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Timestamp: 2020-08-05 02:38:09+00:00

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https://dejure.org/2008,168
BGH, 03.07.2008 - I ZR 145/05 (https://dejure.org/2008,168)
BGH, Entscheidung vom 03.07.2008 - I ZR 145/05 (https://dejure.org/2008,168)
BGH, Entscheidung vom 03. Juli 2008 - I ZR 145/05 (https://dejure.org/2008,168)
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UWG §§ 3, 4 Nr. 11; GWB § 97 Abs. 1, § 104 Abs. 2
Pflicht zur Ausschreibung öffentlicher Aufträge als Marktverhaltensregeln i.S.d. § 4 Nr. 11 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG); Gegenseitige Beschaffung von Versicherungsdienstleistungen im Wege eines "In-House"-Geschäfts ohne Ausschreibung durch Mitglieder ...
Zur Frage, ob öffentliche Auftraggeber als Mitglieder eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit Versicherungsdienstleistungen im Wege eines "In-House"-Geschäfts ohne Ausschreibung beschaffen können
UWG § 3 § 4 Nr. 11; GWB § 97 Abs. 1 § 104 Abs. 2
UWG § 3 § 4 Nr. 11 ; GWB § 97 Abs. 1 § 104 Abs. 2
Unterlassungsklage gegen Auftragnehmer
vergaberecht.cc (Rechtsprechungsübersicht)
Vergabe ohne Ausschreibung ist Wettbewerbsverstoß nach UWG
it-recht-kanzlei.de (Auszüge und Zusammenfassung)
Mauscheleien mit Behörden sind wettbewerbswidrig
Kommunale Beauftragung eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit ist kein vergaberechtsfreies In-House-Geschäft
Vergabe von Aufträgen an ein öffentliches Unternehmen durch die öffentliche Hand
Beteiligung privater Dritter bei Prüfung des Kontrollkriteriums nicht mehr schädlich?
DÖV 2008, 963
Zum Teilnehmervorsatz gehört dabei neben der Kenntnis der objektiven Tatumstände auch das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit der Haupttat (BGH, Urt. v. 3.7.2008 - I ZR 145/05, GRUR 2008, 810 Tz. 15 = WRP 2008, 1182 - Kommunalversicherer, m.w.N.; zum Abdruck in BGHZ 177, 150 vorgesehen).
(BGH GRUR 2008, 810 [BGH 03.07.2008 - I ZR 145/05] - Kommunalversicherer, Rn 14).
d) Ist der Beklagte als Immobilienmakler danach nicht Adressat des § 16a EnEV, hat das Berufungsgericht zutreffend angenommen, dass eine täterschaftliche Haftung ausscheidet (vgl. BGH, Urteil vom 3. Juli 2008 - I ZR 145/05, BGHZ 177, 150 Rn. 13 - Kommunalversicherer;… Urteil vom 12. März 2015 - I ZR 84/14, GRUR 2015, 1025 Rn. 15 = WRP 2015, 1085 - TV-Wartezimmer).
Als Teilnehmer haftet auf Unterlassung, wer - zumindest bedingt vorsätzlich - den Wettbewerbsverstoß eines anderen fördert (vgl. BGHZ 177, 150 Rn. 14 f. - Kommunalversicherer; BGH…, Urteil vom 12. Juli 2012 - I ZR 54/11, GRUR 2013, 301 Rn. 47 = WRP 2013, 491 - Solarinitiative).
Eine Teilnehmerhaftung kommt auch in Betracht, wenn der Teilnehmer selbst nicht Adressat der Marktverhaltensregelung ist, jedoch Normadressaten dazu auffordert oder ihnen dabei behilflich ist, gegen diese Regelung zu verstoßen (vgl. BGH, Urteil vom 3. Juli 2008 - I ZR 145/05, BGHZ 177, 150 Rn. 14 - Kommunalversicherer;… Urteil vom 12. März 2015 - I ZR 84/14, GRUR 2015, 1025 Rn. 15 = WRP 2015, 1085 - TV Wartezimmer).
d) Ist die Beklagte als Immobilienmaklerin danach nicht Adressatin des § 16a EnEV, hat das Berufungsgericht zutreffend angenommen, dass eine täterschaftliche Haftung ausscheidet (vgl. BGH, Urteil vom 3. Juli 2008 - I ZR 145/05, BGHZ 177, 150 Rn. 13 - Kommunalversicherer;… Urteil vom 12. März 2015 - I ZR 84/14, GRUR 2015, 1025 Rn. 15 = WRP 2015, 1085 - TV-Wartezimmer).
Der Senatsentscheidung "Kommunalversicherer" (BGH, Urteil vom 3. Juli 2008 - I ZR 145/05, BGHZ 177, 150) lässt sich nichts Abweichendes entnehmen.
Zudem wusste und wollte die Beklagte, dass die öffentlichen Auftraggeber sie ohne Ausschreibung mit Versicherungsdienstleistungen betrauten, und sie kannte auch die grundsätzliche Pflicht ihrer Auftraggeber zur öffentlichen Ausschreibung dieser Dienstleistungen (vgl. BGHZ 177, 150 Rn. 39 und 41 - Kommunalversicherer).
Eine Teilnehmerhaftung ist grundsätzlich auch dann möglich, wenn der Teilnehmer nicht selbst Adressat des PBefG ist (vgl. BGH GRUR 2008, 810 - Kommunalversicherer, Rn 14;… Köhler in: Köhler/Bornkamm, UWG, 33. Aufl., § 8, Rn 2.5.).
