Source: https://www.buzer.de/s1.htm?g=H%C3%B6rakustikerausbildungsverordnung&f=1
Timestamp: 2019-02-21 06:26:49+00:00

Document:
HörAkAusbV Hörakustikerausbildungsverordnung
nur in HörAkAusbV
Sie sind hier: Start > Inhaltsverzeichnis HörAkAusbV
Verordnung über die Berufsausbildung zum Hörakustiker und zur Hörakustikerin (Hörakustikerausbildungsverordnung - HörAkAusbV)
V. v. 28.04.2016 BGBl. I S. 1012 (Nr. 20); zuletzt geändert durch Artikel 1 V. v. 05.09.2016 BGBl. I S. 2139
Geltung ab 01.08.2016; FNA: 7110-6-123 Handwerk im Allgemeinen
§ 10 Prüfungsbereich Dreidimensionale Abbilder
§ 11 Prüfungsbereich Audiologische Kenndaten
§ 15 Prüfungsbereich Audiologische Kenndaten von Patientinnen und Patienten
§ 16 Prüfungsbereich Dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres und Otoplastiken
§ 17 Prüfungsbereich Hörsystemanpassung und Patientenberatung
§ 18 Prüfungsbereich Servicemaßnahmen
Anlage (zu § 3 Absatz 1) Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Hörakustiker und zur Hörakustikerin
Der Ausbildungsberuf des Hörakustikers und der Hörakustikerin wird nach § 25 der Handwerksordnung zur Ausbildung für das Gewerbe nach Anlage A Nummer 34 Hörgeräteakustiker der Handwerksordnung staatlich anerkannt.
individuelle Hörprofile bestimmen und beurteilen,
berufsspezifische audiologische und otoskopische Befunde erheben und bewerten,
Patientinnen und Patienten hinsichtlich der Versorgungsmöglichkeiten mit Hörsystemen, Hörassistenzsystemen und Sonderversorgungen sowie Zubehör beraten und dabei individuelle Hörerwartungen einbeziehen,
dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres erstellen,
Otoplastiken, individuellen Gehörschutz und Sonderotoplastiken herstellen,
Hörsysteme und Hörassistenzsysteme entsprechend dem individuellen Hörprofil anpassen,
Patientinnen und Patienten betreuen und Rehabilitationsmaßnahmen durchführen,
Geschäfts- und Abrechnungsprozesse des Hörakustikbetriebes organisieren und ausführen.
betriebliche und technische Kommunikation sowie Patientendatenschutz,
(2) Die Zwischenprüfung soll zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
Die Zwischenprüfung findet in folgenden Prüfungsbereichen statt:
Dreidimensionale Abbilder und
Audiologische Kenndaten.
(1) Im Prüfungsbereich Dreidimensionale Abbilder soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
das äußere Ohr zu otoskopieren,
Ohrmuschel, Gehörgang und Trommelfell zu beurteilen,
Maßnahmen zum Schutz des Ohres während der Abbilderstellung vorzunehmen,
dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres einschließlich der zweiten Gehörgangskrümmung zu erstellen und
das Ergebnis der eigenen Arbeit auf Grundlage vorgegebener schriftlicher Kriterien zu bewerten.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 15 Minuten.
(1) Die Prüfung im Prüfungsbereich Audiologische Kenndaten besteht aus zwei Teilen.
(2) Im ersten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Patientinnen und Patienten in audiometrische Messverfahren und in die Abläufe der audiometrischen Messverfahren einzuweisen und
audiometrische Messverfahren durchzuführen.
Der Prüfling soll eine Arbeitsprobe durchführen. Die Prüfungszeit beträgt 15 Minuten.
(3) Im zweiten Teil soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Vertäubungsregeln anzuwenden,
Messverfahren auszuwählen und
audiometrische Messergebnisse zu klassifizieren.
Der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten. Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.
Die Gesellenprüfung findet in folgenden Prüfungsbereichen statt:
Audiologische Kenndaten von Patientinnen und Patienten,
Dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres und Otoplastiken,
Hörsystemanpassung und Patientenberatung,
Servicemaßnahmen sowie
(1) Die Prüfung im Prüfungsbereich Audiologische Kenndaten von Patientinnen und Patienten besteht aus zwei Teilen.
