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Timestamp: 2019-08-21 12:33:23+00:00

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VerfG Brandenburg, 14.02.2002 - VfGBbg 17/01 - dejure.org
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VerfG Brandenburg, 14.02.2002 - VfGBbg 17/01 (https://dejure.org/2002,2094)
VerfG Brandenburg, Entscheidung vom 14.02.2002 - VfGBbg 17/01 (https://dejure.org/2002,2094)
VerfG Brandenburg, Entscheidung vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 (https://dejure.org/2002,2094)
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Art 97 Abs 3 S 2 Verf BB, Art 97 Abs 3 S 3 Verf BB, Art 100 Verf BB, § 29 Abs 2 S 3 Halbs 2 VerfGG BB, Art 20 Nr 1 Buchst b HStruktG BB 2000 vom 18.12.2001
Neukonzeption der Kostenregelung für auf Landkreise übertragene Aufgaben der Sozialhilfe wegen fehlender vollständiger Kostendeckung mit striktem Konnexitätsprinzip iSv Verf BB Art 97 Abs 3 nicht vereinbar - Festlegung von Fallzahlobergrenzen für die Kostenerstattung bei ambulanten und stationären Hilfen - Prognoseentscheidung
LV Art. 97 Abs. 3 Satz 2; LV Art. 97 Abs. 3 Satz 3; VerfGGBbg § 13 Abs. 1; HStrG 2000 Art. 20; HStrG 2000 Art. 6; HStrG 2000 Art. 6 Nr. 1; HStrG 2000 Art. 6 Nr. 6; HStrG 2000 Art. ... 20 Nr. 1b; HStrG 2000 Art. 20 Nr. 1c; VwGO; § 91; BSHG § 100 Abs. 1 Nr. 1; BSHG § 100 Abs. 1 Nr. 5; BSHG § 72 Abs. 1; BSHG § 68 Abs. 1; BSHG § 68; AG-BSHG § 2 Abs. 2; AG-BSHG § 4 Abs. 2; AG-BSHG § 4 Abs. 3 Satz 1; AG-BSHG § 4 Abs. 4 Satz 4; AG-BSHG § 4 Abs. 4 Satz 5; AG-BSHG § 4 Abs. 4 Satz 6; AG-BSHG § 4 Abs. 3 Satz 2; AG-BSHG § 4 Abs. 3 Satz 3
Kommunale Selbstverwaltung; Konnexitätsprinzip; Finanzhoheit; Sozialhilferecht; Antragsänderung; Beteiligtenfähigkeit; Beschwerdebefugnis; Rechtswegerschöpfung; Beschwerdefrist; Tenor
VerfG Brandenburg, 20.03.2002 - VfGBbg 17/01
NVwZ 2003, 201 (Ls.)
NJ 2002, 253 (Ls.)
DÖV 2002, 522
LKV 2002, 323
Zudem muss die Gemeinde nach ihrem Vorbringen durch die Normen selbst, gegenwärtig und unmittelbar betroffen sein (vgl. Urteil vom 20. Januar 2000 - VfGBbg 53/98, 3/99 -, LVerfGE Suppl. Bbg. zu Bd. 11, 3, 20; Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 108; Urteil vom 29. August 2002 - VfGBbg 34/01 -, LVerfGE 13, 159, 167).
Jedoch fehlt es vorliegend an der für die Rechtsfolge der Konnexitätsregelung nach Art. 97 Abs. 3 Satz 3 LV, den "entsprechenden finanziellen Ausgleich" (vgl. zur Rechtsfolge: Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 115; Urteil vom 30. April 2013 - VfGBbg 49/11 -, LVerfGE 24, 67, 87 f), weiter erforderlichen Voraussetzung einer durch die Aufgabenübertragung verursachten Mehrbelastung für die Gemeinden und Gemeindeverbände.
