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Timestamp: 2019-12-14 13:33:24+00:00

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190-2003 Leitlinien über die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
190-2003 Leitlinien über die Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden
§ 1 Verantwortung für die Konfirmandenarbeit
§ 2 Lernort der Konfirmandenarbeit
§ 3 Lernsituation der Konfirmandinnen und Konfirmanden
§ 4 Formen der Arbeit
§ 5 Vereinbarungen und Verbindlichkeiten
§ 6 Jahresplanung
§ 7 Konfirmation
Leitlinien über die Arbeit
(ABl. 2003 S. 378)
1 Die Konfirmandenarbeit hilft den Jugendlichen, sich in einer ihrer Altersstufe gemäßen Weise mit dem evangelischen Glauben auseinander zu setzen und sich als von Gott angenommene Menschen zu verstehen. 2 Die Jugendlichen begegnen der Botschaft des Evangeliums.
1 Die Konfirmandenarbeit gibt den Jugendlichen Hilfen und Anregungen, ihren eigenen Glauben weiter zu entwickeln. 2 In diesem Prozess macht sie mit evangelischen Traditionen und Formen des Feierns und Glaubens vertraut, ermutigt und macht fähig, Leben zu gestalten. 3 Sie motiviert Jugendliche, sich mit ihren Fähigkeiten in das Gemeindeleben einzubringen.
Sie fördert die Integration – insbesondere der Menschen mit Behinderung.
Verantwortung für die Konfirmandenarbeit
( 1 ) Unbeschadet der Beauftragung der Gemeindepfarrerin, des Gemeindepfarrers mit Konfirmandenarbeit trägt der Kirchenvorstand die Verantwortung für die Arbeit.
( 2 ) 1 Die Dienst- und Fachaufsicht über die Konfirmandenarbeit liegen bei der Dekanin, dem Dekan. 2 Das jeweilige Religionspädagogische Amt kann zur Beratung für die Planung, Durchführung, Dokumentation und bei Konfliktlösungen hinzugezogen werden.
( 3 ) Die Konfirmandenarbeit wird in der Regel von der (Gemeinde-) Pfarrerin bzw. dem (Gemeinde-) Pfarrer geplant und durchgeführt.
( 4 ) 1 Im Einvernehmen mit dem Kirchenvorstand können für bestimmte Aufgaben auch andere geeignete hauptberufliche und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Arbeit beteiligt werden. 2 Es bleibt zu beachten, dass die Jugendlichen zur Ausbildung ihrer Identität und ihres Glaubenslebens feste Bezugspersonen suchen.
( 5 ) 1 Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. 2 Planungen und Auswertungen sollen die Mitarbeitenden gemeinsam durchführen.
Lernort der Konfirmandenarbeit
1 Die Konfirmandenarbeit bezieht sich auf die Lebensbereiche Gemeinde, Altersgruppe der Jugendlichen, Schule und Elternhaus. 2 Sie fördert die Beziehung auf diese Lebensbereiche und die Abgrenzung untereinander. 3 Je nach örtlicher Situation und dem besonderen Bedarf der Konfirmandengruppe soll die Konfirmandenarbeit sich zum Umfeld öffnen und dortige Partner einbeziehen:
Informierende und begleitende Elternarbeit,
Einladende Gottesdienste,
Lebens- und Arbeitsräume der Gemeinde und übergemeindlicher Dienst,
Kooperation mit der Schule speziell dem Religionsunterricht und der schulbezogenen Kinder- und Jugendarbeit,
Kontakte zu Einrichtungen der örtlichen Jugendarbeit, sowie der Jugendberatung.
Lernsituation der Konfirmandinnen und Konfirmanden
( 1 ) 1 Themen. 2 Die Themen der Glaubenstradition aus Bibel und Katechismus sind bezogen auf die Situation (Gegenwart und Zukunft) der Konfirmandinnen und Konfirmanden zu erschließen. 3 Dabei sind folgende Themen unverzichtbar:
Exodus / 10 Gebote
Psalmen / Vaterunser
Botschaft, Leiden und Tod Jesu
Auferstehung und Taufe
Glauben / Glaubensbekenntnis / Kirche / Abendmahl.
( 2 ) 1 Wege. 2 Der Zugang zu den Themen und die Erarbeitung greifen Erfahrungen der Jugendlichen auf und erweitern diese. 3 Im Vollzug des Aneignens und Einübens werden die Grundformen der Glaubenspraxis erschlossen:
Feiern /Singen
Helfen / Christsein im Alltag / Miteinander leben
Die eigene Spiritualität der Konfirmandinnen und Konfirmanden soll angeregt, gefördert, unterstützt und auf die tradierten Formen bezogen werden.
( 3 ) Sprachlich geprägte Stücke des Glaubens sollen auf geeignete Weise vermittelt und eingeprägt werden.
( 1 ) Zur Gestaltung der Konfirmandenarbeit sind folgende Arbeitsformen möglich:
Wöchentliche Unterrichtsstunden (Einzel- bzw. Blockstunden)
Kurse, Projekte und Praktika mit Wahl- bzw. Pflichtcharakter
( 2 ) Welche Arbeitsformen verbindlich sein sollen, wird durch den Kirchenvorstand festgelegt.
( 3 ) 1 Für die Konfirmandenarbeit sollen Gruppen gebildet werden. 2 Die Mindestzahl für eine Gruppe ist 8 Konfirmandinnen und Konfirmanden. 3 Kommt diese Zahl in einem Gemeindebezirk bzw. einer Gemeinde nicht zustande, so ist die Kooperation im Nachbarschaftsbereich zu suchen. 4 Die Verantwortung für die Absprachen zur Kooperation liegt bei der Dekanin / dem Dekan. 5 Bei mehr als 26 Konfirmandinnen und Konfirmanden muss die Gruppe geteilt werden.
