Source: https://media.zwp-online.info/archiv/pub/sim/cd/2009/cd0409/
Timestamp: 2018-12-17 08:05:13+00:00

Document:
Christian Lang, Jan-Holger Bellmann, Dr. Violeta Claus
Als Michelangelo Buonarroti den Auftrag zur Ausschmückung der Sixtinischen Kapelle annahm, konnte er bereits auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Um ein Fresko in dieser Qualität und vollendeten Ästhetik umsetzen zu können, muss der Künstler seine Werkzeuge und Materialien genau kennen.
Das professionelle Bleichen avitaler Zähne
Ein schönes Lächeln und ästhetische Frontzähne sind heute für viele der Schlüssel zum beruflichen Erfolg.Verfärbte Frontzähne stellen für viele Patienten ein großes Problem dar, da die Verfärbungen eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesichtsästhetik verursachen. Die Restauration eines verfärbten Frontzahnes mit Stiftaufbau und Porzellankrone ist ein invasiver Eingriff in die bestehende Zahnstruktur mit massiver Destruktion von Zahnhartsubstanz und bedingt einen finanziell hohen Aufwand. So haben sich neben der Herstellung von Kunststoff- und Porzellanverblendungen, den sogenannten Veneers, vor allem im angloamerikanischen Raum unterschiedliche Bleichtechniken durchgesetzt. Zum einen das Vita-Bleaching einerseits, das auch nachts für vitale Zähne angewendet werden kann, zum anderen das Internal-Bleaching für devitale Zähne, welches beim erfahrenen Behandler sehr gute Ergebnisse erzielt (Abb.1 und 2).
Augmentation: Eine außergewöhnliche Zucht! Ein Fallbericht
Molekular- und Zellbiologie werden zukünftig in der Medizin eine immer größere Rolle spielen. In der zahnärztlichen Implantologie wurden auf zellulärer Ebene mit der In-vitro-Züchtung körpereigener Knochenzellen durch Verfahren der Biotechnologie und dem Einsatz von Wachstumsfaktoren in Form von körpereigenen Signalmolekülen zur physiologischen Knochenheilung und -regeneration neue Wege beschritten, die eine Entnahme von autologem Knochen entbehrlich machen...
Bleaching als Basis ästhetischer Restauration
Das äußere Erscheinungsbild gewinnt in der mediengesteuerten Gesellschaft von heute zunehmend an Bedeutung. Da ein schönes Lächeln das ganze Gesicht attraktiver erscheinen lässt, hat die steigende Bedeutung des Äußerlichen auch in der Zahnmedizin große Veränderungen mit sich gebracht...
Bleaching/Veneers: Kleider machen Leute - schöne Zähne ein Gesicht
Hinter diesem Satz verbirgt sich eine einfache, jedoch für viele Menschen bedeutende Wahrheit. Ein strahlend schönes und im Trend immer weißer werdendes Lächeln sehen wir heute täglich in den Medien und in der Werbung. Damit wurde und wird ein Schönheitsideal geprägt, welches bereits breite Teile der Bevölkerung erreicht hat. Viele Patienten wünschen sich nicht mehr nur gesunde Zähne, sondern wollen gesunde und schöne Zähne.
Dr. Annette Felderhoff-Fischer, Hans Geiselhöringer, CDT, MDT, Priv.-Doz. Dr. Stefan Holst
Eine enge Kooperation und Kommunikation zwischen den Behandlern, dem Zahntechniker und dem Patienten garantiert auch in komplexen klinischen Situationen ein hohes Maß an Vorhersagbarkeit und Planungssicherheit. Wichtig ist, dass alle beteiligten Teampartner bereits vor Behandlungsbeginn den Ablauf koordinieren und mögliche Komplikationen oder klinisch-materialbedingte Limitationen rechtzeitig erkennen. Darüber hinaus ist für ein langfristiges klinisches Ergebnis in erster Linie die bestmögliche funktionelle Gestaltung des Zahnersatzes Conditio sine qua non...
“Schwarze Dreiecke” verschwinden lassen - Restaurativ gesteuerte Papillenregeneration
Das sogenannte schwarze Dreieck stellt für den Zahnarzt eine erhebliche ästhetische Herausforderung dar. Eine innovative, minimaltraumatische und zuverlässige Herangehensweise wird unter Verwendung von Diastema-Verschlussmatrizen und Interproximatoren erreicht.
Oberflächenvergütung von provisorischen Kronen und Brücken
An einem Patientenbeispiel soll der Unterschied zwischen einem unpolierten, einem konventionell polierten und einem mit Luxatemp¨-Glaze & Bond (DMG, Hamburg) lackierten Provisorium deutlich gemacht und das Vorgehen demonstriert werden. Die Abbildungen zeigen eine umfangreiche provisorische Versorgung, um den Effekt deutlicher darstellen zu können. Zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Oberflächenqualitäten wird das Provisorium zwischenzeitlich mit einer polierten Hälfte gezeigt, während die andere Hälfte unbearbeitet ist. Im weiteren Verlauf der Fotoserie wird die polierte Hälfte des Provisoriums der lackierten gegenübergestellt. Nach kleinen farblichen Korrekturen mittels Kompositmalfarben oder LuxaFlow¨-Fluorescence (DMG, Hamburg) wird die fertiggestellte Behandlungsrestauration eingegliedert. Es handelt sich um eine ästhetisch ansprechende und parodontalhygienisch suffiziente Behandlungsrestauration, die der Qualitätssicherung dient und Behandler wie Patient zufriedenstellt.
Komposit-Politur - Ästhetische Kompositfüllungen: Machbar?
Auch wenn wir mittlerweile die vierte Generation “feiern”: Es ist noch gar nicht so lange her, dass Komposite für zahnärztliche Füllungen “erfunden” wurden, diese Entdeckung fiel noch in mein Berufsleben! Leider aber waren sie zwar ein Meilenstein, sieht man sich einmal frühere “zahnfarbene” Füllungsmaterialien wie z.B. Steinzement(!) an, auf dem Wege zu ästhetischen Frontzahnrestaurationen, wiesen aber trotzdem immer noch gravierende Nachteile auf, zum Beispiel beim Lichtbrechungsindex.
Irren ist menschlich: Lernen aus Fehlern
In jeder Profession können Fehler auftreten - Fehler sind menschlich. Diese Einsicht ist besonders schwer, wenn Menschen in ihren Berufen Verantwortung für weitere menschliche Leben haben. In der Medizin, im Luftverkehr oder in Kernkraftwerken können die kleinsten Fehler verheerende Folgen haben. Aus diesem Grund werden Fehler in der (Zahn-)Medizin ungern gesehen und mindestens genauso ungern zugegeben...
Erweiterung der Werbemöglichkeiten von Zahnärzten - Die Entscheidung des BGH in Sachen TruDent
Bereits mehrfach hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit der Frage auseinandersetzen müssen, inwiefern das in den zahnärztlichen Berufsordnungen geregelte Verbot der berufswidrigen Werbung über die Rechtsfigur der Störerhaftung auf juristische Personen “mittelbar” anwendbar ist. Mit Urteil vom 26.02.2009 (Az: I ZR 222/06) erfolgte die bislang jüngste Entscheidung, in der das höchste Zivilgericht Deutschlands die schlagwortartige Werbung eines Franchise-Gebers in Verbindung mit einem Gewinnspiel als zulässig erachtete. Die beklagte “TruDent Zahnärztliche Behandlungskonzepte AG” (ursprünglich MacDent AG) ist ein Franchise-Unternehmen, das ein Konzept zur Qualitätssicherung und zum Marketing für Zahnarztpraxen entwickelt hat und ein Qualitätssiegel an Zahnärzte als Franchise-Nehmer vergibt. Bestandteil der Qualitätsprüfung ist unter anderem die Förderung der Prophylaxetätigkeit sowie die Überprüfung der handwerklichen Ergebnisse der zahnärztlichen Arbeit.
Mikroarts - mikroskopische Faszination aus dem Körper
Die Bilder von Philipp Rudolphi wirken auf den ers-ten Blick wie rätselhafte Verbindungen von Farbe und Form, abstrakte Gemälde, die einer schwer durchschaubaren Ordnung zu folgen scheinen und doch eine ganz eigene Dynamik besitzen. Manchmal erscheinen figurative Elemente inmitten des Spiels der Schemen und Schattierungen, aber der Ursprung dieses vermeintlich aus dem Zufall geborenen ästhetischen Eindrucks entspringt einer sehr natürlichen, sogar organischen Quelle.
Mallorca - das Geheimnis der beliebten Sonneninsel
Nicht umsonst nennen die Mallorquiner ihre Insel “La Luminosa”, die Erleuchtete: Die größte Insel der Balearen fasziniert jedes Jahr über fünf Millionen Touristen mit ihren traumhaften Stränden, wilden Olivenhainen, Orangenplantagen und Windrädern - und das bei 3.000 Sonnenstunden pro Jahr. Unsere Aufmerksamkeit bekam vor allem die Bergkette im Norden der Insel. Das Abenteuer auf der Sonneninsel, fernab von Ballermann und Sangria, konnte beginnen...
Die Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. (DGKZ) ist eine starke Gemeinschaft, die ihre Mitglieder in vielen Bereichen aktiv unterstützt. Neben der qualitativ außergewöhnlichen Mitgliederzeitschrift “cosmetic dentistry”, attraktiven Fortbildungsangeboten (die 6. Jahrestagung wird am 15./16. Mai 2009 in Hamburg stattfinden) und der im Mitgliedsbeitrag enthaltenen Doppelmitgliedschaft sowohl in der DGKZ als auch bei der ESED (Europeen Society of Esthetic Dentistry) ist die Patientenkommunikation ein besonderer Schwerpunkt der Aktivitäten der Fachgesellschaft. Bisher gab die DGKZ ihren Mitgliedern mit den Patienten-Newslettern und dem “my” Patientenmagazin sowie der DGKZ-Homepage (www.dgkz.com) bereits attraktive Tools für das Praxismarketing und Patientenkommunikation an die Hand.
ISSN 1612-7390 Entgelt bezahlt: 63398 Preis: € 10,00 zzgl. MwSt. 7. Jahrgang • November • 4/2009 cosmetic dentistry _ beauty & science 42009 _Fachbeitrag Wie lange braucht Ästhetik? _Spezial Irren ist menschlich: Lernen aus Fehlern _Lifestyle Mallorca – das Geheimnis der beliebten Sonneninsel
Editorial _ cosmetic dentistry I Dr. Jens Voss Präsident der DGKZ Zahnmedizin mit ästhetischem Anspruch Ein strahlend weißes Lächeln ist im heutigen Alltag eine herausragende Visitenkarte und bestimmt als Sinnbild für Schönheit und Jugendlichkeit – aber auch für Gesundheit und Vitalität – immer mehr Be- reiche des gesellschaftlichen Lebens und wird so auch für Ihre Patienten immer wichtiger. Dass dieser Trend ungebrochen ist, zeigte sich einmal mehr während der 6. Jahrestagung der DGKZ in Hamburg, mit dem Hauptthema „Funktion und Ästhetik“. Für unsere Patienten ist es nicht nur wichtig, eine ästhetisch hochwertige Versorgung zu erhalten, sondern es steht zunehmend die funktionelle Ver- besserung im Einklang mit der optimierten orofazialen Ästhetik im Mittelpunkt. Eine moderne Zahnmedizin mit ästhetischem Anspruch widmet sich daher nicht nur der rein optischen Verbesserung, also kosmetisch orientierten Verfahren, sondern der Wiederherstellung natürlicher funk- tioneller Verhältnisse im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich unter Berücksichtigung der orofazialen Ästhetik. Neben fachlich hohem Können stellt die Verwendung minimalinvasiver Verfahren zunehmend eine zwin- gende Voraussetzung für kosmetische Behandlungen dar. Gerade weil es hier nicht nur um die Beseiti- gung gesundheitlicher Probleme, sondern um ästhetische Veränderung geht, sind Eingriffe an der Zahn- substanz so gering wie möglich zu halten. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen: Persönlich überrascht es mich immer wieder, welche große Patientenzahl sich ernsthaft für Veneerlösungen interessiert, wenn ich den Patienten darstellen kann, dass dafür heutzutage mit moderner Non-Prep Veneertechniken kein Be- schleifen der gesunden Zahnsubstanz notwendig ist und ein hochwertiges Ergebnis, ohne Schmerzen und ohne hohe Kosten, erzielt werden kann. Für viele Patienten stellt eine Beeinträchtigung der Ästhetik eine erhebliche Störung des Wohlbefindens dar. Soweit Sie hier den Patienten überzeugende Verfahren anbieten können, eröffnet sich die Chance, nicht nur Ihre bisherigen Patienten dauerhaft an Ihre Praxis zu binden, sondern zugleich neue attraktive Selbstzahler-Patientengruppen zu gewinnen. Ihr Dr. Jens Voss Präsident der DGKZ Die cosmetic dentistry ist ab sofort auf www.cd-magazine.de als E-Paper mit vielen zusätzlichen Informationen ver- fügbar. cosmetic dentistry 4_ 2009 I 03
I Inhalt _ cosmetic dentistry Ästhetische Restauration 06 Komposit-Politur 42 Reisebericht 64 I Editorial 03 Zahnmedizin mit ästhetischem Anspruch _Dr. Jens Voss _Komposit-Politur 42 Ästhetische Kompositfüllungen: Machbar? _Dr. Hans Sellmann I Fachbeiträge _ästhetische Restauration 06 Wie lange braucht Ästhetik? _Christian Lang, Jahn-Holger Bellmann, Dr. Violeta Claus _Bleaching 12 Das professionelle Bleichen avitaler Zähne _Prof. Dr. Karl Glockner _Augmentation 16 Eine außergewöhnliche Zucht! Ein Fallbericht _Dr. medic. stom. (RO) Diana Svoboda, M.Sc., M.Sc. _Bleaching 24 Bleaching als Basis ästhetischer Restauration _ZA Anja Riedl, Dr. Marcus Striegel _Bleaching/Veneers 26 Kleider machen Leute – schöne Zähne ein Gesicht _Dr. Jens Voss _Implantologie I News 45 Marktinformation I Spezial _Zahnfarbbstimmung 48 Bestimmung der Zahnfarbe und Modifikation der Farbwirkung _Dr. med. dent. Daniel Raab _Psychologie 52 Irren ist menschlich: Lernen aus Fehlern _Dr. Lea Höfel I Information _Recht 58 Erweiterung der Werbemöglichkeiten von Zahnärzten – Die Entscheidung des BGH in Sachen TruDent _Dr. Michael Knab 30 Chirurgisch-prothetische Behandlungskonzepte für langfristigen klinischen Erfolg _Dr. Annette Felderhoff-Fischer, Hans Geiselhöringer, CDT, MDT, I Lifestyle _Modern Art Priv.-Doz. Dr. Stefan Holst _Papillenregeneration 34 „Schwarze Dreiecke“ verschwinden lassen – Restaurativ gesteuerte Papillenregeneration _ Dr. David Clark _Oberflächenvergütung 40 Oberflächenvergütung von provisorischen Kronen und Brücken _Dr. Sebastian Mues 62 Mikroarts – mikroskopische Faszination aus dem Körper _Reisebericht 64 Mallorca – das Geheimnis der beliebten Sonneninsel _Wolfram Schreiter I Impressum 70 Verlag, Redaktion 04 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Ihre Patienten haben Wünsche. Und Sie alle Möglichkeiten. Was als Trend begann, ist mittlerweile quer durch alle Alters- und Bevölkerungsschichten selbstverständlich: „Dental Wellness“. Auch in Deutschland investieren immer mehr Menschen in strahlend weiße Zähne und steigern so ihr Wohlbefinden und ihre Attrakt ivität. Viele Zahnärzte nutzen die neuen Möglichkeiten und erweitern ihr Angebot um den Bereich professionelle Zahn aufhellung – zur Freu de der Patienten, die Wert auf Gesundheit und ein attraktives Äußeres legen. Mit VISALYS® Whitening setzen diese Zahnärzte auf ein be son ders leistungsstarkes System auf Wasserstoffperoxidbasis, das in drei Konzentrationen verfügbar ist und somit die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllt. VISALYS® 30 CHAIRSIDE ● Kontrollierte Anwendung in der Zahnarztpraxis mit schnellem Ergebnis in einer Sitzung J e t z t N E U VISALYS® 13,5 PROFESSIONAL ● Das vielseitig einsetzbare Material ist besonders geeignet als Initialtherapie in der Zahnarztpraxis zur Vorbereitung für die anschließende Home-Anwendung VISALYS® 7,5 PATIENT KIT ● Die schonende wasser- und kaliumnitrathaltige Rezeptur wirkt besonders sanft auf die Zähne und wird zwei Mal am Tag für 30 Minuten mit einer Tiefziehschiene zu Hause angewendet Alle drei Varianten werden in modernen Zweikammer- Spritzen-Systemen angeboten. Die beiden Komponenten werden erst unmittelbar vor der Anwendung vermischt. Das erhöht die Wirkung des Wasserstoffperoxids und garantiert eine längere Verwendbarkeit des Produkts. / 9 0 1 4 3 2 5 0 1 0 ® S C H O N E N D S C H Ö N E R Kettenbach GmbH & Co. KG, Postfach 11 61, 35709 Eschenburg, Germany, Tel.: +49 (0) 2774 70599, Fax: +49 (0) 2774 70533, www.visalys.com, E-Mail: info@visalys.com
I Fachbeitrag _ ästhetische Restauration Wie lange braucht Ästhetik? Autoren_Christian Lang, Jan-Holger Bellmann, Dr. Violeta Claus sen erfüllt sein? Denn aus der Vorgehensweise be- kannter Maler, Architekten und Musiker können wir etwas für unsere tägliche Arbeit lernen. Gelungene Ästhetik muss wachsen und braucht in erster Linie Zeit. Michelangelo benötigte für die Umsetzung der Fresken in der Sixtinischen Kapelle mehr als 30 Jahre! Ein Schatz aus Erfahrungen und das Wissen über den Umgang mit den verwendeten Hilfsmitteln und Materialien, sowie nicht zuletzt die Zusammen- arbeit in einem eingespielten Team sind Grundlagen für ein adäquates Ergebnis. Abb. 1_ Die lebensfrohe Patientin während ihres ersten Besuchs in der Zahnarztpraxis. Abb. 2_ Die Ausgangssituation, mit der sich die Patientin vorstellte. Abb. 3_ Die insuffiziente Ausgangs- situation von inzisal. Abb. 4_ Die visuelle Ästhetikanalyse zeigt, dass die zentralen Inzisiven zu kurz wirken und nicht dem Lippen- verlauf folgen. Abb. 41_Ein ansteckendes Lächeln, welches sich auf die leuchtenden Augen der glücklichen Patientin übertragen hat. Abb. 41 Abb. 1 Abb. 3 Abb. 2 _Als Michelangelo Buo- narroti den Auftrag zur Ausschmückung der Six- tinischen Kapelle annahm, konnte er bereits auf einen umfangreichen Erfahrungs- schatz zurückgreifen. Um ein Fresko in dieser Qua- lität und vollendeten Ästhetik umsetzen zu können, muss der Künstler seine Werkzeuge und Materialien genau kennen. Außerdem musste Michelangelo über umfassende Kenntnisse im Bereich der Anato- mie verfügen. Was viele im Moment der ehrfürchti- gen Betrachtung dieses unübertroffenen Kunst- werks nicht erkennen ist die Tatsache, dass diesem Projekt eine umfassende Planung durch die Anfer- tigung von Skizzen und Schablonen vorausging, die er in Zusammenarbeit mit zahllosen Assistenten an- fertigte. Zurück zur anfangs gestellten Frage. Wie lange braucht Ästhetik, und welche Vorausetzungen müs- Abb. 4 _Fallbericht Im vorliegenden Fall stellte sich die Patientin erstmals in der Praxis vor sechs Jahren vor. Die ausgespro- chen attraktive Patientin beklagte die unbefriedi- gende ästhetische Wirkung ihrer beiden Metallkera- mikkronen. Ursprünglich sollten die insuffizienten Kronen auf 11 und 21 durch vollkeramische Versor- gungen ersetzt werden. Um eine harmonisch ästheti- sche Gesamtwirkung zu erzielen, wurden die seit- lichen Schneidezähne in die prothetische Planung rein non- beziehungsweise minimalinvasiv integriert. Die visuelle Ästhetikanalyse zeigte, dass die beiden mittleren Inzisiven zu kurz erschienen und dem Lip- 06 I cosmetic dentistry 4_ 2009
LUMINEERS ® SMILE PROGRAMM LUMINEERS BY CERINATE® ist ein Keramik-Veneer zur schmerzfreien Formkorrektur und dauerhaften Aufhellung des Lächelns Ihrer Patienten! Eine Haltbarkeit von über 20 Jahren wurde klinisch erwiesen. ZAHLREICHE VORTEILE FÜR IHREN PRAXISERFOLG (cid:129) Überregionale Werbung in Fach- und Konsumenten presse. (cid:129) Kostenlose Informations-Hotline für Konsumenten. (cid:129) Unterstützende Marketingmaterialien, z. B. Displays, Informationsbroschüren etc. (cid:129) Kompetente Ansprechpartner für die Unterstützung Ihres Praxisteams. (cid:129) Umfassendes Schulungsmaterial auf DVD und CD-ROM. (cid:129) Kostengünstiges Starter-Kit. Fazit: Neupatienten und zusätz licher Umsatz für Ihre Praxis! HAMBURG 05.-06. 02. 2010 BERLIN WIEN 16.-17. 04. 2010 14.-15. 05. 2010 MÜNCHEN 11.- 12. 06. 2010 MELDEN SIE SICH JETZT AN: American Esthetic Design GmbH, Telefon: 081 06/300 500, Fax: 081 06/300 510 (cid:129) KEINE SPRITZE (cid:129) KEINE PRÄPARATION (cid:129) KEIN PROVISORIUM (cid:129) KEIN ENTFERNEN EMPFINDLICHER ZAHNSUBSTANZ VERFÄRBUNGEN VORHER NACHHER LÜCKEN UND ABSTÄNDE VORHER NACHHER SCHIEFSTELLUNGEN VORHER NACHHER ALTE KRONEN UND BRÜCKEN VORHER NACHHER L U M I N E E R S ® S M I L E D E S I G N W O R K S H O P D E U T S C H L A N D Ö S T E R R E I C H
