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Timestamp: 2018-12-16 14:40:59+00:00

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Nicht nur Jobs sondern ganze Berufe sind durch die rasant voranschreitende Digitalisierung gefährdet. Immer mehr Personen gehen in Rente, als junge Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Das Resultat ist ein grosser Fachkräftemangel. Nicole Burth, CEO der Adecco Gruppe Schweiz, hat am Herbstgespräch vom 22. November 2018 an der Kalaidos Fachhochschule Rede und Antwort gestanden: Welche Herausforderungen haben Organisationen und Arbeitnehmende zu bewältigen? Wo sind die Chancen und die Stolpersteine? Welche Massnahmen bieten sich an, um der Talentknappheit zu begegnen? Nicole Burth, CEO der Adecco Gruppe Schweiz, am Herbstgespräch vom 22. November 2018 an der Kalaidos Fachhochschule (Bild: Kalaidos FH) Wie Burth berichtet, sei der Mangel an Fachkräften gesamtschweizerisch und über alle Berufsgruppen hinweg in diesem Jahr gestiegen. Dies zeigt der Fachkräftemangel Index Schweiz 2018 des Personaldienstleister Adecco Gruppe Schweiz, der zusammen mit dem Stellenmarktmonitor der Universität Zürich im November 2018 die neuesten Zahlen veröffentlicht hat. Verglichen wurden die ausgeschriebenen Stellen mit den registrierten Arbeitslosen. Den grössten Mangel verzeichnen demnach Berufe im Ingenieur- und im Treuhandwesen, gefolgt von Technikern, Berufen der Informatik, Humanmedizin und Pharmazie. Dass der Fachkräftemangel nicht der Ausnahmefall ist, sondern zum Normallfall wird, bestätigen diverse Studien. So soll der Schweizer Wirtschaft in den nächsten 10 Jahren circa eine halbe Million Arbeitskräfte fehlen (Boston Consulting – The Global Workforce Crisis, 2014). Verschärft wird die Situation auf dem Schweizer Arbeitsmarkt durch die zwei Megatrends Digitalisierung und demographische Alterung. „Kurzfristig kann die Digitalisierung zu einer höheren Arbeitslosigkeit, langfristig zu einer höheren Produktivität führen.“ Die schlechte Nachricht ist gemäss Burth, dass der Megatrend Digitalisierung zu einer höheren Arbeitslosigkeit führen könne. Dazu zitiert sie eine Studie (Berger, Frey and Osborne 2015), wonach einer von zwei Jobs durch die Digitalisierung gefährdet sei. Nun zur guten Nachricht: Neue Berufe und Jobs – so Burth – würden entstehen und neue Jobs alte ersetzen. Laut einer Studie von McKinsey soll zwar ein Viertel aller Arbeiten in der Schweiz bis 2030 zwar automatisiert, doch ungefähr die gleiche Anzahl neuer Arbeiten geschaffen werden – insbesondere in den Bereichen IT, Robotik und Software. Die Digitalisierung, Automation und Künstliche Intelligenz können zudem die Schweizer Produktivität anregen. Hier ist jährlich von einem Prozent Produktivitätszuwachs innerhalb der Jahre 2015 bis 2025 die Rede. „Ältere Menschen werden für den Arbeitsmarkt immer wichtiger.