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Kategorie:1871 - 1918: Unterschied zwischen den Versionen – Stadtwiki Fürstenwalde
Kategorie:1871 - 1918: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 14. Juli 2019, 16:24 Uhr (Quelltext anzeigen)
* Am 09. Februar erklärte sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Kommissionsbericht über die Aufnahme französischer Soldaten und Offiziere und über den Bau von Baracken einverstanden.
* Am 23. Februar wird dem Kommandeur des Brandenburgisches Ulanen-Regiment (Kaiser von Russland) Nr.3, Oberst Friedrich Wilhelm Walter Graf von der Gröben, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Fürstenwalde verliehen.
* Am 3. März war die Wahl der Abgeordneten zum 1. Deutschen Reichstag. Wahlberechtigt waren 7,65 Millionen männliche Reichsbürger ab dem 25. Lebensalter, das entsprach etwa 19,4 % der damaligen Bevölkerung. Militär-angehörige und andere Gruppen waren ausgeschlossen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 51 %. Auch in Fürstenwalde wurde gewählt. von 1420 Wahlberechtigten gingen 307 zur Wahl. Der Appellations-Gerichts-präsident Dr. Simsom erhielt 264, der Graf Finkenstein 40 und Andere 3 Stimmen.
* Am 3. März war die Wahl der Abgeordneten zum 1. Deutschen Reichstag. Wahlberechtigt waren 7,65 Millionen männliche Reichsbürger ab dem 25. Lebensalter, das entsprach etwa 19,4 % der damaligen Bevölkerung. Militär-angehörige und andere Gruppen waren ausgeschlossen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 51 %. Auch in Fürstenwalde wurde gewählt. von 1420 Wahlberechtigten gingen 307 zur Wahl. Der Appellations-Gerichtspräsident Dr. Simsom erhielt 264, der Graf Finkenstein 40 und Andere 3 Stimmen.
* Die hiesige Töchterschule feiert am 25 .März ihr 25 jähriges Bestehen.
* Am 18. April wurde auf der Stadtverordneten-Sitzung der Bürgermeister Clausius, dessen Amtszeit am 1.November d. J. abläuft, als Bürgermeister für weitere 12 Jahre gewählt und sein Jahresgehalt auf 1000 Taler erhöht.
Das Jahr 1875:
* Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt a.O. In unser Firmen Register ist unter Nr. 766 als Firmen-Inhaber der Kaufmann Albert Hermann Oberthür zu Fürstenwalde als Ort der Niederlassung Fürstenwalde, als Firma H. Oberthür zufolge Verfügung vom 15. Januar 1875 am selbigen Tage eingetragen worden.
* Am Krönungs- und Ordensfeste am 17. Januar erhielt den Kronen-Orden 4. Klasse: Ganzer, Ober-Roßarzt beim Ul.-Regiment Kaiser Alexander v. Russland (1. Brand.) Nr. 3; das allgemeine Ehrenzeichen: Sachs, Stabstrompeter in demselben Regiment, Paarmann, berittener Gendarm zu Fürstenwalde.
* Am Krönungs- und Ordensfeste am 17. Januar erhielt den Kronen-Orden 4. Klasse: Ganzer, Ober-Roßarzt beim Ul.-Regiment Kaiser Alexander v. Russland (1. Brandb.) Nr. 3; das allgemeine Ehrenzeichen: Sachs, Stabstrompeter in demselben Regiment, Paarmann, berittener Gendarm zu Fürstenwalde.
* Am 13. April verunglückte der Rittmeister Freiherr von Willisen, Rittmeister und Eskadrons-Chef vom Ulanen-Regiment Kaiser Alexander von Rußland (1. Brandenburgisches) Nr. 3., durch einen Sturz mit dem Pferde, in der Nähe des Eisenbahn-Übergangs im Königsgestell, tödlich.<br />
* Die Königl. Regierung zu Frankfurt a.O. macht unterm 14. Juni cr. bekannt: Dem in der Stadt Fürstenwalde bestehenden Eichungsamte ist in Folge der Qualifikation des derzeitigen Eichmeisters die Befugnis ertheilt worden, Prüfungen, Berichtigungen und Eichungen von: Stationsgasmessern in der Größe eines stündlichen Gasver-brauchs von 10 Kubikmetern und darüber, nach den Verordnungen der Maaß- und Gewichtsordnung für den 16. Juli 1869, der dazu ergangenen Instruktion vom 10. Dezember 1869, der Eichgebühren-Taxe vom 12. Dezember 1869 und deren Nachträge und Ergänzungen auszuführen und durch seinen Amtsstempel zu beglaubigen. Derzeitiger Eichmeister für die Befugnisse der Gasmesser-Eichung ist der Ingenieur Schneider.
* 01. Januar, die großartige Dampf-Brotfabrik des Herrn Ritsch ist nun im Bau vollendet und wir demnächst in Thätigkeit gesetzt werden.
* 23. März: Der Magistrat ward ersucht, des besseren Verkehrs wegen den Topfmarkt, sowie den Grünkram-Markt aus der Mühlenstraße nach der Kehrwiederstraße, und den Schweinemarkt von der jetzigen Stelle nach dem Platze bei dem "goldenen Löwen" bis zur Richter`schen Gärtnerei zu verlegen.
* Der Magistrat beschließt am 29. März folgendes: Es wird hiermit bekannt gemacht , daß der Topfmarkt in Zukunft in der Kehrwiederstrasse auf der linken Seite der Mühlenstrasse, und der Schweinemarkt auf dem Platze hinter dem Gasthof "zum goldenen Löwen" bis zur Berliner Vorstadt, abgehlten werden sollen. Der Magistrat.
* Der Magistrat beschließt am 29. März folgendes: Es wird hiermit bekannt gemacht , daß der Topfmarkt in Zukunft in der Kehrwiederstraße auf der linken Seite der Mühlenstrasse, und der Schweinemarkt auf dem Platze hinter dem Gasthof "zum goldenen Löwen" bis zur Berliner Vorstadt, abgehlten werden sollen. Der Magistrat.
* Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt a.O. Die unter Nr. 263 unseres Firmenregisters eingetragene Firma: : H.Thon, Firmen-Inhaber: Buch- und Spielwaren-Händler Moritz Hermann Thon zu Fürstenwalde, ist gelöscht zufolge Verfügung vom 11. April 1876 an demselben Tage.
* Auszug aus der "Bekanntmachung betreffend der Außerkurssetzung von Scheidemünzen der Thalerwährung. Vom 12. April 1876. Auf Grund des Artikels 8 des Münzgesetzes vom 09. Juli 1873 (Reichs-Gesetzblatt S 233) hat der Bundesrath die nachfolgenden Bestimmungen getroffen: §1. Die 1/2 Groschenstücke der Thalerwährung, die 1/30, 1/15, 1/12 Thalerstücke und alle übrigen, auf nicht mehr als 1/12 Thaler lautenden Silberscheidemünzen der Thalerwährung, welche noch gegenwärtig gesetzliche Zahlungsmittel sind, gelten vom 01. Juni 1876 ab nicht ferner als gesetzliche Zahlungsmittel. Es ist daher vom 01. Juni 1876 ab, außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen, Niemand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. §2. Die im Umlauf befindlichen, in dem §1 bezeichneten Münzen werden in der Zeit vom 01. Juni bis 31. August 1876 von den durch die Landes-Zentralbehörden zu bezeichnenden Kassen derjenigen Bundesstaaten, welche diese Münzen geprägt haben, oder in deren Gebiet dieselben gesetzliches Zahlungsmittel sind..... Nach dem 31. August 1876 werden derartige Münzen auch von diesen Kassen weder in Zahlung noch zur Umwechselung angenommen......" Berlin, den 12. April 1876. Der Reichskanzler. v. Bismarck.
* Am 19. April wird zum ehrenden Andenken an den Verstorben Rittmeister Freiherr von Willisen, vom Offiziers-Corps des Ulanen-Regiments, an der Unglücksstätte ein Denkmal gesetzt, bestehend in einem eisernen Kreuze, dessen Postament ein großer Sandstein bildet, mit entsprechender Inschrift. Diese lautete wie folgt: "Am 13. April 1875 verunglückte hier durch einen Sturz mit dem Pferde der Königliche Rittmeister Und Escadrons-Chef, Friedrich Wilhelm Freiherr von Willisen vom Ulanen-Regiment Kaiser Alexander von Rußland (1. Brandenburgi-sches) Nr. 3." Gewidmet von seinen Kameraden.
* Am 19. April wird zum ehrenden Andenken an den Verstorben Rittmeister Freiherr von Willisen, vom Offiziers-Corps des Ulanen-Regiments, an der Unglücksstätte ein Denkmal gesetzt, bestehend in einem eisernen Kreuze, dessen Postament ein großer Sandstein bildet, mit entsprechender Inschrift. Diese lautete wie folgt: "Am 13. April 1875 verunglückte hier durch einen Sturz mit dem Pferde der Königliche Rittmeister Und Eskadrons-Chef, Friedrich Wilhelm Freiherr von Willisen vom Ulanen-Regiment Kaiser Alexander von Rußland (1. Brandenburgisches) Nr. 3." Gewidmet von seinen Kameraden.
* Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt a.O. In unser Firmenregister ist unter Nr. 827 als Firmen-Inhaber: Johann Friedrich Meyer zu Fürstenwalde, als Ort der Niederlassung: Fürstenwalde, als Firma: W. Meyer, zufolge Verfügung vom 20. April 1876 am selben Tage eingetragen worden.
* 05. Juli im Füwa Wochenblatt: "Das hiesige Ulanen-Regiment beging am letzten Sonntag eine seltene Feier. In Anerkennung der Verdienste, welche es sich in den Feldzügen von 1812, 1866, 1870/71 erworben hat, fühlte sich sein Chef, der russische Kaiser, veranlaßt, seiner Standarte das St. Georgens-Band zu verleihen, die größte Ehrenbezeugung, welche einem russischen Regimente überhaupt zu Theil werden kann. Morgens 3/4 8 Uhr holte die 3. Escadron unter Musik das Regiments-Zeichen ab, und begab sich darauf nach dem Stallhofe der 4. Esca-dron, wo sich inzwischen die beiden anderen Escadrons in einem Rechtecke aufgestellt hatten. Nachdem der Commandeur, Oberst von Lüttwitz, in einer Ansprache das Regiment vom Beschluss Sr. Maj. des Kaisers Alexander von Russland in Kenntnis gesetzt, schmückte er selbst die Standarte mit dem erwähnten Ehrenzeichen."
* 05. Juli im Füwa Wochenblatt: "Das hiesige Ulanen-Regiment beging am letzten Sonntag eine seltene Feier. In Anerkennung der Verdienste, welche es sich in den Feldzügen von 1812, 1866, 1870/71 erworben hat, fühlte sich sein Chef, der russische Kaiser, veranlaßt, seiner Standarte das St. Georgens-Band zu verleihen, die größte Ehrenbezeugung, welche einem russischen Regimente überhaupt zu Theil werden kann. Morgens 3/4 8 Uhr holte die 3. Eskadron unter Musik das Regiments-Zeichen ab, und begab sich darauf nach dem Stallhofe der 4. Eskadron, wo sich inzwischen die beiden anderen Eskadrons in einem Rechtecke aufgestellt hatten. Nachdem der Commandeur, Oberst von Lüttwitz, in einer Ansprache das Regiment vom Beschluss Sr. Maj. des Kaisers Alexander von Russland in Kenntnis gesetzt, schmückte er selbst die Standarte mit dem erwähnten Ehrenzeichen."
* 02. September im Füwa Wochenblatt: " Es wird beabsichtigt, die sämtliche Heidelandstücke für Rechnung der Stadtcommune anzukaufen und offeriren wir für ein großes Heidelandstück 135 Mk, für ein kleines heidelandstück 67 Mk. 50 Pf. Besitzer, welche diese Offerte acceptieren, wollen ihre Annahme-Erklärung schriftlich zugehen lassen." Der Magistrat.
