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Timestamp: 2019-11-22 18:56:04+00:00

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Nur noch Akademiker als Therapeuten? | Heilpraktiker Foren
Nur noch Akademiker als Therapeuten?
In Anbetracht - auch der FB-Diskussion - hier eine Info zum allgemeinen Trend: Verbände fordern Akademisierung aller Therapeutenberufe
Die Vermittlung der künftig nötigen Kompetenzen sei „grundsätzlich nur an Hochschulen möglich“, so dass die hochschulische Ausbildung „den einzig richtigen Weg“ darstelle.
Ich arbeite in der Architektur. Bereits seit fast 20 Jahren zeichnet sich der Trend zur Akademisierung unserer Gesellschaft ab. Während Anfang dieses Jahrunderts noch darüber philosophiert wurde, stirbt der Nachwuchs heute schon aus und gut laufende Unternehmen werden verkleinert oder geschlossen, weil keine Handwerker mehr zu bekommen sind, die nicht nur ihr Handwerk verstehen sondern auch Verantwortung auf der Arbeitsebene (und nicht nur Führungsposition) tragen wollen...
Ja, das Alter einer Gesellschaft kann man ablesen an der Zahl der Häuptlinge. Je mehr Häuptlinge, desto degenerierter...
Wobei die Verbände insofern Recht haben, als nur noch der Akademiker etwas gilt.
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Ob eine Akademisierung zu mehr Qualität und einer besseren Patientenversorgung führt bezweifle ich. Wie Tina oben schreibt ist die Akademisierung unserer Gesellschaft nicht ohne. Nachwuchs gibt es bei uns hier in der Gegend in keiner Berufssparte mehr. Studierende hingegen genügend.
Klar, niemand will mehr "arbeiten", im Sinne von " Hand anlegen".
das "wollen" würde ich jetzt nicht so sehen... eine Kollegin (Dipl. Ing. Hochbau) ist immer frustriert, weil bei uns nichts "Greifbares" raus kommt - also aus der direkten, selbsterstellten Arbeit (da wir Häuser bauen kommt schon sehr Greifbares bei raus). Sie würde gerne mehr herstellen und hat in ihrer Laufbahn Praktika in fast allen am Bau ausführenden Gewerken gemacht. Es ist oft die Starre innerhalb der Berufe, die die Leute letztlich dann von der Entscheidung diesen Weg zu gehen abhält. Ich liebe meine Berufe - ob in der Architektur und/oder in der Heilkunde u.a. wegen der Flexibilität, die mit ihnen verbunden ist. Wenn sich ein Architekturbüro zu sehr spezialisiert hat und ich "alles schon durchhatte", habe ich immer das Büro gewechselt.
Ich sehe zwar, dass der Rationalisierungstrend schon lange zur Spezialisierung führt, es gibt aber Menschen (Geiste der Menschen), die nicht dafür geschaffen sind. Allerdings heißt das auch wiederum, sich gegen Mainstream und das gesellschaftliche Sicherheitsbedürfnis für die eigene innere Freiheit zu entscheiden.
meine stieftochter machte dieses jahr abitur. sie begann am 1.9. eine ausbildung. sie war eine von einer handvoll aus ihrer stufe die ne lehre machen, alle andern studieren oder haben es vor.
ich war auf unzähligen infoveranstaltungen der arbeitsagentur an ihrer schule. da wurde fürs studium geworben wie sonst was. was es für gelder gibt, wie toll das sei, beim dualen studium gibts kohle und und und. das was da mit dran hängt sagt den kindern aber niemand. da ist keiner mehr da, der an die tafel schreibt was für hausaufgaben es gibt. da werden keine kopien mit quellen raus gegeben. da ist niemand mehr der dich seit der 5. klasse kennt und weiß wo du wohnst. da heißt es selbst organisation, sich aufn hosenboden setzen, schauen das man nach den vorlesungen noch lernt und das man was im kühlschrank hat denn daheim wohnen ist nicht mehr.
