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Timestamp: 2020-08-12 07:16:09+00:00

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BVerwG, 5 B 17.07: Schiedsstelle, Vergütung, Unterbringung, Hund
Urteil des BVerwG vom 25.09.2007, 5 B 17.07
Aktenzeichen: 5 B 17.07
Schiedsstelle, Vergütung, Unterbringung, Hund
BVerwG 5 B 17.07 OVG 4 LC 300/06
hat der 5. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 25. September 2007 durch den Vizepräsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Hund und die Richter am Bundesverwaltungsgericht Schmidt und Dr. Brunn
Die Beschwerde der Klägerin gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts vom 11. Dezember 2006 wird zurückgewiesen.
1Die Beschwerde ist weder hinsichtlich des Zeitraums bis zum 31. Dezember
1998 noch hinsichtlich des Zeitraums ab 1. Januar 1999 begründet.
21. Die Revision kann nicht wegen grundsätzlicher Bedeutung nach § 132 Abs. 2
Nr. 1 VwGO zugelassen werden. Den von der Beschwerde angeführten
Rechtsfragen kommt keine grundsätzliche Bedeutung zu.
31.1 Die Frage,
„ob zu erbringende Leistungen als Bemessungsgrundlage für festzusetzende Vergütungen entsprechend des angefochtenen Beschlusses im Nachhinein viele Jahre nach Ablauf der jeweiligen Wirtschaftsperiode bzw. des Vereinbarungszeitraumes durch die Schiedsstelle noch festgesetzt werden können“,
4ist bereits durch das Urteil des Senats vom 4. August 2006 - BVerwG 5 C
13.05 - (BVerwGE 126, 295) dahin geklärt, dass Vereinbarungen nach § 93
Abs. 2 BSHG F. 1994 rückwirkend abgeschlossen werden können und auch
Schiedsstellenentscheidungen Festsetzungen rückwirkend bis zum Tag des
Antragseingangs bei der Schiedsstelle treffen können. Als Grenze bestimmt
§ 93 Abs. 4 Satz 3 BSHG F. 1994 lediglich, dass ein jeweils vor den Zeitpunkt
des Antragseingangs bei der Schiedsstelle rückwirkendes Vereinbaren oder
Festsetzen von Entgelten nicht zulässig ist.
5Die Frage,
„ob § 93 Abs. 2 Satz 1 BSHG in den Fassungen 1994 und 1999 die Festsetzung eines Pflegesatzes/einer Vergütung ohne Bestehen einer Leistungs- und Prüfungsvereinbarung zulässt oder ob nur beim Bestehen von Leistungsund Prüfungsvereinbarungen für den entsprechenden Vereinbarungszeitraum die Festsetzung eines Pflegesatzes/einer Vergütung in Betracht kommt“,
6bedarf im Streitfall um die Übernahme des höher vereinbarten Heimentgeltes
keiner Klärung, weil es nach derzeitigem Sachstand noch tatsächlich und rechtlich möglich ist, dass bezogen auf die Vereinbarungszeiträume bis 1998 die
Parteien Vereinbarungen im Sinne des § 93 Abs. 2 Satz 1 BSHG F. 1994 über
Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen sowie über die dafür zu entrichtenden Entgelte abschließen bzw. die Schiedsstelle rückwirkend Festsetzungen zu
Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen trifft und bezogen auf die Vereinbarungszeiträume ab 1999 die Parteien Leistungs- und Prüfungsvereinbarungen
im Sinne des § 93 Abs. 2 Satz 1 BSHG F. 1999 abschließen. Durch das Urteil
vom 4. August 2006 - a.a.O. - ist zudem der Sache nach geklärt, dass sich
§ 93b Abs. 2 Satz 3 BSHG allein auf die rückwirkende Vereinbarung einer Vergütung bezieht und auch § 93b Abs. 1 Satz 1 BSHG einer rückwirkenden Leistungsvereinbarung nicht entgegen steht (s.a. Senatsbeschluss vom 24. September 2007 - BVerwG 5 B 77.06 -).
