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Timestamp: 2020-08-10 07:46:18+00:00

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DSGVO-Checkliste â€“ Was Webseitenbetreiber jetzt tun sollten und auf was sie achten mÃ¼ssen.
Von Moritz Bachmann publiziert am 24. April 2018
Nur noch wenige Wochen, dann ist es soweit: Die EU-DSGVO wird vollumfÃ¤nglich wirksam. Am 25.05.2018 mÃ¼ssen Webseitenbetreiber DSGVO-konform sein. Viele Unternehmen haben hier noch nichts oder nur wenig unternommen, denn gerade fÃ¼r Nicht-Juristen ist das Gesetzeswerk mit seinen knapp 100 Artikeln weder eingÃ¤ngig zu lesen und noch weniger umzusetzen.
Aus diesem Grund haben wir eine Ã¼bersichtliche DSGVO-Checkliste mit den wichtigsten Fragestellungen und Handlungspunkten fÃ¼r Sie in diesem Blog-Artikel zusammengefasst.
Die EU-Datenschutzgrundverordnung (im Englischen auch unter GDPR bekannt) rÃ¤umt Nutzern mehr Rechte ein als es das BDSG-alt, TMG oder UWG bislang getan hat. DarÃ¼ber hinaus trifft sie nicht nur die Betreiber von Webseiten und -Portalen, ihr Anwendungsbereich erstreckt sich prinzipiell auf jedes Unternehmen, dass personenbezogene Daten (eine Definition dieses Begriffes finden Sie auch hier in unserem Blog: EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) im Marketing-Kontext) von EU-BÃ¼rgern verarbeitet (z.B. auch die von Mitarbeitern). Durch das Marktortprinzip ist es dabei vÃ¶llig unerheblich, ob das betreffende Unternehmen in der EU sitzt oder nicht. Es gibt zwar einige Ausnahmeregelungen aber diese sind meist derart eng gefasst, dass wohl nur wenige Unternehmen davon profitieren werden.
An dieser Stelle sei auch gesagt, dass die DSGVO nicht zum Ziel hat den Unternehmen zu schaden, auch wenn die horrenden BuÃŸgelder dies vielleicht vermuten lassen; der Gesetzgeber mÃ¶chte vor allem, dass sich Unternehmen aktiv mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzen und forciert dies mit empfindlichen BuÃŸgeldern.
Die DSGVO-Checkliste fÃ¼r Webseitenbetreiber
1. Involvieren Sie Ihren Datenschutzbeauftragten
Der Datenschutzbeauftragter ist einer Ihrer wichtigsten Ansprechpartner zur Umsetzung der EU-DSGVO. Obgleich er nicht persÃ¶nlich fÃ¼r VersÃ¤umnisse oder Fehler beim Thema Datenschutz haftet, ist er verpflichtet, Ã¼ber bestehende datenschutzrechtliche Pflichten aufzuklÃ¤ren und deren Einhaltung Ã¼berwachen.
Ist die Benennung eines DSB Pflicht?
In den meisten FÃ¤llen, ja. Sobald mindesten 10 Personen im Unternehmen (auch Praktikanten, Teilzeit- oder freie Mitarbeiter) regelmÃ¤ÃŸig personenbezogene Daten verarbeiten (z.B. durch die Arbeit mit einem CRM-System) oder die KerntÃ¤tigkeit des Unternehmens die eine umfangreiche, regelmÃ¤ÃŸige und systematische Ãœberwachung von Personen erforderlich macht (z.B. Leadmanagement Ã¼ber die Webseite) oder ein Verarbeitungsprozess eine Datenschutz-FolgenabschÃ¤tzung benÃ¶tigt (dazu weiter unten mehr) ist ein Datenschutzbeauftragter verpflichtend zu bestellen. Es spielt dabei keine Rolle ob Sie einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten benennen (erfordert eine entsprechende Schulung z.B. durch die IHK) oder auf die Hilfe eines externen DSB zurÃ¼ckgreifen.
2. Machen Sie eine Bestandsaufnahme aller Prozesse in denen personenbezogene Daten verarbeitet werden
Die DSGVO sieht vor, dass ein Verfahrensverzeichnis (mehr dazu weiter unten) fÃ¼r o.g. Prozesse erstellt wird. Die Bestandsaufnahme ist ein erster Schritt zur Erstellung dieses Verzeichnisses und soll helfen, ein mÃ¶glichst umfassendes Bild zu schaffen und den Weg zum Verfahrensverzeichnis zu erleichtern.
