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Timestamp: 2016-10-25 22:52:27+00:00

Document:
1A.214/2005 (23.01.2006)
1A.214/2005
1A.218/2005
1A.220/2005 /bie
A.X.________ und 28 Mitbeteiligte,
F�rsprecher Samuel Keller,
B. und D. W.________, Beschwerdef�hrer,
1A.220/2005
1. J. und M. M.________,
2. Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil,
Dr. Bernhard Keller,
1. GZM Extraktionswerk AG, Beschwerdegegnerin, vertreten durch F�rsprecher Ernst Hauser,
2. Einwohnergemeinde Lyss, Gemeinderat,
3. Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des
4. Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung,
(1A.214/2005, 1A.218/2005 und 1A.220/2005)
gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des
Die GZM Extraktionswerk AG (im Folgenden: GZM oder Anlageninhaberin) betreibt auf dem Gebiet der Gemeinde Lyss an der Grenze zum Gemeindegebiet Busswil eine Entsorgungsanlage f�r tierische Abf�lle. Nach dem Scheitern eines ersten Baubewilligungsverfahrens legte die GZM am 19. Mai 2000 ein neues Baugesuch mit Umweltvertr�glichkeitsbericht vor. Das Vorhaben umfasst schliesslich noch die Versetzung und Erneuerung der Luftkondensatorenanlage mit Schallschutzwand, den Bau eines Abluftkamins sowie die Erstellung einer L�rmschutzwand bei der bestehenden Abluftventilations- und Rohrleitungsanlage. Gleichzeitig ersuchte die Anlageninhaberin um Ausnahmebewilligung f�r das Unterschreiten des gesetzlichen Waldabstandes und das �berschreiten der reglementarischen Geb�udeh�he.
In der Folge f�hrte die kantonale Koordinationsstelle f�r Umweltschutz (KUS) zusammen mit verschiedenen Amtsstellen eine Umweltvertr�glichkeitspr�fung durch. Dabei gab insbesondere das kantonale Amt f�r Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA; heute: Berner Wirtschaft, beco) eine ausf�hrliche Stellungnahme ab. In ihrer Gesamtbeurteilung vom 20. Dezember 2000/19. Februar 2001 kam die KUS zum Schluss, dass das redimensionierte Projekt unter den von ihr genannten Auflagen und Bedingungen bewilligt werden k�nne.
Mit Gesamt-Bauentscheid vom 12. November 2001 erteilte die Einwohnergemeinde Lyss die beantragte Baubewilligung einschliesslich der Ausnahmebewilligung f�r das Unterschreiten des gesetzlichen Waldabstandes. Die Gemeinde erkl�rte die von der KUS formulierten Auflagen und Bedingungen zum integrierenden Bestandteil des Bauentscheides. Weiter wurde festgehalten, dass die vom KIGA f�r die Bereiche Luftreinhaltung und L�rmschutz aufgestellten Auflagen und Bedingungen genau einzuhalten seien. F�r die Geruchsmessungen gelte das "Vorgehens-Szenario bei auftretenden Umwelteinfl�ssen" der Bauabteilung Lyss. Dass der Immissionsgrenzwert auf 5 % in Wohngebieten und 7,5 % in Arbeitsgebieten festgelegt sei, bedeute, dass die Immissionsgrenzwerte �berschritten seien, wenn w�hrend der Jahresbegehung (120 Einzelmessungen) 6 bzw. 9 Geruchsstunden f�r die Wohn- und Arbeitsgebiete erreicht w�rden. Die Begehungen h�tten alle 3 Tage zu erfolgen. Demnach sei bereits nach 18 bzw. 29 Tagen ersichtlich, ob der Immissionsgrenzwert �berschritten werde und die Beh�rde entsprechende Massnahmen zu ergreifen habe (Ziffer 2.1 Abs. 2 des Gesamt-Bauentscheides).
Auf den Bauentscheid der Gemeinde hin gelangten verschiedene Einwohner von Busswil mit Baubeschwerde an die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern. Diese f�llte am 26. November 2001 folgenden Entscheid:
1. Soweit auf die Beschwerden eingetreten werden kann, werden sie in drei Punkten gutgeheissen. Der angefochtene Gesamtentscheid der Gemeinde Lyss vom 12. November 2001 wird demzufolge wie folgt pr�zisiert bzw. erg�nzt:
2.1 Ziffer 2.1, 2. Absatz Immissionsmessungen, S�tze 3 und 4 lauten neu wie folgt:
- Der auf 5 % festgelegte IGW in Wohngebieten und 7,5 % in Arbeitsgebieten bedeutet, dass die Immissionsgrenzwerte �berschritten sind, wenn w�hrend der Jahresbegehung (120 Einzelmessungen) 6 (f�r Wohngebiete) bzw. 9 (f�r Arbeitsgebiete) relative Geruchsstunden �berschritten werden. Die Begehungen erfolgen alle 3 Tage. Dadurch ist nach 21 bzw. 30 Tagen bereits ersichtlich, ob der IGW �berschritten wird.
- Die verbindlichen Aussagen und Vorschl�ge, welche das Naturschutzinspektorat in seinem Fachbericht vom 14. November 2000 verlangt, sind vor Baubeginn zur Genehmigung vorzulegen.
- Der Gesamtentscheid umfasst auch die Zustimmung der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vom 21. M�rz 1997 zur Erstellung der neuen Luftkondensatorenanlage mit L�rmschutzwand.
Im �brigen werden die Beschwerden abgewiesen und der angefochtene Gesamtentscheid der Gemeinde Lyss vom 12. November 2001 wird best�tigt.
Auf den Beschwerdeentscheid der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion erhoben A.X.________ und 31 Mitbeteiligte, B. und D.W.________ sowie J. und M.M.________ Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Verwaltungsgericht des Kantons Bern. Als Beschwerdef�hrerin trat ebenfalls die Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil auf.
Zur Instruktion der Beschwerden zog das Verwaltungsgericht verschiedene Amts- und Fachberichte bei.
Mit Urteil vom 14. Juni 2005 wies das Verwaltungsgericht die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von A.X.________ und der Mitbeteiligten ab (Dispositiv Ziffer 1). Die drei weiteren Beschwerden wurden teilweise gutgeheissen und Ziffer 1 des Dispositives des angefochtenen Entscheides der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion wie folgt ge�ndert (Punkt 2) und erg�nzt (Punkt 4):
- Der Gesamtentscheid umfasst auch die folgenden Bedingungen und Auflagen gem�ss dem Fachbericht des Naturschutzinspektorates vom 14. November 2000
1. Im Wald (Parz.Nr. 206) d�rfen keine baulichen Massnahmen getroffen oder die Strauchschicht am Waldrand gerodet oder abgeholzt werden.
