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Timestamp: 2019-05-23 20:45:38+00:00

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„Standgebühren“ bzw. „Standkosten“ oder Verwahrungsgebühren als Teil von Abschleppkosten sind idR nicht erstattungsfähig | Rechtsanwaltskanzlei Skwar
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die Beklagte/Widerklägerin zu verurteilen, an sie – die Klägerin/Widerbeklagte – den Pkw-Anhänger vom Typ WM AZ 20/01 mit dem amtlichen Kennzeichen: … und der Fahrgestellnummer: … herauszugeben
die Klägerin/Widerbeklagte zu verurteilen, Abschleppkosten und Standgebühren in Höhe von insgesamt 4.456,03 Euro Zug-um-Zug gegen Rückgabe des Anhängers vom Typ WM AZ 20/01 mit dem amtlichen Kennzeichen: … und der Fahrgestellnummer: … zu zahlen.
Die Beklagte/Widerklägerin ist aufgrund der schriftlichen „Vereinbarung“ vom 04.06.2014 (Blatt 23 bis 24 der Akte) mit dem damaligen Grundstücksbesitzer – d.h. des Herr Rechtsanwalt und Notar … (…, 107.. Berlin) als Insolvenzverwalter über das Vermögen der Firma … i.L., vertreten durch die Firma … (…in 080.. Zwickau), diese wiederum vertreten durch die Firma … (…in 124.. Berlin) – aufgrund der dort unter Nr. 6 vereinbarten Abtretung des Anspruches grundsätzlich hier nämlich aktivlegitimiert (BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 528 ff. LG München I, Urteil vom 18.02.2003, Az.: 20 S 20801/02, u.a. in: ADAJUR Dok.Nr. 55991; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.09.2016, Az.: 31 C 70/15, u.a. in: BeckRS 2016, 17046 = „juris“; AG Würzburg, Urteil vom 13.09.2012, Az.: 15 C 1155/12; AG Wiesbaden, Urteil vom 12.01.2012, Az.: 92 C 4471/11, u.a. in: BeckRS 2013, Nr. 02559 = „juris“; AG Bad Hersfeld, Urteil vom 08.11.2011, Az.: 10 C 491/11 [20], u.a. in: „juris“; AG München, Urteil vom 21.10.2002, Az.: 113 C 18084/02, u.a. in: ADAJUR Dok.Nr. 56093).
Die in dieser schriftlichen „Vereinbarung“ vom 04.06.2014 geregelte Abtretung der Ansprüche ist auch nicht wegen Verstoßes gegen das Rechtsdienstleistungsgesetz nichtig. Die Beklagte/Widerklägerin erbringt gegenüber dem Insolvenzverwalter nämlich Abschleppdienste und nicht Inkassodienstleistungen im Sinne des § 2 Abs. 2 RDG (BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 528 ff.).
Grundsätzlich stand der Klägerin/Widerbeklagten gemäß §§ 858, 861, 903 BGB gegenüber der Beklagten/Widerklägerin hier auch ein Herausgabeanspruch hinsichtlich des streitbefangenen Anhängers zu. Die Beklagte/Widerklägerin war als Verwahrer unmittelbarer Besitzer des Anhängers. Die Weigerung der Beklagten/Widerklägerin, den Anhänger an die Klägerin/Widerbeklagte herauszugeben, kann somit eine verbotene Eigenmacht im Sinne des § 858 Absatz 1 BGB darstellen. Die Klägerin/Widerbeklagte blieb als Eigentümer des Anhängers nämlich Mitbesitzer des Anhängers, da sie ununterbrochenen einen Besitzwillen hatte (OLG Nürnberg, Urteil vom 19.03.2013, Az.: 14 U 613/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 1325 f.; LG Aachen, Urteil vom 16.02.2000, Az.: 4 O 64/00, u.a. in: VerkMitt 2001, Seite 15, Nr. 17 = ADAJUR Dok.Nr. 42896).
