Source: https://www.frag-einen-anwalt.de/TVOeD-Berechnung-der-Kuendigungsfrist--f304478.html
Timestamp: 2017-12-13 20:59:42+00:00

Document:
TVÖD Berechnung der Kündigungsfrist - frag-einen-anwalt.de
ich hätte eine Frage, zur Kündigungsfrist im TVÖD.
Seit Oktober 2015 arbeite ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber.
Bisher hatte ich zwei befristete Jahresverträge und seit Oktober 2017 bin ich unbefristet angestellt.
Laut dem TVÖD beträgt die Kündigungsfrist:
bei einem unbefristeten Vertrag in den ersten 6 Monaten, 2 Wochen zum Monatsende.
bei einem unbefristeten Vertrag bei mehr als einem Jahr, 6 Wochen zum Quartalsende
Ich würde gerne wissen, ob die zwei Jahre die ich befristet beschäftigt war (von Oktober 2015 - Ende September 2017) auf die unbefristete Zeit (Oktober 2017 - heute) angerechnet wird oder nicht.
Sprich ob ich durch die Übernahme und den unbefristeten Vertrag, sozusagen seit mehr als 2 Jahren unbefristet bin und somit die Kündigungsfrist für einen Vertrag mit mehr als 1 Jahr berechnet wird oder sie sich auf die Zeit ab Oktober 2017 bezieht und somit auf einen Vertragslaufzeit unter 6 Monaten.
Also noch einmal kurz als Frage:
Beträgt meine Kündigungsfrist: 2 Wochen zum Monatsende oder 6 Wochen zum Quartalsende?
Die Antwort auf ihre Frage ergibt sich aus § 30 und § 34 TVÖD.
§ 30 Abs. 5 TVÖD lautet:
Im Fall von mehreren befristeten Arbeitsverträgen, also sprich mehreren aneinadergereihten Arbeitsverhältnissen beim gleichen Arbeitgeber und ohne (nennenswerte, selbst verschuldete) Unterbrechung mittendrin, werden die Arbeitsverhältnisse also zusammengerechnet.
Dies gilt nach § 34 Abs. 3 TVÖD auch für die beim Arbeitgeber zurückgelegt Zeit mit Unterbrechungen.
Dies bedeutet ebenfalls eine Zusammenrechnung der Arbeitsverhältnisse, so dass Grundlage ihrer aktuellen Kündigungsfrist ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einer Beschäftigungszeit von mehr als 2 Jahren ist. Die Zurückgelegte Arbeitszeit beim gleichen Arbeitgeber ist also die "Beschäftigungszeit".
Die geltende Kündigungsfrist für die jeweilige Beschäftigungszeit ergibt sich aus § 34 Abs. 1 TVÖD. Dieser lautet:
Da sie also beim Arbeitgeber länger als 1 Jahr beschäftigt sind und in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis stehen, greift für sie die Kündigungsfrist von 6 Wochen zum Quartalsende.
Die beim gleichen Arbeitgeber zurückgelegte Zeit ergibt die Beschäftigungszeit. Die Arbeitsverhältnisse werden also zusammengerechnet, so dass sie über 2 Jahre beim selben Arbeitgeber sind. Ihre Kündigungsfrist aufgrund einer länger als 1 Jahr andauernden, nun unbefristeten, Tätigkeit beträgt für sie 6 Wochen zum Quartalsende.
Tipp: Nach § 24 Abs. 3 TVÖD können auch Beschäftigungszeiten bei anderen Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes oder unter den TVÖD fallenden Arbeitgebern eine Rolle bei der Zusammenrechnung spielen. Insofern können vorangegangene Beschäftigungsverhältnisse ebenfalls die Beschäftigungszeit und damit die Kündigungsfrist verlängern.
TVÖD Berechnung der Kündigungsfrist - frag-einen-anwalt.de © 2017 QNC GmbH

References: § 30
 § 34

§ 30
 § 34
 § 34
 § 24