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Timestamp: 2019-02-22 07:45:43+00:00

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SR 412.101.222.18 Verordnung des SBFI vom 19. Dezember 2014 über die berufliche Grundbildung Uhrmacherin/Uhrmacher mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.222.18 Verordnung des SBFI vom 19. Dezember 2014 über die berufliche Grundbildung Uhrmacherin/Uhrmacher mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
412.101.222.18
Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Uhrmacherin/Uhrmacher mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
vom 19. Dezember 2014 (Stand am 1. Januar 2018)
Uhrmacherin EFZ/Uhrmacher EFZ
Horlogère CFC/Horloger CFC
Orologiaia AFC/Orologiaio AFC
1 Uhrmacherinnen und Uhrmacher auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus:
Sie setzen mechanische, automatische und einfache elektronische Uhrwerke mit kleinen Komplikationen sowie chronographische Uhrwerke zusammen und kennen die Grundsätze von Uhrwerken mit komplexeren Komplikationen.
Sie führen bei verschiedenen Kalibern Arbeitsschritte zur Feineinstellung und Regulierung durch.
Sie führen Arbeitsschritte zum Aufsetzen und Einschalen durch und berücksichtigen dabei jederzeit die hohen Präzisionsanforderungen, die in diesem Beruf gelten.
Sie fertigen einfache Werkzeuge und Ausrüstung, die sie zum Zusammensetzen der Bestandteile eines Uhrwerks oder einer Ausstattung (Habillage) benötigen.
Sie beherrschen die Fachterminologie der Branche und kennen die verschiedenen Bestandteile von Uhrwerken und der Ausstattung (Habillage).
Sie wenden die geltenden Vorschriften bezüglich Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltweltschutz an und beachten die spezifischen Sicherheits- und Qualitätsnormen der Branche und des Betriebs.
Sie führen im Rahmen des Kundendienstes auch Arbeiten an einfachen Uhrwerken oder Uhrwerken mit kleinen Komplikationen durch und stellen alle Etappen des Kundendienstes, von der Erstellung von Kostenvoranschlägen bis hin zur Fakturierung sicher.
Sie führen im Labor verschiedene Tests und Kontrollen durch.
Je nach gewähltem Schwerpunkt führen sie Reparaturarbeiten bei Armband- und/oder Pendeluhren durch und stellen die dazu erforderlichen Einzelteile her (Rhabillage) oder definieren industrielle Prozesse zur Verbesserung der Produktion (industrielle Methoden).
2 Innerhalb des Berufs der Uhrmacherin oder des Uhrmachers auf Stufe EFZ gibt es die folgenden Schwerpunkte:
Rhabillage;
industrielle Methoden.
2 Inhaberinnen und Inhabern eines eidgenössischen Berufsattests Uhrenarbeiterin EBA oder Uhrenarbeiter EBA kann das erste Jahr der beruflichen Grundbildung angerechnet werden.
3 Inhaberinnen und Inhabern eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses Uhrmacherin Produktion EFZ oder Uhrmacher Produktion EFZ werden die ersten zwei Jahre der beruflichen Grundbildung angerechnet.
4 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zuständigen Berufsfachschule.
Fertigen von branchenspezifischen Werkzeugen und Ausrüstung:
Werkzeuge und Ausrüstung wählen,
manuelle und maschinelle Bearbeitungstechniken nutzen, um persönliche Werkzeuge und Ausrüstung zu fertigen,
Zapfendreharbeiten ausführen;
Zusammensetzen von Einzelteilen:
Verschiedene Arten von einfachen mechanischen, automatischen und elektronischen Uhrwerken zusammensetzen und zerlegen,
einschalen,
verschiedene Arten von mechanischen und elektronischen Uhrwerken mit kleinen Komplikationen zusammensetzen und zerlegen,
mechanische und elektronische Chronographen zusammensetzen und zerlegen,
Massprüfungen sowie funktionelle und ästhetische Kontrollen vornehmen;
Feineinstellen und Regulieren:
Feineinstellen,
regulieren;
Anwenden der Richtlinien bezüglich Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz:
Auf den Gesundheitsschutz achten,
auf die Arbeitssicherheit achten,
auf den Umweltschutz achten;
Reparieren und Instandsetzen (Kundendienst):
