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Timestamp: 2018-12-13 05:45:37+00:00

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der gefahrgutbeauftragte, 2017 Nr. 09
Neues Ostsee-MoU ab 2018 Mit der Neufassung wird das MoU an die Struktur des IMDG-Codes und des ADR/RID angepasst. „Intelligente“ Güterzüge Die wahrscheinlich smartesten Güterwagen kommen in Zukunft von der Schweizer Güter- bahn SBB Cargo. Mehr auf Seite 5 Mehr auf Seite 6 dergefahrgutbeauftragte 09 www.dergefahrgutbeauftragte.de September 2017 I C 20539 E t r u f k n a r F m u e s u M s e h c s i r o t s i H ; 8 8 8 1 ( e d o B d l o p o e L n o v l l e r a u q A ner Mängelquote von 42 Prozent (2015: 52 Prozent). Die häuﬁgsten Beanstan- dungen fanden sich hier im Bereich der Ladungssicherung sowie der persönli- chen Ausrüstung und der Fahrzeugaus- rüstung, gefolgt von technischen Män- geln (Bremsen, Bereifung, Licht/ Beleuchtung). Das gilt ähnlich auch für die kontrollierten Gefahrgutfahrzeuge. Am häuﬁgsten stellten die Kontrolleure auch hier Verstöße gegen die Ladungs- sicherung und technische Mängel an den Fahrzeugen fest. Bei den gefahr- gutspeziﬁschen Beanstandungen sind am häuﬁgsten Mängel bei den Beförde- rungspapieren / Schriftliche Weisungen entdeckt worden und im Vergleich zum Vorjahr auch in deutlich mehr Fällen. Im Jahr 2015 lag hier die Mängelquote bei neun Prozent, ein Jahr später je- doch mit 17 Prozent fast doppelt so hoch. Prozentual betrachtet haben sich die festgestellten Verstöße bei Kenn- zeichnung und Bezettelung fast ver- doppelt – 2016 wurde dies in zwölf Fäl- len moniert. Bei Ausrüstung und Zulassungsbescheinigung für Fahrzeu- ge hingegen waren 2016 die Mängel- quoten leicht rückläuﬁg. Kaum etwas oder gar nichts zu beanstanden hatten die Kontrolleure bei der Schulung der Fahrer und Kennzeichnungs- und Prüf- vorschriften für Tanks, Batterie-Fahr- zeuge und MEGC (siehe dazu auch die Tabelle auf Seite 3). Wie auch schon im Jahr 2016, gab es keine festgestellten Verstöße gegen Verpackungsvorschrif- ten. Ebenso wurden auch keine „unzu- lässige Verwendung von Beförderungs- mitteln festgestellt wie auch kein Verstoß gegen Fahrwegbestimmungen. In 18 Fällen waren die bei der Gefahr- gutbeförderung festgestellten Mängel so schwerwiegend, dass eine Weiter- fahrt untersagt wurde (2015: 3 Fälle). Mit anderen Worten: Von den insge- samt beanstandeten 71 mit Gefahrgut Einst zeigte eine Hirschkuh dem fliehenden Kaiser Karl der Große eine Furt durch den Main. Seitdem, schreibt Thietmar von Merseburg, heiße der Ort, an dem sich dies zugetragen, Frankfurt. Wie sicher (einige Jahrhunderte später) dort nun Gefahrguttransporte sind, enthüllt uns ein Bericht einer Behörde, deren Mitarbeiter sich jährlich aufmachen, um auf den Straßen der Mainmetropole Nutzfahrzeuge zu kontrollieren. Kontrollen Mehr gravierende Mängel Uwe G.W. Rainer, Hamburg Bei jedem dritten Gefahrguttransporter wurden im Jahr 2016 bei Straßenkontrollen in Frankfurt Mängel entdeckt. Gegenüber dem Vorjahr bleibt die Mängelquote damit unverändert. Zugenommen haben jedoch die schwerwiegenden Mängel. An über 30 Kontrolltagen überprüften die Mitarbeiter des Straßenverkehrs- amt (Sonderdienste) des Verkehrsde- zernats der Stadt Frankfurt am Main 2016 insgesamt 664 Nutzfahrzeuge und damit 105 mehr als noch ein Jahr zuvor (2015: 559). Etwa ein Drittel der Fahr- zeuge (224) waren mit Gefahrgut bela- den; davon wurden 71 Fahrzeuge bean- standet. Die Mängelquote bei den kontrollierten Gefahrgutfahrzeugen liegt damit 2016 wie bereits im Jahr zu- vor unverändert bei 32 Prozent. Von den 440 mit sonstigen Gütern belade- nen Fahrzeugen kam es in 186 Fällen zu Beanstandungen – das entspricht ei-
Anmeldung und Infos Tel.: (040) 75 60 82 652 ulrike.eismann@ma-co.de Dr. Ulrike Eismann Passgenaue Trainings für Ihr Unternehmen Grundlehrgang für Gefahrgutbeauftragte in Hamburg: Straße: ..................................................... 11. – 13.09.2017 See: ......................................................... 14. – 15.09.2017 Schiene: ............................................................ 18.09.2017 Binnenschiff: .................................................... 19.09.2017 in Bremen: Straße: ............................................................... 07.12.2017 See: .......................................................... 04. – 06.12.2017 Schiene: ............................................................. 08.12.2017 Binnenschiff: ...................................................... 11.12.2017 Refresher für Gefahrgutbeauftragte in Hamburg: Allgemeiner Teil + Straße (1): ............................ 09.10.2017 Straße (2)/Schiene: ........................................... 10.10.2017 See: .................................................................. 11.10.2017 Binnenschiff: ...................................................... 12.10.2017 in Bremen: Allgemeiner Teil + Straße (1): ............................ 06.11.2017 Straße (2)/Schiene: ........................................... 07.11.2017 See: .................................................................. 08.11.2017 Binnenschiff: ...................................................... 08.11.2017 Schulung gefahrgutrechtlich verantwortliche/beauftragte Personen nach Kapitel 1.3 ADR/RID/IMDG-Code/ADN in Hamburg: Straße/Schiene: ............................................... 19.09.2017 See: .................................................................. 20.09.2017 in Hamburg: HAZMAT 49 CFR: .............................................. 20.09.2017 Binnenschiff: ..................................................... 21.09.2017 in Bremen: Straße/Schiene: ................................................. 17.10.2017 See: ................................................................... 18.10.2017 Gefahrgutbeförderung in der Luft gem. IATA/ICAO in Hamburg: PK 1 - Basis: .............................................. 09. – 12.10.2017 PK 1/6 - Refresher: .................................... 04. – 06.10.2017 PK 6 - Basis: .............................................. 09. – 13.10.2017 PK 2 - Verpackungslabor: .......................... 21. – 22.09.2017 in Bremen: PK 1 - Basis: .............................................. 20. – 23.11.2017 PK 1/6 - Refresher: .................................... 27. – 29.11.2017 PK 6 - Basis: .............................................. 20. – 24.11.2017 PK 2 - Verpackungslabor: .......................... 26. – 27.10.2017 Luftverkehr (ICAO/IATA) – PK 1 Versender beschränkt auf Klasse 9 - Schwerpunkt Lithiumbatterien in Hamburg: .............................................. 21. – 22.09.2017 ma-co Hamburg: Tel. +49 (0)40 75 60 82 – 0 Bremen: Tel. +49 (0)421 47 87 79 – 0 Bremerhaven: Tel. +49 (0)471 48 38 5– 0 Wilhelmshaven: Tel. +49 (0)4421 77 41 5 – 0 info@ma-co.de | www.ma-co.de
Kontrollen Gefahrguttransporte Kontrollstatistik Frankfurt am Main 2015 / 2016 Art und Anzahl der Verstöße 2015 abs. 2015 proz 2016 abs 2016 proz Veränderung 2015 / 2016 proz Ladungssicherung Technische Mängel / Sonstige Mängel Beförderungspapier / Schriftliche Weisung Ausrüstung Kennzeichnung und Bezettelung Zulassungsbescheinigung für Fahrzeuge Schulung der Fahrzeugführer Kennzeichnungs- und Prüfvorschriften für Tanks, Batte- rie-Fahrzeuge und MEGC 30 27 6 10 4 5 2 2 34 % 31 % 9 % 11 % 5 % 6 % 2 % 2 % 44 32 22 12 12 4 3 0 35 % 25 % 17 % 9 % 9 % 3 % 2 % 0 Quelle: Nutzfahrzeugkontrollen im Straßenverkehr 2016, Verkehrsdezernat der Stadt frankfurt am Main, Straßenverkehrsamt + 1 % - 6 % + 8 % - 2 % + 4 % - 3 % – – Klassiker: Ladungsssicherung und Technische - / Sonstige Mängel stehen in der Komntrollstatistik auf den Plätzen eins und zwei. Erst mit großem Abstand folgen dann gefahrgutspeziﬁsche Mängel. Beanstandungen bei Beförderungspapier / Schrift- liche Weisung sind dabei im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen. Trotz klarer Vorgaben des Kapitels 5.4 ADR, schrieb unser Autor RA Ulrich Mann (der gefahrgutbeauftragte, Juli 2017), zeigen sich hier bei Verkehrskontrollen häu- ﬁg Mängel. Ein Befund, der durch die Frankfurter Statistik bestätigt wird. GG T G E FAHRGU T- S EM INAR E Grundschulungen mit IHK-Prüfung vor Ort Prüfungsvorbereitungen mit IHK-Verlängerungsprüfung vor Ort Straße/Schiene G 9/2017 G 10/2017 G 1/2018 23.10.-27.10.2017 27.11.-01.12.2017 22.01.-26.01.2018 Seeverkehr S 7/2017 S 8/2017 S 1/2018 16.10.-19.10.2017 04.12.-07.12.2017 15.01.-18.01.2018 Binnenschifffahrt B 2/2017 09.10.