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Timestamp: 2020-08-12 15:24:00+00:00

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Gesetzliche Pausenzeiten: Darauf müssen Sie achten - Factorial
Wie sind die gesetzlichen Pausenzeiten geregelt?
Juli 20, 2020 Juli 20, 2020 by Kristina Dreiling
Es gibt zahlreiche Vorschriften zu Arbeitszeiten und den gesetzlichen Pausenzeiten. Dennoch kommt es zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber immer wieder zu Unstimmigkeiten. Zählt die Raucherpause mit zur Arbeitszeit oder gehört diese schon zur Pause? Kann ein Mitarbeiter 7 Stunden durcharbeiten und früher nach Hause gehen oder muss er zwischendurch eine Pause einlegen? Und dürfen sich Arbeitnehmer die Ruhezeiten selbst einteilen oder sieht die Gesetzgebung auch hier eine Regelung vor?
Damit es in Zukunft keine Diskrepanzen mehr gibt, haben wir alle gesetzlichen Pausenregelungen zu den einzuhaltenden Ruhepausen für Sie zusammengefasst.
Gesetzliche Pausenzeiten und das Arbeitszeitgesetz
Wie lange sind die gesetzlichen Pausenzeiten?
Ausnahmen der gesetzlichen Pausenzeiten
Was gilt nicht als Arbeitszeit?
Die Bedeutung von Zeiterfassung und Schichtplanung
Genau wie die maximale Arbeitszeit, ist auch der Mindestanspruch an Pausenzeit gesetzlich vorgeschrieben. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) sieht vor, dass jeder Arbeitnehmer eine bestimmte Zeit Pause von der Arbeit nimmt. Viel mehr noch: der Arbeitgeber muss darauf achten, dass seine Mitarbeiter die gesetzlich vorgeschriebenen Pausenzeiten auch einhalten. Verstößt der Arbeitgeber gegen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestruhepausen, drohen ihm hohe Bußgelder.
Erholungspausen sorgen dafür, dass Mitarbeiter auch nach mehreren Stunden Arbeit noch konzentriert und leistungsfähig sind. Die Pause also als früheren Feierabend nach hinten zu ziehen oder später zur Arbeit zu kommen und die Pause ausfallen zu lassen, ist bereits ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz.
Wie ein Mitarbeiter die Pausen verbringt ist ihm überlassen. Zum Mittagessen mit den Kollegen oder für sportliche Aktivitäten – Mitarbeiter können ihre Pausen frei gestalten. Sie sollten jedoch wissen, dass die Arbeitgeberversicherung bei einem Unfall außerhalb des Unternehmens oft nicht greift.
Wie lange die Pause mindestens dauern muss hängt von der Länge der Arbeitszeit ab.
Gesetzliche Pausenzeiten bei 6 Stunden Arbeitszeit
Bei einer Arbeitszeit von bis zu 6 Stunden am Stück müssen Arbeitnehmer nicht notwendigerweise eine Pause machen. Es spricht jedoch auch nichts dagegen, bei einem 6 Stunden Arbeitstag eine Pause einzulegen.
Gesetzliche Pausenregelung bei 8 Stunden Arbeitszeit
Laut Arbeitszeitgesetz ist bei einer Arbeitszeit von länger als 6 Stunden und bis zu 9 Stunden eine Pause von mindestens 30 Minuten vorgesehen. Diese kann auch in zweimal 15 Minuten aufgeteilt werden. Nimmt der Mitarbeiter einmal 20 und einmal 10 Minuten Pause, ist die gesetzlich vorgeschriebene Ruhepause nicht erfüllt.
Gesetzliche Pausenregelung bei mehr als 9 Stunden Arbeitszeit
Bei einer Arbeitszeit von mehr als 9 Stunden gilt eine Pausenzeit von mindestens 45 Minuten über den Tag verteilt. Diese kann auch in jeweils 15 Minuten aufgeteilt werden. Allerdings ist in diesem Fall darauf zu achten, dass die maximale Arbeitszeit von 6 Stunden ohne Pause nicht überschritten wird.
Gesetzliche Pausenzeit bei Teilzeit
Einem Arbeitnehmer, der in Teilzeit arbeitet, stehen die gleichen Pausenzeiten zu, wie oben beschrieben. Da es nicht um die Gesamtarbeitszeit geht, sondern um die Arbeitszeit die an einem Stück verrichtet wird, wird hier ebenfalls nach Stunden gestaffelt.
Wichtig: Es handelt sich bei den angegebenen Ruhepausen um eine Mindestangabe, die nicht unterschritten werden darf. Längere Pausenzeiten sind durchaus möglich.
Anders als die Pausenzeit, oder Ruhepause, ist die Ruhezeit, die Zeit zwischen zwei Arbeitstagen, die ein Arbeitnehmer ruhen muss. Laut § 5 im Arbeitszeitgesetz beträgt die Ruhezeit 11 Stunden. Das gilt auch, wenn ein Arbeitnehmer zwei Jobs hat. Hört seine Arbeitszeit in dem einen Job erst um 22:00 Uhr auf, darf er erst ab 9:00 Uhr am nächsten Tag wieder arbeiten – unabhängig davon, ob beim gleichen oder einem anderen Arbeitgeber.
