Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202000,%20399
Timestamp: 2020-02-28 13:15:42+00:00

Document:
BFH, 24.03.1999 - I R 114/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,321
BFH, 24.03.1999 - I R 114/97 (https://dejure.org/1999,321)
BFH, Entscheidung vom 24.03.1999 - I R 114/97 (https://dejure.org/1999,321)
BFH, Entscheidung vom 24. März 1999 - I R 114/97 (https://dejure.org/1999,321)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1999,321) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
FGO § 60 Abs. 3; DBA-Österreich Art. 4, 14; EStG § 15 Abs. 1 Nr. 2; AIG § 2 Abs. 1; BewG § 95 Abs. 1, § 97 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2; AO 1977 § 176 Abs. 1 Nr. 3; BGB § 242
Gewinnfeststellung - Beiladung der Erben - Bestellung eines Pflegers - Klagebefugnis - Gewinnermittlungsgrundsatz - Leistungsaustausch zwischen Schwestergesellschaften - Mitunternehmerischer Betriebsaufspaltung
Grenzüberschreitende mitunternehmerische Beteiligung
Doppelbesteuerung; Regelungsgegenstand der Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
BB 1999, 1204
BB 1999, 557
NZG 1999, 1242
Dem steht nicht entgegen, dass der BFH im Urteil vom 24. März 1999 I R 114/97 (BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399, unter B.IV.1.e bb) ausgeführt hat, die zum DBA USA 1954/1965 entwickelten Grundsätze könnten auf das DBA Österreich, das --ebenso wie das DBA Frankreich 1959/1969-- keine ausdrückliche Klausel über das Herauslösen der Zinseinnahmen aus den Betriebsstättengewinnen enthält, nicht übertragen werden.
In diesem Sinne hat der BFH auch mehrfach entschieden, wenn das Wirtschaftsgut seitens der Muttergesellschaft der Tochtergesellschaft zur Nutzung überlassen wurde (BFH-Urteile vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399, und vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316).
Sie müssen deshalb zu einem von der Gesellschaft geführten Klageverfahren beigeladen werden (Senatsurteil vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, 318, BStBl II 2000, 399, 400, m.w.N.).
Hätte sich dabei bestätigt, dass W verstorben war, so hätte es in ähnlicher Weise Versuche zur Ermittlung der Erben unternehmen müssen (vgl. Senatsurteil in BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399).
Im Rechtsstreit wegen der Gewerbesteuermessbescheide bedarf es keiner Beiladung weiterer Personen, da die Klägerin insoweit selbst Steuerschuldnerin ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 188, 315, 319, BStBl II 2000, 399, 401;… BFH-Beschluss vom 26. Januar 2000 IV B 134/98, BFH/NV 2000, 1104).
Verpachtet die unmittelbar an der Betriebs-Personengesellschaft (Untergesellschaft) beteiligte Besitz-Personengesellschaft (Obergesellschaft) dieser eine Hotelanlage, so ist ausschließlich die Betriebs-Personengesellschaft für die bei ihr als Sonderbetriebsvermögen I zu aktivierenden Wirtschaftsgüter nach dem InvZulG anspruchs- und antragsberechtigt (Anschluss an BFH-Urteil vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399 zur ertragsteuerlichen Behandlung).
Der BFH habe nunmehr im Urteil vom 24. März 1999 I R 114/97 (BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399) diese Rechtsauffassung bestätigt.
Die --geänderte-- Rechtsprechung betrifft ausschließlich das Konkurrenzverhältnis zwischen zwei Schwester-Personengesellschaften und damit mittelbare Beteiligungsverhältnisse, hingegen nicht unmittelbare steuerliche Rechtsverhältnisse zwischen einer Obergesellschaft --wie hier der Klägerin-- zur mitunternehmerischen Untergesellschaft --hier die P-KG-- (vgl. BFH-Urteil in BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399, unter Abschn. IV. 1. a, m.umf.N.).
Soweit im Senatsurteil vom 24. März 1999 I R 114/97 (BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399, 402) in Bezug auf das mit Österreich abgeschlossene Doppelbesteuerungsabkommen (aus dem Jahre 1954) insoweit --allerdings in anderem Zusammenhang-- Zweifel anklingen sollten, wären solche Zweifel jedenfalls bezogen auf das mit den Niederlanden geschlossene Abkommen nicht einschlägig.
Bei dieser Konstellation (ausländische Gesellschaft als Mitunternehmerschaft) werden von den inländischen Gesellschaftern --auf der Grundlage einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG (Senatsurteile vom 13. September 1989 I R 117/87, BFHE 158, 340, BStBl II 1990, 57; vom 22. Mai 1991 I R 32/90, BFHE 165, 197, BStBl II 1992, 94)-- Einkünfte i.S. des § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erwirtschaftet (s. z.B. Senatsurteil vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399).
Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Gesellschafter einspruchsbefugt war, denn eine notwendige Hinzuziehung nach § 360 Abs. 3 AO 1977 setzt ebenso wie eine notwendige Beiladung gemäß § 60 Abs. 3 FGO eine Rechtsbehelfsbefugnis des Rechtsbehelfsführers voraus (vgl. zur Klagebefugnis BFH-Urteil vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399;… BFH-Beschluss vom 22. Mai 1995 VIII B 146/94, BFH/NV 1995, 1077).
Der BFH hat in ständiger Rechtsprechung entschieden, dass dieses Konkurrenzverhältnis zugunsten des Vorrangs der Mitunternehmerschaft zu lösen ist, dass also die Zuordnung zum Sonderbetriebsvermögen bei der Untergesellschaft Vorrang genießt (grundlegend BFH-Urteil vom 18. Juli 1979 I R 199/75, BFHE 128, 516, BStBl II 1979, 750, zu II.2.b.aa; aus neuerer Zeit BFH-Urteile vom 24. März 1999 I R 114/97, BFHE 188, 315, BStBl II 2000, 399, zu B.IV.1.c; vom 7. Dezember 2000 III R 35/98, BFHE 194, 294, BStBl II 2001, 316, zu II.2.b; vom 6. März 2002 XI R 9/01, BFHE 198, 480, BStBl II 2002, 737).
BFH, 30.01.2004 - IV B 81/02
Notwendige Beiladung der nicht als Kl. auftretenden Miterben eines klagebefugten …
BFH, 12.12.2008 - IV B 121/08
Tod eines Mitunternehmers - Beiladung - Kostenentscheidung - Haftung der Erben …
BFH, 19.10.2001 - V B 54/01
GbR - Umsatzsteuer - Beschwerde - Prozessfähigkeit - Einspruchbefugnis - …
Bewertung von der Untergesellschaft zuzurechnenden Grundstücken der …

References: § 60
 Art. 4
 § 15
 § 2
 § 95
 § 97
 § 176
 § 242
 § 4
 § 15
 § 360
 § 60