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Timestamp: 2020-08-08 14:20:06+00:00

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Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu?
Goldfische und diverses Anderes » Goldfische und diverses Anderes » Goldfische und ihre Zuchtformen » Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu?
#1 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 31.05.2011 01:10
stimmt das so? Ich habe den Text in Wikipedia gefunden und bin etwas verwundert, denn ich habe nichts von einem Verbot bisher gelesen.
Der "Pompom-Goldfisch" ist hier zu nennen, bei dem Wucherungen im Nasenbereich zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme und im Sichtfeld führen. Bei Goldfischen der Zuchtform "Ranchu" (Löwenkopf) verursachen Wucherungen im Kopfbereich eine Einschränkung des Blickfelds der Fische oder bei totaler Überwucherung des Auges sogar ein völliges Erblinden.
Über ein paar ernsthafte Infos wäre ich dankbar, denn dieses mir bisher unbekannte Verbot wäre mir vollkommen neu.
Der Inhalt in Wikipedia weißt gröbsten Informationsmangel aus und wirkt laienhaft. Ist es nicht so, dass solche Verbote generell EU weit abgesegnet werden müssen?
Wie verhält es sich, wenn die Tiere schon Jahrzehnte als Art im Besitz des Eigentümers sind?
#2 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 31.05.2011 07:37
soweit ich weiß, wird schon öfters darüber mal diskutiert, dass es ein Importverbot für die "Qualzuchten" geben soll.... das Thema hatten wir hier schon öfters die letzten Jahre... aber bis jetzt hat es sich wohl noch nicht durch gesetzt. Ob es ein offizielles Verbot gibt weiß ich ehrlich gesagt nicht, bezweifel es aber ganz stark weil Eierfische, Blasenaugen gibts ja immer wieder mal zum Kaufen.
Falls es tatsächlich ein Verbot geben sollte und du hältst die Tiere schon bei dir, dann kann man da Rückwirkend bestimmt nichts mehr machen. Was wollen sie auch machen? Die Tiere dir wegnehmen? Das wäre den Aufwand nicht wert....
#3 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 31.05.2011 09:03
danke für die Infos. Innerlich denke ich kann man die Belastbarkeit als Qual nicht vergleichend betrachten, aber ich frage mich schon ob ein Zwergbuntbarsch, Salmler oder Wels nicht auch eine Art Qualempfinden erfährt, wenn er seines natürlichen Lebensraum entnommen in einem Aquarium als Insasse sein Leben fristen muss?
Alleine der Weg vom Fang, zum Exporteur, Importeur, Händler usw. erscheint mir auch irgendwo weder der Natur dieser Fische.
Ich sehe diese immer mal wieder debattierten Positivlisten als gerecht an. Wozu müssen noch Skalare wild eingefangen werden, wie viele andere Arten auch, wenn ihre Nachzucht längst kein Geheimnis mehr ist. Auch dieses briefmarkenähnliche Sammeln von Welsen, Barschen aus Wildbeständen scheint fragwürdig.
Gleich kritisch sollte man den Import von Goldfischen und Koi betrachten, auch dieser wäre so nicht erforderlich und ist zu überdenken.
Ebenfalls auffällig scheint die gesamte Riffaquaristik, die mit dem Herankarren von Fischen und Korallen aus fernsten Zipfeln irgendwelcher abgelegenen Inseln welches massiv zur Verschlechterung des Weltklimas beiträgt, Stichwort CO2. Dem Verlust dieser empfindlichen Tiere in ihrem generell als bedroht anzusehenden Habitat Riff.
Gleiches gilt auch für die Terraristik.
Im Übrigen scheint schon der normale Goldfisch aus ethischer Betrachtung eine Qualzucht, er zeigt klare Zeichen der Domestikation auf. Übergroße Schuppen, übergroße Verdauungsorgane und damit eine nicht der Natur entsprechende Veränderung, die für den Fisch eine gewisse Belastung darstellt, auch wenn er es nie anders erfahren hat.
Der Mensch im übrigen auch, zu viele Zähne im zu kleinen Gebiß, zu großer Kopf für den zu schwachen Wirbelbau usw.
Vielleicht gehört das Weltbild zum Tier diskutiert und nicht einseitig die rundliche Körperform einer seit Jahrhunderten existierenden Goldfischrasse.
#4 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 31.05.2011 10:25
ja ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Da muss man sich wirklich fragen, wo fängt eine "Qual" tatsächlich an? Der Transport für viele Tropische Fische ist natürlich eine Qual! Keine Frage! Inwiefern unsere Hochzuchten als "Qualzuchten" abgestempelt werden dürfen, ist auch fraglich. Ich könnte von meinen Goldfischen nicht behaupten, dass sie eine "Qual" mit ihren Deformationen hätten... Wenn es so wäre, dann würde man es am Verhalten ja erkennen (z.B. Apathie). Meine sind putzmunter, agil und verfressen, genau wie das typische Verhalten sein sollte.
