Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20M%C3%BCnchen&Datum=23.06.2016&Aktenzeichen=34%20Wx%20189/16
Timestamp: 2019-12-06 16:50:28+00:00

Document:
OLG München, 23.06.2016 - 34 Wx 189/16 - dejure.org
https://dejure.org/2016,15864
OLG München, 23.06.2016 - 34 Wx 189/16 (https://dejure.org/2016,15864)
OLG München, Entscheidung vom 23.06.2016 - 34 Wx 189/16 (https://dejure.org/2016,15864)
OLG München, Entscheidung vom 23. Juni 2016 - 34 Wx 189/16 (https://dejure.org/2016,15864)
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BGB § 1193; GBO § 53 Abs. 1; ZPO § 726, § 794 Abs. 1 Nr. 5, § 795, § 797 Abs. 2, § 867
Einfache Vollstreckungsklausel bei Verzicht auf Nachweis und Fälligkeit der Zahlungsverpflichtung
BGB § 1193; GBO § 53 Abs. 1; ZPO §§ 726, 794 Abs. 1 Nr. 5, 795, 797 Abs. 2, 867
Verzicht auf Nachweis des Entstehens und der Fälligkeit der Zahlungsverpflichtung auch nach Inkrafttreten des Risikobegrenzungsgesetzes zulässig
BGB § 1193; GBO § 53 Abs. 1; ZPO §§ 726, 794 Abs. 1 Nr. 5
Eintragung einer Zwangshypothek aufgrund vollstreckbarer Ausfertigung der Unterwerfung der sofortigen Zwangsvollstreckung mit zulässigem Nachweisverzicht
Auf Nachweis der Zahlungsverpflichtung kann verzichtet werden!
DNotZ 2017, 371
Rpfleger 2017, 23
Im Verfahren der Eintragung einer Zwangshypothek aufgrund eines vollstreckbaren abstrakten Schuldversprechens hat das Grundbuchamt auch dann, wenn sich das Bestehen einer Sicherungsabrede aus der Urkunde ergibt, nicht zu prüfen, ob die Vollstreckung mindestens sechs Monate vor Antragstellung angedroht worden ist (Fortsetzung zu OLG München, Beschluss vom 23.6.2016 - 34 Wx 189/16; Abgrenzung zu BGH, Beschluss vom 30.3.2017 - V ZB 84/16).
(iii) Davon unabhängig obliegt nicht dem als Vollstreckungsorgan befassten Grundbuchamt die der Sache nach dem Klauselerteilungsverfahren zugeordnete Prüfung, ob die - einfache - Vollstreckungsklausel nach §§ 724, 725 ZPO zu Recht erteilt wurde oder als qualifizierte Klausel nach § 726 Abs. 1 ZPO (…vgl. MüKo/Lieder § 1193 Rn. 6 a.E.;… Staudinger/Wolfsteiner § 1193 Rn. 11; Derleder ZIP 2009, 2221/2226; Böttcher NJW 2010, 1647/1650 f.; Clemente ZfIR 2017, 523/525) hätte erteilt werden müssen verbunden mit dem Hinweis, dass die Zwangsvollstreckung erst nach Ablauf einer datumsmäßig bestimmten oder bestimmbaren Frist zulässig sei (eingehend zur eingeschränkten Prüfungskompetenz des Grundbuchamts als Vollstreckungsorgan bei Eintragung einer Zwangshypothek: Senat vom 23.6.2016, 34 Wx 189/16 = Rpfleger 2017, 23 m. Anm. Wagner EWiR 2017, 255 und Everts DNotZ 2017, 343).
Der Senat hält daran fest, dass im Verfahren der Eintragung einer Zwangshypothek aufgrund eines vollstreckbaren notariellen Schuldversprechens das Grundbuchamt auch dann, wenn sich das Bestehen einer Sicherungsabrede aus der Urkunde ergibt, nicht zu prüfen hat, ob die Vollstreckung mindestens sechs Monate vor Antragstellung angedroht worden ist (Fortsetzung zu OLG München, Beschlüsse vom 23.6.2016 - 34 Wx 189/16 und vom 13.4.2018 - 34 Wx 381/17; Abgrenzung zu BGH, Beschluss vom 30.3.2017 - V ZB 84/16).
Unzulässig im Sinne von § 53 Abs. 1 Satz 2 GBO wäre die Eintragung nur, wenn sie nach ihrem Inhalt einen Rechtszustand oder -vorgang verlautbaren würde, den es aus Rechtsgründen nicht geben kann (Senat vom 23.6.2016, 34 Wx 189/16 = Rpfleger 2017, 23 m. w. Nachw.).
cc) Davon unabhängig obliegt nicht dem als Vollstreckungsorgan befassten Grundbuchamt die der Sache nach dem Klauselerteilungsverfahren zugeordnete Prüfung, ob die - einfache - Vollstreckungsklausel nach §§ 724, 725 ZPO zu Recht erteilt wurde oder als qualifizierte Klausel nach § 726 Abs. 1 ZPO (…vgl. MüKo/Lieder § 1193 Rn. 6 a.E.;… Staudinger/Wolfsteiner § 1193 Rn. 11; Derleder ZIP 2009, 2221/2226; Böttcher NJW 2010, 1647/1650 f.; Clemente ZfIR 2017, 523/525) hätte erteilt werden müssen verbunden mit dem Hinweis, dass die Zwangsvollstreckung erst nach Ablauf einer datumsmäßig bestimmten oder bestimmbaren Frist zulässig sei (eingehend zur eingeschränkten Prüfungskompetenz des Grundbuchamts als Vollstreckungsorgan bei Eintragung einer Zwangshypothek: Senat vom 23.6.2016, 34 Wx 189/16 = Rpfleger 2017, 23 m. Anm. Wagner EWiR 2017, 255 und Everts DNotZ 2017, 343).
Die ganz herrschende Meinung in Rechtsprechung und Literatur, welche den Nachweisverzicht für wirksam hält, wird nunmehr auch vom OLG München in seiner Entscheidung vom 23.6.2016, Az. 34 Wx 189/16, bestätigt.".
Überdies ist auch strittig, ob und ggf. in welchen Fällen ein Nachweisverzicht im Sinne von § 726 Abs. 1 ZPO statthaft und wirksam ist (siehe insoweit auch die Ausführungen in der von der Gläubigerseite benannten Entscheidung des Oberlandesgerichts München vom 23.6.2016 - 34 Wx 189/16).
Denn nach zutreffender Auffassung hat das Versteigerungsgericht (Rechtspfleger) weder die Wirksamkeit des Titels noch die Wirksamkeit der Klauselerteilung durch den Notar im Zwangsversteigerungsverfahren gesondert zu prüfen (vgl. BGH, Beschluss vom 1.02.2017 - VII ZB 22/16 in NJW-RR 2017, 510; OLG München, Beschluss vom 23.06.2016 - 34 Wx 189/16 in DNotZ 2017, 371).
verzichtet werden kann (…Herrler, in: Palandt, BGB, 78. Aufl., 2019, § 1193 Rn. 3; OLG München, RPfleger 2017, 23 f.), ist daher für die hier primär zu entscheidende Rechtsfrage ohne.

References: § 1193
 § 53
 § 726
 § 794
 § 795
 § 797
 § 867
 § 1193
 § 53
 § 1193
 § 53
 § 726
 § 1193
 § 1193
 § 53
 § 726
 § 1193
 § 1193
 § 726
 § 1193