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Timestamp: 2018-01-17 00:59:17+00:00

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Risikobericht - Raiffeisenlandesbank Vorarlberg
Die gezielte Übernahme beziehungsweise Transformation von Risiken ist ein wesentlicher Bestandteil im Bankgeschäft. Unter der klaren Vorgabe der Ausübung der Sorgfaltspflicht ist es das Ziel, diese Risiken zu kennen, zu messen und optimal zu managen. Das heißt durch funktionstüchtige Systeme und Verfahren zu überwachen, zu begrenzen und gezielt zu steuern.
Im Sinne dieser Vorgaben verfügt das Risikomanagement in der RLBV über angemessene Kontrollverfahren und -systeme zur Identifizierung, Überwachung, Begrenzung und Kommunikation von derzeitigen und soweit absehbar auch zukünftigen Risiken. Dazu bauen wir auf einer klaren Aufbau- und Ablauforganisation auf. Im Risikomanagement-Handbuch der Raiffeisenlandesbank sind die Risikostrategie der RLBV und die Grundsätze des Risikomanagements sowie die Darstellung der einzelnen Risiken hinsichtlich Messung, Limitsystem, Überwachung und Verantwortlichkeiten dokumentiert.
Primärer Fokus im Risikomanagement der RLBV ist die Sicherstellung einer ausreichenden Risiko-tragfähigkeit. Neben dem Erhalt des Bankbetriebs und dem Schutz des Gläubigers geht es aber auch um die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen des BWG, der CRR-Vorschriften sowie der FMA-Kreditinstitut-Risikomanagement Verordnung (KI-RMV). Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Steuerung der Risiken im Sinne der Allokation des zur Verfügung gestellten Risikokapitals. Das Instrument dazu ist die Risikotragfähigkeitsanalyse (RTF). Sie bietet zusätzlich auch die Basis für die Früherkennung von Risikopotenzialen und ist somit für Bankprüfer, die Einlagensicherung und die Aufsichtsbehörden von eminenter Bedeutung. Der Vorstand steuert und limitiert die Risikotragfähigkeit auf Basis des Extremfalls. So wird in einer Planrechnung der Bedarf an ökonomischem Kapital je Steuerungseinheit vergeben. Dieses zugewiesene ökonomische Kapital wird sodann vierteljährlich auf seine Ausnützung hin überwacht.
Zur besseren Übersicht sind Limiteinhaltung, -vorwarnstufe und -überschreitung mit einer Ampel farblich unterlegt. Dies alles geschieht jedoch unter der zwingenden Einhaltung regulatorischer Anforderungen im Going Concern Fall. Ein systematischer Stresstest in Bezug auf die Gewinn- und Verlustrechnung komplettiert die Risikotragfähigkeitsanalyse.
Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist eine wesentliche Entscheidungsgrundlage für das Management und wichtiger Bestandteil des vierteljährlichen Risikoberichts an den Vorstand und an den Aufsichtsrat. Einmal im Quartal wird dieser Risikobericht im RisikoKomitee (RiKo) dezidiert behandelt. Dieses Gremium, vom Vorstand und von Vertretern des Markts, des Kreditmanagements und der Banksteuerung besetzt, befasst sich vorwiegend mit Fragen der Risikostrategie, der Risikoverteilung, der Risikotragfähigkeit und der Risikosteuerungssysteme, -prozesse und -verfahren. Die laufende Überwachung der Risikolimite erfolgt durch das Risikocontrolling/APM.
In der Risikostrategie gelten für die RLBV folgende allgemeine risikopolitische Grundsätze:
Ein starkes, alle Bereiche umfassendes Risikobewusstsein und eine entsprechende Risikokultur, insbesondere durch transparente Informationen und durch den Einsatz adäquater Instrumente, werden gefördert und sind für den Geschäftserfolg unerlässlich.
