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Timestamp: 2016-10-25 05:14:13+00:00

Document:
I 196/06 (21.08.2006)
B.________, 1969, Beschwerdef�hrerin, vertreten
Die 1969 geborene B.________, verheiratet und Mutter eines Sohnes (geboren 1994), arbeitete seit 1. September 1988 zu einem Vollzeitpensum als Best�ckerin bei der Firma A.________. Ab Sommer 1997 litt sie zunehmend unter Angstzust�nden, Nervosit�t und Schlafst�rungen, weswegen sie medizinische Behandlung ben�tigte. Sie war ab 1. September 2003 abwechselnd h�lftig und vollst�ndig arbeitsunf�hig. Am 24. Mai 2004 meldete sie sich zum Bezug einer Rente der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons Z�rich kl�rte die beruflichen Verh�ltnisse ab (Fragebogen f�r den Arbeitgeber vom 3. Juni 2004; Gespr�chsnotiz vom 16. September 2004) und holte die Stellungnahmen der Dres. med. G.________ (Bericht vom 7. Juni 2004) und E.________, Neurologie, (Berichte vom 13. Juni und 8. September 2004) ein. Mit Verf�gung vom 21. September 2004 verneinte sie einen Anspruch auf Invalidenrente und berufliche Massnahmen. Auf Einsprache hin befragte ein Mitarbeiter der Verwaltung mehrere Vorgesetzte der Versicherten im Betrieb der A.________ AG (Aktennotiz vom 22. Oktober 2004), wonach das Arbeitsverh�ltnis auf Ende Oktober 2004 aufgel�st sei. Mit Entscheid vom 9. Dezember 2004 wies die IV-Stelle die Einsprache ab.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich ab (Entscheid vom 17. Januar 2006).
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst B.________ zwei Berichte des Dr. med. E.________ vom 3. Februar 2006 und 22. Dezember 2004 auflegen und beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei ihr eine ganze Invalidenrente zuzusprechen; eventualiter sei das Verfahren an die IV-Stelle zur�ckzuweisen, damit diese nach Vornahme erg�nzender Abkl�rungen neu verf�ge. Das gleichzeitig gestellte Gesuch um unentgeltliche Verbeist�ndung zieht sie mit Eingabe vom 22. Mai 2006 zur�ck.
2.1 Streitig und zu pr�fen ist, ob ein psychischer Gesundheitsschaden mit Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit vorliegt. Die Vorinstanz gelangte zum Schluss, es liege keine psychische Erkrankung im invalidenversicherungsrechtlichen Sinne vor. Eine derartige St�rung werde weder in den Arztberichten diskutiert, noch von der Beschwerdef�hrerin substantiiert geltend gemacht. Demgegen�ber wird in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorgebracht, der Sachverhalt h�tte mittels eines psychiatrischen Gutachtens gekl�rt werden m�ssen.
2.2 Im Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2004, worauf das kantonale Gericht verwiesen hat, werden die einschl�gigen Normen und Grunds�tze zutreffend dargestellt. Dies gilt namentlich f�r den Begriff der Invalidit�t (Art. 4 Abs. 1 IVG und Art. 8 Abs. 1 ATSG), den Umfang des Rentenanspruchs (Art. 28 Abs. 1 IVG sowohl in der bis 31. Dezember 2003 g�ltig gewesenen wie auch in der seit 1. Januar 2004 in Kraft stehenden Fassung), die Bemessung des Invalidit�tsgrades bei erwerbst�tigen Versicherten nach der Methode des Einkommensvergleichs (Art. 16 ATSG) sowie die beweisrechtliche W�rdigung von medizinischen Berichten (BGE 125 V 352 Erw. 3a).
Die Vorinstanz hat BGE 127 V 299 Erw. 5 (mit Hinweisen) richtig zitiert, wonach medizinische Befunde, welche in den psychosozialen und soziokulturellen Umst�nden ihre hinreichende Erkl�rung finden, keinen invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden darstellen. Ist eine psychische St�rung von Krankheitswert erstellt, kommt der Frage zentrale Bedeutung zu, ob und inwiefern, allenfalls bei geeigneter therapeutischer Behandlung, von der versicherten Person trotz des Leidens willensm�ssig erwartet werden kann zu arbeiten (vgl. auch BGE 130 V 352 und 396).
3.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschr�nkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen; vgl. BGE 130 I 183 Erw. 3.2).
