Source: https://media.zwp-online.info/archiv/pub/sim/lj/2012/lj0312/
Timestamp: 2020-07-13 16:56:55+00:00

Document:
LASER START UP 2013 und 22. Jahrestagung der DGL
Mitarbeiter motivieren, aber richtig …
Früher galt die Maxime „So lange der Chef nichts sagt, ist alles in Ordnung“, doch der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt und angesichts des immer größer werdenden Fachkräfte-mangels müssen die Unternehmen tiefer in die Trickkiste greifen, als nur auf Motivation durch Druck zu setzen. Denn wem es nicht gelingt, seine Mitarbeiter zu motivieren, der wird sie an die Konkurrenz verlieren. Lesen Sie zehn Tipps, um Mitarbeiter aktiv einzubinden, frei nach dem Motto: mittendrin, statt nur dabei!
Recht: Keine Strafbarkeit für korruptives Handeln bei Vertragsärzten
RA Dennis Hampe, RA Dr. Sebastian Berg
Die seit Monaten erwartete Entscheidung des Großen Senats für Strafsachen des BGH (Beschluss vom 29.03.2012, Az.: GSSt 2/11) lässt sich mit den Worten „Vertragsärzte sind korrupt, aber nicht strafbar“ zusammenfassen. Schließlich sind Vertragsärzte im Gegensatz zum Bundespräsidenten keine Amtsträger. Zwar ist damit das Annehmen von Geschenken moralisch ähnlich fragwürdig, doch wird es nicht von den Tatbeständen des Strafgesetzbuches (StGB) eingeschlossen.
Events: Implantologie in der Ewigen Stadt
Im implantologischen Fortbildungseinerlei mal etwas Neues zu bringen, ist der Anspruch der Giornate Romane – der römischen Tage. Die Implantologieveranstaltung setzt auf die Ver - bindung von erstklassigen wissenschaftlichen Beiträgen und italie nischer Lebensart. Dabei werden sowohl inhaltlich als auch organisatorisch neue Konzepte umgesetzt. Eine Reise nach Rom lohnt sich somit auf jeden Fall.
Events: Expertenwissen, Innovationen und -Markteinführungen
„Leipzig war wirklich eine Reise wert!“, treffender kann man es wohl nicht formulieren, wie es der thüringische Kollege beim Verlassen des Mainpodiums am Samstagmittag des zweiten September-wochenendes nach Ende der Veranstaltung tat. Im Fokus des zahnärztlichen Interesses war das Hotel THE WESTIN LEIPZIG, in dem -neben der 21. Jahrestagung der DGL auch die 16. Ausgabe des -LASER START UP und zeitgleich das Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin stattfanden.
Abstracts zur 21. Jahrestagung der DGL in Leipzig – Teil 1
QM-Tipp: Nur die richtige Dosis erzielt ihre Wirkung
Zahnarztpraxen mussten schon vor einigen Jahren per Gesetz ein internes Qualitätsmanagementsystem einführen. Jeder Praxis-inhaber, der diese Aufgabe erledigt hatte, war froh, diese gesetzliche Hürde überwunden zu haben. Während der Einführung haben in -vielen Fällen die Verantwortlichen nicht darauf geachtet, welches QM-System sie sich eigentlich in die Praxis geholt haben. Weder -Praxisinhaber noch QM-Beauftragte finden noch einen Zugang zu diesem unübersichtlichen System. Folglich findet auch das restliche Team der Praxis keinen Zugang. Das, was ein QM-System eigentlich bewirken soll, ist nicht mehr gegeben.
15. Jahrgang I 32012 ISSN 1435-6147 I PVSt. F 46072 € 10,00 zzgl. MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin I Special I Fachbeitrag I Anwenderbericht I Abrechnung I Wirtschaft I Recht I Events Theragnostik und All-in-One-Laser I Er:YAG-laserunterstützte Socket und Ridge Preservation Kleine Farbenlehre Laser und CEREC: Hightech-Kombination für optimalen Workflow Abrechnung Lasereinsatz gemäß GOZ 2012 Mitarbeiter motivieren, aber richtig … Keine Strafbarkeit für korruptives Handeln bei Vertragsärzten Implantologie in der Ewigen Stadt I Expertenwissen, Innovationen und Markteinführungen Laser in der täglichen Praxis – klinische und wirtschaftliche Aspekte
Neuste Lasertechnologien aus 25 Jahre Erfahrung in Entwicklung und Anwendung dentaler Lasersysteme. Überlegen in Kraft, Design und zuverlässiger Handhabung (cid:169) 10 Watt Leistung (cid:169) kabellos verwendbar (cid:169) umfangreiches Zubehör (cid:169) Stark in der Leistung (cid:169) Sanft zum Patienten (cid:169) Intuitiv zu handhaben (cid:169) ausgezeichnetes Preis- Leistungs verhältnis (cid:169) Optionale Ergänzung mit dem kleinsten Diodenlaser Die Laserchampions für die innovative Zahnarztpraxis Lasertechnologie von Ihren erfahrenen Partnern für bessere dentale Laserbehandlungen Biolase – Weltmarktführer bei dentalen Lasersystemen NMT – Vertriebspartner für D, A, CH Technik: Biolase Europe GmbH Paintweg 10 92685 Floss Tel. 09603-808-0 info@biolase-europe.com www.biolase-germany.de Marketing: www.laser-statt-bohren.de NMT München GmbH Flurstr. 5 82166 Gräfelﬁ ng Tel. 089-6108938-0 info@nmt-muc.de www.nmt-muc.de
EDITORIAL Leipziger Allerlei! Sehr geehrte Leserinnen und Leser der Laser Journals, liebe Kolleginnen und Kollegen! Keine Sorge, ich möchte keinen Ausflug in die Gastronomie unternehmen, sondern Ihnen vielmehr über das erfolgreiche Laserwochenende in Leipzig berichten. Die 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde (DGL), das LASER START UP, eine prallvolle Industrieausstellung mit der Markteinführung einer neuen Lasergeneration und eines neuen Systems für die Photodynamische Therapie (beides übrigens von deutschen Firmen), ja das „Leipziger Allerlei“ war beeindruckend, mehr noch, es war ein Genuss für jeden Laserenthusiasten. Von diesem Wochenende kann, soll und wird die deutsche Dentallaserfamilie, zu der ich neben den Kolleginnen und Kollegen in Hochschule und Praxis ausdrücklich auch die laseranwendenden Zahn- technikerinnen und Zahntechniker sowie die Dentallaserhersteller und Vertriebsfirmen zähle, zehren. In der vorliegenden Ausgabe wollen wir somit naturgemäß einen Schwerpunkt in der Berichterstattung über die beiden Leipziger Kongresse setzen, aber auch andere The- men sollen nicht zu kurz kommen. Ich wünsche Ihnen in jedem Falle viel Vergnügen beim Lesen! Mit herzlichem kollegialen Gruß Dr. Georg Bach
Wir bilden Sie zum Erbium- laser Spezialisten aus! Der nächste Laserintensivkurs findet am 29.10.– 01.11.2012 statt. Erbiumlaser • Theoretischer Unterricht, Skill Training und Demo-Behandlungen auf höchstem wissenschaftlichen und klinischen Niveau • Korrekte Anwendung aller relevanten klinischen Indikationen und standardisierte Behandlungsprotokolle der Er:YAG und Er,Cr:YSGG Laser • Absorptionsverhalten der Strahlung eines Erbiumlasers in Hart- und Weichgeweben und in speziﬁschen Geweben • Gemeinsames Zertiﬁkat der RWTH Aachen und der DGL sowie 34 Fortbildungspunkte Weitere Informationen: AALZ · Pauwelsstrasse 17 · 52074 Aachen Tel. 02 41 - 47 57 13 10 · Fax 02 41 - 47 57 13 29 www.aalz.de · info@aalz.de
INHALT Editorial 3 Leipziger Allerlei! Dr. Georg Bach Special 6 Theragnostik und All-in-One-Laser Prof. Dr. Matthias Frentzen, Dipl.-Phys. Florian Schelle, Priv.-Doz. Dr. Jörg Meister 10 Er:YAG-laserunterstützte Socket und Ridge Preservation Prof. (Shandong University, China) Dr. med. Frank Liebaug, Dr. med. dent. Ning Wu Abrechnung 24 Abrechnung Lasereinsatz gemäß GOZ 2012 Dr. Andreas Klug Wirtschaft 28 Mitarbeiter motivieren, aber richtig … Marc M. Galal Recht 34 Keine Strafbarkeit für korruptives Handeln bei Vertragsärzten RA Dennis Hampe, RA Dr. Sebastian Berg 14 Diodenlaser und Events Hochfrequenztechnik in der oralen Anwendung Hans J. Koort Fachbeitrag 18 Kleine Farbenlehre Prof. Dr. Axel Donges Anwenderbericht 20 Laser und CEREC: Hightech-Kombination für optimalen Workflow Dr. Michael Maier Herstellerbericht 22 Photodynamische Therapie: eine sinnvolle Ergänzung für den Diodenlaser Olaf Schäfer 36 Implantologie in der Ewigen Stadt Redaktion 38 Expertenwissen, Innovationen und Markteinführungen Dr. Georg Bach 42 Abstracts zur 21. Jahrestagung der DGL in Leipzig – Teil 1 32 Herstellerinformationen 15. Jahrgang I32012 ISSN 1435-6147 IPVSt. F 46072 € 10,00 zzgl.MwSt.und Versand Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin 46 Tipp 47 News 50 Kongresse, Impressum ISpecial IFachbeitrag IAnwenderbericht IAbrechnung IWirtschaft IRecht IEvents Theragnostik und All-in-One-Laser IEr:YAG-laserunterstützte Socket und Ridge Preservation Kleine Farbenlehre Laser und CEREC: Hightech-Kombination für optimalen Workflow Abrechnung Lasereinsatz gemäß GOZ 2012 Mitarbeiter motivieren, aber richtig … Keine Strafbarkeit für korruptives Handeln bei Vertragsärzten Implantologie in der Ewigen Stadt IExpertenwissen, Innovationen und Markteinführungen Laser in der täglichen Praxis – klinische und wirtschaftliche Aspekte Alle mit Symbolen gekennzeichneten Beiträge sind in der E-Paper-Version der jeweiligen Publikation auf www.zwp-online.info mit weiterführenden Informationen vernetzt. Titelbild mit freundlicher Genehmigung der ORALIA medical GmbH
Special Theragnostik und All-in-One-Laser Zukunftsstrategien in der Laserzahnheilkunde Rückblickend auf 50 Jahre Laserforschung lässt sich eine stetige Weiterentwicklung dieser Technologie in der Zahnheilkunde feststellen. Zwischenzeitlich stehen eine Reihe evidenz - basierter Anwendungen, zum Beispiel in der Kariesdiagnostik und -entfernung, in der Endo - dontie, der Parodontologie sowie in der Chirurgie zur Verfügung. Vor allem unter dem Aspekt, dass in Zukunft Antibiotika wesentlich kritischer eingesetzt werden müssen, bietet die anti- mikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT) ein großes Potenzial. Prof. Dr. Matthias Frentzen, Dipl.-Phys. Florian Schelle, Priv.-Doz. Dr. Jörg Meister/Bonn Bei der OCT handelt es sich um ein Bildgebungsverfahren, welches auf eine spezielle Eigenschaft des Lichtes, die Ko- härenzlänge, zurückgreift. Hierbei wird Licht von geringer Kohärenzlänge mithilfe eines Interferometers zur Entfer- nungsmessung reflektierender oder streuender Materia- lien eingesetzt. Anhand der Messung von Amplitude und Phase sowie der Flugzeit der zurückgestreuten Photonen ist es möglich, im Sinne eines Kohärenzschalters die Photonen einem definierten Ort am oder im Material zuzuordnen (Abb. 1). Je geringer die Kohärenzlänge der Strahlungsquelle folglich ist, desto genauer sind die Ortsbestimmung und die Tiefenauflösung. n Laseranwendungen sind mittlerweile zwar für eine Vielzahl von zahnärztlichen Anwendungen entwickelt und erprobt worden, jedoch werden hierfür jeweils adäquate Lasertypen benötigt. Für die Diagnostik und antimikrobielle Photodynamische Therapie sind zum Beispiel andere Laser notwendig als für die Chirurgie oder Kariestherapie. Dies macht die Anwendung von Lasertechnologien in der Zahnheilkunde momentan noch sehr aufwendig. Es muss daher durch technische Weiterentwicklungen versucht werden, die Vielzahl der unterschiedlichen, häufig auf wenige Indikationen be- grenzten Systeme durch All-in-One-Laser zu ersetzen. Eine Herausforderung für die Zukunft wird auch die Ver- knüpfung von Diagnostik und Therapie (Theragnostik) in situ sein, um neue Behandlungsdimensionen für unsere Patienten zu erschließen. Die zurzeit etablierten Laseranwendungen zum Abtra- gen, Schneiden und Koagulieren von Geweben bzw. zur Entfernung der Karies beruhen in der Regel auf thermi- schen Effekten, die je nach Lasertyp eine unterschiedli- che Tiefenwirkung haben. Formgebende Präparationen, vergleichbar den rotierenden Instrumenten, sind in der Regel noch nicht möglich. Nur bei wenigen Anwendun- gen können Diagnostik und Therapie miteinander ver- bunden werden. Hier zeigen neue Lasertechnologien, zu denen auch die Ultrakurzpulslaser gehören, zukunfts- weisende Perspektiven auf. Optische Detektions- und Diagnoseverfahren Optische Detektionsverfahren für klinische Anwendun- gen konnten bisher im Rahmen der Kariesdiagnostik und Konkrement- bzw. Biofilmdetektion entwickelt werden. Die Technik der Fluoreszenzdiagnostik steht hierbei im Vordergrund. Derzeit wird versucht, diese Möglichkeiten auch in anderen Indikationsfeldern (z.B. Schleimhautdiagnostik) zu etablieren. Neben der Fluoreszenzdiagnostik ist die Spektroskopie ein weiteres gängiges Verfahren, welches für analyti- sche Zwecke genutzt werden kann (siehe Ultrakurzpuls- laser). Andere bildgebende Verfahren wie die Optische Kohärenztomografie (OCT) oder die Terahertztechno - logie stehen erst am Anfang ihrer Einsatzmöglichkeiten. Abb. 1: Prinzipskizze der Funktionsweise der Optischen Kohärenztomo- grafie (OCT). Die Überlagerung der Phasenfronten von Referenz- und Signalwelle (Referenzebenen) in der Detektorebene liefert das auszu- wertende Signal. Die OCT ist ein nichtinvasives, berührungsloses, in Real- zeit und in vivo anzuwendendes Verfahren, welches von Suboberflächen hochaufgelöste Bilder liefert. Sie arbei- tet im Wellenlängenbereich zwischen 600 nm und 2 μm. Damit lassen sich wasserhaltige und pigmentierte Ge- webe geringer Absorption untersuchen, wofür nur mini- male Leistungen der Strahlungsquelle im μW-Bereich notwendig sind. Die Tiefenauflösung hängt von der ver- wendeten Strahlungsquelle ab. So liefern Superlumines - zenzdioden eine Tiefenauflösung von 10 bis 15 μm, wo- hingegen diese mit Ultrakurzpulslasern bis auf 1 μm re- 6 LASER JOURNAL 3/2012
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Special duziert werden können. Zur klinischen Anwendung eig- net sich die OCT für die quantitative Erfassung der Demi- neralisation von Zahnhartgeweben sowie für die sub- gingivale Konkrement- und Kariesdetektion. Ein weiteres bildgebendes Verfahren ist die Terahertz- technologie. Für die Bildgebung werden in der Regel Wellenlängen um die 30 μm bzw. 1012Hz (Terahertz) ver- wendet. Wie bei der OCT handelt es sich ebenfalls um eine nichtionisierende Strahlung, welche in der medizi- nischen Anwendung mit Leistungen um 1 μW appliziert wird. Im Sinne einer Ladungsverschiebung hat die Strah- lung keinen Einfluss auf das menschliche Gewebe. Ther- mische Einflüsse sind ebenfalls vernachlässigbar. Die Erzeugung von gepulster Terahertzstrahlung basiert auf der Ultrakurzpulslasertechnologie (UKPL). Nach Bestrah- lung eines Zink-Tellur Targets (ZnTe) mit dem UKPL wird Terahertzstrahlung vom Target emittiert. Die Bilderzeu- gung wird durch Messung von Laufzeitunterschieden entweder in Reflexion oder in Transmission vorgenom- men. In der Zahnheilkunde lässt sich dieses Verfahren gleichermaßen zur Kariesdetektion einsetzen. Weiterentwicklung konventioneller Lasersysteme Die heute am Markt erhältlichen Dentallaser unterlie- gen einem kontinuierlichen Prozess der Weiterentwick- lung. Sowohl bei den Diodenlasern als auch bei den Er- biumlasern lassen sich solche Schritte zeitnah nachver- folgen. Im Sinne einer Erweiterung des Therapiespek- trums wird hier insbesondere auf die Laserparameter Einfluss genommen. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Pulsdauer, die Pulsenergie bzw. -leistung und die Pulswiederholrate. Bei den Diodenlasern lassen sich z. B. Trends zu kürzeren Pulsdauern (μs) bei gleichzeiti- gem Anstieg der Leistung (einige 10 W) und Erhöhung der Pulswiederholrate (im kHz-Bereich) beobachten. Für die Erbiumlaser ist der Trend genau umgekehrt. Bei einer Pulswiederholrate von etwa 50 Hz geht der Trend ein- deutig zu geringeren Pulsenergien (unterer 100 mJ-Be- reich). Des Weiteren liefert die größere Variation der Pulsdauer (μs bis ms) eine Erweiterung des Therapie - spektrums von der Hartgewebsbearbeitung bis hin zu einfachen chirurgischen Maßnahmen. Ultrakurzpulslasertechnologie Bei der Ultrakurzpulslasertechnologie (UKPL) werden sehr kurze Lichtblitze (Piko- und Femtosekunden) er- zeugt, die mit hohen Repetitionsraten (kHz-Bereich) mit einem ultraschnellen Scannersystem über eine defi- nierte Arbeitsfläche geführt werden. Dies führt dazu, dass in vielen kleinen, sehr schnell ablaufenden Schrit- ten das zu bearbeitende Gewebe ohne signifikanten Wärmeeintrag pro Puls bearbeitet werden kann. Ein zu- sätzlicher wünschenswerter Effekt bei dieser Art der Materialbearbeitung ist die hohe Präzision, welche in erster Linie nur durch die Größe des Fokusdurchmessers Abb. 2: Zahnhartsubstanzbear- beitung mit dem UKPL. Die Prä- parationsspur zeigt eindrucks- voll die problemlose Bearbei- tung von Schmelz und Dentin mit dem UKPL. limitiert ist (Abb. 2). Um realistische Kavitäten zu erzeu- gen, muss dann natürlich der feine Strahl mithilfe eines Scansystems so abgelenkt werden, dass die gewünschte Form entsteht (Abb. 3). Ein modengekoppelter Laser mit einer Durchschnitts- leistung von 10 W und einer Pulsdauer von einigen Piko- sekunden erreicht, je nach Repetitionsrate (Anzahl der Pulse pro Sekunde), typische Pulsspitzenleistungen von mehreren Millionen Watt. Bei zusätzlich guter Fokussie- rung lassen sich somit Intensitäten von einigen Giga- watt (GW = 109W) pro Quadratzentimeter erzielen. Bei diesen Größenordnungen treten bei der Licht-Materie- Wechselwirkung Effekte auf, die in der Physik keiner li- nearen Gesetzmäßigkeit mehr folgen (nichtlineare Op- tik). Einer dieser Effekte ist die Mehrphotonenabsorp- tion, aufgrund derer bei ausreichend hohen Intensitä- ten Materialien für die verwendete Wellenlänge nicht mehr transparent wirken. In der Regel sind diese bei mo- dengekoppelten, fokussierten Lasern so hoch, dass sich nahezu jedes Material damit bearbeiten und abtragen lässt – weitestgehend unabhängig von dessen Absorp- tionsspektrum. Dies reicht von oralen Weichgeweben über Knochen und Dentin bis hin zu Kunststoffen und Metallen. Eine weitere Besonderheit ist dabei, dass die auf das Material übertragene Energiemenge aufgrund der enorm kurzen Pulsdauern in der Größenordnung von lediglich einigen Mikrojoule (μJ = 10-6 J) liegt, d.h. der durch den Abtragsprozess entstehende Wärmeeintrag pro Puls ist gering. Durch Variation der Laserparameter kann ein solches System aber auch dahingehend modi- fiziert werden, dass Effekte konventioneller Laser zur Verfügung stehen. Die Bearbeitung von Materialien mit und ohne thermische Nebeneffekte sowie auch eine Detektionskomponente sind Grundlage für den Aufbau eines All-in-One-Lasersystems. Bei der Gewebebearbeitung mit dem UKPL wird in der Regel ein Plasma erzeugt, das Aufschluss über das bear- beitete Material bzw. Gewebe geben kann. Durch eine spektrale Analyse des Plasmas kann das ablatierte Ma- terial charakterisiert und klassifiziert werden. Solche Techniken werden im Rahmen der Laser Induced Break- Abb. 3: Virtuelle Instrumentenbox für die Kavitätenpräparation mit dem UKPL unter Verwendung eines Scansystems. 8 LASER JOURNAL 3/2012
Special Theragnostik Die Theragnostik stellt eine synergetische Verbindung zwischen Therapie und Diagnostik dar. Sie beschreibt den kontinuierlichen Informationsfluss in Echtzeit hinsicht- lich des therapeutischen Status quo während der Be- handlung. Jedoch ist deren Verfügbarkeit speziell in der Zahnheilkunde bis dato nur bedingt erhältlich. Als Bei- spiele seien hier minimalinvasive Maßnahmen in der MKG-Chirurgie am offenen Magnetresonanztomograf (MRT) oder das Laserscaling (siehe unten) genannt. In der biophotonischen Grundlagenforschung konnten in den letzten Jahren eine Vielzahl von optischen Detek- tions- bzw. Diagnoseverfahren etabliert werden (zum Beispiel Laserfluoreszenz, Spektroskopie, OCT usw.). Ebenso liegen innovative Erfahrungen für optisch ba- sierte therapeutisch-resektive Verfahren vor (z. B. kurz- gepulste 3 μm-Laser mit hohen Repetitionsraten, Ultra- kurzpulslaser). Eine signifikante Weiterentwicklung würde die Integration der obengenannten Diagnose- und Therapieverfahren darstellen. Hieraus ergeben sich aus klinischer Sicht synergistische Effekte im Sinne einer minimalinvasiven, Ressourcen schonenden Therapie. Erstmalig umgesetzt wurde dieses Synergiekonzept beim KaVo KEY III Erbiumlaser. Die Laserfluoreszenzspek- troskopie ermöglicht hier eine unmittelbare Kontrolle des Bearbeitungsfeldes. Mithilfe eines optischen Rück - kopp lungsmechanismus wird eine selektive Ortung, z. B. von subgingivalen Auflagerungen, durchgeführt, wodurch Konkremente von der Zahnoberfläche gezielt abgetragen werden können. Durch das Applikationssys- tem des Lasers wird der Diagnosestrahl so geleitet, dass je nach Messresultat der Laser entweder automatisch ab- geschaltet werden kann oder das Laserscaling solange fortgesetzt wird, bis alle Konkremente entfernt wurden. Durch diese Vorgehensweise soll insbesondere bei mini- malinvasivem Vorgehen eine bisher nicht ermöglichte Qualitätssicherung erreicht werden. Aus technischer Sicht sind solche Steuerungssysteme beispielsweise auch bei der gezielten Erkennung von Leukoplakien denkbar. Gleiches gilt für die Beurteilung der Knochenqualität. Aus klinisch praktischer Sicht sind auch effektive Steuerungssysteme bei der Kariesexka- vation wünschenswert. n KONTAKT Prof. Dr. Matthias Frentzen Priv.-Doz. Dr. Jörg Meister Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Bonn Poliklinik für Parodontologie, Zahnerhaltung und Präventive Zahnheilkunde Welschnonnenstraße 17 53111 Bonn E-Mail: frentzen@uni-bonn.de jmeister@uni-bonn.de Web: www.miladi.uni-bonn.de Abb. 4: Plasmaanalyse mittels Laser Induced Breakdown Spectroscopy (LIBS) während der Bearbeitung von Wurzelzement mit dem UKPL. down Spectroscopy (LIBS, Abb. 4) angewendet. Die Ein- satzgebiete reichen heute bereits von der quantitativen Laboranalyse bis zur Archäologie und Betonanalyse. Ein weiterer Nebeneffekt der hohen Intensitäten ist die Er- zeugung von Oberschwingungen der Lasergrundwellen- länge im Material, d.h. die Erzeugung einer zweiten bzw. dritten Harmonischen oder auch Frequenzverdopplung (Abb. 5) bzw. -verdreifachung. Diese vom bearbeiteten Ma- terial selbst erzeugten Wellenlängen können wiederum zur Spektral- oder Fluoreszenzanalyse verwendet werden. Lasersysteme auf Basis der Pikosekundentechnologie sollen dem Anwender später ermöglichen: – minimalinvasiv Zahnhartsubstanz (Schmelz und Den- tin) und mineralisierte Auflagerungen (Zahnstein bzw. Konkremente) schmerzfrei abzutragen, einschließlich einer objektiven Analyse des entfernten Materials; – eine das umgebende Gewebe schonende Bearbeitung von Knochen, z. B. im Rahmen implantologischer Maß- nahmen, durchzuführen; – chirurgische Maßnahmen an gesunden und erkrank- ten oralen Weichgeweben, einschließlich der Analyse des abzutragenden Materials vorzunehmen; – ein Biofilmmanagement der oralen Plaque assoziier- ten Erkrankungen in den Bereichen der Kariologie, Endo dontie und Parodontologie vorzunehmen. Die Ultrakurzpulslasertechnologie stellt hohe Anforde- rungen an die Entwicklung praxistauglicher Systeme, sodass mit einer kurzfristigen Verfügbarkeit nicht zu rechnen ist. Die Optionen für Detektion und Therapie, die diese Technik bietet, erfüllen die Grundlagen für ein All-in-One-Lasersystem. Daher erscheint die weitere Auseinandersetzung mit dieser Thematik erforderlich. Abb. 5: Erzeugung der zweiten Harmonischen (Frequenzver- dopplung) im Dentinkollagen mit dem UKPL unterhalb der Abtragsschwelle. Frequenzver- dopplung bedeutet in diesem speziellen Fall eine Wellenlän- genhalbierung von 1.064 nm auf 532 nm (grünes Leuchten). 9 LASER JOURNAL 3/2012