Dass es für viele Fische auch eine "Qual" sein kann, wenn sie zu eng gehältert werden, keine Frage! Man sollte viel mehr dahinter sein, dass Fische im allgemeinen besser gehältert werden! Und man soll nicht Fische, die gesund und munter und nur etwas "komisch" aussehen nicht gleich als "Qualzucht" abstempeln und verbieten. Das ist alles ohne jeglicher sinnvoller Begründung!
Aber über dieses Thema könnte man sich viel streiten. In diversen Aquaristikforen gib es genügend Diskussionthemen. Wenn jedoch der Gesetzgeber veranlasst, "Qualzuchten" zu verbieten, dann kann man dem wohl leider nicht viel entgegensetzen. Da ist mein leider einfach zu "klein".
#5 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 31.05.2011 13:13
um deine Eingangsfrage zu beantworten: Man kann den § 11 b des Tierschutzgesetzes im Wortlaut hier nachlesen: http://www.tierundnatur.de/tsg-pa11.htm
Dort werden gar keine bestimmten Tierarten oder Zuchtformen erwähnt, sondern es wird ganz allgemein von der Zucht von Wirbeltieren gesprochen, die beim Tier keine Qualen verursachen dürfe.
Ergänzend hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forstenein Gutachten zur Auslegung des § 11 b des Tierschutzgesetzes herausgegeben, nachzulesen z.B. hier:
Hier ist von einem Qualzuchtverbot die Rede, es werden auch einige Merkmale besonders bei Säugetieren genannt, die als Qualzucht gelten. Die Fische hat man hier wohl gänzlich außen vor gelassen.
Deshalb hat die Deutsche Cichliden-Gesellschaft gefordert, auch bestimmte Zierfisch-Züchtungen in das Qualzuchtverbot einzuschließen, unter anderem Eierfische wegen des Verlusts ihrer Rückenflosse:
http://195.145.96.153/download/qualzuchten.pdf
Dem haben sich der VDA und andere Aquaristikverbände angeschlossen: http://www.vda-online.de/qualzuchten.html
Aber das alles ist noch nicht gesetzlich festgelegt! Vor ca. zwei Jahren gab es in unserem Forum große Aufregung deswegen, aber anscheinend sind die Bemühungen der Aquaristikverbände in Vergessenheit geraten, das Gesetz wurde noch nicht geändert.
#6 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 31.05.2011 14:21
die andauernde Diskriminierung von Goldfisch-Haltern in normalen Aquaristik-Foren geht auf das Qualzucht-Papier des VDA zurück, das bis heute gesetzlich nicht verifiziert worden ist. Ich habe über dieses Thema einen Artikel geschrieben: http://forum-goldfisch.de/Seiten/Kritische_Gedanken-17
Sicherlich muss man auch die züchterischen Entgleisungen wie Riesen-Blasen und Pompoms, die den Tieren vorhersehbare Leiden und/oder ein vorzeitiges Ableben geradezu garantieren, sehr kritisch diskutieren, dabei aber unterscheiden zwischen Zuchtrichtungen die einem nicht gefallen - dazu gehören bei mir z.B. alle Augenabnormalitäten - und Zuchten die Leiden verursachen. Soweit ich das sehe, werden öffentlich nach wie vor Geschmacksfragen diskutiert, sofern bei dem was da so abgelassen wird überhaupt von einer Diskussion gesprochen werden kann.
Für mich persönlich sind die Kritischen Gedanken und Hinweise zur Hochzucht von Nikolai Mette die Ausgangsbasis für eigene Überlegungen gewesen: http://goldfische.kaltwasseraquaristik.de/qualzucht.htm
Die Goldfische-Leute haben in Deutschland keine Lobby wie alle anderen Aquarianer. Es gibt keinen Verein, keinen Verband, keine Zuchtrichtlinien die angemessen unsere europäischen Vorstellungen von Tierzucht mit einer Abgrenzung zur Qualzucht berücksichtigen - und vor allen Dingen vertreten. Solange das so bleibt werden wir unser Image nicht verbessern und es ist nicht auszuschließen, dass ein aktiver, Mitglieder-starker Aquaristik-Verband gesetzliche Regelungen eines Tages erfolgreich anstößt.
Was in der Wikipedia steht ist überwiegend grober Unfug - aber ich bin mir sehr sicher dass es wenig Sinn macht, den Text zu korrigieren - die Gründe dafür brauche ich wohl kaum auszuführen.
