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Timestamp: 2020-02-29 08:11:41+00:00

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﻿ Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaftslehre: 4.200 Begriffe nachschlagen, verstehen, anwenden. 3. Auflage | Dirk Piekenbrock | download
الرئيسية Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaftslehre: 4.200 Begriffe nachschlagen, verstehen, anwenden. 3. Auflage
الناشر: Gabler
ISBN 10: 3409318038
ISBN 13: 9783409318037
4.200 Begriffe nachschlagen, verstehen, anwenden
3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auﬂage
von Prof. Dr. Dirk Piekenbrock
Deutschen Nationalbibliograﬁe; detaillierte bibliograﬁsche Daten
1. Auﬂage 2002
2., überarb. und akt. Auﬂage 2003
3., vollst. überarb. und erw. Auﬂage 2009
Lektorat: Dr. Riccardo Mosena | Laura Roberts
Gabler ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media.
Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das
gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverﬁlmungen und die Einspeicherung und
Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten
ISBN 978-3-409-31803-7
Die jüngste globale Finanzkrise und nachfolgende Wirtschaftsrezession waren nicht der Anlass
für eine umfassende Überarbeitung dieses Lexikons, sondern die nachhaltige Nachfrage nach
einem kompakten Nachschlagewerk über grundlegende volkswirtschaftliche Begriffe und
Zusammenhänge. Für eine lexikalische Verarbeitung der weltweiten Turbulenzen auf den Finanz- und Gütermärkten sowie der nationalen und internationalen Anstrengungen zu ihrer
praktischen und theoretischen Bewältigung wäre es auch noch zu früh: Noch befinden wir uns
mitten in der Phase vielfältiger Maßnahmen und offener Wirkungen!
Hauptziel dieser auf über 500 Seiten und 4.200 Stichwörter erweiterten Neuauflage ist es  dies
verdeutlicht auch die Titeländerung von Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaft in Gabler
Kompakt-Lexikon Volkwirtschaftslehre  die Grundbegriffe der aktuellen Lehrinhalte im Studienfach Volkswirtschaftslehre deutschsprachiger Hochschulen möglichst breit abzudecken und
einer großen Leserschaft über den Hochschulbereich zugänglich zu machen. Bei der Auswahl
und Tiefe der Stichwörter haben wir uns an den akkreditierten Curricula wirtschaftswissenschaftlicher Bachelor- und Masterstudiengänge orientiert. Dazu gehören neben Standardbegriffen der mikro- und makroökonomischen Theorie, die verschiedensten Bereiche der Wirtschaftspolitik, insbesondere auch das umfangreiche Thema soziale Sicherung, zu dem wir
ausführliche und detaillierte Stichwortnetze liefern.
Dem Grundsatz, auf schnell veraltende statistische Tabellen über volkswirtschaftliche Daten zu
verzichten, sind wir treu geblieben. Wir verweisen hier auf die unerschöpflichen OnlineAngebote der amtlichen Statistik. Gleichwohl werden in zahlreichen Stichwörtern die jüngsten
verfügbaren Zahlen genannt, damit der Leser zumindest eine Vorstellung über die Größenordnung volkswirtschaftlicher Eckdaten bekommt.
Insgesamt richtet sich das Gabler Kompakt-Lexikon Volkswirtschaftslehre an Studenten der
VWL und BWL und an alle, die sich für volkswirtschaftliche und insbesondere wirtschaftspolitische Zusammenhänge interessieren. Es ist für den täglichen Gebrauch in Studium
und Beruf geschrieben.
ArbeitslosigkeitsBetroffenheitsquote
Abwasserabgabenordnung
Association of East South
Ausschuss der ständigen
Bundesagentur für Arbeit;
Zahlungsausgleich; Berufsinformationszentrum
Beteiligungs-ManagementGesellschaft Berlin
Crowding Out Effekt
Classification of Individual
Consumption of Purpose
Professionelles Agricoles
Comité des Représentants
Europäischer Ausgleichsund Garantiefonds für die
Europäisches Wettbewerbsnetz
Einheitliche Europäische
Erneuerbare-EnergienGesetz
Vertrag über die Europäischen Gemeinschaften
Europäische Politische
European Strategic Programme for Research and
Europäisches System der
European Research Coordinating Agency
Verträge über die Europäische Union
Vertrag über die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
Europäischer Wirtschaftsund Sozialausschuss
Europäische Wirtschaftsund Währungsunion
Föderalen Konsolidierungsprogramms
Fusionskontrollordnung
(der EU)
Gemeinsame Außen- und
Sicherheitspolitik (der EU)
Gewerbsteuergesetz
Gewerbsteuerrichtlinien
High Employment Budget
Hirschmann-HerfindahlIndex
Hamburgisches Weltwirtschaftliches Archiv
Impfschutzgesetz
Krankenversicherung der
M1, M2, M3 Geldmenge 1, 2, 3
Personal-ServiceAgenturen
System of Integrated Environmental and Economic
Sozioökonomischer Panel
Sachverständigenrat zur
Agreement on TradeRelated Aspects of Intellectually Property Rights
Überseeische Länder und
Scientific Cultural Organization
Gesetz zur Zahlbarmachung von Renten aus Beschäftigungen in einem
Zentrum für Umfragen;
Abbaukosten, Extraktionskosten; Kosten
der Förderung einer erschöpflichen Ressource ( Umwelt- und Ressourcenökonomik).
Abbaumengensteuer, Steuer auf die abge-
baute Menge einer erschöpfbaren Ressource.
Aus Sicht der  Umwelt- und Ressourcenökonomik dient die Abbaumengensteuer zur
Korrektur des  Marktversagens bei der 
Allokation erschöpfbarer Ressourcen.  Vgl.
auch  Abbauwertsteuer.
Abbaupfad, zeitliche Verteilung des Abbaus
einer erschöpfbaren Ressource ( Umweltund Ressourcenökonomik). Der Abbaupfad
wird bestimmt durch die pro Zeiteinheit
abgebaute Menge der Ressource (Abbaurate). Zur umweltpolitischen Beeinflussung des
Abbaupfads bietet sich die Einführung einer
mengen- oder wertbezogenen Abbausteuer
( Abbaumengensteuer,  Abbauwertsteuer)
darin zum Ausdruck, dass das Steuergrundgesetz oder auch steuerrechtliche Mantelgesetz, das die wichtigsten allgemein geltenden Regelungen zusammenfasst, als
Abgabenordnung (AO) (vom 16.3.1976 mit
späteren Änderungen) bezeichnet wird. 
Vgl. auch  Sonderabgaben.
Abgabenbelastung,  Abgaben.
Abgabenkeil,  Abgaben.
Abgabenordnung (AO),  Abgaben.
Abgabenquote,  Abgaben ( Steuern
einschließlich  Erbschaftsteuer sowie Steuern an die  EU und tatsächliche Sozialbeiträge) in Relation zum nominalen Bruttoinlandsprodukt. Finanzpolitische Kennziffer
zur Quantifizierung der relativen Belastung
mit Abgaben. Sie setzt sich aus der  Steuerquote und der  Sozialbeitragsquote zusammen.
Abbaurate,  Abbaupfad.
abgeleitete Nachfrage. 1. Begriff: Die
Abbauwertsteuer,  Steuer auf den Ver-
kaufspreis einer erschöpfbaren Ressource.
Die Abbauwertsteuer beeinflusst den gleichgewichtigen  Abbaupfad für die besteuerte
Ressource. Ein verflachter Gleichgewichtspfad bei steuererhöhtem Anfangspreis führt
zu einer Streckung der Ressourcenvorräte. 
Vgl. auch  Abbaumengensteuer.
Abgaben. 1. Sammelbegriff: a) Alle auf der
Finanzhoheit beruhenden  öffentlichen
Einnahmen der Gebietskörperschaften und
bestimmter  Parafisci:  Steuern einschl. 
Kirchensteuer,  Zölle und Abschöpfungen,
 Gebühren,  Beiträge und Sozialabgaben
(Quasisteuern) an die Träger der gesetzlichen Sozialversicherung. b) Vom Abgabepflichtigen her definiert: Pflichtgemäße
Geldleistungen aller Art an Gemeinwesen. 
2. Abgabenordnung: Der umfassende Charakter des Abgabenbegriffs kommt auch
abgeleitete Nachfrage bezeichnet im Rahmen
einer mehrstufigen vertikalen Güterproduktion und -distribution die Nachfrage nach
Gütern auf Beschaffungsmärkten, die sich
aus der Güternachfrage nachgelagerter Produktions- bzw. Marktstufen ergibt, letztlich
aus der (ursprünglichen) Endnachfrage von
Gütern (z. B. Verbrauchs- und Gebrauchsgütern) abgeleitet ist.  2. Beispiel: Die Nachfrage nach  Produktionsfaktoren (z. B. Arbeitskräften, Betriebsstoffen, Investitionsgütern) der Kraftfahrzeugsteller resultiert aus
der Nachfrage nach Kraftfahrzeugen bei den
Kfz-Händlern.
Abgeltungsteuer,  Quellensteuer, die seit
dem 1.1.2009 zur  Besteuerung von Kapitalerträgen eingeführt wurde. Mit der Einbehaltung der Abgeltungsteuer durch das Anlageinstitut in Höhe von 25 % (Abgeltungsteuersatz) zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 %
von Prof. Dr. D. Piekenbrock, GABLER KOMPAKT-LEXIKON VOLKSWIRTSCHAFTSLEHRE,
DOI 10.1007/978-3-8349-8774-7_1, © Gabler | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2009
der Abgeltungsteuer) und gegebenenfalls der
Kirchensteuer (8 % oder 9 % der Abgeltungsteuer) gilt die Steuerschuld der  Kapitalertragsteuer für den Privatanleger als
abgegolten. Das bedeutet, dass Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung nicht
mehr aufgeführt werden müssen.
Ability to Pay Principle,  Zahlungsfähigkeitsprinzip; finanzwissenschaftliche Bezeichnung im englischsprachigen Schrifttum
für die Besteuerung nach der Zahlungsfähigkeit. Im deutschsprachigen Schrifttum entspricht dem das  Leistungsfähigkeitsprinzip.  Gegensatz:  Äquivalenzprinzip.
gilt, wenn sie mehr als die Hälfte alle abgegebenen Stimmen erhält.
Absorption, Begriff der  Außenwirtschaftstheorie für den heimischen Teil der
aggregierten Güternachfrage einer Volkswirtschaft (heimische Absorption): a) die Summe
von privater Konsumgüternachfrage, Investitionsgüternachfrage und Staatsnachfrage
oder b) die Differenz zwischen dem Bruttosozialprodukt und dem Außenbeitrag der
Volkswirtschaft (Exporte minus Importe).
Diese Formulierung zeigt die Abhängigkeit
der Leistungsbilanz von der Absorption und
bildet die Grundlage für den Absorptionsansatz der  Zahlungsbilanzausgleichstheorie.
ABM,  Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
Abwägungsklausel,  Fusionskontrolle.
Abhängigkeitsposition,  oligopolisti-
sche Preisbildung.
Abschöpfungen,  Agrarpolitik,  Agrar-
marktordnungen.
Abschreibungen, Wertminderung des reproduzierbaren Anlagevermögens im Laufe
einer Periode durch Verschleiß, wirtschaftliches Veralten und vorzeitiges Ausscheiden
von Anlagen durch versicherbare Schadensfälle. In den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ( VGR) erfolgt die Berechnung
von Abschreibungen ausgehend vom Anlagevermögen als Summe der Bruttoanlageinvestitionen der Vergangenheit unter Berücksichtigung der Abgänge. Alle Anlagen werden linear über die durchschnittliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibungen werden je nach Verwendung zu Anschaffungspreisen, Wiederbeschaffungspreisen oder konstanten Preisen bewertet.
Abwasserabgabe, von den Ländern erhobene Abgabe für das Einleiten von Abwasser
in ein Gewässer; nach dem Abwasserabgabengesetz (AbwAG) i. d. F. vom 18.1.2005
zu entrichten nach dem Verursacherprinzip
durch den Direkt-Einleiter (Abgabepflichtiger).  Die Abwasserabgabe hat in ihrer
konkreten Ausgestaltung mit den theoretischen Ansätzen zur  Umweltabgabe nur
wenig gemein.
Abwertung, Wertverlust einer Währung im
Vergleich zu einer anderen Währung. Eine
Abwertung liegt vor, wenn der Wechselkurs
bei Preisnotierung der ausländischen Währung (z.B. EUR pro US-Dollar) steigt.  Vgl.
auch  Wechselkurs.
Abzugsfähigkeit von Steuern, steuer-
Abschwung,  Konjunkturphasen.
rechtlicher und -technischer Begriff für die
Möglichkeit, bereits gezahlte Steuerbeträge
bei der Ermittlung der  Bemessungsgrundlage einer anderen oder derselben Steuer
abzuziehen.  Beispiel: Die  Gewerbesteuer
ist als gewinnschmälernde Kostensteuer
bei der Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer abzugsfähig.  Anders:  Abzugsteuern.
Absicherung gegen Kriegsfolgen, 
Abzugsteuern.
Abschreibungsvergünstigungen,
derabschreibungen, Instrument der
titionsförderung.
SonInves-
Kriegsopferfürsorge,  Kriegsopferversorgung,  soziale Sicherung,  Wiedergutmachung.
absolute Armut,  Armut.
absolute Mehrheitsregel, Abstimmungs-
regel, bei der eine Alternative als beschlossen
Steuerrechtlicher und technischer Begriff zur Kennzeichnung sol
Steuern, die die auszahlende Stelle
eines Ertrags oder einer Einkunftsart an
Stelle des steuerpflichtigen Empfängers direkt für diesen an den Fiskus abführt. Da der
Abzug zumeist an der Ertrags- bzw. Einkunftsquelle erfolgt, wird synonym von 
Quellensteuern gesprochen. Beispiel: Abzug-
steuern auf Zinsen und Kapitalerträge gem.
adaptive Erwartungen,  Erwartung,
Wachstumstheorie,  Geldtheorie.
nur unter Wert verkaufen können, sondern
nur mit schlechteren Fahrzeugen (lemons)
handeln. Ein Instrument zur Lösung dieses
Problems (auch ein Beispiel für  Marktversagen) sind Gebrauchtwagengarantien.
