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Timestamp: 2020-08-09 03:16:19+00:00

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Strafurteil | Rechtslupe
Schlagwort: Strafurteil
In einem Siche­rungs­ver­fah­ren sind an die Dar­le­gung der künf­ti­gen Gefähr­lich­keit umso höhe­re Anfor­de­run­gen zu stel­len, je mehr es sich bei dem zu beur­tei­len­den Sach­ver­halt unter Berück­sich­ti­gung des Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­grund­sat­zes (§ 62 StGB) um einen Grenz­fall han­delt . Die grund­sätz­lich unbe­fris­te­te Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus gemäß § 63 StGB ist eine
3. August 2020 Rechtslupe
Die Vor­aus­set­zun­gen der §§ 20, 63 StGB sind schon dann nicht belegt, weil das Land­ge­richt kei­ne hin­rei­chen­den Fest­stel­lun­gen zur jewei­li­gen sub­jek­ti­ven Tat­sei­te getrof­fen hat. So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Straf­kam­mer hat, dem Gut­ach­ten des Sach­ver­stän­di­gen fol­gend, ange­nom­men, dass der Ange­klag­te auf­grund sei­ner Erkran­kung zu Beein­träch­ti­gungs­ideen
Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus – und der län­ger­dau­ern­de Defekt­zu­stand
Stützt der Tatrich­ter –wie hier – sei­ne Fest­stel­lun­gen zum Tat­kern­ge­sche­hen im Wesent­li­chen auf die Anga­ben des (ver­meint­li­chen) Tat­op­fers, hängt sei­ne Urteils­fin­dung maß­geb­lich von der Beant­wor­tung der Fra­ge ab, ob die­sem zu glau­ben ist. Hat die (Haupt-)Belastungszeugin zudem wei­te­re Straf­ta­ten behaup­tet, von denen sich das Gericht nicht zu über­zeu­gen ver­mag, so
Das Tat­ge­richt hat gemäß § 267 Abs. 3 Satz 1 StPO die Umstän­de anzu­füh­ren, die für die Zumes­sung der Stra­fe bestim­mend waren. Damit soll dem Revi­si­ons­ge­richt die Prü­fung der sach­li­chen Rich­tig­keit der Straf­zu­mes­sungs­ent­schei­dung ermög­licht wer­den. Dies war in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Straf­ver­fah­ren nicht der Fall. Im Rah­men der Straf­zu­mes­sung hat
Die Pflicht, sich mit fest­ge­stell­ten Umstän­den aus­ein­an­der­zu­set­zen, wenn sie für die Anwen­dung des mate­ri­el­len Rechts erheb­lich sind, löst im Ein­zel­fall eine Begrün­dungs­pflicht aus, die auch über die Bestim­mung des § 267 Abs. 6 StPO hin­aus­ge­hen kann . Kommt daher auf­grund der im Urteil getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen die Anord­nung einer Unter­brin­gung des Ange­klag­ten
Beden­ken gegen eine wirk­sa­me Zustel­lung bestehen nicht des­halb, weil die Urteils­for­mel in der zuge­stell­ten Urteils­ur­kun­de gänz­lich fehl­te . Die Urteils­for­mel ist nach § 268 Abs. 2 Satz 1 StPO bei der Ver­kün­dung zu ver­le­sen und nach § 273 Abs. 1 StPO in die Sit­zungs­schrift auf­zu­neh­men. Die maß­geb­li­che Infor­ma­ti­on über den Inhalt der Urteils­for­mel
BTM-Delik­te – und die Urteils­for­mel
