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Timestamp: 2020-08-07 00:05:35+00:00

Document:
ZVL AO+Beratungsbefugnis 2019 at FOM Hochschule für Oekonomie & Management
Flashcards and summaries for ZVL AO+Beratungsbefugnis 2019 at the FOM Hochschule für Oekonomie & Management
Study with flashcards and summaries for the course ZVL AO+Beratungsbefugnis 2019 at the FOM Hochschule für Oekonomie & Management
Exemplary flashcards for ZVL AO+Beratungsbefugnis 2019 at the FOM Hochschule für Oekonomie & Management on StudySmarter:
Der ledige Arbeitnehmer Paul Flott ist Neumitglied ihres Lohnsteuerhilfevereins. Im Mai 2019 bringt Paul Flott ihnen die Unterlagen zur Erstellung der Einkommensteuererklärung 2018 vorbei. Bei Durchsicht der Unterlagen sehen Sie eine Bescheinigung der Krankenkasse über den Bezug von Krankengeld ab Januar 2018 in Höhe von insgesamt 2.500 €. Paul Flott fragt Sie ob diese Bescheinigung für das Jahr 2018 eine Bewandtnis hat. Auf Nachfrage ergibt sich, dass er bereits schon seit Mitte November 2017 wegen eines Bandscheibenvorfalles krankgeschrieben war und wegen weiterer Fehltage und Urlaub in 2017 insgesamt nur an 120 Arbeitstagen Fahrten zwischen Wohnung und 1. Tätigkeitstätte durchgeführt hatte. Die Entfernung zwischen Wohnung und 1.Tätigkeitstätte beträgt 25 km. Der Ansatz in der Steuererklärung 2017 erfolgte wie in den Vorjahren auch, mit insgesamt 220 Arbeitstagen. Sie weißen Paul Flott auf den zu hohen Ansatz an Fahrten zwischen Wohnung und 1. Tätigkeitstätte in 2017 hin.
Der Einkommensteuerbescheid 2017 wurde vom Finanzamt am 22.11.2018 zur Post gegeben.
Für das Jahr 2018 kommt es zu einer Nachzahlung. Bis zu welchem Zeitpunkt müssen Sie als Sachbearbeiter des Lohnsteuerhilfevereins die Einkommensteuererklärung 2018 beim Finanzamt einreichen, ohne dass ein Verspätungszuschlag erhoben wird? Berechnung erforderlich.
Die Steuererklärung 2018 ist nach § 149 Abs. 3 AO bis zum letzten Tag des Monats Februar 2020 einzureichen. Dies ist der 29.02.2020. Da dies ein Samstag ist verschiebt sich der Abgabezeitpunkt nach § 108 Abs. 3 AO auf Montag, den 02.03.2020.
Begründen Sie, ob für Paul Flott eine Verpflichtung besteht, das Finanzamt nachträglich in 2019 über den zu hohen Ansatz von Fahrten zwischen Wohnung und 1.Tätigkeitstätte in der Einkommensteuererklärung 2017 zu informieren.
Nach § 153 AO gibt es eine Anzeigepflicht, wenn ein Steuerpflichtiger versehentlich unrichtige oder unvollständige Angaben in der Steuererklärung gemacht hat. Dies trifft hier zu. Das Finanzamt ist darüber unverzüglich zu informieren.
Begründen Sie ob das Finanzamt den Einkommensteuerbescheid 2017 ändern muss oder kann, wenn es nachträglich von dem zu hohen Ansatz von Fahrten zwischen Wohnung und 1.Tätigskeitstätte erfährt. Begründen Sie unter Angabe der entsprechenden Rechtsgrundlage.
Nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO ist ein Steuerbescheid zu ändern, wenn dem Finanzamt nachträglich Tatsachen bekannt werden die zu einer höheren Steuer führen. Dass nur 120 Fahrten durchgeführt worden sind ist für das Finanzamt nachträglich eine neue Tatsache. Der Einkommensteuerbescheid 2017 ist zu ändern.
