Source: http://alg-ratgeber.de/viewtopic.php?f=16&t=24050&start=50
Timestamp: 2019-08-21 23:28:26+00:00

Document:
Vermittlungsvorschlag trotz Selbständigkeit? - Seite 3 - ALG-Ratgeber - Hilfe zur Selbsthilfe
Beitrag von kleinchaos » Fr 8. Feb 2019, 05:40
Beitrag von friys » Fr 8. Feb 2019, 09:13
Do 7. Feb 2019, 21:19
Ich hatte im Frühjahr 2018 mein Bewerberprofil beim Datenschutzbeauftragten des Jobcenter in Schriftform angefordert. Der mehrseitige Ausdruck erfolgte mit Hinweis auf § 40 Abs. 3 SGB III innerhalb eines Monats. Schlusssatz des Datenschutzbeauftragten des Jobcenter: "Meiner Einschätzung nach liegt keine Verletzung datenschutzrechtlicher Bestimmungen vor."
Die Daten des schriftlichen Ausdrucks entsprechen den digital hinterlegten Daten im Jobbörse-Account der BA.
Statt Geburtsdatum ist aufgeführt unter "Sonstige Angaben zum Bewerber" : "m/w/(d), Alter: xx Jahre"
Keine Kunden-Adresse, wenn Bewerber in VerBis als "intern veröffentlicht" = anonymisiert geführt wird; stattdessen "Kontakt über JC"
Referenznummer des VV mit RFB
Gewünschte Arbeitsorte
Komplette Auflistung "Berufserfahrung"
Kontaktdaten des Jobcenter
Die Jobbörse. Informationen für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Ein Leitfaden für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Seite 29 hat geschrieben:
[...] Die JOBBÖRSE bietet Ihnen [= AG] nun mehrere Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme.
Sofern die Bewerberin bzw. der Bewerber einer vollen Veröffentlichung des Bewerberprofils zugestimmt hat, können Sie die entsprechenden Kontaktdaten direkt einsehen. Klicken Sie hierfür in der Ergebnisliste (Erläuterung siehe Seite 28) auf den Titel des Bewerberprofils und Sie finden in der Detailansicht die von der Bewerberin bzw. vom Bewerber angegebenen Kontaktdaten. Über diese können Sie sich individuell mit dem Stellensuchenden in Verbindung setzen (je nach Angabe z.B. schriftlich, telefonisch oder per E-Mail).
"Mit Klick auf diese Schaltfläche [= Vormerken] können Sie [= AG] auch hier das Bewerberprofil in Ihre Vormerkliste übernehmen."
"Bei einer vollen Veröffentlichung können Sie hier die Kontaktdaten der bzw. des Stellensuchenden einsehen."
Beitrag von HarzerUrvieh » Fr 8. Feb 2019, 19:55
Mittlerweile haben sich mehr Fragen aufgetan, als ich zurzeit bearbeiten kann.
kc hat es schön auf den Punkt gebracht; ...da hat SB seinen Job nicht richtig gemacht...
Beitrag von Latuda » Sa 9. Feb 2019, 09:00
ich hab schon nen Brief vom potenziellen AG bekommen: Sie haben doch einen VV bekommen, wir warten auf die Bewerbung...
Datenschutz? Naja, wen interessiert das schon, dort wo es wirklich drum geht.
Kaum noch einer schreibt seine Telefonnummer zB in Kleinanzeigen, wegen Datenschutz! *kopfschüttel*
Hier in dem Fall des Selbstständigen mit Brief an die direkte Konkurrenz find ich ziemlich heftig...
Beitrag von friys » Sa 9. Feb 2019, 10:58
Ja, wenn der JC-SB seinen Job sensibler gehandhabt hätte, "wäre die Zwickmühle nicht entstanden." (#51). Andererseits kann jedoch auch gemutmaßt werden, dass der JC-SB in voller Absicht dem derzeit selbst fast absaufenden SGB-II-Selbstständigen in ein soz. vers. pflichtiges Beschäftigungsverhältnis in seinem erlernten Beruf "helfen" will, denn der SGB-II-Aufstocker eLB hat noch noch ca. 30 Jahre bis zum Renteneintritt ... und ist eventuell bei einem \\\ ironie an /// Mitbewerber als Arbeitnehmer auf Dauer besser aufgehoben. \\\ ironie aus ///
Eine Strafanzeige wegen Geschäftsschädigung (#11) steht sehr eng in Zusammenhang mit Schadensersatzansprüchen. Das Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb im Sinne von § 823 BGB ist schon lange anerkannt. Dennoch muss die Abgrenzung von Geschäftsschädigung gegenüber möglicherweise "zulässigen Eingriffen mit negativen Auswirkungen" im Einzelfall besonders überprüft werden.
