Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=09.02.1966&Aktenzeichen=V%20C%2099.65
Timestamp: 2019-06-26 00:54:15+00:00

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BVerwG, 09.02.1966 - V C 99.65 - dejure.org
BVerwG, 09.02.1966 - V C 99.65
https://dejure.org/1966,288
BVerwG, 09.02.1966 - V C 99.65 (https://dejure.org/1966,288)
BVerwG, Entscheidung vom 09.02.1966 - V C 99.65 (https://dejure.org/1966,288)
BVerwG, Entscheidung vom 09. Februar 1966 - V C 99.65 (https://dejure.org/1966,288)
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Gewährung eines Aufbaudarlehens nach dem Lastenausgleichsgesetz (LAG) - Inanspruchnahme der mithaftenden Ehefrau aus einem Lastenausgleichsdarlehen - Selbstschuldnerische Mithaftung der Ehefrau des Nehmers eines Lastenausgleichsdarlehens - Anwendung der Rechtsfigur der Verwirkung im öffentlichen Recht - Voraussetzungen der Verwirkung eines Rechts - Abgrenzung zwischen Verjährung und Verwirkung - Anwendung privatrechtlicher Grundsätze im öffentlichen Recht
VG München, 05.02.1965 - 6201/64
BVerwG, 22.07.1965 - V C 99.65
DVBl 1966, 600
Hieran ändert sich nichts, wenn die Rückforderung sich gegen die gesamtschuldnerisch mithaftende oder bürgende Ehefrau des Darlehnsempfängers richtet (Urteile vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 - und vom 1. November 1967 - BVerwG V C 125.66 -).
Die Frage der Verwirkung, deretwegen des Verwaltungsgericht die Revision zugelassen hat, ist durch die Entscheidung des erkennenden Senats von 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 - bereits geklärt.
Der Grundsatz von Treu und Glauben gemäß § 242 BGB beansprucht auch im öffentlichen Recht Geltung (BVerwG, Urteil vom 29.01.2009, Buchholz 406.11 § 11 BauGB Nr. 11; siehe bereits Urteil vom 09.02.1966, DVBl 1966, 600) und damit auch für Maßnahmen in der Zwangsvollstreckung (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.02.1987, NJW 1987, 2098).
VG Weimar, 21.03.2007 - 8 K 71/05
Sperrwirkung eines öffentlich-rechtlichen Vertrages gegenüber der Heranziehung …
Danach ändere sich an der Befugnis, den Rückforderungsanspruch gegen den Zuwendungsempfänger durch Verwaltungsakt geltend zu machen, auch dann nichts, wenn sich die Rückforderung gegen die gesamtschuldnerisch mithaftende oder bürgende Ehefrau des Zuwendungsempfängers richte (vgl. BVerwG, Urteil vom 09.02.1966 - V C 99.65 -, DVBl 1966, 600 und Urteil vom 22.04.1970 - V C 11.68 - BVerwGE 35, 170, 172).
BVerwG, 20.05.1976 - V C 12.74
Einwand der Verwirkung - Anforderungen an einen unzumutbaren Nachteil
Seiner Ansicht nach widerspricht die Annahme der Verwirkung dem Urteil des erkennenden Senats vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 -, das bei wesentlich gleichgelagertem Sachverhalt eine Verwirkung verneint habe.
Nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. Urteil vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 -, DVBl. 66, 600, mit weiteren Nachweisen) ist ein Anspruch dann verwirkt, wenn nach einem längeren Zeitabschnitt, während dessen der Gläubiger untätig geblieben ist, besondere Umstände; hinzutreten, die den Schluß rechtfertigen, daß die Geltendmachung des Anspruchs als verspätet und illoyal anzusehen ist.
