Source: https://revosax.sachsen.de/vorschrift/11255.1
Timestamp: 2020-05-26 04:24:45+00:00

Document:
REVOSax Landesrecht Sachsen - POAE
Historische Fassung war gültig vom 01.01.2010 bis 29.02.2012
Prüfungsordnung der Landesdirektion Leipzig für die Fortbildungsprüfung zum Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Ausbilder-Eignung
Vollzitat: Prüfungsordnung der Landesdirektion Leipzig für die Fortbildungsprüfung zum Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Ausbilder-Eignung vom 28. Dezember 2009 (SächsABl. 2010 S. 48), die durch die Verwaltungsvorschrift vom 28. Juni 2012 (SächsABl. S. 1012) geändert worden ist
für die Fortbildungsprüfung zum Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Ausbilder-Eignung
(POAE)
Aufgrund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 1. Dezember 2009 erlässt die Landesdirektion Leipzig als zuständige Stelle nach § 4 Abs. 5 Satz 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung vom 21. Januar 2009 (BGBl. I S. 88), in Verbindung mit §§ 47 und 79 Abs. 4 Satz 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), das zuletzt durch Artikel 15 Abs. 90 des Gesetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160, 270) geändert worden ist, folgende Prüfungsordnung für die Fortbildungsprüfung zum Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Ausbilder-Eignung:
Bewertung der Prüfungsleistungen,Beschluss und Beurkundung der Prüfungsergebnisse
(1) Die zuständige Stelle führt zum Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Qualifikation nach Maßgabe der Ausbilder-Eignungsverordnung Fortbildungsprüfungen durch.
(1) Die Zusammensetzung und Berufung der Prüfungsausschüsse richtet sich nach § 4 Abs. 5 Satz 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung und § 40 BBiG.
Beschlüsse über die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung, das Gesamtergebnis sowie das Bestehen und Nichtbestehen der Fortbildungsprüfung (§ 22 Abs. 1 Satz 1).
Abnahme der praktischen Prüfung und Beschlüsse über die Ergebnisse dieser Prüfung,
seine Arbeitsstätte bei einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder des Privatrechts, an der eine juristische Person des öffentlichen Rechts beteiligt ist, im Freistaat Sachsen hat oder
ein Studium an der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung Meißen absolviert
glaubhaft nachweist, dass er die erforderliche berufs- und arbeitspädagogische Qualifikation im Sinne der Ausbilder-Eignungsverordnung durch Teilnahme an Fortbildungslehrgängen oder auf andere Weise erworben hat.
(1) Über die Zulassung zur Fortbildungsprüfung entscheidet die zuständige Stelle. Hält sie die Zulassungsvoraussetzungen nicht für gegeben, entscheidet der Prüfungsausschuss für gemeinsame Aufgaben (§ 4 Abs. 5 Satz 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung, § 46 Abs. 1 BBiG).
Der Prüfungsteilnehmer hat seine berufs- und arbeitspädagogische Eignung zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Berufsausbildung in den in § 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung genannten Handlungsfeldern nachzuweisen.
(1) Die Fortbildungsprüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil.
(2) Im schriftlichen Teil soll der Prüfungsteilnehmer in 180 Minuten fallbezogene Prüfungsaufgaben aus allen folgenden Handlungsfeldern unter Aufsicht bearbeiten:
(3) Der praktische Teil besteht aus der Präsentation oder praktischen Durchführung einer Ausbildungssituation und einem anschließenden Fachgespräch. Hierfür wählt der Prüfungsteilnehmer eine berufstypische Ausbildungssituation aus, wofür ein schriftliches Konzept zu fertigen und dem Prüfungsausschuss in 3-facher Ausfertigung vorzulegen ist. Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im anschließenden Fachgespräch zu erläutern.
(4) Die praktische Prüfung soll insgesamt höchstens 30 Minuten dauern. Die Präsentation soll hiervon 15 Minuten bzw. die praktische Durchführung der Ausbildungssituation (Unterweisungsprobe) 20 Minuten betragen.
(5) Die praktische Prüfung ist begrenzt öffentlich. Vertreter des Staatsministeriums des Innern und der zuständigen Stelle sowie Mitglieder und stellvertretende Mitglieder des Berufsbildungsausschusses können anwesend sein. Der Prüfungsausschuss kann im Einvernehmen mit der zuständigen Stelle Dritte als Zuhörer zulassen, sofern keiner der Prüfungsteilnehmer widerspricht. Teilnehmer des gleichen Prüfungstermins können nicht zugelassen werden. Bei der Beratung über das Prüfungsergebnis dürfen nur die Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend sein.
Wer eine sonstige staatliche, staatlich anerkannte oder von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft abgenommenen Prüfung bestanden hat, deren Inhalt den in § 3 der Ausbilder-Eignungsverordnung genannten Anforderungen ganz oder teilweise entspricht, kann von der zuständigen Stelle auf Antrag ganz oder teilweise von der Fortbildungsprüfung befreit werden. Die zuständige Stelle erteilt hierüber eine Bescheinigung.
(4) Bei Verstößen gegen das Anonymitätsprinzip (§ 16) kann die schriftliche Prüfungsarbeit mit der Note „ungenügend“ (0 Punkte) bewertet werden.
