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Timestamp: 2018-12-15 11:50:29+00:00

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Chronik des Kirchenchores St. Nikolaus v. Tolentino
Der Kirchenchor im Jahre 1899
Sangesfreudige Herren der Gemeinde Rösrath schlossen sich bereits im Jahre 1849 unter der Leitung des Lehrers und Organisten Johann Felder zu einer Chorgemeinschaft zusammen, die hauptsächlich wohl weltlichen Gesängen huldigte, jedoch zu hohen Feiertagen auch Gottesdienste mit geistlichen Gesängen feierlich gestaltete. Johann Felder behielt die Leitung bis zum Jahre 1884.
Sein Nachfolger wurde für kurze Zeit Lehrer Horgnies, der den Chor anlässlich einer Prozession im Stich ließ.
Lehrer Fuhrmann übernahm die Chorgemeinschaft. Er stellte mehr den kirchlichen Dienst in den Vordergrund seiner Bemühungen, wogegen einige Herren dem weltlichen Gesang zugetan waren.
Es kam deswegen im Juni 1887 zu einer Trennung der Chorgemeinschaft.
Dreißig Herren gründeten am 13.Juni 1887 den „Nicolaus - Gesangverein Rösrath“ und gaben dem Verein die erste schriftliche Satzung.
Zweck des Vereins war nach § 1 vorzüglich Pflege und Hebung des Kirchengesanges, des Choralgesanges und mehrstimmiger Kirchenlieder.
Die Satzung wurde am 17.Dez. 1898 neu gefasst. Man nannte sich nun „Rösrather Kirchenchor“ und hatte 32 Herren als Mitglieder.
Statuten des Kirchenchor Rösrath
1. Kladde der Handschriftlichen Statuten des neu gegründeten Kirchenchors.
Noch in den dreißiger Jahren bestand der Kirchenchor offiziell als reiner Männerchor.
Am 21.Nov. 1934 zählte er
· 8 erste Tenöre
· 9 zweite Tenöre
· 5 erste Bässe
· 7 zweite bässe
Die Sängerinnen,
Helene Wenzel (Eintritt 01.05.1929)
Maria Hoymann (Eintritt 01.05.1932)
Getrud Betten (Eintritt 01.06.1932)
wurden in den Protokollen der Jahreshauptversammlungen nicht aufgeführt.
Die Statuten in handschriftlicher Form wiesen 9 §§ auf die den heutigen Bestimmungen eines Kirchenchors nicht mehr ganz entsprechen.
§ 1 besagte:
Der Zweck des Vereins ist vorzüglich Pflege und Habung des Kirchengesangs. Daneben pflegt der Kirchenchor auch den weltlichen Gesang.
§ 2 gab Auskunft über die Zusammensetzung des Vorstandes.
Der Vorstand des Vereins besteht aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, Dirigenten, Kassierer und 5 Beisitzenden welche durch Stimmenmehrheit alle 3 Jahre vom Verein gewählt werden. Der Vorstand unter dem Vorsitz des Präsidenten leitet und ordnet die Geschäfte und
Angelegenheiten des Vereins.
§ 3 regelte die Aufnahme neuer Mitglieder.
Nicht jeder durfte im Kirchenchor mitsingen.
Neue Mitglieder sind dem Vorstand anzumelden. Hat derselbe sich nun
über die Persönlichkeit gutartig geäußert, so kann, nachdem der Dirigent
die Stimme geprüft und für gut befunden hat die Aufnahme erfolgen.
Letztere geschieht durch geheime Abstimmung und darf nicht eher als
wenigstens drei Wochen nach der Anmeldung vorgenommen werden.
§ 4 regelt die unehrenhafte Entlassung von Chormitgliedern.
Der Verein hat das Recht, Mitglieder, welche sich eines unmoralischen und unsittlichen Lebenswandels, sowie unordentlichen Benehmens gegen die übrigen und ganz besonders gegen ältere Mitglieder schuldig machen, aus dem Verein auszustoßen.
Für diesen Paragrafen ist der Vorstand alleine zuständig.
Damals wurde von den Chormitgliedern ein monatlicher Beitrag erhoben der in § 5 geregelt wurde, mit folgendem Wortlaut:
Jedes Mitglied hat einen monatlichen Beitrag von 10 Pfennig in die Vereinskasse zu zahlen. Das Eintrittsgeld für neue Mitglieder beträgt 75 Pfennige. Ehrenmitglieder zahlen 3 Mark jährlich, als Eintrittsgeld nichts. Der Kassierer hat halbjährlich Rechnung über Einnahmen und Ausgaben abzugeben.
In § 6 werden Fehlzeiten behandelt. Es waren früher sehr raue Sitten, die man sich heute wohl kaum noch erlauben kann.
Die Bestimmungen: Wer dreimal hintereinander ohne genügende Entschuldigung die Proben versäumt, ist aus dem Verein ausgeschlossen. Für jede übrige Versäumung der Proben ist ein Strafgeld von 10 Pfennigen zu entrichten, wenn nicht ein rechtmäßiger Entschuldigungsgrund spätestens bei der nächstfolgenden Probe angemeldet worden ist. Die Strafgebühren werden mit den Monatsbeiträgen einkassiert. Die durch § 4 + § 6 ausgeschlossenen, sowie die freiwillig ausgetretenen Mitglieder verlieren jedes Anrecht auf Inventar und Kasse.
