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Timestamp: 2016-10-25 12:03:29+00:00

Document:
2C_8/2015 (22.10.2015)
2C_8/2015 � � Urteil vom 22. Oktober 2015
Gerichtsschreiber M�sching.
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Advokat Felix Moppert,
Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt.
Beschwerde gegen das Urteil des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht vom 4. November 2014.
Der t�rkische Staatsangeh�rige A.A.________, geboren 1962, reiste am 12. Mai 1980 in die Schweiz ein. Am 16. Januar 1983 folgte ihm seine ebenfalls t�rkische Ehefrau A.B.________, geboren 1962. Sie wurden in der Schweiz Eltern von zwei S�hnen (geboren 1983 resp. 1987). Das Strafgericht Basel-Stadt verurteilte A.A.________ am 7. November 1991 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu sechs Jahren Zuchthaus und 15 Jahren Landesverweisung. Gest�tzt darauf wies ihn die kantonale Fremdenpolizei am 15. Februar 1995 aus. Diese Verf�gung hob das Verwaltungsgericht mit Entscheid vom 19. August 1997 auf. Daraufhin verwarnten die Einwohnerdienste am 6. Oktober 1997 A.A.________ und wiesen ihn auf die fremdenpolizeilichen Konsequenzen von weiterem strafrechtlich relevantem Verhalten hin. Im Jahre 1999 wurde A.A.________ und seiner Familie die Niederlassungsbewilligung erteilt. Am 17. September 2009 verurteilte ihn das Strafgericht Basel-Stadt erneut wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren, davon zwei Jahre mit bedingtem Strafvollzug. Das Appellationsgericht reduzierte die Strafe mit Urteil vom 17. April 2012 auf eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit einer Probezeit von zwei Jahren.
Das Migrationsamt des Kantons Basel-Stadt widerrief daraufhin am 12. Juni 2013 die Niederlassungsbewilligung von A.A.________ und wies ihn aus der Schweiz weg. Die dagegen erhobenen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg (Rekursentscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements vom 21. Februar 2014 sowie Urteil des Appellationsgerichts als Verwaltungsgericht vom 4. November 2014).
A.A.________ gelangt mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht. Er beantragt, das Urteil des Appellationsgerichts aufzuheben und ihm die Niederlassungsbewilligung zu belassen sowie von der Wegweisung abzusehen.
Das Appellationsgericht, das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt und das Bundesamt f�r Migration (ab 1. Januar 2015: Staatssekretariat f�r Migration SEM) beantragen, die Beschwerde abzuweisen.
1.1.�Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid betreffend den Widerruf einer Niederlassungsbewilligung ist zul�ssig (Art. 82 lit. a, Art. 83 lit. c [e contrario], Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2 sowie Art. 90 BGG; BGE 135 II 1 E. 1.2.1 S. 4). Auf die form- und fristgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten (Art. 42 Abs. 2 und Art. 100 Abs. 1 BGG).
1.2.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann diesen bloss berichtigen oder erg�nzen, wenn er offensichtlich unrichtig oder in Verletzung wesentlicher Verfahrensrechte ermittelt worden ist (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die beschwerdef�hrende Person muss rechtsgen�gend dartun, dass und inwiefern der festgestellte Sachverhalt bzw. die beanstandete Beweisw�rdigung klar und eindeutig mangelhaft, mit anderen Worten willk�rlich, erscheint (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 137 I 58 E. 4.1.2 S. 62; 133 II 249 E. 1.4.3; 133 III 350 E. 1.3). Auf rein appellatorische Kritik an der Sachverhaltsermittlung und an der Beweisw�rdigung geht das Bundesgericht nicht ein (BGE 136 II 101 E. 3 S. 104 f.).