Special Er:YAG-laserunterstützte Socket und Ridge Preservation Laseranwendung im infizierten Knochengebiet Die erfolgreiche Durchführung der Socket oder Ridge Preservation-Technik steht in engem Zusammenhang mit dem Umgang mit Infektionen im Alveolenbereich. Hierbei kann die An- wendung des Er:YAG-Lasers eine entscheidende klinische Unterstützung bei der Entfernung von Granulationsgewebe und infiziertem Knochengewebe sein. Prof. (Shandong University, China) Dr. med. Frank Liebaug, Dr. med. dent. Ning Wu/Steinbach-Hallenberg So soll n Die Versorgung der Extraktionsalveole nach Zahnver- lust in der ästhetisch-kritischen Zone ist eine der größ- ten Herausforderungen in der modernen Zahnmedizin. Die Ästhetik ist nicht nur in der Schönheitschirurgie ein echtes Credo, sondern mittlerweile auch in der Implan- tologie und Implantatprothetik. Damit sind die Ansprü- che an den implantologisch tätigen Zahnarzt und Pro- thetiker deutlich gestiegen. Bisher Selbstverständli- ches wird infrage gestellt oder muss zumindest diffe- renzierter betrachtet werden. eine Zahnextraktion nicht mehr nur wohl überlegt sein be- züglich der Frage, ob der Zahn noch erhaltungswürdig ist, sondern ebenso wichtig ist es, zu berücksichtigen, was mit Knochen und Weichgewebe nach der Zahnex- traktion passiert. Mehrere Studien aus der Gruppe rund um Araujo et al. und Lindhe et al. haben eindrücklich ge- zeigt, dass nach der Extraktion durch den Abbau des Bündelknochens vor allem im bukkalen Bereich viel Knochenvolumen verloren geht. In der Folge nehmen Kammbreite und Kammhöhe deutlich ab, wobei der größte Verlust bereits während der ersten drei Monate nach dem Eingriff stattfindet. In vielen Fällen sind äs- thetische Probleme im Frontzahnbereich die Folge, ins- besondere bei Spätimplantationen oder bei Brücken- versorgungen. Daher werden Therapiekonzepte zum Thema Socket und Ridge Preservation immer häufiger und intensiver diskutiert. Bereits vor 20 Jahren habe ich begonnen, neue Techniken im Bereich von GTR und GBR zu nutzen, um dann mit- hilfe von implantatgetragenen Rekonstruktionen, ähn- lich wie bei zahngetragener Prothetik, ein ästhetisch und funktionell langfristig zufriedenstellendes Ergeb- nis zu erreichen. Der chirurgischen Erstbehandlung im unmittelbaren Zusammenhang mit der Extraktion kommt hier aus meiner Sicht eine entscheidende Rolle zu. In den meisten Fällen kommt es nach Zahnentfer- nung oder vorzeitigem Zahnverlust aus parodontalen Gründen zu bukkalen Weich- und Hartgewebsresorp- tionen (Araujo und Lindhe 2005, Covani et al. 2004). Wurde früher die Heilung der Hart- und Weichgewebe abgewartet und anschließend eine Augmentation durchgeführt, so wird heute versucht, im unmittelba- ren zeitlichen Zusammenhang mit der Zahnentfer- nung den Hart- und Weichgewebedefekt minimalinva- siv zu regenerieren. Heilung der Extraktionsalveole Die grundlegenden biologischen Prozesse einer heilen- den Extraktionsalveole wurden bereits 1969 von Amler an humanen Biopsien untersucht und beschrieben. Di- rekt nach der Zahnentfernung bildet sich ein Blutkoagu- lum, welches primär von Granulationsgewebe und nach ca. acht Wochen von Geflechtknochen ersetzt wird. Auch Araujo et al. 2005 und Cardaropoli et al. 2003, die die physiologischen Vorgänge heilender Extraktionsalveo- len in tierexperimentellen Studien an Hunden intensi- ver untersuchten, beschrieben die Bildung eines Blutko- agulums, welches innerhalb von sieben Tagen in eine provisorische Bindegewebsmatrix umgewandelt wird. Aus dieser Matrix, die neben kollagenen Fasern und Blut- gefäßen auch pluripotente Zellen enthält, entwickelt sich Geflechtknochen, der mineralisiert. Bereits nach 30 Tagen zeigen sich Osteone des Lamel- lenknochens, die mit dem alten Knochen der Alveole in Verbindung stehen. Der Großteil der Alveole besteht noch aus fibrösem Gewebe, das von einer vollständigen Epithelschicht bedeckt ist. Erst nach 60–90 Tagen findet man eine Hartgewebsbrücke aus Geflechtknochen, un- ter der sich bereits neues Knochenmark ausgebildet hat (Khoury et al. 2009). Socket und Ridge Preservation-Technik Alternativ zur Sofortimplantation in Extraktionsalveolen kann bei intakter bukkaler Knochenwand durch Socket Preservation-Techniken versucht werden, die Verände- rung der Zahnextraktion zu kompensieren (Lekovic et al. 1997 und Stimmelmayr et al. 2009). Socket Preservation umfasst regenerative Maßnahmen zur Stabilisierung des Blutkoagulums und zur Augmentation der Extrak- tionsalveole bei intakten Knochenwänden, d.h. die Auf- füllung der Alveole mit Eigenknochen, Knochenersatz- material oder Kollagen. Um bei Defekten der knöchernen Alveolenwand (Dehiszenzdefekte der bukkalen und/ oder oralen Alveolenränder, apikale Fenestrationsde- fekte) weiteren Knochen- und Weichgewebsresorptio- nen entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, zeitgleich zur Zahnentfernung die Ridge Preservation-Technik in Kom- bination mit einer Alveolendeckung (Socket-Seal-OP) 10 LASER JOURNAL 3/2012
Special Abb. 1: Das Orthopantomogramm des 50-jährigen männlichen Pa- tienten zeigt einen generell zu weit fortgeschrittenen horizontalen und vertikalen Knochenabbau in Ober- und Unterkiefer. – Abb. 2: Durchtrennung der verbliebenen Restfasern des Zahnhalteappara- tes mit grazilen Desmotomen und Entnahme des Zahns mit der Pinzette aus der infizierten Alveole. Abb. 1 durchzuführen. Bei dieser Technik wird vor dem Auffüllen der Alveole mit vorzugsweise schlecht resorbierbarem Knochenersatzmaterial und/oder autologem Knochen bukkal eine resorbierbare Kollagenmembran zwischen Periost und Kno- chenoberfläche eingebracht. Diese Augmenta- tion kann minimalinvasiv über den Zugang der Al- veole ohne zusätzliche Lappenbildung durchge- führt werden. Hierdurch können der Knochenresorption entgegengewirkt und später notwendige große koro- nale Verschiebelappentechniken verhindert werden. Auch die Einbringung von Knochenersatzmaterial in Blockform wie beim Bio-Oss® Collagen Block ist eine klinisch mittlerweile anerkannte Methode. Diese mini- malinvasive Technik ohne Lappenabklappung beugt ei- ner weiteren Resorption vor, da jegliche Deperiostierung des Knochens bekanntlich zum Verlust von Hartgewebe führen würde (Fickl et al. 2008). Abb. 2 überzeugend und verbessern die ohnehin günstigen Erfolgsaussichten nochmals zusätzlich. Die Laseran- wendung ist mittlerweile Bestandteil meines Qua- litätsmanagements. Eine zahlenmäßige und statisti- sche Auswertung der Ergebnisse ist in Arbeit und soll später veröffentlicht werden. Anhand des nachfolgen- den Fallbeispiels soll kurz eine Illustration der Behand- lungsschritte gegeben werden. Falldarstellung Beherrschung der Infektion ist entscheidend Der Erfolg einer Socket oder Ridge Preservation-Technik hängt entscheidend von der Beherrschung der Infektion im Alveolenbereich ab. Hier bietet die klinische Anwen- dung des Erbium:YAG-Lasers sowohl zur Entfernung von Granulationsgewebe als auch von infiziertem Kno- chengewebe eine nicht zu unterschätzende Unterstüt- zung und hilft, eine therapeutische Lücke zu schließen. Zusätzlich wird für den Erfolg ein speicheldichter primä- rer Wundverschluss der augmentierten Extraktionsal- veole empfohlen (Stimmelmayr et al. 2009 und Terhey- den und Iglhaut et al. 2006). Obwohl in meiner Praxis auch vor der laserunterstütz- ten Therapievariante nur eine minimale Misserfolgs- rate bei der Guided Bone Regeneration-Technik (GBR) bzw. klinisch verzögerte Wundheilung vorzufinden war, wollte ich mein klinisches Ergebnis optimieren. Auf- grund der guten Erfahrungen der knöchernen Wund- heilung nach Verwendung des Erbium:YAG-Lasers bei Osteotomien oder Wurzelspitzenresektionen mit stark infizierten Knochenarealen und noch während der Operation auftretender Pusentleerungen erschien mir der Einsatz des Erbium:YAG-Lasers als sinnvolle und Er- folg versprechende Unterstützung. Die bisher klinisch dokumentierten Ergebnisse der laserunterstützten Socket oder Ridge Preservation-Technik sind für mich Der 50-jährige männliche Patient kam mit akuten, entzündungsbedingten Beschwerden im Oberkiefer rechts zur zahnärztlichen Erstuntersuchung. Neben ei- ner mäßigen Wangenschwellung imponierte intraoral eine deutliche Mukosavorwölbung in Regio 15, wobei der Zahn 15 zwar eine Restvitalität auf Kälte, aber einen Lockerungsgrad 2 aufwies. Bereits bei vorsichtiger Sondierung kam es zu einer Pusentleerung aus dem distobukkalen Taschenbereich. Das Orthopantomo- gramm (Abb. 1) verifizierte einen nicht altersgemäßen, sondern generell im Ober- und Unterkiefer zu weit fort- geschrittenen horizontalen und vertikalen Knochen - abbau. Die Sinus maxillares waren auf beiden Seiten regelrecht durchstrahlt und röntgenologisch unauffäl- lig. Der Patient ist beruflich die längste Zeit des Jahres im tropischen Ausland unterwegs und wünschte eine schnelle und effektive Behandlung, die die Möglichkeit einer späteren Implantatversorgung offen lässt oder besser noch begünstigt. Erschwerend kam hinzu, dass der Patient an Diabetes mellitus leidet. Der Zwischen- stopp betrug nur einen Tag und eine Weiterbehandlung würde frühestens drei Wochen später möglich werden. Anhand des aktuellen Patienten-OPGs wurden die Be- ratung und Aufklärung über verschiedene Augmenta- tionsmethoden und -materialien durchgeführt. Ohne eine effiziente Entfernung des eitrigen Exudates und des Granulationsgewebes wäre eine Erfolg versprechende 11 LASER JOURNAL 3/2012
Special Abb. 3 Abb. 4 Abb. 3: Dekontaminierung des Al veo - lendefektes und vollständige Ent - fernung des Granulationsgewebes mit dem KaVo KEY 3+-Laser (KaVo Deutschland GmbH). – Abb. 4: Für die Arbeit in Alveolendefekten empfiehlt sich das Laserhandstück 2261 mit dem gelben Saphirmeisel und ange- faster Arbeitsspitze. Socket Preservation-Technik nach Entfernung des Zah- nes 15 in derselben Sitzung nicht möglich gewesen. Durch Einsatz der von mir hier beschriebenen Laser- lichtapplikation der Wellenlänge 2.940 nm kann auch in einem solchen Patientenfall, der aber die Ausnahme bleiben sollte (!), eine Socket oder Ridge Preservation- Technik zur Augmentation des Kieferkammdefektes durchgeführt werden. Nach Hygienisierung der Mundhöhle, PZR und Chlor - hexidindiglukonatspülung wurde eine terminale Lo- kalanästhesie appliziert. Danach erfolgte die Durch- trennung der verbliebenen Restfasern des Zahnhalte- apparates mit grazilen Desmotomen und der Zahn konnte schließlich mit der Pinzette aus der infizierten Alveole entnommen werden (Abb. 2). Dabei kam es zu einer spontanen Pusentleerung. Zunächst wurde die Alveole mit isotonischer NaCl-Lösung gespült. Für die gründliche Dekontaminierung des Alveolendefektes und die notwendige vollständige Entfernung des Granulationsgewebes kam nun der KaVo KEY 3+-Laser (KaVo Deutschland GmbH) nach gewohntem klini- schen Behandlungsprotokoll zum Einsatz (Abb. 3). Für die Arbeit in Alveolendefekten ist das Laserhandstück 2261 mit dem gelben Saphirmeisel und angefaster Ar- beitsspitze, wie Abbildung 4 zeigt, besonders zu emp- fehlen. Auch ohne eine zusätzliche oder größere Muko- periostlappenbildung kann so das Laserlicht in nahezu jede Defektlokalisation, insbesondere in die leere Alve- ole, appliziert werden (Abb. 5). Das Licht wird nicht nur in Achsenrichtung, sondern auch in einem bestimmten Winkel zirkulär abgestrahlt. Die Wellenlänge des KaVo KEY 3+-Lasers ist für die Abtragung von biologischem Gewebe prädestiniert. Die effektive Dekontaminierung des Alveolenbereichs wird schrittweise mit aufsteigen- der Pulsenergie und ansteigender Pulsfrequenz wie folgt durchgeführt (Abb. 11 bis 14). Die in Tabelle 1 angegebenen Zahlen und Geräte-Ein- stellungen müssen jedoch patientenindividuell ange- passt werden und hängen auch vom Entzündungsgrad und der Blutungsneigung des Operationsgebietes und des Defektbereiches ab, sowie von der Frage, ob eine Abtragung von Hartgewebe nach Art einer modifi - zierten Os teotomie erfolgen soll. Bei einer reinen Al - veolendekontaminierung ohne Granulationsgewebe kann oft auf die Einstellung in den Schritten 3 und 4 verzichtet werden und die Einstellung von Schritt 2 wird wiederholt. Pulsenergie Pulsfrequenz entsprechende Laserleistung 1. Laserlichtapplikation 250 mJ 2. Laserlichtapplikation 350 mJ 3. Laserlichtapplikation 350 mJ 4. Laserlichtapplikation 350 mJ 6 Hz 6 Hz 15 Hz 20 Hz 1,50 Watt 2,10 Watt 5,25 Watt 7,00 Watt Tab. 1: Durchführung der effektiven Dekontaminierung des Alveolen- bereichs schrittweise mit aufsteigender Pulsenergie und ansteigender Pulsfrequenz. Außerdem kann man je nach Lokalisation alternativ das Fensterhandstück 2060 einsetzen und dann defokus- siert großflächige Wundgebiete dekontaminieren. Wie Keller bereits 1989 beschrieb, verläuft die Knochenhei- lung ohne zeitliche Verzögerungen. Nach erfolgter „Alveolentoilette“ und einer Überprü- fung, ob keine Mund-Antrum-Verbindung vorliegt, wurde nun das Augmentationsmaterial, in diesem Abb. 5: Auch ohne eine zusätzliche oder größere Mukoperiostlappenbildung kann das Laserlicht in nahezu jede Defektlokalisation appliziert wer- den. – Abb. 6: Einbringung des Augmentationsmaterials, in diesem Fall Bio-Oss® Granulat Korngröße 0,25–1,00 mm (Fa. Geistlich Biomaterials), in den Fundusbereich der Alveole. – Abb. 7 und 8: Zusätzlicher bukkaler und distal der Alveole 15 nach 16 hin auslaufender Hartgewebsdefekt, wel- cher durch die Nutzung eines 250 mg Bio-Oss® Collagen Blocks (Fa. Geistlich Biomaterials) relativ volumenstabil rekonstruiert werden konnte. – Abb. 9: Abdeckung des Augmentationsareals mittels Bio-Gide® Membran (Fa. Geistlich Biomaterials) und primärer Wundverschluss. 12 LASER JOURNAL 3/2012
Special Abb. 10: Postoperatives Röntgenbild. Fall Bio-Oss® Granulat Korngröße 0,25–1,00 mm (Fa. Geist lich Biomaterials), in den Fundusbereich der Al - veole eingebracht (Abb. 6). Dazu soll nur ein gelinder Druck angewendet werden, wie von Liebaug und Wu 2012 beschrieben. Die Sondierung des Defektbereiches hatte in diesem Patientenfall einen zusätzlichen bukkalen und distal der Alveole 15 nach 16 hin auslaufenden Hartgewebs- defekt ergeben, welcher durch die Nutzung eines 250 mg Bio-Oss® Collagen Blocks (Fa. Geistlich Bioma- terials) relativ volumenstabil rekonstruiert werden konnte (Abb. 7 und 8). Ein zusätzliches Gemisch aus Pa- tientenblut und Bio-Oss® Granulat (Fa. Geistlich Bio- materials, Wolhusen, Schweiz) wurde zur Verbesserung der anatomischen Form des zahnlosen Alveolarfort - satzes und zum Ausgleichen der Übergänge genutzt. Das gesamte Augmentationsareal wurde mittels Bio- Gide® Membran (Fa. Geistlich Biomaterials) abgedeckt und es erfolgte trotz des entzündlichen Anfangsbefun- des und entgegen allgemeiner Behandlungsoptionen, wie sie für die Therapie ohne Laserlicht gelten, ein pri- märer Wundverschluss (Abb. 9). Da der Patient noch am OP-Tag weiterreisen musste, wurde zusätzlich eine antibiotische Abschirmung vorgenommen. Im post- operativen Röntgenbild (Abb. 10) wurde die regelrechte Defektaugmentation ohne Dislokation von Granulat in angrenzende anatomische Regionen bestätigt. Wie eine spätere telefonische Rückfrage ergab, war der Hei- lungsverlauf aus Patientensicht unproblematisch und ohne Schmerzen verlaufen. Nicht bei jeder Socket Preservation-Technik ist das Adap- tieren der Wundränder mittels Naht oder gar ein primä- rer Wundverschluss notwendig, was dem klassisch aus- gebildeten Chirurgen oft schwerfällt zu akzeptieren. Dass aber die verschiedenen Augmentationsmethoden gerade durch die konsequente Nutzung eines Er:YAG- Laserlichtes im Rahmen des klinischen Protokolls eine deutliche Erhöhung der Erfolgsrate versprechen, dürfte jedem langjährigen Laseranwender klar sein. Die deutliche Reduzierung der Keimzahl ist aus den De- kontaminierungsversuchen von parodontalen Taschen (Gutknecht et al. 2009) bekannt. Einen erheblichen Anteil dürfte aber auch die biostimulatorische Wirkung des Laserlichtes, wenn auch zur Zeit noch nicht messbar, haben. Abb. 11–14: Effektive Dekontaminierung des Alveolenbereichs schritt- weise mit aufsteigender Pulsenergie und ansteigender Pulsfrequenz. Vorteile für Behandler und Patienten – angenehme und vibrationsfreie Therapie – kontaktarme und zugkraftfreie Kürrettage im Alveo- lenbereich verhindert Frakturen der ohnehin oft ex- trem dünnen und schwachen bukkalen Lamelle – minimalinvasiv, nur minimale Erweiterung des schon vorhandenen Knochendefektes – effiziente Beseitigung von Granulationsgewebe – Reduzierung der Keimzahl – Biostimulation des Gewebes – nach Patientenangaben deutlich reduzierte oder keine postoperativen Schmerzen und Beschwerden – geringere postoperative Schwellung Fazit Die hier beschriebene Methode einer kombinierten Anwendung von monochromatischem Licht der Wel- lenlänge 2.940 nm und Augmentationsmaterial xeno - genen Ursprungs wurde klinisch in zahlreichen Patien- tenfällen über einen längeren Zeitraum erfolgreich angewendet und kritisch analysiert. Sie dient einer Be- günstigung der Regeneration von Hart- und Weichge- webe im unmittelbaren zeitlichen Zusammenhang mit der notwendigen Zahnentfernung. Dieses Verfahren verbessert die Heilungsergebnisse einfacher Extraktionen bis hin zu ausgedehnten Osteo - tomien und macht gerade im infizierten Knochenbe- reich eine Augmentation oft überhaupt erst möglich und für den Behandler wie den Patienten si- cherer. Eine therapeutische Lücke kann ge- schlossen werden. n KONTAKT Prof. (Shandong University, China) Dr. med. Frank Liebaug Praxis für Laserzahnheilkunde und Implantologie Arzbergstraße 30, 98587 Steinbach-Hallenberg E-Mail: frankliebaug@hotmail.com 13 LASER JOURNAL 3/2012
Special Diodenlaser und Hochfrequenztechnik in der oralen Anwendung Die Nutzung von elektrischem Wechselstrom für die Ausführung blutungsarmer Eingriffe im oralen Weichgewebe hat sich seit fast einem Jahrhundert zunächst in Form des Elektromes- sers, später dann in Form der Hochfrequenzgeräte, etabliert. Bei beiden Technologien beruht die Wechselwirkung auf der lokalen, schnellen Erhitzung des Gewebes und beide können sowohl zum Schneiden als auch zum Koagulieren genutzt werden. Hans J. Koort/Bonn n Lasergeräte wurden seit den 1980er-Jahren als neue, zusätzliche Werkzeuge eingeführt und haben heute stark an Bedeutung gewonnen. Mit der Einführung der Laser kam es jedoch zu einem nahezu „feindlichen“ Dia- log im Zuge des Marketing, denn seit Jahrzehnten strei- ten sich die Hersteller von Lasern und Hochfrequenzge- räten in der Zahnheilkunde darum, wer das bessere Ver- fahren für die orale Weichgewebebehandlung bietet: „Der Laser ist besser als die Hochfrequenz“ – „Die Hoch- frequenz ist besser als der Laser“ – „Aber mit dem Laser bekommt man bessere Ergebnisse, wenn die Leistung nur hoch genug ist“ – „Wenn die Leistung zu hoch wird, lässt sich ein Laser kaum kontrollieren“ – „Aber mit spe- zieller Pulstechnik kann der thermische Schaden kon- trolliert werden“ – „Die Schneidegeschwindigkeit mit einem Laser ist schon limitiert, sie ist viel langsamer als mit der Hochfrequenz. Und mit der Pulstechnik wird sie dann nochmals langsamer“. Kombiniert man aber einen Diodenlaser mit einem mo- dernen Hochfrequenzgenerator, dann gibt es keine Kon- kurrenz mehr, sondern man erhält ein sinnvolles und per- fektes Werkzeug für das Weichgewebemanagement. Lassen sich mit einem Laser im relativ dünnen und kom- plizierten oralen Gewebe sehr gezielt und erfolgreich An- wendungen in der Parodontologie, der Endodontie und in der Implantatchirurgie durchführen, bietet die Hoch- frequenztechnologie schon aufgrund der viel höheren Schneidegeschwindigkeit und idealen Koagulation Vor- teile für die orale Chirurgie (Tab. 1). Die Photodynamische Therapie (PDT), die Low-Level-Laser-Therapie (LLLT) und die Verwendung des Lasers beim Bleaching eröffnen zu- sätzliche neue Behandlungsmöglichkeiten. Warum ist dieser Ansatz vielversprechend? Laser wurden und werden oft als Allzweckgeräte ver- standen und manchmal auch so beworben, jedoch gibt es zahlreiche Anwendungen, die mit diesen Geräten nicht befriedigend durchzuführen sind. Von den vielen Lasern, die über die Jahrzehnte im oralen Weichgewebe „ausprobiert“ wurden, wie der CO2-Laser, der Nd:YAG- Laser und die Diodenlaser, haben sich im wesentlichen nur letztere speziell wegen ihres breiten Behandlungs- spektrums und der relativ preiswerten Gerätekonstruk- tionen durchsetzen können. Ihre Stärke liegt bei Anwen- dungen in der Parodontologie, in der Endodontie und bei der oberflächlichen Abtragung von Weichgewebe, wie der Implantatfreilegung. Ein wesentlicher Nachteil ergibt sich allerdings bei chirurgischen Anwendungen. Orale Gewebeabschnitte sind sehr dünn, fein und kompliziert strukturiert, zudem befinden sie sich oft in unmittelbarer Nähe zum Kiefer- knochen und zum Zahnhartgewebe. Die Laserstrahlung wird nicht nur im Gewebe absorbiert und dort in Hitze umgewandelt, sondern teilweise wird sie auch durch das Gewebe hindurch transmittiert. Dadurch können nicht vorhersehbare ungewünschte Nebenwirkungen in gesunden Arealen auftreten. Die Schneidegeschwin- digkeit der Laserstrahlung ist durch die Tatsache limi- tiert, dass das Gewebe nur schichtweise abgetragen werden kann. Weder eine Erhöhung der Laserleistung noch die Anwendung von Laserpulsen können diese Problematik beseitigen. Bei der Hochfrequenztechnik wird das Gewebe dagegen gleichzeitig, homogen und sehr schnell in der gesamten eingeführten Länge der Elektrode erhitzt und geschnit- ten, wobei die Tiefe der Läsion durch die Länge der Metallelektroden vorgegeben ist. Schäden in angren- zenden gesunden Arealen sind dabei eher unwahr- scheinlich bzw. sind sie vorhersehbar und planbar, wenn sie auftreten. Die mit relativ niedrigen Frequenzen von 200 bis 400 kHz betriebenen Hochfrequenzgeräte aus der Humanmedizin erzeugen ausgeprägte thermische Nekrosezonen mit verlängerten Heilungszeiten, ver- mehrten Schwellungen und Gewebsretraktionen als Laser Hoch - frequenz L+HF Oralchirurgie Parodontologie Implantologie Endodontie Bleaching PDT LLLT Tab. 1: Die Kombination eines Diodenlasers und der Hochfrequenz- technik bietet ein weites Anwendungsspektrum. 14 LASER JOURNAL 3/2012
