Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F08-09-2004-2A-311-2004
Timestamp: 2016-10-26 05:58:55+00:00

Document:
Die kroatische Staatsangeh�rige X.________ (geb. 1967) war in erster Ehe mit dem kroatischen Staatsangeh�rigen A.________ verheiratet. Dieser Verbindung entspross der Sohn B.________ (geb. 1987). Am 4. Mai 1989 wurde die Ehe in Z.________ (Bosnien-Herzegowina) geschieden, wobei der Sohn B.________ der Mutter zur Alleinerziehung zugesprochen wurde. Am 2. August 1992 reiste X.________ allein in die Schweiz, wo ihr im Rahmen der "Aktion Bosnien-Herzegowina" eine Kurzaufenthaltsbewilligung erteilt wurde.
Am 3. M�rz 1995 heiratete X.________ den Schweizer B�rger C.________ (geb. 1936) und erhielt in der Folge die Aufenthaltsbewilligung. Das Ehepaar hat den gemeinsamen Sohn D.________ (geb. 1994).
C.________ stellte am 15. Oktober 1995 ein Gesuch um Nachzug von B.________, welches von der kantonalen Fremdenpolizei St. Gallen bewilligt wurde. Am 28. November 1995 reiste B.________ in die Schweiz ein. Ab dem 3. Januar 1996 besuchte er die Primarschule in J.________. Mit Schreiben vom 8. Mai 1996 best�tigte die Primarschulgemeinde J.________ den Austritt von B.________ per 15. April 1996. Die Schulbeh�rde hielt weiter fest, dass B.________ w�hrend den Osterferien mit der Mutter in Jugoslawien weilte und dort angeblich vom leiblichen Vater oder von den Eltern des Vaters entf�hrt worden sei. Gem�ss Meldung von C.________ vom 6. Mai 1996 verbleibe B.________ bei den Eltern des leiblichen Vaters in Bosnien.
Am 24. M�rz 2000 wurde X.________ die Niederlassungsbewilligung erteilt.
Am 12. August 2002 reiste B.________ im Rahmen eines Besuchsaufenthaltes wieder in die Schweiz ein. X.________ stellte f�r ihn am 1. Oktober 2002 ein neues Nachzugsgesuch, welches vom Ausl�nderamt des Kantons St. Gallen mit Verf�gung vom 5. Juni 2003 abgewiesen wurde. Ein Rekurs an das Justiz- und Polizeidepartement des Kantons St. Gallen blieb erfolglos. Das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen best�tigte am 23. April 2004 den Departementsentscheid auf Beschwerde hin.
Mit Eingabe vom 28. Mai 2004 f�hrt X.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht mit den Antr�gen, das Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons St. Gallen vom 23. April 2004 aufzuheben und f�r B.________ den Familiennachzug zu bewilligen.
Das Justiz-und Polizeidepartement und das Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen schliessen auf Abweisung der Beschwerde. Das Bundesamt f�r Zuwanderung, Integration und Auswanderung beantragt ebenfalls, die Beschwerde abzuweisen.
Am 14. Juni 2004 erkannte der Abteilungspr�sident der Beschwerde - antragsgem�ss - aufschiebende Wirkung zu.
1.1 Nach Art. 100 Abs. 1 lit. b Ziff. 3 OG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde auf dem Gebiet der Fremdenpolizei ausgeschlossen gegen die Erteilung oder Verweigerung von Bewilligungen, auf die das Bundesrecht keinen Anspruch einr�umt. Gem�ss Art. 4 des Bundesgesetzes vom 26. M�rz 1931 �ber Aufenthalt und Niederlassung der Ausl�nder (ANAG; SR 142.20) entscheidet die zust�ndige Beh�rde, im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften und der Vertr�ge mit dem Ausland, nach freiem Ermessen �ber die Bewilligung von Aufenthalt und Niederlassung. Damit besteht kein Anspruch auf Erteilung einer Bewilligung, es sei denn, der Ausl�nder oder seine in der Schweiz lebenden Angeh�rigen k�nnten sich hierf�r auf eine Sondernorm des Bundesrechts oder eines Staatsvertrags berufen (BGE 130 II 281 E. 2.1 S. 284; 128 II 145 E. 1.1.1 S. 148, mit Hinweisen).
