Source: https://m.dmrz.de/palliativpflege-302-sgb-v.html
Timestamp: 2019-03-19 03:34:37+00:00

Document:
Unter Mitwirkung namhafter Verbände wurden "Gemeinsame Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen" (23.06.2008) durch die "Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes nach § 132d Abs. 2 SGB V für die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung" (23.6.2008 in der Fassung vom 05.11.2012) abgelöst. Gemäß §132d Abs. 2 SGB V regelt der "Spitzenverband Bund der Krankenkassen" unter Beteiligung der betreffenden Organisationen in seinen Empfehlungen die:
"die Anforderungen an die Erkrankungen nach Absatz 1 Satz 1 sowie an den besonderen Versorgungsbedarf der Versicherten,
Inhalt und Umfang der Zusammenarbeit des verordnenden Arztes mit dem Leistungserbringer."
(Anm.: Der GKV-Spitzenverband ist der Spitzenverband Bund der Krankenkassen gemäß § 217 a SGB V).
Lesen Sie hier die aktuell gültigen:
Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes nach § 132d Abs. 2 SGB V.
Mit der aktuellen Empfehlung zur Umsetzung "Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)" auf Länderebene seitens des Spitzenverbandes GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) und der Forderung nach einer wohnortnahen bedarfsgerechte Versorgung mit SAPV ergeben sich einige Änderungen, die vor allem die größeren Kommunen mit über 100.000 Einwohnern betreffen. Denn mit diesem Jahr werden diese Kommunen und Städte verpflichtet, Palliativpflegeteams für die Patienten bereit zu stellen und die Leistungen der spezialisierten Leistungserbringer elektronisch per DTA abzurechnen.
§ 37b SAPV § 132d SAPV
SAPV - Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung ist nach § 132 d SGB V in Verbindung mit § 37 b SGB V geregelt. Im § 132d SGB V Abs. 2 wird die Ausgestaltung der SAPV geregelt. Die Ausgestaltung wiederum folgt der Empfehlung des GKV Spitzenverbandes unter Beteiligung verschiedener Organisationen (Deutsche Kraneknhausgesellschaft, Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen auf Bundesebene, Spitzenorganisationen der Hospizarbeit, Spitzenorganisationen der Palliativarbeit, Kassenärztlichen Bundesvereinigung).
Mit dem Ziel der Festlegung der:
1.) Leistungsqualität,
2.) Qualitässicherung und Fortbildung,
3.) Maßstäbe der Versorgung
Laut Empfehlung gliedern sich die Ziele in:
Interdisziplinäre Palliativ-Pflege-Teams
Gesetzliche Grundlage / gesetzliche Regelung der SAPV
(Der Gemeinsame Bundesausschuss bestimmt in den Richtlinien nach § 92 das Nähere über die Leistungen)
((1) Über die spezialisierte ambulante Palliativversorgung einschließlich der Vergütung und deren Abrechnung schließen die Krankenkassen unter Berücksichtigung der Richtlinien nach § 37b Verträge mit geeigneten Einrichtungen oder Personen, soweit dies für eine bedarfsgerechte Versorgung notwendig ist. In den Verträgen ist ergänzend zu regeln, in welcher Weise die Leistungserbringer auch beratend tätig werden.)
eine anerkannte Zusatzweiterbildung Palliativmedizin nach der aktuell gültigen Weiterbildung der jeweiligen Landesärztekammer (160 Std. Weiterbildung)
Erfahrung aus der ambulanten palliativen Behandlung von mindestens 75 Palliativpatienten/innen oder mindestens einjähriger klinischer palliativmedizinischer Tätigkeit in einer Palliativabteilung in einem
Krankenhaus oder stationärem Hospiz
Abschluss einer Palliative-Care-Weiterbildungsmaßnahme im Umfang von
mindestens 160 Stunden oder Abschluss eines vergleichbaren Studiums
Weitere Fachkräfte (z.B. Sozialarbeiterinnen / Sozialarbeiter, Sozialpädagoginnen oder Sozialpädagogen, Psychologinnen oder Psychologen) müssen neben der Grundqualifikation (z.B. Diplom) eine
eine Zusatzweiterbildung Palliative-Care oder eine mehrjährige Erfahrung in der Palliativversorgung nachweisen
