Source: http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j498.htm
Timestamp: 2017-07-27 16:48:02+00:00

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Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 498. Die Erzählung von Citta und Sambhuta (Citta-Sambhuta-Jātaka)
„Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer“ §A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die zwei Gefährten des ehrwürdigen Mahakassapa, die in Liebe miteinander zusammen wohnten. Diese verteilten unter sich die Gaben ohne Parteilichkeit und lebten in vertrautester Freundschaft. Wenn sie ihren Almosengang machten, gingen sie zusammen und kehrten zusammen zurück; sie konnten sich gar nicht trennen. — In der Lehrhalle versammelten sich die Mönche und priesen ihre vertraute Freundschaft. Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach weiter: „Kein Wunder ist es, ihr Mönche, dass diese jetzt in dieser Existenz so vertraut miteinander sind. In der Vorzeit gaben die Weisen, obwohl sie drei oder vier verschiedene Existenzen durchmachten, doch die Freundschaft nicht auf.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§B. Ehedem herrschte im Königreiche Avanti in der Stadt Ujjeni der Großkönig Avanti. Damals befand sich außerhalb von Ujjeni ein Candala-Dorf. Hier nahm der Bodhisattva seine Wiedergeburt. Ein anderes Wesen nahm dort seine Wiedergeburt als Sohn seiner Mutterschwester. Der eine von ihnen hieß Citta, der andere Sambhuta. Als die beiden herangewachsen waren, erlernten sie das bei den Candalas gebräuchliche Handwerk des Ausräucherns. Eines Tages dachten sie: „Wir wollen in der Stadt Ujjeni unsere Kunst zeigen“; und der eine zeigte am Nordtore seine Kunst, der andere am Osttore.
Als jene wieder zu Besinnung gekommen waren, standen sie auf, gingen zueinander hin und trafen an einem Orte zusammen. Nachdem sie einander ihre Geschichte erzählt hatten, weinten und jammerten sie und überlegten, was sie tun sollten. Da kam ihnen folgender Gedanke: „Durch diese unsere Abstammung ist uns dies Leid zuteil geworden. Wir können nicht mehr unsere Candala-Beschäftigung ausführen. Wir wollen unsere Herkunft verbergen, das Äußere von Brahmanenjünglingen annehmen, nach Takkasilā gehen und dort die Künste erlernen.“ Nachdem sie diesen Entschluss gefasst, begaben sie sich dorthin und erlernten als Schüler der Lehre [3] bei einem weltberühmten Lehrer die Künste. Auf dem ganzen Jambu-Erdteil aber hörte man, dass zwei Candalas ihre Herkunft verhehlten und die Künste erlernten. Von ihnen gelangte der weise Citta zur Vollendung in der Wissenschaft, Sambhuta aber noch nicht.
Als sie aber diese Existenz beendet hatten, nahm der weise Citta zu Kosambi als Sohn des Hauspriesters seine Wiedergeburt; der weise Sambhota aber nahm seine Wiedergeburt als ein Sohn des Königs der Uttarapancalas [ein Volk in Nordindien]. Vom Tage an, da sie ihre Namen empfingen, erinnerten sie sich an ihre früheren Existenzen. Von ihnen konnte sich der weise Sambhuta nicht an alle ununterbrochen erinnern und erinnerte sich nur an seine vierte vorherige Existenz als Candala; der weise Citta aber erinnerte sich an alle vier.
§2. Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer, nicht ist in ihrem Tun etwas vergebens. Hat sich bei Citta wohl in gleicher Weise erfüllt das Streben so wie jetzt bei mir?“
§3. „Frucht bringt ein jedes gute Werk der Männer, nicht ist in ihrem Tun etwas vergebens. Von Citta aber sollst du wissen, Fürst, sein Streben ward erfüllt wie auch bei dir!“
§5. „Ich bin nicht Citta, ich hab 's nur gehört, ein Weiser hat die Sache mir verkündet: ‘Geh und erwidre diesen Vers dem König; erfreut wird er dir einen Wunsch erfüllen.’“
§6. „Man schirre an den Königswagen, den schönen, den glänzend benähten;
die Elefanten man umgürte, den Halsschmuck leg' man ihnen an!
