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Timestamp: 2019-10-21 23:16:06+00:00

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Abstammungs- und Erbrechte. Ein Überblick | Masterarbeit, Hausarbeit, Bachelorarbeit veröffentlichen
2.1. Unterhaltspflicht
2.2. Zeugnisverweigerungsrecht
3. Die gesetzliche Erbfolge (Verwandtenerbrecht)
3.1. Erben 1. Ordnung
3.2. Erben 2. Ordnung
3.3. Erben 3. und weiterer Ordnungen
3.4. Mehrere Erbteile bei mehrfacherer Verwandtschaft
3.5. Der Ehepartner oder der Lebenspartner
3.6. Erbrecht des Fiskus
4. Annahme oder Ausschlagung der Erbschaft
5. Erbschein
6. Mehrheit von Erben
8. Literaturverzeichnis/Internet
Jeder vierte Bundesbürger verstirbt wesentlich früher als es seiner Lebenserwartung entspricht, und anschließend haben Streitigkeiten über ein Erbe schon allzu oft manche Familienbeziehungen gestört, und Freundschaften sind daran zerbrochen. Wenn man sich sicher sein will, dass nach dem Tod das eigene Vermögen in die richtigen Hände kommt, sollte man rechtzeitig Vorsorge treffen und sich umfassend informieren.
Ich möchte in dieser Ausarbeitung auf die gesetzliche Erbfolge eingehen, weil die Regelung zu Lebzeiten, das Testament, später als extra Thema behandelt werden soll. Die „richtige“ Entscheidung zu treffen, ist oft nicht einfach. Hiermit sollen nur einige wichtige Fragen beantwortet und darauf hingewiesen werden, dass die rechtskundige anwaltliche oder notarielle Beratung oder auch die Information durch eine Rechtsberatungsstelle im Einzelfall indes nicht ersetzt werden kann. Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen und Vermögen können nach dem Beratungshilfegesetz eine kostenfreie oder wesentlich verbilligte Rechtsberatung oder außergerichtliche Vertretung beanspruchen.
Meine Ausarbeitung soll einer ersten Hilfestellung und Orientierung dienen ohne allzu sehr ins Detail zu gehen.
Bevor ich auf das Erbrecht zu sprechen komme, möchte ich kurz auf die biologische und rechtliche Abstammung eingehen und die damit verbundene Unterhaltspflicht und das Zeugnisverweigerungsrecht erläutern.
Mutter eines Kindes ist nach dem Gesetz (BGB § 1591) die Frau, die es geboren hat. Damit entspricht dieser Paragraph auch der biologischen Abstammung, wenn die Eizellen auch von dieser Frau stammen und ihr nicht eingepflanzt wurden.
Vater eines Kindes ist nach biologischer Abstammung der Mann, der das Kind mitgezeugt hat, nach dem Gesetz (BGB § 1592) allerdings ist es der Mann, der
Kommt ein Kind erst nach dem Tod des Ehemanns seiner Mutter zur Welt, aber noch innerhalb der so genannten Empfängniszeit (vom 300. bis zum 181. Tag vor der Geburt des Kindes), so wird der Verstorbene ebenfalls als Vater vermutet. Wird von einer Frau, die eine weitere Ehe geschlossen hat, ein Kind geboren, das sowohl nach den Sätzen 1. und 2. Kind des früheren Ehemannes als auch nach Satz 1. Kind des neuen Ehemannes wäre, so ist es nur als Kind des neuen Ehemannes anzusehen. Wird die Vaterschaft angefochten und wird rechtskräftig festgestellt, dass der neue Ehemann nicht Vater des Kindes ist, so ist es Kind des früheren Ehemannes (BGB § 1593).
Angefochten werden kann die Vaterschaft durch Anfechtungsklage beim Familiengericht. Anfechtungsberechtigt sind der Ehemann der Mutter, der als Vater gilt, bzw. der Mann, der das Kind anerkannt hat, die Mutter des Kindes und das Kind selbst, soweit es geschäftsfähig ist (BGB § 1600).
Diese vorangegangenen Paragraphen stellen das Wohl des Kindes absolut in den Vordergrund. Derjenige Mann, der der „biologische Vater“ des Kindes ist, darf die Vaterschaft nämlich nicht selbst anfechten, wenn die Mutter zur Zeit der Geburt des Kindes mit einem anderen Mann verheiratet ist. Dieser gilt dann nämlich als der Vater des Kindes.
Die Anfechtungsfrist beträgt zwei Jahre ab dem Zeitpunkt, in dem der Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen. Für ein Kind, das die Vaterschaft selbst anfechten möchte, beginnt jedoch die Frist nicht vor Eintritt seiner Volljährigkeit (BGB § 1600 b).
Muss die Vaterschaft gerichtlich festgestellt werden, weil der als Vater in Anspruch Genommene zu einer freiwilligen Anerkennung nicht bereit ist, erfolgt der Nachweis durch medizinische Gutachten (BGB § 1600 d). Zur Feststellung bzw. zum Ausschluss der Vaterschaft dienen v.a. die Bestimmungen der Antigene der Blutgruppen und des HLA-Systems sowie erbbiologischen Vaterschaftsuntersuchungen und molekulargenetischen Gutachten. Lässt sich dieser Nachweis nicht mit Sicherheit führen, so wird als Vater vermutet, wer der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat.
Adoption Minderjähriger:
Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht (BGB
- 1741). Zur Annahme ist die Einwilligung des Kindes und der Eltern erforderlich (BGB
- 1746 und 1747). Mit der Annahme erlöschen das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den bisherigen Verwandten und die sich aus ihm ergebenden Rechte und Pflichten (BGB § 1755).
Adoption von Erwachsenen:
Die Wirkung der Annahme eines Volljährigen erstrecken sich nicht auf die Verwandten des Annehmenden. Der Ehegatte des Annehmenden wird nicht mit dem Angenommenen, dessen Ehegatte wird nicht mit dem Annehmenden verschwägert.
Der Annehmende ist dem Angenommenen und dessen Abkömmlingen vor den leiblichen Verwandten des Angenommenen zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet (BGB § 1770).
2.1 Unterhaltspflicht
Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren (BGB §1601).
Unterhaltsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich Selbst zu unterhalten (BGB § 1602).
Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen außerstande ist, ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts den Unterhalt zu gewähren (BGB § 1603).
Reihenfolge der Unterhaltsverpflichteten (BGB § 1606):
1. Die Abkömmlinge sind vor den Verwandten der aufsteigenden Linie unterhaltspflichtig.
2. Unter den Abkömmlingen und unter den Verwandten der aufsteigenden Linie haften die näheren vor den entfernteren.
3. Mehrere gleich nahe Verwandte haften anteilig nach ihren Erwerbs- und Vermögensverhältnissen. Der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes (elterliche Sorge).
Ehepartner und nahe Verwandte sind von der Pflicht befreit, vor Gericht gegeneinander aussagen zu müssen.
Technische Universität Berlin (Arbeitslehre)
Sozioökonomische Lage und Funktion der Familie
V278407
9783656722069
abstammungs-, erbrechte, überblick
Sonderpädagogin Anne Graefen (Autor), 2001, Abstammungs- und Erbrechte. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278407
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References: § 1591
 § 1592
 § 1593
 § 1600
 § 1600
 § 1600
 § 1755
 § 1770
 §1601
 § 1602
 § 1603
 § 1606