Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=02.12.2015&Aktenzeichen=V%20R%2015/15
Timestamp: 2020-08-11 19:22:26+00:00

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BFH, 02.12.2015 - V R 15/15 - dejure.org
https://dejure.org/2015,48517
BFH, 02.12.2015 - V R 15/15 (https://dejure.org/2015,48517)
BFH, Entscheidung vom 02.12.2015 - V R 15/15 (https://dejure.org/2015,48517)
BFH, Entscheidung vom 02. Dezember 2015 - V R 15/15 (https://dejure.org/2015,48517)
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§ 9 des Umsatzsteuergesetzes (UStG), § ... 4 Nr. 12 Buchst. a UStG, § 9 UStG, § 4 Nr. 9 Buchst. a UStG, § 68 der Finanzgerichtsordnung (FGO), § 1 der Insolvenzordnung (InsO), § 1 InsO, § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 UStG, § 15 UStG, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG, § 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG, Art. 168 Buchst. a der Richtlinie 2006/112/EG, § 2 Abs. 1 UStG, § 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, § 15 Abs. 3 UStG, § 15 Abs. 4 Satz 1 bis 3 UStG, § 15 Abs. 4 UStG, § 55 Abs. 1 Nr. 1 InsO, § 118 Abs. 2 FGO, § 200 Abs. 1 InsO, § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStG, § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 UStG, § 14 Abs. 5 Satz 1 UStG, § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6 Satz 2 UStG, § 200 InsO, § 143 Abs. 2 FGO
UStG § 15 Abs 1 S 1 Nr 1, InsO § 200, UStG § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 S 3, UStG § 15 Abs 2 S 1 Nr 1, UStG VZ 2012
§ 15 Abs 1 S 1 Nr 1 UStG 2005, § 200 InsO, § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 S 3 UStG 2005, § 15 Abs 2 S 1 Nr 1 UStG 2005, UStG VZ 2012
UStG § 15; InsO § 200
UStG § 15 ; InsO § 200
Zeitpunkt und Höhe des Vorsteuerabzugs im Insolvenzverfahren
Grundlage für die Berechnung der Vergütung
FG Köln, 01.06.2016 - 7 K 809/16
BFHE 252, 472
ZIP 2016, 631
NZI 2016, 372
BStBl II 2016, 486
Eine Rechnung i.S. von § 14c Abs. 2 UStG liegt nicht vor, wenn es sich um eine sogenannte Vorausrechnung handelt, die einen in der Zukunft liegenden Zeitpunkt der Leistung erkennen lässt (Senatsurteile vom 5. Februar 1998 V R 65/97, BFHE 185, 302, BStBl II 1998, 415, unter II.2.a; vom 7. April 2011 V R 44/09, BFHE 234, 430, BStBl II 2011, 954, Rz 20; vgl. auch Senatsurteil vom 2. Dezember 2015 V R 15/15, BFH/NV 2016, 876, Rz 29 f.).
c) Die Ausgangsleistungen des Unternehmers müssen schließlich steuerpflichtig oder in § 15 Abs. 3 UStG (Art. 169 MwStSystRL) benannt sein (vgl. BFH-Urteile in BFHE 252, 460, BStBl II 2016, 550, Rz 28; in BFHE 252, 472, BStBl II 2016, 486, Rz 14, jeweils m.w.N.).
In diesem Termin wies er in Ansehung der aktuellen Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 2. Dezember 2015, V R 15/15) sowie der finanzgerichtlichen Rechtsprechung (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 30. September 2015, 1 K 3818/14) darauf hin, dass gute Gründe dafür sprächen, dass bei der Frage der Vorsteueraufteilung nicht nur zwischen Verbindlichkeiten privater Natur und Verbindlichkeiten unternehmerischer Natur zu differenzieren sei, sondern auch im Rahmen der Verbindlichkeiten unternehmerischer Natur dahingehend, ob die insoweit maßgeblichen Verbindlichkeiten in einem Zusammenhang zu steuerfreien, den Vorsteuerabzug ausschließenden, oder mit steuerpflichtigen Ausgangsumsätzen stünden.
Die Ausgangsleistungen des Unternehmers müssen zudem steuerpflichtig oder in § 15 Abs. 3 UStG (Art. 169 MwStSystRL) benannt sein (vgl. m.w.N. BFH-Urteil vom 2. Dezember 2015, V R 15/15, BStBl. II 2016, 486).
Bei der dann erforderlichen Vorsteueraufteilung für Leistungsbezüge, die einer wirtschaftlichen und einer nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Unternehmers dienen, ist § 15 Abs. 4 UStG analog anzuwenden (vgl. m.w.N. BFH-Urteil vom 2. Dezember 2015, V R 15/15, BStBl. II 2016, 486).
