Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F29-10-2014-9C_49-2014
Timestamp: 2016-10-27 07:07:23+00:00

Document:
9C_49/2014 (29.10.2014)
9C_49/2014 � � Urteil vom 29. Oktober 2014
Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 28. November 2013.
A.a.�Mit Einspracheentscheid vom 8. April 2004 lehnte die IV-Stelle des Kantons Z�rich den Antrag der A.________ (geb. 1961) ab, es sei ihr eine Invalidenrente auszurichten. Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich und das Eidg. Versicherungsgericht best�tigten diesen Entscheid (Urteile vom 9. November 2004 und 10. Juli 2006 [I 807/04]).
A.b.�Am 7. September 2006 meldete sich A.________ erneut zum Leistungsbezug an. Die IV-Stelle nahm einen Invalidit�tsgrad von 35 Prozent an und verneinte den Rentenanspruch (Verf�gung vom 12. Februar 2009), ebenso denjenigen auf Hilflosenentsch�digung resp. lebenspraktische Begleitung (Verf�gung vom 10. M�rz 2009). Dagegen erhob die Versicherte jeweils Beschwerde beim kantonalen Gericht. Dieses schrieb das Verfahren betreffend lebenspraktische Begleitung infolge R�ckzugs der Beschwerde ab (Verf�gung vom 8. Februar 2010). Mit Entscheid vom 24. August 2010 hob das kantonale Gericht die Verf�gung betreffend Invalidenrente vom 12. Februar 2009 auf und wies die Sache an die IV-Stelle zur�ck, damit diese den Sachverhalt weiter abkl�re (polydisziplin�re Begutachtung) und sodann �ber den Rentenanspruch neu befinde.
Die IV-Stelle holte bei der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) D.________ ein Gutachten ein. Unter anderem gest�tzt auf die MEDAS-Expertise vom 22. Februar 2011 ermittelte die Verwaltung einen Invalidit�tsgrad von 24 Prozent und verneinte demgem�ss den Rentenanspruch (Verf�gung vom 21. Mai 2013).
Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 28. November 2013).
A.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, es sei ihr mit Wirkung ab September 2006 eine ganze Invalidenrente auszurichten. Eventuell sei die Sache zur Durchf�hrung einer m�ndlichen und �ffentlichen Verhandlung sowie zur Einholung eines interdisziplin�ren gerichtlichen Obergutachtens an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen. Ausserdem stellt sie den Antrag, die IV-Stelle habe sie f�r die Kosten eines Gutachtens von Dr. B.________ von Fr. 5'390.- (zuz�glich MWSt) zu entsch�digen.
Die IV-Stelle verzichtet auf eine Vernehmlassung. Das kantonale Gericht nimmt Stellung zur Frage, ob eine �ffentliche Verhandlung durchzuf�hren sei.
Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das kantonale Gericht habe ihren Antrag, es sei unter Beizug eines Dolmetschers eine m�ndliche Verhandlung durchzuf�hren, nicht behandelt. Die Durchf�hrung einer �ffentlichen Verhandlung (Art. 6 Ziff. 1 EMRK; BGE 137 I 16 E. 2.2 S. 18; 120 V 1 E. 3b S. 7) setzt voraus, dass der entsprechende Parteiantrag wenigstens minimal begr�ndet wurde (BGE 122 V 47 E. 3a und b S. 55 f.). Eine solche Begr�ndung fehlte in der vorinstanzlichen Beschwerdeschrift. Laut letztinstanzlicher Beschwerdeschrift bezweckte der Antrag, dass "sich das Gericht [...] ein eigenes Bild der Beschwerdef�hrerin und ihrer Krankheiten, m�glicherweise auch der wegleitenden Anfallproblematik" machen sollte. Insoweit strebte die Beschwerdef�hrerin die �ffentliche Verhandlung im Hinblick auf eine Beweisabnahme an. Der �ffentlichkeitsgrundsatz beinhaltet indes keinen Anspruch darauf, dass bestimmte Beweismittel �ffentlich und in Anwesenheit der Parteien abgenommen werden (vgl. Urteil 9C_559/2007 vom 17. Dezember 2007 E. 1.2 und 1.3 mit Hinweisen).