* 19. September Auszug aus der Stadtverordneten-Versammlung: "Die Versammlung tritt der Ansicht des Magistrats, in Betreff der Incommunalisirung der Spreevorstadt und der Stadtforst, genannt "große Heide", durchweg bei und ernennt zur Wahrnehmung der weiteren Termine in dieser Sache die Herren: Stadtverordneten-Vorsteher Sembritzki, Stadtverordneten Flörike und Spitzel."
* 02. November: Der Zuzug in unsere Stadt betrug im 1. Quartal 31 Familien, im 2. Quartal 40, im 3. Quartal 32 Familien.
* 09. November, Auszug aus der Stadtverordneten-Versammlung: "In Betreff des projectierten Ankaufs der Heideland-Parzellen beschloß die Versammlung, daß, wegen zu geringer Betheiligung, von dem Ankaufe vorläufig Abstand genommen werden solle.
Das Jahr 1877:
* 11. Januar: "Bei der gestern stattgehabten Wahl eines Abgeordneten zum deutschen Reichstage wurden gewählt und erhielten Stimmen: Struve 308; E. Richter 206; Oberstaatsanwalt von Wolff 48; Finn 46". !6. Januar: Wahlbezirk Kreis Lebus - Stadt Frankfurt a.O.: "Resultat der Reichstagswahl nach amtlicher Ermittlung: Struve 5275 Stimmen; v. Wolff 2900 Stimmen; Richter 476 Stimmen; Finn 2335 Stimmen; v- Schorlemer 114 Stimmen; Vereinzelt 83 Stimmen. Da eine absolute Majorität nicht erreicht worden ist, so findet zwischen den beidenHerren Struve und von Wollf am 26. d. M. eine engere Wahl statt".
* 11. Januar: "Bei der gestern stattgehabten Wahl eines Abgeordneten zum deutschen Reichstage wurden gewählt und erhielten Stimmen: Struve 308; E. Richter 206; Oberstaatsanwalt von Wolff 48; Finn 46". !6. Januar: Wahlbezirk Kreis Lebus - Stadt Frankfurt a.O.: "Resultat der Reichstagswahl nach amtlicher Ermittlung: Struve 5275 Stimmen; v. Wolff 2900 Stimmen; Richter 476 Stimmen; Finn 2335 Stimmen; v- Schorlemer 114 Stimmen; Vereinzelt 83 Stimmen. Da eine absolute Majorität nicht erreicht worden ist, so findet zwischen den beiden Herren Struve und von Wollf am 26. d. M. eine engere Wahl statt".
* 18. Januar: Stadtverordneten-Versammlung - Zum Baue des Krankenhauses ward nach dem Antrage des Magistrats die Aufnahme eines Darlehens bis zum Betrage von 46.500 M. aus der Sparkasse zu 4 pSt. genehmigt, wovon selbstverständlich die von der Kämmereikasse vorgeschossenen 2996,45 M. ersetzt werden müssen. Für den Bau des neuen Krankenhauses ward die Einsetzung einer Kontrollkommission beschlossen und hierzu die Stadtverordneten Kirks, Meseritzer, Stimmig und Rodestock gewählt.
* 27. Januar: Reichstagswahl - Resultat der Stichwahl in Fürstenwalde zwischen den Herren Struve 811 Stimmen und von Wolf 85 Stimmen. "Das Ergebnis der Stichwahl im Frankfurt - Lebuser Wahlkreise war folgendes: Oberamtmann Struve in Berlin 8426 Stimmen Ober-Staatsanwalt von Wolf 3771 Stimmen und ist demnach Herr Struve als Reichstags-Abgeordneter gewählt worden".
* 10. Februar: "Wie wir hören, hat sich in hiesiger Stadt ein Frauen - und Jungfrauen-Verein gebildet, welcher es sich (unter Anlehnung an den Gemeinde-Weisenrath) zur Aufgabe macht, den vielfachen Notständen, die sich auch hier in manchen Familien finden, wo es bei Krankheit und Arbeitslosigkeit am Nöthigsten fehlt, durch Unterstützungen nach Möglichkeit abzuhelfen. Auch für unmündige Kinder, denen der Tod den Ernährer geraubt, soll nach Kräften gesorgt werden. - Der monatliche Beitrag beträgt für jedes Mitglied 50 Pf. Außerdem hofft man die Einnahmen noch durch Ausstellungen, Verlosungen und sonstige Zuwendungen zu erhöhen. - Wir können uns dieses Vereins nur freuen, da sein Zweck ein höchst wohlthätiger und humaner ist, und wünschen ihm ein glückliches Gedeihen. Möchten doch recht viele Frauen und Jungfrauen unserer Stadt demselben beitreten".
* 31. März Fürstenwalder Wochenblatt: " Beim Durchgraben euiner Sandschicht in den Golmer Thonbergen fand ein Arbeiter einen leeren,thönernen Topf, welcher etwa vier Fuss hoch mit Erde bedeckt war, und beim Ausgraben, zum eigenen Bedauern des Arbeiters, vom Spaten leider durchschnitten wurd. Der topf stammtz wie es scheint, aus der wendischen Zeit, hatte die bekannten, scheinbar waagerechten, gleichlaufenden Riefen, welche aber tatsächlichin ganz flachem Schraubengang, in der Nähe des Bodens angefangen, sich erheben. Der Topf war mit einem Henkel versehen, auf der Drehscheibe verfertigt und und aus feinem, weißlich gelben, gut geschlämmten Thon ohne Beimengung von groben Sand, wie er sich nach dem Urteil eines Sachverständigen in unserer Gegend hier ni t findet gearbeitet. Das Gefäß selber, sowie sein oberer, umgelegter Rand ließ große Sorgfalt bei der Arbeit erkennen; es erschien so rein, als ob es entweder noch gar nicht, oder nur zum Gebrauch für Trinkwasser benutzt worden wäre".
