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Timestamp: 2019-09-19 20:48:22+00:00

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Änderung der Schulordnung für die Gymnasien
Der BLLV begrüßt die im Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Gymnasialschulordnung (GSO) erkennbare Tendenz, der Einzelschule mehr Eigenverantwortung zu gewähren. Gleichwohl entsteht nach wie vor der Eindruck, die Schule sei eher eine bürokratische Behörde mit einer Vielzahl detaillierter Vorschriften denn eine "lernende Organisation" mit einer gut entwickelten Lern- und Vertrauenskultur. Der BLLV schlägt vor, die Regelungsdichte insgesamt zu verringern.
Die Neuregelungen bezüglich des Umgangs mit Schülerinnen und Schülern, die das Klassenziel nicht erreichen, zeigen, dass sich die bisherige Form des Sitzenbleibens nicht bewährt hat.
Leider beziehen sich die vorgeschlagenen Änderungen nur darauf, Schülerinnen und Schülern, die das Klassenziel nicht erreicht haben, formal dennoch ein Vorrücken zu gewähren. Der BLLV spricht sich hingegen dafür aus, vom Sitzenbleiben bedrohte Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern, bspw. durch das Erteilen von Ergänzungsunterricht. Eine entsprechende Ausgestaltung des Schulbudgets ist hierfür zu gewährleisten.
Stellungnahme des BLLV im Einzelnen:
Nummer 5 zu § 19 Abs. 1
Der BLLV bittet § 19 Abs. 1 Satz 4 (neu) folgendermaßen zu formulieren: "Die Entscheidung trifft der Schulleiter im Benehmen mit der Klassenkonferenz und dem Elternbeirat."
Der BLLV begrüßt die Übernahme der Regelung aus dem Modellversuch Modus21. Inhaltlich, aber auch um Entscheidungswege kurz zu halten und Entscheidungen rasch zu ermöglichen, erscheint uns eine Entscheidung im Benehmen mit Lehrerkonferenz unpraktikabel und nicht zwingend notwendig.
Nummer 8a zu § 27 Abs. 2
Der BLLV bittet § 27 Abs. 2 nicht aufzuheben.
Als Starthilfe in die 5. Jahrgangsstufe sollte Ergänzungsunterricht für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten über die Intensivierungsstunden hinaus weiterhin möglich sein.
Nummer 14 zu § 43
Der BLLV begrüßt ausdrücklich das Streichen der Deutschen Hausaufgabe.
Nummer 15b zu § 44 Abs. 2 (neu)
Der BLLV stimmt dieser Änderung grundsätzlich zu, da damit den Schulen ein größerer Spielraum zur Flexibilisierung von Leistungserhebungen eingeräumt wird. Der BLLV bittet, Satz 1 Nr. 2 zu streichen und Satz 1 Nr. 3 folgendermaßen zu formulieren: "ein schulinterner Leistungstest"
Streichen von Satz 1 Nr. 2:
Zentrale Leistungstests finden i.d.R. zu Beginn eines Schuljahres statt. Sie sollten daher nicht als Schulaufgabenersatz im aktuellen Schuljahr dienen. Vgl. in diesem Zusammenhang unseren Vorschlag zu § 46 Abs. 1 Satz 1.
Umformulierung von Satz 1 Nr. 3:
Die Änderung von § 44 wird u.a. damit begründet, dass der Unterricht von Prüfungen entlastet werden soll (Seite 6). Diesem Ziel steht aber der Ersatz einer Schulaufgabe durch zwei schulinterne Leistungstests entgegen. In § 44 Satz 2 (neu) wird ausgeführt: "Die an die Stelle einer Schulaufgabe tretenden Leistungen müssen den Anforderungen einer Schulaufgabe gleichwertig sein." Damit wird gewährleistet, dass auch ein einzelner schulinterner Leistungstest eine Schulaufgabe ersetzen kann.
Nummer 29 zu § 113
Der BLLV schlägt folgende Änderung für Abs. 1 (neu) Satz 2 vor: "Dabei ist darauf zu achten, dass durch den regelmäßigen Dialog zwischen Lehrkräften, Eltern und Schülern ein professionelles Schulprogramm entsteht, das zur Entwicklung eines unverwechselbaren und anspruchsvollen Schulprofils führt."
Abs. 1 (neu) Satz 2 ist unklar formuliert.
Weitere Änderungswünsche
Neben diesen Änderungswünschen bittet der BLLV um die Aufnahme folgender neuer Punkte:
In § 27 wird einer neuer Absatz 3 eingefügt, der bisherige Absatz 3 wird Absatz 4 usw.: "(3) Für Schüler, bei denen das Vorrücken wegen nicht ausreichender Leistungen in einem oder in mehreren Kernfächern gefährdet ist, kann Ergänzungsunterricht eingerichtet werden. Dieser Ergänzungsunterricht kann klassen- und jahrgangsstufenübergreifend geführt werden."
Diese Änderung ermöglicht es Schulen, Schülerinnen und Schüler, die vom Sitzenbleiben bedroht sind, gezielt zu fördern.
In § 44 wird nach dem neuen Abs. 2 ein neuer Absatz 3 eingefügt: "(3) In Kernfächern mit mehr als zwei Schulaufgaben kann an die Stelle von zwei Schulaufgaben ein schulinterner Halbjahrestest treten. Die Entscheidung trifft die Lehrerkonferenz zu Beginn des Schuljahres für ein Fach für alle Klassen einer Jahrgangsstufe einheitlich." Die bisherigen Absätze 2 bis 9 werden Abs. 4 bis 11.
Durch diese Regelung kann der Unterricht von Prüfungen entlastet werden Sie trägt dazu bei, dass Lernen in größeren Zusammenhängen ermöglicht wird und fördert damit das nachhaltige Lernen. Darüber hinaus ermöglicht es den Schulen, das Erreichen von Bildungsstandards selbst zu evaluieren.
Der BLLV bittet um folgende Änderung von Absatz 1 Satz 1: "Mündliche Leistungsnachweise sind Stegreifaufgaben, Rechenschaftsablagen, Unterrichtsbeiträge und fachliche Leistungstests gemäß § 46 Abs. 4, sofern sie nicht gemäß § 44 Abs. 2 eine Schulaufgabe ersetzen."
Fachliche Leistungstests gemäß § 46 Abs. 4 (sog. "zentrale Leistungstests") zählen bei der Bildung der Jahresfortgangsnote gemäß § 50 GSO wie mündliche Leistungen. Daher sollten sie auch zum Erreichen der Mindestzahl der geforderten mündlichen Leistungsnachweise herangezogen werden können. Der Zusatz "sofern sie nicht gemäß § 44 Abs. 2 eine Schulaufgabe ersetzen" entfällt bei Übernahme unseres Änderungsvorschlages für § 44 Abs. 2.
aus einem Schreiben des BLLV-Präsidenten, Dr. h.c. Albin Dannhäuser, an Ministerialdirektor Josef Erhard, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus vom 19.05.2004

References: § 19
 § 19
 § 27
 § 27
 § 43
 § 44
 § 46
 § 44
 § 44
 § 113
 § 27
 § 44
 § 46
 § 44
 § 46
 § 50
 § 44
 § 44