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Timestamp: 2016-10-27 12:51:55+00:00

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130 II 27025. Auszug aus dem Urteil der II. �ffentlichrechtlichen Abteilung i.S. P. gegen W. und Aufsichtskommission �ber die Rechtsan- w�lte im Kanton Z�rich sowie Obergericht des Kantons Z�rich (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)
Art. 12 let. a LLCA; voie de recours en droit transitoire; r�le des r�gles d�ontologiques des associations cantonales d'avocats pour l'interpr�tation des r�gles professionnelles de la loi f�d�rale sur les avocats; faute disciplinaire d'un avocat pour une poursuite sans avertissement pr�alable? Les d�cisions disciplinaires cantonales prononc�es apr�s l'entr�e en vigueur de la loi f�d�rale sur les avocats peuvent �tre attaqu�es par un recours de droit administratif f�d�ral, m�me si elles se fondent sur le droit cantonal en vertu du principe de la lex mitior (consid. 1). Depuis l'entr�e en vigueur de la loi f�d�rale sur les avocats, les r�gles d�ontologiques cantonales ne servent de r�f�rence que dans la mesure o� elles expriment une opinion largement r�pandue au plan national (consid. 3.1). En introduisant une poursuite sans avertissement pr�alable, un avocat ne viole pas l'obligation d'exercer sa profession avec soin et diligence (consid. 3.2 et 3.3). Faits � partir de page 271
Die am 9. Juli 1995 in Basel verstorbene M. hatte zun�chst E. testamentarisch zum Alleinerben bestimmt. In einem vom 2. Dezember 1993 datierenden Testament setzte sie neu ihren Rechtsanwalt W. als Alleinerben und Willensvollstrecker ein. Im Zusammenhang mit der Frage der G�ltigkeit dieses zweiten Testaments sind mehrere Gerichtsverfahren zwischen E. und W. h�ngig; Ersterer wird dabei durch Rechtsanwalt P. (Basel) vertreten. BGE 130 II 270 S. 272
Am 25. M�rz 2002 setzte Rechtsanwalt P. namens seines Mandanten gegen W. eine Forderung von 2 Mio. Franken in Betreibung; in diesem Umfang habe Letzterer aus dem Nachlass von M. Zahlungen erhalten bzw. diesem Mittel entnommen. Am 26. Juni 2002 gelangte W. an die Aufsichtskommission �ber die Rechtsanw�lte im Kanton Z�rich, bei welcher er gegen Rechtsanwalt P. Anzeige erstattete, weil ihn dieser ohne vorg�ngige Ank�ndigung betrieben habe. Die Aufsichtskommission er�ffnete ein Disziplinarverfahren betreffend "Sorgfalt und Gesch�ftst�tigkeit" gem�ss Art. 12 lit. a des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) sowie betreffend "Gesch�ftsgebaren und Schaffung klarer Rechtsverh�ltnisse" gem�ss � 7 Abs. 1 und � 8 Abs. 1 des Z�rcher Gesetzes vom 3. Juli 1938 �ber den Anwaltsberuf (AnwG/ZH). Mit Beschluss vom 7. November 2002 disziplinierte sie P. wegen Verstosses gegen letztere Bestimmungen mit einem Verweis; zudem auferlegte sie ihm Verfahrenskosten von insgesamt Fr. 1'372.- und sprach dem Verzeiger eine Entsch�digung von Fr. 500.- zu. Auf den gegen diesen Entscheid eingereichten Rekurs trat die Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Z�rich nicht ein, weil sie nach dem Grundsatz der lex mitior das bisherige kantonale Recht als anwendbar betrachtete, womit die eidgen�ssische Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht gegeben sei und damit auch die Zust�ndigkeit der Verwaltungskommission als Rechtsmittelinstanz entfalle (Beschluss vom 18. August 2003).
Das Bundesgericht heisst die von P. hiergegen eingereichte Verwaltungsgerichtsbeschwerde gut, hebt den angefochtenen Entscheid auf und weist die Sache zu neuem Entscheid im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ck.
1. Der Beschwerdef�hrer ist mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht gelangt. Es stellt sich vorab die Frage nach der Zul�ssigkeit dieses Rechtsmittels.