“ Der zweite Megatrend, der unseren Arbeitsmarkt stark betrifft, ist die demografische Entwicklung. Es gibt immer mehr ältere Menschen und weniger Kinder. Wie das Bundesamt für Statistik prognostiziert, wird die junge Generation bis 2030 halbiert und die Generation 65 plus am schnellsten wachsen. Gleichzeitig gehen die Baby Boomers zwischen 2020 und 2035 in Rente. Dies bedeutet, dass jedes Jahr mehr Personen aus dem Arbeitsmarkt austreten und damit bis 2030 eine Lücke von rund einer halben Millionen Menschen in der arbeitenden Bevölkerung hinterlassen. Sofern die künftigen Pensionäre in Jobs arbeiten, die es mittel- bis längerfristig nicht mehr geben wird, mag die die Arbeitslosenquote stabil bleiben. Doch viel wahrscheinlicher sei – so Burth - dass mit den Personen, die aus Altersgründen aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, wichtige Qualifikationen verloren gehen. Der Fachkräftemangel spitze sich damit noch zu. Die Schlussfolgerung liegt nahe: Ältere Menschen werden für den Arbeitsmarkt immer wichtiger. Wie lässt sich der Fachkräftemangel auffangen? Neben älteren Menschen stehen ebenso die Frauen und die jüngere Generation im Fokus der von Burth empfohlenen Massnahmen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen: „Ältere Arbeitnehmende über das Pensionierungsalter hinaus beschäftigen.“ Obwohl die Erwerbsquote in der Schweiz im internationalen Vergleich mit 22 Prozent bei den 65- bis 69-Jährigen hoch ist, sollen Anreize geschaffen werden wie die Flexibilisierung des Rentenalters. Zudem müssen Unternehmen Arbeitsmodelle schaffen, um die Erfahrung und das Know-how von älteren Arbeitnehmenden zu nutzen. Eine Lösung zur Erhöhung der Beschäftigungsquote bei Personen, die über das Pensionsalter hinaus arbeiten wollen, könne in der "Gig-Economy" liegen: das heisst, ältere Arbeitskräfte nicht fest anzustellen, sondern nach wechselnden Aufträgen (Gigs) zu bezahlen. "Frauenerwerbsquote steigern und Teilzeitarbeit für Männer etablieren.“ Heute sind gut 60 Prozent der Frauen in der Schweiz erwerbstätig. Vier von fünf Müttern arbeiten Teilzeit. Nicht das fehlende Krippenangebot sei laut Burth das Problem, sondern schwierig wird es für arbeitende Eltern dann, wenn die Kinder in die Schule kommen. Hier fehlen Tageschulen oder Betreuungsangebote über Mittag. Dennoch gibt es eine positive Nachricht: Immer mehr Eltern teilen sich Arbeit und Haushalt. Anzustreben gemäss Burth sei eine 80/80-Prozent-Lösung. Es brauche also mehr Teilzeit-Männer, die Frauen erlauben, ihr Pensum mit gutem Gewissen zu erhöhen. „Die jüngeren Generationen in zukunftsträchtigen Sektoren aus- und weiterbilden.“ Burth sagt es ganz deutlich: Unternehmen sind in der Pflicht, die Generationen Y und Z in den Sektoren aus- und weiterzubilden, in denen es auch in Zukunft noch Arbeit gibt: in MINT-Berufen, im Gesundheitswesen und in Jobs, die viel Kreativität verlangen. Wichtig sei zudem, die Schüler und Jugendlichen so früh wie möglich über verschiedene Karrierewege zu informieren und ihnen nebst einer guten Ausbildung praktische Berufserfahrungen zu ermöglichen. Im Einsatz von Gig-Workern und ausländischen Fachkräften im Schweizer Arbeitsmarkt sieht Burth eine weitere Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu mindern. Nicht zuletzt werden für alle Generationen und Geschlechter Lebenslanges Lernen im Sinne von Up-skilling und Re-skilling zur Notwendigkeit. Nur so können sie sich zu qualifizierten Fachkräften entwickeln, die in der sich rasch verändernden Arbeitswelt eine realistische Chance auf Beschäftigung haben.