Dies bedeutet auch, dass bei intransparenter, unüberschaubarer Risikolage dem Vorsichtsprinzip der Vorzug gegeben wird. Es werden nur Risiken eingegangen, die auch beurteilt werden können. Das heißt, dass sie auch verstanden werden, und die wesentlichen Risiken verursachenden Faktoren nachvollzogen, eingeschätzt und gemessen werden können.
Zum Zweck der Risikominderung und -eingrenzung werden alle wesentlichen Risiken limitiert. Die Limite leiten sich aus der Risikotragfähigkeitsrechnung der Bank ab und sollen auch eine „Mehrfachverwendung“ von Eigenkapital verhindern.
Neue Produkte werden nur nach dem standardisierten Produkteinführungsprozess (PEP) eingeführt. Eine Ausnahmebewilligung kann ausschließlich der Vorstand erteilen.
Abweichungen von diesen risikopolitischen Grundsätzen sind entsprechend zu argumentieren und zu dokumentieren.
Um Interessenskonflikte im Risikomanagement zu vermeiden, gilt Funktionstrennung. Das heißt, Risikodisposition, Risikobeurteilung und Risikoüberwachung sind organisatorisch getrennt. Die Risikoagenden des Hauses sind über die Funktionstrennung bis zur Vorstandsebene durchgängig einem eigenen Chief Risk Officer (CRO) zugeteilt.
Bei gebotener Sorgfalt werden Risiken vor dem Hintergrund der Art, des Umfangs und der Komplexität der betriebenen Bankgeschäfte auf ihre Wesentlichkeit durchleuchtet. In diesem Kontext ist nochmals ausdrücklich auf das Proportionalitätsprinzip zu verweisen. Die Angemessenheit der Verfahren darf unseres Erachtens nicht überstrapaziert werden. Das heißt, es gibt eine Untergrenze in der Vereinfachung der Methoden und Verfahren zur Risikomessung. Darunter ist von einem Eingehen des Risikos abzusehen. Andererseits ist auf die Einfachheit und Verständlichkeit der Methoden Wert zu legen. Damit erreicht man Transparenz und mithin Managementrelevanz.
Unter Abwägung der oben beschriebenen Punkte haben wir als wesentliche Risiken folgende Risikoarten qualifiziert:
Risiko einer Verringerung des Bankergebnisses durch
Bonitätsverschlechterungen und Wertberichtigungen/Forderungs-ausfälle bei Ausleihungen, Beteiligungen, Wertpapieren und Derivaten. Darunter ist auch das Fremdwährungs-, das Länder- und das CVA (Credit Value Adjustement) Risiko subsummiert.
das Risiko, das sich aus Größen-, Länder- oder Branchen-konzentrationen ergibt
Dividendenausfallsrisiko sowie Risiken im Zusammenhang mit Wertänderungen der Beteiligungen
Risiko aus kreditrisiko-mindernden Techniken
stellt die Gefahr dar, dass Verluste eintreten, welche aus Instrumenten zur Risikobesicherung entstehen
Änderungen der Zinsstrukturkurve und des Zinsniveaus
Kursentwicklung in Abhängigkeit von Credit Spreads bei Wertpapieren und Derivaten
unvorhergesehene erhöhte Refinanzierungskosten (Marktenge und/oder Bonitätsverschlechterung) und/oder eine plötzliche Liquiditätsnachfrage, die nicht bedient werden kann
Dieses Risiko tritt einerseits als Originator anderseits als Investor auf.
Risiko übermäßiger Verschuldung
das Risiko, das aus einer größeren Hebelung des Eigenkapitals entsteht.
