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Timestamp: 2017-10-20 01:14:30+00:00

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DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, Titel
(Sicherheitsnetzen)
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, Inhalt
2 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit durch die Arbeitsschutzorganisation
2.1 Maßnahmen und Einrichtungen zur Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen)
2.6 Montageanweisung
2.8 Pflichten des Benutzers
3 Schutznetze (Sicherheitsnetze)
3.1 Schutznetzsysteme
3.4 Verwendungsanleitung
4 Anforderungen an Montage und Benutzung
4.1 Gemeinsame Anforderungen für Schutznetze (Sicherheitsnetze)
4.2 Zusätzliche Anforderungen an Schutznetze (Sicherheitsnetze) System S
4.3 Zusätzliche Anforderungen an Schutznetze (Sicherheitsnetze) System T
Anhang 1 Besondere Bestimmungen für kleinformatige Schutznetze (Sicherheitsnetze) analog System S
Anhang 2 Besondere Bestimmungen für Hochregallagersicherungsnetze
Anhang 3 Der Weg zum sicheren Schutznetz (Sicherheitsnetz)
Anhang 4 Muster einer Montageanweisung
Anhang 5 Muster eines Prüfprotokolls für Schutznetze (Sicherheitsnetze) System S
Anhang 6 Vorschriften, Regeln und Informationen
Schutznetze (Sicherheitsnetze) schützen Personen, deren Absturz nicht verhindert werden konnte, vor Verletzungen infolge eines tieferen Fallens. Geeignet sind z. B. Schutznetze (Sicherheitsnetze) der Systeme S oder T nach DIN EN 1263-1 Schutznetze (Sicherheitsnetze) - Teil 1: Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfverfahren.
Hinweise für den Auf- und Abbau von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) werden in DIN EN 1263-2 Schutznetze (Sicherheitsnetze) - Teil 2: Sicherheitstechnische Anforderungen für die Errichtung von Schutznetzen gegeben.
DGUV Information 201-011 Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten
DGUV Information 201-023 Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherung bei Bauarbeiten
DIN 4420-1 Arbeits- und Schutzgerüste - Teil 1: Schutzgerüste - Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion und Bemessung.
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, 2 Maßnahmen zur Verhütung von Gefahren für Leben und Gesundheit durch die Arbeitsschutzorganisation
2.1.1 Der Unternehmer hat in Abhängigkeit von den ausgewählten Arbeitsverfahren die vom Bauherrn planerisch und organisatorisch vorgesehenen Vorgaben und Maßnahmen zu berücksichtigen.
Vorgesehene Maßnahmen und Vorgaben ergeben sich z. B. durch:
Vorhandene Sicherheitseinrichtungen, wie z. B. Anschlageinrichtungen
Gefahrstoffe aus dem Objekt/Bauvorhaben
nicht belastbare Decken, Böden oder Dachflächen
nicht außer Betrieb zu nehmende Anlagen
Auflagen auf Grund des Nachbarschaftsrechtes
2.1.2 Der Unternehmer hat dem Bauherrn die für die sichere Durchführung der Arbeiten erforderlichen Voraussetzungen mitzuteilen.
Planum innerhalb und außerhalb der Gebäude für den Einsatz von Stand- und Fahrgerüsten oder Hubarbeitsbühnen
unverschiebliche und begehbare Abdeckungen von Boden- oder Deckenöffnungen
Befestigungsmöglichkeiten für Seitenschutzbauteile an Absturzkanten
Befestigungsmöglichkeiten für Schutznetze (Sicherheitsnetze) oder Dachrandsicherungen
mögliche Anschlagkonstruktionen für persönliche Schutzausrüstungen (PSA) gegen Absturz, z. B. Sicherheitsdachhaken und Anschlageinrichtungen auf Flachdächern
Siehe DGUV Regeln, DGUV Informationen und Normen
DGUV Regel 112-198 Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
DGUV Regel 112-199 Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen
DGUV Information 201-023 Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherungen bei Bauarbeiten
DGUV Information 201-056 Planungsgrundlagen von Anschlageinrichtungen auf Dächern
DIN 4426 Einrichtungen zur Instandhaltung baulicher Anlagen - Sicherheitstechnische Anforderungen an Arbeitsplätze und Verkehrswege - Planung und Ausführung
2.1.3 Der Unternehmer hat vor und während der Ausführung der Montage und Verwendung von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) Hinweise des Koordinators nach der Baustellenverordnung und aus dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zu berücksichtigen.
