Source: https://coeo-inkasso.de/de/fuer-schuldner/ihre-fragen/glossar.html
Timestamp: 2018-12-13 16:59:39+00:00

Document:
Sie haben weitere Fragen? In unserem Fachwörterverzeichnis finden Sie Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen des Inkassowesens.
Unter Forderungsabschreibung wird die vollständige oder partielle handelsrechtliche und/oder steuerrechtliche Ausbuchung einer Forderung, nachdem deren Uneinbringlichkeit festgestellt wurde, verstanden. Als Vorstufe der Forderungsabschreibung dient typischerweise die Einzelwertberichtigung, welche als Instrument der Finanzbuchhaltung das erkannte und konkrete Ausfallrisiko einer Forderung bewertet. Wesentliche Fragen bezüglich der Forderungsabschreibung sind deren ertragssteuerliche Anerkennung sowie die Korrektur möglicher Umsatzsteueranteile in der Forderung.
Als Forderungsabtretung (auch Forderungszession) wird die juristische Übertragung einer Forderung vom bisherigen Forderungsinhaber (Abtretender oder Zedent) an einen neuen Forderungsinhaber (Abtretungsempfänger oder Zessionar) bezeichnet. Die Abtretung ist in § 398 BGB geregelt und bedarf, sofern nicht zwischen den Parteien etwas anderes vereinbart war, grundsätzlich nicht der Zustimmung des Forderungsschuldners. Bestimmte Forderungen unterliegen einem gesetzlichen Abtretungsverbot.
Oft lässt sich der Wohnsitz bzw. Aufenthaltsort des Schuldners nur schwer ermitteln, was eine der größten Herausforderungen im modernen Mengeninkasso darstellt. Insbesondere bei Schuldnern älterer Forderungen sind typischerweise häufigere Wohnortwechsel zu verzeichnen. Dies bringt negative Folgen mit sich – sowohl für juristische Beitreibungsmaßnahmen (Erschwerung der Zustellung) als auch für einvernehmliche Beitreibungsmaßnahmen (Erschwerung der Erreichbarkeit). Typische Adressermittlungsmaßnahmen sind die Einwohnermeldeamtanfrage (EMA), die Nutzung öffentlicher Datenbanken (Adressdienstleister) sowie eigene Recherchen.
Ihr Gläubiger hat uns mit der Einziehung der gegen Sie erhobenen Forderung beauftragt. Wir bezeichnen ihn daher auch als Auftraggeber.
Unter Auftragnehmer ist der Lieferant in einer Vertragssituation zu verstehen.
Der eher umgangssprachliche Begriff ausgeklagte Forderung bezeichnet typischerweise eine → titulierte Forderung, manchmal auch titulierte Forderungen, wegen der mindestens einmal fruchtlos vollstreckt wurde.
Auslagen sind die im Laufe des Mahnverfahrens entstehenden Aufwendungen für Schreiben, Telefonate, Ermittlungen etc., die das Inkassounternehmen vom Gläubiger verlangt. Als Teil des Verzugsschadens sind sie gemäß §§ 280, 286 BGB vom Schuldner zu erstatten.
Inkasso, das außerhalb Deutschlands betrieben wird. Oftmals ist die rechtliche Situation im Ausland – auch innerhalb der EU – völlig anders gestaltet als die deutsche. Deshalb unterscheiden sich Inkasso und Auslandsinkasso zum Teil erheblich.
Als „betagt“ wird eine Forderung bezeichnet, die noch nicht fällig ist. Es handelt sich um einen Begriff aus dem Rechnungswesen.
Die Summe aller organisatorischen und personellen Maßnahmen, welche auf die möglichst zeitgerechte Sicherstellung der Befriedigung offener Forderungen ausgerichtet sind. Zu einem professionellen Debitorenmanagement gehören sowohl das Einräumen und Überwachen von Kreditlimiten als auch der Rechnungsdruck und -versand, das vorgerichtliche schriftliche sowie fernmündliche Mahnwesen, das gerichtliche Mahnwesen und – falls erforderlich – das Vollstreckungswesen. Maßnahmen des Debitorenmanagements können an unterschiedlichen Punkten im Prozessablauf im Rahmen eines Outsourcing ausgelagert werden. Typische Auslagerungszeitpunkte sind (a.) Nach der Sollstellung im Rechnungswesen und vor dem Rechnungsdruck, (b.) Nach der (ersten oder zweiten) kaufmännischen Mahnung oder (c.) nach der Titulierung sowie ggf. dem ersten fruchtlosen Vollstreckungsversuch.
Die eidesstattliche Versicherung ersetzt den früheren „Offenbarungseid“ und schließt typischerweise an eine völlig oder teilweise fruchtlose Zwangsvollstreckung an. Das Verfahren zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung ist in §§ 899 – 915h Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt. Mit der eidesstattlichen Versicherung wird der Schuldner zur Offenlegung seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse gezwungen. Verweigert er sich der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung, so kann das zuständige Gericht auf Antrag des Gläubigers bzw. dessen Vertreters (Inkassobüro) einen Haftbefehl zur Erzwingung der Abgabe der eidesstattlichen Versicherung erlassen. Sowohl die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung als auch der Erlass des Haftbefehls wird mit den entsprechend negativen Folgen für den täglichen Geschäftsverkehr (z. B. mit Banken, Telekommunikationsunternehmen, etc.) im öffentlichen Schuldnerverzeichnis vermerkt und unter anderem an die Schufa übermittelt.