Auch wenn die Verwahrung des Anhängers durch die Beklagte/Widerklägerin gegenüber der Klägerin/Widerbeklagten eine berechtigte Geschäftsführung ohne Auftrag darstellt (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.), ergibt sich daraus noch nicht unbedingt ein Recht zum Besitz gemäß § 986 BGB (vgl. §§ 681 S. 2, 667 BGB). Gegenansprüche der Beklagten/Widerklägerin führen nämlich nur zu einem Zurückbehaltungs- und nicht unbedingt auch zu einem Besitzrecht (OLG Saarbrücken, Beschluss vom 30.09.2015, Az.: 2 U 25/15, u.a. in: FD-ZVR 2016, 378892 = BeckRS 2016, Nr.: 09652 = „juris“; OLG Nürnberg, Urteil vom 19.03.2013, Az.: 14 U 613/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 1325 f.).
Die Herausgabe des Anhängers konnte vorliegend von der Beklagten/Widerklägerin auch nicht unter Berufung auf öffentlich-rechtliche Vorschriften (vgl. dazu u.a.: LG Marburg, Urteil vom 24.05.2000, Az.: 5 S 233/99, u.a. in: NJW 2001, Seiten 2028 ff.) von der Zahlung der Abschleppkosten oder der „Standgebühren“ durch die Klägerin/Widerbeklagte abhängig gemacht werden.
Die zulässige Klage auf Herausgabe des Anhängers ist jedoch – unter Berücksichtigung der ebenso zulässigen Widerklage – aufgrund des Zurückbehaltungsrechts der Beklagten/Widerklägerin (§ 273 BGB i.V.m. § 1000 BGB) wegen der Ersatzansprüche der Beklagten/Widerklägerin in Höhe von 150,00 Euro brutto (incl. MwSt.) gegenüber der Klägerin/Widerbeklagte (§§ 823, 858 BGB) nur Zug-um-Zug gegen Zahlung dieses Geldbetrages durch die Klägerin/Widerbeklagte an die Beklagte/Widerklägerin begründet (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff. OLG Nürnberg, Urteil vom 19.03.2013, Az.: 14 U 613/12, u.a. in: NJW-RR 2013, Seiten 1325 f.).
Der Beklagten/Widerklägerin stand nämlich hier ein Zurückbehaltungsrecht (§ 273 BGB i.V.m. § 1000 BGB) zu. Dieses Zurückbehaltungsrecht verstieß hier auch nicht gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff. BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 528 ff.).
Als besonderer Anwendungsfall des Verbots unzulässiger Rechtsausübung (§ 242 BGB) darf das Zurückbehaltungsrecht zwar nicht in einer gegen Treu und Glauben verstoßenden Weise ausgeübt werden. So kann es gegen das Gebot von Treu und Glauben verstoßen, wenn eine hochwertige Leistung zum Zwecke der Durchsetzung eines verhältnismäßig geringfügigen Gegenanspruchs zurückgehalten wird (BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 528 ff. BGH, Urteil vom 08.06.2004, Az.: X ZR 173/01, u.a. in: NJW 2004, Seiten 3484 f.; Reichsgericht, RGZ Band 61, Seiten 128 ff.).
Allerdings ist nicht schematisch allein auf die Wertverhältnisse abzustellen. Vielmehr kann ein Zurückbehaltungsrecht auch dann gegeben sein, wenn der Wert der Forderung, derentwegen die Herausgabe eines Gegenstandes verweigert wird, erheblich geringer ist als der Wert der herausverlangten Sache; denn das Recht auf Zurückbehaltung würde seinen vom Gesetzgeber verfolgten Zweck verlieren, auf den Schuldner Druck auszuüben, wenn es nur dann ausgeübt werden könnte, wenn das Wertverhältnis in etwa ausgeglichen ist (BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 528 ff. BGH, Urteil vom 08.06.2004, Az.: X ZR 173/01, u.a. in: NJW 2004, Seiten 3484 f.). Erforderlich ist vielmehr stets eine Abwägung der konkreten Umstände des Einzelfalls.
