Source: http://loonyday.de/konzept.html
Timestamp: 2018-05-27 19:08:31+00:00

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KONZEPT - LOONYDAY
Für die offene (stationäre) Jugendarbeit in der Kontaktstelle wird es entsprechend des Bedarfes konstante Öffnungszeiten geben. Hierbei werden Abendzeiten, Wochenendzeiten sowie Ferienzeiten berücksichtigt. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten wird es Projekte und Veranstaltungen geben, u.a. in Kooperation mit Schulen, Jugendverbänden, etc. In den Ferien werden gesondert Ferienprogramm und Jugendfreizeiten organisiert. Zusätzlich ist geplant, nach einer Bedarfsanalyse Beratungszeiten und Einzelfallhilfe anzubieten, die lösungszentrierte Kurzberatung und eine Vermittlung zu weiterführenden Hilfen und Einzelangeboten beinhaltet.
Mobile Angebote wollen Kinder und Jugendliche im Einzugsbereich Stadtgebiet Heinsberg erreichen. Mobile Jugendarbeit ist ein anwaltschaftliches, parteiliches, lebens- und adressatenorientiertes Arbeitsfeld der Jugendhilfe, welches unterschiedliche Handlungsansätze und -prinzipien der Sozialarbeit, nämlich aufsuchende, mobile Arbeit, Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit, in einem sozialpädagogischen Handlungskonzept vereint.
Die mobile (aufsuchende) Jugendarbeit wird im Lebensraum der Jugendlichen präsent sein. Hier gilt es Erfahrungswerte zu sammeln. Auch hier wird es Beratungsmöglichkeiten geben, die lösungszentriert und lebensweltbezogen angeboten wird. Außerhalb der regulären Arbeit ist eine Anwesenheit bei öffentlichen Veranstaltungen geplant, wie auch Ferienprogramm und Jugendfreizeiten.
Die Grundlage für die Ökumenische Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit in Heinsberg hat verschiedene Bezugsquellen.
In der Verpflichtung auf unser christliches Gottes- und Menschenbild wird jeder Mensch als Geschöpf Gottes gesehen, einzigartig und von Gott geliebt. Die Offene und Mobile Jugendarbeit bemüht sich, diese Einstellung erfahrbar zu machen und die Jugendlichen zu befähigen, Verantwortung für sich und für ihren Nächsten zu übernehmen. In dieser Grundhaltung wird die Jugendarbeit ein wertschätzendes und respektvolles Menschenbild vermitteln, das in der Arbeit mit den Jugendlichen, dem Träger und den Kooperationspartnern zum Ausdruck kommt.
Wir sind als Christen davon überzeugt, dass jeder Mensch Fähigkeiten und Kräfte in sich trägt, die es ihm ermöglichen, Ideen und Lösungen für ein Leben zu finden, das ihn zufrieden stellt. Hierbei unterstützen und begleiten wir die Kinder und Jugendlichen.
Die gesetzliche Grundlage der Offenen und Mobilen Jugendarbeit in Heinsberg fußt auf dem Paragraphen 11 des SGB VIII (KJHG). Demnach ist die Jugendhilfe zur Bereitstellung von Angeboten der Jugendarbeit verpflichtet. Dies bezieht ausdrücklich alle Kinder und Jugendlichen ein und zielt nicht nur auf individuell beeinträchtigte oder sozial benachteiligte junge Menschen ab. Die Angebote "sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen" (Stichwörter: Partizipation, Emanzipation und Integration).
Des Weiteren berücksichtigt die Offene und Mobile Jugendarbeit in Heinsberg folgende gesetzliche Grundlagen:
Die Jugendarbeit ist als Leistung der Jugendhilfe nach den Paragraphen § 11(Jugendarbeit) § 13(Jugendsozialarbeit) und § 14 (erzieherischer Kinder - und Jugendschutz) SGB VIII (KJHG) zu sehen.
Die einschlägigen Bestimmungen des Kinder- und Jugendfördergesetzes NRW (3. AG-KJHG-KJFöG) finden ebenfalls Anwendung.
Integraler Bestandteil der Offenen und Mobilen Jugendarbeit sind insbesondere die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nach § 8 KJHG und den Grundrichtungen der Erziehung sowie Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen nach § 9 KJHG.
Grundlage der Arbeit sind die Grundlagenpapiere zur Offenen Jugendarbeit in NRW von öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen sowie der Beschlüsse der gemeinsamen Synode der Bistümer Deutschlands: "Ziele und Aufgaben kirchlicher Jugendarbeit" und der Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland.
Vereinbarung nach §§8a, 72a SGB VIII:
Die Konkretisierung des Schutzauftrages in der gesetzlichen Regelung des SGB VIII macht es erforderlich, gemeinsame Verfahrenstandards zu einem umfassenden Schutz von Kindern und Jugendlichen festzulegen. Zwischen dem Jugendamt der Stadt Heinsberg und den Trägern der Offenen Jugendeinrichtung wird eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung in nächster Zukunft erarbeitet und wird damit Bestandteil des Vertrages zwischen Jugendamt Heinsberg und den jeweiligen Trägern.
