Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F26-06-2013-1C_65-2013
Timestamp: 2016-10-27 12:55:28+00:00

Document:
1C_65/2013 (26.06.2013)
1C_65/2013 � � Urteil vom 26. Juni 2013
Beschwerdef�hrerin, handelnd durch Y.________, einzelzeichnungsberechtigter, Verwaltungsrat, und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Gian G. L�thi,
Der Quartierplan "Via dal Bagn" war am 14. November 1994 erlassen worden. Die erste Auflage des Revisionsentwurfs erfolgte vom 4. Januar bis 2. Februar 2010. Im Rahmen des Einspracheverfahrens erkannte der Gemeindevorstand, dass zur Erreichung des Planungsziels auch eine Landumlegung bzw. Grenzbereinigung sowie eine Bereinigung der beschr�nkten dinglichen Rechte unerl�sslich sein w�rde und erliess am 28. Juni 2010 eine entsprechende �nderung des Einleitungsbeschlusses.
�Dagegen wurden mehrere Einsprachen erhoben. U.a. verlangte Z.________ die Beibehaltung der anfangs des letzten Jahrhunderts zu Gunsten seiner Parzellen 309 und 1194 in Form von Grunddienstbarkeiten begr�ndeten H�herbaubeschr�nkungen zulasten von Parzelle 1206 der X.________ SA und forderte eine entsprechende Verschiebung der Baustandorte hangabw�rts. Die X.________ SA war mit der Beibehaltung der H�herbaubeschr�nkung einverstanden.
Um beurteilen zu k�nnen, inwieweit sich eine allf�llige Aufhebung der H�herbaubeschr�nkung wertm�ssig auf die Grundst�cke auswirke, holte die Gemeinde eine Sch�tzung ein. Der Sch�tzer erstattete seinen Bericht am 29. April 2011. Er ging davon aus, dass ein zus�tzliches Stockwerk auf Parzelle 1206 die Aussicht eines Geschosses der jetzigen �berbauung oder einer k�nftig m�glichen �berbauung auf Parzellen 309 und 1194 beeintr�chtigen w�rde. Er sch�tzte den daraus resultierenden Minderwert in einer Bandbreite von Fr. 600'000.-- bis Fr. 1'200'000.--; dies sei eine Zukunftsbetrachtung, die von verschiedenen variablen Faktoren abh�nge. Im Sinne einer pragmatischen L�sung sei ein Mittelwert von Fr. 900'000 als Verhandlungsbasis realistisch.
Vom 28. Juni bis 28. Juli 2011 legte der Gemeindevorstand den Revisionsentwurf zusammen mit einem Planungs- und einem Erl�uterungsbericht zum dritten Mal auf. Art. 7a der Quartierplanbestimmungen (QPB) lautet wie folgt:
1�Der Eigent�mer des Grundst�cks 1206 wird verpflichtet, den Eigent�mern der Grundst�cke 309 und 1194 f�r die Aufhebung der zu Gunsten dieser Parzellen bestehenden H�herbaubeschr�nkung eine Entsch�digung zu bezahlen.
2�Diese Entsch�digung bel�uft sich auf insgesamt Fr. 900'000.00 (Franken neunhunderttausend) und ist vom Eigent�mer des Grundst�cks 1206 im Verh�ltnis zu den Grundst�cksfl�chen den Eigent�mern der Grundst�cke 309 und 1194 zu bezahlen. Massgebend f�r die Zahlungspflicht ist der Zeitpunkt des Eigentums im Zeitpunkt der F�lligkeit der Entsch�digungspflicht.
Die Entsch�digung ist auf den Zeitpunkt zur Zahlung f�llig, da eine rechtskr�ftige Baubewilligung f�r ein Geb�ude vorliegt, welches den Rahmen der H�herbaubeschr�nkung sprengt. Liegt ein solcher Fall vor, dann darf mit dem Bau erst begonnen werden, wenn die Bezahlung der Entsch�digung nachgewiesen ist. Zur Sicherung dieser Zahlungspflicht wird in der Baubewilligung eine entsprechende Auflage gemacht.
