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Timestamp: 2019-03-25 05:45:32+00:00

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Die Geschichte eines über 300 Jahre alten Vereins
Unser Schützenregiment
von Silvio Quirini und Ewald Schäfer
Das Regiment des Gemünder Bürger-Schützenvereins ist mit 186 aktiven Schützen (Stand 2015) der zweit stärkste Verein im Bezirksverband Schleiden.
Das Regiment bilden 12 Kompanien. Jede Kompanie führt ihr Eigenleben und hat ihren eigenen Vorstand, in der Regel bestehend aus Hauptmann, Leutnant und Kassierer. Der Hauptmann vertritt die Kompanie im erweiterten Vorstand des Regimentes. Jede Kompanie besucht durchschnittlich drei auswärtige Schützenfeste im Jahr. Besonders zu erwähnen ist die Farbenvielfalt der Uniformen der einzelnen Kompanien, diese reicht von schwarz über das traditionelle grün bis hin zu grau und dunkelrot. Zweimal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung statt, zu dem alle Mitglieder eingeladen werden. Außerdem finden weitere Versammlungen des geschäftsführenden, engeren und erweiterten Vorstands statt. Die Zusammensetzung dieser Vorstände wird nachfolgend beschrieben.
4. Jahre (Neuwahl 2021)
2. Jahre (Neuwahl 2019)
Fettgedruckt gehört dem geschäftsführenden Vorstand an.
Der Vorstand unseres Vereins von 1928 bis heute
Die Vorstandsliste weist in den ersten zehn Jahren leider größere Lücken auf, weil ab 1930 keine Protokolle mehr vorhanden sind und nur der wenige Schriftwechsel Rückschlüsse auf die jeweiligen Namen, Ämter und Amtsjahre zulässt. So wurde zum Beispiel nach dem Tod des Vorsitzenden Peter Dreßen sen. 1934 Ludwig Cremer dessen Nachfolger. Wahrscheinlich übte er dieses Amt bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo aus. In einem Schreiben vom 25. September 1936 spricht Ludwig Cremer von Clemens Pützer und Willi Capellen als Vereinsführer. In einem späteren Brief wird Heinrich Lintzen ebenfalls als Vereinsführer tituliert.
Nachdem man bereits 1949 die Wiederbelebung des Vereins angestrebt hatte, wählte man den neuen Vorstand am 15. Juli 1950. Die Wahlmodalitäten unterschieden sich jedoch etwas von den heutigen. In der Niederschrift zur Jahreshauptversammlung am 20. Januar 1952 steht sodann geschrieben, dass "nach den Satzungen jedes Jahr die Hälfte der Vorstandsmitglieder ausscheiden muss, das sind drei Personen, die jedes Jahr durch das Los bestimmt werden müssen. Da der Beisitzer Josef Fuß sein Amt freiwillig niederlegte, blieben nur noch 2 Personen auszulosen. Das Los traf den Schützenbruder Johann Noe und den Unterzeichneten als Vorsitzender. Nachdem beide den Raum verlassen hatten, nahm der stellvertretende Vorsitzende Paul Schockert die Wahl vor. Die Ausscheidenden wurden einstimmig wieder gewählt."
Scheinbar gab es hier und da "Personalprobleme", denn die Posten des zweiten Schatzmeister und des zweiten Schriftführers sind in einigen Jahren offensichtlich nicht besetzt gewesen. Außerdem hat man in der Generalversammlung vom 23. Januar 1953 auf Antrag von Herrn Dr. Fesenmeyer Schatzmeister und Kassierer sowie Schriftführer in einer Person vereinigt. Dieses Amt bekleidete Ludwig Cremer bis zum 13. Januar 1956, als man den Beschluß wieder aufhob.
Die Aufteilung der einzelnen Vorstandsgruppen hat sich im Laufe der Jahre geändert. Heute besteht der geschäftsführende Vorstand aus dem ersten und zweiten Vorsitzenden, dem ersten Schatzmeister und dem ersten Schriftführer:
1928 bis 1931 Josef Töchters
1931 bis 1934 Peter Dreßen sen.
1934 bis 1950 Clemens Pützer, Ludwig Cremer,Willi Capellen, Heinrich Lintzen
1950 bis 1956 Clemens Pützer
1956 bis 1978 Peter Dreßen junior
1978 bis 2000 Horst Freimark
2000 bis 2012 Christoph Kammers
2012 bis Heute Ditmar Krumpen
1928 bis 1934 Hermann Kattwinkel
1934 bis 1950 Clemens Pützer
1950 bis 1962 Paul Schockert
1962 bis 1984 Quirin May
1984 bis 1988 Georg Müller
1988 bis 1992 Josef Ross
1992 bis 1996 Alfred Golbach
1996 bis 2000 Klaus Freimark
2000 bis 2011 Horst Rupp
2011 bis Heute Siegfried Lang
1928 bis 1930 Peter Dreßen sen.
