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Timestamp: 2017-01-22 18:13:12+00:00

Document:
HENSCHE Arbeitsrecht: 21 Ns 17/09
Mindestlohn, Gehalt
Arbeitsgericht Magdeburg, Urteil vom 9.10.2008, 12 Ds 556 Js 14590/05
Land­ge­richt M 1. Straf­kam­mer
Geschäfts­num­mer: 21 Ns 17/09AG M: 12 Ds 291/98StA M: 556 Js 14590/05
O S , geb. am 05. Ju­ni XXXX in t,wohn­haft: G 02, M, ver­hei­ra­tet, Deut­scher,
we­gen Vor­ent­hal­tens und Ver­un­treu­ens von Ar­beits­ent­gelt
hat die 1. Straf­kam­mer - Be­ru­fungs­kam­mer - des Land­ge­richts M in ih­rer öffent­li­chen Sit­zung am 29. Ju­ni 2010, an der teil­ge­nom­men ha­ben:
Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Land­ge­richt M als Vor­sit­zen­de,
H W,1Tals Schöffen,
Staats­an­walt Sals Be­am­ter der Staats­an­walt­schaft,Rechts­an­walt Cals Ver­tei­di­ger des An­ge­klag­ten,
Jus­tiz­se­kretärin Lals Ur­kunds­be­am­tin der Geschäfts­stel­le,
Auf die Be­ru­fung der Staats­an­walt­schaft wird das Ur­teil des Amts­ge­richts - Straf­rich­te­rin - M vom 9. Ok­to­ber 2008 (Az.: 12 Ds 556 Js 14590/05 (291/081)
auf­ge­ho­ben.
Der An­ge­klag­te ist des Vor­ent­hal­tens und Ver­un­treu­ens von Ar­beits­ent­gelt in 18 Fällen schul­dig.
Ge­gen ihn wird ei­ne Ge­samt­geld­stra­fe von 100 Ta­gessätzen verhängt.
Die Höhe ei­nes Ta­ges­sat­zes beträgt 10,00 Eu­ro.
Der An­ge­klag­te hat die Kos­ten des Ver­fah­rens, ein­sch­ließlich der Kos­ten des Re­vi­si­ons­ver­fah­rens, zu tra­gen.
An­ge­wen­de­te Vor­schrif­ten: §§ 266 a Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 52, 53 StGB.
Mit An­kla­ge­schrift vom 12. De­zem­ber 2007 hat­te die Staats­an­walt­schaft M dem An­ge­klag­ten vor­ge­wor­fen, in M, in der Zeit zwi­schen dem 1. De­zem­ber 2001 bis zum 27. Ja­nu­ar 2006, un­ter an­de­rem in 50 Fällen als Ar­beit­ge­ber der Ein­zug­stel­le Beiträge des Ar­beits­neh­mers zur
So­zi­al­ver­si­che­rung ein­sch­ließlich der Ar­beitsförde­rung, un­abhängig da­von, ob Ar­beits­ent­gelt ge­zahlt wur­de, vor­ent­hal­ten zu ha­ben so­wie un­ter an­de­rem in 18 Fällen als Ar­beit­ge­ber der für den Ein­zug der Beiträge zuständi­gen Stel­le über so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­lich er­heb­li­che Tat­sa­chen un­rich­ti­ge oder un­vollständi­ge An­ga­ben ge­macht und die für den Ein­zug der Beiträge zuständi­gen Stel­le pflicht­wid­rig über so­zi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­che Tat­sa­chen in Un­kennt­nis ge­las­sen und da­durch die­ser Stel­le vom Ar­beit­ge­ber zu tra­gen­de Beiträge zur So­zi­al­ver­si­che­rung, ein­sch­ließlich der Ar­beitsförde­rung, un­abhängig da­von, ob Ar­beits­ent­gelt ge­zahlt wur­de, vor­ent­hal­ten zu ha­ben.
Das Amts­ge­richt - Straf­rich­te­rin - M hat den An­ge­klag­ten mit Ur­teil vom 9. Ok­to­ber 2008 (Ak­ten­zei­chen: 12 Ds 556 Js 14590/05 [291/081) aus Rechts­gründen frei­ge­spro­chen. Die wei­te­ren Tat­vorwürfe der An­kla­ge­schrift vom 12. De­zem­ber 2007 (Fälle 1. bis 46., 97. bis 223. und 243. bis 293.) hat das Amts­ge­richt M in der Haupt­ver­hand­lung am 9. Ok­to­ber 2008 auf An­trag der Staats­an­walt­schaft gemäß § 154 Abs. 2 St­PO vorläufig ein­ge­stellt
Das Land­ge­richt - 4. klei­ne Straf­kam­mer - M hat die Be­ru­fung der Staats­an­walt­schaft ge­gen das Ur­teil vom 9. Ok­to­ber 2008 mit Ur­teil vom 26. März 2009, Ak­ten­zei­chen: 24 Ns 556 Js 14590/05, auf Kos­ten der Lan­des­kas­se ver­wor­fen.
Auf die Re­vi­si­on der Staats­an­walt­schaft M hat das Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg mit Ur­teil vom 8. Ju­li 2009, Ak­ten­zei­chen: 2 Ss 90/09, das Ur­teil der 4. klei­nen Straf­kam­mer des Land­ge­richts M vom 26. März 2009 mit den zu­gehöri­gen Fest­stel­lun­gen auf­ge­ho­ben und die Sa­che zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung, auch über die Kos­ten der Re­vi­si­on, an ei­ne an­de­re klei­ne Straf­kam­mer des Land­ge­richts M zurück­ver­wie­sen.
Die Be­ru­fungs­ver­hand­lung hat zu fol­gen­den Fest­stel­lun­gen geführt:
1. Zur Per­son: Der 57jähri­ge An­ge­klag­te ist ge­lern­ter In­ge­nieur für Me­cha­nik. Er ist ver­hei­ra­tet und hat drei Kin­der, wo­bei zwei Kin­der be­reits wirt­schaft­lich selbstständig sind.Die Ehe­frau des An­ge­klag­ten ist von Be­ruf Kran­ken­schwes­ter und als sol­che auch tätig.
Ge­genwärtig er­zielt der An­ge­klag­te in ei­nem ge­ringfügi­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis 400,00 Eu­ro mo­nat­lich.Der An­ge­klag­te ist gebürti­ger Ukrai­ner. Nach sei­nem Zu­zug aus der Ukrai­ne fand er in Deutsch­land in sei­nem Be­rufs­be­reich kei­ne Ar­beit. Zunächst war er als Spe­di­teur tätig; später ent­schied er sich, ei­ne Fir­ma mit dem Geschäfts­feld ei­nes Rei­ni­gungs­ser­vices zu gründen.Am 1. De­zem­ber 2001 mel­de­te der An­ge­klag­te die Fir­ma „Rei­ni­gungs­ser­vice S" bei dem Ge­wer­be­amt der Lan­des­haupt­stadt M an. Das Un­ter­neh­men, „Rei­ni­gungs­ser­vice S", das der An­ge­klag­te in sei­ner Ei­gen­schaft als In­ha­ber al­lein ver­trat, be­fin­det sich seit dem Jah­re 2010 in In­sol­venz.Der An­ge­klag­te ist nicht vor­be­straft.
2. Zu den Ta­ten: Es han­delt sich hier um die An­kla­ge­punk­te 79. bis 96. und 224. bis 242. - Ta­ten ab Au­gust 2004 bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2006 - der oben ge­nann­ten An­kla­ge­schrift. In der Haupt­ver­hand­lung er­folg­te ei­ne wei­te­re Teil­ein­stel­lung gemäß § 154 Abs. 2 St­PO.