2. Die Einrichtungen f�r die Grundwasserabsenkung m�ssen ausserhalb des Waldes installiert werden.
3. Auf Waldboden oder im Waldrandbereich darf kein Bau- und Aushubmaterial zwischendeponiert oder abgelagert werden.
4. Die Baustelleninstallation und die Bauarbeiten sind durch eine �kologisch ausgewiesene Fachperson zu begleiten. Der Fachperson ist die Weisungsbefugnis gegen�ber den Bauunternehmungen zu erteilen.
- Die Beh�rden d�rfen zur �berwachung des Emissionsgrenzwerts die Emissionsmessungen nicht von der Betreiberin der Anlage durchf�hren lassen."
Im �brigen wies das Verwaltungsgericht die Beschwerden ab, soweit darauf einzutreten war (Dispositiv Ziffer 2).
Die Kosten des Verfahrens wurden gr�sstenteils den Beschwerdef�hrenden auferlegt (Dispositiv Ziffer 5). Diese wurden zudem verpflichtet, der Anlageninhaberin f�r das verwaltungsgerichtliche Verfahren Parteientsch�digungen auszurichten (Dispositiv Ziffer 6). An der Kostenverlegung im vorinstanzlichen Verfahren �nderte das Verwaltungsgericht nichts (Dispositiv Ziffer 7).
Gegen das Urteil des Verwaltungsgerichtes des Kantons Bern f�hren A.X.________ und 28 Mitbeteiligte sowie B. und D.W.________ eidgen�ssische Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Eine weitere Beschwerde ist von J. und M.M.________ gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil eingereicht worden.
A.X.________ und die Mitbeteiligten (1A.214/2005) stellen den Antrag, die Ziffern 1, 5, 6 und 7 des angefochtenen Urteils seien aufzuheben; Ziffer 2.1 (Rubrik Immissionsmessungen) des Gesamt-Bauentscheids des Gemeinderates Lyss vom 12. November 2001 sei aufzuheben und durch ein vollst�ndiges Verbot von typischen Tierk�rpergeruchsimmissionen zu ersetzen.
B. und D.W.________ (1A.218/2005) verlangen die vollst�ndige Aufhebung des verwaltungsgerichtlichen Entscheides. Mit Eingabe vom 5. September ersuchen sie zudem um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Beigabe eines Rechtsanwaltes.
J. und M.M.________ sowie die Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil beantragen, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und es sei die Baubewilligung zu verweigern. Ausserdem sei der Beschwerde aufschiebende Wirkung beizulegen. J. und M.M.________ stellen den Antrag, es sei ihnen f�r das bundesgerichtliche Verfahren unentgeltliche Rechtspflege zu gew�hren und ihnen ihr Rechtsvertreter als amtlicher Anwalt beizuordnen.
Dem Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerde ist mit Pr�sidialverf�gung vom 22. September 2005 stattgegeben worden.
Die GZM und das Verwaltungsgericht des Kantons Bern stellen Antrag auf Abweisung der drei Verwaltungsgerichtsbeschwerden. Die Einwohnergemeinde Lyss beantragt ebenfalls Abweisung der Beschwerden, soweit auf diese einzutreten sei. Die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern hat auf Vernehmlassung verzichtet.
Nach Auffassung des Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft ist der angefochtene Entscheid bundesrechtskonform.
Die eingereichten drei Verwaltungsgerichtsbeschwerden richten sich gegen den gleichen Entscheid. Die Beschwerdef�hrer werfen teils die selben oder �hnliche Fragen auf. Es rechtfertigt sich deshalb, �ber die drei Beschwerden in einem einzigen Urteil zu befinden.
Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Beschwerdeentscheid �ber eine Baubewilligung f�r die �nderung einer Baute innerhalb der Bauzone. Solche Baubewilligungen sind grunds�tzlich nur mit staatsrechtlicher Beschwerde anfechtbar (vgl. Art. 34 Abs. 1 und 3 in Verbindung mit Art. 22 des Bundesgesetzes �ber die Raumplanung [RPG; SR 700]). St�tzt sich die Bewilligung allerdings nicht allein auf kantonales und kommunales Baurecht, sondern - wie hier - auch auf eidgen�ssisches Umweltschutzrecht oder Natur- und Heimatschutzrecht, ist insoweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig. In diesem Fall sind im Verfahren der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch Anordnungen zu pr�fen, die auf unselbst�ndigem kantonalem Ausf�hrungsrecht zum Bundesrecht beruhen oder in Anwendung �brigen kantonalen Rechts ergangen sind, das einen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweist (vgl. BGE 114 Ib 344 E. 1, 117 Ib 156 E. 1, 121 II 72 E. 1 mit Hinweisen).
3.1 Es ist unbestritten, dass die beschwerdef�hrenden Einwohner von Busswil jedenfalls gr�sstenteils im Gebiet wohnen, in dem die vom Betrieb der GZM ausgehenden unangenehmen Ger�che wahrzunehmen sind. Sie haben daher ein im Sinne von Art. 103 lit. a OG sch�tzenswertes Interesse an der Aufhebung bzw. �nderung der in der Baubewilligung enthaltenen Auflagen bez�glich der Luftreinhaltung.
Als Eigent�mer eines nahe beim GZM-Betrieb liegenden, nur durch einen Waldstreifen von diesem getrennten Grundst�cks sind J. und M.M.________ ebenfalls befugt, sich auf das bundesrechtliche Walderhaltungsgebot und auf naturschutzrechtliche Bestimmungen zu berufen.
3.2 Die Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil ist ein Verein im Sinne von Art. 60 ff. ZGB, der sich gem�ss Art. 2 seiner Statuten vom 25. Mai 2000 um eine Steigerung der Wohn- und Lebensqualit�t im Raum Busswil und Umgebung bem�ht. Da es sich bei diesem Verein nicht um eine gesamtschweizerische Vereinigung handelt, die nach dem Umweltschutz- oder Natur- und Heimatschutzgesetz beschwerdeberechtigt w�re, ist er nach bundesgerichtlicher Praxis nur dann zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde zuzulassen, wenn eine Grosszahl seiner Mitglieder selbst zur Beschwerdef�hrung befugt w�re (vgl. etwa BGE 128 II 24 E. 1b, 130 II 514 E. 2.3.3 S. 519 mit Hinweisen). Ob dies zutrifft, braucht jedoch nicht abgekl�rt zu werden, da der Verein vor Bundesgericht zusammen mit den beschwerdelegitimierten J. und M.M.________ auftritt.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens, sowie die unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des Sachverhalts geltend macht werden (Art. 104 lit. a und b OG). Ob ein Entscheid angemessen sei, ist dagegen nur zu �berpr�fen, wo dies das Bundesrecht ausdr�cklich vorsieht (Art. 104 lit. c OG). Hat ein Gericht als Vorinstanz entschieden und den Sachverhalt nicht offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen festgestellt, so ist das Bundesgericht nach Art. 105 Abs. 2 OG an die dem angefochtenen Entscheid zugrunde liegenden tats�chlichen Feststellungen gebunden (Art. 105 Abs. 2 OG).