Servicearbeiten am Uhrwerk durchführen,
Servicearbeiten an der Ausstattung (Habillage) vornehmen,
Reparatur und Instandsetzung (Kundendienst) sicherstellen,
Reparaturarbeiten an Uhrwerken, Uhren oder Pendeluhren durchführen;
Durchführen von Analysen:
Tests und Messungen im Labor durchführen,
industrielle Methoden anwenden.
2 In den Handlungskompetenzbereichen Abs. 1 Bst. a-d, e Ziff. 1-3 und f Ziff. 1 ist der Aufbau der Handlungskompetenzen für alle Lernenden verbindlich.
3 Je nach gewähltem Schwerpunkt müssen zudem folgende Handlungskompetenzen erlangt werden:
Schwerpunkt Rhabillage: Handlungskompetenz gemäss Abs. 1 Bst. e Ziff. 4;
Schwerpunkt industrielle Methoden: Handlungskompetenz gemäss Abs. 1 Bst. f Ziff. 2.
1 Fassung gemäss Ziff. II 162 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruflichen Grundbildung im Durchschnitt 3 bis 4 Tage pro Woche.
1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 2080 Lektionen. Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:
Fertigen von branchenspezifischen Werkzeugen und Ausrüstung,
Anwenden der Richtlinien bezüglich Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
Zusammensetzen von Einzelteilen
Feineinstellen und Regulieren
Reparieren und Instandsetzen (Kundendienst)
Durchführen von Analysen
1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen 64 Tage zu acht Stunden.
2 Die Tage und die Inhalte sind wie folgt auf 3 Kurse aufgeteilt:
Kurs I findet im 1. Lehrjahr statt, umfasst 32 Tage und beinhaltet folgende Handlungskompetenzen:
manuelle und maschinelle Bearbeitungstechniken nutzen, um persönliche Werkzeuge und Ausrüstung zu fertigen;
Kurs II findet im 2. Lehrjahr statt, umfasst 16 Tage und beinhaltet die Handlungskompetenz «Zapfendreharbeiten ausführen»;
Kurs III findet im 2. Lehrjahr statt, umfasst 16 Tage und beinhaltet die Handlungskompetenz «Regulieren».
1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan vor, der von der zuständigen Organisation der Arbeitswelt erlassen und vom SBFI genehmigt wird.
dem Anforderungsniveau des Berufes;
1 Fassung gemäss Ziff. III 33 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
Uhrmacherin EFZ oder Uhrmacher EFZ mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
gelernte Uhrmacherin oder gelernter Uhrmacher in den Fachgebieten Rhabillage oder Industrie mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet;
eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwendigen Berufskenntnissen im Bereich Uhrmacherin EFZ und Uhrmacher EFZ und mit mindestens 3 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.
1 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäftigen, dürfen eine lernende Person ausbilden.
4 Werden die Ziele der vereinbarten Massnahmen nicht erreicht oder ist der Ausbildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.
Art. 15 Leistungsdokumentation in den überbetrieblichen Kursen
1 Die Anbieter der überbetrieblichen Kurse dokumentieren die Leistungen der Lernenden in Form eines Kompetenznachweises für jeden überbetrieblichen Kurs.
2 Die Kompetenznachweise werden in Noten ausgedrückt. Diese fliessen ein in die Berechnung der Erfahrungsnote gemäss Artikel 19 Absatz 3.
Art. 16 Zulassung
von dieser beruflichen Erfahrung mindestens 4 Jahre im Bereich Uhrmacherin EFZ und Uhrmacher EFZ erworben hat, und
Art. 18 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung
Praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von 16 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tätigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszuführen. Die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse dürfen als Hilfsmittel verwendet werden. Der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche mit den nachstehenden Gewichtungen:
Schwerpunktbezogene Handlungskompetenzen
(gemäss Art. 4 Abs. 3 Bst. a oder b)
