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Timestamp: 2016-10-27 20:39:36+00:00

Document:
K 142/05 (01.03.2006)
K 142/05
C.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten
durch Rechtsanwalt Hugo Camenzind, Untertor 11,
2. Krankenkasse 57, Weltpoststrasse 20,
4. Krankenkasse der Region Goms, 3994 Lax,
5. PROVITA Gesundheitsversicherung AG, Brunn- gasse 4, 8400 Winterthur,
8. Avenir Versicherungen, Administration, Rue du
11. �KK Kranken- und Unfallversicherungen AG, Bahnhofstrasse 9, 7302 Landquart,
13. EGK-Gesundheitskasse, Brislachstrasse 2,
14. Krankenkasse SLKK, Hotzestrasse 53, 8006 Z�rich,
16. �ffentliche Krankenkasse Winterthur, Lager- hausstrasse 5, 8402 Winterthur,
17. SWICA Gesundheitsorganisation, R�mer-
18. GALENOS Kranken- und Unfallversicherung, Milit�rstrasse 36, 8004 Z�rich,
19. �KK Schweiz, Aarbergergasse 63, 3011 Bern,
20. Betriebskrankenkasse Heerbrugg, Heinrich-Wild- Strasse 206, 9435 Heerbrugg,
22. INTRAS Krankenkasse, rue Blavignac 10,
227 Carouge,
23. ASSURA Kranken- und Unfallversicherung, Avenue C.-F. Ramuz 70, 1009 Pully,
24. Universa Krankenkasse, Verwaltung, Rue du
25. VISANA, Weltpoststrasse 19/21, 3015 Bern,
26. Helsana Versicherungen AG, Z�richstrasse 130, 8600 D�bendorf,
27. Innova Krankenversicherungen AG, Bahnhof- strasse 4, 3073 G�mligen,
Beschwerdegegnerinnen, alle vertreten durch sant�suisse, St. Gallen-Thurgau-Glarus, Vadianstrasse 22, 9001 St. Gallen, und diese vertreten durch Rechtsanwalt Kurt Gemperli, Scheffelstrasse 2, 9000 St. Gallen
A.a Dr. med. C.________ f�hrt seit Jahren eine Praxis f�r Allgemeinmedizin. Sie verf�gt �ber eine Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin. Im Juni 1998 leitete der Verband Krankenversicherer St. Gallen-Thurgau (KST; heute: sant�suisse St. Gallen-Thurgau-Glarus) bei der Parit�tischen Vertrauenskommission f�r Krankenversicherer und �rzte/�rztinnen des Kantons St. Gallen ein Schlichtungsverfahren gegen Dr. med. C.________ wegen Verletzung des krankenversicherungsrechtlichen Wirtschaftlichkeitsgebotes f�r 1996 ein. Den Vermittlungsvorschlag der Kommission vom 17. August 1998 auf R�ckerstattung von 30 % der ausgewiesenen Arztkosten oder Fr. 71'500.- f�r 1996 lehnte die �rztin ab.
A.b Am 18. September 1998 reichte der KST namens und im Auftrag von 19 in einer Liste aufgef�hrten Krankenversicherern beim Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen als Schiedsgericht gem�ss Bundesgesetz �ber die Krankenversicherung Klage gegen Dr. med. C.________ ein mit dem Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu einer gerichtlich zu bestimmenden R�ckerstattung auf dem Jahresumsatz 1996 an die Kl�gerinnen zu verpflichten.
Am 23. August 1999 liess der KST f�r 28 im Rubrum der Eingabe genannte Krankenversicherer eine weitere Klage gegen Dr. med. C.________ erheben mit dem Rechtsbegehren, die Beklagte sei zu einer gerichtlich zu bestimmenden R�ckerstattung auf dem Jahresumsatz 1997 an die Kl�gerinnen zu verpflichten.
Das Schiedsgericht vereinigte die beiden Verfahren. Mit Entscheid vom 25. September 2003 hiess es beide Klagen gut. Es verpflichtete Dr. med. C.________, den Kl�gerinnen gem�ss Liste vom 18. September 1998 f�r 1996 Arztkosten im Betrag von Fr. 116'441.- und den Kl�gerinnen gem�ss Klageschrift vom 23. August 1999 f�r 1997 Arztkosten von Fr. 156'925.- zur�ckzuerstatten (Dispositiv-Ziff. 1 und 2).