-12.10.2017 Grundschulungen mit LBA-Prüfung vor Ort Luftverkehr/ICAO Personalkategorie 6 L 6/2017 L 7/2017 L 1/2017 06.11.-10.11.2017 11.12.-15.12.2017 29.01.-02.02.2018 Straße/Schiene GF 7/2017 GF 8/2017 GF 1/2018 Seeverkehr SF 4/2017 13.11.-14.11.2017 11.12.-12.12.2017 05.02.-06.02.2018 20.11.-21.11.2017 Straße/Schiene/Seeverkehr GS 4/2017 GS 1/2018 11.12.-13.12.2017 05.02.-07.02.2018 Binnenschifffahrt BF 2/2017 06.11.-07.11.2017 Fortbildungsschulungen mit LBA-Prüfung vor Ort Luftverkehr/ICAO Pk 6 LW 4/2017 LW 5/2017 04.10.-06.10.2017 18.12.-20.12.2017 Spezialseminare Spezialseminare Straße/Schiene Unterweisung gem. 1.3 ADR/RID BP 6/2017 BP 7/2017 16.10.-18.10.2017 04.12.-06.12.2017 Seeverkehr Unterweisung gem. 1.3 IMDG-Code LP 4/2017 LP 5/2017 04.10.-05.10.2017 18.12.-19.12.2017 Verpackung gefährlicher Güter V 3/2017 01.11.-03.11.2017 Klassifizierung K 4/2017 K 1/2018 13.11.-15.11.2017 19.02.-21.02.2018 Ladungssicherung nach VDI-Richtlinie 2700a und CTU-Code T 4/2017 T 1/2018 20.11.-21.11.2017 19.02.-20.02.2018 Lithiumbatterien/Akkus LA 3/2017 LA 4/2017 27.09.2017 15.11.2017 US-Gefahrgutvorschriften (CFR 49) US 2/2017 11.10.-12.10.2017 GEFAHRGUT-WORKSHOP W 3/2017 22.11.2017 GEFAHRSTOFFE: Kennzeichnung und sicherer Umgang, innerbetrieblicher Transport und Lagerung LS 3/2017 LS 4/2017 27.09.2017 15.11.2017 PERSONENZERTIFIZIERTER SACHVERSTÄNDIGER gem. DIN EN ISO 17024.2012 Neu PZS 2/2017(9-tägig) 09.10.-17.10.2017 Luftverkehr/ICAO für Versender Pk 1 LR 6/2017 LR 7/2017 23.10.-25.10.2017 20.11.-22.11.2017 Luftverkehr/ICAO für Versender Pk 1 LR 6/2017 LR 7/2017 23.10.-25.10.2017 20.11.-22.11.2017 Radioaktive Stoffe Beförderung im Straßen-, Schienen- und Luftverkehr R 2/2017 11.10.2017 Luftverkehr/ICAO für Verpacker Pk 2 LV 5/2017 LV 6/2017 09.10.-10.10.2017 04.12.-05.12.2017 Luftverkehr/ICAO für Verpacker Pk 2 LV 5/2017 LV 6/2017 09.10.-10.10.2017 04.12.-05.12.2017 Abfälle Beförderung nach den Gefahrgutvorschriften im Straßenverkehr A 2/2017 11.10.2017 GGT Gesellschaft für Gefahrguttraining mbH Postfach 12 27 65368 Oestrich-Winkel Telefon: 0 67 23/50 56 Telefax: 0 67 23/71 05 ggt@gefahrguttraining.de www.ggt.info A u s d e r P r a x i s – f ü r d i e P r a x i s 3 der gefahrgutbeauftragte 09/2017
Lithiumbatterien Kontrollen beladenen Fahrzeugen hatte fast jedes vierte Fahrzeug so gravierende Män- gel, dass eine Weiterfahrt untersagt bzw. das Fahrzeug stillgelegt wurde. Während die Mängelquote 2016 trotz mehr kontrollierten Fahrzeugen gegen- über 2015 unverändert blieb, hat die Anzahl der sehr gefährlichen Mängel drastisch zugenommen. Anlage 3 der Gefahrgut-Kontrollver- ordnung (GGKontrollV) stellt den Kont- rollbehörden eine Leitlinie mit drei Ge- fahrenkategorien zur Verfügung, wie ein Verstoß einzustufen ist. Die Einstu- fung selbst soll die jeweiligen besonde- ren Umstände berücksichtigen und liegt im Ermessen der Behörde bzw. der Kontrolleure auf der Straße. Sind meh- rere Verstöße festgestellt worden, wird (in der Berichterstattung der Behörde) nur die schwerwiegendste Kategorie berücksichtigt. Die in die Kategorie I (schwerwie- gendsten) eingestuften Verstöße haben im Frankfurter Kontrolljahr 2016 fast auf das zweieinhalbfache gegenüber 2015 38 10 6 2016 101 16 12 Anzahl der Verstöße nach Gefahrenkategorie Gefahrenkategorie Veränderung plus 63 Gefahrenkategorie I plus 6 Gefahrenkategorie II Gefahrenkategorie III plus 6 In der Anlage 3 der GGKontrollV sind die Verstöße konkret beschrieben. So werden für die Gefahrenkategorie I in der Liste 19 Mängel aufgeführt, für die Gefahrkategorie II zwölf Mängel und für die Gefahrenkategorie III drei Mängel genannt. Die Gefahrenkategorie I ist die schwerwiegendste Kategorie und ist verbunden mit hoher Lebensgefahr oder schwe- rer gesundheitlicher Schäden oder einer erheblichen Schädigung der Umwelt. Unter die Gefahrenkategorie I fällt beispielsweise die „Beförderung von Gefahrgütern ohne Hinweis auf ihr Vorhandensein (z.B. Dokumente, Kennzeichnung und Bezettelung der Versandstücke, Anbringen von Großzetteln (Placards) und Kennzeichnung am Fahrzeug), unter die Gefahrenkategorie II beispielsweise das Fehlen der vorgeschriebenen Ausrüs- tung und unter die Gefahrenkategorie III beispielsweise Placards oder Zettel, die nicht die vorgeschriebenen Größe haben. 2015 zugenommen. Auch die in die Ge- fahrenkategorien II und III eingestuften Mängel sind 2016 angestiegen. Insge- samt hat die Frankfurter Behörde bei den beanstandeten Gefahrgutfahrzeu- gen 56 Bußgeldverfahren (2015: 54) eingeleitet und 6 Verwarnungen (2015: 2) ausgesprochen. Jeder 14. Gefahrgut-Waggon beanstandet Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat im vergangenen Jahr 12.048 Gefahrgut- transporte auf dem deutschen Schie- nennetz kontrolliert (2015: 12.464 Ge- fahrguttransporte). Dies geht aus dem vor kurzem veröffentlichten Jahresbe- richt 2016/2017 hervor. Wegen gefahrgutrechtlicher Mängel beanstandete das EBA dabei genau 872 Transporte (2015: 1.143 Beanstandun- gen). Somit ergibt sich für das Jahr 2016 eine Beanstandungsquote von rund 7 Prozent - durchschnittlich jeder 14. mit Gefahrgut beladene Bahnwagen weist also mindestens einen Mangel auf. Im jahre 2015 lag die Beanstandungsquote bei neun Prozent. Zudem hat das EBA 73 Klasse 7-Trans- porte kontrolliert, die in der Statistik extra ausgewiesen werden (2015: 171 Klasse 7-Transporte); hier gab es keine Beanstandungen. Das EBA ist für die Überwachung von Gefahrguttransporten im Bereich der Eisenbahninfrastruktur des Bundes zu- ständig. Zu den Aufgaben zählen neben den Kontrollen die Zulassung von Kessel- wagen oder die Marktbeobachtung. Gefahrguttransporte werden vor allem an Bahnhöfen oder schon am Verlade- ort überprüft. An den Schnittstellen der Zuständig- keitsbereiche nimmt das EBA auch ge- meinsame Kontrollen mit den zuständi- gen Landesbehörden (z. B. in Betrieben) oder mit denen angrenzender Staaten (etwa in Grenzbahnhöfen) vor. Prü- fungsschwerpunkte sind etwa die Dich- tigkeit der Verschlusseinrichtungen, die Verkehrssicherheit eines Fahrzeugs oder die Einhaltung des Gefahrgut- rechts. Stellt das EBA bei seinen Kont- rollen Verstöße gegen das Gefahrgut- recht fest, werden die Verantwortlichen davon in Kenntnis gesetzt. Wenn es aus Sicherheitsgründen erfor- derlich ist, untersagt das EBA die Wei- terfahrt, bis der Mangel behoben ist. Bei größeren oder sich wiederholenden Beanstandungen führt das EBA zudem prozessorientierte Überwachungen der an der Gefahrgutbeförderung beteilig- ten Unternehmen durch. Sollten sich dabei Schwachstellen in der Ablaufor- ganisation zeigen, erwirkt die Behörde, dass das Unternehmen sie behebt. Lithiumbatterien auf der Fachmesse Gefahrgut & Gefahrstoff Das Thema Lithiumbatterien steht nun auch auf der Agenda der Fachmesse Gefahrgut & Gefahrstoff vom 14. bis 16. November 2017 in Leipzig. Mit einer „Unterweisung für den Versand von Li- thium-Batterien / Batterien – unter er- leichterten Bedingungen“ adressiert die AFK-International GmbH am 15. November auf der Messe die am Trans- port dieser Produkte beteiligten Perso- nen. Die Dozenten Martin Maloney, Dirk Dittner, Dennis Ellinghausen be- handeln in der knapp drei Stunden dauernden Schulung Lithium-Batterien • • im Straßen- und Eisenbahnver- kehr nach ADR/RID, im Seeverkehr nach IMDG-Code und im • Luftverkehr gemäß IATA-DGR. Weitere Informationen und Anmel- dung: www.afk-international.de der gefahrgutbeauftragte 09/2017 4