Gegen die dritte �ffentliche Auflage erhoben Z.________ und die X.________ SA Einsprache. Z.________ verlangte die Beibehaltung der H�herbaubeschr�nkung zu Gunsten seiner Parzellen; eventualiter sei die Entsch�digungssumme gem�ss Art. 7a Abs. 2 QPB auf Fr. 2 Mio. zu erh�hen. Die X.________ SA beantragte, es seien zwei H�user auf Parzellen 1206 und 1207 vorzusehen und es sei von einem Nutzungstransport von Parzelle 1207 auf Parzelle 1206 abzusehen.
�Am 22. August 2011, wies der Gemeindevorstand die Einsprachen im Wesentlichen ab und genehmigte die Quartierplanrevision.
Dagegen erhoben sowohl Z.________ als auch die X.________ SA am 3. und 6. Oktober 2011 Beschwerde ans Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden. Z.________ verlangte die Erh�hung der in Art. 7a QPB vorgesehene Entsch�digung auf mindestens 2 Mio. Franken (indexiert gem�ss LIK). Die X.________ SA beantragte die Aufhebung des Quartierplans.
�Das Verwaltungsgericht sistierte das Beschwerdeverfahren f�r Vergleichsgespr�che.
Am 2. April 2012 beschloss der Gemeindevorstand St. Moritz eine Revision des Quartierplans "Via dal Bagn" und eine Ab�nderung des Einsprache- und Genehmigungsentscheids vom 22. August 2011. Darin wurde den Bedenken der X.________ SA, im Baubereich auf Grundst�ck 1206 die 558,6 m� BGF nicht unterbringen zu k�nnen, Rechnung getragen, indem die zul�ssige Geb�udeh�he f�r diese Parzelle von 10 m auf 12.5 m erh�ht wurde, mit einer maximalen H�henkote von 1'799.50 m.�.M.. Die weitergehenden Antr�ge der X.________ SA, insbesondere auf Zulassung eines Wiederaufbaus auf Grundst�ck 1207, wurden abgewiesen. Dieser Beschluss erwuchs in Rechtskraft.
Mit Verf�gung vom 24. August 2012 stellte der Instruktionsrichter fest, dass noch streitig und somit vom Gericht zu entscheiden sei, ob, und falls ja, in welcher H�he die Eigent�merin von Parzelle 1206 oder allenfalls Dritteigent�mer den Eigent�mern von Parzellen 309 und 1194 eine Entsch�digung f�r die Aufhebung der auf Parzelle 1206 lastenden H�herbaubeschr�nkung zu bezahlen habe (Art. 7a QPB). Im �brigen seien die Beschwerden als gegenstandslos geworden abzuschreiben. Auch diese Teilabschreibungsverf�gung erwuchs in Rechtskraft.
�Mit Eingabe vom 28. September 2012 zog Z.________ seine Beschwerde zur�ck.
�Das Verwaltungsgericht f�hrte am 4. Oktober 2012 einen Augenschein durch. Am 9. Oktober 2012 wies es die Beschwerde der X.________ SA ab; die Beschwerde von Z.________ wurde infolge R�ckzugs als gegenstandslos abgeschrieben.
Dagegen hat die X.________ SA am 21. Januar 2013 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, Disp.-Ziff. 1a, 2 und 3 des angefochtenen Urteils sowie Art. 7a der Quartierplanbestimmungen des Quartierplans "Via dal Bagn"�seien aufzuheben; eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung zur�ckzuweisen.