Die von Dr. med. C.________ hiegegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde hiess das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in dem Sinne gut, dass der Entscheid vom 25. September 2003 aufgehoben und die Sache an das kantonale Schiedsgericht zur�ckgewiesen wurde, damit es unter Wahrung der Verfahrensrechte der Beschwerdef�hrerin im Sinne der Erw�gungen �ber die R�ckforderungsklagen wegen unwirtschaftlicher Behandlung f�r 1996 und 1997 neu entscheide (Urteil vom 15. April 2004, K 153/03). Zur Begr�ndung f�hrte es aus, dass die Vorinstanz durch die Nichtbekanntgabe der �nderung in der Besetzung des Gerichts - Dr. iur. X.________ als Vertreterin der Krankenversicherer wurde durch lic. iur. Y.________ ersetzt - den Anspruch der Beklagten auf den verfassungsm�ssigen Richter und auf Gew�hrung des rechtlichen Geh�rs verletzt habe. Ausserdem wies es darauf hin, dass das kantonale Gericht die Sachlegitimation der einzelnen im Rubrum des Entscheids vom 25. September 2003 aufgef�hrten Krankenversicherer von Amtes wegen zu pr�fen und zu beachten habe, dass ein mit der Klageschrift eingereichtes Mitgliederverzeichnis der Kassen nicht gen�ge.
B.a Da der bisherige Rechtsvertreter der Beklagten, Rechtsanwalt Dr. iur. D.________, sein Mandat am 31. M�rz 2004 niedergelegt hatte, informierte der Pr�sident des Schiedsgerichts Dr. med. C.________ am 30. April 2004 direkt �ber die �nderung in der Besetzung des Schiedsgerichts.
B.b Mit Schreiben vom 11. Mai 2004 teilte der Gerichtspr�sident dem neuen Rechtsvertreter der Beklagten, Rechtsanwalt Hugo Camenzind, Winterthur, mit, dass der Schriftenwechsel in den anh�ngigen Klageverfahren unter Vorbehalt von Art. 19 VRP (neue Begehren und Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel) grunds�tzlich abgeschlossen sei und es nicht mehr darum gehen k�nne, zu allen materiellen Aspekten der anh�ngigen Klagen Stellung zu nehmen. Indessen erscheine es mit R�cksicht auf das bez�glich des Wechsels in der Gerichtszusammensetzung zu gew�hrende rechtliche Geh�r gerechtfertigt, der Beklagten gleichzeitig auch noch zu den weitern nochmals zu pr�fenden, formellen Aspekten der Klage die M�glichkeit der Stellungnahme einzur�umen, insbesondere hinsichtlich der Aktiv- und/oder der Sachlegitimation einzelner Krankenversicherer und deren Vertretung. Die Frage einer ausreichenden Substanziierung der zu beurteilenden Forderungen stehe aber, unter Vorbehalt von Art. 19 VRP, in der jetzigen Geh�rsrunde nicht mehr zur Diskussion. Beide Parteien erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme.
Nach Durchf�hrung einer �ffentlichen Verhandlung hiess das Schiedsgericht die Klagen KSCHG 2004/2 (Rechnungsjahr 1996) vom 18. September 1998 und KSCHG 2004/3 (Rechnungsjahr 1997) vom 23. August 1999 gut und verpflichtete die Beklagte, den Kl�gerinnen den Betrag von Fr. 105'028.- (Rechnungsjahr 1996) und den Betrag von Fr. 139'450.- (Rechnungsjahr 1997) zur�ckzuerstatten (Entscheid vom 7. April 2005).
C.________ l�sst Verwaltungsgerichtsbeschwerde f�hren und das Rechtsbegehren stellen, es sei - unter Kosten- und Entsch�digungsfolgen zulasten der 27 Beschwerdegegnerinnen - der Entscheid vom 7. April 2005 aufzuheben. Die Klagen vom 19. September 1998 betreffend Honorarr�ckerstattung 1996 und vom 23. August 1999 betreffend Honorarr�ckerstattung 1997 seien vollumf�nglich abzuweisen. Eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung und zur Durchf�hrung des Beweisverfahrens an die Vorinstanz zur�ckzuweisen; diese sei insbesondere zu verpflichten, eine Einzelfallpr�fung anhand eines analytischen Gutachtens vorzunehmen.
Die sant�suisse St. Gallen-Thurgau-Glarus als Rechtsvertreterin der 27 Krankenversicherer und Rechtsnachfolgerin des Verbandes Krankenversicherer St. Gallen-Thurgau (KST) beantragt die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, soweit darauf einzutreten ist. Das Bundesamt f�r Gesundheit, Kranken- und Unfallversicherung, verzichtet auf eine Vernehmlassung. Die Vorinstanz beschr�nkt sich in ihrer Vernehmlassung darauf, zur in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhobenen R�ge des Fehlens eines Verhandlungsprotokolles Stellung zu nehmen.