Lithiumbatterien See/Straße 06.07.2017 B3), dass die zuständige Be- hörde für das Zentrale Meldeportal des Bundes gemäß § 4 Abs. 1 Seeschiff- fahrt-Meldeportal-Gesetz das Havarie- kommando in Cuxhaven ist. Gleichzeitig hat das BMVI die Hafen- behörden bzw. Hafeninformationssys- teme gemäß Nr. 2.4 und 2.6 der Anlage zu § 1 Abs. 1 Anlaufbedingungsverord- nung (AnlBV) bekannt gegeben. Hier besteht für die Verpﬂichteten alternativ die Möglichkeit, die Meldung mit be- freiender Wirkung abzugeben: Hafeninformationssysteme: Seeverkehr: Meldungen für Schiffe Ein neues Seeschifffahrt-Meldeportal- Gesetz regelt das Verfahren für Mel- dungen, die im Falle eines Hafenbe- suchs, eines Aufenthalts in deutschen Hoheitsgewässern oder des Befahrens deutscher Hoheitsgewässer abzugeben sind. Das Gesetz, das vom Bundestag beschlossen worden war, ist mit Datum vom 30. Juni 2017 veröffentlicht wor- den (BGBl. 2017 I S. 2190). Darin ist in Art. 1 das „Gesetz über das Verfahren für die elektronische Abgabe von Mel- dungen für Schiffe im Seeverkehr über das Zentrale Meldeportal des Bundes (Seeschifffahrt-Meldeportal-Gesetz)“ aufgeführt. Es regelt das Verfahren für Meldungen, die im Falle eines Hafen- besuchs, eines Aufenthalts in deut- schen Hoheitsgewässern oder des Be- fahrens deutscher Hoheitsgewässer über das Zentrale Meldeportal des Bun- des abzugeben sind. Das Zentrale Mel- deportal dient dazu, elektronisch abzu- gebende Meldungen entgegenzunehmen und an die jeweils zuständigen empfangenden Stellen weiterzuleiten. Dazu hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun mit Datum vom 27. Juni (BAnz AT 2017 bekannt gemacht • • Dakosy Datenkommunikationssys- tem, Mattentwiete 2, 20457 Ham- burg, Tel.: +49-40/3 70 03-0, Fax: -370, E-Mail: info@dakosy.de dbh Logistics IT, Martinistr. 47-49, 28195 Bremen, Tel.: +49-421/3 09 02-0, Fax: -257, E-Mail: info@dbh. de • Daten + Dienste Rostock, Lange Str. 1a, 18055 Rostock, Tel.: +49- 381/81 70-4800, Fax: -4803, E-Mail: post@his-nord.de • TraDaV, Seelandstr. 3, 23569 Lü- beck, Tel.: +49-451/39 09-417, Fax: -499, E-Mail: info@tradav.de Neues Ostsee-MoU ab 2018 Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat die deutsche und englische Neufas- sung des Memorandum of Understan- ding für die Beförderung verpackter gefährlicher Güter mit Ro/Ro-Schiffen in der Ostsee (MoU) mit Datum vom 20. Juli 2017 bekannt gemacht (VkBl. 2017 S. 662). Mit der Neufassung, die ab 1. Januar 2018 anwendbar ist, wird das MoU an die Struktur des IMDG-Codes und des ADR/RID angepasst. Zugleich werden die zulässigen Abweichungen vom IMDG-Code präzisiert; die Be- kanntmachung vom 13. November 2014 (VkBl. 2014 S. 810) wird mit Wir- kung zum 31. Dezember 2017 aufgeho- ben. Die zuständigen Behörden der Staaten Dänemark, Deutschland, Est- land, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden hatten die Neufassung im Rahmen der 37. MoU-Konferenz vom 4. bis 6. April 2017 in Lübeck be- schlossen. Sie tritt an die Stelle der Ko- penhagen-Fassung vom 15.-17. Juni 2004 (Anlage 1 in der unter dänischem Vorsitz 2014 überarbeiteten Fassung). Das MoU ist eine Ausnahme gemäß § 7 Abs. 2 Gefahrgutverordnung See (GGVSee) in Verbindung mit Abschn. 7.9.1 IMDG-Code. Geänderte Regelungen für Gefahrgut-Paket DHL Der Paketdienstleister DHL hat seine „Regelungen für die Beförderung von gefährlichen Stoffen und Gegenstän- den, Teil 2 DHL PAKET national“ aktu- alisiert. Die aktuellen „Regelungen für die Beförderung von gefährlichen Stof- fen und Gegenständen, Teil 2 DHL PA- KET national“ ersetzen die Version vom 1.7.2015. In der nun gültigen Version vom 1.7.2017 ﬁnden sich folgende Än- derungen: Unter Klasse 2 (Gase) ist bei dem Klas- siﬁzierungscodes 1A, 2A der Eintrag „Helium in Ballons“ und bei dem Klas- siﬁzierungscode 6F der Eintrag „(Ver- brennungs-)Motor/Maschine mit ent- zündbarem Gas (UN 3259) hinzugefügt. Bei Klasse 3 (entzündbare ﬂüssige Stof- fe) ist nun UN 3528 „(Verbrennungs-) Motor/Maschine mit entzündbarer Flüssigkeit“ aufgeführt. Weiter wird für UN 3269 auf die Sondervorschrift SV 238 verwiesen. Bei Klasse 4.1 (Entzündbare feste Stof- fe, selbstzersetzliche Stoffe, polymeri- sierende Stoffe und desensibilisierte explosive feste Stoffe) sind Tischtennis- bälle aus Zelluloid (UN 2000) genannt nebst der Sondervorschrift SV 381. Für UN 1381 und UN 3088 (Klasse 4.3 - Selbstentzündliche Stoffe) wird auf Sondervorschrift SV 383 verwiesen. Unter Klasse 6.1 (Giftige Stoffe) sind zwei weitere Klassiﬁzierungscodes (TF1, TW1) aufgenommen worden. Bei Klasse 9 (Verschiedene gefährliche Stof- fe und Gegenstände) sind neu hinzuge- kommen: „Schäumbare Polymerkügel- chen, entzündbare Dämpfe abgebend“ (UN 2211), „Nickel-Metallhydrid-Batte- rien“ (UN 3496), „(Verbrennungs-)Mo- tor/Maschine“ (UN 3530). Download: Regelungen für die Beförderung von gefährlichen Stoffen und Gegenständen Teil 2: DHL Paket National (gültig ab 01.07.2017) e d e n . i l n o - k l e o V GEFAHRGUT ▪ Schulung ▪ Beratung ▪ Management ▪ externe Beauftragte SEMINARE Gefahrgutbeauftragten-Schulung Straße - Schiene - See Gefahrguttransport in der Luft alle Personenkategorien Gefahrgutfahrer-Ausbildung Stückgut, Tank, Klasse 1, Klasse 7 Befähigungsschein § 20 SprengG Berufskraftfahrer-Weiterbildung BKrFQG Berufskraftfahrer-Weiterbildung BKrFQG Schulungen für beteiligte Personen Sachkundelehrgang gemäß TRGS 520 Ladungssicherung In-House-Seminare Schiffner Consult GbR Gefahrgutschulung und Beratung Boschstraße 17 94405 Landau a.d. Isar fon 0 99 51 / 98 42-0 fax 0 99 51 / 98 42-10 info@schiffner-gefahrgut.de www.schiffner-gefahrgut.de 5 der gefahrgutbeauftragte 09/2017
Lithiumbatterien Schiene ) 2 ( h c s o B : o t o F Digitalisierung „Intelligente“ Güterzüge Die wahrscheinlich smartesten Güterwagen kommen in Zukunft von der Schweizer Güterbahn SBB Cargo. Für die neue Intelligenz der Waggons sorgt ein Vernetzungs- system von Bosch. Nach eineinhalb Jahren gemeinsamer Entwicklungszeit und mehr als zehn Millionen Testkilometern geht das Sys- tem nun in Serie. Die Wagen wissen dann selbst, wann sie an ihrem Ziel an- kommen, ob die Kühlkette eingehalten wird und sie übermitteln Informatio- nen, mit denen der Termin zur nächsten Instandhaltung bestimmt wird. Bis Ende 2018 werden insgesamt 2 000 in- telligente Güterwagen der SBB Cargo mit Sensoren, Software und Services von Bosch auf Europas Gleisen rollen. „Die Bosch-Technik sorgt dafür, dass Güterwaggons nicht nur auf der Schie- ne, sondern auch im Internet unterwegs sind. Die smarte Überwachung von Wa- gen und Ladung ermöglicht Transpa- renz und efﬁzientere Logistikprozesse“, sagt Dr. Frank Schmidt, Geschäftsfüh- rer für Entwicklung bei der Bosch Engi- neering GmbH. Für SBB Cargo bedeu- tet das neue System einen wichtigen Schritt in die Zukunft der Güterbahn. Dank intelligenter und vernetzter Sensoren er- fasst das Zustandsüber- wachungssystem von Bosch Echtzeit-Daten von Güterwagen und verarbei- tet sie online. Damit er- kennen die Waggons selbst, ob die Kühlkette eingehalten wird und wann eine Lieferung an- kommt. Darüber hinaus liefern sie Informationen über den Zeitpunkt der nächsten Instandhaltung. der gefahrgutbeauftragte 09/2017 6 „Mit der Digitalisierung des Schienen- güterverkehrs machen wir große Sprün- ge bei Efﬁzienz und Produktivität und liefern unseren Kunden einen neuen Mehrwert. Damit steigern wir die At- traktivität des Transports auf der Schie- ne“, erklärt SBB-Cargo-CEO Nicolas Perrin. Die schlauen Güterzüge Wartungsintervalle 250-mal um die ganze Welt – so weit sind die 150 vernetzten Test-Waggons der SBB Cargo mit dem Bosch-System seit 2015 auf Europas Gleisen gerollt. Jeder dieser zehn Millionen Kilometer brachte wertvolle Informationen, von denen sowohl SBB Cargo als auch ihre Transportkunden, wie Supermarktket- ten und Logistikunternehmen, proﬁtier- ten. Denn der vernetzte Güterwagen kann eine Menge: Die metergenaue Positionsbestimmung gibt Auskunft, wo sich ein Waggon beﬁndet und wann ge- nau er ankommt. Dank einer kontinu- ierlichen Lauﬂeistungserfassung wer- den nun kilometer- und zustandsabhängig ge- plant. Wird die Kühlkette in einem Transportwagen mit Lebensmitteln ein- gehalten oder wird ein kritischer Wert überschritten? Der Güterwagen weiß es und das System verständigt sofort die Leitstelle. Auch heftige Erschütterun- gen beispielsweise beim Rangieren er- kennt der Waggon nun erstmals selbst und merkt sich Ort sowie Stärke des Stoßes. Diese Intelligenz beginnt mit Sensoren im Inneren des Waggons und in einer Vernetzungs-Box an seiner Außenseite. Die Box ist zudem die Schnittstelle zum Internet. Via Cloud werden die Daten auf einem Server ausgewertet und für
