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Timestamp: 2020-08-07 13:24:05+00:00

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Im Bilanzsteuerrecht (§ 4 Abs. 1 letzter Satz EStG 1988) wird unter Grund und Boden (§ 4 Abs. 3a Z 3 und 5 sowie § 30 Abs. 1 EStG 1988) nur der nackte Grund und Boden verstanden. Selbständig bewertungsfähige Wirtschaftsgüter sind, auch wenn sie mit Grund und Boden fest verbunden und zivilrechtlich Zubehör der Liegenschaft sind, einkommensteuerlich nicht zu Grund und Boden zu rechnen. Diese sind als besondere Wirtschaftsgüter nach den üblichen Bewertungsgrundsätzen bewertet anzusetzen. Dazu gehören Gebäude (VwGH 11.4.1958, 1314/56; VwGH 14.1.1986, 84/14/0019; VwGH 30.6.1987, 86/14/0195), Betriebsanlagen (zB Hochöfen, Silos), Glashäuser, Glasbeete, Brücken, Drainagen, Pumpenanlagen, Wege, Zäune usw., aber auch Baumschulanlagen. Ein selbständiges Wirtschaftsgut ist auch ein Wegerecht am Nachbargrundstück (VwGH 27.10.1976, 1418/74; siehe auch Rz 553).
Nicht zum Grund und Boden gehören weiters das Wegerecht am Nachbargrundstück (VwGH 27.10.1976, 1418/74), das Holzbezugsrecht (VwGH 21.10.1960, 0113/60), das Fischereirecht (Rz 5122), das Jagdrecht (VwGH 11.12.1990, 90/14/0199; VwGH 16.11.1993, 90/14/0077), das Teilwaldrecht (VwGH 19.9.1995, 92/14/0005) oder das Baurecht. Auch die Anteilsrechte an einer Argrargemeinschaft können nicht mit stellen keinen Grund und Boden iSd §§ 4 Abs. 3a Z 3 lit. a EStG 1988 4 Absdar. 1 EStG 1988 gleichgesetzt werden. Bei ausgearbeiteten Schottergruben, die zum Zweck der Errichtung einer Bauschuttdeponie als Deponieraum erworben wurden, handelt es sich um kein von Grund und Boden gesondert zu betrachtendes Wirtschaftsgut (VwGH 11.12.1996, 94/13/0179). Veräußert aber ein Grundeigentümer mit dem Grundstück verbundene Rechte (zB zur Nutzung als Mülldeponie) so ist insoweit eine gesonderte (immaterielle) Wirtschaftsguteigenschaft nicht ausgeschlossen (VwGH 18.2.1999, 97/15/0015).
Bei der Gewinnermittlung nach § 5 Abs. 1 EStG 1988 sindwaren Wertänderungen, die Veräußerung und die Entnahme von Grund und Boden auch vor dem 1.4.2012 gewinnwirksam; daher war Grund und Boden zum 31.3.2012 jedenfalls steuerverfangen. Hinsichtlich der Auswirkungen des Eintrittes bzw. des Wegfalles der RechnungslegungspflichtDie Regelungen über die pauschale Gewinnermittlung bei Altvermögen nach § 30 Abs. 4 EStG 1988 gemäßist § 189 UGBdaher bei Gewerbetreibenden sieheder Gewinnermittlung nach Rz 702 ff§ 5 Abs. 1 EStG 1988 grundsätzlich nicht anzuwenden.
