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Timestamp: 2019-05-27 12:34:06+00:00

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BGH, 16.03.1977 - VIII ZR 283/75 - dejure.org
https://dejure.org/1977,191
BGH, 16.03.1977 - VIII ZR 283/75 (https://dejure.org/1977,191)
BGH, Entscheidung vom 16.03.1977 - VIII ZR 283/75 (https://dejure.org/1977,191)
BGH, Entscheidung vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 (https://dejure.org/1977,191)
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Umfang der Aufklärungspflicht eines Gebrauchtwagenhändlers - Untersuchung eines Fahrzeugs auf Mängel
BGB § 476, § 276
Gebrauchtwagenhandel - Mängeluntersuchung - Gewährleistungsausschluß - Gewährleistungsrecht - Gebrauchtwagen
NJW 1977, 1055
MDR 1977, 742
WM 1977, 584
DB 1977, 951
JR 1977, 325
Eine solche Untersuchungspflicht hat jedoch der Senat nicht nur ganz allgemein für den Zwischenhändler (vgl. dasSenatsurteil vom 25. September 1968 - VIII ZR 108/66 = WM 1968, 1249 = NJW 1968, 2238, das einen Treibstoffhändler betraf), sondern gerade auch für den Gebrauchtwagenhändler verneint (vgl.Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 = WM 1977, 584 = NJW 1977, 1055 [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75]).
Für einen solchen Fall ist auch in demSenatsurteil vom 16. März 1977 (VIII ZR 283/75 a.a.O., unter III 1 a ee der Entscheidungsgründe) eine Untersuchungspflicht bejaht worden.
- Besteht aber keine allgemeine Untersuchungspflicht, so kann von dem Gebrauchtwagenhändler auch nicht verlangt werden, daß er ungefragt jeweils darauf hinweist, er habe den zum Verkauf angebotenen Wagen nicht untersucht und überprüft(Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 a.a.O.).
- Wird der Verkäufer, wie es an sich beim Kauf eines Gebrauchtwagens zu erwarten ist, nach Unfällen oder sonstigen Mängeln gefragt, so muß die Antwort richtig und vollständig sein; wer Erklärungen "ins Blaue hinein" abgibt, handelt, wenn sie falsch sind, arglistig (BGHZ 63, 382, 388 [BGH 21.01.1975 - VIII ZR 101/73] m.w.Nachw.;Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 a.a.O.).
Für Kaufvertragsverhandlungen hat der Bundesgerichtshof ausgesprochen, daß eine allgemeine Pflicht zur Untersuchung des Kaufgegenstandes auf mitteilungsbedürftige Umstände grundsätzlich nicht bestehe, unter besonderen Umständen aber in Betracht gezogen werden könne (Urt. v. 16. März 1977, VIII ZR 283/75, NJW 1977, 1055 f [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75]; v. 14. März 1979, VIII ZR 129/78, NJW 1979, 1707; v. 21. Januar 1981, VIII ZR 10/80, NJW 1981, 928 f;… Urt. v. 3. November 1982, VIII ZR 282/81).
Der Gebrauchtwagenverkäufer, der nicht generell den von ihm angebotenen Wagen überprüfen muß (BGHZ 74, 383, 388; Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 = NJW 1977, 1055 [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75] = WM 1977, 584), kann dazu allenfalls aufgrund handgreiflicher Anhaltspunkte verpflichtet sein, die für ihn einen konkreten Verdacht auf Mängel begründen (…BGH aaO, ferner BGHZ 63, 382, 386 und Senatsurteil vom 18. Juni 1980 - VIII ZR 139/79 = NJW 1980, 2184 - WM 1980, 1070 unter II 1).
Sie begründet nur die Verpflichtung zur vollständigen und richtigen Beantwortung (Senatsurteil vom 16. März 1977 a.a.O. unter III 1 a ee a.E., BGHZ 74, 383, 391 f).
Die Pflicht, das Fahrzeug zu prüfen und den fachlich meist unerfahrenen Käufer zu unterrichten, findet ihre Rechtfertigung nach der Rechtsprechung des Senats (vgl. BGHZ 63, 382 ff; Senatsurteil vom 16. März 1977 aaO; BGHZ 74, 383 ff) in der Erwägung, daß dem fachlich geschulten Verkäufer konkrete Anzeichen für Mängel eher auffallen als dem Käufer und daß er die Erwerbsrisiken damit ungleich besser überblickt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist Arglist gegeben, wenn im Bewußtsein ihrer Bedeutung für die Entschließung des Vertragspartners und der Möglichkeit ihrer Unrichtigkeit Angaben ohne tatsächliche Grundlage "ins Blaue hinein" gemacht werden (BGHZ 63, 382, 388; BGH, Urt. v. 16. März 1977 - VIII ZR 283/75, NJW 1977, 1055;… BGH, Urt. v. 26. September 1997 - V ZR 29/96, NJW 1998, 302, 303).
Dies ist aus Rechtsgründen ebenfalls nicht zu beanstanden (vgl. Senatsurteil vom 16. März 1977 - VIII ZR 283/75 = WM 1977, 584, 585).
Bei einer Täuschung durch Verschweigen eines offenbarungspflichtigen Mangels handelt arglistig, wer einen Fehler mindestens für möglich hält (BGH Urt. v. 16. März 1977, VIII ZR 283/75, NJW 1977, 1055 ), gleichzeitig weiß oder damit rechnet und billigend in Kauf nimmt, daß der Vertragsgegner den Fehler nicht kennt und bei Offenbarung den Vertrag nicht oder nicht mit dem vereinbarten Inhalt geschlossen hätte (BGH st. Rspr., vgl. Senatsurt. v. 10. Juni 1983, V ZR 292/81, WM 1983, 990 und v. 20. März 1987, V ZR 27/86, NJW 1987, 2511, 2512;… BGH Urt. v. 5. Dezember 1985, VII ZR 5/85, NJW 1986, 980 jew. m.w.N.).
Zutreffend ist allerdings der rechtliche Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, daß Arglist mindestens bedingten Vorsatz voraussetzt und der Beklagte daher jedenfalls mit der Möglichkeit gerechnet und sie in Kauf genommen haben müßte, daß die erhöhte Abschreibungsmöglichkeit nach § 7 b EStG für den Kläger nicht bestehe (vgl. Senatsurteil vom 21. November 1952, V ZR 158/51, LM BGB § 463 Nr. 1; BGH Urteil vom 16. März 1977, VIII ZR 283/75, NJW 1977, 1055 [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75]).
Er ist dabei davon ausgegangen, daß ein solcher Verkäufer, wenn er die für den Kaufentschluß des Käufers offensichtlich bedeutsame Frage unrichtig beantwortet, wenigstens mit der Möglichkeit von Mängeln rechnet (BGH Urteil vom 16. März 1977, VIII ZR 283/75, NJW 1977, 1055 [BGH 16.03.1977 - VIII ZR 283/75]; BGHZ 63, 382, 388; BGH Urteil vom 14. März 1979, VIII ZR 129/78, NJW 1979, 1707).
OLG Nürnberg, 14.04.1999 - 4 U 4132/98
Untersuchungspflicht des Leasinggebers vor Veräußerung eines Leasingfahrzeugs
Wirksamkeit eines in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Formularvertrags …
OVG Nordrhein-Westfalen, 17.10.1997 - 7 A 7123/95
Baunachbarrechtliche Voraussetzungen eines Anspruchs auf Aufhebung einer …

References: § 476
 § 276
 BGH 
 § 7
 § 463
 BGH 
 BGH