Source: http://mehrow.de/Presse_und_Literatur/NiederbarnimerKreisblatt/NB_Kreisblatt_1880.html
Timestamp: 2018-06-23 00:38:04+00:00

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﻿ Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt von 1880
Mehrow und Umgebung im Niederbarnimer Kreisblatt (Ausgabe Bernau) von 1880 (27. Jahrgang),
gefunden im Preußischen Geheimarchiv Berlin-Dahlem
auf Mikrofilm vorliegenden Ausgabe (April 2018).
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 4. Januar 1880 (No. 1), Anzeigen
Den geehrten Bewohnern von Wesow sagen wir hierdurch für die uns gewordene freundliche Aufnahme unsern herzlichsten Dank, insbesondere Denen, die uns mit Bewirthung so freundlich entgegen gekommen sind.
Der Männergesangverein Lindenberg. [2]
Am Montag, d. 5. Januar 1880, Vor. 10 Uhr sollen im Hamann'schen Gasthofe zu Blumberg folgende Brennhölzer und Stangen in kleinen Loosen:
1) aus den Mahlsdorfer Stangen bei Hellersdorf:
ca. 500 Meter kiehnen Knüppelholz,
ca. 500 Meter do. Reiser.
2) aus den Bernauer Stangen bei Elisenau:
ca. 1000 Meter kiehnen Knüppelholz,
ca. 1000 Meter do. Reiser,
ca. 420 Stück do. Stangen
öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung versteigert werden, wozu Käufer einladet
Der Rentmeister Altenburg. [2]
Auf dem Dom. Mehrow werden Kohl- und Futterrüben verkauft. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 7. Januar 1880 (No. 2), Anzeigen
Tüchtige ordentliche Arbeiter-Familien sucht zum 1. April
Rittergut Hellersdorf bei Caulsdorf. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 9. Januar 1880 (No. 3), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Blumenberg. [!] Bei den am 4. d. Mts. hier stattgehabten kirchlichen Wahlen ist in den Gemeinde-Kirchenrath wieder gewählt worden: der Bauergutsbesitzer Gottlieb Grün; neu gewählt ist: der Maurer und Büdner Friedrich Adler. Als Gemeinde-Vertreter sind wiedergewählt: der Bauerguts­besitzer Friedr. Grün, der Halbbauer Wilhelm Keisdorf, der Halbbauer Friedr. Keisdorf, der Bauer­gutsbesitzer Gottlieb Hecht, Forstaufseher Adler und Kossäth August Adler; neugewählt: Mühlen­meister Juert, der aus dem Gemeinde-Kirchenrath ausschied. -
Der bei Gelegenheit der im vorigen Jahre stattgehabten Renovierung unserer Kirche durch einen neuen ersetzte Taufstein, dessen Alter sich auf wohl dreihundert Jahre belaufen mag und dessen oberer Rand mit einer werthvollen getriebenen Zinkarbeit geziert ist, wird auf Antrag des Gewerbe­museums zu Berlin diesem zur Conservirung und Aufstellung überwiesen werden.
Falkenberg. Der Kasse des hiesigen Rettungshauses wurde vor den Weihnachtstagen vom Gemeindevorsteher Dubick in Marzahn die Summe von 33 Mk. übergeben, welche die Gemeinde Marzahn bei einem, durch den Gesangverein veranstalteten, fröhlichen Beisammensein, abgesehen von der außerdem noch aufgebrachten landräthlichen Collecte gesammelt hat. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 14. Januar 1880 (No. 5), Kreis-Nachrichten
Blumberg. In dem Referat in Nr. 3 ist unter den wiedergewählten Gemeindevertretern versehent­lich der Forstaufseher Adler aufgeführt worden, welcher gar nicht ausgeloost war. Wiedergewählt ist vielmehr der Schlächter Hamman.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 25. Januar 1880 (No. 10), Kreis-Nachrichten
Lindenberg. Freitag, den 16. d. M. veranstaltete der Gesangverein hier ein Musik- und Gesang-Concert zum Besten der Nothleidenden in Ober-Schlesien. Das Unternehmen fand bei dem hiesigen Publikum rege Betheiligung. Auch nach auswärts waren vom Vereine aus Einladungen ergangen, jedoch war von dorther Niemand erschienen. Allein Herr Rittergutsbesitzer und Amtsvorsteher Simon-Malchow hat 10 M. und dessen Stellvertreter, Herr Steinbrück, 3 M. eingesandt. Auch von hier sind von Nichterschienenen dem Verein kleine Spenden zugegangen. Herr Gerstenberg, dessen 21 Mann starke Capelle die in der That sehr schöne Musik zur Aufführung brachte, hat ebenfalls für die Nothleidenden etwas gethan, indem er seine Ansprüche für die Musik ermäßigte. Es ergab dieses Unternehmen einen Reinertrag von 60 M., welche an Se. Excellenz den Herrn Ober-Präsidenten der Provinz Schlesien abgeführt sind.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 25. Januar 1880 (No. 10), Eingesandt, gekürzt
... Es handelt sich hier nicht um Sammlung von Gaben, sondern um das Gegentheil, um das Unterlassen gewisser Gaben; denn unter Umständen ist das Nichtgeben besser als das Geben, nämlich das Geben ohne Nachdenken, ohne Barmherzigkeit. Es handelt sich hier um das Darbieten von Branntwein an unsere Briefträger. Einer derselben, welcher täglich mehr als 30 Kilometer (4 Meilen) zurückzulegen hat, dabei in jedem Ort oft von Haus zu Haus zu gehen, um Postsachen abzuliefern, hat mir gesagt, daß er wohl zwanzig Mal in Versuchung geführt sei, „einen Schnaps“ zu nehmen, weil fast allenthalben, nicht nur in Kaufläden und Gasthäusern, es immer das Erste sei, daß man ihm ein Gläschen anbiete, in der Meinung, ihm dadurch eine besondere Wolthat zu erweisen. Hätte er auch nur die Hälfte solcher Anerbietungen angenommen, so würde er jährlich machen Tag kaum die Hälfte seinen Weges haben zurücklegen können. Doch sei es sein Grundsatz, niemals Branntwein anzunehmen, wogegen er für eine Tasse Kaffee, einen Teller voll warmer Suppe und dergleichen immer sehr dankbar sei. ...
Es muß einen mit tiefem Schmerz erfüllen, wenn man hört, daß ein Postbote, der vorher ein nüchterner, freundlicher, überall gerne gesehener Mann war, nach 4 Jahren seines Dienstes eines Abends im Chausseegraben sinnlos betrunken aufgefunden wurde und Tags darauf an Schlagfluß starb. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 25. Januar 1880 (No. 10), Anzeigen
Am Mittwoch, den 28. Januar cr., Vormittags 10 Uhr, sollen im Hecht'schen Gasthofe zu Blumberg folgende Hölzer aus den Bernauer Bergen bei Elisenau
750 Meter kiefern Knüppelholz,
1200 Meter kiefern Reiser,
9 Stock Stangen,
öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkauft werden, wozu Käufer einladet
Der Rentmeister. Altenburg. [2]
Am Freitag, den 30. Januar 1880, Vormittags 10 Uhr, sollen im Locale des Herrn Seelisch zu Eiche folgende Hölzer auf den Hellersdorfer Stangen bei Hellersdorf
86 Stück Birken Nutzenden.
78 Meter Birken Knüppelholz,
227 Meter Kiefern Knüppelholz,
243 Meter Kiefern Reiser,
56 Meter Birken Reiser
Am 21. d. M. ist mir auf dem Wege von Bernau nach Blumberg ein grau-bunter Bulle entlaufen. Ich ersuche die wohllöbl. Behörden, sowie Jeden, der Kenntnis über den Verbleib des Bullens hat, mich benachrichtigen zu wollen.
Schlächtermeister G. Hammann in Blumberg. [2]
Auf dem Gute Hönow bei Alt-Landsberg wird zum 2. April 1880 ein tüchtiger Meier, der Säen und Scharwerken kann, bei hohem Lohn gesucht.
Lorenz, Gutsbesitzer. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 25. Januar 1880 (No. 10), Beilage, gekürzt
Feuer-Lösch-Ordnung
für den Gemeinde- und Gutsbezirk Neuenhagen. ...
Beim Feuer außerhalb des Dorfes.
§ 17. Wer den Ausbruch eines Feuers außerhalb des Dorfes bemerkt, hat sofort den Guts-Vorsteher, oder falls dieser abwesend ist, den Gemeinde-Vorsteher, sowie den Spritzenmeister davon in Kenntniß zu setzen. Erst nachdem der Guts-Vorsteher Anweisung ertheilt hat, darf Sturm geläutet werden.
§ 18. Bricht in folgenden Ortschaften:
Alt-Landsberg, Buchholz, Krummensee, Seefeld, Wegendorf, Tasdorf, Eggersdorf, Vogelsdorf, Petershagen, Bollensdorf, Fredersdorf, Kalkb.-Rüdersdorf, Schöneiche, Klein-Schönebeck, Kol. Kiekemal, Dahlwitz, Mahlsdorf, Caulsdorf, Münchehofe, Hönow, Hellersdorf, Marzahn, Eiche, Ahresfelde, Mehrow, Seeberg und Blumberg
Feuer aus, so muß durch Absendung
der Spritze mit Feuereimern,
eines Wasserwagens und
der erforderlichen Hülfsmannschaften mit Einschluß des Spritzenmeisters
Hülfe geleistet werden.
Die Anweisungen hierzu ertheilt der Guts-Vorsteher, oder im Falle seiner Behinderung der Gemeinde-Vorsteher. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 30. Januar 1880 (No. 12), Anzeigen
Nachdem die Eröffnung des Concurses über das Vermögen des Mühlenmeisters Ernst Heinrich zu Seefelde [!] beantragt ist, wird zur Sicherung der Vermögensmasse demselben jede Veräußerung, Verpfändung und Entfremdung von Bestandtheilen der Masse hiermit untersagt. Dies wird hiermit bekannt gemacht.
Alt-Landsberg, den 26. Januar 1880. Königliches Amtsgericht. [2]
Für Untersuchung eines Schweines auf Trichinen berechne ich von jetzt ab 50 Pfennige.
Lindenbarth. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 4. Februar 1880 (No. 14), Anzeigen
Montag, den 9. Februar cr., Vormittags 10 Uhr, sollen in der Mehrower Bauernheide von mir ca. 100 Meter meist Birken-, auch Kiefern-Kloben und Knüppel, ca. 100 Meter Stubben, 50 Haufen Reisig und 140 Birkene Nutzenden meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Mehrow, den 2. Februar 1889. Müller, Kossäth. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 11. Februar 1880 (No. 17), Kreis-Nachrichten
Blumberg. 9. Februar. Wie nach anderen Orten ist nunmehr auch die hiesige Schule von Seiten des Dr. G. Wenker zu Marburg in Hessen die Aufforderung ergangen, behufs Ausarbeitung von jeden Schulort berücksichtigenden Dialectkarten ganz Deutschlands, die auf einem Formular gestellten Fragen zu beantworten und zugleich eine Uebersetzung einiger bestimmter hochdeutscher Sätzchen in die ortsübliche Mundart anzufertigen. Herr Dr. Wenker hofft auf eine recht gewissenhafte Unterstützung durch die Herren Lehrer bei seinem schwierigen mühsamen Werke - er wird über 36,000 Uebersetzungen zu verarbeiten haben -, von welchem sowohl in sprachlicher wie in ge­schichtlicher Hinsicht gleich wichtige Ergebnisse für die deutsche Wirtschaft zu erwarten sind. In der Rheinprovinz, nördlich der Mosel, ist das mühevolle Unternehmen unter allseitiger Betheili­gung der Herren Lehrer bereits mit bestem Erfolge durchgeführt worden.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 13. Februar 1880 (No. 18), Amtlicher Theil
Die hiesige achte Lehrerstelle, mit welcher ein jährliches Einkommen von 900 Mark verbunden ist, wird durch Versetzung des bisherigen Inhabers der Stelle zum 1. April vacant.
Wir fordern qualificirte Bewerber auf, sich um diese Stelle binnen vier Wochen unter Vorlegung ihrer Zeugnisse bei uns zu melden.
Alt-Landsberg, den 31. Januar 1880.
Der Magistrat. Matz.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 18. Februar 1880 (No. 20), Kreis-Nachrichten
Blumberg. Der Gesundheitszustand im hiesigen Orte ist zur Zeit ein wenig günstiger, in vielen Häusern herrscht Krankheit. In Falkenberg grassirt besonders die Diphteritis unter den Kindern. - Wie verlautet, soll in diesem Jahre mit dem Ausbau des Thurmes unserer Kirche vorgegangen werden, wobei derselbe hoffentlich ein Aeußeres erhalten wird, daß der würdigen Ausstattung der Kirche selbst entspricht. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 22. Februar 1880 (No. 22), Anzeigen
Ein zweispänniger Wagen ist zu verkaufen.	Wittwe Grothe in Blumberg.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 25. Februar 1880 (No. 23), Anzeigen, gekürzt
Blumberg. Am Sonntag den 22. d. Mts. beging der hiesige Gesangverein „Hoffnung“ unter Mitwirkung des Lindenberger Männer-Gesangvereins und der Liebisch’schen Kapelle aus Bernau in dem reichgeschmückten Saale des Hamman'schen Gasthofes durch Concert und Ball die Feier seines ersten Stiftungsfestes. Die Gesangaufführungen des Blumberger Vereins zeigten auf das Deutlichste, wie viel geleistet zu werden vermag, wenn Lust und Liebe zur Sache nicht fehlen. Bedenkt man, daß der Verein erst seit Jahresfrist besteht und ihm fast durchweg nur Mitglieder angehören, die Musik früher nicht geübt haben, so kann man nur seine vollste Anerkennung über die Exactheit des Vortrages und den Wohlklang der Stimmen aussprechen, welche Vorzüge zu den schönsten Hoffnungen für die Zukunft berechtigen. ... Wesentlich zur Erhöhung des Genusses trugen die Gesang-Vorträge des wohlgeschulten und über reiche Stimmittel verfügenden Linden­berger Männer-Gesangvereins bei, wie auch das Spiel der Liebisch'schen Kapelle durchaus Aner­kennung verdient. Vor der Schlußpiece wandte sich der Herr Dirigent des Blumberger Vereins, dessen trefflicher Leitung derselbe wohl lediglich seine schon jetzt so schönen Erfolge verdankt, in schwungvoller Rede an die zahlreich versammelten Gäste mit der Bitte, dem jungen Kindlein, welches heute die erste Wiederkehr seines Geburtstags feiere, ihre Theilnahme auch in Zukunft zu bewahren. ... Ein Ball, dessen Zwischenpausen noch einige Gesänge des Blumberger und Lindenberger Vereins ausfüllten, schloß sich an das Concert an.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 25. Februar 1880 (No. 23), Anzeigen
Alt-Landsberg.
Das der in Liquidation befindlichen Firma gehörige Gut- und Fabrik-Etablissement Bruch-Mühle bei Alt-Landsberg. enth. Strickgarn - Spinnerei, Mehl- und Schneide-Mühle, schönes neues Wohnhaus, 20 Pferde Wasserkraft, Areal ca. 300 Morgen, soll mit sämmtlichem todten und leb. Inventar, Maschinen etc. an den Meistbietenden verkauft werden. Besichtigung jederzeit gestattet, und werden Gebote bis zum 15. März durch den unterzeichneten Liquidator entgegen genommen.
John Voorgang.
Ruleman Hientzsch.
Berlin N., Brunnenstraße 16,
offerirt aus seiner Special-Cultur: Krup-(Staude-) Bohnen in 18 der neuesten und bewährtesten Sorten, Sechswochenkartoffeln, lange, Schneeflocke billigst und garantirt rein bei meinem Gärtner Pollitz in Lindenberg zu haben.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 27. Februar 1880 (No. 24), Anzeigen
Die gegen den Dienstknecht Paul Heid zu Hof-Blumberg ausgesprochene Beleidigung nehme ich hiermit zurück. Gustav Hamann. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 29. Februar 1880 (No. 25), Kreis-Nachrichten
Blumberg. In dem Referat in voriger Nummer sind durch Schuld des Abschreibers leider einige Worte versehentlich fortgeblieben. Es muß daselbst, Zeile 24 von oben heißen: „Vor dem Schlußliede wandte sich der erste Herr Dirigent des Blumberger Vereins, unter dessen - sowie des heute nicht thätigen, zweiten Dirigenten trefflicher Leistung der Verein wohl lediglich seine schon jetzt so hübschen Erfolge verdankt ... u.s.w.“ Referent bedauert den Wegfall dieser Zeile auf das Lebhafteste, da ihm die verdienstvolle Thätigkeit des zweiten Herrn Dirigenten durchaus nicht unbekannt ist.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 5. März 1880 (No. 27), Anzeigen
1 Arbeitswagen u. 1 Pferdegeschirr ist zu verkaufen auf Clarahöh bei Lindenberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 12. März 1880 (No. 30), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Blumberg. Unter „Eingesandt“ wird in der No. 28 d. Bl. versucht, den letzten Alt-Landsberger Vieh- und Pferdemarkt in einem anderen Lichte darzustellen als dies in einem Artikel in No. 24 d. Bl. geschehen ist. Die geehrten Leser werden aber gefunden haben, daß der letztere nur die Wahrheit von dem bestätigt, was die Besucher der Alt-Landsberger Märkte in den letzten 10-15 Jahren stets wahrnehmen mußten, nämlich: daß die Viehmärkte dieses Städtchens nur in dem Kalender verzeichnet standen. Mögen doch die Alt-Landsberger Hand an's Herz legen und sich fragen, ob es wirklich rathsam ist, noch ferner mit solchen Versuchen anzutreten und durch philosophische Stilistik bestehende Thatsachen einfach vergessen zu machen. ...
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 12. März 1880 (No. 30), Anzeigen
Weiße Lupinen pr. Ctr. 7 Mark verkauft Lichtenberger in Ahrensfelde.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 14. März 1880 (No. 31), Kreis-Nachrichten
Hönow. Se. Excellenz der Herr Generalpostmeister Dr. Stephan hat mittelst hohen Rescripts vom 9. März cr. bestimmt, daß in hiesigen Orte eine Postagentur mit Fernsprechbetrieb ab Neuenhagen eingerichtet werde. Unsere Postanstalt erhält selbstredend Verbindung mit dem Kaiserl. Postamte in Neuenhagen; Das Dorf Mehrow, wie wir, scheiden somit von dem Bestellbezirk Alt-Landsberg aus.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 17. März 1880 (No. 32), Kreis-Nachrichten
Bernau. Aus Blumberg geht uns folgendes Schreiben zu:
Da ich hierorts fast allgemein für den Verfasser der in Nr. 30 des „Niederbarnimer Kreisblatt“ unter „Blumberg“ enthaltenen Auslassungen über den Landsberger Pferdemarkt gehalten werde, so ersuche ich Sie um gefällige Veröffentlichung der Erklärung, daß diese Annahme eine irrthümliche ist und ich der betreffenden Angelegenheit völlig fremd und unbetheiligt gegenüberstehe.
Blumberg, den 13. März 1880.
Hochachtungsvoll Sundelin. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 26. März 1880 (No. 36), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Blumberg. 22. März. Am Palm-Sonntage fand hierselbst die Confirmation von 29 Kindern von hier, Eiche und Hellersdorf statt, welcher sich die gemeinsame Feier des heiligen Abendmahles anschloß. - Die sonst übliche Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers von Seiten des hiesigen Landwehr-Vereins fiel in diesem Jahre aus, vornehmlich wohl in Rücksicht auf den in der Familie des Patrons vor Kurzem stattgehabten Trauerfalls. Am 12. d. M. ist bekanntlich die einzige Tochter des Herrn Grafen von Arnim-Zichow, die junge Gräfin zu Stollberg-Roßla, im 21. Lebensjahre in Roßla verschieden. Ueber die daselbst am 15. März stattgefundene Trauerfeierlichkeiten, denen als Vertreter des Kaisers und Kronprinzen der Vizekanzler, Graf Otto zu Stollberg-Wernigerode beiwohnte, bringt die in Halle erscheinende „Saale-Zeitung“ aus Roßla folgenden Bericht: ...
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 26. März 1880 (No. 36), Beilage, gekürzt
Kreistags-Proposition.
... In weiterer Ausführung des Kreistagsbeschlusses vom 7. September 1876 haben wir auf den dringenden Antrag der Betheiligten dieses mal folgende weitere Chausseebauten dem Kreistage vorzuschlagen:
von Lanke auf Bernau;
von Oranienburg über Schmachtenhagen ...;
von Oranienburg über Germendorf ...;
von Neuenhagen über Hönow
(die Berlin-Prötzeler Chaussee kreuzend) nach Mehrow zum Anschluß an die Chaussee nach Ahrensfelde und die Berlin-Werneuchen-Freienwalder Chaussee;
von der Ruhlsdorfer Brücke über Marienwerder und Pechteich ...
Diesem neuen Vorschlage sind unsererseits wiederholte principielle Erörterungen vorangegangen ... Der Kreis muß nach unserer Ueberzeugung seine Communicationsmittel unter allen Umständen verbessern und pflegen. Berlin bleibt ... im fortgesetzten Wachstum und nicht ohne Berechtigung nimmt man an, daß nach 20 Jahren die zweite Million an Einwohnerzahl erreicht sein wird.
Dieser Entwicklung von Berlin muß der Kreis folgen ...
Schon jetzt verlegt diese Stadt ihre bedeutenden communalen Anlagen an die Grenze oder in den Kreis hinein, wie den Schlachthof auf ehemals Lichtenberger Terrain, ..., die Begräbnißplätze zu Weißensee, Pankow, Lichtenberg und Friedrichsfelde, sowie die Rieselfelder zu Falkenberg, Hohen-Schönhausen und Marzahn. ...
Die unter Nr. 4 gedachte Chaussee findet gleichfalls ihre Begründung in der Bahnstation Neuen­hagen, die immer mehr dem Verkehr geöffnet wird. Die Betheiligten zeigen das regste Interesse, nachdem sich durch den Ausbau der Straße auf Alt-Landsberg und Bernau evident herausgestellt hat, in wie segensreicher Weise ein gesicherter Verkehr nach diesem Bahnhofe für die ganze Gegend sich als wirksam erweist.
Durch diese neue Chaussee werden in einer vortheilhaften Entfernung von Berlin die Frankfurter, die Prötzeler und die Freienwalder Chaussee miteinander verbunden und insbesondere der erheb­liche Verkehr mit Vieh und landwirthschaftlichen Produkten von und nach dem Osten gefördert.
Die Entfernung der ganzen Strecke von Ahrendsfelde [!] und der Berlin-Freienwalder Chaussee be­trägt nach Ausbau der Chausseelinie Mehrow-Neuenhagen 13997 Meter und wird dieses Ver­bindungsglied zwischen den beiden großen Straßenzügen nach Frankfurt und Freienwalde-Schwedt von großem Vortheil sein. ... Die Kosten ... stellen sich wie folgt:
4. Für die Chaussee von Neuenhagen über Hönow nach Mehrow (zum weiteren Anschluß bei Ahrensfelde) 7037 Meter lang, von denen 462 Meter auf die Berlin-Prötzeler Chaussee fallen, also für 6575 Meter: 90000 M. ...
Ein weiterer Gegenstand dieser Proposition ist sodann die Pflasterung eines Theiles der Berlin-Prötzeler Chaussee. ... Wie auf den meisten übrigen Chausseen muß auch hier die erste Strecke an Berlin mit einem Steinpflaster versehen werden, wie es auf der Weißensee-Bernauer Chaussee von Weißensee bis Bernau schon mit recht gutem Erfolge bereits geschehen ist. ...
Berlin, den 12. März 1880.
Der Kreis-Ausschuß und die Chaussee-Bau-Commission. [2]
Berlin, den 31. October 1879.
Es war auf heute ein Kreistag des Niederbarnimer Kreises anberaumt. ...
5. Als Mitglieder und Stellvertreter der Einkommensteuer-Einschätzungs-Commission wurden durch Acclamation gewählt:
Mitglieder [6]: ...; Stellvertreter [6]: Gutsbesitzer Heyse - Mehrow, ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 2. April 1880 (No. 38), Amtlicher Theil
Der Klempnermeister Hermann Kranz hierselbst ist zum öffentlichen Fleischbeschauer für den Amtsbezirk Blumberg ernannt worden.
Blumberg, den 27. März 1880. Der Amts-Vorsteher. Altenburg.
Zum Fleischbeschauer des hiesigen Amtsbezirks ist der Inwohner August Adler zu Ahrensfelde ernannt.
Mehrow, den 29. März 1880. Der Amts-Vorsteher. Heyse. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 2. April 1880 (No. 38), Vermischte Nachrichten
Ersuchen um Strafvollstreckung.
Der Arbeiter Hermann Koeppen aus Lindenberg, zuletzt in Pankow sich aufhaltend, ist durch unseren rechtskräftigen Strafbefehl vom 6. November 1879 wegen Holzdiebstahls zu 5 Mk. Geld­strafe, 33 Pfennige Wertersatz und 2 Mk. 50 Pfennige Kosten, im Unvermögensfall zu einem Tage Gefängniß verurtheilt.
Es wird ersucht, an dem Koeppen, dessen jetziger Aufenthaltsort unbekannt ist, im Betretungsfalle das Urteil zu vollstrecken und uns zu den Blumberger Forstacten A.V. 1/79 zu benachrichtigen.
Alt-Landsberg, den 24. März 1880. Königliches Amtsgericht. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 2. April 1880 (No. 38), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Blumberg. Die Nummern 11 u. 12 der „Deutschen Lesehalle“, Sonntagsbeilage zum „Berliner Tageblatt“ enthalten einen interessanten Artikel von Johannes Bloch über „Platt Land bei Berlin“, welcher einen wertvollen Beitrag zur Geschichte unseres Dorfes Blumberg bildet: ...
[langer Artikel, u.a. mit Personen-Beschreibung von Canitz]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 2. April 1880 (No. 38), Anzeigen
Das beste, leichteste und billigste Dach ist das Eisenblechdach. Ohne Schalung, direkt auf Sparren à [Quadrat-] Meter 6 Kilo. Näheres bei W. Kanz, Lichtenberg und H. Kanz, Blumberg. [2]
In Blumberg bei Bernau sind drei große freundliche Wohnungen zum 1. Juni zu vermiethen. Jede Wohnung besteht aus 2 Stuben, Küche und Stallung. Zwei große Werkstellen f. jed. Gesch. p. beim Bäckereibesitzer August Wenzel. [2]
Samen-Handlung in Lindenberg Gemüse- und Rübensamen ist in bester keimfähiger Waare zu haben. In einigen Wochen auch Gemüsepflanzen. Rulemann Hientzsch. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 2. April 1880 (No. 38), Amtliche Beilage, gekürzt
Geschäftsplan zur Musterung der Militairpflichtigen ...
Am Freitag, den 16. April cr., früh 8 Uhr: ... Eiche mit Hellersdorf, ..., Mehrow, ...
II. Lichtenberg-Friedrichsberg, im Spitzig'schen Restaurationslokal, Frankfurter Chaussee Nr. 8
III. Liebenwalde a.H. im Rossow'schen Gasthofe
IV. Oranienburg, im Kehl'schen Gasthofe zum „Deutschen Hof“
V. Bernau, im Siech'schen Restaurationslokal
Am Dienstag, den 4. Mai cr., früh 8 Uhr: ... Lindenberg, ...
Am Freitag, den 7. Mai cr., früh 8 Uhr: Ahrensfelde, Blumberg, ...
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 4. April 1880 (No. 39), Amtliche Beilage
Marzahn. (Ein Raubanfall) In der Nacht vom 27. zum 28. d. Mts. ist gegen den Schlächtermeister Oppermann hierselbst auf dem Wege von Mehrow nach der Berlin-Prötzeler Chaussee ein Raubanfall verübt worden. Oppermann wurde etwa 400 Schritte hinter Mehrow von 2 Männern angegriffen, von denen ihn einer sofort zu Boden schlug. Der Aufforderung derselben, sein Geld herzugeben, mußte O. schließlich nachkommen. Dasselbe bestand etwa in 2 Mark, womit die Räuber aber nicht zufrieden gestellt werden konnten. Obgleich O. versicherte, nicht mehr Geld bei sich zu haben, schenkten dieselben diesen Worten jedoch keinen Glauben, warfen ihn von Neuem zu Boden und bemächtigten sich nun seiner Uhr mit Kette und Medaillon, welche sie ihm mit Gewalt entrissen. O. wurde so auf dem Wege bis kurz vor der Berlin-Prötzeler Chaussee unter fortwährenden Mißhandlungen von den Räubern verfolgt. Erst hier verließen sie ihn und fast bewußtlos schleppte sich O. nach Hause. Derselbe liegt krank darnieder. Einen ziehmlich hand­festen Rohrstock, welchen O. bei sich führte, haben die Räuber auf ihr Opfer buchstäblich in Fasern zerschlagen. Daß O. mit dem Leben davon gekommen, ist zu bewundern. Dem durch seine Umsicht bekannten Gendarm Münter aus Alt-Landsberg haben wir es zu danken, daß die Räuber bereits am dritten Tage ermittelt wurden und zur Haft gebracht werden konnten. Es sind dies die Knechte Liepmann und Buchwaldt zu Mehrow. Bei der vorgenommenen Haussuchung wurde bei einem derselben Uhr, Kette und Medaillon des O. vorgefunden. Gegenüber diesen Beweismitteln gelang es dem Gensdarm [!] Münter, Beide zu einem offenen Geständnis zu bringen. Dieselben befinden sich bereits im Untersuchungsgefängniß des Königl. Amtsgerichts zu Alt-Landsberg.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 4. April 1880 (No. 39), Anzeigen
Samen-Handlung in Lindenberg.
Gemüse- und Rübensamen ist in bester keimfähiger Waare zu haben. In einigen Wochen auch Gemüsepflanzen.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 7. April 1880 (No. 40), Amtliche Beilage, gekürzt
der Steuerbezirke des Kreises Niederbarnim und deren Vertheilung auf die Kataster-Aemter
Berlin III. und Berlin IV.
I. Katasteramt Berlin III.
zum Amtsgerichtsbezirk Cöpenick gehörig [insgesamt 7 (No. 1...7)]
zum Amtsgerichtsbezirk Alt-Landsberg gehörig [insgesamt 43 (No. 8...52)]
Blumberg, Gemeinde
Blumberg, Gut
Eiche, Gemeinde
Hönow, Gemeinde
Mehrow, Gemeinde
Mehrow, Gut
II. Katasteramt Berlin IV.
zum Amtsgerichtsbezirk Berlin gehörig [insgesamt 49 (No. 1...49)]
Ahrensfelde, Gemeinde
Lindenberg, Gemeinde
zum Amtsgerichtsbezirk Bernau gehörig [insgesamt 10 (No. 50...69)]
zum Amtsgerichtsbezirk Liebenwalde gehörig [insgesamt 22 (No. 91...90)]
zum Amtsgerichtsbezirk Oranienburg gehörig [insgesamt 47 (No. 92...138)]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 11. April 1880 (No. 42), Anzeigen, gekürzt
Berliner Hagel-Assecuranz-Gesellschaft von 1832 ...
Zur Vermittelung von Versicherungen empfehlen sich: ..., Ernst Hindenberg, Eiche. ...
Ich beabsichtige mein Haus nebst Stallung, geräumige Kellerei und daran stoßenden Garten sofort aus freier Hand zu verkaufen. Näheres zu erfragen beim Gastwirth Hecht, Blumberg bei Bernau.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 16. April 1880 (No. 44), Anzeigen
Ein leichter Einspänner-Wagen mit Verdeck,
2 Pflüge (1 Einspänner und 1 Zweispänner), ½ Schock Rickstangen sind zu verkaufen.
Zu erfragen beim Gastwirth Hecht in Blumberg bei Bernau. [2]
Abschied!! Allen Freunden in Alt-Landsberg und Umgegend, bei denen persönl. Abschied mir nicht vergönnt war, empfehle ich mich hierdurch bestens.
Dr. Friedewald, pr. Arzt.
Berlin W., Blumenthalstr. 9.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 18. April 1880 (No. 45), Kreis-Nachrichten
Bernau. In Bezug auf den in Nr. 39 d. Bl. erwähnten Raubanfall gehen uns aus Mehrow folgende Berichtigungen zu: „Zeit der That war nicht die Nacht vom 27. zum 28. März cr., sondern die Nacht vom 21. zum 22. März d. J. Verübt ist dieselbe nicht bei Mehrow, sondern von hier aus hinter Eiche, zwischen diesem Orte und Marzahn. Thäter waren nicht Knechte aus Mehrow, sondern aus Eiche, Menschen, die nicht aus Mehrow stammen, auch nie hier gedient haben, wie auch Eiche nicht ihre Heimath ist. Buchwald ist schon oft wegen Uebertretungen und Vergehen durch Polizei-Behörden mit Geld- und Haftstrafen bedacht worden und war am Tage nach dem Verbrechen, ehe er als Thäter bekannt worden war, wegen verübten nächtlichen Unfugs zur Instrafnahme angezeigt, während der andere, der übrigens nicht Liepmann, sondern Liebner heißen soll, einen bisher unbescholtenen Lebenswandel geführt hat, und jedenfalls Opfer der Verführung geworden ist.“
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 18. April 1880 (No. 45), Anzeigen
Dem Gastwirth Wilhelm Hecht zu seinem 54. Wiegenfeste ein 3 mal donnerndes Hoch, daß die ganzen Bierkruken wackeln.
Blumberg, den 17. April 1880. C. K. L.
Obstbäume. Bauerpflaume, saure und süße Kirschen, Aepfel und Birnen in vorzüglicher Waare und besten Sorten billigst bei Ruleman Hientzsch, Lindenberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 23. April 1880 (No. 47), Amtlicher Theil
Mehrow, den 19. April 1880. Der Amts-Vorsteher Heyse.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 23. April 1880 (No. 47), Amtlicher Theil, gekürzt
Berlin, den 17. April 1880.
Auf Grund der Bekanntmachung des Herrn Finanz-Ministers vom 25. März cr. ..., betreffend das Ergebniß der Klassensteuer-Veranlagung für das Rechnungsjahr 1. April 1880|81, wird von letzterer Steuer ebenfalls wie für das verflossenen Jahr 1879|80 nur 2 Mark 88 Pfg. auf je 3 Mark der veranlagten Jahressteuer erhoben.
Das berichtigte Jahres-Soll für den Kreis Nieder-Barnim ist demnach auf 208451 Mark 52 Pfg. festgestellt worden und ergibt die nachstehende Zusammenstellung den Jahresbetrag jedes einzelnen Steuerbezirks. ...
des vollen und berichtigten Klassensteuer-Jahres-Solls des Kreises Niederbarnim pro 1880|81.
Nr. Namen der Ortschaften. Volles
...Soll Berichtigtes
...Soll
Bernau, Alt-Landsberg, Liebenwalde, Oranienburg
Summa A 38070 36547,20
B. Plattes Land [insgesamt 157]
2 Ahrensfelde	 1239 1189,44
14 Blumberg	 1389 1333,44
15 Blumberg, Gut	 234 224,64
29 Eiche	 687 659,52
30 Elisenau, Gut	 33 31,68
47 Hellersdorf, Gut	 78 74,88
52 Hönow	 873 838,08
74 Lindenberg	 1236 1186,56
85 Mehrow	 453 434,88
Summa B 179067 171904,32
Hierzu Summa A	 38070 26547,20
Ueberhaupt	 217137 208451,52
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 25. April 1880 (No. 48), Kreis-Nachrichten
Blumberg. Am Sonntag, den 18. April, dem Jahrestag der Erstürmung der Düppeler Schanzen, fand hierselbst die Fahnenweihe des neu gebildeten Krieger-Vereins statt. Von den Jungfrauen des Ortes, welche als Ehrendamen hierzu eingeladen waren, hatten sich etwa 20 eingefunden. Um 2 Uhr wurden diese von ihrem Versammlungsorte aus von einem Mitgliede des Vereins mit Musik zum Hauptmann geführt, um die Fahne abzuholen und begaben sich alsdann, die Fahne in ihrer Mitte, unter Führung des Hauptmanns nach dem Festplatze, wo der Verein bereits Aufstellung genommen hatte. Die Feier nahm ihren Anfang mit Absingung des ersten Verses aus dem Choral: „Ein feste Burg ist unser Gott“; hierauf nahm von einer mit Fahnen umsteckten Tribüne Herr Pastor Blasche das Wort, um in warmen Worten die Bedeutung des Tages und den Zweck des Vereins zu schildern, und hat wohl Jeder der Anwesenden den Eindruck bekommen, daß die Worte des Redners vortrefflich geeignet waren, die Liebe zu Kaiser und Vaterland zu fördern. In dem Augenblick der eigentlichen Weihe wurde die Fahne ihrer Umhüllung entledigt, damit sie sich entfalten konnte, und unter dem Salutieren des Vereins von den Ehrenjungfrauen dem Verein mit folgendem Spruch überreicht:
„Ihr Männer nehmt aus unsrer Hand
Das Banner edlen Friedens;
Mit Gott für Fürst und Vaterland,
Geleit es Euch hinieden!“
Zum Schluß wurde ein Vers aus dem Choral „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ gesungen. Hierauf hielt der Commandirende des Vereins eine Ansprache an die Kameraden und brachte ein Hoch auf Se. Maj. den Kaiser aus, worauf die Nationalhymne gesungen wurde. - Eine zahlreiche, aus unserem Dorfe und aus der Nachbarschaft zusammengeströmte Menge wohnte der Feier bei, und insbesondere hatte der Kriegerverein in Ahrensfelde dem hiesigen durch eine zahlreiche Deputation zu Fuß und zu Pferde seine kameradschaftlichen Grüße überbracht. Auch der Herr Amtsvorsteher war als Vertreter des Herrn Grafen von Arnim zugegen. Nunmehr hielt der Verein unter Vorantritt der Ehrendamen einen Umzug durch das Dorf, nach dessen Beendigung von der Liebisch'schen Musikkapelle aus Bernau im Vereinslokal ein sehr wohl gelungenes Konzert gegeben wurde. Den Schluß des Tages bildete um 9 Uhr Abends ein Zapfenstreich, wobei der Verein mit den Ehrendamen vor der Wohnung des Herrn Pastors Aufstellung nahm, um seinen Dank für die liebevolle Mitwirkung auszusprechen. Nach Beendigung des Zapfenstreiches marschierte der Verein nach dem schön decorirten Saale zurück, woselbst alsdann ein Ball den Verein und die übrigen Festtheilnehmer bis tief in die Nacht zusammenhielt.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 25. April 1880 (No. 48, Beilage), Anzeigen
In Blumberg sind zwei gute Wohnungen zu vermiethen. Näheres beim Gastwirth Herrn Hecht.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 28. April 1880 (No. 49), Anzeigen
Die Beleidigung, welche ich dem Arbeitsmann A. Ebel zugefügt habe, nehme ich zurück.
W. Flöricke in Blumberg. [2]
Eine Wohnung nebst heizbarer Werkstelle ist zum 1. Juli zu vermiethen bei
J. Kieschewscky, Stellmacher in Blumberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 30. April 1880 (No. 50), Anzeigen
Einen Gesellen auf Plüsch und einen Lehrling verlangt
Otto Hopfe, Seidenwirkermeister, Weinbergstraße bei Knöschke. [in Bernau]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 2. Mai 1880 (No. 51), Anzeigen
Ein Webergeselle auf Tritt-Kammstoff wird verlangt bei Bannert. [in Bernau]
Einen Arbeiter auf Velpel oder Glatt verlangt H. Grothe, Berlinerstraße 143. [in Bernau]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 7. Mai 1880 (No. 52), Anzeigen
Einen Arbeiter auf Velpel oder Maschinen-Plüsch
verlangt C. Schulze, Hohesteinstraße 39. [in Bernau]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 9. Mai 1880 (No. 53), Amtlicher Theil
An Stelle des Kossäthen Wilhelm Bugge ist der Schöffe Richter zu Hönow zum Steuererheber dieser Gemeinde gewählt und bestätigt worden. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 9. Mai 1880 (No. 53), Anzeigen
Weiße Lupinen, zur Grün-Düngung vorzüglich, pro Ctnr. 5 Mk., verkauft
Lichtenberger in Ahrensfelde. [2]
3 Arbeitspferde, Preis 50 und 70 Thaler sind zu verkaufen bei Lichtenberger in Ahrensfelde. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 12. Mai 1880, No. 54, Kreis-Nachrichten
Neuenhagen. Am 16. Mai cr. tritt in unserem benachbarten Orte Hönow, bisher zum Land­bestellbezirke des Postamts III in Alt-Landsberg gehörig, eine Postagentur mit Fernsprechbetrieb in Wirksamkeit. Dem Landbestellbezirke derselben wird das Dorf Mehrow zugetheilt. Die Postagentur erhält Verbindung durch eine Botenpost mit folgendem Gange: [2]
aus Neuenhagen 7,30 früh, in Hönow 8,40 Vorm.
aus Hönow 4 - Nachm., in Neuenhagen 5,10 Nachm.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 12. Mai 1880, No. 54, Anzeigen
Dem Bauergutsbesitzersohn Fritz Ebel zu seinem 26. Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Lebehoch, daß die ganze Kirchhofsmauer wackelt. Sein Freund W. G. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 14. Mai 1880 (No. 55), Anzeigen
Zehn gute Maurergesellen finden sofort dauernde Beschäftigung bei
Kohly in Lindenberg, Maurerpolier. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 16. Mai 1880 (No. 56), Anzeigen
Zum bevorstehenden Pfingstfeste
empfehle ich mein reichhaltiges Lager in Sonnen- und Regenschirmen.
A. Pfau. [in Bernau]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 21. Mai 1880 (No. 57), Amtlicher Theil, gekürzt
Berlin, den 12. Mai 1880.
Den Lämmern auf dem Dominium Blumberg werden in den nächsten Tagen die Pocken eingeimpft werden. Für sämmtliches Schaafvieh des Dominiums Blumberg wird deshalb die Stallsperre angeordnet. ...
Die Aufhebung der Sperre wird durch mich bekannt gemacht werden.
Der Landrath, Geheime Regierungs-Rath Scharnweber. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 21. Mai 1880 (No. 57), Anzeigen
Eine Wohnung nebst heizbarer Werkstelle, für jedes Geschäft passend, ist zum 1. Juli oder 1. Oktober zu vermiethen bei Stellmachermeister Kieschewsky in Blumberg.
2 gut erhaltene Claviere, 1 englische Drehrolle etc. sind billig zu verkaufen beim Schloßprediger Carus, Alt-Landsberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 21. Mai 1880 (No. 57), Kreis-Nachrichten
Weißensee. Eins der verabscheuungswürdigsten Verbrechen, bei dem wahrscheinlich der Aber­glaube eine Rolle spielt, nämlich Leichenschändung in zwei Fällen, ist in der Nacht zum Dienstag auf dem neuen Kirchhof bei Weißensee verübt worden. In jener Nacht sind dort zwei Gräber, das eines Erwachsenen und das eines Kindes, aufgegraben, die Särge herausgehoben, geöffnet und die Leichen herausgenommen worden. Beide Leichen wurden neben den Särgen und mit geöffneten Brusthöhlen gefunden. Aus der des Kindes fehlten das Herz und einige andere Organe, die von dem abergläubigen Volke als „sympathetische Mittel“ bezeichnet werden. Von den Leichenräubern ist bis jetzt leider noch keine Spur ermittelt worden. (Ztg. f. N.-B.)
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 23. Mai 1880 (No. 58), Kreis-Nachrichten
Hönow. Am 16. d. Mts. wurde unsere neu eingerichtete Postagentur und Fernsprechbetriebs-Anstalt eröffnet. Aus Anlaß dieses für unsern Ort denkwürdigen Ereignisses hat der Gemeinde-Vorstand an diesem Tage folgende Dankadresse an Sr. Excellenz den Herrn Staatssekretair Dr. Stephan telegraphisch abgehen lassen. Dieselbe lautete: „Großes und gerechtes Vertrauen ist es, welches das deutsche Volk auf Ew. Exellenz, dem Vater des Verkehrs, vereinigt. Dieses Vertrauen zu würdigen ist nicht nur unsere Pflicht, sondern uns ein Bedürfniß, wo die durch Ew. Excellenz Fürsorge hier eingerichtete Postagentur mit Fernsprechbetrieb am heutigen Tage eröffnet wird. Im Auftrage der Gemeinde sprechen wir daher Ew. Excellenz den tiefgefühltesten Dank aus mit dem Wunsche, daß Ew. Excellenz segensreiches Wirken zum Ruhme Deutschlands noch recht lange währen möge.
Der Gemeinde-Vorstand von Hönow. Hörnicke, Rauch, Richter.“
Hierauf ist dem Gemeindevorstand folgende Erwiderung zugegangen:
„Berlin, den 18. Mai 1880.
Dem Gemeinde-Vorstande sage ich für das mir aus Anlaß der Eröffnung einer Post- und Telegraphenanstalt in Hönow am 16. übersandte freundliche Begrüßungs-Telegramm verbindlichen Dank, indem ich gleichzeitig meiner Befriedigung darüber Ausdruck gebe, daß die Verhältnisse es gestattet haben, durch die Einrichtung der dortigen vereinigten Verkehrsanstalt einen seit längerer Zeit von der Gemeinde Hönow gehegten Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.
Möge die neue Verkehrsanstalt sich für die thätigen und tüchtigen Bewohner des Hönower Bezirks jederzeit als nützlich und förderlich erweisen.
gez. Dr. Stephan.
An den Gemeindevorstand zu Hönow.“ [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 23. Mai 1880 (No. 58), Amtliche Beilage, gekürzt
der [insgesamt 20] Impfbezirke und der Bezirks-Impfärzte des Niederbarnimer Kreises.
Impfbezirk Nr. 1: Kreis-Physikus pract. Arzt Dr. Fuhrmann zu Berlin
a. Amtsbezirk Falkenberg Nr. XXII, bestehend aus: Falkenberg, Wartenberg
b. Amtsbezirk Malchow Nr. XXIII, bestehend aus: Malchow, Karow, Lindenberg
c. von dem Amtsbezirk Frz. Buch Nr. XXVI: Heinersdorf, Blankenburg
Impfbezirk Nr. 9: Pract. Arzt Dr. Heimann zu Alt-Landsberg.
a. Stadtbezirk Alt-Landsberg
b. Amtsbezirk Alt-Landsberg-Amt Nr. XVI, bestehend aus: Amt Alt-Landsberg ...
c. Amtsbezirk Ahrensfelde Nr. XX, bestehend aus: Mehrow, Ahrensfelde, Eiche u. Hellersdorf
d. Amtsbezirk Neuenhagen Nr. XV, bestehend aus Neuenhagen, Seeberg, Hönow
e. Amtsbezirk Löhme XVII, bestehend aus Löhme, Seefeld, Krummensee
f. Amtsbezirk Fredersdorf XIV, bestehend aus Bollensdorf, Fredersdorf, Vogelsdorf, Petershagen und Eggersdorf
Impfbezirk Nr. 11: Pract. Arzt Dr. Bekel zu Bernau.
a. Amtsbezirk Buch XXVII, bestehend aus Buch, Schwanebeck, Birkholz, Zepernick, Schönow, Schmetzdorf
b. Amtsbezirk Blumberg XIX, bestehend aus Blumberg
Aufgestellt auf Grund des § 6 des Reichsgesetzes vom 8. April 1874 und § 7 des Preußischen Gesetzes vom 12. April 1875.
Berlin, den 20. Mai 1880.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 28. Mai 1880 (No. 60), Kreis-Nachrichten
Bernau. Soeben erfahren wir, daß sich im Ganzen 131 Bewerber um die hiesige Bürgermeister­stelle gemeldet haben; von diesen sind von der hiesigen Stadtverordnetenversammlung 10 Bewerber zur engeren Wahl gestellt worden, und zwar 7 Bürgermeister, 2 Beigeordnete und 1 Sekretair. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 4. Juni 1880 (No. 63), Anzeigen
Die Chaussee von Seefeld bis Alt-Landsberg über Krummensee ist vom Montag, den 31. Mai bis auf weiteres gesperrt, da die Dorfstraße in Krummensee gepflastert werden soll.
Krummensee, den 28. Mai 1880.
Der Bau-Inspector. I.A. Banduhn.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 6. Juni 1880 (No. 64), Anzeigen
Im Saale des Gastwirths Herrn Gathow.
Sonntag, den 6. Juni: Grosses Concert von der Kapelle des Stadtmusikus C. Gerstenberg.
Nach dem Concert: Tanz-Kränzchen. Anfang 8. Uhr. C. Gathow.
Einen Webergesellen auf Maschine verlangt C. Bader, Roßstraße 280. [in Bernau]
Ein ordentliches Mädchen, welches die Putzarbeit erlernen will, kann sich melden bei
Alt-Landsberg.	Th. Kindler.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 18. Juni 1880 (No. 69), Anzeigen
Die von uns unter dem 24. März cr. gegen den Arbeiter Hermann Köppen aus Lindenberg, zuletzt in Pankow erlassene offene Strafvollstreckungs-Requisition ist erledigt.
Alt-Landsberg, den 3. Juni 1880. Königliches Amtsgericht.
In Blumberg ist eine schöne große Parterre-Wohnung, zwei Stuben, Küche, Keller und Stall nebst Werkstelle, für jedes Geschäft passend, gleich oder zum 1. Oktober zu vermiethen bei
August Wenzel. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 23. Juni 1880 (No. 71), Anzeigen
Die Beleidigung gegen Marie Hintze nehme ich hierdurch zurück und erkläre dieselbe für unbescholten.
Ahrensfelde, den 12. Juni 1880. F. Häusch. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 23. Juni 1880 (No. 71), Amtliche Beilage, gekürzt
der im Jahre 1880 classificirten Reserve- und Landwehr-Mannschaften
C. Hinter den letzten Jahrgang der Landwehr zurückgestellt [insgesamt 100]
34. Gathow, Aug. Friedrich Wilhelm	 Blumberg	 Landwehr-Infanterist
35. Grün, Wilhelm	 do.	 do.-Gefreiter
47. Wilke, Karl August	 Lindenberg	 Landwehr-Infanterist
48. Hagert, Karl	 do.	 do.-Infanterist
49. Wilke, Albert Heinrich	 do.	 do.-Gefreiter
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 25. Juni 1880 (No. 72), Kreis-Nachrichten
Eiche. In diesem Blatte wurde seiner Zeit von dem Straßenraub berichtet, den die Knechte Julius Liebner und Julius Buchwald von hier gegen den Schlächtermeister Oppermann zu Marzahn verübt haben. Diese Untersuchung hat nunmehr vor dem Königlichen Schwurgericht des Landgerichts II zu Berlin ihren Abschluß gefunden. Jeder der beiden Angeklagten wurde in der Sitzung am 22. d. M. mit 5 Jahren Zuchthaus bestraft, auch der Verlust der Ehrenrechte auf gleiche Dauer ausgesprochen. Als Belastungszeugen waren zu der Sitzung geladen der Gendarm Münter, welchem seiner Zeit die Ermittelung der Räuber gelang, der Schlächtermeister Oppermann aus Marzahn und der hiesige Nachtwächter. - Möge Mancher aus diesem Fall eine Warnung vor solchen gemeingefährlichen Unternehmungen schöpfen.
Lindenberg. Am 21. d. M. wurde durch den Arbeiter H. zur Anzeige gebracht, daß auf der Behr'schen Ziegelei sich eine Leiche befinde, und zwar sei es der Arbeiter Pomreneke [!]. Bei näherer Besichtigung ergab es sich, daß der Tod des P. durch Anwendung eines stumpfen Instrumentes am Hinterkopfe herbeigeführt worden ist. Der That verdächtig ist merkwürdigerweise der Anzeigende selbst; Dieser, sowie der Erschlagene sollen dem Trunke ergeben gewesen sein und vermuthet man, daß sich in Folge dessen zwischen Beiden ein Streit entsponnen habe. H. ist verhaftet und die Untersuchung gegen ihn eingeleitet.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 30. Juni 1880 (No. 74), Amtlicher Theil
Berlin, den 25. Mai 1880.
Auf Grund des § 57 der Kreisordnung hat der Kreis-Ausschuß beschlossen, an Stelle des aus dem Bezirke verziehenden Oeconomie-Raths Jungck und des Oeconomen Jungck die Stellvertretung für den Amts-Vorsteher des Amtsbezirks Falkenberg einstweilen dem Amts-Vorsteher Feldtmann zu Weißensee zu übertragen.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 2. Juli 1880 (No. 75), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Wiederholt wird darüber Klage geführt, daß nicht allein Kinder, sondern auch selbst Erwachsene die Getreidefelder betreten, um Korn- und andere Blumen zu pflücken, wodurch die Besitzer der Felder nicht unerheblich geschädigt werden. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 4. Juli 1880 (No. 76), Amtlicher Theil, gekürzt
Feuer-Lösch-Ordnung für den Amtsbezirk Biesdorf.
Auf Grund ... der Kreis-Ordnung vom 13. December 1872 ... wird für den Amtsbezirk Biesdorf unter Zustimmung des Amts-Ausschusses nachfolgende Feuer-Lösch-Ordnung erlassen. ...
§ 18. Die Spritze und der Wasserwagen müssen beim Ausbruch eines Feuers außerhalb der Ortschaften abgeschickt werden und zwar:
von Biesdorf nach Ahrensfelde, ..., Eiche, ..., Hellersdorf, Hönow, ..., Mehrow, ...
von Caulsdorf nach Ahrensfelde, ..., Eiche, ..., Hellersdorf, Hönow, ..., Mehrow, ...
von Mahlsdorf nach Ahrensfelde, ..., Eiche, ..., Hellersdorf, Hönow, ..., Mehrow, ...
§ 30. Diese Feuer-Lösch-Ordnung tritt mit dem 1. Juli 1880 in Kraft.
Biesdorf, den 24. April 1880.
Der Amts-Vorsteher. Baron von Rüxleben. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 7. Juli 1880 (No. 77), Kreis-Nachrichten
Bernau. Für den telegraphischen Verkehr mit Orten des platten Landes ist vom 1. Juli die Bestimmung in Kraft getreten, daß die Bestellung der Telegramme mittels der expressen Boten ohne Unterschied der Entfernung gegen Entrichtung einer festen Gebühr von 80 Pf. bewirkt wird, wenn der Aufgeber die Gebühr vorausbezahlt. Es läßt sich erwarten, daß die bisherigen Klagen über die Erschwernisse des telegraphischen Verkehres mit den Landorten sich hiernach nicht mehr wiederholen werden.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 7. Juli 1880 (No. 77), Anzeigen
140 Liter Milch pro Tag hat zum 1. Oktober zu verpachten Bauer Seeger in Lindenberg. [2]
nebst Keller, Stallung für 1 resp. 2 Pferde sind zum 1. Oktober cr. zu vermiethen. Näheres beim Gastwirth Herrn Hecht in Blumberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 11. Juli 1880 (No. 79), Amtlicher Theil
An Stelle des aus dem Kreise verzogenen Oeconomieraths Jungck ist der Gutsvorsteher, Administrator Dr. Trommer zu Falkenberg zum Standesbeamten des Standesamtsbezirks Falkenberg ernannt worden.
Berlin, den 6. Juli 1880.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 11. Juli 1880 (No. 79), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Die Kreiswundarztstelle des Kreises Niederbarnim ist durch Ausscheiden des bisherigen Inhabers erledigt. Für die Verwaltung qualificirte Aerzte, welche sich um diese Stelle bewerben wollen, fordert die Königl. Regierung, Abtheilung des Innern, zu Potsdam auf, sich ... bis zum 1. August d. J. bei derselben zu melden. Wegen der Wahl des Wohnortes in einer der Ortschaften des Kreises wird auf die Wünsche der Bewerber möglichst Rücksicht genommen. [2]
Bernau. Die Kreissynode Berlin-Land tagte am Mittwoch, den 30. Juni, im evangel. Vereinshause zu Berlin... unter dem Vorsitze des Herrn Superintendenten Siegel aus Biesdorf. ... [2]
Hönow. Am Sonntag, den 4. d. M. ist der Klempnergeselle Friedrich Wilhelm Becker aus Berlin beim Kahnfahren auf hiesiger [!] See ertrunken. Er fiel, wie die polizeilichen Feststellungen ergeben haben, durch leichtfertige Manipulation, die er auf dem Kahn ausführen wollte, aus dem Letzteren heraus und den übrigen beiden Insassen, welche des Kahnfahrens unkundig waren, gelang es nicht, den im Ertrinken Begriffenen trotz seiner Hülferufe zu retten. Die Beerdigung ist im Beisein mehrerer Brüder und einer großen Anzahl Verwandte am 7. d. M. auf dem hiesigen Kirchhofe erfolgt.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 11. Juli 1880 (No. 79), Anzeigen
Wir wünschen unserm Freund Albert Kieselack zu seinem 28. Wiegenfeste ein donnerndes Lebehoch, daß das ganze Schlachthaus wackelt.
Mehrere Freunde. L. A. F.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 14. Juli 1880 (No. 80), Kreis-Nachrichten
Blumberg, 12. Juli. Welche Fortschritte in letzterer Zeit unser hiesiger Gesang-Verein „Hoffnung“ unter der tüchtigen Leitung seiner Dirigenten gemacht hat, zeigte sich am gestrigen Sonntag, wo derselbe unter Mitwirkung der Liebisch'schen Kapelle aus Bernau im hiesigen Haamann'schen [!] Gasthof ein Concert gab. Der Vortrag der gewählten Lieder war zum größten Theile ein recht befriedigender. Die Liebisch'sche Kapelle bewährte auch dies Mal ihren guten Ruf. Ein Tanz­vergnügen schloß sich dem Konzert an.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 18. Juli 1880 (No. 82), Anzeigen
Hierdurch warne ich Jedermann, meinem Sohne August Stöcker Geld oder Geldwerth auf meinen Namen zu borgen, da ich für nichts aufkomme.
Mehrow, den 14. Juli 1880. Stöcker, Schneidermeister. [2]
H. KANZ, Klempnerei und Pappdachdeckerei in Lindenberg (früher Blumberg) empfiehlt sich zur Anfertigung aller Klempner- und Pappdach-Arbeiten, sowie zum Decke mit Eisenblech, besonders auf schlechten Pappdächern. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 18. Juli 1880 (No. 82), Amtliche Beilage, gekürzt
Etat für den Kreis Nieder-Barnim für die Zeit vom 1. April 1880 bis dahin 1881. [2]
Kapitel V. Von den Chausseen
Titel I. Chaussee Niederschönhausen - Liebenwalde - Höpen. 12060 M.
Titel II. Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück. 11108 M.
Titel III. Chaussee Weißensee - Bernau. 9520 M.
Titel IV. Chaussee Bernau - Alt-Landsberg - Neuenhagen - Frankfurter Chaussee 4150 M.
Titel V. Chaussee Rummelsburg - Cöpenick - Friedrichshagen. 1005 M.
Titel VI. Chaussee Zerpenschleuse - Lanke. 305 M.
Summa Kap. V. 38148 M. (Vorjahr: 38355 M.)
Titel I. Für Neu- u. größere Reparaturbauten.
Für den Neubau der Chaussee von Rummelsburg nach Friedrichshagen 83991 M.
desgleichen der Chaussee von Zerpenschleuse nach Lanke 91197 M.
Zur Pflasterung der Berlin - Prötzeler Chaussee von Station 4,0 bis 6,5 36500 M.
Zum Beginn von Chaussee-Neubauten 30000 M.
Beihülfe an die Gemeinde Dalldorf ... 4000 M.
Beihülfe an Gut und Gemeinde Stolpe ... 11500 M.
Titel I. 257188 M.
Titel II. Für die Chaussee Nieder-Schönhausen - Liebenwalde - Höpen. 21938 M.
Titel III. Für die Chaussee Berlin - Alt-Landsberg - Radebrück (Berlin - Prötzel). 23966 M.
Titel IV. Für die Weißensee - Bernauer Chaussee. 19235 M.
Titel V. Für die Bernau - Börnicke - Alt-Landsberg - Neuenhagener Chaussee. 11310 M.
Titel VI. Für die Chaussee Rummelsburg - Cöpenick - Friedrichshagen. 3000 M.
Titel VII. Für die Chaussee Zerpenschleuse - Ruhlsdorf - Lanke. 2780 M.
Titel VIII. Für Wege im Allgemeinen. 1100 M.
Summa Kapitel VII. 340517 M. (Vorjahr 338083 M.)
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 23. Juli 1880 (No. 84), Titelseite, gekürzt
Berlin, den 15. Juli 1880
Auf eine weitere sechsjährige Amtsperiode sind von dem Herrn Ober-Präsidenten für nachstehende Amtsbezirke die daneben verzeichneten Amtsvorsteher und Stellvertreter ernannt worden.
Des Amtsbezirks
No. / Name Des Amts-Vorstehers
Name / Wohnort Des Stell-Vertreters
Name / Wohnort
15 Neuenhagen	 Buchholz, Gutsbesitzer / Neuenhagen	 Lorenz, Gutsbesitzer / Hönow
20 Ahrensfelde	 Heyse, Rittergutsbesitzer / Mehrow	 - / -
23 Malchow	 Simon, Rittergutsbesitzer / Malchow	 - / -
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 23. Juli 1880 (No. 84), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Zur Nachachtung. Der § 44 des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 lautet: „Wer in der Haide oder im Walde brennende oder glimmende Gegenstände, als Cigarren, Streichhölzer oder dergl. fortwirft, wird mit Geldstrafe bis zu fünfzig Mark oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft. ...“
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 28. Juli 1880 (No. 86), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Am Sonnabend Mittag ist der 19jährige Arbeiter B. von hier aus dem hiesigen Polizei-Gefängnis, worin derselbe wegen Nothzucht interniert war, ausgebrochen. B. hat seinen Weg durch den Ofen nach der anderen Zelle, welche unverschlossen war, genommen, und ist sodann ins Freie gelangt. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 1. August 1880 (No. 88), Anzeigen
Am Sonnabend, den 7. August 1880. Vormittags 11 Uhr werde ich auf dem Gute zu Mehrow eine blaue Atlas-Garnitur, bestehend aus einem Sopha, zwei Sessel[n], zwei Spinden, einem Tisch, einem Spiegel und Stühlen gegen baare Zahlung öffentlich versteigern.
Alt-Landsberg, den 27. Juli 1880. Harttmann, Gerichtsvollzieher. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 6. August 1880 (No. 90), Kreis-Nachrichten
Bernau. Zum diesjährigen großen Herbstmanöver des Garde- und des dritten Armeekorps werden behufs Komplettierung der Regimenter Reserve-Mannschaften zu einer sechswöchigen Uebung eingezogen werden. Diese Mannschaften, denen die Einberufungs-Ordres bereits vor einigen Tagen durch die Landwehr-Bezirkskommandos zugestellt worden sind, treffen am 11. d. M. bei ihren Regimentern ein und bleiben bei denselben bis zum 21. September, an welchem Tage die Entlassung der ausgedienten Mannschaften stattfindet. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 6. August 1880 (No. 90), Anzeigen
Der am 7. August 1880, Vormittags 11 Uhr auf dem Gute zu Mehrow anstehende Versteigerungs-Termin wird hiermit aufgehoben.
Alt-Landsberg, den 3. August 1880. Harttmann, Gerichtsvollzieher. [2]
Sonntag, den 8. August zum Erntefest: Grosse Tanzmusik
und Montag, den 9. August: Tanz-Kränzchen, wozu ganz ergebenst einladet
C. Gathow, Restaurateur. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 8. August 1880 (No. 91), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Der neugewählte und bestätigte Bürgermeister unserer Stadt, Herr Petzold, wird am 12. August d. J. von dem Herrn Landrath, Geheimen Regierungsrath Scharnweber eingeführt werden. [2]
Bernau. Die Manöver des 3. Armeekorps werden im Kreise mit Ende August cr. beginnen. ...
Am 7. und 8. September ist großes Corpsmanöver in dem Rayon Lichtenberg - Hellersdorf - Malchow - Schwanebeck - Franz.-Buchholz - Pankow.
Nach dem Manöver am 8. September rückt das 3. Armeecorps in die Kasernements von Berlin und hat am 10. September große Parade vor Sr. Majestät. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 15. August 1880 (No. 94), Kreis-Nachrichten
Eiche. Wir haben wiederum einmal Gelegenheit gehabt, die in der That bewundernswerthe Umsicht und Energie des Gendarm Münter zu bewundern. Am 17. Juli cr. wurden dem Gastwirth G. hierselbst in seiner Abwesenheit von seinem Dienstmädchen Auguste Jahn verschiedene Sachen, darunter ein werthvolles Kleid entwendet. Der Verdacht des Diebstahls lenkte sich insofern sogleich auf die Jahn, als sie sich aus dem Dienst heimlich entfernt hatte und nicht zurückkehrte. Es wurde ermittelt, daß sie nach Berlin gegangen und dort Fruchtstraße 20 in Dienst getreten sei. Münter begab sich nach Berlin und zu dem Polizeirevier 45, wo ihm jedoch der Herr Polizei­lieutenant erklärte, daß die Haussuchung und die Verhaftung der Jahn nur auf dem bestehenden Instanzenwege geschehen könne. Münter beruhigte sich jedoch hierbei nicht. Er begab sich zu einem Criminalbeamten, der ihm auch seine Hilfe zusagte. Während Münter in einer, Fruchtstraße 20 vis-á-vis gelegenen Restauration mit dem Bestohlenen die Ankunft des Criminalbeamten erwarteten, bemerkten sie die Jahn, die schon eine der gestohlenen Jacken trug, aus dem qu. Hause herauskommen. Man kann sich die zuversichtliche Freude des Münter und des Bestohlenen ob diesen seltsamen Glückes denken. Inzwischen war denn auch der Criminalbeamte angelangt, dieser faßte Posto auf der Straße und erwartete die Ankunft der Jahn, die wie bestimmt ermittelt worden, in dem bezeichneten Hause in Dienst stand. Endlich nach mehreren Stunden kommt die Jahn an, bei sich eine Last Sachen tragend. Und worin bestanden die letzteren? Es waren die sämmtlichen gestohlenen Sachen, die sie bei einer Freundin in der Seidelstraße untergebracht hatte. Nicht wenig war die Jahn erstaunt, als sie den durch seine Herkulesgestalt ihr wohlbekannten Gendarm Münter und ihren Dienstherrn vor sich sah. Nunmehr wurde sie zum nicht geringen Erstaunen des Herrn Polizeilieutenants zur Haft gebracht.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 18. August 1880 (No. 95), Anzeigen
Milch-Verpachtung.
140 Liter Milch nebst Wohnung sind zum 1. October zu verpachten.
Zu erfragen beim Gastwirth Herrn Hecht in Blumberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 20. August 1880 (No. 96), Anzeigen
Vom 1. October d. J. ab soll der Gasthof des hiesigen städtischen Gutes auf's Neue verpachtet werden, wozu wir Reflektanten ergebenst einladen.
Bemerkt wird, daß das Lokal durch Hinzugabe von einigen Zimmern vergrößert wird.
Falkenberg p. Weißensee und Berlin, den 17. August 1880.
Die Guts-Verwaltung. [2]
Am Sonntag und Montag, den 22. uns 23. August findet bei mir Ernte-Kranz statt und lade ich hierzu freundlichst ein. Carl Hammann, Gastwirth in Blumberg. [2]
Sonntag, den 22. August: Grosses Tanz-Kränzchen, wozu einladet
A. Bolle, Restaurateur. Anfang 5 Uhr. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 22. August 1880 (No. 97), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Unsere freiwillige Feuerwehr hat sich nunmehr constituirt, die Statuten sind dem Magistrat zur Bestätigung vorgelegt und sollen nach deren Erlangung vorläufig ca. 16 Mann durch einen Exerciermeister aus Berlin zum Feuerwehrdienste ausgebildet werden. ... [2]
Bernau. Zur Erinnerung an die Schlacht bei Gravelotte am 18. August 1870 fand am Mittwoch von Seiten des Landwehr-Vereins eine Gedächtnißfeier statt. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 25. August 1880 (No. 98), gekürzt
Berlin, den 22. August 1880.
Die diesjährigen Herbstübungen der Truppen des III. Armee-Corps im Kreise Niederbarnim finden wie folgt statt: ...
Die Uebungen des gesammten III. Armee-Corps finden am 7. und 8. September cr. statt.
Das Armee-Corps sammelt sich dazu am 7. September südlich Falkenberg und Wartenberg und geht in der Richtung auf Birkholz vor.
Am 8. September findet eine Zusammenziehung des Corps nördlich von Wartenberg statt. ...
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 25. August 1880 (No. 98), Kreis-Nachrichten
Bernau. Nach einer Verfügung des landwirthsch. Ministers an die Provinzial-Regierungen ist auch nach dem neuen Feld- und Forstpolizeigesetz das Sammeln von Kräutern, Beeren und Pilzen in den Staatsforsten unentgeltlich und ohne Lösung eines Erlaubnißscheines wie bisher bis auf Weiteres gestattet.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 27. August 1880 (No. 99), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Hönow. Der erst vor Kurzem hierselbst gegründete Gesangverein, beging am 21. d. M. seine erste Festlichkeit. Er hat es unter der tüchtigen Leitung seines Dirigenten, Herrn Stadtmusikus Terbeck zu Alt-Landsberg bereits zu recht erstaunenswerthen Leistungen gebracht. Die vorgetragenen Gesangspiecen fanden den ungetheilten Beifall der Besucher. Durch Beschluß des Vereins wurde dem letzteren der Name „Eintracht“ beigelegt und hatte der Herr Inspector Neumann hierselbst die bezügliche Proclamation übernommen. ...
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 29. August 1880 (No. 100), Amtlicher Theil
Berlin, den 25. August 1880.
Die durch meine Bekanntmachung vom 12. Mai dieses Jahres - Kreisblatt Nr. 57 - über die Schafe des Dominiums Blumberg verhängte Stallsperre wird hiermit aufgehoben.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 29. August 1880 (No. 100), Anzeigen, gekürzt
Auf dem Pfarrgehöft zu Lindenberg sollen noch in diesem Jahre verschiedene bauliche Herstellungen, veranschlagt auf 513 M., ausgeführt werden.
In demselben Orte soll ferner die massive Unterfahrung des Stallgebäudes auf dem Schulgehöft, veranschlagt auf ca. 1000 M., im nächsten Frühjahr stattfinden.
Qualificirte selbständige Gewerbetreibende wollen unterschriebene Offerten, welche die Angebote gegen die Kostenanschläge in vollen Prozent ausdrücken, mit der Erklärung versehen, daß Einsender die dem Verfahren zu Grunde liegenden allgemeinen und besonderen Bedingungen als rechtsverbindlich anerkennt ... hierher einreichen.
Berlin, den 26. August 1880.
Königliches Domainen-Amt Mühlenhof. [2]
Wenn die beiden Frauen, die am letzten Sonntag Nachmittag meine Obstbäume geplündert, mir innerhalb acht Tagen nicht nachweisen, daß sie jede eine Mark in die Armenkasse gezahlt, übergebe ich die Angelegenheit dem Gericht.
Bernau, den 26. August 1880. Braem. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 1. September 1880 (No. 101), Amtlicher Theil
Unter den Schafen des Gutes Hönow ist die Pockenseuche ausgebrochen.
Neuenhagen, den 30. August 1880.
Der Amtsvorsteher. Buchholtz. [2]
Personal-Chronik. [2]
An Stelle des verzogenen Administrators Mayer ist der Administrator Jungk zu Hohen-Schönhausen als Gutsvorsteher-Stellvertreter für die Gutsbezirke Hohen-Schönhausen und Blankenburg bestätigt worden.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 1. September 1880 (No. 101), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Blumberg, 30. August. Am gestrigen Sonntage fand hierselbst die diesjährige Feier des Sedantages statt. Nachdem sich um 2 Uhr Nachmittags die Schulkinder und die Mitglieder des Landwehr-Vereins auf dem Platze vor den beiden Schulgebäuden versammelt hatten, setzte sich der Zug unter Vorantritt des Musikkorps und im Schmuck zahlreicher Fahnen und bekränzter Flaggen nach dem Festplatz am Ausgang des Dorfes „unter den Eichen“ in Bewegung, wo sich die Kinderwelt zunächst mit allerlei Spielen vergnügte. Hierauf fand der eigentliche Festakt statt, welcher mit einem Choral eröffnet wurde, worauf der Herr Lehrer und Vorsitzende des Landwehr-Vereins den Versammelten in einer Ansprache die Bedeutung des Sedanfestes vor Augen führte. ... Fröhliches Spielen und Plaudern hielt die Festgesellschaft sodann bis gegen Abend zusammen, wo der feierliche Rückmarsch ins Dorf erfolgte. Nach 8 Uhr fand hierauf Zapfenstreich und Umzug der Kinder mit Stocklaternen und Lampions statt, was einen allerliebsten Anblick bot. Den Beschluß des wohlgelungenen und von dem schönsten Wetter begünstigten Festes machte für die Kinder ein von kundiger Hand abgebranntes Feuerwerk, während die Mitglieder des Landwehr-Vereins und ihre Angehörigen ein Ball im Saale des Hamannschen Gasthofes noch bis zum frühen Morgen zusammen hielt.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 3. September 1880 (No. 102), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. Die Aufstellung der Krieger-Vereine der Mark Brandenburg bei der Kaiserparade des 3. Armee-Corps zu Berlin am 10. September ist gesichert. Der Kaiser hat seine Zustimmung gegeben, und im Augenblick befindet sich die Angelegenheit bei dem General-Kommando des 3. Armee-Corps zur Erledigung der Placierungsfrage. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 5. September 1880 (No. 103), Anzeigen
Den hochverehrten Einwohnern Blumberg's und der Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich in Blumberg im Hause des Bäckereibesitzers Herrn Wentzel eine Klempnerei errichtet habe. Mein Bestreben wird es sein, alle in diesem Fache vorkommenden Arbeiten prompt auszuführen.
Um gefällige Aufträge bitter Paul Sagunsky, Klempnermeister. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 10. September 1880 (No. 105), Anzeigen
Gustav Ewald, Cüstrin,
Fabrik für Feuerlöschgeräthschaften,
liefert Saug- und Druckspritzen nach den neuesten und bewährtesten Constructionen; vorzugs­weise empfehle ich meine Saug- und Druckspritzen mit liegenden Cylindern und Kegelventilen: dieselben besitzen eine sehr hohe Leistungsfähigkeit und sind unempfindlich gegen Frost und schlammiges Wasser. Garantie 5 Jahre.
Zeichnungen, Beschreibungen und Preiscourante gratis und franko.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 12. September 1880 (No. 106), Kreis-Nachrichten
Weißensee. Der Bär, welchen die Amtsverwaltung in Obhut hat und der kürzlich erst den Beamten des Landgerichts II. gefährlich zu werden drohte, so daß der verhaftete Eigenthümer desselben wieder entlassen werden mußte, fällt jener jetzt sehr zur Last. Der entlassene Bärenführer, an dem Meister Braun mit so treuer Liebe hing, daß er wegen der unfreiwilligen Trennung von demselben in Wuthausbrüche verfiel, scheint weniger Liebe zu seinem Begleiter zu empfinden, denn er hat es vorgezogen, sich heimlich aus Weißensee zu entfernen und nicht erst die bevorstehende Gerichts­verhandlung und das ihm drohende Gefängniß abzuwarten. Petz hat sich inzwischen an seine neue Umgebung gewöhnt und erträgt nun auch seinerseits mit stoischer Ruhe die Trennung. Da die Gemeinde sich bisher nicht im Besitze eines Thierparks befindet, so fragt es sich, welches Schicksal dem Bären bevorsteht; es ist endlich beschlossen worden, ihn öffentlich meistbietend zu verkaufen. Die Bärenauction wird nächstens anberaumt werden.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 15. September 1880 (No. 107), Kreis-Nachrichten
Ahrensfelde. Am 5. d. M. fand die Feier des Sedantages durch den hiesigen Kriegerverein statt, nachdem schon am 2. die Schule denselben festlich begangen hatte. Es hatten sich dazu Mitglieder der Krieger-Vereine von Blumberg und Marzahn eingefunden, um an der Feier Theil zu nehmen. Nach dem durch den Herrn Pastor Uhlemann [!] in einer am Nachmittage abgehaltenen Predigt auf die Bedeutung des Tages hingewiesen und zur Treue gegen Kaiser und Reich ermahnt war, fanden vor dem Orte Manöver derartig statt, daß die Kavalleristen zu Pferde und die Infanteristen zu Fuß solche ausführten. Obwohl die Hitze eine tropische war, hatten sich doch viele Zuschauer von fern und nah eingefunden, die mit großem Interesse den Uebungen folgten, die erst spät ihr Ende fanden. - Durch Versehen eines Kriegers, der den Ladestock in den Gewehrlauf gesteckt hatte, wurde ein Krieger, zum Glück nur leicht, verwundet. Bei dem sich hieran schließenden Festessen nebst Ball ging es im Allgemeinen recht gemüthlich zu. Zu beklagen war, daß in Folge einer Differenz zwischen einem Nichtmitgliede von außerhalb und dem Hauptmann des Vereins, auch der Rittmeister das kameradschaftliche Verhältniß zum Vorgesetzten vergaß, so daß der Hauptmann denselben handgreiflich über seine Pflichten belehren mußte und ihm die Seite des Waffenrockes, woran sich die Orden befanden, herabriß. Es sollte doch Jeder, selbst in animirter Stimmung, immer dessen eingedenk sein, daß nur Einigkeit stark macht, und daß nur gegenseitige Achtung die Freude erhöht.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 17. September 1880 (No. 108), Kreis-Nachrichten, gekürzt
Bernau. (Die Kaiserparade der Krieger-Vereine Berlins und der Mark.) Originalbericht. Am 11. September fand die Besichtigung der Aufstellung der Krieger-Vereine Berlins und der Mark Brandenburg durch Se. Majestät den Kaiser statt. Die Aufstellung begann von der am Hallischen Thor gelegenen Kaserne des Kaiser-Franz-Regiments, zur linken Seite der Straße bis zur Hasenhaide hinauf. ... Es waren erschienen 150 Vereine mit 107 Fahnen und Standarten. Die Zahl der Mannschaften betrug 5020, mit Ausschluß von 400 Musikern, die sich in Begleitung der Vereine befanden. ... [2]
Neuenhagen. Behufs der Gründung eines Kriegervereins für Neuenhagen und Umgegend hatte ein Comité ... eine öffentliche Versammlung aller ehemaligen Militairs, Landwehrmänner und Reservisten auf den 12. d. M., nachmittags 4 Uhr im Bugge'schen Saale hier berufen. ...
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 22. September 1880 (No. 110), Anzeigen
Ein Sohn achtbarer Eltern, welcher Lust hat, die Sattler-Profession zu erlernen,
kann eintreten bei Otto Andrae Sattlermeister in Lindenberg. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 26. September 1880 (No. 112), Anzeigen
Am Dienstag, den 28. September cr. verkaufe ich trockenes Brennholz aus den Bernauer Bergen. Abfolgezettel verabreiche ich in meinem Bureau zu Hof Blumberg.
Abfuhrtage sind Dienstag und Freitag.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 29. September 1880 (No. 113), Kreis-Nachrichten
Ahrensfelde. Zur Berichtigung des Artikels in Nr. 107 d. Bl., betreffend die hiesige Sedanfeier, diene Folgendes: Der Kriegerverein Ahrensfelde besitzt keinen Rittmeister, sondern die Mitglieder stehen sich im Range alle gleich. Was das Herabreißen der Orden seitens des Vorgesetzten betrifft, so ist dieses nicht ganz richtig. Der Vorsitzende wurde von einem Mitgliede von hinten angegriffen, und es ist möglich, daß hierbei der Angreifende seine Orden verloren hat.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 1. October 1880 (No. 114), Anzeigen
Auf der hiesigen Feldmark ist eine neue Hundedecke von blauem Fries mit gelbem Besatz gefunden. Der Eigenthümer kann dieselbe gegen Erstattung der Insertionskosten abholen.
Hellersdorf, den 28. September 1880. Der Guts-Vorstand. [2]
Unter günstigen Bedingungen sind in Ahrensfelde bei Berlin 120 bis 200 Liter Milch sofort zu verpachten. Carl Wegener, Bauergutsbesitzer. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 27. October 1880 (No. 125), Anzeigen
Ich warne hiermit Jedermann, meiner Frau Adelgunde Ebel geb. Spannemann auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für sie keine Zahlung leiste. August Ebel, Handelsmann. [2]
Zeige an, dass ich mich von meinem Manne, dem Handelsmann A. Ebel, wegen schlechter Behandlung getrennt habe. Derselbe möge sich indeß um seine eigenen Sachen kümmern, denn die meinigen kann ich noch bezahlen.
