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Timestamp: 2020-02-24 22:23:35+00:00

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BGH, 12.11.1992 - IX ZR 236/91 - dejure.org
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BGH, 12.11.1992 - IX ZR 236/91 (https://dejure.org/1992,198)
BGH, Entscheidung vom 12.11.1992 - IX ZR 236/91 (https://dejure.org/1992,198)
BGH, Entscheidung vom 12. November 1992 - IX ZR 236/91 (https://dejure.org/1992,198)
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Aufklärungspflicht - Konkursanfechtung - Sanierungsmaßnahmen - Benachteiligungsabsicht - Gemeinschuldner
Entkräftung des Indizes für Benachteiligungsabsicht bei einer Rechtshandlung im Zusammenhang mit dem Sanierungskonzept
KO § 31 Nr. 1
NJW-RR 1993, 238
ZIP 1993, 276
MDR 1993, 528
WM 1993, 270
DB 1993, 729
Die Kenntnis von der (drohenden) Zahlungsunfähigkeit kann nach ständiger Rechtsprechung des Senats ihre Bedeutung als Beweisanzeichen für den Benachteiligungsvorsatz des Schuldners und die Kenntnis des Gläubigers hiervon verlieren, wenn die angefochtene Rechtshandlung Bestandteil eines ernsthaften, letztlich aber fehlgeschlagenen Sanierungsversuchs ist (BGH, Urteil vom 12. November 1992 - IX ZR 236/91, WM 1993, 270, 273;… vom 5. März 2009 - IX ZR 85/07, BGHZ 180, 98 Rn. 17;… vom 21. Februar 2013 - IX ZR 52/10, WM 2013, 763, Rn. 11;… vom 3. April 2014 - IX ZR 201/13, WM 2014, 1009 Rn. 40 mwN).
BGHZ 33, 389, 393 f hat den in Nr. 19 Abs. 1 AGB-Banken in der damals geltenden Fassung vorgesehenen Anspruch auf Nachbesicherung als inkongruent gewertet, weil die Klägerin zwar einen umfassenden, inhaltlich aber völlig unbestimmten Anspruch erhielt, dem Schuldner also unter den in Betracht kommenden Sicherheiten die freie Wahl gelassen wurde (vgl. auch BGH, Urt. v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, WM 1993, 270, 272).
(b) Zudem würde durch eine Ausweitung der Anwendung von § 138 Abs. 1 BGB im Fall von fehlgeschlagenen Sanierungsversuchen die differenzierte Regelung der Gläubigeranfechtung nach dem Anfechtungsgesetz und der Insolvenzanfechtung in §§ 129 ff. InsO, insbesondere der dort vorgesehenen Fristen, überspielt (vgl. BGH, Urteile vom 20. Januar 1971 - VIII ZR 129/69, WM 1971, 441, 443 und vom 9. Juli 1987 - IX ZR 89/86, WM 1987, 1172, 1173), obwohl grundsätzlich eine Anfechtung wegen vorsätzlicher Benachteiligung in Betracht kommt, wenn eine Sicherungsübereignung nicht Bestandteil eines ernsthaften Sanierungsversuchs ist (vgl. BGH, Urteile vom 12. November 1992 - IX ZR 236/91, WM 1993, 270, 273 [zu § 31 Nr. 1 KO], vom 4. Dezember 1997 - IX ZR 47/97, WM 1998, 248, 250 [zu § 31 Nr. 1 KO] …und vom 5. März 2009 - IX ZR 85/07, BGHZ 180, 98 Rn. 17 [zu § 133 InsO]).
Weitergehende Anforderungen sind auch in den Urteilen des Bundesgerichtshofes vom 3. April 1968 (VIII ZR 23/66, KTS 1968, 235, 236) und vom 12. November 1992 (IX ZR 236/91, ZIP 1993, 276, 279) nicht aufgestellt, auf die sich das Berufungsgericht bezieht: In den dort jeweils zugrunde liegenden Fällen war die Zusage von Sicherheiten - anders als hier nicht auf bestimmte einzelne Gegenstände konkretisierbar.
Insoweit handelte es sich jedoch um eine nur in Teilen bestehende Inkongruenz, welche den Wert des entsprechenden Beweisanzeichens abschwächt (vgl. Senatsurt. v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, aaO).