I Fachbeitrag _ ästhetische Restauration penverlauf nicht optimal folgten. Diesen Eindruck bestätigte das anschließende dental-imaging im Labor anhand der Patientinporträts. Durch eine ge- meinsame Analyse des dental-imaging mit der be- verlustes. Das Ziel ist hierbei der bedingungslose Al- veolenschutz. Das Mittel der Wahl ist in diesem Fall die prothetic socket preservation. Das präoperativ gefertigte Provisorium ragt zap- fenförmig in die Extraktionsalveole und hält auf diese Weise die Schleimhaut ab. Durch sequenzielle Modifikation des Provisoriums füllt der langsam wachsende Knochen den Hohlraum aus. So können Weichgewebe und Papillen für den weiteren Ver- lauf der Behandlung optimal ausgeformt werden, um uns langsam an die rote Ästhetik heranzutas- ten. Nach abgeschlossener Knochenregeneration kann das Implantat optimal inseriert werden. Abb. 5_ Die Ausgangsituation der Patientin nach der Ästhetikanalyse durch das dental-imaging in Fotoshop-Elements. Abb. 6_ Die verbesserte Ästhetik nach der digitalen Bildbearbeitung. Abb. 7 und 8_ Nach dem Entfernen der bisherigen Versorgung stellt sich die Situation entsprechend dar. Ver- narbtes Weichgewebe und Defekt an Zahn 12 prägen das Gesamtbild. Abb. 9_ Der Zahn 21 war aufgrund von Entzündung und Schwellung nicht erhaltungswürdig und musste entfernt werden. Abb. 10_ Der maximalinvasive Ein- griff birgt immer die Gefahr von Kno- chen- und Weichteilverlust. Abb. 11_ Socket preservation: Durch das präoperativ gefertigte Pro- visorium wird das Weichgewebe für den weiteren Behandlungsverlauf optimal vorbereitet. Abb. 12_ Das präoperative Proviso- rium in situ. Abb. 13 und 14_ Nach abgeschlos- sener Knochenregeneration stellt sich das Weichgewebe optimal dar. Abb. 15 und 16_ Auf dieser Grundlage kann das Implantat opti- mal inseriert werden. 08 I cosmetic 4_ 2009 dentistry Abb. 40 handelnden Zahnärztin wurde deutlich, dass die lebensfrohe und selbstbewusste Patientin aussagekräftige Frontzähne benötigt, die ihre Lebensphi- losophie unterstreichen soll- ten. Vor dem Beginn einer derar- tigen Behandlung hat die Schaffung einer soliden Ver- trauensbasis zwischen Pa- tienten, Zahnarzt und Den- tallabor oberste Priorität. Denn wir dürfen niemals vergessen, dass an dem Zahn immer ein Individuum mit Gefühlen, Sorgen und Ängs- ten hängt. Diese Sorgen und Ängste gilt es zunächst nachhaltig zu nehmen. Es muss von Anfang an klar sein, dass nur Maßnahmen unternommen werden, die absoluter Notwendigkeit bedürfen. _Behandlungsverlauf Leider stellte sich während des Behandlungsverlaufs heraus, dass der durch multiple Re- sektionen behandelte Zahn 21 aufgrund akuter Entzündung und Schwellung nicht erhal- tungswürdig war. Dieser ma- ximalinvasive Eingriff birgt immer die Gefahr eines Kno- chen- und Weichgewebe- Abb. 5 Abb. 11 Abb. 6 Abb. 12 Abb. 7 Abb. 13 Abb. 8 Abb. 14 Abb. 9 Abb. 15 Abb. 10 Abb. 16
Fachbeitrag _ ästhetische Restauration I _Zirkonoxidabutment _Calvin-Capture-Card Mit der von Bellmann und Hannker entwickelten Cal- vin-Capture-Card wird die Zahnfarbe definiert. Die Das individuelle Zirkonoxidabutment wurde unter Zuhilfenahme der zuvor durch den Zahntechniker er- stellten digitalen Ästhetikanalyse sowie des Wax-ups hergestellt. Von inzisal betrachtet gleicht das Abut- ment in seiner Geometrie exakt einem präparierten Zahn. Nur so kann die anschließend gefertigte Krone die Illusion eines aus der Alveole herausragenden Zahnes schaffen. Nach Abformung der gesamten Si- tuation wird die Papille durch das laborgefertigte Pro- visorium unterstützt. Auf diese Weise bleibt die mü- hevoll erarbeitete Papillensituation erhalten. Abb. 17 Abb. 23 Abb. 18 Abb. 24 Abb. 19 Abb. 25 Abb. 20 Abb. 26 Abb. 21 Abb. 27 Abb. 22 Abb. 28 Abb. 17_ Inseriertes Implantat. Abb. 18_ Unter Zuhilfenahme der Calvin-Capture-Card wird die Abb. 42 Zahnfarbe bestimmt. Calvin-Capture-Card ist ein multifunktionales Tool, mit dem man Zahnfarben durch Fotografie und einem an- schließenden digitalen Weiß- abgleich am PC naturkonform darstellen kann. Vorausset- zung hierfür ist ein Digitalfoto im RAW-Format und ein kali- brierter Monitor. Die Zahnfar- ben können durch das defi- nierte, 18%ige grau der Karte virtuell mit Photoshop Light- room dargestellt werden. Des Weiteren verfügt die Karte über einen schwarzen Hinter- grund als Freistellungswerk- zeug und eine Millimeteran- gabe, durch die man im Zuge des dental-imagings Seiten- und Längenverhältnisse milli- metergenau auf das Wax-up umsetzen kann. _Ästhetische Umsetzung Die definitive Versorgung wird auf Zirkoniumoxidkap- pen (LavaTM, 3M ESPE) und feuerfesten Stümpfen herge- stellt. Auf die laborseitige Fer- tigung wird an dieser Stelle nicht weiter eingegangen. Die Fotos sprechen für sich und dokumentieren eine natur- konforme Umsetzung in Ke- ramik auf höchstem Niveau. Abb. 19 und 20_ Die Mundsituation kurz vor der Abformung. Abb. 21 und 22_ Das von der Firma Nobel Biocare gelieferte individuelle Zirkonabutment (Procera) auf dem Modell. Abb. 23 und 24_ Das Zirkonabut- ment gleicht in seiner Geometrie exakt dem präparierten Nachbar- zahn. Abb. 25_ Das laborgefertigte Lang- zeitprovisorium auf dem Modell … Abb. 26_ … und im oralen Umfeld. Abb. 27_ Das Provisorium lässt be- reits jetzt eine Vorstellung der defini- tiven Arbeit zu. Abb. 28_ Die Zirkonoxidkappen (Lava) und die feuerfesten Stümpfe auf dem Meistermodell. Abb. 42_ „Believe in workflow of dental arts“. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 09
I Fachbeitrag _ ästhetische Restauration Nun, wie lange braucht Ästhetik? Oftmals eine kleine Ewigkeit – ein zufriedenes Lächeln entschädigt je- doch für eine kleine Ewigkeit. Lassen wir diese neu gewonnene Lebensfreude durch die Abbildungen 34 und 35 auf uns wirken. Genießen wir den Anblick gelungener Ästhetik und sehen wir die Leidenschaft hinter den Dingen. „Believe in workflow of dental arts“ _ Abb. 29_ Die fertiggestellten Veneers und Zirkonoxidkronen von palatinal … Abb. 30_ … und von vestibulär. Abb. 31_Impression der naturidenti- schen Keramikschichtung. Abb. 32_Naturkonforme Umsetzung in Keramik auf höchstem Niveau. Abb. 33_Strukturierte Planung ga- rantiert voraussagbare Resultate. Abb. 34 und 35_Gelungene Ästhetik spricht ihre ganz eigene Sprache. Abb. 36_Die Veneers und Keramik- kronen folgen dem Lippenverlauf der Patientin und versprühen eine charismatische Präsens. Abb. 37 und 38_Eine Illusion vitaler Zähne. Abb. 39_Lassen wir die neugewon- nene Lebensfreude der Patientin. durch die Abb. 39–42 auf uns wirken. Abb. 39 _Philosophischer Epilog Die Keramikkronen und Ve- neers in situ sprechen ihre ganz eigene Sprache. Sie fol- gen dem Lippenverlauf der Patientin optimal und unter- streichen die charismatische Präsenz. Das Weichgewebe schmiegt sich wohlwollend an die Keramik an und schafft im wechselseitigen Dialog die Illusion vitaler Zähne. In Kombination mit dem an- steckenden Lächeln, welches sich bereits auf die leuchten- den Augen der glücklichen Patientin übertragen hat, kann man in dieser Situation sicherlich von einem klinisch und prothetisch gelungenen Erfolg sprechen. Hier wurde ein kleines Kunstwerk zur Freude vieler Menschen ge- schaffen. Es ist mit den Kunstwerken eines Michel- angelos natürlich in keinster Weise zu vergleichen, wurde aber durch Künstler wie diese inspiriert. Abb. 29 Abb. 34 Abb. 30 Abb. 35 Abb. 31 Abb. 36 Abb. 32 Abb. 37 Abb. 33 Abb. 38 _Kontakt Dr. Violeta Claus Dr. Violeta Claus Brotstr. 30 54290 Trier Tel.: 06 51/4 23 43 Fax: 06 51/9 94 38 40 E-Mail: violeta@dr-claus.de, www.dr-claus.de 10 I cosmetic 4_ 2009 dentistry cosmetic dentistry Jan-Holger Bellmann Bellmann & Hannker GmbH Dentallabor für ästhetischen Zahnersatz Anton-Günther-Str. 10, 26180 Rastede Tel.: 0 44 02/69 62 32, Fax: 0 44 02/69 62 33 E-Mail: info@bellmann-hannker.de www.bellmann-hannker.de Christian Lang Jan -Holger Bellmann
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I Fachbeitrag _ Bleaching Das professionelle Bleichen avitaler Zähne Autor_Prof. Dr. Karl Glockner Ein schönes Lächeln und ästhetische Frontzähne sind heute für viele der Schlüssel zum be- ruflichen Erfolg.Verfärbte Frontzähne stellen für viele Patienten ein großes Problem dar, da die Verfärbungen eine erhebliche Beeinträchtigung der Gesichtsästhetik verursachen. Die Re- stauration eines verfärbten Frontzahnes mit Stiftaufbau und Porzellankrone ist ein invasiver Eingriff in die bestehende Zahnstruktur mit massiver Destruktion von Zahnhartsubstanz und bedingt einen finanziell hohen Aufwand. So haben sich neben der Herstellung von Kunststoff- und Porzellanverblendungen, den sogenannten Veneers, vor allem im angloamerikanischen Raum unterschiedliche Bleichtechniken durchgesetzt. Zum einen das Vita-Bleaching einer- seits, das auch nachts für vitale Zähne angewendet werden kann, zum anderen das Internal- Bleaching für devitale Zähne, welches beim erfahrenen Behandler sehr gute Ergebnisse er- zielt (Abb.1 und 2). _Ursachen von Zahnverfärbungen Die Ursache der Verfärbung von devitalen Zähnen liegt hauptsächlich darin, dass im Rahmen der Vital- exstirpation Blut im Bereich der Kronenpulpa in die Dentintubuli diffundiert. Dies führt besonders bei Jugendlichen durch weite Dentintubuli zu extremen Verfärbungen, wenn nicht die gesamte Kronen- pulpa entfernt wird. Die Blutabbauprodukte, die Ei- sen als Farbstoff bei der Hämolyse freisetzen, bewir- ken durch die Verbindung mit Schwefelwasserstoff, der durch Bakterien gebildet wird, diese bräunlichen Farbveränderungen. Dazu kann es auch durch ver- schiedene Wurzelfüllmaterialien kommen. So kann zum Beispiel Zinkoxid-Eugenol Zement, N2 und Endomethasone eine orange-rote Verfärbung be- wirken. AH-plus kann eine Verstärkung des Grau- wertes, und Tubuli-Seal und Diaket eine rosarote Verfärbung hervorrufen. Natürlich darf man auch Amalgam, das eine grau-schwärzliche Verfärbung des Zahnes bewirkt, nicht vergessen. Ebenso kann auch eine Tetrazyklinmedikation in Schwanger- schaft oder früher Kindheit massive Farbverände- rungen der Kronen bewirken. Abb. 1_ Unbehandelter, extrem verfärbter, wurzelkanalbehandelter unterer Incisivus eines 35-jährigen Mannes zu Therapiebeginn. Abb. 2_ Derselbe Patient vier Wochen später nach Bleichende und zusätzlichem Eckenaufbau mit Säureadhäsivtechnik. Abb. 3_ Schematischer Querschnitt durch einen oberen Frontzahn. Man sieht die Wurzelkanalfüllung (rcf), das Pulpenhorn (ph), und den Phosphatzement im Bereich des Pulpenkavums. Abb. 4_ Ausschachten des Kronenpulpenkavums mit dem Ro- senbohrer. Wichtig ist die Beachtung der Ausdehnung der Pulpa vom Pulpenhorn bis zur Schmelz-Zement- Grenze (cej). Abb. 5_ Überprüfung der Tiefe des Kavitätenbodens mit der Parosonde. Vom tiefsten Punkt in der Kavität bukkal bis zur Schneidekante und bukkal an der Zahnoberfläche von der Schmelz-Zement-Grenze (cej) bis zur Schneidekante. Ebenso ist die koronale Abdeckung der Wurzelka- nalbehandlung mit Phosphatzement (pc) zu erkennen. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 12 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Fachbeitrag _ Bleaching I Abb. 8 Abb. 6 Abb. 7 Abb. 9 _Chairside-Bleaching Bei dieser Methode des Internal Bleachings wird am Behandlungsstuhl nach Applikation des Bleichmittels eine Erwärmung des Zahnes mithilfe einer Halogenlampe oder durch Einbringen eines heißen Instrumentes direkt in der Kavität durch- geführt. Aus diesem Grund hat sich auch der Ter- minus der thermokatalytischen Bleichmethode durchgesetzt. Die Einlage wird mehrmals gewech- selt und wieder erwärmt. Diese Vorgangsweise kann nach ein bis zwei Wochen wiederholt werden und zwar so lange, bis das Idealergebnis erzielt ist. Der große Nachteil ist die oft unkontrolliert ange- wandte Temperaturerhöhung, die zu einer Vielzahl von Nebenwirkungen führen kann. Dazu zählt einerseits eine mögliche Devitalisierung der vita- len Nachbarzähne und zum zweiten eine Trauma- tisierung des Parodonts. Aus diesem Grund wird diese Behandlungsmöglichkeit international ab- gelehnt. gefunden wurde, wird die Mischung von Natrium- perborat mit destilliertem Wasser bevorzugt, da hier auch keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten sind. Wenn auch die Anzahl der Sitzungen unter- schiedlich sein kann, so sind die Farbstabilität und damit die Wirksamkeit gleich. Auch 35%iges Car- bamid-Peroxid-Gel kann verwendet werden, wobei die Kosten im Dentalhandel ein Vielfaches im Ver- gleich zu Natriumperborat sind. Natriumperborat- pulver kann für wenige Euro in einer Drogerie in Pulverform erworben werden. Hochprozentige H2O2-Konzentrationen im Vergleich zu destillier- tem Wasser sind ein Risiko, da zervikale Resorptio- nen resultieren können. Der Patient wird so oft wiederbestellt und die Bleicheinlage gewechselt, wobei verfärbtes Dentin nicht entfernt oder vorbehandelt wird, bis das ge- wünschte Ergebnis erreicht ist. Jede Bleichbehand- lung wird durch eine Neutralisationseinlage mit Kalziumhydroxid für zumindest sieben Tage been- det, um zervikalen Resorptionen vorzubeugen. _Walking-Bleaching _Vorbedingungen zum Avitalbleichen Auf eine Erwärmung des Bleichmediums wird bei der zweiten Methode des Internal Bleachings ver- zichtet und die applizierte Bleicheinlage immer für eine Woche belassen. Die Walking-Bleach-Technik ist State of the Art. Der Patient wird so oft wieder- bestellt und die Einlage gewechselt, bis der ge- wünschte Erfolg erreicht ist. Als Abschluss muss eine Neutralisationseinlage mit Kalziumhydroxid verwendet werden, um etwaigen zervikalen Re- sorptionen vorzubeugen. Unbedingte Voraussetzungen für das Internal Bleaching sind: _ Eine exakte Wurzelkanalbehandlung, da so das Risiko einer periapikalen Läsion minimal gehal- ten werden kann. _ Ein Kleinbildröntgen, um zervikale Defekte und periapikale Läsionen ausschließen zu können. _ Das Abdichten der Wurzelbehandlung nach api- kal mit Zement ist unbedingt notwendig, da es ohne diesen Verschluss zu parodontaler und zer- vikaler Traumatisierung kommen kann. _Materialien für das Internal Bleaching _ Eine etwaige alte Amalgamfüllung ist im Ge- samten zu entfernen. Die Behandlung der Wahl zum Aufhellen von avi- talen, verfärbten Zähnen ist die Walking-Bleach- Methode. Das empfohlene Bleichagens ist eine Mixtur aus Natriumperborat und destilliertem Wasser, welche für jeweils eine Woche in der Kavität verbleibt. Verschiedene Studien berichten über die Effektivität im Vergleich zwischen der Verwendung mit destilliertem Wasser und bis 30%igem Wasser- stoffperoxid. Da hier kein Unterschied im Ergebnis _ Es sollte keine alte Wurzelbehandlung mit Sil- berstift vorhanden sein, da diese grauschwarzen Verfärbungen nur sehr schwer zu bleichen sind und durch die ständige Abgabe von Silberionen sehr leicht Rezidive entstehen können. Daher sollte man in diesem Fall unbedingt eine Revision der Wurzelbehandlung durchführen und einen Guttaperchapoint verwenden. Diese Wurzelka- nalbehandlung mit Guttaperchapoints ist in je- Abb. 6_ Schematische Darstellung der Bleicheinlage. Es ist notwendig, dass die gesamte bukkale Kavitäten- wand mit Bleichagens bedeckt ist. Die Neutralisationseinlage mit Kalziumhydroxid und Cavit wird in gleicher Form durchgeführt. Abb. 7_ Darstellung des Kavitäten- aufbaus nach Ende der Bleichbe- handlung. Aufbau des Dentinkerns mit Glasionomerzement (gic). Abschluss mit Säureadhäsivtechnik (at). Abb. 8_ Oberer zentraler Incisivus eines 14-jährigen Mädchens nach Wurzelkanalbehandlung im Anschluss an ein Frontzahntrauma. Abb. 9_ Endbild derselben Patientin drei Wochen nach Beginn der Bleichtherapie. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 13
I Fachbeitrag _ Bleaching Abb. 10_ Erster oberer Prämolar eines männlichen Patienten zwölf Jahre nach Wurzelkanalbehandlung. Abb. 11_ Derselbe Prämolar nach Ende der Behandlung. Man beachte die Farbe des 2. Prämolaren, die nun im Vergleich zum 1. Prämolaren dunkler erscheint als in Abb. 10. Abb. 12_ Beide oberen lateralen In- cisivi mit deutlicher Verfärbung nach Wurzelkanalbehandlung. Abb. 13_ Erscheinungsbild der Patientin nach fünfwöchiger Bleichbehandlung mit nun zufrieden- stellendem ästhetischen Ergebnis der oberen Front. 14 I cosmetic dentistry 4_ 2009 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13 „Gebleichte Zähne haben nur aus iatro- genen Gründen ein erhöhtes Frakturrisiko.“ dem Fall dichter als die mit Silberstift durchge- führte. Außerdem ist die Gefahr eines Nachdun- kelns durch ständig weiter freigesetzte Silber- ionen deutlich reduziert. _Klinische Vorgangsweise Wie in Abbildung 3 zu sehen, muss das Füllungs- material im Kronenbereich entfernt werden. Zual- lererst muss die palatinale Füllung mit einem Diamantbohrer entfernt werden, dann muss im Kronenpulpenbereich mittels Rosenbohrer unter maximaler Schonung der Zahnhartsubstanz vor- sichtig Richtung Wurzelkanal vor- präpariert werden. Der Zahnarzt muss sich darüber im Klaren sein, dass im inzisalen Pul- penbereich Pulpenhörner existie- ren (Abb. 4). Das suffiziente Säubern dieses Bereiches ist unerlässlich, da durch verbleibendes Pulpenrestge- webe eine Nachverfärbung des ge- bleichten Zahnes erfolgen kann. Nach Reduktion der Wurzelkanal- füllung muss der koronale Anteil der Wurzelfüllung mit einem Zink- Oxy-Phosphatzement oder Glasio- nomerzement abgedichtet werden. (Abb. 5). Nur eine perfekte Versiege- lung in diesem Bereich kann eine Diffusion des Bleichmittels in das Parodont im Bereich der Schmelz-Zement-Grenze verhindern. Zähne mit einem Defekt im Bereich der Schmelz-Zement-Grenze haben daher eine schlechte Prognose. Sehr wichtig ist, sich zu versi- chern, dass der Boden der Kavität subgingival liegt. Der praktikabelste Weg, dies zu kontrollieren, ist mit einer markierten Parosonde (Abb. 5). Liegt der Boden der Kavität para- oder gar supragingival, wird eine Verfäbung zervikal auch nach dem Blei- chen persistieren. Der applizierte Zement muss hier auch schonend von der bukkalen und appro- ximalen Kavitätenwand entfernt werden, da dieser für das Bleichmittel nicht permeabel ist und da- durch im Nachhinein ein marmoriertes Erschei- nungsbild besonders bukkal entstehen kann. Die Kavität benötigt keine Säuberung mit einem speziellen Desinfektionsmittel oder gar eine An- wendung 37%iger Phosphorsäure. Essenziell ist allerdings, dass hartes, auch extrem verfärbtes Dentin in keinem Fall entfernt wird, da dies zu ei- ner deutlichen Schwächung der Krone führt und eine Kronenfraktur bewirken kann. Das Bleichme- dium ist eine Mischung aus Natriumperborat in Pulverform und destilliertem Wasser. Nach Appli- kation dieser cremigen Mischung soll der Über- stand mit einem Wattepellet entfernt werden. Als temporäres Füllungsmaterial eignet sich Glasio- nomerzement am einfachsten. Als Alternative bie- tet sich eine Abdichtung mit Komposit an (Abb. 6). Wichtig ist, dass andere insuffiziente Restaura- tionen dieses Zahnes ausgewechselt werden, um durch Undichtigkeiten den Austritt von Wasser- stoffperoxid zu verhindern und die Bleichwir- kung zu optimieren. Bei der Walking-Bleach-Me- thode wird diese Bleicheinlage für ungefähr sieben bis zehn Tage belassen, je nach Praxisor- ganisation. Jedes Mal, wenn der Patient wiederkommt, wird das Bleichmittel gewechselt, bis Pa- tient und Behandler mit dem Bleichergebnis zufrieden sind. Nach Erreichen eines zufrieden- stellenden Bleichergebnisses wird als Abschluss eine soge- nannte Neutralisationseinlage mit Kalziumhydroxidsuspen- sion für 10 bis 14 Tage in die Ka- vität appliziert. Dies neutrali- siert und beugt zervikalen Re- sorptionen vor (Abb. 6). Außer- dem ist ein Zuwarten nach Bleichende notwendig, da durch das Überange- bot an Sauerstoff die Polymerisation und Adhä- sion der Komposite reduziert wäre. Die endgültige Restauration erfolgt durch das Legen eines künstlichen Dentinkernes aus Glas- ionomerzement und mit einer Säureadhäsiv- technikfüllung (Abb. 7). Dieser Kern aus Glasio- nomerzement hat mehrere Vorteile: Erstens kann man ein suboptimales Bleichresultat durch einen fast weißen Zement aufhellen sowie auch bei Überbleichen des Zahnes diesen durch einen gel- ben Kern an die Nachbarzähne anpassen. Ein ent- scheidender Punkt ist das sogenannte Retreat- ment. Muss man nach einigen Jahren wieder denselben Zahn bleichen, ist eine Entfernung dieses Kernes aus GIZ kein Problem, während das vollständige Entfernen einer Kompositfüllung in einem so kleinen Kavum nahezu unmöglich ist. Approximale Füllungen müssen anschließend ausgewechselt werden, um sie an die neue Zahn- farbe anzupassen.
