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Timestamp: 2018-12-13 18:43:58+00:00

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Jugendmedienschutz bei Computerspielen
Autor: Peter Kroker
1 Instanzen für den Jugendmedienschutz
2 Die USK
4 Alterskennzeichnungen
4.1 Freigegeben ohne Altersbeschränkung gemäß § 14 JuSchG
4.2 Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG
4.3 Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG.
4.4 Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 14 JuSchG
4.5 Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG
5 Die Alterskennzeichnungen der PEGI
6 Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)
7 Durchsetzung und Kontrolle des Jugendmedienschutzes
8 Onlinespiele
Instanzen für den Jugendmedienschutz
Jugendmedienschutz bei Computerspielen funktioniert wie bei den Kinofilmen durch „regulierte Selbstregulierung“. Dabei legen die Gesetze bestimmte Rahmenbedingungen fest, die dann von den PublisherInnen der Computerspiele selbstständig realisiert werden. Die SpieleherstellerInnen regulieren sich nach diesem Prinzip also selbst und haben somit eine bedeutsame Eigenverantwortung. Grundlage hierfür ist das Jugendschutzgesetz (JuSchG), das unter anderem die Altersfreigabe für Spiele regelt, die auf einem Trägermedium (z.B. CD-ROM, DVD) vertrieben werden.
Geprüft werden die Computerspiele von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, der USK. Diese erhält die neuen Spielprodukte, noch bevor sie auf dem deutschen Markt veröffentlicht werden, und vergibt Alterskennzeichnungen. Die Computerspiele erhalten Altersbeschränkungen dann, wenn die USK die Inhalte und Darstellungen für Heranwachsende bestimmten Alters als entwicklungsbeeinträchtigend einschätzt. In Kooperation mit den obersten Landesjugendbehörden hat die USK die Möglichkeit, eine von insgesamt fünf Alterskennzeichnungen vorzunehmen. Diese muss auf allen Spielverpackungen abgedruckt sein und ist für die VerkäuferInnen bindend.
Eine weitere europaweite Prüfstelle ist die Pan European Game Information (PEGI). Die PEGI-Kennzeichnungen enthalten neben den Alterseinstufungen zusätzlich auch Inhaltssymbole. Meist sind beide Siegel auf den Spielverpackungen abgedruckt, wobei die Altersfreigaben mitunter voneinander abweichen. Wichtig ist hierbei: Nur die Altersfreigabe und -kennzeichnung durch die USK ist in Deutschland gesetzlich bindend. Die PEGI-Kennzeichnungen dienen lediglich als Empfehlung. Eine weitere Möglichkeit des Jugendmedienschutzes liegt in der Indizierung eines Computerspiels. Hierfür ist die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) zuständig. Stuft die Bundesprüfstelle ein Spiel als jugendgefährdend ein, wird es in eine Liste der Medien aufgenommen, die zwar nicht verboten sind, jedoch Heranwachsenden unter 18 Jahren nicht zugänglich sein dürfen.
Computerspiele werden stets entweder von der USK oder von der BPjM bewertet. Computerspiele, die bereits eine Alterskennzeichnung von der USK erhalten haben, können nicht mehr auf den Index geschrieben werden. Dies gilt auch für den umgekehrten Fall: Von der Bundesprüfstelle indizierte Computerspiele können keine Altersfreigabe durch die USK erhalten. Computerspiele, die nicht über Trägermedien vertrieben werden, sondern online abrufbar sind (Telemedien), unterliegen anderen Regeln. Die Rede ist hier von Browsergames oder von zum Download angebotenen Computerspielen. Hier greift der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV). Eine gesetzliche Alterskennzeichnung gibt es hierbei bislang nur in dem Fall, wenn ein Spiel ganz oder in seinen Hauptmerkmalen einem Spiel gleicht, das bereits gekennzeichnet wurde. Alle anderen Spielangebote im Internet erhalten derzeit keine Kennzeichnung. Indiziert werden können Onlinespiele dennoch durch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), die als zentrale Aufsichtsstelle für Telemedien zuständig ist.
