Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=01.06.2005&Aktenzeichen=B%2013%20SF%204/05%20S
Timestamp: 2019-08-23 08:24:17+00:00

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BSG, 01.06.2005 - B 13 SF 4/05 S - dejure.org
https://dejure.org/2005,9977
BSG, 01.06.2005 - B 13 SF 4/05 S (https://dejure.org/2005,9977)
BSG, Entscheidung vom 01.06.2005 - B 13 SF 4/05 S (https://dejure.org/2005,9977)
BSG, Entscheidung vom 01. Juni 2005 - B 13 SF 4/05 S (https://dejure.org/2005,9977)
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Antrag auf Bestimmung des örtlich zuständigen Sozialgerichts - Bindung eines Verweisungsbeschlusses nach Anhörung der Beteiligten
GVG § 17a; SGG § 58 Abs. 1 Nr. 4 § 98
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Beschluss des BSG vom 01.06.2005, Az.: B 13 SF 4/05 S, (Bindungswirkung eines Verweisungsbeschlusses)" von VorsRiLSG Hans-Peter Jung, original erschienen in: SGb 2006, 118 - 120.
SG München, 29.03.2005 - S 9 U 26/05
Wird ein Rechtsstreit dennoch allein im Blick auf eine Änderung der verwaltungsverfahrensrechtlichen Zuständigkeit des Beklagten an ein anderes - hierdurch nunmehr angeblich örtlich zuständig gewordenes - SG verwiesen, liegt daher hierin grundsätzlich und in aller Regel ein willkürliches, dh offensichtlich unhaltbares, unsachliches oder nicht mehr zu rechtfertigendes Verhalten, sodass dennoch ergehenden Beschlüssen eine Bindungswirkung nicht zukommt (…vgl BSG, Beschlüsse vom 25. Februar 1999, B 1 SF 9/98 S, SozR 3-1720, § 17a Nr. 11 S 19 ff…, vom 27. Mai 2004, B 7 SF 6/04 S, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, und vom 1. Juni 2005, B 13 SF 4/05 S, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15, sowie BVerfG vom 19. Dezember 2001, 1 BvR 814/01, NVwZ-RR 2002, 389).
Ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze oder einem willkürlichen Verhalten beruht (…vgl BSG, Beschlüsse vom 25.2.1999, B 1 SF 9/98 S, SozR 3-1720 § 17a Nr. 11 S 19 ff…, vom 27.5.2004, B 7 SF 6/04 S, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, vom 1.6.2005, B 13 SF 4/05 S, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15, …und vom 8.5.2007, B 12 SF 3/07 S, SozR 4-1500 § 57 Nr. 2 RdNr 4, sowie Bundesverfassungsgericht vom 19.12.2001, 1 BvR 814/01, NVwZ-RR 2002, 389).
Vorstehend bestanden im Zeitpunkt seines Verweisungsbeschlusses (vgl BSG, 1.6.2005, B 13 SF 4/05 S, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 12) für das SG Mainz konkrete Anhaltspunkte für eine Wohnsitzaufgabe des Klägers im Zeitpunkt der Antragstellung und für einen Aufenthalt von gewisser Dauer in S. So hatte der Antragsteller selbst angegeben, obdachlos zu sein und sich in S. aufzuhalten, wohin er zunächst auch seine Post gesandt bekommen wollte.
5 Nur ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze oder auf willkürlichem Verhalten beruht (stRspr, vgl BSG Beschluss vom 18.7.2012 - B 12 SF 5/12 S - RdNr 6; BSG Beschluss vom 4.1.2012 - B 12 SF 2/11 S; BSG Beschluss vom 5.1.2012 - B 12 SF 4/11 S;… s auch BSG Beschluss vom 8.5.2007 - B 12 SF 3/07 S - SozR 4-1500 § 57 Nr. 2; BSG Beschluss vom 1.6.2005 - B 13 SF 4/05 S - SozR 4-1500 § 58 Nr. 6;… BSG Beschluss vom 27.5.2004 - B 7 SF 6/04 S - SozR 4-1500 § 57a Nr. 2;… BSG Beschluss vom 25.2.1999 - B 1 SF 9/98 S - SozR 3-1720 § 17a Nr. 11; BVerfG Kammerbeschluss vom 19.12.2001 - 1 BvR 814/01 - NVwZ-RR 2002, 389).
Nur im zuvor dargelegten Fall ist es gerechtfertigt, sich über die bewusst im Interesse der Prozessökonomie angeordnete Unbeachtlichkeit der eventuellen Rechtswidrigkeit einer Verweisung hinwegzusetzen; nur so wird dem unerfreulichen Spiel mit dem "Schwarzen Peter" so weit wie möglich Einhalt geboten (vgl hierzu BSG Beschluss vom 1.6.2005 - B 13 SF 4/05 S - SozR 4-1500 § 58 Nr. 6, juris- RdNr 16).
Ein entsprechendes Erfordernis gilt jedoch nicht für den Antrag nach § 58 Abs. 2 SGG (BSG Beschluss vom 1.6.2005 - B 13 SF 4/05 S - SozR 4-1500 § 58 Nr. 6, RdNr 8).
