Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.11.2010&Aktenzeichen=2%20StR%20320%2F10
Timestamp: 2018-01-17 23:37:02+00:00

Document:
BGH, 10.11.2010 - 2 StR 320/10 - dejure.org
Art. 1 GG; Art. 2 Abs. 2 GG; § 212 StGB; § 216 StGB; § 22 StGB; § 1901a BGB; § 1901b BGB
Versuchter Totschlag und rechtfertigender Behandlungsabbruch (erforderliches Verfahren zur Feststellung des Patientenwillen; Patientenverfügung; Selbstbestimmungsrecht; Lebensschutz; Einwilligung; Tötung auf Verlangen; aktive Sterbehilfe)
§ 22 StGB, § 23 StGB, § 212 StGB, § 216 StGB
Rechtfertigender Behandlungsabbruch auf der Grundlage des tatsächlichen oder mutmaßlichen Patientenwillens
BGB §§ 1901a, 1901b; StGB §§ 212, 216
Voraussetzungen eines rechtfertigenden Behandlungsabbruchs
StGB § 212; StGB § 216
Behandlungsabbruch und Patientenwille
Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen - Urteil wegen versuchten Totschlags bestätigt
Behandlungsabbruch nur auf Grundlage des Patientenwillens nur nach Maßgabe der §§ 1901 a ff. BGB
Kurznachricht zu "Leitlinien zur Ermittlung und Durchführung des Patientenwillens - Zugleich Anmerkungen zum Beschl. des BGH v. 10. 11. 2010 - 2 StR 320/10 -" von Notar Dr. Thomas Ihrig, original erschienen in: DNotZ 2011, 583 - 589.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 10.11.2010, Az.: 2 StR 320/10 (Sterbehilfe bei Patientenverfügungen)" von Prof. Dr. Torsten Verrel, original erschienen in: NStZ 2011, 276 - 278.
Kurznachricht zu "Erfordernis der Zustimmung eines Betreuers und einer gerichtlichen Genehmigung für einen Behandlungsabbruch" von Dr. Rolf Coeppicus, original erschienen in: NJW 2013, 2939 - 2942.
LG Köln, 09.02.2010 - 90 Js 163/09
NJW 2011, 161
NStZ 2013, 153
DNotZ 2011, 622
NZS 2011, 465
FamRZ 2011, 108
Dies hat insbesondere zu gelten, wenn es beim Fehlen einer schriftlichen Patientenverfügung um die Feststellung eines in der Vergangenheit mündlich geäußerten Patientenwillens geht (…vgl. auch BGHSt 55, 191 = FamRZ 2010, 1551 Rn. 38; BGH Beschluss vom 10. November 2010 - 2 StR 320/10 - FamRZ 2011, 108 Rn. 12).
Es handelt sich dabei um eine von dem Arzt in eigener Verantwortung vorzunehmende Prüfung und Erörterung (BGH v. 10.11.2010 - Az. 2 StR 320/10 - Rz. 14).
Vielmehr erfordert die Frage eine konkrete, abwägende Betrachtung im jeweiligen Einzelfall, wobei sich die Entscheidung an den Voraussetzungen der §§ 1901a, 1901b BGB zu orientieren hat (BGH v. 10.11.2010 - Az. 2 StR 320/10 - Rz. 12;… so zuvor bereits BGH v. 25.06.2010 - Az. 2 StR 454/09 - Rz. 24).
(a) Man hätte das Gespräch mit den Eltern über die Frage der Einstellung von Behandlungsmaßnahme führen müssen (dass für den Erblasser eine Patientenverfügung vorlag, ist nicht ersichtlich; dass Feststellungen zum tatsächlichen oder mutmaßlichen Willen des Erblasser hätten getroffen werden können, ist unwahrscheinlich vor dem Hintergrund, dass er bereits im Alter von 15 Jahren in das Wachkoma fiel [dazu jetzt § 1901a BGB; BGH Urteil vom 25.6.2010 - 2 StR 454/09 - z.B. BGHSt 55, 191; BGH Beschluss vom 10.11.2010 - 2 StR 320/10 - z.B. NStZ 2011, 274; jeweils zitiert nach juris]).

References: Art. 1
 Art. 2
 § 212
 § 216
 § 22
 § 1901
 § 1901

§ 22
 § 23
 § 212
 § 216
 § 212
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