Source: https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/ust/uebertragung-des-betriebsgrundstuecks-auf-die-bisherige-organgesellschaft-3193829
Timestamp: 2020-05-28 14:44:26+00:00

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Übertragung des Betriebsgrundstücks auf die bisherige Organgesellschaft | Rechtslupe
Über­trägt die frü­he­re Organ­trä­ge­rin ein ihr gehö­ren­des Grund­stück im Rah­men der Been­di­gung der Organ­schaft auf die frü­he­re Organ­ge­sell­schaft als Erwer­be­rin, liegt eine nicht steu­er­ba­re Geschäfts­ver­äu­ße­rung vor, wenn die Erwer­be­rin die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit des Organ­krei­ses fort­führt und das über­tra­ge­ne Grund­stück ein Teil­ver­mö­gen i.S. des Art. 5 Abs. 8 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG (nun­mehr Art.19 Abs. 1 MwSt­Sys­tRL) ist. Unschäd­lich ist, dass die Organ­schaft einen oder meh­re­re Tage vor der Über­tra­gung des Grund­stücks geen­det hat und daher die Fort­füh­rung der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit durch die Erwer­be­rin vor der Über­tra­gung des Grund­stücks auf die Erwer­be­rin erfolgt ist.
So bestand im hier ent­schie­de­nen Fall nach der geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zwi­schen der GbR und der H‑GmbH zwar kei­ne Organ­schaft. Jedoch ist der GbR gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO Ver­trau­ens­schutz zu gewäh­ren. Ist danach im Fest­set­zungs­ver­fah­ren davon aus­zu­ge­hen, dass zwi­schen der GbR und der H‑GmbH eine Organ­schaft bestand, hat das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz in der Vor­in­stanz unzu­tref­fend ange­nom­men, dass die GbR ein Ver­mie­tungs­un­ter­neh­men betrie­ben hat 1; die GbR hat viel­mehr ein Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men betrie­ben. Eine Berich­ti­gung des Vor­steu­er­ab­zugs ist nach dem im Streit­fall anwend­ba­ren § 15a Abs. 6a UStG a.F. nicht vor­zu­neh­men, weil das über­tra­ge­ne Betriebs­grund­stück ein Teil­ver­mö­gen bil­det, mit dem die Erwer­be­rin die­ses Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men ‑wie beab­sich­tigt- fort­füh­ren konn­te, weil es dazu der Antei­le an der H‑GmbH oder H‑Be­tei­li­gungs-GmbH nicht bedurf­te. Die auch bei Gewäh­rung von Ver­trau­ens­schutz zwi­schen­zeit­lich ein­ge­tre­te­ne Been­di­gung der Organ­schaft ändert dar­an nichts.
Das Finanz­ge­richt ist zunächst zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, dass die GbR bis zur Been­di­gung des Miet­ver­trags mit der Erwer­be­rin an sich als Ver­mie­te­rin umsatz­steu­er­recht­lich Unter­neh­me­rin war, weil aus Sicht der geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zwi­schen der GbR und der H‑GmbH kei­ne Organ­schaft bestan­den hat 2. Die von den Betei­lig­ten und vom Finanz­ge­richt über­ein­stim­mend bejah­te ertrag­steu­er­recht­li­che Bilan­zie­rung der Antei­le an der H‑GmbH im Son­der­be­triebs­ver­mö­gen ändert dar­an nichts 3.
Jeden­falls im Ergeb­nis zutref­fend hat das Finanz­ge­richt auch ange­nom­men, dass aus die­ser im Jahr 2010 erfolg­ten Recht­spre­chungs­än­de­rung des Bun­des­fi­nanz­hofs in Bezug auf die hier zu beur­tei­len­de Umsatz­steu­er für das Jahr 2005 zu Las­ten der GbR kei­ne nach­tei­li­gen Rechts­fol­gen gezo­gen wer­den dür­fen. Der GbR ist inso­weit Ver­trau­ens­schutz zu gewäh­ren. Dies folgt bereits, was das Finanz­ge­richt nicht erkannt hat, aus § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO.
Nach die­ser Vor­schrift darf bei Auf­he­bung oder Ände­rung eines Steu­er­be­schei­des nicht zuun­guns­ten des Steu­er­pflich­ti­gen berück­sich­tigt wer­den, dass sich die Recht­spre­chung eines obers­ten Gerichts­ho­fes des Bun­des geän­dert hat, die bei der bis­he­ri­gen Steu­er­fest­set­zung von der Finanz­be­hör­de ange­wandt wor­den ist.
Die Vor­schrift greift ein, wenn sich die Recht­spre­chung in der Zeit zwi­schen dem Erlass des ursprüng­li­chen Beschei­des und dem Erlass des Ände­rungs­be­schei­des geän­dert hat 4. Der ursprüng­li­che Bescheid kann auch eine Steu­er­an­mel­dung sein, die gemäß § 168 AO einer Steu­er­fest­set­zung unter dem Vor­be­halt der Nach­prü­fung gleich­steht 5.
Liegt ein Anwen­dungs­fall des § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO vor, ist der Steu­er­pflich­ti­ge so zu stel­len, wie er gestan­den hät­te, wenn sich die Recht­spre­chung nicht geän­dert hät­te, so dass zuguns­ten des Steu­er­pflich­ti­gen die bis­he­ri­ge Rechts­la­ge vor Ände­rung der Recht­spre­chung wei­ter­hin maß­geb­lich ist 6.
Nach die­sen Grund­sät­zen ist die GbR so zu stel­len, als habe trotz der Aus­füh­run­gen jeden­falls bis zum 17.02.2005 eine Organ­schaft mit der GbR als Organ­trä­ge­rin und der H‑GmbH als Organ­ge­sell­schaft bestan­den.
Die Umsatz­steu­er­erklä­rung der GbR vom 25.08.2006 stand nach Zustim­mung des Finanz­amt einer Steu­er­fest­set­zung unter dem Vor­be­halt der Nach­prü­fung gleich (§ 168 Satz 1 und 2 AO). Die dar­ge­stell­te Recht­spre­chungs­än­de­rung ist erst im Jahr 2010 erfolgt.