1.3.�Der Beschwerdef�hrer reicht im bundesgerichtlichen Verfahren einen Arztbericht datierend vom 19. November 2014 ein, welcher den angeschlagenen psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdef�hrers thematisiert. Der behandelnde Psychiater erachtet den Beschwerdef�hrer bei einer erzwungenen R�ckkehr in die T�rkei als lebensbedrohlich gef�hrdet. Aufgrund von Art. 99 Abs. 1 BGG d�rfen neue Tatsachen und Beweismittel nur so weit vorgebracht werden, als der angefochtene Entscheid hierzu Anlass gibt. Echte Noven, d.h. Tatsachen, die erst nach dem angefochtenen Urteil eingetreten sind, bleiben im bundesgerichtlichen Verfahren in jedem Fall unber�cksichtigt (vgl. BGE 139 III 120 E. 3.1.2 S. 123; 133 IV 342 E. 2.1 S. 343 f.; je mit Hinweisen). Der Arztbericht vom 19. November 2014 stellt ein solches echtes Novum dar und muss deshalb unbeachtet bleiben. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Urteil des Verwaltungsgerichts zum jetzigen schlechten Gesundheitszustand gef�hrt haben soll.
2.1.�Die Niederlassungsbewilligung kann widerrufen werden, wenn die ausl�ndische Person zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe (Art. 63 Abs. 1 lit. a i.V.m. Art. 62 lit. b AuG [SR 142.20]), d.h. zu einer solchen von mehr als einem Jahr, verurteilt worden ist (BGE 135 II 377 E. 4.2 S. 381; 137 II 297 E. 2 S. 299 f.) oder in schwerwiegender Weise gegen die �ffentliche Sicherheit und Ordnung in der Schweiz oder im Ausland verstossen hat bzw. diese gef�hrdet (Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG). Davon ist auszugehen, wenn die ausl�ndische Person durch ihre Handlungen besonders hochwertige Rechtsg�ter verletzt oder in Gefahr bringt oder sie sich von strafrechtlichen Massnahmen nicht beeindrucken l�sst und damit zeigt, dass sie auch k�nftig weder gewillt noch f�hig erscheint, sich an die Rechtsordnung zu halten, was jeweils im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu pr�fen ist (BGE 139 I 16 E. 2 S. 18, 31 E. 2, 145 E. 2; 137 II 297 E. 3 S. 302 ff.). Die genannten Widerrufsgr�nde gelten auch f�r Niederlassungsbewilligungen ausl�ndischer Personen, die sich seit mehr als 15 Jahren ununterbrochen und ordnungsgem�ss in der Schweiz aufhalten (Art. 63 Abs. 2 AuG).
2.2.1.�Gem�ss Art. 63 AuG "kann" die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden. Die Massnahme muss - wie jedes staatliche Handeln - verh�ltnism�ssig sein (vgl. Art. 5 Abs. 2 BV; Art. 96 AuG). Gem�ss der Praxis des Bundesgerichts, welche sich auch auf Art. 8 EMRK st�tzt, sind dabei namentlich die Schwere des Delikts und des Verschuldens des Betroffenen, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend diesem, der Grad seiner Integration bzw. die Dauer der bisherigen Anwesenheit sowie die ihm und seiner Familie drohenden Nachteile zu ber�cksichtigen (BGE 139 I 16 E. 2.2.1 S. 19 f.; 135 II 377 E. 4.3; vgl. auch das Urteil des EGMR i.S.�
Trabelsi gegen Deutschland�vom 13. Oktober 2011 [Nr. 41548/06], Ziff. 53 ff. bez�glich der Ausweisung eines in Deutschland geborenen, wiederholt straff�llig gewordenen Tunesiers).
2.2.2.�Die Niederlassungsbewilligung eines Ausl�nders, der sich schon seit langer Zeit hier aufh�lt, soll nur mit Zur�ckhaltung widerrufen werden. Bei wiederholter bzw. schwerer Straff�lligkeit ist dies jedoch selbst dann nicht ausgeschlossen, wenn er hier geboren ist und sein ganzes bisheriges Leben im Land verbracht hat (vgl. Urteil 2C_562/ 2011 vom 21. November 2011 E. 3.3 [Widerruf der Niederlassungsbewilligung eines hier geborenen 43- j�hrigen T�rken] und das bereits zitierte EGMR-Urteil�
Trabelsi�). Bei schweren Straftaten und bei R�ckfall bzw. wiederholter Delinquenz besteht regelm�ssig ein wesentliches �ffentliches Interesse daran, die Anwesenheit einer ausl�ndischen Person zu beenden, welche die Sicherheit und Ordnung in dieser Weise beeintr�chtigt (vgl. BGE 139 I 145 E. 2.4 und 2.5; Urteil 2C_903/2010 vom 6. Juni 2011 E. 3.1, nicht publ. in BGE 137 II 233; BGE 130 II 176 E. 4.4.2 S. 190). Auch der EGMR akzeptiert ausdr�cklich, dass bei Bet�ubungsmitteldelinquenz von einer gewissen Schwere ein strenger Massstab angelegt wird; gem�ss seiner Praxis �berwiegt bei Bet�ubungsmitteldelikten regelm�ssig das �ffentliche Interesse an der Beendigung des Aufenthalts (Urteile des EGMR i.S.�
Koffi gegen Schweiz�vom 15. November 2012 [Nr. 38005/07] � 65 ff.;�
Balogun gegen Vereinigtes K�nigreich�vom 10. April 2012 [60286/09], � 49 ff., 53;�
Baghli�gegen Frankreich vom 30. November 1999 [34374/ 97], � 48 f.).
