Source: https://www.arbeitssicherheit.de/schriften/dokument/0%3A5004671%2C14.html
Timestamp: 2019-11-17 06:06:05+00:00

Document:
DGUV Information 208-029 - Fahrtreppen und Fahrsteige Teil 2: Montage, Demontage... | Schriften | arbeitssicherheit.de Dokument der Schriften-Bibliothek | arbeitssicherheit.de
DGUV Information 208-029 - Fahrtreppen und Fahrsteige Teil 2: Montage, Demontage...
Abschnitt 4.6, Arbeiten mit Absturzgefahr
Fahrtreppen und Fahrsteige Teil 2: Montage, Demontage und Instandhaltung (bisher: BGI 5069-2)
Titel: Fahrtreppen und Fahrsteige Teil 2: Montage, Demontage und Instandhaltung (bisher: BGI 5069-2)
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-029
Abschnitt 4.6 – Arbeiten mit Absturzgefahr
An Arbeitsplätzen und Verkehrswegen mit Absturzgefahr für Personen sind Maßnahmen zu treffen, die ein Abstürzen verhindern.
Der Einsatz von Einrichtungen gegen Absturz nach § 12 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22) hat Vorrang vor der Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz (z.B. BG-Regel "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" [BGR 198] und BG-Information "Persönliche Schutzausrüstungen" [BGI 515]).
Einrichtungen gegen Absturz
Bei Montage- und Demontagearbeiten an Fahrtreppen und Fahrsteigen müssen Einrichtungen, die ein Abstürzen von Personen verhindern, vorhanden sein:
bei mehr als 1 m Absturzhöhe an Wandöffnungen,
bei mehr als 2 m an allen übrigen Arbeitsplätzen und Verkehrswegen.
Siehe § 12 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).
Bodenöffnungen an Fahrtreppen und Fahrsteigen sind mindestens mit Seitenschutz nach DIN EN 12811-1 "Temporäre Konstruktionen für Bauwerke; Arbeitsgerüste; Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion und Bemessung", bestehend aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett bzw. durch tragfähige und unverschiebbare Abdeckungen zu sichern.
Müssen die Schutzeinrichtungen nach den Abschnitten 4.6.2.1 oder 4.6.2.2 zeitweilig entfernt werden, sind andere geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Geeignete Schutzmaßnahmen sind z.B. weiträumige Absperrungen und Sicherungsposten.
Ist das Verwenden von absturzverhindernden Einrichtungen nach Abschnitt 4.6.1 und Auffangeinrichtungen unzweckmäßig, müssen persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz verwendet werden. Hierbei müssen die in den Anweisungen gemäß Abschnitt 4.1.4 festgelegten Anschlagpunkte benutzt werden. Sind weitere Anschlagpunkte erforderlich, sind diese vom Aufsichtführenden festzulegen.
Die Tragfähigkeit von Anschlagpunkten ist entweder nach den technischen Baubestimmungen für eine statische Einzellast von 6 kN oder durch Prüfung - zweimaliger Belastungsversuch in Benutzungsrichtung mit 7,5 kN bei einer Dauer von 5 Minuten - nachzuweisen. Erfolgt das Anschlagen direkt an Bauwerksteilen kann im Einzelfall auf einen Nachweis verzichtet werden, wenn die ausreichende Tragfähigkeit nach fachlicher Erfahrung durch den Unternehmer beurteilt werden kann (gilt nicht für Dübel).
Bei der Wahl des Anschlagpunktes ist die mögliche Fallhöhe in das Verbindungsmittel (Anschlagseil) zu beachten.
Grundsätzlich kommen bei der Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz zwei Fallgestaltungen in Betracht:
Verwendung von persönlichen Schutzausrüstungen als Auffangsystem, wegen des hohen Risikos für Leib und Leben beim Hineinfallen in das Auffangsystem sind diese Arbeiten als gefährliche Arbeiten im Sinne des § 8 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1) einzustufen.
Verwendung der persönlichen Schutzausrüstungen als Rückhalte- und Positionierungssystem, da ein Hineinfallen in das System auf Grund der Benutzung auszuschließen ist, werden diese Arbeiten im Regelfall nicht als gefährliche Arbeiten im Sinne des § 8 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" (BGV A1) eingestuft.
Nach einem Absturz in die persönlichen Schutzausrüstungen ist die Rettung unverzüglich einzuleiten. Durch Hängen im Gurt können Gesundheitsgefahren auftreten. Beim Eintreten von Bewusstlosigkeit besteht akute Lebensgefahr. Aus diesem Grund ist durch organisatorische Maßnahmen ein Hängen im Gurt von über 20 Minuten zu vermeiden. Siehe auch BG-Regel "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" (BGR 198).
