Source: https://schariagegner.wordpress.com/2009/09/06/will-dr-rohe-das-zweiklassenrecht/
Timestamp: 2017-08-18 08:39:20+00:00

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Will Dr. Rohe das Zweiklassenrecht? | Schariagegner
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Will Dr. Rohe das Zweiklassenrecht?
Menschenrechte sind universell. Der voraufklärerische politische Kult in der Nachfolge von Abū l-Aʿlā al-Maudūdī, Said Ramadan (Saʿīd Ramaḍān) und Necmettin Erbakan wird für die Staaten der kulturellen Moderne zur Herausforderung und zur kulturellen Überlebensfrage, als Jurist und Regierungsberater hier lediglich vom Islam im Plural zu reden verharmlost die demokratiegefährdende Macht etwa der Milli-Görüş-Bewegung oder der Muslimbruderschaft.
Irdisch wiederspiegelt sich ǧanna – ǧahannam im islamistischen Binärcode dār al-islām wa dār al-ḥarb, der territorialpolitischen Zweiheit des Reinen und Unreinen, auf der individuellen körperlichen Ebene im Dualismus at-tahara wa an-naǧasat, welcher Körperorgane, Körperflüssigkeiten sowie Handlungen, Monats- und Tageszyklen in himmlisch kompatibel und vom Satan verunreinigt zerspaltet. Nichtmuslime sind stets ziemlich besudelt, was wesentlich schlimmer ist als lediglich verschmutzt. Man darf im Kulturrassismus der Schariapolitik Hund, Schwein, Kot, Weib oder ḏimmi (Dhimmi, halbfreier Monotheist sittlich geringeren Wertes) nicht berühren, sonst ist das nächste Gebet ungültig. Reinigungsrituale kommen also zum Einsatz.
Die šarīʿa, so Rechtsprofessor an-Na’im, müsse man nur modernisieren und dann korrekt anwenden, es komme auf den gerechten Einsatz der Scharia an (26). Den kulturellen Rassismus von Koran und Hadithen leugnet der angesehene Professor, der ja vielleicht ein Optimist und Islamreformer ist, ein glaubensbewegter Theozentriker oder bewusster Islamisierer sprich Lügner. Rohes Begriff von Scharia scheint maßgeblich auf an-Na’im sowie auf den leicht zu durchschauenden Parteigänger von scharīʿa, taqlīd und fiqh Professor Ömer Özsoy zurückzugehen.
Und nun? al-fiqh huwa al-hall? Wer vor dem (zugegebenermaßen vorhandenen) fatwā-Wildwuchs warnt, bietet der freiheitlichen Demokratie einen Köder an: Hier, im ungebändigten Fatwawesen liege das Problem, mit der politischen Duldung von mehr „offiziellem“ fiqh, möglicherweise ja harmonisch abgestimmt mit der Islamischen Weltliga (Muslim World League, (38)) oder dem Europäischen Fatwa-Rat (European Council for Fatwa and Research) würden wir die Entspannung der Lage erreichen. Europäer, ihr wollt doch kein Chaos? Xenophobe Europäer, duldet fortan gefälligst offizielle fiqh-Räte und Scharia-Gerichte.
Für eine eventuell gewünschte Rechtsspaltung, einen neuen Šayḫ ul-Islām und für ein ordentlich „institutionalisiertes“ (Rohe) europäisches islamisches Gutachtenwesen bieten sich Yūsuf al-Qaraḍāwī und sein europäischer Stellvertreter Mustafa Cerić an. Der letztgenannte ist sogar Großmufti, sein Herrschaftsbereich heißt Europa, wie sich am Namen European Council for Fatwa and Research (ECFR) unschwer erkennen lässt und der Buchstabe F von ECFR steht sogar für fatwā. Im Scherz: Das hat aber nichts mit dem Islamischen Recht zu tun und wahrscheinlich noch nicht einmal mit dem Islam. Herr Cerić („I see the greatest challenge to establishing a European Muslim imamate as a way of institutionalising Islam in Europe“) aus dem bosnischen Sarajevo wird nichts dagegen einzuwenden haben, die Aufgabe des ranghöchsten muslimischen Geistlichen in Europa einzunehmen. Ach, im Islam gebe es ja keinen Klerus, jeder Muslim stehe allein vor der Gottheit, so raunen die ḏimam (Plural von ḏimmī).
Schlagwörter: Dr. Mathias Rohe, Fiqh, halbe Frauenrechte, halbes Erbe fuer Frauen, internationales Privatrecht, Internationales Recht, Rechtspluralismus, Rechtsspaltung, Rechtsvergleich, Vergleichendes Recht
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21 Antworten to “Will Dr. Rohe das Zweiklassenrecht?”
