Source: https://www.sozialhilfe24.de/forum/thread/12703-grundeinkommen-langzeitarbeitslose-meinungsbilder/?postID=160914
Timestamp: 2019-12-07 11:40:17+00:00

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Grundeinkommen/Langzeitarbeitslose (Meinungsbilder) - Page 4 - Sag deine Meinung zu Hartz IV und Co. - Hartz IV Forum
Grundeinkommen/Langzeitarbeitslose (Meinungsbilder)
Hallo Mandraagora,
Meine Meinung ist ja, dass man sich erst um andere/s kümmern kann, wenn man nicht mehr ständig mit dem eigenen Überleben beschäftigt ist. Das ist jetzt überzogen formuliert - aber Umweltschutz, nur als Beispiel, und das habe ich selbst in der Feldforschung erlebt, ist zweitrangig für die Menschen, wenn es im Land noch keine soziale Absicherung gibt. Wenn das nackte Überleben zählt, dann ist es wurscht ob der Fluss blau, grün oder schwarz daherfließt......
Im Falle der Hartz-IV-Empfänger halte ich es für möglich, dass einem relativ egal ist wer sonst noch im Land bedürftig ist, wenn man sich selbst nur als bedürftig und notleidend sieht. Warum sollte man anderen helfen, wenn man sich selbst nicht helfen kann?
*seufzt* ja, so ist es leider. Obwohl ich auch beobachten kann das es immer mehr Menschen gibt, die langsam aufwachen.
Naja und wenn uns uns dann allen ganz Prima geht, ist es auch wohl für die Katz, denn wir wissen ja, wie es Enden wird, wenn es so weiter geht. Ich kann da nur jedem mal gaaanz warm den Dokumentarfilm "HOME" ans Herz legen. Kann man kostenlos sehen!!!!
Aber wir ja von deinem Thema ab.
Eben. Wenn man aber die Grundsicherung durch BGE quasi als Lohn fürs Ehrenamt ansehen würde, so wie man das ALG2 als Lohn für Mitarbeit betrachten sollte, dann wäre Ehrenamt möglich und sogar bezahlt.
Also mich stört das Wort "Ehrenamt" einfach dabei. Es wird dann kein solches mehr sein.
Damit sind wir in der Zwangsarbeiterdebatte, die ja auch immer mal hohe Wogen aufrollt. Man müsste einen Weg finden, das ohne Zwang zu konstruieren....
Finde ich einfach unmöglich! Dann wäre ja jeder der für Geld arbeitet ein Zwangsarbeiter.
ja absolut, der Meinung bin ich auch. Für manche (oder mit manchen) ist der Karren schon zu weit in den Dreck gefahren. Die noch zu motivieren kann schwer werden und/oder lange dauern - aber es kommen ja ständig neue dazu, und mit denen ist vielleicht noch mehr möglich? Und selbst für die LZA ist es nicht unmöglich, wenn man denn Erfolge erkennen könnte...
Deshalb meine ich ja auch, daß es wichtig ist, man beschäftigt sie gleich weiter, bis sie einen vernünftigen Job gefunden haben. Somit kommt man nicht so schnell dazu, sich hängen zu lassen.
Es gibt sicherlich für jeden Geschmack einen Bereich, wo es sich überbrücken lässt.
Versuch "die anderen" auch davon zu überzeugen. Jemandem, der in Arbeit ist und seinen Lebensunterhalt verdienen darf, dem glaubt ein LZA eher weniger. Dir würde mans vielleicht eher abnehmen
Das mache ich ganz bestimmt und das auf freundliche Art und Weise!!!!
Aber ich kenne zum Glück einige, die wenigstens einen Minijob haben um nicht herum sitzen zu müssen.
Und es hat ja auch was gutes... Hört sich bei einem Bewerbungsgespräch immer besser an
So, ich kann heute aber leider nicht intensiver auf dein Thema eingehen, werde es nachholen, da gibt es noch ein paar Dinge die ich dir zu deinem Thema sagen wollte. Muss mein Spiele-Versprechen einhalten.
Warum liest du nicht einfach "Das Kapital" von Marx? Nichts anderes versucht man doch offensichtlich mit der Utopie vom BGE umzusetzen. Alle sind gleich, alle bekommen das Gleiche. Dass das aber nicht geht, wenn der Mensch selbst noch produzieren muss, weil der, der für das Produkt arbeitet nunmal besser gestellt werden möchte als der, der nicht arbeitet, dass scheint nicht bewusst zu sein. Kein Bäcker backt Brot, wenn er mit 1000 Euro zuhause bleiben kann. So, wie der Herr Nachbar.
Quote from Mandragora;89686
Auf eine örtliche Frage "wo" weiss ich nix zu antworten. Oder war die Frage "worin" diese Verbesserung bestünde?
Schade. Die Frage war ja "Wo in Deinem Bezugssystem" eine Verbesserung verortet ist. Die Frage "Worin in Deinem Bezugssystem" ergibt wiederum für mich keinen Sinn.