Siehe § 5 der Baustellenverordnung ) in Verbindung mit den Regeln zum Arbeitsschutz auf Baustellen
2.1.4 Hat der Unternehmer Bedenken gegen die vorgesehene Art der Ausführung, insbesondere hinsichtlich der Sicherung gegen Unfallgefahren, so hat er diese dem Auftraggeber unverzüglich, möglichst schon vor Beginn der Arbeiten, schriftlich mitzuteilen.
Diese Verpflichtung ergibt sich z. B. aus § 4 Abs. 3 DIN 1961 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen; Teil B: Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen.
2.1.5 Übernimmt der Unternehmer einen Auftrag, dessen Durchführung zeitlich und örtlich mit Aufträgen anderer Unternehmer zusammenfällt, ist er verpflichtet, sich mit den anderen Unternehmern abzustimmen, soweit dies zur Vermeidung gegenseitiger Gefährdungen erforderlich ist. Gegebenenfalls ist ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator einzuschalten.
Siehe § 8 des Arbeitsschutzgesetzes
Siehe § 6 der Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention
Siehe § 5 der Baustellenverordnung
2.1.6 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe und zur Rettung aus Gefahr die erforderlichen Einrichtungen und Sachmittel sowie das erforderliche Personal zur Verfügung stehen.
Siehe § 24 - 28 der Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention
2.1.7 Der Unternehmer hat entsprechend der Gefährdungsbeurteilung den Beschäftigten geeignete persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen.
Siehe § 29 - 31 der Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention
Siehe § 5 des Arbeitsschutzgesetzes
das Zusammenwirken mehrerer der vorgenannten Faktoren.
bei den Maßnahmen sind der allgemein anerkannte Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen
den Beschäftigten sind geeignete Anweisungen zu erteilen, sie sind über das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung zu unterweisen.
2.3.1 Die Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) muss von fachlich geeigneten Vorgesetzten geleitet werden. Diese haben für die vorschriftsmäßige Durchführung der Arbeiten zu sorgen.
Siehe § 4 Abs. 1 DGUV Vorschrift 38 und 39 Bauarbeiten
Die schriftliche Beauftragung kann mit dem entsprechenden Muster-Formular aus der DGUV Regel 100-001 Grundsätze der Prävention durchgeführt werden.
Siehe § 13 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz und § 13 Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention
2.3.2 Die Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) muss von einer fachkundigen Person beaufsichtigt werden.
Der Unternehmer wählt in Abhängigkeit von Art und Umfang der Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen)
eine fachkundige Person mit entsprechender Qualifikation als Aufsichtführenden für diese Arbeiten aus
Fachkundige Personen als Aufsichtführende sind z. B. Personen, die an dem Seminar Ausbildung von Netzmonteuren für die Montage von Schutz- und Arbeitsplattformnetzen nach dem DGUV Grundsatz 301-004 erfolgreich teilgenommen haben oder vergleichbare Fachkenntnisse vorweisen.
Siehe § 2 Abs. 5 Betriebssicherheitsverordnung
Grundkenntnisse über gesetzliche Regelungen und Arbeitsschutzbestimmungen der Unfallversicherungsträger, z. B. Arbeitsschutzrecht, Baurecht, Technische Regeln, Unfallverhütungsvorschriften
ausreichende praktische Berufserfahrung bei der Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen)
Kenntnisse über Schutznetze (Sicherheitsnetze) sowie deren Zusammenwirken mit dem Bauwerk (Konstruktion)
Kenntnisse über den Plan für den Auf-, Um- und Abbau sowie den Plan für die Benutzung und ggf. der Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers für das jeweilige Schutznetz (Sicherheitsnetz)
Siehe § 4 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 38 und 39 Bauarbeiten
Aufsichtführender ist, wer die Durchführung der Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) zu überwachen und für die arbeitssichere Ausführung zu sorgen hat. Er muss hierfür ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen besitzen sowie weisungsbefugt sein.
