Source: http://passagierrechte.org/Buchung
Timestamp: 2019-04-24 20:42:00+00:00

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Buchung – PASSAGIERRECHTE
Anfangen müsste man dabei mit der Definition des Begriffes „Buchung“ in Art. 2 lit. g) VO, welcher die Gleichwertigkeit der Buchung beim Luftfahrtunternehmen und beim Reisebüro festlegt. Die Buchung ist in Art. 2 der VO legaldefiniert als nicht eigenständige Vertragserklärung, sondern ein schriftlicher Beleg, aus dem hervorgeht, dass die erfolgte Buchung von dem Luftfahrtunternehmen oder dem Reiseunternehmen akzeptiert und registriert wurde. Damit stellt die Buchung keinen Teil des Vertragsschlusses dar, sondern die Bestätigung vom Luftfahrt- oder Reiseunternehmen in Form von einem Flugschein oder eines anderen Belegs über die Buchung.
1.1 Abflugort
1.2 Weitergehende Kosten
1.3 Flugentfernung
2 Umbuchung
3 Buchungsarten
3.1 Entscheidung des BGH, Urt. v. 17.3.2015 , Az.: X ZR 34/14
3.2 Entscheidung des AG Düsseldorf, Urt. v. 2.3.2015, Az.: 38 C 13103/14
3.3 Rechtslage in Österreich
3.4 Schrifttum
3.5 Fiktive Falllösung
4 Wet-Lease
5 Flüge ins EU-Ausland
Weitergehende Kosten
Weitergehende Kosten des Reisenden, wie etwa die verlängerte Inanspruchnahme einer Hundepension und die damit verbundenen Kosten muss der Reiseveranstalter nicht tragen. Weitergehende Kosten werden nur übernommen, soweit sie Bestandteil des Reisevertrages sind. Die Unterbringung eines Hundes während der Reisezeit nicht in der Regel nicht Vertragsgegenstand der Reise gewesen sei und fällt nicht in den Schutzbereich des Reisevertragsrechts. Wenn der Reisegast von mehreren möglichen Buchungsklassen diejenige auswählt, bei welcher eine Erstattung der Kosten aus den AGB nicht erfolgt, hat er auch keinen Anspruch auf Erstattung dieser Kosten. Ein wirksam ausgeschlossenes Kündigungsrecht bleibt auch im Fall einer Kündigung wegen Krankheit aufrechtbestehen.
Bei der Bemessung der Entfernung nach Art. 7 der Verordnung werden die Flüge berücksichtigt, auf die sich die Störung ausgewirkt hat. Auch bei einheitlicher Buchung sind die durch unterschiedliche Flugnummern gekennzeichnete Flüge für das Bestehen von Ansprüchen aus der Verordnung grundsätzlich getrennt zu betrachten. Entsprechend bestehen nach ständiger Rechtsprechung etwa auch bei einheitlicher Buchung und zeitlichem Zusammenhang regelmäßig keine Ansprüche aus der Verordnung, wenn etwa lediglich ein zweiter Flug, dessen Abflugort außerhalb des Anwendungsbereichs der Verordnung liegt verspätet ist oder annulliert wird. Eine Einbeziehung weiterer Flüge einer einheitlichen Buchung nimmt Art. 7 I S. 2 der Verordnung für den Fall vor, dass infolge der Annullierung ein Endziel später erreicht wird. In die Entfernungsbestimmung einbezogen werden dabei Anschlussflüge, in denen sich die Störung eines streitgegenständlichen Flugs noch auf den Folgeflug auswirkt und in diesem Sinne der Störung des vorangegangenen Fluges noch zurechenbar ist und zudem keiner der berücksichtigten Flüge im Vergleich zur Flugplanung störungsfrei durchgeführt wurde. Darüber, ob auch vorangegangene planmäßig durchgeführte Flüge einzubeziehen sind, trifft Art. 7 keine Regelung. In diesem Fall gebietet es auch die Interessenlage nicht, über den Wortlaut hinaus auch solche Strecken einzubeziehen, die von der Störung – hier der Nichtbeförderung – nicht betroffen sind. Diese sind weder auf Seiten des ausführenden Unternehmens in diesem Sinne zurechenbar noch ist die Teilleistung für die Fluggäste auf dem ersten Flug wertlos geworden oder der Nichtbeförderung gleichzusetzen. Die Unannehmlichkeiten liegen – gerade im Fall der Nichtbeförderung – darin, dass eine Ersatzbeförderung notwendig wird und dadurch Verzögerungen entstehen. Diese Unannehmlichkeiten sind bei längeren noch ausstehenden Strecken typischerweise größer als bei kürzeren. Auch der Verordnungsgeber scheint hier davon auszugehen, dass eine Ersatzbeförderung bei kürzeren Strecken mit geringerem Aufwand und somit geringeren Unannehmlichkeiten ermöglicht werden kann, indem er den Luftfahrtunternehmen in Art. 7 Abs. 2 die Kürzung der Ausgleichsleistungen bei größerer Entfernung auch bei längeren Verspätungen einräumt. Es kann hier auch im Sinne eines zu gewährleistenden hohen Schutzniveaus für die Fluggäste der Schutz über den Wortlaut der Verordnung hinaus der Anspruch nicht ohne Weiteres ausgedehnt werden. Die Bemessung der Entfernung nach den betroffenen Flügen wird hier auch unter Berücksichtigung eines hohen Schutzniveaus den Interessen über den Einzelfall hinaus gerecht.