Schließlich ist auch § 131 des Strafgesetzbuchs, der sich mit Gewaltverherrlichung befasst, für den Jugendmedienschutz bedeutsam. Darin wird geregelt, dass solche Medieninhalte niemandem zugänglich sein dürfen, die in ihren Darstellungen grausame oder unmenschliche Gewalt gegen andere verherrlichen, verharmlosen oder die Menschenwürde mit dem Gezeigten verletzen (siehe auch Beratung).
Die gesetzliche Altersfreigabe von Computerspielen obliegt in Deutschland der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Die Freigabe durch die USK ist Deutschland rechtlich bindend. Insbesondere Verkaufsstellen unterliegen dieser Regelung und müssen bei Abgabe an Minderjährige auf die Einhaltung der Alterskennzeichnungen achten. Werden die Jugendschutzbestimmungen missachtet, drohen den VerkäuferInnen Bußgelder.
Computerspiele können ohne Altersbeschränkung, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren oder ab 16 Jahren freigegeben oder mit der Kennzeichnung „keine Jugendfreigabe“ versehen werden. Wichtig ist, dass die Alterskennzeichen keine pädagogischen Empfehlungen sind, sondern dem Mindestalter entsprechen, das Heranwachsende aus Sicht des Jugendschutzes erreicht haben müssen, um das Spiel erwerben und spielen zu dürfen. Ein für eine bestimmte Altersgruppe freigegebenes Spiel wird demnach von der USK für das entsprechende Alter als unbedenklich eingeschätzt, was jedoch nicht notwendigerweise bedeutet, dass es für die Altersgruppe inhaltlich empfehlenswert ist. Spiele ohne Kennzeichnungen sind für Minderjährige nicht freigegeben.
Wenn die USK ein Spiel prüft, wird es zunächst von SpieletesterInnen gesichtet, bevor es an ein Prüfgremium weitergegeben wird. Die Sachverständigen des Gremiums sind unabhängig von der USK und der Spielindustrie. Eine Beschäftigung in der Computerspielwirtschaft ist für sie ausgeschlossen. Sie erarbeiten eine Empfehlung für die Altersfreigabe oder sprechen sich gegen die Kennzeichnung eines Spiels aus. Die endgültige Entscheidung über die Altersfreigabe in der USK trifft der/die Ständige VertreterIn der Obersten Landesjugendbehörden. Nach welchen Grundsätzen die Prüfung der Spiele abläuft, legt der USK-Beirat fest. Er wird gebildet durch Organisationen, die vornehmlich in den Bereichen Jugendschutz, Jugendarbeit und Computerspiele tätig sind. Die SpieleherstellerInnen haben die Möglichkeiten, bis zu zweimal gegen die Entscheidung der USK in Berufung zu gehen und das betreffende Spiel noch einmal prüfen zu lassen.
2013 erhielt knapp ein Zehntel (9,1%) der 2.088 geprüften Spiele keine Jugendfreigabe. Etwa die Hälfte der Spiele hingegen (51,3%) wurden ohne Altersbeschränkung oder ab sechs Jahren freigegeben. Sechs Spiele erhielten keine Alterskennzeichnung, wobei hier davon auszugehen ist, dass die BPjM diese Spiele indiziert.
USK-Statistik 2013 – Verteilung der Freigaben
Das europaweite PEGI-System bietet Alterseinstufungen in Form einer Kennzeichnung für die jeweilige Altersgruppe und einer symbolhaften Inhaltsbeschreibung auf der Spielverpackung. Die Altersempfehlung informiert darüber, für welches Alter ein Spiel angemessen ist. Um die Spiele einzustufen, greift PEGI auf die Angaben der PublisherInnen zu den Spieleinhalten sowie auf Spieletests zurück. Die SpieleanbieterInnen füllen zunächst ein Formular aus, das von der PEGI geprüft wird und als Grundlage für die Prüfung des Spieleinhalts genutzt wird. AdministratorInnen spielen dann gezielt Teile des Spiels nach, um eine Alterseinstufung vorzunehmen.
Alterskennzeichnungen
Die Alterskennzeichen der USK Die Alterskennzeichnungen sind rechtlich bindend und müssen gut sichtbar auf der Spieleverpackung abgedruckt sein. Auch seriöse Online-Shops werden die USK-Altersfreigaben stets deutlich erkennbar auf den Produktseiten abbilden. Noch einmal betont werden soll hier, dass die Altersfreigaben keiner pädagogischen Empfehlung entsprechen, die darauf hinweist, dass Kinder das betreffende Spiel ab dem gekennzeichneten Alter technisch und inhaltlich beherrschen. Für die einzelnen Kennzeichnen hat die USK folgende Kriterien festgelegt:
Ohne Altersbeschränkung werden Spiele freigegeben, die für Heranwachsende und Erwachsene entwickelt wurden. Dazu zählen familienfreundliche Spiele wie etwa Geschicklichkeits- oder Gesellschaftsspiele, Sportspiele, Jump’n’Runs sowie Angebote, die sich zwar nicht explizit an Kinder richten, aus Jugendschutzsicht jedoch unbedenklich sind (Simulationen, Management, Adventures, Rollenspiele).
Die Mehrheit der von der USK geprüften Spiele wird ohne Altersbeschränkung freigegeben. Diese Spiele sind frei von Gewaltdarstellungen und nachhaltig ängstigenden Elementen. Für Kinder entwickelte Spiele haben meist eine freundliche, farbenfrohe Grafik und sind eher ruhig aufgebaut, sodass die Spielenden keinem allzu großen Handlungsdruck ausgesetzt sind. Die Aufgaben im Spiel orientieren sich an den Fähigkeiten von Kindern.
Hierunter fallen vor allem familienfreundliche Computerspiele. Sie sind spannender und wettkampfbetonter als Spiele ohne Altersbeschränkung (z. B. höhere Spielgeschwindigkeit, komplexere Spielaufgaben), wie Rennspiele, Simulationen, Jump ’n Runs und Rollenspiele.
Im Alter zwischen 6 und 11 Jahren bilden Heranwachsende die Fähigkeit aus, Darstellungen und Inhalte in den Medien differenzierter und distanzierter wahrzunehmen. Sie können immer besser zwischen Spielwelt und Realität unterscheiden und mit Spannungsmomenten umgehen. Die für diese Altersgruppe freigegebenen Spiele sind schneller und verlangen von den Spielenden Grundfertigkeiten in der Hand-Auge-Koordination. Oftmals geht es um den sportlichen Wettbewerb und Geschicklichkeit in Fantasiewelten. Häufig vorkommende Spielfiguren sind Comic- und Trickfilmcharaktere. Gestaltung und Dynamik des Spiels ermöglichen es den jungen SpielerInnen, Abstand zum Spielgeschehen zu wahren. Kampfdarstellungen sind märchenhaft oder symbolisch und dadurch eindeutig von der Alltagswirklichkeit zu unterscheiden. Sie verunsichern die Spielenden nicht und bieten keine sozial schädigenden Rollenbilder. Spiele, die Kinder zu sehr belasten, nachhaltig ängstigen oder überfordern, sind für diese Altersgruppe ausgeschlossen.
Kampfsituationen sind in diesen Spielen ein bedeutendes Element. Die Inhalte spielen in historischen, futuristischen oder märchenhaft-mystischen Umgebungen, wodurch ausreichend Möglichkeit gegeben wird, sich vom Spielgeschehen zu distanzieren. Hierzu zählen Arcade-, Strategie- und Rollenspiele sowie einzelne militärische Simulationen.
Es wird davon ausgegangen, dass 12- bis 15-Jährige bereits besser zwischen der Spielwelt und der Wirklichkeit unterscheiden sowie sich besser vom Spielgeschehen distanzieren können als Jüngere. Sie können besser mit länger anhaltender Spannung und höherem Handlungsdruck im Spielgeschehen umgehen. Kämpfe sind deutlich fiktiv inszeniert. Die Spielaufgaben werden komplexer und sind durch abstraktes und logisches Denken zu lösen. Die Anforderungen an die Hand-Auge-Koordination werden höher. Gewaltdarstellungen sind deutlich unrealistisch, sind nicht auf die Realität übertragbar und bieten keine Vorschläge für die Lösung von Konflikten.
Die Spiele beinhalten Gewalthandlungen, aus denen deutlich wird, dass auch Erwachsene angesprochen werden. Oft stehen bewaffnete Auseinandersetzungen mit einer Rahmenhandlung im Mittelpunkt. Darunter fallen Action-Adventures, militärische Strategiespiele und Shooter.