EREIGNISGESTEUERTE INKASSOPROZESSE
Inkassoprozesse, in deren Rahmen die zu bearbeitenden Forderungen nicht in bestimmten Zeitintervallen ausgewählt werden, sondern bei denen die Bearbeitung einer Forderung durch externe, schuldnerbezogene Ereignisse sowie die Verfügbarkeit neuer, schuldnerbezogener Informationen ausgelöst wird. Typischerweise werden diese Prozesse durch Scoringverfahren unterstützt.
Unter Factoring wird der Verkauf und die Abtretung von (typischerweise betagten) Forderungen an ein darauf spezialisiertes Unternehmen verstanden. Es kann je nach Ausgestaltung sowohl ein Mittel der Liquiditätsbeschaffung als auch ein Mittel des Debitorenmanagements und des → Risikomanagements sein. Im offenen Factoring wird der Forderungsverkauf dem Forderungsschuldner unmittelbar offengelegt; im stillen Factoring erfolgt zunächst keine Offenlegung, oft wird jedoch die Offenlegung bei Verzug des Forderungsschuldners nachgeholt. Im „echten Factoring“ geht das Ausfallrisiko auf den Forderungskäufer über (Risikomanagementfunktion und Finanzierungsfunktion), während im unechten Factoring das Ausfallrisiko beim Forderungsverkäufer verbleibt (nur Finanzierungsfunktion).
Als Fälligkeit einer Forderung (oder allgemeiner: eines Anspruchs) wird der Zeitpunkt bezeichnet, zu dem diese(r) erfüllt werden muss. Ab der Fälligkeit wird die Forderung als fällige Forderung bezeichnet, davor wird sie als betagte Forderungen oder (noch) nicht fällige Forderung bezeichnet. Die allgemeinen Vorschriften zur Fälligkeit ergeben sich aus § 271 BGB, jedoch existiert eine Vielzahl von Sondervorschriften. Die Fälligkeit einer Forderung gehört zu den wesentlichen Voraussetzungen für das Vorliegen von Verzug.
Als Flatrate oder Blocktarif bezeichnet man den abgerechneten Tarif, bei dem für eine vorher festgelegte maximale Nutzungsdauer (z. B. eine Stunde oder einen Monat) ein festes Entgelt zu entrichten ist. Der Tarif wird vor der jeweiligen Nutzung angezeigt und muss bestätigt werden. Nicht entscheidend für dieses Entgelt ist somit, ob der Nutzer den jeweiligen Dienst in der gesamten festgelegten Zeit auch tatsächlich in Anspruch genommen hat.
FORDERUNGSKAUF / FORDERUNGSVERKAUF
Als Forderungskauf (-verkauf) wird der – meist gewerbliche - Erwerb (die Veräußerung) von Forderungen bezeichnet. Handelt es sich bei den verkauften Forderungen um betagte Forderungen, so spricht man typischerweise von → Factoring im traditionellen Sinne. Dieses Factoring wird von klassischen Factoringunternehmen angeboten. Ist die Forderung hingegen → überfällig bzw. befindet sich der Forderungsschuldner in Verzug, so spricht man eher von Forderungskauf als von Factoring. Die Begriffe werden jedoch manchmal auch für das jeweils andere Geschäft verwandt. Wesentliche Vorteile des Forderungskaufs sind (a.) der Risikoübergang für das endgültige Ausfallrisiko, (b.) die Liquiditätsfreisetzung und (c.) die operative Entlastung von den Aufgaben des Forderungseinzugs. Im Verhältnis zum Treuhandinkasso ergibt sich weniger Abstimmungs-, Kontroll- und Buchungsaufwand (z. B. für laufende Abrechnungen), dafür wird der Forderungskäufer jedoch nur den Zeitwert der Forderungen unter Berücksichtigung eines risikoadjustierten Zinssatzes bezahlen. Wie das Factoring kann auch der Forderungskauf grundsätzlich „echt“ bzw. „unecht“ sowie „offen“ bzw. „still“ erfolgen (siehe Factoring). Typischerweise werden überfällige Forderungen jedoch „offen“, d. h. mit Offenlegung gegenüber dem Forderungsschuldner, und „echt“, d. h. mit Übergang des endgültigen Ausfallrisikos auf den Forderungserwerber, verkauft.
Synonym des Begriffs → Debitorenmanagement, das alle organisatorischen und personellen Maßnahmen bezeichnet, welche auf die möglichst zeitgerechte Sicherstellung der Befriedigung offener Forderungen ausgerichtet sind. In Abgrenzung zum Debitorenmanagement wird unter Forderungsmanagement allerdings oft (aber nicht immer) nur der Teil des Debitorenmanagements verstanden, welcher sich mit überfälligen Forderungen beschäftigt.
Der Verkauf von Forderungen „mit allem Drum und Dran“. Eine Bezeichnung für den Verkauf von Forderungen mit Übergang des Ausfallrisikos sowie allen Nebenrechten auf den Erwerber. Siehe auch Factoring und Forderungskauf.
Gemäß § 421 BGB mehrere Schuldner, von denen jeder für sich zur Leistung verpflichtet ist, die Leistung aber insgesamt nur einmal gefordert werden kann. Der Gläubiger darf seine Schuld nach seinem Belieben bei nur jeweils einem der Schuldner oder bei allen gleichzeitig durchsetzen, jedoch darf seine Schuld nur einmal befriedigt werden. Der Gläubiger kann sich also z. B. den zahlungskräftigsten Schuldner aussuchen. Typische Gesamtschuldnerkonstellationen kommen durch Bürgschaften zustande.