Adding-up-Theorem,  Eulersches Theo-
AFG, Arbeitsförderungsgesetz;  Arbeits-
rem,  Wachstumstheorie,  Geldtheorie.
marktpolitik.
additiver Umweltschutz, Sammelbegriff
für Maßnahmen im  Umweltschutz, die
dem Prozess der umweltschädlichen Leistungserstellung nachgeschaltet sind. Vgl. 
integrierter Umweltschutz,  präventiver
Umweltschutz,  Umweltpolitik.
AFTA, ASEAN Free Trade Area, ASEAN
Kontrollfunktion,
Haushaltsfunktionen.
Administrierte Preise, staatlich administrierte Preise, Einfluss des Staates auf die
(Verbraucher-)Preise durch direkten oder
indirekten Verwaltungseinfluss. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ( SVR)
unterscheidet bei der Konstruktion eines
Preisindex für staatlich administrierte Verbraucherpreise zwischen (1) direkt administrierte Preise durch staatliche Preissetzung
(z. B. Fernsehgebühren, Hallenbadeintrittspreise, Parkgebühren), (2) teiladministrierte
Preise durch staatliche Mitspracherechte
(z. B.) Wohnungsmieten im geförderten
Wohnungsbau, Versorgungstarife, Leistungen
im Gesundheitswesen), (3) quasiadministrierte Preise durch Verbrauchsteuern (z. B.
alkoholische Getränke, Kaffee, Mineralöl,
Tabakwaren) und (4) indirekt administrierte
Preise durch EU-Agrarmarktordnung (z. B.
bei Milch, Fleisch und Getreide).
Ad-valorem-Zoll,
tarifäre
hemmnisse,  Wertzoll.
Adverse Selection, Problem der Negativ-
auslese bei  Informationsasymmetrie, dass
z. B. auf dem Gebrauchtwagenmarkt dadurch
entsteht, dass die potenziellen Käufer aufgrund der Unsicherheit über den technischen
Zustand eines Gebrauchtwagens auch für
tatsächlich hochwertige Fahrzeuge nur einen
Durchschnittpreis zu zahlen bereit sind. Die
über die Fahrzeugqualität besser informierten
Gebrauchtwagenkäufer werden daher die
Fahrzeuge mit überdurchschnittlicher Qualität (plums) gar nicht anbieten, weil sie diese
Freihandelszone, Abkommen von 10 Mitgliedstaaten der  ASEAN zur Errichtung
einer Freihandelszone in Süd-Ost-Asien.
Agency-Theorie. Zweig der Wirtschaftstheorie, der die Kooperation zwischen Wirtschaftssubjekten beim Vorliegen von Interessenkonflikten und Informationsasymmetrie
zum Gegenstand hat. Ausgangspunkt der
Agency-Theorie i. e. S. ist eine AgencyBeziehung, bei der eine Partei (der Agent) im
Auftrag einer anderen Partei (dem Prinzipal)
handelt. Eine Agency-Beziehung kommt
zumeist zu Stande, weil der Agent über
spezielles Wissen bzw. besondere Fähigkeiten im Hinblick auf die in Frage stehenden
Aufgaben verfügt. Agency-Beziehungen bestehen z. B. zwischen Anteilseignern und
Vorstand, Mandant und Rechtsanwalt, Patient
und Arzt. Es wird unterstellt, dass Individuen
ihr Eigeninteresse verfolgen. Folglich kann
nicht davon ausgegangen werden, dass der
Agent automatisch im besten Interesse des
Prinzipals handelt. Es stellt sich die Frage,
wie der Prinzipal den Agenten dennoch
motivieren kann, sich möglichst so zu verhalten, wie der Prinzipal es wünscht. Eine vollständige Überwachung der Aktivitäten des
Agenten in Verbindung mit einer Sanktionierung von Fehlverhalten des Agenten kommt
häufig (etwa aus Kostengründen) nicht in
Betracht. Daher widmet sich die AgencyTheorie vornehmlich dem Problem der indirekten Verhaltenssteuerung des Agenten
durch die Bereitstellung von Anreizen im
Rahmen von Verträgen zwischen Prinzipal
und Agenten. Solche Anreizverträge (Incentive Contracts) legen beobachtbare Größen
fest, auf die der Agent durch sein Verhalten
Einfluss nimmt. Sie könnten z. B. eine Gewinnbeteiligung des Agenten in Form von
Bonuszahlungen, Stücklöhne oder die Selbstbeteiligung eines Versicherten im Schadensfall vorsehen. Im Zentrum der AgencyTheorie steht die Prämisse, dass vertragliche
Vereinbarungen aus Sicht von Prinzipenten
und Agenten (beschränkt) pareto-optimal im
Sinne des Second-Best sind; First-BestOptimalität ist wegen der asymmetrischen
Information von Agenten und Prinzipenten
nicht erreichbar. In diesem Sinne leistet die
Agency-Theorie einen Beitrag zur Theorie
(optimaler) ökonomischer Organisation.
Agenda 2010, Agenda zwanzig-zehn,
Strukturreformprogramm der Bundesregierung, von Bundeskanzler Gerhard Schröder
am 14. März 2003 im Bundestag verkündet,
zur Verbesserung der Rahmenbedingungen
für mehr Wachstum und Beschäftigung und
zum Umbau des Sozialsystems.  Die in
zahlreichen Bereichen ansetzende Reformpolitik ist zweifellos der  Angebotsökonomik
zuzurechnen, insbesondere die Senkung der
Lohnnebenkosten und Maßnahmen der Deregulierung (Lockerung des Kündigungsschutzes und Betriebsgründung ohne Meisterbrief). Kernstück der Umsetzung waren
aber die  Hartz-Reformen, mit der eine
umfassende Reform der  Arbeitsmarktpolitik eingeleitet wurde (u. a. die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum
Arbeitslosengeld II, Kürzung der Bezugsdauer von  Arbeitslosengeld I, Verschärfung der Zumutbarkeitsregeln, Umorganisation der Arbeitsverwaltung zur Dienstleistungsagentur). Dem Umbau des Sozialversicherungssystems diente die Reform der 
gesetzlichen Krankenversicherung (GKVModernisierungsgesetz, Leistungskürzungen,
Kostenbeteiligung, Praxisgebühr) und der 
gesetzlichen Rentenversicherung (Stabilisierung des Beitragssatzes, Streichung versicherungsfremder Leistungen, Einführung des 
Nachhaltigkeitsfaktors). Ergänzt wurde die
Reformagenda durch eine Forcierung und
Steigerung der  Ausbildungsförderung sowie eine Steigerung der  familienbezogenen Leistungen (Ausbau der Kinderbetreuung, Steuervergünstigungen) im Rahmen der
 Familienpolitik.
Agglomeration, Begriff der Geographie für
die Bevölkerungsballung im Raum mit monozentraler Struktur (wie Berlin) oder polyzentraler Struktur (wie im Ruhrgebiet).
Aggregate Investment Approach, theo-
retische Erklärung der zeitlichen Lastverschiebung durch die öffentliche Verschuldung ( Last der Staatsverschuldung). Durch
staatliche Schuldenaufnahme kommt es zu
einem  Crowding Out im Bereich der privaten Investitionen. Die nächste Generation
erbt dadurch einen geringeren  Kapitalstock als ohne Verschuldung; sie muss ein
geringeres Wachstum des  Sozialprodukts
hinnehmen. Eine intergenerative Lastverschiebung wäre demnach möglich, wenn die
(unterbliebenen) privaten Investitionen produktiver gewesen wären oder eher den zukünftigen Präferenzen entsprochen hätten als
die öffentliche Mittelverwendung.  Gegensatz:  New Orthodoxy Approach.  Vgl.
auch  Pay-as-You-Use-Prinzip.
Aggregation. Zusammenfassung mehrerer
Einzelgrößen, um größere Einheiten und Zusammenhänge zu gewinnen, z. B. die Zusammenfassung aller einzelwirtschaftlichen (mikroökonomischen) Konsumgüternachfragen
der inländischen Haushalte zur gesamtwirtschaftlichen (makroökonomischen) Konsumnachfrage oder  Konsumfunktion als Voraussetzung für die Untersuchung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge. Vgl. auch 
aggregierte Angebotskurve,  aggregierte
aggregierte Angebotskurve, Gesamtan-
gebotskurve, aggregate supplycurve; Begriff
der Makroökonomik. Die aggregierte Angebotskurve beschreibt im Gütermarktmodell
den Zusammenhang zwischen dem gesamtwirtschaftlichen Preisniveau P und dem aggregierten Güterangebot aller Unternehmen
Y s einer Volkswirtschaft, das dem Nettoinlandsprodukt zu Faktorkosten oder Volkseinkommen Y entspricht. Die Lage der aggregierten Angebotskurve in einem Preis-Mengen-Diagramm ist abhängig von den modelltheoretischen Annahmen, insbesondere von
der für den Gütermarkt und die Faktormärkte
angenommenen Markt- und Preisbildungsform, der Zielsetzung der Güteranbieter und
der Produktionsfunktion.  Verlauf: (1) Nach
der  klassischen Lehre, die unter der Annahme vollkommener Konkurrenz von völliger Preis- und Lohnflexibilität ausgeht, ist
das Gesamtangebot zu jedem Zeitpunkt
allein durch die vorhandenen Produktionsfaktoren sowie die verfügbare Produktionstechnologie bestimmt. Die Wirtschaft befindet sich stets in einer Situation der Vollbeschäftigung, d. h. alle Produktionsfaktoren
sind ausgelastet. In diesem Fall verläuft die
aggregierte Angebotskurve senkrecht und
markiert zugleich die kurzfristige Kapazi-
tätsgrenze oder  Produktionspotenzial
Y der Volkswirtschaft ( Y s  Y s  Y  ). Das
gesamtwirtschaftliche Güterangebot ist in
diesem Fall vollkommen preisunelastisch.
(2) Im einfachen IS-LM-Modell der  Keynesschen Lehre wird demgegenüber von
(oligopolistischer) Preisstarrheit ausgegangen. Die Anbieter passen sich bei gegebenem
Preisniveau durch Mengenvariation an die
jeweilige gesamtwirtschaftliche Nachfrage
an. In diesem Fall verläuft die aggregierte
Angebotskurve auf dem herrschenden Preisniveau P waagerecht. Das gesamtwirtschaftliche Angebot ist vollkommen preiselastisch. (3) Zwischen diesen beiden Extremen liegt der alternativ in keynesianischen
Modellen und in der neoklassischen Synthese
angenommene Fall, dass die Anbieter (a) bei
vollkommener Konkurrenz, (b) bei gegebenen  Mindestlöhnen und Lohnstarrheit
nach unten und (c) gegebenen Preisen die
Produktions- und Angebotsmengen gewinnmaximierend so anpassen, bis der Preis den
(Lohn-)Grenzkosten entspricht ( polypolistische Preisbildung). Die aggregierte Angebotskurve entspricht dann der aggregierten
Grenzkostenkurve aller Anbieter und weist
bei abnehmender Grenzproduktivität des
Faktors Arbeit einen ansteigenden Verlauf
auf. Das gesamtwirtschaftliche Angebot reagiert in diesem Fall positiv und preiselastisch
( Y s  Y s (P) ).  Der Schnittpunkt von 
aggregierter Nachfragekurve und aggregierte
Angebotskurve bestimmt das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht
Nachfragekurve beschreibt den Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlicher Güternachfrage Y d und Preisniveau P.  Verlauf: Im Normalfall zeigt die aggregierte
Nachfragekurve Y d (P) im Preis-MengenDiagramm einen fallenden Verlauf, d. h. mit
sinkendem Preisniveau nimmt Y d zu. Der
Schnittpunkt von aggregierter Nachfragekurve und  aggregierter Angebotskurve bestimmt das gesamtwirtschaftliche Preis- und
Mengengleichgewicht.
Y d (P)
Agiotheorie, Kapital- und Zinstheorie, aus-
gehend von der Mindereinschätzung künftiger Bedürfnisse (eine Gütereinheit wird
morgen geringer bewertet als eine Einheit
heute). Sparen (S) und damit Konsumverzicht heute erfolgt demnach nur, wenn dadurch der zusätzlich mögliche Zukunftskonsum höher ist als der Verzicht an Gegenwartskonsum. Dieser prozentuale Aufschlag
(Agio) ist der Zins (i), das Entgelt des Sparens- bzw. Kapitalangebots. S steigt mit i.
Agrareinkommenspolitik,  Agrarpolitik.
Agrarmarktordnung,  Agrarpolitik.
Y s (P)
aggregierte Nachfragekurve, Gesamtnachfragekurve, aggregate demand curve,
Begriff der Makroökonomik. Die aggregierte
Agrarpolitik, Landwirtschaftspolitik; 1. Begriff: Gesamtheit der Maßnahmen zur Beeinflussung von Ordnung, Struktur und Prozessen in der Landwirtschaft. 2. Probleme: a)
Strukturprobleme: Schrumpfung des Agrarsektors auf Grund gestiegener Produktivität
und mangelnder Nachfrage nach Agrarerzeugnissen und zu kleiner Betriebsgrößen; 
b) Einkommensprobleme: Zurückbleiben der
landwirtschaftlichen Einkommen hinter der
allgemeinen Einkommensentwicklung (Ein-
Agrarreformen.
kommensdisparität);  c) Überschussprobleme: riesige Agrarüberschüsse in der  EU als
Ergebnis der einkommensorientierten Interventionspolitik, während viele  Entwicklungsländer unter chronischer Lebensmittelknappheit leiden.  d) Umweltprobleme (mit
der Landwirtschaft als verursachender und
betroffener Wirtschaftssektor): Bodenerosionen durch zu intensive Wirtschaftsweisen,
Boden- und Gewässerbelastung durch den
Einsatz von Umweltchemikalien (Düngeund Pflanzenschutzmittel), Waldschäden und
Bodenbelastungen durch den Sauren Regen;
 3. Ziele: a) Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum;  b) Teilnahme der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft
an der allgemeinen Einkommens- und Wohlstandsentwicklung;  c) Versorgung der Bevölkerung und Wirtschaft mit hochwertigen
Agrarerzeugnissen;  d) Beitrag zur Lösung
der globalen Agrar- und Ernährungsprobleme;  e) Schutz und soziale Sicherung der
bäuerlichen Familienbetriebe;  f) Durchsetzung des Umweltschutzes (Naturschutz,
Landschaftsschutz, Tierschutz) in der Landwirtschaft;  g) Beteiligung der Landwirtschaft an der Landschaftspflege;  4. Bereiche: a) Agrarverfassungspolitik: Setzung der
rechtlichen Rahmenbedingungen z. B. für
Grundeigentum, Pacht, Grundstücksverkehr,
Vererbung, Arbeitsverhältnisse, Agrarmärkte
(Agrarmarktordnung), soziale Sicherung und
das Verbandswesen;  b) Agrarstrukturpolitik: Verbesserung der Produktionsgrundlagen
und damit der strukturbedingten Einkommenslage durch gezielte Betriebsförderung
und Flurbereinigung;  c) Agrarmarktpolitik:
Preis-, Mengen- und Subventionspolitik im
Rahmen der Agrarmarktordnung der EU; 
d) Agrarsozialpolitik: Aufbau und Verbesserung der sozialen Sicherung der selbständigen Landwirte und mithelfenden Familienangehörigen;  e) Agrarumweltpolitik: Integration verschiedener Umweltziele in agrarpolitische Konzepte; insbesondere gilt es, 
externe Effekte der Landnutzung zu identifizieren, zu bewerten und ihre Internalisierung
in einer integrierten Agrarpolitik zu prüfen.