I E G E Z N A Abb. 1: Gewebeschnitt durch schichtweises Abtragen; Grad der Hitze- schädigung korrespondiert mit Schnitttiefe. Doppelbelastung des Faserendes durch Laserstrahlung und Aufheizen. – Abb. 2: Exakter und homogener Schnitt entsprechend der Gesamtlänge der Elektrode. Folgeerscheinungen. Sie wurden in der Zahnheilkunde mittlerweile durch moderne Hochfrequenztechniken mit Arbeitsfrequenzen von 2 bis 4 MHz ersetzt. Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen einem Diodenlaser und der Hochfrequenz und was unterscheidet sie? Gemeinsamkeiten Sowohl bei den Diodenlasern als auch bei der Hoch - frequenz wird die abgegebene elektromagnetische Leistung (Laserlicht bzw. hochfrequenter elektrischer Strom) im Gewebe in Wärme umgewandelt. Die Zellen im Gewebe werden in Sekundenbruchteilen erhitzt, dies führt zu einem Schnitt bzw. zu einer Koagulation. Wäh- rend beim Laser die Leistung durch eine Glasfaser zum Einsatzort geleitet wird und die Lichtenergie aus der Fa- serspitze heraustritt, nutzt man bei der Hochfrequenz eine metallische Elektrode, durch die der hochfrequente Strom ins Gewebe geleitet wird. Der wesentliche Unterschied Eine Laserfaser kann a priori nicht tief in das Gewebe ein- geführt werden, um einen Schnitt zu erzeugen. Die La- serstrahlung tritt aus dem vorderen Ende der Faser aus, erhitzt dadurch nur die oberste Gewebeschicht und trägt sie ab. Um in die Tiefe zu kommen, muss daher das Gewebe Schicht um Schicht abgetragen werden (Abb. 1). Im Unterschied dazu kann die Elektrode bei der Hochfre- quenz in gewünschter Tiefe in das Gewebe eingeführt werden. Das Hochfrequenzfeld erhitzt das Areal gleich- zeitig und homogen mit der gesamten physikalisch eingeführten Elektrodenlänge (Abb. 2). Die Schneidege- schwindigkeit der Hochfrequenzelektrode ist somit sehr viel schneller als mit einem Diodenlaser. Auch wird bei dem intraoralen Einsatz der Hochfrequenztechnik sehr positiv eingeschätzt, dass lokale Temperaturerhöhungen von weniger als 60 bis 80°C angenommen werden kön- nen. Bei einem Lasereinsatz oder bei einem Elektromes- ser ist dagegen mit mehr als 400°C zu rechnen. Bei einer leukoplakischen, exophytisch wachsenden Veränderung am linken Zungenrand zeigt die Histologie nach dem Einsatz der Hochfrequenz (2,2 MHz) geringe thermische Veränderungen in der quergestreiften Mus- kulatur (Abb. 3), die thermische Reaktionsschicht im Für meine Beißer nur das Beste Perio Green® zerstört auf Grundlage der photodynamischen Therapie (PDT) effektiv Bakterien im Bioﬁlm, in parodontalen Taschen und auf Implantaten. Mehr Informationen unter: www.periogreen.com
Special Abb. 3: Histologie von Zungengewebe, bearbeitet mit Hochfrequenz (2,2 MHz). – Abb. 4: Histologie von Zungengewebe, bearbeitet mit einem Diodenlaser (980 nm). Bei oralchirurgischen Anwendungen jedoch, zum Beispiel der Entfernung von Fibromen und Hä - mangiomen, bei der Frenektomie und größeren in- vasiven Anwendungen bietet die Hochfrequenz aufgrund der schnelleren und präziseren Wechsel- wirkung klare Vorteile. Mithilfe sehr dünner, flexibler Elektroden aus spe- ziellen Metalllegierungen werden die elektromag- netischen Wellen in das Gewebe geleitet. Das Vor- gehen erlaubt ein präzises, druckloses und nahezu athermisches Schneiden. Zudem ist mit einem ein- stellbaren Koagulationsgrad eine Blutung effektiv kontrollierbar. Im Vergleich mit einem Laser bietet die HF-Anwendung aufgrund der starren Metallelektro- den, die in verschiedenen Formen für spezielle Indiktio- nen angeboten werden, eine bessere Haptik als die Glas- fasern und wegen der vorgegebenen Elektrodenlänge eine exakte Eindringtiefe. Die hohe Arbeitsgeschwindig- keit ist bei größeren und tieferen Schnitten vorteilhaft. Je höher die Laserausgangsleistung eines Lasers bzw. je aufwendiger die Konstruktion der Pulstechnologie, desto teurer wird ein solches Gerät sein. Dazu kommen in nicht unerheblichem Anteil die zusätzlichen Kosten für das Verbrauchsmaterial, hier insbesondere die bei hohen Leistungen in chirurgischen Einsätzen häufig beschädig- ten Glasfasern. Aus hygienischen Gesichtspunkten, auch unter Berück- sichtigung des geforderten Qualitätssicherungssystems in der Zahnarztpraxis, geht die Überlegung zu der Ver- wendung steriler Faserspitzen, statt immer wieder auf- zubereitender Laserfasern. Die Hochfrequenztechnolo- gie ist dagegen in der Gerätekonstruktion vergleichs- weise preiswert zu realisieren. Die Metallelektroden kön- nen im Vergleich zu den Glasfasern viele Male relativ einfach wieder aufbereitet und neu sterilisiert werden. Das Kombinationsgerät LaserHF (Hager & Werken) be- steht aus einem 975 nm Laser mit einer Leistung von 6 W, kombiniert mit einem 2,2 MHz Hochfrequenzgenerator mit einer Leistung von 50 W – ergänzt mit einem 660 nm Therapielaser mit 100 mW für die Photodynamische Therapie und die Low-Level-Laser-Therapie. Fazit – es ist sinnvoll! Der alten Feindschaft zum Trotze: Betrachtet man die möglichen Anwendungen, dann erfüllt die Kombina- tion eines Diodenlasers mit einem Hochfrequenzgerät den Wunsch nach einem perfekten System für das kom- plette Weichgewebemanagement. n KONTAKT Hans-Joachim Koort MedLas Consult Auf der Schleide 18, 53225 Bonn E-Mail: ceo@medlas.com Web: www.medlas.com Stroma ist sehr gering, es ist keine Vakuolenbildung zu sehen. Abbildung 4 zeigt ein histologisches Vergleichs- bild der thermischen Reaktionszone eines Exzidates, welches mit einem 980-nm-Laser genommen wurde. Erkennbar ist die sehr viel breitere und partiell ver- schmolzene Reaktionszone infolge einer erheblichen Temperatureinwirkung. Situation in der Zahnheilkunde Bei den geschätzten mehr als 20 Anbietern von Dioden- lasern sind die wesentlichen Marketingargumente die Laserwellenlänge, die Leistung und die Möglichkeit, den Laserstrahl gepulst einzusetzen. A jour werden die Wel- lenlängen von 810 nm und 980 nm beworben, obgleich es hier nur sehr geringe Unterschiede gibt. So zeigt sich eine höhere Wasserabsorption bei 980 nm, was eine bessere Ankopplung an wässrige Umgebungen ver- spricht und damit ein besseres Schneideverhalten. Da- gegen sind eine geringere Wasserabsorption und eine hö- here Absorption z.B. in Blutfarbstoffen bei 810 nm erkenn- bar, was eine gute Koagulation verspricht. Die Unter- schiede aber sind tatsächlich eher gering. Es gibt auch eine historische Erklärung: Die Laserdioden mit 810 nm kamen lange vor den Laserdioden mit 980 nm auf den Markt, für viele technische Anwendungen werden aber heutzutage weitaus mehr 980-nm-Laserdioden genutzt. Hohe Laserleistungen und immer kürzere Pulszeiten werden von den Anbietern propagiert. Die gepulste An- wendung bietet in der Tat Vorteile, insbesondere wird bei sehr kurzen Pulsen von wenigen μs der thermische Einfluss deutlich geringer. Dies bedeutet gleichzeitig aber auch die Herabsetzung der ohnehin geringen Ar- beitsgeschwindigkeit. Zudem gerät man bei einer Erhö- hung der Laserleistung sehr schnell an eine Grenze, bei der die Gefahr einer Schädigung des gesunden Nach- bargewebes größer wird als der therapeutische Be- handlungswunsch. Der Vorteil des Lasers zeigt sich jedoch besonders bei oberflächlichen Anwendungen, zum Beispiel zur geziel- ten Abtötung von Bakterien in der Parodontologie und in der Endodontie, zum Freilegen überwachsener Implan- tate oder auch zum Trimmen der Gingiva. Der Einsatz in der Photodynamischen Therapie, in der Lasertherapie (Softlaser) und beim Bleaching sind zusätzliche und nur mit Lasern zu erreichende Behandlungsmöglichkeiten. 16 LASER JOURNAL 3/2012
15.–16. NOVEMBER 2013 IN BERLIN MARITIM HOTEL LASER START UP 2013 22. JAHRESTAGUNG DER DGL e.V. Bilder 21. Jahrestagung DGL / / LASER START UP 2012 QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers Quick Scan) PROGRAMM ANFORDERN! FAXANTWORT 0341 48474-390 NAME/E-MAIL Praxisstempel Bitte senden Sie mir das Programm zum/zur ❏ LASER START UP 2013 ❏ 22. JAHRESTAGUNG DER DGL am 15.–16. November 2013 in Berlin zu. LJ 3/12
Fachbeitrag Kleine Farbenlehre Ob in der Natur, in der Praxis oder durch einen Laser entstanden: Farben sind allgegenwär- tig. Welche Grundfarben es gibt und wie sich andere Farben erzeugen lassen, soll in diesem Artikel aufgezeigt werden. Prof. Dr. Axel Donges/Isny im Allgäu n Ein Videoprojektor, auch Beamer genannt, dient dazu, farbige Bilder aus einem Ausgabegerät (z.B. PC, DVD- Player) auf eine meist größere Bildfläche zu projizieren. Technisch lassen sich Videoprojektoren auf verschie- dene Weisen realisieren. Bei einem Laser-Projektor ent- steht das Bild dadurch, dass drei intensitätsmodulierte Laserstrahlen mit unterschiedlichen Wellenlängen überlagert und zeilenweise sehr schnell über die Bildflä- che geführt werden. Dabei wird – wie bei einem konven- tionellen Farbfernseher – die Tatsache ausgenutzt, dass mithilfe von nur drei Farben sich jeder Farbeindruck er- zeugen lässt (additive Farbmischung). Die Grundlagen dieser additiven Farbmischung sind nachfolgend kurz zusammengestellt. Primärfarben Die Farben Rot, Grün und Blau (wie in Abbildung 1 ge- zeigt) werden Primärfarben (des RGB-Systems) ge- nannt. Bei der gleichzeitigen Beleuchtung einer weißen Fläche mit rotem, grünem und blauem Licht kann jeder beliebige Farbeindruck durch Variation der Intensitäten der drei Primärfarben erzeugt werden. Die Überlage- rung von rotem, grünem und blauem Licht wird als additive Farbmischung bezeichnet. – Die Überlagerung von grünem und blauem Licht ergibt den Farbeindruck Cyan. Die Farben, die durch die Addition von zwei Primärfarben entstehen, werden Sekundärfarben genannt. Durch Variation der Intensitäten lassen sich beliebige Über- gänge (Farbtöne) zwischen den beiden gemischten Pri- märfarben darstellen (Abb. 2). Farbkreis Werden die drei in Abbildung 2 gezeigten Farbüber- gänge an den gleichfarbigen Stellen zusammengesetzt und zu einem Kreis gebogen, so ergibt sich der soge- nannte Farbkreis (Abb. 3). Der Farbkreis zeigt die drei Pri- märfarben (des RGB-Systems): Rot, Grün und Blau. Zwi- schen den Primärfarben erkennt man die Sekundärfar- ben, die sich durch additives Mischen der entsprechen- den Primärfarben erzeugen lassen. Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, werden als komplementär bezeichnet (Abb. 4). Beispiele sind: – Rot und Cyan – Blau und Gelb – Grün und Magenta Tertiärfarben Sekundärfarben In Abbildung 1 ist zu erkennen: – Die Überlagerung von blauem und rotem Licht ergibt den Farbeindruck Magenta. – Die Überlagerung von rotem und grünem Licht ergibt den Farbeindruck Gelb. Werden alle drei Primärfarben (des RGB-Systems) ge- mischt, so lässt sich jeder Farbeindruck erzeugen. Spezi- alfall: Bei geeigneten Intensitäten ergibt die Addition der drei Primärfarben den Eindruck Weiß bzw. Grau bei niedrigen Intensitäten (Abb. 1). Rot + Grün + Blau = Weiß Abb. 2a Abb. 2b Abb. 2c Abb. 1 Abb. 1: Additive Farbmischung der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau. – Abb. 2a–c: Farbliche Über- gänge zwischen zwei Primärfarben. 18 LASER JOURNAL 3/2012
Fachbeitrag Rot - violett Purpur Rot Blau - violett Dunkel- blau Blau Rot - orange Orange Blau- grün Gelb Grün Gelb- grün Komplementär Abb. 3 Abb. 4a Abb. 4b Abb. 3: Farbkreis. – Abb. 4a und b: Zur Definition komplementärer Farben. Der Eindruck Weiß wird aber auch bei der additiven Mischung einer Primärfarbe mit ihrer Komplementär- farbe hervorgerufen. Die ist leicht einzusehen: Da Cyan eine Mischung von Grün und Blau ist, kann die Mischung von Rot und Cyan als Mischung von Rot, Grün und Blau interpretiert wer- den, die Weiß ergibt usw. = Weiß Rot und Cyan Blau und Gelb = Weiß Grün und Magenta = Weiß Abb. 5: Warum ist die Zitrone gelb? Zitrone: © UltraViolet Abb. 6: Wirkungsweise eines Farbfilters. Der Farbfilter verschluckt Grün und das Licht erscheint Magenta. Licht reflektiertes Licht = Rot + (Grün + Blau) = Weiß Rot und Cyan = Blau + ( Rot + Grün) = Weiß Blau und Gelb Grün und Magenta = Grün + (Blau + Rot) = Weiß Subtraktive Farbmischung Fällt z.B. weißes Licht (rot, grün, blau) auf eine Zitrone, so wird bei der diffusen Reflexion viel blaues verschluckt. Weißes Licht, dem man den blauen Anteil entzieht (grün, rot), erscheint dem Betrachter gelb (Abb. 5). Das Erzeugen von buntem Licht durch die Wegnahme gewisser Farbanteile bezeichnet man als subtraktive Farbmischung. Subtraktive Farbmischung liegt auch bei einem Farbfil- ter vor. Wir betrachten als Beispiel einen Farbfilter, der grünes Licht absorbiert. Aus dem Filter tritt dann nur noch Blau und Rot, weshalb das durchgelassene Licht Magenta ist (Abb. 6). Ein weiteres Beispiel für subtraktive Farbmischung ist beispielsweise bei einem Farbdrucker realisiert. Ein Farbdrucker braucht drei verschiedenfarbige Tinten mit den Farben Cyan, Gelb und Magenta. Durch Mi- schen der drei Farben lässt sich jeder Farbeindruck er- zeugen (Abb. 7). Wird Cyan, Gelb und Magenta gemischt, wird nichts mehr reflektiert. Die Oberfläche erscheint schwarz (um teurere Farbtinte zu sparen, wird meist beim Schwarz- Weiß-Druck i.d.R. schwarze Tinte verwendet). n reflektierende Fläche KONTAKT absorbiertes Licht Abb. 7: Durch Absorption bestimmter Farben erscheint das Druckbild farbig. Im dargestellten Fall wird viel blaues Licht verschluckt. Die gut reflektierten Rot- und Grünanteile erzeugen den Farbeindruck Gelb. Prof. Dr. Axel Donges Fachhochschule und Berufskollegs NTA Seidenstraße 12–35 88316 Isny im Allgäu E-Mail: donges@nta-isny.de 19 LASER JOURNAL 3/2012
Anwenderbericht Laser und CEREC: Hightech-Kombination für optimalen Workflow Die digitale Abformung hat sich seit Jahren etabliert. CAD/CAM-Systeme, wie etwa CEREC von Sirona, stehen für präzises Arbeiten, für einen weniger anfälligen Herstellungsprozess und vor allem für hohen Patientenkomfort. Bei der Behandlung ist eine blutungsarme Umgebung enorm wichtig, um eine fehlerfreie Abformung zu gewährleisten. Gerade Diodenlaser sind zur Hämostase besonders geeignet und können zudem zur Freilegung des Präparationsrandes verwendet werden. Der Einsatz von Lasern bei CAD/CAM-Behandlungen sorgt für schnelle, saubere und genaue Ergebnisse. Nebenbei ist auch der Imagegewinn, den es für eine Praxis bedeuten kann, nicht zu unterschätzen. Dr. Michael Maier/München n Der erste Eindruck zählt. Das gilt selbstverständlich auch für Zahnärzte, insbesondere wenn wir Patienten davon überzeugen wollen, den nächsten Termin bei uns zu vereinbaren und die Praxis den Verwandten oder Freunden weiterzuempfehlen. Gerade in Zeiten, in de- nen Zahnärzte häufig Selbstzahlungsleistungen er- wirtschaften müssen, ist ein positives Image unglaub- lich wertvoll. Aus meiner Sicht gibt es drei wesentliche Faktoren für einen überzeugenden Praxisauftritt. Erstens: gut ge- schultes und freundliches Personal. Zweitens: anspre- chend gestaltete und helle Räumlichkeiten. Und drit- tens: umfassendes zahnärztliches Know-how sowie technisches Equipment, das auf dem neuesten Stand ist. Sind diese drei Faktoren erfüllt, fühlen sich die Pa- tienten auch wohl. Letztlich ist dies entscheidend für den Erfolg der Zahnarztpraxis. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 1: Zahn 16 nach der Präparation. – Abb. 2: Nach der Blutstillung. – Abb. 3: Digitalisierte Aufnahme der Zahnsituation. – Abb. 4: Keramik- restauration nach der CEREC-Behandlung. Imagebildung läuft hauptsächlich über die soge- nannte Mund-zu-Mund-Propaganda und persönliche Empfehlungen. Meine Erfahrung ist, dass die techni- sche Ausstattung dabei eine immer größere Rolle für die Patienten spielt. Eine modern ausgestattete Praxis bestätigt ihnen, dass der Zahnarzt auf der Höhe der Zeit agiert. Dabei fällt auf, dass meine Patienten immer häufiger nach Hightechbehandlungen, zum Beispiel mit dem Laser, fragen. Behandeln ohne Zeitverlust In meiner Praxis verwende ich den SIROLaser Advance des Unternehmens Sirona aus Bensheim. Ich habe schon mit dem Vorgänger dieses Modells, dem SIROLaser, gute Erfahrungen gemacht und setze den Diodenlaser im Schnitt bei bis zu vier Behandlungen am Tag ein. Für mich als Zahnarzt ist es wichtig, dass ich den Laser vielseitig verwenden kann – unter anderem auch in der Endodontie oder Parodontologie. Das Gerät besitzt einen hohen Wirkungsgrad bei geringem Wartungs- aufwand. Vor allem aber ist es flexibel und leicht zu bedienen. Durch sein kompaktes Design lässt sich der Laser be- quem und schnell von einem Praxisraum zum nächsten bringen und ist dort innerhalb weniger Momente ein- satzbereit. Aufgrund der selbsterklärenden und über- sichtlichen Menüführung sowie der fest eingestellten Programme, die über einen Touchscreen angesteuert werden, können vor der Behandlung schnell die ge- wünschten Parameter eingestellt werden – ob für eine Zahnfleischentfernung oder Wurzelbehandlung. Somit kann ohne Zeitverlust mit der Arbeit begonnen werden. Hauptsächlich nutze ich den SIROLaser Advance bei chirurgischen Eingriffen zur Reduzierung von Gingiva. Indem ich überstehendes Zahnfleisch entferne, ver- schaffe ich mir einen besseren Überblick, vor allem dann, wenn ich subgingival präparieren muss. So ar- beite ich gezielt und sauber und setze kein Zahnfleisch- trauma, was immer eine schlechtere Wundheilung und Blutungen bedeutet. 20 LASER JOURNAL 3/2012
Anwenderbericht Laser sorgt für blutungsarmes Behandeln Blutungen müssen bei der digitalen Abformung un - bedingt minimiert werden. Passgenauigkeit und Halt- barkeit von Keramikrestaurationen hängen wesent- lich von einer klaren und detailgetreuen optischen Abformung ab. Um dies zu gewährleisten, darf das Blut jedoch nicht mit dem Scanpuder in Verbindung kom- men, da dies zu unpräzisen Ergebnissen führen kann. Wenn der Präparationsrand oder die Zahnränder bei der Aufnahme nicht klar erfasst werden, besteht die Gefahr, dass die Restauration bei der Eingliederung nicht passt. Um das zu verhindern, setze ich den Laser bei CAD/CAM-Behandlungen konkret in zwei Situatio- nen ein. Zum einen für die Hämostase: Den Laser ver- wende ich immer, wenn es bei der CEREC-Behandlung blutet – und das passiert in schätzungsweise 70 Pro- zent der Fälle. Muss ich beispielsweise vor dem Einsatz des CAD/CAM-Systems eine Karies aus dem Zahn her- ausbohren und liegt diese subgingival, sehe ich auf- grund auftretender Blutungen oft nur ungenau, wo der gesunde Zahn beginnt. Mit dem Laser nehme ich dann ein Stück des Zahnfleischs weg und stille die Blu- tung. Danach kann ich unter Sicht exkavieren. Ich er- halte also eine bessere Kontrolle und spare Zeit, da auf das ständige Absprühen, Abwaschen und Blutstillen, etwa mittels Retraktionsfäden oder Paste, verzichtet werden kann. Dies ist zudem für den Patienten we- sentlich angenehmer. Darüber hinaus setze ich den Laser ein, um Sickerblutungen in der Gingiva zu ver- hindern. Häufig sind diese Blutungen nur minimal, reichen aber aus, um das Puder bei der CEREC-Behand- lung zu kontaminieren. Exakte Darstellung des Präparationsrandes Zum anderen verwende ich den SIROLaser Advance zur Bearbeitung des Präparationsrandes. Herkömmliche Blutstillungsmethoden verhindern vielleicht das Blu- ten, doch das Zahnfleisch kann immer noch anhaften, sodass der Präparationsrand nicht ausreichend klar dargestellt wird. Es ist jedoch wichtig, dass dieser auch im 3-D-Modell des CAD/CAM-Systems gut erkennbar ist, um die Präparationsgrenze genau festlegen zu kön- nen, anderenfalls wird der biogenerische Vorschlag feh- lerhaft berechnet. Aus diesem Grunde zeichne ich mit dem Diodenlaser und seinen feinen Fasern den Präpa- rationsrand wie mit einem dünnen Minenschreiber nach. So kann ich 0,3 mm oder noch weniger Zahn- fleisch um den Präparationsrand herum entfernen. Bei folgendem Behandlungsfall habe ich CEREC und den Weichgewebslaser kombiniert eingesetzt. Das Bei- spiel zeigt einen männlichen Patienten, Jahrgang 1967, mit einem frakturierten Keramikinlay an Zahn 16. Nach- dem ich den Zahn unter Verwendung des SIROLasers Advance zunächst präpariert (Abb. 1) sowie die Hämos- tase vorgenommen habe (Abb. 2), konnte ich problem- los das Scanpuder für die anschließende Aufnahme mit der CEREC Bluecam aufbringen. Anhand der digita- Abb. 5: Der SIROLaser Advance eignet sich in Kombination mit CEREC ideal zur Hämostase und zur Bearbeitung des Präparationsrandes. lisierten Aufnahme (Abb. 3) und der Modellberechnung der Software konstruierte ich mit wenigen Computer- klicks ein passgenaues Inlay. Diese Restauration schliff schließlich die Schleifeinheit CEREC MC XL, die ich in meiner Praxis verwende, innerhalb von wenigen Minu- ten aus einem vorgefertigten Keramikblock (IPS empress a2 HT, Ivoclar Vivadent) aus. Noch beim gleichen Ter- min konnte die fertige Versorgung eingliedert und ad- häsiv mit Variodent Ultra befestigt werden. Das Ergeb- nis (Abb. 4) ist aus meiner Sicht sehr zufriedenstellend, auch der Patient bestätigte dies. Fazit Seitdem CEREC und der SIROLaser bzw. sein Nachfolger SIROLaser Advance auf dem Markt sind, arbeite ich er- folgreich damit. Mit der Kombination beider Systeme habe ich persönlich nur gute Erfahrungen gemacht. Die Vorteile der CEREC-Behandlung in Verbindung mit dem SIROLaser Advance sind das blutungsarme Ar - beiten, die dadurch klare Übersicht und eine bessere Wundheilung. Sowohl das CAD/CAM-System als auch der Diodenlaser sind in den täglichen Praxisablauf fest integriert. CEREC ist für die Patienten wesentlich ange- nehmer als die herkömmliche Abdrucknahme. Die Ar- beit mit dem SIROLaser Advance ist schneller, exakter, und macht dazu einfach Spaß. Und die Patienten, so meine Erfahrung, kommen gerne wieder. n KONTAKT Dr. Michael Maier DENTAL CONCEPT – Praxis für Zahnmedizin und Dentalhygiene Sauerbruchstr. 48, 81377 München E-Mail: praxis@dental-concepts.de Web: www.dental-concepts.de 21 LASER JOURNAL 3/2012