1.2 Gem�ss Art. 17 Abs. 2 dritter Satz ANAG haben ledige Kinder von Ausl�ndern, die in der Schweiz niedergelassen sind, Anspruch auf Einbezug in die Niederlassungsbewilligung ihrer Eltern, wenn sie mit diesen zusammenwohnen und noch nicht 18 Jahre alt sind. Die Beschwerdef�hrerin hat am 1. Oktober 2002 f�r ihren Sohn B.________ um Familiennachzug ersucht. Zu diesem - im Rahmen von Art. 17 Abs. 2 ANAG f�r die Eintretensfrage massgebenden - Zeitpunkt war B.________ 15 3/4 Jahre alt (vgl. BGE 129 II 11 E. 2 S. 13 f.). Da die Beschwerdef�hrerin die Niederlassungsbewilligung besitzt und das nachzuziehende Kind bei ihr wohnen soll, besteht ein grunds�tzlicher Anspruch auf Familiennachzug. Dar�ber hinaus kann sich die Beschwerdef�hrerin f�r den Nachzug ihres noch nicht vollj�hrigen Sohnes auch auf Art. 8 EMRK berufen (vgl. BGE 129 II 11 E. 2 S. 13; 120 Ib 257 E. 1f S. 262). Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist somit zul�ssig und die Beschwerdef�hrerin ist hierzu legitimiert (Art. 103 lit. a OG).
2.1 Zweck des Familiennachzuges ist es, das Leben in der Familiengemeinschaft zu erm�glichen. Der Gesetzeswortlaut (Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG) verdeutlicht, dass die rechtliche Absicherung des Zusammenlebens der Gesamtfamilie angestrebt wird: Verlangt ist ausdr�cklich, dass die Kinder mit ihren Eltern (Plural) zusammen wohnen werden. Auch die innere Systematik von Art. 17 Abs. 2 ANAG geht vom Zusammenleben mit Mutter und Vater aus. Die Nachzugsregelung ist mithin auf Familien zugeschnitten, in denen die (leiblichen) Eltern einen gemeinsamen ehelichen Haushalt f�hren (BGE 129 II 11 E. 3.1.1; S. 126 II 329 E. 2a S. 330, je mit Hinweisen).
2.2 Hinsichtlich der Anerkennung eines Anspruchs auf nachtr�glichen Familiennachzug im Lichte von Art. 17 ANAG unterscheidet die bundesgerichtliche Rechtsprechung daher zwischen zusammenlebenden Eltern und getrennt lebenden Eltern (BGE 126 II 329 ff.). Nach der Rechtsprechung ist der nachtr�gliche Familiennachzug durch Eltern, die sich beide in der Schweiz niedergelassen haben und einen gemeinsamen ehelichen Haushalt f�hren, m�glich, ohne dass besondere stichhaltige Gr�nde die beabsichtigte �nderung der Betreuungsverh�ltnisses rechtfertigen m�ssen. Innerhalb der allgemeinen Schranken von Art. 17 Abs. 2 Satz 3 ANAG ist somit der Nachzug von gemeinsamen Kindern grunds�tzlich jederzeit zul�ssig; vorbehalten bleibt einzig das Rechtsmissbrauchsverbot (BGE 126 II 329 E. 3b S. 332).
Die Praxis ist hingegen aufgrund der unterschiedlichen famili�ren Situation wesentlich restriktiver, wenn der nachtr�gliche Familiennachzug von Kindern getrennter bzw. geschiedener Eltern in Frage steht: Bei einem Kind getrennt lebender Eltern f�hrt der Umzug in die Schweiz - namentlich dann, wenn das Kind im Ausland vom andern Elternteil selbst betreut worden ist - nicht ohne weiteres zu einer engeren Einbindung in die Familiengemeinschaft. Es wird lediglich die Obhut eines Elternteils durch jene des anderen ersetzt, ohne dass die Familie als ganzes n�her zusammengef�hrt w�rde. In solchen F�llen setzt der nachtr�gliche Nachzug eines Kindes daher voraus, dass eine vorrangige Bindung des Kindes zum in der Schweiz lebenden Elternteil nachgewiesen ist und besondere stichhaltige famili�re Gr�nde, zum Beispiel eine �nderung der Betreuungsm�glichkeiten, dieses Vorgehen rechtfertigen (BGE 129 II 11 E. 3.1.3 S. 15; 126 II 329 E. 2a und 3b S. 330/332).