Mit Schreiben vom 13. Februar 2006 teilte der Rechtsvertreter der Beschwerdegegnerinnen unter Hinweis auf ein Schreiben des Konkursamtes Winterthur-Altstadt vom 9. Februar 2006 mit, dass anstelle der Krankenkasse KBV in Liquidation die Konkursmasse der Krankenkasse KBV in den Prozess eintrete.
Ob die streitigen R�ckforderungen wegen unwirtschaftlicher Behandlung im Sinne von Art. 56 KVG gem�ss Dispositiv-Ziffern 1 und 2 des angefochtenen Entscheides zu Recht bestehen, ist im Lichte der im fraglichen Zeitraum (1. Januar 1996 bis 31. Dezember 1997) g�ltig gewesenen Rechtsvorschriften zu �berpr�fen. Das am 1. Januar 2003 in Kraft getretene Bundesgesetz vom 6. Oktober 2000 �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) ist nicht anwendbar (BGE 129 V 4 Erw. 1.2, 169 Erw. 1, 356 Erw. 1).
3.1 In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird geltend gemacht, die sant�suisse St. Gallen-Thurgau-Glarus (als Rechtsnachfolgerin des KST) sei als Verband nicht aktivlegitimiert. Wie indessen aus den Rechtsschriften vom 18. September 1998 und 23. August 1999 hervorgeht, erhob der KST nicht in eigenem Namen Klage, sondern trat als Vertreter der einzelnen Kl�gerinnen auf, was rechtsprechungsgem�ss zul�ssig ist (BGE 127 V 286 Erw. 5d; Urteil X. vom 23. November 2004, K 116/03, Erw. 2.2). Was sodann den Einwand der fehlenden Bevollm�chtigung des Verbandes anbelangt, ist auf die in Art. 4 Abs. 3 der Statuten KST enthaltene Prozessvollmacht zu verweisen. Nicht ersichtlich ist sodann, weshalb das in der Klage vom 18. September 1998 gew�hlte Vorgehen unzul�ssig sein soll, die Kl�gerinnen nicht im Rubrum der Klage, sondern nur in einer der Klage beiliegenden Liste einzeln aufzuf�hren, soweit es sich dabei um eine Liste der klagenden Krankenversicherer handelt und nicht - wie im Urteil vom 15. April 2004 erw�hnt - um ein blosses (auch an der Klage nicht beteiligte Krankenkassen auff�hrendes) Mitgliederverzeichnis (vgl. auch nicht ver�ffentlichtes Urteil S. vom 9. September 1998, K 87/98, Erw. 6). Die Vorinstanz hat denn auch zutreffenderweise die in der ersten Klage nur mittels beiliegender Liste bezeichneten Kl�gerinnen ins Rubrum ihres Entscheides vom 7. April 2005 aufgenommen (vgl. in RKUV 2000 Nr. KV 128 S. 230 nicht ver�ffentlichte Erw. 1a des Urteils S. vom 25. Mai 2000, K 129/99). Soweit schliesslich einzelne Krankenversicherer mit anderen fusioniert haben, wie die Beschwerdef�hrerin ebenfalls vorbringt, gehen die Rechte und Pflichten - ungeachtet der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde aufgeworfenen Frage der Art der Fusion (Absorption oder Kombination) - auf die Rechtsnachfolger �ber (vgl. Erw. 2 des Urteils W. vom 16. Juni 2004, K 124/03). Schliesslich ist auch darauf hinzuweisen, dass eine Globalklage aller Kassen zul�ssig und eine Spezifikation der auf die einzelne Kasse entfallenden Betr�ge nicht erforderlich ist (BGE 127 V 281 Erw. 5d; nicht ver�ffentlichtes Urteil X. vom 23. November 2004, K 116/03, Erw. 2.6).
3.2 Die Krankenkasse KBV in Liquidation, an deren Stelle die Konkursmase der KBV getreten ist (vorne Bst. D), war gem�ss vorinstanzlichem Entscheid infolge Rechtsnachfolge durch die Helsana schon im vorinstanzlichen Verfahren nicht Partei und ist es deshalb auch im Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht nicht.