Herstellerbericht Photodynamische Therapie: eine sinnvolle Ergänzung für den Diodenlaser Es gibt sehr viele unterschiedliche Laser und demnach auch sehr viele unterschiedliche Leistungsparameter und Indikationsbereiche. Richtig eingesetzt ist der Laser eine sehr ge- winnbringende Ergänzung des zahnmedizinischen Therapiespektrums und er erschließt der Zahnarztpraxis immer wieder neue Behandlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die photodynamische Therapie (PDT). Olaf Schäfer/Radolfzell n Laser ist nicht gleich Laser; der Teufel steckt im Detail. Es gibt verschiedene Wellenlängen und jede Wellen- länge hat ein spezifisches Einsatzgebiet. In der Einfüh- rungsphase des Lasers in die Zahnheilkunde, vor etwa 20 Jahren, gab es einige zum Teil falsche Versprechun- gen, die zur Enttäuschung vieler Erstanwender geführt haben, aber auch zu einem allgemein negativen Mei- nungsbild über diese Hochleistungsgeräte. Der Dental- laser ist kein Allround-Therapie- und Heilmittel in der Zahnarztpraxis. Der größte Fehler bei der Einführung des Dentallasers wurde 1989 gemacht, als während der damaligen IDS erstmals ein Nd:YAG-Laser mit 1.064 nm vorgestellt wurde. Das Gerät wurde als allgemeines Werkzeug für die Zahnheilkunde verkauft – nach dem Motto: „Schmeißt eure Bohrer und Skalpelle weg, ab jetzt wird gelasert!“ Von diesen vollmundigen Versprechungen konnte jedoch kaum etwas erfüllt werden. So ist ein Nd:YAG-Laser zwar sehr gut in der Wurzelkanal- und Parodontitistherapie einsetzbar, für die Chirurgie ist er aber eher ungeeignet und für die Behandlung der Zahn- hartsubstanz überhaupt nicht indiziert. Das haben die Universitäten durch ihre wissenschaftlichen Untersu- chungen jedoch erst in den nachfolgenden Jahren fest- gestellt. Da waren die Pilotanwender bereits enttäuscht oder verärgert. Diode oder Erbium:YAG – zwei Wellenlängen für alles Heute hat sich der Laser einen festen Platz in der Zahn- heilkunde gesichert. Die Universitäten haben nach 10 bis 15 Jahren Forschungsarbeit einen Katalog erstellt, der zeigt, mit welchem Laser welche Anwendungen indi- ziert sind. Der anfänglich so gelobte CO2-Laser ist für die Zahnärzte zum Beispiel eher uninteressant. Er ist zwar ein hervorragender Chirurgielaser, kann in der Zahnme- dizin jedoch nur sehr schwer eingesetzt werden, da er ohne Glasfasern arbeitet. Das heißt: Der Zahnarzt kommt mit dem Gerät nicht in die Zahnfleischtaschen oder in die Wurzelkanäle. Damit reduziert sich die An- wendungsmöglichkeit des CO2-Lasers auf eine einzige Indikation: die Chirurgie. Und bei 40.000 Euro Kosten werden solche „Nischengeräte“ sicherlich bald vom Markt verschwinden. Der Lasermarkt konzentriert sich derzeit auf zwei er- folgreiche Technologien: den Er:YAG-Laser (für die Zahn- hartsubstanz) und den Diodenlaser (für das Weich - gewebe). Gerade der Diodenlaser ist aufgrund seines breiten Indikationsspektrums (Weichgewebschirurgie, PA-Therapie, Endodontie und Softlasertherapie inklu- sive Bleaching und photodynamische Therapie) eine Bereicherung für den allgemeinen Zahnarzt. Speziell die Parodontologie und die Implantologie gelten als zukunftsweisende, weltweit wachsende Märkte in der Zahnheilkunde – auch oder gerade in Verbindung mit dem Dentallaser. So bietet die elexxion AG neben ihren etablierten Dentallasern seit Kurzem auch ein photodynamisches Produkt zur Bekämpfung von Bakterien in der Mund- höhle an: Perio Green. Das neue Verbrauchsmaterial hilft dem Zahnarzt nicht nur, seine Investition „Laser“ best- möglich zu nutzen, es ermöglicht ihm auch eine hoch- wirksame und schmerzfreie PA- und Periimplantitis - therapie – ohne systemische Nebenwirkungen oder Gewebeverfärbungen. Stark gegen Bakterien – sanft zum Zahnfleisch elexxion hat bereits vor fünf Jahren angefangen, sich mit den Möglichkeiten der photodynamischen Therapie zu beschäftigen und mit der Universität Freiburg sehr intensive In-vitro-Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, wie der photodynamische Wirkstoff Indocyaningrün auf die typischen Parodontitiskeime wirkt. Gleichzeitig wollten wir wissen, welche Konzen- tration und welche Laserenergie für eine PA- und Periim- plantitistherapie am effektivsten sind. Nach fünf Jahren umfangreicher Forschungs- und Zertifizierungsarbeit können wir heute sicher sein: Der Wirkstoff Indocyanin- grün in Perio Green ist sicher, er hat keinerlei Risiken oder Nebenwirkungen und liefert sehr positive Ergebnisse in der Mikrobiologie und bei den klinischen Parametern. Das Indocyaningrün, das als Rohstoff für Perio Green ver- wendet wird, ist identisch mit dem Farbstoff, der schon seit vielen Jahren erfolgreich zur Diagnostik eingesetzt wird und weltweit – inklusive FDA – zugelassen ist. Indocyaningrün ist ein „echter“ photodynamischer Wirkstoff, denn er hat allein keine therapeutische Wirkung, weder positiv noch negativ. Das heißt: Erst 22 LASER JOURNAL 3/2012
Herstellerbericht bei Bestrahlung mit einer definierten Laserlichtquelle wird eine Reaktion hervorgerufen. Hierbei wird eine chemische Bindung in dem Farbstoff aufgebrochen und dabei ein sehr aggressives Sauerstoffatom (Singulett- sauerstoff) freigesetzt. Da Indocyaningrün die Eigen- schaft besitzt, sich nur an Plasmaproteine, die in Mem- branen von Bakterienzellen vorkommen, anzusetzen, wirkt der Singulettsauerstoff auch nur dort. Die Bakte- rien werden dabei so verändert, dass sie nicht weiter verstoffwechseln können und dadurch absterben. Das ist ein sehr sanfter Prozess und hat nichts mit „platzen- den Bakterien“ zu tun. werden nur die von Bakterien infizierten Areale ein - gefärbt. Gesundes Gewebe wird nicht beeinträchtigt. Selbst wenn wir die Konzentration stark erhöhen wür- den, käme es durch das selektive Ankoppeln kaum zu Verfärbungen an Zähnen und Zahnfleisch. Neben der Aktivierung des Farbstoffs über Fasertips in der Zahnfleischtasche ist auch eine Aktivierung von au- ßen über einen großflächigen Lichtleiter möglich – dabei sind die Leistungsparameter so eingestellt, dass man auch bei der externen Behandlung durch das Zahnfleisch immer noch im nichtthermischen Bereich arbeitet, es also auch hier zu keinerlei Hitzeentwicklung kommt. Keine Nebenwirkungen, Rückstände oder Verfärbungen Mit Indocyaningrün ist die PA stets im grünen Bereich Das bedeutet aber auch, dass die Behandlung selbst vollkommen schmerzfrei für den Patienten ist. Es ent- steht dabei keine thermische oder mechanische Wir- kung. Auf eine Anästhesie kann daher weitestgehend verzichtet werden. Und da das Verfahren non-invasiv ist, kann es auch an eine Dentalhygienikerin delegiert wer- den – ein weiterer großer Vorteil gerade für den wirt- schaftlich denkenden Zahnarzt. Ein weiteres Argument für Perio Green ist, dass es das Zahnfleisch nicht verfärbt und auch keine Rückstände des Photosensitizers auf den Wurzel- und Implantat- oberflächen zurückbleiben. Gerade in der Periimplanti- tistherapie ist das kontraindiziert, immerhin sollen bei einer Implantation Knochenzellen auf der Implantat- oberfläche anwachsen bzw. das Implantat soll eine Osseointegration erfahren. Farbstoffrückstände wären hierbei absolut störend. Die Farbstoffkonzentration von Perio Green ist um den Faktor mehrere Tausend geringer als die auf dem Markt befindlichen „blauen Produkte“, die auf Methylenblau oder Toluduinblau basieren. Zudem besitzt Indocyanin- grün als einziger photodynamischer Wirkstoff die Ei- genschaft, sich selektiv an Bakterienzellen anzukoppeln. Man kann das bei einem extrahierten Zahn sehr deutlich erkennen: Werden die Beläge mechanisch entfernt und taucht man den Zahn dann in eine Perio Green-Lösung, Ob laserunterstützt oder nicht: Ganz entscheidend für die PA-Therapie ist die Compliance des Patienten. Wenn der Patient an seiner Mundhygiene nichts verändern möchte, wird seine Parodontitis nie erfolgreich thera- piert werden können. Der Patient muss also mitspielen und dementsprechend als erstes vom Zahnarzt und sei- nem Team instruiert und motiviert werden – die Aus- sicht auf eine effektive und dennoch schmerzfreie Be- handlung ist hierbei sicherlich hilfreich. In der Regel ist eine professionelle Zahnreinigung vor der photodynamischen Therapie erforderlich, und dann hängt es individuell von der Situation des einzelnen Patienten ab, welche begleitenden bzw. unterstüt- zenden Maßnahmen noch zusätzlich erfolgen müs- sen. Am besten findet die erste Behandlung mit Pe- rio Green etwa zwei Wochen nach der initialen Paro- dontitistherapie statt. Man kann den Wirkstoff aber auch bewusst ein oder zwei Tage vor der subgingivalen Kürettage einsetzen – zur Reduzierung der Bakterien vor dem Eingriff und zur Vermeidung einer möglichen Bak- teriämie. Die Parodontitistherapie ist keine Behandlung, die irgendwann abgeschlossen ist. Man kann diese chroni- sche Erkrankung nur bestmöglich eindämmen, sodass nach der initialen Therapie eine regelmäßige Recall- phase mit dem Patienten vereinbart werden sollte – auch hier kann Perio Green immer wieder ergänzend eingesetzt werden. Alles in allem ist die photodynamische Laser-PA-Thera- pie mit dem neuen Wirkstoff also eine klinisch wie wirt- schaftlich sinnvolle Ergänzung zum breiten Indikations- spektrum eines Diodenlasers und ein Beweis dafür, dass viele innovative Techniken immer mehr ineinandergrei- fen – für eine dauerhaft keimfreie Zahngesundheit. n KONTAKT Olaf Schäfer elexxion AG Schützenstraße 84 78315 Radolfzell 23 LASER JOURNAL 3/2012
I Kursreihe 2012 I I Prof. Dr. Marcel Wainwright/Kaiserswerth I neu! chirurgische aspekte der rot-weißen ästhetik Gingiva-Management in der Parodontologie und Implantologie I Ein kombinierter Theorie- und Demonstrationskurs I JETZT AUCH MIT PAPILLEN-AUGMENTATION, LIPPENUNTERSPRITZUNG UND GUMMY-SMILE- KORREKTUR inkl. DVD I Kursinhalte I I Grundlagen rot-weiße Ästhetik (Anatomie, Funktion, Parodontalerkrankungen und ihre Folgen etc.) I Knochen als Grundlage eines perfekten ästhetischen Ergebnisses (augmentative Verfahren) I Chirurgische Techniken (Schnittführung, Lappentechnik, Kronenverlängerung, Gummy Smile, Transplantate) I Laser-Contouring, chirurgisches Contouring und adjuvante Therapien I Papillen-Augmentation I Lippenunterspritzung I Gummy-Smile-Korrektur I Besonderheiten des Gingiva-Managements in der Implantologie I Tipps, Tricks und Kniffe Programm „Chirurgische Aspekte der rot- weißen Ästhetik“ QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers Quick Scan) THEORIE I Chirurgische Techniken I Papillen-Augmentation I Lippenunterspritzung I Gummy-Smile-Korrektur I Laser-Contouring E4 T K N U F O R T B ILDUN G S P I in Kooperation I PRAXIS I Organisatorisches I Kursgebühr inkl. DVD Tagungspauschale Bei der Teilnahme am Hauptkongress wird die Kursgebühr angerechnet. 195,– € zzgl. MwSt. 25,– € zzgl. MwSt. OEMUS MEDIA AG, Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308, Fax: 0341 48474-390 event@oemus-media.de, www.oemus.com Nähere Informationen zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erhalten Sie unter www.oemus.com Dieser Kurs wird unterstützt Hinweis: Jeder Kursteilnehmer erhält die DVD „Chirurgische Aspekte der rot-weißen Ästhetik“, auf der alle Behandlungsschritte am Präparat bzw. Patienten noch einmal Step-by-Step gezeigt und ausführlich kommen- tiert werden. I Termine 2012 I HAUPTKONGRESS 05.10.2012 09.00 – 13.00 Uhr Nord Hamburg 42. Internationaler Jahreskongress der DGZI 12.10.2012 14.00 – 18.00 Uhr Süd München 3. Münchener Forum für Innovative Implantologie 02.11.2012 14.00 – 18.00 Uhr West Essen 2. Essener Implantologietage Anmeldeformular per Fax an 0341 48474-390 oder per Post an OEMUS MEDIA AG Holbeinstr. 29 04229 Leipzig LJ 3/12 Stand: 08.08.2012 Für die Kursreihe „Chirurgische Aspekte der rot-weißen Ästhetik “ melde ich folgende Personen verbindlich an: q 05.10.2012 I Hamburg q 12.10.2012 I München q 02.11.2012 I Essen WEST NORD SÜD q Bitte senden Sie mir das Programm zum Hauptkongress Name, Vorname Praxisstempel Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der OEMUS MEDIA AG erkenne ich an. _______________________________________________________ Datum/Unterschrift _______________________________________________________ E-Mail
Wirtschaft Mitarbeiter motivieren, aber richtig … Früher galt die Maxime „So lange der Chef nichts sagt, ist alles in Ordnung“, doch der Ar- beitsmarkt hat sich gewandelt und angesichts des immer größer werdenden Fachkräfte - mangels müssen die Unternehmen tiefer in die Trickkiste greifen, als nur auf Motivation durch Druck zu setzen. Denn wem es nicht gelingt, seine Mitarbeiter zu motivieren, der wird sie an die Konkurrenz verlieren. Lesen Sie zehn Tipps, um Mitarbeiter aktiv einzubinden, frei nach dem Motto: mittendrin, statt nur dabei! Marc M. Galal/Frankfurt am Main Tipp 1: Wer ist eigentlich Herr Müller? Abteilungsleiter, Chefs, Kollegen … Sie alle sollten die Mitarbeiter kennen, die für Sie oder mit Ihnen arbeiten. Und kennen bedeutet nicht, dass man lediglich den Na- men des Mitarbeiters kennt, nicht jedoch seine Lebens- situation, seine Interessen, seine Wünsche und Ziele. Wie kann man seine Mitarbeiter gezielt zu Höchstleistun- gen motivieren, wenn man sie nicht kennt? Motivation funktioniert nicht nach Schema A, sondern muss indivi- duell erfolgen, denn was den einen interessiert, ist für den anderen aufgrund seiner Lebenssituation völlig un- interessant. Hat der Mitarbeiter Familie, wohnt er in der Nähe vom Arbeitsplatz oder hat er einen weiten An- fahrtsweg? Entspricht die Arbeit seinen Vorstellungen oder würde er sich gerne in eine andere Richtung entwi- ckeln, ggf. mehr Verantwortung übernehmen? Kennen- lernen heißt: miteinander in Kontakt stehen, Interesse aneinander zeigen und Hilfestellungen anbieten. Ein Jobticket für den entspannten Weg zur Arbeit, flexible Arbeitszeitmodelle, ein Weiterbildungsangebot als Per- spektive, es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Motiva- tionssteigerung der Mitarbeiter, doch die Basis dafür ist der Wille, einander sehen zu wollen. Tipp 2: Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Eine beliebte Frage aus dem Bewerbungsgespräch, die viele Menschen dazu bringt, mit den Augen zu rollen. Sieht man sich an, wie diese Frage häufig standardisiert gestellt wird, ohne dass es wirklich darum geht, was der Betreffende wirklich in fünf Jahren machen will und wo er sich sieht, dann ist diese Frage tatsächlich vollkom- men überflüssig. Doch der Gedanke hinter der Frage ist faszinierend. Was wollen Sie in fünf Jahren machen, wo sehen Sie sich? Diese Frage dient dazu, zu ermitteln, wie zufrieden der Mitarbeiter derzeit ist und was man selbst als Unternehmer tun kann, damit er in der Zukunft noch zufriedener sein kann. Der Mitarbeiter möchte eine lei- tende Tätigkeit innehaben? Prima, dann sollten Sie sich mit ihm darüber unterhalten, welche Möglichkeiten Sie dafür sehen und mit ihm ehrlich darüber sprechen, was er bereit ist, dafür zu tun. Welche Weiterbildungen sollte er besuchen, welche seiner Kompetenzen sollte er noch ausbauen, welche Möglichkeiten sieht das Unterneh- men, um ihn auf diesem Weg zu unterstützen? Ein ehrli- ches Gespräch über den Ist-Zustand und den Soll-Zu- stand hat gleich zwei Vorteile: Zum einen bekommt der Mitarbeiter das Gefühl, dass das Unternehmen an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert ist und auch bereit ist, ihn in seiner Entwicklung zu unterstützen. Zum anderen erfährt das Unternehmen aus erster Hand, in welche Richtung sich der Mitarbeiter entwi- ckeln möchte und kann für sich ermitteln, wie er am besten eingesetzt werden kann. Tipp 3: Job ist Job und Schnaps ist Schnaps Viele Menschen sind der Meinung, dass sie ihrer Arbeit nachgehen müssen, weil sie sonst ihre monatlichen Ausgaben nicht decken können. Arbeit gehöre nun mal zum Leben; mit Spaß habe der Job nur selten etwas zu tun. Schade eigentlich, denn wir verbringen viele Stun- den am Tag an unserem Arbeitsplatz. Stimmt die Moti- vation, stimmt der Output. Ist die Motivation auf dem Nullpunkt, macht die Arbeit nicht nur keinen Spaß, sie geht einem auch viel schlechter von der Hand. Wenn Mitarbeiter das Team durch ihre negative Grundhaltung stören, wenn jeder Vorschlag schlecht gemacht und jede innovative Idee belächelt wird, dann hat das Unterneh- men die Pflicht, diesen Mitarbeiter gehen zu lassen. Er wird woanders möglicherweise glücklicher, in diesem Unternehmen jedoch passt er nicht ins Gefüge und zieht die anderen Mitarbeiter nur noch mit hinunter. Tipp 4: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft Wenn ein Unternehmer, Chef oder Abteilungsleiter sei- nen Mitarbeitern das Gefühl gibt, dass ihre Arbeit ge- schätzt wird und dass sie als Personen wertvoll für das Unternehmen sind, dann werden diese Mitarbeiter auch einen guten Job machen. Eine Essenseinladung vom Abteilungsleiter, wenn ein Projekt gut gelaufen ist, ein Tankgutschein, zwei Kino- karten oder ein Buch, das den Mitarbeiter interessieren könnte (versehen mit einigen persönlichen Worten), häufig bewirken solche Kleinigkeiten, dass die Mitarbei- ter sich nicht wie ein Rädchen unter vielen fühlen, son- 28 LASER JOURNAL 3/2012
Wirtschaft dern das Gefühl bekommen, dass sie im richtigen Job angekommen sind. Wer angekommen ist, der möchte bleiben, und er wird einiges dafür tun, damit das gelingt! Tipp 5: Kritik wird völlig überbewertet Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Menschen durch Kritik besser würden. Dass sie sich nur dadurch weiter- entwickeln und zu Höchstleistungen gelangen können. Doch ist Lob nicht viel effektiver, wenn es um die Ent- wicklung geht? Statt zu kritisieren, sollten Unternehmer anfangen, ihre Mitarbeiter so lange zu loben, bis sie so sind, wie sie es sich wünschen. Es klingt vielleicht erst einmal ein bisschen verquer, doch wenn wir gelobt werden, dann motiviert uns das. Lob macht süchtig, und weil wir immer mehr davon bekom- men wollen, strengen wir uns noch mehr an und errei- chen Höchstleistungen. Lob ist jedoch nicht gleich Lob, denn wenn wir keine Be- gründung für unser Lob liefern, dann klingt es nach Schmeichelei. Liefern wir jedoch eine logische Begrün- dung zum Lob gleich mit dazu, dann kann unser Ge- sprächspartner es auch annehmen und es als Richt- schnur für zukünftige Leistungen nehmen. Beispiel: „Gratulation zu diesem guten Ergebnis!“ Zweifellos ist ein Lob besser als kein Lob, doch klingt es nicht gleich viel besser, wenn man noch eine Begrün- dung dazu liefert? Beispiel: „Gratulation zu diesem guten Ergebnis. Das ist einem Verkäufer zuletzt vor fünf Jahren gelungen. Was haben Sie anders gemacht als die anderen?“ Tipp 6: Motivation durch monetäre Anreize Geld ist die offizielle Währung, mit der Erfolg gemessen wird. Der Gehaltsscheck am Ende eines Monats zeigt an, was dem Unternehmen die Leistung des Mitarbeiters wert ist. Demzufolge sind Gehaltsverhandlungen auch für den Mitarbeiter ein wichtiger Gradmesser, um zu se- hen, wie seine Leistung eingeschätzt wird und wie zu- frieden das Unternehmen mit ihm ist. Auch wenn häu- fig gesagt wird, dass es sich bei Geld nur um einen kurz- fristigen Motivator handelt, eignet es sich doch auch, um Leistungen zu steigern. Im Gespräch mit dem Mitar- beiter wird ein attraktiver Bonus ausgehandelt. Je nach- dem, ob die Ziele zu 80 Prozent, 90 Prozent oder zu 100 Prozent erreicht wurden, wird der Bonus komplett oder mit Abzug ausgeschüttet. Generell gilt: Ein Bonus wirkt nur dann motivierend, wenn die Ziele tatsächlich im Be- reich des Möglichen liegen und wenn das Bonuspaket wirklich attraktiv ist. Tipp 7: Motivation durch nichtmonetäre Anreize Geld allein macht nicht glücklich, besondere Angebote des Unternehmens für die Mitarbeiter dagegen schon. Wer viel arbeitet, der freut sich über den Wäscheservice der Firma und hat immer ein frisches Hemd zur Verfü- gung. Wer viel arbeitet, der freut sich darüber, wenn es ausdrücklich erlaubt ist, dass private Pakete an den Ar- beitsplatz geliefert werden können. Und wer viel arbei- tet, der freut sich auch darüber, wenn das Auto zur In- spektion gebracht wird, während er selbst Kunden oder Patienten hat. Es geht nicht darum, dass alles umsonst angeboten werden muss, eine Vergünstigung oder Er- © Dmitriy Shironosov 29 LASER JOURNAL 3/2012