* 31. März Fürstenwalder Wochenblatt: " Beim Durchgraben einer Sandschicht in den Golmer Thonbergen fand ein Arbeiter einen leeren,thönernen Topf, welcher etwa vier Fuß hoch mit Erde bedeckt war, und beim Ausgraben, zum eigenen Bedauern des Arbeiters, vom Spaten leider durchschnitten wurde. Der Topf stammt wie es scheint, aus der wendischen Zeit, hatte die bekannten, scheinbar waagerechten, gleichlaufenden Riefen, welche aber tatsächlich in ganz flachem Schraubengang, in der Nähe des Bodens angefangen, sich erheben. Der Topf war mit einem Henkel versehen, auf der Drehscheibe verfertigt und und aus feinem, weißlich gelben, gut geschlämmten Thon ohne Beimengung von groben Sand, wie er sich nach dem Urteil eines Sachverständigen in unserer Gegend hier nicht findet, gearbeitet. Das Gefäß selber, sowie sein oberer, umgelegter Rand ließ große Sorgfalt bei der Arbeit erkennen; es erschien so rein, als ob es entweder noch gar nicht, oder nur zum Gebrauch für Trinkwasser benutzt worden wäre".
* 14. April: "Das von Herrn Fabrikbesitzer Pintsch erfundene System Coupe-Beleuchtung mit Fettgas ist soeben in London vor fünf Konkurennten von der Society of Ars als die beste, billigste, sicherste und einfachste Eisenbahn Beleuchtung mit der goldenen Medaille prämiiert worden. Das Pintsch`sche System der Coupe-Beleuchtung ist bis gegenwärtig eingeführt in Deutschland auf der königlichen Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn, auf der königlichen Ostbahn, auf der Magdeburg-Halberstädtischen Bahn, auf der deutschen Reichseisenbahn von Elsaß-Lothringen, auf der Berlin-Dresdner Bahn, auf der Berlin-Hamburger Bahn, auf der Berliner Verbindungsbahn, auf der Braunschweigischen Bahn, auf der Bergisch-Märkischen Bahn, und ist adoptiert für die Reichspost des deutschen Reiches; in England an der St. Johns Wood Railway - Metropolitan Railway. - Das System hat schon früher an Medaillen erhalten: die große goldene Medaille 1872 in Moskau, die Fortschritts-Medaille 1873 in Wien und die goldene Medaille 1875 in Petersburg. Nach diesen Ehren die Herrn Pintsch im Ausland zu Teil geworden, wird seiner Erfindung jetzt wohl auch hier die gebührende Beachtung geschenkt werden".
* 19. April: "Aufruf zur Teilnahme am Verein der Schulfreunde. Ein Verein von Schulfreunden hat sich hierselbst gebildet; sein Zweck ist, fleißigen und gesitteten Schülern und Schülerinnen armer Eltern mit Schulbüchern und soweit die Mittel es gestatten, auch mit notwendigen Kleidungsstücken zu unterstützen. Für die Mitglieder ist ein monatlicher Beitrag von 25 Pf. in Vorschlag gebracht. Wir unterzeichneten, vertrauend dem allgemeinen Wohlthätigkeitssinne unserer Stadt, laden deshalb unsere geehrten Mitbürger zu einer Versammlung in den Saal der Schloß-Brauerei auf Sonnabend, den 21. April, Abends 8 Uhr hiermit freund-lichst bein. Clausius, Bürgermeister. Dessin, Oberprediger. Fraude, Schul-Vorsteher. Kogge, Schul-Vorsteher. Libenow, Rektor. Sembritzki, Stadtverordneten-Vorsteher. C.Stimming. C. Wobring".
* 24. April: "Die am 21. April statt gehabte Versammlung des Vereins der Schulfreunde bekundete die lebhafte Teilnahme aller Anwesenden.In anregender Weise wechselten Vorschläge und Gegenvorschläge über Zweck und Mittel zum Gedeihen und Erstarken des Vereins und der nachhaltigen Fürsorge armer aber fleißiger Schulkinder. Zum Schlusse erfolgte die Wahl eines Vorstandes von sieben Mitgliedern für das erste Vereinsjahr. Gewählt wurden zum Vorsitzenden Herr Ober-Prediger Dessin und ferner die Herren: Rektor Buchwald, Schulvorsteher Kogge, C. Wobring, C. Stimming, C. Weber und F. Hausherr. Die nächste Versammlung wird über das Vereins-Statut beraten. Der monatliche Beitrag für Mitglieder beträgt nur 25 Pfg., um größere allgemeine Betheiligung zu ermög-lichen".
* 03. Mai Stadtverordneten-Versammlung: "Die von der Baudeputation vorgeschlagenen Veränderungen des Bauplanes des neuen Krankenhauses wurden mit Ausnahme des Plättofens, dem Antrag des Magistrates gemäß, genehmigt".
* 05. Juni: "Heute Nachmittag 2 Uhr 44 Minuten und morgen (Mittwoch) Abends 9 Uhr 15 Minuten wird Sr. Majestät der Kaiser auf der Reise nach und von Liegnitz unsere Stadt passieren. Der Zug hält auf sämtlichen Stationen von Berlin bis Guben nicht an".
Das Jahr 1878:
* Am 21. November stirbt der Bürgermeister Wilhelm Ludwig Clausius.
Das Jahr 1882:
* Am 15. März scheidet die Spreevorstadt mit 764 Personen aus dem Kreis Beeskow-Storkow aus und wird in die Stadt Fürstenwalde eingemeindet.
