Source: https://schariagegner.wordpress.com/2012/09/30/kinder-sind-grundrechtstraeger-ihre-rechte-sind-zu-schuetzen/
Timestamp: 2018-09-18 14:19:50+00:00

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Kinder sind Grundrechtsträger, ihre Rechte sind zu schützen | Schariagegner
« Jungenbeschneidung ist Körperverletzung
Beschneidungsrhetoriker »
Schlagwörter: 1631d BGB, Beschneidung auf Elternwunsch, Beschneidung des männlichen Kindes, Beschneidung grundgesetzwidrig, Eckpunkte für Beschneidungsregelung, Personensorge Beschneidung, Petition gegen Beschneidung
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26 Antworten to “Kinder sind Grundrechtsträger, ihre Rechte sind zu schützen”
Oktober 1, 2012 um 8:29 am
Oktober 1, 2012 um 4:57 pm
Oktober 1, 2012 um 5:31 pm
in: Hamburger Abendblatt 01.10.2012
http://www.abendblatt.de/region/norderstedt/article2406917/Beschneidung-Eine-straffreie-Koerperverletzung.html
Zum zweiten dürfen dem Entwurf zufolge Eltern aus jederlei Motiv ihre kleinen Jungen beschneiden lassen. Es war absehbar, dass man religiöse Gründe nicht verlangen würde. Sonst wäre der Charakter der Regelung als religiöses Sonderrecht offensichtlich. Also hat man eine abstrakt-generelle Regelung formuliert, die jederlei Motiv einschließt und legitimiert. Damit können, wie etwa in den USA, Jungen aus rein ästhetischen Gründen beschnitten werden. So etwas rechtlich zuzulassen, bedeutet eine klare Verletzung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit. Auch das historisch vielfach belegte Motiv einer viktorianisch prüden Sexualerziehung gibt es, mit dem sich die Beschneidung im 19. Jahrhundert vor allem in den USA durchgesetzt hat – nämlich um mit ihr den Jungen in der Pubertät die Masturbation zu erschweren. …
Wie ist es mit dem typischen Fall, dass der Junge bloß anfängt, vor Angst zu zittern, zu weinen und „Mama, Papa, bitte nicht!“ zu wimmern? Als Ausübung seines natürlichen Vetos müsste das unbedingt genügen. Aber der Gesetzentwurf drückt sich hier; er unterstellt diese Frage allein dem vagen Merkmal der Gefährdung des Kindeswohls und überlässt damit die Entscheidung vollständig den Eltern. Denn sie sind es, die den Inhalt des kindlichen Wohls bestimmen dürfen, – und sie rechnen nun mal die Beschneidung dazu. …
Natürlich sind Akte der Integration in eine religiöse Gemeinschaft grundsätzlich vom elterlichen Sorgerecht gedeckt. Aber die Beschneidung ist eben mehr als das, nämlich auch ein gewaltsamer Eingriff in den kindlichen Körper. Es geht hier innerhalb des elterlichen Sorgerechts um eine abwägende Grenzziehung: Das Gewaltverbot gegen Kinder hat einen hohen, grundrechtlich fundierten Rang. Hätte es historisch niemals eine religiöse Begründung für die Beschneidung gegeben, würde die Prozedur hierzulande ganz gewiss verboten und strafrechtlich verfolgt.
Soweit Strafrechtler und Rechtsphilosoph Reinhard Merkel – dankesehr, das überzeugt.
aus: Till Schwarze: „Ein kläglicher Gesetzentwurf“
in: ZEIT 01.10.2012
Oktober 3, 2012 um 5:16 am
Gab es 1843 in Paris ein behördliches Verbot der Metzitzah b’peh? Ein Fall von Syphilis jedenfalls war bei einem zwei Monate aten Säugling festgestellt worden, der eine Woche nach seiner Geburt in der Synagoge beschnitten worden war.
