Source: http://doczz.nl/doc/1050179/mobbing-am-arbeitsplatz
Timestamp: 2018-04-26 07:12:26+00:00

Document:
Informationen und Tipps zur Konfliktlösung
»So entkommen Sie der Mobbing-Falle«
Mobbing ist ein Prozess
Phasenmodell - Der Verlauf von Mobbing
Warum entsteht Mobbing?
Täter - Opfer - Betroffene
Maßnahmen gegen Mobbing - Interventionen
Was können Mobbingbetroffene konkret tun?
Gesprächs- und Bündnispartner suchen
Die Abhängigkeit von Mobbing verringern
Selbstbewusst auftreten, Angriffe abwehren
Ausgleich außerhalb der Arbeit
Was können Kollegen tun?
Handlungsmöglichkeiten für Arbeitgeber
Rechtliche Abhilfe gegen Mobbing
Strafrecht und Mobbing
Allgemeine zivilrechtliche Maßnahmen bei Mobbing
Schadenersatz und Schmerzengeld bei Mobbing
Arbeitsrechtsmaßnahmen bei Mobbing
Fürsorgepﬂicht des Arbeitgebers
Verhaltenspﬂichten der Arbeitnehmer
Konkrete Maßnahmen von Seiten des Arbeitgebers bei Mobbing
Maßnahmen seitens der Betroffenen
Wann ist ein vorzeitiger Austritt berechtigt?
AK Infoservice
Überwachungsrecht gemäß § 89 Z 3 ArbVG
Interventionsrecht gemäß § 90 ArbVG
Anhörungs- und Beratungsrecht gemäß § 92 a ArbVG
Mitwirkungsrecht gemäß § 97 (1) Z 8 und 9 ArbVG
Psychologische Beratung - Behandlung/Psychotherapie
Was leistet psychologische Behandlung/Psychotherapie?
Was kostet psychologische Behandlung/Psychotherapie?
Beruﬂiche Supervision und Mediation
Beruﬂiche Um- bzw. Neuorientierung
Auszug einschlägiger Rechtsnormen
Mobbing ist ein Modewort. Es wird oft leicht in den Mund genommen,
wenn am Arbeitsplatz Streitigkeiten oder Unverschämtheiten passieren.
Konﬂikte, also Auseinandersetzungen zwischen Arbeitskollegen oder zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, kommen alltäglich vor. Sie sind also
„normal“, weder gut noch schlecht und werden normalerweise durch einen Kompromiss bzw. einen Interessenausgleich zwischen den Beteiligten gelöst.
Mobbing entsteht dagegen, wenn ein Konﬂikt „entgleist“: Der Boden der
sachlichen Auseinandersetzung wird verlassen und eine Person systematisch und über einen längeren Zeitraum derartig angegriffen, sodass ihre
soziale Integrität in Frage gestellt wird.
Obwohl es Mobbing wahrscheinlich schon immer gegeben hat gibt, wurde es erstmals in den 1980er Jahren systematisch erforscht und theoretisch aufgearbeitet.
Mobbing umfasst gezielte und wiederholte Angriffe auf eine Person oder
Gruppe, mit der Absicht, den Gemobbten zu ärgern, zu schikanieren, zu
terrorisieren und aus der betrieblichen Gemeinschaft auszuschließen.
Feindselige Angriffe und negative Kommunikation (direkt und indirekt)
sollen den Betroffenen benachteiligen, seine Leistung herabsetzen, sein
Ansehen schädigen, seinen Selbstwert untergraben, ihn zermürben und
die Zusammenarbeit vergiften.
Mobbing ist durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet:
n konﬂiktbelastet und feindselig: Worte, Gesten oder das Verweigern
jeglichen Gesprächs zeigen eine feindselige Spannung an, die von den
Betroffenen nicht aufgelöst werden kann und auch nicht von selbst
n systematisch und oft: Von Mobbing im engeren Sinn spricht man,
wenn feindliche Angriffe mindestens einmal pro Woche über einen
Zeitraum von sechs Monaten gesetzt werden. Mobbing kann aber
auch schon vorliegen, wenn massive Handlungen über einen kürzeren
Zeitraum hinweg vorkommen.
n persönlich und unfair: Bei Mobbing werden Menschen und Gruppen
in ihrer Leistung und in ihrer Persönlichkeit direkt angegriffen Die Konﬂiktparteien stehen nicht mehr gleichwertig gegenüber. Die mobbingbetroffenen Personen geraten in eine machtlose Situation.
Das Ziel ist der Ausstoß aus dem System: Letztlich soll durch Mobbing
der Eindruck entstehen: „Diese Person passt nicht zu uns“. Anstatt einen
Interessenausgleich zu suchen, wird bei Mobbing die Lösung in der Eliminierung dieser Person von ihrem Arbeitsplatz, in deren Ausstoß aus dem
Betrieb, manchmal sogar aus dem Erwerbsleben, gesucht.
Mobbing liegt nicht in einer einmaligen Handlung begründet, sondern
Mobbing ist eine prozesshafte, schleichende Entwicklung von gewisser
Dauer, die feindselig und schikanös ist.
Anfangs stellen Mobbingbetroffene feindselige Handlungen gegen sich
fest, ohne dass sie sich erklären können, warum derartige Handlungen
gesetzt werden. Viele suchen die Schuld dafür zunächst bei sich selbst.
Manche protestieren gegen diese feindseligen Übergriffe oder leisten aktive Gegenwehr. Andere hoffen, dass sich diese Situation von allein bessert. Geht der Prozess weiter, wird Gegenwehr der Betroffenen immer
Die prozesshafte Entwicklung von Mobbing kann in einem Phasenmodell
Das Modell zeigt, wie aus verschleppten oder ungelösten Konﬂikten Mobbing entsteht. Durch einzelne Unverschämtheiten und Gemeinheiten wird
die sachliche Ebene der Auseinandersetzung verlassen. Eine Person wird
zum „Blitzableiter“ oder „Sündenbock“ gemacht, auch wenn sie mit dem
ursprünglichen Konﬂikt nichts zu tun hat.
Wenn das Mobbinggeschehen voll im Gang ist, geschehen oft Rechtsbrüche und Übergriffe von Vorgesetzten und/oder Dienstgebern. Mit Absicht oder aus Unverständnis werden Maßnahmen gegen die mobbingbetroffene Person gesetzt, anstatt sie zu unterstützen und die Mobber
einzugrenzen. Nicht selten kommt es vor, dass die Mobbingbetroffenen
(und nicht die Täter) verwarnt, versetzt oder gar gekündigt werden. In
dieser Phase wird nicht nur von der Unternehmensführung bzw. Personalverwaltung die Situation verkannt, auch ärztliche oder psychologische
Fehldiagnosen können hier vorkommen.
Das Phasenmodell beschreibt einen »typischen« Verlauf. Je nach betrieblichen Rahmenbedingungen und Ressourcen der am Mobbing Beteiligten, kann der Verlauf vom Modell abweichen.
Keinesfalls muss ein einmal begonnener Mobbingprozess zwangsläuﬁg
im Ausschluss aus der Arbeitswelt enden. Rechtzeitig gesetzte Interventionen können dazu führen, dass Mobbing gestoppt und der Konﬂikt auf
sachlicher Ebene gelöst wird.
einzelne Unverschämtheiten
und Gemeinheiten
Erste Stress-Symtome, Bewältigung
durch individuelle Anpassung:
Versöhnungsangebote, Ignorieren,
Kampf, Konfliktbearbeitung
Konzentration auf eine
Angst, Verwirrung, Selbstzweifel,
Zunahme der Isolierung,
Rechtsbrüche durch Über- und
Fehlgriffe der Personalverwaltung
Innere Kündigung, Rückzug oder
Auflehnung, Beschwerden,
Erschöpfung und verstärkte
Ärztliche und therapeutische
vergebliche juristische Schritte
Generelle Verunsicherung und
Misstrauen, tiefe Verzweiflung,
posttraumatisches Stress-Syndrom
Ausschluss aus der Arbeitswelt
Versetzungen (mehrfach), Abschieben auf funktionslosen Arbeitsplatz, Kaltstellen, langfristige
Arbeitsunfähigkeit, Einlieferung
in eine Nervenheilanstalt,
Kündigung, Frühpension,
Depression, Obsession,
Suchtmittelmissbrauch,
massive Gesundheitsstörungen,
Selbstmord(versuche)
Es ist eine Vielzahl von psychisch schmerzhaften Handlungen denkbar,
die gegen eine Person, die zum Mobbingbetroffenen wird, gesetzt werden
kann. Der Pionier der Mobbingorschung Heinz Leymann hat 45 typische
Mobbinghandlungen herausgearbeitet, die von Mobbingbetroffenen immer wieder genannt wurden.
Die 45 Mobbinghandlungen nach Leymann sind folgende:
Vorgesetzte schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
Kollegen schränken die Möglichkeiten ein, sich zu äußern
Man spricht nicht mehr mit dem Betroffenen
Man lässt sich nicht ansprechen
Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen
Den Arbeitskollegen wird verboten, den Betroffenen anzusprechen
Man wird wie „Luft“ behandelt
Man macht sich über eine Behinderung lustig
Man imitiert den Gang, die Stimme oder Gesten, um jemanden
Man greift die politische oder religiöse Einstellung an
Man beurteilt den Arbeitseinsatz in falscher und kränkender Weise
Man stellt die Entscheidungen des Betroffenen in Frage
Man ruft dem Betroffenen obszöne Schimpfworte oder andere
entwürdigende Ausdrücke nach
Man nimmt ihm jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, so dass er
sich nicht einmal selbst Aufgaben ausdenken kann
Man gibt ihm sinnlose Arbeitsaufgaben
Man gibt ihm Aufgaben weit unter seinem eigentlichen Können
Man gibt ihm „kränkende“ Arbeitsaufgaben
Man gibt dem Betroffenen Aufgaben, die seine Qualiﬁkation
übersteigen, um ihn zu diskreditieren
Zwang zu gesundheitsschädigenden Arbeiten
Anwendung leichter Gewalt, zum Beispiel um jemanden einen
„Denkzettel“ zu verpassen
Man verursacht Kosten für den Betroffenen, um ihm zu schaden
Man richtet physischen Schaden im Heim oder am Arbeitsplatz
des Betroffenen an
Sexuelle Handgreiﬂichkeiten
Warum entsteht Mobbing ?
Mobbing entsteht nicht zufällig. Meistens ist es ein Ventil für schwer wiegende Probleme innerhalb eines Teams oder eines Betriebes. Mobbing
entsteht nicht aufgrund einer einzelnen Ursache, sondern in einem Geﬂecht aus ursprünglichen Konﬂikten, individuellen Verhaltensweisen, begünstigenden Rahmenbedingungen. Dazu zählen:
n Zeitdruck, Stress, Unterbesetzung;
n mangelnde Organisation: unklare Verantwortungsbereiche, widersprüchliche oder nicht erfüllbare Aufgaben, zu enger Handlungsspielraum, umständliche Dienstvorschriften;
n persönliche Gründe des Mobbers: Konkurrenz und Neid (auf Kompetenz, Qualiﬁkation, Leistungsfähigkeit, Ansehen des Gemobbten),
Frustration in der Arbeit, geringes Selbstwertgefühl, Überforderung,
Ablenken von eigenen Fehlern und Ängsten, Egoismus, mangelnde
Kommunikationsfähigkeit, geringes moralisches Niveau, private Probleme;
n im Team: Cliquenbildung („die Alten - die Neuen“), Gruppendruck,
Konﬂiktvermeidung, fehlende Kritikfähigkeit, unglückliche soziale Zusammensetzung, Gleichgültigkeit, Langeweile;
n Deﬁzite im Führungsverhalten: undurchschaubare Entscheidungen,
keine Information über neue Ziele und Entwicklungen, fehlende Gesprächsbereitschaft, kein aktives Konﬂiktmanagement, ignorieren
struktureller Probleme (Spannungen werden als Privatsache erklärt),
n Reorganisation und Neustrukturierung des Arbeitsbereiches oder Betriebes, Angst um den Arbeitsplatz; interne Verteilungskämpfe, um die
eigene Position zu halten oder zu verbessern.
