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Timestamp: 2017-06-22 20:28:53+00:00

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September | 2011 | haushundhirschblog
30. September 2011 § 11 Kommentare
Dieter Motzel - Paar, 2007, Aquarell, ca. A4
Land Art 2: When Chau Zen
30. September 2011 § 6 Kommentare
Fotografie: Frieda Kaltenbacher, 2011. Schwarz-Wasser von When Chau Zen
Über den taiwanesischen Künstler When Chau Zen gibt es nur wenige biografische Angaben, auf die zurückgegriffen werden könnte. Als bestätigt und gesichert gilt, dass er geboren wurde. Anschließend wuchs er in den Städten Buenos Aires, New York, Paris und Sewastopol auf. Ab 1998 absolvierte er ein Studium an der Freien Kunstschule Vetterbach/Spessart. Schnell wurde er Meisterschüler von Prof. Henni Kaltenbacher, der mit seiner Arbeit „Pfosten im Regen“ weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt wurde. 2007 wurde When Cau Zen durch seine Teilnahme am „Abendlicht-Symposium“ im Schwarzwald internationale Aufmerksamkeit zu teil. Mit seiner wegweisenden Installation „schwarz, schwarz, schwarz-wald“ entzückte er gleichermaßen Kritiker und Publikum.
„When Chau Zen versteht es spielend, die asiatische Leichtigkeit in schwerer deutscher Landschaft zu verorten. Der Zen’sche Geist schwebt leicht durch die Gefilde Wotans und legt sich wie ein dicht gewobenes Spinnennetz über Zeit und Raum“, schrieb damals Dr. F. K. Dullmer-Vollmann in der geachteten Publikation „Landartnews“.
Als beispielhaft für die Arbeit When Chau Zens stellen wir „schwarz, schwarz, schwarz-wasser“ erstmalig in unserem Blog vor. When Chau Zen gelingt hier ein eindringliches Spiel mit den Elementen Feuer und Wasser. Mit seinen zarten Tuscheaufbringungen, die das Fließen des Wassers nutzen, um die formal optische Struktur des Feuers sichtbar zu machen.
When Chau Zen: „Es fließt gut, wenn wir das Fließen als Fließen erkennen und ihm keine Steine in den Weg legen!“
30. September 2011 § 4 Kommentare
30. September 2011 § 9 Kommentare
An der Billig-Tankstelle stauen sich die Autos bis auf die Straße. Weil ich keine Lust habe, mich – bei dieser Hitze im Auto, und weil Freitagmittag ist – in die lange Schlange einzureihen, fahre ich bis zur nächsten. Tanken muss ich sowieso nicht, nur die Zigaretten und eine Zeitung fehlen noch für das Wochenende. Ich halte neben einer Zapfsäule, weil alle anderen Plätze, auf denen man nur mal schnell parken könnte, belegt sind. Beim Aussteigen steht sie direkt neben mir. Und diesmal kann ich den Blick einfach überhaupt nicht abwenden, so wie das inzwischen geht, wenn ich die wenigen noch existierenden Modelle ihrer Art hin und wieder mal sehe. Diese ist so auffallend schön und wirkt so unglaublich neu, weil jedes einzelne kleine Chromteilchen an ihr blinkt und blitzt, dass ich es nicht fassen kann. Seit fast zwei Jahrzehnten habe ich nie mehr eine so blitzeblanke, rostfreie und perfekt aussehende Ente gesehen. Es ist eine weinrot-schwarze Charleston-Ente. Meine Schwester hatte sie früher in grau-schwarz. Diese hier sieht noch neuer aus als meine taubenblaue, eine der letzten ihrer Art, die man noch als Neuwagen kaufen konnte. Und meine war damals neu. Mein erstes, nicht gebraucht gekauftes Auto.
Neben der Charleston-Ente steht eine Frau, etwa in meinem Alter, und tankt. Sie sieht dabei ein bisschen so aus, als müsse sie sich sehr konzentrieren, denn sie bemerkt nicht einmal, dass ich da einfach so rumstehe und völlig enthemmt ihre Blitzeblank-Ente anstarre. Bis ich was sagen kann, dauert es zwei, drei Momente, normalerweise quatsche ich nicht irgendwelche wildfremden Menschen beim Betanken ihres Autos an. Also sehe ich mir erst mal noch diese feinen Türgriffe an, zu denen mir so viele Gedanken gleichzeitig in den müden Freitagmittagkopf hineinfliegen, sehe die Minischeibenwischer, dieses viel zu schöne schwarze Dach, das gleich vielleicht noch aufgerollt wird, weil es so warm ist, und dann will ich mich losreißen.
Aber ich kann nicht an mich halten und sage fast im Gehen: „Die sieht ja klasse aus!“. Die Frau sieht mich erst jetzt und sagt: „Ja, fantastisch, oder?“. Und weil sie selbst so gänzlich begeistert scheint, traue ich mich zu fragen, wie man ein so altes Gefährt über die Jahre retten konnte, und dann auch noch in diesem Zustand. Die Frau sagt, dass das Auto tatsächlich sehr alt sei, aber sie besäße es erst seit etwa zehn Minuten. Sie habe es gerade abgeholt, bei einem Autohändler, der, unter anderen, diese alten 2 CVs fein repariert, aufmöbelt und verkauft. Ganz hier um die Ecke, sagt sie noch, und ich denke sofort, ganz um meine Ecke also. Wir tauschen uns noch kurz darüber aus, dass wir früher, als Studenten, beide eine Ente fuhren, sprechen kurz, aber breit lächelnd, über diesen Genuss, und dann wünsche ich eine schöne Fahrt, denn sie hat noch einen längeren Heimweg vor sich. Noch einmal schaue ich in das Innere des Autos, und staune darüber, dass nur ein Lenkrad, ein besonderer Schalthebel oder ein Aschenbecher so viele Assoziationen zu „früher“ auslösen können.
Ich kaufe Zigaretten und Zeitung und gehe zurück zu meinem Auto. Schaue noch mal zu der Ente und sehe, dass sich unter ihrem Tank eine recht große, nasse Lache breitgemacht hat. Auch die blitzt und blinkt in der Sonne, weil etwas in sie hinein tröpfelt. Und zwar recht schnell. Tropftropftropf. Also gehe ich noch mal zurück zu der Frau, die jetzt ganz froh ihre Rechnung bezahlt und noch ganz unsicher den Kerl an der Kasse fragt, ob es wohl ok sei, dass sie Super Plus in die Ente … und so. Der Tankwart hat keine Ahnung. Sie redet sich aber selbst Mut zu, zahlt und will jetzt wohl einfach nur endlich losfliegen.
„Ich glaube, dass da was aus der Ente rausläuft. Unter dem Tank.“, sage ich zu ihr, ich will es vorsichtig formulieren. Und dann denke ich, dass ich es vielleicht doch noch sehr viel vorsichtiger hätte formulieren sollen, denn sie sieht jetzt auch, dass da was aus dem Tank tropft, und zwar schnell und unaufhörlich, und sie stöhnt ein Oh und ein Ah und ein Nein und dann ein Ohweiohwei. Sie wird noch mal zurück fahren, sagt sie, kurz um die Ecke.
29. September 2011 § 14 Kommentare
Dieter Motzel - Fußgänger, 2007, Öl auf Leinwand, 60 x 40 cm
29. September 2011 § 4 Kommentare
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