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Timestamp: 2019-03-21 21:00:20+00:00

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Rechtsprechung: MDR 2006, 1439 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: OLG Stuttgart, 30.06.2006
GmbHG § 15 Abs. 4
Formzwang für Treuhandvertrag über GmbH-Geschäftsanteil
Beurkundungszwang bei privatschriftlichen Treuhandvereinbarungen; Erwerb von Geschäftsanteilen an einer GmbH als Treuhänder; Unbeachtlichkeit des Formmangels eines Rechtsgeschäfts wegen unzulässiger Rechtsausübung
Zur Form des Treuhandvertrags über einen GmbH-Anteil
Erfordernis der notariellen Beurkundung eines Treuhandvertrags hinsichtlich eines GmbH-Geschäftsanteils
Reichweite des Formerfordernisses des § 15 IV GmbHG beim Treuhandvertrag über GmbH-Anteile; Voraussetzung der treuwidrigen Berufung auf den Formmangel
Ausnahmen vom Formzwang für einen Treuhandvertrag hinsichtlich eines GmbH-Geschäftsanteils
Formzwang für Treuhandvertrag eines GmbH-Geschäftsanteil?
Ausnahme vom Formzwang des § 15 IV GmbHG
Formbedürftigkeit eines Treuhandvertrages betreffend GmbH-Geschäftsanteil
Treuhandvertrag hinsichtlich eines GmbH-Geschäftsanteils unterliegt nur ausnahmsweise nicht dem Formzwang des § 15 Abs. 4 GmbHG
LG Hamburg, 19.09.2003 - 320 O 101/03
OLG Hamburg, 24.09.2004 - 11 U 9/04
BGH, 15.03.2006 - II ZR 330/04
BGH, 29.05.2006 - II ZR 330/04
NJW-RR 2006, 1415
ZIP 2006, 1295
MDR 2006, 1419
MDR 2006, 1439
DNotZ 2006, 774
WM 2006, 1388
BB 2006, 1646
DB 2006, 1671
a) Die Formvorschrift des § 15 Abs. 4 Satz 1 GmbHG zielt nicht allein darauf ab, den im Hinblick auf § 16 GmbHG besonders wichtigen Beweis der Anteilsinhaberschaft zu gewährleisten, sondern sie soll auch verhindern, dass GmbH-Geschäftsanteile Gegenstand des freien Handelsverkehrs werden (BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2005 - II ZR 330/04, NJW-RR 2006, 1415 Rn. 3;… Urteil vom 19. April 1999 - II ZR 365/97, BGHZ 141, 207 unter I 2 d [juris Rn. 21] m.w.N.).
Er beansprucht auch bereits in der Gründungsphase der GmbH Geltung (BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2005 aaO;… Urteil vom 19. April 1999 aaO [juris Rn. 23]).
Dabei ist die Vereinbarungstreuhand, mit der ein Gesellschafter mit einem Dritten vereinbart, seinen bisher auf eigene Rechnung gehaltenen Geschäftsanteil nunmehr als Treuhänder für den anderen zu halten, ebenso notariell zu beurkunden (BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2005 aaO;… Urteil vom 19. April 1999 aaO [juris Rn. 20 ff.];… Reichert/Weller in MünchKomm-GmbHG, 2. Aufl. § 15 Rn. 215 m.w.N.) wie eine Vereinbarung zum Treugeberwechsel (…Verse in Henssler/Strohn, Gesellschaftsrecht 3. Aufl. § 15 GmbHG Rn. 121;… Scholz/Seibt, GmbHG 11. Aufl. § 15 Rn. 230).
Diese Grundsätze gelten auch für § 15 Abs. 4 Satz 1 GmbHG (BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2005 - II ZR 330/04, NJW-RR 2006, 1415 Rn. 5).
Nach dem Sinn und Zweck des Formerfordernisses unterfällt der Abschluss eines Treuhandvertrags, der einen bestehenden GmbH-Geschäftsanteil betrifft und mit der Verpflichtung zur Übertragung des Geschäftsanteils auf den Treugeber verbunden ist (§ 667 BGB), dem Formzwang nach § 15 Abs. 4 Satz 1 GmbHG (s. BGH, Urteil vom 19. April 1999 - II ZR 365/97, BGHZ 141, 207, 211 f und Beschluss vom 12. Dezember 2005 - II ZR 330/04, NJW-RR 2006, 1415 Rn. 3).
Es entspricht überdies der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH), dass ein Treuhandvertrag hinsichtlich eines GmbH-Geschäftsanteils dem Formzwang des § 15 Abs. 4 GmbHG unterliegt, wenn er sich --wie im Streitfall-- auf bereits existente Geschäftsanteile bezieht (vgl. BGH-Beschluss vom 12. Dezember 2005 II ZR 330/04, Wertpapier-Mitteilungen/Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht --WM-- 2006, 1388; BGH-Urteile vom 19. April 1999 II ZR 365/97, BGHZ 141, 208, WM 1999, 1118, und vom 6. Juli 1961 II ZR 219/58, BGHZ 35, 272;… vgl. zusammenfassend auch Bayer in Lutter/ Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 17. Aufl., 2009, § 15 Rz 91, 92 zur Treuhand und Rz 96 zur Unterbeteiligung, jeweils m.w.N. aus Schrifttum und Rechtsprechung).