This started in Paris in 1843
… If we check the Gemarah source[1] and so too the Rambam[2] , and the Shulchan Aruch[3] , we see no mention of the “Peh,” the mouth. The Hebrew word for suction is “motzetz” and this can be performed also by the use of a tube using mouth suction. It is important to precede all discussion on this topic by “putting everything on the table”. We are not discussing a Biblical Commandment, nor are we referring to a Rabbinical enactment from the Gemarah’s time. We are referring to a hallowed Minhag from days of yore to use the mouth only.
Certainly the withdrawal of blood is a Rabbinical enactment, but the direct application of the mouth is only a Minhag. …
The answer is that for nearly two hundred years there is fear of Gentile government intervention making the essential circumcision ritual illegal. This started in Paris in 1843, reached Germany and Poland and today in California a small group of “humanists” appealed to the State Legislature to ban the practice. This move was defeated.
If we are dealing with a Torah law, or at least a Rabbinical enactment, certainly it is Chassidus to be stringent and rely on “Shomer Mitzva Lo Ye-da Davar Ra”. But we are referring here not to religious law but to medical advice tendered by our sages, calculated to save the child from danger. This is not a “mitzvah” per se. If as per modern medical advice we are doing the opposite, we are exposing the child to danger, how is this in any way Chassidus? True we should perform Metzizah, but why by direct contact with the mouth? …
http://www.jewishpress.com/blogs/haemtza/the-proper-performance-of-bris-milah/2012/09/04/0/
Oktober 3, 2012 um 9:46 am
Wichtiger aber als die medizinischen Folgen einer Zirkumzision ist der Fakt, dass die körperliche Unversehrtheit des Kindes verletzt wird. Dieses Recht ist Teil der niederländischen Verfassung und ist wie das Recht auf Leben und auf persönliche Freiheit ein unabdingbares Menschenrecht. … Die Beschneidung steht daher nicht nur der grundlegenden Regel von Ärzten entgegen, „kein Leid zuzufügen“, sondern auch dem Grundsatz, medizinische Eingriffe nur dann an Kindern durchzuführen, wenn diese medizinisch erforderlich sind.
(…) In den USA und Israel sprechen sich immer mehr jüdische Eltern gegen die Beschneidung aus und plädieren für Rituale, die keinen Eingriff in die physische Unversehrtheit des Kindes beinhalten.
in: The European 08.09.2012
http://www.theeuropean.de/gert-van-dijk/12201-keine-beschneidung-von-kindern
Oktober 3, 2012 um 7:46 pm
Oktober 3, 2012 um 10:33 pm
FAZ 03.10.2012
Zudem muss, wie der Gesetzentwurf der Justizministerin in seinem Begleittext ausdrücklich festlegt, „eine im Einzelfall angemessene und wirkungsvolle Betäubung“ gewährleistet sein. …
DER SPIEGEL 03.10.2012
Die Bundesregierung hat sich auf einen Gesetzentwurf zur rituellen Beschneidung von Jungen verständigt. Der Entwurf sei fertig und solle „so früh wie möglich“ im Kabinett beraten werden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwoch und bestätigte damit einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dem Blatt zufolge soll der Entwurf bereits am Mittwoch nächster Woche im Kabinett verabschiedet und danach in den Bundestag eingebracht werden.
Dem Gesetzentwurf zufolge können Eltern künftig einer Beschneidung ihres Jungen zustimmen, ohne damit ihre gesetzliche Fürsorgepflicht zu verletzen. Allerdings muss der Eingriff, der meist religiös begründet ist, „nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa aus dem Gesetzestext. Das Wohl des Kindes dürfe dadurch nicht gefährdet werden. Die Abtrennung der Penisvorhaut darf demnach in den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes auch von „besonders ausgebildeten“ Vertretern der Religionsgemeinschaften vorgenommen werden.