2.2.3.�Drogenhandel ist zudem ein Delikt, welches aufgrund von Art. 121 Abs. 3 lit. a BV zum Verlust des Aufenthaltsrechts f�hren soll. Diese Bestimmung ist gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung zwar nicht unmittelbar anwendbar (BGE 139 I 16 E. 4.3 S. 26 ff.), doch ist den darin enthaltenen verfassungsrechtlichen Wertungen bei der Auslegung des Gesetzes insoweit Rechnung zu tragen, als dies keinen Widerspruch zu �bergeordnetem Recht verursacht (zur "praktischen Konkordanz" bei der Anwendung dieser Norm: BGE 139 I 31 E. 2.3.2 S. 34).
Der Beschwerdef�hrer beanstandet die Interessenabw�gung sowie die Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung durch die Vorinstanz und erachtet den zugrunde gelegten Sachverhalt teilweise als willk�rlich. Entgegen seinen Ausf�hrungen hat das Appellationsgericht indessen die widerstreitenden Interessen sorgf�ltig gewichtet, in vertretbarer Weise gegeneinander abgewogen und den Widerruf der Niederlassungsbewilligung des Beschwerdef�hrers zu Recht als verh�ltnism�ssig bezeichnet.
3.1.�Der Beschwerdef�hrer traf im Jahre 2005 Anstalten zum Verkauf von zwei bis drei Kilogramm Kokain zu einem Preis von Fr. 50'000.--. Dabei �bergab er einem verdeckten Ermittler eine Kokainprobe von einem Gramm. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt sprach in diesem Zusammenhang am 17. April 2012 eine bedingte Freiheits-strafe von zwei Jahren mit einer Probezeit von zwei Jahren aus, womit der Beschwerdef�hrer einen Widerrufsgrund im Sinne der oben genannten Bestimmungen gesetzt hat. Das Verschulden des Beschwerdef�hrers erachtete das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt als erheblich; der Beschwerdef�hrer habe weder Reue noch Einsicht gezeigt. In der Art eines Patrons habe er im Hintergrund und ohne Notlage aus rein finanziellen Motiven gehandelt und das Geschehen kontrolliert. Das Vorgehen gleicht demjenigen bei der ersten schweren Straftat, f�r die ihn das Strafgericht Basel-Stadt am 7. November 1991 wegen qualifizierter Widerhandlung gegen das Bet�ubungsmittelgesetz zu sechs Jahren Zuchthaus und f�nfzehn Jahren Landesverweisung verurteilte. Der Beschwerdef�hrer war im Besitz von 3.77 Kilogramm Heroin gewesen, welches zum Weiterverkauf bestimmt war, und gab mindestens 190 Gramm Heroin an Dritte weiter. Sein Verschulden wurde damals als sehr schwer beurteilt. Er habe aus r�cksichtslosem Streben nach finanziellen Profiten gehandelt. Aufgrund der wiederholt begangenen, gravierenden Delikte und der Unverbesserlichkeit schloss die Vorinstanz auf ein erhebliches �ffentliches Interesse an der Wegweisung des Beschwerdef�hrers.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer r�gt das Verhalten der Beh�rden als widerspr�chlich. Das Appellationsgericht sei im strafrechtlichen Urteil vom 17. April 2012 davon ausgegangen, dass er ziemlich strafempfindlich sei, weil seine Niederlassungsbewilligung bei einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren gef�hrdet w�re. Das Appellationsgericht (als Verwaltungsgericht) k�nne deshalb im angefochtenen Urteil nun nicht davon ausgehen, dass das Verschulden des Beschwerdef�hrers so schwer wiege, dass die Niederlassungsbewilligung widerrufen werden k�nne. Die Verwaltungsbeh�rden sind in ihren Entscheiden jedoch nicht an die Einsch�tzung der Strafbeh�rden gebunden. Strafrecht und Ausl�nderrecht verfolgen unterschiedliche Ziele und sind unabh�ngig voneinander anzuwenden. Der