Dem An­ge­klag­ten ge­lang es, für das von ihm zum 1. De­zem­ber 2001 an­ge­mel­de­te Ge­wer­be „Rei­ni­gungs­ser­vice S" mit Sitz in M ab De­zem­ber 2001 von Au­tohöfen bzw. Raststätten Toi­let­ten­an­la­gen ein­sch­ließlich Duschräum­en zu pach­ten. Im Ein­zel­nen han­del­te es sich um die Au­tohöfe Rast­hof W an der 1, Eu­ro­rast­park R, Au­to­hof N, Au­to­hof G Wald, Au­to­hof S, Au­to­hof 13 und Au­to­hof R. Außer­dem war ihm der Sa­nitärtrakt ei­nes M-Re­stau­rants in S ver­pach­tet wor­den. Im Zeit­raum Au­gust 2004 bis Ja­nu­ar 2006 war der An­ge­klag­te auf den Rasthöfen W an der I so­wie Eu­ro Rast­park R durchgängig, auf dem Au­to­hof S ab Mai 2005, auf dem Au­to­hof N ab Ju­ni 2005, auf dem Au­to­hof G Wald ab Ju­ni 2005 und im M-Re­stau­rant in S von Ja­nu­ar 2005 bis Fe­bru­ar 2005 tätig. Gemäß den Ver­trags­wer­ken zwi­schen den Rast­hofpächtern und der Fir­ma des An­ge­klag­ten hat­te die Fir­ma „Rei­ni­gungs­ser­vice S" zu ga­ran­tie­ren, dass in den Sa­nitärtrak­ten des je­wei­li­gen Rast­ho­fes ständig Ord­nung und Sau­ber­keit vor­han­den ist. Dies be­deu­te­te im Ein­zel­nen, dass sich die Ar­beit­neh­mer/-in­nen der Fir­ma des An­ge­klag­ten 24 St­un­den an sie­ben Ta­gen in der Wo­che im Sa­nitärtrakt auf­hal­ten muss­ten, um die Sau­ber­keit laut Ver­trag zu ga­ran­tie­ren. Darüber hin­aus hat­ten die Ar­beit­neh­mer/-in­nen der Fir­ma „Rei­ni­gungs­ser­vice S" die Fußböden im Tank­shop und im je­wei­li­gen Re­stau­rant zu rei­ni­gen. Zusätz­lich zu dem mo­nat­lich ver­ein­bar­ten Ent­gelt (ab 500,00 Eu­ro aufwärts) er­hielt die Fir­ma
- 5 - „Rei­ni­gungs­ser­vice S” die Ein­nah­men der Dusch­gebühren so­wie die frei­wil­li­gen Trink­gel­der der Kun­den bei Be­nut­zung der Rast­hof­toi­let­ten. Die Höhe der Dusch­gebühren war auf den ein­zelnLn Rasthöfen un­ter­schied­lich. Sie lag zwi­schen 1,50 Eu­ro bis 2,00 Eu­ro je Dusch­gang. Wei­ter­hin er­hielt der An­ge­klag­te für die Fens­ter­rei­ni­gung vom Au­to­rast­hof S vier­teljähr­lich 100,00 Eu­ro zuzüglich Mehr­wert­steu­er, von den Au­tohöfen N und G Wald halbjähr­lich 100,00 Eu­ro zuzüglich Mehr­wert­steu­er.Für die Rei­ni­gungstätig­keit warb der An­ge­klag­te aus­sch­ließlich Per­so­nen an, die aus den ehe­ma­li­gen GUS-Staa­ten stamm­ten. Er schloss mit den Ar­beit­neh­mer/-in­nen schrift­li­che Ar­beits­verträge, in de­nen nur fest­ge­hal­ten war, dass Ar­beits­zeit nach Ver­ein­ba­rung zu er­brin­gen sei. Die ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer/-in­nen er­hiel­ten Mo­natslöhne zwi­schen 60,00 Eu­ro und 170,00 Eu­ro bei ei­nem Ar­beits­ein­satz von je­weils 14 Ta­gen im Mo­nat und ei­ner tägli­chen Ar­beits­zeit von 12 St­un­den. Die Ar­beit­neh­mer/-in­nen hat­ten zu gewähr­leis­ten, dass die dem An­ge­klag­ten gemäß den je­wei­li­gen Ver­trags­wer­ken auf­er­leg­te Ver­pflich­tung, die ent­spre­chen­den Sa­nitäran­la­gen im 24-St­un­den-Be­trieb geöff­net zu las­sen, ein­ge­hal­ten wird. Zwar be­trug die rei­ne „Putz­zeit" der je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer/-in­nen ma­xi­mal zwei­ein­halb bis drei Stünden in ei­ner „12-St­un­den-Schicht", je­doch hat­ten die je­wei­li­gen Ar­beit­neh­mer/-in­nen die Auf­ga­be, ständig vor Ort zu sein, um ständig be­ob­ach­ten zu können, ob Rei­ni­gungs­ar­bei­ten an­fal­len, und zu­dem wa­ren sie ver­pflich­tet, Sor­ge dafür zu tra­gen, dass von den Kun­den frei­wil­lig ent­rich­te­te Trink­gel­der so­fort ge­si­chert wer­den, um die­se später an den In­ha­ber der Fir­ma, den An­ge­klag­ten, der die Raststätten wöchent­lich auf­such­te, über­ge­ben zu können. Dem An­ge­klag­ten, der die Ar­beits­auf­ga­ben und die Ar­beits­zeit so wie an­ge­ge­ben selbst fest­ge­legt hat­te, War be­kannt, dass die von ihm Beschäftig­ten tatsächlich 168 St­un­den im Mo­nat ar­bei­te­ten und es sich bei den tatsächlich aus­geführ­ten Tätig­kei­ten nicht um ei­ne ge­ringfügi­ge Beschäfti­gung han­del­te. Dem An­ge­klag­ten war auch be­kannt, dass für ge­werb­lich Beschäftig­te im Gebäuderei­ni­ger­hand­werk ar­beits­ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen durch bun­des­weit ein­heit­li­che Rah­men- und Lohn­ta­rif­verträge fest­ge­legt wer­den. Zu­dem war ihm be­kannt, dass sei­ne Ar­beit­neh­mer/-in­nen mit den von ih­nen tatsächlich zu er­brin­gen­den Ar­beits­leis­tun­gen auch un­ter die Re­ge­lung des Rah­men­ta­rif­ver­tra­ges für das Rei­ni­gungs­ge­wer­be fal­len würden. Um sein ei­ge­nes Ein­kom­men zu erhöhen zahl­te der An­ge­klag­te je­doch ent­ge­gen den Re­ge­lun­gen des für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Rah­men­ta­rif­ver­tra­ges für die ge­werb­lich Beschäftig­ten in der Gebäuderei­ni­gung vom 4. Ok­to­ber 2003, all­ge­mein­ver­bind­lich seit dem 1. April 2004, nicht den Min­dest­lohn, der sich aus dem eben­falls ab 1. April 2004 für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Lohntärif­ver­trag (West) un­ter Berück­sich­ti­gung der ge­rings­ten Lohn­stu­fe und des ge­rings­ten Lohn­sat­zes für die ein­zel­nen Bun­desländer mit we­nigs­tens 7,68 Eu­ro pro St­un­de er­gibt,
son­dern nur die zu­vor in den Verträgen fest­ge­hal­te­nen Beträge. Da­mit er­hiel­ten ei­ni­ge Ar­beit­neh­mer/-in­nen, wie noch dar­zu­stel­len sein wird, zum Teil Ar­beits­ent­geld in Höhe von we­ni­ger als ei­nen Eu­ro pro St­un­de.Dem An­ge­klag­ten war auch be­wusst, dass die von ihm Beschäftig­ten staat­li­che Leis­tun­gen für ih­ren Le­bens­un­ter­halt er­hiel­ten. Er mel­de­te der zuständi­gen Ein­zug­stel­le für ge­ringfügig Beschäftig­te, der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung, Knapp­schaft B, Mi­ni­job­zen­tra­le, die von ihm beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer/-in­nen als Beschäftig­te im Ne­ben­ein­kom­men und führ­te mo­nat­lich die fälli­gen Ar­beit­ge­ber­an­tei­le an die Mi­ni­job­zen­tra­le ab. Zwar gab der An­ge­klag­te die Höhe der ge­zahl­ten Löhne ge­genüber die­ser Ein­zugs­stel­le kor­rekt an, je­doch mach­te er mit die­ser An­ga­be zu­gleich fal­sche An­ga­ben zu den tatsächlich be­ste­hen­den Beschäfti­gungs­verhält­nis­sen (Ar­beits­zei­ten), da es sich bei den Ar­beit­neh­mer/-in­nen nicht mehr um ge­ringfügig Beschäftig­te im Sin­ne des § 8 SGB IV han­del­te. Zu­gleich ließ er da­mit die für den Ein­zug der Beiträge zuständi­gen Stel­le (AOK Sach­sen-An­halt) in Un­kennt­nis über die tatsächli­chen Beschäfti­gungs­verhält­nis­se. Auch hier han­del­te der An­ge­klag­te in dem Be­wusst­sein, durch die An­ga­be von Ge­ringfügig­keits­beschäfti­gun­gen die So­zi­al­ab­ga­ben so­wohl hin­sicht­lich der Ar­beit­ge­ber- als auch der Ar­beit­neh­mer­an­tei­le zu er­spa­ren.
