Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=25.11.1970&Aktenzeichen=IV%20C%20119.68
Timestamp: 2020-04-02 16:05:41+00:00

Document:
BVerwG, 25.11.1970 - IV C 119.68 - dejure.org
https://dejure.org/1970,30
BVerwG, 25.11.1970 - IV C 119.68 (https://dejure.org/1970,30)
BVerwG, Entscheidung vom 25.11.1970 - IV C 119.68 (https://dejure.org/1970,30)
BVerwG, Entscheidung vom 25. November 1970 - IV C 119.68 (https://dejure.org/1970,30)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1970,30) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
GG Art. 14 Abs. 1; VwGO § 124 Abs. 2 S. 1
OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 09.07.1968 - I A 38/66
BVerwGE 36, 296
NJW 1971, 1054
MDR 1971, 330
BauR 1971, 38
Das Berufungsgericht habe allerdings Bedenken, die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, nach der ein Bestandsschutz regelmäßig voraussetze, daß der vorhandene Bestand unabhängig von der Wiederherstellung noch funktionsgerecht nutzbar sei (Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG IV C 119.68 - [BauR 1971, 38]), uneingeschränkt auf den Fall zu übertragen, in dem ein funktionsgerecht nutzbares Haus durch ein plötzliches (Natur-)Ereignis betroffen werde.
Ebenso ist eine Berufung als im Sinne von § 124 Abs. 2 Satz 1 VwGO "schriftlich" eingelegt angesehen worden, wenn der eingereichte Schriftsatz nur mit einer vervielfältigten Unterschrift versehen ist, die aber zunächst eigenhändig geleistet worden war (Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG 4 C 119.68 - BVerwGE 36, 296).
Der Senat hatim Urteil vom 5. Juli 1974 - BVerwG 4 C 76.71 - (Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 112) wie schon in vorangegangenen Entscheidungen(Urteil vom 19. Oktober 1966 - BVerwG 4 C 16.66 - BVerwGE 25, 161 [BVerwG 19.10.1966 - IV C 16/66];Urteil vom 22. September 1967 - BVerwG 4 C 109.65 - BVerwGE 27, 341 ;Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG 4 C 119.68 - BVerwGE 36, 296 ;…Urteil vom 21. Januar 1972 - BVerwG 4 C 212.65 - Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 96, S. 42 ;…Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG 4 B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11, S. 9 ) die Möglichkeit angedeutet, daß sich aus dem Bestandsschutz, weil es sich um einen Schutz der Bestandsnutzung handelt, "über den Schutz des tatsächlich Vorhandenen hinaus" auch ein Anspruch auf eine - begrenzte - Erweiterung des Bestehenden herleiten läßt, "soweit die Beibehaltung und funktionsgerechte Nutzung des Vorhandenen dies erfordert".
Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits in seinem Urteil vom 25. November 1970 (a. a. O. S. 299) darauf hingewiesen, daß sich eine mechanische Vervielfältigung (wie etwa eine Fotokopie) zwar manipulieren lasse, die Gefahr von Manipulationen indessen nicht so groß sei und nicht so im Wesen der Dinge liege, daß sie eine vervielfältigte Unterschrift im Vergleich zur eigenhändigen Unterschrift grundsätzlich fragwürdig mache.
Eine derartige Erläuterung - wie sie auch der angefochtene Leistungsbescheid enthält - verdeutlicht für den Empfänger, daß es sich nicht um einen nicht unterzeichneten Entwurf, sondern um einen Verwaltungsakt handelt (…vgl. Urteile vom 5. Juni 1974, a.a.O. S. 193 f- und 29; s. auch Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG IV C 119.68 - BVerwGE 36, 296 [BVerwG 25.11.1970 - IV C 119/68]).
Der Austausch des einen Ofens gegen den anderen Ofen könnte nämlich mit dem etwaigen Funktionszusammenhang nur begründet werden, wenn mit dem Austausch keine oder allenfalls untergeordnete Erweiterungen verbunden wären (vgl. Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG IV C 119.68 - in BVerwGE 36, 296 [301]).
Allerdings hat der Senat mehrfach die Frage angesprochen, ob sich aus dem Bestandsschutz als einem Schutz der Bestandsnutzung auch ein Anspruch auf eine - begrenzte - Erweiterung des Bestehenden herleiten läßt, soweit die Beibehaltung und funktionsgerechte Nutzung des Bestandes dies erfordert; entschieden hat der Senat diese Frage bisher jedoch nicht (BVerwGE 25, 161 [163]; 27, 341 [343]; 36, 296 [301]; ferner Urteil vom 21. Januar 1972 - BVerwG IV C 212.65 - Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 96 S. 42 [44]; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11 S. 9 [10]).
Deswegen hat der Senat auch die Errichtung von Ersatzbauten als nicht vom Bestandsschutz gedeckt angesehen (Urteile vom 30. April 1969 - BVerwG IV C 63.68 - Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 82 S. 7 [11 f.]; vom 25. November 1970 - BVerwG IV C 119.68 - a.a.O.;… vom 21. Januar 1972 - BVerwG IV C 212.65 - a.a.O. und vom 16. Februar 1973 - BVerwG IV C 61.70 - BVerwGE 42, 8 [13]).
Denn der Bestandsschutz sichert, wie der Senat zuletzt in seinem Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG IV C 119.68 - (S. 12 f. m.w.N.) betont hat, ausschließlich die Erhaltung eines vorhandenen Bestandes, und zwar grundsätzlich in seiner bisherigen Funktion.
Die Vorschrift des § 126 Abs. 1 BGB, die die eigenhändige Unterschrift des Ausstellers fordert, gilt im öffentlichen Recht nicht (BVerwGE 2, 190 [191]; 10, 1 [2]; 30, 274 [276]; 36, 296 [298]; Urteil vom 7. November 1973 - BVerwG VI C 124.73 - [Buchholz 310 § 81 VwGO Nr. 4 = DÖV 1974, 319 = NJW 1974, 1262]; BSGE 13, 269 [270 f.]; BFH 62, 263 [265 f.]; 75, 425 [431 f.]).
Das Erfordernis der Schriftlichkeit schließt die eigenhändige Unterzeichnung nicht um ihrer selbst willen ein (BVerwGE 36, 296 [298]).
Dem Bedürfnis nach Rechtssicherheit kann jedoch auch auf andere Weise genügt, werden (BVerwGE 36, 296 [298]).
Auch die eigenhändige Unterschrift bietet keine Sicherheit dafür, daß der Unterzeichnende den Inhalt des Schriftstücks zur Kenntnis genommen hat (BVerwGE 36, 296 [299]).
BVerwG, 20.06.1975 - IV C 5.74
Zulässigkeit eines Garagenbaus im beplanten Gebiet; Wesen der Baugrenze; …
BVerwG, 02.08.1971 - IV B 135.70
Umfang des Bestandsschutzes aufgrund der Eigentumsgarantie; Schutzzweck des …
BVerwG, 19.01.1984 - 4 B 5.84
Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision - Rechtliche Stellung des …
BVerwG, 31.03.1981 - 4 B 235.80
BVerwG, 05.04.1978 - 4 B 42.78
BVerwG, 23.06.1971 - IV B 56.71
Fehlen der geltend gemachten grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache

References: Art. 14
 § 124
 § 124
 § 35
 § 35
 § 9
 § 35
 § 9
 § 35
 § 126
 § 81