Source: https://www.anwalt24.de/urteile/bgh/2010-06-10/2-str-78_10
Timestamp: 2017-09-19 19:02:09+00:00

Document:
BGH, 10.06.2010 - 2 StR 78/10 - Gewährleistung einer gemeinsamen Meinungsbildung des Gerichts und gemeinsamen Verantwortung bzgl. der Einschränkung der Unmittelbarkeit durch den Verzicht auf den Zeugen durch das Beschlusserfordernis in § 251 Abs. 4 S. 1 Strafprozessordnung (StPO) | anwalt24.de
Beschl. v. 10.06.2010, Az.: 2 StR 78/10
Referenz: JurionRS 2010, 19047
Aktenzeichen: 2 StR 78/10
LG Fulda - 20.10.2009
§ 251 Abs. 4 S. 1 StPO
NJW 2010, 3383-3384
NJW-Spezial 2010, 505
NStZ 2010, 649-650
NStZ 2011, 594
StraFo 2010, 342-343
StV 2010, 617-618
wistra 2010, 412-413
Die Revision rügt zu Recht einen Verstoß gegen § 251 Abs. 4 Nr. 1 StPO. Das Landgericht hat im Hauptverhandlungstermin vom 20. Oktober 2009 auf Anordnung des Vorsitzenden zwei Vermerke des Zeugen H. "im allseitigen Einvernehmen" verlesen, ohne hierüber einen Gerichtsbeschluss herbeizuführen. Die Verlesung der Vermerke im Urkundsbeweis kam hier jedoch alleine im Wege eines Gerichtsbeschlusses nach der Vorschrift des § 251 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. § 251 Abs. 1 Nr. 1 StPO in Betracht, da sie formlose Befragungen des Geschädigten und damit "Vernehmungen" zum Gegenstand hatten, welche nicht im erweiterten Urkundsbeweis nach § 256 Abs. 1 Nr. 5 StPO verlesen werden dürfen. Das Fehlen des Gerichtsbeschlusses begründet die Revision (vgl. NStZ 1993, 144 [BGH 29.10.1992 - 4 StR 446/92]; 88, 283).

References: § 251

§ 251
 § 251
 § 251
 § 251
 § 256