Angenommen das Finanzamt ändert den Bescheid 2017 mit Datum vom 14.06.2019 und es kommt zu einer Nachzahlung in Höhe von 300 € an Einkommensteuer und 15 € Solidaritätszuschlag. Welche steuerliche Nebenleistung entsteht und wird ggfs. festgesetzt? Führen Sie die entsprechende Berechnung durch.
Zinsen nach § 233a AO. Der Zinslauf beginnt am 01.04.2019. Er umfasst 2 volle Monate (April und Mai 2019). Der Zinssatz beträgt somit 2 x 0,5% = 1% von 300 € = 3 €.
Da dieser Betrag unter 10 € liegt wird er nach § 239 Abs. 2 AO nicht festgesetzt.
Die Eheleute Judith und Karl Scheible sind beide Arbeitnehmer mit der Steuerklassenkombination 3/5 und bewohnen ein Einfamilienhaus in Stuttgart. In 2018 ließen Sie an ihrem Einfamilienhaus umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführen. Bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung 2018 setzen Sie die Arbeitslohnkosten zuzüglich Umsatzsteuer als Handwerkerleistungen nach § 35a Absatz 3 EStG an. In diesen Arbeitslohnkosten ist auch ein Betrag in Höhe von 500 € als Arbeitslohnkosten für Arbeiten in der Werkstatt des Handwerkers enthalten. Es handelt sich dabei um Arbeitslohnkosten für das Abschleifen von Zimmertüren,
welche in der Werkstatt des Handwerkers durchgeführt worden sind. Insgesamt betrugen die geltend gemachten Arbeitslohnkosten 5.800 €. Im Freitextfeld erklären Sie ausführlich diesen Sachverhalt dem Finanzamt mit dem Hinweis auf die bisher ergangene Rechtsprechung der Finanzgerichte und bitten um Berücksichtigung der Arbeitslohnkosten in der Werkstatt als Steuerermäßigung.
Der Einkommensteuerbescheid 2018 berücksichtigt alle erklärten Arbeitslohnkosten als Steuerermäßigung und ist bereits am 17.06.2019 bekanntgegeben worden.
Im August 2019 erlässt das Finanzamt einen geänderten Einkommensteuerbescheid 2018 in welchem die Arbeitslohnkosten für die Arbeiten in der Werkstatt nicht mehr anerkannt werden.
Es kommt zu einer Nachzahlung von 100 €.
Prüfen Sie ob der Einkommensteuerbescheid 2018 seitens des Finanzamtes noch geändert werden konnte, da nach Verwaltungsauffassung die Arbeitslohnkosten in der Werkstatt nicht berücksichtigt werden können. Prüfen Sie dazu die folgenden Änderungsvorschriften der AO und begründen Sie, ob eine Änderung nach der entsprechenden Vorschrift noch möglich war. § 129 AO, § 172 AO, §173 AO, § 173a AO, § 175 AO, § 177 AO
Nein, keine Änderung möglich, da kein Schreibfehler, Rechenfehler oder eine ähnliche offenbare Unrichtigkeit gegeben ist. Die Änderung des Finanzamtes beruht
auf einer geänderten Rechtsüberlegung.
Nein, keine Änderung möglich, da keine Änderung ohne Zustimmung des Steuerpflichtigen möglich.
Nein, keine Änderung möglich, da keine neue Tatsache, Sachverhalt ist ausführlich in der Steuererklärung dargelegt worden.
§ 173 a AO
Nein, keine Änderung möglich, es liegt kein Schreib- oder Rechenfehler vor, welcher bei der Erstellung der Steuererklärung unterlaufen ist.
Nein, keine Änderung möglich, es liegt kein Grundlagenbescheid vor. Ebenso kein rückwirkendes Ereignis.