4.6.3.6
Für persönliche Schutzausrüstungen die gegen tödliche Gefahren oder bleibende Gesundheitsschäden schützen soll, hat der Unternehmer die nach § 3 Abs. 2 der PSA-Benutzungsverordnung bereitzuhaltende Benutzerinformationen des Herstellers den Beschäftigten im Rahmen von Unterweisungen mit Übungen zu vermitteln. Ziel der Übungen ist, neben einem sicheren Benutzen der persönlichen Schutzausrüstungen im Rahmen der jeweiligen Arbeitsaufgabe auch das richtige Verhalten in kritischen Situationen zu erlernen.
Siehe auch BG-Information "Persönliche Schutzausrüstungen" (BGI 515).
Einrichtungen und Maßnahmen zur Sicherung gegen Absturz sind nicht erforderlich, wenn Arbeitsplatz oder Verkehrsweg höchstens 0,30 m von einer Wand oder von anderen tragfähigen und ausreichend großen Flächen entfernt liegen bzw. die Einhaltung eines Mindestabstandes zur Absturzkante von 2,0 m gewährleistet und eine Absperrung vorhanden ist.
Näheres siehe § 12 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22).
Abschnitt 1.1, 1 Anwendungsbereich 1.1
Abschnitt 1.2
Abschnitt 3.1, 3 Grundlegende Anforderungen 3.1 Planung
Abschnitt 3.2, Beurteilung der Arbeitsbedingungen
Abschnitt 3.3, Forderungen aus der Baustellenverordnung
Abschnitt 3.4, Forderungen aus Unfallverhütungsvorschriften
Abschnitt 4.1, 4 Allgemeine Sicherheitsanforderungen 4.1 Organisatorische Maßnah...
Abschnitt 4.2, Arbeitsplätze
Abschnitt 4.3, Verkehrswege
Abschnitt 4.4, Persönliche Schutzausrüstungen und Arbeitskleidung
Abschnitt 4.5, Montage- und Arbeitsmittel
Abschnitt 4.7, Umgang mit Gefahrstoffen
Abschnitt 4.8, Brand- und Explosionsgefahren
Abschnitt 4.9, Elektrische Gefährdung
Abschnitt 5.1, 5 Spezielle Sicherheitsanforderungen 5.1 Montagegerüste
Abschnitt 5.2, Leitern
Abschnitt 5.3, Übereinander liegende Arbeitsplätze
Abschnitt 5.4, Arbeiten in gefährdeten Bereichen
Abschnitt 6.1, 6 Zusätzliche Sicherheitsanforderungen bei der Montage 6.1 Einhol...
Abschnitt 6.2, Einbringungsplan
Abschnitt 6.3, Montage der Fahrtreppe oder des Fahrsteiges
Abschnitt 6.4, Montage der Balustrade
Abschnitt 6.5, Sicherung nach Abschluss der Montage
Abschnitt 7.1, 7 Zusätzliche Sicherheitsanforderungen bei dem Probelauf und der ...
Abschnitt 7.2, Prüfen des Hauptschalters
Abschnitt 7.3, Sichtprüfung der Anlage
Abschnitt 7.4, Arbeiten im Stufen- oder Palettenband
Abschnitt 7.5, Überprüfen der sicherheitstechnischen Einrichtungen
Abschnitt 7.6, Probelauf mit nicht geschlossener Antriebs- und Umkehrstation
Abschnitt 7.7, Restkomplettierung von Fahrtreppe, Fahrsteig
Abschnitt 8.1, 8 Inverkehrbringen 8.1 Probelauf mit Endabnahme
Abschnitt 8.2, Bau- und Abnahmeprüfung
Abschnitt 8.3, Übergabe der Anlage und der Dokumentation
Abschnitt 9.1, 9 Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei der Instandhaltung 9.1 All...
Abschnitt 9.2, Instandhaltungsanweisungen
Abschnitt 9.3, Verantwortung des Betreibers
Abschnitt 9.4, Verantwortung des Instandhaltungsunternehmens
Abschnitt 9.5, An- und Abmeldung beim Betreiber
Abschnitt 9.6, Abschrankung von Fahrtreppe bzw. Fahrsteig
Abschnitt 9.7, Sicherung gegen unbefugte Inbetriebsetzung
Abschnitt 9.8, Durchzuführende Arbeiten
Abschnitt 10.1, 10 Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bei Reinigungsarbeiten 10.1 ...
Abschnitt 10.2, Innere Reinigung
Abschnitt 10.3, Mitwirkungspflicht des zuständigen Instandhaltungsunternehmens b...
Anhang 1, Anzeige von Bau- und Montagearbeiten
Anhang 2, Muster einer Montageanweisung
Anhang 3, Prüfprotokoll für Arbeits- und Schutzgerüste (gemäß §§ 10 und 11 der B...
Anhang 4, Checkliste für den Gerüstbenutzer zur Überprüfung von Arbeits- und Sch...

References: § 12
 § 12
 § 8
 § 8
 § 3
 § 12