Die Beschwerdef�hrerin macht weiter geltend, das Gutachten der MEDAS sei formell nicht regul�r zustandegekommen.
2.1.�Sie erneuert die Verfahrensr�ge, das Gutachten der MEDAS sei unverwertbar, weil die Namen der vorgesehenen Sachverst�ndigen nur ihr selber, nicht aber ihrem Rechtsvertreter, mitgeteilt wurden (vgl. Art. 37 Abs. 3 und Art. 44 ATSG). Dazu hat das kantonale Gericht zutreffend festgehalten, dass dies die Versicherte nicht benachteiligte (E. 4.5.1 des angefochtenen Entscheids). Denn sie hat im weiteren Verlauf des Verfahrens nie Ablehnungsgr�nde gegen die betreffenden Gutachterpersonen genannt (vgl. BGE 137 V 210 E. 3.4.2.7 S. 256; ferner BGE 138 V 271 E. 2.2.2 S. 277). Damit hat sie auch nicht begr�ndet, weshalb ihr durch das Versehen der IV-Stelle ein Nachteil im Sinne von Art. 37 Abs. 3 ATSG entstanden sei. Nicht stichhaltig ist das Argument, die in der vorinstanzlichen Beschwerde enthaltene Kritik an der MEDAS-Expertise betreffe nicht nur die Beweisw�rdigung, sondern auch die fachliche Qualifikation der eingesetzten Gutachter: Die betreffenden R�gen beziehen sich auf den Inhalt des Gutachtens und nicht auf (schon im Zeitpunkt der Auftragserteilung absehbare) allf�llige fachliche M�ngel der Gutachter.
2.2.�Weiter bringt die Beschwerdef�hrerin vor, sie habe keine Gelegenheit zu Erg�nzungsfragen erhalten, als die IV-Stelle die MEDAS aufforderte, zum Privatgutachten (und weiteren nachgereichten Arztberichten) Stellung zu nehmen (Schreiben der IV-Stelle an die MEDAS vom 27. Dezember 2011; Stellungnahme der MEDAS vom 24. Januar 2012). Dazu ist mit der Vorinstanz (E. 4.5.3) festzuhalten, dass die von der IV-Stelle formulierten Gutachterfragen die von der Versicherten hervorgehobenen Punkte in der Expertise des Dr. C.________ aufnehmen (vgl. Eingabe der Beschwerdef�hrerin vom 3. Juni 2011). In dieser Situation war eine weitergehende Verfahrensteilnahme der Beschwerdef�hrerin nicht erforderlich.
3.1.�In der Sache ist in diesem Fall einer Neuanmeldung nach vorg�ngiger Ablehnung eines Rentenanspruchs (Art. 87 Abs. 3 IVV) strittig, ob sich der Sachverhalt in der Zeit zwischen dem (letztinstanzlich vom Bundesgericht best�tigten) Einspracheentscheid vom 8. April 2004 und der jetzt strittigen Verf�gung vom 21. Mai 2013 anspruchserheblich ver�ndert hat.
3.2.1.�Die IV-Stelle stellte auf das von ihr eingeholte Gutachten der MEDAS vom 22. Februar 2011/24. Januar 2012 ab. Danach besteht eine leichte depressive Episode, eine anhaltende somatoforme Schmerzst�rung, ein chronisches panvertebrales Schmerzsyndrom ohne radikul�re Symptomatik sowie eine Beeintr�chtigung der linken Schulter. Aufgrund dieser Diagnosen sei die Arbeitsf�higkeit sowohl in der angestammten Arbeit einer Raumpflegerin wie auch in anderen leichten bis mittelschweren wechselbelastenden T�tigkeiten zu 30 Prozent eingeschr�nkt.
