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Timestamp: 2019-11-21 12:15:02+00:00

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www.frag-einen-anwalt.deFamilienrechtScheidungKann der neue Lebensgefährte mein ...
| 29.06.2010 14:13 |
schon vor der Geburt meiner tochter im Jan 2008 habe ich mich von meinem Mann getrennt.
Dieser zeigte nie sonderlich interesse an dem Kind, zahlt bis heute aber jeden Monat unterhalt.
Als es im Nov. 2008 zur Scheidung kam, wollte er kontakt zu seiner Tochter, der auf Empfehlung und Aufsicht des Jugendamtes stattgefunden hat. Diese treffen fanden in nur unregelmäßigen statt da er immer wieder Termine verpasste.
Im Januar 2009 stellte das Jugendamt die Treffen mit der Begründung mangelndes Interesse ein. Meinem Ex Mann wurde damals eine Pause zur bedenkzeit seines interesses gegeben. Seit januar 2009 habe ich weder von ihm etwas gehört, noch gar es kontakt.
Da ich seit 2008 wieder in einer festen Partnerschaft Lebe, seit 2009 auch mit diesem Mann verheiratet bin, ist er für meine Tochter auch der Papa, denn Sie kennt ja niemand anders.
Wie stehen die möglichkeiten das mein Mann unsere Tochter adoptieren kann?
Scheidung Scheidung Tochter BGB Adoption
Grundsätzlich ist eine Adaption nach § 1741 BGB dann zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht.
Es ist somit eine Prognoseentscheidung erforderlich, weswegen die Adoption entsprechend § 1744 BGB erst nach einer „Probezeit" zulässig ist.
Wie lange diese Probezeit sein muss, ist gesetzlich nicht geregelt, sondern muss nach den jeweiligen Umständen des Einzelfalls bestimmt werden. Wenn sich Ihr Mann seit 2008 mit um die Pflege Ihrer Tochter kümmert, dürfte sie in Ihrem Fall jedoch erfüllt sein.
Problematisch könnte jedoch werden, dass zur Adoption nach § 1747 BGB grundsätzlich die Einwilligung des Vaters erforderlich ist.
Ist dieser zur Einwilligung nicht bereit, kann diese durch das Vormundschaftsgericht nach § 1748 BGB nur dann ersetzt werden, wenn der Vater seiner Pflichten gegenüber dem Kind anhaltend gröblich verletzt hat oder durch sein Verhalten gezeigt hat, dass ihm das Kind gleichgültig ist.
Hierbei ist zu berücksichtigen, dass wegen Gleichgültigkeit eine Zustimmungsersetzung nur dann in Betracht kommt, wenn der leibliche Vater das gleichgültige Verhalten trotz einer entsprechenden Belehrung über die drohenden Konsequenzen und einer Beratung durch das Jugendamt mindestens 3 Monate fortgesetzt hat, § 51 SGB VIII.
Zu beachten ist ferner, dass durch die Adoption bestehende Verwandtschaftsverhältnisse und alle daraus resultierenden Rechte und Pflichten erlöschen, § 1755 BGB. Dementsprechend ist Ihr ehemaliger Partner ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zum Kindesunterhalt verpflichtet.
Da das Jugendamt in Adoptionssachen zu beteiligen ist, möchte ich Ihnen zunächst empfehlen, sich an das örtlich für Sie zuständige Jugendamt zu wenden, um sich dort hinsichtlich der konkret notwendig werdenden Schritte informieren zu lassen.
Um ein langwieriges Verfahren zur Zustimmungsersetzung zu vermeiden, wäre auch eine Kontaktaufnahme zum leiblichen Vater Ihrer Tochter empfehlenswert.
Bewertung des Fragestellers 01.07.2010 | 08:21
FRAGESTELLER 01.07.2010 4,8/5,0

References: § 1741
 § 1744
 § 1747
 § 1748
 § 51
 § 1755