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Timestamp: 2019-12-10 21:35:13+00:00

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Konzeption einer regionalen Ausbildungsmesse in der Stadt ...
Konzeption einer regionalen Ausbildungsmesse in der Stadt Osnabrück auf der Basis einer Machbarkeitsstudie
von Cäcilia Picker (Autor)
Diplomarbeit 2002 145 Seiten
1.1 Projektidee / Zielsetzung
1.3.1 Ausbildungssituation in Deutschland
1.3.2 Ausbildungssituation in Osnabrück (Stadt und Landkreis)
1.3.3 Das System der Berufsausbildung in Deutschland
1.3.3.1 Schulische Berufsausbildung
1.3.3.2 Betriebliche Berufsausbildung: das duale System
1.4 Ausbildungsvermittlung und – betreuung
1.4.1 Aufgaben des Arbeitsamtes
1.4.2 Aufgaben der Kammern
1.5 Ausbildungsmessen
1.5.1 Nationale Ausbildungsmessen
1.5.2 Regionale Ausbildungsmessen
1.5.3 „Mein Beruf“ 1992, 1993 und 1995 in Osnabrück
1.6 Projektförderer / Initiatoren
1.6.1 Schirmherrschaft
1.6.2 Ideelle Träger / Messebeirat
1.6.3 Sponsoren
1.7 Projektkosten
2.1 Standort Osnabrück
2.1.2 Geografische Lage
2.1.3 Demografie
2.2 Standortanforderungen
2.3 Mögliche Standorte
2.3.1 Stadthalle Osnabrück
2.3.2 Halle Gartlage
2.3.3 Salzmarkthalle
2.3.4 Fachhochschule Osnabrück
2.3.5 Sonstige
2.4 Standortentscheidung
3.1 Definition des angestrebten Messeradiuses
3.3 Marktsegmentierung
3.4 Konkurrenzanalyse
3.4.1 Lingen, Meppen und Papenburg
3.4.2 Bersenbrück
3.4.3 Melle
3.5 Alleinstellung / Überlegenheit der Ausbildungsmesse
4. Zielgruppenanalyse
4.1 Definition der Zielgruppen
4.1.1 Potentielle Aussteller
4.1.2 Potentielle Besucher
4.2 Erhebungsverfahren
4.3 Informationsgewinnung /-quellen
4.3.1 Sekundärforschung
4.3.2 Primärforschung
4.4.1 Auswahl der Befragungsart
4.4.2 Der Fragebogenaufbau
4.4.3 Befragungsergebnisse
4.4.3.1 Potentielle Aussteller
4.4.3.2 Potentielle Besucher
5.1 Marketingstrategie
5.1.1 Ziele der Strategie
5.1.2 Messerelevante Eigenschaften
5.2 Marketing-Mix
5.2.1 Leistungspolitik
5.2.2 Preispolitik
5.2.3 Kommunikationspolitik
5.2.3.1 Messelogo, Messemonat und Messedauer
5.2.3.2 Ausstellerakquisition
5.2.3.3 Besucherwerbung
5.2.3.4 Internet / Homepage
5.2.3.5 Pressearbeit und Public Relations
5.3 Rahmenprogramm
5.5 Marketingkosten
6. Dienstleistungskosten für den Veranstalter
6.1 Katalog
6.2 Standarten
6.3 Fachliches Rahmenprogramm
6.4 Möblierung
6.5 Catering
7. Hallenplanung
7.1 Allgemeine Anforderungen
7.2 Sicherheitsaspekte
7.3 Planung und Layout
8. Organisation, Gemeinkosten und Human Resources
8.1 Wahl der Gesellschaftsform
8.2 Organisationsstruktur
8.3 Abteilungen
8.3.1 Geschäftsführung
8.3.2 Service
8.3.2.1 Ausbildung und Qualifikation
8.3.2.2 Arbeitsbereich
8.4 Lohn- / Gehaltskosten
8.4.1 Geschäftsführung
8.4.2 Servicekräfte
8.4.2.1 Gesetzliche Regelungen für geringfügig Beschäftigte
8.4.2.2 Personal- und Arbeitsbedarf
8.5 Büro- / Geschäftsräume
8.6 Versicherungen
8.7 Kosten
9. Projektplanung und Implementierung
10.2 Projektfinanzierung
10.2.1 Eigenkapital
10.2.2 Fremdkapital
10.3 Break-Even-Analyse
11. Wirtschaftliche Bewertung
Abbildung 1: Schulische Vorbildung der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag 1999, deutschlandweit
Abbildung 2: Ausbildungssituation im Amtsbezirk Osnabrück
Abbildung 3: Schulische Vorbildung der Bewerber für Berufsausbildungsstellen in Osnabrück 1999
Abbildung 4: Altersstruktur in der Stadt Osnabrück in 2000
Abbildung 5: Grundriss des Obergeschosses der Stadthalle Osnabrück
Abbildung 6: Rechtsformen der Unternehmen
Abbildung 7: Maßnahmen zur Bekanntmachung freier Ausbildungsplätze
Abbildung 8: Favorisierter Messemonat (Aussteller)
Abbildung 9: Ausstellungsdauer
Abbildung 10: Standgröße
Abbildung 11: Förderung des Berufsfindungsprozesses
Abbildung 12: Favorisierter Messemonat (Besucher)
Abbildung 13: Besuchsdauer
Abbildung 14: Messelogo
Abbildung 15: Organisationsstruktur
Tabelle 1: Ausbildungssituation im Amtsbezirk Osnabrück
Tabelle 2: Altersstruktur der Stadt Osnabrück in 2000
Tabelle 3: Unternehmen in der Stadt Osnabrück
Tabelle 4: Preise für Räumlichkeiten der Stadthalle Osnabrück
Tabelle 5: Preise für Räumlichkeiten der Fachhochschule Osnabrück
Tabelle 6: Verhältnis von "Ist das Rohkonzept interessant?" zu "Messebeteiligung"
Tabelle 7: Standgröße und -art im Verhältnis zu Ausstellungsdauer
Tabelle 8: Unterstützung des Kreativwettbewerbs
Tabelle 9: Interesse an einem Partnerplakat
Tabelle 10: Interesse, einen Vortrag zu halten
Tabelle 11: Interesse, als Sponsor in Erscheinung zu treten
Tabelle 12: Ist das Rohkonzept interessant?
Tabelle 13: Unterstützung des Messebesuchs
Tabelle 14: Verhältnis von "Schulform" zu "Unterstützung des Messebesuchs"
Tabelle 15: Messevorbereitung im Unterricht
Tabelle 16: Persönliches Engagement
Tabelle 17: Katalogverteilung
Tabelle 18: Unterstützung und Förderung des Kreativwettbewerbs
Tabelle 19: Plakataushänge
Tabelle 20: Katalogumfang und –kosten, Günter Druck
Tabelle 21: Katalogumfang und –kosten, Gruber Druck
Tabelle 22: Konferenzräume Stadthalle
Tabelle 23: Kostenübersicht "sonstige Kosten"
Tabelle 24: Implementierungsplan 87
Tabelle 25: Standgröße und -art im Verhältnis zu Ausstellungsdauer 90
Um das vorliegende Projekt hinsichtlich seiner Notwendigkeit bewerten zu können, wird in diesem Kapitel zuerst auf die Projektidee / Zielsetzung der Arbeit eingegangen. Des Weiteren werden Hintergrundinformationen zur Berufsausbildung, Ausbildungsvermittlung und -betreuung, über nationale und regionale Ausbildungsmessen und mögliche Projektförderer gegeben. Dies stellt keine Bewertung der bisherigen Möglichkeiten zur beruflichen Entscheidungsfindung dar, sondern lediglich einen Überblick über bereits bestehende Möglichkeiten und deren einzelne Strukturbestandteile.
Jedes Jahr schließen deutschlandweit Tausende von Jugendlichen die Schule ab. Spätestens dann müssen sie sich mit der Frage beschäftigen, wie sie ihre berufliche Zukunft gestalten wollen. Je nach schulischer Vorbildung kann zwischen verschiedenen Möglichkeiten gewählt werden: eine weiterführende Schule, eine schulische oder betriebliche Berufsausbildung oder ein Studium an einer Berufsakademie, Fachhochschule oder Universität.
Zur Berufsorientierung werden zahlreiche Hilfen angeboten: In vielen Schulen wird das Fach „Arbeit, Wirtschaft, Technik“ unterrichtet, das den Jugendlichen die Entscheidungsfindung vereinfachen soll; auch Praktika sollen bei der Berufswahl helfen; die Arbeitsämter bieten mit ihren Berufsinformationszentren (BIZ) umfangreiche Informationen rund um das Thema „Beruf“ an. Zusätzlich unterstützen Bücher wie „Beruf aktuell“ oder „Studien- und Berufswahl“, die jedes Jahr aktualisiert erscheinen, die bestehenden Informationsmöglichkeiten. Zu ausgesuchten Berufen können so genannte „Blätter zur Berufskunde“ mittels einer, den Büchern beiliegenden, Postkarte bestellt werden. Trotzdem können nur in begrenztem Umfang Informationen zu einzelnen Berufen und Studiengängen gegeben werden, da diese auf ein Minimum an Informationen reduziert sind, um die Vielfalt der Berufe widerspiegeln zu können.
Ergänzend zu den Büchern gibt es seit einigen Jahren auch einige bundesweite, kostenlose Zeitschriften, die versuchen, den Informationsfluss zu verbessern und die Lücke zu schließen. „UNICUM Abi“, herausgegeben vom UNICUM Verlag, Bochum, erscheint zehnmal pro Jahr und wird kostenlos in Schulen ausgelegt. Die Zeitschrift „AUDIMAX Reifeprüfung“ vom AUDIMAX-Verlag, Nürnberg, richtet sich ebenfalls an die Zielgruppe der angehenden Abiturientinnen und Abiturienten und informiert zweimal jährlich sowohl über Studien- als auch Berufsmöglichkeiten. Für die gleiche Zielgruppe ist „EINSTIEG Abi“ von EINSTIEG Event GmbH, Köln, konzipiert. Die Bundesanstalt für Arbeit produziert „Abi“ auch für diese Zielgruppe. Zusätzlich wird auf den Homepages der jeweiligen Arbeitsämter ein interaktives Programm namens „Mach’s richtig“ zur Vorbereitung auf die Berufswahl angeboten, das sich an Haupt- und Realschüler oder deren Eltern und Lehrer richtet.
Die Fülle an Informationen, die sich speziell an Abiturientinnen und Abiturienten richten, lässt jedoch den Rückschluss zu, dass gerade diese Zielgruppe nicht genügend auf die Berufs- und Studienwahl vorbereitet wird. Während in anderen Schulformen das Fach „Arbeit, Wirtschaft, Technik“ (AWT) wesentliches zur Berufsfindung beiträgt, existiert dieses Fach an Gymnasien nicht. Noch immer ist der Besuch eines Gymnasiums sehr stark darauf ausgerichtet, die Schülerinnen und Schüler auf ein späteres Studium vorzubereiten, nicht aber auf einen Berufsweg, der eine betriebliche Ausbildung beinhaltet. So bekommen gerade Abiturienten nicht genügend Unterstützung und Tipps für eine mögliche Berufs- bzw. Studienwahl. Unter Abschnitt 1.3 Berufsausbildung finden sich Informationen zur schulischen Vorbildung von Auszubildenden, die jedoch das Gegenteil beweisen: fast ein Sechstel aller Auszubildenden verfügt mittlerweile über eine Berechtigung zum Studium durch die Hoch- oder Fachhochschulreife. Der Informationsfluss bezüglich der Berufs- und Studienwahl sollte daher auch ganz gezielt die Gymnasien mit einbeziehen.
Trotz der bisher genannten Möglichkeiten zur Berufsinformation können diese nur begrenzt eingesetzt werden und sind nur bedingt in der Lage, den hohen Informationsbedarf ausreichend zu decken. Häufig orientieren sich Schulabgänger zusätzlich im Familien- und/oder Freundeskreis. Dabei findet in der Regel eine Reduzierung auf bekannte Berufsbilder statt. Neue Berufe, die erst in den letzten Jahren entstanden sind, finden auf diese Weise keine Berücksichtigung.
In den 90er Jahren hat sich eine neue Informationsform entwickelt: Ausbildungsmessen bzw. Ausbildungsbörsen. Diese sind aus Recruitingmessen entstanden, die vornehmlich an Diplomanden, Absolventen und Young Professionals (also Personen, die bereits am Ende einer berufsqualifizierenden Ausbildung stehen) als Besucher gerichtet sind, wie z. B. der Deutsche Absolventenkongress in Köln, die Academika in Nürnberg oder die UNICUM Deutsche Recruiting Messe in Düsseldorf.
Neben kleineren regionalen Messen für Ausbildungsberufe in vielen Regionen Deutschlands werden diese Messen auch national veranstaltet (siehe Abschnitt 1.5 Ausbildungsmessen). Für Schulabgänger aller Schulformen bieten diese Messen zusätzliche Unterstützung bei der Berufsfindung und –entscheidung.
Ein weiterer Aspekt für die Durchführung von Ausbildungsmessen ist, dass viele Schulabgänger Probleme haben, sich für einen Beruf oder einen Studiengang zu entscheiden, der ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht. Zwar werden heute mehr Entscheidungshilfen angeboten, z. B. die Online-Lehrstellenbörse der IHK Osnabrück-Emsland[1], die Eignungs-/Interessenstests der Arbeitsämter und die jährliche Beilage „Berufswahl 200..“ der Neuen Osnabrücker Zeitung, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war, jedoch werden die Möglichkeiten nicht effektiv genutzt. Die Folge sind Ausbildungs- oder Studienabbrüche aufgrund von Fehlentscheidungen und Umorientierungen.