Die Klägerin/Widerbeklagte hat vorliegend aber noch nicht einmal die von der Beklagten/Widerklägerin geltend gemachten Abschleppkosten in Höhe von 150,00 Euro brutto (126,05 Euro netto zuzüglich der gesetzlichen MwSt.) hinterlegt, so dass der Beklagten/Widerklägerin hier auch ein Zurückbehaltungsrecht gemäß § 273 und § 1000 BGB gegenüber der Klägerin/Widerbeklagten bis zur Zahlung dieses Geldbetrages bzw. dessen Hinterlegung Seite steht (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seite 3727; BGH, Urteil vom 21.09.2012, Az.: V ZR 230/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 3781 f.; BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az.: V ZR 268/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 3373; BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 528; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff. LG München I, Beschluss vom 23.02.2016, Az.: 31 T 2775/16, u.a. in: NJW-RR 2016, Seiten 663 f.; AG München, Beschluss vom, Az.: 233 C 2634/16).
Der Beklagten/Widerklägerin steht hier nämlich aufgrund der schriftlichen „Vereinbarung“ vom 04.06.2014 (Blatt 23 bis 24 der Akte) und des ihr gegenüber erteilten Abschleppauftrags aus abgetretenem Recht nach § 823 BGB in Verbindung mit § 858 BGB dem Grunde nach gegenüber der Klägerin/Widerbeklagten Schadensersatzansprüche wegen Eigentums- bzw. Besitzverletzung in Höhe der Abschleppkosten in Höhe von 126,05 Euro netto bzw. 150,00 Euro brutto (incl. MwSt.) zu (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seite 3727; BGH, Urteil vom 21.09.2012, Az.: V ZR 230/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 3781 f.; BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az.: V ZR 268/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 3373; BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 528; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff. Koehl, DAR 2015, Seite 224; Koch, NJW 2014, Seiten 3696 f.; Goering, DAR 2009 Seite 603; Baldringer/Jordans, NZV 2005, Seiten 75 ff.).
Zudem liegen hier auch die Voraussetzungen einer berechtigten Geschäftsführung ohne Auftrag vor. Die Beklagte/Widerklägerin hat aus abgetretenem Recht (§ 398 BGB) des Grundstücksbesitzers gegen die Klägerin/Widerbeklagte insofern gemäß § 683 Satz 1 BGB in Verbindung mit § 670 BGB auch einen Anspruch auf Zahlung der Abschleppkosten einschließlich der Vorbereitungskosten. Die im Auftrag eines Grundstücksbesitzers durchgeführte Umsetzung eines Fahrzeugs bzw. Anhängers stellt nämlich ein Handeln in fremdem Rechtskreis und damit eine Fremdgeschäftsführung im Sinne von § 677 BGB dar. Ein Geschäft der Klägerin/Widerbeklagten war dies deshalb, weil sie als Halterin des Anhängers zur Entfernung nach § 862 Abs. 1 BGB bzw. – wenn das Parken als teilweise Besitzentziehung qualifiziert wird – gemäß § 861 Abs. 1 BGB verpflichtet war. Das unbefugte Abstellen eines Fahrzeugs auf einem Privatgrundstück begründet nämlich eine verbotene Eigenmacht im Sinne von § 858 Abs. 1 BGB, für die nicht nur der Fahrer, sondern ebenfalls der Halter des Fahrzeugs/Anhängers verantwortlich ist, und zwar unabhängig vom Vorliegen einer konkreten Behinderung des Besitzes des Grundstücksbesitzers (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seite 3727; BGH, Urteil vom 21.09.2012, Az.: V ZR 230/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 3781 f.; BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az.: V ZR 268/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 3373; BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 528; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff.; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.09.2016, Az.: 31 C 70/15, u.a. in: BeckRS 2016, 17046 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 16.11.2015, Az.: 31 C 215/14; AG Pfaffenhofen, Urteil vom 07.03.2012, Az.: 1 C 729/11, u.a. in: BeckRS 2012, Nr.: 26003 = „juris“; AG Lübeck, Urteil vom 20.02.2012, Az.: 33 C 3926/11, u.a. in: NJW-RR 2012, Seite 801; Koch, NJW 2014, Seiten 3696 f.; Goering, DAR 2009 Seite 603; Baldringer/Jordans, NZV 2005, Seiten 75 ff.).
