Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=29.01.2015&Aktenzeichen=4%20StR%20433/14
Timestamp: 2019-06-19 06:20:14+00:00

Document:
BGH, 29.01.2015 - 4 StR 433/14 - dejure.org
https://dejure.org/2015,3816
BGH, 29.01.2015 - 4 StR 433/14 (https://dejure.org/2015,3816)
BGH, Entscheidung vom 29.01.2015 - 4 StR 433/14 (https://dejure.org/2015,3816)
BGH, Entscheidung vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14 (https://dejure.org/2015,3816)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,3816) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Mord (Heimtücke: Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit durch den Täter; niedrige Beweggründe: Selbstjustiz); Ablehnung eines Beweisantrags als bedeutungslos
§ 212 Abs. 1, §§ ... 22, 23 StGB, § 224 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 5 StGB, § 315b Abs. 1 Nr. 3, Abs. 3, § 315 Abs. 3 Nr. 1a StGB, § 142 Abs. 1 StGB, § 211 Abs. 2 StGB, § 244 Abs. 3 Satz 2 StPO, § 46a StGB, § 473 Abs. 1, Abs. 2 StPO
Mordmerkmal der Heimtücke: Ausnutzungsbewusstsein bei spontan gefasstem Tatentschluss
Abgrenzung des versuchten Totschlags vom versuchten Mord im Hinblick auf eine heimtückische Tatbegehung
StGB § 212 Abs. 1; StGB § 22; StGB § 23
Heimtücke - und die Augenblickstat
LG München II, 23.04.2014 - 1 Ks 34 Js 16020/13
NStZ 2015, 392
Gleiches gilt im Ergebnis für die beweiswürdigend belegte spontane affektive Erregung (vgl. BGH, Urteil vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14, NStZ 2015, 392, 393) des Angeklagten, die aus seiner Wut über das täuschende Vorverhalten der Geschädigten und deren Reaktion in Gestalt von Grinsen und Lachen auf sein Weinen bei Offenbarung ihres intimen Verhältnisses zum Zeugen J. resultierte.
Dafür genügt es, wenn er die die Heimtücke begründenden Umstände nicht nur in einer äußerlichen Weise wahrgenommen, sondern in dem Sinne in ihrer Bedeutung für die Tatbegehung erfasst hat, dass ihm bewusst geworden ist, einen durch seine Ahnungslosigkeit gegenüber dem Angriff schutzlosen Menschen zu überraschen (vgl. Senat, Urteil vom 11. Juni 2014 - 2 StR 117/14, NStZ 2014, 639, 640; BGH, Urteil vom 11. Dezember 2012 - 5 StR 438/12, NStZ 2013, 232, 233; Urteil vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14, NStZ 2015, 392, 393).
Denn die Ankündigung einer von einem entsprechenden Vorsatz getragenen Tötungshandlung ist für die Beweiswürdigung hinsichtlich der subjektiven Seite der tatsächlich vorgenommenen, der Ankündigung entsprechenden Handlung regelmäßig von erheblicher Bedeutung (vgl. zur Bewertung des Zufahrens auf einen Fußgänger als versuchtes Tötungsdelikt: Senat, Urteile vom 29. Januar 2015 - 4 StR 433/14, NStZ 2015, 392 ff.; vom 25. Oktober 2012 - 4 StR 346/12, NStZ 2013, 156 ff).

References: § 212
 § 224
 § 315
 § 315
 § 142
 § 211
 § 244
 § 46
 § 473
 § 212
 § 22
 § 23