Source: https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/internationaler-artenschutz-cites/anforderungen-an-die-halter-geschuetzter-tiere/
Timestamp: 2018-07-17 13:27:30+00:00

Document:
NEU! Schutzstatusänderungen ab 4. Februar 2017:
Mit der Hochstufung in den CITES-Anhang A sind u.a. für den Verkauf von Graupapageien und Himmelblauen Zwergtaggeckos jetzt EU-Bescheinigungen zu beantragen. Dies ist nicht erforderlich, wenn die Tiere im Besitz verbleiben.
Weiterhin wurden neue Anforderungen für Händler mit tropischen Hölzern wie Palisander beschlossen.
Informationen unter „Aktuelle Gesetzesänderungen im Artenschutz“.
Sonnensittich (Foto: Archiv CITES)
Nachweispflicht und Vermarktungsbescheinigungen
Anzeigepflicht für Tiergehege an die Naturschutzbehörden der Landkreise
Für alle besonders und streng geschützten Tiere bestehen grundsätzliche Verbote wie Besitz- und Vermarktungsverbote sowie für die heimischen Arten weiterhin Naturentnahme- und Störverbote.
Zur Einhaltung dieser artenschutzrechtlichen Verbote haben Halter der besonders bzw. streng geschützten Tiere die folgenden strengen Anforderungen zu erfüllen.
Artenschutzrechtliche Anforderungen
Nachweispflicht § 46 Absatz 1 bis 3 BNatSchG
Meldepflicht § 7 Absatz 2 BArtSchV
Kennzeichnungspflicht §§ 12 bis 14 und Anlage 6 BArtSchV
Fotodokumentation bei Landschildkröten §§ 12 bis 14 und Anlage 6 BArtSchV, insbesondere § 13 Absatz 3
Buchführungspflicht § 6 BArtSchV
1. Nachweispflicht und Vermarktungsbescheinigung
Gemäß der allgemeinen Nachweispflicht von § 46 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist jeder Halter u. a. von lebenden Tieren der besonders bzw. streng geschützten Arten verpflichtet, das Vorliegen einer Ausnahme vom Besitzverbot oder, falls eine Vermarktung vorangegangen ist, vom Vermarktungsverbot nachzuweisen, z.B. die Zucht oder die legale Einfuhr. Die Nachweispflicht gilt auch für tote Exemplare. (s. Nachweispflicht und Vermarktungsbescheinigungen).
Alle Halter lebender Wirbeltiere der besonders und der streng geschützten Arten haben ihren Tierbestand einschließlich aller laufenden Veränderungen in Sachsen-Anhalt beim CITES-Büro in Steckby schriftlich anzuzeigen (s. Tierbestandsmeldungen).
Für alle Tiere der in der Anlage 6 der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) genannten Arten obliegt dem Halter eine Kennzeichnungspflicht [s. Kennzeichnungspflicht und Anlage 6 BArtSchV - Kennkeichnungspflichtige Arten und Kennzeichnungsmethoden (37 KB)]
4. Fotodokumentation bei Landschildkröten
Gemäß § 13 Absatz 1 und 3 Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) ist die Fotodokumentation von individuellen Merkmalen eine Methode zur Kennzeichnung von Reptilien des Anhang A unter einem Körpergewicht von 200 g, bei Schildkröten unter 500 g. In der Anlage 6 BArtSchV sind die zu dokumentierenden Merkmale festgelegt. Bei Landschildkröten ist mindestens der Bauchpanzer wiederholt zu fotografieren [s. Kurzinfo Fotodokumentation von Individualmerkmalen bei Landschildkröten (174 KB)].
Bei häufigem Inverkehrbringen von Tieren und Pflanzen der besonders bzw. streng geschützten Arten gilt die Pflicht zur Führung eines Aufnahme- und Auslieferungsbuches (s. Buchführungspflicht).
Das Abweichen von den gesetzlichen Anforderungen kann durch Bußgeld geahndet werden. In schwerwiegenden Fällen, insbesondere streng geschützte Arten betreffend, können auch strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden. Fehlen Nachweise für die legale Herkunft von geschützten Tieren droht die Beschlagnahme.
Die Gesetze und Verordnungen können unter Punkt "Gesetzlichkeiten / Rechtsquellen" eingesehen und ausgedruckt werden.
Kontakt: Internationaler Artenschutz (CITES)
Kontakt CITES
Weitere Hinweise sind in den folgenden Fachinformationen sowie unter Artenschutzrechtliche
Die Umsetzung des Internationalen Artenschutzes in Sachsen-Anhalt
Tote geschützte Tiere in Sachsen-Anhalt
Informationen zum Artenschutz für den Zoofachhandel
Fotodokumentation von Individualmerkmalen bei Landschildkröten

References: § 46
 § 7
 § 13
 § 6
 § 46
 § 13