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Timestamp: 2019-01-20 15:01:53+00:00

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396 Archiv Wartung von Glockenanlagen (WaGlock) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
396 Archiv Wartung von Glockenanlagen (WaGlock)
Sonderausführungen: (Sonder-Kröpfungen, Drehungen, Holzjoche)
Geltungszeitraum von: 01.03.1978
von Glockenanlagen mit Armaturen
und/oder elektrischen Läutemaschinen
Bekanntmachung des Landeskirchenamtes vom 16. Februar 1978
(KABl. 1978 S. 56)
1 Der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen hat im Jahre 1972 ein Musterleistungsverzeichnis für die Lieferung von Glockenstühlen und Glockenarmaturen erstellt, das zur Einführung bei allen Ausschreibungen und Angebotserhebungen empfohlen wurde. 2 Dieses Musterleistungsverzeichnis wird nachstehend veröffentlicht mit der Bitte, in Zukunft bei Neuanlagen entsprechend zu verfahren.
Es wird auch auf die Notwendigkeit eines periodischen Wartungsdienstes der Läuteanlagen hingewiesen.
1 Der Wartungsdienst ist im Leistungsverzeichnis als Voraussetzung für Garantieverpflichtungen verankert, aber auch notwendig im Zusammenhang mit der Haftung der Kirchengemeinden für die Betriebssicherheit ihrer Anlagen und für die Funktionstüchtigkeit und den Wohlklang der Geläute. 2 Er sollte nur Fachfirmen, also den Glockengießereien bzw. den Läutemaschinenherstellern, übertragen werden, da branchenfremde Firmen keine Gewähr für die einwandfreie Wartung der Anlagen bieten.
Der Beratungsausschuss für das Deutsche Glockenwesen hat im Zusammenwirken mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Glockengießereien und den Läutemaschinenherstellern einen Musterwartungsvertrag entworfen, der den Landeskirchen zur Einführung in ihren Bereichen empfohlen wird.
Der Mustervertrag, den wir ebenfalls nachstehend veröffentlichen, ist so aufgebaut, dass er sowohl getrennt als auch zusammengenommen für die Wartung der Glockenanlagen mit Armaturen und /oder elektrischen Läutemaschinen verwendet werden kann.
1 Die in den §§ 2 und 3 aufgeführten Überprüfungsdienste sollen sich decken mit einer Checkliste, welche die Wartungsfirmen beim Montagebericht ihrer Monteure verwenden, wobei diese Checkliste noch durch spezifizierte Angaben der Hersteller für die Wartung ihrer Geräte ergänzt werden kann. 2 Der Revisionsbericht ist gleichzeitig Rechnungs- und Garantie-Unterlage.
Es wird ferner darauf hingewiesen, dass die Baubeauftragten der Kirchenkreise sich in vermehrtem Maße des technischen Teiles der Läuteanlagen (Zustand des Glockenstuhls1# Verhalten des Turmes beim Läuten usw.) annehmen sollten, da die Fachkenntnisse des Glockensachverständigen vornehmlich auf musikalischem Gebiet liegen.
1 Die „Baurevision“ muss den Turm mit einbeziehen. 2 Besondere Vorsicht ist in den Fällen geboten, wo wegen Aufschaukelungsgefahr für den Turm bestimmte Anschlagzahlen der Glocken genau einzuhalten sind. 3 Hier ist jährliche Wartung unerlässlich; am Schaltschütz dieser Geläute ist eine Tabelle anzubringen, auf der die vom Statiker festgelegten Anschlagzahlen eingetragen sind.
Es wird besonders darauf hingewiesen, dass das Nachstimmen von historischen Glocken, die unter Denkmalschutz stehen, als Verfälschung von Klangdokumenten zu bezeichnen und deshalb unzulässig ist.
1 Alle Maßnahmen, die auf eine Veränderung an Turm, Glockenstuhl oder Geläut hinauslaufen, sind gemäß § 53 in Verbindung mit § 58 Abs. 3 VO2# kirchenaufsichtlich zu genehmigen. 2 Bevor die Genehmigung beantragt wird, ist unbedingt die Bauberatung des Landeskirchenbauamtes in Anspruch zu nehmen.
Weitere Exemplare des Mustervertrages können beim Landeskirchenamt angefordert werden.
1 Für Stahlkonstruktionen haftet der Hersteller fünf Jahre unter der Voraussetzung, dass eine regelmäßige Wartung vom Glockengießer durchgeführt wird. 2 Die statische und dynamische Belastbarkeit des Bauwerkes liegt in der Verantwortung des vom Architekten zugezogenen Fachingenieurs. 3 Falls eine prüffähige statische Berechnung für den Glockenstuhl gefordert wird, erfolgt deren Berechnung nach den LHO.
