Source: https://fl-lebensberatung.jimdo.com/probleme-mobbing-am-arbeitsplatz/mobbing-am-arbeitsplatz/
Timestamp: 2019-12-10 19:04:28+00:00

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Mobbing am Arbeitsplatz - FL-Lebensberatung - Psychosoziale Hilfe zur Bewältigung seelischer Probleme und Lebenskrisen
Wenn die Belastung am Arbeitsplatz krank macht
Psychosomatik | Psychosomatische Erkrankungen
Mobbing am Arbeitsplatz ist ein systematisches Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. [Bundesarbeitsgericht Erfurt (BAG)]
Es ist gekennzeichnet von unerwünschten Verhaltensweisen, die bezwecken oder bewirken, dass die Würde der betreffenden Person verletzt und ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird, das bei den Opfern häufig seelische Beeinträchtigungen und in der Folge auch psychosomatische Beschwerden hervorrufen kann.
Für 1,7 Millionen Beschäftigte ist Mobbing am Arbeitsplatz trauriger Alltag.
Wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe sind die Folge, denn Mobbing fördert schlechte Arbeitsergebnisse und hohe Fehlquoten.
Der Psychoterror am Arbeitsplatz bringt viele Menschen um ihre Gesundheit.
Ständige Kränkungen machen auf Dauer krank.
Fast 90 % der Gemobbten klagen während oder nach dem Mobbingprozess über psychische und physische Probleme.
Sind es anfangs noch stressbedingte Symptome wie z.B.
l Niedergeschlagenheit
l Kopfschmerzen und
l Schlafstörungen
können in der Folge ernsthafte und chronisch verlaufende Krankheiten wie z.B.
l Depressionen
Mobbing hat weitreichende negative Folgen für die Gesundheit sowie für die berufliche + private Situation der Opfer.
Regelmäßige feindselige Angriffe rufen negative Gefühle und starke Verunsicherungen bei den Betroffenen hervor, was in der Regel nicht ohne Folgen auf ihr Arbeits- und Leistungsverhalten bleiben wird.
98,7 % der deutschen Mobbingopfer geben an, dass sich Mobbing darauf auswirkt.
Am häufigsten nennen Opfer laut „Mobbing-Report“
l Demotivation (71,9 %)
l Starkes Misstrauen (67,9 %)
l Nervosität (60,9 %)
l Sozialen Rückzug (58,9 %)
l Ohnmachtsgefühle (57,7 %)
l Innere Kündigung (57,3 %)
l Leistungs- & Denkblockaden (57,0 %)
l Selbstzweifel an den eigenen Fähigkeiten (54,3 %)
l Angstzustände (53,2 %)
l Konzentrationsschwächen (51,5 %)
kann Mobbing zu Kündigung, Versetzung und Erwerbsunfähigkeit führen.
Laut „Mobbing-Report“ erkranken 43,9 % der Betroffenen wegen Mobbing, wovon fast die Hälfte davon länger als 6 Wochen krank bzw. arbeitsunfähig wird.
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) gelten beispielsweise als gesundheitliche Mobbingfolgen.
Die privaten und familiären Auswirkungen
von Mobbing auf die Betroffenen sind vielschichtig.
Zu den häufigsten Folgen gehören laut „Mobbing-Report“
l Unausgeglichenheit (23,7 %)
l Soziale Isolation (21,6 %)
l Streit in der Partnerschaft bzw. Familie (19,7 %)
l Allgemeine Belastung (16,6 %)
l Finanzielle Probleme (15,4 %)
l Antriebslosigkeit (13,9 %)
l Aggressivität (9,6 %)
l Überschattung des Privatlebens (9,6 %)
l Depressionen (9,3 %)
Die Folgen von Mobbing gehen ganz erheblich über einen bloßen Verlust von Lebensqualität des Mobbingopfers hinaus.
Sie führen oftmals zu massiven gesundheitlichen Schäden.
Hohe Mobbing-Kosten für die Gemeinschaft
Mobbing und deren Folgen verursachen auch hohe volks- und betriebswirtschaftliche Konflikt-Kosten.
Schätzungen zufolge reichen diese finanziellen Schäden weit in den zweistelligen Milliardenbereich hinein; verursacht durch z.B. Heilbehandlungen und Rehabilitationskuren oder gar Dauerarbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Frühverrentung der Betroffenen.
Auch arbeitgeberseitig entstehen durch Mobbing im Unternehmen finanzielle Belastungen.
Dazu gehören mobbingbedingte Minderleistung, hohe Fluktuation und Fehlzeiten des von Mobbing betroffenen Mitarbeiters.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) beziffert die betrieblichen Kosten eines durch Mobbing bedingten Fehltages auf 103 bis 410 Euro.
Dazu kommen die wesentlich höheren „indirekten“ Kosten:
l Direkte + indirekte Fehlerkosten
l Kosten durch direkten Leistungsverlust der beteiligten Mitarbeiter
l Kosten durch die Störung der sozialen Arbeitsgemeinschaft
l Imageverlust (Reputation) des Unternehmens
l Motivationsverlust
l Kreativitätsverlust
Mobbing – Juristisch betrachtet:
Unter Mobbing versteht man die bewusste Herabsetzung einer Person durch andere.
Einzelne Mobbing-Handlungen können zudem nach dem Strafgesetzbuch (StGB) strafbar sein, z.B. wegen
l Beleidigung (§ 185 StGB)
l Übler Nachrede (§ 186 StGB)
l Sexueller Belästigung
l Kündigung
l Versetzungen
l Abmahnungen
l Tätlichkeiten
In der Praxis am häufigsten findet sich das Mobbing am Arbeitsplatz, wobei Schikane, Intrige oder Psychoterror von Mitarbeitern/Kollegen oder dem Arbeitgeber ausgehen kann.