Die aus­drück­li­che Bezeich­nung des Han­del­trei­bens als „uner­laubt“ im Schuld­spruch ist ent­behr­lich, da Straf­ta­ten nach dem Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz aus­schließ­lich den uner­laub­ten Umgang mit Betäu­bungs­mit­teln betref­fen . Dar­über hin­aus bedarf es beim bewaff­ne­ten Han­del­trei­ben nicht des Zusat­zes „in nicht gerin­ger Men­ge“, denn der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand des bewaff­ne­ten Han­del­trei­bens nach § 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG
Gesamt­frei­heits­stra­fe – und die Ein­be­zie­hung frü­he­rer Geld­stra­fen
Wer­den sämt­li­che Ein­zel­stra­fen aus einem frü­he­ren Urteil in eine neu gebil­de­te Gesamt­frei­heits­stra­fe ein­be­zo­gen, steht dem nicht ent­ge­gen, dass das ers­te Gericht für die von ihm ver­häng­ten Geld­stra­fen kei­ne Tages­satz­hö­he bestimmt hat­te. Die feh­len­de Tages­satz­hö­he steht der Ein­be­zie­hung einer Geld­stra­fe in eine Gesamt­frei­heits­stra­fe nicht ent­ge­gen, weil maß­ge­bend für die Bil­dung einer
Die Beweis­wür­di­gung ist Sache des Tat­ge­richts. Trifft es auf­grund der in der Haupt­ver­hand­lung ange­fal­le­nen Erkennt­nis­se Fest­stel­lun­gen oder kann es wegen ver­blei­ben­der Zwei­fel kei­ne Fest­stel­lun­gen tref­fen, so ist dies durch das Revi­si­ons­ge­richt regel­mä­ßig hin­zu­neh­men. Es kommt nicht dar­auf an, ob es Erkennt­nis­se anders gewür­digt oder dem Tat­ge­richt ver­blei­ben­de Zwei­fel über­wun­den hät­te.
Das im Rechts­fol­gen­aus­spruch auf­ge­ho­be­ne Urteil – und die Fest­stel­lun­gen zur Per­son
Hat das Revi­si­ons­ge­richt das im ers­ten Durch­gang ergan­ge­ne Urteil im gesam­ten Rechts­fol­gen­aus­spruch mit den zuge­hö­ri­gen Fest­stel­lun­gen auf­ge­ho­ben, bedeu­tet dies, dass alle Fest­stel­lun­gen auf­ge­ho­ben wor­den sind, die sich – wie die­je­ni­gen zu den per­sön­li­chen Ver­hält­nis­sen des Ange­klag­ten und zu sei­nem Wer­de­gang – aus­schließ­lich auf die Straf­fra­ge bezie­hen. Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof
Ver­fas­sungs­be­schwer­de im Straf­ver­fah­ren – und der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät
Im Straf­ver­fah­ren ver­langt der Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät der Ver­fas­sungs­be­schwer­de genügt (§ 90 Abs. 2 BVerfGG) von einem Beschwer­de­füh­rer, der sei­ne Grund­rech­te durch Ver­stö­ße des Tat­ge­richts ver­letzt sieht, die­se im Revi­si­ons­ver­fah­ren so zu rügen, dass eine sach­li­che Befas­sung des Revi­si­ons­ge­richts mit die­sen Rügen mög­lich und hin­rei­chend wahr­schein­lich ist. Im Rah­men der Sach­rü­ge
Die Vor­schrift des § 47 Abs. 1 StGB gilt auch für die einer Gesamt­stra­fen­bil­dung unter­lie­gen­den Ein­zel­stra­fen. Wer­den als Ein­zel­stra­fen jeweils Frei­heits­stra­fe unter sechs Mona­ten ver­hängt, sind die­se Straf­aus­sprü­che rechts­feh­ler­haft, wenn in den Urteils­grün­den weder aus­drück­lich noch nach dem Gesamt­zu­sam­men­hang Umstän­de dar­ge­tan sind, wel­che die Ver­hän­gung einer Frei­heits­stra­fe zur Ein­wir­kung auf den
Das Tat­ge­richt hat in Fäl­len, in denen es dem Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen folgt, grund­sätz­lich des­sen wesent­li­che Anknüp­fungs­tat­sa­chen und Aus­füh­run­gen so dar­zu­le­gen, dass das Rechts­mit­tel­ge­richt prü­fen kann, ob die Beweis­wür­di­gung auf einer trag­fä­hi­gen Tat­sa­chen­grund­la­ge beruht und die Schluss­fol­ge­run­gen nach den Geset­zen der Logik, den Erfah­rungs­sät­zen des täg­li­chen Lebens und den Erkennt­nis­sen