* Der Fabrikant A.S.Koehlmann-Frankfurt kauft in Fürstenwalde die hiesige Stärkefabrik 175000 Mark und baut sie zu einem Großbetrieb aus.<br />
* Der Fabrikant A. S. Koehlmann-Frankfurt kauft in Fürstenwalde die hiesige Stärkefabrik 175000 Mark und baut sie zu einem Großbetrieb aus.<br />
Das Jahr 1883:
* Baubeginn des Oder-Spree-Kanals. Das Jahr 1885:
Aktuelle Version vom 14. Juli 2019, 16:24 Uhr
1 Aufstieg und Niedergang eines Kaiserreichs
1.1 Allgemeine politische Situation
1.2 Stadtentwicklung und Infrastruktur
1.4 soziales Umfeld und Kultur
1.5 Garnisonsstadt
1.6 Herausragende Ereignisse
Aufstieg und Niedergang eines Kaiserreichs
soziales Umfeld und Kultur
Eröffnung der Töchterschule
Das Jahr 1871:
Otto von Bismarck, der Kanzler des Norddeutschen Bundes,sah in diesem Krieg gegen Frankreich das geeignete Mittel, die nationale Einigung Deutschlands unter Führung Preußens zu vollenden. Da sich die süddeutschen Staaten zur Waffenbrüderschaft mit Preußen verpflichtet hatten, sollten sie in einem gemeinsam gegen Frankreich geführten Krieg auch politisch in das neu zu gründende Reich eingebunden werden. Nach dem Deutsch-Dänischen und dem Deutschen Krieg von 1864 und 1866 galt jetzt der Konflikt mit Frankreich als dritter und letzter der deutschen Einigungskriege. Durch eine neue Verfassung vom 1. Januar 1871 benannte sich nun der Bund in Deutsches Reich um. Wilhelm I., König von Preußen, erhielt dabei zusätzlich den Titel „Deutscher Kaiser“. Erst nach dem Fall von Paris fand sich die französische Regierung im Februar 1871 zum Vorfrieden von Versailles bereit. Offiziell endete der Krieg am 10. Mai 1871 mit dem Frieden von Frankfurt. Auch das Fürstenwalder Ulanen Regiment nahm am Feldzug teil und blieb bis Mitte Juli 1871 als Besatzungsmacht in Frankreich.
Am 09. Februar erklärte sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Kommissionsbericht über die Aufnahme französischer Soldaten und Offiziere und über den Bau von Baracken einverstanden.
Am 23. Februar wird dem Kommandeur des Brandenburgisches Ulanen-Regiment (Kaiser von Russland) Nr.3, Oberst Friedrich Wilhelm Walter Graf von der Gröben, das Ehrenbürgerrecht der Stadt Fürstenwalde verliehen.
Am 3. März war die Wahl der Abgeordneten zum 1. Deutschen Reichstag. Wahlberechtigt waren 7,65 Millionen männliche Reichsbürger ab dem 25. Lebensalter, das entsprach etwa 19,4 % der damaligen Bevölkerung. Militär-angehörige und andere Gruppen waren ausgeschlossen. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 51 %. Auch in Fürstenwalde wurde gewählt. von 1420 Wahlberechtigten gingen 307 zur Wahl. Der Appellations-Gerichtspräsident Dr. Simsom erhielt 264, der Graf Finkenstein 40 und Andere 3 Stimmen.
Die hiesige Töchterschule feiert am 25 .März ihr 25 jähriges Bestehen.
Am 18. April wurde auf der Stadtverordneten-Sitzung der Bürgermeister Clausius, dessen Amtszeit am 1.November d. J. abläuft, als Bürgermeister für weitere 12 Jahre gewählt und sein Jahresgehalt auf 1000 Taler erhöht.
Es erkranken in Fürstenwalde und Umland viele Kinder und Erwachsene an den Pocken.
Das Jahr 1872:
Mit Wirkung vom 01. Januar tritt eine neue Maas- und Gewichtsordnung in Deutschland in Kraft.
Am 04. Januar beschließt die Stadtverordneten Versammlung die Einrichtung eines Lazarettes für Pockenkranke einzurichten.
Das Jahr 1873:
Am 15. Juli eröffnet Markus Reich in der Neuendorfer Straße 5 (heutige Alte Neuendorfer Straße) mit Hilfe von Spenden in Höhe von 4500 Mark die erste jüdische Einrichtung für Taubstumme in Deutschland, für 7 Kinder darunter 5 Freistellen für Bedürftige.
Das Stadtverordneten-Collegium fasste in seiner Sitzung vom 12. August den Beschluss, den beiden Herren: Maurermeister C. Arnold sen. und General-Arzt Dr. Berndt das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Die kunstvoll durch den Hofkaligraphen Schütz gefertigte Ehrenbürgerbriefe sind den beiden Herren in der vergangenen Woche überreicht worden.
Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt an der Oder. In unserem Firmenregister ist unter der Nr. 724 als Firmeninhaber der Fabrikbesitzer Carl Friedrich Julius Pintsch in Berlin als Ort der Niederlassung Fürstenwalde, als Firma Julius Pintsch, zufolge Verfügung vom 20.08 am 22.08. eingetragen worden.
Das Jahr 1874:
Am 03. Juli Gründung des Kriegervereins. Der Vorstand setzte sich zusammen aus den Herren: Rittmeister C. Wobring als Vorsitzender, Herr von Barsewisch als Stellvertreter, Herr Buchholz als Schriftführer, Herr Fleischmann als Stellvertreter und Herr Seide als Kassenführer.
Dem Herrn Direktor A. Zimmermann zu Tivoli wurde am 17. Juni von der hiesigen Stadtbehörde das Ehrenbürgerrecht verliehen und ihm der künstlerisch ausgeführte und prächtig mit Randverzierungen und dem Wappen der Stadt Fürstenwalde geschriebenen Ehrenbürgerbriefes ausgehändigt.
Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt a.O. In unser Firmen Register ist unter Nr. 766 als Firmen-Inhaber der Kaufmann Albert Hermann Oberthür zu Fürstenwalde als Ort der Niederlassung Fürstenwalde, als Firma H. Oberthür zufolge Verfügung vom 15. Januar 1875 am selbigen Tage eingetragen worden.
Am Krönungs- und Ordensfeste am 17. Januar erhielt den Kronen-Orden 4. Klasse: Ganzer, Ober-Roßarzt beim Ul.-Regiment Kaiser Alexander v. Russland (1. Brandb.) Nr. 3; das allgemeine Ehrenzeichen: Sachs, Stabstrompeter in demselben Regiment, Paarmann, berittener Gendarm zu Fürstenwalde.
Am 13. April verunglückte der Rittmeister Freiherr von Willisen, Rittmeister und Eskadrons-Chef vom Ulanen-Regiment Kaiser Alexander von Rußland (1. Brandenburgisches) Nr. 3., durch einen Sturz mit dem Pferde, in der Nähe des Eisenbahn-Übergangs im Königsgestell, tödlich.