5.1 Im angefochtenen Entscheid f�hrt das Verwaltungsgericht zu den Geruchsbel�stigungen durch den Betrieb der GZM im Wesentlichen aus, f�r diese seien im Baubewilligungsverfahren gest�tzt auf Art. 12 des Bundesgesetzes �ber den Umweltschutz (USG; SR 814.01) ein Emissionsgrenzwert sowie gleichzeitig ein Immissionsgrenzwert festgesetzt worden. In Anlehnung an einen Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 25. Januar 2001 (URP 2001 S. 478) gelte ein Emissionsgrenzwert von 300 Geruchseinheiten pro Kubikmeter (GE/m3). Dieser Grenzwert sei als solcher unbestritten. Es stelle sich lediglich die Frage, wie die Emissionen zu messen und welche Vorkehren zur Einhaltung und Kontrolle des Grenzwertes zu treffen seien. Gem�ss den Auflagen und Bedingungen des Fachamtes erfolge die Beurteilung der Emissionen nach dem Prinzip des gleitenden Grenzwertes bzw. des gleitenden Mittels. Die einzelnen Emissionsquellen w�rden einmal pro Monat gemessen und aus den gemessenen Konzentrationen der Proben der letzten sechs Monaten der Mittelwert gebildet. Diese Methode sei gew�hlt worden, weil sich messverfahrensspezifische Streuungen ergeben k�nnten. Zudem sei der Reinigungswirkungsgrad von Biofiltern nicht absolut gleichbleibend. Es k�nne daher nicht auf ein einzelnes Messresultat abgestellt werden. Soweit die Beschwerdef�hrenden geltend machten, die zur Verf�gung stehende Biofilterfl�che sei viel zu gering, sei ihnen entgegenzuhalten, dass es Sache der Anlageninhaberin sei zu bestimmen, mit welchen Mitteln der Grenzwert eingehalten werden soll; vorzuschreiben sei lediglich der einzuhaltende Emissionsgrenzwert.
Die Massnahmen zur Luftreinhaltung seien, so legt das Verwaltungsgericht weiter dar, innert einem Jahr nach rechtskr�ftiger Erteilung der Baubewilligung zu realisieren. Ab diesem Zeitpunkt sei der Emissionsgrenzwert einzuhalten und mit den Emissionsmessungen zu beginnen. Die Messungen seien w�hrend der ersten sechs Monate alle 14 Tage, ab dem 6. Monat monatlich durchzuf�hren. Entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrenden bestehe kein Anlass, h�ufigere Kontrollen anzuordnen. Indessen d�rften diese Kontrollen nicht der Anlageninhaberin selbst �berlassen werden. Das Messverfahren, das sich nach der Richtlinie 3881 "Olfaktometrie - Geruchsschwellenbestimmung" des Vereins Deutscher Ingenieure bestimme, sei zwar detailliert geregelt, k�nne aber durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Der angefochtene Entscheid sei daher mit der Auflage zu erg�nzen, dass die Beh�rden die Emissionsmessungen zu �berwachung des Emissionsgrenzwertes nicht von der Betreiberin der Anlage durchf�hren lassen d�rften. Im �brigen verstehe sich von selbst, dass die zust�ndige Beh�rde die n�tigen Schritte zur Einhaltung des Grenzwertes festzulegen h�tte, falls dieser �berschritten werde.
Im Zusammenhang mit den Begehren um Beschr�nkung der zul�ssigen Verarbeitungsmenge bemerkt das Verwaltungsgericht, es sei nach den Fachberichten nicht anzunehmen, dass eine Verringerung der Verarbeitungsmenge auch zu einer Verringerung der Geruchsbelastung f�hre. Diese Frage k�nne aber letztlich offen gelassen werden. Zur Einschr�nkung der Geruchsbelastung sei hier neben den Immissionsgrenzwerten im Sinne der Vorsorge auch ein Emissionsgrenzwert festgelegt worden. Die Anlageninhaberin habe ausserdem in technischer und betrieblicher Hinsicht zahlreiche Bedingungen und Auflagen zu erf�llen, die sich ebenfalls auf die Geruchsentwicklung auswirkten. Das KIGA sei zum Schluss gelangt, dass damit den Anforderungen an die Vorsorge Gen�ge getan sei. Den Akten liessen sich allerdings keine Aussagen �ber M�glichkeit und wirtschaftliche Tragbarkeit von weiteren emissionsbegrenzenden Massnahmen entnehmen. Ob die Fachbeh�rden eine entsprechende Pr�fung vorgenommen h�tten, sei unklar. Dies rechtfertige die Aufhebung des angefochtenen Entscheides und die R�ckweisung der Angelegenheit f�r weitere Abkl�rungen in diesem Punkte aber nicht. Die Beschwerdef�hrenden h�tten den auf 300 GE/m3 festgelegten Emissionsgrenzwert akzeptiert, so dass kein Grund bestehe, weiter gehende Emissionsbegrenzungen zu verlangen. Im �brigen sei nicht ausgeschlossen, auch nachtr�glich noch zus�tzliche Massnahmen zu verf�gen.
5.2 J. und M.M.________ sowie die Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil werfen dem Verwaltungsgericht vor, den Grundsatz der Vorsorge und der Emissionsbegrenzung an der Quelle verletzt zu haben. Entgegen der Vorschrift von Art. 11 Abs. 2 USG habe das Gericht die Frage offen gelassen, ob alle m�glichen und wirtschaftlich tragbaren Massnahmen zur Emissionsbegrenzung getroffen worden seien. Damit habe es nicht nur den Sachverhalt ungen�gend festgestellt und gegen Umweltschutzrecht verstossen, sondern auch die Bestimmungen der Bundesverfassung und von Art. 8 Ziffer 2 EMRK �ber den Schutz des Privat- und Familienlebens missachtet.