Das Thema Stiftung und Familie verliert in der Schweiz nicht an Aktualität. Mit Blick auf das nahe Ausland stösst man im Zusammenhang mit dem Begriff der Stiftung schnell auf das Fürstentum Liechtenstein, welches bekanntlich ein flexibleres, „freiheitlicheres“ Stiftungsrecht im Vergleich zur Schweiz aufweist. Die liechtensteinische Familienstiftung wird von Schweizer/innen gerne für die Nachlassplanung des Familienvermögens herangezogen (Symbolbild) Familienstiftung als Instrument für Vermögens- und Nachlassplanung Ursprünglich galt die Zweckbestimmung der schweizerischen Familienstiftung der Absicherung von Familien in Notlagen. Diese Bestimmung hat sich im Laufe der Zeit jedoch geändert. Die Familienstiftung wird heute hauptsächlich als Instrument für die Vermögens- und Nachlassplanung verwendet. Neue Familienstiftungen werden aufgrund der rigiden Praxis des Bundesgerichts zur eingeschränkten Zweckbestimmung kaum gegründet, da sie nur noch einen begrenzten Nutzen für die Stifter von Familienstiftungen aufweisen (vgl. auch erster Blogbeitrag). Diese sind daran interessiert, mit einer Familienunterhaltsstiftung eine Nachlassplanung zu organisieren und das Vermögen über Generationen einer Familie zu erhalten. Die Beschränkung, Familienmitgliedern Leistungen für die Ausbildung und bei Bedürftigkeit zukommen zu lassen, ist längst überholt. Aufgrund der Tatsache, dass in der Schweiz ein ziemlich restriktives zivil- sowie steuerrechtliches Umfeld für Familienstiftungen gegeben ist, erfreuen sich diese keiner grossen Beliebtheit mehr, wohingegen die liechtensteinische Familienstiftung wegen des flexiblen liechtensteinischen Stiftungsrechts aus Schweizer Sicht sehr beliebt ist. Die Institution der liechtensteinischen Familienstiftung scheint daher im heutigen Wirtschaftsumfeld der Schweiz nach wie vor eine wichtige Rolle zu spielen. Die Familienstiftung nach liechtensteinischem Recht ist ein komplexes, flexibles Instrument mit vielen Einsatzmöglichkeiten für die Nachfolgeplanung, asset protection, Vermögensverwaltung etc. Aus der Schweiz heraus werden deshalb oft Strukturen mit Hilfe von liechtensteinischen Familienstiftungen errichtet, welche einige Vorteile gegenüber der schweizerischen Familienstiftung aufweisen. Vorteile einer liechtensteinischen Familienstiftung Eine liechtensteinische Familienstiftung ist einer schweizerischen ähnlich, unterliegt aber keinen Einschränkungen im Zweck. Der Stifter oder die Begünstigten haben die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, und der Stifter kann zu Lebzeiten Begünstigter bleiben oder Mitglied im Stiftungsrat sein. Zudem erlaubt und anerkennt die bundesgerichtliche Rechtsprechung grundsätzlich die liechtensteinische Stiftung. Somit spielen liechtensteinische Stiftungen, insbesondere Familienstiftungen, in der Schweiz eine nicht unbedeutende Rolle. Sie sind für die Vermögens- und Nachlassplanung - v.a. auch für internationale Familien - attraktiv, dienen auf der anderen Seite jedoch kaum der steuerlichen Optimierung. Steuerrechtliche Behandlung der liechtensteinischen Familienstiftung in der Schweiz Vor Inkrafttreten des Doppelbesteuerungsabkommens Schweiz-Liechtenstein (DBA-FL) wurden liechtensteinische Stiftungen oftmals als kontrolliert ausgestaltet. Dies einerseits aufgrund der Tatsache, dass gemäss dem alten DBA-FL die Verrechnungssteuer auf Dividenden von schweizerischen Kapitalgesellschaften nicht zurückgefordert werden konnte, was mit einer kontrollierten liechtensteinischen Stiftung aufgrund der steuerlichen Zurechnung des Vermögens