Neben dem Administrativgutachten der MEDAS liegen unter anderem zwei psychiatrische Gutachten (des Dr. B.________ vom 31. August 2012 sowie des Dr. C.________ vom 22. Dezember 2009) vor, die im Auftrag der Beschwerdef�hrerin erstellt worden sind. Laut diesen beiden Parteigutachten besteht, nebst anderen psychischen St�rungen, eine schwergradige depressive Episode und eine vollst�ndige Arbeitsunf�higkeit.
3.2.2.�Die Vorinstanz hielt fest, es seien keine entscheidungserheblichen Gesichtspunkte ersichtlich, die in der psychiatrischen Teilbegutachtung durch die MEDAS nicht erkannt worden w�ren. Die im Privatgutachten des Dr. C.________ (2009) genannten Befunde entspr�chen im Wesentlichen bloss den von der Beschwerdef�hrerin geklagten subjektiven Beschwerden (E. 4.4.1 des angefochtenen Entscheids). Dasselbe gelte f�r die Expertise des Dr. B.________ (2012); auch dieser Gutachter begr�nde seine vom MEDAS-Gutachten abweichenden Schlussfolgerungen mit den Angaben der Beschwerdef�hrerin. Im Gegensatz zum psychiatrischen MEDAS-Teilgutachter setze er sich nicht kritisch mit der Divergenz von Befunden und geschilderten Beschwerden auseinander. Ferner deckten sich seine Erkenntnisse im Wesentlichen mit denjenigen von Dr. C.________, welche das MEDAS-Gutachten ebensowenig in Zweifel zu ziehen verm�chten (E. 4.4.2).
Das kantonale Gericht schloss, in der Zeit seit Juli 2008 sei die Beschwerdef�hrerin in dem administrativgutachtlich umschriebenen Ausmass leistungseingeschr�nkt gewesen. Damit habe sich der Gesundheitszustand im Vergleich mit dem leistungsablehnenden Einspracheentscheid vom 8. April 2004 zwar verschlechtert (E. 4.6 des angefochtenen Entscheids), dies jedoch nicht in anspruchserheblichem Umfang. Nach wie vor bestehe kein rentenbegr�ndender Invalidit�tsgrad (E. 5).
3.2.3.�Die Beschwerdef�hrerin macht willk�rliche Beweisw�rdigung geltend. Mit Blick auf M�ngel der MEDAS-Expertise sowie auf den Beweiswert der widersprechenden Gutachten sei es nicht zu rechtfertigen, jener den Beweisvorrang zuzuweisen.
Zu pr�fen ist, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte (Art. 95 lit. a BGG), indem sie dem Administrativgutachten massgebenden Beweiswert zuerkannte.
4.1.�Von MEDAS erstellte Administrativgutachten sind voll beweiswertig, sofern nicht konkrete Indizien gegen die Zuverl�ssigkeit der Expertise sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353; vgl. BGE 137 V 210 E. 2.3 S. 236). Solche Indizien k�nnen sich aus dem Gutachten selber ergeben (z.B. innere Widerspr�che, mangelnde Nachvollziehbarkeit) oder auch aus Unvereinbarkeiten mit anderen �rztlichen Stellungnahmen.