an einem termin kam jemand von der handwerkskammer und hat mal dargestellt das man innerhalb weniger jahre als handwerker ebenso viel verdient wie als akademiker. das ging den kindern sonstwo vorbei. er sagte auch, dass es nicht mehr lange dauert und es kaum noch handwerker gibt und auch, was das für auswirkungen auf uns menschen hat. da gabs ein wirklich shcön gemachtes filmchen dazu.
mein gefühl ist, dass die jungen leute bei weitem nicht so belastbar sind wie wir vor 30 jahren. die wollen oft gar nicht ins berufsleben starten im sinne von sich festlegen auf was. da wird nach dem abi erstmal gereist, vorher vielleicht noch etwas geld verdient bei ner großen firma am band. dann ist schon mal ein jahr rum. dann schreibt man sich ein. aufgrund von noten oder sonstwas kommt man oft nicht gleich unter. also nohcmal ne runde gedreht mit nem FSJ oder jobben. manche kommen gar nicht mehr ausm ausland zurück sondern jobben dort (grad bei ner lieben freundin von mir passiert..also deren tochter)
wenn ich sehe wie wahnsinnig schwer sich meine stieftochter tut in ihrer ausbildung bei einer behörde, das ist irre. nicht weil sie es nicht intelligenzmäßig auf die reihe bringen würde, nein weil sie einen arbeitstag kaum durchhält.
dieses "lehrjahre sind keine herrenjahre" kann man den jugendlichen von heute gar nicht mehr mitgeben. ganz viele von meinen bekannten haben aktuell kinder die diesen sommer ne lehre begonnen haben. da es meist jungs sind, auch hauptsächlich ne handwerkliche ausbildung, meist in großen firmen bei uns drum rum. die betüdeln die kids, das ist der hammer. die wissen genau, dass sie sonst keine bewerber kriegen. da gibts events, laptops, mehr ausbildungshehalt oder sonstige vergütungen, da wird werbung gemahct, echt irre.
wir haben im nachbarort eine firma die fenster, türen, bodenbeläge, schlüsselfertiges bauen, rolläden und alles mögliche macht. seit jahrzehnten. der besitzer ist unglaublich reich, wirklich unglaublich. ist aber völlig aufm boden geblieben. arbeitet jeden samstag auf den baustellen mit, kommt selbst zum ausmessen, ist wahnsinnig menschlich und ganz natürlich geblieben (denkt man erst nicht weil er nen fetten hummer fährt ;-) ) . da gibts auch keinen nachfolger. er ist schon gut in den 70ern (sieht aus wie 50, echt irre). wenn er in rente geht dann weiß kaum jemand wo er sich sonst hinwenden muss wenn man jemanden braucht der sich mit diesen themen auskennt.
und wenn man nun sämtliche berufe - wies ja grad bei den hebammen aktuell ist - akademisiert wirds meiner meinung nach nicht bessere therapeuten geben. genauso wenig wie es super tolle ärzte gibt von leuten mit nem 1,0 er abitur. um ein guter therapeut zu werden brauchts noch andere dinge außer einem super guten shculabschluss, einem studium oder tollen noten.
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Wen wundert es? Da die meisten "jungen Leute" heute in guten Verhältnissen aufwachsen, ist ihnen die Notwendigkeit des Lebensunterhaltes nicht wirklich bewusst. Ich habe das Arbeiten auch so lange wie möglich (sprich meine Eltern dabei mitmachten) rausgezögert, nach dem ich in meiner ersten Ausbildung (Bankkaufmann) gesehen habe, was ein 8 Stunden Tag und eine 5-Tage Woche ist.
Zur Akademisierung kann man sich heute bereits im Pflegebereich anschauen, was passiert: Es gibt viele Migranten, die kommen mit einer Pflegeausbildung. Und die meisten davon haben sie an einem College oder einer Universität absolviert. Die weigern sich dann, "Hand anzulegen", weil sie im Grunde "Pflege-Organisation" studiert haben - und nicht Pflege.
Deshalb wollen ja auch immer mehr Leute bei uns studieren. Ich kenne einige Physios, die alle keine Lust mehr haben, auf Handarbeit - aus vielerlei Gründen (Zeitdruck, Budgetierung, in der Folge der Zwang viele Patienten zu behandeln usw.).
