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Timestamp: 2018-11-18 21:42:11+00:00

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Rechtsprechung: NVwZ 1991, 999 - dejure.org
Weitere Entscheidungen unten: BVerwG, 12.04.1991 | BVerwG, 05.10.1990
GrStG § 32 Abs. 1 Nr. 1
Kosten - Grundsteuererlaß bei Grundbesitz - Erhaltung in öffentlichem Interesse - Absetzungen für Abnutzung - Substanzverringerung - Sonderabschreibungen - Schuldzinsen - Eigenkapitalzinsen
§ 32 GrStG
Grundsteuer; Steuererlaß für denkmalgeschützten Grundbesitz
BVerwGE 88, 46
NJW 1991, 1696
NVwZ 1991, 999 (Ls.)
DVBl 1991, 589
DÖV 1991, 506
BStBl II 1992, 577
BVerwG, 08.07.1998 - 8 C 23.97
Grundsteuererlaß; Denkmalschutz; Unrentabilität; Kausalitätserfordernis zwischen …
Denn die Grundsteuerpflicht ist grundsätzlich nicht von der Ertragskraft des Grundbesitzes abhängig (Beschluß vom 10. Februar 1994 - BVerwG 8 B 229.93 - Buchholz 401.4 § 33 GrStG Nr. 25 S. 1; Urteile vom 15. April 1983 - BVerwG 8 C 52.81 - Buchholz 408.4 § 33 GrStG Nr. 19 S. 4 und vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - BVerwGE 88, 46 = Buchholz 401.4 § 32 GrStG Nr. 3 S. 1 ).
Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - (BVerwGE 88, 46 ) im einzelnen dargelegt, daß und weshalb derartige "normale", d.h. auf einen Ausgleich für Abnutzung oder Substanzverminderung zielende Abschreibungen zu den "Kosten" im Sinne von § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG gehören; zugleich hat es ausgeführt, daß "die einkommensteuerrechtliche Zulässigkeit erhöhter (oder Sonder-) Abschreibungen ... durch § 32 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 GrStG 1973 nicht honoriert" wird, weil "es dabei nicht um Wertausgleich, sondern um sog. Verschonungssubventionen geht" (…a.a.O., S. 51 m.w.N.).
dd) Schließlich entspricht es der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 15. Februar 1991, a.a.O., S. 51 f.), daß das Berufungsgericht weder Schuld- noch Eigenkapitalzinsen als Kostenfaktoren in die Rentabilitätsberechnung eingestellt hat.
Bis zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Februar 1991 (BVerwGE 88, 46 ff.) war es allerdings überwiegende Auffassung, daß im Rahmen des § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG nur Herstellungskosten Bemessungsgrundlage für die AfA sein konnten, weil § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG zwar die Erhaltung eines Denkmals, nicht jedoch dessen Erwerb begünstige (…vgl. Troll a.a.O., Rdnr. 5 zu § 32;… Röttsinger a.a.O. S. 68; Peters/Gefaeller, auch ZKF 1986, 201 [202]).
Insbesondere steht spätestens aufgrund des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 15. Februar 1991 (a.a.O.) fest, daß weder Schuld- noch Eigenkapitalzinsen Kosten im Sinne des § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG sind.
VG Halle, 08.10.2010 - 4 A 297/09
Grundsteuererlass wegen Unwirtschaftlichkeit eines unter Denkmalschutz stehenden …
Nicht als Kosten zu berücksichtigen sind demgegenüber die steuerrechtlich zulässigen Sonderabschreibungen, weil es dabei nicht um Wertausgleich, sondern um sog. Verschonungssubventionen geht (BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - BVerwGE 88, 46 ).
Nicht zu den Kosten im Sinne des § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG gehören ferner Schuldzinsen (BVerwG, Urteile vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - a.a.O. S. 51 …und vom 8. Juli 1998 - BVerwG 8 C 23.97 - a.a.O. S. 138).
Im Rahmen des § 32 GrStG kommt es nicht darauf an, ob der Eigentümer die für den Grundbesitz erforderlichen Investitionen mit eigenen Mittel finanziert oder dafür Fremdmittel eingesetzt hat (BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - a.a.O. S. 51).
Die Vorschrift des § 33 GrStG durchbricht die gesetzliche Konzeption der Grundsteuer - die grundsätzlich eine ertragsunabhängige Abgabe darstellt - für die geregelten Ausnahmefälle des Erlasses wegen Ertraglosigkeit oder wesentlicher Ertragsminderung (vgl. BVerwG, Urteile vom 15. April 1983 - BVerwG 8 C 52.81 - Buchholz 401.4 § 33 GrStG Nr. 19 und vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - Buchholz 401.4 § 32 GrStG Nr. 3).
