Source: http://m.hensche.de/Arbeitsrecht_Urteile_Benachteiligung_wegen_Behinderung_bei_Sozialplanabfindung_LAG_Koeln_12Sa692-13_u.html
Timestamp: 2018-04-25 21:59:03+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 12 Sa 692/13
Schlag­worte: Benachteiligung, Diskriminierung: Behinderung, Sozialplan: Abfindungsanspruch
Akten­zeichen: 12 Sa 692/13
Ent­scheid­ungs­datum: 19.11.2013
1. Ei­ne So­zi­al­plan­re­ge­lung, wel­che für schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer ei­ne pau­scha­le Ab­fin­dung vor­sieht, während die Ab­fin­dungshöhe nicht schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer in Abhängig­keit von Be­triebs­zu­gehörig­keit, Ent­gelthöhe und Ren­tennähe be­rech­net wird, ist we­gen Ver­s­toßes ge­gen das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung schwer­be­hin­der­ter Men­schen nach § 7 Abs. 2 iVm. §§ 1, 7 Abs. 1 AGG un­wirk­sam, wenn sie da­zu führt, dass die Ab­fin­dung für ei­nen we­sent­li­chen Teil der Grup­pe der schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer ge­rin­ger ausfällt als die der nicht schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer mit glei­cher Be­triebs­zu­gehörig­keit und glei­chem Al­ter bei glei­cher Ent­gelthöhe.
2. Ei­ne So­zi­al­plan­re­ge­lung, wel­che Mit­ar­bei­ter we­gen der Möglich­keit des Be­zugs ei­ner Al­ters­ren­te als Voll­ren­te von je­der Ab­fin­dungs­leis­tung aus­sch­ließt, führt zu ei­ner „ver­deck­ten“ un­mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer, wenn be­reits die nur die­sen eröff­ne­te Möglich­keit zum frühe­ren Ren­ten­ein­tritt den An­spruchs­aus­schluss zur Fol­ge hat.
3. Die teil­wei­se Un­wirk­sam­keit der So­zi­al­plan­re­ge­lung hat zur Fol­ge, dass der schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung in der Höhe ver­lan­gen kann, wie sie ein nicht schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer mit glei­cher Be­triebs­zu­gehörig­keit, glei­chem Ent­gelt und glei­chem Al­ter ver­lan­gen könn­te.
Vor­ins­tan­zen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 5. Februar 2013, 13 Ca 5641/12
1. Die Be­ru­fung der Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 5. Fe­bru­ar 2013, Az. 13 Ca 5641/12 wird zurück­ge­wie­sen.
2.Die Kos­ten der Be­ru­fung trägt die Be­klag­te.
3.Die Re­vi­si­on wird zu­ge­las­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die Be­rech­nung ei­ner So­zi­al­plan­ab­fin­dung.
Der am .1950 ge­bo­re­ne und mit ei­nem Grad der Be­hin­de­rung von 70 % schwer­be­hin­der­te Kläger war vom 01.05.1980 bis zum 31.03.2012 bei der Be­klag­ten beschäftigt. Sein letz­tes Brut­to­mo­nats­ent­gelt be­trug 3.852,00 EUR. Auf­grund der Still­le­gung der Be­triebs­ab­tei­lung, in wel­cher der Kläger beschäftigt ge­we­sen war, schied er zum 31.03.2012 aus dem Un­ter­neh­men aus. Die Be­triebs­par­tei­en des Beschäfti­gungs­be­trie­bes hat­ten zu­vor un­ter dem 18.07.2011 ei­nen So­zi­al­plan mit fol­gen­den Re­ge­lun­gen ver­ein­bart:
1. Die­se Ver­ein­ba­rung fin­det auf al­le Mit­ar­bei­ter im Sin­ne des §§ 5 Abs. 1 des B An­wen­dung, die am 01.03.2011 in ei­nem un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis stan­den und von der Still­le­gung der Fri­sche­dienst­or­ga­ni­sa­ti­on zum 31.03.2012 be­trof­fen sind.
3. Für Mit­ar­bei­ter, die zum Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses An­spruch auf ei­ne ge­setz­li­che Voll­ren­te we­gen Al­ters oder we­gen vol­ler, un­be­fris­te­ter Er­werbs­min­de­rung ha­ben, kommt der So­zi­al­plan nicht zur An­wen­dung.
§ 2 Ab­fin­dun­gen bei be­triebs­be­ding­tem Ar­beits­platz­ver­lust
1. Mit­ar­bei­ter, die be­triebs­be­dingt auf Ver­an­las­sung des Ar­beit­ge­bers ih­ren Ar­beits­platz ver­lie­ren, ha­ben ei­nen An­spruch auf ei­ne Ab­fin­dung, die nach fol­gen­der For­mel be­rech­net wird:
Be­triebs­zu­gehörig­keit x Mo­nats­ent­gelt x Fak­tor = Ab­fin­dung
Das Mo­nats­ent­gelt im Sin­ne der Ab­fin­dungs­klau­sel setzt sich zu­sam­men aus ...
Mit­ar­bei­ter, die auf­grund ei­ner Schwer­be­hin­de­rung zu Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ne Ren­te in An­spruch neh­men können, ha­ben kei­nen An­spruch auf Ab­fin­dung nach der vor­ste­hen­den Fak­to­ren­be­rech­nung. Die­se er­hal­ten ei­ne Ab­fin­dung i.H.v. EUR 10.000,00 brut­to.
2. Min­dest­re­ge­lung
Da ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter auf­grund ei­nes ge­rin­gen Mo­nats­ent­gelts nur ei­ne sehr ge­rin­ge Ab­fin­dung nach der oben­ste­hen­den For­mel er­hal­ten würden, wird ei­ne Min­dest­ab­fin­dung i.H.v. EUR 1.500,00 brut­to an je­den Mit­ar­bei­ter aus­ge­zahlt.
3. Ren­ten­na­he Jahrgänge
Bei Mit­ar­bei­tern, de­ren Ge­burts­tag vor dem 1. Ja­nu­ar 1952 liegt, ist der Ab­fin­dungs­be­trag ab­wei­chend von Ab­satz 1 (letz­ter Satz) wie folgt be­grenzt:
Mit­ar­bei­ter, die nach ei­nem Ar­beits­lo­sen­geld­be­zug (ALG I) von bis zu ma­xi­mal 12 Mo­na­ten die vor­ge­zo­ge­ne Al­ters­ren­te we­gen Ar­beits­lo­sig­keit erst­mals in An­spruch neh­men können, er­hal­ten ei­nen ma­xi­ma­len Ab­fin­dungs­be­trag i.H.v. EUR 40.000,00 brut­to.