Wie erstelle ich eine Bestandsaufnahme?
Im ersten Schritt genÃ¼gt z.B. ein Excel-Sheet mit folgenden Informationen:
Prozessname (z.B. Absenden Kontaktformular)
Zweck des Prozesses (z.B. Vertragsanbahnung)
verarbeitete personenbezogenen Daten (z.B. Nachname, E-Mail-Adresse, Telefonnummer)
Betroffene Personen (z.B. Nutzer, Mitarbeiter)
Quelle (z.B. Webseite)
DatenÃ¼bermittlung (z.B. eigener Server in DE)
Beachten Sie bei der Erstellung, dass Sie auch sÃ¤mtliche Prozesse mit Bezug zu persÃ¶nlichen Daten mit aufnehmen, die von externen Dienstleistern fÃ¼r Sie erbracht werden, z.B. wenn Sie ein CRM auf SaaS-Basis nutzen oder Ihre E-Mails von Google in den USA gehosted werden. Hierzu sind in aller Regel sogenannte AuftragsverarbeitungsvertrÃ¤ge (AV-VetrÃ¤ge, vormals ADV-VertrÃ¤ge genannt) mit dem Dienstleister abzuschlieÃŸen (mehr dazu in Punkt 4).
3. PrÃ¼fen Sie die Rechtsgrundlage jedes Datenverarbeitungsprozesses
Die DSGVO sieht sog. gesetzliche Erlaubnisse (Art. 6, Abs. 1 DSGVO) vor unter denen Betreiber von Webseiten auch nach dem Stichtag Ende Mai personenbezogene Daten verarbeiten dÃ¼rfen. Hier sind die drei wichtigsten ErlaubnistatbestÃ¤nde fÃ¼r Sie zusammengefasst:
Die betroffene Person hat ihre Einwilligung zu der Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogenen Daten fÃ¼r einen oder mehrere bestimmte Zwecke gegeben. (z.B. Einwilligung Ã¼ber ein Double-Opt-In-Verfahren fÃ¼r einen Newsletter)
Personenbezogene Daten dÃ¼rfen im Rahmen der VertragserfÃ¼llung bzw. zur Vertragsanbahnung genutzt und verarbeitet werden (hierunter kÃ¶nnten bspw. auch Kontaktformulare fallen).
Personenbezogenen Daten sind ggf. aufgrund gesetzlicher Aufbewahrungspflichten zu erfassen, zu verarbeiten und vorzuhalten (z.B. Rechnungen, GeschÃ¤ftsbriefe, etc.)
Die Verarbeitung personenbezogener Daten auf Grundlage berechtigter Interessen. Berechtigt sind insbesondere auch wirtschaftliche Interessen. Diese sind mit den Interessen der Nutzer am Datenschutz abzuwÃ¤gen. (Hierunter kann bspw. die Nutzung von Google Analytics zum Zweck der Verbesserung der Webseite bzw. der User-Experience auf der Seite fallen)
Die Rechtsgrundlage ist also die Bedingung zur Legitimation der Verarbeitung von personenbezogenen Daten. Aus diesem Grund muss sie sowohl im Verfahrensverzeichnis als auch in den Datenschutzbestimmungen pro Prozess immer mit angegeben werden.
SpezialfÃ¤lle:
MinderjÃ¤hrige unter 16 Jahren kÃ¶nnen per Definition keine rechtswirksame Einwilligung erteilen. Personenbezogene Daten sind damit immer ohne Erlaubnistatbestand. Ein rechtssicheres bzw. nutzerfreundliches Prozedere gibt es an dieser Stelle noch nicht.
Besonders sensible Daten (Angaben zur Ethnie, Gesundheit, SexualitÃ¤t, religiÃ¶sen oder politischen Ansichten sowie Biometrie oder Genetik eines Menschen) erfordern grundsÃ¤tzlich die Einwilligung des Betroffenen.
Sie kÃ¶nnen hierzu auch wieder die zuvor erstellte Bestandsaufnahme bemÃ¼hen und pro Prozess die Rechtsgrundlage (Einwilligung des Betroffenen, VertragserfÃ¼llung, vorvertragliche MaÃŸnahmen, ErfÃ¼llung einer rechtlichen Verpflichtung, Berechtigtes Interesse) hinzufÃ¼gen. Lassen Sie dabei das Vorsichtsprinzip walten und verzichten Sie besser auf die Datenerhebung/-verarbeitung bzw. LÃ¶schen Sie personenbezogene Daten, wenn kein gesetzliches Erlaubnis dafÃ¼r vorliegt bzw. vorlag.
