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Timestamp: 2019-05-23 05:12:37+00:00

Document:
Mittwoch, 26. Februar 1919
Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni (Mödling, 26. Februar 1919) warning
Brief von Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni (Mödling, 26. Februar 1919), bearbeitet von Christian Schaper und Ullrich Scheideler, in: Briefwechsel Ferruccio Busoni – Arnold Schönberg, hrsg. von Christian Schaper und Ullrich Scheideler, Berlin: Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, März 2016: Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, busoni-nachlass.org/D0100041 (7. April 2017: in Bearbeitung)
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<title xml:lang="de">Brief von Arnold Schönberg an Ferruccio Busoni (Mödling, 26. Februar 1919)</title>
<title xml:lang="en">Letter by Arnold Schönberg to Ferruccio Busoni (Mödling, 26 February 1919)</title>
<p>Download: 2019-05-23T05:12:35.517Z</p>
<idno>Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567</idno>
<idno type="D-B.olim">Mus.ep. A. Schönberg 28 + Beil. (Busoni-Nachl. B II) </idno>
<idno>DE-611-HS-736538</idno>
<summary> <persName key="E0300023">Schönberg</persName> berichtet von <persName key="E0300071">Steuermanns</persName> Einstudierung der <title key="E0400079">Sechs Elegien</title> <persName key="E0300017">Busonis</persName> für den <orgName key="E0600027">Verein für musikalische Privataufführungen</orgName>, erbittet Vorschläge für weitere aufführbare jüngere Werke <persName key="E0300017">Busonis</persName>. </summary>
<docDate><date when-iso="1919-02-26"/></docDate>
<incipit>Sie haben mir zwar keine Antwort gegeben</incipit>
<del rend="strikethrough">Beilage zu: Mus.ep. A. Schönberg 28 (Busoni-Nachl. B II)</del>
<add place="top">Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567a</add>
<p><hi rend="underline">VEREIN FÜR MUSIKALISCHE PRIVATAUFFÜHRUNGEN IN WIEN<note type="commentary" resp="#E0300313">Verfasser des sogenannten Vereinsprospekts war Alban Berg</note></hi></p>
<p>Der im November 1918 gegründete Verein hat den <lb/>
<hi rend="bold">Zweck,</hi>
<hi rend="spaced-out"><persName key="E0300023">Arnold Schönberg</persName></hi> die Möglichkeit zu geben, <lb/><choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> er
seine Absicht: Künstlern und Kunstfreunden eine <lb/>wirkliche und genaue
Kenntnis moderner Musik zu ver<lb break="no"/> schaffen, persönlich
durchführe.</p>
<p>An dem Verhältnis des Publikums zur modernen Musik <lb/>ist in hervorragendem
Maße der Umstand mitbestimmend <lb/><choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> es als Eindruck davon vor allem anderen
den von <lb/><hi rend="spaced-out">Unklarheit</hi> empfangen <choice><orig>muß</orig><reg>muss</reg></choice>. Unklar sind ihm
Zweck, <lb/>Richtung, Absicht, Ausdrucksgebiet und Ausdrucksweise, <lb/>Wert,
Wesen und Ziel der Werke, unklar ist meist die <lb/>Wiedergabe, unklar
insbesonders des Publikums <choice><orig>Bewußtsein</orig><reg>Bewusstsein</reg></choice> <lb/>von seinen eigenen Bedürfnissen und
Wünschen, und so <lb/>werden also die Werke geschätzt, geachtet, gepriesen und
<lb/>bejubelt oder <choice><orig>mißachtet</orig><reg>missachtet</reg></choice>, getadelt und abgelehnt – <hi rend="spaced-out">bloß
<lb/>wegen einer einzigen Wirkung, die von al1en <lb/>gleichmäßig ausgeht:
wegen der Unklarheit.</hi></p>
<p>Das kann auf die Dauer keinen Berücksichtigungswerten <lb/>befriedigen: keinen
ernsthaften Autor, keinen bessern <lb/>Menschen aus dem Publikum. Und hier
endlich einmal <lb/>Klarheit zu schaffen, und damit berechtigten Wünschen und
<lb/>Bedürfnissen Rechnung zu tragen, war einer der Anlässe, die <lb/><hi rend="spaced-out"><persName key="E0300023">Arno1d
Schönberg</persName></hi> zur Gründung des Vereines bewogen <lb/>haben.</p>
<p>Zur Erreichung dieses Ziels sind drei Dinge erforderlich:</p>
<p>1. Klare, gut studierte Aufführungen;</p>
<p>2. Oftmalige Wiederholungen;</p>
<p>3. Die Aufführungen müssen dem korrumpierenden <lb/><choice><orig>Einfluß</orig><reg>Einfluss</reg></choice> der Öffentlichkeit
entzogen werden, das heißt, <hi rend="spaced-out">sie <lb/>dürfen nicht auf
Wettbewerb gerichtet und <lb/>müssen unabhängig sein von Beifall und
<lb/><choice><orig>Mißfallen</orig><reg>Missfallen</reg></choice></hi></p>
<p>Damit ist auch der wesentliche Unterschied angezeigt, <lb/>der sich bei Vergleich
der Aufgaben des Vereines und der <lb/>des heute üblichen Konzertlebens, von
dem er sich grund<lb break="no"/> sätzlich fernhält, ergibt. Denn: <choice><orig>muß</orig><reg>muss</reg></choice> <hi rend="spaced-out">hier</hi></p>
<p>1. bei <hi rend="bold">Einstudierung eines Werkes </hi> im<choice><orig>allgemeinen</orig><reg>Allgemeinen</reg></choice> <lb/>mit
einer von vornherein festgesetzten und immer zu gering <lb/>bemessenen
Probenzahl schlecht und recht das Auslangen <lb/>gefunden werden – und
bezeichnenderweise wird es, freilich <lb/>mehr schlecht als recht, gefunden –,
so ist für die Zahl <lb/>der Proben der <hi rend="spaced-out">im Verein</hi>
aufzuführenden Werke immer <lb/>nur die Erzielung der größtmöglichen
Deutlichkeit, die Er<lb break="no"/> füllung aller aus dem Werke zu entnehmenden
Intentionen <lb/>des Autors maßgebend. Und ergäbe das einen im heutigen
<lb/>Musikbetrieb nicht wiederzufindenden Aufwand von Proben <lb/>(wie dies – um
nur <hi rend="spaced-out">ein</hi> Beispiel herauszugreifen – etwa <lb/>beim
Studium einer Symphonie von <persName key="E0300047">Mahler</persName> der Fall war, die <lb/>nach zwölf meist
vierstündigen Proben zur Erstaufführung, <lb/>nach weiteren zwei Proben zur
Wiederholung gelangt ist,): <lb/>bevor nicht wenigstens jene Grundbedingungen
einer guten <lb/>Reproduktion gegeben sind, kann und darf im Verein ein
<lb/>Werk nicht aufgeführt werden.</p>
<p>Wird – um ein solches Studium zu ermöglichen – <lb/>schon bei der <hi rend="bold">Wahl der
Ausführenden</hi> vorerst auf jüngere <lb/>Künstler, also weniger bekannte und solche
bekannte, die sich <lb/>dem Verein <hi rend="spaced-out">aus Interesse an der
Sache</hi> zur Ver<lb break="no"/> fügung stellen, gegriffen, auf solche,
deren Ruf man teuer <lb/>bezahlen <choice><orig>muß</orig><reg>muss</reg></choice>, nur soweit als das Werk es erfordert und
<lb/><choice><orig>zuläßt</orig><reg>zulässt</reg></choice>, so wird wiederum durch eine derartig strenge <lb/>Auswahl jenes <hi rend="spaced-out">Virtuosentum ausgeschaltet</hi>, dem das auf<lb break="no"/>
zuführende Werk nicht Selbstzweck, sondern lediglich Mittel <lb/>zu einem Zweck
ist, der keinesfalls der des Vereins sein <lb/>kann, nämlich: Entfaltung von
Virtuosität und Eigenart, die <lb/>fernab von der Sache liegt, Erzielung eines
rein persön<lb break="no"/> lichen Erfolges. Durch den schon erwähnten <hi rend="spaced-out"><choice><orig>Ausschluß</orig><reg>Ausschluss</reg></choice> <lb/>aller Beifalls-, <choice><orig>Miß</orig><reg>Miss</reg></choice>falls- und Dankesbezei<lb break="no"/> gungen</hi> wird Derartiges an sich unmöglich. Der
einzige</p>
<p>Erfolg, den ein Künstler hier haben soll, ist der, der ihm <lb/>der wichtigste
sein müßte: das Werk und damit den Autor <lb/>verständHch gemacht zu haben.</p>
<p>Bietet nun eine so gründlich vorbereitete Aufführung <lb/>schon große Gewähr
dafür, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> dem Werke zum richtigen <lb/>Verständnis verholfen werde, so ist dem
Verein durch die <lb/>Einführung <hi rend="bold">wöchentlicher
</hi> hiezu ein <lb/>weiteres, noch wirksameres Mittel
gegeben, und zwar:</p>
<p>2. das der <hi rend="bold">oftmaligen Wiederholungen</hi> jedes Werks.
