Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=10.01.1956&Aktenzeichen=5%20StR%20529/55
Timestamp: 2019-07-16 21:36:41+00:00

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BGH, 10.01.1956 - 5 StR 529/55 - dejure.org
https://dejure.org/1956,79
BGH, 10.01.1956 - 5 StR 529/55 (https://dejure.org/1956,79)
BGH, Entscheidung vom 10.01.1956 - 5 StR 529/55 (https://dejure.org/1956,79)
BGH, Entscheidung vom 10. Januar 1956 - 5 StR 529/55 (https://dejure.org/1956,79)
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§§ 25, 27 StGB, Abgrenzung Täterschaft und Teilnahme, Mitbeherrschung des Geschehensablaufs
Bestimmung des Täter einer Tötung durch die eigene Hand im Interesse, unter Einfluss und in Gegenwart eines anderen (Beweggründe)
StGB § 47, § 49
BGHSt 8, 393
NJW 1956, 475
"Was der Beteiligte wollte, ist vielmehr auf Grund aller Umstände, die von seiner Vorstellung umfaßt waren, vom Gericht wertend zu ermitteln" (BGHSt 8, 393, 396) [BGH 10.01.1956 - 5 StR 529/55].
Die Tatherrschaft gibt nur einen Anhaltspunkt dafür ab, ob Mittäterschaft vorliegt (BGHSt 8, 393 [BGH 10.01.1956 - 5 StR 529/55] , 396 ).
Die Feststellungen des Schwurgerichts sprechen vielmehr eher dafür, daß W.W. das zum Tode seiner Schwiegermutter führende, von ihr selbstständig herbeigeführte Geschehen - mochte es bei ihr Freitod oder Verunglücken im Wasser sein - nicht beherrschen wollte, daß ihm also der "Täterwille" (BGHSt 8, 393 ff, 396) gefehlt hat (…vgl. hierzu die Rechtsprechungsübersicht bei Dreher/Maaßen 3. Aufl., I 1 vor § 47 StGB ).
Wesentliche Anhaltspunkte können dabei der Grad des eigenen Interesses am Taterfolg, der Umfang der Tatbeteiligung und die Tatherrschaft oder wenigstens der Wille zur Tatherrschaft sein, so dass die Durchführung und der Ausgang der Tat maßgeblich auch vom Willen des Beteiligten abhängt (st. Rspr.; vgl. BGH, Beschluss vom 13. September 2017 - 2 StR 161/17, NStZ-RR 2018, 40;… Beschluss vom 23. Mai 2017 - 4 StR 617/16, juris Rn. 13 [insoweit in NStZ-RR 2017, 246 nicht abgedruckt]; Urteil vom 10. Januar 1956 - 5 StR 529/55, BGHSt 8, 393, 396; siehe auch Urteil vom 12. Februar 1952 - 1 StR 59/50, BGHSt 2, 150, 156;… weitere Nachweise bei Murmann in SSW-StGB, 4. Aufl., vor §§ 25 ff. Rn. 10 und Roxin in LK-StGB, 11. Aufl., § 25 Rn. 16 ff.).
In solchem Falle darf sein Tatbeitrag bei einer umfassendem richterlichen Wertung nicht bloß als Förderung fremden Tuns angesehen werden; denn er tritt unverkennbar als Teil der Tätigkeit aller zutage, während die Handlungen der anderen Mittäter dementsprechend eine Ergänzung seines eigenen Tatanteils bilden (BGHSt 8, 393 [BGH 10.01.1956 - 5 StR 529/55] und die dort angeführten Entscheidungen).
Die Anwendbarkeit des § 47 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 MilStGB, der dem Untergebenen die Strafe des "Teilnehmers" androht, wenn er einen von ihm als verbrecherisch erkannten Befehl seines Vorgesetzten ausführt, steht der Bestrafung als Mittäter nicht grundsätzlich entgegen (RGSt 6, 432, 441 Ziff 4 a.E.; BGH NJW 1951, 323 Nr. 22; vgl BGHSt 8, 395 [BGH 10.01.1956 - 5 StR 529/55]).
Wesentlich ist vielmehr, ob der Angeklagte den Geschehensablauf mit beherrschte, so daß Hergang und Erfolg der Tat maßgeblich auch von seinem Willen abhingen (BGH JR 1955, 304 f; MDR 1954, 529; BGHSt 8, 393 [BGH 10.01.1956 - 5 StR 529/55]).
Von Bedeutung wäre es auch, wenn er für die Vornahme der Vergasung besondere Vergünstigungen bekommen haben sollte (BGHSt 8, 393 [BGH 10.01.1956 - 5 StR 529/55] [398]).
BGH, 15.10.1969 - 2 StR 334/69
Schuldmindernde Auswirkung von Alkoholmissbrauch - Mittäterschaftliche …
BGH, 30.09.1958 - 1 StR 272/58
BGH, 12.07.1956 - 4 StR 174/56
BGH, 21.07.1964 - 5 StR 262/64
BGH, 08.04.1964 - 2 StR 64/64
BGH, 28.02.1962 - 2 StR 24/62
BGH, 18.08.1961 - 4 StR 285/61
BGH, 14.02.1961 - 5 StR 544/60
BGH, 12.04.1960 - 1 StR 79/60
BGH, 25.11.1959 - 2 StR 473/59
BGH, 08.07.1959 - 2 StR 233/59
BGH, 02.10.1958 - 4 StR 294/58
BGH, 11.09.1958 - 1 StR 227/58
BGH, 14.08.1958 - 2 StR 316/58
BGH, 12.08.1958 - 5 StR 255/58
BGH, 13.02.1958 - 4 StR 739/57
BGH, 04.06.1957 - 5 StR 179/57
BGH, 08.01.1957 - 5 StR 452/56
BGH, 26.06.1956 - 5 StR 35/56

References: § 47
 § 49
 § 47
 § 25
 § 47
 BGH