Wie ein Ministeriumssprecher sagte, hatte es nach Vorlage der Eckpunkte zum Gesetz Ende September durch das Justizministerium noch Detailabsprachen zwischen den beiden Ressorts gegeben. Dazu zählte etwa die Abgrenzung zu weiblichen Genitalverstümmelungen. So dürfen Eltern dem Begleittext des Gesetzentwurfs zufolge in eine Genitalverstümmelung ihrer Tochter „weiterhin keinesfalls einwilligen“. Betroffene ältere Jungen sollen demnach eine Art Recht zum Veto gegen den Eingriff erhalten, das auch respektiert werden muss. Der Einsatz von örtlichen Betäubungs- oder im fortgeschrittenen Alter von Narkosemitteln soll zur Schmerzminderung beitragen. Eltern sollen zudem umfassend über medizinische Risiken und mögliche Folgen des Eingriffs aufgeklärt werden. …
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/regierung-legt-gesetzentwurf-zur-beschneidung-vor-a-859354.html
Oktober 5, 2012 um 6:49 am
Wir haben heute gegen den Antrag gestimmt, weil das Recht der Eltern auf religiöse Erziehung des Kindes nach unserer Meinung keinen Vorrang hat gegenüber dem Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung. …
Dass es sich bei der religiös motivierten, medizinisch nicht indizierten Beschneidung von Jungen um einen schädigenden, irreversiblen Eingriff im Sinne einer tatbestandlichen Körperverletzung handelt, erscheint uns unstreitig und klar. Die Häufigkeit der damit verbundenen, zum Teil sehr schweren gesundheitlichen Komplikationen wird in der Literatur sehr unterschiedlich beschrieben. Wir halten eine Komplikationsrate von bis zu 10 Prozent für realistisch. Auch schwere gesundheitliche Spätfolgen und Todesfälle werden in der Literatur beschrieben. …
Oktober 5, 2012 um 10:12 am
Unabhängig von der OP-Methode hält es der Kinderschützer für bedenklich, dass der Staat Eltern das Recht einräumt, Kinder ohne medizinischen Anlass »unwiderruflich zu verstümmeln«. Ehrmann sagte, Kinderschutzorganisationen hätten jahrelang gekämpft, bis das Kinderrecht auf gewaltfreie Erziehung verabschiedet worden sei. »Jetzt bekommen wir die paradoxe Situation, dass Eltern ihr Kind zwar nicht schlagen, aber ohne medizinischen Grund einem gravierenden Eingriff unterziehen dürfen, der die körperliche Unversehrtheit nachhaltig und irreversibel schädigt.« (…)
http://www.westfalen-blatt.de/nachricht/2012-10-05-kritik-am-beschneidungsgesetz/613/
Oktober 5, 2012 um 10:34 am
Oktober 9, 2012 um 7:52 am
De overgrote meerderheid van de kinderurologen in Nederland vindt dat een arts een besnijdenis bij jongens onder de 12 jaar niet moet doen als er geen medische reden voor is.
Volgens de Utrechtse kinderuroloog Tom de Jong vinden de urologen dat een kind moet kunnen meebeslissen over veranderingen aan zijn eigen lichaam. Volgens de Nederlandse wetgeving geldt dan de grens van 12 jaar. …
Volgens De Jong is jongensbesnijdenis ingrijpender voor het lichaam dan lichte vormen van meisjesbesnijdenis.
http://www.novatv.nl/page/detail/uitzendingen/7400/Meerderheid+kinderurologen+tegen+jongensbesnijdenis
Jongensbesnijdenis is een schending van kinderrechten. Wereldwijd vindt er een omslag in denken plaats en wordt de ingreep steeds minder als normaal gezien.
… Veel mensen denken dat de chirurgische verwijdering van de voorhuid een risicoloze ingreep is. Dat is onjuist. Kort na de ingreep komen complicaties als bloedingen, infecties, plasbuisvernauwingen, een gat in de plasbuis, verlittekening en misvormingen regelmatig voor. Ook zijn amputaties en sterfgevallen gerapporteerd. Zonder verdoving leidt deze ingreep tot ernstige pijnreacties bij de baby. Op de lange termijn zijn psychologische en seksuele problemen beschreven.
http://knmg.artsennet.nl/Nieuws/Nieuwsarchief/Nieuwsbericht-1/Ontmoediging-jongensbesnijdenis-doorzetten.htm
Oktober 10, 2012 um 12:21 pm
Regierungserklärung vom 10.10.2012
Gesetzentwurf der Bundesregierung Entwurf eines Gesetzes über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes
Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuchs Nach § 1631c des Bürgerlichen Gesetzbuchs in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. Januar 2002 (BGBl. I S. 42, 2909; 2003 I S. 738), das zuletzt durch Artikel … des Gesetzes vom … (BGBl. I S. …) geändert worden ist, wird folgender § 1631d eingefügt:
Eltern sind aber nicht berechtigt, in Ausübung ihrer elterlichen Sorge in die Beschneidung ihres Sohnes einzuwilligen, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks im Einzelfall das Kindeswohl gefährdet wird. Im Rahmen des geltenden § 1666 BGB versteht die Rechtsprechung unter einer Gefährdung des Kindeswohls „eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt“ (ständige Rechtsprechung des BGH seit NJW 1956, 1434 – zuletzt NJW 2012, 151). Ob eine solche Gefahr begründet ist, ist aufgrund der Umstände des jeweiligen Einzelfalls zu beurteilen. Ergibt sich aus den besonderen Umständen des Einzelfalls eine Gefährdung des Kindeswohls, steht § 1631d Absatz 1 Satz 2 BGB-E der elterlichen Einwilligung entgegen. Im Rahmen der Kindeswohlprüfung muss auch der Zweck der Beschneidung in den Blick genommen werden (etwa bei einer Beschneidung aus rein ästhetischen Gründen oder mit dem Ziel, die Masturbation zu erschweren). Ebenso kann der entgegenstehende Wille eines nicht einsichts- und urteilsfähigen Kindes zu berücksichtigen sein. …
Überdies setzt Absatz 2 aus Gründen des Gesundheitsschutzes im Hinblick auf die Durchführung der Beschneidung eine dem Arzt vergleichbare Befähigung voraus. Dazu gehören neben den unmittelbar eingriffsspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten auch vertiefte Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Hygiene, Desinfektion und Sterilität sowie über die Erstversorgung in – seltenen, aber nicht auszuschließenden – akuten Zuständen und Notfällen. Zudem muss die Person die bei nicht medizinisch indizierten Eingriffen erforderliche ordnungsgemäße und besonders umfassende Aufklärung der Eltern gewährleisten können.
Die Regelung in Absatz 2 bezieht sich auf „Beschneidungen gemäß Absatz 1“. Auch bei der Durchführung der Beschneidung durch Personen nach Absatz 2 muss die elterliche Einwilligung daher den in Absatz 1 aufgestellten Anforderungen genügen. Dies setzt unter anderem voraus, dass der Eingriff nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll.
http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/RegE%20Gesetz_ueber_den_Umfang_der_Personensorge_bei_einer_Beschneidung_des_maennlichen_Kindes.pdf?__blob=publicationFile
RegE: Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes
http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/RegE%20Gesetz_ueber_den_Umfang_der_Personensorge_bei_einer_Beschneidung_des_maennlichen_Kindes.html?nn=1930246
Das Bundeskabinett hat heute einen Gesetzentwurf beschlossen, der die rechtliche Verunsicherung, die durch das Urteil des Landgerichts Köln entstanden ist, beseitigen soll. Im Bürgerlichen Gesetzbuch wird künftig in einem neuen § 1631d klar gestellt, dass die Beschneidung in Deutschland auch künftig möglich ist.