Ohne versierten Fachanwalt für Wirtschaftsrecht wird sich kaum abchecken lassen, ob das Recht am Unternehmen durch Geschäftsschädigung verletzt ist und die Voraussetzungen für Unterlassungs- und Beseitigungsansprüche nebst Schadensersatzansprüche nach §§ 249 ff. BGB gegeben sind. Und ob unser @HarzerUrvieh die Gebühren und Honorare für einen Rechtsanwalt parat hat, bezweifle ich wegen seiner derzeit notleidenden Situation.
Vgl. auch Informationshalber
"Die Jobcenter können zwar vor den ordentlichen Gerichten verklagt werden. Einer Klage auf Schadensersatz wegen Amtspflichtverletzungen steht im Regelfall jedoch die fehlende Passivlegitimation der Arbeitsgemeinschaft entgegen. Dies entschied jetzt der Bundesgerichtshof auf die Schadensersatzklage einer Krankenkasse gegen eine Arbeitsgemeinschaft." (Bundesgerichtshof, Urteil vom 22. Oktober 2009 – III ZR 295/08) Quelle: https://www.rechtslupe.de/brennpunkt/di ... rge-314400
Beitrag von Günter » Sa 9. Feb 2019, 11:15
Trotzdem würde ich mein Schreiben, so wie ich es zuletzt formuliert habe, abschicken.
Erstens um die nicht genehmigten Daten aus dem Vermittlungsprofil zu entfernen, zweitens um weiteren VVs vorzubeugen und drittens um den SB klarzumachen er kann mit dem eHB nicht alles machen, der wehrt sich. SBs sind auch nur faule und feige Menschen, die suchen sich immer erst die schwächsten Opfer.
Beitrag von ernest1950 » Sa 9. Feb 2019, 11:19
Ich weiß, dass es "geschäftsschädigend" ist. Aber das JC interessiert es die Bohne, woher Du die Zeit für Bewerbungen und all solchen Kram nimmst. JC guckt in den § 10 SGB II und da findet sich kein Grund, warum Du Dich nicht bewerben müsstest. Und allein das zählt für's JC.
Aussichtsreich erscheint aber Günter's Ansatz: Wenn die Konkurrenz Wind bekommt vom ALG II Bezug, dass ist das hochgradig geschäftsschädigend, daher sind solche Stellen unzumutbar.
gucke in den § 2 SGBII, das ist der Grund, sich NICHT zu bewerben.
Die Regierung hat in ihrer unverschämten Art sich 2 widersprechende Gesetze festgelegt, damit Menschen, auch wenn sie alles richtig machen, trotzdem sanktioniert werden können.
Befolgt man § 2, wird man wegen § 10 bestraft
befolgt man § 10, wird man wegen § 2 bestraft
Beitrag von HarzerUrvieh » Sa 9. Feb 2019, 12:02
Nun ja, in den nächsten Tagen prüft die betriebliche Rechtschutzversicherung die Möglichkeit der Kostenübernahme. Meine Hausbank ist übrigens auch daran interessiert, dass ich meinen Gewerbebetrieb aufrecht erhalte und nicht in ein abhängiges abreitsverhältnis wechsel. Schon aus Gründen des höheren Umsatzes. So ganz allein und mittellos stehe ich zurzeit nicht da. Abgesehen davon, sind die Kosten ja auch in die EKS einzutragen...
Beitrag von HarzerUrvieh » Sa 9. Feb 2019, 12:08
Sa 9. Feb 2019, 11:15
Ist auch meine Meinung. Das Schreiben muss raus. Schon aus den von Dir genannten Gründen und auch um nicht zu kuschen. Das liegt mir nicht.
Übrigens ist uns aufgefallen, dass der SB und auch sein TL zittern, wenn wir in Gesprächen sind. Sie wirken bei eher eingeschüchtert und überfordert.
Das Schreiben wäre auch schon unterwegs, wenn ich weniger Arbeit hätte. Ich arbeite aber lieber gewinnbringend, als mich mit dem JC zu beschäfftigen. In die Falle mag ich nicht tappen.
Beitrag von HarzerUrvieh » Fr 15. Feb 2019, 14:22
Vor ca. einer Woche habe ich das JC "gebeten" mein Bewerberprofil zu löschen, meine Daten unkenntlich zu machen oder mich zumindest über die weitere Vorgehensweise und Strategie des JC zu informieren. Bisher keine Antwort erhalten.
Aber: Mein Bewerberprofil ist nicht mehr auffindbar. Weder für mich, noch für andere Arbeitgeber.
Beitrag von HarzerUrvieh » Fr 15. Feb 2019, 14:30
Fr 8. Feb 2019, 09:13
...komplette Auflistung "Berufserfahrung"...
Waren die Angaben mit Datum angegeben? Wie z.B. 01.01.1977 bis 31.12.2001 Arbeitgeber xy oder "nur" 14 Jahre dort und 24 Monate woanders?

References: § 40
 § 823
 § 10
 § 2
 § 2
 § 10
 § 10
 § 2