Source: http://www.zahnwissen.de/lexikon_kn-kz.htm
Timestamp: 2018-05-24 19:44:22+00:00

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Zahnwissen-Lexikon Kn - Kz
Abk. von knappschaftlicher Krankenversicherung; gilt als die älteste Sozialversicherung der Welt. Der 28. Dezember 1260 ist nach Angaben des Bergwerkmuseums Rammelsberg das Gründungsdatum. Damals hatte Bischof Johann von Brakel der Bruderschaft seinen Schutz zugesagt, die zur Unterstützung kranker und verletzter Bergleute und deren Hinterbliebenen gegründet worden war. Heute (2011) ist die Knappschaft mit den Gesetzlichen Versicherungen der Bahn- und Seeleute fusioniert und für alle offen. Sie bietet eine Kranken- und Rentenversicherung.
engl.: bend bite?; von A.M. Schwarz geprägte Bezeichnung für die Schlussbissstellung der Schneidezähnen bei kleinem Interinzisalwinkel (< 140°), wie diese z.B. bei Zahnfachvorstand (bialveoläre Protrusion) oder bei einer Pseudoprotrusion (Grundebenenbasiswinkel > 25°) vorkommt.
engl.: grinding; unbewusst ablaufender Kontakt (Aneinandereiben) der Unterkiefer- an den Oberkieferzähnen, häufig verbunden mit einem Spannungskopfschmerz und Muskelverspannungen im Nackenbereich. Weltweite Studien besagen, dass bis zu 70% aller Menschen Zeichen funktionaler Störungen aufweisen und davon etwa 15% krankhafte Befunde entwickeln. Nach Angaben der BZÄK (2011) knirschen in D etwa 8-15 Prozent der Frauen und 3-10 Prozent der Männer. Besonders häufig ist die Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen von diesem Krankheitsbild betroffen.
K. tritt meist nachts in der sog. rem-Schlafphase (engl. rapid eye movement) auf und wird vermehrt als Folge von "intellektuellem Stress" angesehen.
Direkte Kontakte zwischen Zähnen des Ober- und Unterkiefers sind normalerweise auf den Kau- und Schluckakt beschränkt; beim Kauen (~ 40 Min/Tag) sind die Kräfte etwa bei 20-30 Newton; die Kaumuskulatur hat somit lange Erholungszeiten zur Verfügung. Bei K. sind diese Belastungen wesentlich höher und können bis zu 950 Newton betragen. Dies kann bei längerem Anhalten zu schweren Schädigungen des Zahnhalteapparates, zu erheblichem Materialverlust der Zahnkauflächen ( Abrasion), keilförmigen Defekten, übermäßiger Abnutzung u. Beschädigung von Zahnersatz und zu Kiefergelenkserkrankungen führen.
Die Ursachen für das K. sind wissenschaftlich bisher (2008) nur ungenügend erforscht - Einigkeit besteht darin, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt; eine Stresskomponente und/oder ein gestörter Zusammenbiss ("okklusale Disharmonie") der Zahnreihen werden als die Hauptauslöser angesehen, andere psychische Problembilder (z.B. eine krankhafte Aggressionsunterdrückung) für wahrscheinlich gehalten - hier sollte auch die eigentliche Behandlung ansetzen (z.B. eine Antistresstherapie, Erzielung eines ungestörten Zusammenbisses usw.). K. von Kindern ist dagegen eher als normal anzusehen. Bedingt durch die vielen (Erst-)Eindrücke und dem stattfindenden Verarbeitungsprozess kann es bis zum Zahnwechsel/Pubertät zu derartigen Parafunktionen kommen.
Patienten, die nach eigenen Angaben sowohl nachts als auch tagsüber knirschen, haben ein deutlich höheres Risiko orofaziale Schmerzen zu entwickeln, als Patienten ohne diese Angewohnheit. Auch das Kauen von Fingernägeln erhöht das relative Risiko.
Erste Hilfe bieten aus Kunststoff gefertigte okklusions-adaptierte Schienen (sog. Knirscherschiene, engl.: biteguard), die die Zähne und das Kiefergelenk entlasten und so die Beschwerden mildern, die eigentlichen Ursachen aber nicht beseitigen.
Abrasionsgebiss, Aufbiss-Schiene, Bitestrip, Bruxismus, Kaukraft, Károlyi Effekt, NTI-TSS, Parafunktion, Reflexschiene, Ruheposition, Trismus
Knirscherschiene, engl.: biteguard, Knirschen
Os, Knochengewebe, Bein, engl.: bone; Oberbegriff für das harte Stützgewebe bei Wirbeltieren; in seiner Gesamtheit auch als Skelett bezeichnet. Dem menschlichen Skelett werden ca. 206 Knochen zugeordnet; ihre Form und Größe schwankt dabei erheblich. 10 Jahre nach Beendigung des K.-Wachstums hat die Knochenmasse beim Menschen ihr höchstes Niveau, um bis zum 80. Lebensjahr auf die Hälfte zu sinken. Umgeben ist der Knochen von einer Knochenhaut: Periost.
Im Knochenskelett findet ein ständiger Aufbau, Abbau und Umbau statt, bewirkt durch eine koordinierte Aktion von Osteoklasten (Abbauer) und Osteoblasten (Knochenbildungszellen). Täglich werden 07% des menschl. Skeletts durch neuen (gesunden) Knochen ersetzt - alle 142 Tage wird so das gesamte Skelett erneuert.
Knochendefekt, Knochendichte, Knochenersatzmaterialien, Knochenregeneration, Knochenmark, Osteolyse (Knochenauflösung), Ostitis (Knochenentzündung)
Knochenabbau, engl. bone loss; Alveolarkammatrophie, Osteolyse
Knochenbolzung
engl.: bone bolting; chirurgische Maßnahme zum Unterbinden einer (arteriellen) Blutung aus Knochengefäßen. Mit einem speziellen, stumpfen meißelförmigen Instrument (Punze) werden die das Blutgefäß umgebenden Knochenbälkchen zum blutenden Gefäß hin kondensiert; es erfolgt so ein mechanischer Verschluss des Gefäßes. Andere Methoden verwenden (allein oder zusätzlich) zur Blutstillung Knochenersatzmaterialien oder spez. synthetische "Knochenwachse" (Zus.: raffiniertes weißes Bienenwachs 80 %, Isopropyl palmitate 20 %).
Knochendefektfüllung ; engl.: bone crater o. defect (filling); fehlender Knochen aufgrund versch. Ursachen:
Entzündungen: z.B.: Parodontitis marginalis (sog. Knochentasche; s. Abb.)
chirurgischen Eingriffen: z.B. Extraktionen, Osteotomien
traumatische Ereignisse: z.B. Kieferbruch
gut- oder bösartige Tumore: z.B. Zysten, Karzinome
angeboren: z.B. Gaumen- und Kieferspalten
Während viele der K. nach chirurgischen Eingriffen und traumatischen Ereignissen von allein ausheilen, wird bei anderen Defekten - je nach Umfang - eine Knochendefektfüllung erforderlich. Hierbei sind versch. Vorgehensweisen möglich:
Gelantine- oder Thrombinschwämmchen - mit oder ohne in Eigenblut getränkt ("Eigenblutfüllung") - bei anschließend dichten Wundverschluss
Einsatz von Membranen (hauptsächlich in der Parodontalchirurgie, Gesteuerte Knochenregeneration)
synthetischen Knochenersatzmaterialien (z.B. Tricalciumphosphat-Granulat)
versch. Techniken der Augmentation mit Knochenersatzmaterialien unterschiedlicher Herkunft (Eigenknochen, Fremdknochen usw.)
Knochenheilung, Wundheilung
Knochendefekt und Ausheilung nach einem Jahr
engl.: bone sensity; meist durch Röntgenstrahlen mittels Computertomopgraphen, auf dem Prinzip der Photonenabsorption oder mittels Ultraschall (Ultraschall-Transmissionsgeschwindigkeit ,UTG) beruhende Messverfahren (sog. Knochendichtemessung oder Osteodensitometrie); in der ZHK vor allem Bedeutung zur Bestimmung der Qualität des Implantatlagers.
Die K. wird wissenschaftlich in Hounsfield-Einheiten (HE = Hounsfield Units, HU) angegeben: 500 HU stellen eine mittlere Knochendichte dar, während 2.100 HU typische Messwerte für dichten Knochen sind.
Eine mehr praktische Einteilung kennt vier Dichteklassen und orientiert sich dabei am Bohrgefühl:
D1 = Eiche
D2 = Buche
D3 = Balsaholz
D4 = Styropor
Lekholm und Zarb (1985) unterteilen die Knochenqualitäten ebenfalls in vier Klassen (D1–D4):
D1: fast ausschließlich kompakte Knochensubstanz
D2: dichte Spongiosa, umgeben von breiter Kortikalis
D3: dichte Spongiosa, umgeben von dünner Kortikalis
D4: lockere Spongiosa, umgeben von dünner Kortikalis
Knochendichten nach D1 und D2 werden überwiegend im Unterkiefer, D3 und D4 überwiegend im Oberkiefer angetroffen. Zusätzlich ist für die Festigkeit des Knochens auch noch der trabekuläre Aufbau des Kollagengerüstes von Bedeutung, welcher in den D-Klassifizierungen nicht berücksichtigt ist.
Knochendichtemessung mittels DVT
künstlicher Knochen, Knochentransplantat, engl.: bone substitutes, bone augmentation materials, artifical bone, bone-forming materials; K. dienen primär zur Stabilisierung des Blutkoagulums, als Platzhalter für einwachsende Gefäße und als Leitstruktur für den sich neu bildenden Knochen. Darüber hinaus sollte es zu keiner Entzündung oder Infektion führen und bis zur Knochenregeneration volumenstabil sein.
Komplikationen bei der Gewinnung körpereigenem Knochens, die begrenzte Verfügbarkeit und die Schwere des körperlichen Eingriffs förderten und fördern die Entwicklung einer Vielzahl von K. zur Minimierung dieser Risiken. Einsatz in der ZHK für Augmentationen, Auffüllung von Knochendefekten (z.B. Ausschälung großer Zysten), dem Sinuslifting, in der Implantologie und Parodontologie ( parodontale Regeneration).
In der Medizin bezeichnet man das operative Einbringen von lebenden Organteilen in den Körper als Transplantation, das von künstlich geschaffenen, die jeweilige Organfunktion nachahmenden Gebilden, als Implantation.
Beim Transplantieren heilt der verpflanzte Knochen selten direkt ein; vielmehr regt er die körpereigene Knochenneubildung als "Gerüst" an und wird nach einiger Zeit (ca. 1 Jahr) durch körpereigenen Knochen ersetzt. Entscheidend ist deshalb eine möglichst poröse Struktur des Ersatzes, damit eine gute Durchwachsung mit körpereigenem Knochen stattfinden kann.
Im Gegensatz dazu beschleunigen Konzentrate knochenbildender Wachstumsfaktoren ( BMP- u. PRP-Verfahren) die körpereigene Knochenneubildung
Grobe Unterteilung in (wobei die ersten 3 Gruppen auch als Knochentransplantate (bone grafts) bezeichnet werden; siehe auch unter Transplantat):
autogene, autologe Materialien
diese entstammen dem eigenen Körper, haben die größte Potenz und gelten bei den K. als das Optimum. Gewinnung in der ZHK aus dem Tuber maxillae bzw. der Linea obliqua (Kieferwinkel, Retromolarenbereich), der Kinnregion oder aus dem Beckenkamm ( Knochenspan), einer Rippe oder dem Schienenbein. Gewinnung in erforderliche Menge manchmal aufwendig (größere chirurgische Eingriffe, stationärer Aufenthalt) und mit gewissen Problemen behaftet, besonders dann, wenn er aus mundfernen Regionen (z.B. Beckenkamm) stammt: Je nach Verfassung des Patienten kann der Eingriff in Vollnarkose zu Komplikationen führen. Bevorzugt wird spongiöser Knochen ohne Kompakta ("Spongosiatransplantat"), da dieser wegen seiner aufgelockerten Struktur besser einheilt als mit Kompakta versehener Knochen.
Autologer Knochen bedingt meist ein zweites Operationsgebiet; Sensitivitäts- und Wundheilungsstörungen können dadurch auftreten. Weiter ist neben den möglichen resorptiven Eigenschaften eines autologen Transplantates bei älteren Patienten ein ausreichendes Knochenangebot und eventuell die Qualität des Knochens nicht zufrieden stellend.
Die beste Akzeptanz bei Patienten hat die Entnahme von autologen Knochenblöcken aus dem Retromolarenbereich; bei einer Entnahme aus dem Kinnbereich sollte eine Aufklärung derart erfolgen, dass Sensibilitätsstörungen und Profilveränderungen in der Spenderregion auftreten können.
allogene / homologe Materialien ("Allografts")
diese stammen - einer Blutkonserve ähnlich - von menschlichen Spendern, sie sind speziell konservierend behandelt ; z.B. Grafton®. Immunologische Reaktionen und die Gefahr einer Hepatitis- oder HIV-Infektion können auftreten. Das Einwachsen dieser derart behandelten homologen Knochenstückchen ist besser als bei unbehandeltem homologen Knochen, jedoch schlechter als bei autologen Fragmenten. Bankknochen
-- tierischen Ursprungs; seit Bekannt werden der bovinen spongiformen Enzephalopatie (BSE) nicht unumstritten; bekannter Vertreter Bio-Oss™ ; bovin, Kieler Knochenspan
-- pflanzlichen Ursprungs, z.B. auf Algenbasis; Algipore®
synthetische (alloplastische) Materialien, engl.: synthetically manufactured bone augmentation materials:
Hauptsächlich Verwendung von Sinterkeramiken wie Hydroxylapatit und Tricalciumphosphat. Derartige Materialien werden maximal 1 cm von körpereigenem Knochen durchwachsen, da die Gefäßversorgung (Vaskularisierung) nicht tiefer reicht. Der positive Effekt kalziumhaltiger Knochenersatzmaterialien auf die parodontale Heilung beruht anscheinend auf der Vergrößerung der Wundfläche.
Eine bessere Osteoinduktivität als Sinterkeramiken sollen die hochporösen, nanokristallinen Siliziumoxid-(SiO2)-Xerogel-Matrizes aufweisen.
Kompakte Aluminiumoxidkeramik wurde erfolgreich im Bereich der Unterkiefer und am Kiefergelenk sowie für Augmentierungszwecke eingesetzt.
Viel versprechend für die Zukunft erscheinen poröse Materialien aus reinem Kohlenstoff, in die das Gewebe hineinwachsen kann. Was Granulate betrifft, sollten nach Ansicht einiger Wissenschafter nur solche in Betracht gezogen werden, mit denen die originale Knochenstruktur im Sinne des "Remodelling" wiederhergestellt werden kann. Das vollständig absorbierbare ß-Tricalciumphosphat (bekannter Vertreter: Cerasorb™) erreicht dieses Ziel. Die Ergebnisse sind weiter verbesserungsfähig, wenn das Material mit autologem plättchenreichem Plasma vermischt wird. Damit ist es möglich, auch ausgedehnte Kieferknochendefekte zu beseitigen und die originale Knochenstruktur wiederherzustellen.
Menschliche, knochenbildende Zellen (Osteoblasten) zeigen auf Knochenersatzmaterialien unterschiedliche Reaktionen. Das dichteste Zellwachstum erzielte PepGen P-15 (ein bei hoher Temperatur hergestelltes bovines Hydroxylapatit mit einem zusätzlichen synthetischen Peptid), im Gegensatz zu BioOss, für das die geringste Proliferationsrate gemessen wurde.
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Knochenersatzmaterialien und periimplantärer Knochen (ZWP, 2017)
Bone Splitting und Bone Spreading als minimalinvasives Verfahren (ZWP, 2012)
http://edoc.hu-berlin.de/habilitationen/soost-frank-2001-03-06/HTML/chapter4.html
Knochenzylinders
zur Gewinnung von autologem Knochen
Ersatz eines großen, tumorbedingten Knochendefekts.
mathysmedical
Knochenfissur , Knochenriss, Haarbruch, engl.: hair-line fracture, bone crack; Infraktur
Lindemann Fräse, engl.: bone burr, Lindemann's burr; verschieden ausgeformte (rund, oval, spitz) Fräsen zur maschinellen Bearbeitung von Knochen. Typisch ist die sog. "Schwertschliffverzahnung" ( Bohrer). K. lösten den früher gebräuchlichen Knochenmeißel (bone chisel) bei den meisten Eingriffen am Knochen ab.
Lindemann Fräse, Osteotomie, Piezochirurgie
Knochenabtragung, engl.: bone shaving or smoothing; chirurgische Glättung der Knochenoberfläche bzw. Entfernung von knöchernen Spitzen und Graten, wie diese z.B. nach einer Extraktion am Rand des Alveolarfachs auftreten können; meist mit großen Rosenbohrern durchgeführt.
Knochenhämangiom - intraossäres Hämangiom ; Hämangiom
Knochenhaut ; engl.: periosteum; Periost
Knocheneinheilung, Knochenregeneration, engl.: bone o. bony union; komplexe biomechanische Wiederherstellungsvorgänge am defekten Knochen, in mehreren Phasen ablaufend. Dabei können u.a. sowohl Fehl- wie auch Überbelastungen, mangelnde Blutversorgung, Infektionen und altersbedingte Gegebenheiten zu einer verzögerten oder sogar Fehlheilung (Pseudarthrose) führen. Dabei scheint die initiale Knochenheilung maßgebend für den weiteren Heilungsverlauf einer Fraktur zu sein.
Nach einer Extraktion hat der Kieferkamm einen mittleren Verlust der horizontalen Breite von 3,8 mm und einen mittleren vertikale Verlust in der Höhe von 1,24 mm innerhalb von 6 Monaten nach Zahnextraktion.
Bei Knochenbrüchen Unterscheidung - je nach Art und medizinischer Versorgung - in primäre (auch: „direkte Knochenheilung“; Zusammenwachsen durch Anlagerung von neugebildetem Knochengewebe ohne äußere Kallusbildung) und sekundäre (unter Bildung von Faserknorpel, der mit der Zeit durch aktivierte Osteoblasten verknöchert und sich wieder abbaut (remodeling)) K.. Osteosynthese
Die klassische K. in der ZHK ist der Zustand nach einer Zahnextraktion. Hier laufen andere Vorgänge ab, da hierbei ein Knochendefekt (leere Alveole) wieder aufgefüllt werden muss: Wundheilung
Bei der Knochen-Einheilung eines Transplantats erfolgt die K. mittels Integration des überpflanzten Gewebes ( Knochenersatzmaterialien) im chirurgisch vorbereitenden Knochenlager: Einwachsen von Gefäßsprossen und knochenbildenden Zellen; das Implantat dient somit quasi als "Gerüst" für den neu sich bildenden Knochen.
Zur Einheilung von Implantaten: Osseointegration, Peripilastrium
Knochenfraß, Knochennekrose, Knochenescherung, rarefizierende Ostitis, engl.: bone caries; eitrige oder granulomatöse Ostitis als Folge einer Knochentuberkulose oder Syphilis; Zahnkaries
"Knochenfundament", Knochenqualität, in der ZHK im Sinne von Implantatlager o. Implantatbett bzw. Transplantationsbett gebraucht, engl.: bone bed or (implant) bone supporting area; der Bereich des (Kiefer-)Knochens, in welchen ein Implantat inseriert wird. Dabei orientieren sich Erfolge/Misserfolge ( Osseointegration) stark an der Knochenstärke, - dichte, -struktur und -vitalität; insofern ist eine präoperative Analyse dieser Faktoren unabdingbar. Neu (2007) ist hierfür die Bestimmung der Dichte des Knochens mittels Ultraschall bzw. DVT (2009). Denn die Ausbreitung von Ultraschallwellen im Knochengewebe hängt von dessen Dichte ab: Je stabiler der Knochen, desto schneller durchdringen ihn die Wellen ( http://www.degum.de/).
Implantat, Knochendichte, Knochenersatzmaterialien, Knochenheilung, Peripilastrium, Transplantat
Moderne Knochenmaterialien in der Implantologie
engl.: (cranial) bone conduction; Weiterleitung des Schalls auf direktem (knöchernen) Weg zum Gehörorgan. Diese Tatsache ist mit dafür verantwortlich, dass sich künstliche Schallquellen (z.B. Musik) zur Ablenkung von "Bohrgeräuschen" in der ZHK als weitgehend wirkungslos erwiesen haben.
medulla ossium, engl.: bone marrow; reich an Zellen und Blutgefäßen bestehendes Gewebe, welches das Knocheninnere (Spongiosa) ausfüllt. Unterteilung in Blutmark (rotes K.) und Fettmark. Vorkommen des K. in Röhrenknochen, Rippen, Brustbein, Schulterblättern, Schädeldachknochen, Hand- u. Fußwurzelknochen
Knochen, Osteomyelitis
Knochenmeißel ; Osteotomie
Knochenplastik ; Osteoplastik
Knochenregeneration , gesteuerte; Guided bone regeneration, GBR
Knochensauger
Knochenspanabsauger, engl.: bone collector, bone grafter, bone scraper (designed for dental implant surgery); Schlagwortbez. für versch. konstruierte Geräte zur chirurgischen Absaugung von Knochenspänchen ("Knochenchips") während des Bohrvorgangs beim Setzen eines Implantats. Derartige Knochenteile können, wenn sie fachgerecht abgesaugt werden, zum Auffüllen an anderer Stelle (z.B. zum Auffüllen des Implantatlagers bei der Sinusbodenaugmentation) eingesetzt werden.
Knochensequester ; engl.: bone sequestrum; Sequester
Spanplastik, Blocktransplantat, engl.: bone chip o. graft; meist körpereigenes (selten tierisches) i.d.R. aus dem Beckenkamm oder der Kinnspitze stammendes Knochenstückchen zum Auffüllen von Knochendefekten oder Aufbauen von Knochen ( Augmentation). Dabei dient das verpflanzte Stückchen als "Trägerschiene" für neue, vom Körper selbst gebildete Knochenstrukturen.
