Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757?p=722
Timestamp: 2019-02-18 14:37:07+00:00

Document:
Die einteilung des holzes 1) in laßreisse, 2)
sommer-latten, 3) vorständer, welche 2 gehäue
gestanden, 4) angehende bäume, die 30 bis 50
jare alt sind, ober bäume (oder ober-hohe-holz),
die 80, 90, 100 jare gestanden haben, ist hir zu
lande unbekannt, Stissers einleitung zur land-
wirtschaft, cap. IV abt. II § 3 s. 116, von Justi
in der stats-wirtschaft IIten teile § 164 s. 199 fgg.
lung des ei-
büchen- hol-
Man hat hir das eichen- oder büchen-holz zu
betrachten. Jenes teilet man in das bauholz-
wirk- oder geschirr- und nuz-holz; sodann ins brenn-
holz und mastbäume.
chen-holzes.
Das eichenholz begreifet entweder den stamm,
oder die äste, welche das urholz heissen. Jener
enthält dreyerlei bauholz: 1) die so genannten
haubt-bau-bäume, oder die starken und gesunden
stämme, deren einer am stamm-ende im durch-
messer eine elle und drüber, am obern ende aber
18 und merere zolle hat. Zum nähe- oder der
färe zwo stunden hirvon, ward eine eiche von etli-
chen 60 schuhen erfodert, davon der größte ein
wellbaum (zur welle an ein mülrad) abgibet.
IItens kömmt die mittelgattung der eichenbäume,
die am stamm-ende 16 bis 18 zolle dicke sind.
IIItens, die jungen eichen in der dicke von 12 bis
14 zollen; 2) die eichen länge, oder ein stück vom
stamme, 3) den eichenzopf, oder windfalls-kloz,
4) das stick-holz in die gefache der gebäude. Zum
brennholze werden nur die faule, abständige, wind-
fällige, und zu keinem bau und werkholze, oder
zur mast nicht dinsame eichen genommen. Bei
dem anschlage eines waldes überhaubt, besonders
Die einteilung des holzes 1) in laßreiſſe, 2)
ſommer-latten, 3) vorſtaͤnder, welche 2 gehaͤue
geſtanden, 4) angehende baͤume, die 30 bis 50
jare alt ſind, ober baͤume (oder ober-hohe-holz),
die 80, 90, 100 jare geſtanden haben, iſt hir zu
lande unbekannt, Stiſſers einleitung zur land-
wirtſchaft, cap. IV abt. II § 3 ſ. 116, von Juſti
in der ſtats-wirtſchaft IIten teile § 164 ſ. 199 fgg.
ſ. 201.
buͤchen- hol-
Man hat hir das eichen- oder buͤchen-holz zu
wirk- oder geſchirr- und nuz-holz; ſodann ins brenn-
holz und maſtbaͤume.
Das eichenholz begreifet entweder den ſtamm,
oder die aͤſte, welche das urholz heiſſen. Jener
enthaͤlt dreyerlei bauholz: 1) die ſo genannten
haubt-bau-baͤume, oder die ſtarken und geſunden
ſtaͤmme, deren einer am ſtamm-ende im durch-
meſſer eine elle und druͤber, am obern ende aber
18 und merere zolle hat. Zum naͤhe- oder der
faͤre zwo ſtunden hirvon, ward eine eiche von etli-
chen 60 ſchuhen erfodert, davon der groͤßte ein
wellbaum (zur welle an ein muͤlrad) abgibet.
IItens koͤmmt die mittelgattung der eichenbaͤume,
die am ſtamm-ende 16 bis 18 zolle dicke ſind.
14 zollen; 2) die eichen laͤnge, oder ein ſtuͤck vom
ſtamme, 3) den eichenzopf, oder windfalls-kloz,
4) das ſtick-holz in die gefache der gebaͤude. Zum
brennholze werden nur die faule, abſtaͤndige, wind-
faͤllige, und zu keinem bau und werkholze, oder
zur maſt nicht dinſame eichen genommen. Bei
dem anſchlage eines waldes uͤberhaubt, beſonders
<head>§ 1759</head><lb/>
<p>Die einteilung des holzes 1) in laßrei&#x017F;&#x017F;e, 2)<lb/>
&#x017F;ommer-latten, 3) vor&#x017F;ta&#x0364;nder, welche 2 geha&#x0364;ue<lb/>
ge&#x017F;tanden, 4) angehende ba&#x0364;ume, die 30 bis 50<lb/>
jare alt &#x017F;ind, ober ba&#x0364;ume (oder ober-hohe-holz),<lb/>
die 80, 90, 100 jare ge&#x017F;tanden haben, i&#x017F;t hir zu<lb/>
lande unbekannt, <hi rendition="#fr">Sti&#x017F;&#x017F;ers</hi> einleitung zur land-<lb/>
wirt&#x017F;chaft, cap. <hi rendition="#aq">IV</hi> abt. <hi rendition="#aq">II</hi> § 3 &#x017F;. 116, <hi rendition="#fr">von Ju&#x017F;ti</hi><lb/>
in der &#x017F;tats-wirt&#x017F;chaft <hi rendition="#aq">II</hi>ten teile § 164 &#x017F;. 199 fgg.<lb/>