Zur Beaufsichtigung gehört z. B. auch das Überprüfen auf augenscheinliche Mängel an Gerüsten, Geräten oder anderen Einrichtungen, Schutzvorrichtungen usw., die von anderen errichtet bzw. zur Verfügung gestellt und für eigene Arbeiten genutzt werden.
2.3.3 Der Unternehmer informiert und unterweist seine Beschäftigten und ggf. seine im Rahmen der im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) erlaubten Zeitarbeit eingesetzten Mitarbeiter über die Gefährdungen bei der Montage von Schutznetzen (Sicherheitsnetzen).
Erläuterung des Plans für den Auf-, Um- oder Abbau des betreffenden Schutznetzes (Sicherheitsnetzes)
Anweisungen zu sicherem Auf-, Um- oder Abbau des betreffenden Schutznetzes einschließlich Materialtransport
Angaben über Sicherheitsvorkehrungen für den Fall, dass sich die Witterungsverhältnisse so verändern, dass die Sicherheit des betreffenden Schutznetzes und der betroffenen Personen beeinträchtigt sein könnte
Die Unterweisung muss bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muss an die Gefährdungsentwicklung angepasst sein und erforderlichenfalls regelmäßig, mindestens jedoch einmal jährlich wiederholt werden.
Siehe § 12 Arbeitsschutzgesetz und § 4 der Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention
Der Aufsichtführende informiert unverzüglich den Unternehmer bzw. den Vorgesetzten nach Abschnitt 2.3.1 und handelt weiter nach dessen Anweisung.
2.5.1 Vor Beginn der Arbeiten hat der Unternehmer zu ermitteln, ob
die Voraussetzungen nach Abschnitt 2.1.1 durch den Bauherrn erfüllt sind und
im vorgesehenen Arbeitsbereich oder entlang der Verkehrswege Einbauteile oder Anlagen vorhanden sind, durch die Personen gefährdet werden könnten.
Siehe § 16 Abs. 1 der DGUV Vorschrift 38 und 39 Bauarbeiten
Abstürzen, Abrutschen und Stolpern am Arbeitsplatz und dessen Zugang
elektrische Gefährdung (Stromschlag), z. B. bei der Verwendung von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln sowie bei Arbeiten in der Nähe von elektrischen Freileitungen
physikalische Gefährdungen (Lärm, Strahlung), z. B. bei Arbeiten mit oder in der Nähe von lärmintensiven Maschinen oder Geräten sowie in der Nähe von Sendeanlagen
Gefahrstoffe (z. B. giftige, ätzende Stoffe, Kraftstoffe, Asbest), z. B. bei Arbeiten in Industriebetrieben und Großanlagen
Witterungsverhältnisse, z. B. starker oder böiger Wind, Vereisung, Schneeglätte
Gefahren aus dem einzunetzenden Objekt und dessen Umgebung, z. B. Rohrleitungen, Schächte und Kanäle, Hydranten und Absperreinrichtungen der öffentlichen Versorgung, Anlagen mit Explosionsgefahr, maschinelle Anlagen und Einrichtungen, Kran- und Förderanlagen, Bauteile, die beim Begehen brechen können, z. B. Faserzement-Wellplatten, Lichtplatten, Glasdächer, Oberlichter,
Gefährdungen, die sich aus der Nutzung von Arbeitsmitteln ergeben, z. B. die Nutzung von Hubarbeitsbühnen und Gerüsten
Gefährdungen, die sich aus dem gleichzeitigen Zusammenarbeiten mehrerer Unternehmen ergeben.
2.5.2 Sind Anlagen nach Abschnitt 2.5.1 vorhanden, sind die erforderlichen Schutzmaßnahmen im Einvernehmen mit deren Eigentümern, Betreibern und erforderlichenfalls den zuständigen Behörden festzulegen.