Außerdem besteht durch unzureichenden Informationsfluss die Gefahr, dass viele Berufe oder Studiengänge nur wenig bekannt sind und dadurch nicht als eine mögliche Zukunftswahl in Erwägung gezogen werden.
Auf Ausbildungsmessen haben Schulabgänger die Möglichkeit, sich vor Ort über Berufsbilder zu informieren und mit Unternehmen über Struktur und Ablauf betrieblicher Ausbildungen zu sprechen. Dadurch können erste Kontakte zwischen Unternehmen und Besuchern geknüpft werden.
Durch die Durchführung von Foren und Workshops, die z. B. Themen wie „Das Vorstellungsgespräch – Inhalt und Outfit“ oder „Der Lebenslauf“ behandeln, entsteht zusätzlicher Freiraum für Anregungen, Fragen und Diskussionen. In Unternehmensvorträgen haben die Aussteller die Möglichkeit das Unternehmen selbst und die dortigen Ausbildungsstrukturen vorzustellen. Die drei großen Kammern (IHK, HWK und LWK) können detaillierte Informationen über neue Berufsbilder geben. Auf diese Weise werden auch neue Berufsbilder, die noch wenig bekannt sind, der Zielgruppe vorgestellt.
Auch kleine, unbekanntere Unternehmen können ihren Bekanntheitsgrad durch eine Messeteilnahme steigern und mit geringem Aufwand Öffentlichkeitsarbeit und Werbung betreiben.
Hochschulen können ebenfalls auf der Messe ausstellen und über neue Studiengänge informieren (z. B. die Fachhochschule Osnabrück im Fachbereich „Werkstoffe und Verfahren“ mit „Dentaltechnik“).
In der Region Osnabrück-Emsland werden bereits regionale Ausbildungsmessen veranstaltet (siehe Abschnitte 1.5.2 Regionale Ausbildungsmessen und 3.4 Konkurrenzanalyse). Vor zehn Jahren wurde eine ähnliche Messe auch in der Stadt Osnabrück angeboten, dann aber wieder eingestellt (siehe Abschnitt 1.5.3 „Mein Beruf“ 1992, 1993 und 1995 in Osnabrück).[2]
Die Zielsetzung des vorliegenden Projektes ist, zu untersuchen, ob es in der Stadt Osnabrück möglich ist, eine Ausbildungsmesse zu organisieren, um den Schulabgängern die Möglichkeit eines solchen Informationsforums zu bieten. Analysiert werden alle wesentlichen Punkte einer Messekonzeption, die auf der Basis einer Machbarkeitsstudie als Unternehmensgründung erstellt wird.
In diesem Kapitel wird festgelegt, wie die Begriffe „Messe“, „Ausbildung“, „berufliche Bildung/Berufsausbildung“ und „Ausbildungsmesse“ für das vorliegende Projekt verstanden werden.
In der derzeit existierenden Literatur gibt es keine Definition für den Begriff „Ausbildungsmesse“. Daher legt die Verfasserin eine entsprechende Definition selbst fest. Diese wird aus den Definitionen für „Messe“, „Ausbildung“, „berufliche Bildung/ Berufsausbildung“ und „Absolventenmessen“ hergeleitet und der Zielgruppe angepasst.
Messen werden in der Literatur als „zeitlich begrenzte, wiederkehrende Marktveranstaltungen, auf denen –bei vorrangiger Ansprache von Fachbesuchern– eine Vielzahl von Unternehmen das wesentliche Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftszweige ausstellt (...) und vertreibt“[3], definiert.
Unter Ausbildung wird „die Erlernung und Ausformung bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten, also vorwiegend eine Aufgabe der beruflichen Bildung“[4] verstanden.
Berufliche Bildung ist die „zusammenfassende Bezeichnung für Maßnahmen der Berufsausbildung, beruflichen Fortbildung und Umschulung“[5]. Während Berufsausbildung wie folgt definiert wird: „Der Erwerb der für das Ausbildungsziel und für die darauf folgende Erwerbstätigkeit benötigten Kenntnisse und Fertigkeiten. (...) Berufsausbildung im engeren Sinne meint die betriebliche, überbetriebliche und außerbetriebliche Ausbildung (berufliche Schulen) in den Berufen, die nach dem Berufsbildungsgesetz als Ausbildungsberufe staatlich anerkannt sind oder die als Ausbildungsberufe nach diesem Gesetz gelten, sowie solchen Ausbildungen, die an weiterführenden Ausbildungsstätten, wie Fachschulen, Fachoberschulen, Fachhochschulen zu einem anerkannten Abschluss führen. Der Ausbildung im weiteren Sinne ist auch die kurzfristige Anlernung oder die unmittelbare Einarbeitung am Arbeitsplatz zuzurechnen, auch Praktika während oder nach einem Studium.“[6]
„"Absolventenmessen" hat sich als Sammelbegriff durchgesetzt für meistens ein- bis zweitägige größere Informationsveranstaltungen (häufig an Hochschulstandorten) mit dem Ziel, Hochschulabsolventen und examensnahe Studenten über berufliche Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten, die richtige Bewerbungsstrategie, Auswahlverfahren der Unternehmen u. Ä. zu informieren. Angesprochen werden vor allem Absolventen und Studenten wirtschafts-, ingenieur- und naturwissenschaftlicher Studiengänge. Vertreter (in der Regel aus den Personalabteilungen) von großen bis hin zu mittelständischen Unternehmen informieren hier an eigenen Informationsständen über Berufsmöglichkeiten in ihren Unternehmen, stellen hin und wieder auch erste Kontakte zu einzelnen, für sie interessant scheinenden Absolventen her. Zum Programm der Messen zählen regelmäßig auch Vorträge von Unternehmensvertretern, mitunter auch von Referenten aus dem politischen oder wirtschaftspolitischen Raum zu übergreifenden, mehr allgemeinen Themen. (...)“[7]
Für die vorliegende Arbeit versteht die Verfasserin Ausbildungsmessen als:
ein- bis dreitägige Informationsveranstaltungen, bei denen die Schülerinnen und Schüler der letzten beiden Klassenstufen (Abgangs- und Vorabgangsklassen) aller allgemein bildenden Schulformen die Möglichkeit haben, sich umfassend über Ausbildungsmöglichkeiten, Bewerbungsstrategien, Auswahlverfahren der Unternehmen u. Ä. zu informieren. Unternehmen aller Branchen sowie Innungen, Verbände, Behörden, Institutionen und Hochschulen präsentieren die in ihrem Hause angebotenen Ausbildungsberufe und Studiengänge. Der Schwerpunkt liegt auf einer praxisnahen Darstellung der Berufsbilder. Die Besucher können sich an den Messeständen aus erster Hand über die unterschiedlichen Berufe und die Ausbildungs- bzw. Studieninhalte bei den jeweiligen Ausstellern informieren und beraten lassen.
Im Folgenden werden die Begriffe „Ausbildungsmesse“, „Messe“ und „Veranstaltung“ synonym verwendet.
Dieser Abschnitt gibt Aufschluss über die Berufsausbildung in Deutschland. Es wird auf die Ausbildungssituation in Deutschland im Allgemeinen und in Osnabrück im Besonderen eingegangen. Außerdem wird das System der Berufsausbildung näher erläutert und ein Einblick in die Struktur des Berufsausbildungssystems in Deutschland gegeben.
Die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt hat sich in den letzten Jahren leicht verbessert. Im Jahr 2000 verzeichnete die Bundesanstalt für Arbeit sogar einen Angebotsüberhang. Am 30. September 2000 wurden 647.383 Ausbildungsplätze angeboten, denen 645.335 Bewerber gegenüberstanden. Insgesamt kam es zum Abschluss von 621.693 Ausbildungsverträgen. Dennoch wurden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr.[8],[9] Auf lange Sicht ist davon auszugehen, dass das Angebot die Nachfrage dauerhaft übersteigen wird. Ein deutlicher Rückgang der Anzahl von Schulabgängerinnen und Schulabgängern ist bereits zu verzeichnen. Dies wird mittelfristig zu einem Fachkräftemangel führen.[10] Als schulische Vorbildung wird in der Berufsbildungsstatistik der zuletzt erreichte, allgemein bildende Schulabschluss der Auszubildenden zu Grunde gelegt. Fast jeder sechste Auszubildende begann 1999 seine Berufsausbildung im dualen System mit einer Studienberechtigung. Dies ist auch anhand der folgenden Abbildung erkennbar.[11]
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2001[12]
Das durchschnittliche Alter von Auszubildenden stieg von 1970 bis 1990 um mehr als zwei Jahre. Seitdem stagniert es und beträgt 19,0 Jahre. Mittlerweile haben fast drei Viertel aller Auszubildenden die Volljährigkeit bei Ausbildungsbeginn erreicht. Insgesamt kann das höhere Durchschnittsalter auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden:
- die Verlängerung der Schulzeit im Sekundarbereich I (5.-10. Klasse).
- anhaltend hohe Anzahl von Jugendlichen, die ihre Chancen verbessern wollen und eine entsprechende Ausbildung durchlaufen.
- Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche und daher Besuch einer beruflichen Vollzeitschule vor Ausbildungsbeginn.
- ein wachsender Anteil an ausbildungsabsolvierenden Abiturienten.
Die schulische Vorbildung spiegelt sich auch in der Altersstruktur der einzelnen Ausbildungsberufe wider. So weisen Berufe, die hauptsächlich von Abiturienten ausgewählt werden, nur einen geringeren Anteil an unter 18-jährigen Auszubildenden auf, während in den gewerblichen Ausbildungsberufen das Gegenteil der Fall ist.[13]
Im Jahr 2000/2001 wurden im Amtsbezirk Osnabrück (Stadt und Landkreis Osnabrück) der Bundesanstalt für Arbeit – Arbeitsamt Osnabrück 4.156 Ausbildungsplätze gemeldet. Es gab 3.828 Bewerberinnen und Bewerber. Davon konnten 246 Personen nicht vermittelt werden und auch 165 der gemeldeten Berufsausbildungsstellen blieben unbesetzt.[14] Tabelle 1 und Abbildung 2 spiegeln die Entwicklung der Ausbildungssituation im Amtsbezirk Osnabrück des Arbeitsamtes Osnabrück wider. In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen um 4.000 Stellen eingependelt. Die Anzahl der gemeldeten Bewerber lag meist niedriger als die zur Verfügung stehenden Stellen. Trotzdem konnten immer einige Berufsausbildungsstellen nicht besetzt aber auch einige Bewerber nicht vermittelt werden. Gründe dafür liegen häufig darin, dass viele Unternehmen schulisch höher qualifizierte Bewerber einstellen möchten, diese sich aber nicht bewerben.
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Arbeitsamt Osnabrück[15]
Die nachfolgende Abbildung zeigt das Datenmaterial in graphischer Darstellung.
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Arbeitsamt Osnabrück[16]
Aufgrund des zur Verfügung stehenden Datenmaterials ist für die Stadt und den Landkreis Osnabrück nur eine Auswertung der Bewerber für Berufsausbildungsstellen im Jahr 1999 möglich und nicht für neu abgeschlossene Ausbildungsverträge. Daher sind die statistischen Daten und die daraus resultierende Abbildung 3 nicht vergleichend interpretierbar mit Abbildung 1. Es ist jedoch eine Aussage über das Interesse von Personen mit einer bestimmten schulischen Vorbildung an einer Berufsausbildung möglich. So verfügten 1999 fast 55% aller Bewerber über einen Realschulabschluss. Dies ist nachstehend nochmals grafisch dargestellt.[17]
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Berufsberatung 2000/2001, Arbeitsamt Osnabrück[18]
Das System der Berufsausbildung in Deutschland basiert auf einer schulischen und einer betrieblichen Form. Die Schulformen der berufsbildenden Schulen sind: Berufsschulen, Berufsfachschulen, Fachschulen, Berufsaufbauschulen, Fachoberschulen und berufliche Gymnasien. Einige davon sind ausschließlich schulisch organisiert, andere im dualen System in Kooperation mit Ausbildungsbetrieben. Das berufliche Schulwesen lässt sich in unterschiedliche Organisationsformen aufteilen: berufsbegleitende Teilzeitschulen und berufliche Vollzeitschulen, gewerblich-technische, kaufmännische, hauswirtschaftliche und landwirtschaftliche Schulen sowie Schulen mit unterschiedlicher Dauer (einjährig, zweijährig, usw.).[19]
Nachfolgend wird nur auf die schulische und betriebliche Erstausbildung eingegangen.
Die schulische Berufsausbildung lässt sich in Berufsgrundbildungsjahr, Berufsfachschulen, Fachoberschulen, berufliche Gymnasien, Fachschulen und Kolleg gliedern.
Der Besuch des Berufsgrundbildungsjahres (BGJ) setzt den Hauptschulabschluss voraus und ist freiwillig. Es vermittelt eine allgemeine berufliche Grundbildung, die nicht auf einen bestimmten Ausbildungsberuf abgestimmt ist, sondern auf ein Berufsfeld bezieht (z. B. Metalltechnik, Elektrotechnik, usw.). Das BGJ dient der Orientierung Jugendlicher und soll die Berufswahlentscheidung vorbereiten und erleichtern. Nach dem Erlernen der Anforderungen der einzelnen Berufe erfolgt die Festlegung auf einen bestimmten Beruf innerhalb des Berufsbildes. Je nachdem, ob der Jugendliche seinen Schwerpunkt beibehält, wechselt oder ein ganz anderes Berufsfeld wählt, kann bis zu einem Jahr des BGJ auf die spätere Berufsausbildung angerechnet werden.