Risiken in der operativen Geschäftstätigkeit in den Bereichen Infrastruktur, Informationstechnologie, Geschäftsprozesse, Mitarbeiter, externe Ereignisse, Rechtsrisiko
Makroökonomisches Risiko
Risiken aus gesamtwirtschaftlichen Verschlechterungen mit etwaig einhergehenden Risikoparametererhöhungen
Fremdwährungseigenmittel-risiko
das Risiko eines höheren Eigenmittelbedarfs bei Wechselkurs-bewegungen
Strategisches und Systemisches Risiko, Reputations-, Eigenmittel- und Geschäftsrisiko sowie Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung sind hier zusammengefasst
Unsere wesentlichen Limite und Risikobegrenzungsmaßnahmen:
Limit-Arten
Risikokapital, VaR (Value at Risk), Volumen (Blankoobligi, Bonitäten, Portfolioanteile, Klumpen, Länder), Qualität
Risikokapital, Volumen, VaR (Value at Risk), PVBP (Price Value of a Basis Point), Stop Loss, Zinsschock
Risikokapital, Liquiditäts-Kennzahlen (Time-to-Wall), Volumen-Zonen-Limit, stabile Refinanzierungsquote in Fremdwährung, LCR (Liquidity Coverage Ratio) und NSFR (Net Stable Funding Ratio)
Die nachfolgende Grafik zeigt das Risikoportfolio:
Dem bedeutendsten Risiko im Bankgeschäft, dem Kreditrisiko, wird in der RLBV besonderes Augenmerk gewidmet. Eine umfassende Gesamtdokumentation, was Kreditrisikostrategie, Kreditrichtlinien und Ablauf des Kreditgeschäftes betrifft, steht den betroffenen Mitarbeitern in Form des Kredithandbuches der Raiffeisenlandesbank Vorarlberg zur Verfügung. Es ist integrierter Bestandteil des Risikomanagement-Handbuchs der RLBV.
Zur Messung des Kreditrisikos werden die Finanzierungen im bankinternen Rating in zehn Bonitäts- und Sicherheitsklassen eingestuft. Als Bonitätskriterien werden sowohl quantitative Faktoren als auch qualitative Faktoren herangezogen. Bei den Fremdwährungs-Ausleihungen wird gemäß eigens erstellter Fremdwährungskreditrichtlinie vorgegangen.
Die Kreditportfoliosteuerung sorgt für konsequente Risikoüberwachung der Kreditengagements. Der vierteljährliche Kreditstrukturanalyse-Bericht (KSA-Bericht) dient dabei als wesentliche Informations- und Entscheidungsquelle für den Vorstand sowie das Markt- und Risikomanagement. Die Kreditistrukturanalyse leitet sich direkt aus unseren Kredit-Basisdaten ab und ist daher ein integrierter Bestandteil unseres Kreditrisiko-Steuerungssystems. Alle Konten der Bank mit Exposure finden Eingang. Im Bericht werden diese nach unterschiedlichen Gesichtspunkten wie Klumpenrisiko, Non Performing Loans, Kundengruppen, etc. dargestellt. Einmal im Quartal wird dieser KSA-Bericht im Kreditrisiko-Komitee (KreKo) dezidiert behandelt und über allfällige Maßnahmen entschieden. Ebenso werden im, mit dem gesamten Vorstand, den Marktverantwortlichen, dem Kreditmanagement und der Risikosteuerung besetzten, KreKo alle gefährdeten Kreditengagements im risikorelevanten Bereich dargestellt, behandelt und die notwendigen Entscheidungen getroffen.
Die Non-Performing-Loan-Ratio beträgt 2,88 Prozent (Vorjahr 3,5 Prozent).
Für die Ermittlung der Eigenmittelerfordernisse für das Kreditrisiko wird der Standardansatz laut BWG angewendet. Die risikogewichteten Aktiva werden mit dem EDV-Programm SAS (SAS-Credit Risk Manager) berechnet.
Die Messung der Risiken aus Veränderungen der Zinssätze, der Währungs- und der Wertpapierkurse erfolgt im ICAAP nach dem Value-at-Risk-Ansatz (99,9-prozentige Wahrscheinlichkeit bei 250 Tage Haltedauer) und in der täglichen Limitüberwachung, die durch die Abteilung Risikocontrolling/APM erfolgt, nach dem Value-at-Risk-Ansatz (99-prozentige Wahrscheinlichkeit bei 10 Tage Haltedauer) und nach dem Price-Value-of-a-Basis-Point-Ansatz (PVBP-Ansatz). Eine klare Ablauforganisation regelt die Vorgangsweise bei Limitüberschreitungen.
in Mio. EUR VaR 2015 VaR 2014 Abw.