Bereits am 18. Juli 2012 hatte die Beschwerdef�hrerin bei der Gemeinde St. Moritz ein Baugesuch f�r den Umbau des bestehenden Mehrfamilienhauses auf Parzelle 1207 (Haus A) und den Abbruch des auf Parzelle 1206 bestehenden Mehrfamilienhauses und die Bewilligung eines Ersatzbaus (Haus B) eingereicht. Am 17. Dezember 2012 erteilte die Gemeinde die Baubewilligungen f�r Haus A und B unter Bedingungen und Auflagen; dabei hiess es die Einsprache von Z.________ gut und trat auf die Einsprache der Helvetia Nostra wegen Verletzung von Art. 75b BV (Zweitwohnungen) nicht ein. Die Entsch�digung der H�herbaubeschr�nkung auf Parzelle 1206 wurde in ein separates Verfahren verwiesen.
�Dagegen erhoben sowohl die Helvetia Nostra als auch die X.________ SA und Z.________ Beschwerde an das Verwaltungsgericht. Dieses wies die Beschwerde der Helvetia Nostra am 19. Februar 2013 ab; die �brigen Beschwerdeverfahren wurden bis zum Entscheid der Gemeinde �ber Erl�uterungsgesuche der Parteien sistiert.
�Am 18. M�rz 2013 hiess die Gemeinde St. Moritz die Erl�uterungsgesuche beider Parteien teilweise gut. Es �nderte das Dispositiv des Bau- und Einspracheentscheids vom 17. Dezember 2012 dahin ab, dass die gegen das Haus B gerichtete Einsprache von Z.________ im Sinne der Erw�gungen abgewiesen werde, und die X.________ SA verpflichtet werde, Z.________ eine Entsch�digung �ber Fr. 900'000.-- zu bezahlen, sobald die Baubewilligung rechtskr�ftig geworden sei; vor Nachweis der Zahlung d�rfe mit dem Bau nicht begonnen werden.
Gegen den kantonal letztinstanzlichen Endentscheid des Verwaltungsgerichts steht grunds�tzlich die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht offen (Art. 82 lit. a, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG). Die Beschwerdef�hrerin ist als Eigent�merin der Parzelle 1206, gem�ss Art. 7a QPBentsch�digungspflichtig und damit zur Beschwerde legitimiert (Art. 89 Abs. 1 BGG).
1.1.�Der Beschwerdegegner wirft der Beschwerdef�hrerin allerdings vor, im bundesgerichtlichen Verfahren unzul�ssigerweise neue Rechtsbegehren zu stellen: Sie habe in den vorinstanzlichen Verfahren geltend gemacht, sie wolle ihre zwei Liegenschaften nach der geltenden Normalbauordnung und unter Einhaltung der H�herbaubeschr�nkung �berbauen; dementsprechend habe sie die Aufhebung des Quartierplans und die Neuauflage eines diesen W�nschen entsprechenden Quartierplanprojekts beantragt. Inzwischen habe sie jedoch ein Baugesuch zur �berbauung der Parzelle 1206 eingereicht, das die fr�here H�herbaubeschr�nkung um ein ganzes Geschoss �berrage; damit habe sie den neuen Quartierplan implizit anerkannt. Der neue Antrag auf Aufhebung von Art. 7a QPB stelle eine Klage�nderung und keine Klagereduktion dar, weil dadurch dem Beschwerdegegner das Recht entzogen werde, in einem neuen Einspracheverfahren wiederum die Aufrechterhaltung seiner privatrechtlichen H�herbauservitute geltend zu machen.
�Gem�ss Art. 99 Abs. 2 BGG sind neue Rechtsbegehren unzul�ssig; der Streitgegenstand vor Bundesgericht darf gegen�ber demjenigen im vorinstanzlichen Verfahren nicht ausgedehnt werden.
�Im angefochtenen Entscheid (E. 1d S. 32) wurde festgehalten, Beschwerdethema sei nur noch die Frage, ob die festgelegte Entsch�digungssumme von Fr. 900'000.-- f�r den Wegfall der H�herbaubeschr�nkung zu Recht der Eigent�merin der Parzellen 1206/1207 auferlegt worden sei (Rechtm�ssigkeit von Art. 7a QPB), oder ob stattdessen die Planungsbeh�rde (Vorinstanz) oder Dritte (Quartierplangenossen auf Parzelle 312) finanziell daf�r h�tten aufkommen m�ssen. Dies entspricht der Abschreibungsverf�gung vom 24. August 2012.