Eine Berufsfachschule ermöglicht eine berufliche Ausbildung in schulischer Vollzeitform. Berufe wie staatlich anerkannte Kinderpflegerin, Fremdsprachenkorrespondentin, diverse Berufsbilder für kaufmännische Assistentinnen/Assistenten usw. können so erlernt werden. Zu den Berufsfachschulen zählen auch Höhere Handelsschulen. Es werden berufliche und schulische Qualifikationen vermittelt. Mindestens wird der Abschluss der Hauptschule vorausgesetzt. Um höhere Berufsfachschulen besuchen zu können, wird der mittlere Bildungsabschluss benötigt. Die IHK verleiht nach erfolgreichem Abschluss den Gehilfen- oder Facharbeiterbrief, wenn durch die Berufsfachschule auch die betriebliche Ausbildung substituiert wird.
Fachoberschulen können nur besucht werden, wenn die Berufsfachschule erfolgreich mit der mittleren Reife oder der Fachschulreife abgeschlossen wurde. In einer zweijährigen Schulzeit werden fachpraktische und fachtheoretische Inhalte vermittelt. Wird die Fachoberschule erfolgreich abgeschlossen, ist die Fachhochschulreife erlangt worden. Dies ermöglicht das Studium an einer Fachhochschule. (Hier kann nach erfolgreichem Erlangen des Diploms sogar ein Universitätsstudium begonnen werden.)
Berufliche Gymnasien berechtigen nach Erlangen der allgemeinen Hochschulreife zu einem Universitätsstudium. Sie sind berufsbezogen gegliedert und setzen den mittleren Bildungsabschluss oder die Fachschulreife voraus. Die Schulzeit beträgt drei Jahre.
Fachschulen bieten eine berufliche Spezialisierung an. Um sie besuchen zu können, muss zuerst eine berufliche Erstqualifikation erfolgen und meist auch Berufserfahrung vorhanden sein. Daher gehören sie zur beruflichen Fortbildung und werden im vorliegenden Projekt als potentielle Besucher nicht weiter berücksichtigt.
Ähnliches gilt für das Kolleg.[20]
Unter dem Begriff „duales System“ wird die Kooperation zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben verstanden. Die Berufsschulen übernehmen bei dieser Kooperation die fachtheoretische Ausbildung, während die fachpraktische Ausbildung in den Betrieben durchgeführt wird.
Aber der Begriff „dual“ steht nicht ausschließlich in Zusammenhang mit der genannten Kooperation, sondern charakterisiert auch eine außergewöhnliche verfassungsrechtliche Situation. Der Bund ist für die Berufsausbildung in den Unternehmen zuständig (nach dem Berufsbildungsgesetz, BBiG), während die Berufsschulen in den Zuständigkeitsbereich der einzelnen Bundesländer fallen. Die Lehrpläne werden durch die Kultusministerkonferenz unter den Ländern abgestimmt.
Der Ausbildungsvertrag, der zwischen Auszubildendem und Ausbildungsbetrieb geschlossen wird, ist die Grundlage des Ausbildungsverhältnisses. Dieser Vertrag regelt die Ausbildung in einem staatlichen Ausbildungsberuf, der nach § 25 BBiG staatlich anerkannt ist. Jeder staatlich anerkannte Ausbildungsberuf verfügt über eine Ausbildungsordnung, in welcher die Mindestkriterien zur Ausbildungsplanung und –gestaltung festgelegt sind. Die Ausbildungsbetriebe sind zur Einhaltung der Ausbildungsordnungen verpflichtet. Die Ausbildungsinhalte (Ausbildungsberufsbild, Ausbildungsrahmenplan), die in den Ausbildungsordnungen festgelegt sind, sind verbindlich und müssen als Mindeststandard vermittelt werden. Die Einhaltung der Vorschriften wird durch die jeweils zuständige Kammer kontrolliert (siehe Abschnitt 1.4 Die Ausbildungsvermittlung und –betreuung).[21]
Für alle Jugendlichen, die nach Abschluss der Sekundarstufe I (5. bis 10. Schuljahr) als Auszubildende eine Berufsausbildung beginnen, besteht eine Berufsschulpflicht. Die Länge des Berufsschulbesuchs richtet sich nach der Länge des Ausbildungsberufs. Durchschnittlich beträgt diese drei Jahre.
Berufsschulen bieten ihren Unterricht in Teilzeitform an. Häufig bedeutet dies, dass der berufsbegleitende Unterricht an einem oder zwei Tagen in der Woche oder aber im Blockunterricht stattfindet. Dies bedeutet mehrere Wochen zusammenhängender Unterricht und anschließend mehrere Wochen zusammenhängende Ausbildung im Ausbildungsbetrieb. Zusätzlich zum fachtheoretischen Teil der Ausbildung fördern Berufsschulen auch weiterhin die Allgemeinbildung durch Fächer wie z. B. Religion und Englisch.[22]
Dieser Abschnitt behandelt die Ausbildungsvermittlung und –betreuung. Die Aufgaben des Arbeitsamtes sowie die Aufgaben und Zuständigkeiten der Kammern werden näher erläutert. Daran soll gezeigt werden, wie die Ausbildungsvermittlung und -betreuung in Deutschland geregelt ist, welche Hilfestellungen gegeben werden und welche Institutionen zuständig sind.
Bis vor einigen Jahren hatte das Arbeitsamt ein Monopol in Bezug auf Arbeitsvermittlungstätigkeiten. Mit der Novellierung des Arbeitsförderungsgesetzes ist diese nicht mehr ausschließlich auf das Arbeitsamt festgelegt. Insbesondere bei der Berufsvermittlung haben sich eine Reihe privater Anbieter auf dem Markt eingefunden. Diese Arbeitsvermittlungsunternehmen bieten jedoch meist noch keine Ausbildungsvermittlung an, da dort keine nennenswerten Einkünfte zu erzielen sind.[23]
Das Sozialgesetzbuch soll zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und Sicherheit einschließlich entsprechender Hilfen beitragen. Im dritten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB III) ist die Arbeitsförderung geregelt, die auch die Ausbildungsvermittlung und -beratung (3. Kapitel) umfasst. Der erste Abschnitt (§§ 29 – 34 SGB III) des dritten Kapitels regelt die Beratungstätigkeit und der zweite Abschnitt (§§ 35 – 40 SGB III) geht näher auf die Vermittlung ein. § 29 Abs. 1 SGB III regelt insbesondere, dass das Arbeitsamt sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen, die am Arbeitsleben teilnehmen oder dies möchten, Berufsberatung anzubieten hat. Ebenso muss das Arbeitsamt aber auch Arbeitgebern Arbeitsmarktberatung anbieten. § 30 SGB III regelt die eigentliche Berufsberatung, welche die Erteilung von Auskunft und Rat zu allen Fragen der Berufswahl, Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Berufe, Möglichkeiten der beruflichen Bildung, Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche und zu Leistungen der Arbeits- und Ausbildungsförderung umfasst. Die Berufsberatung ist laut § 32 Abs. 1 SGB III auf die Neigungen, Eignungen und Leistungsfähigkeit der jeweils Ratsuchenden und die Beschäftigungsmöglichkeiten abzustimmen. Das Arbeitsamt kann zusätzlich zur Berufsorientierung der Ratsuchenden gemäß § 33 S. 3 SGB III eine vertiefte Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung (Berufsorientierungsmaßnahme) anbieten. Dies gilt insbesondere für Schülerinnen und Schüler allgemein bildender Schulen.
Der zweite Abschnitt des dritten Kapitels regelt die Vermittlung. So hat das Arbeitsamt den Ausbildungssuchenden Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung anzubieten. Das Ziel der Vermittlung ist der erfolgreiche Abschluss eines Ausbildungsvertrages oder eines Arbeitsverhältnisses der Suchenden. In § 37 SGB III ist die Verstärkung der Vermittlung geregelt. In dessen Abs. 3 wird darauf hingewiesen, dass für die Vermittlung auch Ausbildungsplatz- und Arbeitsmarktbörsen sowie ähnliche Veranstaltungen genutzt werden sollen. Das Arbeitsamt hat auch das Recht, bei der Vermittlung auf die Hilfe und Unterstützung Dritter zurückzugreifen. Die suchenden Personen sowie die Arbeitgeber sind verpflichtet, die für die Vermittlung erforderlichen Auskünfte und Unterlagen dem Arbeitsamt vorzulegen.[24]
Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) schreibt in § 25 BBiG vor, dass die Ausbildungsinhalte durch Rechtsverordnungen des zuständigen Ministers festgelegt werden. Die Kammern sind die jeweils zuständigen Stellen, die sich für die Durchführung und Beaufsichtigung der Ausbildung verantwortlich zeigen. Sämtliche Angelegenheiten der Berufsausbildung (vom Abschluss des Ausbildungsvertrages bis zur Abschlussprüfung) sind durch die jeweilig zuständigen Kammern zu regeln, wenn keine anderen Zuständigkeiten bestehen.
Die Aufgabe der Kammern ist laut § 44 BBiG die Regelung und Überwachung der Berufsausbildung. Die Überwachung (§ 45 BBiG) beinhaltet die verwaltungsmäßige Erfassung und Durchführung der Berufsausbildung sowie die Kontrolle der Eignung der Auszubildenden und der Ausbildungsstätte.
Außerdem wird die Berufsausbildung durch Beratung der Ausbildenden und der Auszubildenden gefördert. Für diese Beratung sind Ausbildungsberater zu bestellen. Ferner dürfen die Kammern die Ausbildungsstätten besichtigen, um die Ausbildungsverhältnisse zu kontrollieren. Die zuständigen Stellen sind auch dazu verpflichtet, Verzeichnisse über Berufsausbildungsverhältnisse einzurichten und zu führen. In diesen Verzeichnissen ist der wesentliche Inhalt der Berufsausbildungsverträge einzutragen, welche von den Berieben eingereicht wurden (§ 31 BBiG). Für die Zwischenprüfungen muss die jeweilige Kammer Prüfungsausschüsse errichten (§ 36 BBiG).[25]
Auf nationaler Ebene existieren zwei Veranstalter, die diese Art von Informationsmessen durchführen: „Einstieg Abi“ (EINSTIEG Event GmbH, Köln) und „azubi- und studientage“. Beide Veranstaltungen richten sich insbesondere an Abiturientinnen und Abiturienten, die sich entsprechend ihrer Interessen informieren möchten. Neben Informationen über Berufsbilder werden auch Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im In- und Ausland vorgestellt.
„Einstieg Abi“ fand erstmals im März 2001 in Köln statt. Jährlich werden zwei Messen organisiert: im Frühjahr in Köln und im Herbst in Berlin. Zwischen 150 und 250 Aussteller stellen jeweils aus. Die Besucherzahlen variieren je nach Jahr zwischen 20.000 und 35.000.[26]
Die Organisatoren der „azubi- und studientage“ starteten 1995 mit einer jährlichen Messe in Stuttgart. Von 1997 bis heute entstanden weitere Messen in Mannheim, München und Essen. Weitere Projekte sind in Leipzig und Hamburg geplant.[27] Damit bedienen die Organisatoren der „azubi- und studientage“ mit jeder Messe einen regionalen Großraum. Je nach Standort variieren die Besucher- und Ausstellerzahlen. Für 2001 lagen die Besucherzahlen zwischen 13.000 in München und 43.000 in Stuttgart. 205 Aussteller stellten 2001 in Stuttgart aus, in Mannheim und Essen dagegen nur 73.[28]
Im Raum Osnabrück/Emsland werden Ausbildungsmessen bzw. Ausbildungsbörsen in Melle, Bersenbrück, Lingen, Meppen und Papenburg angeboten (alle im September 2002, Dauer: ein bis drei Tage).[29]
Die bereits bestehenden Ausbildungsmessen bzw. Ausbildungsbörsen sind sehr stark regional ausgerichtet (siehe Abschnitt 3.4 Konkurrenzanalyse), da sich besonders Schulabgängerinnen und Schulabgänger von Sonder-, Haupt- und Realschulen an geografischen und infrastrukturellen Gesichtspunkten bezüglich der Auswahl ihres potentiellen Ausbildungsbetriebs orientieren. In der Regel bewerben sie sich heimatnah. Daher ist nicht anzunehmen, dass sich diese bei einem Ausbildungsbetrieb bewerben, der nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Hinzu kommt, dass die genannte Zielgruppe häufig noch nicht flexibel genug ist und/oder über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, um für eine Ausbildung von zu Hause auszuziehen. Es gibt zwar Jugendliche, die dies tun und meist finanzielle Unterstützung von ihren Eltern erhalten. Diese sind jedoch eine Minderheit. Daher ist es notwendig, die Messe möglichst regional anzubieten, um eine hohe Teilnehmerzahl seitens der Besucher und ein ebenso hohes Interesse der ausstellenden Unternehmen zu gewährleisten. (Eine umfassende Konkurrenzanalyse wird in Abschnitt 3.4 durchgeführt.)
In den Jahren 1992, 1993 und 1995 fand in der Stadt Osnabrück eine berufskundliche Messe statt, die in Zusammenarbeit mit der Stadthalle Osnabrück, dem Arbeitsamt Osnabrück, der IHK Osnabrück-Emsland, der HWK Osnabrück-Emsland und der Bezirksregierung Weser-Ems durchgeführt wurde. Diverse Kammern, Innungen, Verbände, berufsbildende Schulen und Ausbildungsbetriebe der Stadt und des Landkreises Osnabrück nahmen daran teil. Es war keine Jobmesse, d. h., die Firmen sollten nicht sich selbst, sondern die Berufe vorstellen und nicht aktiv Ausbildungsplätze anbieten.