1930 bis 1956 Ludwig Cremer
1956 bis 1964 Josef Schüer
1964 bis 1978 Horst Freimark
1978 bis 1992 Hermann-Josef Klahsen
1992 bis 2000 Christoph Kammers
2000 bis 2007 Silvio Quirini
2007 bis 2011 Ernst Mauel
2011 bis 09.2014 Wido Schmidt
10.2014 bis 09.2018 Ullrich Otten
12.2018 bis Heute Petra Krumpne
1928 bis 1929 Franz Breuer
1929 bis 1930 Ludwig Cremer
1930 bis 1953 Johann Noe
1953 bis 1956 Ludwig Cremer
1956 bis 1959 Felix Röder
1958 bis 1963 Robert Sosna
1963 bis 1976 Karl-Hans Zeihen
1976 bis 1988 Norbert Lehner
1988 bis 1996 Clemens Reimann
1996 bis 2004 Rainer Schmitz
2004 bis 2007 Rochus Mey
2007 bis 2011 Heinrich Quetsch
2011 bis Heute Manfred Müller
Dem engeren Vorstand gehören neben dem geschäftsführenden Vorstand und dem jeweiligen König noch folgende Mitglieder an:
1928 bis 1930 Ludwig Cremer
1956 bis 1963 Karl Hilgers
1964 bis 1971 Josef Schüer
1971 bis 1976 Gerd Brück
1976 bis 1988 Werner Neunzig
1988 bis 1992 Christoph Kammers
1992 bis 2000 Günther Daniel
2000 bis 2004 Rochus Mey
2004 bis 2007 Anita Knie
2007 bis 2013 Roger Schmidt
2013 bis 2014 -Vakant-
2014 bis 2018 Petra Krumpen
2019 bis Heute Vakant
1957 bis 1964 Hermann-Josef Heinrichs
1964 bis 1976 Erwin Esch
1976 bis 1984 Karl-Hans Zeihen
1984 bis 1986 Günther Meyer
1986 bis 1988 Christoph Kammers
1988 bis 1992 Manuela Reimann
1992 bis 2000 Marie-Luise Schumacher
2000 bis 2007 Ulrike Rupp
2007 bis 2011 Ecki Schroeder
2011 bis Heute Reinhard Maeding
2004 bis 2012 Ditmar Krumpen
2012 bis 2013 Rainer Schmitz
2013 bis heute Rolf Wiedemeyer
Die eigentliche Aufgabe des Jungschützenmeisters bezog sich in den Anfangsjahren meist auf bestimmte Kompanien, so zum Beispiel ab 1951 Heinrich Kremer, Tell-Kompanie und ab 1956 Kaspar Heinrichs, Andreas Kompanie. Letzterer wurde 1967 von Günter Kleevisch abgelöst und übte das Amt danach als dessen Stellvertreter aus. Seit 1984 zählt der Jungschützenmeister zum engeren Vorstand.
1984 bis 1988 Klaus Freimark
1988 bis 1992 Frank Gülden
1992 bis 1996 Peter Wergen
1996 bis 2000 Udo Heck
2000 bis 2005 Markus Müller
2005 bis 2007 Tanja Kehren
2007 bis 2010 Michael Witt
2011 bis 2015 Markus Krumpen
2015 bis Heute Thorsten Harth
Chronist und Pressereferent
"ab 2003 zzgl. Homepage-Administrator"
Das Amt, wie wir es heute kennen, gab es früher nicht. Diesen Teil erledigte oft der Schriftführer oder sein Stellvertreter, wenn es denn einen gab. Aber scheinbar wurden hierzu auch andere Schützen herangezogen; so sind als Protokollbuchführer oder Chronisten von 1926 bis 1963 die Namen Josef Töchters, Johann Noe, Felix Röder, Wilhelm Capellen, Peter Dreßen jun., Willi Knie, Cornelius Zumkier und Arnold Schiesberg bekannt. Im Protokoll zur Vorstandssitzung vom 15.11.67 steht: "Die Chronik wird weitergeführt von Karl-Horst Görres." Er erstellte insgesamt sechs Bände. Ab 1971 wurde diese Arbeit von Willi Knie übernommen; wie lange, ist nicht bekannt.
