Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=KG&Datum=11.11.2008&Aktenzeichen=4%20U%2012%2F07
Timestamp: 2019-05-22 07:59:49+00:00

Document:
KG, 11.11.2008 - 4 U 12/07 - dejure.org
https://dejure.org/2008,2749
KG, 11.11.2008 - 4 U 12/07 (https://dejure.org/2008,2749)
KG, Entscheidung vom 11.11.2008 - 4 U 12/07 (https://dejure.org/2008,2749)
KG, Entscheidung vom 11. November 2008 - 4 U 12/07 (https://dejure.org/2008,2749)
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§ 128 HGB, § 130 HGB
BGB-Gesellschaft: Akzessorische Haftung der Gesellschafter bei quotaler Haftungsbeschränkung
HGB § 128; HGB § 130
Rechtsfolgen der Tilgung der Verbindlichkeit einer BGB-Gesellschaft durch Zwangsverwaltung hinsichtlich der Haftung des Gesellschafters; Haftung von Neugesellschaftern für Altschulden
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des KG Berlin vom 11.11.2008, Az.: 4 U 12/07 (Quotale Beschränkung der Haftung von GbR-Gesellschaftern)" von der Redaktion der NJW-Spezial, original erschienen in: NJW Spezial 2009, 145.
NZG 2009, 299
Das Berufungsgericht (KG, NZG 2009, 299) hat ausgeführt:.
Da der Bank der Gesellschaftsvertrag sowie das Gesamtkonzept bekannt waren und sie gerade auf den Beitritt sowie die Mithaftung der Neubeitretenden Wert legte, sind die von der Rechtsprechung geforderten Voraussetzungen für eine Haftungsbeschränkung der Beklagten aufgrund eines Konsenses mit dem Vertragspartner (vgl. BGH…, Urteil vom 21. Januar 2002,- II ZR 2/00 -, zitiert nach juris, dort: Rdn. 12 f. [Vertrauensschutz für die sog. Altfälle];… BGH, Urt. Vom 27.09.1999, - II ZR 371/98 -, NJW 1999, 3483-3485 Rn. 14 und 15) gegeben (vgl. so schon Urteil des Senats vom 11.11.2008, - 4 U 12/07 -, NZG 2009, 299-302).
37 Diese quotale Haftung gem. § 8 Abs. 2 des Gesellschaftsvertrages (Anlage K 1) ist ausgehend vom Wortlaut sowie der Interessenlage (§§ 133, 157 BGB) - entsprechend der Entscheidung des Senats vom 11. November 2008 (4 U 12/07, NZG 2009, 299-302; a.A.: 24. Zivilsenat des Kammergerichts, Urteil vom 12. November 2008, - 24 U 102/07 -, ZIP 2009, 1118-1121 und 26. Zivilsenat des Kammergerichts, Urteil vom 11. Februar 2008 - 26 U 41/07 nicht veröffentlicht;… OLG Köln, Urt. v. 30. September 2009 - 13 U 168/04, NZG 2010, 102-103) dahingehend zu verstehen, dass sich Quote immer nur auf die noch offene Restforderung gegenüber der Gesellschaft bezieht.
38 Es ist an der bisherigen Rechtsprechung des Senats (vgl. Urteil v. 11. November 2008, - 4 U 12/07 -, NZG 2009, 299-302) festzuhalten, wonach die geschuldete quotale Haftung nicht "statisch" zu bestimmen ist, sondern sich proportional mit der Verbindlichkeit der Gesellschaft verringert.
Weiterhin war es ihr möglich, sich weitere Sicherheiten - neben der bereits vereinbarten dinglichen Haftung der Fonds-Immobilie - geben zu lassen (vgl. Entscheidung des Senats vom 11. November 2008 - 4 U 12/07 -, NZG 2009, 299-302, zitiert nach juris, dort: Rdn. 148/153).
Ansonsten würden Außen- und Innenhaftung mit der Folge auseinanderfallen, dass die teilschuldnerische Haftung bei Absinken der Gesellschaftsschuld und Fortbestand der Haftungsquoten quasi in eine gesamtschuldnerische Haftung "mutieren" würde (vgl. Urteil des Senats vom 11. November 2008, - 4 U 12/07 -, NZG 2009, 299-302, zitiert nach juris, dort: Rdn. 148).
Diesem Ergebnis kann nicht entgegen gehalten werden, dadurch hafte der in Anspruch genommene solvente Gesellschafter umfassend, ohne die Möglichkeit zu haben, einen Ausgleich im Innenverhältnis zu erlangen, da es sich nur um eine Teilschuld handele, bei der ein Gesamtschuldnerausgleich nicht stattfinde (so der 4. Zivilsenat des Kammergerichts - 4 U 12/07 - und Barchewitz, MDR 2009, 1374. ff., 1377).
Die Gegenauffassung (Kammergericht, 4. Zivilsenat, NZG 2009, 299) geht demgegenüber davon aus, dass die quotale Haftung sich im Sinne einer echten Teilschuld immer nur auf die noch offene Restforderung gegenüber der GbR und nicht auf die anfängliche Schuld beziehe und unverändert bleibe, bis die gesamte Restforderung gegenüber der Gesellschaft diese Summe, die sich aus der Quote an der anfänglichen Darlehensschuld der Gesellschaft ergab, unterschreite.
Hat eine Fondsgesellschaft mit quotaler Haftung der Gesellschafter ein Darlehen erhalten, schuldet der einzelne Gesellschafter der Bank nach Darlehenskündigung entsprechend § 128 HGB auch über seinen quotalen Anteil an der aktuell noch offenen Restforderung hinaus Zahlung bis zu dem Anteil an Valuta, Zinsen und Kosten, der im Darlehensvertrag betragsmäßig für ihn festgehalten ist (Anschluss KG vom 12.11.2008 - 24 U 102/07, ZIP 2009, 1118; entgegen KG vom 11.11.2008 - 4 U 12/07, NZG 2009, 299).

References: § 128
 § 130
 § 128
 § 130
 § 8
 § 128