4.1 Soweit die Beschwerdef�hrerin beantragt, die Vorinstanz sei zu verpflichten, ein schriftliches Verhandlungsprotokoll zu erstellen und einzureichen, ist darauf hinzuweisen, dass der Anspruch auf rechtliches Geh�r nicht zwingend von Amtes wegen eine Protokollierung von Verhandlungen verlangt (Urteile F. vom 15. Juli 2005, 1P.290/2005, Erw. 2, und G. vom 6. Mai 2003, 6P.15/2003, Erw. 2.1), wohl aber, dass zumindest auf Antrag hin die Aussagen der Parteien, Zeugen und Experten in den wesentlichen Z�gen protokolliert werden (BGE 130 II 479 f. Erw. 4.4 und 4.5, 126 I 16 Erw. 2a/aa), wobei eine w�rtliche Abschrift von Tonbandaufnahmen nicht erforderlich ist (BGE 130 II 481 Erw. 5).
4.2 In ihrer Stellungnahme vom 29. September 2005 hat die Vorinstanz ausgef�hrt, sie habe die Verhandlung vom 7. April 2005 auf Tonband aufgezeichnet, eine Abschrift der Aufnahme aber bis heute nicht erstellt, was sie jedoch auf Aufforderung des Eidgen�ssischen Versicherungsgerichtes jederzeit nachholen k�nne. Nachdem im kantonalen Entscheid (S. 23-25) die von den Parteien anl�sslich der Gerichtsverhandlung vom 7. April 2005 gemachten Aussagen in den wesentlichen Z�gen wiedergegeben werden, wobei die Beschwerdef�hrerin selber nicht behauptet, die Wiedergabe sei unvollst�ndig oder unrichtig, und �berdies das Pl�doyer des Rechtsvertreters der Beschwerdef�hrerin in den Akten liegt, kann hierauf verzichtet werden.
Nicht zu beanstanden ist des Weitern, dass die Vorinstanz ungeachtet des Hinweises der Beschwerdef�hrerin, wonach der Rechtsvertreter der Kl�gerinnen/Beschwerdegegnerinnen einer Anwaltskanzlei angeh�re, die zuvor im gleichen Zusammenhang die Interessen der Beklagten/Beschwerdef�hrerin vertreten habe, unter den gegebenen Umst�nden keinen Anlass gesehen hat, diesen zur Mandatsniederlegung aufzufordern. Auf die zutreffenden Erw�gungen, denen das Eidgen�ssische Versicherungsgericht nichts beizuf�gen hat, kann verwiesen werden.
Entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung war es zul�ssig, dass die Beschwerdegegnerinnen in ihren Eingaben vom 18. September 1998 und 23. August 1999 (in welchen die von der Beschwerdef�hrerin verursachten Arzt- und Medikamentenkosten aufgelistet waren, was eine ungef�hre Bezifferung des Streitwertes erlaubte) eine gerichtlich zu bestimmende R�ckerstattung auf dem Jahresumsatz 1996 bzw. 1997 geltend machten und damit ein unbeziffertes Rechtsbegehren stellten. Denn das massgebende kantonale Recht, nach welchem sich das Verfahren vor Schiedsgericht richtet (Art. 89 Abs. 5 KVG), l�sst, wie die Vorinstanz unter Hinweis auf die kantonalrechtliche Spruchpraxis dargelegt hat, unbezifferte Begehren zu. Im �brigen darf nach der Rechtsprechung dort kein beziffertes Begehren verlangt werden, wo erst das Beweisverfahren die Grundlage f�r die Bezifferung der Forderung abgibt. Dies ist im R�ckforderungsprozess wegen unwirtschaftlicher Behandlung nach Art. 56 KVG der Fall, weil �berh�hte Kostenindizes beim kontrollierten Arzt erst die Vermutung der �berarztung begr�nden und Gegenstand des (schiedsgerichtlichen) Beweisverfahrens bildet, ob der Vorwurf unwirtschaftlicher Behandlung effektiv auch gerechtfertigt ist und gegebenenfalls, in welchem Umfang die R�ckerstattung zu Unrecht erbrachter Leistungen verlangt werden kann (RKUV 2003 Nr. KV 250 S. 219 Erw. 2.2.2).
7.1 Bei der Wirtschaftlichkeitspr�fung der �rztlichen T�tigkeit nach Art. 56 KVG kann sowohl die statistische Methode (Durchschnittskostenvergleich) als auch die analytische Methode (Einzelfallpr�fung) - oder eine Kombination beider Methoden - zur Anwendung gelangen (BGE 119 V 454 Erw. 4d; vgl. auch Christian Sch�rer, Honorarr�ckforderung wegen �berarztung bei ambulanter �rztlicher Behandlung - Materiellrechtliche Aspekte, in: Schaffhauser/Kieser [Hrsg.], Wirtschaftlichkeitskontrolle in der Krankenversicherung, St. Gallen 2001, S. 78 ff.). Auch wenn die statistische Methode der analytischen wo m�glich vorgezogen werden soll und die analytische Methode im Allgemeinen nur dann zur Anwendung gelangt, wenn es an zuverl�ssigen Angaben f�r einen Durchschnittskostenvergleich fehlt, sind die kantonalen Schiedsgerichte in der Wahl der Pr�fmethode grunds�tzlich frei (SVR 2005 KV Nr. 4 S. 14 Erw. 6.1 [Urteil S. vom 18. Mai 2004, K 150/03]).