115 Die durch das Gericht in seinen früheren Entscheidungen (Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 116 f; Urteil vom 30. April 2013 - VfGBbg 49/11 -, LVerfGE 24, 67, 88) herausgearbeiteten Anforderungen an die vom Gesetzgeber in konnexitätsrelevanten Sachverhalten vorzunehmende Kostenprognose, nach denen die Auswirkungen der Aufgabenübertragung auf die kommunalen Haushalte zu ermitteln oder nach Maßgabe der Möglichkeiten bestmöglich zu prognostizieren sind, da nur auf der Basis einer auf realistischen Annahmen basierenden Kostenfolgenabschätzung tragfähige Bestimmungen über die Deckung des aus der Aufgabenwahrnehmung erwachsenden kommunalen Finanzbedarfs getroffen werden können und eine Prüfung einer etwaigen Mehrbelastung der Gemeinden oder Gemeindeverbände überhaupt möglich ist (vgl. auch Schoch, DVBl 2016, 1007, 1010;… Mückl, in: Henneke/Pünder/Waldhoff, Recht der Kommunalfinanzen, 2006, § 3 Rn. 76; Engels, VerwArch 2011, 285, 298 ff), beziehen sich auf den "Normalfall", in dem das Land eine Deckung der infolge einer Übertragung neuer Aufgaben auf die Kommunen entstehenden Aufwendungen beispielsweise durch eine (mit Pauschalierungen und Typisierungen verbundene) Kostenerstattung, durch Eröffnung zusätzlicher Einnahmequellen oder eine Streichung anderer kommunaler Aufgaben herbeiführen will.
Es soll verhindert werden, dass infolge der Übertragung von Pflichtaufgaben der Spielraum für freiwillige Selbstverwaltungsaufgaben unangemessen verengt und damit die Eigenverantwortlichkeit ausgehöhlt wird (vgl. bereits Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, a. a. O.).
Er darf dabei auch ein Erstattungskonzept verfolgen, das über besondere Anreize für wirtschaftlichen und sparsamen Gesetzesvollzug eine kostensenkende Wirkung entfaltet (vgl. grundlegend Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, a. a. O.).
Für die verfassungsgerichtliche Überprüfung der gesetzgeberischen Prognose ist grundsätzlich der Zeitpunkt des Gesetzgebungsaktes maßgeblich (vgl. Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, a. a. O.).
Darüber hinaus dürfen Kostensenkungspotentiale auch nicht abstrakt und gleichsam "ins Blaue hinein" behauptet werden, Besonderheiten ist angemessen Rechnung zu tragen (vgl. Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, a. a. O.).
Sind diese Prognosen in einem fehlerfreien Verfahren erstellt worden, bewahrheiten sie sich aber später nicht, bewirkt dies grundsätzlich nicht die Verfassungswidrigkeit der getroffenen Regelungen (vgl. BWStGH, DVBl. 1998, 1276, [1279]; BbgVerfGH, DÖV 2002, 522, [524]), führt aber zu einer Nachbesserungspflicht des Gesetzgebers spätestens bei der im Zusammenhang mit der Beratung des nächsten Haushalts anstehenden Revision dieser Vorschriften (…eine gegebenenfalls erforderliche Mittelaufstockung ist selbstverständlich beim Mehrbelastungsausgleich selbst und nicht bei den allgemeinen Finanzzuweisungen nach Art. 93 Abs. 1 Satz 1 ThürVerf vorzunehmen, vgl. Schoch/Wieland, Finanzierungsverantwortung für gesetzgeberisch veranlaßte kommunale Aufgaben, 1995, S. 164 f.; Henneke, LK 2003, 166, [187]).
ee) Die Festlegung einer allgemeinen Auftragskostenpauschale setzt eine fundierte Prognose der durch die Aufgabenübertragungen verursachten Kostenbelastung der kommunalen Haushalte voraus (vgl. BbgVerfGH, DÖV 2002, 522, [524]), die notwendig auf eine Erfassung des Gesamtbestandes der Aufgaben des übertragenen Wirkungskreises und der für ihre Erledigung bislang tatsächlich aufgewendeten Kosten gegründet sein muß.