Zinsrisiko 8,1 7,8 0,3
Währungsrisiko 0,6 0,6 0,0
Credit Spreads 37,0 39,1 -2,1
Preisrisiko 5,1 - 5,1
Marktpreisrisiko 50,8 47,5 3,3
Wesentliche Fragen in der Steuerung der Marktpreisrisiken werden in der monatlichen Marktrisiko-Komitee-Sitzung (MaKo-Sitzung) behandelt. Das Gremium ist mit dem gesamten Vorstand und den Entscheidungsträgern des Markt- sowie des Risikomanagements besetzt. Es trifft die notwendigen Entscheidungen und Maßnahmen unter anderem auf der Grundlage einer Zins- und Kursmeinung und der Gap-Analyse, der Veranlagungspolitik (Asset-Allocation) sowie der Risikotragfähigkeit. Ein wöchentlicher Risikocontrolling-Bericht unterstützt die Steuerung.
Ein besonderes Augenmerk wird beim Marktrisiko auch auf die Derivatepositionen gelegt. Für diese werden täglich die Marktwerte berechnet, die Limite kontrolliert und allfällig notwendige Steuerungsmaßnahmen getroffen. Der Einsatz von Derivaten erfolgt zum überwiegenden Teil zur Absicherung gekaufter Anleihen, begebener Emissionen oder von Kundenpositionen (Micro-Hedge). Von geringer Bedeutung ist das Eingehen von Risiken mittels Derivaten im Rahmen von funktionalen Einheiten. Eine detaillierte Übersicht über die Struktur dieser Geschäfte findet sich im Anhang zum Jahresabschluss unter A. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Punkt 9. Finanzinstrumente nach
§ 237a Abs 1 Z 1 UGB i.V. mit § 64 Abs 1 Z 3 BWG sowie unter B. Erläuterungen zu Bilanzposten Punkt 23. Ergänzende Angaben.
Aufgrund unserer Aufgabe als Zentralinstitut zur Liquiditätsversorgung der Vorarlberger Raiffeisenbanken halten wir ein entsprechend großes Anleiheportfolio. Dieses verwenden wir einerseits als Liquiditätspuffer im internen Risikomanagement als auch zur Steuerung der regulatorischen Vorgaben. Andererseits benötigen wir die Anleihen zur Teilnahme an Tendergeschäften. Die Messung des Credit Spread Risikos erfolgt mittels der VaR-Methode bei 99,9 Prozent Konfidenzniveau und 250 Tagen Haltedauer. Die Verteilung der Buchwerte auf die Ratingstufen zeigt folgende Grafik:
Die Sicherung der Liquidität beziehungsweise das Monitoring des sich daraus ergebenden Risikos (operatives und strukturelles Liquiditätsrisiko) ist zur zentralen Aufgabe geworden. Ein ungebrochen starkes Kundenvertrauen, verstärkt durch die Kundengarantiegemeinschaft der österreichischen Raiffeisen Bankengruppe, sowie ein umfassendes Liquiditätsmanagement, welches neben der täglichen Steuerung und Überwachung auch Stressszenarien und Liquiditätsnotfallpläne beinhaltet, gewährleisten uns die Bewältigung dieser großen Herausforderungen.
Die interne Steuerung erfolgt mittels eines Time-to-Wall-Konzeptes. Dazu werden neben dem Normalfall die kombinierte Krise, bestehend aus dem Systemstress und dem idiosynkratischen Stressfall, gesteuert und überwacht.
Mit Einführung der CRR kamen neue Steuerungsparameter wie die LCR, die NSFR und die Asset Encumbrance hinzu. Die LCR wies zum 31.12.2015 einen Stand von 110,15% Prozent aus.