September 7, 2009 um 7:52 am
Großes Lob an BuchTest! Plausibel argumentiert (12. Juni 2009). Auch der Kommentarbereich ist lesenswert: Rohe mischt sich ein in Sachen Rohe, was selbstverständlich gerne gesehen ist, bringt wüste Vorwürfe und in der Sache (kulturell moderne Säkularität versus sexualmagisch-kulturrasssisische Theokratie) NICHTS und zieht sich schmollend zurück. Antiaufklärerischer geht es nicht, 2009 ist, dank Mathias Rohe, das Jahr der absoluten Blamage für die deutschsprachige Islamwissenschaft.
Dezember 14, 2009 um 7:19 pm
‚Lohn und Strafe im Diesseits und im Jenseits.
Mathias Rohe über Geschichte und Gegenwart des islamischen Rechts‘
Januar 29, 2010 um 10:40 pm
Die wahrheit ist so offensichtlich, aber ihr wollt sie nicht war haben.
wieviel erbe gibt es denn für die frau im christlichen glauben?`?
Januar 29, 2010 um 11:18 pm
möge allah euch alle rechtleiten
we are not dirty
we are not practise suicide
we are only muslims
and we don´t heart anyone ….. please try to understand this and don´t try to change our maasage or our good intention
Januar 30, 2010 um 8:19 am
Sehr geehrte(r) Messi,
selbstverständlich erbt die Frau in der säkularen Demokratie
genauso viel wie der Mann (Art. 3 Abs. 3 GG).
Übrigens jede Frau, auch die muslimische.
Wenn Frauen benachteiligt werden, haben sie das Recht
Die Bundesrepublik Deutschland ist keine Theokratie,
sondern ein freiheitlich demokratischer und säkularer
Rechtsstaat. Hier gilt das Grundgesetz.
November 6, 2010 um 2:34 am
Über das die AEMR ironisierende und zerstörende kulturrassistische Mehrstufenrecht der Scharia sinniert Dr. Mathias Rohe:
“Auf den britischen Inseln hat die Union of Muslim Organisations of UK and Eire schon in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Resolution erarbeitet, welche ein separates muslimisches Familienrechtssystem vorsieht, das automatisch auf alle britischen Muslime Anwendung finden soll. …
Als historisches Vorbild wird das osmanische Millet-System gewählt, nach dem die verschiedenen Religionsrichtungen in wesentlichen Bereichen des Zivilrechts (insbesondere Familien- und Erbrecht) Regelungsautonomie genossen. …
An solchen Beispielen wird deutlich, daß die Religionszugehörigkeit von Personen spezifische Bedürfnisse mit sich bringen kann, welche dem Regelungsbereich des Zivilrechts unterliegen. …
Von muslimischer Seite wird gelegentlich angeregt oder gar gefordert, bürgerliche Rechtsverhältnisse insbesondere im Bereich des Familien- und Erbrechts von der bislang vorherrschenden Anknüpfung an Staatsangehörigkeit oder gewöhnlichen Aufenthalt der Beteiligten zu lösen und zu einem religionsorientierten Anknüpfungssystem überzugehen. Als Vorbild wird das Islamische Recht bzw. die Lage in den meisten islamischen Staaten genannt. …
Eine bedeutsame Rolle schließlich kann innerreligiösen Schlichtungsinstanzen zukommen. …
Nicht ohne Grund hat sich gerade in England ein solches Schiedswesen in Gestalt mittlerweile mehrerer Islamic Sharia Councils gebildet. …
Insoweit wird der religiös begründete Verzicht auf eine einheitliche Rechtsordnung zum Friedens- und Integrationsfaktor. …
Letztlich wird zu entscheiden sein, ob die „Integration durch partielle Segregation“ der rechtspolitisch gewünschte Weg ist.”
August 3, 2011 um 2:22 pm
Echtes Pfadfindertum ist säkular Says:
August 6, 2011 um 1:23 am
Der Säkulare und Religionskritiker Paul Nellen witzelt ironisch am 08.11.2011 zum Islamischen Recht, klärt aber leider den Leser nicht eindeutig über die Menschenrechtswidrigkeit und Grundrechtswidrigkeit der totalitaristischen, kulturrassistischen, frauenfeindlichen und „die Seele vor der Hölle rettenden“ Scharia auf. Angesichts der Situation in Kabul, Teheran, Kairo, Tunis und Berlin ist das Thema Scharia leider viel zu ernst für Komik, seine Ironie hätte Nellen dem vielleich islamisch unkundigen Leser der Achse des Guten genau erklären müssen. Trotzdem sehr lesenswert.