Audiogramme zu interpretieren,
audiologische Mess- und Testverfahren zu beschreiben und
Aufbau und Funktion des Hörorgans unter Verwendung von Fachbegriffen zu erläutern.
Der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten. Die Prüfungszeit beträgt 90 Minuten.
Patientinnen und Patienten in Testverfahren einzuweisen,
audiometrische und psychoakustische Messverfahren durchzuführen und
die Bewertung für den ersten Teil mit 60 Prozent,
die Bewertung für den zweiten Teil mit 40 Prozent.
(1) Im Prüfungsbereich Dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres und Otoplastiken soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Maßnahmen zum Schutz des Ohres auf Grundlage der Otoskopie während der Abbilderstellung zu treffen,
dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres einschließlich der zweiten Gehörgangskrümmung zu erstellen und zu modellieren,
die Nutzbarkeit von Abbildern zu bewerten und zu dokumentieren,
ein vorgegebenes Abbild für den nächsten Fertigungsschritt vorzubereiten und
Otoplastiken auf der Basis eines vorgegebenen Abbildes unter Berücksichtigung der patientenspezifischen Gegebenheiten anzufertigen.
(2) Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen.
(3) Die Prüfungszeit beträgt 70 Minuten.
(1) Die Prüfung im Prüfungsbereich Hörsystemanpassung und Patientenberatung besteht aus zwei Teilen.
Versorgungsabläufe unter Berücksichtigung der rechtlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen umzusetzen und zu dokumentieren,
kommunikationspsychologische Strategien zu unterscheiden und adressatengerecht anzuwenden,
pathophysiologische Vorgänge im Hörorgan zu beschreiben und bei der Hörsystemversorgung zu berücksichtigen und
auf Grundlage des vorliegenden Hörbedarfs eine Vorauswahl der Hörsysteme und Hörassistenzsysteme zur vergleichenden Anpassung für Patientinnen und Patienten zu treffen.
Versorgungsabläufe, rechtliche Vorgaben und Rahmenbedingungen den Patientinnen und Patienten zu erklären,
Patientinnen und Patienten auf Grundlage des vorliegenden Hörbedarfs bei der Auswahl der Hörsysteme, Hörassistenzsysteme und Sonderversorgungen zu beraten,
die psychosoziale Situation von Patientinnen und Patienten zu erkennen und im Beratungskontext zu berücksichtigen,
Hörsysteme für die vergleichende Anpassung unter Berücksichtigung des Hörprofils, der audiologischen Gegebenheiten und der Wünsche von Patientinnen und Patienten auszuwählen,
Anpassverfahren auszuwählen und Hörsysteme voreinzustellen,
Hörsystemeinstellungen im Rahmen der Feinanpassung zu modifizieren und
Hörassistenzsysteme und Zubehör nach patientenspezifischen Bedürfnissen auszuwählen und voreinzustellen.
Der Prüfling soll eine Arbeitsprobe durchführen. Während der Arbeitsprobe wird mit ihm ein situatives Fachgespräch geführt. Die Prüfungszeit beträgt insgesamt 30 Minuten. Das situative Fachgespräch dauert höchstens 15 Minuten.
die Bewertung für den ersten Teil mit 40 Prozent,
die Bewertung für den zweiten Teil mit 60 Prozent.
(1) Die Prüfung im Prüfungsbereich Servicemaßnahmen besteht aus zwei Teilen.
(2) Im ersten Teil der Prüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Fehlfunktionen an von Patientinnen und Patienten genutzten Hörsystemen und Hörassistenzsystemen zu erkennen,
Fehlerdiagnosen durchzuführen,
die Ursachen zu benennen,
Maßnahmen zur Behebung von Fehlfunktionen einzuleiten sowie
Hörsysteme akustisch zu messen und zu modifizieren.
Der Prüfling soll eine Arbeitsaufgabe durchführen und mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren. Die Prüfungszeit beträgt 60 Minuten.
(3) Im zweiten Teil der Prüfung soll der Prüfling nachweisen, dass er in der Lage ist,
Kaufvertragsstörungen zu bearbeiten,
Reklamationen unter Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben und Rahmenbedingungen zu bearbeiten und
die Geschäftskorrespondenz zu führen.