5. Zu­satz­be­trag
Schwer­be­hin­der­te oder ei­nem Schwer­be­hin­der­ten Gleich­ge­stell­te im Sin­ne des Schwer­be­hin­der­ten­ge­set­zes, die beim recht­li­chen En­de des Ar­beits­verhält­nis­ses schwer­be­hin­dert sind, er­hal­ten ei­nen Zu­schlag zur Ab­fin­dung i.H.v. EUR 1.000,00 brut­to.
7. Fällig­keit
Die Ab­fin­dung so­wie die Zu­schläge und Zu­satz­beträge aus dem vor­lie­gen­den So­zi­al­plan wer­den mit dem En­de des letz­ten Beschäfti­gungs­mo­nats des Mit­ar­bei­ters zur Zah­lung fällig."
We­gen des wei­te­ren In­halts des So­zi­al­plans wird auf die als An­la­ge K 2 zur Kla­ge­schrift vom 12.07.2012 zur Ak­te ge­reich­te Ko­pie ver­wie­sen.
Bei An­wen­dung der in § 2 Ziff. 1 des So­zi­al­plans vor­ge­se­he­nen Fak­to­ren­be­rech­nung hätte sich für den Kläger ei­ne So­zi­al­plan­ab­fin­dung in Höhe von 64.558,00 EUR er­ge­ben. Die Be­klag­te zahl­te an ihn ei­ne Ab­fin­dung in Höhe von ins­ge­samt 11.000,00 EUR. Laut Ren­ten­be­scheid konn­te der Kläger ab dem 01.08.2010 ei­ne Al­ters­ren­te für Schwer­be­hin­der­te (mit Ab­schlägen) be­zie­hen. Oh­ne Ab­schläge konn­te er frühes­tens ab dem 01.08.2013 ei­ne Al­ters­ren­te für Schwer­be­hin­der­te be­zie­hen.
Mit sei­ner Kla­ge hat der Kläger ei­ne Re­st­ab­fin­dung aus dem So­zi­al­plan in Höhe von 53.558,00 EUR, hilfs­wei­se in Höhe von 30.000,00 EUR nebst Ver­zugs­zin­sen gel­tend ge­macht.
Er hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass er ei­ne Ab­fin­dung nach der Fak­to­ren­be­rech­nung des § 2 Ziff. 1 Abs. 1 des So­zi­al­plans in Höhe von 65.558,00 EUR brut­to ver­lan­gen könne. Die Re­ge­lung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans ver­s­toße ge­gen das Ver­bot der Dis­kri­mi­nie­rung schwer­be­hin­der­ter Men­schen. Der So­zi­al­plan se­he für nicht schwer­be­hin­der­te ren­ten­na­he Ar­beit­neh­mer ei­ne vier- bis fünf­mal so ho­he Ab­fin­dung vor wie für schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer.
Die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, an ihn EUR 53.558,00 brut­to nebst Jah­res­zin­sen i.H.v. 5 % über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.04.2012 zu zah­len.
Die Be­klag­te hat be­an­tragt
Sie hat die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die im So­zi­al­plan vor­ge­nom­me­ne Dif­fe­ren­zie­rung der Ab­fin­dungs­ansprüche da­nach, ob den Ar­beit­neh­mern be­reits ei­ne wirt­schaft­li­che Ab­si­che­rung über Ansprüche aus der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung zu­ste­he oder nicht, sach­lich ge­recht­fer­tigt sei. Hier­bei dürf­ten nach ständi­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts auch Mit­ar­bei­ter­grup­pen berück­sich­tigt wer­den, de­ren Ren­ten­be­rech­ti­gung auf ei­ner Schwer­be­hin­de­rung be­ru­he. Aus­gangs­punkt der Dif­fe­ren­zie­rung bei der Be­rech­nung der Ab­fin­dung sei hier nicht die Schwer­be­hin­de­rung, son­dern der An­spruch auf öffent­lich-recht­li­che Leis­tun­gen. Im Übri­gen würde der Kläger ge­genüber der Ver­gleichs­grup­pe auch nicht schlech­ter ge­stellt. Die pau­scha­le Re­ge­lung für Schwer­be­hin­der­te könne durch­aus auch zu ei­ner Bes­ser­stel­lung von schwer­be­hin­der­ten Men­schen führen. Schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer würden da­her durch den So­zi­al­plan nicht schlech­ter be­han­delt, son­dern le­dig­lich an­ders als nicht be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer. Auch die In­ter­es­sen­la­ge bei­der Mit­ar­bei­ter­grup­pen un­ter­schei­de sich, so dass es schon an ei­ner Ver­gleich­bar­keit feh­le. Je­den­falls recht­fer­ti­ge sich ei­ne et­wai­ge Un­gleich­be­hand­lung, da schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt Al­ters­ren­ten be­zie­hen könn­ten. Die nicht be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer wären für den Über­g­angs­zeit­raum bis zum Ren­ten­be­zug auf die In­an­spruch­nah­me von Ar­beits­lo­sen­geld und im Ein­zel­fall so­gar Ar­beits­lo­sen­geld II ver­wie­sen. Dies führe auch zu Nach­tei­len bei der Höhe der späte­ren Ren­ten­ansprüche. Je­den­falls aber sei der An­spruch des Klägers auf 40.000,00 EUR ge­de­ckelt.
Hin­sicht­lich des wei­te­ren Vor­brin­gens der Par­tei­en in ers­ter In­stanz wird auf den Tat­be­stand des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils ver­wie­sen.