Ein Gerichtsvollzieher ist zuständig für Zustellungen, Ladungen und Vollstreckungen. Er untersteht der Dienstaufsicht des Amtsgerichts. Er ist für alle Vollstreckungshandlungen zuständig, die nicht dem Gericht übertragen wurden.
Diejenige natürliche oder juristische Person, die aufgrund eines Schuldverhältnisses berechtigt ist, von einer anderen natürlichen oder juristischen Person, dem Schuldner, eine Leistung – insbesondere die Befriedigung einer Geldforderung – zu verlangen. Siehe auch §241 BGB.
Die Forderung aus dem Grundgeschäft, ohne aufgelaufene Kosten und Zinsen.
HAUPTFORDERUNG UND MAHNSPESEN
Die Hauptforderung ist die Forderung des Gläubigers gegenüber dem Schuldner, die in der Hauptsache verfolgt wird. In der Regel handelt es sich dabei um einen auf Zahlung gerichteten vertraglichen Anspruch. Mahnspesen sind unter anderem Kosten, die dem Gläubiger unmittelbar aufgrund von Mahnungen und/oder Zahlungserinnerungen entstanden sind. Auch Rücklastschriftgebühren und ähnliche Nebenforderungen können hier enthalten sein.
Als (Forderungs-)Inkasso wird allgemein der Einzug von Forderungen bezeichnet. Der gewerbliche Einzug fremder Forderungen ist nach §§ 2 Abs. 2, 10 Abs. 1 Nr. 1 Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) erlaubnispflichtig. Der geschäftsmäßige Kauf fremder Forderungen war früher aufgrund der 5. AVO zum Rechtsberatungsgesetz erlaubnispflichtig, jedoch ist die Erlaubnispflicht hierfür durch Inkrafttreten des RDG entfallen. Obwohl der Begriff Inkasso grundsätzlich sowohl den Einzug laufender Forderungen bei Fälligkeit als auch den Einzug überfälliger Forderungen einschließt, wird er im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Inkassounternehmen typischerweise nur für letztgenannte Tätigkeit verwendet. Inkassounternehmen arbeiten im sogenannten Treuhandinkasso als Agent für den Forderungsinhaber und ziehen die Forderungen entweder (a.) im eigenen Namen und für fremde Rechnung ein (die Titulierung erfolgt auf das Inkassounternehmen, welches die Forderung treuhänderisch für den Auftraggeber hält) oder (b.) im fremden Namen und für fremde Rechnung ein (die Titulierung erfolgt auf den Auftraggeber). Auch wenn nur das erste Modell ein echtes Treuhandverhältnis begründet, werden typischerweise beide Gestaltungsformen als „Treuhandinkasso“ bezeichnet. Im Fall (a.) arbeitet das Inkassounternehmen auf Grundlage einer Inkassozession. Dabei liegt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen beim Auftraggeber, das juristische Eigentum beim Inkassounternehmen. Im Fall (b.) arbeitet das Inkassounternehmen auf Grundlage einer Inkassovollmacht, das wirtschaftliche und das juristische Eigentum an den Forderungen liegt beim Auftraggeber. Inkassounternehmen erwerben im Forderungskauf Forderungen und arbeiten dann typischerweise im eigenen Namen und für eigene Rechnung ( und juristisches Eigentum beim Inkassounternehmen). Jedoch wird zur Vermeidung einer Titelumschreibung im Falle des Verkaufs titulierter Forderungen oftmals auch im Forderungskauf ein Treuhandverhältnis begründet, in dessen Rahmen der ursprüngliche Forderungsinhaber die Forderungen treuhänderisch für den Forderungserwerber hält (wirtschaftliches Eigentum beim Inkassounternehmen, juristisches Eigentum bei ursprünglichen Forderungsgläubiger). Dennoch wird in diesen letztgenannten Konstellationen nicht von Treuhandinkasso gesprochen. Zieht das Inkassounternehmen die Forderungen nicht im eigenen Namen ein, d. h. ist es nicht juristischer Eigentümer der Forderungen, ist eine Inkassovollmacht des juristischen Forderungsinhabers erforderlich, und zwar unabhängig von der Frage des wirtschaftlichen Eigentums.
Inkassounternehmen benötigen für ihre Tätigkeit eine staatliche (behördliche) Erlaubnis, die Inkassoerlaubnis. Inkassounternehmen unterliegen staatlicher Überwachung.
Die Kosten des Inkasso gliedern sich grob in externe Kosten (Gerichtsgebühren, Auskunftskosten, Gerichtsvollzieherkosten, etc.) sowie interne Kosten, d. h. Kosten der Bearbeitung wie Personal- und Sachkosten der mit dem Inkasso betrauten Abteilungen oder Personen. Die höchstrichterliche Rechtsprechung hat klar geurteilt (z. B. BGH Urteil Az. VIII ZR 299/04 vom 29.06.2005), dass Schuldner unter den Voraussetzungen des § 286 BGB (Schuldnerverzug) innerhalb bestimmter Grenzen mit externen Kosten als Verzugsschaden gem. § 280 BGB belastet werden können. Die Auslagerung der Inkassofunktion macht somit gegenüber einer Bearbeitung durch eigene Mitarbeiter auch die Umlage sonst interner Kosten auf den Schuldner – und damit auf deren Verursacher – möglich.
Inkassounternehmen sind kaufmännisch geführte Unternehmen. Sie betreiben die geschäftsmäßige Einziehung von Forderungen. Die rechtliche Grundlage dafür bildet eine treuhänderische Abtretung oder eine Inkassovollmacht. Die Grundsätze der Zusammenarbeit zwischen dem Gläubiger und dem Inkassounternehmen ergeben sich aus dem Inkassovertrag.
Vergütung, die das Inkassounternehmen vom Gläubiger für die Inkassodienstleistung verlangt. Die Höhe der Inkassovergütung orientiert sich am Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Als Teil des Verzugsschadens ist die Inkassovergütung gemäß §§ 280, 286 BGB vom Schuldner zu erstatten.
Der Inkassovertrag regelt die rechtlichen Beziehungen zwischen Gläubiger und Inkassounternehmen.
Auf Grundlage der Inkassovollmacht bevollmächtigt der juristische Eigentümer einer Forderung ein hierzu befugtes Inkassounternehmen oder eine anderweitig zum Einzug fremder Forderungen berechtigte Person, die Forderung in seinem Namen gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen. Die Inkassovollmacht ist hierbei von der Anwaltsvollmacht, welche die Prozessführung in streitigen Verfahren einschließt, abzugrenzen. Siehe auch Inkasso.
Sonderfall der Abtretung, bei dem die Forderung zum Zwecke des Einzugs an ein Inkassounternehmen abgetreten wird, dieses die Forderung jedoch auf Grundlage eines Treuhandvertrages für den ursprünglichen Gläubiger hält. Dieser bleibt wirtschaftlicher, jedoch nicht juristischer Forderungseigentümer.
Formelles Verfahren im Rahmen der Insolvenzordnung (InsO), welches dazu dient, „die Gläubiger eines Schuldners gemeinschaftlich zu befriedigen, indem das Vermögen des Schuldners verwertet […] und der Erlös verteilt wird. Dem redlichen Schuldner wird Gelegenheit gegeben, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien“ (§ 1 InsO).
JURISTISCHER FORDERUNGSEIGENTÜMER
Entweder der ursprüngliche Gläubiger der Forderung oder derjenige, auf den das Forderungseigentum aufgrund einer wirksamen Abtretung übergegangen ist. Dies gilt auch, wenn der Abtretungsempfänger die Forderung nur auf Grundlage eines Treuhandvertrages für den Auftraggeber hält, die Abtretung also im Wege der Inkassozession erfolgt ist und das wirtschaftliche Eigentum beim ursprünglichen Forderungsinhaber verbleibt. Wirtschaftliches Eigentum (Inhaber des Nutzens aus der Forderung) und juristisches Eigentum (Inhaber der Forderung selbst) können also auseinanderfallen.
Neben dem gerichtlichen Mahnverfahren ist die Klage die zweite Möglichkeit des Gläubigers, seine Forderungen gegenüber dem Schuldner gerichtlich geltend zu machen. Zur Klageerhebung kommt es, wenn der Schuldner die Forderung bestreitet oder sonstige Einwendungen erhebt. Beim Klageverfahren sind Forderungen unter 5.000,00 Euro beim Amtsgericht und Forderungen über 5.000,00 Euro beim Landgericht geltend zu machen. Zu beachten ist dabei der bei Landgerichten geltende Anwaltszwang.
KELLERFORDERUNGEN
Umgangssprachlicher Begriff für (typischerweise titulierte) Forderungen, für die während längerer Zeit wegen Unwirtschaftlichkeit oder aus anderen Gründen keine Betreibungsversuche unternommen wurden, die also „im Keller schlummern“. Manchmal synonym zu Ausgeklagten Forderungen oder Altforderungen verwendet.
KLEINTEILIGE FORDERUNGEN
Typischerweise Forderungen zwischen 25,00 und 2.500,00 Euro, gemessen an der ursprünglichen Hauptforderung.
Die Kontenpfändung erfolgt beim Schuldner über einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, der vom Gläubiger bei dem zuständigen Gericht beantragt wird. Dabei wird die Bank oder Sparkasse als Drittschuldner in Anspruch genommen, d. h. der Anspruch des Schuldners, dass sein Geld ausgezahlt wird, wird gepfändet. Eine Kontopfändung wird der SCHUFA gemeldet und berechtigt die Bank oder Sparkasse dazu, die Geschäftsverbindung zum Schuldner zu lösen. Außer dem Girokonto können bei der Bank auch alle weiteren Forderungen des Schuldners, z. B. Sparguthaben und Sparkassenbriefe, gepfändet werden.
Der Kostenerstattungsanspruch ist der Anspruch des Gläubigers gegen den Schuldner auf Ersatz der Kosten, die ihm infolge der verzögerten Zahlung des Schuldners entstanden sind (§ 280 Abs.1, Abs.2, 286 BGB). Hierunter fallen im Sinne des § 249 BGB insbesondere die Kosten der Rechtsverfolgung und damit auch solche, die dem Gläubiger infolge der Einschaltung eines Inkassounternehmens entstanden sind.
Bei der Lohnpfändung wird der Anspruch des Schuldners auf die Auszahlung seines Lohns gepfändet. Die Pfändung erfolgt über die Beantragung eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses. Die Pfändung wird mit Zustellung an den Arbeitgeber wirksam. Eine Pfändung des Arbeitseinkommens ist noch bis zu neun Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses wirksam. Wichtig kann dies werden, wenn der Schuldner ein Saisonarbeitsverhältnis hat oder durch die Unterbrechung versucht, sich seiner Gläubiger zu entledigen.
Unter Langzeitüberwachung wird üblicherweise die Inkassobearbeitung von Forderungen gegen Schuldner verstanden, gegen die zumindest ein Mal erfolglos vollstreckt wurde. Häufig löst der erste erfolglose Vollstreckungsversuch sowohl die Anwendung neuer Inkassoprozesse als auch – im Treuhandinkasso – die Anwendung abweichender Gebührenmodelle aus. Man spricht dann nach der ersten erfolglosen Vollstreckung vom "Übergang in die Langzeitüberwachung". Auch wenn der Begriff "Überwachung" einen passiven Inkassoprozess nahelegt, so zeichnet sich die erfolgreiche Langzeitüberwachung selbstverständlich durch (pro-)aktive Inkassoprozesse, z. B. im Rahmen Ereignisgesteuerter Inkassoprozesse, aus.
Mit der Mahnung fordert der Gläubiger den Schuldner zu Bezahlung einer fälligen Forderung auf. Obwohl § 286 BGB auch andere Voraussetzungen für das Vorliegen von Verzug vorsieht, ist die außergerichtliche kaufmännische Mahnung das häufigste und sicherste Instrument, um den Schuldnerverzug sicherzustellen. Da Fragen der Verzinsung und der Kostentragung an den Verzug geknüpft sind, empfiehlt es sich, mindestens eine kaufmännische Mahnung in einer Form zuzustellen, die einen eindeutigen Zustellungsnachweis ermöglicht.
Vom zuständigen Mahngericht im Rahmen des Mahnverfahrens auf Antrag eines Gläubigers oder dessen Bevollmächtigten erlassener Bescheid, der dem Forderungsschuldner zugestellt wird und diesem damit vor Erlass eines Vollstreckungsbescheides die Möglichkeit gibt, zu der Sache Stellung zu nehmen.
MAHNVERFAHREN (GERICHTLICH)
Förmliches Verfahren gemäß §§ 688ff Zivilprozessordnung (ZPO), dessen Ziel eine schnelle und kostengünstige Titulierung von unbestrittenen Forderungen ist. Das Mahnverfahren dient aus Gläubigersicht der →Titulierung seiner Forderungen und schließt typischerweise mit dem Erlass eines Vollstreckungsbescheides als Vollstreckungstitel ab. Inkassounternehmen nehmen am gerichtlichen Mahnverfahren typischerweise im vollautomatisierten Verfahren teil und können damit große Forderungsmengen hocheffizient titulieren.
Mehrwertdienste (im Bereich der Telekommunikation) sind kostenpflichtige Leistungen, die über eine Service-Rufnummer abgerufen und abgerechnet werden. Die Belastung erfolgt auf der Telefonrechnung des Anschlussinhabers. Im Einzelnen kann es sich zum Beispiel um Auskunfts- und Informationsdienste, Anzeigendienste, Mailboxleistungen, Software-Downloads, Erotik- und sonstige Internetangebote handeln.
MENGEN-/MASSENINKASSO
Die industrialisierte Bearbeitung einer großen Anzahl (>10.000) typischerweise kleiner Forderungen (zwischen 25,00 und 2.500,00 Euro) mit Hilfe weitgehend automatisierter, EDV-gestützter Prozesse. Der Erfolg im Mengeninkasso liegt in einem optimalen Gleichgewicht zwischen der Automatisierung für eine effiziente Bearbeitung und einer ausreichenden Individualisierung für ein bestmögliches Inkassoergebnis.
Der Einzug von überfälligen Forderungen aus Vermietung und Verpachtung. coeo Inkasso hat sich im Mietinkasso spezialisiert und bietet Hausverwaltungen, Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften sowie sonstigen Hauseigentümern ein eigenes Internetportal für die Übergabe von Mietforderungen zum Inkasso. Dieses Internetportal erlaubt die einfache Nacherfassung zusätzlicher Mietrückstände (unbezahlte Folgemieten), die Erfassung von Direktzahlungen nach Inkassoübergaben und die Verfahrensbeauskunftung. Zum Mietinkasso-Portal geht es hier.
Umgangssprachlich für Forderungen, deren Forderungsschuldner sich im Verzug befinden.
Abkürzung für Non-Performing Loans“, den englischsprachigen Begriff für notleidende, d. h. überfällige Darlehensforderungen. Obwohl der Begriff im Englischen tatsächlich nur überfällige Darlehensforderungen bezeichnet, wird die Abkürzung NPL im Deutschen vielfach (fälschlich) als Sammelbegriff für überfällige_Forderungen verwendet. Dies gilt insbesondere im Kontext eines Forderungskaufs, vermutlich deshalb, weil das Forderungskaufgeschäft sich in angelsächsischen Länder früher durchgesetzt hatte und teilweise nach Deutschland „importiert“ wurde.
Mit dem Begriff Outsourcing wird im geschäftlichen Kontext die Auslagerung von Teilaufgaben an einen spezialisierten Dienstleister bezeichnet. Es ist eine besondere Form des Fremdbezugs von bisher intern erbrachten Leistungen oder Teilprozessen. Als wesentliche Gründe für das Outsourcing werden typischerweise folgende genannt: (a.) Variabilisierung von Fixkosten, (b.) Nutzung von Spezialisierungsvorteilen des Dienstleisters, (c.) Nutzung von Skalenvorteilen des Dienstleisters, (d.) Reduktion der eigenen Prozesskomplexität (d. h. Fokussierung auf Kernaufgaben) sowie (e.) Vermeidung von hohen (IT-)Investitionen. Grundsätzlich ist das Outsourcing um so attraktiver, (1.) je klarer die Abgrenzung zu den anderen Geschäftsprozessen ist, (2.) je höher Spezialisierungs- und Skaleneffekte beim Dienstleister sind, (3.) je höher IT-Investitionen bei Erledigung der Aufgaben in der eigenen Organisation wären und (4.) je stärker die ausgelagerte Aufgabe regulativen oder anderen Änderungen unterworfen ist. Praktisch alle diese Punkte machen die Inkassotätigkeit zu einem idealen Outsourcingkandidaten. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Auslagerung der Inkassofunktion ist die Möglichkeit, die Kosten des Inkassos beim Schuldner als Verzugsschaden gemäß §280 BGB abzurechnen. Dieser Paragraf besagt, dass nur bei Auslagerung der Inkassofunktion eine Externalisierung und damit Umlage der Einzugskosten auf deren Verursacher ermöglicht wird (siehe Inkassokosten).
Die Pfändung ist ein Mittel der Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen gemäß §§ 804ff Zivilprozessordnung (ZPO), durch das der Gläubiger ein Pfandrecht an den gepfändeten Gegenständen erwirbt und damit deren Beschlagnahme erreicht. Unterschieden werden insbesondere die Pfändung körperlicher Sachen (§§ 808ff ZPO) durch den Gerichtsvollzieher (Sachpfändung) und die Pfändung von Geldforderungen (§§ 829ff ZPO) gegen Drittschuldner, auch Forderungspfändung genannt. Zu letzterer Kategorie gehören auch die Kontopfändung und die Gehaltspfändung.
Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB) wird auf Antrag des Gläubigers bzw. dessen Bevollmächtigten vom zuständigen Amtsgericht erlassen und bewirkt als Voraussetzung der Forderungspfändung sowohl die → Pfändung und damit Beschlagnahme der Forderung wie auch deren Überweisung an den Gläubiger zur Einziehung. Der PfÜB wendet sich typischerweise an sogenannte Drittschuldner, gegen die der Schuldner selbst Forderungen hat (z. B. aus einem Arbeitsverhältnis im Falle der Gehaltspfändung).
Die Restforderung setzt sich zusammen aus der Hauptforderung, der Inkassovergütung, den angefallenen Verzugszinsen sowie allen weiteren angefallenen Kosten und Auslagen. Zwischenzeitlich eingegangene Zahlungen werden hiervon abgezogen.
Als Risikomanagement wird die Summe aller personellen und organisatorischen Maßnahmen und Einrichtungen bezeichnet, welche auf die Erkennung, Bewertung, Erfassung und Kontrolle von Unternehmensrisiken abzielen. Im Zusammenhang mit der Inkassofunktion sowie des Forderungsverkaufs/Factorings stehen dabei insbesondere Bonitäts- und Liquiditätsrisiken im Vordergrund. Jedoch kann ein Outsourcing des Inkasso auch helfen, operative Risiken zu vermeiden.
Bei der Sachpfändung werden Bargeld, Wertpapiere und (Wert-)Gegenstände durch einen Gerichtsvollzieher gepfändet. Die gepfändeten Gegenstände und Papiere werden anschließend versteigert.
- 0137-Rufnummern (dient dem Massenverkehr zu bestimmten Zielen (z. B. Televoting) - 118xy-Auskunftsdienste (dienen der Weitergabe von Rufnummer, Name, Anschrift und zusätzlichen Angaben von Telekommunikationsnutzern, wobei die Weitervermittlung zu einer erfragten Rufnummer Bestandteil des Auskunftsdienstes sein kann.) - 0180-Shared-Cost-Dienste (bei der Inanspruchnahme von Shared-Cost-Diensten wird das für die Verbindung zu entrichtende Entgelt grundsätzlich zwischen dem Anrufer und dem Nutzer der Nummer aufgeteilt.) - 0800-Freephone-Dienste (bei der Inanspruchnahme von Freephone-Diensten fällt für den Anrufenden kein Entgelt an.) - 0900-Premium-Rate-Dienste (Dienste, bei denen durch einen Betreiber eines Telekommunikationsnetzes eine Telekommunikationsdienstleistung für die Öffentlichkeit und darüber hinaus eine weitere Dienstleistung erbracht wird, die gegenüber dem Anrufer gemeinsam mit der Telekommunikationsdienstleistung abgerechnet wird.) - (0)9009-Premium-Rate-Dienste (über Anwählprogramme erreichbar)
Diejenige natürliche oder juristische Person, die aufgrund eines Schuldverhältnisses verpflichtet ist, an eine andere natürliche oder juristische Person, den Gläubiger, eine Leistung – insbesondere die Zahlung zur Befriedigung einer Geldforderung – zu erbringen. Siehe auch § 241 BGB.
