Source: https://www.pallicura.de/akademie/gesundheitliche-versorgungsplanung-fuer-die-letzte-lebensphase
Timestamp: 2019-09-21 11:06:38+00:00

Document:
Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase | Pallicura
- nach § 132 g Abs. 3 SGB V
Seit 1. Januar 2018 können vollstationäre Pflegeeinrichtungen im Sinne des § 43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII gemäß § 132g Abs. 1 SGB V eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten und mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen. Voraussetzung ist, dass die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase gemäß den Vorgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen von einem/einer qualifizierten Berater/in durchgeführt wird:
§ 132 g Abs. 3 SGB V
Mit der Rahmenvereinbarung gemäß § 132g Abs. 3 SGB V sind Umsetzung und Finanzierung einer Gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase in
zugelassenen vollstationären Pflegeeinrichtungen nach § 43 SGB XI und Einrichtungen der Eingliederungshilfe nach § 75 Abs. 1 Satz 1 SGB XII geregelt. Dieses besondere
Beratungsangebot wird unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen finanziert.
In Kraft getreten ist diese Vereinbarung am 01.01.2018.
Die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase nach § 132 g SGB V in stationären Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe orientiert sich am biographischen Hintergrund der Leistungsberechtigten.
Inhalt der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist ein individuelles, auf die Situation des Leistungsberechtigten zugeschnittenes Beratungsangebot zur medizinischen-pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Versorgung in der letzten Lebensphase. Ziel der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase ist die Ermöglichung und Unterstützung einer selbstbestimmten Entscheidung über Behandlungs-, Versorgungs- und Pflegemaßnahmen am Lebensende.
Die Weiterbildung qualifiziert zur Beratung in der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase gemäß § 132 g Abs. 3 SGB V. Nach Abschluss des ersten Teils der Weiterbildung und dem Nachweis gegenüber den Krankenkassen sind die Berater/-Innen berechtigt, Leistungen mit der Krankenkasse abzurechnen.
Die Weiterbildung findet berufsbegleitend statt und ist in zwei Teile gegliedert:
48 UE theoretischer Unterricht
7 eigenverantwortlich durchgeführte Beratungsprozesse
48 Unterrichtseinheiten (á 45 Minuten) theoretischer Unterricht, aufgeteilt in 2 Module. Daran anschließend 12 Unterrichtseinheiten bestehend aus 2 Beratungsprozessen mit insgesamt 4 begleiteteten Gesprächen, einschließlich Vor-, Nachbereitung und Dokumentation durch den/die angehende/n Berater/in. Die Beratungsgespräche finden bei den Teilnehmenden vor Ort statt und werden durch Mentoren begleitet. Die Termine für die Gespräche werden individuell vereinbart.
Nach erfolgreichem Abschluss des 1. Teils der Weiterbildung ist der/die Teilnehmer/in berechtigt mit der Krankenkasse Beratungsleistungen abzurechnen.
Durchführung von sieben Beratungsprozessen innerhalb eines Jahres, die alleinverantwortlich durch den/die Teilnehmer/in geplant, vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert werden. Die Teilnehmer/innen reichen die durchgeführten Beratungsgespräche anhand eines Kurzprotokolls eigenständig bei der Kurskoordinatorin ein.
Der Praxisteil wird von Mentoren begleitet.
Nach erfolgreichem Abschluss des 2. Teils der Weiterbildung erhält der Teilnehmer ein Abschlusszertifikat.
Theoriemodul: Block 1: 22.04. - 24.04.2020
Praxismodul 1: Die Termine für die Gespräche werden individuell vereinbart
Praxismodul 2: 7 eigenverantwortlich durchgeführte Beratungsgespräche
Die Teilnehmer/innen erwerben fachliche und personale Kompetenzen, um eigenverantwortliche Beratungsgespräche zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase planen, durchführen, dokumentieren und mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen zu können.
Teilnahmeberechtigt sind Fachkräfte mit folgenden Qualifikationen, die nach §132g SGB V eine Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase durchführen möchten und den Eingangsvoraussetzungen der Rahmenvereinbarungen entsprechen.
Gesundheits- und Pflegewissenschaftler/innen
Geistes-, Sozial und Erziehungswissenschaftler/innen
Ärzte/Ärztinnen, die als Berater/innen tätig werden möcten
Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem der oben genannten Ausbildungsberufe oder eine abgeschlossenes Studium in einer der oben genannten Disziplinen.
