Source: https://www.ferner-alsdorf.de/thema/versuch/
Timestamp: 2020-07-04 23:44:09+00:00

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Versuch: Blog von Strafverteidiger Ferner zu "Versuch"
Veröffentlicht am 20. Juni 2020 21. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Unmittelbares Ansetzen bei Qualifikationstatbeständen und Regelbeispielen
Unmittelbares Ansetzen bei Qualifikation: Eigentlich bestand Einigkeit dahingehend, dass beim Versuch das unmittelbare Ansetzen zur Qualifikation vorliegt, wenn zum Grunddelikt angesetzt wurde. So galt bis vor kurzem auch unmissverständlich beim BGH, dass bei Qualifikationstatbeständen wie auch bei Tatbeständen mit Regelbeispielen grundsätzlich auf das Ansetzen zur Verwirklichung des Grundtatbestandes abzustellen ist (so noch ausdrücklich BGH, 2 StR 43/16). Daraus folgt, dass sich bei § 244 StGB wie bei § 243 StGB gleichermaßen die einheitlich zu beantwortende Frage stellt, ob mit den festgestellten Tathandlungen zur Wegnahme im Sinne von § 22 StGB angesetzt ist (ebenso BGH, 2 StR 43/16).
Doch Ende 2019 und im Laufe des Jahres 2020 hat der Bundesgerichtshof diese klare Linie mehr und mehr aufgeweicht.
Dazu auch bei uns: Wann liegt ein versuchter Diebstahl vor (praktische Beispiele)
„Unmittelbares Ansetzen bei Qualifikationstatbeständen und Regelbeispielen“ weiterlesen
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Veröffentlicht am 9. Juni 2020 9. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
„Freiwilligkeit beim Rücktritt vom Versuch“ weiterlesen
Veröffentlicht am 31. Mai 2020 4. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Veröffentlicht am 24. Mai 2020 21. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Versuchter Diebstahl: Wann liegt eigentlich ein versuchter Diebstahl vor? Nun, mit den allgemeinen Erwägungen bedeutet im strafrechtlichen Sinne der Versuch, dass der Täter dafür aus seiner Sicht die Schwelle zum „jetzt geht’s los“ überschreiten muss. Dies liegt vor, wenn der Täter eine Handlung vornimmt, die nach dem Tatplan in ungestörtem Fortgang ohne Zwischenschritte unmittelbar in die Tatbestandsverwirklichung einmünden oder in einem unmittelbaren räumlichen und zeitlichen Zusammenhang mit ihr stehen soll; dies kann schon gegeben sein, bevor der Täter eine der Beschreibung des gesetzlichen Tatbestandes entsprechende Handlung vornimmt (dazu grundlegend BGH, 4 StR 429/78).
Dazu auch bei uns: Unmittelbares Ansetzen bei Qualifikationstatbeständen und Regelbeispielen (dogmatische Seite und Änderung der BGH-Rechtsprechung ab Ende 2019)
„Wann liegt ein versuchter Diebstahl vor?“ weiterlesen
Veröffentlicht am 2. Mai 2020 4. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, §201a StGB: Der § 201a StGB (“Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen”) fristet bis heute ein gewisses Schattendasein. Einst im Jahr 2004 geschaffen, um dem Ausspionieren von Menschen in modernen Zeiten strafrechtlich begegnen zu können, gibt es bis heute kaum tiefgehende Rechtsprechung zum Thema.
Der Tatbestand ist wie geschaffen für das Ausspähen von privaten Räumlichkeiten über Webcams (so auch das AG Düren zu Recht); doch losgelöst von einem derartig klaren Sachverhalt gibt es eher Fragen als Antworten.
Schmerzensgeld bei Rachepornos
Strafbarkeit des Voyeurismus
Veröffentlicht am 23. Januar 2020 5. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Die ethische Gretchenfrage in einem KI-Alltag
Würden Sie Ihr 5jähriges Kind alleine Brötchen holen schicken? Wenn nicht, dann haben Sie nicht an die Konsequenzen der KI gedacht. Lassen Sie mich Ihnen gerne auf die Sprünge helfen.
