Source: http://bfh.simons-moll.de/bfh_index/ini0200.htm
Timestamp: 2018-01-17 23:52:40+00:00

Document:
BFH-Beschluss vom 19.9.2001 (XI B 6/01) BStBl. 2002 II S. 4
AO 1977 §§ 162, 393 Abs. 1.
EStG § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a; EStDV § 55 Abs. 2; SGB VI 302a.
EStG 1990 § 23 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a, § 22 Nr. 2; BGB § 184 Abs. 1.
Vorinstanz: Niedersächsisches FG (EFG 2000, 126)
EStG § 32 Abs. 4 Satz 3.
BFH-Beschluss vom 7.8.2001 (I B 16/01) BStBl. 2002 II S. 13
1. Über eine Klage darf regelmäßig erst dann in der Sache entschieden werden, wenn geklärt ist, dass alle Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen. Anderenfalls hat ein Prozessurteil zu ergehen.
FGO § 40 Abs. 1, § 41 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 2, § 54 Abs. 2, § 56, § 65 Abs. 2 Sätze 2 und 3, § 110; ZPO § 222 Abs. 1; BGB § 188 Abs. 2.
FördG § 7 Abs. 1 Satz 1, Satz 2 Nr. 2; EStG § 10e Abs. 1 und 2.
Vorinstanz: Sächsisches FG (EFG 1999, 972)
BFH-Urteil vom 27.6.2001 (I R 2/01) BStBl. 2002 II S. 18
Gemäß § 54 Abs. 11 Satz 2 KStG 1991 sind noch vorhandene Restbestände des EK 56 zum Schluss des letzten vor dem 1. Januar 1995 endenden Wirtschaftsjahres auf den Teilbetrag des EK 50 umzugliedern. Gleichwohl gilt für eine Gewinnausschüttung, die nach § 28 Abs. 2 Satz 1 KStG 1991 mit dem vEK zum Schluss eines früher endenden Wirtschaftsjahres zu verrechnen ist, das bisherige EK 56 und nicht der umgegliederte Teilbetrag auch dann als verwendet, wenn sich infolge der Ausschüttung das vEK erst nach Ablauf des letzten im Kalenderjahr 1994 endenden Wirtschaftsjahres verringert (gegen BMF-Schreiben vom 16. Mai 1994, BStBl I 1994, 315).
KStG 1991 § 27 Abs. 1, § 28 Abs. 2 Satz 1, § 30 Abs. 1 Satz 1, § 54 Abs. 11 Satz 2.
Vorinstanz: FG Münster (EFG 2001, 232)
BFH-Urteil vom 19.7.2001 (VII R 93/00) BStBl. 2002 II S. 20
Eine Steuerermäßigung für Schwerbehinderte gemäß § 3 a Abs. 2 KraftStG kann nicht für ein Kfz gewährt werden, das als Oldtimer zugelassen ist.
KraftStG § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 4, § 3a Abs. 1 und 2, § 9 Abs. 4 Nr. 2; StVZO § 18 Abs. 1, § 23 Abs. 1c.
Vorinstanz: FG Düsseldorf (EFG 2001, 107)
EStG § 8 Abs. 1, § 19 Abs. 1 Nr. 1, § 40b; LStDV § 2 Abs. 2 Nr. 3; VAG § 53c.
Vorinstanz: FG Rheinland-Pfalz (EFG 1999, 1280)
BFH-Beschluss vom 18.7.2001 (I R 38/99) BStBl. 2002 II S. 27
Es wird die Entscheidung des BVerfG darüber eingeholt, ob die ersatzlose Streichung von § 12 Abs. 2 Satz 4 UmwStG 1995 i.d.F. bis zur Änderung durch Art. 3 Nr. 4 Buchst. a des Gesetzes zur Fortsetzung der Unternehmenssteuerreform vom 29. Oktober 1997 (BGBl I 1997, 2590) gegen Art. 20 Abs. 3, Art. 76 Abs. 1 GG verstößt.
UmwStG 1995 a.F. § 12 Abs. 2 Satz 4; GG Art. 20 Abs. 3, Art. 76 Abs. 1, Art. 100 Abs. 1.
Vorinstanz: FG Baden-Württemberg Außensenate Stuttgart (EFG 1999, 864)
BFH-Urteil vom 12.7.2001 (VII R 68/00) BStBl. 2002 II S. 44
1. § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977 gewährt dem Vertrauen des Steuerpflichtigen in die Bestandskraft von Steuerbescheiden grundsätzlich keinen Schutz. Die Änderung eines Steuerbescheides wegen nachträglich bekannt gewordener Tatsachen ist jedoch gemäß dem Grundsatz von Treu und Glauben ausgeschlossen, wenn die Finanzbehörde bei Erlass des ursprünglichen Bescheides Ermittlungsmöglichkeiten nicht genutzt hat, die sich ihr hätten aufdrängen müssen.