an den in der Schweiz ansässigen Stifter (oder Begünstigten ) jedoch möglich war. Andererseits löst(e) die Errichtung einer intransparenten Stiftung in den meisten Kantonen eine hohe Schenkungssteuer zum Nichtverwandtentarif aus. Die schweizerische Rechtsprechung ist, was die Steuerfolgen bei Vorliegen einer liechtensteinischen Familienstiftung betrifft, bis heute nicht einheitlich. Die kantonalen Verwaltungsgerichte sowie Praxismitteilungen der kantonalen Steuerbehörden qualifizieren liechtensteinische Stiftungen bei Vorliegen gewisser Kriterien ohne Weiteres als kontrolliert und in steuerlicher Hinsicht transparent, wohingegen die bundesgerichtliche Rechtsprechung auf das Vorhandensein einer Steuerumgehung zur Annahme eines steuerrechtlichen Durchgriffs abstellt. Somit sind die steuerlichen Folgen für schweizerische Stifter von liechtensteinischen Stiftungen oder allenfalls für in der Schweiz ansässige Begünstigte zuweilen schwer abschätzbar. Angesichts des Inkrafttretens des neuen DBA-FL (SR 0.672.951.43) , welches seit dem 22. Dezember 2016 in Kraft ist und seit dem 1. Januar 2017 angewendet wird, wird nun von Interesse sein, inwiefern sich dieses auf die steuerrechtliche Behandlung von liechtensteinischen Stiftungen in der Schweiz auswirkt. Es ist zu erwarten, dass sich dadurch eine erhöhte Rechtssicherheit ergibt und neue Planungsmöglichkeiten für in der Schweiz wohnhafte Stifter entstehen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere der Kriterienkatalog von Bedeutung, welcher die Ansässigkeit einer Stiftung gemäss DBA-FL und in der Konsequenz die Inanspruchnahme von Abkommensvorteilen bestimmt (vgl. Protokoll zum DBA-FL Ziff. 2 lit. a röm. Ziff. i – iii). # # # Im Rahmen einer Masterarbeit an der Kalaidos FH / SIST- Schweizerisches Institut für Steuerrecht zur Erlangung des akademischen Grades „MAS FH in Swiss and International Taxation / LL.M.“ wurden die steuerlichen Aspekte der Familienstiftung in der Schweiz und in Lichtenstein unter besonderer Berücksichtigung des Doppelbesteuerungsabkommens Schweiz-Lichtenstein erörtert. Quellenangaben und weiterführende Literaturhinweise: Dominique Jakob (HRSG.), Stiftung und Familie, Basel 2015. Dominique Jakob (HRSG.), Ein Stiftungsbegriff für die Schweiz, ZSR 2013 II 191 ff. Dominique Jakob, Die liechtensteinische Stiftung, Eine strukturelle Darstellung des Stiftungsrechts nach der Totalrevision vom 26. Juni 2008, Schaan 2009. Maja Bauer-Balmelli / Nils Olaf Harbeke, Die liechtensteinische Stiftung im Schweizer Steuerrecht, zsis) 2009 Monatsflash Nr. 5. Andrea Opel, Die steuerliche Behandlung von Familienstiftungen, Stiftern und Begünstigten – in nationalen und internationalen Verhältnissen, Basel 2009. Dr. Christian von Löwe, Familienstiftung und Nachfolgegestaltung, 2. Auflage, München 2016. Rechtsprechung und Praxishinweise: Praxisfestlegung Steuerverwaltung Graubünden vom 15.4.2013, Familienstiftungen St. Galler Steuerbuch, Ausländische Stiftungen, StB SG 70 Nr. 1 vom 1.7.2017 Urteil des Verwaltungsgerichts Basel-Stadt vom 16. Juni 2015 (VD.2014.28) Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden vom 29. März 2009 Urteil des Verwaltungsgerichts St. Gallen vom 29. August 2007 (B 2007/13) Urteil der Steuerrekurskommission II Zürich vom 13. Oktober 2005 (StE 2006 A12 Nr. 14) Urteil des Verwaltungsgerichts Zürich vom 16. November 2016 (SR.2015.0036) BGer 22.4.2005, BGE 2A_668/2004, E. 3.4.2. BGer 11.12.1926, BGE 52 I 371, 381. BGer 11.10.1929, BGE 55 I 373, 382. BGer 13.5. und 21.10.1966 i.S. M.H. = StR 22/2967 364.
