Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=943
Timestamp: 2019-03-22 16:45:25+00:00

Document:
den; so gehören auch die fische darin dem landes-
herrn; weshalber er verordnungen desfalls ma-
chen kan. Denn die fischerei bedarf einer vorsor-
ge, und anordnung der obersten gewalt, sowohl
in absicht auf den rechtmäsigen gebrauch, die weise,
die zeit, die größe der fische, den verkauf, die neze
und garn, auch den nicht-gebrauch. Ehedem
haben die kaiser der fischerei halben vile privile-
gien erteilet, Klipstein am a. o. § 4 s. 6 fg.
Die fischerei bedeutet entweder den fischfang,was die fi-
scherei be-
oder die fischgerechtigkeit. Sie ist nach den un-
terschidenen strömen und bächen mancherlei.
Die fischerei ist schon in den alten zeiten zu derdie fischerei
wird zu der
jagt gerech-
jagt gerechnet worden, gestalt man daher das fo-
restum piscationis und venationis hat, Reinhart
de iure forestali, cap. I § 3 s. 5. Es wird dises
auch noch heut zu tage also befunden, Nassau-
Dillenburgische jagt- und forst-ordnung vom jare
1726 § 1, Wirtenbergische jagt- und forst-ord-
nung tit. von verhemmen und andern fisch- und
krebs wassern.
Der landesherr kan disemnach die fischerei inwie sie vom
andern er-
teilet wer-
den öffentlichen flüssen andern sowohl zu lehn er-
teilen, in bestand geben, als auch auf andre wei-
sen zum aufnemen des narungsstandes und des
gewerbes seinen untertanen überlassen, sich dabei
gewisse kostbare, angesehene und rare fische vor-
behalten, z. e. die störe, lachse, Becmanns hi-
stori des fürstentumes Anhalt teile II cap. I s. 31,
Stisser in der jagt- und forst-histori der Teutschen
cap. VII § 34 s. 300, 301, von Rohr im haus-
haltungs-rechte s. 1121, von Justi am a. o. s.
179 fg. im IIten teile. Nicht minder mag ein
den; ſo gehoͤren auch die fiſche darin dem landes-
chen kan. Denn die fiſcherei bedarf einer vorſor-
ge, und anordnung der oberſten gewalt, ſowohl
in abſicht auf den rechtmaͤſigen gebrauch, die weiſe,
die zeit, die groͤße der fiſche, den verkauf, die neze
haben die kaiſer der fiſcherei halben vile privile-
gien erteilet, Klipſtein am a. o. § 4 ſ. 6 fg.
Die fiſcherei bedeutet entweder den fiſchfang,was die fi-
ſcherei be-
oder die fiſchgerechtigkeit. Sie iſt nach den un-
terſchidenen ſtroͤmen und baͤchen mancherlei.
Die fiſcherei iſt ſchon in den alten zeiten zu derdie fiſcherei
jagt gerechnet worden, geſtalt man daher das fo-
reſtum piſcationis und venationis hat, Reinhart
de iure foreſtali, cap. I § 3 ſ. 5. Es wird diſes
auch noch heut zu tage alſo befunden, Naſſau-
Dillenburgiſche jagt- und forſt-ordnung vom jare
1726 § 1, Wirtenbergiſche jagt- und forſt-ord-
nung tit. von verhemmen und andern fiſch- und
krebs waſſern.
Der landesherr kan diſemnach die fiſcherei inwie ſie vom
landesherꝛn
den oͤffentlichen fluͤſſen andern ſowohl zu lehn er-
teilen, in beſtand geben, als auch auf andre wei-
ſen zum aufnemen des narungsſtandes und des
gewerbes ſeinen untertanen uͤberlaſſen, ſich dabei
gewiſſe koſtbare, angeſehene und rare fiſche vor-
behalten, z. e. die ſtoͤre, lachſe, Becmanns hi-
ſtori des fuͤrſtentumes Anhalt teile II cap. I ſ. 31,
Stiſſer in der jagt- und forſt-hiſtori der Teutſchen
cap. VII § 34 ſ. 300, 301, von Rohr im haus-
haltungs-rechte ſ. 1121, von Juſti am a. o. ſ.
