Source: http://www.dittmann-kollegen.de/leistungen/spezialgebiete/freie-berufe.html
Timestamp: 2018-03-22 15:22:40+00:00

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Steuerberater für Ratzeburg, Mölln, Herzogtum Lauenburg und Lübeck - Vorsorge - Dittmann & Kollegen: Freie Berufe
§ 1 Abs. 2 S. 1 PartGG gibt die folgende Definition der Freien Berufe:
Nachfolgend einige Vorteile bei der Anerkennung Freiberufler:
Es erfolgt keine Gewerbeanmeldung bei der zuständigen Gemeinde bzw. Stadt
Freie Berufe sind von der Zahlung der Gewerbesteuer befreit
Für steuerliche Zwecke reicht eine Einnahmen-/Überschussrechnung es besteht keine Buchführungspflicht (sog. Doppelte Buchführung)
Freiberufler sind von der IHK Mitgliedschaft befreit und zahlen auch keine Beiträge.
sog. Katalogberufe und
oder den Katalogberufen ähnliche freie Berufe.
Katalogberufe Freiberufler
Die in den sog. Katalogberufen aufgezählten Berufe sind Freiberufler i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Hierzu zählt explizit der Beruf als:
Ob ein ähnlicher Beruf vorliegt, ist durch Vergleich mit einem bestimmten Katalogberuf festzustellen. Ein Beruf ist einem der Katalogberufe ähnlich, wenn er in wesentlichen Punkten mit ihm verglichen werden kann. Dazu gehören die Vergleichbarkeit der Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit.
Tätigkeitsbereich Freiberufler
Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes muss die selbstständig ausgeübte Tätigkeit in einem der nachfolgend aufgeführten Bereiche erfolgen:
künsterlische Tätigkeiten
ingenieursmäßige und ähnliche Tätigkeiten (z.B. auch IT bzw. EDV Berufe)
sonstige selbständige Tätigkeiten.
Der Nachweis ingenieurähnlicher Tätigkeiten kann nicht durch die Tätigkeit erbracht werden, die auch anhand von Formelsammlungen und praktischen Erfahrungen ausgeübt werden kann. Demgegenüber werden an die Breite der Tätigkeit geringere Anforderungen gestellt.
Die Einordnung von IT-Spezialisten als Freiberufler bzw. Gewerbetreibender ist ein besonders schwieriges Thema. Die Abgrenzung bereitet insbesondere deshalb Schwierigkeiten, weil die neuen Berufe im Bereich der Informationstechnologie nicht so recht in die "alten Schubladen" der Finanzämter passen. Auf Grund neuer Finanzgerichtsurteile besteht für viele bisher gewerbliche Unternehmer die Chance, als IT-Freiberufler anerkannt zu werden. Die Abgrenzung zum Gewerbetreibenden wird nämlich - insbesondere bei IT-Freelancern - vom Finanzamt oft falsch vorgenommen. Wer Freiberufler ist, definiert das Einkommensteuergesetz in § 18. Danach muss eine selbstständige künstlerische, schriftstellerische oder unterrichtende Tätigkeit vorliegen, wie z. B. bei Journalisten und freien Dozenten. Aber Berufe wie Contentproducer, Multimedia-Entwickler, Webdesigner oder EDV-Berater kennt das Gesetz noch nicht. Ohne Probleme werden i. d. R. Grafiker als Freiberufler anerkannt, deren Arbeit von fast allen Finanzämtern als künstlerisch beurteilt wird. Gleiches sollte eigentlich auch für Webdesigner gelten. Leider stufen viele Finanzbeamte Webdesigner "sicherheitshalber" als Gewerbetreibende ein. Online-Journalisten haben das gleiche Problem. EDV-Berater haben es dagegen bei den Finanzämtern schwer, als Freiberufler eingestuft zu werden. Nach Auffassung der Finanzgerichte zählt die Beratung im Bereich Internet nicht zu den freien Berufen. Bei Systemanalytikern hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Freiberuflichkeit bereits bejaht. Die Urteilsbegründung ist interessant, da das Finanzgericht mit der Ähnlichkeit zum Ingenieur argumentiert, der gem. § 18 EStG Freiberufler ist. Diese Argumentation über die Ähnlichkeit der Berufsgruppen sollte auch für den IT-Berater und dem Unternehmensberater greifen.
Die vom Bundesfinanzhof entwickelten Abgrenzungskriterien zwischen einem Gewerbetrieb und einem Freiberufler auf dem Gebiet der Programmierung können wie folgt zusammen gefasst werden: Freiberufler ist derjenige, der sich mit Systemsoftware (und nicht mit Anwendungs-Programmierung) beschäftigt. Die Tätigkeit im Bereich der Systemsoftware stellt eine ingenieurähnliche Tätigkeit dar. Nach der Definition des BFH ist der Begriff Systemsoftware aber erheblich weiter auszulegen als vielleicht aufgrund des Wortlauts anzunehmen ist: Man muss also nicht gleich das Betriebssystem Windows oder Linux programmiert haben, um IT-Freiberufler zu sein. Nach der Definition des BFH gehören zur Systemsoftware z. B. Betriebssysteme, Datenbanksoftware und Datenübertragungsnetze. Ein Programmierer kann unschädlich noch als Freiberufler im Anwendersoftwarebereich tätig sein, wenn die gesamte Tätigkeit sich überwiegend auf Systemsoftware bezieht und somit für die Gesamttätigkeit prägend ist. Bei der Entwicklung von Anwendersoftware wird geprüft, ob bestimmte Prozesse sich mit Hilfe der EDV lösen lassen. Es werden weitere Fachkenntnisse in irgend einem anderen Anwendungsbereich außerhalb der Informatik benötigt.
