeines Kriterium des Bilanzobjekts. „Dauerndes“ Dienen bedeutet, dass der Gegenstand seinen Nutzen nicht in einem zeitpunktbezogenen einmaligen Akt, sondern mehrfach abgibt („Gebrauch“). Insbesondere ergibt sich eine Klärung aus der Gegenüberstellung zum Umlaufvermögen. Diese handelsrechtliche Beurteilung gilt auch für die Steuerbilanz.
[1] Vgl. Kremin-Buch B., Internationale Rechnungslegung 2000, S.1
[2] HGB § 264 II Satz 1
[3] Vgl. Hayn S./Waldersee G., IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich 2000, S. 11
[4] Vgl. HGB § 5 I
[5] HGB § 242 III
[6] HGB § 264 I Satz 1
[7] HGB § 297 I Satz 2
[8] Vgl. Hayn S./Waldersee G., IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich 2000, S. 11
[9] Vgl. Hayn S./Waldersee G., IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich 2000, S. 11
[10] Complete set of financial statements
[11] Vgl. Hayn S./Waldersee G., IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich 2000, S. 13
[12] Vgl. Federmann, R.; Bilanzierung nach Handelsrecht und Steuerrecht; Erich Schmidt Verlag, Berlin 2000, S.271
[13] HGB § 247 Abs.2
V45321
9783638427432
Bilanzierung, Bewertung, Anlagegegenstände, Vergleich, Bilanzen
Iryna Spektor (Autor), 2004, Bilanzierung und Bewertung immaterieller Anlagegegenstände nach HGB und IAS im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45321

References: § 292
 § 264
 § 5
 § 242
 § 264
 § 264
 § 5
 § 242
 § 264
 § 297
 § 247