4. PrÃ¼fen Sie Ihre ADV-/AV-VertrÃ¤ge
VertrÃ¤ge zur Auftragsdatenverarbeitung sind schon aus dem BDSG-alt bekannt und umfassen das Erheben, Verarbeiten oder Nutzen personenbezogener Daten durch einen zumeist externen Dienstleister (Auftragnehmer). Die DSGVO regelt hier nicht nur die Nomenklatur neu (Aus Auftragsdatenverarbeitung wird Auftragsverarbeitung), sie bestimmt auch, dass der Vertrag nicht mehr der Schriftform bedarf und kÃ¼nftig auch elektronisch oder mÃ¼ndlich (Achtung: Nachweispflicht beachten) abgeschlossen werden kann.
Die grÃ¶ÃŸte Neuerung ist jedoch unter dem Begriff "Joint Control" zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um die beiderseitigen Verantwortung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer fÃ¼r den Schutz von personenbezogenen Daten zu sorgen. Damit haben Betroffene grundsÃ¤tzlich auch die MÃ¶glichkeit auf den Auftragnehmer zuzugehen, wenn es um die Durchsetzung deren Rechte geht; in der Praxis ist und bleibt der Auftraggeber erste Anlaufstelle fÃ¼r Betroffene.
Was muss in einem AV-Vetrag enthalten sein?
Art. 28 Abs. 3 der DSGVO regelt hierbei die Pflichinhalte des Vetrags:
Wer fÃ¼r die Datenverarbeitung verantwortlich ist
Art der personenbezogenen Daten und Kategorien von betroffenen Personen
Verpflichtung der zur Verarbeitung befugten Personen zur Vertraulichkeit (Art.24 und Art.28 Abs.3 DSGVO)
Sicherstellung von technischen und organisatorischen MaÃŸnahmen fÃ¼r den Datenschutz
(TOMs: Zertifikate, Garantien Art. 28 Abs. 1 DSGVO)
Etwaige Hinzuziehung von Subunternehmern
UnterstÃ¼tzung des Auftraggebers (fÃ¼r die Verarbeitung Verantwortlichen) durch den Auftragsverarbeiter, wenn es um die grÃ¶ÃŸtmÃ¶gliche Sicherheit der Verarbeitung personenbezogener Daten geht, LÃ¶schung von Daten, Melden von Datenschutzverletzungen, etc. (vgl. Art. 32 bis 36 DSGVO).
RÃ¼ckgabe oder LÃ¶schung personenbezogener Daten nach Abschluss der Auftragsdatenverarbeitung
Kontrollrechte des fÃ¼r die Verarbeitung Verantwortlichen und Duldungspflichten des Auftragsverarbeiters.
Pflicht des Auftragsverarbeiters, den Verantwortlichen zu informieren, falls eine Weisung gegen Datenschutzrecht verstÃ¶ÃŸt
Die Gesellschaft fÃ¼r Datenschutz und Datensicherheit e.V. hat hierzu ein entsprechendes Vertragsmuster zur Auftragsverarbeitung bereitgestellt.
5. Verzeichnis von VerarbeitungstÃ¤tigkeiten anlegen
Dieser Punkt zÃ¤hlt mit zu den Wichtigsten in unserer DSGVO-Checkliste, da das dieses Verzeichnis sowohl Dokumentation fÃ¼r die GewÃ¤hrleistung der Betroffenenrechte, als Nachweis datenschutzrechtlicher PflichterfÃ¼llung gegenÃ¼ber den AufsichtsbehÃ¶rden darstellt.
Auch hier gibt es eine Ausnahmeregelung:
Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern sind unter bestimmten Voraussetzungen von den Rechenschaftspflichten befreit (Art. 30 Abs. 5 DSGVO). Die Ausnahme gilt allerdings bereits dann nicht, wenn die Verarbeitung personenbezogener Daten â€žnicht nur gelegentlichâ€œ erfolgt. Sobald also eine CRM- oder eine Newsletter-Software im Einsatz ist, muss das Verzeichnis angelegt werden.
