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Timestamp: 2019-11-18 18:35:59+00:00

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BFH, 21.06.2001 - V R 68/00 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1462
BFH, 21.06.2001 - V R 68/00 (https://dejure.org/2001,1462)
BFH, Entscheidung vom 21.06.2001 - V R 68/00 (https://dejure.org/2001,1462)
BFH, Entscheidung vom 21. Juni 2001 - V R 68/00 (https://dejure.org/2001,1462)
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UStG 1993 § 2 Abs. 2 Nr. 2, § 13 Abs. 1, § 13 Abs. 2 Nr. 1, § 14 Abs. 1 Satz 6, § 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2, § 27 Abs. 1; Richtlinie 77/388/EWG Art. 10 Abs. 2 Unterabs. 2
Vereinnahmte Anzahlungen - Selbständiger Steuerentstehungsbescheid - Abschließender Steuerentstehungsbescheid - Organträger - Anzahlungen für Leistungen - Beendigung der Organschaft - Steuermindernde Anzahlungen
§§ 2, 13, 14 UStG 1993
Umsatzsteuer; Entstehung der Umsatzsteuer für vereinnahmte Anzahlungen
Rechtsfolgen der Beendigung der umsatzsteuerlichen Organschaft
FG Münster, 26.09.2000 - 15 K 3929/96
NZI 2002, 334
Aus der Regelung aus § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG folgt, dass die von der Organgesellschaft bewirkten Umsätze an Dritte dem Organträger zuzurechnen sind (BFH-Urteil vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, zu II. 5. a).
aa) Bestellt das Insolvenzgericht im Verfahren einen Insolvenzverwalter, folgt dies bereits daraus, dass das Recht des Schuldners, das zur Insolvenzmasse gehörende Vermögen zu verwalten und darüber zu verfügen, gemäß § 80 Abs. 1 InsO auf den Insolvenzverwalter übergeht (vgl. BFH-Urteile vom 13. März 1997 V R 96/96, BFHE 182, 426, BStBl II 1997, 580, unter II.2.; in BFHE 187, 355, BStBl II 1999, 258, unter II.2.; vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, unter II.1.).
Aus § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG folgt, dass die von der sog. Organgesellschaft bewirkten Umsätze an Dritte dem Organträger zuzurechnen sind (BFH-Urteile vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, unter II.5.a;… vom 3. April 2003 V R 63/01, BFH/NV 2003, 1131, unter II.1.).
Dementsprechend geht der Senat in ständiger Rechtsprechung davon aus, dass § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG mit dem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist (…vgl. BFH-Urteile vom 19. Oktober 1995 V R 71/93, BFH/NV 1996, 273, unter 3., m.w.N.; vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BFH/NV 2001, 1683, unter II. 5. a.).
§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 UStG enthält einen selbständigen und abschließenden Steuerentstehungstatbestand (ausführlich BFH-Urteil vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255).
Die Feststellungen des Prüfungsberichtes widersprächen insbesondere dem Urteil des BFH vom 21.06.2001 V R 68/00 (DStR 2001, 1838 ), wonach die Besteuerung von Anzahlungen gemäß § 13 Abs. 1 Nr. la Satz 4 UStG einen selbständigen und abschließenden Steuerentstehungstatbestand enthalte.
Hieran ändere auch das BFH-Urteil vom 21.06.2001, BStBl. II 2002, 255 nichts, da in dem entschiedenen Fall keine insolvenzrechtlichen Grundsätze hätten beachtet werden müssen.
Demgegenüber enthält § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG einen selbständigen und abschließenden Steuerentstehungstatbestand (BFH-Urteil vom 21.06.2001 V R 68/00, BStBl. II 2002, 255).
Die Vorschrift beseitigt den Zinsvorteil, den der leistende Unternehmer bei Vereinnahmung des Entgelts oder Teilentgelts (zuzüglich Umsatzsteuer) vor Ausführung der Leistung ohne diese Regelung hätte (BFH-Urteil vom 21.06.2001 a.a.O.).
Es besteht damit Übereinstimmung mit der Rechtsauffassung im BFH Urteil vom 21.06.2001 V R 68/00 (…a.a.O.), wonach eine nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 a Satz 4 UStG -abschließend-entstandene Steuerschuld nach Eröffnung des Konkursverfahrens nicht erneut festgesetzt werden darf.
Hat ein Unternehmer bereits vor Ausführung der Lieferung oder sonstigen Leistung Entgelte vereinnahmt, so entsteht insoweit auch die Steuer schon mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt oder das Teilentgelt vereinnahmt worden ist (§ 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG), mithin aufgrund eines eigenen Besteuerungstatbestandes (vgl. BFH-Urteil vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BFH/NV 2001, 1683).
Und auch soweit der Regelungszweck des § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG eine Verhinderung von Zinsvorteilen beim erst zukünftig Leistenden beinhaltet (vgl. BFH-Urteil vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, unter II.4.a, Rz 19), steht dieser der Entstehung der Steuer nicht entgegen, da im vorliegenden Fall der Liquiditätsvorteil beim Kläger verbleibt.
Allein der Organträger ist Umsatzsteuersubjekt, das die Umsatzsteuer für den Organkreis schuldet (vgl. BFH-Urteile vom 21. Juni 2001 V R 68/00, BFHE 195, 446, BStBl II 2002, 255, unter II.5.a; vom 28. Oktober 2010 V R 7/10, BFHE 231, 356, BStBl II 2011, 391, unter II.1.a bb; Klenk in Sölch/Ringleb, Umsatzsteuer, § 2 Rz 140; Korn in Bunjes/Geist, UStG, 10. Aufl., § 2 Rz 138; Meyer in Offerhaus/Söhn/Lange, § 2 UStG Rz 84).

References: § 2
 § 13
 § 13
 § 14
 § 15
 § 27
 Art. 10
 § 2
 § 80
 § 2
 § 2

§ 13
 § 13
 § 13
 § 13
 § 13
 § 2
 § 2
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