Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.02.2005&Aktenzeichen=XII%20ZR%20114/03
Timestamp: 2019-12-05 17:11:04+00:00

Document:
BGH, 23.02.2005 - XII ZR 114/03 - dejure.org
https://dejure.org/2005,90
BGH, 23.02.2005 - XII ZR 114/03 (https://dejure.org/2005,90)
BGH, Entscheidung vom 23.02.2005 - XII ZR 114/03 (https://dejure.org/2005,90)
BGH, Entscheidung vom 23. Februar 2005 - XII ZR 114/03 (https://dejure.org/2005,90)
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Obliegenheit des Unterhaltsschuldners zur Einleitung einer Verbraucherinsolvenz durch Eigenantrag
Abänderung der Unterhaltspflicht für ein minderjähriges Kind; Obliegenheit eines Unterhaltsschuldners zur Einleitung der Verbraucherinsolvenz zur Sicherung des Unterhalts minderjähriger Kinder; Erhöhung des Unterhaltsbedarfs durch Wechsel in eine andere Altersstufe der ...
Pflicht des Unterhaltsschuldners zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens bei Verbesserung des Kindesunterhalts
Obliegenheit zur Einleitung der Verbraucherinsolvenz
Obliegenheit des Unterhalstsschuldners, zur Sicherung der Unterhaltsansprüche seiner minderjährigen Kinder ein Verfahren der Privatinsolvenz einzuleiten
Sicherung der Unterhaltsansprüche minderjähriger Kinder durch Einleitung der Privatinsolvenz des Unterhaltsschuldners
Familienrecht - Obliegenheit des Unterhaltsschuldners, zur Sicherung der Unterhaltsansprüche seiner minderjährigen Kinder ein Verfahren der Privatinsolvenz einzuleiten
Kindesunterhalt geht vor - Verschuldeter Unterhaltspflichtiger muss sich dem Verbraucherinsolvenzverfahren unterziehen
123recht.net (Pressemeldung, 24.2.2005)
Privatinsolvenz sichert Vorrang für Kindesunterhalt
123recht.net (Kurzinformation und Entscheidungsanmerkung, 25.5.2005)
Kindesunterhalt - Pflicht zur Einleitung eines Insolvenzverfahrens
Zusammenfassung von "Anmerkung zur Entscheidung des BGH vom 23.2.2005, XII ZR 114/03 (Obliegenheit zur Einleitung des Verbraucherinsolvenzverfahren)" von RiOLG Heinrich Schürmann, original erschienen in: FamRZ 2005, 887 - 889.
Zusammenfassung von "Verbraucherinsolvenz und Unterhalt" von RA Jörn Hauß, original erschienen in: FamRZ 2006, 306 - 308.
BGHZ 162, 234
NJW 2005, 1279
MDR 2005, 812
NZI 2005, 342
FamRZ 2005, 608
FamRZ 2005, 887 (Ls.)
Rpfleger 2005, 312
Zwar trifft den Unterhaltsschuldner grundsätzlich eine solche Obliegenheit, wenn das Insolvenzverfahren zulässig und geeignet ist, den laufenden Unterhalt seiner minderjährigen Kinder dadurch sicherzustellen, dass ihm Vorrang vor sonstigen Verbindlichkeiten eingeräumt wird (Senatsurteil BGHZ 162, 234 = FamRZ 2005, 608, 609 ff.).
OLG Dresden, 04.12.2015 - 20 UF 875/15
Umfang der Erwerbsobliegenheit der als selbständige Rechtsanwältin tätigen Mutter …
Eine Ausnahme gilt dann, wenn Umstände vorliegen, die eine solche Obliegenheit im Einzelfall als unzumutbar darstellen (BGH, Urteil vom 23.02.2005, XII ZR 114/03, juris).
Hierzu hat der Senat darauf hingewiesen, dass dem Schuldner für seinen notwendigen Unterhalt mindestens soviel pfandfrei zu belassen ist, wie er zur Deckung seines notwendigen Lebensunterhalts nach Maßgabe der Bestimmungen des 3. und 11. Kapitels des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch benötigt (BGH…, Beschluss vom 25. November 2010 - VII ZB 111/09, NJW-RR 2011, 706 Rn. 9;… Beschluss vom 12. Dezember 2007 - VII ZB 38/07, NJW-RR 2008, 733 Rn. 13; Urteil vom 23. Februar 2005 - XII ZR 114/03, BGHZ 162, 234 Rn. 26).
Da die Verbindlichkeit demnach unterhaltsrechtlich nicht berücksichtigungsfähig ist, bleibt dem geschädigten Kind sein Unterhaltsanspruch ungeschmälert erhalten, der vorrangig vor der Regressforderung des Sozialleistungsträgers zu bedienen (vgl. BGHZ 162, 234 ;… Kalthoener/Büttner/Niepmann, Die Rechtsprechung zur Höhe des Unterhalts, 10. Aufl. 2008, Rn. 1047) und auch vollstreckungsrechtlich durch § 850d Abs. 1 Zivilprozessordnung (ZPO) privilegiert ist.