Ist danach die GbR so zu stel­len, als sei die Recht­spre­chungs­än­de­rung nicht erfolgt, reicht gemäß der frü­he­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs für eine finan­zi­el­le Ein­glie­de­rung zwi­schen der H‑GmbH als Organ­ge­sell­schaft und der GbR als Per­so­nen­ge­sell­schaft aus, dass die Mehr­heit der Antei­le an der H‑GmbH von den Gesell­schaf­tern der GbR gehal­ten wur­den, so dass in bei­den Gesell­schaf­ten die­sel­ben Gesell­schaf­ter zusam­men über die Mehr­heit der Antei­le oder Stimm­rech­te ver­füg­ten 7. Da auch die orga­ni­sa­to­ri­sche Ein­glie­de­rung 8 und wirt­schaft­li­che Ein­glie­de­rung (auf­grund der Ver­pach­tung des Betriebs­grund­stücks) 9 vor­la­gen, ist jeden­falls bis zum 17.02.2005 vom Vor­lie­gen einer Organ­schaft aus­zu­ge­hen. Die am 17.02.2005 beschlos­se­ne "Zwi­schen­schal­tung" der H‑Be­tei­li­gungs-GmbH (durch Ein­brin­gung der Antei­le der H‑GmbH) hat dar­an nichts geän­dert.
Eines Rück­griffs auf die uni­ons­recht­li­chen Grund­sät­ze des Ver­trau­ens­schut­zes und der Rechts­si­cher­heit 10 bedarf es des­halb vor­lie­gend nicht.
Aus­ge­hend vom Bestehen einer Organ­schaft hat das Finanz­ge­richt zu Unrecht ange­nom­men, die GbR habe ein Ver­mie­tungs­un­ter­neh­men betrie­ben, das die Erwer­be­rin nicht habe fort­füh­ren kön­nen. Die GbR hat bis zum Weg­fall der ange­nom­me­nen Organ­schaft ein Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men betrie­ben.
In die­sem Zusam­men­hang trifft es zwar an sich zu, dass ‑wie das Finanz­ge­richt ange­nom­men hat- die Vor­aus­set­zun­gen einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung nicht vor­lie­gen, soweit die Erwer­be­rin eines Ver­pach­tungs­un­ter­neh­mens das erwor­be­ne Gesamt- oder Teil­ver­mö­gen nicht wei­ter­hin ver­pach­tet, son­dern für ihre eige­ne unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit selbst nutzt 11, weil sich ein Ver­pach­tungs­un­ter­neh­men und ein Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men nicht hin­rei­chend ähneln 12. Die Lie­fe­rung eines weder ver­mie­te­ten noch ver­pach­te­ten Grund­stücks ist im Regel­fall kei­ne Geschäfts­ver­äu­ße­rung 13.
Aller­dings hat die Erwer­be­rin mit Ver­trag vom 17.02.2005 von der GbR kein Ver­pach­tungs­un­ter­neh­men erwor­ben, son­dern einen unselb­stän­di­gen Teil eines ein­heit­li­chen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­mens (Maschi­nen- und Anla­gen­bau).
Bei Bestehen einer Organ­schaft sind gemäß § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 UStG die Organ­trä­ge­rin (hier: die GbR) und die Organ­ge­sell­schaft (hier: die H‑GmbH) als ein Unter­neh­men (hier: zum Ver­kauf der von der H‑GmbH auf dem Grund­stück der GbR her­ge­stell­ten Pro­duk­te) zu behan­deln.
Dar­aus folgt nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs, dass ein Organ­trä­ger, der ein an sei­ne Organ­ge­sell­schaft ver­mie­te­tes Gebäu­de erwirbt, das Gebäu­de umsatz­steu­er­recht­lich nicht an die Organ­ge­sell­schaft ver­mie­tet, son­dern durch die Organ­ge­sell­schaft als Teil sei­nes Unter­neh­mens eigen­un­ter­neh­me­risch nutzt 14. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat des­halb das Vor­lie­gen einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung in einem Fall ver­neint, in dem ein Organ­trä­ger ein an die Organ­ge­sell­schaft ver­pach­te­tes Grund­stück an eine Drit­te ver­äu­ßert hat, die das Grund­stück wei­ter­hin an die Organ­ge­sell­schaft ver­pach­tet hat 15. Der V. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs hat eine Geschäfts­ver­äu­ße­rung im umge­kehr­ten Fall (bei Erwerb des ver­mie­te­ten Grund­stücks durch den Organ­trä­ger) eben­falls ver­neint 16.
Die­ser Sicht­wei­se liegt der Gedan­ke zugrun­de, dass die Organ­schaft über § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 UStG (auch) die umsatz­steu­er­recht­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on der vom Organ­trä­ger erbrach­ten Leis­tun­gen beein­flusst 17.
Das natio­na­le Recht wider­spricht inso­weit nicht dem Uni­ons­recht, denn es kommt uni­ons­recht­lich zu einer Ver­schmel­zung der Mit­glie­der der Mehr­wert­steu­er­grup­pe (hier: der GbR und der H‑GmbH) zu einem ein­zi­gen Steu­er­pflich­ti­gen 18.
Im Ergeb­nis zutref­fend hat das Finanz­ge­richt wie­der­um erkannt, dass für die Fra­ge, ob eine Berich­ti­gung des Vor­steu­er­ab­zugs vor­zu­neh­men ist, ent­schei­dungs­er­heb­lich ist, ob die Über­tra­gung des Betriebs­grund­stücks eine Geschäfts­ver­äu­ße­rung i.S. des § 1 Abs. 1a UStG, Art. 5 Abs. 8 der Sechs­ten Richt­li­nie 77/​388/​EWG des Rates vom 17.05.1977 zur Har­mo­ni­sie­rung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über die Umsatz­steu­ern ist.
Im Streit­fall fin­det § 15a UStG a.F. Anwen­dung, denn der zum 01.01.2005 in Kraft getre­te­ne § 15a UStG i.d.F. des Geset­zes zur Umset­zung von EU-Richt­li­ni­en in natio­na­les Steu­er­recht und zur Ände­rung wei­te­rer Vor­schrif­ten 19 ist gemäß § 27 Abs. 11 UStG nur auf Vor­steu­er­be­trä­ge anzu­wen­den, deren zugrun­de lie­gen­de Umsät­ze erst nach dem 31.12.2004 aus­ge­führt wur­den 20. Hier­an fehlt es im Streit­fall, denn die GbR hat die Ein­gangs­leis­tun­gen zur Errich­tung des Geschäfts­hau­ses gemäß den Fest­stel­lun­gen des Finanz­amt in der Ein­spruchs­ent­schei­dung, auf die das Finanz­ge­richt gemäß § 105 Abs. 5 FGO ver­wie­sen hat, in den Jah­ren 1999 bis 2003 bezo­gen.