Die Steuerung der Liquiditätsrisiken erfolgt im RLB-Liquiditätsrisiko-Komitee (RLB-LiKo). Die Steuerung der Liquidität und damit auch der Liquiditätsrisiken erfolgt aus Sicht der gesamten RBGV, da die RLBV als Liquiditätsausgleichsstelle der Vorarlberger Raiffeisenbanken fungiert. Das LiKo, mit dem gesamten Vorstand, den Leitern GB Finanz- und Kapitalmärkte, Treasury und Risikocontrolling/APM besetzt, tagt – außer bei besonderem Anlass – monatlich.
Damit die vertragliche Grundlage für das gruppenweite Liquiditätsrisikomanagement in der RLBV/RBGV gegeben ist, wurde mit den Raiffeisenbanken eine Liquiditätsmanagement-Vereinbarung getroffen.
Mit der Aufgabe des Liquiditätsmanagements der RBGV ist ein bei der Raiffeisen-Einlagensicherung Vorarlberg eGen (LASE) eingerichteter Ausschuss des Vorstands der Raiffeisen-Einlagensicherung Vorarlberg, das RBGV-Liquiditäts-Komitee (RGBV-LiKo), betraut, der sowohl Beratungs- als auch Beschlusskompetenz hat. Das RBGV-LiKo tritt vierteljährlich, sowie bei Bedarf zu Sitzungen zusammen und setzt sich aus dem Vorstandsvorsitzenden und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der RLBV, vier Geschäftsleitern sowie einem Aufsichtsratsmitglied der Vorarlberger Raiffeisenbanken, die gleichzeitig auch Vorstandsmitglieder der LASE sind, und dem Leiter des Revisionsverbands der RLB zusammen. Dieser Ausschuss wird ergänzt um fünf Mitglieder des RLB-LiKo in der Sachverständigenfunktion.
Das Dividendenausfallrisiko wird in der Risikotragfähigkeitsrechnung durch die entsprechende Reduktion der Deckungsmassen mitberücksichtigt. Durch die vierteljährliche Anpassung des erwarteten Betriebsergebnisses, gepaart mit der transparenten Informationspolitik innerhalb des Raiffeisensektors, wird dieses Risiko adäquat berücksichtigt.
Weitere Risiken wie die Reduktion stiller Reserven, das Risiko der Teilwertabschreibung, das Risiko des Veräußerungsverlustes und das Risiko der Nachschussverpflichtung, werden derzeit über ein expertenbasiertes, an der Unternehmenswertentwicklung orientiertes Modell bewertet und limitiert.
Das operationale Risiko ist die Gefahr von Verlusten als Folge unzulänglicher oder fehlgeschlagener interner Prozesse, Menschen und Systeme oder von externen Ereignissen und beinhaltet das Rechtsrisiko. Dieses Risiko ist fast ausschließlich ein Verlustrisiko. Ziel des Risikomanagementsystems der RLBV ist daher die bestmögliche Ausschaltung dieses Risikos.
Das operationale Risiko wird durch das interne Kontrollsystem (IKS) mit einer klaren Aufbau-/Ablauforganisation, durch Richtlinien und Dienstanweisungen (zusammengefasst im Organisationshandbuch), durch standardisierte Formulare/Verträge, entsprechende EDV-Programme, eine effiziente Innenrevision, permanente Aus-/Weiterbildung und aktive Führung gemanagt. Zur Unterstützung des internen Kontrollsystems wurden darüber hinaus die Kernprozesse in den Fachbereichen dokumentiert sowie operationale Risiken in den Prozessen analysiert und nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung vor beziehungsweise nach Durchführung von Kontrollen bewertet.