Abb.: Präparation eines Knochenzylinders zur Gewinnung von autologem Knochen
Knochenersatzmaterialien, Knochenheilung, Knochensauger
Szintigraphie von Szintillation (lat.) = Flackern, Aufblitzen, Funkeln, nuklearmedizinische Untersuchung, engl.: bone scintigraphy; bildgebendes Verfahren, in dem Radionuklide (Isotope vom Typ Jod-131 (J-131 T½ = 8 Tage); Technetium-99 (Tc-99 T½ = 6 Std); Thallium-201 (Th-201 T½ = 73 Std); Xenon-133 (Xe-133 T½ = 5,3 Tage) in den Körper eingebracht werden, dort zerfallen und schwach radioaktive Strahlung (Gamma-Strahlung) aussenden. Die S. liefert Bilder über den Aktivitätszustand verschiedener Gewebe. Weil in einem entzündetem Gebiet der Stoffwechsel und damit die Durchblutung schneller abläuft, kommt es zu einer für die Entzündung typischen Verteilung der Strahlung. So lassen sich Entzündungsherde exakt lokalisieren,
Die Aktivitätsverteilung (räumliche Verteilungsdichte der aus dem Körper austretenden Gamma-Strahlung) wird als Bild im sog. Szintigramm (s. Abb.) dargestellt. Die Registrierung der Gamma-Strahlung erfolgt entweder durch einen Scanner oder mit einer Gammakamera.
So lassen sich Funktionsvorgänge (z.B. Zell-Aktivitäten) besonders gut darstellen (der Knochen "strahlt" entsprechend). In der ZHK Einsatz bei Erkrankungen wie Osteomyelitis oder Nachweis bzw. Ausschluss von Metastasen bei Tumorerkrankungen; u.U. auch bei Verdacht auf frische Knochenbrüche, wenn der Befund des Röntgenbilds fraglich war.
Bis auf die Jod-131-Szintigraphie ist die Strahlenbelastung - bedingt durch Isotope mit kleinen Halbwertzeiten (T½) - gering.
infraalveoläre o. intraossäre K., engl.: intraosseous pocket; bedingt durch Knochenabbau der Alveole in seitlicher Richtung ("Seitenabbau", "Vertikalatrophie") bei einer fortgeschrittenen Parodontitis ( Parodontitis marginalis profunda). Unterschieden werden ein-, zwei- und dreiwandige Taschen*), deren Darstellung allerdings röntgenologisch nicht immer möglich ist. Nach gründlicher Säuberung der Taschen und Reinigung des Wurzelzements ( Parodontalbehandlung) erfolgt eine Auffüllen der K. mit Knochenersatzmaterialien mit evtl. zusätzlicher chirurg. Knochenmodellation der K.-Ränder. In schweren Fällen kann bei mehrwurzligen Zähnen eine Hemisektion zum Erhalt eines Teiles vom Zahn versucht werden.
*) dem dem Begriff "-wandige" liegt folgende Systematik zugrunde:
Wie bei einem Raum gibt es vier Wände. Nicht als Wand zählen Zahnwurzeln, oder wo kein Knochen mehr vorhanden ist. Bei dem Begriff "zweiwandig" (nebenstehende Abb. o.) ist die K. begrenzt nach mesial (vorn) und distal (hinten) jeweils durch eine Zahnwurzel, nach bukkal (links) und lingual (rechts) jeweils von Knochen.
Biomarker, Hemisektion, Höhenabbau, Knochendefekt, Kürettage, Parodontalchirurgie, Zahnfleischtasche
Knochentransplantat , Knochenverpflanzung, engl.: bone graft; Knochenersatzmaterialien
Kieferzyste, engl.:(jaw) bone cyst; glattwandige, flüssigkeitgefüllte Hohlraumbildung ohne die "klassische" Epithelauskleidung, meist im vorderen Teil des Unterkiefers, von unbekannter Genese. Neben den versch. Zystenarten ( Zyste) werden in der ZHK unter K. meist die isolierte, nicht von den Zähnen ausgehende solitäre Knochenzyste (solitary bone cyst (SBC)) verstanden. Diese ist bei Kindern die dritthäufigste tumoröse Knochenläsion nach dem nicht ossifizierenden Knochenfibrom und den Osteochondromen.
Ruschanker, Scheu-Anker, Tropfenklammer, engl.: retentiv anchor; der Bonyhárd-Klammer ähnliche Drahtklammer mit einem kugelig verdickten Ende, welches aber nicht an der Zahnfläche anliegt, sondern interdental zwischen zwei Zähnen unter der Infrawölbung angreift. Gebräuchlich in der Kieferorthopädie ( Aktive Platte, hier auch unter dem Namen Knopfklammer bekant) und bei Provisorien als Halteelement.
einfaches Provisorium mit zwei K. als Haltevorrichtung
Knopfnaht , engl.: button suture ; Naht
engl.: bulb-headed or bulbous probe, olive probe; stabförmige Sonde unterschiedlichen Durchmessers mit endständigen Verdickungen ("Knöpfen") zum stumpfen sondieren von empfindlichen Gewebsteilen (z.B. Mund-Antrum-Verbindung)
Knopfzähne, engl.: (gold) button teeth; Goldknopfzähne
Blutkoagulum, Koagel, Blutgerinsel, "Blutpfropf", "Blutkuchen", engl.: coagulum or (blood) clot; Endprodukt einer Blutgerinnung, welche nach einer Verletzung und einer reflektorischen Gefäßverengung (Hämostase) erfolgt: Thrombozyten haften sich an freiliegenden Kollagenfasern der Umgebung an. Sie werden aktiviert, verändern dabei ihre Morphologie und setzen Substanzen wie ADP, Thromboxan A2, plättchenaktivierenden Faktor, Serotonin, Katecholamine , Plättchenfaktor 4 und b-Thromboglobulin frei. Dies führt zu einer irreversiblen Verklumpung (Aggregation) der Thrombozyten, welche als zelluläres Koagulum bezeichnet wird. Am Ende dieses komplexen Vorgangs wird Fibrin gebildet, welches das K. primär stabilisiert. Dieses Fibrinnetz bildet zusammen mit sich darin verfangenden Erythrozyten und Thrombozyten den endgültigen gemischten Thrombus, der im Laufe der Zeit mit Endothel überzogen wird und somit zu einem dauerhaften Verschluss der Wunde führt.
Bei der Wundheilung nach zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen kommt der Unversehrtheit des K. eine entscheidende Bedeutung zu
Extraktion, Knochenheilung, Wundheilung, Wundinfektion
Kochsalz , physiologische Kochsalzlösung, engl.: salt, physiological saline solution ; Natriumchlorid
Kochsalzfluoridierung , engl.: salt fluoridation, fluoridation of table salt; Salzfluoridierung
Kodein , Codein
Spanngummi, engl.: dental or rubber dam; hauptsächlich in der Endodontie und beim Legen von Füllungen angewandtes Hilfsmittel aus dünnen Latexgummi (um allergischen Reaktionen in Zusammenhang mit Latexprodukten entgegenzuwirken, sind auch puder- und latexfreie Produkte auf dem Markt erhältlich), welches den zu behandelnden Zahn von seiner Umgebung und damit von den in der Mundhöhle vorhandenen Bakterien und Feuchtigkeit isoliert ( absolutes Trockenlegen). 1864 von Barnum unter der Bez. "Cofferdam" in die ZHK eingeführt. Dieser Name soll sich vom holländischen "Coffern" = "hermetisch abdichtbare Kammern im Inneren eines Schiffes" ableiten. Mit Aufkommen der Absauganlagen in den 60er Jahren des letzten Jhds verlor der K. an Bedeutung in der täglichen Praxis, wird aber heute wieder vermehrt als unabdingbar gefordert (s.u.).
K. wird über einzelne Zähne oder Zahngruppen gespannt und durch entsprechende Klammern ("Kofferdamklammer") oder Fäden (Ligaturen) entlang des Zahnfleischrandes gehalten; alternativ existieren noch Wetjets (eine Art Zahnseide auf Kofferdam-Basis) u. Interdentalkeile als Befestigung. Durch vorher individuell angefertigte Löcher (mittels Lochzange) ragt die Zahnkrone aus dem K. heraus und erlaubt so eine saubere und trockene Behandlung - ohne Zutritt von Blut und Speichel - des entsprechenden Zahnes.
Die routinemäßige Anwendung in der zahnärztlichen Praxis hat sich wegen seiner "umständlichen" und für einen Ungeübten aufwendigen Handhabung und Patientenvorbehalten (z.B. ist eine Kommunikation nur stark eingeschränkt möglich, der Pat. fühlt sich eingeengt) nicht durchsetzen können - unter Endodontologen ist die Einschätzung allerdings einhellig: Der Kofferdam ist unverzichtbar, er ist eine "conditio sine qua non" bzw. der "Sicherheitsgurt des Endodontologen"; dies aus drei Gründen:
1. Sicherheit (50 %)
3. Schutz des Patienten vor Spüllösungen und die meist bessere Sicht in den Wurzelkanal.
Stellungnahme pro K. bei einer Wurzelkanalbehandlung
Stellungnahme contra K. bei einer Wurzelkanalbehandlung
Nach ZA Freitag, Prof. Hellwig (Freiburg, in ZM Nr.1 2006) gibt es folgende Gründe für den Kofferdam:
optimales Feuchtigkeitsmanagement über längere Zeit ( absolutes Trockenlegen)
Infektionsschutz und -prophylaxe
Schutz und Retraktion der angrenzenden Weichgewebe
optimierte Sicht und Qualitätssteigerung
Als Kontraindikation führen die gleichen Autoren auf:
schwere obstruktive Atemwegserkrankungen
Epilepsie; gegebenenfalls Rücksprache mit Hausarzt und Prämedikation
bekannte oder vermutete Latexallergie; latexfreien Kofferdam anwenden
geistige und / oder körperliche Behinderungen
Und als Beeinträchtigungen werden erwähnt:
Veränderung der Zahnfarbe durch Austrocknung der Zähne (reversibel)
erschwerte Nachinjektion bei Lokalanästhesie
erschwerte Durchführung von Röntgenaufnahmen
unzureichende Stärke des Approximalkontaktes bei restaurativen Maßnahmen
Beklemmungsgefühl oder Atmungsbehinderungen des Patienten.
Als Neuentwicklungen führen die gleichen Autoren auf:
Optidam (KerrHawe); ergonomischer K. mit "noppenartigem Design" und passenden anatomisch gestalteten Rahmen. Die dreidimensionale Gestaltung soll mehr Übersicht und Handlungsspielraum beim Behandeln ermöglichen. Auch an den Aspekt der Zeitersparnis ist gedacht worden. Beispielsweise entfallen einige Arbeitsschritte durch das neue "noppenartige Design", wie das Markieren der Lochpositionen und das Ausstanzen der Löcher
Optradam (Ivoclar Vivadent), dreidimensional anatomisch ausgeformter K. ohne die Notwendigkeit der Fixierung durch Metallklammern. Zwei ringförmige und flexible Kunststoffringe sind bereits im Kofferdam integriert. Die klammerfreie Funktionsweise und die dreidimensionale Flexibilität versprechen eine einfache Applikation und erhöhten Tragekomfort
Instidam (Loser), konfektionierter, sofort einsatzbereiter K.. Er ist auf einen runden und flexiblen Fertigrahmen montiert und bereits perforiert
Safe-T-Frame (SDS), Kofferdamrahmen aus glasfaserverstärktem, röntgentransluzentem Kunststoffmaterial mit neuartiger Profilgestaltung. Durch seine Doppelhalbrahmenform kann das Kofferdamtuch spannungsfrei im Rahmen fixiert werden
Im Rahmen der "Bleachingwelle" sind in jüngerer Zeit vermehrt Gingivaprotektoren ("flüssiger Kofferdam") auf dem Markt, welche ursprünglich lediglich einen Schutz des Zahnfleisches vor dem Bleach-Gel bewirken sollten. Sie eigen sich aber auch zum Abdichten kleiner Undichtigkeiten am K. auf Gummibasis.
Geschichte: 1861 stellt die Fa. Good Year die Vulkanisierung vor; 1864 Einführung in die ZHK durch den New Yorker Zahnmedizinstudent Sanford C. Barnum. 1882 entwickelt S.S. White die erste Lochzange für den Kofferdam; Delos Palmer beschreibt 32 Klammertypen. 1943 wird Latex beim K. erstmals eingesetzt.
Fremdkörperaspiration, Latex, Sicherungskettchen, absolutes Trockenlegen, Watterolle
150 Jahre Kofferdam - Die Isolierung des Arbeitsfeldes (zm, 2016)
http://www.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2006/2868/
Anlegen von K.
CBT, engl.: cognitive behavioral therapy; Methode zur Behandlung chronischer Schmerzzustände. Diese Therapie hat zum Ziel, unangemessene Wahrnehmungen, Bewertungen und Gedanken (Gedanken = Kognitionen), die z.B. zu Angst, Ärger und Verspannungen führen, umzugestalten. Mit Hilfe einfacher Methoden, wie z.B. der Bewusstmachung selbstschädigender innerer Überzeugungen (Gedankenfehler), dem Hinterfragen von schädigenden Phantasien und der Einübung von hilfreichen Bewältigungsstrategien wird erreicht, mit belastenden Situationen positiver als bisher umzugehen.
Angst, Schmerzen, Schmerzerhebungsbogen nach der "Mainzer Genese"; © Dr. F. Grummt
KH, Saccharide; ebenso wie die Fette und Eiweiße zu den Grundnahrungsmitteln gehörende und in der Natur weit verbreitete Stoffklasse (zusammengesetzt aus Kohlen-, Sauer- u. Wasserstoff) mit den bekannten Vertretern Zucker und Stärke. K. sind eine der Grundlagen für die weit verbreitete Infektionskrankheit Karies ("ohne Kohlenhydrate keine Karies").
Sie sind aus einem oder mehreren Grundbausteinen aufgebaut. Je nach Anzahl werden sie bezeichnet als:
Monosaccharide = Einfachzucker, z B. Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker)
Disaccharide = Zweifachzucker; z.B. Saccharose (Rohr- und Rübenzucker), Laktose (Milchzucker), Maltose (Malzzucker)
Polysaccharide = Vielfachzucker; z. B Stärke in Getreideprodukten, Kartoffeln und Hülsenfrüchten
Der Name ist von der chem. Grundformel Summenformel Cn(H2O)n (= Hydrate des Kohlenstoffs) abgeleitet. K. kann der Körper prinzipiell selbst aus anderen Stoffen herstellen - die Menge reicht allerdings nicht aus, sodass unsere Nahrung etwa 50 % an K. enthalten sollte.
Der Brennwert von K. bestimmt, wie viel Energie beim Abbau freigesetzt wird. Da Energie freigesetzt wird, trägt der Wert ein negatives Vorzeichen (z.B. Brennwert von Glukose: -2840 jJ/mol). K. haben einen annähernd gleichen Wert wie Eiweiß und einen geringeren wie Fette.
Empfehlenswert ist nach wie vor ein hoher Kohlenhydratverzehr von mindestens 50 % der Nahrungsenergie überwiegend in Form komplexer Kohlenhydrate, z. B. Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Vollkornreis, Vollkorn-Getreideflocken, Gemüse, Obst und Kartoffeln. Diese Lebensmittel liefern neben Vitaminen sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe und tragen zur Magenfüllung und Sättigung bei. Bei geringerer Kohlenhydratzufuhr ist mit einer kompensatorisch höheren Aufnahme von Fetten zu rechnen. Durch den verlangsamten Einstrom der Kohlenhydrate aus den oben genannten Lebensmitteln ins Blut werden hohe Blutzuckerspiegel vermieden und der Insulinstoffwechsel weniger belastet. Demnach entsprechen die Empfehlungen der DGE einer Kost mit niedrigem Glykämischen Index (GI). Letzterer ist aufgrund der zahlreichen variablen Einflussgrößen (Zusammensetzung eines Lebensmittels, Verarbeitungsgrad, Zusammensetzung der Mahlzeit, individuelle Schwankungen) derzeit noch keine verlässliche Größe zur Bewertung der Lebensmittelqualität.
Amylum (pflanzl. Stärke), Diabetes, Ernährungsempfehlungen, Glykogen (tierische Stärke), Karies
Kohlensäureschnee , engl.: carbon dioxide snow ; Kältetest, Vitalitätsprüfung
Kohletiegel
engl.: "carbon crucible"; beim Schmelzen von Legierungen eingesetzter Tiegel, welcher eine störende Oxidbildung dadurch verhindert, dass beim Erhitzen im K. eine Kohlendioxid-Atmosphäre entsteht, welche dem Luftsauerstoff keinen Zutritt zur Oberfläche der Schmelze lässt.
"Follow-up-Studie", Kohorte = eine nach bestimmten Kriterien ausgewählte Personengruppe, zu den prospektiven Studien gehörend, engl.: cohort study; Beobachtung des Verlaufs einer Krankheit oder Therapie an einer ausgewählten Personengruppe über einen längeren Zeitraum. Dabei werden weitere parallele Gruppen bezüglich der Auswirkungen eines Einflussfaktors über einen längeren Zeitraum beobachtet. K. werden gern bei prognostischen Fragestellungen (z.B. Inzidenz einer Erkrankung) herangezogen.
Blindversuch, Langzeitstudie, Screening
Cocain, Benzoylekgoninmethylester, engl.: cocaine; früher benutztes Schleimhaut-Betäubungsmittel (Oberflächenanästhesie). Wegen der bekannten Suchtgefahr (Cocainismus) in der ZHK nicht mehr gebräuchlich; heute (2008, D) nur noch am Auge zugelassen.
Codein, Lidocain, Novocain
Kokken ; kugelförmige Bakterien ; Staphylokokken, Streptokokken
engl.: collagenase; den Gerüsteiweißkörper Kollagen (leimartiger, stark quellender Eiweißkörper in Bindegewebe, Sehnen, Knorpeln, Knochen) spaltendes Enzym. K. spielen beim Gewebsabbau (Knochenabbau, Rückgang des Zahnfleisches, Lockerung von Zähnen) besonders bei Zahnfleischerkrankungen eine bedeutende Rolle und können aktiviert werden von den sich in den Zahnfleischtaschen befindlichen Bakterien ( Markerkeime). Dies führt dann zu einer Auflösung der Strukturen des Zahnhalteapparates mit der Folge von Zahnlockerungen und Zahnverlust. Besonders das Pharmakon Doxycyclin greift in diesen Kreislauf antibiotisch wirksam ein.
Kollagenschwamm
engl.: collagen sponge; aus unterschiedlicher Kollagenherkunft (Rind, Pferd, Schwein) stammendes getrocknetes Eiweiß; in der ZHK hauptsächlich zur Wundversorgung bei Blutgerinnungsstörungen oder "künstlichen Blutern" eingesetzt. In Kombination mit Fibrinklebern ist eine Blutstillung und Gewebeversiegelung von flächenhaften Wunden möglich.
Koller, engl.: collapse; aktiver oder passiver Zusammenbruch eines Organs mit der Folge eines Kreislaufversagens. Laienhaft häufig gleichgesetzt mit der Ohnmacht (Synkope; flüchtige (kurzfristige) Kreislaufinsuffizienz mit Verminderung der Hirndurchblutung). Im Gegensatz zum Schock spontane Rückbildung
engl.: collateral; Lagebezeichnung für seitlich, auf der Seite gelegen; auch für benachbart, nebenan. Als Kollateralen bezeichnet man Blutgefäße, die das gleiche Gebiet versorgen und bei Ausfall des ursprünglichen Blutgefäßes dessen Funktion übernehmen können ("Ersatzblutbahn", "Kollateralkreislauf")
Kollektivprophylaxe ; Gruppenprophylaxe
Strahlenfilter, engl.: collimator; u.a. in der Röntgenologie gebräuchliche Vorrichtung aus Blei zur Absorption von Strahlen: ein versch. starker, mit vielen parallelen Bohrungen versehener Block lässt nur Strahlen austreten, die annähernd in der Richtung der Bohrung verlaufen. Nicht erwünschte Streustrahlung wird so, je nach Blockdicke, fast vollständig absorbiert. Es gelangt so nur fast parallele Strahlung auf das Untersuchungsobjekt.
Kolloidabformmassen
engl. colloidal compounds; Oberbegriff für Abformmassen auf Agar-Basis. Bekannte Vertreter sind das Alginat (irreversible K.) und die Hydrokolloide (bei Erwärmung reversible K.)
Kollum ; Collum
Kollumfraktur , Kondylusfraktur, engl.: condylar fracture; Collumfraktur, Kieferbruch
Kollumwinkel
engl.: collum angle; gradmäßige Abweichung (Divergenz) der Längsachse der Zahnkrone zur Längsachse der Zahnwurzel; i.d.R. handelt es sich hierbei um kleine Winkel.
Der zum K. kongruente Winkel heißt Kronen-Wurzel-Winkel. Hierfür werden Werte zwischen 168° bis 184° angegeben.
Krümmungsmerkmal, Zahn
http://tobias-lib.ub.uni-tuebingen.de/
Kölner Sollwerte
"Kölner Zahlen", engl.: Cologne nominal values; vereinfachte Messmethode nach Schmuth zur Bestimmung der Zahnbogenbreite nach "Bezugswerten der Kölner Bevölkerung"; Pont-Index , http://archiv.ub.uni-marburg.de/
Kolobom ; engl.: coloboma; ungebr. Bez. für eine Gesichtsspalte
Kombinationsklammer
engl.: combination clasp; 1.) eine Kombination versch. Klammerarten beim Ney-Klammersystem; 2.) eine konventionelle Klammer, welche aus gegossenen und gebogenen Elementen besteht (selten, meist bei Reparaturen von gegossenen Klammern vorkommend)
1.) kombinierter (festsitzend-herausnehmbarer) Zahnersatz, Kombiprothese, engl.: two-part denture. Zahnersatz, welcher aus einem, im Mund fest einsetzten und einem herausnehmbaren Teil besteht: z.B. einer Verblockung der eigenen Schneide- u. Eckzähne mit Kronen (festsitzender Teil), kombiniert mit einer Teilprothese (herausnehmbarer Teil) zum Ersatz für die fehlenden Backenzähne. Als Verbindungselemente zwischen den beiden Teilen dienen Geschiebe, Stege oder Teleskope dienen. Abweichend davon kennen die Richtlinien für die kassenzahnärztliche Versorgung neben Cover-Denture-Prothesen nur Teleskope/Konuskronen als K. an. ( befundorientierter Festzuschuss für Zahnersatz ab 2005 - allgemeiner Teil)
2.) beidseitige Teilprothese, welche auf der einen Kieferseite einen Schaltsattel, auf der anderen einen Freiendsattel aufweist
Abstützung, Geschiebe, kombiniert festsitzende Versorgung, Parallelometer, Primäranker, Resilienzgeschiebe, Teilprothese, Zahnersatz
Abb. zu 1.)
Abb. zu 2.)
Kombinationsschiene nach Schuchardt ; Schuchardt Schiene
kombiniert festsitzende Versorgung
Verbundbrücke, Kombinationsbrücke; in jüngere Zeit angewandte, zuweilen irreführende Bezeichnung ( Kombinationsprothese) für eine prothetische Versorgung, bei welcher natürliche Zähne und Implantate als Pfeiler dienen. Bei Brücken auch bekannt als Hybridbrücke oder "Kombibrücke". Man spricht korrekter von "Kombiniert abgestützter Zahnersatz auf Implantaten und natürlichen Zähnen".
Wenn auch die Anfertigung derartigen Zahnersatzes zuweilen umstritten ist (fixe Einheilung von Implantaten gegenüber der natürlichen Beweglichkeit eigener Pfeilerzähne), so zeigen klinische Untersuchungen vergleichbare Überlebensraten wie bei ausschließlich implantatgetragenen Rekonstruktionen zu erwarten sind. Jüngere Untersuchungen in 2013 scheinen zu anderen Ergebnissen zu kommen.
Brücke, Verbundbrücke
Festsitzender Zahnersatz: Lebensqualität bei alternden Patienten (2014)
Implantatprothetik - die Abrechnung (2013)
Substantia compacta, engl.: (bone) compacta; die feste, äußere Schicht (Rinde) des Knochens, z.B. im seitlichem Unterkiefer. Den weichen, inneren Teil des Knochens bezeichnet man als Spongiosa.
Dekortikation, Kortikalis, Ostitis
nach McSpadden, Guttapercha-Kondensor, engl.: compactor, gutta-condensor; rotierendes Wurzelkanalinstrument (ähnlich einer linksdrehenden Hedströmfeile) zum Plastifizieren von Guttapercha im Wurzelkanal. "Ein speziell angepasster Guttaperchastift wird in den Wurzelkanal eingebracht und mit einem Kompaktor bei ca. 10 000 U/min, unter leichtem Druck erhitzt. Bei der auf diese Weise entstehenden Reibungswärme kommt es zur einer Plastifizierung des Materials, das nun nach apikal kondensiert werden kann. Der Kompaktor arbeitet hierbei wie eine linksdrehende Schraube, die die Guttapercha nach unten schiebt" (aus: "Wurzelkanalfüllungen mit Guttapercha")
Kompensation; dentoalveoläre Kompensation
engl.: compensating curve; das Prinzip der Kombinationskurve besteht darin, die Kauflächen der im Hauptkraftfeld der Kaumuskeln befindlichen künstlichen Backenzähne in eine für die Funktion günstige Stellung zu bringen und dadurch das Christensen-Phänomen zu kompensieren. Dieses wird dadurch erreicht, dass die Molaren etwa rechtwinklig zur Hauptzugrichtung der Kaumuskeln stehen. Im natürlichen Gebiss wird dies durch eine mechanische Anpassung der Zahnreihen erreicht.
Christensen-Phänomen, Kalottenartikulation, kaustabile Zone, Okklusion, Spee-Kurve, Vollprothese, Wilson Kurve
Integrative Medizin, "ergänzende / optimierende Medizin", engl.: complementary medicine; Verfahren, die teilweise medizinisch anerkannt sind (wie z.B. Akupunktur, Homöopathie, Hypnose, Manual- und Neuraltherapie, Naturheilverfahren, Phytotherapie, wenn sie sich auf ihr eigentliches Einsatzgebiet beschränken). Davon abzugrenzen sind viele der wissenschaftlich nicht anerkannten "alternativen Behandlungsmethoden" aus dem Bereich der Paramedizin.
Verfahren der K. zeichnen sich meist dadurch aus, dass die Datenlage und wissenschaftliche Untersuchungen relativ gering sind.
Nach Schätzungen geben Patienten in D jährlich 2-3 Milliarden € aus eigener Tasche für Verfahren nach der K. aus.
alternativen Behandlungsmethoden, Ganzheitliche Zahnmedizin, integrative Medizin, Naturheilverfahren, Psychodontie, Schulmedizin, Traditionelle Europäische Medizin (TEM)
http://kwkm.eu/info/Studiengang/Integrative Medizin.html
Edzard Ernst: Was die Schulmedizin von Homöopathie und Co. lernen kann und welche Verfahren wirklich helfen
Komplettieren, engl.: "completion"; Schlagwortbezeichnung für das zahntechnische Hinzufügen ("komplettieren") von Kunststoffteilen (künstliche Zähne, Kunststoff-Prothesenbasis) an/auf ein Metallgerüst. Ausdruck stammt noch aus der Zeit, wo nur die Metallbasis in spez. Dentallabors hergestellt wurde; in einem "normalen" Labor erfolgte dann die K.
engl.: complex fee; Jargongausdruck aus dem zahnärztlichen/zahntechnischen Gebührenbereich; unter K. versteht man die Kosten, welche "unter dem Strich" (also mit allen Nebenleistungen, wie z.B. der Betäubungsspritze, dem Provisorium usw.) für eine zahnärztliche Leistung - z.B. eine Krone - entstehen. Eine K. für zahnärztliche Leistungen war in der ZHK bis 1975 in der Prothetik und Kieferorthopädie üblich. Ähnlich einer Fallpauschale soll die K. einer Mengenausweitung durch ein System von Einzelleistungsvergütungen entgegenwirken.
BEMA, Fallpauschale, Gesamtvergütung, Kopfpauschale
bei zahnärztlichen Eingriffen, engl.: complications, occurence of concomitant disorders; zur Grunderkrankung/Grundbehandlung hinzukommendes, nicht vorhersehbares Ereignis, welches den Verlauf negativ beeinflusst. Im Gegensatz zu rein naturwissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen in der Medizin durchaus und ohne Verschulden des Arztes vorkommend.
CIRS (Fehler-Melde-Systemen), Haftung, Patientensicherheit
polysäuremodifiziertes Komposite, engl.: compomere; zahnfarbener Füllungswerkstoff als eine Kombination aus Glasionomerzement (GIZ) und Kunststoff (matrixmodifiertes Komposite), heute als Untergruppe der Komposites eingeordnet. Mit dem Ausdruck "Kompomere" soll der Eindruck entstehen, dass es sich um eine Kombination aus Komposite und Glasionomerzement (GIZ) handelt - dies trifft nicht zu. Vielmehr sind in die Matrix der K. bifunktionelle säuremodifizierte Monomere integriert, welche neben der erforderlichen klassischen Lichthärtung auch eine Säure-Base-Reaktion unter Feuchtigkeitseinfluss haben sollen, was eine Verarbeitung im relativ feuchtem Bereich ermöglicht. Wegen des Komposit-Anteils braucht es eine adhäsive Anbindung an die Zahnhartsubstanz (z.B. PSA-Prime).
Die seit 1984 auf dem Markt befindlichen K. (Dyract®, DeTrey) weisen eine hohe Elastizität aus (ähnlich der von Mikrofüllerkompositen), verbunden mit einer geringeren Härte und den von den GIZ her bekannten guten Haftfähigkeiten am Zahn, was den Einsatz besonders im Zahnhalsbereich (Black Klasse V), bei Milchzähnen und als Stumpfaufbaumaterial rechtfertigt; wegen mangelnder Materialfestigkeit (Verbiegungen) nicht im Backenzahngebiet von Erwachsenen als endgültige Versorgung indiziert; Weiterentwicklungen (z.B. Dyract eXtra™) sollen erhebliche Verbesserungen aufweisen. Ähnlich wie GIZ haben K. die potentielle Eigenschaft, beigefügte Fluoride in geringen Mengen allmählich abzugeben ("Fluoriddepot"); deshalb wird ihnen eine gute kariesvorbeugende Wirkung am Füllungsrand ("Randspaltkaries") nachgesagt.
Bekannte Vertreter der K. sind z.B. Compoglass®, Dyract®, Hytac®; Standardvertreter ist hier der Werkstoff Dyract™ (Dentsply DeTrey), neuerdings der Werkstoff Dyract™ eXtra. Ausgehärtet werden die K. meist durch Lichthärtung.
Für den Einsatz im Milchzahngebiss werden neuerdings "Glitzerfüllungen" auf K.-Basis angeboten. Die Farbgebung wird dabei durch Silikat- oder Kalibeimischungen erreicht, Langzeitstudien liegen bisher nicht vor.
Amalgamalternativen, Glasionomerzement, Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Haltbarkeit von plastischen (zahnfarbenen) Füllungen, Füllungsmaterialien, Füllungsmaterialien-Nebenwirkungen, Komposite, Unterfüllung, Zahnhalsfüllung
auch Komposit, engl.: composite; zu den "weißen" Füllungsmaterialien gehörender zahnfarbener Werkstoff mit einer Vielzahl unterschiedlicher Zusammensetzungen und Eigenschaften. Seit Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in der adhäsiven Füllungstherapie vielfältig eingesetzt und häufig auch als Amalgamalternative bezeichnet - einen Amalgamersatz können K. z.Zt. noch nicht darstellen, da allein schon die Komplexität der Verarbeitung und der dadurch bedingt höhere Preis (Zuzahlung bei gesetzlich Versicherten!) dem entgegensteht.
Als nachteilig gelten bei K. im Vergleich zu Amalgamfüllungen eine erhöhte Sekundärkariesrate am (zervikalen) Füllungsrand, das Versagen des Klebeverbundes über die Zeit und die Kompositkorrosion durch Wasseraufnahme unter thermischer Wechsellast.
Wenn auch eine kaum überschaubare Vielzahl an K. z.Zt. auf dem Markt sind, so unterscheiden sich diese bei den konventionellen K. im Prinzip lediglich in der Art und Größe der Füllkörper, da die Grundsubstanz nach der sog. "Bowen-Formel" bei den meisten Stoffen identisch ist (2011). Modifikationen dieser "Formel" sind ein Ersatz des in jüngster Zeit nicht unumstrittenen Bis-GMA durch UDMA (Urethan-Dimethacrylate) oder TEGDMA (Triethylen-Glycol-Dimethacrylate) bzw. die Anwendung von mehrfunktionellen Oligomeren und Monomeren aus thiolenehaltigen Grundsubstanzen (TATATO, Trithiol, Tetrathiol). Diese, ebenfalls nicht unumstrittenen Substanzen sollen die Verarbeitung im Sinne einer angepassten Viskosität verbessern ( "Bowen-Formel").
Daneben besteht eine Gruppe jüngerer, noch weniger bekannter K. (z.B. das nanokristalline "Diamond"), welche nicht auf einer "Bowen-Formel-Matrix" aufbauen, sondern sich einer Phenol-Epoxine-Matrix (PEX-DMAE) bedienen. Zelltoxische Untersuchungen zeigen bei diesen Materialien ausgezeichnete Werte, Polymerisationsschrumpfungen sollen unter 1 % liegen.
Die Füllkörper der K. sind entscheidend verantwortlich für die Festigkeit und Abrasion und haben einen entscheidenden Einfluss auf die Schrumpfung beim Abbinden ("Polymerisieren") der Füllung. Eine Kunststoffmatrix ohne Füllkörper hätte eine Gesamtschrumpfung von 10 - 20 %; durch geeignete Füllkörper kann dieser Wert auf etwa 2 - 3 %, bei PEX sogar unter 1 % reduziert werden.
Die früher übliche Einteilung der K. nach LUTZ bestand in einer Differenzierung nach Makro-, Mikro- und Hybridkompositen - also deren Füllstoffen, sie wurde in neuerer Zeit (2010) nach ERNST verlassen und neu geordnet:
nach der Konsistenz (Viskosität):
eher geschmeidigerer Konsistenz
stopfbare Materialien
nach den enthaltenen Füllkörpern
Makrofüller (historisch)
Feinpartikelhybridkomposite
Feinstpartikelhybridkomposite
Submikrometerhybridkomposite
nanooptimierte Hybridkomposite
nach der Basischemie (Matrix)
Bis-GMA-basiert
Komposite mit reduziertem E-Modul trotz hohem Füllergehalt
Komposite mit reduziertem Aufbau der Schrumpfkraft
Komposite mit speziellen langkettigen Monomeren
nicht nach ERNST explizit aufgeführt: Kompomere (= Polyacrylsäuremodifizierte Komposite)
s.a.: http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/zahnerhaltung/story/update-komposite-einfuehrung-teil-3.html und http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/zahnerhaltung/story/update-komposite-einfuehrung-teil-1.html
Nachfolgend eine Übersicht über die versch. K.-Gruppen (siehe auch http://www.zmk-aktuell.de/zahnheilkunde/zahnerhaltung/story/update-komposite-einfuehrung-teil-2.html ) :
(konventionelle, nicht mehr gebräuchliche) Makrofüllerkomposite
in die Kunststoffmatrix eingebettet sind Glasfüllkörper mit einer Größe zwischen 5 und 10 Mikrometern (µm). Obwohl die verwendeten Gläser gute physikalische Werte aufweisen, haben sie den Nachteil, dass sie unter Funktion im Ganzen aus der Füllung herausbrechen und so Löcher im Gefüge hinterlassen. Zusätzlich lassen sich Füllungen mit großen Partikeln nur ungenügend polieren, was die Qualität der Füllung zusätzlich verschlechtert. Heute (2010) in der Füllungstherapie nicht mehr eingesetzt; gelegentlich noch als Stumpfaufbaumaterial verwendet.
Mikrofüllerkomposite
seit Mitte der 1970er Jahre gebräuchlich; in die Kunststoffmatrix eingebettet (agglomeriert) sind flammenpyrolytisch hergestellte winzige Teilchen aus pyrogener Kieselsäure mit einer Größe zwischen 0,01 und 0,1 Mikrometern (µm). Die Nachteile der Makrofüller (schlechte Polierbarkeit, Herausbrechen der Füllkörper) treten dadurch nicht mehr auf. Sie besitzen hervorragende und beständige Politureigenschaften. Nachteilig sind allerdings eine verringerte Belastbarkeit und eine höhere Polymerisationsschrumpfung. Wegen der kleinen Füllkörper ist zusätzlich das Handling beim Verarbeiten nicht optimal. Einer der Vorteile der M. ist die gegenüber den heute gebräuchlichen Hybridkompositen (s.u.) die hohe Eigenelastizität, welches den adhäsiven Verbund zum Zahn hin (Füllungsrand) weniger strapaziert. Deshalb sind M. besonders für Füllungen im Zahnhalsbereich und Frontzahnbereich gut geeignet, wo es nicht so sehr auf eine Druckfestigkeit der Füllung ankommt. Bei Schneidekantenaufbauten (Klasse IV) werden nach einigen Jahren gern sog "Chipping-Frakturen" (zusammenhängende Materialausbrüche) als klassisches Zeichen einer Materialermüdung beobachtet.
Eine Zwischenform zu den Hybridkompositen (s.u.) hin, nehmen die in jüngster Zeit vorgestellten Nanofüllerkomposites (s.u. und Nanotechnologie) ein, mit Füllkörpergrößen von ca. 20 NanoMetern (nm) (20 nm = 0,02 µ; also in der Größenordnung der Mikrofüller). Durch technische Innovationen weisen diese Materialien einen höheren Füllkörpergehalt auf und somit eine geringere Polymerisationsschrumpfung. Die Größe der Füllkörper wird bei den Nano-Füllern nicht mehr durch einen (ungenauen) Mahlprozess, sondern durch einen gezielten chemischen Aufbau bestimmt - es entstehen genau definierte Korngrößen. Nanofüllerkomposites sind viel stärker belastbar, sehr abrasionsbeständig und erfüllen hohe Ansprüche bei Ästhetik, Transparenz, Politurbeständigkeit und Handling-Eigenschaften. Sie werden als Universalkomposite im Front- und Seitenzahnbereich eingesetzt.
Modifizierte Stoffe könnten im Rahmen der Kariesprävention Bedeutung erlangen: easy to clean effect
seit Ende der 1980er Jahre im Gebrauch; der Wortteil "Hybrid" soll ausdrücken, dass sich die Füllkörper aus mehren Einzelkomponenten zusammensetzen: eine Vermengung der pyrogenen Kieselsäure (Mikrofüller) und der Gläser aus den Makrofüllern sollen optimale physikalische Eigenschaften bewirken ohne die jeweiligen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Neben einer guten Polierbarkeit (das Politurergebnis ist allerdings nicht beständig) sind die Feinstpartikel H. aufgrund ihrer physikalischen und mechanischen Eigenschaften in der Lage, auch große Schneidekantenaufbauten und Kaulast tragende Füllungen im Seitenzahnbereich dauerhaft zu restaurieren. Da sie zum Einsatz aller Kavitätenklassen geeignet sind, werden sie auch - wie die Nanofüllerkomposites - als Universalkomposite bezeichnet. In 2005 die größte auf dem Markt vertretene Gruppe der K., wobei sich noch Unterteilungen - je nach Größe der durch die Mahltechnik gewonnenen Makrofüller - ergeben:
normales H. mit mittleren Füllkörpergrößen von bis zu 10 µm
Feinpartikel-H. mit Füllkörpergrößen von bis zu 5 µm
Feinstpartikel-H. mit Füllkörpergrößen von bis zu 3 µm
Submikrometer-H. mit Füllkörpergrößen unter einem µm ("echte Nanofüller-Komposites")
Nanofüllerkomposites
seit 2001 mit versch. Innovationen auf dem Markt, enthalten diese Materialien nur kleinste SiO2-Partikel im Nanometerbereich (2–75 nm). Bei diesen Materialien werden die Vorteile der Mikrofüllerkomposite – ausgezeichnete Politureigenschaften und Dauerhaftigkeit des erzielten Glanzes – mit dem der Hybridkomposite – universal einsetzbar – in einem Produkt nahezu vereint; bekannter Vertreter: Filtek™ (3M ESPE).
hierbei werden in konventionelle Hybridkomposite Nanopartikel integriert, um eine Erhöhung des prozentualen Anteils der Füllkörper (= Reduktion der Polymerisationsschrumpfung, nicht aber der Polymerisationsschrumpfungskraft) zu erreichen.
Flowkomposite ("flowables") - fließfähige Komposite (in unterschiedlicher Konsistenz: low flow, medium flow, high flow)
besonders fließfähige Abkömmlinge der Hybridkomposite; erreicht wird diese Eigenschaft durch Verwendung von Materialien mit einem geringeren Füllstoffanteil (~ 10% weniger) oder "Viskositätsverdünner" wie TEGDMA ("Triethylen-glykoldimethacrylat"), die zur Matrix addiert werden.
Haupteinsatzgebiete sind die erweiterte Fissurenversiegelung, sehr kleine Zahndefekte ("minimalinvasive Restaurationen"), Inserts, als unterste Schicht bei herkömmlichen K. als sog. "Stressbrecher" zwischen der Zahnhartsubstanz und dem endgültigen K. und an unzugänglichen (nicht einsehbaren) Stellen einer Kavität. Moderne F. weisen kaum schlechtere physikalische Werte als herkömmliche K. auf, allerdings sind keine befriedigenden farbliche Abstimmungen möglich.
Stopfkomposite ("pluggables") - stopfbare Komposite
besonders standfeste und daher gut "stopfbare" Abkömmlinge der Hybridkomposite; erreicht wird diese Eigenschaft durch einen höheren Gehalt an Füllstoffen oder an besonderen Verhakungsmechanismen der Füllkörper, welche ein standfesteres und weniger klebendes (an den Verarbeitungsinstrumenten) Material ergeben. Die bei der Einführung an diese hochviskösen K. gestellten hohen Erwartungen ("einfache Handhabung", "Amalgamersatz") haben sich wegen schlechterer Allgemeineigenschaften (aufwendigere Verarbeitung, mangelnde Benetzungs- und Anfließeigenschaften an der Kavitätenwand, erhöhte Porosität, ungenügende Polierfähigkeit) nicht erfüllen können.
etablierter Begriff für K. , welche universal (Frontzahn-, bzw. Backenzahnbereich) eingesetzt werden können. Die Bezeichnung sagt nichts über die Zusammensetzung, Viskositätseigenschaften und Aushärtungsreaktionen aus, sondern soll verdeutlichen, dass eine Hochglanzpolierbarkeit (wie bei Mikrofüllerkompositen), ein einfaches Handling und sehr gute Materialcharakteristika (wie bei Hybridkompositen), eine große mechanische Belastbarkeit (wie bei Makrofüllerkompositen) und weitere positive werkstoffkundliche Eigenschaften bestehen (s.o.).
schrumpfreduzierte Komposite
immer wieder von der Industrie herausgebrachte neue Materialien, welche aber die Polymerisationsschrumpfung reduzieren, aber immer noch in einem Bereich bleiben, der einen verzicht auf adhäsive Maßnahmen trotzdem notwendig macht. Diese Verbesserungen werden entweder durch eine Erhöhung oder Eigenschaft des Füllkörperanteils oder durch sog. "Vorpolymerisate" erreicht. Als Neuentwicklung deuten sich hier die Silorane (spezielle, ringförmige Monomerstrukturen) der Seefelder Dentalfirma 3M ESPE an. Forscher der Firma haben diese Stoffklasse während eines Forschungsprojekts entwickelt, das vom BMBF gefördert wurde. „Wir haben Versuchs-Komposite hergestellt, die lediglich um 0,5bis 0,8 Prozent geschrumpft sind".
Einen anderen Weg gehen PEX-Präparate (s.o.), indem sie die "klassische" Bowen-Formel ersetzen und so Werte unter 1 % erreichen.
"ökonomische" Komposite
Schlagwortbezeichnung für möglichst einfach und schnell ("ökonomisch") zu verarbeitende Materialien für den Seitenzahnbereich, um das Amalgam im Seitenzahnbereich ersetzen zu können. So finden sich z.B. auf dem Markt Materialien (z.B. QuiXfil, x-tra fil) mit verkürzten Aushärtungszeiten und hoher Durchdringtiefe bei gleichzeitig hoher Lichtintensität während der Polymerisation. Für diese noch jungen Materialien existieren noch keine Langzeiterfahrungen
Reparaturen von Komposite-Füllungen
sind mit Einschränkungen möglich: Der sichere Verbund von Komposite zu Komposite ist nur über die Sauerstoffinhibitionsschicht des nicht ausgehärteten Kunststoffes zu erreichen. Diese Schicht ist bei alten, auspolymerisierten Kunststofffüllungen nicht mehr verfügbar. Neuerdings (2002) sind einige neue Adhäsivsysteme entwickelt worden, die einen festen Verbund zwischen neuem und altem K. ermöglichen sollen. Ein guter Verbund konnte dabei mit sog. "Multi-Step-Primern" (z.B. Clearfil Repair™, eine Kombination von einem Silan mit einem Monomer-Primer) erzielt werden
Geschichte der Komposites:
( ausführlich in einem Auszug aus der DZW)
1962 Bowen-Monomer
1963 erstes Komposite mit Quarzfüllern
1970 Experimente mit Lichthärtung
1974 Komposite mit Mikrofüllern
1977 Lichthärtung kommerziell verfügbar
1980 Experimente mit Hybridkomposites
1985 Praxiseinführung von Hybridkomposites
1993 "Kompomere"
1998 "Ormocere"
Wegen der organischen Matrix der K. können bei allergiegefährdeten Patienten entsprechende Reaktionen auftreten. Es gibt bisher noch keinen wissenschaftlichen Nachweis, welche Matrixzusammensetzung bedenkenlos angewandt werden kann; eine Einzeltestung (Hauttest) ist deshalb individuell erforderlich.
Zur biologischen Verträglichkeit von K. und den Adhäsiven ist zu bemerken, dass bei der Vielzahl der Substanzen in den K. bisher keine verlässlichen Untersuchungen vorliegen. Zwar deuten bisherige Erfahrungen darauf hin, dass von den K. keine Gefahr ausgeht. Im Gegensatz zu dem in den Medien "verteufelten" Amalgam - bei welchem umfangreiche Studien vorliegen und eine entsprechende Risikoabwägung problemlos möglich ist - kann dies bisher bei den K. nicht sicher ausgesagt werden, so ist jüngst (2005) erst wieder das Bisphenol A - berechtigt oder nicht - in die Schlagzeilen geraten ( "Giftigkeit" von Komposite-Füllungen). PEX-basierte Materialien (s.o.) sollen diese Nebenwirkungen nicht haben.
Eine nach dem Legen der Füllung auftretende Überempfindlichkeit des Zahnes, bedingt dadurch, dass die Dentinkanälchen vor dem Einbringen der eigentlichen Füllung nicht richtig verschlossen wurden, klingt meist nach Wochen von selbst ab, da bis dann das Dentin soviel Proteine selbst ausgefällt hat um die Überempfindlichkeit "von innen" heilen zu können.
Zähne mit K.-Füllungen sind anfällig für Sekundärkaries - unter ihnen sammelt sich mehr Plaque als unter Füllungen keramischer oder metallischer Werkstoffe. Im Fokus neuerer Forschung steht die Entwicklung von K. und Bonding-Systemen, die nicht nur verträglich, dicht und beständig sind, sondern gleichzeitig auch antibakterielle und damit eine kariesprotektive Wirkung aufweisen. Ein generelles Problem bei derartigen Entwicklungen stellt die Verschiebung der Mischungsverhältnisse der einzelnen Kunststoffkomponenten dar und die damit verbundene Veränderung des Aushärtungsverhaltens sowie der Festigkeit des K. . Vielversprechend verliefen jedoch erste Studien, in denen Dentin-Bonding-Systeme zum Einsatz kamen, die mit antibakteriellen Substanzen versetzt wurden.
Ein noch nicht genauer untersuchter "optischer Effekt" beeinflusst das Farbergebnis bei Komposite-Füllungen, welcher als Chamäleon- oder Vermischungseffekt (VE) bezeichnet wird: Zahnfarbe.
Das in Mode gekommene Bleichen der eigenen Zähne beeinflusst die Farbe der K. nur unwesentlich, setzt aber deren Härte entscheidend herab ( Näheres unter Bleichen).
Ästhetische Rekonstruktionen mit K. sind im Frontzahngebiet weit verbreitet. Durch die Optimierung der Transluzenz-Eigenschaften ist auch der Ersatz größerer Defekte mit diesen Kunststoffen kosmetisch kaum noch ein Problem. Ein Nachteil dieser zahnfarbenen Füllstoffe ist jedoch ihre Anfälligkeit für Verfärbungen nach längerer Verweildauer im Mund. Insbesondere färbende Getränke wie Kaffee, Tee und Rotwein beeinträchtigen die optische Qualität der Füllung auf Dauer.
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http://www.diss.fu-berlin.de/diss/
Zahnkunststoff-Materialien - Mögliche Nebenwirkungen durch Kompositfüllungen (zm, 2016)
S1-Handlungsempfehlung „Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich“ - Erfolgreich einsetzbar – klinisch bewährt (zm, 2017)
Kompositfüllungen im Milchgebiss - Welche Faktoren entscheiden über Verlust oder Erfolg? (zm, 2016)
Füllmaterialsysteme im Vergleich - Glasionomere holen auf (zm, 2016)
Die Biokompatibilität von Komposit-Kunststoffen (©: Zahnärztliche Mitteilungen)
faserverstärkte, engl.: FRC = fiber reinforced composites; jüngeres Verfahren mit Einsatz in der ZHK z. B. bei Prothesen, Brücken, Schienen und Wurzelkanalstiften. Bezüglich der Erfolge gehen die Expertenmeinungen auseinander: Einerseits waren erste Nachuntersuchungsergebnisse positiv, während auf dem IADR-Kongress 2002 die Vier-Jahres-Überlebensraten eher ungünstig bewertet wurden, sodass eher an einen Einsatz als Langzeitprovisorium gedacht werden könnte.
Vor allem bei Adhäsivbrücken und Langzeitprovisorien sind auch die minimalinvasiven Eigenschaften und der kostengünstige Einsatz von Vorteil. So lassen sich mit FRC-Werkstoffen minimalinvasive Adhäsivbrücken mit „maßgeschneiderten, mechanischen Eigenschaften“ und ästhetischen Vorteilen realisieren. Langfristig könnte der Einsatz von FRC zusammen mit einer Vereinfachung der Labortechniken zu einer Kostenreduktion führen und zugleich zahnsubstanzschonende Brückenkonstruktionen ermöglichen.
Eine 2005 erstellte Studie der Uni Zürich (Göhring, T N et al.: Inlay-fixed dentures adhesively retained and reinforced by glass fibers: clinical and scanning electron microscopy analysis after five years. Eur J Oral Sci 2005; 113: 60-69) bescheinigt dieser Technik - wenn Inlays als Pfeiler verwendet werden - nach 5 Jahren nur eine Überlebensrate von 73 % - häufigste Fehlerquelle war eine Delamination des Kompositmaterials vom Glasfasergerüst.
Behandlung von Milchzähnen, Inlay-Brücke, FRC, Klebebrücke, Komposite, Provisorium, Targis Vectris
Klebebrücke aus FRC
Dr. S. Bouillaguet in
zm 93, 10
engl.: composite inlay; meist laborgefertigtes ("indirektes") Inlay aus Komposite-Material, welches in die Kavität "eingeklebt" wird ( Adhäsivtechnik). Direkt im Mund ("direktes" auch Sofortinlay) gefertigte K.-I. werden primär in eine isolierte Kavität eingebracht und nach Erhärtung wieder entfernt. Anschließend erfolgt eine Nachbehandlung ("Vergütung") im Labor und schließlich die adhäsive Befestigung in der Kavität. Im Vergleich zur reinen Komposite-Füllung umgeht man mit dieser Technik (fast) die materialbedingte bis zu vierprozentige Schrumpfung des Kunststoffes beim Aushärten. Unter biologischen Aspekten ist anderen Inlayarten der Vorzug zu geben.
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Inlay, Keramik-Inlay, Seitenzahnkomposite, Sofortinlay
Toxizität, "Giftigkeit" von Komposite-Füllungen, engl.: toxicity of composite fillings; Komposites gelten allgemein als nicht-toxisch. In Fachkreisen werden jedoch bereits seit längerem toxische Eigenschaften einzelner Komponenten der Dentalkunststoffe diskutiert. Die Möglichkeit, dass diese konzentrationsabhängig oder über bestimmte Metabolite einen toxischen, mutagenen oder karzinogenen Effekt haben, sollte in Betracht gezogen werden. Eine aktuelle Studie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität widmete sich dieser Thematik. Wichtige Bestandteile dentaler Kunststoffe sind Hydroxyethylmethacrylat (HEMA), Bisphenol A und Triethylenglykoldimethacrylat (TEGDMA), sie machen mit 10 - 50 Gew.-% einen Hauptanteil von Füllungs-Compositen und Bonding-Kunststoffen aus und sind langkettige Monomere (aromatische Dimethacrylate). Beide Komponenten werden aus den Füllungen vor allem durch Abrasion freigesetzt, können inhaliert oder inkorporiert werden und so im Körper womöglich ein toxisches Potenzial entfalten. Die Toxizität von HEMA und TEGDMA wurde bereits von verschiedenen Autoren untersucht. Sie scheint hauptsächlich auf oxidativen Metaboliten und der Bildung von freien Radikalen zu beruhen, wobei HEMA insgesamt einen geringeren Toxizitätsgrad aufweist als TEGDMA.
Ziel einer Studie der Wiener Universitätsklinik für ZMK (A Schedle, A Franz, F König et al.) war es, die potentielle Zellgiftigkeit (Zytotoxizität) von Komposites zu untersuchen, vor allem in Hinblick auf die Fragestellung, ob in vitro ein Unterschied zwischen 5mm und 2,5mm Schichtung besteht. Es ergab sich, dass alle Materialien bei höheren Schichtdicken eine verstärkte Toxizität zeigten; diese verringerte sich mit zunehmenden Auslagerungszeiten und war nach 6 Wochen nicht mehr signifikant.
Eine Studie aus 2005 (Zhou, M et al.: Barium and strontium leaching from aged glass particle/resin matrix dental composites. Dental Materials 2005; 21: 145-155) stellt eine erhöhte Freisetzung von Barium und Strontium aus modernen Komposites in vitro fest. Diese Elemente sind Bestandteil der Füllkörper und werden durch Diffusion, des Ionenaustausches und Strukturverlust der Oberfläche ausgewaschen. Welche gesundheitlichen Folgen sich daraus ableiten könnten, ist noch nicht bekannt.
Bisphenol A und die Bowen-Formel müssen nicht unbedingt die Grundlage von Komposites sein. Z.B. gibt es Materialien (das nanokristalline "Diamond"), welche PEX-DMAE (Phenolic Epoxine Monomer DimethAcrylic Ester) als Grundlage haben.
Bisphenol A, HEMA, Komposite, Konversionsrate, PEX-DMAE, Sicherheitsdatenblätter, UDMA
Kompositionsabformmassen ; Abdruck (starr-reversibel)
Kompositkleber , "Kompositzemente", engl.: composite resin or cement ; Befestigungszemente
Kompressionsabdruck
Belastungsabformung, Druckabformung, engl.: compression impression; spezielle Art des Funktionsabdrucks, bei welchem mittels zähfließender Abformmassen ("Kompressionsabdruckmassen" wie Kolophonium, Stent's Massen, Wachsen usw.) ein Druck auf die Kieferschleimhaut ausgeübt wird. Man will mit dieser Technik schon bei der Abformung besonderen Belastungen der Schleimhaut Rechnung tragen (z.B. AH-Linie). Ähnliche - aber nicht so genaue - Effekte werden erreicht, wenn man entsprechenden Stellen auf dem Gipsmodell entfernt ("radiert").
Wird ein Abdruck ohne jeglichen Druck mit dünnfließenden Abformmassen genommen, so spricht man von einem Entlastungsabdruck (engl.: relief impression)
Abdruck, Abdruckarten, Abschlussrand, Kauabdruck, Muco-Seal® Abformung
Kompressionsanomalie
engl.: compression anomaly; Oberbegriff für alle Kieferorthopädischen Engstände/Verformungen, welche aufgrund einer Kieferkompression ( Schmalkiefer, narrow jaw) entstanden sind; gekennzeichnet durch einen schmalen (seitlich komprimierten) Gaumen (häufiger) und/oder Unterkiefer. Die Schneidezähne sind bei einer K. entweder stark nach vorne verschoben ( Protrusion) oder stehen - bei entsprechendem Lippendruck - im frontalem Engstand. Behandlung durch Dehnen des Kiefers mittels kieferorthopädischer Apparaturen, Entfernung von Zähnen oder Gaumennahterweiterung.
Kompressionsfraktur ; Stauchungsfraktur
Druckosteosynthese, engl.: compression osteosynthesis, plate compression; Form der operativen Frakturbehandlung unter relativ hohem Druck. Dabei werden die Frakturfragmente mit Zugschrauben oder Platten dicht aneinander gepresst und so unverschieblich fixiert. Der konstant wirkende Druck durch diese Vorspannung schädigt den frakturierten Knochen nicht, sondern bewirkt durch die absolute Stabilität eine primäre Knochenheilung.
Verdichtung, "Stopfen", engl: (mechanical) condensation, pack; u.a. Verdichtung eines Stoffes z.B. beim Legen einer Amalgam- oder Wurzelkanalfüllung mit folgenden in der ZHK üblichen Verfahren:
Amalgamkondensation (amalgam condensing), Goldkondensation ( Goldhämmerfüllung)
mechanisches oder maschinelles (z.B. Bergendahl-Kondensierer, Speedomatic) Verdichten des Amalgams in der Kavität mit sog. Amalgamstopfern oder maschinellen Kondensierern mit einem Druck von etwa 3 N/qmm zur Verbesserung der Material- u. Füllungsqualität (Vermeidung von Hohlräumen und Porositäten, dichte Adaptation an die Kavitätenränder)
laterale Kondensation (lateral condensation o. packing)
Technik beim Legen/Verdichten einer Wurzelkanalfüllung: Hauptfunktion jeder Wurzelkanalfüllung ist - neben der Entkeimung der Pulpenhöhle - der bakteriendichte Verschluss des Wurzelkanals gegenüber Mundhöhle und Parodontium, welcher üblicherweise mit der "Single-Point-Technik" (ein Guttaperchastift im Wurzelkanal) erreicht wird. Bei der aufwendigen l. K. wird - nach konischer, instrumenteller Vorbereitung des Wurzelkanals - zuerst Wurzelfüllmaterial ("Wurzelfüllpaste", "Sealer") in den unteren Bereich des Kanals gebracht und anschließend ein genormter Guttapercha-Hauptstift ("master point") bis zur vorher bestimmten Arbeitslänge in den Kanal eingeführt. Anschließend werden dann weitere, schmalere Guttaperchaspitzen - mit oder ohne Hilfe von sog. Spreadern (Spreizern) - unter leichtem Druck nachgeschoben, bis kein Platz mehr für weitere Stifte ist.
vertikale Kondensation (vertical condensation o. (down-)packing)
bei geraden Wurzelkanälen ist eine vertikale Verdichtung mit oder ohne Zusatz eines Sealers möglich: Der Guttapercha-Hauptstift ("master point") wird unter leichtem Druck bis zum Ende der Arbeitslänge in den Kanal eingeschoben, mit einem Wärmeträger schmiegsam gemacht ("plastifiziert") und dann mit einem Kompaktor verdichtet und eng an die Wurzelkanalwände angepresst.
Beim McSpadden-Verfahren, engl.: McSpadden obturation technique, erfolgt die Guttaperchakondensation durch die Wärmentwicklung und den Druck rotierender Instrumente (z.B. Kompaktor) im Sinne einer thermoplastische Obturation. Bei sehr guter Dichtigkeit mittels dieser Technik besteht die Gefahr eines Überstopfens der Wurzelkanalfüllung in gesundes, periapicales Gewebe.
Beim Guttapercha-Injektionsverfahren (z.B. Obtura®, Ultrafil®) wird G. auf etwa 70° erwärmt und mittels einer Injektion in den Wurzelkanal gebracht. Generell besteht bei derartigen Methoden eine fehlende bzw. eingeschränkte Längenkontrolle und dadurch eine Gefahr des Überfüllens ("Überstopfens").
BeeFill (Downfill, Backfill), Plugger, Seitenkanälchen, Stopfgold, Wurzelkanalfüllung, Zentralstiftfüllung
engl. Sprachausdrücke im Rahmen einer endodontischen Maßnahme ( Wurzelkanalbehandlung): backfill, binding point, cone fit, downpack, heat carrier, heat source, masterpoint, obturator, plugger, taper, tug back
Wurzelkanalfüllungen mit Guttapercha
lateralen Kondensation
Konditionierer , Konditioner; engl.: conditioner; Conditioner
Kondylektomie
engl.: condylectomy, surgical removal of a (mandibular) condyle; operative Entfernung (Resektion) des Kiefergelenkköpfchens. Dieser seltene Eingriff wird z.B. bei einer schmerzhaften Arthrosis deformans durchgeführt.
Kondylenachse
engl.: condylar path; virtuelle Verbindungslinie vom äußeren zum inneren Rand des Condylus; häufig mit der "funktionellen" Scharnierachse verwechselt. Abb. Scharnierachse ; http://www.meduni-graz.at/zahnklinik/Download/Funktionslehre_Biomechanik.pdf
Kondylarbahn, engl.: condylar path; dreidimensionale Bewegung des Condylus im schädelbezogenen Koordinatensystem mit Unterteilung in:
horizontale Kondylenbahn: Bewegungsbahn des Condylus auf die Horizontalebene projiziert
frontale Kondylenbahn: Bewegungsbahn des Condylus auf die Frontalebene projiziert.
Bennet-Winkel, Fischer-Winkel, Gelenkbahn, Kondylenbahnneigung, Kondylenbahnwinkel, Mediotrusionsbahn, Protrusionsbahn
horizontale, Gelenkbahnneigung, engl.: horizontal inclination of condylar guidance; Neigung der Gelenkbahn gegen eine gewählte Bezugsebene (z.B. Camper Ebene, Frankfurter Horizontale). Sie bestimmt das Ausmaß der Seitenzahnndisklusion bei Unterkieferbewegungen: je kleiner die Neigung, um so geringer das Auseinanderklaffen der Seitenzähne bei einer zahngeführten Unterkieferbewegung.
Kondylenbahnwinkel
horizontale Kondylenneigung, HCN, Gelenkbahnneigungswinkel, Neigungswinkel, engl.: condylar guide inclination; Winkel, welcher sich durch die Projektion folgender Geraden auf die Medianebene ergibt:
eine Parallele zu einer durch Schädelbezug festgelegten Geraden. Die jeweiligen Bezugspunkte
sind anzugeben (z.B. Frankfurter Horizontale, Scharnierachsen-Orbitalebene),
eine Gerade, welche durch die Verbindung zweier Punkte der Kondylenbahn bebildet wird. Der erste Punkt
gibt die terminale (= am Ende gelegen) Scharnierachsenposition an, der zweite Punkt befindet sich protrusiv davon auf der Protrusionsbahn.
Nicht zu verwechseln mit dem Gelenkwinkel aus der FRS-Analyse.
Bennet-Bewegung, Bennet-Winkel, Gelenkbahn, Kiefergelenk, Kondylenbahn, Kondylenbahnneigung
Sehr ausführliches Skript (Uni Tübingen, 2,7 MB) o. © Uni Tübingen
Kondylus , (Kiefer-)Gelenkskopf, engl.: (mandibular) condyle; Condylus, Kiefergelenk
Kondylenposition , eng.: condylar position; Zentrik
Konfektionskrone, industriell vorgefertigte Krone, Kinderkrone, engl.: premade o. prefabricated (steel) crown; vor allem für Provisorien und bei der Behandlung von tief zerstörten Milchzähnen angewandte Kroneart, welche in ihrer Form einer anatomischen Zahnkrone entspricht; überwiegend aus Metall (Stahl, Aluminium, Zinn) oder vorgefertigten Kunststoffen ( Frasaco)
Mit Kinderkronen ist es möglich, tief zerstörte Milchzähne noch viele Jahre im Sinne eines Platzhalters zu erhalten; aus kosmetischen Gründen wird dieses Vorgehen häufig von den Eltern abgelehnt.
Eine umfassende Auswertung vorhandener Literatur zeigt, dass Stahlkronen bei Karies im Milchgebiss mehrflächigen Amalgamfüllungen überlegen sind: Sie halten länger und erneute Behandlungen sind seltener notwendig.
Behandlung von Milchzähnen, Hall-Technik, ION-Krone, Ringmaß, Provisorium, Zinnkrone
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Konfektionslöffel ; konfektionierter Abdrucklöffel; engl.: prefabricated impression tray Abdruck, individueller Abdrucklöffel
Konfektionszähne , "Fabrikzähne", engl.: prefabricated (artificial) teeth; Kunstzahn
engl.: conformance declaration; Bezeichnung für die Erklärung nach Anhang VIII der Richtlinie 93/42/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 über Medizinprodukte. Eine K. ist jeder Rechnung eines zahntechnischen Labors (gewerblich o. Praxislabor) beizufügen.
Dentallabor, Medizinproduktegesetz, Praxislabor
kongenital , konnatal; engl.: congenital; angeboren, schon von Geburt an vorhanden; connatalis, genetisch
alt: Serumsteine, engl.: calculus, concrements; in und über der Zahnfleischtasche (supra- u. subgingival) an der Wurzeloberfläche haftende mineralisierte Plaque und sonstige verkalkte Ablagerungen. Im Gegensatz zum Zahnstein weisen diese Auflagerungen eine dunkle Farbe auf, was auf Einlagerungen von Blutbestandteilen und Speichelmineralien zurückzuführen ist und haften der Zahnwurzel sehr fest an.
Die neuere Literatur bezeichnet den subgingivalen Zahnstein ebenfalls als K.; dieser haftet der Zahnoberfläche nicht so fest an und ist von hellerer Farbe.
Eine gründliche Konkremententfernung (engl.: Scaling) gilt als einer der wichtigsten Bestandteile der Therapie von Zahnfleischerkrankungen; sie erfolgt mit Handinstrumenten oder (bevorzugt) Ultraschallgeräten.
Kürettage, Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Leichttherapie, Zahnstein, Zahnbelag
Konkurrenzklausel, engl.: competition clause; Niederlassungsverbot im Einzugsbereich einer bestimmten Praxis, i.d.R. der Praxis, in welcher ein niederlassungswilliger Assistent oder ein Teilhaber einer Gemeinschaftspraxis bisher zahnärztlich tätig war. Nach Meinung des BGH verstößt eine derartige Regelung dann nicht gegen die Verfassung, wenn sie hinsichtlich der sachlichen, räumlichen und zeitlichen Beschränkungen nicht über das Erforderliche hinausgeht. Der aus- oder weiterbildende Arzt muss ausreichend Gelegenheit haben, den Patienten oder - bei einer Laborleistung - den Arztkollegen, der bislang von dem ausgeschiedenen Weiterbildungsassistenten betreut worden ist, weiterhin an sich zu binden. Auf der Seite des die Niederlassung anstrebenden Arztes muss andererseits darauf geachtet werden, dass die Konkurrenzschutzklausel in ihrer praktischen Wirkung nicht letztlich auf ein zeitlich unbegrenztes Niederlassungsverbot im Einzugsbereich der Praxis hinausläuft, in der die Aus- oder Weiterbildung erfolgt ist.
Nach RA Schinneburg (in Zahnärztliche Mitteilungen) sollte dabei folgendes beachtet werden:
Sie sollte räumlich und zeitlich begrenzt sein und die zahnärztliche Berufsausübung nicht völlig ausschließen. (Anm. des Autors: z.B.: maximal 2 Jahre, maximal 20 km; in einer größeren Stadt deutlich weniger.
Die räumliche Ausdehnung darf nicht den größten Teil des Zulassungsbereiches erfassen.
Es sollte eine sogenannte salvatorische Klausel enthalten sein, die bestimmt, dass eine eventuell vorhandene oder durch Zulassungsbeschränkungen später entstehende Sittenwidrigkeit durch eine geltungserhaltende Reduktion behoben werden soll.
Die vereinbarte Vertragsstrafe sollte nicht zu hoch und eventuell je nach Schwere des Verstoßes differenziert sein.
Erschütterung, engl.: concussion; Begriff aus der Traumatologie in der ZHK: Verletzungen des Parodontalgewebes ohne Stellungsänderung des Zahnes. Der Zahn reagiert klopfempfindlich, ist aber sonst ohne Befund (ohne Lockerung oder Stellungsänderung). Die Prognose ist i.d.R. gut.
intramobiler Konnektor, IMC, Dämpfungselement, engl.: intra mobile connector, implant protective element; beim stark zurückgebildeten Kiefer ( Atrophie) gebräuchliches Verbindungselement mit einer "Stoßdämpferähnlichen" Funktion: Es soll die fehlende elastische Aufhängung des natürlichen Zahnes ( Desmodont, Sharpey-Fasern) nachahmen und so lokale Überbelastungen vermeiden, welche zu einem weiteren Knochenabbau führen würden.
Abutment, Implantat, Mesostruktur
auch kons.-chirurg.; engl.: conservative-surgical; aus dem Vertragszahnarztrecht historisch gewachsene Schlagwortbezeichnung für zahnärztliche Leistungen wie Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen, Zahnsteinentfernung usw. (= Leistungen aus der konservierenden ZHK) bzw. zahnärztlich-chirurgische Eingriffe wie Extraktionen, Weisheitszahnoperationen usw. . Diese Leistungen werden - bis auf wenige Ausnahmen - (Stand 2008) vollständig auf Chip-Karte (früher Krankenschein) von den gesetzlichen KK übernommen, im Gegensatz zu z.B. prothetischen Leistungen (Zahnersatz), wo nur prozentuale Zuschüsse gezahlt werden.
Fachgebiete, kch, Konservierende Zahnheilkunde
Kons, neuerer Sprachgebrauch: Zahnerhaltungskunde, veraltet: Sosiodontie, engl.: conservative or restorative dentistry; Fachgebiet innerhalb der Zahnmedizin, welches sich mit der Erhaltung der Zähne (z.B. durch Prophylaxe, Füllungstherapie, Endodontie) befasst. Die Parodontologie wird in D häufig als eine Untergliederung der K. gelehrt.
engl.: consultation; Beratung mehrerer Ärzte über Diagnose und/oder Therapie eines Krankheitsfalls. Der beratende Arzt - Konsillarius, engl.: consultant - kann vom gleichen Fachgebiet sein, oder aus einer unterschiedlichen Fachrichtung stammen.
Behandlung, Diagnose
engl.: constancy check; in der Röntgenologie bestehende Qualitätssichernde Maßnahme nach § 16,2 der Röntgenverordnung; sie wird von dem Betreiber der Röntgeneinrichtung (i.d.R. die Zahnärztliche Praxis) durchgeführt und betrifft analoge und digitale Röntgeneinrichtungen. Dabei wird ein Röntgenfilm in bestimmten Abständen mittels eines genormten Prüfkörpers belichtet und mit der Prüfkörper-Referenzaufnahme verglichen. Werden dabei Toleranzen überschritten, müssen zugrunde liegende Probleme unverzüglich beseitigt werden.
Die optische Dichte bei der Filmverarbeitung ist einmal wöchentlich, die der Röntgengeräte (optische Dichte, Feldgröße) einmal im Monat zu prüfen. Die Unterlage müssen zwei Jahre aufgehoben werden und sind auf Verlangen der zahnärztlichen Stelle (angesiedelt bei den Zahnärztekammern) und dem Gewerbeaufsichtsamt zu übersenden.
Röntgenverordnung (Qualitätssicherung)
Röntgenverordnung (Stand 2003) , ©: http://www.lzk-bw.de/
http://www.dr-menges.de/fk1803.html (Filmaufbau, Filmverarbeitung, Konstanzprüfung)
Konstriktion, apicale, engl.: apical constriction; Apex
korrigierte, geöffnete Bisslage, engl.: construction bite; konstruierte oder "gewollte" Verschiebung und Öffnung des Unterkiefers zum Oberkiefer in sagittaler und transversaler Richtung bei einer Kieferorthopädischen Behandlung, funktionellen Rekonstruktionen in der Prothetik oder in der Schnarchtherapie in ein gewünschtes Lageverhältnis. Der K. gilt als wichtigstes Konstruktionselement bei Aktivator, Bionator und Funktionsregler, da bestimmte Muskelgruppen reizt, ohne deren Antwort die Funktion dieser Geräte nur unvollkommen ist. Bestimmt wird die Bissveränderung mittels eines Wachswalls im Mund, oder durch Bissgabeln, die eine definierte Vorverlagerung des Unterkiefers und gleichzeitig die Bisssperre festlegen. Als Grenzwerte gelten 4 - 6 mm bei der Öffnung und 8 mm (~ Prämolarenbreite) bei der Vorverlagerung. Sollen größere Dimensionen verändert werden, so ist ein fraktioniertes Vorgehen zu empfehlen.
Aktivator, Bissnahme
engl.: constructional elements, Oberbegriff für Teile einer Prothese bzw. eines kombinierten Zahnersatzes, die deren Eigenheit und Funktion bestimmen. Hierzu werden z.B. Klammern, Verankerungselemente, Teleskope, Verbinder usw. gerechnet. Ausdruck häufig auch für industriell vorgefertigte Verankerungselemente (z.B. Geschiebe) gebraucht.
Kontaktstomatitis, Überempfindlichkeitsreaktion, engl.: contact allergy; in der ZHK gelegentlich auftretende Reaktion ( Allergie von verzögertem Typ IV) auf zahnärztliche Materialien, z.B. beim Zahnersatz. Dass diese Reaktionen im Mund seltener als auf der Haut beobachtet werden, liegt daran, dass im Vergleich zur Haut wegen des feuchten Millieus etwa 5-10fach höhere Konzentrationen erforderlich sind. Diese verminderte Reaktionsbereitschaft ist durch anatomische und physiologische Besonderheiten (fehlender Fettfilm, Speichelfluss, intensivere Resorptionsfähigkeit und damit schnellerer Abtransport, schnellerer fermentativer Ab- oder Umbau der Allergene) bedingt.
Die deutsche Kontaktallergie-Gruppe erstellt jährlich eine Hitliste der häufigsten Kontaktallergene. Seit einigen Jahren führt Nickel (Jeansknopf- oder Modeschmuckallergie) mit 17 Prozent aller Kontaktallergien in Deutschland diese Hitliste an, gefolgt von einem Duftstoffmix (Kosmetika- oder Parfümallergie) mit 12,6 Prozent und Perubalsam (Kosmetika-, Aromastoffallergie) mit 9,8 Prozent. Nach Ausschaltung der Allergene, ggf. Gabe von Antihistaminika o. Corticoiden, verschwinden die Symptome wieder.
Ekzem, Quecksilberallergie
Kontaktposition , Stellung der Kiefer zueinander beim ersten Kontakt mit dem Gegenzahn ("antagonistische K."); Zentrik
Approximalkontakt, engl.: contact point; die punktförmige Berührung zweier benachbarter Zähne im Zahnzwischenraum. Mit zunehmendem Alter wandelt sich der K. durch gegenseitiges Aneinanderreiben während des Kauens ( Attrition) der benachbarten Zähne in eine Kontaktfläche um. Ein fehlender oder mangelhafter K. bewirkt, dass sich beim Kauakt Nahrungsreste (z.B. "faseriges Fleisch") zwischen die Zähne setzen und so das äußerst sensible Zahnfleisch im Zahnzwischenraum ( Interdentalpapille) dauerhaft schädigen. Deshalb besteht die Forderung bei zahnärztlichen Restaurationen dahin gehend, dass ein fehlender K. wieder herzustellen ist und zwar so dicht, dass Nahrungsteile nicht in den Zahnzwischenraum eindringen können, aber gleichzeitig eine Reinigung mit einem Faden ( Zahnseide) möglich ist.
Approximalfläche, Approximalkaries, Interdentalraum, Kariesprädilektionsstellen, Kontaktstärke, Lückenschluss, Tofflemire Matrize, Papillenverlust - Klassifikation (papilla presence index, PI), Stripping, Verblockung, Zahnseide
approximale, Kraft, welche für die Überwindung des Kontaktpunktes beim Durchführen mit einem Hilfsmittel (Zahnseide, Metallblech) nötig ist, gilt als eine Maßzahl für die Qualität einer approximalen Restauration. Neben dem eingesetzten Material (keramische u. metallische Werkstoffe haben eine größere K. als Kompositfüllungen), spielen hierbei die Form des Kontaktpunktes und entsprechende Oberflächenrauhigkeiten eine Rolle.
Ausnahme vom Grundsatz der Vertragsfreiheit, engl: contractual obligation; gesetzliche Verpflichtung zu einem Vertragsabschluss; z.B. zur Behandlung von gesetzlich Versicherten durch einen Vertragszahnarzt, wenn nicht gewichtige Gründe dagegen sprechen ( Behandlungspflicht). Ebenso sind Gesetzliche Krankenkassen und die Privaten (Basistarif) zur Aufnahme neuer Mitglieder unabhängig von deren Gesundheitsstatus oder finanzieller Leistungskraft verpflichtet. Nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen kann auch einem marktbeherrschenden Unternehmen ein K. auferlegt werden.
Basistarif, Sozialgesetzbuch
Kontraindikation , engl.: contraindication; Gegenanzeige, medizinisches Verbot für eine bestimmte Therapie. Gegenteil: Indikation
engl.: contrast agent; chemische Substanzen, welche für Röntgenstrahlen entweder stärker (Bariumbrei, Jodverbindungen = positives Kontrastmittel) oder schwächer (Gase, Luft) durchlässig sind; sie werden in den Körperkreislauf gebracht oder Materialien zugemischt. So werden z.B. K. den (Wurzel-) Füllungsmaterialien beigemischt, um eine röntgenologische Kontrolle dieser Heilmaßnahme zu ermöglichen.
Röntgenstrahlen, Weichteilzyste
Kontrition , lat. für Zerknirschung; Attrition
Strahlenschutzbereich, engl.: controlled area; nach der Röntgenverordnung exakt beschriebener Bereich, in welchem sich keine Personen aufhalten dürfen oder entsprechende Schutzkleidung tragen und bestimmte Schutzbestimmungen einhalten müssen. Der K. beträgt in der ZHK bei einem normalen Röntgengerät 1,5 Meter radial um den Brennfleck des Gerätes.
Nach der Röntgenverordnung werden (nach: www.energiewelten.de) 3 Strahlenschutzbereiche unterschieden:
Überwachungsbereich: Betriebliche Überwachungsbereiche sind die Bereiche, in denen Personen bei dauerndem Aufenthalt mehr als 1/10 der Grenzwerte für beruflich strahlenexponierte Personen erhalten können. Personen, die sich dauernd in diesem Bereich aufhalten, können durch Direktstrahlung oder durch radioaktive Ableitungen im Kalenderjahr höhere Dosen als 0,3 mSv erhalten,
Kontrollbereich: Personen, die dort tätig sind, können durch äußere oder innere Strahleneinwirkung mehr als 3/10 der angegebenen Grenzwerte erhalten (bei einem Aufenthalt von 40 Stunden pro Woche und 50 Wochen im Kalenderjahr); der Kontrollbereich wird durch ein deutlich sichtbares Schild gekennzeichnet
und (als schärfste Eingrenzung, in der alltäglichen ZHK ohne Bedeutung) der Sperrbereich: umfasst alle Räume, in denen die Ortsdosis höher als 3 mSv/h sein kann. Der Aufenthalt im Sperrbereich ist Personen grundsätzlich verboten; er muss mit einem Schild deutlich gekennzeichnet werden.
Konturbandfüllung
Stahlbandfüllung, engl.: contoured band filling; Füllungstechnik zum Aufbau der Zahnkrone bei zerstörten Milchzähnen: Nach Entfernung der Karies und evtl. endodontischer Maßnahmen wird die noch vorhandene Zahnkrone durch ein Stahlband (ähnlich einem Matrizenband) oder einem vorgefertigtem Stahlring umfasst und mit einem stabilen Füllungsmaterial - i.d.R. Amalgam oder ein sehr hartes Komposit - aufgefüllt. Nach Erhärten des Materials wird der Behelf wieder entfernt und die Füllung ausgearbeitet.
Aufbaufüllung, Behandlung von Milchzähnen
Konturaufbaufüllung, geleg. auch Kuppelfüllung, engl.: contour filling; wenig gebräuchliche Bezeichnung für ausgedehnte Füllungen (plastisch oder gegossen), welche bei Backenzähne auch deren Höcker, bzw. bei Schneidezähnen die Schneidekante ersetzen.
Höckerschutz, Onlay, Overlay, Schneidekantenaufbau
Konturzange
Kronenformzange, engl.: contouring pliers; bei der Anfertigung der historischen Bandkronen notwendiges Hilfsmittel; heute eingesetzt zur Konturierung (Formgebung) von Stahlkronen, Konturbandfüllungen oder orthodontischen Apparaturen
Abell Zange, Bandkrone
Kontusion , Quetschung, engl.: contusion; Bezeichnung für die Folge von Körperverletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung; traumatische Zahnverletzungen
Konusteleskopkrone
Konuskrone, engl.: conical telescope crown; eine Form der Doppelkrone, bei welcher die Innenkrone einen konischen Winkel aufweist. Der Konuswinkel (conus angle; = halber Winkel des Konus) ist entscheidend für die Friktion der äußeren und inneren Konuskrone: Konuswinkel um die 6° ergeben meist eingesetzte Abzugskräfte um 7 N, ab einem Konuswinkel von 8° - man spricht hier von einem Stützkonus - ist praktisch keine Haltewirkung mehr vorhanden.
Konvergenzwinkel, Passung, Teleskopkrone, Verbundkrone
ab 2009 im § 272, GKV-WSG festgelegte Regelung zur Begrenzung von Geldabflüssen bei den Krankenkassen, welche aufgrund der Einführung des Gesundheitsfonds für die kassen-medizinische Versorgung in einem einzelnen Bundesland zur Verfügung stehen. Diese "Abflusssumme" wird durch die K. zum Schutz der regionalen Krankenkassen auf maximal 100 Mio. € pro Jahr begrenzt. Die K. ersetzt indirekt den bis dahin gültigen Risikostrukturausgleich unter den Gesetzlichen Krankenkassen.
Sozialpolitischer Wille der K. ist, finanzielle Nachteile, die für reiche Bundesländer (z.B. Bayern o. Baden-Württemberg) durch die zukünftige zentrale Verteilung der Krankenkassenbeiträge ( Beitragssatz) entstehen könnten, auf 100 Millionen Euro im nächsten Jahr zu begrenzen. Gleichzeitig würden die Mittel für ärmere Bundesländer entsprechend gekürzt bzw. anderweitig finanziert.
Präparationswinkel, axialer Steigungswinkel, engl.: convergence angle; Winkel, um den die Steigung der Präparation von der Kronenlängsachse oder Kavitätenwand abweicht. Ein zu großer Winkel entfernt zuviel Zahnsubstanz mit der Gefahr einer iatrogenen Eröffnung der Pulpa ( Präparationstrauma); zusätzlich wird die natürliche Retention der Zahnersatzarbeit auf dem Zahnstumpf herabgesetzt. Ein zu kleiner Winkel bewirkt eine schwere Passung der Krone beim Einsetzen mit der Gefahr, dass überschüssiger Befestigungszement nicht abfließen kann. Ideal wird ein K. von etwa 6° angesehen.
Disparallelität, Konusteleskopkrone, Passung
Konversion = Umwandlung, Wechsel; engl.: conversion rate. Begriff in der ZHK gebraucht für den Polymerisationsgrad bzw. Polymerisationsverhalten von (lichthärtenden) Komposites. Gemeint ist damit der Anteil (in %) von vollständig polymerisierten Bestandteilen in einer "ausgehärtenden" Füllung. Dieser sollte für die notwendigen mechanischen Eigenschaften wie ausreichende Härte und Biegefestigkeit der Füllung möglichst hoch sein.
in einer Zahnarztpraxis; Formen gemeinsamer Berufstätigkeiten, engl.: types of cooperation in a dental practice (surgery); neben den klassischen Kooperationsformen in einer Zahnarztpraxis (Einzelpraxis, Gemeinschaftspraxis, Praxisgemeinschaft) sind besonders durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (2007) neue Formen der Zusammenarbeit unter Zahnärzten eröffnet worden. Somit ergeben sich heute (2011) folgende K.:
Berufsausübungsgemeinschaft - Gemeinschaftspraxis (alte Bez.)
enge Bindung der Partner, Abrechnung über einen Zahnarztstempel, gemeinsame Haftung; ausführlich
im Prinzip ein Zusammenschluss von "Einzelpraxen unter einem Dach" bei selbstständiger Abrechnung und getrennter Kartei, aber mit gemeinsamen Personal und Geräten; ausführlich
seit Mitte der 90er Jahre mögliche Form; Eintrag im Register des zuständigen Amtsgerichts. Vor allem haftungsrechtlich interessante Form der K.; bisher (2010) wenig vertreten; ausführlich
eine bestehende Praxis eröffnet in einer anderen Gegend eine weitere Praxis (ohne neue Teilhaber). Recht enge Grenzen: zwar ist das Kriterium der "Unterversorgung am neuen Ort" weggefallen und durch "Verbesserung der Patientenversorgung" ersetzt worden. Aber: der Vertragszahnarzt darf höchstens ein Drittel seiner ursprünglichen Arbeitszeit in der Zweigpraxis verbringen; ausführlich
Überörtliche bzw. KZV-übergreifende Berufsausübungsgemeinschaft (ÜBAG)
Seit 2007 bestehende Möglichkeit, eine Gemeinschaftspraxis auch an mehreren Orten zu betreiben. Dies kann im gleichen KZV-Bereich oder auch in unterschiedlichen Bereichen sein. So können Zahnärzte, die in verschiedenen Orten praktizieren, an einem neuen Ort (oder bei einem der Partner) eine Gemeinschaftspraxis betreiben; ausführlich
Teilberufsausübungsgemeinschaft - Teilgemeinschaftspraxis
nach der 2007 erlassenen Vertragrechtsänderung können sich (meist spezialisierte) Zahnärzte unter Beibehaltung ihres eigentlichen Vertragszahnarztsitzes in einer zusätzlichen Gemeinschaftsform mit Anderen zusammenschließen und sich dabei auf spezifische Behandlungsaufträge beschränken; ausführlich
durch das GKV-Modernisierungs-Gesetz (GMG) geschaffene neue Strukturen als fachübergreifende ärztlich geleitete Einrichtungen, in denen Ärzte/Zahnärzte, die in das Zulassungs-Register eingetragen sind, als Angestellte oder Vertrags(zahn-)ärzte tätig sein können. In der ZHK bisher (2010) ohne Bedeutung; ausführlich
Anstellung von Zahnärzten; ausführlich
Heilkunde GmbH - Zahnheilkunde GmbH
die Praxistätigkeit wird von einer GmbH ausgeübt. Sie lässt diese durch angestellte, weisungsfrei tätige Zahnärztinnen/Zahnärzte erbringen. Im Gegensatz zu Medizinischen Versorgungszentren im Privatbereich tätig. Vorteil: eine GmbH unterliegt nicht den strengen Werbebestimmungen. In der ZHK bisher (2009) ohne Bedeutung.
seit 2007 bestehende Möglichkeit (§24 Abs. 5 ZVO) für spezielle Untersuchungs- und Behandlungsleistungen außerhalb der Praxisräume aber in räumlicher Nähe zum Vertragszahnarztsitz.
Zahnärzte können sich zu einer Gemeinschaft für zahntechnische Leistungen zusammenschließen, um Kosten für teure Geräte gemeinsam zu tragen. Darin angestellte Zahntechniker müssen per (Teilzeit-)Arbeitsvertrag für die jeweilige Praxis tätig werden.
Gemeinschaftlicher Betrieb von Geräten - Apparategemeinschaft
verschiedene Formen, (teure) Apparate gemeinsam zu nutzen, z.B. als GmbH mit anderen Gesellschaftern oder als Genossenschaft
2016: 71.425 Zahnärzte
und ihre Teams für
Betriebswirtschaftliche Kostenstruktur
Praxis in Prozent - 2014
Angestellte Zahnärzte,
Praxismitarbeiter,
Investitionen bei der zahnärztlichen
Existenzgründung , 2013-2015
Für das Jahr 2012 gibt das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ-Köln) folgende zentrale Ergebnisse an:
".. Die Übernahme einer Einzelpraxis war im Jahr 2012 die häufigste Form der zahnärztlichen Existenzgründung. 61 % der Zahnärzte entschieden sich für diesen Weg in die Selbstständigkeit.
.. Das Finanzierungsvolumen einer Einzelpraxisübernahme belief sich 2012 auf 301.000 Euro; dies entspricht in etwa dem Vorjahresniveau.
.. Im Jahr 2012 betrug das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer Einzelpraxis 406.000 Euro und lag somit 7 % unter dem Vorjahreswert.
.. Im Jahr 2012 wählten 27 % der zahnärztlichen Existenzgründer die Berufsausübungsgemeinschaft; bei den jüngeren Zahnärztinnen und Zahnärzten (bis 30 Jahre) lag der Anteil der Berufsausübungsgemeinschaft bei 41 %.
.. Die Niederlassung in Form einer Berufsausübungsgemeinschaft erforderte 2012 ein deutlich höheres Finanzierungsvolumen als im Vorjahr. Die Neugründung einer Berufsausübungsgemeinschaft schlug mit 340.000 Euro zu Buche, während die Übernahme einer Berufsausübungsgemeinschaft im Schnitt ein Finanzierungsvolumen in Höhe von 321.000 Euro erforderte.
.. Während das Finanzierungsvolumen von kieferorthopädischen Fachpraxen im Durchschnitt auf dem Niveau allgemeinzahnärztlicher Praxen lag, wurde bei Existenzgründungen von oralchirurgischen Praxen sowie von MKG-Fachpraxen in der Regel ein gegenüber allgemeinzahnärztlichen Praxen um 20 % bis 30 % höheres Finanzierungsvolumen benötigt."
Kantenbiss, Zangenbiss, gerader Biss, Orthogenie, Labidodontie, im Seitenzahnbereich auch: (doppelter) Höckerbiss, engl.: edge-to-edge bite or end-to-end bite; Zusammenbiss, bei dem die Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer aufeinander beißen (normalerweise "Überbeißen" die oberen die unteren Schneidezähne) bzw. die Zahnhöcker (im Backenzahnbereich) aufeinander treffen.
engl.: head-chin cap (cup), kieferorthopädisches Behandlungsmittel zur Rückwärtsverlagerung des Unterkiefers. Im Kleinkindalter als alleiniges Hilfsmittel, im normalen Behandlungsalter gelegentlich als unterstützende Maßnahme bei der Progeniebehandlung.
Headgear, Kinnkappe, Kinnschleuder
engl.: capitation fee;
1.) Eine der Vergütungsformen in der Gesetzlichen Krankenversicherung: Der (Zahn-)Arzt wird nicht nach seiner tatsächlichen Leistung, sondern "pro Kopf" seiner Patienten mit einem vorher "ausgehandelten" Betrag entschädigt. Diese Zahlung beinhaltet dann die gesamte medizinische Versorgung des betreffenden Patienten im ambulanten Bereich für einen bestimmten Zeitraum (meist ein Quartal).
Nach Einschätzungen des IDZ bestehen folgende "Anreizwirkungen" bei pauschalen Vergütungen:
keine überflüssige Leistungserbringung
präventive (vorbeugende, prophylaktische) Orientierung
verwaltungstechnisch einfach; keine Notwendigkeit, die Leistung des Arztes nach Verfahren oder Behandlungsfällen zu untergliedern (Kopfpauschale)
erleichtert eine vorausschauende Budgetierung
Maximierung der eingeschriebenen Patienten (Kopfpauschale)
technische Schwierigkeiten, die Behandlungsfälle in Standardlisten zu erfassen (Fallpauschale)
Schwierigkeiten für die Kostenträger, die Praxis des Arztes zu beurteilen (Kopfpauschale)
2.) auch "Kopfprämie", "Gesundheitsprämie", als eines der neuen Denkmodelle ( Bürgerversicherung) als Reformansatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV): Es sollen alle Versicherten – also auch bislang beitragsfrei mitversicherte Ehefrauen – einen festen Beitrag (etwa 180 Euro/Erw., 80 EURO/Kinder, Stand 2008) monatlich bezahlen. Personen mit geringem Einkommen erhalten staatliche Ausgleichszahlungen; kein Haushalt soll mehr als 14 % seines verfügbaren Einkommens ausgeben müssen - die Kosten dafür werden auf 40 Milliarden Euro geschätzt. Die Lohnkosten ("Faktor Arbeit") stehen bei dieser Lösung nicht ständig in der sozialpolitischen Diskussion; der Arbeitgeberanteil wird zu einem festen Betrag an den Arbeitnehmer ausgezahlt, welcher wiederum frei in der Wahl seiner Versicherung ist. Es werden dadurch erhebliche Anreize zu mehr Wettbewerb im Gesundheitssektor gefördert.
Zu den Auswirkungen/Belastungen lässt sich sagen: Wer zu den Besserverdienern gehört, fährt bei einer Bürgerversicherung schlechter, gewinnt aber bei der K.. Die Grenze soll bei einem Jahresbruttoeinkommen von 50.000 Euro liegen. Untere und mittlere Einkommensschichten dagegen werden von den K. stärker belastet.
Bürgerversicherung, Capitation-Modell, Einzelleistungsvergütung, Fallpauschale, Festzuschuss, Gesamtvergütung, Gesetzliche Krankenversicherung, Gesundheitsreform (ab 2004), Komplexgebühr
Koplik-Zeichen, engl.: Koplik's spots; Frühsymptom bei Masern (measles); rote Flecken mit weißem Zentrum auf der Wangenschleimhaut in der Molarengegend, welche bis zu 2 Tage vor dem eigentlichen Ausbruch der Masern auftreten.
durch Masern im Alter
von 4 Wochen bedingte Schmelzhypoplasie
Korbhenkel - Röntgenaufnahme , spezielle Röntgentechnik (in axialer Richtung) bei Mittelgesichtsverletzungen zur Erkennung einer Jochbogen-Fraktur ; Henkeltopf-Aufnahme
Korff Fasern
von Korff-Fasern, Korffsche Fasern, engl.: Korff's fiber; relativ dicke, radiär angeordnete argyrophile (netzartige) Faserbündel, die von Mesenchymzellen der Zahnpapille gebildet werden. Sie sind bedeutend dicker als die von den Odontoblasten gebildeten ß-Fibrillen.
Korkhaus , bedeutender Bonner Kieferorthopäde (1895-1978); http://www.kfokompakt.de/
engl.: dressing forceps; vielseitiges chirurgisches Instrument mit geraden oder gebogenen Branchen, z.B. zum Einführen von Drains, zum Zureichen steriler Instrumente, als Stieltupferzange, zur Abszessaufspreizung usw.
koronal , engl. : coronal; zur Zahnkrone hin gerichtet, gelegen, im Bereich der Zahnkrone; Corona, Zahnflächen
Konstitutionstypen; Beschaffenheit eines menschlichen Individuums und u.a. das äußere Körperbild prägende Eigenschaft. Wikipedia schreibt dazu:
"... Die Einteilung der Konstitutionstypen geht auf den Psychiater Ernst Kretschmer in den 1920er Jahren zurück. Er unterteilte in:
* Pykniker: mittelgroß, gedrungener Körperbau, Neigung zu Fettansatz, Brustkorb unten breiter als oben, kurzer Hals und breites Gesicht. Temperament behäbig, gemütlich, gutherzig, gesellig, heiter, lebhaft bis hitzig oder auch still und weich.
* Athletiker: kräftiger Körperbau, breite Schultern, oben breiter Brustkorb. Temperament im Allgemeinen heiter, forsch und aktiv.
* Astheniker / Leptosome: mager, zart, eng- und flachbrüstig, mit dünnen Armen und Beinen, körperlich und geistig empfindlich, kompliziert, sprunghaft. Astheniker seien Menschen von blass-schmalgesichtigem, "asthenischem" ("schwachem") Konstitutionstyp. Verhältnismäßig lange, dünne Gliedmaßen, ausgezeichnet durch Langhalsigkeit, einen relativ kleinen Kopf und einen schmalen, flachen Brustkorb. Als leptosom bzw. leptomorph bezeichnete Kretschmer Menschen mit schlankem, schmalwüchsigen Körperbau und schmalen, leichtknochigen Gliedmaßen. Bei diesem Konstitutionstyp sei ein epigastrischer Winkel von weniger als 80 Grad zu beobachten. Es liege also eine "Schmalbrust" vor.
* Dysplastiker: Kleinere Körperbauvarianten, von den (oben beschriebenen) drei verbreitetsten Körperbauformen abweichend. ..."
Derartige Unterscheidungen sind in der ZHK von Bedeutung bei der Auswahl von künstlichen Zähnen (Zahnersatz), da die oben beschriebene Unterteilung Auswirkungen auf die Zahnform und Größe der Ersatzzähne haben sollte, um ein harmonisches Erscheinungsbild des Lückenersatzes zu erreichen.
Körperachsen, medizinische Ebenen, Bezugsebenen, engl.: body planes, body axis (orientation terms), reference planes; vielfältige anatomische Ebenen mit unterschiedlichen Bezeichnungen im Schädel bzw. Körperbereich; teilweise auf nebenst. Abb. dargestellt.
Im Schädelbereich lässt sich durch drei, jeweils senkrecht zueinander stehende Ebenen (3-D-Raum) - dies sind Frankfurter Horizontale, Frontalebene und Medianebene - jeder Punkt genau festlegen.
Die Schnittlinien der K. ergeben die sog. Körperachsen:
sagittale Achse: von anterior nach posterior ("von Vorn nach Hinten")
transversale Achse: von medial nach lateral ("von der Mitte zur Seite")
vertikale Achse: von superior nach inferior ("von Oben nach Unten")
A-Pog-Ebnene, Französische Horizontalebene, kaudal, Raphe-Median-Ebene, Medianebene, Sagittalebene, ventral, Zahnflächen
http://www.uni-mainz.de/ ; http://www.fanatomic.de/index2.html
körperliche Zahnbewegung, engl.: bodily movement; Zahnbewegungen
des Öffentlichen Rechts (KdÖR), engl.: corporate of the public right; rechtsfähiger, mit hoheitlichen Befugnissen ausgestatteter Verband zur Erfüllung staatlicher Aufgaben. Er führt diese gesetzlich übertragenen Aufgaben in eigener Verantwortung unter staatlicher Aufsicht durch (keine Fachaufsicht, sondern staatliche Rechtsaufsicht). Im deutschen Gesundheitswesen sind im Rahmen der Selbstverwaltung Ärzte/Zahnärzte mit einer Zwangsmitgliedschaft*) in den K. Kammern und/oder kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen verankert. So sind alle approbierten Zahnärzte - je nach Tätigkeit mit unterschiedlich hohen Beiträgen - den Zahnärztekammern unterstellt; zusätzlich müssen Vertragszahnärzte, den kassenzahnärztlichen Vereinigungen - ebenfalls kostenpflichtig - beitreten. *) OLG-Urteil zur Zwangsmitgliedschaft im Wortlaut (2008).
Berufsgenossenschaft, KZBV, KZV, Selbstverwaltung, Zahnärztekammer
Körperschmuck im Mund-Gesichtsbereich ; Zahnschmuck
engl.: bodily harm or body injury; Beeinträchtigung/Beschädigung der körperlichen (im weiteren Sinne auch seelischen) Unversehrtheit eines Menschen durch eine andere Person. So ist z.B. ein medizinischer Eingriff ohne Einwilligung des Patienten nur aufgrund eines Gesetzes möglich (z.B. Blutentnahme), sonst besteht ein Straftatbestand. Ärztliche Eingriffe gelten primär als K., welche durch die Einwilligung des Patienten aufgehoben wird (sog. Rechtfertigungsgrund). Dieses Selbstbestimmungsrecht kann der Patient aber nur dann sinnvoll ausüben, wenn er vom Arzt über seine Erkrankung und deren Behandlung vorher derartig aufgeklärt wird, dass er die Tragweite in wesentlichen Zügen erfassen kann. Nicht als K. gilt eine ärztliche Maßnahme nur dann, wenn ein "rechtfertigender Notstand" (z.B. eine Bewusstlosigkeit) vorliegt.
Aufklärung, Haftung
Korrekturabformung, "Futterabdruck", "Ergänzungsabdruck", engl.: correctable (corrective) impression; im Gegensatz zum Doppelmischabdruck bzw. einphasigen Abformung handelt es sich um eine zweizeitige Abformung: Nach einer groben Abformung des Kiefers oder Teilen davon ( Präparation) mit einer relativ festen ("knetbaren") Masse, wird in einem zweiten Arbeitsgang ("zweizeitig") der Erstabdruck (auch: Vorabdruck) mit einer dünnfließenden Masse ("Korrekturmasse", Abb.: violett) verfeinert ("korrigiert"). Um eine übermäßige Kompression ("Verdrängungseffekt", "Stempelwirkung") des Erstabdrucks zu vermeiden und genug Schichtdicke für die Zweitabformung zu erhalten, wird der Einsatz von Abflusskanälen und/oder das Verwenden einer Trennfolie (Platzhalterschicht, http://www.us-dental.de/Tops/plicafol.htm) empfohlen. Der K. erlaubt bei entsprechender Vorbereitung vor allem eine gute Darstellung von Strukturen innerhalb der Zahnfleischtasche, während der Zahnstumpf selbst wegen "Verdrängungseffekten" geometrisch nicht optimal dargestellt wird.
Abdruck, Doppelmischabdruck, Elastomere, Zweiphasenabformung
engl.: corrosion; Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner Umgebung (Gase, Elektrolyte usw.) derart, dass eine messbare Veränderung (meist im negativen Sinn) des Werkstoffes eintritt. Vielfältige Unterteilung, z.B. in:
biologische Korrosion, Biokorrosion, welche im Prinzip eine elektro-chemische (s.u.) ist; mit dieser Bezeichnung soll den komplexen Vorgängen im biologischen Milieu Rechnung getragen werden. Insofern sind auch "Korrosionstests" (sog. Korrosionsversuche) im Labor mit einfachen Elektrolyten nur bedingt übertragbar. In fast allen Fällen bilden sich auf festen Oberflächen sesshaft werdende Algen, Pilze und Bakterien in Form von stabilen Biofilmen. Ihre Stoffwechselprodukte (Schwefelwasserstoff, Schwefelsäure, Salpetersäure u.v.a.) lösen dann die verschiedensten Korrosionsarten aus. Viele Zusammenhänge sind noch unerforscht.
chemische Korrosion, Reaktion mit Lösungsmitteln, Gasen und anderen Substanzen durch oberflächliche Eindringung des Lösungsmittels ("Weichmacher"). Bei Metallen und Legierungen ist vor allem die Reaktion mit Luftsauerstoff (= trockene Korrosion) bekannt (z.B. Titan). Diese Reaktionen erfolgen stark beschleunigt bei hohen Temperaturen, so z.B. beim "Aufbrennen"; die sich bildende Legierungsoxidschicht stellt einen stabilen Verbund zwischen Legierung und keramischen Massen bei der Verblend-Metall-Keramik Technik dar. Reaktionen bei hohen Temperaturen, ohne die Anwesenheit von Sauerstoff, werden als Heißgaskorrosion bezeichnet
elektro-chemische Korrosion, Hierbei kommt es zur Ausbildung von Korrosionselementen. In Korrosionselementen liegt zwischen dem Anoden- und Kathodenbereich eine Spannung vor. Die ablaufenden Prozesse sind von einander abhängig, können jedoch unterschiedlich weit voneinander entfernt stattfinden. Diese Elemente können aufgrund unterschiedlicher Potentiale, wie es bei der Kontaktkorrosion der Fall ist, auftreten. Bei ihr stehen verschiedene Metalle miteinander in leitendem Kontakt und es ist ein ionenleitendes Medium vorhanden. Ein Beispiel hierfür sind Rohrinstallationen aus verschiedenen Materialien, so wenn beispielsweise die Warmwasser-Kupferleitung mit der Kaltwasser-Stahlleitung in Kontakt kommt. Diese Korrosionsart kann auch auf Grund eines unterschiedlicher Sauerstoffgehalt im Elektrolyten auftreten; ein Beispiel hierfür ist das Rosten von Eisen.
Weiter ist bekannt, dass bei gleichzeitiger Verwendung edelmetallhaltiger Legierungen Titan als Anode dient und korrodieren kann; hingegen wird Titan in Verbindung mit edelmetallfreien Legierungen zur Kathode und bleibt stabil - die Korrosion findet in solchen Fällen zu Lasten der anderen Metalle statt.
selektive Korrosion, diese kann bei allen metallischen Werkstoffen auftreten, deren Gefüge aus inhomogenen Kristalliten besteht. Ein Gefügebestandteil löst sich anodisch auf, ein weiterer wirkt als Kathode.
Die Korrosionsfestigkeit wird nach der Norm DIN 13906-T2 gemessen (Immersionstest). Dabei wird der Gewichtsverlust einer Probe festgestellt die in einer Korrosionslösung bestehend aus 0,1M Milchsäure und 0,1M Kochsalz bei 37 Grad Celsius in sieben Tagen auftritt. Die unterschiedliche Toxizität der Ionen wird hierbei nicht berücksichtigt.
Edelmetalle, Galvanismus im Mund, Legierung, Legierungspass, Metallosis, NEM, Spannungsreihe v. Metallen
Kortikalis , Rindenschicht, substantia corticalis, engl.: corticalis; äußere, harte Schicht des Knochens; im Unterkiefer auch als Kompakta bezeichnet; Spongiosa
engl.: corticotomy; 1.) historischer chirurgisch-kieferorthopädischer Eingriff zur Knochenschwächung, um größere Zahnbewegungen durchführen zu können. Es erfolgt eine Durchtrennung der Kortikalis zwischen den Zähnen, die bewegt werden sollen. Heute nur noch vereinzelt angewandt (palatinale Kortikotomie nach Bichlmayr, vestibulär-palatinale Kortikotomie nach Köle)
http://www.medeco.de/index.php?id=362
2.) im Rahmen einer Sequesterentfernung bei bestehender Osteomyelitis durchgeführte Maßnahme zur Freilegung von spongiösem Knochen, welcher aufgrund besserer Durchblutung bessere Heilungsaussichten bietet.
engl.: corundum; Mineral, zu 90 - 95 % kristallines Aluminiumoxid. Sehr harter Werkstoff (Mohs-Härte = 9, nach dem Diamant das zweithärteste natürliche Mineral), als Schleif- und Poliermittel in der ZHK gebräuchlich (sog. "Steinchen"). Heute meist synthetisch hergestellt.
Bohrer, Karborund, Schleifmittel
Koryphäen-Killer-Syndrom
"Doctorhopping", "Doctor-Shopping-Syndrom"; Schlagwortbez. für eine psychosomatische Störung, welche u.a. die hartnäckige Patientenforderung nach erneuten Untersuchungen beschreibt, obwohl bisher von mehreren Ärzten kein Anhaltspunkt für eine körperliche Störung gefunden werden konnte.
"Schönheitspflegemittel", engl.: cosmetics; es gibt keine einheitlich bekannte Definition für diesen Begriff. Landläufig werden darunter Präparate für die Körper- und Schönheitspflege der Haut, der Nägel und der Haare verstanden. Die Richtlinie 76/768/EWG des Rates vom 27. Juli 1976 definiert:
"Kosmetische Mittel sind Stoffe oder Zubereitungen , die dazu bestimmt sind, äußerlich mit den verschiedenen Teilen des menschlichen Körpers (Haut, Behaarungssystem, Nägel, Lippen und intime Regionen) oder mit den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle in Berührung zu kommen, und zwar zu dem ausschließlichen oder überwiegenden Zweck, diese zu reinigen, zu parfümieren, zu schützen, um sie in gutem Zustand zu halten, ihr Aussehen zu verändern oder den Körpergeruch zu beeinflussen.". Die heute geläufigen Zahnpasten werden den K. zugeordnet.
Bleaching, Mundspüllösungen, Zahnpasta
(Zahnheilkunde), engl.: cosmetic dentistry; in den 60er Jahren des letzten Jhds. geprägter Begriff mit der Auffassung, dass Zahnheilkunde nicht nur aus Krankheitsbehandlung besteht, sondern dass man auch die Kenntnisse und Fähigkeiten von Zahnärzten dazu einsetzen könnte, das persönliche Erscheinungsbild zu verbessern, statt nur Schäden zu reparieren. Definiert ist hiernach - ähnlich den Vorstellungen der WHO - der Begriff "(Mund-)Gesundheit" als ein persönliches Wohlgefühl statt nur als „Abwesenheit von Krankheit“. Einer der Leitsätze dieser kosmetischen Richtung lautet: "Das Lächeln ist ausschlaggebend". Subsumiert werden unter diesem Begriff weiter Tätigkeiten - ohne klare Abgrenzung - wie:
-- Präventive Zahnheilkunde und Parodontologie
-- Ästhetische Zahnheilkunde
-- Interdentalraumzahnheilkunde
-- Zahnaufhellung und Bleichen
ästhetische Analyse, ästhetische Zahnmedizin, Dysmorphophobie, Eugnathie, Keramikschulter, Kieferprofilfeld, Mock-up, rosa Ästhetik, Mundgesundheit
engl.: refund of cost; immer wieder diskutierte Form des Zahlungsflusses bei gesetzlich versicherten Patienten: Statt beanspruchte Leistungen über die - für den Patienten anonyme - Chip-Karte abzurechnen, erhält der Patient eine Rechnung über die von ihm verursachten Kosten in einer (Zahn-)Arzt-Praxis und wendet sich damit an seine gesetzliche Krankenkasse, die ihm - ähnlich wie bei einer privaten Versicherung - auf der Grundlage ihrer Tarife die Rechnung ganz oder teilweise erstattet.
In der ZHK 1998 bei Zahnersatzleistungen praktiziert, wurde diese Möglichkeit der Kostentransparenz 1999 durch "Rot-Grüne-Koalition" wieder verlassen und schließlich mit der Gesundheitsreform (2004) zunächst bei den Festzuschüssen für Zahnersatz wieder eingeführt.
Der neugefasste Text - aufgrund des GMG - des Sozialgesetzbuch V lautet zur K.:
§ 13 Kostenerstattung Abs. 2 Sätze 1,2,9
"(2) Versicherte können anstelle der Sach- oder Dienstleistungen Kostenerstattung wählen. Sie sind von ihrer Krankenkasse vor ihrer Wahl zu beraten. Eine Beschränkung der Wahl auf den Bereich der ambulanten Behandlung ist möglich. Nicht im Vierten Kapitel genannte Leistungserbringer dürfen nur nach vorheriger Zustimmung der Krankenkasse in Anspruch genommen werden. Eine Zustimmung kann erteilt werden, wenn medizinische oder soziale Gründe eine Inanspruchnahme dieser Leistungserbringer rechtfertigen und eine zumindest gleichwertige Versorgung gewährleistet ist. Die Inanspruchnahme von Leistungserbringern nach § 95b Abs. 3 Satz 1 im Wege der Kostenerstattung ist ausgeschlossen. Anspruch auf Erstattung besteht höchstens in Höhe der Vergütung, die die Krankenkasse bei Erbringung als Sachleistung zu tragen hätte. Die Satzung hat das Verfahren der Kostenerstattung zu regeln. Sie hat dabei ausreichende Abschläge vom Erstattungsbetrag für Verwaltungskosten und fehlende Wirtschaftlichkeitsprüfungen vorzusehen sowie vorgesehene Zuzahlungen in Abzug zu bringen. Die Versicherten sind an ihre Wahl der Kostenerstattung mindestens ein Jahr gebunden." Achtung: Wer sich in der GKV für das Prinzip der K. entscheidet, muss mit höheren Zuzahlungen bei Medikamenten rechnen. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) dürfen die Rabatte, die den Kassen sonst von Apotheken und Pharmafirmen gewährt werden, den Patienten in Rechnung gestellt werden.
