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Timestamp: 2020-02-22 09:22:16+00:00

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Kleiner Tiergarten / Ottopark Berlin-Mitte : nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb / Hrsg. und Wettbewerbsdurchführer: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Ottoplatz Berlin ; Kleiner Tiergarten <Berlin> ; Landschaftsplanung ; Wettbewerb ; Online-Publikation
urn:nbn:de:kobv:109-opus-97641
Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Kleiner Tiergarten / Ottopark Berlin-Mitte Auslobung
Berlin, 30. März 2010
Herausgeber und Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Wettbewerbsausschreibung und Koordination des Verfahrens LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla Alexandrinenstraße 2-3 10969 Berlin-Kreuzberg Bearbeitung: Rüdiger Amend Eike Richter Dirk Kaden Amena Grünberg Titelbild Luftbild Kleiner Tiergarten / Ottopark Bildflug 2009, Farbe Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Druck A&W Digitaldruck, Berlin
Inhaltsverzeichnis Anlass und Ziel Teil 1 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 Teil 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 Teil 4 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 Teil 5 Verfahren Auslober, Bauherr und Verfahrenskoordination Art des Verfahrens Richtlinien für Wettbewerbe Wettbewerbsteilnehmer Preisgericht und Vorprüfung Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen Abgabe der Wettbewerbsarbeiten Ortsbesichtigung und Rückfragen Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen Geforderte Leistungen Beurteilungsverfahren und Vorprüfung Preise und Anerkennungen Weitere Bearbeitung Eigentum und Urheberrecht Verfassererklärung Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten Haftung und Rückgabe Zusammenfassung der Termine Situation und Planungsvorgaben Das Wettbewerbsgebiet Historische Entwicklung des Standorts Städtebauliche Rahmenbedingungen Verkehrliche Rahmenbedingungen Freiflächen im Umfeld, Spielplätze Sicherheit im öffentlichen Raum Planungsrecht Weitere Planungen und Maßnahmen Wettbewerbsaufgabe Übergeordnete Zielsetzung Charakter des Freiraumes und gestalterische Zielsetzung Zielsetzung Vertiefungsbereiche (M 1:250) Erschließung Nutzung und Ausstattung Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit Anhang Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung Verfassererklärung Quellen Abbildungen Verzeichnis historischer Pläne Digitale Anlagen auf beiliegender CD-Rom 5
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Anlass und Ziel
Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Aktive Stadtzentren“ ist die Turmstraße im Berliner Bezirk Mitte ausgewählt worden, in ihrer Funktion als Stadtteilzentrum und Geschäftsstraße durch verschiedene Maßnahmen gestärkt zu werden. Die Umgestaltung des Kleinen Tiergartens und des Ottoparks ist eine dieser Maßnahmen, die in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden sollen. Der Kleine Tiergarten gehört zu den ältesten Berliner Gartenanlagen. Er stellt ein bedeutendes Zeugnis der Gartenkunst und der Entwicklung der Ortsteile Moabit und Tiergarten dar. Es läuft derzeit ein Verfahren, ihn als Gartendenkmal einzutragen. Für den Ottopark ist dies nicht geplant. Beide Parkanlagen weisen Instandhaltungsdefizite der Möblierung und Pflegedefizite der Bepflanzung auf. Sie stellen sich heute in einem wenig attraktiven Zustand dar und werden ihrer Funktion als zentrale und die angrenzenden Quartiere verbindende Grünflächen nicht gerecht. Zudem besteht aufgrund der Über- und Fehlnutzung durch soziale Randgruppen, des introvertierten Charakters, der Wirkung als Angstraum und der Barrierewirkung zwischen den Stadtquartieren ein erheblicher Gestaltungsbedarf. Eine zeitgemäße Anpassung bzw. Erweiterung der Nutzungsangebote, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientiert, ist erforderlich. Eine weitere Schwäche stellt die mangelhafte Vernetzung der Grünflächen untereinander dar. Zum einen ist diese durch die Barrierewirkung kreuzender Straßen erschwert, zum anderen fehlen Verbindungen zu den großen Grünflächen und Erholungsräumen im Umfeld. Im Zuge der gleichzeitig geplanten Aufwertung der angrenzenden Turmstraße und der Straße Alt-Moabit bietet sich die Chance, einer umfassenden Instandsetzung bzw. Umgestaltung der öffentlichen Räume im Zentrum Moabits. Erwartet werden Lösungsvorschläge von hoher gestalterischer Qualität, eine intensive und sensible Auseinandersetzung mit dem Bestand und eine stufenweise Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen.
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Teil 1 Verfahren
Auslober Bezirksamt Mitte von Berlin in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. II und Abt. IV Bauherr Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung, Straßen- und Grünflächenamt, Fachbereich Grün Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstr. 6 D-10179 Berlin Maria Rünz, II D 22 Tel.: +49 (0)30/ 9025-2021 Fax: +49 (0)30/ 9025-2533 E-mail: maria.ruenz@senstadt.berlin.de Beauftragt mit Ausschreibung und Koordination des Verfahrens LA.BAR Landschaftsarchitekten bdla Rüdiger Amend Alexandrinenstr. 2-3 D-10969 Berlin Tel.: +49 (0)30/ 612019 38 Fax.: +49 (0)30/ 612019 39 E-Mail: amend@la-bar.de
Die Ausschreibung erfolgt als nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb gemäß den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008). Eingebunden in das Verfahren ist eine öffentliche Bürgerveranstaltung in Form einer Präsentation der eingereichten Wettbewerbsarbeiten und Diskussion mit dem Preisgericht am Abend vor der Preisgerichtssitzung (siehe auch Pkt. 1.11). Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch.
Die Kommunikation mit den Teilnehmern erfolgt weitgehend über E-Mail.
Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06/2009 (Einführung der RPW 2008) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt
ist. Die Architektenkammer Berlin wirkt entsprechend der Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) vor, während und nach dem Wettbewerb beratend mit. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. B-2010-08 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der RPW 2008 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D - abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetragen werden Name, Anschrift, Telefon, Bankverbindung, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt.
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt S 9-010691 vom 14.01.2010 in einem vorgeschalteten Bewerbungsverfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium 20 Landschaftsarchitekten ausgewählt. Die ausgewählten und nachgerückten Wettbewerbsteilnehmer werden in einem gesonderten Schreiben vom Auslober über den Teilnehmerkreis informiert.
Peter Schmidt-Seifert Landschaftsarchitekt, Berlin Leonard Grosch Landschaftsarchitekt, Berlin Gero Heck Landschaftsarchitekt, Berlin
Fachpreisrichter/- innen
Sachpreisrichter/ -innen
Horst Wohlfahrt v. Alm
Hildrun Knuth
Grünflächenamt, Pflege / Unterhaltung
Gisbert Preuß / Andreas Wilke
KoSP Koordinationsbüro für
Projektmanagement, Prozesssteuerung
Stadtteilzentrum Turmstraße
Mitglieder der Stadtteilvertretung
Vertreter der Fraktionen der BVV Mitte
Eike Richter Landschaftsarchitekt, Kostenprüfung Die Vorprüfung wird bei Bedarf verstärkt.
Die Wettbewerbsunterlagen werden den ausgewählten Bewerbern im Zusammenhang mit einem Besichtigungstermin am 30.03.2010 um 11.00 Uhr im Rathaus Tiergarten, Balkonsaal übergeben. Kann ein Teilnehmer die Unterlagen nicht persönlich entgegennehmen, werden ihm die Auslobungsunterlagen am gleichen Tage per Post zugesendet.
Die Arbeiten sind am 02.06.2010 von 13.00 bis 15.00 Uhr bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung - II D -, Brückenstraße 6, 10179 Berlin, Raum 4.026 abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Die Wettbewerbspläne sind gerollt in einer eckigen Planverpackung abzuliefern. Bei Einreichung durch Post- oder Kurierdienst, ist eine Kopie des Aufgabebeleges in gleicher anonymisierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzusenden. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Landschaftsplanerischer Wettbewerb Kleiner Tiergarten / Ottopark“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 02.06.2010 oder eines davor liegenden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen am 6. Tag nach Abgabedatum vorliegen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel/Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1cm Höhe und 4cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen.
Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (siehe Anhang) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.
Am 30.03.2010 wird im Rahmen der Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen eine Ortsbesichtigung des Wettbewerbsgebiets für die Wettbewerbsteilnehmer durchgeführt. Die Ortsbesichtigung findet nach der Ausgabe der Unterlagen statt und beginnt am Ort der Wettbewerbsausgabe (siehe 1.6). Rückfragen Rückfragen zur Auslobung können bis zum 15.04.2010, 9.00 Uhr schriftlich per E-Mail gestellt werden. Sie sind an folgende Adresse zu richten: amend@la-bar.de Bei den Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Auslobung (auf die sie sich beziehen) Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden ggf. mit dem Preisgericht bzw. den Sachverständigen erörtert. Das RückfrageProtokoll ist Bestandteil der Auslobung.
Unterlagen des Wettbewerbs sind: -	 die vorliegende Auslobung -	 die Zusammenstellung der Rückfragen und Antworten -	 CD-ROM mit digitalen Daten u.a. die folgenden aufgeführten Planunterlagen und Dokumente: Digitale Informationspläne -	 Luftbild als .tif-Datei -	 Moabit_2D.PDF (M 1:2000) -	 Moabit_3D.PDF (M 1:2000) -	 Moabit_2D.dwg (M 1:2000) -	 Moabit_3D.dwg (M 1:2000) -	 Übersichtsplan Abgrenzung WB-Gebiet und Vertiefungsbereiche als PDF-Datei (M 1:2000) -	 Übersichtsplan Denkmale / Markante Gebäude als PDF-Datei (M 1:2000 -	 Übersichtsplan Gartendenkmal als PDF-Datei (M 1:2000) -	 Übersichtsplan Eingänge / Übergänge als PDF-Datei (M 1:2000) -	 Übersichtsplan Historischer Baumbestand als PDF-Datei (M 1:2000) -	 Übersichtsplan Grünverbindungen als PDF-Datei (M 1:1000) -	 Übersichtsplan Fotodokumentation als PDF-Datei (M 1:2000) -	 Fotodokumentation als JPG-Dateien -	 Blumengarten (1.10.1953) als PDF (Planung von W. Alverdes) -	 Kleiner Tiergarten (1.10.1959) als PDF (Planung von W. Alverdes)
Digitale Arbeitspläne -	 Arbeitsplan als CAD-Datei in den Formaten .dwg und .dxf. (mit Ansichtsbereichen in M 1:2000, M 1:500 und M 1:250) -	 Arbeitsplan Städtebauliche Einbindung, M 1:2000 als PDF-Datei, -	 Arbeitsplan Wettbewerbsgebiet, M 1:500 als PDF-Datei, -	 Vertiefungsbereich „Ottoplatz“, M 1:250 als PDF-Datei -	 Vertiefungsbereich „Promenade U-Bahnhof Turmstraße“, M 1:250 als PDF-Datei -	 Vertiefungsbereich „Rollerbahn“, M 1: 250 als PDF-Datei Hinweis Jeder Teilnehmer des Verfahrens verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verfahren zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: 1. 	 Lageplan Städtebauliche Einbindung mit Darstellung der Anbindung an die umgebenden Quartiere, M 1:2000 2. 	 Gestaltungs- und Nutzungskonzept mit Darstellung der Gesamtsituation, der Erschließung und der angrenzenden Straßenräume, M 1:500 3. 	 Gestaltungs- und Nutzungskonzept „Vertiefungsbereich Ottoplatz“, mit Darstellung der Höhen, Materialangaben und Oberflächentexturen, M 1:250 4. 	 Gestaltungs- und Nutzungskonzept „Vertiefungsbereich Promenade U-Bahnhof Turmstraße“ mit Darstellung der Höhen, Materialangaben und Oberflächentexturen, M 1:250 5. 	 Gestaltungs- und Nutzungskonzept „Vertiefungsbereich Rollerbahn“ mit Darstellung der Höhen, Materialangaben und Oberflächentexturen, M 1:250 6. 	 Eine räumliche Darstellung für den Bereich Ottopark / Ottoplatz 7. 	 Eine räumliche Darstellung für den Bereich Kleiner Tiergarten 8. 	 Erläuternde Darstellungen wie Ansichten, Schnitte etc. zur Veranschaulichung der Entwurfsidee 9. 	 Angaben zur Ausstattung und Materialverwendung 10. 	 Prüfplan des Gestaltungs- und Nutzungskonzepts M 1:500 mit Angaben der notwendigen Maße bzw. Flächenangaben 11. 	 Prüfpläne der Vertiefungsbereiche mit Angaben der notwendigen Maße bzw. Flächenangaben, M 1:250 12. 	 Erläuterungsbericht (max. 3 DIN A 4 Seiten) mit Erläuterung der Entwurfsidee, zur Material- und Pflanzenverwendung sowie zum Umgang mit dem Bestand. 13. 	 Verkleinerung des Entwurfs in DIN A4 (für Vorprüfbericht) 14. 	 Kostenermittlung auf beiliegenden Formblättern (Anlage 5.19.2 auf beiliegender CD-ROM) 15. 	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen 16. 	 Verfassererklärung auf beiliegendem Formblatt (Anlage 5.19.1 auf beiliegender CD-ROM)
Die aufgeführten geforderten Leistungen Nr. 1.-16. sind in Papierform zu erbringen.
Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-ROM zu erbringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): -	 die Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Dateien in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi -	 die Präsentationspläne als .pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixeldarstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi -	 die Prüfpläne als Windows-kompatible .dxf- oder .dwg-Datei (AutoCAD 2000 oder tiefer) -	 Die ausgefüllten/ergänzten Formblätter (Kostenermittlung) als Windows-kompatible .xls-Datei (MS Excel) Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht berücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. tif“
Beispiele: -	 Lageplan: 123456_lageplan.tif -	 Vertiefungsbereich: 123456_vertiefungsbereich.tif -	 Ansichten: 123456_ansicht_01.tif -	 Präsentationsplan: 123456_praesentationsplan_01.pdf -	 Prüfplan: 123456_prüfplan_01.dxf
In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Mac- und Windows-kompatiblen PC zu erstellen. Sollte dies aus technischen Gründen nicht möglich sein, dann ist die CDROM zumindest für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Allgemeine Hinweise Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Arbeit drei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gemäß RPW 2008 35 Absatz 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen.
Darstellung Rolltafel
Ausschlusskriterien / Verstoß gegen bindende Vorgaben Die für die Wettbewerbsaufgabe verbindlichen Vorgaben werden im Sinne der Innovation und des Wettbewerbgedankens auf folgende grundsätzliche Anforderungen begrenzt: Es werden keine bindenden Vorgaben im Sinne der RPW 2008 § 5 Absatz 1 und § 6 Absatz 2 formuliert. Wettbewerbsbeiträge, die während der Laufzeit des Wettbewerbes veröffentlicht werden, verstoßen gegen die in § 1 Absatz 4 und § 6 Absatz 2 RPW 2008 geforderte Anonymität und sind von der Beurteilung auszuschließen.
Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Absatz 2 der RPW 2008 dargestellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Am Abend vor dem Preisgericht werden die anonymisierten Arbeiten des Wettbewerbs in einer öffentlichen Veranstaltung in Anwesenheit des Preisgerichts vorgestellt und diskutiert. Die Anwesenheit des Preisgerichts ist verbindlich. Die teilnehmenden Büros werden gebeten, an dieser Veranstaltung nicht teilzunehmen, um die Anonymität der Entwurfsverfasser zu wahren. Das Preisgericht tagt am folgenden Tag in einer nicht öffentlichen Preisgerichtssitzung. Die Ergebnisse der Vorprüfung werden dem Preisgericht als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten. Beurteilungskriterien Der Katalog der Beurteilungskriterien (nach RPW 2008, Anlage I) dient der Strukturierung der Vorprüfung und der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten durch das Preisgericht. Bei der Beurteilung werden folgende Kriterien zu Grunde gelegt: Programmerfüllung Teil 1, Verfahren
Konzept -	 Leitidee, Grundstruktur -	 Einbindung in das städtebauliche Umfeld -	 Umgang mit dem Bestand -	 Einbindung der Verkehrsansprüche und verkehrlichen Planung -	 Beachtung der Belange des Denkmalschutzes -	 Vernetzung der umliegenden Freiräume -	 Raumbildung und -verknüpfung -	 Orientierung und Erschließung -	 Flexibilität Gestaltung -	 Gestaltqualität -	 Vegetation -	 Material und Inventar Nutzungen -	 Räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung in Bezug auf unterschiedliche Nutzungsgruppen -	 Nutzbarkeit ohne Barrieren -	 Sicherheit und Transparenz Realisierbarkeit -	 Einhaltung verbindlicher Vorgaben -	 Einhaltung des Kostenrahmens -	 Wirtschaftlichkeit in Bezug auf Folgekosten für Pflege und Unterhaltung -	 Stufenweise Umsetzung
1.12 Preise und Anerkennungen
Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis des § 39 HOAI ermittelt. Für Preise und Anerkennungen stehen insgesamt 40.000 Euro zur Verfügung. 1. Preis 2. Preis 3. Preis 16.100 Euro 10.100 Euro 6.000 Euro
drei Anerkennungen mit je 2.600 Euro Über die Preise und Anerkennungen hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise und Anerkennungen werden nach Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19% ist in den genannten Beträgen nicht enthalten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Bei der Umsetzung des Projekts wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einem der Preisträger die weitere Bearbeitung der Aufgabe mindestens mit den Leistungen 2, 3, 4 (soweit erforderlich), 5 und optional mit den Leistungen 6 bis 8 nach § 38 HOAI übertragen, sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, insbesondere soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrunde liegende Aufgabe realisiert werden soll (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Anerkennung nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Wenn vom Auftraggeber in begründeten Einzelfällen vom Votum des Preisgerichts hinsichtlich der weiteren Beauftragung abgewichen wird, sind mit allen Preisträgern Verhandlungen über die Auftragsvergabe durchzuführen. Landschaftsarchitekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architektenkammer sind, werden gemäß § 6 Bau- und Architektenkammergesetz verpflichtet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtiger Architekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu lassen. Bei Bedarf wird die Hinzuziehung eines Kontaktlandschaftsarchitekturbüros empfohlen.
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen und Anerkennungen ausgezeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Absatz 3). Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind. Die Verfassererklärung befindet sich als Formblatt im digitalen Anhang 5.19.1 der beiliegenden CD-ROM.
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder einer Anerkennung ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts mitgeteilt, allen anderen durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls und der Öffentlichkeit über die Presse bekannt gegeben sowie unter www.stadtentwicklung.berlin.de/ aktuell/ausstellungen angekündigt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Anerkennungen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse bekannt gegeben (RPW 2008 § 8 Absatz 1).
1.18 	 Zusammenfassung der Termine
Ortsbesichtigung und Ausgabe der Wettbwerbsunterlagen Rückfragen schriftlich per E-Mail bis Rückfragen -Beantwortung schriftlich per E-Mail Abgabe der Arbeiten Bürgerveranstaltung Sitzung des Preisgerichts Ausstellung der Arbeiten voraussichtlich 30. März 2010 15. April 2010 22. April 2010 2. Juni 2010 5. Juli 2010 6. Juli 2010 August 2010
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
Lage im Stadtraum Das Wettbewerbsgebiet befindet sich im Stadtbezirk Berlin-Mitte, Ortsteil Moabit. Im Norden wird Moabit durch die Bahnflächen des S-BahnRings und eines ehemaligen Güterbahnhofs sowie die Hafenanlagen des Westhafens begrenzt. Im Westen durch die großen Flächen eines Industrie- und Gewerbegebiets. Am östlichen Rand des Ortsteils befinden sich die großen Grün- und Freiflächen des Fritz-Schloss-Parks und des Poststadions. Östlich hiervon, überwiegend auf Flächen eines ehemaligen Containerbahnhofs, befindet sich das Entwicklungsareal um die Lehrter und Heidestraße. Im Südosten Moabits liegt der Berliner Hauptbahnhof. In unmittelbarer Nähe hierzu befindet sich das Regierungsviertel. Im Süden bildet die Spree eine natürliche Grenze. Aufgrund der umgebenden Wasserwege und der großflächigen Nutzungen an den Rändern Moabits besteht eine stadträumlich abgegrenzte Insellage, man spricht deshalb auch von der „Moabiter Insel“.