Siehe § 16 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 38 und 39 Bauarbeiten
2.5.3 Bei unvermutetem Antreffen von Anlagen nach Abschnitt 2.5.1 sind die Arbeiten sofort zu unterbrechen. Der Aufsichtführende nach Abschnitt 2.3.2 ist zu verständigen.
Siehe § 16 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 38 ) und 39 Bauarbeiten
Für Auf-, Um- und Abbau und Benutzung des Schutznetzes (Sicherheitsnetzes) ist ein Plan zu erstellen, hierzu kann die Aufbau- und Verwendungsanleitung des Herstellers verwendet werden. Falls erforderlich, sollte sie um besondere Hinweise zur Benutzung ergänzt werden.
Der Plan für den Auf-, Um- und Abbau (Montageanweisung) muss auch Angaben gemäß Technische Regeln für Betriebssicherheit Gefährdung von Personen durch Absturz - Bereitstellung und Benutzung von Zugangs- und Positionierungsverfahren unter Zuhilfenahme von Seilen - TRBS 2121 Teil 3  und die Maßnahmen enthalten, die im vorherigen Schritt festgelegt worden sind, um die ermittelten Gefährdungen so gering wie möglich zu halten (ein Muster für eine Montageanweisung zeigt Anhang 4).
Dem Aufsichtführenden und den betreffenden Beschäftigten muss der Plan für den Auf-, Um- und Abbau bei Durchführung der Arbeiten vorliegen.
2.6.1 Sind bei Schutznetzmontagearbeiten besondere sicherheitstechnische Angaben erforderlich, hat der Unternehmer eine schriftliche Montageanweisung zu erstellen, die alle erforderlichen sicherheitstechnischen Angaben, einschließlich der vom Planer und vom Koordinator nach Baustellenverordnung getroffenen Festlegungen, enthält.
Siehe § 17 der DGUV Vorschrift 38 und 39 Bauarbeiten
Erforderlicher Bestandteil der Montageanweisung sind Angaben z. B. über:
Einrichtung/Nutzung von Arbeitsplätzen und Verkehrswegen für die Montage der Schutznetze (Sicherheitsnetze)
Siehe § 13 Abs. 2 der DGUV Vorschrift 38 und 39 Bauarbeiten
Jeder Unternehmer, der eigene Beschäftigte oder Leiharbeitnehmer durch Schutznetze (Sicherheitsnetze) gegen tieferen Absturz sichert, trägt Verantwortung dafür, dass sich diese in einem ordnungsgemäßen Zustand befinden. Er soll vor der für ihn ersten Inbetriebnahme durch eine Überprüfung des Schutznetzes dessen sichere Funktion feststellen. Er kann sich diese Überprüfung z. B. erleichtern, wenn er dazu seine Gefährdungsbeurteilung und den Plan für die Benutzung (Verwendungsanleitung) verwendet, den ihm der Schutznetzersteller/Montagebetrieb, der Bauherr oder der Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator zur Verfügung gestellt hat.
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, 3 Schutznetze (Sicherheitsnetze)
Für den Einsatz stehen dem Unternehmer Schutznetze (Sicherheitsnetze) z. B. vom System S (siehe Abb. 2) oder vom System T (siehe Abb. 3) zur Verfügung.
Schutznetze (Sicherheitsnetze) vom System T werden z. B. im Hochbau anstelle von Fanggerüsten eingesetzt.
Abb. 2 Schutznetz (Sicherheitsnetz) System S (Netz mit Randseil)
Abb. 3 Schutznetz (Sicherheitsnetz) System T (Netz in Konsolen für horizontale Verwendung)
Normgerechte einsträngige Aufhängeseile (siehe Abb. 4) weisen eine Bruchkraft von mindestens 30,0 kN auf. Normgerechte zweisträngige Aufhängeseile weisen eine Bruchkraft von mindestens 15,0 kN auf.
Siehe DIN EN 1263-1 Schutznetze (Sicherheitsnetze) -Teil 1: Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfverfahren
Nach DIN EN 1263-1 können als Aufhängeseile die Seile L, R, M oder Z verwendet werden.