Auch im 25-Punkte-Programm der NSDAP von 1920 stand “manches, aber bei Weitem nicht alles in krassem Gegensatz zu den Menschenrechten” …
Neonazis, die Parteiprogramme schreiben und sich dabei an den “25 Punkten” der NSDAP orientieren, sollten im Lichte der Roheschen Scharia-Beurteilung auf eine milde, ja wohlwollende Bewertung ihres Tuns hoffen dürfen. Und so, wie die ägyptischen Muslimbrüder einen christlichen Vizechef haben, könnte die NPD demnächst vielleicht sich einen jüdischen Parteivize zulegen, sagen wir Gerard Menuhin, den Sohn des großen Geigers und ständigen Kolumnisten der Freyschen Nationalzeitung. Denn merke:
“Nicht die Scharia per se” ist von Übel. Auch die 25 Punkte der NSDAP sind nicht “per se” abzulehnen, sie wären unter Strasser bestimmt anders ausgelegt worden als unter Hitler. Es kommt eben immer drauf an, was man draus macht. Und wer es macht. …
Ohne Scharia bleibt unser Grundgesetz das Dokument einer globalisierungsfeindlichen islamophoben Gesinnung. Ohne Scharia keine Integration.
Danke, Herr Rohe, für Ihren Beitrag!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/es_ist_nicht_alles_schlecht_in_der_scharia/
Dezember 26, 2011 um 2:19 am
Religiös-kulturelle Varianz des Familien- und Erbrechts?
Tagung an der Universität Zürich vom 21. Mai 2011
Die Tagung mit dem Titel „Religiös-kulturelle Varianz des Familien- und Erbrechts“ ging nun der Frage nach, ob es möglich ist, „Fenster“ für diese uns fremden, religiös-kulturellen Vorstellungen im schweizerischen Familien- und Erbrecht zu öffnen.
Unter der Bezeichnung „Hauptreferat I“ untersuchte Prof. Dr. iur. MATHIAS ROHE, Experte des islamischen Rechts an der Universität Erlangen-Nürnberg, die Stellung des islamischen Rechts in Europa. …
Prof. ROHE zählt drei europäische Länder auf, in welchen heute islamisches Recht anwendbar ist: In England wurden muslimische Schiedsgerichte etabliert sowie eine Form der Adoption aus dem islamischen Recht ins staatliche übernommen, in Spanien besteht die Möglichkeit, eine religiös – also auch islamisch – eingegangene Ehe, staatlich anerkennen zu lassen, und Griechenland sieht ein islamisch geprägtes Recht für die türkische Minderheit vor. Prof. ROHE wünscht sich, dass das Thema vermehrt wissenschaftlich aufgearbeitet wird, um auch der allgemein grossen Unkenntnis, die in der Bevölkerung herrscht, entgegenzuwirken. Ziel sollte es sein, sich auf gemeinsame Inhalte zu einigen. Das zweite in Englisch vorgetragene Hauptreferat wurde am Nachmittag von Dr. iur. PRAKASH SHAH, Dozent an der Universität Queen Mary in London gehalten. Er kam nun eingehend auf diese sog. „Islamic Sharia Councils“ zu sprechen, welche in London bereits vor dreissig Jahren eingeführt worden sind. Der Hauptanwendungsbereich dieser Gerichte sind Heirat und Scheidung. Auch in England kommt diesen Gerichten keine Jurisdiktionsgewalt zu.
Podiumsdikussion (Ausschnitt), von links nach rechts : Dr. Rifa’at Lenzin, Islamwissenschaftlerin Zürich, Dr. Yahya Hassan Bajwa, TransCommunication Basel, Prof. Dr. iur. Christina Schmid, Direktorin des Schweizerischen Instituts für Rechtsvergleichung Lausanne
http://www.unifr.ch/religionsrecht/tagungen/2011Dokumente/Tagungsbericht_Endfassung.pdf
democracy is the antithesis of sharia Says:
Dezember 30, 2011 um 9:06 pm
The Government has quickly rejected the submission to its multiculturalism inquiry by The Australian Federation of Islamic Councils this week. (…)
Attorney-General Robert McClelland declared: „There is no place for sharia law in Australian society.“
So will he now risk the wrath of the „multiculti police“ and reject the sharia law of Islamic finance too?