Die Königl. Regierung zu Frankfurt a.O. macht unterm 14. Juni cr. bekannt: Dem in der Stadt Fürstenwalde bestehenden Eichungsamte ist in Folge der Qualifikation des derzeitigen Eichmeisters die Befugnis ertheilt worden, Prüfungen, Berichtigungen und Eichungen von: Stationsgasmessern in der Größe eines stündlichen Gasver-brauchs von 10 Kubikmetern und darüber, nach den Verordnungen der Maaß- und Gewichtsordnung für den 16. Juli 1869, der dazu ergangenen Instruktion vom 10. Dezember 1869, der Eichgebühren-Taxe vom 12. Dezember 1869 und deren Nachträge und Ergänzungen auszuführen und durch seinen Amtsstempel zu beglaubigen. Derzeitiger Eichmeister für die Befugnisse der Gasmesser-Eichung ist der Ingenieur Schneider.
Amtsstempel   2/D. R. /28.
In der Nacht vom 3. zum 4. August gegen 1/2 3 Uhr ertönte das Feuer-Signal und bald darauf stand die Orth`sche Dampf-Mühle in hellen Flammen. Die Feuerwehr konnte nur die angrenzenden Gebäude schützen, die Mühle selbst brannte bis auf die Umfassungsmauern aus, das daranstoßende kleine Wohnhaus bis zum Dachstuhl. Das in unmittelbarer Nähe befindliche Eichungs-Amt blieb von den Flammen verschont.
04. September, nach der neusten Zählung hat Fürstenwalde gegenwärtig 9400 Einwohner.
Das Jahr 1876:
01. Januar, die großartige Dampf-Brotfabrik des Herrn Ritsch ist nun im Bau vollendet und wir demnächst in Thätigkeit gesetzt werden.
23. März: Der Magistrat ward ersucht, des besseren Verkehrs wegen den Topfmarkt, sowie den Grünkram-Markt aus der Mühlenstraße nach der Kehrwiederstraße, und den Schweinemarkt von der jetzigen Stelle nach dem Platze bei dem "goldenen Löwen" bis zur Richter`schen Gärtnerei zu verlegen.
Der Magistrat beschließt am 29. März folgendes: Es wird hiermit bekannt gemacht , daß der Topfmarkt in Zukunft in der Kehrwiederstraße auf der linken Seite der Mühlenstrasse, und der Schweinemarkt auf dem Platze hinter dem Gasthof "zum goldenen Löwen" bis zur Berliner Vorstadt, abgehlten werden sollen. Der Magistrat.
Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt a.O. Die unter Nr. 263 unseres Firmenregisters eingetragene Firma: : H.Thon, Firmen-Inhaber: Buch- und Spielwaren-Händler Moritz Hermann Thon zu Fürstenwalde, ist gelöscht zufolge Verfügung vom 11. April 1876 an demselben Tage.
Auszug aus der "Bekanntmachung betreffend der Außerkurssetzung von Scheidemünzen der Thalerwährung. Vom 12. April 1876. Auf Grund des Artikels 8 des Münzgesetzes vom 09. Juli 1873 (Reichs-Gesetzblatt S 233) hat der Bundesrath die nachfolgenden Bestimmungen getroffen: §1. Die 1/2 Groschenstücke der Thalerwährung, die 1/30, 1/15, 1/12 Thalerstücke und alle übrigen, auf nicht mehr als 1/12 Thaler lautenden Silberscheidemünzen der Thalerwährung, welche noch gegenwärtig gesetzliche Zahlungsmittel sind, gelten vom 01. Juni 1876 ab nicht ferner als gesetzliche Zahlungsmittel. Es ist daher vom 01. Juni 1876 ab, außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen, Niemand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. §2. Die im Umlauf befindlichen, in dem §1 bezeichneten Münzen werden in der Zeit vom 01. Juni bis 31. August 1876 von den durch die Landes-Zentralbehörden zu bezeichnenden Kassen derjenigen Bundesstaaten, welche diese Münzen geprägt haben, oder in deren Gebiet dieselben gesetzliches Zahlungsmittel sind..... Nach dem 31. August 1876 werden derartige Münzen auch von diesen Kassen weder in Zahlung noch zur Umwechselung angenommen......" Berlin, den 12. April 1876. Der Reichskanzler. v. Bismarck.
Am 19. April wird zum ehrenden Andenken an den Verstorben Rittmeister Freiherr von Willisen, vom Offiziers-Corps des Ulanen-Regiments, an der Unglücksstätte ein Denkmal gesetzt, bestehend in einem eisernen Kreuze, dessen Postament ein großer Sandstein bildet, mit entsprechender Inschrift. Diese lautete wie folgt: "Am 13. April 1875 verunglückte hier durch einen Sturz mit dem Pferde der Königliche Rittmeister Und Eskadrons-Chef, Friedrich Wilhelm Freiherr von Willisen vom Ulanen-Regiment Kaiser Alexander von Rußland (1. Brandenburgisches) Nr. 3." Gewidmet von seinen Kameraden.
Handels-Register des Königlichen Kreisgerichts zu Frankfurt a.O. In unser Firmenregister ist unter Nr. 827 als Firmen-Inhaber: Johann Friedrich Meyer zu Fürstenwalde, als Ort der Niederlassung: Fürstenwalde, als Firma: W. Meyer, zufolge Verfügung vom 20. April 1876 am selben Tage eingetragen worden.
05. Juli im Füwa Wochenblatt: "Das hiesige Ulanen-Regiment beging am letzten Sonntag eine seltene Feier. In Anerkennung der Verdienste, welche es sich in den Feldzügen von 1812, 1866, 1870/71 erworben hat, fühlte sich sein Chef, der russische Kaiser, veranlaßt, seiner Standarte das St. Georgens-Band zu verleihen, die größte Ehrenbezeugung, welche einem russischen Regimente überhaupt zu Theil werden kann. Morgens 3/4 8 Uhr holte die 3. Eskadron unter Musik das Regiments-Zeichen ab, und begab sich darauf nach dem Stallhofe der 4. Eskadron, wo sich inzwischen die beiden anderen Eskadrons in einem Rechtecke aufgestellt hatten. Nachdem der Commandeur, Oberst von Lüttwitz, in einer Ansprache das Regiment vom Beschluss Sr. Maj. des Kaisers Alexander von Russland in Kenntnis gesetzt, schmückte er selbst die Standarte mit dem erwähnten Ehrenzeichen."