�Es h�tte dem (heutigen) Beschwerdegegner freigestanden, die Revision des Quartierplans vom 2. April 2012 (Erh�hung der zul�ssigen Geb�udeh�he) und den Abschreibungsbeschluss vom 24. August 2012 anzufechten. Statt dessen zog er seine Beschwerde zur�ck. Damit akzeptierte er den revidierten Quartierplan, einschliesslich der Aufhebung der H�herbauservitute. Im �brigen w�rde eine allf�llige Gutheissung der Beschwerde nicht die ersatzlose Streichung von Art. 7a QPB zur Folge haben, sondern die Sache m�sste an die Gemeinde zu neuer Regelung zur�ckgewiesen werden.
1.2.�Auf die Beschwerde (Art. 100 Abs. 1 BGG) ist daher grunds�tzlich einzutreten.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht - einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens - ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). Das Bundesgericht wendet das Bundesrecht grunds�tzlich von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Die Verletzung von Grundrechten (einschliesslich die Verletzung der Gemeindeautonomie und die willk�rliche Anwendung von kantonalem Recht) pr�ft es dagegen nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und gen�gend begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254 mit Hinweisen).
Das Verwaltungsgericht ging davon aus, dass die Regeln �ber die Landumlegung anwendbar seien, mit der Besonderheit, dass hier nur ein beschr�nktes dingliches Recht (H�herbaubeschr�nkung) Gegenstand der Bereinigung nach Art. 70 Abs. 1 des Raumplanungsgesetzes f�r den Kanton Graub�nden (KRG) bilde. Laut Art. 69 Abs. 2 KRG seien Mehr- und Minderzuteilungen sowie besondere Vor- und Nachteile einzelner Zuteilungen in Geld voll auszugleichen. Dabei sei nur logisch, dass Adressat der Ausgleichspflicht derjenige sei, der eine entsprechende Mehrzuteilung respektive einen besonderen Vorteil in einer einzelnen Zuteilung erhalte; umgekehrt sei der Empf�nger der Ausgleichsleistung - die vollumf�nglich in Geld zu erbringen sei - derjenige, der eine entsprechende Minderzuteilung respektive einen besonderen Nachteil erfahre.
�Dritteigent�mer - wie z.B. die Quartierplangenossen auf Parzelle 312 - k�nnten demgegen�ber nicht zur Zahlungspflicht herangezogen werden. Der Verzicht auf eine Erweiterungsm�glichkeit auf Parzelle 1207 erfolge n�mlich aus sachlich begr�ndeten, nachvollziehbaren Motiven: Das Haus auf Parzelle 1207 sei im Vergleich zu den umliegenden Geb�uden sehr klein, die Parzellenform sei ung�nstig und schmal; dadurch sei die zweckm�ssige Bebauung und Ausn�tzung dieses Grundst�cks erschwert. Wenn die benachbarte Parzelle 312 (unmittelbar im S�dosten) �berbaut sei, werde das Haus auf Parzelle 1207 vollst�ndig zwischen dem Wohnhaus an der Via Chevallera 4 (Neubau mit 15.5 m Geb�udeh�he m�glich) und dem Neubau auf Parzelle 312 (entlang der Via dal Bagn) eingeschlossen sein. Aus r�umlicher und ortsgestalterischer Sicht sei es deshalb von Vorteil, wenn Parzelle 1207 nicht bebaut sei. Aufgrund dieser einleuchtenden Feststellungen gehe es somit nicht prim�r um einen Vorteil f�r Dritteigent�mer, sondern um die Bereinigung einer st�dtebaulich unbefriedigenden Situation.