7Die Frage,
„ob die Festsetzung einer ‚isolierten Vergütung’ ohne gleichzeitiges Bestehen einer Leistungs- und Prüfungsvereinbarung ausreicht, um für die Vereinbarungszeiträume 1995 bis 1998 zur Anwendung der ersten Alternative von § 93 Abs. 2 Satz 1, 1. Halbs. BSHG F. 1994 zu kommen und gleichzeitig die 2. Alternative, also den ‚anderen Fall’ auszuschließen“,
8bedarf keiner Klärung in einem Revisionsverfahren. Denn zum einen ergibt sich
unmittelbar aus § 93 Abs. 2 Satz 1 Halbs. 1 BSHG F. 1994, dass eine isolierte
Entgeltfestsetzung ohne Vereinbarung über oder Festsetzung zu Inhalt, Umfang
und Qualität der Leistungen nicht ausreicht, weil diese Norm eine Vereinbarung
über bzw. eine vereinbarungsgestaltende Festsetzung zu „Inhalt, Umfang und
Qualität der Leistungen sowie über die dafür zu entrichtenden Entgelte“
voraussetzt. Zum anderen ist aber durch das Urteil des Senats vom 4. August
2006 - a.a.O. - auch geklärt, dass bereits vor dem Abschluss einer
Vereinbarung mit dem Antrag auf Abschluss einer Vereinbarung eine Sperrwirkung für eine Sozialhilfegewährung ohne Bezug zu einer Vereinbarung (sog.
„anderer Fall“ im Sinne von § 93 Abs. 2 Satz 1 Halbs. 2 BSHG F. 1994) eintritt,
die andauert, solange der angestrebte Abschluss einer Vereinbarung bzw. eine
vereinbarungsgestaltende Schiedsstellenentscheidung rechtlich und tatsächlich
9Die Frage,
„ob die vom Senat im Urteil vom 4. August 2006, dem noch die Sach- und Rechtslage des Berufungsurteils des VGH München vom 23. März 2005 zugrunde zu legen war, angenommene Sperrwirkung für die Durchsetzung von Ansprüchen des Hilfeempfängers auf Übernahme der Unterbringungskosten auch dann möglich ist, wenn feststeht, dass es für bestimmte Vereinbarungszeiträume jedenfalls keine Leistungs- und Prüfungsvereinbarung geben wird“,
10bedarf im Streitfall um die Übernahme des höher vereinbarten Heimentgeltes
im Sinne des § 93 Abs. 2 Satz 1 BSHG F. 1999 abschließen.
111.2 Die Fragen,
„ob für die Zeit ab 01.01.1999 in der Zeit bis zum 31.12.1998 vereinbarte oder festgesetzte Vergütungen gemäß § 93 Abs. 4 Satz 4 BSHG F. 1994 bzw. § 93b Abs. 2 Satz 4 BSHG F. 1999 weitergelten können, obgleich der Gesetzgeber durch den neu eingefügten § 93a Abs. 2 BSHG F. 1999 im Gegensatz zu den bis dahin zu vereinbarenden Gesamtpflegesätzen die Bildung differenzierter Vergütungen zumindest in Form von Grundpauschale, Maßnahmepauschale und Investitionskosten zwingend vorgeschrieben hat“, „ob nach dem 01.01.1999 nur vereinbarte oder festgesetzte Vergütungen nach Ablauf des jeweiligen Vereinbarungszeitraumes weitergelten, die aufgrund der ab 01.01.1999 in Kraft getretenen Gesetzesfassung festgesetzt oder vereinbart waren, oder ob § 93b Abs. 2 Satz 4 BSHG F. 1999 auch für Vergütungen anzuwenden ist, die nach der am 31.12.1998 außer Kraft getretenen Fassung 1994 vereinbart oder festgesetzt worden waren“, „ob ab 01.01.1999 die Fortgeltung von Vergütungsvereinbarungen/-festsetzungen nur auf der Grundlage von § 93b Abs. 2 Satz 4 BSHG F. 1999 in Betracht kommt oder auch noch auf der Grundlage von § 93 Abs. 4 Satz 4 BSHG Fassung 1994 möglich ist“, „ob die Fortgeltungsregelung in § 93 Abs. 4 Satz 4 BSHG F. 1994 und § 93b Abs. 2 Satz 4 Fassung 1999 nur für Vergütungen anzuwenden ist oder ob sie auch für das gesamte ‚Vertragssystem’ des § 93 Abs. 2 BSHG F. 1994 und F. 1999 gilt“,
12stellten sich in einem Revisionsverfahren nicht. Denn das Berufungsgericht hat
die Sperrwirkung für eine Sozialhilfegewährung ohne Bezug zu einer Vereinbarung tragend nicht auf die Weiter- bzw. Fortgeltung von Entgeltvereinbarungen
oder –festsetzungen aus früheren Vereinbarungszeiträumen, sondern darauf
gestützt, dass der Abschluss von Vereinbarungen bzw. vereinbarungsgestaltenden Schiedsstellenfestsetzungen auch in rechtlicher Hinsicht noch möglich
ist (BA S. 13 Abs. 2). Dazu hat es in tatsächlicher Hinsicht von der Beschwerde
nicht angegriffen festgestellt, dass auch für die Zeit ab 1. Januar 1999 weder
das Niedersächsische Landesamt für Zentrale Soziale Aufgaben bzw. das seit
dem 1. Januar 2005 zuständige Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie noch die Klinikum Wahrendorff GmbH rechtswirksam erklärt
haben, vom Abschluss dieser Vereinbarungen endgültig abzusehen, und sie
dementsprechend auch die diesbezüglich beim Berufungsgericht anhängigen
Verfahren weiterbetreiben. Die rechtliche Möglichkeit des Abschlusses der einer
Vergütungsvereinbarung bzw. einer diese gestaltenden Schiedsstellenfestsetzung vorgelagerten Leistungs- und Prüfungsvereinbarung folgt - wie bereits
oben ausgeführt - daraus, dass ein zurückwirkender Abschluss von Leistungsund Prüfungsvereinbarungen rechtlich und tatsächlich möglich und insbesondere nicht durch § 93b BSHG ausgeschlossen ist.
