Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/1/1206.htm
Timestamp: 2018-12-13 09:16:04+00:00

Document:
1.206 Wacholderberg-Geigerswasen
Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart über das Naturschutzgebiet »Wacholderberg Geigerswasen« und das zugehörige Landschaftsschutzgebiet »Veitswasen - Schlechtenberg Lindle - Spitalfeld - Goldbachäcker und Umgebung« vom 15. März 1995 (GBl v. 17.05.1995, S. 337).
Auf Grund von H 21, 22, 58 und 64 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBI. S. 654), zuletzt geändert durch das Gesetz vom 7. Februar 1994 (GBI. S. 73), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Crailsheim, Landkreis Schwäbisch Hall, werden zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet erklärt.
1. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Wacholderberg - Geigerswasen«;
das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung »Veitswasen - Schlechtenberg - Lindle Spitalfeld - Goldbachäcker und Umgebung«.
(1) Das Naturschutzgebiet »Wacholderberg-Geigerswasen« hat eine Größe von ca. 30,8 ha. Es umfaßt nach dem Stand vom 28.Juli 1994 auf dem Gebiet der Stadt Crailsheim, Gemarkung Westgartshausen im wesentlichen den östlichen Teil des südexponierten Schlechtenberghanges östlich von Crailsheim, den Geigerswasen nordwestlich von Westgartshausen und das dazwischenliegende Tälchen.
Folgende Flurstücke sind ganz einbezogen:
Nr. 300, 534, 536-538, 540, 462/9, 462/10, 1171, 1172, 1174-1178, 1183, 1187-1190, 1194-1197,1200, 1202-1204, 1206, 1207, 1208/1, 1208/2, 1209, 1210, 1213, 1230, 1231;
folgende Flurstücke sind teilweise einbezogen:
Nr. 71, 301, 462 (Weg), 462/1, 529, 553 (Weg), 1064/1, 1173 (Weg).
(2) Das Landschaftsschutzgebiet »Veitswasen Schlechtenberg - Lindle - Spitalfeld - Goldbachäcker und Umgebung« hat eine Größe von ca. 108,5 ha.
Es umfaßt nach dem Stand vom 28. Juli 1994 auf dem Gebiet der Stadt Crailsheim, Gemarkungen Goldbach und Westgartshausen Flächen des Keuperstufenrandes (vorwiegend Schichten des Gipskeupers) südwestlich von Goldbach und auf Gemarkung Westgartshausen im Anschluß an das Naturschutzgebiet »Wacholderberg - Geigerswasen«. Zum Landschaftsschutzgebiet gehören von Norden nach Süden folgende Gewanne und Teile der Gewanne:
Wiesäcker, Lindle, Goldbachäcker, Spitalfeld, Schleifsee, Lindensee, Hungeräcker, Neuäcker, Schlechtenberg, Wasen, Geigerswasen, Veitswasen.
(3) Das Naturschutzgebiet und das Landschaftsschutzgebiet sind in einer Übersichtskarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 28.Juli 1994 im Maßstab 1:25000 schwarz umgrenzt und flächig rot angelegt (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 1) bzw. flächig grün angelegt (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) sowie in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Stuttgart vom 28. Juli 1994 im Maßstab 1:2500 schwarz umgrenzt und rot angeschummert (Naturschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 1) bzw. grün angeschummert (Landschaftsschutzgebiet gemäß § 2 Abs. 2) eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Stuttgart in Stuttgart und beim Landratsamt Schwäbisch Hall in Schwäbisch Hall sowie beim Bürgermeisteramt Crailsheim in Crailsheim auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
(1) Wesentlicher Schutzzweck des Naturschutzgebietes (§ 2 Abs. 1) ist:
die Erhaltung des landschaftlich reizvollen Gipskeuperstufenrandes nördlich von Westgartshausen, der vor allem als Wacholderheide einen für diesen Raum charakteristischen, selten gewordenen Landschaftstyp darstellt;
2. die Erhaltung und Sicherung der vielfältigen Lebensräume von Tieren und Pflanzen, dazu zählen insbesondere die offenen und kargen Heideflächen, die lockeren Baumbestände, das kleine Feuchtgebiet samt Bachaue und Bachgehölzen;
3. die Erhaltung eines ökologischen Ausgleichs-, Rückzugs- und Regenerationsraumes;
4. der Schutz der kulturhistorisch bedeutsamen Nutzung der Hänge in diesem Raum durch die Beweidung mit Schafen, der damit verbundenen Vegetation (Wacholderheide) und des dadurch geprägten Landschaftsbildes.
(2) Wesentlicher Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes (§ 2 Abs. 2) ist:
die Sicherung der ökologisch notwendigen Pufferzone zwischen der intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche, dem Siedlungsraum, den Verkehrswegen und dem Naturschutzgebiet;
2. die Erhaltung und Sicherung des Keuperstufenrandes mit seiner typischen, durch Schafbeweidung entstandenen Vegetation, bzw. anderen extensiven Nutzungen in Form von Wald, Obstbaumwiesen und anderen Grünländern;
3. die Erhaltung der ökologisch wertvollen Verzahnung (Biotopvernetzung) zwischen Streuobstwiesen, Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern, Baumreihen, Magerwiesen, Quellmulden und Vernässungsbeständen;
4. die Sicherung des vielfältigen Landschaftsbildes, bestehend aus der quellenreichen und wechselfeuchten Gipskeuperstufe mit einem Mosaik verschiedenartiger Nutzungen;
5. die Erhaltung und Sicherung wertvoller Landschaftsräume für die ruhige Naherholung und Naturbeobachtung.