�Durch die erfolgte Mehrzuteilung werde der Wert des der Beschwerdef�hrerin geh�renden Baulandes (insbesondere von Parzelle 1206) wirtschaftlich massiv erh�ht. Der dadurch entstehende Vorteil (ein zus�tzliches Geschoss mit erweiterter Geb�udeh�he von 12.5 m und absoluter H�henquote von maximal 1'799.5 m.�.M.) komme einzig ihr zugute.
�F�r die Berechnung der Entsch�digungssumme sei indessen nicht auf den Mehrwert der Parzellen der Beschwerdef�hrerin, sondern auf den Minderwert der Parzellen 309 und 1194 abzustellen. Dieser Minderwert sei in der Sch�tzung vom 29. April 2011 von einem ausgewiesenen, neutralen Fachmann nachvollziehbar festgelegt und von der Gemeinde im Rahmen ihres diesbez�glich weiten Ermessens korrekt auf insgesamt Fr. 900'000.-- festgesetzt worden. An der angefochtenen Quartierplanbestimmung (Art. 7a QPB) gebe es folglich nichts auszusetzen.
Die Beschwerdef�hrerin bestreitet, dass der Wert ihres Baulandes wirtschaftlich massiv erh�ht worden sei: Die bebaubare Fl�che auf den Parzellen 1206 und 1207 sei nicht erh�ht worden, sondern betrage nach wie vor insgesamt 558 m�; die Erh�hung der Ausn�tzung von Parzelle 1206 habe lediglich den Minderwert bei Parzelle 1207 ausgeglichen, der kein Baufeld mehr zugeteilt worden sei. Zwar d�rfe auf Parzelle 1206 nunmehr ein zus�tzliches Stockwerk gebaut werden; dieser angebliche Vorteil werde jedoch durch das auf Parzelle 312 realisierbare Attikastockwerk hinf�llig gemacht. Somit fehle es an der in Art. 69 Abs. 2 letzter Satz KRG f�r die Ausgleichspflicht verlangten Mehrzuteilung bzw. dem besonderen Vorteil.
�Die Beschwerdef�hrerin bestreitet zudem, dass Art. 51 KRG eine gen�gende Rechtsgrundlage f�r die Entsch�digungspflicht darstelle.
�Schliesslich liege eine Ungleichbehandlung vor, weil die Beschwerdef�hrerin als einzige vom Quartierplan betroffene Partei einen Nachteil zu erleiden habe. Dagegen werde durch die Quartierplanrevision f�r Parzelle 312 - auf der ein Attikageschoss von rund 400 m� geschaffen werden k�nne - ausgleichslos ein Mehrwert von einigen Millionen Franken geschaffen. Diese Ungleichbehandlung h�tte vermieden werden k�nnen, beispielsweise, indem auf den Parzellen 1104/309 ein Stockwerk h�her h�tte gebaut werden d�rfen, oder aber s�mtliche Vor- und Nachteile im Perimeter zum Ausgleich gebracht worden w�ren.
Der Beschwerdegegner und die Gemeinde machen geltend, die Beschwerdef�hrerin habe lediglich die Aufhebung der H�herbaubeschr�nkung bzw. die daf�r geschuldete Entsch�digung angefochten, nicht aber die Baubeschr�nkung auf Parzelle 1207 und den vorgesehenen Ausn�tzungstransport auf Parzelle 1206. Insofern k�nne sie keine umfassende Abw�gung und Bewertung aller mit der Quartierplanrevision verbundener Vor- und Nachteile f�r s�mtliche einbezogenen Parzellen verlangen, wie dies bei Baulandumlegungen der Fall sei. Auszugleichen seien lediglich die Vor- und Nachteile aus der Beseitigung der H�herbaubeschr�nkung zulasten der Parzelle 1206 und zugunsten der Parzellen 1194 und 309. Dies stelle eindeutig einen Vorteil f�r die Beschwerdef�hrerin dar, k�nne sie doch ansonsten die theoretisch zul�ssige bauliche Ausn�tzung auf Parzelle 1206 nicht verwirklichen.
