Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.12.2009&Aktenzeichen=II%20ZR%20229/08
Timestamp: 2020-01-18 18:41:36+00:00

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BGH, 07.12.2009 - II ZR 229/08 - dejure.org
https://dejure.org/2009,498
BGH, 07.12.2009 - II ZR 229/08 (https://dejure.org/2009,498)
BGH, Entscheidung vom 07.12.2009 - II ZR 229/08 (https://dejure.org/2009,498)
BGH, Entscheidung vom 07. Dezember 2009 - II ZR 229/08 (https://dejure.org/2009,498)
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Haftung für betriebliche Altverbindlichkeiten bei Firmenfortführung; erforderliche Unternehmensfortführung bezüglich Teilbereich eines Unternehmens (wesentlicher Kernbereich)
Vorliegen einer Unternehmensfortführung i.S. von § 25 Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) im Falle der lediglichen Fortführung eines Teilbereichs des Unternehmens; Wert der Unternehmensteile als Indiz für die Bestimmung des Kernbereichs eines Unternehmens
Unternehmensfortführung bei Fortführung des wesentlichen Kernbereichs des Unternehmens
Zur Unternehmensfortführung i.S. von § 25 Abs. 1 HGB bei Fortführung lediglich des wesentlichen Kernbereichs des Unternehmens
Unternehmensteilbereichsfortführung - § 25 HGB
Gesellschaftsrecht: Unternehmensfortführung bei Fortführung eines Teilbereichs des Unternehmens
GG Art. 103; HGB § 25 Abs. 1
Vorliegen einer Unternehmensfortführung i.S. von § 25 Abs. 1 Handelsgesetzbuch ( HGB ) im Falle der lediglichen Fortführung eines Teilbereichs des Unternehmens; Wert der Unternehmensteile als Indiz für die Bestimmung des Kernbereichs eines Unternehmens
Unternehmensfortführung wenn Teilbereich wesentlich ist
Haftung des Firmenübernehmers
Haftung für die Fortführung eines erworbenen Handelsgeschäfts
Kurznachricht zu "Unternehmensfortführung bei Teilerwerb - zur Bedeutung des Unternehmenswerts für § 25 I 1 HGB" von Jun.-Prof. Dr. Stefan Müller und Wiss. Mit. Vanessa Kluge, original erschienen in: NZG 2010, 256 - 258.
NJW-RR 2010, 246
ZIP 2010, 83
MDR 2010, 333
WM 2010, 82
BB 2010, 148
BB 2010, 65
DB 2010, 50
NZG 2010, 112
Dies ist auch der Fall, wenn der Tatrichter, ohne seine eigene ausreichende (medizinische) Sachkunde darzulegen, im Wege der vorweggenommenen Beweiswürdigung prüft, ob ein Sachverständiger in der Lage wäre, aus den vorhandenen Anknüpfungstatsachen Befundtatsachen zu ermitteln (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Dezember 2009 - II ZR 229/08, NJW-RR 2010, 246 Rn. 4).
Die Haftungsfolge aus § 25 Abs. 1 HGB kommt daher auch dann zum Zuge, wenn einzelne Vermögensbestandteile oder Betätigungsfelder von der Übernahme ausgenommen sind, solange nur der den Schwerpunkt des Unternehmens bildende wesentliche Kern desselben übernommen wird, so dass sich der nach außen für die beteiligten Verkehrskreise in Erscheinung tretende Tatbestand als Weiterführung des Unternehmens in seinem wesentlichen Bestand darstellt (…s. BGH, Urteile vom 4. November 1991 aaO mwN …und vom 16. September 2009 aaO Rn. 17 f; Beschluss vom 7. Dezember 2009 - II ZR 229/08, NJW-RR 2010, 246, 247 Rn. 2).
Genügt das Parteivorbringen diesen Anforderungen an die Substantiierung, kann der Vortrag weiterer Einzeltatsachen, die etwa den Zeitpunkt und den Vorgang bestimmter Ereignisse betreffen, nicht verlangt werden; es ist dann vielmehr Sache des Tatrichters, bei der Beweisaufnahme die benannten Zeugen nach Einzelheiten zu befragen, die ihm für die Beurteilung der Zuverlässigkeit der Bekundungen erforderlich erscheinen (…s. zu alldem BGH, Beschlüsse vom 11. Mai 2010 - VIII ZR 212/07, NJW-RR 2010, 1217, 1218 f Rn. 11; vom 7. Dezember 2009 - II ZR 229/08, NJW-RR 2010, 246, 247 Rn. 3 mwN;… vom 9. Februar 2009 - II ZR 77/08, NJW 2009, 2137 Rn. 4;… vom 2. Juni 2008 - II ZR 121/07, NJW-RR 2008, 1311 Rn. 2 …und vom 21. Mai 2007 - II ZR 266/04, NJW-RR 2007, 1409, 1410 Rn. 8;… Zöller/Greger, ZPO, 29. Aufl., § 138 Rn. 7b und vor § 253 Rn. 23).
Im Interesse der Wahrung des Grundrechts aus Art. 103 Abs. 1 GG darf das Gericht keine überspannten Anforderungen an die Darlegung stellen (…BGH, Beschlüsse vom 11. Mai 2010 aaO Rn. 10 f; vom 7. Dezember 2009 aaO Rn. 2 f;… vom 9. Februar 2009 aaO …und vom 2. Juni 2008 aaO).
Die Nichterhebung eines Beweises wegen mangelnder Substantiierung der unter Beweis gestellten Tatsache verletzt Art. 103 Abs. 1 GG, wenn die Anforderungen an eine ausreichende Substantiierung der unter Beweis gestellten Tatsache in offenkundig unrichtiger Weise gehandhabt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Dezember 2009 - II ZR 229/08, NJW-RR 2010, 246 Rn. 3;… vom 11. Mai 2010 - VIII ZR 212/07, NJW-RR 2010, 1217 Rn. 10;… vom 28. Februar 2012 - VIII ZR 124/11, WuM 2012, 311 Rn. 5 f;… vom 5. Dezember 2013 - IX ZR 6/13, nv Rn. 8, jeweils mwN).
Die Nichterhebung eines Beweises wegen mangelnder Substantiierung der unter Beweis gestellten Tatsache verletzt Art. 103 Abs. 1 GG, wenn die Anforderungen an eine ausreichende Substantiierung der unter Beweis gestellten Tatsache in offenkundig unrichtiger Weise gehandhabt werden (vgl. BGH, Beschluss vom 7. Dezember 2009 - II ZR 229/08, NJW-RR 2010, 246 Rn. 3;… vom 11. Mai 2010 - VIII ZR 212/07, NJW-RR 2010, 1217 Rn. 10;… vom 28. Februar 2012 - VIII ZR 124/11, WuM 2012, 311 Rn. 5 f;… vom 5. Dezember 2013 - IX ZR 6/13, nv Rn. 8, jeweils mwN;… vom 20. November 2014 - IX ZR 314/12, nv Rn. 5).
Vielmehr genügt die Fortführung des Handelsgeschäfts im wesentlichen Bestand oder Kern (BGH, ZIP 1992, 398; BGH, DB 2009, 2429; BGH, Beschluss vom 7. Dezember 2009, II ZR 229/08), wobei hinsichtlich des Merkmals des wesentlichen Kernbereichs letztlich auf eine einzelfallbezogene Beurteilung ankommt.

References: § 25
 § 25
 § 25
 Art. 103
 § 25
 § 25
 § 25
 § 25
 § 138
 § 253
 Art. 103
 Art. 103
 Art. 103