Source: http://bravors.brandenburg.de/de/verordnungen-212905
Timestamp: 2019-09-18 00:58:16+00:00

Document:
Verordnung über den Schutzwald „Naturwald Zootzen“
(GVBl.II/14, [Nr. 36])
Auf Grund des § 12 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg vom 20. April 2004 (GVBl. I S. 137) verordnet der Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft:
Die in § 2 näher bezeichneten Waldflächen mit besonderer Schutzfunktion als Naturwald werden zum Schutzwald erklärt. Der Schutzwald trägt die Bezeichnung „Naturwald Zootzen“ und wird in das Register der geschützten Waldgebiete aufgenommen.
(1) Das geschützte Waldgebiet befindet sich im Landkreis Havelland und hat eine Größe von rund 45 Hektar. Es umfasst folgende Flurstücke:
4/1, 7 (anteilig), 28/1.
(3) Die Grenzen des Schutzwaldes sind in der „Topografischen Karte zur Verordnung über den Schutzwald ‚Naturwald Zootzen‘“, Maßstab 1 : 10000 und in der „Liegenschaftskarte zur Verordnung über den Schutzwald ‚Naturwald Zootzen‘“, Maßstab 1 : 10000 mit ununterbrochener Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich ist die Einzeichnung in der Liegenschaftskarte. Die Karten sind mit dem Dienstsiegel des Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, Siegelnummer 26, versehen und vom Siegelverwahrer am 12. Mai 2014 unterschrieben worden.
die Erhaltung und Entwicklung eines grundwasserbeeinflussten Laubmischwaldes zum Zwecke der wissenschaftlichen Beobachtung und Erforschung der naturnahen Entwicklung des Waldes;
die Erhaltung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, insbesondere des Wasserhaushaltes des vom alten Rhin gespeisten Waldgebietes;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebensraum gefährdeter Pflanzen- und Tierarten.
Repräsentation eines besonders wertvollen Restbestandes eines grundwasserbeeinflussten eutrophen Laubmischwaldes im nördlichen Havelland;
Erforschung der Waldstruktur, des Bodens, der Flora und der Fauna, sowie der natürlichen Selbstorganisationsprozesse des Naturwaldes, welcher im Jahr 1961 teilweise aus der forstlichen Nutzung entlassen wurde;
Nutzung als lokale und regionale Weiserfläche zur Ableitung und exemplarischen Veranschaulichung von Erkenntnissen für die Waldbaupraxis und forstliche Lehre;
Erhaltung der floristischen und faunistischen Artenvielfalt, insbesondere der Fledermausvorkommen angrenzender Waldgebiete, in sich natürlich entwickelnden Lebensgemeinschaften.
(3) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung eines Teils des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Friesacker Zootzen“ mit der Gebietsnummer DE 3241-301 im Sinne des § 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes mit seinem Vorkommen von subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] und Auenwäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als Biotope von gemeinschaftlichem Interesse („natürliche Lebensraumtypen“ im Sinne des Anhangs I der Richtlinie 92/43/EWG).
(4) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung eines Teils des Europäischen Vogelschutzgebietes „Rhin-Havelluch“ mit der Gebietsnummer DE 3242-421 im Sinne des § 7 Absatz 1 Nummer 7 des Bundesnaturschutzgesetzes in seiner Funktion als Lebensraum von Arten nach Anhang I der Vogelschutz-Richtlinie, beispielsweise Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Wespenbussard (Pernis apivorus), Zwergschnäpper (Ficedula parva), Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Mittelspecht (Dendrocopos medius) einschließlich ihrer Brut- und Nahrungsbiotope.
(1) Ausgenommen von den Verboten des §4 bleiben folgende Handlungen:
Auf den Teilflächen 7442 a1, a2, a9, a10, b1, b5 ist bis Ende des Jahres 2018 die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde mechanisch zu entfernen.
Um biotopbeeinträchtigende Mineralisierungsprozesse zu vermeiden, sollen Maßnahmen zur Gewährleistung eines ausreichenden Wasserstandes umgesetzt werden.
(2) Die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§ 17 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes, § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 18 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes), über das Netz „Natura 2000“ (§§ 33 und 34 des Bundesnaturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wild lebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 37 bis 47 des Bundesnaturschutzgesetzes) sowie über Horststandorte (§ 19 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes) bleiben unberührt.
Potsdam, den 19. Juni 2014
Kartenskizze zur Verordnung über den Schutzwald "Naturwald Zootzen" 774.4 KB

References: § 12
 § 2
 § 7
 § 7
 §4
 § 30
 § 18