Maßstab ist dabei, daß jeder einzelnen Kommune die realistische und nicht nur theoretische Möglichkeit bleiben muß, durch zumutbare eigene Anstrengungen zu einem vollständigen Mehrbelastungsausgleich zu gelangen (vgl. BbgVerfGH, DÖV 2002, 522, [523/524]; Henneke, LKV 2004, 166, [190]).
Das Gericht läßt dahinstehen, ob bzw. mit welchen Modifizierungen das Gebot der Rechtswegerschöpfung des § 45 Abs. 2 Satz 1 VerfGGBbg auch für kommunale Verfassungsbeschwerden gilt (vgl. dazu Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteil vom 20. Januar 2000 - VfGBbg 53/98, 3/99 -, LVerfGE Suppl. Bbg. zu Bd. 11, 3, 22 und Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97 mwN; Verwaltungsgericht Potsdam, Urteil vom 5. März 2008 - 6 K 3940/03 -).
Führen diese Aufgaben zu einer Mehrbelastung der Gemeinden oder Gemeindeverbände, so ist dafür ein entsprechender finanzieller Ausgleich zu schaffen (Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteilvom14. Februar 2002- VfGBbg17/01 -, LVerfGE 13, 97, 111).
Zwar haben Landkreise und kreisfreie Städte im Land Brandenburg Sozialhilfeaufgaben auch schon vor dem Inkrafttreten des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch wahrgenommen (s. AG-BSHG vom 24. Juli 1991, GVBl 1991, 318 ff.; näher dazu: Verfassungsgericht das Landes Brandenburg, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 99).
Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtes des Landes Brandenburg ist aber eine erneute, die bisherige Aufgabenzuweisung ablösende Aufgabenübertragung auch dann anzunehmen, wenn eine neue Rechtsgrundlage für eine schon vorher wahrgenommene Aufgabe geschaffen wird (vgl. Urteile vom 18. Dezember 1997 - VfGBbg 47/96 -, LVerfGE 7, 144, 158 f, und vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 112 ff).
aa) "Aufgabenübertragung" nach Art. 97 Abs. 3 LV bedeutet nach seinem Wortlaut die Begründung der sachlichen Zuständigkeit (so bereits Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 112) durch oder aufgrund eines Gesetzes.
Gesichtspunkte der Rechtssicherheit und der verläßlichen Haushaltswirtschaft stehen einem rückwirkenden Eingriff in das Haushaltsgefüge und Haushaltsrecht für das bereits abgelaufene Haushaltsjahr 2007 - und Gleiches gilt für die mit Haushaltsgesetz 2008/2009 vom 18. Dezember 2007 idF des Nachtragshaushaltsgesetzes vom 14. Juli 2008 festgestellten Haushaltsjahre 2008 und 2009 - entgegen (vgl. Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteile vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, und vom 18. Dezember 1997 - VfGBbg 47/96 -, LVerfGE 7, 144, 163 unter Hinweis auf Bundesverfassungsgericht, Urteile vom 24. Juni 1984 - 2 BvF 1/83 u.a. -, BVerfGE 72, 330, 422 f., und vom 27. Mai 1994 - 2 BvF 1/88 u.a. -, BVerfGE 86, 148, 279).
Das Gericht läßt dahinstehen, ob bzw. mit welchen Modifizierungen das Gebot der Rechtswegerschöpfung des § 45 Abs. 2 Satz 1 VerfGGBbg auch für kommunale Verfassungsbeschwerden gilt (vgl. dazu Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteil vom 20. Januar 2000 - VfGBbg 53/98, 3/99 -, LVerfGE Suppl. Bbg. zu Bd.11, 3, 22 und Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97 mwN; Verwaltungsgericht Potsdam, Urteil vom 5. März 2008 - 6 K 3940/03 -).