§ 177 AO
Nein, keine Änderung möglich, es liegen keine Voraussetzungen für eine Änderung des Steuerbescheides vor, so dass eine Mitkorrektur nach § 177 AO
Begründen Sie ob die Eheleute Scheible verpflichtet waren eine Einkommensteuerklärung für 2018 abzugeben. Mit Angabe der Rechtsgrundlage!
Nach § 149 Abs.1 AO i.V. mit § 46 Abs. 2 Nr. 3a EstG besteht eine Verpflichtung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung, wenn beide Arbeitnehmer Arbeitslohn bezogen haben und einer davon nach der Steuerklasse V besteuert wurde.
Berechnen Sie bis zu welchem Zeitpunkt das Finanzamt den Einkommensteuerbescheid 2018 noch ändern könnte, wenn eine Korrekturvorschrift nach der AO greift.
Fristberechnung für das Jahr 2018:
Fristbeginn nach § 170 Abs. 1 AO: mit Ablauf des 31.12.2018
Anlaufhemmung nach § 170 Abs. 2 AO: mit Ablauf des 31.12.2019
Fristdauer § 169 Abs. 2 Nr. 2 AO: 4 Jahre
Fristende (regulär): mit Ablauf des 31.12.2023
Die Festsetzungsfrist für einen Änderungsbescheid ist somit gewahrt, wenn der Einkommensteuerbescheid bis zum 31.12.2023 den Bereich der zuständigen Finanzbehörde verlassen hat.
Ihr Mitglied Pia Seiler ist seit Jahren mit ihren beiden Geschwistern an einer Grundstücksgemeinschaft beteiligt, welche Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt. Aufgrund einer gesonderten und einheitlichen Feststellung für das Jahr 2018 betragen die anteiligen auf Pia Seiler entfallenden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung 1.000 €. Das Finanzamt erlässt daraufhin einen geänderten Einkommensteuerbescheid für 2018. Aufgrund des Änderungsbescheides kommt es dabei zu einer Nachzahlung von 250 €. Pia Seiler bittet Sie noch innerhalb der Rechtsbehelfsfrist für den geänderten Einkommensteuerbescheid 2018 Einspruch einzulegen, da Sie aufgrund von Renovierungsarbeiten an dem vermieteten Objekt noch Fahrtkosten von insgesamt 300 km hatte und eine Rechnung vom Baumarkt, welche Sie bezahlt hat, über 150 € bisher nicht berücksichtigt sind.
Nach welcher Vorschrift konnte der Einkommensteuerbescheid 2018 von Pia Seiler geändert werden?
Der Einkommensteuerbescheid konnte nach § 175 Abs. 1 Nr. 1 AO geändert werden, da der Bescheid über die einheitliche und gesonderte Feststellung ein Grundlagenbescheid darstellt.
Begründen Sie, ob der Einspruch gegen den geänderten Einkommensteuerbescheid 2018 Erfolg haben wird.
Der Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid wird keinen Erfolg haben, er ist als unbegründet zurückzuweisen. Nach § 351 Abs. 2 AO hätte gegen den Feststellungsbescheid Einspruch einlegt werden müssen.
Angenommen Pia Seiler legt Ihnen zusätzlich für 2018 einen Spendenbeleg in Höhe von 1.600 € vor, welcher bisher wegen groben Verschuldens noch nicht berücksichtigt werden konnte. Die steuerliche Auswirkung dieses Spendenbeleges beträgt 400 €. Wie sind nunmehr die Erfolgsaussichten?
Nach § 351 Abs. 1 AO kann der Änderungsbescheid insoweit angegriffen werden als dass die Änderung reicht. In diesem Fall auf die ursprüngliche Steuerfestsetzung vor Ergehen des Änderungsbescheides.
Die Steuerpflichtigen Silke und Herbert Krüger beauftragen Sie, die Einkommensteuererklärung 2018 zu erstellen.