7.2 Wird der Entscheid dar�ber, ob und in welchem Umfang der Arzt die Vorschrift der Wirtschaftlichkeit der Behandlung verletzt hat, auf Grund der statistischen Methode (Durchschnittskostenvergleich) gef�llt, ist zu beachten, dass rechtsprechungsgem�ss keine Kontrolle aller Positionen s�mtlicher Rechnungen verlangt wird. Die Pr�fung kann sich vielmehr darauf beschr�nken, dass die durchschnittlichen Behandlungskosten des betreffenden Arztes mit denjenigen anderer �rzte unter �hnlichen Bedingungen verglichen werden. Voraussetzung f�r die Anwendbarkeit dieser Methode ist, dass sich das Vergleichsmaterial hinreichend �hnlich zusammensetzt und sich der Vergleich �ber einen gen�gend langen Zeitraum erstreckt, wodurch bloss zuf�llige Unterschiede mehr oder weniger ausgeglichen werden. Eine �berarztung liegt vor, wenn eine ins Gewicht fallende Zahl von Rechnungen desselben Arztes an eine Krankenkasse im Vergleich zur Zahl von Rechnungen von �rzten in geographisch gleichem T�tigkeitsbereich und mit etwa gleichem Krankengut im Durchschnitt erheblich h�her ist, ohne dass den Durchschnitt beeinflussende Besonderheiten geltend gemacht werden k�nnen (BGE 119 V 453 Erw. 4b mit Hinweisen; SVR 2001 KV Nr. 19 S. 52 Erw. 4b [Urteil N. vom 16. Februar 2000, K 144/97]; Urteil J. vom 10. August 2004, K 113/03, Erw. 3.2; vgl. auch Sch�rer, a.a.O., S. 82 f.). Falls die Wirtschaftlichkeit in Anwendung der statistischen Methode beurteilt wird, darf eine Unwirtschaftlichkeit nicht schon bei �berschreitung des statistischen Mittelwertes (100 Indexpunkte) vermutet werden. Vielmehr ist den �rzten und �rztinnen einerseits ein Toleranzbereich (BGE 119 V 454 Erw. 4c in fine) und zudem allenfalls ein Zuschlag zu diesem Toleranzwert (zu dem den Toleranzbereich begrenzenden Indexwert) zuzugestehen, um spezifischen Praxisbesonderheiten Rechnung zu tragen (SVR 2001 KV Nr. 19 S. 52 Erw. 4b [Urteil N. vom 16. Februar 2000, K 144/97]). Nach der Rechtsprechung liegt der Toleranzbereich zwischen 120 und 130 Indexpunkten (SVR 2005 KV Nr. 4 S. 14 Erw. 6.2 [Urteil S. vom 18. Mai 2004, K 150/03]; Urteil J. vom 10. August 2004, K 113/03, Erw. 3.2).
