Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=3%20AZR%20818/87
Timestamp: 2020-03-31 07:51:49+00:00

Document:
BAG, 28.11.1989 - 3 AZR 818/87 - dejure.org
https://dejure.org/1989,343
BAG, 28.11.1989 - 3 AZR 818/87 (https://dejure.org/1989,343)
BAG, Entscheidung vom 28.11.1989 - 3 AZR 818/87 (https://dejure.org/1989,343)
BAG, Entscheidung vom 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 (https://dejure.org/1989,343)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1989,343) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Kommanditgesellschaft - Altersversorgung - Unterstützungskasse - GmbH - Haftung
Nachhaftung eines Komplementärs für betriebliche Altersversorgung auch nach mehr als fünf Jahren nach Ausscheiden bei fortbestehendem beherrschenden Einfluß
BetrAVG § 1 ; HGB §§ 128, 129, 159, 161 ; KO § 69
HGB §§ 128, 159, § 161 Abs. 2
ArbG Bayreuth, 22.05.1985 - Ca 1032/83
LAG Nürnberg, 08.07.1987 - 8 Sa 49/85
BAGE 63, 260
ZIP 1990, 534
MDR 1990, 853
NZA 1990, 557
WM 1990, 1466
BB 1990, 1067
DB 1990, 938
Nach der vom Senat verwandten Formel entstand eine Altverbindlichkeit, wenn ein Rechtsverhältnis begründet worden war, aus dem sich ohne Hinzutreten weiterer rechtsgeschäftlicher Akte die einzelne Verbindlichkeit ergab (BAG 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - BAGE 63, 260, zu II 1 b der Gründe).
Die Versorgungsverbindlichkeit ist selbst dann als Altverbindlichkeit anzusehen, wenn sie im Zeitpunkt der gesellschaftsrechtlichen Änderung noch nicht unverfallbar war (vgl. BAG 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - aaO).
Deshalb kommt es auf die Begründung des Dauerschuldverhältnisses und nicht auf das Entstehen und die Fälligkeit der einzelnen Forderungen an (ebenso bereits BAG 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - BAGE 63, 260).
Das Trägerunternehmen muß für die Leistungsfähigkeit der Unterstützungskasse einstehen und die Leistungen selbst erbringen, wenn die Unterstützungskasse zahlungsunfähig wird (ständige Rechtsprechung, statt aller: BAGE 63, 260 = AP Nr. 10 zu § 161 HGB).
Diese Grundsätze gelten auch für Dauerschuldverhältnisse, wobei die Einzelheiten vom Bundesgerichtshof und vom Bundesarbeitsgericht unterschiedlich beurteilt worden sind (BGHZ 70, 132 = AP Nr. 2 zu § 128 HGB; BGHZ 78, 114 = AP Nr. 1 zu § 159 HGB; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 50/82 - AP Nr. 5 zu § 128 HGB; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 49/82 - AP Nr. 6 zu § 128 HGB; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 207/81 - AP Nr. 7 zu § 128 HGB; BGH Urteil vom 25. September 1989 - II ZR 259/88 - AP Nr. 19 zu § 17 BetrAVG; BAG Urteil vom 21. Juli 1977 - 3 AZR 189/76 - AP Nr. 1 zu § 128 HGB; BAGE 42, 312 = AP Nr. 4 zu § 128 HGB; BAG Urteil vom 28.1989 - 3 AZR 818/87 - AP Nr. 10 zu § 161 HGB).
Der Dritte Senat des Bundesarbeitsgerichts nahm dann eine Altverbindlichkeit an, wenn ein Rechtsverhältnis begründet war, aus dem sich ohne Hinzutreten weiterer rechtsgeschäftlicher Akte die einzelne Verbindlichkeit ergab (BAG Urteil vom 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 -, a.a.O.).
Altverbindlichkeiten sind nur solche, die sich im Rahmen eines bestehenden Rechtsverhältnisses ohne Hinzutreten weiterer rechtsgeschäftlicher Handlungen ergeben (BAG Urteil vom 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - AP Nr. 10 zu § 161 HGB).