2.3 Die Beschwerdef�hrerin ist im August 1992 ohne ihren damals 5 1/2 Jahre alten Sohn von Bosnien-Herzegowina in die Schweiz �bergesiedelt. Nach ihren Angaben hielt sich der Sohn bis zu seinem Umzug in die Schweiz Ende November 1995 in seiner Heimat auf, wo er vorerst von seinem Vater und hernach von den Grosseltern v�terlicherseits betreut wurde. Vom 28. November 1995 bis Ostern 1996 lebte B.________ zusammen mit der Beschwerdef�hrerin, seinem Stiefvater und seinem 1994 geborenen Halbbruder in J.________. Nach Darstellung der Beschwerdef�hrerin sei B.________ in den Fr�hlingsferien des Jahres 1996 "mittels eines Trickes" durch die vom Kindsvater beauftragten Grosseltern "entf�hrt" worden. In der Folge hielt sich B.________ - immer nach der Darstellung der Beschwerdef�hrerin - wieder in seiner Heimat bei den Grosseltern v�terlicherseits auf. Von 1999 bis 2002 besuchte er die Internatsklosterschule in M.________. Diese Ausbildung schloss er im Jahre 2002 ab. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, ihre R�ckf�hrungsbem�hungen seien an der Uneinsichtigkeit des leiblichen Vaters bzw. der Grosseltern B.________'s gescheitert, wobei sie von ihrem ersten Ehemann massiv und ernsthaft mit dem Tod bedroht worden sei. Erst die Pubert�t B.________'s und die Betreuungsunf�higkeit der Grosseltern v�terlicherseits h�tten die Front mit der Zeit aufgeweicht, weshalb sie B.________ am 12. August 2002 zu sich in die Schweiz habe holen k�nnen.
2.4 Das Verwaltungsgericht erwog im Wesentlichen, die Beschwerdef�hrerin habe nach Ostern 1996 keine Schritte mehr in die Wege geleitet, um ihren Sohn mit beh�rdlicher Hilfe in die Schweiz zur�ckzuholen. Es erscheine wenig glaubw�rdig, dass der von der Beschwerdef�hrerin geltend gemachte Widerstand des leiblichen Vaters ihres Sohnes, der nach ihren Ausf�hrungen Jahre gedauert habe und �usserst massiv gewesen sei, mit der Pubert�t B.________'s pl�tzlich nachgelassen habe. Vielmehr m�sse davon ausgegangen werden, dass die Beschwerdef�hrerin ihren Sohn erst in die Schweiz habe nachziehen wollen, nachdem seine Schulausbildung in der Heimat beendet gewesen sei. Auch wenn die Beziehung B.________'s zu seinen Grosseltern naturgem�ss nicht mehr so eng sei wie vor dem Eintritt in die Klosterschule, verm�ge die Beschwerdef�hrerin den Nachweis nicht zu erbringen, dass die Grosseltern v�terlicherseits als Betreuungspersonen f�r ihren Enkel nicht mehr in Frage k�men, zumal er heute siebzehn Jahre alt sei und keiner intensiven Betreuung mehr bed�rfe (angefochtenes Urteil S. 13-15).
3.1 Die Beschwerdef�hrerin r�gt vorab, die Vorinstanz habe im Sinne von Art. 105 Abs. 2 OG den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt; die Sachverhaltsfeststellungen seien aktenwidrig.
3.2 Offensichtlich unrichtig ist eine Sachverhaltsdarstellung nicht schon dann, wenn sich Zweifel anmelden, sondern erst dann, wenn sie eindeutig und augenf�llig unzutreffend ist (Urteil 2A.11/2004 vom 8. April 2004 E. 3.2.2 mit Verweis auf Fritz Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 286). Unvollst�ndig festgestellt ist der Sachverhalt dann, wenn notwendige und m�gliche Abkl�rungen �ber einen entscheidwesentlichen Sachumstand unterblieben sind.