<lb/>Weiters wird, um den gleichmäßigen Besuch der Veran<lb break="no"/>
staltungen zu sichern, <hi rend="spaced-out">das Programm im Vorhinein <lb/>nicht
bekanntgegeben.</hi></p>
<p>Nur durch Erfüllung dieser beiden Erfordernisse: gründ<lb break="no"/> liches
Studium und oftmalige Wiederholung, kann Klarheit <lb/>an Stelle der sonst als
einziger Eindruck einer <hi rend="spaced-out">einmaligen</hi>
<lb/>Wiedergabe verbleibenden Unklarheit treten, kann sich ein <lb/>den
Absichten des Werkes entsprechendes Verhältnis ein<lb break="no"/> stellen, ein
Sich-Einleben in dessen Stil und Sprache, <lb/>schließlich eine Vertrautheit,
die sonst nur durch Selbst<lb break="no"/> studium erreichar ist, und die dem
Konzertpublikum von <lb/>heute höchstens mit den oft aufgeführten <hi rend="spaced-out">k1assischen</hi>
<lb/>Werken nachgerühmt werden könnte.</p>
<p>Die <hi rend="bold">dritte Bedingung</hi> zur Erreichung der Ziele des
<lb/>Vereins wird dadurch erfüllt, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> die Aufführungen in jeder <lb/>Hinsicht
<hi rend="bold">nichtöffentlich</hi> sind, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> <hi rend="spaced-out">Gäste</hi> (auswärtige <lb/>ausgenommen) <hi rend="spaced-out">keinen
Zutritt</hi> haben und <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> die Mit<lb break="no"/> glieder sich
verpflichten, <hi rend="spaced-out">jede öffent1iche Bericht<lb break="no"/>
erstattung</hi> über die Aufführungen und Tätigkeit des <lb/>Vereins zu
unterlassen, insbesonders Rezensionen, <lb/>Notizen und Besprechungen in
periodischen Druckschriften <lb/>weder zu verfassen noch zu inspirieren. Diese
Nichtöffentlichkeit der Veranstaltungen wird <lb/>durch die gleichsam <hi rend="spaced-out">pädagogischen</hi> Bestrebungen des <lb/>Vereins bedingt und
deckt sich mit dessen Tendenz, den
aufgeführten Werken nur durch die gute Aufführung zu <lb/>dienen, also lediglich
durch die Wirkung, <hi rend="spaced-out">die von der <lb/>Musik selbst
</hi>ausgeht. Propaganda für Werk und Autor <lb/>ist nicht Zweck des
Vereins.</p>
<p>Deshalb soll auch <hi rend="bold">keine Richtung bevorzugt</hi> und <lb/>nur das
Wertlose ausgeschlossen werden, im übrigen aber <lb/>alle moderne Musik, von
<persName key="E0300047"> Mahler</persName> und <persName key="E0300022">Strauß</persName> bis zu den <lb/>Jüngsten, die ja sonst fast nicht oder nur
unzulänglich zu <lb/>Wort kommen, dargebracht werden.</p>
<p>Im Allgemeinen ist der Verein bestrebt, den Mitgliedern <lb/>das an solchen
Werken darzutun, die geeignet sind, das <lb/>Schaffen eines Komponisten von
seiner charakteristischesten <lb/>und zunächst womöglich auch ansprechendsten
Seite zu <lb/>zeigen. Es kommen daher nebst Liedern, Klavierstücken,
<lb/>Kammermusik und kleineren Chorsachen auch <hi rend="spaced-out">Orchester<lb break="no"/> werke</hi> in Betracht, welche – da der Verein heute noch
<lb/>nicht die Mittel besitzt, sie in der Originalgestalt aufzu<lb break="no"/>
führen – vorderhand nur in guten und gutstudierten <hi rend="bold">Arran<lb break="no"/> gements zu vier bis acht Händen</hi> reproduziert werden
<lb/>können. Aber: <choice><orig>einmal</orig><reg>Einmal</reg></choice> vor eine solche neue Aufgabe ge<lb break="no"/>
stellt, wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Es ist <lb/>nämlich auf diese
Weise möglich, moderne Orchester<lb break="no"/> werke – <hi rend="spaced-out">aller Klangwirkungen</hi>, die nur das Orchester <lb/>auslöst, <hi rend="spaced-out">und aller sinnlichen Hilfsmittel ent<lb break="no"/>
kleidet</hi> – hören und beurteilen zu können. Damit wird <lb/>der allgemein
übliche Vorwurf entkräftet, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> diese Musik <lb/>ihre Wirkungen ledglich ihrer
mehr oder minder reichen <lb/>und effektvollen Instrumentation verdanke und
nicht auch <lb/>alle die Eigenschaften besäße, die bisher für·eine gute
<lb/>Musik charakteristisch waren: Melodien, Harmonienreichtum
<lb/>Polyphonie, Formvollendung, Architektur etc.</p>
<p>Ein zweiter Vorteil solchen Musizierens ist in der <lb/><hi rend="spaced-out">konzertmäßigen Art der Wiedergabe dieser <lb/>Arrangements</hi> gelegen. Da
es sich dabei nicht um <lb/>einen Orchesterersatz handelt, sondern darum, die
Orchester<lb break="no"/> werke derart für Klavier umzudenken, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> sie in
Augenblick als selbständige, man könnte fast behaupten :
<lb/>Klavier-Kompositionen Geltung haben und gehört werden <lb/>sollen, werden
insbesonders alle Eigenschaften und Eigen<lb break="no"/> tümlichkeiten des
Klaviers ausgenützt, wird allen pianistischen <lb/>Möglichkeiten Rechnung
getragen. Und nun stellt sich so<lb break="no"/> gar heraus, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> bei einer
solchen Reproduktion von Orchester<lb break="no"/> werken mit besonderer
Differenziertheit des Klanges fast <lb/>nichts verloren geht, ja <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> gerade
derartige Werke – <lb/>durch die Sicherheit ihrer Instrumentation, die Echtheit
der <lb/>ihrer Eingebung angeborenen Klangfarben – imstande sind, <lb/>dem
Klavier Klangwirkungen zu entlocken, die weit über <lb/>seine sonstigen
Ausdrucksmöglichkeiten hinausgehen.</p>
<p>In den ersten neun Vereinsveranstaltungen gelangten <lb/>zur Aufführung <choice><orig>bezw.</orig><reg>bzw.</reg></choice>
Wiederholung:</p>
<list rend="indent-first-neg">
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300094">Béla <choice><orig>Bártok</orig><reg>Bartók</reg></choice></persName>,</hi>
<hi rend="spaced-out"><title key="E0400058">14 Bagatellen</title></hi> Op. 6 (zweimal);</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300053">Alban Berg</persName>,</hi> Op. 1, <hi rend="spaced-out"><title key="E0400057">Sonate für
Klavier</title></hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300021">Claude Debussy</persName>,</hi> zwei Liederzyklen: <hi rend="spaced-out"><title key="E0400059">Proses lyriques</title></hi>
<lb/>(zweimal) und <hi rend="spaced-out"><title key="E0400430">Fêtes galantes</title></hi> (zweimal); <hi rend="spaced-out">Trois <lb/><title key="E0400061">Nocturnes pour orchestre</title></hi>, arr. für zwei
Klaviere <lb/>zu vier Händen von <persName key="E0300107">Maurice <hi rend="spaced-out">Ravel</hi></persName>
(zweimal);</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300095">Josef Hauer</persName>,</hi>
<title key="E0400062"><hi rend="spaced-out">Nomos in sieben Teilen</hi>, Op. 1</title> und <lb/><title key="E0400063"><hi rend="spaced-out">Nomos in fünf Teilen</hi>, Op. 2</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300047">Gustav Mahler</persName>,</hi> <title key="E0400064">VII. <hi rend="spaced-out">Symphonie</hi></title>, arr.
für Klavier vier<lb break="no"/> händig (zweimal); <title key="E0400065">Fünf Lieder aus "<hi rend="spaced-out">Des Knaben <lb/>Wunderhorn</hi>"</title> (zweimal);</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300084">Hans Pfitzner</persName>,</hi>
<title key="E0400066"><hi rend="spaced-out">Fünf Lieder</hi>, Op. 26</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300097">Max Reger</persName>,</hi>
<title key="E0400067"><hi rend="spaced-out">Introduction, Passacaglia u. Fuge, <lb/>für zwei Klaviere
vierhändig</hi> Op.96</title> (zweimal); <lb/><title key="E0400068"><hi rend="spaced-out">Sonate für Klavier
und Cello A-moll</hi>, <lb/>Op. 118</title> (zweimal);</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300098">Franz Schreker</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400069">Vorspiel zu einem Drama</title></hi>, arr.
