Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.07.1991&Aktenzeichen=V%20ZR%20115/90
Timestamp: 2020-08-06 13:17:29+00:00

Document:
BGH, 05.07.1991 - V ZR 115/90 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1219
BGH, 05.07.1991 - V ZR 115/90 (https://dejure.org/1991,1219)
BGH, Entscheidung vom 05.07.1991 - V ZR 115/90 (https://dejure.org/1991,1219)
BGH, Entscheidung vom 05. Juli 1991 - V ZR 115/90 (https://dejure.org/1991,1219)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1991,1219) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Verpächter - Landwirtschaftliche Pacht - Verpachtung an Dritten - Hinderung an vertragsgemäßer Nutzung - Rechtsmangel - Schadensersatzanspruch des Pächters
NJW 1991, 3277
NJW 1991, 509
ZMR 1991, 418
NJ 1991, 509
WM 1991, 1931
Da die Vorinstanzen die gebotenen Hinweise nach § 139 Abs. 1 Satz 2 ZPO zur Klarstellung des Klagebegehrens und sachdienlicher Antragstellung unterlassen haben, hat der Senat die auch noch in der Revisionsinstanz zulässige Klarstellung der Anträge (vgl. BGHZ 11, 192, 195;… Senat, Urt. v. 8. Dezember 1989, V ZR 174/88, NJW 1990, 2068, 2069; Urt. v. 5. Juli 1991, V ZR 115/90, NJW 1991, 3277) nachgeholt.
Die in dieser Vorschrift enthaltene Verweisung auf § 538 BGB a.F. verdrängt auch vor Übergabe der Mietsache die §§ 306, 275 und 325 BGB a.F. (vgl. Senatsurteil vom 29. November 1995 - XII ZR 230/94 - NJW 1996, 714, 715; BGH Urteil vom 5. Juni 1991 - V ZR 115/90 - NJW 1991, 3277).
Wie das Berufungsgericht verkannt hat, verdrängen im Anwendungsbereich des § 541 BGB die speziellen Regelungen des Mietrechts die allgemeinen Vorschriften über Unmöglichkeit und Unvermögen, so daß eine Befreiung der Kläger von ihrer Leistungspflicht gemäß § 275 Abs. 2 BGB nicht angenommen werden kann (vgl. BGHZ 63, 132, 137; BGH, Urteil vom 5. Juli 1991 - V ZR 115/90 - NJW 1991, 3277 f m.w.N.;… Kraemer in Bub/Treier Handbuch der Geschäfts- und Wohnraummiete 2. Aufl. Kap. III Rdn. 1422; Merle WE 1993, 148).
Auch auf die in § 287 Abs. 1 ZPO vorgesehene Erleichterung des Beweises des Geschädigten für die besonderen Umstände, aus denen er seine Gewinnerwartung herleitet (Senatsurt. v. 5. Juli 1991, V ZR 115/90, BGHR BGB § 252, Schätzgrundlage 3), kommt es hier nicht entscheidend an.
Urteile vom 15. März 1988 - VI ZR 81/87 = BGHR BGB § 252 Schätzgrundlage 1 und vom 5. Juli 1991 - V ZR 115/90 = BGHR aaO Schätzgrundlage 3 = NJW 1991, 3277, 3278 jeweils m.w.N.).
Sie ermöglichen es dem Gericht, den eingetretenen Schaden, notfalls einen Mindestschaden, zu schätzen, sofern der Geschädigte nur greifbare Ausgangs- und Anknüpfungstatsachen für eine Wahrscheinlichkeitsprüfung nach § 252 BGB und eine Schadensschätzung nach § 287 ZPO beibringt (BGH, Urt. v. 5.7.1991 - V ZR 115/90, NJW 1991, 3277, 3278).
Das Berufungsgericht hat somit unter Verstoß gegen § 286 ZPO einen von keiner Seite behaupteten Sachverhalt seiner Entscheidung zugrunde gelegt (vgl. Senatsurt. v. 5. Juli 1991, V ZR 115/90, WuM 1991, 1931,1934 m.w.N.).
Erforderlich ist mithin die schlüssige Darlegung von Ausgangs- bzw. Anknüpfungstatsachen, die geeignet sind, dem Ermessen bei der Wahrscheinlichkeitsprüfung eine Grundlage zu geben und eine Schadensschätzung gemäß § 287 ZPO zu ermöglichen (…vgl. zum entgangenen Gewinn BGH WM 1998, S. 1787; BGH WuM 1991, S. 545).
Der Geschädigte muss für diese Art des Schadensersatzes konkrete Anknüpfungstatsachen darlegen, aus denen ein Gewinnentgang "nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge" abgeleitet werden kann ( vgl. BGH NJW 88, 3016; BGH NJW 91, 3277 und NJW-RR 96, 1077 ).

References: § 139
 § 538
 BGH 
 § 541
 § 275
 § 287
 § 252
 § 252
 § 252
 § 287
 § 286
 § 287
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH