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Timestamp: 2018-04-25 18:21:23+00:00

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Geschichten vom kleinen Riesensohn (6 Jahre) | Das zweite Kind sind Zwillinge
18. Februar 2013 § 12 Kommentare
seid zur Heiterkeit bereit.
Hier die Liste der in den letzten zwei Wochen durchlebten Krankheiten bzw. Symptome:
Fieber. Husten. Noch mehr Fieber. Halsweh. Mehr Husten. Noch mehr Halsweh. Kopfweh. Bauch-Aua. Zungenweh. Nochmal Fieber. Wieder Fieber. Totzen. Schlappigkeit. Arm-Aua. Bein-Aua. Schlimmes Bauch-Aua. Sehr schlimmes Halsweh. Bisschen Halsweh. Heiserkeit. Hinweise auf Durchfall. Pipi-Aua (?). Akute Müdigkeit. Immer noch Zungenweh. Fußweh (?). Husten, Husten, Husten.
Tee. Husten- und Bronchialtee. Magen- und Darmtee. Ununterbrochen laufende Waschmaschine. Handtücher im Bett. Knäckebrot mit Honig. Kinder-CDs. ARD-Kindersendungen. Mamas Arm. Papas Arm. Tee tagsüber. Tee nachts. Hasi Eins. Huhn. Schmerz- und Fiebersaft. Hustensaft. Sin.upret. Oto.vowen. Noch mehr Tee. Warmer Tee. Kalter Tee. Telefonieren mit Freundin. Schlafen, schlafen, schlafen.
Heiser bis hustig. Am Dienstag wachere Kinder. Ab Mittwoch ist mit neuen Erkrankungen zu rechnen. Gegen Ende der Woche pessimistische Sofabelegung. Gesundungswahrscheinlichkeit 90%.
Wir werden sehen. Falls hier jemand Tipps und Tricks kennt, wie man trotz und mit drei abwechselnd kranken Kindern eine Diplomarbeit schreibt, bitte ich um rasche Wortmeldung. *husthust*
„S´ön, Mama!“
15. Februar 2013 § 14 Kommentare
Warum nur ist die Auswahl einer neuen Brille für die (derzeit) einzige Dame im Hause mit solch unsagbaren Hindernissen verbunden?
Auswahlqualen Teil 1:
Ich präsentiere meine Auswahl aus dem Brillengeschäft:
„Mach mal die Augen zu und jetzt gucken.“
Der ansonsten beste Ehemann von allen guckt und fragt: „Gibt es denn da gar keine Beratung im Brillenladen?“
*seufz* „Nagut, die nächste. Schau!“
„Nicht so gruselig wie die erste.“
„Eine habe ich noch.“
„Brillen stehen dir irgendwie nicht.“
Das ist doch nicht hilfreich, oder?
Also war ich am Dienstag mit den Zwillingen im Brillengeschäft und habe im Gegenwind widriger Umstände die drei entliehenen zurückgegeben und zwei andere Brillen ausgeliehen. Und das war so:
Auswahlqualen Teil 2:
„Entschuldigen Sie bitte die Krümelei, das war jetzt die einzige Möglichkeit, die Zwillinge ruhig zu halten.“
„Äh, ja, hm, kein Problem, gehen Sie schon mal nach hinten durch.“
„Männer, hinsetzen, Schuhe vom Stuhl. Sohni, Achtung, du bist mit dem Fahrradhelm gerade gegen die Brillen gestoßen! Also, die hier gefällt mir ausnehmend gut, allerdings müsste sie höher gesetzt werden und können Sie den Steg verschmälern?.“
„Das geht leider nicht. Also hochsetzen geht, aber den Steg kann ich nicht schmaler machen.“
„Dann brauche ich sowas Ähnliches.“
„Wie wäre es mit dieser hier, Frau Solanum?“
„Ich teste mal. Ah! Die ist schön.“
„Und hier noch eine im Vergleich?“
„Nee, da sehe ich aus wie eine Eule; sehen Sie? Die Pupillen sind zu weit innen, das Glas ist zu groß.“
„Naja, bei Ihrer Kopfform müssen die Gläser schon so weit sein…“
„Maxe, das ist ein BRILLEN(!)Putztuch!! Hier, nimm das Taschentuch. Hm, ich teste noch mal diese hier.“
„Die finde ich auch schön an Ihnen. Sogar besser als die davor.“
„Finger weg! Nicht auf den Spiegel patschen! Nur gucken, nicht anfassen!“
„Was ist? Maxe? Hast du??? Du riechst nach … Ach, du meine Güte!! Eigentlich ist er trocken. Haben Sie irgendwo eine Toilette?“
Kunden, die man nie vergisst…
Auswahlqualen Teil 3:
Gespräche unter Liebenden:
„Also, ich nehme jetzt diese Brille. ES SEI DENN, du kommst nochmal mit und hilfst beim Aussuchen.“
„Nö, nö, nimm die nur. Wenn du dich damit auf die Straße traust.“
„Wie teuer ist die denn?“
„Das sage ich lieber nicht. Oder kriege ich einen Brillenzuschuss?“
Und jetzt habe ich es getan. Gestern habe ich sie bestellt. Melek hat unentschieden mit den Daumen gewackelt. Aber auf die Zwillinge ist Verlass.
„Und Männer, wie findet ihr die Brille? Schön, oder?“
„Ja! S`ön, Mama!“
Schnee-Sardine
13. Februar 2013 § 7 Kommentare
„Was ist eine Schnee-Sardine?“
„Papa sagt, da kann man von sterben.“
„Von einer Sardine???“
„Die kommt von den Bergen runter und ist weiß.“
„Und wenn die kommt, muss man schnell weglaufen.“
Elisabeth im Off
4. Februar 2013 § 6 Kommentare
… und ich bin mitten drin. (Tag 1)
Was tut Frau also, wenn das Kindermädchen im Flieger sitzt? Das stille Örtchen beehren, mit den Impressionisten und ohne abschzuließen.
„AAAAAAAHHHH!“ schrien wir gleichzeitig und eine von uns schloss die Tür. Von außen.
„Ich denke, du bist im Flieger??“ brülle ich durch die geschlossene Tür.
„Ja, aber erst nachmittags!“
Jetzt ist sie aber endgültig weg, und ich allein. Naja, nicht ganz.
Melek, 6 Jahre, liegt auf dem Sofa und agiert irgendwo zwischen Halb- und Viertelschlaf.
Maxe mummelt zufrieden seine Brötchen, und Sohni steht kreischend und mit hochrotem Kopf im Treppenhaus. Fieber!
Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir eine leere Parklücke und damit, dass der beste Ehemann von allen bereits die Republik bereist. Und ich stehe vor logistischen Problemen. Zum Glück bleibt Melek liegen und das beruhigt Sohni so, dass auch er liegen bleibt und ich – mit ihrem Einverständnis – ersteinmal Maxe in den Kindergarten verfrachte.
Minus ein Kind.
Als ich wiederkehre, schiebt der kleine Riesensohn solch einen Kohldampf, dass ich ihn kurzerhand für gesund erkläre – minus zwei Kinder – und mich dann auf das Sofa kuschle. Mit warmen Decken, Sohni, Schwindel und niederdrückender Schlappheit in den Gliedern.
Schneemannsacht und Zickzacksieben
25. Januar 2013 § 2 Kommentare
oder wie Melek den Zahlenraum der Hunderter betrat.
„Mama?“ fragte Melek, nachdem er das OhBIe-Maßband bis zum „Stop, hier nicht weiter“ herausgezogen hatte, „was ist das für eine Zahl?“
„Wie heißt noch mal die umgedrehte 6?“
„9, 9, 4.“
„Schatz, du musst die Zahlen von vorne lesen. Das ist 499.“
„Und diese hier? Vier, neun, wie heißt die Zahl nochmal, die aussieht wie ein Schneemann?“
„Vier, neun, acht.“
„498.“
„Aha. Und wie heißt diese hier: Vier, neun, und die mit so Zickzack.“
„Das ist eine sieben.“
„Aha, Vier, neun, sieben?“
„497.“
„Und die hier: Vier, neun, sechs?“
„496.“
„Ah! Und diiiie?“
Wir sind bis 428 gekommen. Dann ist die Mutter in Streik getreten. Und träumt nun von Schneemannsacht und Zickzacksieben.
Hasenohrenweh in Warteschleife
16. Januar 2013 § 7 Kommentare
Den kleinen Riesensohn mit Schmerzmittel versorgt. Die Ohrenärztin angerufen. Die Ohrenärztin ist in Urlaub. Den Kinderarzt angerufen. Der Anrufbeantworter teilt mir mit, ich solle später wieder anrufen, alle Mitarbeiter seien im Gespräch. Das hat er mir schon dreimal gesagt. Melek taucht auf, das Schmerzmittel scheint gewirkt zu haben. Der beste Ehemann von allen schippt Schnee und startet dann seine Dienstreise ins Saarland, was ich für eine schwachsinnige nicht so schlaue Idee halte, weil es im Saarland doch bekanntlich am meisten schneit. Oder? Dieses Mal komme ich nicht zum Anrufbeantworter durch, es kommt gleich das Besetztzeichen. Der kleine Riesensohn kniet auf dem Wohnzimmertisch und schaut Papa beim Schippen zu. Und kommentiert das Geschehen. Außerdem fragt er mich, warum seine Nase Schnee auf die Fensterscheibe macht. Wir klären, dass es sich um kondensierte warme Nasenluft handelt. Nasennebel sozusagen. Außerdem fragt er, warum er nochmal zu Hause bleiben soll. Der Schmerzsaft wirkt wirklich gut. Wieder besetzt. Ich erwäge, einfach einen Schmerzsaft in der Apotheke zu kaufen und zu Hause zu bleiben. Aber falls es sich um eine Mittelohrentzündung handelt, braucht man ein Antibiotikum, oder? Ich bleibe dran. Uaaaahhh, gäääähn.
Seehund mit Taucherbrille
15. Januar 2013 § 2 Kommentare
Vierfünftel unserer Familie sind Wasserratten. Oder Seehunde oder wie auch immer. Der Ehemann mag zwar keinen Sport, aber im pipiwarmen Kleinkindbecken sitzen und mit der Ehefrau plaudern geht immer. Ab zwei Kindern gibt es in unserem bevorzugten Nassraum sogar einen Familienrabatt.
„Also können wir theoretisch mit unbegrenzt vielen eigenen Kindern hier dasselbe bezahlen?“ frage ich die Dame an der Rezeption und die nickt mit dem Kopf.
Erwartungsvoll sehe ich den Ehemann an: „Wollen wir noch ein Baby machen?“
Ein Blick sagt tausend Worte.
Im Schwimmbad spielen die Zwillinge mit den hauseigenen Poolnudeln. Man kann sie um sich herum legen und dann sind sie ein Schiff. Man kann sich gegenseitig damit hinterherziehen. Man kann sie vom Piratenausguck runterwerfen oder „Aubermachen“, indem man sie wie einen Besen bewegt. Von mir haben sie das nicht. Sehr beliebt auch: Die Poolnudeln unter Mühen die Rutsche hinaufschaffen und dann rutschen. Oder sie sich unter die Achseln klemmen. Dann können auch kleine Seehunde schwimmen. Jedenfalls im knietiefen Wasser. Alles ist witzig. Melek derweil trägt seine neue blaue Taucherbrille („Die hat Oma mir geschenkt!“) und ist zumeist unter Wasser zu finden. Er taucht unter den Knien seines im Wasser treibenden Vaters hindurch, lässt sich wie ein Pinguin in die Fluten gleiten und holt vorher immer ganz tief Luft.
„Willst du vielleicht nicht doch noch einen Schwimmkurs mitmachen?“ frage ich beiläufig, werde aber eines besseren belehrt: „Mama, ich kann doch schon schwimmen. Nur unter Wasser.“ Holt ganz tief Luft und schwimmt davon. Unter Wasser. Es geht ihm gut.
Drachentatzenhausschuhtränen
14. Januar 2013 § 13 Kommentare
Wenn der kleine Riesensohn so stolz auf seine neuen Hausschuhe ist, die fellig und punktig und mit Krallen versehen sind und die er bekommen hat, weil seine Brüder die auch bekommen haben, weil sie die zu ihrem Drachenkostüm anziehen sollen und hoffentlich wollen, und mich darum bittet, eben diese Schuhe auch im Kindergarten benutzen zu dürfen und auch darum, dass ich die Wikingerhausschuhe mit nach Hause nehmen soll,
und wenn wir dann mit diesen wundervoll lustigen Hausschuhen in den Kindergarten kommen und der beste Freund des kleines Mannes mit dem Finger auf die Schuhe zeigt und lacht,
und wenn dann der kleine Riesensohn sich voller Scham hinter meinem Rücken versteckt, sich auf meinen Schoß gleiten lässt, den Kopf an meiner Brust ge- und verborgen, stumme Tränen auf meine Jacke rollen und die Hausschuhe, die so toll sind, plötzlich gar nicht mehr toll sind und zwischen uns versteckt werden sollen,
dann brennt meine Seele vor verschluckten Tränen und ich streichle seine zarte Haut und drücke ihn an mich und wünsche mir, dass sein Kummer in mich übergeht und er wieder unbeschwert und mutig lachen kann, vielleicht auch mitlachen,
dann ist er wieder klein und zart, mein Baby im Tragetuch und ich fühle den ganzen Weltschmerz eines kleinen Jungen und denke an ihn, während ich am Schreibtisch die Gewürze sortiere und bremse meinen Drang, im Kindergarten anzurufen und zu fragen, wie es ihm geht.
Dann hoffe ich einfach, wenn ich ihn nachher abhole, dass er wieder lacht und auch sein Freund lacht, aber nicht über ihn, sondern die beiden zusammen. Vielleicht sogar über die Drachentatzenhausschuhe.
Der Dealer in unserer Straße
10. Januar 2013 § 5 Kommentare
Exklusive Fotos jetzt, nur auf Maras Blog:
Der Kaugummi-Dealer David S. aus B. lockt junge Kunden. Viele von ihnen sind gerade einmal drei Jahre alt. Eine Anwohnerin: „Es ist eine Schande, dass Kinder ihren Vater mit den Worten `Papa! Hause! Mummi!´“ begrüßen.“ Die Mutter der Kinder hielt sich bedeckt. „Kinder seien eben so“.
Rauschebart gewinnt
7. Januar 2013 § 2 Kommentare
„Mama“, erkundigt sich der beste kleine Riesensohn der Welt, „wer hat das eigentlich zusammengesteckt?“
Gemeint ist das Play.mobil-Flugzeug, das bereits fertig montiert ins Weihnachtszimmer geschwebt war.
„Na, der Junge, dem das Flugzeug vorher gehörte“, erwidert die undiplomatischste Mutter der Welt, die, der geneigte Leser weiß das schon, nicht zu den Weihnachtsmannmärchenverfechterinnen gehört.
„Nein“, wehrt der kleine Riesensohn entschieden ab, „das hatte vorher der Weihnachtsmann.“
„Schatz“, kämpfe ich gegen den hartnäckigsten Weihnachtsmann der Welt an, „das Flugzeug habe ich einer Mutter abgekauft, deren Söhne schon groß sind und gar nicht mehr damit spielen.“ Das stimmt. Das Flugzeug, ein großes Schiff mit Kohle, ein kleines Schiff, einen Tower, einen Kran, Container, Flugplatzpersonal und andere Kleinigkeiten, 40 Euro alles zusammen und bis auf eine gewisse Gelbstichigkeit des Flugzeugs alles noch sehr gut erhalten.
Doch ich habe keine Chance gegen den alten Herrn mit Bart.
„Mama!“ der kleine Riesensohn macht klare Ansagen, „du immer mit deinen Lügengeschichten.“
Vom Fortschritt in der Weihnachtsfeierdurchführung
3. Januar 2013 § 6 Kommentare
Nach sechstägiger Trennung – Mara mit Maxe bei Freundin in Frankfurt, Väterchen mit dem Rest der Herde Verwöhnurlaub bei Oma – wurde das gestrige Wiedersehen der Gebrüder mit Jubel, Herumhüpfen und diversen Beulen gefeiert, während die Eltern die Waschmaschine fütterten.
Den Maxe hatte ich bei meiner Reise dabei, damit er die Ruhe und Zweisamkeit findet, um mit dem Sprechen voranzukommen. Der geneigte Leser erinnert sich dunkel an Mutters interne Fristsetzung bis Januar, bevor sie einen Termin mit der Pädaudiologie vereinbart. Auch wenn grammatikalische Strukturen bisher noch arg fremdeln, packt Maxe immerhin schonmal zwei Worte in eine Aussage und ist damit meilenweit entfernt von seinen einsilbigen Wortmeldungen.
„Papaaaa Hauseeee!“ ist so ein Beispiel für einen Satz, der nachts um halb drei gleich mehrfach während eines Wutanfalls aus ihm herausbrach, weil Mütterchen nicht verstanden hatte, was der Junge wollte. Das muss ja auch frustrieren, und das wiederum war wohl der Auslöser für diesen dramatischen Heimwehschub.
Und morgens um halb sechs gelingt schon ein bombastisches vierwörtriges Satzungetüm wie „Licht an Mama Brot!“ Glücklicherweise ließ sich das Frühstück durch Intensivkuscheling noch um zwei Stündchen herauszögern.
Im Gegensatz zu ihrem Bruder zeigten Melek und Sohni keine Anzeichen von Heim- oder gar Mamaweh. Meistens waren sie so beschäftigt, dass sie nicht einmal Zeit hatten, um mit mir zu telefonieren.
Sohnis Beschreibung vom großmütterlichen Haushalt ist ein einziges großes Staunen. „Oma Filme groß!“ gefolgt von einem hundsgemein süßen, mit Kopfnicken begleitetem „Mmmhja!“, das dem staunenden Zuhörer die Echtheit der Aussage bestätigen soll. Oma hat also einen großen Fernseher. 😉
Nun gehört es zu den Freuden eines Omabesuches, dass die Kinder mit mehr Gepäck zurückkehren als sie losgezogen sind.
Wir haben also jetzt sechs Kuscheltiere mehr, wovon eines neu erworben und die übrigen aus dem Bestand der Oma stammte, von denen wiederum mindestens zwei aus meinen (frühkindlichen) Beständen stammen.
Außerdem nennt Melek jetzt einen Bottich mit Meeresgedöns sein eigen, wobei der pädagogische Wert ein wenig unter dem Maßstabsdeasaster leidet. Wie erkläre ich jetzt den Kindern, dass Seehunde normalerweise kleiner sind als so ein Pottwal, vom Biber mal ganz zu schweigen, der sogar den Pottwal mit einem Haps ins Jenseits befördern könnte. Hatte ich eigentlich die 56 Klammerpuppen, die neue Jacke, Mütze und zahlreiche T-Shirts und Hosen schon erwähnt?
Insgesamt ist meine Weihnachtsbilanz unglaublich positiv: Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Feiertage prima verlaufen. Die Krippe ist trotz einiger Erdbeben im wesentlichen unbeschädigt geblieben, der Weihnachtsolivenbonsai grünt, und Maria habe ich im Zahnbürstenregal wiedergefunden. Das Dromedar wird auch wieder auftauchen, ich hatte bisher nur keine Lust, in den Wollmäusen unter dem Sofa herumzustochern. Der Adventskranz nadelte nicht, nur zwei Engel wurden entführt, aber die hatte ich auch nicht festgebunden. Die Weihnachtsdeko ist komplett heile geblieben, bis auf die eine Christbaumkugel, die Maxe sich um den Hals gehängt hatte, bevor wir zum Kinderzahnarzt aufgebrochen sind, und wir waren sogar zweimal insgesamt in der Kirche. Und trotz aller Plastikweihnachtsmänner, falscher Nikoläuse und blinkenden Lichterketten hat Melek doch erkannt, was wir unseren Kindern so gerne vermitteln wollen.
„Das da in der Krippe, Mama“, flüsterte er in der Kirche, während der Mann im rot dekorierten Sessel die Weihnachtsgeschichte vorlas, „das ist der Gott.“
„Ja“, flüsterte ich zurück, „das ist Jesus. Der hat sich ganz klein gemacht. Für uns.“
15. Dezember 2012 § 4 Kommentare
„Ziehst du mir die Hausschuhe an?“
„Hallo??? Bin ich eine Hausschuhanziehmaschine?“
„JAA!!!“
„Nagut, aber Hausschuhe anziehen kostet 300.000 Küsse. Gibst du mir die?“
„Äh, nein, häh?“
(kleines Stimmchen) „Ich weiß nicht, wie viel 300.000 ist.“
„Nagut, ich reduziere auf drei. Geht das?“
(Ich bekam dann deutlich mehr 😉 )
14. Dezember 2012 § 2 Kommentare
Ich bin keine gute Ehefrau.
Als ich mit der Brut heimkam, war der beste Ehemann von allen schon da und ich verschwand fast wortlos – „Ich. Büro. halbe Stunde“ – die Treppe hinauf.
Eine gute Mutter bin ich auch nicht.
„Mamaaaa, helfen!“ jammerte Maxe herzzerreißend, während er, noch im Schneeanzug, auf der untersten Stufe kauerte, ohne auch nur den Versuch zu machen, sich zu entstiefeln.
„Papa. Zuständig. Mama. Arbeiten.“
Ich bin auch keine gute Studentin, denn anstatt mich weiter mit der Historie der Sonnenblume zu befassen, befasste ich mich lieber mit der Blogstatistik. Und den letzten Anschreiben irgendwelcher Werbefuzzis.
Außerdem weiß ich jetzt, dass die Mückenfledermaus (im ausgewachsenen Zustand!) bequem auf einen menschlichen Daumen passt. Klolektüre.
Als ich mich wieder der Herde anschloss, graste sie erstaunlich friedlich die neuen Bücher ab, die Melek heute in der Bücherei gepflückt hatte (42! Ich habe mich geweigert, die weiteren 20 „auch noch die Bücher, Mama!“ mitzunehmen).
Und so verlief der Abend dann doch recht entspannt. Der beste Ehemann von allen las vor, teilweise las auch die Mutter, doch als Sohni den Spaß an der Literatur verlor (vielleicht sind die „Weiber von Weinsberg“ doch noch keine geeignete Lektüre für Dreijährige), widmeten wir uns der hohen Kunst der Legobauerei und schwenkten dann auf das Biene-Maya-Domino um.
Und erst als Maxe auf dem Sofa eingeschlafen war, entdeckten die erstaunten Eltern, dass es bereits sieben Uhr war. Der Stresspegel sinkt. Die Zeit bis zum Schlafengehen ist kein Martyrium mehr. Wenn das so weitergeht, dann ist dieser Blog bald seines Themas beraubt. Und dann?
Bin ich auch keine gute Blogschreiberin mehr. 😉
12. Dezember 2012 § 2 Kommentare
(Nachtrag zum Wochenende)
In unserer Gegend fällt selten Schnee, und wenn, dann bleibt er nur einige Tage liegen. Also nutzen wir jede Flocke, um dem Wintervergnügen zu frönen.
Wir müssen allerdings schneller als die Nachbarn sein, die fast schon panisch ihren Straßenabschnitt frei schippen.
„Jetzt ist es schon fast wieder zuviel!“ stöhnt da schon der eine Nachbar, während er emsig drei Zentimetern Neuschnee um die Ecke bringt.
Also morgens gleich flugs raus, bei drei biologischen Weckern ist das kein Problem.
Des Schlittens schlimmster Feind
Erstes Ziel: Das Gäßchen neben unserem Haus, das einen einigermaßen steilen Abschnitt bereit hält. Mara schließt die Kinder im Hof ein, stapft in Winterstiefeln mit Profilsohlen einige Meter bergwärts und hält dann an – den Schlitten startbereit vor sich -, weil sie das brummige Knurren eines größeren Wagens von oberhalb vernimmt.
Das Auto kann ich ja noch vorbei lassen, denkt sie und schaut dem Fahrzeug entgegen. Ein Schneeräumfahrzeug! Ich fasse es nicht! In einer Nebennebenstraße! Doch halt! Die Feger sind oben, der schneefegt also gar nicht!
Erleichterung bricht durch, bis der Schneefeger sich in der Hinteransicht als Salzstreuer entpuppt, der fleißig seinen Dienst tut. Das Eis knackt und zischt, als es schmilzt und sich ein Bächlein seinen Weg nach unten bahnt.
Schwupps-Wachs-Jubel
Der nächste Halt: Der Parkplatz hinter dem Blumenladen. 4° Neigung, zehn Meter Länge, aber mit einem kräftigen Schwupps fährt das Schlittchen, dem ich noch Kerzenwachs auf die angerosteten Kufen gerieben habe. Den Kindern reicht es, sie jubelieren und wollen „nochmal!“
Am Nachmittag geht es in den Park, der zwar auch keine rekordverdächtigen Steigungen enthält, aber einen relativ langen, geraden, leicht abschüssigen Weg, der – und das ist die Hauptsache – weder gebürstet noch gestreut, sondern herrlich plattgetreten und also sogar ein bisschen glatt ist.
Der Vater steht unten, um die Kinder notfalls aufzufangen, die Mutter stiefelt hoch und los geht die Fahrt. Wer hätte gedacht, dass zwei Zwillinge und eine dicke Mutter auf 50 cm Schlittenlänge passen? In Schneeanzügen! Nagut, einen Zwilling musste ich mir unter den rechten Arm klemmen.
„Das sah ganz schön gefährlich aus“, verteidigt sich der ansonsten beste Ehemann von allen, der vor dem Gefährt das Weite gesucht hatte. Zum Glück läuft der Weg in einer schneefreien, bremssicheren Zone aus.
Alle Kinder, bis auf Maxe, der nach der ersten Fahrt fortwährend „nach Hause“ vor sich hin murmelt, wollen immer weiter fahren und lassen es sich nicht nehmen, den Schlitten selbst hinauf zu ziehen, sogar Maxe, der für seinen Bewegungsdrang jetzt nicht so wahnsinnig berühmt ist, will schließlich ziehen und fahren, allerdings nur mit der Mama; er ist ja ein vorsichtiges Kind.
Sohni, der Tausendsassa, fährt egal mit wem, Melek will desöfteren auch mal alleine fahren, und wartet auch immer ohne Aufforderung ab, bis der Weg ganz frei ist. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen.
„Mama“, erklärt er mir, während er startbereit auf dem Schlitten hockt, das Seil in den Handschuhen, „ich warte noch, bis das Mädchen da weg ist, der Mann, die Frau, der Hund, der Schlitten von dem, der Papa und die … .“ Aber irgendwann hat es dann doch geklappt.
Männermüdigkeit
Um fünf Uhr abends schaffen wir es gerade noch bis zur nächsten Bushaltestelle, so erschöpft sind alle Kinder. Vielleicht war das Schlittenfahren doch ein bisschen viel, wo wir doch erst am Tag zuvor zwei Stunden im Schwimmbad waren und Melek sogar mehrere Male mit uns „Black Hole“, die Riesenrutsche im Dustern hinuntergesaust ist. Was habe ich gequiekt!
Melek will jedenfalls um sechs ins Bett, Maxe ist um sieben in den Federn, Sohni folgt wenige Zeit später ins Lummerland.