<lb/>für Klavier vierhändig
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300099">Alexander Skrjabin</persName>,</hi> <title key="E0400070"><hi rend="spaced-out">Sonate für Klavier Nr.</hi> 4</title>
<lb/>(zweimal); <title key="E0400071"><hi rend="spaced-out">Sonate für
Klavier Nr.</hi> 7</title> (zweimal);</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300022">Richard Strauß</persName>,</hi><title key="E0400072"> <hi rend="spaced-out">Don Quichote</hi>, Op. 35</title>, arr. für zwei
<lb/>Klaviere vierhändig
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300100">Igor Strawinsky</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400073">Trois pieces faciles</title></hi> und <title key="E0400074"><hi rend="spaced-out">Cinq
<lb/>pièces faciles
pour piano a 4 mains</hi></title>
<lb/>(zweimal);</item>
<item><hi rend="bold">Anton von Webern<persName key="E0300033"/>,</hi> <title key="E0400075"><hi rend="spaced-out">Passacaglia</hi> f. gr. Orch. Op. 1</title>
<lb/>arr. für zwei Klaviere
sechshändig;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300046">Alexander von Zemlinsky</persName>,</hi> <title key="E0400076"><hi rend="spaced-out">Vier Lieder</hi> Op. 8</title>;</item>
<p>Folgende Werke befinden sich in Vorbereitung und
<lb/>sind u. a. in Aussicht
genommen:</p>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300053">Alban Berg</persName></hi> <title key="E0400077"><hi rend="spaced-out">Vier Lieder</hi>, Op. 2</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300101">Julius Bittner</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400078">Sonate für Klavier und Cello</title></hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300017">Ferruc<supplied>c</supplied>io Busoni</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400079">Sechs Elegien für Klavier</title></hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300102">Gustave Charpentier</persName>,</hi> <title key="E0400080"><hi rend="spaced-out">Poèmes chantés</hi></title>, für eine
<lb/>Singstimme und
Chor;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300021">Claude Debussy</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400081">La mer, 3 esquisses sympho<lb break="no"/>
niques</title></hi>, arr. für zwei Klaviere vierhändig;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300103">Fidelio Finke</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400082">K1avierstücke</title></hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300104">Egon Kornauth</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out">Violinsonate</hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300105">E. W. Korngold</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400083">VioIinsonate</title></hi> Op. 6;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300047">Gustav Mahler</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400084">VI. Symphonie</title></hi>, arr. für Klavier vier<lb break="no"/> händig
von <hi rend="spaced-out"><persName key="E0300046">A. v. Zemlinsky</persName></hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300106">Vitezlav Nowak</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400085">Erotikon</title></hi>, Klavierstücke ;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300084">Hans Pfitzner</persName>,</hi> <title key="E0400086"><hi rend="spaced-out">Klavier-Quintett F-moll</hi>, Op. 23</title>; </item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300107">Maurice Ravel</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400087">Zwei hebräische Gesänge</title></hi>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300097">Max Reger</persName>,</hi> <title key="E0400088"><hi rend="spaced-out">Suite für Cello</hi>, Op. 131c</title>; <title key="E0400089"><hi rend="spaced-out">Sonate
<lb/>für Violine und Klavier</hi>, Op. 139</title>; <title key="E0400090"><hi rend="spaced-out">Sonate für
<lb/>Klarinette und Klavier</hi> B-dur, Op. 107</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300098">Franz Schreker</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400091">Kammersymphonie</title></hi>, arr. für zwei
<lb/>Klaviere vierhändig;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300108">Cyrill Scott</persName>,</hi> <title key="E0400092"><hi rend="spaced-out">Sonate für Violine und Klavier</hi>,
<lb/>Op. 57</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300022">Richard Strauß</persName>,</hi> <title key="E0400093"><hi rend="spaced-out">Symphonia domestica</hi>, Op. 53</title>,
<lb/>arr. für zwei Klaviere vierhändig;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300100">Igor Strawinsky</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400094">Berceuses du chat</title></hi>, Chansons avec
<lb/>ensemble; <hi rend="spaced-out"><title key="E0400095">Pribaoutki</title></hi>, Chansons plaisantes;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300109">Josef Suk</persName>,</hi> <hi rend="spaced-out"><title key="E0400096">"Erlebtes und Erträumtes"</title></hi>, Klavier<lb break="no"/>
stücke; <hi rend="spaced-out"><title key="E0400097">Ein Sommermärchen</title></hi>, Syph. Dichtung,
<lb/>arr. für Klavier vierhändig;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300033">Anton von Webern</persName>,</hi> <title key="E0400098"><hi rend="spaced-out">"Entf1iehet auf 1eichten
<lb/>Kähnen</hi>", gem. Chor a capella, Op. 2</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300110">Karl Weigl</persName>,</hi> <title key="E0400099"><hi rend="spaced-out">Streichquartett</hi> E-dur</title>;</item>
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300046">Alexander v. Zemlinsky</persName>,</hi> <title key="E0400100"><hi rend="spaced-out">Sechs Gesänge</hi> (Maeterlinck),
<lb/>Op. 13</title>; <title key="E0400101"><hi rend="spaced-out">II. Streichquartett</hi>, Op. 15</title>.</item>
<p>Schließlich sei erwähnt, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> außer den hier angeführten
<lb/>Aufführungen auch <hi rend="bold">Vorträge und sonstige,</hi> den Zwecken
<lb/>des Vereines dienende <hi rend="bold">Veranstaltungen</hi> abgehalten werden.</p>
<p>Die Mittel zur Erreichung des Zweckes sollen
<lb/>folgendermaßen aufgebracht werden:</p>
<p>1. Durch die satzungsgemäßen Mitgliedsbeiträge,</p>
<p>2. Durch freiwillige Überzahlungen über diese Beträge,</p>
<p>3. Durch eventuelle freiwillige Zuwendungen Außen<lb break="no"/>
stehender.</p>
<p>für die Bemessung der Mitgliedsbeiträge ist folgendes maßgebend :</p>
<p>Die wöchentlichen Vereinsabende sind als Konzerte
<lb/>aufzufassen, auf welche die Mitglieder für eine Saison</p>
<p>abonnieren. Der Abonnementsbetrag für die gewählte Sitz
<lb break="no"/>kategorie kann für eine ganze Saison im Voraus,	oder in
<lb/>vierteljährigen, monatlichen oder auch wöchentlichen Teil
<lb/>beträgen bezahlt werden, wobei das Mitglied aber die Ver
<lb break="no"/>pflichtung zur fortlaufenden Bezahlung für die <hi rend="spaced-out">ganze</hi>
<lb/>Saison übernimmt. Außerdem ist zu Beginn des Vereins
<lb break="no"/>jahres, bezw. beim Eintritt in den Verein, eine Grundgebühr
<lb/>zu bezahlen, deren Höhe sich nach der Sitzkategorie richtet.</p>
<p>Es gibt vier Sitzkategorien. Die billigste (4.) kostet
<lb/>wöchentlich 1 Krone, die nächste (3.) 2 Kronen, die folgende(2.)
<lb/>3 Kronen; die 1. Kategorie ist denjenigen überlassen, welche
<lb/>freiwillig mehr bezahlen woHen.</p>
<p>Dementsprechend stellen sich die Mitgliedsbeiträge so:</p>
<table rend="small">
<cell cols="2" rows="4"><hi rend="larger bold spaced-out align(center)">jährlich</hi></cell>
<cell cols="6"><hi rend="larger bold spaced-out align(center)">Bezahlung in</hi></cell>
<cell cols="2"><hi rend="italic">a)</hi> 52 Wochenraten</cell>
<cell cols="2"><hi rend="italic">b)</hi> 12 Monatsraten</cell>
<cell cols="2"><hi rend="italic">c)</hi> Vierteljahrsraten</cell>
<cell>Grund
<lb break="no"/>gebühr</cell>
<cell>wöchent
<lb break="no"/>lich</cell>
<cell>monatlich</cell>
<cell>viertel
<lb break="no"/>jährlich</cell>
<cell><hi rend="italic">K</hi></cell>
<cell>4. Klasse
<lb/>3. „
<lb/>2. „
<lb/>1. „
<lb/>z. Beisp.
<lb/>oder
<lb/></cell>
<cell>60.–
<lb/>120.–
<lb/>180.–
<lb/>300.–
<lb/>400.–
<lb/>500.–
<lb/>usw.
<lb/>1000.–
<lb/>usw.</cell>
<cell>8.–
<lb/>16.–
<lb/>24.–
<lb/>40.–
<lb/>36.–
<lb/>34.–
<cell>1.–
<lb/>2.–
<lb/>3.–
<lb/>5.–
<lb/>7.–
<lb/>9.–
<cell>6.–
<lb/>12.–
<lb/>18.–
<lb/>30.–
<lb/>80.–
<lb/>160.–
<cell>4.50
<lb/>13.50
<lb/>22.50
<lb/>35.–
<lb/>70.–</cell>
<lb/>200.–
<cell>13.50
<lb/>27.–
<lb/>40.50
<lb/>67.50
<lb/>90.–
<lb/>105.–
<lb/>200.–</cell>
<p>Die Einführung einer solchen Abstufung der Mitglieds
<lb break="no"/>beiträge wurde getroffen, um die bedeutenden Kosten des
<lb/>Vereins in einer gerechten Weise, also nach Maßgabe der
<lb/>Zahlungsfähigkeit jedes Mitglieds, aufteilen zu können;
wobei natürlich erwartet wird, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> von jenen, die in der
<lb/>Lage sind größere Opfer zu bringen, vorzugsweise die ersten
<lb/>zwei Klassen benützt werden.</p>
<p>Den Beitritt zu diesem Verein erklärt man durch
<lb/>Ausfüllung und Übersendung der beiliegenden "Beitritts
<lb break="no"/>erklärung", wobei Kenntnis und Anerkennung der Statuten
<lb/>vorausgesetzt ist.</p>
<p><hi rend="spaced-out">Sekretär:</hi> <hi rend="spaced-out">Präsident:</hi></p>
<p><hi rend="bold"><persName key="E0300121">Josef Rufer</persName></hi> per Adresse: <hi rend="spaced-out"><persName key="E0300120">Dr. Paul Pisk</persName></hi>,
<lb/><hi rend="spaced-out">Wien</hi>, VI, Proschkogasse 1,
<lb/>Tel. Stelle 4 von 704.