Das Ar­beits­ge­richt Köln hat die Be­klag­te mit Ur­teil vom 05.02.2013 zur Zah­lung von 30.000,00 EUR brut­to nebst Zin­sen in Höhe von fünf Pro­zent über dem Ba­sis­zins­satz seit dem 01.04.2012 ver­ur­teilt und die wei­ter­ge­hen­de Kla­ge ab­ge­wie­sen. Es hat sei­ne Ent­schei­dung im We­sent­li­chen da­mit be­gründet, dass die Re­ge­lung zur pau­scha­len Ab­fin­dung für schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer ei­ne un­zulässi­ge Dis­kri­mi­nie­rung we­gen der Schwer­be­hin­de­rung des Klägers dar­stel­le und da­her un­wirk­sam sei mit der Fol­ge, dass dem Kläger ei­ner Ab­fin­dungs­zah­lung nach der Fak­to­ren­be­rech­nun­gen zu­ste­he, al­ler­dings ge­de­ckelt auf 40.000,00 EUR ent­spre­chend den für ren­ten­na­he, nicht be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer gel­ten­den Re­geln. Die Kam­mer hat sich aus­drück­lich der Ent­schei­dung des eu­ropäischen Ge­richts­hofs vom 06.12.2012 in der Rechts­sa­che „O “ an­ge­schlos­sen. Die dem An­schein nach neu­tra­le Re­ge­lung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans führe da­zu, dass schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer we­gen der Möglich­keit des frühe­ren Ren­ten­be­zugs ei­ne ge­rin­ge­re Ab­fin­dung er­hal­ten als nicht be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer. Die­se un­ter­schied­li­che Be­hand­lung sei nicht ge­recht­fer­tigt. Der Kläger ha­be da­her ei­nen An­spruch auf Be­rech­nung der Ab­fin­dungs­leis­tung nach den für nicht be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer gel­ten­den Re­ge­lun­gen.
Ge­gen das ihr am 07.05.2013 zu­ge­stell­te Ur­teil hat die Be­klag­te mit an­walt­li­chem Schrift­satz vom 21.05.2013, am sel­ben Ta­ge beim Lan­des­ar­beits­ge­richt ein­ge­gan­gen, Be­ru­fung ein­ge­legt. Die­se hat sie - nach Verlänge­rung der Be­ru­fungs­be­gründungs­frist bis zum 05.08.2013 - am 02.08.2013 be­gründet.
Sie ist wei­ter­hin der Auf­fas­sung, dass die maßgeb­li­chen So­zi­al­plan­re­ge­lun­gen kei­ne un­zulässi­ge Dis­kri­mi­nie­rung von Schwer­be­hin­der­ten be­inhal­ten und da­her wirk­sam sei­en. Nicht die Schwer­be­hin­de­rung, son­dern die Möglich­keit zum Ren­ten­be­zug sei Aus­gangs­punkt der durch den So­zi­al­plan in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 vor­ge­nom­me­nen Dif­fe­ren­zie­rung. Schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer sei­en so­gar des­we­gen be­vor­teilt, weil nicht be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter, die zum Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ne Al­ters- oder Er­werbs­min­de­rungs­ren­te be­zie­hen könn­ten, gar kei­ne So­zi­al­plan­leis­tun­gen er­hiel­ten. Die Zah­lung ei­ner pau­scha­lier­ten Ab­fin­dung in Höhe von 10.000,00 EUR zuzüglich der Schwer­be­hin­der­ten­zu­la­ge in Höhe von 1.000,00 EUR be­deu­te da­mit ei­ne Bes­ser­stel­lung der schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer auf­grund ih­res be­son­de­ren so­zia­len Schutz­bedürf­nis­ses. Sie ver­weist zur Stützung ih­rer Ar­gu­men­ta­ti­on auf die Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 11.11.2008. Es lie­ge auch kein Ver­s­toß ge­gen eu­ropäisches Recht vor. Die Ent­schei­dung des eu­ropäischen Ge­richts­hofs vom 06.12.2012 be­zie­he sich auf ei­ne an­de­re Re­ge­lung, in der für Mit­ar­bei­ter mit Schwer­be­hin­de­rung per se ei­ne ge­rin­ge­re Ab­fin­dungs­sum­me vor­ge­se­hen ge­we­sen sei.
Die­ser Sach­ver­halt sei nicht ver­gleich­bar mit dem im Streit­fall zu be­ur­tei­len­den. Schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter würden durch die streit­ge­genständ­li­che So­zi­al­plan­ab­fin­dung nicht per se schlech­ter ge­stellt. Je nach Be­triebs­zu­gehörig­keit würde die vor­ge­se­he­ne Pau­schal­ab­fin­dung deut­lich über die an­sons­ten gel­ten­de Min­dest­ab­fin­dung in Höhe von 1.500,00 EUR brut­to hin­aus­ge­hen.
das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts Köln vom 05.02.2013, Az. 13 Ca 5641/12 ab­zuändern und die Kla­ge ab­zu­wei­sen.
Be­ru­fung zurück­zu­wei­sen.
Er pflich­tet der erst­in­stanz­li­chen Ent­schei­dung bei und hält der Be­ru­fung ent­ge­gen, dass 40 er oh­ne Schwer­be­hin­de­rung nicht un­ter § 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans fie­le, weil er kei­nen An­spruch auf ei­ne ge­setz­li­che Voll­ren­te we­gen Al­ters oder we­gen vol­ler, un­be­fris­te­ter Er­werbs­min­de­rung ge­habt hätte. Le­dig­lich als Schwer­be­hin­der­ter ha­be er An­spruch auf ei­ne vor­ge­zo­ge­ne Al­ters­ren­te ge­habt - je­doch mit deut­li­chen Ab­schlägen zur „Voll­ren­te“. Die Re­ge­lung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans knüpfe un­mit­tel­bar an die Schwer­be­hin­der­ten­ei­gen­schaft an und stel­le ei­ne sach­grund­lo­se Un­gleich­be­hand­lung dar, die nicht an die Be­rech­ti­gung zum Be­zug ei­ner Al­ters­ren­te, son­dern aus­sch­ließlich an das Kri­te­ri­um der Schwer­be­hin­de­rung an­knüpfe. Der Ren­ten­be­zug be­deu­te ei­ne Schlech­ter­stel­lung ge­genüber dem Ar­beits­lo­sen­geld­be­zug. Bei der Min­dest­re­ge­lung in § 2 Ziff. 2 des So­zi­al­plans han­de­le es sich um ei­ne „Fei­gen­blatt­be­stim­mung“, da sie auf kei­nen ein­zi­gen Ar­beit­neh­mer der Be­klag­ten an­wend­bar sei. Die vom Ar­beits­ge­richt her­an­ge­zo­ge­ne Recht­spre­chung des eu­ropäischen Ge­richts­hofs sei un­mit­tel­bar ein­schlägig.
Im Übri­gen wird auf die Schriftsätze der Par­tei­en vom 02.08.2013 so­wie vom 14.10.2013 so­wie den In­halt des Ter­mins­pro­to­kolls vom 29.10.2013 Be­zug ge­nom­men.