B. und D.W.________ erneuern ihr Begehren, dass der Emissionsgrenzwert von 300 GE/m3 als absoluter Wert und nicht als gleitender Mittelwert festzulegen und sofort zu �berwachen sei. Der aktuelle Stand der Technik lasse eine Unterschreitung dieses Wertes ohne weiteres zu. Ausserdem sei festzuschreiben, dass sich der Emissionsgrenzwert von 300 GE/m3 auf einen Abluft-Volumenstrom von 83'000 m3/h bzw. 95'000 m3/h beziehe und dass im Reingas kein typischer Rohgasgeruch mehr vorhanden sein d�rfe.
5.3 Den Einwendungen und Begehren der Beschwerdef�hrenden kann nicht stattgegeben werden:
5.3.1 Wie sich aus der Zusammenfassung in E. 5.1 ergibt, hat sich das Verwaltungsgericht nicht einfach �ber den Grundsatz der Vorsorge hinweggesetzt, sondern festgestellt, dass angesichts des von der Fachbeh�rde bestimmten und von den Beschwerdef�hrern grunds�tzlich akzeptierten Emissionsgrenzwertes davon ausgegangen werden d�rfe, dass das M�gliche und Tragbare zur Emissionsbegrenzung angeordnet worden sei. Das Gericht hat ebenfalls auf die M�glichkeit nachtr�glicher Vorkehren sowie auf die bereits verf�gten technischen und betrieblichen Auflagen verwiesen, die ebenfalls zur Emissionsbegrenzung beitr�gen. Diese Argumentation h�lt vor Bundesrecht und insbesondere vor Art. 1 Abs. 2 und Art. 11 Abs. 2 USG stand. Soweit sich die Beschwerdef�hrer in diesem Zusammenhang auch auf Art. 13 BV und Art. 8 Ziff. 2 EMRK berufen, legen sie in keiner Weise dar, inwiefern aus den angerufenen Grundrechten weiter gehende Schutzanspr�che des Privaten hergeleitet werden k�nnten, als sie sich aus der eidgen�ssischen Gesetzgebung ergeben (vgl. BGE 126 II 300 E. 5). Insofern ist auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerden nicht einzutreten.
5.3.2 Die Frage, ob der Emissionsgrenzwert als absoluter Wert oder infolge der messverfahrensspezifischen Streuungen als gleitender Mittelwert zu definieren sei, ist in erster Linie eine technische Frage. Bei der Beurteilung solcher Fragen auferlegt sich das Bundesgericht eine gewisse Zur�ckhaltung, wenn die Bewilligungsinstanz gest�tzt auf die ihr vom Gesetzgeber beigegebenen Fachstellen entschieden hat, und darf sich seinerseits weitgehend auf die Meinung des BUWAL als eidgen�ssischer Fachbeh�rde st�tzen (vgl. etwa BGE 119 Ib 254 E. 8a S. 274, 125 II 591 E. 8b S. 604). Nun hat sich das KIGA, wie sich auch aus dem angefochtenen Entscheid ergibt, in seiner Stellungnahme vom 5. Februar 2001 in einleuchtender Weise f�r einen �ber sechs Monate gemittelten Grenzwert ausgesprochen, und h�lt das BUWAL im bundesgerichtlichen Verfahren fest, der Kanton Bern habe innerhalb seines Ermessensspielraumes das Vorsorgeprinzip korrekt umgesetzt. Die Beschwerdef�hrer bringen nichts vor, was die Aussagen der Fachinstanzen in Zweifel zu ziehen verm�chte. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde erweist sich insofern als unbegr�ndet.
5.3.3 Das Begehren, es sei zus�tzlich anzuordnen, dass sich der Emissionsgrenzwert auf einen bestimmten Abluft-Volumenstrom beziehe, wird nicht begr�ndet. Es kann daher nicht darauf eingetreten werden.
Nicht begr�ndet wird ferner, weshalb die Auflage des Gesamt-Bauentscheides, dass der Emissionsgrenzwert innert eines Jahres nach der rechtskr�ftigen Erteilung der Baubewilligung eingehalten werden m�sse und ab diesem Zeitpunkt Emissionsmessungen durchzuf�hren seien, mit dem Bundesrecht unvereinbar sei. Auf das Begehren um sofortige Aufnahme der Kontrollmessungen ist daher ebenfalls nicht einzutreten.
6.1 Zum Immissionsgrenzwert, der im Gesamtbau-Entscheid festgelegt worden ist, h�lt das Verwaltungsgericht zun�chst fest, es sei umstritten, auf welche Rechtsgrundlage sich dieser Wert st�tze. Der Bundesrat habe f�r Geruchsimmissionen aus Entsorgungsbetrieben f�r tierische Abf�lle keine Immissionsgrenzwerte festgesetzt. Es sei deshalb im Einzelfall zu beurteilen, ob die Geruchsimmissionen nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung sch�dlich oder l�stig und damit �berm�ssig seien. Gem�ss Art. 2 Abs. 5 der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV; SR 814.318.142.1) g�lten Schadstoff-Immissionen, f�r welche keine Immissionsgrenzwerte best�nden, unter anderem dann als �berm�ssig, wenn aufgrund einer Erhebung feststehe, dass sie einen wesentlichen Teil der Bev�lkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich st�rten. Nach Auffassung der Beschwerdef�hrer sei jedoch die Zul�ssigkeit der umstrittenen Geruchsimmissionen nicht nach dieser Bestimmung, sondern nach den Vorschriften der Verordnung vom 3. Februar 1993 �ber die Entsorgung tierischer Abf�lle (VETA; AS 1993 S. 920) zu bestimmen, die durch die Verordnung vom 23. Juni 2004 �ber die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten (VTNP; SR 916.441.22, AS 2004 S. 3079) abgel�st worden sei. Gem�ss Art. 14 Abs. 1 lit. d VETA in Verbindung mit Anhang 1 m�ssten Entsorgungsbetriebe mit Einrichtungen zur Luftreinigung ausgestattet sein, die verhinderten, dass Krankheitserreger und l�stige Ger�che verbreitet w�rden. Wer tierische Nebenprodukte entsorge, m�sse auch nach neuem Recht verhindern, dass Krankheitserreger verbreitet w�rden und die Umwelt gef�hrdet werde (Art. 8 lit. a VTNP). Aus diesen Bestimmungen, insbesondere aus den Vorschriften der bei Einreichung des Baugesuches geltenden VETA, ergebe sich nach Auffassung der Beschwerdef�hrer ein absolutes Verbot von Geruchsimmissionen aus dem Extraktionswerk.