Der Prüfling soll Aufgaben schriftlich bearbeiten. Die Prüfungszeit beträgt 40 Minuten.
die Bewertung für den ersten Teil mit 50 Prozent,
Audiologische Kenndaten von Patientinnen und Patienten mit 20 Prozent,
Dreidimensionale Abbilder des äußeren Ohres und Otoplastiken mit 20 Prozent,
Hörsystemanpassung und Patientenberatung mit 40 Prozent,
Servicemaßnahmen mit 10 Prozent,
(3) Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung entweder in dem Prüfungsbereich nach § 19 oder in einem der Teilprüfungsbereiche nach § 15 Absatz 2, § 17 Absatz 2 oder § 18 Absatz 3 durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn
der Prüfungsbereich oder der Teilprüfungsbereich schlechter als mit „ausreichend" bewertet worden ist und
Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich oder diesen Teilprüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.
Text in der Fassung des Artikels 1 Erste Verordnung zur Änderung der Hörakustikerausbildungsverordnung V. v. 5. September 2016 BGBl. I S. 2139 m.W.v. 17. September 2016
§ 22 ändert mWv. 1. August 2016 HörgAkAusbV
Diese Verordnung tritt am 1. August 2016 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung über die Berufsausbildung zum Hörgeräteakustiker/zur Hörgeräteakustikerin vom 12. Mai 1997 (BGBl. I S. 1019) außer Kraft.
1 Individuelle Hörprofile be-
stimmen und beurteilen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 1) a) ärztliche Verordnungen auswerten und Indikations-
stellungen für Hörsystemversorgungen aus berufs-
spezifischer Sicht prüfen
b) berufsspezifische Anamnesen im Hinblick auf Art,
Grad und Verlauf der Hörschädigung, Kommunikation
und Hörbeeinträchtigungen durchführen und dabei
den medizinischen Verlauf, insbesondere Allergien,
Medikationen, feinmotorische Fähigkeiten und Seh-
beeinträchtigungen, berücksichtigen
c) psychosoziale Situation von Patientinnen und Patien-
ten erfassen 5
d) ärztliche Diagnosen und eigene Befunde, insbeson-
dere im Hinblick auf die Hörsystemversorgung, ein-
e) Auswirkungen der psychosozialen Situation von Pa-
tientinnen und Patienten auf die Hör- und Kommuni-
kationsfähigkeit unter Berücksichtigung wahrneh-
mungspsychologischer Gesichtspunkte einschätzen
f) Hörbedarf unter Berücksichtigung der individuellen
Hörsituationen sowie Wünsche und Erwartungen der
Patientinnen und Patienten ermitteln, beurteilen und
g) hörbeeinträchtigende Befunde, insbesondere Tinni-
tus, unterscheiden sowie Kontraindikationen der Hör-
systemversorgung erkennen und Patientinnen und
Patienten über Indikationen und Kontraindikationen
für die Hörsystemversorgung informieren 8
2 Berufsspezifische audiologi-
sche und otoskopische Be-
funde erheben und bewerten
(§ 4 Absatz 2 Nummer 2) a) Arbeitsmittel für die otoskopische Befunderhebung
vorbereiten und Patientinnen und Patienten in die
Vorgehensweise einweisen
b) anatomische und pathologische Gegebenheiten der
Patientinnen und Patienten mittels Otoskopie erken-
nen und berücksichtigen
c) akustische Eigenschaften von Messräumen ermitteln
d) Messverfahren zur Ermittlung der akustischen Kenn-
daten auswählen und anwenden
e) den Patientinnen und Patienten die audiometrischen
Messabläufe bedarfsgerecht erklären und in diese
Messabläufe einweisen
f) Hörschwellen mittels Reintonaudiometrie über Luft-
leitung und Knochenleitung ermitteln, Unbehaglich-
keitsschwellen mittels Reintonaudiometrie über Luft-
leitung ermitteln sowie frequenzspezifische Pegel des
angenehmen Hörens messtechnisch erfassen 11
g) Sprachverständlichkeit, Unbehaglichkeitsschwelle
und den Bereich des angenehmen Hörens in Ruhe
