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Timestamp: 2019-03-22 04:03:17+00:00

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Ergonomische Anforderungen
Bildschirmarbeitsplätze mit tragbaren Datenverarbeitungsgeräten
Bildschirmarbeitsplätze gemäß § 67 Abs. 5 ASchG
Bildschirmarbeitsplätze mit fallweisen kurzdauernden Eingaben und Abfragen
Gefahrenevaluierung
Regelungen für Pausen, Augenuntersuchungen und Sehhilfen
Information, Unterweisung, Anhörung und Beteiligung
Weitere Vorschriften und Informationen, die für Bildschirmarbeit relevant sind
sind Arbeitsplätze, bei denen das Bildschirmgerät und die Dateneingabetastatur oder sonstige Steuerungseinheit sowie gegebenenfalls ein Informationsträger eine funktionale Einheit bilden.
Auf Grund unterschiedlicher Anforderungen betreffend Ergonomie können folgende fünf Arten von Bildschirmarbeitsplätzen unterschieden werden:
Bildschirmarbeitsplätze, für die keine Abweichungen von ergonomischen Anforderungen zulässig sind
(siehe Ergonomische Anforderungen)
(siehe Bildschirmarbeitsplätze mit tragbaren Datenverarbeitungsgeräten)
(siehe Bildschirmarbeitsplätze gemäß § 67 Abs. 5 ASchG)
(siehe Bildschirmarbeitsplätze mit fallweisen kurzdauernden Eingaben und Abfragen)
Tele-Bildschirmarbeitsplätze
(siehe Tele-Arbeitsplätze, Home-Office)
Bildschirmarbeitsplätze müssen ergonomisch gestaltet werden. Dafür sind auch die dem Stand der Technik entsprechenden Geräte (Monitore, Tastaturen, sonstige Steuerungs- oder Zusatzeinheiten), Arbeitstische, Arbeitsflächen und Arbeitsstühle sowie benutzerfreundliche Software zur Verfügung zu stellen.
§ 67 Abs. 2 und 3 ASchG sowie § 68 Abs. 2 ASchG
Zusammenfassung wichtiger ergonomischer Anforderungen für Bildschirmarbeitsplätze, für die keine Abweichung von ergonomischen Anforderungen zulässig sind:
Übersicht - ergonomisch günstige und ungünstige Gestaltung
Anforderungen - Arbeitstisch, Arbeitsfläche und Arbeitsstuhl
Anforderungen - Bildschirm und Tastatur
Anforderungen - Belichtung, Beleuchtung und Strahlung
Für Bildschirmarbeitsplätze mit tragbaren Datenverarbeitungsgeräten (Laptops) sind bei deren regelmäßigem Einsatz keine Abweichungen von ergonomischen Anforderungen zulässig. § 68 Abs. 2 ASchG und Abschnitt 2 BS-V kommen in vollem Umfang zur Anwendung. Wichtige Auswirkungen für die Praxis sind:
die Tastatur muss neigbar und vom Bildschirmgerät unabhängig sein
die Software muss für die regelmäßige Tätigkeit geeignet sein und
die Größe des Bildschirms muss der Arbeitsaufgabe angepasst sein.
Werden tragbare Datenverarbeitungsgeräte nicht regelmäßig am Arbeitsplatz eingesetzt sind dagegen Abweichungen gemäß § 67 Abs. 4 ASchG und § 68 Abs. 5 ASchG betreffend Softwareergonomie und bestimmter ergonomischer Anforderungen an Geräte und Arbeitsplatz, wie Bildschirm, Tastatur, Arbeitstisch, Arbeitsfläche, Arbeitsstuhl, Belichtung, Beleuchtung etc., zulässig.
Dies sind Tätigkeiten mit nachstehend angeführten Einrichtungen bzw. Geräten:
Fahrer- und Bedienungsstände an Fahrzeugen und Maschinen
Datenverarbeitungsanlagen an Bord eines Verkehrsmittels
Datenverarbeitungsanlagen, die hauptsächlich zur Benutzung durch die Öffentlichkeit bestimmt sind
Rechenmaschinen, Registrierkassen und Geräte mit einer kleinen Daten- oder Messwertanzeigevorrichtung, die zur direkten Benutzung des Gerätes erforderlich sind und
Display-Schreibmaschinen.
Zulässig sind für diese Art von Bildschirmarbeitsplätzen bestimmte ergonomische Abweichungen, die sich aus der Art oder Zweckbestimmung der Einrichtung oder Art der Arbeitsvorgänge ergeben. Diese Abweichungen betreffen Softwareergonomie und Bildschirm, Tastatur, Arbeitstisch und Arbeitsfläche, Arbeitsstuhl, Belichtung, Beleuchtung etc.
Die Bestimmungen über Bildschirm und Tastatur, Arbeitstisch und Arbeitsfläche, Arbeitsstuhl, Belichtung und Beleuchtung sowie Strahlung (Abschnitt 2 BS-V) kommen für diese Bildschirmarbeitsplätze gemäß § 1 Abs. 1 BS-V nicht zur Anwendung.
Hinweis: Für bestimmte dieser Bildschirmarbeitsplätze entfallen die Regelung für Pausen und Tätigkeitswechsel unter bestimmten Voraussetzungen (siehe Regelungen für Pausen, Augenuntersuchungen und Sehhilfen).
Für diese Arbeitsplätze sind gemäß § 16 Abs. 1 BS-V Abweichungen für konkret genannte ergonomische Anforderungen festgelegt. ArbeitgeberInnen sind in diesem Fall nicht verpflichtet, Arbeitstische, Arbeitsflächen und Arbeitsstühle zur Verfügung zu stellen. Fallweise kurzdauernde Eingaben und Abfragen von Informationen am Bildschirm können beispielsweise vorkommen bei Betreuung von Kunden oder Kundinnen Kaufhäusern, Buchhandlungen oder bei der Lagerhaltung.