3.3.1 Das Verwaltungsgericht erwog, die Beschwerdef�hrerin habe nicht behauptet, dass B.________ im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung die vorrangige Beziehung zu ihr unterhalten habe. Dies r�gt die Beschwerdef�hrerin als aktenwidrig. Es sei festzuhalten, dass aufgrund der "Patchwork"-Erziehungsgeschichte B.________'s seit dem kriegsbedingten Verlassen der Heimat durch die Beschwerdef�hrerin im Jahre 1992 von einer vorrangigen famili�ren Beziehung gar nicht gesprochen werden k�nne. Fest stehe, dass die vorrangige famili�re Beziehung in der Phase nach der Geburt B.________'s w�hrend rund 5 1/2 Jahren klarerweise zur Mutter bestanden habe. Danach sei die Betreuung B.________'s durch die Grosseltern v�terlicherseits erfolgt - mit einer Phase der Betreuung durch die Mutter von November 1995 bis Ostern 1996. Seit der neuerlichen Einreise in die Schweiz bestehe die vorrangige Beziehung klarerweise wieder zur Mutter.
F�r die Pr�fung des Familiennachzugsgesuches ist von Bedeutung, zu wem das Kind im Zeitraum vor seiner Einreise in die Schweiz die vorrangige Beziehung unterhalten hat (Urteil 2A.171/2000 vom 28. November 2002, E. 4.1). Es ist nicht ersichtlich, inwiefern das Verwaltungsgericht diesbez�glich den Sachverhalt unrichtig oder aktenwidrig festgestellt haben soll, zumal die Beschwerdef�hrerin in der Beschwerdeschrift selber ausf�hrt, dass gerade im Zeitpunkt des zweiten Familiennachzugsgesuches nicht von einer vorrangigen famili�ren Beziehung zur Beschwerdef�hrerin in einem enger verstandenen Sinne gesprochen werden k�nne. Die Feststellungen des Verwaltungsgerichtes in Bezug auf die Vorrangigkeit der Beziehungen halten daher der Pr�fung durch das Bundesgericht stand, dies erst recht unter Ber�cksichtigung von Art. 105 Abs. 2 OG (vgl. E. 1.3).
3.3.2 Die Beschwerdef�hrerin bringt weiter vor, die vorinstanzliche Darstellung, es w�rden "Angaben �ber die n�heren Umst�nde, unter denen dieser Vorfall [gemeint ist die angebliche Entf�hrung B.________'s im Jahre 1996] stattgefunden habe", fehlen, sei aktenwidrig. Die Beschwerdef�hrerin habe in ihrer Rekurserg�nzung zuhanden des Justiz- und Polizeidepartementes im Detail dargelegt, wie es in den Fr�hlingsferien des Jahres 1996 anl�sslich einer Reise nach Bosnien zur neuerlichen (unfreiwilligen) Trennung von Mutter und Kind gekommen sei. Es seien diesbez�glich sogar Beweisofferten gemacht worden.
Soweit die Beschwerdef�hrerin mit diesen Vorbringen eine unvollst�ndige Feststellung des Sachverhaltes r�gt, verkennt sie den Umfang ihrer eigenen Mitwirkungspflicht. Die Beschwerdef�hrerin hat ihre Beweise in Bezug auf die genauen Umst�nde der angeblichen Entf�hrung im Jahre 1996 nur im Rahmen des Verfahrens vor dem Justiz- und Polizeidepartement angeboten. Indessen h�tte es an ihr gelegen, vor Verwaltungsgericht diese Beweise erneut anzubieten bzw. zu r�gen, die Rekursinstanz h�tte sie abnehmen m�ssen. Wie das Verwaltungsgericht in seiner Vernehmlassung zu Recht ausf�hrt, ist es nicht seine Aufgabe, in vorinstanzlichen Eingaben der Beteiligten nach Gr�nden zu suchen, weshalb der Entscheid unrichtig sein k�nnte (Urs Peter Cavelti/Thomas V�geli, Verwaltungsgerichtsbarkeit im Kanton St. Gallen - dargestellt an den Verfahren vor dem Verwaltungsgericht, 2. Auflage, St. Gallen 2003, Rz. 921 mit Hinweisen). Wenn die Beschwerdef�hrerin solche Beweisantr�ge bzw. R�gen im Verfahren vor Verwaltungsgericht unterlassen hat, kann sie sich nicht nachtr�glich in diesem Punkt �ber eine unvollst�ndige Sachverhaltserhebung bzw. Aktenwidrigkeit beschweren.
