Source: http://www.jurablogs.com/2011/01/03/verbraucherinsolvenz-genossenschaftswohnung
Timestamp: 2017-09-24 23:20:31+00:00

Document:
Allein die Notwendigkeit, zur Sicherung des Lebensunterhalts Sozialhilfe in Anspruch nehmen zu müssen, begründet keine sittenwidrige Härte. Die Anwendung des § 765a ZPO ermöglicht es nicht, der Masse kraft Gesetzes ausdrücklich zugewiesene Gegenstände wieder zu entziehen.
Der Insolvenzverwalter kann die Mitgliedschaft des Schuldners in einer Wohnungsgenossenschaft mit dem Ziel, den zur Insolvenzmasse gehörigen Anspruch des Schuldners auf Auszahlung des Auseinandersetzungsguthabens (§ 73 GenG) zu realisieren, kündigen. Das insolvenzrechtliche Kündigungsverbot für gemieteten Wohnraum ist auf diesen Fall nicht entsprechend anwendbar.
Das Auseinandersetzungsguthaben aus der Kündigung des Genossenschaftsanteils fällt in die Insolvenzmasse. Eine entsprechende Anwendung des § 765a ZPO über § 4 InsO kommt nicht in Betracht. Die Vorschrift ermöglicht es nicht, der Masse ausdrücklich kraft Gesetzes (§§ 35, 36 InsO) zugewiesene Vermögenswerte wieder zu entziehen. Soweit das Auseinandersetzungsguthaben nicht unter § 850f Abs. 1 Buchst. a ZPO fällt und auch sonst kein Pfändungsschutz außerhalb des § 765a ZPO eingreift, ist eine Unpfändbarkeit im Sinne des § 36 Abs. 1 InsO damit ausgeschlossen ...
Veröffentlicht January 3, 2011 6:30am im Blog Rechtslupe.
Zivilrecht, Insolvenzverfahren, Genossenschaftswohnung, Mietkaution, Kaution, Rte, Wohnungsgenossenschaft, Auseinandersetzungsguthaben

References: § 765
 § 765
 § 4
 § 850
 § 765
 § 36