Somit ergibt sich bei einer generellen K. für gesetzlich Versicherte (Stand 2010):
* Kassenzulassung des (Zahn-)Arztes als Voraussetzung für eine K.
* Antrag durch Patienten bei seiner Gesetzlichen Krankenkasse vor Behandlungsbeginn
* Einverständniserklärung des Patienten
* Wirtschaftliche Aufklärung durch den behandelnden (Zahn-)Arzt
* Liquidation auf Grundlage der GOZ
* Während die Entscheidung für die K. bis 2010 mindestens ein Jahr lang bindend war, gilt sie ab 2011 für drei Monate.
* da die Bedingungen der K. für den Patienten sehr kompliziert und unvorteilhaft sind, machen nur wenige davon Gebrauch (2010)
Kostenerstattung (Gesetz, 2011) ; http://www.fvdz.de/kostenerstattung.html
Mit Inkrafttreten des GKV-WSK (2007) sind gravierende Änderungen bei der K. eingetreten Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der Gesetzlichen Krankenversicherung
Einzelleistungsvergütung, Festzuschüsse, Gesundheitsreform (ab 2004), Patientenquittung, Sachleistung, Selbstbehalt
Kragenplatte
engl.: collar plate; Schlagwortbezeichnung für eine heute nicht mehr gebräuchliche (obsolet!) Metallbasis, bei welcher die Gaumenbasis bzw. der Sublingualbügel bis an die (Schneide-)Zähne vorgezogen wird und diesen "kragenförmig (s. Abb.) anliegt (sog. "Kragenfassung") und evtl. auch noch durch Krallen übergreift (sog. "Krallenauflage"). Begründet wird diese Konstruktion im Unterkiefer mit einem Tragekomfort und im Ober- und Unterkiefer mit einer leichteren Erweiterbarkeit dann, wenn einer der bedeckten Zähne erweitert werden muss. Aus parodontalhygienischen Gründen (es fehlt eine Speichelumspülung der Zahnfleischränder und Interdentalpapillen und somit eine natürliche Selbstreinigung und Remineralisierung dieser Gewebe, was u.U. zu schweren Entzündungen und Zerstörung der Zähne durch Karies führen kann) gilt die Eingliederung heute als Kunstfehler.
Von einer Kragenfassung (collar setting) spricht man auch, wenn künstliche Zähne beim Zahnersatz im Zahnhalsbereich auf der lingualen/palatinalen Seite von Metall eingefasst sind. Wegen der dadurch bedingten dünneren Ausgestaltung der Prothesenbasis in diesem Bereich, gilt diese Art als phonetisch günstig.
Modellguss, Teilprothese
Kralle, Krallenhebel, Hebel
Krallenschiene , Elbrecht Schiene
Krampon , engl.: pin; Verankerungselement für Kunstzähne; Goldknopfzähne
engl.: wire bending pliers; zahntechnische und zahnärztliche Universalzange, meist mit geriffelten Maul. Anwendung z.B. zum Halten von zahnärztlichen Arbeiten, Biegen von Drähten und Klammern usw.
kranial , cranial, engl.: cranial; zum Schädel hin gerichtet, den Schädel betreffend, nach oben hin
kranio-fazial, engl.: craniofacial, cranio-facial; aus den Wortteilen "kranio" = "Schädel" und "fazial" = "Gesicht" zusammengesetzt, bedeutet der Ausdruck "den Hirn- und Gesichtsschädel betreffend"
kraniofaziale Dysplasie , Gesichtsspalte
kranio-mandibulär, engl.: craniomandibular, cranio-mandibular; kranio = abgeleitetes Wortteil für Schädel o. Kopf, mandibula = Unterkiefer, CMD
Schädel(ver)messung, engl.: craniometry; durchgeführt direkt am lebenden oder toten Körper (nicht am Röntgenbild = Kephalometrie); http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gray_Surface-head.jpg
engl.: case history, medical record ;Gesamtheit aller erhobenen und dokumentierten Informationen (Krankenblatt) über den Krankheitsverlauf und die Vorgeschichte dazu eines Patienten; häufig mit dem Begriff Anamnese gleichgesetzt. Die eigentlich K. umfasst im deutschen Sprachgebrauch mehr: Anamnese, Diagnosen, Differentialdiagnosen und Verdachtsdiagnosen, Labor- und Histologiebefunde, Röntgenbilder, OP-Berichte, Rezeptverordnungen, Patientenhinweise und -aufklärungen, Patientenverfehlungen (nicht eingehaltene Termine und Anweisungen), Arztbriefe, Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen, Aufzeichnungen zu besonderen Zwischenfällen und Komplikationen, die Dokumentation der durchgeführten Untersuchungen, der Therapiemaßnahmen und dem Krankheitsverlauf. Festgehalten werden diese Dinge in einer sog. Krankenakte oder Patientenakte (engl.: medical record; schriftlich und/oder elektronisch).
Aufbewahrungsfrist, Aufklärung, Dokumentation ; ausführlich mit Beispielen (PDF, 1,1 MB, ©: aus "Der Hessische Zahnarzt", 2003)
Krankenkasse , engl.: health insurance, Gesetzliche Krankenversicherung, private Krankenversicherung
Krankenversichertenkarte , KVK; engl.: medical insurance card, ehemals als nur bedingt maschinenlesbarer Krankenschein bekannt.
elektronische Gesundheitskarte, Chip-Karte
Erkrankung, Morbus, engl.: disease, illness; unklar definierter Begriff bei einer drohenden oder tatsächlichen Beeinträchtigung körperlicher, geistig-seelischer sowie sozialer Fähigkeiten, welche die Leistungsfähigkeit und häufig auch das subjektive Wohlbefinden derart verändern, dass ein nachteiliger Zustand eingetreten ist oder dieser zu erwarten ist. Je nach sozialpolitischer Gegebenheit (Versicherungsfall Krankheit, Leistungspflicht der Krankenversicherung) erfolgen zum Krankheitsbegriff Definitionen wie: "Krankheit ist jede Störung der normalen Beschaffenheit oder der normalen Tätigkeit des Körpers, die geheilt, d. h. beseitigt oder gelindert werden kann." (BGH, 1958) oder: "Krankheit ist ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand, der ärztlicher Behandlung bedarf und/oder Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat" (Bundessozialgericht). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schreibt zur Gesundheit: "Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit und Gebrechen."
Gesundheit, Mundgesundheit, Zahngesundheit
Krankheitsursache , engl.: cause of disease, etiology; Ätiologie
Krebs ; Mundhöhlenkarzinom
engl.: white spot; entkalkungsbedingte, weißliche Verfärbung der Zahnoberfläche als ein Früherkennungszeichen einer Karies. Initialkaries, white spot
"Knochenreiben", engl.: crepitation; hör- und tastbare reibende Geräusche - besonders im Unterkiefer - beim Bewegen der Knochenstücke als diagnostisches Merkmal einer Fraktur. Kieferbruch
Kresol , Methylphenol; Phenol, Trikresol
limbal, engl.: crestal; im Bereich des Arcus alveolaris (Limbus alveolaris) gelegen. So liegt bei einem klassischen Implantat der Implantatkörper infrakrestal, der Implantathals suprakrestal ; crestal
engl.: cross hypersensitivity; Fehlreaktion des Immunsystems auf verschiedene Stoffe, die es nicht nur als gefährlich, sondern auch als ähnlich erkennt, bedingt durch botanische oder chemische Verwandtschaft dieser Stoffe. So gehen bspw. Allergien gegen bestimmte Pollen nicht selten mit einer Allergie gegen bestimmte pflanzliche Lebensmittel einher.
Allergie , Antibiotika, Kreuzresistenz
umgekehrte Verzahnung, Okklusionsabweichung, engl.: cross-bite, Xbite; bedingt durch Wachstumsstörungen oder einen zu frühen bzw. zu späten Durchbruch einzelner Zähne oder Zahngruppen. Meist ist der Oberkiefer zu schmal und dies führt zu einer Abweichung des Unterkiefers auf die vom K. betroffene Seite. Unterteilung in:
frontaler Kreuzbiss, auch: umgekehrter Überbiss, sagittaler Kreuzbiss (sagittal crossbite)
verbunden mit einer umgekehrten Frontzahnstufe; eine oder mehrere Unterkiefer-Frontzähne beißen über die oberen Frontzähne
lateraler Kreuzbiss, auch: transversaler Kreuzbiss (transverse crossbite)
einseitig oder beidseitig ausgeprägt, beißen die Unterkieferseitenzähne über die oberen
zirkulärer Kreuzbiss (circular crossbite)
bei einem im ganzen zu großen Unterkiefer ergibt sich eine Kombination aus beiden oben aufgeführten Arten; meist bei einer Progenie vorkommend
Abweichung, AufbissPlatte, Gaumennahterweiterung, kieferorthopädische Frühbehandlung, Innen-/Außenstand, Mittellinienverschiebung, QuadHelix, Spatelübungen
zirkulärer K.
Kreuzfissur ; Hauptfissur
engl.: cross-resistance; Unempfindlichkeit (Resistenz) gegenüber zwei oder mehreren Antibiotika gleichzeitig. Meistens dann der Fall, wenn die Antibiotika sehr ähnlich aufgebaut sind und/oder über den gleichen Wirkungsmechanismus verfügen. Beispiele sind die K. von Penicillinen und Cephalosporinen oder Lincosamide und Erythromycin.
krevikulär , crevikulär, engl.: crevicular; die Zahnfleischtasche, den Sulkus betreffend
engl.: (dental) crown o. corona, für künstliche Krone: crown, cap; vielfältiger Oberbegriff für:
den mit Schmelz bedeckten sichtbaren Teil des natürlichen Zahnes (= anatomische Krone) in einem normalen Gebiss. Die klinische Krone bezeichnet den Teil des Zahnes, welcher in die Mundhöhle ragt. In einem normalen, jugendlichen Gebiss ist anatomische K. länger als die klinische K.; bedingt durch einen Zahnfleischrückgang ( Gingivarezession) können bei der klinischen K. auch weitere Teile des Zahnes (Zahnhals, Zahnwurzel) sichtbar werden - das Verhältnis kehrt sich um. Zahn
künstlicher Ersatz (= prothetische Krone) oder zahnärztliche Restauration der anatomischen o. klinischen Krone (s.o.), welcher die zerstörten Teile des Zahnes rekonstruiert; mit einer groben Unterteilung in Teilkrone und Vollkrone. Im Gegensatz zu einer Füllung, welche immer im oder am Zahn verankert ist, überzieht sie als "schützende Hülle" den vorher beschliffenen ( Präparation) Zahn ("Zahnstumpf") aus Metall oder Keramik oder einer Kombination aus beiden Werkstoffen; früher auch aus Kunststoff. Moderne Techniken erlauben es heute, dass sich der ehemals zerstörte Zahn in Funktion, Farbe und Form wieder harmonisch (funktionell u. kosmetisch) in das bestehende Gebiss einfügt. Daneben werden K. als Halteelemente für Zahnersatz ( Klammer- o. Schutzkrone , Pfeilerkrone) oder (seltener) aus rein kosmetischen Gründen angefertigt.
In der Therapie befinden sich eine Vielzahl von unterschiedlichen K., wobei die Unterscheidung entweder nach der Art der Präparation und/oder nach den eingesetzten Materialien erfolgt. Die Zusammenstellung ist alphabetisch, in der Mehrzahl angewandt werden Metallkeramik-, Keramik und Vollgusskronen:
Fingerhutkrone; Krone über eine vorhandene "Krone" bzw. aufzementierte Metallkappe oder über ein Brückenglied Fingerhutkrone
Folienkrone
galvano-keramische Krone ("Galvanokrone"), auch AGC™-Verfahren, vollkeramischer Überzug auf einem dünnen, reinen Goldkäppchen; Galvanotechnik
Gusskrone, mit Unterteilung in Verblendkrone und Vollgusskrone
Hülsenkrone, "Hülse"; Oberbegriff für alle Kronenarten, welche die gesamte klinische Zahnkrone (s.o.) bedecken/umfassen; Begriff teilweise auch mit vorgefertigten Kronen gleich gesetzt
Implantatkrone; auch als Suprakonstruktion des Implantats bezeichnet. I.d.R. Verwendung von Vollkeramik- oder Verblendmetallkeramik-Systemen, Suprakonstruktion
Jacket- oder Vollkeramikkrone; ausschließlich aus keramischen Massen gefertigte K. ; Jacketkrone
Kunststoffkrone; zur dauerhaften Versorgung heute nicht mehr gebräuchliche Kronenart; Kunststoffkrone
Mantelkrone; Bezeichnung für eine K., welche ganz aus einem nichtmetallischen Werkstoff besteht; i.d.R. keramische Massen (Jacket- oder Vollkeramikkrone), seltener Kunststoff
Metallkeramikkrone, VMK-Krone; eine keramische Masse wird auf eine gegossene Metallkappe "aufgebrannt"; Metallkeramik
Stiftkrone, stiftverankerte Krone; bei starker Zerstörung der Zahnkrone wird bei einem devitalen ("toten") Zahn eine zusätzliche Verankerung in der Zahnwurzel geschaffen; Stiftaufbau
Teilkrone; es wird nur ein Teil des Zahnes überkront, da noch nicht soviel Zahnsubstanz zerstört ist. Die Übergänge Onlay-Overlay-Teilkrone sind fließend; Teilkrone
Teleskopkrone, Doppelkrone; dient als kombiniertes Halteelement für aufwendigen, herausnehmbaren Zahnersatz; Teleskopkrone
Verblendkrone; Metallkrone, bei welcher der sichtbare Teil des Zahnes mit einem zahnfarbenen Material (Keramik, Kunststoff) "verblendet" ist; Verblendkrone
Verbundkrone, Krone, die über einen Steg mit einer Nachbarzahnkrone verbunden ist
Vollgusskrone, Vollkrone, Metallkrone; vollständig aus Metall bestehende Kronenart, i.d.R. im nicht sichtbaren Bereich; Vollgusskrone
Bandkrone nicht mehr gebräuchliche Kronenart; Bandkrone
Die technische Herstellung einer K. erfolgt außerhalb des Mundes in einem zahntechnischen Laboratorium, nachdem in einer zahnärztlichen Praxis der betreffende Zahn vollständig von Karies befreit, entsprechend formgebend bearbeitet und von der Mundsituation ein Abdruck genommen wurde. Eine dauerhafte Befestigung des Ersatzes auf dem Zahnstumpf erfolgt mit Befestigungszementen.
Indikationen für Einzelkronen sind:
den durch Karies und/oder ausgedehnte (plastische) Füllungen beschädigten Zahn wiederherzustellen und dauerhaft zu schützen
Stellungs- und Formanomalien der Zähne zu korrigieren
ästhetische Korrekturen durchzuführen.
Ankerelement, Aufbaufüllung, Davis Krone, Entfernung von festsitzendem Zahnersatz, Haltbarkeit von Zahnersatz, Haltbarkeit von zahnärztlichen Arbeiten, Hohlkehlpräparation, Kernkrone, Konvergenzwinkel, Kronenrand, Kronen-Wurzelverhältnis, "rosa Ästhetik", Passung, Stiftkrone, Überkonturierung, Verblendkrone, Verblockung, Zahnfarbe
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jeder Krone.
Zahnstumpf bzw.
eine künstliche K.
Kronenachse , engl.: crown axis; Kollumwinkel, Zahnachse, Zahnmerkmale
Kronenentferner, Kronenabnehmer , engl.: crown remover; Entfernung von festsitzendem Zahnersatz, Hirtenstab, Richwil Crown and Bridge Remover, Wamkey
Kronenflucht , engl.: tooth inclination; Inklination, Zahnmerkmale
Kronenfraktur , Kronenbruch ; traumatische Zahnverletzungen, Zahnfraktur
Kronenpulpa
Kronennerv, engl.: coronal pulp; der Teil des Zahnnervs, der sich im Gebiet der anatomischen Krone befindet und im Querschnitt bei jugendlichen Zähnen in etwa eine Verkleinerung der natürlichen Zahnkrone darstellt. Im Laufe des Lebens wird die K. durch "Verkalkung" (Anlagerung von Sekundärdentin) merklich verkleinert. Ähnliche Effekte - weniger oder mehr ausgeprägt - haben die Folge einer Karies oder präparative Eingriffe am Zahn.
engl.: crown edge or margin; Abschluss einer prothetischen Krone zur Mundhöhle und gleichzeitig Übergang zum Zahn hin, auf welchem sie befestigt ist. Ein exakter K. ( Randschluss) ist äußerst wichtig für den Langzeiterfolg dieser Restauration, da Spalte zwischen künstlicher Krone und eigenem Zahn oder zu kurze Ränder zu Plaqueansammlungen führen und somit Karies und Zahnfleischerkrankungen auslösen können.
Amalgamtätowierung, anfinieren, Aufbaufüllung, Hohlkehlpräparation, Krone, Kuhhornsonde, Metallkeramik, Präparation, Präparationsgrenze, Randschluss, Retentionsstellen, temporäre Gingivaretraktion, Überextension, Überkonturierung
Ästhetische Zahnmedizin - Die chirurgische Kronenverlängerung (zm, 2018)
tolerabler Randspalt bei einer Krone
Kronenstumpf ; Zahnstumpf
Kronenverlängerung , chirurgische, engl.: surgical crown extension; biologische Breite, Kronenrand
engl.: "crown-to-root-ratio" (CRR); Beziehung der Anteile eines Zahnes im und außerhalb des Alveolarknochens; einer der Parameter zur klinischen Beurteilung einer Pfeilerwertigkeit von Zähnen im Rahmen einer prothetischen Versorgung. Die Bestimmung kann nur durch eine Röntgenaufnahme erfolgen. Als Idealwerte gelten Zahlen von 1 : 2; Werte von 1 : 1,5 sollten bei festsitzendem Zahnersatz nicht unterschritten werden.
Kronen-Wurzel-Winkel ; Kollumwinkel
Flächenmerkmal, Massenmerkmal, engl.: (tooth) curvature characteristic; blickt man auf die Kaufläche oder Schneidekante eines Zahnes, so ist der Übergang zur mesialen Approximalfläche kürzer und stärker gekrümmt als der distale; bei außergewöhnlich starker Krümmung spricht man auch von mesiovestibulärer Randprominenz. Wichtiges Zuordnungsmerkmal bei Zähnen außerhalb des Kiefers; so lassen sich rechte von linken Zähnen unterscheiden (s. Abb.). Bei den Schneidezähnen korreliert das K. mit dem Kantenmerkmal. Ausnahme: Der erste obere Prämolar ("oberer 4er") hat ein umgekehrtes Krümmungsmerkmal, bedingt durch okklusale Einziehung an der mesialen Approximalfläche.
Null-Linie, Zahnmerkmale
Kryoanästhesie, Kälteanästhesie
"Kältechirurgie", engl.: cryosurgery; Gewebszerstörung durch Herbeiführen eines Gewebstods (hämorrhagische Koagulationsnekrose) mittels lokaler Anwendung hochgradiger Kälte ("Kältesonde", "Kryosonde"); in der ZHK ohne große Bedeutung
Cryotherapie, Kälte(schock)behandlung, engl.: cryotherapy; örtliche Anwendung von Kälte wie z.B. Eisbeutel, Kältepackungen, nasskalte Auflagen, Kaltluftbehandlung bei akuten Schwellungen und Entzündungen.
Neuerdings in der ZHK vereinzelter Einsatz in der Parodontologie mittels flüssigem und gasförmigem Stickstoff ( Kryochirurgie). Mittels einer Sonde wird das zu behandelnde Zahnfleisch für sehr kurze Zeit auf ca. -40° abgekühlt. Dieser große Temperaturunterschied soll einen therapeutischen Effekt ergeben.
http://www.netzwerk-cryodent.de
Kryptometer ; "krypto-" griech. = "verborgen", engl.: do.; for probing clinical pocket depth and attachment level; historisches Hilfsinstrument zur Messung der Tiefe einer Zahnfleischtasche; Parodontalsonde ; http://crobm.iadrjournals.org/cgi/reprint/8/3/336.pdf
Kugelknopfanker, engl.: ball clasp; druckknopfartiges Befestigungssystem auf Stiftkappen oder als Geschiebe (Kugelgeschiebe). Einsatz vorwiegend im nur noch wenig bezahnten Gebiss in Form von Wurzelstiftkappen mit einer kugelförmigen Matrize auf wurzelkanalbehandelten Zähnen oder Implantaten
Ceka-Anker, Geschiebe
Kugelkopfklammer ; Bonyhárd-Klammer, Knopf-Anker
Kugelsterilisator , Sterilisation
Kugelstopfer ; engl.: ball-shaped plugger; Amalgamstopfer
Kuhhornsonde
Korkenziehersonde, Nabers Sonde, engl.: Naber's probe, cowhorn explorer; wenig gebräuchliches, sondenartiges Instrument zum Aufspüren versteckter Karies oder mangelndem Randschluss im Approximalbereich; stattdessen Gebrauch der Rückhakensonde ("Häkchensonde").
In der Parodontologie Einsatz zur Untersuchung von Furkationen.
auch Cumarin, Hemmstoff bei der Blutgerinnung, Vitamin-K-Antagonist, engl.: cumarine, coumarine; weit verbreitet ist die Gabe von Cumarinderivaten wie Phenprocoumon (Marcumar®) oder Coumadin (Warfarin®) zur Vermeidung von Thromboembolien. Therapeutisch bekanntestes Präparat ist das K.-Derivat "Marcumar®". Die blutgerinnungs-hemmende Wirkung beruht auf einer Strukturähnlichkeit mit Vitamin K.
Die Wirkung von Cumarin-Derivaten beruht darauf, dass diese an dem menschlichen Eiweiß VKORC1 andocken und so die Blutgerinnung senken. Cumarin-Derivate gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Dämpfung der Gerinnungsneigung des Blutes bei Patienten mit erhöhtem Risiko, Blutgerinnsel zu bilden. Mehr als 2,7 Millionen Packungen dieser Medikamente mit den Wirkstoffen Phenprocoumon oder Warfarin werden jährlich in deutschen Apotheken abgegeben.
