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Timestamp: 2020-08-14 21:04:56+00:00

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BVerfG, 20.03.2007 - 1 BvR 1047/05 - dejure.org
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BVerfG, 20.03.2007 - 1 BvR 1047/05 (https://dejure.org/2007,328)
BVerfG, Entscheidung vom 20.03.2007 - 1 BvR 1047/05 (https://dejure.org/2007,328)
BVerfG, Entscheidung vom 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 (https://dejure.org/2007,328)
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Bürgenhaftung des Hauptunternehmers für die Zahlung eines Mindestlohns an die von einem Nachunternehmer beschäftigten Arbeitnehmer gem § 1a AEntG mit GG Art 12 Abs 1 vereinbar
Verfassungsmäßigkeit der Bürgenhaftung des Bauhauptunternehmers für die Zahlung des tariflichen Mindestlohns an einen Arbeitnehmer des von ihm beauftragten Subunternehmers; Sinn und Zweck der Bürgenhaftung des Hauptunternehmers aus § 1a Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) ...
Zur Bürgenhaftung des Hauptunternehmers
AEntG § 1a; GG Art. 3 Abs. 1, Art. 12 Abs. 1
Arbeit & Soziales - Bürgenhaftung nach dem AEntG ist verfassungsgemäß
§ 1a Satz 1 AEntG verstößt nicht gegen Art. 12 GG
Bürgenhaftung des Hauptunternehmers nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz verfassugnskonform
123recht.net (Pressemeldung, 5.4.2007)
Mindestlohn am Bau gilt auch für Subunternehmer
Bürgenhaftung gemäß AEntG verfassungsgemäß! (IBR 2007, 341)
ArbG Berlin, 07.12.2000 - 71 Ca 24717/00
LAG Berlin, 31.08.2001 - 6 Sa 495/01
BVerfGK 10, 450
NJW 2007, 2033 (Ls.)
MDR 2007, 959
NZBau 2007, 430
NZA 2007, 609
DB 2007, 978
cc) Darüber hinaus ist der Gesetzgeber befugt, die Ordnungsfunktion der Tarifverträge zu unterstützen, indem er Regelungen schafft, die bewirken, dass die von den Tarifparteien ausgehandelten Löhne und Gehälter auch für Nichtverbandsmitglieder zur Anwendung kommen und damit die von Art. 9 Abs. 3 GG intendierte, im öffentlichen Interesse liegende autonome Ordnung des Arbeitslebens durch Koalitionen abstützen (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - zu IV 2 b bb (1) (b) der Gründe mwN zur verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung, BVerfGK 10, 450, 459; s. auch Schubert RdA 2001, 200, 204).
bb) Art. 12 Abs. 1 GG schützt die Erwerbszwecken dienende Tätigkeit auch vor staatlichen Beeinträchtigungen, die gerade auf die berufliche Betätigung bezogen sind (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - Rn. 33, BVerfGK 10, 450) .
Dieser Gesichtspunkt vermag daher hier keine verstärkte Haftung des Arbeitgebers zu rechtfertigen (vgl BVerfG, Beschluss vom 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - NZA 2007, 609, 611).
Beide Ziele sind als Gemeinschaftsgüter von hoher Bedeutung anerkannt (vgl BVerfG, Beschluss vom 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - NZA 2007, 609 mwN).
Die Haftung ist ein geeignetes, erforderliches und unter Berücksichtigung der bestehenden Exkulpationsmöglichkeit verhältnismäßiges Mittel zur Durchsetzung der genannten Ziele (…vgl auch Sehnert in Hauck/Haines, SGB IV, aaO, § 28e RdNr 13;… Felix in Wannagat, SGB IV, aaO, § 28e RdNr 33; zu § 1a AEntG vgl BVerfG, aaO, NZA 2007, 609, 611).
BAG, 16.10.2019 - 5 AZR 241/18
Das hat das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 20. März 2007 bestätigt (vgl. BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - Rn. 32 ff.) .
Weil er dadurch die Beachtung der zwingenden Mindestarbeitsbedingungen aus der Hand gegeben und die Durchsetzung der Regelungsziele des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes erschwert habe, sei es gerechtfertigt, ihm die Mitverantwortung für die Erfüllung der Mindestlohnansprüche der auch in seinem Interesse auf der Baustelle eingesetzten Arbeitnehmer zuzuweisen (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - Rn. 54) .
bb) Diese Genese des § 14 AEntG zeigt, dass der Gesetzgeber in Kenntnis der einschränkenden Auslegung des Unternehmerbegriffs, insbesondere durch die Entscheidungen des Fünften Senats des Bundesarbeitsgerichts vom 6. November 2002 (- 5 AZR 617/01 (A) - BAGE 103, 240) und vom 12. Januar 2005 (- 5 AZR 617/01 - BAGE 113, 149) , die vom Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 20. März 2007 gebilligt wurde (- 1 BvR 1047/05 -) , keine weitergefasste Haftung mit der Regelung des § 14 AEntG begründen wollte.
(bb) Art. 12 Abs. 1 GG schützt die Erwerbszwecken dienende Tätigkeit vor staatlichen Beeinträchtigungen, die gerade auf die berufliche Betätigung bezogen sind (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - Rn. 33, BVerfGK 10, 450) .