Soweit die Beschwerdef�hrerin dem Verwaltungsgericht vorwirft, die Feststellung, die Entf�hrung habe nicht in Bosnien-Herzegowina, sondern in Kroatien stattgefunden, sei aktenwidrig, ist ihr zun�chst entgegenzuhalten, dass das Verwaltungsgericht in seinem Entscheid erwogen hat, nach Angaben der Beschwerdef�hrerin habe die Entf�hrung nicht in Bosnien-Herzegowina, sondern in Kroatien stattgefunden. Dies erscheint nicht als offensichtlich falsch, zumal aus den Akten hervorgeht, dass der Ehemann der Beschwerdef�hrerin der Primarschulgemeinde J.________ am 6. Mai 1996 mitgeteilt hatte, A.________ habe seinen Sohn "in D.________" entf�hren lassen. Diese Darstellung best�tigten die Beschwerdef�hrerin und ihr Ehemann in einem Schreiben vom 28. April 2003 an das Ausl�nderamt des Kantons St. Gallen. Erst in ihrer Beschwerdeerg�nzung vom 2. Februar 2004 im Rahmen des vorinstanzlichen Verfahrens liess die Beschwerdef�hrerin ausf�hren, es sei in Bosnien-Herzegowina zu einer "regelrechten" Entf�hrung B.________'s gekommen.
3.3.3 Die Beschwerdef�hrerin r�gt weiter, die vorinstanzliche Darstellung, die Beschwerdef�hrerin habe keine n�heren Ausf�hrungen dazu gemacht, was sie im Laufe der Jahre konkret unternommen habe, um ihren Sohn bei sich aufwachsen zu lassen, sei aktenwidrig. Die Beschwerdef�hrerin habe sich in der Rekurserg�nzung vom 15. August 2003 vielmehr bem�ht, das grosse Dilemma, in welchem sie sich damals nachvollziehbarerweise befunden habe, zum Ausdruck zu bringen. Es sei ausgef�hrt worden, wie die Beschwerdef�hrerin im Sommer 1996 eigens nochmals nach Z.________ gefahren sei, um zu versuchen, B.________ wieder zu sich zu holen.
Das Verwaltungsgericht hat erwogen, es sei unbestritten, dass die Beschwerdef�hrerin nach Ostern 1996 keine konkreten Schritte in die Wege geleitet habe, um B.________ mit beh�rdlicher Hilfe in die Schweiz zur�ckzuholen. W�re ihr ernsthaft an einer Wiedervereinigung mit ihrem Sohn gelegen gewesen, h�tte sie zumindest versuchen m�ssen, diesen �ber den UN High Commissioner for refugees zu sich zu holen, wie sie dies im Juni 1993 getan habe. Es sei ihr im Jahre 1995 m�glich gewesen, B.________ im Rahmen des Familiennachzugs zu sich in die Schweiz zu holen. Sodann habe B.________ nach Angaben der Beschwerdef�hrerin in der Zeit von 1999 bis August 2002 im Internat der Klosterschule von M.________ gelebt, wo er eine Schulausbildung abgeschlossen habe. W�hrend dieser Zeitspanne habe die Beschwerdef�hrerin, wie sie ausf�hre, in regelm�ssigem telefonischem Kontakt zu ihrem Sohn gestanden, der die definitive Wiederaufnahme der famili�ren Beziehungen vorbereitet habe. Sie bleibe indessen den Nachweis schuldig, warum es nicht m�glich gewesen sei, den Sohn wesentlich fr�her zu sich zu holen.