Abb. 4 Beispiele für Aufhängeseile
Normgerechte Kopplungsseile weisen mindestens eine Bruchkraft von 7,5 kN auf.
Nach DIN EN 1263-1 können als Kopplungsseile die Seile N und O verwendet werden.
Abb. 5 Beispiele für Kopplungsseile
Hinweis: Der Nachweis der Bruchkraft der Aufhänge- bzw. Kopplungsseile kann z. B. durch ein Prüf- bzw. Werkstoffzeugnis auf der Baustelle geführt werden.
Traversenseile, die zum Verringern des Netzdurchhanges in ein Auffangnetz eingezogen werden, weisen eine Bruchkraft von mindestens 30,0 kN auf.
Nach § 3 des Produktsicherheitsgesetzes Allgemeine Anforderungen an die Bereitstellung von Produkten auf dem Markt darf der Unternehmer nur Arbeitsmittel bereitstellen, die zur Gewährleistung der Sicherheit der Versicherten mit den erforderlichen Kennzeichnungen oder Gefahrenhinweisen versehen sind.
An Schutznetzen (Sicherheitsnetzen) sind folgende Angaben deutlich erkennbar und dauerhaft anzubringen:
Mindest-Energieaufnahmevermögen der Prüfmasche. Darin ist ein Festigkeitsverlust infolge Alterung über einen Zeitraum von 12 Monaten, sowie ein allgemeiner Sicherheitsbeiwert bereits berücksichtigt.
Kennzeichnungsbeispiel eines Schutznetzes (Sicherheitsnetzes):
Mustermann Hersteller
DIN EN 1263-1 Schutznetz (Sicherheitsnetz) erfüllt die Anforderungen der Norm
A2 Netzklasse gemäß Norm
100 Maschenweite 100 mm
Artikel 4711 Artikelnummer des Herstellers
1/15 Herstellung im Januar 2015
36 J Mindest-Energieaufnahmevermögen der Prüfmaschine 36 J
Dauerhafte Kennzeichnungen sind z. B. zu erreichen durch eingenähte oder eingenietete Etiketten bzw. Scheiben aus Kunststoff, die ohne Beschädigung nicht aus dem Netz entfernt werden können.
Für Schutznetze (Sicherheitsnetze) stellt der Hersteller Verwendungsanleitungen zur Verfügung.
In der Verwendungsanleitung müssen Angaben mindestens enthalten sein über:
Auf-, Abbau und Einsatz
erforderliche Verankerungskräfte
maximale Absturzhöhe
minimale Auffangbreite
Schutznetzverbindungen
minimaler Abstand unter dem Schutznetz (Sicherheitsnetz)
Aufbewahrung, Pflege und Überprüfung
Zeitpunkt für die Prüfung der Prüfmaschen
gegebenenfalls der Zeitpunkt der Ausmusterung
mögliche Gefahren (z. B. infolge extremer Temperaturen, chemischer Einflüsse).
In der Verwendungsanleitung ist außerdem darauf hinzuweisen, dass Schutznetze (Sicherheitsnetze) und Netzzubehör, die durch den Absturz einer Person oder eines Gegenstandes beansprucht worden sind, nur nach Prüfung und Freigabe durch eine fachkundige Person wieder eingesetzt werden dürfen.
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, 4 Anforderungen an Montage und Benutzung
Schutznetze (Sicherheitsnetze) dürfen nur von dem Hersteller in ihren Abmessungen verändert werden.
Eine Veränderung des Schutznetzes (Sicherheitsnetzes) bedingt eine neue Kennzeichnung.
In das Netz gefallene Gegenstände sind unverzüglich zu entfernen, wenn Personen beim Auftreffen durch sie verletzt werden können oder wenn die Tragfähigkeit des Netzes beeinträchtigt ist.
Werden Schutznetze (Sicherheitsnetze) oder Netzzubehör durch das Auffangen einer Person oder eines Gegenstandes beansprucht, dürfen sie nur mit Zustimmung einer fachkundigen Person wieder eingesetzt werden.