Lithiumbatterien Schiene ) 3 ( h c s o B : o t o F Mit dem System zur Zustandsüberwachung wird ein Güterzug zum digitalisierten und intelligenten Transportmittel. Neue Funktionen wie eine exakte Lokalisie- rung der Waggons, Informationen über die Transportbedingungen der Ladung, das Erkennen von Erschütterungen beim Rangieren und das Aufzeichnen der ge- fahrenen Kilometer eines Waggons für eine kilometerabhängige und zustandsba- sierte Wartung können nun realisiert werden. Über die Vernetzungs-Box werden Informationen über die Position des Waggons und die Transportbedingungen mit dem Internet verbunden. Sie werden auf einem Server ausgewertet und in die IT-Systeme der Kunden integriert. Somit können beispielsweise Güterwagen optimal disponiert und ausgelastet werden. die Mitarbeiter von SBB Cargo in einem Online-Portal übersichtlich dargestellt. In Zukunft werden alle Daten auch mo- bil auf Tablets übertragen. Darüber hin- aus ist geplant, die Daten direkt in die Geschäftsprozesse des Bahnunterneh- mens zu integrieren, um die Logistik- prozesse weiter zu automatisieren. „Damit erhöhen wir die Efﬁzienz, Zu- verlässigkeit und die Taktfrequenzen in den Lieferketten zwischen Schiene, Schiff und Straße“, erklärt Schmidt. System für Rangierbetrieb SBB Cargo kombiniert die Stärken der Bahn mit dem Potenzial neuer Techno- logien und hat dafür zahlreiche Initiati- ven gestartet. „Wir arbeiten am Güter- wagen der Zukunft, der unter anderem leiser, leichter und logistikfähiger sein wird als zuvor. Dazu gehört für uns ne- ben der Vernetzung unserer Güterwa- gen auch die Automatisierung des Bahnbetriebs“, erklärt Perrin. Bei ers- ten Tests für das assistierte Rangieren setzt SBB Cargo jetzt ebenfalls auf Bosch. Das Technologie- und Dienst- leistungsunternehmen entwickelt auf Basis seines Kollisionswarnsystems für Stadt- und Straßenbahnen ein neues System, mit dem das Rangieren von Güterzügen schneller und efﬁzienter werden soll. Heute wird ein Güterzug meist von zwei Personen rangiert. Sie beobachten, steuern, kuppeln, entkup- peln und stellen Weichen. Die Mitar- beiter steuern den Zug entweder vom Führerstand aus oder mittels einer Funkfernbedienung. Sie stehen über Funk in ständigem Kontakt, um sich ge- genseitig vor möglichen Hindernissen zu warnen. Hier sind gute Augen, schnelle Reaktionen und Geschicklich- keit gefragt. Damit in Zukunft ein Gü- terzug noch sicherer und präziser ran- giert werden kann, soll moderne Sensortechnik unterstützen. An der Lok werden dafür Video- und Radarsenso- ren angebracht. Die Radarsensoren erfassen bis zu 160 Meter weit den Raum vor der Lok und kombinieren diese Informationen mit dem Schienenverlauf, den der Video- sensor erkennt. In einem Steuergerät werden diese Informationen zu einem detaillierten Bild der Umgebung ver- schmolzen. Ähnlich einer Rückfahrka- mera im Auto können die Mitarbeiter nun den Fahrweg des Zuges über einen mobilen Monitor beobachten, auch wenn sie gerade am anderen Ende des Zuges stehen. Erkennen die Sensoren Hindernisse, werden sie zusätzlich op- tisch und akustisch gewarnt. Der Ran- gierbetrieb soll damit schneller, siche- rer und efﬁzienter werden. Aktuell testen SBB Cargo und Bosch Enginee- ring das System an ersten Lokomotiven, um das assistierte Rangieren für die Se- rie weiterzuentwickeln. Darüber hinaus sind die Radar- und Videosensoren an der Lok ein wichtiger Baustein für die Entwicklung des automatisierten Fah- rens auf der Schiene. von Bosch entwickelt auf Basis sei- nes Kollisionswarnsystems für Stadt- und Straßenbahnen ein neues System, mit dem das Rangieren Güterzügen schneller und effizienter wer- den soll. Aktuell testen SBB Cargo und Bosch Engineering das System an ersten Lokomoti- ven, um das assistierte Rangie- ren für die Serie weiterzuentwi- ckeln. 7 der gefahrgutbeauftragte 09/2017
Lithiumbatterien Gefahrstoff 7. Ausgabe GHS veröffentlicht Die Wirtschaftskommission der Verein- ten Nationen für Europa (UNECE) hat die 7. überarbeitete Ausgabe des Glo- bal Harmonisierten Systems zur Einstu- fung und Kennzeichnung von Chemi- kalien (GHS, „Purple Book“) von 2017 zunächst in Englisch und Französisch zum Download bereitgestellt. Darin ﬁn- den sich verschiedene neue oder geän- derte Vorschriften, u.a. • • • überarbeitete Kriterien für die Ein- stufung brennbarer Gase innerhalb der Kategorie 1 verschiedene Änderungen, um die Deﬁnitionen einiger Klassen für Gesundheitsgefahren klarzustellen zusätzliche Leitlinien, um den Gel- tungsbereich von Abschn. 14 des Sicherheitsdatenblatts auf alle Mas- sengüter unabhängig von ihrem physikalischen Zustand, die gemäß den Vorgaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) transportiert werden, auszuweiten • überarbeitete und weiter rationali- sierte Sicherheitshinweise (P-Sät- ze) in Anh. 3 ein neues Beispiel in Anh. 7, um kleine Verpackungen mit Falteti- ketten zu kennzeichnen. • • • Beispiel bensmittelverpackungen ist, 1H-Benzotriazol, das sich in Ma- schinengeschirrspülmitteln beﬁn- det, und um den Futtermittelzusatzstoff Ethoxyquin. Neue Nachweismethoden für Alltagschemikalien beim Menschen Die Nachweismöglichkeiten für Chemi- kalien im menschlichen Körper werden seit 2010 kontinuierlich verbessert. Im Fokus stehen dabei Stoffe, die in All- tagsprodukten eingesetzt werden, wie zum Flammschutzmittel, Weichmacher für Kunststoffe, Konser- vierungsmittel und Duftstoffe. Die da- für notwendigen Nachweismethoden werden mit Unterstützung des Umwelt- bundesamtes im Rahmen eines Projekts zwischen Bundesumweltministerium und dem Verband der Chemischen In- dustrie (VCI) entwickelt. Das Projekt- programm wurde nun um fünf neue Stoffe erweitert. Wie jedes Jahr wurden auch 2017 fünf wichtige, verbraucherrelevante Chemi- kalien ausgewählt, für die erstmals Me- thoden zum Nachweis im menschlichen Organismus entwickelt werden sollen. Es handelt sich um: • die UV-Absorber UV-P und UV 327, die in Lacken und Kunststof- fen zum Einsatz kommen, Für diese Stoffe wird 2017 mit der Me- thodenentwicklung begonnen. Alle neu- en Methoden werden wissenschaftlich validiert und in begutachteten wissen- schaftlichen Fachzeitschriften veröffent- licht. Damit sind sie weltweit verfügbar. Zum Einsatz kommen die neuen Metho- den unter anderem in Untersuchungen von Proben der Umweltprobenbank und in den Umweltstudien zur Gesundheit des Umweltbundesamtes/GerES. Das Projekt wird von der Human-Bio- monitoring-Kommission, einem unab- hängigen Expertengremium beim Um- weltbundesamt, durch die Entwicklung von so genannten Human-Biomonito- ring-Werten (HBM-Werte) unterstützt. Diese Werte erlauben es, die gefunde- nen Belastungen gesundheitlich und toxikologisch einzuschätzen. Die Entwicklung von Analysemetho- • BADGE, das einer der Ausgangs- stoffe für Beschichtungen von Le- den ist aufwändig und kostenintensiv, ermöglicht aber erhebliche Erkenntnis- gewinne zur realen Belastung der Be- völkerung mit wichtigen Industrieche- mikalien. Bisher muss allzu oft auf modellhafte Abschätzungen zurückge- griffen werden, mit denen gesundheit- liche Risiken leicht über- oder unter- schätzt werden. Das Bundesumweltministerium und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) arbeiten seit 2010 bei der Ent- wicklung neuer Methoden zur Mes- sung von Chemikalien im menschli- chen Körper zusammen. Ziel ist es, bis 2020 für bis zu 50 ausgewählte Stoffe oder Stoffgruppen erstmals Analyseme- thoden zu entwickeln. Bis dato wurden bereits 16 Nachweismethoden für In- dustriechemikalien entwickelt, die bis- her im Organismus nicht gemessen werden konnten. An 19 weiteren Me- thoden wird gearbeitet. Jedes Jahr wählt der Lenkungsausschuss des Pro- jekts bis zu fünf neue Stoffe aus, für die die Methodenentwicklung begonnen wird. REACH-Zulassungsanforderungen bei SVHC nicht immer erfüllt Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat die Ergebnisse eines Pilot- projekts des Forums für den Austausch von Informationen zur Durchsetzung im Zusammenhang mit der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschrän- kung chemischer Stoffe (REACH) ver- öffentlicht. Untersucht wurde, ob euro- päische Unternehmen bei 13 besonders besorgniserregenden Stoffen (substan- ces of very high concern – SVHC), die 2015 zuzulassen waren, ihre Zulas- sungspﬂichten gemäß REACH erfüllt haben. Das war bei den meisten über- prüften Unternehmen der Fall. Es wurde geprüft, ob diese SVHC ohne Genehmigung verwendet oder in den Verkehr gebracht wurden und ob ande- re Genehmigungspﬂichten erfüllt wur- den. War bereits eine Genehmigung er- teilt worden, so wurde auch geprüft, ob die Bedingungen der erteilten Zulas- sungen eingehalten wurden. Die Kontrolleure aus 17 Ländern nah- men im Rahmen dieses Projekts insge- samt 802 Prüfungen vor, wobei 78 % der kontrollierten kleine und mittlere Unternehmen KMU waren. Die über- wiegende Mehrheit der Unternehmen nutzte (93 %) oder vermarktete (92 %) keine der Stoffe, die 2015 zuzulassen waren. Es wurden auch Vorschriften- verstöße bei den Kontrollen in Unter- nehmen, welche die Stoffe nutzten oder in Verkehr gebracht haben, festgestellt (10,7 % bzw. 8,9 %), woraufhin je nach Schwere des Verstoßes entsprechende Maßnahmen veranlasst wurden. der gefahrgutbeauftragte 09/2017 8