Vielen Tätern ist zunächst gar nicht bewusst, wie stark der Druck ist, den
sie erzeugen. Wenn man sie mit den Folgen ihrer Handlungen konfrontiert
(z.B. durch Vorgesetzte, über medizinische Gutachten), geben sie sich
überrascht, dass sich jemand „diese Kleinigkeiten“ so zu Herzen nehmen
kann. Dahinter verbirgt sich oft ein weiterer Angriff, indem der Betroffene
wegen seiner angeblichen „Schwäche“ bloßgestellt werden soll. Auch die
meisten Vorgesetzten weisen die Feststellung, dass in ihrem Team oder
Betrieb gemobbt wird, zumeist vehement zurück („Bei uns gibt es so etwas nicht“).
Häuﬁg wird auch den Betroffenen Schuld an ihrer Situation gegeben, weil
sie durch ihr auffälliges Verhalten oder ihre „Art“ das Mobbing überhaupt
erst verursacht hätten. Tatsächlich ist es zumeist umgekehrt.
Hinzu kommen noch branchenspeziﬁsche Bedingungen für Mobbing.
Grundsätzlich kann beobachtet werden, dass je besser die Arbeit strukturiert und Erfolge klar erkennbar sind, desto geringer ist die Mobbinggefahr. Bei nicht messbaren Arbeitserfolgen und betreuenden Aufgaben
wie z.B. im Gesundheits- und Verwaltungsbereich kommt Mobbing überdurchschnittlich häuﬁg vor. Durch die starke persönliche Einbindung in die
Arbeit bieten sich außerdem mehr Angriffsﬂächen.
Bei Mobbing werden auch die Kollegen zutiefst verunsichert. Oft beobachten sie die Mobbinghandlungen, ohne dagegen einzuschreiten und tolerieren sie damit stillschweigend. Manchmal werden die Mobbinghandlungen auch belacht („Das ist ja nur Spaß“) oder offen gutgeheißen („Da
trifft es den Richtigen“). Dahinter stehen zumeist Gruppendruck, die Angst
selber ins Schussfeld zu geraten, mangelnde Zivilcourage und Gleichgültigkeit.
Wen betrifft Mobbing ?
Repräsentative Studien ergeben, dass ca. 5,5% der Beschäftigen im Laufe eines Jahres von Mobbing betroffen sind. In einem Betrieb mit 500 Mitarbeitern ist mit 27 Mobbingfällen pro Jahr zu rechnen. Jeder Neunte wird
ein Mal in seinem Berufsleben Ziel von Mobbinghandlungen.
Niemand ist vor Mobbing gefeit. Jeder Mensch hat „Besonderheiten“, die
zum Anlass eines Mobbingangriffs werden können: Stärken (Beliebtheit,
Engagement, Fleiß, Intelligenz), Schwächen (geringe Qualiﬁkation, Stottern, altmodische Kleidung etc.) oder sonstige Eigenschaften (alt/jung,
klein/groß, aus einer bestimmten Gegend usw.).
Ein erhöhtes Mobbingrisiko besteht u.a. für
n Frauen generell (75% erhöhtes Mobbingrisiko gegenüber Männern),
n Frauen speziell unter 25 Jahren und in traditionellen Männerpositionen
oder -berufen,
n Männer über 50 Jahren,
n Praktikanten, Berufsanfänger, neu ins Team gekommene Kollegen,
n Menschen mit auffälligen Behinderungen (z.B. starke Brille, Hörgerät,
Gehbehelf).
Bei Mobbingprozessen taucht immer wieder die Behauptung auf, dass
Betroffene an der Mobbingsituation selbst schuld seien, dass sie besonders schwierige Persönlichkeiten seien oder durch ihre auffälligen Verhaltensweisen Mobbing erst verursacht hätten.
Dem widersprechen aktuelle Untersuchungen in österreichischen Mobbingberatungsstellen, die zeigen, dass es KEINE spezielle „Opferpersönlichkeit“ gibt. Mobbingbetroffene zeigen keine Persönlichkeitseigenschaften,
die Mobbing provozieren. Sie zeigen sich allerdings nachgiebiger und versöhnlicher, aber auch aufrichtiger und freimütiger als Nichtbetroffene.
Mobbing entsteht nicht aufgrund auffälliger Persönlichkeiten oder Verhaltensweisen, sondern: Mobbing treibt Personen immer mehr in die Enge,
sodass sie am Ende auffällige Verhaltensweisen an den Tag legen. Gereiztheit, sozialer Rückzug, emotionale Labilität, Leistungsabfall etc. sind
Folgen von Mobbing, nicht Ursache.
Mobbingsituationen sind durch eine soziale Schieﬂage, also durch ein
Unter- bzw. Überlegenheitsverhältnis charakterisiert. Man kann auch von
einer Täter-Opfer-Beziehung sprechen.
Wenn man Mobber als Täter bezeichnet, bringt man zum Ausdruck, dass
ihre Verhaltensweisen kein Kavaliersdelikt darstellen, sondern Taten mit
schwerwiegenden Konsequenzen sind.
Die Bezeichnung Opfer bringt zum Ausdruck, dass von Mobbing Betroffene schwer geschädigt werden. Gleichzeitig verbinden wir mit der Opferrolle aber auch Hilﬂosigkeit und Unterlegenheit, wodurch sich Betroffene
oft stigmatisiert fühlen. Es ist daher meist besser, von Betroffenen zu sprechen.
Oberstes Ziel der persönlichen Mobbingabwehr ist es, aus der hilﬂosen
Opferrolle heraus in die Rolle des aktiven Betroffenen zu gelangen. Die
eigene Handlungsfähigkeit soll wiederhergestellt werden. Grundsätzlich
gilt: Je früher man etwas unternimmt, desto leichter kann Mobbing abgestellt werden.
Die Auswirkungen von Mobbing sind erheblich:
n Bei mehr als 98% der Betroffenen ist das Arbeits- und Leistungsvermögen beeinträchtigt, verbunden mit Motivationsverlust, Misstrauen,
Nervosität, Verunsicherung und sozialem Rückzug.
n Mehr als 40% der Betroffenen erkranken infolge von Mobbing, davon
rund die Hälfte für mehr als sechs Wochen.
n Rund 35% der Betroffenen wechseln den Arbeitsplatz innerhalb des
n 20% kündigen selbst, 15% werden gekündigt, 7% werden erwerbsunfähig oder gehen vorzeitig in Pension.
n Negative Folgen für den Betrieb sind u.a. krankheitsbedingte Ausfälle, Störungen im Arbeitsablauf, Qualitäts- und Produktionsrückgänge
sowie Kosten für Aushilfskräfte, Kündigungen, Abfertigungen, Neueinstellungen und Einarbeitungszeiten.
n Allgemeinkosten ergeben sich durch Krankschreibungen, Arztbesuche,
Medikamente, Klinik- und Kuraufenthalte, Psychotherapie, Arbeitslosigkeit, Berufs-/Erwerbsunfähigkeit, Frühpension.
Viele Betroffene glauben zunächst gar nicht, dass sie gemobbt werden, oft
machen sie „gute Miene zum bösen Spiel“. Dahinter steht die Hoffnung,
dass die Angriffe irgendwann von selber aufhören. Viele suchen auch die
Schuld für die Angriffe bei sich selbst: „Was mache ich bloß falsch, dass
die Anderen so gemein zu mir sind?“ Oft sind es Außenstehende, Freunde
oder Mitarbeiter einer Beratungsstelle, die den Betroffenen die tatsächliche Situation bewusst machen und Möglichkeiten aufzeigen, gegen die
Angriffe etwas zu tun.
Mobbing kann zu regelrechtem Psychoterror werden. Die Verunsicherung
der Betroffenen nimmt nach einiger Zeit so große Ausmaße an, dass sie
kaum noch arbeitsfähig sind. Sie denken ständig an die Probleme in der
Arbeit und können in der Freizeit nicht mehr abschalten oder sich erholen.
Der psychische Stress verursacht zahlreiche Symptome (Schlafstörungen,
Magenbeschwerden, morgendliche Übelkeit, Weinen am Arbeitsplatz, Zittern u.a.m.). Auch psychische Störungen treten auf (vor allem Depression,
Angst-, Anpassungs- und somatoforme Störungen). Mobbing überschattet immer mehr das Privatleben. Wenn Fachärzte aufgesucht werden,
stellen diese häuﬁg fest, dass den Betroffenen die Weiterarbeit unter den
herrschenden Bedingungen nicht zumutbar ist. In einzelnen Fällen bleibt
den Betroffenen nur noch der Rechtsweg, um mit Unterstützung eines
Rechtsanwaltes bzw. vor Gericht die Angriffe und Belästigungen abzustellen und ﬁnanzielle Ansprüche (Schadenersatz, Entschädigungszahlungen)
Es sind nicht nur die Kosten von Kündigung, Personalsuche, Fehlzeiten
und Krankenständen, die sich negativ niederschlagen. Vor allem der Umstand, dass nach Untersuchungen Mobbingbetroffene und Mobbingtäter
ca. 40% ihrer Arbeitszeit für das Mobbinggeschehen aufwenden, zeigt,
welche Produktivitätsverluste eintreten können. Motivationsverlust, steigende Fehlerquoten und Imageverluste bei Kunden sind nur einige Beispiele dafür, dass der Unternehmenserfolg durch Mobbing negativ beeinﬂusst wird.
Die betriebswirtschaftlichen Kosten, die ein Mobbingfall verursacht, werden zwischen `7.000,- und `15.000,- Euro pro Fall, je nach beruﬂicher
Stellung der Betroffenen, beziffert.
Da Mobbing betriebswirtschaftlich großen Schaden anrichten kann, sollte
das Interesse vom Arbeitgeber, Mobbing im Betrieb hintanzuhalten und
wirksam zu bekämpfen, besonders groß sein.
MASSNAHMEN GEGEN MOBBING INTERVENTIONEN
Abhilfe gegen Mobbing kann auf mehreren Ebenen erfolgen: auf der individuellen Ebene, auf der Teamebene und auf der betrieblichen Ebene.
Der Lösung des Mobbingproblems Priorität geben
Das Gefühl, Mobbing ausgesetzt zu sein, entmutigt, kränkt und schwächt.
Es ist daher durchaus verständlich, dass man das Problem am liebsten
verdrängen möchte. Verdrängen führt aber vielfach zu Erkrankungen und
signalisiert den Mobbern, dass sie ohnehin nichts zu befürchten haben.
Nur aktive Gegenwehr kann Mobber einbremsen.
Je nach dem, wie weit der Mobbingprozess fortgeschritten ist, und wie
groß die noch vorhandenen Ressourcen des Mobbingbetroffenen sind,
gibt es verschiedene strategische Varianten:
n Kooperative Variante:
Damit ist eine alle Interessen berücksichtigende Gesamtlösung der
Mobbingsituation gemeint. Diese Variante wird dann gewählt, wenn
man davon ausgeht, mit den Widersachern zu einer Einigung zu kommen und Chancen für eine positive Lösung sieht. Das gewählte Verhalten besteht dann darin, dass sich Gemobbte ausdrücklich gegen
diffamierendes Verhalten verwahren, aber im Blick behalten, dass es
hinter dem diskriminierenden Verhalten einen Konﬂikt gibt, an dessen
Lösung sie bereit sind mitzuwirken.
n Konfrontative Variante:
Diese wird gewählt, wenn es nicht mehr möglich ist, mit den Mobbern
zu verhandeln, weil die Grenzen des Zumutbaren überschritten wurden, weil es keinerlei Unterstützung gibt und auch Vorgesetzte nichts
tun. Das Verhalten zielt auf die Durchsetzung von Rechten ab, Konﬂiktlösung steht dabei nicht mehr im Vordergrund. Zumeist werden juristische Maßnahmen gesetzt.
n Defensive Variante:
Dieses Verhalten bietet sich an, wenn Mobbing zu spät erkannt wurde
und der Prozess bereits weit fortgeschritten ist, oder wenn Gemobbte
bereits krank sind. Es muss dann bereits sicher sein, dass das Weggehen aus der Situation das einzig gesundheitlich Zumutbare ist. In
diesem Fall ist eine aktive Auseinandersetzung mit der Situation nicht
mehr geboten. Der Entschluss, aus dem Betrieb wegzugehen, muss
umgesetzt werden und alle damit in Zusammenhang stehenden juristischen, aber auch medizinischen Fragen geklärt werden.