&#x017F;. 201.</p>
<head>§ 1760</head><lb/>
lung des ei-<lb/>
bu&#x0364;chen- hol-<lb/>
zes.</note>
<p>Man hat hir das eichen- oder bu&#x0364;chen-holz zu<lb/>
betrachten. Jenes teilet man in das bauholz-<lb/>
wirk- oder ge&#x017F;chirr- und nuz-holz; &#x017F;odann ins brenn-<lb/>
holz und ma&#x017F;tba&#x0364;ume.</p>
<head>§ 1761</head><lb/>
<note place="left">die abtei-<lb/>
chen-holzes.</note>
<p>Das eichenholz begreifet entweder den &#x017F;tamm,<lb/>
oder die a&#x0364;&#x017F;te, welche das urholz hei&#x017F;&#x017F;en. Jener<lb/>
entha&#x0364;lt dreyerlei bauholz: 1) die &#x017F;o genannten<lb/>
haubt-bau-ba&#x0364;ume, oder die &#x017F;tarken und ge&#x017F;unden<lb/>
&#x017F;ta&#x0364;mme, deren einer am &#x017F;tamm-ende im durch-<lb/>
me&#x017F;&#x017F;er eine elle und dru&#x0364;ber, am obern ende aber<lb/>
18 und merere zolle hat. Zum na&#x0364;he- oder der<lb/>
fa&#x0364;re zwo &#x017F;tunden hirvon, ward eine eiche von etli-<lb/>
chen 60 &#x017F;chuhen erfodert, davon der gro&#x0364;ßte ein<lb/>
wellbaum (zur welle an ein mu&#x0364;lrad) abgibet.<lb/><hi rendition="#aq">II</hi>tens ko&#x0364;mmt die mittelgattung der eichenba&#x0364;ume,<lb/>
die am &#x017F;tamm-ende 16 bis 18 zolle dicke &#x017F;ind.<lb/><hi rendition="#aq">III</hi>tens, die jungen eichen in der dicke von 12 bis<lb/>
14 zollen; 2) die eichen la&#x0364;nge, oder ein &#x017F;tu&#x0364;ck vom<lb/>
&#x017F;tamme, 3) den eichenzopf, oder windfalls-kloz,<lb/>
4) das &#x017F;tick-holz in die gefache der geba&#x0364;ude. Zum<lb/>
brennholze werden nur die faule, ab&#x017F;ta&#x0364;ndige, wind-<lb/>
fa&#x0364;llige, und zu keinem bau und werkholze, oder<lb/>
zur ma&#x017F;t nicht din&#x017F;ame eichen genommen. Bei<lb/>
dem an&#x017F;chlage eines waldes u&#x0364;berhaubt, be&#x017F;onders<lb/>
[710/0722] XLII haubtſtuͤck § 1759 Die einteilung des holzes 1) in laßreiſſe, 2) ſommer-latten, 3) vorſtaͤnder, welche 2 gehaͤue geſtanden, 4) angehende baͤume, die 30 bis 50 jare alt ſind, ober baͤume (oder ober-hohe-holz), die 80, 90, 100 jare geſtanden haben, iſt hir zu lande unbekannt, Stiſſers einleitung zur land- wirtſchaft, cap. IV abt. II § 3 ſ. 116, von Juſti in der ſtats-wirtſchaft IIten teile § 164 ſ. 199 fgg. ſ. 201. § 1760 Man hat hir das eichen- oder buͤchen-holz zu betrachten. Jenes teilet man in das bauholz- wirk- oder geſchirr- und nuz-holz; ſodann ins brenn- holz und maſtbaͤume. § 1761 Das eichenholz begreifet entweder den ſtamm, oder die aͤſte, welche das urholz heiſſen. Jener enthaͤlt dreyerlei bauholz: 1) die ſo genannten haubt-bau-baͤume, oder die ſtarken und geſunden ſtaͤmme, deren einer am ſtamm-ende im durch- meſſer eine elle und druͤber, am obern ende aber 18 und merere zolle hat. Zum naͤhe- oder der faͤre zwo ſtunden hirvon, ward eine eiche von etli- chen 60 ſchuhen erfodert, davon der groͤßte ein wellbaum (zur welle an ein muͤlrad) abgibet. IItens koͤmmt die mittelgattung der eichenbaͤume, die am ſtamm-ende 16 bis 18 zolle dicke ſind. IIItens, die jungen eichen in der dicke von 12 bis 14 zollen; 2) die eichen laͤnge, oder ein ſtuͤck vom ſtamme, 3) den eichenzopf, oder windfalls-kloz, 4) das ſtick-holz in die gefache der gebaͤude. Zum brennholze werden nur die faule, abſtaͤndige, wind- faͤllige, und zu keinem bau und werkholze, oder zur maſt nicht dinſame eichen genommen. Bei dem anſchlage eines waldes uͤberhaubt, beſonders aber
URL zu dieser Seite: http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/722
Zitationshilfe: Estor, Johann Georg: Bürgerliche rechtsgelehrsamkeit der Teutschen. Bd. 1. Marburg, 1757, S. 710. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/estor_rechtsgelehrsamkeit01_1757/722>, abgerufen am 18.02.2019.

References: § 3
 § 164
 § 3
 § 164
 § 3
 § 164
 § 1759
 § 3
 § 164
 § 1760
 § 1761