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Timestamp: 2019-11-15 23:08:45+00:00

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BSG, 17.03.2010 - B 12 KR 4/09 R - dejure.org
https://dejure.org/2010,2530
BSG, 17.03.2010 - B 12 KR 4/09 R (https://dejure.org/2010,2530)
BSG, Entscheidung vom 17.03.2010 - B 12 KR 4/09 R (https://dejure.org/2010,2530)
BSG, Entscheidung vom 17. März 2010 - B 12 KR 4/09 R (https://dejure.org/2010,2530)
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§ 240 Abs 1 SGB 5 vom 21.12.1992, § 240 Abs 2 S 1 SGB 5 vom 21.12.1992, § 240 Abs 4 S 2 SGB 5 vom 21.12.1992, § 20 Abs 4 EStG, Art 3 Abs 1 GG
EStG § 20; GG Art. 3; SGB V § 240
SG Dresden, 27.02.2008 - S 15 KR 440/05
Dies war nur nach der bis 31. Dezember 2008 geltenden Rechtslage der Fall (vgl. BSG, Urteil vom 17. März 2010 - B 12 KR 4/09 R): Nach § 240 SGB V in der Fassung des Gesundheits-Reformgesetzes vom 20. Dezember 1988 (BGBl. I S. 2477) war die Beitragsbemessung für freiwillige Mitglieder durch die Satzung der Krankenkassen zu regeln (Abs. 1 Satz 1).
Grundsätzlich sind Kapitalerträge aus einer zur Sicherung einer Darlehensforderung abgetretenen Lebensversicherung als Einnahmen eines freiwillig Krankenversicherten, die zum Lebensunterhalt verbraucht werden können, auch dann beitragspflichtig, wenn sie zur Tilgung des Darlehens an das Kreditinstitut ausgezahlt werden (BSG, Urteil vom 17. März 2010, B 12 KR 4/09 R).
Das BSG führt in der Entscheidung vom 17. März 2010 (B 12 KR 4/09 R, RdNr. 20, 21 - zit. nach juris) dazu aus: "Im Rahmen von § 240 SGB V gilt vielmehr, dass dann, wenn dem Grunde nach beitragspflichtige Einnahmen von Versicherten abgetreten werden, dies eine für die Beitragsbemessung grundsätzlich unbeachtliche Verwendung der Einnahmen ist.
Hierdurch wird deutlich, dass der Fall der Gewährung eines Policen- Darlehens vergleichbar ist mit den durch das BSG bereits geklärten Fälle der Abtretung, Pfändung oder eines Versorgungsausgleichs (BSG, Urteil vom 17. März 2010, a.a.O.).
Das LSG Baden-Württemberg weist daher in den Entscheidungsgründen auch zutreffend darauf hin, dass sich der Fall von dem dem Urteil des BSG vom 17. März 2010 (a.a.O.) zugrunde liegendem Sachverhalt unterscheidet.
Verfügungen des originär Berechtigten über den Zahlbetrag beeinflussen die Beitragspflicht grundsätzlich nicht (…BSG Urteil vom 16.12.2015 - B 12 KR 19/14 R - SozR 4-2500 § 226 Nr. 2 RdNr 18 ; vgl auch BSG Urteil vom 17.3.2010 - B 12 KR 4/09 R - SozR 4-2500 § 240 Nr. 14 RdNr 20 f ;… BSG Urteil vom 28.1.1999 - B 12 KR 24/98 R - SozR 3-2500 § 237 Nr. 7 S 19 ff und BSG Urteil vom 21.12.1993 - 12 RK 28/93 - SozR 3-2500 § 237 Nr. 3 S 9, jeweils Abtretung im Rahmen des Versorgungsausgleichs) .
Eine Beitragsminderung tritt dadurch nicht ein, weil entweder der Abtretende von einer Verbindlichkeit befreit wird oder er kraft freiwilligen Entschlusses über die Verwendung seiner Einkünfte entscheidet (vgl BSG Urteil vom 17.3.2010 - B 12 KR 4/09 R - SozR 4-2500 § 240 Nr. 14 RdNr 20 f mwN) .
