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Timestamp: 2020-03-30 20:33:06+00:00

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BFH, 13.09.2001 - IV R 79/99 - dejure.org
https://dejure.org/2001,1095
BFH, 13.09.2001 - IV R 79/99 (https://dejure.org/2001,1095)
BFH, Entscheidung vom 13.09.2001 - IV R 79/99 (https://dejure.org/2001,1095)
BFH, Entscheidung vom 13. September 2001 - IV R 79/99 (https://dejure.org/2001,1095)
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AO 1977 § 173 Abs. 1 Nr. 1, § 367 Abs. 2; BGB § 242
Einspruchsverfahren - Änderungsbescheid - Mitwirkungspflicht - Ermittlungspflicht - Treu und Glauben
§ 367 Abs. 2 AO
Abgabenordnung; Bindung des Finanzamts
BFHE 196, 195
NVwZ 2002, 631
BB 2001, 2519
BStBl II 2002, 2
Anderenfalls hätte es das FA in der Hand, z.B. eine Ermittlungspflichtverletzung bei Erlass der ursprünglichen Bescheide immer dann ungeschehen zu machen, wenn eine Änderung der ursprünglichen Bescheide auf der Basis der Änderungsvorschriften der AO (hier insoweit allein in Betracht kommend: § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO) zumindest problematisch werden würde (vgl. in diesem Zusammenhang: BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BStBl II 2002, Entscheidungsgründe zu 2. b; MK, Anm. zum BFH-Urteil in BStBl II 2001, 2 in Deutsches Steuerrecht/Entscheidungsdienst -DStRE- 2002, 251).
Der Änderungsbescheid nimmt den Erstbescheid in seinen Regelungsinhalt auf (BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BStBl II 2002, 2) und hat auch deswegen die Qualität eines Steuerbescheids.
Um sich gleichwohl die Möglichkeit einer (späteren) Änderung des Änderungsbescheids vom 24. Januar 2011 in verfahrensrechtlich rechtmäßiger Weise offen zu halten, hätte vom FA der Änderungsbescheid gemäß § 164 Abs. 1 AO unter Vorbehalt der Nachprüfung erlassen werden können (Anm. zum BFH-Urteil in BStBl II 2002, 2 in Höchstrichterliche Finanzrechtsprechung -HFR- 2002, 182;… von Groll in: Hübschmann/Hepp/Spitaler, a.a.O., § 173 Anm. 141).
c) Auch wenn man im Anschluss an die Erwägungen im BFH-Urteil in BStBl II 2002, 2 (zu einem allerdings im Wesentlichen anders gelagerten Sachverhalt) die Auffassung vertreten würde, dass für die Frage, ob steuererhöhende Tatsachen vorliegen, der Kenntnistand des FA bei der Willensbildung beim Erlass der ursprünglichen Bescheide (vom 9. September 2005 [für 2004], vom 22. Mai 2006 [für 2005] und vom 6. Februar 2008 [für 2006]) maßgeblich sei, würde dies eine auf § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO gestützte Änderung der ursprünglichen Bescheide -wie in den angegriffenen Bescheiden vom 16./18. Februar 2011 geschehen- nicht rechtfertigen.
In diesem Sinn hat der IV. Senat des BFH auch im Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99 (BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2) nur ausgesprochen, dass das FA bei Erlas des Änderungsbescheides alle ihm bekannten Tatsachen berücksichtigen muss und die Steuerpflichtigen ihre Mitwirkungspflicht verletzen, wenn sie das FA über steuerrelevante Umstände in Unkenntnis lassen.
aa) Eine Tatsache ist nachträglich bekannt geworden, wenn sie das FA bei Erlass des zu ändernden Steuerbescheids noch nicht kannte (BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2, m.w.N.).
BFH, 18.12.2014 - VI R 21/13
Denn der Änderungsbescheid tritt verfahrensrechtlich an die Stelle des ursprünglichen Bescheids (BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2).
Eine auf § 367 Abs. 2 Satz 2 AO gestützte Verböserung ist dann nicht mehr zulässig (BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2, unter 2.b).
Es muss sich um eine Tatsache handeln, die nachträglich bekannt wird, die die Finanzbehörde also bei Erlass des zu ändernden Bescheides noch nicht kannte (vgl. BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2 , m.w.N.).
b) Eine Tatsache ist i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO nachträglich bekannt geworden, wenn sie das FA beim Erlass des zu ändernden Steuerbescheids noch nicht kannte (BFH-Urteile vom 13. September 2001 IV R 79/99, BFHE 196, 195, BStBl II 2002, 2; vom 13. Januar 2011 VI R 61/09, BFHE 232, 5, BStBl II 2011, 479;… VI R 62/09, BFH/NV 2011, 751, und VI R 63/09, BFH/NV 2011, 743) und auch unter Berücksichtigung seiner amtlichen Ermittlungspflicht nicht hätte kennen können (…BFH-Urteil vom 16. Juni 2004 X R 56/01, BFH/NV 2004, 1502, unter II.2.c aa der Gründe a.E.;… BFH-Beschluss vom 28. Februar 2008 IV B 53/07, IV B 54/07, BFH/NV 2008, 924).
Nachträglich bekannt geworden ist eine Tatsache, wenn sie die Finanzbehörde bei Erlass des ursprünglichen oder des im Anschluss daran geänderten Steuerbescheides noch nicht kannte (vgl. etwa BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 79/99, BStBl. II 2002, 2).
Da sich eine erneute Änderung auf die Abänderung des vorausgegangenen (Änderungs-)Bescheides richtet, kann ein Änderungsbescheid seinerseits daher nur dann erneut geändert werden, wenn die steuererhöhenden Tatsachen nachträglich - mithin also erst nach Erlass des abzuändernden Steuerbescheids - bekanntgeworden sind (vgl. BFH-Urteile vom 13. September 2001 IV R 79/99, BStBl. II 2002, 2 und vom 12. Januar 1989 IV R 8/88, BFHE 156, 4; BStBl. II 1989, 438).
Verletzt die Behörde diese Verpflichtung, während der Steuerpflichtige seiner Mitwirkungspflicht nachkommt, und bleiben ihr deshalb Tatsachen zunächst unbekannt, kann sie diese Tatsachen nicht für eine spätere Änderung eines Steuerbescheids nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO benutzen (vgl. nur BFH-Urteile vom 13. September 2001 IV R 79/99, BStBl. II 2002, 2 und vom 13. November 1985 II R 208/82, BFHE 145, 487, BStBl. II 1986, 241).
BFH, 18.12.2014 - VI R 22/13
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References: § 173
 § 367
 § 242

§ 367
 § 173
 § 164
 § 173
 § 173
 § 367
 § 173
 § 173
 § 173