<p><pb facs="#f0943" n="931"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">von der wilden fi&#x017F;cherei.</hi></fw><lb/>
den; &#x017F;o geho&#x0364;ren auch die fi&#x017F;che darin dem landes-<lb/>
herrn; weshalber er verordnungen desfalls ma-<lb/>
chen kan. Denn die fi&#x017F;cherei bedarf einer vor&#x017F;or-<lb/>
ge, und anordnung der ober&#x017F;ten gewalt, &#x017F;owohl<lb/>
in ab&#x017F;icht auf den rechtma&#x0364;&#x017F;igen gebrauch, die wei&#x017F;e,<lb/>
die zeit, die gro&#x0364;ße der fi&#x017F;che, den verkauf, die neze<lb/>
und garn, auch den nicht-gebrauch. Ehedem<lb/>
haben die kai&#x017F;er der fi&#x017F;cherei halben vile privile-<lb/>
gien erteilet, <hi rendition="#fr">Klip&#x017F;tein</hi> am a. o. § 4 &#x017F;. 6 fg.</p>
<head>§ 2332</head><lb/>
<p>Die fi&#x017F;cherei bedeutet entweder den fi&#x017F;chfang,<note place="right">was die fi-<lb/>
&#x017F;cherei be-<lb/>
oder die fi&#x017F;chgerechtigkeit. Sie i&#x017F;t nach den un-<lb/>
ter&#x017F;chidenen &#x017F;tro&#x0364;men und ba&#x0364;chen mancherlei.</p>
<head>§ 2333</head><lb/>
<p>Die fi&#x017F;cherei i&#x017F;t &#x017F;chon in den alten zeiten zu der<note place="right">die fi&#x017F;cherei<lb/>
wird zu der<lb/>
jagt gerech-<lb/>
jagt gerechnet worden, ge&#x017F;talt man daher das fo-<lb/>
re&#x017F;tum pi&#x017F;cationis und venationis hat, <hi rendition="#fr">Reinhart</hi><lb/><hi rendition="#aq">de iure fore&#x017F;tali,</hi> cap. <hi rendition="#aq">I</hi> § 3 &#x017F;. 5. Es wird di&#x017F;es<lb/>
auch noch heut zu tage al&#x017F;o befunden, Na&#x017F;&#x017F;au-<lb/>
Dillenburgi&#x017F;che jagt- und for&#x017F;t-ordnung vom jare<lb/>
1726 § 1, Wirtenbergi&#x017F;che jagt- und for&#x017F;t-ord-<lb/>
nung tit. von verhemmen und andern fi&#x017F;ch- und<lb/>
krebs wa&#x017F;&#x017F;ern.</p>
<head>§ 2334</head><lb/>
<p>Der landesherr kan di&#x017F;emnach die fi&#x017F;cherei in<note place="right">wie &#x017F;ie vom<lb/>
landesher&#xA75B;n<lb/>
andern er-<lb/>
teilet wer-<lb/>
den o&#x0364;ffentlichen flu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en andern &#x017F;owohl zu lehn er-<lb/>
teilen, in be&#x017F;tand geben, als auch auf andre wei-<lb/>
&#x017F;en zum aufnemen des narungs&#x017F;tandes und des<lb/>
gewerbes &#x017F;einen untertanen u&#x0364;berla&#x017F;&#x017F;en, &#x017F;ich dabei<lb/>
gewi&#x017F;&#x017F;e ko&#x017F;tbare, ange&#x017F;ehene und rare fi&#x017F;che vor-<lb/>
behalten, z. e. die &#x017F;to&#x0364;re, lach&#x017F;e, <hi rendition="#fr">Becmanns</hi> hi-<lb/>
&#x017F;tori des fu&#x0364;r&#x017F;tentumes Anhalt teile <hi rendition="#aq">II</hi> cap. <hi rendition="#aq">I</hi> &#x017F;. 31,<lb/><hi rendition="#fr">Sti&#x017F;&#x017F;er</hi> in der jagt- und for&#x017F;t-hi&#x017F;tori der Teut&#x017F;chen<lb/>
cap. <hi rendition="#aq">VII</hi> § 34 &#x017F;. 300, 301, <hi rendition="#fr">von Rohr</hi> im haus-<lb/>
haltungs-rechte &#x017F;. 1121, <hi rendition="#fr">von Ju&#x017F;ti</hi> am a. o. &#x017F;.<lb/>
179 fg. im <hi rendition="#aq">II</hi>ten teile. Nicht minder mag ein<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">N n n 2</fw><fw place="bottom" type="catch">lan-</fw><lb/></p>
[931/0943] von der wilden fiſcherei. den; ſo gehoͤren auch die fiſche darin dem landes- herrn; weshalber er verordnungen desfalls ma- chen kan. Denn die fiſcherei bedarf einer vorſor- ge, und anordnung der oberſten gewalt, ſowohl in abſicht auf den rechtmaͤſigen gebrauch, die weiſe, die zeit, die groͤße der fiſche, den verkauf, die neze und garn, auch den nicht-gebrauch. Ehedem haben die kaiſer der fiſcherei halben vile privile- gien erteilet, Klipſtein am a. o. § 4 ſ. 6 fg. § 2332 Die fiſcherei bedeutet entweder den fiſchfang, oder die fiſchgerechtigkeit. Sie iſt nach den un- terſchidenen ſtroͤmen und baͤchen mancherlei. was die fi- ſcherei be- deutet? § 2333 Die fiſcherei iſt ſchon in den alten zeiten zu der jagt gerechnet worden, geſtalt man daher das fo- reſtum piſcationis und venationis hat, Reinhart de iure foreſtali, cap. I § 3 ſ. 5. Es wird diſes auch noch heut zu tage alſo befunden, Naſſau- Dillenburgiſche jagt- und forſt-ordnung vom jare 1726 § 1, Wirtenbergiſche jagt- und forſt-ord- nung tit. von verhemmen und andern fiſch- und krebs waſſern. die fiſcherei wird zu der jagt gerech- net. § 2334 Der landesherr kan diſemnach die fiſcherei in den oͤffentlichen fluͤſſen andern ſowohl zu lehn er- teilen, in beſtand geben, als auch auf andre wei- ſen zum aufnemen des narungsſtandes und des gewerbes ſeinen untertanen uͤberlaſſen, ſich dabei gewiſſe koſtbare, angeſehene und rare fiſche vor- behalten, z. e. die ſtoͤre, lachſe, Becmanns hi- ſtori des fuͤrſtentumes Anhalt teile II cap. I ſ. 31, Stiſſer in der jagt- und forſt-hiſtori der Teutſchen cap. VII § 34 ſ. 300, 301, von Rohr im haus- haltungs-rechte ſ. 1121, von Juſti am a. o. ſ. 179 fg. im IIten teile. Nicht minder mag ein lan- wie ſie vom landesherꝛn andern er- teilet wer- den kan? N n n 2
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/943
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 931. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/943>, abgerufen am 22.03.2019.

References: § 4
 § 3
 § 1
 § 34
 § 4
 § 3
 § 1
 § 34
 § 4
 § 3
 § 1
 § 34
 § 4
 § 2332
 § 2333
 § 3
 § 1
 § 2334
 § 34