Source: https://www.juracademy.de/strafrecht-bt3/strassenverkehrsdelikte/2-teil-strassenverkehrsdelikte/f-verbotene-kraftfahrzeugrennen-315d/i-ueberblick.html
Timestamp: 2019-06-24 22:44:15+00:00

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I. Überblick - Strafrecht Besonderer Teil 3
Strafrecht Besonderer Teil 3 - I. Überblick
Kursangebot | Grundkurs Strafrecht BT III | I. Überblick
§ 315d Abs. 1 ist der Grundtatbestand. Er ist ebenso wie § 316 ein abstraktes Gefährdungsdelikt, es muss also zu keinem Gefährdungserfolg kommen.
§ 315d Abs. 2 hingegen ist, wie die §§ 315b Abs. 1 und 315 Abs. 1 auch, ein konkretes Gefährdungsdelikt und im Verhältnis zu Abs. 1 Nr. 2 und 3 eine Qualifikation. Hier muss eine konkrete Gefahr für Leib, Leben oder eine fremde Sache von bedeutendem Wert eingetreten sein.
§ 315d Abs. 5 enthält eine Erfolgsqualifikation, bei welcher der Täter bezüglich der genannten Folgen gem. § 18 nur fahrlässig handeln muss.
Sie werden es in der Klausur selten mit der Frage nach einer Strafbarkeit des Täters nur nach Abs. 1 zu tun haben. In der Regel wird laut Sachverhalt eine konkrete Gefährdung anderer eingetreten sein, evtl. sogar eine der Folgen des Abs. 5. Wie immer können Sie das Grunddelikt und die (Erfolgs-) Qualifikation getrennt prüfen. In der Regel ist es aber sinnvoller, jedenfalls das Grunddelikt und die Qualifikation oder das Grunddelikt (hier insoweit Abs. 2) und die Erfolgsqualifikation zusammen zu prüfen.
Will man alles zusammen prüfen, dann sieht der Aufbau wie folgt aus:
Grunddelikt gem. § 315d Abs. 1
- Nr. 1: Ausrichten eines nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennens oder Durchführen eines solchen
- Nr. 2: Teilnehmen an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen als Kraftfahrzeugführer
- Nr. 3: grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Fortbewegen eines Kraftfahrzeuges als dessen Führer mit nicht angepasster Geschwindigkeit
Qualifikation gem. § 315d Abs. 2 (sofern Tathandlung gem. Abs. 1 Nr. 2 oder 3)
- konkrete Gefahr für Leib, Leben oder eine Sache von bedeutendem Wert
- durch eine Tathandlung gem. Abs. 1 Nr. 2 oder 3
• gefahrspezifischer Zusammenhang
Vorsatz, dol. ev. reicht
sofern Tathandlung gem. Abs. 1 Nr. 3: Fahren in der Absicht (dol. directus 1. Grades), eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen
Voraussetzungen des § 315d Abs. 5
Eintritt der Folge:
- schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen
- Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen
- Tod eines anderen Menschen
Kausalität zwischen § 315d Abs. 2 und Folge
gem. § 18 „wenigstens“ objektiver Fahrlässigkeitsvorwurf im Hinblick auf die Folge
sofern Abs. 5: subjektiver Fahrlässigkeitsvorwurf
Sollten Sie die Vorsatz-Fahrlässigkeits-Kombination in der Klausur prüfen müssen, dann prüfen Sie den objektiven Tatbestand wie soeben beschrieben. Im subjektiven Tatbestand prüfen Sie dann den Vorsatz nur bzgl. der Tathandlungen und ggf. die erforderliche Absicht bei Abs. 1 Nr. 3. Danach prüfen Sie dann unter „III.“ die Fahrlässigkeit im Hinblick auf die konkrete Gefahr (Das Prüfungsschema entspricht jenem bei § 315b, dort unter Rn. 40 dargestellt).

References: § 315
 § 316

§ 315

§ 315
 § 18
 § 315
 § 315
 § 315
 § 315
 § 18
 § 315