Die Bezirksregierung Weser-Ems unterstützte den Besuch der Schulklassen, indem diese für die Messetage vom Unterricht befreit wurden und die Messe gemeinsam mit ihren Lehrkräften besuchen konnten. Das begleitende Messeprogramm beinhaltete Workshops, Vorträge usw. Es gab einen Messeflyer, aber keinen Katalog, in welchem die Aussteller aufgelistet waren. Die Messe fand an drei Tagen statt, damit die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit hatten, sich vormittags selbstständig zu informieren und dies nachmittags gemeinsam mit den Eltern zu wiederholen. Die Standflächen wurden für DM 70,00/m2 zzgl. zusätzlichem Equipment (Elektroanschluss usw.) angeboten; der Eintritt war kostenlos. Die Realisation der Messe basierte auf einer Idee und erfolgte ohne entsprechende Marktanalysen in Form von Umfragen o. Ä.
Zuerst stieß die Messe auf großes Interesse seitens potentieller Aussteller und Besucher, welches aber in den Folgejahren von Seiten der angesprochenen Unternehmen abnahm. Gründe hierfür waren zu hoher Aufwand für Standpersonal, Prospektproduktion usw., insbesondere für kleinere Unternehmen und Handwerksbetriebe. Die Ausstellerzahlen gingen zurück und die Darstellung der Vielfalt an Ausbildungsberufen konnte nicht mehr gewährleistet werden. Durch das Fehlen der Handwerksbetriebe entstand ein Hang zu überwiegend großen Industrieunternehmen sowie Banken und Versicherungen. Letztere waren meist an Adressmaterial interessiert und die Mehrzahl der verbliebenen Aussteller nutzten die Messe, um aktiv Auszubildende anzuwerben und die Zeitungsannonce zu sparen. Dadurch veränderte sich der ursprüngliche Sinn und Zweck, eine berufskundliche Messe und keine reine Jobmesse anzubieten. Die Bezirksregierung Weser-Ems stellte sich angesichts dieser Entwicklung gegen die Weiterführung der Messe. Sie war nicht bereit, die Schülerinnen und Schüler für eine jobmessenartige Veranstaltung freizustellen. Damals war man der Meinung, dass ohne die Unterstützung der Bezirkregierung ein solches Projekt nicht durchführbar sei. So wurde das Projekt 1995 eingestellt.[30]
(Anmerkung der Verfasserin: Das vorliegende Projekt hat nicht zum Ziel, das bestandene Konzept aufleben zu lassen, sondern beschäftigt sich vielmehr mit der Frage, ob eine reine Jobmesse mehr und längerfristig Erfolg hätte.)
Für die Durchführung einer Ausbildungsmesse ist es notwendig, frühzeitig Förderer zu gewinnen, die die Idee unterstützen. Als Förderer können Schirmherren, Messebeirat und Sponsoren fungieren. Nachfolgend wird auf alle drei Möglichkeiten, die am effektivsten kombiniert angewandt werden, näher eingegangen.
In der Regel ist es üblich, eine Messe unter die Schirmherrschaft einer bekannten Persönlichkeit zu stellen. Für das vorliegende Projekt wäre es wichtig, den Bürgermeister zur Unterstützung zu gewinnen. Falls dies nicht gelingt, sollte das Amt möglichst mit einer realen Person und nicht durch ein Amt oder eine Behörde bekleidet sein. Durch die Besetzung mit einer Person kann eine stärkere Identifizierung mit dem Projekt stattfinden.
Der Messebeirat ist in der Regel ein meist politisch initiiertes und zusammengesetztes Gremium zur Unterstützung und Weiterentwicklung von Messekonzeptionen. Durch Beteiligung von Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft soll sowohl Kompetenz als auch Unterstützung signalisiert werden.[31]
Als Messebeirat eigenen sich insbesondere die drei großen Kammern der Region (IHK, HWK und LWK) sowie das Arbeitsamt und die Schulträger (die Bezirksregierung Weser-Ems und das Bistum Osnabrück). Es ist notwendig, diese Organisationen und Ämter frühzeitig für ein solches Vorhaben zu gewinnen und in die Planung und Vorbereitung mit einzubinden. Häufig fungieren sie als „Türöffner“ bei den Unternehmen und wecken ein höheres Interesse, als wenn ein kommerzielles Unternehmen alleine für eine solche Veranstaltung wirbt.
Sponsoring bedeutet: „Die Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle sämtlicher Aktivitäten, die mit der Bereitstellung von Geld, Sachmitteln, Dienstleistungen oder Know-how durch Unternehmen zur Förderung von Personen und/oder Organisationen im sportlichen, kulturellen und/oder sozialen Bereich verbunden sind, um damit gleichzeitig Ziele der eigenen Unternehmenskommunikation zu erreichen.“[32] Demnach kann Sponsoring in Form von Geldmitteln, Sachmitteln und Dienstleistungen erfolgen.[33] Außerdem werden vier Arten von Sponsoring unterschieden: Sportsponsoring, Kultursponsoring, Sozialsponsoring und Umweltsponsoring.
Während der Sponsor versucht, durch die Sponsoringaktivität das eigene Firmenimage aufzuwerten, besteht die wirtschaftlich relevante Gegenleistung des Gesponsorten meist aus einer kommunikativen Komponente, in dem der Sponsor z. B. auf die Plakate gedruckt oder auf andere Art und Weise namentlich erwähnt wird.[34]
Das Sponsoring für das geplante Projekt zählt zur Gruppe des Sozialsponsorings. Es wird versucht, die Ausbildungsmesse möglichst ohne übermäßige Sponsorenunterstützung zu organisieren. Dennoch wird es wohl unerlässlich sein, das Projekt mit Sponsoren durchzuführen. Dadurch können die Kosten für die Aussteller geringer gehalten werden, um möglichst viele Unternehmen für eine Messeteilnahme zu gewinnen und um die Messe publik zu machen und in großem Stil zu bewerben (siehe Abschnitt 5.4 Sponsoring).
Mit der Erstellung dieser Studie waren Aufwendungen verbunden, die im Fall eines Verkaufs derselben gedeckt sein müssen. Außerdem sollte die zeitliche Aufwendung ebenfalls abgegolten werden. Sofern die Verfasserin die Realisation des Projektes nicht selbst in Erwägung zieht, sondern die Studie zum Verkauf anbietet, wird ein Preis in Höhe von € 5.000,00 zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer veranschlagt.
(Dieser Betrag bleibt im Budget vorerst unberücksichtigt.)
Die Standortanalyse beschäftigt sich eingehend mit der Stadt Osnabrück an sich und mit den diversen Räumlichkeiten, die sich zur Durchführung einer Ausbildungsmesse eignen. Sie schließt mit einer definitiven Standortendscheidung und deren Kosten ab, auf deren Basis die weitere Planung fortgeführt wird.
Der ausgewählte Standort für das vorliegende Projekt ist die Stadt Osnabrück. Die Auswahl als Standort erfolgte nach rein subjektiven Gesichtspunkten, da die Verfasserin dort seit acht Jahren lebt und mit der Stadt vertraut ist. Nähere Informationen zur Stadt Osnabrück und ihrer Wirtschaft finden sich in den nachfolgenden Abschnitten.
Im Jahr 780 wurde Osnabrück von Kaiser Karl dem Großen als Bischofssitz gegründet. Dies verdankte die Stadt einer strategisch guten Lage an einem Knotenpunkt schon damals wichtiger Handelsstraßen. Auch heute noch ist sie ein Schnittpunkt wichtiger Fernstraßen: die Bundesautobahnen A1 (Aachen – Hamburg), A30/A2 (Niederlande – Hannover – Berlin) und A33 Richtung Bielefeld. Vom 13. bis 17. Jahrhundert war Osnabrück Mitglied der Hanse und 1648 wurde im Rathaus der Stadt der Westfälische Friede geschlossen, zeitgleich mit dem benachbarten Münster. Auch historische Persönlichkeiten stammen aus Osnabrück: Felix Nussbaum, Erich-Maria Remarque und Friedrich Vordemberge-Gildewart.[35]
Osnabrück gewann zunehmend an Bedeutung, seit die Stadt 1939 mit 100.000 Einwohnern zur „Großstadt“ wurde.[36] Heute ist Osnabrück eine kreisfreie Stadt mit Bistumssitz und verfügt seit 1973 über eine Universität und eine Fachhochschule. Auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist dort ansässig.[37] Die Stadt ist sowohl wirtschaftlicher als auch kultureller Mittelpunkt einer Wirtschaftsregion mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Die gesamte Region erstreckt sich über die Grenzen von zwei Bundesländern (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) und reicht auch bis in Teile der benachbarten Niederlande.[38]
Die Stadt Osnabrück liegt in Niedersachen, welches flächenmäßig das zweitgrößte und bevölkerungsmäßig das viertgrößte Bundesland Deutschlands ist.[39] Sie ist die drittgrößte Stadt des Bundeslandes und liegt im Westen Niedersachsens zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald an der Hase. Der höchste Punkt der Stadt ist der Piesberg mit 190 Meter über NN, während der tiefste Punkt nur 54 Meter über NN (Hase in Pye) beträgt. Es ergibt sich eine durchschnittliche Lage von 64 Meter über NN (gemessen am Neumarkt).[40] Die Stadt hat eine Fläche von 119,80 km2.[41]
In den vergangenen 70 Jahren wuchs die Bevölkerung Osnabrücks stetig. 1930 lebten 95.160 Menschen in der Stadt, 1950 bereits 112.786 und 1970 148.102 Menschen.[42] Am 31.12.2001 waren 164.195 Einwohner in Osnabrück registriert. Davon waren 86.298 (52,6%) Einwohner weiblichen und 77.897 (47,4%) Einwohner männlichen Geschlechts. Die Einwohnerdichte Osnabrücks lag bei 1.370,6 Einwohnern/km2.[43] Von den 2001 in der Stadt registrierten Einwohnern waren 16.183 Ausländer.[44] Dies entspricht einem prozentualen Anteil von 9,8% der Gesamtbevölkerung. Die Altersstruktur der Osnabrücker Bevölkerung zeigen die nachfolgende Tabelle 2 und Abbildung 4 (registriert am 31.12.2001):
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Niedersächsisches Landesamt für Statistik[45]
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung: an Tabelle 2
Zum Vergleich: im Landkreis Osnabrück leben 176,7 Einwohnern/km2. 2001 waren von den 355.871 registrierten Personen 177.098 (49,8%) männlich und 178.773 (50,2%) weiblich.[46] Der Ausländeranteil lag bei 4,6% (16.404 Personen).[47]
In den 1990er Jahren lag das wirtschaftliche Wachstum über dem Landesdurchschnitt Niedersachsens. Osnabrück hat sich zum stärksten Wirtschaftraum im westlichen Niedersachsen entwickelt. Mehr als 20.000 Industriearbeitsplätze entstehen aus dem metallverarbeitenden Sektor, der hauptsächlich aus Fahrzeugbau, Fahrzeugkonstruktion und Kupferverarbeitung besteht. Die Papierindustrie ist ein weiteres wichtiges Standbein der Osnabrücker Wirtschaft. Gemeinsam mit zahlreichen mittelständischen Unternehmen aus allen Industriebereichen besitzt die Stadt eine stabile wirtschaftliche Basis. Durch die Vollendung des Europäischen Binnenmarktes und die Marktöffnung nach Mittel- und Osteuropa konnte sich Osnabrück als Dienstleistungs- und Logistikzentrum behaupten und verstärken. Besondere Stärken liegen auch im vielfältigen und hochwertigen Einzelhandel sowie in den stark vertretenen Wirtschaftszweigen von Großhandel und Verkehrsgewerbe.[48]
Ein erfolgreicher Strukturwandel ist für das Wirtschaftwachstum Osnabrücks verantwortlich. So zeigen sich für das Beschäftigungswachstum im Dienstleistungsbereich viele kleine und mittlere, insbesondere aber auch neugegründete Firmen verantwortlich. Einige namhafte Call-Center und Softwarehäuser haben sich in Osnabrück niedergelassen.[49]
Im Stadtgebiet Osnabrück sind 9.079 Unternehmen ansässig. Diese verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Wirtschaftssparten:
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Informationen der offiziellen Homepage der Stadt Osnabrück[50]
Im Jahr 2000 arbeiteten 82.771 Menschen in der Stadt Osnabrück. Davon beschäftigte die Land- und Forstwirtschaft 0,3%, 28,6% aller Beschäftigten arbeiteten im produzierenden Gewerbe, während der tertiäre Sektor 71,1% aller Arbeitsplätze stellte. Der Arbeitsplatzsituation veränderte sich in den Jahren 1990 bis 2000 positiv und die Beschäftigung wuchs um +6,3%.[51] Durch die Universität und die Fachhochschule mit ca. 18.000 Studierenden kann ein fachlich breiter und zudem sehr qualifizierter Arbeitsmarkt sichergestellt werden.
