Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Bayern&Datum=11.03.2014&Aktenzeichen=10%20B%2011.978
Timestamp: 2019-07-23 00:01:59+00:00

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VGH Bayern, 11.03.2014 - 10 B 11.978 - dejure.org
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VGH Bayern, 11.03.2014 - 10 B 11.978 (https://dejure.org/2014,8179)
VGH Bayern, Entscheidung vom 11.03.2014 - 10 B 11.978 (https://dejure.org/2014,8179)
VGH Bayern, Entscheidung vom 11. März 2014 - 10 B 11.978 (https://dejure.org/2014,8179)
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Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Umgangs mit deutschem Kind; Besonderheiten des Einzelfalls; abgelehnter Asylbewerber; allgemeine Erteilungsvoraussetzungen
AufenthG §§ 2 III, 5 I, 10 III, 25 V, 28 I 4, 50 I; AsylVfG §§ 30 III, 34 I, 36 I; § 28 Abs. 1 Satz 4 AufenthG; § 25 Abs. 5 AufenthG; Art. 6 GG; Art. 8 EMRK
VG München, 14.01.2010 - M 12 K 09.806
(aa) Für den Umgang von Eltern mit ihren Kindern ist insoweit höchstrichterlich entschieden, dass auch der persönliche Kontakt mit dem Kind - unabhängig vom Sorgerecht - Ausdruck und Folge des natürlichen Elternrechts sowie der damit verbundenen Elternverantwortung ist und daher unter dem Schutz des Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG steht (BVerfG…, Beschluss vom 08.12.2005 - 2 BvR 1001/04 -, juris, Rn. 20; Bayer. VGH, Urteil vom 11.03.2014 - 10 B 11.978 -, juris, Rn. 40; für die Verwendung des Begriffs "Elternverantwortung" anstelle einer formalen Anknüpfung an die elterliche Sorge de lege ferenda zuletzt Ernst, DRiZ 2018, 302 (303), auch unter Verweis auf einschlägige unions- und völkerrechtliche Regelungen).
In diesen Fällen drängt die Pflicht des Staates, die Familie zu schützen, einwanderungspolitische Belange regelmäßig zurück (vgl. HessVGH, Beschl. v. 17.06.2013 - 3 B 968/13 -, juris RdNr. 4; BayVGH, Urt. v. 11.03.2014 - 10 B 11.978 -, juris RdNr. 55 f.).
Im Hinblick auf eine solche enge familiäre Bindung könnte dem Kläger unter Berücksichtigung der in Art. 6 GG und Art. 8 Abs. 1 EMRK getroffenen Wertentscheidungen die Ausreise unmöglich sein im Sinne des § 25 Abs. 5 Satz 1 AufenthG (vgl. Beschl. d. Senats v. 09.02.2009 - 2 M 276/08 -, juris RdNr. 18; BayVGH, Urt. v. 11.03.2014 - 10 B 11.978 -, a.a.O. RdNr. 38 ff.;… NdsOVG, Urt. v. 11.07.2014 - 13 LB 153/13 -, a.a.O. RdNr. 47).
2.3 Nicht streitgegenständlich ist im vorliegenden Klageverfahren die Frage, ob Aufenthaltserlaubnisse nach § 25 Abs. 5 AufenthG erteilt werden können; insoweit würde die Erteilungssperre des § 10 Abs. 3 Satz 1 AufenthG nicht gelten (vgl. a. BayVGH, U.v. 11.3.2014 - 10 B 11.978 - juris Rn. 30 f.).
Keiner abschließenden Klärung oder Entscheidung bedarf deshalb, ob hier die humanitäre Rechtsgrundlage des § 25 Abs. 5 AufenthG neben den §§ 27 ff. AufenthG mit vom Gesetzgeber detailliert geregelten Voraussetzungen für einen Aufenthalt aus familiären Gründen Anwendung finden kann (…allgemein zur Problematik: vgl. Maaßen/Kluth in Beck"scher Online-Kommentar Ausländerrecht, Stand 1.2.2017, AufenthG § 25 Rn. 136 und 136.1; bejahend: BayVGH, U.v. 11.3.2014 - 10 B 11.978 - juris Rn. 30 ff.;… diese Frage wiederum offen lassend: BayVGH, U.v. 26.9.2016 - 10 B 13.1318 - juris Rn. 39 m.w.N.).
Die Rechtsprechung sieht eine solche Unzumutbarkeit regelmäßig insbesondere in den Fällen als gegeben an, in denen der betroffene Familienangehörige die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt; in diesen Fällen kann die jeweilige Lebensgemeinschaft nur im Bundesgebiet gelebt werden, weil es im Hinblick auf die deutsche Staatsangehörigkeit dem Familienangehörigen nicht zumutbar ist, die Bundesrepublik zu verlassen und die Lebensgemeinschaft im Ausland zu führen (vgl. BayVGH, U.v. 11.3.2014 - 10 B 11.978 - juris Rn. 40;… BayVGH, B.v. 19.12.2013 - 10 C 11.1314 - juris Rn. 21).
Es liegen aber die Tatbestandsvoraussetzungen von § 25 Abs. 5 Satz 1 AufenthG vor, denn der Abschiebung des (vollziehbar ausreisepflichtigen) Klägers steht Art. 8 Abs. 2 EMRK entgegen (s. 1.), weshalb seine Ausreise aus rechtlichen Gründen unmöglich ist (…vgl. BVerwG, U. v. 27.6.2006 - 1 C 14.05 - juris Rn. 15f.; BayVGH, U. v. 11.03.2014 - 10 B 11.978 - juris Rn. 36f.;… vgl. Hailbronner, a. a. O., § 25 Rn. 172, 178).
Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung ist mit Blick auf Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 GG und Art. 8 EMRK einem Ausländer ein auch nur vorübergehendes Verlassen des Bundesgebietes dann nicht zuzumuten und unverhältnismäßig, wenn ein Familienmitglied aufgrund individueller Besonderheiten wie etwa Krankheit oder Pflegebedürftigkeit mehr als im Regelfall auf seine Lebenshilfe angewiesen ist und dieser Beistand nur in Deutschland erbracht werden kann; dies kann selbst dann gelten, wenn der Ausländer vor Entstehung der zu schützenden Lebensgemeinschaft gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen verstoßen hat (…BVerfG, B.v. 17.5.2011 - 2 BvR 2625/10 - juris Rn. 15 m.w.N.; BayVGH, Urt. v. 11.3.2014 - 10 B 11.978 - juris Rn. 55 f.).
Hierzu hat der BayVGH in seinem Urteil vom 11. März 2014 - 10 B 11.978 -, zit. n. juris, Rn. 41 folgendes ausgeführt:.

References: § 28
 § 25
 Art. 6
 Art. 8
 Art. 6
de lege ferenda
 Art. 6
 Art. 8
 § 25
 § 25
 § 10
 § 25
 § 25
 § 25
 Art. 8
 § 25
 Art. 6
 Art. 8