Frau Ebel, Tochter des Tischlermeisters J. Spannemann zu Schönwalde. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 5. November 1880 (No. 129), Amtlicher Theil, gekürzt
Berlin, den 25. October 1880.
Auf Grund des § ... haben wir unsere Genehmigung ertheilt, daß die von dem Schmiedemeister Heinrich Grunow zu Lindenberg erworbene, 66,50 qm große fiscalische Dorfauen-Parzelle unter Abtrennung von dem Gutsbezirke, Königlichen Domainenamte Mühlenhof dem Gemeinde-Verbande der Gemeinde Lindenberg einverleibt werde.
Der Kreis-Ausschuß des Kreises Nieder-Barnim. Scharnweber. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 7. November 1880 (No. 130), Anzeigen
Zwei Jungens beim Ochsengespann verlangt zu Neujahr Friedr. Grün in Blumberg. [2]
[wörtlich:]
Das fon mir 1862 erfundene, rümlichst bekannte, aus zalreichen Gesundheitspflanzen zu einem Erkwikkungstrank für Gesunde und grösten Labsal für alle Kranke bereitete Königtrank-Extract (zu 3-5 mal sofil Waßßer, die Fl. 80 u. 160 Pf.) laße ich in Bernua durch Hrn. Wilhelm Hoffmann, Berlinerstraße 115, in Alt-Landsberg durch Hrn. H. Braedikow, ferkaufen.
Karl Jacobi, Hügienologe. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 14. November 1880 (No. 133), Amtliche Beilage, gekürzt
Berlin, den 5. November 1880.
die diesjährige Volkszählung betreffend.
Nach den Beschlüssen des Bundesraths des Deutschen Reiches wird am 1. December d. Js. eine allgemeine Volkszählung im ganzen Deutschen Reiche stattfinden. ...
Von jeder Person ist, soweit als zutreffend, zu ermitteln und zu verzeichnen:
Vor- und Familienname.
Der Geburtsort.
Der Wohnort.
Die Staatsangehörigkeit.
Das Religions-Bekenntniß.
Die Stellung zum Haushaltungs-Vorstande.
Etwaige die Bildungs- und Erwerbsfähigkeit beeinträchtigende Körper- und Geistesmängel.
Der Erwerbs- oder Berufszweig.
u. 14. Die sociale Stellung im Beruf oder Gewerbe.
Das Militair-Verhältniß.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 19. November 1880 (No. 135), Kreis-Nachrichten
Bernau. Nach Artikel 48 der Reichsverfassung soll das Telegraphenwesen für den ganzen Umfang des deutschen Bundes als einheitliche Staatsverkehrsanstalt eingerichtet werden. Unter den Begriff der Telegraphen im Sinne jener Bestimmung fallen auch die Fernsprech-(Telefon-)Anlagen. Es kann daher nach einem Circularrescript des Ministers des Innern vom 27. d. M. der Einrichtung und dem Betriebe von Fernsprech-(Telefon-)Verbindungen durch Andere als die Reichs-Telegraphen-Verwaltungen oder Diejenigen, welchen das Anlegen und der Betrieb von Telegraphenlinien für bestimmte Strecken gestattet ist, im polizeilichen Wege entgegen getreten werden.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 19. November 1880 (No. 135), Amtliche Beilage, gekürzt
Todesfälle an Infections-Krankheiten im Kreise Nieder-Barnim
Zusammengestellt durch das Kreis-Physikat nach dem Ergebniß der Leichenschau. ...
Die vorstehende Uebersicht der Todesfälle an Infectionskrankheiten für den Monat October ... ergiebt ein bedeutendes Hervortreten von Diphteritis-Sterblichkeit im Kreise Niederbarnim. ... [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 24. November 1880 (No. 137), Anzeigen
Dr. med Prenzel, [am 28./28.11. „Prengel“] pract. Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer
Alt-Landsberg. Wohnung: Apotheke.
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 1. December 1880 (No. 140), Anzeigen
Unter heutigem Datum habe ich das von meinem Schwiegervater bisher geführte Geschäft für eigene Rechnung übernommen, und bitte die geehrten Bewohner Lindenbergs und der Umgegend, das meinem Vorgänger geschenkte Vertrauen auf mich übertragen zu wollen, da ich stets bemüht sein werde, für billigen Preis gute Ware zu liefern.
Lindenberg, den 1. December 1880.
Achtungsvoll Hermann Bartel. [2]
Ich beabsichtige, mein Post-Omnibus-Fuhrwerk (Alt-Landsberg - Bahnhof Neuenhagen) sofort zu verkaufen. Das Fuhrwerk besteht aus 3 Omnibussen, 1 Break, 1 Fensterchaise, 1 Jagdwagen, 1 Korbwagen, und 2 Arbeitswagen, und 7 Pferden mit Geschirre.
Gleichzeitig kann mein Grundstück käuflich mit übernommen werden, im andern Fall würde ich Remise und Stallungen dem Käufer des Fuhrwerks vermiethen.
Alt-Landsberg. H Weigel. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 3. December 1880 (No. 141), Kreis-Nachrichten
Bernau. In einem Erlaß des Eisenbahn-Ministers Maybach vom 1. No d. J. wird angeordnet, daß thunlichst für die durchgehenden Personenzüge auf längeren Routen Frauen-Coupés 4. Classe in zweckmäßiger Weise hergestellt und äußerlich als solche kenntlich gemacht werden, da sich dort, wo solche bereits bestehen, diese Einrichtung im Allgemeinen wohl bewährt und den Interessen des Publikums dienlich gezeigt hat.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 10. December 1880 (No. 144), Kreis-Nachrichten
Eiche. In der Schöffengerichtssitzung zu Alt-Landsberg am 1. December gelangte auch die Anklage gegen den Bauergutsbesitzer B. und die Kossäthensöhne G. und O. und W. L. hierselbst wegen körperlicher Mißhandlung der Bauerssöhne G. und W. K. zu Hönow zur Verhandlung. Die ganze Affaire, sie sich s. Z. im G.'schen Gasthofe hierselbst zugetragen, hatte allgemeine Ent­rüstung hervorgerufen. Die letztere theilte dann auch der Staatsanwalt in seinem Plaidoyer, indem er gegen jeden der Angeklagten eine Gefängnißstrafe von 3 Monaten beantragte. Die Angeklagten vertheidigte der Justizrath D. aus Berlin. Derselbe suchte die ganze Affaire als eine harmlose darzustellen, indem er davon ausging, daß die Angeklagten durch den Genuß von Getränken angeregt gewesen seien und die That daher als keine geplante, sondern als eine zufällige angesehen werden müsse. Das Schöffengericht erkannte denn auch gegen jeden der Angeklagten auf eine Geldbuße von 100 Mark und gemeinschaftliche Tragung der Kosten. - Hoffentlich wird dieses Beispiel Manchen, die sich bei ähnlichen Gelegenheiten durch ihre Rauflust zu Vergehen verleiten lassen, eine Warnung sein.
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 10. December 1880 (No. 144), Anzeigen, gekürzt
Die Stadtgemeinde Berlin beabsichtigt die nachfolgenden zur Anlage von Rieselfeldern bestimmten, im Kreise Niederbarnim belegenen Ländereien und zwar:
das Rittergut Falkenberg mit einem Areal von 516,64 ha, darunter 130,98 ha Forst,
das Gut Bürknersfelde mit einem Areal von 142,94 ha,
fünf in der Feldmark Marzahn belegene Landstücke mit einem Areal von zus. 71,67 ha und
das zwischen der Falkenberger Grenze, den beiden Siehlgräben und der Wuhle belegene Terrain von 28,63 ha
Pachtlustige werden daher zur Abgabe von Pachtgeboten mit dem Bemerken aufgefordert, daß die näheren Pachtbedingungen ... in dem Bureau für die Kanalisations-Angelegenheiten - Klosterstraße Nr. 48 - eingesehen oder daselbst gegen Bescheinigung in Empfang genommen werden können.
Etwaige Offerten sind versiegelt gleichfalls bis zum 1. Februar k. J. an das vorgedachte Bureau zu richten ... Bemerkt wird, daß auch Gebote auf Parzellen und Theile der vorbezeichneten Güter und Ländereien angenommen werden.
Magistrat, Deputation für die Verwaltung der Kanalisations-Werke. Marggraff. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 12. December 1880 (No. 145), Amtlicher Theil
Die Pockenseuche unter den Schafen des Bauergutsbesitzers Döberitz, Kossäth Catholy und Gutsbesitzers Lorenz zu Hönow ist erloschen und die angeordneten Schutzmaßregeln daher aufgehoben worden.
Neuenhagen, den 11 December 1880.
Der Amts-Vorsteher. Buchholtz. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 12. December 1880 (No. 145), Amtliche Beilage, gekürzt
Verhandelt [Kreistag]
Berlin, den 31. März 1880 [!] ...
Nach Schluß der Discussion beschloß der Kreistag mit 34 gegen 4 Stimmen, den Protest des Directors Riese gegen die Wahl des Grafen von Arnim-Ziechow auf Blumberg zurückzuweisen und die Wahl für gültig zu erklären. Dasselbe geschah hinsichtlich der Wahl
des Gutsbesitzers Buchholz zu Neuenhagen
des Rittergutbesitzers Heyse zu Mehrow
des Rittergutbesitzers Hosemann zu Börnicke
des Rittergutbesitzers Simon zu Malchow
des Rittergutbesitzers Grafen Voß auf Buch
des Gutsbesitzers Oppenheim zu Rüdersdorf
des Gutsbesitzers Lorenz zu Hönow
des Gutsbesitzers d'Heureuse zu Schmetzdorf
Die Abgeordneten, deren Wahl angefochten, hatten sich bei der sie betreffenden Abstimmung enthalten. Einstimmig wurden die Wahlen im Verbande der Städte ... [und] der Landgemeinden ... für gültig erklärt.
Niederbarnimer Kreisblatt, Sonntag, den 19. December 1880 (No. 148), Anzeigen
Papier-Düten, Schreibmaterialien etc. empfiehlt Otto Arendt, Eberswalde.
Alt-Landsberg. Von meiner Krankheit wiederhergestellt, habe ich meine Praxis in vollem Um­fange wieder übernommen. Die von bestimmter Seite verbreitete Nachricht, daß ich Alt-Landsberg verlassen wolle, ist natürlich eine Lüge.
Alt-Landsberg, den 15. December 1880. Heymann, Arzt. [2]
Niederbarnimer Kreisblatt, Freitag, den 24. December 1880 (No. 150), Nichtamtlicher Theil
Gegen den Dienstknecht Wilhelm Binder, früher zu Blumberg, sodann in Ahrensfelde im Dienst, jetzt ohne Domicil, wird die Untersuchungshaft wegen vorsätzlicher Körperverletzung beschlossen.
Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Amtsgerichts-Gefängniß zu Alt-Landsberg abzuliefern.
Alt-Landsberg, den 24. November 1880
Niederbarnimer Kreisblatt, Mittwoch, den 29. December 1880 (No. 152), Anzeigen
Zum 1. April k. J. finden noch einige tüchtige Arbeiter-Familien Wohnung und Arbeit auf
Unterzeichneter wohnt jetzt im Hause des Hrn. Schlossermeisters Vierkorn, Bernauer Straße.
Dr. med. Prengel, pract. Arzt.
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References: § 17

§ 18
 § 6
 § 7
 § 57

§ 18

§ 30
 § 44