Lithiumbatterien Gefahrstoff GHS-Memocard „Gefahrstoff kompakt“ Während der vergangenen zwei Jahre durften chemische Gemische noch mit der alten Gefahrenkennzeichnung ver- kauft werden. Mit dem 1. Juni 2017 en- dete diese letzte Abverkaufsfrist. Seit- her müssen Hersteller und Händler nicht nur chemischen Stoffe, sondern auch Gemische gemäß der CLP-Ver- ordnung kennzeichnen, bevor sie diese in Europa in den Handel bringen. Die CLP-Verordnung, kurz für classiﬁ- cation, labelling, packaging, regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Ver- packung von chemischen Stoffen und Gemischen. Dabei sieht sie eine Kenn- zeichnung nach dem Global Harmoni- sierten System (GHS) vor. Mittels der global gültigen Gefahren-Piktogram- me, sollen Bedrohungen für Gesund- heit und Umwelt bei Herstellung, Transport und Verwendung von Che- mikalien weltweit minimiert werden. Um über die Bedeutung hinter den Symbolen aufzuklären, hat die BAuA bereits 2011 die GHS-Memocard „Ge- fahrstoffe kompakt“ entwickelt und kostenfrei herausgegeben. Nun ist die GHS-Memocard als Neu- auﬂage erhältlich und wird bei Online- Bestellung in 10er-Paketen abgegeben. Bis zu fünf Pakete (entspricht 50 Kar- ten) sind kostenlos zu bestellen. Es fal- len Versandkosten an. Eine englische Version der Memocard ist über die Internetseite der britischen Chemical Hazard Communication Soci- ety (CHCS) erhältlich: www.understandthelabel.org.uk. Ein ungarische Version unter www.biztonsagi-adatlap.hu. Download: GHS-Memocard „Gefahr- stoffe kompakt“ Auf Notfälle vorbereitet sein Die Deutsche Gesetzliche Unfallversi- cherung (DGUV) hat die DGUV Infor- mation 208-050 „Notfallmanagement beim Umschlag und innerbetrieblichen Transport von Gefahrgütern und ge- fährlichen Stoffen – Eine Planungshilfe für Betriebe“ veröffentlicht. Die Ausga- be Juni 2017 soll Betriebe dabei unter- stützen, ein Notfallmanagement aufzu- bauen. Sie gibt u.a. Hinweise dazu, welche Aufgaben bei einem Notfall durch welche Personen wann über- nommen werden und wie diese sich verhalten sollen. Täglich werden in Speditionen und in Betrieben des Öffentlichen Dienstes selbst gefährliche Stoffe und Güter in Gebin- den umgeschlagen. Dabei ﬁnden an den Schnittstellen zwischen Fahrzeu- gen bzw. Ladungsträgern und Um- schlagbereichen sowie in den Um- schlagbereichen zahlreiche Bewegungen dieser Gebinde statt. Auch innerhalb von Betrieben und Ein- richtungen ist es erforderlich, gefährli- che Stoffe und Güter in Gebinden aus Lägern an Verbrauchsstellen (z.B. Pro- duktion oder Labor) bereitzustellen und von dort zu Entsorgungsstellen zu brin- gen. Da hierbei Beschädigungen von Gebin- den nicht auszuschließen sind, ist es wichtig, auf ein unbeabsichtigtes Aus- treten von gefährlichen Stoffen und Gütern vorbereitet zu sein. Die Einfüh- rung eines Notfallmanagements ge- währleistet ein zielgerichtetes und planvolles Vorgehen, um den Schaden zu begrenzen und die ausgetretenen Stoffe zu beseitigen, ohne die Notfall- helfer bzw. die Personen im Umfeld der Schadensstelle zu gefährden. Die DGUV Information 208-050 ist u.a. nicht anzuwenden auf den Umschlag von Gefahrgütern der Klassen 1, 6.2 und 7, die Be- und Entladung von Ge- fahrgütern in Tank- und Silofahrzeugen sowie die Lagerung von Gefahrstoffen. Giese-GEF Gefahrzettel, Etiketten & Formulare GmbH Beratung und Vertrieb für Gefahrgutetiketten und Formulare Lilistr. 14-18 · 63067 Offenbach · Tel.: 069 / 981 946-0 · Fax: 069 / 981 946-29 ww Ihr Spezialist für Gefahrzettel nach ADR/RID, IMDG-Code, IATA und „Schriftliche Weisungen“. Neu im Programm GHS-Symbole. Lieferung sofort ab Lager. IImm ww mmeerr aakkttuueellll ww..ggiieessee--ggeeff..ddee 9 der gefahrgutbeauftragte 09/2017
Lithiumbatterien Gefahrstoff 10. ATP der CLP-Verordnung für die EDV Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat ihre Liste (Excel-Datei) der gefährlichen Stoffe zur harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpa- ckung von Stoffen und Gemischen (CLP- Verordnung) aktualisiert. Damit wird die zehnte Anpassung der CLP-Verordnung an den technischen und wissenschaftli- chen Fortschritt (10. ATP – adaptation to technical and scientiﬁc progress) (ABl. L 116 S. 1) berücksichtigt.Diese Änderun- gen in Tabelle 3 in Anh. VI CLP-Ver- ordnung treten im Wesentlichen am 1. Dezember 2018 in Kraft. Es ist aber er- laubt, Stoffe und Gemische bereits vor 1. Dezember 2018 in Einklang mit der CLP-Verordnung in der durch die 10. ATP geänderten Fassung einzustufen, zu kennzeichnen und zu verpacken. Neues Gefahrstofflager in Münster Imperial Logistics International hat in Münster ein neues Gefahrstofﬂager in Betrieb genommen. Am neuen Standort im Hansa-Busi- nessPark nahe der A1/A43 stehen 9.000 Quadratmeter Logistik-, Technik- und Büroﬂächen zur Verfügung. Die bishe- rigen beiden Lagerstandorte im Müns- teraner Stadthafen werden dort zusam- mengeführt und geschlossen. Fast 100 Jahre war das Vorgängerunternehmen Lehnkering im Stadthafen von Münster beheimatet, zu Beginn noch als Schiffs- umschlag-, Fuhr- und Lagerbetrieb. Im Jahr 1986 baute Lehnkering, heute Im- perial, im Stadthafen das erste Gefahr- stofﬂager. Das neue Lager im Hansa-BusinessPark wird Platz für etwa 17.000 Paletten bie- ten. Damit erhöht sich die Lagerkapazi- tät in der Region Münster um einige Tausend Palettenstellplätze. Zum Sicherheitskonzept auf dem neu- esten Stand der Technik gehören unter anderem eine Brandmeldeanlage mit Rauchmeldern zur Brandfrüherken- nung, eine automatische Sprinklerung, ein ﬂüssigkeitsdichter Boden, ein per- manenter Luftwechsel sowie ein IT-ge- stütztes Lagerverwaltungssystem, das die Einhaltung der Zusammenlagerver- bote sicherstellt. Ausgelegt wird das Lager gemäß TRGS 510 für folgende Lagerklassen: 2B, 3, 4.1B, 4.2, 5.1A+B, 6.1A-D, 8A+B, 10-13. Erlaubt sind Güter der Wassergefähr- dungsklassen (WGK) 1 - 3. Mit der Investition in ein modernes Ge- fahrstofﬂager erweitert Imperial die Möglichkeiten sowohl in Bezug auf die Kapazität als auch die Bandbreite der Zusatzdienstleistungen. Außer der klassischen Lager- und Dis- tributionslogistik einschließlich Zollla- gerung und Zollabwicklung wird das Unternehmen am neuen Standort den Kunden aus Chemieproduktion und Chemiehandel Zusatzdienstleistungen wie Temperaturführung, Etikettieren, Umpacken und den Bau von Displays anbieten. Allgemein wassergefährdende Stoffe bekannt gemacht Das UBA hat eine Liste mit 39 auf- schwimmenden ﬂüssigen Stoffen veröf- fentlicht, die gemäß AwSV neu als „all- gemein wassergefährdend“ gelten, ohne in eine WGK eingestuft zu sein. Zudem hat das BMUB die VwVwS auf- gehoben. Laut neuer Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) (BGBl. 2017 I S. 905) werden Stoffe und Gemische, mit de- nen in Anlagen umgegangen wird, ent- sprechend ihrer Gefährlichkeit als nicht wassergefährdend (nwg) oder in eine der drei Wassergefährdungsklassen (WGK) 1 bis 3 eingestuft (§ 3 Abs. 1). Bestimmte in § 3 Abs. 2 genannte Stoffe und Gemische gelten neu als „allge- mein wassergefährdend“, ohne in eine WGK eingestuft zu sein; dazu zählen u.a. vom Umweltbundeamt (UBA) be- kannt gemachte aufschwimmende ﬂüs- sige Stoffe sowie Gemische, die nur aus derartigen Stoffen bestehen (§ 3 Abs. 2 Nr. 7). Aufschwimmende ﬂüssige Stoffe erfül- len die Kriterien für nicht wasserge- fährdende ﬂüssige Stoffe gemäß Anla- ge 1 Nr. 2.1 Buchstabe a bis g AwSV und weisen unter Normalbedingungen folgende physikalische Eigenschaften auf: eine Dichte ≤ 1.000 kg/m3, einen Dampfdruck von ≤ 0,3 kPa und eine Wasserlöslichkeit ≤ 1 g/l. Das UBA hat 39 solcher aufschwim- menden ﬂüssigen Stoffe gemäß § 3 Abs. 2 Nr. 7 AwSV mit Datum vom 1. August 2017 bekannt gemacht (BAnz AT 10.08.2017 B6). Sie gelten somit als all- gemein wassergefährdend. Zudem hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reak- torsicherheit (BMUB) die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Wasser- haushaltsgesetz über die Einstufung wassergefährdender Stoffe in Wasser- gefährdungsklassen (Verwaltungsvor- schrift wassergefährdende Stoffe – der gefahrgutbeauftragte 09/2017 10 VwVwS) vom 17. Mai 1999 (BAnz. Nr. 98a vom 29. Mai 1999), geändert durch Art. 1 der Allgemeinen Verwaltungs- vorschrift vom 27. Juli 2005 (BAnz. Nr. 142a vom 30. Juli 2005), aufgehoben. Laut Bekanntmachung vom 10. August 2017 (BAnz AT 15.08.2017 B5) gilt dies rückwirkend seit 2. August 2017. Die neue AwSV – Das ändert sich für Sie! Um die neue AwSV leicht umzu- setzen, hat Prof. Dr. Norbert Müller in einem Buch (ISBN 978-3-609- 68784-1) für 18 Anlagenarten bzw. -typen jeweils eine übersichtliche Checkliste mit den zentralen forma- len und materiellen Anforderungen zusammengestellt, die einzuhalten sind. Im gleichnamigen Seminar stellt er alle Neuerungen vor.