In einem solchen Fall besteht kein Anlaß für eine zeitliche Begrenzung der Gesellschafterhaftung (BAG Urteil vom 3. Mai 1983 - 3 AZR 1263/79 - BAGE 42, 312, 323 = AP Nr. 4 zu § 128 HGB, zu B 2 c der Gründe; Urteil vom 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - BAGE 63, 260, 264 = AP Nr. 10 zu § 161 HGB, zu II 2 der Gründe; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 49/82 - AP Nr. 6 zu § 128 HGB).
Deshalb kommt es auf die Begründung des Dauerschuldverhältnisses und nicht auf das Entstehen und die Fälligkeit der einzelnen Forderungen an (vgl. BAG vom 28.11.1989 - 3 AZR 818/87, ZIP 1990, 534; BAG vom 24.03.1992 - 9 AZR 387/90, NJW 1992, 3255).
Dementsprechend werden Versorgungsansprüche bereits mit dem Abschluss des Arbeitsvertrags begründet, auch wenn der Versorgungsfall erst nach dem Ausscheiden des Gesellschafters eintritt (BAG, Urteil vom 28. November 1989, 3 AZR 818/87, BAGE 63, 260, unter II. 1. b), und der Anspruch auf Werklohn bereits mit dem Abschluss des Werkvertrags, auch wenn das Werk erst nach dem Ausscheiden des Gesellschafters fertiggestellt wird (BGH, Urteil vom 21. Dezember 1970, II ZR 258/67, BGHZ 55, 267 = NJW 1971, 1268, unter II.).
Diese Grundsätze gelten auch für Dauerschuldverhältnisse, wobei die Einzelheiten vom Bundesgerichtshof und vom Bundesarbeitsgericht unterschiedlich beurteilt worden sind (BGHZ 70, 132 = AP Nr. 2 zu § 128 HGB; BGHZ 78, 114 = AP Nr. 1 zu § 159 HGB; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 50/82 - AP Nr. 5 zu § 128 HGB; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 49/82 - AP Nr. 6 zu § 128 HGB; BGH Urteil vom 19. Mai 1983 - II ZR 207/81 - AP Nr. 7 zu § 128 HGB; BGH Urteil vom 25. September 1989 - II ZR 259/88 - AP Nr. 19 zu § 17 BetrAVG; BAG Urteil vom 21. Juli 1977 - 3 AZR 189/76 - AP Nr. 1 zu § 128 HGB; BAGE 42, 312 = AP Nr. 4 zu § 128 HGB; BAG Urteil vom 28. November 1989 - 3 AZR 818/87 - AP Nr. 10 zu § 161 HGB).
Der Dritte Senat des Bundesarbeitsgerichts nahm dann eine Altverbindlichkeit an, wenn ein Rechtsverhältnis begründet war, aus dem sich ohne Hinzutreten weiterer rechtsgeschäftlicher Akte die einzelne Verbindlichkeit ergab (BAG Urteil vom 28. November 1989, - 3 AZR 818/87 -, a.a.O.).
Die Anspruchsvoraussetzung der " bis dahin [= bis zum Zeitpunkt des Ausscheidens des Gesellschafters] begründeten Verbindlichkeiten " legt die höchstrichterliche Rechtsprechung für Dauerschuldverhältnisse so aus, dass es nicht darauf ankomme, wann die einzelne Forderung entstanden und fällig geworden sei, sondern es komme auf den Zeitpunkt der Begründung des Dauerschuldverhältnisses an (BAG vom 19.05.2004, NZA 2004, 1045 ff.; BAG vom 28.11.1989, BAGE 63, 260; BGH vom 27.09.1999, NJW 2000, 208 ff.; BGH NJW 2006, 765;… Palandt/Sprau, BGB, 71. Aufl., § 736 Rdnr. 10).
LAG Düsseldorf, 14.11.1996 - 5 (12) Sa 803/96
LAG Baden-Württemberg, 16.06.1999 - 17 Sa 108/98
Verdienstbescheinigung nach § 141h Abs. 3 AFG als Schuldanerkenntnis

References: § 1
 § 69
 § 161
 § 161
 § 128
 § 159
 BGH 
 § 128
 BGH 
 § 128
 BGH 
 § 128
 BGH 
 § 17
 § 128
 § 128
 § 161
 § 161
 § 128
 § 161
 BGH 
 § 128
 § 128
 § 159
 BGH 
 § 128
 BGH 
 § 128
 BGH 
 § 128
 BGH 
 § 17
 § 128
 § 128
 § 161
 BGH 
 BGH 
 § 736
 § 141