Bei der Gewinnermittlung nach §§ 4 Abs. 1 EStG 1988 4 Abs. 1 EStG 1988 bleibenwaren alle Wertänderungen, einschließlich der Gewinne oder Verluste aus der Veräußerung oder Entnahme, des zum Anlagevermögen gehörendenWertveränderungen von Grund und Bodens unberücksichtigt. Gewinne aus einem Grundstückshandel sind in Folge der Zugehörigkeit zum Umlaufvermögen auch nach § 4 Abs. 1 EStG 1988 steuerpflichtig. Die RegelungBoden des § 4 AbsAnlagevermögens vor dem 1.4.2012 unbeachtlich. 1 EStG 1988 ändert nichts daran, dass derSoweit auf Grund und Boden als Betriebsvermögen in der Bilanz auszuweisen istdes Anlagevermögens auf Grund des Fristenlaufes (VwGH 2.4.1979Spekulationsfrist) § 30 EStG 1988, 3429/76; VwGH 23.10.1990, 90/14/0102) idF vor dem 1. Verbindlichkeiten in Zusammenhang mit dem Erwerb von Grund und Boden sind daher gleichfalls in die Bilanz aufzunehmenStabG 2012 im Falle einer Veräußerung zum 31.3.2012 nicht anzuwenden gewesen wäre, war er zum 31.3.2012 nicht steuerverfangen. Lediglich Wertschwankungen vonEin solcher Grund und Boden bleiben unberücksichtigtstellt daher Altvermögen im Sinne des § 30 Abs. 4 EStG 1988 dar.
Ausgaben sind, soweit sieDie Anschaffungskosten des Grund und Bodens sind zu aktivieren. Zu den Anschaffungskosten der bloßen Grundfläche gehören, als Teil der Anschaffungskosten zu aktivierengehören auch alle mit dem Kauf des nackten Grund und bleiben daher bei der laufenden Gewinnermittlung unberücksichtigtBodens unmittelbar zusammenhängenden Aufwendungen (zB Prozesskosten für einen Streit um die Höhe des Kaufpreises). Alle anderen Ausgaben jedoch, die zwar mit demder laufenden Nutzung des Grund und Bodens im Zusammenhang stehen, aber mit einer Wertänderung nichts zu tun haben, sind Betriebsausgaben (zB laufende Betriebskosten, Grundsteuer, Zinsen für Schulden, die zum Erwerb eines Wirtschaftsgutesdes Grund und Bodens aufgenommen wurden). Dies gilt auch für Anwalts- und Prozesskosten, die zur Verteidigung des Eigentums am Grund und Boden aufgewendet werden (VwGH 2.4.1979, 3429/78). Nicht abzugsfähig sind aber alle mit dem Kauf oder Verkauf des nackten Grund und Bodens unmittelbar zusammenhängenden Aufwendungen, die zu den Anschaffungskosten gehören bzw. den Veräußerungspreis mindern; dieswenn der Grund und Boden dem besonderen Steuersatz gemäß § 30a Abs. 1 EStG 1988 trifft auf Prozesskosten für einen Streit umunterliegt (ausgenommen die HöheKosten der Anschaffungskosten oder des Veräußerungspreises oder des Wertes des Grundstücks zuSelbstberechnung, Mitteilung und Entrichtung der ImmoESt durch den Parteienvertreter).
Bei einerEine Teilwertabschreibung auf bebaute Grundstücke ist der aufdaher entsprechend den nacktenUmständen nur für das Gebäude oder auch für den Grund und Boden entfallende Anteilvorzunehmen. Unterliegt das von der Teilwertabschreibung betroffene Grundstück dem besonderen Steuersatz gemäß § 30a Abs. 1 EStG 1988, sind Teilwertabschreibungen vorrangig mit positiven Einkünften aus anderen Grundstücksveräußerungen oder Wertzuschreibungen von Grundstücken desselben Wirtschaftsjahres zu schätzen und aus dem steuerlichen Aufwand auszuscheidenverrechnen; ein verbleibender negativer Überhang darf zur Hälfte mit anderen betrieblichen oder außerbetrieblichen Einkünften ausgeglichen werden bzw. geht zur Hälfte in den Verlustvortrag ein (§ 6 Z 2 lit. d EStG 1988).
Veräußerungen von Grund und Boden sind ggf. als Spekulationsgeschäfte zu behandeln (siehe Abschn. 22.4.3). Im Falle einerZur Veräußerung von Grund und Boden gegen Leibrente sind dieRente siehe Rz 775 Renten -und 781 sofern kein Spekulationsgeschäft vorliegt - als wiederkehrende Bezüge nach § 29 Z 1 EStG 1988 zu behandeln (VwGH 15.4.1980, 3259/79; VwGH 13.3.1991, 90/13/0077).