2. Ob es geboten ist, zusätzlich zu der verkehrsbehördlichen Anmeldung eines Kfz eine besondere Steuererklärung zu verlangen, um von vornherein die richtige Besteuerung von der Verkehrsbehörde steuerrechtlich zu Unrecht als Kleinlaster eingestufter Fahrzeuge sicherzustellen, hängt davon ab, ob ein solches Verlangen unter Abwägung aller von einer solchen Maßnahme betroffenen öffentlichen und privaten Belange, insbesondere auch des Verwaltungsaufwands, angemessen ist.
AO 1977 §§ 88, 173 Abs. 1 Nr. 1; KraftStDV § 3 Abs. 1, § 5 Abs. 3.
Vorinstanz: FG München (EFG 2000, 1038)
BFH-Urteil vom 30.8.2001 (IV R 30/99) BStBl. 2002 II S. 49
1. Das Wahlrecht auf Gewinnübertragung nach § 6c EStG kann bis zum Eintritt der formellen Bestandskraft der Steuerfestsetzung ausgeübt werden; seine Ausübung ist daher auch nach Ergehen eines Urteils in der Tatsacheninstanz bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist zulässig.
AO 1977 § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2; EStG § 6c.
EStG § 4 Abs. 5 Nr. 6b, § 9 Abs. 5, § 10e Abs. 1.
Vorinstanz: FG Köln (EFG 1998, 1462)
BFH-Urteil vom 25.4.2001 (II R 19/98) BStBl. 2002 II S. 54
Ein Grundstück, auf dem im Rahmen des kombinierten Ladeverkehrs Straße-Schiene unmittelbar und ausschließlich Verkehrsleistungen für eine unbeschränkte Zahl von Verkehrsunternehmen erbracht werden, dient dem öffentlichen Verkehr i.S. des § 4 Nr. 3 Buchst. a GrStG, ohne dass es darauf ankommt, ob das Grundstück durch Widmung zu einer (rechtlich) öffentlichen Sache im Sinne des Straßenrechts geworden ist (Abweichung von den BFH-Urteilen vom 21. Juni 1989 II R 235/85 , BFHE 157, 227 , BStBl II 1989, 740 , und vom 6. März 1991 II R 97/89 , BFHE 164, 96 , BStBl II 1994, 123 ).
GrStG § 4 Nr. 3 Buchst. a.
Vorinstanz: FG München (EFG 1998, 360)
BFH-Urteil vom 12.7.2001 (VII R 19, 20/00) BStBl. 2002 II S. 67
AO 1977 §§ 37, 46, 226, 218 Abs. 2; BGB §§ 181, 389, 398; GmbHG § 35 Abs. 1, §§ 60, 66, 70; LöschG § 1; ZPO § 829.
BFH-Beschluss vom 2.11.2001 (VII B 155/01) BStBl. 2002 II S. 73
AO 1977 § 191, § 69, § 34; InsO § 93; HGB § 128.
Vorinstanz: Schleswig-Holsteinisches FG (EFG 2001, 1177)
EStG § 2 Abs. 1, § 4 Abs. 1, § 13, § 15 Abs. 2 Satz 1.
Vorinstanz: FG Baden-Württemberg (EFG 2000, 63)
EStG § 32 Abs. 4 Satz 2; AO 1977 § 165 Abs. 2 Satz 1.
Vorinstanz: FG Niedersachsen (EFG 1999, 906)
Vorinstanz: FG Hamburg (EFG 1999, 1343)
BFH-Beschluss vom 17.10.2001 (I B 6/01) BStBl. 2002 II S. 91
1. Ein Land schuldet eine Abgabe unmittelbar i.S. des § 40 Abs. 3 FGO, wenn es selbst den Besteuerungstatbestand erfüllt oder wenn ihm die Verwirklichung des Besteuerungstatbestandes durch einen Dritten steuerlich zuzurechnen ist.
2. Mittelbar i.S. des § 40 Abs. 3 FGO schuldet ein Land eine Abgabe, wenn es öffentlich-rechtlich verpflichtet ist, die Abgabenschuld eines Dritten - und sei es auch nur neben ihm oder im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Dritten - zu erfüllen.