Heranwachsende im Alter von 16 und 17 Jahren haben vielfältige Medienerfahrungen und besitzen Grundkenntnisse über Medienproduktionsabläufe. Sie können länger anhaltende Spannung und höheren Handlungsdruck im Spielgeschehen aushalten, ohne dass ihre Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt wird. Trotz gewalthaltiger Inhalte werden den Spielenden keine sozialschädigenden Botschaften oder Rollenbilder angeboten. Die Auseinandersetzungen sind deutlich als Teil einer fiktiven Geschichte in einem Computerspiel zu erkennen. Zur Lösung der Aufgaben sind taktisches Denken und das gemeinsame Spielen mit anderen erforderlich. Die Spiele versetzen Heranwachsende dieses Alters vorübergehend deutlich in Anspannung, jedoch bieten gewaltlose Anteile im Spiel und deutlich unrealistische Spielelemente die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen.
Die Spiele sind fast vollständig durch gewalthaltige Spielhandlungen geprägt und erzeugen eine bedrohliche Stimmung. Dazu zählen Ego-Shooter, Action-Adventures und Open-World-Games. Die Hintergrundgeschichte der Spiele sind etwa kriegerische Konflikte oder brutale Kämpfe. Diese Spiele gelten als jugendbeeinträchtigend. Heranwachsende sollen vor den expliziten Bildern, den Gewaltdarstellungen und der möglichen Identifikation mit einer der Spielfiguren geschützt werden. Die deutliche Realitätsbezogenheit des Spielgeschehens macht die Distanzierung zum Spielgeschehen schwer.
Die Alterskennzeichnungen der PEGI
PEGI vergibt Kennzeichnungen für fünf Altersgrenzen (www.pegi.info):
Außerdem können auf den Spielverpackungen weitere Kennzeichnungen für die Inhalte der Spiele abgedruckt werden (www.pegi.info):
Spiel zeigt Diskriminierung oder Spielinhalt fördert Diskriminierung
Spiel fordert zum Glücksspiel auf oder gibt Anleitung dazu
Spiel zeigt Nacktheit und/oder sexuelle Handlungen oder spielt auf sexuelle Handlungen an
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)
Erteilt die USK einem Computerspiel keine Jugendfreigabe, wird es automatisch als jugendbeeinträchtigend eingestuft. Zudem hat die BPjM die Möglichkeit, von ihr als jugendgefährdend eingeschätzte Spiele zu indizieren, falls noch keine Altersfreigabe durch die USK erfolgt ist. Eine Indizierung hat für Computerspiele bedeutsame Folgen, da sie dann im Verkauf und bei der Werbung deutlich beschränkt werden. So ist etwa der Verkauf indizierter Spiele an Minderjährige verboten ebenso wie das Anbieten und Ausstellen, wenn die betreffenden Räumlichkeiten für Heranwachsende zugänglich sind. Weiterhin untersagt ist das öffentliche Werben für diese Spiele. Die Verletzung dieser gesetzlichen Auflagen zieht Bußgelder und ein strafrechtliches Verfahren nach sich. Indizierungsverfahren können auf mehreren Wegen eingeleitet werden. Zwingend notwendig wird ein Verfahren dann, wenn eine der berechtigten Stellen einen Antrag stellt. In Deutschland gehören dazu 800 Institutionen, wie z.B. Jugendministerien und Jugendämter. Zudem sind auch Behörden und Träger freier Jugendhilfen berechtigt, eine Indizierung anzuregen. Ob ein Spiel tatsächlich indiziert wird, bestimmt ein Gremium innerhalb der BPjM. Dieses besteht aus VertreterInnen aus der Jugendhilfe sowie LehrerInnen und Abgeordneten aus den Bereichen Kunst und Kultur. Wird der Antrag auf Indizierung bestätigt, kommt das Computerspiel auf die Liste der jugendgefährdenden Medien (Index). Die Liste kann nicht ohne Weiteres eingesehen werden, um zu vermeiden, dass diese durch ihre Bedeutung für die enthaltenen Spiele wirbt und dazu anregt, diese zu spielen. [1]
Durchsetzung und Kontrolle des Jugendmedienschutzes