http://www.bmj.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2012/20121010_Kabinettsbeschluss_zur_Beschneidung.html;jsessionid=D05784D05D0FAF4C9F9358AB98D105F3.1_cid297?nn=1930246
Oktober 11, 2012 um 9:02 am
Oktober 13, 2012 um 8:03 am
Drucksache 17/11295 Says:
November 21, 2012 um 11:50 pm
(…) Rechtswissenschaft und Rechtsprechung Zur Strafbarkeit der Beschneidung von männlichen Kindern werden in der deutschen Rechtswissenschaft unterschiedliche Ansichten vertreten. Nach einer Meinung ist die religiös motivierte Beschneidung schon als „sozialadäquates Verhalten“ nicht vom Straftatbestand der Körperverletzung erfasst. Der Eingriff sei zwar vom möglichen Wortlaut der Körperverletzungsvorschriften, nicht aber von deren tatsächlichem Wortsinn erfasst (so Exner, Sozialadäquanz im Strafrecht – Zur Knabenbeschneidung, 2011, S. 187 f.; ebenso Rohe, Das islamische Recht, 2009, S. 342; Tröndle, StGB, 49. Auflage, 1997, § 223 Rn. 16a; ähnlich Schwarz, JZ 2008, 1125 ). Diese Ansicht wurde noch 2008 in der strafrechtlichen Kommentarliteratur als „wohl herrschende Meinung“ bezeichnet (vgl. Fischer, StGB, 55. Auflage, 2008, § 223 Rn. 6b). Eine andere Ansicht bejaht zwar die Tatbestandsmäßigkeit, kommt aber ebenfalls zur Straflosigkeit, weil die Rechtswidrigkeit nicht medizinisch indizierter Beschneidungen grundsätzlich dann entfalle, wenn die Einwilligung der Eltern vorliege (Zähle, AöR 134 , 434 ; Valerius, JA 2010, 481 ; Fateh-Moghadam, RW 2010, 115 ; Schramm, Ehe und Familie im Strafrecht, 2011, S. 229; Beulke/Dießner, ZIS 2012, 338 ). Eine weitere Ansicht bejaht dagegen die rechtswidrige Körperverletzung, weil die Beschneidung weder sozialadäquat sei noch durch eine elterliche Einwilligung gerechtfertigt werden könne (Putzke, (…))
Das elterliche Erziehungsrecht (Artikel 6 Absatz 2 Satz 1 GG) und die Religionsfreiheit (Artikel 4 Absatz 1 GG) unterliegen keinem allgemeinen Gesetzesvorbehalt. Beide Grundrechte sind nur solchen Einschränkungen zugänglich, die sich aus der Verfassung selbst ergeben (BVerfG, Beschluss vom 15. März 2007, Aktenzeichen: 1 BvR 2780/06, NVwZ 2008, 72, 73). Artikel 6 Absatz 2 Satz 1 GG bezeichnet die Pflege und Erziehung der Kinder nicht nur als Recht, sondern auch als Pflicht der Eltern. Die Pflicht ist wesensbestimmender Bestandteil des Elternrechts, das insoweit treffender als Elternverantwortung zu bezeichnen ist (BVerfGE 56, 363, 382). Damit unterscheidet sich das Elternrecht von anderen Freiheitsrechten. Es gewährt keine Freiheit im Sinne einer Selbstbestimmung der Eltern, sondern im Interesse des Kindes (BVerfGE 59, 360, 376). In der Beziehung der Eltern zum Kind muss das Kindeswohl die oberste Richtschnur sein (BVerfGE 60, 79, 88). Das Elternrecht beruht dabei auf dem Grundgedanken, dass in aller Regel den Eltern das Wohl ihres Kindes mehr am Herzen liegt als irgendeiner anderen Person oder Institution (BVerfGE 61, 358, 371). (…)
Juli 13, 2013 um 12:27 pm
nett gemeint von Raphael Kirchner und in der Sache sehr wichtig: Doch der Deutsche Bundestag – jeder Abgeordnete – war im Herbst 2012 über die Unbrauchbarkeit der Daten und Argumente der AAP persönlich informiert worden (und über die grundsätzlichen erheblichen Beschneidungsrisiken bereits acht Wochen eher, vgl. den Quellenteil der Petition Pet 4-17-07-451-040847 zu einem § 1631d Verbot der rituellen Genitalmutilation)