<lb/><hi rend="bold"><persName key="E0300023">Arnold Schönberg</persName></hi></p>
<p>16. Februar 1919.</p>
<p><hi rend="bold">Auszug aus den Statuten</hi></p>
<p>§ 4. <hi rend="spaced-out">Mitg1ied</hi> kann jede unbescholtene·und ehrenhafte Person
<lb/>werden, weiche sich den Vereinssatzungen unterwirft.</p>
<p>§ 6. Die Mitglieder des Vereins sind <hi rend="spaced-out">verpf1ichtet</hi>:</p>
<p>a) die Zwecke des Vereins zu fördern und Schädigungen zu
<lb/>verhüten;</p>
<p>b) die Mitgliedsbeiträge für das laufende Jahr auch im Falle
<lb/>des vorzeitigen Austritts zu bezahlen;</p>
<p>c) die Tendenz des Vereins nicht zu verletzen.</p>
<p>§ 8. Die <hi rend="spaced-out">Vereinsleitung</hi> besteht aus:</p>
<p>a) dem Präsidenten  Arnold  Schönberg,  dessen  Funktionsdauer
<lb/>nicht  begrenzt ist;</p>
<p>b) 10 bis 20 Vorstandsmitgliedern (den Vortragsmeistern, dem
<lb/>Sekretär, den Ordnern etc.), welche  von der Generalversammlung im
<lb/>mit dem Präsidenten gewählt werden.</p>
<p>§ 9. Der <hi rend="spaced-out">Präsident</hi> hat in der Leitung des Vereins  voll
<lb break="no"/>kommen freie Hand. Er bestimmt Höhe und Art der für die
<lb/>Zwecke des Vereins nötigen Ausgaben, Honorierung  der Mitwirkenden
<lb/>und der im § 10 erwähnten Vorstandsmitglieder, Mietpreise der Säle,
<lb/>Ausgaben für Vortragsabende, administrative Regien etc. Ihm steht
<lb/>auch das Recht zu, würdigen und bedürftigen Mitgliedern die Zahlung
<lb/>der Beiträge ganz oder teilweise zu erlassen.</p>
<p>§ 12. Alle Beschlüsse der <hi rend="spaced-out">Generalversamm1ung</hi>, ein
<lb break="no"/>schließlich Wahlen, Statutenänderungen, Vereinsauflösung etc., be<lb break="no"/>
dürfen zur Giltigkeit der Zustimmung des Präsidenten</p>
<origin>Der Brief wurde in <origPlace key="E0500089">Mödling</origPlace> am <origDate when-iso="1919-02-26">26. Februar 1919</origDate> verfasst.</origin>
<bibl n="firstPrint"><ref target="#E0800003"/>,
<p>Worttrennungen an Zeilenumbrüchen im Original mit Doppelbindestrichen
(⸗).</p>
<correspDesc ref="http://www.busoni-nachlass.org/D0100041">
<date when="1919-02-26"/>
<placeName ref="http://www.geonames.org/2771335" key="E0500089">Mödling</placeName>
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<change when-iso="2017-04-07" who="#E0300314">Überarbeitung der Transkription Scheideler, Metadaten begonnen</change>
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<graphic n="2" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001BA5700000002"/>
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<graphic n="4" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001BA5700000004"/>
<graphic n="5" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001BA5700000005"/>
<graphic n="6" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001BA5700000006"/>
<graphic n="7" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001BA5700000007"/>
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<graphic n="10" url="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001BA57000000010"/>
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<add xml:id="add_sig" place="top-left">Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567</add>
<note type="shelfmark" place="top" rend="align(right)" resp="#archive">
<del xml:id="del_sig" rend="strikethrough">Mus.ep. A. Schönberg 28 + Beil.<lb/>(Busoni-Nachl. B. II) </del>
<fw type="letterhead" place="left" rend="majuscule align(center) small">
<orgName key="E0600027">Verein für musikalische
<lb/><hi rend="spaced-out">Privataufführungen</hi></orgName>
<lb/><hi rend="smaller">Präsident <persName key="E0300023">Arnold Schönberg</persName></hi>
<fw type="letterhead" place="right-of" rend="majuscule tiny"><placeName key="E0500002">Wien</placeName>,</fw> <date when-iso="1919-02-26">26.<choice><orig>II</orig><reg>2</reg></choice>.1919</date>
<address rend="tiny majuscule align(center)">
<addrLine>alle Zuschriften an: Sekretär Dr. <persName key="E0300120">Paul Pisk</persName></addrLine>
<addrLine><placeName key="E0500002">Wien</placeName>, VI., Proschkogasse 1, Tel. St. IV v. 704</addrLine>
<address rend="left align(center)">
<addrLine><placeName key="E0500089">Mödling</placeName> bei <placeName key="E0500002">Wien</placeName></addrLine>
<addrLine>Bernhardg 6. – Tel. 118.</addrLine>
<p><seg type="opener" subtype="salute">Verehrter <persName key="E0300017">Herr Busoni</persName>,</seg> Sie haben mir zwar keine
<lb/>Antwort gegeben auf Briefe,
die ich Ihnen in der
<lb/>letzten Zeit geschrieben habe.<note type="commentary" resp="#E0300313">Die letzten beiden überlieferten Briefe <persName key="E0300023">Schönbergs</persName> an <persName key="E0300017">Busoni</persName> stammen vom 30. Januar 1917 sowie aus dem Frühjahr 1917.</note> Aber heute <choice><orig>drängts</orig><reg>drängt’s</reg></choice>
<lb/>wieder, Ihnen zu <choice><orig>schreiben</orig><reg>schreiben,</reg></choice> und gegenüber solchem Drang <lb/>hält
alle Persönlichkeits<pc>=</pc> und Prestige<pc>=</pc>Politik bei mir
<lb/>nicht stand, da nehme
ich keine Rücksicht, weder auf <lb/>mich noch auf andere, sondern schreibe. Der
<choice><orig>Anlaß</orig><reg>Anlass</reg></choice>: <persName key="E0300071">Steuer
<lb break="no"/>mann</persName> spielt in dem <orgName key="E0600027">Verein für
<choice><abbr>Mus. </abbr><expan><choice><orig>M</orig><reg>m</reg></choice>usikalische </expan></choice>
<choice><orig><abbr>Priv.</abbr> A</orig><reg><expan>Privat</expan>a</reg></choice>ufführungen</orgName>
<lb/>Ihre <title key="E0400079"><choice><orig>6</orig><reg>Sechs</reg></choice> Elegien</title><reg>,</reg>
und die gefallen mir so außerordentlich,
<lb/><choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> ich Ihnen das sagen <choice><orig>muß</orig><reg>muss</reg></choice>. Ob es Sie interessiert,
<lb/>weiß ich nicht. Vielleicht aber interessiert Sie dieser
<lb/><orgName key="E0600027">Verein</orgName>, den ich gegründet habe. Ich hatte damit einen
<lb/>vollen Erfolg. Wir sind bereits über 300 Mitglieder
<lb/>und dürften im Laufe des Jahres 500 werden. Das ist
<lb/>der erste Schritt zu weitgreifenden Reformen des Konzert
<lb break="no"/>lebens. Der erste Schritt – was daraus werden soll, kann
<lb/>noch niemand ahnen. Mein Wunsch wäre es, über
<lb break="no"/>all solche Vereine entstehen zu sehen. Das könnte segens
<lb break="no"/>reich wirken. Allerdings: erste Voraussetzung ist tadellose
<lb/>Vorbereitung der Aufführungen. Um ihnen einen
<lb/>Begriff zu geben, was ich darunter verstehe, so erinnere
<lb/>ich Sie an die Einstudierung
<subst><del rend="strikethrough">dieses</del><add place="above">meines</add></subst> <title key="E0400041">Pierrot</title>.
<note type="commentary" resp="#E0300313">Vor der Uraufführung von <title key="E0400041">Pierrot lunaire</title> am <date when-iso="1912-10-16">16. Oktober 1912</date> hatten seit <date when-iso="1912-07">Juli</date> 25 Proben mit dem Ensemble stattgefunden. Hinzu kamen zahlreiche Einzelproben mit der Interpretin der Sprechstimme <persName key="E0300203">Albertine Zehme</persName>.</note>
<lb/>kann sagen, da<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice> wir dieses Niveau im Durch
schnitt eingehalten haben, obwohl mir ja nicht für alles
<lb/>so gute Besetzung zur Verfügung gestanden ist. Manchmal haben
<lb/>wir es allerdings auch übertroffen. <choice><orig>ZBsp</orig><reg>Z. B.</reg></choice> in der vierhändigen
<lb/>Aufführung von <persName key="E0300047">Mahlers</persName> <title key="E0400105">VIII<reg>.</reg></title>
<note type="commentary" resp="#E0300313">Gemeint ist sicher <persName key="E0300047">Mahlers</persName> <title key="E0400064">7. Symphonie</title>, deren Aufführung im ersten Vereinskonzert am <date when-iso="1918-12-29">29. Dezember 1918</date> stattfand (Wiederholung am <date when-iso="1919-01-16">16. Januar 1919</date>).</note>
<persName key="E0300022">Strau<choice><orig>ß</orig><reg>ss</reg></choice></persName>’ <title key="E0400072">Don Quixote</title>.