(BGH GRUR 2008, 810 - Kommunalversicherer, Rn 14).
Das Bewusstsein der Rechtswidrigkeit setzt grundsätzlich voraus, dass die Beklagte im Zeitpunkt der Teilnahmehandlung mit der Möglichkeit rechnete und zumindest billigend in Kauf nahm, dass die mit ihr kooperierenden Mietwagenunternehmer und die bei diesen Unternehmern arbeitenden Mietwagenfahrer gegen § 49 Abs. 4 PBefG verstoßen, wenn sie mit der streitgegenständlichen Applikation arbeiten (vgl. BGH GRUR 2008, 810 - Kommunalversicherer, Rn 45; Köhler in;… Köhler/Bornkamm, UWG, 33. Aufl., § 8, Rn 2.15).
Ebenfalls zutreffend hat das Berufungsgericht angenommen, dass der Bundesgerichtshof bislang eine täterschaftliche Haftung desjenigen abgelehnt hat, der nicht selbst Adressat der dem Unlauterkeitsvorwurf nach § 4 Nr. 11 UWG zugrundeliegenden Norm ist, und daher insoweit allein eine Teilnehmerhaftung in Betracht kommt (vgl. BGH, Urteil vom 24. Juni 2003 - KZR 32/02, BGHZ 155, 189, 194 f. - Buchpreisbindung; Urteil vom 3. Juli 2008 - I ZR 145/05, BGHZ 177, 150 Rn. 13 f. - Kommunalversicherer;… MünchKomm.UWG/Fritzsche aaO § 8 Rn. 237;… Köhler in Köhler/Bornkamm, UWG, 33. Aufl., § 4 Rn. 11.22, jeweils mwN).
Das Berufungsgericht lässt bei dieser Sichtweise unberücksichtigt, dass derjenige, der nicht selbst Adressat einer Verbotsnorm ist, nach den im allgemeinen Deliktsrecht und im Lauterkeitsrecht entsprechend geltenden strafrechtlichen Bestimmungen allenfalls als Teilnehmer (Anstifter oder Gehilfe) haften kann (BGHZ 177, 150 Rn. 14 - Kommunalversicherer; BGH, Urteil vom 26. Oktober 2004 - XI ZR 279/03, NJW-RR 2005, 556, 557;… MünchKomm.UWG/Schaffert aaO § 4 Nr. 11 Rn. 45;… Fezer/Büscher, UWG, 2. Aufl., § 8 Rn. 121 mwN).
Der vorbeugende Unterlassungsanspruch kann sich nicht nur gegen den möglichen Täter, sondern auch gegen denjenigen richten, der als potentieller Teilnehmer oder Störer eine Erstbegehungsgefahr für eine Verletzungshandlung begründet hat (zur Haftung des Teilnehmers BGHZ 172, 119 Tz. 30 - Internet-Versteigerung II; BGH, Urt. v. 3.7.2008, GRUR 2008, 810 Tz. 44 = WRP 2008, 1182 - Kommunalversicherer; zur Haftung des Störers BGHZ 172, 119 Tz. 41 - Internet-Versteigerung II, jeweils m.w.N.).
Als Ausnahmen von den allgemeinen Vorschriften des Gemeinschaftsrechts sind diese Vorschriften eng auszulegen (EuGH, Urteil vom 11. Januar 2005 - C26/03, Slg. 2005, I1, Rdn. 49 - Stadt Halle und RPL Lochau. BGHZ 177, 150 ff.).
Während der EuGH bei einem Unternehmen der öffentlichen Hand, das insgesamt 90 % seiner Tätigkeit für den oder die öffentlichen Auftraggeber erbringt, das Wesentlichkeitskriterium noch als erfüllt angesehen hat (EuGH…, Urteil vom 19. April 2007 - C295/05, a. a. O. Rdn. 63 - Asemfo und Tragsa) und der Bundesgerichtshof die Erfüllung dieser Vorgabe bereits bei einer Fremdauftragsquote von 10 % bezweifelt (BGHZ 177, 150, 160 - Kommunalversicherer), geht der erkennende Senat von einer erheblichen Tätigkeit für Dritte bereits dann aus, wenn das für den Auftrag vorgesehene Unternehmen 7, 5 % seines Umsatzes aus Drittgeschäften erzielt (OLG Celle, VergabeR 2007, 79, 81).
LG Köln, 12.07.2018 - 81 O 33/18
OLG Düsseldorf, 12.01.2009 - Verg 67/08
VK Münster, 15.09.2009 - VK 15/09
Auschlusstatbestände sind in jedem Verfahrensstadium zu prüfen!
VG Berlin, 19.06.2009 - 19 A 234.08
Werbeunternehmen kann Werbung durch Stiftung Denkmalschutz nicht verhindern
LG Münster, 28.01.2013 - 21 O 75/12
Rechtsweg für Unterlassungsklage wegen Buchpreisbindung gegen Vergabeverfahren; …
LG Cottbus, 21.12.2010 - 11 O 82/10
Vergaberecht: Anspruch des übergangenen Bieters auf Unterlassung der …

References: § 97
 § 104
 § 4
 § 3
 § 4
 § 97
 § 104
 § 3
 § 4
 § 97
 § 104
 § 16
 § 16
 BGH 
 § 8
 § 49
 BGH 
 § 8
 § 4
 § 8
 § 4
 § 4
 § 8
 EuGH