(3) In den Niederschriften über die praktische Prüfung sind mindestens zu dokumentieren:
(4) Die Niederschrift über die schriftliche Prüfung ist von der Aufsichtführung; die Niederschrift über die praktische Prüfung ist vom jeweiligen Prüfungsausschuss zu unterzeichnen.
(1) Zur Vorbereitung der Beschlussfassung über die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung wird jede Prüfungsarbeit von zwei Mitgliedern des Prüfungsausschusses für gemeinsame Aufgaben (Erst- und Zweitkorrektor) selbstständig mit einer vollen Punktzahl bewertet. Das Ergebnis ist die Durchschnittspunktzahl dieser Einzelbewertungen; § 22 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend. Weichen die Einzelbewertungen um mehr als 15 Punkte voneinander ab, setzt der Prüfungsausschuss das Ergebnis im Rahmen der Bewertung der beiden Korrektoren fest. Der Prüfungsausschuss kann hierzu einen Drittkorrektor mit einem Bewertungsvorschlag beauftragen.
(2) In der praktischen Prüfung einigen sich die Mitglieder des Prüfungsausschusses auf eine Bewertung. Kommt eine Einigung nicht zustande, ist das Ergebnis die Durchschnittspunktzahl der Einzelbewertungen; § 22 Abs. 2 Satz 2 gilt entsprechend.
(1) Die Beschlüsse über das Ergebnis der schriftlichen Prüfung, das Gesamtergebnis sowie das Bestehen und Nichtbestehen der Fortbildungsprüfung werden vom Prüfungsausschuss für gemeinsame Aufgaben gefasst. Die Beschlüsse über die Ergebnisse der praktischen Prüfung werden vom jeweiligen Prüfungsausschuss gefasst.
(2) Bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses der Fortbildungsprüfung haben der schriftliche und der praktische Teil das gleiche Gewicht. Die Ergebnisse sind auf zwei Dezimalstellen zu errechnen; alle weiteren Dezimalstellen bleiben unberücksichtigt.
(3) Die Fortbildungsprüfung ist bestanden, wenn im schriftlichen und im praktischen Prüfungsteil jeweils mindestens die Note „ausreichend“ (50,00 Punkte) erreicht worden ist.
Über die bestandene Fortbildungsprüfung erhält der Prüfungsteilnehmer von der zuständigen Stelle unverzüglich nach dem Beschluss der Ergebnisse ein Zeugnis gemäß Anlage 1 und ein Zeugnis gemäß Anlage 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung.
Bei nicht bestandener Fortbildungsprüfung erhält der Prüfungsteilnehmer von der zuständigen Stelle einen schriftlichen Bescheid. Die Ergebnisse der schriftlichen und praktischen Prüfung sind anzugeben. Auf die Möglichkeit der Wiederholung der Prüfung gemäß § 25 ist hinzuweisen.
(1) Die Fortbildungsprüfung kann im Falle des Nichtbestehens zweimal wiederholt werden (§ 4 Abs. 1 Satz 4 der Ausbilder-Eignungsverordnung), frühestens jedoch zum jeweils nächsten Prüfungstermin. Die Prüfung ist vollständig zu wiederholen.
(2) In der Wiederholungsprüfung ist der Prüfungsteilnehmer auf Antrag vom schriftlichen oder praktischen Prüfungsteil zu befreien, wenn seine Leistungen in diesem Prüfungsteil mindestens mit der Note „ausreichend“ (50,00 Punkte) bewertet worden sind und die Wiederholungsprüfung spätestens im übernächsten Prüfungstermin abgeschlossen wird.
(1) Begonnene Prüfungsverfahren können bis zum Ablauf des 31. Juli 2010 nach der Prüfungsordnung der Landesdirektion Leipzig für die Fortbildungsprüfung zum Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Ausbilder-Eignung vom 28. Juni 2007 (SächsABl. S. 1010), geändert am 13. Oktober 2008 (SächsABl. S. 1523), zu Ende geführt werden. Die zuständige Stelle kann auf Antrag des Prüfungsteilnehmers die Wiederholungsprüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung vom 21. Januar 2009 durchführen; § 4 Absatz 1 Satz 5 der Ausbilder-Eignungsverordnung findet in diesem Fall keine Anwendung. Im Übrigen kann bei der Anmeldung zur Prüfung bis zum Ablauf des 30. April 2010 die Anwendung der Prüfungsordnung vom 28. Juni 2007 beantragt werden.
(1) Diese Prüfungsordnung tritt am 01.01.2010 in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt die Prüfungsordnung der Landesdirektion Leipzig für die Prüfung zum Nachweis berufs- und arbeitspädagogischer Kenntnisse (POAE) vom 28. Juni 2007 (SächsABl. S. 1010), geändert am 13. Oktober 2008 (SächsABl. S. 1523), außer Kraft.
(3) Die Prüfungsordnung wurde durch Erlass des Staatsministeriums des Innern vom 18.12.2009 – Az.: 13-0306.01/17 – genehmigt.
Leipzig, den 28. Dezember 2009
SächsABl. 2010 Nr. 2, S. 48
Fsn-Nr.: 245-V10.1
Quelle: REVOSax http://revosax.sachsen.de/vorschrift/11255.1 Stand vom 26.05.2020

References: § 4
 § 4
 § 40
 § 46
 § 2
 § 3
 § 22
 § 22
 § 25
 § 4