Lithiumbatterien Vermischtes POP-Abfall-ÜberwV bekannt gemacht Im BGBl. 2017 I S. 2644 ist die „Verord- nung zur Überwachung von nicht ge- fährlichen Abfällen mit persistenten or- ganischen Schadstoffen [POP] und zur Änderung der Abfallverzeichnis-Ver- ordnung [AVV]“ mit Datum vom 17. Juli 2017 bekannt gemacht worden. Sie ist am 1. August 2017 in Kraft getreten. Damit ist es u.a. wieder einfacher, Sty- ropordämmplatten, welche das Brand- schutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) enthalten, zu entsorgen. Art. 1 enthält die neue „Verordnung über die Getrenntsammlung und Überwa- chung von nicht gefährlichen Abfällen mit persistenten organischen Schadstof- fen (POP-Abfall-Überwachungs-Verord- nung – POP-Abfall-ÜberwV)“. Darin sind auch Getrenntsammlungsgebote, Vermi- schungsverbote sowie abfallrechtliche Nachweispﬂichten geregelt. Mit Art. 2 wird eine befristete Ände- rung der AVV zurückgenommen. In diesem Zusammenhang wird die Ver- ordnung zur Änderung der AVV vom 22. Dezember 2016 (BGBl. 2016 I S. 3103) aufgehoben (Art. 3). CLP-Verordnung und Transport Eine englischsprachige Fassung der „Leitlinien zur Kennzeichnung und Verpackung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-Verordnung)“ in der Version 3.0 hat mit Stand Juli 2017 die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) veröffentlicht. Diese Leitlinien enthalten Anleitungen zu den in der CLP-Verordnung genannten Kenn- zeichnungs- und Verpackungsanforde- rungen. Wesentliche inhaltliche Ände- rungen betreffen u.a.: • 8. Anpassung an den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt (8. ATP – adaptation to technical and scientiﬁc progress) berücksich- tigt (Verordnung (EU) 2016/918 vom 19. Mai 2016 (ABl. L 156 S. 1) und Berichtigung vom 18. Oktober 2016 (ABl. L 280 S. 41)), neuer Abschn. 5.4.2 hinzugefügt, um klarzustellen, ob und ggf. wie Trans- portverpackungen gemäß CLP-Ver- ordnung zu kennzeichnen sind, Sicherheitshinweise (P-Sätze – Pre- cautionary Statements) gemäß 8. ATP aktualisiert. • • Der neue Abschn. 5.4.2 stellt für „Trans- portverpackungen“ (Gefahrgutrecht: „Umverpackungen“) klar: • Während der Beförderung müssen diese nicht gemäß CLP-Verord- nung gekennzeichnet sein. • Nach Abschluss der Beförderung müssen sie entweder gemäß CLP- Verordnung (nach)gekennzeichnet werden oder die (gemäß CLP-Verord- nung gekennzeichneten) Außenver- packungen sind aus der Transport- bzw. Umverpackung auszupacken. Der neue Abschn. 5.4.2 stellt weiterhin nicht klar, wie im Fall verschieden ge- kennzeichneter Innenverpackungen die Außenverpackung gekennzeichnet werden soll. E-Transporter für die Paketzustellung Die Deutsche Post DHL Group und Ford haben in Köln ihren gemeinsam produ- zierten E-Transporter vorgestellt. Basis des Fahrzeugs, das unter dem Namen „StreetScooter WORK XL“ eingeführt wird, ist ein Ford Transit Fahrgestell, das mit einem batterieelektrischen An- triebsstrang und einem Karosserieauf- bau nach Vorgaben von Deutsche Post DHL ausgestattet wird. Noch in diesem Jahr sollen rund 150 Vorserienfahrzeu- ge des Transporters im StreetScooter- Werk in Aachen produziert werden und bei Deutsche Post DHL in der Paketzu- stellung zum Einsatz kommen. Bis Ende 2018 planen beide Unternehmen der- zeit, 2.500 Fahrzeuge dieses Modells zu produzieren. Perspektivisch ist auch der Verkauf des WORK XL an Drittkun- den vorgesehen. Der mit Regalen versehene Laderaum ist vom Fahrerhaus begehbar. Beladen werden kann das Fahrzeug über die Heckklappe und eine Schiebetür an der rechten Seite. Durch die Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt beträgt die Lade- dauer durchschnittlich drei Stunden. Pro Jahr und Fahrzeug können ca. 5 Ton- H b m G e k r e W - d r o F / s b o Der elektrisch betriebene Transporter wird ein Ladevolumen von 20 Kubikmetern haben und Platz für über 200 Pakete bieten. Das Fahrzeug verfügt über ein modulares Batteriesystem mit 30 bis 90 kWh, das Reichweiten zwischen 80 und 200 km ermöglicht. nen CO2 und 1.900 Liter Diesel eingespart werden. Mit der geplanten Indienststel- lung von 2.500 Fahrzeugen könnten sich diese Einsparungen jedes Jahr auf 12.500 Tonnen CO2 und 4,75 Millionen Liter Die- selkraftstoff summieren. 11 der gefahrgutbeauftragte 09/2017
Vermischtes Greiwing fördert DocStop Gesundheitliche Beeinträchtigungen können für die Fahrer selbst wie auch für andere Verkehrsteilnehmer zur Ge- fahr werden. Sich ärztliche Hilfe zu ho- len, ist unterwegs allerdings nicht so einfach: In fremden Regionen wissen Fahrer oft nicht, wo sich Praxen beﬁn- den. Unangemeldete Arztbesuche kön- nen mit langen Wartezeiten verbunden sein. Zudem stehen bei den wenigsten Praxen und Kliniken Lkw-Parkplätze zur Verfügung. Die medizinische Versorgung von Kraftfahrern am Arbeitsplatz zu verbes- sern ist Ziel von DocStop für Europäer e.V. Der Verein hat ein Netzwerk aus 700 Medizinern, Kliniken und Kran- kenhäusern innerhalb Deutschlands geschaffen, an die sich Kraftfahrer bei gesundheitlichen Beschwerden wen- den können. Über eine Hotline erhalten sie Informationen über den nächsten DocStop-Anlaufpunkt sowie die Tele- fonnummer einer Arztpraxis oder eines Krankenhauses. An den DocStop-An- laufpunkten auf Autohöfen oder auto- bahnnahen Speditionsgeländen können sie ihre Fahrzeuge abstellen. Von dort aus sind es im Durchschnitt 1,5 Kilome- ter zum Mediziner. Alle an der Initiative beteiligten Ärzte haben sich bereit er- klärt, Fahrer zeitnah zu behandeln, die i g n w i e r G : o t o F „Wenn ich morgens mit nicht zu lindernden Rückenschmerzen aufwache, gehe ich zum Arzt. Für Kraftfahrer sollte das ebenso selbstverständlich sein, daher unterstützen wir DocStop“, sagt Jürgen Greiwing, Geschäftsführender Gesell- schafter der Greiwing logistics for you GmbH, links im Bild zusammen mit Fahrertrainer Ralf Möller. als Patienten in ihre Praxen kommen. Eine Mitgliedschaft bei DocStop ist für die Behandlung nicht notwendig. Als einer von zahlreichen Gewerbetrei- benden fördert Greiwing den Verein seit August ﬁnanziell. Zusätzlich hat das Unternehmen Silo-Fahrzeuge mit DocStop-Aufklebern beschriftet. „Wenn wir die Initiative bekannter machen und dadurch die Sicherheit auf den Straßen erhöhen können, machen wir das natürlich“, sagt Greiwing. Je mehr Kraftfahrer DocStop kennen, desto häu- ﬁger suchen sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ärzte auf. Ziel ist es, DocStop langfristig zu unterstützen. Prüfplakette für Schlauchleitungen Um die Fristen für die nächsten Prüfun- gen schnell und leicht zu erkennen, hat die Fachgruppe SAT des VTH 2009 eine farbliche Kennzeichnung einge- führt, die gleichzeitig auch qualiﬁzierte Fachbetriebe ausweist. (mih) Schlauchleitungen gelten im Sin- ne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) als Arbeitsmittel und sind regelmäßig wiederkehrend zu prüfen. Um die Fristen für die nächsten Prüfun- gen schnell und leicht zu erkennen, hat die Fachgruppe „Schlauch- und Arma- turentechnik“ (SAT) des VTH Verband Technischer Handel 2009 eine farbliche Kennzeichnung in den Markt einge- führt, die gleichzeitig auch qualiﬁzierte Fachbetriebe für die Schlauch- und Ar- maturentechnik ausweist. Von den VTH-einheitlichen Prüfplaketten für si- chere Schlauchleitungen habe der Markt inzwischen mehr als 350.000 Stück aufgenommen. Zudem seien von den 2015 neu eingeführten sechsecki- gen Aufklebern für die Erstprüfung im Rahmen der Schlauchleitungskonfekti- onierung bereits 45.000 Stück geordert worden. Das Prüfsiegel funktioniert wie eine Plakette für die Hauptuntersuchung am Auto. Betreiber einer Schlauchleitung mit SAT-Prüfplakette würden die Ge- wissheit erhalten, sichere Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Durch die speziﬁsche Farbkennung und die Zeit- angaben könnten Mitarbeiter sofort er- kennen, wann eine Schlauchleitung nach BetrSichV auf Grundlage ihrer Gefährdungsbeurteilung wiederkeh- rend zu prüfen sei. Die SAT-Prüfplakette dürfen laut VTH nur diejenigen technischen Händler vergeben, die ihre Abnahmeprüfzeug- nisse entsprechend der Norm DIN EN 10204:2005-01 für die Prüfung von Schlauchleitungen nach der Herstel- lung sowie ihre Prüfbescheinigungen entsprechend der Technischen Regel o x a l l o K / H T V : o t o F der gefahrgutbeauftragte 09/2017 12 Die Aufkleber für die Erstprüfung werden bei der Konfek- tionierung einer Schlauchleitung von den zertifizierten Mitgliedern der VTH-Fachgruppe „Schlauch- und Armatu- rentechnik“ vergeben. Liste unter: www.sichereschlauchleitung.de/zertifiziertemitglieder.html für Betriebssicherheit (TRBS) 1201 für die wiederkehrende Prüfung von Schlauchleitungen beim VTH regist- riert haben