Nach einer weiteren Beweisw�rdigungsrichtlinie rechtfertigt der Umstand allein, dass eine �rztliche Stellungnahme von einer Partei eingeholt und in das Verfahren eingebracht wird, nicht Zweifel an ihrem Beweiswert (BGE 125 V 351 E. 3b/dd S. 353). Auch ein Parteigutachten enth�lt �usserungen eines Sachverst�ndigen, welche zur Feststellung eines medizinischen Sachverhalts beweism�ssig beitragen k�nnen. Daraus folgt indessen nicht, dass ein solches Gutachten den gleichen Rang wie ein vom Gericht oder vom Versicherungstr�ger nach geltendem Verfahrensrecht eingeholtes Gutachten besitzt. Es verpflichtet indessen das Gericht zu pr�fen, ob das Parteigutachten die Auffassungen und Schlussfolgerungen des vom Gericht oder Versicherungstr�ger f�rmlich bestellten Gutachters in rechtserheblichen Fragen derart zu ersch�ttern vermag, dass darauf nicht mehr abgestellt werden kann (BGE 125 V 351 E. 3c S. 354; Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 128/98 vom 24. Januar 2000 E. 3c, SVR 2001 IV Nr. 8 S. 19). Das Gericht ist somit angehalten, entscheiderhebliche Beweise tats�chlich zu w�rdigen (BGE 135 V 465 E. 4.3 S. 468 mit Hinweisen).
4.2.�Die vorinstanzliche W�rdigung des MEDAS-Gutachtens beschr�nkt sich im Wesentlichen auf eine bejahende Wiedergabe der Beweiswertkriterien (E. 4.2 des angefochtenen Entscheids). Derweil ist die Auseinandersetzung mit den Parteigutachten - soweit �berhaupt inhaltsbezogen - teilweise aktenwidrig: So leitet Dr. B.________ die Diagnose einer schweren depressiven Episode keineswegs nur aus den Angaben der Beschwerdef�hrerin ab. Vielmehr greift er f�r die Feststellung, die von der ICD geforderten Kriterien einer schweren depressiven Episode seien erf�llt, (auch) auf die konkreten krankengeschichtlichen Daten aus einer seit Fr�hjahr 2004 andauernden psychiatrischen Behandlung zur�ck (Gutachten S. 24). Insbesondere verweist Dr. B.________ auf die von Dr. C.________ im Jahr 2009 erhobenen Befunde; dieser wiederum nannte verschiedene anamnestische Quellen f�r seine Bestandesaufnahme von depressiven Symptomen (Gutachten des Dr. C.________ vom 22. Dezember 2009, S. 25 f.) und trennte die Angaben der Explorandin (S. 9 ff.) klar von den eigenen Befunden (S. 17 ff.). Es kann also nicht die Rede davon sein, die Privatgutachter h�tten subjektiv Geklagtes einfach tel quel, ohne Bewertung aus sachverst�ndiger Sicht aufgenommen.
Insoweit die vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen l�ckenhaft sind, kann das Bundesgericht sie selbst erg�nzen und die Beweismittel entsprechend frei w�rdigen (BGE 136 V 362 E. 4.1 S. 366) :
4.3.�Im psychiatrischen Teilgutachten der MEDAS f�llt zun�chst auf, dass die psychopathologischen Befunde (S. 16) nur punktuell, nicht aber systematisch auf die in ICD-10 (vgl. BGE 130 V 396) vorgegebenen Kriterien einer Depression bezogen sind. Dies allein stellt noch keinen Mangel dar. Indessen muss der Eindruck des Gutachters, es liege eine nur leichte depressive Episode vor, zwingend auch vor den �brigen �rztlichen Einsch�tzungen bestehen. Ob dies der Fall ist, geht aus der psychiatrischen Beurteilung (S. 17 f.) nicht hervor. Der folgende Abschnitt "Stellungnahme zu fr�heren psychiatrischen Einsch�tzungen" ist an sich von gr�sster Bedeutung f�r ein Gutachten, das sich gegen�ber anderslautenden Einsch�tzungen beweisrechtlich durchsetzen will. Der Teilgutachter zitiert dort jedoch bloss einige fr�here �rztliche Stellungnahmen, bevor er wieder zu einer isolierten Eigenbeurteilung �bergeht. Die sich im Aktenauszug andeutende kontinuierliche Entwicklung des psychischen Leidens bleibt unkommentiert, die wesentlichen Vorakten werden nicht in diese Entwicklung eingeordnet.