Ent­spre­chend hat das Finanz­amt in der Ein­spruchs­ent­schei­dung ‑wie sich aus den zutref­fen­den Geset­zes­zi­ta­ten ergibt- § 15a UStG a.F. ange­wen­det, ohne dies aller­dings durch den Zusatz "a.F." kennt­lich zu machen.
Auch auf Basis des alten Rechts ist das Finanz­ge­richt indes zutref­fend davon aus­ge­gan­gen, dass die ‑steu­er­freie- Ver­äu­ße­rung des Betriebs­grund­stücks inner­halb des 10jährigen Berich­ti­gungs­zeit­raums (§ 15a Abs. 1 Satz 2 UStG a.F.) zu einer Ände­rung der Ver­hält­nis­se i.S. des § 15a Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Abs. 4 UStG a.F. geführt hät­te 21, falls kei­ne Geschäfts­ver­äu­ße­rung vor­lä­ge. Dies gilt auch, soweit es im Streit­fall um nach­träg­li­che Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten geht (§ 15a Abs. 3 UStG a.F.). Die GbR hät­te dann ein zuvor aus­schließ­lich zur Aus­füh­rung steu­er­pflich­ti­ger Umsät­ze aus dem Ver­kauf der von ihr her­ge­stell­ten Pro­duk­te ver­wen­de­tes Grund­stück nebst Gebäu­de nach § 4 Nr. 9 Buchst. a UStG steu­er­frei an die Erwer­be­rin ver­äu­ßert. Die Berich­ti­gung für das Streit­jahr und die fol­gen­den Kalen­der­jah­re (§ 15a Abs. 6 UStG a.F.) wäre im Streit­jahr vor­zu­neh­men (§ 44 Abs. 4 Satz 3 der Umsatz­steu­er-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung in der für das Streit­jahr gel­ten­den Fas­sung). Hier­über sowie über deren Höhe besteht zwi­schen den Betei­lig­ten zu Recht kein Streit.
Bei einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung (§ 1 Abs. 1a UStG) hin­ge­gen wird nach § 15a Abs. 6a Satz 1 UStG a.F. (jetzt: § 15a Abs. 10 UStG) der für das Wirt­schafts­gut maß­geb­li­che Berich­ti­gungs­zeit­raum nicht unter­bro­chen. Dadurch wer­den Geschäfts­ver­äu­ße­run­gen i.S. von § 1 Abs. 1a UStG von einer Berich­ti­gung nach § 15a UStG aus­ge­nom­men 22.
Zu Unrecht hat das Finanz­ge­richt aller­dings die Vor­aus­set­zun­gen einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung ver­neint, denn in Bezug auf das genann­te Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men der GbR liegt eine im Ver­trag ver­ein­bar­te, nicht steu­er­ba­re Geschäfts­ver­äu­ße­rung vor, obwohl ‑inso­weit ent­ge­gen der Auf­fas­sung der GbR- kei­ne Gesamt­be­trach­tung (i.S. eines "Gesamt­plans") anzu­stel­len ist. Die Vor­ent­schei­dung ist des­halb auf­zu­he­ben.
Die­se Vor­schrift beruh­te im Streit­jahr uni­ons­recht­lich auf Art. 5 Abs. 8 und Art. 6 Abs. 5 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG 23. Nach Art. 5 Abs. 8 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG (jetzt: Art.19 der Richt­li­nie 2006/​112/​EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem ‑MwSt­Sys­tRL-) kön­nen die Mit­glied­staa­ten die Über­tra­gung des Gesamt­ver­mö­gens oder eines Teil­ver­mö­gens, die ent­gelt­lich oder unent­gelt­lich oder durch Ein­brin­gung in eine Gesell­schaft erfolgt, so behan­deln, als ob kei­ne Lie­fe­rung von Gegen­stän­den vor­liegt, und den Begüns­tig­ten der Über­tra­gung als Rechts­nach­fol­ger des Über­tra­gen­den anse­hen. § 1 Abs. 1a UStG ist des­halb richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen 24. Die Recht­spre­chung des EuGH zu Art.19 MwSt­Sys­tRL kann ergän­zend her­an­ge­zo­gen wer­den 25.
Der Tat­be­stand der Geschäfts­ver­äu­ße­rung erfasst die Über­tra­gung von Geschäfts­be­trie­ben und von selb­stän­di­gen Unter­neh­mens­tei­len, die als Zusam­men­fas­sung mate­ri­el­ler und imma­te­ri­el­ler Bestand­tei­le ein Unter­neh­men oder einen Unter­neh­mens­teil bil­den, mit dem eine selb­stän­di­ge wirt­schaft­li­che Tätig­keit fort­ge­führt wer­den kann 26.
Über­tra­gen wer­den muss ein Gesamt- oder "Teil­ver­mö­gen". Bei Letz­te­rem han­delt es sich um einen auto­no­men uni­ons­recht­li­chen Begriff, der eine ein­heit­li­che Aus­le­gung fin­den muss, um eine unter­schied­li­che Anwen­dung der Mehr­wert­steu­er­re­ge­lung in den Mit­glied­staa­ten zu ver­hin­dern 27.
Er bezieht sich auf eine Kom­bi­na­ti­on von Bestand­tei­len eines Unter­neh­mens, die zur Aus­übung einer wirt­schaft­li­chen Tätig­keit aus­reicht, auch wenn die­se Tätig­keit nur Teil eines grö­ße­ren Unter­neh­mens ist, von dem sie abge­spal­ten wur­de 28. Dies ist aus der Sicht des Erwer­bers zu bestim­men 29. Die orga­ni­sa­to­ri­schen Ver­hält­nis­se beim Ver­äu­ße­rer sind unmaß­geb­lich 30. Beim Ver­äu­ße­rer not­wen­di­ge Gegen­stän­de, über die der Erwer­ber bereits selbst ver­fügt, müs­sen des­halb z.B. nicht mit über­tra­gen wer­den 31.
