Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/Reha-bewilligt,-Widerspruch-von-mir-Auch-Frage-zu-ALG1--f274628.html
Timestamp: 2020-01-24 12:00:23+00:00

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www.frag-einen-anwalt.deSozialrechtKrankengeldReha bewilligt, Widerspruch von mi...
| 25.05.2015 18:45 |
ich bin sehr verzweifelt und brauche dringend Hilfe (schlaflose Nächte). Ich bin 57 Jahre alt, Schwerbehinderung 50% (Psyche und Rücken). War halbtags beschäftigt als Verwaltungsangestellte im Krankenhaus. Arbeitsverhältnis ruht . 4 Std. Arbeit am Tag waren nicht mehr möglich, immer mehr Ausfallzeiten. Diagnosen: Panikattacken, Angststörung, Depressionen, Burnout, Rücken, etc,etc..Ich bin seit Januar 2014 arbeitsunfähig krankgeschrieben und das Krankengeld endet am 23.6.15. Ich habe alles getan um gesund zu werden (2 Psychologinnen selbst bezahlt von dem wenigen Krankengeld (€33/Tag). Dann wurde ich von der Krankenkasse zur Reha gezwungen § 51 Abs.1 SGB V. Habe Reha-Antrag eingereicht mit Attesten (Reha wird nichts bringen, Erwerbsfähigkeit nicht wieder herstellen). Alles wurde ignoriert. Ambulante Reha im Eilverfahren bewilligt. Durch Reha-Druck hatte ich mehrere psych. Zusammenbrüche, Panikattacken verstärkten sich, Suchtdruck kam plötzlich wieder (seit 20 Jahren trockene Alkoholikerin). Darauf habe ich zusätzliche, sehr prägnante Atteste bekommen vom Psychiater, behandelnde Ärztin aufgrund der Verschlechterung meines Zustandes durch den Reha Druck. Habe Widerspruch mit massiven Gründen und Attesten zur Krankenkasse geschickt. Ebenso Widerspruch mit diesen Gründen an die Rentenversicherung.
Nun meine Fragen: Ist das Folgende so richtig ?
1. Widerspruch wird von Kasse abgelehnt, ich muss Reha antreten oder ansonsten das gesamte Krankengeld zurückzahlen.
2. Widerspruch wird abgelehnt durch Kasse, welche Möglichkeiten/Rechte habe ich dann noch ? Widerspruch ? Klage (dauert wohl ewig)
Prognose Behandler: werde nach ein paar Tagen Reha zusammenbrechen. Zum Abbruch brauche ich Unterschrift des Klinikarztes (kaum möglich, wollen arbeitsfähig entlassen).
Gehe ich nach Zusammenbruch ohne Unterschrift, muss ich das Krankengeld zurückzahlen.
Arbeitsamt: habe mich dort gemeldet (Nahtlosigkeitsregelung § 145 ). Sache ist jetzt beim Gutachter Arbeitsamt mit Attesten (Reha keinen Sinn, etc).
Mir wurde gesagt, die AU bezieht sich nur auf meinen jetzigen Arbeitsplatz. (????)
Wenn Gutachter sagt, ich bin arbeitsfähig 6 oder 8 Stunden muss ich andere bzw.jede Arbeit annehmen ansonsten kein ALG1, keine Krankenversicherung mehr !
Das gibt doch keinen Sinn, ich bin doch krank und arbeitsunfähig. Welche Möglichkeiten habe ich, mich dagegen zu wehren? Widerspruch ?
Ich habe heute Rentenantrag auf Erwerbsunfähigkeit gestellt, geht morgen zur Post und werde dies morgen dem Gutachter des Arbeitsamtes mit den neuen Attesten vorlegen.
Ich hoffe inständig, auf einigermaßen gute Nachrichten. Ich bin mit meiner Kraft und Psyche am Ende.
Vielen Dank im voraus und herzliche Grüsse aus Hamburg
Krankengeld Krankengeld Widerspruch
Nein, das Krankengeld müssen Sie nicht zurück zahlen, denn es hat Entgeltersatzfunktion.
Wenn Sie die Reha nicht antreten, kann das Krankengeld aber weggallen.
Ja, es besteht das Recht zur Klage zum Sozialgericht und dauer wohl etwa 2 - 3 Jahre.
Sie haben aber Anspruch auf ALG I in Form des Nahtlosigkeitsentgeltes nach der Aussteuerung. Aber auch hier wird man Sie dazu bringen, dass Sie einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen, sonst wird man Ihnen das ALG I ruhend stellen, bis der Antrag nachgeholt wurde.
Die AU bezieht sich zwar auf Ihr derzeitiges Arbeitsverhältnis was ruht aber gilt auch insgesamt.
Nach § 145 SGB III wird die Vermittlungsfähigkeit fingiert, so dass Ihnen ALG bezahlt wird aber nur so lange, wie Sie Anspruch haben.
Zu guter Letzt bleibt dann noch ALG II auch als Hartz 4 bekannt.
Wenn also kein ALG I, dann keine Krankenversicherung aber aufgrund von ALG II wiederum Krankenversicherung aber ohne Krankengeldanspruch.
Nachfrage vom Fragesteller	25.05.2015 | 20:47
vielen Dank für Ihre rasche Antwort. Eine Frage wurde leider nicht erklärt: wenn ich die Reha abbreche (ohne Unterschrift eines Klinikarztes) muss ich dann auch kein Krankengeld rückwirkend zahlen? Gibt es hierfür einen Paragraphen, womit ich mich wehren kann?
Bin sehr positiv überrascht über Ihre Antworten: die Kasse und eine Anwältin haben beide behauptet, das komplette Krankengeld muss rückwirkend zurückgezahlt werden, da ich aufgefordert bin zur Reha und diese nicht freiwillig gestellt habe. Arbeitsamt: ich verstehe Ihre Antwort so, dass die Auskunft des Arbeitsamtes komplett falsch war und da ich morgen Antrag auf EU Rente stelle, dann Ruhe habe vor dem Arbeitsamt?
Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.05.2015 | 22:05
Krankengeld wird gezahlt wenn ärztlich bescheinigte AU vorliegt, siehe § 44 SGB V. Allerdings wird Krankengeld auch bei Reha oder Krankenhausaufenthalt gezahlt.
Im Gesetzt steht nicht, dass bei Abbruch Krankengeld zurück gefordert wird, da gesetzliche Voraussetzung eben die AU ist.
Das was Sie meinen ist, das der Anspruch auf Krankengeld ruhen kann, wenn Sie den Antrag auf Reha nicht stellen. Vergleiche § 51 Abs. 3 SGB V. Ruhen bedeutet für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit.
In der Regel fordert das Amt auf, dass Sie einen Antrag auf EU Rente stellen. Sie erhalten dann Arbeitslosengeld gem. § 145 SGB III nach den Nahtlosigkeitsregeln und zwar so lange Sie einen ALG I Anspruch haben auch bei ruhendem Arbeitsverhältnis.
Wenn die EU-Rente bewilligt wird, entfällt das ALG und das Arbeitsamt holt sich das verauslagte ALG bei der Rentenversicherung zurück.
Bewertung des Fragestellers 26.05.2015 | 08:46
"Hat sehr schnell geantwortet. Die Antwort hat mir sehr geholfen. Sehr freundlich. Herzlichen Dank"
FRAGESTELLER 26.05.2015 4,8/5,0
Widerspruch bei Erwerbsminderungsrente

References: § 51
 § 145
 § 145
 § 44
 § 51
 § 145