Eine mindestens dreijährige einschlägigege Berufserfahrung in einem der folgenden Tätigkeitsbereichen mit einem Mindesbeschäftigungsumfang von 0,5 Vollzeitäquivalenten innerhalb der letzten acht Jahre:
Die Weiterbildung richtet sich ausschließlich an in Bayern Beschäftigte, da die Begleitung durch Mentoren im Praxisteil sonst nicht gewährleistet werden kann.
Die inhaltliche Gestaltung der Weiterbildung orientiert sich an der Rahmenvereinbarung der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase gemäß § 132g Abs. 3 SGB V. Das Curriculum basiert auf den Kompetenzbeschreibungen des deutschen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (DQR). Die DQR stellt die Kompetenz in 2 Dimensionen dar:
Fachkompetenz, unterteilt in Wissen und Fertigkeiten
Personale Kompetenz, unterteilt in Sozialkompetenz und Selbstkompetenz.
Der Theorieteil enthält folgende Lernfelder
1. Einführung in die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
Konzept der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase im Kontext des deutschen Gesundheitssystems
Ziele der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
Eigene Rolle des Beraters sowie Reflexion des Maßes an Verantwortungsübernahme
Bedeutung des Beratungsprozesses der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase sowie dessen Bedeutung für die Betroffene
2. Kenntnisse zu medizinisch-pflegerischen Sachverhalten
Vorstellung verschiedener medizinisch-pflegerischer Abläufe
Das Ausmaß, die Intensität und die Grenzen medizinischer Interventionen sowie palliativmedizinischer und palliativpflegerischer Maßnahmen in der letzten Lebensphase
Erörterung medizinisch-pflegerischer Sachverhalte mit den Leistungsberechtigten, bezogen auf individuelle Situation
3. Ethische und rechtliche Rahmenbedingungen
Möglichkeiten der Versorgung am Lebensende
Inanspruchnahme von/oder Verzicht auf intensivpflegerische, lebensverlängernde, palliative Maßnahmen
Reflexion eigener Werte bezüglich Leben, Sterben und schwerer Erkrankung
Non-direktive Beratung des Leistungsberechtigten ohne eigene Wertvorstellungen
Juristische Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase
Gesetzliche Vorsorgeinstrumente: Vorsorgevollmacht, Betreuungsvollmacht und Patientenverfügung
Sensibilisierung für rechtliche Folgen von fehlender Einwilligungsfähigkeit
4. Kommunikation in Beratungsgesprächen zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
Kennenlernen verschiedener Gesprächs- und Moderationstechniken
Suggestive und manipulative Gesprächselement identifizieren
Kenntnisse über barrierefreie Kommunikationshilfen und situationsgerechter Einsatz im Beratungsprozess
Fähigkeiten, Willensäußerungen von nicht-einwilligungsfähigen Personen zu erfassen und in den Prozess einzubinden
Besonderheiten der Gesprächsführung mit Menschen in unterschiedlichen Lebensaltern
5. Dokumentation und Vernetzung
Beratungsprozess und die Willensäußerung übersichtlich, nachvollziehbar sowie verständlich dokumentieren und aktualisieren
Ziel und Zweck von Notfalldokumenten und Anwendung
Organisation von interner und externer Vernetzung
6. Anwendung des Erlernten in Kleingruppen
Simulation von Gesprächssituationen in Kleingruppen, zur Anwendung des Erlernten
Die Kosten der Weiterbildung betragen 1.850,- € inkl. MwSt. pro Teilnehmer, in den Kosten inbegriffen sind:
Der Kurs ist aus organisatorischen Gründen auf maximal 20 Teilnehmer/innen beschränkt. Ab einer Mindesteilnehmerzahl von 12 Personen findet der Kurs im jeweiligen Kursjahr statt.
Veranstalter / Schulungsraum / Kooperationsveranstaltung
Nach Abschluss des 1. Teils der Weiterbildung erhält der/die Teilnehmer/in ein Zertifikat, welches zur Abrechnung von Beratungsleistungen nach §132g SGB V mit der Krankenkasse berechtigt.
Nach erfolgreichen Abschluss des 2. Teils der Weiterbildung erhält der/die Teilnehmer/in ein Abschlusszertifikat, welches den Landesverbänden der gesetzlichen Krankenversicherungen bzw. den Verbänden der Ersatzkassen vorzulegen ist.
Wenn dieses Zertifikat nicht vorgelegt wird, gilt die Weiterbildung als nicht abgeschlossen und weitere Leistungen können nicht erbracht und mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.
Verbindliche Anmeldung zur Weiterbildung "Gesundheitliche Versorgungsplanung in der letzten Lebensphase §132g SGB V"
Lebenslauf mit Nachweis der einschlägigen, dreijährigen Berufserfahrung

References: § 132
 § 43
 § 75
 § 132

§ 132
 § 132
 § 43
 § 75
 § 132
 § 132
 §132
 § 132
 §132
 §132