Eine Geschäfts­ver­äu­ße­rung kann auch bei Über­eig­nung nur eines Gegen­stan­des erfüllt sein, wenn die­ser Gegen­stand die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit aus­macht 32, wobei die Über­tra­gung ein­zel­ner Kun­den, Man­dan­ten oder Ver­trags­part­ner nicht aus­reicht 33. Die Über­tra­gung aller wesent­li­chen Betriebs­grund­la­gen und die Mög­lich­keit zur Unter­neh­mens­fort­füh­rung ohne gro­ßen finan­zi­el­len Auf­wand ist nicht erfor­der­lich 34. Die Fra­ge, ob ein Teil­ver­mö­gen vor­liegt, kann nicht nach natio­na­len ertrag­steu­er­recht­li­chen Kri­te­ri­en, son­dern nur unter Berück­sich­ti­gung der Rege­lung der Richt­li­nie ent­schie­den wer­den 35. Nur wenn es an einer Über­eig­nung oder Ein­brin­gung von Gegen­stän­den des Unter­neh­mens gänz­lich fehlt, schei­det eine Geschäfts­ver­äu­ße­rung aus 36.
Der Erwer­ber muss außer­dem beab­sich­ti­gen, den über­tra­ge­nen Geschäfts­be­trieb oder Unter­neh­mens­teil zu betrei­ben, nicht begüns­tigt ist die sofor­ti­ge Abwick­lung der über­nom­me­nen Geschäfts­tä­tig­keit 37. Der Erwer­ber darf aber den von ihm erwor­be­nen Geschäfts­be­trieb z.B. aus betriebs­wirt­schaft­li­chen oder kauf­män­ni­schen Grün­den in sei­nem Zuschnitt ändern oder moder­ni­sie­ren 38. Auch der Name des Unter­neh­mens darf, wie im Streit­fall durch eine Umbe­nen­nung mög­li­cher­wei­se gesche­hen, geän­dert wer­den 39.
Ob das über­tra­ge­ne Unter­neh­mens­ver­mö­gen als hin­rei­chen­des Gan­zes die Aus­übung einer wirt­schaft­li­chen Tätig­keit ermög­licht, und ob die vor und nach der Über­tra­gung aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten über­ein­stim­men oder sich hin­rei­chend ähneln, ist von den natio­na­len Gerich­ten 40 im Rah­men einer Gesamt­wür­di­gung 41 zu ent­schei­den. Dabei ist der Art der wirt­schaft­li­chen Tätig­keit, deren Fort­füh­rung geplant ist, beson­de­re Bedeu­tung zuzu­mes­sen 42. Die vom Finanz­ge­richt als Tat­sa­chen­in­stanz vor­zu­neh­men­de Gesamt­wür­di­gung ist im Revi­si­ons­ver­fah­ren nur in den Gren­zen des § 118 Abs. 2 FGO über­prüf­bar 43.
Im Rah­men der Prü­fung ist jeder Vor­gang ein­zeln und selb­stän­dig zu beur­tei­len, Erwer­be von meh­re­ren Per­so­nen dür­fen nicht zusam­men­ge­rech­net wer­den 44. Das bedeu­tet, dass das Finanz­ge­richt im Streit­fall zu Recht ange­nom­men hat, dass die Über­tra­gung der Antei­le an der H‑GmbH & Co. KG durch die Gesell­schaf­ter der GbR bei der vor­lie­gen­den Beur­tei­lung außer Betracht blei­ben muss. Glei­ches gilt für die ande­ren Leis­tun­gen zwi­schen P, R, der S‑GmbH und der H‑Be­tei­li­gungs-GmbH.
Im Streit­fall hat die Erwer­be­rin ‑ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Finanz­ge­richt- die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit der GbR fort­ge­führt.
Das Finanz­ge­richt hat das Vor­lie­gen einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung mit der Begrün­dung ver­neint, die GbR habe ein Ver­mie­tungs­un­ter­neh­men gehabt, das die Erwer­be­rin nicht habe fort­füh­ren kön­nen. Dies ist, wie aus­ge­führt, bereits im Aus­gangs­punkt unzu­tref­fend. Die GbR hat (auf­grund der Vor­schrift des § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO) als Organ­trä­ge­rin ein Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men betrie­ben, die H‑GmbH und die GbR waren inso­weit als ein Unter­neh­men zu behan­deln (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 3 UStG).
Die­ses Unter­neh­men hat die Erwer­be­rin (in der Rechts­form als KG) absichts­ge­mäß tat­säch­lich völ­lig unver­än­dert fort­ge­führt.
Falls kei­ne neue Organ­schaft mit der S‑GmbH bestand, was vom Bun­des­fi­nanz­hof nach Akten­la­ge nicht völ­lig aus­ge­schlos­sen wer­den kann, aber von kei­nem Betei­lig­ten gel­tend gemacht wird, tat sie dies seit dem Weg­fall der Vor­aus­set­zun­gen der Organ­schaft als selb­stän­di­ge Unter­neh­me­rin.
Sofern eine neue Organ­schaft zur S‑GmbH bestün­de, deren Wir­kun­gen auf das Inland beschränkt wären (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 2 UStG) 45, gäl­te der wirt­schaft­lich bedeu­tends­te Unter­neh­mens­teil im Inland als Unter­neh­me­rin (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 4 UStG). Die­ser hät­te das Unter­neh­men absichts­ge­mäß als Unter­neh­mer fort­ge­führt.
Einer Zurück­ver­wei­sung bedarf es des­halb inso­weit nicht.
Außer­dem bil­de­te im Streit­fall das Betriebs­grund­stück ein für die Fort­füh­rung der Tätig­keit aus­rei­chen­des Teil­ver­mö­gen.
Dies ist dem Umstand geschul­det, dass die GbR ihre bis­he­ri­ge unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit in wesent­li­chen Tei­len mit Hil­fe der Erwer­be­rin aus­ge­übt hat. Die­se ver­füg­te wäh­rend des Bestehens der Organ­schaft ‑mit Aus­nah­me des Betriebs­grund­stücks- ohne­hin schon zivil­recht­lich über sämt­li­che für die Fort­füh­rung der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit erfor­der­li­chen Gegen­stän­de. Ein­zig das Betriebs­grund­stück wur­de ihr von der GbR zur Nut­zung über­las­sen und muss­te im Streit­fall zur Fort­füh­rung von ihr hin­zu­er­wor­ben wer­den.