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Ich habe das Arbeiten auch so lange wie möglich (sprich meine Eltern dabei mitmachten) rausgezögert, nach dem ich in meiner ersten Ausbildung (Bankkaufmann) gesehen habe, was ein 8 Stunden Tag und eine 5-Tage Woche ist.
Ich habe nach meiner Ausbildung (Bauzeichnerin) von meinen Eltern gesagt bekommen, dass sie sich jetzt keinen weiteren schul. Weg von mir leisten können. Ich hatte gerade mit dem Dipl. Ing. Hochbau (Architekt) geliebäugelt. So habe ich dann gearbeitet und nach 3 Jahren Berufserfahrung auf der Abendschule in 4 Jahren meine Hochbautechnikerin neben meiner Vollzeitbeschäftigung gemacht. Meine techn. Betriebswirtin habe ich 9 Jahre später in Wochenendseminaren über 2,5 Jahre ebenfalls berufsbegleitend gemacht. Da gab es manche Wochen, da hatte ich keinen freien Tag zwischen 5-Tage-Bürowoche und 2-Tage-Schulwochenende. Ich würde den Weg sofort wieder gehen. Für mich war mein Beruf immer meine Berufung und ich hatte nie das Bedürfnis auf die Uhr zu gucken, wann ich meinen Arbeitstag "abgesessen" habe. Ich bin letztes Jahr nach 14 Jahren zurück in die Architektur (durch Kind, Umzug, HP etc. war ich so lange draussen). Ich bin spielend wieder reingekommen und das Feedback nach 2 Monaten war, dass man mir nicht anmerkt, dass ich solange draussen und und dass man merkt, wie viel Spaß mir meine Arbeit macht. Und da sind wir am Punkt angekommen.
Richte ich meine Berufstätigkeit alleine nach dem Verdienst aus und nicht nach meinen Ambitionen bzw. meiner Berufung, kann ich nur verlieren, selbst wenn ich mehr Geld am Monatsende auf dem Konto habe. Dann ist jede Minute verlorene Zeit, dann wird geguckt, wann denn der Arbeitstag zu Ende ist. Sehe ich meinen Beruf als meine Berufung und meine Leidenschaft, so macht mir weder kurzfristig auftredendes Leiden (Leiden-schafft ) noch die eingebrachte Zeit etwas aus.
Meine Berufe (BT und HP) sind ein Teil von mir und ich liebe es meine Zeit mit beidem zu verbringen.
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was ich sehe ist, dass die jugendlichen, jungen erwachsenen kaum nen plan von ihrem leben, ihrer zukunft haben. die haben unzählige termine, gespräche, tests, ausbildungsmessen etc. in ihrer schullaufbahn und wissen dennoch nicht, was sie werden oder machen wollen. oder haben absolut falsche vorstellungen. obwohl man heutzutage ja über jeden ausbildungsberuf videos undn beschreibungenn findet, man ganz viele praktikas macht während der schulzeit. das ist ja völlig anders als in den 80er jahren z.b.
ich dachte erst es geht nur uns so, aber je mehr ich mich rum höre desto mehr höre ich exakt das gleiche.
was ich auch oft höre ist: ne, will ich nicht, da muss ich zu lange arbeiten...abends arbeiten...zu viel arbeiten..verdiene ich zu wneig... u.ä. Ich hab mich dann an meine ausbildungszeit erinnert und ich kann mich nicht erinnern solche gedanken gehabt zu haben. ja es hat mich auch manchmal genervt wenn ich samstags arbeiten musste oder jeden freitag abend putzen weil samstags keine putzfrau kam. aber das war ein flüchtiger gedanke, ich hätte da nie was gesagt.
etwa jeder 3. junge menshc bricht seine ausbildung ab. ich kenne aus meiner damaligen lehrlinsgzeit eine einzige die das gemacht hat. das war total außergewöhnlcih.
die frage die man sich als eltern stellen kann ist dann: liegt es an unserer erziehung, machen wir was falsch oder was gibt es für gründe dafür...