Die zulässi­ge, form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­te und be­gründe­te Be­ru­fung der Be­klag­ten hat in der Sa­che kei­nen Er­folg. Das Ar­beits­ge­richt hat zu Recht er­kannt, dass der Kläger nach den Re­ge­lun­gen des So­zi­al­plans vom 18.07.2011 Zah­lung ei­ner wei­te­ren Ab­fin­dung in Höhe von 30.000,00 EUR brut­to nebst Ver­zugs­zin­sen von der Be­klag­ten ver­lan­gen kann. Die in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans für schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter
vor­ge­se­he­ne pau­scha­le Fest­le­gung der Ab­fin­dungshöhe be­nach­tei­ligt da­von be­trof­fe­ne Mit­ar­bei­ter in un­zulässi­ger Wei­se auf­grund ih­rer Schwer­be­hin­de­rung und ist da­her rechts­un­wirk­sam. Der An­spruch des Klägers ist auch nicht nach § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans aus­ge­schlos­sen, so dass er Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung ver­lan­gen kann, die be­rech­net ist, wie die gleich­alt­ri­ger nicht schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer. Im Ein­zel­nen:
1) Die Re­ge­lung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans zur pau­scha­len Ab­fin­dungshöhe von 10.000,00 EUR brut­to für al­ters­ren­ten­be­rech­tig­te Schwer­be­hin­der­te ist gemäß § 7 Abs. 2 AGG un­wirk­sam. Die Re­ge­lung stellt ei­ne un­zulässi­ge Be­nach­tei­li­gung von Mit­ar­bei­tern mit Schwer­be­hin­de­rung auf­grund ih­rer Schwer­be­hin­de­rung dar.
a) Nach §§ 1, 7 Abs. 1 AGG dürfen Beschäftig­te nicht we­gen ei­ner Be­hin­de­rung be­nach­tei­ligt wer­den. Hier­ge­gen ver­s­toßen­de Ver­ein­ba­run­gen sind nach § 7 Abs. 2 AGG un­wirk­sam. Ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung liegt nach § 3 Abs. 1 Satz 1 AGG vor, wenn ei­ne Per­son we­gen ei­nes in § 1 AGG ge­nann­ten Grun­des ei­ne we­ni­ger güns­ti­ge Be­hand­lung erfährt als ei­ne an­de­re Per­son in ei­ner ver­gleich­ba­ren Si­tua­ti­on erfährt, er­fah­ren hat oder er­fah­ren würde. Der ge­for­der­te Kau­sal­zu­sam­men­hang liegt vor, wenn die Be­nach­tei­li­gung an ein Merk­mal gem. § 1 AGG an­knüpft oder da­durch mo­ti­viert ist (BAG, Ur­teil vom 23. Au­gust 2012 – 8 AZR 285/11, NZA 2013, 37, Rz. 30).
b) Die Be­stim­mung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans stellt ei­ne un­mit­tel­ba­re Be­nach­tei­li­gung ei­ner Ar­beit­neh­mer­grup­pe we­gen Schwer­be­hin­de­rung dar. Die Re­ge­lung knüpft un­mit­tel­bar an die Schwer­be­hin­der­ten­ei­gen­schaft an. Schwer­be­hin­der­te Men­schen im Sin­ne des § 2 Abs. 2, Abs. 1 SGB IX zählen zu dem von § 1 AGG geschütz­ten Per­so­nen­kreis. Nach der Ge­set­zes­be­gründung ent­spricht der Be­griff der Be­hin­de­rung des AGG den so­zi­al­recht­li­chen De­fi­ni­tio­nen in § 2 Abs. 1 Satz 1 SGB IX und § 3 BGG (BT-Drucks. 16/1780, S. 31; BAG, Ur­teil vom 21. Ju­ni 2011 - 9 AZR 226/10, Be­hin­der­ten­recht 2012, 65, Rz. 29).
Zu­min­dest ein Teil der von § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans er­fass­ten Mit­ar­bei­ter erfährt durch die­se Re­ge­lung ei­ne ungüns­ti­ge­re Be­hand­lung als ver­gleich­ba­re Mit­ar­bei­ter oh­ne Schwer­be­hin­de­rung. Dies ist dann der Fall, wenn sich auf­grund der Fak­to­ren­be­rech­nung nach § 2 Ziff. 1 Abs. 1 des So­zi­al­plans für sie - die Schwer­be­hin­de­rung hin­weg ge­dacht - ei­ne höhe­re Ab­fin­dung ergäbe als 10.000,00 EUR brut­to und sie nach § 236a SGB VI ren­ten­be­rech­tigt sind. Auf die Fra­ge, ob an­de­re schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter durch die Re­ge­lung begüns­tigt wer­den, kommt es nicht an. Denn für die Kau­sa­lität zwi­schen der Be­hin­der­ten­ei­gen­schaft und der Schlech­ter­stel­lung ist aus­rei­chend, wenn nur ein Teil der der Maßnah­me un­ter­wor­fe­nen Ar­beit­neh­mer ei­ne Be­nach­tei­li­gung er­lei­det. Die­se wird nicht „ge­heilt“ durch den Um­stand, dass an­de­re Schwer­be­hin­der­te (mit sehr kur­zer Be­triebs­zu­gehörig­keit und ge­rin­gem Ver­dienst) ei­ne Bes­ser­stel­lung er­fah­ren. Ab­ge­se­hen da­von, dass ei­ne sach­li­che Recht­fer­ti­gung ei­ner un­mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung ei­nes Beschäftig­ten im Sin­ne von § 6 Abs. 1 AGG we­gen ei­ner be­ste­hen­den Be­hin­de­rung nach §§ 5, 8-10 AGG nicht in Be­tracht kommt, wäre ei­ne sol­che über die Ge­samt­grup­pe der schwer­be­hin­der­ten Beschäftig­ten pau­scha­li­sie­ren­de Re­ge­lung in je­dem Fall un­verhält­nismäßig, weil sie für ei­nen we­sent­li­chen Teil der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer­grup­pe kei­nen Aus­gleich der mit der So­zi­al­plan­leis­tung be­zweck­ten Nach­tei­le bie­ten würde.
