Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=13.04.2005&Aktenzeichen=XII%20ZR%20296/00
Timestamp: 2019-07-22 22:03:27+00:00

Document:
BGH, 13.04.2005 - XII ZR 296/00 - dejure.org
https://dejure.org/2005,2033
BGH, 13.04.2005 - XII ZR 296/00 (https://dejure.org/2005,2033)
BGH, Entscheidung vom 13.04.2005 - XII ZR 296/00 (https://dejure.org/2005,2033)
BGH, Entscheidung vom 13. April 2005 - XII ZR 296/00 (https://dejure.org/2005,2033)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2005,2033) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGB §§ 1298, 1301, 812 Abs. 1 Satz 2 2. Alt.
EGBGB Art. 13; BGB §§ 1298, 1301, 812 Abs. 1 Satz 2 2. Alt.
Anwendbares Recht bei Auflösung eines Verlöbnisses
Auflösung eines Verlöbnisses; Bezahlung der Zahnarztrechnung als Schenkung
Art. 10 Rom II-VO
Ungerechtfertigte Bereicherung - Regelungsinhalt
IPR/IZPR: Ansprüche aus Verlöbnisbeendigung/Verlöbnisbruch- anwendbares Recht und internationale Zuständigkeit; Begriff der "Geschenke" i.S.v. § 1301 BGB, Abgrenzung zu Unterhaltsleistungen; (keine) Ausgleichsansprüche aus dem Wegfall der Geschäftsgrundlage bei Beendigung einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft
BGB § 1298 § 1301 § 812 Abs. 1 S. 2 Alt. 2.
Familienrecht - Was ist ein Verlobungsgeschenk?
"Binationale" Verlobung aufgelöst - Welches Recht gilt und was ist zurückzuzahlen?
Zusammenfassung von "Nichteheliche Lebensgemeinschaft und Verlöbnis im Internationalen Privat- und Verfahrensrecht oder: 'Was es nicht gibt, knüpf' ich nicht an!'" von Prof. Dr. Stephan Lorenz u. Dr. Hannes Unberath, M.Jur., original erschienen in: IPRax 2005, 516 - 521.
NJW 2005, 1089
NJW-RR 2005, 1089
MDR 2005, 1231
FamRZ 2005, 1150
FamRZ 2005, 1151
Wenn die Partner nicht etwas Besonderes unter sich geregelt haben, werden dementsprechend persönliche und wirtschaftliche Leistungen nicht aufgrund von wechselseitig abgeschlossenen Verträgen erbracht (vgl. etwa Senatsurteile vom 31. Oktober 2007 - XII ZR 261/04 - FamRZ 2008, 247, 248 und vom 13. April 2005 - XII ZR 296/00 - FamRZ 2005, 1151, 1152).
So hat der Senat wiederholt anerkannt, dass auch zwischen den Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ein Ausgleichsanspruch nach den Vorschriften über die bürgerlich-rechtliche Gesellschaft bestehen kann, wenn die Parteien einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten einen entsprechenden Gesellschaftsvertrag geschlossen haben (vgl. Senatsurteile vom 31. Oktober 2007 - XII ZR 261/04 - FamRZ 2008, 247, 249 und vom 13. April 2005 - XII ZR 296/00 - FamRZ 2005, 1151, 1152).
Unter Geschenke im Sinne des § 1301 BGB fallen grundsätzlich alle Zuwendungen, die mit der Auflösung der Verlobung ihre Grundlage verlieren, nicht dagegen Unterhaltsbeiträge von Verlobten, die vor der Heirat einen gemeinsamen Hausstand führen (BGH FamRZ 2005, 1151;… Palandt/Brudermüller, BGB, 74. Aufl. § 1301, Rn 4), weil diese nicht in Erwartung der Ehe, sondern im Hinblick auf das gegenwärtige Zusammenleben der Parteien erfolgen.
Deshalb besteht in Rechtsprechung und Lehre Uneinigkeit, ob - so die Rechtsprechung - nach Art. 13 EGBGB analog das Heimatrecht des in Anspruch genommenen Verlobten maßgeblich sein soll (BGHZ 28, 375, 379; BGHZ 132, 105, 116; BGH FamRZ 2005, 1151) (a) oder ob - so Stimmen in der Literatur - eine analoge Anwendung von Art. 14 EGBGB vorzuziehen ist (…JurisPK/Mäsch, Stand 1.1.2010, Art. 13 EGBGB, Rn. 88;… MüKo/Coester, 5. Auflage 2010, Vor Art. 13 EGBGB, Rn. 4) (b) .
OLG Frankfurt, 28.09.2007 - 19 W 65/07
Ersatzpflicht bei Rücktritt vom Verlöbnis: Aufgabe einer gesicherten …
Diese Norm ist anwendbar, weil auf Ansprüche, die auf Grund des Rücktritts vom Verlöbnis geltend gemacht werden, das Heimatrecht desjenigen Verlobten anzuwenden ist, gegen den solche Ansprüche vom anderen Teil geltend gemacht werden (BGH FamRZ 2005, 1151, 1152 m. w. N.).
Im Bereich der nichtehelichen Lebensgemeinschaften ist - soweit es um die laufenden Beiträge zur Aufrechterhaltung der Gemeinschaft geht - grundsätzlich davon auszugehen, dass persönliche und wirtschaftliche Leistungen nicht gegeneinander aufgerechnet werden (vgl. BGH, Versäumnisurteil vom 13.04.2005 - XII ZR 296/00 - NJW-RR 2005, 1089).
Wenn die Partner nicht etwas Besonderes unter sich geregelt haben, werden dementsprechend persönliche und wirtschaftliche Leistungen nicht aufgrund von wechselseitig abgeschlossenen Verträgen erbracht (vgl. etwa BGH, Urteile vom 31.10.2007 - XII ZR 261/04 -, NJW 2008, 443, 444 und vom 13.04.2005 - XII ZR 296/00 -, NJW-RR 2005, 1089, 1090 f.).

References: Art. 13

Art. 10
 § 1301
 § 1298
 § 1301
 § 812
 § 1301
 § 1301
 Art. 13
 BGH 
 Art. 14
 Art. 13
 Art. 13