Wirtschaft leichterung an sich wird bereits honoriert. Zu- sätzlich ist es ein Talk-About nach dem Motto: „Meine Firma arbeitet eng mit mehreren Hand- werksbetrieben zusammen, wenn bei mir zu Hause etwas kaputt geht, dann kommt schnell jemand zu mir nach Hause und ich bekomme auch noch 15 Prozent Rabatt.“ v o s o n o r i h S y i r t i m D © Tipp 8: Mein Job, meine Firma Wer sich mit seinem Job und dem Unterneh- men, in dem er arbeitet, identifiziert, der hegt keine Wechselgedanken. Es gibt keinen Grund dafür, doch wie erreichen Unternehmen eine solche Traumkonstellation? Sie holen die Mitarbeiter ab und binden sie mit Fragen wie: Was kann verbessert werden, was würde dazu führen, dass die Mitarbeiter noch zufriedener wären, was fehlt ihnen? Wer seinen Mitarbeitern das Gefühl gibt, dass sie mitbestimmen können, dass es geschätzt wird, wenn sie Prozesse optimieren und mitdenken, dass ihre Wünsche (wenn möglich) umgesetzt werden, der schafft ein Gefühl des Miteinanders, und wenn alle an ei- nem Strang ziehen, dann kann etwas Großes entstehen. Niemand kennt sich besser in einem Bereich aus als die Personen, die darin arbeiten. Wer sie um Rat fragt, was Verbesserungen angeht, der spart Geld und gibt den Mitarbeitern auch noch das Gefühl, dass sie ent- scheidend am Erfolg beteiligt sind. Und wenn dann auch noch eine Prämie für die gute Verbesserungsidee gezahlt wird und in der monatlichen Rundmail davon berichtet wird, dann entsteht eine Win-win-Situation. Denn: Das Unternehmen gewinnt, weil es spart, der Mitarbeiter gewinnt, weil er eine Prämie erhält und der Prozess optimiert wird, die anderen Mitarbeiter überlegen, was in ihrem Bereich verbessert werden kann und wie sie in den Genuss der Prämie kommen können. Tipp 9: Niemand ist eine Insel Wer im Unternehmen als einsamer Wolf Karriere ma- chen will, der hat es schwer. Teams sind viel produktiver, die Teammitglieder spornen sich gegenseitig an, sie unterstützen einander und helfen sich gegenseitig. Stimmt das Teamgefüge, Alt und Jung, erfahrener Mit- arbeiter und motivierter Youngster, dann profitieren alle und nicht zuletzt das Unternehmen. Wer im Team agiert, kommt weiter, und es macht einfach viel mehr Spaß! Deswegen gilt: Unternehmen, die viel Wert auf teambil- dende Maßnahmen legen (Kletterwald, Kegeln, Kartfah- ren, Fußballturniere), freuen sich über die engagierteren Mitarbeiter, die gesünderen Mitarbeiter und die team- fähigeren Mitarbeiter. Wer sich im Team wohlfühlt, der wechselt nur selten das Unternehmen; für das Unter- nehmen bedeutet das, dass die qualifizierten Mitarbei- ter langfristig gehalten werden können. Tipp 10: Investition + Aufwand < Output Es kostet Geld, seine Mitarbeiter zu motivieren. Es ist aufwendig, seine Mitarbeiter zu motivieren, doch es ist ein Fehler, nur auf die linke Seite zu schielen. So lange Investition und Aufwand deutlich kleiner sind als der Output, hat es sich gelohnt, und zwar unabhängig da- von, wie hoch die Investition und der Aufwand waren. Es gilt lediglich zu ermitteln, ob der Output so war wie gewünscht. Angenommen ein Unternehmen ermög- licht jedem Mitarbeiter in seinem Bereich eine frei wählbare Weiterbildung pro Jahr und der Mitarbeiter ist dadurch effizienter, zufriedener und motivierter (seine Produktivität steigt um 10 Prozent), dann war das eine gute Investition, oder? Zumal das Unterneh- men sich bei einem zufriedenen und motivierten Mit- arbeiter keine Sorgen machen muss, dass er zu einem anderen Unternehmen wechselt. Die Zeiten, in denen sich die Unternehmen ihre Mitar- beiter aussuchen konnten, sind vorbei. In Zukunft wird es immer mehr so sein, dass die Mitarbeiter sich ihr Unternehmen aussuchen – das Paket muss also stim- men und es ist wichtig, zu wissen, wie man seine Mitar- beiter motiviert. Es gibt viele verschiedene Möglichkei- ten und alle basieren auf der einfachen Rechnung: Wenn die Investition und der Aufwand kleiner sind als der Out- put, dann hat sich jede einzelne Maßnahme gelohnt. n KONTAKT Marc M. Galal Institut Lyoner Straße 44–48 60528 Frankfurt am Main Tel.: 069 74093270 E-Mail: info@marcgalal.com Web: www.marcgalal.com 30 LASER JOURNAL 3/2012
Die Jahrbücher 2012 Das neue Jahrbuch zum Angebotspreis Laserzahnmedizin 2013 Kostenlose Leseprobe Kostenlose Leseprobe JETZT AUCH IM PRAXIS-ONLINE SHOP DER OEMUS MEDIA AG BESTELLEN! Anwenderberichte Fallbeispiele Marktübersichten Produktübersichten * Preise verstehen sich zzgl. MwSt. und Versandkosten. (cid:1) Faxsendung an 0341 48474-290 Jahrbuch Implantologie 2012 Exemplar(e) Jahrbuch Digitale Dentale Technologien 2012 Exemplar(e) Jahrbuch Laserzahnmedizin 2013 Exemplar(e) Praxisstempel Jetzt bestellen! Bitte senden Sie mir mein(e) Exemplar(e) an folgende Adresse: Name: Straße: Vorname: PLZ/Ort: Telefon/Fax: E-Mail: Unterschrift: OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Tel.: 0341 4 8474-0 Fax: 0341 48474-290 LJ 3/12
Herstellerinformationen Hager & Werken Laserspezialist kooperiert mit Hager & Werken Der Diplom-Physiker und Laserspezialist Hans-Joachim Koort ist neuer Projektleiter im Duisburger Dentalunternehmen Hager & Werken. Seine Aufgabenbereiche umfas- sen die Vertriebsunterstützung und Organi- sation im Lasermarktbereich. Der Tätig- keitsschwerpunkt bezieht sich derzeit auf Europa. Herr Koort absolvierte erfolgreich sein Stu- dium der Physik und arbeitete bereits an der Poliklinik für Zahn erhaltung und Parodonto- logie der Rheinischen-Friedrichs-Wilhelms Universität Bonn und ist seit mehr als 20 Jah- ren in der Medizintechnik und im Laserge- schäft tätig. Er war Mitbegründer und Direc- tor of Board der ISLD International Society for Lasers in Dentistry (heute WFLD World Federation for Laser Dentistry). Noch heute ist er Mitglied in dem Verband sowie in der DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft) und in der DGLM (Deutsche Gesellschaft für Lasermedizin). Hager & Werken GmbH & Co. KG Ackerstraße 1 47269 Duisburg E-Mail: info@hagerwerken.de Web: www.hagerwerken.de ORALIA Sanftes Lasern und effiziente Photodynamik Das neue Flaggschiff der Konstanzer Lasermanu- faktur ORALIA, der 810-nm-Diodenlaser ora-laser d-lux, bietet reichlich Komfort: RKI-konforme, wiederaufbereitbare Faserspitzen, ein autoklavier - bares Handstück mit Fingerschalter und ein Farb- Touchdisplay mit Applikations- und Faser-Empfeh- lungen sowie zahlreiche veränderbare voreinge- stellte Programme. Wie jeder ora-laser ist er besonders dosissicher und funktionell gestaltet und absolut hochwertig verarbeitet. Das neue Highlight: Die besonders effiziente Photodyna- mische Therapie (photolase-Verfahren) zur lokalen Infek- tionsbehandlung ist bereits als festes Programm inte- griert. Der Vorteil: Im Gegensatz zu indocyaningrünba- sierten Farbstoffen ist photolase bestens für die Endo - dontie geeignet, wirkt gegen alle PA-Keime und kann transgingival angestrahlt werden, sodass der Farbstoff nicht durch neu entstehende Blutungen zerstört wird. Weiterhin muss der Farbstoff nicht erst angemischt werden und zerfällt nicht bereits nach wenigen Stunden, sodass hier sogar ein depot- bakterizider Effekt genutzt werden kann. Preislich liegt das robuste Standgerät im oberen Be- reich moderner Tischgeräte und ist somit als recht kostengünstig anzusehen – zumal die 5-Jahre-vor- Ort-Garantie bereits inklusive ist. Als Entwickler, Hersteller, Direktvertreiber und techni- scher Service steht ORALIA dem Anwender bei allen Fragen zur Verfügung. ORALIA medical GmbH Schneckenburgstr. 11 78467 Konstanz E-Mail: contact@oralia.de Web: www.oralia.com Henry Schein Moderne Parodontitistherapie mit dem Q810 Touch von A.R.C. Die Photodynamische Therapie mit EmunDo® ist der Schlüssel zum Erfolg bei Parodontitis und anderen bakteriellen Entzündungen des Zahnfleisches oder der Mundhöhle. PDT hat längst einen besonderen Stellenwert in der Zahnheilkunde eingenommen. Henry Schein präsentiert die dritte Generation des Lasers von A.R.C. in einem modernen Design mit Touchscreen. Das neueste Therapiekonzept hat gute klinische Ergebnisse. Der Farbstoff EmunDo® wird durch die Bestrahlung mit dem Q810 Laser angeregt und bildet dadurch Singulett-Sauerstoff. Dieser reaktive Sauerstoff tötet effektiv alle grampositiven und gramnegativen Bakterien ab. Durch die keim tötende Wirkung sind keine Antibiotika nötig, dadurch werden Probleme mit bestehenden Resistenzen oder Resistenzneubildungen vermieden. Die EmunDo®-Therapie wirkt gezielt und lokal und ist langfristig sehr effektiv, da die schäd- lichen Bakterien schmerzfrei für den Patienten entfernt werden. Die Henry-Schein-Laser- spezialisten stehen für all Ihre Fragen zu EmunDo® zur Verfügung und werden Sie gerne per- sönlich beraten. Henry Schein Dental Deutschland GmbH Monzastraße 2a 63225 Langen E-Mail: info@henryschein.de Web: www.henryschein-dental.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 32 LASER JOURNAL 3/2012
LASERVISION Laserschutzbrille mit neuem Bügelkonzept Ab sofort ist die bewährte DYNA GUARD Fassung F18 mit Flex-Bügel von LASERVISION auch mit einem Klappbügel als Modell F22 ver- fügbar. Das neue Bügelkonzept vereinigt die Vorteile des Flex-Bügels wie druckfreier Sitz, universelle Größenanpassung und hoher Trage - komfort mit der einfachen Handhabung eines konventionellen Klappbügels. Dies DYNA GUARD Brille passt selbst verständlich auch mit den neuen Flex-Klappbügeln als Überbrille über Korrektur- brillen und zeichnet sich vor allem durch eine bessere und einfachere Handhabung beim Auf- und Absetzen über Korrekturbrillen aus. Für weitere Rückfragen und detaillierte technische Informationen steht Ihnen LASERVISION selbstverständlich gern zur Verfügung. Champions Implants Neue Maßstäbe Der Medilas Opal ist ein Hightech-Dioden- laser und wird ausschließlich in Deutsch- land gefertigt. Dieser Diodenlaser, in Deutschland bei den Champions® er- hältlich, setzt neue Maßstäbe im Be- reich Preis-Leistungs-Verhältnis, aber auch in Qualität und Performance. Er verfügt über eine Leistung bis zu zehn Watt, patentierten Fasertips mit „snap in“-Verbindung, die in der Länge variiert werden können und kein Strippen und Cleaven erfordern (Durchmesser 200µm und 300µm). Des Weiteren gibt es für die Chirurgen ein spezielles, von der Universität Ulm entwickeltes Handstück mit Saphir-Spitze, das eine feine skalpellähnliche Schnittführung ermöglicht und dabei nur eine geringe Karbonisierung erzeugt. Der Laser wird in verschiedenen Versionen und Ausstattungs - optionen angeboten, wobei das High-End-Gerät über einen inte- grierten Akku und einen kabellosen Fußschalter mit Leistungsver- elexxion Herstellerinformationen LASERVISION GmbH & Co. KG Siemensstraße 6, 90766 Fürth E-Mail: info@lvg.com Web: www.uvex-laservision.de stellfunktion verfügt. Die Menüführung ist intuitiv, intel- ligent und erfolgt mittels Touchscreen. Die Champions® bieten diesen „High-End Quality Laser – made in Germany“ seit Februar 2012 zu einem attraktiven Einführungspreis an! Neben bundesweitem Support und Know-how werden auch regelmäßig Schulungen (inkl. Laserschutzbeauftragten) in der „Champions® Education Academy“ in Palma/Mallorca angeboten, die der angehenden Laser - praxis neben klinischem und lasersicher- heitsrelevantem Wissen auch Praxis - marketing vermitteln. Champions Implants GmbH Bornheimer Landstraße 8, 55237 Flonheim E-Mail: info@champions-implants.com Web: www.champions-implants.com Photosensitizer in Perio Green ist ein „echter“ photodynamischer Wirkstoff, der erst bei Laserbestrahlung mit einer Wellenlänge von 810nm aktiv gegen parodontalpathogene Keime vorgeht. Und da der Photosensitizer sich nur selektiv an die Zellwände von Bakterien in Plaque und Zahnfleisch taschen ankoppelt, werden körpereigene Effiziente PA- und Periimplantitistherapie mit Indocyaningrün Mit dem neuen photodynamischen Wirkstoff Perio Green bringt die elexxion AG mit Firmensitz in Radolfzell Farbe in die laserunterstützte PA- und Periimplantitistherapie. So ermöglicht das neue Medizin- produkt der Klasse IIa, das auf dem klinisch bewährten PDT-Farb- stoff Indocyaningrün basiert und speziell auf die Lichtfrequenz der elexxion-Laser reagiert, eine hochwirksame, schmerzfreie adjuvante Parodontitis- und Periimplantitisbehandlung – ohne Risiken für Zahnhart- und Weichge- webe und ohne Verfärbungen und systemische Nebenwirkungen. Nach fünfjähriger Forschungs- und Zertifizierungsarbeit hat der Dental- laser-Hersteller elexxion ein neu - artiges Produkt zur Photodyna - mischen Therapie (PDT) entwickelt, das schädliche Mikroorganismen in der Mundhöhle schnell, sicher und effektiv bekämpft. Seine Wirkstoff- basis: der laseraktivierbare Farb- stoff Indocyaningrün. Dieser spezielle Zellen nicht beeinträchtigt. Darüber hinaus veranstaltet die elexxion AG u.a. folgende Perio Green Seminare: – 10.10. Prof. Dr. M. Jörgens/Düsseldorf – 10.10. ZA A. Paschold/Rudolstadt – 12.10. Dr. M. Heger/Varel – 17.10. Dr. F.-W. Förster/Berlin Weitere Termine finden Sie unter: www.periogreen.com elexxion AG Schützenstraße 84, 78315 Radolfzell E-Mail: info@elexxion.com Web: www.elexxion.de Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. 33 LASER JOURNAL 3/2012
RECHT Keine Strafbarkeit für korruptives Handeln bei Vertragsärzten RA Dennis Hampe, RA Dr. Sebastian Berg Die seit Monaten erwartete Entscheidung des Großen Senats für Straf- sachen des BGH (Beschluss vom 29.03.2012, Az.: GSSt 2/11) lässt sich mit den Worten „Vertragsärzte sind korrupt, aber nicht strafbar“ zusammenfassen. Schließlich sind Vertragsärzte im Gegensatz zum Bundespräsidenten keine Amtsträger. Zwar ist damit das Annehmen von Geschenken moralisch ähnlich fragwürdig, doch wird es nicht von den Tatbeständen des Strafgesetzbuches (StGB) eingeschlossen. Hintergrund der Entscheidung ist die Zahlung von Prämien durch Pharmaunternehmen an Vertragsärzte in Höhe von 5 % des Herstel- lerabgabepreises für die Verordnung bestimmter Arzneimittel. Die Pharmareferentin, die in dem zu entscheidenden Fall die entspre- chenden Schecks übergeben hatte, war im Ausgangsverfahren durch das LG Hamburg wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr verurteilt worden. Eine solche Verurteilung setzt jedoch voraus, dass Vertragsärzte als „Beauftragte der Krankenkassen“ im Sinne des § 299 StGB einzuordnen sind. Diese seitens des LG Hamburg vertre- tene Auffassung legte der 5. Strafsenat des BGH dem Großen Senat für Strafsachen vor. Denn zuvor hatte bereits der 3. Strafsenat des BGH Vertragsärzte bezogen auf die Verordnung von Hilfsmitteln nicht nur als „Beauftragte“ der Krankenkassen, sondern auch als „Amtsträger“ eingeordnet und den Großen Senat um eine verbindliche Entschei- dung ersucht. Eine Einordnung als „Amtsträger“ hätte Vertragsärzte sogar den weitaus strengeren Vorschriften von Bestechlichkeit und Vorteilsannahme nach den §§ 331 ff. StGB unterworfen. Straftatbestände Die der Entscheidung zugrundeliegenden Straftatbestände entstam- men allesamt dem Bereich der Korruptionsdelikte. Die §§ 331 ff. StGB dienen als sogenannte „Straftaten im Amt“ dem Schutz der Lauter- keit des öffentlichen Dienstes und dem Vertrauen der Allgemeinheit in eben diese. Strafbar ist danach zum einen die Vorteilsgewährung bzw. Vorteilsannahme, verkürzt gesprochen also ein Geschenk zu- gunsten eines Amtsträgers für dessen Dienstausübung – sei sie pflichtgemäß oder pflichtwidrig erfolgt. Soll hingegen durch das Ge- schenk eine konkret pflichtwidrige Diensthandlung erreicht werden, sind zum anderen die schwerwiegenderen Tatbestände der Beste- chung oder Bestechlichkeit einschlägig. Demgegenüber schützt § 299 StGB den freien Wettbewerb. Unter Strafe gestellt ist die Annahme von Vorteilen für sich oder Dritte als Gegenleistung für eine unlautere Bevorzugung eines Geschäftspart- ners im Wettbewerb. Adressat dieser Strafnorm sind Angestellte oder Beauftragte eines geschäftlichen Betriebes, wozu auch eine Kran- kenkasse als dauerhaft am Wirtschaftsleben teilnehmender Akteur zählen kann. e c n a i l l A © 34 LASER JOURNAL 3/2012
Entscheidung Der Große Senat ist mit seiner Entscheidung einer Anwendbarkeit dieser Strafvorschriften auf Vertragsärzte nunmehr entgegengetreten. Mit seiner richtungsweisenden Entscheidung hat er festgestellt, dass Vertragsärzte weder „Beauftragte“ der Krankenkassen sind und damit nicht einer Strafbarkeit wegen Bestechung im geschäftlichen Verkehr nach § 299 StGB unterfallen, noch „Amtsträger“, die ähnlich einem Beamten zu behandeln und einer Strafbarkeit nach §§ 331 ff. StGB zu unterwerfen wären. Gründe Der BGH verneint die Amtsträgereigenschaft von Vertragsärzten, da im Verhältnis zum Patienten das persönliche Verhältnis zu seinem indivi- duell ausgewählten Arzt derart im Vordergrund steht, dass ein hoheit- licher Charakter aus der Erfüllung öffentlicher Gesundheitsfürsorge dahinter zurücktritt. Der Patient nimmt seinen Arzt eben nicht wie den TÜV als Organ hoheitlicher Gewalt, sondern als frei gewählten Be- handler und gleichgeordneten Vertragspartner wahr. Hieran ändert auch die Konkretisierung gesetzlicher Leistungsansprüche durch die entsprechenden ärztlichen Verordnungen nichts. Denn diese sind un- trennbarer Bestandteil der ärztlichen Behandlung und vollziehen sich innerhalb des personal geprägten Vertrauensverhältnisses. Der Große Senat für Strafsachen verwirft damit explizit die Ansicht des 3. Straf- senats des BGH, wonach aus der Schlüsselstellung des Vertragsarz- tes im Rahmen der Verordnungstätigkeit eine Rechtsmacht wie bei ei- nem öffentlich-rechtlich beliehenen Verwaltungsträger folge. Viel- mehr geht das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient einer Einbindung in ein System staatlich gelenkter Daseins- fürsorge vor. Daneben lehnt der BGH auch eine Einordnung von Vertragsärzten als „Beauftragte“ der Krankenkassen ab. Denn schon vom Wortsinn her übernimmt der Beauftragte eine Aufgabe nach Wahl und im Interesse des Auftraggebers, der den Beauftragten bei seiner Tätigkeit anleitet. Hieran fehlt es im Verhältnis zum Vertragsarzt. Zwar steht dessen Ein- ordnung als freier Beruf einer solchen Beauftragung nicht entgegen, doch ist seiner Stellung im System der gesetzlichen Krankenversiche- rung eine Einbindung auf Augenhöhe zu entnehmen. Vertragsärzte und Kassenärztliche Vereinigungen stehen den Krankenkassen in ei- nem Konzept gleichgeordneten Zusammenwirkens gegenüber. In die- sem System wählt der Patient frei einen Arzt seines Vertrauens, ohne dass der Krankenkasse dabei ein Mitspracherecht zusteht. Der Arzt wird daher in ers ter Linie im Interesse des Patienten und nicht als „Be- auftragter“ der Krankenkasse tätig. Die bis dahin von mehreren In- stanzgerichten sowie dem 3. und 5. Strafsenat des BGH herangezo- gene Schlüsselstellung bei der Verordnung von Medikamenten und Hilfsmitteln rechtfertigen nach Ansicht des Großen Strafsenats keine andere Beurteilung. Auch wenn dem Vertragsarzt im Bereich der Arz- neimittelversorgung hinsichtlich Art und Menge der von ihm verord- neten Medikamente ein erheblicher Einfluss zukommt, wird dieser nicht als Vertreter der Krankenkassen über den Kauf jedes einzelnen Medikamentes tätig. Denn auch in diesem Bereich fehlt es aufgrund der Vorgaben und Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses sowie dem Regelfall der Aut-idem-Substitution an einer abschließen- den und alleinverantwortlichen Entscheidung des Vertragsarztes. Fazit Vertragsärzte machen sich bei der Annahme von Geschenken oder sonstigen Zuwendungen auf Basis der aktuellen Rechtslage also nicht strafbar. Damit ist ein korruptives Verhalten jedoch nicht erlaubt. Viel- mehr ist berufsrechtlich nach wie vor eine Zuweisung von Patienten o J e P © oder die Verordnung bestimmter Arznei-, Heil- oder Hilfsmittel gegen Entgelt verboten, § 31 der Musterberufsordnung für Ärzte (MBO-Ä). Weiter enthält § 32 MBO-Ä das Verbot, Geschenke oder andere Vorteile zu fordern oder anzunehmen, wenn hierdurch der Eindruck erweckt wird, dass die Unabhängigkeit der ärztlichen Entscheidung beeinflusst wird. Diese Verbote sind ein Ausfluss der aus § 30 MBO-Ä resultierenden Verpflichtung, nach der Ärzte in allen vertraglichen und sonstigen beruflichen Beziehungen zu Dritten ihre ärztliche Unabhän- gigkeit für die Behandlung der Patienten zu wahren haben. Vertrags- arztrechtlich findet sich daneben in § 128 SGB V ein Pendant, wonach entsprechende Formen der Zusammenarbeit zwischen Vertragsärz- ten und Leistungserbringern auch nach dem SGB V untersagt sind. Der BGH hatte jedoch einzig über eine Strafbarkeit nach dem StGB zu entscheiden. In diesem Bereich hat der Große Senat abschließend be- tont, dass eine Bekämpfung korruptiven Verhaltens im Gesundheits- wesen auch mit den Mitteln des Strafrechts ein berechtigtes Anliegen sei, es als solches aber einer gesetzlichen Regelung bedürfe. Die Dis- kussion wird in diesem Bereich angesichts dieses klaren Auftrages an den Gesetzgeber also politisch weitergehen. RA Dennis Hampe, RA Dr. Sebastian Berg kwm – Kanzlei für Wirtschaft und Medizin Münster, Berlin, Hamburg, Bielefeld E-Mail: hampe@kwm-rechtsanwaelte.de berg@kwm-rechtsanwaelte.de Web: www.kwm-rechtsanwaelte.de 35 LASER JOURNAL 3/2012