Der Zeuge O… K… – d.h. der unstreitig für dieses Objekt zuständige „Hausmeister“ – hat hingegen sogar – entsprechend der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Nullhypothese – subjektiv aus seiner Sicht widerspruchsfrei und konstant, im freien Bericht, homogen, in logischer Konsistenz und individuell, jedoch auch unter Einräumung von unverstandenen Handlungen sowie gewissen Unsicherheiten sowie Schilderungen von nebensächlichen bzw. überflüssigen Details, mit gewissen Gedankensprüngen in ungeordneter Erzählweise, unter Verknüpfung von räumlichen und zeitlichen Bedingungen, mit Querverbindungen zu anderen Vorgängen unter Berücksichtigung seiner allgemeinen und sprachlichen intellektuellen Leistungsfähigkeit und seiner Kenntnisse in Bezug auf diesen Bereich auch unter Beachtung von etwaigen Motivationen erlebnisbezogen sowie sachgerecht, ohne Neigung zu einer Dramatisierung, frei von inneren Widersprüchen (sog. Realitätskriterien) sowie wohl auch frei von Wahrnehmungsfehlern unter Beachtung von Warnsignalen, und insoweit für das erkennende Gericht glaubhaft – ohne dass dabei eine „Mathematisierung“ der Glaubhaftigkeitsbeurteilung vorzunehmen ist – (BGH, NJW 1999, Seiten 2746 ff.; BGH, NStZ-RR 2002, Seite 308; BGH, NJW 2003, Seiten 2527 ff.; BGH, NStZ 2008, Seiten 116 f.; OLG Stuttgart, NJW 2006, Seiten 3506 f.; OLG Koblenz, NJW-RR 2004, Seiten 1318 ff.) unter Vorlage des unstreitig vom Geschäftsführer der Klägerin unterzeichneten Protokolls der „Rücknahme“ mit Datum vom 20. Mai 2014 (Blatt 101 bis 102 der Akte) ausgesagt, dass diesem Protokoll zufolge der Anhänger der klägerischen Firma bereits zum 21. Mai 2014 von dem Grundstück entfernt werden sollte, mithin schon ca. 2 Monaten vor dem Zeitpunkt des dann erfolgten Abschleppvorgangs vom 22. Juli 2014. Dass er im Übrigen der klägerischen Firma ausdrücklich seine Zustimmung dazu erteilt hätte, dass der streitbefangene klägerische Anhänger auf diesem Grundstück weiterhin stehen könne – so wie von der Klägerseite behauptet – ist von dem Zeugen K. aber gerade nicht bestätigt worden.