<note type="commentary" resp="#E0300313">Die Aufführung von <title key="E0400072">Don Quixote</title> hatte am <date when-iso="1919-01-12">12. Januar 1919</date> stattgefunden (Wiederholung am <date when-iso="1919-01-30">30. Januar 1919</date>).</note>
<lb/><persName key="E0300071">Steuermann</persName> spielt Ihre <title key="E0400079">Elegien</title> <hi rend="underline" n="2">sehr schön</hi>!
<note type="commentary" resp="#E0300313">Die Aufführung von <persName key="E0300017">Busonis</persName> <title key="E0400079">Sechs Elegien</title> fand erst am <date when-iso="1919-03-02">2. März 1919</date> statt (drei Wiederholungen in den folgenden Monaten). Die Bemerkung <persName key="E0300023">Schönbergs</persName> dürfte sich daher auf die Proben beziehen.</note>
<p rend="indent-first">Könnten Sie mir nicht sagen, was wir dem
<lb break="no"/>nächst von Ihnen bringen sollen? Am liebsten hätte
<lb/>ich etwas aus Ihrer letzten Schaffensperiode.
<note type="commentary" resp="#E0300313">Im <orgName key="E0600027">Verein</orgName> wurden zu einem späteren Zeitpunkt außerdem von <persName key="E0300017">Busoni</persName> die <title key="E0400220">Sonatina [Nr. 1]</title> für Klavier, die <title key="E0400221">Violinsonate op. 29</title> sowie die <title key="E0400222">Toccata für Klavier</title> aufgeführt.</note>
<p rend="indent-first">Ich grüße Sie herzlichst und denke mir, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> Sie <lb/>mich doch einmal einer Zeile
würdigen könnten.
<lb/>Schließlich: der Schlechteste bin ich ja doch nicht.</p>
Deutschland | Berlin | Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz | Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv | Nachlass Ferruccio Busoni | Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567 | olim: Mus.ep. A. Schönberg 28 + Beil. (Busoni-Nachl. B II) |
Staatsbibliothek zu Berlin · Preußischer Kulturbesitz: 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,14
Schönberg berichtet von Steuermanns Einstudierung der Sechs Elegien Busonis für den Verein für musikalische Privataufführungen, erbittet Vorschläge für weitere aufführbare jüngere Werke Busonis.
Sie haben mir zwar keine Antwort gegeben
7. April 2017: in Bearbeitung (Das Dokument befindet sich in der Erfassungs-/Codierungsphase)
19. April 1927: An Busoni-Comité
Bartók, Béla Berg, Alban Bittner, Julius Busoni, Ferruccio Charpentier, Gustave Debussy, Claude Finke, Fidelio Friedrich Hauer, Josef Matthias Kornauth, Egon Korngold, Erich Wolfgang Mahler, Gustav Novák, Vítězslav Pfitzner, Hans Pisk, Paul Amadeus Ravel, Maurice Reger, Max Rufer, Josef Schönberg, Arnold Schreker, Franz Scott, Cyril Meir Skrjabin, Alexander Steuermann, Eduard Strauss, Richard Strawinsky, Igor Suk, Josef Verein für musikalische Privataufführungen (Institution) Webern, Anton Weigl, Karl Zehme, Albertine Zemlinsky, Alexander von
Busoni, Ferruccio: Elegien Busoni, Ferruccio: Sonatina Busoni, Ferruccio: Violinsonate e-Moll op. 29 Busoni, Ferruccio: Toccata für Klavier Debussy, Claude: Proses lyriques Debussy, Claude: Fêtes galantes Debussy, Claude: 3 Nocturnes pour Orchestre Debussy, Claude: La mer. Trois esquisses symphoniques Strauss, Richard: Don Quixote. Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters op. 35 Strauss, Richard: Symphonia domestica op. 53 Schönberg, Arnold: Pierrot lunaire op. 21 Webern, Anton: Passacaglia für großes Orchester op. 1 Webern, Anton: Entflieht auf leichten Kähnen für Chor a cappella op. 2 Zemlinsky, Alexander von: 4 Lieder op. 8 Zemlinsky, Alexander von: 6 Gesänge nach Maurice Maeterlinck op. 13 Zemlinsky, Alexander von: Streichquartett Nr. 2 op. 15 Mahler, Gustav: Symphonie Nr. 7 Mahler, Gustav: Lieder aus Des Knaben Wunderhorn Mahler, Gustav: Symphonie Nr. 6 Mahler, Gustav: Symphonie Nr. 8 «Symphonie der Tausend» Berg, Alban: Sonate für Klavier op. 1 Berg, Alban: 4 Lieder op. 2 Pfitzner, Hans: 5 Lieder op. 26 Pfitzner, Hans: Klavierquintett C-Dur op. 23 Bartók, Béla: 14 Bagatellen op. 6 Hauer, Josef Matthias: Nomos in sieben Teilen op. 1 Hauer, Josef Matthias: Nomos in fünf Teilen op. 2 Reger, Max: Introduktion, Passacaglia und Fuge für zwei Klaviere op. 96 Reger, Max: Sonate für Klavier und Violoncello Nr. 4 a-Moll op. 116 Reger, Max: 3 Suiten für Violoncello op. 131c Reger, Max: Sonate für Violine und Klavier c-Moll op. 139 Reger, Max: Sonate für Klarinette und Klavier B-Dur op. 107 Schreker, Franz: Vorspiel zu einem Drama Schreker, Franz: Kammersymphonie Skrjabin, Alexander: Sonate für Klavier Nr. 4 Fis-Dur op. 30 Skrjabin, Alexander: Sonate für Klavier Nr. 7 Fis-Dur op. 64 Strawinsky, Igor: 3 pièces faciles (Klavier zu 4 Hd.) Strawinsky, Igor: 5 pièces faciles (Klavier zu 4 Hd.) Strawinsky, Igor: Berceuses du chat Strawinsky, Igor: Pribaoutki Bittner, Julius: Sonate für Klavier und Violoncello Charpentier, Gustave: Poèmes chantés Finke, Fidelio Friedrich: 4 Klavierstücke Korngold, Erich Wolfgang: Violinsonate op. 6 Novák, Vítězslav: Erotikon. Sechs Lieder für Singstimme und Klavier op. 46 Ravel, Maurice: Deux mélodies hébraïques Scott, Cyril Meir: Sonate für Violine und Klavier op. 59 Suk, Josef: Životem a snem op. 30 (dt.: Erlebtes und Erträumtes (10 Klavierstücke)) Suk, Josef: Pohádka léta op. 29 (dt.: Ein Sommermärchen) Weigl, Karl: Streichquartett Nr. 2 E-Dur
Mödling Wien
Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567
Mus.ep. A. Schönberg 28 + Beil.
(Busoni-Nachl. B. II)
Verein für musikalische
Präsident Arnold Schönberg
26.II.1919
alle Zuschriften an: Sekretär Dr. Paul Pisk
Wien, VI., Proschkogasse 1, Tel. St. IV v. 704
Bernhardg 6. – Tel. 118.