Schuldnerberatungen sind typischerweise als gemeinnützige Vereine organisiert und helfen überschuldeten Privatpersonen bei der Bewältigung ihrer Überschuldungssituation. Eine professionelle Schuldnerberatung adressiert neben den eigentlichen Schuldenproblemen oft auch Probleme auf sozialer Ebene und allgemeine Lebenskrisen, welche durch die Überschuldung ausgelöst wurden oder ihrerseits zur Überschuldung beigetragen haben.
TITULIERUNG/TITEL
Als Titulierung einer Forderung wird der Prozess bezeichnet, mit dem eine wesentliche formale Voraussetzung für die Durchführung der Zwangsvollstreckung geschaffen wird: die öffentliche Urkunde, aus der hervorgeht, welcher Schuldner welchem Gläubiger was, d. h. typischerweise welchen Geldbetrag, schuldet. Diese Urkunde, auch Schuldtitel oder kurz Titel genannt, stellt die Forderung rechtsverbindlich fest. Nach der Kennzeichnung mit der Vollstreckungsklausel gem. §§ 724 und 725 Zivilprozessordnung (ZPO) sowie der Zustellung an den Schuldner dient sie gegenüber den Vollstreckungsorganen als Nachweis der Vollstreckbarkeit der Forderung (insbesondere gegenüber Amtsgerichten für die Forderungspfändung und Gerichtsvollziehern für die Sachpfändung). Der Titel mit Vollstreckungsklausel wird auch vollstreckbare Ausfertigung genannt. Der Titel selbst bewirkt eine Verlängerung der Forderungsverjährung auf 30 Jahre und stellt sicher, dass Vollstreckungsorgane nicht mehr die Berechtigung der Forderung prüfen müssen. Typische Schuldtitel sind vollstreckbare Urteile aus streitigen Verfahren sowie der Vollstreckungsbescheid, bei dem im Übrigen eine Vollstreckungsklausel grundsätzlich nicht erforderlich ist.
Als titulierte Forderungen werden Forderungen bezeichnet, die bereits die Titulierung durchlaufen haben und über deren Existenz eine öffentliche Urkunde, der Schuldtitel, ausgefertigt wurde.
Als Treuhandinkasso wird typischerweise – in Abgrenzung zum Forderungskauf – der Einzug von Forderungen durch einen Berechtigten (z. B. Inkassounternehmen) für einen Gläubiger bezeichnet, bei dem das wirtschaftliche Eigentum an der Forderung beim ursprünglichen Gläubiger verbleibt. Erfolgt also keine Abtretung der Forderung oder ausschließlich eine Abtretung im Wege der Inkassozession, so spricht man von Treuhandinkasso. Der Begriff dient somit auch als Sammelbezeichnung für „traditionelle“ Inkassomandaten, bei denen die Forderungen nicht verkauft werden.
Als überfällige Forderung wird eine Forderung nach Eintritt deren Fälligkeit (siehe auch fällige Forderung) bezeichnet. Obwohl in Abgrenzung zur notleidenden Forderung nicht notwendig → Verzug eingetreten sein muss, werden die beiden Begriffe oft als Synonyme genutzt.
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) definiert in § 779 den Vergleich als „Vertrag, durch den der Streit oder die Ungewissheit der Parteien über ein Rechtsverhältnis im Wege des gegenseitigen Nachgebens beseitigt wird“. In der Inkassopraxis besteht nach der Titulierung zwar keine Ungewissheit über das Rechtsverhältnis, jedoch erhebliche Ungewissheit über die Fähigkeit des Schuldners, seine Verbindlichkeiten zu befriedigen. Mit dem Vergleich können unter Zugeständnissen des Gläubigers hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten (Ratenplan) und/oder der Höhe der zu zahlenden Forderungen (Abschlag) finanzielle Kräfte des Schuldners mobilisiert werden, die im Wege derZwangsvollstreckung nicht erreichbar gewesen wären.
Schuldnerverzug tritt gemäß § 286 BGB grundsätzlich mit der Mahnung des Schuldners durch den Gläubiger ein, sofern diese nach Fälligkeit der Forderung ausgesprochen wird. Verzug tritt auch ein, wenn sich Schuldner und Gläubiger im Vorfeld auf ein konkretes Datum für die Leistungserbringung geeinigt haben, der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert oder wenn er innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung keine Zahlung leistet. Ist der Schuldner ein Verbraucher, so ist er im letztgenannten Fall jedoch in der Rechnung auf die Verzugsfolgen hinzuweisen. Mit Verzug kann der Schuldner mit Kosten der Einziehung, insbesondere Inkassokosten, als Verzugsschaden gemäß § 280 BGB belastet werden.
Der Schuldner ist verpflichtet, dem Gläubiger den durch den Verzug entstehenden Schaden zu erstatten. Dies gilt auch für die zusätzlichen Kosten, die durch die Dienste eines Inkassounternehmens entstehen.
Als vollstreckbare Ausfertigung wird ein Titel bezeichnet, welcher mit der Vollstreckungsklausel gemäß §§ 724 und 725 Zivilprozessordnung versehen wurde und der nach Zustellung an den Schuldner somit zur Durchführung der Zwangsvollstreckung berechtigt.
Kurz für Zwangsvollstreckung
Öffentliche Urkunde, welche als Ergebnis des erfolgreich durchgeführten gerichtlichen Mahnverfahrens die Forderung juristisch dokumentiert und nach Zustellung an den Schuldner die Voraussetzung für die Zwangsvollstreckung schafft. Der Vollstreckungsbescheid ist eine besondere Form des Titels.