1.1 Bis anhin waren die Verhaltenspflichten der Rechtsanw�lte und die Disziplinarsanktionen, welche f�r Verst�sse gegen diese Pflichten verh�ngt werden k�nnen, ausschliesslich kantonalrechtlich geregelt. Als Rechtsmittel auf Bundesebene war in diesem Bereich deshalb einzig die staatsrechtliche Beschwerde gegeben. Inzwischen ist am 1. Juni 2002 das eidgen�ssische Anwaltsgesetz in Kraft BGE 130 II 270 S. 273getreten, welches neben den Berufsregeln (Art. 12 BGFA) insbesondere auch das Disziplinarrecht (Art. 17 ff. BGFA) abschliessend regelt. Gegen letztinstanzliche kantonale Disziplinarentscheide steht nunmehr gest�tzt auf Art. 97 ff. OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG die eidgen�ssische Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen. Die Regelung des Verfahrens bleibt dabei Sache der Kantone (Art. 34 Abs. 1 BGFA), wobei aber nach Art. 98a OG als letzte kantonale Instanz eine richterliche Beh�rde entscheiden muss (BGE 129 II 297 E. 1.1 S. 299).
1.2 Der disziplinarrechtlich beurteilte Sachverhalt hat sich vor Inkrafttreten des eidgen�ssischen Anwaltsgesetzes abgespielt; Verfahrenser�ffnung und Entscheidf�llung erfolgten indessen bereits unter der Herrschaft des neuen Bundesrechts. Es fragt sich deshalb nicht nur, welches Verfahrensrecht, sondern auch welches (materielle) Disziplinarrecht anzuwenden ist, das alte kantonale oder das neue bundesrechtliche. Das eidgen�ssische Anwaltsgesetz regelt diese Frage ebenso wenig, wie es eine �bergangsregelung f�r die zul�ssigen Rechtsmittel oder den Rechtsmittelweg enth�lt.
1.2.1 Ohne gegenteilige Regelung sind neue verfahrensrechtliche Bestimmungen jedenfalls auf jene Verfahren anzuwenden, die unter Herrschaft des neuen Rechts eingeleitet werden (vgl. ALFRED K�LZ, Intertemporales Verwaltungsrecht, in: ZSR 102/1983 II S. 222). Im vorliegenden Zusammenhang l�sst sich jedoch die Frage nach dem formellen nicht von jener nach dem materiellen Recht trennen: Das Rechtsmittel der eidgen�ssischen Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist nur gegen�ber Verf�gungen zul�ssig, die sich auf �ffentliches Bundesrecht st�tzen oder st�tzen m�ssten (Art. 97 ff. OG i.V.m. Art. 5 VwVG). Das neue Verfahrensrecht kann demnach nur insoweit Anwendung finden, als auch bereits die neuen eidgen�ssischen Bestimmungen �ber die Disziplinaraufsicht zum Tragen kommen.
1.2.2 Welches materielle Disziplinarrecht vorliegend Anwendung findet, ist in analoger Anwendung von Art. 2 Abs. 2 StGB nach dem Grundsatz der "lex mitior" zu bestimmen (K�LZ, a.a.O., S. 175; vgl. auch BGE 104 Ib 87 E. 2b S. 89 f. bez�glich Administrativmassnahmen im Strassenverkehr). Dieses Vorgehen setzt eine Beurteilung des Vorfalls sowohl nach dem bisherigen kantonalen als auch nach dem geltenden eidgen�ssischen Disziplinarrecht voraus (vgl. Urteil 2A.191/2003 vom 22. Januar 2004, E. 6), womit der zu BGE 130 II 270 S. 274f�llende Disziplinarentscheid insoweit zwingend auch auf der Auslegung von Bundesrecht beruht. Deshalb rechtfertigt es sich, die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ebenfalls gegen jene Entscheide zuzulassen, welche sich im Ergebnis zwar immer noch auf kantonales Recht st�tzen k�nnen, aber im erw�hnten Sinne die Mitanwendung von Bundesrecht voraussetzen. Im angefochtenen Entscheid wurde das alte kantonale mit dem neuen eidgen�ssischen Disziplinarrecht verglichen und insoweit Bundesrecht angewandt, weshalb die Verwaltungsgerichtsbeschwerde vorliegend zul�ssig ist (so im Ergebnis bereits Urteil 2A.191/2003 vom 22. Januar 2004, E. 1.3).
