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Timestamp: 2020-01-18 15:33:10+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 27.02.2006 - 11 S 1857/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,19949
VGH Baden-Württemberg, 27.02.2006 - 11 S 1857/05 (https://dejure.org/2006,19949)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 27.02.2006 - 11 S 1857/05 (https://dejure.org/2006,19949)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 27. Februar 2006 - 11 S 1857/05 (https://dejure.org/2006,19949)
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Auslegung von Inhalt und Reichweite einer Verpflichtungserklärung in einem bundeseinheitlich verwendeten Formular - Bundesdruckerei Artikelnummer 10150 - zur Tragung der Kosten für die Ausreise eines Ausländers
§ 82 Abs 2 AuslG 1990, § 82 Abs 1 AuslG 1990, § 84 Abs 2 S 1 AuslG 1990, § 305c Abs 2 BGB
Maßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Sachlage und Rechtslage bei einer Anfechtungsklage; Anforderungen an die Form der Verpflichtungserklärung hinsichtlich der Haftung für die für die Abschiebung eines verwandten Ausländers entstehenden Kosten; Möglichkeit der ...
AuslG § 82 Abs. 2; AuslG § 82 Abs. 1; AuslG § 84 Abs. 2 S. 1; BGB § 119 Abs. 1; BGB § 121 Abs. 1 S. 1; BGB § 133; BGB § 157; BGB § 305 c Abs. 2; ZPO § 415 Abs. 1; ZPO § 418 Abs. 1
Verpflichtungserklärung, Abschiebungskosten, Erstattungsanspruch, zeitliche Begrenzung, Auslegung, Willenserklärung, Formular, Anfechtung, Irrtum, Anfechtungsfrist, Asylantrag, Wechsel des Aufenthaltszwecks, öffentliche Urkunde, Beweis, Beweislast, Hinweispflicht
VG Karlsruhe, 19.01.2004 - 12 K 1616/02
Dieses gilt jedenfalls bis zum Inkrafttreten der Änderung des § 68 AufenthG durch das Integrationsgesetz am 6. August 2016 (Fortführung der Senatsrechtsprechung Urteil vom 27. Februar 2006 - 11 S 1857/05 - juris).
Zwar ist es grundsätzlich zulässig, die Verpflichtung zur Übernahme der Kosten für den Lebensunterhalt nach § 84 AuslG, die hier nicht im Streit ist, mit der Verpflichtung zur Übernahme der Ausreisekosten nach §§ 82 Abs. 2 und 83 Abs. 1 AuslG zu verbinden (vgl. etwa OVG NRW, Beschl. v. 3.7.2006 - 18 A 148/05 -, juris; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 27.2.2006 - 11 S 1857/05 -).
Zwar ist bei der Auslegung einer Willenserklärung grundsätzlich auf den Empfängerhorizont abzustellen (…vgl. BVerwG, Urt. v. 26.9.1996 - 2 C 39.95 -, BVerwGE 102, 81), doch kann es sich anders verhalten, wenn eine Erklärung in einem Formular des Erklärungsempfängers abgegeben wird (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 27.2.2006, a. a. O.;… Funke-Kaiser, a. a. O., Rdnr. 17).
In einem solchen Fall kommt es jedenfalls auch darauf an, wie der Erklärende die Eintragungen in dem Formular verstanden hat, wobei Zweifel zu Lasten des Formularverwenders gehen (vgl. VGH. Bad.-Württ., Urt. v. 27.2.2006, a. a. O., m. w. N.).
Die Verpflichtungserklärung ist keine Urkunde im Sinne der §§ 415 Abs. 1 und 418 Abs. 1 ZPO und vermag deshalb nicht den vollen Beweis der in ihr bezeugten Tatsachen zu begründen (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 27.2.2006, a. a. O.).
Daher gelten für die Feststellungen zur Aufklärung der Klägerin durch die Ausländerbehörde über Umfang und Dauer ihrer Haftung die üblichen Regeln zur Darlegungs- und Beweislast, d.h. die einen Erstattungsbescheid erlassende Behörde ist materiell beweisbelastet für die angemessene Erfüllung der Aufklärungspflicht (vgl. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 27.2.2006, a. a. O.).
Zwar ist bei der Auslegung einer Willenserklärung grundsätzlich auf den Empfängerhorizont abzustellen (vgl. BVerwG, Urteil vom 26. September 1996 - 2 C 39.95 -, BVerwGE 102, 81), doch kann es sich anders verhalten, wenn eine Erklärung in einem Formular des Erklärungsempfängers abgegeben wird (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 27. Februar 2006, aaO).
In einem solchen Fall kommt es jedenfalls auch darauf an, wie der Erklärende die Eintragungen in dem Formular verstanden hat, wobei Zweifel zu Lasten des Formularverwenders gehen (vgl. auch VGH Mannheim, Urteil vom 27. Februar 2006, aaO, mwN).
Die Beklagte muss sich insoweit die Formularverwendung und -entgegennahme durch den Kreis D. zurechnen lassen (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 27. Februar 2006, - 11 S 1857/05, mwN, -juris).
Die Beklagte muss sich insoweit die Formularverwendung und -entgegennahme durch den Kreis D. zurechnen lassen (VGH Mannheim, Urteil vom 27. Februar 2006, aaO, mwN).
