Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=23.05.2006&Aktenzeichen=VI%20ZR%20259%2F04
Timestamp: 2019-11-17 05:10:25+00:00

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BGH, 23.05.2006 - VI ZR 259/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,634
BGH, 23.05.2006 - VI ZR 259/04 (https://dejure.org/2006,634)
BGH, Entscheidung vom 23.05.2006 - VI ZR 259/04 (https://dejure.org/2006,634)
BGH, Entscheidung vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 (https://dejure.org/2006,634)
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BGB § 548
Inanspruchnahme aus deliktischer Handlung wegen Inbrandsetzens der Mietsache; Bestehen eines deliktischen Anspruchs neben einem mietrechtlichen Anspruch; Inanspruchnahme des Schädigers neben dem Mieter auf Schadensersatz; Unmöglichkeit der Rückgabe einer Mietsache wegen ...
Verjährung von Ansprüchen wegen Veränderungen/Verschlechterungen/Zerstörung der Mietsache; Rückgabe der Mietsache vor Beendigung des Mietvertrages; Ansprüche aus unerlaubter Handlung
Verjährung von Ansprüchen des Vermieters wegen Veränderungen und Verschlechterungen der Mietsache: Anwendbarkeit von § 548 BGB auf konkurrierende Deliktsansprüche; Anwendung von § 548 BGB zugunsten eines Drittschädigers: Einbeziehung in den Schutzbereich des Mietvertrages
Verjährung von Ansprüchen des Vermieters aus unerlaubter Handlung wegen Verschlechterung der Mietsache
Wohnraummietrecht - Verjährung: Vermieteranspruch auf Schadensersatz
Mietrecht - Verjährungsfrist bei Ansprüchen gegen Dritte
Ansprüche gegen Dritte
Verjährung der Vermieteransprüche bei unerlaubter Handlung Dritter
Zerstörung der Mietsache: Wann verjähren Ansprüche gegen Familienangehörige des Mieters? (IMR 2006, 110)
LG Lübeck, 12.02.2004 - 6 O 19/03
OLG Schleswig, 17.09.2004 - 14 U 45/04
NJW 2006, 2399
MDR 2006, 1393
NZM 2006, 624
ZMR 2006, 754
VersR 2006, 1076
In einem solchen Fall widerspräche es Treu und Glauben (§ 242 BGB), dessen besondere Ausprägungen § 251 Abs. 2 Satz 1, § 439 Abs. 3 BGB darstellen, wenn der Käufer diese Aufwendungen dem Verkäufer in Form der Mängelbeseitigung anlasten könnte (vgl. zum Schadensersatzrecht: BGH…, Urteil vom 27. November 2009 - LwZR 11/09, NZM 2010, 442 Rn. 21; Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NJW 2006, 2399, 2401; Urteil vom 26. November 1975 - VII ZR 31/74, NJW 1976, 235, 236).
In der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist anerkannt, dass bei vorsätzlichen Pflichtverletzungen (BGH, Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NZM 2010, 442 Rn. 24; Senat, Urteil vom 2. Oktober 1987 - V ZR 140/86, NJW 1988, 699, 700; Urteil vom 21. Juni 1974 - V ZR 164/72, BGHZ 62, 388, 394) oder sonstigem schweren Verschulden (Senat, Urteil vom 24. April 1970 - V ZR 97/67, NJW 1970, 1180, 1181; BGH, Urteil vom 26. Oktober 1972 - VII ZR 181/71, BGHZ 59, 365, 368) dem Schuldner auch sonst unverhältnismäßige Aufwendungen zuzumuten sind.
Diese Ersetzungsbefugnis kann der Schuldner auch gegenüber dem Zahlungsanspruch aus § 249 Abs. 2 BGB geltend machen (vgl. Senatsurteile vom 8. Dezember 1987 - VI ZR 53/87, BGHZ 102, 322, 330 und vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, VersR 2006, 1076 Rn. 27, beide mwN).
So ist etwa bei § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB Voraussetzung, dass bei jedem Beteiligten - vom Nachweis der Ursächlichkeit abgesehen - ein den klägerischen Anspruch begründendes Verhalten gegeben war, eine der unter dem Begriff "Beteiligung" zusammengefassten Personen den Schaden verursacht haben muss und nicht feststellbar ist, welcher von ihnen den Schaden - ganz (Urheberzweifel) oder teilweise (Anteilszweifel) - verursacht hat (BGH 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 - Rn. 9) .
Dieser zentrale Gesetzeszweck, den Vermieter nach Rückerhalt der Mietsache zu einer möglichst raschen Klärung seiner Ersatzansprüche anzuhalten, führte letztlich in einem deshalb gebotenen weiten Verständnis auch dazu, etwaig zu dem mietvertraglichen Anspruch konkurrierende deliktische Ansprüche ebenfalls der kurzen Verjährung zu unterwerfen (BGH, Urteile vom 31. Januar 1967 - VI ZR 105/65, BGHZ 47, 53, 57 f.;… vom 8. Januar 1986 - VIII ZR 313/84, aaO unter III 1; vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NJW 2006, 2399 Rn. 14;… vom 29. Juni 2011 - VIII ZR 349/10, aaO; jeweils mwN).