2. Die Verwaltungskommission des Obergerichts ist auf den Rekurs des Beschwerdef�hrers nicht eingetreten, weil sie - nach dem Gesagten unrichtigerweise - davon ausging, die Beurteilung des Falls nach dem als "lex mitior" betrachteten kantonalen Anwaltsgesetz f�hre dazu, dass die eidgen�ssische Verwaltungsgerichtsbeschwerde nicht zur Verf�gung stehe; der Ausschluss dieses Rechtsmittels h�tte gem�ss kantonalem Verfahrensrecht auch die Unzul�ssigkeit des bei ihr eingereichten Rekurses zur Folge gehabt (vgl. � 7 der Verordnung vom 15. Mai 2002 betreffend die Anpassung des kantonalen Rechts an das eidgen�ssische Anwaltsgesetz). Im Ergebnis hat die Verwaltungskommission den Streitfall aber materiell beurteilt und die angefochtene Disziplinarsanktion gesch�tzt. Eine Aufhebung des angefochtenen Nichteintretensentscheids und R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz, damit diese auf das Rechtsmittel formell eintritt und das (materielle) Ergebnis ihrer Beurteilung auch im Dispositiv zum Ausdruck bringt, er�brigt sich.
3. Im Folgenden ist vorab nach den Berufsregeln des eidgen�ssischen Anwaltsgesetzes zu pr�fen, ob eine disziplinarwidrige Handlung vorliegt. Ist diese Frage n�mlich - wie der Beschwerdef�hrer vorbringt - zu verneinen, so er�brigt sich eine Beurteilung von dessen Verhalten nach der (im Zeitpunkt der streitigen Handlung noch g�ltigen) Regelung im kantonalen Anwaltsgesetz. Die Verwaltungskommission des Z�rcher Obergerichts h�tte diesfalls gem�ss dem Grundsatz der "lex mitior" von einer Disziplinierung absehen m�ssen, weil nach geltendem Recht kein Pflichtverstoss gegeben w�re.
3.1 Ziel des eidgen�ssischen Anwaltsgesetzes ist, wie schon dessen Titel zeigt, die interkantonale Mobilit�t der Rechtsanw�lte; es handelt sich prim�r um ein Freiz�gigkeitsgesetz, welches insoweit BGE 130 II 270 S. 275das Bundesgesetz vom 6. Oktober 1995 �ber den Binnenmarkt (BGBM; SR 943.02) weiterf�hrt (vgl. BBl 1999 S. 6020). Gleichzeitig nimmt es jedoch in wesentlichen Bereichen eine Harmonisierung des materiellen Anwaltsrechts vor, indem es sowohl einen Registereintrag einf�hrt, welcher die Berufst�tigkeit auf dem Gebiet der ganzen Schweiz erm�glicht (Art. 4 BGFA), als auch die Berufsregeln f�r Rechtsanw�lte auf Bundesebene vereinheitlicht (Art. 12 BGFA). Diese letztere Massnahme dient - gleich wie die bundesrechtliche Regelung des Eintrags in das kantonale Anwaltsregister - vorab der F�rderung der angestrebten Freiz�gigkeit (vgl. die Botschaft des Bundesrats vom 28. April 1999, BBl 1999 S. 6039).
3.1.1 Dementsprechend ist die Umschreibung der Berufsregeln in Art. 12 BGFA abschliessender Natur (BGE 129 II 297 E. 1.1 S. 299; BBl 1999 S. 6054); f�r abweichende kantonale Vorschriften besteht kein Raum mehr (vgl. BBl 1999 S. 6039 sowie an Stelle vieler: MADELEINE VOUILLOZ, La nouvelle loi f�d�rale sur la libre circulation des avocats, in: SJZ 98/2002 S. 436). Zur Auslegung von Art. 12 BGFA kann alsdann nur noch beschr�nkt auf die jeweiligen Standesregeln der kantonalen Anwaltsverb�nde abgestellt werden, welche bis anhin regelm�ssig herangezogen wurden, um die im betreffenden Kanton geltenden Berufspflichten zu konkretisieren (vgl. etwa BGE 108 Ia 316 E. 2b/aa S. 319; BGE 106 Ia 100 E. 7a S. 107). Entsprechendes ist seit Inkrafttreten des eidgen�ssischen Anwaltsgesetzes grunds�tzlich nur noch denkbar, soweit die betreffende Standesregel eine landesweit in nahezu allen Kantonen geltende Auffassung zum Ausdruck bringt (vgl. ISAAK MEIER, Bundesanwaltsgesetz - Probleme in der Praxis, in: pl�doyer 2000 5 S. 34). Deshalb k�nnen die kantonalen Aufsichtsbeh�rden auf ihre bisherige, von den lokalen Standesregeln gepr�gte Rechtsprechung nur noch beschr�nkt zur�ckgreifen, ansonsten die Gefahr besteht, dass sie die bundesrechtliche Vereinheitlichung der Berufspflichten aus den Augen verlieren.
