Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%20259/02
Timestamp: 2019-02-24 00:12:38+00:00

Document:
BGH, 06.05.2003 - VI ZR 259/02 - dejure.org
Schadensersatzanspruch aus ärztlichem Behandlungsfehler - Objektivierter zivilrechtlicher Fahrlässigkeitsbegriff - Absehen von einer medizinisch gebotenen Vorgehensweise - Überholende Kausalität - Protokollierung mündlicher Erläuterungen des Sachverständigen - Berichterstattervermerk über zu protokollierende Aussagen - Verpflichtung des Gerichts, Widersprüche und Unklarheiten bei der Anhörung des Sachverständigen durch gezielte Nachfrage abzuklären
Arztrecht - Ärztlicher Behandlungsfehler
Objektiver Fehlerbegriff und Zurechnungszusammenhang; Arzthaftungsrecht, Medizinrecht
NJW 2003, 2311
MDR 2003, 989
NJ 2003, 483
VersR 2003, 1128
VersR 2003, 1129
Gleiches gilt, wenn es um die Behandlung einer Krankheit geht, die mit dem Anlass für die Erstbehandlung in keiner Beziehung steht, oder wenn der die Zweitschädigung herbeiführende Arzt in außergewöhnlich hohem Maße die an ein gewissenhaftes ärztliches Verhalten zu stellenden Anforderungen außer Acht gelassen und derart gegen alle ärztlichen Regeln und Erfahrungen verstoßen hat, dass der eingetretene Schaden seinem Handeln haftungsrechtlich-wertend allein zugeordnet werden muss (…Senatsurteile vom 20. September 1988 - VI ZR 37/88, aaO; vom 6. Mai 2003 - VI ZR 259/02, aaO).
Vielmehr ist der allgemein anerkannte fachliche Standard einzuhalten, was sich nunmehr unmissverständlich aus der Regelung des § 630a Abs. 2 BGB ergibt, zum Zeitpunkt des Vorfalls aber auch bereits der ständigen Rechtsprechung entsprach (vgl. u.a. BGH NJW 2003, 2311 Rn 13, zitiert nach juris;… ebenso Martis/Winkhart, Arzthaftungsrecht, 3. Aufl. B 25).
Dies ist dann der Fall, wenn der hinzutretende Dritte die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten und die Anforderungen an ein gewissenhaftes fachliches Verhalten in außergewöhnlich hohem Maße außer Acht lässt bzw. in völlig unsachgemäßer Weise eine weitere Schadensursache setzt (vgl. BGH NJW 2012, 2024 Rn 15 und NJW 2003, 2311 Rn 18, jeweils zitiert nach juris und Palandt / Grüneberg, BGB, 73. Aufl., Vorbem. vor § 249 Rn 47).
Dabei umfasst seine Einstandspflicht regelmäßig auch die Folgen eines Fehlers des nachbehandelnden Arztes (vgl. BGH Urteil vom 06.05.2003 - VI ZR 259/02, VersR 2003, 1128).
Gleiches gilt, wenn es um die Behandlung einer Krankheit geht, die mit dem Anlass für die Erstbehandlung in keiner Beziehung steht, oder wenn der die Zweitschädigung herbeiführende Arzt in außergewöhnlich hohem Maße die an ein gewissenhaftes ärztliches Verhalten zu stellenden Anforderungen außer Acht gelassen und derart gegen alle ärztlichen Regeln und Erfahrungen verstoßen hat, dass der eingetretene Schaden seinem Handeln haftungsrechtlich-wertend allein zugeordnet werden muss (…BGH Urteil vom 20.09.1988 - VI ZR 37/88, aaO; BGH Urteil vom 06.05.2003 - VI ZR 259/02, VersR 2003, 1128; BGH, Urteil vom 22.05.2012 - VI ZR 157/11 -, VersR 2012, 905).
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References: § 630
 BGH 
 BGH 
 § 249
 BGH 
 BGH