spannendes thema finde ich
Reactions: Isabel98
Wie ich schon oben schrieb, hat es viel damit zu tun, dass sich die Ansprüche - auch der Jungen - ziemlich gesteigert haben. Das war schon in meiner Lehrzeit - verglichen mit den Erzählungen meiner Eltern - so und ist heute noch viel stärker ausgeprägt. Und da viele Jugendliche "den Ernst des Lebens" noch weniger kennen als meine Generation, ist man auch nicht sonderlich motiviert, wenn nicht alles optimal ist (die Arbeitszeiten, der Verdienst, das Image usw.) Das ist sicher auch eine Folge der "laissez faire"-Erziehung vieler Eltern, aber noch mehr eine Folge des Zeitgeistes an sich. Der Einfluss von Eltern lässt recht früh nach. Dann zählen Vorbilder aus den Medien und die Schulkameraden mehr.
Sehe ich meinen Beruf als meine Berufung und meine Leidenschaft, so macht mir weder kurzfristig auftredendes Leiden (Leiden-schafft ) noch die eingebrachte Zeit etwas aus.
Da hast Du natürlich völlig recht. Allerdings muss man dazu erst einmal eine Leidenschaft haben, die so stark ist. Und ich denke, das haben viele nicht. Ich hatte mit 17 oder 18 auch keine wirkliche "Leidenschaft" für einen Beruf. Mir wäre es am liebsten gewesen, weiterhin mit meinen Kumpels um die Ecken zu ziehen, am Baggersee zu liegen oder in den Schwarzwald zu fahren und dort rumzuhängen. Ich kannte damals eigentlich niemanden, der etwas wirklich leidenschaftlich wollte. Die meisten haben halt einen Beruf gelernt oder studiert, weil man ja irgendwann Geld verdienen muss.
was ich sehe ist, dass die jugendlichen, jungen erwachsenen kaum nen plan von ihrem leben, ihrer zukunft haben
ehrliche Frage: hattet Ihr den Plan damals?
Ich hatte den nicht. Ich wusste schon genau was mir Spaß macht und was ich gut kann und ich wollte erstmal weg von der Schule und arbeiten. Ich hatte Glück und einen guten Berater bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes. Übrigens hatte ich auch 2018 eine gute Beraterin bei der Agentur für Arbeit und das bringt mich auf eine andere Sicht: wenn etwas für den Lebensweg bestimmt ist, dann fluppt es auch, dann wird es Berufung, dann folgt Leidenschaft.
Um den Lebensplan zu finden (und ich denke, es ist ein stetiger Weg der bis zum Tod niemals endet) wird Freiheit vom gesellschaftlichen Mainstream benötigt. Viele Kinder werden von den Eltern in den gesellschaftlichen Angstterror gezogen. Wir konnten noch länger Kind sein und auch Fehlversuche und Abtriften waren erlaubt. Wenn ich sehe, wie viel Nachhilfe die Freunde meines Sohnes zu ihrer ganzen Schulwochenstundenzahl erhalten um dann eine 2 oder 3 statt einer 4 auf dem Zeugnis zu haben (in Fach jenseits des Schwerpunktes...)
die haben unzählige termine, gespräche, tests, ausbildungsmessen etc. in ihrer schullaufbahn und wissen dennoch nicht, was sie werden oder machen wollen.
Die haben aus meiner Sicht zuviele Termine. Sich finden kann man nicht wenn die Zeit vollgestopft und volldiktiert wird
obwohl man heutzutage ja über jeden ausbildungsberuf videos undn beschreibungenn findet, man ganz viele praktikas macht während der schulzeit. das ist ja völlig anders als in den 80er jahren z.b.
Die Kiddies haben heute einen Informations-overflow. Kein Wunder, je größer die Auswahl um so größer die Unsicherheit...
Außerdem haben viele Eltern Angst ihre Kinder einfach mal auf die Schnauze fallen zu lassen.
Was ist den so schlimm an einem wiederholten Schuljahr oder an einem Auslandserfahrungsjahr. So was kann eine Initialzündung bringen
was ich auch oft höre ist: ne, will ich nicht, da muss ich zu lange arbeiten...abends arbeiten...zu viel arbeiten..verdiene ich zu wneig...
und ehrlich gesagt finde ich das ok.