Im Ein­zel­nen mel­de­te der An­ge­klag­te im Zeit­raum von Au­gust 2004 bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2006 an die Mi­ni­job­zen­tra­le der Bun­des­knapp­schaft B je­weils die nach­fol­gend auf­geführ­ten Ar­beit­neh­mer/-in­nen, die er in der Lohn­buch­hal­tung als ge­ringfügig Beschäftig­te führ­te, die aber, wie be­reits aus­geführt, je­weils tatsächlich 168 St­un­den im Mo­nat ge­ar­bei­tet hat­ten. Da­nach wur­den im Zeit­raum von Au­gust 2004 (Fällig­keit: 15. Sep­tem­ber 2004) bis Ja­nu­ar 2006 in 18 Fällen Ar­beit­neh­mer­beiträge so­wie Beiträge des Ar­beit­ge­bers nicht an die zuständi­ge Kran­ken­kas­se ab­geführt. Die Bei­tragssätze für Pfle­ge­ver­si­che­rung, Kran­ken­ver­si­che­rung, Ren­ten­ver­si­che­rung und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung des Ar­beit­neh­mers so­wie die Pau­schalbeiträge des Ar­beit­ge­bers für Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung be­lie­fen sich da­bei wie nach­fol­gend ta­bel­la­risch auf­geführt (im Fol­gen­den: Ar­beit­ge­ber = AG, Ar­beit­neh­mer = AN; in der Spal­te „Pau­schal­beträge Ar­beit­ge­ber": Kran­ken­ver­si­che­rung = KV, Ren­ten­ver­si­che­rung = RV,):
Zeit­raum: Kran­ken­vers. Pfle­ge­vers.
Ren­ten­vers.
Ar­beits­lo­sen­vers. Pau­schal­beträge/
Au­gust 2004 AG
De­zem­ber 2004
3,25 % 12 %
- 7 - ge­samt: 14,40 %
ge­samt: 1,70 %
ge­samt: 19,50 % ge­samt: 6,50 % Ja­nu­ar2005 bis
Ju­ni 2005
9,75 AG
3,25 % RV
ge­samt: 14,40 %
ge­samt, 1,95 %
ge­samt: 19,50 %
ge­samt: 6,50 % Ju­li 2005
9,75 % AG AN
ge­samt: 14,40 % ge­samt: 1,95 %
ge­samt: 19,50 % ge­samt: 6,50 % 1. (An­kla­ge­punk­te 79/224)
Im Au­gust 2004 (Fällig­keit: 15. Sep­tem­ber 2004) mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen mit den nach­fol­gend auf­geführ­ten Ar­beits­ent­gel­ten und zahl­te Pau­schalbeiträge als Ar­beit­ge­ber auf die Ge­ringfügig­keits­beschäfti­gung in nach­fol­gend ge­nann­ter Höhe:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:L W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roR Z 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roV N 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roK D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­ro
Darüber hin­aus mel­de­te der An­ge­klag­te ei­nen wei­te­ren Ar­beit­neh­mer, für den er kein Ar­beits­ent­gelt mit­teil­te und für den er auch kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag abführ­te.
Un­ter Berück­sich­ti­gung ei­nes zu er­zie­len­des Ar­beits­ent­gel­tes in Höhe von 1.290,24 Eu­ro pro Ar­beit­neh­mer (un­ter Zu­grun­de­le­gung ei­nes Min­dest­lohns von 7,68 Eu­ro pro St­un­de) beträgt die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge 1.519,20 Eu­ro, die der Ar­beit­neh­mer­beiträge 1.629,60 Eu­ro, die Ge­samt­sum­me mit­hin für Au­gust 2004 (fällig: 15. Sep­tem­ber 2004) 3.148,80 Eu­ro.
2. (An­kla­ge­punk­te 80/225)
Im Sep­tem­ber 2004 mel­de­te der An­ge­klag­te nach Maßga­be der oben ge­nann­ten Dar­le­gun­gen fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roR Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roV N 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­ro1Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus mel­de­te der An­ge­klag­te in die­sem Mo­nat als wei­te­re Ar­beit­neh­mer K D, für die er kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und so­mit auch kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag auf die Ge­ringfügig­keits­beschäfti­gung zahl­te.
Nach Maßga­be der Ausführun­gen - sie­he oben - beträgt die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Sep­tem­ber 2004 (Fällig­keit: 15. Ok­to­ber 2004) 1.279,80 Euro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 1.358,00 Eu­ro; mit­hin ei­ne Ge­samt­sum­me von 2.637,80 Eu­ro.3. (An­kla­ge­punk­te 81/226)
Im Ok­to­ber 2004 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roR Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus mel­de­te der An­ge­klag­te im Ok­to­ber 2004 als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin V N, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und auch kei­nen Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber zahl­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Ok­to­ber 2004 (Fällig­keit: 15. No­vem­ber 2004) beträgt 1.035,80 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 1.086,40 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me mit­hin 2.122,20 Eu­ro.
4. (An­kla­ge­punk­te 82/227)
Im No­vem­ber 2004 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge (Fällig­keit: 15. De­zem­ber 2004) beträgt 764,20 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 814,80 Eu­ro, mit­hin ei­ne Ge­samt­sum­me von 1.579,00 Eu­ro.5. (An­kla­ge­punk­te 83/228)
Im De­zem­ber 2004 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
- 10 - Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roR Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te für De­zem­ber 2004 als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin G V mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und auch kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag abführ­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge im De­zem­ber 2004 (Fällig­keit: 15. Ja­nu­ar 2005) beträgt 1.035,80 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 1.086,40 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me mit­hin 2.122,20 Eu­ro.
6. (An­kla­ge­punk­te 84/229)
Im Ja­nu­ar 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z i 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin R Z mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag abführ­te.Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Ja­nu­ar 2005 (Fällig­keit: 15. Fe­bru­ar 2005) beträgt 782,60 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 824,49 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me mit­hin 1.607,09 Eu­ro.7. (An­kla­ge­punk­te 85/230)
Im Fe­bru­ar 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
- 11 - Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin R Z mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Fe­bru­ar 2005 (Fällig­keit: 15. März 2005) beträgt 705,00 Eu­ro und die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 745,96 Eu­ro; mit­hin ei­ne Ge­samt­sum­me von 1.450,96 Eu­ro.
8. (An­kla­ge­punk­te 86/231)
Im März 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 80,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roN G 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für März 2005 (Fällig­keit: 15. April 2005) beträgt 589,59 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 824,49 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me beträgt 1.414,08 Eu­ro.
9. (An­kla­ge­punk­te 87/232)
Im April 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roS K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roN G 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für April 2005 (Fällig­keit: 15. Mai 2005) be­trug 838,19 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 1.099,32 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me mit­hin 1.937,51 Eu­ro.
10. (An­kla­ge­punk­te 881234 - die An­kla­ge über­springt „233") Im Mai 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Mai 2005 (Fällig­keit: Ju­ni 2005) be­trug 838,19 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 1.099,28 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me mit­hin 1.937,47 Eu­ro.
11. (An­kla­ge­punk­te 89/235)
Im Ju­ni 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schal-
bei­trag als Ar­beit­ge­ber:M R 1200 Eu­ro 27,60 Eu­roLa W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roS K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roI D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roT K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roN G 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te als wei­te­re Ar­beit­neh­mer V G so­wie 0 B mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und kei­ne Ar­beit­ge­ber­beiträge ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Ju­ni 2005 (Fällig­keit: 15. Ju­li 2005) beträgt 2.122,59 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 2.473,38 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me beträgt 4.595,97 Eu­ro.