Zwar gelten für das erkennende Gericht nicht die strikten methodischen Vorgaben, die für den aussagepsychologischen Sachverständigen und seine hypothesengeleitete Begutachtung als Standard gelten, sondern nur der Grundsatz der freien Beweiswürdigung (§ 286 ZPO; BGH, BGHSt Band 45, Seite 164; BGH, NStZ-RR 2003, Seiten 206 ff.). Mitbestimmend hierfür sind indes aber auch die in der Rechtsprechung entwickelten allgemeinen Anforderungen, dass insbesondere die Beweiswürdigung auch insoweit je nach der Beweislage erschöpfend zu sein hat, so dass sie nicht den anerkannten Erfahrungssätzen der Aussagepsychologie widerstreiten darf. Entsprechend diesen Rechtsgrundsätzen hat das Gericht hier den persönlichen Eindruck gewonnen, dass der Zeuge O… K… über ein unmittelbar erlebtes Geschehen berichtet hat. So wie der Zeuge anlässlich seiner Vernehmung wirkte, hält das Gericht es für nahezu ausgeschlossen, dass sich dieser Zeuge dies alles nur ausgedacht und/oder die Unwahrheit gesagt hat. Seine Aussage war in sich schlüssig und nachvollziehbar und entspricht zudem auch dem Inhalt des unstreitig vom Geschäftsführer der Klägerin unterzeichneten Protokolls der „Rücknahme“ vom 20. Mai 2014 (Blatt 101 bis 102 der Akte).
Das belassen des klägerischen Anhängers auf diesem Grundstück stellte dann aber auch seit dem 22. Mai 2014 eine verbotene Eigenmacht der Klägerin im Sinne von § 858 Abs. 1 BGB dar. Es entspricht insofern nämlich ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seite 3727; BGH, Urteil vom 21.09.2012, Az.: V ZR 230/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 3781 f.; BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az.: V ZR 268/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 3373; BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 528; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff.), der Instanz-Gerichte (vgl. u.a.: AG Zwickau, Urteil vom 30.06.2010, Az.: 22 C 2221/09, u.a. in: ADAJUR Dok.Nr. 98403) und auch des hiesigen Amtsgerichts (AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.09.2016, Az.: 31 C 70/15, u.a. in: BeckRS 2016, 17046 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 16.11.2015, Az.: 31 C 215/14), dass derjenige, der sein Kraftfahrzeug bzw. seinen Anhänger unbefugt auf ein Privatgrundstück abstellt, verbotene Eigenmacht im Sinne von § 858 Abs. 1 BGB begeht.
Allein das unberechtigte Abstellen bzw. – wie hier – das Stehenlassen dieses Anhängers auf diesem Privatgelände stellte somit seit dem 22. Mai 2014 eine verbotene Eigenmacht im Sinne von § 858 Abs. 1 BGB dar, der sich der Insolvenzverwalter – d.h. Herr Rechtsanwalt und Notar … – somit hier auch nach § 859 Abs. 1 bzw. Abs. 3 BGB erwehren durfte, indem er – vertreten durch die Firma …, diese wiederum vertreten durch die Firma …, vertreten durch deren Mitarbeiter O… K… – den klägerischen Pkw-Anhänger entsprechend der schriftlichen „Vereinbarung“ vom 04.06.2014 (Blatt 23 bis 24 der Akte) durch die Beklagte abschleppen ließ (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seite 3727; BGH, Urteil vom 21.09.2012, Az.: V ZR 230/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 3781 f.; BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az.: V ZR 268/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 3373; BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 528; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff. AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.09.2016, Az.: 31 C 70/15, u.a. in: BeckRS 2016, 17046 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 16.11.2015, Az.: 31 C 215/14).
Die Klägerin/Widerbeklagte ist deshalb vorliegend auch verpflichtet, den der Beklagten/Widerklägerin aus abgetretenem Recht wegen dieser verbotenen Eigenmacht entstandenen Schaden hier zu ersetzen (BGH, Urteil vom 11.03.2016, Az.: V ZR 102/15, u.a. in: NJW 2016, Seiten 2407 ff.; BGH, Urteil vom 18.12.2015, Az.: V ZR 160/14, u.a. in: NJW 2016, Seiten 863 ff.; BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seite 3727; BGH, Urteil vom 21.09.2012, Az.: V ZR 230/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 3781 f.; BGH, Urteil vom 06.07.2012, Az.: V ZR 268/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 3373; BGH, Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seite 528; BGH, Urteil vom 05.06.2009, Az.: V ZR 144/08, u.a. in: NJW 2009, Seiten 2530 ff. AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 26.09.2016, Az.: 31 C 70/15, u.a. in: BeckRS 2016, 17046 = „juris“; AG Brandenburg an der Havel, Urteil vom 16.11.2015, Az.: 31 C 215/14).