Bei letzterem spricht man auch von Bossing.
1.) Das Mobbing-Opfer kann gegen die Arbeitskollegen Ansprüche aus unerlaubter Handlung (§§ 823 ff. BGB) geltend machen.
2.) Gegen den Arbeitgeber besteht zusätzlich noch ein Anspruch auf Schadensersatz aufgrund einer sogenannten positiven Vertragsverletzung in Hinblick auf den dem Arbeitsverhältnis zugrundeliegenden Arbeitsvertrag.
Grund: Den Arbeitgeber treffen Fürsorgepflichten gegenüber seinen Mitarbeitern.
Er muss sie auch vor unzulässigen Übergriffen von Kollegen schützen.
Arbeitgeber stehen in der Pflicht, ihre Arbeitnehmer vor psychischer Belastung zu bewahren.
Dies ergibt sich aus Art. 1 + Art. 2 des deutschen Grundgesetzes (GG).
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, das Persönlichkeitsrecht, die Gesundheit und die Ehre des Arbeitnehmers zu schützen.
Auch aus weiteren vorhandenen gesetzlichen Bestimmungen, wie z.B. dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), ergeben sich weitere Schutz- und Handlungsmöglichkeiten.
Sobald ein Arbeitgeber von Mobbing in seinem Betrieb erfährt, muss er seinen Fürsorgepflichten nachkommen.
Er ist handlungsverpflichtet und muss eine wirksame Intervention (z.B. Mitarbeitergespräch, Weisungsrecht, Abmahnung, Kündigung, Versetzung usw.) ergreifen.
Einen mobbenden Arbeitnehmer kann er unter besonderen Umständen auch fristlos entlassen wenn z.B. (nachweisbare) Gesundheitsschäden beim Opfer eingetreten sind.
Bei Untätigkeit des Arbeitgebers oder unwirksamer Intervention kann in Deutschland das Opfer Schadensersatz auch vom Arbeitgeber verlangen.
Der Schadensersatz bezieht sich dann auf Therapiekosten, Rechtsanwaltskosten, Gerichtskosten, Gutachterkosten, Schmerzensgeld usw.
3.) Im Fall einer Erkrankung aufgrund von Mobbing-Attacken kann außerdem Schmerzensgeld beansprucht werden.
Um in einem späteren Arbeitsgerichtsprozess das Mobbing beweisen zu können, empfiehlt es sich, ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch über mindestens ein halbes Jahr zu führen, in dem Uhrzeiten und Zeugen der jeweiligen Mobbing-Situationen und/oder erfolgte Arztbesuche dokumentiert werden.
Für die Geltendmachung juristischer Ansprüche oder arbeitsrechtlicher Sanktionen sind 3 Elemente erforderlich:
1.) Konkrete Beschreibung der einzelnen Ereignisse
2.) Verzahnung dieser Ereignisse im Sinnzusammenhang Mobbing, also der adäquate Kausalzusammenhang
3.) Verletzung von Rechtsgütern des Mobbing-Opfers oder Verstoß gegen konkrete arbeitsvertragliche Verpflichtungen.
Soweit ein Mobbing-Fall ein Fall von Diskriminierung ist, und insbesondere wenn es sich um Mobbing im Zusammenhang mit Geschlecht, Religion, Behinderung, Herkunft oder sexueller Identität handelt, hat das Opfer aufgrund des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) erheblich erweiterte Rechte, z.B. bezüglich der Beweislast.
Cyber-Mobbing – Mobbing im Internet
Als Cyber-Mobbing werden verschiedene Formen der Diffamierung, Belästigung, Rufschädigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen oder Firmen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel über das Internet, in Chatrooms, beim Instant Messaging und/oder auch mittels Mobiltelefonen bezeichnet.
Dazu gehört auch der Diebstahl von (virtuellen) Identitäten, um in fremden Namen Beleidigungen auszustoßen oder Geschäfte zu tätigen.
Opfer werden durch Bloßstellung im Internet, permanente Belästigung oder durch Verbreitung falscher Behauptungen gemobbt.
Aus strafrechtlicher Hinsicht erfüllt das Internet-/Cyber-Mobbing den Tatbestand der Beleidigung gem. § 185 StGB, der üblen Nachrede im Sinne des § 186 StGB oder der Verleumdung aus § 187 StGB.
Daneben kommen auch die Straftatbestände der Nötigung im Sinne des § 240 StGB oder der Bedrohung im Sinne des § 241 StGB in Betracht.
In einigen Fällen kann im Zusammenhang mit dem Internet-/Cyber-Mobbing auch die Volksverhetzung gem. § 130 StGB oder eine strafrechtlich relevante Gewaltdarstellung, die § 131 StGB unter Strafe stellt, beobachtet werden.
Weiter gibt es Fälle, in denen die Bloßstellung unter einer Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes, die § 201 StGB sanktioniert, fällt.
Mobbing in der Schule bedeutet ein gegen Schüler gerichtetes „Gemeinsein“, Ärgern, Angreifen, Schikanieren und Sekkieren.
Die Täter bevorzugen vor allem schwächere und ängstlichere Opfer.
Der Psychologe und Mobbingforscher Olweus unterscheidet zwischen zwei Idealtypen von Mobbingopfern an Schulen, dem passiven Opfer und dem provozierenden Opfer.
Auch auf das Schulklima der Schule kann Mobbing in der Schule zurückgeführt werden.
Routenplaner/Berechnung der Anfahrts-Route zur FL-Lebensberatung + FKL-Paarberatung:

References: Art. 1
 Art. 2
 § 185
 § 186
 § 187
 § 240
 § 241
 § 130
 § 131
 § 201