�Die Sichtweise der Beschwerdef�hrerin, wonach der Vorteil des ihr auf Parzelle 1206 zugestandenen zus�tzlichen Geschosses aufgrund des zus�tzlichen Attikageschosses auf Parzelle 312 hinf�llig werde, sei unhaltbar, das Gegenteil sei der Fall: Gerade weil auf Parzelle 312 ein zus�tzliches Stockwerk gebaut werden k�nne, habe das zus�tzliche Stockwerk auf Parzelle 1206 besonderen Wert. W�hrend die Aussicht von allen Geschossen, die sie gem�ss Normalordnung erstellen k�nne, durch die benachbarten Geb�ude vollst�ndig versperrt werde, habe man vom zus�tzlichen obersten Geschoss eine herrliche Aussicht auf den St. Moritzer See und das Bergpanorama.
�Art. 69 Abs. 2 KRG i.V.m. Art. 51 Abs. 3 KRG sehe f�r besondere Vor- und Nachteile im Zusammenhang mit der Bereinigung von dinglichen Rechten einen Ausgleich in Geld vor; der von der Beschwerdef�hrerin verlangte planerische Ausgleich (z.B. durch Zulassung eines Stockwerks auf den Parzellen 1104 und 309) sei gesetzlich nicht vorgesehen und w�re auch v�llig sachfremd und planerisch nicht zu begr�nden.
Die einschl�gigen kantonalen Bestimmungen lauten:
�Art. 51 KRG
1�Die Quartierplanung regelt im Rahmen der Grundordnung die Gestaltung und Erschliessung von Bauzonen mit Folgeplanung oder von weiteren Teilgebieten der Bauzone im Detail. [...]
3�F�r Bereinigungen von beschr�nkten dinglichen Rechten, Vormerkungen und Anmerkungen gelten die Bestimmungen �ber die Landumlegung sinngem�ss.
1�Erfordern der Erlass von Nutzungspl�nen oder die Verwirklichung einer festgelegten Nutzungsordnung die Umlegung von Grundst�cken oder die �nderung von Parzellengrenzen, werden Landumlegungen oder Grenzbereinigungen durchgef�hrt.
Landabz�ge, Neuzuteilung
1�[...].
2�Die nach den Landabz�gen �brig bleibende Fl�che wird im Verh�ltnis des eingeworfenen Landes und unter Ber�cksichtigung aller mit dem alten und neuen Besitzstand verbundenen Vor- und Nachteile auf die beteiligten Grundeigent�merinnen und Grundeigent�mer verteilt. Mehr- und Minderzuteilungen sowie besondere Vor- und Nachteile einzelner Zuteilungen sind in Geld voll auszugleichen.
1�Vor der Neuzuteilung sind die Zusammenarbeit mit dem Grundbuchamt die dinglichen Rechte, Vormerkungen und Anmerkungen zu bereinigen und die Grundbuchanmeldung vorzubereiten.
2�Mit Ausnahme der �bertragenen oder neu begr�ndeten Rechte sowie der Grundpfandrechte gehen mit dem Erwerb des Eigentums an den neu zugeteilten Grundst�cken s�mtliche beschr�nkten dinglichen Rechte sowie s�mtliche Vormerkungen und Anmerkungen des alten Bestandes unter.
Wie oben (E. 1.1) dargelegt, wendet sich die Beschwerdef�hrerin nur noch gegen die in Art. 7a QPB vorgesehene Entsch�digungspflicht im Zusammenhang mit der Aufhebung der H�herbaubeschr�nkung. Nicht (mehr) angefochten werden alle �brigen Festsetzungen des Quartierplans, wie insbesondere die Nichtfestsetzung eines Baufelds auf Parzelle 1207, der Nutzungstransfer von Parzelle 1207 auf 1206, der Baubereich und das Attikageschoss auf Parzelle 312 oder die maximale Geb�udeh�he auf Parzellen 309 und 1194. Vielmehr belegt das Baugesuch der Beschwerdef�hrerin, dass sie die Bestimmungen des neuen Quartierplans baulich umsetzen will, ohne allerdings die daf�r gem�ss Art. 7a QPB vorgesehene Entsch�digung zahlen zu wollen.