Verfahrensverzeichnis nach BDSG-alt
Unternehmen, die nach BDSG-alt bereits ein â€žVerarbeitungsverzeichnisâ€œ gefÃ¼hrt haben, sparen sich viel Arbeit. Sie kÃ¶nnen die bisherigen Aufzeichnungen in ein â€žVerzeichnis von VerarbeitungstÃ¤tigkeitenâ€œ (Art. 30 DSGVO) Ã¼berfÃ¼hren und mÃ¼ssen nur noch die bestehenden Prozesse nach der DSGVO prÃ¼fen.
Wer muss ein Verfahrensverzeichnis fÃ¼hren?
Ein Verfahrensverzeichnis nach DSGVO mÃ¼ssen sowohl Verantwortliche fÃ¼r den Datenschutz als auch Auftragsverarbeiter die personenbezogene Daten im Auftrag des Verantwortlichen verarbeiten) fÃ¼hren. Das Verzeichnis neben der Schriftform auch in elektronischer Form gefÃ¼hrt werden und muss auf Anfrage der AufsichtsbehÃ¶rde zur VerfÃ¼gung gestellt werden.
Die Pflichtinhalte des Verzeichnisses sind in Art. 30 a-g geregtelt und umfassen folgende Punkte:
die Kategorien von EmpfÃ¤ngern, gegenÃ¼ber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind oder noch offengelegt werden, einschlieÃŸlich EmpfÃ¤nger in DrittlÃ¤ndern oder internationalen Organisationen;
gegebenenfalls Ãœbermittlungen von personenbezogenen Daten an ein Drittland oder an eine internationale Organisation, einschlieÃŸlich der Angabe des betreffenden Drittlands oder der betreffenden internationalen Organisation, sowie bei den in Artikel 49 Absatz 1 Unterabsatz 2 genannten DatenÃ¼bermittlungen die Dokumentierung geeigneter Garantien;
wenn mÃ¶glich, die vorgesehenen Fristen fÃ¼r die LÃ¶schung der verschiedenen Datenkategorien;
wenn mÃ¶glich, eine allgemeine Beschreibung der technischen und organisatorischen MaÃŸnahmen gemÃ¤ÃŸ Artikel 32 Absatz 1.
Wie erstelle ich ein Verarbeitsungsverzeichnis?
Wie ein Verarbeitungsverzeichnis vorbereitet, erstellt und gepflegt werden kann, hat Bitkom e.V. inkl. Beispiele in einem Whitepaper Ã¼bersichtlich zusammengefasst.
6. Technische und organisatorische MaÃŸnahmen (TOMs) prÃ¼fen
TOMs sind die Dokumentationen darÃ¼ber, welche technischen und organisatorischen MaÃŸnahmen ergriffen worden sind, um die verarbeiteten personenbezogenen Daten vor Kenntnisnahme durch Unbefugte, ZerstÃ¶rung oder Missbrauch, Verlust, etc. zu schÃ¼tzen.
Was bisher auch in BDSG-alt galt findet sich, auch wenn teilweise anders benannt, im BDSG-neu wieder. Neu hinzugekommen sind die Pflichten:
Wiederherstellbarkeit (GewÃ¤hrleistung, dass Systeme nach einem StÃ¶rfall wiederhergestellt werden kÃ¶nnen)
ZuverlÃ¤ssigkeit (GewÃ¤hrleistung, dass alle Funktionen des Systems zur VerfÃ¼gung stehen und auftretende Fehlfunktionen gemeldet werden)
DatenintegritÃ¤t (GewÃ¤hrleistung, dass gespeicherte personenbezogene Daten nicht durch Fehlfunktionen des Systems beschÃ¤digt werden kÃ¶nnen)
Die technisch-organisatorische MaÃŸnahmen fuÃŸen bei vielen Unternehmen immer noch auf BDSG-alt und sind daher zu aktualisieren. Weiterhin sind TOMs sowohl fÃ¼r Datenverantwortliche als auch Datenverarbeiter wichtige Dokumente, auf die im Verarbeitungsverzeichnis Bezug genommen werden kann bzw. dort beschrieben werden mÃ¼ssen.
7. AblÃ¤ufe zur Wahrung von Betroffenenrechten umsetzen
Generell gilt: Der Betroffene muss in verstÃ¤ndlicher Art und Weise Ã¼ber seine Rechte informiert werden; also Ã¼ber das eines Recht auf Auskunft, Berichtigung, LÃ¶schung, EinschrÃ¤nkung, Widerspruch und auf DatenÃ¼bertragbarkeit.