§7. Man schlage Trommeln und man blase Muscheln, die raschesten Wagen man schirre an. Heut noch will zur Einsiedelei ich fahren, wo ich den Weisen werde sitzen sehen.“
§8. „Reichen Gewinn fürwahr hat mir gebracht das Lied, gesungen in des Hofes Mitte; denn da ich jetzt den tugendreichen Weisen gefunden, bin ich froh und hochbeglückt.“
§9. „'nen Sitz und Wasser für die Füße entgegennehm' von uns der Herr.
§10. „Ein schönes Wohnhaus sollen sie dir bauen, von Frauenscharen lasse dich umschwärmen. Gib mir Gelegenheit, dir beizustehen; wir beide wollen dieses Reich beherrschen.“
§11. „Da ich die Frucht gesehn des üblen Wandels und den Erfolg der guten Werke, König, so werde ich mich selber stets bezähmen und nicht verlang ich Kinder, Vieh und Geld.
§12. Zehnmal zehn Jahre sind es nur, die hier die Sterblichen verleben;
§13. Welch ein Vergnügen bringt hier Freude, welch eine Lust und Geldbegierde?
Was soll mit Kindern ich und Frauen? Frei bin ich aller Bande, König.
nicht warten lässt auf sich der Tod; wenn mir der Tod sich hat genaht,
§15. Der Kasten niedrigste, o Völkerfürst, sind die Candalas, die geringsten Menschen; infolge unsrer gar zu schlechten Taten [8] wurden wir einst geboren als Candalas.
Seeadler am Nammada-Ufer, doch heute Edle und Brahmanen.“ Nachdem er so die ehemaligen niedrigen Existenzen von jenem verkündet hatte, sprach er, um auch jetzt in dieser Existenz die Kürze der Lebensbedingungen zu zeigen, indem er den Erfolg eines guten Werkes dabei entstehen ließ, folgende vier Strophen:
§17. „Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer, für den Gealterten gibt 's keinen Schutz. Pancala [9], tu nach diesen meinen Worten, begehe keine Tat, die Leid erzeugt.
§18. Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer, für den Gealterten gibt 's keinen Schutz. Pancala, tu nach diesen meinen Worten, begehe nichts, was Unglück hat zur Frucht.
§19. Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer, für den Gealterten gibt 's keinen Schutz. Pancala, tu nach diesen meinen Worten, begehe keine Tat, die dich beschmutzt.
§20. Dahin geht 's Leben, kurz ist seine Dauer, die Schönheit nimmt das Alter weg dem Greise. Pancala, tu nach diesen meinen Worten, begehe nichts, das dich zur Hölle führt.“
§21. „Gewiss sind Wahrheit diese deine Worte; so wie du Weiser sprichst, so ist es auch. Doch mannigfach sind meine Lüste, Heil'ger, schwer kann sie aufgeben ein Mann wie ich.
§22. Wie, wenn ein Elefant festsitzt im Sumpfe und festen Boden sieht, er doch nicht fort kann, so sitz auch ich fest im Morast der Lüste; nicht kann den Weg des Heil'gen ich betreten.
§23. So wie Vater und Mutter ihren Sohn ermahnen, dass es ihm einst wohl ergehe, so lehre du mich auch, ehrwürd'ger Herr, durch welchen Wandel ich einst glücklich werde.“
§24. „Wenn du, o Völkerfürst, nicht bist im Stande, ganz aufzugeben diese Menschenfreuden, so lege nur gerechte Steuern auf,
§25. Nach jeder Richtung sollen Boten laufen und einladen Asketen und Brahmanen;
und diesen warte auf mit Trank und Speise, mit Kleidern, Wohnungen und Heilmitteln.
§26. Mit Speise und mit Trank fröhlichen Sinnes befried'ge die Asketen und Brahmanen; wer gibt und austeilt, so wie er nur kann, geht ungetadelt in den Himmel ein.
§28. ‘Ich lag einst unter freiem Himmel, wenn sie wegging, die mich gestillt [11]; von Hunden war ich da umringt
§A2. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu: „So, ihr Mönche, blieben die Weisen der Vorzeit, obwohl sie dabei drei oder vier verschiedene Existenzen durchmachten, doch in fester Freundschaft verbunden.“ §C. Hierauf verband er das Jātaka mit folgenden Worten: „Damals war der weise Sambhuta Ānanda, der weise Citta aber war ich.“
[2] Die beiden hatten also denselben Namen wie das Mädchen im vorigen Jātaka bei der gleichen Begebenheit.

References: §2

§3

§5

§6

§7

§8

§9

§10

§11

§12

§13

§15

§17

§18

§19

§20

§21

§22

§23

§24

§25

§26

§28