02. September im Füwa Wochenblatt: " Es wird beabsichtigt, die sämtliche Heidelandstücke für Rechnung der Stadtcommune anzukaufen und offeriren wir für ein großes Heidelandstück 135 Mk, für ein kleines Heidelandstück 67 Mk. 50 Pf. Besitzer, welche diese Offerte acceptieren, wollen ihre Annahme-Erklärung schriftlich zugehen lassen." Der Magistrat.
19. September Auszug aus der Stadtverordneten-Versammlung: "Die Versammlung tritt der Ansicht des Magistrats, in Betreff der Incommunalisirung der Spreevorstadt und der Stadtforst, genannt "große Heide", durchweg bei und ernennt zur Wahrnehmung der weiteren Termine in dieser Sache die Herren: Stadtverordneten-Vorsteher Sembritzki, Stadtverordneten Flörike und Spitzel."
02. November: Der Zuzug in unsere Stadt betrug im 1. Quartal 31 Familien, im 2. Quartal 40, im 3. Quartal 32 Familien.
Am 09. November stirbt der Ehrenbürger der Stadt Fürstenwalde der Generalarzt Dr. Caesar Emil Berndt.
09. November, Auszug aus der Stadtverordneten-Versammlung: "In Betreff des projectierten Ankaufs der Heideland-Parzellen beschloß die Versammlung, daß, wegen zu geringer Betheiligung, von dem Ankaufe vorläufig Abstand genommen werden solle.
11. Januar: "Bei der gestern stattgehabten Wahl eines Abgeordneten zum deutschen Reichstage wurden gewählt und erhielten Stimmen: Struve 308; E. Richter 206; Oberstaatsanwalt von Wolff 48; Finn 46". !6. Januar: Wahlbezirk Kreis Lebus - Stadt Frankfurt a.O.: "Resultat der Reichstagswahl nach amtlicher Ermittlung: Struve 5275 Stimmen; v. Wolff 2900 Stimmen; Richter 476 Stimmen; Finn 2335 Stimmen; v- Schorlemer 114 Stimmen; Vereinzelt 83 Stimmen. Da eine absolute Majorität nicht erreicht worden ist, so findet zwischen den beiden Herren Struve und von Wollf am 26. d. M. eine engere Wahl statt".
18. Januar: Stadtverordneten-Versammlung - Zum Baue des Krankenhauses ward nach dem Antrage des Magistrats die Aufnahme eines Darlehens bis zum Betrage von 46.500 M. aus der Sparkasse zu 4 pSt. genehmigt, wovon selbstverständlich die von der Kämmereikasse vorgeschossenen 2996,45 M. ersetzt werden müssen. Für den Bau des neuen Krankenhauses ward die Einsetzung einer Kontrollkommission beschlossen und hierzu die Stadtverordneten Kirks, Meseritzer, Stimmig und Rodestock gewählt.
27. Januar: Reichstagswahl - Resultat der Stichwahl in Fürstenwalde zwischen den Herren Struve 811 Stimmen und von Wolf 85 Stimmen. "Das Ergebnis der Stichwahl im Frankfurt - Lebuser Wahlkreise war folgendes: Oberamtmann Struve in Berlin 8426 Stimmen Ober-Staatsanwalt von Wolf 3771 Stimmen und ist demnach Herr Struve als Reichstags-Abgeordneter gewählt worden".
10. Februar: "Wie wir hören, hat sich in hiesiger Stadt ein Frauen - und Jungfrauen-Verein gebildet, welcher es sich (unter Anlehnung an den Gemeinde-Weisenrath) zur Aufgabe macht, den vielfachen Notständen, die sich auch hier in manchen Familien finden, wo es bei Krankheit und Arbeitslosigkeit am Nöthigsten fehlt, durch Unterstützungen nach Möglichkeit abzuhelfen. Auch für unmündige Kinder, denen der Tod den Ernährer geraubt, soll nach Kräften gesorgt werden. - Der monatliche Beitrag beträgt für jedes Mitglied 50 Pf. Außerdem hofft man die Einnahmen noch durch Ausstellungen, Verlosungen und sonstige Zuwendungen zu erhöhen. - Wir können uns dieses Vereins nur freuen, da sein Zweck ein höchst wohlthätiger und humaner ist, und wünschen ihm ein glückliches Gedeihen. Möchten doch recht viele Frauen und Jungfrauen unserer Stadt demselben beitreten".
31. März Fürstenwalder Wochenblatt: " Beim Durchgraben einer Sandschicht in den Golmer Thonbergen fand ein Arbeiter einen leeren,thönernen Topf, welcher etwa vier Fuß hoch mit Erde bedeckt war, und beim Ausgraben, zum eigenen Bedauern des Arbeiters, vom Spaten leider durchschnitten wurde. Der Topf stammt wie es scheint, aus der wendischen Zeit, hatte die bekannten, scheinbar waagerechten, gleichlaufenden Riefen, welche aber tatsächlich in ganz flachem Schraubengang, in der Nähe des Bodens angefangen, sich erheben. Der Topf war mit einem Henkel versehen, auf der Drehscheibe verfertigt und und aus feinem, weißlich gelben, gut geschlämmten Thon ohne Beimengung von groben Sand, wie er sich nach dem Urteil eines Sachverständigen in unserer Gegend hier nicht findet, gearbeitet. Das Gefäß selber, sowie sein oberer, umgelegter Rand ließ große Sorgfalt bei der Arbeit erkennen; es erschien so rein, als ob es entweder noch gar nicht, oder nur zum Gebrauch für Trinkwasser benutzt worden wäre".