Im September 2001 gab es 7.121 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote betrug 9,8%. Die Arbeitslosenzahl entwickelte sich positiv und sank in den Jahren 1996 bis 2001 um 17,9%. 10,7% aller Arbeitslosen der Stadt waren 2001 jünger als 25 Jahre, während 32,7% Langzeitarbeitslose registriert waren.[52] Allerdings stieg die Zahl der Arbeitslosen bis Juni 2002 auf 7.950 Personen an.[53]
Für den Erfolg einer Ausbildungsmesse ist eine zentrale und gut erreichbare Lage in der Stadt Osnabrück sehr wichtig. Die Räumlichkeiten müssen für die Ausrichtung einer Messe geeignet sein, d. h., bei deren Auswahl ist besonderes Augenmerk auf die Infrastruktur zu legen. Auch eine gute Verkehrsanbindung ist unerlässlich. Es ist durchaus möglich, dass der Standort nicht an einer Hauptverkehrsstraße liegt, dennoch sollte er einfach erreichbar sein. Eine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel muss ebenfalls gewährleistet sein. Es ist anzunehmen, dass gerade die Besucher diese nutzen werden, um zu den Messeräumen zu gelangen. Das Fehlen öffentlicher Verkehrsmittel in erreichbarer Nähe kann sich negativ auf die Besucheranzahl auswirken und sollte unbedingt vermieden werden. Die nächste Bushaltestelle sollte sich daher in einem Umkreis von fünf bis zehn Minuten Fußweg befinden. Parkmöglichkeiten sollten ebenfalls in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, um sowohl Ausstellern als auch Besuchern eine lästige Parkplatzsuche zu ersparen und die Anreise zu erleichtern. Der Mietzins muss den Räumlichkeiten entsprechend angemessen sein. Bei der Auswahl der Räumlichkeiten ist zusätzlich darauf zu achten, dass durch Zusatzkosten, z. B. für den Bau von Vortragsräumen, der Mietpreis im Endeffekt nicht höher wird, als der ursprünglich teurere.
Aufgrund der Standortanforderungen und der benötigten Infrastruktur stehen als mögliche Standorte für eine Ausbildungsmesse in der Stadt Osnabrück vier Räumlichkeiten zur Verfügung: Stadthalle Osnabrück, Halle Gartlage, Salzmarkthalle und Fachhochschule.
Infrastruktur: Die Stadthalle Osnabrück erfüllt alle gewünschten Anforderungen an die Infrastruktur der gesuchten Räumlichkeiten: gute Straßenanbindung, da an einer Hauptverkehrskreuzung liegend; eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ebenfalls gegeben. Busse halten in unmittelbarer Nähe. Vom Neumarkt aus ist die Stadthalle innerhalb von fünf Fuß-Minuten bequem zu erreichen. Die Lage in der Innenstadt erhöht die Erreichbarkeit zusätzlich. Das Parkhaus Ledenhof bietet mit 640 Stellplätzen[54] ausreichend Parkfläche an und seine Lage gegenüber der Stadthalle ist günstig. Der Tageshöchstsatz für die Parkkosten beträgt werktags € 10,00.[55]
Räumlichkeiten: Die Stadthalle Osnabrück eignet sich hervorragend für die Ausrichtung einer Messe. Sie bietet auf zwei Stockwerken drei große Säle, drei Tagungsbereiche, acht Konferenzräume und ein Pressezentrum an. Die Räumlichkeiten können individuell kombiniert und der Veranstaltungsgröße angepasst werden. Insgesamt stehen ca. 6.000 m2 zur Verfügung.[56] Die Anmietung des gesamten Gebäudes würde sich bei einer großen Messe empfehlen. Die Miete beträgt in diesem Fall € 7.700,00/Tag einschließlich allgemeiner Beleuchtung und Reinigung zzgl. Energiekostenzuschlag von € 33,00/Std. Somit beträgt der Komplettmietpreis € 7.964,00/Tag.[57]
Bei einer kleineren Messe reicht die Anmietung einzelner Räumlichkeiten aus. Dafür bietet sich insbesondere das Obergeschoss an. Dort stehen drei Säle sowie drei Konferenzräume zur Verfügung. Um weite Wege auf der Messe zu vermeiden, sollten die genutzten Räumlichkeiten nah beieinander liegen. Deshalb wird nur das Raumangebot des Obergeschosses betrachtet, da das Erdgeschoss über keine Säle verfügt.
Quelle: Darstellung der Homepage der Stadthalle Osnabrück entnommen[58]
Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an: Preisliste der Stadthalle Osnabrück[59]
Die Preise sehen eine achtstündige Nutzung einschließlich allgemeiner Beleuchtung, Reinigung, Klima, Heizung und Lüftung vor. Eine zusätzliche technische Ausstattung für z. B. Mikrofonanlage usw. wird nicht benötigt. Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Für benötigte Auf- und Abbautage ist der jeweils angegebene Mietpreis in Höhe von 50% zu entrichten.[60],[61]
Von Nachteil ist, dass bei Anmietung der Stadthalle auf die dortige Gastronomie in Bezug auf das Catering zurückgegriffen werden muss. Diese ist im Preisvergleich rund € 10,00 pro Person teurer als andere Anbieter (siehe Abschnitt 6.5 Catering).[62] [63]
Betreiber der Halle Gartlage ist ebenfalls die Stadthalle Osnabrück.
Infrastruktur: Die Halle Gartlage liegt etwas außerhalb der Innenstadt an einer Hauptverkehrsstraße – Bohmter Straße/Bremer Straße stadtauswärts – Richtung Belm/Bremen, in der Nähe des Fußballstadions „Bremer Brücke“. Das Gelände ist mit dem Bus in zehn-minütigem Rhythmus gut zu erreichen. Die vorhanden Parkmöglichkeiten auf dem Gelände können genutzt werden.
Räumlichkeiten: Die Halle Gartlage verfügt über eine Veranstaltungs- und eine Ausstellungshalle. Für die geplante Ausbildungsmesse eignet sich die Ausstellungshalle mit einer Größe von 1.200 m2. Sie kostet € 1.380,00/Tag zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Für benötigte Auf- und Abbautage ist der jeweils angegebene Mietpreis in Höhe von 50% zu entrichten.[64]
Von der Halle Gartlage als Veranstaltungsort ist Abstand zu nehmen. Sie diente früher als Viehauktionshalle und auch heutzutage finden dort noch Zuchtschauen statt. Daher ist anzunehmen, dass eine dort ausgerichtete Veranstaltung möglicherweise von vornherein zu einer ablehnenden Haltung von Ausstellern und Besuchern führt. Außerdem besitzt die Halle keine Konferenzräume. Für den Bau von Konferenzräumen für Vorträge usw. müsste ein Standbauer beauftragt werden. Pro Konferenzraum würden daher weitere Kosten in Höhe von ca. € 2.800,00[65] zzgl. Bestuhlung und technischer Ausstattung entstehen.
Infrastruktur: Die Salzmarkthalle liegt am Johannistorwall, der Hauptverkehrsstraße, die die Innenstadt Osnabrück einfasst. Die Halle ist bequem mit dem Bus zu erreichen. Als Parkmöglichkeit bietet die Salzmarkt-Garage 420 Stellplätze[66] an. Vom Neumarkt aus ist die Salzmarkthalle mit einem Fußweg von ca. zehn Minuten zu erreichen.
Räumlichkeiten: Die Salzmarkthalle verfügt über eine Halle mit rund 1.100 m2 Fläche. Die Mietkosten betragen € 1.000,00/Tag, wenn die Halle für einen Tag gemietet wird und € 870,00/Tag, wenn die Mietdauer zwei Tage beträgt. Anfallende Nebenkosten werden mit € 300,00/Tag in Rechnung gestellt. Alle Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer.[67] Auch hier werden Konferenzräume benötigt, für die, ebenso wie bei der Halle Gartlage, ein Standbauer beauftragt werden muss.
Infrastruktur: Die Fachhochschule Osnabrück liegt an der Albrechtstraße auf dem Westerberg zwischen zwei Hauptverkehrsstraßen (Natruper Straße und Lotter Straße). Mit dem Bus und einem anschließenden Fußweg von ca. 10 Minuten sind die Räumlichkeiten im A-Gebäude bequem zu erreichen. Parkmöglichkeiten stehen durch die zahlreichen Parkplätze der Fachhochschule zur Verfügung.
Räumlichkeiten: Die Räumlichkeiten im A-Gebäude der Fachhochschule eigenen sich sehr gut zur Durchführung einer Messe. Dies beweist die jährlich von der Fachhochschule veranstaltete Firmenkontaktmesse „Chance“, die sich an Studierende und Absolventen richtet. In den Sommersemesterferien 2002 wurde die Fachhochschule einer Renovierung unterzogen, die auch den Ausbau mit Internet-Steckplätzen und Stromanschlüssen an jedem Pfeiler berücksichtigte. Dadurch verbesserte sich die Eignung der Räumlichkeiten zur Durchführung von Messen. Für Vorträge und Workshops stehen diverse Vorlesungssäle zur Verfügung. Eine exakte Flächengröße konnte nicht ermittelt werden. Insgesamt können jedoch 42 Stände á 10 m2 aufgebaut werden.
Die angegebenen Preise können bis zu 50% ermäßigt werden, wenn die geplante Veranstaltung in die Gruppe B fällt, d. h., Veranstaltungen von oder zu Gunsten von Organisationen, die vom Finanzamt als gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zweck dienend anerkannt sind, Veranstaltungen von Behörden, im allgemeinen Interesse liegende Veranstaltungen, die der Wissenschaft, Erziehung und allgemeinen oder politischen Bildung dienen, z. B. entsprechende Veranstaltungen von Verbänden, Gewerkschaften und Vereinen. Die Preise verstehen sich zzgl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer.[68]
Bei der Nutzung der Fachhochschul-Räumlichkeiten ist zu beachten, dass diese nur in der vorlesungsfreien Zeit im Februar oder zwischen dem 15.07. und 20.09. eines jeden Jahres genutzt werden können.
Ursprünglich wurden noch zwei weitere Raummöglichkeiten in Betracht gezogen:
- ZUK - Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
Die Räumlichkeiten des ZUK sind rund 300 m2 groß. Für € 750,00/Tag können sie angemietet werden. Die Ausstellungsfläche von rund 300 m2 ist konstant durch hauseigene Ausstellungen belegt und steht daher nicht zur Verfügung. Außerdem ist zu beachten, dass ausschließlich an Veranstaltungen mit Umweltthemen vermietet wird.[69] Daher stehen die Räumlichkeiten für das geplante Projekt nicht zur Verfügung. Zudem ist die zu mietende Fläche zu gering, um das Projekt dort zu verwirklichen.
- Haus der Jugend
Die Fläche, die das Haus der Jugend mit ca. 250m2 für € 400,00/Tag inkl. Nebenkosten anbietet, ist für das Projekt zu gering und wird daher ebenfalls verworfen.[70]
Aus ökonomischen Gründen wird die Stadthalle Osnabrück als Veranstaltungsort ausgewählt. Sie wurde zum Zweck repräsentativer Veranstaltungen erbaut. Um die notwendige Aufmerksamkeit zu erhalten, sollte allein schon aus diesem Grund auf die Stadthalle als Veranstaltungsort zurückgegriffen werden.
Die Kosten für die Nutzung der Stadthalle sind zwar höher als bei anderen Standorten, aber dafür müssen keine zusätzlichen Aufwendungen für den Bau von Vortragsräumen erbracht werden.
Die zentrale Lage der Stadthalle nahe der Osnabrücker Innenstadt sowie die gute Verkehrsanbindung und Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln sind weitere Argumente für diese Entscheidung. Außerdem stehen Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe und ausreichender Menge zur Verfügung.
Angesichts des bekundeten Interesses an einer Ausbildungsmesse seitens potentieller Aussteller (siehe Abschnitt 4.4.3.1 Potentielle Aussteller) sollte die gesamte Stadthalle angemietet werden. Bis zu sechs Wochen vor Beginn der Veranstaltung ist eine Kündigung oder Reduzierung der Mietfläche möglich[71], sollten sich weniger Aussteller als erwartet anmelden.
Für Anmietung der Stadthalle fallen Kosten in Höhe von € 7.964,00/Tag an. Wie die Befragungsauswertung in Abschnitt 4.4.3.1 Potentielle Aussteller ergab, wird eine Messedauer von zwei Tagen geplant (siehe Abschnitt 5.2.3.1 Messelogo, Messemonat und Messedauer). Daher entstehen Mietkosten von € 15.928,00.
Für Auf- und Abbautage werden von der Stadthalle 50% des regulären Mietpreises berechnet. Daher müssen weitere € 7.964,00 budgetiert werden.
Die Gesamtkosten für die Anmietung der Stadthalle betragen € 23.892,00.
3. Markt analyse
Die Marktanalyse sieht eine Untersuchung des Marktes für das vorliegende Projekt in der Stadt Osnabrück vor. Der Markt wird hinsichtlich aller einzelnen Komponenten und Faktoren untersucht, die ihn bestimmen. Aufgrund der Projektidee wird insbesondere analysiert, ob das Angebot einer Ausbildungsmesse in der Stadt Osnabrück überhaupt Chancen hat, von potentiellen Ausstellern und Besuchern genutzt zu werden. Dies geschieht mittels Konkurrenzanalyse und Überlegungen zu einer möglichen Alleinstellung / Überlegenheit eines solchen Projektes.
Die meisten Jugendlichen, die eine berufliche Ausbildung im dualen System anstreben, orientieren sich in der heimatlichen Wirtschaft. In den seltensten Fällen verfügen sie über ausreichend finanzielle Mittel, um von zu Hause ausziehen und einen eigenen Hausstand gründen zu können. Zwar bietet der Staat diverse Hilfen (z. B. Wohngeld, Ausbildungsförderhilfen), dennoch bewerben sich die meisten in Heimatnähe.