Abb. 1, Ausschnitt Innenstadtplan 3D
Abb. 2, Blick von der Thusnelda-Allee zum Rathaus Tiergarten, November 2009
Abb. 3, Plan Kleiner Tiergarten und Ottopark, Übersicht Wettbewerbsgebiet
Abgrenzung und Größe Das Wettbewerbsgebiet hat eine Größe von ca. 6,2ha. Es besteht aus dem Kleinen Tiergarten und dem Ottopark. Die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Thusnelda-Allee markiert die Grenze zwischen den beiden Parks. Das Wettbewerbsgebiet wird im Norden von der Turmstraße und im Süden von der Straße Alt-Moabit begrenzt. Im Westen bildet die Ottostraße und im Osten die St. Johannis-Gemeinde die Grenze. Der Ottopark erstreckt sich zwischen der Thusnelda-Allee und der Ottostraße an der sich der Ottoplatz befindet. Der Kleine Tiergarten hat eine Gesamtfläche von ca. 5ha und erstreckt sich in Ost-West-Richtung auf einer Länge von 570m. Die 30m breite Stromstraße trennt den Kleinen Tiergarten in einen kleineren westlichen und einen größeren östlichen Teil. Der westliche, ein Hektar große Teil zwischen Thusnelda-Allee und Stromstraße ist 170m lang und zwischen 45m und 60m breit. Im Bereich des U-Bahnhofs Turmstraße wird er von der U-Bahnlinie 9 in Nord-SüdRichtung unterquert. Mit einer Länge von 400m und einer Breite zwischen 60m und 150m bildet der ca. 4ha große östliche Teil des Kleinen Tiergartens die größte zusammenhängende Parkfläche im Wettbewerbsgebiet. Die Bereiche im einzelnen Der Ottoplatz Der überwiegend unbefestigte Ottoplatz hat eine Größe von ca. 3.000m2 und formuliert den Übergang von der Ottostraße in den Ottopark. Er wird durch dichte Strauchpflanzungen eingerahmt und wirkt dadurch introvertiert. Die nördliche Platzseite wird durch Bäume stark verschattet. Drei rechteckige mit Eiben bepflanzte Hochbeete gliedern die Platzfläche. Der Platz ist mit Bänken und Tischen ausgestattet, die sich in den Randbereichen vor den Strauchpflanzungen befinden. Außer 2 Tischtennisplatten bietet der Ottoplatz keine weiteren Freizeit- bzw. Spielangebote. Im Bereich der Einmündung Ottostraße / Alt-Moabit befinden sich ein Imbisspavillon und eine kostenpflichtige Toilettenanlage, die von der Firma Wall betrieben wird. An der Brandwand des Gemeindehauses der Heilandsgemeinde steht ein nicht mehr genutztes Toilettenhäuschen. Insgesamt stellt sich der Platz in einem maroden und stark überarbeitungsbedürftigen Zustand dar. Der Imbisspavillon führt zu einer starken Nutzung des Platzes durch Randgruppen.
Abb. 4, Ottoplatz, November 2009
Der Ottopark
Auch der Ottopark wird durch dichte Strauchpflanzungen gerahmt. Nach
Süden und Osten ist er mit einem Zaun eingefriedet. An seiner Nordseite
wird der Ottopark durch die Rückseite einer Häuserzeile und die Turm
straße begrenzt. Im Zugangsbereich an der Turmstraße steht ein Imbiss
Im westlichen Teil des Parks befindet sich ein eingefriedeter pädagogisch
betreuter Spielplatz. Dieser soll in naher Zukunft mit einem neuen Spielhaus
ergänzt werden. Östlich daran schließt sich ein 2009 fertig gestellter
Spielplatz für Kleinkinder an.
Abb. 5, Ottopark, Skattische am Rand der ovalen Rasenfläche, November 2009
Eine ca. 1.600m2 große ovale Rasenfläche mit einzelnen Bäumen prägt
die östliche Partie des Ottoparks. Sie wird durch eine umlaufende 80m
lange und 90cm breite Natursteinstufe eingefasst und von einer Strauch
pflanzung gerahmt, die den Ottopark von der Thusnelda-Allee räumlich
Nördlich und südlich der Rasenfläche befinden sich Sitzbereiche. Der
südliche ist mit in den 1950er Jahren beliebten Skattischen ausgestattet
und mit einem Zaun eingefriedet. Der nördliche Sitzbereich bindet über
einer Stufenanlage an die Thusnelda-Allee an.
Die Erschließung des Parks erfolgt durch einen in Ost-West-Richtung
verlaufenden Weg zwischen Turmstraße und Ottostraße und den Geh
weg an der Straße Alt-Moabit. Im Bereich der Turmstraße 83 führt ein
Durchgang in den Park und weiter bis zur Bochumer Straße.
Thusnelda-Allee und Heilandskirchplatz
Die Thusnelda-Allee verbindet die Turmstraße und die Straße Alt-Moabit.
Mit gerade einmal 50m Länge ist sie die kürzeste Allee Berlins. Der hier
über verlaufende motorisierte Individualverkehr (MIV) und der öffentliche
Personen-Nahverkehr (ÖPNV) stellen eine erhebliche Belastung für den
anliegenden Ottopark dar. Gegenwärtig wird vom Bezirk Mitte die Schlie
ßung der Thusnelda-Allee für den MIV untersucht. Der Vorplatz gehört zur
Heilandskirche und dient ihr als Vorfahrt. Einmal in der Woche findet hier
ein Ökomarkt statt.
Der westliche Kleine Tiergarten (Blumengarten)
Dieser auch als Blumengarten bezeichnete Parkteil erstreckt sich von
der Stromstraße bis zur Heilandskirche. Er ist im Vergleich mit dem land
schaftlichen östlichen Kleinen Tiergarten mehr städtisch geprägt. Die
Parkanlage ist zu den Straßen durch dichte Pflanzungen abgeschirmt, so
dass der Park von den Straßen aus kaum eingesehen werden kann. Diese
introvertierte, den Verkehr ausblendende Situation entsprach grundsätzlich
der Gestaltungsabsicht von Willy Alverdes.
Ein nördlicher und ein südlicher Parkweg erschließen den westlichen
Kleinen Tiergarten in Ost-West-Richtung. Die Mitte des Parks wird durch
einen Rasenfläche geprägt, die von einem umlaufenden Weg und weite
ren Pflanzbeeten eingefasst ist. Der nördliche Parkweg wird begleitet von
Abb. 6, Blumengarten, Blick in Richtung Westen, November 2009
Abb. 7, Blumengarten, Blick in Richtung Osten, November 2009
rechteckigen Spielbereichen. Diese sind mit Sandkästen und Sitzmög
lichkeiten ausgestattet und zu den Pflanzungen hin mit Natursteinmauern
Drei Fußwege queren den Park in Nord-Süd-Richtung. Der mittlere Weg
korrespondiert nicht mit dem Zugang des U-Bahnhofs an der Straße Alt-
Moabit, sondern verläuft etwas östlich. An der Turmstraße bindet er in
eine Platzfläche am U-Bahn-Zugang an der Turmstraße ein, die auch als
Fahrrad-Abstellfläche genutzt wird. Auf dem Platz befindet sich ein Sprit
zenautomat für Drogenabhängige. Östlich von der Platzfläche schließt
sich ein um eine Stufe angehobener beschatteter Sitzbereich an. Ein
Sommerblumenbeet grenzt diesen zur Stromstraße hin ab. Im nordöstli
chen Bereich der Parkanlage stand bis zum Dezember 2009 eine einge
schossige Toilettenanlage. Auf dem Mittelstreifen der Turmstraße wird
gegenwärtig eine Personen-Aufzugsanlage für den U-Bahnhof Turmstra
ße errichtet. An der Ecke Stromstraße / Alt-Moabit wurde 2000 ein Findling
aufgestellt, dessen Inschrift an die deutsche Wiedervereinigung erinnert.
Der östliche Kleine Tiergarten
Der östliche Parkteil erstreckt sich von der Stromstraße bis zum Grund
stück der St. Johannis-Gemeinde. Er ist in großen Teilen landschaftlich
geprägt, besitzt aber mit dem von Alverdes gestalteten Senkgarten, den
Gartenhöfen und der Rollerbahn herausragende architektonisch gestalte
te „Sondergärten“ der 1950 und 60er Jahre.
Auch dieser Teil des Parks ist zu den Straßen hin durch dichte Pflanzun
gen abgeschirmt, so dass der Park von den Straßen aus kaum eingese
hen werden kann.
Sieben Eingänge verbinden den Park mit den umgebenden Quartieren (s. digitale Anlage 5.6.5) Aufgrund der dichten Strauchpflanzungen sind diese jedoch schwer auffindbar. Zwei Hauptwege erschließen den östlichen Kleinen Tiergarten in Ost-West-Richtung. In Nord-SüdRichtung queren drei Wege. Ein weiterer Weg verläuft diagonal durch die große Rasenfläche. Erwähnenswert sind Reste einer noch auf Planungen Gustav Meyers zurückgehenden Lindenallee in der großen Rasenfläche, die zum heutigen Verlauf der Wege aber keinen Bezug mehr hat. Abb. 8, Abgrenzung des Kleinen Tiergartens Die westliche Partie wird geprägt zur Straße Alt-Moabit mit Sträuchern durch den Senkgarten und ein Café mit Außenterrasse an der Stromstraße. Der östliche Bereich wird geprägt durch die Gartenhöfe im Norden und die Rollerbahn. In der Mitte befindet sich eine große offene Rasenfläche mit einzelnen Bäumen. Der Park ist ausgestattet mit vier öffentlichen Spielplätzen mit einer Gesamtgröße von 3.000m2. Der Senkgarten ist umlaufend durch eine 80cm hohe Mauer aus Waschbeton gefasst und wird durch ineinander verschachtelte Rechtecke und ein halbkreisförmiges ehemaliges Blumentheater formal gegliedert. Er wird über eine Rampe sowie drei Treppen erschlossen. Die Wegebeläge
sind in unterschiedlichen Materialien ausgeführt. Die in den 1960er Jahren angelegten Sommerblumen-Beete und Wasserspiele sind heute nicht mehr vorhanden bzw. defekt. Dichte Strauchpflanzungen verstärken die introvertierte Lage und verhindern Blickbezüge zum umgebenden Park. Umliegende Bäume führen zu einer starken Verschattung. Innerhalb des Senkgartens befinden sich Pflanzflächen mit Solitärgehölzen, insbesondere hoch aufgewachsene Eiben. Der Pflegezustand des Gartens ist schlecht, der bauliche Zustand der Wasserbecken ist marode. Im nördlichen Bereich des Parks, parallel zur Turmstraße befinden sich die so genannten Gartenhöfe, die aus einer Abfolge von drei rechteckigen Platzflächen bestehen und durch etwa 1,8m hohe Hainbuchenhe-
Abb. 9, Senkgarten, 1960
Abb. 10, Senkgarten, westlicher Zugang (Rampe), November 2009
cken gegliedert werden. Ein überdachter Sitzplatz bildet die nördliche Begrenzung zur Turmstraße. Er besteht aus ca. 2m hohen Klinkermauern und ist mit einer Überdachung aus Profilblech versehen. Aufgrund seines maroden Zustands ist er momentan gesperrt. 2m hohe Gitterzäune fassen die Gartenhöfe nach Norden und Osten hin ein. Sie wurden nach 1960 eingebaut und ersetzten baufällig gewordene Klinkermauern. Auch die in den 1960er Jahren angelegten Sommerblumen-Beete und Brunnenschalen aus Eternit sind heute nicht mehr vorhanden bzw. defekt. Westlich der Gartenhöfe befindet sich am nördlichen Parkweg ein asphaltierter Platz mit Tischtennisplatten. Unweit davon tangiert der Weg eine alte Buche, deren Stamm durch einen 2m hohen Stabgitterzaun in ge-
Abb. 11, Gartenhöfe, 1960
Abb. 12, Gartenhöfe, November 2009
stalterisch unbefriedigender Weise geschützt wird.
Am südlichen Hauptweg bilden formal gestaltete Sitznischen das Pendant
zu den Gartenhöfen. Dichte Strauchpflanzungen verhindern auch hier
Blickbeziehungen zum umgebenden Straßen- und Stadtraum.
Die große Rasenfläche ist leicht modelliert und mit einigen freistehenden
Einzelbäumen sowie Baumgruppen gestaltet. Der diagonal verlaufende
Parkweg teilt die Rasenfläche. In der nordöstlichen Hälfte befindet sich ein
mit Bahnschwellen abgetrennter Spielbereich.
Der Hügel der Rollerbahn formuliert den räumlichen Abschluss der gro
ßen Rasenfläche nach Osten. Die achtförmige Bahn ist ca. 1m breit und
asphaltiert. Der künstliche Hügel ist dicht und vorwiegend mit Schwarz
kiefern bepflanzt. Er wird von einem niedrigen Stabgitterzaun umgeben.
Abb. 13, große Rasenfläche, Blick in Richtung Westen, November 2009
An den Rändern befinden sich lieblos hingestellte Spielgeräte. Die aus Naturstein gefertigte Brücke ist der Höhepunkt der Anlage und ermöglicht ein kreuzungsfreies Befahren der Bahn. Eine ca. 1,30m hohe Hecke trennt die Rollerbahn vom östlich angrenzenden Fußweg ab. Östlich von der Rollerbahn schließt sich eine stark verschattete Brachfläche an, auf der sich früher ein Spielplatz befand. Auf der Nordseite wird dieser Bereich von den Garagen-Rückwänden des Werkhofes des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA) räumlich gefasst. Nach Westen ist er durch einen bepflanzten Wall abgetrennt. An seiner Ostseite verläuft eine 2m hohe Betonmauer, dahinter befindet sich ein Lagerplatz des SGA. Östlich hiervon schließt sich der Sommergarten der St. JohannisGemeinde an. Dieser ist vom Park aus nicht zugänglich. Eine Verbindung zum Park wird von der Gemeinde nicht gewünscht. Ein weiterer Spielplatz an der Turmstraße westlich vom Werkhof des Bezirksamts Mitte ist noch in Betrieb. Zur Ausstattung des Spielplatzes gehören eine Sandfläche und ein Spielhäuschen. Eine unvollständige doppelte Baumreihe mit Bänken umgibt den Platz im Norden und im Osten. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Toilettenanlage der Firma Wall. Östlich vom Werkhof des SGA schließt sich das Gelände der Breitscheid-
Schule an. Im Rahmen der Vorbereitenden Untersuchungen Turmstraße wurde eine Anbindung über das Schulgelände zum Spielplatz an der Wilsnackerstraße vorgeschlagen, um diese beiden Freiräume miteinander zu verbinden. Da hierdurch aber auch das Gelände der St. JohannisGemeinde tangiert würde, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussage zur Umsetzung dieser an sich begrüßenswerten Idee gemacht werden.
Abb. 14, Rollerbahn, November 2009
Abb. 15, östliche Grenze, November 2009
Abb. 16, Spielgeräte, November 2009
Vegetation, Bodenbeläge, Einfassungen Der Kleine Tiergarten und der Ottopark haben einen Bestand von zusammen ca. 500 Bäumen. Davon stellen Linden, Ahorn und Eichen einen Anteil von mindestens 50 Prozent der Baumarten. Der Anteil der einheimischen Arten liegt bei ca. 85 Prozent (Baumbestandsaufnahme Ottopark und Kleiner Tiergarten Dr. Ing. U. Neumann 1987 und LA.BAR mit Dr. T. Peschel 2010, s. hierzu auch die digitalen Anlagen 5.7.1 und 5.7.2). Einzelne Bäume verweisen auf eine historische, von Gustav Meyer angelegte Grünanlage (siehe digitale Anlage 5.7.3). Besonders hervorzuheben sind eine Ulmenreihe im Bereich des Ottoparks und Reste einer Lindenallee im östlichen Kleinen Tiergarten. Die Linden des Kleinen Tiergartens sind teilweise vergreist. Viele Bäume weisen Schäden auf. Ein Schnurbaum an der Stromstraße mit einem Stammdurchmesser von mehr
als 2m wird bereits 1906 von Wilhelm Oehlert erwähnt (Oehlert 1906). Im Bereich der großen Rasenfläche im östlichen Kleinen Tiergarten sind alte Buchen prägend. Dichte etwa 2m hohe Strauchpflanzungen aus überwiegend nicht einheimischen Gehölzen prägen das Erscheinungsbild des Kleinen Tiergartens und des Ottoparks. Blickbeziehungen in und aus dem Park werden hierdurch stark eingeschränkt. Im Jahr 1996 wurden die Strauchpflanzungen großflächig auf den Stock gesetzt. Ein Großteil der Solitärgehölze und Eiben ist überaltert. Staudenpflanzungen und Krautschichten sind nicht vorhanden. Die Rasenflächen sind mit Ausnahme der großen zentralen Fläche und der Rollerbahn im östlichen Kleinen Tiergarten in einem guten Zustand. In den durch Bodenmodellierungen geprägten Bereichen, insbesondere im inneren Bereich der Rollerbahn, kommt es in den Senken zur Bildung von Staunässe. Die Wege und Plätze weisen keine einheitliche Gestaltungssprache und Materialität auf. Einige Wege sind mit einem Mittelstreifen aus Mosaikpflaster und zwei seitlichen Streifen aus Schotter (bzw. wassergebundener Wegedecke) ausgestattet. Andere Wegeflächen und die Rollerbahn sind asphaltiert. Der diagonal durch den Parkbereich verlaufende Weg besteht aus Granitplatten. Im Senkgarten, den Gartenhöfen und in den Sitznischen sind Betonplatten eingebaut, die sich mit Flächen aus Naturstein abwechseln. Die Rampe des Senkgartens ist mit Schlackesteinen gepflastert. Die Einfassungsmauer des Senkgartens besteht aus Waschbeton. Die Sitznischen im Kleinen Tiergarten sind mit Natursteinmauern eingefasst. Die Brücke und die Stützmauern der Rollerbahn bestehen ebenfalls aus Naturstein. Eigentum Der Ottopark, der Kleine Tiergarten und die umlaufenden Straßen befinden sich im Eigentum des Landes Berlin. Die Heilandskirche samt Vorplatz und Freianlagen befindet sich im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Moabit-West. Topographie, Bodenverhältnisse, Grundwasser Das Wettbewerbsgebiet ist weitgehend eben. Die Anschlusshöhen zu den umgebenden Gehwegen variieren nur geringfügig. Im Bereich des Ottoplatzes liegt die mittlere Anschlusshöhe bei ca. NHN + 33.35m und im Bereich der Stromstraße bei NHN + 33.22m. Ab der Stromstraße steigt das Gelände Richtung Osten an. In der Straße Alt-Moabit bis auf ca. NHN + 34.70m und in der Turmstraße bis auf ca. NHN + 33.70m. In einigen Bereichen erfolgten im Rahmen der Parkgestaltung leichte Bodenmodellierungen. Der Senkgarten im östlichen Teil des Kleinen Tiergarten ist um 60-80cm abgesenkt. Der Rollerhügel stellt eine künstliche Erhebung dar und erreicht eine Höhe von ca. NHN + 35.58m. Mit einer Höhe NHN + 32.34m an der tiefsten Stelle der Rollerbahn findet sich hier auch der größte Höhenunterschied innerhalb des Wettbewerbsgebiets. Bodenverhältnisse:
Das Wettbewerbsgebiet liegt im Talsandbereich des jungpleistozänen
Warschau-Berliner Urstromtals, das durch die Hochflächen der Grundmoränenplatten des Barnim im Norden und des Teltow im Süden begrenzt wird. Der oberflächennahe Schichtaufbau besteht im allgemeinen aus mehrere Meter mächtigen glazifuviatilen Sanden. Es handelt sich hierbei meist um Fein- bis Mittelsande mit gelegentlichen grobsandigen bis kiesigen Einlagerungen. Zwischenlagen von bindigen Sedimenten sind möglich. Grundwasser: Das Grundwasser des Hauptgrundwasserleiters steht im Wettbewerbsgebiet wahrscheinlich in ungespanntem Zustand an. Die Grundwasserdruckhöhe entspricht der Grundwasseroberfläche. Der zu erwartende höchste Grundwasserstand (zeHGW) beträgt etwa NHN + 31,3m (Stand 2009). Im November 2009 lag der aktuelle Grundwasserstand im Wettbewerbsgebiet bei ca. NHN + 30,7m. Technische Ver- und Entsorgung Gemäß der von der BSM im Rahmen der Voruntersuchung erfolgten Leitungsabfragen und den textlichen und zeichnerischen Aussagen im StEP Ver- und Entsorgung (Stand 1998) ist das Untersuchungsgebiet Turmstraße flächendeckend mit allen wesentlichen Medien versorgt. Die Anlage eines oder mehrerer Tiefbrunnen zur Bewässerung des Kleinen Tiergarten / Ottoparks wird erwogen. Kulturgüter, Schutzgüter, Denkmalschutz Derzeit erfolgt ein Verfahren zur Unterschutzstellung des Kleinen Tiergartens (zwischen Heilandskirche und St. Johannis-Gemeinde) als Gartendenkmal. Bei einem positiven Abschluss des Verfahrens wird der Kleine Tiergarten in der Denkmalliste des Landes Berlin geführt werden. Die Begründung für die Unterschutzstellung (§ 2 DSchGBln vom 24.4.1995) erfolgt aufgrund der geschichtlichen, wissenschaftlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung der Grünanlage. Der Ottopark soll aufgrund vielfacher Veränderungen nicht als Gartendenkmal unter Schutz gestellt werden.
Abb. 17, Blumengarten, 1956
Abb. 18, Plan Gartendenkmal Kleiner Tiergarten
Die Unterschutzstellung wird wie folgt begründet: „Der Kleine Tiergarten gehört zu den ältesten Berliner Gartenanlagen. Er stellt ein bedeutendes Zeugnis der Gartenkunst und hervorragender Gartenkünstler sowie der Entwicklung der Ortsteile Moabit und Tiergarten dar. Die einzelnen Schichten seiner Entwicklung sind noch nicht restlos erforscht. Die heutige Anlage prägt die Handschrift des bedeutenden Gartenarchitekten Willy Alverdes, der 1950 Leiter der Tiergartenverwaltung - und von 1954-61 Gartenamtsleiter des Bezirks Tiergarten war (Lesser 1996, S.34ff). Sie kündet noch von den sozialen Intentionen Alverdes, der angenehme Aufenthaltsräume zur Erholung, Entspannung und als Treffpunkte für mehrere soziale Schichten und Altersgruppen in abgeschirmter Lage vom städtischen Getriebe schaffen wollte. Der östliche Bereich, eine der letzten von Alverdes gestalteten Anlagen, stellt mit seiner Gestaltung den Typus des „öffentlichen Wohngartens“ dar. Die geometrischen Sondergärten mit ihrem Blumenschmuck und den künstlerisch bedeutenden, mit seinem Mitarbeiter H. Nimmann entworfenen Wasserbassins, Wasserspielen und Brunnen, den Hauptakzenten der Anlage, sind fast völlig erhalten. Der stadtbildprägende Kleine Tiergarten gehört damit zu den wenigen Beispielen besonders aufwändig gestalteter öffentlicher Gärten, die im Wettstreit der Systeme zur Zeit des Kalten Krieges entstanden. Ein Wiederherstellungs-, Pflege- und neues Nutzungskonzept sind dringend geboten.“ (Landesdenkmalamt LDA, Stand 19.1.2010, s. digitale Anlage 5.11 der beiliegenden CD-ROM).
