Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%2042/80
Timestamp: 2019-02-19 01:44:44+00:00

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BGH, 23.06.1981 - VI ZR 42/80 - dejure.org
Anwaltliche Pflicht verjährungsunterbrechende Maßnahmen zu treffen - Pflichtgemäße Beratung des Mandanten durch den Rechtsanwalt - Anerkenntnis als verjährungsunterbrechende Maßnahme - Anforderungen an die anwaltlichen Betreuungspflichten
Kurze Gewährleistungsfrist: Anwaltspflichten
NJW 1981, 2741
VersR 1981, 982
BauR 1981, 591
Der Bundesgerichtshof hat für einen Fall, in dem eine kürzere Verjährungsfrist als die des § 13 Nr. 4 VOB/B (1973) vereinbart worden war und die Gewährleistungspflicht mit Ablauf der kurzen Frist "endgültig erlöschen" sollte, entschieden, dass damit § 13 Nr. 5 Abs. 1 Satz 2 VOB/B (1973) abbedungen war (BGH, Urteil vom 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80, juris Rn. 24, BauR 1981, 591).
Bei Zweifeln über die Länge der Verjährungsfrist muss er den Grundsatz des sichersten Weges beachten (vgl. BGH, Urt. v. 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80, NJW 1981, 2741, 2742).
Er muß dabei die Zweifel und Bedenken, zu denen die Sachlage Anlaß gibt, darlegen und erörtern (…BGH, Urt. v. 21. November 1960 - III ZR 16O/59, aaO), insbesondere wenn er einen weniger sicheren Weg gehen will (Senatsurt. v. 31. Oktober 1985 - IX ZR 175/84, WM 1986, 199, 202 unter II 1; vgl. auch BGH, Urt. v. 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80, VersR 1981, 982, 984).
Hätte der Arbeitgeber eine derartige Zusicherung nicht abgegeben und der Beklagte den Kläger daraufhin auf die ernste Gefahr des Verlustes seiner Ansprüche hingewiesen, dann muß davon ausgegangen werden, daß sich der Kläger einem Rat, Klage zu erheben, nicht verschlossen hätte (vgl. Senatsurteil vom 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80 - VersR 1981, 982, 985 im Anschluß an BGHZ 61, 118, 122); denn insofern besteht eine tatsächliche Vermutung für einen erfahrungsmäßigen Ablauf.
Der Beklagte, der als Anwalt verpflichtet war, den "sichersten" Weg zu gehen, um das von seinem Mandanten erstrebte Ziel zu erreichen (vgl. zuletzt Senatsurteil vom 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80 - a.a.O. m.w.Nachw.), durfte daher auch bei einem solchen Ergebnis seiner Ermittlungen nicht ohne weiteres auf die Sicherungswirkung der Kündigungsschutzklage vertrauen.
Dementsprechend hätte er so rechtzeitig für eine Unterbrechung der Verjährung sorgen müssen, daß auch bei der für den Kläger ungünstigsten Beurteilung der Verjährungsfrage diesem kein Nachteil entstand (…vgl. BGH, Urt. v. 20. Dezember 1962 - III ZR 191/61, VersR 1963, 359, 360; v. 7. Februar 1967 - VI ZR 101/65, VersR 1967, 704, 705; v. 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80, NJW 1981, 2741, 2742) [BGH 23.06.1981 - VI ZR 42/80].
Beschränkungen ergeben sich im Einzelfall nur aus verfahrensrechtlichen (z. B. § 78 Abs. 1 ZPO iVm § 52 Abs. 1 BRAO und § 157 Abs. 2 S. 1 ZPO, vgl. BVerfG NJW 2005, 966 m.w.N.), haftungsrechtlichen (z. B. §§ 611, 613, 280 Abs. 1 BGB, vgl. BGH NJW 1981, 2741, 2743) oder standesrechtlichen Gründen (z. B. § 53 Abs. 1, Abs. 2 S. 2 BRAO), die jedoch auf die hier zu prüfende Frage nach der Wirksamkeit des Vertrags ohne Einfluss sind.
Im Zweifel hatte die Klägerin gemäß § 613 BGB jedenfalls die Rechtsdiensthauptleistung persönlich zu erbringen (vgl. BGH NJW 1981, 2741, 2743).
Die rechtlichen Erwägungen aus dem Urteil des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs NJW 1981, 2741 [BGH 23.06.1981 - VI ZR 42/80] , auf das sich die Beklagte beruft, sind auf den vorliegende Fall nicht übertragbar, weil die Sachverhalte nicht vergleichbar sind.
Er ist verpflichtet, den "sichersten" Weg zu gehen, um das von seinem Mandanten erstrebte Ziel zu erreichen (…BGH, Urt. v. 25. Juni 1974 - VI ZR 18/73, NJW 1974, 1865, 1866; Urt. v. 23. Juni 1981 - VI ZR 42/80, NJW 1981, 2741, 2742 [BGH 23.06.1981 - VI ZR 42/80];… Urt. v. 15. Januar 1985 aaO, jeweils m.w.N.).

References: § 13
 § 13
 § 78
 § 52
 § 157
 BGH 
 § 53
 § 613
 BGH