Ebenso wenig haben die Ansprüche Unterhaltsberechtigter einen allgemeinen Vorrang vor anderen Verbindlichkeiten des Unterhaltspflichtigen (BGHZ 162, 234, 240).
Für den Begriff des notwendigen Unterhalts in § 850d Abs. 1 Satz 2 ZPO hat der Bundesgerichtshof bereits entschieden, dass dieser grundsätzlich dem notwendigen Lebensunterhalt im Sinne des 3. und 11. Kapitels des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch entspricht (BGH…, Beschluss vom 12. Dezember 2007 - VII ZB 38/07, NJW-RR 2008, 733 Rn. 13; Urteil vom 23. Februar 2005 - XII ZR 114/03, BGHZ 162, 234 Rn. 26).
Liegt eine Pfändung wegen unerlaubter Handlung vor, ist fraglich, ob das Amtsgericht K ausreichend beachtet hat, dass nach § 850f Abs. 2 ZPO mindestens der zur Erfüllung laufender gesetzlicher Unterhaltspflichten erforderliche Betrag verbleiben muss (…Stöber in Zöller, ZPO, 28. Aufl 2010, § 850f RdNr 10;… Smid in Münchener Kommentar, ZPO, 3. Aufl 2007, § 850f RdNr 25 zum Vorrang von "unterhaltsberechtigten Gläubigern"; s auch BGH Urteil vom 23.2.2005 - XII ZR 114/03 - BGHZ 162, 234 ff) .
Das gilt nur dann nicht, wenn der Unterhaltsschuldner Umstände vorträgt und gegebenenfalls beweist, die eine solche Obliegenheit im Einzelfall als unzumutbar darstellen (BGHZ 162, 234, 240 ff. = FamRZ 2005, 608, 609 ff.).
Die Pfändungsgrenzen des § 850 c ZPO allein lassen die weiteren Verbindlichkeiten des Unterhaltsschuldners nicht entfallen, sondern führen im Gegenteil zu einer fortschreitenden Verschuldung, was dem Unterhaltspflichtigen nach ständiger Rechtsprechung des Senats nicht zugemutet werden kann und deswegen schon einer Titulierung des Unterhalts entgegensteht (BGHZ 162, 234, 240 = FamRZ 2005, 608, 609).
Der Senat hat deswegen in Fällen einer gesteigerten Unterhaltspflicht auch sonst stärkere Anstrengungen des Unterhaltsschuldners für zumutbar gehalten (BGHZ 162, 234, 239 f. = FamRZ 2005, 608, 609).
Um dem Unterhaltsberechtigten trotz einer erheblichen Verschuldung des Unterhaltspflichtigen überhaupt einen Unterhaltsanspruch zu erhalten, kann den nach § 1603 Abs. 2 Satz 1 und 2 BGB gesteigert Unterhaltspflichtigen sogar eine Obliegenheit zur Einleitung der Verbraucherinsolvenz treffen (Senatsurteil BGHZ 162, 234, 242 ff. = FamRZ 2005, 608, 610 f.).
Auf dieser gesetzlichen Grundlage ist es dem Unterhaltsschuldner zumutbar, den Unterhaltsansprüchen seiner minderjährigen Kinder Vorrang vor sonstigen Verbindlichkeiten einzuräumen (Senatsurteil BGHZ 162, 234 = FamRZ 2005, 608, 609).
OLG Hamm, 10.11.2006 - 11 UF 145/06
Raten für einen Kredit zur Vermeidung der Privatinsolvenz des …
OLG Frankfurt, 30.11.2005 - 2 UF 166/05
Trennungsunterhaltsanspruch: Obliegenheit des Unterhaltsschuldners zur Einleitung …
OLG Celle, 09.02.2006 - 19 UF 209/05
Trennungsunterhalt: Nichtberücksichtigung einer möglichen Einkommensverbesserung …
OLG Brandenburg, 28.01.2009 - 13 UF 31/08
Kindesunterhalt: Verpflichtung eines Unterhaltsschuldners, der sich im …
OLG Karlsruhe, 12.03.2015 - 2 UF 143/13
Erfolgsaussichten einer Drittschuldnerklage eines unterhaltsberechtigten Kindes …
LG Kassel, 04.10.2005 - 3 T 743/05
Prozesskostenhilfe für Mobiliarzwangsvollstreckung: Bewilligungsvoraussetzungen …
LG Duisburg, 23.12.2005 - 7 T 272/05
Ausgestaltung der Zwangsvollstreckung wegen ausbleibender Unterhaltszahlungen; …
LG Duisburg, 12.12.2005 - 7 T 270/05
Vollstreckung gegen den Schuldner aus einer Urkunde über die Abänderung einer …

References: BGH 
 § 850
 § 850
 § 850
 § 850
 § 850
 BGH 
 § 850
 § 1603