Source: https://www.ris.bka.gv.at/JustizEntscheidung.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_19950822_OGH0002_0060OB00585_9500000_000&IncludeSelf=True
Timestamp: 2020-01-22 02:03:11+00:00

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RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext 6Ob585/95 - Justiz (OGH, OLG, LG, BG, OPMS, AUSL)
Rechtssatz für 1Ob389/56 1Ob44/57 8Ob2...
RS0035392
1Ob389/56; 1Ob44/57; 8Ob204/72; 1Ob28/76 (1Ob29/76); 1Ob663/79; 1Ob750/79; 1Ob543/80; 1Ob695/80; 8Ob44/82; 6Ob635/83; 1Ob25/87 (1Ob26/87); 4Ob600/88; 1Ob551/89 (1Ob552/89); 4Ob177/90; 8Ob612/93; 6Ob585/95; 9ObA17/98k; 2Ob205/98f; 2Ob233/98y; 4Ob64/99m; 1Ob120/00d; 3Ob116/01g; 9ObA95/02i; 7Ob234/01i; 7Ob95/06f; 10Ob6/19h
ZPO §1 Aa
ZPO §6
Die Parteifähigkeit ist in jeder Lage des Verfahrens zu überprüfen (außer es liegen bindende Vorentscheidungen nach § 42 Abs 3 JN vor).
1 Ob 389/56
Entscheidungstext OGH 05.03.1958 1 Ob 389/56
1 Ob 44/57
Entscheidungstext OGH 20.03.1957 1 Ob 44/57
Beisatz: Es kann jedoch nicht jede unsubstantiierte Behauptung in dieser Richtung genügen, um Nachforschungen des Gerichtes zu veranlassen. (T1) Veröff: JBl 1957,647
8 Ob 204/72
Entscheidungstext OGH 19.12.1972 8 Ob 204/72
1 Ob 28/76
Entscheidungstext OGH 19.01.1977 1 Ob 28/76
1 Ob 663/79
Entscheidungstext OGH 12.09.1979 1 Ob 663/79
Beisatz: Amtswegige Prüfung durch OGH auch dann, wenn die Vorinstanzen Parteifähigkeit bejahen. (T2)
1 Ob 750/79
Entscheidungstext OGH 28.11.1979 1 Ob 750/79
1 Ob 543/80
Entscheidungstext OGH 16.04.1980 1 Ob 543/80
Veröff: GesRZ 1981,178
1 Ob 695/80
Entscheidungstext OGH 17.09.1980 1 Ob 695/80
8 Ob 44/82
Entscheidungstext OGH 25.02.1982 8 Ob 44/82
Beisatz: Amtswegige Wahrnehmung von Vollmachstmängeln. (T3)
6 Ob 635/83
Entscheidungstext OGH 30.08.1984 6 Ob 635/83
Vgl auch; Beisatz: Hier: Prüfung durch OGH. (T4)
1 Ob 25/87
Entscheidungstext OGH 23.09.1987 1 Ob 25/87
nur: Die Parteifähigkeit ist in jeder Lage des Verfahrens zu überprüfen. (T5)
4 Ob 600/88
Entscheidungstext OGH 10.01.1989 4 Ob 600/88
nur T5; Beisatz: Vertrat das Rekursgericht die Auffassung, dass darüber noch nicht abschließend abgesprochen werden könne, damit liegt aber keine den OGH bindende übereinstimmende Bejahung einer Prozessvoraussetzung vor. (T6) Veröff: SZ 62/1 JBl 1990,33; hiezu Ballon JBl 1990,2