Die Re­ge­lung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans birgt nicht nur die bloße Ge­fahr ei­ner Be­nach­tei­li­gung – auch dies ist nach § 7 Abs. 1 AGG ver­bo­ten (vgl. § 3 Abs. 1 Satz 1, 3. Var. AGG), für den Kläger wirkt sich die Re­ge­lung viel­mehr tatsächlich un­mit­tel­bar be­nach­tei­li­gend aus. Die un­glei­che und be­nach­tei­li­gen­de Be­hand­lung er­gibt sich dar­aus, dass nicht schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter mit ei­ner Be­triebs­zu­gehörig­keit wie der des Klägers und in sei­nem Al­ter ei­ne höhe­re Ab­fin­dungs­zah­lung er­hal­ten als er. Die Dif­fe­renz zwi­schen den Ab­fin­dungs­ansprüchen ist auch so groß, dass sie nicht durch den in § 2 Ziff. 5 des So­zi­al­plans für Schwer­be­hin­der­te vor­ge­se­he­nen Zu­schlag in Höhe von 1.000,00 EUR wie­der aus­ge­gli­chen wird.
Die Ver­gleich­bar­keit der bei­den Mit­ar­bei­ter­grup­pen entfällt nicht des­halb, weil die ren­ten­na­hen schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer durch die Möglich­keit des frühe­ren Ren­ten­ein­tritts bes­ser ge­stellt sind als die Grup­pe der nicht schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer. Wie der eu­ropäische Ge­richts­hof in sei­ner vom Ar­beits­ge­richt an­geführ­ten Ent­schei­dung vom 6. De­zem­ber 2012 (Ak­ten­zei­chen C - 152/11, „Odar“, NZA 2012, 1435) zu­tref­fend aus­geführt hat, dient der schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mern durch die Möglich­keit des frühe­ren Ren­ten­ein­tritts gewähr­te Vor­teil da­zu, den Schwie­rig­kei­ten und be­son­de­ren Ri­si­ken Rech­nung zu tra­gen, mit de­nen schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer kon­fron­tiert sind (ju­ris-Rz. 67 ff.). Die­se Per­so­nen ha­ben spe­zi­fi­sche Bedürf­nis­se im Zu­sam­men­hang so­wohl mit dem Schutz, den ihr Zu­stand er­for­dert, als auch mit der Not­wen­dig­keit, des­sen mögli­che Ver­schlech­te­rung zu berück­sich­ti­gen. Es ist da­her dem Ri­si­ko Rech­nung zu tra­gen, dass Schwer­be­hin­der­te un­ab­weis­ba­ren fi­nan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen im Zu­sam­men­hang mit ih­rer Be­hin­de­rung aus­ge­setzt sind und / oder dass sich die­se fi­nan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen mit zu­neh­men­den Al­ter erhöhen (EuGH, a.a.O., ju­ris-Rz. 69).
Wie der Eu­ropäische Ge­richts­hof zu Recht er­kennt (EuGH, Ur­teil vom 06. De­zem­ber 2012 – C-152/11, NZA 2012, 1435, ju­ris-Rz. 70), steht hin­ter der Möglich­keit zum frühe­ren Ren­ten­ein­tritt für Schwer­be­hin­der­te der so­zi­al­po­li­ti­sche Zweck, die Ren­ten­ein­tritts­zei­ten an die Bedürf­nis­se be­hin­der­ter Men­schen an­zu­pas­sen (vgl. ju­risPK/Freu­den­berg zu § 37 SGB VI Rz. 16). Mit ihr soll der un­ter­schied­li­chen Leis­tungsfähig­keit be­hin­der­ter und nicht be­hin­der­ter Beschäftig­ter im Al­ter Rech­nung ge­tra­gen wer­den (Be­richt des Aus­schus­ses für Ar­beit und So­zi­al­ord­nung, zu BT-Drucks. VI/3767, S. 5 ff.; LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 24. Fe­bru­ar 2012 – 12 Sa 51/10, ju­ris-Rz. 88). Auf­grund die­ser be­son­de­ren
ge­setz­li­chen Zweck­be­stim­mung kann der dar­aus re­sul­tie­ren­de „Vor­teil“ beim Ver­gleich der wirt­schaft­li­chen La­ge im Sin­ne von § 111 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG) von schwer­be­hin­der­ten und nicht schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mern nicht zu Las­ten der Schwer­be­hin­der­ten berück­sich­tigt wer­den (aA noch BAG, Ur­teil vom 11. No­vem­ber 2008 – 1 AZR 475/07, BA­GE 128, 275, Rz. 36; LAG Ba­den-Würt­tem­berg, Ur­teil vom 24. Fe­bru­ar
2012 – 12 Sa 51/10, ju­ris-Rz. 88). Als Aus­gleich al­lein der aus der Schwer­be­hin­de­rung re­sul­tie­ren­den Nach­tei­le muss er - wie die Schwer­be­hin­de­rung - beim Ver­gleich der bei­den Ar­beit­neh­mer­grup­pen und ih­rer Si­tua­ti­on bei Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses
mit hin­weg ge­dacht wer­den. An­dern­falls würde sich die ge­setz­li­che Kom­pen­sa­ti­on für die be­son­de­ren Er­schwer­nis­se, de­nen Schwer­be­hin­der­te aus­ge­setzt sind, an an­de­rer Stel­le zu ih­ren Las­ten aus­wir­ken. Dies ver­kennt, wer den Schwer­be­hin­der­ten die auf­grund ih­rer Schwer­be­hin­de­rung be­ste­hen­den Nach­tei­le und zusätz­lich ge­rin­ge­re So­zi­al­plan­leis­tun­gen zu­mu­ten will, ob­wohl al­len­falls ers­te­re durch die Bes­ser­stel­lung beim Ren­ten­ein­tritts­al­ter kom­pen­siert wird (so et­wa Mohr, RdA 2004, 44 [54]). Auch der Schwer­be­hin­der­ten nach § 2 Ziff. 5 des So­zi­al­plans gewähr­te „Zu­schlag“ von 1.000,000 EUR gleicht den mögli­chen Nach­teil bei der Be­rech­nung der Ab­fin­dungshöhe nicht aus.