Die VETA, so legt das Verwaltungsgericht weiter dar, sei jedoch im vorliegenden Fall nicht anwendbar. Laut dem Ingress st�tze sich diese Verordnung einerseits auf das Tierseuchengesetz vom 1. Juli 1966 (TSG; SR 916.40) und andererseits auf das Umweltschutzgesetz. Auf dem Tierseuchengesetz basierten - was weiter ausgef�hrt wird - die Anforderungen f�r das Behandeln tierischer Abf�lle, um die Weiterverbreitung von Tierkrankheiten zu verhindern. Dagegen stellten die Regelungen �ber l�stige Ger�che nicht Ausf�hrungsbestimmungen zum Tierseuchengesetz, sondern zum Umweltschutzgesetz dar. Das Gleiche gelte f�r die Vorschrift der VTNP, welche Gef�hrdungen der Umwelt untersage. Die VETA bestimme nicht n�her, unter welchen Voraussetzungen Ger�che als l�stig zu gelten h�tten, und die VTPN umschreibe ebenso wenig, was unter einer Gef�hrdung der Umwelt zu verstehen sei. Die Einwirkungen seien vielmehr nach den allgemeinen Regeln der Umweltschutzgesetzgebung zu beurteilen, namentlich gest�tzt auf das Umweltschutzgesetz und die Luftreinhalte-Verordnung. Entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrenden k�nne demnach aus den Regelungen der VETA oder der VTNP nicht geschlossen werden, Geruchsimmissionen wie die hier umstrittenen seien g�nzlich zu unterbinden. Es best�nden denn auch keine Hinweise darauf, dass mit diesen Verordnungen eine im Vergleich zur (�lteren) Luftreinhalte-Verordnung speziellere und strengere Regelung f�r Immissionen geschaffen werden sollte. Ein g�nzliches Verbot von Immissionen k�nne im �brigen auch nicht aus Art. 2 Abs. 5 lit. a LRV hergeleitet werden, wonach Immissionen �berm�ssig seien, wenn sie Menschen, Tiere oder Pflanzen gef�hrdeten. Es best�nden keinerlei Anhaltspunkte daf�r, dass die Ger�che aus der hier zur Diskussion stehenden Anlage die Gesundheit der Beschwerdef�hrenden gef�hrden w�rden. Die Immissionen k�nnten zwar zu einer St�rung des Wohlbefindens f�hren, nicht aber zu einer Beeintr�chtigung des Gesundheitszustandes. Ob das Extraktionswerk �berm�ssige Immissionen verursache, beurteile sich somit, wie die Vorinstanzen zu Recht erkannt h�tten, nach Art. 14 lit. b USG und Art. 2 Abs. 5 lit. b LRV.
6.2 Der Beschwerdef�hrer A.X.________ und die Mitbeteiligten beharren darauf, dass hier die VETA anwendbar sei und demgem�ss vollst�ndig verhindert werden m�sse, dass l�stige Ger�che verbreitet w�rden. Da Ger�chen aus der Tierk�rperverwertung das st�rkste m�gliche Bel�stigungspotenzial zukomme, sei ein Immissionsgrenzwert, der Ger�che bis zu einem bestimmten Grad zulasse, mit der VETA unvereinbar. Den Bestimmungen der VETA komme als j�ngerem Verordnungsrecht gegen�ber der Luftreinhalte-Verordnung Vorrang zu. Da sich die VETA ausdr�cklich auf Art. 39 Abs. 1 USG st�tze, sei nicht einzusehen, weshalb in dieser Verordnung keine Ausf�hrungsvorschriften zum Immissionsschutz aufgestellt werden k�nnten. Gegen die Anwendung der VETA spreche auch nicht, dass diese mittlerweile durch die VTNP abgel�st worden sei, welche die Unterbindung der l�stigen Ger�che nicht mehr verlange. Bauvorhaben seien n�mlich gem�ss dem kantonalen Baugesetz nach dem zur Zeit der Einreichung des Baugesuches geltenden Recht zu beurteilen. Auch wenn diese kantonalrechtliche Bestimmung nicht gelten w�rde, w�re nach den allgemeinen Grunds�tzen die Rechtslage massgebend, die zur Zeit der erstinstanzlichen Verf�gung bestanden habe. Eine sofortige Anwendung neuen Umweltschutzrechts, wie sie das Bundesgericht aus �ffentlichem Interesse schon gutgeheissen habe, liesse sich hier nicht rechtfertigen, da die VTNP keine Verbesserung der Umweltsituation gew�hrleiste. Es sei somit auf die Bestimmungen der VETA und nicht auf jene der VTNP abzustellen.
B. und D.W.________ vertreten ebenfalls den Standpunkt, dass die VETA und nicht die VTNP massgebend sei. Im Weiteren k�nne gem�ss einem Bericht des deutschen Bundesministeriums f�r Wirtschaft und Arbeit nicht ausgeschlossen werden, dass infolge von Geruchsbelastung und -bel�stigung gesundheitliche St�rungen auftr�ten.
