Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=22.09.2016&Aktenzeichen=2%20C%2016.15
Timestamp: 2019-04-21 15:07:09+00:00

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BVerwG, 22.09.2016 - 2 C 16.15 - dejure.org
GG Art. 19 Abs. 4 Satz 1, Art. 33 Abs. 2, Art. 34 Satz 3, Art. 103 Abs. 1; VwGO § 44a, § 82 Abs. 1 und 2, § 138 Nr. 3; VwVfG § 29
Akteneinsicht; Verfahrenshandlung; Sachentscheidung; Vorbereitung; Streitgegenstand; Klagebegehren; rechtliches Gehör; Gehörsverstoß; Verfahrensrüge; absoluter Revisionsgrund; Fiktion; Beruhensfiktion; Schadensersatz; Amtspflichtverletzung; Bestimmtheit; Rechtsvereitelung; Ämterstabilität; Glaubhaftmachung; Bewerbungsverfahrensanspruch; Nichtbeförderung; Ernennung; Rechtswegwahlfreiheit.
GG Art. 19 Abs. 4 Satz 1, Art. 33 Abs. 2, Art. 34 Satz 3, Art. 103 Abs. 1
Art 103 Abs 1 GG, Art 19 Abs 4 S 1 GG, Art 33 Abs 2 GG, § 44a S 1 VwGO, § 82 Abs 1 S 1 VwGO
Akteneinsicht; Verfahrenshandlung; Sachentscheidung; Vorbereitung; Streitgegenstand; Klagebegehren; rechtliches Gehör; Gehörsverstoß; Vcuhrensrüge; absoluter Revisionsgrund; Fiktion; Beruhensfiktion; Schadensersatz; Amtspflichtverletzung; Bestimmtheit; Rechtsvereitelung; Ämterstabilität; Glaubhaftmachung; Bewerbungsverfahrensanspruch; Nichtbeförderung; Ernennung; Rechtswegwahlfreiheit
Art. 19 Abs. 4, 33 Abs. 2 GG; § 29 VwVfG; § 44a VwGO
NVwZ 2017, 489
Allerdings darf der Ausschluss einer gerichtlichen Überprüfung von Verfahrenshandlungen für die Rechtsschutzsuchenden nicht zu unzumutbaren Nachteilen führen, die in einem späteren Prozess nicht mehr vollständig zu beseitigen sind (BVerfG, Beschlüsse vom 28. Mai 1952 - 1 BvR 213/51 - BVerfGE 1, 322 , vom 23. Juni 1981 - 2 BvR 1107/77 u.a. - BVerfGE 58, 1 und vom 27. Oktober 1999 - 1 BvR 385/90 - BVerfGE 101, 106 ; Kammerbeschluss vom 24. Oktober 1990 - 1 BvR 1028/90 - NJW 1991, 415 ; BVerwG, Urteil vom 22. September 2016 - 2 C 16.15 - Buchholz 310 § 44a VwGO Nr. 13 Rn. 25; Beschluss vom 21. März 1997 - 11 VR 2.97 - Buchholz 310 § 44a VwGO Nr. 7 S. 3).
Behördliche Verfahrenshandlungen in diesem Sinne sind behördliche Handlungen, die im Zusammenhang mit einem schon begonnenen und noch nicht abgeschlossenen Verwaltungsverfahren stehen und der Vorbereitung einer regelnden Sachentscheidung dienen (…BVerwG, Urteile vom 1. September 2009 - 6 C 4.09 - BVerwGE 134, 368 Rn. 21 und vom 22. September 2016 - 2 C 16.15 - juris Rn. 19 m.w.N.).
Nur das Ergebnis behördlichen Handelns, nicht aber die Vorbereitung der Sachentscheidung soll Gegenstand der gerichtlichen Kontrolle sein (vgl. BVerwG - Urteil vom 22.09.2016 - 2 C 16.15 -, Juris Rn. 17).
§ 44a Satz 1 VwGO schließt Rechtsbehelfe gegen behördliche Vorbereitungshandlungen aller Art aus (vgl. BVerwG - Urteil vom 22.09.2016 - 2 C 16.15 -, Juris Rn. 19;… LSG Bad.-Württ., Urteil vom 09.08.2007 - L 7 AS 874/07 -, Juris Rn. 18;… Ziekow, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Aufl. 2010, § 44a Rn. 38).
Denn der Ausschluss einer gerichtlichen Überprüfung von Verfahrenshandlungen darf für die Rechtssuchenden nicht zu unzumutbaren Nachteilen führen, die in einem späteren Prozess nicht mehr vollständig zu beseitigen sind (…vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 24.10.1990 - 1 BvR 1028/90 -, Juris Rn. 27; BVerwG, Urteil vom 22.09.2016 - 2 C 16.15 -, Juris Rn. 25;… Ziekow, in: Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Aufl. 2010, § 44a Rn. 17 f.).