Was können wir denn unseren Kindern gesellschaftlich (nicht einzelne Persönlichkeiten) als Vorbild bringen: Burn-out an allen Ecken und Enden, viele Familien in denen sich Mutter und Vater aufreiben und 24/7 für Kommerz ackern
Aus meiner Sicht muss (nicht kann) sich die Gesellschaft ändern und die Kiddies halten uns nur den Spiegel vor die Augen und zeigen uns auf, wie krank wir sind.
Wie sagt der Dalai Lama so schön:
Der Mensch ofpert seine Gesundheit um Geld zu verdienen
Dann opfert er sein Geld und Gesundheit zurück zu bekommen
Er ist so auf die Zukunft fixiert, dass er die gegenwart nicht genießen kann
Das Ergebnis ist, dass er weder die Zukunft noch die Gegenwart lebt
und er stirbt ohne jemals gelebt zu haben
Statt über die Kiddies zu meckern können wir eher ihren Spiegel als Erkenntnis nutzen.
Ich persönlich bin absoluter Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens für jeden. Das würde einige schräge Dinge in unserer Gesellschaft zB Ausbeutung am Arbeitsplatz oder die finanziellen Schieflagen bei unterschiedlichen Berufen geradezurren, denn keiner würde mehr für die reine Existenz arbeiten müssen und viele würden dann die Möglichkeit haben ihre Passion zu finden
Ich habe selber die Höhere Handelsschule abgebrochen und in meiner BT-Klasse haben von 30 Schülern nur 11 den Abschluss gemacht.
Ein Teil meiner Sicht steht oben.
Der andere Teil ist: es sind unsere Ängste, dass die Kinder in dieser kranken Welt nicht finanziell gesichert genug sind.
Ich lebe soweit ich das für mich realisiert bekomme: alles was MICH triggert löse ich bei MIR. Wenn es dann mein Kind triggert, dann helfe ich ihm. Viele wollen nur die eigenen Trigger beim Kind lösen.
Solange nicht Gefahr in Verzug ist, können die Kinder ihre eigenen Erfahrungen sammeln und auch lerne für ihre eigenen Erfahrungen geradezustehen
Wie ich schon oben schrieb, hat es viel damit zu tun, dass sich die Ansprüche - auch der Jungen - ziemlich gesteigert haben. Das war schon in meiner Lehrzeit - verglichen mit den Erzählungen meiner Eltern - so und ist heute noch viel stärker ausgeprägt.
Nun ja, wir leben es ihnen vor.
Meine Eltern haben Telefon bekommen da war ich 16, ich musste mir meinen Führerschein und mein Auto selber zusammensparen/-arbeiten. Meine Eltern haben auch ein viel einfacheres Leben gelebt. Dafür gab es bei mir immer einen Elternteil zu Hause. Das versuche ich auch weitesgehend bei meinem Sohn, trotz alleinerziehend zu realisieren. Wie viele Eltern geben ihr Kind von Säugling an in die Krippe und Mutter und Vater arbeiten vollzeit um damit Haus, Auto, Jahresurlaub, volle IT-Ausstattung usw zu finanzieren...
aber noch mehr eine Folge des Zeitgeistes an sich. Der Einfluss von Eltern lässt recht früh nach. Dann zählen Vorbilder aus den Medien und die Schulkameraden mehr.
eben. Dazu habe ich ein Buch in der Kleinkindzeit meines Sohnes gelesen. Kinder brauchen Bindung und wenn Eltern die nicht bieten (oder andere Erwachsene als feste Bezugsperson), dann suchen sie sich die erstbeste Bindung und in unserer gleichaltrigen bestimmten Gesellschaft orientiert sich das Kleinkind am Kleinkind, das Kind am Kind, der Jugendliche am Jugendlichen...
Uns fehlt die generationsübergreifende Gemeinschaft und die Kinder zeigen uns das (sofern wir bereit sind hinzugucken).