Fachbeitrag _ Bleaching I _Nebenwirkungen Leider kann es aber durch zu wenig Sorgfalt und Unterlassung wichtiger Vorsichtsmaßnahmen zu einigen Nebenwirkungen kommen, wie etwa ex- terne Wurzelresorptionen, zervikale Resorptionen oder möglicherweise eine erhöhte Frakturgefahr. Das Auftreten von Wurzelresorptionen und zervi- kalen Resorptionen kann durch einen dichten Ka- vitätenverschluss mit Phosphatzement oder Glas- ionomerzement nach apikal verhindert werden. Selbst bereits erfolgte Wurzelresorptionen kön- nen nachträglich mit Kalziumhydroxid rekalzifi- ziert werden. Nach wie vor aber findet sich der Ver- dacht der erhöhten Frakturgefahr der Krone. Dass diese weder auf eine Versprödung im Schmelz noch im Dentin zurückzuführen ist, konnte durch mehrere Studien bewiesen werden. Während des Bleichens muss der Patient aller- dings darauf hingewiesen werden, dass der zu bleichende Zahn während der Behandlung frak- turgefährdet ist und extrem harte Speisen zu mei- den sind. Abschließend kann man sagen, dass es zu keiner Zunahme der Sprödigkeit nach dem Bleichen kommt und die Zähne dadurch nicht frakturge- fährdeter sind als nicht gebleichte devitale Zähne. Gebleichte Zähne haben nur aus iatrogenen Grün- den ein erhöhtes Frakturrisiko. Dazu zählen der Mangel an Erfahrung oder zu exzessive Entfer- nung gesunden verfärbten Dentins. In repräsenta- tiven klinischen Langzeitstudien konnten klinische Erfolge von über 90 Prozent nach fünf Jahren be- stätigt werden. Das Internal Bleaching ist, bei ent- sprechender Indikationsstellung, eine sinnvolle ri- sikolose und zahnhartsubstanzschonende Alter- native zu Keramiklaminaten oder Kronen mit Stift- aufbauten im Frontzahnbereich._ _Kontakt cosmetic dentistry Prof. Dr. Karl Glockner Medizinische Universität Graz Klinische Abteilung für Zahnerhaltung der Univ.-Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Graz Auenbruggerplatz 6A 8036 Graz, Österreich Tel.: +43-3 16/3 85 22 13 Fax: +43-3 16/3 85 33 75 E-Mail: karl.glockner@meduni-graz.at ✃ ANZEIGE Faxantwort 03 41/4 84 74-2 90 ✗ J Bitte senden Sie mir das Programm zur 7. Jahrestagung der DGKZ „Keramik versus Komposit“ am 12./13. März 2010 in Düsseldorf zu. Praxisstempel CD 4/09 7. Jahrestagung der DGKZ 12./13. März 2010_Düsseldorf Hotel InterContinental Düsseldorf Keramik versus Komposit
I Fachbeitrag _ Augmentation Eine außergewöhnliche Zucht! Ein Fallbericht Autorin_Dr. medic. stom.(RO) Diana Svoboda, M.Sc., M.Sc. _Molekular- und Zellbiologie werden zukünftig in der Medizin eine immer größere Rolle spielen. In der zahnärztlichen Implantologie wurden auf zel- lulärer Ebene mit der In-vitro-Züchtung körperei- gener Knochenzellen durch Verfahren der Bio- technologie und dem Einsatz von Wachstumsfak- toren in Form von körpereigenen Signalmolekülen zur physiologischen Knochenheilung und -rege- neration neue Wege beschritten, die eine Ent- nahme von autologem Knochen entbehrlich ma- chen. Autologer Knochen ist bei allen Rekonstruktionen im Kiefer-Gesichtsbereich auch heute noch als Goldstandard anzusehen. Jede autologe Trans- plantation bedeutet, auch bei geringer Morbidität im Bereich der Entnahmestelle, einen weiteren operativen Eingriff mit verlängerter Operations- dauer und zusätzlich möglichen Komplikationen. Bisher werden zur Rekonstruktion bzw. zur Aug- mentation von Knochendefekten im Kieferbereich neben autologen Knochentransplantaten von extra- oder intraoralen Entnahmestellen vorwie- gend Knochenersatzmaterialien eingesetzt. Diese können allogener, xenogener oder alloplastischer Natur sein. Die Entwicklung der Biotechnologie und die vor- handenen klinischen Indikationen haben in den letzten Jahren zu einer Intensivierung der For- schungsbemühungen um das sogenannte Tissue Engineering geführt. Tissue Engineering im enge- ren Sinn ist die Gewebezucht zu therapeutischen Zwecken in der Zellkultur. Im weiteren Sinne ist Tis- Abb. 1_ Zellkaskade der Entwicklung von der mesenchymalen Stammzelle zu den eigentlichen Knochenzellen. 16 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Endlich: Bleaching auf die Reihe gebracht ! VITA Bleachedguide 3D-MASTER – professionell und einfach. ® D 8 6 3 3 Der VITA Bleachedguide 3D-MASTER – ein neuer Stan - die Verlaufskontrolle der Zahnaufhellung angeordnet dard für die Planung und Kontrolle von Zahnauf hel - sind, kann das gewünschte Ergebnis mit dem Patienten lungspro zessen bei Ihrem Patienten. Mit gleichmäßigen, rea listisch besprochen und später überprüft werden. für das menschliche Auge gut unterscheidbaren Farb - Bestellen Sie gleich heute Ihren Bleachedguide und abständen zwischen den Helligkeitsstufen, die eigens für überzeugen Sie sich selbst! / www.vita-zahnfabrik.com
I Fachbeitrag _ Augmentation Abb. 2_ Intraoraler Befund mit disharmonischem Gingivaverlauf bedingt durch die Rezessionen an den Zähnen 11 und 21. Abb. 3a–c_ Detailansicht der Rezession an dem Zahn 11. Abb. 4_ Röntgenologischer Befund. Abb. 2 Abb. 3c Abb. 4 Abb. 3a Abb. 3b sue Engineering eine Forschungs- richtung, die sich mit der gezielten Beeinflussung von Geweben in vivo und in vitro zum Zweck der Regene- ration von Gewebeanteilen oder ganzen Organen befasst. Die Freiburger Firma BioTissue Tech- nologies AG bietet ein autologes Knochentransplantat – BioSeed®- Oral Bone an. Durch die Kombina- tion von gewebeproduzierenden Zellen, die aus kleinen Biopsien ge- wonnen werden, können mit struk- turellen Biomaterialien lebende Konstrukte zum Gewebeersatz her- gestellt werden. Die primären Indikationen zur An- wendung von BioSeed®-Oral Bone waren die absolute Augmentation des Oberkieferknochens (Sinuslift) und der Wiederaufbau des Kno- chens nach periimplantären Entzündungen. Dazu liegen auch klinische Studien vor. Indikationser- weiterung in den Bereichen Parodontalchirurgie sowie laterale oder vertikale Augmentationen bie- ten sich an. Zur Herstellung autologer, osteogener Transplan- tate werden Periostzellen verwendet. Periostzellen folgen in der Kaskade der Zellentwicklung un- mittelbar den mesenchymalen Stammzellen und liegen damit weit vor den Osteoblasten (Abb. 1). Sie weisen gegenüber diesen eine höhere osteo- gene Potenz auf. Insbesondere die unmittelbar dem Knochen anliegende Kambiumschicht der Kno- chenhaut ist wichtig für die Generierung osteo- gener Transplantate mittels Tissue Engineering. Eine Einheit BioSeed®-Oral Bone besteht aus ei- nem scheibenförmigen Chip von ca. 8 mm Durch- messer und ca. 2 mm Höhe und hat ein Volumen von ca. 0,1 cm3. Dieser Chip enthält autologe osteogene Zellen, die in einer Dichte von ca. 1,12– 1,87 x 106/0,1 cm3 Vlies in eine resorbierbare Trä- germatrix eingebettet sind. Die autologen oste- ogenen Zellen werden aus einem Periostbiopsat des Patienten isoliert, während einer Kultivie- 18 I cosmetic 4_ 2009 dentistry rungsphase von sechs Wochen unter GMP-Bedin- gungen in vitro vermehrt und mittels einer gelar- tigen Matrix in ein resorbierbares Trägervlies (Poly- glactin 910 und Poly-p-Dioxanon) eingebettet. Die Resorption des Vlieses ist im Wesentlichen nach ca. 90 Tagen abgeschlossen. Die Poly-p-Dio- xanon-Anteile lassen sich bis zu 180 Tagen nach Implantation nachweisen. Die Fi- brinkomponente ist im Wesent- lichen nach ca. 30 Tagen resorbiert. Sieben Tage vor dem geplanten chir- urgischen Eingriff werden die Zellen in Form einer Suspension auf die drei- dimensionale Matrix aufgebracht. Dieses Polyglaktidgerüst als Träger bildet zusammen mit den Zellen das eigentliche vitale Gewebekonstrukt. Wesentlich sind die Adhäsion der Zel- len auf der Matrix und ihre weitere Differenzierung zu osteogenen Zel- len. _Die Methode soll an einem Patientenfall dargestellt werden Die Sondierung des Zahnes 11 ergab bei der ca. 50-jährigen Patientin die komplette Resorption der bukkalen Wand (bis zur Wurzelspitze) und das Auftreten von Pus (Abb. 2 bis 4). Ge- plant wurde die Implantation von 11 mit gleichzeitiger lateraler Augmen- tation mit BioSeed®-Oral Bone. Der Zahn 11 wurde als nicht erhaltungswürdig einge- stuft. Dem Eingriff vorangegangen waren eine ent- sprechende Vorbehandlung, eine intensive Aufklä- rung der Patientin sowie deren Einverständnis. Grundvoraussetzung ist, wie bei jedem geplanten chirurgischen Eingriff, die abgeschlossene Hygieni- sierung der Mundhöhle und die Ausheilung ent- zündlicher Prozesse. Vor der geplanten Biopsie bekommt der behan- delnde Arzt ein Entnahmekit von BioTissue Techno- logies GmbH zur Verfügung gestellt. Das Biopsie- röhrchen enthält 30 ml Transportmedium und sollte bis zur Biopsatentnahme ungeöffnet und gekühlt (Kühlschrank 4–8 °C) aufbewahrt werden. Die Kultivierung der autologen, osteogenen Zellen erfolgt mit autologem Blutserum. Die Entnahme des Blutes am Tag der Biopsieentnahme kann durch den Anwender oder aber auch extern durch z.B. den Hausarzt durchgeführt werden. Der Patientin wurde aus der Cubital Vene 108 ml Blut (12 Mono- vetten) entnommen. Das Vollblut wird unzentrifu- giert zusammen mit der Biopsie per Kurier zu Bio- Tissue Technologies GmbH geschickt. Nach Desin- fektion des Operationsgebietes (bukkal von 37)
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I Fachbeitrag _ Augmentation Abb. 5a_ Schematische Darstellung der Periostbiopsieentnahme. b_Mukosaschnitt, der Periost wird nicht durchtrennt. c_Darstellung des freigelegten Epithel Submuka Periostbereiches. Periost d_Umrandung des Periostbiopsates. e_Abschaben des freigelegten Periostbereiches. f_Abtragung des Periostläppchens mit Kambiumzellen mithilfe eines scharfen Raspartoriums. Knochen Abb. 5a Abb. 5b Abb. 5c Knochenspäne Periost mit fibröser Schicht Kambiumzellen Abb. 5d Abb. 5e Abb. 5f wurde der Patientin in Lokalanästhesie eine ca. 1,0 cm2 große Periostbiopsie entnommen. Es wurde ein paramarginaler Schnitt durchgeführt und ein Mu- kosalappen präpariert. Nach Darstellung des Peri- ostes wurde das Biopsieareal mit einem Skalpell umrandet. Mit einem scharfen Raspartorium wurde das umrandete Periost direkt vom Knochen abgeschabt (Abb. 5). Danach wurde die Biopsie ste- ril in das Transportmedium gegeben. Die Nahtent- fernung erfolgte nach einer Woche. Am Tag der Biopsat- und Blutentnahme wurde der Zahn 11 entfernt. Die Weichgewebserhaltung und Modellation wurde über ein „Ovate pontic“ am pro- visorischen Brückenglied erreicht (Abb. 6). BioSeed®-Oral Bone ist nach sechs Wochen Kulti- vierung verfügbar. Die Haltbarkeit von 72 Stunden ist bei Temperaturen von 4–36 °C gewährleistet. Die Knochenchips werden in einem doppelt ver- packten sterilen Röhrchen, in Zellkultur-Trans- portmedium angeliefert. Die Chips können zusam- men mit dem Transportmedium in ein steriles Ge- fäß abgegossen werden (Abb. 7d). Die laterale Augmentation und Implantation er- folgte unter Lokalanästhesie. Um eine komplette Abdeckung des Augmentates und eine maximale Durchblutung des Lappens zu ermöglichen, wurde die Inzision leicht nach palatinal bzw. lingual durchgeführt. An den Nachbarzähnen wurde intrasulkulär inzidiert. Auf vertikale Inzisionen wurde verzichtet. Der Mukoperiostlappen wurde bis über die zu augmentierende Region voll mobi- lisiert, darüber hinaus wurde ein Mukosalappen präpariert (Abb. 7). Die Pilotbohrung wurde mithilfe von Implan- tatschablonen durchgeführt. Das Setzen des Im- plantates erfolgte nach dem Implantationsproto- koll der Fa. Nobel Biocare. Es konnte eine Primär- stabilität von 30 Ncm erreicht werden. Die Kortika- lis in der zu augmentierenden Region wurde mit kleinen Perforationen versehen, um eine Durch- blutung des Transplantates, auch von der Empfän- gerseite her, zu ermöglichen. Danach wurde der Defekt mit den Knochenchips aufgefüllt und der Lappen mit Matratzen- und Knopfnähten fixiert (Abb. 7). Auf die Verwendung einer Membran wurde verzichtet. Die Nahtentfernung erfolgte zwei Wochen postoperativ. Die Heilungsphase verlief komplikationslos, so- wohl nach der Biopsatentnahme als auch nach dem operativen Eingriff. Es wurden weder allergi- sche Reaktionen, noch postoperative Schmerzen, Schwellungen oder Abszessbildungen beobachtet. Diese Beobachtung ist ein Indiz dafür, dass das Ma- terial sehr gut toleriert wird. Abb. 6a Abb. 6b Abb. 6c Abb. 6a–c_ Langzeitprovisorische Versorgung der Extraktionslücke. 20 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
Zahnaufhellung hat einen Namen! P r o f e s s i o n e l l e Z a h n a u f h e l l u n g Das komplette System von Ultradent Products, Marktführer auf dem Gebiet der Zahnaufhellung: Opalescence Trèswhite Supreme – Bleaching to go Opalescence PF – Individuell in der Tiefziehschiene Opalescence Quick – Individuelle Schiene im Wartezimmer Opalescence Boost – Stark und schnell, ohne Licht Opalescence Endo – Devitale Zähne – schnell hell Opalustre – zur Microabrasion, erzielt natürlichen Schmelzglanz Opalescence Zahncreme – Frische für langen Erfolg Die einzigen Zahnaufhellungsgele mit der patentierten PF-Formel – stärkt den Schmelz und beugt Zahnempfindlichkeiten vor! UP Dental GmbH · Am Westhover Berg 30 · 51149 Köln Tel 02203-359215 · Fax 02203-359222 · www.updental.de Vertrieb durch den autorisierten und beratenden Dental-Fachhandel
I Fachbeitrag _ Augmentation Abb. 7_ Operatives Vorgehen: Weichgewebssituation sechs Wochen nach Extraktion (a), Darstel- lung der Defektes (b), Implantatin- sertion (c), Knochenchips (d), Auffül- len des Defektes mit BioSeed–Oral Bone (e), Nahtverschluss (f). Abb. 8_ Postoperative Röntgen- kontrolle nach Implantation (in der gleichen Sitzung wurde auch ein Implantat in der Region 46 gesetzt). Abb. 9_ Die augmentierte Region 11 ist stabil geblieben (a). Im Bereich zwischen 11 und 12 ist ein Einbruch in dem Gingivaverlauf zu erkennen, welcher aber aus der Frontalansicht keinen ästhetischen Einfluss zeigt (b); aus diesem Grund lehnte die Patientin einen Zweiteingriff ab. Abb. 10_ Situation nach sechsmo- natiger Tragezeit; die Papille zwi- schen 11 und 12 hat sich voll rege- neriert (a); Vergleich vor (b) und nach der Behandlung (c). Abb. 7a Abb. 7f Abb. 7b Abb. 8 Abb. 7c Abb. 9a Abb. 9b Abb. 7d Abb. 7e Abb. 10a Nach einer Wartezeit von fünf Monaten wurde das Implantat freigelegt und belastet. Der augmentierte Bereich zeigte ein stabiles Volumen (Abb. 9), sodass auf einen zusätzlichen chirurgischen Eingriff ver- zichtet werden konnte. Bei der Freilegung wurde aus ästhetischen Gründen ein Rolllappen durchgeführt. Die Modellierung des Weichgewebes erfolgte mit einer provisorischen Krone. Sechs Monate nach dem Einsetzen der Kronen hat sich die Papille zwischen den Zähnen 11 und 12 re- generiert (Abb. 10). Das Verfahren des In-vitro-Tissue-Engineering ist eine neue Methode für die Behandlung von Kno- chendefekten. Die Ergebnisse einer klinischen Stu- die über die Anwendung von in vitro gezüchteten Knochen aus Periostzellen zeigten, dass diese Me- Einsatz thode als eine Alternative zur Behandlung von Knochende- fekten anzusehen ist. Da ein Mukoperiostlappen prä- pariert wurde, konnte das in- takte Periost zur Fixation des Augmentates benutzt werden. Der resorbierbarer Membranen in Zusammenhang mit gezüchtetem Knochen muss kritisch diskutiert werden. Die Stoffwechselprozesse zum Abbau der Membran können ebenfalls das Transplantat bzw. die Trägersubstanz angreifen und den Behandlungserfolg ge- fährden. Weiterführende Untersuchun- gen werden darauf ausgerich- tet sein, die Materialeigen- schaften zu optimieren. Durch Kombinationen verschiedener Materialien, individuelle Sub- stanzherstellung oder durch Anpassung der Porengröße auf die zu verwendende Zellart wird zukünftig versucht, ein Gerüst- material mit idealen Eigen- schaften zu konstruieren. Kon- trollierte histologische und kli- nische Studien sind unum- gänglich, um direkte Vergleiche mit anderen konventionellen und regenerativen Maßnahmen ziehen zu können._ _Kontakt cosmetic dentistry Dr. medic. stom. (RO) Diana Svoboda M.Sc., M.Sc. diPura – Fachklinik für ästhetische Zahnmedizin und Implantologie Rellinghauser Straße 16 45128 Essen Tel.: 02 01/7 47 18-0 E-Mail: info@dipura.de www.dipura.de Abb. 10b Abb. 10c 22 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
Keramik braucht Könner. Vitique - Made by DMG. Vitique Wer sich für eine keramische Versorgung entscheidet, er- wartet Perfektion. Vom Zahnarzt. Vom Zahntechniker. Und von den eingesetzten Materialien. Vitique ist ein Premium Befestigungs-Composite für alle Arten von Keramik. Dank innovativer Applikationsform wird aus der lichthärtenden Basis durch einfaches Anclippen des Katalysators eine dualhärtende Variante. Außerdem bietet Vitique brillante Farben und einzigartig leichte Überschussentfernung. Kurz: Vitique kann, was Könner fordern. DMG. Ein Lächeln voraus. Weitere Infos unter www.dmg-dental.com
I Fachbeitrag _ Bleaching Bleaching als Basis ästhetischer Restauration Autoren_ZA Anja Riedl, Dr. Marcus Striegel sich, den Fall nach folgender Einteilung zu beurteilen, denn Perfektion in der Ästhetik kann oft nur durch die Anwendung funktioneller Maßstäbe und die Ein- beziehung plastischer Parodontalchirurgie erreicht werden. _Die Ästhetikklassen nach Schwenk/Striegel Klasse 1: Korrekturen nur in der weißen Ästhetik er- forderlich . Klasse 2: Korrekturen in der Funktion und in der wei- ßen Ästhetik erforderlich. Klasse 3: Korrekturen in der weißen und roten Ästhe- tik erforderlich. Klasse 4: Korrekturen der Funk- tion, der weißen und der roten Ästhetik erforderlich. Klasse 5: Kieferorthopädische oder Kieferchirurgische Vorbe- handlung erforderlich. _Fallbeispiel Die 42-jährige Patientin stellte sich in unserer Praxis vor. Sie klagte über die ästhetische Beeinträchtigung ihrer Frontzahnrestauration (Abb. 1). Aus ästhetischer Sicht zeigte sich ein freiliegender, verfärbter Zahn- hals, ein unharmonischer Gingivaverlauf an dem Zahn 22 und eine ästhetisch nicht zufriedenstellende Metallkeramikkrone (Abb. 2). Nach Entfernung der alten Krone und Revision der Wurzelfüllung erfolgte ein internes Bleaching mittels Easywhite In-Office der Firma DeltaMed, anschlie- ßender Aufbau des Zahnstumpfes und provisorische Abb. 1 _Das äußere Erschei- nungsbild gewinnt in der mediengesteuerten Gesell- schaft von heute zuneh- mend an Bedeutung. Da ein schönes Lächeln das ganze Gesicht attraktiver erschei- nen lässt, hat die steigende Bedeutung des Äußerlichen auch in der Zahnmedizin große Veränderungen mit sich gebracht. Einzelzahnrestaurationen, insbesondere im Oberkie- ferfrontzahnbereich, erfordern spezielle Materialien und ein hohes Maß an Perfektion und ästhetischen Empfinden seitens des behandelnden Teams Zahn- arzt–Zahntechniker, um dem stetig wachsenden An- spruch der Patienten nach „natürlicher Schönheit“ gerecht zu werden. Um sich über die Komplexität des Einzelfalles ein Bild machen zu können, empfiehlt es Abb. 8 24 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Fachbeitrag _ Bleaching I Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Versorgung. Nach Anpassung einer Bleaching- Schiene unter Aussparung des Zahnes 22 führte die Patientin eine konsequente Homebleaching–Behand- lung mit Easywhite 16 für 3 Wochen durch (Abb. 3 bis 5). Die Rezessionsdeckung erfolgte zur Verdickung der Gingiva und als Rezessionsprohylaxe wurde ein freies Bindegewebstransplantat mittels Tunneltechnik lokal am Zahn 22 eingebracht (Abb. 6 und 7). Vier Wochen nach der letzten Homebleaching-Be- handlung erfolgte die definitive Präparation und Ab- drucknahme. Nach dieser Zeit ist eine sichere Farbbe- stimmung durch den Zahntechniker möglich (Abb. 8). Die Vollkeramikkrone wurde in Empress Schichttechnik hergestellt und adhäsiv befestigt mittels Variolink II und Syntac Classic (Ivoclar Vivadent). _Fazit Ein zeitgemäßes Konzept einer funktionellen und pa- tientenfreundlichen Zahnmedizin basiert im Wesent- lichen auf den Grundprinzipien der biologischen In- tegration, um durch minimalinvasive Behandlungs- techniken optimale ästhetische Erfolge zu erzielen. Mittels In-Office- und Home-Bleaching, Konditio- nierung der Gingiva und letztendliche Vollkeramik- krone in adhäsiver Technik ist es in diesem Falle ge- lungen, der Patientin ihr unbefangenes Lächeln lang- fristig wiederzugeben. Eine enge Kooperation zwi- schen Zahnarzt und Zahntechniker sowie eine hohe Compliance des Patienten sind Voraussetzungen für den Erfolg._ _Kontakt cosmetic dentistry Dr. Marcus Striegel ZA Anja Riedl Ludwigsplatz 1a 90403 Nürnberg Abb. 6 Abb. 7 cosmetic 4_ 2009 dentistry I 25
I Fachbeitrag _ Bleaching/Veneers Kleider machen Leute – schöne Zähne ein Gesicht Autor_Dr. Jens Voss Hinter diesem Satz verbirgt sich eine einfache, jedoch für viele Menschen bedeutende Wahrheit. Ein strahlend schönes und im Trend immer weißer werdendes Lächeln sehen wir heute täglich in den Medien und in der Werbung. Damit wurde und wird ein Schönheitsideal geprägt, welches bereits breite Teile der Bevölkerung erreicht hat. Viele Patienten wünschen sich nicht mehr nur gesunde Zähne, sondern wollen gesunde und schöne Zähne. Moderne Non-Prep Veneersysteme lösen diese bei- den Hauptprobleme sowohl auf Behandler–als auch auf Patientenseite. Infolge der Dünne der Non-Prep Veneers, welche im Mittel eine Stärke von lediglich 0,3 bis 0,5 mm aufweisen, ist in der Regel eine Be- handlung ohne Präparieren möglich. Hierdurch wird nicht nur dem Patienten eine angenehme mi- nimalinvasive schmerzfreie Behandlung ermög- licht, sondern es kann zugleich eine wesentliche Zeitersparnis erzielt werden. Eine komplette Non- Prep Veneerbehandlung erfolgt in der Regel in le- diglich zwei Sitzungen. Zeitauf- wendige Provisorien sind nicht erforderlich. So ist neben der schmerzfreien Behandlung die Zeitersparnis ein wesentlicher Vorteil der Non-Prep Veneer- technik. Dabei denke ich nicht nur an die Behandlungszeit des Zahnarztes, sondern ebenfalls an die zunehmend knappe Zeit der Patienten. Meine Erfahrung ist, dass besonders Patienten, welche ästhetische Lösungen wünschen, vielfach beruflich sehr erfolgreiche Personen sind, die über jede Minute Zeitge- winn dankbar sind. Bei der Suche nach einem Non- Prep Veneersystem für die von mir gegründete White Lounge – Dental Beauty Spa, bin ich auf das bereits in den USA seit Langem angewendete Brite- Veneers®-System aufmerksam geworden. Das System hat mich Abb. 9 _Immer mehr Patienten wün- schen sich weiße und idealty- pische Zähne. Hierfür bieten Veneers eine hervorragende Lösung. Doch technisch an- spruchsvolle Präparation und das komplizierte Einsetzen von sechs oder mehr Veneers in ei- ner zeitaufwendigen Sitzung begründeten bisher viele Vor- behalte bezüglich der Anwen- dung von Veneers. Auf der an- deren Seite konnten viele Pa- tienten bisher nicht für Veneer- lösungen gewonnen werden, da diese neben hohen Kosten vor der irreparablen Entfer- nung von gesunder Zahnsubs- tanz zurückschreckten. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 26 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
I Fachbeitrag _ Bleaching/Veneers Abb. 11 Abb. 4 seine durch individuelle Bandbreite überzeugt. Es bietet sowohl günstige Einsteiger-Veneers (Brite- Veneers® One-Step hybrid), welche mit navigierter Tray- Technologie ein Platzieren von bis zu zehn Veneers in ei- ner Stunde ermöglichen. Darüber hinaus werden CAD/CAM-Keramikveneers (BriteVeneers® One-Step ceramic) bis hin zu absolut handgeschichteten High- End-Veneerslösungen (Brite- Veneers® handcrafted) an- geboten, welche auch den höchsten Patientenansprü- chen gerecht werden. Somit ist je nach ästhetischem An- spruch und finanziellem Budget für jeden Patienten ein passendes Veneersystem erhältlich. Abb. 5 Abb. 6 _Fallbeispiel Klassische Indikationen für eine ästhetische Ver- schönerung der Frontzähne sind u.a. Verfärbungen, Zahnfehlstellungen sowie Diastemas. In meiner Praxis, der White Lounge Leipzig, stellte sich ein jun- ger 20-jähriger Patient vor, der aufgrund seines Diastemas erhebliche Probleme mit seinem Lächeln hatte. Wie Sie Abbildung 1 bis 2 entnehmen können, war die Harmonie des Lächelns durch die zu klein veran- lagten Zähne und die damit verbundene Lückenbil- dung gestört. Der Patient wurde zunächst über die Möglichkeiten einer kieferorthopädischen Behandlung ausführ- lich informiert. Diese lehnte der Patient ab. Das ge- schah weniger aus ästhetischen Gründen, ihm 28 I cosmetic 4_ 2009 dentistry wurde sowohl die unsichtbare Lingualtechnik als auch eine Invisalign-Behandlung empfohlen, son- dern vor allen aus Zeitgründen. Der Patient wollte jetzt und sofort und nicht erst nach Ablauf von ei- nem oder zwei Jahren sein Wunschlächeln. Nach umfangreicher Aufklärung und Beratung ent- schied sich der Patient sodann für eine Non-Prep Veneerbehandlung, welche mit den Non-Prep Ve- neersystem „BriteVeneers® handcrafted“ ausge- führt worden ist. Dabei wählte der Patient eine Ver- sorgung mit 24 Veneers. Vor der Behandlung er- folgte eine Prüfung der funktionellen Okklusions- Abb. 7 Abb. 8 Abb. 10 verhältnisse des Patienten, welche für eine Veneerbehandlung außerordentlich wichtig ist. Im vorliegenden Fall konnte auf eine Bisshebung im füllungsfreien Gebiss verzichtet werden. Weiterhin wurde bei dem Patienten vor der Veneer- behandlung zur Erzielung eines besseren Farber- gebnisses ein Bleaching durchgeführt (Abb. 3 und 4). Hierzu wurde das BriteSmile In-Office-System verwendet. Anschließend erfolgte eine ausführliche Beratung des Patienten über die gewünschte Endzahnfarbe, mittels VITA linearguide 3D-Master (Abb. 5). Hierbei stand der Wunsch des Patienten nach einem weiter- hin natürlichen Aussehen im Vordergrund. Aufgrund der Dünne der individuell angefertigten Non-Prep Veneers, welche z. T. 0,1 mm dünn waren, war im gegebenen Fall keinerlei Präparation erfor- derlich. Um solche technisch hochpräzisen Veneers herstellen zu können, bedarf es neben dem exzel- lenten Können der Zahntechnik eines exakten Ab-
druckes, der eine wichtige Voraussetzung für die spätere Passgenauigkeit der Veneers ist. Hier wurde die Abformung mit einem hochviskösen Silikon (Im- pregum, Fa. ESPE) vorgenommen. Ebenso wurde eine Bissnahme und ausführliche Fotodokumenta- tion durchgeführt. _Der Behandlungsablauf Vor dem Einsetzen der Veneers wurde eine genaue Farbabstimmung mit dem Patienten vorgenom- men, welche gut mit den in sieben Farben erhält- lichen Variolink Veneers Try-In Systemen von Ivoclar Vivadent möglich ist. Da die Endfarbe durch das Zu- sammenspiel von Veneerfarbe, Zahnuntergrund- farbe und Einsatzzementfarbe bestimmt wird, ist es besonders wichtig, sich für die Farbbestimmung entsprechend Zeit zu nehmen. Anschließend wur- den die Zähne mit 37%iger Phosphorsäure angeätzt (Abb. 6). Eine Silanisierung der Veneers war nicht er- forderlich, da diese bereits durch das Labor erfolgt war. Auf die einzelnen Zähne wurde anschließend ein Adhäsiv appliziert, welches eine gute Haftung zwischen Zahn, Komposit und Veneer garantiert. Der Einsatz der Veneers erfolgte sodann mit einem lichthärtenden Befestigungskomposit der Farbe transparent aus dem Variolink Veneersystem (Abb. 7 und 8). Infolge der breiten Farbvariation des Adhä- sivbefestigungssystems sind hier neben der Farbge- bung der Veneers weitere Möglichkeiten zur indivi- duellen Farbgebung gegeben. Vor dem Aushärten werden Überschüsse und Interdentalräume ent- fernt. Hier ist sehr vorsichtiges Arbeiten wichtig. Ab- schließend erfolgte die Lichthärtung aus verschie- denen Winkeln, um eine vollständige Polymerisa- tion zu erhalten. Wie Sie den Abschlussbildern ent- nehmen können, war der Patient von dem Ergebnis begeistert (Abb. 9–11). Ich persönlich finde es faszi- nierend, wie sich das gesamte Gesicht des Patienten und insbesondere die Lachlinie verändert hat. Bei ei- nem so jungen Patienten kann man nicht ernsthaft von einer Verjüngung des Lächelns sprechen, aber die Positivierung ist unübersehbar._ _Kontakt cosmetic dentistry Dr. med. dent. Jens Voss Brühl 4 04109 Leipzig Tel.: 03 41/9 61 00 96 E-Mail: info@white-lounge.com www.white-lounge.com www.brite-veneers.com ANZEIGE ZWP online Das Nachrichten- und Fachportal für die gesamte Dentalbranche (cid:129) Täglich aktuelle News (cid:129) Wissenschaftliche Beiträge (cid:129) Firmen- und Produktfinder (cid:129) Eventkalender (cid:129) Aus- und Weiterbildung (cid:129) Kammern und Verbände (cid:129) Zahnarzt- und Laborsuche (cid:129) Patienteninformationen (cid:129) Praxismanagement (cid:129) Mediacenter www.zwp-online.info
I Fachbeitrag _ Implantologie Chirurgisch-prothetische Behandlungskonzepte für langfristigen klinischen Erfolg Autoren_Dr. Annette Felderhoff-Fischer, Hans Geiselhöringer, CDT, MDT, Priv.-Doz. Dr. Stefan Holst _Eine enge Kooperation und Kommunikation zwi- schen den Behandlern, dem Zahntechniker und dem Patienten garantiert auch in komplexen klinischen Situationen ein hohes Maß an Vorhersagbarkeit und Planungssicherheit. Wichtig ist, dass alle beteiligten Teampartner bereits vor Behandlungsbeginn den Ablauf koordinieren und mögliche Komplikationen oder klinisch-materialbedingte Limitationen recht- zeitig erkennen. Darüber hinaus ist für ein langfristi- ges klinisches Ergebnis in erster Linie die bestmögli- che funktionelle Gestaltung des Zahnersatzes Con- ditio sine qua non. Daneben sind selbstverständlich auch die Ästhetik und die Biokompatibilität der ver- wendeten Materialien für ein zufriedenstellendes Endergebnis unabdingbar. Durch die Kombination von hoch entwickelten Implantatsystemen und mo- dernen Computer Aided Design/Computer Aided Manufacturing (CAD/CAM) Technologien können diese Bedingungen in vielen Fällen zufriedenstellend erfüllt werden. Wichtig ist neben der Behandlungs- planung auch den optimalen zeitlichen Ablauf fest- zulegen. Erkennt man im Rahmen der implantologi- schen Therapieplanung die Notwendigkeit umfang- reicher Augmentationen in allen vier Quadranten, empfehlen sich aufgrund des benötigten Gesamtvo- lumens kortikospongiöse Beckenkammtransplan- tate und deren Fixierung mit Stellschrauben. Auf- grund der Resorptionsanfälligkeit dieser Augmen- tate ist die Insertion der Implantate nach acht Wo- chen mit einer Einheilzeit von drei Monaten vorgesehen. Besondere Beachtung ist dabei der Re- konstruktion der Attached Gingiva um die Fixturen zu schenken. _Die Wahl des geeigneten Implantatsys- tems für langfristige klinische Stabilität Implantat Trotz der bereits langjährigen Erfahrung mit unter- schiedlichen Implantatsystemen sind Optimierungen nach wie vor möglich. Ein Beispiel hierfür ist das neue NobelActive (Nobel Biocare, Zürich, Schweiz). Das besondere Merkmal dieses Implantats ist, dass es bedingt durch das Schraubendesign eine ausgezeichnete Führung in der Einbringphase auf- weist. Es ermöglicht somit die Erzielung einer Primär- stabilität in Bereichen mit Knochenqualität IV oder umfangreich augmentierten Regionen. Des Weiteren erlaubt es einen Richtungswechsel bei Sofortimplan- tationen und führt zu einer zusätzlichen Knochenge- winnung. Der umgedreht konische Kopf bietet Platz für die Weichgewebskonfiguration um die prothetische Rekonstruktion, insbesondere in kleinen Schaltlücken. _Weichgewebe und Materialien – Biokompatibilität und Stabilität Neben der Schaffung von idealen klinischen Aus- gangsbedingungen für eine implantatgetragene Re- stauration ist die harmonische Integration des Zahn- ersatzes insbesondere bei fehlenden Einzelzähnen in der Oberkieferfrontzahnregion nach wie vor eine große Herausforderung. Darüber hinaus muss ge- währleistet sein, dass die periimplantären Gewebe ideal unterstützt und stabilisiert werden. Dabei steht das Behandlungsteam heute unterschiedlichsten Her- ausforderungen gegenüber. Einerseits verstärkt der Wettbewerb den Kostendruck und die allgemeinen Abb. 1_ Präoperatives OPG, Ausgangssituation. Abb. 2_ OPG nach Augmentation mit Stellschrauben. Abb. 3_ OPG nach Insertion der Implantate. Abb. 1 30 I cosmetic dentistry 4_ 2009 Abb. 2 Abb. 3
Fachbeitrag _ Implantologie I Versicherungsleistungen werden zunehmend redu- ziert, andererseits steigt die Erwartungshaltung vieler Patienten und jeder gewissenhafte Behandler ist be- müht, seinen Patienten die bestmögliche Versorgung zu garantieren. Hier kommt der wichtigste Vorteil der CAD/CAM-Technologie zum Tragen. Neben der Viel- zahl an Behandlungsmöglichkeiten und Prozedere kann sehr leicht die auf die jeweilige klinische Situation abgestimmte Produkt- und Materialauswahl erfolgen, um den Patienten bestmöglich zu versorgen. Hier sind neben der Stabilität vor allem die Biokompatibilität der Materialien und eine hervorragende Passgenauigkeit unabdingbar für den klinischen Langzeiterfolg bei den Patienten. Untersuchungen belegen eine deutlich ver- minderte Anlagerung von Plaque und Bakterien und geringere Entzündungsprozesse in den umliegenden Weichgeweben bei Verwendung von Titan- oder Kera- mik-Komponenten im Vergleich zu gegossenen Legie- rungen oder Verblendkeramiken. Gerade die in den vergangenen Jahren massiv voran- getriebene Weiterentwicklung und Optimierung hochfester Oxidkeramiken, wie Aluminium- und Zir- konoxidkeramiken, wäre ohne die CAD/CAM-Techno- logie nicht verfügbar. Dabei erlauben moderne CAD/CAM-Systeme, wie besipielsweise das NobelPro- cera System (Nobel Biocare) nicht nur die Herstellung von Kronen- und Brückengerüsten für natürliche Zähne, sondern auch die Produktion von Komponen- ten für Einzelzahn- oder multiple Implantatversor- gungen. Ausschlaggebend für die zunehmende An- wendung der CAD/CAM-Technologie sind dabei eine konstant gleichbleibende Produktqualität, basierend auf industriellen Herstellungsprozessen, eine exzel- lente Biokompatibilität der zur Verfügung stehenden Materialien und ein im Vergleich zu konventionellen gusstechnischen Herstellungsverfahren deutlich ge- ringerer labortechnischer Zeitaufwand bei höherer Präzision und Passgenauigkeit. Während das Vorhandensein oder das Fehlen der interproximalen Papille von der Höhe des krestalen Knochens und der Lokalisation des Kontaktpunktes der klinischen Kronen abhängt, unterstützt ein adä- quat konturiertes Abutment die periimplantären Weichgewebe. Trotz der Möglichkeit, präfabrizierte Standardkomponenten mit hohem labortechnischem Aufwand und unter Verwendung von Verblendkera- mikmassen im subgingivalen Bereich individualisie- ren zu können, eignen sich diese konfektionierten Aufbauteile mit Einschränkungen lediglich für den posterioren Seitenzahnbereich. Für ästhetisch an- spruchsvolle Frontzahnrestaurationen und hoch bio- kompatible Seitenzahnrestaurationen sind dagegen individuell auf die jeweilige klinische Situation ange- fertigte Komponenten aus reinem ZrO2 unabdingbar. Hier kommen Weiterentwicklungen im CAD/CAM-Be- reich dem Zahntechniker sehr entgegen. In der Ver- gangenheit wurden in vielen Fällen sogenannte Dop- pel-Scans (ein Scan vom Modellstumpf gefolgt von ei- nem Scan eines entsprechenden Wax-up auf dem Stumpf) durchgeführt. Mit der neuesten Generation von CAD-Software kann auf die Modellation entspre- chender Gerüststrukturen vollständig verzichtet wer- den. Automatisierte Prozesse liefern nach einem Scan des Meistermodells oder der Abformung nicht nur ei- nen Vorschlag für das spätere Abutment, sondern mit- hilfe von Querschnittbildern kann die ideale Morpho- logie und das transgingivale Emergenzprofil indivi- duell gestaltet werden. Arbeitsschritte, die in der Ver- gangenheit mehrere Stunden in Anspruch nahmen, können binnen weniger Minuten realisiert werden. Sehr wichtig ist, dass gerade bei Verwendung ver- schraubter Suprakonstruktionen (direkt verblendete Restaurationen) eine anatomische Gestaltung des Ge- rüstes beachtet wird, um die Gefahr von sogenannten „Chippings“ der Verblendkeramik auf ein Minimum zu reduzieren. Auch hier unterstützen moderne Soft- ANZEIGE Besuchen Sie uns im Internet www.britesmile.de Rufen Sie uns gebührenfrei an 0800 - 189 05 87
I Fachbeitrag _ Implantologie Abb. 4_ Regio 14, Einbringung des NobelActive Implantates NP – enge Schaltlücke. Abb. 5_ Regio 14, bukkale Konturie- rung mit Knochenersatzmaterial und Folientechnik. Abb. 6 und 7_ Regio 22, Bohrerausrichtung nach bukkal. Abb. 8_ Regio 22, Implantat in situ. Abb. 9_ Regio 22, NobelActive Implantat nach Gingivaplastik. Abb. 10_ OPG, Endkontrolle vor prothetischer Versorgung. Abb. 11a und b_ Initiale klinische Ausgangssituation der anterioren Frontzahnregion (a) und nach Abschluss der chirurgisch-protheti- schen Gesamtrehabilitation (b). eine Fraktur am Zahn 22, vertikale Knochenabbauten der mesioinklinierten Zähne 36 37 und der Oberkie- ferzähne 24 und 27 und ein retinierter Zahn 48 (Abb.1). In gemeinsamer Planung wurde die Extrak- tion der o.g. Zähne festgelegt. Die Restbezahnung sollte nach den Extraktionen konservierend/paro- dontologisch behandelt werden. Abb. 11b Abb. 4 Abb. 5 ware-Systeme den Anwender, indem nach vollständiger virtueller Gestal- tung der Suprakonstruktion basierend auf anatomischen Zahndatenbanken eine Reduktion der Gerüststruktur um den gewünschten Betrag mit einem einfachen „Mausklick“ erfolgt. Neben dem industriellen Herstel- lungsverfahren (CAD/CAM) und damit einhergehenden guten mechanischen Eigenschaften zeigt ZrO2 sehr vorteil- hafte biologische Eigenschaften. Zahlreiche In- vitro- und In-vivo- Untersuchungen sind zu diesem The- menkomplex publiziert worden und bestätigen die hervorragenden bio- kompatiblen Eigenschaften des Mate- rials. Aufgrund des biointerten Cha- rakters des Materials (kaum detektier- bares Ausschwemmen von Ionen) kommt es nicht zu Korrosionserschei- nungen bei Kontakt mit anderen Metallen oder Legierungen in der Mundhöhle. Für den langfristigen kli- nischen Erfolg einer Implantatrestau- ration ist neben einer erfolgreichen Osseointegration der Fixturen vor al- lem ein inniger Weichgewebekontakt zwischen den gingivalen Geweben und der Suprakonstruktion. Nur so kann eine Plaque- und Bakterienakku- mulation minimiert werden. Auf- grund der fehlenden Toxizität des Ma- terials gegenüber unterschiedlichsten Zellen konnten Studien belegen, dass es nicht nur zu einer verbesser- ten Weichgewebeadaptation und weniger Plaque- und Bakterienakkumulation kommt, sondern ZrO2 of- fensichtlich eine aktive Rolle bei der Weichgewebehei- lung und Adaptation spielt. Abb. 6 Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11a Aufgrund des Umfangs der geplanten augmentativen Maßnahmen wurde der Patientin die Rekonstruktion mittels Beckenkammaugmentat empfohlen. Die Ope- ration wurde im Klinikum rechts der Isar (Prof. Dr. Dr. Wolff) in ITN durchgeführt. Im zweiten Quadranten wurde ein Sinuslift als auch eine transversale Verbrei- terung vorgenommen. Im dritten und vierten Qua- dranten erfolgten vertikale Aufbauten. Die Augmen- tate (kortikospongiöse Beckenkammtransplantate aus dem Bereich der rechtseitigen Crista iliaca) wur- den mit Stellschrauben fixiert (Abb. 2). Acht Wochen später inserierten wir Regio 14 ein NobelActive Implantat (NP 3,5 x 13 mm) mit bukkaler _Patientenfall Die Patientin wurde überwiesen mit der Bitte um chir- urgische Sanierung und anschließende Implantation, um dem Wunsch der Patientin nach festsitzender Versorgung zu folgen. Es zeigte sich röntgenologisch 32 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
Fachbeitrag _ Implantologie I Abb. 12 Abb. 13 GBR. In Regio 22 wurde eine Sofortimplantation vor- genommen (NobelActive NP 3,5 x 13 mm). In den aug- mentierten Bereichen wurden ebenfalls nach Entfer- nung der Osteosyntheseschrauben NobelActive Im- plantate (Regio 25, 26, 27, 37 RP 4 x 13 mm; Regio 46 RP 4 x 11,5 mm) inseriert, im vierten Quadranten Regio 46, 47 aufgrund der Knochenqualität I bis II Brånemark Groovy Implantate (RP 3,75 x 11,5 mm) (Abb. 3). Insbesondere im Oberkiefer, wo die Knochenqualität oftmals mit III bis IV einzustufen ist, zeigt das Nobel- Active Implantat gute kondensierende Eigenschaften, was zu einer gesteigerten Primärstabilität führt. Neben dieser Knochenverdichtung kommt es des Weiteren zu einer Aufdehnung des Restknochens mit einer Ver- drängung nach bukkal, wodurch augmentative Maß- nahmen reduziert bzw. ggf. auch auf die Verwendung von Knochenersatzmaterialien (Abb. 4) begrenzt wer- den können. Durch den konischen Implantatkopf ge- winnt man bei engen Schaltlücken (Abb. 5), wie in die- sem Bereich in Regio 14 Platz für die prothetische Re- konstruktion und die Papillengestaltung. Ein Novum ist die Möglichkeit der Änderung der Insertionsrich- tung in der Einbringphase. Somit kann man, wie in diesem Fall Regio 22, durch eine zunächst palatinale Startbohrung, wobei der Bohrerkopf weit nach bukkal geneigt ist, den Restknochen der palatinalen Wand nach bukkal in die Extraktionsalveole hinein konden- sieren und eine Primärstabilität der Fixtur erreichen (Abb. 6 und 7). Das Implantat wurde in diesem Fall 2 mm unter die Schmelz-Zement-Grenze der Nachbarbe- zahnung gesetzt (Abb. 8). Zur Schonung der Gingiva und um Narbenzüge zu vermeiden, wurde lediglich eine bindegewebige Verdickung von palatinal durch- geführt und das Implantat der offenen Einheilung überlassen (Abb. 9). Nach zehn Wochen erfolgte die Freilegung der übrigen Implantate mit Gingivaplastiken. Die röntgenologi- sche Abschlusskontrolle vor prothetischer Versorgung zeigt stabile Knochenverhältnisse (Abb. 10). Im weite- ren Verlauf wurden die Einzelzahnimplantate mit indi- viduellen Zirkonoxid Abutments (NobelProcera Abut- ment Zirkonia, Nobel Biocare) und zementierten Voll- keramikkronen (NobelProcera Alumina) versorgt, während die posterioren Implantate mit verschraub- ten Zirkonoxid Suprakonstruktionen (NobelProcera Implant Bridge Zirkonia) restauriert wurden. _Danksagung Die Autoren möchten sich bei Herrn Prof. Dr. Dr. Wolf, Direktor Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirur- gie, Klinikum rechts der Isar, für die exzellente Koope- ration und die durchgeführten Beckenkammaugmen- tationen herzlich bedanken. _Abstract Die therapeutischen Möglichkeiten und klinischen Protokolle in der Zahnmedizin haben sich in den ver- gangenen Jahren deutlich erweitert. Während die Implantologie mittlerweile Standardtherapieinstru- mentarium hat, wird sich in den kommenden Jahren der Trend zu digitalen Arbeitsabläufen im zahntechni- schen Labor und im Praxisalltag etablieren. Dabei sind vor allem eine konstante, hervorragende Materialqua- lität und ein damit verbundenes zusätzliches Maß an Sicherheit für den Patienten die zentralen Aspekte für den Kliniker. Trotz aller technischer Neuerungen und Erweiterungen bestehender Konzept ersetzen die di- gitalen Systeme nicht die Erfahrung des Behand- lungsteams. Hier spielt neben der Wahl des geeigne- ten Implantatsystems und optimaler Vorbehandlun- gen auch die Entscheidung für die bestmöglichen pro- thetischen Komponenten eine entscheidende Rolle._ _Kontakt cosmetic dentistry Dr. Annette Felderhoff-Fischer, Oralchirurgin Steinsdorfstr. 14 80538 München Hans Geiselhöringer, CDT, MDT Hans Geiselhöringer GmbH & Co. KG Lachnerstr. 2 80639 München Priv.-Doz. Dr. Stefan Holst Universitätsklinikum Erlangen Zahnklinik 2 – Zahnärztliche Prothetik Glückstr. 11 91054 Erlangen Abb. 12_ NobelProcera Abutments aus Zirkonoxid erlauben neben einer individuellen Gestaltung im subgingi- valen Bereich bei Bedarf auch ein Ausgleichen von nicht optimal posi- tionierten Implantaten. Dabei stehen die Komponenten sowohl für interne als auch externe Implantatverbin- dungen zur Verfügung. Abb. 13_ Vestibuläre Detailansicht des Weichgewebes im Frontzahn- bereich (Implantat Regio 22) drei Monate nach Abschluss der Behand- lung. Die biokompatiblen Eigen- schaften des Materials Zirkonoxid unterstützen eine stabile Weichge- webeanlagerung um die protheti- schen Komponenten. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 33
I Fachbeitrag _ Papillenregeneration „Schwarze Dreiecke“ verschwinden lassen Restaurativ gesteuerte Papillenregeneration Autor_ Dr. David Clark _Das sogenannte schwarze Dreieck stellt für den Zahnarzt eine erhebliche ästhetische Herausforde- rung dar. Eine innovative, minimaltraumatische und zuverlässige Herangehensweise wird unter Verwen- dung von Diastema-Verschlussmatrizen und Inter- proximatoren erreicht. lungen an Zahn 12 mesial und an Zahn 11 distal. Die 86-jährige Patientin wünschte die Behandlung nur eines Approximalraums. Nach Gabe eines Lokalan- ästhetikums wurde Kofferdam gespannt. Abbildung 4 zeigt zeitgemäße nicht-retentive Kompositpräpa- rationen mit nahtlosem Randübergang. _Patientenfall _Krümmung für direkte Kompositfüllung Der folgende Patientenfall verdeutlicht, dass jede restaurative Behandlung mit Berücksichtigung des Approximalbereichs auch immer möglichen Anlass für eine Papillenregeneration gibt. Die Abbildungen 1 bis 3 zeigen die Situation vor und unmittelbar nach der Behandlung und weitere sechs Wochen später. Der Ausgangsbefund waren insuffiziente Silikatfül- Die neuartige Diastema-Verschlussmatrize (Bio- clear Matrix System, Vertrieb über Fa. American Dental Systems, Vaterstetten) weist eine gleichmä- ßige (aber trotzdem aggressive) zervikale Krüm- mung auf (Abb. 5). Diese Krümmung ermöglicht eine Gestaltung der direkten Kompositfüllung, die die Abb. 1_ Vor der Behandlung. Insuffiziente Silikatfüllungen und abgestumpfte Papille („schwarzes Dreieck“). Abb. 2_ Unmittelbar nach der Behandlung. Abb. 3_ Sechs Wochen nach der Be- handlung: sehr gute Papillenreaktion auf die restaurative Behandlung. Abb. 4_ Die Präparationen sind nicht direkt abgeschrägt, sondern lassen sich eher als tellerförmig mit „naht- losem Übergang“ beschreiben. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 34 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Abb. 5a Abb. 5b Abb. 5 Fachbeitrag _ Papillenregeneration I Abb. 5a bis c_ Simultanmodell: Diastema-Verschlussmatrize (Bio- clear) mit aggressiver zervikaler Krümmung, die zügig in die anatomi- sche Wurzelform übergeht. Abb. 6a_ Links: Herkömmliche flache Mylar-Matrize. Mitte: Herkömmlicher Interdental- keil. Rechts: Füllung unter Verwendung einer herkömmlichen Komposit- Matrize – ein schwarzes Dreieck ist die Folge. Abb. 6a Regeneration der Papille enorm begünstigt. Dieser positive Einfluss ist auf zwei Eigenschaften der Ma- trize zurückzuführen. Die Mylar-Matrize ist zwar nur sehr dünn (75 µm), aber dank mehrerer patentierter Eigenschaften formstabil. Beim Einführen in den Sulkus kommt die Matrize in Kontakt mit der Papille. Die Papille stabi- lisiert die Matrize, die ihrerseits Druck auf die Papille ausübt. Zum einen wird auf die üblichen Keile ver- zichtet: diese Funktion übernimmt die Papille. Bei einem herkömmlichen Interdentalkeil entsteht im Zervikalbereich eine flache Form. Eine solche Kontur erzeugt aber nicht den für die Regeneration der Papillen erforderlichen statischen Druck (Abb. 6). Zum anderen weist die Matrize eine perfekte ana- tomische Form auf – mit stark ausgeprägten pala- tinalen, approximalen und fazialen Flächen. Hier- durch kann der Zahnarzt die Matrize nach der Licht- härtung einfach entfernen; ein approximales Finie- ren ist kaum oder gar nicht erforderlich. ANZEIGE Referenten: Dr. Marcus Striegel Dr. Thomas Schwenk Spezialisten der Ästhetischen Zahnheilkunde DGÄZ 9 0 0 2 0 1 0 2 White Aesthetics and Function under your control 2 Tage Intensiv-Workshop (Theorie & Hands On) 695,– € inkl. MwSt. 2A 13./14.11.2009 Nürnberg Freitag 14:00 – 19:30 & Samstag 09:30 – 16:30 Red Aesthetics under your control 2 Tage Intensiv-Workshop (Theorie & Hands On) 695,– € inkl. MwSt. 2B 11./12.12.2009 Nürnberg („Christkindlesmarkt-Kurs“) Freitag 14:00 – 19:30 & Samstag 09:30 – 16:30 White Aesthetics and Function under your control 2 Tage Intensiv-Workshop (Theorie & Hands On) 695,– € inkl. MwSt. 1A 14./15.05.2010 Nürnberg Freitag 14:00 – 19:30 & Samstag 09:30 – 16:30 Red Aesthetics under your control 2 Tage Intensiv-Workshop (Theorie & Hands On) 695,– € inkl. MwSt. 1B 25./26.06.2010 Nürnberg Freitag 14:00 – 19:30 & Samstag 09:30 – 16:30 White Aesthetics and Function under your control 2 Tage Intensiv-Workshop (Theorie & Hands On) 695,– € inkl. MwSt. 2A 19./20.11.2010 Nürnberg Freitag 14:00 – 19:30 & Samstag 09:30 – 16:30 Red Aesthetics under your control 2 Tage Intensiv-Workshop (Theorie & Hands On) 695,– € inkl. MwSt. 2B 10./11.12.2010 Nürnberg („Christkindlesmarkt-Kurs“) Freitag 14:00 – 19:30 & Samstag 09:30 – 16:30 Kontakt/Anschrift: Dr. Marcus Striegel • Dr. Thomas Schwenk • Ludwigsplatz 1a • 90403 Nürnberg Tel.: 09 11/24 14 26 • Fax: 09 11/2 41 98 54 • E-Mail: info@praxis-striegel.de Bei gemeinsamer Buchung von A und B Kursen beträgt der Preis 1.250,– € Kursteile aus 1 und 2 können auch getauscht werden! Weitere Informationen unter: www.praxis-striegel.de/praxis/kurse.html t e u n t e r : K u r s i n h a l w w w . p r a x i s - s t r i e g e l . d e
I Fachbeitrag _ Papillenregeneration Abb. 6b_ Links: Vor der Behandlung. Rechts: 6 Wochen nach der Behandlung mit Diastema-Matrize und Interproximator, sehr gute Paillenreaktion auf die restaurative Behandlung. Abb. 7_ Ansicht der vollständig eingesetzten Diastema-Verschluss- matrizen von vestibulär. Abb. 8_ Ansicht der Matrizen im Gegenlicht: Die gingivale Kante der Matrize verläuft 3 mm subgingival. Abb. 6b Abb. 6b Abb. 7 Abb. 8 Bei einer extrem glatt polierten Füllung ohne gingiva- ler Stufe lässt sich ein optimaler Gewebezustand er- zielen, selbst wenn der Saum stark abgerundet ist. Dieses moderne Konzept einer zervikalen Krümmung steht im Kontrast zu der veralteten Auffassung, die gingivalen Zahnzwischenräume bei Zahnersatz und Füllungen müssten flach sein. _Selbststabilisierend konzipiert Abb. 9_ Ansicht der Matrizen im Gegenlicht: Mit einem Tropfen Wasser wurde das Einführen erleich- tert. Die Matrizen sind ideal adaptiert, und der gekrümmte Rand verlässt nicht den Sulkus, sodass Blutungen selten sind. Abb. 10_ Ansicht von palatinal: anatomische Form der Matrizen. Abb. 11_ Aufgetragenes Ätzgel: beim Spülen kann ein Finger leicht auf die Matrizen aufgesetzt werden. Während der weiteren Behandlung bleiben beide Ma- trizen in ihrer Position (Abb. 7 bis 10). Das Total-Etch- Verfahren ist nach wie vor das zuverlässigste Verfah- ren für die Adhäsion an – insbesondere unpräparier- tem – Schmelz (Abb. 11). Die Bioclear-Matrizen sind selbststabilisierend konzipiert. Nach dem Aufbringen des Adhäsivs wird zunächst eine kleine Menge Flowable-Komposit sorgfältig mit der Spritze in beide Kavitäten injiziert, um zunächst diesen wichtigen Zervikalbereich auszufüllen (Abb. 12). Wichtig in die- ser Phase ist das Arbeiten unter starker Vergrößerung. Dieses Vorgehen ist inzwischen Standard, wenn es darum geht, die Weichgewebereaktion zu optimieren. Für diesen ersten Schritt ist ein Flowable-Komposit einem pastösen Produkt vorzuziehen, das sich unter beengten Platzverhältnissen ohne Hohlraumbildung und ohne Verschiebung der Matrizen kaum einbrin- gen ließe. _Interproximatoren für optimale Kontakte Sobald auf den zervikalen Bereich Flowable aufge- bracht wurde (Abb. 13), werden mit einem Interpro- ximator (Bioclear) (Abb. 14) die Zähne separiert, aber nur soweit, dass die Schichtstärke der Mylar-Matri- zen kompensiert wird. Ohne Separation könnte sich nach Entfernen der Matrize der Kontakt öffnen. Der Interproximator wird bevorzugt, weil dank der wei- chen Substanz dieses speziellen Stabilisators/Sepa- rators die palatinale Gingiva nicht schmerzt. Bei herkömmlichen Keilen, die nahe dem Gaumen ein- gesetzt werden, treten häufig Schmerzen oder Be- schwerden auf, selbst wenn der Patient lokal anäs- thesiert ist. Anschließend wird Komposit in Pas- tenform auf die auspolymerisierte Schicht Flowable Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 36 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