Agrarreformen. 1. Seit 1984 kommt es in
der  EU zu Agrarreformen, die die negativen Konsequenzen der Agrarmarktordnungen
und damit der protektionistischen Agrarpreispolitik einschränken sollen (1984 Garantiemengenregelung auf dem Milchmarkt,
1988 freiwillige Flächenstilllegungen).  2.
Die große Agrarreform von 1992: Die große
Reform beinhaltete im Wesentlichen einen
Abbau der Preisstützung bei Getreide und
Rindfleisch sowie eine Kompensation der
Preissenkung durch flächen- bzw. tiergebundene Beihilfen. Um in den Genuss der Hektarprämie (Preisausgleich) bei Getreide zu
gelangen, müssen Landwirte für einen Stilllegungsausgleich einen Teil der Anbaufläche
stilllegen.  3. Mit der Agenda 2000 legte die
EU-Kommission Pläne für eine weitere
(GAP) bis zum Jahre 2006 vor: (1) Entkoppelung der Direktzahlungen von der Produktion (Kürzung der Interventionspreise für
Milch und Getreide und des Grundpreises für
Rindfleisch sowie zur Kompensation mehr
direkte Einkommensbeihilfen). (2) Die Direktzahlungen werden mit Standards in den
Bereichen Umwelt- und Tierschutz sowie
Lebens- und Futtermittelsicherheit verknüpft.
(3) Bereitstellung von Mitteln für die Förderung der ländlichen Entwicklung durch
Kürzung der Direktzahlungen. (4) Eine neue
Marktordnung für Wein sollte eine kontrollierte Aufstockung des Weinbaupotenzials
sichern.  4. Reformpläne von 2008 bis 2012:
Modernisierung der EU-Agrarpolitik durch
schrittweise Umschichtung von 13 % der
direkten Beihilfen (insbesondere zu Lasten
von Großbetrieben) in Projekte der landwirtschaftlichen Entwicklung (Programme zum
Umweltschutz und zur sparsamen Wasserbewirtschaftung). Um die Landwirtschaft
wettbewerbsfähiger zu machen, sollen
marktstützende Aufkäufe von Hartweizen
und Schweinfleisch abgeschafft werden. Die
Obergrenze für die Milchproduktion soll
2015 ganz wegfallen, bis dahin soll zum
Übergang jährlich um 1 % steigen. Die Subvention von Bio-Kraftstoffen soll gestrichen
Agrarsozialpolitik,  Agrarpolitik.
Agrarstrukturpolitik,  Agrarpolitik.
Angebotsüberhänge
auf Agrarmärkten, insbesondere in der  EU.
Überschüsse fallen dort als Folge der protektionistischen Agrarpreispolitik an und verursachen Ausgaben der öffentlichen Haushalte
für  Exportsubventionen an. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind die Agrarüberschüsse
jedoch nicht das Hauptproblem, sondern die
Agrarüberschüsse.
Alimentationsprinzip,
hohen Kosten (Wohlstandverluste),
denen sie produziert werden.
Agrarumweltpolitik.
 Agrarpolitik.
Akkumulationstheorie  Marxismus.
AKP-Staaten, Staaten in Afrika, im Karibi-
schen Raum und im Pazifischen Ozen, mit
denen die  EU seit ihren Anfängen besondere politische, wirtschaftliche und soziale
Beziehungen auf der Basis eines  Assoziierungsabkommens (Abkommen von Contonou aus dem Jahre 2000) pflegt. Die 79
AKP-Staaten erhalten z. B. umfangreiche Finanzmittel aus dem Europäischen Entwicklungsfonds ( EEF).
Aktionsparameter, vom einzelnen Handlungsträger unmittelbar beeinflussbare Größen (z. B. die Artikelpreise, Sortimentsbreite
und -tiefe, Warenpräsentation, Werbung, Serviceleistungen einer Einzelhandelsunternehmung), die als Mittel zur Erreichung seiner
Zielsetzung (z. B. der Gewinnmaximierung)
selbstständig eingesetzt werden können. 
Erwartungsparameter hingegen sind die vom
betrachteten Akteur durch den Einsatz seiner
eigenen Aktionsparameter nur mittelbar beeinflussbaren a) eigenen Ergebnisgrößen
(z. B. der zu erwartende Absatz), aber auch
b) die ergebnisrelevanten Aktionsparameter
anderer Handlungsträger, z. B. die Absatz
beeinflussenden Reaktionen eventueller Konkurrenten ( Aktions-Reaktions-Verbundenheit) und nicht zuletzt der Nachfrager.
Aktions-Reaktions-Verbundenheit,
Interaktionsprozesse von Akteuren auf Oligopolmärkten ( oligopolistische Preisbildung). Während der Monopolist sich um
Konkurrenten nicht zu kümmern braucht, der
Polypolist sie wegen des geringen Konkurrenzeinflusses nicht identifizieren kann, muss
der Oligopolist beim Einsatz seiner  Aktionsparameter die Reaktion der Konkurrenten
berücksichtigen. Die wahrgenommene Aktions-Reaktions-Verbundenheit muss freilich
nicht mit der objektiv gegebenen Reaktionsweise übereinstimmen. Die subjektive Aktions-Reaktions-Verbundenheit wird mit Hilfe
der Verhaltensweise erfasst. Bei der oligopolistischen Verhaltensweise wird dagegen eine
bestimmte Konkurrenzreaktion erwartet.
Aktive Arbeitsmarktpolitik,  Arbeits-
aktivistische Wirtschaftspolitik, eine
Wirtschaftspolitik, die auf den gegenwärtigen
oder erwarteten Zustand der Wirtschaft reagiert bzw. Einfluss nehmen will, z.B. expansive oder kontraktive  Geldpolitik und 
Rentenwert,
Akzelerationsprinzip. 1. Begriff: Investi-
tionshypothese der  Makroökonomik, die
einen linearen Zusammenhang zwischen den
Nettoinvestitionen einer Periode und den
Veränderungen der (Netto-) Produktion gegenüber der Vorperiode annimmt, d.h. durch
Produktionsänderungen werden in einem
durch den sog. Akzelerationskoeffizienten
(Akzelerator) festgelegten Verhältnis bestimmte Nettoinvestitionen ausgelöst ( induzierte Größen).  2. Bedeutung: In Kombination mit dem  Multiplikator ( Multiplikator-Akzelerator-Modelle) wird das Akzelerationsprinzip zur Erklärung von  Konjunkturschwankungen herangezogen. Empirisch
konnte das Akzelerationsprinzip allerdings
nur bei Vorratsinvestitionen nachgewiesen
werden. In neuerer Zeit wird das Akzelerationsprinzip durch das  Kapitalstockanpassungsprinzip modifiziert.
Akzelerator,  Akzelerationsprinzip.
Akzeptanzlohn, ein Lohn, den sich ein
Arbeitsloser bei der Arbeitssuche aufgrund
unvollkommener Information als akzeptabel selbst vorgibt, wobei er zwischen einer
weiteren Suche auf ein späteres höheres
Lohnangebot und der Akzeptanz eines früheren niedrigeren Lohnes abwägt. Da eine
Kürzung des  Arbeitslosengeldes die Kosten der Weitersuche erhöht, müsste dies zu
einer Absenkung des Akzeptanzlohnes und
damit zu einem Abbau der Sucharbeitslosigkeit führen. Die gleiche Wirkung dürften
infolgedessen Verschärfungen von Zumutbarkeitskriterien und Sperrfristen haben.
Alimentationsprinzip, nach verfassungsrechtlicher Interpretation einer der in Art. 33
Abs. 5 GG angesprochenen hergebrachten
Grundsätze des Berufsbeamtentums, die den
Dienstherrn im öffentlichen Dienst verpflich-
Alleinvermittlungsrecht
ten, für eine (amts-)angemessene Besoldung
und Versorgung der Beamten und seiner
Familie zu sorgen. Hierauf gründet sich die
Ausgliederung des Systems der sozialen 
Sicherung im öffentlichen Dienst ( soziale
Sicherung) aus dem allgemeinen Sozialversicherungssystem (mit Ausnahme aus der 
Pflegeversicherung).
Alleinvermittlungsrecht,
Vermitt-
lungsmonopol.
allgemeine Gleichgewichtstheorie, 
Gleichgewicht, Totalanalyse.
allgemeines Präferenzsystem,  APS.
Allgemeines Kriegsfolgengesetz (AKG),
Gesetz zur allgemeinen Regelung durch den
Krieg und den Zusammenbruch des Deutschen Reiches entstandener Schäden, 
allgemeine Wirtschaftspolitik, Economic
Policy, Applied Economics; 1. Begriff: Die
allgemeine Wirtschaftspolitik ist als theoretische Grundlage der Wirtschaftspolitik zu
verstehen. Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Analyse spezieller Bereiche der Wirtschaftspolitik (z. B.  Geldpolitik,  Finanzpolitik,  Einkommenspolitik,  Verteilungspolitik,  Konjunkturpolitik,  Wachstumspolitik,  Beschäftigungspolitik usw.)
befasst sich die allgemeine Wirtschaftspolitik
mit der grundsätzlichen Systematik wirtschaftspolitischer Handlungen weitgehend
ohne den konkreten Bezug auf bestimmte
ökonomische Ziele oder Gegebenheiten.
Auch die Analyse bestimmter wirtschaftswissenschaftlicher Theorien, die politischpraktische Relevanz besitzen ( Keynessche
Lehre,  Monetarismus), zählt nicht direkt
zum Gegenstand der allgemeinen Wirtschaftspolitik. Jedoch können diese und
andere Theorien der Makroökonomik zur
praktischen Umsetzung der allgemeinen
Wirtschaftspolitik herangezogen werden. Die
allgemeine Wirtschaftspolitik bezeichnet
daher die allgemeine Erklärung wirtschaftspolitischer Aktivitäten staatlicher Instanzen.
 2. Systematisierung: Um die allgemeine
Wirtschaftspolitik zu strukturieren, werden
verschiedentlich Aufteilungen vorgenommen, z. B. in Ordnungspolitik ( Ordnungsökonomik) und  Prozesspolitik, gelegentlich ergänzt durch die  Strukturpolitik. Eine
andere Systematik folgt der Aufteilung in
quantitative Wirtschaftspolitik und qualitative Wirtschaftspolitik. Daneben bestehen
funktionelle Systematisierungen, die sich auf
eine bestimmte Zielsetzung ( Ziel der
Wirtschaftspolitik) oder auf den speziellen
Instrumenteneinsatz ( Mittel der Wirtschaftspolitik) beziehen.  3. Struktur: Unter
der Beachtung des allgemeinen Handlungsaspekts wirtschaftspolitischer Maßnahmen
lässt sich der systematische Fragenkatalog
aufstellen: Wer macht was, warum und wie?
Daraus lassen sich charakteristische Elemente der allgemeinen Wirtschaftspolitik entwickeln. (a) Eine erste unmittelbare Charakteristik folgt aus der Zielrichtung der wirtschaftspolitischen Maßnahmen und den
Maßnahmen im instrumentalen Sinne selbst:
Die Ziele und Mittel der Wirtschaftspolitik.
Zusammen mit dem Träger der Wirtschaftspolitik, der den Akteur der Maßnahmen
bezeichnet, bilden sie die Kernstruktur der
allgemeinen Wirtschaftspolitik (b) Die Frage
nach dem Wie führt erstens zu der Forderung
der Rationalität der wirtschaftspolitischen
Maßnahmen. Rational im grundsätzlichen
Sinne von vernünftig, einsichtig und zweckmäßig verweist auf die Notwendigkeit, dass
zwischen den eingesetzten Mitteln und den
damit zu erreichenden Zielen ein Zusammenhang bestehen muss, der sich auch wissenschaftlich begründen lässt und eine bestimmten Methodik der Wissensgewinnung
erfordert. Als weitere charakteristische Elemente der allgemeinen Wirtschaftspolitik
bestehen somit der wirtschaftspolitische ZielMittel-Zusammenhang als inhaltliche und
formale Beschreibung der zu Grunde liegenden ökonomischen Theorie und die  Methodologie, mittels derer diese ökonomische
Theorie entwickelt wurde. Die Methodologie
ist nicht zuletzt deshalb von hoher Bedeutung für die allgemeine Wirtschaftspolitik,
weil sie maßgeblich für die politische Akzeptanz einer wirtschaftspolitisch angewandten
ökonomischen Theorie ist.  Die zweite
Antwort auf das Wie der wirtschaftspolitischen Maßnahme verweist auf den  Prozess
der Wirtschaftspolitik. Wirtschaftspolitische
Aktionen folgen einer allgemein formulierbaren Handlungssystematik, die in einzelne
Ablaufphasen untergliedert wird (Information, Entscheidung, Durchführung, Kontrolle
und Modifikation). Der wirtschaftspolitische
Prozess trägt dabei wieder Züge der anderen
Strukturelemente (Träger, Mittel und Ziele
der einzelnen Prozesshasen).