Auf folgende Gefahren ist bei der Ermittlung und Beurteilung besonders Bedacht zu nehmen:
mögliche Beeinträchtigung des Sehvermögens
physische und psychische Belastungen.
Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung beinhalten
Ausschaltung festgestellter Gefahren unter Berücksichtigung ihres Zusammenwirkens,
bereitstellen von dem Stand der Technik entsprechenden Geräten (Monitore, Tastaturen, sonstige Steuerungs- oder Zusatzeinheiten) mit einer benutzerfreundlichen Software.
§ 68 Abs. 1 und 2 ASchG
Im Rahmen der Ermittlung und Beurteilung ist auch festzustellen, ob die Tagesarbeitszeit einen nicht unwesentlichen Anteil an Bildschirmarbeit beinhaltet. Dieser ist gegeben, wenn die Bildschirmarbeit folgende Dauern überschreitet
durchschnittlich ununterbrochen mehr als zwei Stunden oder
durchschnittlich mehr als drei Stunden.
§ 8 iVm § 1 Abs. 2 und 4 BS-V
Ergibt die Ermittlung und Beurteilung, dass ein nicht unwesentlicher Anteil an Bildschirmarbeit in der Tagesarbeitszeit liegt, so haben ArbeitgeberInnen folgende Anforderungen sicherzustellen:
Organisation von Pausen oder Tätigkeitswechseln. 10 Minuten nach 50 Minuten ununterbrochener Bildschirmarbeit, oder 20 Minuten in der 2. Stunde, sofern es der Arbeitsablauf erfordert (§ 10 BS-V),
Anbieten einer angemessenen Untersuchung von Augen und Sehvermögen vor Aufnahme der Tätigkeit und in Abständen von 3 Jahren sowie bei Auftreten von Sehbeschwerden auf Grund von Bildschirmarbeit (§ 11 BS-V), weiters
daraus abgeleitet das zur Verfügung stellen von speziellen Sehhilfen (§ 12 BS-V).
Für Fahrer- und Bedienungsstände an Fahrzeugen und Maschinen sowie Datenverarbeitungsanlagen an Bord eines Verkehrsmittels (§ 67 Abs. 5 Z 1 und 2 ASchG) sind die Festlegungen für Pausen oder Tätigkeitswechsel nur anzuwenden, wenn Art oder Zweckbestimmung der Einrichtung oder Art der Arbeitsvorgänge dem nicht entgegenstehen (§ 68 Abs. 6 ASchG zweiter Satz).
Über Voraussetzungen, unter welchen Umständen ArbeitgeberInnen die Kosten der speziellen Sehhilfen (Bildschirmbrillen) zu tragen haben, informiert der Erlass "Kostentragung für Sehhilfen bei Bildschirmarbeit".
gelten für alle Bildschirmarbeitsplätze, ausgenommen Bildschirmarbeitsplätze nach § 67 Abs. 5 ASchG.
Unterweisung der ArbeitnehmerInnen im Umgang mit dem Gerät, hinsichtlich der ergonomisch richtigen Einstellung und Anordnung der Arbeitsmittel vor Aufnahme der Tätigkeit am Bildschirmgerät und bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsabläufe (§ 13 BS-V)
Information der ArbeitnehmerInnen, ob
- ein nicht unwesentlicher Anteil an Bildschirmarbeit vorliegt,
- Anspruch auf Arbeitspausen gegeben ist
- Recht auf Augenuntersuchung und die Bereitstellung einer Bildschirmarbeitsbrille bestehen (§ 14 BS-V)
Anhörung und Beteiligung der ArbeitnehmerInnen. Können entfallen, wenn Sicherheitsvertrauenspersonen bestellt und Belegschaftsorgane errichtet sind und diese befasst werden (§ 15 BS-V).
Nachtschwerarbeitsgesetz - NSchG:
Artikel VII Abs. 2 Z 7 NSchG legt fest, wann Nachtschwerarbeit bei Bildschirmarbeitsplätzen vorliegt. In Verbindung mit Nachtarbeit - Zeit zwischen 22 Uhr und 6 Uhr - liegt Nachtschwerarbeit vor, wenn Bildschirmarbeit für die gesamte Tätigkeit bestimmend ist.
Arbeitsstättenverordnung - AStV: natürliche Belichtung
(§ 25 AStV), Sichtverbindung ins Freie (§ 25 AStV), Beleuchtung (§ 29 AStV), Raumklima (§ 28 AStV)
Verordnung Lärm und Vibrationen - VOLV:
Für Bürotätigkeiten kommt der Grenzwert von 65 dB(A) für Lärm zur Anwendung.
Folder Bildschirmarbeit
Erlass zur Bildschirmarbeit „höhenverstellbare Rückenlehnen für Arbeitsstühle"
Merkblatt M 026 Bildschirmarbeitsplätze (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt - AUVA)
Arbeitsplatz Bildschirm (Broschüre, AK Wien)
ergo-online® - technische, arbeitsmedizinische und ergonomische Aspekte
DGUV-Information 215-410 "Bildschirm und Büroarbeitsplätze" Leitfaden für die Gestaltung
DGUV-Information 215-442 "Beleuchtung im Büro" Hilfen für die Planung der künstlichen Beleuchtung in Büroräumen
Letzte Änderung am: 17.12.2018
Software-Ergonomie im ArbeitnehmerInnenschutz

References: § 67
 § 67

§ 67
 § 68
 § 68
 § 67
 § 68
 § 1
 § 16

§ 68

§ 8
 § 1
 § 67