Leistet der Steuerpflichtige Erziehungshilfe, indem er die betreuten Kinder zeitweise in seinen Haushalt aufnimmt, erzielt er Einkünfte aus einer freiberuflichen Tätigkeit, wenn die Erziehung der Gesamtheit der Betreuungsleistung das Gepräge gibt.
Eine künstlerische Tätigkeit liegt vor, wenn die Arbeiten nach ihrem Gesamtbild eigenschöpferisch sind und über eine hinreichende Beherrschung der Technik hinaus eine bestimmte künstlerische Gestaltungshöhe erreichen. Dabei ist nicht jedes einzelne von dem Künstler geschaffene Werk für sich, sondern die gesamte von ihm im VZ ausgeübte Tätigkeit zu würdigen.
Zu der freien Berufstätigkeit eines Wirtschaftsprüfers, vereidigten Buchprüfers, Steuerberaters, Steuerbevollmächtigten usw. können auch die Prüfungen der laufenden Eintragungen in den Geschäftsbüchern, die Prüfung der Inventur, die Durchführung des Hauptabschlusses und die Aufstellung der Steuererklärungen gehören. Die Bücherführung für andere Personen, z. B. durch einen Steuerberater oder einen Steuerbevollmächtigten, ist ebenfalls grundsätzlich eine freiberufliche Tätigkeit.
Betreibt ein Arzt ein Krankenhaus, so liegt eine freiberufliche Tätigkeit vor, wenn es ein notwendiges Hilfsmittel für die ärztliche Tätigkeit darstellt und aus dem Krankenhaus ein besonderer Gewinn nicht angestrebt wird. Entsprechendes gilt hinsichtlich einer von einem Arzt oder von einem Heilpraktiker, Physiotherapeuten (Krankengymnasten), Heilmasseur betriebenen medizinischen Badeanstalt.
Soweit Heil- oder Heilhilfsberufe nicht zu den Katalogberufen zählen, ist ein solcher Beruf einem der in § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG genannten Katalogberufe ähnlich, wenn das typische Bild des Katalogberufs mit seinen wesentlichen Merkmalen dem Gesamtbild des zu beurteilenden Berufs vergleichbar ist. Dazu gehören die Vergleichbarkeit der jeweils ausgeübten Tätigkeit nach den sie charakterisierenden Merkmalen, die Vergleichbarkeit der Ausbildung und die Vergleichbarkeit der Bedingungen, an die das Gesetz die Ausübung des zu vergleichenden Berufs knüpft. Abweichend von den vorgenannten Grundsätzen stellt die Zulassung des jeweiligen Steuerpflichtigen oder die regelmäßige Zulassung seiner Berufsgruppe nach § 124 Abs. 2 SGB V durch die zuständigen Stellen der gesetzlichen Krankenkassen ein ausreichendes Indiz für das Vorliegen einer dem Katalogberuf des Krankengymnasten ähnlichen Tätigkeit dar. Fehlt es an dieser Zulassung, kann durch ein Gutachten nachgewiesen werden, ob die Ausbildung, die Erlaubnis und die Tätigkeit des Stpfl. mit den Erfordernissen des § 124 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 bis 3 SGB V vergleichbar sind.
Eine Tätigkeit ist auch eine sonstige selbstständige Arbeit i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG, wenn sie den dort aufgeführten Tätigkeiten (Vollstreckung von Testamenten, Vermögensverwaltung, Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied) ähnlich ist.
Die Tatsache, dass ein Steuerpflichtiger "selbständig und eigenverantwortlich" i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG tätig ist, reicht alleine nicht aus, die Tätigkeit als selbständige zu qualifizieren. Nimmt die sonstige selbständige Tätigkeit einen Umfang an, der die ständige Beschäftigung mehrerer Angestellter oder die Einschaltung von Subunternehmern erforderlich macht, und werden den genannten Personen nicht nur untergeordnete, insbesondere vorbereitende oder mechanische Aufgaben übertragen, liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor (sog. Vervielfältigungstheorie). In diesen Fällen übt auch der Subunternehmer keine sonstige selbständige Tätigkeit aus.
Eine Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied i. S. d. § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG übt derjenige aus, der mit der Überwachung der Geschäftsführung einer Gesellschaft beauftragt ist. Dies ist dann nicht der Fall, wenn vom Beauftragten im Wesentlichen Aufgaben der Geschäftsführung wahrgenommen werden.