4.1.2 Krafteinleitung
Schutznetze (Sicherheitsnetze) sind an tragfähigen Konstruktionen zu befestigen. Die auftretenden Kräfte, siehe Abschnitt 4.2.3 und 4.3.1, müssen von den Aufhängepunkten und Konstruktionsteilen z. B. Bauwerk, Gerüst, sicher aufgenommen und weitergeleitet werden können.
4.1.3 Absturzhöhe
Schutznetze (Sicherheitsnetze) sind möglichst dicht unterhalb der zu sichernden Arbeitsplätze aufzuhängen. Für Schutznetze (Sicherheitsnetze) vom System S gilt zusätzlich Abschnitt 4.2.2, Abb. 6 und für System T Abschnitt 4.3.2 Abb. 11 und Abb. 12.
Siehe DIN EN 1263-2 Schutznetze (Sicherheitsnetze) -Teil 2: Sicherheitstechnische Anforderungen für die Errichtung von Schutznetzen
Die Absturzhöhe H ist der senkrechte Höhenunterschied zwischen der Absturzkante und der Auftreff-Fläche im Schutznetz (Sicherheitsnetz).
4.1.4 Abstand zwischen Netz und Absturzkante
Der horizontale Abstand zwischen Netz und Absturzkante darf nicht mehr als 0,30 m betragen.
Das gilt z. B. auch für die Aufhängung der Netze im Hallenbau an Mittel- oder Zwischenträgern.
4.1.5 Verbindungen
4.1.6 Übergabe
Ist das Schutznetz (Sicherheitsnetz) fertig montiert, veranlasst der verantwortliche Unternehmer (Schutznetzersteller) eine Prüfung, um dessen ordnungsgemäßen Zustand festzustellen. Die Prüfung darf nur eine fachkundige Person, z. B. der Aufsichtführende, durchführen.
Die Ergebnisse der Prüfung sind in Form eines Prüfprotokolls zu dokumentieren und sollten mindestens drei Monate über die Standzeit des Schutznetzes (Sicherheitsnetzes) hinaus aufbewahrt werden.
Hat sich der Schutznetzersteller (Netzmontagebetrieb) vom ordnungsgemäßen Zustand des Schutznetzes (Sicherheitsnetzes) überzeugt, darf er es an den Auftraggeber/ Nutzer übergeben.
Es ist zweckmäßig, die Übergabe gemeinsam mit dem Nutzer durchzuführen und z. B. in einem Übergabeprotokoll zu dokumentieren. In der Praxis hat es sich bewährt, Prüfprotokoll und Übergabeprotokoll in einem Dokument zusammenzufassen. Ein Beispiel dafür zeigt Anhang 5 .
Werden die Mindestabmessungen nicht eingehalten, ist ein besonderer Nachweis erforderlich (siehe zum Beispiel Anhang 1 ).
Schutznetze (Sicherheitsnetze) System S sind an tragfähigen Konstruktionen zu befestigen. Für andere Befestigungsarten als Aufhängeseile, muss ein Sicherheitsfaktor von 2 verwendet werden. Der Abstand zwischen den Befestigungspunkten darf nicht größer als 2,5 m sein.
Als Karabinerhaken dürfen solche nach DIN EN 362 "Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz  Verbindungselemente", DIN EN 12 275 "Bergsteigerausrüstung; Karabiner; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren" oder nach DIN 5299 "Karabinerhaken aus Halbrunddraht, Runddraht und geschmiedet" eingesetzt werden, wenn deren Festigkeit für den vorgesehenen Befestigungsabstand ausreicht.
a) einsträngigem Aufhängeseil L (Seil-Bruchkraft ≥ 30 kN)
b) zweisträngigem Aufhängeseil Z (Seil-Bruchkraft ≥ 15 kN)
Für die Bemessung jedes Aufhängepunktes ist eine charakteristische Last P von mindestens 6 kN unter einem Winkel von α = 45° anzunehmen. Für die Bemessung der Bauwerksteile sind drei charakteristische Lasten von 4 kN, 6 kN und 4 kN an der ungünstigsten Stelle zu berücksichtigen (siehe Abb. 8).