BVerwG, 10.06.1971 - VII B 80.70
Die Anwendbarkeit und der Inhalt des Begriffs der Verwirkung im öffentlichen Recht ist durch eine Reihe von Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts geklärt (so BVerwGE 6, 204; 22, 190 [191]; Beschluß vom 9. Mai 1958 - BVerwG I B 109.57 - in DVBl. 1958, 619; Urteile vom 22. Januar 1964 - BVerwG V C 5.63 - in DVBl. 1965, 728; vom 18. Februar 1964 - BVerwG II C 32.61 -, Buchholz 234 § 7 G 131 Nr. 89; vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 - in DVBl. 1966, 600; vom 29. April 1966 - BVerwG VII C 110.64 - vom 17. Oktober 1967 - BVerwG VI C 41.65 -, Buchholz 237.5 § 94 HessBG 54 Nr. 1; vom 22. April 1970 - BVerwG V C 11.68 - in DVBl. 1970, 549 [550] = MDR.
Die Ausführungen des angefochtenen Urteils, es sei für die Annahme einer Verwirkung erforderlich, daß zu dem Zeitmoment ein illoyales Verhalten des Gläubigers gegenüber einem redlichen Verhalten des Schuldners hinzutrete, stehen nicht im Widerspruch zu dem vom Bundesgerichtshof und vom Bundesverwaltungsgericht aufgestellten Grundsatz, für die Annahme der Verwirkung sei eine illoyal verspätete Geltendmachung Voraussetzung (so BGHZ 25, 47 [52]; BVerwGE 22, 190 [191]; BVerwG, Urteile vom 22. Januar 1964 und vom 9. Februar 1966 a.a.O.); denn eine illoyal verspätete Geltendmachung ist ein illoyales Verhalten, wie bereits das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 22. Januar 1964 - BVerwG V C 5.63 - (DVBl. 1965, 728) ausgesprochen hat.
Um Verwirkung annehmen zu können, muß nicht nur eine längere Zeit vergangen sein, während der der Gläubiger untätig gewesen ist; es müssen vielmehr auch besondere Umstände hinzutreten, die den Schluß rechtfertigen, daß die Geltendmachung des Anspruchs als verspätet anzusehen ist; und die Geltendmachung muß ferner nach den Umständen des Einzelfalls gegen Treu und Glauben verstoßen, also illoyal sein (vgl. BVerwG, Urteil vom 9. Februar 1966 - BVerwG 5 C 99.65 - ).
Davon kann aber nur die Rede sein, wenn der Anspruchsberechtigte einen Anspruch, der ihm bekannt ist, geltend zu machen unterläßt (so BVerwGE 6, 204 [206]; Urteil vom 25. Mai 1960 -BVerwG VI C 212.56 -, DVBl. 1960, 678 = Buchholz 234, § 35 G 131 Nr. 9; vgl. weiter Urteil vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 -, DVBl. 1966, 600).
Davon kann aber nur die Rede sein, wenn der Anspruchsberechtigte einen Anspruch, der ihm bekannt ist, geltend zu machen unterläßt (so BVerwGE 6, 204 [206]; Urteil vom 25. Mai 1960 - BVerwG VI C 212.56 -, DVBl. 1960, 678 = Buchholz 234, § 35 G 131 Nr. 9; vgl. weiter Urteil vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 -, DVBl. 1966, 600).
Davon kann aber nur die Rede sein, wenn der Anspruchsberechtigte einen Anspruch, der ihm bekannt ist, geltend zu machen unterläßt (so BVerwGE 6, 204 [206]; Urteil vom 25. Mai 1960 - BVerwG VI C 212.56 -, DVBl. 1960, 678 = Buchholz 234, § 35 G 131 Nr. 9; vgl. weiter Urteil vom 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99-65 -, DVBl. 1966, 600).
Davon kann aber nur die Rede sein, wenn der Anspruchsberechtigte einen Anspruch, der ihm bekannt ist, geltend zu machen unterläßt (so BVerwGE 6, 204 [206]; Urteil vom 25. Mai 1960 - BVerwG VI C 212.56 -, DVBl. 1960, 678 = Buchholz 234 § 35 C 131 Nr. 9; vgl. weiter Urteil von 9. Februar 1966 - BVerwG V C 99.65 -, DVBl. 1966, 600).

References: § 242
 § 11
 § 7
 § 94
 § 35
 § 35
 § 35
 § 35