Source: https://www.kostenlose-urteile.de/BGH_VIII-ZR-9110_BGH-zum-Kuendigungsrecht-des-Vermieters-von-Wohnraum-bei-fortlaufend-unpuenktlicher-Mietzahlung.news11742.htm
Timestamp: 2020-02-18 00:43:17+00:00

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Urteil > VIII ZR 91/10 | BGH - BGH zum Kündigungsrecht des Vermieters von Wohnraum bei fortlaufend unpünktlicher Mietzahlung < kostenlose-urteile.de
Die Beklagten zu 1 bis 3 des zugrunde liegenden Falls sind seit 2005 Mieter eines Einfamilienhauses der Klägerin in Achberg, in dem auch der Beklagte zu 4 wohnt. Nach dem Mietvertrag ist die Miete jeweils zum 3. Werktag eines Monats fällig. Die Beklagten entrichteten die Miete seit Mai 2007 erst zur Monatsmitte oder noch später und setzten dies auch nach Abmahnungen der Klägerin im Oktober und Dezember 2008 fort. Daraufhin erklärte die Klägerin wiederholt die Kündigung des Mietverhältnisses und erhob Räumungsklage gegen die Beklagten. Die Beklagte zu 1 hat im Wege der Widerklage die Rückzahlung der von ihr bei Beginn des Mietverhältnisses geleisteten Kaution insoweit begehrt, als diese den zulässigen Betrag von drei Monatsmieten überstieg. Die Klägerin hat die Einrede der Verjährung erhoben. Das Amtsgericht hat die Klage und die Widerklage abgewiesen. Auf die Berufung der Beklagten zu 1 hat das Oberlandesgericht der Widerklage stattgegeben, die Berufung der Klägerin hat es zurückgewiesen.
Wiederholt verspätetet entrichtete Mietzahlung stellt gravierende Pflichtverletzung dar
Die hiergegen gerichtete Revision der Klägerin hatte Erfolg. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, das die andauernde und trotz wiederholter Abmahnung des Vermieters fortgesetzte verspätete Entrichtung der Mietzahlung durch den Mieter eine so gravierende Pflichtverletzung darstellt, dass sie eine Kündigung aus wichtigem Grund nach § 543 Abs. 1, Abs. 3 BGB* rechtfertigt. Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts gilt das auch dann, wenn dem Mieter (nur) Fahrlässigkeit zur Last fällt, weil er aufgrund eines vermeidbaren Irrtums davon ausgeht, dass er die Miete erst zur Monatsmitte zahlen müsse.
Verjährungsfrist für Rückforderungsanspruch der unzulässig hohen Kaution beginnt mit Zahlung derselbigen
Ferner hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Verjährungsfrist für den Rückforderungsanspruch des Mieters wegen der drei Monatsmieten übersteigenden Kaution mit der Zahlung der überhöhten Kaution beginnt. Der Verjährungsbeginn setzt nicht voraus, dass dem Mieter die Regelung des § 551 Abs. 1 und 4 BGB** bekannt ist, nach der die Kaution bei einem Mietverhältnis über Wohnraum maximal drei Monatsmieten betragen darf.
* - § 543 BGB:
** - § 551 BGB: Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten
Amtsgericht Wangen, Urteil vom 07.07.2009
[Aktenzeichen: 4 C 90/09]
Oberlandesgericht Stuttgart, Urteil vom 25.03.2010
[Aktenzeichen: 13 U 136/09]
Bundesgerichtshof, Entscheidung vom 01.06.2011 [Aktenzeichen: VIII ZR 91/10]
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Dokument-Nr. 11742
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References: BGH 
 BGH 
 § 543
 § 551
 § 543
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