h) Vertäubungsregeln bei der Reinton- und Sprach-
audiometrie anwenden
i) audiometrische Messergebnisse nach Schallleitungs-,
Schallempfindungs- und kombinierter Schwerhörig-
keit sowie zentrale Störungen klassifizieren
j) audiologisch und psychologisch relevante Tinnitus-
parameter ermitteln sowie weiterführende Messun-
gen zur Verdeckbarkeit durchführen
k) den Zusammenhang zwischen Hörbeeinträchtigung
und Sprachentwicklung beurteilen
l) unter Beachtung psychologischer Gesichtspunkte
und Einhaltung der Hygieneregeln das Außenohr ein-
schließlich Trommelfell auf seine anatomischen Ei-
genschaften und pathologischen Veränderungen mit-
tels einer Otoskopie untersuchen
m) pathologische Befunde erkennen, bewerten, doku-
mentieren und den Patientinnen und Patienten erläu-
n) Arbeitsmittel und Geräte für die audiometrische Er-
mittlung der akustischen Kenndaten vorbereiten, auf
Funktionsfähigkeit prüfen und unter Berücksichti-
gung der einschlägigen Vorschriften einstellen sowie
gegebenenfalls Maßnahmen zur Störungsbeseitigung
einleiten und Ergebnisse dokumentieren
o) Ergebnisse audiometrischer Messungen auf Plausibi-
lität prüfen sowie norm- und sachgerecht darstellen,
auswerten und den Patientinnen und Patienten erläu-
p) sprachaudiometrische Testmaterialien hinsichtlich ih-
res phonetischen Aufbaus und der Indikation sowie
Störgeräusche auswählen
q) objektive audiologische Messverfahren, insbeson-
dere Impedanzmessungen, Stapediusreflexschwellen
und otoakustische Emissionen, unterscheiden und
ärztliche Dokumentationen berücksichtigen
r) Impedanzmessungen durchführen und Stapediusre-
flexschwellen bestimmen, interpretieren sowie bei
Auffälligkeiten über weitere Vorgehensweisen ent-
s) mit Hilfe psychoakustischer Tests ergänzende akus-
tische Kenndaten des Gehörs, insbesondere unter
Anwendung von Skalierungsverfahren, ermitteln,
auswerten und die Ergebnisse Patientinnen und
Patienten erklären
t) sprachaudiometrische Kenndaten des Gehörs im
Störgeräusch ermitteln
u) Messergebnisse unter Einbeziehung der Anatomie
und Physiologie des Mittel- und Innenohres sowie
der zentralen Hörbahnen beurteilen, insbesondere in
Bezug auf Frequenz-, Zeit- und Amplitudenauflö-
sungsvermögen 16
v) audiologische Kenndaten und Hörgerätekenndaten
3 Patientinnen und Patienten
hinsichtlich der Versorgungs-
möglichkeiten mit Hörsyste-
men, Hörassistenzsystemen
und Sonderversorgungen so-
wie Zubehör beraten und da-
bei individuelle Hörerwartun-
gen einbeziehen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 3) a) Patientinnen und Patienten unter Berücksichtigung
der jeweiligen Kostenträger und vertraglicher sowie
normativer Regelungen über den individuellen Versor-
gungsablauf einer Hörsystemanpassung beraten
b) Patientinnen und Patienten über ermittelte Befunde
unter Anwendung der Kenntnisse zur Anatomie und
Physiologie des Ohres informieren
c) kulturelle Identitäten der Patientinnen und Patienten
berücksichtigen 4
d) Patientinnen und Patienten Indikationen und Kontra-
indikationen für Hörsystemversorgungen erklären,
Möglichkeiten und Grenzen des Hörsystems aufzei-
gen sowie zum Tragen des Hörsystems motivieren
e) Patientinnen und Patienten auf Grundlage des ermit-
telten Hörbedarfs bei Auswahl der Hörsysteme, Hör-
assistenzsysteme und Sonderversorgungen sowie
Zubehör beraten
f) Hörsystemversorgung bei Erwachsenen und Kindern
g) Testverfahren zur Bestimmung der Hörschädigung
bei Erwachsenen und Kindern unterscheiden
h) Entwicklungsunterschiede zwischen hörgeschädig-
ten und normalhörenden Kindern beachten und Er-
