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Timestamp: 2019-10-19 12:58:31+00:00

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Netzumlagen 2019
Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben kürzlich die Netzumlagen für 2019 offiziell veröffentlicht. Die Umlagen umfassen die sogenannte KWK-Umlage, die Offshore-Umlage, die § 19 StromNEV-Umlage, und die Umlage für abschaltbare Lasten. Die bundesweit einheitlichen Werte sind auf den folgenden Seiten in den jeweiligen Abgrenzungen zusammengestellt. Details sind der offiziellen Website der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zu entnehmen (www.netztransparenz.de).
2018 6,792 0,345 0,037 0,370 0,011
Für die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zahlen Letztverbraucher eine KWK-Umlage. Für das Jahr 2019 ergibt sich für alle nicht-privilegierten Letztverbräuche eine KWK-Umlage in Höhe von 0,280 ct/kWh. Eine reduzierte KWK-Umlage wird nur noch den Unternehmen gewährt, die auch nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine ermäßigte EEG-Umlage zahlen. Entsprechend fällt für stromkostenintensive Unternehmen, die über einen Begrenzungsbescheid des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verfügen, für die erste Gigawattstunde die volle KWK-Umlage an, danach 15% bzw. 20% der KWK-Umlage.
Die Übergangsregelung nach § 36 Abs. 3 Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) findet 2019 keine Anwendung mehr.
Tabelle 1: KWK-Aufschläge nach Verbrauchsgruppen gemäß KWKG (ct/kWh)
Jahr LV-Gruppe A‘ / Nicht-privilegierter Letztverbrauch LV-Gruppe B‘ LV-Gruppe C‘ LV-Gruppe EEG/ BesAR
2018 0,345 0,16 0,12 15%/ 20%*
2019 0,280 – – 15%/ 20%*
* s. nachfolgende Erklärung zu „Letztverbrauchsgruppe EEG/ BesAR“
Letztverbrauchsgruppe EEG/ BesAR:
Die KWK-Umlage wird wie die EEG-Umlage durch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für über 1 GWh hinausgehende Strombezüge begrenzt auf
a) 15 Prozent der KWK-Umlage bei Unternehmen, die
b) 20 Prozent der KWKG-Umlage bei Unternehmen, die einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 14 Prozent und weniger als 17 Prozent betragen hat.
Insgesamt dürfen aber an allen Abnahmestellen maximal 4 Prozent (bzw. bei besonders stromkostenintensiven Unternehmen 0,5 Prozent) der Bruttowertschöpfung anfallen, mindestens sind jedoch 0,03 ct/kWh zu zahlen. U.a. für Schienenbahnen und Stromspeicher gelten abweichende Bestimmungen.
Allgemeine Meldepflicht: Letztverbraucher mit BAFA-Bescheid wickeln die Umlagenzahlung für die betroffenen Abnahmestellen direkt mit dem ÜNB ab und müssen nach § 27 Abs. 3 Satz 1 Ziffer 2 KWKG dem ÜNB bis zum 31. Mai des auf die Begrenzung folgenden Jahres elektronisch den im vorangegangen Kalenderjahr aus dem Netz bezogenen und selbst verbrauchten Strom sowie an Dritte weitergeleitete Strommengen melden.
2. OFFSHORE-NETZUMLAGE
Gemäß dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) sind die ÜNB gesetzlich verpflichtet, Offshore-Windparks an das Stromnetz an Land anzuschließen. Dabei sind sie nach § 17f EnWG berechtigt, die Kosten als Aufschlag auf die Netzentgelte gegenüber den Letztverbrauchern geltend zu machen. Im Jahr 2019 beträgt die Offshore-Netzumlage für den nicht-privilegierten Letztverbrauch 0,416 ct/kWh. Die Verzehnfachung der Umlage gegenüber dem Vorjahr (2018: 0,037 ct/kWh) ergibt sich primär aus dem im Sommer 2017 beschlossenen Netzentgeltmodernisierungsgesetz. Durch dieses werden ab 2019 die Anbindungskosten für Offshore-Windparks insgesamt und nicht nur in Entschädigungsfällen in die Offshore-Netzumlage gewälzt.
Zusätzlich wird ab 2019 die Offshore-Netzumlage analog zur EEG- und KWK-Umlage nur für stromkostenintensive Verbraucher mit BAFA-Bescheid begrenzt. Die Letztverbrauchsgruppen B‘ und C‘ entfallen entsprechend. Letztverbraucher mit BAFA-Bescheid wickeln die Umlagenzahlung und ggf. die daraus resultierenden Meldepflichten – wie heute schon für die EEG- und KWK-Umlage – ab 2019 für die betroffenen Abnahmestellen direkt mit dem ÜNB ab.
Tabelle 2: Offshore-Netzumlage gemäß § 17f Abs. 5 des EnWG nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)
2018 0,037 0,049 0,024 15%/ 20%*
2019 0,416 – – 15%/ 20%*
Die Offshore-Netzumlage wird wie die KWK-Umlage durch die Besondere Ausgleichsregelung (BesAR) im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für über 1 GWh hinausgehende Strombezüge begrenzt auf
a) 15 Prozent der Offshore-Netzumlage bei Unternehmen, die
b) 20 Prozent der Offshore-Netzumlage bei Unternehmen, die einer Branche nach Liste 1 der Anlage 4 zuzuordnen sind, sofern die Stromkostenintensität mindestens 14 Prozent und weniger als 17 Prozent betragen hat.
3. § 19 StromNEV-UMLAGE
Unter den Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 1 oder 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) haben die Stromnetzbetreiber bestimmten Kunden ein reduziertes individuelles Netzentgelt anzubieten. Die entgangenen Erlöse können die ÜNB als Aufschlag auf die Netzentgelte anteilig auf die Letztverbraucher umlegen. Die Umlage für das Jahr 2019 beträgt je nach Letztverbrauchsgruppe zwischen 0,025 und 0,305 ct/kWh.
Tabelle 3: §19 StromNEV-Umlage nach Verbrauchsgruppen (ct/kWh)
2018 0,370 0,050 0,025
2019 0,305 0,050 0,025
Allgemeine Meldepflicht: Letztverbraucher, die zu den Gruppen B‘ und C‘ gehören, müssen dem zuständigen Netzbetreiber bis zum 31. März 2019 den im Jahr 2018 aus dem Netz bezogenen und selbstverbrauchten Strom oder Drittmengen sowie das Verhältnis der Stromkosten zum handelsrechtlichen Umsatz melden.
Die Umlage für abschaltbare Lasten wurde erstmals zum 01.01.2014 von Letztverbrauchern erhoben, um die durch die Übertragungsnetzbetreiber gemäß der Verordnung über abschaltbare Lasten (AbLaV) kontrahierten Verbrauchseinheiten zu finanzieren. Die Umlage für 2019 beträgt ab der ersten Kilowattstunde 0,005 ct/kWh. Eine gesonderte Entlastung von Großverbrauchern ist in der Verordnung nicht vorgesehen.
Jahr ab 1. kWh
2018 0,011
2019 0,005
Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW haben am 15. Oktober 2018 die EEG-Umlage für das Jahr 2019 veröffentlicht. Sie beträgt für den nicht privilegierten Letztverbraucherabsatz* 64,05 €/MWh. Damit liegt die Umlage um fast sechs Prozent unter dem Vorjahreswert (67,92 €/MWh). Für den Rückgang sind maßgeblich die deutlich höheren Börsenstrompreise verantwortlich, die die Differenzkosten zwischen der Förderung für Erneuerbare Energien und den Strompreisen sinken lassen. Insgesamt betragen diese Differenzkosten im kommenden Jahr voraussichtlich 22,59 Mrd. Euro.
Letztverbraucher sind nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, die so genannte EEG-Umlage zu zahlen, um den Ausbau regenerativer Erzeugungskapazitäten wie Windräder, Solar- oder Biogas-Anlagen zu finanzieren.
EEG-Umlage (in €/MWh)
52,77 62,40 61,70 63,54 68,80 67,92 64,05
*Für Strom, der unter die Besondere Ausgleichsregelung nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz fällt, kann das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die EEG-Umlage begrenzen. Wenn diese Ausnahmeregelungen nicht angewendet werden können, wird dies als „nicht priviligierter Letztverbrauch“ bezeichnet.

References: § 19
 § 36
 § 27
 § 17
 § 17
 § 19
 § 19
 §19