1 Ob 551/89
Entscheidungstext OGH 15.03.1989 1 Ob 551/89
nur T5; Veröff: SZ 62/43 = WBl 1990,83 = GesRZ 1990,153; hiezu Mahr GesRZ 1990,148
4 Ob 177/90
Entscheidungstext OGH 26.02.1991 4 Ob 177/90
nur T5; Veröff: WBl 1991,235 = SZ 64/17 = ÖBl 1991,128
8 Ob 612/93
Entscheidungstext OGH 24.02.1994 8 Ob 612/93
Auch; Beisatz: Im Zwischenstreit über die Parteifähigkeit ist diese jedoch zu unterstellen und der betreffenden Partei die Rekurslegitimation zuzubilligen. (T7)
6 Ob 585/95
Entscheidungstext OGH 22.08.1995 6 Ob 585/95
9 ObA 17/98k
Entscheidungstext OGH 11.03.1998 9 ObA 17/98k
Vgl auch; nur T5; Beisatz: Absolute Prozessvoraussetzung vom Beginn des Rechtsstreits bis zu ihrem Ende. (T8) Veröff: SZ 71/50
2 Ob 205/98f
Entscheidungstext OGH 13.08.1998 2 Ob 205/98f
4 Ob 64/99m
Entscheidungstext OGH 23.03.1999 4 Ob 64/99m
1 Ob 120/00d
Entscheidungstext OGH 29.08.2000 1 Ob 120/00d
3 Ob 116/01g
Entscheidungstext OGH 23.05.2001 3 Ob 116/01g
Auch; nur T5; Beisatz: Die Entscheidung über einen Antrag Bewilligung der Exekution zur Sicherstellung setzt Parteifähigkeit des Antragstellers voraus. (T9)
9 ObA 95/02i
Entscheidungstext OGH 22.05.2002 9 ObA 95/02i
7 Ob 234/01i
Entscheidungstext OGH 09.10.2002 7 Ob 234/01i
7 Ob 95/06f
Entscheidungstext OGH 21.06.2006 7 Ob 95/06f
10 Ob 6/19h
Entscheidungstext OGH 22.01.2019 10 Ob 6/19h
ECLI:AT:OGH0002:1958:RS0035392
JJR_19580305_OGH0002_0010OB00389_5600000_002
Rechtssatz für 1Ob103/75 1Ob28/76 (1Ob2...
RS0035327
1Ob103/75; 1Ob28/76 (1Ob29/76); 4Ob317/77; 5Ob555/81; 1Ob25/87 (1Ob26/87); 4Ob600/88; 1Ob551/89 (1Ob552/89); 8Ob14/92; 4Ob177/90; 6Ob585/95; 1Ob2405/96z; 1Ob245/00m; 7Ob234/01i; 5Ob119/04t; 5Ob18/06t; 5Ob206/07s; 2Ob217/08p; 8ObA84/10a; 9Ob35/11d; 5Ob235/12p
02.07.1975
ZPO §1 Ab
Parteifähig sind alle physischen und juristischen Personen und darüber hinaus jene Gebilde, denen die Rechtsordnung durch besondere Vorschriften die Fähigkeit, zu klagen und geklagt zu werden, verliehen hat, ohne ihnen im übrigen Rechtspersönlichkeit zuzuerkennen (JBl 1974, 101; SZ 41/132; Fasching II 109; Holzhammer, ZPR Erkenntnisverfahren 62), was zB für eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts nicht gilt (JBl 1974,101; EvBl 1962/514 ua).
1 Ob 103/75
Entscheidungstext OGH 02.07.1975 1 Ob 103/75
Veröff: SZ 48/76
Beisatz: "Wasserinteressentenschaft" (T1)
4 Ob 317/77
Entscheidungstext OGH 08.03.1977 4 Ob 317/77
5 Ob 555/81
Entscheidungstext OGH 28.04.1981 5 Ob 555/81
Auch; nur: Parteifähig sind alle physischen und juristischen Personen und darüber hinaus jene Gebilde, denen die Rechtsordnung durch besondere Vorschriften die Fähigkeit, zu klagen und geklagt zu werden, verliehen hat, ohne ihnen im übrigen Rechtspersönlichkeit zuzuerkennen (JBl 1974,101; SZ 41/132; Fasching II 109; Holzhammer, ZPR Erkenntnisverfahren 62). (T2) Veröff: SZ 54/61
Veröff: SZ 62/1 = JBl 1990,33 (dazu Ballon, JBl 1990,2)
Veröff: SZ 62/43 = GesRZ 1990,153; hiezu Mahr GesRZ 1990,148 = WBl 1990,83
Veröff: SZ 64/13 = ÖBl 1991,128 = RdW 1991,241
8 Ob 14/92
Entscheidungstext OGH 10.09.1992 8 Ob 14/92
Veröff: SZ 64/17 = RdW 1993,181 = WBl 1993,57
1 Ob 2405/96z
Entscheidungstext OGH 28.01.1997 1 Ob 2405/96z
Beisatz: Ferner Einrichtungen, denen von deren Organisationsgesetz privatrechtliche Teilrechtsfähigkeit zuerkannt wird (hier: Teilrechtsfähigkeit von Landeskrankenanstalten). (T3) Veröff: SZ 70/10
1 Ob 245/00m
Entscheidungstext OGH 28.11.2000 1 Ob 245/00m
Auch; Beisatz: Hier: Hochschule (nunmehr Universität) für angewandte Kunst. (T4)
5 Ob 119/04t
Entscheidungstext OGH 15.06.2004 5 Ob 119/04t
Auch; Beisatz: Die Parteifähigkeit der beklagten Eigentümergemeinschaft nach dem WEG kann jedenfalls dann nicht verneint werden, wenn sich der geltend gemachte Rechtsschutzanspruch wenigstens abstrakt mit den Verwaltungsagenden einer Eigentümergemeinschaft in Verbindung bringen lässt. Über die Frage der materiellen Berechtigung des Anspruchs wäre dann mit einer Sachentscheidung abzusprechen. In Ansehung der ausdrücklich geltend gemachten Haftung nach § 1319 ABGB ist dies der Fall. (T5)
5 Ob 18/06t
Entscheidungstext OGH 21.03.2006 5 Ob 18/06t
Auch; Beis ähnlich wie T5; Beisatz: Für die aktive Klagslegitimation ist maßgeblich, dass der geltend gemachte Rechtsschutzanspruch sich wenigstens abstrakt mit den Verwaltungsagenden der Eigentümergemeinschaft in Verbindung bringen lässt. (T6)
5 Ob 206/07s
Entscheidungstext OGH 08.01.2008 5 Ob 206/07s
Vgl auch; Beis wie T5; Beis wie T6; Beisatz: Hier: Parteifähigkeit der beklagten Eigentümergemeinschaft nach dem WEG. (T7); Veröff: SZ 2008/1
2 Ob 217/08p
Entscheidungstext OGH 29.04.2009 2 Ob 217/08p
Vgl auch; Beis wie T5 nur: Die Parteifähigkeit der beklagten Eigentümergemeinschaft nach dem WEG kann jedenfalls dann nicht verneint werden, wenn sich der geltend gemachte Rechtsschutzanspruch wenigstens abstrakt mit den Verwaltungsagenden einer Eigentümergemeinschaft in Verbindung bringen lässt. (T8); Veröff: SZ 2009/57
8 ObA 84/10a
Entscheidungstext OGH 22.03.2011 8 ObA 84/10a
9 Ob 35/11d
Entscheidungstext OGH 21.12.2011 9 Ob 35/11d
Vgl; Beisatz: Hier: Vorarlberger Agrargemeinschaft ohne behördlich aufgestelltes oder genehmigtes Statut. (T9)
Veröff: SZ 2011/154
5 Ob 235/12p
Entscheidungstext OGH 21.03.2013 5 Ob 235/12p
Auch; Ähnlich Beis wie T5; Vgl Beis wie T6
ECLI:AT:OGH0002:1975:RS0035327
JJR_19750702_OGH0002_0010OB00103_7500000_004
Rechtssatz für 13Os62/88 6Ob585/95 1Ob...
RS0075742
13Os62/88; 6Ob585/95; 1Ob2405/96z; 1Ob245/00m; 8ObA189/00b; 8ObA53/05k
StGB §153
UOG §2
1) Seit dem Inkrafttreten des UOG kommt auch den Instituten einer Universität eine im § 2 Abs 2 UOG inhaltlich in den Verfügungsmöglichkeiten und Verpflichtungsmöglichkeiten umschriebene, eingeschränkte (verbo: insofern) Rechtspersönlichkeit zu. 2) Im Bereich der Verbindlichkeiten findet diese Limitierung ihren Ausdruck in einer zweifachen Schranke: Diese müssen 1. der Erfüllung eines Institutszwecks dienen und 2. im Institutsvermögen Deckung finden. 3)
Die im Rahmen des Deckungsfonds namens des Instituts an einen Rechtsanwalt geleisteten Honorarzahlungen stellen rechtsgeschäftliche Verwaltungshandlungen dar, zu denen der Institutsvorstand nach außen hin generell befugt war, mag auch die zugrundeliegende Bevollmächtigung des Anwalts und damit dessen Honorierung oder auch nur dessen Honorierung allein im Einzelfall den im Gesetz oder sonstwie verankerten Verpflichtungen widersprochen haben, was den Befugnismißbrauch ausmacht. 4) Die Vertretungsmacht nach außen ist im § 2 Abs 3 UOG (in Verbindung mit § 51 Abs 2 lit g UOG) geregelt. Schon wegen des unmittelbaren Zusammenhang mit § 2 Abs 2 UOG kann nicht bezweifelt werden, daß die Regelung schlechthin auch für die Privatrechtsfähigkeit (ua auch) der Universitätsinstitute gilt. 5) Selbstverständliche Grenze der Vertretungsmacht ist die Rechtsunfähigkeit der vertretenen Person. Was der Vertretene nicht kann, kann der Vertreter auch nicht an seiner Stelle (in seinem Namen).
13 Os 62/88
Entscheidungstext OGH 27.10.1988 13 Os 62/88
nur: Seit dem Inkrafttreten des UOG kommt auch den Instituten einer Universität eine im § 2 Abs 2 UOG inhaltlich in den Verfügungsmöglichkeiten und Verpflichtungsmöglichkeiten umschriebene, eingeschränkte (verbo: insofern) Rechtspersönlichkeit zu. (T1) Beisatz: Parteifähigkeit (T2)
Vgl; Beisatz: Hier: Teilrechtsfähigkeit von Landeskrankenanstalten. (T3) Veröff: SZ 70/10
Vgl; Beisatz: Die Hochschule (nunmehr Universität) für angewandte Kunst hatte gemäß § 1 Abs 2 lit a KHSchOrgG soweit Rechtspersönlichkeit, als sie berechtigt war, durch unentgeltliche Rechtsgeschäfte Vermögen und Rechte zu erwerben und hievon im eigenen Namen zur Erfüllung ihrer Zwecke Gebrauch zu machen. Einer dieser Zwecke war gemäß § 36 Abs 1 KHSchOrgG die Veranstaltung von Ausstellungen. (T4)
8 ObA 189/00b
Entscheidungstext OGH 13.09.2001 8 ObA 189/00b
Vgl; Beisatz: Eine sachliche Beschränkung der Anstellung von Dienstnehmern durch Universitätseinrichtungen ergibt sich aus dem zur Verfügung stehenden Deckungsfonds; bei dessen Überschreiten fehlt es an der Rechtsfähigkeit; die "ultra-vires-Lehre" findet hier Anwendung. Die Geschäfte sind bei dessen Überschreiten nichtig. (T5)
8 ObA 53/05k
Entscheidungstext OGH 11.05.2006 8 ObA 53/05k
ECLI:AT:OGH0002:1988:RS0075742
JJR_19881027_OGH0002_0130OS00062_8800000_002
Entscheidungstext 6Ob585/95
6Ob585/95
Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Schobel als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Redl, Dr.Kellner, Dr.Schiemer und Dr.Prückner als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Institut für G***** der ***** Universität W*****, vertreten durch die Finanzprokuratur in Wien, wider die beklagte Partei P***** Gesellschaft mbH, ***** vertreten durch Dr.Georg Pertl, Rechtsanwalt in Klagenfurt, wegen 200.000 S sA, infolge Revisionsrekurses der beklagten Partei gegen den Beschluß des Oberlandesgerichtes Graz als Rekursgericht vom 18.April 1995, AZ 5 R 28/95 (ON 16), womit der Beschluß des Landesgerichtes Klagenfurt vom 5.Jänner 1995, GZ 27 Cg 197/94p-10, aufgehoben und diesem die Fortsetzung des gesetzmäßigen Verfahrens aufgetragen wurde, folgenden
Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei die mit 8.250 S bestimmten Kosten der Revisionsrekursbeantwortung binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
Mit der Behauptung, das klagende Universitätsinstitut habe im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit gemäß § 2 Abs 2 UOG 1975 mit der Beklagten den Werkvertrag vom 21.8.1986 betreffend die Errichtung und den Betrieb der Versuchsanlage für das Forschungsprojekt "Einfluß von müll-verfüllten Kiesabbaugruben auf das Grundwasser und Verwendung von Schlämmrückständen aus der Kieswäsche als Grundwasserschutzschicht" in B*****, sowie die Vereinbarung vom August 1990 betreffend die "Hausmüll-Deponieversuchsanlage B*****" geschlossen und die Beklagte habe sich im Zusammenhang damit im Herbst 1991 sowie am 9.3.1992 zu einer Ersatzzahlung für die 1990 vereinbarten Leistungen in Höhe von 1,200.000 S, beginnend im Jahre 1992 und zahlbar in sechs Jahresraten a 200.000 S, verpflichtet, den ersten Teilbetrag für 1992 nach Klagsführung auch bezahlt, begehrt das klagende Universitätsinstitut von der Beklagten die Zahlung von 200.000 S sA als spätestens am 31.12.1993 fällig gewordenen Teilbetrag für das Jahr 1993.
Die Beklagte erhebt (ua) sowohl den Einwand der mangelnden Parteifähigkeit des klagenden Universitätsinstitutes, welches keine juristische Person sei, als auch den Einwand der mangelnden Aktivlegitimation, weil ihr Vertragspartner die Republik Österreich gewesen sei.
Das Erstgericht wies die Klage "wegen mangelnder Parteifähigkeit der klagenden Partei" zurück. Obwohl Universitätsinstituten in den Angelegenheiten des § 2 Abs 2 UOG 1975 eine beschränkte Rechtspersönlichkeit zukomme, seien sie nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes (SZ 54/61) nicht parteifähig. Soweit die beschränkte Rechtspersönlichkeit der Universitäten und ihrer Institute nicht reiche, stünden sie für die Republik Österreich. Wie auch aus dem Werkvertrag hervorgehe, hätte die Klägerin die Republik Österreich sein sollen. Eine entsprechende Berichtigung der Parteienbezeichnung könne jedoch nicht stattfinden, weil damit ein Parteiwechsel verbunden wäre.
Das Rekursgericht hob den Beschluß des Erstgerichtes auf und trug diesem die Fortsetzung des gesetzmäßigen Verfahrens auf; es sprach aus, daß der ordentliche Revisionsrekurs zulässig sei. Ein Universitätsinstitut sei gemäß § 2 Abs 2 UOG 1975 (nunmehr: § 3 Abs 1 UOG 1993) im Rahmen der dort taxativ aufgezählten Angelegenheiten teilrechtsfähig und daher auch parteifähig. Gegenteiliges könne auch der Entscheidung SZ 54/61 nicht entnommen werden. Im vorliegenden Fall habe aber das klagende Universitätsinstitut ausdrücklich vorgebracht, daß es den Anspruch aus Verträgen ableite, welche es im Rahmen seiner Teilrechtsfähigkeit nach dem UOG 1975 mit der Beklagten geschlossen habe. Die gegenteiligen Behauptungen der Beklagten seien für die Beurteilung der Parteifähigkeit der klagenden Partei nicht entscheidend.
Der Revisionsrekurs der Beklagten ist nicht berechtigt.