Um folgende Rechte geht es bei der DSGVO:
Informationspflicht bei Erhebung von personenbezogenen Daten bei der betroffenen Person (z.B. bei der Anmeldung zu einem Newsletter)
Informationspflicht, wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben wurden (z.B. Ã¼ber Auskunfteien)
Recht auf Berichtigung (z.B. wenn Daten fehlerhaft erfasst worden sind)
Recht auf LÃ¶schung/Recht auf Vergessenwerden
(z.B. wenn der Zweck oder die Notwendigkeit der Speicherung entfallen)
Recht auf EinschrÃ¤nkung der Verarbeitung (z.B. wenn die Daten unrechtmÃ¤ÃŸig eingeholt wurden)
Recht auf DatenÃ¼bertragbarkeit (z.B. Ãœbertragung von Kontaktlisten von Dienst A zu Dienst B)
Widerspruchsrecht (z.B. bei ProfilingmaÃŸnahmen zur Direktwerbung)
In den meisten FÃ¤llen und vor allem wenn die Daten beim Webseitenbetreiber und nicht bei einem externen Dienstleister vorliegen, gelten Fristen von lediglich einem Monat, z.B. wenn der Nutzer einen Antrag auf Auskunft stellt, mÃ¼ssen die entsprechenden Informationen binnen 30 Tagen zur VerfÃ¼gung gestellt werden. In besonderen HÃ¤rtefÃ¤llen kann diese Frist um 2 Monate verlÃ¤ngert werden, Ã¼ber die GrÃ¼nde der FristverlÃ¤ngerung muss der Nutzer aber innerhalb des ersten Monats aufgeklÃ¤rt werden.
Wie kann ich die Betroffenenrechte umsetzen?
Um die einzelnen RechtsansprÃ¼che umzusetzen empfiehlt es sich entsprechende Workflows innerhalb der Webseite zu implementieren, so dass der Nutzer diese eigenstÃ¤ndig abrufen bzw. elektronisch durchsetzen kann. Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass nach dem 25. Mai massenhaft AntrÃ¤ge auf Auskunft, Berichtigung oder LÃ¶schung eingehen werden, sollte manueller Aufwand durch die Implementierung entsprechender Automatismen minimiert werden.
8. DatenschutzerklÃ¤rung anpassen
Die DatenschutzerklÃ¤rung ist ein wichtiger Bestandteil des Informationsrechts fÃ¼r Nutzer. Sie diese ausfÃ¼hrlich darÃ¼ber informieren, ob und in welcher Form die Erhebung personenbezogener oder anderer sensibler Daten auf der Webseite erfolgt. Je umfangreicher eine Webseite Daten der Nutzer sammelt, desto umfangreicher fÃ¤llt auch die DatenschutzerklÃ¤rung aus.
Ist meine bisherige DatenschutzerklÃ¤rung ausreichend?
Nein, denn mit der DSGVO sind neue Anforderungen wie z.B. die Bennenung der Rechtsgrundlage pro Tool bzw. Datenerhebungsprozess dazugekommen. Damit muss jede DatenschutzerklÃ¤rung nach "altem" Recht nochmals Ã¼berarbeitet werden.
Da Art. 13 ff. in der DSGVO einen ganzen Katalog an Pflichtinformationen aufzÃ¤hlt, verzichten wir in diesem Blog-Artikel eine detaillierter Darstellung.
Die gute Nachricht ist, dass es mittlerweile entsprechende DatenschutzerklÃ¤rungs-Generatoren gibt, die helfen, eine DSGVO-konforme DatenschutzerklÃ¤rung mit wenigen Klicks zu erzeugen.
Die Gesellschaft fÃ¼r Datenschutz hat beispielsweise einen kostenfreien Generator fÃ¼r eine DatenschutzerklÃ¤rung nach DSGVO zur VerfÃ¼gung gestellt. Dennoch sollten Sie auch eine so erzeugte ErklÃ¤rung nochmals durch Ihren Datenschutzbeauftragten oder -Juristen gegenprÃ¼fen lassen, um ewaigen Abmahnungen aus dem Weg zu gehen.
9. Besondere Anforderungen fÃ¼r Webseitenbetreiber
Der letzte Punkt in unserer DSGVO-Checkliste umfasste einige wichtige Handlungspunkte fÃ¼r die Nutzung verschiedener Webseitentools. Es gibt leider bislang noch nicht allzu viele Best-Practises, weshalb auch diese Aufstellung keinen Anpruch auf VollstÃ¤ndigkeit hat.