Abb. 19, Senkgarten, 1960
Anmerkung: Nach Aussage des Bezirksamtes Mitte sind die Wasserbassins, Wasserspiele und Brunnen nicht mehr funktionstüchtig und teilweise auch nicht mehr erhalten.
Zur städtebaulichen Entwicklung von Moabit Moabit liegt im Urstromtal der Spree und war vor seiner städtebaulichen Entwicklung durch versumpfte Niederungen, dünenartige Erhebungen und Talsande geprägt. Mit Ausnahme der Wiesen an der Spree war das Gebiet bewaldet. Im 13. Jahrhundert erfolgte die Anlage des „Alten Spandauer Heerwegs“ ungefähr dort, wo heute die Straße Alt-Moabit verläuft. Er verband Berlin mit der Zitadelle in Spandau. Moabit lag in der „Großen Stadtheide“, die auch als „Kämmereiheide“ bezeichnet wurde. Die Heide befand sich in städtischem Besitz und diente der Berliner Bevölkerung zur Brennstoffversorgung und Viehmast. Im Jahr 1655 musste Berlin das nördlich der Spree gelegene 600 Morgen umfassende Teilgebiet der „Kämmereiheide“ an Kurfürst Friedrich Wilhelm („Der Große Kurfürst“) abgeben, der folgend das Areal als Jagdgebiet nutzte. Das Gebiet, bezeichnet als „Hinterer Tiergarten“ bzw. „Kleiner Tiergarten“ begrenzte ein „Staketenzaun“ im Verlauf der heutigen Beusselstraße, Turmstraße und Humboldthafen. Die Spree diente als natürliche Grenze. Die Einzäunung zwang zur Verlegung des Weges zwischen Berlin und Spandau. Nördlich des „Staketenzauns“ verlief der „Neue Spandauer Heerweg“ (heute Turmstraße). Schon 50 Jahre später wurde das Jagdrevier kaum noch genutzt. Der „Staketenzaun“ verfiel. Zudem verlor mit Errichtung des Charlottenburger Schlosses der „Spandauer Heerweg“ an Bedeutung, da von nun an der Ost-West-Verkehr südlich der Spree geführt wurde. Unter dem seit 1713 amtierenden preußischen König Friedrich Wilhelm I. („Der Soldatenkönig“) erfolgten erste Ansiedlungen im „Moabiter Land“. Ab 1716 ließ der König französische Einwanderer (Hugenotten) mit der Maßgabe ansiedeln, hier Gartenbau und Seidenraupenzucht zu betreiben. Die Pflanzung der Maulbeerbäume scheiterte. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden große Bereiche der ehemaligen Kämmereiheide ausgerodet und parzelliert. Das Land stand folgend zum Verkauf frei. In der Kolonie Neu-Moabit erfolgte die Anlage erschließender Straßen. Hier siedelten sich sowohl Ackerbürger und Gärtnerfamilien, aber auch wohlhabende Berliner Bürger an. Der Kleine Tiergarten blieb als Dorfanger erhalten. Ab 1830 siedelten sich die ersten größeren Gewerbebetriebe (u.a. die Maschinenfabrik der Königlichen Porzellanfabrik) an. Auf dem Areal des Kleinen Tiergarten wurde im Rahmen eines Programms zum Bau von Vorstadtkirchen des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm III im Kampf gegen die „Sittenlosigkeit der Bevölkerung in dieser Gegend“ die St. Johannis-Kirche errichtet. Mitte des 19. Jahrhunderts fertigten Peter Joseph Lenné, Karl Friedrich Schinkel und August Stüler städtebauliche Entwürfe für den Moabiter Osten an. Mit Eröffnung einer Porzellanmanufaktur im Jahr 1835 begann die industrielle Entwicklung Moabits. Im Zuge der Ersten Stadtwanderung der Berliner Industrie ab 1840 zogen große Betriebe des Maschinenbaus und der Metallindustrie (u.a. Borsig) in den Moabiter Osten. Ab 1842 wurde das Zellengefängnis und ab 1846 der
Hamburg-Lehrter Personen- und Güterbahnhof errichtet. Mit Ausnahme der Großbauten im Moabiter Osten und Westen bewahrte der Ort jedoch seinen ländlichen Charakter, der durch niedrige, von Gärten untereinander getrennte Bebauungen gekennzeichnet war 1861 wurde Moabit in Berlin verwaltungsmäßig eingemeindet und damit bei den städtischen Bebauungsplänen berücksichtigt. In den Folgejahren ließen sich in Moabit Großbetriebe der Nahrungsmittelindustrie (u.a. Meierei Bolle) nieder. Mit der weiteren Ansiedlung der Betriebe nahm die Wohnbautätigkeit zu. Im nördlichen Moabit entstanden in dichter Bebauung zahlreiche Mietwohnhäuser („Mietskasernen“). Die Grundlage für die städtebauliche Entwicklung bildete der gesamtstädtische Fluchtlinienplan von James Hobrecht („Hobrechtplan“). Moabit wandelte sich zu einer typischen Industriegemeinde. Die Einwohnerzahl des Stadtteils stieg bis 1900 sprunghaft auf 150.000 Einwohner an. Es entstanden Infrastruktur-
Abb. 20, Lageplan Kleiner Tiergarten 1888
einrichtungen wie das Krankenhaus Moabit (1872), Schulen, Kirchen und die Markthalle X (1890/91, heute Arminius-Markthalle). Das Justizzentrum bestehend aus Gericht und Gefängnis an der Turmstraße erhielt eine beachtliche Erweiterung. Der Kleine Tiergarten wurde zum Park umgestaltet und auf der sich westlich anschließenden Freifläche der Ottopark angelegt. Nach der Verlagerung der Pflugschen Werke und der Borsig-Werke erfolgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf deren Terrain die Errichtung von Wohnhäusern. Mit der Bildung von Groß-Berlin wurde Moabit 1920 Teil des neu gebildeten Verwaltungsbezirks Tiergarten. Auf einem Areal des ehemaligen Exerzierplatzes entstanden mit dem Poststadion eine der größten Sportstätten Berlins, sowie ein Frei- und Hallenbad. 1935/36 wurde auf der Freifläche zwischen Turmstraße und Markthalle das Rathaus Tiergarten gebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurden in Moabit zahlreiche Wohngebäude und Industrieanlagen zerstört. Neben dem Wiederaufbau erfolgten im Moabiter Osten der Neubau der Heinrich-Zille-Siedlung und die großflächige Anlage des Fritz-Schloss-Parks. Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde Moabit vom Ostberliner Zentrum abgeschnitten. Die bis dahin wichtigen Ost-West-Straßen büßten einen Teil ihrer Bedeutung ein. Der Bewältigung des Nord-Süd-Durchgangsverkehrs, u.a. verbunden mit einem Ausbau der Stromstraße, bekam größere Bedeutung. 1981/82 war NeuMoabit Bestandteil des Modellvorhabens des Bundes „Flächenhafte Verkehrsberuhigung“. In den späteren 1980er Jahren wurde das städtebauliche, wirtschaftliche und soziale Defizit der Moabiter Mitte offenkundig. Der
1987 ausgelobte städtebauliche Ideenwettbewerb „Moabiter Zentrum“ sollte die Attraktivität der Turmstraße und des kommunalen Zentrums am Rathaus stärken, die Stadtquartiere Moabits besser miteinander verknüpfen, sowie private und öffentliche Initiativen zur Umsetzung der Ziele fördern.
Abb. 21, Rathaus Tiergarten, November 2009
Die Entwicklung des Kleinen Tiergartens bis 1876 Die Entstehung des Kleinen Tiergartens geht wie zuvor beschrieben auf ein Jagdrevier zurück. Der noch vorhandene Waldbestand erhielt 1790 durch die Neupflanzung verschiedener Laubbäume eine Ergänzung, die Senkung des Grundwasserspiegels hatte dennoch die Versandung des Gebiets zur Folge. Der Kleine Tiergarten blieb aus fiskalischen Gründen als Dorfanger bestehen. Im frühen 19. Jahrhundert war der Kleine Tiergarten ein Baumhain mit wenig Strauchwuchs und großen freien Grasflächen. Den Baumbestand prägten Buchen, Eichen und Ulmen. Die Erschließung erfolgte durch Trampelpfade (Wendland 1979, S.153). Ab 1833 wurde Peter Joseph Lenné beauftragt, einen Entwurf für ein dreieckiges Areal zwischen heutiger Turmstraße, Straße Alt-Moabit und Rathenower Straße zu fertigen. Nach dem Willen des königlichen Auftraggebers sollten „Lustgänge“ und „freie Plätze“ für die jetzigen und künftigen Besitzer von Moabit entstehen. 1834 fertigte Lenné ein Gutachten über die Bodenzusammensetzung und Möglichkeiten einer städtebaulichen Verbesserung an, da auf dem Gelände eine Kirche nebst Pfarr- und Schulhaus und Gärten errichtet werden sollten. Lenné legte verschiedene Varianten regelmäßiger und auch landschaftlicher Entwürfe vor. Welche ausgeführt wurden, ist nicht nachweisbar (Wendland 1979, S. 154). Ab 1833 entstand auf einer kleinen Anhöhe das Ensemble der St. Johannis-Kirche. Der hinter der Kirche angelegte Friedhof wurde mit einer Bocksdornhecke und weiteren Birken und Pappeln bepflanzt (Wendland 1979, S.153). Der ursprünglich auf dem ehemaligen Pulvermühlengelände gelegene Turnplatz wurde auf das Areal an der Turmstraße (heutiger Standort der Breitscheidt-Schule) verlagert. Auf dem Platz wurden Turngeräte aller Art
aufgestellt und Platz für Lauf und Ballspiele geschaffen. Neu gepflanzte Bäume trennten die verschiedenen Anlagen voneinander ab. Wie der angrenzende Friedhof wurde der Platz mit einer Bocksdornhecke umgeben. Die feierliche Eröffnung des Turnplatzes fand am 15. Juni 1846 statt. Die Planungen von Gustav Meyer und deren Umsetzung ab 1876 Zu Beginn der 1860er Jahre waren die Anlagen des Kleinen Tiergartens ziemlich verwildert. 1876 erhielt der städtische Gartenbaudirektor Johann Heinrich Gustav Meyer einen Planungsauftrag zur Umgestaltung des Kleinen Tiergartens als Dauergrünanlage. Es erfolgte die Aufstellung von Sitzbänken und Gaslaternen. Der westliche Teil des Parks wurde im Verständnis eines Stadtplatzes regelmäßig und repräsentativ gestaltet. Meyer integrierte den vorhandenen Baumbestand, geprägt von Eichen, Ahorn und Ulmen. In der Anlage befand sich das 1880 aufgestellte Kriegerdenkmal (Bildhauer: Richard G. Neumann) und ein großer „Buddelplatz“. Östlich der Stromstraße wurde die formale Gestaltung mit einer aus Blumenbeeten bestehenden Schmuckanlage fortgesetzt, in deren Mitte sich eine Fontäne befand. Dem schloss sich ein landschaftlich gehaltener Teil mit großen Wiesenflächen an (Wendland 1979, 155). Wegen der dichten Bebauung Moabits wurde der Kleine Tiergarten eine stark benutzte Grünanlage, die im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erneuert werden musste (Wendland 1979, S.155). Westlich vom Kleinen Tiergarten befand sich das als Baulandreserve vorgehaltene Land der ehemaligen fiskalischen Baumschule. 1878 erfolgte hier die Ausweisung des Ottoparks als „Ottostraßenplatz“. Der Ottopark wurde vermutlich nach Plänen des Nachfolgers des 1877 verstorbenen Gustav Meyer, dem Gartendirektor Hermann Mächtig, gestaltet. Der Bau der Heilandskirche und die Anlage der Thusnelda-Allee hatten die Abtrennung des westlichen Kleinen Tiergartens vom Ottopark zur Folge. Im Verlauf der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen mit der Abtretung größerer Areale für kirchliche, kommunale und staatliche Bauten (Schulen, St. Johannis-Kirche, Justizzentrum) größere Bereiche des Kleinen Tiergartens für die öffentliche Freiraumnutzung verloren. In seinem Charakter unterschied sich der Kleine Tiergarten schon immer
Abb. 22, Plan Kleiner Tiergarten und Ottopark, Zustand 1950
vom Großen Tiergarten: Während dieser durch eine strenge Kontrolle, Schonung der Anlagen und der reichen Bürger geprägt war, lebte man im Kleinen Tiergarten ungezwungener. Hier trafen sich die einfachen Bürger (Oehlert 1906). Im Jahr 1936 wurde im östlichen Kleinen Tiergarten ein Teilbereich für eine Gärtnerei (heute Werkhof des SGA) umgenutzt.
Die Umgestaltung der Parkanlagen durch Willy Alverdes ab 1953 Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch im Kleinen Tiergarten und dem Ottopark Schäden. Der Baumbestand hatte sich stark gelichtet. In ihren Grundstrukturen blieben die Parks jedoch erhalten. Ab 1953 erfolgte nach Plänen des Gartenamtsleiters von Tiergarten, Willy Alverdes, die Umgestaltung der Grünanlagen des Ottoparks und des Kleinen Tiergartens. 1953/54 ließ Alverdes den Ottopark, der bevorzugt dem Kinderspiel und der Erholung älterer Menschen dienen sollte, umbauen. Es entstanden Spielplätze, Skatecken und Blumenbeete am Rande einer großen, von Gehölzen abgeschirmten Wiese. Eine Sitzmauer von 190m Länge rahmte die Wiese und die Spielecken. Der nach Plänen von Alverdes 1954/55 gestaltete Blumengarten zwischen Heilandskirche und Stromstraße sollte Ruheplätze für ältere Menschen bieten und Passanten zum Durchlaufen und kurzweiligen Verweilen einladen. Straßenseitig wurde das trapezförmige, lang gestreckte Areal durch einen Gehölzgürtel abgeschirmt, in dem an der Nordseite Sandkästen, Sitzplätze und eine Skatecke ausgespart waren. Breite, fast geradlinige Wege umgaben einen zentralen Wiesenraum, dessen säumende Blumenrabatten von einem inneren schmalen Plattenweg erschlossen wurden. Hier waren wieder Sitzplätze mit Blick in den Wiesenraum angeordnet. Interessante Pflanzenzusammenstellungen und deren Beschilderungen sollten anregend wirken. Alverdes verwendete in den westlichen Bereichen ausschließlich Natursteinmaterialien.
Abb. 23, Plan Blumengarten, 1953
Der Bereich östlich der Stromstraße wurde 1959/60 umgestaltet. In Anbetracht schon vorhandener Spielplätze im westlichen Teil des Parks und des hohen Anteils von älteren Bürgern über 65 Jahre sowie der umgebenden Mietshausbebauung stand „das Bedürfnis nach Ruheplätzen, grünen Stuben für Alte und einen Auslauf zu zügigen Spaziergängen für alle Altersklassen im Vordergrund“ (Alverdes 1962). An der Stromstraße sorgte ein Erfrischungspavillon für das Wohl der Parkbesucher. Für die Kinder sah er eine Rollerbahn in zwei Ebenen und einen KleinkinderSpielplatz in Nähe der St. Johannis-Kirche vor. Alverdes verwendete hier zeittypische Materialien wie Waschbeton, auch Pflasterungen zur Flächengliederung und Eternit für Abdeckungen oder Brunnenschalen. Die Pläne von 1962 zeigen eine landschaftliche Gestaltung mit großer offener Mitte, eine gemuldete Wiesenfläche und seitlich angelagerten Sondergärten in strengen geometrischen Strukturen. Um Abgeschirmtheit, eine gewisse „Weite“ und „freie Sichten“ auch auf die Kirche zu wah-
Abb. 24, Ausschnitt Karte von Berlin, 1959
ren, sind die Sondergärten in der Parkmitte flach angelegt oder befinden sich unter Niveau. Die Baumgruppen und Solitärs sind seitlich der großen Wiese und an den Parkrändern konzipiert. Straßenseitig sollten Baumwälle die Anlage vom Verkehr und der Bebauung abschirmen. Auffällige Höhepunkte der Gestaltung stellten die vier Sondergärten dar, die mit geschützten Sitzplätzen und einer Vielzahl verschiedenartiger Brunnen, Wasserbassins, Wasserspielen, auch plastischem Beiwerk ausgestattet waren. Die Ausführung insbesondere auch der Wasserspiele erfolgte unter Mitwirkung von Hans Nimmann. Im Nordosten befanden sich die straßenseitig mit Klinkermauern eingefriedeten Gartenhöfe. Hecken und frei stehende berankte Mauern bildeten hier Raumteiler. Von überdachten Sitzplätzen schaute man auf ein L-förmiges Seerosenbassin, auch einen Schalenbrunnen und üppig bepflanzte Beete aus Stauden und Gräsern. Einige damals beliebte Skattische ergänzten die Ausstattung.
Abb. 25, Plan östlicher Kleiner Tiergarten, 1959
Ein geometrischer Rosengarten, der heute mit Stauden und Sträuchern bepflanzt ist, leitete in den stark gegliederten Senkgarten über. Eine aufwendige Hauptattraktion bildeten hier Fisch- oder Fontänenbassins sowie Schalenbrunnen einzeln und in Gruppen. Das Gartenbild bereicherten Blumenbeete und –kübel, auch einzelne malerische Kleingehölze und Solitärpflanzen. Ein weiteres Motiv bildete ein halbrundes dreifach terrassiertes Blumentheater. Außer Bänken diente hier als Sitzgelegenheit eine Steinplatte. An den funktional geführten Wegen, besonders am Südrand des Kleinen Tiergartens befinden sich ebenfalls Bänke und Sitzecken in Verbindung mit Beeten oder Ziersträuchern.
Abb. 26, Ausschnitt Karte von Berlin, 1963
„Inmitten größter Wohndichten und verkehrsreichster Straßen ist hier durch Aufgliederung des Geländes in kleine Räume, reichlich Platz- und Wegeflächen, Bänke und Sitzmauern, Wasserspiele verschiedenster Art ein städtischer Garten zur intensiven Benützung entstanden. Die Bevölkerung hat sofort freudigen Besitz davon ergriffen, so dass hier jene Urbanität heimisch zu werden scheint, die im modernen Städtebau trotz aller Bemühungen nur selten erreicht werden konnte“. (Alverdes in Garten und Landschaft, 1962)
Abb. 27, Rollerbahn, 1960
Die Grünanlagen in den 1960er bis 1990er Jahren Seit Mitte der 1960er Jahren waren der Ottopark und der Kleine Tiergarten weiteren Veränderungen und Ergänzungen unterworfen. 1964 gab das Gartenbauamt die Gärtnerei auf. An ihre Stelle trat der Werkhof mit Lagerplatz. Die Klinkermauern der Gartenhöfe mussten wegen Baufälligkeit teilweise abgerissen und durch Gitterzäune ersetzt werden. In der Nähe der Gartenhöfe entstand ein zusätzlicher Platz mit Tischtennisplatten. Ein Rankgitter trennte diesen von der Rasenfläche ab. 1978 wurde ein großer Spielplatz auf der zentralen Rasenfläche angelegt.
Abb. 28, Gartenhöfe, überdachte Sitzplätze, 1960
Die Rasenfläche erhielt eine Modellierung und eine ergänzende diagonale Wegeverbindung. 1976 wurde die Stromstraße zu Lasten des westlichen Kleinen Tiergartens um ca. 10m verbreitert. Das alte WC-Häuschen wich einem Neubau. 1983/84 wurde an die Turmstraße auf der Parkseite ein zusätzlicher Zugang zur U-Bahn geschaffen. Auf dem Areal des Ottoparks entstand ein pädagogisch betreuter Spielplatz.