Bernardi has been the most vocal opponent in Parliament of what he sees as „soft sharia“, the thin edge of the wedge, a well-documented strategy employed in other democratic countries to eventually bring in a parallel Islamic justice system that would weaken our rule of law and treat women as second-class citizens.
„In other nations we’ve found that an accommodation of sharia finance leads into an accommodation of any number of other areas where sharia is implemented, such as in property disputes, such as in marital separations,“ he said. (…)
As reported yesterday, elements of sharia law are already being practised in Australia, with Islamic divorces being conducted by imams at mosques in western Sydney.
Yet the European Court of Human Rights ruled in 2001 that sharia law is „not compatible with democracy“.
The court made special mention of the sneaky methods used by political Islam to work with the existing legal order in order to replace it with sharia: It is called „takiyye, which consisted in hiding its beliefs until it had attained that goal“.
The court was ruling on a ban by the Turkish Constitutional Court of the Islamist party Refah on the grounds that „democracy is the antithesis of sharia“. Surely Turkey understood the threat of sharia better than most.
http://www.heraldsun.com.au/opinion/quest-for-sharia-law-is-out-of-line/story-e6frfhqf-1226058532543
Februar 19, 2012 um 7:35 pm
Die FAQ Antwortseite bei Islam.de nimmt Stellung zur Wahlbeteiligung von Muslimen. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass Muslime, welche die wahlrechtlichen Voraussetzungen erfüllen, an demokratischen Wahlen teilnehmen dürfen. Als wachsende Minderheit könnten sie vor allem in Großstädten wie Berlin oder Köln mit ihrer Stimmabgabe durchaus als Zünglein an der Waage das Wahlergebnis entscheidend beeinflussen.
Das entspricht ja durchaus freiheitlich demokratischen Grundsätzen und ist daher nicht zu beanstanden, jedoch hat in Rechtsstaaten wie der BRD jede(r) das Recht auf eine eigene politische Meinung, jede(r) darf seiner WunschkandidatIn / seinem Wunschkandidaten ihre / seine Stimme geben. Wenn der Zentralrat der Muslime in seinen Empfehlungen zum Wahlverhalten jedoch rät, durch Absprachen Wahlen zu manipulieren, verstößt er gegen Grundsätze des deutschen Wahlrechts und verhält sich verfassungswidrig.
Wieder ein Beispiel dafür, dass diese einflussreiche Organisation, die als Mitglied im Koordinationsrat der Muslime zu den künftigen Ansprechpartnern der Landesregierung NRW für den islamischen Religionsunterricht gehören soll, für diese Aufgabe nicht geeignet ist.
Juni 27, 2012 um 10:46 pm
Williams Kollege, der aus Pakistan stammende Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, sieht die gegenwärtige Lage in Großbritannien wesentlich klarer. Er beklagte, dass es inzwischen „no-go-zones“ für Nicht-Muslime in von Muslimen bewohnten Räumen gebe und spielte dabei auf die zunehmenden Radikalisierungstendenzen unter jungen Muslimen an. Seine klare Aussage brachte ihm Todesdrohungen von islamistischer Seite ein. Er steht unter Polizeischutz.25
Vor dem Hintergrund der Tendenz zur Islamisierung in Teilen der muslimischen Milieus wäre es naiv anzunehmen, dass die gegenwärtig etwa 12 „Islamic Shariah Councils“ von solchen Tendenzen unbeeinflusst blieben. Ohnehin amtieren dort Scheichs, die keinen Zweifel daran lassen, dass sie die Einführung auch des islamischen Strafrechts in Großbritannien für sinnvoll halten. So erklärte Scharia-Richter Suheib Hasan, der islamisches Recht in Medina studiert hat und seit 30 Jahren in Großbritannien lebt, unverblümt, dass, wenn Großbritannien das islamische Strafrecht einführte, die Regierung weniger Gefängnisse bräuchte. Er fügte hinzu: „Dieses Land könnte in einen Hort des Friedens verwandelt werden, denn keiner wird mehr stehlen, wenn die Hand eines Diebes abgehackt wird.“
3. Gerade die schwächsten Gruppen in den muslimischen Communities, vor allem die Mädchen und jungen Frauen, wären von der offiziellen „Anerkennung“ der Scharia-Gerichte besonders betroffen. Schon heute haben sie große Schwierigkeiten, ihre vom britischen Staat garantierten gleichen Rechte gegen die geballte Macht der patriarchalisch-religiösen Eliten und die selbsternannten Religionswächter zu behaupten. Wenn inzwischen schon strafrechtlich relevante Fällen berichtet werden (zum Beispiel Totschlag und Mord), die nicht der britischen Justiz angezeigt, sondern von muslimischen Ordnungshütern „geregelt“ wurden, dann müssten die Alarmglocken läuten. Wer sollte vom britischen Staat offiziell anerkannte „Islamic Sharia Courts“ in den muslimischen Milieus noch daran hindern, auch irgendwann islamisches Strafrecht anzuwenden? Der Erzbischof hätte aus dem blutigen Nordirlandkonflikt gelernt haben müssen, was es heißt, wenn in verfeindeten Communities der „sectarianism“ regiert, und paramilitärische Gruppen den „Schutz“ der jeweils eigenen Gruppe übernehmen. Das Gewaltmonopol des Britischen Staates war in den extremistischen Enklaven der IRA oder der loyalistischen militanten Gruppen jahrzehntelang nicht mehr vorhanden. Eine ähnliche Situation könnte sich in muslimischen Milieus entwickeln.
