Source: http://www.kreis-warendorf.de/w1/24771.0.html
Timestamp: 2017-03-24 17:56:00+00:00

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Unsere ThemenKinder, Jugendliche und FamilienAdoptions- und PflegekinderdienstPflegekinderdienst Pflegekinderdienst des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien des Kreises WarendorfInhalt:
2. Formen eines möglichen Pflegeverhältnisses BereitschaftspflegeKurzzeitpflegeDauerpflege3. Ausgangslage
4. BewerbervorbereitungZiele der BewerbervorbereitungRahmenbedingungen und Eignungskriterien für BewerberInnenBenötigte UnterlagenBewerbungsverfahren5. Vermittlungsverfahren
10. Literaturhinweise Für BewerberInnen / PflegeelternFür Kinder
Begriffserklärung: Was ist der Pflegekinderdienst? Den Fachkräften des Pflegekinderdienstes obliegt die Aufgabe, bei Notwendigkeit Kinder und Jugendliche in eine Pflegefamilie zu vermitteln, welche eine neue Lebensperspektive außerhalb ihrer Herkunftsfamilie benötigen. Dafür schulen die MitarbeiterInnen interessierte BewerberInnen. Nach erfolgter Vermittlung beraten und unterstützen die MitarbeiterInnen des Fachdienstes die Pflegefamilien. Darüber hinaus arbeiten sie mit den abgebenden Eltern zusammen. nach oben ⤒Formen eines möglichen PflegeverhältnissesBei der Vollzeitpflege in einer Familie unterscheiden die MitarbeiterInnen des Fachdienstes zwischen verschiedenen Formen: Bereitschaftspflege Die Bereitschaftspflege ist ein Angebot der Jugendhilfe nach dem § 42 SGB VIII. Sie dient dem Kindesschutz und findet Verwendung in akuten Notsituationen wie z.B. bei psychischer Erkrankung oder Suchtproblematik der Erziehungsberechtigten sowie bei unmittelbarer Kindeswohlgefährdung z.B. durch Verwahrlosung. Da es sich um eine Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen handelt, wird die Bereitschaftspflege in Zusammenarbeit mit dem Allgemeinen Sozialen Dienstes des Jugendamtes betreut. nach oben ⤒ Infoblatt Kurzzeitpflege als PDF-Datei herunterladen Kurzzeitpflege Die Kurzzeitpflege ist eine Hilfe zur Erziehung gemäß § 33 SGB VIII. Kinder und Jugendliche leben für eine Übergangszeit in der Pflegefamilie. Sie haben Ihren Aufenthalt nur so lange dort, bis fachlich und/oder gerichtlich entschieden wurde, ob sie in die Herkunftsfamilie wieder zurückkehren oder ihnen in einer Heimeinrichtung bzw. bei einer Pflegefamilie auf Dauer eine neue Lebensperspektive ermöglicht werden kann. Der Kurzzeitpflege geht in der Regel eine kritische familiäre Lebenssituation voraus, in welcher die Betreuung und Erziehung des Kindes nicht sichergestellt ist. Dies kann zum Beispiel eine längere Krankheit der Erziehungsberechtigten oder eine Überforderungssituation eines oder beider Elternteile sein. Manchmal bitten auch leibliche Eltern um eine Kurzzeitpflege, da sie sich für einen bestimmten Zeitraum nicht in der Lage sehen, die elterliche Sorge wahrzunehmen. Dauerpflege Auch die Dauerpflege ist eine Hilfe zur Erziehung in Vollzeitpflege gemäß § 33 SGB VIII. Hier nimmt die Pflegefamilie eine familienersetzende Funktion ein, weil die Herkunftsfamilie des Kindes nicht in der Lage ist das Kindeswohl zu gewährleisten. Ziel der dauerhaften Vollzeitpflege ist es, den betroffenen Kindern und Jugendlichen in einem geschützten Raum den Aufbau neuer Eltern-Kind-Beziehungen zu ermöglichen und durch korrigierende Erfahrungen ihr Entwicklungspotential entfalten zu können. Dies geschieht im Rahmen der Möglichkeiten mit oder ohne Einbeziehung der Ursprungsfamilie. Eine Dauerpflege hält meist bis zur Volljährigkeit des Pflegekindes an. Mit der Konzipierung dieses flexiblen Systems wird demnach eine geeignete Alternative zu stationären Unterbringungsformen geschaffen. nach oben ⤒Ausgangslage Die Vermittlung eines Kindes oder Jugendlichen in eine Pflegefamilie ist abhängig von der Lebenslage und dem erzieherischen Bedarf des Kindes. Der Vermittlungsbedarf bezieht sich auf sehr kleine Kinder, deren Mütter und Väter sich in einer Krisen oder Notlage befinden bis hin zu älteren Kindern und Jugendlichen aus schwierigen, konfliktbehafteten sozialen Milieus. Daher können die Anforderungen an die Pflegeeltern hinsichtlich ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten sehr verschieden sein. Die Erziehung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der leiblichen Familie stellt demnach eine besondere Herausforderung dar. Diese Hilfe ist mit Blick auf den vorgefundenen Bedarf im Einzelfall differenziert und unterschiedlich intensiv zu gestalten. Hierzu ist folgender gesetzlicher Auftrag formuliert:
Hilfen zur Erziehung in Vollzeitform sollen Kindern und Jugendlichen, entsprechend ihres Alters, Entwicklungsstands und ihrer persönlichen Bedingungen, in einer anderen Familie eine zeitlich befristete Erziehungshilfe oder eine auf Dauer angelegte Lebensform bieten. Sie sollen zudem Möglichkeiten der Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Herkunftsfamilie schaffen. § 36 Abs. 1 Satz 2 SGB VIII
Der §36 des Kinder- und Jugendgesetzes beinhaltet die Überprüfung vor und während einer langfristig zu leistenden Hilfe außerhalb der eigenen Familie, ob die Annahme als Kind in Betracht kommt. Bei einer Adoption eines Minderjährigen müssen die leiblichen Eltern zustimmen. nach oben ⤒BewerbervorbereitungZiele der Bewerbervorbereitung Ziel der Bewerbervorbereitung ist es, einen Pool zahlreicher potentieller Pflegeeltern mit den unterschiedlichsten Kompetenzen und Ressourcen zur Verfügung stellen zu können. Hintergrund ist hierfür die Sicherstellung von zeitnahen, bedarfsorientierten Vermittlungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in spezifischen, konfliktbehafteten Lebenslagen. Der Fachdienst arbeitet darauf hin, dass Pflegefamilien in der Lage sind, Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft sowie aus individuellen und sozialen Konfliktlagen zeitlich befristet oder auf Dauer aufzunehmen. Sie sollen für die unterschiedlichen Lebensgeschichten und Bedürfnisse von Kindern sensibilisiert werden. Es wird angestrebt für jedes betroffene Kind die passende Pflegefamilie zu finden. Wir suchen demnach Pflegeeltern für:Kinder und Jugendliche, deren Eltern auf Grund der persönlichen Lebenssituation nicht für selbst für ihre Kinder sorgen wollenKinder und Jugendliche, mit (schwerwiegenden) traumatischen sowie belastenden Lebenserfahrungen, deren Eltern tatsächlich nicht in der Lage sind, die Versorgung und die Erziehung ihres Kindes sicherzustellenKinder und Jugendliche, die auf Grund einer familienrechtlichen Entscheidung (§ 1666 a, 1666 Bürgerliches Gesetzbuch) aus der Herkunftsfamilie herausgelöst wurden Rahmenbedingungen und Eignungskriterien für BewerberInnen
Im Hinblick auf die anspruchsvollen Aufgaben als Pflegeeltern sollten die BewerberInnen verfügen über: Gefestigte PersönlichkeitStabilität der PartnerschaftErziehungsfähigkeitEigene Lebenszufriedenheit/-zieleKooperationsbereitschaftReflexionsfähigkeit Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Wohn- und Lebensformen (leibliche Kinder, Lebensgemeinschaft etc. ) oder Berufstätigkeit werden in persönlichen Gesprächen individuell in den Blick genommen. Benötigte Unterlagen Die folgenden notwendigen Unterlagen werden in verschiedenen Abschnitten des Bewerbungsverfahrens erbeten:Ausführlicher Lebenslauf mit Darstellung der Lebensgeschichte und der Beweggründe für die Aufnahme eines Kindes (inkl. aktueller Fotos)Ärztliches GesundheitsattestFührungszeugnis gemäß § 30a Bundeszentralregistergesetz Bewerbungsverfahren Das Bewerbungsverfahren dauert mindestens ein Jahr und setzt sich zusammen aus: InformationsgesprächPersönliche Einzel- und PaargesprächeBewerberseminar (sechs Kursabende) Weitere Einzelheiten hierzu erfahren Sie beim Team des Fachdienstes. VermittlungsverfahrenBenötigt ein Kind eine neue Lebensperspektive in einer Pflegefamilie, sucht der Fachdienst unter den vorbereiteten Pflegeelternbewerbern dasjenige Paar heraus, welches am besten geeignet scheint, den speziellen Bedürfnissen dieses Kindes gerecht zu werden.