Straf- und Massnahmenvollzug hat nebst der Sicherheitsfunktion eine resozialisierende bzw. therapeutische Zielsetzung; f�r die Fremdenpolizeibeh�rden steht demgegen�ber das Interesse der �ffentlichen Ordnung und Sicherheit im Vordergrund, woraus sich ein im Vergleich mit den Straf- und Strafvollzugsbeh�rden strengerer Beurteilungsmassstab ergibt (BGE 137 II 233 E. 5.2.2 S. 237; 120 Ib 129 E. 5.b S. 132). Die Vorinstanz durfte die Situation des Beschwerdef�hrers folglich anders einsch�tzen, als es das Strafgericht tat. Die Schwere des Verschuldens ist zudem nur ein Aspekt der Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung (vgl. E. 2.2.1). Die Vorinstanz liess in ihrem Entscheid dementsprechend auch noch andere Gesichtspunkte in die Interessenabw�gung miteinfliessen.
3.3.�Der Beschwerdef�hrer macht geltend, dass er sich seit der Tat im Jahre 2005 absolut wohl verhalten habe und deshalb vom Widerruf der Niederlassungsbewilligung abgesehen werden m�sse. Die Vorinstanz liege falsch, wenn sie ihm aufgrund der Verurteilungen aus dem Jahre 1991 und 2012 keine gute Prognose f�r das zuk�nftige Wohlverhalten ausstelle. Nebst den beiden Verurteilungen wegen Drogenhandel wurde der Beschwerdef�hrer durch die Migrationsbeh�rden am 6. Oktober 1997 im Anschluss an die Aufhebung der migrationsrechtlichen Ausweisung durch das Verwaltungsgericht des Kantons Basel-Stadt verwarnt. Eine weitere Verwarnung erfolgte am 18. Mai 2006 durch das Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt wegen Schulden des Beschwerdef�hrers. Zudem wurde er mit Strafbefehl vom 16. Januar 2002 wegen vorschriftswidrigen Motorfahrens, Motorfahrens in angetrunkenem Zustand und Nichtmitf�hrens des F�hrerausweises zu einer bedingten Strafe von 20 Tagen Gef�ngnis sowie einer Busse von Fr. 1'500.-- verurteilt. Auch wenn dieses Delikt nicht so schwer wiegt wie seine anderen Taten und schon einige Zeit zur�ck liegt, durfte es die Vorinstanz, entgegen der Ansicht des Beschwerdef�hrers, bei der Interessenabw�gung mitber�cksichtigen (Urteile 2C_43/2009 vom 4. Dezember 2009 E. 3.3.1; 2C_477/2008 vom 24. Februar 2009 E. 3.2.1 und 3.2.2; 2C_148/2009 vom 6. November 2009 E. 2.3). Ebenfalls nicht zu beanstanden ist es, wenn die Vorinstanz dem Wohlverhalten des Beschwerdef�hrers seit der letzten Tat kein allzu grosses Gewicht beimisst. Das Strafverfahren dauerte mehrere Jahre und die Probezeit ist noch nicht seit langem abgelaufen. Einem Wohlverhalten w�hrend der strafrechtlichen Probezeit und/oder unter dem Druck des h�ngigen Bewilligungsverfahrens kommt eine geringere Bedeutung zu als einem solchen in (voller) Freiheit (vgl. Z�ND/HUGI YAR, Aufenthaltsbeendende Massnahmen im schweizerischen Ausl�nderrecht, insbesondere unter dem Aspekt des Privat- und Familienlebens, EuGRZ 2013, S. 1 ff. Rz. 41). Ausserdem lag auch zwischen der ersten und zweiten Verurteilung wegen Drogenhandels eine l�ngere Zeitspanne, in der es sich herausstellte, dass der Beschwerdef�hrer nicht in der Lage war, sich von diesem Milieu abschliessend zu distanzieren. Er hat die ihm einger�umten Chancen nicht genutzt und zeigte auch bei seiner zweiten Verurteilung wegen Drogenhandels weder Einsicht in sein Fehlverhalten noch Reue. Die Vorinstanz durfte deshalb willk�rfrei davon ausgehen, dass prospektiv eine gewisse R�ckfallgefahr und damit ein entsprechend gewichtiges (sicherheitspolizeiliches) Interesse daran besteht, dass der Beschwerdef�hrer das Land verl�sst.
