Source: https://www.bauprofessor.de/wettbewerblicher-dialog/
Timestamp: 2020-07-12 23:32:57+00:00

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Wettbewerblicher Dialog - Lexikon - Bauprofessor
Lexikon • Index W
VOB A
Der wettbewerbliche Dialog ist ein Verfahren zur Ausschreibung und Vergabe von - meistens komplizierten -öffentlichen Aufträgen bei EU-weiten Ausschreibungen bei Erreichen der Schwellenwerte, bei Sektorentätigkeiten und verteidigungs- und sicherheitsspezifischen Baumaßnahmen. Grundlagen hierzu liefern § 18 in der Vergabeverordnung (VgV), § 17 in der Sektorenverordnung sowie die §§ 3 und 3 a EU in Abschnitt 2 sowie §§ 3 und 3 a VS im Abschnitt 3 der VOB Teil A.
Die Vergabe durch wettbewerblichen Dialog erfolgt "mit dem Ziel der Ermittlung und Festlegung der Mittel, mit denen die Bedürfnisse des öffentlichen Auftraggebers am besten erfüllt werden können".
Die Zulässigkeit des Verfahrens ist jedoch an Voraussetzungen gebunden, angeführt in § 3 a EU sowie § 3 a VS, jeweils in Abs. 2.
Danach ist der wettbewerbliche Dialog zulässig, wenn:
ein offenes Verfahren oder nicht offenes Verfahren vorher aufgehoben wurde,
mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
die Bedürfnisse können nicht ohne Anpassung an bereits verfügbare Lösungen erfüllt werden,
der Auftrag umfasst konzeptionelle oder innovative Lösungen,
der Auftrag kann wegen der Kompliziertheit nicht ohne vorherige Verhandlungen vergeben werden,
die technischen Spezifikationen können vom öffentlichen Auftraggeber nicht mit ausreichender Genauigkeit erstellt werden.
Für den Ablauf zum Dialog ist zunächst eine unbeschränkte Anzahl von Unternehmen im Rahmen eines Teilnahmewettbewerbs öffentlich zur Abgabe von Teilnahmeanträgen aufzufordern. Mit dem Teilnahmeantrag, den jedes interessierte Unternehmen abgeben kann, liefern die Unternehmen die geforderten Informationen für ihre Eignung, wobei Ausschlussgründe nicht vorliegen dürfen. Nur die danach vom Auftraggeber aufgeforderten Unternehmen können mit ihm in den Dialog eintreten. Im Dialog ermittelt und legt der Auftraggeber fest, wie seine Bedürfnisse am besten erfüllt werden können. Der Auftraggeber kann auch vorsehen, den Dialog in verschiedenen aufeinander folgenden Phasen abzuwickeln, wenn er bereits darauf in den Vergabeunterlagen hingewiesen hat.
Der Dialog vom Auftraggeber wird vom öffentlichen Auftraggeber abgeschlossen, wenn:
eine Lösung gefunden wurde, die seinen Anforderungen und Bedürfnissen entspricht oder
erkennbar ist, dass keine Lösung gefunden werden kann.
Im positiven Fall fordert der Auftraggeber dann die Unternehmen auf, auf Grundlage der im Dialog gefundenen Lösung endgültige Angebote abzugeben. Der Auftraggeber wird diese Angebote bewerten und mit dem Bieter des wirtschaftlichsten Angebots Verhandlungen führen, um die Auftragsbedingungen abschließend festzulegen.
Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen
Die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen durch öffentliche Auftraggeber im Inland wurde neu geregelt in den Vorschriften der Vergabeverordnung (VgV- als Artikel 1 in der Vergabemodernisierungsverordnung - VergRModVO vom 12. April 2016 in...
Eine Teilnahmefrist ist in Verbindung mit einem Teilnahmewettbewerb zu sehen. Als Begriff wird sie oft mit einer Bewerbungsfrist gleichgesetzt. So wird in § 10 Abs. 3 im Abschnitt 1 (Basisparagrafen) in der VOB Teil A beispielsweise vermerkt, dass fü...
Entschädigung der Bieter
Für die Bearbeitung eines Angebots ist bei öffentlichen Bauaufträgen grundsätzlich keine Entschädigung zu gewähren, und zwar bei nationalen Ausschreibungen im Unterschwellenbereich mit Bezug auf § 8 b Abs. 2, Nr. 1 im Abschnitt 1 der VOB/A-2016 sowie...
EU-weite Ausschreibung
Als Ausschreibung ist allgemein die Art und Weise der Einholung von Angeboten für Bauaufträge anzusehen. Werden die Schwellenwerte bei öffentlichen Bauaufträgen überschritten, dann hat die Ausschreibung EU-weit zu erfolgen. Zu beachten ist dabei jedo...
Nach § 10 Abs. 3 in Abschnitt 1 (Basisparagrafen) in der VOB, Teil A ist für die Einreichung von Teilnahmeanträgen bei beschränkter Ausschreibung nach öffentlichem Teilnahmewettbewerb eine ausreichende Bewerbungsfrist vorzusehen. Eine solche Aussch...
Architekten- und Ingenieurleistungen umfassen im Allgemeinen: Leistungen nach den Vorgaben in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI 2013, in Kraft seit 17. August 2013 und veröffentlicht in BGBl. I Nr. 37/2013, S. 2276) sowie sonst...
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References: § 18
 § 17
 § 3
 § 3
 § 10
 § 8
 § 10