Es ist das erklärte Ziel einiger islamistischer Gruppen, Großbritannien in ein „dar al-Islam“ zu verwandeln. Scharia-Gerichte mit staatlicher Anerkennung wären ein wichtiger Schritt in die Richtung der Etablierung islamischer Inseln in „ungläubiger“ Umgebung. Dass der Erzbischof von Canterbury diese Strategie begünstigt, zeigt einen gravierenden Mangel an Wahrnehmungs und politischer Urteilskraft.
4. Wenig Spielraum für eine Fortschreibung der Scharia Die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in der islamischen Welt, Bildungsniveau und Kommunikationskultur der großen islamischen Bildungseinrichtungen lassen wenig Raum zum Optimismus für eine kritische Scharia-Debatte trotz einer beobachtbaren vorsichtigen „Pluralisierung“ islamischer religiöser Autorität in der Moderne.16 Von Kairo über Riad bis Islamabad dominiert ein konservativ-orthodoxer bis fundamentalistischer und/oder islamistisch orientierter Islam, der über die „bewährten“ Methoden der Auslegung („tafsir“) nicht hinauszugehen wagt oder, wie die Islamisten, die literalistische Interpretation politisch für globale Dschihad-Strategien instrumentalisiert. Die wenigen „progressiven Muslime“, die, verstreut über den Globus, sich im intellektuellen Diskurs mehr oder weniger behindert bewegen, fallen da nicht ins Gewicht.
Auch in Europa sind „progressive Ansätze“, z.B. zur Koranhermeneutik, sehr zarte Pflänzchen und haben für den realexistierenden Islam keine Bedeutung. Die seit Ende der siebziger Jahren in vielen Staaten der islamischen Welt beobachtbare „Reislamisierung“, vor allem befördert durch die expandierenden islamistischen Bewegungen, hat teilweise zur Wiederherstellung klassischen Scharia-Rechts, bzw. dessen Integration in die bestehenden, manchmal mit europäischen Rechtsnormen verbundenen, Rechtssysteme geführt.
5. Scharia-Bestimmungen und Menschenrechte Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat 2001 und 2003 im Zusammenhang mit der Bestätigung der Rechtmäßigkeit des Verbots der türkischen „Refah Partisi“ (Necmettin Erbakan) die Unvereinbarkeit der Scharia mit den Menschenrechten festgestellt. In fünf Bereichen sind die bis heute geltenden Scharia-Bestimmungen nicht mit den Menschenrechten vereinbar:
1. Körperstrafen (Verstoß gegen Art. 5 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, Verbot inhumaner Strafen, der Folter und erniedrigender Behandlung), 2. Religionsfreiheit (Benachteiligung anderer Religionen: Verstoß gegen Art. 18 AEMR), 3. Apostasie („Abfall vom Islam“, Verstoß gegen Art. 18 AEMR), 4. Im Blick auf die militante Konzeption von „Dschihad“ (Verstoß gegen Art.3, Recht auf Leben) und 5. hinsichtlich der Frauenfrage (Verstöße gegen Art. 16 AEMR und Art. 7, Gleichberechtigungsgrundsatz).
