Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%C3%BCrttemberg&Datum=13.06.1997&Aktenzeichen=8%20S%202799/96
Timestamp: 2019-09-23 14:24:33+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 13.06.1997 - 8 S 2799/96 - dejure.org
https://dejure.org/1997,3169
VGH Baden-Württemberg, 13.06.1997 - 8 S 2799/96 (https://dejure.org/1997,3169)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 13.06.1997 - 8 S 2799/96 (https://dejure.org/1997,3169)
VGH Baden-Württemberg, Entscheidung vom 13. Juni 1997 - 8 S 2799/96 (https://dejure.org/1997,3169)
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Normenkontrolle eines Bebauungsplans: Berücksichtigung des Naturschutzes - Biotopschutz; Heilung materieller Fehler; Straßenbauvorhaben - Alternativenprüfung
§ 24a NatSchG BW, § 6 Abs 2 BauGB, § 1 Abs 6 BauGB, § 47 VwGO
VBlBW 1997, 300 (Ls.)
VBlBW 1998, 64
Die Stadträte F. und W. gehören insoweit zur "allgemeinen Nachbarschaft" des geplanten Straßenbauvorhabens, auch wenn der Kreis der hiervon positiv wie negativ "Betroffenen" angesichts der Art, der Größenordnung und der Lage des Vorhabens weiter zu ziehen ist als bei einem gewöhnlichen Bebauungsplan (ebenso für eine vergleichbare Situation VGH Bad.-Württ., Urt. v. 13.06.1997 - 8 S 2799/96).
d) Der angegriffene Bebauungsplan verstößt auch nicht gegen § 24a NatSchG (vgl. dazu das Normenkontrollurteil des Senats v. 13.6.1997 - 8 S 2799/96).
Es ist aber kein Grund ersichtlich, warum nicht auch - wie vorliegend - Verträge zwischen der Gemeinde und einem Vorhabenträger taugliche Mittel zur Sicherung solcher Maßnahmen anstelle von Planfestsetzungen sein könnten (vgl. das Normenkontrollurteil des Senats v. 13.6.1997 - 8 S 2799/96 -, US S. 26).
Geht es - wie hier - um die Planung einer Straße, gehören auch Trassenvarianten zum Abwägungsmaterial, die sich entweder aufgrund der örtlichen Verhältnisse von selbst anbieten, während des Planverfahrens vorgeschlagen werden und sonst ernsthaft in Betracht kommen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 20.12.1988 - 4 B 211.88 - NVwZ-RR 1989, 458; Senatsurt. v. 21.10.1988 - 5 S 1088/88 - VBlBW 1989, 295; und v. 06.02.1992 - 5 S 1311/91 - VBlBW 1992, 379; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 13.06.1997 - 8 S 2799/96 - VBlBW 1998, 64).
Zum Abwägungsmaterial gehören Trassenvarianten, die sich entweder aufgrund der örtlichen Verhältnisse von selbst anbieten, während des Planverfahrens vorgeschlagen werden oder sonst ernsthaft in Betracht kommen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 20.12.1988 - 4 B 211.88 - NVwZ-RR 1989, 458; Senatsurt. v. 21.10.1988 - 5 S 1088/88 - VBlBW 1989, 295; und v. 06.02.1992 - 5 S 1311/91 - VBlBW 1992, 379; VGH Bad.-Württ., Urt. v. 13.06.1997 - 8 S 2799/96 - VBlBW 1998, 64).
Demgemäß bedarf es für den Erlass eines solchen Plans auch keiner Befreiung im Sinne des § 8 LSchVO i.V.m. den §§ 63, 62 NatSchG (vgl. zu den artenschutzrechtlichen Verboten des § 20 f. Abs. 1 BNatSchG sowie zur Befreiung nach § 31 Abs. 1 BNatSchG: BVerwG, Urteil vom 25.8.1997 - 4 NB 12.97 -, Buchholz 406.11, § 6 BauGB Nr. 7 = BRS 59, Nr. 29 = NVwZ-RR 1998, 162 ff.; wohl ebenso - aber im Ergebnis offen gelassen - zum Verhältnis zwischen Landschaftsschutzverordnung und Bebauungsplan: VGH Bad.-Württ., Urteil vom 28.7.1999 - 5 S 1603/97 -, VBlBW 2000, 117 ff. = NuR 2000, 272 ff.;… a.A. - allerdings vor der o.g. Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts - VGH Bad.-Württ., Urt. v. 09.05.1997 - 8 S 2357/96 - NVwZ-RR 1998, 422 = VBlBW 1998, 106 und Urt. v. 13.06.1997 - 8 S 2799/96 - VBlBW 1998, 64).
Denn Adressat der Befreiungsermächtigung in § 7 LSchVO i.V.m. §§ 62 Abs. 1, 63 Abs. 1 NatSchG wäre dann nicht der Plangeber, sondern nur derjenige, der diesen Plan in die Tat umsetzen will (…vgl. BVerwG, Urt. v. 25.08.1997 - 4 NB 12.97 -, NVwZ-RR 1998, 162 zur Befreiung nach § 31 Abs. 1 BNatSchG;… a.A. VGH Bad.-Württ., Urt. v. 09.05.1997 - 8 S 2357/96 -, NVwZ-RR 1998, 422 = VBlBW 1998, 106 und Urt. v. 13.06.1997 - 8 S 2799/96 -, VBlBW 1998, 64).
Denn nach ständiger Rechtsprechung (vgl. u.a. BVerwG, Beschluss vom 29.3.1993 - 4 NB 10.91 -, DVBl. 1993, 661 = PBauE § 47 VwGO Abs. 7 Nr. 1; Beschluss vom 6.4.1993 - 4 NB 43.92 -, ZfBR 1993, 238 = PBauE § 1 Abs. 6 BauGB Nr. 24; Normenkontrollurteil des Senats vom 13.6.1997 - 8 S 2799/96 -, VBlBW 1998, 64) hat die Nichtigkeit einzelner Festsetzungen eines Bebauungsplans nur dessen Teilnichtigkeit zur Folge, wenn die übrigen Festsetzungen für sich betrachtet noch eine den Anforderungen des § 1 BauGB gerecht werdende, sinnvolle städtebauliche Ordnung bewirken können und die Gemeinde nach ihrem im Planungsverfahren zum Ausdruck gelangten Willen im Zweifel auch einen Plan dieses eingeschränkten Inhalts beschlossen hätte.
Der Bebauungsplan lässt nach § 23 Abs. 3 BauNVO mithin eine Bebauung zu, die die Streuobstwiese unberührt ließe und kann deshalb nicht schon selbst als verbotene Maßnahme im Sinne von § 26 Abs. 2 SächsNatSchG angesehen werden (diese Differenzierung ebenfalls erwägend VGH Bad.- Württ., Urt. v. 13.6.1997, NuR 1998, 146).
OVG Sachsen, 04.10.2000 - 1 D 683/99
Dabei mag offen bleiben, ob § 26 SächsNatSchG eine gesetzliche Planungsschranke darstellt (…so wohl neuerdings BVerwG, Urt. v. 21.10.1999, BVerwGE 109, 371; VGH Bad.-Württ., Urt.v. 13.6.1997, NuR 1998, 146).

References: § 24
 § 6
 § 1
 § 47
 § 24
 § 8
 § 20
 § 31
 § 6
 § 7
 § 31
 § 47
 § 1
 § 1
 § 23
 § 26
 § 26