Ich hatte mit 17 oder 18 auch keine wirkliche "Leidenschaft" für einen Beruf. Mir wäre es am liebsten gewesen, weiterhin mit meinen Kumpels um die Ecken zu ziehen, am Baggersee zu liegen oder in den Schwarzwald zu fahren und dort rumzuhängen. Ich kannte damals eigentlich niemanden, der etwas wirklich leidenschaftlich wollte. Die meisten haben halt einen Beruf gelernt oder studiert, weil man ja irgendwann Geld verdienen muss.
Gut: ich habe von Kind an gemalt und gezeichnet. Meine Schwester (9 Jahre älter) meinte mal: dir konnte man als Kind immer einen Stift und ein Blatt Papier in die Hand drücken und du warst stundenlang beschäftigt. Insofern habe ich da eine echte leidenschaft in den genen. Ansonsten bin ich beruflich auch durch Führung dahineingerutscht (steht oben)
Der Haken beim bedingungslosen Grundeinkommen ist, dass es sofort zum Wahlkampfargument verkommen wird. Es brauchen sich dann die politischen Parteien nur gegenseitig mit immer höheren BGEs überbieten, nach dem Motto: Wählt mich und ihr bekommt X EUR. Und leider würde das auch noch funktionieren. Nur ginge dabei nach und nach der Laden den Bach runter, bis nichts mehr zum verteilen da ist. Und dann geht der Ärger erst richtig los. Man bekommt nicht immer das, was man sich wünscht, sondern das, was am nächstliegendsten ist.
Viele sind heute nicht deshalb gestresst, weil sie so viel arbeiten müssen, sondern weil sie auf jeder Hochzeit tanzen wollen (Freizeitstress). Seit wir den Fernseher nicht mehr einschalten (ca. seit 10 Jahren), selten in Urlaub fahren und auch Besuche reduziert haben, leben wir deutlich ruhiger. Alles zu seiner Zeit und nie zu viel auf einmal. Dabei spart man dann sogar noch Geld.
Nein, die Erfahrungen mit den BGE in den Ländern, in denen es projektmäßig umgesetzt wurde, sind durchweg positiv.
Die Politiker steigen nicht auf den Zug auf, denn die Industrie und maßgeblichen Entscheidungsebenen (und damit meine ich nicht die Politik) sind dagegen. In der Schweiz ist der erste Volksentscheid dazu gescheitert, dennoch vermute ich, dass die CH in Europa das Land sein wird, was dafür Maßstäbe setzt (setzen wird)
Seit wir den Fernseher nicht mehr einschalten (ca. seit 10 Jahren), selten in Urlaub fahren und auch Besuche reduziert haben, leben wir deutlich ruhiger. Alles zu seiner Zeit und nie zu viel auf einmal. Dabei spart man dann sogar noch Geld.
das lebe ich auch so.
Ich sehe aber viele Menschen (und gerade viele alleinerziehende, meistens Mütter) die sich aufreiben um sich finanziell über Wasser halten zu können
das ist was anderes. ich spreche nicht von klasse wiederholen, nachhilfe o.ä. Sowas passiert im leben und ist auch kein beinbruch wenn man das aufs ganze leben betrachtet. und was meijnst du mit angstterror? keinen job zu finden?
seh ich auch anders. es geht NICHT um die termine außerhalb der schule mit fussball, musik, sport, nachhilfe... sondern um normale schulkstunden die entfallenn und eben berater in die schule kommen die informieren oder messen auf denen sich das kind samt eltern informieren kann. und die sind inzwischen echte klasse und ganz häufig kann man da schon anknüpfen und das kind kriegt nen praktikumsplatz o.ä..
sich finden tun kinder sicher nicht, wenn sie aufm bett rum liegen und stunde um stunde am handy spielen. sich finden hat ja was mit langeweile aushalten, mit gedanken machen zu tun und nicht damit, die freie zeit am hand oder vorm PC zu verbringen und nix denken zu müssen.
das mag so sein, nur isses einfach so, dass wir arbeiten müssen (!!) um davon leben zu können. es ist ja eher so, dass ich ad hok einige junge menschen kenne die sich zwar ne auszeit von nem jahr nehmen nach dem abi um zu reisen oder sich genau zu überlegen was sie machen wollen, die aber anshcließend nicht die kurve kriegen sich zu entscheiden und dann tatsächlich über jahre daheim rum hängen und von den eltern finanziert werden oder über hartz4.