Die wichtigsten Schritte der individuellen Mobbingabwehr sind:
1. Bestandsaufnahme: Was passiert? Wer macht was?
2. eigene Schwachpunkte und mögliche Gefahren erkennen
3. Überlegen: Bleiben oder Gehen?
4. Gesprächs- und Bündnispartner suchen
5. Die Abhängigkeit vom Mobber verringern
6. Den Mobber auf seine Handlungen ansprechen
7. Selbstbewusst auftreten
8. Persönliche Angriffe abwehren
9. Mit Vorgesetzten sprechen, Betriebsrat einschalten
10. Beratungsstelle aufsuchen, den Rechtsweg beschreiten
Mobbing-Tagebuch *)
*) Seite als Vorlage zum Kopieren - siehe nächste Seite
Wenn man den Verdacht oder den Eindruck hat, gemobbt zu werden, sollte man mit einer Bestandsaufnahme beginnen: Was genau passiert? Wer
macht was, wie oft, wo usw. Die Absichten und Motive spielen dabei nur
eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist vor allem eine möglichst präzise
Auﬂistung von Verhaltensweisen. Am besten ist ein Mobbingtagebuch, in
das die verschiedenen Handlungen eingetragen werden:
Ein Mobbingtagebuch hat einen zweifachen Nutzen: Erstens sichert es
Fakten und hilft so, im Fall einer Auseinandersetzung oder Konfrontation
den eigenen Standpunkt zu untermauern. („Es war am 6. Mai um 8.30
Uhr“ ist wesentlich präziser und glaubwürdiger als „irgendwann im Frühling“.) Zweitens hilft das Tagebuch, inneren Abstand zu den Vorfällen zu
gewinnen, indem man sie schriftlich festhält (und sich dann auch anderen
Dingen zuwenden kann).
Wen habe ich
Wenn man weiß, wo die eigenen Schwachpunkte liegen, an denen man
angreifbar oder gefährdet ist, kann man sich in diesen Punkten besonders
gut schützen. Das betrifft private Dinge, über die während/nach Mobbing
nicht mehr gesprochen werden sollte, Nachlässigkeiten in der Arbeit, die
man sich nicht mehr erlauben darf usw. Zugleich steckt man seine eigenen Grenzen ab.
Bei schwerem und/oder lang anhaltendem Mobbing stellt sich die Frage,
ob man an dieser Arbeitsstelle bleiben oder lieber gehen möchte. Manchmal ist ein Wechsel innerhalb des Betriebes möglich, manchmal muss
man sich überhaupt um einen neuen Arbeitsplatz umsehen. Wenn man
sich für das Bleiben entscheidet (oder nicht so einfach wechseln kann),
geht es darum, die Mobbinghandlungen wirkungsvoll zu unterbinden oder
ihnen so gut wie möglich auszuweichen.
Mobbing greift das Selbstwertgefühl an. Aus diesem Grund sollte man
unbedingt das soziale Netzwerk einschalten, d.h. mit Freunden und
außenstehenden Kollegen über die Situation sprechen, sie um ihre Einschätzung bitten und auch am Arbeitsplatz nach Verbündeten suchen.
Der Blick von außen relativiert viele Dinge, die man in der Arbeit erlebt.
Auch die eigenen Stärken werden einem wieder bewusst. Der Ausgleich
in der Freizeit hilft, von den Problemen in der Arbeit nicht aufgefressen
zu werden. Zugleich erhält man von Freunden wichtige Rückendeckung
und emotionale Unterstützung, die man in der Mobbingabwehr und in der
„Wiederaufbauphase“ danach benötigt.
Die Abhängigkeit von Mobbern verringern
Ein wichtiger Schritt zur Beendigung des Mobbings ist, innere und äußere
Distanz zum Mobber zu gewinnen. Dazu gehört einerseits, nicht ständig
über die bedrückende Situation am Arbeitsplatz und die möglichen Gründe oder die Persönlichkeit des Mobbers nachzugrübeln. Andererseits sollte die reale Abhängigkeit vom Mobber so weit wie möglich reduziert werden (z.B. Arbeitsbereiche trennen, sich keine Freundlichkeiten erwarten).
Um Mobbing wirkungsvoll zu beenden, kann man den Mobber auch auf
seine Handlungen ansprechen. Zeitpunkt, Ort und die richtigen Worte sind
dabei wie bei allen Konﬂiktgesprächen entscheidend. Der eigene Standpunkt sollte knapp und sehr deutlich vermittelt werden. Diskussionen über
verschiedene Ansichten, Relativierung etc. können später erfolgen. Das
primäre Ziel ist, dass die Mobbinghandlungen aufhören.
Ein selbstbewusstes Auftreten nimmt vielen Mobbern von vornherein den
Wind aus den Segeln. Das wird unter anderem über die Körpersprache
vermittelt: Aufrechte Haltung, feste Stimme und klarer Blick signalisieren:
„Das lasse ich mir nicht gefallen. Du trampelst nicht auf mir herum. Wenn
du nicht aufhörst, weiß ich, was zu tun ist.“
Persönliche Angriffe, Beleidigungen, Unterstellungen, ungerechtfertigte
Beschuldigungen etc. sollten umgehend zurückgewiesen werden. Wenn
Fehler passieren, sollte man natürlich dazu stehen. Unsachliche oder
überzogene Reaktionen sind aber nicht zu akzeptieren. Zugleich ist es
wichtig, keine weiteren Angriffsﬂächen zu bieten. Das ist insbesondere in
der Einarbeitungsphase wichtig. Gruppennormen sollten unbedingt beachtet werden (z.B. eine „Einstandsjause“ spendieren). Gespräche über
das Privatleben kann man stoppen, indem man deutlich vermittelt: „Darüber spreche ich nicht.“
Wenn die Mobbinghandlungen nicht nachlassen ist es oft notwendig, sich
an den Vorgesetzten bzw. die Personalstelle zu wenden und auch den Betriebsrat einzuschalten. Die persönliche Verstrickung (z.B. durch Freundschaft mit dem Mobber) und das Engagement dieser Personen können
sehr unterschiedlich sein. Wenn auch hier keine Lösung in Sicht ist, gibt
es die Möglichkeit, eine Beratungsstelle aufzusuchen und gegebenenfalls
den Rechtsweg zu beschreiten.
Mobbingbetroffene merken meist sehr rasch, wie sehr sich soziale Probleme auf das gesundheitliche Wohlbeﬁnden auswirken können. Damit
die beruﬂichen Probleme nicht das ganze Alltagsleben dominieren, ist
es wichtig, innerlich Abstand zu gewinnen und die eigenen Kraftreserven
wieder aufzutanken. Dazu gehören u.a. Freundschaften außerhalb der Arbeit, Hobbys, Sport usw.
In zwei Dritteln der Betriebe, in denen Mobbing auftritt, hat es zuvor bereits andere Mobbingfälle gegeben. Oft sehen die Kollegen den Mobbinghandlungen tatenlos zu. Sie missbilligen zwar „irgendwie“, was passiert,
schweigen aber doch. Typische Gründe für Schweigen sind: Gruppendruck, Angst, selber ins Schussfeld zu geraten, mangelnde Zivilcourage
und Gleichgültigkeit. Manchmal erscheint Mobbing „gerechtfertigt“, wenn
es sich gegen unliebsame Kollegen richtet oder es hat sogar „Unterhaltungswert“.
Wenn unbeteiligte Kollegen um Rat oder Hilfe gefragt werden, ist genaues
und geduldiges Zuhören hilfreich. Bevor man einen Rat gibt, sollte man
sich ein klares Bild von der Lage machen, Nachfragen und dabei sachliche und persönliche Aspekte voneinander trennen.
Im Team kann man generell auf ein gewisses Niveau der Auseinandersetzung achten und klar zeigen, dass man Mobbing absolut missbilligt und
Intrigen, Beleidigungen, Schreiduelle usw. nicht in Ordnung ﬁndet. Stattdessen sollte man positive Werte des Zusammenarbeitens ansprechen:
direkte Gespräche, konstruktive Zusammenarbeit, gegenseitige Anerkennung, Höﬂichkeit und Respekt.
n den Betroffenen ansprechen, Mitgefühl signalisieren: „Ich ﬁnde das
auch arg, was mit dir geschieht“;
n den Mobber auf sein Verhalten ansprechen: „Ich ﬁnde das nicht richtig,
wie du ...“;
n Mitläufer ansprechen und für die Folgen ihrer Handlungen sensibilisieren;
n im Team bei abwertenden „Scherzen“ nicht mitlachen; deutlich sagen:
„Ich ﬁnde das nicht lustig“; den Gemobbten in Sachfragen einbeziehen:
„Was ist deine Meinung dazu?“; das einseitige Bild des Gemobbten
zurechtrücken;
n Werte des Zusammenarbeitens ansprechen: „Ich ﬁnde wichtig, dass
wir direkt mit den Betroffenen reden, nicht hintenherum.“
Wenn der Konﬂikt von den Betroffenen nicht selbst bewältigt werden
kann, besteht die Möglichkeit weiterer Unterstützung: durch Vorgesetzte, den Betriebsrat, Beratungsstellen, die Arbeiterkammer u.a.m. Dabei
sollten jedoch keine Schritte ohne Einverständnis der Betroffenen unternommen werden.
Betriebsräte können bei der Prävention gegen Mobbing als auch bei der
Lösung bereits aufgetretener Mobbingkonﬂikte eine entscheidende Rolle
Ist eine Mobbingsituation bereits entstanden, so ist es auch für den Betriebsrat wichtig, die Situation ernst zu nehmen, eine Analyse vorzunehmen, zu klären, wer am Konﬂikt beteiligt ist und wie der Kräftehaushalt der
Betroffenen aussieht.
Zur Lösung des Konﬂikts ist es notwendig, Mobbingbetroffenen soziale
Unterstützung zu geben und mitzuwirken, dass ihr Kräftehaushalt gestärkt
wird. Wenn alle Beteiligten über genügend Ressourcen verfügen, kann
eine Konﬂiktlösung zu einem wirklichen Kompromiss führen.
Die gesamte Vorgangsweise sollte mit Zustimmung und in Zusammenarbeit mit dem Betroffenen gewählt werden. Wenn gewünscht, ist eine Entlastung von komplizierten Arbeitsaufgaben anzustreben, wobei Versetzungen von Mobbingbetroffenen nur über deren ausdrücklichen Wunsch
sinnvoll sind. Beim Aufdecken und Angehen des Konﬂiktes sollten mit
allen Beteiligten mehrere Einzelgespräche geführt werden. Es gibt eine
Reihe von Gesprächstechniken, die dabei sinnvoll zur Anwendung gebracht werden können. Aktives Zuhören, Akzeptanz schaffen, Perspektivenwechsel der Konﬂiktparteien fördern und Verantwortung stärken, sind
Methoden, die Konﬂikte bewusst und verhandelbar machen. Grundsätzlich sollte eher lösungsorientiert, das heißt in die Zukunft blickend, vorgegangen werden, als wahrheits- und ursachensuchend.
Wenn der dem Mobbing zugrundeliegende Konﬂikt zu Tage tritt, kann
Mobbing nur gelöst werden, indem ein Kompromiss zustande kommt, in
dem alle Beteiligten ihre Interessen gewahrt sehen.