Juli 30, 2012 um 1:40 am
Hausarbeit, 2009, 26 Seiten, von: S.M.D.J.L.:
Oktober 25, 2012 um 4:51 pm
Noch`n Trojanisches Pferd:
Abou El Fadl,
He was previously appointed by President George W. Bush to serve on the U.S. Commission for International Religious Freedom, and also served as a member of the Board of Directors of Human Rights Watch. …
His book, The Great Theft, delineated key differences between moderate and extremist Muslims, and was named one of the Top 100 Books of the year by Canada’s Globe and Mail. His book, The Search for Beauty in Islam: A Conference of the Books, is an important work in modern Muslim literature. …
Oktober 24, 2013 um 1:31 pm
Derselbe Rohe erklärte noch vor einigen Jahren in der Frankfurter Rundschau kritiklos: „In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an. Wenn Jordanier heiraten, dann verheiraten wir sie nach jordanischem Recht. Die Menschen haben in diesen privaten Verhältnissen Entscheidungsfreiheit.“ Einen Vortrag Rohes von März 2003 resümierte die „Bundeszentrale für politische Bildung“ mit den Worten: Dass auch die Scharia „Recht sei und im Wesentlichen dieselben Funktionen erfülle wie die Rechtsordnungen westlicher Gesellschaften. (…) Aus westlicher Sicht bereite das Rechtsverständnis der Scharia keine größeren Probleme.“
http://www.emma.de/artikel/kein-kopftuch-der-schule-264096
Und so hofierte Professor Rohe im Auftrag des österreichischen Innenministeriums erstellt hatte, wegen „gröbster methodologischer und technischer Mängel“. Das konnte aber nicht verhindern, Herrn Rohe im gleichen Jahr in die Berliner Islam-Konferenz zu berufen. Zwei Jahre später, 2008, gründete Rohe in Erlangen ein „Zentrum für Islam und Recht in Europa“.
Mai 17, 2015 um 3:49 pm
Juni 4, 2015 um 6:40 pm
STAATSVERTRAG [zwischen gottlos und schariapflichtig?]
[Sollen die Schariagesetze einem Teil der Bevölkerung zum Lebensschicksal werden, macht die BRD vollends Schluss mit dem freiheitlich demokratisch gebotenen One Law For All?]
… Von 2002 bis 2003 war sie Referentin für den Themenbereich Religionen Zugewanderter im Arbeitsstab von Marieluise Beck, der damaligen Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. … Mit ihrer Dissertation zum Thema Wer ist hier Muslim? Die Entwicklung eines islamischen Bewusstseins in Deutschland zwischen Selbstidentifikation und Fremdzuschreibung wurde sie 2008 an der Humboldt-Universität promoviert. …
… Von 2010 bis 2012 war sie Post-Docfellow am Centre for European Islamic Thought an der Theologischen Fakultät der Universität Kopenhagen tätig, wo sie einen Vergleich quantitativer Erhebungen unter Musliminnen und Muslimen in Westeuropa seit 2001 leitete.[5].
[Riem Spielhaus bei den Schariaschönrednern von qantara … schafft die Überleitung zum Justizminister: Bundesadler und Allah auf Augenhöhe sozusagen, „Maas will Staatsvertrag mit Muslimen“ ]
Wie wichtig vor diesem Hintergrund nicht nur die gesellschaftliche, sondern auch die rechtliche Anerkennung des Islam in Deutschland [das islamische Recht enthält viel Grundgesetzwidriges … und ist kohärent wie Schöpfung oder Schöpfer] ist, zeigt ein neues Gutachten der Islamwissenschaftlerin Dr. Riem Spielhaus und des Juristen Martin Herzog im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung. Demnach geht es darum, Muslimen überhaupt erst einmal den gleichen Zugang zu Ressourcen zu gewähren wie anderen Religionsgemeinschaften: die Finanzierung von Projekten, der Schutz vor Ungleichbehandlung und das Recht auf Glaubenspraxis sowie die Möglichkeit, es auch umzusetzen. Und genau das wird gerade zwischen politischen Akteuren und Interessenvertretern der Islamverbände ausgehandelt.
Dabei muss über jedes einzelne Detail islamischer Religionspraxis [FGM?] gesondert eine Übereinkunft mit jedem Bundesland, jeder Gemeinde oder Kommune erzielt werden – im Dialog, der über viele Jahre geführt wird. … Der Weg zur rechtlichen Gleichstellung bei ritueller Glaubensausübung, im Bildungsbereich, beim sozialen Engagement islamischer Gemeinschaften ist weit: eigene Friedhöfe und Bestattungen nach islamischem Ritus, der Bau von Moscheen, die rituelle Schlachtung, Feiertage, bekenntnisgebundener Religionsunterricht, islamische Theologie an Hochschulen, Jugendfürsorge, Wohlfahrtspflege, Seelsorge in Gefängnissen, Krankenhäusern oder bei der Bundeswehr. Das alles scheint bis heute keine Selbstverständlichkeit in Deutschland zu sein. …
Aber nicht nur die Religionsgemeinschaften müssen sich an die Erfordernisse deutschen Rechts anpassen. „Es ändert sich auch etwas im Rechtsverständnis“, gibt Riem Spielhaus … zu bedenken. Sie beobachtet derzeit eine „gegenseitige Annäherung auf Grundlage einer (verfassungs-)rechtlichen Gleichrangigkeit“ [Ungläubige und Frauen sind auf Dauer selbstredend herabzustufen, Islam herrscht und wird nicht beherrscht].