Verehrter Herr Busoni, Sie haben mir zwar keine
Antwort gegeben auf Briefe, die ich Ihnen in der
letzten Zeit geschrieben habe. Die letzten beiden überlieferten Briefe Schönbergs an Busoni stammen vom 30. Januar 1917 sowie aus dem Frühjahr 1917. Aber heute drängts mich doch
wieder, Ihnen zu schreiben und gegenüber solchem Drang
hält alle Persönlichkeits= und Prestige=Politik bei mir
nicht stand, da nehme ich keine Rücksicht, weder auf
mich noch auf andere, sondern schreibe. Der Anlaß: Steuer=
mann spielt in dem Verein für Mus. Priv. Aufführungen
Ihre 6 Elegien und die gefallen mir so außerordentlich,
daß ich Ihnen das sagen muß. Ob es Sie interessiert,
weiß ich nicht. Vielleicht aber interessiert Sie dieser
Verein, den ich gegründet habe. Ich hatte damit einen
vollen Erfolg. Wir sind bereits über 300 Mitglieder
und dürften im Laufe des Jahres 500 werden. Das ist
der erste Schritt zu weitgreifenden Reformen des Konzert=
lebens. Der erste Schritt – was daraus werden soll, kann
noch niemand ahnen. Mein Wunsch wäre es, über=
all solche Vereine entstehen zu sehen. Das könnte segens=
reich wirken. Allerdings: erste Voraussetzung ist tadellose
Vorbereitung der Aufführungen. Um ihnen einen
Begriff zu geben, was ich darunter verstehe, so erinnere
ich Sie an die Einstudierung diesesmeines Pierrot. Vor der Uraufführung von Pierrot lunaire am 16. Oktober 1912 hatten seit Juli 25 Proben mit dem Ensemble stattgefunden. Hinzu kamen zahlreiche Einzelproben mit der Interpretin der Sprechstimme Albertine Zehme. Ich
kann sagen, daß wir dieses Niveau im Durch=
Sie haben mir zwar keine Antwort gegeben auf Briefe, die ich Ihnen in der letzten Zeit geschrieben habe. Die letzten beiden überlieferten Briefe Schönbergs an Busoni stammen vom 30. Januar 1917 sowie aus dem Frühjahr 1917. Aber heute drängt’s mich doch wieder, Ihnen zu schreiben, und gegenüber solchem Drang hält alle Persönlichkeits- und Prestige-Politik bei mir nicht stand, da nehme ich keine Rücksicht, weder auf mich noch auf andere, sondern schreibe. Der Anlass: Steuermann spielt in dem Verein für musikalische Privataufführungen Ihre Sechs Elegien, und die gefallen mir so außerordentlich, dass ich Ihnen das sagen muss. Ob es Sie interessiert, weiß ich nicht. Vielleicht aber interessiert Sie dieser Verein, den ich gegründet habe. Ich hatte damit einen vollen Erfolg. Wir sind bereits über 300 Mitglieder und dürften im Laufe des Jahres 500 werden. Das ist der erste Schritt zu weitgreifenden Reformen des Konzertlebens. Der erste Schritt – was daraus werden soll, kann noch niemand ahnen. Mein Wunsch wäre es, überall solche Vereine entstehen zu sehen. Das könnte segensreich wirken. Allerdings: erste Voraussetzung ist tadellose Vorbereitung der Aufführungen. Um ihnen einen Begriff zu geben, was ich darunter verstehe, so erinnere ich Sie an die Einstudierung meines Pierrot. Vor der Uraufführung von Pierrot lunaire am 16. Oktober 1912 hatten seit Juli 25 Proben mit dem Ensemble stattgefunden. Hinzu kamen zahlreiche Einzelproben mit der Interpretin der Sprechstimme Albertine Zehme. Ich kann sagen, dass wir dieses Niveau im Durchschnitt eingehalten haben, obwohl mir ja nicht für alles so gute Besetzung zur Verfügung gestanden ist. Manchmal haben wir es allerdings auch übertroffen. Z. B. in der vierhändigen Aufführung von Mahlers VIII. Gemeint ist sicher Mahlers 7. Symphonie, deren Aufführung im ersten Vereinskonzert am 29. Dezember 1918 stattfand (Wiederholung am 16. Januar 1919). und Strauss’ Don Quixote. Die Aufführung von Don Quixote hatte am 12. Januar 1919 stattgefunden (Wiederholung am 30. Januar 1919). Steuermann spielt Ihre Elegien sehr schön! Die Aufführung von Busonis Sechs Elegien fand erst am 2. März 1919 statt (drei Wiederholungen in den folgenden Monaten). Die Bemerkung Schönbergs dürfte sich daher auf die Proben beziehen.
Könnten Sie mir nicht sagen, was wir demnächst von Ihnen bringen sollen? Am liebsten hätte ich etwas aus Ihrer letzten Schaffensperiode. Im Verein wurden zu einem späteren Zeitpunkt außerdem von Busoni die Sonatina [Nr. 1] für Klavier, die Violinsonate op. 29 sowie die Toccata für Klavier aufgeführt.
Ich grüße Sie herzlichst und denke mir, dass Sie mich doch einmal einer Zeile würdigen könnten. Schließlich: der Schlechteste bin ich ja doch nicht.
so gute Besetzung zur Verfügung gestanden ist. Manchmal haben
wir es allerdings auch übertroffen. ZBsp in der vierhändigen
Aufführung von Mahlers VIII Gemeint ist sicher Mahlers 7. Symphonie, deren Aufführung im ersten Vereinskonzert am 29. Dezember 1918 stattfand (Wiederholung am 16. Januar 1919). und Strauß’ Don Quixote. Die Aufführung von Don Quixote hatte am 12. Januar 1919 stattgefunden (Wiederholung am 30. Januar 1919).
Steuermann spielt Ihre Elegien sehr schön! Die Aufführung von Busonis Sechs Elegien fand erst am 2. März 1919 statt (drei Wiederholungen in den folgenden Monaten). Die Bemerkung Schönbergs dürfte sich daher auf die Proben beziehen.
Könnten Sie mir nicht sagen, was wir dem=
nächst von Ihnen bringen sollen? Am liebsten hätte
ich etwas aus Ihrer letzten Schaffensperiode. Im Verein wurden zu einem späteren Zeitpunkt außerdem von Busoni die Sonatina [Nr. 1] für Klavier, die Violinsonate op. 29 sowie die Toccata für Klavier aufgeführt.
Ich grüße Sie herzlichst und denke mir, daß Sie
mich doch einmal einer Zeile würdigen könnten.
Schließlich: der Schlechteste bin ich ja doch nicht.
Beilage zu: Mus.ep. A. Schönberg 28 (Busoni-Nachl. B II)Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567a
VEREIN FÜR MUSIKALISCHE PRIVATAUFFÜHRUNGEN IN WIEN Verfasser des sogenannten Vereinsprospekts war Alban Berg
Der im November 1918 gegründete Verein hat den
Zweck, Arnold Schönberg die Möglichkeit zu geben,
daß er seine Absicht: Künstlern und Kunstfreunden eine
wirkliche und genaue Kenntnis moderner Musik zu ver=
schaffen, persönlich durchführe.
An dem Verhältnis des Publikums zur modernen Musik
ist in hervorragendem Maße der Umstand mitbestimmend
daß es als Eindruck davon vor allem anderen den von
Unklarheit empfangen muß. Unklar sind ihm Zweck,
Richtung, Absicht, Ausdrucksgebiet und Ausdrucksweise,
Wert, Wesen und Ziel der Werke, unklar ist meist die
Wiedergabe, unklar insbesonders des Publikums Bewußtsein
von seinen eigenen Bedürfnissen und Wünschen, und so
werden also die Werke geschätzt, geachtet, gepriesen und
bejubelt oder mißachtet, getadelt und abgelehnt – bloß
wegen einer einzigen Wirkung, die von al1en
gleichmäßig ausgeht: wegen der Unklarheit.
Das kann auf die Dauer keinen Berücksichtigungswerten
befriedigen: keinen ernsthaften Autor, keinen bessern
Menschen aus dem Publikum. Und hier endlich einmal
Klarheit zu schaffen, und damit berechtigten Wünschen und
Bedürfnissen Rechnung zu tragen, war einer der Anlässe, die
Arno1d Schönberg zur Gründung des Vereines bewogen
Zur Erreichung dieses Ziels sind drei Dinge erforderlich:
1. Klare, gut studierte Aufführungen;
2. Oftmalige Wiederholungen;
3. Die Aufführungen müssen dem korrumpierenden
Einfluß der Öffentlichkeit entzogen werden, das heißt, sie
dürfen nicht auf Wettbewerb gerichtet und
müssen unabhängig sein von Beifall und
<note xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" type="shelfmark" place="top" resp="#archive">
<subst><del rend="strikethrough">Beilage zu: Mus.ep. A. Schönberg 28 (Busoni-Nachl. B II)</del><add place="top">Mus.Nachl. F. Busoni B II, 4567a</add></subst>
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<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">An dem Verhältnis des Publikums zur modernen Musik <lb/>ist in hervorragendem
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Das kann auf die Dauer keinen Berücksichtigungswerten <lb/>befriedigen: keinen
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Zur Erreichung dieses Ziels sind drei Dinge erforderlich:</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">1. Klare, gut studierte Aufführungen;</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">2. Oftmalige Wiederholungen;</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">3. Die Aufführungen müssen dem korrumpierenden <lb/><choice><orig>Einfluß</orig><reg>Einfluss</reg></choice> der Öffentlichkeit
Damit ist auch der wesentliche Unterschied angezeigt,
der sich bei Vergleich der Aufgaben des Vereines und der
des heute üblichen Konzertlebens, von dem er sich grund=
sätzlich fernhält, ergibt. Denn: muß hier
1. bei Einstudierung eines Werkes imallgemeinen
mit einer von vornherein festgesetzten und immer zu gering
bemessenen Probenzahl schlecht und recht das Auslangen
gefunden werden – und bezeichnenderweise wird es, freilich
mehr schlecht als recht, gefunden –, so ist für die Zahl
der Proben der im Verein aufzuführenden Werke immer
nur die Erzielung der größtmöglichen Deutlichkeit, die Er=
füllung aller aus dem Werke zu entnehmenden Intentionen
des Autors maßgebend. Und ergäbe das einen im heutigen
Musikbetrieb nicht wiederzufindenden Aufwand von Proben
(wie dies – um nur ein Beispiel herauszugreifen – etwa
beim Studium einer Symphonie von Mahler der Fall war, die
nach zwölf meist vierstündigen Proben zur Erstaufführung,
nach weiteren zwei Proben zur Wiederholung gelangt ist,):
bevor nicht wenigstens jene Grundbedingungen einer guten
Reproduktion gegeben sind, kann und darf im Verein ein
Werk nicht aufgeführt werden.