Im Jahre 1983 betraute der Vorsitzende Peter Dreßen Helmut Köller mit dieser Aufgabe, nachdem die Chronik seit dem Jahre 1978 nicht mehr fortgesetzt worden war. 1983 wurde der engere Vorstand um dieses Amt erweitert. Helmut Köller gab Ende 1996 den Posten an Silvio Quirini weiter. In der Jahrtausendwende nahm Oliver Geschwind das Amt an. Oliver veröffentlichte im Jahre 2003 die Vereinshomepage. Die in der heutigen Zeit nicht mehr weg zudenken wäre.
1926 bis 1967 (Siehe Text)
1967 bis 1971 Horst Görres
1971 bis 1978 Willi Knie
1978 bis 1983 Vakant
1983 bis 1996 Helmut Köller
1996 bis 2000 Silvio Quirini
2000 bis 2007 Oliver Geschwind
2007 bis 2018 Thorsten Harth
In der erweiterten Vorstandssitzung vom 27. Mai 1980 wurde bekanntgegeben, dass Hubert Klöcker ernsthaft erkrankt sei und den Posten des Oberst nicht mehr ausüben könne. Er wurde zum Ehren-Oberst und Ehrenmitglied ernannt. Franz-Ludwig Cremer, der schon in den letzten Jahren den gesundheitlich angeschlagenen Oberst Klöcker vertreten hatte, wurde sodann neuer Oberst.
Zum erweiterten Vorstand gehören darüber hinaus die Hauptleute der einzelnen Kompanien sowie der Präses.
1929 bis 1934 Herr Ahlborn
1934 bis 1953 Heinz Friedrichs
1953 bis 1980 Hubert Klöcker (Ehrenoberst)
1980 bis 2008 Ludwig Cremer (Ehrenoberst)
2008 bis Heute Rainer Schmitz
1928 bis 1931 Pfarrer Msgr. Theodor Neu
1931 bis 1952 Pfarrer Heinr. Franz Altstadt
1952 bis 1979 Pfarrer Dr.Adolf Heitzer
1979 bis 1991 Pfarrer Edgar Berg
1991 bis 2018 Pfarrer Rolf Knips
2018 bis Heute Diakon Klaus Hövel
Gemünder Schützen und ihre Geschichte
von Helmut Köller
Es gibt kaum Feste, die bei der Bevölkerung so beliebt sind, wie Schützenfeste. Feuerwerk, feierliche Fahnenparaden, farbenfrohe Umzüge mit dem Schützenkönigspaar in der Kutsche, das Schießen auf den Königsvogel, Preisschießen für jedermann, Platzkonzerte, Tanzveranstaltungen, ein Kirmesplatz mit Volksbelustigungen aller Art locken Besucher von nah und fern an, wenn die Schützen feiern. Auch wer das leibliche Wohl mit Essen und Trinken sucht, kann auf seine Kosten kommen, weil dies ebenso zur Tradition gehört, wie das „Für Glaube, Sitte und Heimat" auf den Schützenfahnen.
Auch die Quellen zur Geschichte der Schützen in der früheren Herrschaft Dreiborn, deren Tradition die Gemünder Schützen fortsetzen, weisen aus, dass die Schützen zu feiern verstanden. In der Chronik einer Dreiborner Schützenbruderschaft, die im Jahre 1823 wieder gegründet und die Tradition der St. Georgius- und St. Sebastianus-Schützenbruderschaft fortsetzte, heißt es im § 7 der Statuten: „Der vierte Schießmeister wird hierdurch zugleich zum Biermeister ernannt und ihm zur Pflicht gemacht, Best möglichst für die durstigen Brüder zu sorgen". Ebenso berichtet diese Quelle über den Auftrag an den Wirt, für ein Sebastianusfest „zwanzig Pfund Rindfleisch nebst Kartoffeln für zwölf Mann zubereiten zu lassen und die erforderliche Quantität Wein, Bier und Schnaps vorrätig zu halten".
Schießen und Alkoholkonsum wurden jedoch streng getrennt. Im § 31 der genannten Statuten ist nachzulesen: „Während oder vor dem Schießen darf auf dem Schützenplatze kein berauschendes Getränk genommen und auf keinen Fall Schnaps getrunken werden. Auch wer berauscht erscheint, dem muss das Mitschießen untersagt werden".