Im Mai 2014 wurde der neue Standard IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden publiziert. Der neue Standard beinhaltet ein einheitliches Modell zur Erfassung von Umsatzerlösen aus Verträgen und löst die bisherigen geltenden Standards IAS 18 (Umsatzerlöse) und IAS 11 (Fertigungsaufträge) ab. Der neue Standard enthält aber zusätzlich auch Regelungen zu Vertragsanbahnungs- und Vertragserfüllungskosten (Vertragskosten). In einem Interview erfahren wir von Peter Burkhalter (Head Accounting Swisscom) welche Auswirkungen der neue Standard IFRS 15 auf die Telekommunikationsbranche hat (Symbolbild) Herr Burkhalter, Sie haben an der Fachkonferenz International Accounting Update der Kalaidos FH einen Vortrag über die Anwendung von IFRS 15 "Erlöse aus Verträgen mit Kunden" in der Telekommunikation gehalten. Wie haben sich die Bilanzierungsregeln unter dem neuen Standard entwickelt? Die Systematik der Neuregelungen zur Umsatzrealisierung ist vertragsbasiert. Eine Umsatzrealisierung findet bei Zunahme eines contract assets bzw. bei Abnahme einer contract liability statt. Die Umsatzerfassung erfolgt in fünf Schritten: Identifizierung des Vertrages mit dem Kunden: Dazu zählt die Aggregation von Verträgen, die in zeitlicher Nähe mit Kunden abgeschlossen wurden, sofern bestimmte Kriterien erfüllt sind. Der Vertrag kann mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden, muss durchsetzbar sein und eine wirtschaftliche Substanz aufweisen. Identifizierung separater Leistungsverpflichtungen: Die Feststellung, ob das Gut oder die Dienstleistung einzeln abgrenzbar ist, ist ein wesentliches Kriterium für das Bestehen einer separaten Leistungsverpflichtung. Bestimmung des Transaktionspreises: Der Transaktionspreis entspricht der erwarteten Gegenleistung unter Berücksichtigung von Finanzierungskomponenten, Rabatten etc. Aufteilung des Transaktionspreises auf separate Leistungsverpflichtungen: Die Aufteilung auf die einzelnen identifizierten Leistungsverpflichtungen erfolgt im Verhältnis der relativen Einzelveräusserungspreise Realisierung von Umsatzerlösen bei Erfüllung einzelner Leistungsverpflichtungen: Eine Leistungsverpflichtung kann entweder zeitraum- oder zeitpunktbezogen erfolgen. Welche Auswirkungen hat IFRS 15 auf die Telekommunikationsbranche? FRS 15 hat wesentliche Auswirkungen auf das Rechnungswesen und die Finanzberichterstattung der Telekomunternehmen. Mobilfunk-Abos werden oftmals zusammen mit dem Verkauf eines Mobilfunkgeräts abgeschlossen, wobei das Mobilfunkgerät zum Zweck der Kundengewinnung bzw. -bindung verbilligt wird. Vor Einführung von IFRS 15 wurde der Umsatz entsprechend der Rechnungsstellung erfasst. Nach IFRS 15 müssen die Umsätze nach Massgabe der relativen Einzelveräusserungspreise auf das Endgerät und die Dienstleistung aufgeteilt werden. Regelmässig führt dies dazu, dass ein höherer Umsatz auf das Mobilfunkgerät zugeteilt und der Unterschiedsbetrag zum verbilligten Barverkaufspreis als Minderung des Dienstleistungsumsatzes über die Vertragsdauer erfasst wird. Eine weitere wesentliche Änderung war die Verbuchung der an Drittkanäle (Händler) zu zahlende Verkaufskommissionen. Nach IFRS 15 werden diese als Kosten der Vertragserlangung aktiv abgegrenzt und über die vertragliche Kundenbeziehung ergebniswirksam amortisiert. Die Herausforderung für die Telekomunternehmen war es, die für die Aufteilung notwendigen Daten aus den verschiedenen Informatiksystemen vollständig und richtig zu beschaffen. Vor der Implementation des Standards wurde befürchtet, dass kostspielige Anpassungen der Billing-Systeme notwendig seien. IT- Experten schätzten die Kosten der weltweiten Umstellung der Billingsysteme und Software für grosse Telekommunikationskonzerne auf Beträge im dreistelligen Millionenbereich. IFRS 15 erlaubt explizit den sogenannten Portfolioansatz. Dadurch musste nicht jeder Einzelvertrag standardkonform abgebildet werden, sondern konnten gleichartige Verträge zu Portfolios zusammengefasst werden. Dies haben die Komplexität und die Kosten der systemmässigen Implementation erheblich reduziert. Welchen