Bei der konsensualen Einsch�tzung der (auf 70 Prozent festgesetzten) Arbeitsf�higkeit betonen die Sachverst�ndigen, die Explorandin zeige aufgrund einer ausgepr�gten subjektiven Krankheits�berzeugung wenig Motivation, trotz allf�lliger Restbeschwerden sich aktiv um ihre Genesung zu bem�hen (S. 27 und S. 28 Ziff. 6.5). Offen beibt dabei die f�r den Rechtsanwender zentrale Frage, ob die "subjektive Krankheits�berzeugung" bewusstseinsnah ist - und damit von der Beschwerdef�hrerin auch ge�ndert werden k�nnte - oder aber ob es sich dabei gerade um einen (f�r sie unbeeinflussbaren) Ausdruck der psychischen Beeintr�chtigung handelt (vgl. dazu Renato Marelli, Nicht k�nnen oder nicht wollen? Beurteilung der Arbeitsf�higkeit bei somatoformen St�rungen, typische Schwierigkeiten und ihre �berwindung, in: SZS 2007 S. 326 ff.). Eine rechtserhebliche Diskrepanz zwischen der gutachterlichen Beurteilung und den geklagten Beschwerden w�re an sich nur im ersteren Fall nachvollziehbar; allerdings fragte sich dann, weshalb die MEDAS-Gutachter gleichzeitig festhalten, die ausgepr�gte subjektive Krankheits�berzeugung (und die Regressionstendenzen) liessen sich durch Therapie kaum beeinflussen. Bei der W�rdigung versicherungsmedizinisch entscheidender Punkte sollte der Rechtsanwender jedenfalls nicht auf solche spekulativen �berlegungen angewiesen sein.
4.4.�Zus�tzliche Gr�nde f�r eine beweisrechtliche Unverwertbarkeit des MEDAS-Gutachtens ergeben sich - insbesondere was Diagnose und Folgenabsch�tzung hinsichtlich der depressiven St�rung angeht - aus den beiden Parteigutachten.
4.4.1.�Dr. B.________ legt auf der Grundlage des Gutachtens des Dr. C.________ sowie der eigenen Untersuchung und fremdanamnestischer Erhebungen schl�ssig dar, weshalb die vom kantonalen Gericht hervorgehobene grosse Divergenz zwischen den von der MEDAS festgehaltenen Befunden und den geschilderten Beschwerden aus seiner Sicht nicht besteht: Zun�chst beschreibt er anhand der einschl�gigen ICD-Kriterien (unter anderem ausgepr�gte depressive Stimmung, verminderter Antrieb, verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgef�hl, Hoffnungslosigkeit, Schlafst�rungen, verminderter Appetit), wie er selber zur Diagnose einer schwergradigen depressiven Episode ohne psychotische Symptome kommt. Mit einer Ausnahme (Selbstverletzungen) seien s�mtliche geforderten Kriterien erf�llt (S. 23 f.). Dies gehe auch aus zahlreichen Berichten der behandelnden Psychiater und des langj�hrigen Hausarztes hervor. Anschliessend zeigt der Parteigutachter detailliert auf, was auf eine unvollst�ndige und unsorgf�ltige Untersuchung der MEDAS hindeute (Abkl�rung verschiedener im Raum stehender Symptome nicht zu Ende gef�hrt, fehlender Abgleich der Beschwerdeangaben mit fr�heren Berichten und Gutachten, Unvereinbarkeit dokumentierter Beobachtungen mit depressionsspezifischen Befunden, g�nzlich fehlende Behandlung bestimmter Parameter, Widerspruch zwischen der angeblichen Einsch�tzung eines behandelnden Arztes mit dem betreffenden Gespr�chsprotokoll). Des Weitern