Am Sonntag schlafen alle bis halb acht! Und wursteln den ganzen Tag über still vergnügt vor sich hin. Nur nach draußen will irgendwie keiner.
Weihnachten macht kurze Beine
6. Dezember 2012 § 14 Kommentare
Zunächst will ich vorrausschicken, dass ich meine Kinder weder bei kleinen noch bei groben Verstößen gegen die guten Sitten belüge.
Ich gestehe reuevoll, wenn ich mich an Meleks Schokoladenvorräten vergriffen habe (was er mir meist großzügig verzeiht, zumal wir sofort in den nächsten Supermarkt eilen, um Ersatz zu beschaffen), gebe zerknirscht zu, wenn ich Erziehungsfehler begangen habe und beantworte ehrlich alle Fragen zum Thema Babysmachen.
Spätestens zu Weihnachten stelle ich aber fest, dass das Kind belogen werden will. Als christlich ambitionierte Mutter hatte ich ursprünglich fest beschlossen, meinen Kindern niemals Märchen wie das vom Weihnachtsmann als echt zu verkaufen und habe die Existenz des Weihnachtsmannes stets verleugnet, bis die Angst des Kindes, kein Weihnachtsgeschenk zu bekommen, weil die Mutter so vernagelt ist, einfach zu groß wurde.
Anderes Beispiel: Der Nikolaus.
„Nein“, antwortete ich noch ehrlich, als das Gespräch das erste Mal auf den guten Mann zu sprechen kam, „den Nikolaus gibt es nicht, wir gedenken an diesem Tag dem guten Bischof von Myra, der gerne Kinder beschenkte.“*
Pah, früher. Heute dichte ich dem Nikolaus schon einen Esel an, dem wir noch eine Möhre auf den Teller legen könnten, so weit reicht der Einfluss des Kindergartens, in dem es übrigens heute Lindt-Weihnachtsmännchen gibt. Die Erzieherin hat sie mir gestern gezeigt, bevor sie sich in der Kammer einschloss, um heimlich die Socken zu füllen.
Weihnachten, das Fest der Liebe und Familie, des Glaubens und der Hoffnung transformiert mich jedes Jahr in eine gewissenlose Lügnerin.
In diesem Jahr hängt die moralische Latte noch tiefer.
„Mama?“ der kleine Riesensohn steht vor dem Adventskalender und befühlt die Beutelchen, die allesamt, bis auf den von heute, leer sind. Ich habe das noch nie geschafft, das Ding rechtzeitig fertig zu kriegen. Seit fünf Jahren nicht.
„Wieso sind die Beutelchen alle leer?“
„Die sind nicht leer“, schwindle ich spontan, während ich den blauschimmernden Himmel über die Leuchterkette ziehe, was auf einer Leiter von zwei Metern Höhe ein klitzekleinwenig Konzentration erfordert.
„Da ist aber nix drin“, wird von unten vermeldet.
„Sieht es so gudaus?“ lenke ich ab, eine Stecknadel zwischen den Zähnen.
„Da hinten hängt es so komisch runter.“
„Hier??“
„Wieso ist da nix drin?“
„Da ist schon was drin“, erkläre ich, „die Sachen sind nur unsichtbar.“ Von der Leiter runter, das Sofa verschieben. Leiter wieder rauf.
„Häh?? Wieso?“ Der Junge fragt impertinent.
„Die werden erst morgen sichtbar.“
„Aber Mama, das kann nicht stimmen.“
„Klar stimmt das.“ Schwupps, schwupps, hier noch eine Klammer, dort noch feststecken, jetzt …
„Wenn die unsichtbar wären, dann könnte man das trotzdem fühlen. Ich fühle aber nix.“
Die Logik eines Kindes ist unbestechlich. „Die Sachen sind nicht nur unsichtbar“, erläutere ich betont beiläufig, „sie sind auch unfühlbar.“
„Achso“, Melek seufzt erleichtert und nimmt seine Finger aus den Beutelchen, „dann sag das doch gleich, Mama.“
Heute höre ich mir noch einmal die CD von Freddy, dem Esel, an. Die habe ich den Kindern zum ersten Advent geschenkt. Da geht es nämlich um Ehrlichkeit. *seufz* Und Vergebung.
*Die Autorin übernimmt keine Verantwortung für die Richtigkeit dieser Angaben!
Synchron puzzeln
4. Dezember 2012 § 10 Kommentare
Meine Kinder haben das Puzzeln entdeckt.
„Prima“, dachte ich, und kramte alle verfügbaren Puzzle aus Schränken und Regalen, während ich mich auf einen entspannten Nachmittag freute, an dessen Ende unser Wohnzimmer endlich einmal nicht so aussehen würde wie der Blocksberg nach der Walpurgisnacht.
Die Papppuzzels mit den Formen sind noch ein wenig schwierig für die Zwillinge, was sie aber nicht davon abhält, es zu probieren. Dann muss Mutti eben helfen.
„Gehtnich“, brummt Sohni missmutig und drückt gewalttätig ein nicht passendes Puzzelteil zwischen zwei andere.
„Dann nimm erst ein anderes“, schlage ich vor.
„Gehtauchnich.“ Sohni ist Pessimist.
Dann bekommt er lieber die sechsteiligen HA*BA-Puzzle, die man direkt auf das Bild puzzeln kann. Da ist nur ein einziges Motiv drauf, und das ist idiotensicher zu puzzeln.
Für 37jährige.
„Gehtnich“, Sohni versucht das Dach des Feuerwehrautos unter die Räder zu schieben.
Maxe macht es schon ganz gut und braucht bei den neunteiligen HA*BA-Puzzeln fast keine Hilfe, außer wenn er mal falsch abgebogen ist. Dann aber jammert er.
„Maxe, sag mal: `Helfen bitte´!“ lehre ich ihn Höflichkeit.
Maxe knurrt wie ein Löwe, dem man 70 Puzzleteile ins Maul geschoben hat. Eilig schiebe ich ein verrutschtes Puzzleteil an seinen Platz zurück.
Der große Sohn schafft die Puzzle zwar meistens alleine, aber ehrlich: Was ist schon ein Puzzlespaß, wenn Mama nicht bei jedem Teil den Fortschritt bewundert?
Gestern kam der vierte Puzzlewicht hinzu, der sich noch im Genuß einer ihn rundum umsorgenden Einkindmutter befindet. Perfekte Betreuung! Das klappte erst dann nicht mehr, als seine Puzzletrainerin den Ed*die-Bauer-Katalog entdeckte und fortan nicht mehr ansprechbar war. Eine gute Gelegenheit, die Regeln zu ändern! Ist ja auch viel lustiger, Mami, die mit einem Auge immer noch in den Ed*die-Bauer-Katalog schielt, unter dem Tisch herumrobben zu sehen. Ob es bei Ed*die-Bauer wohl auch Freundschaftswerbunggeschenke gibt?