Für alle Betriebsrisiken, die nicht dem klassischen Bankgeschäft zugeordnet werden können, wurde ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Die Alarmpläne und weitere Informationen zur Gebäude- und Betriebssicherheit sind in einer eigens dafür angelegten Sicherheitsdatenbank abgelegt. Zusätzlich wurde ein BCM-Handbuch (Business Continuity Management) erstellt. Alle im Hause auftretenden Schadensfallereignisse werden in einer eigenen Schadensfalldatenbank erfasst. Der hinterlegte Workflow gewährleistet eine hierarchisch gesteuerte Freigabe und damit auch ein Reporting.
Die RLBV ist ein Institut der Raiffeisen Bankengruppe (RBG) Österreich und ist in dieser über die Verbundarbeit eingebunden. Darüber hinaus arbeiten wir in der IT-Entwicklung, immer mehr auch hinsichtlich Strategie und geschäftspolitischer Ausrichtung, im Projekt „Eine IT für Raiffeisen Österreich“ zusammen. Die über diese Verbundarbeit zur Verfügung gestellten Modelle, Systeme und Verfahren werden im Rahmen des Risikomanagements verwendet und gemeinsam im Sinne einer laufenden Verbesserung weiterentwickelt.
Im Rahmen ihrer Führungsverantwortung stellen alle Führungskräfte sicher, dass die Mitarbeiter sensibilisiert im Umgang mit Risiken sind, risikobewusst handeln und eine adäquate Aus- und Weiterbildung erhalten.
Für die Berechnung der Eigenmittelerfordernisse für das operationale Risiko wird der Basisindikatoransatz laut Basel III, Titel III der CRR angewendet.
Im Sinne der Aufrechterhaltung eines guten Risikomanagements ist eine kontinuierliche inhaltliche und technische Weiterentwicklung in diesem außerordentlich dynamischen Themenfeld selbstverständlich. So werden die Steuerungsmethoden der Risiken - eingebettet in die bundesweite SIENA- und Eine-IT-Kooperation - laufend verbessert und insbesondere an die regulatorischen Erfordernisse angepasst.
Das makroökonomische Risiko resultiert aus gesamtwirtschaftlichen Verschlechterungen im Rahmen des klassischen Wirtschaftszyklus. Das makroökonomische Risiko wird für den Normal- und Problemfall nicht quantifiziert, da in diesen beiden Szenarien bei drohendem Eintritt dieses Risikos die veränderte Deckungsmasse über die Erwartungswerte der Risikovorsorge und des Betriebsergebnisses abgebildet wird. Des Weiteren ist das makroökonomische Risiko in den historisch abgeleiteten Risikofaktoren, in den Abschlägen bei Sicherheiten, in den stillen Reserven und der Anpassung der Kreditbewertung berücksichtigt. Für den Extremfall wird das makroökonomische Risiko nur für das Kreditrisiko als die wesentlichste Risikoart angesetzt. Die Quantifizierung unterstellt einen BIP-Rückgang und sich verschlechternde Ausfallsraten (PDs) und umfasst dabei sowohl den erwarteten Verlust (EL) als auch den unerwarteten Verlust (UL). Ein angenommener BIP-Rückgang von rund 2 Prozent führt gemäß Modellierung zu erhöhten PDs von rund 25 Prozent. Mit diesen veränderten PDs wird das Kreditrisiko (EL und UL) erneut berechnet und die Differenz zum ursprünglichen Kreditrisiko stellt das makroökonomische Risiko dar.
Unter den sonstigen Risiken sind folgende Risikoarten zusammengefasst: Strategisches Risiko, Reputations-, Eigenmittel-, Systemisches und Geschäftsrisiko sowie Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung.
Sonstige Risiken werden im Normalfall im Rahmen der Ergebnis- und Risikovorschau berücksichtigt. Sowohl im Problemfall als auch im Extremfall erfolgt die Berücksichtigung der sonstigen Risiken als Approximation über einen Aufschlag von 5 Prozent der quantifizierten Risiken. Dieser Aufschlag wird als ausreichend erachtet, zumal die zukünftigen Betriebserträge im Extremfall keine Berücksichtigung in der Deckungsmasse finden.