Die fehlerhafte Anwendung einer Vorschrift über die örtliche Zuständigkeit allein lässt die Bindung an den Verweisungsbeschluss nicht entfallen (vgl BSG, Beschluss vom 1.6.2005, B 13 SF 4/05 S, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6, zur Zuständigkeitsbestimmung gemäß § 57 Abs. 1 Satz 1 SGG statt § 57 Abs. 3 SGG).
Nur ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einem willkürlichen, dh einem offensichtlich unhaltbaren, unsachlichen oder nicht mehr zu rechtfertigenden Verhalten oder auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze beruht (vgl BSG, Beschlüsse vom 25.2.1999, B 1 SF 9/98 S, BSG SozR 3-1720 § 17a Nr. 11, vom 27.5.2004, B 7 SF 6/04 S, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2, vom 1.6.2005, B 13 SF 4/05 S, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6, …und vom 8.5.2007, B 12 SF 3/07 S, SozR 4-1500 § 57 Nr. 2; vgl auch zum Begriff der Willkür Bundesverfassungsgericht vom 19.12.2001, 1 BvR 814/01, NVwZ-RR 2002, 389).
Ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze oder einem willkürlichen, dh einem offensichtlich unhaltbaren, objektiv unverständlichen, unsachlichen oder nicht mehr zu rechtfertigenden Verhalten beruht (…vgl BSG, Beschlüsse vom 25. Februar 1999, B 1 SF 9/98 S, BSG SozR 3-1720, § 17a Nr. 11 S 19 ff, …und vom 27. Mai 2004, B 7 SF 6/04 S, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, und vom 1. Juni 2005, B 13 SF 4/05 S, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15 sowie BVerfG vom 19. Dezember 2001, 1 BvR 814/01, NVwZ-RR 2002, 389).
Ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze oder auf willkürlichem Verhalten beruht (stRspr, vgl BSG SozR 3-1720 § 17a Nr. 11 S 19 ff, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15 und SozR 4-1500 § 57 Nr. 2 RdNr 4, sowie BVerfG Kammerbeschluss vom 19.12.2001 - 1 BvR 814/01 - NVwZ-RR 2002, 389; zuletzt Beschlüsse des Senats vom 4.1.2012 - B 12 SF 2/11 S - SGb 2012, 369 f, und vom 5.1.2012 - B 12 SF 4/11 S) .
5 Ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze oder auf willkürlichem Verhalten beruht (stRspr, vgl BSG SozR 3-1720 § 17a Nr. 11 S 19 ff, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15 und SozR 4-1500 § 57 Nr. 2 RdNr 4 sowie BVerfG Kammerbeschluss vom 19.12.2001 - 1 BvR 814/01 - NVwZ-RR 2002, 389; zuletzt Beschlüsse des Senats vom 4.1.2012 - B 12 SF 2/11 S - SGb 2012, 369 f, vom 5.1.2012 - B 12 SF 4/11 S - und vom 18.7.2012 - B 12 SF 5/12 S).
Das angegangene Gericht kann bei der Beurteilung der örtlichen Zuständigkeit - jedenfalls solange keine begründeten Zweifel an deren Richtigkeit bestehen - an die von der Aktivpartei angegebene Wohnanschrift anknüpfen (vgl BSG SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 12).
5 Ausnahmsweise kommt dem Verweisungsbeschluss dann keine Bindungswirkung zu, wenn die Verweisung auf einer Missachtung elementarer Verfahrensgrundsätze oder auf willkürlichem Verhalten beruht (stRspr, vgl BSG SozR 3-1720 § 17a Nr. 11 S 19 ff, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15 und SozR 4-1500 § 57 Nr. 2 RdNr 4, sowie BVerfG Kammerbeschluss vom 19.12.2001 - 1 BvR 814/01 - NVwZ-RR 2002, 389; zuletzt Beschlüsse des Senats vom 4.1.2012 - B 12 SF 2/11 S - SGb 2012, 369 f, vom 5.1.2012 - B 12 SF 4/11 S - und vom 18.7.2012 - B 12 SF 5/12 S).
In seiner Entscheidung vom 16.9.2009 (B 12 SF 7/09 S - juris) hat der Senat im Übrigen offengelassen, ob in Verfahren zur Bestimmung des sachlich zuständigen Gerichts, in denen ein nach Maßgabe von § 17a Abs. 4 S 4 GVG mit Rechtsmitteln angreifbarer Verweisungsbeschluss - wie hier - vorliegt, dieser überhaupt nach den Maßstäben überprüfbar ist, die von der Rechtsprechung für Verweisungsbeschlüsse wegen örtlicher Unzuständigkeit angewandt werden (vgl hierzu BSG SozR 3-1720 § 17a Nr. 11 S 19 ff, SozR 4-1500 § 57a Nr. 2 RdNr 11, SozR 4-1500 § 58 Nr. 6 RdNr 15 und SozR 4-1500 § 57 Nr. 2 RdNr 4; zuletzt Beschlüsse des BSG vom 16.9.2009 - B 12 SF 7/09 S, vom 10.3.2010 - B 12 SF 2/10 S - und vom 3.12.2010 - B 12 SF 7/10 S) .

References: § 17
 § 58
 § 98
 § 17
 § 57
 § 58
 § 17
 § 57
 § 58
 § 57
 § 58
 § 57
 § 58
 § 57
 § 17
 § 58
 § 58
 § 58
 § 58
 § 57
 § 57
 § 17
 § 57
 § 58
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