�Unter diesen Umst�nden kann die Beschwerdef�hrerin die der revidierten Quartierplanung zugrunde liegende raumplanerische Interessenabw�gung und die Ausgewogenheit der darin vorgesehenen Festsetzungen nicht mehr in Frage stellen. Zu pr�fen ist vielmehr ausschliesslich die in Art. 7a QPB vorgesehene Entsch�digungspflicht.
7.1.�Art. 51 Abs. 3 KRG verweist f�r die Bereinigung von beschr�nkten dinglichen Rechten auf die Bestimmungen �ber die Landumlegung. Damit findet insbesondere Art. 69 Abs. 2 KRG sinngem�ss Anwendung, wonach Mehr- und Minderzuteilungen sowie besondere Vor- und Nachteile einzelner Zuteilungen in Geld voll auszugleichen seien. Da die Aufhebung der H�herbaubeschr�nkung im Rahmen der Bereinigung der dinglichen Rechte erfolgte, ist es nicht willk�rlich, darin die rechtliche Grundlage f�r die in Art. 7a QPB vorgesehene Entsch�digungspflicht zu sehen.
Seinem Wortlaut nach beschr�nkt sich Art. 69 Abs. 2 KRG auf das Landumlegungsverfahren; wie sich aus dem Plan "Revision Quartierplan Via dal Bagn, Neuzuteilung 1:500" ergibt, sind weder die Parzellen der Beschwerdef�hrerin noch des Beschwerdegegners davon betroffen. Sie sind einzig durch die Bereinigung der dinglichen Rechte ber�hrt, auf die Art. 69 Abs. 2 KRG sinngem�ss anwendbar ist. Unter diesen Umst�nden ist es nicht willk�rlich, die Grunds�tze des Landumlegungsverfahrens (wertgleicher Realausgleich mit Ausgleichszahlungen f�r unvermeidliche Mehr- oder Minderzuteilungen; vgl. BGE 116 Ia 41 E. 5 S. 50 ff.) einzig auf die Aufhebung der H�herbaubeschr�nkung und die�damit�verbundenen Vor- und Nachteile zu beschr�nken. F�r andere Vor- und Nachteile der Quartierplanung und damit verbundene Mehr- oder Minderwerte sieht das geltende Recht (bis zur Schwelle der materiellen Enteignung) keinen Ausgleich vor (vgl. angefochtenen Entscheid E. 2c S. 36).
�Es bedarf deshalb keiner Expertise �ber das finanzielle Ausmass aller Vor- und Nachteile des Quartierplans f�r die Parzellen 1194, 309, 1206, 1207 und 312; der dahingehende Beweisantrag der Beschwerdef�hrerin ist abzuweisen.
7.2.�Die H�herbaubeschr�nkung bestand zugunsten der Parzellen 1194/309 und zu Lasten der Parzelle 1206. Ihre Aufhebung bedeutet damit einen Rechtsverlust, d.h. einen rechtlichen Nachteil, f�r den Beschwerdegegner (als Eigent�mer der Parzellen 1194/309) und den Wegfall einer Last, und somit einen rechtlichen Vorteil f�r die Beschwerdef�hrerin (als Eigent�merin der Parzelle Nr. 1206). Andere Parzellen, die nicht mit der Servitut belastet waren, ziehen aus deren Aufhebung keinen rechtlichen Vorteil; dies gilt insbesondere f�r die Parzelle 312.
�Das Verwaltungsgericht hat festgestellt, dass dieser Rechtsvorteil auch wirtschaftlich einen Vorteil f�r das Grundst�ck 1206 bedeutet, weil damit ein zus�tzliches Geschoss mit freier Aussicht auf See und Bergwelt errichtet werden kann. Diese Feststellung l�sst keine Willk�r erkennen. Wie die Gemeinde und der Beschwerdegegner �berzeugend dargelegt haben, wird dieser Vorteil durch das zus�tzliche Attikageschoss auf Parzelle 312 nicht hinf�llig, sondern im Gegenteil umso wertvoller.
