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Timestamp: 2019-07-19 16:38:21+00:00

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Hartz IV Forum - Anspruch auf andere Sozialleistungen
Anspruch auf andere Sozialleistungen (Begonnen von: TheOokami)
Autor Thema: Anspruch auf andere Sozialleistungen (Gelesen 819 mal)
Anspruch auf andere Sozialleistungen
« am: 11. Juli 2019, 16:40:23 »
ich bin 22 und noch ganz frisch hier, deswegen bitte ich um etwas Nachsicht.
Mein folgendes Problem sieht so aus:
Derzeit bekomme ich Unterhalt von beider Eltern, Kindergeld und Bafög.
Mit allen Geldern komme ich ca. auf die 1000 Euro, man sollte meinen das ist erst mal:"nicht schlecht".
Jedoch bezahle ich davon schon alleine für meine Ausbildung 520 im Monat, für eine staatlich anerkannte Berufsfachschule, weil ich mir einen speziellen Beruf ausgesucht habe.
Dazu kommen noch Gelder wie Sprit, Autoversicherung, Miete, Lebensmittel usw. ihr kennt die Kosten ja.
Ich dachte erst an Hartz 4, wollte einen Termin vereinbaren und wurde von einem freundlichen Mitarbeiter angerufen. Ihm habe ich dann grob am Telefon alle Einkünfte und die Miete mitgeteilt. Er meinte ich wäre leider schon mit dem Einkommen drüber und es wäre egal ob ich mein Geld was ich frei zur Verfügung habe für das Schulgeld oder für meine Autoversicherung etc. ausgeben würde, also es zählt nicht mit in die Rechnung rein. (empfand ich als komisch)
Er hat gefragt ob dann soweit alles klar ist oder ich trotzdem noch einen Termin wollte. Dies lehnte ich aber ab und dachte:"Wozu nochmal hin wenn er sagt ich bin drüber?"
Der Hauptgrund warum ich auf weitere Leistungen angewiesen bin ist ein Umzug. Ich bin jetzt schon in der 2ten WG und immer wieder mache ich so grausame Erfahrungen.
Mein Mitbewohner ist Drogenabhängig, lässt seinen besten Kumpel in meinem Zimmer schlafen wenn ich nicht da bin und setzt mich ständig unter Druck und erpresst mich mit der Kündigung wenn ich nicht nach seiner Pfeife tanze, ich halte das nicht mehr aus. Er hat bislang jeden dritten aus der WG gekündigt wenn die Person sich ihm widersetzt hat und ich sollte dann mit ihm für die fehlende Miete gerade stehen, obwohl er die rausgeschmissen hat. Ich denke oft darüber nach die komplette Ausbildung abzubrechen, weil ich hier keine Ruhe finde, nicht lernen kann und mich wie im Gefängnis fühle. Gesamtmiete zahle ich hier 360, ich hab geschaut und mir würden nur 200 Euro im Monat mehr fehlen um mir eine Einzimmerwohnung zu leisten.
Meine Eltern wohnen 400km weit weg, leider kann ich nicht zu ihnen ziehen da dort die Ausbildungsmöglichkeiten nicht angeboten werden.
Was kann ich tun? Gibt es noch andere Hilfen oder Sozialleistungen die ich beziehen kann? Was würdet ihr mir raten?
Ich bin für jeden Tipp und guten Rat sehr dankbar und vll. finde ich doch noch mal meinen Seelenfrieden.
Re: Anspruch auf andere Sozialleistungen
« Antwort #1 am: 11. Juli 2019, 17:55:54 »
Hallo TheOokami
das ist so gar nicht mein Thema aber zumindest hätte ich einen Antrag eingereicht und den Bescheid abgewartet. Was da so von diversen JC am Telefon behauptet wird ist durchaus zu hinterfragen.
Was ich gerade beim weiterschauen gefunden habe betrifft genau das wovon ich keine Ahnung habe aber zu deinem Thema passen könnte. Also einfach mal schaue ob du mit den Links etwas anfangen kannst.
Wenn es dann doch klappen würde:
Zitat von: TheOokami am 11. Juli 2019, 16:40:23
Der Hauptgrund warum ich auf weitere Leistungen angewiesen bin ist ein Umzug.
meldest du dich im Fragen und Antworten zu Hartz IV / ALG II wieder, da geht das Umzugsthema nicht unter.
« Antwort #2 am: 11. Juli 2019, 17:57:20 »
Diese Ausgabe wird bei ALGII nicht berücksichtigt. Gab es diese Ausbildung nicht billiger? 520€ Schulgeld ist schon ein großes Häppchen, das man sich leisten können muss.
« Antwort #3 am: 11. Juli 2019, 18:24:20 »
Zitat von: Sheherazade am 11. Juli 2019, 17:57:20
Leider nein, ich mache eine Ausbildung als Schauspieler, in diesem Bereich gibt es nichts günstigeres was Ausbildungen angeht :/
« Antwort #4 am: 11. Juli 2019, 19:37:48 »
Ich kenne mich da leider auch nicht aus. Villeicht hilft der Auszug aus der Gesetzesbgründung weiter?
Ich habe dir das mal kopiert
2. Entschärfung der Schnittstelle zwischen der Ausbildungsförderung und der Grundsicherung für Ar-
beitsuchende
Auszubildende, deren Ausbildung dem Grunde nach durch Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungs-
förderungsgesetz (BAföG), durch Berufsausbildungsbeihilfe oder durch das Ausbildungsgeld nach dem SGB III
förderungsfähig sind, haben nach bisherigem Recht über die Leistungen für Auszubildende nach § 27 SGB II
hinaus keinen Anspruch auf Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II. Die Abgrenzung der Systeme
fußt auf dem Grundgedanken, dass Auszubildende den spezialgesetzlichen Regelungen der Ausbildungsförderung
Dennoch gelten bislang bereits Ausnahmen insbesondere für solche Auszubildenden, die während einer förde-
rungsfähigen Ausbildung im Haushalt der Eltern leben. Sie sind bereits bei Vorliegen der übrigen Voraussetzun-
gen Arbeitslosengeld II-berechtigt.