Als Gegenmittel zur Normalisierung der Blutgerinnung wirkt Vitamin K - die Wirkung tritt aber erst nach 12-24 Std. ein. Bei lebensbedrohlichen Zuständen kommen Prothrombin-Komplex-Konzentrate (PPSB) zum Einsatz. Nicht wirksam ist Vitamin K bei den Thrombozytenaggregationshemmern
In jüngerer Zeit (2013) wird bei der Einnahme von Blutverdünnern und Antibiotika zu besonders sorgfältigem Vorgehen bei der Auswahl der Präparate geraten, da das Blutungsrisiko um das Fünffache bei bestimmten Antibiotika erhöht sein kann ( http://dx.doi.org/10.1160/TH13-09-0723).
Bei den neueren Blutgerinnungshemmern - NOAK - (z.B. Dagibatran) wurde das Dabigatranbindende Antikörper-Medikament Idarucizumab (Handelsname Praxbind) im Oktober 2015 in den USA und im November in der EU als erstes Antidot für einen der neuen Gerinnungshemmer zugelassen.
Antikoagulanzien, Blutgerinnungsstörungen, Hämatom, Heparin, Kollagenschwamm, Nachblutung, Oxalatblut, Quick-Wert, Thrombin
http://www.staff.uni-mainz.de/goldinge/cumarine.htm
Kummetverankerung
engl.: ?; historische, spezielle Form einer Zahnfleischklammer: Ein vestibulärer Drahtbügel oder eine Kunststoffspange, der (die) in die Umschlagsfalte reicht; dient als Halte- und Verbindungselement bei schleimhautgelagerten (nicht abgestützten) Teilprothesen; kann bei doppelseitiger Freiendsituation ohne konventionelle Klammerverankerung Anwendung finden; zählt zu den indirekten Halteelementen
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/05/05H160/t6.pdf
in einer zahnärztlichen Praxis, engl.: protection against wrongful dismissal; die zahnärztliche Praxis zählt in der überwiegenden Mehrzahl zu den "Kleinbetrieben". Ab 1.1.2004 wird dazu gesagt, dass der Betrieb solange ein Kleinbetrieb ist, wie er nicht mehr als zehn Arbeitnehmer regelmäßig beschäftigt (§ 23 Abs. 1 S. 3 KSchG). Ausgenommen bleiben Auszubildende. Damit gilt (nach RA Dr. Uwe Schlegel in ZWP 5/04):
Für Schwangere und Mütter bis zum Ablauf von vier Monaten nach der Schwangerschaft gilt, dass die Kündigung der Zustimmung der zuständigen staatlichen Stelle bedarf (§ 9 Mutterschutzgesetz).
Nach § 18 Abs. 1 S. 1 Bundeserziehungsgeldgesetz darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis ab dem Zeitpunkt, von dem an Elternzeit verlangt worden ist, höchstens jedoch acht Wochen vor Beginn und während der Elternzeit, nicht kündigen.
Unabhängig von der Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer genießt ein Behinderter mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50% und diesem Gleichgestellte das Privileg, dass vor Ausspruch einer arbeitgeberseitigen Kündigung die Zustimmung des Integrationsamtes einzuholen ist (§ 85 Sozialgesetzbuch IX). Eine Kündigung ohne Zustimmung führt zur Unwirksamkeit der Kündigung.
Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden (Urt. v. 21.2.2001, Az. 2 AZR 15/00), dass auch im Kleinbetrieb im Zusammenhang mit dem Ausspruch einer arbeitgeberseitigen Kündigung ein "Mindestmaß an sozialer Rücksichtnahme" zu üben ist. Eine Kündigung, die dies nicht beachtet, verstößt demnach gegen den Grundsatz von Treu und Glauben nach § 242 BGB. Bis heute ist nicht vollständig geklärt, welche Konsequenzen sich hieraus für den Arbeitgeber im Kleinbetrieb ergeben. Entschieden ist allerdings (BAG, Urt. v. 25.4. 2001, Az. 5 AZR 360/99), dass der auf konkreten Umständen beruhende Vertrauensverlust gegenüber einem Arbeitnehmer die ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber auch dann rechtfertigen kann, wenn die Umstände, auf den der Vertrauensverlust beruht, objektiv nicht verifizierbar sind.
ärztlicher, engl.: malpractice; Verstoß gegen die allgemein anerkannten Grundsätze der ärztlichen Wissenschaft. Begriff heute nicht mehr gebräuchlich und durch Behandlungsfehler ersetzt.
Beweislast, Gutachterkommission für Fragen zahnärztlicher Haftung, Haftung, Leitlinie, Patientensicherheit
920 Fälle bei 13 Millionen Behandlungen (zm, 2018)
Dentalkunststoffe, engl.: synthetic materials, polymer; organische Verbindungen, meist synthetisch hergestellt. Grundlage für viele zahnärztliche Ersatzmaterialien (Prothesenbasis, Füllungen, künstliche Zähne). Wegen möglicher Allergiepotentiale und der Neigung zur Plaqueanlagerung in der Mundhöhle gelegentlich nicht unproblematisch. Nicht überschaubare Vielfalt, u.U. mit nicht ausreichender Langzeiterfahrung. Über Zersetzungsprodukte durch den Einfluss des Mundhöhlenmilieus ist wenig bekannt.
In der ZHK werden eine Vielzahl von Kunststoffen - sog. Dentalkunststoffe - eingesetzt. Eine grobe Einteilung kann sein:
für zahnfarbene Füllungen. Hauptsächlich zur Anwendung kommen anorganisch gefüllte Materialien wie z.B. Komposite (hoch-vernetzte Diacrylate) und Kompomere; Special: Füllungen auf Zahnwissen.de
für die Prothesenbasis bei herausnehmbarem Zahnersatz und bei herausnehmbaren kieferorthopädischen Geräten. Hierzu zählen Polymethylmethacrylate (PMMA) und Copolymerisate (= Mischpolymerisate)
als sog Copolymerisate mit Weichmachern versetzt und z.B. beim Mundschutz und weichbleibenden Unterfütterungen eingesetzt
Kronen-Brücken-Materialien (K+B)
als zahnfarbene Verblendkunststoffe oder bei Provisorien als Basismaterial. Materialien sind Acrylate oder Komposite
Abformmaterialien auf Kunststoffbasis
historische Anwendung in Form von Acrylaten; durch bessere Materialien (Silikone) ersetzt. Abdruck
Epoxide oder PMMA werden gelegentlich zur Fertigung zahnärztlicher Arbeitsmodelle verwendet. Modell
Modellierkunststoffe auf der Basis von PMMA oder Diacrylaten in der Zahntechnik z.B. als Fertigteile eingesetzt
für Restaurationen; fälschlicherweise als "Kunststoffzemente" bezeichnet: Befestigungszement
Acrylate, Diacrylate, Hydrochinon, K+B, Langzeitpolymerisation, Methacrylate, Polyamid, Polymerisation, Prothesenstomatitis, Restmonomer, Silane, Verblendkrone, Zytotoxizität
engl.: acrylic filling; Oberbegriff für eine Vielzahl von synthetischen Füllungsmaterialien. I.d.R. werden damit Komposite-Materialien gemeint. In der Laiensprache häufig mit einer einfachen zahnfarbenen Füllung ("weißen Füllung") gleichgesetzt.
Füllung, Füllungsmaterialien
Kunststoffmantelkrone, Acrylkrone, Plastikkrone, engl.: plastic jacket crown, acrylic resin crown; zur dauerhaften Versorgung heute nicht mehr gebräuchliche, der Zahnfarbe angepasste Mantelkrone. Trotz verbesserter Materialien und Techniken, lassen sich damit nur ein befriedigendes kosmetisches Ergebnis erzielen, die Lebensdauer ist nicht akzeptabel und die Bioverträglichkeit ist im direkten Kontakt mit Körpergewebe der von Keramiksystemen weit unterlegen. Zusätzlich neigen Kunststoffe generell zu einer Plaquebildung.
Einsatz in der ZHK als (Langzeit-)Provisorium.
Krone, Kunststoff, Kunststoffverblendkrone, Mantelkrone, Provisorium, Verblendkrone
Verfärbungen und Plaque-Anlagerungen nach ca. 8-jähriger Tragezeit
Vergleich Kunststoff (li.) - Keramik nach ca. 10jähriger Tragezeit
starke Gelbverfärbung des Kunststoffs nach ca. 10
jähriger Tragezeit bei zusätzlich
engl.: acrylic resin denture; Schlagwortbezeichnung für eine einfache Teilprothese mit einer Prothesenbasis, welche vollständig aus Kunststoff (Polymethylmethacrylat) besteht. Als Halteelemente werden i.d.R. einfache gebogene Klammern verwendet. Einsatz unter fachlichen Gesichtspunkten nur als als Provisorium.
Kunststoffverblendkrone ; engl.: acrylic faced-cast crown; Kunststoff, Verblendkrone
Konfektionszahn, künstlicher Zahn, Kunstzähne, engl.: artificial tooth (teeth), plastic o. ceramics tooth; industriell vorgefertigte Zähne aus Kunststoff ("Kunststoffzahn") oder keramischen Massen ("Keramikzahn"); Verankerung an der Prothesenbasis durch Polymerisation oder mechanisch (Goldknopfzähne, Unterschnitte). K. werden in Großserie in vielen zahnähnlichen Farben und Größen fabriziert, meist als Garnituren (kompletter Satz Front- bzw. Backenzähne) und vom Zahntechniker individuell in die Prothesenbasis eingearbeitet. Fabrikate auf Kunststoffbasis (meist anorganisch hochgefüllte Urethan-Dimethacrylate) sind leichter zu verarbeiten und im Gebrauch nicht so anfällig wie Porzellanzähne, erreichen aber nicht deren Abrasions- und Farbfestigkeit.
Historisch: Zähne des Flusspferdes oder sogar Menschenzähne wurden als K. verarbeitet.
Alameter, Frontzahnlinie (Lachlinie), Funktionszähne, Goldknopfzähne, Körperbautypen, Lumineffekt, Mittellinie, Prothese, Röhrenzähne, Talonzahn, Teilprothese, Vollprothese, Zahnersatz, Zahnfarbe, Zahnaufstellung, Zahnform
Ober- u. Unterkiefer-
Frontzahn-Garnituren aus Kunststoff
Quecksilberlegierung auf Kupferbasis, engl.: copper amalgam; früher Anwendung bei Milchzähnen; Zusammensetzung: ca. 35 m% Cu u. ca. 65 m% Hg mit weiteren Restbestandteilen (z.B. Zinn) in geringer Konzentration. Durch den Kupferzusatz als stark bakterienabtötend (karieshemmend!) bekannt, ist K. aus versch. Gründen (nicht nachgewiesene Ungefährlichkeit, schlechte Mundbeständigkeit, hohe Quecksilberdampf-Konzentration bei der Verarbeitung) heute nicht mehr im Einsatz; eine Anwendung gilt als obsolet.
Amalgam, Behandlung von Milchzähnen, HCSC-Amalgam, oligodynamische Wirkung, Silberamalgam
Kupferringabdruck
Kupferring-Abformung, "Kupferring-Kerr™-Abdruck", engl.: copper ring (individual crown) impression; nicht mehr gebräuchliche, umständliche und u.U. gingivaschädigende Einzelabformung eines einzelnen Zahnstumpfs mittels eines vorher angepassten Kupferringes. Abdruck
Kupferzement
engl.: copper (dental) cement; früher gebräuchlicher Befestigungs- und Unterfüllungszement mit antiseptischen Zusätzen von Kupfersalzen zur Vorbeugung vor einer erneuten Karies; Zusammensetzung z.B.: ZnO, MgO, CuSCN, H3P04
Kuppelfüllung ; Onlay, Overlay
kurativ , heilend, engl.: curative; ärztlichen Tätigkeit im Sinne einer heilenden Behandlung.
Kürettement, Curettage, Curettement, Ausschabung, Auskratzung, engl.: curettage; in der ZHK von versch. Bedeutung:
Reinigung bzw. Anfrischung einer Alveole nach Zahnentfernung
Auskratzen von apicalem Granulationsgewebe oder sonstigen Verunreinigungen durch die Extraktionswunde hindurch
Standardtherapie bei infizierten und verunreinigten Zahnfleischtaschen ( Parodontitis marginalis) bis zu einer Taschentiefe von 4 - 5 mm, auch als subgingivale Kürettage bekannt: Nach einer Entfernung der verunreinigten Wurzeloberfläche von Konkrementen ( deep scaling), wird der abgestorbene Wurzelzement entfernt und die Wurzeloberfläche geglättet ( Root planing, Wurzelglättung); abschließend erfolgt eine Entfernung des Entzündungsgewebes in der Zahnfleischtasche (subepitheliales Granulationsgewebe) mit speziell geformten Küretten.
Der Eingriff selbst kann als geschlossene Kürettage (Standard; s. Abb.) oder unter Sicht nach vorherigem Aufklappen = offene Kürettage (s. Abb.; Lappenoperation) durchgeführt werden; die offene Vorgehensweise kommt dann in Betracht, wenn geschlossen nicht erfolgreich therapiert werden kann oder wenn eine geschlossene K. zu keinem Erfolg geführt hat und deshalb ein Rezidiv besteht. Beide Verfahren bedingen eine örtliche Betäubung, wegen der gewünschten Blutleere im Operationsgebiet i.d.R. in Form einer Infiltrationsanästhesie.
Emdogain, Dunlop Methode, Gracey Kürette, Kirkland, Leichttherapie, Oraqix, Parodontalbehandlung, Parodontalverband, Perriimplantitis, Zahnsteinentfernung
geschlossene K.
offene K.
Kürette , engl.: curet(te); Gracey Kürette, Kürettage
engl.: curative liberty (freedom); Recht, als Nichtarzt (ohne Approbation) aktiv andere Menschen zu behandeln oder (aus der Sicht des Patienten) sich von Nichtärzten behandeln zu lassen. Die K. wurde in D - nach vorherigen Verboten - um 1870 wieder eingeführt und bildete z.B. die Grundlage für das nicht mehr existierende Berufsbild der Dentisten, da die K. für Zahnärzte 1952 aufgehoben wurde. Heute unterliegen überwiegend die Heilpraktiker der K.
Krümmung, engl.: curvature; Begriff taucht in der ZHK mehrfach auf, z.B. für die Krümmung der Zahnwurzel oder deren Wurzelkanal in der Nähe der Wurzelspitze.
Ultrakurzimplantate, engl.: (ultra) short implants; Bez. für Implantate mit einer Länge zwischen 6 u. 8 mm, welche bei mangelndem Knochenangebot zum Einsatz kommen können. Das von der Firma Bicon (Boston, USA) 2003 eingeführte Implantatdesign kommt besonders bei mangelndem Kieferknochenangebot zum Einsatz. Der Hersteller schreibt dazu auf seiner WebSite:
"Das 6,0 x 5,7 mm-Implantat wurde im Januar 2003 eingeführt und stellt ein weiteres bahnbrechendes Produkt in der Palette der Bicon-Implantate dar. Es bietet eine Oberfläche von mehr als 211 Quadratmillimeter für die Osseointegration und macht Sinus-Lifts oder Knochenaufbauverfahren häufig überflüssig. Durch die Kürze des Implantats können es Zahnärzte bedenkenlos bei geringer Knochensubstanz einsetzen und so den inferioren Alveolarnerv und den Oberkiefer-Sinus umgehen. Wie alle anderen Bicon-Implantate ist auch dieses neue Implantat sandgestrahlt und in einem Salpetersäurebad passiviert."
Implantate unter 6mm Länge werden auch als "Ultrakurzimplantate" bezeichnet.
Der Erfolg verkürzter Implantate ist stark vom Implantatdesign und Konnektionstyp (Implantat- Abutment-Verbindung) abhängig und kann u.a. nach dem Grundsatz: "je kürzer, je breiter" gesehen werden. Das Design ("Plateaudesign") soll in der Breite mindestens den "wide implants" (> 4,5 mm Durchmesser) entsprechen und bei den Gewinden einen weiten Abstand haben.
Anwendung hauptsächlich im Seitenzahnbereich; wegen mangelnder Primärstabilität zur Sofortimplantation nicht geeignet.
Implantat, Schleimhautanker
http://www.bicon.com/worldwide/bicon_de/cases/SIX.html
statisches Missverhältnis zwischen Implantat- und Kronenlänge
Kurztubus, engl.: short-cone ; Tubus
Kurzwelle, Kurzwellentherapie, engl.: short-wave diathermy; Mikrodiathermie
Kurzzeitpolymerisation , Langzeitpolymerisation
engl.: cuvette; franz.: Napf, kleines Gefäß; in der Zahntechnik gebräuchlich als zweiteiliges Gefäß (Hartkunststoff, Metall) zur Herstellung von Kunststoffprothesen oder zum Dublieren von Modellen.
Kynodontie , Bez. für Zähne mit einer kleinen Nervhöhle (Pulpencavum)
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung; engl.: National Association of Statutory Health Insurance Dentists; durch das Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgeschriebener Zusammenschluss aller Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) auf Bundesebene mit dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR); sie regelt Belange der Vertragszahnärzte auf Bundesebene. Da es gesetzlich definiert keine "Kassenzahnärzte" sondern "Vertragszahnärzte" gibt, ist die Bezeichnung irreführend und als historisch zu werten.
Mit dem Inkrafttreten des GKV-Modernisierungs-Gesetzes (GMG) ist die Verhandlungs- und Regelungskompetenz für den Bereich gesetzlicher Zahnersatz mit Wirkung zum 1.1.2005 in vollem Umfang auf die KZBV übergegangen.
Seit 11/2013 ist Dr. Wolfgang Eßer (59 Jahre, Zahnarzt aus Mönchengladbach) Vorsitzender der KZBV.
Internetadresse: http://www.kzbv.de
Selbstverwaltung, Schiedsverfahren
Kassenzahnärztliche Vereinigung; engl.: Association of Statutory Health Insurance Dentists; gesetzlich vorgeschriebener Zusammenschluss aller Vertragszahnärzte auf Bundesländerebene (bei über 10.000 auch eine Unterteilung möglich) als Teil der sog. Selbstverwaltung mit dem Status einer Körperschaft. Bedingt durch die Strukturen der Besatzungszeit gab es bis 2004 besonders im Südwesten Unterteilungen nach Regierungsbezirken (z.B. in B.-W. die KZVen Freiburg, Mannheim, Stuttgart, Tübingen). Ebenfalls wurde ab 2004 mit dem GMG eine weitgehende "Professionalisierung" in hauptamtliche Vorstände gesetzlich festgelegt ( Gesundheitsreform ab 2004); das Organ der Vertreterversammlung wurde in seinen Befugnissen beschnitten; eine Verstärkung der Befugnisse der Aufsichtsbehörde (zuständiges Ministerium) festgelegt.
Historie: Die Gründung der Kassenärztlichen Vereinigungen geht zurück auf eine Notverordnung des Reichspräsidenten 8.12. 1931, welche die Arbeitskämpfe zwischen Ärzten und Krankenkassen schlichten sollte. Das bis dahin bestehende System der Einzelverträge zwischen Kassen und Ärzten wurde aufgehoben.
Es besteht für jeden Vertragszahnarzt eine Mitgliedspflicht; umsatzabhängigen Gebühren und eine Grundpauschale finanzieren den Verwaltungsaufwand (je nach Umsatz und KZV sehr verschieden; jährlich etwa zwischen 750,- und 2500,- €).
Aufgaben der KZVen sind u.a. die Entgegennahme und Verteilung ( Honorarverteilungsmaßstab) der Gesamtvergütung (s.u.), der Sicherstellungsauftrag zur ausreichenden zahnärztlichen Versorgung der Bevölkerung (den gesetzliche versicherten Patienten müssen in zumutbarer Entfernung genügend auf dem Stand der zahnmedizinischen Wissenschaft aus- und fortgebildete Zahnärzte/innen - auch Fachzahnärzte - zur Verfügung stehen), eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der vertragszahnärztlichen Tätigkeit und die Wahrnehmung der Rechte ihrer Vertragszahnärzte gegenüber den Gesetzlichen Krankenkassen. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts (KdöR) hat sie u.a. ihren Pflichtmitgliedern gegenüber eine Disziplinargewalt.
Die Vertragszahnärzte wählen die Mitglieder zur Vertreterversammlung alle 5 Jahre nach dem d'Hont-Prinzip; die gewählten Vertreter wiederum nach Satzungsvorgaben den Vorstand und entsprechende Ausschüsse.
Mit dem Inkrafttreten des GKV-Modernisierungs-Gesetzes (GMG) ist die Verhandlungs- und Regelungskompetenz für den Bereich gesetzlicher Zahnersatz mit Wirkung zum 1.1.2005 in vollem Umfang auf die Bundesebene übergegangen.
Ab dem 01.01.2012 müssen die Zahnarztpraxen die Abrechnungen der gesetzlich versicherten Patienten der KZV komplett elektronisch übermitteln. Dies bedeutet auch, dass die in den Laborrechnungen enthaltenen Material- und Laborkosten als Bestandteil der zahnärztlichen Abrechnung elektronisch an die KZV zu übermitteln sind.
AG KZVen, Festzuschuss, KZBV, Selbstverwaltung, Schiedsverfahren
KZV-übergreifende Berufsausübungsgemeinschaften
ÜBAG, durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG, VÄG) seit 2007 erlaubte Bildung von "überörtlichen Berufsausübungsgemeinschaften". Bei dieser Gesellschaft zwischen mehreren Vertragszahnärzten können die Vertragspartner ihre Praxen auch in verschiedenen KZV-Bereichen haben. Die sich hierdurch ergebenden Probleme in der zahnärztlichen Leistungsabrechnung (unterschiedliche Honorarverteilungsmaßstäbe und Punktwerte), werden von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung wie folgt kommentiert:
"Jeder an einer ÜBAG beteiligte Vertragszahnarzt bleibt Mitglied bei seiner bisherigen KZV. Die Partner bestimmen in einer schriftlichen Erklärung eine der KZVen, bei der mindestens ein Partner zugelassen ist, zu ihrer "Wahl-KZV", nach deren Regelungen sich alle Abrechnungs- und Prüfverfahren richten. Die Wahl-KZV übernimmt die Abwicklung von Ausgleichsforderungen an die KZVen, bei denen Partner der ÜBAG ihren Vertragszahnarztsitz haben."
Kooperationsarten in einer Zahnarztpraxis
mit einer "Wahl-KZV"
zu Ka-Km

References: BGH 
 § 16
 § 272

§ 13
 § 95
 § 18
 § 242