es ist aber auch so, dass die jungen leute große ansprüche haben: ausgehen, klamotten, handys, reisen etc. Wie soll das gehen ohne job?! eine wohnung kriegst du nur mit dem nachweis von den letzten 3 einkünften deines arbeitgebers oder ner bürgschaft. ein negativer schufa eintrag ist schon ein problem ne wohnung zu kriegen oder nen handy vertrag. ich kenne einige junge leute die mit anfang, mitte 20 völlig verschuldet sind und das ihr leben nicht mehr abzahlen könnnen. ob das so ein guter start ins erwachsenenleben ist.....?
das stimmt!!! ich hab es auch sehr genossen das meine mutter täglich zuhause war und ich ein frisch gekochtes essen bekam.
jepp, genau das! ich frag das übrigens auch immer bei der EA ab. ob es freizeitstress gibt. ganz häufig krieg ich da ein "ja"...schade ist das. und dann der TV..ein leidiges thema. wir haben einen und ich schaue auch, aber ich entspanne mich bedeutend besser wenn ich abends noch 45 minuten mit dem hund raus gehe als wie wenn ich mir irgendwas anschaue wo meine gedanken eh abschwenken
ich finde es grundsätzlich schwierig, von Beobachtungen auf eine ganze Gesellschaft zu schließen.
Versager gab es schon immer...
Ich sehe "den Fehler / das Problem / oder wie wir es nennen wollen" nicht bei den Kindern. Ich sehe es als ein Symptom unserer Gesellschaft.
Mit Angstterror meine ich die Kinder von klein an in die Dogmen zu drängen. Es sind unsere Ängste und nicht die Ängste der Kinder.
Existenzängste: ich bin 2017 als ich auf Unterhalt verzichtet habe ohne eigenes Einkommen mal runter gegangen auf den Urgrund meiner Existenzängste, bis zum worst case, zum tiefsten bitteren Ende. Und es geht dennoch weiter.
ich kenne einige junge leute die mit anfang, mitte 20 völlig verschuldet sind und das ihr leben nicht mehr abzahlen könnnen.
wir haben einen Staat mit der Möglichkeit der Privatinsolvenz.
Die Regeln sind nicht ohne, aber jeder kann aus einem Schuldenberg wieder raus.
Das meine ich mit Eigenverantwortung erfahren lassen.
Die Schulden werden nur erlassen nach ganz festen und engen Regeln und wer die 7 Jahren hinter sich hat, der ist geläutert - aber aus dem Inneren heraus, denn zur Privatinsolvenz ist Eigeninitiative Voraussetzung
es ist ja eher so, dass ich ad hok einige junge menschen kenne...
Ich habe ja auch einen konkreten Fall im nahen Umfeld und wir haben uns ja schon darüber ausgetauscht. Ich sehe aber das Kind als RE-aktiv in dem Fall. Wir haben alle unseren Lebensweg.
Wir kranken an einer übermaterialisierten Welt, der der Sinn fehlt.
Das zeigen uns die Kinder.
Der Sinn der Sache kann nicht sein, für seine Lebensexistenz sich abzuackern und das 2% der Menschen 98% der Wertschöpfung besitzen.
Wir alle haben einen neuen Gott und der heißt Geld oder Besitztum oder oder...
Wir haben alle das Geburtsrecht als Mensch gleichermaßen wert zu sein.
Energetisch sind wir in einer anderen Zeit als vor 55 Jahren (so alt bin ich inzwischen ) und ich erinnere mich noch gut an die Energie des kalten Krieges. Ich kann nicht sagen, dass die damalige Zeit besser war...
In den 70er Jahren hätten die Eltern sicher ähnliche Post's geschrieben (nur gab es da das Internet noch nicht)
Ich sehe viel Bewegung in den Kiddies und ich kann nicht sagen, dass ich da nur negatives sehe.
Allerdings sehe ich viel mehr systemkritisches und weniger, die sich in Schubladen drücken lassen wollen.