Herbert bezieht Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Silke bezieht bereits Rente. Die beiden besitzen gemeinsam 2 Wohnungen.
Eine Wohnung befindet sich im bayerischen Wald in einem Ferienort.
Die andere Wohnung liegt im Zentrum von Berlin.
Die Wohnung im bayerischen Wald wird im Jahr 2018 nicht an Feriengäste vermietet, sondern an einen Mitarbeiter einer großen Firma. Dieser hat einen Mietvertrag für ein komplettes Jahr unterschrieben. Die Mieteinnahmen hieraus betrugen im Jahr 2018 9.000 €. Nach Abzug der Werbungskosten verbleibt ein Überschuss von 4.000 €. Die Wohnung in Berlin wird an Studenten vermietet. Die Mietverträge werden grundsätzlich
unbefristet abgeschlossen. Im Jahr 2018 wohnte Studentin Anna von Januar bis April in der Wohnung. Sie ist wegen Abbruch des Studiums ausgezogen.
Von Mai bis Oktober bewohnte die Wohnung Student Paul. Er hat einen Studienplatz in Regensburg bekommen und hat das Mietverhältnis kurzfristig im September gekündigt.
Von November bis Dezember und bis auf Weiteres bewohnt die Wohnung Studentin Jil.
Die Einkünfte der Wohnung in Berlin betrugen im Jahr 2018 nur 200 € (Mieteinnahmen 4.200 € abzüglich Werbungskosten 4.000 €).
Dürfen Sie die Einkommensteuererklärung von Silke und Herbert Krüger erstellen?
Bitte gehen Sie auf die einzelnen Einkunftsarten detailliert ein! Angabe der Rechtsgrundlage!
Einkünfte aus nichts.Arbeit – unbegrenzte Beratungsbefugnis § 4 Nr.11a StBerG
Einnahmen aus Rente – unbegrenzte Beratungsbefugnis
§ 4 Nr. 11a StBerG
Einkünfte aus V+V – grundsätzlich begrenzte Beratungsbefugnis § 4 Nr.11c StBerG
Einnahmen: 9.000€+4.200€=13.200€ < 26.000 €
Beratungsbefugnis der Höhe nach nicht überschritten
Vermietung von Ferienwohnungen sind umsatzsteuerpflichtige Umsätze § 4 Nr. 12 UStG – hier keine kurzfristige Vermietung, da es sich jeweils um langfristige Mietverträge handelt =
wenn Absicht über 6 Monate zu vermieten – hier gegeben
Beratungsbefugnis JA
Abwandlung: Silke und Herbert Krüger hatten die Wohnung im bayerischen Wald über die Verwaltung der Ferienanlage an Feriengäste vermietet. Diese mieteten meist für einen Zeitraum von 1- 2 Wochen. Vermietung ohne Umsatzsteuer. Mieteinnahmen 2018 16.000 € für die Zeit 01.01.-31.12.2018. Werbungskosten der Wohnung 5.000 €.
Die Berliner Wohnung bleibt an die Studenten vermietet.
Ändert sich für die Erstellung der Einkommensteuererklärung 2018 etwas für Ihre Beratungsbefugnis?
Einkünfte aus V+V – begrenzte Beratungsbefugnis
§ 4 Nr. 11c StBerG
UND im bayerischen Wald als Ferienwohnungen vermietet = umsatzsteuerpflichtige Vermietung nach § 4 Nr. 12 UStG – wenn auch als Kleinunternehmer kein USt-Ausweis
Beratungsbefugnis NEIN § 4 Nr. 11b StBerG
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Einkommensteuer Vermietung und Verpachtung
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References: § 149
 § 108
 § 153
 § 173
 § 233
 § 239
 § 35
 § 129
 § 172
 §173
 § 173
 § 175
 § 177

§ 173

§ 177
 § 177
 § 149
 § 46
 § 170
 § 170
 § 169
 § 175
 § 351
 § 351
 § 4

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