Darüber hinaus sind auch die Kosten für das Prüfen des Fahrzeugs auf Sicherung gegen unbefugtes Benutzen, das Prüfen auf StVO-Zulassung, die Abschätzung des Transportgutes auf Länge, Breite, Höhe, Gewicht und Gewichtsverteilung, eine visuelle, äußere technische Sichtung/Messung des Fahrzeugs hinsichtlich der Lademöglichkeiten und Ladungssicherung während des Transports sowie das Prüfen des Fahrzeugs auf Sicherung gegen Wegrollen ersatzfähig (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.). Diese Maßnahmen dienen ebenfalls der Vorbereitung des Abschleppvorgangs.
Schließlich sind auch die Kosten für die visuelle äußere Sichtung auf bereits vorhandene Schäden an dem Kfz und deren Protokollierung ersatzfähig (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.). Diese Maßnahmen stehen zwar nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung des Abschleppvorgangs. Aber sie dienen der Beweissicherung und damit der späteren Abwicklung des Abschleppvorgangs, um unberechtigte Schadensersatzansprüche wegen angeblicher Beschädigungen abwehren zu können, so dass solche Kosten auch von dem Schutzbereich der verletzten Norm (§ 858 Abs. 1 BGB) mit erfasst werden (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.; LG München I, Urteil vom 06.04.2011, Az.: 15 S 14002/09, u.a. in: DAR 2011, Seiten 333 ff.).
Unter Beachtung dessen müssen diese Abschlepp- und Nebenkosten zwar im Rahmen des Vertretbaren, Wirtschaftlichen und Ortsüblichen liegen (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, Seiten 3727 f.; BGH , Urteil vom 02.12.2011, Az.: V ZR 30/11, u.a. in: NJW 2012, Seiten 528 f.; AG Berlin-Köpenick, NZV 2009, Seite 609; AG München, VRR 2010, Seite 323; Koehl, DAR 2015, Seite 224; Koch, NJW 2014, Seiten 3696 ff.; Goering, DAR 2009 Seite 603), jedoch bewegen sich die hier von der Beklagten/Widerklägerin insofern geltend gemachten „Abschleppkosten“ in Höhe von 126,05 Euro netto bzw. 150,00 Euro brutto (incl. MwSt.) gemäß ihrer Rechnung vom 31.12.2014 (Blatt 21 der Akte) nach Überzeugung des Gerichts durchaus noch in diesem Rahmen.
Schon aus diesem Grund kann die Beklagte/Widerklägerin hier aber von der Eigentümerin des Pkw-Anhängers – d.h. von der Klägerin/Widerbeklagten – die Zahlung einer Vergütung bzw. die Zahlung von Schadenersatz hierfür aufgrund der erfolgten Abtretung nicht einfordern, da eine derartige Vereinbarung der Vertragsparteien hinsichtlich der Verwahrung von Fahrzeugen hier gerade nicht vereinbart wurde (Henssler, in: Münchener Kommentar zum BGB, 6. Auflage 2012, § 689 BGB, Rn. 2), so dass im vorliegenden Fall zwar die Beklagte/Widerklägerin die Kosten für den „Abschleppwagen“ in Höhe von 150,00 Euro brutto, nicht aber auch noch die Kosten der Verwahrung, d.h. der „Standgebühren“ von der Klägerin ersetzt verlangen kann, weil ein Verwahrvertrag hinsichtlich der abgeschleppten Fahrzeuge vorliegend gerade nicht in der „Vereinbarung“ vom 04.06.2014 zwischen der Beklagten/Widerklägerin und dem Insolvenzverwalter/Grundstücksbesitzer mit vereinbart wurde, sondern nur, dass die Beklagte/Widerklägerin „unberechtigt Parkende oder versperrend abgestellte Fahrzeuge von dem Grundstück abschleppen und entfernen “ darf.