Gegensätze:  Einphasenumsatzsteuer,
Mehrphasenumsatzsteuer.
Allgemeinverbindlichkeitserklärung, 
Als-ob-Konkurrenz,  Wettbewerbstheo-
Mindestlohngesetze.
Allmenderessource, Common Property
Resource; natürliche Ressource ( Umweltund Ressourcenökonomik) im Gemeineigentum, z. B. Grundwasser, Erdgas oder Kohle.
Bei uneingeschränkter Zugriffsmöglichkeit
besteht die Gefahr der vorzeitigen Erschöpfung. Unregulierte Märkte führen bei Allmenderessourcen nicht zu optimalen Marktergebnissen ( Marktversagen). Ursache für
die Fehlallokation ist der fehlende Anreiz für
den individuellen Ressourcennutzer, die von
ihm verursachten  Nutzungskosten zu
berücksichtigen. Zur Korrektur von Fehlentwicklungen werden Beschränkungen der
Nutzungsrechte oder steuerpolitische Maßnahmen (z. B.  Abbaumengensteuern) vorgeschlagen.
Allokation, Verteilung von Gütern und Faktoren im Hinblick auf Personen oder Produktionsprozesse. In  Marktwirtschaften wird
die Allokation primär über Güter- und Faktorpreise (Preismechanismus) bestimmt. 
Vgl. auch  Wohlfahrtsökonomik,  konstitutioneller Wissensmangel.
Allokationsfunktion des Preises, Beg-
riff der  Preistheorie, der den Faktorpreisen
die Funktion zuschreibt, für eine effiziente
Verteilung der  Produktionsfaktoren auf die
einzelnen Wirtschaftsbereiche einer Volkswirtschaft zu sorgen. Da die Branchen mit
höherer Produktivität und Rentabilität im
Wettbewerb um die Produktionsfaktoren
auch höhere Faktorpreise zahlen können,
fließen diese in die produktivsten Verwendungen. Voraussetzungen: freie Preisbildung
auf den Güter- und Faktormärkten sowie eine
uneingeschränkte  Faktormobilität, die von
der Allokationspolitik zu gewährleisten sind.
Umsatzsteuersystem, bei dem auf allen Stufen der Handels- bzw. Leistungskette Umsatzsteuer erhoben wird. Nur die Allphasenumsatzsteuer
gewährleistet die volle umsatzsteuerliche
Erfassung des Endverbrauchs.  Bruttoumsatzsteuer und  Nettoumsatzsteuer entsprechen dem Allphasenumsatzsteuersystem. 
Allphasenumsatzsteuer,
Als-ob-Konzept,  Kartellrecht.
Altenhilfe,  soziale Mindestsicherung, 
Altenquotient, demographische Kennziffer: Verhältnis der Personen im Alter von 0
bis unter 20 Jahren zu 100 Personen im
erwerbsfähigen Alter von 20 bis unter 65
Jahren (oder in Zukunft älter).
Altenquotient =
Bevölkerung > 65 J.
Bevölkerung 20 - <65 J.
Interpretation: Ein Altenquotient von 33%
zeigt an, dass zur Unterstützung eines Alten
drei Personen im erwerbsfähigen Alter zur
Verfügung stehen (Unterstützungsquotient)
bzw. dass drei Personen im erwerbsfähigen
Alter mit der Unterstützung eines Alten
belastet sind (Belastungsquotient).  Vgl.
auch Jugendquotient,  Gesamtquotient.
Alternativkosten,  Opportunitätskosten.
Alternativsubstitution,  Substitution.
Altersarmut, altersspezifische  Armut, die
in Deutschland nicht existiert, da nach dem
3. Armuts- und Reichenbericht der Bundesregierung von 2008 das Armutsrisiko älterer
Menschen (ab 65 Jahren) gemessen an der 
Armutsquote (mit 12 % im Jahre 2005) weit
unter dem Durchschnitt (18 %) liegt.
Altersrente,  gesetzliche Rentenversiche-
Alterssicherung, wichtiger Teil der 
sozialen Sicherung; gegliedert in die  gesetzliche Rentenversicherung, soziale Sicherung der freien Berufe, soziale Sicherung der
Beamten, zusätzliche Altersversorgung im
öffentlichen Dienst und Alterssicherung für
Landwirte (vgl. auch  Generationenvertrag). Faktisch übernehmen auch die  gesetzliche Unfallversicherung und die 
Kriegsopferversorgung Funktionen der Alterssicherung für spezielle Personenkreise.
Altersstruktureffekt
Altersstruktureffekt,  Bevölkerungspoli-
Altersteilzeit, Konzept der aktiven  Arbeitsmarktpolitik und  Arbeitszeitpolitik,
das für Arbeitnehmer ab 55 Jahre einen
gleitenden Übergang in den Ruhestand vorsieht. Rechtsgrundlage ist das Alterteilzeitgesetz vom 23.07.1996 in der Fassung vom
20.12.2007. Durch die Verkürzung der Arbeitszeit auf die Hälfte soll ein (Teil-)Arbeitsplatz für einen Arbeitnehmer frei gemacht werden, der sonst arbeitslos wäre. Die
Arbeitszeitverkürzung kann sowohl durch
Minderung der täglichen Arbeitszeit als auch
durch Aufteilung der bis zur Rente verbleibenden Arbeitszeit in eine Vollarbeitsphase
und eine Freistellungsphase umgesetzt werden. Wenn der Arbeitgeber diesen Arbeitsplatz mit einem Arbeitslosen wiederbesetzt,
erstattet die  Bundesagentur für Arbeit als
Anreiz einen Teil des Finanzierungsaufwandes. Dieser besteht für den Arbeitgeber in der
gesetzlichen Verpflichtung, zusätzliche Rentenbeiträge von mindestens 90 % des bisherigen Gehalts zu entrichten und dem Arbeitnehmer während der Altersteilzeit das regelmäßig gezahlte Teilzeitarbeitsentgelt (Regelarbeitsentgelt) um mindestens 20 % aufzustocken. Bei Entgelterhöhungen sind die
Zahlungen entsprechend anzupassen. Die
Firmenangehörigkeit der Arbeitnehmer bleibt
erhalten. Der Arbeitgeber ist u. U. durch
Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder eine
entsprechende kirchenrechtliche Regelung
verpflichtet, auf Verlangen eine Teilzeitvereinbarung zu schließen.
Altersvermögensgesetz,  Riesterrente.
Altersvorsorge, Alle Maßnahmen, die eine
Person selbst oder Dritte (z. B. der Staat) für
diese treffen, damit im Alter ein ausreichendes Einkommen gesichert ist. Zu unterscheiden sind die (1) gesetzliche Altersvorsorge
durch die  gesetzliche Rentenversicherung
einschließlich der Berufständischen Versorgung und Beamtenversorgung ( Sicherung
im öffentlichen Dienst), (2) betriebliche
Altersversorgung durch Direktzusagen, Pensionskassen oder -fonds, Unterstützungskassen oder Direktversicherungen und die (3)
private Altersvorsorge (a) staatlich gefördert
(z. B.  Riester-Rente und  Rürup-Rente)
und (b) ohne staatliche Förderung (z.B.
Privatvermögen wie Immobilieneigentum).
Altlasten, Ablagerungen und Altstandorte,
sofern von ihnen Umweltgefährdungen ausgehen oder zu erwarten sind.  Vgl. auch 
Umweltpolitik,  umweltpolitische Leitbilder,  Vorsorgeprinzip.
amtliche Statistik. 1. Begriff: Gesamtheit
der von speziellen Fachbehörden und den
übrigen Behörden der Gebietskörperschaften
( EU, Bund, Ländern und Gemeinden) für
staatliche, wissenschaftliche und private
Zwecke zusammengestellten Statistiken.  2.
Statistische Ämter: (1) Europäisches Statistisches Amt in Luxemburg, (2)  Statistisches
Bundesamt Deutschland in Wiesbaden, (3)
Statistische Landesämter.  3. Hauptthemengebiete: (1) Bevölkerungsstatistik, (2) Bildungsstatistik, (3) Gesundheitsstatistik, (4)
Sozialstatistik, (5) Rechtspflegestatistik, (6)
Umweltstatistik und (2) Wirtschaftsstatistik.
 4. Veröffentlichungen: (1) Statistische Jahrbücher, (2) periodische Fachserien, (3) Statistische Sonderbeiträge und Datenreihen im
charakterisieren bestimmte Eigenschaften
ökonomischer Modelle. Man unterscheidet
die statische, komparativ-statische, dynamische und evolutorische Analyse. Kriterium
für die Unterscheidung ist der Umgang mit
dem Problem der Zeit. (1) Bei der statischen
Analyse beziehen sich bei gegebenen funktionalen Beziehungen alle untersuchten Variablen auf den gleichen Zeitpunkt, d. h., das
Zeitproblem wird ausgeklammert. (2) Bei der
komparativ-statischen Analyse werden statische Gleichgewichtszustände miteinander
verglichen. Auch hier kommt nur eine DatenVariation, nicht aber die Zeit ins Spiel. (3) In
der dynamischen Analyse wird zwar ein
Ablauf in der Zeit simuliert, aber es bleibt
bei der rein physikalischen Zeit im Sinne
Newtons. (4) Erst bei der evolutorischen
Analyse wird die historische Zeit berücksichtigt, d. h. es werden auch Irreversibilitäten
und somit Veränderungen der funktionalen
Beziehungen durch prozessendogene Entwicklungen (z. B. Lernprozesse) und Pfadabhängigkeiten thematisiert.
Analyse-Methoden.
Anbieterpolypol,  Polypol.
Angebot, Menge an Gütern, die zum Ver-
kauf oder Tausch angeboten wird. Als wichtigste Determinante des Angebots wird der
Preis angesehen. Erfasst wird das Angebotsverhalten durch  Angebotsfunktionen. 
Vgl. auch  aggregierte Angebotskurve.
Angebotsdruckinflation, Inflation.
Angebotselastizität, Verhältnis von relativer Veränderung der Angebotsmenge (als
Wirkung) zur relativen Veränderung des Angebotspreises (als Ursache). Bei Normalreaktion der Anbieter ( Polypol), wenn nämlich
die Angebotsmenge bei steigendem Preis zunimmt, ist die Angebotselastizität positiv. Je
niedriger die Angebotselastizität, umso weniger reagiert das Unternehmen bzw. die
Branche auf Preisänderungen.
Angebotsfunktion, funktionale Beziehung
der Angebotsmenge eines Gutes in Abhängigkeit von seinem Preis. Als Normalreaktion wird angenommen, dass das Güterangebot
mit steigendem Preis zunimmt, so dass die
Angebotskurve (= Graph der Angebotsfunktion) im Preis-Mengen-Diagramm ansteigend
verläuft. Man unterscheidet Angebotskurven
auf der Unternehmens-, Markt-(Branchen-)
und gesamtwirtschaftlichen Ebene ( aggregierte Angebotskurve). Die Markt-Angebotsfunktion ergibt sich durch  Aggregation der
individuellen Angebotsfunktionen der einzelnen Unternehmungen ( Polypol).
Angebotsmonopol,  Monopol.
Angebotsökonomik. Die Angebotsöko-
nomik betont die Bedeutung der Angebotsseite auf dem gesamtwirtschaftlichen Gütermarkt; damit entsteht eine deutliche Gegenposition zur Betonung der Nachfrageseite in
der  Keynesschen Lehre.  Unter Angebotsökonomik i. e. S. versteht man die Lehre,
die ausschließlich auf die Angebotsseite setzt
und die Nachfrageseite vernachlässigt. Die
Angebotsökonomik hatte großen Einfluss auf
die Wirtschaftspolitik der Reagan-Administration (Reaganomics) und von Margret
Thatcher in Großbritannien (Thatcherismus).
In der BRD wurde eine gemäßigte Form der
Angebotsökonomik durch den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ( SVR) propagiert.  Vgl. auch  Stabilisierungspolitik.
Angebotsoligopol,  Oligopol.
Angebotspolitik,  Angebotsökonomik.
Angebotsschock, eine gesamtwirtschaftliche Störung, welche die Produktionskosten
erhöht und zu einer Aufwärtsverschiebung
der  aggregierten Angebotskurve führt. 
Beispiel: Erdölpreiserhöhungen 1973/74. Unmittelbare Folgen sind eine Erhöhung des
Preisniveaus ( Inflation) und ein Produktionsrückgang.
Angebotsüberhang, Angebotsüberschuss;
Preisfunktionen,  Totalanalyse.
Ankerwährung, starke Währung, an die
Währungen anderer Länder rechtlich (z. B.
der US-Dollar im  Bretton Woods System)
oder faktisch (z.B. die DM im früheren
Europäischen Währungssystem) gekoppelt
Anleihe, Schuldverschreibung, Obligation,
Bond. Sammelbezeichnung für Wertpapiere
mit (meist) fester Verzinsung, in marktgängiger Stückelung, in denen die Gläubigerrechte
verbrieft sind; Begebung i. d. R. zur langfristigen Schuldaufnahme in größerem Umfang
am in- und ausländischen Kapitalmarkt. Die
Emission bedarf staatlicher Genehmigung. 
Arten: a) Anleihen der öffentlichen Hand, b)
Bankschuldverschreibungen der Kreditinstitute; c) Anleihen der gewerblichen Wirtschaft; d) Auslandsanleihen.
Anpassungsflexibilität,  Wettbewerbs-
Anpassungspolitik,  positive Anpas-
sungspolitik,  sektorale Strukturpolitik,
Versorgungspflicht,
Verpflichtung eines  Versorgungsbetriebes,
jedermann an das Versorgungsnetz anzuschließen und zu versorgen (soweit wirtschaftlich zumutbar). Die Verpflichtung bedeutet, im Versorgungsgebiet ein leistungsfähiges Versorgungsnetz zu errichten und zu
unterhalten. Der Anschluss- und Versorgungspflicht steht ein einklagbarer Anspruch
jedes potenziellen Abnehmers im Versorgungsgebiet gegenüber.
anthropozentrischer Ansatz, Fundamen-
talprinzip der
Umwelt- und Ressourcen-
ökonomik, nach dem die Natur nur insoweit
Wert hat, wie sie dem Menschen nützt. Der
anthropozentrische Ansatz wird häufig als
Bekenntnis zur rücksichtslosen Ausbeutung
der Natur missverstanden. In der  Umweltund Ressourcenökonomik wird jedoch gezeigt, dass der anthropozentrische Ansatz mit
einem haushälterischen Umgang mit der
Natur vereinbar ist.  Gegensatz:  ökozentrischer Ansatz.