EVENTS Implantologie in der Ewigen Stadt Redaktion Sapienza Universität Rom Im implantologischen Fortbildungseinerlei mal etwas Neues zu bringen, ist der Anspruch der Giornate Romane – der römischen Tage. Die Implantologieveranstaltung setzt auf die Ver - bindung von erstklassigen wissenschaftlichen Beiträgen und italie nischer Lebensart. Dabei werden sowohl inhaltlich als auch organisato- risch neue Konzepte umgesetzt. Eine Reise nach Rom lohnt sich somit auf jeden Fall. Ein Implantologie-Event der Sonderklasse mit besonderem italie- nischem Flair findet für deutsche Zahnärzte am 12./13. April 2013 in Rom statt. In Kooperation mit der Sapienza Universität Rom und in deren Räumlichkeiten erwartet die Teilnehmer aus Deutschland ein ganz besonderes Programm aus wissenschaftlichen Vorträ- gen, einer Live-OP, Table Clinics und Referentengesprächen. Die Referenten kommen aus Italien und Deutschland, die Kongress- sprache ist Deutsch. Der Samstag steht ganz im Zeichen von wis- senschaftlichen Vorträgen im Hörsaal der Universität und findet seinen Abschluss in einem typisch italienischen Abendessen im Epizentrum der Ewigen Stadt. Ablaufplan: · Anreise am Donnerstagabend oder Freitagvormittag · Freitag, 12. April 2013, 14.00–18.00 Uhr Learn & Lunch · Samstag, 13. April 2013, 10.00–16.30 Uhr wissenschaftliche Vorträge · ca. 20.00 Uhr Abendessen · Abreise am Sonntag © Brian K. stellung finden in diesem Bereich, im direkten Anschluss an die Übertragung der Live-OP, bis 18.00 Uhr die Tischdemonstrationen (Table Clinics) statt. Jeder Referent betreut unter einer konkreten Themenstellung einen „Round Table“. Es werden Studien und Fälle vorgestellt, die Teilnehmer haben die Gelegenheit, mit Referenten und Kollegen zu diskutieren und auch eigene Fälle anhand von Rönt- genbildern und Modellen zur Diskussion zu stellen. Das Ganze findet in einem rotierenden System statt, wodurch die Teilnahme auch an mehreren Table Clinics möglich ist. Eine Vorabanmeldung für die gewünschten Table Clinics ist dabei in jedem Fall sinnvoll. Damit die Veranstaltung auch in einer möglichst lockeren, unge- zwungenen und „italienischen“ Atmosphäre stattfinden kann, wer- den die Teilnehmer des „Learn & Lunch“ natürlich mit italienischen Weinen und typisch italienischen Köstlichkeiten verwöhnt. Man sollte sich die Giornate Romane also schon jetzt als ein Fort- bildungsevent der Sonderklasse weit ab vom sonstigen Fortbil- dungsallerlei im Kalender vormerken. Vom Veranstalter OEMUS MEDIA AG werden auf die Veranstaltung zugeschnittene Flug- und Hotel-Arrangements zusammengestellt, die eine stressfreie An- reise und einen angenehmen Aufenthalt garantieren. Besonders spektakulär gestaltet sich bereits der Freitag. Während die Teilnehmer vormittags die Gelegenheit haben, die Stadt indivi- duell zu erkunden, beginnt um 14.00 Uhr mit dem Learn & Lunch in den Räumlichkeiten der Universität, im sogenannten „Roofgarden“, der besondere Teil der Veranstaltung. Neben der begleitenden Aus- OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-308, Fax: 0341 48474-390 E-Mail: event@oemus-media.de Web: www.oemus.com 36 LASER JOURNAL 3/2012
Giornate Romane Wissenschaftliche Leitung Prof. Dr. Mauro Marincola/Rom Prof. Dr. Andrea Cicconetti/Rom Implantologie ohne Grenzen 12./13. April 2013 Rom/Italien I Sapienza Università di Roma Ablaufplan Anreise am Donnerstagabend oder Freitagvormittag Freitag, 12. April 2013 I 14.00 – 18.00 Uhr Learn & Lunch (Übertragung der Live-OP, Table Clinics) Separates Seminar für die implantologische Assistenz Samstag, 13. April 2013 | 10.00 – 16.30 Uhr Wissenschaftliche Vorträge ca. 20.00 Uhr Abendessen Abreise am Sonntag Referenten I Prof. Dr. Hans Behrbohm/Berlin I Prof. Dr. Andrea Cicconetti/Rom I Prof. Dr. Dr. Rolf Ewers/Wien I Prof. Dr. Mauro Marincola/Rom I Prof. Dr. Marcel Wainwright/Düssel- dorf I Prof. Mauro Labanca/Mailand I Priv.-Doz. Dr. Dr. Steffen G. Köhler/Berlin I Dr. Georg Bayer/Landsberg am LechI Dr. Vincent J. Morgan, DMD/BostonI Dr. Marius Steigmann/Neckar gemünd I DDr. Angelo Trödhan/Wien I Dr. Ulrich Volz/ Meersburg Kongressgebühren 350,– € zzgl. 19% MwSt. Zahnärzte Helferinnen 250,– € zzgl. 19% MwSt. Die Kongressgebühr beinhaltet die Teilnahme an der Übertragung der Live-OP, den Table Clinics (bzw. Semi- nar implantologische Assistenz), den wissenschaftlichen Vorträgen sowie die Verpflegung während der Tagung und das gemeinsame Abendessen am Samstag. Abendessen (Samstag) Begleitpersonen 65,– € zzgl. 19% MwSt. Veranstalter/Organisation I OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 I 04229 Leipzig I Tel.: 0341 48474-308 I Fax: 0341 48474-390 event@oemus-media.de I www.oemus.com Reiseplanung I Wir unterstützen Sie bei der Buchung Ihrer Hotelübernachtung und Reiseplanung. Um Ihnen die besten Verbindungen und Raten zu gewähr- leisten, besprechen Sie gern Ihre individuellen Reisewünsche mit unserem Reisepartner:„PRIMETRAVEL“ – Ihre persönliche Ansprechpartnerin: Nicole Houck I Tel.: 0211 49767-20 I Fax: 0211 49767-29 I Mobil: 0176 10314120 Stand: 5. September 2012 E-Paper Giornate Romane – Implantologie ohne Grenzen QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers Quick Scan) Faxantwort 0341 48474-390 Bitte senden Sie mir das Programm zum Giornate Romane – Implantologie ohne Grenzen am 12./13. April 2013 in Rom/Italien zu. Vorname I Name E-Mail-Adresse (bitte angeben) Vatican at dusk // © deepblue-photographer – shutterstock.com Set of european waving flags // © javi merino – shutterstock.com abstract ethnic vector seamless // © De-V – shutterstock.com Praxisstempel LJ 3/12
EVENTS Expertenwissen, Innovationen und Markteinführungen Dr. Georg Bach/Freiburg im Breisgau „Leipzig war wirklich eine Reise wert!“, treffender kann man es wohl nicht formulieren, wie es der thüringische Kollege beim Verlassen des Mainpodiums am Samstagmittag des zweiten September - wochenendes nach Ende der Veranstaltung tat. Im Fokus des zahn- ärztlichen Interesses war das Hotel THE WESTIN LEIPZIG, in dem neben der 21. Jahrestagung der DGL auch die 16. Ausgabe des LASER START UP und zeitgleich das Leipziger Forum für Innovative Zahnmedizin stattfanden. Wer dachte, dass die DGL nach dem grandiosen Jubiläumskongress des vergangenen Jahres erst einmal ihr Pulver verschossen hätte, der wurde gleich beim Grußwort des DGL-Präsidenten, Prof. Dr. Norbert Gutknecht, eines Besseren belehrt. Gutknecht konnte nicht nur das „Who’s who“ der deutschen Laser- zahnmedizin im Auditorium begrüßen und stolz darauf hinweisen, dass nahezu alle Meinungsbildner aus Hochschule und Praxis auch einen Beitrag zum inhaltsstarken wissenschaftlichen Programm bei- getragen haben, nein, er konnte auch zahlreiche namhafte interna- tionale Referenten und Vertreter befreundeter Fachgesellschaften in Leipzig willkommen heißen. Die Tatsache, so Gutknecht, dass man mit verschiedenen Lasern blutungsfrei oder zumindest blutungsarm im Weichgewebe chirurgisch tätig werden kann, und zudem eine schmerzfreie Kariesex kavation und Kavitätenpräparation mit Er:YAG- Lasern möglich ist, sind zwischenzeitlich – dies ein Verdienst der DGL – auch zahnärztliches Allgemeinwissen. Das Potenzial von (Laser-)Licht Gutknecht legte in seinem Grußwort jedoch auch einen Schwerpunkt auf sekundäre, nicht direkt nachweisbare Reaktionen, die Laserlicht im Gewebe hervorruft. Gerade diese, über Jahrzehnte wissenschaft- lich nicht nachvollziehbaren und somit auch nicht messbaren Inter- aktionen haben nach Ansicht des DGL-Präsidenten wesentlich zu den überlegenen und positiven Behandlungen laserunterstützter Therapien beigetragen. So war es ihm Freude und Ehre zugleich, den sicherlich renommiertesten Referenten zu diesem Phänomen der sekundären Laserlichtwirkungen auf das Podium zu rufen. Mit Prof. Dr. Chukuka S. Enwemeka/Milwaukee (USA) hatte Gut- knecht nicht nur einen sehr eloquent-unterhaltsamen, sondern auch einen wissenschaftlich überaus fundierten Referenten nach Leipzig geholt, der unterhaltsam und anschaulich zu erklären vermochte, warum sichtbare und infrarote Laserstrahlung auch noch in gerings - ten Dosen eine positive Auswirkung auf das umgebende Gewebe und ganz speziell auf die einzelnen Zellen hat. Fazit seines umfang - reichen Übersichtsvortrages: Blaues Licht ist in der Lage, Bakterien zu töten. Rotes und infrarotes Licht ist in der Lage, Gewebe zu re - parieren und Heilungsvorgänge zu unterstützen. Das Potenzial von (Laser-)Licht ist noch lange nicht ausgereizt. „Wir stehen eigentlich erst am Anfang“, dies das Schlusswort Enwemekas. Am zweiten Kongresstag steuerte Dr. Rene Franzen einen Beitrag zum wissenschaftlichen Programm bei, der die Ausführungen En- wemekas unterstützend ergänzte – Franzen sprach über Biophysics, den Schlüssel zum Verständnis der Laser-Gewebe-Wirkung. DGL-Highlights Im ausgewogenen und sorgfältig zusammengestellten Programm, welches erneut überaus gut mit Referenten bestückt war, waren ei- nige Schwerpunktthemen zu verzeichnen, die von den Referenten der 21. DGL-Tagung dargestellt und facettenreich erläutert wurden. Dr. Darius Moghtader Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner Dr. Simona Baur Prof. Dr. Matthias Frentzen 38 LASER JOURNAL 3/2012
Dr. Georg Bach Prof. Dr. Chukuka S. Enwemeka Prof. Dr. Norbert Gutknecht Photodynamische Therapien Zum DGL-Dauerbrenner wird der Themen- bereich Photodynamische Therapie und in der Tat hat keine Innovation der vergange- nen Jahre derart viele neue Laseranwender gewonnen wie die mini- malinvasive Interaktion von Laserlicht und Sensitizer, im Rahmen de- rer Sauerstoff entsteht, der letztendlich zum Zelltod der pathogenen Bakterien führt. Der Radolfzeller Laserhersteller elexxion nahm die DGL-Jahresta- gung zum Anlass, ein neues System für die Photodynamische Thera- pie vorzustellen („Perio Green“), welches – der Name lässt es ahnen – mit einem grünen Sensitizer arbeitet, der optimal zu 810-nm-Laser- licht passt. 810-nm-Laser sind in der Zahnheilkunde weit verbreitet und sollen, im Milliwattbereich eingesetzt, nun auch als Lichtquelle für die Photodynamische Therapie dienen. In idealer Weise ergän- zend zu diesem Beitrag war der von Prof. Dr. Gerd Volland/Heils- bronn, der auch über ein PT-System mit einem grünen Sensitizer be- richtete („EmunDo“). So war die (rhetorische) Frage von Dr. Michael Hopp/Berlin „Blau versus Grün?“ nur berechtigt, verglich das Laser- Urgestein doch die etablierten blauen Sensitizer mit den neu hinzu- gekommenen grünen. Seine Wertung indes fiel eindeutig aus: „Mit grünem Farbstoff spie- len Sie in einer ganz anderen Liga“, so Hopp, „nicht nur was die weitaus höhere Effizienz betrifft, wir haben auch Vorteile bei der ausbleibenden Färbung und der Tatsache, dass es sich um eine echte PT, ohne Eigenwirkung des Sensitizers, handelt.“ Kollege Utz Winkelmann/Moers verglich die Photodynamische The- rapie mit der systemischen Antibiose und würdigte hier vor allem den minimalinvasiven Therapieansatz der PT. Hoffnungsvolle Ergebnisse des PT-Einsatzes in der Parodontologie präsentierte der Düsseldor- fer Parodontologe Dr. Hans-Dieter John. Auch sein Resümee fiel sehr eindeutig zugunsten der jüngst etablierten grünen Sensitizern auf ICG-Basis aus, sodass man als Fazit der beeindruckenden PT-Ses- sion anführen kann: Die Photodynamische Therapie etabliert sich als minimalinvasives Verfahren für die Behandlung der Parodontitis und der Periimplantitis. Der Trend geht eindeutig hin zu grünen Sensiti- zern (Basis ICG), weg von den blauen Sensitizern (Prophyrinbasis). Es findet eine Verschiebung der PT-Wellenlängen (korrespondierend zum Sensitizer) in Richtung Laserlicht mit 810 nm statt. Grundlagenforschung – Zukunftsperspektiven Wenn Prof. Dr. Matthias Frentzen/Bonn ans Rednerpult schreitet, dann wird das Auditorium stets aufmerksam und still, denn dann spricht nicht nur der langjährige Generalsekretär der einzigen deutschen Fachgesellschaft für Laserzahnheilkunde, sondern auch einer der profiliertesten deutschen Lasergrundlagenforscher. Seine Bonner Arbeitsgruppe erfährt für ihre einzig- artige und beachtenswerte Forschungstätigkeit finanzielle Unterstüt- zung des Staates und von Forschungsgesellschaften. „Theragnostik und All-in-One-Laser“ – Zukunftsstrategien der Laserzahnmedizin, eine Steilvorlage für den Bonner Hochschullehrer, der aus seiner For- schungstätigkeit vor allem im Bereich der Ultrakurzpulslaser berich- tete und dem lang gehegten, dann bereits aufgegebenen Traum des Universallasers mittelfristig neue, berechtigte Nahrung gab. Faszinie- rend die Vorstellung, dass bei den Nano- und Femdosekundelasern Licht pro Puls den Weg in der Dimension eine Haares nimmt! Auch Priv.-Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner gehört zu den treues- ten Weggefährtinnen der DGL und zu dem aktiven Zirkel der Laserfor- schenden an den deutschen Hochschulen. Interessant ihr diesjähriger Beitrag „Konventionelle und digitale Bildgebung zur Darstellung peri- implantärer Situationen und konsekutiver Lasereinsatz“. Die in Göt- tingen bereits zur Tradition gewordenen Möglichkeiten der Nutzung aktueller bildgebender Verfahren werden nun auch zur Diagnostik und Therapie periimplantärer Läsionen genutzt. Professor Andreas Braun/ Marburg stellte fluoreszenzbasierte Techniken zur Diagnostik, Thera- pie und Progressionsbestimmung kariöser Läsionen vor. Klinische Anwendung Faszinierend der Facettenreichtum klinischer Anwendungsmög- lichkeiten, die im Rahmen der 21. DGL-Jahrestagung dargestellt wurden. Beginnend mit dem Beitrag von Prof. Dr. Herbert Deppe/ München, der das Auditorium in die Welt der laserunterstützten Oral- und Kieferchirurgie entführte und sich damit als Vertreter der invasiven Laserzahnheilkunde outete, bis hin zu minimalinvasiven Therapieansätzen, über die unter anderem Kollegin Dr. Gabriele Schindler-Hultzsch/Aichach referierte, sie sprach über den Laser als festen Bestandteil in der Kinder- und Jugendzahnheilkunde. Beide Autoren betonten die hohe Wertigkeit des Laserlichtes in ihren Dis- ziplinen, das Ergebnisse erzielen lässt, die ohne Laserunterstützung nicht möglich gewesen wären. Wer beim Vortrag vom Kollegen Deppe nun buchstäblich „Blut ge- leckt“ hatte, kam in dem Beitrag von Herrn Prof. Dr. Dr. Siegfried Jänicke dann voll auf seine Kosten, denn der Osnabrücker Kiefer - chirurg konnte zahlreiche Fallbeispiele laserunterstützter Therapien in der MKG und in der Implantologie vorstellen. Dr. Marcella Esteves Oliveira indes wusste über die zahlreichen Indi- kationen des Lasereinsatzes in der konservierenden Zahnheilkunde 39 LASER JOURNAL 3/2012
EVENTS zu berichten, hier standen naturgemäß Anwendungen an der Hart- substanz im Mittelpunkt. Neben den Übersichtsvorträgen gab es auch Einzel- und Spezialisten- beiträge, wie z.B. der von Kollegin Dr. Simona Baur (Zirndorf), die Anwendungsbeispiele für Er:YAG-, Dioden- und Nd:YAG-Therapien in der täglichen Zahnarztpraxis präsentierte. Dr. Michael Schäfer berichtete über Möglichkeiten und Limitationen des Diodenlasers und beantwortete die rhetorische Frage „Der Diodenlaser – ein Alles- könner?“ mit einem klaren „nein“, ist doch der Zahnhartsubstanz - bearbeitungsbereich für den Diodenlaser nicht möglich. Schäfer konnte jedoch auch auf die zahlreichen Vorteile und Indikationen die- ser Wellenlänge verweisen, ja mehr noch, er macht aus seiner Zunei- gung für die Diodenlaserzahnheilkunde keinen Hehl: „Ich möchte Wer- bung machen für diese Wellenlänge“, so der Düsseldorfer Zahnarzt. Dr. Darius Moghtader aus Oppenheim hat in den vergangenen Jah- ren zahlreiche Case Reports und Referate zur Laserzahnheilkunde beigesteuert, auch in Leipzig war dies der Fall – sein Beitrag „Inva- sive Therapie eines exophytischen Hämangioms“ wurde vielbeach- tet. Weitere Beiträge zum Themenbereich „Klinische Anwendung“ rundeten das DGL-Programm ab. Wissenschaftliche Leitung der DGL-Jahrestagung 2012 in Leipzig. Was jedoch wäre eine DGL-Jahrestagung ohne einen Abrechnungs- workshop mit Kollegen Detlef Klotz? Klare Aussage: Undenkbar! Als Co-Referent des langjährigen DGL-Vorstandsmitgliedes fungierte Kollege Thorsten Kleinert/Berlin, im Mittelpunkt der Ausführungen standen die Veränderungen in der Abrechnung von Laserleistungen, der GOZ 2012, welche seit dem ersten Januar dieses Jahres Gültig- keit hat. Neben den Zuschlägen, die die „neue GOZ“ vorsieht, welche auch für viele Laserleistungen in Anspruch genommen werden kön- nen, standen auch die gewaltigen Spielräume, die der § 2 der GOZ bietet, im Fokus des Duisburger-Berliner-Referentenduos. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang auch ein im DGL-Vor- stand angesiedeltes Projekt „Abrechnung von Laserleistungen“, wo eine Arbeitsgruppe um die Kollegen Klotz und Grümer den Schulter- schluss mit den Körperschaften suchen wird, um hier eine einheit - liche Sprachregelung zu erreichen. Optische Kohärenztomografie „Über den zahnärztlichen Tellerrand geschaut“, so konnte man das bezeichnen, was das Leipziger Referentenduo Dr. Hartmut Schneider und Priv.-Doz. Felix Krause präsentierte. Zu betonen ist an dieser Stelle nicht nur, dass sich das Pysiker-Zahnmediziner-Duo gut er- gänzte und verstand, sondern auch, dass das, was für die erdrü- ckende Mehrheit des Auditoriums wohl erstmals zu Gehör kam, das Potenzial hat, viele heutige Untersuchungen wesentlich zu ergänzen, wenn nicht sogar zu ersetzen. Die optische Kohärenztomografie arbeitet mit dem Breitbandlicht (1.325nm ± 250nm), welches aufgesplittet wird und dann ca. 3mm in das Objekt einzudringen vermag. Über 500.000 solcher Einzel- schnitte („A-Scans“) werden zu einem „B-Scan-Bild“ zusammenge- fügt, wiederum 500 solcher B-Scans ergeben dann ein (dreidimen- sionales) C-Scan-Bild. Grenzwerte der Darstellung sind ca. 12µm, das 3-D-Bild ist in wenigen Sekunden verfügbar. Vorteile dieses neuen Verfahrens ist die Option, zerstörungsfrei und berührungslos in nahezu Echtzeit und guten Ortsauflösungen Objekte untersuchen zu können. Indikationen in der Zahnheilkunde sind in der Bewertung von Füllungsrändern, der Darstellung kariöser Läsionen ohne vorhe- rige Kavitation und in der Darstellung von Pulpenkammerdach und Restdentindicken zu sehen. Ein gemeinsames Mainpodium von DGL-Jahrestagung – Forum Innovative Zahnmedizin – LASER START UP 2012 zum Thema „Der Laser als interdisziplinäre Schnittstelle der Zahnmedizin aus Sicht eines Praxisinhabers“ bildete den Abschluss der drei erfolgreichen Veranstaltungen im Leipziger Hotel THE WESTIN. LASER START UP 2012 In fünfzehn Staffeln nahezu 1.500 Kolleginnen und Kollegen zum La- ser in der Zahnmedizin geführt, dies ist die stolze bisherige Bilanz des LASER START UP. Mit der 16. Staffel in Leipzig kamen nun weitere gut einhundert Laserinteressierte und prospektive Neuanwender dazu. Die zweitägige Veranstaltung war in vier Bereiche gegliedert: – Vermittlung von Grundlagen. – Darstellung von Laseranwendungen. – Wissensvertiefung und Entscheidungsfindung. – Gerätekunde im Rahmen von Workshops. Dem Autor dieses Beitrages und Kongresspräsidenten des LASER START UP war es vorbehalten, die 16. Staffel mit einer Standortbe- stimmung aus wissenschaftlicher Sicht und der Sicht eines nieder- gelassenen Zahnarztes zu eröffnen. Licht ist Energie – Laserphysikalische Grundlagen Dem Bonner Physiker Priv.-Doz. Dr. Jörg Meister war es zu verdan- ken, dass das ungemein wichtige Thema „Laserphysik“ ebenso um- fassend wie eloquent und auch kurzweilig dargestellt wurde. „Licht ist Energie – bedenken Sie, dass zu viel Licht auch Schaden anrichten kann!“, mit diesem interessanten Denkansatz führte der Bonner Hochschullehrer behutsam in die Materie der Laserphysik ein, am Ende seiner Ausführungen konnte jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer etwas mit den Begriffen Puls-Pausen-Relation, Ener- giedicht, cw-mode etc. anfangen. „Laser ist ein Instrument – dieses Instrument müssen Sie erlernen!“, dies das Schlusswort Meisters. V.l.n.r.: Dr. Rene Franzen, Prof. Dr. Norbert Gutknecht und Dr. Stefan Grümer. 40 LASER JOURNAL 3/2012