ƒo = Verformung infolge Eigenlast des Schutznetzes
ƒmax = größte Verformung infolge Eigenlast und dynamischer Last
ƒges = Freiraumhöhe resultierend aus größter Verformung infolge Eigenlast und dynamischer Last und Sicherheitsabstand für eventuelle Verkehrswege oder Einbauten
Die Kurven und Werte gelten für:
ƒo ≤ 0,1 · l
H = h + ƒo ≤ 3 m = Hmax
Beispiel für die Ermittlung des gesamten Freiraums ƒges:
Spannweite I = 9,0 m
zul. ƒo = 0,1 x 9,0 m
H = 2,9 m ≤ Hmax = 3 m
Aus Abb. 10 folgt für H = 2,9 m und I = 9,0 m
fmax = 3,65 m
fges = ƒmax + s
4.3.1 Befestigung
Die Aufhängepunkte sind entsprechend den Angaben des Herstellers des Netzsystems T zu bemessen.
Darstellung des Schutznetzes (Sicherheitsnetzes) System T siehe Abb. 3.
4.3.2 Fangbreite
Die Fangbreite b eines Schutznetzes (Sicherheitsnetzes), die von der Absturzhöhe H abhängig ist, darf die Werte nach Abb. 11 nicht unterschreiten. Die Fangbreiten sind auch im Bereich von Bauwerksecken, -vorsprüngen und dergleichen einzuhalten.
Abb. 11 Absturzhöhen der Schutznetze und erforderliche Fangbreiten bei 0° bis 22,5° geneigten Flächen
Liegen die zu sichernden Arbeitsplätze auf mehr als 22,5 Grad geneigten Flächen, muss die Fangbreite b mindestens 3,0 m betragen. Der tiefste Punkt des Netzrandes darf nicht mehr als H1 = 3,0 m unter der Absturzkante hängen (siehe Abb. 12).
Abb. 12 Absturzhöhen der Schutznetze und erforderliche Fangbreiten bei > 22,5° geneigten Flächen
4.3.3 Überlappung
Werden Schutznetze (Sicherheitsnetze) System T überlappend ohne zusätzliche Verbindungen verwendet, muss die Überlappung mindestens 0,75 m betragen.
4.3.4 Korrosionsschutz
Stahlteile sind mindestens mit einem Korrosionsschutz nach DIN EN 39 Systemunabhängige Stahlrohre für die Verwendung in Trag- und Arbeitsgerüsten - Technische Lieferbedingungen zu versehen.
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, Anhang 1
Siehe auch Abschnitt 4.2.1 und DIN EN 1263-2 Schutznetze (Sicherheitsnetze) -Teil 2: Sicherheitstechnische Anforderungen für die Errichtung von Schutznetzen
Absturzhöhe, Abstand der Aufhängepunkte und Freiraum in Abhängigkeit von der Netzbreite
Als Karabinerhaken dürfen solche nach DIN EN 362 "Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz  Verbindungselemente", DIN EN 12 275 "Bergsteigerausrüstung; Karabiner; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren" oder nach DIN 5299 "Karabinerhaken aus Halbrunddraht, Runddraht und geschmiedet" eingesetzt werden, wenn deren Widerstände entsprechend der Befestigungsart ausreichen.
Als Karabinerhaken dürfen solche nach DIN EN 362 Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz  Verbindungselemente, DIN EN 12 275 Bergsteigerausrüstung; Karabiner; Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren oder nach DIN 5299 Karabinerhaken aus Halbrunddraht, Runddraht und geschmiedet eingesetzt werden, wenn deren Widerstände entsprechend der Befestigungsart ausreichen.
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, Anhang 4 Muster Montageanweisung
Muster Montageanweisung
Der für die Netzmontage verantwortliche Unternehmer hat zusätzlich zur Verwendungsanleitung des Herstellers eine auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmte schriftliche Montageanweisung zu erstellen. Auf die Schriftform kann verzichtet werden, wenn für die jeweilige Montage spezielle sicherheitstechnische Angaben nicht erforderlich sind. Die Verwendungsanleitung und gegebenenfalls die schriftliche Montageanweisung müssen an der Einsatzstelle vorhanden sein und beachtet werden.