Anti-Dumping-Zoll.  Zoll, durch den
Dumping-Preise ( Dumping) für importierte Güter aus bestimmten Herkunftsländern
ausgeglichen werden sollen. Das  GATT
beinhaltet eigene Regeln für Anti-Dumping
Zölle.  Vgl. auch  Anti-Dumping-Verfahren.
Rechtsverfahren, mit denen sich die amerikanische Wirtschaft auf Grund des Antidumping Acts von
1921 gegen unerwünschte Importe aus dem
Ausland wehren kann, in dem sie Klage
gegen denjenigen erhebt, der Waren zu
Dumping-Preisen ( Dumping) in die USA
liefert. In der Regel werden ganze Länder
verklagt und damit alle Exporteure der
betreffenden Güter aus dem verklagten Land.
Es gibt hunderte solcher Verfahren für Waren
aller Art. Stellt die International Trade Commission (ITC) als regierungsunabhängige Behörde fest, dass ein Wirtschaftszweig durch
Dumping geschädigt wird, prüft die International Trade Administration (ITA) im nächsten Schritt, in welcher Höhe gedumpt wurde.
Am Ende des Verfahrens können Strafzölle
( Anti-Dumping-Zoll) verhängt werden.
Anti-Dumping-Verfahren,
durch ein kreditfinanziertes Budgetdefizit die
Wirtschaft aus der Rezession ( Konjunkturphasen) führen und zur konjunkturellen
Belebung beitragen. Vermindert andererseits
der Staat seine Ausgaben (Nachfrage) und/
oder erhöht seine Einnahmen in einer wirtschaftlichen Aufschwungphase (Verminderung des Budgetdefizits bzw. Erzielung von
Budgetüberschüssen), so kann dies die Konjunktur dämpfen und mögliche Überhitzungserscheinungen vermeiden helfen. Ein
wesentliches Problem der antizyklischen
Fiskalpolitik ist ihre möglicherweise  prozyklische Wirkung (prozyklische Fiskalpolitik).  Vgl. auch  Finanzpolitik,  regelgebundene Finanzpolitik,  Fiskalpolitik, 
antizyklische Wirtschaftspolitik, Wirtschaftspolitische Maßnahmen um unerwünschten wirtschaftlichen Entwicklungen,
wie sie im Verlauf der konjunkturellen Entwicklung auftreten, entgegenzuwirken. Die
antizyklische Wirtschaftspolitik ist damit
wesentlicher Bestandteil der  Konjunkturpolitik.
APEC, Asia-Pacific Economic Cooperation,
Asiatisch-Pazifisches Wirtschaftsforum, 1989
in Canberra auf Initiative von Australien,
Japan und den USA gegründete internationale Organisation mit dem Ziel, im pazifischen
Raum eine  Freihandelszone zu errichten.
Die 21 Mitgliedstaaten, die etwa die Hälfte
der Weltbevölkerung und Weltwirtschaft repräsentieren, haben bisher mehr als 40 biund multilaterale Abkommen nach den Regeln der  WTO geschlossen und bisher 20
Gipfeltreffen abgehalten.
Antitrust-Bewegung, Bewegung, die sich
gegen Machtkonzentration in der Wirtschaft
antizyklisch, gegen den Konjunkturverlauf
( Konjunkturschwankungen,  Konjunkturzyklus) gerichtete Bewegung ökonomischer Größen oder Wirkung wirtschaftspolitischer Maßnahmen ( Konjunkturpolitik). 
Gegensatz:  prozyklisch.
antizyklische Fiskalpolitik, Bezeichnung
für eine Gestaltung des Staatshaushalts (Einnahmen und Ausgaben) im Hinblick auf die
Glättung der zyklischen Schwankungen bei
Realisierung eines langfristig positiven
Trends. Danach soll der Staat einerseits
APS, allgemeines Präferenzsystem, Genera-
lized System of Preferences (GSP), Konzept
der Europäischen Union ( EU) mit dem
Zweck, die wirtschaftliche Entwicklung der
Dritten Welt durch die Einräumung von Handelspräferenzen zu fördern (Konzept des Aid
by Trade).  Das Hauptmerkmal des APSKonzepts besteht darin, dass gewerbliche
Erzeugnisse aus den Entwicklungsländern
bei der Einfuhr in die EU ein mengenmäßig
begrenzter Zollvorteil gewährt wird. Im Unterschied zu den speziellen Handelspräferenzen, welche die EU bestimmten Ländergruppen (z. B. den Mittelmeerländern oder den
AKP-Staaten) eingeräumt hat, gelten die
APS-Vergünstigungen gegenüber nahezu al-
len Entwicklungsländern. Das APS ist eine
nach dem  GATT zulässige Ausnahme vom
Prinzip der  Meistbegünstigung.
Beitragszahler in der  Rentenversicherung,
die zusammen mit den  Äquivalenzrentnern
zur Berechnung von  Rentnerquotienten
herangezogen werden, welche wiederum in
den demographischen  Nachhaltigkeitsfaktors in die Bestimmungsformel des aktuellen
Rentenwerts eingehen. Die Zahl der Äquivalenzbeitragszahler wird ermittelt, in dem das
Gesamtvolumen der Beiträge durch den auf
das Durchschnittsentgelt entfallenden Beitrag
desselben Kalenderjahres dividiert wird.
Äquivalenzbeitragszahler,
Äquivalenzeinkommen, Konzept der Sta-
tistik der  personellen Einkommensverteilung, bei dem zur Ermittlung des (realen)
Durchschnittseinkommens eines Mehrpersonenhaushalts eine Äquivalenzgewichtung
vorgenommen wird, um sowohl Haushaltsgrößenersparnisse als auch den unterschiedlich hohen Bedarf von Erwachsenen und
Kindern zu berücksichtigen. Die in der EU
verwendete Äquivalenzskala der OECD
berücksichtigt (a) den Haushaltsvorstand mit
einem Gewicht von 1, (b) weitere Haushaltsmitglieder ab einem Alter von 15 Jahren
mit einem Gewicht von 0,5 und (c) Kinder
im Alter von weniger als 15 Jahren mit einem Gewicht von 0,3. Ein Haushalt mit zwei
Erwachsenen und zwei Kindern unter 15
Jahren muss demzufolge zur Erreichung
eines vergleichbaren Lebensstandards nicht
das 4-fache Einkommen eines Ein-PersonenHaushaltes verdienen, sondern nur das 2,1fache Einkommen. Das äquivalenzgewichtetes Pro-Kopf-Einkommen des Haushalts erhält man durch Division des Haushaltseinkommens durch die Summe aller Äquivalenzgewichte.  Die Äquivalenzgewichtung
wird bei der Ermittlung des persönlichen 
Markteinkommens (Primäreinkommen vor
Umverteilung) und des persönlichen Nettoeinkommens (Sekundäreinkommen nach
Umverteilung) vorgenommen, woraus sich
die Begriffe Marktäquivalenzeinkommen und
Nettoäquivalenzeinkommen ergeben. Das
Nettoäquivalenzeinkommen wird auch zur
Bestimmung der  Armutsgrenze herangezogen.
Äquivalenzgewichtung,  Äquivalenz-
einkommen,  Familiensplitting.
Äquivalenzprinzip, Grundsatz der Gleichheit von Leistung und Gegenleistung. In der
 Finanzwissenschaft ist das Äquivalenzprinzip eines der  Besteuerungsprinzipien,
nach dem sich Leistung des Steuerzahlers
und Gegenleistung des Staates entsprechen
sollen.  Gegensatz:  Leistungsfähigkeitsprinzip.
Äquivalenzrentner, Anzahl der Rentner in
der Rentenversicherung, die zusammen mit
den Äquivalenzbeitragszahlern zur Berechnung von  Rentnerquotienten herangezogen
werden, welche wiederum in den demographischen  Nachhaltigkeitsfaktors in die
Bestimmungsformel des aktuellen Rentenwerts eingehen. Die Zahl der Äquivalenzrentner wird ermittelt, indem das Gesamtvolumen der Renten durch eine Regelaltersrente desselben Kalenderjahres (mit 45 Entgeltpunkten) dividiert wird.
Äquivalenztheorie,
Interessentheorie,
Steuerrechtfertigungslehre, Rechtfertigung
der Besteuerung als eine vertragsmäßige
Gegenleistung des Einzelnen für den Nutzen,
den ihm der Staat gewährt. Die Höhe der
Steuer soll vom Umfang der vom Staat erbrachten Leistungen abhängen ( Äquivalenzprinzip).
Arbeit, 1. Begriff: Zielgerichtete, soziale,
planmäßige und bewusste, körperliche und
geistige, typisch menschliche Tätigkeit.  2.
Volkswirtschaftstheorie:  Produktionsfaktor
neben Boden und Kapital. Arbeit ist wie
Boden ein originärer Produktionsfaktor. 
Problematisch ist, dass die Untrennbarkeit
von Mensch und Arbeitskraft unberücksichtigt bleibt; deshalb wird Arbeit als eigentlicher Produktionsfaktor, Boden und Realkapital als Produktionsmittel bezeichnet (Preiser).
Vgl. auch  Arbeitswertlehre.  Da die
Person des Arbeitenden und die Abgabe von
Arbeitsleistungen nicht trennbar sind, stellt
eine zunehmende  Arbeitsteilung (Spezialisierung) eine Einschränkung der Selbstbestimmung und -entfaltung bis hin zur völligen Fremdbestimmung des Arbeitnehmers
und damit eine Ursache für soziale Spannungen dar. Dem sollen Betriebsverfassungsund Mitbestimmungsgesetze entgegenwirken.
Arbeitgeber, 1. Begriff: natürliche oder juristische Person, die mindestens einen  Arbeitnehmer beschäftigt. Arbeitgeber bieten
zwar nach allgemeinem Sprachgebrauch (auf
dem Stellenmarkt) Arbeitsplätze an, wirtschaftlich gesehen sind sie aber Nachfrager
auf dem Arbeitsmarkt, wo sie zu (den i. d. R.
von  Arbeitgeberverbänden ausgehandelten) Tariflöhnen oder höheren Effektivlöhnen
 Arbeit als einen  Produktionsfaktor
nachfragen.  2. Hauptrechte: (1) Direktionsoder Weisungsrecht, (2) Kündigungsrecht
und (3) Kontrolle der Arbeitsleistung des
Arbeitnehmers.  3. Hauptpflichten: (1)
Zahlung des Arbeitsentgelts (Lohn, Gehalt),
(2) Beschäftigungspflicht, (3) Fürsorgepflicht, (4) Gleichbehandlung der Arbeitnehmer sowie (5) ordnungsgemäße Berechnung und Abführung der Lohnsteuer und
Versicherungsbeiträge.
Arbeitgebervereinigungen; nach dem GG zulässige (und
damit vom allgemeinen  Kartellverbot des
GWB ausgenommene) Zusammenschlüsse
von  Arbeitgebern zur Wahrnehmung gemeinsamer Interessen als Nachfrager auf den
Arbeitsmärkten, insbesondere als Tarifpartei
zum Abschluss gemeinsamer Tarifverträge
(z.B. von Tariflöhnen, tariflichen Arbeitsund Urlaubszeiten) sowie in arbeitsrechtlicher und sozialpolitischer Hinsicht. Vgl.
auch  Tarifautonomie.
Arbeitgebervereinigungen,  Arbeitge-
berverbände.
Arbeitnehmer, abhängig Beschäftigte; 1.
Begriff: natürliche Personen, die im Rahmen
eines privatrechtlichen Arbeitsvertrages für
einen  Arbeitgeber unselbständige, fremdbestimmte  Arbeit zu leisten haben.  2.
Arbeitnehmergruppen: Arbeiter, Angestellte,
leitende Angestellte und Auszubildende.  3.
Hauptrechte: Anspruch auf Lohn oder Gehalt, Gleichbehandlungsrecht, Fürsorgerecht,
Kündigungsrecht, Informationsrecht und Beschwerderecht.  4. Hauptpflichten: Arbeitspflicht, Erfüllung der Arbeitsanweisungen
und Wahrung der Betriebsinteressen (Treuepflicht, Geheimnispflicht).
Arbeitnehmerentgelt, neuer Begriff der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (
VGR) (bisher: Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit): Zusammenfassung der
Bruttolohn- und Gehaltssumme, der gesetzlich vorgeschriebenen und sonstigen Sozialkosten nach dem Inländerkonzept.  Vgl.
auch Arbeitseinkommensquote.
Arbeitnehmer-Entsendegesetz,  Min-
destlohngesetze.
Pauschbetrag gem. § 9a EStG in Höhe von 920 EUR,
den Arbeitnehmer als Werbungskosten bei
der Ermittlung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit abziehen können.
Arbeitnehmerpauschbetrag,
Arbeitnehmerschutz,  Arbeitsschutz
Arbeitnehmerüberlassung, Arbeitnehmerüberlassung ist nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) gegeben, wenn
ein Arbeitgeber (Verleiher) Arbeitnehmer
(Leiharbeitnehmer) Dritten (Entleihern) zur
Arbeitsleistung überlässt. Sie erschöpft sich
also in dem bloßen Zurverfügungstellen
geeigneter Arbeitskräfte, die der Dritte nach
eigenen betrieblichen Erfordernissen einsetzt.
Arbeitsangebot, Gesamtheit der auf einem
einzelnen oder dem (aggregierten) gesamtwirtschaftlichen  Arbeitsmarkt (unter den
gegebenen Rahmenbedingungen) freiwillig
für einen bestimmten Zeitraum angebotenen
Arbeitsleistungen (in Stunden). Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsangebot lässt sich z.B.
als Jahresdurchschnittswert durch das Produkt aus der durchschnittlichen Zahl der 
Erwerbspersonen (einschließlich der Arbeitslosen) und der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit berechnen.