Zu­dem berück­sich­tigt das Ab­stel­len auf das Ren­ten­ein­tritts­al­ter und die dar­aus fol­gen­de Ver­sor­gungsmöglich­keit nicht, dass der „Ver­sor­gungs­vor­teil“ nur für die­je­ni­gen Beschäftig­ten ge­ge­ben ist, die auch tatsächlich frühest möglich die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung in An­spruch neh­men. Um den „Vor­teil“ des Ren­ten­ein­tritts mit 60 Jah­ren auch tatsächlich zu rea­li­sie­ren, wäre ein schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer gleich­sam ge­zwun­gen, zu dem frühen Zeit­punkt auch tatsächlich in Ren­te zu ge­hen (die­sen As­pekt zu Recht be­to­nend: ArbG München, EuGH-Vor­la­ge vom 17. Fe­bru­ar 2011 – 22 Ca 8260/10, LA­GE § 10 AGG Nr. 4a, ju­ris-Rz. 67).
Es gibt vie­le gu­te Gründe, nicht zum frühest mögli­chen Zeit­punkt aus ei­nem Ar­beits­verhält­nis aus­zu­schei­den und die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung in An­spruch zu neh­men. Vor­lie­gend reicht der Hin­weis auf die fi­nan­zi­el­le Schlech­ter­stel­lung, die der bloße Ren­ten­be­zug ge­genüber der Ein­kom­mens­si­tua­ti­on ei­nes noch am Er­werbs­le­ben voll Teil­neh­men­den dar­stel­len kann. Die pau­scha­le Ab­fin­dungs­re­ge­lung des § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans be­nach­tei­ligt die da­von be­trof­fe­nen ren­ten­na­hen Ar­beit­neh­mer ins­be­son­de­re dann auf­grund ei­ner vor­han­de­nen Schwer­be­hin­de­rung, wenn die­se noch nicht die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung in An­spruch neh­men wol­len. Auf­grund des be­reits mit Voll­endung des 60. Le­bens­jah­res mögli­chen Ren­ten­ein­tritts müssen sie sich schon ab Er­rei­chen die­ses Al­ters auf den mögli­chen Ren­ten­be­zug ver­wei­sen las­sen, während nicht schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer die Möglich­keit ha­ben, zu­min­dest bis zum 63. Le­bens­jahr wei­ter zu ar­bei­ten, oh­ne dass sich ihr Ab­fin­dungs­an­spruch über die in § 2 Ziff. 3 des So­zi­al­plans vor­ge­se­he­nen De­cke­lun­gen hin­aus ver­min­dert. Selbst die Möglich­keit des 60-jähri­gen nicht be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mers, bei Aus­zah­lung ei­ner nach § 2 Ziff. 1 Abs. 1 des So­zi­al­plans be­rech­ne­ten und nach Ziff. 3 ge­de­ckel­ten Ab­fin­dung Ar­beits­lo­sen­geld in An­spruch zu neh­men, kann ge­genüber der nach § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans auch bei Ar­beits­lo­sen­geld­be­zug be­schränk­ten Ab­fin­dung ei­nen Vor­teil dar­stel­len.
c) Nach al­le­dem kann da­hin­ste­hen, ob die Re­ge­lung in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des 54 So­zi­al­plans schon al­lei­ne des­halb nach § 7 Abs. 2 AGG un­wirk­sam ist, weil sie nur für Schwer­be­hin­der­te mit der Möglich­keit des Ren­ten­be­zugs ei­ne Be­schränkung der Ab­fin­dung auf 10.000,00 EUR vor­sieht, während an­de­re – mögli­cher­wei­se vom Gel­tungs­be­reich er­fass­te - Mit­ar­bei­ter­grup­pen mit ei­ner ent­spre­chend frühen Ren­ten­be­zugsmöglich­keit nach §§ 237, 237a und 238 SGB VI ei­ne Ab­fin­dung nach der Fak­to­ren­be­rech­nung des § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans be­an­spru­chen könn­ten.
d) Die den Kläger als Schwer­be­hin­der­ten be­nach­tei­li­gen­de Re­ge­lung des § 2 55 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans ist auch nicht im Sin­ne der §§ 5, 8 – 10 AGG sach­lich ge­recht­fer­tigt.
Ei­ne sach­li­che Recht­fer­ti­gung der un­mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung ei­nes Beschäftig­ten im Sin­ne von § 6 Abs. 1 AGG ist nur in § 5 AGG für po­si­ti­ve Maßnah­men vor­ge­se­hen (vgl. auch Art. 7 Abs. 1 RL 2000/78 EG). Um ei­ne die be­ste­hen­den oder zu be­sor­gen­den Nach­tei­le für Schwer­be­hin­der­te aus­glei­chen­de Re­ge­lung han­delt es sich bei § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans in­des nicht. Denn sie be­nach­tei­ligt schwer­be­hin­der­te
Ar­beit­neh­mer ge­genüber nicht Schwer­be­hin­der­ten.
Die Si­tua­ti­on un­ter­schei­det sich auch von der bei Ein­schränkung von So­zi­al­plan­ansprüchen auf­grund des Al­ters (vgl. hier­zu EuGH, Ur­teil vom 06. De­zem­ber 2012 – C-152/11, NZA 2012, 1435, ju­ris-Rz. 43 ff.; BAG, Ur­teil vom 23. April 2013 – 1 AZR 916/11, NZA 2013, 980, Rz. 16 ff.), da § 10 Nr. 6, 2. Alt. AGG hier aus­drück­lich die Möglich­keit der Berück­sich­ti­gung der an­der­wei­ti­gen wirt­schaft­li­chen Ab­si­che­rung der Beschäftig­ten vor­sieht. Aus dem Um­stand, dass das Ge­setz in § 10 Nr. 6, 2. Alt. AGG ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Ar­beit­neh­mern auf­grund der Ren­ten­be­rech­ti­gung nur hin­sicht­lich des Merk­mals „Al­ter“ vor­sieht, er­gibt sich zu­dem, dass die Be­triebs­par­tei­en ge­hin­dert sind, So­zi­al­plan­leis­tun­gen auf­grund des Merk­mals der Schwer­be­hin­de­rung zu kürzen, wenn die Be­trof­fe­nen früher ren­ten­be­rech­tigt sind.