Diese Unterlagen müssen z. B. Angaben über
Schutznetzersteller/Montagebetrieb:
Aufbau nach:
Montage mit:
PSA gegen Absturz/Anschlagpunkte
Arbeits- und Betriebssicherheit/Standsicherheit:
Art und Höhe der Konstruktion
Verkehrsbereiche abgesperrt / abgesichert
A u V des Herstellers
Datum, Unterschrift (Netzersteller):
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, Anhang 5 Muster eines Prüfprotokolls für Schutznetze (Sicherheitsnetze) System S
Muster eines Prüfprotokolls für Schutznetze (Sicherheitsnetze) System S
Prüfprotokoll für Schutznetze (Sicherheitsnetze) System S
Netzmontagefirma
(ggf. Stempel) Auftraggeber:
Veränderungen an den Schutznetzen nur durch den Montagebetrieb ausführen lassen.
Keine Materialien in die Schutznetze werfen.
Im Schutznetz liegendes Material ist unverzüglich zu entfernen.
Schutznetze grundsätzlich nicht betreten.
Jeder Benutzer hat vor Aufnahme der Arbeiten die Schutznetze auf augenscheinliche Mängel zu prüfen.
Schutznetze wurden durch eine fachkundige Person geprüft.
Überprüfung in
Ordnung nicht
Schutznetzteile augenscheinlich unbeschädigt
Sachgerechte Montage Schutznetze an tragende Bauteile befestigen
Abstand der Befestigungen max. 2,50 m
Absturzhöhe max. 3,00 m
Absturzhöhe im Randbereich des Netzes (2,00 m) max. 3,00 m
Einsträngiges Aufhängeseil min. 30 kN
Zweisträngiges Aufhängeseil min. 15 kN
Arbeits- und Betriebssicherheit Abstand zwischen Netz- und Absturzkante ≤ 30 cm
Netzüberlappung min. 2,00 m
Kopplungsseile Masche für Masche
Maschenweite max. 100 mm
Freiraum unter den Schutznetzen ausreichend
Kennzeichnung/Prüfung vorhanden
Abnahme der Schutznetze durch den Auftraggeber
DGUV Regel 101-011: Einsatz von Schutznetzen, Anhang 6 Vorschriften, Regeln und Informationen
Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (ProdSV).
DGUV Information 201-011 Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten (bisher BGI/GUV- I 663)
DGUV Information 201-023 Sicherheit von Seitenschutz, Randsicherungen und Dachschutzwänden als Absturzsicherung bei Bauarbeiten (bisher BGI 807)
DIN EN 39:2001-11 Systemunabhängige Stahlrohre für die Verwendung in Trag- und Arbeitsgerüsten - Technische Lieferbedingungen
DIN EN 1263-1:2015-03 Temporäre Konstruktionen für Bauwerke - Schutznetze (Sicherheitsnetze) - Teil 1: Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfverfahren
DIN EN 1263-2:2015-03 Temporäre Konstruktionen für Bauwerke - Schutznetze (Sicherheitsnetze) - Teil 2: Sicherheitstechnische Anforderungen für die Errichtung von Schutznetzen
DIN EN 12275:2013-06 Bergsteigerausrüstung - Karabiner - Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
DIN 1961:2012-09 VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen - Teil B: Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen
DIN 4420-1:2004-03 Arbeits- und Schutzgerüste - Teil 1: Schutzgerüste - Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion und Bemessung
DIN 5299:1980-10 Karabinerhaken aus Halbrunddraht, Runddraht und geschmiedet
Webcode: M1416-1

References: § 5
 § 4
 § 8
 § 6
 § 5
 § 24
 § 29
 § 5
 § 4
 § 13
 § 13
 § 2
 § 4
 § 12
 § 4
 § 16
 § 16
 § 16
 § 17
 § 13
 § 3