Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%20II%202003,%20656
Timestamp: 2020-02-19 18:03:28+00:00

Document:
BFH, 06.03.2003 - XI R 24/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,2375
BFH, 06.03.2003 - XI R 24/02 (https://dejure.org/2003,2375)
BFH, Entscheidung vom 06.03.2003 - XI R 24/02 (https://dejure.org/2003,2375)
BFH, Entscheidung vom 06. März 2003 - XI R 24/02 (https://dejure.org/2003,2375)
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EStG § 4 Abs. 4; BGB § 705; HGB § 230
Stille Gesellschaft - Einlage des Stillen nur betrieblich verwenden!
Einlage des Stillen nur betrieblich verwenden!
Abziehbarkeit als Betriebsausgaben i.S.d. § 4 Abs. 4 Einkommensteuergesetz (EStG); An typisch stillen Gesellschafter gezahlte Gewinnanteile; Vermögenseinlage des stillen Gesellschafters; Durch Betrieb veranlasste Aufwendungen; Wirtschaftlicher Zusammenhang mit einer ...
Einkommensteuer; Betriebsausgabenabzug der Gewinnanteile bei privater Verwendung der Einlage des stillen Gesellschafters
Familiengesellschaft - Private Verwendung der Einlage eines stillen Gesellschafters
Steuerliche Behandlung der stillen Gesellschaft und Abgrenzung zum partiarischen Darlehen
Behandlung der ausgezahlten Gewinnanteile als Betriebsausgaben
BFHE 202, 137
BB 2003, 1414
DB 2003, 1480
BStBl 2003, 656
BStBl II 2003, 656
NZG 2003, 839
Hiermit übereinstimmend hat der BFH die Vermögenseinlage des stillen Gesellschafters wirtschaftlich als einen "qualifizierten Kredit" angesehen, der in der Bilanz des Geschäftsinhabers als Fremdkapital ("sonstige Verbindlichkeit"; § 266 Abs. 3 C.8 HGB) zu passivieren ist (BFH-Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BFHE 202, 137, BStBl II 2003, 656).
Ausreichend für die Anerkennung einer Einlagerendite in Höhe von 35% muss deshalb sein, dass die Einlage betrieblich verwendet wird (vgl. dazu BFH-Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BFHE 202, 137, BStBl II 2003, 656).
Richtig sei zwar, dass der BFH im Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656 Betriebsausgaben nicht anerkannt habe, da der Praxisinhaber die stille Einlage für private Zwecke, die Abgeltung des Zugewinnausgleichs seiner Ehefrau, verwendete.
e) Im Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656, hat der BFH eine stille Beteiligung in Höhe von 3.000.000 DM mit Verlustbeteiligung wirtschaftlich als "qualifizierten Kredit" des Geschäftsinhabers angesehen.
Zu Unrecht berufe sich der Beklagte für seine Auffassung auf das BFH-Urteil vom 06.03.2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656.
f) Die Rechtsprechung hat die für die betriebliche Qualifizierung von Darlehenszinsen entwickelten Grundsätze (erste Stufe der Prüfung des Betriebsausgabenabzugs von Schuldzinsen) auf die Gewinnanteile des typisch stillen Gesellschafters übertragen (BFH-Urteil vom 06.03.2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656).
Beide Rechtsinstitute sind auch zivilrechtlich artverwandt und haben starke wirtschaftliche Berührungspunkte (vgl. BFH-Urteil in BStBl II 2003, 656 m.w.N.).
Die stille Gesellschaft ist eine Gesellschaft in Form einer Innengesellschaft und erhält damit wesentlich ein mitgliedschaftliches Gepräge (BFH, Urteil vom 21. Oktober 1992 X R 99/88, BFHE 170, 44, BStBl II 1993, 289; Urteil vom 22. Juli 1997 VIII R 57/95, BFHE 184, 21, BStBl II 1997, 755; Urteil vom 6. März 2003 IX R 24/02, BFHE 202, 137, BStBl II 203, 656;… K. Schmidt, Gesellschaftsrecht, 4. Aufl. 2002, S. 1837 f.;… ders., in: Münchener Komm, zum HGB, 2002, § 230 Rdnr. 19 ff.;… Ulmer, in: Münchener Komm., BGB, 2. Aufl., § 705 Rdnr. 42;… Blaurock, Handbuch der stillen Gesellschaft, 6. Aufl., 2003, § 4, S. 59 ff.;… Dötsch, in: Kirchhof/Söhn/Mellinghoff, § 20 F 2 ff.).
Für die Zwecke des Bewertungsrechts sind daher die Grundsätze des § 12 BewG anzusetzen (vgl. BFH-Urteile vom 6. März 2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656, vom 27. März 2012 I R 62/08, BStBl II 2012, 745 …und vom 4. November 2012 I R 19/12, BFH/NV 2013, 1389).
Bei der Vermögenseinlage des stillen Gesellschafters handelt es sich in wirtschaftlicher Hinsicht um einen "qualifizierten Kredit", der in der Bilanz des Geschäftsinhabers als "sonstige Verbindlichkeit" i.S.d. § 266 Abs. 3 C.8 HGB zu passivieren ist (BFH-Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656).
Dies folgt daraus, dass die (typisch) stille Gesellschaft - trotz eines zivilrechtlich vorliegenden Gesellschaftsverhältnisses - steuerlich als qualifiziertes Gesellschafterdarlehen zu behandeln ist (BFH-Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BFHE 202, 137, BStBl II 2003, 656).
Abzug von Gebühren für die Gewährung von KfW-Darlehen und für stille …
Er hat daher - wie im Streitfall geschehen - in seiner Bilanz eine sonstige Verbindlichkeit in Höhe der stillen Einlage zu passivieren (vgl. BFH-Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BStBl II 2003, 656 unter II. 1b).
Läge eine typisch stille Gesellschaft vor, wäre sie steuerrechtlich - genau wie ein Darlehen - als Fremdkapital zu qualifizieren und in der Bilanz als Verbindlichkeit zu passivieren (vgl. BFH-Urteil vom 6. März 2003 XI R 24/02, BFHE 202, 137, BStBl II 2003, 656).

References: § 4
 § 705
 § 230
 § 4
 § 266
 § 230
 § 705
 § 4
 § 20
 § 12
 § 266