Ban­den- und gewerbs­mä­ßi­ger Betrug – und der Urteils­te­nor
Wird Betrug kumu­la­tiv ban­denund gewerbs­mä­ßig began­gen, liegt nicht ledig­lich ein nur für die Straf­zu­mes­sung bedeut­sa­mes Regel­bei­spiel vor; viel­mehr ent­hält § 263 Abs. 5 StGB einen Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stand, der die Tat zum Ver­bre­chen hoch­stuft. Ist aber ein eige­ner Straf­tat­be­stand mit beson­de­ren Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­ma­len ver­wirk­licht, hat das Tat­ge­richt dies im Urteils­te­nor durch Auf­füh­rung die­ser Qua­li­fi­ka­ti­ons­merk­ma­le
Es stellt einen sach­lich­recht­li­chen Man­gel dar, wenn das Tat­ge­richt, wel­ches nach der Auf­he­bung eines frü­he­ren Urteils mit den Fest­stel­lun­gen zu neu­er Ver­hand­lung und Ent­schei­dung beru­fen ist, sei­nem Urteil nicht nur eige­ne, son­dern auch auf­ge­ho­be­ne Fest­stel­lun­gen zugrun­de legt . Hebt das Revi­si­ons­ge­richt ein Urteil im Straf­aus­spruch mit den Fest­stel­lun­gen auf, blei­ben
Weist ein inner­halb der Frist des § 275 Abs. 1 Satz 2 StPO ange­brach­ter Ver­hin­de­rungs­ver­merk aus, dass Rich­ter am Land­ge­richt K. wegen der zwi­schen­zeit­lich ange­tre­te­nen Eltern­zeit an der Unter­schrift gehin­dert war, genügt der Ver­merk damit den Anfor­de­run­gen des § 275 Abs. 2 Satz 2 StPO. Wur­de eine Ver­hin­de­rung frist­ge­recht beur­kun­det und auf einen die­se
Zur Dar­stel­lung des Gut­acht­en­er­geb­nis­ses einer mole­ku­lar­ge­ne­ti­schen Ver­gleichs­un­ter­su­chung in den Ent­schei­dungs­grün­den eines straf­ge­richt­li­chen Urteils hat die höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung kon­kre­te Anfor­de­run­gen ent­wi­ckelt . Bei Misch­spu­ren ist in den Urteils­grün­den zumin­dest mit­zu­tei­len, wie vie­le Sys­te­me unter­sucht wur­den, ob und wie­weit sich Über­ein­stim­mun­gen in den unter­such­ten Sys­te­men erga­ben und mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit die fest­ge­stell­te
Zur Abfas­sung von Urteils­grün­den hat der Bun­des­ge­richts­hof bereits viel­fach ent­schie­den , dass nach § 267 Abs. 1 Satz 1 StPO die Urteils­grün­de die für erwie­sen erach­te­ten Tat­sa­chen ange­ben müs­sen, in denen die gesetz­li­chen Merk­ma­le der Straf­tat gefun­den wer­den. Für die revi­si­ons­rich­ter­li­che Über­prüf­bar­keit ist eine geschlos­se­ne und nach­voll­zieh­ba­re Dar­stel­lung des straf­ba­ren Ver­hal­tens erfor­der­lich;
Die Beweis­wür­di­gung ist Sache des Tatrich­ters (§ 261 StPO). Ihm obliegt es, das Ergeb­nis der Haupt­ver­hand­lung fest­zu­stel­len und zu wür­di­gen. Sei­ne Schluss­fol­ge­run­gen brau­chen nicht zwin­gend zu sein; es genügt, dass sie mög­lich sind . Das Revi­si­ons­ge­richt hat die tatrich­ter­li­che Beweis­wür­di­gung selbst dann hin­zu­neh­men, wenn eine ande­re Beur­tei­lung näher gele­gen hät­te

References: § 63
 § 267
 § 267
 § 268
 § 273
 § 30
 § 47
 § 263
 § 275
 § 275
 § 267