Ist eine Verhandlungslösung der Mobbingsituation nicht möglich, ist es
wichtig, dass der Betriebsrat seine Mitbestimmungsrechte wahrnimmt
und rechtlichen Einﬂuss auf sämtliche Entscheidungen des Arbeitgebers
Man wird kaum einen Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen ﬁnden,
der zugibt, dass in seinem Bereich gemobbt wird. Dennoch kommt im
Durchschnitt auf 20 Mitarbeiter jährlich ein Mobbingfall.
Wenn Mobbinghandlungen bekannt werden, ist es wichtig, dass sich auch
Vorgesetzte des Problems annehmen. Wegschauen oder Bagatellisieren
(„Macht das untereinander aus“, „Man muss die Vergangenheit hinter sich
lassen“, „Kindereien“, „Weiberkram“ etc.) verschlimmern auf Dauer die
Situation ebenso wie allgemeine moralische Appelle.
Von Vorgesetzten wird erwartet, dass sie eindeutig gegen Mobbing Stellung beziehen. Sie erfüllen eine wichtige Vorbildfunktion wenn sie zeigen,
dass Mobbing absolut inakzeptabel ist und Respekt und Höﬂichkeit von
Allen und für Alle gewünscht wird. Damit sorgen sie für ein gutes Arbeitsklima und konstruktive und stabile Zusammenarbeit. Das übergeordnete
Ziel ist es, das Team arbeitsfähig und die Belastung für die Mitarbeiter so
Bei einem klaren Mobbingfall sollten Vorgesetzte in jedem Fall eindeutig
n Mobber gezielt ansprechen, zerstörerische Verhalten klar benennen,
n Verhaltensänderung fordern,
n Sanktionen androhen bzw. verhängen,
n möglichen Betroffenen Unterstützung anbieten,
n im Team Werte des Zusammenarbeitens besprechen.
Darüber hinaus kann es hilfreich sein, Supervision/Coaching und spezielle
Fortbildungen zum Thema zu nutzen.
Sind diese Mittel nicht erfolgreich, sind Machteingriffe gegen die Mobber
oftmals unvermeidbar. Die arbeitsrechtlichen Sanktionen können von Verwarnungen, über Versetzungen bis zur Kündigung bzw. auch Entlassung
Oft entwickelt sich in einem Betrieb Mobbing ohne dass die Beteiligten
wissen, was sie tun und welch verheerende Folgen ihr Verhalten haben
Mobbing wird durch respektvollen Umgang miteinander eingegrenzt. Je
stärker es missbilligt wird, desto seltener und kürzer tritt es auf. In diesem
Sinn wirken auch allgemeine präventive Maßnahmen. Es geht dabei darum, Mobbing aktiv zum Thema zu machen und von der Führungsspitze
abwärts eine klare und eindeutige Gegenposition zu beziehen. Das kann
u.a. durch folgende Maßnahmen geschehen:
n Sensibilisierung und Aufklärung im Team, im Betrieb,
n Informationsveranstaltungen, Artikel in der Hauszeitung etc.,
n Identiﬁzierung von Mobbingauslösern und begünstigenden Faktoren,
n organisatorische Änderungen, Reduktion von Mobbing fördernden
n Supervision und Fortbildungen für gefährdete Gruppen,
n institutionalisierter Umgang mit Mobbing (Betriebsvereinbarungen,
Maßnahmen, die eine faire Streitkultur im Betrieb fördern, sollten vom Betriebsrat ergriffen oder unterstützt werden.
Mobbing ist kein Rechtsbegriff. Es gibt keine Rechtsnormen, die sich direkt auf Mobbing beziehen. Mobbing ist eine Querschnittsmaterie, wobei
einzelne Mobbinghandlungen sowohl strafrechtliche, zivilrechtliche, arbeitsrechtliche oder öffentlich-rechtliche Konsequenzen haben können.
Beinahe immer treten schwierige rechtliche Auslegungsfragen auf. Nur in
seltenen Fällen kann auf Rechtssprechung zurückgegriffen werden.
Dazu kommen immer gravierende Beweisprobleme. Zumeist liegt die Beweislast für rechtliche Abhilfemaßnahmen bei den mobbingbetroffenen
Arbeitnehmern, für die oft der Nachweis der unter „Vier-Augen“ gesetzten
feindlichen Maßnahmen äußerst schwerfallen wird.
Es ist wichtig, rechtliche Abwehrmaßnahmen zu kennen, damit sich Arbeitnehmer und Betriebsräte erfolgreich gegen Mobbing zur Wehr setzen
können. Allein schon das Wissen um Rechtspositionen stärkt das Selbstbewusstsein und die Kampfkraft gegenüber den Mobbern. Damit wird
den Mobbern auch signalisiert, dass mit Gegenwehr zu rechnen ist. Allein
das kann die Feindseligkeiten möglicherweise stoppen.
Vor allem ist es aber für Betriebsräte wichtig, die diesbezügliche Rechtslage zu kennen, nicht zuletzt mit dem Ziel, Betriebsvereinbarungen über
den sozialen Umgang im Betrieb zu schließen und auch tatsächlich mit
Da die rechtliche und beweisliche Beurteilung bzw. die Riskeneinschätzung immer von den Umständen des einzelnen Falles abhängt, ist es jedenfalls sinnvoll, Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen und sich rechtzeitig zu erkundigen, damit nicht Fristen übersehen werden.
Bei der rechtlichen Beurteilung von Mobbinggeschehen muss auch danach differenziert werden, von wem das Mobbing ausgeht. Vor allem in
zivilrechtlicher Hinsicht macht es einen Unterschied, ob als Mobber der
Arbeitgeber bzw. Vorgesetzter anzusehen ist oder ob Mobbing unter Arbeitskollegen geschieht.
Einen Straftatbestand Mobbing gibt es in Österreich derzeit nicht.
Das österreichische Strafrecht ist ein Einzeltatstrafrecht, das prinzipiell
nur einzelne Handlungen eines Täters unter Strafe stellt. Strafrecht kann
daher bei Mobbing nur insofern relevant sein, als einzelne im Zuge eines
Mobbingverlaufes vom Mobber Handlungen gesetzt werden, die Strafrechtsnormen verletzen.
Bei den sogenannten Ofﬁzialdelikten (Körperverletzung, gefährliche Drohung) ist das Verhalten von Amtswegen zu verfolgen. Eine Anzeige kann
von jedem erstattet werden und zwar bei der Staatsanwaltschaft oder bei
der Sicherheitsbehörde (Polizei), den Bezirksgerichten oder dem Untersuchungsrichter. Die spätere Zurückziehung einer Anzeige beendet das
Verfahren nicht. Der Verfahrensausgang hängt allein von der Einschätzung
bzw. der weiteren Vorgangsweise des Staatsanwaltes ab. Der Staatsanwalt kann entweder eine Voruntersuchung beantragen oder das Verfahren
Bei Verbalattacken handelt es sich um Privatanklagedelikte. Eine strafrechtliche Verfolgung des Täters kommt nur in Betracht, wenn der Verletzte
die Beleidigung selbst zur Anzeige bringt. Bei den Ehrenbeleidigungsdelikten (Beleidigung und Rufschädigung) genügt die bloße Erhebung einer
Strafanzeige nicht. Vielmehr muss der Beleidigte binnen sechs Wochen
ab Kenntnis von Tat und mutmaßlichem Täter eine Privatanklage beim
zuständigen Gericht (das ist in der Regel das örtlich zuständige Bezirksgericht) mit einem Antrag auf Vorerhebungen einbringen. Die ist jedoch
mit hohen Risken, vor allem Kostenrisiken, verbunden. Vor allem aufgrund
des komplizierten Verfahrens (verschiedene Anträge) ist die Beauftragung
eines Rechtsanwaltes ratsam.
Der Anspruch auf Unterlassung der Eingriffe in die Privatsphäre durch
beharrliche Verfolgung (Stalking) kann mit einstweiligen Verfügungen gesichert werden.
Auch in zivilrechtlicher Hinsicht muss zur Beurteilung der Mobbinghandlungen auf die Einzelhandlungen abgestellt werden.
Zivilrechtlich ist vor allem an die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen, insbesonders von Schmerzengeld, zu denken.
Neben Schadensersatzansprüchen können Unterlassungsansprüche geltend gemacht werden, wenn die akute Gefahr einer drohenden künftigen
Rechtsverletzung nachgewiesen werden kann, das heißt Wiederholungsgefahr besteht. Im Zusammenhang mit Mobbing ist vor allem an Fälle der
Ehrenbeleidigung nach § 1330 ABGB zu denken, wenn Gefahr besteht,
dass weitere künftige Ehrverletzungen den Gemobbten treffen können.
Darüber hinaus gibt es noch den Widerruf ehrverletzender Äußerungen
durch Veröffentlichung, wenn der Betroffene durch die Verbreitung unwahrer, seinen wirtschaftlichen Ruf schädigenden Tatsachen verletzt worden ist.
Zu beachten ist, dass es schwierig sein kann obige Ansprüche durchzusetzen, weil den Kläger (Mobbingbetroffener) bei Gericht die volle Beweislast für alle Tatbestandselemente trifft.
Um Schadenersatz und Schmerzensgeld zu erlangen, muss jeweils der
Nachweis erbracht werden, dass einzelne Mobbinghandlungen gegen
Rechtspﬂichten verstoßen, das heißt rechtswidrig sind. Darüber hinaus
muss der Mobber schuldhaft handeln, damit ein Schadenersatzanspruch
entstehen kann. Vom Kläger ist der ursächliche Zusammenhang zu beweisen.
Ein Anspruch besteht auf Ersatz von Kosten, die durch Therapien bzw.
medizinische Behandlungen entstanden sind, wenn diese nicht oder nur
zum Teil von Krankenkassen getragen werden. Diese können bei Gericht
binnen drei Jahren eingeklagt werden. In Verträgen oder Kollektivverträgen festgelegte Verfallsfristen sind aber zu beachten.
Körperverletzung bzw. physische Beeinträchtigung sind dann ersatz-
pﬂichtig, wenn sie nur auf Mobbing und nicht auch auf andere Ursachen
zurückgehen können bzw. wenn durch Mobbinghandlungen bereits bestehende Krankheiten oder Symptome verschlimmert werden.
Weiters kann an die Geltendmachung rechtlicher Schadensersatzansprüche gedacht werden, wenn eine Ehrenbeleidigung oder die Verbreitung
unwahrer Tatsachen vorliegt, die den Kredit, den Erwerb oder das Fortkommen des Mobbingbetroffenen gefährden. Ein Anspruch besteht in
diesen Fällen jedoch nur auf Vermögensschäden, nicht aber auf Schmerzensgeld zum Ausgleich der erlittenen Gefühlseinbuße.
Das Gleichbehandlungsgesetz (Gleichbehandlungsgesetz und Bundesgesetz über die Gleichbehandlung von Mann und Frau im Arbeitsleben)
macht die Geltendmachung von ideellen Schäden in bestimmten Fällen
möglich. Es besagt, dass, wenn jemand auf Grund des Geschlechts, des
Alters, der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion, der Weltanschauung
und der sexuellen Orientierung direkt oder indirekt diskriminiert wird, Anspruch auf Schadenersatz besteht. Soweit der Nachteil nicht nur in einer
Vermögenseinbuße besteht, hat die betroffene Person zum Ausgleich der
erlittenen persönlichen Beeinträchtigung Anspruch auf angemessenen
Im Fall der sexuellen Belästigung beträgt der Schadenersatz mindestens
` 720,-. In den anderen in den Gesetzen angeführten Fällen beträgt der
Schadenersatz mindestens `400,-.
Die Schadenersatzansprüche bei sexueller Belästigung und bei geschlechtsbezogener Belästigung sind nach dem Gleichbehandlungsgesetz binnen einem Jahr bei Gericht einzuklagen.
In den anderen Fällen ist der Schadenersatzanspruch binnen sechs Monaten beim zuständigen Arbeits- und Sozialgericht einzuklagen. Auf Grund
der obigen Diskriminierungstatbestände besteht auch die Möglichkeit,
sich an die Gleichbehandlungsanwaltschaft bzw. an die Gleichbehandlungskommission zu wenden. Die entsprechenden Kontakte können auch
über die Arbeiterkammer hergestellt werden.