weist er darauf hin, einschl�gige ICD-Kriterien seien im Administrativgutachten unvollst�ndig zitiert und undifferenziert umgesetzt worden (S. 25 ff.). So liege gem�ss ICD bei einer schweren depressiven Episode "meist erhebliche Verzweiflung oder Agitiertheit" vor, "es sei denn, Hemmung ist ein f�hrendes Syndrom". Die MEDAS gehe unzutreffend davon aus, "erhebliche Verzweiflung und Agitiertheit" m�ssten vorliegen. Hier indes sei die Explorandin gerade (im Sinne des in der ICD enthaltenen Vorbehalts) psychomotorisch deutlich gehemmt, ihr Selbstwertgef�hl beeintr�chtigt. �hnlich verhalte es sich mit der Aussage der MEDAS, bei einer schweren depressiven St�rung bestehe immer eine ausgepr�gte Suizidalit�t. Diese Vorgabe stehe in klarem Widerspruch zur ICD; diese halte fest, dass in besonders schweren F�llen ein hohes Suizidrisiko besteht. Das aber heisse nicht, dass ausgepr�gte Suizidalit�t zwingend mit einer schweren depressiven Episode verbunden sei; jene m�sse immer auch im Zusammenhang mit den pers�nlichen Wertvorstellungen gesehen werden, die etwa stark religi�se Menschen oder M�tter kleiner Kinder selbst in schwerstem depressivem Zustand von Suizidhandlungen abhielten.
4.4.2.�Angesichts der Schw�chen des Gutachtens des MEDAS-Gutachtens (oben E. 4.3) bedeutsam sind auch die Ausf�hrungen des Parteigutachters zur Bedeutung der Untersuchungsdauer. Es sei durchaus m�glich, dass auch eine schwer depressive Person ein k�rzeres Gespr�ch aufmerksam verfolgen k�nne. Mitunter zeige sich erst bei l�ngerer Besprechung eine erh�hte Erm�dbarkeit sowie Verminderung von Konzentration und Aufmerksamkeit. Der MEDAS-Psychiater habe die Dauer der Untersuchung nicht vermerkt. Ohne diese Angabe k�nne nicht beurteilt werden, ob die Feststellung, Ausdauer, Konzentration und Aufmerksamkeit seien nicht beeintr�chtigt, zuverl�ssig oder eher spekulativer Natur sei (S. 25).
Die Vorinstanz erwog dazu, die Untersuchungsdauer sei grunds�tzlich nicht entscheidend und damit auch nicht zu beanstanden, wenn die Expertise inhaltlich vollst�ndig und im Ergebnis schl�ssig sei (angefochtener Entscheid E. 4.5.2). Die Kritik der Beschwerdef�hrerin an der zirkelhaften Natur dieses Arguments trifft zu: So hat das Bundesgericht im Zusammenhang mit einer anderen Problemstellung erwogen, ein in sich schl�ssig erscheinendes, an sich nachvollziehbar begr�ndetes Gutachten lasse f�r sich allein grunds�tzlich nicht erkennen, ob ein Mangel die Zuverl�ssigkeit der Beurteilung beeintr�chtigt hat (vgl. BGE 140 V 260 E. 3.3.2 S. 265). Hier zeigt sich die Bedeutung der Untersuchungsdauer darin, dass Dr. B.________ im Verlauf des Untersuchungsgespr�chs ein abnehmendes Konzentrationsverm�gen und einen Wechsel der Stimmung "zunehmend in Richtung Verzweiflung und Ratlosigkeit" feststellte (Gutachten S. 8); die Explorandin sei "anf�nglich aufmerksam und beteiligt am Gespr�ch", was sich nach 20 bis 30 Minuten sichtbar ge�ndert habe (S. 17); die Psychomotorik sei im Lauf der Sitzung zunehmend verlangsamt, vorsichtig und unsicher geworden (S. 18).