Das in beiden Tarifverträgen vorgesehene System der Finanzierung der Berufsausbildung im Schornsteinfegerhandwerk ist vor dem Hintergrund des den Tarifvertragsparteien zukommenden erheblichen Gestaltungsspielraums geeignet, erforderlich und auch verhältnismäßig im engeren Sinn (vgl. zu diesem Prüfungsmaßstab BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - Rn. 39 ff., aaO) .
Der Gesetzgeber darf auch die Ordnungsfunktion der Tarifverträge unterstützen, indem er Regelungen schafft, die bewirken, dass die von den Tarifvertragsparteien ausgehandelten Löhne und Gehälter auch für Nichtverbandsmitglieder zur Anwendung kommen (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - Rn. 38, BVerfGK 10, 450) .
vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 -, juris Rn. 37 (= NZA 2007, 609-612), vom 11. Juli 2006 - 1 BvL 4/00 -, BVerfGE 116, 202-228 (…juris Rn. 87), vom 3. April 2001 - 1 BvL 32/97 -, juris Rn. 50 (= BVerfGE 103, 293-309), und vom 27. April 1999 - 1 BvR 2203/93, 1 BvR 897/95 -, juris Rn. 55 (= BVerfGE 100, 271-288); Bieback, Rechtliche Probleme von Mindestlöhnen, insbesondere nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz, in: RdA 2000, 207 (209) m.w.N.; Hilgenstock, Mindestlohngesetz, 2014, Rn. 2; Lobinger, Mindestlohn und Menschenwürde, in: Anderheiden/Keil/Kirste/Schaefer (Hrsg.), Verfassungsvoraussetzungen: Gedächtnisschrift für Winfried Brugger, Tübingen 2013, S. 355-385.
vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 3. April 2001 - 1 BvL 32/97 -, juris Rn. 50 (= BVerfGE 103, 293-309), und vom 11. Juli 2006 - 1 BvL 4/00 -, juris Rn. 88 (= BVerfGE 116, 202-228); BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 -, juris Rn. 37 (= NZA 2007, 609-612).
vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 24. Mai 1977 - 2 BvL 11/74 -, juris Rn. 61 (= BVerfGE 44, 322-353), und vom 11. Juli 2006 - 1 BvL 4/00 -, juris Rn. 90 (= BVerfGE 116, 202-228); BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 -, juris Rn. 38 (= NZA 2007, 609-612); Franzen, in: Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, 15. Aufl. 2015, TVG § 1 Rn. 2. Kritisch zur Stärkung der Ordnungsfunktion der Tarifautonomie durch Tarifvertragserstreckungsregelungen im Allgemeinen und Tariftreueregelungen im Besonderen: vgl. Bieback/Kocher, Juristische Fragen der gesetzlichen Festlegung eines Mindestentgelts durch erleichterte Allgemeinverbindlicherklärung oder Verweis auf unterste Tarifentgelte, in: Bieback/Dietrich/Hanau/Kocher/Schäfer, Tarifgestützte Mindestlöhne, 2007, 43 (70); Waltermann, Entwicklungslinien der Tarifautonomie, in: RdA 2014, 86 (90); Rieble, Tariftreue vor dem BVerfG, in: NZA 2007, 1 (2); Höfling/Rixen, Tariftreue oder Verfassungstreue? - Von der "gewährleistungsstaatlichen" Relativierung des Grundrechtsschutzes am Beispiel der Tariftreue-Entscheidung des BVerfG, in: RdA 2007, 360 (365); Tietje, Die Verfassungsmäßigkeit eines Tariftreueverlangens bei Bauauftragsvergabe, in: NZBau 2007, 23 (26).
Seine Haftung nach § 1a AEntG aF soll den Hauptunternehmer veranlassen, bei der Vergabe von Aufträgen an Nachunternehmer verstärkt auf deren Zuverlässigkeit zu achten und so dazu beizutragen, dass zwingende Mindestarbeitsbedingungen eingehalten werden (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - zu IV 2 b bb (2) (b) der Gründe, EzAÜG GG Nr. 9) .
Außerdem wollte der Gesetzgeber Schwarzarbeit in der Bauwirtschaft verhindern, mehr Arbeitsplätze schaffen und Schmutzkonkurrenz unterbinden, die kleinere und mittlere Betriebe in der Vergangenheit vom Markt gedrängt hatte (vgl. BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - zu IV 2 b bb (1) (a) der Gründe, aaO; BT-Drucks. 14/45 S. 17; BAG 12. Januar 2005 - 5 AZR 617/01 - zu IV 2 b bb (1) der Gründe, BAGE 113, 149) .
Das hat das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich offengelassen (BVerfG 20. März 2007 - 1 BvR 1047/05 - zu IV 2 b bb (4) (b) der Gründe, EzAÜG GG Nr. 9) und braucht der Senat nicht zu entscheiden.
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References: § 1
 § 1
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 Art. 3
 Art. 12

§ 1
 Art. 12
 Art. 9
 Art. 12
 § 28
 § 28
 § 1
 § 14
 § 14
 Art. 12
 § 1
 § 1
 § 1
 § 150
 § 1