12. Dezember 2012: Der Bundestag beschließt mit deutlicher Mehrheit einen eilig erarbeiteten Gesetzentwurf. Er regelt, dass auch weiterhin Jungen in Deutschland beschnitten werden dürfen. … Nun melden sich erneut Kinderärzte aus verschiedenen Nationen zu Wort. Hat der Bundestag damals unter falschen Annahmen seine Entscheidung getroffen? Das längst verabschiedete Beschneidungsgesetz beruft sich auch auf Empfehlungen der American Academy of Pediatrics (AAP), dem angesehenen US-amerikanischen Kinderärzteverband. …
Die ist nach Ansicht der Kritiker nicht haltbar. Keiner der von der AAP angeführten Vorteile halte einer Analyse nach präventivmedizinischen Kriterien stand. Mitnichten schütze eine Beschneidung vor einer Reihe von Infektionen und Peniskrebs …
„Die AAP zitiert selektiv Publikationen, die sich für eine ‚prophylaktische‘ Beschneidung aussprechen und unterdrückt andere, die dagegen sprechen“, sagt Volker von Loewenich, der Sprecher der Ethikkommission der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin DAKJ. Auch er beteiligte sich an der Kritik der AAP-Empfehlung. …
Doch warum stuft die AAP die Beschneidung als weniger riskant ein? Der Hauptautor der AAP-Replik, Morten Frisch, weist auf eine Auffälligkeit hin. Pro Jahr würden Ärzte in den USA eine Million Jungen beschneiden. Das beschere ihnen auch einen Umsatz von mehreren Hundert Millionen US-Dollar. Die behandelnden Ärzte werden „überwiegend von AAP und ACOG (dem US-Verband der Gynäkologen und Geburtshelfer, mit dem die AAP ihre Richtlinie abgestimmt hat) vertreten“, die „gleichzeitig als einzige Fachverbände weltweit behaupten, dass die Vorteile einer Beschneidung überwiegen“. Dass sich daraus ein möglicher Interessenkonflikt ergibt, ist für Frisch „offensichtlich“ und er findet es „merkwürdig, dass dieser nicht deklariert wurde“.
ZEIT-online 18.03.2013
Nur kurz zum angeblichen gesundheitlichen Nutzen (HIV- und HPV-Prävention), der gelegentlich von den Vereinigten Staaten aus genannt wird und selbst dort eigentlich nur noch vom Verband AAP (American Academy of Pediatrics) – die notorisch beschneidungsfreundlichen Studien der AAP sind weltweit in der Fachwelt umstritten oder werden schlicht verworfen; das jüngste Statement ist von der US-Kinderrechtsorganisation Intact America noch am selben Tag (27. August 2012) abgelehnt worden (s. u., Quellen). …
http://jacquesauvergne.wordpress.com/2012/09/30/306/
Juli 28, 2013 um 6:25 pm
November 17, 2013 um 4:56 am
März 10, 2014 um 11:07 am
Juli 20, 2014 um 1:17 pm
Februar 18, 2015 um 9:51 pm
Robert S. Van Howe, MD, MS, FAAP* Professor and Interim Chair of Pediatrics Central Michigan University College of Medicine
Central Michigan University · Department of Pediatrics
http://www.researchgate.net/profile/Robert_Van_Howe/citations
September 9, 2018 um 8:00 am
Die Beschneidung von Jungen ist nicht vergleichbar mit der genitalen Verstümmelung von Mädchen. Analogien verbieten sich deshalb. [ Unsinn. FGM Typ Ib ist weniger invasiv, die meisten FGM Typ IV sind weniger invasiv als eine Zirkumzision. ]
Das Kölner Landgericht führt das Recht auf religiöse Selbstbestimmung als ein Grund für die Forderung nach einem Verbot der Beschneidung von Jungen an. Das Landgericht stellt in seinem Urteil fest: „Diese Veränderungen [des Körpers des Kindes durch Beschneidung] läuft dem Interesse des Kindes, später selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu können, zuwider.“ Das Argument trifft nicht zu. Uns ist keine Religion oder Weltanschauung bekannt, die Beschnittenen die Aufnahme in ihre Reihen verwehrt. Umgekehrt ist es auch nicht so, dass jeder der beschnitten ist, automatisch Jude oder Muslim ist oder wird.