Entgegen der in der Beschwerdeschrift vertretenen Auffassung l�sst der Umstand, dass die Beschwerdef�hrerin im Sommer 1996 erneut nach Z.________ gereist war (wo man ihr jeglichen Kontakt zu ihrem Sohn verweigert habe), die Feststellungen des Verwaltungsgerichtes in Bezug auf die R�ckf�hrungsbem�hungen der Beschwerdef�hrerin nicht als offensichtlich falsch oder aktenwidrig erscheinen, zumal auch die Beschwerdef�hrerin nicht behauptet, sie habe ausser dem Besuch bei den Grosseltern im Sommer 1996 weitere R�ckf�hrungsversuche unternommen. Zu ber�cksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Beschwerdef�hrerin weder in der Schweiz noch in Bosnien-Herzegowina zivil- oder strafrechtliche Schritte unternahm, um die Aus- bzw. R�ckreise des Sohnes mit beh�rdlicher Hilfe zu erwirken. Ferner hatte sie - anders als im Rahmen eines ersten Familiennachzugs - die Unterst�tzung des UN High Commissioner for refugees nicht in Anspruch genommen. Wie das Verwaltungsgericht in seiner Vernehmlassung zu Recht erw�hnt, vermag auch die Reise im Sommer 1996 nach Z.________ nicht zu belegen, dass die Beschwerdef�hrerin mit Nachdruck darum bem�ht war, ihren Sohn wesentlich fr�her zu sich zu holen.
3.3.4 Das Verwaltungsgericht erwog weiter, die Mutter mache geltend, die Integration B.________'s sei in der Zwischenzeit praktisch vollzogen. N�here Ausf�hrungen dazu mache sie indessen nicht. Dies sei, r�gt die Beschwerdef�hrerin, ebenfalls aktenwidrig: Im Rahmen des kantonalen Rekursverfahrens habe sie einen Ausbildungsbericht des Berufs- und Weiterbildungszentrums R.________ vom 25. Juni 2003 ins Recht gelegt, und im Sinne einer Beweisofferte sei die Einholung eines erg�nzenden Berichtes beim Berufs- und Weiterbildungszentrum R.________ angeboten worden.
Wie bereits erw�hnt (E. 3.3.2), h�tte es an der Beschwerdef�hrerin gelegen, dem Verwaltungsgericht diese Beweisantr�ge erneut zu stellen bzw. die Nichtabnahme der fraglichen Beweismittel im kantonalen Verfahren zu r�gen. Im �brigen durfte das Verwaltungsgericht zul�ssigerweise den tats�chlichen Schluss ziehen, aus dem Bericht des Berufs- und Weiterbildungszentrums R.________ k�nne angesichts des Umstandes, dass B.________ sich damals erst seit etwa 10 Monaten (wieder) in der Schweiz befand, nicht gefolgert werden, seine Integration in Familie, Schule und �brigem Umfeld sei bereits vollzogen.
3.3.5 Demnach sind die tats�chlichen Feststellungen des Verwaltungsgerichts weder unvollst�ndig, offensichtlich unrichtig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen ergangen und dementsprechend f�r das Bundesgericht verbindlich (Art. 105 Abs. 2 OG).
4.1 Besondere stichhaltige Gr�nde, welche den nachtr�glichen Familiennachzug rechtfertigen w�rden (vgl. E. 2.2), liegen, wie das Verwaltungsgericht zul�ssigerweise annehmen durfte, nicht vor. Dass das Gericht den Umstand der ungewollten Trennung von Mutter und Kind im Jahre 1996 (unabh�ngig davon, wo und wie sich diese zugetragen hat) f�r sich allein nicht als ausreichend betrachtete, um mehr als sechs Jahre sp�ter den Nachzug des betroffenen Kindes zu rechtfertigen, ist insofern vertretbar, als es der Beschwerdef�hrerin nicht gelungen ist, darzulegen, dass sie in der Zwischenzeit alles Zumutbare unternommen hat, um den Sohn wieder in ihre Obhut zu bringen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, inwiefern es der Beschwerdef�hrerin in der Zeit von 1999 bis 2002, als sich der Sohn im Internat der Klosterschule M.________ befand, verwehrt gewesen sein sollte, ein Nachzugsgesuch zu stellen. Die Umst�nde sprechen in der Tat vielmehr daf�r, dass die Beschwerdef�hrerin ihren Sohn erst in die Schweiz nachziehen wollte, nachdem er seine Schulausbildung in der Heimat abgeschlossen hatte. Die Beschwerdef�hrerin f�hrt selber aus, dass sie "zu Recht den Abschluss der Internatsbeschulung im Interesse ihres Sohnes abgewartet und anschliessend umgehend das Familiennachzugsgesuch eingereicht" habe. Damit aber, insbesondere mit Blick auf das Schreiben des Zentrums f�r Sozialarbeit von Z.________ vom 10. September 2002 (wonach der Grossvater B.________s seinen Enkel nicht aus pers�nlichen Gr�nden, sondern zur Ausbildung in die Schweiz schicke), ist der Schluss des Verwaltungsgerichtes nicht zu beanstanden, dass B.________ mit der �bersiedlung nach J.________ in erster Linie eine bessere Zukunftsperspektive verschafft werden sollte.