In den Anfängen des Schützenwesens im 12. Jahrhundert und im Verlauf der weiteren Jahrhunderte standen jedoch nicht so sehr Geselligkeit, dass Schießen auf Holzvögel und später auf Scheiben im Vordergrund als vielmehr andere, z.T. sehr notwendige Zielsetzungen. Als vier Jahre nach Beendigung des 2. Weltkrieges am 15. Oktober 1949 das Bundeshaus der historischen Deutschen Schützenbruderschaften eingeweiht wurde, schrieb dazu der Gründer und Generalpräses dieses Verbandes, Geistlicher Rat Dr. Peter Louis, im offiziellen Festblatt zur Einweihung: „ Im Mittelalter waren Sie einerseits die Wehr des Landes, andererseits die Kraft gegen innere Gefahren. Sie wurden als Bruderschaften gegründet, um sich gegenseitig zu helfen und zu erbauen. Sie setzten sich als Brüder zusammen, um die Pest abzuwehren und dem Volke zu helfen. Sie zogen mit ihren Standesherren gegen Mongolen und Türken. Ihre Banner wehten auf den Kreuzzügen....... .
Ihre Spendenmeister hatten ein wachsames Auge auf die Not der Armen. Im Sommer aber riefen sie das Volk zur Freude auf. Ihre Feste waren volkstümlich im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre Freude kam aber aus dem Glauben. Denn vom Glauben tief ergriffene Männer waren es allezeit, die in den Bruderschaften wirkten.
Ein heiliger Sebastianus war Ihnen Vorbild und Patron. Denn er war Christ bis zum letzten Gedanken seiner Seele, er war Ritter und Volksmann, Bekenner und Märtyrer. Treue zu Christus bis in den Tod. Dieser Mann strahlte als das wahre Ideal der Schützenbrüder seit den ältesten Zeiten des Mittelalters.
Wer sich mit der Geschichte des Schützenwesens beschäftigt, dem begegnen immer wieder fünf Wurzeln bzw. Ursachen, die in Zusammenhang mit der Entstehung von Schützenbruderschaften und Schützengilden eine Rolle spielten: die Geißel der Pestkrankheit, das Schutzbedürfnis gegen räuberische Übergriffe, der religiöse Bruderschaftsgedanke, Handwerkerzünfte und Kaufmannsgilden und das Frühlingsbrauchtum.
Mit dem Auftreten der Pest im 14. Jahrhundert entstanden in vielen Gemeinwesen Pestbruderschaften, die insbesondere als Pestheilige den heiligen Sebastianus und den heiligen Rochus verehrten. Die zum Bezirksverband gehörende St.Sebastianus- und Rochus-Schützenbruderschaft St.Vith ist wahrscheinlich nicht nur eine der ältesten sondern auch eine der Bruderschaften, die man mit den Pestbruderschaften in Verbindung bringen kann und aus denen nach Fortfall ihrer Hauptaufgabe Schützenbruderschaften wurden. Diese Ansicht vertritt jedenfalls Theo Reintges in „Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden, Rheinisches Archiv 1963". Der „schwarze Tod", wie man die Pestkrankheit nannte, wütete 1348 derart in St. Vith, dass fast die gesamte Einwohnerschaft ihm zum Opfer fiel.
Schützenverbände bildeten sich zunehmend mit der Entstehung von Städten im Mittelalter aus einem Schutzbedürfnis gegen Raubritter, marodierende Landsknechte, Räuber und Wegelagerer. Sie waren eine Art zivile Bürgerwehr in den aufblühenden Städten. Wegen ihrer kommunalen Schutzfunktion wurden Sie von den Gemeinwesen gefördert, z.B. dadurch, dass man ihnen neben einem Übungsgelände vielfach auch ein Schützenhaus zur Verfügung stellte. Der niederländische Maler Rembrandt hält in einem seiner berühmtesten Bilder „Die Nachtwache" eine Schützenkompanie fest, die zur Wahrnehmung ihrer Aufgabe, die Stadt zu bewachen, aufbricht.
In dieser Schutzfunktion verloren die Schützen erst an Bedeutung, als Söldner diese Aufgabe übernahmen. Das Bekenntnis zur Schutzfunktion bleibt jedoch bis in die Neuzeit hinein erhalten. Dies kann auch aus den Satzungen des Gemünder Schützenvereins von 1857 belegt werden, wo es im § 1 heißt: „Der Zweck des Gemünder Schützen-Vereins ist ... das Interesse der Stadt zu wahren und in Zeiten der Gefahr Personen und Eigentum zu schützen.