7.3 Als Praxismerkmale, die einen erh�hten Fallkostendurchschnitt rechtfertigen k�nnen, wurden vom Eidgen�ssischen Versicherungsgericht etwa eine �berdurchschnittliche Anzahl an behandlungsintensiven Patientinnen und Patienten (RKUV 1993 Nr. K 908 S. 38 Erw. 6a, 1986 Nr. K 654 S. 4 Erw. 4c; nicht ver�ffentlichtes Urteil W. vom 14. Dezember 1995 [K 45/95]), eine �berdurchschnittliche Zahl von Hausbesuchen und ein sehr grosses Einzugsgebiet (SVR 1995 KV Nr. 40 S. 125 Erw. 4b [Urteil E. vom 12. September 1994, K 44/94]), ein sehr hoher Anteil an ausl�ndischen Patientinnen und Patienten (RKUV 1986 Nr. K 654 S. 4 Erw. 4c) oder die Umst�nde anerkannt, dass ein Arzt sehr viele langj�hrige und sehr viele �ltere Patientinnen und Patienten sowie keine Notfallpatienten behandelt (nicht ver�ffentlichtes Urteil K. vom 18. Oktober 1999, K 152/98) oder erst seit kurzer Zeit in eigener Praxis t�tig ist (RSKV 1982 Nr. 489 S. 124 Erw. 4a). Auch k�nnen kompensatorische Einsparungen als kostenwirksame Praxisbesonderheiten Ber�cksichtigung finden (nicht ver�ffentlichtes Urteil S. vom 29. Oktober 1993, K 101/92; vgl. auch Eugster, Wirtschaftlichkeitskontrolle ambulanter �rztlicher Leistungen mit statistischen Methoden, Diss. Z�rich 2003, S. 249 ff.). Gemeint sind F�lle, wo die �rztin oder der Arzt einen hohen Indexwert bei den direkten Kosten mit dem Hinweis rechtfertigt, seine vergleichsweise aufw�ndige Behandlungsweise habe zur Folge, dass weniger von ihm veranlasste Kosten anfallen. Wo statistische Daten hiezu fehlen, kann das Gericht den Einwand der kompensatorischen Einsparung indessen kaum �berpr�fen. Dies gilt etwa f�r den Hinweis eines Arztes, seine Behandlungsweise erm�gliche die Vermeidung zahlreicher station�rer Spitalaufenthalte (BGE 119 V 455 Erw. 5a).
8.1 Das Schiedsgericht hat seiner Beurteilung des R�ckerstattungsanspruches aus unwirtschaftlicher Behandlung nach Art. 56 KVG die statistische Methode im Sinne der Rechtsprechung zugrunde gelegt. Dabei hat es sich auf die KSK-Statistik abgest�tzt und die Beschwerdef�hrerin mit der �rztegruppe 00 (Allgemeinpraktiker ohne R�ntgen) verglichen, bei welcher sich die durchschnittlichen Arztkosten pro Person im Jahre 1996 auf Fr. 485.54 (direkte Kosten von Fr. 416.02 und veranlasste Kosten von Fr. 69.52) und im Jahre 1997 auf Fr. 461.07 (direkte Kosten von Fr. 409.59 und veranlasste Kosten von Fr. 51.48) beliefen. Anders als im vorinstanzlichen Verfahren �ussert die Beschwerdef�hrerin keine Zweifel mehr am ermittelten Durchschnitt der von ihr verursachten Kosten, welcher im Jahre 1996 mit Fr. 848.20 pro Person (direkte Kosten von Fr. 693.03 und veranlasste Kosten von Fr. 155.17) und im Jahre 1997 mit Fr. 878.29 pro Person (direkte Kosten von Fr. 729.73 und veranlasste Kosten von Fr. 148.56) beziffert wird (zur fehlenden �bereinstimmung der Praxisdatenbank mit der Rechnungsstellerstatistik: Eugster, a.a.O., Nr. 628 S. 218).
8.1.1 Dass die Vorinstanz im Falle der Beschwerdef�hrerin der statistischen Methode den Vorrang gegeben hat, ist nicht zu beanstanden, weil eine gen�gende Statistik vorliegt und keine hinreichend substantiierten Besonderheiten der Praxis geltend gemacht werden, welche eine Analyse des Einzelfalles erforderten (vgl. BGE 119 V 453 f. Erw. 4; SVR 2005 KV Nr. 4 S. 14 Erw. 6.1 [Urteil S. vom 18. Mai 2004, K 150/03]). Auf die von der Beschwerdef�hrerin - wie bereits im vorinstanzlichen Verfahren - beantragte Einholung eines analytischen Gutachtens zur Einzelfallabkl�rung ihrer Praxis besteht aus diesem Grunde kein Anlass. Dass das Zustandekommen der Statistik nicht im Einzelnen nachvollzogen werden kann, �ndert nichts daran, dass die im Rahmen der sant�suisse- bzw. Konkordatsstatistik erhobenen Daten ausreichend verl�sslich sind, um gest�tzt auf die darauf erstellten statistischen Analysen einen beweiskr�ftigen Durchschnittskostenvergleich durchf�hren zu k�nnen. Hinzu kommt, dass die Rechtsprechung L�sungsans�tze entwickelt hat, welche bekannte M�ngel der Statistik ausgleichen (SVR 2005 KV Nr. 4 S. 15 Erw. 6.4.1 [Urteil S. vom 18. Mai 2004, K 150/03]; vgl. dazu Eugster, a.a.O., Nr. 627 f. S. 218 f. und Nr. 814 S. 276).