131.3 Auch soweit die Beschwerde Rechtsfragen zur Auslegung des Senatsurteils
vom 4. August 2006 - a.a.O. - durch das Berufungsgericht als von grundsätzlicher Bedeutung anführt, kann die Revision nicht wegen grundsätzlicher Bedeutung nach § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO zugelassen werden.
14Die Frage,
„ob der nach dem BSHG zu deckende Bedarf des Hilfeempfängers im Falle seiner Unterbringung daraus entsteht, dass er mit dem Einrichtungsträger in Befolgung von § 4 Abs. 1 Heimgesetz (a.F.) einen Heimvertrag mit Regelung eines Heimentgeltes abschließt und damit Forderungen des Einrichtungsträgers auf Erfüllung einschließlich der Gefahr einer Kündigung des Heimvertrages ausgesetzt ist“,
15lässt sich ohne Weiteres aus dem Gesetz beantworten. Der Bedarf des Hilfeempfängers entsteht mit der erforderlichen Unterbringung und dem dafür erforderlichen Heimentgelt; sozialhilferechtlich besteht aber ein Anspruch auf Übernahme von Aufwendungen in der streitgegenständlichen Zeit bis Ende 1998 nur
nach Maßgabe der §§ 93 f. BSHG F. 1994 und in der streitgegenständlichen
Zeit ab Anfang 1999 nur nach Maßgabe der §§ 93 ff. BSHG F. 1999 (siehe dazu § 5 Abs. 6 HeimG in der vom 1. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2004
geltenden Fassung). Durch das Urteil vom 4. August 2006 - a.a.O. - ist geklärt,
dass auch bei bestehendem Heimvertrag der sozialhilferechtliche Bedarfsdeckungsgrundsatz keinen Leistungsanspruch unabhängig von den in §§ 93 ff.
BSHG geregelten Voraussetzungen gewährt und der Hilfeempfänger auch
dann, wenn er die erforderliche Versorgung tatsächlich erhalten hat, nicht in
jedem Fall beanspruchen kann, das hierfür mit dem Einrichtungsträger verein-
barte Entgelt erstattet zu erhalten; insoweit ergibt sich aus der Begrenzung der
Leistungen auf das nach §§ 93 ff. BSHG eröffnete Maß auch, dass gegebenenfalls lediglich ein Teil des vereinbarten Heimentgeltes zu übernehmen ist. Nach
den von der Beschwerde nicht bestrittenen tatsächlichen Feststellungen des
Berufungsgerichts hat zudem ebenso wie im vorliegenden Fall in keinem der
zahlreichen dem Berufungsgericht bekannten Parallelfälle dem Heimbewohner
die Kündigung im Hinblick darauf konkret gedroht, dass der Sozialhilfeträger
das vom Einrichtungsträger verlangte Heimentgelt nur in Höhe von Abschlagszahlungen übernommen und die Übernahme des darüber hinausgehenden
Heimentgeltes vom Ausgang der Verhandlungen zwischen Einrichtungsträger
und (überörtlichem) Sozialhilfeträger abhängig gemacht hat (BA S. 14 Abs. 4).