Wie sich die Politik das vorstellt, verdeutlicht eine … Vorlesung von Heiko Maas (SPD) an der Berliner Humboldt-Universität, in der sich der Bundesjustizminister für einen Staatsvertrag mit muslimischen Gemeinschaften in Deutschland aussprach. Hierin sieht Maas einen wichtigen Schritt, „die muslimischen Gemeinschaften enger an den Verfassungsstaat und seine Werte heranzuführen“ [wie eng ist eng genug, wie weit weg ist für Maas auch noch ok? Warum keine gleichen Rechte und Pflichten jeder Bürgerin und jedes Bürgers, was soll das Schaffen der Kategorie Muslimbürger?] und einen deutschen Islam zu entwickeln. Im Gegenzug aber seien die Muslime aufgefordert, ihren Teil zu einer Anerkennung durch Staat und Gesellschaft beizutragen. Sie müssten sich noch besser mitgliedschaftlich organisieren [damit keiner mehr aus dem Käfig der Umma ausbricht], außerdem seien die Verbände in der Pflicht, sich regelmäßig von Extremismus und Antisemitismus unter Muslimen zu distanzieren [reden soll also reichen. Sarkasmus an: Schariabefehl und Herrschaft Allahs zeigen den Weg der Ausgewogenheit, der Gleichheitsfeminist, Aufklärungshumanist oder Menschenrechtsuniversalist ist extrem – Sarkasmus wieder aus]. …
aus: Susanne Kaiser (Der weite Weg zur rechtlichen Anerkennung), in: qantara 01.06.2015
http://de.qantara.de/inhalt/islam-in-deutschland-der-weite-weg-zur-rechtlichen-anerkennung
Dezember 18, 2015 um 4:56 pm
„Ich weiß nicht, was Sie unter Scharia verstehen. Ich wüsste ganz viele Scharias, die in sehr vielen Kernbereichen nicht übereinstimmen. Je nachdem, von welchem Land, welcher Tradition und welcher Rechtsschule wir sprechen – es gibt nicht die „eine“ Scharia.“
Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) am 06.05.2015
Ausgerechnet im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe! Scharia im Plural spürt jedenfalls vermarktet ein Islamverharmloser und insbesondere Schariaverharmloser von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
Sie nennen Suren in die eine Richtung und ich zitiere welche in die andere Richtung. Mal sehen, wer am Ende gewinnt. Dann haben Sie gesagt, in der Scharia wäre die Apostasie mit der Todesstrafe belegt. Ich weiß nicht, was Sie unter Scharia verstehen. Ich wüsste ganz viele Scharias, die in sehr vielen Kernbereichen nicht übereinstimmen. Je nachdem, von welchem Land, welcher Tradition und welcher Rechtsschule wir sprechen – es gibt nicht die „eine“ Scharia. Eine Scharia gibt es nur auf Seite eins in der Headline, aber nicht im Text.
Protokoll der 35. Sitzung vom 6. Mai 2015
(Seiten 30-31 von 45)
Markus Rode (Open Doors Deutschland)
(Hier Seite 35 bis 36.)