In einer sol­chen Situa­ti­on (Über­tra­gung des Betriebs­grund­stücks von der bis­he­ri­gen Organ­trä­ge­rin auf die bis­he­ri­ge Organ­ge­sell­schaft bei Been­di­gung der Organ­schaft) bil­det das Betriebs­grund­stück ein hin­rei­chen­des Gan­zes, mit dem die bis­he­ri­ge Organ­ge­sell­schaft nach Been­di­gung der Organ­schaft die unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit als selb­stän­di­ge Unter­neh­me­rin unver­än­dert fort­füh­ren kann, wenn sie über die übri­gen erfor­der­li­chen Gegen­stän­de bereits wäh­rend der Organ­schaft selbst ver­fügt hat.
Der Annah­me einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung in einem sol­chen Fall steht auch nicht ent­ge­gen, dass im sach­li­chen und zeit­li­chen Zusam­men­hang mit der Geschäfts­auf­ga­be durch den Ver­äu­ße­rer und der Fort­füh­rung der Geschäfts­tä­tig­keit durch den Erwer­ber ein­zel­ne Betriebs­grund­la­gen nicht mit­über­tra­gen wer­den 46. Die Erwer­be­rin muss­te ins­be­son­de­re nicht zur Fort­füh­rung des Unter­neh­mens ihre eige­nen Antei­le bzw. Antei­le der H‑Be­tei­li­gungs-GmbH erwer­ben. Die bei Erwerb des Betriebs­grund­stücks beab­sich­tig­te Fort­füh­rung der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit ist auch dann mög­lich, wenn Gesell­schaf­te­rin der Erwer­be­rin eine Drit­te ist.
Der Bun­des­fi­nanz­hof weicht damit weder vom EuGH, Urteil "X" 47 noch von den BFH-Urtei­len in BFHE 250, 240, BStBl II 2015, 908 und in BFHE 248, 472, BStBl II 2015, 616 ab, an denen er fest­hält 48. Einer Zusam­men­schau meh­re­rer Erwer­be bedarf es in einer sol­chen Situa­ti­on gera­de nicht.
Nichts ande­res ergä­be sich, wenn ‑was vom Bun­des­fi­nanz­hof nicht beur­teilt wer­den kann- zwi­schen der in Öster­reich ansäs­si­gen S‑GmbH und der Erwer­be­rin eine Organ­schaft bestün­de, deren Wir­kun­gen auf das Inland beschränkt wären. Dass ggf. der neue Organ­trä­ger und nicht die Erwer­be­rin Unter­neh­me­rin wäre, änder­te nichts dar­an, dass in jedem Fall der in § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 4 UStG genann­te Organ­trä­ger auf­grund der Über­tra­gung des Betriebs­grund­stücks über das für eine Fort­füh­rung erfor­der­li­che Ver­mö­gen ver­fü­gen wür­de. Statt der Erwer­be­rin wür­den dann der wirt­schaft­lich bedeu­tends­te Betriebs­teil im Inland mit dem Ver­mö­gen der Erwer­be­rin (ein­schließ­lich des zivil­recht­lich hin­zu­er­wor­be­nen Betriebs­grund­stücks) über ein hin­rei­chen­des Gan­zes ver­fü­gen, mit dem er die Tätig­keit fort­set­zen könn­te.
Dass zwi­schen dem schuld­recht­li­chen Abschluss des Ver­trags und der Lie­fe­rung des Grund­stücks die Organ­schaft ende­te, ändert an die­ser Beur­tei­lung nichts.
Das Finanz­ge­richt hat sich aus­führ­lich mit der Fra­ge aus­ein­an­der­ge­setzt, wann die Organ­schaft, von deren Bestehen aus Ver­trau­ens­schutz­grün­den am 17.02.2005 aus­zu­ge­hen ist, nach Auf­fas­sung des V. und XI. Senats des Bun­des­fi­nanz­hofs geen­det habe. Es hat dazu die Mei­nung ver­tre­ten, dass nach Auf­fas­sung bei­der Umsatz­steu­er­se­na­te des Bun­des­fi­nanz­hofs am 22.03.2005 die Organ­schaft geen­det habe, und zwar ent­we­der durch die Umwand­lung der Organ­ge­sell­schaft in eine KG 49 oder auf­grund eines feh­len­den Unter­ord­nungs­ver­hält­nis­ses 50.
Der Bun­des­fi­nanz­hof lässt man­gels Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit offen, ob er die­ser Begrün­dung fol­gen könn­te 51.
Nach der frü­he­ren Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs konn­te eine KG ‑als Per­so­nen­ge­sell­schaft- nicht als juris­ti­sche Per­son i.S. des § 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG ange­se­hen wer­den und mit­hin umsatz­steu­er­recht­lich nicht als Organ­ge­sell­schaft in ein ande­res Unter­neh­men ein­ge­glie­dert sein 52. Soweit der Bun­des­fi­nanz­hof die­se Recht­spre­chung mitt­ler­wei­le geän­dert hat 53, dürf­te dies wegen § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO nicht zum Nach­teil der GbR berück­sich­tigt wer­den.
Aber auch soweit die Urtei­le des Bun­des­fi­nanz­hofs 54 für die GbR güns­tig sind, hat die Organ­schaft im Streit­fall vor dem 02.04.2005 geen­det. Spä­tes­tens am 01.04.2005 haben P und R ihre Antei­le an der H‑Be­tei­li­gungs-GmbH an die S‑GmbH über­tra­gen. Davon ist auch das Finanz­ge­richt aus­ge­gan­gen. Auch nach den Kri­te­ri­en des Art. 4 Abs. 4 Unter­abs. 2 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG bestand des­halb seit dem 01.04.2005 kei­ne Organ­schaft mehr. Es bestan­den zwi­schen (auf­grund von § 176 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AO: den Gesell­schaf­tern) der GbR und der Erwer­be­rin kei­ne gegen­sei­ti­gen finan­zi­el­len Bezie­hun­gen mehr. Die GbR und die Erwer­be­rin waren nicht mehr Schwes­ter­ge­sell­schaf­ten.