I N W E N I G E R I H R E R H A L T E N S I E L Ä C H E L N M I T A L S 1 0 M I N U T E N • Einfache Handhabung • Aufhellungen von bis zu zwei Farbhelligkeitsstufen sind in nur einer Sitzung möglich • Keine weiteren kostspieligen und nutzerunfreundlichen Geräte zur Anwendung nötig • 15 Jahre klinische Erfahrung und zufriedene Patienten • 140 bis 160 Anwendungen pro Set Das dual aktivierte Bleaching-System für vitale und devitale Zähne ist ein Fortschritt in der ästhetischen Zahnheilkunde. In Fällen von punktuellem Aufhellen oder Vorbehandlung von dunklen Tetrazyklin-Bändern zwecks Farbangleichung wirkt SHOFUs HiLite in Verbindung mit einer Polymerisationslampe innerhalb von 8 bis 10 Minuten. SHOFU DENTAL GMBH Am Brüll 17 · D-40878 Ratingen Telefon 0 21 02 / 86 64-0 · Fax 0 21 02 / 86 64 - 64 E-mail: info@shofu.de · www.shofu.de
I Fachbeitrag _ Papillenregeneration Abb. 12_ Simultanmodell. Links: Aufbringen der ersten Schicht Flowable. Mitte: Schicht von 2 mm aufbringen und lichthärten. Rechts: Zu Demonstrationszwecken wurden hier Abb. 12 die Matrizen entfernt, das Material teilweise extrudiert, um die zervikale Form und die vollständige Integrität des Randes zu zeigen. aufgebracht. Es kann vorher noch ein kleiner Trop- fen Flowable (oder Adhäsiv) aufgetragen werden, um die Füllung zu „schmieren” und Kanten oder Hohlräume zu vermeiden. _Glatte und extrem stabile Oberfläche Nach Entfernung des Interproximators und der Ma- trizen bewegen sich die Zähne wieder in ihre Posi- tion zurück und schaffen einen ordnungsgemäßen Approximalkontakt. Nach Entfernung der Matrize wird die glatte und extrem stabile Oberfläche er- kennbar. Das neue Ziel bei Kompositfüllungen und -aufbauten ist es, approximales Finieren weitestge- hend zu vermeiden, da sich direkt an der Kontakt- fläche zwischen Mylar und Komposit von alleine keine Sauerstoffinhibitionsschicht bildet. In Mikroskopuntersuchungen wurde intraoral und an extrahierten Zähnen festgestellt, dass eine direkt durch Mylar geformte approximale Kontur unbear- beitet jahrelang oder gar jahrzehntelang spiegel- glatt bleibt. Vom Zahnarzt „polierte“ Approximalbe- reiche erscheinen dagegen oft gerillt, rau und ver- färbt. _Stabile Papillenhöhe Unter der Literatur zum Thema Papillenverlust ist die Studie von Tarnow inzwischen der Maßstab für die Prognose der stabilen Papillenhöhe, berechnet aus den Abstand zwischen Knochenkamm und Kon- takt. Diese Studie, durchgeführt an 288 Patienten, zeigte, dass bei einem Kontaktpunkt nicht weiter als 5,0 mm vom Kieferkamm entfernt in 100 % der Fälle eine Papille vorhanden war. Bei einem Abstand von 7,0 mm war sie in nur 27 % der Fälle vorhanden. In der klinischen Realität gibt es jedoch weitere wich- tige Aspekte, die den von Tarnow genannten Wert von 5 mm in die eine oder andere Richtung ver- schieben. Es gibt viele Faktoren, die die Höhe der Papille beeinflussen können. Neben dem Abstand zwischen Kontaktpunkt und Knochenkamm sind dies der Abstand zwischen den Zahnwurzeln, das Zahnprofil im Zervikalbereich (Rundung der klini- schen Krone), die Mundhygiene, eventuelle kie- ferorthopädische Behandlung beim Erwachsenen, die Okklusion, systemische Faktoren, traumatisch bedingte Veränderungen sowie iatrogene Fakto- ren. In einer inzwischen klassischen Untersuchung wurden bei 16 Probanden (Zahnmedizinstudenten) je zwei Papillen chirurgisch abgetrennt. Von den 32 Papillen erreichten 22 nicht wieder ihre vorige Größe – das sind erschreckende 69 Prozent. _Schlussfolgerung Bisher gibt es erst sehr wenige spezielle Hilfsmittel oder Techniken für eine durch restaurative Maß- nahmen gesteuerte Papillenregeneration. Frühere Versuche, mit Komposit-Direktrestaurationen so- wohl ein Diastema zu schließen als auch die Papille zu regenerieren, endeten oft mit einer nicht uner- heblichen Beeinträchtigung des Parodonts. Die Interdentalpapille ist nicht nur ästhetisch, son- dern auch funktionell wichtig. Durch eine anato- misch ideale Gestaltung von Füllung im Approxi- malbereich kann ein geeignetes „Gerüst” geschaf- fen werden, an denen sich diese wertvolle gingivale Struktur wieder aufbauen kann. Die hier vorge- stellte Kompositfülltechnik mit extrem abgerunde- ten Formen im „Spritzgussverfahren” ist eine ganz neue Vorgehensweise. Wieder einmal ermöglicht es uns der technische Fortschritt, bisher nicht vorstellbare Behandlungen durchzuführen._ Abb. 13_ Eine erste Schicht Flowable wird eingebracht und polymerisiert. Abb. 14_ Interproximator aus weichem Silikon: es entstehen keine typischen Beschwerden wie bei herkömmlichen Keilen, die nahe dem Gaumen eingesetzt werden. 38 I cosmetic 4_ 2009 dentistry Abb. 13 Abb. 14
A ll z u e L m K e r n m it t e u r s i n l/ k l u B ü c si v h e r e ! Implantologie ist meine Zukunft ... Schon mehr als 1.000 meiner Kollegen und Kolleginnen haben das erfolgreiche und von erfahrenen Referenten aus Wissenschaft und Praxis getragene DGZI- Curriculum erfolgreich abgeschlossen. Mit 100% Anerkennung durch die Kon- sensuskonferenz ist das Curriculum der DGZI eines der wenigen anerkannten Curricula und Aufbaustudium auf dem Weg zum Spezialisten Implantologie und zum Master of Science. STARTTERMIN Kurs 150 (cid:1) 29. Januar 2010 DGZI-Curriculum – Ihre Chance zu mehr Erfolg! Neugierig geworden? Rufen Sie uns an und erfahren Sie mehr über unser erfolgreiches Fortbildungskonzept! DGZI – Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie e.V. Fortbildungsreferat, Tel.: 02 11/1 69 70-77, Fax: 02 11/1 69 70-66, www.dgzi.de oder kostenfrei aus dem deutschen Festnetz: 0800–DGZITEL, 0800–DGZIFAX
I Fachbeitrag _ Oberflächenvergütung Oberflächenvergütung von provisorischen Kronen und Brücken Autor_Dr. Sebastian Mues _Fallbeispiel An einem Patientenbeispiel soll der Unterschied zwi- schen einem unpolierten, einem konventionell polier- ten und einem mit Luxatemp®-Glaze & Bond (DMG, Hamburg) lackierten Provisorium deutlich gemacht und das Vorgehen demonstriert werden. Die Abbil- dungen zeigen eine umfangreiche provisorische Ver- sorgung, um den Effekt deutlicher darstellen zu kön- nen. Zur Verdeutlichung der unterschiedlichen Ober- flächenqualitäten wird das Provisorium zwischen- zeitlich mit einer polierten Hälfte gezeigt, während die andere Hälfte unbearbeitet ist. Im weiteren Verlauf der Fotoserie wird die polierte Hälfte des Provisoriums der lackierten gegenübergestellt. Nach kleinen farb- lichen Korrekturen mittels Kompositmalfarben oder LuxaFlow®-Fluorescence (DMG, Hamburg) wird die fertiggestellte Behandlungsrestauration eingeglie- dert. Es handelt sich um eine ästhetisch ansprechende und parodontalhygienisch suffiziente Behandlungs- restauration, die der Qualitätssicherung dient und Behandler wie Patient zufriedenstellt. Ausgangssituation nach alio loco begonnener Thera- pie mit insuffizientem Provisorium. (Abb. 1 und 2). Es erfolgt eine Situationsabformung mit StatusBlue® (DMG, Hamburg). Nach erfolgter Modellherstellung und Ausblockung der unterkonturierten Bereiche auf dem Modell wurde eine Tiefziehschiene zur Provi- sorienherstellung angefertigt (Abb. 3). Für das neue Provisorium wurde eine Farbschichtung gewählt: Inzisal eine Schicht Luxatemp®-Fluo- rescence Bleach light, zentral A2 und zervikal A3,5 um einen natürlichen Farbverlauf der Zähne zu imitieren (Abb. 4). Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 40 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Fachbeitrag _ Oberflächenvergütung I Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Das entnommene Provisorium lässt den Farbverlauf von inzisal nach zervikal erkennen. Nun erfolgt eine Ausarbeitung der zervikalen, ap- proximalen und inzisalen Bereiche, wobei insbeson- dere die Inzisalkanten leicht separiert werden und zervikal auf eine ausreichende Papillenfreiheit ge- achtet wird (Abb. 5). Nun werden die Passung und die Okklusion intra- oral überprüft und ggf. optimiert (Abb. 6). Es folgt eine konventionelle Politur der Restauration im vierten Quadranten, auf der folgenden Abbil- dung der nur mit Fräsen bearbeiteten Seite im drit- ten Quadranten gegenübergestellt (Abb. 7). Das nächste Bild stellt die Situation mit lackierten Zähnen im dritten Quadranten und polierten Zäh- nen im vierten dar. Deutlich ist hier der Unterschied der Oberflächenbeschaffenheit zu erkennen, die lackierten Anteile des Provisoriums sind deutlich glatter und weisen einen wesentlich höheren Glanz auf (Abb.8). Auch intraoral ist der Unterschied deutlich ersicht- lich (Abb. 9). Abschließend erfolgt noch eine leichte farbliche Individualisierung (möglich mit LuxaFlow-Fluo- rescence von DMG, Hamburg) (Abb. 10). Die erneuerte Behandlungsrestauration in situ. Das Provisorium kann mit TempoCem®NE (DMG, Ham- burg) eingesetzt werden. Die glatte Oberfläche und die Ausarbeitung ermöglichen nun eine ausrei- chende Mundhygiene und gewährleisten zugleich eine zufriedenstellende Ästhetik (Abb. 11). Eine klinische Untersuchung von Mues et al. (DZZ, 3/2008) konnte deutlich den plaquereduzierenden Effekt des Lackes nachweisen, Die folgenden Abbil- dungen zeigen die Oberfläche eines polierten und eines lackierten Provisoriums in der rasterelektro- nenmikroskopischen Darstellung nach jeweils zehn Tagen Tragedauer (Abb. 12 und13)._ _Kontakt cosmetic dentistry Dr. med. dent. Sebastian Mues M.Sc. (Parodontologie) Scharenberg 34 53577 Neustadt (Wied) E-Mail: Dr.S.Mues@gmx.de Abb. 10 Abb. 11 Abb. 1 Abb. 12 Abb. 13 cosmetic 4_ 2009 dentistry I 41
I Fachbeitrag _ Komposit-Politur Ästhetische Komposit- füllungen: Machbar? Autor_Dr. Hans Sellmann _Auch wenn wir mittlerweiledie vierte Generation „feiern“: Es ist noch gar nicht so lange her, dass Kom- posite für zahnärztliche Füllungen „erfunden“ wur- den, diese Entdeckung fiel noch in mein Berufs- leben! Leider aber waren sie zwar ein Meilenstein, sieht man sich einmal frühere „zahnfarbene“ Fül- lungsmaterialien wie z.B. Steinzement(!) an, auf dem Wege zu ästhetischen Frontzahnrestauratio- nen, wiesen aber trotzdem immer noch gravierende Nachteile auf, zum Beispiel beim Lichtbrechungs- index. _Lichtbrechungsindex Der Lichtbrechungsindex gibt die Reduktion der Ge- schwindigkeit von Licht- und anderen Wellen inner- halb eines Mediums an. Luft hat einen Lichtbre- chungsindex = 1, ein Diamant = 3, der natürliche Schmelz exakt 1,62. Herkömmliche Komposite er- reichen diesen Index nicht. Sie liegen zumeist darunter. Deswegen auch der Grauschleier bei zu dicker Schichtung der Schmelzmasse. Das neue ENAMEL plus HRi von Micerium jedoch weist exakt den Lichtbrechungsindex von 1,62 auf. _Graumacher Um das optimale Komposit verwirklichen zu können, muss man den Lichtbrechungsindex des Kunststof- fes an den des Schmelzes anpassen. Dass das eine große Herausforderung ist (war!), beweist schon die Tatsache, dass dieses Forschungsprojekt mit finan- ziellen Förderungen der EU ausgestattet und in Deutschland, genauer gesagt in Hessen, erfolgreich durchgeführt wurde. Ein Komposit ist bekanntlich ein dreidimensionales Material, hergestellt aus einer 42 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Fachbeitrag _ Komposit-Politur I Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Matrix (Kunststoff), in die Elemente mit höheren Elastizitätsmoduli eingebettet sind (Füllstoffe). Die 68 % neue Glasfüller mit hohem Lichtbrechungsin- dex und 12 % Nano-Zirkonoxid „schaffen“ es, dass Sie, und das empfinde ich persönlich als einen sehr großen Vorteil, die Schmelzmasse des Komposits in nur genau der Schichtdicke verwenden, die für die Restauration des natürlichen Schmelzes erforder- lich ist. Verglichen mit den Mitbewerbern hat es der Hersteller damit tatsächlich geschafft, das, was Ästhetik und Abrasionsverhalten angeht, optimale Komposit zu erschaffen. _Sicherheit Es ist schon eine Freude, Kompositrestaurationen jetzt mit der Sicherheit einer optimalen Farbgebung bei einfacher Schichttechnik durchführen zu kön- nen. ENAMELplus HRi bietet durch seine zwar breite, aber nicht ausufernde Auswahl von Farben und Farbtönen die Möglichkeit, grundlegende Eigen- schaften einer Kompositfüllung (und auch indirekte Restaurationen, wie z. B. Verblendungen an Sekun- därteleskopen) wie Opaleszenz und interne Effekte zu reproduzieren. Daniele Rondoni, er betreibt seit 1981 in Savona/Italien ein Dentallabor, ist durch seine Arbeiten und Vorträge zu ästhetischen Res- taurationen bekannt. Ich möchte Ihnen einige sei- ner Aussagen und Empfehlungen, die auch mir sehr geholfen haben meine Arbeit zu verbessern, aufzei- gen. Ohne die abschließende Bearbeitung, die Poli- tur nämlich, ist eine Kompositfüllung, Sie verzeihen diesen Vergleich, verglichen mit einem Feinschme- ckermenü, lediglich der Hauptgang ohne das krö- nende Dessert. Hier einige wenige, aber wichtige Einzelheiten dazu. _Oberflächentextur Die Oberflächentextur spielt für das ästhetische Re- sultat eine bedeutsame Rolle. Wir müssen uns aber die Sachkenntnis und die Fähigkeit, diese für unsere Behandlungen zu reproduzieren, zu Eigen machen, um Prozesse wie das natürliche „Altern“ eines Zahnes nachzuahmen. Zwar liebe auch ich „weiße“, gebleachte Zähne, aber sie müssen schon in das Gesamtbild passen und dürfen nicht unnatürlich wirken. _Die Materialien Eine Zahnfarbe wird auch durch Veränderungen, welche das Dentin „durchmacht“, bestimmt. Dabei wird das (ältere) Dentin immer lichtdurchlässiger, je mehr Wasser es aufnimmt. Das hat zur Folge, dass sich damit die Farbe eines Zahnes von helleren zu dunkleren und lichtdurchlässigeren Nuancen än- dert. Die sehr „strahlend helle“, intensiv weiße Farbtö- nung eines jugendlichen Zahnes tendiert dazu, ei- nen schwächer „gelblichen“ und schließlich hell- bräunlichen Ton anzunehmen. Wenn wir lediglich versuchen den Effekt des biologischen Alterns durch einen reinen „Oberflächenfarbton“ zu erzeu- gen, so wird das abschließende ästhetische Ergebnis negativ beeinflusst. Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 1_ Traumatische Eckenfraktur bei einem jungen Patienten. Abb. 2_ Mit ENAMEL plus HRi relativ problemlos zu erstellen: Eine „unsichtbare“ Rekonstruktion. Jetzt muss sie nur noch poliert wer- den. Abb. 3_ Alle Komponenten für eine perfekte Politur finden Sie in dem Set ENAMEL plus® SHINY. Abb. 4_ Die „Grob“bearbeitung (Ausarbeiten der Füllung) schließen wir mit dem Glätten durch die Silikonflamme SHINY 13 ab. Abb. 5_ Auftrag der ersten Diamant- Paste mit der Partikelgröße 3 Micron. Abb. 6_ Politur mit der Ziegenhaar- bürste. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 43
I Fachbeitrag _ Komposit-Politur Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Abb. 7_ Auftragen der Diamantpaste _Einflüsse B (1 Micron) und Politur mit der Ziegenhaarbürste. Abb. 8_ Einsatz eines der SHINY Strips (4 unterschiedliche Rauigkei- ten) für den interdentalen Bereich. Durch das Glätten verhindern Sie die Ansammlung von Plaque und Bakte- rien durch Eliminierung der Rauigkei- ten in den schwer zugänglichen Bereichen. Füllungsverfärbungen durch Eindringen von Farbpartikeln aus Nahrungsbestandteilen sind so- mit weitgehend ausgeschlossen. Abb. 9_ Abschließende Hochglanz- politur mit Aluminiumoxidpaste C und Filzscheibe. Mamelons1, die üblicherweise in der Adoleszenz deut- lich sichtbar sind, neigen dazu, allmählich zu ver- schwinden, auch resultieren Aushöhlungen an den Schneidekanten. Dadurch folgen Dischromazitäten, welche die gesamte Chromazität (Farbigkeit) des na- türlichen Zahnes negativ beeinflussen. Bei Zähnen junger Menschen ist die Oberfläche durch begren- zende Kämme, labiale Kämme sowie horizontale Streifen und Rillen gut entwickelt. Die Oberflächen- textur ist grundsätzlich noch gut ausgeprägt. Mit zu- nehmendem Alter poliert die natürliche Abnutzung den Zahn glatter. Jede Restauration muss dieses Ab- nutzungs- und Schleifschema berücksichtigen und diese Oberflächenveränderungen passend zur natür- lichen Alterung richtig reproduzieren. Die Politur mit dem Komposit-Poliersystem ENAMEL plus® SHINY Mit freundlicher Genehmigung von Dr. Lorenzo Vanini. sehen Sie in den Abbildungen. Das System beinhaltet drei verschiedene Polierpasten: zwei diamantierte Pasten mit 3 bzw. 1 Micron, die mit einer Ziegenhaar- bürste benutzt werden sowie eine Aluminiumoxid- paste, die mit einem Filzrad zur abschließenden Hoch- glanzpolitur dient. Ebenfalls zum System gehört ein Silikon-Polierer, der Bimsstein enthält und vor den drei Pasten zur Vorpolitur verwandt wird. _Fazit Das Produkt ENAMEL plus HRi ist gelungen, davon konnte ich mich überzeugen. Ergänzt wird es durch das Komposit-Poliersystem ENAMEL plus® SHINY. Die genaue Vorgehensweise bei der Schichtung des Komposits und der anschließenden Politur wird in der DVD-Serie „ENAMEL plus® HRi Frontzahnres- taurationen in der Komposittechnik“ nach Lorenzo Vanini gezeigt. Diese ist bei LOSER & CO erhältlich. Vorteil hierbei: Sie können sich die einzelnen Be- handlungsschritte immer wieder ansehen und sind, anders als bei einem Workshop, nicht an eine nur kurze und rasch wieder vergessene Demonstration gebunden. Die DVDs, das Material und das Polierset sind meiner Meinung nach eine effektive Symbiose für perfekte zahnfarbene Restaurationen._ Abb. 10 Abb. 11 _Kontakt cosmetic dentistry Abb. 12 Abb. 13 Dr. Hans Sellmann Arzt für Zahnheilkunde Langehegge 330 45770 Marl Tel.: 0 23 65/4 10 00 Fax: 0 23 65/4 78 59 E-Mail: Dr.Hans.Sellmann@t-online.de www.der-zahnmann.de Abb. 10_Bilder vom Perfektionisten … Abb. 11_ …wer braucht da noch Kronen oder Veneers? Abb. 12_ Auch im indirekten Verfahren … Abb. 13_ … wird mithilfe von ENAMEL plus HRi von LOSER aus Leverkusen … Abb. 14_ … die Restauration eine perfekte Realität und keine Illusion. 1 Ein Mamelon (ursprünglich Warze, Brustwarze) ist ein kleiner Höcker auf der Bissfläche (Inzisalkante eines Schneidezahnes. Es erscheint, wenn er gerade durchge- brochen ist. Attrition, bedingt durch den normalen Abbeiß- und Kauprozess, trägt das Mamelon allmählich ab, bis nur noch eine gerade Schneidekante übrig bleibt. Abb. 14 44 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
News _ Produktinformation I Marktinformation Weitere Informationen zu diesem Unternehmen befinden sich auf www.zwp-online.info einem universell einsetzbaren Befestigungssystem erweitern. Für Sinter- und Presskeramiken sowie laborgefertigte Komposit-Restaurationen ver- wenden Sie den Porcelain Primer. Der bewährte ML Primer schafft eine si- chere Verbindung zu allen Edel- und edelmetallfreien Legierungen. Beim Einsatz von ResiCem entfällt das bisher umständliche und stark demine- ralisierende Anätzen von Schmelz und Dentin. Die selbstkonditionierenden Zahnprimer A und B dringen nach Vermischen behutsam in die Mikrostrukturen von Schmelz und Dentin ein. Die ResiCem Paste enthält zudem Fluorid abgebende und aufneh- mende PRG-Füller. Die Pastenkonsistenz gewährleistet eine einfache Applikation. Aufgrund der Standfestigkeit kann überschüssiges Material leicht und ohne Verschmieren oder Verkleben ent- fernt werden. Der sehr kleine Spritzenaufsatz erleichtert die direkte Anwendung und mini- miert den Materialüberschuss. SHOFU Dental ResiCem – Befestigungskomposit mit Spezialprimer Mit ResiCem bietet SHOFU ein röntgenopakes, dualhärtendes Befestigungssys- tem mit überragenden physikalischen Eigenschaften für alle Arten von Gerüst- und Restaurationswerkstoffen an.Die Stärke des Systems liegt in der Kombination der jeweils besten spezifischen Lösung zu einem schlüssigen,universell einsetzbaren Gesamtkonzept. Speziell für Zirkon- und Aluminiumoxid ... wurde der AZ-Primer entwickelt. Er garantiert höchste Verbundwerte zwischen der Restauration und der Zahn- hartsubstanz und ist die Innovation zur dauerhaften und sicheren adhäsiven Befestigung dieser modernen Restaurationswerkstoffe. ... und universell für alle Werkstoffe! Mit den ergänzenden, auf die jeweilige Werkstoff- klasse abgestimmten Komponenten lässt sich ResiCem zu American Dental Systems Weitere Informationen zu diesem Unternehmen befinden sich auf www.zwp-online.info Restaurativ gesteuerte Papillen- regeneration Das sogenannte schwarze Dreieck stellt für den Zahnarzt eine erhebliche ästhetische Herausfor- derung dar. Eine minimaltraumatische und zuver- lässige Herangehensweise wird unter Verwen- dung der Diastema-Verschlussmatrize erreicht. Diese neuartige Matrize weist eine gleichmäßige – aber trotzdem aggressive – zervikale Krümmung auf. Die spezielle Krümmung ermöglicht eine Ge- staltung der direkten Kompositfüllung,die die Regeneration der Papille enorm be- günstigt. Dieser günstige Einfluss ist auf zwei Eigenschaften der Matrize zurückzuführen. Zum einen wird auf die üblichen Keile verzichtet,da diese Funktion die Papille übernimmt. Bei einem herkömmlichen Interdentalkeil entsteht im Zervikalbereich eine flache Form. Eine solche Kontur erzeugt aber nicht den für die Regeneration der Papillen erforderlichen statischen Druck. Zum anderen weist die Matrize eine perfekte anatomi- sche Form auf – mit stark ausgeprägten palatina- len, approximalen und fazialen Flächen. Hierdurch kann die Matrize nach der Lichthärtung einfach SHOFU Dental GmbH Am Brüll 17 40878 Ratingen E-Mail: info@shofu.de www.shofu.de entfernt werden. Ein approximales Finieren ist kaum oder gar nicht erforderlich. Das Diastema Trial Kit besteht aus fünf verschieden geformten Matrizen (Extreme Diastema, Diastema Closure Universal Upper Incisor, Diastema Closure Universal Flat Incisor, Average Curved Molar, Tall Curved Molar) und zwei unterschiedlichen Inter- proximatoren in dünner und mittlerer Stärke. American Dental Systems GmbH Tel.: 0 81 06/300 300 Fax: 0 81 06/300 310 E-Mail: info@ADSystems.de www.ADSystems.de Die Beiträge in dieser Rubrik basieren auf den Angaben der Hersteller und spiegeln nicht immer die Meinung der Redaktion wider. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 45
I News _ Produktinformation Discus Dental Neu – Display für ZOOM® Whitening Pen Im Bereich Chairside Zahnaufhellung ist Discus Dental mit dem ZOOM® Weltmarktführer. Seit Ende 2007 bietet Discus Dental mit dem ZOOM® Whitening Pen 5,25 % Wasserstoffperoxid auch eine schnelle Lösung zur professionellen Aufhellung der Zähne an. Der ZOOM® Whitening Pen unterstützt Ihre Patienten _ bei der Erhaltung des Ergebnisses nach der professionellen Zahnaufhellung _ nach der professionellen Zahnreinigung _ die in Ihrer Praxis nach Zahnaufhellung fragen, z.B.Teenager _ mit kleinem Geldbeutel _ die viel unterwegs sind, da nur 30 Minuten Einwirkzeit ohne auszuspülen! VOCO Perfect Bleach: Die effektive und schonende Zahnaufhellung – Jetzt mit neuem Komplettset und Patientenkit VOCO bietet mit Perfect Bleach ein Home-Bleaching-System an, das allen Anforderungen an eine zeitgemäße Zahnaufhellung auf ebenso einfache wie kostengünstige Weise gerecht wird. Perfect Bleach ist ein auf Carbamidper- oxid basierendes Bleichgel, bei dem je nach Art und Grad der Verfärbung zwi- schen 10%iger und 17%iger Konzentration gewählt werden kann. Bereits mit niedrig konzentrierten Bleaching-Gels lassen sich deutliche Auf- hellungserfolge erzielen, und das bei schonender Behandlung der Zahnhart- substanz. Das in Perfect Bleach 17% enthaltene Natriumfluorid und Kalium sorgen zudem dafür, dass während und nach der Behandlung Hypersensibi- litäten vorgebeugt wird. Der erste Behandlungserfolg stellt sich bereits ab der zweiten Anwendung ein, bei einer Tragedauer von jeweils nur zwei Stunden. Kettenbach VISALYS® Whitening – jetzt auch als Chairside- Variante für die In-Office- Behandlung! Zahnaufhellung, und das schnell und effi- zient, das ist der aktuelle Trend. Dieser Forderung ist Kettenbach Dental nachge- kommen und hat die bestehende VISALYS® Whitening Pro- duktlinie erweitert. Neu im Sortiment ist eine hoch konzentrierte Version für die klassische In-Office- Behandlung.VISALYS® 30 CHAIRSIDE in der modernen Zweikammerspritze und mit speziellem Gingivaschutz bietet die Möglichkeit, in nur einer Sitzung eine komplette Zahnaufhellung durchzuführen. Eine Doppelpackung reicht für 60 Anwendungen und eine Bleachingschiene wird nicht benötigt.Einfache Anwendung in Pinselform erleichtert die Anwendung. Praktisches Taschen- format (Kugelschreiberform) mit angenehmen Minzge- schmack runden das Produkt perfekt ab. Um Ihren Patienten diese Lösung jetzt noch effektiver präsentieren zu können,bietet Discus Dental ab sofort das ZOOM® Whitening Pen Display an, welches am Counter oder in der „Whitening Lounge“ ideal den ZOOM® Pen präsentiert. Discus Dental B.V. Pforzheimer Str. 126a 76275 Ettlingen Tel.: 0 72 43/32 43 10 oder kostenfrei 0800/4 22 84 48 Das neue Perfect Bleach Patientenkit enthält vier Spritzen à 2,4 ml Bleichgel, Piktogrammkarte, Farbskala Aufbewahrungsbox für die Zahnschienen und Kosmetiktasche. Das Perfect-Bleach-Komplettset beinhaltet zusätzlich Ma- terial zur Anfertigung von zwei Zahnschienen und insgesamt 6 x 2,4 ml Sprit- zen Bleichgel. VOCO GmbH Postfach 767 27457 Cuxhaven www.voco.de VISALYS® 30 CHAIRSIDE eignet sich besonders für folgende Situationen: _ wenn ein schnelles Ergebnis vom Patienten gewünscht wird _ wenn nur einzelne Zähne aufgehellt werden. In der Zahnarztpraxis lassen sich sowohl einzelne Zähne als auch ganze Zahnbögen mittels VISALYS® Gingiva Protection (Flüssigkofferdam) – richtig angewendet – in einer Sitzung effektiv aufhellen. VISALYS® 30 darf aufgrund der höheren Konzentration nur in Zahn- arzpraxen (In-Office) fachmännisch appliziert werden.Eine Auffrischung ist jederzeit möglich.Für alle Anwender,die sich auf In-Office-Bleachen spezialisiert haben, steht ein attraktives Paketangebot zur Verfügung. Kettenbach GmbH & Co. KG Tel.: 0 27 74/7 05 99 Fax: 0 27 74/7 05 87 E-Mail: info@kettenbach.com www.visalys.com 46 I cosmetic dentistry 4_ 2009 Die Beiträge in dieser Rubrik basieren auf den Angaben der Hersteller und spiegeln nicht immer die Meinung der Redaktion wider.