Denn ab diesem Zeitpunkt kann der Vermieter die Mietsache untersuchen und sich über etwaige Ansprüche klar werden (vgl. dazu auch BGH, Urteile vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NJW 2006, 2399 Rn. 21; vom 4. Mai 2005 - VIII ZR 93/04, NJW 2005, 2004, unter II 2; vom 19. November 2003 - XII ZR 68/00, NJW 2004, 774 unter II 3 a).
Zum anderen ist es erforderlich, dass der Mieter den Besitz vollständig und eindeutig aufgibt, wobei der Vermieter hiervon Kenntnis erlangen muss (BGH, Urteile vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NJW 2006, 2399 unter II 2 e aa; vom 19. November 2003 - XII ZR 68/00, NJW 2004, 774 unter II 3 a - noch zu der Vorgängervorschrift § 558 Satz 2 BGB aF).
BGH, 29.06.2011 - VIII ZR 349/10
Zur Verjährung von Schadensersatzansprüchen einer Wohnungseigentümergemeinschaft …
So unterliegen nicht nur mietvertragliche Ansprüche der kurzen Verjährung, sondern auch die aus demselben Sachverhalt herrührenden konkurrierenden Ansprüche des Vermieters, etwa aus unerlaubter Handlung oder aus dem Eigentum (st. Rspr.; z.B. BGH, Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04, NJW 2006, 2399 Rn. 14 mwN).
Die weite Ausdehnung des Anwendungsbereiches des § 548 Abs. 1 BGB führt schließlich dazu, dass auch Ersatzansprüche des Vermieters von der kurzen Verjährungsfrist erfasst werden, denen - aufgrund eines einheitlichen Schadensereignisses - eine Beschädigung nicht nur des Mietobjekts selbst, sondern zugleich auch ein Schaden an nicht vermieteten Gegenstände zugrunde liegt, sofern der Schaden einen hinreichenden Bezug zum Mietobjekt selbst hat (Senatsurteil vom 10. Mai 2000 - XII ZR 149/98 - NJW 2000, 3203, 3205; BGH Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 - NJW 2006, 2399 Tz. 15;… Emmerich in Emmerich/Sonnenschein Miete 9. Aufl. § 548 Rdn. 6;… Gather in Schmidt/Futterer aaO § 548 Rdn. 31).
Die Beklagte kann daher auch gegenüber Ersatzansprüchen der Klägerin aus deliktischem Handeln (§ 823 Abs. 1 BGB) mit Erfolg die Einrede der Verjährung erheben (BGH Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 - NJW 2006, 2399 Tz. 14).
Gleiches gilt gegenüber Ersatzansprüchen wegen einer möglichen Veränderung oder Verschlechterung von Teilflächen des Grundstücks, die nicht Gegenstand des Mietverhältnisses waren (vgl. Senatsurteil vom 10. Mai 2000 - XII ZR 149/98 - NJW 2000, 3203, 3205; BGH Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 - NJW 2006, 2399 Tz. 15).
Beteiligung in diesem Sinne setzt weder eine innere Beziehung zwischen den Beteiligten noch die Gleichzeitigkeit ihrer Gefährdungshandlungen voraus (BGH NJW 06, 2399).
Nach dieser Vorschrift bedarf es des Nachweises einer Kausalität des jeweiligen Verursachungsbeitrags nicht, wenn sich nicht ermitteln lässt, wer von mehreren Beteiligten den Schaden durch seine Handlung verursacht hat (vgl. Senatsurteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 - NJW 2006, 2399 m.w.N.; BGH, Urteil vom 16. Januar 2001 - X ZR 69/99 - NJW 2001, 2538, 2539).
OLG Frankfurt, 24.07.2015 - 24 U 108/14
Veranstalter einer Hochzeitsfeier zum Schadenersatz wegen des Brandes zweier …
Sie betrifft nur Beweisschwierigkeiten bei der haftungsbegründenden Kausalität und setzt damit voraus, dass der Schuldner - abgesehen vom Nachweis der Ursächlichkeit - den vollen Tatbestand der Haftungsnorm verwirklicht hat, bewirkt also keine Beweiserleichterung für die Frage, ob er überhaupt als deliktisch Verantwortlicher in Betracht kommt (BGH, Urteil vom 23. Mai 2006 - VI ZR 259/04 -, juris).
OLG Hamm, 03.09.2014 - 11 U 123/13
OLG Brandenburg, 08.12.2010 - 3 U 145/09
Unerlaubte Handlung: Schadenersatz wegen des Ausbaus von Einrichtungen einer …
OLG Frankfurt, 17.10.2014 - 2 U 43/14
Kurze Verjährung bei Verletzung vertraglich vereinbarter Betriebspflicht
OLG Oldenburg, 06.11.2008 - 8 U 151/08
Werkstattrecht - Extrem kurze Verjährungsfrist bei Schäden an Leihwagen
OLG Brandenburg, 14.03.2007 - 3 U 54/06
Aufwendungsersatzanspruch: Verjährung der Ansprüche eines Zwischenmieters auf …
OLG Dresden, 15.05.2013 - 1 U 1275/12
Bemessung des Anspruchs auf Befreiung von Grundpfandrechten?

References: § 548
 § 548
 § 548
 § 251
 § 439
 § 249
 § 830
 § 558
 § 548
 BGH 
 § 548
 § 548
 BGH