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Timestamp: 2020-01-28 11:01:49+00:00

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BGH, 18.10.2006 - XII ZR 33/04 - dejure.org
BGH, 18.10.2006 - XII ZR 33/04
https://dejure.org/2006,794
BGH, 18.10.2006 - XII ZR 33/04 (https://dejure.org/2006,794)
BGH, Entscheidung vom 18.10.2006 - XII ZR 33/04 (https://dejure.org/2006,794)
BGH, Entscheidung vom 18. Januar 2006 - XII ZR 33/04 (https://dejure.org/2006,794)
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BGB §§ 543 Abs. 2 Satz 1, 536 b, 539 a. F.
Wirksamkeit der außerordentlichen Kündigung eines gewerblichen Mietvertrags; Überschwemmungen infolge der Undichtigkeit eines Dachs; Entziehung der Nutzungsmöglichkeit; Ausschluss des Kündigungsrechts durch Verwirkung; Vorbehaltslose Fortzahlung der Miete; Abwarten ...
Verwirkung fristloser Kündigung
Keine Verwirkung des Kündigungsrechts wg. Mietmangels
Aufgabe der Rechtsprechung zur Verwirkung eines Rechts zur fristlosen Kündigung eines Mietvertrages wegen eines Sachmangels in entsprechender Anwendung des § 539 BGB a.F.
BGB § 543 Abs. 2 S. 1 § 536b § 539 (a.F.)
Ausschluss des Kündigungsrechts bei vorbehaltloser Zahlung der Miete trotz bestehender Gebrauchsbeeinträchtigung
Verwirkung sachmängelgestützten fristlosen Kündigungsrechts
Mietrecht - Vorbehaltlose Mietzahlung - fristlose Kündigung nicht ausgeschlossen
Keine Verwirkung des sachmängelgestützten Kündigungsrechts
Außerordentliche Kündigung: Verwirkung bei Sachmängeln? (IMR 2007, 43)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 18.10.2006, Az.: XII ZR 33/04 (Keine Verwirkung des Rechts zur fristlosen Kündigung wegen Sachmangels infolge längerer vorbehaltloser Mietzahlung ...)" von Notar RA Dr. Thomas Lang und RA Dr. Bettina Bender, original erschienen in: ...
LG Magdeburg, 16.07.2003 - 9 O 2464/02
OLG Naumburg, 20.01.2004 - 9 U 134/03
NJW 2007, 147
MDR 2007, 391
NZM 2006, 929
ZMR 2007, 98
WM 2007, 311
Ebenso stand und steht außer Frage, dass eine fristlose Kündigung im Einzelfall aufgrund besonderer Umstände treuwidrig, insbesondere verwirkt sein kann (…vgl. BGH, Urteile vom 29. April 2009 - VIII ZR 142/08, NJW 2009, 2297 Rn. 17; vom 18. Oktober 2006 - XII ZR 33/04, NJW 2007, 147 Rn. 11; vgl. ferner die frühere Rechtsprechung zur Verwirkung eines Rechts zur fristlosen Kündigung des Mieters gemäß § 542 BGB aF bei vorbehaltloser Weiterzahlung der Miete für eine gewisse Zeit, dazu BGH, Urteil vom 31. Mai 2000 - XII ZR 41/98, NJW 2000, 2663 unter II 3).
Ein Recht ist verwirkt, wenn der Berechtigte es längere Zeit nicht geltend macht, obwohl er dazu in der Lage wäre, und der Verpflichtete sich mit Rücksicht auf das gesamte Verhalten des Berechtigten darauf einrichten durfte und eingerichtet hat, dass dieser sein Recht auch in Zukunft nicht geltend machen werde (BGHZ 88, 280, 281; Senatsurteil vom 18. Oktober 2006 - XII ZR 33/04 - NZM 2006, 929).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Gewerberaummiete (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2006 - XII ZR 33/04, NJW 2007, 147, Tz. 10; noch zweifelnd: Urteil vom 4. Mai 2005 - XII ZR 254/01, NJW 2005, 2152, unter II 4 c aa) ist bei Vorliegen der Tatbestände des § 543 Abs. 2 BGB eine Kündigung aus wichtigem Grund möglich, ohne dass die in § 543 Abs. 1 BGB genannten Voraussetzungen, wie etwa die Unzumutbarkeit der Vertragsfortsetzung, zusätzlich erfüllt sein müssen.
Unabhängig von den vorgenannten Ausführungen kann das Recht zur außerordentlichen fristlosen Kündigung allerdings aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalls verwirkt sein (vgl. BGH, Urteil vom 18. Oktober 2006, aaO, Tz. 11).
Die in § 543 Abs. 1 BGB genannten Voraussetzungen, insbesondere die Zumutbarkeit der Vertragsfortsetzung, müssen nicht zusätzlich vorliegen, wenn einer der Tatbestände des § 543 Abs. 2 BGB gegeben ist (BGH, Urteil vom 18. Oktober 2006 - XII ZR 33/04, NJW 2007, 147 Rn. 10).
Dies hat er im Gesetz auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass die beiden Vorschriften unmittelbar aufeinanderfolgend angeordnet sind und ihr Anwendungsbereich durch die Überschriften deutlicher gekennzeichnet worden ist (Senatsurteil vom 18. Oktober 2006 - XII ZR 33/04 - NJW 2007, 147 Rn. 15 ff.; Senatsbeschluss vom 16. Februar 2005 - XII ZR 24/02 - ZMR 2005, 770; BGHZ 155, 380, 385 f. = NJW 2003, 2601, 2602; vgl. auch BT-Drucks. 14/4553 S. 41 f.).
Insoweit beurteilt sich die Frage, ob und in welchem Umfang ein Mieter wegen eines Mangels die Miete mindern kann, ausschließlich nach § 536 c BGB (BGH, NJW 2003, 2601, BGH, NZM 2005, 303; BGH, NZM 2006, 929), so dass erst recht der Herstellungsanspruch durch die ungeminderte Mietzahlung nicht ausgeschlossen ist.
Für die vom Gesetzgeber normierten typisierten Fälle der Unzumutbarkeit (§ 543 Abs. 2 BGB) hat der Bundesgerichtshof ausgesprochen, dass das Recht zur außerordentlichen fristlosen Kündigung aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalls treuwidrig oder verwirkt sein kann (…Senatsurteil vom 29. April 2009, aaO; BGH, Urteil vom 18. Oktober 2006 - XII ZR 33/04, NJW 2007, 147, Tz. 11 m.w.N.).
Vor diesem Hintergrund durfte und musste die Klägerin den Erfolg der Mängelbeseitigungsmaßnahmen und insbesondere abwarten, ob die Beklagte die avisierten Sanierungsarbeiten vornehmen würde, wollte sie sich nicht ihrerseits den Vorwurf der unzulässigen Rechtsausübung gefallen lassen müssen (BGH GE 2006, 1563 = GuT 2006, 312 = NJW 2007, 147 = NZM 2006, 92 = WuM 2007, 72 = ZMR 2007, 98).
Allerdings kommt es bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 543 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 BGB weder auf eine Unzumutbarkeit der Vertragsfortsetzung an (BGH, Urt. v. 18.10.2006, GE 2006, 1563 = NJW 2007, 147 = NZM 2006, 92 = WM 2007, 72) noch teilt der Senat die Auffassung der Kammer, dass es sich bei der behaupteten Dachundichtigkeit um eine unwesentliche Beeinträchtigung handelt.
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References: § 539
 § 543
 § 536
 § 539
 BGH 
 § 542
 § 543
 § 543
 § 543
 § 543
 § 536
 § 543