Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F02-12-2014-8C_639-2014
Timestamp: 2016-10-23 03:18:43+00:00

Document:
8C_639/2014 (02.12.2014)
8C_639/2014 � � Urteil vom 2. Dezember 2014
Bundesrichter Maillard, Bundesrichterin Heine,
vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andr� Largier,
Unfallversicherung,
Der 1962 geborene A.________ war seit 30. Juni 2008 als Lastwagenchauffeur bei der Firma B.________ AG obligatorisch bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Am 1. September 2008 erlitt er einen Verkehrsunfall, bei dem er sich eine Kontusion am linken Knie mit einem Riss des vorderen Kreuzbandes und einer Impressionsfraktur im medialen Tibiakopfplateau sowie eine Rissquetschwunde am Kopf zuzog. Am 5. September 2011 verf�gte die SUVA, die bis anhin die gesetzlichen Leistungen erbracht hatte, den Fallabschluss auf den 30. April 2010, da die medizinischen Abkl�rungen ergeben h�tten, dass ihm eine leichte bis mittelschwere, wechselbelastende T�tigkeit ganztags zumutbar sei. Sie sprach A.________ eine Rente auf der Basis einer Erwerbseinbusse von 16 % zu und verneinte einen Integrit�tsentsch�digungsanspruch. Daran hielt die SUVA auf Einsprache hin fest (Einspracheentscheid vom 25. Juni 2012).
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 30. Juni 2014 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten l�sst A.________ beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei die SUVA zu verpflichten, den Fall erst per 30. April 2012 abzuschiessen und ihm bis dahin die vor�bergehenden Leistungen (Taggeld und Heilbehandlung) zu erbringen.
Auf die Durchf�hrung eines Schriftenwechsels wurde verzichtet.
Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann wegen Rechtsverletzungen gem�ss Art. 95 und 96 BGG erhoben werden. Im Beschwerdeverfahren um die Zusprechung oder Verweigerung von Geldleistungen der Milit�r- oder der Unfallversicherung ist das Bundesgericht - anders als in den �brigen Sozialversicherungsbereichen (Art. 97 Abs. 1, Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG) - nicht an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts gebunden (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG). Im �brigen wendet es das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und ist folglich weder an die in der Beschwerde geltend gemachten Argumente noch an die Erw�gungen der Vorinstanz gebunden (BGE 134 V 250 E. 1.2 S. 252 mit Hinweisen). Im Rahmen der Rechtsanwendung von Amtes wegen pr�ft das Bundesgericht frei, ob der vorinstanzliche Entscheid von einem richtigen Verst�ndnis der Rechtsbegriffe ausgeht und auf der korrekten Subsumtion des Sachverhalts unter die einschl�gigen Normen beruht (Urteil 8C_480/2007 vom 20. M�rz 2008 E. 1 mit Hinweis). Es pr�ft indessen - unter Beachtung der Begr�ndungspflicht in Beschwerdeverfahren (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) - grunds�tzlich nur die geltend gemachten R�gen, sofern die rechtlichen M�ngel nicht geradezu offensichtlich sind, und ist jedenfalls nicht gehalten, wie eine erstinstanzliche Beh�rde allen sich stellenden Fragen nachzugehen, wenn diese vor Bundesgericht nicht mehr aufgegriffen werden (BGE 133 II 249 E. 1.4.1 S. 254). Zudem m�ssen die erhobenen R�gen in der Beschwerdeschrift selbst enthalten sein; der blosse Verweis auf Ausf�hrungen in vorinstanzlichen Rechtsschriften oder Akten reicht nicht aus (vgl. BGE 133 II 396 E. 3.1 S. 399 f.).
Soweit der Beschwerdef�hrer auf seine bereits in den Akten liegenden Darlegungen, insbesondere auf die vorinstanzliche Beschwerde vom 22. August 2012 sowie die Replik vom 8. November 2012 verweist und diese sinngem�ss zum integrierten Bestandteil der letztinstanzlichen Beschwerde erkl�rt, ist dies nach dem soeben Gesagten unzul�ssig. Ausdr�cklich beanstandet wird der vorinstanzliche Entscheid lediglich hinsichtlich des Zeitpunktes des Fallabschlusses und die damit verbundene Einstellung der vor�bergehenden Leistungen in Form von Heilbehandlung und Taggeld.
Nach Gesetz und Rechtsprechung ist der Fall unter Einstellung der vor�bergehenden Leistungen und Pr�fung des Anspruchs auf eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung abzuschliessen, wenn von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes der versicherten Person mehr erwartet werden kann und allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 3 und 4 S. 112 ff.). Der Taggeldanspruch erlischt auch beim Wegfall seiner Anspruchsvoraussetzung der Arbeitsunf�higkeit, somit im Zeitpunkt der vollen Wiedererlangung der F�higkeit, im bisherigen oder in einem anderen Beruf zumutbare Arbeit zu leisten (Art. 16 Abs. 1 und 2 UVG i.V.m. Art. 6 ATSG; BGE 137 V 199 E. 2.1 S. 201 f.).