Beispiele für freiberufliche Arbeit
Kompasskompensierer
Krankenpfleger/ Krankenschwester
Die Beschäftigung von fachlich vorgebildeten Mitarbeitern steht der Annahme einer freiberuflichen Tätigkeit nicht entgegen, wenn der Berufsträger auf Grund eigener Fachkenntnisse leitend tätig wird und auch hinsichtlich der für den Beruf typischen Tätigkeit eigenverantwortlich mitwirkt. Die leitende und eigenverantwortliche Tätigkeit des Berufsträgers muss sich auf die Gesamttätigkeit seiner Berufspraxis erstrecken; es genügt somit nicht, wenn sich die auf persönlichen Fachkenntnissen beruhende Leitung und eigene Verantwortung auf einen Teil der Berufstätigkeit beschränkt. Freiberufliche Arbeit leistet der Berufsträger nur, wenn die Ausführung jedes einzelnen ihm erteilten Auftrags ihm und nicht dem fachlichen Mitarbeiter, den Hilfskräften, den technischen Hilfsmitteln oder dem Unternehmen als Ganzem zuzurechnen ist, wobei in einfachen Fällen eine fachliche Überprüfung der Arbeitsleistung des Mitarbeiters genügt (Stempeltheorie). Der Berufsträger darf weder die Leitung noch die Verantwortlichkeit einem Geschäftsführer oder Vertreter übertragen. Eine leitende und eigenverantwortliche Tätigkeit ist jedoch dann noch gegeben, wenn ein Berufsträger nur vorübergehend, z. B. während einer Erkrankung, eines Urlaubs oder der Zugehörigkeit zu einer gesetzgebenden Körperschaft oder der Mitarbeit in einer Standesorganisation, seine Berufstätigkeit nicht selbst ausüben kann.
Getrennte Behandlung: Die Tätigkeiten sind zu trennen, sofern dies nach der Verkehrsauffassung möglich ist. Betätigt sich eine natürliche Person sowohl gewerblich als auch freiberuflich und besteht zwischen den Tätigkeiten kein sachlicher und wirtschaftlicher Zusammenhang, werden nebeneinander Einkünfte aus Gewerbebetrieb und aus selbständiger Arbeit erzielt. Aber auch wenn zwischen den Betätigungen gewisse sachliche und wirtschaftliche Berührungspunkte bestehen - also eine gemischte Tätigkeit vorliegt -, sind die Betätigungen regelmäßig getrennt zu erfassen. Sind die Einkünfte nicht bereits vom Steuerpflichtigen getrennt ermittelt worden, muss eine Trennung ggf. im Wege der Schätzung erfolgen.
Einheitliche Behandlung: Eine einheitliche Tätigkeit liegt nur vor, wenn die verschiedenen Tätigkeiten derart miteinander verflochten sind, dass sie sich gegenseitig unlösbar bedingen. Schuldet ein Steuerpflichtiger seinem Auftraggeber einen einheitlichen Erfolg, ist die zur Durchführung des Auftrags erforderliche Tätigkeit regelmäßig als einheitliche zu beurteilen. Werden in einem Betrieb nur gemischte Leistungen erbracht, ist der Betrieb danach zu qualifizieren, welche der einzelnen Tätigkeiten der Gesamttätigkeit das Gepräge gibt.
Schließen sich Angehörige eines freien Berufs zu einer Personengesellschaft zusammen, haben die Gesellschafter nur dann freiberufliche Einkünfte, wenn alle Gesellschafter, ggf. auch die Kommanditisten, die Merkmale eines freien Berufs erfüllen. Kein Gesellschafter darf nur kapitalmäßig beteiligt sein oder Tätigkeiten ausüben, die keine freiberuflichen sind. Eine Personengesellschaft, die sich aus Angehörigen unterschiedlicher freier Berufe zusammensetzt, ist nicht bereits vom Grundsatz her als gewerbliche Mitunternehmerschaft einzustufen. Beratende Bauingenieure können im Rahmen einer GbR, auch wenn sie nur in geringem Umfang tätig werden, eigenverantwortlich tätig sein. Eine an einer KG als Mitunternehmerin beteiligte GmbH ist selbst dann eine berufsfremde Person, wenn ihre sämtlichen Gesellschafter und ihr Geschäftsführer Angehörige eines freien Berufs sind.
Üben Personengesellschaften auch nur zum Teil eine gewerbliche Tätigkeit aus, so ist ihr gesamter Betrieb als gewerblich zu behandeln (Abfärbungstheorie bzw. Abfärbetheorie oder auch Infizierungstheorie).
Auf Grund dieser Ausführungen können Sie erkennen, dass die Anerkennung als Freiberufler vom Einzelfall abhängt und qualifizierten Rat durch einen Steuerberater Ihres Vertrauens erfordert, damit Sie nicht jahrelang unnötig Gewerbesteuer zahlen müssen.
Unsere Leistungen für freie Berufe

References: § 1
 § 18
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 § 124
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