Ansatz hat Swisscom für die Umsetzung von IFRS 15 angewendet? Swisscom hat für die erstmalige Anwendung von IFRS 15 den modifizierten rückwirkenden Ansatz gewählt. Nach dieser Übergangsmethode muss Swisscom IFRS 15 rückwirkend nur auf solche Verträge anwenden, die per 1. Janaur 2018 noch nicht erfüllt waren. Der daraus resultierende Umstellungseffekt wurde per 1. Januar 2018 erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Vorjahreszahlen wurden hingegen nicht angepasst. Aus der Umstellung resultierte eine Erhöhung des Eigenkapitals um CHF 313 Mio. Der Effekt resultiert aus dem erstmaligen Ansatz von vertraglichen Vermögenswerten und Vertragsverbindlichkeiten sowie abgegrenzten Vertragserlangungs- und Vertragserfüllungskosten. Für das Geschäftsjahr 2018 wird durch die Anwendung von IFRS 15 mit einem negativen Effekt auf das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von CHF 50 Mio. gerechnet. Die ergebniswirksamen Effekte sind vor allem abhängig vom Ausmass der Endgerätesubventionen, dem Mix der Verkaufskanäle und der Mengenentwicklung. Können Sie etwas zur branchen-und kapitalmarktübergreifenden Vergleichbarkeit sagen? Mit IFRS 15 wurde auch eine bessere Vergleichbarkeit angestrebt. Weil noch (fast) kein Telekomunternehmen einen Jahresabschluss mit Anwendung von IFRS 15 publiziert hat, ist eine Aussage zur Vergleichbarkeit schwierig. Aus den bisher publizierten Zwischenberichten kann indes der vorläufige Schluss gezogen werden, dass die Effekte von IFRS 15 auf das operative Ergebnis und die Bilanz nicht sehr wesentlich sind. Vermutlich wurden die Effekte im Vorfeld überschätzt. Die grösste Herausforderung liegt in der Kommunikation von finanziellen Schlüsselkennzahlen (KPIs) gegenüber Investoren und Analysten. Die Analyse der Performance und der Vergleich mit anderen Unternehmen basiert zu einem wesentlichen Teil aus KPIs, welche aus der IFRS-Berichterstattung abgeleitet werden, wie zum Beispiel den durchschnittlichen Umsatz pro Kunden und Monat (ARPU) oder die Kosten der Kundengewinnung und -retention (SAC/SRC). Die Effekte von IFRS 15 werden in der Berechnung dieser Kennzahlen von den Unternehmen unterschiedlich oder gar nicht berücksichtigt. Dadurch wird die Vergleichbarkeit im Zeitablauf und im Vergleich mit anderen Unternehmen erschwert. Wo bestehen Regelungslücken und wie kann man diese reduzieren? Konzeptionell ist IFRS 15 ein durchaus gut gelungener Standard. Nach unseren bisherigen Erfahrungen können die im Standard festgelegten Prinzipen gut in der Praxis für die verschiedensten Umsatzgeschäfte angewandt werden. Eine Regelungslücke besteht in der verlustfreien Bewertung von Kundenverträgen. IFRS 15 verweist auf den Standard zur Rechnungslegung von Rückstellungen (IAS 37). Dieser Standard enthält aber zuwenig Guidance darüber, welche Kosten zur Ermittlung eines Verlusts angerechnet werden können bzw. müssen. Wie beseitigt man konzeptionelle Inkonsistenzen zwischen den neuen Standard IFRS 15 und den bisherigen geltenden Standards IAS 11 (Fertigungsaufträge) und IAS 18 (Umsatzerlöse)? Die bisher in IAS 18 enthaltenen Regelungen zur Anwendung der POC-Methode wurden in den IFRS 15 integriert und erfuhren einige Anpassungen. In der Praxis können sich Unterschiede zur bisherigen Rechnungslegung ergeben. Insgesamt dürften diese, mit Ausnahme von Einzelfällen, indes nicht sehr wesentlich sein. Die Zusammenfassung der beiden Standards in einen einzigen Standard zur Umsatzerfassung ist zu begrüssen. Ist mit dem neuen Standard eine Konvergenz von IFRS an US GAAP erreicht worden? Die Konvergenz von IFRS und US GAAP ist mit dem neuen Standard weitgehend gelungen. Die Unterschiede sind minimal. Was sind entscheidungsnützliche Anhangangaben? Im Vergleich zu IAS 18 nimmt der Umfang der Anhangangaben mit IFRS 15 erheblich zu. Nach unseren bisherigen Erfahrungen mit der Zwischenberichterstattung darf bezweifelt werden, dass alle vorgeschriebenen Angaben tatsächlich entscheidungsnützlich sind. Besten Dank Herr Burkhalter für das interessante Interview!

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