(1) Im Naturschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung der Schutzgebiete oder ihrer Bestandteile, zu einer nachhaltigen Störung oder zu einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Forschung führen können.
6. Plakate, Bild- und Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen;
9. die Art der bisherigen Grundstücksnutzung zu ändern, insbesondere aufzuforsten, Wald umzuwandeln oder Grünland umzubrechen;
12. Erholungseinrichtungen aller Art anzulegen; unberührt bleibt die Errichtung von Ruhebänken im Einvernehmen mit dem zuständigen Naturschutzbeauftragten;
14. Motorsport jeglicher Art auszuüben sowie Modellboote zu Wasser zu lassen;
15. Luftfahrzeuge jeglicher Art zu starten oder zu landen;
der Naturgenuß oder der besondere Erholungswert (in der Vorlage:... zweck!) der Landschaft beeinträchtigt wird.
(4) Im Landschaftsschutzgebiet sind auf den braun gekennzeichneten Flächen andere Nutzungen als die extensive Schaf- oder Ziegenbeweidung oder andere Nutzungen als die extensiv bewirtschaftete Mähwiese verboten. Auf diesen Flächen darf weder gepfercht noch zusätzlich gedüngt werden.
2. Errichtung von Einfriedigungen; davon ausgenommen sind Einfriedigungen im Rahmen einer ordnungsgemäßen Land- und Forstwirtschaft;
3. Verlegen oder Ändern von ober- oder unterirdischen Leitungen aller Art, ausgenommen einfache Drainagen außerhalb von geschützten Feuchtbiotopen gemäß § 24a NatSchG;
9. Anlage oder Veränderung von Flugplätzen, einschließlich Modellfluggeländen sowie der Betrieb von Modellflugzeugen und Modellbooten;
(3) Die Erlaubnis ist zu erteilen, wenn die Handlung Wirkungen der in § 4 Abs. 3 und 4 genannten Art nicht zur Folge hat oder solche Wirkungen durch Auflagen oder Bedingungen abgewendet werden können. Sie kann mit Auflagen, unter Bedingungen, befristet oder widerruflich erteilt werden, wenn dadurch erreicht werden kann, daß die Wirkungen der Handlungen dem Schutzzweck nur unwesentlich zuwiderlaufen.
(1) § 4 Abs. 1 und 2 gilt im Naturschutzgebiet (§ 2 Abs. 1) nicht:
2. für die ordnungsmäßige landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 2 Ziff . 9 und mit der Maßgabe, daß die Verbote der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vom 19. Dezember 1980 (BGBl. I S. 2335), geändert durch die Zweite Verordnung zur Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vorn 21.März 1986 (BGBI. I S. 363) zu beachten sind;
a) § 4 Abs. 2 Ziff . 9 zu beachten ist;
b) die Verjüngung möglichst kleinflächig erfolgt;
c) die vorhandenen Laubbaumbestände erhalten bleiben und deren naturnahe Baumartenmischung gesichert und gefördert wird;
d) auf den Heideflächen keine Neu- oder Wiederaufforstungen zulässig sind;
(2) § 4 Abs. 3 und 4 und § 5 gelten im Landschaftsschutzgebiet (§ 2 Abs. 2) nicht:
für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 4 Abs. 4;
2. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 14
und 15;
4. für die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen, Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung, ausgenommen Maßnahmen gemäß § 5 Abs. 2 Ziff . 15 und 16;
7. für die Beseitigung von einzelnen abgestorbenen Obstbäumen in Streuobstbeständen, wenn als Ersatz für den alten Baum im Bestand ein junger Obstbaum (Hochstamm) gepflanzt wird;
8. für die Wiederherstellung von Seen in Absprache mit der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege.
Die Ziele der Schutz- und Pflegemaßnahmen orientieren sich am Schutzzweck.
a) entgegen § 4 Abs. 3 und 4 bzw. § 6 Abs. 2 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem Schutzzweck zuwiderlaufen;
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung »Wacholderberg - Geigerswasen« des Landratsamtes Crailsheim zum Schutz von Landschaftsteilen im Landkreis Crailsheim vom 11.Februar 1971, veröffentlicht im Hohenloher Tagblatt vom 27.Februar 1971, außer Kraft, soweit sie den Geltungsbereich dieser Verordnung betrifft. Ebenso tritt die Naturdenkmalverordnung des Landkreises Schwäbisch Hall vom 24. Oktober 1983 außer Kraft, soweit sie das Naturdenkmal »Feuchtgebiet Egerswasen« Nr. 5 / 37, veröffentlicht am 2. November 1983 im Hohenloher Tagblatt, in der Gaildorfer Rundschau und im Haller Tagblatt, betrifft.

References: § 2
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 § 24
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