2) Auf­grund der Un­wirk­sam­keit von § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans kann der Kläger Zah­lung ei­ner Ab­fin­dung nach den in § 2 Ziff. 1 und Ziff. 3 ent­hal­te­nen Re­ge­lun­gen ver­lan­gen. Un­ter An­rech­nung der be­reits ge­leis­te­ten 10.000,00 EUR er­gibt sich zu sei­nen Guns­ten ein noch of­fe­ner Ab­fin­dungs­an­spruch in Höhe von 30.000,00 EUR.
a) Ein Ver­s­toß ge­gen ein Be­nach­tei­li­gungs­ver­bot im Sin­ne von § 7 Abs. 1 AGG führt nach § 7 Abs. 2 AGG – wie auch nach § 134 BGB iVm. § 7 Abs. 1 AGG – zur (Teil-) Un­wirk­sam­keit der be­tref­fen­den Re­ge­lung. Dies gilt auch für Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen (vgl. BAG, Ur­teil vom 13. Ok­to­ber 2009 – 9 AZR 722/08, BA­GE 132, 210, Rz. 46; MüKo/Thüsing, 6. Aufl., § 7 AGG Rz. 12). Wird durch die un­wirk­sa­me Re­ge­lung ei­ner Mit­ar­bei­ter­grup­pe in dis­kri­mi­nie­ren­der Wei­se ein An­spruch vor­ent­hal­ten, führt dies re­gelmäßig da­zu, dass auch die­ser Mit­ar­bei­ter­grup­pe der An­spruch zu­steht (vgl. Schleu­se­ner/Suckow/Voigt, 4. Aufl., § 7 AGG Rz. 61, 63). Et­was an­de­res kann gel­ten, wenn die bloße Un­wirk­sam­keit der Re­ge­lung zur Be­sei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung aus­rei­chend ist oder an­de­re ge­eig­ne­te und ef­fek­ti­ve Sank­tio­nen in Be­tracht kom­men und – et­wa we­gen der an­sons­ten für den Ar­beit­ge­ber ent­ste­hen­den Nach­tei­le – an­ge­mes­sen er­schei­nen (vgl. BAG, Ur­teil vom 14. Mai 2013 – 1 AZR 44/12, NZA 2013, 1160, Rz. 25 ff.; vgl. auch et­wa Bau­er/Göpfert/Krie­ger, 3. Aufl., § 7 AGG Rz. 29 ff.).
b) Im Fal­le des Klägers führt die Nicht­an­wend­bar­keit von § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans da­zu, dass ihm un­mit­tel­bar ein Ab­fin­dungs­an­spruch be­rech­net nach § 2 Ziff. 1 Abs. 1 und ge­de­ckelt nach § 2 Ziff. 3 Abs. 1 des So­zi­al­plans zu­kommt. Dem steht die Re­ge­lung in § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans nicht ent­ge­gen. Hier­nach fal­len Mit­ar­bei­ter, die zu Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses An­spruch auf ei­ne ge­setz­li­che Voll­ren­te we­gen Al­ters oder we­gen vol­ler, un­be­fris­te­ter Er­werbs­min­de­rung ha­ben, nicht un­ter den Gel­tungs­be­reich des So­zi­al­plans. Die­se Ein­schränkung des An­wen­dungs­be­reichs be­zieht sich in­des nicht auf Al­ters­ren­ten, wel­che schwer­be­hin­der­te Mit­ar­bei­ter auf­grund ih­rer Schwer­be­hin­de­rung früher als nicht schwer­be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer in An­spruch neh­men können. Dies er­gibt die ergänzen­de Aus­le­gung der Be­triebs­ver­ein­ba­rung:
aa) Auch un­be­wuss­te Re­ge­lungslücken in Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen sind von den Ge­rich­ten durch ergänzen­de Aus­le­gung zu schließen, wenn sich un­ter Berück­sich­ti­gung von Treu und Glau­ben aus­rei­chen­de An­halts­punk­te für den mut­maßli­chen Wil­len der Ver­trags­part­ner er­ge­ben. Fehlt es hier­an, kommt ei­ne Lücken­sch­ließung nur dann in Be­tracht, wenn ei­ne be­stimm­te Re­ge­lung nach ob­jek­ti­ver Be­trach­tung zwin­gend ge­bo­ten ist (BAG, Ur­teil vom 21. April 2009 – 3 AZR 471/07, AP Nr. 1 zu § 159 SGB VI, Rz. 23).
bb) Die Re­ge­lun­gen des So­zi­al­plans sind des­we­gen lücken­haft, weil die Son­der­re­ge­lung für Schwer­be­hin­der­te in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 des So­zi­al­plans nach § 7 Abs. 2 AGG un­wirk­sam ist. Der Weg­fall der Son­der­re­ge­lung führt da­zu, dass auch für Schwer­be­hin­der­te die all­ge­mei­nen Re­geln über den Ab­fin­dungs­an­spruch gel­ten. Da­bei ist § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans da­hin ergänzend aus­zu­le­gen, dass er nicht die­je­ni­gen Mit­ar­bei­ter er­fasst, die im Zeit­punkt der Be­en­di­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses ei­ne Al­ters­ren­te we­gen Schwer­be­hin­de­rung als Voll­ren­te in An­spruch neh­men können.
Zwar wäre vom Wort­laut der Norm auch ei­ne Aus­le­gung er­fasst, wo­nach auch die Möglich­keit des Be­zugs ei­ner Al­ters­ren­te we­gen Schwer­be­hin­de­rung nach § 236a SGB VI die An­wen­dung des So­zi­al­plans aus­sch­ließen würde. Auch ei­ne sol­che Ren­te kann (trotz hin­zu­neh­men­der Ab­schläge) als Voll­ren­te im Sin­ne von § 42 Abs. 1 SGB VI in An­spruch ge­nom­men wer­den. Ein sol­ches Verständ­nis der Re­ge­lung ver­bie­tet sich aber des­halb, weil die Be­triebs­par­tei­en da­mit ei­nen Teil der schwer­be­hin­der­ten Ar­beit­neh­mer ent­ge­gen § 75 Abs. 1 Be­trVG auf­grund ih­rer Schwer­be­hin­de­rung be­nach­tei­li­gen würde. § 7 Abs. 2 AGG stünde der Wirk­sam­keit ei­ner sol­chen Re­ge­lung ent­ge­gen. Auch die Aus­nah­me von Ar­beit­neh­mern vom An­wen­dungs­be­reich des So­zi­al­plans bei der Möglich­keit ei­nes Ren­ten­be­zugs führt zu ei­ner un­mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung von Schwer­be­hin­der­ten, weil die­se früher als nicht be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer ei­ne ge­setz­li­che Al­ters­ren­te in An­spruch neh­men können. Hier­in liegt ei­ne so­ge­nann­te „ver­deck­te“ un­mit­tel­ba­re Un­gleich­be­hand­lung (vgl. BAG, Ur­teil vom 07. Ju­ni 2011 – 1 AZR 34/10, BA­GE 138, 107, Rz. 23; LAG Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 13. März 2012 – 16 Sa 1760/11, ju­ris-Rz. 72). Denn ob­wohl § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans hin­sicht­lich der An­wend­bar­keit nicht aus­drück­lich an­hand des Merk­mals der Schwer­be­hin­de­rung dif­fe­ren­ziert, schließt die Re­ge­lung Schwer­be­hin­der­te auf­grund der nur für sie gel­ten­den ge­setz­li­chen Re­ge­lung in § 236a SGB VI schon ab ei­nem frühe­ren Al­ter von den Leis­tun­gen des So­zi­al­plans aus als nicht be­hin­der­te Ar­beit­neh­mer.