3.1.2 Zu beachten ist ferner, dass es die erkl�rte Absicht des Gesetzgebers war, mittels der Vereinheitlichung eine klarere Unterscheidung zwischen allgemeinverbindlichen staatlichen Berufsregeln und privaten Standesregeln zu erreichen (vgl. BBl 1999 S. 6040). Handlungsbedarf bestand diesbez�glich unter anderem, weil in den kantonalen Anwaltsgesetzen teilweise eine Regelung der Berufspflichten fehlte und stattdessen einfach auf die Standesregeln des Anwaltsverbands verwiesen wurde (vgl. LUCIEN VALLONI/MARCEL STEINEGGER, BGE 130 II 270 S. 276Bundesgesetz �ber die Freiz�gigkeit der Anw�ltinnen und Anw�lte, Z�rich/Basel/Genf 2002, S. 43). Dies ist zum einen mit Blick auf das Legalit�tsprinzip und zum anderen auch darum problematisch, weil auf diese Weise allgemein verbindlich gewordene Standesregeln �ber das hinausgehen k�nnen, was zur Sicherung einer korrekten Berufsaus�bung im �ffentlichen Interesse geboten ist (vgl. WALTER FELLMANN/OLIVER SIDLER, Standesregeln des Luzerner Anwaltsverbandes vom 5. Mai 1995, Bern 1996, S. 1; BENO�T CHAPPUIS, Signification et fonction des r�gles d�ontologiques, in: Fellmann/ Huguenin Jacobs/Poledna/Schwarz [Hrsg.], Schweizerisches Anwaltsrecht, Festschrift 100 Jahre SAV, S. 140).
3.1.3 Nach dem Gesagten sind die Berufsregeln des neuen eidgen�ssischen Anwaltsgesetzes - aus verschiedenen Gr�nden - prim�r selbst�ndig und ohne Beizug von privatrechtlichen Verbandsrichtlinien auszulegen. Fragen kann sich allenfalls, ob in Zukunft bis zu einem gewissen Masse die vom Schweizerischen Anwaltsverband am 1. Oktober 2002 beschlossenen Richtlinien - sollten sie sich in der ganzen Schweiz allgemein durchsetzen - f�r die bundesrechtlichen Berufs- und Standesregeln als Auslegungshilfe heranzuziehen w�ren (vgl. HANS NATER, Neue Richtlinien des Schweizerischen Anwaltsverbandes f�r die Berufs- und Standesregeln, in: SJZ 99/2003 S. 152 f.).
3.2 Zu beurteilen ist vorliegend, ob das Vorgehen des Beschwerdef�hrers die Generalklausel der Berufsregeln verletzt: Gem�ss Art. 12 lit. a BGFA haben Rechtsanw�lte "ihren Beruf sorgf�ltig und gewissenhaft auszu�ben". Das Bundesamt f�r Justiz h�lt die Anwendung dieser Generalklausel auf das Verh�ltnis zur Gegenpartei bzw. zwischen Anwaltskollegen f�r unangebracht. Der Bundesrat hatte jedoch bei der Formulierung seines Gesetzesentwurfs nicht nur die Beziehung zum eigenen Klienten im Auge, sondern klarerweise die gesamte Berufst�tigkeit des Rechtsanwalts (BBl 1999 S. 6054). Seine entsprechende Sicht der Dinge gab im Parlament keinen Anlass zu Diskussionen (vgl. AB 1999 N 1556 ff., S 1170 ff.). Mithin ist davon auszugehen, dass die Verpflichtung zu Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit nach dem Willen des Gesetzgebers s�mtliche beruflichen Handlungen des Rechtsanwalts beschl�gt und sich sowohl auf die Beziehungen zu den Beh�rden - welche in der bundesr�tlichen Botschaft ausdr�ckliche Erw�hnung fanden - als auch auf jene zur Gegenpartei erstreckt (in diesem Sinne auch Urteil 2A.191/2003 vom 22. Januar 2004, E. 5). Den berechtigten BGE 130 II 270 S. 277Bedenken des Bundesamtes, die offene Formulierung von Art. 12 lit. a BGFA d�rfe nicht dazu f�hren, rein interne Sitten und Gebr�uche des Anwaltsstandes zu allgemein verbindlichen Berufspflichten zu erheben, ist bei der Auslegung im Einzelfall Rechnung zu tragen (vgl. oben E. 3.1); sie rechtfertigen jedoch nicht, zum Vornherein eine Einschr�nkung des Anwendungsbereichs von Art. 12 lit. a BGFA vorzunehmen.