Wird – um ein solches Studium zu ermöglichen –
schon bei der Wahl der Ausführenden vorerst auf jüngere
Künstler, also weniger bekannte und solche bekannte, die sich
dem Verein aus Interesse an der Sache zur Ver=
fügung stellen, gegriffen, auf solche, deren Ruf man teuer
bezahlen muß, nur soweit als das Werk es erfordert und
zuläßt, so wird wiederum durch eine derartig strenge
Auswahl jenes Virtuosentum ausgeschaltet, dem das auf=
zuführende Werk nicht Selbstzweck, sondern lediglich Mittel
zu einem Zweck ist, der keinesfalls der des Vereins sein
kann, nämlich: Entfaltung von Virtuosität und Eigenart, die
fernab von der Sache liegt, Erzielung eines rein persön=
lichen Erfolges. Durch den schon erwähnten Ausschluß
aller Beifalls-, Mißfalls- und Dankesbezei=
gungen wird Derartiges an sich unmöglich. Der einzige
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Damit ist auch der wesentliche Unterschied angezeigt, <lb/>der sich bei Vergleich
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">1. bei <hi rend="bold">Einstudierung eines Werkes </hi> im<choice><orig>allgemeinen</orig><reg>Allgemeinen</reg></choice> <lb/>mit
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Wird – um ein solches Studium zu ermöglichen – <lb/>schon bei der <hi rend="bold">Wahl der
Erfolg, den ein Künstler hier haben soll, ist der, der ihm
der wichtigste sein müßte: das Werk und damit den Autor
verständHch gemacht zu haben.
Bietet nun eine so gründlich vorbereitete Aufführung
schon große Gewähr dafür, daß dem Werke zum richtigen
Verständnis verholfen werde, so ist dem Verein durch die
Einführung wöchentlicher Veranstaltungen*) hiezu ein
weiteres, noch wirksameres Mittel gegeben, und zwar:
2. das der oftmaligen Wiederholungen jedes Werks.
Weiters wird, um den gleichmäßigen Besuch der Veran=
staltungen zu sichern, das Programm im Vorhinein
Nur durch Erfüllung dieser beiden Erfordernisse: gründ=
liches Studium und oftmalige Wiederholung, kann Klarheit
an Stelle der sonst als einziger Eindruck einer einmaligen
Wiedergabe verbleibenden Unklarheit treten, kann sich ein
den Absichten des Werkes entsprechendes Verhältnis ein=
stellen, ein Sich-Einleben in dessen Stil und Sprache,
schließlich eine Vertrautheit, die sonst nur durch Selbst=
studium erreichar ist, und die dem Konzertpublikum von
heute höchstens mit den oft aufgeführten k1assischen
Werken nachgerühmt werden könnte.
Die dritte Bedingung zur Erreichung der Ziele des
Vereins wird dadurch erfüllt, daß die Aufführungen in jeder
Hinsicht nichtöffentlich sind, daß Gäste (auswärtige
ausgenommen) keinen Zutritt haben und daß die Mit=
glieder sich verpflichten, jede öffent1iche Bericht=
erstattung über die Aufführungen und Tätigkeit des
Vereins zu unterlassen, insbesonders Rezensionen,
Notizen und Besprechungen in periodischen Druckschriften
weder zu verfassen noch zu inspirieren. Diese Nichtöffentlichkeit der Veranstaltungen wird
durch die gleichsam pädagogischen Bestrebungen des
Vereins bedingt und deckt sich mit dessen Tendenz, den
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Erfolg, den ein Künstler hier haben soll, ist der, der ihm <lb/>der wichtigste
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Bietet nun eine so gründlich vorbereitete Aufführung <lb/>schon große Gewähr
<!-- Zu *) gibt es eine Fußnote am unteren Rand der Seite, muss noch eingefügt werden: *) Derzeit jeden Sonntag vormittag 10 bis 12 Uhr im kleinen Musikvereinssal. -->
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">2. das der <hi rend="bold">oftmaligen Wiederholungen</hi> jedes Werks.
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Nur durch Erfüllung dieser beiden Erfordernisse: gründ<lb break="no"/> liches
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Die <hi rend="bold">dritte Bedingung</hi> zur Erreichung der Ziele des
aufgeführten Werken nur durch die gute Aufführung zu
dienen, also lediglich durch die Wirkung, die von der
Musik selbst ausgeht. Propaganda für Werk und Autor
ist nicht Zweck des Vereins.
Deshalb soll auch keine Richtung bevorzugt und
nur das Wertlose ausgeschlossen werden, im übrigen aber
alle moderne Musik, von Mahler und Strauß bis zu den
Jüngsten, die ja sonst fast nicht oder nur unzulänglich zu
Wort kommen, dargebracht werden.
Im Allgemeinen ist der Verein bestrebt, den Mitgliedern
das an solchen Werken darzutun, die geeignet sind, das
Schaffen eines Komponisten von seiner charakteristischesten
und zunächst womöglich auch ansprechendsten Seite zu
zeigen. Es kommen daher nebst Liedern, Klavierstücken,
Kammermusik und kleineren Chorsachen auch Orchester=
werke in Betracht, welche – da der Verein heute noch
nicht die Mittel besitzt, sie in der Originalgestalt aufzu=
führen – vorderhand nur in guten und gutstudierten Arran=
gements zu vier bis acht Händen reproduziert werden
können. Aber: einmal vor eine solche neue Aufgabe ge=
stellt, wurde aus der Not eine Tugend gemacht. Es ist
nämlich auf diese Weise möglich, moderne Orchester=
werke – aller Klangwirkungen, die nur das Orchester
auslöst, und aller sinnlichen Hilfsmittel ent=
kleidet – hören und beurteilen zu können. Damit wird
der allgemein übliche Vorwurf entkräftet, daß diese Musik
ihre Wirkungen ledglich ihrer mehr oder minder reichen
und effektvollen Instrumentation verdanke und nicht auch
alle die Eigenschaften besäße, die bisher für·eine gute
Musik charakteristisch waren: Melodien, Harmonienreichtum
Polyphonie, Formvollendung, Architektur etc.
Ein zweiter Vorteil solchen Musizierens ist in der
konzertmäßigen Art der Wiedergabe dieser
Arrangements gelegen. Da es sich dabei nicht um
einen Orchesterersatz handelt, sondern darum, die Orchester=
werke derart für Klavier umzudenken, daß sie in diesem
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Deshalb soll auch <hi rend="bold">keine Richtung bevorzugt</hi> und <lb/>nur das
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Im Allgemeinen ist der Verein bestrebt, den Mitgliedern <lb/>das an solchen
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Ein zweiter Vorteil solchen Musizierens ist in der <lb/><hi rend="spaced-out">konzertmäßigen Art der Wiedergabe dieser <lb/>Arrangements</hi> gelegen. Da
Klavier-Kompositionen Geltung haben und gehört werden
sollen, werden insbesonders alle Eigenschaften und Eigen=
tümlichkeiten des Klaviers ausgenützt, wird allen pianistischen
Möglichkeiten Rechnung getragen. Und nun stellt sich so=
gar heraus, daß bei einer solchen Reproduktion von Orchester=
werken mit besonderer Differenziertheit des Klanges fast
nichts verloren geht, ja daß gerade derartige Werke –
durch die Sicherheit ihrer Instrumentation, die Echtheit der
ihrer Eingebung angeborenen Klangfarben – imstande sind,
dem Klavier Klangwirkungen zu entlocken, die weit über
seine sonstigen Ausdrucksmöglichkeiten hinausgehen.
In den ersten neun Vereinsveranstaltungen gelangten
zur Aufführung bezw. Wiederholung:
Béla Bártok, 14 Bagatellen Op. 6 (zweimal);
Alban Berg, Op. 1, Sonate für Klavier;
Claude Debussy, zwei Liederzyklen: Proses lyriques
(zweimal) und Fêtes galantes (zweimal); Trois
Nocturnes pour orchestre, arr. für zwei Klaviere
zu vier Händen von Maurice Ravel (zweimal);
Josef Hauer, Nomos in sieben Teilen, Op. 1 und
Nomos in fünf Teilen, Op. 2;
Gustav Mahler, VII. Symphonie, arr. für Klavier vier=
händig (zweimal); Fünf Lieder aus "Des Knaben
Wunderhorn" (zweimal);
Hans Pfitzner, Fünf Lieder, Op. 26;
Max Reger, Introduction, Passacaglia u. Fuge,
für zwei Klaviere vierhändig Op.96 (zweimal);
Sonate für Klavier und Cello A-moll,
Op. 118 (zweimal);
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">In den ersten neun Vereinsveranstaltungen gelangten <lb/>zur Aufführung <choice><orig>bezw.</orig><reg>bzw.</reg></choice>
<list xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" rend="indent-first-neg">
Franz Schreker, Vorspiel zu einem Drama, arr.
