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Timestamp: 2016-10-28 21:49:36+00:00

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116 IV 7815. Urteil des Kassationshofes vom 1. Februar 1990 i.S. J. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen (Nichtigkeitsbeschwerde)
Art. 268 ch. 1 CP. Un pourvoi en nullit� n'est pas recevable contre une d�cision (prise en derni�re instance) par la Commission II du Tribunal de district de St-Gall, m�me lorsque le jugement a �t� pr�c�d� d'une ordonnance de r�pression et d'un mandat de r�pression (pr�cision de la jurisprudence). Faits � partir de page 78
BGE 116 IV 78 S. 78
A.- Der Kassationshof trat am 15. Februar 1989 auf eine von J. gegen ein Urteil der II. Gerichtskommission des Bezirksgerichts St. Gallen gef�hrte Nichtigkeitsbeschwerde mit der Begr�ndung nicht ein, die Gerichtskommission habe als unteres Gericht und einzige kantonale Instanz entschieden.
B.- J. begehrt gest�tzt auf Art. 136 lit. d OG die Revision dieses Entscheids. Er macht geltend, es sei versehentlich nicht ber�cksichtigt worden, dass dem Urteil der Gerichtskommission ein Strafbescheid des Untersuchungsrichters vorausgegangen sei, der als erstinstanzliches Urteil zu gelten habe.
1. Gem�ss Art. 268 Ziff. 1 BStP ist die Nichtigkeitsbeschwerde gegen Urteile der Gerichte zul�ssig, die nicht durch ein kantonales BGE 116 IV 78 S. 79Rechtsmittel wegen Verletzung des eidgen�ssischen Rechts angefochten werden k�nnen; ausgenommen sind Urteile unterer Gerichte, wenn diese als einzige kantonale Instanz entschieden haben. Diese Art. 48 Abs. 1 und 2 OG entsprechend revidierte Bestimmung (BBl 1964 II 891; BGE 92 IV 55) ist erlassen worden, damit Strafurteile unterer Gerichte nicht mehr wie bisher unter Ausschaltung einer zweiten kantonalen Instanz direkt beim Bundesgericht angefochten werden k�nnen (BBl 1964 II 891; BGE 94 IV 44 mit Hinweisen). Die Nichtigkeitsbeschwerde ist auf ihrer Grundlage gegen Urteile unterer Gerichte demzufolge nur noch zul�ssig, wenn diese als zweite, also als Rechtsmittelinstanz entschieden haben (BBl 1964 II 891/2; BGE 92 IV 55, 152 und 166). Das entspricht der durch Art. 48 Abs. 2 OG getroffenen Regelung (BBl 1943 121/2; BGE 85 II 285 E. 2 und BGE 71 II 184; BIRCHMEIER, Bundesrechtspflege, S. 171, N 4 zu Art. 48 OG).
2. Das Urteil der II. Gerichtskommission des Bezirksgerichts St. Gallen ist ein letztinstanzliches im Sinne von Art. 268 Ziff. 1 Satz 1 BStP; wie im Falle von BGE 106 IV 95 ist auch hier die kantonale Berufung ausgeschlossen, da die verh�ngte Busse den f�r den Eintrag von �bertretungen des Schweizerischen Strafgesetzbuches in das Strafregister erforderlichen Betrag von Fr. 500.-- (Art. 9 Ziff. 2 der Verordnung �ber das Strafregister, SR 331) nicht erreicht und der Staatsanwalt keine schwerere Strafe beantragt hat (Art. 180 Abs. 2 StP/SG), und mit der kantonalen Nichtigkeitsbeschwerde die Verletzung von Bundesrecht nicht ger�gt werden kann (Art. 190 Abs. 2 StP/SG). Der Beurteilung durch die Gerichtskommission, welche ein unteres Gericht im Sinne von Art. 268 Ziff. 1 Satz 2 BStP ist (Art. 5 f. und 11 f. GerG/SG; Art. 180 f. und 190 f. StP/SG), war ein Verfahren vorausgegangen, in welchem der Untersuchungsrichter eine provisorische Bussenverf�gung (Art. 52 StP/SG) und - nach Einsprache durch den Gesuchsteller und durchgef�hrter Untersuchung - einen Strafbescheid (Art. 128 StP/SG) erlassen hatte, gegen den der Gesuchsteller wiederum einsprach, worauf die Sache an die Gerichtskommission zur gerichtlichen Beurteilung �berwiesen wurde (Art. 131 Abs. 2 StP/SG). Provisorische Bussenverf�gung wie Strafbescheid werden rechtskr�ftig, wenn keine Einsprache erhoben oder diese zur�ckgezogen worden ist (Art. 52 Abs. 3 und 131 Abs. 3 StP/SG). Sie bilden demzufolge zun�chst nicht, sondern erst dann den richterlichen gleichgestellte Urteile, wenn sie unangefochten in Rechtskraft erwachsen; die Einsprache ist denn auch kein Rechtsmittel BGE 116 IV 78 S. 80im Sinne des kantonalen Prozessrechts (Art. 172 f. StP/SG; GVP 1967 Nr. 52; BGE 92 IV 163 E. b). Provisorische Bussenverf�gung und Strafbescheid stellen Rechtsinstitute dar, die zur vereinfachten Erledigung bestimmter Straff�lle dem ordentlichen Gerichtsverfahren erster Instanz vorangestellt sind (GVP 1967 Nr. 52; BGE 92 IV 163 E. b). Das Verfahren, in welchem sie erlassen werden, kann f�r sich allein daher nicht als Verfahren erster Instanz, sondern h�chstens insoweit, als es mit jenem vor der Gerichtskommission eine prozessuale Einheit bildet, als solches gelten (GVP 1967 Nr. 52; BGE 92 IV 163 E. b). Die Gerichtskommission hat somit in F�llen wie dem vorliegenden ohne Ausnahme (vgl. BGE 106 IV 95, wo offengelassen wurde, ob das auch bei ergangenem Strafbescheid zutreffe) als einzige kantonale Instanz entschieden; gegen ihr Urteil ist die Nichtigkeitsbeschwerde gem�ss Art. 268 Ziff. 1 Satz 2 BStP nicht zul�ssig. W�rde anders entschieden, so w�re der mit der Revision dieser Bestimmung verfolgte Zweck weitgehend vereitelt (BGE 114 IV 75 und BGE 92 IV 166).
92 IV 163,
92 IV 55,
106 IV 95,
94 IV 44 suite... ,
114 IV 75,
92 IV 166
Art. 268 ch. 1 CP,
Art. 268 Ziff. 1 BStP suite... ,
Art. 48 Abs. 1 und 2 OG,
Art. 48 Abs. 2 OG,
Art. 268 Ziff. 1 Satz 1 BStP

References: Art. 268

BGE 
 Art. 136
 Art. 268
 BGE 
 Art. 48
 BGE 
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 Art. 48
 BGE 
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 Art. 48
 Art. 268
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 Art. 268
 Art. 180
 BGE 
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 Art. 268
 BGE 

Art. 268

Art. 268

Art. 48

Art. 48

Art. 268