3.2.1 Die Vorinstanz ging im angefochtenen Entscheid selber davon aus, dass neben Z�rich nur einige andere bzw. ein Teil der Kantone ein Verbot der Betreibung ohne Vorwarnung kannten, w�hrend in anderen Kantonen kein solches Verbot bestand. Bei diesen Gegebenheiten hat sie zu Recht ausgeschlossen, dass es sich dabei um eine Regel handelt, die Teil eines "gesamtschweizerischen Mindeststandards" bildet (vgl. oben E. 3.1.1) und bereits deshalb von der Generalklausel von Art. 12 lit. a BGFA mitumfasst wird. Sie hielt aber daf�r, dass ein Anwalt, der die Betreibung einleite ohne vorherige Zahlungsaufforderung oder Bem�hungen um einen Verj�hrungsverzicht, es an r�cksichtsvollem Vorgehen mangeln lasse und gegen das "Gebot der fairen Behandlung der Gegenpartei" verstosse. Letzteres bilde Teil der allgemeinen Verpflichtung zu sorgf�ltiger und gewissenhafter Berufsaus�bung im Sinne von Art. 12 lit. a BGFA. Es entspreche den Gepflogenheiten, dass der Betreibung eine Zahlungsaufforderung vorausgehe, weil "einem Zahlungsbefehl in weiten Kreisen der Bev�lkerung diffamierende Wirkung zukomme".
3.2.2 Der Verwaltungskommission des Obergerichts ist zuzustimmen, dass ein unn�tig forsches und unangebracht hartes Vorgehen des Rechtsanwalts regelm�ssig nicht dem Gebot der sorgf�ltigen und gewissenhaften Berufsaus�bung entspricht und unter Umst�nden eine Disziplinierung wegen Verletzung von Art. 12 lit. a BGFA rechtfertigt: Einerseits kann es nicht im Interesse des Klienten liegen, die Gegenpartei ohne Not zu ver�rgern und dadurch die Fronten (zus�tzlich) zu verh�rten. Andererseits tr�gt der Rechtsanwalt unter der Geltung des eidgen�ssischen Anwaltsgesetzes unver�ndert eine Mitverantwortung f�r das korrekte Funktionieren des Rechtsstaats (vgl. FELIX WOLFFERS, Der Rechtsanwalt in der Schweiz, Diss. Bern 1986, S. 32) und hat deshalb exzessive Angriffe auf die Gegenpartei zu unterlassen. Der Rechtsanwalt ist aufgrund seiner besonderen Stellung zu einer gewissen Zur�ckhaltung verpflichtet und gehalten, einer Eskalation der Streitigkeiten entgegenzuwirken, und BGE 130 II 270 S. 278nicht sie zu f�rdern. Insoweit kann in der Tat von einem "Gebot der fairen Behandlung der Gegenpartei", wie es die Vorinstanz bezeichnet hat, ausgegangen werden. Aus dem Gesagten erhellt aber auch, dass zwar ein den Verh�ltnissen unangepasstes, �bertrieben aggressives Vorgehen des Rechtsanwalts regelm�ssig einen Verstoss gegen dessen Berufspflichten darstellen d�rfte, aber der Anwalt umgekehrt durch Art. 12 lit. a BGFA nicht etwa (unter Androhung von Disziplinarsanktionen) dazu verpflichtet ist, stets das mildest m�gliche Vorgehen zu w�hlen. Die blosse Einleitung einer Betreibung - welche von Gesetzes wegen an keinerlei Voraussetzungen gebunden ist (vgl. Art. 38 und Art. 67 SchKG) und insbesondere vorg�ngig weder eine Zahlungsaufforderung noch eine Androhung der Betreibung verlangt - vermag im Lichte des Gesagten grunds�tzlich keine gegen Art. 12 lit. a BGFA verstossende Handlung darzustellen, auch wenn ein Eintrag im Betreibungsregister f�r den Betroffenen unangenehm sein mag. Anders verh�lt es sich nur dann, wenn die Betreibung geradezu missbr�uchlich ist; dies ist der Fall, wenn mit ihr sachfremde Ziele verfolgt werden, etwa wenn bloss die Kreditw�rdigkeit des (angeblichen) Schuldners gesch�digt werden soll (vgl. BGE 113 III 2 E. 2b S. 4) oder wenn zwecks Schikane ein v�llig �bersetzter Betrag in Betreibung gesetzt wird.