Auch im Übrigen erfolgte die Forderung hinsichtlich der Bezahlung des Betrages für die „Standgebühren“ ohne Rechtsgrund. Ein Rechtsgrund hierfür ist vorliegend weder aus § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit § 249 BGB noch aus § 783 BGB und § 377 BGB sowie § 379 BGB – jeweils in Verbindung mit § 398 BGB – ersichtlich. Das Abstellen des Pkw-Anhängers auf dem Grundstück führt weder zu einem abtretbaren Schaden des Insolvenzverwalters/Grundstücksbesitzers noch handelt es sich um eine Aufwendung im Sinne der §§ 677 ff. BGB im Interesse des Insolvenzverwalters/Grundstücksbesitzers (AG München, Urteil vom 12.01.2009, Az.: 412 C 22514/08, u.a. in: ADAJUR, Dok.Nr. 81892).
Auch im Verhältnis zwischen Klägerin/Widerbeklagte und Beklagte/Widerklägerin ergibt sich hier kein eigenständiger Aufwendungsersatzanspruch der Beklagten/Widerklägerin gemäß § 677 BGB in Verbindung mit § 683 BGB. Denn das Abstellen des Anhängers auf dem Firmengelände der Beklagten/Widerklägerin entsprach nicht dem mutmaßlichen oder tatsächlichen Willen der Klägerin/Widerbeklagten eine Unbeachtlichkeit des entgegenstehenden Willens der Klägerin/Widerbeklagten ergibt sich hinsichtlich der Standgebühren auch nicht aus § 679 BGB. Denn es wäre der Beklagten/Widerklägerin möglich gewesen, den Anhänger auf irgendeinem freien Parkplatz – z.B. ein Parkplatz an einem Straßenrand – abzustellen (AG München, Urteil vom 12.01.2009, Az.: 412 C 22514/08, u.a. in: ADAJUR, Dok.Nr. 81892).
Im Rahmen des § 823 Abs. 1 BGB steht diesem Anspruch der § 254 Abs. 1 BGB entgegen, da der Anhänger so hätte abgestellt werden müssen, dass diese „Standgebühren“ nicht entstehen (AG München, Urteil vom 12.01.2009, Az.: 412 C 22514/08, u.a. in: ADAJUR, Dok.Nr. 81892).
Im Übrigen wäre die Höhe des zu leistenden Schadensersatzes (selbst bei Annahme eines Anspruchs dem Grunde nach) hier auch durch das Gebot der Wirtschaftlichkeit begrenzt. Dieses findet gemäß § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB seinen gesetzlichen Niederschlag in dem Tatbestandsmerkmal der Erforderlichkeit, ergibt sich aber letztlich schon aus dem Begriff des Schadens selbst (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.; BGH, Urteil vom 22.09.2009, Az.: VI ZR 312/08, u.a. in: NJW 2009, Seite 3713).
Danach hat der Geschädigte unter mehreren zum Schadensausgleich führenden Möglichkeiten im Rahmen des ihm Zumutbaren und unter Berücksichtigung seiner individuellen Lage grundsätzlich aber den wirtschaftlichsten Weg zu wählen (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.; BGH, Urteil vom 06.03.2007, Az.: VI ZR 120/06, u.a. in: BGHZ Band 171, Seite 287 Prof. Dr. R. Koch, NJW 2014, Seiten 3696 f.).
Diese Grundsätze gelten auch in dem hier maßgeblichen Anwendungsbereich des § 249 Abs. 1 BGB (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.; BGH, Urteil vom 06.03.2007, Az.: VI ZR 120/06, u.a. in: BGHZ Band 171, Seite 287; Prof. Dr. R. Koch, NJW 2014, Seiten 3696 f.).
