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Timestamp: 2020-06-01 18:40:22+00:00

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Umsatzsteuer 2020
Die Umsatzsteuer ist für jeden Unternehmer ein wesentlicher Bestandteil seiner Buchhaltung. Sie wird immer dann erhoben, wenn es zum Austausch von Waren und Dienstleistungen im inländischen Wirtschaftsverkehr kommt. Seit dem 1.1.2020 gilt das „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“. Doch welche Auswirkungen hat dies auf die Umsatzsteuer? Welche Unternehmensformen sind betroffen und welche neuen Vorgaben müssen Arbeitgeber und -nehmer beachten? Dieser Artikel fasst alles Wichtige zusammen.
Ermäßigter Steuersatz für E-Books und E-Papers
Bisher mussten Kunden für E-Books und E-Papers den vollen Steuersatz von 19 Prozent entrichten. Seit Januar 2020 gilt für digitale Ausgaben von Zeitschriften und Zeitungen gem. § 12 Abs. 2 Nr. 14 UstG ein ermäßigter Steuersatz von 7 Prozent. Auf diese Weise sind digitale Publikationen in steuerlicher Hinsicht mit gedruckten Ausgaben gleichgestellt. Die Änderung umfasst auch Hörbücher, die auf elektronischem Weg überlassen werden.
Von der Steuerermäßigung ausgenommen sind Veröffentlichungen, die Werbezwecken dienen. Selbiges gilt für Publikationen, welche vollständig oder im Wesentlichen aus Videoinhalten oder hörbarer Musik bestehen, da diese Inhalte ihrer Funktionalität nach nicht einem Buch oder einer Zeitschrift entsprechen.
Monatliche Abgabepflicht für die Voranmeldung für Neugründer entfällt
Neugründer profitieren von den veränderten Abgabepflichten der Umsatzsteuer-Voranmeldung. Mussten Unternehmen – unabhängig von ihrem Umsatz und dem Umsatzsteuerbetrag – die Umsatzsteuer-Voranmeldung bisher monatlich abgeben (§ 18 Abs. 2 S. 4 UStG), wird mit dem Dritten Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III) die Pflicht zur monatlichen Abgabe in den ersten beiden Jahren abgeschafft (vgl. § 18 Abs. 2 S. 6 UStG).
Erhöhung der Kleinunternehmergrenze
Gemäß § 19 Abs. 1 S. 1 UStG wird die Umsatzsteuer von inländischen Unternehmen nicht erhoben, wenn deren Umsatz im vergangenen Kalenderjahr die Grenze von 22.000 Euro – statt wie bisher 17.500 Euro – überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.
Falls das Unternehmen nur in einem Teil des vorangegangenen Kalenderjahres tätig war, ist die tatsächliche Steuer in eine Jahressteuer umzurechnen. Nimmt ein Unternehmer seine selbstständige Tätigkeit im laufenden Kalenderjahr auf, ist die voraussichtliche Steuer dieses Kalenderjahres maßgebend.
Umsatzsteuer Ist-Versteuerung: Erhöhung der Umsatzgrenze
Die Umsatzgrenze für die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten – der sogenannten Ist-Versteuerung gem. § 20 UStG – wurde am 1.1.2020 von 500.000 auf 600.000 Euro erhöht. Sie entspricht damit betragsmäßig der Umsatzgrenze für Buchführungspflicht nach § 141 Abs. 1 Nr. 1 Abgabenordnung (kurz: AO).
Von dieser Änderung profitieren auch Unternehmen, deren Umsatz gem. § 19 Abs. 3 UStG im Jahr 2019 die Grenze von 600.000 Euro nicht überstiegen hat. Denn: Nach § 20 S. 1 Nr. 1 UStG bezieht sich die neue Regelung auf den Umsatz des vorangegangenen Kalenderjahres.
Ermäßigter Steuersatz für den Bahnfernverkehr
Seit Anfang 2020 gilt der ermäßigte Steuersatz i.S.d. § 12 Abs. 2 Nr. 10 UStG für den gesamten Schienenbahnverkehr. Ziel ist es, die Mobilität auf Schienen zu fördern. Die Änderung betrifft nicht nur den Fernverkehr der Deutschen Bahn, sondern auch andere Anbieter, wie beispielsweise Flixtrain.
Neue Grenze zur Lohnsteuerpauschalisierung für Kurzzeitarbeit
Seit dem 1.1.2020 ist eine Pauschalisierung der Lohnsteuer mit 25 Prozent des Arbeitslohns bei kurzfristig Beschäftigten gem. § 40a Abs. 1 S. 2 EStG zulässig. Voraussetzung: Der durchschnittliche Arbeitslohn je Arbeitstag übersteigt nicht die Grenze von 120 Euro. Zudem wurde der pauschalisierungsfähige durchschnittliche Stundenlohn gem. § 40a Abs. 4 Nr. EStG von 12 Euro auf 15 Euro erhöht.
Veränderte lohnsteuerliche Pauschalisierungsgrenze für Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung
Bisher konnten Arbeitgeber die Beiträge für eine Gruppenunfallversicherung mit einem Steuersatz von 20 Prozent erheben, sofern der steuerliche Durchschnittsbetrag exklusive Versicherungssteuer 62 Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt (§ 40a Abs. 3 EStG). Dieser Grenzbetrag wurde mit der Gesetzesänderung auf 100 Euro angehoben.
Betriebliche Gesundheitsförderung: Steuerbefreiung möglich
Leistungen des Arbeitgebers, die der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes oder der betrieblichen Gesundheitsförderung seiner Mitarbeiter dienen, waren bisher bis zu einer Höhe von 500 Euro pro Jahr steuerfrei. Diese Grenze wurde im § 40b Abs. 3 EstG auf 600 Euro je Arbeitnehmer im Kalenderjahr angehoben.
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 § 19
 § 20
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 § 12
 § 40
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