Source: https://www.widerruf-darlehen-anwalt.de/2015/05/
Timestamp: 2020-07-13 10:16:41+00:00

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Mai 2015 - Fehlerhafte Widerrufsbelehrungen von Kredit- & Darlehensverträgen!
Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schied mit Urteil vom 05.05.2015 Az. XI ZR 406/13, dass ein Dar­le­hen wel­ches mit einer zur Til­gung gedach­ten Lebens­ver­si­che­rung gekop­pelt ist, kein ver­bun­de­nes Geschäft im Sin­ne des § 358 BGB a.F. dar­stellt.
Der BGH hat­te dies anhand eines Fal­les zu ent­schei­den, bei dem der Dar­le­hens­ver­trag wider­ru­fen wur­de und die Dar­le­hens­neh­me­rin eben­so die Rück­ab­wick­lung der damit gekop­pel­ten Lebens­ver­si­che­rung begehr­te. Dabei schloss die Klä­ge­rin 2002 die gekop­pel­ten Ver­trä­ge und wider­rief bei­de im Jah­re 2011. Nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs besteht jedoch nur ein Anspruch auf die Rück­ab­wick­lung des Dar­le­hens­ver­tra­ges und nicht auch auf Rück­ab­wick­lung der Lebens­ver­si­che­rung.
Dies ist aus meh­re­ren Gesichts­punk­ten für Betrof­fe­ne, die ihren Dar­le­hens­ver­trag wider­ru­fen möch­ten, inter­es­sant .
Dieser Beitrag wurde unter Fehlerhafte Widerrufsbelehrung abgelegt am 6. Mai 2015 von Rechtsanwalt Dirk Dametz.
Das OLG Hamm stärkt in sei­nem Urteil vom 25.03.2015 Az. 31 U 155/14 erneut die Rech­te der Ver­brau­cher bei einem spä­ten Wider­ruf. Nach­dem es zwi­schen­zeit­lich schon mehr­fach zuguns­ten von wider­ru­fen­den Dar­lehns­neh­mern ent­schie­den hat­te, erfolgt jetzt ein wei­te­res Urteil.
OLG Hamm spricht sich ein­deu­tig für das ewi­ge Wider­rufs­recht aus, wel­ches auch der BGH bis­her in sei­nen Ent­schei­dun­gen aner­kannt hat.
“Da dem Klä­ger kei­ne kor­rek­te Wider­rufs­be­leh­rung erteilt wor­den ist, kann der Wider­ruf – unbe­fris­tet – erfol­gen. Dies gilt selbst dann, wenn der Ver­trag voll­stän­dig erfüllt ist. Die gegen­tei­li­ge Ansicht wür­de dem Gedan­ken des Ver­brau­cher­schut­zes nicht gerecht (vgl. auch OLG Zwei­brü­cken Beschluss vom 10.5.2012 Az. 7 U 84/09).”
Dieser Beitrag wurde unter Fehlerhafte Widerrufsbelehrung abgelegt am 4. Mai 2015 von Rechtsanwalt Dirk Dametz.
Oberlandesgericht Karlsruhe lehnt Verwirkung des Widerrufs auch drei Jahre nach Rückführung des Darlehens ab
Das Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he (OLG Karls­ru­he) stell­te mit Urteil vom 14.04.2015 Az. 17 U 54/14 fest, dass kei­ne Ver­wir­kung des Wider­rufs­rechts statt­fin­det und kor­ri­giert damit eine Ent­schei­dung des LG Karls­ru­he (31.03.2014 Az. 4 O 305/13).
Die­ses hat­te zunächst noch Ver­wir­kung ange­nom­men. Dem trat das OLG Karls­ru­he nun ent­schie­den ent­ge­gen.
Im vor­lie­gen­den Fall wur­de in der Wider­rufs­be­leh­rung u.a. der Pas­sus „Die Frist beginnt frü­hes­tens … „ ver­wen­det. Die­se hat der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) bereits mehr­fach als falsch und feh­ler­haft ein­ge­stuft. Nach­dem in dem vom OLG Karls­ru­he ent­schie­de­nen Fall zudem zahl­rei­che Abwei­chun­gen in der Wider­rufs­be­leh­run­gen vom Mus­ter­text vor­la­gen, erkann­te das OLG Karls­ru­he die­se Wider­rufs­be­leh­rung fol­ge­rich­tig und BGH kon­form als feh­ler­haft an.
BGH stärkt in seinem Beschluss vom 10.02.2015 erneut Verbraucherrechte wegen Widerrufsbelehrungen
In sei­nem Hin­weis­be­schluss vom 10.02.2015 Az. II ZR 163/14 stell­te der Bun­des­ge­richts­hof ein­mal mehr klar, dass jede Ände­rung der Wider­rufs­be­leh­rung zum Ver­lust des Ver­trau­ens­schut­zes des Unter­neh­mers hin­sicht­lich der Wider­rufs­be­leh­rung führt.
Ver­wen­det eine Bank oder Spar­kas­se genau das Mus­ter des jeweils gül­ti­gen Wider­rufstext in der Mus­ter­be­leh­rung, wird von Geset­zes wegen ver­mu­tet, dass die Bank oder Spar­kas­se damit aus­rei­chend und rich­tig über das Wider­rufs­recht auf­ge­klärt hat.
Die­sen Schutz kön­nen Ban­ken und Spar­kas­sen jedoch nur dann in Anspruch neh­men, wenn sie sich exakt an den Wort­laut der jewei­li­gen Mus­ter­be­leh­rung gehal­ten haben.
Oft­mals ist dies jedoch nicht der Fall und die ver­wen­de­te Wider­rufs­be­leh­rung im Dar­le­hens­ver­trag weicht vom Mus­ter ab. Dabei argu­men­tie­ren Ban­ken ger­ne, dass es sich ent­we­der um unschäd­li­che Ergän­zun­gen zuguns­ten des Dar­le­hens­neh­mers han­delt oder sie gar nicht ver­pflich­tet gewe­sen wären bestimm­te Infor­ma­tio­nen in die Wider­rufs­be­leh­rung zu schrei­ben und Feh­ler oder Ergän­zun­gen daher irrele­vant sei­en und immer noch die Gesetz­lich­keits­fik­ti­on grei­fen wür­de.
Die­ser recht dün­nen Argu­men­ta­ti­ons­li­nie der Ban­ken und Spar­kas­sen erteil­te der BGH in die­sem Hin­weis­be­schluss eine ein­deu­ti­ge Absa­ge. Jede inhalt­li­che Abwei­chung in der Wider­rufs­be­leh­rung führt zu einem Ver­lust des Ver­trau­ens­schut­zes.

References: § 358
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