6.3 Die Vorbringen der Beschwerdef�hrer verm�gen den angefochtenen Entscheid nicht als bundesrechtswidrig erscheinen zu lassen:
6.3.1 Die Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts dar�ber, dass die VETA und die VTPN keine Luftreinhaltungs-Vorschriften enthielten, die den Bestimmungen des Umweltschutzgesetzes und der Luftreinhalte-Verordnung vorgingen und diese versch�rften, leuchten ein. Dass die beiden Verordnungen j�nger sind als die Luftreinhalte-Verordnung, heisst noch nicht, dass mit ihnen strengere Regeln als jene der Luftreinhalte-Verordnung aufgestellt werden sollten. Dem Verwaltungsgericht ist auch darin zuzustimmen, dass aus Anhang 1 Ziffer 2.2 der VETA nicht geschlossen werden kann, dass �berhaupt keine Geruchsimmissionen auftreten d�rften. Selbst wenn aber davon ausgegangen w�rde, dass die VETA eine hier anwendbare Sondernorm enthielte, verm�chte dies den Beschwerdef�hrern nicht zu helfen, da es in diesem Falle nicht anginge, die neuere Regelung der VTNP unber�cksichtigt zu lassen:
Zwar ist einzur�umen, dass die Rechtm�ssigkeit eines Verwaltungsakts grunds�tzlich nach der Rechtslage zur Zeit seines Erlasses zu beurteilen ist. Bei der Pr�fung der Frage, ob die f�r eine Baute oder Anlage erteilte Bewilligung bundesrechtm�ssig sei, ist daher in der Regel vom Rechtszustand auszugehen, der im Zeitpunkt der Bewilligung galt (BGE 106 Ib 325, 112 Ib 39 E. 1c, 120 Ib 317 E. 2b). Im Laufe des Beschwerdeverfahrens eingetretene Rechts�nderungen sind an sich unbeachtlich, es sei denn, zwingende Gr�nde spr�chen f�r die Ber�cksichtigung des neuen Rechts. Das trifft nach bundesgerichtlicher Praxis vor allem dann zu, wenn Vorschriften um der �ffentlichen Ordnung willen oder zur Durchsetzung erheblicher �ffentlicher Interessen erlassen worden und daher auch in h�ngigen Verfahren sofort anwendbar sind (vgl. zit. Entscheide und BGE 123 II 359 E. 3 S. 362 f. mit Hinweisen). Im Weiteren h�tte es wenig Sinn, eine Bewilligung aufzuheben, weil sie dem alten Recht widerspricht, w�hrend sie nach neuem Recht auf erneutes Gesuch hin zu erteilen w�re (BGE 102 Ib 64 E. 4, 126 II 522 E. 3b/aa S. 534). Dies w�re aber hier der Fall, wenn die fragliche Auflage der Baubewilligung aufgrund der Bestimmungen der VETA, wie sie die Beschwerdef�hrer verstehen wollen, aufgehoben w�rde. Die Auflage betreffend die Einhaltung eines Immissionsgrenzwerts w�re bei Neueinreichung des Gesuchs nach der VTNP zu beurteilen und erschiene nach dieser, wie die Beschwerdef�hrenden sinngem�ss selbst anerkennen, als grunds�tzlich zul�ssig. Unter diesen Umst�nden liesse sich wie dargelegt die Anwendung alten Rechts nicht rechtfertigen. Der Ber�cksichtigung neuen Rechts im vorliegenden Verfahren st�nde �brigens auch unter dem Gesichtswinkel des Rechtsschutzes nichts entgegen (vgl. BGE 126 II 522 E. 3b/aa in fine S. 535), �ndert doch das nunmehr geltende Verordnungsrecht an den Rechtsschutzm�glichkeiten nichts und haben sich die Beschwerdef�hrer zur Frage der Rechtsgrundlage f�r die Festsetzung eines Immissionsgrenzwerts bereits im kantonalen Verfahren ausf�hrlich �ussern k�nnen.
6.3.2 Es ist mit den Beschwerdef�hrern B. und D.W.________ anzunehmen, dass schwere und ununterbrochene Geruchsbel�stigungen unter Umst�nden auch zu einer Gef�hrdung der menschlichen Gesundheit f�hren k�nnen. Um solche st�ndigen, andauernden Beeintr�chtigungen geht es hier jedoch nicht, wenn auch die periodisch auftretenden Ger�che unbestrittenermassen �usserst unangenehm sind. Die Beschwerdef�hrer machen denn auch selbst nicht geltend, dass bei den betroffenen Anwohnern gesundheitliche St�rungen aufgetreten w�ren. Das Verwaltungsgericht ist mithin zu Recht davon ausgegangen, dass Art. 2 Abs. 5 lit. b LRV Grundlage f�r den festzusetzenden Immissionsgrenzwert bilde.
7.1 Zur Bestimmung des Immissionsgrenzwertes im Einzelfall legt das Verwaltungsgericht dar, gem�ss Art. 2 Abs. 5 lit. b LRV seien Immissionen �berm�ssig, wenn aufgrund einer Erhebung feststehe, dass sie einen wesentlichen Teil der Bev�lkerung in ihrem Wohlbefinden erheblich st�rten. Dabei sei von einem objektivierten Massstab auszugehen, der auch Personengruppen mit erh�hter Empfindlichkeit einbeziehe. Der Vollzugsbeh�rde h�tten f�r die Ermittlung und Beurteilung der Geruchsbelastung verschiedene Richtlinien zu Verf�gung gestanden. Das KIGA habe sich haupts�chlich auf die Richtlinie 3940 "Bestimmung der Geruchsstoffimmission durch Begehungen" des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) von 1993 sowie auf die Richtlinie "Feststellung und Beurteilung von Geruchsimmissionen" des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in der Fassung vom 13. Mai 1998 gest�tzt. Die Geruchsbelastung in der Umgebung des Extraktionswerkes sei w�hrend eines Jahres durch Begehungen erhoben worden (November 1998 bis Anfang November 1999). Aufgrund der Stellungnahmen der Fachbeh�rden h�tten die Vorinstanzen den Immissionsgrenzwert in der Folge auf 5 % relative Geruchsstunden (RGH) f�r Wohn- und Mischgebiete bzw. auf 7,5 % RGH f�r Gewerbe- und Industriegebiete festgesetzt. Unter einer relativen Geruchsstunde werde eine Einzelmessung (hier von 180 Sekunden) verstanden, bei welcher w�hrend einer gewissen Minimalzeit (18 Sekunden = 10 % der Messzeit) ein eindeutig erkennbarer Geruch wahrgenommen werde. Die Begehungen seien w�hrend eines Jahres alle drei Tage mit einer Zeitverschiebung von f�nf Stunden durchzuf�hren. Die �brigen Einzelheiten richteten sich nach der Begehung von 1998/1999. Die Geruchsimmissionen d�rften bei den insgesamt sieben Messpunkten in den Wohngebieten bzw. vier Messpunkten in den Arbeitsgebieten den Immissionsgrenzwert nicht �berschreiten. Zudem sei im Sinne einer "zus�tzlichen Erfolgskontrolle" eine Bel�stigungserhebung durch Befragung der Betroffenen gem�ss dem Expertenbericht von M. Hangartner "Grundlagen zur Beurteilung von Geruchsproblemen" (Institut f�r Hygiene und Arbeitsphysiologie der ETH Z�rich, hrsg. vom BUWAL, Schriftenreihe Umweltschutz Nr. 115, Bern 1989; im Folgenden: ETHZ-Bericht) vorgeschrieben worden.