____________________ Glockenstuhl für ____________________ Glocken aus Formstahl nach DIN 1026
oder Stabstahl nach DIN 1028, Materialgüte ST 37, DIN 17100, statisch einwandfrei nach DIN 1050 (Knickbelastung DIN 4114, Lastannahme DIN 1055)
mit einmaliger Rostschutzgrundierung nach DIN 55928 bei 3-fachem, bauseitigem Endanstrich ____________________
feuerverzinkt nach DIN 2444 und 50976, Schrauben galvanisiert
1 Hartholz-Unterlagsbalken dienen der Körperschallisolierung und der günstigeren Kräfteeinleitung. 2 Die Hartholzbalken müssen genügend belüftet eingebaut sein.
____________________ Breitflanschträger DIN 1025 mit Verschraubung.
grundiert wie 1 a) ____________________
feuerverzinkt wie 1 b) ____________________
1 Motorkonsolen haben Läutemotoren zu tragen. 2 Sie werden in Absprache mit dem Läutemaschinenhersteller vorgesehen und sollten im Verband mit dem Glockenstuhl sein.
1 Metall-Auflagerungen sind hauptsächlich für vertikale Belastungen konstruiert. 2 Die bei Glocken auftretenden Wechselbelastungen verlangen daher eine entsprechende Dimensionierung. 3 Die Dämpfungselemente werden zweckmäßigerweise unter den Glockenlagern und den Läutemaschinen eingebaut. 4 Bei den Verschraubungen sind Schallbrücken zu vermeiden. 5 Elastische Lagerungen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit bei der jährlichen Wartung.
1 Armaturen sind die zum läutbaren Aufhängen der Glocken im Stuhl notwendigen Zubehörteile. 2 Armaturen werden im allgemeinen in geschweißter Konstruktion ausgeführt. 3 Geschraubte Armaturen können jederzeit ergänzt oder verändert werden.
feuerverzinkte Ausführung nach DIN 2444 u. 50976 (Köppel gestrichen)
Alternativ ____________________ kompl. Armatur ____________________ geschraubte Ausführung, sonst wie unter 1., jedoch mit zwei Spezial-Pendelkugelstehlagern, in geteilten Gehäusen, mit regulierbaren Spannhülsen und Arretierung und mit austauschbaren Zapfen
einmalige Grundierung wie 1 a) ____________________
feuerverzinkte Ausführung (Köppel gestrichen) wie 1 b) ____________________
1 Armaturen in verkröpfter Ausführung mit Gegengewichtsklöppeln können zur Verringerung der Horizontalkräfte, in Ausnahmefällen aus Raumgründen, angewandt werden. 2 Sie sind im allgemeinen Schweißkonstruktionen.
1 Bei der Kröpfung sind die gelichen Anschlagzahlen wie bei der geraden Armatur zu Grunde zu legen. 2 Daher kann das Bauwerk nur in statischer Hinsicht, nicht dynamisch entlastet werden.
____________________ komp. Armatur ____________________, verkröpfte Ausführung mit Gegengewichtsklöppel mehr fach beledert, sonst wie unter 1.
feuerverzinkte Ausführung (Klöppel gestrichen) wie 1 b) ____________________
Sonderzubehör (Läutearm etc.) ____________________ Baunebenarbeiten, wie Semmen, Betonieren, Zimmern etc., die nach Angaben des Glockengießers oder dessen Monteur im Einvernehmen mit der Bauleitung ausgeführt werden, bleiben in Bezug auf Ausführungen in der Haftung des jeweiligen Unternehmers.
1 Dem Geläuteeigentümer obliegt die Haftung für den Betrieb der Anlage nach Übergabe durch den Glockengießer. 2 Um der Sorgfaltspflicht zu genügen, ist eine regelmäßige Wartung durch den Glockengießer unerlässlich.
____________________ (Kirchengemeinde), vertreten durch den Kirchengemeinderat – Stiftungsrat – Kirchenvorstand – Presbyterium3# –
A) der Glockenanlage mit Armaturen (s. § 2)4# – und/oder
B) der elektrischen Läutemaschinenanlage (s. § 3)5#
der – des ____________________6# in ____________________ folgender Vertrag abgeschlossen:
A) die Glockenanlage mit Armaturen (s. § 2)7# – und/oder
B) die elektrische Läutemaschinenanlage (s. § 3)8#
der – des ____________________9# in ____________________ jährlich ____________________ mal nachzuprüfen.