Abb. 29, Gartenhöfe, überdachte Sitzplätze, November 2009
Im Auftrag des Gartenbauamts Tiergarten und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz wurde im August 1990 von der Garten- und Landschaftsarchitektin Ingeborg Schmitz ein Gutachten „Kleiner Tiergarten in Berlin-Moabit“ angefertigt. Bezogen auf die Areale
des Kleinen Tiergartens und des östlichen Teils des Ottoparks erfolgte eine detaillierte Bestandsaufnahme und Erarbeitung eines Gestaltungsund Entwicklungskonzeptes. Das Konzept bezog stadtstrukturelle Zusammenhänge und gartendenkmalpflegerische Belange ein, wurde in seinen gestalterischen Inhalten aber nicht umgesetzt. Der Ottopark und der Kleine Tiergarten heute Die Grünflächen des Ottoparks und des Kleinen Tiergartens sind von der Thusnelda-Allee und Stromstraße zerschnitten und durch die als städtebauliche Barrieren wirkenden Straßen Turmstraße und Alt-Moabit von den Wohnquartieren abgetrennt. Die Grünflächen haben eine mangelhafte Nutzungs- und Gestaltqualität. Ihr introvertierter Charakter aufgrund der mangelnden Pflege und des damit einhergehenden „Wildwuchses“ lässt sie als Barriere zwischen den nördlichen und südlichen Quartieren wirken und verstärkt das subjektive Unsicherheitsempfinden der Nutzer. Der Ottopark und der Abschnitt des Kleinen Tiergartens zwischen Heilandskirche und Stromstraße sind Treffpunkte sozialer Randgruppen mit den entsprechenden Folgen für die Aufenthaltsqualität der Anlagen. Als Versuch der lokalen Problemlösung erfolgte die Einbeziehung des Ottoparks in eine vom Bezirk Mitte erlassene Parkordnung, die Alkoholkonsum auf Spielplätzen untersagt. Ein weiteres Problem für die Aufenthaltsqualität in den Grünflächen ist deren starke Lärmbelastung durch den angrenzenden Straßenverkehr. Der Blumengarten und der Ostteil des Kleinen Tiergartens sind in ihrer Grundstruktur noch heute vorhanden, jedoch zeigt sich im Ostteil partiell ein verändertes Erscheinungsbild wie z. B. im Senkgarten und in den Gartenhöfen (Rückert / Butenschön 2009, s. digitale Anlage 5.18.1 der beiliegenden CD-ROM). Hierzu tragen die Verfüllung der Wasserbecken und deren Bepflanzung, der Abbau der Schalenbrunnen und Pflanzkübel, Veränderungen an den Kleinarchitekturen und der Ausstattung, auch die Auswechslung der charakteristischen Bepflanzung wie etwa im Rosengarten sowie die unzureichende Pflege bei. Zahlreiche Gehölze wie z.B. Eiben sind inzwischen zu groß geworden, so dass Schattendruck und Unübersichtlichkeit erzeugt werden. Es besteht insgesamt ein Gestaltungs- sowie ein Instandsetzungs- und Erneuerungsbedarf der maroden Möblierung und Gestaltungselemente. Zudem entsprechen die Nutzungsangebote nicht den heutigen Ansprüchen und Nutzungsanforderungen der Quartiersbevölkerung. Das Wegenetz korrespondiert in Teilen nicht mit den angrenzenden Nutzungen, Straßen und Gehwegen.
Die folgenden Ausführungen beruhen im Wesentlichen auf den Vorbereitenden Untersuchungen Turmstraße (BSM Beratungsgesellschaft für Stadtsanierung und Modernisierung mbH, Stand 7.1.2010). Der Ortsteil Moabit Moabit befindet sich am nordwestlichen Innenstadtrand Berlins des Bezirks Mitte. Vernetzungen zu den angrenzenden Stadträumen und der Innenstadt bestehen über die übergeordneten Straßen. Die Beusselstraße schließt nördlich an die Stadtautobahn A 100 an. Die Stromstraße und die Perleberger Straße binden im Nordosten an den Ortsteil Wedding an. Die Stromstraße und die Gotzkowskystraße stellen eine Verbindung zur westlichen Innenstadt über den Ortsteil Tiergarten her. Die in West-OstRichtung parallel zur Turmstraße verlaufende Straße Alt-Moabit ist eine wichtige Verbindung zum Berliner Hauptbahnhof sowie zum Parlamentsund Regierungsviertel und darüber hinaus zur östlichen Innenstadt. Moabit verfügt über relativ gute ÖPNV-Anbindungen. So ist der Ortsteil per UBahn (U9) und Bus mit der westlichen Innenstadt und dem nordöstlich gelegenen Stadtraum (Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen) verbunden. In Ost-West-Richtung ist die ÖPNV-Anbindung weniger gut ausgeprägt. Im Norden tangieren der nördliche S-Bahn-Ring und im Süden die Stadtbahn Moabit. Neben den Parkanlagen Kleiner Tiergarten und des Ottopark prägt der Fritz-Schloss-Park an der Rathenower Straße das grüne Erscheinungsbild von Moabit. Der 1950-1952 auf einem Trümmerschutthügel angelegte Park mit einer Größe von ca. 12ha ist der größte Park Moabits. Er hat die Funktion einer öffentlichen Grün- und Erholungsanlage. Derzeit erfolgt eine Neugestaltung des Eingangsbereichs an der Rathenower Straße/Turmstraße mit dem Ziel, den Park besser an das Moabiter Zentrum anzubinden. Die Grünanlagen des Gesundheitszentrums Moabit (GSZM) stellen ein großes Freiraumpotential im Sinne einer nördlichen Fortführung des Kleinen Tiergarten dar, welches heute aber noch nicht öffentlich erschlossen und in Folge nicht nutzbar ist. Die Quartiere um den Ottopark und den Kleinen Tiergarten Der Ottopark und der Kleine Tiergarten sind von dicht bebauten städtischen Quartieren umgeben. Die Blöcke weisen eine geschlossene Blockrandbebauung mit einer Traufhöhe von 22m auf.
Abb. 30, Plan Gebäude und Denkmäler
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe
Bestimmend ist eine Bebauung aus der Zeit zwischen 1870 und 1918. Diese gründerzeitliche Bebauungsstruktur ist durch Vorderhäuser und in die Tiefe der Parzellen sich erstreckende Hinterhäuser und Seitenflügel gekennzeichnet. Einzelne Blockinnenbereiche wurden nach 1945 entkernt. Ein weiterer Teil der Gebäude stammt aus der Zeit nach 1945. Häufig handelt es sich dabei um Wiederaufbauten der Nachkriegszeit zur Schließung kriegsbedingter Baulücken, die die Struktur der Blockrandbebauung aufnehmen. Die Quartiere weisen überwiegend eine vier- bis sechsgeschossige Bebauung auf. Ausnahmen stellen ein- bis dreigeschossige Gebäude an der Turmstraße / Ecke Stromstraße dar. Als innerstädtische Mischgebiete sind die Quartiere überwiegend durch Wohnnutzung geprägt. Diese ist mit Handels- und Dienstleistungsnutzungen sowie öffentlichen und Gemeinbedarfsnutzungen durchsetzt. Die Quartiere um den Ottopark und den Kleinen Tiergarten sind hinsicht-lich ihrer Sozialstruktur in einen sozial besser gestellten südlichen und einen sozial schwächeren nördlichen Teil differenziert. Die sozialräumliche Trennlinie bildet die Straße Alt-Moabit. Bei den südlich der Straße Alt-Moabit gelegenen Blöcken handelt es sich um stabile Wohnquartiere, während die Blöcke nördlich der Straße Alt-Moabit als einfache Wohnlage eingestuft sind. Diese Gebiete kennzeichnet ein niedriger sozio-ökonomischer Status mit einer Tendenz zur weiteren Statusverschlechterung. Der Anteil ausländischer Einwohner ist in den Stadtquartieren um den Ottopark und den Kleinen Tiergarten hoch, wobei der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund extrem hoch ist. Wesentliche Herkunftsstaaten sind die Türkei und Staaten der EU. Ein geringerer Teil der ausländischen Einwohner stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, arabischen Staaten und der ehemaligen Sowjetunion. Die Heilandskirche an der Thusnelda-Allee, erbaut 1892-1894 von Friedrich Schulze, prägt städtebaulich das Zentrum Moabits. Sie steht an der schmalsten Stelle zwischen Turmstraße und Straße Alt-Moabit. Die Kirche ist ein Backsteinbau im märkischen Stil. Der 91m hohe Turm markiert die zentrale Lage der Kirche in Moabit. Der Haupteingang befindet sich an der Thusnelda-Allee. Die Heilandsgemeinde bietet in der Kirche im Café Thusnelda ein niedrigpreisiges Speisenangebot und in weiteren Räumen ein Spätcafé und eine Suppenküche für Obdachlose an.
Abb. 31, Heilandskirche, November 2009
Das Stadtquartier nördlich der Turmstraße Das Quartier entstand bis 1910. Baulich wird es geprägt durch eine fünfgeschossige Blockrandbebauung, funktional durch eine Mischnutzung bzw. eine überwiegende Wohnnutzung. Die Turmstraße ist eine städtebaulich bedeutsame Straßenachse und das Rückgrat dieses Stadtquartiers. Die Erdgeschosse werden durch Läden und Geschäfte geprägt. Die Straße ist durch Mietwohnhäuser, Geschäfts- und Kaufhäuser, öffentlichen Großbauten und für die Nachkriegszeit typische behelfsmäßige flache Geschäftshäuser charakterisiert.
Das Stadtquartier prägende Gebäude und Ensembles sind die Markthalle, das Rathaus Tiergarten, das Areal der ehemaligen Schultheiß-Brauerei und das Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit (GSZM). Die Markthalle an der Arminiusstraße (ehemals Berliner Markthalle X, heute ArminiusMarkthalle) nimmt einen ganzen Baublock ein. Sie entstand 1890/91 nach Entwürfen des damaligen Stadtbaurats Hermann Blankenstein und August Lindemanns.
Abb. 32, Arminiusmarkthalle, November 2009
Zwischen Markthalle und Turmstraße befindet sich das Rathaus Tiergarten. Es entstand 1936/37 nach Plänen von Architekt Richard Ermisch auf dem bis dahin von Bebauung frei gehaltenen Arminiusplatz. 1952/53
Abb. 33, ehem. Schultheiß-Brauerei, November 2009
erfolgte in der Arminiusstraße der Anbau des Bezirksverordnetensaals. Dem östlichen Flügel ist an der Turmstraße seit den 1950er Jahren ein großer Schaukasten vorgelagert. Heute wird das Rathaus durch bezirkliche Verwaltungen und ein Bürgeramt genutzt. Die Schultheiß-Brauerei in der Stromstraße ist einer der markantesten Baukomplexe in Moabit. Das Hauptgebäude mit seiner burgenähnlichen Fassadengestaltung prägt das Stadtbild in der Stromstraße. Das Areal der Brauerei soll umgenutzt werden. Aktuelle Planungen sehen ein Einkaufszentrum mit 20.000m2 Verkaufsfläche vor. Das „Haus der Gesundheit“, ein markanter Neubau mit einer Aluminiumfassade aus den 1970er Jahren, prägt das Erscheinungsbild des Gesundheits- und Sozialzentrums Moabit GSZM an der Turmstraße. Das GSZM ist Nachfolger des Krankenhauses Moabit und bildet einen Schwerpunkt der Gesundheitsversorgung mit diversen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung.
Abb. 34, Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit, „Haus der Gesundheit“, 2009
Das Stadtgebiet östlich des Kleinen Tiergartens Dieses Quartier bestimmen städtische und kirchliche Solitärbauten und Bauensembles. Zu nennen sind die Breitscheid-Hauptschule, das Justizzentrum an der Turmstraße und das Gebäudeensemble der St. JohannisKirche. Die Breitscheid-Hauptschule (Turmstraße 86) wurde 1881/82 als Gemeindeschule nach Entwürfen von Hermann Blankenstein erbaut. Unmittelbar anschließend entstand 1891/92 das Moabiter Stadtbad. Das Bad wurde 1986 abgerissen und durch eine Großturnhalle ersetzt. Die Schule soll geschlossen und der Schulbetrieb bis 2011/12 verlagert werden. Östlich der Wilsnacker Straße prägt das Justizzentrum an der Turmstraße das Moabiter Stadtbild. Von 1877 bis 1882 entstanden das Alte Kriminalgericht (im Zweiten Weltkrieg zerstört) und das Untersuchungsgefängnis. Das von 1902 bis 1906 errichtete Neue Kriminalgereicht und weitere Wirtschaftsgebäude ergänzen den Baukomplex. Markant ist der schlossähnlich gestaltete neobarocke Bau des neuen Kriminalgerichts mit seinen
beiden die Eingangszonen akzentuieren Türmen. Hier befindet sich heute das Berliner Landgericht. In der Achse der Kirchstraße steht an der Turmstraße 24-25 das aus Kirche, Campanile, Schule, Pfarrhaus und Arkaden gebildete Ensemble der St. Johannis-Kirche. Hauptbau der Anlage ist die Kirche, die in den Jahren 1832 bis 1835 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet wurde. Die Folgebauten entstanden 1851 bis 1857 nach Entwürfen von August Stüler. 1864 folgte das Küsterhaus, 1962/63 das Gemeindehaus. Die Gestaltung des Vorplatzes geht auf Ideen von Peter Joseph Lenné zurück. Die Ausführung des 1841 bepflanzten Friedhofs nördlich der Kirche erfolgte ebenfalls nach Überlegungen von Peter Joseph Lenné. An der Wilsnacker Straße entstand nach Plänen von Willy Alverdes der Kriegsgräberfriedhof.
Abb. 35, Breitscheid-Hauptschule, November 2009
Das Stadtquartier südlich der Straße Alt-Moabit Das Quartier ist durch eine geschlossene Blockrandbebauung aus dem 19. und 20. Jahrhundert mit einer Mischung aus vornehmen Wohngebäuden, Mietshäusern, ehemaligen Gewerbegebäuden und öffentlichen Großbauten gekennzeichnet. Die Straße Alt-Moabit als wichtige Siedlungsachse stellt eine wichtige Verbindung zwischen den östlichen und den westlichen Stadtgebieten dar. Von der Straße Alt-Moabit gehen nach Süden Stichstraßen ab, die an der Spree enden. Die so gebildeten Blöcke sind unregelmäßig groß. Hier befanden sich wichtige Moabiter Industrieanlagen des 19. Jahrhunderts. Stadtbild prägend sind die beiden Büro- und Dienstleistungszentren „Spreebogen-Objekt“ und „Focus-Teleport“. Das Büro- und Gewerbezentrum „Spreebogen-Objekt“ entstand 1992 bis 1995 als Umbau und Umnutzung der ehemaligen Meierei C. Bolle. Auf dem abgeräumten Areal der Meierei entstand ein großes vielgeschossiges U-förmiges Bürogebäude. Von der Meierei blieb ein 1886/87 errichteter Altbau erhalten. Im Erdgeschoss befand sich die Auslieferungsanlage für Milchprodukte. Zur Straße Alt-Moabit schließt das Gebäude mit einem 1893 errichteten Kopfbau ab. Der Altbau wurde in ein multifunktionales
Büro- und Einkaufszentrum umgebaut und umgenutzt. Im „SpreebogenObjekt“ haben das Verwaltungsgericht, die Amtsanwaltschaft Berlin und das Bundesministerium des Inneren (BMI) ihren Sitz. Das BMI wird voraussichtlich 2016 diesen Standort aufgeben und einen Neubau unweit des Hauptbahnhofs beziehen.
Abb. 36, Spreebogen-Objekt (Bundesministerium des Inneren), November 2009
Abb. 37, Altbau ehem. Meierei Bolle, November 2009
Das ab 1987 entstandene Büro- und Dienstleistungszentrum „FocusTeleport“ befindet sich auf dem Areal der ehemaligen Dampfmühle F. W. Schütt (später Kampffmeyer). Im „Focus-Teleport“ sind verschiedene Dienstleister der Computer- und Elektronikbranche vereint. Die Baugruppen des Büro- und Dienstleistungszentrums setzen sich aus mehrgeschossigen
kubischen Gebäuden zusammen. Von den Altgebäuden der Mühle blieb nur der Ladeturm an der Spree und das Wohn- und Verwaltungsgebäude erhalten. Das Stadtquartier westlich des Ottoparks Das Stadtquartier kennzeichnet eine vor 1910 entstandene geschlossene Blockrandbebauung mit Mietwohnhäusern. Stadtbildprägende Gebäude sind die ehemalige 246. Grundschule in der Zwinglistraße 37, der Schulkomplex der ehemaligen 82. und 90. Gemeindeschule zwischen Turmstraße und Zwinglistraße und das Pfarr- und Gemeindehaus der Heilandsgemeinde in der Ottostraße 16. Das Pfarr- und Gemeindehaus entstand nach Plänen von August Dinklage und Ernst Paulus in den Jahren 1905/06. In der Turmstraße 75 befindet sich das „Brüder-Grimm-Haus“, das als Kultur- und Bildungsstandort (u. a. „Galerie Nord“) genutzt wird. Das Stadtteilzentrum Turmstraße Das Stadtteilzentrum Turmstraße erstreckt sich von der Reuchlin-/ Berlichingenstraße im Westen in Blocktiefe entlang der Turmstraße bis zur Wilsnacker Straße im Osten. Im Süden wird das Gebiet um mehrere Blöcke entlang der Straße Alt-Moabit ergänzt. Das Stadtteilzentrum Turmstraße ist von einer differenzierten Struktur öffentlicher Räume geprägt. Deren wesentlichen Elemente sind die Straßenräume der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit sowie die von beiden Straßen begrenzten großen Grünflächen Ottopark und Kleiner Tiergarten. Ergänzt wird diese Struktur durch Plätze vor dem Rathaus und der Heilandskirche an der Thusneldaallee.
Abb. 38, Turmstraße, November 2009
Die Turmstraße ist in der Berliner Zentrenhierarchie des Stadtentwicklungsplans Zentren 2020 (Stand 2005) als Besonderes Stadtteilzentrum gekennzeichnet. Der überwiegende Teil der Geschäfte befindet sich an der Turmstraße, weitere auch entlang der Straße Alt-Moabit und in angrenzenden Nebenstraßen. Das Zentrum umfasst auch die ArminiusMarkthalle und das Schultheiß-Areal. Eine Ergänzung des Angebots im
Stadtteilzentrum stellt der wöchentlich auf der Fläche vor der Heilandskirche stattfindende kleine Öko-Markt dar. Das Stadtteilzentrum hat in den letzten Jahren erhebliche Funktionsund Bedeutungsverluste hinnehmen müssen. Der Branchenmix und die Angebotsstruktur in der Geschäftslage haben sich negativ entwickelt und weisen qualitative Defizite auf. Im Stadtteilzentrum fehlen zentrentypische Einrichtungen (z. B. bedeutendere Standorte von Banken, Versicherungen). Umweltsituation Die Lärmbelastung der öffentlichen Räume durch den Straßenverkehr wirkt sich negativ auf die Aufenthaltsqualität insbesondere in der zentralen Geschäftsstraße Turmstraße und auf die Wohnqualität im Untersuchungsgebiet aus. Besondere Umweltproblematiken, die über die innenstadttypische Problemsituation hinausgehen, sind nicht bekannt.
Der Kleine Tiergarten und der Ottopark werden von der Straße Alt-Moabit und der Turmstraße (ausgestattet mit Richtungsfahrbahnen) tangiert. Beide Straßen kennzeichnet eine hohe Verkehrsbelastung und Barrierewirkung. Die Stromstraße durchschneidet den Kleinen Tiergarten. Die Thusneldaallee stellt eine kurze Verbindung zwischen Straße Alt-Moabit und Turmstraße dar. Der überwiegende Teil der folgenden Angaben beruht auf Aussagen des im Rahmen des Aktiven Stadtzentrums vom Bezirk beauftragten Verkehrs- und Gestaltungskonzeptes des Büros LK Argus mit Lützow 7 (s. digitale Anlage 5.13.1 der beiliegenden CD-ROM). Die übrigen Angaben entstammen den Fachämterrunden und den Vorbereitenden Untersuchungen Turmstraße. Straßennetz und Verkehrsaufkommen Das Wettbewerbsgebiet liegt am Kreuzungspunkt wichtiger Verkehrsachsen durch den Ortsteil Moabit, hier treffen sich die übergeordneten Hauptverkehrsstraßen (FNP, BEP Mitte) bzw. Straßenverbindungen (Stadtentwicklungsplan StEP Verkehr) Alt-Moabit und Stromstraße. Als örtliche Straßenverbindung innerhalb des Untersuchungsbereichs verzeichnet der StEP Verkehr die Turmstraße, während die Thusneldaallee und die Kirchstraße als ergänzende Straße von besonderer Bedeutung ausgewiesen sind. Alle weiteren im Untersuchungsgebiet befindlichen Straßen sind kein Bestandteil des übergeordneten Straßennetzes. In der Planung 2015 des StEP Verkehr sind keine wesentlichen Änderungen in der Struktur der Straßen vorgesehen. Lediglich die Stromstraße südlich der Straße Alt-Moabit wird zur besonderen örtlichen Straßenverbindung zurückgestuft; die Kirchstraße entfällt als übergeordnete Straße. Das Verkehrsaufkommen entspricht den Klassifizierungen der Straßen. So weist nach Angaben aus der Verkehrsstärkenkarte der Verkehrslen-kung Berlin (VLB) des Jahres 2005 die Stromstraße mit abschnittsweise bis zu 40.000-45.000 Kraftfahrzeugen pro Tag die höchste Verkehrsbelastung auf, gefolgt von der Straße Alt-Moabit (20.000-25.000 Kfz/Tag). Die Turmstraße westlich der Stromstraße weist 15.000-20.000 Kfz/Tag auf, während den östlichen Teil der Turmstraße täglich lediglich 5.000 -10.000 Kfz benutzen. Der Schwerverkehrsanteil am Kfz-Verkehr ist im Bereich des Wettbewerbsgebiets mit meist unter 3% vergleichsweise gering.
Das prognostizierte Verkehrsaufkommen für 2015 (Berliner Verkehrsprognose 2015) verzeichnet eine deutliche Zunahme des Kfz-Verkehrs auf fast allen übergeordneten Straßen. Nach der neuesten Verkehrsprognose Berlin-Brandenburg 2025 muss dies allerdings relativiert werden, da für die Berliner Innenstadt insgesamt eine Abnahme des Kfz-Verkehrs prognostiziert wird. Es liegen aber für das Wettbewerbsgebiet zur Zeit noch keine detaillierten Ergebnisse vor.
