Source: http://www.juraforum.de/urteile/vgh-baden-wuerttemberg/vgh-baden-wuerttemberg-urteil-vom-26-03-2009-az-2-s-203607
Timestamp: 2016-10-26 23:05:21+00:00

Document:
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - 26.03.2009, 2 S 2036/07 - JuraForum.de
JuraForum.de > Urteile > Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg > Urteil vom 26.03.2009, Aktenzeichen: 2 S 2036/07 VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Aktenzeichen: 2 S 2036/07Urteil vom 26.03.2009
Leitsatz:1. Bei der hygienischen Untersuchung eines Badegewässers, das sich unmittelbar vor der Badestelle eines Campingplatzes befindet, handelt es sich um eine dem Betreiber des Campingplatzes individuell zurechenbare öffentliche Leistung, für die er zu einer Gebühr herangezogen werden kann.
2. Einem besonderen - über den Normalfall hinausgehenden - öffentlichen Interesse bei öffentlichen Leistungen im Sinne von § 2 Abs. 2 Satz 1 LGebG ist nicht auf der Ebene der Gebührenkalkulation, sondern durch Gebührenermäßigungen oder -befreiungen Rechnung zu tragen.Rechtsgebiete:LGebGVorschriften:§ 2 Abs. 3 Satz 1 LGebG, § 5 Abs. 1 Nr. 1 LGebG, § 4 Abs. 1 LGebG, § 7 Abs. 1 LGebG, § 7 Abs. 2 LGebG, § 7 Abs. 3 LGebG, § 4 Abs. 3 Satz 2 LGebG, § 11 Abs. 1 Satz 1 LGebGStichworte:Badegewässeruntersuchung, Badegewässerüberwachung, öffentliche Leistung, Gebühr, Wasserprobe, Zurechenbarkeit, Kostendeckungsprinzip, GebührenbemessungVerfahrensgang:VG Sigmaringen, 1 K 1504/06 vom 01.08.2007
VolltextUm den Volltext vom VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil vom 26.03.2009, Aktenzeichen: 2 S 2036/07 anzusehen, müssen Sie die Einzelentscheidung kaufen.Volltext der Entscheidung kaufen
Weitere Entscheidungen vom VGH-BADEN-WUERTTEMBERGVGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 2 S 1619/08 vom 26.03.20091. Ein Satzungsgeber, der "Kampfhunde" wegen ihrer potentiellen Gefährlichkeit erhöht besteuern will, kann zu diesem Zweck auf Rasselisten aus einer der Gefahrenabwehr dienenden landesrechtlichen Regelung (hier: Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums ländlicher Raum über das Halten gefährlicher Hunde vom 03.08.2000 POlVOgH -) zurückgreifen und sich damit den Erkenntnissen des Normgebers auf Landesebene bedienen, sofern es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass sie offensichtlich falsch bzw. überholt sind (im Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 28.07.2005 10 B 34.05 - NVwZ 2005, 1325).
2. Eine Regelung in einer Hundesteuersatzung, wonach für Hunde der Rasse American Staffordshire Terrier eine erhöhte Hundesteuer (600,-- EUR anstatt 81,-- EUR) erhoben wird, verstößt nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG.
3. Hunde der Rasse American Staffordshire Terrier besitzen ein genetisches Potential sowohl in Bezug auf körperliche Merkmale - insbesondere Beißkraft - als auch auf Charaktereigenschaften, aufgrund dessen sie in besonderem Maße die Eignung aufweisen, ein gefährliches Verhalten zu entwickeln. Diese Einschätzung der Hunderasse American Staffordshire Terrier (vgl. dazu bereits BVerwG, Urteil vom 19.01.2000 - 11 C 8.99 - BVerwGE 110, 265 und BVerfG, Urteil vom 16.03.2004 - 1 BvR 1778/01 - BVerfGE 110, 141) begegnet auch im Hinblick auf aktuelle fachwissenschaftliche Veröffentlichungen keinen Bedenken.VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, A 9 S 666/09 vom 25.03.2009Die Zuziehung eines Dolmetschers in der Muttersprache ist nicht erforderlich, wenn auch in einer anderen Sprache, für die ein Dolmetscher zur Verfügung steht, eine hinreichende Verständigung in der mündlichen Verhandlung möglich ist.VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 4 S 2569/07 vom 24.03.2009Erklärt der Dienstherr hinsichtlich eines besoldungsrechtlichen Anspruchs des Beamten den Verzicht auf die Einrede der Verjährung, ist nach den Gesamtumständen der Erklärung zu prüfen, ob der Verzicht auch für den Fall gelten soll, dass bereits Verjährung eingetreten ist (hier verneint).
VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - 26.03.2009, 2 S 2036/07 © JuraForum.de — 2003-2016

References: § 2
 § 5
 § 4
 § 7
 § 7
 § 7
 § 4
 § 11
 Art. 3