Laserzahnmedizin – Indikationen Im zweiten Sitzungsabschnitt standen die Laseranwendungen im Mittelpunkt, umfassend dargestellt und diskutiert wurden Laseran- wendungen in der Oralchirurgie und Implantologie (Referent Prof. Dr. Deppe), in der Parodontologie (Referent Dr. Moghtader) und der Endo - dontologie (Referent Prof. Dr. Gutknecht). Neben diesen Laserdomänen fand jedoch auch das brandaktuelle Thema „Photodynamische und LLLT-Therapie“ breiten Raum und wurde in einem Referat gewürdigt. Die niedrigenergetischen Laser- anwendungen in der Mundhöhle stießen auf breites Interesse des Au- ditoriums und wurden anschließend stark diskutiert und hinterfragt. Dr. Thorsten Kuypers M.Sc./Köln vermittelte am zweiten Veranstal- tungstag Grundlagenwissen zur Abrechnung von Laserleistungen, wobei der rheinische Referent auch auf wichtige Überlegungen zum Praxismarketing einging. Mit einem Blick über den Tellerrand durch den Kongresspräsidenten, der über zahlreiche extraorale Laseranwendungen zu berichten wuss te, leitete dieser zu einer Zusammenfassung des bisher ver- mittelten Wissens über, die in einer Podiumsdiskussion unter Mit- wirkung von Prof. Dr. Frentzen und Prof. Dr. Deppe einen abschlie- ßenden Höhepunkt fand. Gut besuchte Workshops, die von den teilnehmenden Hersteller- und Laservertriebsfirmen ausgerichtet wurden, ermöglichten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des LASER START UP, erste Er- fahrungen mit den Gerätschaften und Wellenlängen zu sammeln. Michael Bauer, M.Sc. Prof. Dr. Dr. Siegfried Jänicke Markt- und Produkteinführungen Die schöne Tradition die DGL-Jahrestagung zu nutzen, um neue Pro- dukte und Verfahren auf den Markt einzuführen, wurde im Rahmen der 21. Jahrestagung der DGL wieder aufgenommen. Viele Jahre war diese zugunsten großer Dentalmessen aufgegeben worden, umso erfreulicher, dass sich nun zwei baden-württembergische Firmen dieser Tradition besannen. Die Radolfzeller Firma elexxion erweiterte ihr Portfolio, zum ersten Mal wurde der Bereich Hardlaser verlassen und eine Low-Level- Laser-Therapieanwendung ins Programm aufgenommen. Mit Perio Green präsentierte die elexxion ein Verfahren zur Photodynamischen Therapie. Die Interaktion erfolgt hier mit einem grünen Sensitizer auf ICG-Basis und einem 810-nm-Laser. Es handelt sich hier um eine „echte PT“, also um einen Effekt, der ausschließlich auf der Interak- tion von Laserlicht und Farbstoff beruht. Bakterizide Eigenwirkungen, wie diese vor allem bei blauen Sensitizern zu verzeichnen waren, sind hier nicht zu verzeichnen. Leon Vanweersch und Jürgen Isbaner. Von Radolfzell nach Konstanz Dort beheimatet ist die traditionsreiche Dentallasermanufaktur ORALIA, die nun im vierten Jahrzehnt Lasergerätschaften im Hard- und Therapielaserbereich herstellt. Nach vielen Jahren Beständig- keit im Produktportfolio wurden nun gleich zwei neue Gerätschaften präsentiert: Die Spitzenrolle des Geräteprogrammes soll zweifellos der neue ORALIA ora-laser d-lux einnehmen, ein kombinierter Hard- und The- rapielaser mit einer im Vergleich zum Vorgänger deutlich vereinfach- ten Menüführung und Programmwahl. Überlegungen zur RKI- und Aufbereitungsproblematik flossen in ein voll autoklavierbares Hand- stück und in mit Nummern gekennzeichnete Fasertipps ein, die so eine Instrumentenrückverfolgbarkeit gewähren. Für reine Therapie- laseranwendungen im Low-Level-Laserbereich steht ab sofort der ora-laser d-light zur Verfügung. Der Bodenseeraum scheint nach wie vor ein fruchtbares Pflaster für die deutsche Laserindustrie zu sein. Zwar ist das Siro-Inspect System des hessischen Traditionsunter- nehmens Sirona seit einigen Monaten erwerbbar, wurde aber auf der DGL-Jahrestagung erstmals präsentiert, sodass ihm an dieser Stelle auch eine Erwähnung gebührt. Mit dem kabellosen Gerät im Pen- Design ist eine Karieskontrolle auf Fluoreszenzbasis möglich und kann somit wesentlich zur individuellen Entscheidungsfindung beitragen. QR-Code zur Bildergalerie der DGL-Jahrestagung/ des LASER START UP 2012 in Leipzig einfach mit dem Smartphone scannen. QR-Code zum Video der DGL-Jahrestagung/ des LASER START UP 2012 in Leipzig einfach mit dem Smartphone scannen. Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 79098 Freiburg im Breisgau E-Mail: doc.bach@t-online.de Web: www.herrmann-bach.de 41 LASER JOURNAL 3/2012
EVENTS Abstracts zur 21. Jahrestagung der DGL in Leipzig – Teil 1 Zum 21. Mal konnten sich bei dem diesjährigen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheil- kunde e.V. (DGL) und dem LASER START UP in Leipzig sowohl Laser experten als auch Lasereinsteiger über den aktuellen Stand in Forschung und Entwicklung der Laserzahnheilkunde informieren. Die folgenden Abstracts geben einen Einblick in die Themenschwerpunkte der Vorträge. Vorteile der Laseranwendung in der Implantologie Michael Bauer, M.Sc./Köln Die Laser in der Implantologie unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre verschiedenen Wellenlängen. Diese Differenzierung ist wichtig, weil die Absorptionen verschiedener biologischer Gewebe in Abhängigkeit zur Wellenlänge des Lasers stehen. Die Wellenlängen für den Einsatz im Hart- und Weichgewebe sind die Erbiumwellenlängen Er,Cr:YSGG und Er:YAG. Von der Zahnsubstanz über den Knochen bis hin zum Weich - gewebe und an der Implantatoberfläche kann die Erbiumwellenlänge vorteilhaft eingesetzt werden. Das Einsatzspektrum des Erbiumlasers in der Zahnmedizin ist im Vergleich zu anderen Laserwellenlängen sehr umfangreich und umfasst Arbeitsvorgänge wie Schneiden, Abtragen, Anfrischen, Reinigen oder auch Ent - keimen von Weich- und Hartgeweben. Ebenfalls die CO2- und Diodenlaser dienen dem Weichgewebeabtrag und sind darüber hinaus dekontaminierend wirksam. Dadurch ist allen vier Wellenlängen der Einsatz in der Periimplantitistherapie gemein. Ihr bakterizides Potenzial und die Schonung der Implantatoberfläche sind hier von Bedeutung. Die Reinigung und Entkeimung des kontaminierten Implantates bei gleichzeitigem Erhalt seiner Oberfläche ist mit nichts so gut durchführbar wie mit Laserenergie und ein wichtiger Baustein für einen anhaltenden Erfolg der Periimplantitistherapie. Bei der Laserperiimplantitistherapie sind die Entfernung bakteriellen Biofilms, Konkremententfernung und die Entfernung entzündlichen Gewebes bei Stimulierung der PDGF-Faktoren mit dem Erbiumlaser durchführbar. Die Blutplättchenwachstumsfaktoren, Platelet Derived Growth Factors (PDGF), wurden 1974 von Ross und seinen Mitarbeitern entdeckt. Es handelt sich hierbei um von Thrombozyten produzierte Wachstumsfaktoren, welche als Mitogene die Zellprolifera- tion anregen und damit die Heilung des Gewebes aktivieren. Auch jüngste tierexperimentelle Untersuchun- gen von Kesler et al. bestätigen, dass durch die Bestrahlung des Knochens mit den Erbiumwellenlängen die Sekretion von PDGFs stimuliert wird. So ist davon auszugehen, dass die klinisch festzustellenden Wund - heilungsverbesserungen, die wir im täglichen Einsatz des Lasers in der Implantologie und Knochenchirurgie feststellen können, zum Teil der PDGF-Stimulierung zuzuschreiben sind. michael-bauer@implantate-bauer.de Laser-Anwendung in der Oralchirurgie Prof. Dr. Herbert Deppe, Prof. Dr. Tim Lüth, Prof. Dr. Dr. Klaus-Dietrich Wolff/München In der zahnärztlichen Chirurgie sind Techniken von Interesse, die ein Durchtrennen bzw. Abtragen von Knochen und Weichgeweben ermöglichen. Inzwischen sind dafür einige Laseranwendungen State of the Art geworden. In der zahnärztlichen Weichgewebschirurgie wird der CO2-Laser seit 30 Jahren für die Behandlung multizentri- scher prämaligner Leukoplakien erfolgreich eingesetzt und ist bei ausgedehnten Leukoplakien als die Methode der Wahl anzusehen. Zur Laser-Osteotomie scheinen weiterentwickelte CO2-Laser und Erbiumlaser geeignet. In vielen Indikationen ist die Laseranwendung aber weiterhin als experimentell anzusehen. Im Vortrag wurden die gesicherten Indikationen für Laseranwendungen in der zahnärztlichen Chirurgie dargestellt. Herbert.Deppe@lrz.tu-muenchen.de 42 LASER JOURNAL 3/2012
Schmerzempfindungen und Behandlungsakzeptanz bei der Wurzelspitzenresektion Dr. Ute Gleiß, M.Sc./Wesel Die zahnärztlich-chirurgische Behandlung stellt für ein großes Patientenkollektiv sowohl eine physische wie auch mentale Herausforderung dar. Neben der höchst subjektiven Schmerzschwelle sind auch Faktoren wie Tageszeit, individueller Stresslevel, Spannungszustände, Umgebungstemperatur, persönliche Erfahrungswerte und individuelle Ödembildungsbereitschaft relevant. Objektivierbar sind generell Druck, Hitze und Vibration als Schmerzauslöser bekannt. In einer postoperativ durchgeführten Patientenbefragung wurden die Parameter Geräusch, Vibration und Ge- ruchsbelästigung intraoperativ und Schmerz, Schwellung und Beeinträchtigung postoperativ abgefragt. Im Ergebnis verbindet die Mehrheit der Patienten subjektiv eine positive Behandlungserfahrung mit dem Laser und berichtet über signifikant weniger Schmerzen und Beeinträchtigung im Vergleich zur rein konventionellen Therapie. Auch das unvermeidliche postoperative Ödem war hier deutlich geringer ausgeprägt. Alle Patienten würden der laserunterstützt durchgeführten Wurzelspitzenresektion zukünftig den Vorzug geben. utegleiss@web.de Antimikrobielle Photodynamische Therapie gegen Parodontitis Dr. Utz Winkelmann, M.Sc./Moers Die erhöhte Widerstandskraft und das vermehrte Aufkommen antibiotikaresistenter Bakterienstämme führen zur verstärkten Suche nach neuen Therapieansätzen in der Parodontitistherapie. Eine innovative und effiziente Methode zur Therapie oberflächenlokalisierter, chronischer Infektionen wie der Parodontitis stellt die antimikrobielle Photodynamische Therapie (aPDT) dar. Seit 1993 ist die Wirksamkeit der aPDT erfolgreich bei Parodontitiden untersucht worden. Studien dokumentieren die aPDT als effizientes Mittel der Bakterien- reduktion auch auf Implantatoberflächen. Der Vortrag befasst sich erstmals mit der Wirksamkeit der adjuvanten Photodynamischen Therapie bei der Behandlung von profunden, schweren Parodontitiden. Als Vergleich dient die systemische Antibiose. Um Aus- sagen über die Wirksamkeit der aPDT begleitend zu SRP (Scaling and Root Planing) bei schweren Parodonti- tisfällen machen zu können, wurden Keimzahlen der parodontologisch relevanten Markerkeime, Matrix- Metalloproteinasespiegel (MMP-8) in der Sulkusflüssigkeit (GCF) sowie die Taschentiefen vor, während und nach der Parodontitistherapie über einen Zeitraum von sechs Monaten miteinander verglichen. praxis@winkelmannpraxis.de Wie durch Lasertherapie eine junge attraktive Frau wieder „kissable“ wurde Dr. Darius Moghtader/Oppenheim A kiss is just a kiss … wenn da nur nicht das wuchernde Geschwulst auf der Lippe wäre. Wenn wir unseren Blick dafür schärfen, entdecken wir überraschend viele Patienten, die uns mit Veränderungen meist im Bereich des Lippenrotes aufsuchen. Und fast jeden dieser Menschen stört dieser unansehnliche Fleck. Seltsamerweise fragt uns Zahnärzte fast keiner dieser Patienten danach, was das sein könnte und wie Abhilfe zu schaffen ist. Es hat eine blau-livide Farbe, tritt in unterschiedlichen Größen vor allem an der Lippe, aber auch in der Wangenschleimhaut oder Zunge auf und wird – ja richtig, Sie wussten es schon – Hämangiom genannt. Das Hämangiom ist ein gutartiger Gefäßtumor, der meist lokalisiert prominent auftritt und purpurfarben bis blaugrau gefärbt ist. Die Blutfüllung kann oft ausgedrückt werden (Glasspatelprobe). Welche Methoden von nichtinvasiv über minimalinvasiv bis invasiv es in der Lasertherapie gibt und wie das Problem eines exophytischen Hämangioms schnell, schmerzarm und ästhetisch gelöst wird, wurde im Vor- trag „Invasive Therapie eines exophytischen Hämangioms“ auf der 21. Jahrestagung der DGL e.V. erörtert. Vielleicht besucht Sie schon bald ein Patient mit einem ähnlichen Problem in Ihrer Praxis. dr-moghtader@hotmail.de 43 LASER JOURNAL 3/2012
EVENTS „Biophysics – der Schlüssel zum Verständnis der Laser-Gewebe-Wechselwirkung“ Dr. rer. medic. Rene Franzen/Aachen Für die erfolgreiche laserunterstützte zahnmedizinische Behandlung ist es von entscheidender Bedeutung, die zugrunde liegenden biophysikalischen Effekte und Wechselwirkungen, die gewünschte klinische Effekte auslösen können, zu verstehen. Unterschiedliche Lasersysteme bieten dem Behandler ein breites Indika- tionsspektrum, wobei es insbesondere für Einsteiger eine Hürde darstellt, sich einer Vielzahl von Parametern, Einstellwerten und Prozeduren gegenüberzusehen. In diesem Vortrag wurden Parameter und ausgelöste Effekte anhand eines Modells erläutert, das die Laser- energie als Pseudomedikament auffasst, das in einem Gewebevolumen konzentriert werden kann. Ausge- löste Effekte hängen dabei maßgeblich von der Zeitdauer der Energieumsetzung ab; verschiedene Möglich- keiten, bezogen auf die Betriebsarten CW, FRP-gepulst und „chopped“, existieren. Das Konzept der selektiven Anwendung von Laserstrahlung leitet sich als natürliche Folge der verschiedenen Absorber und der Laser- wellenlänge automatisch aus diesem Verständnis ab. Abschließende klinische Beispiele zeigten sowohl die erfolgreiche Anwendung als auch Fehlbehandlungen infolge von fehlendem biophysikalischen Wissen. rene.franzen@me.com Laser und Angst Dr. Andreas Klug/Bretten Zahnarztbehandlung bedeutet oft Angst, dagegen erweckt der Begriff „Laser“ erstaunlicherweise eine positive Erwartungshaltung bei den Patienten. Entsprechend gestaltete Behandlungsumgebung und geschultes Verhalten bis hin zu Maßnahmen, die aus der Hypnose bekannt sind, führen zur Anxiolyse und ermöglichen eine qualitativ hochstehende Versorgung gerade von Angstpatienten. Die Vorstellung der in diesen Fällen anzu- wendenden Behandlungsgrundsätze war Inhalt des Vortrags. kdrklug@t-online.de EmunDo ein photodynamisches Konzept? Nicht nur! Prof. Dr. Gerd Volland/Heilsbronn „Ich reinige gründlich“ – Diese Bedeutung des Wortes EmunDo soll die Intention der Entwickler aus Physikern und Zahnärzten verdeutlichen. Dabei geht es darum, vor der Durchführung von invasiven Eingriffen in der Mund- höhle das Operationsgebiet von pathogenen Keimen zu befreien, damit diese durch die folgende Bakteriämie an verschiedenen Stellen des Körpers keinen Schaden anrichten können. Dazu nutzt man die Effizienz von ICGf, das bei entsprechender Bestrahlung mit Licht der Wellenlänge 810 nm durch photodynamische Reaktion unabhän- gig von den vorhandenen Keimen bakterizid wirkt. Dies ist besonders im Rahmen einer parodontalen Therapie bei der Vielfalt an anaeroben Erregern in der Tasche wichtig. – Im ersten Schritt erfolgt eine transgingivale Bestrahlung mit einem Gesamtenergieeintrag über der photo - dynamischen Schwelle. – Im zweiten Schritt bestrahlt man durch anatomische Besonderheiten auftretende Schatten bezirke speziell im Prämolaren- und Molarenbereich mittels einer stumpfen Bulbfaser in der Tasche. – Die Anfärbung von Zellen mit größeren Zellabständen wie entzündlichem Gewebe und Biofilm ermöglicht es, durch erhöhte Absorption pathogene Bestandteile selektiv abzutragen. Dies geschieht im dritten Schritt mit der Bare Fiber. Durch das Fehlen von Iodid, das normalerweise beim Herstellungsprozess von ICG bis zu 5 % vorhanden ist, be- steht auch keine Gefahr bei zunehmender Zahl von Iodallergikern in der Gesellschaft. So kombiniert das Konzept nicht nur Photodynamik mit Grundregeln der Absorption, sondern trägt auch gesellschaftlichen Problematiken wie bakteriämiebedingte Allgemeinerkrankungen und zunehmender Allergiehäufigkeit Rechnung. dr.volland@t-online.de 44 LASER JOURNAL 3/2012
Bildgebung zur Darstellung periimplantärer Defekte und konsekutives Laserlicht Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner/Göttingen Die erste der vorgestellten Arbeiten ging der Frage nach, ob 2-D-Bildgebungsverfahren wie die PSA-Aufnahme und der Zahnfilm vergleichbare Ergebnisse in der Evaluation periimplantärer Defekte bieten wie die 3-D-Dar- stellung mit einem digitalen Volumentomografiegerät (DVT) und einem Flächendetektor-Volumencomputer- tomografiegerät (fpVCT). Die verschiedenen Röntgenaufnahmen von 14 in Schweinekieferprobekörpern inse- rierten enossalen Implantaten erhobenen Befunde wurden randomisiert geblindet, von zwei zahnärztlichen Chirurgen und einem Radiologen evaluiert und die Ergebnisse der unterschiedlichen Techniken verglichen. Hier zeigte sich eine deutliche Überlegenheit der 3-D-Verfahren aufgrund der überlagerungsfreien Darstel- lung. Die Implantate, periimplantäre anatomische Strukturen nebst Knochen- und Implantatdefekte sowie Fremdmaterial ließen sich mit den fpVCT adäquat detektieren. Gegenüber dem klinisch etablierten DVT kann mittels fpVCT eine deutlich höhere räumliche Auflösung erreicht werden. Aufgrund fehlender lokaler Strahlen - applikation ist derzeit eine klinische Anwendung noch nicht möglich. In einer weiteren Studie wurden zehn Tage intraoral angewachsene Biofilme von 20 Probanden mit Dioden- und Er:YAG-Laserlicht behandelt. Neben dem bakteriziden Effekt über die Bestimmung der kulturellen Vermeh- rungsfähigkeit der Keime wurde erstmalig auch das Ausmaß der Eliminierung des Biofilms über die Polymerase- Kettenreaktion-Reaktion beurteilt. Zwar zeigten beide Laser eine hervorragende Reduktionsrate ohne statisch signifikanten Unterschied (Er:YAG-Laser: 93,9 %; Diode: 92,2 %), jedoch zeigten die Ergebnisse der PCR, für die als Zielsequenzen DNA-Abschnitte von Prevotella intermedia, Eikenella corrodens und Fusobacterium nucleatum be- nutzt wurden, eine Beseitigung des Biofilms von 51,2 % resp. 36,9 %. Die PCR ist geeignet, auch nicht mehr vermehrungsfähige Bakterien zu detektieren und damit den verbleibenden Biofilm semiquantitativ zu erfassen. Im Vergleich zu den ebenfalls untersuchten antibakteriellen Mundspüllösungen zeigen sich die Laser deutlich überlegen. Die trotz hoher Abtötungsraten erstmalig in denselben Proben reproduzierbar nachgewiesenen Biofilmresiduen erklären die hohen Rezidivquoten und geben Anlass für weitere Studien. se.ki@med.uni-goettingen.de Theragnostik und All-in-One-Laser – Zukunftsstrategien in der Zahnheilkunde Prof. Dr. Matthias Frentzen/Bonn Rückblickend auf 50 Jahre Laserforschung kann man eine stetige Weiterentwicklung dieser Technologie feststellen. Man verfügt zwischenzeitlich in der Laserzahnheilkunde über eine Reihe von evidenzbasierten Anwendungen, jedoch werden hierfür jeweils adäquate Lasertypen benötigt. Für die Diagnostik und anti - mikrobielle Photodynamische Therapie sind so zum Beispiel andere Laser notwendig als für die Chirurgie oder Kariestherapie. Dies macht die Anwendung von Lasertechnologien zurzeit noch sehr aufwendig. Es muss daher versucht werden, die Vielzahl der unterschiedlichen, häufig auf wenige Indikationen begrenzten Sys- teme durch „All-in-One-Laser“ zu ersetzen. Eine Herausforderung für die Zukunft wird auch die Verknüpfung von In-situ-Diagnostik und Therapie (Theragnostik) sein, um neue Behandlungsdimensionen für unsere Patienten zu erschließen. Hier zeigen neue Lasertechnologien, zu denen zum Beispiel die Ultrakurzpulslaser gehören, zukunftsweisende Perspektiven auf. Formgebende Präparationsmöglichkeiten, optische Biopsien und rück gekoppelte Verfahren zur Therapiesteuerung sind die Herausforderungen für die Zukunft. Verschie- dene Lösungsansätze für diese Anforderungen an eine moderne Laserzahnheilkunde wurden vorgestellt. frentzen@uni-bonn.de Weitere Abstracts können Sie in der Ausgabe 4/12 des Laser Journals lesen. 45 LASER JOURNAL 3/2012
TIPP QUALITÄTSMANAGEMENT Nur die richtige Dosis erzielt ihre Wirkung Zahnarztpraxen mussten schon vor einigen Jahren per Gesetz ein internes Qualitätsmanagementsystem einführen. Jeder Praxis - inhaber, der diese Aufgabe erledigt hatte, war froh, diese gesetzliche Hürde überwunden zu haben. Während der Einführung haben in vielen Fällen die Verantwortlichen nicht darauf geachtet, welches QM-System sie sich eigentlich in die Praxis geholt haben. Weder Praxisinhaber noch QM-Beauftragte finden noch einen Zugang zu diesem unübersichtlichen System. Folglich findet auch das restliche Team der Praxis keinen Zugang. Das, was ein QM-System eigentlich bewirken soll, ist nicht mehr gegeben. Hier helfen in den meisten Fällen nur eine neue Struktur der Doku- mentation und das Ausdünnen der unzähligen Unterlagen, die das interne QM-System zu einem unübersichtlichen Dschungel machen. i 1 8 e h c v i © Fangen wir mit der neuen Struktur des Handbuches an. Eine solche für alle Beteiligten unbekannte QM-Dokumentation kann nur zum Leben erweckt werden, wenn schon das Inhaltsverzeichnis und somit die Struktur für das QM-Handbuch von jedem Teammitglied verstanden wird. Viele Handbücher wurden bereits nach den einzelnen Elementen der DIN EN ISO 9001:2008 aufgebaut. Dieser Aufbau wäre nicht nö- tig gewesen, denn die ISO umfasst ca. 30 Prozent mehr an Aufgaben als eigentlich vom Gesetzgeber vorgesehen. Des Weiteren ist die Struktur der ISO für eine Zahnarztpraxis mehr als schwer zu verstehen. Besitzt eine Praxis nun eine QM-Dokumentation nach der ISO, so kann das einer der Gründe für das Unverständnis sein. Aber auch die Glie- derung der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, aus der hervorgeht, welche Anforderungen eine Praxis für das interne QM- System erfüllen muss, ist nicht für jedermann gleich verständlich und kann zu Verwirrung führen. Machen Sie sich hier nicht zum Sklaven unverständlicher Strukturen und Inhaltsverzeichnisse, die keiner ver- steht. Bauen Sie die neue Struktur Ihres Handbuches im ersten Teil nach den einzelnen Personengruppen Ihrer Praxis auf. Diese bestehen aus der Praxisleitung, den Beauftragten der Praxis, wie z.B. der Qualitäts- und Hygienebeauftragten, und den wichtigen Mit- arbeiterinnen der Praxis. Anschließend erweitern Sie das Inhaltsver- zeichnis um die Räume Ihrer Praxis. Hier sollten Sie unter anderem den Patientenfluss als Hilfestellung für die richtige Reihenfolge im Auge behalten. Die Aufteilung der Räume besteht aus dem Empfang, dem Wartezimmer, den einzelnen Behandlungs- und Prophylaxeräumen und der Verabschiedung, die wieder am Empfang stattfindet. Im letz- ten Schritt der neuen Handbuchgliederung fehlen noch die Räume, die eine Praxis zur Unterstützung der eigentlichen Behandlung der Pa- tienten benötigt. Diese sind in den meisten Praxen die Verwaltung, der Röntgenraum, Steri und in vielen Fällen auch das Labor. Im Anschluss an diese Entwicklung der neuen Handbuchstruktur erstellen Sie ein entsprechendes Register. Hier ist ein einfaches Pappregister vollkom- men ausreichend. Beschriften Sie die einzelnen Reiter mit den Perso- nengruppen und den einzelnen Räumen Ihrer Praxis. In der nächsten Etappe geht es jetzt um das Füllen des neuen Hand- buches. Nehmen Sie hierzu Ihr altes QM-Handbuch zur Hand und ar- beiten Sie dieses systematisch ab. Entnehmen Sie nur die Unterlagen aus dem alten Handbuch und ordnen Sie diese in das neue Handbuch und in die entsprechenden Register ein, die Sie verstehen und deren Sinnhaftigkeit Sie nachvollziehen können. Alle anderen Unterlagen verbleiben im alten Handbuch, denn diese Unterlagen sorgen meist für weiteres Unverständnis des eigenen QM-Systems. Machen Sie sich keine Sorgen darüber, wenn Ihr altes QM-Handbuch nach der Aus - sortieraktion immer noch mehr Unterlagen beinhaltet als das neue. Das was zählt, ist, dass Sie und Ihre Mitarbeiterinnen die Inhalte des neuen Handbuches in ihrer neuen Struktur verstehen und Sie dadurch in die Möglichkeit versetzt werden, diese Dokumentation auch weiterzuentwickeln. Jede Praxis hat auch schon vor der ge- setzlichen Zwangseinführung des QM-Systems über interne schrift- liche Regelungen und Formulare verfügt. Es sollte jetzt für Sie und Ihre Verantwortlichen kein Problem mehr darstellen, diese Unter - lagen wiederum Ihrem neuen QM-Handbuch zuzuordnen. Im letzten Schritt verpassen Sie nun den einzelnen Unterlagen in den Kapiteln eine vernünftige Nummernsortierung, sodass die Anordnung eine sinnvolle Gliederung ergibt. Fazit Mit wenigen einfachen Schritten können Sie ohne externe Unter- stützung aus einem internen nichtverstandenen QM-Regelwerk ein gelebtes QM-System für Ihre Praxisorganisation entwickeln. Neh- men Sie Ihr neues QM-Handbuch und testen Sie dieses an den Mitarbeiterinnen Ihrer Praxis aus. Stellen Sie doch einmal die ein - fache Frage, unter welchem Register die Mitarbeiterinnen den notwendigen Anamnesebogen suchen würden. Sie werden mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein. Nur wenn die Mitarbeiterinnen den Zugang zum QM-Handbuch und somit zu den Unterlagen finden, die sie für ihre tägliche Arbeit benötigen, kann das QM-System zum Leben erweckt und eine Weiterentwicklung sichergestellt werden. QM kann so einfach sein! Qualitäts-Management-Beratung Christoph Jäger Am Markt 12–16 31655 Stadthagen E-Mail: info@der-qmberater.de Web: www.der-qmberater.de 46 LASER JOURNAL 3/2012