Abb. 39, Turmstraße, November 2009
Verkehrsorganisation und Straßenraum Alle Straßen im Bereich des Wettbewerbsgebiets weisen eine klassische Trennung von Fahrbahnen und Gehwegen auf. Die Turmstraße verfügt über 2 Fahrstreifen je Richtung. Die Straße Alt-Moabit besitzt einen Fahrbahnquerschnitt mit einem überbreiten Fahrstreifen je Fahrtrichtung. Die Stromstraße ist im Untersuchungsgebiet durch die Knotenpunkte mit der Turmstraße und Straße Alt-Moabit geprägt und verfügt dementsprechend über einen breiten Fahrbahnquerschnitt mit mehreren verkehrstechnisch notwendigen Fahrstreifen je Richtung. Alle weiteren Straßen im Untersuchungsgebiet besitzen 2 üblich dimensionierte Fahrstreifen im Querschnitt. Für die beiden Ost-West-Verbindungen Turmstraße und Alt-Moabit sowie die Thusneldaallee und die Stromstraße besteht eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Die Nebenstraßen im Umfeld des Wettbewerbsgebiets sind entweder als „Verkehrsberuhigter Bereich“ (Schrittgeschwindigkeit) oder mit Tempo 30 km/h ausgewiesen. Die meisten Kreuzungen der Hauptverkehrsstraßen und der Einmündungen der Nebenstraßen in Hauptverkehrsstraßen sind mit Lichtsignalanlagen gesichert. Busverkehr und dem motorisierten Individualverkehr (MIV) sowie zwischen dem Fußgänger- bzw. Fahrradverkehr und dem MIV. Das Wettbewerbsgebiet ist durch die Auswirkungen des Verkehrs stark belastet. Neben den Barrierewirkungen der Hauptverkehrsstraßen ist hier insbesondere die Lärm- und Luftbelastung anzuführen.
Öffentlicher Verkehr Die Berliner S-Bahn tangiert mit den Bahnhöfen Westhafen und Beusselstraße auf der nördlichen Ringbahn und der Stadtbahn mit dem Bahnhof Bellevue das Wettbewerbsgebiet weiträumig. Nächste Station des schienengebunden Regional- und Fernverkehr ist der ca. 1,5 km entfernte Hauptbahnhof. Der Ottopark und der Kleine Tiergarten sind über den unter dem Kleinen Tiergarten gelegenen und von beiden Seiten der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit zugänglichen U-Bahnhof Turmstraße der Linie U9 an das Berliner Schnellbahnnetz angebunden. Das Gebiet um den U-Bahnhof ist ein wichtiger Knoten für die verschiedenen Buslinien nach und durch Moabit – hier treffen sich eine Metrobuslinie (M27), die Flughafenlinie TXL, vier reguläre Stadtbuslinien (101, 123, 187 und 245) sowie zwei Nachtbuslinien (N9 und N40). Die Anordnung der Haltestellen an der Turmstraße vor dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus und an der Straße Alt-Moabit erscheint unübersichtlich und erfordert für das Umsteigen teilweise erhebliche Fußwege. Zum Teil bestehen an den Zu- und Abgangswegen der ÖPNV-Haltestellen Defizite, u.a. aufgrund fehlender Querungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zu den Haltestellenstandorten (Alt-Moabit: Haltestellen U-Bahnhof Turmstraße und Kleiner Tiergarten). Die Defizite stellen insbesondere für Menschen mit Behinderungen ein Problem dar. Auf dem Mittelstreifen der Turmstraße befindet sich derzeit ein Fahrstuhl im Bau, der zukünftig eine barrierefreie Erreichbarkeit des U-Bahnhofs gewährleistet. Langfristig ist geplant, die zurzeit in der Planfeststellung befindliche durch die Invalidenstraße zum Hauptbahnhof führende Straßenbahnstrecke über die Straße Alt-Moabit / Turmstraße / Beusselstraße zum VirchowKlinikum zu verlängern (StEP Verkehr – mobil 2010). Die genaue Trassenführung steht noch nicht fest, dies wird Gegenstand eines später durchzuführenden Planfeststellungsverfahrens sein. Möglich sind Trassen über die Rathenower Straße und Turmstraße (siehe BEP Mitte) oder über die östliche Straße Alt-Moabit und westliche Turmstraße mit Führung durch die Stromstraße oder die Thusnelda-Allee. Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erscheint aus verkehrlichen Gründen die Führung über die Thusnelda-Allee am sinnvollsten. Eine Führung der Straßenbahn über Parkflächen des Kleinen Tiergartens erscheint nicht realistisch. Die geplante Führung der Straßenbahn über die Straße Alt-Moabit kann zwischen Thusnelda-Allee und Kirchstraße mit Flächenverlusten für den Kleinen Tiergarten verbunden sein (siehe Kapitel 3.2). Fußverkehr Die vorhandenen Fußwege in und um den Ottopark und den Kleinen Tiergarten werden unterschiedlich stark genutzt. Die Fußwege der Einkaufsstraße Turmstraße werden stark frequentiert. Die den Fußgängern vorbehaltenen Wege im Kleinen Tiergarten und Ottopark dienen sowohl der Erholung und Freizeit als auch der Wegverbindung zwischen den Quartieren östlich und westlich der Parkanlagen. Die Verbindung der Wohnquartiere nördlich der Turmstraße und südlich der Straße AltMoabit wird durch die Barrieren der Hauptverkehrsstraßen und der zentralen, aber introvertiert ausgeprägten Grünflächen unterbrochen. Die Untersuchungen der LK Argus ergeben deutliche Defizite im Angebot von Querungsmöglichkeiten der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit. Insbesondere im zentralen Bereich des Kleinen Tiergartens zwischen Rathaus Tiergarten und Stromstraße sowie im Bereich der Straße Alt-Moabit zwischen Stromstraße und Wilsnacker Straße fehlen auf wichtigen Querungslinien entsprechend ausgebaute Querungsmöglichkeiten. Zudem
korrespondieren die zahlreichen Fußgängerwege in den Grünflächen des Ottoparks und des Kleinen Tiergartens zum größten Teil nicht mit den angrenzenden Wegeführungen. Fahrradverkehr Die Straßen Alt-Moabit, Turmstraße und Stromstraße haben ein sehr hohes Fahrradverkehrsaufkommen (über 3.000 Radfahrer / 24h). In der Straße Alt-Moabit gibt es nur abschnittsweise einen Radweg. Auf dem von 2.100 bis 2.400 Radfahrern täglich befahrenen Abschnitt der Turmstraße rund um das Rathaus Tiergarten sind keine Radwege vorhanden. Außerhalb des übergeordneten Straßennetzes in der Nähe des Ottoparks und des Kleinen Tiergartens sind nach Aussagen der Verkehrs- und Gestaltungskonzeption des Büros LK Argus keine separaten Radverkehrsanlagen notwendig. Übergeordnete Fahrradverbindungen (Radverkehrsnetz des Senates und des Bezirks) verlaufen entlang der Stromstraße, Kirchstraße, Jonasstraße, Bremer Straße, Thusnelda-Allee, Krefelder Straße und auf der Straße Alt-Moabit zwischen Stromstraße und Kirchstraße. Die bestehenden Radverkehrsanlagen sind von fehlendem Komfort und mangelhafter Sicherheit gekennzeichnet. Eine weitere Schwachstelle ist die unzureichende Zahl an Fahrradabstellanlagen. Sicherheit im Straßenraum Unfallschwerpunkte im Untersuchungsgebiet sind nach Angaben von LK Argus u. a. die Kreuzungen Stromstraße / Alt-Moabit und Stromstraße / Turmstraße. Diese Angaben stimmen weitgehend mit den Aussagen des Gesundheitsberichts von Mitte (Stand November 2005) überein. Ein unfallauffälliger Bereich erstreckt sich auf den Abschnitt der Straße Alt-Moabit zwischen Krefelder Straße und Kirchstraße. Geplante Maßnahmen Für das Gebiet der Turmstraße wurde im Vorlauf zu diesem landschaftsplanerischen Wettbewerb ein Verkehrs- und Gestaltungskonzept im Auftrag des Bezirks erarbeitet. Die Konzeption hat die Straßenraumgestaltung der Straßen Alt-Moabit und Turmstraße sowie weiterer Maßnahmen im Umfeld zum Inhalt. Vertieft werden darin u.a. folgende Bereiche bearbeitet: Bereich Thusneldaallee / Rathausvorplatz / Umfeld ArminiusMarkthalle, Bereich Haltestelle U-Bahnhof Turmstraße und der Bereich Haltestelle Kleiner Tiergarten / Haltestelle Lübecker Straße. Gegenstand der Konzeption sind die Entwicklung von Netzkonzeptionen für den KfzVerkehr, den öffentlichen Verkehr, den Fuß- und Radverkehr, die Entwicklung von Querschnittslösungen für die Turmstraße und Straße AltMoabit und vertiefende Untersuchungen für die genannten Detailbereiche. Das Konzept hat die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf den Gehwegen, der Schaffung bessere Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer und skizzenhaft das Aufzeigen einer möglichen Integration der Straßenbahn in die Straßenräume der Turmstraße und Straße Alt-Moabit zum Inhalt. Das Konzept würdigt die Rolle des Knotenpunktes U-Bhanhof Turmstraße als Haltestellenbereich der U-Bahn und die Querung und Verknüpfung der Quartiere nördlich der Turmstraße und südlich der Straße Alt-Moabit über den Kleinen Tiergarten. Darstellungen der bestehenden und geplanten Straßenquerschnitte der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit und die Vertiefungsbereiche sind den Anlagen zu entnehmen. Die hierin dargestellten Querschnittslösungen der Planungsvariante mit baulichen Ergänzungen können als „zukünftiger
Bestand“ im Rahmen der Wettbewerbsbearbeitung vorausgesetzt werden. (s. digitale Anlage 5.13.1 der beiliegenden CD-ROM).
Freiflächen im Umfeld, Spielplätze
Der Ottopark und der Kleine Tiergarten sind als wohnungsnahe Grünanlagen eingestuft, die überwiegend der Kurzzeit- und Feierabenderholung dienen. Eine weitere wohnungsnahe Grünanlage ist der Essener Park. Aufgrund seiner Größe von 12ha entspricht der nahe gelegene FritzSchloss-Park den Kriterien einer siedlungsnahen Grün- und Freifläche, die der halb- und ganztägigen Erholung dient. Eine Schwäche stellt die mangelhafte Vernetzung der Grünflächen untereinander dar. Zum einen ist die Vernetzung zwischen den innerhalb des Gebiets liegenden Grünflächen durch die Barrierewirkung kreuzender Straßen erschwert, zum anderen fehlen Verbindungen zu den großen Grünflächen und Erholungsräumen im Umfeld (Spreeufer, Stadtteilpark Containerbahnhof).
Grünzug Bremer Straße Fritz-Schloss-Park
Abb. 40, Freiflächen und Grünverbindungen
Das Wettbewerbsgebiet verfügt über 7 Spielplätze. Die größte Anlage stellt der pädagogisch betreute Spielplatz im Ottopark dar. Diese kommunale Einrichtung bietet Spielangebote für 5-15 Jährige an. Bis 2011 wird mit Stadterneuerungsmitteln vor allem aus dem Programm Soziale Stadt ein neues Spielhaus errichtet. Ebenfalls im Ottopark befindet sich ein 2009 erneuerter Spielplatz für Kleinkinder bis 6 Jahre. Auch dieser wurde mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt erneuert. Im östlichen Teil des Kleinen Tiergarten stehen 4 weitere Spielplätze mit einer Gesamtfläche von 3.000m2 und die Rollerbahn zur Verfügung. Die Spielplätze im Kleinen Tiergarten weisen einen erheblichen Instandsetzungs- und Ergänzungsbedarf auf. Der Bezirk Mitte befürwortet eine Zusammenlegung der Einzelflächen zu einem etwa 4.000m2 großen Spielplatz. Im Quartiersmanagement Moabit West sind für die Jahre 2010 und 2011 Mittel aus dem Programm Soziale Stadt für Maßnahmen an weiteren Spielplätzen vorgesehen. Im Rahmen des Projekts „Moabiter Bewegungslandschaft“ sollen Maßnahmen zur Bewegungsförderung aller Bevölkerungsgruppen durchgeführt werden. Schwerpunkt ist die Aufwertung von Spiel- und Freiflächen unter gesundheits- und bewegungsfördernden Ansätzen. In den Jahren 2010 sollen schwerpunktmäßig Spielplätze in Moabit umgestaltet werden. Projektträger ist der Verein BERLIN bewegt e.V. (s. digitale Anlage 5.14.1. der beiliegenden CD-ROM).
Zur Beurteilung der Kriminalitätsgefährdung kann der „Bericht zur Kriminalitätsbelastung in öffentlichen Räumen“ der Berliner Polizei herangezogen werden, der für den Bezugszeitraum 2007 räumlich differenziert die Gefährdung der Bevölkerung durch Kriminalität in öffentlichen Räumen untersucht und sie mit einer Häufigkeitszahl (Zahl der erfassten Fälle je 100.000 Einwohner) darstellt. Der Ortsteil Moabit liegt hinsichtlich der Gefährdung durch Straftaten insgesamt über dem Berliner Durchschnitt. Eine raumbezogene Untersuchung der Kriminalitätsbelastung zeigt, dass der Kleine Tiergarten mit dem südlich angrenzenden Quartier ein Schwerpunkt der Kriminalitätsgefährdung ist. Diese liegt dort stark über dem Berliner Durchschnitt. Sie ist schwerpunktmäßig auf Rauschgiftdelikte und Körperverletzungen zurückzuführen. Der Kleine Tiergarten gilt aufgrund seiner günstigen ÖPNV-Anbindung und wenig einsehbaren Gestaltung als Drogenhandelsplatz. Zu dieser tatsächlichen Kriminalitätsgefährdung in den öffentlichen Räumen im Untersuchungsgebiet treten nach Aussagen der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks Mitte subjektive Unsicherheitsgefühle insbesondere aufgrund unzureichender Beleuchtung und der wenig einsehbaren Gestaltung der Parkanlagen.
Flächennutzungsplan Berlin Der Flächennutzungsplan (FNP) dient der vorbereitenden kommunalen Bauleitplanung. Im Berliner Flächennutzungsplan in der Fassung der Neubekanntmachung vom 12. November 2009 ist das Stadtgebiet um den Ottopark und den Kleinen Tiergarten überwiegend als Wohnbaufläche W1 (überwiegend traditionelle Block- und Blockrandbebauung mit fünf oder mehr Geschossen, GFZ über 1,5) dargestellt. Die Blöcke an der Turmstraße sind bis in Höhe des Gesundheitszentrums Moabit GSZM als gemischte Baufläche M2 dargestellt (Bereiche mit mittlerer Nutzungsintensität und -dichte sowie überwiegendem Mischgebietscharakter). An der Turmstraße von der Beusselstraße im Westen bis etwa zur Lübecker Straße im Osten ist das Symbol Einzelhandelskonzentration dargestellt. Die Stromstraße und die Straße Alt-Moabit sind als übergeordnete Hauptverkehrsstraße eingestuft. Der Ottopark und der Kleine Tiergarten sind als öffentliche Parkanlage dargestellt. Eine weitere in Nord-Süd-Richtung verlaufende Grünfläche ist im Verlauf der Jonasstraße dargestellt. Die Flächen des GSZM sind als Gemeinbedarfsfläche (Zweckbestimmung Krankenhaus) und die des Justizzentrums als Gemeinbedarfsfläche (Zweckbestimmung Verwaltung) dargestellt. (s.auch www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/ fnp). Landschaftsprogramm Das Landschaftsprogramm vom 19. Juli 1994 in Ergänzung vom Juni 2004 wurde auf Grundlage des Berliner Naturschutzgesetzes flächendeckend für Berlin aufgestellt. In Karten, Text und Begründung sind die Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege für das Land Berlin dargestellt. Das Landschaftsprogramm einschließlich Artenschutzprogramm, das aus fünf thematischen Programmplänen besteht, und der Flächennutzungsplan sind aufeinander bezogen und ergänzen einander. Die mit dem Landschaftsprogramm zum Ausdruck kommenden Belange werden
in die Abwägung eingestellt. Der „Kleine Tiergarten“ ist als übergeordnetes Strukturmerkmal dargestellt (Siedlungsraumtypische Grün- und Freifläche / Vegetationsbestand). Teilplan Naturhaushalt / Umweltschutz Das Wettbewerbsgebiet und seine Umgebung sind als Siedlungsgebiet innerhalb des Vorranggebietes Luftreinhaltung und als Überwachungsund Sanierungsschwerpunkt im Hinblick auf Immissionsschutz dargestellt. Es sollten Maßnahmen zur Erhöhung der naturhaushaltswirksamen Flächen und zur Entsiegelung durchgeführt werden. Zur Verbesserung der Luftqualität sind Planungen und Maßnahmen zur Emissionsminderung prioritär zu behandeln und der Schutz empfindlicher Nutzungen vor Emissionen ist vorzusehen. Teilplan Erholung und Freiraumnutzung Der Bereich um den Kleinen Tiergarten ist insgesamt als Wohnquartier eingestuft, das mit öffentlichen Freiflächen unterversorgt ist. Es werden unter anderem die Erhöhung der Nutzungsmöglichkeiten und der Aufenthaltsqualität vorhandener Freiräume und Infrastrukturflächen, die Erschließung vorhandener Freiflächen sowie Hofbegrünungen, Dach- und Fassadenbegrünungen und eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Straßenraum als Maßnahmen genannt. Teilplan Landschaftsbild Der Erhalt und die Entwicklung begrünter Straßenräume sowie die Wiederherstellung von Alleen und Stadtplätzen ist vorgesehen. Block- und Platzränder sollen durch Baumpflanzungen betont, Innenhöfe, Wände und Dächer begrünt werden. Insgesamt sollen bei baulicher Verdichtung qualitativ hochwertig gestaltete Freiräume geschaffen werden. Teilplan Biotop- und Artenschutz Die Schaffung zusätzlicher Lebensräume für Flora und Fauna (Hof-, Dachund Wandbegrünung) sowie der Erhalt von Freiflächen und die Beseitigung unnötiger Bodenversiegelung in Straßenräumen, Höfen und Grünanlagen werden angestrebt. Bauliche Verdichtungen sollen kompensiert werden. Teilplan gesamtstädtische Ausgleichskonzeption Im Rahmen der gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption sind keine Maßnahmen im Wettbewerbsgebiet oder seinem Umfeld vorgesehen (s. auch www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/landschaftsplanung/ lapro). Bereichsentwicklungsplanung Bezirk Mitte Die Bereichsentwicklungsplanung ist eine informelle städtebauliche Planung und dient der teilräumlichen Entwicklung des Bezirks. Der Bereichsentwicklungsplan (BEP) Mitte wurde 2004 von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Damit ist er verwaltungsintern bindend und in der Bebauungsplanung zu berücksichtigen. Der gezeichnete Plan stellt die Nutzungsstruktur der Bauflächen generalisiert auf Blockebene dar, weiterhin werden Verkehrs- und Grünflächen sowie kommunale soziale Infrastruktur grundstücksscharf dargestellt. Der Hauptplan wird durch sektorale Fachpläne ergänzt. Die Fachpläne stellen die Entwicklungs- und Planungsziele des Bezirks dar und konkretisieren die Darstellungen der BEP. Derzeit bestehen die Fachpläne Soziale Infrastruktur und Grün- und Freiflächen.
Der BEP stellt den überwiegenden Teil der Blöcke der das Wettbewerbsgebiets umgebenden Stadträume als Allgemeines Wohngebiet (W1) dar. Die Markthalle sowie die Blockränder auf der Nordseite der Turmstraße zwischen Beusselstraße und Lübecker Straße werden bis auf das Rathaus durchgehend als Kerngebiet ausgewiesen. Die südlichen Blockränder an der Turmstraße sind teilweise als Kerngebiet dargestellt. An der Turmstraße zwischen Beusselstraße und Lübecker Straße ist eine Einzelhandelskonzentration mit Zentrumsfunktion gekennzeichnet. Das Areal der ehemaligen Schultheiß-Brauerei ist als Gewerbegebiet und der Standort des Gesundheitszentrums Moabit (GSZM) als Sondergebiet „Gesundheitsstandort“ dargestellt. Die Straßen Alt-Moabit und Stromstraße sind als übergeordnete und sonstige Hauptverkehrsstraßen ausgewiesen. Der BEP enthält die Darstellungen zweier Straßenbahnverbindungen vom Hauptbahnhof, eine über die Invalidenstraße / Alt-Moabit / Turmstraße / Beusselstraße Richtung Seestraße und eine zweite Straßenbahnverbindung über die Invalidenstraße / Alt-Moabit / Kaiserin / Augusta-Allee Richtung Mierendorffplatz. Neben dem Mathilde-JacobPlatz, wird im BEP auch die Arminiusstraße als Fußgängerbereich bzw. öffentlicher Platz dargestellt. Der Ottopark und der Kleine Tiergarten sind in der BEP als Grünflächen ausgewiesen. Im Text der BEP Mitte wird für den Stadtteil Moabit ein erhebliches Flächendefizit an öffentlichen Grünflächen benannt, woraus sich ein Bedarf an diesen Flächen von ca. 70 ha ergibt. Die gewachsene Struktur soll erhalten und die bestehenden Anlagen, so auch der Kleine Tiergarten und der Ottopark qualifiziert werden. Weiteres Ziel ist eine Vernetzung der Grünanlagen in Moabit. Die Spielplätze in Moabit weisen allgemein in der Ausstattung Mängel auf. Für die Spielplätze im Wettbewerbsgebiet werden Belastungen durch Verkehrsimmissionen und die Barrierewirkung der Hauptverkehrsstraßen benannt. Für den Kleinen Tiergarten ist laut BEP ein Parkpflegeplan zu erstellen. Die in den 1980er Jahren auf dem Weg gebrachten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in Moabit sind auf die Turmstraße und Stromstraße zu erweitern, die Parkraumbewirtschaftung auf die Turmstraße auszudehnen. Für die geplante Verlängerung der Straßenbahn über den Berliner Hauptbahnhof zur Seestraße schlägt die Bereichsentwicklungsplanung eine Führung über die Rathenower Straße und Turmstraße vor. Landschaftsplan II L-10 Moabiter Insel Für die Moabiter Insel wurde am 27.3.1997 ein Landschaftsplan (LaPla) aufgestellt. Dieser dient der Festsetzung des Biotopflächen-Faktors (BFF). Der Geltungsbereich des Landschaftsplans enthält keine Festsetzungen für Grundstücke öffentlicher Grünflächen oder Sportanlagen, die ganz oder überwiegend für Nutzungen im Freien ausgelegt sind. Für das Wettbewerbsgebiet sind folglich keine Aussagen bzw. Festsetzungen im Landschaftsplan enthalten. Bebauungsplanung Im Wettbewerbsgebiet existiert kein förmlich festgesetzter Bebauungsplan. Die planungsrechtliche Beurteilung der Zulässigkeit von Vorhaben richtet sich nach den Darstellungen des Baunutzungsplans für Berlin vom 28. Dezember 1960 in Verbindung mit den Regelungen der Bauordnung für Berlin in der Fassung vom 21. November 1958 (BO 58) und den Regelungen der BauNVO 1968 zur Berechnung des Maßes der Nutzung sowie den nach dem preußischen Fluchtliniengesetz von 1875 förmlich festgestellten und übergeleiteten Bau- und Straßenfluchtlinien.