12. (An­kla­ge­punk­te 90/236)
Im Ju­li 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roS K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­ro
T K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roN G 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­ro
Darüber hin­aus mel­de­te der An­ge­klag­te für den Mo­nat Ju­li 2005 als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin­nenV G, M R so­wie 0 B. Für die­se Ar­bei­ter­neh­me­rin­nen mel­de­te der An­ge­klag­te kein Ar­beits­ent­gelt und zahl­te kei­ne Ar­beit­ge­ber­beiträge auf die Ge­ringfügig­keits­beschäfti­gung.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Ju­li 2005 (Fällig­keit: 15. Au­gust 2005) be­trug 2.578,02 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.086,90 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me 5.664,92 Eu­ro.
13. (An­kla­ge­punk­te 91/237)
Im Au­gust 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:I Z 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roS K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roV K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roI D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roM G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roE V 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roT K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roN G 80,00 Eu­ro 18,40 Eu­roLa W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin M R mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und auch kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Au­gust 2005 (Fällig­keit: 15. Sep­tem­ber 2005) be­trug 2.770,21 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.367,53 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me 6.137,74 Eu­ro.
14. (An­kla­ge­punk­te 92/238)
Im Sep­tem­ber 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schal­be­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 120,00 Eu­ro 27,80 Eu­roS K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,80 Eu­roV K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roS V 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­ro1D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roM G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roE V 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­ro0 G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roT K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­ro
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Sep­tem­ber 2005 (Fällig­keit: 15. Ok­to­ber 2005) beträgt 2.892,78 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.367,53 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me 6.260,31 Eu­ro.
15. (An­kla­ge­punk­te 93/239)
Im 0ktober 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­nie: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roS K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roV K 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roS V 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roM G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roE V 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te für den Mo­nat Ok­to­ber 2005 als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin 0 G mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und für die er kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für den Mo­nat Ok­to­ber 2005 (Fällig­keit: 15. No­vem­ber 2005) beträgt 2.677,59 Eu­ro und die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.367,53 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me 6.045,12 Eu­ro.
16. (An­kla­ge­punk­te 94/240)
Im No­vem­ber 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber: La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roI Z 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roS K 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,80 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roS V 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roM G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roE V 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roI B 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roN T 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin für den Mo­nat No­vem­ber 2005 M R mit, für die er je­doch kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und für die er kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für den Mo­nat No­vem­ber 2005 (Fällig­keit: 15. De­zem­ber 2005) beträgt 2.899,68 Eu­ro, die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.367,53 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me mit­hin 6.267,21 Eu­ro.
- 18 - 17. (An­kla­ge­punk­te 95/241)
Im De­zem­ber 2005 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beit­ge­ber:La W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roV N 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI Z 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roS K 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roS V 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI D ' 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roM G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roE V 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roN K 85,00 Eu­ro 19,55 Eu­roI B 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­ro
Darüber hin­aus teil­te der An­ge­klag­te für den Mo­nat De­zem­ber 2005 als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin M R mit, für die er kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für den Mo­nat De­zem­ber 2005 (Fällig­keit: 15. Ja­nu­ar 2006) beträgt 3.145,92 Eu­ro und die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.648,50 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me 6.794,42 Eu­ro.
- 19 - 18. (An­kla­ge­punk­te 96/242)
Für den Mo­nat Ja­nu­ar 2006 mel­de­te der An­ge­klag­te fol­gen­de Ar­beit­neh­mer/-in­nen:
Na­me: ge­mel­de­tes Ar­beits­ent­gelt: ab­geführ­ter Pau­schalbei­trag als Ar­beitgLa W 60,00 Eu­ro 13,80 Eu­roV N 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI Z ( 160,00 Eu­ro 36,80 Eu­roS K 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roE K 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roI G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roS V 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI D 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roM G 120,00 Eu­ro 27,60 Eu­roE V 100,00 Eu­ro 23,00 Eu­roN K 170,00 Eu­ro 39,10 Eu­roI B 130,00 Eu­ro 29,90 Eu­roI S 90,00 Eu­ro 20,70 Eu­ro
Darüber„ hin­aus teil­te der An­ge­klag­te als wei­te­re Ar­beit­neh­me­rin M R mit, für die er kein Ar­beits­ent­gelt mel­de­te und für die er kei­nen Ar­beit­ge­ber­bei­trag ent­rich­te­te.
Die Sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge für Ja­nu­ar 2006 (Fällig­keit: 27. Ja­nu­ar 2006) beträgt 3.362,26 Eu­ro und die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge 3.648,50 Eu­ro; die Ge­samt­sum­me 7.010,76 Eu­ro.
- 20 - Die Ge­samt­sum­me der ge­schul­de­ten Ar­beit­ge­ber­beiträge beläuft sich auf 31.837,42 Eu­ro und die der ge­schul­de­ten Ar­beit­neh­mer­beiträge auf 36.896,10 Eu­ro. Die Ge­samt­sum­me al­ler ge­schul­de­ten Beiträge in dem ge­nann­ten Zeit­raum von Au­gust 2004 bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2006 beträgt 68.733,52 Eu­ro.
Die Fest­stel­lun­gen zu den persönli­chen Verhält­nis­sen des An­ge­klag­ten be­ru­hen auf des­sen glaub­haf­ten Aus­sa­gen so­wie auf den Be­kun­dun­gen des als Zeu­gen ver­nom­me­nen Vor­sit­zen­den Rich­ters am Land­ge­richt K, dem ge­genüber der An­ge­klag­te in der Be­ru­fungs­haupt­ver­hand­lung am 29., März 2009 An­ga­ben zu sei­nen persönli­chen Verhält­nis­sen getätigt hat­te. Die Kam­mer hat­te kei­ne Zwei­fel dar­an, dass der Zeu­ge K die ge­genüber dem Ge­richt ab­ge­ge­be­ne Dar­stel­lung der persönli­chen Verhält­nis­se kor­rekt wie­der­ge­ge­ben hat. Im Übri­gen stim­men die Be­kun­dun­gen des Zeu­gen K mit der in­so­weit ab­ge­ge­be­nen Ein­fas­sung des An­ge­klag­ten zu sei­ner Per­son übe­rein.
Der An­ge­klag­te hat sich in der Haupt­ver­hand­lung zur Sa­che nicht ein­ge­las­sen.Die Kam­mer hat den Zeu­gen K auch zu den Aus­sa­gen des An­ge­klag­ten in der Be­ru­fungs­haupt­ver­hand­lung am 29. März 2010, in der er sich zur Sa­che ein­ge­las­sen hat­te, ver­nom­men. Der Zeu­ge K be­kun­de­te, dass der An­ge­klag­te dar­ge­legt ha­be, ne­ben ei­ner Ganz­tags­beschäftig­ten - im vor­ge­wor­fe­nen Tat­zeit­raum ab De­zem­ber 2001 - nur Ar­bei­ter­neh­mer/-in­nen im Rah­men ei­nes ge­ringfügi­gen Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses beschäftigt zu ha­ben und fer­ner, dass die ihm vor­ge­wor­fe­nen Ar­beits­stun­den tatsächlich nicht an­ge­fal­len sei­en. Darüber hin­aus be­kun­de­te der Zeu­ge K, der An­ge­klag­te ha­be dar­ge­legt, dass er - der An­ge­klag­te - auch kei­ne höhe­ren Löhne hätte zah­len können, da ihm die ent­spre­chen­den Pacht­verträge kei­ne höhe­ren Ein­nah­men ermöglicht hätten, so dass le­dig­lich das in Re­de ste­hen­de Ent­gelt hätte ge­zahlt wer­den können.Die Kam­mer hat­te kei­ne Zwei­fel dar­an, dass der Vor­sit­zen­de Rich­ter am Land­ge­richt K die dies­bezügli­chen Aus­sa­gen des An­ge­klag­ten in der Be­ru­fungs­haupt­ver­hand­lung rich­tig wie­der­ge­ge­ben hat. Un­ter Berück­sich­ti­gung die­ser Ein­las­sun­gen, ein­geführt durch die Aus­sa­ge des Zeu­gen K, schließt die Kam­mer aus, dass der An­ge­klag­te ab Au­gust 2004 wei­te­re Ar­beit­neh­mer/-in­nen in ei­nem „Vol­l­ar­beits­verhält­nis" beschäftigt hat.