ziehungsberechtigte informieren
i) Erziehungsberechtigte über Besonderheiten bei der
Versorgung mit Hörsystemen bei Kindern informieren
j) Erziehungsberechtigte über das rechtliche Umfeld
der Kinderversorgung informieren und Beteiligten
die Rehabilitationsmöglichkeiten für hörgeschädigte
Kinder unter Berücksichtigung der an der Kinderver-
sorgung beteiligten Institutionen erläutern
k) Tinnitusberatung, insbesondere bezüglich rehabilita-
tiver technischer Möglichkeiten, auf Basis der ermit-
telten Messergebnisse und weiterer Daten durchfüh-
l) Patientinnen und Patienten über die Möglichkeiten
der Versorgung mit Implantaten und über die Vor-
und Nachteile von Implantaten informieren
m) Patientinnen und Patienten über Gefahren der Lärm-
einwirkung aufklären, über Gehörschutzmittel beraten
und zum Tragen der Gehörschutzmittel motivieren
n) Patientinnen und Patienten zu Hörtaktiken und über
Möglichkeiten des Hörtrainings beraten 9
4 Dreidimensionale Abbilder
des äußeren Ohres erstellen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 4) a) Arbeitsplatz vorbereiten und vorgesehene Arbeitsmit-
tel überprüfen
b) Vertrauensverhältnis zu Patientinnen und zu Patien-
ten aufbauen, Patientinnen und Patienten in Abbil-
dungsverfahren einweisen und dazu psychologische
Gesichtspunkte, insbesondere über die Distanzzone,
c) äußeres Ohr unter Beachtung der Hygienevorschrif-
ten otoskopieren sowie Ohrmuschel, Gehörgang und
Trommelfell beurteilen und den Befund dokumentie-
d) Reinigungsbedarf sowie andere Hinderungsgründe
für das Abbilden erkennen
e) Maßnahmen zum Schutz des Ohres treffen
f) Abbilder des äußeren Ohres einschließlich der zwei-
ten Gehörgangskrümmung unter Einhaltung der Hy-
gieneregeln erstellen
g) Nutzbarkeit des Abbildes überprüfen 10
h) bei Reinigungsbedarf sowie anderen Hinderungs-
gründen für das Abbilden über weiteres Vorgehen
entscheiden und dieses einleiten
i) Abbilder unter Beachtung anatomischer, pathologi-
scher, akustischer, hörsystemtechnischer sowie kos-
metischer Gegebenheiten bearbeiten 4
5 Otoplastiken, individuellen
Gehörschutz und Sonderoto-
plastiken herstellen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 5) a) Verfahren und Werkstoffe für die Herstellung von Oto-
plastiken auswählen
b) Arten und Formen von Otoplastiken unter Berück-
sichtigung patientenspezifischer Gegebenheiten aus-
wählen und anfertigen
c) Otoplastiken durch Bohren, Fräsen und Schleifen
entsprechend den patientenspezifischen Gegeben-
heiten modifizieren 10
d) Hohlschalen zur Aufnahme von Bauteilen adaptierfä-
hig erstellen und bearbeiten
e) Sonderformen von Otoplastiken, insbesondere Aufla-
geplastiken, herstellen und bearbeiten
f) Otoplastiken zum Schutz des Außenohres vor Staub
und Flüssigkeiten herstellen und anpassen
g) Schallpegel zur orientierenden Einschätzung einer
Lärmsituation messen und Ergebnisse bewerten
h) persönliche Gehörschutzmittel nach Lärmpegel, Fre-
quenzspektrum und Einwirkzeit auswählen, herstellen
und anpassen 8
6 Hörsysteme und Hörassis-
tenzsysteme entsprechend
dem individuellen Hörprofil
(§ 4 Absatz 2 Nummer 6) a) Messverfahren für die Hörsystemanpassung auswäh-
b) Patientinnen und Patienten über Hörassistenzsys-
teme und ihre Einsatzbereiche beraten
c) Patientinnen und Patienten über Zubehör informieren
d) Patientinnen und Patienten in der Handhabung und
Pflege der angepassten Systeme und des Zubehörs
einweisen und zur selbständigen Handhabung der
angepassten Systeme und des Zubehörs anleiten 12
e) Hörsysteme unter Berücksichtigung des individuellen
Hörprofils, der Wünsche von Patientinnen und Pa-