[…] Ich glaube das Entscheidende ist aber, dass wir deutlich machen, dass wir in vielen Ländern dieser Welt Christen haben, die mehrheitlich in islamischen Ländern leben und massiv unterdrückt werden. Christen, die jeden Tag Verfolgung erleben und zwar mit Rufen „Allahu Akbar“. Ich möchte das Beispiel von Nigeria bringen. Wir haben ein großes Team in Nigeria und zwar in einem Bundesstaat, der genau zwischen den nördlichen Bundesstaaten liegt, also den islamischen, wo die Scharia eingeführt ist, und den christlichen. Dort wurde in einer Moschee die Stimmung aufgeheizt. Daraufhin sind bewaffnete Muslime in die christlichen Viertel gezogen. Man kannte genau die Namen der Pastoren, die dort wohnten. Man hat die Häuser niedergebrannt und die Christen gezielt getötet. Mit den Witwen, Waisen und Hinterbliebenen haben wir unmittelbar zu tun. Die haben sich darüber beklagt, dass in der Presse weltweit veröffentlicht wird, dass dieser Konflikt überhaupt nichts mit Religion zu tun habe, sondern dass es bei dem Konflikt um Land und soziale Belange geht. Wir wissen aber, was wirklich geschehen ist. Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht. Wir wissen genau, was die Motivation war. Ich glaube, an dieser Stelle muss man einfach auch denen, die keine Stimme haben, die Möglichkeit geben, dass sie auch die Wahrheit sagen können. Und dass man das nicht vertuscht, weil man sagt „Oh, das heizt die Stimmung noch viel mehr an, deshalb müssen wir es durch etwas anderes ersetzen.“ Das ist nicht der Weg, den wir gehen dürfen. Deshalb veröffentlichen wir auch nicht den Weltverfolgungsindex, um muslimische Staaten an den Pranger zu stellen. Ich möchte auch nicht Suren mit Ihnen austauschen, sondern wir möchten auf die Situation der Menschen aufmerksam machen, die wegen Apostasie in Gefängnissen sitzen – die eben nicht in Gefängnissen sitzen, weil man sagt, sie haben etwas geklaut. Es gibt ja auch falsche Anklagen. Viele werden angeklagt, weil es heißt, sie hätten angeblich Rauschgift gehabt. Das wurde ihnen untergeschoben. Aber die Wahrheit ist, dass es sich um den Vorwurf der Apostasie handelt. Im Iran sitzen im Moment Christen wegen Apostasie im Gefängnis. Iran ist ein islamischer Gottesstaat. Jetzt müssten Sie im Prinzip, weil Sie eben eine andere Auffassung vom Islam als Saudi Arabien, Iran, Afghanistan und viele andere Länder haben – von den 50 Ländern im Weltverfolgungsindex sind 40 islamische Länder – denen sagen, dass dies nichts mit dem wahren Islam zu tun hat. Doch das sind Fakten. Das heißt, in diesen Ländern werden Christen am härtesten verfolgt. Jetzt kann man natürlich diskutieren und sagen, das habe mit dem Islam eigentlich nichts zu tun. […]
(Potokoll relevant u. a. zu den Stichworten Menschenrechte, AEMR, Menschenrechtsbildung, Open Doors und Christenverfolgung, Islam und/als Islamisches Recht / Scharia, Blasphemie, FGM und MGM, Sozialrassismus.)
https://www.bundestag.de/blob/387228/7ba6da167a85c56f644aab6b454252ba/protokoll_oea_06-05-2015-data.pdf
Was soll die Diskussion über Kopftuch und Burka? Im Islam gibt es kein Kopftuch. Im Islam gibt es keine Burka. Im Islam gibt es die Fitra (fiṭra), das Geschaffensein durch und Ausgerichtetsein auf Allah, die Awra (ʿaura), den zu verhüllenden Schambereich, bei der Muslima ist (mindestens) der gesamte Körper bis auf Hände und Gesicht Teil ihrer Awra, sowie die Scharia, die Schöpfungsordnung und irdisch durchzusetzende islamische Gesetzlichkeit. Omid Nouripur sagt nichts Schlechtes über Fitra, Awra, Scharia (fiṭra, ʿaura, šarīʿa) und lässt die Dhimmis von morgen noch ein Weilchen über Kopftuch und Burka diskutieren. Der Grünen-Außenexperte will die Burka erlaubt wissen und kämpft gegen ein Burkaverbot:
„Ein Verbot würde nur dazu führen, dass diese Männer ihre Frauen nicht mehr auf die Straße lassen.“​
[Genau. Sie müssten im Haus bleiben. Wie jede muslimische Ehefrau.]
(Bild vom 01.12.2014)
http://www.bild.de/politik/inland/burka-verbot/debatte-um-burka-verbot-cdu-vize-kloeckner-38793420.bild.html
69937: Ruling on her going out of the house without her husband’s permission and travelling without a mahram
So a woman is like a slave or prisoner of her husband, and she cannot go out of his house except with his permission, whether her father, her mother or anyone else tells her to do that, according to the consensus of the imams. End quote.
Al-Fataawa al-Kubra, 3/148
It is haraam for a woman to go out of her husband’s house without his permission, except in cases of necessity, or shar’i obligations. End quote.
Al-Adaab al-Shar’iyyah, 3/375

References: Art. 5
 Art. 18
 Art. 18
 Art.3
 Art. 16
 Art. 7