für Klavier vierhändig (zweimal);
Alexander Skrjabin, Sonate für Klavier Nr. 4
(zweimal); Sonate für Klavier Nr. 7 (zweimal);
Richard Strauß,Don Quichote, Op. 35, arr. für zwei
Klaviere vierhändig (zweimal);
Igor Strawinsky, Trois pieces faciles und Cinq
pièces faciles pour piano a 4 mains
(zweimal);
Anton von Webern, Passacaglia f. gr. Orch. Op. 1
arr. für zwei Klaviere sechshändig;
Alexander von Zemlinsky, Vier Lieder Op. 8;
Folgende Werke befinden sich in Vorbereitung und
sind u. a. in Aussicht genommen:
Alban Berg Vier Lieder, Op. 2;
Julius Bittner, Sonate für Klavier und Cello;
Ferruc[c]io Busoni, Sechs Elegien für Klavier;
Gustave Charpentier, Poèmes chantés, für eine
Singstimme und Chor;
Claude Debussy, La mer, 3 esquisses sympho=
niques, arr. für zwei Klaviere vierhändig;
Fidelio Finke, K1avierstücke;
Egon Kornauth, Violinsonate;
E. W. Korngold, VioIinsonate Op. 6;
Gustav Mahler, VI. Symphonie, arr. für Klavier vier=
händig von A. v. Zemlinsky;
Vitezlav Nowak, Erotikon, Klavierstücke ;
Hans Pfitzner, Klavier-Quintett F-moll, Op. 23;
Maurice Ravel, Zwei hebräische Gesänge;
<list xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" rend="indent-first-neg" type="split">
<item><hi rend="bold"><persName key="E0300022">Richard Strauß</persName>,</hi><title key="E0400072"><hi rend="spaced-out">Don Quichote</hi>, Op. 35</title>, arr. für zwei
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Folgende Werke befinden sich in Vorbereitung und
Max Reger, Suite für Cello, Op. 131c; Sonate
für Violine und Klavier, Op. 139; Sonate für
Klarinette und Klavier B-dur, Op. 107;
Franz Schreker, Kammersymphonie, arr. für zwei
Klaviere vierhändig;
Cyrill Scott, Sonate für Violine und Klavier,
Op. 57;
Richard Strauß, Symphonia domestica, Op. 53,
arr. für zwei Klaviere vierhändig;
Igor Strawinsky, Berceuses du chat, Chansons avec
ensemble; Pribaoutki, Chansons plaisantes;
Josef Suk, "Erlebtes und Erträumtes", Klavier=
stücke; Ein Sommermärchen, Syph. Dichtung,
arr. für Klavier vierhändig;
Anton von Webern, "Entf1iehet auf 1eichten
Kähnen", gem. Chor a capella, Op. 2;
Karl Weigl, Streichquartett E-dur;
Alexander v. Zemlinsky, Sechs Gesänge (Maeterlinck),
Op. 13; II. Streichquartett, Op. 15.
Schließlich sei erwähnt, daß außer den hier angeführten
Aufführungen auch Vorträge und sonstige, den Zwecken
des Vereines dienende Veranstaltungen abgehalten werden.
Die Mittel zur Erreichung des Zweckes sollen
folgendermaßen aufgebracht werden:
1. Durch die satzungsgemäßen Mitgliedsbeiträge,
2. Durch freiwillige Überzahlungen über diese Beträge,
3. Durch eventuelle freiwillige Zuwendungen Außen=
stehender.
für die Bemessung der Mitgliedsbeiträge ist folgendes maßgebend :
Die wöchentlichen Vereinsabende sind als Konzerte
aufzufassen, auf welche die Mitglieder für eine Saison
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Schließlich sei erwähnt, <choice><orig>daß</orig><reg>dass</reg></choice> außer den hier angeführten
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Die Mittel zur Erreichung des Zweckes sollen
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">1. Durch die satzungsgemäßen Mitgliedsbeiträge,</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">2. Durch freiwillige Überzahlungen über diese Beträge,</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">3. Durch eventuelle freiwillige Zuwendungen Außen<lb break="no"/>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">für die Bemessung der Mitgliedsbeiträge ist folgendes maßgebend :</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Die wöchentlichen Vereinsabende sind als Konzerte
abonnieren. Der Abonnementsbetrag für die gewählte Sitz=
kategorie kann für eine ganze Saison im Voraus,	oder in
vierteljährigen, monatlichen oder auch wöchentlichen Teil
beträgen bezahlt werden, wobei das Mitglied aber die Ver=
pflichtung zur fortlaufenden Bezahlung für die ganze
Saison übernimmt. Außerdem ist zu Beginn des Vereins=
jahres, bezw. beim Eintritt in den Verein, eine Grundgebühr
zu bezahlen, deren Höhe sich nach der Sitzkategorie richtet.
Es gibt vier Sitzkategorien. Die billigste (4.) kostet
wöchentlich 1 Krone, die nächste (3.) 2 Kronen, die folgende(2.)
3 Kronen; die 1. Kategorie ist denjenigen überlassen, welche
freiwillig mehr bezahlen woHen.
Dementsprechend stellen sich die Mitgliedsbeiträge so:
jährlich Bezahlung in
a) 52 Wochenraten b) 12 Monatsraten c) Vierteljahrsraten
gebühr wöchent=
lich Grund=
gebühr monatlich Grund=
gebühr viertel=
usw. 8.–
70.– 6.–
Die Einführung einer solchen Abstufung der Mitglieds=
beiträge wurde getroffen, um die bedeutenden Kosten des
Vereins in einer gerechten Weise, also nach Maßgabe der
Zahlungsfähigkeit jedes Mitglieds, aufteilen zu können;
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">abonnieren. Der Abonnementsbetrag für die gewählte Sitz
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Es gibt vier Sitzkategorien. Die billigste (4.) kostet
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Dementsprechend stellen sich die Mitgliedsbeiträge so:</p>
<table xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" rend="small">
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Die Einführung einer solchen Abstufung der Mitglieds
wobei natürlich erwartet wird, daß von jenen, die in der
Lage sind größere Opfer zu bringen, vorzugsweise die ersten
zwei Klassen benützt werden.
Den Beitritt zu diesem Verein erklärt man durch
Ausfüllung und Übersendung der beiliegenden "Beitritts=
erklärung", wobei Kenntnis und Anerkennung der Statuten
vorausgesetzt ist.
Sekretär: Präsident:
Josef Rufer per Adresse: Dr. Paul Pisk,
Wien, VI, Proschkogasse 1,
Tel. Stelle 4 von 704.
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">Den Beitritt zu diesem Verein erklärt man durch
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><hi rend="spaced-out">Sekretär:</hi> <hi rend="spaced-out">Präsident:</hi></p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><hi rend="bold"><persName key="E0300121">Josef Rufer</persName></hi> per Adresse: <hi rend="spaced-out"><persName key="E0300120">Dr. Paul Pisk</persName></hi>,
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">16. Februar 1919.</p>
§ 4. Mitg1ied kann jede unbescholtene·und ehrenhafte Person
werden, weiche sich den Vereinssatzungen unterwirft.
§ 6. Die Mitglieder des Vereins sind verpf1ichtet:
a) die Zwecke des Vereins zu fördern und Schädigungen zu
b) die Mitgliedsbeiträge für das laufende Jahr auch im Falle
des vorzeitigen Austritts zu bezahlen;
c) die Tendenz des Vereins nicht zu verletzen.
§ 8. Die Vereinsleitung besteht aus:
a) dem Präsidenten Arnold Schönberg, dessen Funktionsdauer
nicht begrenzt ist;
b) 10 bis 20 Vorstandsmitgliedern (den Vortragsmeistern, dem
Sekretär, den Ordnern etc.), welche von der Generalversammlung im
mit dem Präsidenten gewählt werden.
§ 9. Der Präsident hat in der Leitung des Vereins voll=
kommen freie Hand. Er bestimmt Höhe und Art der für die
Zwecke des Vereins nötigen Ausgaben, Honorierung der Mitwirkenden
und der im § 10 erwähnten Vorstandsmitglieder, Mietpreise der Säle,
Ausgaben für Vortragsabende, administrative Regien etc. Ihm steht
auch das Recht zu, würdigen und bedürftigen Mitgliedern die Zahlung
der Beiträge ganz oder teilweise zu erlassen.
§ 12. Alle Beschlüsse der Generalversamm1ung, ein=
schließlich Wahlen, Statutenänderungen, Vereinsauflösung etc., be=
dürfen zur Giltigkeit der Zustimmung des Präsidenten
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><hi rend="bold">Auszug aus den Statuten</hi></p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">§ 4. <hi rend="spaced-out">Mitg1ied</hi> kann jede unbescholtene·und ehrenhafte Person
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">§ 6. Die Mitglieder des Vereins sind <hi rend="spaced-out">verpf1ichtet</hi>:</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">a) die Zwecke des Vereins zu fördern und Schädigungen zu
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">b) die Mitgliedsbeiträge für das laufende Jahr auch im Falle
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">c) die Tendenz des Vereins nicht zu verletzen.</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">§ 8. Die <hi rend="spaced-out">Vereinsleitung</hi> besteht aus:</p>
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">a) dem Präsidenten  Arnold  Schönberg,  dessen  Funktionsdauer
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">b) 10 bis 20 Vorstandsmitgliedern (den Vortragsmeistern, dem
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">§ 9. Der <hi rend="spaced-out">Präsident</hi> hat in der Leitung des Vereins  voll
<p xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0">§ 12. Alle Beschlüsse der <hi rend="spaced-out">Generalversamm1ung</hi>, ein

References: § 10

§ 4

§ 6

§ 8

§ 9
 § 10

§ 12