�Der Sichtweise der Beschwerdef�hrerin k�nnte allenfalls gefolgt werden, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen dem zus�tzlichen Attikageschoss auf Parzelle 312 und der Aufhebung der Baubeschr�nkung best�nde, d.h. das eine nicht ohne das andere festgesetzt worden w�re. Dies wird jedoch von der Beschwerdef�hrerin nicht belegt und ist auch nicht ersichtlich: Gem�ss Planungsbericht wurden die Baufelder, die Bauh�hen und Dachformen im Quartierplangebiet aus st�dtebaulichen Gr�nden festgelegt. Im �brigen ist die Festsetzung f�r Parzelle 312 nicht angefochten worden und ist daher nicht Gegenstand des vorliegenden Verfahrens. Gleiches gilt f�r die Nichtfestsetzung eines Baufelds auf Parzelle 1207 und den Nutzungstransfer auf Parzelle 1206.
�Die Aufhebung der Baubeschr�nkung und das damit m�gliche zus�tzliche Stockwerk auf Parzelle 1206 haben zur Folge, dass die Aussicht der (bestehenden bzw. k�nftigen) Bauten auf Parzellen 309 und 1194 beschr�nkt wird. Es ist nicht willk�rlich, darin eine Wertminderung zu erblicken. Ob die Aussicht auf den St. Moritzer See oder "nur" auf die �brige Umgebung beschr�nkt wird, ist allenfalls f�r die Frage der Entsch�digungsh�he massgeblich (vgl. dazu unten, E. 8).
7.3.�Soweit die Beschwerdef�hrerin geltend macht, sie habe die Aufhebung der Baubeschr�nkung nicht gewollt, ist zu ber�cksichtigen, dass es in ihrem Belieben steht, ob sie davon Gebrauch machen will (mit der Konsequenz der Entsch�digungspflicht) oder nicht: Gem�ss Art. 7a QPB wird die Entsch�digung erst f�llig, wenn eine rechtskr�ftige Baubewilligung f�r ein Geb�ude vorliegt, welches den Rahmen der H�herbaubeschr�nkung sprengt.
�Unter diesen Umst�nden ist die in Art. 7a QPB vorgesehene Entsch�digungsregelung verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden.
Soweit die Beschwerdef�hrerin Einw�nde gegen die Entsch�digungsh�he erhebt, ist darauf nicht einzutreten: Zum einen fehlt es an einem bezifferten Herabsetzungsantrag; auch die Beschwerdebegr�ndung l�sst nicht erkennen, welche Entsch�digung die Beschwerdef�hrerin maximal als zul�ssig erachten w�rde. Zum anderen sind die von ihr in diesem Zusammenhang erhobenen R�gen (nur periphere Beschr�nkung der Aussicht der Parzellen des Beschwerdegegners; zu hoher Quadratmeterpreis) auch nicht gen�gend substantiiert bzw. belegt (Art. 106 Abs. 2 i.V.m. Art. 42 Abs. 2 BGG). Die erstmals in der Stellungnahme vom 21. Juni 2013 gemachten Berechnungen sind versp�tet (vgl. Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; Art. 43 BGG e contrario).
�Insofern er�brigt sich die Einholung der von der Beschwerdef�hrerin beantragten Expertise zu dieser Frage.
Die Gerichtskosten von Fr. 4'000.-- werden der Beschwerdef�hrerin�auferlegt.
Die Beschwerdef�hrerin�hat den Beschwerdegegner (Z.________) f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 4'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 75
 Art. 86
 Art. 90
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 99
 Art. 7
 Art. 7
 BGE 
 Art. 70
 Art. 69
 Art. 69
 Art. 51
 Art. 51
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 69
 Art. 7
 Art. 69
 Art. 69
 BGE 
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 43
e contrario