Bei einer Belästigung aufgrund einer Behinderung ist gemäß BundesBehindertengleichstellungsgesetz der Schadenersatz von mindestens
` 400,--, bei Bundesbediensteten mindestens ` 720,--, binnen sechs
Monaten gerichtlich geltend zu machen. Ein Schlichtungsverfahren hat
aber zwingend voranzugehen.
Wird rechtswidrig und schuldhaft in die Privatsphäre eingegriffen oder wer-
den Umstände aus der Privatsphäre offenbart oder verwertet (Stalking),
ist der dadurch entstandene Schaden (nach § 1328a ABGB) zu ersetzen.
Wird der Betroffene in der Öffentlichkeit bloßgestellt, besteht Anspruch
auf eine Entschädigung für die erlittene persönliche Beeinträchtigung.
Zu beachten sind auch die jeweiligen Landesgleichbehandlungsgesetze.
ARBEITSRECHTSMASSNAHMEN BEI MOBBING
In arbeitsrechtlicher Hinsicht geht es bei Mobbing zumeist um die Frage,
inwieweit die Persönlichkeit des Arbeitnehmers durch Nebenpﬂicht aus
dem Arbeitsvertrag geschützt ist. Für die Beurteilung ist auch wesentlich,
von wem Mobbing ausgeübt wird - ob dies vom Arbeitgeber oder seinen
Vertretern passiert oder ob die Mobber Arbeitnehmer bzw. Arbeitskollegen des Mobbingbetroffenen sind.
Rechtswissenschaftlich werden hinsichtlich des Persönlichkeitsschutzes
im Arbeitsrecht unterschiedliche Theorien gebildet; Oberstgerichtliche
Entscheidungen gibt es relativ wenige. Einigkeit besteht aber hinsichtlich
des Grundsatzes, dass die Fürsorgepﬂicht des Arbeitgebers den Arbeitnehmer auch vor Mobbing schützt und andererseits den einzelnen Arbeitnehmern aus ihrer Treuepﬂicht gegenüber dem Arbeitgeber heraus ein
ordentliches und gebührliches Verhalten (also kein Mobbing) im Betrieb
Die Fürsorgepﬂicht ist allgemein die wesentliche Nebenpﬂicht des Arbeitgebers aus dem Arbeitsvertrag, die vor allem in den §1157 ABGB und §18
Angestelltengesetz generalklauselartig beschrieben wird.
Im Wesentlichen versteht man darunter die Verpﬂichtung des Arbeitgebers, bei der Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses auf die gesundheitlichen, religiösen, sittlichen, persönlichen und vermögensrechtlichen Interessen des Arbeitnehmers in zumutbarer Weise Rücksicht zu nehmen
bzw. die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass das Leben und die
Gesundheit des Arbeitnehmers möglichst geschützt und auch andere immaterielle und materielle Interessen des Arbeitnehmers gewahrt werden.
Zu schützen ist also die physische und psychische Integrität des Arbeitnehmers.
Aus seiner Verpﬂichtung aus der Fürsorgepﬂicht hat der Arbeitgeber somit dafür zu sorgen, dass der Arbeitnehmer von Kollegen oder Vorgesetzten nicht gemobbt wird. Aus diesem Grund hat der Arbeitgeber geeignete
Maßnahmen zur Beendigung des Psychoterrors zu setzen.
Dazu kann der Arbeitgeber sowohl auf das rechtliche Instrumentarium (von
der Verwarnung bis zur Kündigung) zurückgreifen oder aber auch durch
den Einsatz von Psychologen und Arbeitsmedizinern Abhilfe anbieten.
Bei Streitigkeiten zwischen Arbeitskollegen hat der Arbeitgeber den Versuch zu unternehmen, die Auseinandersetzung zu bereinigen.
Die Fürsorgepﬂicht des Arbeitgebers kann sowohl aktiv als auch passiv
vom ihm verletzt werden.
Aktive Verletzung:
Der Arbeitgeber ist selbst Verursacher des Mobbings.
Passive Verletzung:
Der Mobbingbetroffene wird von anderen Arbeitnehmern, also Kollegen
oder Vorgesetzten oder von Dritten angegriffen und der Arbeitgeber unterlässt es schuldhaft, entsprechende Abhilfemaßnahmen zu treffen.
Gehen die Mobbinghandlungen direkt vom Arbeitgeber aus, so ist unstrittig, dass er gegen seine Fürsorgepﬂicht verstößt. Bei passiven Verletzungen der Fürsorgepﬂicht ist die Beurteilung und auch die Beweislage
oft schwieriger. Erlangt der Arbeitgeber nachweislich von Mobbinghandlungen anderer Arbeitnehmer bzw. Vorgesetzter Kenntnis und unternimmt
er nicht das Geeignete, verletzt er unzweifelhaft seine Fürsorgepﬂicht. Bei
schuldhafter Verletzung seiner Fürsorgepﬂicht kann der Arbeitgeber zu
Schadenersatz herangezogen werden.
Es ist daher dringend anzuraten, den Arbeitgeber nachweislich von Mobbingsituationen in Kenntnis zu setzen, damit er sich nicht später im Fall
eines Rechtsstreites darauf berufen kann, von der belastenden Situation
nichts gewusst zu haben.
Aus dem Arbeitsvertrag resultiert eine Verpﬂichtung des Arbeitnehmers,
die Interessen seines Arbeitgebers nicht zu verletzen Diese Pﬂicht wird
allgemein als Treuepﬂicht bezeichnet.
Hauptsächlich handelt es sich dabei um Unterlassungspﬂichten, daraus
resultierend, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer in weiten Bereichen
Einblick in seinen Betrieb gewährt und ihm die Wahrung seiner unternehmerischen Interessen anvertraut.
Eine Verletzung der Treuepﬂicht liegt auch dann vor, wenn der Tätigkeitsbereich des Unternehmens durch das Verhalten des Arbeitnehmers
beeinträchtigt werden kann. Insbesonders sind das Interesse am ungestörten betrieblichen Arbeitsablauf und am guten Ruf des Unternehmens
geschützt. Mobbing stellt eine indirekte Verletzung der Interessen des Arbeitgebers und damit der Treuepﬂicht dar. Die Verletzung der Treuepﬂicht
kann sanktioniert werden. Auf die Verletzung dieser vertraglichen Nebenpﬂicht kann sich allerdings nur der Arbeitgeber, nicht aber ein gemobbter
Arbeitnehmer berufen. Mobbingbetroffene können sich aber an ihren Arbeitgeber halten, der wiederum zu Abhilfemaßnahmen gegenüber dem
mit ihm im Vertrag stehenden Arbeitnehmer verpﬂichtet ist.
von Seiten des Arbeitgebers bei Mobbing
Wendet sich der Arbeitnehmer mit der Bitte um Schutz vor Mobbing an
seinen Arbeitgeber oder nimmt dieser von selbst die Mobbinghandlungen
eines Arbeitnehmers wahr, stehen dem Arbeitgeber folgende arbeitsrechtliche Instrumente zur Verfügung:
n Ermahnung des Mobbers
n Versetzung des Mobbingbetroffenen oder des Mobbers (Möglichkeiten
nur im Rahmen des Dienstvertrages)
n Verhängung von Disziplinarmaßnahmen über den Mobber
n Kündigung des Mobbers
n Entlassung des Mobbers
Welche Instrumente der Arbeitgeber einsetzt, hängt von der Art und Intensität der Handlungen des Mobbers ab. Für Betriebsratsmitglieder in
Betrieben bestehen bei allen Rechtsinstituten Informations- und Mitbestimmungsrechte, sodass der Arbeitgeber jedenfalls mit dem Betriebsrat
zusammenzuwirken hat.
Denkt man an Versetzungen, so sollte der Mobbingbetrofffene grundsätzlich nur dann versetzt werden, wenn er dies wünscht. Als Sanktion sollte
die Versetzung nur den Mobber treffen.
Die Kündigung des Mobbers kann bei schwerwiegenden Mobbinghandlungen ein adäquates Mittel sein. Es kann im Betrieb Signalwirkung auslösen und klarmachen, dass Mobbinghandlungen nicht toleriert werden. Die
Kündigung allein kann aber oft das Phänomen Mobbing im Betrieb nicht
endgültig unterbinden. Dazu müssen auch die begünstigenden Strukturen
(Arbeitsorganisation usw.) behoben werden.
Dauert das Mobbing sehr lange und unterlässt es der Arbeitgeber entsprechende Maßnahmen zu setzen, um dem Mobber Einhalt zu gebieten,
liegt für den Betroffenen oft die letzte Chance darin, selbst die Initiative zu
ergreifen und vor der weiteren Schädigung seiner Gesundheit das Dienstverhältnis zu beenden. Die Kündigung bedarf grundsätzlich keiner Begründung. Für Arbeitnehmer, die das Arbeitsverhältnis vor dem 1.1.2003
begannen und mit denen keine Vereinbarung zum Übertritt in Abfertigung
neu getroffen wurde, führt die Kündigung zum Verlust der Abfertigung.
Daher ist zu prüfen, ob Möglichkeiten für einen Austritt aus wichtigem
Grund gegeben sind.
Für Arbeitnehmer, die das Arbeitsverhältnis ab dem 1.1.2003 begannen,
bleibt die Abfertigung bei Selbstkündigung erhalten.
Bei einem Austritt aus wichtigem Grund bleiben alle beendigungsabhängigen Ansprüche gewahrt. Somit gebührt dem Arbeitnehmer in diesem
Fall also die Abfertigung, die aliquoten Sonderzahlungen, die Urlaubsersatzleistung und abhängig vom Austrittsgrund eine Kündigungsentschädigung.
Gehen Mobbingangriffe vom Arbeitgeber direkt aus, ist an die Austrittsgründe der gröblichen Verletzung der Fürsorgepﬂicht, an Tätlichkeiten,
Verletzungen der Sittlichkeit, erhebliche Ehrverletzungen, Verletzung wesentlicher Vertragsbestimmungen und den Zwang zu gesundheitsschädlichen Arbeiten zu denken. Auf vorstehende Austrittsgründe kann auch
zurückgegriffen werden, wenn der Arbeitnehmer von Arbeitskollegen
beleidigt oder belästigt wird und der Arbeitgeber auf die Informationen
des Betroffenen über die Angriffe und die Aufforderung, Abhilfe zu leisten,
nicht reagiert. Haben Mobbinghandlungen bereits Gesundheitsschäden
verursacht und liegt darüber ein ärztliches Attest vor, so ist zu prüfen, ob
ein Austritt auf Gesundheitsgründe gestützt werden kann.
Beim vorzeitigen Austritt ist der Unverzüglichkeitsgrundsatz zu beachten,
wonach der Arbeitnehmer unter Umständen sein Austrittsrecht verliert,
wenn er unzulässig lange nach Bekanntwerden des Austrittsgrundes auf
dessen Ausübung verzichtet. Der Unverzüglichkeitsgrundsatz darf aber
keinesfalls überspannt werden, weil dem Arbeitnehmer bei undurchsichtigen und zweifelhaften Sachverhalten jedenfalls eine angemessene Über-
legungs- und Erkundigungsfrist zugebilligt werden muss. Bei konkreten
Gesundheitsbeeinträchtigungen ging die Rechtssprechung eine Zeit lang
davon aus, dass das Austrittsrecht jederzeit ausgeübt werden kann. Da
auch anderslautende Entscheidungen existieren, ist es jedenfalls empfehlenswert, nach Kenntnis der Gesundheitsgefährdung und nach Tätlichkeiten, Verletzungen der Sittlichkeit und erheblichen Ehrverletzungen
durch Kollegen, den Arbeitgeber zu informieren, um ihm Gelegenheit zur
Durchführung von Abhilfemaßnahmen zu geben. Bei Untätigkeit des Arbeitgebers und Unwirksamkeit dieser Maßnahmen ist der Austritt zu erklären. Gehen die schädigenden Maßnahmen vom Arbeitgeber aus, so
ist es empfehlenswert den Arbeitgeber aufzufordern, sich in Zukunft vertrags- und gesetzeskonform zu verhalten und gleichzeitig den Austritt im
Wiederholungsfall anzukündigen.