Der Baunutzungsplan stellt den überwiegenden Teil des Wettbewerbsgebiets als „beschränktes Arbeitsgebiet“ dar. Das Wettbewerbsgebiet begrenzend befinden sich folgende förmlich festgesetzte Bebauungspläne: II-7a, II-49, II-53, II-7b, II-B2 (einfacher B-Plan) und II-151. In Aufstellung befindet sich der vorhabensbezogene Bebauungsplan I-43 VE. Derzeit ist ein vorhabenbezogener B-Plan 1-43 VE für das Gelände der ehemaligen Schultheiß-Brauerei im Aufstellungsverfahren. Die Aufstellung des B-Plans dient der planungsrechtlichen Begrenzung der Verkaufsflächen und einer Integration in das Stadtteilzentrum Turmstraße.
Weitere Planungen und Maßnahmen
Bund-Länder- Programm Aktives Stadtzentrum Turmstraße Das Gebiet des Stadtteilzentrums Turmstraße wurde 2008 im Rahmen eines Berlinweiten Wettbewerbsverfahrens als Fördergebiet des BundLänder-Programms „Aktive Stadt- und Ortsteilszentren“ ausgewählt. Es umfasst den Bereich der Geschäftsstraße Turmstraße, den Ottopark und den Kleinen Tiergarten, einen Teilbereich der südlich angrenzenden Geschäftsstraße Alt-Moabit sowie drei südlich angrenzender Blöcke. Die Betreuung im Sinne eines Geschäftsstraßenmanagements erfolgte über die BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH und das BUE Büro für urbane Entwicklung. Auf Grundlage der analysierten Defizite wie struktureller Probleme des Einzelhandels, Verwahrlosung des öffentlichen Raums, kein bzw. unattraktives Nutzungsangebot für Familien und ältere Menschen, mangelnder Aufenthaltsqualität im Straßenraum, Dominanz des Autoverkehrs und zugleich der Potenziale wie die Wahrnehmung als Moabiter Zentrum, den Bestand des Kleinen Tiergartens als öffentliche Grünfläche und der Arminius-Markthalle wurden Leitbilder und Leitziele entwickelt. Die Turmstraße soll als besonderes Stadtteilzentrum mit den Potenzialen Kleiner Tiergarten und Arminius-Markthalle aufgewertet, der Stadtraum qualifiziert, die Auf-enthalts- und Angebotsqualität der Turmstraße aufgewertet und der U-Bahnhof Turmstraße besser eingebunden werden. Bestandteil der Prozess-Steuerung im Aktiven Stadtzentrum Turmstraße ist die Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts mit der Festlegung von Zielen, Maßnahmen und Organisations- und Beteiligungsstrukturen. Dieses hat die Aufwertung und Stärkung der Turmstraße auf Basis vorhandener Potenziale zum Ziel. Es sind Maßnahmen in folgenden Aktionsfeldern geplant: „Kleiner Central-Park“ – Maßnahmen zur Aufwertung und Qualifizierung des Ottoparks und Kleinen Tiergarten, „Boulevard Turmstraße“ – Aufwertung und Qualifizierung des Straßenraums der Geschäftsstraße, „Markthalle der Kulturen“ – Konzeptentwicklung und Maßnahmen zur Revitalisierung der Markthalle, „Ideen nach vorn“ – Aktivierung und Vernetzung der lokalen Akteure, Aufbau selbst tragender dauerhafter Akteursstrukturen durch ein Geschäftsstraßenmanagement. Mit der Umsetzung des Entwicklungskonzepts wurde 2008 begonnen. Bisher wurden Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit und Partizipation, Maßnahmen des Geschäftsstraßenmanagements sowie weitere kleinteilige Maßnahmen durchgeführt. Derzeit wird ein Verkehrs- und Gestaltungskonzept für das Gebiet der Turmstraße erarbeitet (siehe 2.4 Verkehrliche Rahmenbedingungen). Das Programm hat in der Förderkulisse eine Laufzeit von fünf Jahren (bis einschließlich 2012). Aufgrund des
Prinzips der Mittelverteilung stehen Fördermittel voraussichtlich bis 2016 zur Verfügung. Eine Programmverlängerung über diesen Zeitraum hinaus ist nicht ausgeschlossen. Eine Absicherung des Entwicklungskonzeptes erfolgte mittels einer Vorbereitenden Untersuchung nach §141 Baugesetzbuch (BauGB). Vorbereitende Untersuchungen Turmstraße Am 3.3.2009 hat der Berliner Senat den Beginn Vorbereitender Untersuchungen nach § 141 BauGB für das Gebiet Turmstraße beschlossen. Die Untersuchung erfolgte durch das Büro BSM. Die vorbereitenden Untersuchungen dienen als Beurteilungsgrundlage zu Einsatz, Art und Umfang integrierter Stadterneuerungsverfahren für das Gebiet Turmstraße. Auf Grundlage einer umfangreichen Analyse der städtebaulichen, strukturellen und sozialen Situation sowie einer Prüfung auf städtebauliche und / oder funktionale Mängel wurde ein integriertes Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept abgeleitet, das die wesentlichen Zielstellungen aus dem Entwicklungskonzept des „Aktiven Stadtzentrum Turmstraße“ weiterführt. Es wurde untersucht, ob und wie die Instrumente des besonderen Städtebaurechts (§§136ff BauGB) geeignet sind, zur Lösung der vorhandenen Probleme beizutragen und das Gebiet Turmstraße in seinen Funktionen nachhaltig zu stärken.
Abb. 41, Luftbild mit Eingrenzung des Gebiets der Vorbereitenden Untersuchungen
Leitsätze für die zukünftige Entwicklung des Gebiets sind: 1. Das Stadtteilzentrum Turmstraße wird zu einem funktionsfähigen und attraktiven Einkaufs- und Versorgungsstandort für den Stadtteil entwickelt. 2. Die Aufenthaltsqualität in der Turmstraße wird verbessert. Dazu sollen eine fußgänger- und radfahrerfreundliche Gestaltung, neue Aufenthaltsund Kommunikationsmöglichkeiten (wie Flächen für Außengastronomie) und eine ansprechende Straßenmöblierung beitragen. 3. Die zentralen Parkanlagen des Ottoparks und des Kleinen Tiergartens mit den neu zu schaffenden bzw. zu qualifizierenden Stadtplätzen werden mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten gestaltet sowie untereinander und mit dem Umfeld vernetzt. 4. Die Wohnquartiere an der Turmstraße werden erhalten und stabilisiert. 5. Die städtebaulich markanten bzw. als Denkmal geschützten Gebäude sollen durch ihre Gestaltung, Betonung und Nutzung stärker in die Wahrnehmung von Bewohnern und Besuchern gerückt werden.
6. Alle Akteure aus dem Gebiet und aus der Verwaltung agieren miteinander. Eine Stadtteilvertretung ist die Interessensvertretung der Bewohner, Gewerbetreibenden, Eigentümern und Beschäftigten im Gebiet und dient als Bindeglied zur öffentlichen Verwaltung. Die zur Entwicklung der Turmstraße und ihres Umfelds vorgesehenen Maßnahmen sind den folgenden Aktionsfeldern zugeordnet: Aktionsfeld A umfasst die Aktivitäten zur Prozess-Steuerung, zur Aktivierung und Beratung der Eigentümer, zum Geschäftsstraßenmanagement und zur Öffentlichkeitsarbeit sowie kleinteilige Projekte zur Förderung der Image- und Zentrumsentwicklung. Für die Prozess-Steuerung und das Geschäftsstraßenmanagement zeichnete bis Ende 2009 die BSM mbH verantwortlich. Seit Anfang 2010 ist hierfür das Koordinationsbüro für Stadtentwicklung und Projektmanagement KoSP verantwortlich. Aktionsfeld B beinhaltet die Maßnahmen zur Aufwertung der Grün- und Freiflächen im Gebiet. Als Grundlage für diese Maßnahmen wird dieser landschaftsplanerische Wettbewerb durchgeführt. Im Aktionsfeld C finden sich Maßnahmen in den Straßenräumen auf Grundlage des Verkehrs- und Gestaltungskonzeptes. Zudem finden sich Maßnahmen zur Herstellung und Qualifizierung von Grün- und Radwegeverbindungen. Aktionsfeld D umfasst Einzelmaßnahmen, u.a. Sanierungs- und Aufwertungsmaßnahmen an Standorten der sozialen und kulturellen Infrastruktur, zur Revitalisierung der Markthalle und zur Konzeptentwicklung für die Nachnutzung der unter- oder ungenutzten Grundstücke. Die für das Wettbewerbsgebiet relevanten Aussagen der VU wurden in diese Auslobung aufgenommen. Der Bericht der Vorbereitenden Untersuchungen Turmstraße nebst Anlagen ist dem digitalen Anhang 5.12 zu entnehmen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung behält sich vor, im weiteren Verfahren daran noch Änderungen vorzunehmen. Fachplanung Grün- und Freiflächen des Bezirks Mitte Der Fachplan Grün- und Freiflächen sieht im Bereich der Moabiter Insel Grünverbindungen vor, die von übergeordneter Bedeutung sind und der Vernetzung der Grünflächen dienen. Eine Nord-Süd-Grünverbindung soll über die Bremer Straße zur Turmstraße, durch den Ottopark zur Straße Alt-Moabit und von dort über die Bochumer Straße zum Spreeufer verlaufen. Allerdings ist die Verbindung zum Ottopark über einen Hausdurchgang des Grundstücks Turmstraße 83 unscheinbar, nicht ausgeschildert und wenig attraktiv. Die Grünverbindung zwischen Fritz-Schloss-Park über die Lehrter Straße Richtung Ortsteil Mitte ist derzeit Gegenstand der Planungen und Maßnahmen im Fördergebiet Stadtumbau West Tiergarten Heidestraße / Nordring. Quartiersmanagement in Moabit Für zwei, das Wettbewerbsgebiet tangierende Moabiter Quartiere wurde ein Quartiersmanagement installiert. Es handelt sich dabei um das Quartiersmanagement Moabit West, das an der Ottostraße an das Wettbewerbsgebiet angrenzt und das Quartiersmanagement Moabit Ost nordöstlich der Turmstraße. Beauftragte für das Quartiersmanagement Moabit West ist S.T.E.R.N. Gesellschaft für behutsame Stadterneuerung. Beauftragte für das Quartiersmanagement Moabit Ost ist die UrbanPlan GmbH in Kooperation mit StadtRand gGmbH.
Das Quartiersmanagement dient der Verbesserung und Stabilisierung der Situation der Quartiere, die drohen, von der Gesellschafts- und Stadtentwicklung abgekoppelt zu werden. Ziel ist die Erreichung guter Lebensumstände der vor Ort Lebenden und Gewerbetreibenden und die Entfaltung positiver Entwicklungsimpulse. Zur Erreichung der Ziele werden über das Förderprogramm „Soziale Stadt“ Projekte gefördert. Über die Mittelvergabe aus den vor Ort gebildeten Quartiersfonds entscheidet ein gewählter Quartiersrat. Das Quartiersmanagement Moabit West (Beusselstraße) wurde 1999 nach § 171e BauGB förmlich festgelegt und 2005 um das Gebiet östlich der Waldstraße erweitert. Es umfasst nunmehr den gesamten westlichen Teil Moabits zwischen der Spree im Süden, dem Verbindungskanal im Westen sowie den Bahnflächen im Norden. Moabit West ist als Gebiet der Kategorie I (starke Intervention) eines der Gebiete, in denen aufgrund eines hohen Problemdrucks ein stärkerer Fördermitteleinsatz vorgesehen ist. Inhaltliche Schwerpunktsetzungen des Quartiersmanagement Moabit West im aktuellen Handlungs- und Entwicklungskonzept von 2009 sind: „Bildung (und Erziehung) tut Not“, Projekte zur Sprachförderung, Konfliktvermittlung, Betreuungsangebote, Kunst- und Kulturprojekte, Elternaktivierung und Elternarbeit, Kooperationen und Netzwerke von Bildungseinrichtungen, „starke Nachbarschaften“, Kunst- und Kulturprojekte, Veranstaltungen, Projekte zur Integration, Bürgerbeteiligung, „Gewerbe stärkt den Kiez“, Projekte mit Gewerbetreibenden, Maßnahmen des Standortmarketing und zur Leerstandsreduzierung. Querschnittsorientierte Aufga-ben sind: Förderung der Integration und Verbesserung des Dialogs der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Imagemaßnahmen für die beiden Spielplätze im Ottopark, wozu Baumaßnahmen im Rahmen des Quartiersmanagements durchgeführt werden. 2009 wurde das Gebiet des Quartiersmanagement Moabit Ost (Perleberger Straße und Wilsnacker Straße) nach § 171e BauGB festgesetzt. Das Gebiet umfasst den Bereich im Nordosten Moabits zwischen Turmstraße, Stromstraße und Birkenstraße sowie dem Fritz-Schloss-Park im Westen. Das integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept befindet sich derzeit in Aufstellung. MOABIT MACHT MOBIL - Moabiter Bewegungslandschaft Die Moabiter Bewegungslandschaft ist Bestandteil des Gesundheitsförderungs-Projektes MOABIT MACHT MOBIL. Das Projekt wurde im Jahr 2008 von BERLINbewegt e.V., dem Quartiersmanagement Moabit West und dem Bezirksamt Mitte – Gesundheit initiiert. Unterstützt wurde das Projekt von der Humboldt Universität Berlin (Institut für Sportwissenschaft), der Unfallkasse Berlin und der Techniker Krankenkasse. Das Bundesministerium für Gesundheit finanzierte die Aufbauphase des Projekts (2008). Die Zielstellungen wurden mit den im Quartier Moabit täti-gen Organisationen entwickelt und konkretisiert. Die praktische Umsetzung wird u.a. im Rahmen des Programms Soziale Stadt finanziert. Hauptansatz des Projektes ist es, vorhandene Strukturen, Netzwerke und Angebote zu stärken und im Sinne der präventiven Gesundheitsförderung zu qualifizieren und zu koordinieren. Den Schwerpunkt bilden hierbei niedrigschwellige Bewegungsanlässe und –angebote im Stadtraum, die nach Möglichkeit sowohl Biographie begleitend als auch generationenübergreifend angelegt sind.
Es sollen Anreize für Bewegung in einer sicheren, bewegungs- und ko mmunikationsfreundlichen Stadtlandschaft gesetzt werden. Die Mobilität für die benachteiligten Alters- und Bevölkerungsgruppen soll gefördert, Bewegungsanlässe geschaffen werden. Öffentliche Räume und Einrichtungen sollen unter bewegungsfördernden Gesichtspunkten und Sicherheitsaspekten vernetzt werden. Die Attraktivität, Qualität und Zugänglichkeit vorhandener Bewegungsräume soll verbessert und Zielgruppenspezifische Bewegungsorte sollen geschaffen werden. Einer dieser Orte ist der Ottoplatz, der insbesondere für Jugendliche Angebote machen soll. (s. digitale Anlage 5.14.1 der beiliegenden CD-ROM).
Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3.1 Übergeordnete Zielsetzungen
Die Bedürfnisse nach Freizeitgestaltung und Kommunikation im öffentlichen Raum können im Stadtteilzentrum Moabit nur sehr unzureichend erfüllt werden. Die Parkanlagen bieten keine hinreichenden diesbezüglichen Nutzungsangebote. Unzureichende Übersichtlichkeit durch dichte Strauchpflanzungen, der Pflegezustand der Anlagen und die Dominanz von Randgruppen haben zur Folge, dass die Grünflächen von vielen Anwohnern als Angsträume wahrgenommen und nur sehr eingeschränkt als Orte der Freizeitgestaltung und Kommunikation genutzt werden. Der Kleine Tiergarten, der Ottopark und der Ottoplatz sind als Orte der Erholung, der Kommunikation und der Freizeitgestaltung wiederzugewinnen. Diese Nutzungen sollen räumlich differenziert werden. Durch die Neuanlage oder Erweiterung von Stadtplätzen soll die Struktur der öffentlichen Räume ergänzt und zusätzliche Aufenthaltsflächen und Nutzungsangebote für Freizeitgestaltung geboten werden. Zudem können sie einen Beitrag zur besseren Vernetzung der nördlichen und südlichen Quartiere leisten. Erwartet wird ein Gesamtkonzept, welches die genannten Parkteile gestalterisch und funktional untereinander sowie mit den angrenzenden Freiräumen verbindet. Die Querschnittslösungen der Verkehrs- und Gestaltungskonzeption (“Planungsvariante mit baulichen Ergänzungen”) sind im Sinne eines „zukünftigen Bestandes“ zu berücksichtigen und nicht Gegenstand dieses Wettbewerbs. Der vorhandene Bestand ist in das Entwurfskonzept mit einzubeziehen. Dies gilt insbesondere für den Kleinen Tiergarten, der als Gartendenkmal eingetragen werden soll. Die Teilnehmer sind angesichts der beschriebenen Defi-zite und mangelnden zeitgemäßen Nutzungsangebote jedoch aufgefordert, eine Haltung zu einem zeitgemäßen Umgang insbesondere mit den formal gestalteten Partien (Sondergärten) der 1950er und 60er Jahre zu entwickeln und zu erläutern. Für die gartendenkmalpflegerischen Maßnahmen ist vom Landesdenkmalamt beabsichtigt, zusätzliche Fördermittel zu akquirieren. Die Gestaltung des Ottoparks wird keinen gartendenkmalpflegerischen Restriktionen unterliegen. Das Gesamtkonzept hat neben den gestalterischen Zielsetzungen auch die Aspekte von Gender Mainstreaming bewusst zu berücksichtigen, welche eine Geschlechtergerechtigkeit für alle Nutzungsansprüche und Funktionen im öffentlichen Raum zum Ziel hat. Unterschiedliche Ansprüche, die aus dem „sozialen Geschlecht“ für Frauen und Männer herzuleiten sind, sollen in der Planung berücksichtigt werden und nachvollziehbar sein (s. Anhang Nr. 4.1 Gender Mainstreaming in der Freiraumplanung). Zu berücksichtigen ist ferner, dass die heutige Dominanz der Randgruppen zwar reduziert werden soll, eine Verdrängung aber nicht beabsichtigt ist. Vielmehr gilt es, funktional-gestalterische Lösungen zu entwickeln bzw. Angebote zu machen, die über das Instrument der Parkordnung hinaus ein Miteinander der unterschiedlichen sozialen Gruppen ermöglichen. Es ist zu beachten, dass die Umsetzung der Maßnahmen zeitlich in mehreren Abschnitten erfolgen wird. Es wird ein Entwurf gesucht, welcher in jeder Phase gestalterisch überzeugen kann und nicht als „unfertig“ wahrgenommen wird. In den diesem Verfahren vorgeschalteten Ämterrunden wurden der Ottoplatz, die Thusnelda-Allee, die Promenade am U-Bahnhof Turmstraße und die Rollerbahn als Räume mit besonders großem
Gestaltungsbedarf identifiziert. Der Auslober wünscht sich neben einem überzeugenden Gesamtkonzept für diese Teilräume eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung. Für drei dieser Teilräume hat der Auslober Vertiefungsbereiche vorgegeben, die im Maßstab 1:250 zu bearbeiten sind. Für diese werden Entwürfe erwartet, die sich gestalterisch stringent aus dem Gesamtkonzept ableiten.