16Die Frage,
„wie lange dem Hilfeempfänger/Bewohner wegen Vertragsverhandlungen zwischen Einrichtungsträger und Sozialhilfeträger zugemutet werden kann, auf die Durchsetzung der ihm durch § 39 BSHG gegebenen Ansprüche auf Übernahme der wirksam vereinbarten Unterbringungskosten zu verzichten bzw. wie hoch seine Rückstände auf das vereinbarte Heimentgelt gegenüber dem Einrichtungsträger auflaufen müssen, bevor die Sperrwirkung von Verhandlungen zwischen Einrichtungsträger und Sozialhilfeträger beendet ist“,
17rechtfertigt die Zulassung der Revision nicht. Denn mit ihr könnte keine auch für
die Zukunft richtungsweisende Klärung erreicht werden. Denn nach § 5 Abs. 6
HeimG in der ab 1. Januar 2002 bis zum 31. Dezember 2004 geltenden Fassung müssen in Heimverträgen mit Personen, denen Hilfe in Einrichtungen
nach dem Bundessozialhilfegesetz gewährt wird, Art, Inhalt und Umfang der in
Absatz 3 genannten Leistungen sowie die jeweiligen Entgelte den aufgrund des
Abschnitts 7 des Bundessozialhilfegesetzes getroffenen Vereinbarungen entsprechen und haben Hilfeempfänger dann, wenn Art, Inhalt oder Umfang der
Leistungen oder Entgelte nicht den aufgrund der §§ 93 ff. BSHG getroffenen
Vereinbarungen entsprechen, einen Anspruch auf entsprechende Anpassung
ihres Heimvertrages.
18Die Frage,
„ob der vom Senat im Urteil vom 20. Oktober 1994 aufgestellte Grundsatz zur Bedarfsdeckung in Fällen, in denen der Sozialhilfeträger das wirksam vereinbarte Heimentgelt nur teilweise übernimmt, nicht mehr gilt, wonach das, ,was der Hilfesuchende aus sozialhilferechtlicher Sicht benötigt, ihm zu gewähren ist. Muss zur Behebung der Notlage die Hilfe eines Dritten in Anspruch genommen werden, so sind die dadurch entstehenden Kosten im Rahmen der Sozialhilfe zu übernehmen, wobei die tatsächlich entstehenden, notwendigen Kosten maßgeblich sind’“,
19bedarf für den Streitfall keiner weiteren revisionsgerichtlichen Klärung. Vielmehr
ist mit dem Senatsurteil vom 4. August 2006 - a.a.O. - geklärt, dass nach
§§ 93 f. BSHG F. 1994 und §§ 93 ff. BSHG F. 1999 bereits vor dem Abschluss
einer Vereinbarung mit dem Antrag auf Abschluss einer Vereinbarung eine
Sperrwirkung für eine Sozialhilfegewährung ohne Bezug zu einer Vereinbarung
eintritt (BVerwGE 126, 295 <299>). Die herangezogenen Grundsätze sind
durch die Änderungen der §§ 93 ff. BSHG überholt.
202. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensmangels nach § 132
212.1 Zutreffend gibt die Beschwerde den angegriffenen Berufungsbeschluss dahin wieder, dass die Schiedsstelle nach rechtskräftiger Aufhebung der Schiedssprüche für die Jahre 1995 bis 1998 gemäß § 93 Abs. 3 Satz 2 BSHG F. 1994
verpflichtet ist, Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen sowie die dafür zu
entrichtenden Entgelte für die Jahre 1995 bis 1998 erneut festzusetzen. Zu Unrecht meint die Beschwerde aber, dieser Aussage zur Verpflichtung der
Schiedsstelle liege ein Verfahrensfehler zugrunde. Denn selbst wenn diese
Aussage fehlerhaft wäre, läge schon kein Verfahrensfehler vor, sondern ein die
Revisionszulassung nicht rechtfertigender Fehler im Auslegungs- oder Anwendungsbereich des materiellen Rechts. Zudem hält die Beschwerde der Aussage
des Berufungsgerichts zur Verpflichtung der Schiedsstelle zu Unrecht entgegen, den die Schiedssprüche für die Jahre 1995 bis 1998 aufhebenden Urteilen
des Verwaltungsgerichts und den diese Urteile bestätigenden Beschlüssen des
Oberverwaltungsgerichts sei nicht zu entnehmen, dass die Schiedsstelle verpflichtet ist, Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen sowie die dafür zu entrichtenden Entgelte neu festzusetzen. Diese Begründung der Beschwerde verkennt, dass das Berufungsgericht die bezeichnete Verpflichtung der Schiedsstelle nicht den Urteilen des Verwaltungsgerichts und den Beschlüssen des