Rechts­fol­ge des Weg­falls der Organ­schaft war zwar, dass die GbR bei Lie­fe­rung des Grund­stücks am 02.04.2005 nicht mehr mit Hil­fe der Erwer­be­rin ein Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men betrieb, die Umsät­ze der Erwer­be­rin nicht mehr der GbR zuzu­rech­nen waren und die Lie­fe­rung des Grund­stücks kein Innen­um­satz mehr war. Die Erwer­be­rin (oder die neue Organ­trä­ge­rin der Erwer­be­rin) war aber an die­sem Tag selb­stän­di­ge Unter­neh­me­rin. Die Erwer­be­rin führ­te daher bereits spä­tes­tens seit dem 01.04.2005 das Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men tat­säch­lich fort.
Dass die Fort­füh­rung des Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­mens durch die Erwer­be­rin vor der Über­tra­gung des Grund­stücks erfolg­te, so dass bei Über­tra­gung die Pro­duk­ti­ons­tä­tig­keit der GbR schon been­det war, ist indes für die Fort­füh­rung unschäd­lich.
Für die­se Beur­tei­lung spricht, dass nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs 55 die GbR nach dem Weg­fall der Organ­schaft bis zur Über­tra­gung des Betriebs­grund­stücks am 02.04.2005 kein Ver­mie­tungs­un­ter­neh­men betrieb, denn eine Ver­mie­tung für allen­falls weni­ge Tage ist nicht nach­hal­tig. Es stand auf­grund von § 6 Abs. 3 des Über­tra­gungs­ver­tra­ges vom 17.02.2005 fest, dass die Ver­mie­tung mit dem Über­gang von Besitz, Nut­zen und Las­ten am Betriebs­grund­stück endet. Die unter­neh­me­ri­sche Pro­duk­ti­ons­tä­tig­keit der GbR war folg­lich been­det, ohne dass sie in der Zwi­schen­zeit ein Ver­pach­tungs­un­ter­neh­men betrie­ben hät­te, das nun­mehr hät­te Gegen­stand einer Geschäfts­ver­äu­ße­rung sein kön­nen.
Dies ent­spricht im Übri­gen auch der Auf­fas­sung des Finanz­ge­richt, denn das Finanz­ge­richt geht nicht davon aus, dass eine (ers­te) Berich­ti­gung vor dem 02.04.2005 zu erfol­gen hat, weil die GbR ein frü­her umsatz­steu­er­pflich­tig ver­wen­de­tes Betriebs­grund­stück nach Weg­fall der Organ­schaft für die Zwe­cke einer (man­gels Opti­on) nach § 4 Nr. 12 Satz 1 UStG umsatz­steu­er­frei­en Ver­mie­tungs­tä­tig­keit genutzt hät­te, son­dern sieht erst die Ver­äu­ße­rung am 02.04.2005 als schäd­lich an.
Bestä­tigt wird die Unschäd­lich­keit der Fort­füh­rung vor der Über­tra­gung durch das BFH-Urteil in BFH/​NV 2010, 1873 zur kurz­fris­ti­gen Unter­bre­chung der Ver­pach­tungs­tä­tig­keit, durch die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zur Zuläs­sig­keit von Durch­gangs­er­wer­ben 56 und die umsatz­steu­er­recht­li­che Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zu leer ste­hen­den Feri­en­woh­nun­gen und Gebäu­de­tei­len 57. Berück­sich­tigt wer­den darf auch, dass sich an der tat­säch­li­chen Nut­zung des Grund­stücks für die Pro­duk­ti­ons­tä­tig­keit durch den Weg­fall der Organ­schaft nichts geän­dert hat 58 und durch den Ver­trag sicher­ge­stellt war, dass das Grund­stück auf Dau­er wei­ter für das bis­he­ri­ge Unter­neh­men ver­wen­det wird.
Ist danach unschäd­lich, dass ‑wie nach dem Ver­trag vom 17.02.2005 von vorn­her­ein ver­ein­bart- zwi­schen der Been­di­gung der unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit "Pro­duk­ti­on" durch die GbR nebst Fort­füh­rung durch die Erwer­be­rin (in ihrer neu­en Rechts­form als KG bzw. durch die neue Organ­trä­ge­rin der Erwer­be­rin) und der Über­tra­gung des Grund­stücks ein Zeit­raum von einem oder meh­re­ren Tagen lie­gen kann, muss der Bun­des­fi­nanz­hof nicht ent­schei­den, wann genau im Streit­fall die Vor­aus­set­zun­gen der Organ­schaft weg­ge­fal­len sind.