3.4.�Der 53-j�hrige Beschwerdef�hrer lebt seit 35 Jahren in der Schweiz und ist gem�ss eigenen Angaben gut integriert. Die Dauer seines Aufenthalts f�llt bei der Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung zwar zu seinen Gunsten ins Gewicht, doch ist er wiederholt - und trotz entsprechender Verwarnungen - hier schwer straff�llig geworden (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.2.1; Urteil des Bundesgerichts 2C_512/2013 vom 17. Februar 2014 E. 3.1 f. mit Hinweisen). Der Beschwerdef�hrer war gem�ss eigenen Angaben meistens erwerbst�tig. Seit dem 1. August 2013 ist er als Hilfsmonteur bei der Firma seines Sohnes angestellt. Die Vorinstanz hegt die Vermutung, dass es sich dabei um eine Gef�lligkeitsanstellung handelt, weil die neue Anstellung w�hrend des h�ngigen Verfahrens erfolgte und der Beschwerdef�hrer bereits von 2008 bis Juni 2010 bei seinem Sohn besch�ftigt war, danach aber wieder arbeitslos wurde. Der Beschwerdef�hrer bestreitet diese Vorw�rfe und die Frage kann vorliegend offen bleiben. Es sind zahlreiche weitere Hinweise vorhanden, die auf eine mangelnde �konomische und soziale Integration schliessen lassen. Die Zusammenarbeit mit den Migrationsbeh�rden gestaltete sich schwierig, weil der Beschwerdef�hrer seiner Mitwirkungspflicht gem�ss Art. 90 AuG nur ungen�gend nachkam. Er liess wiederholt Frageb�gen zu seiner finanziellen Situation unbeantwortet und schenkte Gespr�chsterminen keine Beachtung. Am 18. Mai 2006 wurde der Beschwerdef�hrer wegen Schuldenwirtschaft verwarnt. Zu diesem Zeitpunkt bestanden zehn offene Betreibungen sowie 18 Verlustscheine im Betrag von insgesamt Fr. 50'619.70. Diese Verschuldung nahm danach st�ndig zu und belief sich per 26. Januar 2011 auf Fr. 213'250.35 und am 27. Februar 2013 auf Fr. 257'490.75 bei 81 Verlustscheinen. Dar�ber hinaus sind der Beschwerdef�hrer und seine Ehefrau ab dem 1. August 2012 von der Sozialhilfe unterst�tzt worden. Ein Abbau der Schulden fand bis anhin nicht statt. Der Beschwerdef�hrer will zwar nach eigenen Angaben 10% seines Nettolohnes, mehr sei ihm nicht zumutbar, f�r den Schuldenabbau aufwenden. Seine Zahlungen sind jedoch nur l�ckenhaft belegt. Sie betreffen zudem, wie die Vorinstanz festgehalten hat, nur neue Schulden und sind im Verh�ltnis zur Gesamtsumme von bescheidenem Ausmass. Eine nachhaltige Sanierung ist damit nicht m�glich. Die Vorinstanz er�rterte aufgrund der hohen Verschuldung, ob nicht auch der Ausweisungsgrund von Art. 63 Abs. 1 lit. b AuG erf�llt sei, liess diese Frage aber schliesslich unbeantwortet, weil sie den Widerruf der Niederlassungsbewilligung auf Art. 63 Abs. 1 lit. a in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG st�tzte. Die soziale Integration ist dem Beschwerdef�hrer trotz seines langen Aufenthalts in der Schweiz ebenfalls nicht gegl�ckt. Er belegt keine der geltend gemachten Bekanntschaften mit Schweizern, sodass er in dieser Hinsicht auch keine Anspr�che gest�tzt auf Art. 8 Abs. 1 EMRK geltend machen kann.