3.2 	 Charakter des Freiraums und gestalterische Zielsetzungen
Ottopark Der Ottopark wirkt durch die Häuserzeile im Norden und die dichten Strauchpflanzungen an den Rändern ausschließlich nach innen gerichtet und schwer einsehbar. Diese Introvertiertheit entsprach durchaus der Planungsidee von Willy Alverdes. Durch unterlassene Pflegemaßnahmen verstärkte sich diese Idee hin zu einer vollkommenen Abgeschlossenheit und fehlenden Transparenz, die heute als bedrückend empfunden wird. Ziel ist es, zum Beispiel mittels attraktiv gestalteter Eingangsbereiche, die Anbindung an das stadträumliche Umfeld zu verbessern und die visuelle Präsenz des Parks im Stadtraum zu erhöhen. Dies gilt insbesondere für den Übergangsbereich zum Mathilde-Jacob-Platz und für die geplante Grünverbindung Bremer Straße – Bochumer Straße, im Bereich der öffentlich nutzbaren Durchwegung Turmstraße 83 und im Bereich der Straße Alt-Moabit. Bei der Gestaltung der den Ottopark querenden Grünverbindung ist die Nutzung durch Fahrradfahrer und Fußgänger zu berücksichtigen. Hieraus resultierende Konflikte sind gestalterisch zu lösen. Darüber hinaus sind durch gezielte Auslichtungsmaßnahmen die Sichtbezüge innerhalb des Parks und zu seinem städtischen Umfeld zu verbessern. Die mit einer Rasenstufe eingefasste ovale Rasenfläche wird als erhaltenswert angesehen. Es ist den Teilnehmern freigestellt, für diesen Bereich, insbesondere für die beiden Sitzbereiche, neue Gestaltungs- und Nutzungsvorschläge zu machen. Auch wird eine offenere Anbindung an die Thusnelda-Allee gewünscht. Aufgrund ihrer geschützten Lage erscheint die nördliche Seite des Ottoparks besonders geeignet für eine ruhige Erholungsnutzung. Hier werden entsprechende Angebote sowie attraktiv gestaltete Aufenthaltsbereiche erwartet. Lärmintensive Nutzungen sind in diesem Bereich zu vermeiden. Von den Teilnehmern werden Vorschläge für ein Nachnutzungskonzept sowie eine gestalterisch überzeugende Einbindung des ehemaligen Toilettenhäuschens an der Brandwand des Gemeindehauses der Heilandskirche erwartet. Ideen für eine gastronomische Nutzung werden zwar diskutiert, derzeit gibt es aber noch kein konkretes Nutzungskonzept. Die vorhandenen Spielplätze wurden gerade bzw. werden derzeit mit Fördermitteln umgestaltet. Ihre Gestaltung ist deshalb nicht Gegenstand dieses Wettbewerbes. Sie sind in ihrem Bestand weitgehend zu erhalten, eine Zusammenlegung wird nicht gewünscht. Die Verlegung bzw. Gestaltung der Eingangssituationen sowie kleinere Modifikationen zur besseren Einbindung in den Park und zur Anbindung an den Grünzug sind jedoch möglich und erwünscht.
Thusnelda-Allee Durch die geplante Schließung der Thusnelda-Allee für den motorisierten Individualverkehr und die Anlage einer für Busse überfahrbaren Platzfläche vor der Heilandskirche soll ein multifunktional nutzbarer Stadtraum entstehen, der als verbindendes Element eine bessere Vernetzung zwischen den Grünanlagen Ottopark und Kleiner Tiergarten herstellt. Gesucht wird eine großzügige Gestaltung für den Thusneldaplatz und das angrenzende Rasenoval. Die trennenden Vegetationsflächen und die Sitzecken können überplant werden. Die Anbindung an den Durchgang Turmstraße 83 ist aufzuwerten. Gewünscht wird eine stadträumliche Verknüpfung des Platzes vor dem Rathaus über die Turmstraße und die Thusnelda-Allee bis zur Straße Alt-Moabit. Das Grundstück der Heilandskirche kann nicht überplant werden. Es sollte aber in die konzeptionellen Überlegungen mit einbezogen werden. Der Vorplatz ist in seiner heutigen Form als Vorfahrt und Standort des Ökomarktes zu erhalten. Die Zufahrt zum Vorplatz ist zu gewährleisten. Die Thusnelda-Allee ist in den Gestaltungsentwurf mit einzubeziehen. Hinsichtlich der Verkehrsführung sind die Vorgaben des Verkehrs- und Gestaltungskonzeptes zwingend zu beachten. Die Thusnelda-Allee ist im Verkehrs- und Gestaltungskonzept als Mischfläche, im Sinne einer „Begegnungszone“ dargestellt. Diese wird von zwei Buslinien (und evtl. zukünftig auch von einer Straßenbahnlinie) gequert. Haltestellen sind nicht vorgesehen. Im Rahmen des Verkehrs- und Gestaltungskonzepts wurden die Umwandlung des Straßenraumes nach sogenannten „Shared-Space“ Prinzipien thematisiert und entsprechende Vorschläge erarbeitet. Der im Verkehrs- und Gestaltungskonzept dargestellte Gestaltungsvorschlag („Steinerner Teppich“) hat zwar keinen bindenden Charakter, stellt aber hinsichtlich der Verkehrsführung eine mit dem Bezirk abgestimmte Variante dar (s. digitale Anlage 5.13.1 auf beiliegender CD-ROM). Bei der Umgestaltung der als öffentliches Straßenland gewidmeten ThusneldaAllee ist die Finanzierung aus einem anderen Projektbudget geplant, als die Maßnahmen in der Parkanlage. Dessen ungeachtet, sind die Kosten der vorgeschlagenen Gestaltungslösung von den Teilnehmern in der Kostenschätzung darzustellen bzw. den vorgeschlagenen Kostenrahmen nachrichtlich zu übernehmen (s. Pkt. 3.6 und die digitale Anlage 5.19.2 „Formblätter Kosten“). Westlicher Teil des Kleinen Tiergartens (Blumengarten) Die Parkanlagen des ehemaligen Blumengartens zwischen der östlichen Einfriedung der Heilandskirche und Stromstraße sollen aufgrund ihrer zentralen Lage zwischen den nördlichen und südlichen Wohnquartieren als Bereiche intensiver Nutzung mit den vorrangigen Funktionen Kommunikation, Freizeit und Kultur gestaltet werden. Auch dieser Teil des Parks wirkt durch die dichten Strauchpflanzungen ausschließlich nach innen gerichtet und schwer einsehbar. Mittels attraktiv gestalteter Eingangs – und Durchgangsbereiche soll die Anbindung an das stadträumliche Umfeld verbessert und die visuelle Präsenz des Parks im Stadtraum erhöht werden. Insbesondere ist der Bereich an der Stromstraße als offenes und einladendes Entrée aufzuwerten. Die Lage des Denkmals zur deutschen Wiedervereinigung ist nicht veränderbar. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Möglichkeiten für die bessere gestalterische Einbindung der Heilandskirche in diesen Parkteil zu prüfen. Aus Sicherheitsgründen legt die Gemeinde Wert auf eine Einfriedung des vorhandenen Kirchgartens. Die Grundstruktur der zukünftig als Gartendenkmal eingetragenen Anlage
mit dem inneren Wiesenraum und den umliegenden Pflanzbeeten soll erhalten bleiben. Die nicht mehr zeitgemäßen bzw. pflegeintensiven Nutzungen wie Skatecken und Blumenrabatten können im Sinne einer denkmalge-rechten Interpretation modifiziert und mit neuen Nutzungen bzw. Bepflan-zungen versehen werden. Aufgrund der Beeinträchtigung durch den Verkehr erscheint dieser Parkteil für die Anlage für Kleinkinderspielplätzen nicht geeignet. Für die vorhandenen Sandspielanlagen sollen deshalb im Sinne einer denkmalgerechten Interpretation neue Nutzungen gefunden werden. Mit dem Baumbestand ist schonend umzugehen, zur besseren Besonnung einzelner Bereiche sind schonende Eingriffe in den Bestand allerdings denkbar. Durchgewachsene Solitärsträucher, wie z.B. die Eiben können entfernt bzw. zurück geschnitten werden. Die Strauchpflanzungen können unter Beachtung gartendenkmalpflegerischer Belange zurück geschnitten bzw. in Teilen entfernt werden, um Sichtbezüge herzustellen. Es sind Vorschläge für den optionalen Standort eines öffentlichen Pissoirs zu machen. Östlicher Teil des Kleinen Tiergartens Die zukünftig sals Gartendenkmal eingetragene Parkanlage des östlichen Teils des Kleinen Tiergartens, die aufgrund ihrer Größe und Lage weniger von Verkehrseinflüssen und - bedürfnissen beeinträchtigt ist, soll als ruhigerer Bereich mit Angeboten für Erholung und Freizeit (insbesondere Sportund Bewegungsangebote) unter Beachtung des Bestandes behutsam weiterentwickelt werden. Die Blickbezüge in und aus dem Park sollen verbessert, Eingangs- und Übergangsituationen attraktiv und einladend gestaltet werden. In diesem Zusammenhang ist auch das Café an der Stromstraße zu nennen, welches sich momentan zur Stromstraße orientiert, an der sich die Außenterrasse befindet. Es werden Gestaltungslösungen gesucht, die das Café und seine Außenräume besser mit dem Park verbinden. Möglichkeiten zur Anlage ergänzender Zugänge sind zu prüfen. Mit einer verbesserten Durchwegung des Parks wird zugleich auch eine bessere Anbindung der nordöstlichen Wohnquartiere wie auch der südlichen Wohnstandorte an die Turmstraße gewünscht. Es wird diesbezüglich auf die anliegenden Ergebnisse der Verkehrs- und Gestaltungskonzeption (Querungsanforderungen in den Grünbereichen) verwiesen. (s. digitale Anlage 5.13.1 auf beiliegender CD-ROM). Darüber hinaus sollen die Grünflächen untereinander und mit den bedeutenden Grünflächen im Umfeld der Turmstraße durch attraktive Fuß- und Radwegeverbindungen für Freizeit- und Erholungszwecke vernetzt werden. Eine dieser Fuß- und Radwegeverbindungen ist vom Grünraum des Gesundheits- und Sozialzentrums Moabit (GSZM) im Norden über den Kleinen Tiergarten nach Süden an das Spreeufer angedacht. Wichtige zu gestaltende Übergangsbereiche liegen an der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit. Sie sollen in ihrer Funktion und ihrem Erscheinungsbild aufgewertet werden. Eine weitere Radwegeverbindung soll zwischen dem Fritz-Schloss-Park im Osten über die Turmstraße parallel zum Kleinen Tiergarten verlaufen. Überörtliche in Ost-West-Richtung verlaufende Radwegeverbindungen durch den Kleinen Tiergarten und den Ottopark werden nicht gewünscht. Es ist angedacht, zukünftig über den aufzugebenden Standort der Breitscheid-Schule eine Fußwege-Verbindung zwischen dem Kleinen Tiergarten und dem Spielplatz an der Wilsnackerstraße herzustellen. Auch wenn diese Verbindung kurzfristig nicht zu realisieren sein wird, ist sie konzeptionell zu berücksichtigen. Gestaltungsvorschläge in diesem Bereich sind
darauf abzustimmen. Die Gestaltung des Spielplatzes an der Wilsnackerstraße ist nicht Gegenstand dieses Wettbewerbes. Im Rahmen der geplanten Umgestaltung der Turmstraße, aber auch der Straße Alt-Moabit ist beabsichtigt, Aufenthalts- und Kommunikationsbereiche im Straßenraum zu schaffen. Gestaltungsvorschläge für die Randbereiche der Parks sind unter Berücksichtigung der als „zukünftigen Bestand“ zu betrachtenden Gestaltungs- und Umbaumaßnahmen der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit zu entwickeln. Hinweis: In den Planungsüberlegungen zur Straßenbahn sind die langfristigen Auswirkungen einer Straßenbahntrasse für die Straße Alt-Moabit im Abschnitt zwischen der Thusnelda-Allee und der Stromstraße planerisch durchgespielt worden. Eine Realisierung könnte bewirken, dass ein etwa 10m breiter Streifen (inkl. Haltestellenbereiche) ab Grenze Wettbewerbsgebiet nach Norden in den Kleinen Tiergarten hinein davon betroffen wäre. (s. digitale Anlage 5.13.2 auf beiliegender CD-ROM). Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar ist, ob und wann eine Straßenbahntrasse im Bereich Alt-Moabit Ost realisiert werden wird, ist dieser Umstand in die konzeptionellen Überlegungen zum Umgang mit dem südlichen Bereich des östlichen Teils des Kleinen Tiergartens einzubeziehen. Das Maß der gestalterischen Interventionen ist darauf abzustimmen, um etwaige Rückbaumaßnahmen zu vermeiden. Für die formalen Gestaltungselemente der 1950 und 60er Jahre insbesondere für den Senkgarten und die Gartenhöfe ist eine stufenweise gartendenkmalpflegerische Wiederherstellung inklusive der Wasserbassins und Brunnenanlagen vorgesehen. Eine Neugestaltung dieser Anlagen im Sinne einer vollständigen Überplanung ist nicht Aufgabe dieses Wettbewerbes. Die Teilnehmer sind angesichts der beschriebenen Defizite und mangelnden zeitgemäßen Nutzungsangebote jedoch aufgefordert, eine Haltung zu einem zeitgemäßen Umgang mit diesen Anlagen zu formulieren und darzustellen. Die Rankgitter zwischen dem nördlichen Parkweg und der großen Rasenfläche sind nicht Teil der Alverdes-Planung und können entfernt werden. Die Sitznischen und Abpflanzungen an der Straße Alt-Moabit können weitgehend überplant werden. In diesem durch den Verkehr besonders beeinträchtigten Parkbereich sind insbesondere für Jugendliche Angebote wie z.B. Bewegungssportarten denkbar. Die Nähe der Rollerbahn kann als Potenzial aufgegriffen werden. Mit dem Baumbestand ist schonend umzugehen, zur besseren Besonnung einzelner Bereiche sind schonende Eingriffe in den Bestand allerdings denkbar. Durchgewachsene Solitärsträucher, wie z.B. die Eiben in den formalen Partien können entfernt bzw. zurück geschnitten werden. Die Strauchpflanzungen können unter Beachtung gartendenkmalpflegerischer Belange zurück geschnitten bzw. in Teilen entfernt werden, um Sichtbezüge herzustellen.
Zielsetzung Vertiefungsbereiche (M 1:250)
Die folgenden Vertiefungsbereiche sind im Maßstab 1:250 zu bearbeiten. Die Bearbeitungsgrenzen der jeweiligen Bereiche sind dem Arbeitsplan und der nachfolgenden Übersicht (digitale Anlage 5.6.1 auf beiliegender CD-ROM) zu entnehmen.
Abb. 42, Wettbewerbsgebiet und Vertiefungsbereiche
Vertiefungsbereich Ottoplatz Der Ottoplatz soll zu einem multifunktional nutzbaren Stadtplatz umgestaltet werden. Dieser soll als offenes Entrée in den Ottopark, aber auch als Treffpunkt und Ort der Freizeitgestaltung dienen und vorrangig Angebote für Jugendliche machen. Trennende Strauchpflanzungen können zurück geschnitten bzw. entfernt werden. Die Raum bildenden Bäume sind zu erhalten. Das von der Firma Wall betriebene Toilettenhäuschen und der Imbisspavillon an der Straße Alt-Moabit können nicht verlegt werden und sind in das Gestaltungskonzept zu integrieren. Es sind gestalterische Lösungen anzubieten, die verhindern, dass ein Geschlecht sowie eine soziale bzw. Altersgruppe den Platz dominiert. Es sind Vorschläge für den optionalen Standort eines zusätzlichen öffentlichen Pissoirs zu machen. Vertiefungsbereich Promenade U-Bahnhof Turmstraße Am U-Bahnhof Turmstraße ist eine Promenade mit Aufenthaltsbereichen zu gestalten, die als „Drehscheibe“ des ÖPNV die Umsteigesituation an diesem Knotenpunkt verbessert und eine attraktive Verbindung für Fußgänger- und Radfahrer zwischen Turmstraße und Alt-Moabit schafft. Das Verkehrs- und Gestaltungskonzept sieht auf Höhe des U-Bahnhofs Turmstraße in der Straße Alt-Moabit eine Mittelinsel vor, welche hier die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger verbessert. Zugleich soll die Promenade einen attraktiven Eingangsbereich vom U-Bahnhof in das Stadtteilzentrum formulieren. Die Belange des Denkmalschutzes sind zu beachten. Die Promenade ist sensibel in den als zukünftiges Gartendenkmal ausgewiesenen Blumengarten einzufügen. Die Ost-West-Ausrichtung der Parkanlage ist beizubehalten und darf nicht grundsätzlich überformt werden. Ein weiterer Stadtplatz wird an dieser Stelle nicht gewünscht. Vertiefungsbereich Rollerbahn und Spielplatz Die Rollerbahn soll als herausragendes Gestaltungselement der 1950er Jahre in ihrer heutigen Form und Materialität weitgehend erhalten bleiben. Sie soll darüber hinaus mit neuen und zeitgemäßen Nutzungen zu einer Attraktion im Kleinen Tiergarten gestaltet werden und insbesondere
für Jugendliche attraktive Freizeitangebote machen. Die Nutzungen sind im Sinne von „Anlagerungen“ bzw. Ergänzungen, nicht jedoch als Überformung der bestehenden Anlage zu gestalten. Die Breite und Exposition der Fahrbahn kann sensibel verändert werden, um sie an heutige Nutzungsbedürfnisse (für z.B. Skater, BMX) anzupassen. Die Brücke muss erhalten bleiben und darf nicht grundsätzlich verändert werden. Die Spielplätze sind nicht denkmalgeschützt und können vollständig überplant werden. Vom Auslober wird gewünscht, die 4 Einzelspielplätze zu einem ca. 4.000 m2 großen Spielplatz zusammenzufassen. Es ist darauf zu achten, dass die Großzügigkeit der großen Rasenfläche erhalten bleibt. Eine Anlagerung an die Rollerbahn ist denkbar. Die heute vom Park durch eine dichte (Schwarzkiefern-) Pflanzung abgetrennte und dadurch funktionslose Fläche des ehemaligen Spielplatzes sowie der heutige Lagerplatz des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA) an der Grenze zur St. Johannis-Gemeinde sind für den Park zurückzugewinnen. Die Betonmauer gehört dem Bezirk und kann durch einen Zaun ersetzt werden. Eine optionale zukünftige Durchwegung zum Spielplatz an der Wilsnackerstraße ist zu berücksichtigen.
Die Parkanlagen Ottopark und Kleiner Tiergarten werden ebenerdig von den Gehwegen der anliegenden Straßen erschlossen. Der Senkgarten ist über drei Treppenanlagen und eine Rampe zugänglich. Die einzelnen Parkteile sind da, wo es möglich ist, ebenerdig miteinander zu verbinden. Das Straßenprofil der Stromstraße allerdings kann nicht verändert werden. Die in der Verkehrs- und Gestaltungskonzeption dargestellten Straßenquerschnitte der „Planungsvariante mit baulichen Ergänzungen” für die Turmstraße und die Straße Alt-Moabit sind im Sinne eines „zukünftigen Bestandes“ zu berücksichtigen und nicht veränderbar. (s. digitale Ordner 5.13.1 auf der beiliegenden CD-ROM). Die fußläufige Verbindung über die Stromstraße bleibt auf die Bereiche der heutigen Fußgängerüberwege beschränkt. Eine mittig verlaufende Querung zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil des Kleinen Tiergartens wird nicht gewünscht. Die PKW-Stellplätze in der Stromstraße entfallen zugunsten eines Radfahrstreifens. Zur besseren Querung sind neue Gehwegvorstreckungen in der Turmstraße und Mittelinseln in der Straße Alt-Moabit vorgesehen. Deren geplante Lage ist dem zur Verfügung gestellten Arbeitsplan zu entnehmen. (s. digitale Anlage 5.2.1 auf
beiliegender CD-ROM).
Überörtliche Radwegeverbindungen durch den Kleinen Tiergarten und den
Ottopark werden ausdrücklich nicht gewünscht. Hierfür sind die geplanten Angebotsstreifen in der Turmstraße und der Angebotstreifen bzw. Radweg in Alt-Moabit vorgesehen.
Neben den Passanten der angrenzenden Einkaufstraßen, den Beschäftigten und Besuchern der umliegenden öffentlichen und privaten Einrichtungen kommt ein Großteil der Nutzer aus den angrenzenden Quartieren.
Grundsätzlich werden Gestaltungskonzepte erwartet, die die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen berücksichtigen. Insbesondere für Jugendliche sind attraktive Freizeitangebote zu machen und Räume zu gestalten. Bei der Gestaltung sind die Belange mobilitätseingeschränkter Menschen zu berücksichtigen. Es wird eine durchgehend barrierefreie Gestaltung im Sinne eines „Design for all“ erwartet. Funktionale Einschränkungen der künftigen Nutzer, ob generationsbedingt, temporär oder durch verschiedene Behinderungen sind zu berücksichtigen. (s. digitale Anlage 5.16 „Leitfaden Barrierefreiheit“ auf beiliegender CD-ROM). Bei der Materialverwendung, insbesondere für die Wege, sollte der heterogene Bestand reflektiert und im Sinne einer Vereinheitlichung überzeugend ergänzt bzw. erneuert werden. Auf einen sensiblen Umgang mit den denkmalgeschützten Objekten und deren Materialität wird Wert gelegt. Die gewählten Materialien sollen pflegeleicht und möglichst robust sein. Ein Umgang mit Wasser wird grundsätzlich nicht ausgeschlossen, sollte sich aber auf die in den „Sondergärten“ vorhandenen Bassins und Brunnenanlagen beschränken. Es ist jedoch im Sinne der Kosten auf eine dem Ort angemessene Dimensionierung zu achten. Gänzlich neue Wasseranlagen außerhalb der Sondergärten werden nicht gewünscht. In den zusammenhängenden Vegetationsflächen sowohl des Vertiefungsbereichs 3 als auch der übrigen Bereiche des Parks sind geeignete und robuste Bewässerungssysteme (Tiefbrunnen und Bewässerung durch flexible Schläuche) einzuplanen und kostenmäßig darzustellen. Die Randbereiche werden durch umliegende Straßenlampen beleuchtet und bedürfen keiner weiteren Beleuchtung. Für den Ottoplatz sowie die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Querverbindungen Thusneldaplatz, U-Bahn-Promenade und den zentralen Parkweg ist (vorbehaltlich der Finanzierung) eine Beleuchtung vorzusehen. Die in der Thusnelda-Allee vorhandenen Straßenlampen können im Sinne der Gesamtkonzeption ersetzt werden. Aus Sicherheitsgründen ist auf die Übersichtlichkeit bzw. Einsehbarkeit bei der Platzgestaltung besonders zu achten. Insbesondere die Wuchshöhen Raum bildender Gehölze und Pflanzungen sind in diesem Zusammenhang zu beachten. Die Entwässerung der parkinternen Erschließungsflächen wird ausschließlich über Versickerung im Wettbewerbsgebiet erfolgen. Im Bereich der Stadtplätze, der U-Bahnpromenade und Park-Eingänge sind Fahrradabstellanlagen vorzusehen. (s. digitale Anlage 5.13.1. VGK auf beiliegender CD-ROM). Es sind Möglichkeiten zum Sitzen anzubieten, darunter ein ausreichendes Angebot an Bänken mit Rückenlehne. Der im Ottopark und im Kleinen Tiergarten verwendete Banktyp wurde gerade Instand gesetzt und ist zu erhalten bzw. neu einzubauen. Ein Minimum an Abfallbehältern ist zu berücksichtigen.