Gerade noch rechtzeitig klaubten wir die Reste der Puzzleorgie vom Spieleteppich, bevor das Rundum-rennen-nicht-den-Boden-berühren-tobe-Spiel so richtig an Fahrt aufnehmen konnte.
Es geht. Man kann ein Wohnzimmer auch innerhalb von drei Minuten in eine Walpurgisnacht verwandeln.
Dann kam der beste Ehemann von allen nach Hause und erbarmte sich Meleks, der Memory auf dem IPad spielen wollte.
Toberei zu Ende.
Beim nachfolgenden abendlichen Bilderbuchmarathon fielen Muttern schon fast die Augen zu. Was zum Geier? denke ich, kann Puzzeln denn so anstrengend sein? Synchronpuzzeln schon. Das hat es echt in sich.
Massenau marsch
3. Dezember 2012 § 15 Kommentare
Passiert ist mir das ja schon desö teren, obwohl Dreikind amilien in dieser Gegend gar nicht mal selten sind. Vor zwei Jahren zum Beispiel, als der Nachbar unserer Gastgeberin, die ein kleines Mädchen hat, vorbei lanierte und sich reundlich erkundigte: „Ach, indet die Spielgruppe heute bei dir statt?“
Als wir – ohne den besten Ehemann von allen – am Samstag morgen ins Schwimmbad uhren, ging alles gut. Kein Kind weinte (nur einmal Sohni, weil er mich beim Schwimm lügelwegbringe aus den Augen verloren hatte), alle gingen allein unter die Dusche, der ganze Trupp hörte au meine Be ehle, nur beim anschließenden Anziehen versteckten sich die Zwillinge lieber in den Schwimmbadschränken, und bevor ich sie mit Kaubonbons wieder herauslocken konnte, betrat eine Eintochtermutter die amilienumkleide und musterte die mich umgebenden Kleiderhau en – sagen wir mal – unverhohlen entsetzt.
„Gehört das alles Ihnen??“ erkundigte sie sich im Ich-glaub-mein-Schneehase-p ei t-Ton all.
„Nein“, antwortete ich und nahm die Schneeanzüge von der Bank, damit die beiden Damen Platz zum Umkleiden hatten. „Dieser Hau en und dieser da, dieser und dieser auch gehören den Mädchen, die gerade zum Schwimmkurs gegangen sind. Uns gehört nur dieser Hau en, dieser und dieser, die blaue Tasche und die Schuhe hier.“
„Verstehe“, erwiderte die Dame weniger entsetzt, schon ast verständnisvoll, „Sie eiern heute Kindergeburtstag?“
„Äh, nein“, antwortete ich, „ich habe nur drei Söhne.“
Danach sprach sie nicht mehr. Wie gesagt, ich wundere mich, dass wir immer noch so au allend sind. Vielleicht liegt es daran, dass die drei im Alter recht nahe beisammen sind. Au keinen all kann es daran liegen, dass ich so chaotisch bin. Oder?
Jeden alls gab es nach dem Schwimmen drei riesige Schokoweihnachtsmänner, die im Schwimmbad oyer verteilt wurden:
Ganz schön übertrieben, oder?
Und nach dem ersten Zuckerschock ielen die Zwillinge von einer Sekunde au die andere in eine Art Tie schla . Sohni ließ sich bäuchlings in den Anhänger allen und Maxe schlie au der S-Bahn-Bank ein und wurde dann neben Sohni gelagert:
Drei Kleine werden groß!
Und ich dar dabei sein!
28. November 2012 § 11 Kommentare
Bei drei Kindern kann man schonmal mit den Namen durcheinander kommen. Das geht nicht nur anderen Leuten so, mir passiert das auch. Sogar der beste Ehemann der Welt wird ab und an mit einem mahnenden „Melek!“ angesprochen.
Doch nicht nur die ältere Generation ist in dieser Hinsicht tüdelig.
Mutter: „Prima, Maxe, das hast du gut hingekriegt!“
Melek: „Mama, ich bin nicht Maxe, ich bin Sohni!“
Produkttest Kinder Stiefel von Cangorino
20. November 2012 § Ein Kommentar
Vor einigen Wochen erreichte uns die symphathische Anfrage von Cangorino, ob wir Interesse daran hätten, Kinderschuhe zu testen.
Aber klar. Wenn die halten, was Sie versprechen, flachste ich herum, und dann kamen sie an.
Produkttests sind ja immer ein bisschen wie Weihnachten. Fand auch der kleine Riesensohn:
Schnell die Turnschuhe ausziehen …
Und die Stiefel an die Füsse.
„Und kleiner Riesensohn? Wie fühlen sie sich an?“
„Toll, Mama!“
Seitdem sieht er aus wie ein englischer Landjunker. 😉
Die Arbeitsbedingungen – klar, die kann ich nicht nachprüfen, aber sie sind – laut Auskunft einer Mitarbeiterin von Cangorino „gut“. Auch die der Handwerkerinnen, die in Ungarn die Schuhe zusammenschustern. Leider konnte ich in den „Pressestimmen“ nichts darüber finden.
Die Idee dahinter finde ich wahnsinnig gut. Es gibt keine Bärchen, keine Cars und keine Glitzerflimmersternchenfee – es gibt Schuhe. Im klassischen Design. Ohne Schnörkel, in kombinierbaren Farben, einfach wohltuend für´s Auge.
Ist sehr gut. Das verwendete Leder ist weich und biegsam, aber auch nicht schlapp. Das innen verwendetete Lammfell fühlt sich nicht nur schön an, es ist natürlich, hält warm, macht aber keine Schweißfüße. Der kleine Riesensohn zeigt es begeistert allen unseren Besuchern: „Du, fühl mal! Ganz weich!“ Zu einem von Cangorinos Grundsätzen gehört der sogenannte „Sandlauf“-Effekt, was bedeutet, dass Kinder in diesen Schuhen auch auf Asphalt laufen können wie barfuß am Strand.
Ob das so ist, kann ich nicht nachprüfen. Der kleine Riesensohn zog die Dinger allerdings an und lief los. Kein Einlaufen, keine Wehwehchen. Toll.
Dazu hat sicherlich ein anderer Cangorino-Grundsatz geführt, die Cangosize. Was ich noch nicht wußte, aber im Nachhinein meine Erfahrungen im Schuhekauf ganz gut zusammenfasst: Kinderschuhe haben keine einheitlichen Größen, grad bei kleinen Füßen ist das jedoch wichtig, aber für Mama und Papa unerforschlich. Also hat Cangorino ein eigenes sehr simples System erfunden. Für uns zu Hause geht das so: Fuß mit Socke auf ein Blatt Papier stellen, einmal mit senkrecht gehaltenem Stift ummalen. Messen vom größten Zeh zur hintersten Fersenecke und dann 12 bis 17 mm addieren – das ist der Zuwachsraum.
So haben wir es gemacht, geschaut, welche Größe für die Riesenfüße des kleinen Riesen passen, bestellt und bei Lieferung gleich anprobiert. Mara findet: Das ist eine gute Idee!