Arbeitsangebotskurve, Instrument der 
Haushaltstheorie; gibt an, in welchem Stundenumfang ein  Haushalt zu alternativen
Reallohnsätzen den Faktor  Arbeit (unter
Abwägung von Freizeit und  Arbeitseinkommen) anzubieten bereit ist.
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM),
1. Begriff: Lohnkostenzuschüsse der  Bundesagentur für Arbeit für die Beschäftigung
besonders förderungsbedürftiger Arbeitnehmern durch förderungsfähige Maßnahmen;
Instrument der aktiven  Arbeitsmarktpolitik
im Rahmen der Arbeitsförderung nach dem
dritten  Sozialgesetzbuch (§§ 260 SGB III).
 2. Fördergrundsätze: Maßnahmenträger
können für die Beschäftigung von zugewiesenen Arbeitnehmern durch Zuschüsse gefördert werden, wenn (1) die Maßnahmen
dazu dienen, insbesondere bei hoher Arbeitslosigkeit in den Problemschwerpunkten der
regionalen und beruflichen Teilarbeitsmärkte
 Arbeitslosigkeit abzubauen und arbeitslosen Arbeitnehmern zur Erhaltung oder Wiedererlangung der Beschäftigungsfähigkeit,
die für eine Eingliederung in den Arbeitsmarkt erforderlich ist, zumindest vorübergehend eine Beschäftigung zu ermöglichen, (2)
wenn in den Maßnahmen zusätzliche und im
öffentlichen Interesse liegende Arbeiten
durchgeführt werden, (3) eine Beeinträchtigung der Wirtschaft als Folge der Förderung
nicht zu befürchten ist und (4) mit den von
der Agentur für Arbeit zugewiesenen Arbeitnehmern Arbeitsverhältnisse begründet werden.  Vorrangig sind Maßnahmen zu fördern, wenn damit zu rechnen ist, dass die
Eingliederungsaussichten der in die Maßnahme zugewiesenen Arbeitnehmer erheblich
verbessert wird.  3. Förderungsfähige Maßnahmen: (1) Zusätzlich sind Arbeiten,
wenn sie ohne die Förderung nicht, nicht in
diesem Umfang oder erst zu einem späteren
Zeitpunkt durchgeführt werden. (2) Im
öffentlichen Interesse liegen Arbeiten, wenn
das Arbeitsergebnis der Allgemeinheit dient.
 4. Vergabe von Arbeiten: Ist bei der Durchführung einer Maßnahme die Vergabe eines
öffentlichen Auftrags an ein Wirtschaftsunternehmen vorgesehen, kann die Zuweisung
geförderter Arbeitnehmer nichtdiskriminierend für alle Bewerber als vertragliche Nebenbedingung aufgenommen werden.  5.
Förderbedürftige Arbeitnehmer: Arbeitnehmer sind förderungsbedürftig, wenn sie (1)
arbeitslos sind und allein durch die Förderung in eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme
eine Beschäftigung aufnehmen können und
(2) die Voraussetzungen erfüllen, um Entgeltersatzleistungen bei Arbeitslosigkeit oder
bei Leistungen zur  Teilhabe (Behinderter)
am Arbeitsleben zu erhalten.  6. Höhe der
Zuschüsse: (1) Die Zuschüsse zu den Lohnkosten werden in pauschalierter Form erbracht. (2) Die Höhe des Zuschusses bemisst
sich nach der Art der Tätigkeit des geförderten Arbeitnehmers. Der Zuschuss beträgt bei
Tätigkeiten, für die in der Regel erforderlich
ist (a) eine Hochschul- oder Fachhochschulausbildung, 1.300 EUR, (b) eine Aufstiegsfortbildung, 1.200 EUR, (c) eine Ausbildung
in einem Ausbildungsberuf, 1.100 EUR, (d)
keine Ausbildung, 900 EUR monatlich. Die
Agentur für Arbeit kann den Zuschuss zum
Ausgleich regionaler und in der Tätigkeit
liegender Besonderheiten um bis zu 10 %
erhöhen. Der wird höchstens bis zur Höhe
des monatlich ausgezahlten Arbeitsentgelts
gezahlt. Bei verkürzter Arbeitszeit sind die
Zuschüsse entsprechend zu kürzen.  7.
Verstärkte Förderung: Für weitere Kosten
des Trägers bei der Durchführung der Arbeiten werden Zuschüsse bis zu 300 EUR pro
Arbeitnehmer und Monat gezahlt, wenn (1)
die Finanzierung einer Maßnahme auf andere
Weise nicht erreicht werden kann und (2) an
der Durchführung der Maßnahme ein besonderes arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht.  8. Förderdauer: (1) Die Förderung
darf in der Regel nur zwölf Monate dauern.
(2) Die Förderung darf bis zu 24 Monate
dauern, wenn daran ein besonderes arbeitsmarktpolitisches Interesse besteht oder der
Träger die Verpflichtung übernimmt, dass die
zugewiesenen Arbeitnehmer oder die an ihrer
Stelle zugewiesenen Arbeitnehmer in ein
Dauerarbeitsverhältnis übernommen werden. (3) Die Förderung darf bis zu 36 Monate
dauern, wenn zu Beginn der Maßnahme
überwiegend ältere Arbeitnehmer zugewiesen sind, die das 55. Lebensjahr vollendet
Vo l k w i r t s c h a f t s t h e o r i e : Der dem Produktionsfaktor Arbeit zuzurechnende Teil des im Zuge
der Produktion von Gütern entstandenen
Einkommens. Die Entstehung des Arbeitseinkommens wird durch die funktionelle
Verteilungstheorie untersucht.  Gegensatz:
Besitzeinkommen.  I I . Vo l k w i r t s c h a f t l i c h e G e s a m t r e c h n u n g e n (  VGR) :
Die Summe aus dem  Arbeitnehmerentgelt
( Inländerkonzept) und dem kalkulatorischen Arbeitseinkommen der Selbstständigen
einschließlich der mithelfenden Familienangehörigen (Zahl der Selbstständigen und
mithelfenden Familienangehörigen multipliziert mit dem durchschnittlichen Arbeitnehmerentgelt).
Arbeitseinkommensquote. Unter der
gesamtwirtschaftlichen Arbeitseinkommensquote einer Periode versteht man das Verhältnis aus gesamtwirtschaftlichem  Arbeitseinkommen zum Volkseinkommen. Da
das Arbeitseinkommen dem Produkt aus
Arbeitsentgelt je beschäftigten Arbeitnehmer
und der Zahl der Erwerbstätigen entspricht,
kann die Arbeitseinkommensquote auch als
Verhältnis von Arbeitsentgelt (Lohneinkommen) je beschäftigten Arbeitnehmer zum
Volkseinkommen je Erwerbstätigen interpretiert werden.  Vgl. auch  Verteilungsentwicklung.
Arbeitserlaubnis, Ausländische Arbeitnehmer dürfen in Deutschland nur Arbeiten,
wenn sie eine Aufenthaltsgenehmigung besitzen und diese die Arbeitsaufnahme nicht
Arbeitsförderung,  Arbeitsmarktpolitik.
Arbeitsgelegenheiten, 1. Begriff des So-
zialrechts für Beschäftigungen von arbeitsund erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die
Leistungen in der sozialen Grundsicherung
nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II)
oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
(AsylbLG) beziehen.  2. Arbeitsgelegenheiten gem. § 16d SGB II: a) Zielsetzung: Nach
dem Grundprinzip des Förderns und Forderns der neuen Grundsicherung soll der
Erhalt von Sozialleistungen an die Eigeninitiative der bedürftigen Arbeitslosen zur Integration in den Arbeitsmarkt geknüpft werden. Die Förderung durch Arbeitsgelegenheiten soll die soziale Integration und Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer und damit
ihre Chancen auf eine Eingliederung in das
Erwerbsleben im Sinne eines Brückenjobs
erhöhen. Für die Teilnahme an einer Arbeitsgelegenheit erhalten die Geförderten entweder eine Mehraufwandsentschädigung (Variante 1) oder ein Entgelt (Variante 2).  b)
Arbeitsgelegenheiten in der Mehraufwandsvariante (sog. Ein-Euro-Jobs) sind auf im
öffentlichen Interesse liegende Tätigkeiten
begrenzt und sollen zusätzlich geschaffen
werden (Zusatzjobs). Sie begründen kein
normales Arbeitsverhältnis, sondern nur ein
Sozialrechtsverhältnis, da der Teilnehmer
kein Arbeitsentgelt erhält, sondern (zusätzlich zum Arbeitslosengeld II) nur eine angemessene Mehraufwandsentschädigung von 1
bis 2 Euro pro Stunde (zur Entschädigung
der Fahrtkosten und Verpflegung). Der Umfang der Beschäftigung soll 30 Wochenstunden nicht überschreiten, um die Eigenbemühungen bei der Suche nach Arbeit und Ausbildung nicht zu beeinträchtigen. Die Dauer
dieser Arbeitsgelegenheiten ist gesetzlich
nicht geregelt, sie liegt in der Mehrzahl der
Fälle bei bis zu sechs Monaten. Anbieter von
Zusatzjobs sind insbesondere Kommunen,
Kreise und sonstige öffentlich-rechtliche Beschäftigungsträger, kommunale Beschäftigungsgesellschaften und Träger der freien
Wohlfahrtspflege.  c) Arbeitsgelegenheiten
in der Entgeltvariante stellen demgegenüber
ein reguläres Arbeitsverhältnis dar, bei denen
die Beschäftigten (an Stelle des Arbeitslosengeldes II) das übliche Arbeitsentgelt erhalten, das von der Bundesagentur für Arbeit
gefördert wird. Im Gegensatz zu den EinEuro-Jobs handelt es sich um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse,
sie schließen daher auch anders als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Arbeitslosenversicherung ein. Bei entsprechender Dauer
kann damit ein (erneuter) Anspruch auf Arbeitslosengeld I erworben werden und (wieder) in den Rechtskreis des SGB III gewechselt werden (Verschiebebahnhof). Förderdauern von 12 Monaten und mehr sollen
daher vermieden werden. Umfang und Dauer
der Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten
sind jedoch nicht gesetzlich geregelt, ebenso
besteht keine gesetzliche Beschränkung auf
eine bestimmte Trägergruppe. Sie müssen
auch nicht unbedingt im öffentlichen Interesse liegen oder zusätzlich geschaffen werden.
Sie sollen jedoch auch der beruflichen Integration dienen.  d) Arbeitsmarktpolitische
Bedeutung: Die Arbeitsgelegenheiten nach §
16d (früher § 16, Abs. 3) SGB II sind das
quantitativ bedeutsamste Instrument der Arbeitsmarktpolitik. Im Jahresdurchschnitt
2008 waren knapp 310.000 Personen in
Arbeitsgelegenheiten, davon 93 % nach der
Mehraufwandsvariante.  3. Arbeitsgelegenheiten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) können den Leistungsberechtigten nur in der Mehraufwandsvariante
abverlangt werden. Die Mehraufwandsentschädigung liegt bei 1,05 EUR pro Stunde.
Die bei staatlichen, kommunalen und gemeinnützigen Trägern zur Verfügung gestellten Arbeitsgelegenheiten haben aber grundsätzlich nicht das Ziel, die Integration der
Asylbewerber zu fördern, sondern sind eher
als Gegenleistung für die beanspruchten
Sozialleistungen zu begreifen. Bei unbegründeter Arbeitsablehnung besteht kein Anspruch mehr auf Leistung nach dem Gesetz.
Arbeitshilfen,  Teilhabeförderung (am
Arbeitsleben).
arbeitsintensives Gut, Ein  Gut, für
dessen Erzeugung unabhängig vom Faktorpreisverhältnis stets weniger Kapital pro
Arbeit eingesetzt werden muss, als für ein
anderes Gut, wird als relativ arbeitsintensiv
bezeichnet. Dieses andere Gut ist dementsprechend ein relativ  kapitalintensives
Arbeitskoeffizient, Verhältnis der Einsatzmenge an Arbeitsleistung (  Arbeitsvolumen) zu dem damit erzielten Produktionsergebnis.  Kehrwert:  Arbeitsproduktivität.
Arbeitskräfte, natürliche Personen, die mit
der körperlichen und geistigen Fähigkeit,
Arbeitsleistungen zu erbringen, d.h. Arbeitskraft ausgestattet sind.
Arbeitskampf, I . B e g r i ff : Die von Ar-
beitnehmer- oder Arbeitgeberseite auf Grund
eines Kampfbeschlusses vorgenommene Störung des Arbeitsablaufs zu dem Zweck,
durch kollektive Maßnahmen die andere Seite absichtlich unter wirtschaftlichen Druck zu
setzen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
 I I . G e s e t z l i c h e R e g e l u n g : Der Arbeitskampf ist gesetzlich nicht geregelt. Der
Begriff Arbeitskampf findet sich, ohne definiert oder geregelt zu werden, in einigen
Bundesgesetzen. Der  Streik als Mittel des
Arbeitskampfes wird in mehreren Länderverfassungen erwähnt.  I I I .
Rechtm ä ß i g k e i t : Ob das Recht der Koalitionen,
zur Wahrung und Förderung von Arbeitsund Wirtschaftsbedingungen bei Tarifkonflikten Arbeitskampf gegen den sozialen
Gegenspieler zu führen, verfassungsrechtlich
(Art. 9 III GG) gewährleistet ist, ist für die
Aussperrung umstritten. Der Arbeitskampf
ist in der freiheitlichen Gesellschafts- und
Wirtschaftsordnung der BRD ein fester
Bestandteil des kollektiven Arbeitsrechts und
insbes. der  Tarifautonomie. Der Arbeitskampf wird i. d. R. dann geführt, wenn Tarifvertragsverhandlungen und ein daran anschließendes Schlichtungsverfahren ohne
Ergebnis geblieben sind.  Die nähere Ausgestaltung des Arbeitskampfes beruht überwiegend auf Richterrecht. Vor allem das
Bundesarbeitsgericht (BAG) hat eine Reihe
von Kampfregeln entwickelt, die nicht unumstritten sind.  I V. E r s c h e i n u n g s f o r m e n : Mittel des Arbeitskampfes: 1.  Streik
(bzw. Ausstand); 2.  Aussperrung; 3. 