ie Annullierung eines Flugs in der Economy-Class rechtfertigt nicht die Buchung eines Ersatzfluges in der Business-Class. Dem Fluggast steht kein Anspruch auf Erstattung der Ticketkosten zu. Hat ein Fluggast einen Platz in der Economy-Class gebucht, so rechtfertigt die Annullierung dieses Fluges nicht die Buchung eines Ersatzfluges in der Business-Class. Ein Anspruch auf Erstattung der Ticketkosten gegen die Fluggesellschaft besteht in diesem Fall nicht.
Dem Reisenden stehe kein Anspruch auf Erstattung der Ticketkosten für die Business-Class zu. Der Fluggesellschaft sei keine Verletzung ihrer Pflicht zur Ersatzbeförderung gemäß Art. 8 Abs. 1 b) der Fluggastrechteverordnung anzulasten. Ein Business-Class-Flug stelle keine mit einem Economy-Class-Flug vergleichbare Reisebedingung im Sinne dieser Vorschrift dar. Es ergeben sich zahlreiche Unterschiede im Service und Sitzkomfort. Die Verlegung der Flugzeit von vormittags auf abends in Zusammenhang mit der Umbuchung der Reisenden von einem Linienflug auf einen Charterflug stellt einen Reisemangel dar, der über eine bloße Unannehmlichkeit hinausgeht.
Entscheidung des BGH, Urt. v. 17.3.2015 , Az.: X ZR 34/14
Entscheidung des AG Düsseldorf, Urt. v. 2.3.2015, Az.: 38 C 13103/14
Die Rechtslage in Österreich verhält sich wie folgt:
Unter einem Wet-Lease versteht man die Vermietung eines Flugzeuges mit Besatzung von einer Airline an eine andere. Die Airline, die dieses Angebot in Anspruch nimmt, ist im Normalfall zuständig für „ground handling including passenger handling, passenger welfare at all times, cargo handling, security in respect of passengers and baggage, arranging on board services etc.“ zuständig ist.
Der Begriff des „ausführenden Luftfahrunternehmens“ gemäß Art 2 lit. b der Verordnung Nr. 261/2004 ist so zu verstehen, dass er das Luftfahrunternehmen bezeichnet, „das im Rahmen eines Vertrags mit einem Fluggast oder im Namen einer anderen – juristischen oder natürlichen – Person, die mit dem betreffenden Fluggast in einer Vertragsbeziehung steht, einen Flug durchführt oder durchzuführen beabsichtigt“. Er erfasst aber nicht das Unternehmen, das sein Flugzeug nur vermietet, auch wenn es in der den Fluggästen ausgestellten Buchungsbestätigung über einen Platz auf einem Flug heißt, dass dieser Flug von dem erstgenannten Unternehmen ausgeführt wird.
Die Verordnung Nr. 261/2004 gilt nach Art. 3 Abs. 1 Buchst. a für Fluggäste, die auf Flughäfen im Gebiet eines Mitgliedstaats einen Flug antreten. Wenn ein gebuchter Flug, der in einem Mitgliedsstaat startet, in einem Nicht-Mitgliedsstaat endet, und auch in diesem eine Zwischenlandung hat, besteht bei einer einheitlichen und kompletten Buchung das gleiche Recht auf Ausgleichsansprüche wie für Flüge innerhalb des Geltungsbereiches der Verordnung. Dazu muss der Zeitverlust bei einer Flugverspätung bei der Ankunft des betreffenden Fluggasts am Endziel vorliegen muss.
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References: Art. 2
 Art. 2
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 8
 Art. 3