Dies hat das BSG nicht anders gesehen, als es in der vom Sozialgericht zitierten Entscheidung vom 17. März 2010 (Az.: B 12 KR 4/09 R) auch über einen nach dem 1. April 2007 endenden Zeitraum zu befinden hatte.
Zu den beitragspflichtigen Einnahmen eines freiwillig Versicherten, die zum Lebensunterhalt verbraucht werden können, gehören nach der Rechtsprechung des BSG zu der Vorgängerregelung des § 240 Abs. 1 Satz 1 SGB V i.d.F. bis 31.12.2008, die entsprechend für die Beitragsbemessung in der sozialen Pflegeversicherung (vgl. § 57 Abs. 4 Satz 1 SGB XI i.V.m. § 1 Abs. 2 Beitragsverfahrensgrundsätze Selbstzahler) Anwendung findet, auch Einnahmen aus Kapitalvermögen und aus Vermietung und Verpachtung (BSG, Urteil vom 17.03.2010 - B 12 KR 4/09 R - zu Kapitalvermögen und Urteil vom 30.10.2013 - B 12 KR 21/11 R zu Vermietung und Verpachtung, jeweils m.w.N.) abzüglich der Werbungskosten (vgl. BSG, Urteil vom 23.09.1999 - B 12 KR 12/98 R -).
Die Sicherungsabtretung sei wie jede andere Abtretung eine Verwendung von beitragspflichtigen Einnahmen; sie sei damit für die Bemessung der Beiträge unbeachtlich (BSG, Urteil vom 17.03.2010 - B 12 KR 4/09 R -).
Die Argumentation der Klägerin, es handele sich im Gegensatz zu den vom BSG entschiedenen Fallgestaltungen vorliegend um einen endgültigen Vermögensabfluss zu Gunsten der Gläubiger ihres Ehemannes, ist im Übrigen nicht tragfähig: Dem Urteil des BSG vom 17.03.2010 - B 12 KR 4/09 R - lag eine Fallkonstellation zugrunde, bei der die von dem dortigen Kläger vorgenommene Abtretung von Ansprüchen aus der Direktversicherung zur Tilgung eines Darlehns diente und damit eine endgültige Einnahmeminderung bewirkt hat.
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird nicht von der Höhe der liquiden Mittel bestimmt und daher können im Beitragsrecht der gesetzlichen Krankenversicherung auch Einnahmen, die der Erfüllung von Verbindlichkeiten dienen, zur Beitragsbemessung herangezogen werden ("Bruttoprinzip", BSG 17.03.2010, B 12 KR 4/09 R, SozR 4-2500 § 240 Nr. 14 Rn 21 mwN).
Wie das BSG in dem Urteil vom 17. März 2010 (B 12 KR 4/09 R, SozR 4-2500 § 240 Nr. 14 Rn. 21) bereits ausgeführt hat, wird die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht (zwingend) von der Höhe der liquiden Mittel bestimmt (siehe zu Sanierungsgewinnen BSG, 23.1.2014, B 12 KR 18/13 B, juris).
Wird der Anspruch auf den Auszahlungsbetrag ganz oder zum Teil abgetreten, ändert dies nichts an dem beitragspflichtigen Zahlbetrag (BSG 17.03.2010, B 12 KR 4/09; LSG Baden-Württemberg 05.06.2012,L 5 KR 3041/11; 22.01.2010, L 4 KR 4887/08).
LSG Hamburg, 29.02.2012 - L 1 KR 9/11
SG Düsseldorf, 10.12.2009 - S 8 KR 7/09
SG Darmstadt, 21.08.2017 - S 8 KR 608/15

References: § 240
 § 240
 § 240
 § 20
 § 20
 Art. 3
 § 240
 § 240
 § 240
 § 226
 § 240
 § 237
 § 237
 § 240
 § 240
 § 57
 § 1
 § 240
 § 240