In diesen Fällen, in denen die Treuhandabrede im Vorgründungsstadium geschlossen wird, sich aber weder auf bestehende noch nach Abschluss des notariellen Gründungsvertrages künftig mit der Eintragung der GmbH entstehende Geschäftsanteile bezieht, ist der Treuhandvertrag formfrei (BGH, Beschluss v. 12.12.2005, II ZR 330/04, Rn. 3, juris).
OLG Hamm, 07.05.2014 - 12 U 30/13
Voraussetzungen eines Schadensersatzanspruchs wegen Abbruchs der Verhandlungen …
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann ein Verstoß gegen § 242 BGB bei Berufen auf die Formnichtigkeit eines Rechtsgeschäfts dann angenommen werden, wenn das Scheitern des Geschäfts an der Formnichtigkeit zu einem für die betroffene Partei schlechthin untragbaren Ereignis führt (vgl. BGH NJW-RR 2006, 1415, juris Tz. 5; NJW 2004, 3330, juris Tz. 13).
OLG Saarbrücken, 03.03.2011 - 8 U 262/10
Unterschrift des Bürgermeisters auch ohne Dienstsiegel gültig
Diese Voraussetzung erfüllen insbesondere zwei Fallgruppen, nämlich zum einen die Fälle der Existenzgefährdung des einen Teils und zum anderen die Fälle einer besonders schweren Treuepflichtverletzung des anderen Teils (vgl. BGH NJW 1983, 563, 564; NJW 1987, 1069, 1070; NJW 2004, 3330, 3331 f.; NJW-RR 2006, 1415; Armbrüster, Treuwidrigkeit der Berufung auf Formmängel, NJW 2007, 3317 ff.).
OLG Saarbrücken, 03.04.2008 - 8 U 471/07
Rechtsfolgen einer mit einer Einziehungsermächtigung verbundenen …
Mit der Begründung des Treuhandverhältnisses, aufgrund dessen eine Person für einen Treugeber einen Geschäftsanteil erwirbt, wird aufschiebend bedingt die Verpflichtung zur Anteilsübertragung begründet, weil der Treuhänder diese Beteiligung aus dem Treuhandverhältnis erlangt hat und bei dessen Beendigung gemäß § 667 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zur Herausgabe verpflichtet ist (Urteil des Bundesgerichtshofs --BGH-- vom 19. April 1999 II ZR 365/97, BGHZ 141, 208; BGH-Beschluss vom 12. Dezember 2005 II ZR 330/04, GmbH-Rundschau 2006, 875).
Die Treuhand kann entgegen § 15 Abs. 4 GmbHG auch formlos vereinbart werden, sofern es sich um noch nicht existente Anteile handelt, die noch durch Gründung oder eine Kapitalerhöhung geschaffen werden müssen, und wenn der Vorgang noch nicht notariell beurkundet wurde (BGH, Beschluss vom 12. Dezember 2005 II ZR 330/04, Neue Zeitschrift für Gesellschaftsrecht -NZG- 2006, 590).
OVG Niedersachsen, 17.11.2016 - 13 ME 112/16
(Privatrechtliche) Bedeutung des § 75 Abs 2 S 1 VwVfG für eine Inanspruchnahme …
OLG Frankfurt, 12.04.2010 - 16 W 11/10
Unterlassungsanspruch hinsichtlich verschiedener Äußerungen, Einordnung der …
OLG Stuttgart, 30.06.2006 - 8 W 140/06
Verfahren zur Bestellung eines Betreuers im anwaltsgerichtlichen Verfahren: Zulässigkeit einer zwangsweisen Vorführung zur Anhörung oder Untersuchung
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Zwangsweise Vorführung zur Anhörung oder Untersuchung, zwangsweise Unterbringung zum Zwecke der Begutachtung in Verfahren zur Bestellung eines Betreuers?
Verfahren zur Bestellung eines Betreuers für einen Rechtsanwalt; Möglichkeit der Vorführung des Betroffenen zur Anhörung oder Anordnung einer Vorführung zur Begutachtung des psychischen Zustandes; Pflicht zur Anhörung und Untersuchung des Betroffenen vor Betreuerbestellung
AG Kirchheim unter Teck - 4 GR 14/04
LG Stuttgart, 20.03.2006 - 10 T 337/04
FGPrax 2007, 47
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Vorführung des Betroffenen oder deren zwangsweise Vollziehung außer Verhältnis zum Verfahrensgegenstand stehen würden (…Keidel/Budde FamFG 18. Aufl. § 278 Rn. 25; vgl. auch OLG Stuttgart FGPrax 2007, 47 f.).

References: § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 16
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 242
 BGH 
 BGH 
 § 667
 § 15
 § 75
 § 278