Source: http://docplayer.org/37923273-Alles-was-recht-ist-frau-jung-versus-deutschland.html
Timestamp: 2018-12-11 22:19:05+00:00

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Alles was Recht ist!? Frau Jung versus Deutschland - PDF
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1 1 Plan-Rollenspiel Alles was Recht ist!? Planspiel Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte Fallsimulationen Frau Jung versus Deutschland Anhörung beim EGMR Foto: Council of Europe Credits (
2 2 ZIELE Grundsätzliche Zielsetzung des Planspiels Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte Fallsimulationen ist es, dass sich die Teilnehmenden im Planspiel mit dem Thema Menschenrechte und deren Umsetzung auseinandersetzen. Sie lernen Möglichkeiten kennen, diese rechtlich einzufordern. Durch die Simulation des EGMR werden folgende weitere Zielsetzungen angestrebt: spielend, handlungsorientiert lernen und Handlungskompetenzen stärken Bewusstsein für Grund- und Menschenrechte bilden und stärken Perspektivwechsel durch verschiedene Rollen im Rahmen der Fallsimulation Wissen und Verständnis zur Europäischen Konvention für Menschenrechte und Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Herausforderung konkurrierender Menschenrechte bei der Rechtssprechung verstehen lernen Diskussions-, Dialog- und Streitkultur üben
3 3 INHALTLICHE KURZBESCHREIBUNG Fall 1: Frau Jung versus Deutschland Der Fall wurde vor dem EGMR verhandelt und medial in Deutschland unter dem Titel Whistleblower-Prozess bekannt. Für die Fallsimulation wurden die Namen geändert. Im Kern geht es darum, ob Frau Jung in ihrer Meinungsäußerungsfreiheit und ihrem Recht auf ein faires Verfahren beschränkt worden ist. Inhaltliche Stichpunkte, die bei diesem Fall mitlaufen und diskutiert werden, sind: menschliche Würde in der Altenpflege und anderen Einrichtungen; Persönlichkeitsrechte, Loyalitätspflicht und Meinungsäußerungsfreiheit in Institutionen, Organisationen und Unternehmen; Gesundheitswesen; Altenpflege; gesellschaftliche Bedeutung der Thematik etc. Frau Jung arbeitete in Berlin in der Altenpflege. In Absprache mit einigen Kolleg_innen machte sie die Leitung der Altenpflegeeinrichtung wiederholt auf Mängel in der Pflege aufmerksam. Sie betonte dabei, dass durch die Rahmenbedingungen eine angemessene und würdige Pflege nicht möglich sei und dass sie, ihre Kolleg_innen und die Einrichtung sich mit der Weise, in der sie die Arbeit ausführten, rechtlich strafbar machen können. Im Verlauf der Auseinandersetzung wurde ihr fristgerecht gekündigt. Nachdem der Geschäftsleitung zur Kenntnis kam, dass Frau Jung auch Strafanzeige gegen die Einrichtung gestellt hatte und mit ihrer Kritik in die Öffentlichkeit gegangen war, wurde sie dann fristlos gekündigt. Die Frau klagte gegen ihre Kündigung und bekam in erster Instanz Recht. Die Pflegeeinrichtung legte dagegen Berufung ein. In den weiteren Instanzen bekam die Frau nicht mehr Recht, sondern der Arbeitgeber. Die Kündigung wurde als rechtens erklärt. Nachdem alle rechtlichen Instanzen in Deutschland ausgeschöpft waren, reichte Frau Jung mit ihrem Fall Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. Die Beschwerde wurde auf der Verletzung von zwei Artikeln begründet, Artikel 10 EMRK* (Recht auf Meinungsäußerungsfreiheit) und Artikel 6 Abs. 1 EMRK (Recht auf ein faires Verfahren). Die Beschwerde wurde geprüft und einstimmig als zulässig erklärt. Somit wurde die Beschwerde angenommen. *EMRK = Europäische Menschenrechtskonvention
4 4 ZIELGRUPPE(N) ZEITRAHMEN MATERIALEN Zielgruppen Multiplikator_innen und Berufsgruppen, die mit Jugendlichen / jungen Erwachsenen arbeiten (Qualifizierung zur eigenen Anwendung des Plan-Rollenspiels) Jugendliche und junge Erwachsene selbst Zeitrahmen Möglich als: 1-tägiges Seminar (z.b. 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr) 2 halbe Tage / 2 Schultage (z.b. 2 x 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr) 1,5-tägiges Seminar (für Multiplikator_innen) Materialien Medien Methoden. Unterlagen zum Planspiel für Multiplikator_innen bzw. Teilnehmer_innen Moderationsmaterialien mehrere Räume (Plenum + Gruppenräume) Internet Plan-Rollenspielmethode, Reflexionsmethoden, bei längeren Formaten Methoden der Menschenrechts- und Demokratiebildung zur inhaltlichen Vertiefung
5 5 ABLAUF EGMR FALL 1 AM BEISPIEL EINES ZWEITÄGIGEN SEMINARS 1. Tag 09:00 09:30 Begrüßung/kurze Einführung/Vorstellungsrunde 09:15 09:45 Grundlagen Menschenrechte Was sind Menschenrechte? 09:45 11:15 Einstieg in das Planspiel In der Rolle eines Sprechers des EGMR Begrüßung, ggf. kurzer Film zum EGMR (3-5 min) Ausblick auf das Simulierte Planspiel Grundlagen EGMR 11:15 11:30 Pause 11:30 11:50 Einstieg Fallsimulation Gruppen-Rollenfindung (Richter_innen, Vertretung Deutschland, Beschwerdeführung, Presse, Arbeitgeberverband, Arbeitnehmer_innen, Kanzlei/ TN oder Spielleitung) 11:50 12:50 Arbeit in den Gruppen mit Aktionskarten/Arbeitsaufträgen 2. Tag 09:00 10:30 Einstieg Ablauf weitere Vorbereitung der Rollen Presserunde zur anstehenden Verhandlung Vorbereitung in den Gruppen auf Gerichtsverhandlung 10:30 10:45 Pause 10:45 12:20 Gerichtsverhandlung Anhörung der unterschiedlichen Positionen Beratung der Richter_innen, Interviews der Presse + Vorbereitung Presseerklärung, etc. Urteilsverkündung Presseerklärung 12:20 12:30 Abschluss Planspiel 12:20 12:30 Pause 12:30 13:00 Reflexion und Auswertung Spiel/Verlauf/Rollen/Urteil Abschluss und Feedback
6 6 INFO Kontaktdaten Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Bernd Grafe-Ulke Stiftung niedersächsische Gedenkstätten Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung Netzwerk für Menschenrechtsbildung Im Güldenen Winkel Celle Tel.: +49(0) Mobil: +49(0)
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