Neuerscheinung Jahrbuch „Laserzahnmedizin 2013“ Mit der umfassend überarbeiteten und er- weiterten 14. Auflage des Jahrbuchs Laser- zahnmedizin legt die OEMUS MEDIA AG das aktuelle Kom- pendium zum Thema Laser in der Zahnarztpraxis vor. Re- nommierte Autoren aus Wis- senschaft, Praxis und Indus- trie informieren im Jahrbuch „Laserzahnmedizin 2013“ über die Grundlagen der Lasertechnologie und geben Tipps für den Einstieg in die- sen Trendbereich der Zahn- medizin sowie dessen wirt- schaftlich sinnvolle Integra- tion in die tägliche Praxis. Darüber hinaus sind die im Jahrbuch enthalte- nen aktuellen wissenschaftlichen Beiträge auch für jeden Laseranwender von Interesse. Zahlrei- che Fallbeispiele und weit über 200 Abbildun- gen dokumentieren auf über 160 Seiten die breite Einsatzmöglichkeit QR-Code für eine Leseprobe des Jahrbuchs Laserzahnmedizin 2013 einfach mit dem Smartphone scannen. der Lasertechnologie. Relevante Anbieter stel- len ihr Produkt- und Servicekonzept vor. The- matische Marktübersichten ermöglichen die schnelle Information über CO2-, Er:YAG-, Nd:YAG- und Dioden laser. Präsentiert wer- den bereits eingeführte Pro- dukte sowie Innovationen, die helfen können, neue Potenziale zu erschließen. Das Kompendium wendet sich an Einsteiger und erfahrene Anwender, die in der Laser- zahnmedizin eine vielverspre- chende Chance sehen, ihr Leistungsspektrum zu erwei- tern und damit die Zukunft ihrer Existenz zu sichern. Bei allen laserzahnmedizinischen Veranstal- tungen der OEMUS MEDIA AG erhalten die Teil - nehmer das Jahrbuch kostenfrei. Das Jahrbuch Laserzahnmedizin 2013 ist zum Preis von 49 € (zzgl. MwSt. und Versand) im Onlineshop der OEMUS MEDIA AG erhältlich oder kann unter grasse@oemus-media.de bestellt werden. Quelle: OEMUS MEDIA AG Laserdesign Laser verwandelt Papier in 3-D-Objekte Der Designartikelproduzent Usables verwandelt handelsübliches Papier mit einem Laser in ver- schiedenste 3-D-Objekte, die als Geschenke und Werbeartikel dienen. Durch feine Schnitte im Bereich von Hundertstel Milimetern wird das Papier stellenweise dehnbar gemacht. „Der visuelle Reiz dieser Objekte ist mit nichts ver- gleichbar, weil es bisher nichts Vergleichbares gab“, sagt Oliver Plantenberg, der Geschäfts- führer von Usables. Elastische Objekte, die wieder zu einem fla- chen Blatt Papier werden wollen, sind mach- bar, genauso wie Gebilde, welche ihre Form dauerhaft beibehalten. Die Gestaltung und Tragfähigkeit wird durch das verwendete Papier, die Anzahl und die exakte Anordnung der Schnitte bestimmt. Ein DIN-A4-Blatt wird mit 302 präzisen Trennungen in eine Tasche verwandelt. Auf den ersten Blick ist schwer zu erkennen, um was es sich handelt. Erst, wenn man das Produkt namens Roompaper in die Hand nimmt, wird die Verwandlung offenbar. „Durch die große Anzahl an einzelnen Schnit- ten war es von Hand kaum möglich, ein solches Produkt zu entwerfen“, erklärt die Usables- Designerin Daniela Lust. Quelle: Usables 47 LASER JOURNAL 3/2012 NEWS Vertriebsabkommen LH Medical vertreibt seit September Syneron Dental Lasers Syneron Dental Lasers, Lieferant von innovati- ven Technologien für Dentallaser, gab am 12. September die Unterzeichnung eines Vertriebs- abkommens mit der LH Medical GmbH bekannt, einem langjährigen Vertriebshändler medizini- scher, zahnärztlicher und ästhetischer Produkte in Deutschland. LH Medical wird Marketing und Verkauf der Produktreihe von Syneron Dental überall in Deutschland übernehmen, darunter auch für das innovative LiteTouch™-Gerät mit seiner Technologie des Lasers-im-Handstück™. Die LH Medical GmbH ist ein etablierter und ange- sehener Anbieter medizinischer Produkte und unterhält mit seinen Kunden in der zahnärzt- lichen Branche enge Kontakte. „Wir sind hocherfreut über die Partnerschaft mit LH Medical, einem etablierten, fachlich ver- sierten und kundenorientierten Fachunterneh- men in Deutschland“, sagte Ira Prigat, Präsi- dentin und Geschäftsführerin von Syneron Dental Lasers. „Wir haben LH Medical auf- grund der Erfahrung der Firma bei der Ver- marktung von hochtechnologischen Laser - produkten und ihrer fundierten Kenntnis des zahnmedizinischen Marktes in Deutschland gewählt. Syneron Dental Lasers erkennt das enorme Marktpotenzial seiner Technologie des Erbium:YAG-Lasers, der sich ideal für die tägli- che zahnärztliche Praxis eignet.“ Herr Lothar Herold kommentierte: „Es ist eine große Freude für LH Medical, ein Vertriebs - abkommen für Deutschland mit Syneron Dental Lasers abzuschließen (…) Wir identifizieren uns vollständig mit der klaren Vision von Syneron Dental Lasers, den zahnärztlichen Laser einer größeren Zahl von Anwendern zugänglich zu machen und damit der allgemeinen Öffentlich- keit zu ermöglichen, in den Genuss von dessen klinischen Vorteilen zu kommen.“ Quelle: Syneron Dental Lasers
NEWS Forschung und junge Nachwuchswissenschaftler gestärkt Nachwuchsakademie Zahnmedizin Äußerst zufrieden blicken Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, Ärztlicher Direktor der Klinik für Zahn- ärztliche Prothetik am Universitätsklinikum Ulm, und sein Team auf die vor wenigen Tagen erfolg- reich abgeschlossene erste „Nachwuchsakade- mie Zahnmedizin“ zurück, die am Ulmer Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Mess - technik (ILM) stattfand. Über insgesamt fünf Tage vermittelten renom- mierte Professoren theoretisches Wissen zu Themen wie Stammzellforschung und Publika- tionsstrategien. Aber auch praktische Hilfestel- lungen kamen nicht zu kurz: So bekamen die ins- gesamt 20 ausgewählten Nachwuchswissen- schaftler in ausgedehnten Workshops z.B. Tipps zur konkreten Ausgestaltung von Vollanträgen an die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Dr. Frank Wissing, Programmdirektor bei der DFG, beantwortete zudem viele Fragen zur Vorgehens- weise im Falle einer Förderung. „Dieses Wissen findet sich in keinem Lehrbuch, hier konnten un- sere Teilnehmer in einem großen Maße von den Mentoren profitieren“, verdeutlichen Dr. Katha- rina Kuhn und Stephanie Rupf aus der Klinik für Zahnärztliche Prothetik. Beide kümmerten sich um die Organisation der Nachwuchsaka- demie. „Jeder Bewerber musste ein For- schungsthema skizzieren. Schnell wurde dabei deutlich, wie vielfältig die Interes- senschwerpunkte von jungen Nachwuchs- wissenschaftlern sind“, so Dr. Kuhn. Bis zum 6. Januar 2013 haben die Teilneh- mer nun Zeit, ihre fertig ausgearbeiteten Forschungsanträge bei der DFG einzurei- chen. „Etwa die Hälfte dieser Anträge wird erfahrungsgemäß bewilligt“, erläutert Pro- fessor Luthardt. „In der sich anschließenden rund einjährigen Vorarbeitsphase stehen dann jeweils 50.000 Euro zur Verfügung, um das Forschungs- projekt weiter ausarbeiten zu können“, so der Ärztliche Direktor. Im Sommer des kommenden Jahres kommen alle Beteiligten zusammen, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Quelle: Uniklinik Ulm Erweiterte Auflage Grundlagen der Laserzahnheilkunde Hochleistungshalbleiterlaser Jenoptik weiht neue Produktion in Berlin ein Die Jenoptik-Sparte Laser & Materialbearbei- tung eröffnete am 30. August in Berlin ihre Fer- tigung für qualitativ hochwertige Halbleiterlaser. Diese sind die Basis für Hochleistungsdioden - laser, die als effiziente Werkzeuge vor allem in der industriellen Materialbearbeitung und Medizintechnik weltweit eingesetzt werden. Mit mehr als 100 Gästen aus Politik, Wissen- schaft und Wirtschaft sowie der Belegschaft vor Ort hat Jenoptik am 30. August 2012 ihre neue Fertigung im Technologiepark Berlin- Adlershof eingeweiht. Die Investition ist mit rund 10 Mio. Euro die derzeit größte des Optoelektronik-Konzerns. Die Fertigungserweiterung in Berlin wird mit modernster Produktionstechnik ausgestattet und Anfang 2013 in Be- trieb gehen. Mit der Er- weiterung wird Jenoptik der stark gestiegenen Nachfrage, vor allem aus Asien, und als qua - litativer Marktführer der hohen Kundenzufrie- denheit gerecht. Die Produktionskapazitäten werden sich mehr als verdoppeln. Bereits seit zehn Jahren ist die Halbleiterlaser- technologie im Jenoptik-Konzern verankert und weist eine eindrucksvolle Wachstumshis- torie auf: Der Umsatz mit dem Grundmaterial für Hochleistungsdiodenlaser hat sich seit 2006 verdreifacht. „Auch wenn wir im Jenoptik- Konzern aktuell die Internationalisierung in Richtung Amerika und Asien stark vorantrei- ben, ist und bleibt Deutschland für uns ein Standort für Hightech-Produktion für unsere Kunden auf der ganzen Welt“, so der Jenoptik- Chef. Insgesamt plant Jenoptik für 2012 In - vestitionen in Höhe von etwa 35 Mio. Euro. Auch der Regierende Bürgermeister von Ber- lin, Klaus Wowereit, begrüßte die Jenoptik-In- vestition in der Hauptstadt. „Die erweiterte Jenoptik-Repräsentanz stärkt das industrielle Fundament von Berlin. In enger Kooperation mit der Wissenschaft investiert Jenoptik hier in zukunftsweisende Trends der Lasertechno- logie. Diese Investition ist ein exzellentes Bei- spiel für die Attraktivität des Wissenschafts- und Technologieparks Berlin-Adlershof und die Rolle Deutschlands als Hightechausrüster der Welt.“ Dieses Buch wurde von Dr. Rene Franzen speziell für Zahnärzte geschrieben, die sich erstmals mit dem spannenden Gebiet der laser- unterstützten Zahn- medizin beschäfti- gen. In leicht ver- ständlicher Weise werden die Grundla- gen des Lasers er- läutert und die bio- physikalischen Wirk- prinzipien vorgestellt, die für die Wirkung der Laserstrahlung am Gewebe verant- wortlich sind. Es gibt zahlreiche Bü- cher über Laser und Laserphysik, aber diese sind von Physikern für Physiker geschrieben – und diese sprechen i.d.R. nicht die Konzepte an, auf die es in der Zahnmedizin für den aktiv tätigen Be- handler wirklich ankommt. In diesem Buch wird daher kurz und präzise auf den Punkt gebracht, was man zu Beginn an Wissen besitzen sollte: Wie funktioniert ein Laser? Wie wirken sich unterschiedliche Fasertypen und Hand stücke auf die Behandlung aus? Braucht man Energie oder Leistung? Wovon hängen die klinisch er- reichbaren Effekte ab? Was macht die Laserbe- handlung minimalinvasiv und selektiv? Das Buch zu den Grundlagen der Laserzahn- heilkunde von Dr. Rene Franzen (RWTH Aachen/ AALZ) erscheint nun in erweiterter Auflage mit einem Vorwort von DGL-Präsident Prof. Dr. Norbert Gutknecht. Erhältlich ist das Grund - lagenwerk auf Deutsch, Griechisch und Eng- lisch, als E-Book oder Print über www.lulu.com/ spotlight/renefranzen sowie über Amazon, den iBookstore und iTunes. Quelle: AALZ Quelle: Jenoptik 48 LASER JOURNAL 3/2012
Unterstützung der Universität Witten/Herdecke Anschaffung eines Rasterelektronenmikroskops Neuartiges Laserskalpell vorgestellt Operationen ohne Narben Eine Entdeckung Hamburger Ärzte und Natur- wissenschaftler führte zur Entwicklung eines neuen Lasertyps: des Picosekunden-Infrarot - lasers, kurz PIRL. Die Abtragung des Gewebes durch diesen neuen Lasertyp passiert ohne thermische Schädigung. Die Folge: ein kürzerer Heilungsverlauf sowie ein besseres kosme - tisches und vor allem funktionelles Ergebnis. Einschränkungen der Funktion durch Narben sowie Spannungsgefühl bis hin zu Schmerzen werden sich wesentlich verringern. Einzelheiten zur neuen Skalpellgeneration wurden auf der MEDICA-PREVIEW am 18. September 2012 in Hamburg präsentiert. Gastgeber der Presseveranstaltung im Vorwege der weltgrößten Medizinmesse war das über Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Medizi- nische PräventionsCentrum Hamburg (MPCH). Geleitet wird das MPCH von Mediziner und „Anti- Aging-Papst“ Prof. Dr. Christoph M. Bamberger. In seiner Keynote stellte er erstmals gleich mehrere Neuentwicklungen vor. Dabei handelt es sich um Neuerungen, die im Anschluss an die Produktvorstellungen renommierter Unter- nehmen wie ANM, Deutsche Telekom, Dräger, PHILIPS Healtcare oder Transmedics in einem Rundgang auch live erfahrbar waren. Quelle: PREVIEW Event & Communication Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Land NRW unterstützen die Universität Witten/Herdecke (UW/H) bei der Anschaffung eines neuen Rasterelektronenmikroskops für ihren Lehrstuhl für Kraniofaziale Anatomie. Das neue Mikroskop, das knapp 400.000 Euro kosten wird, wird die Forschungsmöglichkei- ten des Lehrstuhls erheblich ausweiten und über ein Elementanalysesystem sowie eine drei dimensionale Messsoftware verfügen, mit der Oberflächenanalysen quantitativ betrieben werden können. Zudem wird es mit einem tem- perierbaren Probentisch ausgestattet sein, so- dass Materialprüfungen direkt im Elektronen- mikroskop möglich werden. „Die Bewilligung des Antrags ist für die Universität ein großer Er- folg, da sich die DFG und das Land damit erst- malig an der Finanzierung eines Großgeräts an der UW/H beteiligen“, freut sich Prof. Dr. Wolf- gang Arnold, Inhaber des Lehrstuhls für Kranio- faziale Anatomie. „Wir sehen die Unterstützung als Anerkennung der in den letzten 15 Jahren geleisteten Forschungsarbeiten der Arbeits- gruppe an, da die Gutachter die Notwendigkeit gesehen haben, die begonnenen Arbeiten weiter fortzuführen. Für die Doktoranden der Arbeitsgruppe ist dies ein Ansporn, sich ihren Dissertationen noch intensiver zu widmen.“ Die Bewilligung des neuen Geräts kommt dabei genau zur richtigen Zeit. Prof. Arnold: „Das seit links: Prof. Dr. Wolfgang Arnold, rechts: Prof. Dr. Stefan Wirth rund 15 Jahren in Betrieb befindliche Ras- terelektronenmikroskop ist inzwischen irrepa- rabel ausgefallen. Die Forschungsarbeiten können daran nicht weitergeführt werden.“ Das soll mit dem neuen Gerät, mit dem durch neuere Technologien auch die Betriebskosten gesenkt werden können, anders werden. „Wir freuen uns über die weitere Stärkung der Grundlagenforschung und Naturwissenschaf- ten an unserer Universität“, sagt der Dekan der Gesundheitsfakultät, Prof. Dr. Stefan Wirth. Zwar sei das alte Mikroskop fast ausschließlich für Forschungsarbeiten im Bereich der Zahn- heilkunde eingesetzt worden. „Durch die neuen Einsatzmöglichkeiten wird das moderne Gerät aber auch anderen Abteilungen unserer Fakul- tät zugutekommen“, kündigt Wirth an. Quelle: Universität Witten/Herdecke Die Organisation und Betreuung wird durch das Duisburger Dentalunternehmen Hager & Werken in enger Zusammenarbeit mit dem Veranstalter Wissen schafft Erfolg umgesetzt. Im praktischen Teil arbeiten die Teilnehmer mit dem LaserHF Gerät. LaserHF ist das weltweit erste Gerät, welches die Technologien Hoch - frequenz und Laser mit zwei Wellenlängen in einem Gerät vereint. Diese Kombination in nur einem Gerät bietet eine praktische Vielfalt von Behandlungsmöglichkeiten und hat sich als sehr ökonomisch herausgestellt. Der Workshop ist mit sechs Fortbildungspunk- ten ausgeschrieben. Wahlweise erhalten die Teilnehmer mit dem Kurs ihr ganz persönliches iPad 3. Der nächste Workshop findet am 28. September in Göttingen statt. Auskünfte zum Workshop und weitere regionale Termine sind zu finden unter www.wissen-schafft-erfolg.de, www.laserhf.de und beim Hager & Werken Kundenservice. Quelle: Hager & Werken Praxisorientiert Laser-Workshopreihe startet in Ulm Am 23.06. startete bei Nordwest Dental in Ulm die neue Kursreihe „Laser als Schlüssel zum Praxis- erfolg und Magnet zur Patientenbindung“, in der allumfassendes Wissen zum Weichgewebs - management mit dem Einsatz von Lasergeräten und der Hochfrequenzchirurgie vermittelt wird. Darüber hinaus wird das Ganze durch prakti- sches Arbeiten am Schweinekiefer und entspre- chender klinischer Erfahrung in einem fünfstün- digen Workshop des Referenten untermauert. Praktisches Arbeiten im LaserHF Workshop. 49 LASER JOURNAL 3/2012
Fortbildung Kongresse, Kurse und Symposien Datum Ort Veranstaltung Info/Anmeldung 05./06. 10. 2012 Hamburg DENTALHYGIENE START UP 2012 05./06. 10. 2012 Hamburg 42. Internationaler Jahreskongress der DGZI 18.–20. 10. 2012 München 53. Bayerischer Zahnärztetag 01.–03. 11. 2012 Leipzig 2. Jahrestagung der DGET 16./17. 11. 2012 Berlin 29. Jahrestagung des BDO Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.startup-dentalhygiene.de Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.dgzi-jahreskongress.de Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.bayerischer-zahnaerztetag.de Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.oemus.com Tel.: 0341 48474-308 Fax: 0341 48474-290 www.oemus.com Laser Journal Deutsche Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) Deppe, Universität München; Prof. Dr. Siegfried Jänicke, Universität Osnabrück; Priv.-Doz. Dr. Andreas Braun, Universität Bonn; Dr. Jörg Meister, Universität Aachen; Dr. René Franzen, Universität Aachen Sekretariat: Eva Speck Pauwelsstraße 30 · 52074 Aachen Tel. 0241 8088-164 · Fax 0241 803388-164 E-Mail: sekretariat@dgl-online.de Web: www.dgl-online.de Impressum Herausgeber: OEMUS MEDIA AG in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Laserzahnheilkunde e.V. (DGL) Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: OEMUS MEDIA AG Holbeinstr. 29 · 04229 Leipzig Tel. 0341 48474-0 · Fax 0341 48474-290 E-Mail: kontakt@oemus-media.de Web: www.oemus-media.de Deutsche Bank AG Leipzig · BLZ 860 700 00 · Kto. 1 501 501 Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke · Tel. 0341 48474-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner (V.i.S.d.P.) · Tel. 0341 48474-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller · Tel. 0341 48474-0 Chefredaktion: Dr. Georg Bach Rathausgasse 36 · 79098 Freiburg im Breisgau Tel. 0761 22592 Redaktion: Georg Isbaner · Tel. 0341 48474-123 Claudia Jahn · Tel. 0341 48474-325 Wissenschaftlicher Beirat: Prof. Dr. Norbert Gutknecht, Universität Aachen; Prof. Dr. Matthias Frentzen, Universität Bonn; Prof. Dr. Anton Sculean, Universität Bern; Dr. Detlef Klotz, Duisburg; Dr. Thorsten Kleinert, Berlin; Priv.-Doz. Dr. Sabine Sennhenn-Kirchner, Universität Göttingen; Prof. Dr. Herbert Herstellung: Sandra Ehnert · Tel. 0341 48474-119 Ingrid Motschmann, Frank Sperling · Tel. 0341 48474-125 Korrektorat: Druck: Messedruck Leipzig GmbH, An der Hebemärchte 6, 04316 Leipzig Erscheinungsweise: Das Laser Journal – Zeitschrift für innovative Laserzahnmedizin – erscheint 2012 mit 4 Aus gaben. Es gelten die AGB. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Bei träge und Abbildun gen sind urhe- berrechtlich geschützt. Jede Ver wer tung ist ohne Zu stim mung des Ver - legers und Heraus gebers unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfäl tigungen, Übersetzungen, Mikro verfil mungen und die Ein spei - che rung und Bear bei tung in elek tro nischen Systemen. Nach druck, auch auszugsweise, nur mit Geneh migung des Ver lages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Ein verständnis zur vollen oder auszugsweisen Ver- öffent li chung vorausgesetzt, sofern nichts an deres vermerkt ist. Mit Ein- sendung des Manuskriptes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nachdruckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Da- tenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Beiträge auf Form - fehler und fachliche Maß geb lichkeiten zu sichten und gegebenen falls zu berichtigen. Für unverlangt eingesandte Bücher und Ma nu skrip te kann keine Gewähr über nommen werden. Mit anderen als den redaktionsei- genen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfasser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Beitrages trägt die Verant - wor tung. Gekenn zeichnete Sonder teile und Anzeigen befinden sich außer halb der Veran t wortung der Redak tion. Für Verbands-, Unterneh- mens- und Mark t infor ma tionen kann keine Ge währ übernommen wer- den. Eine Haf tung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Dar - stellungen wird in je dem Falle ausgeschlossen. Ge- richts stand ist Leipzig. Grafik/Layout: Copyright OEMUS MEDIA AG 50 LASER JOURNAL 3/2012
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 § 299
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