Risiken der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBGÖ)
Einlagensicherungseinrichtungen und gemeinsame Risikobeobachtung
Die Vorarlberger Raiffeisenbanken und die Raiffeisenlandesbank sind gemeinsam über die Raiffeisen-Einlagensicherung Vorarlberg eGen Mitglied der Österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung eGen (ÖRE). Diese Einlagensicherungsgenossenschaft stellt die gesetzliche Haftungseinrichtung für die gesamte Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBGÖ) gemäß den §§ 93 bis 93b BWG dar.
Zur gemeinsamen Risikobeobachtung der RBGÖ wurde ein entsprechendes Frühwarnsystem eingerichtet. Für das quartalsweise tagende Sektorrisikokomitee, eine Art Beirat des Vorstands der ÖRE, wird für die gesamte RBGÖ ein Risikobericht auf individueller und konsolidierter Basis erstellt, der neben dem Gesamtrisiko und dessen Abgleich mit der Risikotragfähigkeit Detailberichte zu allen wesentlichen Risiken enthält. Neben einem regelmäßigen Monitoring der Risikoverläufe und diesbezüglicher Grenzwerte ergänzen ein bilanzkennziffern- und benchmarkbasiertes Frühwarnsystem, Stresstests sowie eine aktive Marktbeobachtung und ein Großexposure-Monitoring die gemeinsame Risikoüberwachung der RBGÖ.
Um einen Überblick über die Risiken der RBGV zu erhalten, gibt es neben den periodischen Managementberichten der Raiffeisenbanken jedes Jahr Managementgespräche zwischen dem Vorstand der RLBV und dem Vorstand/der Geschäftsleitung jeder einzelnen Raiffeisenbank. Darüber hinaus erstellt der Revisionsverband der Raiffeisenlandesbank im Rahmen der Jahresprüfung ein Rating für jede Raiffeisenbank. Dieses besteht aus Kennzahlen und einer Risikotragfähigkeitsrechnung.
Zusätzlich werden unterjährig jeweils zu den Quartalen weitere Risikotragfähigkeitsanalysen entsprechend den ICAAP-Anforderungen durchgeführt und qualitative und quantitative Risikoberichte erstellt, die den Anforderungen einer transparenten Risikodarstellung gerecht werden. Die Ergebnisse aller Banken werden in den quartalsweise stattfindenden Sitzungen der Einlagensicherung Vorarlberg analysiert und gegebenenfalls Maßnahmen eingefordert.
Um die Raiffeisenbanken in ihrer Risikosteuerung zu unterstützen, werden sie von der RLBV regelmäßig mit Standardreports, wie Kreditstrukturanalyse, Risiko- und Managementbericht inklusive Liquiditätsübersicht, versorgt sowie Schulungs- und Beratungsleistungen dazu angeboten. Liquiditätskennzahlen wie LCR und NSFR werden seitens der Fachabteilung der RLBV ermittelt und den Banken zur Verfügung gestellt.
Über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus besteht im Raiffeisensektor durch den Zusammenschluss der Raiffeisenbanken, Raiffeisenlandesbanken, der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG und der Raiffeisen Bank International AG in der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft eine Absicherungszusage bis zu 100 Prozent der Kundeneinlagen. Sie umfasst im Gegensatz zur gesetzlichen Einlagensicherung sämtliche Einlagen der Sparer, egal ob es sich um Privatkunden oder Unternehmen handelt. Ebenso gilt sie auch für alle Fremdwährungseinlagen sowie die eigenen Wertpapieremissionen. Die RLBV und die Vorarlberger Raiffeisenbanken sind über den Verein „Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Vorarlberg“ Mitglied dieser Kundengarantiegemeinschaft.