Bei Entschädigungen und Abfindungen, die mit der Aufgabe oder der Inanspruchnahme des Grund und Bodens durch Dritte zusammenhängen, muss zwischen solchen, die für die Wertminderung am Grund und Boden selbst, und solchen, die für den Verlust, die Beschädigung oder die Aufgabe anderer Wirtschaftsgüter und für die Duldung der Inanspruchnahme (siehe Rz 586) gezahlt werden, unterschieden werden.
Entschädigungen für Wertminderungen am Grund und Boden (zB anlässlich der Einräumung einer Stromleitungsdienstbarkeit oder einer Dienstbarkeit für den Zugang zu einer Fußgängerunterführung oder einer U-Bahn-Station) bleiben bei der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStGErmittlung des Gewinnes auf Grund des § 3 Abs. 1 Z 33 EStG 1988 1988 außer Ansatz (VwGH 28.9.1962. Es ist daher zu unterscheiden, 0588/63; VwGH 18.3.1970ob die Entschädigung für die Wertminderung von Grund und Boden, 0501/69)für den Verzicht auf Einnahmen oder für die Aufgabe oder die Wertminderung anderer Wirtschaftsgüter geleistet wird. Daher bilden Entschädigungen für den Verzicht auf eine bestimmte Nutzung eines Betriebsgrundstückes bilden eine Betriebseinnahme (VwGH 15.12.1967, 1839/65). Entschädigungen für den Verzicht auf Nachbarrechte (zB auf Einspruch bei der Bauverhandlung) zählen, wenn die Liegenschaft des Verzichtenden zum Betriebsvermögen gehört, zu den Betriebseinnahmen (VwGH 28.1.1997, 96/14/0012). Erhält ein Steuerpflichtiger, auf dessen Grundstück irrtümlich eine Mauer errichtet wurde, dafür eine Entschädigung in Höhe des Grundstückspreises, so liegt dabei eine wirtschaftliche Entschädigung für Grund und Boden vor.
Da bei der Veräußerung eines bebauten Grundstückes im Rahmen der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG 1988 nur der auf das Gebäude entfallende Gewinn der Steuerpflicht unterliegt, ist der Veräußerungserlös auf Grund und Boden sowie auf das Gebäude aufzuteilen. Die Aufteilung erfolgt im Schätzungsweg (VwGH 15.3.1988, 87/14/0067), wobei für die Ermittlung der Verkehrswerte der Sachwertmethode der Vorrang zukommt (VwGH 23.4.1998, 96/15/0063). NachZunächst ist nach dieser Methode ist der Verkehrswert des Grund und Bodens einerseits und jener des Gebäudes andererseits zu ermitteln. Im Verhältnis dieser Verkehrswerte ist derDie Aufteilung des auf die Gesamtliegenschaft entfallende n tatsächliche n Veräußerungserlöses auf Grund und Boden und auf Gebäude zu verteilenerfolgt sodann im Verhältnis dieser Verkehrswerte (VwGH 30.6.1987, 86/14/0195). Die Ermittlung eines auf das Gebäude entfallenden Differenzwertes ist nur dann zulässig, wenn der Wert des Grund und Bodens festgestellt werden kann und der Kaufpreis weitestgehend dem Verkehrswert entspricht (VwGH 23.4.1998, 96/15/0063).
Findok-Nr: 19973.14, aufgenommen am: 07.06.2013 16:04:24, Dokument-ID: 806b9e16-1440-4cb2-96b3-2e4672722019, Segment-ID: 232f6761-8be6-4df1-8c86-649964acd512

References: § 30
 § 5
 § 30
 § 189
 § 4
 § 4
 § 30
 § 30
 § 30
 § 30
 § 29
 § 4
 § 3
 § 4