So­weit der An­ge­klag­te sich in der Be­ru­fungs­haupt­ver­hand­lung am 29. März 2009 da­hin­ge­hend ein­gelässen hat­te, dass er die von ihm beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer/-in­nen auch tatsächlich nur im Rah­men ei­nes Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses auf Ge­ringfügig­keits­ba­sis beschäftigt ha­be und dass die ihm vor­ge­wor­fe­nen Ar­beits­stun­den tatsächlich nicht an­ge­fal­len sei­en, ist die­se Ein­las­sung wi­der­legt durch die Aus­sa­gen des Zeu­gen W, der als Be­am­ter des Haupt­zoll­am­tes M das Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen den An­ge­klag­ten geführt hat.Der Zeu­ge W be­kun­de­te, auf Grund zwei­er An­zei­gen an­de­rer Zollämter sei­en die Beschäfti­gungs­verhält­nis­se in den Toi­let­ten­an­la­gen ver­schie­de­ner Rasthöfe über­prüft wor­den. Auf Grund von Ver­neh­mun­gen von Mit­ar­bei­ter/-in­nen der Sa­nitärbe­rei­che in die­sen Rasthöfen ha­be sich für ihn, den Zeu­gen, ein fest­ge­stell­ter Rhyth­mus des Ein­sat­zes von zwei Ar­beit­neh­me­rin­nen zu je­weils 14 Ta­gen Ar­beits­zeit im Mo­nat er­ge­ben. Da es sich aber, wie im Nach­hin­ein be­kannt ge­wor­den, um ge­ringfügig Beschäftig­te ge­han­delt hat­te, hätten die­se die von ih­nen zu bewälti­gen­de Ar­beit gemäß Pacht­ver­trag nicht im Rah­men des Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses auf Ge­ringfügig­keits­ba­sis leis­ten können. Darüber hin­aus be­kun­de­te der Zeu­ge, dass der An­ge­klag­te in dem in Re­de ste­hen­den Tat­zeit­raum (ab Au­gust 2004) kei­ne Ganz­tags­kraft mehr beschäftig­te.
Die Bekündun­gen des Zeu­gen W, an des­sen Glaub­haf­tig­keit die Kam­mer kei­nen Zwei­fel hat­te, fügen sich ein in die Aus­sa­gen der in der Haupt­ver­hand­lung ver­nom­me­nen Ar­beit­neh­me­rin­nen. Zu­dem wur­den die Be­kun­dun­gen des Zeu­gen W aber auch gestützt durch die Be­kun­dun­gen der als Zeu­gen ver­nom­me­nen Verpäch­ter der Rasthöfe W an der I und R.So leg­ten die ehe­mals bei dem An­ge­klag­ten beschäftig­ten Zeu­gen N T, R Z, La W, K D und 0 G übe­rein­stim­mend dar, dass sie je­weils im 14-tägi­gen Rhyth­mus im 12-St­un­den Dienst auf den Rasthöfen tätig ge­we­sen sei­en. Al­le Zeu­gin­nen be­kun­de­ten zu­dem übe­rein­stim­mend, dass sie le­dig­lich [zwei­ein­halb bis drei St­un­den pro Tag tatsächlich Rei­ni­gungs­ar­bei­ten hätten er­brin­gen müssen. Die Zeu­gin N T leg­te dar, nur ein­mal zum Ein­satz ge­kom­men zu sein. Von ih­rem Ar­beit­ge­ber, dem An­ge­klag­ten, sei sie hin­sicht­lich der zu erfüllen­den Ar­beits­auf­ga­be aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen wor­den, dass nach je­dem Dusch­gang und nach je­dem Toi­let­ten­gang zu rei­ni­gen sei, was auch ih­re 12-stündi­ge un­un­ter­bro­che­ne An­we­sen­heit er­for­dert hätte. Von den übri­gen Zeu­gin­nen K D, O G, R Z und La W war zunächst be­kun­det wor­den, dass sie nach Er­le­di­gung der rei­nen „Putztätig­kei­ten" selbst hätten ent­schei­den können,
- 22 - ent­spre­chen­den Vor­halt, wie sie denn ih­re Ar­beits­auf­ga­be hätten erfüllen wol­len, wenn sie von et­wai­gehn spon­ta­nen Ver­schmut­zun­gen im Dusch- und Toi­let­ten­be­reich nichts ge­wusst hätten, be­kun­de­ten so­dann die Zeu­gin­nen über­stim­mend, dass sie doch ständig hätten an­we­send sein müssen. Sie hätten von sich aus Be­ob­ach­tun­gen an­stel­len müssen, ob ihr Ein­satz ge­for­dert sei. Dies hätte ih­re ständi­ge Auf­merk­sam­keit ge­for­dert. Die Be­kun­dun­gen der Zeu­gen W, T, D und Z wa­ren glaub­haft. Während der Ver­neh­mung war ins­be­son­de­re die Zeu­gin La W emo­tio­nal be­tei­ligt, in dem sie wei­nend be­kun­de­te, doch ständig vor Ort ge­we­sen zu sein. Die Zeu­gin N T, die nur zwei Wo­chen bei dem An­ge­klag­ten beschäftigt war, hat­te während der Ver­neh­mung auch ih­ren Un­mut über die Ar­beits­be­din­gun­gen so­wie die Ent­loh­nung zum Aus­druck ge­bracht. Die „schlech­te Be­zah­lung" bei der an­fal­len­den Ar­beit sei für sie, die Zeu­gin, auch der Grund ge­we­sen, das Ar­beits­verhält­nis zu be­en­den.
Die Be­kun­dun­gen die­ser Zeu­gin­nen stim­men übe­rein mit den Aus­sa­gen der Zeu­gin K, Geschäftsführe­rin des Au­to­ho­fes in R so­wie de­nen der Zeu­gin M, Be­triebs­lei­te­rin des Au­to­ho­fes W an der I. Bei­de Zeu­gin­nen be­kun­de­ten übe­rein­stim­mend, dass sie zwar nicht hätten sa­gen könnenh, wie vie­le Ar­beit­neh­mer der An­ge­klag­te vor Ort beschäftigt ha­be, je­doch sei es so ge­we­sen, dass ent­spre­chend der Pacht­verträge ei­ne ständi­ge An­we­sen­heit der Ar­beit­neh­mer vor Ort im Sa­nitärbe­reich not­wen­dig ge­we­sen sei. Die Zeu­gin M leg­te dar, dass zu „Stoßzei­ten" auf dem Rast­hof 30 bis 40 Duschgänge hätten an­fal­len können, in je­dem Fall hätte zwi­schen­durch ge­rei­nigt wer­den müssen. Zwar würden die­se „Stoßzei­ten" sich mehr auf die Mor­ge­ri- und Abend­stun­den ver­tei­len, je­doch hätte auch über den Tag ver­teilt ei­ne ständi­ge An­we­sen­heit für die not­wen­di­gen an­fal­len­den Ar­bei­ten hin­sicht­lich der Toi­let­ten­rei­ni­gung ge­ge­ben sein müssen.Auch hin­sicht­lich der Glaub­haf­tig­keit der Be­kun­dun­gen die­ser Zeu­gen hat­te die Kam­mer kei­ne Zwei­fel. Die Be­kun­dun­gen der Zeu­gen wa­ren schlüssig und fügen sich in das Ge­samt­bild, wei­ches die ver­nom­me­nen Ar­beit­neh­me­rin­nen von den Ar­beits­abläufen ge­ge­ben ha­ben, ein.
Die Kam­mer ist da­her da­von über­zeugt, dass der An­ge­klag­te, ent­ge­gen sei­ner Mit­tei­lung ge­genüber der Mi­ni­job-Zen­tra­le, die von ihm beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer/-in­nen tatsächlich 12 St­un­de» pro Tag im 14-tägi­gen Rhyth­mus beschäftig­te. So­mit hat­ten die auf­geführ­ten Ar­beit­neh­mer/-in­nen ei­nen we­sent­lich höhe­ren Ar­beits­auf­wand als in ei­nem Ge­ringfügig­keits­beschäfti­gungs­verhält­nis.