Frisches Wissen Gefährdungsbeurteilung – für Arbeit- geber und Fachkräfte für Arbeitssicher- heit. Michael Born, Claudia Carl, Gerald Schneider Fachkunde Gefahrstoffe 2017, Softcover, 208 Seiten ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH, EUR 34,99 ISBN 978-3-609-69183-1 Birgit Stöfﬂer Sicheres Arbeiten mit Gefahrstoffen 2. Auﬂage 2017, Softcover, 270 Seiten ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH, EUR 39,99 ISBN 978-3-609-69044-5 Internet: www.ecomed-storck.de Birgit Stöfﬂer führt in ihrem Buch „Si- cheres Arbeiten mit Gefahrstoffen“ in die wichtigen Aspekte des Arbeits- schutzes bei Tätigkeiten mit Gefahr- stoffen ein. Die Themen des Buches sind in Kapiteln alphabetisch sortiert. und bauen nicht aufeinander auf. Der Leser kann deshalb direkt in jedes be- liebige Thema einsteigen. Zahlreiche Zitate aus Rechtsvorschrif- ten vermitteln die Anforderungen des Gesetzgebers originalgetreu. Zitate aus Schriften der DGUV und weiteren Quellen zeigen, wie diese Anforderun- gen dann in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden können. Abbildungen, Tabellen, Praxistipps und Merksätze helfen zusätzliche, die aus den Verordnungen resultierenden Pﬂichten besser zu verstehen und nach- haltig im Gedächtnis zu behalten. Viele Kapitel enthalten zusätzlich Übungs- aufgaben. So kann der Leser immer wieder sein eigenes Wissen überprü- fen. In dieser Auﬂage wurden Texte, Ta- bellen, Abbildungen und Übungen grundlegend überarbeitet und berück- sichtigen nun z.B. die Änderungen der Gefahrstoffverordnung vom November 2016. Die Autorin, Dr. Birgit Stöfﬂer, arbeitet als Sicherheitsingenieurin in einem in- ternational tätigen Chemie- und Pharmaunternehmen in der Abteilung Arbeitssicherheit. Ihre Schwerpunkt- themen sind Gefahrstoffe sowie die Auswirkungen der CLP-Verordnung auf den Arbeitsschutz. Neue Regelungen über die Nachhaltig- keitsberichterstattung der Unterneh- men im Rahmen des CSR-Richtlinie- Umsetzungsgesetzes betreffen indirekt auch kleine und mittelständische Un- ternehmen, soweit sie Zulieferer für diese Großunternehmen sind. Bei der praktischen Umsetzung stehen die Unternehmen jedoch oftmals vor großen Herausforderungen – etwa kom- plexen Lieferbeziehungen, schlechter Datenverfügbarkeit oder geringen Ein- ﬂussmöglichkeiten auf Lieferanten. Der Leitfaden des Bundesumweltminis- teriums und des Umweltbundesamtes bietet Unternehmen Hilfestellungen zur nachhaltigen Gestaltung ihrer Lie- ferketten. Er erläutert Schritt für Schritt und anhand vieler Praxisbeispiele, wie Unternehmen Transparenz entlang der Lieferkette herstellen, ihre Risiken und Chancen identiﬁzieren, bewerten und priorisieren, Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten gestalten und über ihr En- gagement berichten können. Erfahrene Unternehmensvertreter haben im Rah- men von Workshops, Interviews und Fallstudien ihren Sachverstand zur Ver- fügung gestellt und wertvolle Tipps für ein nachhaltiges Lieferkettenmanage- ment gegeben. Dabei konnten sie teil- weise auf einem seit Jahren in ihren Unternehmen etabliertes Umweltma- nagementsystem aufbauen. Der Leitfaden kann beim Publikations- versand der Bundesregierung bestellt (E-Mail an: Publikationen@bundesre- gierung.de) und von der Website des Bundesumweltministeriums (www. bmub.bund.de) und des Umweltbundes- amtes (www.umweltbundesamt.de) her- untergeladen werden. 13 der gefahrgutbeauftragte 09/2017 Wer eine Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen erstellt, muss nach der Gefahrstoffverordnung fachkundig sein. Gefordert sind ausrei- chende Kenntnisse über die gefährli- chen Eigenschaften der verwendeten Gefahrstoffe, Arbeitsabläufe, auszu- übenden Tätigkeiten sowie über die re- levanten Vorschriften. Mit diesem Wis- sen sollen die Arbeitsbedingungen beurteilt sowie die notwendigen Schutzmaßnahmen für eine Tätigkeit festgelegt und bewertet werden. Was aber sind „ausreichende Kenntnis- se“ angesichts tausender Gefahrstoffe und unterschiedlichster Tätigkeiten? An dieser Stelle bleibt der Verord- nungsgeber vage und trifft keine kon- kreten Aussagen. Hier hilft die neue „Fachkunde Gefahr- stoffe“ weiter. Die Autoren haben die grundlegenden Informationen zusam- mengestellt, die ein Fachkundiger zur Erstellung der Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 400 unbedingt braucht – unabhängig von Branche und zu beur- teilender Tätigkeit. Die „Fachkunde Gefahrstoffe“ vermit- telt ganz konkret und mit vielen Bei- spielen aus der Praxis die zentralen Wissenskomponenten, die für die Ge- fährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen benötigt werden. Themen sind u. a. das Sicherheitsda- tenblatt als Informationsquelle für die Gefährdungsbeurteilung, die richtige Lesart sicherheitstechnischen Kennzahlen, der Brand- und Explosi- onsschutz, die Bestimmung und Be- grenzung von Gefahrstoffen in der Luft, das Vorgehen bei der Substitutionsprü- fung, die Festlegung von Schutzmaß- nahmen und die arbeitsmedizinische Vorsorge. Nützliches Recherche-Material im An- hang, unter anderem eine Vorlage zur Dokumentation der Gefährdungsbeur- teilung, rundet das Buch ab. Eine un- verzichtbare Einstiegshilfe in die Ge- fahrstoff-Fachkunde zum Erstellen der von
Meldungen Grundlagen n WHG, IZÜV und BImSchG geändert Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), die Industriekläranla- gen-Zulassungs- und Überwa- chungsverordnung (IZÜV) und das Bundes-Immissionsschutz- gesetz (BImSchG) sind geändert worden. Mit dem vom Bundes- tag beschlossenen „Gesetz zur Einführung einer wasserrecht- lichen Genehmigung für Be- handlungsanlagen für Deponie- sickerwasser, zur Änderung der Vorschriften zur Eignungsfest- stellung für Anlagen zum La- gern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Stoffe und zur Änderung des BImSchG“ vom 18. Juli 2017 (BGBl. 2017 I S. 2771). Das Gesetz dient dazu, die Richtlinie 2010/75/ EU über Industrieemissionen (integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltver- schmutzung) – Industrieemissi- onsrichtlinie – umzusetzen. Die Änderungen im WHG be- treffen u.a. Anlagen zum Lagen, Abfüllen und Umschlagen was- sergefährdender Stoffe; sie tre- ten am 28. Januar 2018 in Kraft. Die Änderungen im BImSchG betreffen § 16a „Störfallrele- vante Änderung genehmigungs- bedürftiger Anlagen“ und § 37d „Zuständige Stelle, Rechtsver- ordnungen“; sie sind am 29. Juli 2017 in Kraft getreten. Straße n ADR-Korrekturen (BGBL Das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur hat Berichtigungen zur 25. ADR- im Änderungsverordnung Bundesgesetzblatt II 2017, S.933) bekannt gemacht. Dabei gilt zu beachten: 1. Die deutsche Übersetzung des Dokuments ECE/ TRANS/WP.15/235, Annex II, berücksichtigt nur die für die deutsche Fassung des ADR relevanten Kor- rekturen. 2. Zusätzlich berücksich- tigt das Fehlerverzeichnis Korrekturen, die nur die deutsche Übersetzung der 25. ADR-Änderungs- verordnung betreffen. 3. Das Fehlerverzeichnis 1 enthält alle Korrekturen in fortlaufender Reihen- folge. n Multilaterale Vereinbarungen M303 – Beförderung von Lithi- umzellen und -batterien, die in Geräten von privaten Haushal- ten enthalten sind und die zur Beseitigung von Schadstoffen, zur Demontage, zum Recyc- ling oder zur Entsorgung ge- sammelt und zur Beförderung aufgegeben werden – gezeich- net von Deutschland, Italien und Österreich sowie neu von Portugal. Die Vereinbarung ist gültig bis 31. Dezember 2018. M305 – Beförderung von Ab- fall, der mit hämorrhagisches Fieber auslösenden Viren ver- unreinigt ist – gezeichnet von Belgien, Deutschland, Luxem- burg und neu von den Nieder- landen. Die Vereinbarung ist gültig bis 31. Dezember 2018. Abweichend von den Vorschrif- ten des Kap. 6.3 und der Ver- packungsanweisung P620 in Unterabschn. 4.1.4.1 ADR dür- fen Abfallstoffe, die mit einem Virus, der hämorrhagisches Fieber wie Ebola auslöst, ver- unreinigt sind oder bei denen der Verdacht besteht, dass sie mit einem solchen Virus verunreinigt sind, gemäß den Bestimmungen der M305 ver- packt und auf der Straße beför- dert werden, um sie endgültig zu beseitigen. Die neue Multi- laterale Vereinbarung erlaubt es, bestimmte ansteckungs- gefährliche Stoffe, gefährlich für Menschen der Kategorie A (Klasse 6.2, UN 2814) zu ver- senden, die sich aufgrund von speziﬁschen Größenbeschrän- kungen oder dem Risiko einer Kontamination nicht sicher in die derzeit verfügbaren P620- Verpackungen einsetzen las- sen. M305 umfasst die Anforde- rungen an die Verpackungen, an sonstige Sicherheitsmaß- der gefahrgutbeauftragte 09/2017 14 nahmen, an die Unterweisung sowie an die Dokumentation. Alle anderen Vorschriften des ADR über die Beförderung an- steckungsgefährlicher Stoffe der UN 2814 sind anwendbar, einschließlich Kap. 1.10. n Deutschland initiiert M307 giftiger, Deutschland hat die Multila- terale Vereinbarung M307 als zeitweilige Abweichung gemäß Abschn. 