Das Vollstreckungsgericht ist das für den Schuldner zuständige Amtsgericht. Es wickelt die Pfändungen, Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen ab. Neben dem Gerichtsvollzieher ist das Vollstreckungsgericht das wichtigste Vollstreckungsorgan.
Die Vollstreckungsklausel ist ein wichtiger Bestandteil eines Vollstreckungstitels. Grundsätzlich bedarf jeder Vollstreckungstitel der Vollstreckungsklausel, damit die Zwangsvollstreckung betrieben werden kann. Ausnahmen bestehen lediglich für den Vollstreckungsbescheid, den Arrestbefehl und die einstweilige Verfügung.
Der Vollstreckungstitel ist die Voraussetzung für eine Zwangsvollstreckung. In ihm sind Parteien, Inhalt, Art und Umfang der Zwangsvollstreckung enthalten. Die wichtigsten Vollstreckungstitel sind: Vollstreckungsbescheide, Urteile (Prozessurteile, Versäumnisurteile, Anerkenntnisurteile), Prozessvergleiche sowie vollstreckbare Urkunden. Der Vollstreckungsbescheid wird im Mahnverfahren erwirkt. Dieses bietet dem Gläubiger die Möglichkeit, relativ schnell und ohne mündliche Verhandlung zu einem Vollstreckungstitel zu kommen.
WIRTSCHAFTLICHER FORDERUNGSEIGENTÜMER
Als wirtschaftlichen Forderungseigentümer bezeichnet man in Abgrenzung zum juristischen Forderungseigentümer diejenige juristische oder natürliche Person, welche Nutzen und Risiko der Forderung trägt. Dies muss nicht notwendig auch dieselbe Person sein, die juristisch das Eigentum an der Forderung hält, da der juristische Eigentümer die Forderung beispielsweise auf Grundlage eines Treuhandvertrages für den wirtschaftlichen Forderungseigentümer halten kann.
Auch Verzug.
Diejenige natürliche oder juristische Person, die eine Forderung an einen Dritten (den Zessionar) abtritt, d. h. ihr das juristische Eigentum überträgt. Auch Abtretender genannt. Siehe auch Abtretung.
Diejenige natürliche oder juristische Person, an die von einem Dritten (dem Zedenten) eine Forderung abgetreten, d. h. das juristische Eigentum übertragen wird. Auch Abtretungsempfänger genannt. Siehe auch Abtretung.
Zinsen sind die Gegenleistung für geliehenes Kapital. Für den Gläubiger sind dabei nur die Verzugszinsen von Interesse. Der Zinssatz für Verzugszinsen liegt fünf Prozentpunkte über dem jeweils gültigen Basiszinssatz. Bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, liegt der Zinssatz acht Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Dies sind aber lediglich die Mindestsätze. Sollten – z. B. durch die Zwischenfinanzierung einer Bank – höhere Zinsen beim Gläubiger anfallen, so kann er diese vom Schuldner zurückverlangen.
Die Zustellung ist gemäß § 166 Zivilprozessordnung (ZPO) die „Bekanntgabe eines Dokumentes an eine Person in der in diesem (Gesetzes-)Titel bestimmten Form. Dokumente, deren Zustellung vorgeschrieben oder vom Gericht angeordnet ist, sind von Amts wegen zuzustellen…“. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen (a.) der o. g. Zustellung von Amts wegen, welche typischerweise direkt vom Gericht durch Nutzung der Post erfolgt und (b.) der Zustellung auf Betreiben einer Partei (z. B. des Gläubigers), welche typischerweise durch den Gerichtsvollzieher erfolgt. Die erfolgte Zustellung der vollstreckbaren Ausfertigung des Titels ist Voraussetzung für die Durchführung der Zwangsvollstreckung.
Ziel der Zwangsversteigerung ist es, das Eigentum des Schuldners (bewegliche Gegenstände, Grundstücke etc.) zu veräußern und den oder die Gläubiger aus dem Erlös zu bezahlen.
Die Zwangsvollstreckung ist die mit den Machtmitteln des Staates erzwungene Befriedigung eines Anspruchs. Der Staat als Träger der Vollstreckungsgewalt stellt durch das Zwangsvollstreckungsverfahren sicher, dass die Justiz als neutraler Dritter die Grundrechte des Gläubigers und des Schuldners bei der Durchsetzung von Ansprüchen abwägt und dass das Recht nicht in eigene Hände genommen wird. Das Vollstreckungsverfahren selbst wird im 8. Buch der Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt (§§ 704 – 945 ZPO). Als Vollstreckungsmöglichkeiten sieht die ZPO grundsätzlich (a.) die Vollstreckung in das bewegliche Vermögen durch den Gerichtsvollzieher, (b.) die Forderungspfändung durch das Vollstreckungsgericht, (c.) die Abnahme der Eidesstattlichen Versicherung durch den Gerichtsvollzieher und (d.) die Vollstreckung in das unbewegliche Vermögen vor. Grundsätzlich gilt: Ist ein Anspruch tituliert, so findet keine Prüfung der Anspruchsberechtigung durch die Vollstreckungsorgane mehr statt. Die Zwangsvollstreckung kann unter Umständen vorab durch einen Arrest gesichert werden.

References: § 398
 § 271
 § 421
 §241
 BGH 
 § 286
 § 280
 § 249
 § 286
 §280
 § 241
 § 779
 § 286
 § 280
 § 166