Durch das ESAEG wurden die EU-Richtlinien 2014 /49/EU über Einlagensicherungssysteme in Österreich umgesetzt. Das Gesetz schreibt vor, dass jede Sicherungseinrichtung einen Einlagensicherungsfonds einzurichten hat, welcher mittels jährlicher Beitragsvorschreibung an ihre Mitgliedsinstituten bis zur gesetzliche vorgeschriebenen Höhe von zumindest 0,8% der Summe der gedeckten Einlagen der Mitgliedsinstitute auszustatten ist. Für den Aufbau eines ex-ante Fonds iSd § 13 ESAEG hat die RLB Vorarlberg im Jahr 2015 einen Beitrag von 64 TEUR bar geleistet. Details dazu siehe Anhang zum Jahresabschluss unter B. Erläuterungen zu Bilanzposten, Punkt 21. Art und Betrag wesentlicher Eventualverbindlichkeiten gem. § 51 Abs. 13 BWG.
Durch das BaSAG wurden die EU-Richtlinien 2014 /59/EU über die Festlegung eines Rahmens für die Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten und Wertpapierfirmen in Österreich umgesetzt. Demnach sind für den Aufbau eines ex-ante Fonds iSd § 123 BaSAG regelmäßige Beiträge zu leisten. Die Höhe der Beiträge richtet sich gemäß § 126 BaSAG nach dem Verhältnis der Höhe Verbindlichkeiten abzüglich der gesicherten Einlagen des Instituts zu den aggregierten Verbindlichkeiten abzüglich gesicherter Einlagen aller in Österreich zugelassenen Institute. Diese Beiträge sind entsprechend dem Risikoprofil des Instituts anzupassen. Im Jahr 2015 hat die RLB Vorarlberg einen Beitrag von 2.032 TEUR bar geleistet. Details dazu siehe Anhang zum Jahresabschluss unter B. Erläuterungen zu Bilanzposten, Punkt 21. Art und Betrag wesentlicher Eventualverbindlichkeiten gem. § 51 Abs. 13 BWG.
Institutionelles Sicherungssystem
Ein institutsbezogenes Sicherungssystem (Institutional Protection Scheme - IPS) im Sinne des Art. 113 Abs. 7 CRR ist eine vertragliche oder satzungsmäßige Haftungsvereinbarung, welche die teilnehmenden Institute absichert und insbesondere bei Bedarf ihre Liquidität und Solvenz sicherstellt, um einen Konkurs zu vermeiden. Darüber hinaus ermöglicht ein IPS den teilnehmenden Instituten Risikopositionen – mit Ausnahme von Risikopositionen, die Posten des harten Kernkapitals, zusätzlichen Kernkapitals oder Ergänzungskapitals gemäß der CRR bilden – gegenüber Gegenparteien, mit denen sie ein IPS abgeschlossen haben, mit einem Risikogewicht von 0 Prozent zu bewerten. Das Risikogewicht ist für die Berechnung der Eigenmittelerfordernisse nach der CRR relevant.
Die FMA hat auf Antrag mittels Bescheid im Dezember 2014 der Bildung eines institutsbezogenen Sicherungssystems (IPS) gemäß Art. 49 Abs. 3 CRR für die Vorarlberger Raiffeisenorganisation die Zustimmung erteilt. Mitglieder sind alle Vorarlberger Raiffeisenbanken, die RLBV und die Walser Privatbank AG.
Auf Bundesebene wurde ebenfalls ein IPS errichtet. Die RLBV als Zentralinstitut der RBGV ist neben anderen Raiffeisenlandesbanken, der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG, der Raiffeisen Wohnbaubank sowie der Raiffeisen Bausparkasse dabei Mitglied.
Zur Erfüllung der Anforderungen des IPS wurden die bestehenden Risikomanagementsysteme und das Berichtswesen weiter verbessert. Basis für das Bundes- und das Landes-IPS sind einheitliche Risikoleitfäden, die im Rahmen des Früherkennungssystems der Österreichischen Einlagensicherung (ÖRE) beziehungsweise der Vorarlberger Landeseinlagensicherung zur Anwendung kommen.

References: § 237
 § 64
 § 13
 § 51
 § 123
 § 126
 § 51
 Art. 113
 Art. 49