Die gesetzlichen Regelungen zum Jugendmedienschutz bei Computerspielen sind für den Handel, d.h. auch für Online-Versandunternehmen, bindend. Die Einhaltung wird durch Ordnungsbehörden geprüft. Auch Sonderveranstaltungen wie LAN-Partys unterliegen den Bestimmungen des Jugendmedienschutzes zur Altersbeschränkung der angebotenen Spiele. Eine Herausforderung stellt dabei der internationale Versandhandel dar, der es AnbieterInnen und Heranwachsenden leicht macht, die Regelungen zu umgehen. Computerspiele, die in Deutschland erst ab einem bestimmten Alter freigegeben sind oder nicht vertrieben werden dürfen, können mitunter über internationale Online-Shops problemlos bezogen werden. Ein weiteres Problem besteht darin, dass immer wieder Verwandte und FreundInnen Spiele an Heranwachsende weitergeben, die nicht für deren Alter freigegeben sind. Spielangebote im Internet unterliegen keiner Altersfreigabe, weswegen vor allem illegale Downloads und Browsergames den Jugendmedienschutzbestimmungen oft nicht entsprechen. Ebenso ist der Bezug von Computerspielen über Raubkopien und Internet-Tauschbörsen schwer kontrollierbar. Eine wichtige Aufgabe für die ComputerSpielSchule besteht darin, Eltern, PädagogInnen und andere Erwachsene, die mit Kindern und Jugendlichen umgehen, über die Bedeutsamkeit des Jugendmedienschutzes aufzuklären. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen wichtig, welche die MedienpädagogInnen der ComputerSpielSchule Leipzig immer wieder machen: Viele Heranwachsende spielen Computerspiele, die nicht für ihr Alter freigegeben sind. Hier ist das Ziel, insbesondere Eltern und PädagogInnen zu informieren und zu sensibilisieren. Wichtig dabei ist jedoch, dass Eltern dazu berechtigt sind, auch solche Computerspiele an ihre Kinder weiterzugeben, die in ihrer USK-Kennzeichnung nicht dem Alter der Kinder entsprechen (siehe auch Artikel [Beratung|"Beratung"]).
Anders als bei Computerspielen, die auf Trägermedien (CD-ROM, DVD) erscheinen, müssen Online-Spiele, die direkt über einen Browser zur Verfügung gestellt werden, nur bedingt mit einer Alterskennzeichnung versehen werden. Browsergames und Downloads zählen zu den Telemedien. Die entsprechenden jugendschutzrechtlichen Regelungen sind im Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) festgehalten. Mit einer Alterskennzeichnung versehen werden müssen diese Spiele nur dann, wenn sie vollständig oder in wesentlichen Teilen den gleichen Titel eines bereits von der USK eingestuften Spiels tragen. In der Folge sind problematische Spiele im Internet für Heranwachsende leicht abrufbar. Auch das Spielen über Smartphones und Handys (Mobile Gaming) stellt eine aktuelle Herausforderung für den Jugendmedienschutz dar, da es Kindern und Jugendlichen die orts- und zeitunabhängige Beschäftigung mit Spielen ohne Alterskennzeichnung ermöglicht. Die AnbieterInnen von Inhalten im Internet sind verpflichtet, die jugendschutzrechtlichen Bestimmungen einzuhalten und zu verhindern, dass von ihnen angebotene problematische Inhalte von Heranwachsenden nicht eingesehen werden können. So dürfen entwicklungsbeeinträchtigende Angebote bspw. nur nach einer Alterskontrolle freigegeben werden. Eine vollständige Prüfung aller Angebote kann durch die Menge von Online-Spielen jedoch nicht geleistet werden. Eine Möglichkeit, den Zugang zu jugendgefährdenden Inhalten im Internet zu verhindern, bieten Jugendschutzprogramme. Diese filtern die betreffenden Angebote und blockieren den Zugang.
www.usk.de (USK. Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. (2013). Kinder und Jugendliche schützen. Alterskennzeichen für Computer- und Videospiele in Deutschland. Berlin: Selbstverlag.)
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References: § 14
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 § 131