Aus diesem Grund wird das Messeeinzugsgebiet für die Besucher auf das Stadtgebiet Osnabrück begrenzt. Für potentielle Aussteller gilt dies ebenfalls. Ausbildungsbetriebe, die im Landkreis Osnabrück ansässig sind, werden nur berücksichtigt, wenn sie entweder über eine günstige Verkehrsanbindung oder aber über eine gute Reputation verfügen.
Das Marktpotential für eine Ausbildungsmesse in der Stadt Osnabrück lässt sich nur schwer bestimmen. Aktuell gibt es in der Stadt Osnabrück keine Ausbildungsmesse und die veranstaltete Messe „Mein Beruf“ in den Jahren 1992, 1993 und 1995 wurde aufgrund einer reinen Idee und keiner zuvor erfolgten Marktanalyse umgesetzt. Daher muss für das geplante Projekt zuerst eine entsprechende Zielgruppenanalyse in Form einer Umfrage per postalischem Fragebogen erfolgen, um das Marktpotential herauszufinden (siehe Kapitel 4 Zielgruppenanalyse).
Das Hauptziel der Marktsegmentierung ist die Erreichung eines hohen Identitätsgrades zwischen der angebotenen Marktleistung und den Bedürfnissen der Zielgruppen. In der Regel erfolgt die Marktsegmentierung des angestrebten Marktes anhand von sachlichen, zeitlichen, räumlichen und personellen Kriterien.[72]
Eine sachliche Marktsegmentierung, die nach Produkten stattfindet, erübrigt sich beim vorliegenden Projekt, da nur ein Produkt angeboten wird: eine Ausbildungsmesse. Auch eine Segmentierung des Marktes unter zeitlichen Aspekten erscheint nicht sinnvoll, da der Messezeitraum anhand des versandten Fragebogens abgefragt und in Abschnitt 4.4.3 Befragungsergebnisse ausgewertet wird. Eine Definition des Messeeinzugsgebietes (räumliches Kriterium) ist bereits unter Abschnitt 3.1 Definition des angestrebten Messeradiuses erfolgt. Eine Segmentierung nach personellen Kriterien ist ebenfalls nicht sinnvoll.
Die Verfasserin entschließt sich, keine Marktsegmentierung vorzunehmen, da dies ihres Erachtens nicht sinnvoll ist.
„Die Konkurrenzanalyse ist ein systematischer Prozess der Beschaffung, Archivierung, Auswertung und Weitergabe von Informationen mit dem Ziel rechtzeitig Bedrohungen oder Chancen durch Wettbewerbsaktivitäten zu erkennen.“[73] Einzelne Konkurrenten werden im Detail untersucht und analysiert. Das Hauptziel der Konkurrenzanalyse ist es, die Konkurrenz besser verstehen zu können, um daraus Konsequenzen für das eigene Unternehmen zu ziehen. Somit können eigene Leistungen verbessert werden.[74]
Bisher gibt es im Stadtgebiet Osnabrück keine Ausbildungsmesse, d. h., es existiert keine Konkurrenzmesse. Jedoch gibt es im Kammerbezirk der IHK Osnabrück-Emsland fünf Ausbildungsmessen bzw. –börsen, die das gleiche Ziel verfolgen: Information zur beruflichen Bildung. Zwei dieser Messen finden im Landkreis Osnabrück statt, drei im Landkreis Emsland. Die IHK Osnabrück-Emsland weist auf ihrer Homepage[75] auf die Konkurrenzmessen hin. Alle Messen finden jährlich im September statt.
Die nachfolgenden Analysen sollen eine mögliche Konkurrenz zum geplanten Projekt erörtern.
Die Ausbildungsbörsen im Landkreis Emsland fanden im Jahr 2002 zum dritten Mal statt. Der Initiator, der Landkreis Emsland mit Sitz im Kreishaus Meppen, finanziert die Börsen aus eigenen Mitteln und organisiert sie in Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben, Kammern, Kreishandwerkerschaften, Verbänden, der Arbeitsverwaltung und den berufsbildenden Schulen. Die kreiseigenen Berufsschulen stellen die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung. Auf Wunsch können auch Tische und Stühle bereitgestellt werden. Erstmalig haben die Schulen in diesem Jahr auch die Ausstellerakquisition übernommen, welche in den vergangenen Jahren der Landkreis organisiert hatte. Plakate und Broschüren plant und finanziert der Landkreis Emsland.
Die Größe der Messe richtet sich nach dem jeweiligen Standort. Im Durchschnitt kommen 1.200 Besucher pro Standort. Ausstellerzahlen können nicht exakt benannt werden, da die Information über die diversen Berufsbilder im Vorgrund steht und nicht die Firmen selbst. Diese sollen nur die jeweiligen Ausbildungsberufe vorstellen, da die Ausbildungsbörsen kein „Schaulaufen“ der Ausbildungsbetriebe sein sollen. Werbung jeglicher Art ist nicht erwünscht. Aus diesem Grund gibt es auch kein Sponsoring und keine Möglichkeit, eine Anzeige in der Messebroschüre zu schalten. Je nach Standort wurden in 2002 zwischen 100 und 150 Berufe vorgestellt. Berufe, die nicht durch Unternehmen repräsentiert wurden, wurden von Kammern oder Innungen vorgestellt.
Zielgruppe der Ausbildungsbörsen sind alle Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen, insbesondere an Sonder-, Haupt- und Realschulen. Der Besuch der Börse erfolgt im Rahmen des Unterrichts und ist kostenlos. Der Landkreis Emsland organisiert und finanziert den Bustransport der Besucher in Zusammenarbeit mit der emsländischen Eisenbahn, einer GmbH des Landkreises. Für Gymnasien wird der Börsenbesuch auf freiwilliger Basis angeboten. Die Gymnasien werden nicht enger in den Berufsinformationsprozess mit eingebunden, da diese laut Ansicht der Organisatoren für ein anschließendes Studium ausbilden.[76] Die Information über die Börse erfolgt anhand von Broschüren und durch den Unterricht. Die Broschüren enthalten so genannte „Erkundungsbögen“. Diese Bögen sind von den Schülerinnen und Schülern auf der Messe auszufüllen. Durch gezielte Fragen zu Berufen (z. B.: Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung? Welches sind die wichtigsten Aufgaben und Tätigkeiten in diesem Beruf?) soll der notwendige Informationsfluss erreicht werden.
Vorträge wurden nur von der IHK Osnabrück-Emsland über neue Berufsbilder angeboten.
Je nach Standort dauern die Börsen zwischen einem und zwei Tagen und sind teilweise bis abends geöffnet, um auch berufstätigen Eltern den Besuch zu ermöglichen.[77]
Die berufsbildende Schule in Bersenbrück ist der Veranstalter der seit 1996 jährlich stattfindenden Berufs-Info-Tage. Diese Veranstaltung entstand aus dem Grundgedanken, Mangelberufe bekannter zu machen, d. h., Ausbildungsbetriebe bei der Suche nach Auszubildenden zu unterstützen, die sich über einen Mangel an Bewerbern beklagen. Dies ist bis heute erhalten geblieben. Dementsprechend findet ein jährliches Update mit den betroffenen Unternehmen statt, in welchem die Messe entsprechend den Unternehmenswünschen und –bedürfnissen ausgerichtet und angepasst wird.
Die Berufs-Info-Tage werden vielseitig genutzt: zum einen zur beruflichen Bildung und Information, zum anderen aber auch als Tag der offenen Tür der Berufsschule. Das Angebot der Bersenbrücker Messe umfasst aber nicht nur Information, sondern auch das Knüpfen von Kontakten zwischen Ausstellern und Besuchern ist erwünscht. Werbung für das eigene Unternehmen ist zulässig und wird gern gesehen.
Die Berufsschule stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung. Für die Aussteller ist die Teilnahme kostenlos. Tische und Stühle werden auf Wunsch von der Schule zur Verfügung gestellt. Möglicherweise entstehende Kosten werden vom Landkreis ausgeglichen, wobei grundsätzlich versucht wird, keine Kosten entstehen zu lassen, bzw. die entstandenen durch Werbe- bzw. Anzeigeneinnahmen wieder auszugleichen.
Im Jahr 2002 haben 27 Unternehmen an den Berufs-Info-Tagen ausgestellt und über betriebliche Ausbildung informiert.
Das Einzugsgebiet der Messe ist der alte Landkreis Bersenbrück: von Neunkirchen/Bramsche bis Quakenbrück und von Holdorf bis Fürstenau.
Die Zielgruppe umfasst alle Schülerinnen und Schüler der 21 allgemein bildenden Schulen bis maximal zur achten Klasse im Einzugsgebiet sowie die Schülerinnen und Schüler der hauseigenen Klassen (Berufsvorbereitungsjahr, Unterstufen der Handelsschule, Hauswirtschaft, usw.). Der Besuch der Berufs-Info-Tage ist auch für die Besucher kostenlos. Es liegt in der Eigenverantwortung der Schulen bzw. der Lehrer, ob sie es für sinnvoll und nötig erachten, ihre Klassen im Rahmen des Unterrichts zu begleiten. Die meisten machen allerdings davon Gebrauch. An den drei Tagen kommen pro Tag durchschnittlich 400 Besucher. Die Berufs-Info-Tage werden halbtägig veranstaltet.
Es gibt die Möglichkeit, Vorträge zu halten. Häufig halten auch die Lehrer der Berufsschule Vorträge über Berufe, die nicht durch Untenehmen vertreten sind.
Eine Broschüre begleitet den Besuch. Sie informiert über Berufsbilder und wird der Zielgruppe kostenlos zur Verfügung gestellt. Sie finanziert sich aus Anzeigeneinnahmen. Allerdings stehen die beruflichen Informationen im Vordergrund. Die Anzeigen unterstützen lediglich die Finanzierung (Preise: ½ Seite s/w: € 75,00; 1 Seite s/w: € 140,00; ½ Seite 4c: € 150,00; 1 Seite 4c: € 200,00).
Am letzten Tag findet eine Podiumsdiskussion statt, um weitere Informationen zur aktuellen Ausbildungsmarktsituation zu geben. Im Jahr 2002 stand die Diskussion unter dem Motto: „Kurs auf den Beruf“.[78]
Die Ausbildungsplatzmesse in Melle wird von der Stadt Melle organisiert und finanziert. Es ist eine Kontaktbörse, auf der sowohl Berufsinformation als auch erste Gespräche zu Ausbildungsplatzangeboten möglich sind. Die Fläche stellt die berufsbildende Schule der Stadt Melle den Ausstellern kostenlos zur Verfügung. Auf Wunsch werden auch Tische und Stühle bereitgestellt. Es stellen hauptsächlich Unternehmen aus dem Meller Einzugsgebiet (Wittlage bis Bohmte / Bad Essen) aus. Diese stammen aus der Kundenkartei, die sich über die bisherigen sechs Jahre, in denen die Messe bereits veranstaltet wurde, aufgebaut hat. Die Unternehmen werden persönlich angeschrieben und eingeladen.
Die Zielgruppe umfasst alle Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen aller allgemein bildenden Schulen der Stadt Melle und Umgebung. Der Besuch ist Pflicht und erfolgt im Rahmen des Unterrichts. Die Besucher werden mit Bussen zur Messe gebracht. Die entstehenden Kosten für die Busse übernehmen die jeweiligen Gemeinden, aus denen die Besucher kommen.
Aufgrund Mangels an geeigneten Räumlichkeiten finden keine Vorträge statt. Einen begleitenden Messekatalog oder eine Broschüre gibt es nicht. Es wird nur eine Liste mit Lageplan an die Besucher ausgehändigt. Dort sind die einzelnen Unternehmen aufgeführt. Die Messe findet an 1½ aufeinander folgenden Tagen statt.[79]
In der Stadt Osnabrück findet zur Zeit keine Ausbildungsmesse statt. Da sich die existierenden Alternativen auf andere Einzugsgebiete beschränken und das definierte Messeeinzugsgebiet nicht berührt wird, wird das geplante Projekt eine Alleinstellung in der Stadt Osnabrück besitzen.
Die geplante Ausbildungsmesse ist für ausstellende Unternehmen eine kostengünstige Alternative zu den herkömmlichen Methoden der Auszubildendenwerbung. Durch die geplante Zusammenarbeit mit den Osnabrücker Schulen können die Aussteller die gesuchte Zielgruppe wesentlich effektiver als durch unpersönliche Ausbildungsplatzanzeigen in der Tageszeitung erreichen. Außerdem können erste Fragen konkretisiert werden. Daraus folgt ein verbesserter Informationsfluss. Die Unternehmen haben die Möglichkeit, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und das Image zu verbessern.
Für Besucher besteht die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme zu Ausbildungsbetrieben. Durch vor Ort geführte Gespräche können erste Fragen geklärt und Hemmungen abgebaut werden. Gezielte Fragen und Antworten darüber, was später erwartet wird, können Aufschluss geben, ob der angestrebte Berufswunsch auch wirklich der richtige ist. So ist es möglich, Fehlentscheidungen zu vermeiden. Die Orientierung auf dem Osnabrücker Ausbildungsmarkt wird transparenter und für die Besucher einfacher. Ein persönliches Vorgespräch kann später den entscheidenden Ausschlag zu einem Vorstellungsgespräch geben.
Dieses Kapitel befasst sich mit der eingehenden Analyse der Zielgruppen, also der potentiellen Aussteller und Besucher. Nachdem die Zielgruppen definiert sind, werden Erhebungsverfahren und Informationsgewinnung und –quellen im Rahmen der Zielgruppenanalyse dargestellt und erläutert. Durch die Auswertung der Befragung wird festgestellt, ob eine Ausbildungsmesse angenommen und unterstützt werden würde.