Das Verwaltungsgericht bezeichnet im Weiteren die Kritik der Beschwerdef�hrenden an der von der Vollzugsbeh�rde gew�hlten Erhebungs-Methode f�r unbegr�ndet. Das im ETHZ-Bericht vorgestellte System beruhe auf Befragungen der Betroffenen mit einem Fragebogen, strebe also eine direkte Erfassung der Geruchsbel�stigung an. Dabei gelte in der Regel eine Bel�stigung als erheblich, wenn sich wenigstens 25 % der Befragten als stark gest�rt erkl�rten. Dagegen s�hen die deutschen Richtlinien vor, dass sich Probanden an bestimmte Messpunkte beg�ben und dort die Umgebungsluft w�hrend einer definierten Messzeit auf Geruch pr�ften. Die Beurteilung erfolge auf der Basis der Geruchsh�ufigkeit; bei �berschreitung einer bestimmten Zeit werde auf eine erhebliche Bel�stigung geschlossen. Wie das BUWAL in seinem im kantonalen Verfahren erstatteten Amtsbericht festgehalten habe, zeichne sich die deutsche Methode durch eine gr�ssere Objektivit�t aus als das Vorgehen gem�ss ETHZ-Bericht. Zudem m�sse der Grenzwert nach den deutschen Richtlinien an allen Standorten eingehalten werden, w�hrend gem�ss ETHZ-Bericht ein Mittelwert des ganzen Geruchsgebietes zu beurteilen sei. Weiter werde nach den deutschen Richtlinien nicht nach schwachen oder starken Ger�chen unterschieden, selbst schwach wahrzunehmende Ger�che z�hlten bereits als eindeutige Immission. Die Methodenwahl des KIGA sei daher f�r das Verwaltungsgericht, das ohnehin nur eine Rechtskontrolle vorzunehmen habe, nachvollziehbar und stehe mit dem Amtsbericht des BUWAL im Einklang.
Unbegr�ndet seien schliesslich auch die Einwendungen gegen den f�r Wohngebiete festgelegten Grenzwert von 5 % RGH. Dieser Wert d�rfe nicht mit 5 % der Jahresstunden (438 Stunden) gleichgesetzt werden, da bereits eine Geruchszeit von 18 Sekunden als positive Einzelmessung bzw. als relative Geruchsstunde gelte. Die tats�chlichen Geruchszeiten seien nach Angaben des Fachamtes um einen Faktor 2 bis 3 tiefer als die aufgrund der Messzeit ermittelten RGH. Im Weiteren treffe nicht zu, dass dem grossen Bel�stigungspotenzial der hier umstrittenen Ger�che keine Rechnung getragen worden sei. Vielmehr sei der f�r den Regelfall geltende Immissionsgrenzwert von 10 % f�r Wohngebiete halbiert und damit wesentlich versch�rft worden. Grenzwerte unter dem Wert von 5 % RGH liessen sich �brigens ohne mehrj�hrige Messkampagnen kaum zuverl�ssig kontrollieren.
7.2 Was die Beschwerdef�hrer W.________ und M.________ sowie die Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil gegen die Argumentation des Verwaltungsgerichtes einwenden, l�uft auf eine Wiederholung des im verwaltungsgerichtlichen Verfahren Vorgetragenen hinaus. Im Wesentlichen wird erneut geltend gemacht, es sei die im ETHZ-Bericht umschriebene Methode zur Beurteilung der Geruchsimmissionen zu �bernehmen. Zu diesem Einwand kann auf die oben - zusammengefasst - wiedergegebenen �berzeugenden Erw�gungen des Verwatungsgerichtes verwiesen werden. Die Tatsache, dass bei der normativen Festsetzung der Immissionsgrenzwerte f�r den L�rm vorab auf soziologische Erhebungen bzw. auf die Resultate von Befragungen abgestellt worden ist, heisst offensichtlich noch nicht, dass die Wahl einer anderen Methode f�r die Begrenzung von Geruchsimmissionen einer bestimmten Anlage bundesrechtswidrig w�re. F�r die auch im Zusammenhang mit dem Immissionsgrenzwert wiederholte Anrufung verfassungs- und konventionsm�ssiger Grundrechte gilt das bereits in E. 5.3.1 Gesagte. Soweit schliesslich die Beschwerdef�hrer W.________ den kantonalen Beh�rden vorwerfen, sie h�tten nicht anstelle des allein zust�ndigen Bundesrates Immissionsgrenzwerte festsetzen d�rfen, erweist sich der Vorwurf schon deshalb als unberechtigt, weil es hier nicht um die Setzung generell-abstrakter Normen, sondern um eine einzelfallweise Beurteilung von Immissionen geht. Fehlen Immissionsgrenzwerte im Verordnungsrecht, ist denn auch gem�ss Art. 12 Abs. 2 USG im Einzelfall durch Verf�gung festzulegen, welche Immissionen sch�dlich oder l�stig und daher zu vermeiden sind. Zwar bezieht sich Art. 12 Abs. 2 USG dem Wortlaut nach vorab auf die Begrenzung von Emissionen, doch gilt diese Vorschrift ihrem Sinne nach auch f�r die Beschr�nkung von Immissionen (vgl. Art. 2 Abs. 5 und Art. 30 LRV, s.a. Art. 40 Abs. 3 der L�rmschutz-Verordnung vom 15. Dezember 1986 [LSV; SR 814.41]; BGE 121 II 378 E. 15a S. 406, 124 II 219 E. 7a S. 229).
Die Beschwerdef�hrer J. und M.M.________ bringen vor, sie h�tten in ihren Laieneingaben stets auch eine �berm�ssige Belastung mit L�rm beanstandet und damit zumindest sinngem�ss eine Verletzung der L�rmschutz-Verordnung geltend gemacht. Das Verwaltungsgericht habe sich mit dieser R�ge nicht auseinandergesetzt und dadurch einerseits den Sachverhalt unvollst�ndig festgestellt und andererseits wesentliche Verfahrensbestimmungen verletzt.
Das Verwaltungsgericht weist in seiner Vernehmlassung zu Recht darauf hin, dass die Beschwerdef�hrer im kantonalen Verfahren lediglich verlangt haben, die - auch hinsichtlich des L�rms - anzuordnenden Sanierungsmassnahmen seien so auszugestalten, dass sie den Auenwald nicht weiter beeintr�chtigen k�nnten. Mit diesem Begehren habe sich das Verwaltungsgericht auseinandergesetzt. Weitere Vorkehren gegen den L�rm seien nicht beantragt worden. Das BUWAL h�lt in seiner im bundesgerichtlichen Verfahren abgegebenen Stellungnahme erg�nzend fest, im Rahmen der Gesamtbaubewilligung seien zwei L�rmschutzw�nde gutgeheissen worden. Eine der W�nde solle bei den versetzten neuen Luftkondensatoren errichtet werden, die andere auf dem Dach des Betriebes. Gem�ss der Beurteilung der KUS k�nnten dank dem Bau der Wand bei den Luftkondensatoren die massgeblichen Immissionsgrenzwerte eingehalten werden. Die Wand auf dem Dach biete im Sinne der Vorsorge zus�tzlichen L�rmschutz. Das BUWAL k�nne der Auffassung der KUS vollumf�nglich zustimmen und erachte die in Art. 13 Abs. 2 LSV umschriebenen Sanierungsanforderungen f�r erf�llt.
Diesen zutreffenden Ausf�hrungen ist nichts beizuf�gen.