3.6 	 Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit
Mit vorbereitenden Maßnahmen soll 2010 begonnen werden. Die Realisierung der Baumaßnahmen wird in zeitlichen Abschnitten erfolgen. Bisher sind über das Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ ca. 2 Mio. € brutto einschl. 5% für Unvorhersehbares, 15% Planungskosten und 19% Umsatzsteuer. (d.h. ca. 1,39 Mio € Nettobaukosten) eingestellt bzw. vornotiert. Dem Auslober ist bewusst, dass 2 Mio € für den Planungs- und Erneuerungsbedarf nicht ausreichen werden, er beabsichtigt, in den Jahren 2010 bis 2015 für die Umgestaltung der Grünanlagen über das Förderprogramm eine Gesamt-Nettobausumme von max. 4 Mio € bereitzustellen. Hinzu kommen Mittel zur Umgestaltung der als öffentliches Straßenland gewidmeten Thusnelda-Allee. Hier ist angedacht, dies aus einem anderen Projektbudget zu finanzieren. Der Gesamt-Kostenrahmen von 4 Mio € ist verbindlich einzuhalten und bezieht sich sowohl auf die Vertiefungsbereiche wie auch auf die notwendigen Baumaßnahmen innerhalb des Gesamtwettbewerbsgebiets ohne die Thusnelda-Allee. Der Herstellungsaufwand der Vertiefungsbereiche 1 bis 3 wurde aufgrund der Angaben in der Vorbereitenden Untersuchung (BSM 2010, siehe Anhang) sowie dem „Kostenschema für den Neubau von Grünanlagen“ (SenStadt mit Flechtner & Brodt, 2005) bewertet. Es wurde deshalb eine Kostenobergrenze für die Vertiefungsbereiche von 1.850.000,- € Nettobaukosten festgelegt. Für die Gestaltungsaufgaben außerhalb der Vertiefungsbereiche wurde ein pauschaler Mindest-Ansatz von 52,- €/ m2 für die Parkwiederherstellungsbereiche festgelegt. Im Bereich der Verkehrsflächen der Thusnelda-Allee wurde ein Mindest-Ansatz von 150,€/m2 festgelegt. Daraus ergibt sich ein Mindestwert von 2.150.000,- € Nettobaukosten außerhalb der Vertiefungsbereiche und der ThusneldaAllee. Von den Teilnehmern wird für jeden Vertiefungsbereich eine Kostenschätzung gem. der beiliegenden Tabelle erwartet. In der ExcelDatei ist eine Zusammenstellung (einschl. der pauschalen Annahmen außerhalb der Vertiefungsbereiche) bereits vorgesehen. Die Aufteilung der Kostenobergrenze von 1.850.000,- € Nettobaukosten auf die Vertiefungsbereiche ist entwurfsabhängig und bleibt dem Verfasser vorbehalten. Die Einzel-Kostenrahmen haben nur empfehlenden Charakter. Gleichzeitig ist es möglich, Schwerpunkte außerhalb der Vertiefungsbereiche zu setzen. In diesem Fall ist die Kostenschätzung für alle Bereiche zu ergänzen und im Rahmen des Prüfplanes (M 1:500) plausibel nachzuweisen. Nicht in den 4 Mio € Nettobaukosten enthalten sind 5% für Unvorhersehbares, 15% Planungskosten und 19% Umsatzsteuer. Eventuell anfallende Kosten für Altlastenbeseitigung und Munitionsbergung oder für bodendenkmalpflegerische Grabungen sind nicht in der Kostenermittlung enthalten.
Baumittel für denkmalverträgliche Entwurfslösungen für einzelne Elemente außerhalb der Vertiefungsbereiche (z. B. Brunnenanlage, Blumengarten, Senkgarten) sind insofern kostenmäßig zu berücksichtigen, dass deren Grundsicherung und Einbindung in das Gesamtkonzept möglich sind. Im Rahmen der Kostenprüfung wird nicht nur die Plausibilität der Baukosten der Vertiefungsbereiche, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der mit Planungs- und Materialentscheidungen folgenden Auswirkungen auf die Bereiche außerhalb der Vertiefungsbereiche geprüft. Vor dem Hintergrund der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte legt der Auslober besonderen Wert auf kostengünstige und wirtschaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Pflege- und Unterhaltungskosten. Die Wuchshöhen Raum bildender Gehölze und deren Habitus sind in diesem Zusammenhang zu beachten, um den zukünftigen Pflegeaufwand gering zu halten. Der Kleine Tiergarten und der Ottopark fallen zum jetzigen Zeitpunkt in die Aufwandsklasse II. In dieser Pflegeaufwandsklasse stehen im derzeitigen Haushaltsjahr für Unterhaltung und Pflege der Parkanlagen 4,8 Cent je m2 / Jahr zur Verfügung.
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Teil 4 Anhang
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung legt besonderen Wert darauf, alle Tätigkeiten der Verwaltung auch unter dem Gesichtspunkt der Ge schlechtergerechtigkeit zu betrachten (gender bedeutet soziales Geschlecht, wie es durch die jeweilige Gesellschaft und ihre Kultur geprägt wird). Gleichzeitig ist der Forschungsstand bezüglich der Berücksichtigung genderspezifischer Belange im Bereich der Gestaltung noch sehr lückenhaft. Daher werden einige Projekte als Pilotprojekte durchgeführt, in denen der Kenntnisstand erweitert und Erfahrungen gesammelt werden können, die dann in das alltägliche Verwaltungshandeln eingehen können (mainstreaming). Dazu wurde im Vorfeld des Wettbewerbs „Zwei Parks auf dem Friedrichswerder“ eine Untersuchung über das Verhalten in der ehemaligen Freifläche auf dem Friedrichswerder und den Wünschen, die sich an die neuen Parkanlagen richten, in Auftrag gegeben. Diese Untersuchung wurde von der Arbeitsgemeinschaft argus durchgeführt. Die nachstehenden allgemeinen Ausführungen zu Gender Mainstreaming stellen Auszüge aus dem Ergebnisbericht dar.1 Als allgemeine Anforderungen an eine gendergerechte Planung sind die Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit und eine angemessene Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensbedingungen und Zwänge, unter denen die Geschlechter leben, anzusehen. Es ist insbesondere sicherzustellen, dass 1. 	 2. 	 3. 	 4. 	 5. 	 Orte für alle Geschlechter geschaffen werden, der Stellenwert der Reproduktion berücksichtigt wird, Sicherheit vor Gewalt und Unfällen gewährt ist, die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familienarbeit unterstützt wird und Raumrepräsentationen sowie durch die Gestaltung transportierte Werte und Normen alle Geschlechter, Ethnien, Altersgruppen und Klassen einbezogen werden.2
Die Umsetzung dieser Anforderungen in der Freiraumplanung bedeutet Planinhalte, die eine Aneignung des Freiraums für Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungen gleichermaßen sicherstellen und die Attraktivität der Nutzung durch geeignete Gestaltung für beide Geschlechter gleichermaßen fördern insbesondere durch: Berücksichtigung der unterschiedlichen Raumaneignung der Geschlechter und der spezifischen Nutzungsansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen (Anwohner, Arbeitsbevölkerung, Senioren Kinder etc.) hinsichtlich der Aufenthaltsqualität und Gestaltung von Kommunikationsorten, Maßnahmen, die Männern und Frauen gleichermaßen gerecht wer-den, sowie Einrichtung von Räumen, die zum Ausgleich von Benachteiligungen spezifisch für ein Geschlecht gestaltet werden (Unterstützung der Aneignung von Frauen, Begrenzung männlicher Aneignung), Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse bei der Gestaltung der Verkehrswege u.a. zur Vermeidung von unge-
wünschter Begleitbetreuung (übersichtliche Wegeführung, Orientierung, Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bedarfsorientierung von Verkehrswegen, Bündelung von Verkehrswegen), Berücksichtigung der unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Freiraum hinsichtlich generations- und geschlechtergerechter Nutzungsangebote und -qualitäten (u.a. Ruhe und Erholung, sportliche Aktivitäten, Kinderspieleinrichtungen, Treffpunkte / Kommunikationsorte, Garten-/ Landschaftserlebnis, Querung und Durchwegung, infrastrukturelle Einrichtungen zur Verknüpfung von reproduktiven Verpflichtungen in der Nähe von Freiflächen), Berücksichtigung der unterschiedlichen Sicherheits- und Schutzbedürfnisse vor physischer und psychischer Gewalt und vor der Gefahr von Unfällen (Unterstützung der Raumaneignung von Frauen und damit ihrer Kontrolle über den Raum, Herstellung von Sichtverbindungen zu Orientierungspunkten und belebten Orten, Herstellung von belebten Verkehrswegen und erforderlichenfalls Fluchtwegen, Gestaltung gut einsehbarer Bereiche, ausreichende Beleuchtung, Reduzierung von Begleitbetreuung durch Vermeidung von Vermüllung als Gefahrenquelle und unsicherer Spielgeräte), Berücksichtigung der geschlechtsspezifisch und ethnisch unterschiedlichen Wirkung von Raumrepräsentation (Symbolik der Gleichberechtigung, Nutzungsoffenheit zur Vermeidung heteronormativer Zuschreibungen durch die Gestaltung).3
1 vgl. arbeitsgruppe gemeinwesenarbeit und stadtteilplanung -argus- gmbh: Pilotprojekt Gender Mainstreaming Friedrichswerder-West - Zwischenergebnisse –, September 2004 ² Darstellung nach Färber, C./ Spitzner, M./ Geppert, J./ Römer, S.: Umsetzung von Gender Mainstreaming in der Städtebaupolitik des Bundes. Auszüge aus der Expertise im Auftrag des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung erstellt im November 2001, InternetFassung der Expertise im Auftrag des BBR: www.bbr.bund.de/exwost/pdf-files/gm_0.pdf (Zugriff: 18.10.2004) ³ Zusammenstellung unter Verwendung von: Beirat für frauenspezifische Belange bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (E. Baranek); Arbeitspapier zur Genderanalyse
����������������������� ������� ���������� � �������� Nichtoffener landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb Kennzahl: Verfasser Landschaftsarchitekt: Mitarbeiter: Büroname: _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ Straße, Hausnummer: _______________________________________ PLZ, Ort: Land: Tel: Fax: E-Mail-Adresse: Internetadresse: Kammer-Nr.: Eintragungsort / seit: _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________
Sonderfachleute/ Berater: Fachgebiet/Büroname/ _______________________________________ Ort/ggf. Mitarbeiter: _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ Erklärung Ich / wir erkläre/n mit meiner/unserer Unterschrift, dass ich / wir der / die geistige/n Urheber der Arbeit mit der oben Bankverbindung: Institut: Kontonummer: Bankleitzahl: Kontoinhaber: _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ _______________________________________ genannten Kennzahl bin / sind und mit den Verfahrensbedingungen gemäß Teil 1 der Ausschreibung einverstanden bin / sind.
_________________________ ______________________ Ort, Datum _________________________________ Unterschrift (Verfasser) bevollmächtigter Vertreter*
Alverdes, Willy: Der neue „Kleine Tiergarten“ in Berlin. In: Das Gartenamt 11 (1962) 5 , S. 121-123 Alverdes, Willy: Kleiner Tiergarten in Berlin. In: Garten und Landschaft 72(1962) 8, Beilage o. S. Berlin. Von der Residenzstadt zur Industriemetropole, Band 1 Aufsätze, Band 2 Kompass, Berlin 1981 Berlin und seine Bauten, Teil XI, Gartenwesen, Berlin, München, Düsseldorf 1972 BERLINbewegt e.V.: Dokumentation Moabiter Bewegungslandschaft, Berlin, Dezember 2009 Bezirksamt Mitte von Berlin: Landschaftsplan II L-10 Moabiter Insel, 1997 Bezirksamt Mitte von Berlin: Untersuchung der Spielplatzsituation auf privaten Wohngrundstücken im Bezirk Mitte von Berlin 2003. Bezirksamt Mitte von Berlin, Abteilung Stadtentwicklung: Bereichsentwicklungsplanung BEP 2004 Bezirksamt Mitte von Berlin, Schul- und Sportamt, Fachbereich Sport: Sportentwicklungsplan Mitte, Berlin, Mai 2006 BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH: Vorbereitende Untersuchungen Turmstraße, 7.1.2010 BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, BUE Büro für urbane Entwicklung: Aktives Stadtzentrum Turmstraße, Berlin, Mai 2008. BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, BBE Retail Experts: Einzelhandels- und Zentrenkonzept Berlin-Mitte, Entwurf, Stand September 2009 Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Berlin. Bezirk Mitte, Ortsteile Moabit, Hansaviertel und Tiergarten, hrsg. vom Landesdenkmalamt Berlin, Petersberg 2006 Engel, Helmut, Jersch-Wenzel, Steffi, Treue, Wilhelm (Hrsg.): Geschichtslandschaft Berlin, Orte und Ereignisse Band 2, Tiergarten, Teil 2 – Moabit, Berlin 1987 Escher, Felix: Siedlungsgeschichte Moabits, in: Berlin – Von der Residenzstadt zur Industriemetropole, Berlin 1981
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Senatsverwaltung für Stadtentwicklung LA.BAR Mitte-Museum, Archiv LA.BAR Mitte-Museum, Archiv LA.BAR Mitte-Museum, Archiv LA.BAR Mitte-Museum, Archiv Landesarchiv Berlin, Kartensammlung LA.BAR Mitte-Museum, Archiv Bezirksamt Mitte Landesarchiv Berlin, Kartensammlung Bezirksamt Mitte Mitte-Museum, Archiv LA.BAR BSM LA.BAR
Abb. 1 Abb. 2-8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12-16 Abb. 17 Abb. 18 Abb. 19 Abb. 20 Abb. 21 Abb. 22 Abb. 23 Abb. 24 Abb. 25 Abb. 27-28 Abb. 29-40 Abb. 41 Abb. 42
Archiv Landesdenkmalamt Berlin, Plansammlung Garten: PGH-02-0050-001/002, Kleiner Tiergarten (Leitungen und Lage der
Hydranten), Pläne um 1900, M 1:1000
PGH-02-0050-006, Skizze für die Umgestaltung des Kleinen Tiergartens,
(Vorentwurf), 28.02.1957, M 1:500
PGH-02-0050-009, Kleiner Tiergarten. Zwischen Stromstrasse und St. Johannis Kirche (Leitungsplan, u. a. Lage der Hydranten), ohne Datum, M 1:200 PGH-02-0050-016, Kleiner Tiergarten. Blumengarten an der Heilandskirche (westlicher Kleiner Tiergarten), 01.10.1953, M. 1:200
PGH-02-0050-017, Kleiner Tiergarten. Östliche Heilandskirche.
Wiederherstellung nach dem U-Bahnbau (Westlicher Kleiner Tiergarten),
28.11.1957, M 1:200
PGH-02-0050-035, Kleiner Tiergarten. Rosengarten, 22.07.1954, M 1:100
PGH-02-0050-036, Kleiner Tiergarten. NO Ecke (Gartenhöfe), 11.07.1959,
PGH-02-0050-042, Kleiner Tiergarten. Schutzdach im Gartenhof (Schnitt
überdachter Sitzplatz), 1958 PGH-02-0050-045, Kleiner Tiergarten. Senkgarten PGH-02-0050-056, Kleiner Tiergarten. Rollerbahn, M 1:200 PGH-02-0050-057, Kleiner Tiergarten. Bauplan für die Rollerbahn, M 1:50 PGH-02-0050-058, Kleiner Tiergarten. Rollerbahn - Schnitte, 27.01.1959, M 1:50 / M 1:2
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Teil 5 Digitale Anlagen
Teil 5 Digitale Anlagen auf beiliegender CD-Rom
Ordner 5.1 Auslobung Auslobung Ordner 5.2 Arbeitsplan 5.2.1 Arbeitsplan (DWG und DXF)
5.2.2 Städtebauliche Einbindung 1: 2000 (PDF)
5.2.3 Lageplan 1: 500 (PDF)
5.2.4 Vertiefungsbereiche 1: 250 (PDF)
Ordner 5.3. 2D Innenstadtplan 5.3.1 Moabit 2D 1:2000 (PDF)
5.3.2 Moabit 2D (DWG)
Ordner 5.4. 3D Innenstadtmodell 5.4.1 Moabit 3D 1:2000 (PDF)
5.4.2 Moabit 3D (DWG)
Ordner 5.5. Luftbild 5.5.1 2009_CD_04_DVD_092 (TIF)
5.5.2 2009_CD_04_DVD_092_WB Grenzen (JPG)
Ordner 5.6. Informationspläne 5.6.1 Wettbewerbsgebiet 1:2000 (PDF)
5.6.2 Gartendenkmal Kleiner Tiergarten 1:2000 (PDF)
5.6.3 Gebäude und Denkmäler 1:2000 (PDF)
5.6.4 Grünverbindungen 1:2000 (PDF)
5.6.5 Eingänge / Übergänge 1:2000 (PDF)
Ordner 5.7. Baumbestand 5.7.1 Baumliste (PDF)
5.7.2 Übersichtsplan Baumkataster 1:1000 (PDF)
5.7.3 Historischer Baumbestand 1:2000 (PDF
Ordner 5.8. Fotodokumentation 5.8.1 Fotostandorte (PDF)
5.8.2 Fotos vom Wettbewerbsgebiet mit Umgebung (JPG)
Ordner 5.9. Historische Fotos 5.9.1 Die neue Anlage im KT (Blumengarten) 16.5.1956_874 (JPG)
5.9.2 Im KT a d Turmstraße_13.7.1960_1631(JPG)
5.9.3 KT 13.7.1960_1630(JPG)
5.9.4 KT 13.7.1960_1633(JPG)
5.9.5 KT 13.7.1960_1634 (JPG)
5.9.6 Rollerbahn im KT,13.7.1960_1635 (JPG)
Wettbewerb Kleiner Tiergarten-Ottopark / Teil 5 Digitale Analgen
Ordner 5.10. Historische Pläne 5.10.1 KT Lageplan 1888 (PDF)
5.10.2 KT Zustand 1950 (PDF)
5.10.3 KT West Blumengarten 1953 (PDF)
5.10.4 KT Lageplan 1959 (PDF)
5.10.5 KT Ost 1959 (PDF)
5.10.6 KT Lageplan 1963 (PDF
Ordner 5.11 Denkmalerläuterung Landesdenkmalamt 5.11 LDA Begründung § 2 DSchG Bln. (PDF)
Ordner 5.12 Vorbereitende Untersuchungen Turmstraße 5.12.1 VU-Bericht Endfassung (PDF)
5.12.2 VU-Bericht Anhang Endfassung (PDF)
Ordner 5.13 Verkehrs- und Gestaltungskonzept 5.13.1 Dokumentation VGK (PDF)
5.13.2 Übersichtsplan Tramtrasse Alt-Moabit Ost (PDF)
Ordner 5.14 Moabiter Bewegungslandschaft 5.14.1 Dokumentation MBL (PDF)
Ordner 5.15 Quartiersmanagement 5.15.1 Integriertes Handlungskonzept 2010 QM West (PDF)
5.15.2 Integriertes Handlungskonzept 2010 QM Ost (PDF)
Ordner 5.16 Leitfaden Barrierefreiheit 5.16. Barrierefreier+Freiraum+Entwurf+Exzerpt_100226 (PDF)
Ordner 5.17 Stadtteilvertretung AG Grün 5.17 Anregungen der Stadteilvertretung AG Grün (PDF)
Ordner 5.18. Literatur (Artikel) 5.18.1 „Das Wohnzimmer im Freien“, Die Gartenkunst 2/ 2009 (PDF)
5.18.2 „Der Kleine Tiergarten“, Beiträge zur Denkmalpflege 9 (PDF)
5.18.3 „Der neue Kleine Tiergarten“, Das Gartenamt 5/1962 (PDF)
5.18.4 „Berlin wird immer grüner“ Garten + Landschaft 65/1955 (PDF)
Ordner 5.19. Formblätter 5.19.1 Verfassererklärung (Word)
5.19.2 Formblätter Kosten (Excel)

References: § 6
 § 5
 § 6
 § 1
 § 6
 § 6
 § 7
 § 39
 § 38
 § 8
 § 8
 § 6
 § 8
 § 8
 §141
 § 141
 § 171
 § 171
 § 2