Source: https://www.ebnerstolz.de/de/gesellschafter-fremdfinanzierung-nach-8a-kstg-2002-n-f-99382.html
Timestamp: 2019-08-26 03:02:11+00:00

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Gesellschafter-Fremdfinanzierung nach § 8a KStG 2002 n.F. - Ebner Stolz
BFH 7.6.2016, I R 51/14
Strei­tig ist, ob Zins­zah­lun­gen einer Mit­un­ter­neh­mer­schaft, die § 8a Abs. 5 KStG 2002 n.F. unter­fal­len, den geson­dert und ein­heit­lich fest­zu­s­tel­len­den Gewinn bzw. den Gewer­be­er­trag i.S.d. § 7 S. 1 GewStG 2002 der Mit­un­ter­neh­mer­schaft erhöhen. Betei­ligt an der kla­gen­den OHG war im Streit­jahr (2004) u.a. eine Kapi­tal­ge­sell­schaft mit Sitz und Geschäfts­lei­tung in den USA, die B Inc., deren Anteile von der C Inc. (eben­falls USA) gehal­ten wur­den. Die C Inc. gewährte der Klä­ge­rin ein Dar­le­hen, für das im Streit­jahr Zin­sen i.H.v. rd. 11 Mio. € anfie­len. In ihrer Erklär­ung zur geson­der­ten und ein­heit­li­chen Fest­stel­lung des Gewinns aus Gewer­be­be­trieb und in ihrer Gewer­be­steue­r­er­klär­ung setzte die Klä­ge­rin die Zins­zah­lun­gen als ver­deckte Gewinn­aus­schüt­tung (vGA) i.S.v. § 8a Abs. 1, 5 KStG 2002 n.F. an und erfasste sie als Teil ihres mit­un­ter­neh­mer­schaft­li­chen Gesamt­ge­winns bzw. Gewer­be­er­trags.
Im Ein­spruchs­ver­fah­ren machte die Klä­ge­rin dann gel­tend, die vGA sei abwei­chend von ihren Erklär­un­gen erst im Rah­men der Ein­künf­te­er­mitt­lung der in Deut­sch­land beschränkt kör­per­schaft­steu­erpf­lich­ti­gen und nicht gewer­be­steu­erpf­lich­ti­gen Mit­un­ter­neh­mer-Kapi­tal­ge­sell­schaft (der B Inc.) zu berück­sich­ti­gen. § 8a Abs. 5 KStG 2002 n.F. fin­giere, dass das Dar­le­hen von der C Inc. (Mut­ter) an die B Inc. (Toch­ter) bege­ben und von ihr zu glei­chen Kon­di­tio­nen an die Klä­ge­rin wei­ter­ge­reicht wor­den sei. Auf­grund der gesetz­li­chen Fik­tion in § 8a Abs. 5 S. 2 KStG 2002 n.F. wür­den die Zins­zah­lun­gen der Klä­ge­rin steu­er­recht­lich der B Inc. zuge­rech­net; die Umqua­li­fi­zie­rung der Zins­zah­lun­gen finde daher erst auf ihrer Gewin­ner­mitt­lungs­e­bene statt.
Bei der Klä­ge­rin müss­ten die Zin­sen in vol­ler Höhe Betriebs­aus­gabe blei­ben und dürf­ten nicht durch eine Hin­zu­rech­nung der vGA als Son­der­be­trieb­s­er­trag der B Inc. neu­tra­li­siert wer­den. Zwar folge aus der Recht­sp­re­chung des BFH zur Erfas­sung von vGA bei einer GmbH & Co. KG, dass die vGA Gegen­stand der Gewinn­fest­stel­lung der Per­so­nen­ge­sell­schaft sei, wenn der in eine vGA umqua­li­fi­zierte Auf­wand der Per­so­nen­ge­sell­schaft zuzu­rech­nen ist. Umqua­li­fi­ziert wür­den hier aber nicht die Zins­zah­lun­gen der Klä­ge­rin, son­dern die im (fin­gier­ten) Dar­le­hens­ver­hält­nis an die C Inc. fin­giert gezahl­ten Zin­sen. Das Finanz­amt folgte dem Begeh­ren unter Hin­weis auf ein BMF-Sch­rei­ben vom 15.7.2004 nicht.
Das FG hat ohne Rechts­feh­ler erkannt, dass die Zins­zah­lun­gen der Klä­ge­rin auf der Grund­lage des § 8a Abs. 5 KStG 2002 n.F. ihren geson­dert und ein­heit­lich fest­zu­s­tel­len­den Gewinn bzw. den Gewer­be­er­trag i.S.d. § 7 S. 1 GewStG 2002 erhöhen.