Der Abschluss der Zeit im Internat bildet f�r sich allein - entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin - keinen zwingenden Grund f�r eine �nderung der Betreuungsverh�ltnisse, zumal die Grosseltern v�terlicherseits nach wie vor in der Heimat wohnhaft sind. Dabei durfte das Verwaltungsgericht auch ber�cksichtigen, dass die Grosseltern ihren Enkel jahrelang betreut haben, auch wenn dies angeblich gegen den Willen der Mutter geschah. Wie das Verwaltungsgericht zutreffend ausf�hrt, ist die Beziehung B.________s zu seinen Grosseltern heute zwar naturgem�ss nicht mehr so eng wie vor seinem Eintritt in die Klosterschule. Dies bedeutet indessen nicht, dass nunmehr eine �bersiedlung in die Schweiz notwendig w�rde, zumal die Beschwerdef�hrerin nicht dargetan hat und sich in den Akten auch keine Anhaltspunkte finden, dass die Grosseltern in ihrer Gesundheit derart beeintr�chtigt w�ren, dass sie die notwendige Betreuungsarbeit nicht mehr leisten k�nnten, sofern eine solche beim kurz vor der Vollj�hrigkeit stehenden Sohn der Beschwerdef�hrerin �berhaupt noch erforderlich ist.
Dass nach zweij�hriger Anwesenheit in der Schweiz die R�ckkehr in die Heimat mit Nachteilen verbunden ist, l�sst den angefochtenen Entscheid nicht als unverh�ltnism�ssig erscheinen. Der jetzige Aufenthalt des Sohnes der Beschwerdef�hrerin in der Schweiz beruht einerseits auf der zweckwidrigen Ausn�tzung eines Besuchervisums, das ihm die Einreise erm�glichte, sowie auf der "aufschiebenden Wirkung" der in der Folge eingeleiteten Bewilligungs- bzw. Rechtsmittelverfahren. Den auf einer solchen Grundlage begr�ndeten sozialen Bindungen zur Schweiz kann aus nahe liegenden Gr�nden nur eine beschr�nkte Bedeutung zukommen (Urteile 2A.471/2001 vom 29. Januar 2002, E. 2b/cc, sowie 2A.105/2001 vom 26. Juni 2001, E. 3c). Der Einwand, ein (nochmaliger) Wegzug B.________s stelle f�r seinen Halbbruder eine unzumutbare belastende Erfahrung dar, dringt damit, wie das Verwaltungsgericht zul�ssigerweise annehmen durfte, unter dem Gesichtswinkel der Verh�ltnism�ssigkeit ebenfalls nicht durch.
4.2 Nach dem Gesagten l�sst sich der vom Verwaltungsgericht gezogene Schluss, es sei keine vorrangige famili�re Beziehung zur Beschwerdef�hrerin bzw. keine Notwendigkeit des Familiennachzuges ersichtlich, weder sachverhaltsm�ssig noch in Bezug auf die rechtliche W�rdigung beanstanden.
4.3 Aus Art. 8 EMRK und Art. 13 Abs. 1 BV lassen sich vorliegend keine weitergehenden Anspr�che ableiten (vgl. BGE 129 II 249 E. 2.4 S. 256; 125 II 585 E. 2e S. 591, 633 E. 3a S. 640). Die Verweigerung der anbegehrten Bewilligung zum Nachzug des Sohnes verst�sst daher weder gegen Bundesrecht noch gegen die fragliche Konventionsnorm.
Entsprechend dem Verfahrensausgang sind die bundesgerichtlichen Kosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 156 in Verbindung mit Art. 153 und Art. 153a OG).

References: Art. 100
 Art. 4
 Art. 17
 Art. 17
 BGE 
 Art. 8
 BGE 
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 17
 Art. 105
 Art. 105
 Art. 8
 Art. 13
 BGE 
 Art. 153
 Art. 153