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Timestamp: 2018-02-24 02:23:25+00:00

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Private Krankenversicherung erhöht Beitrag um 36% - frag-einen-anwalt.de
02.12.2008 09:36 |
Ich habe seit 10 Jahren keine Leistung mehr bezogen und erhalte deswegen 3 Monatsbeiträge pro Jahr zurück. Mein Alter ist 43 Jahre und ich bin seit 19 Jahren Mitglied dieser Krankenversicherung.
Ich trage aufgrund einer Selbstbeteiligung von 360 Euro alle Ausgaben (pro Jahr ca. 500 Euro) selber.
Muss ich eine Erhöhung in diesem Umfang (36 %) akzeptieren?
Der Versicherer einer privaten Krankenversicherung ist unter den Voraussetzungen des § 203 VVG in Verbindung mit § 8b MB/KK 2008 (Musterbedingungen für die Krankheitskostenversicherung) in Verbindung mit den konkret vereinbarten Versicherungsbedingungen zur Anpassung bzw. Erhöhung der Prämien berechtigt. Die Möglichkeiten und das Verfahren richten sich nach den dort genannten Vorraussetzungen und Vorschriften.
Soweit Sie diese Erhöhung nicht nachvollziehen können oder wollen, steht Ihnen neben der Nachfrage bei der Versicherung auch die Einschaltung des Ombudsman sowie evtl. auch eines Gerichtes zur Verfügung.
Alternativ besteht nach § 204 VVG das Recht auf einen Tarifwechsel in andere Tarife mit gleichartigem Versicherungsschutz unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung bzw. nach § 205 VVG ein Kündigungsrecht.
Insbesondere das Recht zum Tarifwechsel kann in derartigen Tarifen, die durch die „Alters“- bzw. „Krankheits“-Struktur der Versicherten zu erheblichen Erhöhungen führen, eine sinnvolle Alternative sein. Erkundigen Sie sich über gleichartige Tarife und fordern Sie Ihren Versicherer bzw. Vertreter auf, entsprechende Angebote zu unterbreiten.
§ 8b MB/KK 2008 - Beitragsanpassung
(1) Im Rahmen der vertraglichen Leistungszusage können sich die
Leistungen des Versicherers z.B. wegen steigender Heilbehandlungskosten,
einer häufigeren Inanspruchnahme medizinischer
Leistungen oder aufgrund steigender Lebenserwartung ändern.
Dementsprechend vergleicht der Versicherer zumindest jährlich
für jeden Tarif die erforderlichen mit den in den technischen
Berechnungsgrundlagen kalkulierten Versicherungsleistungen
und Sterbewahrscheinlichkeiten. Ergibt diese Gegenüberstellung
für eine Beobachtungseinheit eines Tarifs eine Abweichung von
mehr als dem gesetzlich oder tariflich festgelegten Vomhundertsatz,
werden alle Beiträge dieser Beobachtungseinheit vom Versicherer
überprüft und, soweit erforderlich, mit Zustimmung des
Treuhänders angepasst. Unter den gleichen Voraussetzungen
kann auch eine betragsmäßig festgelegte Selbstbeteiligung angepasst
und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert
werden. Im Zuge einer Beitragsanpassung wird auch der
für die Beitragsgarantie im Standardtarif erforderliche Zuschlag
(§ 19 Satz 2) mit dem kalkulierten Zuschlag verglichen, und, soweit
erforderlich, angepasst.
(2) Von einer Beitragsanpassung kann abgesehen werden, wenn
nach übereinstimmender Beurteilung durch den Versicherer und
den Treuhänder die Veränderung der Versicherungsleistungen
als vorübergehend anzusehen ist.
(3) Beitragsanpassungen sowie Änderungen von Selbstbeteiligungen
und evtl. vereinbarten Risikozuschlägen werden zu Beginn
des zweiten Monats wirksam, der auf die Benachrichtigung
des Versicherungsnehmers folgt.
(1) 1Bei einer Krankenversicherung, bei der die Prämie nach Art der Lebensversicherung berechnet wird, kann der Versicherer nur die entsprechend den technischen Berechnungsgrundlagen nach den §§ 12, 12a und 12e in Verbindung mit § 12c des Versicherungsaufsichtsgesetzes zu berechnende Prämie verlangen. 2Die Möglichkeit, mit Rücksicht auf ein erhöhtes Risiko einen angemessenen Risikozuschlag oder einen Leistungsausschluss zu vereinbaren, bleibt unberührt.
(2) 1Ist bei einer Krankenversicherung das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen, ist der Versicherer bei einer nicht nur als vorübergehend anzusehenden Veränderung einer für die Prämienkalkulation maßgeblichen Rechnungsgrundlage berechtigt, die Prämie entsprechend den berichtigten Rechnungsgrundlagen auch für bestehende Versicherungsverhältnisse neu festzusetzen, sofern ein unabhängiger Treuhänder die technischen Berechnungsgrundlagen überprüft und der Prämienanpassung zugestimmt hat. 2Dabei darf auch ein betragsmäßig festgelegter Selbstbehalt angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden, soweit dies vereinbart ist. 3Maßgebliche Rechnungsgrundlagen im Sinn der Sätze 1 und 2 sind die Versicherungsleistungen und die Sterbewahrscheinlichkeiten. 4Für die Änderung der Prämien, Prämienzuschläge und Selbstbehalte sowie ihre Überprüfung und Zustimmung durch den Treuhänder gilt § 12b Abs. 1 bis 2a in Verbindung mit einer auf Grund des § 12c des Versicherungsaufsichtsgesetzes erlassenen Rechtsverordnung.
1Bei einem bestehenden unbefristeten Versicherungsverhältnis kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer verlangen, dass dieser nach § 12 Abs. 1 Nr. 4 des Versicherungsaufsichtsgesetzes in Verbindung mit einer Rechtsverordnung nach § 12c Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes Anträge auf Wechsel in andere Tarife mit gleichartigem Versicherungsschutz unter Anrechnung der aus dem Vertrag erworbenen Rechte und der Alterungsrückstellung annimmt. 2Soweit die Leistungen in dem Tarif, in den der Versicherungsnehmer wechseln will, höher oder umfassender sind als in dem bisherigen Tarif, kann der Versicherer für die Mehrleistung einen Leistungsausschluss oder einen angemessenen Risikozuschlag und insoweit auch eine Wartezeit verlangen. 3Der Versicherungsnehmer kann die Vereinbarung eines Risikozuschlags und einer Wartezeit dadurch abwenden, dass er hinsichtlich der Mehrleistung einen Leistungsausschluss vereinbart.
(5) 1Hat sich der Versicherer vorbehalten, die Kündigung auf einzelne versicherte Personen oder Tarife zu beschränken und macht er von dieser Möglichkeit Gebrauch, kann der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung die Aufhebung des übrigen Teils der Versicherung zu dem Zeitpunkt verlangen, zu dem die Kündigung wirksam wird. 2Satz 1 gilt entsprechend, wenn der Versicherer die Anfechtung oder den Rücktritt nur für einzelne versicherte Personen oder Tarife erklärt. 3In diesen Fällen kann der Versicherungsnehmer die Aufhebung zum Ende des Monats verlangen, in dem ihm die Erklärung des Versicherers zugegangen ist.
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References: § 203
 § 8
 § 204
 § 205

§ 8
 § 12
 § 12
 § 12
 § 12
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