Nachdem die Zielgruppen für die geplante Ausbildungsmesse festgelegt werden, wird auf der Basis dieser Definitionen eine Stichprobe der anzuschreibenden Unternehmen und Schulen vorgenommen, um einen möglichst repräsentativen Schnitt aller Beteiligten zu erhalten.
Als potentielle Aussteller kommen alle Unternehmen, Innungen, Kammern und Verbände in Betracht, die Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und/oder mit Ausbildung in Berührung kommen, in der Stadt oder dem Landkreis Osnabrück ansässig sind und in das definierte Messeeinzugsgebiet fallen. Auch Schulen und Institutionen, die eine schulische Berufsausbildung anbieten, werden als potentielle Aussteller berücksichtigt.
Alle Schülerinnen und Schüler der letzten beiden Klassenstufen aller allgemein bildendenden Schulen im Stadtgebiet Osnabrück gehören zur Primärbesucherzielgruppe. Da der Messebesuch im Rahmen des Unterrichts durchgeführt und von den jeweiligen Schulen unterstützt werden soll, fungieren alle Schulleiter als Interessensvertreter der Zielgruppe. Sie werden aufgrund dessen in der Befragung anstelle der Schülerinnen und Schüler befragt.
Selbstverständlich steht auch allen anderen Schülerinnen und Schülern der Stadt und dem Landkreis Osnabrück (Sekundärbesucherzielgruppe) der Besuch der Messe offen.
Eine statistische Auswertung der letzten zehn Jahre der Zahlen für Schulabgängerinnen und Schulabgänger aller Osnabrücker allgemein bildenden Schulen ergab, dass pro Jahr zwischen 2.051 (1992) und 2.219 (1999) Jugendliche die Schule abschließen.[80] Die Primärbesucherzielgruppe umfasst folglich ca. 4.000 Schülerinnen und Schüler.
Erhebungsverfahren werden in Voll- und Teilerhebungen unterschieden. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass Vollerhebungen für die Grundgesamtheit aussagekräftiger und zuverlässiger in ihren Ergebnissen sind. Meist sind sie aber nicht oder nur unter einem sehr hohen Aufwand durchführbar, der häufig nicht im Verhältnis zu den zu erzielenden Ergebnissen steht. Deshalb beschränkt sich die Marktforschungspraxis oft auf einen Teil der Grundgesamtheit, eine Stichprobe. Von den Ergebnissen der Teilerhebung wird dann auf die Grundgesamtheit geschlossen. Teilerhebungen können zufallsorientiert und nicht-zufallorientiert ausgewählt werden.[81] Das vorliegende Projekt umfasst aus organisatorischen Gründen beide Erhebungsverfahren.
Die Grundgesamtheit aller potentiellen Aussteller in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück umfasst 2.974 Unternehmen, Innungen und Institute (1.128 IHK, 1.748 HWK, 55 bei der Kreishandwerkerschaft Osnabrück registrierte Innungen, 43 Institute).
Die Stichprobe aller angeschriebenen Befragungsteilnehmer beträgt 918.
- Die Teilstichprobe der Unternehmen bildeten alle Ausbildungsbetriebe, die Mitglieder der IHK und/oder der HWK sind. Der Firmensitz musste entweder in der Stadt oder dem Landkreis Osnabrück sein. Insgesamt betrug die Stichprobe 851 Unternehmen, die nach folgenden Kriterien ausgewählt wurden:
- Die Ausbildungsbetriebe des Handwerks wurden in einer Teilerhebung erfasst. Die Auswahl erfolgte nicht-zufallsorientiert nach Adressdatenmaterial, welches durch die HWK Osnabrück-Emsland zur Verfügung gestellt wurde. Die Teilerhebung umfasste alle handwerklichen Ausbildungsbetriebe mit fünf und mehr Auszubildenden in allen Lehrjahren. Es wurden 78 Betriebe ausgewählt.
- Eine Vollerhebung wurde für die Ausbildungsbetriebe der Industrie und des Handels durchgeführt, die in der Stadt Osnabrück, Georgsmarienhütte, Hasbergen, Hagen und Wallenhorst ansässig und Mitglieder der IHK Osnabrück-Emsland sind.
Bei der IHK Osnabrück-Emsland gemeldete Ausbildungsbetriebe aus Bramsche, Hilter, Dissen und Bad Iburg nahmen nur als Teilerhebung an der Befragung teil. Die Auswahl erfolgte nicht-zufallsorientiert nach Bekanntheitsgrad und Betriebsgröße. (Eine Vorauswahl wie bei den handwerklichen Unternehmen konnte hier aufgrund des zur Verfügung gestellten Datenmaterials der IHK nicht erfolgen.) Die Gesamtgröße dieser Teilstichprobe umfasste 773 Unternehmen (570 Stadt Osnabrück, 179 engerer und 24 weiterer Landkreis).
- Die Innungen wurden in einer nicht-zufallsorientierten Teilerhebung befragt. Die Auswahl erfolgte anhand von Zuständigkeitsgebieten und beschränkte sich auf insgesamt 40 Innungen der Stadt und des Landkreises Osnabrück.
- Die Institute, die in der Stadt Osnabrück schulische Berufsausbildungen anbieten, wurden in einer Vollerhebung befragt und umfassten 27 potentielle Aussteller.
Auf die Befragung von Kammern und anderen Verbänden musste im Rahmen dieser Arbeit aufgrund fehlenden Adressmaterials leider verzichtet werden. Gleiches gilt für Ausbildungsbetriebe, die der Landwirtschaftskammer angehören.
Die Besucherbefragung wurde als Vollerhebung durch ihre Vertreter, die Schulleiter aller allgemein bildenden, weiterführenden Schulen in der Stadt Osnabrück durchgeführt. Dazu gehören 21 staatliche Schulen (das Abendgymnasium wurde ausgeschlossen) und vier private Schulen in Trägerschaft des Bistums Osnabrück. Die Grundgesamtheit beträgt 25 Schulen.
Zur Vorbereitung der Primärforschung des vorliegenden Projektes konnte nicht auf innerbetriebliche Datenquellen zurückgegriffen werden. Als außerbetriebliche Datenquellen zur Identifizierung ansässiger Ausbildungsbetriebe, Innungen, Institute und allgemein bildender Schulen wurde auf bereits vorhandene Adresslisten der IHK Osnabrück-Emsland („Karriere mit Lehre 2003“), der HWK Osnabrück-Emsland, der Kreishandwerkerschaft Osnabrück, des Arbeitsamtes Osnabrück und der Stadt Osnabrück zurückgegriffen, die der Verfasserin von den entsprechenden Stellen freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.
Zur Informationsgewinnung stehen unterschiedliche Informationsquellen zur Verfügung. Es existieren innerbetriebliche und außerbetriebliche Informationsquellen. Bei innerbetrieblichen Informationsquellen werden die Informationen abgerufen, die im eigenen Unternehmen entstehen. Diese können bereits vorhanden sein oder aber noch erarbeitet werden. Außerbetriebliche Informationsquellen werden außerhalb des Unternehmens zur Verfügung gestellt (z. B. statistische Datenbanken). Weiterhin wird zwischen Primär- und Sekundärforschung unterschieden.[82]
„Unter Sekundärforschung versteht man die Aufbereitung, Analyse und Auswertung von Daten, die bereits vorhanden sind und früher für andere Zielsetzungen bereits erhoben wurden.“[83]
Die Informationsbeschaffung der Sekundärforschung ist in der Regel schnell und kostengünstig. Oft weist sie die genauen Werte auf und ermöglicht einen schnellen Einblick in Untersuchungsgebiete. Außerdem kann sie die Primärforschung unterstützen. Aber der Einsatz von Sekundärforschung hat auch Nachteile. So kommt es häufig vor, dass die vorliegenden Daten veraltet sind und/oder es längere Zeit dauert, bis sie verfügbar sind. Da die Informationen meist für einen anderen Zweck erhoben wurden, ist es möglich, dass sie für das gesuchte Problem ungeeignet sind. Außerdem ist zu beachten, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und somit auch die Konkurrenz Zugriff auf diese Daten hat.[84]
Sekundärforschung ist beim vorliegenden Projekt nicht möglich. Soweit der Verfasserin bekannt ist, gibt es keine Daten, die auf einen Wunsch nach einer regionalen Ausbildungsmesse schließen lassen. Auch für die Messe „Mein Beruf“ in den 90er Jahren wurden keine Forschungen unternommen.
Wenn die Daten, die über die Sekundärforschung gewonnen werden, nicht ausreichend sind, um das Informationsproblem zu lösen, dann ist der Einsatz von Primärerhebungen notwendig. Dabei müssen im Vorfeld einige Punkte geklärt werden:
- Welche Daten sollen erhoben werden, d. h., welche Informationen werden benötigt?
- Welche Personen sind zu einer entsprechend qualifizierten Auskunft in der Lage?
- Wie sollte die Erhebung erfolgen und mit welchen Mitteln?
- Wie häufig muss die Erhebung durchgeführt werden?
Es gibt drei Arten von Primärerhebungen: Befragungen, Beobachtungen und Panels.[85] Nachfolgend wird nur auf die im vorliegenden Projekt genutzte Form der Befragung näher eingegangen.
Die Befragung gilt als wichtigste Datenerhebungsmethode der Primärforschung. Sie wird sehr häufig eingesetzt. Durch ihren Einsatz, die die aktive Teilnahme einer Person voraussetzt, können Meinungen, Einstellungen und Motive herausgefunden werden. Meist wird von einer Befragung dann Gebrauch gemacht, wenn es sich um Auskünfte über Vergangenes oder Zukunftsprognosen handelt. Allerdings werden Befragungen nur dann durchgeführt, wenn keine Sekundärdaten existieren.
Befragungen werden aufgrund unterschiedlicher Merkmale eingeteilt, aus denen sich verschiedene Möglichkeiten für einen Untersuchungsaufbau ergeben. Am häufigsten wird nach dem Kreis der angesprochenen Personen, nach dem Befragungsgegenstand und nach der Art der Erhebung unterschieden. Der Personenkreis entscheidet über eine Experten- oder Nicht-Expertenbefragung. Die Unterscheidung zwischen Einthemenbefragung (Spezialbefragung) und Mehrthemenbefragung betrifft den Befragungsgegenstand. Am häufigsten wird jedoch nach der Erhebungsart entschieden, d. h., entweder auf konventionelle Art mit mündlicher, schriftlicher oder telefonischer Kontaktaufnahme oder computerunterstützt per E-Mail oder andere Methoden.[86] Für das vorliegende Projekt wird die schriftliche Befragung ausgewählt.
Schriftliche Befragungen werden sehr häufig vorgenommen. Sie können auf verschiedene Art und Weise an ihre Adressaten übermittelt werden: in postalischer Form (mit der Deutschen Post AG oder durch private Post-Zustelldienste), per Fax, durch persönliche Verteilung und Abholung und auch durch Beilagen in Zeitungen und Zeitschriften.[87] Dadurch wird ein indirekter Kontakt zwischen Interviewer und Befragtem hergestellt. Ein persönlicher Kontakt ist nicht vorhanden. Es entsteht sowohl eine örtliche als auch zeitliche Distanz. Der Adressat hat die Möglichkeit den Fragebogen einzusehen. Die Form der schriftlichen Befragung hat sowohl Vor- als auch Nachteile.
- Die Erreichbarkeit der Adressaten wird erhöht.
- Große räumliche Gebiete können abgedeckt werden.
- Wenn ein besonderes Interesse am Befragungsgegenstand besteht, kann die Effektivität und die Kostenersparnis groß sein.
- Im Vergleich zu mündlichen und telefonischen Befragungen werden keine Interviewer benötigt.
- Die Befragungsperson hat für die Beantwortung der einzelnen Fragen mehr Zeit, d. h., die Beantwortung erfolgt in der Regel mit präziseren Angaben.
- Die Auskunftsbereitschaft kann durch etappenweises Beantworten des Fragebogens gesteigert werden.
- Die Auskunftspersonen sind frei von jeglichen Einflüssen durch einen Interviewer.
- Die Anonymität ist eher gewährleistet.
- Geringe Rücklaufquoten (durchschnittlich zwischen 10 und 40%).
- Bei kleineren Stichproben kann häufig die Repräsentativität nicht sichergestellt werden. Die Übereinstimmung von Stichprobe und Grundgesamtheit ist oft nicht gegeben.
- Identitätsproblem von Befragungs- und Auskunftsperson kann bei Anonymität nicht geklärt werden. (Ein unbeteiligter Dritter kann die Fragen beantworten.)
- Die Grundgesamtheit muss durch fehlende Adressen eingeschränkt werden.
- Es kann zu Fehlinterpretationen der Fragen kommen, wenn diese zu komplex und schwierig gestellt sind und nicht verstanden werden.
- Beobachtungen zum Erzielen von Zusatzinformationen sind nicht möglich.
- Der Beantwortungszeitpunkt kann nicht eindeutig bestimmt werden.[88]
Um einigen Nachteilen entgegenzuwirken und sie abzuschwächen, können diverse Maßnahmen getroffen werden: Der Fragebogen sollte eine für den Befragten interessante Thematik bearbeiten. Er sollte außerdem möglichst kurz gefasst sein und über einen interessanten Fragenaufbau verfügen. Durch einfache, verständlich aufgebaute Fragen und einfache Beantwortungsmöglichkeiten kann die Rücklaufquote erhöht werden.