4.1.�Gem�ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung sch�tzt Art. 8 EMRK in Zusammenhang mit der Bewilligung des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderj�hrigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 S. 146). Beziehungen zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern fallen ihrerseits nur in den Anwendungsbereich von Art. 8 EMRK, sofern ein besonderes Abh�ngigkeitsverh�ltnis besteht, welches �ber normale affektive Bindungen hinausgeht (BGE 137 I 154 E. 3.4.2 S. 159; 129 II 11 E. 2 S. 14). Ein solches macht der Beschwerdef�hrer nicht geltend, auch wenn er im Betrieb eines Sohnes angestellt ist. Wie die Vorinstanz festgehalten hat, ist der hier niedergelassenen, t�rkischen Ehefrau des Beschwerdef�hrers aufgrund ihrer langen Aufenthaltsdauer in der Schweiz eine R�ckreise jedoch nicht "ohne Weiteres" zumutbar. Der Schutzbereich von Art. 8 Ziff. 1 EMRK ist in dieser Hinsicht grunds�tzlich ber�hrt und eine Interessenabw�gung nach Art. 8 Ziff. 2 EMRK geboten (BGE 135 I 153 E. 2.1 S. 155).
4.2.�Der Ehegattin des Beschwerdef�hrers kann eine Ausreise zwar nicht "ohne Weiteres" zugemutet werden, g�nzlich unzumutbar ist sie ihr dennoch nicht. Die Ehegattin hat die gesamte Kindheit und Jugend in der T�rkei verbracht und ist erst im Alter von 20 Jahren in die Schweiz eingereist. Sie ist deshalb nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit der Kultur und Lebensweise in ihrer gemeinsamen Heimat vertraut. Ohnehin ist die Zumutbarkeit der Ausreise nur als einer von mehreren Aspekten zu ber�cksichtigen, bleibt doch eine Entfernungsmassnahme m�glich, selbst wenn der ausl�ndischen Ehegattin eine Ausreise nicht zuzumuten w�re. Zudem verf�gt die Ehegattin �ber eine Niederlassungsbewilligung und hat somit die Wahl, ob sie in der Schweiz bleiben oder ihrem Ehemann in die T�rkei folgen will. Verbleibt sie in der Schweiz, kann der Kontakt zwischen den Eheleuten mit Besuchen und den heute zur Verf�gung stehenden Kommunikationsmitteln aufrechterhalten werden.
4.3.�Der Entzug der Niederlassungsbewilligung trifft den Beschwerdef�hrer als langj�hrig anwesenden Ausl�nder sicher hart. Die Ausreise in die T�rkei kann ihm indessen zugemutet werden. Er spricht T�rkisch als Muttersprache und lebte bis zu seinem 19. Lebensjahr in seinem Heimatland; er ist mit der heimatlichen Kultur vertraut. Dementsprechend stellte die Vorinstanz fest, dass er zumindest nach der �berwindung einiger Schwierigkeiten in der Lage sei, sich in der t�rkischen Gesellschaft zurechtzufinden. Dies gelte bei einer gemeinsamen R�ckkehr mit seiner Ehefrau umso mehr, als auch sie den entsprechenden Bezug aufweist.
4.4.�Die privaten Interessen des Beschwerdef�hrers am Verbleib in der Schweiz sind wegen seiner langen Anwesenheit bedeutend. Aufgrund der wiederholten schweren Delinquenz �berwiegen sie aber das sicherheitspolizeiliche Interesse nicht, seinen Aufenthalt zu beenden. Der Widerruf der Niederlassungsbewilligung ist daher rechtm�ssig.
Die Beschwerde erweist sich als unbegr�ndet und ist abzuweisen. Der unterliegende Beschwerdef�hrer tr�gt die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG). Es sind keine Parteientsch�digungen geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht und dem Staatssekretariat f�r Migration schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 22. Oktober 2015
Der Gerichtsschreiber: M�sching

References: Art. 83
e contrario
 Art. 86
 Art. 90
 BGE 
 Art. 100
 Art. 106
 BGE 
 Art. 99
 BGE 
 Art. 62
 Art. 63
 Art. 5
 Art. 96
 Art. 8
 EGMR 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 EGMR 
 EGMR 
 Art. 121
 BGE 
 BGE 
 Art. 90
 Art. 63
 Art. 63
 Art. 62
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8