Schliesslich r�gen die Beschwerdef�hrer M.________ eine Verletzung von Art. 1 und Art. 17 des Bundesgesetzes vom 4. Oktober 1991 �ber den Wald (Waldgesetz, WaG; SR 921.0) sowie von Art. 21 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1966 �ber den Natur- und Heimatschutz (NHG; SR 451) und der Verordnung �ber den Schutz der Auengebiete von nationaler Bedeutung vom 28. Oktober 1992 (SR 451.31).
Hinsichtlich der Ausnahmebewilligung f�r die Unterschreitung des Waldabstandes beanstanden die Beschwerdef�hrer, dass das Verwaltungsgericht nicht abgekl�rt habe, ob die neuen Luftkondensatoren nicht auch an einem anderen Ort aufgestellt werden k�nnten; die Ausnahmebewilligung setze aber Standortgebundenheit voraus. Die Beschwerdef�hrer �bersehen jedoch, dass - anders als f�r eine Rodungsbewilligung - weder das eidgen�ssische noch das kantonale Recht f�r die Bewilligung zur Unterschreitung des gesetzlichen Waldabstandes eine Standortgebundenheit des Vorhabens verlangt. Dass die in Waldesn�he aufzustellenden Luftkondensatoren und die L�rmschutzwand die Erhaltung, Pflege oder Nutzung des Waldes beeintr�chtigten (vgl. Art. 17 WaG), behaupten die Beschwerdef�hrer selbst nicht. Die nachtr�glich vom Verwaltungsgericht angeordneten Auflagen schliessen eine solche Beeintr�chtigung auch aus. In diesem Zusammenhang darf im �brigen darauf hingewiesen werden, dass der innerhalb des Waldabstandes liegende Boden, der f�r die Luftkondensatoren beansprucht wird, bereits schon fr�her als Werkareal diente und sich daher durch den geplanten Umbau an der Interessenlage kaum etwas �ndert.
Das Gesagte gilt sinngem�ss auch f�r die behauptete Verletzung von Natur- und Heimatschutzanliegen. Da der f�r das Vorhaben beanspruchte Waldabstand selbst nicht in einem Schutzgebiet liegt und eine Beeintr�chtigung des an das Extraktionswerk grenzenden Waldes ausgeschlossen werden kann, ist nicht einzusehen, inwiefern das Verwaltungsgericht vermehrt auf nahe gelegene Schutzgebiete h�tte R�cksicht nehmen m�ssen.
Nach den angestellten Erw�gungen ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von A.X.________ und den Mitbeteiligten abzuweisen. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerden von B. und D.W.________ sowie jene von J. und M.M.________ und der Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil sind abzuweisen, soweit auf sie einzutreten ist.
Die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens sind dementsprechend grunds�tzlich den Beschwerdef�hrern zu �berbinden (Art. 156 Abs. 1 OG). Diese haben der GZM, die zwar gewisse �ffentliche Aufgaben erf�llt, hier aber wie eine andere private Baugesuchstellerin aufgetreten ist, nach Art. 159 Abs. 1 und 2 OG praxisgem�ss f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung auszurichten.
Nun haben die Beschwerdef�hrenden B. und D.W.________ sowie J. und M.M.________ je ein Gesuch um Gew�hrung der unentgeltlichen Rechtspflege sowie um Beigabe eines Rechtsanwaltes gestellt. Solchen Gesuchen kann aber nur stattgegeben werden, wenn die Rechtsbegehren nicht als aussichtslos erscheinen (Art. 152 Abs. 1 und 2 OG). Von Aussichtslosigkeit eines Rechtsbegehrens im Sinne von Art. 152 Abs. 1 OG ist dann auszugehen, wenn die Gewinnaussichten erheblich geringer sind als die Verlustgefahren und daher kaum als ernsthaft bezeichnet werden k�nnen. Dagegen gelten als Begehren nicht als aussichtslos, wenn sich Gewinnaussichten und Verlustgefahren ungef�hr die Waage halten oder jene nur wenig geringer sind als diese (vgl. etwa BGE 105 Ia 113 E. 2b, 124 I 304 E. 2a, 127 I 202 E. 3b). Angesichts des sorgf�ltig begr�ndeten und sich in technischen Belangen auf die Meinung der Fachbeh�rden st�tzenden Urteils des Berner Verwaltungsgerichtes durften hier die Beschwerdef�hrenden nicht ernsthaft mit einer Gutheissung ihrer Verwaltungsgerichtsbeschwerde rechnen. Die Gesuche sind daher abzuweisen. Der angespannten finanziellen Lage der Gesuchsteller kann indessen dadurch Rechnung getragen werden, dass ihnen gegen�ber von der Erhebung einer Gerichtsgeb�hr abgesehen wird. Die entsprechend herabgesetzten Gerichtskosten sind mithin dem Beschwerdef�hrer A.X.________ und den Mitbeteiligen sowie der Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil zu �berbinden.
Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege und um Beigabe eines Rechtsanwaltes werden abgewiesen.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von A.X.________ und den Mitbeteiligten (1A. 214/2005) wird abgewiesen.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von B. und D.W.________ (1A.218/2005) wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde von J. und M.M.________ sowie der Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil (1A.220/2005) wird abgewiesen, soweit auf sie einzutreten ist.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 5'000.-- wird A.X.________ und den Mitbeteiligten zu drei F�nfteln und der Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil zu zwei F�nfteln auferlegt.
Die Beschwerdef�hrer haben der GZM Extraktionswerk AG f�r das bundesgerichtliche Verfahren folgende Parteientsch�digungen zu bezahlen:
- A.X.________ und Mitbeteiligte Fr. 2'000.-- unter solidarischer Haftung,
- B. und D.W.________ Fr. 2'000.--,
- J. und M.M.________ sowie Interessengemeinschaft Pro Ambiente Busswil Fr. 2'000.-- unter solidarischer Haftung.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Einwohnergemeinde Lyss, der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern und dem Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Verwaltungsrechtliche Abteilung, sowie dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 34
 Art. 22
 BGE 
 Art. 103
 Art. 60
 Art. 2
 BGE 
 Art. 105
 Art. 12
 Art. 11
 Art. 8
 Art. 1
 Art. 11
 Art. 13
 Art. 8
 BGE 
 BGE 
 Art. 2
 Art. 14
 Art. 2
 Art. 14
 Art. 2
 Art. 39
 BGE 
 BGE 
in fine
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 2
 Art. 30
 Art. 40
 BGE 
 Art. 13
 Art. 1
 Art. 17
 Art. 21
 Art. 17
 Art. 159
 Art. 152
 BGE