§ 7. Alle Mitglieder haben sich in der Kirche an den für die Sänger bestimmten Platz auf der Orgelbühne einzufinden, gleichfalls sofort nach der Kirche im Vereinslokal. Die für eine Rolle in Theaterstücken bestimmten Personen, haben dieselbe, wenn nicht dringende Gründe vorliegen, unweigerlich anzunehmen.
Alle im Vereine vorkommenden Verhandlungen sind als Vereinsgeheimnisse zu bewahren und können solche Mitglieder welche diese Vorschrift verletzen, ebenfalls (vom Vorstand) ausgeschlossen werden.
Jedem neu beitretenden Mitgliede sind die vorstehenden Statuten vorzulesen und erklärt sich jedes Mitglied durch seine Unterschrift mit denselben einverstanden.
§ 8 bestimmt den Probenort und die Probenzeiten.
Das Vereinslokal ist beim Wirten Robert Rohr und zwar in dem, neben der Wohnstube eingerichteten Zimmer. Die gewöhnlichen Gesangsübungen finden statt: Samstags von 8.00 Uhr Abends und sonntags von 6.00 Uhr ab.
Außerdem kann der Dirigent außergewöhnliche Probenstunden bestimmen.
Sodann findet zweimal im Jahre im Saale Rohr eine Generalversammlung (Familienabend) statt, zu der die Familienangehörigen der Mitglieder und Ehrenmitglieder Zutritt haben.
Der § 9 regelt die Änderung der Statuten.
Hinzufügen von neuen Statuten und Abänderung der alten werden vom Verein durch Stimmenmehrheit bestimmt.
Die erarbeiteten Statuten wurden am 16. Januar 1888 von dem damaligen Rösrather Bürgermeisters, Namens Leyhaus, unterschrieben und konnten somit in Kraft treten.
Kirchenchor im Jahre 1912
Noch in den dreißiger Jahren bestand der Kirchenchor offiziell nur als reiner Männerchor.
Das goldene Jubelfest im Jahre 1937 findet im Protokollbuch keine Erwähnung. Jedoch gab der Ehrenvorsitzende Heinrich Roth sen. beim 50. Jubiläum eine Chronik heraus, die ausdrücklich in einer Generalversammlung am 20.November 1946 den damals neu hinzukommenden Sängern zur Kenntnis gebracht wurde.
Am 18.November 1936 wurde die damals letzte Generalversammlung einberufen, in der der langjährige Vorsitzende Josef Roth noch einmal das Amt annahm und zwar bis zum goldenen Jubelfest. In der gleichen Versammlung wurde auch der Beitritt zur "Reichsmusikkammer" die damals übliche Gleichschaltung aller Institutionen mit dem Nationalsozialismus diskutiert, eine Entscheidung aber bis zur Beschaffung näherer Informationen durch den Präses zurückgestellt. Die Zeit danach bis zum bitteren Ende des "tausendjährigen Reiches" bringt keinen urkundlichen Nachweis einer Tätigkeit des Kirchenchors mehr.
Erst am 4.Oktober 1945 trafen sich die Überlebenden zu einer außer-ordentlichen Versammlung. Das Protokoll erwähnt erstmals auch Frauen und Mädchen, die während des Krieges mit einem "Häuflein alter Sänger" bei besonderen kirchlichen Festen den Gottesdienst nach besten Kräften verschönerten. Somit kann der offizielle Beginn eines "gemischten Chors" in die Kriegszeit 1939 bis 1945 datiert werden.
Schon in der Generalversammlung am 20.November 1946 konnte der Chor achtundfünfzig aktive Mitglieder vorweisen, von denen im Berichtsjahr dreißig bei jeder Probe zur Stelle waren.
Der Kirchenchor im Jahre 1962 - 75jähriges Jubiläum
Höhepunkten im Wirken des Kirchenchors folgten naturgemäß auch Rückschläge. So gab es 1971 nach dem Tode des langjährigen Dirigenten Willi Hövel unter einem seinem Nachfolger sogar Auflösungserscheinungen.
Erst als 1977 der amerikanische Organist Charch den Chor übernahm, konnte wieder ein Aufschwung verzeichnet werden, der sich dann unter seinen Nachfolgern Manfred Heyder und Rudolf Wingenfeld fortsetzte.
Waren es 1977 fünfundzwanzig Sängerinnen und Sänger, so waren es 1987 zum Hundertjährigen Jubiläum 49 sangesfreudige Menschen, die sich regelmäßig zu den Proben am Dienstagabend im Augustinushaus und zu den häufiger werdenden Darbietungen in der Pfarrkirche und auch der Zivilgemeinde trafen.
Es sei noch erwähnt das sechs Herren des Kirchenchors sich der Pflege des gregorianischen Chorals verschrieben hatten.
Der Kirchenchor im Jubiläumsjahr 1987 - 100jähriges Jubiläum

References: § 1

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4
 § 5
 § 6
 § 4
 § 6

§ 7

§ 8
 § 9