Source: https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/bag-urteil-vom-18032015-7-azr-27213_idesk_PI42323_HI7962937.html
Timestamp: 2019-09-22 13:58:25+00:00

Document:
BAG Urteil vom 18.03.2015 - 7 AZR 272/13 | Haufe Personal Office Platin | Personal | Haufe
BAG Urteil vom 18.03.2015 - 7 AZR 272/13
Befristung. Verlängerung sachgrundlos befristeter Verträge. tarifliche Regelung
1. Nach § 14 Abs. 2 Satz 3 TzBfG können durch Tarifvertrag nicht nur entweder die Höchstdauer der Befristung oder die Anzahl der Verlängerungen sachgrundlos befristeter Arbeitsverträge, sondern kumulativ beide Vorgaben abweichend von § 14 Abs. 2 Satz 1 TzBfG geregelt werden.
2. Diese Dispositionsbefugnis der Tarifvertragsparteien ist zwar im Hinblick auf den systematischen Gesamtzusammenhang und den Zweck des TzBfG sowie aus verfassungs- und unionsrechtlichen Gründen nicht unbegrenzt. Eine tarifvertragliche Regelung, die die zulässige Höchstdauer sachgrundlos befristeter Arbeitsverhältnisse auf 48 Monate und die Anzahl der zulässigen Verlängerungen auf sechs festlegt, ist jedoch wirksam.
TzBfG § 14 Abs. 2 Sätze 1, 3-4, § 17 S. 2, § 22 Abs. 1; GG Art. 9 Abs. 3, Art. 12 Abs. 1; EGB-UNICE-CEEP-Rahmenvereinbarung über befristete Arbeitsverträge im Anhang der Richtlinie 1999/70/EG des Rates vom 28. Juni 1999 (Rahmenvereinbarung) § 5 Nr. 1 Buchst. a, b, c; Ergänzungstarifvertrag über den zulässigen Rahmen befristeter Arbeitsverhältnisse auf Grundlage von § 14 Abs. 2 S. 3 Teilzeit-Befristungsgesetz (TzBfG) Ziff. 1; Ergänzungstarifvertrag über den zulässigen Rahmen befristeter Arbeitsverhältnisse auf Grundlage von § 14 Abs. 2 S. 3 Teilzeit-Befristungsgesetz (TzBfG) Ziff. 2; Ergänzungstarifvertrag über den zulässigen Rahmen befristeter Arbeitsverhältnisse auf Grundlage von § 14 Abs. 2 S. 3 Teilzeit-Befristungsgesetz (TzBfG) Ziff. 3 Abs. 2; TVG § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 S. 1; BGB § 187 Abs. 2, § 305c Abs. 1, § 307 Abs. 1 S. 2; KSchG § 7 Hs. 1; ZPO § 97 Abs. 1, §§ 167, 222 Abs. 1-2, § 240 S. 1
LAG Berlin-Brandenburg (Urteil vom 18.12.2012; Aktenzeichen 11 Sa 1409/12, 11 Ta 1410/12)
ArbG Berlin (Urteil vom 04.05.2012; Aktenzeichen 6 Ca 1323/12)
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 18. Dezember 2012 – 11 Sa 1409/12 – wird zurückgewiesen.
Auf das Arbeitsverhältnis finden die aufgrund der Tarifgebundenheit des Arbeitgebers für den Betrieb räumlich und fachlich geltenden Tarifverträge (derzeit für die Metall- und Elektroindustrie Berlin-Brandenburg I) in der jeweils gültigen Fassung Anwendung, soweit sie unter den persönlichen Geltungsbereich fallen und im Einzelfall nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart worden ist.”
Im Übrigen behalten die im Einstellungsvertrag getroffenen Vereinbarungen nebst Vertragsanlagen weiterhin Gültigkeit.”
Der von dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. und der IG Metall abgeschlossene „Ergänzungstarifvertrag über den zulässigen Rahmen befristeter Arbeitsverhältnisse auf Grundlage von § 14 Abs. 2 Satz 3 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG)” vom 26. Mai 2009 (im Folgenden ETV) lautet auszugsweise wie folgt:
Die Höchstdauer einer Befristung ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes wird bis zur Dauer von insge...

References: § 14
 § 14
 § 14
 § 17
 § 22
 Art. 9
 Art. 12
 § 5
 § 14
 § 14
 § 14
 § 3
 § 4
 § 187
 § 305
 § 307
 § 7
 § 97
 § 240
 § 14