3. Die Beteiligung eines Landes an einer Kapitalgesellschaft als Aktionär oder Gesellschafter führt nicht dazu, dass das Land mittelbarer Schuldner der von der Kapitalgesellschaft zu entrichtenden Gewerbesteuer ist (Abweichung vom BFH-Urteil vom 2. Oktober 1962 I 196/60 S, BFHE 76, 594, BStBl III 1963, 216).
FGO § 40 Abs. 3, § 60 Abs. 3, § 69 Abs. 2 und 3; AO 1977 § 360 Abs. 2, § 361 Abs. 2.
BFH-Urteil vom 15.3.2001 (II R 39/99) BStBl. 2002 II S. 93
Wird ein im Zeitpunkt des Abschlusses eines Grundstückskaufvertrages noch unerschlossenes Grundstück als solches ("unerschlossen") zum Gegenstand der zivilrechtlichen Übereignungsverpflichtung gemacht und übernimmt der Erwerber gleichzeitig mit dem Abschluss des Kaufvertrages gegenüber der Gemeinde oder einem von ihr nach § 124 Abs. 1 BauGB beauftragten Erschließungsträger die Verpflichtung, für die zukünftige Erschließung des Grundstücks einen bestimmten Betrag zu zahlen, liegt hierin kein Entgelt für den Erwerb des Grundstücks.
GrEStG 1983 § 1 Abs. 1 Nr. 1, § 8 Abs. 1, § 9 Abs. 1 Nr. 1; BauGB § 123, § 124.
Vorinstanz: FG Köln (EFG 1999, 793)
BFH-Urteil vom 6.6.2001 (II R 56/00) BStBl. 2002 II S. 96
Die Fünf-Jahres-Frist des § 6 Abs. 4 GrEStG 1983 beginnt mit dem für die Steuervergünstigung in Frage stehenden Erwerbsvorgang und ist von diesem aus zurück zu berechnen. Auf diese Frist sind die Vorschriften der §§ 186 ff. BGB entsprechend anzuwenden.
Für die Frage, ob der Gesellschafter einen Anteil an der Gesamthand innerhalb dieser Frist erworben hat, ist auf die mit dem Erwerb der Gesellschafterstellung verbundene dingliche (gesamthänderische) Mitberechtigung am Grundstück abzustellen. Der Zeitpunkt eines ggf. vorangegangenen Erwerbs eines schuldrechtlichen Anspruchs auf Einräumung einer Gesellschafterstellung ist nicht maßgeblich.
GrEStG 1983 § 1 Abs. 1 Nr. 3 Satz 1, § 6 Abs. 4; BGB §§ 186 ff.
Vorinstanz: Hessisches FG (EFG 2000, 1201)
BFH-Urteil vom 8.8.2001 (II R 49/01) BStBl. 2002 II S. 98
Überlässt der Grundstücksverkäufer im Wege einer Vorleistung dem Käufer bereits vor der Zahlung des Kaufpreises die Nutzungen des Grundstücks, so stellt die vorzeitige Nutzungsüberlassung eine selbständige (Neben-)Leistung des Verkäufers dar, die weder in seiner kaufvertraglichen Verpflichtung zur Übertragung von Besitz und Nutzungen aufgeht noch mit ihr identisch ist. Das für die Nutzungsüberlassung gesondert vereinbarte Entgelt gehört nicht zur Gegenleistung i.S. der §§ 8 Abs. 1, 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG 1983.
GrEStG 1983 § 1 Abs. 1 Nr. 1, § 2 Abs. 2 Nr. 1, § 8 Abs. 1, § 9 Abs. 1 Nr. 1; BGB § 320, § 322, § 452.
Vorinstanz: FG Berlin (EFG 1999, 856)

References: § 22
 § 55
 § 23
 § 22
 § 184
 § 32
 § 40
 § 41
 § 54
 § 56
 § 65
 § 110
 § 222
 § 188
 § 7
 § 10
 § 54
 § 28
 § 27
 § 28
 § 30
 § 54
 § 3
 § 1
 § 3
 § 9
 § 18
 § 23
 § 8
 § 19
 § 40
 § 2
 § 53
 § 12
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 76
 § 12
 Art. 20
 Art. 76
 Art. 100
 § 173
 § 3
 § 5
 § 6
 § 175
 § 6
 § 4
 § 9
 § 10
 § 4
 § 4
 § 35
 § 1
 § 829
 § 191
 § 69
 § 34
 § 93
 § 128
 § 2
 § 4
 § 13
 § 15
 § 32
 § 165
 § 40
 § 40
 § 40
 § 60
 § 69
 § 360
 § 361
 § 124
 § 1
 § 8
 § 9
 § 123
 § 124
 § 6
 § 1
 § 6
 § 1
 § 2
 § 8
 § 9
 § 320
 § 322
 § 452