News _ Produktinformation I biodentis Infix-Technologie mit Baukastensystem für Praxen und Labore Autor_ Dr. Anna Theiss Bisher wurden Zirkongerüst und Verblendung sepa- rat voneinander hergestellt: Nach der CAD/CAM- Herstellung des Gerüstes (i.d.R.) in einem Fräszen- trum, wird dieses manuell durch einen Techniker verblendet.Diese beiden Arbeitsschritte finden ge- trennt voneinander, oftmals sogar in zwei unter- schiedlichen Dentallaboren, statt. Viele notwen- dige Informationen gehen dadurch verloren. So weiß das Fräszentrum meist nicht, wie groß das Platzangebot sowohl okklusal als auch approximal wirklich ist, da dort nur Informationen über den präparierten Stumpf vorliegen, nicht aber über die gesamte Bisssituation. Die Forderung nach einer anatomisch unterstützenden Gestaltung des Ge- rüstes kann also nur stark limitiert erfüllt werden. In Verbindung mit der manuellen Verblendung resultiert hieraus das von den Zahnärzten so ge- fürchtete Chipping. Die Infix-Technologie tritt dem Chippingrisiko konsequent entgegen Bereits zu Beginn des Herstellungsprozesses wird die spätere Form der Krone definiert, wodurch die Gestaltung des Gerüstes computergestützt indivi- duell bestimmt werden kann (Abb.1 und 2). Die Verblendung erfolgt also nicht mehr in auf- wendiger Handarbeit,sondern wird ebenfalls über ein CAD/CAM-Verfahren hergestellt. Das Resultat ist eine Verblendung mit einer Biegefestigkeit von Abb. 1a und 1b: Anhand einer umfassenden Datenbank mit Referenzzähnen wird die spätere Form der Krone fest- gelegt. Abb. 2a–d: Durch die festgelegte Form kann das Gerüst nun „digital“ von der Verblendung getrennt werden, wobei die für Stabilität und Ästhetik so wichtigen Faktoren optimal eingearbeitet werden können: Das Gerüst kann so gestaltet wer- den, dass die Verblendung einerseits maximal unterstützt wird, andererseits die Ästhetik durch ein überdimensionier- tes Zirkon nicht beeinträchtigt wird. Abb. 3a und b: Die Herstellung kann nun separat mit der Infix-Technologie erfolgen. Abb. 3a–c: Infix-Prozess. 360 MPa (herkömmliche Verblendmaterialien lie- gen unter 100 MPa), welche aus einem vorgefer- tigten Block aus Lithiumdisilikat (IPS e.max CAD/ Ivoclar Vivadent) herausgeschliffen wird. Das Zir- kon-Gerüst und die Verblendung werden in einem Infix-Prozess (Sinterverbund) durch ein Glaslot dauerhaft verbunden. Das Resultat ist eine rein CAD/CAM-gefertigte Infix-Krone (Abb.3 und 4). Aber nicht nur die revolutionäre Herstellung der Infix-Krone, sondern auch der daraus re- sultierende klinische Erfolg werden diese Ver- sorgungsart zu einer festen Größe der Patien- tenversorgung machen. So wurde in einer In-vitro-Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Joachim Tinschert an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik der RWTH Aachen die hohe Sicherheit belegt, mit der die absolute Cera- mics Infix-Krone in der Praxis eingesetzt werden kann. In den ersten Dauerschwingversuchen zeigte die Infix-Krone ihre Stärke: so wurde „im Belastungszeitraum zu keinem Zeitpunkt ein Ab- fall der Wöhlerkurve unterhalb der maximalen Kaubelastung von 500 N beobachtet“. Auch der geforderte „Goldene Standard“ von einer Ausfall- wahrscheinlichkeit von ca. 1 % im Jahr kann mit Abstand erfüllt werden.Lt.Prof.Tinschert „(...) darf erwartet werden, dass die getesteten Kronen bei einem nur geringen Frakturrisiko theoretisch über einen Belastungszeitraum von einigen Jahrzehn- ten in Funktion bleiben sollten“ (Grafik 1). Durch die absolute Ceramics Infix-Technologie ist es möglich geworden,Patienten den Wunsch nach ästhetischem und dauerhaften Zahnersatz zu ei- nem günstigen Festpreis zu erfüllen. Zusätzlich hat der Zahnarzt auch die Möglichkeit, die Pro- dukte in unterschiedlichen Fertigungsstufen zu bestellen und so Labortätigkeiten selbst durchzu- führen. Dieser Baukasten bietet die Möglichkeit, einen Teil der Wertschöpfung wieder in die Praxis bzw. in das Praxislabor zu holen.Weitere Informa- tionen erhalten Sie direkt beim Hersteller oder auf www.absolute-ceramcis.com Abb. 4: Das REM-Gefügebild zeigt einen sehr schönen, homogenen und störungsfreien Übergang vom Gerüst- material zum Glaslot, wie auch vom Glaslot zur Verblen- dung. Grafik 1 biodentis GmbH Kostenfreie Servicenummer: 0800 93 94 95 6 E-Mail: info@absolute-ceramics.com www.absolute-ceramics.com Die Beiträge in dieser Rubrik basieren auf den Angaben der Hersteller und spiegeln nicht immer die Meinung der Redaktion wider. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 47
I Spezial _ Zahnfarbbestimmung Bestimmung der Zahnfarbe und Modifikation der Farbwirkung Autor_Dr. med. dent. Daniel Raab Neben der Zahnstellung, der Zahnform und der Oberflächenstruktur hat vor allem die Zahnfarbe einen entscheidenden Einfluss auf die ästhetische Wirkung von Zahnersatz. In diesem Zu- sammenhang kommt der präzisen Farbbestimmung eine wichtige Rolle bei der Herstellung von natürlich aussehendem Zahnersatz zu. _Allerdings besteht ein natürlicher Zahn nicht nur aus einem einzelnen Material mit nur einer ein- zigen Zahnfarbe, sondern ist aus verschiedenfarbi- gen Schichten aufgebaut. Der Farbeindruck eines natürlichen Zahnes beruht dabei auf der Reflexion und Streuung des Lichtes innerhalb dieser Schich- ten (Lemire und Burk 1979, Faber 2006). Der meist dunkler und gelblicher wirkende Dentinkern ist von einer gräulichen transparenten Schicht Zahn- schmelz überzogen. Dieser Schmelzmantel ist am Zahnhals dünner als an der Schneidekante oder der Kaufläche – die Zähne wirken deshalb am Zahnhals auch meistens dunkler. Zudem wird der gewonnene Farbeindruck stark von der Umgebung und der Be- leuchtung beeinflusst. Lichtarten mit geringeren Temperaturen führen zu einer Rotverschiebung; bei zu niedrigen Lichtintensitäten dominiert die Grau- wertunterscheidung und bei zu hohen Lichtinten- sitäten kommt es zu einem Blendeffekt. Eine opti- male Farbauflösung durch das menschliche Auge wird bei Beleuchtungsintensitäten von circa 2.000 Lux erreicht (diffuses Nordlicht zur Mittagszeit) (Fa- Abb. 1_ Mit rosafarbenem Zement befestigte Zirkonoxidkrone (links) im Vergleich zu der gleichen Krone mit weißem Zement befestigt (rechts). ber 2006). Aber auch bei einer optimalen Beleuch- tung kommt es innerhalb weniger Sekunden zu ei- ner Anpassungsreaktion im menschlichen Auge bzw. in den Gehirnarealen, in denen optische Reize verarbeitet werden. Bei längerer Betrachtung eines Zahnes oder eines Farbrings wird der Kontrast schwächer, sodass empfohlen wird, den in seiner Farbe zu bestimmenden Zahn nur kurz zu fixieren (Weber 1997). _Möglichkeiten der Farbbestimmung Zur Bestimmung der richtigen Zahnfarbe gibt es prinzipiell drei verschiedene Möglichkeiten: 1. Orientierung an Mittelwerten bzw. Erfahrungs- werten, 2. visueller Vergleich mit vorgefertigten Farb- schlüsseln, 3. mithilfe von Messgeräten. Bei der ersten Methode, der „Orientierung an Mittel- werten bzw. Erfahrungswerten“, werden ähnlich wie bei der Zahnauswahl für Prothesenzähne leicht erfassbare Daten des Patienten wie „Haarfarbe“, „Hautfarbe“, „Augenfarbe“ und „Alter“ herangezo- gen und anhand dessen die Zahnfarbe bestimmt. Zum Beispiel hat ein Patient mit roten Haaren, blas- ser Haut und grünen Augen häufig gräuliche Zähne. Auf dem Farbring VITAPAN Classic (VITA) entspräche dies dem Farbton C. Dazu wird noch die Helligkeits- stufe gemäß dem Erfahrungswert „Je älter ein Pa- tient – desto dunkler die Zähne!“ nach dem Alter festgelegt. Wäre der beschriebene rothaarige Pa- tient unter 20 Jahre alt, würde mit großer Wahr- scheinlichkeit die Zahnfarbe C1 relativ gut passen. Diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass bei Ab- weichungen von der Norm die Zahnfarbe nicht prä- zise bestimmt wird. Es sollte deshalb bei Anwen- dung dieser Methode der ermittelte Farbton noch 48 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Spezial _ Zahnfarbbestimmung I einmal visuell mit einem vorgefertigten Farbschlüs- sel verglichen werden. Bei der zweiten Methode, dem „visuellen Vergleich mit vorgefertigten Farbschlüsseln“, stehen unter- schiedlich aufgebaute Farbringe oder Farbfächer zur Verfügung, die mit dem entsprechenden Zahn verglichen werden. Bei den zurzeit auf dem Markt befindlichen Farbschlüsseln hat der Farbring VITA Toothguide 3D-Master (VITA) in vergleichenden Studien am besten abgeschnitten (Hammad 2003, Wee et al. 2005); es wird deshalb kurz auf diesen Farbschlüssel eingegangen: Beim VITA Toothguide 3D-Master sind die Farben systematisch in den drei Dimensionen Helligkeit, Farbintensität und Farbton angeordnet. Dadurch kann der Behandler nachein- ander zuerst die Helligkeit, dann die Farbintensität und zum Schluss den Farbton durch Vergleich mit den natürlichen Zähnen auswählen. Allerdings ist bei dieser Methode das Ergebnis von der „Farbtüch- tigkeit“ und Erfahrung des Behandlers abhängig. Bei der dritten Methode zur Farbbestimmung be- steht diese Abhängigkeit vom Behandler nicht mehr; hier wird mithilfe von Messgeräten wie z.B. Spektrophotometern (VITA Easyshade, VITA), Kolori- metern (ShadeEye, SHOFU) oder Digitalkameras (ShadeScan, Cynovad) der Farbton elektronisch be- stimmt. Aufgrund des in der Einleitung beschriebe- nen komplexen Aufbau eines Zahnes sind die zurzeit auf dem Markt befindlichen Systeme jedoch noch nicht in der Lage, die Zahnfarbe in allen ihren Vari- anten zu 100 Prozent richtig zu bestimmen (Li und Wang 2007). Der elektronisch bestimmte Farbwert sollte deshalb stets noch einmal visuell mit einem Farbring kontrolliert werden. _Diskrepanzen Aber auch bei noch so sorgfältig durchgeführter Farbbestimmung ist es nicht auszuschließen, dass die aus dem Labor gelieferte Arbeit sich farblich von den Nachbarzähnen abhebt (Yang et al. 1999). Dies kann zum einen auf Fehler bei der Farbbestimmung zurückzuführen sein; möglicherweise war der Zahn durch Behandlungsmaßnahmen ausgetrocknet und wirkte dadurch heller. Andererseits kann ein Farbring auch nicht alle beim Menschen möglichen Zahnfarben enthalten; die Farbbestimmung ist da- her nur eine Annäherung an den natürlichen Farb- ton (O‘Brien et al. 1991). Des Weiteren können Feh- ler im Labor (Douglas und Brewer 2003) oder Unge- nauigkeiten bei der Herstellung von Keramikpulvern (Groh et al. 1992) zu Farbunterschieden zwischen Zahnersatz und natürlichen Zähnen führen. _Lösungsmöglichkeiten Um das Problem der Farbdiskrepanz zwischen Voll- keramikrestauration und Nachbarzähnen zu lösen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zum einen kann die Arbeit im Labor komplett neu angefertigt werden. Dies hat aber den Nachteil, dass im Labor weitere Kosten anfallen und der Patient ei- nen weiteren Termin benötigt. Eine für das Labor preiswertere Variante ist Bemalen mit Keramikfarben und anschließendem Korrek- turbrand. Allerdings benötigt der Patient auch bei dieser Variante einen weiteren Termin. Dadurch geht zum einen wertvolle Behandlungszeit verloren und der Patient muss in der Zwischenzeit minder- wertigen, provisorischen Zahnersatz tragen. Zudem sind dünne Farbschichten immer von abrasiven Ef- fekten bedroht (Marxkors 2001). Die sowohl für den Patienten als auch für den Be- handler vorteilhafteste Methode ist deshalb bei Vollkeramikrestaurationen die Verwendung von farbigen Befestigungszementen. Dies hat den Vor- teil, dass die Arbeit sofort definitiv befestigt werden kann. Des Weiteren ist die Feinkorrektur der Farb- wirkung durch aus der Tiefe durchschimmernde Farbtöne nicht von gebrauchsbedingten Abnut- zungserscheinungen wie Attrition und Abrasion be- troffen (Abb. 1–3). Abb. 2_ Mit grauem Zement befestigte Zirkonoxidkrone (links) im Vergleich zu der gleichen Krone mit weißem Zement befestigt (rechts). Abb. 3_ Mit gelb-braunem Zement befestigte Zirkonoxidkrone (links) im Vergleich zu der gleichen Krone mit weißem Zement befestigt (rechts). cosmetic 4_ 2009 dentistry I 49
I Spezial _ Zahnfarbbestimmung mittleres Grün-Grau geeignet zur Korrektur von zu gelblich oder rötlich wir- kenden Zähnen helleres Gelb 1M1 / 1M2 mittleres Gelb 2L1,5 / 2L2,5 2M1 / 2M2 / 2M3 3L1,5 / 3L2,5 3M1 / 3M2 / 3M3 mittleres Rosa 2R1,5 / 2R2,5 dunkleres Blau-Grau geeignet zur Korrektur von zu gelblich oder rötlich wir- kenden Zähnen dunkleres Gelb-Braun 4L1,5 / 4L2,5 4M1 / 4M2 / 4M3 (5M1 / 5M2 / 5M3) dunkleres Rosa 3R1,5 / 3R2,5 4R1,5 / 4R2,5 5M1 / 5M2, 5M3 Tab. 1_ Zuordnung von häufig _Befestigungsmaterialfarbton verwendeten Keramikfarben (VITA 3D-Master) zu verschiedenen Zementfarbtönen (durch Fettdruck hervorgehoben). 50 I cosmetic 4_ 2009 dentistry Um den geeigneten Farbton des Befestigungsmateri- als auszuwählen, sind in der Tabelle 1 verschiedene, häufig verwendete Keramikfarben mit den dazu ge- eigneten Befestigungsmaterialfarbtönen systema- tisch nach Helligkeit und Farbton angeordnet. Passt bei der Einprobe die Restauration farblich zu den Nachbarzähnen, kann ein Farbton, der in etwa der des Zahnstumpfes entspricht, verwendet werden. Alter- nativ dazu kann aus der Tabelle 1 ein zur jeweiligen Keramikfarbe passender Zement ausgewählt werden. Dabei hat es sich bewährt, sich für einen etwas dunk- leren Farbton zu entscheiden. Damit wird – ähnlich wie beim natürlichen Zahn – ein dunklerer Dentinkern nachgeahmt. Dazu kommt, dass ein Zahnstumpf zur Aufnahme einer künstlichen Krone konisch beschlif- fen ist. Dadurch ist bei einer Vollkeramikrestauration die Keramikschicht im Zahnhalsbereich am dünnsten und damit auch die Farbwirkung des Befestigungsze- mentes am deutlichsten erkennbar. Bei der Verwen- dung eines zu hellen Befestigungszementes besteht die Gefahr, dass der Zahnhalsbereich, der bei natür- lichen Zähnen eher dunkler ist, zu hell erscheint. Zu- dem ist es ästhetisch vorteilhaft, einen rötlicheren Farbton zu verwenden. Dieser bereits 1964 von Drum als „Rosa-Trick“ bezeichnete Effekt führt zu einer be- sonders lebendigen und natürlichen Farbwirkung der Restauration. Es entsteht der Eindruck, als ob wie in der Abbildung 1 die Pulpa durchschimmern würde (Drum 1964). Wirken die Nachbarzähne gräulicher als die Keramik- restauration, lässt sich die Farbwirkung der Restaura- tion durch die Verwendung eines gräulichen Zement- farbtons korrigieren (Abb. 3). Dazu kann der entspre- chende Grauton in der entsprechenden Helligkeits- stufe links neben der verwendeten Keramikfarbe aus der Tabelle 1 ausgewählt werden. Entsprechend kann bei einer zu gräulich wirkenden Restauration ein gelblicher (Abb. 3) oder rötlicher Zement (Abb. 1) in der entsprechenden Helligkeit rechts aus der Tabelle 1 verwendet werden. Möchte man die Farbwirkung dunkler gestalten, wählt man einen Farbton aus, der in der Tabelle 1 unterhalb der Keramikfarbe des ent- sprechenden Farbtones liegt. Ist die Keramikrestaura- tion dunkler als die Nachbarzähne, wählt man eine Helligkeitsstufe aus, die eine Zeile oberhalb des ent- sprechenden Farbtons liegt. Die Tabelle 1 wurde an- hand von Beobachtungen an etwa 1–1,2 mm dicken Zirkonoxidkronen (Zirkon Zahn, Tirol) zusammenge- stellt. _Fazit Die Auswahl der geeigneten Zahnfarbe ist – be- sonders bei von der Norm abweichenden Farbtönen – eine schwierige Aufgabe. Dazu kommt, dass auch bei korrekt bestimmter Zahnfarbe die Zahnfarbe der aus dem Labor gelieferten Arbeit möglicherweise nicht mit den Nachbarzähnen harmonisiert. In diesem Fall stellt die Befestigung der Restauration mit eingefärb- tem Befestigungszement eine preiswerte und ästhe- tisch hochwertige Alternative zur Neuanfertigung oder zum Korrekturbrand dar._ Literaturliste beim Verlag erhältlich. _Danksagung Besonderer Dank geht an ZTM Carsten Wäldrich für die Bereitstellung von Zirkonoxidkeramikkronen (Das Zahnlabor, Nordhäuser Str. 17, 99706 Sondershau- sen, Tel.: 0 36 32/70 10 25). _Autor cosmetic dentistry Dr. med. dent. Daniel Raab 1977 in Bayreuth geboren, 1997 Eintritt in die Bundes- wehr und Übernahme in die Laufbahn der Sanitätsoffi- ziersanwärter des Heeres, 1999 bis 2004 Studium der Zahnmedizin an der Freien Universität Berlin, 2004 bis 2006 Truppenzahnarzt im Sanitätszentrum Burg, 2006 Einsatz als Verbandszahnarzt bei Seefahrt Standing NATO Response Force Maritime Group 1, seit 2006 Leiter der Zahnarztgruppe Bad Frankenhausen, 2007 Promotion zum Dr. med. dent. an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Kontakt: Dr. Daniel Raab Leiter Bundeswehr-Zahnarztgruppe Bad Frankenhausen Tel.: 03 46 71/53 20 01 E-Mail: danielraabbayreuth@googlemail.com
Für Keramik-Liebhaber Mit der INFIX®-Technologie reduziert sich das Chipping-Risiko auf ein Minimum.* DIE INFIX®-TECHNOLOGIE BIETET SICHERE ÄSTHETIK. INFIX®-Krone – Die innovative Zirkonkrone Gerüst- und Verblendstruktur der INFIX®-Krone werden im CAD/CAM-Verfahren ge trennt vonein ander gefertigt. Die Verbindung erfolgt in einem kontrollierten INFIX®-Prozess (Sinterverbund). Ein mögliches Chipping wie bei herkömmlich verblendeten Zirkongerüsten, also Absplitterungen von geschichteter bzw. überpresster Verblendung, kann hierdurch minimiert werden. Testen Sie die neue INFIX®-Krone und Bestellen Sie die Starter-Box direkt über: _Online-Shop: www.absolute-ceramics.com _Gratis-Hotline: 0800 93 94 95 6 M a d e i n G e r m a n y INFIX®-Krone i nished INFIX®-Krone as machined INFIX®-Krone i nished Frontzahn INFIX®-Krone as machined Frontzahn * ermittelt auf Grundlage von Dauerschwingversuchen im Rahmen einer In-Vitro-Studie unter Leitung von Prof. Dr. Tinschert an der Klinik für zahnärztliche Prothetik, RWTH Aachen Natürlich schöne Zähne für alle. Hersteller und Direktvertrieb: biodentis GmbH, Weißenfelser Straße 84, 04229 Leipzig
I Spezial _ Psychologie Irren ist menschlich: Lernen aus Fehlern Autorin_Dr. Lea Höfel _In jeder Profession können Fehler auftreten – Feh- ler sind menschlich. Diese Einsicht ist besonders schwer, wenn Menschen in ihren Berufen Verantwor- tung für weitere menschliche Leben haben. In der Me- dizin, im Luftverkehr oder in Kernkraftwerken können die kleinsten Fehler verheerende Folgen haben. Aus diesem Grund werden Fehler in der (Zahn-)Medizin ungern gesehen … und mindestens genauso ungern zugegeben. Wäre es jedoch gerade hier nicht von Vorteil, Fehl- leistungen transparent an Kollegen herantragen zu können, sodass nicht jeder den Fehler aus erster Hand kennenlernen muss? Um ein solches Vorgehen zu fördern, muss die Frage „Was ist schuld?“ im Vordergrund stehen. Allzu häufig ist es „Wer ist schuld?“. Da wundert es nicht, dass Fehler lieber un- ter Verschluss gehalten werden. _Positive Fehlerkultur Das Ziel muss sein, Fehler zu akzeptieren und als An- reiz zu nehmen, daraus zu lernen. Der Fingerzeig auf die Schuldigen hilft niemandem. Geschehenes ist nicht zu ändern, aber man kann es durchaus in der Zukunft vermeiden. In der (Zahn-)Medizin ist das Bewusstsein für eine positive Fehlerkultur durchaus vorhanden. So hat eine Studie in den USA ergeben, dass 73 % der Me- 52 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