Die Fest­stel­lun­gen der Kam­mer zu der An­zahl der Rasthöfe, von de­nen der An­ge­klag­te Toi­let­te­h­an­la­gen ein­sch­ließlich da­zu­gehöri­ger Duschräume im Tat­zeit­raum ge­pach­tet hat­te so­wie zum In­halt der Verträge, er­ge­ben sich aus den ver­le­se­nen Pacht­verträgen. Die Kam­mer ist davdn über­zeugt, dass in dem ge­nann­ten Tat­zeit­raum sämt­li­che fest­ge­stell­te Pacht­verträge Be­stand hat­ten. In­wie­weit der An­ge­klag­te mit nur drei ge­mel­de­ten Ar­beit­neh­mern im No­vem­ber 2004 die Auf­ga­ben aus die­sen Verträgen hat erfüllen können, konn­te letzt­lich nicht ab­sch­ließend geklärt wer­den. Ob­wohl die Kam­mer nicht al­le der tatsächlich von dem An­ge­klag­ten ge­mel­de­ten Ar­beit­neh­merl-in­nen als Zeu­gen ver­nom­men hat, be­steht kein Zwei­fel dar­an, dass auch die in­so­weit nicht ver­nom­me­nen Beschäftig­ten Ar­beits­leis­tun­gen in dem ent­spre­chen­den fest­ge­stell­ten Um­fang ha­ben er­brin­gen müssen. Der An­ge­klag­te hätte an­de­ren­falls die von ihm ver­trag­lich ge­for­der­ten Rei­ni­gungs­ar­bei­ten nicht er­brin­gen können. Al­lein die Auf­ga­be, die Sa­nitärbe­rei­che an sie­ben Ta­gen in der Wo­che im 24-St­un­den Be­trieb sau­ber zu­hal­ten, er­for­dert un­ter Berück­sich­ti­gung der Vor­schrif­ten über die ge­setz­li­che Ar­beits­zeit pro Raststätte min­des­tens den Ein­satz von drei Voll­zeit­kräften. Mit den mo­nat­lich tatsächlich ge­mel­de­ten Ar­beit­neh­mern wären die Auf­ga­ben laut Pacht­ver­trag im Rah­men ei­nes Beschäfti­gungs­verhält­nis­ses auf Ge­ringfügig­keits­ba­sis so­mit nicht zu er­brin­gen ge­we­sen.
Für die ge­werb­lich Beschäftig­ten im Gebäuderei­ni­ger­hand­werk wer­den die ar­beits­ver­trag­li­chen Be­stim­mun­gen durch bun­des­weit ein­heit­li­che Rah­men- und Lohn­ta­rif­verträge fest­ge­legt. Die­se Ta­rif­verträge wer­den durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Ar­beit für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt. Durch die All­ge­mein­ver­bind­lich­keits­erklärung er­fas­sen die Rechts­nor­men des Ta­rif­ver­tra­ges in sei­nem Gel­tungs­be­reich auch die bis­her nicht er­fass­ten Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer (§ 5 Abs. 1 Nr. 4 Ta­rif­ver­trags­ge­setz). Durch das Ta­rif­ver­frags­ge­setz wird die Ver­trags­frei­heit des Ar­beit­ge­bers in­so­fern ein­ge­schränkt, als dass zu­min­dest die für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Ta­rif­nor­men ein­ge­hal­ten wer­den müssen; bes­se­re' Ar­beits- und Lohn­be­din­gun­gen zu gewähren, ist er­laubt. Gemäß § 1 des für den Tat­zeiträum gel­ten­den Rah­men­ta­rif­ver­tra­ges für die ge­werb­lich Beschäftig­ten in der Gebäuderei­ni­gung vom 4. Ok­to­ber 2003, all­ge­mein­ver­bind­lich ab 1. April 2004, wer­den die­je­ni­gen Be­trie­be er­fasst, die gemäß § 1 Abs. I ih­ren Sitz im Ge­biet der Bun­des­re­pu­blik ha­ben und die gemäß § 1 Abs. II Rei­ni­gung so­wie pfle­gen­de und schützen­de Be­hand­lung von In­nen­bau­tei­len an Bau­wer­ken al­ler Art, Gebäude­ein­rich­tun­gen, haus­tech­ni­schen An­la­gen so­wie von Raum­aus­stat­tung und Ver­gla­sun­gen ausüben. Gemäß Rah­men­ta­rif­ver­trag fal­len Be­trie­be, so­weit von ih­nen oder in ih­nen Gebäuderei­ni­gungs­leis­tun­gen über­wie­gend er­bracht wer­den, als Gan­zes un­ter die­sen Ta­rif­ver­trag.
Die Kam­mer hat kei­ner­lei Zwei­fel dar­an, dass nicht nur Rei­ni­gungs­ar­bei­ten nach Maßga­be des Rah­me­in­ta­rif­ver­tra­ges von den auf­geführ­ten Ar­beit­neh­mer/-in­nen er­bracht wor­den sind son­dern auch, dass die­se Ar­bei­ten über­wie­gend er­bracht wor­den sind. Es han­del­te sich zur Über­zeu­gung der Kam­mer im ge­sam­ten Zeit­raum der An­we­sen­heit der Ar­beit­neh­mer/-in­nen um Ar­beits­zeit, kei­nes­falls um ei­ne Art Be­reit­schafts­dienst, die ge­ringfügi­ger hätte vergütet wer­den können.Be­reit­schafts­dienst liegt vor, wenn sich der Ar­beit­neh­mer, oh­ne dass von ihm wa­che Auf­merk­sam­keit ge­for­dert wird, für Zwe­cke des Be­trie­bes in ei­ner vom Ar­beit­ge­ber be­stimm­ten Stel­le in­ner­halb und außer­halb des Be­trie­bes auf­zu­hal­ten hat, da­mit er er­for­der­li­chen­falls sei­ne vol­le Ar­beitstätig­keit un­verzüglich auf­neh­men kann (BA­GE, 10. Ju­ni 1959; BA­GE, 8, 25 [27 ff.]). Bereit2chaftsdienst ist da­nach kei­ne vol­le Ar­beits­leis­tung, son­dern ei­ne Auf­ent­halts­be­schränkung, die mit der Ver­pflich­tung ver­bun­den ist, bei Be­darf un­verzüglich tätig zu wer­den. Da­mit un­ter­schei­det sich die­ser Dienst sei­nem We­sen nach von der vol­len Ar­beitstätig­keit, die vom Ar­beit­neh­mer ei­ne ständi­ge Auf­merk­sam­keit und Ar­beits­leis­tung ver­langt. Die­ser qua­li­ta­ti­ve Un­ter­schied recht­fer­tigt es, für den Be­reit­schafts­dienst ei­ne an­de­re Vergütung vor­zu­se­hen als für die Vol­l­ar­beit. Vor­lie­gend hat­ten die Ar­beit­neh­mer/-in­nen ständig präsent zu sein. Es be­stand nicht et­wa ei­ne Ruf­be­reit­schaft, son­dern die Ar­beit­neh­mer/-in­nen hat­ten 'die Auf­ga­be, selbst zu be­ob­ach­ten, ob sie zum Ein­satz kom­men müssen. In­so­weit liegt zur Üljer­zeu­gung der Kam­mer für den ge­sam­ten Zeit­raum des Ein­sat­zes Ar­beits­zeit vor. Es be­ste­hen kei­ne Zwei­fel dar­an, dass hier der Rah­men­ta­rif­ver­trag für die ge­werb­lich Beschäftig­ten in der Gebäuderei­ni­gung in vol­lem Um­fang der Ar­beits­zeit An­wen­dung fin­den muss. Für die Höhe des zu zah­len­den Ar­beits­ent­gel­des ist der Lohn­ta­rif­ver­trag für die ge­werb­li­chen Ar­beit­neh­mer in der Gebäuderei­ni­gung vom 4. Ok­to­ber 2003 all­ge­mein­ver­bind­lich, ab 1. April 2004, maßge­bend.
