Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/4/84350000041.htm
Timestamp: 2018-11-19 10:12:12+00:00

Document:
4.35.041 Haldenberg
Verordnung des Landratsamtes Bodenseekreis über das Landschaftsschutzgebiet "Halden­berg" in der Stadt Friedrichshafen vom 26. November 2001.
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Friedrichshafen, Gemarkun­gen Ailingen und Ettenkirch, wird zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschafts­schutzgebiet führt die Bezeichnung "Haldenberg".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von etwa 105 ha.
(2) Das Schutzgebiet wird im wesentlichen wie folgt begrenzt: Die Schutzgebietsgrenze verläuft am östlichen Ortsrand von Ailingen an der Habratsweilerstraße (Kreisstraße (K) 7729) im Süden beginnend zunächst in nördliche, dann in westliche und wiederum in nördliche Richtung entlang des Ortsrandes. Ab dem Gewann „Schwarzer Brunnen" bildet die Weiherstraße und die Gemeindeverbindungsstraße, Flurstücksnummer 638, die westliche Grenze des Schutzgebietes, wobei die dortigen bebauten Grundstücke sind vom Geltungs­bereich der Verordnung ausgenommen sind. Im Norden verläuft die Grenze zunächst dem südlichen Waldrand im Gewann „Lindenholz" folgend in östliche Richtung durch die Gewanne „Lochenried" und „Baurenspitzesch" zur Waltenweilerstraße (K 7729). Von dort erstreckt sich die östliche Schutzgebietsgrenze unter Umfahrung von Habratsweiler in südliche Richtung entlang der K 7729 bis zum östlichen Ortsrand von Ailingen.
(3) Die Kernzone des Landschaftsschutzgebiets umfaßt die Grundstücke
Flurstücksnummern 561, 578, 579, 590 teilweise und 592 jeweils der Gemarkung Ailingen mit einer Fläche von ca. 4,65 ha.
(4) Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 des Landratsamtes Bodenseekreis vom 12. November 2001 und zusammen mit den Grenzen der Kernzone in zwei Detailkarten im Maßstab 1:2500 des Landratsamtes Bodenseekreis vom 14. Februar 2001 gekennzeichnet und grün, die Grenzen der Kernzone orange angelegt. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Im Falle des Widerspruchs zwischen der textlichen Beschreibung und der zeichnerischen Darstellung gelten die in der Karte getroffenen Festlegungen. Die Verordnung mit Karten wird bei der Stadtverwaltung, Grün- und Gartenamt, Ernst-Lehmann-Straße 26, Friedrichshafen, und beim Landratsamt Bodenseekreis - Umweltschutzamt -, Glärnischstraße 1-3, Friedrichshafen, zur kostenlosen Einsicht für jedermann während der Sprechzeiten niedergelegt.
(1) Schutzzweck des Landschaftsschutzgebietes:
Der von den Gletschern und Schmelzwässern geschaffene Drumlin soll mit seinen Hangbereichen als für die Region typische geologische Einheit in seiner Eigenart erhalten werden.
Die Nutzungsfähigkeit der Naturgüter und die Erhaltung der natürlichen Ressourcen, sowohl der extensiv als auch der intensiv genutzten Flächen, soll durch die Offenhaltung der Kulturlandschaft für künftige Generationen gesichert werden.
Der markante, von weit her sichtbare, das Landschaftsbild prägende Drumlin mit der als Kulturdenkmal geschützten Haldenbergkapelle, den Wiesen, Streuobstbereichen, Gehölz­strukturen, Äckern, den im Frühjahr herrlich blühenden Obstanlagen und seinen Ausblick­möglichkeiten in die nähere und fernere Umgebung soll in seiner Vielfalt und Schönheit für die landschaftsverträgliche Erholung der Allgemeinheit erhalten werden. Darüber hinaus ist die Sicherung des Haldenbergs als eine das Landschaftsbild weithin prägende Einheit und als wichtiges Naherholungsziel für die natur- und landschaftsverträgliche Erholung wesentlicher Schutzzweck.
Die Erhaltung einer besonders prägnanten geologischen Einheit als Teil stadtnaher Freiflächen.
(2) Schutzzweck der Kernzone:
Schutzzweck ist, den im Süden des Haldenbergs liegenden landschaftlich besonders reizvollen Kuppenbereich mit seiner erhaben gelegenen Haldenbergkapelle, den umliegen­den Wiesen, Einzelbäumen und der Streuwiese als Einheit in seinem harmonischen Erscheinungsbild und seiner Schönheit dauerhaft zu sichern.
Der Bereich um die Kapelle soll mit seinen Ausblicken zum Bodensee und der Alpenkette, in das Schussental und über die Raderacher Drumlinlandschaft zum Gehrenberg hin als Ausflugs- und Naherholungsziel für die Allgemeinheit erhalten werden.
Die Kernzone soll als wichtige Pufferzone und Vernetzungsbereich für die nördlich der Haldenbergkapelle gelegene besonders hochwertige Streuwiese und als Lebensstätte für Tier- und Pflanzenarten geschützt werden.
1. Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung innerhalb der Kernzone;
2. Errichtung von baulichen Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils geltenden Fassung oder der Errichtung gleichgestellter Maßnahmen, auch wenn sie keiner Baugenehmigung oder wasserrechtlichen Gestattung bedürfen;
3. Errichtung von Geschirrhütten und ähnlichen Kleinbauten;
4. Errichtung von Einfriedungen, Zäunen und lebenden Hecken, sofern es sich nicht um einheimische, frei wachsende ungeschnittene Hecken mit Laubgehölzen handelt, auch wenn sie keiner Baugenehmigung bedürfen;
5. Verlegen und Ändern ober- oder unterirdischer Leitungen aller Art;
6. Abbau, Entnahme oder Einbringung von Steinen, Kies, Sand, Lehm oder anderen Bodenbestandteilen oder die Veränderung der Bodengestalt auf andere Weise;
7. Lagern von Gegenständen, soweit sie nicht zur zulässigen Nutzung des Grundstücks erforderlich sind;
8. Anlage oder Veränderung von Straßen, Wegen, Plätzen oder sonstigen Verkehrsanlagen;
9. Anlage oder Veränderung von Stätten für Sport und Spiel, einschl. Motorsportanlagen;
10. Anlage oder Veränderung von Flugplätzen, von Geländen für das Starten und Landen von Luftsportgeräten, wie Hängegleitern, Gleitflugzeugen, Gleitfallschirmen sowie von Geländen für den Aufstieg von Flugmodellen;
11. Betrieb von Modellfahrzeugen und -flugzeugen aller Art;
13. Fahren mit Fahrzeugen aller Art außerhalb von Straßen und befestigten Wegen;
14. Aufstellen von Wohnwagen oder Verkaufsständen sowie das Zelten, das Lagern und das Abstellen von Kraftfahrzeugen außerhalb der zugelassenen Plätze;
15. Entzünden oder Unterhalten von Feuer außerhalb von eingerichteten und gekenn­zeichneten Feuerstellen;
17. Aufstellung und Anbringung von Plakaten, Bild- oder Schrifttafeln;
18. Anlage von Kleingartenanlagen;
19. Art und Umfang der bisherigen Grundstücksnutzung entgegen dem Schutzzweck zu ändern;
20. Neuaufforstungen oder die wesentliche Änderung der Bodennutzung auf andere Weise, wie die Anlage von Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen;
21. Beseitigung oder Veränderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie Bäumen, Hecken, Gebüsch, Feld- und Ufergehölze, Schilf- und Röhrichtbestände, soweit diese zum Bild und zur Belebung der Landschaft beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen.
(4) Die Erlaubnis wird durch eine nach anderen Vorschriften notwendige Genehmigung ersetzt, wenn diese im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde erteilt wird.
1. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, außerhalb der Kernzone;
2. für die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke;
Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 21;
Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer im Landschafts­schutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig
1. entgegen § 22 Abs. 3 des NatSchG in Verbindung mit § 4 dieser Verordnung verbotene Handlungen vornimmt;
2. entgegen § 5 dieser Verordnung ohne vorherige schriftliche Erlaubnis Handlungen vornimmt.
Friedrichshafen, den 26. November 2001
Tann, Landrat

References: § 2
 § 5
 § 64
 § 22
 § 4
 § 5