Source: http://lohnsteuerhilfe-ev-muenchen.de/
Timestamp: 2017-11-23 20:12:37+00:00

Document:
Lohnsteuerhilfe e.V. – München – Sendlinger Str. 24 Tel.: 089 – 22 11 61
Niedrigere zumutbare Eigenbelastungsgrenze
Bei der steuerlichen Absetzbarkeit von sog. „aussergewöhnlichen Belastungen“ (wie z.B. Behandlungskosten, Zahnersatz, Medikamente etc.) ist in der Regel die zumutbare Eigenbelastungsgrenze das grösste Hinderniss um von einem Steuervorteil profitieren zu können.
Diese muss nun jedoch gemäß eines Urteils des Bundesfinanzhofs vom 19.01.2017 (AZ VI R 75/14) nun für die Steuerzahler günstiger, nämlich Stufenweise, berechnet werden.
Berechnung der zumutbaren Eigenbelastungsgrenze gem. BFH Urteil VI R 75/14
Die Änderung soll bereits in laufenden Veranlagungen berücksichtigt werden.
Wie lange muss ich auf meiner Steuerrückerstattung warten?
Nach Abgabe der Steuererklärung dauert es immer einige Zeit bis das Finanzamt Ihre Unterlagen geprüft hat und Ihnen einen Einkommensteuerbescheid ausstellt. Die Steuerrückerstattungen werden i.d.R. gleichzeitig mit dem Steuerbescheid angewiesen.
Das Portal Lohnsteuer-kompakt.de hat einen Bundesweiten Vergleich zu den Bearbeitungszeiten der Steuererklärungen veröffentlicht.
Demnach kämen unsere bayrischen Finanzämter auf eine durchschnittliche Bearbeitungsdauer von 53,4 Tagen.
Die gesamte Tabelle kann hier eingesehen werden.
BFH Urteil – zumutbare Eigenbelastungsgrenze zulässig
Vor dem Bundesfinanzhof wurde gegen die zumutbare Eigenbelastungsgrenze bei der Anrechnung von aussergewöhnlichen Belastungen im Rahmen der Einkommenssteuererklärung geklagt.
Krankheitskosten sind nach Urteil des Bundesfinanzgerichts vom 02.09.2015 einkommensteuerrechtlich nur zu berücksichtigen, soweit sie die zumutbare Belastung nach § 33 Abs. 3 EStG überschreiten. Die Heranziehung der sozialrechtlichen Belastungsgrenze für Zuzahlungen auf Praxis- und Rezeptgebühren sei nicht zu beanstanden (Az.: VI R 32/13, VI R 33/13).
Nachdem das Donislhaus am Marienplatz gerade kernsaniert wird, in dem Ihnen die Lohnsteuerhilfe e.V. seit 1972 – Dez. 2012 täglich zur Verfügung stand, freuen wir uns Sie in unseren neuen und größeren Räumlichkeiten in der Sendlinger Str. 24 / 4. OG. im Asamhof zu begrüßen.
Hier finden Sie eine Wegbeschreibung und unsere Öffungszeiten.
Für den Bereich der Einkommenssteuer bei Arbeitnehmern ergeben sich für das Jahr 2012 folgende Änderungen:
Anhebung des jährlichen Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 920 Euro auf 1 000 Euro, § 9a EStG
Verzicht auf die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen der Eltern bei der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten, § 9c EStG und § 10 EStG.
Vereinfachung bei der Berechnung der Entfernungspauschale, § 9 Absatz 2 Satz 2 EStG.
Reduzierung der Veranlagungsarten für Eheleute, § 25 EStG, § 26a EStG.
Befreiung von der Pflichtveranlagung bei Arbeitnehmern mit geringem Arbeitslohn bei zu hoher Mindestvorsorgepauschale, § 46 Absatz 2 Nummer 3 EStG
Wegfall der Einbeziehung der abgeltend besteuerten Kapitaleinkünfte in die Ermittlung der zumutbaren Belastung und des Spendenabzugsvolumens, § 2 Absatz 5b EStG.
Gleichstellung von Stipendien aus unmittelbaren und mittelbaren öffentlichen Mitteln, § 3 Nummer 44 EStG
Erfassung von Erstattungsüberhängen von Sonderausgaben im Jahr des Zuflusses. Im Gegensatz zu vorher müssen dadurch die Steuerbescheide zurückliegender Jahre nicht mehr um die Erstattungsüberhänge korrigiert werden. § 10 EStG
Vereinheitlichung der Grenzen bei verbilligter Wohnraumüberlassung und Verzicht auf das Erfordernis einer Totalüberschussprognose in diesen Fällen. Die Folgen einer verbilligten Wohnraumüberlassung zwischen 56% und 75% der Marktmiete fallen weg. Ab dem 01.01.2012 gelten 66% bzw. 2/3 der ortsüblichen Miete als maßgeblicher Ansatz für eine vollentgeltliche Vermietung mit vollem Werbungskostenabzug. § 21 EStG
Erfordernis eines amtsärztliches Attestes oder des medizinischen Dienstes bei Abzug von Krankheitskosten nun Voraussetzung. Dieses Attest muss unbedingt vor Beginn einer Bade-, Heilkur- oder Vorsorgekur eingeholt werden, § 33 Abs. 4 EStG
Erleichterte Nachweisanforderungen für Spenden in Katastrophenfällen, § 51 EStG
Abstandnahme vom Kapitalertragsteuerabzug bei Gewinnausschüttungen von Genossenschaften, § 44a EStG
Reduzierung der Veranlagungsarten für Eheleute ab dem Jahr 2013: Die Verringerung der Veranlagungs- und Tarifvarianten für Eheleute bewirkt, dass statt der bisherigen 7 Veranlagungsformen (Einzelveranlagung mit Grund-Tarif, Witwen-Splitting oder Sonder-Splitting im Trennungsjahr, Zusammenveranlagung mit Ehegatten-Splitting, getrennte Veranlagung mit Grund-Tarif, besondere Veranlagung mit Grund-Tarif oder Witwensplitting) ab dem Jahr 2013 nur noch 4 Veranlagungsarten (Einzelveranlagung mit Grund-Tarif, Witwen-Splitting, Sonder-Splitting im Trennungsjahr, Zusammenveranlagung mit Ehegatten-Splitting) zur Verfügung stehen.
Voraussetzungsprüfung bei Kinderbetreuungskosten entfällt
Neben dem Wegfall der Einkommensgrenzen für volljährige Kinder wurde auch die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten vereinfacht.
Die bisherige Prüfung der Vorausetzungen für Kinder im Alter zwischen 0-3 Jahren und Kinder von 6 – 14 Jahren entfällt. Bisher mussten für eine Absetzbarkeit in diesen Altersgruppen die Eltern erwerbstätig, in Ausbildung oder für eine eigene Betreuung zu krank sein.
Vereinfacht heisst das: Wer Kinderbetreuungskosten (ohne Essens- und Spielgeld) belegen kann, kann diese auch steuerlich geltend machen. Nicht zu den Betreuungskosten zählen jedoch Sport-, Musikvereine oder Nachhilfeunterricht.
Autor: Johannes Stetten

References: § 33
 § 9
 § 9
 § 10
 § 9
 § 25
 § 26
 § 46
 § 2
 § 3
 § 10
 § 21
 § 33
 § 51
 § 44