Die Fest­stel­lun­gen der Kam­mer zu den Bei­tragssätzen und zu den je­wei­li­gen Lohn- und Scha­dens­be­rech­nun­gen so­wie die Fest­stel­lun­gen, in wel­chem Um­fang und mit wel­chem In­halt der A ge­klag­te An­ga­ben ge­genüber der Mi­ni­job-Zen­tra­le der Bun­des­knapp­schaft B ge­macht hat, be­ru­hen auf den Be­kun­dun­gen der sach­verständi­gen Zeu­gin K I. Die als Be­triebs­prüfe­rin bei der Mit­tel­deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung an­ge­stell­te sach­verständi­ge Zeu­gin hat die Bei­tragssätze in dem hier in Re­de ste­hen­den Zeit­raum für die un­ter­schied­li­chen Ver­si­che­run­gen glaub­haft dar­ge­legt. Darüber hin­aus ist die sach­verständi­ge Zeu­gin, aus­ge­hend von der An­zahl in dem je­wei­li­gen Mo­nat ge­mel­de­ten Ar­beit­neh­mer, wie folgt in ih­rer Be­rech­nung vor­ge­gan­gen.
Pro Ar­beit­neh­mer wur­de ein Ein­satz von 12 St­un­den pro Tag im 14-tägi­gen Rhyth­mus zu Grun­de ge­legt. Hier­aus er­gibt sich ei­ne mo­nat­li­che Ar­beits­zeit von 168 St­un­den. Auch die sach­verständi­ge Zeu­gin hat zu Guns­ten des An­ge­klag­ten die nied­rigs­te Lohn­grup­pe gemäß Rah­men­ta­rif­ver­trag i. V. m. dem für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärten Lohn­ta­rif­ver­trag (West) zu Grun­de ge­legt und ist da­bei von ei­nem Min­dest­lohn von 7,68 Eu­ro aus­ge­gan­gen. Bei je­dem Ar­beit­neh­mer wur­de da­von ab­ge­se­hen, ent­spre­chend der Sach­kos­ten­ver­ord­nung,Pau­schalbeiträge in Höhe von 6,00 Eu­ro für gewähr­te Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung an­zu­set­zen, weil nach den je­wei­li­gen Ver­trags­wer­ken zwi­schen dem An­ge­klag­ten und den Verpächtern teil­wei­se Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung auch von den Verpächtern gewährt wor­den ist. So­mit lag der Scha­dens­be­rech­nung der rei­ne zu er­zie­len­de Min­dest­lohn von 7,68 Eu­ro pro St­un­de zu Grun­de. Hin­sicht­lich der ab­zuführen­den Ar­beit­ge­ber­beiträge hat die sach­verständi­ge Zeu­gin aus­geführt, dass der An­ge­klag­te, so­weit er Ar­beit­neh­mer als ge­ringfügig Beschäftig­te ge­genüber der Mi­ni­job-Zen­tra­le der Bun­des­knapp­schaft B ge­mel­det hat­te, für die­se auch Pau­schalbeiträge als Ar­beit­ge­ber ge­leis­tet ha­be. Die­se Pau­schalbeiträge sei­en bezüglich je­des ein­zel­nen Ar­beit­neh­mer/-in bei der Scha­dens­be­rech­nung hin­sicht­lich der Ar­beit­ge­ber­beiträge ab­ge­zo­gen wor­den.
Die Kam­mer hat­te kei­nen An­lass an den Be­kun­dun­gen der sach­verständi­gen Zeu­gin K I zu zwei­feln. Durch die von der sach­verständi­gen Zeu­gin dar­ge­leg­ten Eck­da­ten ist die Kam­mer selbst in die La­ge ver­setzt wor­den, ei­ne Be­rech­nung durch­zuführen. Die Be­rech­nung der Kam­mer stimmt in­so­weit mit den Be­kun­dun­gen der sach­verständi­gen Zeu­gin zur Scha­dens­be­rech­nung übe­rein. So­weit ge­ringfügi­ge Ab­wei­chun­gen in den je­weils mo­nat­lich dar­ge­stell­ten Ge­samt­scha­dens­sum­men auf­ge­tre­ten sind, han­delt es sich um Re­chen­feh­ler.
Der An­ge­klag­te han­del­te auch vorsätz­lich. Die Mel­de­pflich­ten zur So­zi­al­ver­si­che­rung so­wie die Abführung der ge­schul­de­ten Beiträge gehören zu den ele­men­ta­ren Grund­la­gen des Sys­tems der So­zi­al­ver­si­che­rung und sind all­ge­mein be­kannt. Als vernünf­ti­ger und verständi­ger Ar­beit­ge­ber kann sich der An­ge­klag­te nicht dar­auf be­ru­fen, von sei­nen Pflich­ten nichts ge­wusst zu ha­ben. So ob­liegt ihm, wenn er die ge­setz­li­chen Pflich­ten nicht sel­ber erfüllen kann, zu­min­dest die Sorg­falts- und Kon­troll­pflicht ei­nes Ar­beit­ge­bers ge­genüber dem von ihm be­auf­trag­ten Per­so­nal. Der An­ge­klag­te fir­mier­te be­wusst un­ter dem Fir­men­na­men „Rei­ni­gungs­ser­vice S". Für je­den verständi­gen Ar­beit­ge­ber, der be­stimm­te Dienst­leis­tun­gen, wie Rei­ni­gungs­leis­tun­gen an­bie­tet, gehört es zur übli­chen Geschäfts­be­sor­gung, sich Kennt­nis über die Ar­beits­be­din­gun­gen im All­ge­mei­nen und Vergütungs­be­din­gun­gen im Be­son­de­ren zu
ver­schaf­fen. Die Kam­mer ist da­von über­zeugt, dass der An­ge­klag­te ganz be­wusst die gülti­gen Ta­rif­re­ge­lun­gen um­gan­gen hat, um sein ei­ge­nes Ein­kom­men zu erhöhen. Da­bei hat er sol­che Ar­beit­neh­med-in­nen an­ge­wor­ben, von de­nen er ge­nau wuss­te, dass die­se die von ihm ein­ge­g­li­ge­ne Pra­xis der Um­ge­hung des Min­dest­loh­nes mit­ma­chen würden, weil die Ar­beit­neh­mer über­haupt froh wa­ren, in ein Beschäfti­gungs­verhält­nis, wenn auch nur ge­ringfügig, zu ge­lan­gen. Zu­dem war dem An­ge­klag­ten be­wusst, dass sich die von ihm Beschäftig­ten ar­beits­recht­lich nicht weh­ren würden.Da der An­ge­klag­te den ta­rif­lich ge­schul­de­ten Min­dest­lohn nicht zahl­te, war ihm auch be­kannt, dies­bezüglich kei­ne So­zi­al­ab­ga­ben zu ent­rich­ten. Dies hat er in sei­nen Über­le­gun­gen sehr ge­nau auf­ge­nom­men, um nicht nur hin­sicht­lich der Lohn­zah­lun­gen son­dern auch hin­sicht­lich der So­zi­al­ab­ga­ben ei­nen ei­ge­nen Vor­teil zu er­lan­gen.
Der An­ge­klag­te kann sich auch nicht dar­auf be­ru­fen, über sei­ne Pflich­ten als Ar­beit­ge­ber nicht in­for­miert ge­we­sen zu sein, da er be­reits ge­genüber sei­nem Steu­er­be­ra­ter nur un­vollständi­ge An­ga­ben ge­macht hat­te. Der Zeu­ge L be­kun­de­te in die­sem Zu­sam­men­hang, für den An­ge­klag­ten als Steu­er­be­ra­ter auch im Zeit­raum vom Au­gust 2004 bis ein­sch­ließlich Ja­nu­ar 2006 tätig ge­we­sen zu sein. Er leg­te dar, dass er die Lohn­buch­hal­tung für die Fir­ma des An­ge­klag­ten über­nom­men ha­be. Dies­bezüglich ha­be ihm der An­ge­klag­te schrift­lich mit­ge­teilt, wie vie­le Ar­beit­neh­mer/-in­nen bei ihm beschäftigt ge­we­sen sei­en und wie vie­le St­un­den die­se tatsächlich ge­ar­bei­tet hätten. Darüber hin­aus ha­be der An­ge­klag­te ihm ge­genüber schrift­lich dar­ge­legt, in wel­cher Höhe die­ser Ar­beits­ent­gelt an die Ar­beit­neh­mer/-in­nen ge­zahlt ha­be. Dies­bezüglich ha­be der An­ge­klag­te je­weils Lohn­zet­tel mo­nat­lich vor­ge­legt. Darüber hin­aus hätten ihm auch die Ar­beits­verträge der Ar­beit­neh­mer/-in­nen vor­ge­le­gen. Der An­ge­klag­te ha­be ihn darüber in­for­miert, dass die bei ihm beschäftig­ten- Ar­beit­neh­mer/-in­nen nur zwei St­un­den ar­bei­ten müss­ten, die übri­ge Zeit sei für die Beschäftig­ten Frei­zeit. Wenn er, so der Zeu­ge, ge­wusst hätte, dass die Ar­beit­neh­mer/-in­nen tatsächlich in ei­nem höhe­ren Um­fang Ar­beits­leis­tun­gen ha­ben er­brin­gen müssen, hätte er ge­prüft, ob es sich um ei­ne „Be­reit­schaft" ge­han­delt hätte. Der Zeu­ge be­kun­de­te wei­ter, dass er den An­ge­klag­ten in die­sem Fal­le auch über ei­ne Vergütung der Be­reit­schaft in­for­miert hätte. Er könne nur in dem Um­fang tätig wer­den, in dem er selbst In­for­ma­tio­nen von dem Man­dan­ten er­hal­te.
