Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=15.07.2003&Aktenzeichen=VIII%20R%2077/00
Timestamp: 2019-11-21 13:49:27+00:00

Document:
BFH, 15.07.2003 - VIII R 77/00 - dejure.org
https://dejure.org/2003,1173
BFH, 15.07.2003 - VIII R 77/00 (https://dejure.org/2003,1173)
BFH, Entscheidung vom 15.07.2003 - VIII R 77/00 (https://dejure.org/2003,1173)
BFH, Entscheidung vom 15. Juli 2003 - VIII R 77/00 (https://dejure.org/2003,1173)
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EStG § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b und c
EStG § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 lit. b, c
Zugesagte Ausbildung kann erst später beginnen
Berücksichtigung eines Kindes für Kindergeld gemäß § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2c des Einkommensteuergesetzes (EStG); Ablehnung der Gewährung von Kindergeld wegen Überschreitens des Jahresgrenzbetrages; Vollzeiterwerbstätigkeit eines Kindes
§ 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG
Einkommensteuer; Kindergeld für Kind mit zugesagtem Ausbildungsplatz
FG München, 08.12.1999 - 9 K 2076/99
BFHE 203, 98
NJW 2004, 392 (Ls.)
BStBl 2003, 845
BStBl II 2003, 845
Denn dieser Berücksichtigungstatbestand ist nicht nur dann gegeben, wenn das Kind trotz ernsthaften Bemühens noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sondern auch dann, wenn ihm ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt wurde, es diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt antreten kann (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00, BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845; Senatsurteil vom 15. September 2005 III R 67/04, BFHE 211, 452, BStBl II 2006, 305, unter II.2.).
Mit der Revision trägt die Familienkasse vor: Die Grundsätze der Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. Oktober 2001 VI R 39/00 (BFHE 197, 92, BStBl II 2002, 481), vom 23. November 2001 VI R 77/99 (BFHE 197, 383, BStBl II 2002, 484) und vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00 (BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845) seien auf den Streitfall nicht anwendbar.
Diese Voraussetzung ist nicht nur gegeben, wenn ein Kind keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sondern auch dann, wenn ihm ein Ausbildungsplatz zugesagt wurde, es diesen aber aus schul- oder studienorganisatorischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt antreten kann (BFH-Urteil in BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845).
Dem steht nicht entgegen, dass die Wartezeit mehr als vier Monate betrug, denn die Viermonatsfrist des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG hat auf § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG keinen restriktiven Einfluss (BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00, BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845).
Nach den Grundsätzen des BFH-Urteils vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00 (BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845) seien auch die Voraussetzungen des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG gegeben, da mit der Tätigkeit von T in dem Friseursalon die Erwartung verknüpft gewesen sei, eine Ausbildungsstelle zu bekommen.
Hierbei ist ein Kind nicht nur dann zu berücksichtigen, wenn es noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sondern auch dann, wenn ihm ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt wurde, es diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt antreten kann (BFH-Urteil in BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845).
Dieser Berücksichtigungstatbestand ist nicht nur dann gegeben, wenn das Kind trotz ernsthaften Bemühens noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sondern auch dann, wenn ihm ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt wurde, es diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt antreten kann (BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00, BStBl II 2003, 845; BFH-Urteil vom 15. September 2005 III R 67/04, BStBl II 2006, 305; BFH-Urteil vom 17. Juni 2010 III R 34/09, BStBl II 2010, 982).
Demgegenüber muss ein Kind, um nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG berücksichtigt werden zu können, nachweisen, dass es sich ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht, für den es auch objektiv geeignet ist (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00, BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845).
Wie der Senat im Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00 (BStBl II 2003, 845) entschieden hat, hat nämlich § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG keinen restriktiven Einfluss auf § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG in dem Sinn, dass auch im Rahmen der zuletzt genannten Vorschrift die Viermonatsfrist zu beachten ist.
Nichtzulassungsbeschwerde bei kumulativer Begründung des Urteils
Für die Zwischenzeit stehe ihm, dem Kläger, Kindergeld nach der vom FG nicht erwogenen Vorschrift des § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG zu; ein mangelnder Ausbildungsplatz im Sinne dieser Vorschrift liege nach dem BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 77/00 (BFHE 203, 98, BStBl II 2003, 845) auch dann vor, wenn der Ausbildungsplatz aus betriebsorganisatorischen Gründen erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung gestellt werden könne.
FG Baden-Württemberg, 06.05.2004 - 8 K 40/04
LSG Baden-Württemberg, 29.06.2006 - L 10 R 3634/05
Ausbildungsanrechnungszeit - Zeit zwischen Schulabschluss und Beginn einer …

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