BFH, 11.10.1995 - II R 52/92
Abzug von Schuldzinsen bei der Ertragsberechnung von Gegenständen, deren …
Auch habe das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) mit seinem Urteil vom 15. Februar 1991 - BVerwG 8 C 3.89 - (BStBl II 1992, 577) zur Auslegung des § 32 Abs. 1 Nr. 1 des Grundsteuergesetzes (GrStG) entschieden, daß weder Schuld- noch Eigenkapitalzinsen als Kosten berücksichtigt werden könnten.
Zwar trifft der Hinweis des FA zu, daß das BVerwG in seinem Urteil in BStBl II 1992, 577 zur Frage des Grundsteuererlasses nach § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG entschieden hat, daß bei der Ermittlung des Verhältnisses zwischen Einnahmen und Kosten weder Schuld- noch Eigenkapitalzinsen als Kosten berücksichtigt werden könnten.
BFH, 08.09.2005 - II B 129/04
Sie haben sich zudem nicht mit der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) zur Abziehbarkeit von Aufwendungen im Rahmen des § 32 Abs. 1 Nr. 1 GrStG (insbesondere BVerwG-Urteile vom 15. Februar 1991 8 C 3.89, BVerwGE 88, 46, BStBl II 1992, 577, und vom 8. Juli 1998 8 C 23.97, BVerwGE 107, 133, BStBl II 1998, 590, sowie die darin zitierten weiteren Entscheidungen) auseinander gesetzt.
Insoweit geht die Kammer mit dem Bundesverwaltungsgericht in dem Urteil vom 15. Februar 1991 - 8 C 3/89 -, Juris, Rn. 13, von einem grundsätzlich weiten Kostenbegriff im Sinne des Einkommensteuerrechtes aus.
VG Gelsenkirchen, 22.07.2004 - 16 K 5646/03
Kosten; Rohertrag; Unrentierlichkeit
vgl. BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1991 - 8 C 3/89 - BVerwGE 88, S. 46 (51).
vgl. BVerwG, Urteile vom 15. Februar 1991 - 8 C 3.89 -, BVerwGE 46, S. 46 (51) und vom 8. Juli 1998 - 8 C 23.97 -, Juris-Dokument, ohne danach zu differenzieren, für welche Art von Maßnahme Schuldzinsen aufgewendet werden.
VG Potsdam, 17.01.2017 - 11 K 4147/15
Unter Beachtung dieser grundsätzlichen Ausführungen, dem Umstand, dass die § 32 und 33 GrStG Ausnahmeregelungen zu der grundsätzlich ertragsunabhängigen Grundsteuerpflicht des Grundbesitzes darstellen (vgl. zu § 32 GrStG: BVerwG, Urteil vom 8. Juli 1998 - 8 C 23.97 - und Urteil vom 21. September 1984 - 8 C 62.82 - zu § 33 GrStG: BVerwG, Beschluss vom 10. Februar 1994 - 8 B 229.93 -, Urteil vom 15. Februar 1991 - 8 C 3.89 - und Urteil vom 15. April 1983 - 8 C 52.81 -) und der neueren höchstgerichtlichen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes und des Bundesverwaltungsgerichtes zur Unbeachtlichkeit von atypischen bzw. vorübergehenden Ereignissen ist für die hier maßgebliche Regelung des § 33 Abs. 1 Sätze 1 und 2 GrStG und die Auslegung des Tatbestandsmerkmals "Vertretenmüssen" zu fordern, dass der Vermieter im Falle des Leerstandes sämtliche Möglichkeiten zur Bewerbung des Mietobjektes nutzt, um hierdurch eine Wiedervermietung schnellstmöglich zu erreichen.
Es erscheint dagegen fraglich, ob diese Positionen bei der Ermittlung des Rohertrages im Sinne von § 32 GrStG in vollem Umfang zur Geltung kommen wie z.B. Schuldzinsen, Sonderabschreibungen (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 15. Februar 1991 - 8 C 3.89 -, juris, mit Veröffentlichungshinweis u.a. auf NJW 1991, 1696) und Nebenkosten, die nutzerabhängig sind (Müllgebühren, Stromkosten, Wassergeld, Abwassergebühren und Gaskosten).
VG Aachen, 19.03.2009 - 4 K 2572/05
Grundsteuererlass: Berücksichtigungsfähige Rechnungsposten
VG Minden, 29.03.2006 - 11 K 1221/05
Verfassungsmäßigkeit der Grundsteuer auf selbstgenutztes Wohneigentum ; Anspruch …
VGH Bayern, 03.07.2002 - 4 ZB 02.648
Darlegung ernstlicher Zweifel an der Richtigkeit eines verwaltungsgerichtlichen …
Wohnungsbau - Eigentumswohnung - Steuerbegünstigung
§§ 12, 39, 82 II.WoBauG
Grundsteuer; Anerkennung als steuerbegünstigte Wohnung
VG Oldenburg, 05.07.1985 - 2 Os A 193/84
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 08.09.1988 - 14 A 232/85
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 08.12.1988 - 14 A 232/85
BVerwGE 85, 380
NJW-RR 1991, 398
DÖV 1991, 517

References: § 32

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