Auch im Urteil vom 2. Dezember 2015 ( V R 15/15, BStBl. II 2016, 486) hat er lediglich festgestellt, dass die geltend gemachten Insolvenzforderungen nach den bindenden Feststellungen des Finanzgerichts ausschließlich aufgrund der Unternehmenstätigkeit des Insolvenzschuldners entstanden seien.
Dieses Verständnis liegt auch der Entscheidung des BFH vom 2. Dezember 2015 ( V R 15/15, BStBl. II 2016, 486) zugrunde.
Unionsrechtlich beruhen § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 UStG bzw. § 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG auf Art. 168 Buchst. a der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) und sind richtlinienkonform auszulegen (…ständige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFH/NV 2012, 1672, Rz 22, noch zu Art. 17 der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern; vom 2. Dezember 2015 V R 15/15, BFHE 252, 472, BStBl II 2016, 486, Rz 14).
Bei der dann erforderlichen Vorsteueraufteilung für Leistungsbezüge, die einer wirtschaftlichen und einer nichtwirtschaftlichen Tätigkeit des Unternehmers dienen, ist § 15 Abs. 4 UStG analog anzuwenden (ständige Rechtsprechung, BFH…, Urt. vom 09.02.2012 - V R 40/10, BStBl. II 2012, 844, Rdn. 25; BFH, Urt. vom 02.12.2015 - V R 15/15, BStBl. II 2016, 486, Rdn. 16).
Auf die einzelnen Verwertungshandlungen des Insolvenzverwalters kommt es nach Auffassung des BFH nicht an (BFH…, Urt. vom 15.04.2015 - V R 44/14, BStBl. II 2015, 679, Rdn. 17; BFH, Urt. vom 02.12.2015 - V R 15/15, BStBl. II 2016, 486, Rdn. 17).
Im Falle der Insolvenz einer KG sind demgegenüber alle geltend gemachten Insolvenzforderungen regelmäßig aufgrund der Unternehmenstätigkeit der KG entstanden, so dass in diesem Fall ein vollständiger Vorsteuerabzug möglich ist (BFH, Urt. vom 02.12.2015 - V R 15/15, BStBl. II 2016, 486, Rdn. 18).
Der BFH hat jedoch offen gelassen, ob es auf die im Verfahren angemeldeten Forderungen auch dann ankommt, wenn der Insolvenzverwalter - anders als in den von ihm entschiedenen Fällen - das Unternehmen fortführt oder ob es im Falle einer Unternehmensfortführung durch den Insolvenzverwalter zu einer Vorsteueraufteilung nach Maßgabe der fortgesetzten unternehmerischen unter Vernachlässigung - einer nur teilweisen unternehmerischen Begründung - von Insolvenzforderungen kommen könnte (BFH…, Urt. vom 15.04.2015 - V R 44/14, BStBl. II 2015, 679, Rdn. 20; BFH, Urt. vom 02.12.2015 - V R 15/15, BStBl. II 2016, 486, Rdn. 18; Michel jM 2016, 258).
Nach Auffassung des Senates ändert die Tatsache, dass der Kläger die Tätigkeit der Insolvenzschuldnerin für einen gewissen Zeitraum (Ausproduktion) fortgeführt hat, nichts daran, dass es sich bei der Veräußerung des Grundstücks G-Straße lediglich um einen Verwertungsumsatz handelt, der nach der Rechtsprechung des BFH (BFH, Urt. vom 02.12.2015 - V R 15/15, BStBl. II 2016, 486) nicht im Rahmen der Aufteilung zu berücksichtigen ist.
Der Senat sieht sich bei dieser Rechtsauffassung nicht in Widerspruch zu der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs im Urteil vom 2. Dezember 2015, V R 15/15, BFHE 252, 472, BStBl. II 2016, 486.
Beabsichtigt der Unternehmer daher eine teilweise Verwendung für eine nichtwirtschaftliche Tätigkeit, ist er insoweit nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt (BFH-Urteil vom 2. Dezember 2015, V R 15/15, BFHE 252, 472, BStBl. II 2016, 486).
Dem Kläger ist insoweit zuzustimmen, dass er als Insolvenzverwalter berechtigt ist, über die von ihm für das Unternehmen eines Gemeinschuldners erbrachte Leistung eine Rechnung mit gesondertem Steuerausweis zu erteilen und daraus für die Masse den Vorsteuerabzug geltend zu machen (BFH-Urteile vom 02.12.2015 V R 15/15, BFHE 252, 472, BStBl II 2016, 486; vom 20.02.1986 V R 16/81, BFHE 146, 287, BStBl II 1986, 579 ).

References: § 9
 § 9
 § 4
 § 68
 § 1
 § 1
 § 126
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 Art. 168
 § 2
 § 1
 § 15
 § 15
 § 15
 § 55
 § 118
 § 200
 § 15
 § 14
 § 14
 § 14
 § 200
 § 143
 § 15
 § 200
 § 15
 § 15

§ 15
 § 200
 § 15
 § 15
 § 15
 § 200
 § 15
 § 200
 § 14
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 § 15
 Art. 168
 Art. 17
 § 15