Ob von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann, beurteilt sich namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit, soweit sie unfallbedingt beeintr�chtigt war. Dabei verdeutlicht die Verwendung des Begriffes "namhaft" des Gesetzgebers, dass die durch weitere Heilbehandlung zu erwartende Besserung ins Gewicht fallen muss. Unbedeutende Verbesserungen gen�gen nicht (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115 mit Hinweisen). Sodann gilt, dass der Gesundheitszustand der versicherten Person prognostisch und nicht aufgrund retrospektiver Feststellungen zu beurteilen ist (RKUV 2005 Nr. U 557 S. 388, U 244/04 E. 3.1 mit Hinweisen; vgl. auch Urteil 8C_849/2011 vom 29. Mai 2012 E. 3.2).
4.1.�Der Beschwerdef�hrer wendet sich gegen den Fallabschluss auf Ende April 2010 mit der Begr�ndung, eine volle Arbeitsf�higkeit sei weder in der angestammten T�tigkeit als Lastwagenchauffeur noch in einer leidensangepassten T�tigkeit ausgewiesen. Aus prospektiver Sicht seien die �rzte an der Klinik C.________ sowie der SUVA-Kreisarzt Dr. med. D.________, Facharzt FMH f�r Physikalische Medizin und Rehabilitation, im Zeitpunkt des Fallabschusses noch von einer wesentlichen Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegangen (Berichte vom 6. April und 16. Juni 2010).
4.2.�Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung standen im Zeitpunkt des Fallabschlusses nicht zur Diskussion. Die Rechtm�ssigkeit des Fallabschlusses beurteilt sich somit danach, ob von einer Fortsetzung der �rztlichen Behandlung �ber den 30. April 2010 hinaus noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden konnte, was die Vorinstanz unter ausf�hrlicher Wiedergabe der sachbez�glichen medizinischen Aktenlage zu Recht verneinte. Die Vorbringen in der Beschwerde verm�gen am Ergebnis nichts zu �ndern. Unerheblich im hier zu beurteilenden Kontext ist insbesondere der Umstand, dass der Versicherte trotz vollst�ndiger Leistungsf�higkeit in einer leidensadaptierten T�tigkeit eine Erwerbseinbusse erleidet. Das kantonale Gericht hat sodann �berzeugend dargelegt, dass der Fall auch unter prospektiv beurteilter Arbeitsf�higkeit nicht verfr�ht abgeschlossen wurde, da Dr. med. E.________, Assistenzarzt Orthop�die, Klinik C.________, am 1. April 2010 eine sitzende T�tigkeit als vollzeitlich zumutbar erachtete, der Kreisarzt Dr. med. D.________ eine ganzt�gige Arbeitsf�higkeit f�r leichte bis mittelschwere, wechselbelastende T�tigkeiten festhielt und die von der IV-Stelle des Kantons Z�rich veranlasste polydisziplin�re Begutachtung durch die Medizinische Abkl�rungsstelle (MEDAS) eine volle Arbeitsf�higkeit als Chauffeur ab 7. April 2010 ergab, wenn auch mit einem auf eine wechselbelastende T�tigkeit mit einer Tragelimite von 15 kg eingeschr�nkten Zumutbarkeitsprofil (Gutachten vom 14. Oktober 2010). Dass dar�ber hinaus die muskul�re Dekompensierung am linken Knie noch durch Muskelaufbau mittels Physiotherapie behoben werden sollte, wozu es aufgrund der Schmerzangabe des Beschwerdef�hrers nicht kam (Bericht des Dr. med. F.________ vom 15. September 2010), �ndert daran nichts. Es ist zu betonen, dass es nicht um einen Endzustand der medizinischen Behandlung, mithin um das Dahinfallen jeglichen Bedarfs an Heilbehandlung geht. Aufgrund der bereits ohne Kr�ftigung der Kniemuskulatur festgestellten vollst�ndigen Arbeitsf�higkeit durfte das kantonale Gericht daher davon ausgehen, dass keine namhafte Verbesserung des Gesundheitszustands mehr durch diese Kr�ftigungstherapie zu erreichen gewesen w�re, wobei das Gericht ebenso zutreffend ausf�hrte, weshalb die im Bericht vom 16. Februar 2011 vertretene Auffassung des Dr. med. F.________, Assistenzarzt Orthop�die an der Klinik C.________, vom 16. Februar 2011, er reduziere die Arbeitsf�higkeit um 50 %, damit gen�gend Zeit f�r Physiotherapie bleibe, f�r die hier zu beurteilende Frage nicht massgebend sein kann. Der Fallabschluss ist rechtens.
Das Verfahren ist kostenpflichtig (Art. 65 BGG). Die Gerichtskosten werden dem Beschwerdef�hrer als unterliegender Partei auferlegt (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 2. Dezember 2014
Die Gerichtsschreiberin: Polla

References: Art. 95
 Art. 105
 Art. 105
 BGE 
 BGE 
 Art. 6
 BGE