nach oben ⤒Betreuung der Pflegefamilien Zu den wichtigsten Aufgaben des Fachdienstes gehören die professionelle und kontinuierliche Beratung und Betreuung der Pflegeeltern und Pflegekinder. Neben der Möglichkeit, bei Bedarf ein Gesprächstermin im Kreisjugendamt oder in der häuslichen Umgebung der Pflegefamilie wahrzunehmen, finden regelmäßig Hilfeplangespräche statt. In diesem Rahmen wird auch der Bedarf des Kindes an zusätzlichen Hilfen für seine Entwicklung thematisiert. Des Weiteren bietet der Fachdienst den Pflegeeltern Gelegenheiten zum gemeinsamen Austausch und Fortbildung an: Fortbildungen mit thematischen Schwerpunkten (z.B. Biografiearbeit, Pubertät, Traumatisierung, Kontakte mit der Herkunftsfamilie, Beziehung zwischen leiblichen Kindern und Pflegekindern)Jährliches SommerfestAktionen für Kinder und Jugendliche Zur Begleitung der Pflegefamilien gehört ebenso die Gestaltung von Umgangskontakten des Pflegekindes mit Personen seiner Herkunftsfamilie. nach oben ⤒Betreuung der abgebenden, leiblichen ElternDa die Abgabe bzw. eine Herausnahme eines Kindes für leibliche Eltern eine schwierige und zuweilen lang anhaltende traumatische Erfahrung darstellen kann, bietet der Fachdienst den leiblichen Eltern auch während des Pflegeverhältnisses Unterstützung und Hilfestellung bei der Bewältigung etwaiger Probleme an. Die MitarbeiterInnen des Fachdienstes begleiten die Eltern ebenso bei einer angestrebten Rückführung des Kindes in die Herkunftsfamilie. nach oben ⤒GebührenEs fallen keine. Gebühren an.nach oben ⤒FinanzierungDie Pflegefamilien erhalten ein monatliches Pflegegeld, welches sich aus den Kosten für den Unterhalt des Kindes und einem Erziehungsbeitrag zusammensetzt. In die Höhe des Pflegegeldes fließen unter anderem das Alter und der Entwicklungsstand bzw. der pädagogische Bedarf des Kindes ein. nach oben ⤒Literaturhinweise zum WeiterlesenFür BewerberInnen / Pflegeeltern Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. (Hrsg): Handbuch für Pflege- und Adoptiveltern, Pädagogische, psychologische und rechtliche Fragen des Adoptions- und Pflegekinderwesens; 6. überarb. Auflage 2003. Idstein: Schulz-Kirchner-Verlag. Linnenbrink, Ulrike (1995): Stephan. Geschichte eines Pflegekindes. Münster: Votum- Verlag. PFAD Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. (Hrsg.) (2006): Informationen für Adoptiveltern und Adoptionsbewerber. Frankfurt a.M.
Korschunow, Irina (1986): Der Findefuchs: Wie der kleine Fuchs eine Mutter bekam. München: Deutscher Taschenbuch Verlag.nach oben ⤒
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References: § 42
 § 33
 § 33
 § 36
 §36
 § 30