Bei der Prüfung und Wartung de Glockenanlage mit Armaturen werden folgende Arbeiten durchgeführt, wobei die spezifizierten Angaben der Hersteller für die Wartung ihrer Geräte zu beachten sind:
sämtlicher Glocken auf waagerechtes und achsiales Hängen und auf Abnützung anden Anschlagstellen, die ein Drehen oder Runderneuern (Aufschweißen) nötig machen können;
Risse oder sonstige Beschädigungen des Glockenkörpers sind in jedem Falle sofortdem Pfarramt mündlich und schriftlich anzuzeigen;
sämtlicher Lager und Lagerplatten auf einwandfreien Zustand; Befestigung, Schub-sicherung und Schmierung der Lager;
ämtlicher Glockenjoche und Kronenunterlagen auf einwandfreien Zustand und Schubsicherung; Nachziehen sämtlicher Schrauben und Muttern;
sämtlicher Uhrschlaghämmer auf einwandfreien Zustand, richtige Anschlaghöhe an Schlagring und Abhebung von der Glocke;
1 Erstellung eines Revisionsberichts an das Pfarramt über Zustand der Anlage und über ausgeführte Arbeiten (s. § 4 letzter Abs.). 2 Hierbei sind Beobachtungen über besondere Auswirkungen des Läutens auf den Turm mitzuteilen.
der Hauptschalttafel (einschließlich der Kontrolllampen) und Verteileranlage auf Funktionssicherheit;
1 Erstellung eines Revisionsberichts an das Pfarramt über Zustand der Anlage und über ausgeführte Arbeiten (s. § 4 letzter Absatz). 2 Hierbei sind Beobachtungen über besondere Auswirkungen des Läutens auf die Läuteanlage und den Turm mitzuteilen.
Abgabe von Empfehlungen an das Pfarramt über erforderlcihe Reparaturen bzw. Ersatz defekter Teile sowie Verbesserung und Sicherung der Zugangswege zur Läuteanlage.
Als Vergütung für die Ausführung der Arbeiten gemäß §§ 2 und/oder 310# erhält die Firma folgende Gebühr (zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer): ____________________
1 Diese Gebühr wird vereinbart auf der Grundlage des zur Zeit des Vertragsabschlusses für den Unternehmer gültigen Tarifvertrags. 2 Die Gebühr wird bei später eintretenden tariflichen Änderungen entsprechend dem Steigerungsbetrag erhöht.
Es werden folgende zusätzlichen Vereinbarungen getroffen11#:
Die Firma ist verpflichtet, bei Rechnungsstellung zusammen mit dem Revisionsbericht einen Nachweis (z.b. Abhakliste, Rapportzettel oder dgl.) über die Ausführung der in §§ 2 und/oder 312# bezeichneten Arbeiten zu erbringen.
1 Teile, die ausgewechselt werden müssen, werden gesondert berechnet. 2 Vor dem Einbau ist die Zustimmung des Auftraggebers einzuholen, soweit es sich nicht um Teile von geringem Wert handelt.
Die Firma ist verpflichtet, die in §§ 2 und 313# genannten Leistungen so zu erbringen, dass sie nicht mit Fehlern behaftet sind, welche die Tauglichkeit zum Gebrauch aufheben oder mindern.
1 Sind die Leistungen nicht von dieser Beschaffenheit, so kann die Kirchengemeinde die Beseitigung der Mängel verlangen. 2 Sie kann der Firma eine angemessene Frist zur Beseitigung der Mängel mit der Erkärung bestimmen, dass sie die Beseitigung des Mangels nach dem Ablauf der Frist ablehne.
1 Nach dem Ablauf der Frist kann die Kirchengemeinde Rückgängigmachung des Vertrags (Wandlung) oder Herabsetzung der Vergütung (Minderung) verlangen, wenn der Mangel nicht rechtzeitig beseitigt worden ist. 2 Der Anspruch auf Beseitigung des Mangels ist ausgeschlossen. 3 Im Übrigen gelten die Bestimmungen der §§ 631 ff. BGB über den Werkvertrag.
1 Dieser Vertrag gilt auf unbestimmte Zeit. 2 Er kann jedoch von beiden Teilen unter Einhaltung einer sechsmonatigen Kündigungsfrist jeweils auf Ende des Kalenderjahres gekündigt werden.
Kirchengemeinderat – Stifungsrat – Kirchenvorstand – Presbyterium14#
1 ↑ Siehe auch § 47 VwO (Nr. 800).
2 ↑ Jetzt § 43 i.V. mit § 47 VwO (Nr. 800).
6 ↑ Bezeichnung der Kirche, Kapelle usw.
7 ↑ Nichtzutreffendes streichen.
9 ↑ Bezeichnung der Kirche, Kapelle usw.
13 ↑ Amtliche Anmerkung:Abweichungen hiervon sind gesndert zu vereinbaren.
14 ↑ Nichtzutreffendes streichen.

References: § 53
 § 58
 § 2
 § 3
 § 2
 § 3
 § 4
 § 4
 § 47
 § 43
 § 47