Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=09.11.2012&Aktenzeichen=III%20B%20138/11
Timestamp: 2019-10-19 21:05:46+00:00

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BFH, 09.11.2012 - III B 138/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,41312
BFH, 09.11.2012 - III B 138/11 (https://dejure.org/2012,41312)
BFH, Entscheidung vom 09.11.2012 - III B 138/11 (https://dejure.org/2012,41312)
BFH, Entscheidung vom 09. November 2012 - III B 138/11 (https://dejure.org/2012,41312)
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Grundsätzliche Bedeutung einer Rechtssache - Kindergeldberechtigung von Ausländern - Maßgeblichkeit des tatsächlichen "Besitzes" aufenthaltsrechtlicher Titel - Geltendmachung verfassungsrechtlicher Bedenken
Grundsätzliche Bedeutung einer Rechtssache; Kindergeldberechtigung von Ausländern; Maßgeblichkeit des tatsächlichen "Besitzes" aufenthaltsrechtlicher Titel; Geltendmachung verfassungsrechtlicher Bedenken
§ 115 Abs 2 Nr 1 FGO, § 116 Abs 3 S 3 FGO, § 62 Abs 2 EStG 2002, Art 3 Abs 1 GG
Besitz eines aufenthaltsrechtlichen Titels für die Kindergeldberechtigung maßgebend; Kindergeldberechtigung eines Ausländers
FG Berlin-Brandenburg, 07.06.2011 - 4 K 4364/07
Nach der ständigen Rechtsprechung des BFH kommt es kindergeldrechtlich nicht darauf an, auf welchen Aufenthaltstitel der Ausländer einen Anspruch hat, sondern nach § 62 Abs. 2 nur darauf, welchen Aufenthaltstitel er tatsächlich besitzt (BFH-Urteil vom 17.04.2008, III R 16/05, BFHE 221, 43, BStBl II 2009, 918, Beschluss vom 09.11.2012, III B 138/11, BFH/NV 2013, 372, jeweils m.w.N.).
Der Kindergeldanspruch setzt vielmehr voraus, dass der Kindergeldberechtigte im maßgeblichen Streitzeitraum einen Aufenthaltstitel tatsächlich (körperlich) in den Händen hält (Senatsbeschluss vom 9. November 2012 III B 138/11, BFH/NV 2013, 372, Rz 5; FG Hamburg, Urteil vom 23. April 2014 6 K 277/13, EFG 2014, 1597).
Soweit der Senat im Beschluss vom 9. November 2012 III B 138/11 (BFH/NV 2013, 372) ausgeführt habe, die Ausweitung der Kindergeldberechtigung nicht freizügigkeitsberechtigter Ausländer, die ihren Unterhalt mit Sozialleistungen bestreiten, bringe für diese in der Regel keine finanziellen Vorteile, rechtfertige das nicht die fortdauernde Anwendung verfassungswidriger Normen.
Die dem Beschluss in BFH/NV 2013, 372 zugrunde liegende Annahme treffe zudem nicht zu.
b) Die Verfassungsmäßigkeit des § 62 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b EStG ist vom Senat bereits mehrfach bejaht worden (z.B. Senatsurteile vom 28. April 2010 III R 1/08, BFHE 229, 262, BStBl II 2010, 980;… vom 7. April 2011 III R 72/09, BFH/NV 2011, 1134; Senatsbeschlüsse in BFH/NV 2013, 372;… vom 26. März 2013 III B 158/12, BFH/NV 2013, 968), und zwar auch für Fälle, in denen sich drittstaatsangehörige Ausländer bereits längere Zeiträume in Deutschland aufhielten (Nachweise bei Avvento in Kirchhof, EStG, 16. Aufl., § 62 Rz 2).
Die gesetzliche Voraussetzung "im Besitz" einer Aufenthaltsberechtigung oder Aufenthaltserlaubnis zu sein steht einer Rückwirkung der mit Bescheid vom 3. Mai 2012 erteilten Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 3 Aufenthaltsgesetz entgegen (vgl. BFH, Beschlüsse vom 09. November 2012 III B 138/11, BFH/NV 2013, 372 …und vom 06. Mai 2011 III B 130/10, BFH/NV 2011, 1353).
Entgegenstehende gewichtige neue rechtliche Gesichtspunkte wurden bisher nicht geltend gemacht (vgl. BFH, Beschluss vom 09. November 2012 a.a.O.).
bb) Eine Rechtsfrage, die --wie im vorliegenden Fall-- vom BFH bereits geklärt ist, bedarf im Regelfall keiner erneuten Klärung im Revisionsverfahren (vgl. BFH-Beschlüsse vom 9. November 2012 III B 138/11, BFH/NV 2013, 372, …und vom 7. Juni 2006 II B 129/05, BFH/NV 2006, 1616).

References: § 115
 § 116
 § 62
 § 62
 § 62
 § 62
 § 25