Selbst wenn also hier entsprechend der „Vereinbarung“ vom 04.06.2014 (Blatt 23 bis 24 der Akte) die Beklagte berechtigt gewesen wäre die Fahrzeuge nach dem abzuschleppen auch noch bei sich unter- bzw. sicherzustellen – was vorliegend jedoch so nicht mit vereinbart wurde, wie bereits ausgeführt –, müsste das erkennende Gericht hier überprüfen, ob sich der Insolvenzverwalter als Grundstücksbesitzer bei einer derartigen Vereinbarung mit der Beklagten auch an das Wirtschaftlichkeitsgebot gehalten hätte (BGH, Urteil vom 04.07.2014, Az.: V ZR 229/13, u.a. in: NJW 2014, NJW 2014, Seiten 3727 ff.; Prof. Dr. R. Koch, NJW 2014, Seiten 3696 f.).
Unter Beachtung dieser Rechtsgrundsätze wäre die hier gerichtlich geltend gemachte „Standgebühr“ in Höhe von insgesamt 3.627,00 Euro netto (13,00 €/Tag für den Zeitraum vom 22. Juli 2014 bis zum 27. April 2015) bzw. in Höhe von 4.306,03 Euro brutto (wohl rechnerisch nicht korrekt ermittelt bzw. ein Schreibfehler, da dies ansonsten richtig 4.316,13 Euro brutto ergeben hätte) jedoch bei einem älteren Anhänger (Erstzulassung am 03.05.2005) mit einem Zeitwert von unstreitig höchstens ca. 2.000,00 Euro wohl auch nicht zu erstatten, da insofern dann das Wirtschaftlichkeitsgebot durch die Beklagte/Widerklägerin verletzt worden wäre. Verlangt ein Grundstücksbesitzer bzw. ein Abschleppunternehmen nämlich eine „Standgebühr“, so ergibt der Wert des nicht abgeholten Fahrzeugs/Anhängers die Obergrenze dieser Gebühr (OLG Karlsruhe, Urteil vom 26.11.1968, Az.: 8 U 18/68, u.a. in: MDR 1969, Seite 219 = VersR 1969, Seite 717; Henssler, in: Münchener Kommentar zum BGB, 6. Auflage 2012, § 689 BGB, Rn. 5; Jülch, in: Herberger/Martinek/Rüßmann u.a., jurisPK-BGB, 7. Aufl. 2014, § 693 BGB, Rn. 8).
Aufwendungen über einen Betrag von 2.000,00 Euro brutto könnte die Beklagte/Widerklägerin hier somit ohnehin nicht ersetzt verlangen (OLG Düsseldorf, Urteil vom 13.05.1971, Az.: 18 U 201/70, u.a. in: VersR 1971, Seite 1067). Aus diesem Grunde hätte die Beklagte/Widerklägerin vorliegend auch – wenn überhaupt – höchstens „Standgebühren“ in Höhe von 2.000,00 Euro brutto (bzw. 1.680,67 Euro netto) geltend machen können.
Zur Identität der Tat im Bußgeldbescheid und im Urteil und zur Ablaufhemmung der Verjährung
OLG Hamm, Beschluss vom 30.08.2012 - III-3 RBs 189/12, 3 RBs 189/12 1. Ist den…

References: § 2
 § 858
 § 986
 § 1000
 § 1000
 § 273
 § 1000
 § 823
 § 858
 § 683
 § 670
 § 677
 § 862
 § 861
 § 858
 § 858
 § 858
 § 858
 § 859
 BGH 
 § 689
 § 823
 § 249
 § 783
 § 377
 § 379
 § 398
 § 677
 § 683
 § 679
 § 823
 § 254
 § 249
 § 249
 § 689
 § 693