8.1.2 Die als Vergleichsbasis herangezogene Gruppe 00 mit 42 Allgemeinpraktikern (ohne R�ntgen) ist praxisgem�ss als gen�gend zu betrachten, hat doch die Rechtsprechung bereits geringere Vergleichsgr�ssen - 17 Allgemeinpraktiker (ohne R�ntgen) im Urteil J. vom 10. August 2004, K 113/03 (Erw. 5.4) - als ausreichende statistische Grundlage anerkannt.
8.1.3 Zu Unrecht macht die Beschwerdef�hrerin schliesslich geltend, ihre Praxis k�nne nicht mit der Gruppe 00 verglichen werden, weil sie mit der angebotenen Komplement�rmedizin relevante Besonderheiten aufweise, f�r deren Beweis sie im vorinstanzlichen Verfahren entsprechende Antr�ge gestellt habe (namentlich die Erstellung eines analytischen Gutachtens zur Einzelfallabkl�rung ihrer Praxis), welche die Vorinstanz indessen abgelehnt habe. Denn in der Fachgruppe 00 geht es um die Behandlung von Allgemeinerkrankungen. Der Umstand, dass (auch) Alternativmedizin praktiziert wird, befreit - wie bereits im angefochtenen Entscheid zutreffend dargelegt - nicht von der Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgebots. Hinzu kommt, dass f�r den hier relevanten Zeitraum Komplement�rmedizin, soweit �ber die damalige Ziff. 2.1 Anhang KLV hinausgehend, noch gar nicht kassenpflichtig war und deshalb im Hinblick auf Art. 56 KVG von vornherein nicht eine besondere Gruppe Komplement�rmedizin gebildet werden kann (Urteil J. vom 10. August 2004, K 113/03, Erw. 5.5, wo in einem �hnlich gelagerten Fall ebenfalls mit Gruppe 00 verglichen wurde). Auch wenn sant�suisse in neuerer Zeit offenbar eine besondere Vergleichsgruppe "Komplement�rmedizin" bef�rwortet, kann sich dies nur auf einen Zeitraum beziehen, in welchem diese Leistungen Pflichtleistungen darstellten, was in den hier massgebenden Jahren nicht der Fall war. Schliesslich hat die Vorinstanz aufgrund der von den Kl�gerinnen am 22. August 2002 zus�tzlich eingereichten Kostenzusammenstellung einen Vergleich mit anderen �rzten angestellt, die ebenfalls im Kanton St. Gallen Alternativmedizin praktizieren (Durchschnitt 1996: Fr. 231.47 pro Patient; Durchschnitt 1997: Fr. 256.45 pro Patient), und ist auch dabei zum Ergebnis gelangt, dass bei der Beschwerdef�hrerin (Durchschnitt 1996: Fr. 573.55 pro Patient; Durchschnitt 1997: Fr. 648.85 pro Patient) deutlich h�here Kosten anfallen. Auf die Einholung eines analytischen Gutachtens zur Einzelfallabkl�rung ihrer Praxis und die Befragung des Dr. med. E.________ kann deshalb in antizipierter Beweisw�rdigung verzichtet werden (BGE 124 V 94 Erw. 4b, 122 V 162 Erw. 1d mit Hinweis; SVR 2003 IV Nr. 1 S. 1 Erw. 2).
8.2 Als Ausgleich statistischer Ungenauigkeiten und Kompensation von Praxisbesonderheiten hat das Schiedsgericht der Beschwerdef�hrerin (in beiden Jahren) einen Toleranzzuschlag von 30 % zugestanden, was entgegen der in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde vertretenen Auffassung nicht zu beanstanden ist.
8.2.1 Unter dem Titel der kompensatorischen Einsparungen, welche als kostenwirksame Praxisbesonderheiten Ber�cksichtigung finden k�nnen (vgl. Erw. 7.3 hievor), macht die Beschwerdef�hrerin (unsubstantiiert) einen hohen Heilungserfolg und geringere Medikamentenkosten geltend. W�hrend sich der hohe Heilungserfolg nicht �berpr�fen l�sst, wobei sich diese Beweislosigkeit zu Lasten der Beschwerdef�hrerin auswirkt (Eugster, a.a.O., Nr. 673 S. 233), trifft es tats�chlich zu, dass die Medikamentenkosten der Beschwerdef�hrerin (1996: Fr. 119.48; 1997: Fr. 80.88) unter dem Durchschnitt (1996: Fr. 159.89; 1997: Fr. 151.90) lagen. Diese Einsparung wird indessen durch die deutlich �berdurchschnittlichen Arzt- und veranlassten Kosten mehr als kompensiert, so dass die Beschwerdef�hrerin daraus nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag.