tienten und der audiologischen Gegebenheiten aus-
wählen, dabei Bauform, Schallübertragung, digitale
Signalverarbeitung, Arten der Begrenzung und Reg-
lungsart, Handhabungsmöglichkeiten, Schnittstellen
für Hörassistenzsysteme sowie Sonderversorgungen,
insbesondere CROS-Versorgung, berücksichtigen
f) Otoplastiken nach audiologischen Erfordernissen,
Handhabungsmöglichkeiten und den Wünschen von
Patientinnen und Patienten auswählen
g) Anpassverfahren wählen und Hörsysteme voreinstel-
h) pathophysiologische Vorgänge im Hörorgan bei der
Hörsystemversorgung berücksichtigen und hörbeein-
trächtigende Befunde, insbesondere Tinnitus, beach-
i) akustische Wiedergabekurven und Kenndaten von
Hörsystemen, einschließlich Regelungen, Begren-
zungen und adaptiver Parameter, in der Messbox
und durch In-Situ-Messungen ermitteln und darstel-
j) Frequenzgang von Hörsystemen durch akustische,
elektronische und mechanische Maßnahmen beein-
flussen sowie Dynamikverhalten von Hörsystemen
durch Regelung und Begrenzungen einstellen
k) vergleichende Anpassung mittels Sprachtest im Stör-
geräusch und in Ruhe durchführen und auswerten
l) induktive Übertragungseigenschaften von Hörsyste-
men einstellen
m) gewählte Einstellungen mittels In-Situ-Messungen
n) Hörsystemeinstellungen im Rahmen der Feinanpas-
sung unter Nutzung psychoakustischer Daten, insbe-
sondere Lautheit, Tonheit, Frequenzabhängigkeit und
Dynamikverhalten des Hörens, durchführen und
durch Hörerfolgskontrollmessungen überprüfen
o) Hörassistenzsysteme auswählen und hinsichtlich ih-
res Nutzens für die Patientinnen und Patienten und
der Kompatibilität der Schnittstellen prüfen
p) Hörassistenzsysteme anpassen und Patientinnen
und Patienten in die Handhabung einweisen
q) Hörsysteme, Kombigeräte sowie Tinnitusmasker, die
den Tinnitus maskieren, hemmen und mildern, an-
r) Hörsystemeinstellungen abschließend dokumentie-
7 Patientinnen und Patienten
betreuen und Rehabilitations-
(§ 4 Absatz 2 Nummer 7) a) Patientinnen und Patienten zur Wahrnehmung der re-
gelmäßigen Nachsorge und ohrenfachärztlichen Kon-
trollen motivieren
b) Patientinnen und Patienten auf Selbsthilfegruppen
und Beratungsstellen hinweisen
c) Angehörige über psychosoziale Verhaltensweisen
von Patientinnen und Patienten und über die Funk-
tion des Hörsystems informieren sowie im Umgang
mit Hörgeschädigten beraten 3
d) Hörsysteme gemäß dem sich ändernden Gehör so-
wie der Hörerwartung und Gewöhnung nachjustieren,
insbesondere Otoplastiken und Dynamikverhalten
modifizieren und, falls erforderlich, die Handhabung
mit Patientinnen und Patienten üben
e) Patientinnen und Patienten ergänzend über Hörassis-
tenzsysteme und Zubehör beraten und einweisen so-
wie Hörassistenzsysteme und Zubehör anpassen
f) Patientinnen und Patienten über Methoden und Mög-
lichkeiten des Hörtrainings informieren
g) Patientinnen und Patienten über Rehabilitationsmaß-
nahmen zum Tinnitus beraten 5
8 Service- und Instandhaltungs-
maßnahmen an Hörsystemen,
Hörassistenzsystemen und
Sonderversorgungen sowie
Zubehör durchführen
(§ 4 Absatz 2 Nummer 8) a) Otoplastiken reinigen und reparieren sowie Schall-
b) Funktionsfähigkeit von Hörsystemen, Hörassistenz-
systemen und Sonderversorgungen sowie Zubehör
durch visuelle Kontrolle, Abhören und messtechni-
sche Erfassung der Kenndaten prüfen und dokumen-
tieren sowie Service- und Instandhaltungsmaßnah-
men durchführen
c) induktive Übertragungseigenschaften von Hörsyste-
d) elektrische Kontakte prüfen und reinigen
e) Stromaufnahme von Hörsystemen messen
f) Patientinnen und Patienten die Vor- und Nachteile