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 26. Juni 2019 – XI R 3/​17
FG Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 08.12.2016 – 6 K 2485/​13[↩]
BFH, Urtei­le in BFHE 229, 433, BStBl II 2011, 597, in BFHE 232, 550, BStBl II 2011, 600; vom 02.12.2015 – V R 12/​14, BFH/​NV 2016, 437, Rz 22; vom 03.12.2015 – V R 36/​13, BFHE 251, 556, BStBl II 2017, 563, Rz 27; und vom 24.08.2016 – V R 36/​15, BFHE 255, 310, BStBl II 2017, 595, Rz 14; sowie BFH, Beschluss vom 19.09.2011 – XI B 85/​10, BFH/​NV 2012, 283, Rz 13[↩]
vgl. dazu auch BFH, Urteil vom 18.01.2012 – XI R 13/​10, BFH/​NV 2012, 1012, Rz 32[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 11.04.2002 – V R 26/​01, BFHE 198, 238, BStBl II 2004, 317, unter II. 2., Rz 17[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 02.11.1989 – V R 56/​84, BFHE 159, 266, BStBl II 1990, 253, unter II. 1.a, Rz 9; vom 17.12.2015 – V R 45/​14, BFHE 252, 511, BStBl II 2017, 658, Rz 20; s.a. BFH, Beschluss vom 20.03.1990 – V B 111/​89, BFH/​NV 1991, 63, unter II. 2.b, Rz 21, zu § 176 Abs. 2 AO[↩]
BFH, Urtei­le vom 11.10.2007 – V R 27/​05, BFHE 219, 266, BStBl II 2008, 438, unter II. 4., Rz 57; vom 25.04.2013 – V R 2/​13, BFHE 241, 304, BStBl II 2013, 844, Rz 10 und 20[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 20.01.1999 – XI R 69/​97, BFH/​NV 1999, 1136, unter II. 2., Rz 12; vom 22.11.2001 – V R 50/​00, BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II. 1.a, Rz 14; vom 19.05.2005 – V R 31/​03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II. 2.a ee, Rz 28; und vom 14.02.2008 – V R 12, 13/​06, BFH/​NV 2008, 1365, unter II. 2.d, Rz 22[↩]
vgl. dazu BFH, Urtei­le vom 28.10.2010 – V R 7/​10, BFHE 231, 356, BStBl II 2011, 391, Rz 23; vom 07.07.2011 – V R 53/​10, BFHE 234, 548, BStBl II 2013, 218, Rz 24; vom 08.08.2013 – V R 18/​13, BFHE 242, 433, BStBl II 2017, 543, Rz 26[↩]
vgl. dazu BFH, Urtei­le vom 16.08.2001 – V R 34/​01, BFH/​NV 2002, 223, unter II. 2., Rz 21; vom 06.05.2010 – V R 26/​09, BFHE 230, 256, BStBl II 2010, 1114, Rz 29[↩]
vgl. dazu EuGH, Urtei­le Kreuz­mayr vom 21.02.2018 – C‑628/​16, EU:C:2018:84, HFR 2018, 337, m. Anm. Klenk, Rz 46; Car­trans Spe­di­ti­on vom 08.11.2018 – C‑495/​17, EU:C:2018:887, HFR 2018, 1000, m. Anm. Klenk, Rz 55 f.[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 24.09.2009 – V R 6/​08, BFHE 227, 506, BStBl II 2010, 315, Rz 24; vom 06.07.2016 – XI R 1/​15, BFHE 254, 283, BStBl II 2016, 909, Rz 33; s.a. BFH, Urteil vom 22.11.2007 – V R 5/​06, BFHE 219, 442, BStBl II 2008, 448, unter II. 3., Rz 17 ff., bei Geschäfts­ver­äu­ße­rung an eine Bruch­teils­ge­mein­schaft[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 15.04.2016 – XI B 109/​15, BFH/​NV 2016, 1306, Rz 29[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 11.10.2007 – V R 57/​06, BFHE 219, 284, BStBl II 2008, 447[↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 230, 256, BStBl II 2010, 1114, Rz 32[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 21.10.2015 – XI R 40/​13, BFHE 251, 474, BStBl II 2017, 852, Rz 63[↩]
BFH, Urteil in BFHE 230, 256, BStBl II 2010, 1114[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 29.10.2008 – XI R 74/​07, BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256, unter II. 2.d, Rz 31; vom 10.08.2017 – V R 64/​16, BFHE 259, 166, BStBl II 2019, 455, Rz 16; vom 01.03.2018 – V R 23/​17, BFHE 261, 369, BStBl II 2018, 503, Rz 17; a.A. Sta­die, Umsatz­steu­er­ge­setz, § 2 Rz 305 ff., 312 ff.[↩]
vgl. EuGH, Urteil Skan­dia Ame­ri­ca [USA] vom 17.09.2014 – C‑7/​13, EU:C:2014:2225, HFR 2014, 1031, Rz 29; BFH, Urteil vom 22.02.2017 – XI R 13/​15, BFHE 257, 160, BFH/​NV 2017, 1001, Rz 50[↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 254, 283, BStBl II 2016, 909, Rz 24 f.[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 03.07.2014 – V R 12/​13, BFH/​NV 2014, 1603, Rz 10; in BFHE 254, 283, BStBl II 2016, 909, Rz 26[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 06.09.2007 – V R 41/​05, BFHE 217, 338, BStBl II 2008, 65, unter II. 1., Rz 30; s.a. BFH, Urteil vom 19.12.2012 – XI R 38/​10, BFHE 240, 366, BStBl II 2013, 1053, Rz 28; eben­so Abschn. 15a.10 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2, 15a.2 Abs. 3 des Umsatz­steu­er-Anwen­dungs­er­las­ses[↩]
vgl. all­ge­mein BFH, Urteil vom 28.06.2017 – XI R 23/​14, BFHE 258, 517, BFH/​NV 2017, 1561, Rz 73[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 18.01.2005 – V R 53/​02, BFHE 208, 491, BStBl II 2007, 730, unter II. 2.a., Rz 24; in BFHE 240, 366, BStBl II 2013, 1053, Rz 31 und 32[↩]
vgl. z.B. zum umge­kehr­ten Fall EuGH, Urteil SKF vom 29.10.2009 – C‑29/​08, EU:C:2009:665, BFH/​NV 2009, 2099, Rz 36 ff.; BFH, Urteil vom 04.02.2015 – XI R 42/​13, BFHE 248, 472, BStBl II 2015, 616, Rz 25[↩]
EuGH, Urtei­le Zita Modes vom 27.11.2003 – C‑497/​01, EU:C:2003:644, Umsatz­steu­er-Rund­schau ‑UR- 2004, 19, Rz 40; SKF, EU:C:2009:665, BFH/​NV 2009, 2099, Rz 37; Schrie­ver vom 10.11.2011 – C‑444/​10, EU:C:2011:724, BStBl II 2012, 848, Rz 25; BFH, Urtei­le vom 18.01.2012 – XI R 27/​08, BFHE 235, 571, BStBl II 2012, 842; und vom 29.08.2018 – XI R 37/​17, BFHE 262, 286, BStBl II 2019, 378, Rz 22[↩]
vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 240, 366, BStBl II 2013, 1053, Rz 35; vom 04.02.2015 – XI R 14/​14, BFHE 250, 240, BStBl II 2015, 908, Rz 26; zum Teil­be­trieb s. BFH, Beschluss vom 16.11.2009 – V B 37/​09, BFH/​NV 2010, 450, Rz 8[↩]
vgl. BFH, Urteil in BFHE 248, 472, BStBl II 2015, 616, Rz 20[↩]
vgl. zum Laden­lo­kal EuGH, Urteil Schrie­ver, EU:C:2011:724, BStBl II 2012, 848, Rz 29; BFH, Urteil in BFHE 262, 286, BStBl II 2019, 378, Rz 35, 38[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 04.09.2008 – V R 23/​06, BFH/​NV 2009, 426, unter II. 1.b cc, Rz 29[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 11.11.2009 – V B 46/​09, Zeit­schrift für Steu­ern und Recht 2010, R165, unter 1., Rz 4; BFH, Urteil in BFHE 258, 517, BFH/​NV 2017, 1561, Rz 75[↩]
BFH, Urtei­le vom 01.08.2002 – V R 17/​01, BFHE 200, 97, BStBl II 2004, 626; vom 28.11.2002 – V R 3/​01, BFHE 200, 160, BStBl II 2004, 665; vom 06.05.2010 – V R 25/​09, BFH/​NV 2010, 1873, Rz 15; in BFHE 239, 359, BStBl II 2013, 221, Rz 22[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 04.07.2002 – V R 10/​01, BFHE 199, 66, BStBl II 2004, 662, unter II. 3., Rz 20; in BFHE 240, 366, BStBl II 2013, 1053, Rz 51[↩]
vgl. EuGH, Urteil Mai­lat vom 19.12.2018 – C‑17/​18, EU:C:2018:1038, HFR 2019, 72, Rz 23; BFH, Urteil vom 21.05.2014 – V R 20/​13, BFHE 246, 226, BStBl II 2014, 1029, Rz 21[↩]
EuGH, Urteil Zita Modes, EU:C:2003:644, UR 2004, 19, Rz 44; BFH, Urtei­le vom 18.09.2008 – V R 21/​07, BFHE 222, 170, BStBl II 2009, 254, unter II. 1.a, Rz 20; vom 30.04.2009 – V R 4/​07, BFHE 226, 138, BStBl II 2009, 863, unter II. 2.a, Rz 25[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 29.08.2012 – XI R 1/​11, BFHE 239, 175, BStBl II 2013, 301, Rz 24[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 27.01.2011 – V R 38/​09, BFHE 232, 278, BStBl II 2012, 68, Rz 53[↩]
vgl. BFH, Urtei­le in BFH/​NV 2014, 1603, Rz 15; in BFHE 251, 275, BFH/​NV 2016, 346, Rz 32[↩]
vgl. EuGH, Urteil X vom 30.05.2013 – C‑651/​11, EU:C:2013:346, UR 2013, 582, Rz 47; BFH, Urtei­le in BFHE 250, 240, BStBl II 2015, 908, Rz 29 f.; in BFHE 248, 472, BStBl II 2015, 616, Rz 25 f.; in BFHE 251, 556, BStBl II 2017, 563, Rz 26[↩]
vgl. dazu BFH, Urteil vom 22.02.2017 – XI R 13/​15, BFHE 257, 160, BFH/​NV 2017, 1001[↩]
vgl. BFH, Beschluss vom 18.08.2008 – XI B 192/​07, BFH/​NV 2008, 2065, unter 1.b und c, Rz 9 f.; BFH, Urteil in BFHE 226, 138, BStBl II 2009, 863, unter II. 3., Rz 31[↩]
EuGH, Urteil "X", EU:C:2013:346, UR 2013, 582[↩]
vgl. zur Abgren­zung auch BFH, Urteil in BFHE 262, 286, BStBl II 2019, 378, Rz 40 ff.[↩]
vgl. dazu BFH, Urteil vom 02.12.2015 – V R 25/​13, BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 02.12.2015 – V R 15/​14, BFHE 252, 158, BStBl II 2017, 553[↩]
vgl. dazu BFH, Urtei­le vom 19.01.2016 – XI R 38/​12, BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567; vom 01.06.2016 – XI R 17/​11, BFHE 254, 164, BStBl II 2017, 581[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 07.12.1978 – V R 22/​74, BFHE 127, 262, BStBl II 1979, 356, unter I. 5.; vom 08.02.1979 – V R 101/​78, BFHE 127, 267, BStBl II 1979, 362, unter 5. und 6.; vom 26.06.1986 – V R 57/​77; vom 19.05.2005 – V R 31/​03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II. 2.b cc[↩]
vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547, und in BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567[↩]
BFH, Urtei­le in BFHE 251, 534, BStBl II 2017, 547 und in BFHE 252, 516, BStBl II 2017, 567[↩]
vgl. BFH, Urtei­le vom 24.02.2005 – V R 45/​02, BFHE 210, 146, BStBl II 2007, 61, unter II. 1.a, Rz 20; in BFHE 222, 170, BStBl II 2009, 254, unter II. 1.c, Rz 22; vom 28.10.2010 – V R 22/​09, BFH/​NV 2011, 854, Rz 22; in BFHE 251, 275, BFH/​NV 2016, 346, Rz 27[↩]
vgl. dazu BFH, Urtei­le vom 25.11.2015 – V R 66/​14, BFHE 251, 526, BFH/​NV 2016, 497, Rz 29; in BFHE 254, 283, BStBl II 2016, 909, Rz 41 f.; BFH, Beschluss in BFH/​NV 2016, 1306, Rz 21[↩]
vgl. BFH, Urtei­le in BFHE 226, 138, BStBl II 2009, 863, unter II. 3., Rz 30; in BFH/​NV 2014, 1600, Rz 12;, sowie BFH, Urtei­le in BFHE 200, 97, BStBl II 2004, 626; und vom 30.01.2014 – V R 33/​13, BFH/​NV 2014, 1238; BFH, Beschluss vom 06.06.2006 – V B 142/​05, BFH/​NV 2006, 2088[↩]
vgl. dazu auch EuGH, Urteil Mydi­bel vom 27.03.2019 – C‑201/​18, EU:C:2019:254, DStR 2019, 792, Rz 28 f., zu Art. 184 f. MwSt­Sys­tRL[↩]
Beendigung der OrganschaftBetriebsgrundstückGeschäftsveräußerungGrundstücksübertragungOrgangesellschaft

References: Art. 5
 Art.19
 § 176
 § 15
 § 176
 § 168
 § 176
 § 2
 § 2
 § 1
 Art. 5
 § 15
 § 15
 § 27
 § 105
 § 15
 § 15
 § 4
 § 15
 § 15
 § 1
 § 15
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 5
 Art.19
 § 1
 EuGH 
 Art.19
 § 118
 § 176
 § 2
 § 2
 § 176
 Art. 4
 § 176
 § 6
 § 4
 § 176
 § 2
 Art. 184