3.2 F�hren die von Amtes wegen vorzunehmenden Abkl�rungen die Verwaltung oder das Gericht bei pflichtgem�sser Beweisw�rdigung zur �berzeugung, ein bestimmter Sachverhalt sei als �berwiegend wahrscheinlich zu betrachten und es k�nnten weitere Beweismassnahmen an diesem feststehenden Ergebnis nichts mehr �ndern, so ist auf die Abnahme weiterer Beweise zu verzichten (antizipierte Beweisw�rdigung; Kieser, Das Verwaltungsverfahren in der Sozialversicherung, S. 212, Rz 450; K�lz/H�ner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., S. 39, Rz 111 und S. 117, Rz 320; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., S. 274; vgl. auch BGE 122 II 469 Erw. 4a, 122 III 223 Erw. 3c, 120 Ib 229 Erw. 2b, 119 V 344 Erw. 3c mit Hinweis). In einem solchen Vorgehen liegt kein Verstoss gegen das rechtliche Geh�r gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV (SVR 2001 IV Nr. 10 S. 28 Erw. 4b; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis).
4.1 Laut Bericht des Hausarztes Dr. med. G.________ vom 7. Juni 2004 leidet die Beschwerdef�hrerin seit Sommer 1997 an Angstattacken, phasenweise depressiven Verstimmungen, chronischer �berlastung und chronischer St�rung des Tag-Nacht-Rythmus. Die Schlafst�rungen h�tten behoben werden k�nnen, wobei es nicht gelungen sei, das verabreichte Medikament "Deanxit" wieder abzusetzen. Auf Wunsch der Patientin habe er im Februar 2003 eine psychotherapeutische Betreuung bei Dr. med. E.________ angeordnet, der die Muttersprache der Beschwerdef�hrerin spreche. Wegen der seit Jahren bestehenden �berforderung (vollzeitliche Erwerbst�tigkeit, F�hrung eines Haushaltes und Erziehung des Kindes) sei die Prognose ung�nstig. Zur Beeintr�chtigung der Arbeitsf�higkeit verwies Dr. med. G.________ auf die Einsch�tzung des Dr. med. E.________.
Dieser diagnostizierte im Bericht vom 13. Juni 2004 eine ausgepr�gte Angsterkrankung und Depression bei soziokulturellen Belastungen und genetischer Disposition. Seit ungef�hr f�nf Jahren h�tten sich langsam und zunehmend verminderte Freudempfindung, Pessimismus, �berempfindlichkeit, Antriebsarmut und Affektlabilit�t (leichtes Weinen) bemerkbar gemacht. Die Patientin k�nne sich oft nicht richtig ausdr�cken, weine immer wieder, wirke hilf- und ratlos und habe das Gef�hl zu versagen. Trotz ihrer Beschwerden habe sie ihre Arbeit immer erledigen wollen. Neben den Gespr�chen in t�rkischer Sprache ben�tige sie eine gen�gend dosierte Psychopharmaka-Therapie. Unter der Medikation sei eine leichte Verbesserung der Symptomatik erreicht worden. Die Patientin verm�ge ihre Arbeit mit M�he und Not im Umfang von h�chstens 50 % zu erledigen. Die Prognose sei erfahrungsgem�ss ung�nstig.
4.2 Aus diesen �rztlichen Stellungnahmen ist der Schluss zu ziehen, dass die Arbeitsunf�higkeit auf einer �berlastungssituation beruht. Die Begr�ndung des Dr. med. E.________ f�r die diagnostizierte genetische Disposition, dass die "Grossfamilie v�terlicher- und m�tterlicherseits stark mit Angst und Depression belastet", "viele Familienmitglieder (...) hier in der Schweiz" lebten und "wegen Angst und Depression invalid" seien, �berzeugt nicht. Diese nicht verifizierten Umst�nde k�nnen auch Folge soziokultureller Anpassungsschwierigkeiten anderer aus der T�rkei stammender Verwandter sein. Die vorinstanzliche Feststellung, die psychischen Beeintr�chtigungen f�nden ihre hinreichende Erkl�rung in den - invalidit�tsfremden - psychosozialen und soziokulturellen Faktoren, l�sst sich daher nicht beanstanden.
Nachdem Dr. med. E.________ keine invalidenversicherungsrechtlich relevante psychische Krankheit nach einem wissenschaftlich anerkannten Klassifikationssystem stellt und auch sonst keine Anzeichen f�r eine solche bestehen, er�brigen sich weitere Abkl�rungen.

References: Art. 8
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 29
 Art. 4
 BGE