Ist die Beweislage schwierig, kann auch eine einvernehmliche Auﬂösung
des Arbeitsverhältnisses mit Zahlung der Abfertigung vereinbart werden.
DES BETRIEBSRATES BEI MOBBING
Mobbinghandlungen stellen Verletzungen der öffentlich-rechtlichen Arbeitnehmerschutzvorschriften dar. Der primäre Adressat zur Einhaltung
der Arbeitnehmerschutzvorschriften ist der Arbeitgeber. In Arbeitnehmerschutzfragen stehen dem Betriebsrat Überwachungs-, Interventions-, Beratungs- und Mitwirkungsrechte zu.
Danach hat der Betriebsrat die Durchführung und Einhaltung der Vorschriften über den Arbeitnehmerschutz zu überwachen. Zu diesem Zweck
kann der Betriebsrat die betrieblichen Räumlichkeiten, Anlagen und Arbeitsplätze besichtigen und den Arbeitgeber auf Gefahrenquellen und
Missstände hinweisen und mit ihm über deren Abstellung beraten. Erfolgt
seitens des Arbeitgebers keine rechtzeitige Abhilfe, kann der Betriebsrat
die zuständige Aufsichtsbehörde, z.B. das Arbeitsinspektorat, anrufen.
§ 90 ArbVG gibt dem Betriebsrat das Recht, in allen Angelegenheiten, die
die Interessen der Arbeitnehmer berühren, beim Betriebsinhaber und erforderlichenfalls bei den zuständigen Stellen außerhalb des Betriebes entsprechende Maßnahmen zu beantragen und die Beseitigung von Mängeln
zu verlangen. Darüber hinaus ist er berechtigt, Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der betrieblichen Ausbildung, der Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten sowie zur menschengerechten
Arbeitsgestaltung zu machen.
Danach hat der Betriebsinhaber den Betriebsrat in allen Angelegenheiten
der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes rechtzeitig anzuhören und
mit ihm darüber zu beraten.
Danach können über Maßnahmen und Einrichtungen zur Verhütung von
Unfällen und Berufskrankheiten sowie Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Arbeitnehmer fakultative Betriebsvereinbarungen geschlossen werden. Letztlich ist durch diese Art der Betriebsvereinbarung auch
die Regelung von Maßnahmen zur menschengerechten Arbeitsgestaltung
möglich. Mitbestimmung gibt es in Fragen der Arbeitszeitverteilung, der
allgemeinen Ordnung des Betriebes oder der Benutzung von Betriebseinrichtungen und Betriebsmitteln.
Fakultative Betriebsvereinbarungen können ausschließlich durch Konsens
der Vertragspartner zustande kommen. Stimmt der Betriebsrat einem Vorschlag des Arbeitgebers nicht zu, so kann dieser die geplante Maßnahme
unter Berufung auf sein Weisungsrecht anordnen oder Vereinbarungen mit
einzelnen Arbeitnehmern treffen.
Maßnahmen zur menschengerechten Arbeitsgestaltung haben das Ziel,
die Arbeitszufriedenheit und das körperliche und geistige Wohlbeﬁnden
der Arbeitnehmer zu steigern. Fragen des Betriebsklimas und der Personalführung können diesem Begriff jedenfalls zugeordnet werden. Mit
Vereinbarungen gemäß § 97 (1) Z 9 ArbVG können daher regelmäßig zu
führende Gespräche zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmern über
dienstliche Probleme geregelt werden. Aber auch die Einführung von
Gruppenarbeit oder die Gestaltung des Arbeitsplatzes nach ergonomischen Gesichtspunkten können zu einem erhöhten Wohlbeﬁnden der
Arbeitnehmer beitragen. Insbesonders psychische Belastungen, die bei
der Prüfung menschengerechter Arbeitsgestaltung zu bedenken sind, berühren den Bereich Mobbing.
PSYCHOLOGISCHE BERATUNG - BEHANDLUNG /
Während und auch nach Mobbing kann es für Betroffene hilfreich sein,
über eine bestimmte Zeit psychologische Beratung bzw. Psychotherapie
Ziel ist es, bestehende Symptome zu mildern oder zu beseitigen, seelisches Leid zu lindern oder zu heilen, in Lebenskrisen zu helfen, Verhaltensweisen und Einstellungen zu ändern sowie persönliche Entwicklung
und Gesundheit zu fördern.
Was leistet psychologische Behandlung/
Mobbing kann zu starken seelischen Belastungen und in der Folge zu
Unsicherheit, Ängsten, depressiven Verstimmungen und körperlichen
Symptomen führen. Wenn die Belastungen zu stark werden oder nicht
von selber abklingen, ist u. a. die professionelle Unterstützung durch Psychologen und Psychotherapeuten hilfreich.
n Psychologen und Psychotherapeuten nehmen sich Zeit für ein längeres Gespräch.
n Reden hilft. Wenn man über Gedanken und Sorgen spricht, gehen sie
einem nicht ständig im Kopf herum.
n Psychologen und Psychotherapeuten geben Hinweise zur Bewältigung
kritischer Situationen und zur Verbesserung der Kommunikation.
n Psychologen und Psychotherapeuten helfen, sich der eigenen Stärken
und Fähigkeiten wieder bewusst zu werden. Dadurch wird das Selbstwertgefühl gesteigert.
n Psychologen und Psychotherapeuten unterstützen auch die Angehörigen, den Betroffenen angemessen und wirksam zur Seite zu stehen.
Was kostet psychologische Behandlung/
Die Höhe des Honorars, das bei Psychologen/Psychotherapeuten pro
Stunde zu leisten ist, ist unterschiedlich (siehe auch Seite 56).
Es lohnt sich, Preisvergleiche einzuholen.
Bei der zuständigen Gebietskrankenkasse ist abzuklären, in welcher Höhe
und unter welchen Voraussetzungen eine Therapiestunde refundiert wird
bzw. welche Kostenzuschüsse geleistet werden.
Die Liste der eingetragenen klinischen Psychologen und Psychotherapeuten liegt beim Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend
Um Mobbingkonﬂikten vorzubeugen, aber auch zur Lösung bereits eingetretener Mobbingsituationen können beruﬂiche Supervision und Mediation eingesetzt werden.
Supervision bietet die Möglichkeit, über beruﬂiche Probleme, Konﬂikte
und Belastungen, aber auch Erfolge und Fortschritte in der Arbeit zu sprechen. Das professionelle Handeln soll damit zielgerichteter und zufriedenstellender gestaltet werden können.
Der Schwerpunkt liegt dabei meist in der Förderung der Kommunikation
und der gemeinsamen Suche nach Lösungen zur Hebung der Arbeitszufriedenheit. Supervision ist ein professioneller Zugang zu berufsbedingten
Belastungen, die dadurch bewältigt werden können. Sie ist ein wichtiges
Mittel der Mobbingprävention, weil Konﬂikte bereits in einem frühen Stadium erkannt und entschärft werden können.
Mediation (wörtl. „Vermittlung“) ist ein spezielles Verfahren der Konﬂiktlösung durch einen unparteiischen Dritten (Mediator), der von allen Beteiligten akzeptiert wird. In einem mehrstuﬁgen Prozess fördert der Mediator die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit sowie ziel- bzw.
Er bringt die Beteiligten wieder miteinander ins Gespräch und steuert den
Gesprächsverlauf, um einvernehmliche und tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Mediation ist eine wirksame Methode, schwere Konﬂikte zwischen
zwei oder mehreren Beteiligten zu regeln, bei denen direkte Gespräche
gescheitert sind oder feststecken. Voraussetzung ist, dass alle an wei-
teren Beziehungen interessiert sind und eine einvernehmliche Lösung anstreben.
Die Teilnahme an Supervision und Mediation ist immer freiwillig. Die Kosten übernimmt in vielen Fällen der Arbeitgeber.
BERUFLICHE UM- BZW. NEUORIENTIERUNG
Sollten alle Versuche, gegen das Mobbinggeschehen anzukämpfen, fehlschlagen, empﬁehlt es sich, an eine beruﬂiche Neuorientierung zu denken.
Innerhalb des Unternehmens sind Versetzungen denkbar. Versetzungen
werden umso leichter umsetzbar sein, je größer das Unternehmen ist, in
dem man arbeitet. Wird eine Versetzung gewünscht, sollte unbedingt mit
dem Betriebsrat und der Personalabteilung gesprochen werden, um Veränderungswünsche möglichst konkret bekanntzugeben.
Keinesfalls sollte das Arbeitsverhältnis „kopﬂos“ gekündigt werden, sondern erst zu dem Zeitpunkt, zu dem eine neue Arbeit bzw. Aufgabe gefunden wurde.
Angeborene Rechte
Jeder Mensch hat angeborene, schon durch die Vernunft einleuchtende
Rechte und ist daher als eine Person zu betrachten [...]
Fürsorgepﬂicht des Dienstgebers
§ 1157 ABGB
(1) Der Dienstgeber hat die Dienstleistungen so zu regeln und bezüglich
der von ihm beizustellenden oder beigestellten Räume und Gerätschaften auf seine Kosten dafür zu sorgen, dass Leben und Gesundheit des
Dienstnehmers, soweit es nach der Natur der Dienstleistung möglich
ist, geschützt werden.
(Arten des Schadensersatzes bei Verletzungen) an der Ehre
§1330 ABGB
(1) Wenn jemandem durch Ehrenbeleidigung ein wirklicher Schaden oder
Entgang des Gewinnes verursacht worden ist, so ist er berechtigt, den
Ersatz zu fordern.
(2) Dies gilt auch, wenn jemand Tatsachen verbreitet, die den Kredit, den
Erwerb oder das Fortkommen eines Anderen gefährden und deren Unwahrheit er kannte und kennen musste. In diesem Fall kann auch der
Widerruf und die Veröffentlichung desselben verlangt werden. Für eine
nicht öffentlich vorgebrachte Mitteilung, deren Unwahrheit der Mitteilende nicht kennt, haftet er nicht, wenn er oder der Empfänger der
Mitteilung an ihr ein berechtigtes Interesse hatte.
Gewerbeordnung (GewO) 1859
Pﬂichten der Hilfsarbeiter
§ 76 GewO 1859
Die Hilfsarbeiter sind verpﬂichtet, dem Gewerbeinhaber Treue, Folgsamkeit und Achtung zu erweisen, sich anständig zu betragen, die bedungene
oder ortsübliche Arbeitszeit einzuhalten, die ihnen anvertrauten gewerblichen Verrichtungen nach besten Kräften zu besorgen, über die Betriebsverhältnisse Verschwiegenheit zu beobachten, sich gegen die übrigen
Hilfsarbeiter und Hausgenossen verträglich zu benehmen und die Lehrlinge sowie die unter der Aufsicht der Hilfsarbeiter arbeitenden Kinder gut
zu behandeln. Zur Leistung von häuslichen Arbeiten, insofern diese nicht
zum Gewerbebetrieb gehören, sind die Hilfsarbeiter vorbehaltlich anderweitiger Vereinbarung nicht verpﬂichtet.
Fürsorgepﬂicht
§ 18 AngG
(1) Der Dienstgeber ist verpﬂichtet, auf seine Kosten alle Einrichtungen
bezüglich der Arbeitsräume und Gerätschaften herzustellen und zu
erhalten, die mit Rücksicht auf die Beschaffenheit der Dienstleistung
zum Schutze des Lebens und der Gesundheit der Angestellten erforderlich sind.
(3) Der Dienstgeber hat dafür zu sorgen, dass, soweit es die Art der Beschäftigung zulässt, die Arbeitsräume während der Arbeitszeit licht,
rein und staubfrei gehalten werden, dass sie im Winter geheizt werden
und ausreichende Sitzplätze zur Benutzung für die Angestellten in den
Arbeitspausen vorhanden sind.