Durch ein ansprechendes Anschreiben kann bei einer schriftlichen Befragung die Distanz zwischen Befrager und Befragtem verringert werden. Es sollte Informationen über die zu untersuchende Institution und deren Ziel und Zweck enthalten. Argumente über die Wichtigkeit der Befragung und der Beantwortung sind ebenfalls wichtig, um zur Mitarbeit aufzufordern. Für eine schnelle Rücksendung sollte ein Rücksendeschlusstermin benannt sein. Auch die Zusicherung von Vertraulichkeit und Anonymität darf nicht fehlen, sowie der Dank für die Mitarbeit und Hilfe.[89]
Die Befragung des vorliegenden Projektes wurde in schriftlicher Form durch Briefversand vorgenommen. Der Versand erfolgte überwiegend über zwei private, im Landkreis Osnabrück ansässige, Post-Zustelldienstleister, aber auch durch die Deutsche Post AG. Die Verfasserin hat sich für diese Art der Durchführung entschieden, da der Postversand zum gegebenen Zeitpunkt und den vorhandenen Möglichkeiten die einfachste, schnellste und kostengünstigste Methode darstellte, die Stichprobe von 918 Aussteller- und 25 Besucherfragebögen zu versenden. Durch intensive Internet-Recherche war es zusätzlich möglich, einige Adressanten persönlich im Anschreiben anzusprechen. (Die Anschreiben an die potentiellen Aussteller und Besucher befinden sich im Anhang, ebenso wie das, dem Brief beigelegte Rohkonzept.)
[1] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/aus_und_weiterbildung/ausbildung/Lehrstellenboerse1.jsp (11.07.2002).
[2] Vgl. Persönliches Gespräch mit Herrn H. (Veranstaltungsleiter). Stadthalle Osnabrück. (10.09.2002).
[3] § 64 Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO).
[4] Meyers Großes Taschenlexikon. In 24 Bänden. Band 2. 1. Auflage. Mannheim, Wien, Zürich. Meyers Lexikonverlag, 1981. S. 271.
[5] Meyers Großes Taschenlexikon. In 24 Bänden. Band 3. a. a. O. S. 181.
[6] Meyers Großes Taschenlexikon. In 24 Bänden. Band 3. a. a. O. S. 181.
[7] Vgl. URL: http://www.industrie-job.de/absolvme.shtml (01.10.2002).
[8] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsbildungsbericht 2001. Bonn. Stand: April 2001. Teil I. S. 4.
[9] Allerdings geben diese Zahlen nicht das Gesamtbild der Ausbildungssituation wieder, da die Zusammenarbeit von Unternehmen und der Bundesanstalt für Arbeit freiwillig ist und einige Unternehmen ihre Ausbildungsplätze deshalb nicht melden. Nicht gemeldete Stellen werden folglich nicht erfasst und sind statistisch nicht nachweisbar. Gleiches gilt für Bewerber.
[10] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsbildungsbericht 2001. a. a. O. Teil I. S. 1.
[11] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsbildungsbericht 2001. a. a. O. Teil II. S. 75.
[12] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsbildungsbericht 2001. a. a. O. Teil II. S. 75.
[13] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Berufsbildungsbericht 2001. a. a. O. Teil II. S. 74-78.
[14] Vgl. Bundesanstalt für Arbeit, Arbeitsamt Osnabrück: Berufsberatung 2000/2001. Aktivitäten, Ausbildungsstellenmarkt, Statistik. Osnabrück, 2001. S. 17-22.
[18] ebda.
[19] Vgl. Arnold, Rolf u. Krämer-Stürzl, Antje: Berufs- und Arbeitspädagogik. Leitfaden der Ausbildungspraxis in Produktions- und Dienstleistungsberufen. 2., überarbeitete Auflage. Berlin. Cornelsen Verlag, 1999. S. 49-50.
[20] Vgl. Arnold, Rolf u. Krämer-Stürzl, Antje: Berufs- und Arbeitspädagogik. a. a. O. S. 51-53.
[21] Vgl. Arnold, Rolf u. Krämer-Stürzl, Antje: Berufs- und Arbeitspädagogik. a. a. O. S. 67-70.
[22] Vgl. Arnold, Rolf u. Krämer-Stürzl, Antje: Berufs- und Arbeitspädagogik. a. a. O. S. 50-51.
[23] Vgl. Persönliches Gespräch mit Herrn K. (Leiter Berufsberatung). Arbeitsamt Osnabrück. (13.08.2002).
[24] Vgl. URL: http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/sgbiii/index.html (05.11.2002).
[25] Vgl. URL: http://www.bmbf.de/pub/berufsbildungsgesetz.pdf (05.11.2002).
[26] Vgl. URL: http://www.ergo-pr.de/einstieg_abi/messe_neu/messe_neu.htm (22.10.2002).
[27] Vgl. URL: http://www.azubitage.de/ueberuns/azubitage.html (22.10.2002).
[28] Vgl. URL: http://www.azubitage.de/ueberuns/entwicklung.html (22.10.2002).
[29] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/aus_und_weiterbildung/ausbildung/Informationen%20zu%20 Ausbildungsplaetzen/Messen.jsp (11.07.2002).
[30] Vgl. Persönliches Gespräch mit Herrn H. (Veranstaltungsleiter). Stadthalle Osnabrück. (10.09.2002).
[31] Vgl. Goschmann, Klaus: Medien am Point of Interest. Arbeitslexikon Messen, Ausstellungen, Events, Kongresse, Tagungen, Incentives, Sponsoring. 1. Auflage. Mannheim. Verlag: FairCon GmbH, 2000. S. 119.
[32] Bruhn, Manfred: Marketing. Grundlagen für Studium und Praxis. 4., überarbeitete Auflage. Wiesbaden. Gabler Verlag, 1999. S 240.
[33] Vgl. Meffert, Heribert u. Bruhn, Manfred: Dienstleistungsmarketing. Grundlagen – Konzepte – Methoden. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden. Gabler Verlag, 2000. S. 381 ff.
[34] Vgl. Selinski, Hannelore u. Sperling, Ute A.: Marketinginstrument Messe. Arbeitsbuch für Studium und Praxis. Köln. Wirtschaftsverlag Bachem, 1995. S. 86.
[35] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/erlebnis/277.html (10.10.2002).
[36] Vgl. URL: http://www.osnabruecker.com/links/zahlen.htm (13.10.2002).
[37] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/tourismus/3831.html (10.10.2002).
[38] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/tourismus/1450.html (10.10.2002).
[39] Vgl. URL: http://www.standort-osnabrueck.de/de/states/index_1.php?id_state=9&f_check=1 (12.10.2002).
[40] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/tourismus/3831.html (10.10.2002).
[41] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K1001411 für „404 Osnabrück, Stadt“. 31.12.2001.
In: URL: http://www1.nls.niedersachsen.de/statistik (12.10.2002).
[42] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/politik/8227.html (10.10.2002).
[43] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K1001411 für „404 Osnabrück, Stadt“. 31.12.2001. a. a. O. (12.10.2002).
[44] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K1050111 für „404 Osnabrück, Stadt“. 31.12.2001. a. a. O. (12.10.2002).
[45] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K1000121 für „404 Osnabrück, Stadt“. 31.12.2000. a. a. O. (12.10.2002).
[46] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K1001411 für „459 Osnabrück“, 31.12.2001. a. a. O. (12.10.2002).
[47] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K1050111 für „459 Osnabrück“. 31.12.2001. a. a. O. (12.10.2002).
[48] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.ihk24.de/servicemarken/regional/Stadt%20Osnabrueck/LAN_Osnabrueck.jsp (11.07.2002).
[49] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/wirtschaft/10813.html (31.07.2002).
[50] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/politik/8239.html (10.10.2002).
[51] Vgl. URL: http://www.regis-online.de/german/region/osna_st/wirtstrk.htm (12.10.2002).
[52] Vgl. URL: http://www.regis-online.de/german/region/osna_st/arbeit.htm (10.12.2002).
[53] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K2070211 für „404 Osnabrück, Stadt“. 30.06.2002. a. a. O. (13.10.2002).
[54] Vgl. URL: http://www.opg-os.de/opgadmin1/ledenhof.html (20.10.2002).
[55] Vgl. URL: http://www.opg-os.de/kostet/main.html (20.10.2002).
[56] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/stadthalle/3215.html (20.10.2002).
[57] Vgl. Preisliste ab 01. Januar 2003. Kongresse, Tagungen und Versammlungen. Stadthalle Osnabrück.
[58] Vgl. URL: http://www.osnabrueck.de/stadthalle/3215.html (20.10.2002).
[59] Vgl. Preisliste ab 01. Januar 2003. Kongresse, Tagungen und Versammlungen. Stadthalle Osnabrück.
[60] Vgl. Preisliste ab 01. Januar 2003. Kongresse, Tagungen und Versammlungen. Stadthalle Osnabrück.
[61] Vgl. Informationsbroschüren über verschiedene Räumlichkeiten. Stadthalle Osnabrück.
[62] Vgl. Schriftliches Angebot. Abteilung Gastronomie. Stadthalle Osnabrück. (18.09.2002).
[63] Vgl. Schriftliches Angebot. Partyküche Kempe GmbH. Wallenhorst. (06.09.2002).
[64] Vgl. Preisliste ab 01. Januar 2002. Weitere Informationen. Halle Gartlage.
[65] Vgl. Schriftliches Angebot. LOEWE Messebau GmbH. Osnabrück. (10.09.2002).
[66] Vgl. URL: http://www.opg-os.de/opgadmin1/salzmarkt.html (20.10.2002).
[67] Vgl. Telefonat mit dem Geschäftsführer der Salzmarkthalle. (30.07.2002).
[68] Vgl. Telefonat mit Herrn G. Fachhochschule Osnabrück. (23.10.2002).
[69] Vgl. Telefonat. Zentrum für Umweltkommunikation. Deutsche Bundesstiftung Umwelt. (28.10.2002).
[70] Vgl. Telefonat. Haus der Jugend. Osnabrück. (28.10.2002).
[71] Vgl. Persönliches Gespräch mit Herrn H. (Veranstaltungsleiter). Stadthalle Osnabrück. (10.09.2002).
[72] Vgl. Meffert, Heribert: Marketing. Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung. Konzepte – Instrumente – Praxisbeispiele. 9., über- arbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden. Gabler Verlag, 2000. S. 183-185.
[73] Kairies, Peter: So analysieren Sie Ihre Konkurrenz. Konkurrenzanalyse und Benchmarking in der Praxis. Kontakt & Studium. Band 519. Renningen-Malsheim. expert-Verlag, 1997. S. 16.
[74] Vgl. Kastin, Klaus S.: Marktforschung mit einfachen Mitteln. Daten und Informationen beschaffen, auswerten und interpretieren. 2., erwei- terte und aktualisierte Auflage. München. Verlag C.H. Beck, 1999. S. 230.
[75] Vgl. URL: http://osnabrueck.ihk24.de/produktmarken/aus_und_weiterbildung (13.08.2002).
[76] Anmerkung der Verfasserin: Diese Auffassung ist längst überholt, denn viele Abiturienten entscheiden sich nach Erreichen der Hochschul- reife für eine betriebliche Ausbildung, bevor sie eine Hochschule besuchen. Dies wurde bereits in den Abschnitten 1.3.1 Ausbildungs- situation in Deutschland und 1.3.2 Ausbildungssituation in Osnabrück (Stadt und Landkreis) festgestellt.
[77] Vgl. Persönliches Gespräch mit Frau L. Kreishaus Meppen. (05.09.2002).
[78] Vgl. Persönliches Gespräch mit Herrn M. (Studiendirektor). Berufsbildende Schulen Bersenbrück. (11.09.2002).
[79] Vgl. Telefonat mit Frau W.. Stadt Melle. (10.09.2002).
[80] Vgl. Niedersächsisches Landesamt für Statistik: Tabelle K3002513 für „404 Osnabrück, Stadt“. 31.12.1992 – 31.12.2001. a. a. O. (12.10.2002).
[81] Vgl. Weis, Christian u. Steinmetz, Peter: Marktforschung. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Ludwigshafen (Rhein). Kiehl Verlag, 1998. S. 37 ff.
[82] Vgl. Weis, Christian u. Steinmetz, Peter: Marktforschung. a. a. O. S. 63.
[83] ebda.
[84] ebda.
[85] Vgl. Weis, Christian u. Steinmetz, Peter: Marktforschung. a. a. O. S. 69 f.
[86] Vgl. Rogge, Hans-Jürgen: Marktforschung. Elemente und Methoden betrieblicher Informationsgewinnung. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. München. Hanser Verlag, 1992. S. 77 ff.
[87] Vgl. Weis, Christian u. Steinmetz, Peter: Marktforschung. a. a. O. S. 70 ff.
[88] Vgl. Rogge, Hans-Jürgen: Marktforschung. a. a. O. S. 84 ff.
[89] Vgl. Berekoven, Ludwig, u.a.: Marktforschung. Methodische Grundlagen und praktische Anwendung. 7., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden. Gabler Verlag, 1996. S. 112 ff.
9783668663602
v119313
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Cäcilia Picker (Autor)
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Machbarkeitsstudie: Schleusenmanagement für die österreichische Donauschifffahrt
Klimaneutralität als Beitrag zu einem nachhaltigkeitsorientierten Veranstaltungsmanagement
Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Vorbereitung der Überführung der kommunalen Bibliotheken in eine adäquate neue Gesellschaftsform (GmbH)
Die Hexenverfolgung in der Stadt Münster

References: § 25
 § 29
 § 30
 § 32
 § 33
 § 37
 § 25
 § 44
 § 64