Die Kam­mer hat­te kei­ne Zwei­fel an der Glaub­haf­tig­keit der Be­kun­dun­gen des Zeu­gen L. Sei­ne Ausführun­gen wa­ren schlüssig und nach­voll­zieh­bar. Da­nach ist die Kam­mer da­von über­zeugt, dass der An­ge­klag­te ganz be­wusst die gülti­gen Ta­rif­re­ge­lun­gen um­gan­gen hat, um sein ei­ge­nes Ein­kom­men zu ma­xi­mie­ren.
Nach den ge­trof­fe­nen Fest­stel­lun­gen hat sich der An­ge­klag­te in 18 Fällen des Vor­ent­hal­tens und Ver­un­treu­ens von Ar­beits­ent­gelt, Ver­ge­hen straf­bar gemäß §§ 266 a Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1, 52, 53'StGB, schul­dig ge­macht.
Zur Fra­ge der ob­jek­ti­ven Straf­bar­keit hat das Ober­lan­des­ge­richt Naum­burg in der hier in Re­de ste­hen­den Re­vi­si­ons­ent­schei­dung be­reits aus­geführt, dass der ob­jek­ti­ve Tat­be­stand des § 266 a Abs. 1 StGB schon dann erfüllt ist, wenn der Ar­beit­ge­ber die Ar­beit­neh­mer­beiträge zur So­zi­al­ver­si­che­rung bei Fällig­keit nicht an die zuständi­ge Ein­zug­stel­le abführt, ob­wohl er zur Zah­lung in der La­ge war (BGHZ 134, 304; 144, 311; BGHSt 47, 318 je­weils m. w. N.). Die Bei­trags­pflicht ent­steht al­lein durch die ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäfti­gung des Ar­beit­neh­mers ge­gen Ent­gelt (§§ 2 Abs. 2 Nr. 1 und 7, 22 Abs. 1 SGB IV). Der Ein­tritt der Fällig­keit der Beiträge zum 15. des Fol­ge­mo­nats setzt nach § 23 Abs. 1 Satz 2 SGB IV nur vor­aus, dass der Ar­beit­neh­mer im Beschäfti­gungs­mo­nat die Tätig­keit aus­geübt hat, mit der er das Ar­beits­ent­gelt er­zielt. Ob der Ar­beit­ge­ber ihm den vol­len Lohn aus­zahl­te oder aus wel­chen Gründen dies ganz oder teil­wei­se un­ter­blie­ben ist, spielt hin­ge­gen kei­ne Rol­le (BS­GE 75, 61). Das I, für Einkünf­te aus nicht­selbständi­ger Ar­beit (§§ 2 Abs. 1 Nr. 4, 19 EStG) ein­kom­men­steu­er­recht­lich maßgeb­li­che Zu­fluss­prin­zip (§§ 2 Abs. 2 Nr. 2, 8 f. EStG) gilt für die Be­rech­nung und die Fällig­keit der So­zi­al­ver­si­che­rungs­beiträge und da­mit auch für den so­zi­plak­zes­s­o­ri­schen § 266 a StGB hin­ge­gen nicht. Bei Ta­rif­lohn­un­ter­schrei­tun­gen ist die Höhe der Bei­trag­schuld gemäß §§ 14 Abs. 1, 23 Abs. 1 SGB IV nicht auf Grund des ge­zahl­ten oder un­wirk­sam ver­ein­bar­ten un­ter­ta­rif­li­chen Loh­nes, son­dern nach dem ge­schul­de­ten Ta­rif­lohn zu be­rech­nen (BS­GE 93, 119; LSG Saar­land, Ur­teil vom 22. April 2005 - L7RJ 229/03 -).An­halts­punk­te dafür, dass der An­ge­klag­te im Tat­zeit­raum zah­lungs­unfähig ge­we­sen wäre, hat­tedie Kam­mer nicht.In­dem der An­ge­klag­te im Tat­zeit­raum je­weils nur ge­genüber der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung, Knapp­schaft B, Mi­ni­job-Zen­tra­le, die fest­ge­stell­ten Mel­dun­gen hin­sicht­lich der von ihm beschäftig­ten Ar­beit­neh­mer/-in­ner so­wie un­vollständig hin­sicht­lich des Um­fan­ges
Aus­ge­hend vom Straf­rah­men des § 266 a Abs. 1 StGB, der Geld­stra­fe oder Frei­heits­stra­fe bis zu fünf Jah­ren vor­sieht, hat die Kam­mer zu Guns­ten des An­ge­klag­ten die lan­ge Ver­fah­rens­dau­er so­wie die Tat­sa­che, dass er nicht vor­be­straft ist, ge­wer­tet. Zu sei­nen Las­ten muss­te in die Be­trach­tung ein­ge­stellt wer­den, dass er je­weils zwei Tat­be­stands­va­ri­an­ten tat­ein­heit­lich ver­wirk­licht hat.
Die Kam­mer hat da­her un­ter Berück­sich­ti­gung der je­wei­li­gen Scha­denshöhen für die Ta­ten 1) bis 3) (Fälle Sep­tem­ber 2004 bis No­vem­ber 2004) je­weils 20 Ta­gessätze, für die Ta­ten 4) bis 10) (Fälle von De­zem­ber 2004 bis Ju­ni 2005) je­weils 15 Ta­gessätze und für die Fälle 11) bis 18) (Ju­li 2905 bis Ja­nu­ar 2006) je­weils 30 Ta­gessätze als tat- und schuld­an­ge­mes­sen verhängt. Die Höhe ei­nes Ta­ges­sat­zes ist un­ter Berück­sich­ti­gung des der­zei­ti­gen Ein­kom­mens des An­ge­klag­ten auf 10,00 Eu­ro fest­ge­setzt wor­den.
Bei der nach den Grundsätzen der §§ 53, 54 StGB zu bil­den­den Ge­samt­stra­fe hat die Kam­mer den en­gen zeit­li­chen Zu­sam­men­hang und die Tat­sa­che, dass stets die­sel­ben Rechtsgüter ver­let­zet wor­den sind, zu Guns­ten des An­ge­klag­ten berück­sich­tigt. Auch bei der Bil­dung der Ge­samt­stra­fe wur­de wie­der­um die lan­ge Ver­fah­rens­dau­er zu Guns­ten des An­ge­klag­ten in die Be­trach­tung ein­ge­stellt. Un­ter Erhöhung der Ein­satz­stra­fe von 30 Ta­gessätzen hat die Kam­mer I!da­her ei­ne Ge­samt­geld­stra­fe von 100 Ta­gessätzen ä 10,00 Eu­ro als tat- undschuldänge­mes­sen verhängt.
Die Kos­ten­ent­schei­dung be­ruht auf § 473 St­PO.
MVor­sit­zen­de Rich­te­rin am Land­ge­richt	m.hensche.de
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References: § 154
 § 154
 § 8
 § 1
 § 1
 § 1
 § 266
 § 23
 § 266
 § 266
 § 473