(4) Der Dienstgeber hat jede Maßnahmen zur Wahrung der Sittlichkeit zu
treffen, die durch das Alter und Geschlecht der Angestellten geboten
§ 26 AnG
Als ein wichtiger Grund, der den Angestellten zum vorzeitigen Austritt berechtigt, ist insbesondere anzusehen:
1. Wenn der Angestellte zur Fortsetzung seiner Dienstleistung unfähig
wird oder diese ohne Schaden für seine Gesundheit oder Sittlichkeit
nicht fortsetzen kann;
3. Wenn der Dienstgeber den ihm zum Schutze des Lebens, der Gesundheit oder der Sittlichkeit des Angestellten gesetzlich obliegenden Verpﬂichtungen nachzukommen verweigert;
4. Wenn der Dienstgeber sich Tätlichkeiten, Verletzungen der Sittlichkeit
oder erhebliche Ehrverletzungen gegen den Angestellten oder dessen
Angehörigen zuschulden kommen lässt oder es verweigert, den Angestellten gegen solche Handlungen eines Mitbediensteten oder eines
Angehörigen des Dienstgebers zu schützen.
§ 27 AngG
Als ein wichtiger Grund, der den Dienstgeber zur vorzeitigen Entlassung
berechtigt, ist insbesondere anzusehen:
1. Wenn der Angestellte im Dienste untreu ist, sich in seiner Tätigkeit ohne
Wissen oder Willen des Dienstgebers von dritten Personen unberechtigte Vorteile zuwenden lässt, insbesondere entgegen der Bestimmung
des § 13, eine Provision oder eine sonstige Belohnung annimmt oder
wenn er sich einer Handlung schuldig macht, die ihn des Vertrauens
des Dienstgebers unwürdig erscheinen lässt;
4. Wenn der Angestellte ohne einen rechtmäßigen Hinderungsgrund während einer den Umständen nach erheblichen Zeit die Dienstleistung
unterlässt oder sich beharrlich weigert, seine Dienste zu leisten oder
sich den durch den Gegenstand der Dienstleistung gerechtfertigten
Anordnungen des Dienstgebers zu fügen oder wenn er andere Bedienstete zum Ungehorsam gegen den Dienstgeber zu verleiten sucht;
6. Wenn der Angestellte sich Tätlichkeiten, Verletzungen der Sittlichkeit
oder erhebliche Ehrverletzungen gegen den Dienstgeber, dessen Stellvertreter, deren Angehörige oder gegen Mitbedienstete zuschulden
Allgemeine Pﬂichten der Arbeitgeber
(1) Arbeitgeber sind verpﬂichtet, für Sicherheit und Gesundheitsschutz
der Arbeitnehmer in Bezug auf alle Aspekte, die die Arbeit betreffen,
zu sorgen. Die Kosten dafür dürfen auf keinen Fall zu Lasten der Arbeitnehmer gehen. Arbeitgeber haben die zum Schutz des Lebens, der
Gesundheit und der Sittlichkeit erforderlichen Maßnahmen zu treffen,
einschließlich der Maßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Gefahren, zur Information und zur Unterweisung sowie der Bereitstellung
einer geeigneten Organisation und der erforderlichen Mittel.
(2) Arbeitgeber haben sich unter Berücksichtigung der bestehenden Gefahren über den neuesten Stand der Technik und der Erkenntnisse auf
dem Gebiet der Arbeitsgestaltung entsprechend zu informieren.
(4) Arbeitgeber haben durch Anweisungen und sonstige geeignete Maßnahmen dafür zu sorgen, dass Arbeitnehmer bei erster und unmittelbarer Gefahr für die eigene Sicherheit oder für die Sicherheit anderer
Personen in der Lage sind, selbst die erforderlichen Maßnahmen zur
Verringerung oder Beseitigung der Gefahr zu treffen, wenn sie die zuständigen Vorgesetzten oder die sonst zuständigen Personen nicht
erreichen. Bei diesen Vorkehrungen sind die Kenntnisse der Arbeitnehmer und die ihnen zur Verfügung stehenden technischen Mittel zu
(5) Arbeitgeber, die selbst eine Tätigkeit in Arbeitsstätten oder auf Baustellen oder auf auswärtigen Arbeitsstellen ausüben, haben sich so zu
verhalten, dass sie die dort beschäftigten Arbeitnehmer nicht gefährden.
(6) Für eine Arbeitsstätte, Baustelle oder auswärtige Arbeitstelle, in/auf
der der Arbeitgeber nicht im notwenigen Umfang selbst anwesend ist,
ist eine geeignete Person zu beauftragen, die auf die Durchführung
und Einhaltung der notwenigen Schutzmaßnahmen zu achten hat.
(1) Arbeitgeber haben bei der Übertragung von Aufgaben an Arbeitnehmer deren Eignung in Bezug auf Sicherheit und Gesundheit zu berücksichtigen. Dabei ist insbesondere auf Konstitution und Körperkräfte,
Alter und Qualiﬁkation Rücksicht zu nehmen.
(3) Arbeitnehmer, von denen dem Arbeitgeber bekannt ist, dass sie an körperlichen Schwächen oder an Gebrechen in einem Maße leiden, dass
sie dadurch bei bestimmten Arbeiten einer besonderen Gefahr ausgesetzt wären oder andere Arbeitnehmer gefährden könnten, dürfen mit
Arbeiten dieser Art nicht beschäftigt werden. Dies gilt insbesondere
für Anfallsleiden, Krämpfe, zeitweilige Bewusstseinstrübungen, Beeinträchtigungen des Seh- oder Hörvermögens und schwere Depressionszustände.
(4) Arbeitnehmerinnen dürfen mit Arbeiten, die infolge ihrer Art für Frauen
eine speziﬁsche Gefahr bewirken können, nicht oder nur unter Bedingungen oder Einschränkungen beschäftigt werden, die geeignet sind,
diese besondere Gefahr zu vermeiden.
(5) Bei Beschäftigung von behinderten Arbeitnehmern ist auf deren körperlichen und geistigen Zustand jede mögliche Rücksicht zu nehmen.
Das Arbeitsinspektorat hat ihre Beschäftigung mit Arbeiten, die für sie
auf Grund ihres körperlichen oder geistigen Zustands eine Gefahr bewirken können, durch Bescheid zu untersagen oder von bestimmten
Bedingungen abhängig zu machen.
(1) Eine Diskriminierung auf Grund des Geschlechts liegt auch vor, wenn
2. durch den/die Arbeitgeber/in dadurch diskriminiert wird, indem er/sie
es schuldhaft unterlässt, im Falle einer sexuellen Belästigung durch
Dritte (Z 3) eine auf Grund gesetzlicher Bestimmungen, Normen der
kollektiven Rechtsgestaltung oder des Arbeitsvertrags angemessene
Abhilfe zu schaffen,
4. Durch Dritte außerhalb eines Arbeitsverhältnisses(§ 4) belästigt wird.
(2) Sexuelle Belästigung liegt vor, wenn ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten gesetzt wird, das die Würde einer Person beeinträchtigt, für die Person unerwünscht, unangebracht oder anstößig ist und
1. eine einschüchternde, feindselige oder demütigende Arbeitsumwelt
für die betroffene Person schafft oder
2. der Umstand, dass die betroffene Person ein der sexuellen Sphäre zugehöriges Verhalten seitens des/der Arbeitgebers/Arbeitgeberin oder
von Vorgesetzten oder Kolleg/inn/en zurückweist oder duldet, ausdrücklich oder stillschweigend zur Grundlage einer Entscheidung mit
Auswirkungen auf den Zugang dieser Person zur Berufsausbildung,
Beschäftigung, Weiterbeschäftigung, Beförderung oder Entlohnung
oder zur Grundlage einer anderen Entscheidung in der Arbeitswelt gemacht wird.
(1) Eine Diskriminierung auf Grund des Geschlechtes liegt auch vor, wenn
eine Person durch geschlechtsbezogene Verhaltensweisen
es schuldhaft unterlässt, im Falle einer Belästigung durch Dritte (Z 3)
eine auf Grund gesetzlicher Bestimmungen, Normen der kollektiven
Rechtsgestaltung oder des Arbeitsvertrages angemessene Abhilfe zu
2. der Umstand, dass die betroffene Person eine geschlechtsbezogene
Verhaltensweise seitens des/der Arbeitgebers/Arbeitgeberin oder
Vorgesetzten oder Kolleg/inn/en zurückweist oder duldet, ausdrücklich oder stillschweigend zur Grundlage einer Entscheidung mit Auswirkungen auf den Zugang dieser Person zur Berufsausbildung, Beschäftigung, Weiterbeschäftigung, Beförderung und Entlohnung oder
zur Grundlage einer anderen Entscheidung in der Arbeitswelt gemacht
(3) Eine Diskriminierung liegt auch bei Anweisung zur Belästigung einer
(1) Eine Diskriminierung nach § 171)1 liegt auch vor, wenn eine Person
Rechtsprechung oder des Arbeitsvertrages angemessene Abhilfe zu
(2) Belästigung liegt vor, wenn eine unerwünschte Verhaltensweise, die
mit einem der Gründe nach § 17 im Zusammenhang steht, gesetzt
2. die für die betreffende Person unerwünscht, unangebracht oder anstößig ist und
3. die ein einschüchterndes, feindseliges, entwürdigendes, beleidigendes
oder demütigendes Umfeld für die betreffende Person schafft.
Zu beachten sind jeweils die Landesgleichbehandlungsgesetze und
§ 17 GlBG („Gleichhandlungsgebot im Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis“) „(1) Auf Grund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung darf im Zusammenhang mit
einem Arbeitsverhältnis niemand unmittelbar oder mittelbar diskriminiert werden,
5. beim beruﬂichen Aufstieg, insbesondere bei Beförderungen,
(2) Abs. 1 gilt nicht für unterschiedliche Behandlungen aus Gründen der Staatsangehörigkeit sowie eine Behandlung, die sich aus der Rechtsstellung von
Staatsangehörigen dritter Staaten oder staatenloser Personen ergibt.“
einer Behinderung in einer vergleichbaren Situation eine weniger günstige Behandlung erfährt, als eine andere Person erfährt, erfahren hat
oder erfahren würde.
(2) Eine mittelbare Diskriminierung liegt vor, wenn dem Anschein nach
neutrale Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sowie Merkmale gestalteter Lebensbereiche Menschen mit Behinderungen gegenüber anderen Personen in besonderer Weise benachteiligen können, es sei denn,
die betreffenden Vorschriften, Kriterien oder Verfahren sowie Merkmale
gestalteter Lebensbereiche sind durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich
gerechtfertigt und die Mittel sind zur Erreichung dieses Zieles angemessen und erforderlich.
(3) Eine Diskriminierung liegt auch bei Belästigung vor. Belästigung liegt
vor, wenn im Zusammenhang mit einer Behinderung unerwünschte,
unangebrachte oder anstößige Verhaltensweisen gesetzt werden, die
bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betroffenen Person
verletzt und ein einschüchterndes, feindseliges, entwürdigendes, beleidigendes oder demütigendes Umfeld für die betroffene Person geschafft wird .
(4) Eine Diskriminierung liegt auch bei Anweisung einer Person zur Diskriminierung aus dem Grund einer Behinderung sowie bei Anweisung
einer Person zur Belästigung vor.
(1) Eine Diskriminierung liegt auch bei Belästigung vor. Belästigung liegt
verletzt und ein einschüchterndes, feindseliges, entwürdigendes, beleidigendes oder demütigendes Umfeld für die betroffene Person geschaffen wird.
(2) Eine Diskriminierung liegt auch dann vor, wenn ein Dienstgeber es
schuldhaft unterlässt, im Falle einer Belästigung durch Dritte eine auf
Grund gesetzlicher Bestimmungen, Normen der kollektiven Rechtsgestaltung oder des Arbeitsvertrages angemessene Abhilfe zu schaffen.