8.2.2 Soweit eine Besonderheit des Patientengutes geltend gemacht wird, muss sich diese objektiv aus der Person der Patienten ergeben wie beispielsweise die Art der Erkrankung, ein hoher Anteil �lterer Personen, ein �berhang an erstmaligen Patienten oder ein hoher Ausl�nderanteil (Eugster, a.a.O., Nr. 409 f. S. 152). Dass die Patienten einen erh�hten Aufwand (z.B. bez�glich Gespr�ch) w�nschen oder einfordern, gen�gt nicht, w�rde dies doch dazu f�hren, dass der gebotene Aufwand einseitig von den Patienten festgelegt werden k�nnte, was im Widerspruch zum Wirtschaftlichkeitsgebot st�nde.
Was den geltend gemachten hohen Anteil schwerstbehinderter Patienten (aus dem Wohnheim X.________; Rollstuhlpatienten), in welchem Zusammenhang die Beschwerdef�hrerin eine Parteibefragung sowie eine Expertise beantragt hat, anbelangt, hat die Vorinstanz ausgef�hrt, dass sich das Ausmass der medizinischen Betreuung der Schwerstbehinderten aufgrund der Akten weder nachpr�fen lasse noch quantifizierbar sei, welche Sachverhaltsfeststellung im Lichte von Art. 105 Abs. 2 OG nicht zu beanstanden ist. Namentlich hat es die Beschwerdef�hrerin in Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht (SVR 2005 KV Nr. 4 S. 14 Erw. 5.1 [Urteil S. vom 18. Mai 2004, K 150/03]) unterlassen, anzugeben, worin der besondere Aufwand bei der Behandlung dieser Patienten bestehen soll. Entsprechendes gilt f�r die Patienten mit hohen Behandlungskosten, bei welchen die Beschwerdef�hrerin keine Gr�nde zur Rechtfertigung des hohen Aufwandes vorgebracht hat. Den diesbez�glichen pauschalen Behauptungen, besonders viele schwere F�lle behandelt zu haben, hat die Vorinstanz zu Recht den Erfolg versagt (vgl. auch Eugster, a.a.O., Nr. 691 S. 237).
8.2.3 Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermag die Beschwerdef�hrerin schliesslich aus dem Umstand, dass sie - wie sie unter Hinweis auf ihre Gesch�ftszahlen in den folgenden Jahren (1998-2002) geltend macht - lediglich ein durchschnittliches Einkommen erziele und relativ wenige Patienten behandle. Denn diese Kriterien sind f�r die Wirtschaftlichkeitskontrolle, welche die Pr�fung der Frage beinhaltet, ob die Leistungserbringerin sich auf das Mass beschr�nkt, das im Interesse der Versicherten liegt und f�r den Behandlungszweck erforderlich ist (Art. 56 Abs. 1 KVG), nicht von Belang, weil weder die Einkommensh�he noch die Anzahl der Patienten etwas dar�ber aussagt, ob sich der Arzt im Einzelfall an das objektiv notwendige Leistungsmass h�lt.
8.3 Zusammenfassend ergibt sich, dass der vom Schiedsgericht durchgef�hrte Durchschnittskostenvergleich nicht zu beanstanden ist, namentlich den von der Beschwerdef�hrerin geltend gemachten Praxisbesonderheiten gen�gend Rechnung tr�gt. Es kann weder von einer offensichtlich unrichtigen Tatsachenfeststellung noch einer Bundesrechtsverletzung noch einer ermessensmissbr�uchlichen Einsch�tzung der Wirtschaftlichkeitsgrenze gesprochen werden.
Verfahren gegen den Leistungserbringer um R�ckforderungen wegen Unwirtschaftlichkeit der Behandlungsweise sind kostenpflichtig (BGE 119 V 455 Erw. 6). Den anwaltlich vertretenen Krankenversicherern steht gest�tzt auf Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG im �berarztungsprozess praxisgem�ss eine Parteientsch�digung zu (SVR 1995 KV Nr. 40 S. 125 ff. Erw. 5b; nicht ver�ffentlichte Erw. 9 des in BGE 130 V 377 publizierten Urteils S. vom 18. Mai 2004 [K 150/03]).
Die Beschwerdef�hrerin hat den Beschwerdegegnerinnen f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 6000.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen (Abteilung V) und dem Bundesamt f�r Gesundheit zugestellt.

References: Art. 19
 Art. 19
 Art. 56
 Art. 4
 Art. 56
 Art. 56
in fine
 Art. 56
 BGE 
 Art. 56
 Art. 105
 Art. 159
 Art. 135
 BGE