Jedoch ist der Umstand nur als einer neben allen anderen abzuwägen, wobei insbesondere auch das Ausmaß der Benachteiligung mit zu beachten ist (…vgl. BGH, Urt. v. 26. Februar 1969 - VIII ZR 41/67, WM 1969, 374, 375 unter 2. a.E.; v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, aaO).
Ein derartiger Sanierungsversuch setzt nämlich mindestens ein in sich schlüssiges Konzept voraus, das von den erkannten und erkennbaren tatsächlichen Gegebenheiten ausgeht und nicht offensichtlich undurchführbar ist (Senatsurt. v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, aaO; vgl. auch Senatsurt. v. 15. Dezember 1994 - IX ZR 18/94, ZIP 1995, 297, 299).
Dies gilt sowohl für § 31 Abs. 1 KO (BGHZ 123, 320, 326;… Urt. v. 15. Februar 1990 - IX ZR 149/88, ZIP 1990, 459, 460; v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, ZIP 1993, 276, 279; v, 11. Mai 1995 - IX ZR 170/94, ZIP 1995, 1078, 1082) als auch für § 10 Abs. 1 Nr. 1 GesO (…BGH, Urt. v. 9. Januar 1997 - IX ZR 47/96, ZIP 1997, 423, 426; v. 30. Januar 1997 - IX ZR 89/96, ZIP 1997, 513, 515; v. 11. Dezember 1997 - IX ZR 341/95, ZIP 1998, 257, 262, z.V.b. in BGHZ).
Es muss vielmehr zu der Zeit der angefochtenen Handlung ein schlüssiges, von den tatsächlichen Gegebenheiten ausgehendes Sanierungskonzept vorliegen, das mindestens in den Anfängen schon in die Tat umgesetzt worden ist und beim Schuldner die ernsthafte und begründete Aussicht auf Erfolg rechtfertigt (BGH, Urteil vom 26. März 1984 - II ZR 171/83, ZIP 1984, 572, 580; vom 12. November 1992, aaO; vom 4. Dezember 1997 - IX ZR 47/97, ZIP 1998, 248, 251;… vom 16. Oktober 2008, aaO).
Es ist entkräftet, wenn die angefochtene Rechtshandlung in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Sanierungskonzept stand, das mindestens in den Anfängen schon in der Tat umgesetzt war und die ernsthafte Aussicht auf Erfolg begründete (BGH, Urt. v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, ZIP 1993, 276, 279; v. 4. Dezember 1997 - IX ZR 47/97, WM 1998, 248, 250;… ausf. Jaeger/Henckel, aaO § 133 Rn. 34).
(2) Mit der Einräumung einer Sicherheit wird dem Gläubiger grundsätzlich nur dann eine kongruente Deckung gewährt, wenn dieser einen Anspruch gerade auf die bestellte Sicherheit hat (vgl. BGH, Urt. v. 12. November 1992 - IX ZR 236/91, WM 1993, 270, 273).
Individualvertragliche Vereinbarungen oder allgemeine Geschäftsbedingungen, die dem Gläubiger nur einen inhaltlich unbestimmten Anspruch auf die Bestellung oder Verstärkung von Sicherheiten geben, reichen nicht aus (vgl. BGHZ 33, 389, 393 f;… BGH, Urt. v. 3. April 1968 - VIII ZR 23/66, WM 1968, 683, 684; v. 12. November 1992 aaO; v. 11. Mai 1995 - IX ZR 170/94, WM 1995, 1394, 1397;… Kilger/Karsten Schmidt aaO § 30 Anm. 20;… Jaeger/Henckel aaO § 30 Rdn. 220).
Ist allerdings das Ausmaß der Inkongruenz gering, verliert sie in der Regel als Beweisanzeichen an Bedeutung (BGH, Urt. v. 12. November 1992 aaO;… v. 13. März 1997 aaO).
Je geringer das Ausmaß der Inkongruenz im Einzelfall ist, desto mehr tritt ihre Bedeutung als Beweisanzeichen zurück (BGH 12. November 1992 - IX ZR 236/91 - zu III 3 c aa der Gründe) .
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References: § 31
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