Die dar­in lie­gen­de Be­nach­tei­li­gung ist nicht sach­lich ge­recht­fer­tigt. Die zur Kom­pen­sa­ti­on 64 der be­son­de­ren Er­schwer­nis­se für Schwer­be­hin­der­te ge­schaf­fe­ne Möglich­keit zum Al­ters­ren­ten­be­zug be­reits ab Voll­endung des 60. Le­bens­jahrs darf in Be­zug auf die An­spruchs­be­rech­ti­gung aus dem So­zi­al­plan nicht zu Las­ten schwer­be­hin­der­ter Ar­beit­neh­mer wir­ken. Es wird auf die Ausführun­gen un­ter I. 1 b) und d) ver­wie­sen. Das­sel­be Er­geb­nis würde im Übri­gen fol­gen, wenn man nur von ei­ner in § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans an­ge­leg­ten mit­tel­ba­ren Be­nach­tei­li­gung Schwer­be­hin­der­ter aus­ge­hen würde. Für ei­ne sol­che fehl­te es aus den­sel­ben Gründen je­den­falls an ei­ner sach­li­chen Recht­fer­ti­gung (aA noch BAG, Ur­teil vom 11. No­vem­ber 2008 – 1 AZR 475/07, BA­GE 128, 275, Rz. 36).
Ein ge­set­zes­kon­for­mes Aus­le­gungs­er­geb­nis ist da­her nur möglich, wenn man Schwer­be­hin­der­te als von der Re­ge­lung in § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans nicht er­fasst an­sieht.
c) Der mit­hin un­mit­tel­bar aus § 2 des So­zi­al­plans fol­gen­de Zah­lungs­an­spruch des Klägers beträgt 30.000,00 EUR. Aus den in § 2 Ziff. 1 Abs. 1 vor­ge­se­he­nen Be­rech­nungs­mo­da­litäten er­gibt sich für den Kläger ei­ne So­zi­al­plan­ab­fin­dung in un­strei­ti­ger Höhe von 64.558,00 EUR brut­to. Auf­grund der in Zif­fer 3. zu den ren­ten­na­hen Jahrgängen ent­hal­te­nen Be­schränkun­gen ist der Ab­fin­dungs­an­spruch al­ler­dings ge­de­ckelt auf 40.000,00 EUR brut­to. Ge­leis­tet hat die Be­klag­te hier­auf 10.000,00 EUR brut­to, so dass sich zu Guns­ten des Klägers ei­ne noch of­fe­ne Dif­fe­renz in Höhe von 30.000,00 EUR brut­to er­gibt. Der von der Be­klag­ten eben­so ge­leis­te­te Zu­satz­be­trag für Schwer­be­hin­der­te nach § 2 Ziff. 5 des So­zi­al­plans in Höhe von 1.000,00 EUR brut­to ist hier­auf nicht an­zu­rech­nen.
3) Der Zins­an­spruch er­gibt sich aus §§ 288, 286 BGB, wo­bei die Zinshöhe durch den Kla­ge­an­trag be­schränkt war (§ 308 Abs. 1 ZPO).
Es be­durf­te kei­nes Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens an den Eu­ropäischen Ge­richts­hof nach Art. 267 Abs. 2 AEUV. Die Fra­ge, ob Art. 2 der Richt­li­nie 2000/78 EG vom 27. No­vem­ber 2000 zur Fest­le­gung ei­nes all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäfti­gung und Be­ruf den Re­ge­lun­gen in § 2 Ziff. 1 Abs. 3 und § 1 Ziff. 3 des So­zi­al­plans ent­ge­gen­steht, ist auf der Ba­sis der Ent­schei­dung des EuGH vom 06. De­zem­ber 2012 (Ak­ten­zei­chen: C-152/11, NZA 2012, 1435) hin­rei­chend geklärt. Der vor­lie­gen­de Sach­ver­halt bie­tet kei­ne Be­son­der­hei­ten, wel­che ei­ner wei­te­ren Aufklärung der Reich­wei­te des ge­setz­li­chen Ver­bots aus § 7 Abs. 1 AGG im Lich­te der zu­grun­de lie­gen­den eu­ro­pa­recht­li­chen Re­ge­lun­gen ge­bie­ten würden.
Die Kam­mer hat nach § 72 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 ArbGG die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen. Die Um­set­zung der Ent­schei­dung des EuGH vom 06. De­zem­ber 2012 in die bun­des­deut­sche Recht­spre­chung dürf­te von grundsätz­li­cher Be­deu­tung (§ 72 Abs. 2 Nr. 1 ArbGG) sein, da ent­spre­chen­de So­zi­al­plan­re­ge­lung nicht sel­ten sind. In Hin­blick auf die sach­li­che Recht­fer­ti­gung der Un­gleich­be­hand­lung Schwer­be­hin­der­ter durch die
So­zi­al­plan­re­ge­lun­gen weicht die Kam­mer zu­dem von der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 11. No­vem­ber 2008 (Ak­ten­zei­chen: 1 AZR 475/07) ab (§ 72 Abs. 2 Nr. 2 ArbGG).
zur Übersicht 12 Sa 692/13

References: § 7

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 § 7
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 § 3
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 § 3
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 § 236
 § 6
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 § 7
 § 3
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 § 37
 § 111
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 § 10
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 § 6
 § 5
 Art. 7
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 § 10
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 § 134
 § 7
 § 7
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 § 2
 § 2
 § 2
 § 1
 § 159
 § 2
 § 7
 § 1
 § 236
 § 42
 § 75
 § 7
 § 1
 § 236
 § 1
 § 1
 § 2
 § 2
 § 2
 Art. 267
 Art. 2
 § 2
 § 1
 EuGH 
 § 7
 § 72
 EuGH