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Timestamp: 2018-11-19 11:20:16+00:00

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5. Finanzplanung - d. Steuern
Ab dem Veranlagungsjahr 2009 müssen auch Tagesmütter und Tagesväter, die vom Jugendamt bezahlt werden, die Einkünfte aus ihrer Tagespflegetätigkeit nach § 18 EStG als Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit versteuern. Die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 11 EStG ist weggefallen.
Ab dem Jahr 2009 wird kein Unterschied mehr gemacht, ob das Entgelt der Tagepflegepersonen aus öffentlichen oder privaten Mitteln kommt. Alle selbständigen Tagepflegepersonen haben ihre Gewinne im Rahmen der Einkünfte aus selbständiger Arbeit zu versteuern nach § 18 Abs. 1 Nr.1 ESTG
Besteuerung im Jahr 2009
Eine Einkommensteuer wird jedoch nur erhoben, wenn das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag von
Euro 7.834,00 bei Ledigen
Euro 15.667,00	bei zusammenveranlagten Ehegatten
Zu den steuerpflichtigen Einnahmen aus freiberuflicher Tätigkeit im Sinne von § 18 Abs. 1 Nr. 1 Einkommenssteuergesetz zählen seit 2009 für Tageseltern:
1. Honorar und Geldleistungen, die die Tagespflegeperson von privater Seite (z.B. Eltern) erhält
2. Laufende Geldleistungen, die das Jugendamt der Tagespflegeperson für die Kinderbetreuung sowie die „Erstattung des Sachaufwands“ zahlt.
Zu den Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit gehören auch Essensgeld, Pauschalen für Pflegemittel, Eintrittsgelder, Benzingeld und anderes, die der Tagespflegeperson gezahlt werden. Wenn Tageseltern darüber hinaus noch Einkünfte aus anderen Quellen beziehen (z.B. Miete, Kapitaleinkünfte o.Ä.), werden diese zum Einkommen hinzugerechnet.
Ausnahmeregelung von der Besteuerung der Einnahmen aus der Tagespflegetätigkeit:
Nach § 3 Nr. 9 EStG bleiben die vom Jugendamt zu leistenden Erstattungen nach § 23 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 und 4 SGB V III für Unfall-, Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge steuerfrei (siehe Punkt e Sozialabgaben). Besteuerungsgrundlage ist der Gewinn aus der Tagespflegetätigkeit
(Gewinn = Einnahmen abzüglich Ausgaben).
Der Gewinn wird mittels einer Einnahmen-Überschuss- Rechnung ermittelt. In der Einkommensteuererklärung ist eine Anlage EÜR abzugeben. Bei geringem Einkommen (Betriebseinnahmen unter 17.500 Euro) reichen Aufzeichnungen für die Ermittlung des Gewinns.
Der an Hand der Anlage EÜR oder der gesonderten Aufzeichnungen ermittelte Gewinn ist in der Anlage S zur Einkommensteuererklärung in der Zeile 4 (Gewinn aus freiberuflicher Tätigkeit) einzutragen.
Hat man eine Personengesellschaft mit einer anderen Kindertagespflegeperson gegründet, so ist der eigene Gewinnanteil aus der Personengesellschaft in der Anlage S in der Zeile 6 einzutragen.
Eine Einkommensteuererklärung ist spätestens bis zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt abzugeben. Erfolgt die Betreuung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist zur Abgabe der Steuererklärung bis zum 31.12. des Folgejahres.
Das Finanzamt setzt an Hand des zu versteuernden Einkommens des Vorjahres, vierteljährliche Einkommensteuer-Vorauszahlungen für den laufenden Veranlagungszeitraum in der Regel 01.01.-31.12. fest. Mit der Jahreserklärung werden diese geleisteten Vorauszahlungen auf die Jahressteuerschuld angerechnet.
Für Existenzgründer ermittelt das Finanzamt die Vorauszahlungen das erste Mal anhand einer Einkommensschätzung. Sobald Sie bei dem für Sie zuständigen Finanzamt Ihre selbstständige Tätigkeit gemeldet haben (Pflicht!), erhalten Sie einen Fragebogen, den Sie ausgefüllt zurückschicken. Anhand Ihrer Antworten berechnet das Finanzamt die Höhe der Steuervorauszahlungen.
Für das kommende Jahr bildet dann jeweils Ihr Einkommen des Vorjahres die Grundlage für die Ermittlung der Vorauszahlung. Steuervorauszahlungen sind jeweils quartalsweise zu zahlen.
Im Rahmen der Einkommenssteuererklärung werden die tatsächlich zu leistenden Steuerzahlungen errechnet: Zuviel gezahlte Vorauszahlungen erhalten Sie zurück; sollten Sie zu wenig vorausgezahlt haben, müssen Sie diesen Betrag dem Finanzamt nachzahlen.
Tagespflegepersonen sind grundsätzlich von der Umsatzsteuer befreit - nach § 4 Nr. 25 UStG. Dies geht aus folgendem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Finanzministerien der Länder hervor:
Voraussetzung für die Umsatzsteuerfreiheit ist eine Erlaubnis zur Kindertagespflege nach § 43 SGB VIII (Pflegeerlaubnis) die beim Jugendamt zu beantragen ist.
Die Umsatzsteuerfreiheit ist auch gegeben, wenn Tagespflegepersonen Leistungen erbringen, für die sie nach § 24 Abs. 5 SGB VIII vermittelt werden können. Da hier im Gesetz das Wort „können“ steht, ist eine tatsächliche Vermittlung nicht Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung, so dass auch privat nachgefragte Leistungen von der Umsatzsteuer befreit sind. Hier gilt jedoch auch wieder, dass die Tagespflegeperson nach § 23 SGB VIII zur Tagespflege geeignet sein muss.
Liegt einer Tagespflegeperson keine Pflegeerlaubnis vor, kann sie noch als Kleinunternehmer nach § 19 UStG von der Umsatzsteuer befreit sein.
- Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG ist, wer im Vorjahr weniger als 17.500 Euro und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz hat.
- Wird die Grenze von 17.500 Euro in einem Kalenderjahr überschritten, so ist der Unternehmer ab dem darauffolgenden Kalenderjahr verpflichtet, Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen.

References: § 18
 § 3
 § 18
 § 18
 § 3
 § 23
 § 4
 § 43
 § 24
 § 23
 § 19
 § 19