Doch nun genug des Neunmalklugen.
Auf diese Frage antworte ich wiederum: in einer verbesserten/angepassten und gleichberechtigten finanziellen Ausgangsposition, höherem Anreiz zusätzlich Arbeit zu suchen/finden, da keine Anrechnung des Entgeldes mehr stattfindet, also keine "ALG2-Abzüge" mehr. Et cetera.
Ersteres ist aber eine Annahme von Dir, die Du nicht belegst bzw. belegen kannst.
Die Anrechnung des Entgeltes findet dann halt indirekt über die Steuer statt. Der Durchschnittsbürger zahlt sein BGE doch über die Steuer vollständig selbst und der Geringverdiener anteilig!
Was ich hier eigentlich tue:
Ich betrachte die möglichen Vorteile durch die Einführung eines BGE, den möglichen gesellschaftlichen Paradigmenwechsel hin zu einer Bürgergesellschaft, und DESSEN Effekte auf die Situation von Langzeitarbeitslosen. Es geht um die Bürgergesellschaft und Ehrenamt, die gesellschaftliche Exklusion der "Übriggebliebenen" und die Möglichkeiten, selbige zu reintegrieren. BGE ist eine Möglichkeit, eine solche Bürgergesellschaft zu erschaffen. Du darfst mir gern weitere nennen....
Welchen Unterschied birgt den ein BGE gegenüber dem ALGII bei einem Langzeitarbeitslosen ?
Er hat bei beiden ohne etwas zu leisten jeden Monat sein Geld.
Warum sollte nun ein BGE mehr Anreiz bieten, als das ALGII, ein Ehrenamt anzunehmen ?
Quote from Mandragora;89548
Das Problem ist, dass du ohne viel Hintergrundwissen zum BGE argumentierst und es mir ein bisschen anstrengend ist immer so weit auszuholen.
Kleiner Spassvogel, wie? Wenn du schon so Umverteilungsphantasien hast, wo dir hier einige nachweisen, dass sie ziemlich grosse Ungereimtheiten aufweisen, solltest du schon erklaeren, wie deine Träumereien funktionieren sollen.
Die angepassten Löhne berechnen sich anders als du im Moment meinst, und 4000/3500 Euro sind unlogisch.
Für diese Behauptungen hast du natürlich auch Begründungen...
PS. Lass mich raten, du selbst hast noch nie wirklich gearbeitet (und möchtest es wahrscheinlich auch möglichst vermeiden)
Quote from Schniposa;89723
Falsch geraten! Ich hatte schon Jobs, in denen ich 100 Stunden die Woche gearbeitet habe. Für 1200 Euro netto.
Geht es dir um deine "Masterarbeit" und um wirklich Antworten oder um Verbreitung deiner Ansichten zum BGE? Mir kommt es eher so vor, als ginge es um letzteres. Als müsste jeder deiner Ansicht sein. Das kann ja wohl kaum Sinn einer "Masterarbeit" sein.
Quote from Mandragora;89761
Klar,24 Stunden Tag und dazu 1 Stunde Mittagspause.
Quote from Turtle1972;89933
es geht mir tatsächlich um meine Masterarbeit und um die Fragen die ich dazu habe. Das BGE ist ein kleiner inhaltlicher Teil davon, und natürlich vertrete ich meine Meinung - wär ja schlimm, wenn ich da so schnell umzuwerfen wäre. Aber du hast tatsächlich recht - ich habe mich zu sehr dazu hinreissen lassen für das BGE zu argumentieren. Wie du vielleicht festgestellt hast, habe ich mich da in den letzten Tagen zurückgehalten, da ich ja tatsächlich nicht für das BGE streiten will, sondern Infos für meine MA haben wollte.
Quote from Henry;89937
tatsächlich Henry ..... so könnte man es sehen - nur ohne Mittagspause. Meine Freizeit waren im Grunde nur die Stunden, in denen ich schlief. Ich war 2 Jahre lang in der 1:1-Betreuung für ein psychotisches Mädchen zuständig, im Ausland, inklusive Wochenenden - das hieß u.a. mit Polizeiunterstützung das Mädchen großräumig suchen gehen, aus Wohnungen bei gewaltbereiten Männern rausholen, Gerichtstermine wegen Vergewaltigung, (selbst)zerstörerische Akutphasen - was du dir nur ausmalen kannst. Unterm Strich kommen teilweise sogar mehr als 100 Stunden zusammen.
Mein jetziger Job ist normal, was die Arbeitsbedingungen angeht.
Quote from Turtle1972;89694
Warum liest du nicht einfach "Das Kapital" von Marx?
Ich habs versucht - es ist unlesbar. Ich habe mich stattdessen mit der Sekundärliteratur begnügt. Hast du Das Kapital tatsächlich gelesen?? Ich geb zu mir war das zu anstrengend.

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