Selbstbestimmtes Leben bis zum Tod in einem häuslichen Umfeld ist für schwer- bis schwersterkrankte Menschen immer noch ein Wunsch, den 70% der Betroffenen teilen. Dagegen standen vorher fehlende gesetzliche Strukturen in der Pflege. Durch Einführung der SAPV in das SGB V wurde das dafür notwendige Zusammenwirken unterschiedlicher Pflegeinstanzen vereinfacht. So vereint das SAPV in der aktuellen Version und den Empfehlungen seitens der Spitzenverbände die verschiedenen Sonstigen Leistungserbringer, Fachärzte und Hausärzte (Vertragsärzte) unter dem Dach der SAPV-Leistungserbringer. Auf der Seite der Sonstigen Leistungserbringer sind dies insbesondere Pflegedienste, Hospizdienste und psychoonkologische Betreuungsdienste.
die „Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung spezialisierter ambulanter Palliativversorgung“ (SAPV-RL) vom 20. Dezember 2007 in ihrer jeweils gültigen Fassung.
die „Gemeinsamen Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen nach § 132 d Abs. 2 SGB V für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ vom 23.06.2008.
Den Anspruch des Versicherten auf spezialfachärztliche Versorgung bestimmt § 37 b SGB V und die „Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von ambulanter und spezialisierter Palliativversorgung“ (SAPV-RL) vom 20. Dezember 2007 in ihrer jeweils gültigen Fassung:
"(2) Versicherte haben Anspruch auf SAPV, wenn sie an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass dadurch ihre Lebenserwartung begrenzt ist (§ 3 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von SAPV) und
sie (unter Berücksichtigung der in § 1 genannten Ziele) eine besonders aufwändige Versorgung (§ 4 der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Verordnung von SAPV) benötigen, die nach den medizinischen und pflegerischen Erfordernissen auch ambulant oder in stationären Pflegeeinrichtungen (§ 72 SGB XI) erbracht werden kann."
Eine "besonders aufwendige Symptomatik" liegt z.B. dann vor, wenn eine kurzfristige Therapieanpassung durch die Palliativteams aufgrund komplex ausgeprägter Symptomatik bedingt wird.
Gemäß den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes vom 23.06.2008 haben auch Versicherte in stationären Hospizen einen Anspruch auf die Teilleistung der erforderlichen ärztlichen Versorgung im Rahmen der SAPV.
Wie hoch ist der SAPV Versorgungsbedarf regional einzustufen?
Folgende Leistungen werden im Rahmen der SAPV laut Absatz 2.2 erbracht:
Dabei ist, so das Spitzengremium, den "besonderen Belangen von Kindern und Jugendlichen Rechnung zu tragen".
Das Bundesgesundheitsministerium hat bereits unter Ulla Schmidt die Eigenständigkeit der Palliativpflege gestärkt: „Viele Patientinnen und Patienten wünschen, in der häuslichen, zumindest aber in gewohnter Umgebung zu sterben. Sie möchten nicht allein gelassen werden und nicht unter Schmerzen leiden müssen. Es ist ein anerkanntes gesellschaftliches Ziel, diesen Wünschen nachzukommen, den schwer kranken Patientinnen und Patienten einen würdigen Lebensraum zu schaffen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Hierzu leisten die Konzepte und Erfahrungen der Hospizbewegung (Hospice Care) sowie der Palliativmedizin und Palliativpflege (Palliative Care) einen wesentlichen Beitrag. Die Hospizbewegung will mit ihren ambulanten und stationären Angeboten die Sterbephase aus den Krankenhäusern heraus in das häusliche beziehungsweise in ein vergleichbares Umfeld zurückholen. Daran anknüpfend ist die Palliativmedizin ein vom Respekt vor der Würde und Selbstbestimmung des Sterbenden geprägter multidisziplinärer Behandlungs- und Betreuungsansatz, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Leid zu lindern und eine möglichst gute Lebensqualität bis zum Tod zu gewährleisten. Zur Verbesserung der ambulanten Versorgung erhalten die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit 1. April 2007 einen eigenständigen Anspruch auf eine ‚spezialisierte ambulante Palliativversorgung‘" (Quelle: Website des BMG / eingestellt am 21.5. 2008).

References: § 132
 §132
 § 217
 § 132

§ 37
 § 132
 § 132
 § 37
 § 132
 § 92
 § 37
 § 132
 § 37
 § 1