Offene und Mobile Jugendarbeit zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche dazu zu befähigen, ihren oft schwierigen und belasteten Alltag mit seinen Anforderungen und Konflikten zu bewältigen und dabei zu erfahren, dass sie eigene Stärken haben und ihre Lebenswirklichkeit aktiv gestalten können. So können sie Selbstvertrauen entwickeln bzw. verlorenes Selbstvertrauen wiedergewinnen.
In der Jugendphase haben Kinder und Jugendliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, sie müssen sich selbst als Persönlichkeit und ihren Platz im sozialen Nahfeld und der Gesellschaft finden. Dies schließt die Aneignung individueller Handlungskompetenzen zur eigenverantwortlichen Lebensführung, sowie die Entwicklung und Realisierung individueller Lebensperspektiven ein. Dabei benötigen sie u.a. wegen begrenzter Ressourcen im familiären und sozialen Nahfeld sowie oft fehlender schulischer und beruflicher Perspektiven Orientierung, Hilfe und Unterstützung.
Kinder und Jugendliche in sozial schwächeren Familien haben oft nicht die Chance, das für das (Über-) Leben in einem komplexen gesellschaftlichen Umfeld erforderliche Normen- und Wertegerüst zu entwickeln. Die friedliche Lösung von Konflikten, die Fähigkeit zum Dialog, der Aufschub bzw. die Kontrolle schädlicher Impulse und Neigungen müssen oft lebensfeldnah gelernt bzw. trainiert werden. Die Achtung des Anderen und ein solidarischer Umgang mit ihm ist auch ein Beitrag zur mündigen Bürgerschaft in einer demokratischen Gesellschaft.
Erschließung des öffentlichen Raumes und Vernetzung
Die Erschließung des öffentlichen Raumes und der Aufbau einer Angebotsstruktur zur Gestaltung von Freizeitmöglichkeiten ist Ziel der Offenen und Mobilen Jugendarbeit. Vor diesem Hintergrund ist Aufgabe der Mobilen Jugendarbeit die Schaffung eines möglichst umfassenden Netzwerkes und einer funktionierenden Infrastruktur. Dieses Netzwerk des Austausches, der Zusammenarbeit und Kooperation umfasst u. a. Politik und Verwaltung, die unterschiedlichen Jugendeinrichtungen, Schulen und die Schulsozialarbeit. Des Weiteren stellen viele soziale Institutionen und Einrichtungen, die Kirchen, andere Behörden (z. B. Polizei), die vielfältigen Vereine, Projekte und Initiativen, sowie Geschäfte und Firmen aus Wirtschaft und Industrie wichtige Bestandteile dieser notwendigen Infrastruktur dar. Somit beinhaltet mobile Jugendarbeit auch Gremienarbeit in denen sie sinnvoller und notwendiger Weise vertreten ist.
Zielgruppe der Offenen und Mobilen Jugendarbeit sind Kinder (unter 14 Jahre) und Jugendliche (ab 14 Jahre, unter 18 Jahre) im Stadtgebiet Heinsberg (vgl. JuSchG §1, Abs. 1). Auch junge Erwachsene ab 18 Jahre werden je Situation und Bedarf durch besondere Angebote angesprochen.
Offene pädagogische Angebote sind räumlich wie zeitlich verlässliche stationäre Inhalte der Arbeit als Anlaufstelle und Treffpunkt für Kinder und Jugendliche. Sie stellen ein Beziehungsangebot dar, das der Steigerung der sozialen Kompetenz von Kindern und Jugendlichen dienen soll. Sie bilden in ihrer Ausgestaltung eine Alternative zu kommerziellen Angeboten. Der Besuch der Jugendfreizeitstätte ist nicht an eine Mitgliedschaft in einer Gruppe oder einem Verein gebunden. Der Jugendarbeiter hilft den Jugendlichen diverse Projekte oder Aktivitäten auf die Beine zu stellen. Meist sind es Projekte, die auf die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen eingehen. Der Entwicklungsprozess wird gefördert und soziale Kompetenzen (Regeleinhaltung, Kommunikationsstrategien) werden vermittelt, um die Jugendlichen bei ihrer Identitätsbildung zu unterstützen.
Da der Kernpunkt der Offenen Jugendarbeit die zwischenmenschliche Kommunikation ist, spielt das Erlernen von Gemeinschaftsfähigkeit eine große Rolle. Die Jugendlichen sollen sich treffen, sich gegenseitig fordern und fördern, immer unter dem Aspekt, dass, wenn sie Hilfe oder einen Ansprechpartner benötigen, ihnen die pädagogische Fachkraft mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Jugendlichen eignen sich in den Treffs viele Kompetenzen an, ohne es bewusst zu bemerken. Sie lernen ohne Zwang, sich in die Gesellschaft einzufügen. Sie stellen fest, dass sie einen festen Platz im Treff, Dorf, in ihrem sozialen Umfeld einnehmen und für ihr Verhalten Verantwortung übernehmen müssen. Des Weiteren findet eine wichtige Form von Partizipation statt, da Jugendliche einen Raum haben, ihre Interessen zu vertreten.Die Jugendfreizeitstätte und die mobilen Aktivitäten stellen dazu ein geeignetes Übungsfeld dar.

References: § 11
 § 13
 § 14
 § 8
 § 9
 §1