Zudem sind in § 27 SGB II ergänzende Leistungen geregelt, die – teilweise aufstockend – neben der Ausbildungs-
förderung für Auszubildende erbracht werden, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben. Dabei folgt
die Berechnung der Leistungen nach § 27 SGB II bereits heute weitgehend den für das Arbeitslosengeld II gel-
tenden Regelungen. Das betrifft:
Auszubildende in einer nach § 57 SGB III förderungsfähigen Berufsausbildung bzw. in einer berufsvorbe-
reitenden Bildungsmaßnahme
behinderte Auszubildende, die für eine Ausbildung oder eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme Leis-
tungen zur Teilhabe am Arbeitsleben erhalten.
Dieser Personenkreis kann künftig aufstockend Arbeitslosengeld II unter Anrechnung von Ausbildungsvergütung
und Ausbildungsförderung erhalten. Damit wird das Ziel verfolgt, die Aufnahme und das Absolvieren einer Aus-
Durch die vorgesehenen Änderungen werden insbesondere die Ziele der Grundsicherung für Arbeitsuchende
(„Fördern und Fordern“) unterstützt: Auch die Aufnahme einer Berufsausbildung kann geeignet sein, Hilfebe-
dürftigkeit zu beseitigen oder zu vermindern. Zudem sollen erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die das 25. Le-
bensjahr noch nicht vollendet haben und keinen Berufsabschluss haben, möglichst schnell in eine Ausbildung
vermittelt werden (vgl. die Klarstellung in § 3 Absatz 2). Dieses Ziel ist gefährdet, wenn das verfügbare Einkom-
men durch Aufnahme einer Berufsausbildung insbesondere bei vorherigem Bezug von Arbeitslosengeld II ab-
sinkt. Bislang steht der eigenverantwortliche Beginn einer Ausbildung regelmäßig unter dem Risiko, den An-
spruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende und damit den Anspruch auf Leistungen zur Si-
cherung des Lebensunterhalts einzubüßen.
Durch die Neuregelung wird es ermöglicht, trotz Fehlens eines Anspruches auf Ausbildungsförderung eine be-
triebliche oder außerbetriebliche Ausbildung zu absolvieren. Aufgrund der üblichen Dauer von Ausbildungen
wird dies regelmäßig Gegenstand einer Eingliederungsvereinbarung sein, wenn während der Ausbildung ein er-
gänzender Leistungsbezug nach dem SGB II erwartet wird.
Zu beachten ist aber weiterhin der Vorrang der beruflichen Weiterbildung, für die besondere individuelle und
Maßnahme bezogene Fördervoraussetzungen gelten, die insbesondere dem Erfordernis einer qualitativ hochwer-
tigen, erwachsenengerechten Weiterbildung Rechnung tragen sollen. Die ergänzende Erbringung von Arbeitslo-
sengeld II während einer schulischen Ausbildung ist deshalb grundsätzlich nur möglich, wenn Ausbildungsför-
derung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz tatsächlich bezogen wird.
Man muss wohl klären ob diese Ausbildung eine nach § 57 SGB III förderungsfähigen Berufsausbildung ist.
« Antwort #5 am: 12. Juli 2019, 07:22:51 »
Zitat von: TheOokami am 11. Juli 2019, 18:24:20
ich mache eine Ausbildung als Schauspieler, in diesem Bereich gibt es nichts günstigeres was Ausbildungen angeht :/
Es gibt auch staatliche Schauspielschulen, die verlangen nur 100-500€ Schulgeld je Semester.
Du wirst dir wohl einen Job suchen müssen um deine private Schauspielschule finanzieren zu können. Ist wohl auch so üblich.
« Antwort #6 am: 12. Juli 2019, 07:26:47 »
1000 Euro sind eben schon mehr als du an Hartz IV-Leistungen bekommen würdest. Von daher stehen dir diese nicht zu.
« Antwort #7 am: 12. Juli 2019, 09:37:50 »
Hast Du schon versucht, Wohngeld zu beantragen? k.A., wie das bei WGs abläuft. Evtl. hast Du darüber ja dann auch die Chance, Dir eine eigene Wohnung zu leisten.
« Antwort #8 am: 12. Juli 2019, 10:25:27 »
Zitat von: Yavanna am 12. Juli 2019, 09:37:50
Hast Du schon versucht, Wohngeld zu beantragen?
Alleinlebende Studenten im Bafög-Bezug sind vom Wohngeldbezug ausgeschlossen.
« Antwort #9 am: 12. Juli 2019, 11:28:35 »
Wir haben "früher" gekellnert, Bier gezapft, Pizza ausgefahren oder Regale aufgefüllt, um unsere Ausbildungen zu finanzieren.
« Antwort #10 am: 12. Juli 2019, 11:59:12 »
Ja früher ... da blieb uns auch nichts anderes übrig ...
« Antwort #11 am: 12. Juli 2019, 14:09:23 »
Zitat von: Georg1975 am 12. Juli 2019, 11:28:35
Ich habe Vögel und Tierfutter verkauft und bei Inventuren geholfen. Aber damals ging so eine (bezahlte) Lehre ja auch noch fast 30 Wochenstunden, und während der Schule gab es noch mehr Freizeit.
Allerdings war JEDER meiner Stundenlöhne damals höher als der aktuelle Putzfrauentarif!

References: § 27
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 § 57
 § 3
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