verschiedener Energiequellen erläutern 6
g) Schallwandler nach Kenndaten, Aufbau und Wir-
kungsweise unterscheiden und auswechseln sowie
Bauteile und Module erneuern 2
9 Geschäfts- und Abrech-
nungsprozesse des Hörakus-
tikbetriebes organisieren und
(§ 4 Absatz 2 Nummer 9) a) am Marketing des Betriebes mitwirken
b) Waren auszeichnen und präsentieren
c) Bestellvorgänge planen, durchführen und kontrollie-
d) Produktinformationen von Anbietern unter wirtschaft-
lichen und fachlichen Gesichtspunkten beurteilen so-
wie Angebote einholen und vergleichen
e) eingehende Waren nach Beschaffenheit, Art, Menge
und Preis gemäß der Bestellung überprüfen und
Mängel dokumentieren, beurteilen und reklamieren
sowie Waren sachgerecht lagern und pflegen
f) Waren und Produkte verkaufen
g) Reklamationen entgegennehmen, prüfen und unter
Anwendung rechtlicher Rahmenbedingungen bear-
h) Produkte und Dienstleistungen des Betriebes gegen-
über Patientinnen und Patienten erläutern, Produkte
demonstrieren sowie Patientinnen und Patienten be-
i) Postein- und -ausgang bearbeiten
j) Schriftverkehr mit Patientinnen und Patienten sowie
Firmen führen 8
k) Schriftverkehr mit Ärztinnen und Ärzten sowie Kos-
tenträgern führen
l) Versorgungsabläufe unter Berücksichtigung der
rechtlichen Rahmenbedingungen umsetzen, doku-
mentieren und auswerten
m) Angebote und Kostenvoranschläge für die Hörsys-
temversorgung nach vorheriger Kostenermittlung er-
stellen und dabei unterschiedliche Leistungen der
Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen, der
Versorgungsämter, der Sozialhilfe und der öffentli-
chen Arbeitgeber berücksichtigen
n) Grundzüge der betrieblichen Kosten-und-Leistungs-
Rechnung anwenden
o) Abrechnungen von Hörsystemversorgungen gemäß
den vertraglichen und rechtlichen Bestimmungen
p) Mahnverfahren durchführen 4
1 Berufsausbildung, Arbeits-
schaffung, Absatz und Verwaltung erklären
triebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtli-
chen Organe des Ausbildungsbetriebes beschreiben
Kommunikation sowie Pa-
tientendatenschutz
(§ 4 Absatz 3 Nummer 5) a) Informations- und Kommunikationssysteme einset-
b) Informationen, auch in einer fremden Sprache, be-
schaffen, aufbereiten und bewerten
c) Fachbegriffe anwenden
d) Regelungen zum Datenschutz beachten
e) Patientendaten nach gesetzlichen Vorschriften doku-
f) Schweigepflicht und Diskretion hinsichtlich der Pa-
tientendaten beachten
g) Teamergebnisse abstimmen, auswerten und präsen-
h) Gespräche mit Vorgesetzten, Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern und im Team situationsgerecht führen
und Sachverhalte darstellen 2
6 Planen und Organisieren von
(§ 4 Absatz 3 Nummer 6) a) Arbeitsabläufe unter Berücksichtigung organisatori-
scher und informatorischer Notwendigkeiten planen
b) Aufgaben im Team planen und bearbeiten 3
7 Durchführen qualitätssichern-
(§ 4 Absatz 3 Nummer 7) a) Ziele und Aufgaben von qualitätssichernden Maßnah-
men unterscheiden
b) Arbeitsabläufe kontrollieren und auf Einhaltung der
Qualitätsrichtlinien und Qualitätsstandards prüfen
c) Zwischen- und Endkontrollen auf der Grundlage von
Arbeitsaufträgen durchführen
d) Ursachen von Qualitätsabweichungen feststellen und
dokumentieren sowie Maßnahmen zur Behebung er-
e) zur kontinuierlichen Verbesserung von Arbeitsvorgän-
gen im eigenen Arbeitsbereich beitragen und dabei
anwenden 2
f) Bedeutung von kontinuierlicher Fort- und Weiterbil-
Link zu dieser Seite: /gesetz/12028/index.htm

References: § 10

§ 11

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18
 § 3
 § 25
 § 19
 § 15
 § 17
 § 18

§ 22