Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/2/2204.htm
Timestamp: 2018-12-12 12:46:07+00:00

Document:
2.204 Lappen und Eiderbachgraben
Verordnung des Regierungspräsidium Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Lappen und Eiderbachgraben "(Stadt Walldürn, Stadt Buchen, Neckar-Odenwald-Kreis) vom 18. Dezember 1996 (GBl. v. 21.02.1997, S. 45).
Auf Grund der §§ 21 und 58 Abs. 2 des Naturschutzgesetzes (NatSchG) in der Fassung vom 29. März 1995 (GBl. S. 385) und des § 28 Abs. 2 des Landesjagdgesetzes (LJagdG) in der Fassung vom 1. Juni 1996 (GBl. S. 369) wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Stadt Buchen und der Gemeinde Walldürn werden zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Lappen und Eiderbachgraben".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 63 ha. Es umfaßt im wesentlichen die Talaue des Eiderbachgrabens. Im Nordwesten wird es begrenzt von der Bundesbahnstrecke Buchen - Walldürn, im Westen und Süden von den landwirtschaftlichen Nutzflächen der Ortschaften Hainstadt und Hettingen. Östlich verläuft die Grenze parallel zur Eiderbachaue.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000 mit durchgezogener roter Linie sowie in einer Detailkarte im Maßstab 1:5000 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, beim Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis in Mosbach sowie beim Gemeindeverwaltungsverband Hardheim-Walldürn auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung und Entwicklung der "Lappenwiesen "und ihrer Seggenriede, Naßwiesen und Feuchtbrachen als überregional bedeutsames Wat- und Wasservogelrastgebiet;
· die Erhaltung und Entwicklung hochwertiger Biotoptypen, die durch ihr weites Spektrum, das von extrem naß bis mäßig trocken reicht, als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten dienen;
· die Erhaltung und Entwicklung extensiv genutzter Wirtschaftswiesen als Brutbiotop, insbesondere wiesenbrütender Vogelarten;
· die Erhaltung und Erweiterung der temporär oder ganzjährig zur Verfügung stehenden Wasserflächen als Laichgelegenheiten und Refugien der im Gebiet vorkommenden Amphibien und Insektenarten;
· die Erhaltung des Weidenbruchs als prägender Landschaftsbestandteil.
3. aufzuforsten oder Christbaum- und Schmuckreisigkulturen und Vorratspflanzungen von Sträuchern und Bäumen anzulegen;
3. Luftfahrzeuge, insbesondere Luftsportgeräte und Flugmodelle zu betreiben;
4. auf den Wasserflächen Bootfahren oder Schlittschuhlaufen.
c) Dauergrünland und Dauerbrache nicht umgebrochen wird;
d) Pflanzenschutzmittel nur auf Ackerflächen unter Beachtung der Pflanzenschutzanwendungsverordnung verwendet werden; auf Grünlandflächen ist die Ampferbekämpfung nur mit chemischen Mitteln im Spätsommer zulässig;
f) Koppeln und Pferchen unterbleiben;
die Beweidung von aus Ackerland überführten Wiesenflächen erfolgt mit Zustimmung der höheren Naturschutzbehörde;
2. ordnungsgemäße Ausübung der forstwirtschaftlichen Bodennutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, daß
a) nördlich der B 27 liegende Fichtenbestände im Gewann Schmagent nach der Nutzung durch standortheimische Gehölze wie z. B. Erlen ersetzt werden;
b) südlich der B 27 künftige Ersatzpflanzungen unterbleiben;
c) die Jagd auf Wasservögel vom 1. September bis 31. Oktober unterbleibt;
4. die militärische Nutzung des Grundstückes Flst.-Nr. 4501 auf Gemarkung Walldürn als Standortübungsplatz in der bisherigen Weise;
5. ordnungsgemäße Ausübung der fischereilichen Nutzung auf den Flst.-Nrn. 4677 und 4613 in der bisherigen Art und in dem bisherigen Umfang.
(2) Ordnungswidrig im Sinne des § 40 Abs. 2 Nr. 7 LJagdG handelt, wer im Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 und § 5 Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 2 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(2) Gleichzeitig tritt die Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe über das Naturschutzgebiet "Lappen" vom 21. Dezember 1979 (GBl. 1980 S. 127) außer Kraft.

References: § 28
 § 2
 § 40
 § 4
 § 5
 § 2