Preise: sind üppig, aber angemessen. „Unsere“ Stiefel kosten regulär 91 Euro 90. Ob ich dieselben auch noch für die Zwillinge kaufe, weiß ich noch nicht. 3 x 90 Euro ist dann doch ganz schön viel Geld für eine Dreikindfamilie. Den 5 Euro-Gutschein für Neuregistrierte habe ich mir aber schonmal gesichert ;-). Jetzt tun es erstmal unsere Second-Hand-Kinderstiefelchen. Die reichen hoffentlich für deutsche Winter.
Nicht zuletzt mag ich die Geschichte, die hinter Cangorino steht. Es war einmal ein Mann, Headhunter genannt, der sich der Welt der Kinderschuhe näherte, als sein Kindlein zwei Jahre alt war. Schwer enttäuscht von der uneinheitlichen wenngleich kreativen Beratung zog er los, sein eigenes Kinderschuhunternehmen zu gründen…
Die Idee: Mit einer gradlinigen Strategie eine wirklich gute Alternative zum herkömmlichen Markt zu bieten.
Ich drücke ihm die Daumen. Hier geht es zu einer Pressestimme.
Ich danke herzlich dem kleinen Riesensohn, dass er sich als Testperson zur Verfügung gestellt hat („Bist du jetzt fertig mit deinen Fotos, Mama? Warum musst du mich immer fotografieren?“).
St. Martin Zoch
10. November 2012 § Hinterlasse einen Kommentar
… und ich vergesse jedes Jahr, Süßkram für die Sängerkinder an der Haustür zu kaufen.
Also sitzen wir im Dunkeln. Damit keiner klingelt. Die Klingel funktioniert sowieso nicht mehr. Müsste mal eine Batterie rein. Jetzt lebe ich schon seit 17 Jahren im Rheinland und fremdel immer noch mit den Gebräuchen und Sitten der hiesigen Bevölkerung.
Und hier sind die Zwillinge. Mit Papa. Der große Sohn ist immer noch ein wenig krank und wurde zum Zuhause bleiben verdonnert. Also haben wir „Kamelle“ (s. Problem oben) gerufen und dem ganzen Zoch vom Fenster aus zugeschaut.
Nutzpflanzenmamaaaaaaa!!!!!
9. November 2012 § 6 Kommentare
Heute bin ich bei den Eiweiß liefernden Pflanzen angekommen, ade, schnödes Kohlgemüse.
Weiß jemand, was dazu gehört? Wundert sich da jemand, dass da Eiweiß in der Pflanze ist? Wer weiß, welche Pflanzen Eiweiß liefern?
Ist doch für die Diplomarbeit!
Ihr habt sozusagen die Chance, euch an einer hochqualifizierten wissenschaftlichen Arbeit zu beteiligen! Ich soll die wirklich interessanten Fakten herausfinden, die sogar einen botanisch so gar nicht interessierten Menschen interessieren können… Also, immer her damit, keiner kann sich hier blamieren!
Ansonsten bin ich heute bei Frau Mutter ins Lachen gekommen, die in einem ausgefeilten Schaubild die Rollen einer Mutter veranschaulicht hat. Die Studentin fehlt, aber diese Rolle ist bei annähernd 40jährigen Frauen nach Abschluss der Reproduktionsphase vermutlich nicht mehr so wahnsinnig verbreitet. Dafür ist sie hier umso realer.
Heute ist diese Studentin dazu verdonnert, interessante Details im Leben einer Sojabohne zu recherchieren, während gleichzeitig ein gestern noch kranker, heute ruckzuckgesundender kleiner Riesensohn um sie herumwuselt. Hier eine originale Mitschrift des Wortausstoßes in zwölf Minuten. Pausen sind durch ein `- ´angedeutet. Keine Pause dauert länger als zwanzig Sekunden.
„Mama, hör mal! Hörst du das? Mama!! Mama, guck mal dadurch. Das ist ein Tunnel. Das ist wirklich nur ein Tunnel. Gute Nacht. Guck nicht so viel Fernseher, sonst bekommst du viereckige Augen. Hältst du das mal an meine Backe? Halt fest! Halt fest! Mama, guck dir mal das an. Guck! Guck! Ohne zu berühren, stimmt`s?“ -“ Gib mir mal den Grüffelo! Mama!!! Gib mir mal den Grüffelo!! Ich geh nur mal in mein Zimmer. Ich hole nur mal das kleine Flusspferd. Ne, Mama?? Mama!!“ – Pause – „Ich hab´s gleich wiedergefunden, es war in der Schatzkiste. Wir haben noch zwei mehr, oder Mama? Mama??? Wenn ich wieder gesund bin, darf ich dann wieder Fahrrad fahren? Aber bevor ich Fahrrad fahre, mache ich noch den Bären an den Anhänger, äh, an den Transporter, nein, irgendwo an mein Fahrrad dran. Und wenn das nicht geht, dann an deinen Anhänger.“ – „Ist das ein Steinadler? Welches Tier kann an einem Tag tausend Kinder legen? Echt? Die Ameisenkönigin? Wahnsinn! Wenn die kleinen Ameisenkinder ein Problem haben, dann laufen die schnell zu der Ameisenkönigin, oder? Die wohnen alle im Ameisenbau.“ – „Mama, guck dir mal das an!“ – „Kannst du mir bitte den Bär abmachen?“ – „Ich will Saft. Ich hole welchen aus dem Kühlschrank. Was heißt `Hab ihn´ auf Englisch? Und was heißt `Der Saft stand im Kühlschrank´? One, two, three, four, five, six, even … äh seven. Kann ich die Kerze ausblasen? Warum nicht? Der Wachs ist schon ganz flüssig. Hey, guckmal! Da unten ist was Schwarzes! Gut kann ich zählen, ne? Mama, `Nein´kann man in Notfällen sagen und auch wenn man auf englisch zählt, ne, Mama? Ich habe recht, oder? Stimmt`s? Stimmt`s? Stimmt`s?“ – „Was ist das da für ein grüner Käfer da auf dem Stein? Da beim Grüffelo? Hinten grün, vorne Hautfarbe. Die Eule, die Schlange und der Fuchs wollen die Maus fangen. Aber die haben gar nicht vor der Angst, sondern vor dem Grüffelo. Die Maus sagt das nur, damit der Grüffelo sie gar nicht frisst. Stimmt`s, Mama? Stimmt`s? Wenn das Sams alles isst, dann kann es ja auch ein Brötchen verdrücken, stimmt`s? Mama?? Stimmt`s?