Da ich selber immer tendenziell anders als mainstream war, begrüße ich das
Solange das projektmäßig läuft, ist es auch keine Verfügungsmasse im Wahlkampf. Das Problem ist nicht das BGE an sich, sondern dessen Missbrauch zu Wahlkampfzwecken - und die fatalen Folgen, wenn man einfach immer mehr verspricht - ohne zu schauen, wo es denn herkommen soll. Es gibt ja keinen Grund, warum die Empfänger des BGE (also wir alle) zufrieden sein sollten. Wäre das anders, dann würde Kommunismus funktionieren - und das tut er nur in kleinen Einheiten und auch da mehr schlecht als recht (ich war viele Jahre Anhänger der Kibbuz-Bewegung, aber auch die haben große Probleme...).
Ja, natürlich gibt es Menschen, die jeden Cent mehrfach umdrehen müssen. Aber - darauf gehe ich jede Wette ein - die wird es auch NACH der Einführung einen BGE noch geben. Während meines Studiums gab es Leute, die kamen mit ihrem Bafög den ganzen Monat aus, andere hatten es schon nach 2 Wochen weg. Und üppig darf ein BGE nicht werden, sondern kannibalisiert es Arbeit, weil sich immer mehr dann fragen, wozu sie eigentlich morgen aufstehen...
Und üppig darf ein BGE nicht werden,
ein BGE ist die Grundabsicherung. Unser heutiges Hartz 4 ist weniger als die Ansätze für BGE. Viele Menschen gehen arbeiten und kommen auf weniger als Hartz 4
Ja, natürlich gibt es Menschen, die jeden Cent mehrfach umdrehen müssen.
ich habe das Gefühl, dass sich das immer mehr spaltet und dass Deutschland viel von "Sozial"staat verloren hat. Es sind nicht die, die ungebildet sind oder die die nicht wollen. Es kann jeden treffen.
ondern kannibalisiert es Arbeit, weil sich immer mehr dann fragen, wozu sie eigentlich morgen aufstehen...
weißt Du, dass viele Berufe heute noch künstlich aufrecht erhalten werden, die von Technik gleichermaßen erledigt werden könnte. Da geht man lieber hin und lässt die Menschen Knochenarbeit machen und ihre Körper kaputtschinden.
Auch gibt es viele Kranke, die gerade noch soviel Kraft haben ihrer tgl Arbeit nachgehen zu können um dann abends zu Hause nur noch ausgelaugt zu sein. Meiner Meinung nach würde das BGE vielen die Möglichkeit geben sich um ihre Gesundheit zu kümmern oder soviel zu arbeiten, wie es für die Gesundheit zusammen mit einem Leben tragbar ist. Das Leben auf die Arbeit zu reduzieren raubt dem Leben den Sinn. Und genauso sinnbefreit ist unsere Gesellschaft.
Wir sind alle "Opfer" dieser Gesellschaft und gleichzeitig nähren wir mit unseren Glaubenssätzen, Denken, Reden und Handeln wiederum diese Gesellschaft.
Jeder Einzelne ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit aufgefordert sich zu fragen:
- was für eine Gesellschaft will ich nähren?
- in welcher gesellschaftsform will ich leben?
Und auf genau diese Fragestellung stoßen uns die Kinder:
- ob als Verweigerer,
- als Provokateur
- als Anführer
je mehr vorgegebene Schule umso mehr fremdbestimmtes Hirn / Brain washing.
Unsere Besonderheit ist ja der fehlende akademische Weg und die damit verbundene individuelle Entscheidung und Übernahme der eigenen Verantwortung. Deshalb sind wir eben nicht dem System zu unterwerfen und passen so schwer in eine gemeinsame Schublade.
Meiner Meinung nach würde das BGE vielen die Möglichkeit geben sich um ihre Gesundheit zu kümmern oder soviel zu arbeiten, wie es für die Gesundheit zusammen mit einem Leben tragbar ist. Das Leben auf die Arbeit zu reduzieren raubt dem Leben den Sinn.
Ich furchte, ohne Arbeit brauchen wir wieder Brot und Spiele und viel zu trinken...

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