Sprezial _ Psychologie I gerechte Fehlerkultur (Just Culture) ohne Angst vor Bestrafung. Verschwiegenheit führt dazu, dass Feh- ler wiederholt auftreten, weshalb Transparenz nötig ist (Leape LL, 2009, Errors in medicine. Clin Chim Acta). Es hat sich aber auch gezeigt, dass Fehlerana- lysen über den engeren Kollegenkreis nicht hinaus- gehen, was hauptsächlich an zwei Ursachen liegt: Erstens trauen sich viele Ärzte und Teammitglieder nicht, ihre Fehler vor Fremden zuzugeben. Zweitens mangelt es in der (Zahn-)Medizin noch an hilfrei- chen Plattformen, um Fehlerdiagnosen öffentlich für alle Kollegen zugängig zu machen. _Fehlerquellen Die Fehlerquellen sind mannigfaltig und sollten sys- tematisch eingegrenzt werden (nach „Aus Fehlern ler- nen“ vom Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.). _ Patientenfaktoren betreffen den individuellen Krankheitszustand des Patienten, die Möglichkei- ten der verständlichen Kommunikation oder auch die Persönlichkeit. Nicht jeder ist in der Lage, sein Befinden nachvollziehbar zu erläutern. _ Die ärztliche Tätigkeit erfordert klare Strukturen, Protokolle, die Kontrolle von Untersuchungser- gebnissen und das Vorhandensein von Entschei- dungshilfen. Besteht hier Unsicherheit, kann es besonders unter Stress zu Fehlleistungen kom- men. _ Die Mitarbeiter besitzen unterschiedliche Fähig- keiten und Kompetenzen. Psychische und physi- sche Einschränkungen oder Stärken müssen im Arbeitsablauf berücksichtigt werden. _ Das Team profitiert von reibungsarmer verbaler und schriftlicher Kommunikation. Je nach Enga- gement finden Supervisionen statt, sodass die Aufgaben und Strukturen klar erkennbar sind. _ Die Arbeitsbedingungen beinhalten Aspekte wie Personalausstattung, Arbeitsbelastung, Lärm und Erholungsmöglichkeiten. _ In der Organisation müssen Finanzen, Vorschrif- ten, Ziele und Prioritäten geklärt sein. _ Die Institution muss transparent machen, in wel- chem ökonomischen und gesetzlichen Kontext sie steht und ob Verbindungen/Verpflichtungen zu externen Institutionen bestehen. In jeder Praxis werden Schwerpunkte zu finden sein, dennoch empfiehlt es sich, von Zeit zu Zeit alle Be- reiche zu überprüfen. _Fehleranalyse Nach neueren Regeln des Qualitätsmanagements wird die Erkennung und Nutzung von Fehlern und Beinahefehlern zur Einleitung von Verbesserungs- prozessen gefordert. Die Meinung, dass Fehler mit Bestrafungen und Sanktionen geahndet werden, sitzt in vielen Köp- cosmetic 4_ 2009 dentistry I 53 diziner ihre Fehler mit engeren Kollegen diskutieren. Dabei möchten sie hauptsächlich erfahren, ob der Kollege genauso gehandelt hätte und was er für Al- ternativen sieht. Zusätzlich möchten sie ihn vor ähnlichen Fehlern bewahren (Kaldjian LC, Forman- Hoffman VL, Jones EW, Wu BJ, Levi BH, Rosenthal GE, 2008, Do faculty and resident physicians discuss their medical errors? J Med Ethics). In einer neuen Veröffentlichung fordert Leape explizit, dass Fehler nicht als Versagen eines Einzelnen geahndet werden sollten, sondern als Fehler eines Systems. Es liegt selten an einer Person alleine, sondern resultiert aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren und Team- mitglieder. Voraussetzung für die Analyse sei eine
I Spezial _ Psychologie fen. Leider wird auch noch häufig so gehandelt. Nicht erläutert wird im Qualitätsmanagement der Umgang mit den Verursachern. Solange derjenige, der mutig seine Fehler anspricht, dafür bestraft wird, ist Veränderung unmöglich. Der Mut muss erst einmal mit Straffreiheit belohnt werden. Jeder sollte sich wiederholt klar machen, dass Fehler menschlich sind und jedem passieren können. Per- fektion ist unmöglich. _Vorgehen Ratsam ist es, wenn der Arzt mit gutem Beispiel vor- angeht und offen seine Fehler oder Fehleinschät- zungen bespricht. Erst dann werden sich auch die Teammitglieder trauen, ihre eigenen Missgeschicke zuzugeben. Kaum ein Fehler ist einzigartig und neu – durch die Fehleranalyse kann jedoch vermieden werden, dass er wieder auftritt. Der Arzt und sein Team sollten sich an einen runden Tisch setzen und sich bemühen, jeden zu Wort kom- men zu lassen. Woran lag es? Was kann in Zukunft verbessert werden? Die oben genannten Fehler- quellen sollten durchgegangen werden. Schwer- punkte sind mangelhafte Kommunikation, fehlende Kompetenz, Selbstüberschätzung, stressige Situa- tionen oder falsche Entscheidungen. Festgelegte Regeln werden eventuell verletzt oder Handlungs- abläufe falsch ausgeführt. Mangelhaftes Vertrauen oder Streitigkeiten im Team erhöhen ebenfalls die Fehlerquote. Erst gemeinsam können die Ursachen analysiert und Strategien für ähnliche Situationen erarbeitet werden. _Beispiel Flugverkehr Im Flugverkehr hat sich das System der „Just Cul- ture“, also der gerechten und offenen Analyse von Fehlern, durchgesetzt und positiv bewährt. Fluglot- sen wie Piloten melden ihre Fehler zur weiteren Aus- wertung. Dabei gibt es gravierende Fehler, die unbe- dingt gemeldet werden müssen, und solche, die über ein freiwilliges Meldesystem gemeldet werden können – wenn erwünscht, auch anonym. Mit Be- strafung muss der Betroffene eher rechnen, wenn er das Vergehen nicht meldet und es dennoch heraus- kommt. Für den gemeldeten Fehler an sich wird er nicht bestraft. Das heißt nicht, dass jeder Fehler, gleich welcher Art, unbestraft bleiben darf, nur weil er offen zugegeben wurde. Mit Absicht ein Flugzeug abstürzen zu lassen oder den Arbeitsplatz für meh- rere Stunden zu verlassen wäre natürlich gemeldet oder ungemeldet eine Straftat. Deutliche Verbesse- rungen im Flugverkehr geben der „Just Culture“ Recht und könnten durchaus auf die (Zahn-)Medi- zin übertragen werden. _Öffentlicher Zugang Für alle medizinischen Berufe wäre es hilfreich, sich über Fehlbehandlungen, falsche Entscheidungen oder kritische Fälle zu informieren und aus den (ne- gativen) Erfahrungen der Kollegen lernen zu können. Über die Möglichkeiten des persönlichen Gesprächs geht die Fehleranalyse und der daraus resultierende Lernprozess – von Ausnahmen abgesehen - bisher allerdings nicht hinaus. Hier könnte man sich wiede- rum ein Beispiel an der Flugsicherung nehmen. Jeder Pilot erhält die sogenannten „Gelben Seiten“, in denen alle gemeldeten Fehler erläutert, ausgewertet und mit Verbesserungsvorschlägen vermerkt sind. In den „grünen Seiten“ der Fluglotsen stehen exemplarische Irrtümer und Vergehen, ebenfalls mit hilfreichen An- merkungen zur Vermeidung. Einige Schlichtungsstellen von Landesärztekam- mern sind inzwischen ebenfalls dazu übergegan- 54 I cosmetic dentistry 4_ 2009
I Spezial _ Psychologie gen, Fallbeispiele auf ihren Seiten zu erläutern (z.B. Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Norddeutschen Ärztekammern, www.norddeut- sche-schlichtungsstelle.de; Schlichtungsaus- schuss zur Begutachtung ärztlicher Behandlung bei der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, www.laek-rlp.de/patienten/schlichtung; Gutach- terkommission der Ärztekammer Nordrhein, www.aekno.de/page.asp?pageID=5624). Schlich- tungsstellen, Ärzte und Sachverständige arbeiten interessante Fälle auf und stellen sie auf ihrer ei- genen Homepage oder auf der offiziellen Seite ih- rer Landesärztekammer anonymisiert und mit Rechtsprechungshinweisen versehen zur Verfü- gung. Ärzte können sich online über die sachge- rechte Analyse und Bearbeitung der ausgewähl- ten Fälle informieren und dieses Wissen zur eige- nen Fehlerreduzierung nutzen. Ein anderer Ansatz mit dem Ziel, Diskussionen anzu- regen, stellt eine Seite zum Fehlerberichts- und Lernsystem für Hausarztpraxen dar (www.jeder- fehlerzaehlt.de/public/report/databaseNewest.jsp.) Fälle werden vorgestellt und von Kollegen und Fachpersonen kommentiert. Lesenswert sind ebenfalls die öffentlichen Fallberichte des Patien- ten-Sicherheits-Optimierungssystems PaSOS (www.pasos-ains.de/indexSSL.php). Jede dieser Plattformen ist hilfreich, auf mögliche Fehler auf- merksam zu machen und das bestmögliche Vorge- hen zu besprechen. _In Planung Auch in der Zahnmedizin ist eine zentrale Inter- netseite mit gesammelten Patientenstudien denk- bar und zurzeit mit ZWP online in Planung. Zahn- ärzte können sich online oder mittels E-Mail Ver- teiler über Fehler, deren Folgen und die Vermei- dung informieren. Ein solches Vorgehen wäre für alle Beteiligten – Zahnärzte wie Patienten – von großem Interesse. Sicherlich ist es richtig, in Fachzeitschriften, auf Tagungen und Kongressen überwiegend positive Behandlungsabläufe zu lernen – mindestens ge- nauso wichtig ist es, Fehler in der Zahnmedizin zu vermeiden. Dies gelingt nur, wenn der Rahmen für wertfreie und neutrale Prüfung in kollegialer Zu- sammenarbeit gegeben ist und Fehler als Chance zur Verbesserung gesehen werden._ _Autorin cosmetic dentistry Dr. Lea Höfel Diplom-Psychologin Dissertation zum Thema „Ästhetik“, Internationale Veröffentlichungen und Tagungsbeiträge zu den Themen „Kognitive Grundlagen der Ästhetik“ & „Psychologie in der Zahnmedizin“. Zusätzliche Ausbildungen: Entspannungstrainerin und Journa- listin, Heilpädagogisches/Therapeutisches Reiten. Kontakt: Dr. Lea Höfel Tel.: 0 88 21/7 81 96 42 Mobil: 0178/7 17 02 19 E-Mail: lea.hoefel@arcor.de 56 I cosmetic dentistry 4_ 2009
I Information _ Recht Erweiterung der Werbemöglichkeiten von Zahnärzten Die Entscheidung des BGH in Sachen TruDent Autor_Dr. Michael Knab _Bereits mehrfach hat sich der Bundesgerichts- hof (BGH) mit der Frage auseinandersetzen müs- sen, inwiefern das in den zahnärztlichen Berufs- ordnungen geregelte Verbot der berufswidrigen Werbung über die Rechtsfigur der Störerhaftung auf juristische Personen „mittelbar“ anwendbar ist. Mit Urteil vom 26.02.2009 (Az: I ZR 222/06) erfolgte die bislang jüngste Entscheidung, in der das höchs- te Zivilgericht Deutschlands die schlagwortartige Werbung eines Franchise-Gebers in Verbindung mit einem Gewinnspiel als zulässig erachtete. Die beklagte „TruDent Zahnärztliche Behandlungs- konzepte AG“ (ursprünglich MacDent AG) ist ein Franchise-Unternehmen, das ein Konzept zur Qua- litätssicherung und zum Marketing für Zahnarzt- praxen entwickelt hat und ein Qualitätssiegel an Zahnärzte als Franchise-Nehmer vergibt. Bestand- teil der Qualitätsprüfung ist unter anderem die För- derung der Prophylaxetätigkeit sowie die Überprü- fung der handwerklichen Ergebnisse der zahnärzt- lichen Arbeit. _Der Fall Im Jahr 2005 führte TruDent eine Werbeaktion durch. Auf Postkarten wurde – verbunden mit einer Aufforderung zur Teilnahme an einem Gewinnspiel – für das erstellte Konzept geworben. Die Postkar- ten enthielten schlagwortartige Aussagen über „die sieben Brücken der Qualitätssicherung“. Die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein sah in der Maßnahme eine Umgehung der in der von ihr er- lassenen Berufsordnung geregelten Werbebe- schränkung für Zahnärzte und verklagte TruDent. Sowohl das Landgericht Kiel als auch das Oberlan- desgericht Schleswig-Holstein teilten die Ansicht der Zahnärztekammer. Erst in letzter Instanz wen- dete sich das Blatt: Der BGH hob die Entscheidun- gen auf und wies die Klage der Zahnärztekammer ab. Der Senat hielt die Werbung weder für anpreisend noch für herabsetzend im Sinne der Berufsord- nung. Nach Ansicht des Gerichts ist es grundsätz- lich unbedenklich, dass durch das Gewinnspiel Aufmerksamkeit und Interesse für die Tätigkeit des Franchise-Gebers erzeugt werden soll. An der Ver- mittlung sachlicher Informationen fehlt es nicht bereits deshalb, weil in der beanstandeten Werbe- maßnahme die Tätigkeit von TruDent nur schlag- wortartig umrissen und für weitere Informationen auf die angegebene Internetadresse verwiesen wird. Dem legitimen Zweck von Aufmerksamkeits- werbung, zunächst einmal das Interesse des ange- sprochenen Publikums an einem noch weitgehend unbekannten Angebot zu wecken, stünde es ent- gegen, wenn bereits diese Werbung umfangreiche sachliche Angaben über das angebotene Konzept der Qualitätssicherung von Zahnarztpraxen ent- halten müsste. Der BGH stellte in seiner Entscheidung klar, dass ein Franchise-Unternehmen, das selbst keine zahn- ärztlichen Leistungen anbietet, nicht den berufs- rechtlichen Werbebeschränkungen von Zahnärz- ten unterliegt. Es kann deshalb wettbewerbsrecht- lich nicht mit der Begründung auf Unterlassung in Anspruch genommen werden, dass eine entspre- _Kontakt cosmetic dentistry Rechtsanwalt Dr. Michael Knab Kanzlei RATAJCZAK & PARTNER Berlin · Essen · Freiburg im Breisgau · Köln · Meißen · München · Sindelfingen Posener Str.1 71065 Sindelfingen Tel.: 0 70 31/95 05-18 (Frau Gayer) Fax: 0 70 31/95 05-99 E-Mail: knab@rpmed.de www.rpmed.de 58 I cosmetic dentistry 4_ 2009
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2. Leipziger Symposium für rejuvenile Medizin und Zahnmedizin Schönheit als Zukunftstrend – Möglichkeiten und Grenzen Ästhetischer Chirurgie und Kosmetischer Zahnmedizin 22./23. Januar 2010 WHITE LOUNGE®, Leipzig / Marriott Hotel Leipzig Referenten u.a.: Prof. Dr. Hans Vinzenz Behrbohm/Berlin Prof. Dr. Klaus-U. Benner/Germering Prof. Dr. Dr. Alexander Hemprich/Leipzig Prof. Dr. Johannes Franz Hönig/Hannover Prof. Dr. Hartmut Michalski/Leipzig Prof. Dr. Dr. Frank Palm/Konstanz Prof. Dr. Kurt Vinzenz/Wien (AT) Dr. Andreas Britz/Hamburg Dr. Lea Höfel/Garmisch-Partenkirchen Dr. Stefan Lipp/Düsseldorf Dr. Michael Sachs/Oberursel Dr. Jens Voss/Leipzig Dr. Jürgen Wahlmann/Edewecht Dr. Gerhard Werling/Bellheim Praxisstempel # Faxantwort 03 41/4 84 74-2 90 Bitte senden Sie mir das Programm zum 2. Leipziger Symposium für rejuvenile Medizin und Zahnmedizin am 22./23. Januar 2010 in Leipzig zu. CD 4/09
I Lifestyle _ Modern Art Mikroarts – mikroskopische Faszination aus dem Körper _Die Bilder von Philipp Rudolphi wirken auf den ers- ten Blick wie rätselhafte Verbindungen von Farbe und Form, abstrakte Gemälde, die einer schwer durch- schaubaren Ordnung zu folgen scheinen und doch eine ganz eigene Dynamik besitzen. Manchmal er- scheinen figurative Elemente inmitten des Spiels der Schemen und Schattierungen, aber der Ursprung die- ses vermeintlich aus dem Zufall geborenen ästheti- schen Eindrucks entspringt einer sehr natürlichen, sogar organischen Quelle. Die Idee zu seinen Arbeiten kam Herrn Rudolphi schon vor dem Beginn seines Medizinstudiums noch wäh- 62 I cosmetic dentistry 4_ 2009
Lifestyle _ Modern Art I rend der Ausbildung zum medizintechnischen Assis- tenten, als die Anfertigung histologischer Präparate zu seinen täglichen Aufgaben zählte. Dabei werden Gewebeschnitte unterschiedlich eingefärbt, um Kontraste zwischen einzelnen Zellteilen oder -typen sichtbar zu machen. In diesem gewöhnlichen medizi- nischen Prozess, der von Medizinern und Biologen vermutlich zu oft, von allen anderen aber zu selten be- obachtet wird, um ein Auge für seine Schönheit zu ha- ben, entdeckte er eine versteckte künstlerische Kraft. Fortan durchsuchte er die Archive des Labors nach ge- eigneten Proben, um ihnen ihren Reiz zu entlocken. Mithilfe moderner Mikroskopiertechnik werden die polychrom eingefärbten Präparate mit einer hoch- auflösenden Kamera fotografiert, sodass die kleins- ten Ansichten des menschlichen Körpers gerade in großen Formaten eine gesteigerte Faszination auf den Betrachter ausüben. Das Resultat ist für ver- schiedenste Fachrichtungen von Interesse, da von der Haut bis zu den Organen jede Zelle des menschlichen Körpers ihr eigenes, unverkennbares Muster besitzt. Die Kunst der Werke von Herrn Rudolphi besteht also darin, das Schöne im Unscheinbaren, das abstrakt Äs- thetische im scheinbar Willkürlichen und die verbor- gene Ordnung in der Natur erkennbar zu machen. Weitere Informationen und eine Einsicht in die kom- plette Galerie erhalten Sie auf www.mikroarts.de_ _Kontakt cosmetic dentistry Mikroarts – Philipp Rudolphi Tirpitzstr.10 46145 Oberhausen Tel.: 0176/23 90 69 61 E-Mail: pr@mikroarts.de www.mikroarts.de cosmetic 4_ 2009 dentistry I 63
I Lifestyle _ Reisebericht Mallorca – das Geheimnis der beliebten Sonneninsel Autor_Wolfram Schreiter _Nicht umsonst nennen die Mallorquiner ihre Insel „La Luminosa“, die Erleuchtete: Die größte Insel der Balearen fasziniert jedes Jahr über fünf Millionen Touristen mit ihren traumhaften Stränden, wilden Olivenhainen, Orangenplantagen und Windrädern – und das bei 3.000 Sonnenstunden pro Jahr. Unsere Aufmerksamkeit bekam vor allem die Bergkette im Norden der Insel. Das Abenteuer auf der Sonnen- insel, fernab von Ballermann und Sangria, konnte beginnen. Ganz können wir uns der Neugier auf El Arenal je- doch nicht entziehen. Unser erster Stopp führt uns deshalb nach der Landung in die Touristenhochburg Nummer 1. Allerdings ist der triste Ort in der Nähe des Flughafens wie zu erwarten für uns eine große Enttäuschung: Außerhalb der Saison – es ist April – verirrt sich kaum ein Tourist hierher. Imbissbuden stehen vereinsamt an der Strandpromenade, die erst im Sommer wieder zum Leben erweckt werden wird. Schnell geht es weiter zu unserem eigentlichen Zielort Alcúdia im Norden Mallorcas. Sofort werden wir von der Schönheit der Sonneninsel gefangen genommen. Malerische Dörfer mit alten Kirchen und Bougainvillea-bewachsenen Mauern, Mohn- felder und Zitrusfrüchte wie aus einem Bilderbuch prägen die Landschaft nördlich des Ballermanns. Auch die für Mallorca typischen Windmühlen sind für uns eine Attraktion und strahlen eine einzigar- tige ländliche Harmonie aus. _Alcúdia und Umgebung Alcúdia ist ein vom Touristenrummel weitgehend unberührtes Städtchen, das von einer mächtigen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben ist, die ge- rade am Abend ihren Reiz hat und zum Spazieren einlädt. Nur einige hundert Meter entfernt liegt die Ferienhochburg Port d’Alcudia. Der Fischereihafen 64 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
Lifestyle _ Reisebericht I Soller Daia wird kaum noch als solcher genutzt, vielmehr ist die bekannte Hafenstadt Liegeplatz für Yachten sowie Standort für viele Hotels und Appartements, Cafés, Bars und Diskotheken. Der dreieinhalb Kilometer lange Strand in der Bucht von Alcúdia ist feinsandig und zählt zu den schönsten der Insel. Das Thermo- meter zeigt 19 Grad und die Sonne schaut ab und zu durch die Wolken – das ideale Ausflugswetter. Zunächst wollen wir die Natur genießen und leihen uns zwei Fahrräder aus, mit denen wir auf einer aus- gedehnten Tour den „Albufera Nationalpark“ erkun- den, der für sein Vogelschutzgebiet bekannt ist. Der Wind bläst leise durchs Schilf und wir beobachten die hier ansässige Tierwelt. Nach dem Mittag geht es endlich auf unseren ersten Berg der Insel, dem 354 Meter hohen Penya Roja. Von hier haben wir einen tollen Blick auf die Felsküste. Für den nächsten Tag ist Kultur angesagt, denn Mal- lorca hat etliche wunderschöne Klöster und Fes- tungen zu bieten, die auf jeden Fall eine Reise wert sind. Unser erstes Kloster heißt „Santuari de Lluc“, das idyllisch in einem Talkessel liegt und von über 1.000 Meter hohen Bergen umgeben ist. Hier tref- fen wir auf einen sympathischen Klosterarbeiter. Als er erfährt, dass wir am Nachmittag auf den zweithöchsten Berg Mallorcas, den „Puig de Massa- nella“ wollen, begleitet er uns ein Stück und erzählt uns spannende Geschichten über die Umgebung. Allerdings laufen wir nicht den vorgeschriebenen Weg, sondern kürzen etwas ab, sodass unsere Wan- derung zu einer wackligen Kletterpartie über Ge- röllfeld und Fels wird. Wir erreichen die 1.367 Me- ter hohe Bergspitze und tragen uns ins Gipfelbuch ein. Man hat von hier einen faszinierenden Blick auf den höchsten Berg Mallorcas. Leider ist dieser mili- tärischen Aktivitäten vorbehalten. Das Wetter wird immer schlechter. Der Wind frischt auf und dunkle Regenwolken kommen immer näher. Wir müssen zurück, diesmal über die Nordwand, welche man ei- gentlich im Aufstieg gehen sollte – eine gefährliche, ungesicherte Tour. Aber genau das wollten wir doch. _An der Feigen- und Rochenbucht Am nächsten Tag schauen wir uns die Hauptstadt Palma de Mallorca an, bekannt für ihre schöne Alt- stadt und natürlich die Kathedrale. Danach fahren wir mit unserem Mietwagen zum „Castell de Bell- ver“, das über der Hauptstadt Mallorcas thront. Die Festung gilt in Spanien als einmalig, denn anders als die meisten Wehrbauten ist diese kreisrund. Nächstes Ziel ist Poble Espanyol, eine künstliche, ganz von Mauern umschlossene kleine Stadt im Mittelalter-Look, deren Hauptelemente maßstabs- getreu verkleinert wurden und berühmte Bauwerke Spaniens zeigen. Da wir so viel wie möglich sehen wollen, geht es jedoch schnell weiter in das Fischer- dorf Cala Figuera, das übersetzt Feigenbucht bedeu- tet und sich vor allem durch hübsche Häuser am Hang auszeichnet. In der nahe gelegenen Cala Llom- bards gehen wir das erste Mal bei 14 Grad im kalten Mittelmeer baden, bevor wir mit Vollgas in das 100 Kilometer entfernte Cala Rajada rauschen. Die „Ro- chenbucht“ bekam ihren Namen von den Fischern, die sich dort im 17. Jahrhundert ansiedelten und un- ter anderem auch diese Meerestiere fingen. Und noch immer ist Cala Rajada – neben seiner Funktion als beliebter Touristenort – nach Palma der zweit- wichtigste Fischereihafen Mallorcas. cosmetic 4_ 2009 dentistry I 65