“ – „Der Oberstein hat sichverwirrt, dass Herr Taschenbier alles schon ausgerechnet hat, stimmt`s? Weißt du, wie viele Folgen ich schon vom Sams habe? Die erste, die zweite und die dritte? Also drei Gäste haben mir ein Sams geschenkt, Leonora, Ludwig und Tobias, stimmt`s? Wieso hatte der eigentlich Scharlach? Immer hat der Scharlach. Wie gut, dass ich noch kein Scharlach hatte. Der hatte schon zehnmal Scharlach! Auch als der in der Schule war. Der Tobias hat ja mehr Scharlach als dass er in der Schule ist! Der arme Kerl, dann kann er auch gar nicht so viel Rechnen lernen. Wieso ist das wichtig, dass ein gelbes Blatt zu einem Baum gehört? Bei Conny in der Schule konnte die nicht so gut rechnen. Das kannst du ja gar nicht wissen, denn das Buch haben wir ja im Kindergarten. Da hat Conny im Kindergarten geschlafen, und am Morgen haben die dann das Kind abgeholt. Die Vorschulkinder, die jetzt in der Schule sind, die haben dann im Kindergarten geschlafen. Die haben noch wie die Indianer gegrillt. Bei Max`Geburtstag ja auch. Sie ham gegrillt und da war Max und ich noch kein Vorschulkind und die Vorschulkinder haben noch eine Nachtwanderung gemacht, und sie haben, sie haben noch, die haben noch geschlafen und … und sie haben im Kindergarten geschlafen und am Morgen haben die Mütter sie abgeholt.“ – „Guck mal! Guck mal! Mama! Da ist ein Nagel im Brötchen. Welchen Rand soll ich halten? Was heißt denn Rand? Den Mund??? Das heißt doch nicht Rand. Das heißt nicht Rand, du alte Kant. Mama, kann ich jetzt endlich meinen zweiten Film gucken? Wieso nicht? Mama, kann ich malen? Mit Wasserfarben? Kannst du mich schminken? Wo sind die Stifte? Kann ich den Spiegel abnehmen?“ – „Die Stifte sind im Badezimmer. Die Stifte sind gar nicht im Badezimmer! Kannst du mir mal die Tür aufmachen? Sind das die Schminkstifte? Die sind ja alle spitz! Die gehen auch besser ab als die anderen, oder? Ich frage mich, wie viel Wasser ich da brauche. Mama, kannst du mir da Wasser reinfüllen? Ich weiß nicht, wie viel da rein soll. Ich hole eine Schüssel. Mama! Ich habe alle Türen zugemacht! Die Tür im Flur und die Küchentür! Reicht das Wasser so?“
Und hier die Rätselfrage: In wie viele Rollen schlüpfte die oben genannte Mutter in den letzten zwölf Minuten?
Und wann wird sie zusammenbrechen?
Führerschein mit 6?
6. November 2012 § 6 Kommentare
Sechs Jahre ist er nun alt. Der kleine Riesensohn ist wahnsinnig stolz darauf, das bin ich zwar auch, aber an die pekuinären Folgen muss ich mich erst noch gewöhnen.
„Ab nun muss du auch bezahlen, wenn du mit der Fähre fährst“, erkläre ich dem kleinen Riesensohn, der trotz seiner sechs Jahre, aber aufgrund seiner spargeligen Gestalt und seiner immer noch 20 Kilo noch ganz, ganz knapp im Gepäckträgersitz hinter mir auf dem Fahrrad fahren kann.
„E-echt??“ leuchten seine Augen. Ja, echte 50 Cent, das geht ja noch, aber es läppert sich. Vier Euro 50 ab nun für das Schwimmbad (bisher 50 Cent), zwei Euro für das Naturkundemuseum (bisher umsonst), einen Euro 50 für die S-Bahn-Fahrt ins Zentrum, die Busfahrt auf den Berg habe ich noch nicht eruiert.
„Coooool“, sagt der kleine Riesensohn, „als ich ihm seinen Fahrschein in die Hand drücke, „Ich kriege sogar einen eigenen Führerschein?? Darf ich den behalten?“
Bei einem Führerschein für 50 Cent würde ich ja nie nein sagen, aber schon mit sechs? 😉
Die Birne fällt nicht weit vom Schrank
2. November 2012 § 2 Kommentare
oder: Wie der Vater, so der Sohn.
„Wir brauchen eine neue Lampe im Schlafzimmer“, sinniert der beste Ehemann von allen.
„Setz doch mal ne neue Glühbirne ein“, schlage ich vor. Manchmal bin ich ja pragmatisch.
Der Ehemann ist ehrlich begeistert: „Das ist eine gute Idee!“
„Wieso“, sage ich, „was war denn sonst dein Plan?“
„Na, eine neue Lampe.“
Irgendwie erinnert mich das an ein Gespräch mit Melek.
„Mamaaa??“ Der kleine Riesensohn sieht sich im Wohnzimmer um, „wo sind meine Schuhe???“
„Da wo du sie ausgezogen hast?“ schlage ich vor.
„Ich finde die nicht! Im Badezimmer sind sie auch nicht!“
„Hast du schonmal im Schuhschrank geguckt?“
„Das ist eine Idee!“ Melek flitzt aus dem Wohzimmer, ich höre ihn nurmehr jubeln.
„Mir könnte das ja nicht passieren“, erkläre ich dem besten Ehemann der Welt, dem ich diese Episode soeben erzählt habe.
„Nee“, sagt der, „du findest ja erst gar nichts wieder.“
Hat er recht? Hat er recht? Hat er recht?
Wo ist eigentlich meine grüne Mütze? Jetzt könnte ich mal im Schlafzimmer suchen, im Schein der neuen Glühlampe. Aber vielleicht liegt sie ja auch im Schuhregal.
Lalaleistenbruch
23. Oktober 2012 § 2 Kommentare
Wenn das Kind nach der Narkose erwacht und benommen vor sich hin lallt und ärgerlich wird, weil weder Mutter noch Vater es verstehen – „Willst du Tukan haben? Ein Brot? Was trinken?“ – und sich dann herausstellt, dass der Junge jetzt endlich nach HAUSE will, weil er dort FILME gucken darf,
dann entspannt sich das mütterliche Hasenherz und es tut ihr von Herzen leid, dass sie in der Warteküche der ambulant operierenden Kinderarztpraxis wie eine hospitalisierte Raubkatze zwischen Kaffeetisch und Spültheke hin und hergetigert ist, weil sich Schwester Karola deshalb dazu veranlasst sah, im OP nachzufragen, ob alles in Ordnung sei.
Und heute nach der Nachuntersuchung ließ es sich der kleine Riesensohn nicht nehmen, die Rolltreppe entgegen ihrer Laufrichtung hochzurennen, obwohl Dr. Seelenruhig ihm noch Bewegungslosigkeit verordnet hat.
Nur wie bekomme ich das Kind ruhiggestellt, wenn ich nachher die Zwillinge aus dem Kindergarten abgeholt habe?
Vielleicht eine Stunde basteln und wenn sie anfangen zu toben, schauen wir ein zweites Mal die nette Disney-Serie von der Spielzeugärztin … Mehr morgen. Jetzt muss ich ersteinmal Kraft tanken, bis morgen bin ich alleinerziehend.
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References: § 12
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