14. April: "Das von Herrn Fabrikbesitzer Pintsch erfundene System Coupe-Beleuchtung mit Fettgas ist soeben in London vor fünf Konkurennten von der Society of Ars als die beste, billigste, sicherste und einfachste Eisenbahn Beleuchtung mit der goldenen Medaille prämiiert worden. Das Pintsch`sche System der Coupe-Beleuchtung ist bis gegenwärtig eingeführt in Deutschland auf der königlichen Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn, auf der königlichen Ostbahn, auf der Magdeburg-Halberstädtischen Bahn, auf der deutschen Reichseisenbahn von Elsaß-Lothringen, auf der Berlin-Dresdner Bahn, auf der Berlin-Hamburger Bahn, auf der Berliner Verbindungsbahn, auf der Braunschweigischen Bahn, auf der Bergisch-Märkischen Bahn, und ist adoptiert für die Reichspost des deutschen Reiches; in England an der St. Johns Wood Railway - Metropolitan Railway. - Das System hat schon früher an Medaillen erhalten: die große goldene Medaille 1872 in Moskau, die Fortschritts-Medaille 1873 in Wien und die goldene Medaille 1875 in Petersburg. Nach diesen Ehren die Herrn Pintsch im Ausland zu Teil geworden, wird seiner Erfindung jetzt wohl auch hier die gebührende Beachtung geschenkt werden".
19. April: "Aufruf zur Teilnahme am Verein der Schulfreunde. Ein Verein von Schulfreunden hat sich hierselbst gebildet; sein Zweck ist, fleißigen und gesitteten Schülern und Schülerinnen armer Eltern mit Schulbüchern und soweit die Mittel es gestatten, auch mit notwendigen Kleidungsstücken zu unterstützen. Für die Mitglieder ist ein monatlicher Beitrag von 25 Pf. in Vorschlag gebracht. Wir unterzeichneten, vertrauend dem allgemeinen Wohlthätigkeitssinne unserer Stadt, laden deshalb unsere geehrten Mitbürger zu einer Versammlung in den Saal der Schloß-Brauerei auf Sonnabend, den 21. April, Abends 8 Uhr hiermit freund-lichst bein. Clausius, Bürgermeister. Dessin, Oberprediger. Fraude, Schul-Vorsteher. Kogge, Schul-Vorsteher. Libenow, Rektor. Sembritzki, Stadtverordneten-Vorsteher. C.Stimming. C. Wobring".
24. April: "Die am 21. April statt gehabte Versammlung des Vereins der Schulfreunde bekundete die lebhafte Teilnahme aller Anwesenden.In anregender Weise wechselten Vorschläge und Gegenvorschläge über Zweck und Mittel zum Gedeihen und Erstarken des Vereins und der nachhaltigen Fürsorge armer aber fleißiger Schulkinder. Zum Schlusse erfolgte die Wahl eines Vorstandes von sieben Mitgliedern für das erste Vereinsjahr. Gewählt wurden zum Vorsitzenden Herr Ober-Prediger Dessin und ferner die Herren: Rektor Buchwald, Schulvorsteher Kogge, C. Wobring, C. Stimming, C. Weber und F. Hausherr. Die nächste Versammlung wird über das Vereins-Statut beraten. Der monatliche Beitrag für Mitglieder beträgt nur 25 Pfg., um größere allgemeine Betheiligung zu ermög-lichen".
03. Mai Stadtverordneten-Versammlung: "Die von der Baudeputation vorgeschlagenen Veränderungen des Bauplanes des neuen Krankenhauses wurden mit Ausnahme des Plättofens, dem Antrag des Magistrates gemäß, genehmigt".
05. Juni: "Heute Nachmittag 2 Uhr 44 Minuten und morgen (Mittwoch) Abends 9 Uhr 15 Minuten wird Sr. Majestät der Kaiser auf der Reise nach und von Liegnitz unsere Stadt passieren. Der Zug hält auf sämtlichen Stationen von Berlin bis Guben nicht an".
Am 21. November stirbt der Bürgermeister Wilhelm Ludwig Clausius.
Das Jahr 1879:
Am 01. Juli wird Leopold Köppe aus Rathenow Bürgermeister unserer Stadt.
Das Jahr 1880:
Die Stadtbehörde ließ mit Wirkung vom 01.April die Häuser neu nummerieren, wobei jede Straße mit der Nr. 1 beginnt.
Aus dem 1861 gegründeten Männer-Turnvereins bildet sich eine Freiwillige Feuerwehr.
Am 15. März scheidet die Spreevorstadt mit 764 Personen aus dem Kreis Beeskow-Storkow aus und wird in die Stadt Fürstenwalde eingemeindet.
Der Fabrikant A. S. Koehlmann-Frankfurt kauft in Fürstenwalde die hiesige Stärkefabrik 175000 Mark und baut sie zu einem Großbetrieb aus.
Baubeginn des Oder-Spree-Kanals. Das Jahr 1885:
Fürstenwalde steht mit 11363 Einwohnern unter 137 märkischen Städten an 19.Stelle.
Das Jahr 1887:
Am 03.Juli findet die feierliche Enthüllung des Kriegerdenkmals für die in den Kriegen 1866 und 1870/71 gefallenen Söhne unserer Stadt. Die Anregung zur Aufstellung eines Denkmals ging von dem am 03.Juli 1874 gegründeten Kriegervereins aus.
Das Fürstenwalder Handwerk wies am 01.Dezember 11 Innungen mit 320 Mitgliedern sowie 291 Lehrlingen auf.
Die Gebrüder Aschheim aus Berlin bauten eine Dachpappenfabrik auf.
Das Jahr 1892:
Albert Friedrich Wilhelm Burgdorf erwirbt auf dem damaligen Schützenplatz ein Gebäude, das er Lazarushaus nennt. Das Jahr 1892 gilt als Gründungsdatum der Samariteranstalten.
Das Ulanen-Regiment bezieht in der Gartenstraße die neu erbaute Kasernenanlage. Damit wird erstmalig eine zusammenhängende Unterbringung der Soldaten in der Stadt möglich.
Verkauf der Schloßbrauerei an die Actien-Brauerei-Gesellschaft Friedrichshöhe, vormals Patzenhofer.
August Bebel spricht in den "Reichshallen" am Dom.
Sembritzki verkauft das durch ihm benannte Landgut "Palmnicken" an Julius Pintsch.
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Die Fürstenwalder Jüdische Gemeinde im 19. Jahrhundert
Jüdische Bürger im 19. und 20. Jahrhundert
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