#7 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 01.06.2011 13:18
Im Grunde muss man sich fragen ob nicht grundsätzlich ein Halten von Haustieren im weitesten Sinne "Qual" ist. Genau genommen kann der Mensch nur versuchen das Tier das er hält seinen Ansprüchen entsprechend einigermassen zu halten. In wie weit das möglich ist, sei dahin gestellt. Die Frage ist an dieser Stelle erlaubt: Ist es artgerecht einen Hund in der Stadt zu halten? Ist es artgerecht einer Katze keinen Freigang zu gewaehren? Es ist nicht so einfach denke ich. Was das Thema zu von Blasenaugen usw. Betrifft denke ich muss man schon immer die Gesundheit des Tieres im Auge behalten. Ich züchte ja auch kein Tier mit offenem Bauch, nur weil es mir gefällt die inneren Organe zu sehen. Ich persönlich mag Blasenaugen nicht. Ich empfinde es als nicht natürlich. Aber letztendlich zählt ob das Tier sich quält. Tut es das nicht. Ist es o.k. darf sein was gefällt. Ich mag nicht beurteilen ob so ein Tier sich quaelt. Dazu müsste ich ein paar Tage Fisch sein. )
#8 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 01.06.2011 17:49
in letzter Zeit war es um diese Thematik eigentlich sehr ruhig geworden,wahrscheinlich mangels "Problemmasse",im grossen Zoofachmarkt ist ein Ranchu schon eine ziemliche Überraschung.
Vieles zielt wohl auf dieses ominöse Gutachten ab.Nun ist Deutschland das Land der Gutachten und Schubladen in denen sie verschwinden,wenn jedes Gutachten Niedergang in Gesetzesform finden würde wäre es eine verwirrende Republik.
Ich denke "Blasenauge und Co.",alle für deutsche Augen fremdartige Zuchtformen,sind sozial so problematisch in die Öffentlichkeit zu bringen,da erübrigt sich jedwedes Gesetz.So würde sich wohl ein "Verbot" ausgestalten,offizieller Handel,Ausstellung,all das wäre untersagt.Gibt es ja im Prinzip jetzt schon nicht.Stiller Privatbesitz wäre sicher unmöglich zu verbieten.
Die Hoffnung auf "das muss EU-Weit gelten" würde ich aber nicht als Hauptargument gelten lassen,ich hab die Jammerei von Michael mit seiner Reptilienzucht(Schlangen,Kellerzucht) im Kopf,da hiess es in Hessen "jetzt sind wir mal streng",also bundesländerweite Regelungen,nicht mal staatenweise Regelungen.Kleinstaaterei ist also durchaus möglich..
War bei den "Kampfhunden" ebenso,da kocht jeder sein Süppchen,teilweise runter bis auf Gemeindeebene,gesteuert dann über Hundesteuer.
Selbst erlege ich mir Gelassenheit auf.Ein bisschen hege ich die Hoffnung der Deutsche im Allgemeinen findet ein wenig Zugang zu Zuchtformen der Goldfische über wirklich unproblematische Varianten wie den Wakin.Dem prophezeie ich unermüdlich eine gute Zukunft,wird mal ein Trendfisch.Und vielleicht schaut man sich dann unvoreingenommener auch mal einen Ranchu an,einen Tamasaba..
#9 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 01.06.2011 18:24
Und noch ein Nachtrag zum Thema Gutachten..
So ganz spontan,was sagt man dazu?
Und dann gibt es dazu ein Gutachten..
http://www.echt-wahnsinn.de/dokumente/ar...iorb_report.pdf
Für Ungeduldige und Lesefaule,runterscrollen,die Zusammenfassung steht als Fünfzeiler am Ende..
Soviel zu Gutachten..
#10 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 02.06.2011 15:22
ja genau andreas wobei wir da beim thema artgerecht wären. nur macht es ohne jetzt nur auf goldfische zu gehen und deren zuchtformen, tiere zu züchten die eine starke einschränkung haben. z.B. nackthunde usw. aber das würde jetzt sicherlich zu weit führen.
#11 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 02.06.2011 15:57
wenigstens haben sie den Versuch mit Platys gemacht und behaupten nicht, es sei möglich, in einem solchen Kugelaquarium Goldfische zu halten - obwohl auf dem Bild Goldfische in der Kugel zu sehen sind. Auch dauerte der Versuch nur 3 Monate. Ob etwa nach einem Jahr Verhaltensstörungen auftreten oder nicht, oder ob Fische in runden Becken eine genauso hohe Lebenserwartung haben wie Fische in herkömmlichen rechteckigen Becken, ist damit noch nicht untersucht.
Die Erklärungen zur Wasserchemie (Ammoniumausscheidung, Nitritpeak usw.) in diesem Gutachten sind immerhin für Anfänger leicht verständlich, könnte man sich fast so abspeichern.
Mich wundert übrigens diese leicht verständliche Sprache des Gutachtens. Dass sich wissenschaftliche Mitarbeiter einer Tierärztlichen Hochschule so allgemein verständlich ausdrücken können, grenzt an ein Wunder. Ist das wirklich echt? Oder doch nur ein Reklamegag von BiOrb?
#12 | RE: Tierschutzgesetz § 11b - Trifft der Inhalt aus Wikipedia zu? 02.06.2011 17:10
M.E. hat sich gezeigt, dass die Tiere in runden Aquarien sich auffallend ruhig verhalten, und schwimmunlustig sind. Zudem fressen sie viel schlechter. Beides deutet für mich nicht auf gutes Wohlbefinden hin. Ein gesunder Fisch nimmt regen Anteil an seiner Umgebung und ist Art gemäß immer auf Futtersuche.

References: § 11
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