Die Verpflichtungserklärung ist keine Urkunde im Sinne der §§ 415 Abs. 1 und 418 Abs. 1 ZPO und vermag deshalb nicht den vollen Beweis der in ihr bezeugten Tatsachen zu begründen (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 27. Februar 2006, aaO).
Daher gelten für die Feststellungen zur Aufklärung des Klägers durch die Ausländerbehörde über Umfang und Dauer seiner Haftung die üblichen Regeln zur Darlegungs- und Beweislast, d.h. die einen Erstattungsbescheid erlassende Behörde ist materiell beweisbelastet für die angemessene Erfüllung der Aufklärungspflicht (vgl. VGH Mannheim, Urteil vom 27. Februar 2006, aaO).
Ein Irrtum über den Erklärungsinhalt der von ihm abgegebenen Verpflichtungserklärung gemäß § 119 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) lag jedenfalls nicht vor, so dass es vorliegend auch keiner Entscheidung bedarf, ob eine auf § 119 Abs. 1 BGB gestützte Anfechtung überhaupt zulässig wäre (vgl. dazu etwa VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006 - 11 S 1857/05 -, juris, Rn. 24; VG Saarland…, Urteil vom 16.11.2011 - 10 K 99/11 -, juris, Rn. 21;… Funke-Kaiser in: GK-AufenthG, Stand: April 2017, Band 4, § 68 Rn. 32).
Zur Auslegung von Inhalt und Reichweite von Verpflichtungserklärungen sind die Regeln des bürgerlichen Rechts über die Auslegung von Willenserklärungen (§ 133, § 157 BGB) heranzuziehen (vgl. etwa BVerwG…, Urteil vom 24.11.1998, a.a.O., Rn. 29; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006, a.a.O., Rn. 32 m.w.N.).
Auszugehen ist deswegen grundsätzlich von dem Standpunkt des Empfängerhorizonts - hier also der Ausländerbehörde (vgl. OVG Lüneburg…, Urteil vom 03.05.2018 - 13 LB 2/17 -, juris, Rn. 33; Bayerischer VGH…, Urteil vom 26.04.2012, a.a.O., Rn. 26; VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006, a.a.O., Rn. 32).
Verbleiben Unklarheiten, gehen diese zu Lasten des Formularverwenders (vgl. OVG Lüneburg…, Urteil vom 03.05.2018, a.a.O., Rn. 33 …und Urteil vom 07.08.2013 - 4 LB 14/12 -, juris Rn. 34; VGH Baden-Württemberg…, Urteil vom 12.07.2017 - 11 S 2338/16 -, juris, Rn. 29 und Urteil vom 27.02.2006, a.a.O., Rn. 34; Bayerischer VGH…, Urteil vom 26.04.2012, a.a.O., Rn. 27).
Daher gelten für Feststellungen zur Aufklärung des Klägers durch die Ausländerbehörde über den Umfang und die Dauer seiner Haftung die üblichen Regeln zur Darlegungs- und Beweislast, d.h. die einen Erstattungsbescheid erlassende Behörde ist materiell beweisbelastet für die angemessene Erfüllung der Aufklärungspflicht (vgl. zu allem VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006, a.a.O., Rn. 37 f. m.w.N.;… Funke-Kaiser, a.a.O., § 68 Rn.15).
dazu etwa VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006, 11 S 1857/05, zitiert nach juris; ferner: Funke-Kaiser in GK-AufenthG, Stand: Oktober 2011, § 68 Rdnr. 28, m. w. N.
BVerwG, Urteil vom 24.11.1998, 1 C 33.97, NVwZ 1999, 779; ferner VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006, 11 S 1857/05, a. a. O., m. w. N.
VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 27.02.2006, 11 S 1857/05, a. a. O., sowie OVG Lüneburg, Beschluss vom 05.06.2007, 11 LC 88/06, zitiert nach juris; ferner Funke-Kaiser in GK-AufenthG, a. a. O., § 68 Rdnr. 20, m. w. N.
Maßgebend ist somit grundsätzlich der erklärte Wille, wie ihn der Empfänger der Erklärung bei objektiver Würdigung aller maßgeblichen Begleitumstände und des Zwecks der Erklärung verstehen konnte; auszugehen ist deshalb grundsätzlich vom Empfängerhorizont der Ausländerbehörde (vgl. VGH BW vom 27.2.2006 Az. 11 S 1857/05 RdNr. 32 m.w.N.).
Verbleiben insoweit Unklarheiten, gehen diese zu Lasten der Behörde als der Stelle, die den amtlichen Formularvordruck verwendet (vgl. VGH BW vom 27.2.2006 a.a.O. RdNr. 33;… OVG Lüneburg vom 5.6.2007 a.a.O. RdNr. 6;… Funke-Kaiser, a.a.O., § 66 RdNr. 19).

References: § 82
 § 82
 § 84
 § 305
 § 82
 § 82
 § 84
 § 119
 § 121
 § 133
 § 157
 § 305
 § 415
 § 418
 § 68
 § 84
 § 119
 § 119
 § 68
 § 157
 § 68
 § 68
 § 68
 § 66