Konnte der unterlegene Bewerber seinen Bewerbungsverfahrensanspruch mithin vor der Ernennung des ausgewählten Bewerbers in der grundrechtlich gebotenen Weise gerichtlich - insbesondere im Rahmen eines einstweiligen verwaltungsgerichtlichen Anordnungsverfahrens nach § 123 VwGO - geltend machen, ist die Rechtsbeständigkeit der Ernennung aus Gründen der Ämterstabilität mit dem Grundrecht auf wirkungsvollen gerichtlichen Rechtschutz nach Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG auch dann vereinbar, wenn die Ernennung in die Rechte des unterlegenen Bewerbers aus Art. 33 Abs. 2 GG eingreift (…vgl. BVerfG, NA-Beschluss vom 02.05.2016 - 2 BvR 120/16 -, Juris Rn. 5; BVerwG…, Urteil vom 04.11.2010 - 2 C 16.09 -, Juris Rn. 31 ff.; BVerwG…, Beschluss vom 22.11.2012 - 2 VR 5.12 -, Juris Rn. 17 ff.; BVerwG, Urteil vom 22.09.2016 - 2 C 16.15 -, Juris Rn. 27).
vgl. zu § 44a VwGO: BVerwG, Urteil vom 22. September 2016 - 2 C 16.15 -, juris, Rn. 17, unter Verweis auf die …
Aus dem Gegensatz des Begriffs der Verfahrenshandlung zu dem in § 44a Satz 1 VwGO gleichfalls verwendeten Begriff der Sachentscheidung folgt, dass sich der Ausschluss selbstständiger Rechtsbehelfe grundsätzlich auf solche behördlichen Maßnahmen beschränkt, die Teil eines konkreten Verwaltungsverfahrens sind, ohne selbst Sachentscheidung zu sein, ohne also ihrerseits in materielle Rechtspositionen einzugreifen (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. September 2016 - BVerwG 2 C 16.15 - juris, Rn. 19).
Denn bei Eilverfahren in beamtenrechtlichen Auswahlverfahren steht ein solcher Rechtsverlust zu befürchten (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. September 2016 - BVerwG 2 C 16.15 - juris, Rn. 27 unter Verweis auf Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Juli 2007 - 2 BvR 206/07 - BVerfGK 11, 398, 402 ff, juris, Rn. 21 f., und vom 5. September 2007 - 2 BvR 1855/07 - BVerfGK 12, 106, 110).
Das Bundesverwaltungsgericht (Urteil vom 22. September 2016, a. a. O.) hat insoweit ausgeführt, dass der Antragsteller im verwaltungsgerichtlichen Eilverfahren sowohl den Anordnungsanspruch als auch den Anordnungsgrund glaubhaft machen müsse.
VGH Bayern, 24.10.2018 - 3 ZB 15.1967
Anhand der "Pool-Regelung" festgelegte Beförderungsreihenfolge
Es ist dem Kläger zumutbar, sein Begehren in einem Verfahren wegen Nichtbeförderung durchzusetzen (vgl. BVerwG, U.v. 22.9.2016 - 2 C 16.15 - juris Rn. 28).
Insoweit lässt sich auch aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. Art. 33 Abs. 2 GG kein Anspruch auf Vorlage der Unterlagen ableiten (vgl. BVerwG, U.v. 22.9.2016 a.a.O.).
Ferner erfasst die Regelung sowohl (belastende) behördliche Handlungen als auch die behördliche Verweigerung einer erstrebten Verfahrenshandlung (vgl. zu alledem BVerwG, Urt. v. 22.9.2016 - 2 C 16.15 - NVwZ 2017, 489 m. w. N.).
VG Berlin, 09.11.2017 - 12 L 444.17
Entziehung eines Doktorgrades
i.V.m. § 9 VwVfG stellt eine Verfahrenshandlung gemäß § 44 a VwGO dar (…vgl. Kopp/Schenke, VwGO, 21. Aufl. 2015, § 44 a Rdn.5; BVerwG, Urteil vom 22. September 2016 - 2 C 16.15 - juris Rdn. 15, 18 ff.).
Weder handelt es sich bei der Verweigerung von Akteneinsicht bzw. der Vervollständigung der Akte um eine vollstreckbare Entscheidung, noch sind die Antragsteller Nichtbeteiligte im Sinne dieser Norm (vgl. BVerwG, Urteil vom 22. September 2016, a.a.O. juris Rdn. 24).
Nach § 23a Abs. 2 Satz 1 WBO in Verbindung mit § 44a VwGO können Rechtsbehelfe gegen behördliche Verfahrenshandlungen, zu denen die Verweigerung einer Akteneinsicht gehört, nur gleichzeitig mit den gegen die Sachentscheidung zulässigen Rechtsbehelfen geltend gemacht werden (vgl. dazu im Einzelnen BVerwG, Urteil vom 22. September 2016 - 2 C 16.15 - Buchholz 310 § 44a VwGO Nr. 13 Rn. 15 ff.).
VGH Bayern, 16.08.2017 - 7 CE 17.10111
Rechtsbehelfe gegen behördliche Verfahrenshandlungen
OVG Sachsen, 03.04.2018 - 5 D 23/18
Prozesskostenhilfe; verweigerte Akteneinsicht in eine Beitragsakte bei …

References: Art. 19
 Art. 33
 Art. 34
 Art. 103
 § 44
 § 82
 § 138
 § 29
 Art. 19
 Art. 33
 Art. 34
 Art. 103
 § 44
 § 82

Art. 19
 § 29
 § 44
 § 44
 § 44

§ 44
 § 44
 § 44
 § 123
 Art. 19
 Art. 33
 § 44
 § 44
 Art. 19
 Art. 33
 § 9
 § 44
 § 44
 § 23
 § 44
 § 44