1.5.1 ADR vorgeschla- gen. Sie betrifft die Beförde- rung von beschädigten oder defekten Lithiumbatterien, die unter normalen Beförderungs- bedingungen zu einer schnel- len Zerlegung, gefährlichen Reaktion, Flammenbildung, gefährlichen Wärmeentwick- lung oder einem gefährlichen Ausstoß ätzender oder entzündbarer Gase oder Dämpfe neigen (UN 3090, UN 3091, UN 3480, UN 3481). Abweichend von den Bestim- mungen laut Sondervorschrift 376 sollen die o.g. Lithiumzel- len und -batterien, die nicht mehr dem gemäß Handbuch Prüfungen und Kriterien ge- prüften Typ entsprechen, nur befördert werden dürfen, wenn sie gemäß der im Anhang I oder II zur M307 aufgeführten Verpackungsanweisung ver- packt sind. Der Regelungsinhalt ist ein Vorgriff auf das ADR 2019. Darin werden neu diese bei- den Verpackungsanweisungen als P911 und LP906 enthalten sein. Sobald weitere Vertragspar- teien die M307 zeichnen, ist sie anwendbar im Verkehr innerhalb und zwischen den Unterzeichnerstaaten, sofern sie eine gemeinsame Gren- ze haben. Diese Multilaterale Vereinbarung würde dann bis 31. Dezember 2018 gelten. Zeichen 261 StVO 261 der StVO die Weiterfahrt? Eine Frage, die im aktuellen Newsletter Gefahrgut (9/2017) der IHK Schwaben gestellt und beantwortet wird. die Beförderungseinheiten mehr als acht Tonnen ge- fährliche Güter in begrenzten Mengen (LQ) transportieren, müssen nach Abschnitt 3.4.13 bzw. 3.4.14 ADR vorne und hin- ten mit dem Kennzeichen für begrenzte Mengen (250 x 250 mm) gekennzeichnet werden. Muss dann der Fahrzeugfüh- rer bei dieser Kennzeichnung auch das Zeichen 261 der StVO (Verbot für kennzeichnungs- pﬂichtige Kraftfahrzeuge mit gefährlichen Gütern) beach- ten? Ein Blick in die StVO hilft nicht weiter. Die Lösung, heißt es in dem Beitrag der IHK Schwaben weiter, ergibt sich aus der Allgemeinen Verwaltungsvor- schrift zur Straßenverkehrs- Ordnung (VwV-StVO). Aus der Erläuterung zu Zeichen 261 geht hervor, dass bei diesem Zeichen die Kennzeichnung nach Kapitel 5.3 ADR gemeint ist, also die orangefarbenen Tafeln. Der Fahrzeugführer einer Beförderungseinheit mit großen Mengen an LQ kann daher bei diesem Zeichen ent- spannt weiterfahren. Binnenschiff n Multilaterale Vereinbarungen n Durchfahrt bei begrenz- ten Mengen verboten? Endet für einen Lkw-Fahrer, der mehr als acht Tonnen Ge- fahrgut in begrenzten Mengen geladen hat, vor dem Zeichen M020 – Verwendung von Flüs- sigerdgas (LNG) als Kraftstoff – gezeichnet von Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz sowie neu von Österreich. Die Vereinbarung ist gültig bis 31. Dezember 2018.
von 9.3.2.31.1 Abweichend Abs. 7.1.3.31, 7.2.3.31.1, 9.1.0.31.1, 9.3.1.31.1, und 9.3.3.31.1 dürfen Binnenschif- fe, die gefährliche Güter be- fördern, LNG als Kraftstoff für ihre Antriebs- und Hilfssyste- me verwenden. Bedingung ist, dass diese An- triebs- und Hilfssysteme Kap. 30 und Anh. 8 Abschn. 1 des europäischen Standards über technische Vorschriften für Binnenschiffe in (ES-TRIN) der jeweils geltenden Fassung entsprechen. n Fristverlängerung Mit der Bekanntmachung zur Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschiff- fahrt (GGVSEB) im Verkehrs- blatt (VkBl. 2017 S. 639) wird die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten auf Binnenwasserstraßen bei be- stimmten Gütern ausgesetzt. Meldungen Werden gefährlicher Güter aus N.A.G.-Einträgen für Gemi- sche mit den UN-Nummern 1267, 1268, 1863, 1993 und 3295, die mehr als zehn Pro- zent Benzin enthalten, mit ei- nem Siedebeginn ≤60 0C und einem Dampfdruck von pD50 ≤ 110 kPa, die nicht den ak- tuellen GGVSEB-Vorschriften (in Verbindung mit der 6. ADN-Änderungsverordnung) entsprechend, sondern nach Maßgabe der am 31. Dezem- ber 2016 für das jeweilige Schiff gültigen Schiffsstofﬂis- te nach Absatz 1.16.1.2.5 ADN und unter Anwendung der Ta- belle C des ADN in der bis zum 31. Dezember 2016 anwendba- ren Fassung der 5. ADN-Än- derungsverordnung befördert, werden die für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungs- widrigkeiten zuständigen Be- hörden von einer Verfolgung und Ahndung von Verstößen absehen. Diese Vorgehens- weise ist befristet bis zum 30. Dezember 2017. Gefahrstoff n Chemikalienrecht geändert Das vom Bundestag beschlos- sene „Gesetz zur Änderung des Chemikaliengesetzes [ChemG] und zur Änderung weiterer chemikalienrechtlicher Vor- schriften“ vom 18. Juli 2017 ist im BGBl. 2017 I S. 2774 bekannt gemacht worden. Damit wer- den u.a. bestehende Vorschrif- ten auf EU-Ebene über Chemi- kalien umgesetzt. Ein Teil der Änderungen, die am 29. Juli 2017 in Kraft ge- treten sind, betrifft das Che- mikaliengesetz (ChemG), die Giftinformationsverordnung und die Chemikalien-Verbots- verordnung (ChemVerbotsV). Nach dem Auslaufen von Über- gangsvorschriften zur Gefähr- lichkeitseinstufung und Kenn- zeichnung von Chemikalien ist das nationale Chemikali- enrecht nun vollständig an die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kenn- zeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen (CLP- Verordnung) angepasst. Weitere des Änderungen ChemG sowie des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG) gelten ab 1. Januar 2020. Sie beinhalten Anpassun- gen an den neuen Anh. VIII CLP- Verordnung, welcher ab 1. Ja- nuar 2020 EU-weit verbindlich geltende Vorgaben für Rezep- turmitteilungen der Hersteller von bestimmten gefährlichen Gemischen (sog. Giftinformati- onsmitteilungen) enthält, wel- che der gesundheitlichen Not- fallberatung dienen. Bitte beachten Sie auch die Ver- lagsbeilage in dieser Ausgabe. IMPRESSUM „Wo Lernen Spaß macht!“ Immer in Ihrer Nähe - 7x in DeutschlanG! Wählen Sie aus unserem Kursangebot: Gefahrguttransporte auf allen Verkehrsträgern (ADR, ADN, IATA/ICAO, IMDG, RID) und alle Personenkategorien Spezialthemen: z.B. Lithium-Batterien, 49 CFR, etc. SicherheitsGatenblätter LaGungssicherung Luftsicherheit * Alle Kurse auch In-House möglich! Unsere Highlights im Oktober: FortbilGung für Gefahrgutbeauftragte 24. - 27.10.2017 Fortbildung Gefahrgutbeauftragte See/Straße/Schiene Luftsicherheit 16. - 19.10.2017 Grundlehrgang Sicherheitsbeauftragter gem. Kapitel 11.2.3.5 FachkunGe SicherheitsGatenblätter 09. - 11.10.2017 Fachkunde zum Erstellen von Sicherheitsdatenblättern Besuchen Sie uns auf: www.strober-partner.Ge www.ecomed-storck.de www.dergebe.de 28. Jahrgang 2017 ecomed-Storck GmbH Justus-von-Liebig-Str. 1, 86899 Landsberg Geschäftsführer: Udo Graf, Dr. Karl Ulrich Handelsregister: Amtsgericht Augsburg HRB 29023 Storck Verlag Hamburg Striepenweg 31, 21147 Hamburg Tel. 040 / 7 97 13 01 Fax 040 / 7 97 13 101 Internet: Redaktion ChR Uwe Heins, verantw., Uwe G.W. Rainer, Tel. 040 / 7 97 13-135 eMail: u.rainer@ecomed-storck.de Anzeigen Frank Wind, verantw. Tel. 040 / 7 97 13-121 eMail: f.wind@ecomed-storck.de Druck AZ Druck und Datentechnik GmbH Heisinger Straße 16, 87437 Kempten eMail: kempten@az-druck.de Erscheinungsweise Jahresabonnement inkl. MwSt. zuzügl. 14 Euro Versandkosten Das Abonnement verlängert sich zu den monatlich € 145,99 geltenden Bedingungen um ein Jahr, wenn es nicht mit einer Frist von 8 Wochen zum Ende des Bezugszeitraums gekündigt wird. Einzelpreis: € 15,99 inkl. MwSt. zuzügl. Versandkosten Mengenpreisstaffeln auf Anfrage Bestellungen beim Aboservice oder über den Buchhandel, ISBN 3-923190-40-9, ISSN 1439-5770 Abonnentenservice Jutta Müller Hultschiner Straße 8 81677 München Telefon: +49 89 2183 - 7110 Fax: +49 89 2183 - 7620 aboservice@hjr-verlag.de Nachdruck, auch auszugsweise, nur nach Ver- einbarung mit dem Verlag. Alle Einzelheiten wurden nach bestem Wissen zusammen- gestellt. Eine Gewähr kann jedoch nicht übernommen werden. Die mit dem Namen des Verfassers oder seinen Initialen gezeichneten Beiträge geben die Meinung des Autors, aber nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion wieder. 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References: § 4
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 Art. 2
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