Oberverwaltungsgerichts zu den Aufhebungen der Schiedssprüche für die Jahre 1995 bis 1998 entnommen hat, sondern als Folge der rechtskräftigen Aufhebungen (BA S. 10 Abs. 1 letzter Satz: „Daher“) unmittelbar auf das Gesetz
(BA a.a.O.: „nach § 93 Abs. 3 Satz 2 BSHG Fassung 1994“) gestützt hat. Auch
ist weder von der Beschwerde aufgezeigt noch sonst ersichtlich, dass der Berufungsbeschluss auf dieser Aussage zur Verpflichtung der Schiedsstelle beruhen
kann. Im Übrigen geht das Beschwerdevorbringen von der für die Beurteilung
der Verfahrensrüge unerheblichen, weil von der vom Berufungsgericht nicht
geteilten Rechtsauffassung aus, dass es bereits für die Zeit bis zum
31. Dezember 1998 einer gesonderten, von der Vergütungsvereinbarung zu
trennenden Leistungs- und Prüfungsvereinbarung bedürfte, und dass eine
Schiedsstelle, die für diese Zeiträume (erstmals oder erneut) über eine Vergütungsvereinbarung zu befinden hat, in der Entscheidungsformel verwaltungsgerichtlicher Entscheidungen dazu verurteilt worden sein muss, neben der Vergütung auch gesonderte Leistungs- und Prüfungsvereinbarungen festzusetzen.
Diese Rechtsauffassung ist aber, was für die Zeit bis zum 31. Dezember 1998
unmittelbar aus dem Gesetz folgt (s.o. 1.), unzutreffend. Über welche Gegenstände und Entscheidungsdimensionen die Schiedsstelle - als Entscheidungsgegenstand oder Vorfrage - zu befinden hat, folgt unmittelbar aus § 93 Abs. 3
Satz 2 BSHG (in der für diese Zeiträume anzuwendenden Fassung).
222.2 Zu Unrecht sieht die Beschwerde einen Verstoß gegen die allgemein gültigen Denkgesetze darin, dass das Berufungsgericht der Schiedsstelle die Kompetenz einräumt, im Nachhinein Inhalt, Umfang und Qualität der Leistungen für
Zeiträume festzusetzen, die schon längst vorbei sind. Unter Berufung auf
Rechtsprechung, unter anderem auch auf das Urteil des Niedersächsischen
Oberverwaltungsgerichts vom 26. April 2006 - 4 LC 238/04 -, führt die Beschwerde dazu aus, es sei denkgesetzlich nicht möglich, im Nachhinein Festsetzungen von zu erbringenden Leistungen für vergangene Zeiträume zu tref-
fen, weil nach der Art der Leistung diese nachträglich nicht mehr verändert erbracht werden könne. Zwar trifft es zu, dass es ausgeschlossen ist, nachträglich
das Ausmaß der zu erbringenden Leistungen auf ein Niveau über das Erbrachte hinaus anzuheben, denn eine solche weitergehende Leistungspflicht
wäre auf Unmögliches gerichtet. Aber die Parteien können nachträglich das
Ausmaß der zu erbringenden Leistungen nach Inhalt, Umfang und Qualität auf
das Niveau des Erbrachten oder ein Niveau darunter festsetzen (Senatsbeschluss vom 24. September 2007 - BVerwG 5 B 77.06 -). Dementsprechend
haben, wie die Beschwerde selbst anführt (Beschwerdebegründung S. 6/7), die
Parteien eines früheren Verfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht
(BVerwG 5 C 17.97) in der Revisionsverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht auf dessen Anregung zu Protokoll erklärt, dass hinsichtlich des Leistungsumfangs in dem streitigen Zeitraum 1. August bis 31. Dezember 1994 in
tatsächlicher Hinsicht die von der (dortigen) Klägerin erbrachten Leistungen
maßgeblich sein sollen.
233. Von einer weiteren Begründung wird abgesehen.
244. Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, die Gerichtskostenfreiheit auf § 188 Satz 2 VwGO.
5 B 17.07
Schiedsstelle, Vergütung, Unterbringung, Hund, Notlage, Anpassung, Zukunft, Heimbewohner, Anwendungsbereich, Kompetenz

References: § 132
 § 93

§ 93
 § 93
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 § 93
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 § 93
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 § 93
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 § 93
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 § 132
 § 4
 § 5
 § 39
 § 5
 § 132
 § 93
 § 93
 § 93
 § 154
 § 188