Führen diese Aufgaben zu einer Mehrbelastung der Gemeinden oder Gemeindeverbände, so ist dafür ein entsprechender finanzieller Ausgleich zu schaffen (Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 111).
Zwar haben Landkreise und kreisfreie Städte im Land Brandenburg Sozialhilfeaufgaben auch schon vor dem Inkrafttreten des SGB XII wahrgenommen (s. AG-BSHG vom 24. Juli 1991, GVBl 1991, 318 ff.; näher dazu: Verfassungsgericht das Landes Brandenburg, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 99).
Nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtes des Landes Brandenburg ist aber eine erneute, die bisherige Aufgabenübertragung ablösende Aufgabenübertragung auch dann anzunehmen, wenn eine neue Rechtsgrundlage für eine schon vorher wahrgenommene Aufgabe geschaffen wird (vgl. Urteile vom 18. Dezember 1997 - VfGBbg 47/96 -, LVerfGE 7, 144, 158 f, und vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 112 ff).
Aus Art. 97 Abs. 3 LV in der Fassung des Gesetzes zur Änderung der Verfassung des Landes Brandenburg und des Verfassungsgerichtsgesetzes Brandenburg vom 7. April 1999 (GVBl. I S. 98), der eine weitergehende Kostenerstattungspflicht des Landes bei der Übertragung von Aufgaben bestimmt (vgl. dazu LVerfG, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LKV 2002, 323 ff.; Henneke, LKV 2002, 297 ff), kann der Kläger ebenfalls nichts zu seinen Gunsten ableiten, weil die Neuregelung nur für zeitlich nach ihrem Inkrafttreten erfolgende Aufgabenübertragungen gilt, nicht aber für bereits übertragene Aufgaben (vgl. Art. 3 Abs. 2 des vorgenannten Gesetzes).
Auch das Landesverfassungsgericht hat bezogen auf die geänderte Fassung des Art. 97 Abs. 3 LV zu der Frage, wie das strikte Konnexitätsprinzip umzusetzen sei, ausgeführt (Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LKV 2002, 323, 324 f.):.
Außerdem würde auch eine verfassungsgerichtliche Feststellung der Unvereinbarkeit mit der Landesverfassung und - was freilich unter dem Gesichtspunkt der verlässlichen Haushaltswirtschaft nach der Spruchpraxis des Landesverfassungsgerichts bereits unwahrscheinlich erschiene (vgl. dazu LVerfG…, Urteil vom 18. Dezember 1997, a. a. O., S. 163; Urteil vom 14. Februar 2002, a. a. O., S. 323) - eine Verpflichtung des Gesetzgebers, das Gemeindefinanzierungsgesetz 1995 im Nachhinein zu ändern bzw. zu ergänzen, der Feststellungsklage des Klägers nicht zu einem Erfolg verhelfen.
Dass sich die Gebühreneinnahmen in dieser Höhe nicht realisiert haben, führt für sich genommen nicht zur Verfassungswidrigkeit der Kostendeckungsregelung (vgl. LVerfG, Urteil vom 14. Februar 2002, a. a. O., S. 325).
Soweit der Kläger unter Bezugnahme auf das Urteil des Landesverfassungsgerichts vom 14. Februar 2002 (a. a. O.) weitergehende Anforderungen an die gesetzgeberische Prognose des Mittelbedarfs stellt, beziehen sich diese Anforderungen auf Art. 97 Abs. 3 LV in der Neufassung, die hier nicht den Maßstab bildet.
Ein bloß "angemessener" Ausgleich im Sinne eines relativen Konnexitätsprinzips genügt nicht (vgl. auch VerfGH Bbg., DÖV 2002, 522, 523; SächsVerfGH, LKV 2001, 223, 224; StGH Bad.Württ., ESVGH 49, 5, 11).
