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Timestamp: 2016-10-25 15:53:03+00:00

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Alkoholfahrt mit Unfall und Fahrerflucht - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
16.01.2007 18:43 | Preis: ***,00 € |
ich bin mit 2,4 %0 BAK Auto gefahren und wurde in einen Unfall verwickelt. Der andere Beteiligte war mein übernächster Nachbar. Eigentlich ist er mir mit dem Motorroller ins Auto gefahren. Ich versprach, den Schaden der Versicherung zu melden. Nach 1 Stunde kam die Polizei und holte mich aus dem Haus zur Blutentnahme. Zurückgerechnet ergibt sich zum Unfallzeitpunit eine BAK von etwa 2,4 %0. Ermittelt wird wegen Alkohol im Straßenverkehr und Unfallflucht. Der Fahrer war leicht verletzt (Knieprellung). Keine Voreintragungen im Zentralregister. Ich bin sonst nie unter Alkoholeinfluß gefahren, war dumme Ausnahmesituation. Mit welcher Strafe muß ich rechnen? Ich habe nur ein geringes Einkommen, Rentenempfänger und selbst. Kurierfahrer, jetzt aber nicht mehr möglich. Für Ihre Mühe besten Dank. Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 3 weitere Antworten zum Thema:
16.01.2007 | 19:33
In dem Ermittlungsverfahren kommt eine Anklageerhebung wegen folgender Delikte in Betracht: § 142 StGB Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort § 316 StGB Trunkenheit im Verkehr § 315 c StGB Gefährdung des Straßenverkehrs Bei besagten Straßenverkehrsdelikten liegt der Strafrahmen wie folgt: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort: Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe
Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wird zumindest nach Ihren Angaben nicht ermittelt. Nach § 315 c Abs. 1 Nr. 1 lit. a) StGB ist der Tatbestand jedoch bereits erfüllt, wenn infolge des Genusses alkoholischer Getränke ein Fahrzeugführer nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet werden.
Ab 1,1 % BAK gilt die unwiderlegliche Annahme von Fahruntüchtigkeit. Im Rahmen einer Strafbarkeit nach § 316 StGB könnte fraglich sein, ob die Tat vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde. Vorsatz setzt voraus, dass der Täter sich der Tatsache oder zumindest der Möglichkeit seiner FAhruntüchtigkeit bewusst war und sich dennoch zum Fahren entschloß. Aus der BAK allein kann nicht ohne Hinzutreten weiterer Umstände auf vorsätzliches Handeln geschlossen werden.
Angenommen Sie werden günstigstefalls nur wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr nach § 316 Abs. 2 StGB zu einer Geldstrafe verurteilt, so zieht die Tat in der Regel die Entziehung der Fahrerlaubnis nach § 69 Abs. 2 Nr. 2 StGB nach sich.
Auch die Ermittlungen wegen unerlaubten Entfernen vom Unfallort sind ernst zu nehmen, auch wenn der Geschädigte quasi Ihr Nachbar ist. Hier kommt es insbesondere auch darauf an, wie sich Ihr Nachbar gegenüber der Polizei eingelassen hat. Eine nähere Rechtsberatung und daran aufbauende Strafverteidigung kann nur nach erfolgter Akteneinsicht durch einen Rechtsanwalt erfolgen. Sie als Beschuldigter erhalten keine Einsicht in die Ermittlungsakte. Aus der Ermittllungsakte ginge insbesondere auch hervor, ob wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, was zu befürchten ist, ermittelt wird. Sollte eine Verurteilung wegen Tatmehrheit erfolgen, so würde das Gericht voraussichtlich eine Gesamtstrafe aussprechen. Schuldunfähigkeit wegen der BAK ist kaum anzunehmen. Die Rechtsprechung hat für die Bedeutung der BAK im Hinblick auf die Schuldfähigkeit Faustregeln entwickelt, die an den BAK - Werten orientiert sind. Danach kommt bei BAK - Werten ab 3 % Schuldunfähigkeit und ab 2 % verminderte Schuldfähigkeit nach § 21 StGB in Betracht. Bei verminderter Schuldfähigkeit kann das Gericht die Strafe mildern.
Alles in allem kann die zu erwartende Strafe ohne Akteneinsicht nicht seriös abgeschätzt werden. Günstig ist, dass Sie Ersttäter sind. Sollte es zum Ausspruch einer Geldstrafe kommen, so würde sich die Höhe der Tagessätze nach Ihrem Einkommen richten. Ein Tagessatz beträgt nach § 40 Abs. 2 Satz 2 StGB das durchschnittliche tägliche Nettoeinkommen.
Ich rate Ihnen, sich in der Angelegenheit um anwaltschaftliche Hilfe zu bemühen, weise auf die kostenfreie Nachfragefunktion hin und hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.
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References: § 142
 § 316
 § 315
 § 315
 § 316
 § 316
 § 69
 § 21
 § 40