Richtig ist, daß der Mangel der Parteifähigkeit in jeder Lage des Verfahrens von Amts wegen zu berücksichtigen ist (SZ 64/17 = ÖBl 1991, 128 = EvBl 1991/114 = WBl 1991, 235 = ecolex 1991, 473 - Betriebsrat mwN); abgesehen davon, daß sich aber ein solcher Mangel entgegen der Meinung des Erstgerichtes durch Verbesserung (§§ 6, 235 Abs 5 ZPO) beheben läßt, wenn dadurch ein parteifähiges Gebilde nicht erst geschaffen wird, ist er ein Prozeßhindernis und Nichtigkeitsgrund (Fucik in Rechberger, ZPO Rz 6 vor § 1 und die dort angeführte Lehre und Rechtsprechung). Parteifähig ist aber, wer rechtsfähig ist, also nicht nur jede physische und juristische Person sowie darüber hinaus ein solches Gebilde, dem die Rechtsordnung durch besondere Vorschriften die Fähigkeit zu klagen und geklagt zu werden, verliehen hat, ohne ihm im übrigen Rechtspersönlichkeit zuzuerkennen (SZ 64/17 mwN), sondern auch eine Einrichtigung, wie zB ein Universitätsinstitut (§ 2 Abs 2 UOG 1975 idF bis zur Novelle BGBl 1990/364; nunmehr § 3 Abs 1 UOG 1993), dem kraft Gesetzes eine privatrechtliche Teilrechtsfähigkeit zuerkannt worden ist (Fucik aaO Rz 5 vor § 1; Rechberger/Simotta, Zivilprozeßrecht4 Rz 177; vgl dazu auch Koziol/Welser10 I 64; Aicher in Rummel, ABGB2 Rz 6 zu § 26; Rummel, Zur Privatrechtsfähigkeit von Universitäten [1987] 17 ff und diesem folgend 13 Os 62/88). Während aber die Teilrechtsfähigkeit bewirkt, daß Rechtsgeschäfte außerhalb der gesetzlich vorgegebenen Zwecke oder solche, die den aus derartigen Geschäften erworbenen Deckungsfonds überschreiten, materiell unwirksam sind (Rummel aaO 26 f und 29 f), hat dies auf die - insofern unteilbare - Parteifähigkeit keinen Einfluß. In diesem Sinne hat auch der Verfassungsgerichtshof bereits ausgesprochen, daß aus § 2 Abs 2 UOG 1975 keineswegs abzuleiten ist, daß die Legitimation von Universitäten zur Beschwerdeführung nach Art 144 Abs 1 B-VG etwa nur im Umfang ihrer Privatrechtsfähigkeit gegeben sei (JBl 1994, 107). Während nämlich die rein prozessuale Frage der Parteifähigkeit danach zu beantworten ist, ob der Kläger oder Beklagte überhaupt in einem Prozeß als Kläger oder Beklagter aufzutreten befähigt ist (Fasching, Zivilprozeßrecht2 Rz 338), muß demgegenüber die Frage der materiellrechtlichen Sachlegitimation (der Klagslegitimation), deren Fehlen zur Klagsabweisung führt, unterschieden werden (Rechberger/Simotta aaO Rz 161). Diesen Unterschied verkennen aber sowohl die Beklagte als auch - ihr folgend - das Erstgericht.
Dem gewonnenen Ergebnis steht auch die Entscheidung SZ 54/61 nicht entgegen, hat diese doch eine Schadenersatzklage gegen ein Universitätsinstitut (eine Universitätsklinik) betroffen, gegen deren Zurückweisung sich die Klägerin nicht etwa deshalb gewendet hat, weil das Berufungsgericht die mangelnde Parteifähigkeit der beklagten Einrichtung bejaht hatte, sondern weil ihr keine Gelegenheit zur Richtigstellung der Parteibezeichnung geboten worden war. Die Möglichkeit einer Richtigstellung der Parteibezeichnung hat aber der Oberste Gerichtshof gerade im Hinblick auf die Teilrechtsfähigkeit der beklagten Einrichtung ausgeschlossen (Rummel aaO 17 FN 8).
Diese Erwägungen führen bereits zur Bestätigung des angefochtenen Beschlusses.
Der Ausspruch über die Kosten des - den Zwischenstreit über die Parteifähigkeit des klagendenUniversitätsinstitutes endgültig erledigenden - Revisionsrekursverfahrens beruht auf §§ 41, 52 Abs 1 ZPO.
E39739 06A05855
ECLI:AT:OGH0002:1995:0060OB00585.95.0822.000
JJT_19950822_OGH0002_0060OB00585_9500000_000

References: §1
 §6
 § 42
 OGH 
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 §1
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 § 1319
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 §153
 §2
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 § 51
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 § 1
 § 36
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 § 3
 § 1
 § 3
 § 1
 § 26
 § 2