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Timestamp: 2020-07-05 04:51:57+00:00

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BGH, 18.09.2001 - X ZR 107/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,2583
BGH, 18.09.2001 - X ZR 107/00 (https://dejure.org/2001,2583)
BGH, Entscheidung vom 18.09.2001 - X ZR 107/00 (https://dejure.org/2001,2583)
BGH, Entscheidung vom 18. September 2001 - X ZR 107/00 (https://dejure.org/2001,2583)
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Insolvenzverfaheren - Vergleich - Anwendbarkeit deutschen Rechts - Anfechtung - Arglistige Täuschung - Täuschung über Tatsachen - Sperrung des Schecks - Aufhebungsverlangen - Werklohn - Rohrleitungen - Müllverbrennungsanlage - Subunternehmer - Doppelte Abrechnung
BGB § 123 Abs. 1 § 779
Vergleich über Werklohnforderung: Anfechtung wegen arglistiger Täuschung möglich? (IBR 2002, 237)
Anfechtung wegen Drohung verfristet: Trotzdem Schadensersatzanspruch auf Vertragsaufhebung? (IBR 2002, 238)
NJW-RR 2002, 308
Anfechtungs- und Schadensersatzrecht sind strikt zu unterscheiden (vgl. BAG 24. Februar 2011 - 6 AZR 626/09 - Rn. 53; BGH 18. September 2001 - X ZR 107/00 - zu II 2 c aa der Gründe) .
Ein solcher Anspruch bestünde unabhängig von einem Anfechtungsrecht gemäß § 123 Abs. 1 BGB und bliebe vom Ablauf der Anfechtungsfrist gemäß § 124 Abs. 1 BGB unberührt (BGH, Urteil vom 18. September 2001 - X ZR 107/00, NJW-RR 2002, 308, 309 f., m.w.Nachw.).
Auf einen derartigen Schadensersatzanspruch findet die Jahresfrist des § 124 BGB weder direkt noch entsprechend Anwendung (BGH, Urteil vom 18. September 2001, aaO S. 310).
cc) Entgegen der Ansicht der Revision kann sich der Kläger allerdings nicht mit Erfolg auf das Recht des Geschädigten zur Verweigerung der Vertragserfüllung aus schadensersatzrechtlichen Erwägungen berufen (BGH…, Urteil vom 31. Januar 1962 - VIII ZR 120/60, NJW 1962, 1196 [juris Rn. 24 bis 25];… Urteil vom 11. Mai 1979 - V ZR 75/78, NJW 1979, 1983 [juris Rn. 8 f.]; Urteil vom 18. September 2001 - X ZR 107/00, NJW-RR 2002, 308, 309 [juris Rn. 21];… Urteil vom 21. Dezember 2004 - VI ZR 306/03, BGHZ 161, 361, 367 f. [juris Rn. 17]).
Der hiernach begründete Schadensersatzanspruch der Klägerin wegen Verletzung einer besonderen vertraglichen Beratungspflicht wird durch eine Anfechtung des mit der Beklagten zu 4 geschlossenen Kaufvertrages nicht berührt (…vgl. Senat, Urt. v. 11. Mai 1979, V ZR 75/78, NJW 1979, 1983; BGH, Urt. v. 18. September 2001, X ZR 107/00, NJW-RR 2002, 308, 309 f jeweils für das Verhältnis zwischen Anfechtung und culpa in contrahendo).
Die Auffassung des Berufungsgerichts, die Frist des § 124 Abs. 1 BGB belege, dass sich der Beklagte nach Ablauf dieser Frist nicht auf eine gegenüber der Arglistanfechtung gleich oder minder schwere Vertragsverletzung berufen könne, trifft nicht zu und widerspricht der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH, Urteile vom 18. September 2001 - X ZR 107/00 - NJW-RR 2002, 308, 309 f; vom 10. Januar 2006 - XI ZR 169/05 - NJW 2006, 845, 847).
Rechtsfolge ist, dass die Rechte aus dem durch die Täuschung herbeigeführten Vertrag nicht geltend gemacht werden können; die Täuschung kann also zu einem Schadensersatzanspruch auf Schuldbefreiung führen (BAG 24. Februar 2011 - 6 AZR 626/09 - Rn. 62, AP BGB § 620 Aufhebungsvertrag Nr. 42 = EzA BGB 2002 § 611 Aufhebungsvertrag Nr. 8; 10. Februar 2004 - 9 AZR 401/02 - zu A IV der Gründe, BAGE 109, 294 allgemein für Erregung eines Irrtums beim anderen Vertragspartner; st. Rspr. des BGH seit 31. Januar 1962 - VIII ZR 120/60 - NJW 1962, 1196; vgl. auch BGH 18. September 2001 - X ZR 107/00 - zu II 2 c aa der Gründe, NJW-RR 2002, 308) .
Obwohl der Kläger in der Klageschrift vom 27.12.2007 der Beklagten zu 2) eine Anfechtungserklärung hinsichtlich seiner auf Abschluss der Darlehensverträge gerichteten Willenserklärungen (§§ 143 1, 123 BGB) abgegeben hat und sich insofern auf die rückwirkende Nichtigkeit der entsprechenden Rechtsgeschäfte i. S. d. § 142 I BGB beruft, kann er gleichwohl Schadensersatzansprüche aus culpa in contrahendo geltend machen (BGH NJW-RR 2002, 308 ff.; BGH NJW 2006, 845 ff.;… Palandt/Grüneberg § 311 BGB, Rdnr. 13).
Wird ein Vertragspartner i. S. d. § 123 BGB arglistig getäuscht, wird in aller Regel zugleich eine Haftung wegen Verschuldens bei Vertragsverhandlungen mit der Folge begründet, dass Rechte aus dem mit der Täuschung herbeigeführten Vertrag nicht geltend gemacht werden können (vgl. BGH NJW-RR 2002, 308 ff.; BGH NJW 2006, 845 ff.;… Palandt/Grüneberg § 311 BGB, Rdnr. 13).
Erfüllen derartige unlautere Handlungen einen zum Schadensersatz verpflichtenden Tatbestand wie das Verschulden bei der Vertragsanbahnung, kann daraus ein eigenständiger Schadensersatzanspruch erwachsen (BGH NJW-RR 2002, 308 ff.; BGH NJW 2006, 845 ff.).
Der Anspruch wegen Verschuldens bei Vertragsverhandlungen gemäß §§ 280 Abs. 1 Satz 1, 311 Abs. 2 Nr. 1, 249 Abs. 1 BGB besteht unabhängig von einem Anfechtungsrecht gemäß § 123 Abs. 1 BGB und bleibt auch vom Ablauf der Anfechtungsfrist des § 124 Abs. 1 BGB unberührt (BGH NJW-RR 2002, 308, 309 f.;… NJW 2006, 845, 847 Rn. 22).
OLG München, 14.11.2012 - 20 U 2673/08
Rückgewähr von Schenkungen unter Eheleuten: Aufklärungspflichtverletzung der …

References: § 123
 § 779
 BGH 
 § 123
 § 124
 § 124
 § 124
 § 620
 § 611
 BGH 
 BGH 
 § 142
 BGH 
 § 311
 § 123
 BGH 
 BGH 
 § 311
 BGH 
 § 123
 § 124