Ob und ggf. in wel­cher Höhe im Rah­men der Besteue­rung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft eine vGA zu berück­sich­ti­gen ist, muss lau BFH-Recht­sp­re­chung grund­sätz­lich im Rah­men der Besteue­rung der Kapi­tal­ge­sell­schaft ent­schie­den wer­den. Etwas ande­res kann aller­dings dann gel­ten, wenn eine Kapi­tal­ge­sell­schaft an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft betei­ligt und die Frage nach dem Vor­lie­gen einer vGA unt­renn­bar mit der Höhe ihres Gewinn­an­teils an der Per­so­nen­ge­sell­schaft ver­bun­den ist; in die­sem Fall ist die vGA in die Gewinn­fest­stel­lung der Per­so­nen­ge­sell­schaft ein­zu­be­zie­hen. In wel­chem Ver­fah­ren bei der Dar­le­hens­aus­rei­chung an eine Per­so­nen­ge­sell­schaft über die Rechts­folge des § 8a Abs. 5 KStG 2002 n.F. eine ver­bind­li­che Ent­schei­dung zu tref­fen ist, hat der Gesetz­ge­ber nicht aus­drück­lich gere­gelt. Es wer­den dazu unter­schied­li­che Rechts­auf­fas­sun­gen ver­t­re­ten.
Nach einer Auf­fas­sung wird über die Rechts­fol­gen des § 8a Abs. 5 KStG 2002 n.F. unter Berück­sich­ti­gung der zivil­recht­li­chen Aus­gangs­lage (Par­teien des Dar­le­hens­ver­tra­ges) und der wirt­schaft­li­chen Belas­tung durch die Ver­gü­tun­gen im Ver­fah­ren der geson­der­ten und ein­heit­li­chen Gewinn­fest­stel­lung der Per­so­nen­ge­sell­schaft ent­schie­den. Andere ver­wei­sen auf § 8a Abs. 5 S. 2 KStG 2002 n.F. und lei­ten hier­aus eine "Ver­la­ge­rung" auf die Ein­kom­men­ser­mitt­lung bzw. Ver­an­la­gung der (fik­tiv) "finan­zier­ten" Kapi­tal­ge­sell­schaft ab. Soweit auf der Grund­lage einer "Dop­pel­fik­tion" das Dar­le­hen und die Fremd­ka­pi­tal­ver­gü­tung steu­er­recht­lich sowohl der (fik­tiv) "finan­zier­ten" Kapi­tal­ge­sell­schaft als auch der Per­so­nen­ge­sell­schaft zuge­wie­sen wird, wird von die­sen Auto­ren wie­derum eine Ein­bin­dung der vGA in das Fest­stel­lungs­ver­fah­ren der Mit­un­ter­neh­mer­schaft befür­wor­tet, ebenso von den­je­ni­gen, die § 8a Abs. 5 S. 2 KStG 2002 n.F. die Wir­kung zusp­re­chen, die Zuord­nung der Ver­gü­tun­gen (fik­ti­ver Betriebs­auf­wand der Kapi­tal­ge­sell­schaft) zu beein­flus­sen.
Der Senat hält es für zutref­fend, die dar­le­hens­be­zo­gene Ent­schei­dung zu § 8a Abs. 5 KStG 2002 n.F. im Fest­stel­lungs­ver­fah­ren der Mit­un­ter­neh­mer­schaft zu tref­fen. Es besteht eine ver­g­leich­bare Lage zur Situa­tion der Betei­li­gung einer Kapi­tal­ge­sell­schaft an einer Per­so­nen­ge­sell­schaft, wenn inso­weit die Frage nach dem Vor­lie­gen einer vGA unt­renn­bar mit der Höhe ihres Gewinn­an­teils an der Per­so­nen­ge­sell­schaft ver­bun­den ist. Das Finanz­amt hat die Ein­kom­mens­er­höh­ung im Fest­stel­lungs­be­scheid den lau­fen­den Ein­künf­ten zuge­ord­net. Da diese Ein­künfte aus­sch­ließ­lich der Klä­ge­rin zuzu­rech­nen sind, muss im anhän­gi­gen Ver­fah­ren nicht ent­schie­den wer­den, ob in ande­ren Sach­ver­halts­kon­s­tel­la­tio­nen eine Zuord­nung zum Bereich des Son­der­be­triebs­ver­mö­gens in Betracht kommt.
29.09.2016 nach oben
Nega­tive Ein­künfte des Org­an­trä­gers i. S. v. § 14 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 KStG
Nega­tive Ein­künfte des Org­an­trä­gers oder der Organ­ge­sell­schaft blei­ben bei der inlän­di­schen Besteue­rung unbe­rück­sich­tigt, soweit sie in einem aus­län­di­schen Staat steu­er­lich berück­sich­tigt wer­den. Der BFH geht nun auf diese mit dem sog. Kroa­tien-Gesetz in 2014 geän­der­ten und in allen noch nicht bestands­kräf­tig ver­an­lag­ten Fäl­len anzu­wen­dende Vor­schrift in sei­nem Urteil des BFH vom 12.10.2016 ein. ...lesen Sie mehr

References: § 8
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