Die Befürworter des Kölner Urteils argumentieren, dass Beschneidung aus religiösen Gründen ein nicht medizinisch notwendiger körperlicher Eingriff ist und deswegen als Körperverletzung zu werten sei. Aber alle medizinischen Eingriffe haben immer eine gesellschaftlich-kulturelle Dimension. [ Ja – auch die FGM ] Eltern haben einen Ermessensspielraum bei körperbezogenen Entscheidungen für ihre Kinder bei Heileingriffen, Impfungen, Schönheitsoperationen, Geschlechtszuweisungen bei Intersexualität. Von daher müssen sich Linke die Frage stellen, warum es jetzt eine Kampagne für eine Einschränkung der Beschneidung gibt, andere körperliche Eingriffe aber außen vor bleiben.
Die Auffassung, die Beschneidung widerspreche dem Kindeswohl, unterstellt der Mehrheit der jüdischen und muslimischen Eltern, unverantwortlich mit ihren Kindern umzugehen. [ die Sklaverei der USA widersprach dem Menschenwohl ]
Durch die Drohung mit dem Strafrecht erreicht man nicht weniger Beschneidungen, sondern eine Verunsicherung und Stigmatisierung der Betroffenen [ dann hört doch endlich auf zu beschneiden, statt an „Verunsicherung“ zu leiden ]. Das kann dazu führen, dass zukünftig mehr Beschneidungen nicht medizinisch sachgerecht durchgeführt werden [ das Hinterhof-Scheinargument – man übertrage das auf die Mädchenbeschneidung = FGM ] und Komplikationen verschwiegen werden, aus Angst, ansonsten strafrechtlich belangt zu werden. Komplikationen werden durch eine Kriminalisierung und Tabuisierung eher häufiger auftreten.
Wir sehen es nicht als die Aufgabe der LINKEN an, Vorschläge für die Änderung der Religionspraxis von Juden, Jüdinnen, Muslima und Muslimen zu machen. [ Auch nicht zu Hidschab-Zwang, Polygamie sprich Polygynie, Kindbraut = ehelicher Sex ab neun Jahren, Talaq, Islamic FGM? ] Von daher halten wir den Vorschlag einiger Vertreter der LINKEN, Beschneidung bei unter 14 Jährigen in Deutschland zukünftig nur noch als symbolische Beschneidung durchzuführen, für nicht richtig. Die Mehrheit der muslimischen und jüdischen Gemeinden und Organisationen halten eine „symbolische Beschneidung“ nicht für einen adäquaten Ersatz für die Beschneidung.
Wir sind überzeugt: Wenn die Praxis einer Religion verändert werden soll, dann muss der Impuls von innen kommen. [ Darauf könnt ihr noch weitere 1400 Jahre warten und noch viel länger. ]
Wir wissen, dass die Beschneidung für viele jüdische und muslimische Menschen auch Symbol von Zusammengehörigkeit ist [ warum schweigt ihr zu den vielen Juden und Muslimen unter den Intaktivisten aller Welt? ], das in Situationen gesellschaftlicher Diskriminierung und Stigmatisierung eine hohe Bedeutung bekommt. Wir haben nicht das Recht, diese Eigendefinition in Frage zu stellen, schon gar nicht im Land der Schoa.
DIE LINKE ist eine nicht-religiöse, aber keine antireligiöse Partei. Linke müssen nicht „für“ Beschneidung sein. Wir plädieren aber dafür, dass sich DIE LINKE gegen jegliche Form der Kriminalisierung von Beschneidung von Jungen einsetzt [ wann wird DIE LINKE die Chatna (chitan al-inath) akzeptabel finden und per Bundespartei-Stellungnahme verteidigen? ] und damit deutlich macht, dass Jüdinnen, Juden, Muslima und Muslime und ihre religiösen Traditionen Teil dieser Gesellschaft sind.
___ps://archiv2017.die-linke.de/politik/aktionen/archiv/2012/beschneidung-von-jungen/keine-strafe-fuer-beschneidung/

References: § 1631
 § 1631
 § 1666
 BGH 
 § 1631
 § 1631
 § 223
 § 223
 § 1631