Berufskenntnisse, im Umfang von 8 Stunden. Dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbildung geprüft. Der Qualifikationsbereich Berufskenntnisse umfasst die folgenden Handlungskompetenzbereiche und Prüfungsformen mit den nachstehenden Gewichtungen:
Fertigen von branchenspezifischen Werkzeugen
Zusammensetzen von Einzelteilen,
Durchführen von Kontrollen,
den Unterricht in den Berufskenntnissen;
4 Die Note für den Unterricht in den Berufskenntnissen ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 8 Semesterzeugnisnoten.
5 Die Note für die überbetrieblichen Kurse ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der 3 benoteten Kompetenznachweise.
6 Für die Berechnung der Gesamtnote werden die einzelnen Noten wie folgt gewichtet:
Erfahrungsnote: 30 %.
3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufskenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
4 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch von überbetrieblichen Kursen wiederholt, so wird die bisherige Note beibehalten. Werden die letzten zwei bewerteten überbetrieblichen Kurse wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.
2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Uhrmacherin EFZ» oder «Uhrmacher EFZ» zu führen.
die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 21 Absatz 1, die Erfahrungsnote.
Art. 23 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Berufe im Bereich der Uhrenindustrie
1 Die schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Berufe im Bereich der Uhrenindustrie setzt sich zusammen aus:
8-9 Vertreterinnen oder Vertretern der Convention patronale de l'industrie horlogère suisse (CP);
mindestens 3 Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft;
3 Die Schwerpunkte der von der Kommission behandelten Berufe müssen vertreten sein.
Art. 24 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse
1 Trägerin für die überbetrieblichen Kurse ist die Convention patronale de l'industrie horlogère suisse (CP).
11. Abschnitt : Schlussbestimmungen
das Reglement vom 23. Februar 20011 über die Ausbildung und die Lehrabschlussprüfung der Uhrmacherin oder des Uhrmachers Fachgebiet Rhabillage und der Uhrmacherin oder des Uhrmachers Fachgebiet Industrie;
der Lehrplan vom 23. Februar 20012 für den beruflichen Unterricht der Uhrmacherin oder des Uhrmachers Fachgebiet Rhabillage und der Uhrmacherin oder des Uhrmachers Fachgebiet Industrie.
2 Die Genehmigung des Reglements vom 6. April 2001 über die Einführungskurse für Uhrmacherinnen oder Uhrmacher Fachgebiet Rhabillage und Uhrmacherinnen oder Uhrmacher Fachgebiet Industrie wird widerrufen.
1BBl 2001 1523
2BBl 2001 1523
1 Lernende, die ihre Bildung als Uhrmacherin oder Uhrmacher Fachgebiet Rhabillage oder Uhrmacherin oder Uhrmacher Fachgebiet Industrie vor dem 1. März 2015 begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab.
2 Personen mit einem Abschluss als Uhrmacher Praktikerin oder Uhrmacher Praktiker sind bis zum 1. Januar 2018 für das Vertiefungsjahr für Uhrmacherinnen und Uhrmacher im Fachgebiet Rhabillage oder im Fachbereich Industrie zugelassen.
3 Wer das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Uhrmacherin oder Uhrmacher Fachgebiet Rhabillage oder Uhrmacherin oder Uhrmacher Fachgebiet Industrie bis zum 31. Dezember 2020 wiederholt, kann verlangen, nach altem Recht beurteilt zu werden.
1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2 am 1. März 2015 in Kraft.
2 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 16-22) treten am 1. Januar 2019 in Kraft.
AS 2015 557
1 SR 412.102 SR 412.1013 SR 822.1154 Fassung gemäss Ziff. I 162 der V des SBFI vom 24. Nov. 2017 über die Änderung von Bildungsverordnungen betreffend das Verbot gefährlicher Arbeiten, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 7331).
Verordnung des SBFI vom 19. Dezember 2014 über die berufliche Grundbildung Uhrmacherin/Uhrmacher mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)
Zum SeitenanfangLetzte Aktualisierung: 17.02.2019

References: Art. 15

Art. 16

Art. 18
 Art. 4

Art. 23

Art. 24