Das Arbeitszeitgesetz sieht bei der Pausenregelung Ausnahmen vor. In § 7 des Arbeitszeitgesetzes sind diese abweichenden Regelungen beschrieben. Demnach sind abweichende Ruhepausen in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung erlaubt. In vielen Dienstleistungs- oder Pflegeberufen beispielsweise sind kürzere Ruhepausen erlaubt, wenn der Ausgleich anderweitig stattfindet (beispielsweise häufigere Arbeitspausen von 5 Minuten pro Stunde). Ein Betriebsrat kann in diesem Fall über die Pausenregelungen mitbestimmen.
Des Weiteren sind bestimmte Arbeitnehmergruppen laut § 18 im Arbeitszeitgesetz von diesen Regelungen ausgenommen. Arbeitnehmer, für die die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit nicht zutrifft, sind:
Leiter öffentlicher Dienststellen und deren Vertreter
Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst, die dazu befugt sind, Entscheidungen in Personalangelegenheiten zu treffen
Pflegekräfte, die mit den ihnen anvertrauten Personen zusammenleben und sie in eigener Verantwortung betreuen, pflegen oder erziehen
Arbeitnehmer in Kirchen- und Religionsgemeinschaften
Jugendliche unter 18 Jahren (hier gelten Ruhepausen gemäß § 11 im Jugendarbeitsschutzgesetz)
Besatzungsmitglieder auf See (hier gelten die Ruhezeiten gemäß § 45 im Seearbeitsgesetz)
Ruhepausen und Ruhezeiten zählen laut § 2 im Arbeitszeitgesetz nicht zur Arbeitszeit. Auch die Fahrt zwischen Arbeit und Wohnung ist keine Arbeitszeit.
Im Gegensatz dazu wird der Gang zur Toilette oder in die Küche für einen Tee oder Kaffee nicht zur Pausenzeit hinzugerechnet. Da es sich bei diesen Minipausen in der Regel nur um wenige Minuten handelt, zählen diese ganz normal zur Arbeitszeit, vorausgesetzt sie werden nicht vom Arbeitnehmer ausgenutzt. Raucherpausen dagegen müssen von der Arbeitszeit abgezogen und nachgearbeitet werden. In vielen Fällen werden Raucherpausen jedoch vom Arbeitgeber aus Kulanz gestattet.
Dann gibt es noch Betriebspausen, die aus technischen oder betrieblichen Gründen stattfinden können. Sie gelten als Arbeitszeit. Beispiele hierfür sind eine Störung im WLAN, oder ein unangekündigter Feueralarm. Da es sich um eine unvorhergesehene Unterbrechung handelt und der Mitarbeiter jederzeit damit rechnen müssen, wieder an die Arbeit zu gehen, zählen solche Betriebspausen nicht zu den gesetzlichen Pausenzeiten.
Auch der Bereitschaftsdienst ist Teil der Arbeitszeit, darf jedoch geringer vergütet werden. Im Gegensatz dazu ist die Rufbereitschaft eines Arbeitnehmers, der sich zu Hause aufhält, keine Arbeitszeit.
Müssen Pausen gemäß Arbeitsrecht vergütet werden?
Da Pausenzeiten auch nicht als Arbeitszeit gewertet werden, erhalten Arbeitnehmer in der Zeit der Ruhepause auch keine Vergütung.
Gilt die Stillzeit als Ruhepause?
Laut § 7 des Mutterschutzgesetzes müssen Arbeitgeber stillenden Müttern zusätzlich zu den gesetzlichen Pausenzeiten zweimal täglich 30 Minuten beziehungsweise einmal tägliche eine Stunde Stillzeit gewähren. Diese Zeit zählt nicht zu den gesetzlichen Ruhepausen.
Damit Sie die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter im Blick behalten und sicherstellen können, dass Sie das Arbeitszeitgesetz und die entsprechende Pausenzeiten einhalten, ist es wichtig, die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter zu erfassen. Dabei gibt es zahlreiche Zeiterfassungssysteme, die Sie je nach Größe und Anforderungen Ihres Unternehmens nutzen können.
Eine der effizientesten Methoden ist die Nutzung einer Zeiterfassungssoftware mit Mitarbeiterportal. So können Ihre Mitarbeiter selbstständig ein- und ausstempeln und jederzeit einsehen, wie viele Stunden Sie an jedem Tag bereits geleistet haben.
Zudem können Sie in der Software von Factorial die Schichten Ihrer Mitarbeiter planen. So sehen sowohl HR-Manager als auch die Arbeitnehmer selbst, wie viele Stunden sie an jedem Tag arbeiten müssen und somit auch, wie lange ihre Pausen am jeweiligen Tag sein müssen, sowie die Ruhezeit bis zur Schicht am nächsten Tag.
Behalten Sie die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter im Auge mit der Zeiterfassungssoftware von Factorial ⌚

References: § 5
 § 7
 § 18
 § 11
 § 45
 § 2
 § 7