I Lifestyle _ Reisebericht Valdemossa _Klettern in der Felsenschlucht Das Highlight unserer Reise ist der „Torrent de Pareis“, eine spektakuläre Schlucht im Norden Mallorcas. Sie gehört mit den bis zu 200 Metern senkrecht aufstre- benden Wänden zu den größten Erosionsschluchten Europas. Bäume klammern sich mit ihren Wurzeln an den stellenweise senkrecht ansteigenden Wänden der Schlucht im Gestein fest. Angesichts derart un- wirtlicher Lebensbedingungen können wir nur darü- ber staunen, wie sich die Pflanzen an diesem Ort den- noch erfolgreich behaupten können. Ein Wildbach macht die Felsenschlucht im Winter unpassierbar. Und selbst im Frühjahr und Herbst kann man nur nach mehreren sonnigen Tagen die Klamm durchlaufen. Wir gehen diese Tour – wieder einmal entgegen aller Routenvorschläge – von unten nach oben und freuen uns auf die zu überwindenden 900 Höhenmeter. Je weiter wir ins Innere vordringen, umso größer werden die Felsbrocken, die uns den Weg versperren. Nur die Blicke der Bergziegen verfolgen unsere Krafteinlagen über vier bis zehn Meter hohes Felsgestein. Es ist das Suchen nach dem Durchkommen, die diese Kletterei prägt. Kurz vorm Ende der Schlucht geht es partout nicht weiter. Ein drei Meter hoher Fels lässt uns nicht vorbei. Das Gestein ist so ausgewaschen, dass wir ein- Valdemossa Valdemossa 66 I cosmetic 4_ 2009 dentistry
Lifestyle _ Reisebericht I Torrent de Pareis CAp de Formentor fach keinen Halt mehr finden. Müssen wir umkehren, obwohl wir schon fast durch sind? Doch dann sehen wir zehn Meter über uns einen kleinen Weg. Um die- sen zu erreichen, müssen wir allerdings 100 Meter zu- rücklaufen. Nach sechs Stunden erreichen wir endlich die Straße bei Escora – unser Ziel. _Treffpunkt der Winde Die nächste Tour führt uns zum Cap de Formentor, dem nördlichsten Punkt Mallorcas. Die Einheimi- schen nennen den beliebten Ausflugsort auch Treff- punkt der Winde, denn Wind und Wasser haben diese Halbinsel bizarr geformt. Bekannt ist vor allem der Leuchtturm an der Steilküste. Fast vom Winde ver- weht fahren wir schließlich weiter in das Bergdorf Valdemossa, einer der meistbesuchten Orte der Insel. Nachdem wir uns endlich einmal eine Pause gegönnt und uns am Strand gesonnt haben, ist unser allerletz- tes Reiseziel Fornalutx, das zum schönsten Ort Spa- niens ernannt wurde und – herausgeputzt wie es sich seinen Besuchern zeigt – zu Recht schon mehrere Preise gewann. Es war ein schöner Abschluss für eine aufregende Woche auf Mallorca, die uns gezeigt hat, dass es auf der Sonneninsel mehr gibt als Baller- mann & Co._ cosmetic 4_ 2009 dentistry I 67
DIE DGKZ – EINE NEUE FACHGESELLSCHAFT DGKZ bietet kostenlose, individualisierte Mitglieder-Homepage wird allen aktiven Mitgliedern der DGKZ erstma- lig und kostenlos die Möglichkeit gegeben, sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Idee Die DGKZ möchte möglichst allen niedergelas- senen Mitgliedern ermöglichen, über eine ei- gene Homepage zu verfügen. Mit dem Portal wird es möglich, die immer größer werdende Nachfrage von Patienten zu steuern und das Corporate Branding der DGKZ weiter auszu- bauen. Die einzelnen Homepages sind nicht in- dividuell gestaltet, sondern strukturierte und personalisierte Informationen über Mitglieder der DGKZ im Layout der Fachgesellschaft.Jedes aktive Mitglied erhält im Rahmen dieser Struktur somit seine eigene personalisierte Homepage. Mehr Lebensqualität durch schöne Zähne Wir freuen uns, dass Sie die Patientenplattform der DKGZ aufgesucht haben und möchten Sie ganz herzlich willkommen heißen. Mit dieser Internetpräsenz speziell für Patienten möchten wir die Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin aufzeigen und für Patienten verständlich erklären. Neben vielen interessanten Informationen zu verschiedenen Therapiegebieten, hilft Ihnen eine Suchmaschine, einen Zahnarzt in Ihrer Nähe zu finden, der die gewünschte Be- handlung in seinem Leistungsspektrum anbietet. Zur Beantwortung weiterer Fragen und für ein individuelles Beratungsgespräch emp- fehlen wir Ihnen, sich an einen unserer erfahrenen Zahnärzte zu wenden. Ihre Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. (DGKZ) Mitmachen ist ganz einfach Vorausgesetzt man ist bereits aktives Mitglied der DGKZ,reicht es,den standardisierten Frage- bogen auszufüllen und unterschrieben an das DGKZ-Büro zurückzusenden (die DGKZ-Mitglie- der erhalten die Unterlagen auf dem Postweg). Abgefragt werden das Leistungsspektrum der Praxis und die Adressdaten.Der Zeitaufwand be- trägt ca.5 Minuten – einfacher und kostengüns- tiger ist eine Internetpräsenz nicht zu haben. Nichtmitglieder müssen zunächst den Mit- gliedsantrag stellen und erhalten dann mit der Bestätigung der Mitgliedschaft die Unterlagen. Nutzen Sie die Vorteile der Mitgliedschaft in der DGKZ und treten Sie jetzt dieser starken Ge- meinschaft bei! Sie können einen Mitgliedsantrag unter www. dgkz.com im Internet herunterladen. Weitere Infos: Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig Tel.: 03 41/4 84 74-2 02 Fax: 03 41/4 84 74-2 90 info@dgkz.info / www.dgkz.com Die Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V.(DGKZ) ist eine starke Gemein- schaft,die ihre Mitglieder in vielen Bereichen ak- tiv unterstützt. Neben der qualitativ außerge- wöhnlichen Mitgliederzeitschrift „cosmetic den- tistry“, attraktiven Fortbildungsangeboten (die 6. Jahrestagung wird am 15./16. Mai 2009 in Hamburg stattfinden) und der im Mitgliedsbei- trag enthaltenen Doppelmitgliedschaft sowohl in der DGKZ als auch bei der ESED (Europeen Society of Esthetic Dentistry) ist die Patienten- kommunikation ein besonderer Schwerpunkt der Aktivitäten der Fachgesellschaft. Bisher gab die DGKZ ihren Mitgliedern mit den Patienten-Newslettern und dem „my“ Patientenmagazin sowie der DGKZ-Homepage (www.dgkz.com) bereits attraktive Tools für das Praxismarketing und Patientenkommunikation an die Hand. Jetzt lohnt sich die Mitgliedschaft besonders! Als eine der ersten Fachgesellschaften ist die DGKZ mit einer speziellen Internetplattform für Patienten ans Netz gegangen, die neben Infor- mationen für Patienten auch über eine Such- funktion verfügt, über die der interessierte Pa- tient problemlos per Link die individuellen Mit- glieder-Homepages aufrufen und den ge- wünschten Zahnarzt finden und kontaktieren kann. Mit dieser Internetplattform leicht
MITGLIEDSANTRAG Hiermit beantrage ich die Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig, Tel.: 03 41/4 84 74-2 02, Fax: 03 41/4 84 74-2 90 Präsident: Generalsekretär: Jörg Warschat LL.M., Markkleeberg Dr. Jens Voss, Leipzig Vorname PLZ/Ort Fax Geburtsdatum Name Straße Telefon E-Mail Adresse Kammer/KZV-Bereich Besondere Fachgebiete oder Qualifikationen Sprachkenntnisse in Wort und Schrift Dieser Antrag wird durch oben genanntes DGKZ-Mitglied unterstützt Hiermit beantrage ich die Einfache/bzw. passive Mitgliedschaft Jahresbeitrag 200,00 € Leistungen wie beschrieben Aktive Mitgliedschaft Leistungen wie beschrieben zusätzlich: 1. personalisierte Mitgliedshomepage 2. Stimmrecht Jahresbeitrag 300,00 € (cid:2) (cid:2) Fördernde Mitgliedschaft Jahresbeitrag 500,00 € (cid:2) Assistenten mit Nachweis erhalten 50 % Nachlass auf den Mitgliedsbeitrag (cid:2) Einzugsermächtigung (gilt nur innerhalb Deutschlands) Hiermit ermächtige ich die Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. widerruflich, die von mir zu ent- richtenden Jahresbeiträge bei Fälligkeit zu Lasten meines Kontos Konto-Nr. Kreditinstitut BLZ durch Lastschrift einzuziehen. Wenn mein Konto die erforderliche Deckung nicht aufweist, besteht seitens des konto- führenden Kreditinstitutes keine Verpflichtung zur Einlösung. Datum Unterschrift Stempel
I Impressum _ cosmetic dentistry Patienten-Newsletter für Ihre Praxis! cosmetic dentistry _ beauty & science BBiittttee sseennddeenn SSiiee mmiirr ffoollggeennddee AAnnzzaahhll ddeess PPaattiieenntteenn--NNeewwsslleetttteerr zzuu:: 110000 SStt.. 5500 SStt.. 115500 SStt.. 17,50 € 32,50 € 47,50 € je Thema je Thema je Thema bleaching ❒ veneers ❒ professionelle zahnreinigung ❒ ❒ ❒ ❒ ❒ ❒ ❒ AAddrreessssee (bitte in Druckbuchstaben ausfüllen): Praxis Straße, Nr. PLZ, Ort E-Mail Praxisstempel Datum, Unterschrift BBeesstteelllleenn SSiiee jjeettzztt!! Fax-Anforderung unter: ++4499--33 4411--44 8844 7744--22 9900 BBeezzaahhlluunngg nnuurr ppeerr BBaannkkeeiinnzzuugg ooddeerr VVeerrrreecchhnnuunnggsssscchheecckk mmöögglliicchh!! Impressum Herausgeber: Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e. V. Heike Isbaner (V. i. S. d. P.) Verleger: Torsten R. Oemus Verlag: Oemus Media AG Holbeinstraße 29 · 04229 Leipzig Tel.: 03 41/4 84 74-0 Fax: 03 41/4 84 74-2 90 E-Mail: kontakt@oemus-media.de Deutsche Bank AG Leipzig BLZ 860 700 00 · Kto. 1 501 501 Verlagsleitung: Ingolf Döbbecke · Tel.: 03 41/4 84 74-0 Dipl.-Päd. Jürgen Isbaner · Tel.: 03 41/4 84 74-0 Dipl.-Betriebsw. Lutz V. Hiller · Tel.: 03 41/4 84 74-0 Produktmanagement/Redaktionsleitung: Heike Isbaner Tel.: 03 41/4 84 74-2 21 E-Mail: h.isbaner@oemus-media.de Heike Isbaner Korrektorat: Ingrid Motschmann · Tel.: 03 41/4 84 74-1 25 Helga Friedrich · Tel.: 03 41/4 84 74-1 26 Hans Motschmann · Tel.: 03 41/4 84 74-1 26 Herstellung: Dipl.-Des. Jasmin Hilmer Tel.: 03 41/4 84 74-1 18 Abo-Service: Andreas Grasse Tel.: 03 41/4 84 74-2 01 Erscheinungsweise/Bezugspreis cosmetic dentistry – Info der Deutschen Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. erscheint 4 x jähr- lich. Der Bezugspreis ist für Mitglieder über den Mitgliedsbeitrag in der DGKZ abgegolten. Einzelheft 10 € ab Verlag zzgl. gesetzl. MwSt. und Versandkosten. Jahresabonnement im Inland 35 € ab Verlag zzgl. ge- setzl. MwSt. und Versandkosten. Kündigung des Abonnements ist schriftlich 6 Wochen vor Ende des Bezugszeitraumes möglich. Abonnementgelder werden jährlich im Voraus in Rechnung gestellt. Der Abonnent kann seine Abonnement-Bestellung innerhalb von 14 Tagen nach Absenden der Bestellung schriftlich bei der Abonnementverwaltung widerrufen. Zur Fristwahrung genügt die rechtzeitige Ab- sendung des Widerrufs (Datum des Poststempels). Das Abonnement verlängert sich zu den jeweils gül- tigen Bestimmungen um ein Jahr, wenn es nicht 6 Wochen vor Ende des Bezugszeitraumes gekündigt wurde. Verlags- und Urheberrecht: Die Zeitschrift und die enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlegers und Herausgebers unzulässig und strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Bearbeitung in elektronischen Systemen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Bei Einsendungen an die Redaktion wird das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung vorausgesetzt, sofern nichts anderes vermerkt ist. Mit Einsendung des Manuskrip- tes gehen das Recht zur Veröffentlichung als auch die Rechte zur Übersetzung, zur Vergabe von Nach- druckrechten in deutscher oder fremder Sprache, zur elektronischen Speicherung in Datenbanken, zur Herstellung von Sonderdrucken und Fotokopien an den Verlag über. Für unverlangt eingesandte Bücher und Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Mit anderen als den redaktions- eigenen Signa oder mit Verfassernamen gekennzeichnete Beiträge geben die Auffassung der Verfas- ser wieder, die der Meinung der Redaktion nicht zu entsprechen braucht. Der Verfasser dieses Bei- trages trägt die Verantwortung. Gekennzeichnete Sonderteile und Anzeigen befinden sich außerhalb der Verantwortung der Redaktion. Für Verbands-, Unternehmens- und Marktinformationen kann keine Gewähr übernommen werden. Eine Haftung für Folgen aus unrichtigen oder fehlerhaften Dar- stellungen wird in jedem Falle ausgeschlossen. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Firmennamen, Warenbezeichnungen und dergleichen in dieser Zeitschrift berechtigt auch ohne be- sondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen und Bezeichnungen im Sinne der Warenzeichen- und Warenschutzgesetzgebung als frei zu betrachten seien und daher von jedermann benutzt werden dürfen. Gerichtsstand ist Leipzig. 70 I cosmetic dentistry 4_ 2009
cosmetic dentistry _ beauty & science ISSN 1612-7390 Entgelt bezahlt: 63398 Preis: € 10,00 zzgl. MwSt. 7. Jahrgang • November • 4/2009 cosmetic dentistry _ beauty & science 42009 _Fachbeitrag Wie lange braucht Ästhetik? _Spezial Irren ist menschlich: Lernen aus Fehlern _Lifestyle Mallorca – das Geheimnis der beliebten Sonneninsel _„Schönheit als Zukunftstrend“ wird nach Ansicht vieler Fachleute in den kommenden Jahren auch die Nachfragesituation im Dentalmarkt grundsätzlich verändern. Neben der Wiederherstellung oder Verbesserung natürlicher funktionaler Verhältnisse im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich wird es zunehmend Nachfragen zu darüber hinausgehenden kosmetischen und optischen Verbesse- rungen oder Veränderungen geben. Ähnlich wie im traditionellen Bereich der Schönheitschirurgie wird auch die Zahnheilkunde in der Lage sein, dem Bedürfnis nach einem jugendlichen, den allge- meinen Trends folgenden Aussehen zu entsprechen. Gleichzeitig eröffnen sich in der Kombination verschiedener Disziplinen der Zahnheilkunde völlig neue Möglichkeiten. Um diesen hohen Anforderungen und dem damit verbundenen Know-how zu entsprechen, bedarf es einer völlig neuen Gruppe von Spezialisten, de facto der „Universal Spezialisten“, Zahnärzte, die ihr erstklassiges Spezialwissen in mehreren Disziplinen auf einer qualitativ völlig neuen Stufe um- setzen. Mit anderen Worten – Cosmetic Dentistry ist High-End-Zahnmedizin. In Form von Fachbeiträgen, Anwenderberichten und Herstellerinformationen wird über neueste wissenschaftliche Ergebnisse, fachliche Standards, gesellschaftliche Trends und Produktinnovatio- nen informiert werden. Ergänzt werden die Fachinformationen durch juristische Hinweise und Ver- bandsinformationen aus den Reihen der Deutschen Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin. Insbesondere die Einordnung der Fachinformationen in die interdisziplinären Aspekte der The- matik stellen einen völlig neuen Ansatz dar. _ ✂ Abonnieren Sie jetzt! . t S w M . l z t e s e g + n e t s o k d n a s r e V . l g z z s i e r P * 9 0 / 4 D C Ja, ich möchte „cosmetic dentistry“ im Jahres - abonnement zum Preis von 35,00 E*/Jahr beziehen. Name, Vorname Die Lieferung beginnt mit der nächsten Ausgabe nach Zahlungseingang (bitte Rechnung abwarten) und verlän- gert sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht sechs Wochen vor Ablauf des Bezugszeitraumes schrift- lich gekündigt wird (Poststempel genügt). Firma Straße PLZ/Ort E-Mail Unterschrift Antwort per Fax 03 41/4 84 74-2 90 an OEMUS MEDIA AG oder per E-Mail an grasse@oemus-media.de Widerrufsbelehrung: Den Auftrag kann ich ohne Begründung innerhalb von 14 Tagen ab Bestellung bei der OEMUS MEDIA AG, Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig, schriftlich widerrufen. Rechtzeitige Absendung genügt. Unterschrift OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29, 04229 Leipzig, Tel.: 03 41/4 84 74-0, Fax: 03 41/4 84 74-2 90, E-Mail: grasse@oemus-media.de
(cid:49)(cid:85)(cid:65)(cid:76)(cid:73)(cid:84)(cid:105)(cid:84)฀(cid:68)(cid:85)(cid:82)(cid:67)(cid:72)฀(cid:37)(cid:82)(cid:70)(cid:65)(cid:72)(cid:82)(cid:85)(cid:78)(cid:71) (cid:54)(cid:79)(cid:76)(cid:76)(cid:75)(cid:69)(cid:82)(cid:65)(cid:77)(cid:73)(cid:83)(cid:67)(cid:72)(cid:69)฀(cid:95)(cid:83)(cid:84)(cid:72)(cid:69)(cid:84)(cid:73)(cid:75)฀(cid:77)(cid:73)(cid:84)฀(cid:58)(cid:13)(cid:44)(cid:79)(cid:79)(cid:75)(cid:19)฀(cid:41)(cid:77)(cid:80)(cid:76)(cid:65)(cid:78)(cid:84)(cid:65)(cid:84)(cid:69)(cid:78)฀(cid:86)(cid:79)(cid:78)฀(cid:58)(cid:13)(cid:51)(cid:89)(cid:83)(cid:84)(cid:69)(cid:77)(cid:83) (cid:87)(cid:87)(cid:87)(cid:14)(cid:90)(cid:13)(cid:83)(cid:89)(cid:83)(cid:84)(cid:69)(cid:77)(cid:83)(cid:14)(cid:68)(cid:69) E D SWI S S M A (cid:50)(cid:79)(cid:84)(cid:69)฀(cid:95)(cid:83)(cid:84)(cid:72)(cid:69)(cid:84)(cid:73)(cid:75)฀(cid:77)(cid:73)(cid:84)฀(cid:58)(cid:13)(cid:44)(cid:79)(cid:79)(cid:75)(cid:19)(cid:26) (cid:26)(cid:26)฀(cid:68)(cid:73)(cid:69)฀(cid:105)(cid:83)(cid:84)(cid:72)(cid:69)(cid:84)(cid:73)(cid:83)(cid:67)(cid:72)(cid:69)฀(cid:85)(cid:78)(cid:68)฀(cid:87)(cid:69)(cid:73)(cid:83)(cid:83)(cid:69)฀(cid:33)(cid:76)(cid:84)(cid:69)(cid:82)(cid:78)(cid:65)(cid:84)(cid:73)(cid:86)(cid:69) (cid:26)(cid:26)฀(cid:71)(cid:85)(cid:84)(cid:69)฀(cid:55)(cid:69)(cid:73)(cid:67)(cid:72)(cid:71)(cid:69)(cid:87)(cid:69)(cid:66)(cid:83)(cid:86)(cid:69)(cid:82)(cid:84)(cid:82)(cid:105)(cid:71)(cid:76)(cid:73)(cid:67)(cid:72)(cid:75)(cid:69)(cid:73)(cid:84)฀(cid:85)(cid:78)(cid:68)฀(cid:47)(cid:83)(cid:83)(cid:69)(cid:79)(cid:73)(cid:78)(cid:84)(cid:69)(cid:71)(cid:82)(cid:65)(cid:84)(cid:73)(cid:79)(cid:78) (cid:26)(cid:26)฀(cid:72)(cid:79)(cid:67)(cid:72)(cid:70)(cid:69)(cid:83)(cid:84)(cid:69)฀(cid:58)(cid:73)(cid:82)(cid:75)(cid:79)(cid:78)(cid:79)(cid:88)(cid:73)(cid:68)(cid:75)(cid:69)(cid:82)(cid:65)(cid:77)(cid:73)(cid:75)฀(cid:52)(cid:58)(cid:48)(cid:13)(cid:33)฀(cid:34)(cid:41)(cid:47)(cid:13)(cid:40)(cid:41)(cid:48)(cid:135)(cid:12)฀(cid:126)(cid:66)(cid:69)(cid:82)฀(cid:17)(cid:14)(cid:18)(cid:16)(cid:16)(cid:45)(cid:48)(cid:65) (cid:26)(cid:26)฀(cid:66)(cid:69)(cid:83)(cid:67)(cid:72)(cid:76)(cid:69)(cid:73)(cid:70)(cid:66)(cid:65)(cid:82)฀(cid:87)(cid:73)(cid:69)฀(cid:69)(cid:73)(cid:78)฀(cid:78)(cid:65)(cid:84)(cid:126)(cid:82)(cid:76)(cid:73)(cid:67)(cid:72)(cid:69)(cid:82)฀(cid:58)(cid:65)(cid:72)(cid:78)(cid:83)(cid:84)(cid:85)(cid:77)(cid:80)(cid:70) (cid:19) (cid:21) (cid:17) (cid:14) (cid:16) (cid:17) (cid:18) (cid:25) (cid:16) (cid:15) (cid:19) (cid:16) ฀ (cid:58)(cid:13)(cid:51)(cid:89)(cid:83)(cid:84)(cid:69)(cid:77)(cid:83)฀(cid:39)(cid:77)(cid:66)(cid:40) (cid:33)(cid:85)(cid:71)(cid:85)(cid:83)(cid:84)(cid:69)(cid:78)(cid:83)(cid:84)(cid:82)(cid:65)(cid:83)(cid:83)(cid:69)฀(cid:17)(cid:18)(cid:20) (cid:23)(cid:16)(cid:17)(cid:25)(cid:23)฀(cid:51)(cid:84)(cid:85)(cid:84)(cid:84)(cid:71)(cid:65)(cid:82)(cid:84) (cid:52)(cid:69)(cid:76)(cid:69)(cid:70)(cid:79)(cid:78)฀(cid:16)(cid:24)(cid:16)(cid:16)฀(cid:16)(cid:16)(cid:16)฀(cid:17)(cid:16)฀(cid:22)(cid:18) (cid:83)(cid:85)(cid:80)(cid:80)(cid:79)(cid:82)(cid:84)(cid:32)(cid:90)(cid:13)(cid:83)(cid:89)(cid:83)(cid:84)(cid:69)(cid:77)(cid:83)(cid:14)(cid:68)(cid:69)

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