Kirchliche Bruderschaften, die sich im Mittelalter aus rein religiösen Motiven bildeten, Konfraternitäten, wie sie sich in der lateinischen Übersetzung nannten, gehören sicher auch zu den Wurzeln des Schützenwesen. Sie sahen ihre Aufgabe in der Förderung der Frömmigkeit, der Nächstenliebe und des Gottesdienstes, z.B. für Messen, Wallfahrten und Prozessionen. Im Unterschied zu den Orden waren die Mitglieder der Bruderschaften nicht durch ein Gelübde oder feste Regeln gebunden.
Es ist auffallend, daß sich Schützenbruderschaften traditionsgemäß um die Armenpflege kümmerten und sich bis heute der Linderung von Not verpflichtet fühlen. Dies könnte vielfach belegt werden. Auch die bereits erwähnten Quellen zur 1823 in Dreiborn gegründeten St. Sebastianus-Bruderschaft weist dies nach. 5 % aller Einnahmen sollten gem. § 11 der Statuten der Armen-Kommission zur freien Verfügung übergeben werden.
Von Zünften und Gilden ist bekannt, dass sie das Vogelschießen, insbesondere mit der Armbrust, als sportliche Disziplin aber auch zur Unterhaltung ausübten. Wilhelm Ewald berichtet in einem Buch über die Rheinischen Schützengesellschaften vom „bekannten Ochsenschießen" der Kölner Zünfte. So endete ein solches Schießen um einen Ochsen im Jahre 1496 mit einem Sieg der Goldschmiede. Die Zunftgenossen bereiteten aus dem „gewichtigen Sieg" ein „fröhliches Mahl", zu dem alle beteiligten Schützen und auch der Rat der Stadt eingeladen wurde. Hier wird auch deutlich, daß Schießen bis in die Neuzeit hinein als noble Sportart galt. Es wurde auch vom Adel und der Geistlichkeit als Königsschießen und in Form von Schießspielen betrieben. Das Staatsarchiv in Koblenz verfügt über Unterlagen eines kurfürstlichen Vogelschießens am 26. Juli 1790 in Kaerlich. Die Teilnehmerliste weist u.a. Maximilian Franz, den Kurfürsten von Köln, und die Schwester des Kurfürsten von Trier, die Äbtissin Kunigunde von Essen, aus.
Die Verbindung der historischen Schützen zu Adel und Geistlichkeit zeigt sich bis heute in den Personen ihrer Hochmeister und Präsides. Sie wird auch sichtbar in den Quellen zur Geschichte der Gemünder Schützen. Als Stiftungsmitglieder der im Jahre 1823 wiederherrichteten St. Sebastianus-Bruderschaft in Dreiborn wird als erster Clemens Freiherr von Harff zu Schloß Dreyborn genannt. Er ist zugleich Ehrenschießmeister der Bruderschaft. Auch der damalige Dreiborner Pastor gehörte zu den Stiftungsmitgliedern.
Die Entstehung und Entwicklung von Schützenbruderschaften wird auch manchmal mit dem Frühlingsbrauchtum, insbesondere mit dem Fronleichnamsfest, in Verbindung gebracht. Es wurde erstmalig 1246 in Lüttich gefeiert und 1264 von Papst Urban IV. für die gesamte katholische Kirche angeordnet. Von Anfang an begleiteten Bruderschaften die konsekrierte Hostie in der Prozession. Bis heute übernehmen Schützen diese Aufgabe in vielen Orten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Schützenfeste in der Pfingst- und Fronleichnamszeit gefeiert wurden und werden. So fand auch das erste Königsschießen der erwähnten Dreiborner Sebastianus-Bruderschaft Fronleichnam, 29. Mai 1823 statt.
Zum Schluss dieser allgemeinen Ausführungen zur Geschichte des Schützenwesens sei noch erwähnt, dass bei der Aufnahme von Mitgliedern Standeszugehörigkeit keine, wohl aber moralische Qualifikation eine Rolle spielte. Komplizierte Abstimmungsverfahren, oft auch das System der Ballotage (geheime Abstimmung durch verdeckte Abgabe von weißen und schwarzen Kugeln) entschieden über die Aufnahme. In den Satzungen des Gemünder Schützenvereins von 1857 heißt es dazu: § 2 „ Jeder unbescholtene, einheimische oder auswärtige Bürger oder Bürgersohn, der das Alter von 20 Jahren erreicht hat, kann als Mitglied in den Verein aufgenommen werden, wenn er sich einer Ballotage unterwirft". § 4 „ Die Ballotage erfolgt durch verdeckte Stimmzettel oder durch Kugeln, mit absoluter Stimmenmehrheit ...

References: § 7
 § 31
 § 1
 § 11
 § 2
 § 4