( 4 ) 1 Handlungs- und erfahrungsorientierte Lernformen bestimmen die Konfirmandenarbeit. 2 Sie sollen eigenverantwortliche Anteile enthalten und erkundende Methoden berücksichtigen.
( 5 ) Die Präsentation von Arbeitsergebnissen ist von Anfang an zu bedenken und zu berücksichtigen.
( 6 ) Eine Überprüfung der Lerninhalte darf nicht Teil eines Gottesdienstes sein.
Vereinbarungen und Verbindlichkeiten
( 1 ) 1 Die Anmeldung der Konfirmandinnen und Konfirmanden ist beim zuständigen Pfarramt vorzunehmen. 2 Der Termin dazu ist in geeigneter Weise (z. B.: persönliches Anschreiben – auch an die Nichtgetauften, die keiner anderen Religion angehören – Aushang, Zeitung, Brief an die Schulen) bekannt zu geben.
( 2 ) 1 Im Zusammenhang mit der Anmeldung sollen die Konfirmandinnen und Konfirmanden sowie ihre Eltern über die Gestaltung und die verpflichtenden Termine der Konfirmandenzeit informiert werden. 2 Sie sind als verbindlich anzuerkennen. 3 Die Anmeldung ist entsprechend zu gestalten.
( 3 ) 1 Die Konfirmandenarbeit wird in der Regel im 7. und 8. Schuljahr angeboten. 2 Die Konfirmandenarbeit spricht die Jugendlichen in einer für die Entwicklung der Persönlichkeit des Jugendlichen wichtigen Zeit an, in der seelsorgliche Begleitung helfen kann. 3 Die Erfahrung, in dieser Phase ernst genommen, gebraucht und begleitet zu werden, wirkt nachhaltig. 4 Über Ausnahmen von Satz 1 entscheidet der Kirchenvorstand im Benehmen mit dem Dekan / der Dekanin.
( 4 ) Die Konfirmandenarbeit soll einschließlich der Arbeitseinheiten bei der Freizeit und in möglichen Projekten mindestens 70 Stunden (á 45 min) umfassen.
( 5 ) Die Konfirmandinnen- und Konfirmandenzeit dauert 9 bis maximal 18 Monate.
( 6 ) 1 Die Konfirmandenarbeit ist eingebettet in vielfältige Formen der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Familien und Eltern. 2 Die Arbeit mit den Eltern stellt eine besondere Chance dar.
( 7 ) Die Dekanin, der Dekan sorgt dafür, dass im Dekanat bzw. im Nachbarschaftsbereich – orientiert am Einzugsbereich der Schulen – von den Verantwortlichen der Konfirmandenarbeit verbindliche Koordinationsabsprachen getroffen werden.
( 8 ) Die Dekanin, der Dekan organisiert im Bedarfsfall Koordinationsgespräche zwischen Pfarrerinnen, Pfarrern und Schulleitungen im Benehmen mit dem religionspädagogischen Amt.
( 9 ) 1 Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sind mit den Gottesdienstformen vertraut zu machen. 2 Dazu ist die regelmäßige Teilnahme am Gemeindegottesdienst erforderlich. 3 Bei der Gestaltung des Gottesdienstes sind die Konfirmandinnen und Konfirmanden einzubeziehen und sollten beteiligt werden. 4 Zu Gottesdiensten mit Beteiligung der Jugendlichen sind besonders die Eltern einzuladen.
( 10 ) Zu Beginn der Konfirmandinnen- und Konfirmandenzeit feiert die Gemeinde einen Einführungsgottesdienst.
( 1 ) 1 Die Konfirmandenarbeit bedarf der Jahresplanung durch die Unterrichtenden. 2 Dieser Jahrgangsplan ist dem Kirchenvorstand bekannt zu machen und dient der Information der Eltern.
( 2 ) 1 Über den Verlauf der Konfirmandenarbeit ist eine schriftliche Dokumentation anzulegen. 2 Das Jahrgangsbuch dient der eigenen Kontrolle der Unterrichtenden, kann beim Besuchsdienst besprochen werden und dient der jährlichen Neuplanung.
( 3 ) 1 Regelmäßig veröffentlicht das Religionspädagogische Amt eine Übersicht der für die Konfirmandenarbeit empfehlenswerten Unterrichtsmaterialien. 2 Die örtlich Verantwortlichen entscheiden, mit welchen Materialien die Konfirmandenarbeit geschieht.
( 1 ) 1 Vor der Konfirmation gestalten die Gruppen der Konfirmandinnen und Konfirmanden und die Verantwortlichen in der Konfirmandenarbeit einen Gottesdienst. 2 Er gibt ihrer in der Konfirmandenzeit gewonnenen Glaubenseinsicht Ausdruck.
( 2 ) 1 Die Konfirmation erfolgt in einem Gemeindegottesdienst. 2 Es wird das Apostolikum in der ökumenischen Fassung verwandt. 3 Im Zentrum des Gottesdienstes steht die Segnung der Konfirmandinnen und Konfirmanden.
( 3 ) Zur Konfirmation gehört die Feier des Abendmahls.
1 Diese Verordnung tritt am 1. September 2003 in Kraft. 2 Die Verordnung vom 4. Juli 1977 (ABl. 1977 S. 147) wird mit Beendigung des derzeitigen Konfirmandenjahrgangs aufgehoben.

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7