3.3 Der Beschwerdef�hrer strebte mit der Betreibung vom 25. M�rz 2002 eine Verj�hrungsunterbrechung an, weil er vermutet, dass ab 1992 Betr�ge aus dem Verm�gen von M. an W. geflossen sind, die zum von seinem Mandanten herausverlangten Erbe geh�ren. Sein Ziel h�tte er auch mit einer Verj�hrungsverzichtserkl�rung von W. erreichen k�nnen, wobei ein entsprechendes Vorgehen f�r Letzteren weniger einschneidend gewesen w�re. Ein Verj�hrungsverzicht des Schuldners ist jedoch, wie der Beschwerdef�hrer zu Recht betont, f�r den Gl�ubiger weniger vorteilhaft als die Betreibung, nicht zuletzt darum, weil stets das Risiko besteht, dass er mit Willensm�ngeln behaftet ist. Nach dem Gesagten ist jedenfalls im Umstand allein, dass er den Betroffenen vor Anhebung der Betreibung nicht um eine solche Erkl�rung ersucht hat, keine Verletzung von Art. 12 lit. a BGFA zu sehen. Im �brigen ist nicht anzunehmen, dass W. vorliegend auf die Verj�hrungseinrede verzichtet h�tte: Das Verh�ltnis zwischen den Parteien der Erbschaftsstreitigkeit und ihren Anw�lten ist gespannt. Diese Spannungen f�hrten unter anderem zu einer S�hneverhandlung vor dem Friedensrichteramt St�fa wegen angeblicher Pers�nlichkeitsverletzungen durch den BGE 130 II 270 S. 279Beschwerdef�hrer. W. hat denn auch auf das Angebot des Beschwerdef�hrers, die Betreibung zur�ckzuziehen (vgl. Art. 8a Abs. 3 lit. c SchKG), wenn er einem "umfassenden Verj�hrungsverzicht" zustimme, nicht reagiert. Er begr�ndet dies allerdings mit dem Umstand, dass die "diffamierende Wirkung" bereits eingetreten sei, wobei er indes �bersieht, dass die Betreibung mit ihrem R�ckzug vor Dritten verborgen bliebe.
4. 4.1 Verst�sst das Verhalten des Beschwerdef�hrers nicht gegen den neuen Art. 12 lit. a BGFA, so braucht es nicht mehr nach dem (alten) kantonalen Recht beurteilt zu werden, zumal dieses nicht das mildere sein kann. Mithin erweist sich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als begr�ndet und die Disziplinierung des Beschwerdef�hrers als bundesrechtswidrig; der Entscheid der Verwaltungskommission des Obergerichts des Kantons Z�rich vom 18. August 2003 ist aufzuheben. Es ist Sache der Verwaltungskommission, den - vor Bundesgericht nicht angefochtenen - Disziplinarentscheid der Aufsichtskommission formell aufzuheben und �ber die Kosten der kantonalen Verfahren neu zu befinden.
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Art. 12 let. a LLCA,
Art. 17 ff. BGFA,
Art. 34 Abs. 1 BGFA,
Art. 38 und Art. 67 SchKG,

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 Art. 12
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 Art. 97
 Art. 5
 Art. 98
 Art. 5
 Art. 2
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 Art. 12
 Art. 12
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 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
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 Art. 12
 Art. 38
 Art. 67
 Art. 12
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 Art. 12
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Art. 17

Art. 34

Art. 38
 Art. 67