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Timestamp: 2017-09-23 05:41:24+00:00

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Lexikon Steuer: Umzugskosten
> Umzugskosten
Kosten, die einem Arbeitnehmer durch einen beruflich veranlassten Wohnungswechsel entstehen, sind Werbungskosten. Alternativ können die Aufwendungen auch durch den Arbeitgeber steuerfrei ersetzen werden ( § 3 Nr. 16 EStG und R 3.16 LStR bei Zahlung durch private Arbeitgeber, § 3 Nr. 13 EStG und R 3.13 LStR bei Zahlung durch öffentliche Kassen). Der Umfang der Steuerbefreiung / des Werbungskostenabzugs richtet sich dabei nach den Leistungen, die einem Bundesbeamten nach dem Bundesumzugskostengesetz (BUKG) als Umzugskostenvergütung zustehen ( R 9.9 LStR ).
Wenn ein Werbungskostenabzug bzw. eine steuerfreie Arbeitgebererstattung ausscheidet, kommt ggf. eine Steuerermäßigung gem. § 35a EStG in Betracht. Von Umzugsspeditionen durchgeführte Umzüge für Privatpersonen sind haushaltsnahe Dienstleistungen i. S. des § 35a Abs. 2 Satz 1 EStG . Abzugsfähig sind 20 % der Aufwendungen, höchstens 4.000 EUR. Werden im Zusammenhang mit dem Umzug Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen erbracht, so kommt hierfür nach § 35a Abs. 3 EStG eine Ermäßigung der tariflichen Einkommensteuer in Höhe von 20 %, höchstens 1.200 EUR in Betracht.
Die Gewährung der Steuerermäßigung gem. § 35a Abs. 2 / Abs. 3 EStG setzt u.a. voraus, dass haushaltsnahe Dienstleistungen/Handwerkerleistungen im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht worden sind. Hat ein Steuerpflichtiger seinen Haushalt durch Umzug in eine andere Wohnung oder in ein anderes Haus verlegt, gelten Maßnahmen zur Beseitigung der durch die bisherige Haushaltsführung veranlassten Abnutzung (z.B. Renovierungsarbeiten) noch als im "alten" Haushalt erbracht (BMF, 15.02.2010 - IV C 4 - S 2296-b/07/0003, Rdnr. 19).
S. hierzu auch BMF, 30.12.2010 - IV C 5 - S 2353/08/10007 sowie BMF, 05.07.2011 - IV C 5 - S 2353/08/10007.
Pauschale für sonstige Umzugsauslagen (EUR)
1.1.2011 / 1.8.2011
1.561/1566
1.843/1849
2.125/2132
2.407/2415
1.204/1207
1.486/1490
1.768/1773
2.050/2056
Für jede Person (außer dem Ehegatten), die zusammen mit dem Arbeitnehmer in einem Haushalt lebt, erhöht sich die Pauschale zum 1.1.2008 um 258 EUR, zum 1.1.2009 um 265 EUR, zum 1.7.2009 um 277 EUR, zum 1.1.2010 um 280 EUR, zum 1.1.2011 um 282 EUR und zum 1.8.2011 um 283 EUR (s. obige Tabelle). Dieser Zuschlag wird z.B. für die Kinder, Eltern und Geschwister des Arbeitnehmers berücksichtigt.
S. zur Höhe der Beträge zuletzt auch BMF, 05.07.2011 - IV C 5 - S 2353/08/10007.
Dienstreisen/Auswärtstätigkeiten
- Unterrichtskosten der Kinder ab 1.7.2009 bis zu 1.584 EUR, ab 1.1.2010 bis zu 1.603 EUR, ab 01.01.2011 bis zu 1.612 EUR
- Neues Kochgeschirr ,
- Elektrogeräte ,
- Elektro-, Wasser- und Gasleitungen , notwendige Erweiterungen und
- Rundfunk- und Fernsehantennen , Aufwendungen für
- Wohnungssuche , Aufwendungen für
- Neue Mülleimer ,
Für sonstige Umzugsauslagen wird auch hier eine Pauschvergütung nach der Auslandsumzugskostenvergütung ( § 10 AUV ) gewährt. Diese beträgt das Zweifache der Pauschvergütung für Inlandsumzüge.
Ab dem 01.01.2001 können nicht mehr berücksichtigt werden
der Ausstattungsbeitrag nach § 12 AUV ,
der Beitrag zum Beschaffen klimabedingter Kleidung,
weil es sich insoweit um typische steuerlich nicht abzugsfähige Kosten der privaten Lebensführung handelt.
Begründet ein Arbeitnehmer eine doppelte Haushaltsführung oder löst ein Arbeitnehmer mit beruflich veranlasster doppelter Haushaltsführung seine Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort auf ( R 9.11 Abs. 9 LStR ), z.B. wegen Aufgabe der Beschäftigung oder Weiterbeschäftigung am Familienwohnort, können auch insoweit die Rück-/ Umzugskosten in die Familienwohnung steuerfrei erstattet oder als Werbungskosten abgezogen werden. Allerdings ist der Einzelnachweis der sonstigen Umzugskosten im Sinne des § 10 BUKG notwendig, weil die Pauschalierung in diesen Fällen nicht gilt. Dasselbe gilt für die sonstigen Umzugsauslagen bei Beendigung einer doppelten Haushaltsführung durch den Rückumzug eines Arbeitnehmers in das Ausland.
Umzugskosten, die bei einer doppelten Haushaltsführung infolge der Wegverlegung des Lebensmittelpunktes vom Beschäftigungsort für den Umzug in eine Wohnung außerhalb des Beschäftigungsortes entstehen, sind keine Werbungskosten, sondern Kosten der privaten Lebensführung und unterliegen demzufolge dem Abzugsverbot des § 12 Nr. 1 EStG .
Der BFH hat zum Vorteil der Steuerpflichtigen entschieden, dass Aufwendungen für eine zweite Wohnung am neuen Arbeitsort, die wegen eines Umzugs aus beruflichen Gründen entstehen, unbegrenzt als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden können. Nach Ansicht des BFH gilt dies bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist der alten Familienwohnung. Die Miete der neuen Wohnung sei bis zum tatsächlichen Umzug der Familie als Werbungskosten abziehbar, danach sei die Miete der bisherigen Familienwohnung bis zum Ende des Mietvertrages zu berücksichtigen (BFH, 13.07.2011 - VI R 2/11).

References: § 3
 § 3
 § 35
 § 35
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 § 35
 § 10
 § 12
 § 10
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