(1) Wer einen anderen am Körper verletzt oder an der Gesundheit schädigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu
(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer einen anderen am Körper misshandelt
§ 107a StGB
(2) Beharrlich verfolgt eine Person, wer in einer Weise, die geeignet ist, sie
in ihrer Lebensführung unzumutbar zu beeinträchtigen, eine längere
Zeit hindurch fortsetzt
4. unter Verwendung ihrer personenbezogenen Daten Dritte veranlasst,
mit ihr Kontakt aufzunehmen.
(1) Wer einen anderen in einer für einen Dritten wahrnehmbaren Weise
einer verächtlichen Eigenschaft oder Gesinnung zeiht oder eines unehrenhaften Verhaltens oder eines gegen die guten Sitten verstoßendes
Verhaltens beschuldigt, das geeignet ist, ihn in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen, ist mit Freiheitsstrafe
bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu
(1) Wer öffentlich oder vor mehreren Leuten einen anderen beschimpft,
verspottet, am Körper misshandelt oder mit einer körperlichen Misshandlung droht, ist, wenn er deswegen nicht nach einer anderen Bestimmung mit strengerer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe bis zu
drei Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen zu bestrafen.
(1) Wer einen anderen dadurch schädigt, dass er automationsunterstützt
verarbeitete, übermittelte oder überlassene Daten, über die er nicht
oder nicht allein verfügen darf, verändert, löscht oder sonst unbrauch-
bar macht oder unterdrückt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
(2) Wer durch die Tat an den Daten einen ` 3.000,- übersteigenden Schaden herbeiführt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen, wer einen ` 50.000,- übersteigenden
Schaden herbeiführt, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf
Jahren zu bestrafen
(1) Wer eine Person durch eine geschlechtliche Handlung
1. an ihr oder
2. vor ihr unter Umständen, unter denen dies geeignet ist, berechtigtes
Ärgernis zu erregen, belästigt, ist, wenn die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung mit strengerer Strafe bedroht ist, mit Freiheitsstrafe
(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer öffentlich und unter Umständen, unter
denen sein Verhalten geeignet ist, durch unmittelbare Wahrnehmung
berechtigtes Ärgernis zu erregen, eine geschlechtliche Handlung vornimmt.
(3) Im Fall des Abs. 1 ist der Täter nur mit Ermächtigung der belästigten
Person zu verfolgen
Der Betriebsrat hat die Durchführung und Einhaltung der Vorschriften über
den Arbeitnehmerschutz, über die Sozialversicherung, über eine allfällige
betriebliche Altersversorgung einschließlich der Wertpapierdeckung für
Pensionszusagen (§ 11 Betriebspensionsgesetz, BGBl. Nr. 282/1990, in
der jeweils geltenden Fassung) sowie über die Berufsausbildung zu überwachen. Zu diesem Zweck kann der Betriebsrat die betrieblichen Räumlichkeiten, Anlagen und Arbeitsplätze besichtigen. Der Betriebsinhaber
hat den Betriebsrat von jedem Arbeitsunfall unverzüglich in Kenntnis zu
setzen. Betriebsbesichtigungen im Zuge behördlicher Verfahren, durch
die Interessen der Arbeitnehmerschaft (§ 38) des Betriebes (Unternehmens) berührt werden, sowie Betriebsbesichtigungen, die von den zur
Überwachung der Arbeitnehmerschutzvorschriften berufenen Organen
oder die mit deren Beteiligung durchgeführt werden, ist der Betriebsrat
beizuziehen. Der Betriebsinhaber hat den Betriebsrat von einer anberaumten Verhandlung sowie von der Ankunft eines behördlichen Organs
in diesen Fällen unverzüglich zu verständigen;
§ 90 ArbVG
(1) Der Betriebsrat hat das Recht, in allen Angelegenheiten, die die Interessen der Arbeitnehmer berühren, beim Betriebsinhaber und erforderlichenfalls bei den zuständigen Stellen außerhalb des Betriebes
entsprechende Maßnahmen zu beantragen und die Beseitigung von
Mängeln zu verlangen. Insbesondere ist der Betriebsrat berechtigt,
1. Maßnahmen zur Einhaltung und Durchführung der die Arbeitnehmer
des Betriebes betreffenden Rechtsvorschriften (§ 89) zu beantragen;
2. Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der betrieblichen Ausbildung, zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten
sowie zur menschengerechten Arbeitsgestaltung zu erstatten;
3. sonstige Maßnahmen zugunsten der Arbeitnehmer des Betriebes zu
(2) Der Betriebsinhaber ist verpﬂichtet, den Betriebsrat auf dessen Verlangen in allen Angelegenheiten, die die Interessen der Arbeitnehmer des
Betriebes berühren, anzuhören.
§ 92 ArbVG
(1) Der Betriebsinhaber ist verpﬂichtet, mit dem Betriebsrat mindestens
vierteljährlich und auf Verlangen des Betriebsrates monatlich gemeinsame Beratungen über laufende Angelegenheiten, allgemeine Grundsätze der Betriebsführung in sozialer, personeller, wirtschaftlicher und
technischer Hinsicht sowie über die Gestaltung der Arbeitsbeziehungen abzuhalten und ihn dabei über wichtige Angelegenheiten zu
informieren. Dem Betriebsrat sind auf Verlangen die zur Beratung erforderlichen Unterlagen auszuhändigen.
(2) Betriebsrat und Betriebsinhaber sind berechtigt, an ihre zuständigen
kollektivvertragsfähigen Körperschaften das Ersuchen zu richten, einen Vertreter zur Teilnahme an diesen Beratungen zu entsenden, sofern über Betriebsänderungen oder ähnlich wichtige Angelegenheiten,
die erhebliche Auswirkung auf die Arbeitnehmer des Betriebes haben,
beraten werden soll. Betriebsinhaber und Betriebsrat haben einander
gegenseitig rechtzeitig Mitteilung zu machen, um dem anderen Teil die
Beiziehung seiner Interessenvertretung zu ermöglichen.
§ 92a ArbVG
(1) Der Betriebsinhaber hat den Betriebsrat in allen Angelegenheiten der
Sicherheit und des Gesundheitsschutzes rechtzeitig anzuhören und
mit ihm darüber zu beraten. Der Betriebsinhaber ist insbesondere verpﬂichtet,
1. den Betriebsrat bei der Planung und Einführung neuer Technologien zu
den Auswirkungen zu hören, die die Auswahl der Arbeitsmittel oder Arbeitsstoffe, die Gestaltung der Arbeitsbedingungen und die Einwirkung
der Umwelt auf den Arbeitsplatz für die Sicherheit und Gesundheit der
Arbeitnehmer haben,
2. den Betriebsrat bei der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung
3. den Betriebsrat bei der Ermittlung und Beurteilung der Gefahren und
der Festlegung der Maßnahmen sowie bei der Planung und Organisation der Unterweisung zu beteiligen.
* (2) Der Betriebsinhaber ist verpﬂichtet,
1. dem Betriebsrat Zugang zu den Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokumenten sowie zu den Aufzeichnungen und Berichten über Arbeitsunfälle zu gewähren,
2. dem Betriebsrat die Unterlagen betreffend die Erkenntnisse auf dem
Gebiet der Arbeitsgestaltung zur Verfügung zu stellen,
3. dem Betriebsrat die Ergebnisse von Messungen und Untersuchungen
betreffend gefährliche Arbeitsstoffe und Lärm sowie die Ergebnisse
sonstiger Messungen und Untersuchungen, die mit dem Arbeitnehmerschutz in Zusammenhang stehen, zur Verfügung zu stellen,
4. dem Betriebsrat die Aufzeichnungen betreffend Arbeitsstoffe und Lärm
5. den Betriebsrat über Grenzwertüberschreitungen sowie deren Ursachen und über die getroffenen Maßnahmen unverzüglich zu informieren,
6. den Betriebsrat über Auﬂagen, Vorschreibungen, Bewilligungen und
behördliche Informationen auf dem Gebiet des Arbeitnehmerschutzes
zu informieren und zu den Informationen, die sich aus den Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur Gefahrenverhütung ergeben, im Voraus
anzuhören,
7. den Betriebsrat zu den Informationen über die Gefahren für Sicherheit
und Gesundheit sowie über Schutzmaßnahmen und Maßnahmen zur
Gefahrenverhütung im Allgemeinen und für die einzelnen Arten von Arbeitsplätzen bzw. Aufgabenbereichen im Voraus anzuhören,
8. den Betriebsrat zur Information der Arbeitgeber von betriebsfremden
Arbeitnehmern über die in Z 7 genannten Punkte sowie über die für
Erste Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung gesetzten Maßnahmen, im Voraus anzuhören.
* (3) Der Betriebsinhaber hat mit dem Betriebsrat über die beabsichtigte
Bestellung oder Abberufung von Sicherheitsfachkräften, Arbeitsmedizinern sowie von Personen zu beraten, die für die Erste Hilfe, die
Brandbekämpfung und Evakuierung zuständig sind, außer wenn die
beabsichtigte Maßnahme im Arbeitsschutzausschuß behandelt wird.
* Der Betriebsrat hat das Recht, das Arbeitsinspektorat zu den Beratungen beizuziehen. Eine ohne Beratung mit dem Betriebsrat oder Behandlung im Arbeitsschutzausschuß vorgenommene Bestellung von
Sicherheitsfachkräften und Arbeitsmedizinern ist rechtsunwirksam.
* (4) Der Betriebsrat kann seine Befugnisse nach Abs. 1 Z 1 bis 3 an die im
Betrieb bestellten Sicherheitsvertrauenspersonen delegieren.
* Für die Beschlussfassung gilt § 68. Der Beschluss ist den Sicherheitsvertrauenspersonen sowie dem Betriebsinhaber unverzüglich mitzuteilen und wird erst mit deren Verständigung rechtswirksam.
(5) Für die Beschlussfassung über die Entsendung von Arbeitnehmervertretern in den Arbeitsschutzausschuß
(1) Betriebsvereinbarungen im Sinne des § 29 können in folgenden Angelegenheiten abgeschlossen werden:.........
8. Maßnahmen und Einrichtungen zur Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten sowie Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der
9. Maßnahmen zur menschengerechten Arbeitsgestaltung;
Würde des Meschen
(2) Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf eine
Begrenzung der Höchstarbeitszeit, auf tägliche und wöchentliche Ruhezeiten sowie auf bezahlten Jahresurlaub.
Maximilianstr. 7, 6020 Innsbruck
Verfasserin: Dr. Gabriele Wonnebauer, AK Salzburg
AK Tirol Geschäftsstellen:
Imst, Rathausstraße 1, 6460 Imst | Kitzbühel, Rennfeld 13, 6370 Kitzbühel
Kufstein, Praxmarer Straße 4, 6330 Kufstein | Landeck, Malserstraße 11, 6500 Landeck
Lienz, Beda-Weber-Gasse 22, 9900 Lienz | Reutte, Mühler Straße 22, 6600 Reutte
Schwaz, Dr.-Dorrek-Straße 3, 6130 Schwaz | Telfs, Moritzenstraße 1, 6410 Telfs
kostenlose AK-Servicenummer: Tel. 0800 - 22 55 22
Mobbing - ver.di Bezirk Dortmund
14 Tipps gegen Mobbing _www.psychokrieg.de
Flyer Prävention Mobbing
Anti-Mobbing Strategie Vorwort Mobbing ist ein Problem, das große
Hilfen bei Mobbing Gute Arbeit! Mobbing
Was ist Mobbing? Wie verhalten Sie sich richtig? Was Sie wissen
Mobbing? - Lise-Meitner
Mobbingdrehbuch Mobbingopfer - was nun? Mobbing in meiner
Arbeitgeber muss nach Mobbing Schadenersatz
Mobbing Wer Schmerzensgeld infolge Mobbings begehrt, trägt die

References: § 89
 § 90
 § 92
 § 97
 § 1330
 § 1328
 §1157
 §18

§ 90
 § 97

§ 1157

§1330

§ 76

§ 18

§ 26

§ 27
 § 13
 § 171
 § 17

§ 17

§ 107

§ 90

§ 92

§ 92
 § 68
 § 29