Boykott.  V. A r b e i t s k a m p f u n d A r b e i t s v e r h ä l t n i s : Kampfmaßnahmen im
Rahmen eines rechtmäßigen Arbeitskampfes
führen nicht zu einer Verletzung des Arbeitsvertrags, für die Streik- bzw. Aussperrungsdauer werden die Rechte und Pflichten aus
dem Arbeitsverhältnis lediglich suspendiert;
nach Beendigung des Arbeitskampfes leben
Arbeitskräftepotenzial,  Erwerbsperso-
nenpotenzial.
Arbeitslohn, Vergütung für den Beitrag des
Produktionsfaktors Arbeit am Produktionsprozess. Die Bestimmung der Höhe des
Arbeitslohnes ist Gegenstand verschiedener
Lohntheorien:  Existenzminimum-Theorien
des Lohns;  Grenzproduktivitätstheorie;
Theorie des  Lohnfonds; Gesetz der fallenden  Lohnquote; Theorie der  Macht; 
Residualtheorie des Lohnes.
Arbeitslose,  Arbeitslosenstatistik.
Arbeitslosenäquivalent,  Arbeitslosen-
Arbeitslosengeld, auch Arbeitslosengeld I,
1. Begriff: Hauptsächliche Entgeltersatzleistung der  Arbeitslosenversicherung im
Rechtskreis des dritten  Sozialgesetzbuches
(SGB III).  2. Anspruchsrecht (§ 117 SGB
III): (1) Arbeitnehmer haben Anspruch auf
Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit oder
bei beruflicher Weiterbildung. (2) Keinen
Anspruch (mehr) haben Arbeitnehmer, die
die Regelaltersgrenze gem. SGB VI erreicht
haben.  3. Anspruchsvoraussetzungen (118
SGB III): a) Anspruchsberechtigte: Anspruch
auf Arbeitslosengeld haben Arbeitnehmer,
die (1) arbeitslos sind, (2) sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet haben und
(3) die Anwartschaftszeit erfüllt haben.  b)
Arbeitslosigkeit: (1) Arbeitslos ist ein Arbeitnehmer, wenn er (a) nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit), (b) sich bemüht, diese zu beenden
(Eigenbemühungen), und (c) den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur
Verfügung steht (Verfügbarkeit).  Ehrenamtliche Tätigkeit schließt die Beschäftigungslosigkeit nicht aus, wenn sie die berufliche Eingliederung des Arbeitslosen nicht beeinträchtigt; auch nicht die Ausübung einer Beschäftigung, selbständigen Tätigkeit oder Tätigkeit
als mithelfender Familienangehöriger, wenn
die wöchentliche Arbeitszeit geringer als 15
Stunden ist.  Im Rahmen der Eigenbemühungen hat der Arbeitslose alle Möglichkeiten zur beruflichen Eingliederung zu nutzen,
insbesondere (a) die Wahrnehmung der Verpflichtungen aus der Eingliederungsvereinbarung, (b) die Mitwirkung bei der Vermittlung durch Dritte und (c) die Inanspruchnahme der Selbstinformationseinrichtungen
der Agentur für Arbeit.  Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur
Verfügung, wer (a) eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden umfassende
zumutbare Beschäftigung unter den üblichen
Bedingungen des für ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und
darf, (b) Vorschlägen der Agentur für Arbeit
zur beruflichen Eingliederung zeit- und
ortsnah Folge leisten kann, (c) bereit ist, jede
zumutbare Beschäftigung anzunehmen und
auszuüben und (d) bereit ist, an Maßnahmen
zur beruflichen Eingliederung in das Erwerbsleben teilzunehmen.  c) Arbeitslosmeldung (§ 122 SGB III): Die Meldung hat
spätestens am 1. Tag der Arbeitslosigkeit
persönlich bei der zuständigen Agentur für
Arbeit zu erfolgen. Bei drohender Arbeitslosigkeit besteht die Verpflichtung, sich spätestens drei Monate vor Beendigung eines Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses bei der
Agentur Arbeit suchend zu melden. Wer
später als drei Monate vor dem Beendigungszeitpunkt davon Kenntnis erhält, muss
sich innerhalb von drei Tagen melden. Eine
verspätete Arbeitslosmeldung kann zu einer
Sperrfrist führen.  d) Anwartschaftszeit (§
123 SGB III): Die Anwartschaftszeit als
weitere Anspruchsvoraussetzung hat erfüllt,
wer in der Rahmenfrist mindestens zwölf
Monate (360 Tage) in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden hat. Zeiten eines
Beschäftigungsverhältnisses ohne Entgeltzahlung bis zu einem Monat werden mitgerechnet. Voll berücksichtigt werden Zeiten
ohne Entgelt, aber mit Bezug von  Kurzarbeitergeld (einschließlich Saison- und Transferkurzarbeitergeld) sowie Zeiten freiwilligen Weiterversicherung. Die Rahmenfrist (§
124 SGB III) beträgt zwei Jahre und beginnt
mit dem Tag vor der Erfüllung aller sonstigen Voraussetzungen für den Anspruch auf
Arbeitslosengeld. Der Zeitraum eines Bezugs
von Übergangsgeld wegen einer Beschäftigung fördernden Maßnahme kann die Rahmenfrist auf bis zu fünf Jahren verlängern. 
4. Höhe des Arbeitslosengeldes: a) Leistungssätze (§ 129 SGB III): (1) Der allgemeine Leistungssatz beträgt 60 Prozent des
pauschalierten Nettoentgelts (Leistungsentgelts), das der Arbeitslose im Bemessungszeitraum erzielt hat (Bemessungsentgelt). (2)
Ein erhöhter Leistungssatz von 67 % gilt,
wenn der Arbeitslose oder sein Ehe- oder
Lebenspartner mindestens ein Kind (leibliches Kind, Adoptivkind oder Pflegekind) im
Sinne von § 32 Abs. 1, 3-5 Einkommensteuergesetz (EStG) hat.  b) Bemessungsentgelt:
Die Berechnung des Arbeitsentgelts als
Bemessungsgrundlage erfolgt für den Zeitraum, in dem im letzten Jahr vor Eintritt der
Arbeitslosigkeit ein versicherungspflichtiges
Arbeitsentgelt bezogen wurde (Bemessungszeitraum). Umfasst dieser nicht mindestens
150 Tage wird ein fiktives Arbeitsentgelt
zugrunde gelegt. Indem die Summe der
(einschließlich Sonderzahlungen, z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) im Bemessungszeitraum durch die Zahl der Tage geteilt
wird, wird ein tägliches Bemessungsentgelt
berechnet.  c) Leistungsentgelt: Der tägliche
Leistungssatz wird aus einem pauschalierten
Nettoarbeitsentgelt errechnet, bei dem die
Lohnsteuerklasse angewendet wird, die zu
Beginn des Jahres auf der Lohnsteuerkarte
eingetragen war, in dem der Anspruch entstanden ist.  5. Anspruchsdauer: Die Dauer
des Anspruchs auf Arbeitslosengeld hängt
davon ab, (1) wie viele Monate der Arbeitslose in der um 3 Jahre verlängerten Rahmenfrist, also in 5 Jahren mindestens versicherungspflichtig war, und (2) mit Vollendung
des 50. Lebensjahres auch vom Lebensalter
(vgl. nachfolgende Tabelle). Wer in den
letzten 5 Jahren schon einen Anspruch auf
Arbeitslosengeld erworben, die Anspruchsdauer aber nicht voll ausgeschöpft hat, erhält
eine Verlängerung des neu erworbenen Anspruchs um diesen unverbrauchten Rest,
maximal bis auf die Höchstdauer im jeweiligen Lebensalter.
Anspruchsdauer für Arbeitslosengeld
Versicherungspflichtigkeit
 6. Anspruch bei beruflicher Weiterbildung:
Für die Zeit einer von der Agentur für Arbeit
geförderten Weiterbildung wird Arbeitslosengeld weiterbezahlt. Die Regelungen für
das Arbeitslosengeld gelten während dieser
Zeit fort. Als Besonderheit mindert sich
jedoch die Anspruchsdauer für jeweils zwei
Bezugstage nur um einen Tag. Eine Minderung entfällt ganz, falls die Anspruchsdauer
zu Beginn der Weiterbildung 30 Tage oder
weniger beträgt. Wird durch die Minderung
während der Weiterbildung eine Anspruchsdauer von 30 Tagen erreicht, wird diese nicht
weiter gemindert. So wird sichergestellt, dass
nach Abschluss der Weiterbildung im Falle
fortbestehender Arbeitslosigkeit noch ein
Restanspruch auf bis zu 30 Tage Arbeitslosengeld besteht.  7. Sperrzeit: a) Wirkung:
Eine Sperrzeit bewirkt, dass für die Dauer
von bis zu 12 Wochen kein Arbeitslosengeld
gezahlt werden kann, da der Anspruch während der Sperrzeit ruht. Außerdem vermindert sie die Anspruchsdauer. Bei Sperrzeiten
mit einer Gesamtdauer von 21 Wochen erlischt sogar der gesamte Leistungsanspruch.
 b) Mögliche Gründe: (1) Vorsätzliche oder
grob fahrlässige Herbeiführung der Arbeitslosigkeit durch eigene Kündigung bzw.
arbeitsvertragswidriges Verhalten. (2) Ablehnung einer von der Agentur für Arbeit angebotenen (zumutbaren) Arbeit ohne wichtigen
Grund. (3) Weigerung, an einer Maßnahme
zur Eignungsfeststellung, Trainingsmaßnahme oder Maßnahme zur beruflichen Aus- und
Weiterbildung teilzunehmen. (4) Abbruch
einer solchen Maßnahme oder Ausschluss
aus einer Maßnahme wegen maßnahmewidrigen Verhaltens. (5) Unzureichende Eigenbemühungen, Meldeversäumnisse und verspätete Arbeitssuchendmeldung.  8. Teilarbeitslosengeld: a) Anspruchsvoraussetzungen
(§150 SGB III): Anspruch auf Teilarbeitslosengeld hat ein Arbeitnehmer, der (1) teilarbeitslos ist, (2) sich teilarbeitslos gemeldet
und (3) die Anwartschaftszeit für Teilarbeitslosigkeit erfüllt hat.  Der Anspruch erlischt,
(1) wenn der Arbeitnehmer nach der Entstehung des Anspruchs eine Beschäftigung,
selbständige Tätigkeit oder Tätigkeit als
mithelfender Familienangehöriger für mehr
als zwei Wochen oder mit einer Arbeitszeit
von mehr als fünf Stunden wöchentlich
aufnimmt, (2) wenn die Voraussetzungen für
einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erfüllt
sind oder (3) spätestens nach Ablauf eines
Jahres seit Entstehung des Anspruchs.  b)
Teilarbeitslosigkeit: Teilarbeitslos ist, wer
verloren hat, die er neben einer weiteren
versicherungspflichtigen Beschäftigung ausgeübt hat, und eine versicherungspflichtige
Beschäftigung sucht.  c) Anwartschaftszeit:
Für Teilarbeitslosengeld hat die Anwartschaft
erfüllt, wer in der Teilarbeitslosengeld-Rahmenfrist von zwei Jahren neben der weiterhin ausgeübten versicherungspflichtigen Beschäftigung mindestens 12 Monate eine
weitere versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt hat.  d) Anspruchsdauer: Die
Dauer des Anspruchs auf Teilarbeitslosengeld beträgt 6 Monate.  e) Höhe des Teilarbeitslosengeldes: Es gelten die gleichen Vorschriften und Leistungskriterien wie beim
Arbeitslosengeld. Für die Berechnung des
pauschalierten Nettoentgelts ist die Lohnsteuerklasse maßgeblich, die zuletzt auf der
Lohnsteuerkarte für das Beschäftigungsverhältnis eingetragen war, das den Anspruch
auf Teilarbeitslosengeld begründet.  Vgl.
auch  Arbeitslosenversicherung,  Arbeitsmarktpolitik,  Grundsicherung für
Arbeitslosengeld I,  Arbeitslosengeld.
Arbeitslosengeld II,  Grundsicherung für
Arbeitslosenhilfe, in der Bundesrepublik
von 1956 bis 2004 von der Bundesanstalt für
Arbeit ausgezahlte fürsorgeähnliche  Lohnersatzleistung, die im Anschluss an den zeitlich begrenzten Bezug von Arbeitslosengeld
beansprucht werden konnte. Die Finanzierung erfolgte aus Steuermitteln des Bundes.
Am 1.1.2005 wurde die Arbeitslosenhilfe im
Zuge der Hartz-IV-Reform ( Hartz-Reformen) unter Zusammenlegung mit der
Sozialhilfe durch das Arbeitslosengeld II (
Grundsicherung für Arbeitssuchende) ersetzt.
Arbeitslosenquote, Zahl der registrierten
Arbeitslosen ( Arbeitslosenstatistik) in
v. H. der abhängigen zivilen Erwerbspersonen (Beamte, sozialversicherungspflichtige
Angestellte und Arbeiter, geringfügig Beschäftigte sowie Arbeitslose). Eine geringere,
aber ökonomisch sinnvollere Arbeitslosenquote ergibt sich, wenn im Nenner alle zivilen Erwerbspersonen (Abhängige, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige) einbezogen werden. Die Arbeitslosen-
quote dient als Beschäftigungsindikator. Eine
Berücksichtigung nicht registrierter Arbeitsloser, d.h. der verdeckt Arbeitslosen oder der
Stillen Reserve, im Zähler und Nenner könnte den Aussagewert erhöhen. Als minimale
Arbeitslosenquoten wurden in der BRD
zwischen 0,7 % und 1 % (Vollbeschäftigungsmaß) registriert, seit 1975 sind sie stark
angestiegen. Im Januar 2009 betrug sie in
ganz Deutschland 7,8 % aller zivilen Erwerbspersonen, 6,5 % im Früheren Bundesgebiet und 12,9 % in den Neuen Ländern. 
Vgl.  Arbeitslosenstatistik,  Erwerbslosenquote.