4.4.3.�Aufschlussreich ist schliesslich, dass der Regionale �rztliche Dienst (RAD) der Invalidenversicherung zun�chst davon ausgegangen war, das MEDAS-Gutachten erf�lle s�mtliche Beweiswertanforderungen (Stellungnahme vom 16. M�rz 2011). Nachdem er vom Gutachten des Dr. C.________ Kenntnis genommen hatte, f�hrte der RAD jedoch aus, "dass das Gutachten und das erg�nzende Schreiben inhaltlich in der G�te der Begr�ndung und dem Eingehen auf den Einzelfall weniger zu �berzeugen vermag als das Gutachten von Herrn Dr. C.________, das den versicherungspsychiatrischen Sachverhalt in seinen verschiedenen Facetten plausibler darlegt" (Stellungnahme vom 6. Februar 2012).
Nach dem Gesagten stellen die Parteiexpertisen, insbesondere die aktuellere aus dem Jahr 2012, die Ergebnisse der MEDAS-Begutachtung derart infrage, dass darauf nicht abgestellt werden darf (vgl. oben E. 4.1). Indes kann der strittige Leistungsanspruch auch anhand der Parteigutachten nicht abschliessend beurteilt werden; dies zumal sie keine Grundlage zu den Fragen enthalten, wie es sich mit dem Krankheitswert der dissoziativen St�rung verh�lt - das heisst, ob sich diese im Sinne von BGE 127 V 294 E. 5a S. 299 von den psychosozialen Umst�nden verselbst�ndigt hat - sowie, gegebenenfalls, ob sie sich gem�ss der Rechtsprechung nach BGE 130 V 352 invalidisierend auswirkt (dazu Urteil I 9/07 vom 9. Februar 2007 E. 4 a.E., SVR 2007 IV Nr. 45 S. 149; Urteil 9C_903/2007 vom 30. April 2008 E. 3.4).
Die Sache ist daher an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen, damit es zur umfassenden (auch die somatische Seite einbeziehenden) Kl�rung der vorhandenen Gesundheitssch�digungen, ihrer Wechselwirkungen (Komorbidit�ten) und der gesamthaft resultierenden funktionellen Folgen in Beruf und Haushalt ein interdisziplin�res gerichtliches Obergutachten (BGE 137 V 210 E. 4.4.1.4 S. 264) einhole und nach dessen W�rdigung im Kontext mit den weiteren �rztlichen Stellungnahmen den Leistungsanspruch der Beschwerdef�hrerin neu beurteile.
Die Kosten des Privatgutachtens von Dr. B.________ sind der IV-Stelle antragsgem�ss zu �berbinden, wenn die Expertise f�r die Beurteilung des Anspruchs unerl�sslich war (Art. 45 Abs. 1 und Art. 61 lit. g ATSG). Diese Voraussetzung ist hier gegeben, weil das Privatgutachten massgeblich dazu beigetragen hat, dass die Sache zur weiteren Abkl�rung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wird. Die (in ihrer H�he nicht bestrittenen) Kosten des Privatgutachtens stellen somit notwendige Expertenkosten dar, welche die IV-Stelle zu �bernehmen hat (BGE 115 V 62; Urteil 9C_178/2010 vom 14. April 2010 E. 2, SVR 2011 IV Nr. 13 S. 35; Urteil 8C_231/2013 vom 18. Juli 2013 E. 6).
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdegegnerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Ausserdem hat sie der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung zu bezahlen (Art. 68 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts Z�rich vom 28. November 2013 wird aufgehoben und die Sache zur weiteren Behandlung im Sinne der Erw�gungen an die Vorinstanz zur�ckgewiesen. Die IV-Stelle hat der Beschwerdef�hrerin f�r das Privatgutachten des Dr. B.________ vom 31. August 2012 eine Entsch�digung von Fr. 5'390.- (zuz�glich Mehrwertsteuer) zu bezahlen. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der IV-Stelle des Kantons Z�rich auferlegt.

References: BGE 
 Art. 37
 Art. 44
 BGE 
 BGE 
 Art. 37
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 61