Jedoch muss die Kostenaufstellung nach dem vom Verfassungsgeber ausdrücklich verfolgten Transparenzgebot und nach der angestrebten Schutzfunktion für die Kommunen die wesentlichen Entscheidungsgrundlagen nachprüfbar erkennbaren lassen (ähnlich NdsStGH, DVBl. 1998, 185, 186, und NVwZ-RR 2001, 553, 554 f.; LVerfG LSA, DVBl. 1998, 1288, 1289 und DVBl. 2004, 434, 435; VerfG Bbg., DÖV 2002, 522, 523 f.; ThürVerfGH, NVwZ-RR 2005, 665, 671 u. 672 f.; Schoch, VBlBW 2006, 122, 126).
2. Die beschwerdeführenden Landkreise sind als Gemeindeverbände gemäß § 51 Abs. 1 VerfGGBbg im kommunalen Verfassungsbeschwerdeverfahren beteiligtenfähig (vgl. Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, zuletzt Urteile vom 22. November 2007 - VfGBbg 75/05 -, DVBl 2008, 132 [nur LS], und vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 108).
Die verfahrensgegenständliche Aufgabe wird mithin seit dem 1. Januar 2005 nicht mehr aufgrund bundesrechtlicher, sondern aufgrund landesrechtlicher Aufgabenübertragung (§ 2 Abs. 2 AG-BSHG/SGB XII) von den Landkreisen und kreisfreien Städten wahrgenommen (vgl. zu dieser Thematik bereits Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 113).
Die Verfassungsbestimmung gebietet damit grundsätzlich eine vollständige und finanzkraft-unabhängige Erstattung der den Kommunen durch die Aufgabenübertragung entstehenden Mehrbelastungen durch das Land (Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteil vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 115 ff.; VerfG MV LKV 2006, 217).
b) Der beschwerdeführende Landkreis ist als "Gemeindeverband" gemäß § 51 Abs. 1 VerfGGBbg im kommunalen Verfassungsbeschwerdeverfahren auch beteiligtenfähig (vgl. Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteile vom 19. Mai 1994 - VfGBbg 9/93 -, LVerfGE 2, 93, 102; vom 15. Oktober 1998 - VfGBbg 38/97 -, LVerfGE 9, 121, 131 ff. und vom 14. Februar 2002 - VfGBbg 17/01 -, LVerfGE 13, 97, 108).
Träger des Rechts auf kommunale Finanzhoheit sind neben den Gemeinden auch die Landkreise (Verfassungsgericht des Landes Brandenburg in st. Rspr., Urteile vom 14. Februar 2002, a.a.O. …und vom 15. Oktober 1998, a.a.O.;… Nierhaus , in: Sachs, Grundgesetz, 3. Auflage 2002, Art. 28 Rn. 69).
Da Kommunen keine Möglichkeit haben, fachgerichtliche Entscheidungen mit der Behauptung anzugreifen, das zugrundeliegende Gesetz verletze ihr Recht auf Selbstverwaltung, können sie im allgemeinen nicht darauf verwiesen werden, vor Erhebung der Kommunalverfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zunächst fachgerichtlichen Rechtsschutz gegen etwaige Einzelakte in Anspruch zu nehmen (…vgl. Verfassungsgericht des Landes Brandenburg, Urteile vom 20. Januar 2000, a.a.O., und vom 14. Februar 2002, a.a.O.).
OVG Berlin-Brandenburg, 24.09.2008 - 6 A 2.06
Vereinbarkeit der der Verordnung des Landes Brandenburg über die Anpassung der …
Kein Anspruch der Kreise und kreisfreien Städte gegen das Land auf Erstattung …

References: § 29
 Art. 97
 Art. 97
 § 13
 Art. 20
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 20
 § 91
 § 100
 § 100
 § 72
 § 68
 § 68
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 § 4
 Art. 97
 § 3
 Art. 93
 § 45
 Art. 97
 § 45
 Art. 97
 Art. 3
 Art. 97
 Art. 97
 § 51
 § 51
 Art. 28