Arbeitslosenstatistik, 1. Begriff: Statisti-
scher Nachweis der Arbeitslosigkeit in sachlicher, räumlicher und zeitlicher Abgrenzung
als Teil der  Arbeitsmarktstatistik. Zu unterscheiden sind amtliche und ergänzende
wissenschaftliche Statistiken über die Arbeitslosigkeit. Ziel der Arbeitslosenstatistik
ist es durch die Analyse der Arbeitslosenstatistik, Erkenntnisse über die Ursachen der
Arbeitslosigkeit, ihre zukünftige Entwicklung (Prognose) und Ansatzpunkte zu ihrer
Bekämpfung im Rahmen der Arbeitsmarktund Beschäftigungspolitik zu finden.  2.
Amtliche Arbeitslosenstatistik: a) Träger der
amtlichen Arbeitslosenstatistik in der BRD
sind die  Bundesagentur für Arbeit (BA)
gem. § 53 SGB II und § 281 SGB III) und
das  Statistische Bundesamt Deutschland. 
b) BA-Konzept der registrierten Arbeitslosigkeit: (1) Methode: Monatliche Sekundärstatistik aus Daten, die bei den verschiedenen
Trägern der  Grundsicherung für Arbeitssuchende und Arbeitsförderung ( Arbeitsmarktpolitik) nach den Rechtskreisen des
SGB II und III anfallen und durch ein integriertes Meldeverfahren an die BA übermittelt
und als Vollerhebung zusammengefasst
werden. Entscheidend für die Abgrenzung
der so registrierten Arbeitslosen sind die in
SGB II und III geltenden Legaldefinitionen.
 (2) Abgrenzungen: (a) Arbeitslose (nach §
16 SGB III) sind Personen, die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen oder weniger als 15 Stunden pro
Woche arbeiten, eine versicherungspflichtige
Beschäftigung suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur
Verfügung stehen und sich bei einer Agentur
für Arbeit arbeitslos gemeldet haben.  (b)
Nichtarbeitslose sind nach § 16, Abs. 2 SGB
III ausdrücklich Teilnehmer an Maßnahmen
der aktiven Arbeitsmarktpolitik und im Umkehrschluss der Arbeitslosendefinition insbesondere Personen, die mindestens 15 Stunden
pro Woche beschäftigt sind, nicht arbeiten
dürfen oder können, die Regelaltersgrenze
erreicht haben, ihre Verfügbarkeit einschränken, sich als Nichtleistungsempfänger länger
als 3 Monate nicht mehr bei der zuständigen
Agentur für Arbeit gemeldet haben, arbeitsunfähig erkrankt sind, Schüler, Studenten
und Schulabgänger, die nur eine Ausbildungsstelle suchen und arbeitserlaubnispflichtige Ausländer und Asylbewerber, denen der Arbeitsmarkt verschlossen ist.  (c)
Arbeitssuchende nach § 15 SGB III sind Personen, die eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen. Dieser Begriff ist weiter gefasst
als der des Arbeitslosen, da er sowohl arbeitslose Arbeitssuchende als auch nichtarbeitslose Arbeitssuchende umfasst. Letztere
suchen eine Beschäftigung, obwohl sie bereits eine abhängige Beschäftigung oder eine
selbständige Tätigkeit ausüben oder sich in
einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme befinden.  (d) Zuordnung der Leistungsbezieher nach SGB II: Als Arbeitlose werden diejenigen registriert, die bei einem Träger
(Agentur, Arbeitsgemeinschaft oder Kommune) als erwerbsfähige Hilfsbedürftige gemeldet sind, in keinem Beschäftigungsverhältnis stehen oder weniger als 15 Stunden
pro Woche arbeiten und z. Zt. nicht an einer
Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik
oder  Arbeitsgelegenheit mit mindestens 15
Wochenstunden teilnehmen und der Vermittlung zur Verfügung stehen. Nichtarbeitslose
Arbeitssuchende erfüllen die gleichen Kriterien, stehen jedoch in einem Beschäftigungsverhältnis von mindestens 15 Stunden pro
Woche oder nehmen z. Zt. an einer Maßnahme der aktiven Arbeitsmarktpolitik oder
Arbeitsgelegenheit mit mindestens 15 Wochenstunden teil. Weder arbeitslos noch Arbeit suchend sind Leistungsbezieher, die mit
berechtigt auf die Beschränkung der Vermittlungsfähigkeit hinweisen und berechtigt keine Beschäftigung suchen.  c) ILO-Konzept
der Erwerbslosigkeit (EU-Arbeitskäfteerhebung): (1) Methode: Ein international verbreitetes System zur Erfassung des Erwerbsstatus wurde 1982 von der  ILO entwickelt.
Dieses sog. Labor-Force-Konzept wird von
allen EU-Mitgliedstaaten in Form der EUArbeitskräfteerhebung identisch (auch vom
Statistischen Bundesamt Deutschland) angewendet. Mit ihm soll international vergleich-
bar die rein ökonomische, d.h. von nationaler Sozialgesetzgebung unabhängige, Arbeitslosigkeit bestimmt werden. Die Arbeitskräfteerhebung in Deutschland ist Teil des
europäischen Mikrozensus, einer kontinuierlich, computergestützt und mit Auskunftspflicht durchgeführten Haushaltsbefragung.
Kennzeichnend für die Methode ist, dass die
Daten nicht wie bei den Arbeitslosenzahlen
der BA aus der Vollauszählung eines amtlichen Registers stammen, sondern aus einer
Stichprobe. Dabei wird vom Stichprobenergebnis auf das Ergebnis in der Gesamtbevölkerung geschlossen, welches letzten Endes
eine Schätzung darstellt und mit einem sog.
Standardfehler behaftet ist. Er gibt an, in
welcher Größenordnung mit einer angebbaren Wahrscheinlichkeit das tatsächliche
Ergebnis vom Ergebnis der Stichprobe abweichen kann. Mit einem Standardfehler
deutlich unter 15 % erfüllen die Ergebnisse
jedoch die im Statistischen Bundesamt geltenden Qualitätskriterien.  (2) EU-konkretisierte ILO-Abgrenzungen: (a) Erwerblose:
Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren, die
in einem einwöchigen Berichtszeitraum nicht
erwerbstätig waren, aber in den letzten vier
Wochen vor der Befragung aktiv nach einer
Tätigkeit gesucht haben. Auf den zeitlichen
Umfang der Tätigkeit kommt es nicht an,
eine neue Arbeit muss aber innerhalb von
zwei Wochen aufgenommen werden können.
Die Einschaltung eines Dritten (z.B. einer
Arbeitsagentur) in die Suchbemühungen ist
nicht erforderlich.  (b) Erwerbstätige: Personen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 75)
en, die im Berichtszeitraum mindestens eine
Stunde lang gegen Entgelt oder im Rahmen
einer selbständigen oder mithelfenden Tätigkeit gearbeitet haben. Auch diejenigen, welche sich in einem formalen Arbeitsverhältnis
befinden, das im Berichtszeitraum nur vorübergehend nicht ausgeübt wurde.  (c) Nichterwerbspersonen: Personen im erwerbsfähigen Alter, die weder erwerbslos noch erwerbstätig sind. Dazu zählen aber auch die
Personen, die sich noch nicht oder nicht
mehr im erwerbsfähigen Alter befinden, d.h.
jünger als 15 oder älter als 74 Jahre sind.  d)
Konzeptunterschiede: Konsequenz der unterschiedlichen Begriffsabgrenzungen von registrierten Arbeitslosen einerseits und Erwerbslosen andererseits ist, dass in der
Arbeitslosenstatistik Personen enthalten sind,
die nicht erwerbslos sind, und umgekehrt in
der Erwerbslosenstatistik Personen, die nicht
arbeitslos sind. Empirisch ist für Deutschland
eine größere Arbeitslosen- als Erwerbslosenzahl festzustellen (vgl. die Tabelle unten),
was vermutlich auf die engeren Erwerbslosigkeitskriterien hinsichtlich der Verfügbarkeit und aktuellen Suche zurückzuführen ist,
obwohl die anderen Kriterien wesentlich
weicher sind.  3. Ergänzende Messkonzepte:
a) Konzept der verdeckten Arbeitslosigkeit
des SVR: Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) hat zur besseren Erfassung
der tatsächlichen Arbeitslosigkeit neben der
offenen (= registrierten) Arbeitslosigkeit
den Begriff der verdeckten Arbeitslosigkeit
eingeführt. Eine Person ist verdeckt arbeitslos, wenn sie aufgrund eines bestimmten
arbeitsmarktpolitischen Instruments oder
einer sonstigen staatlichen Leistung nicht als
registriert arbeitslos gilt, obwohl sie keiner
Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt
mit einem entsprechenden Markteinkommen
nachgeht. Insbesondere zählt der SVR diejenigen zu den verdeckt Arbeitslosen, die
entweder subventioniert beschäftigt, als Teilnehmer von Qualifizierungsmaßnahmen
nicht erwerbstätig sind oder sich im Vorruhestand befinden. Zu den subventioniert Beschäftigten gehören neben Teilnehmern an
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Sonderprogrammen für Jugendliche (JUMP Plus) auch
(teilarbeitslose) Kurzarbeiter mit ihren Arbeitsausfällen, die in (vollzeitarbeitslose) Arbeitslosenäquivalente umgerechnet werden.
Weiter werden die in  Arbeitsgelegenheiten
beschäftigten Personen und die vorübergehend arbeitsunfähig erkrankten Arbeitslosengeldbezieher (nach § 126 SGB III) zu den
verdeckt Arbeitslosen gezählt. Da die Summe der verdeckt Arbeitslosen als Sekundärstatistik aus der öffentlichen Maßnahmenstatistik der Arbeitsverwaltung zusammengeführt wird, handelt es sich nicht um
eine Schätzung, sondern um eine Vollerhebung.  b) Das Konzept der Stillen Reserve
des IAB: Das zur Bundesagentur für Arbeit
gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat für die nicht registrierte Arbeitslosigkeit lange vor der Entdeckung der verdeckten Arbeitslosigkeit den
Begriff der Stillen Reserve eingeführt und
hierfür auch verschiedene Schätzansätze und
Abgrenzungen entwickelt. Nach heutigem
Stand wird die Stille Reserve in zwei Gruppen untergliedert und ausgewiesen: Die Stille Reserve in Maßnahmen und die Stille
Reserve im engeren Sinne. Die erstere entspricht im Ansatz dem SVR-Konzept der
verdeckten Arbeitslosigkeit (sekundärstatistische Auswertung der bekannten Maßnahmenstatisik), ist im Detail aber enger abgegrenzt und weist deutlich geringere Werte auf
(vgl. Tabelle). Die letztere umfasst jene unbekannte Gruppe von Personen, die entweder
(a) Arbeit suchen, ohne als Arbeitslose gemeldet bzw. registriert oder als Teilnehmer in
Maßnahmen erfasst zu werden, oder (b) in
wegen schlechter Arbeitsmarktbedingungen
die Suche entmutigt (Frustrationshypothese)
aufgegeben oder unterlassen haben, bei einer
besseren Lage aber (wieder) auf dem Arbeitsmarkt auftauchen würden. Die Schätzung dieser Stillen Reserve im engeren Sinne
beruht auf einem regressionsanalytischen
Verfahren, bei dem mit einer Arbeitsmarktvariablen (z.B. der Arbeitslosenquote) die
Erwerbsbeteiligung nach Geschlecht, Alter
sowie Deutschen und Ausländern erklärt
wird. Aus dem Vergleich mit einer simulierten Vollbeschäftigungs-Erwerbsquote wird
die Stille Reserve i. e. S. als Differenz errechnet.  4. Statistischer Vergleich für das
Jahr 2008: Um eine Vorstellung für die
absoluten und relativen Größenordnungen
der unterschiedlichen Abgrenzungen und
Messkonzepte der Arbeitslosigkeit zu bekommen, werden in der nachfolgenden Tabelle die entsprechenden (vorläufigen)
Durchschnittswerte für das Jahr 2008 gegenübergestellt:
Arbeits- und Erwerbslose in Deutschland
2008 in Tsd.
Erwerbslose (ILO)
registriert Arbeitlose (BA)
verdeckt Arbeitlose (SVR)
Stille Reserve insgesamt (IAB)
- in Maßnahmen
- im engeren Sinn
Arbeitslosenunterstützung,  Arbeitslo-
senversicherung,
beitssuchende.
Grundsicherung für Ar-
Ältester und zweitgrößter Zweig der gesetzlichen  Sozialversicherung in Deutschland
und neben der  Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) wesentlicher Teil der
 sozialen Sicherung bei Arbeitslosigkeit. 
2. Rechtsgrundlagen sind das dritte  Sozialgesetzbuch Arbeitsförderung (SGB III)
und das vierte Sozialgesetzbuch Gemeinsame Vorschriften der Sozialversicherung
(SGB IV).  3. Versicherungspflicht (§§ 24
ff. SGB III): a) In einem Pflichtversicherungsverhältnis stehen alle Personen, die als
Beschäftigte oder aus sonstigen Gründen
versicherungspflichtig sind. Während eines
Arbeitsausfalles mit Verdienstausfall (Kurzarbeit) setzt sich dieses fort. Gleiches gilt für
Wehr- und Zivildienstleistende, denen nach
gesetzlichen Vorschriften für die Zeit ihres
Dienstes Arbeitsentgelt weiterzugewähren
ist.  b) Versicherungspflichtig sind alle Personen, die gegen Arbeitsentgelt oder zur
Berufsausbildung beschäftigt sind (versicherungspflichtige Beschäftigung). Auszubildende, die im Rahmen eines Berufsausbildungsvertrages nach dem Berufsbildungsgesetz in
einer außerbetrieblichen Einrichtung ausgebildet werden, stehen letzteren gleich. Sonstige Versicherungspflichtige sind u. a. auch
Bezieher von Mutterschaftsgeld, Krankengeld, Verletztengeld, Krankentagegeld und
wenn sie unmittelbar vor der Leistung versicherungspflichtig waren.  c) Ein Versicherungspflichtverhältnis auf Antrag können
unter bestimmten Voraussetzungen Personen

References: Art. 33
 § 9
 § 16
 §
16
 § 16
 § 32
 § 53
 § 281
 §
16
 § 16
 § 15
 § 126