ADV mit Google schlieÃŸen (hier geht es zur Vertragsvorlage)
Einwilligung zur Nutzung von Cookies prÃ¼fen
Aufnahme im Verzeichnis von VerarbeitungstÃ¤tigkeiten
DatenschutzerklÃ¤rung anpassen (Erhebung, Verarbeitung, Opt-Out, etc.)
Ggf. LÃ¶schung von Altdaten
Opt-In fÃ¼r Retargeting prÃ¼fen
Nutzung von (Kontakt-)Formularen
SSL-VerschlÃ¼sselung bei der Ãœbertragung sicherstellen
Prinzip der Datensparsamkeit/-minimierung einhalten
Zustimmung einholen & protokollieren (demarkierte Checkbox)
EinverstÃ¤ndnis einholen & protokollieren (Double-Opt-In-Verfahren)
AufklÃ¤rung des Nutzers Ã¼ber Zweck, Art und HÃ¤ufigkeit des Mailings sowie WiderspruchsmÃ¶glichkeiten (Verweis auf DatenschutzerklÃ¤rung)
Ã„lter Opt-Ins auf RechtmÃ¤ÃŸigkeit nach DSGVO prÃ¼fen und ggf. neu einholen
Social Buttons (Facebook)
Da Facebook aber bisher nicht offenlegt, welche Daten genau erhoben werden und was mit diesen geschieht, fehlt es an der nÃ¶tigen Information, um eine informierte EinwilligungserklÃ¤rung abgeben zu kÃ¶nnen. Die Shariff-LÃ¶sung bietet hier zwar mehr Rechtssicherheit, ist aber in der Usability nicht der beste Ansatz. Eine MusterlÃ¶sung wird hier noch auf sich warten lassen.
Hier sollte der erweiterte Datenschutzmodus aktiviert werden.
DatenschutzerklÃ¤rung anpassen
Viele Webseitenbetreiber sind noch nicht oder noch unzureichend auf die EU-DSGVO vorbereitet und bei vielen besteht die Angst, mit oder kurz nach dem Stichtag die ersten Abmahnschreiben im Briefkasten zu haben. Auch wenn diese Angst nicht komplett unbegrÃ¼ndet scheint, ist es sinnvoll mit kÃ¼hlem Kopf und vor allem mit beratenden Personen wie dem Datenschutzbeauftragten oder einem Datenschutz-Juristen die PrioritÃ¤ten zu erarbeiten bzw. umzusetzen. Und wenn nach dem 25. Mai noch nicht alle Kontaktformulare auf der Webseite DSGVO-konform sind, kann es auch sinnvoll sein, diese fÃ¼r eine kurze Ãœbergangszeit auszublenden und auf klassische KontaktmaÃŸnahmen wie z.B. die Angabe einer Telefonnummer zurÃ¼ckzugreifen.
An dieser Stelle mÃ¶chte ich noch darauf hinweisen, dass es sich bei diesem Blogartikel nicht um eine Rechtsberatung handelt. Die obenstehenden Informationen haben daher keine rechtsverbindliche Wirkung. Zur rechtsverbindlichen PrÃ¼fung Ihres Umsetzungskonzepts fÃ¼r die Marketing Automation in Ihrem Unternehmen sollten Sie in jedem Fall einen juristischen Experten hinzuziehen. Wir lassen uns in diesem Zusammenhang von unserem Datenschutzbeauftragten RA Christian Welkenbach (http://www.tcilaw.de/ ) beraten.
Ãœber Moritz Bachmann
Als Inbound Sales Manager bildet Moritz Bachmann die Schnittstelle zwischen dem internen Online-Marketing und dem Bereich Sales bei comwrap. Nach der Ausbildung zum Kaufmann fÃ¼r Dialogmarketing, die er 2010 als Jahrgangsbester abschloss entschied er sich im gleichen Jahr fÃ¼r ein ein duales Studium an der DHBW Mannheim. Der Abschluss zum Bachelor of Arts fÃ¼r BWL/Dienstleistungsmarketing folgte 2013 und seit Mai 2017 ist er Teil des comwrap-Teams und verantwortlich fÃ¼r die internen Inbound-Sales-Prozesse und Content-Offers.
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