„Die ethische Gretchenfrage in einem KI-Alltag“ weiterlesen
Veröffentlicht am 15. Dezember 2019 4. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Veröffentlicht am 15. Dezember 2019 5. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Wenn jemand – unbemerkt bzw. ungewollt – Screenrecords oder Screenshots erstellt, auf denen ein Jugendlicher (oder ein Kind) sexuell posiert, handelt es sich dann um ein Sichverschaffen des Besitzes an einer jugendpornografischen Schrift oder um ein Herstellen selbiger? Der Bundesgerichtshof (4 StR 377/19) konnte sich nun derart postieren, dass er zu der Annahme neigt, dass in der Anfertigung von Screenrecords nicht lediglich ein “Sichverschaffen des Besitzes an einer jugendpornografischen Schrift” (§ 184c Abs. 3 1. Alternative StGB) vorliegt; vielmehr ist ein Herstellen im Sinne des § 184c Abs. 1 Nr. 3 StGB anzunehmen. Dies mit der Begründung, dass der Täter die übertragenen Bilder in einer Weise in einem Datenspeicher fixiert hat, dass ihm dadurch deren (wiederholte) visuelle Reproduktion und Wahrnehmung ohne weiteres möglich wird.
„Herstellen jugendpornographischer Schriften durch Screenrecords oder Screenshots?“ weiterlesen
Veröffentlicht am 14. Januar 2019 4. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Veröffentlicht am 28. März 2018 5. Juni 2020 | ☎ Strafverteidiger-Notruf: 02404-95998727
Alkohol und §21 StGB: Keine Schuldminderung bei selbstverschuldeter Trunkenheit
Schuldminderung nach §21 StGB bei Alkoholkonsum: Der große Senat für Strafsachen beim BGH (GSSt 3/17) hat klargestellt, dass bei der im Rahmen der bei der tatgerichtlichen Ermessensentscheidung über die Strafrahmenverschiebung nach den §§ 21, 49 Abs. 1 StGB gebotenen Gesamtwürdigung aller schuldrelevanten Umstände eine selbstverschuldete Trunkenheit die Versagung der Strafrahmenmilderung tragen kann, auch wenn eine vorhersehbare signifikante Erhöhung des Risikos der Begehung von Straftaten aufgrund der persönlichen oder situativen Verhältnisse des Einzelfalls nicht festgestellt ist:
Um dem Prinzip zu genügen, dass die Strafe das Maß der Schuld nicht überschreiten darf, erfordert die Versagung einer Strafrahmenverschiebung nach §§ 21, 49 Abs. 1 StGB schulderhöhende Umstände, die diese Schuldminderung kompensieren (…), dass sich die auf einer Gesamtabwägung beruhende Ermessensentscheidung des Tatgerichts an diesem Kompensationsgedanken auszurichten hat (…). Das Ausmaß der fakultativen Strafrahmenverschiebung nach § 49 Abs. 1 StGB lässt dabei erkennen, dass der Gesetzgeber die Tatschuld als typischerweise beträchtlich verringert ansieht, wenn der Täter vermindert schuldfähig war. Hieraus folgt, dass es für die Verweigerung der Milderung eines besonderen Grundes bedarf, der umso gewichtiger sein muss, je gravierender sich die Beibehaltung des Regelstrafrahmens auswirkt (…).
Dabei war schon vorher gefestigter Rechtssatz, dass Umstände, welche die Schuld erhöhen, zur Versagung der Strafrahmenmilderung gemäß §§ 21, 49 Abs. 1 StGB führen können, wenn sie die infolge der Herabsetzung der Einsichts- oder Steuerungsfähigkeit verminderte Tatschuld aufwiegen. Mit der vorliegenden Entscheidung steht damit nun fest, dass dies bei einer alkoholbedingten Verminderung der Schuldfähigkeit dann der Fall sein kann, wenn sie auf einer selbst zu verantwortenden, verschuldeten Trunkenheit beruht, die dem Täter uneingeschränkt vorwerfbar ist.
„Alkohol und §21 StGB: Keine Schuldminderung bei selbstverschuldeter Trunkenheit“ weiterlesen

References: § 244
 § 243
 § 22
 §201
 § 201
 § 184
 §21
 §21
 BGH 
 § 49
 §21