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Timestamp: 2019-06-25 00:09:21+00:00

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Rechtsgebiete / Strafrecht / Allgemeines Strafrecht / Straftaten gegen die Person / Körperverletzung
Artikel zum Thema Körperverletzung
Gefahrenspezifischer Zusammenhang zwischen Grunddelikt und schwerer Folge
V. Strafantrag § 230 StGB
Die vorsätzliche Körperverletzung gemäß § 223 StGB und die fahrlässige Körperverletzung gemäß § 229 StGB unterliegen nur dann der Strafverfolgung, wenn gemäß § 77 Abs.1 StGB ein Strafantrag von dem Verletzten selbst gestellt wurde. Stirbt der Verletzte, kann der Antrag gemäß § 77 Abs.2 StGB von den Angehörigen gestellt werden. In Ausnahmefällen kann der Strafantrag auch von Dienstvorgesetzten i.S.v. § 230 StGB gestellt werden, sofern es sich bei dem Verletzten um einen Amtsträger (§ 11 Abs. 1 Nr. 2 StGB) handelt.
Bei Straftaten, deren Verfolgung nur auf Antrag erfolgt, muss der Antrag gemäß § 158 Abs.2 StPO bei einem Gericht oder der Staatsanwaltschaft schriftlich oder zu Protokoll bei einer anderen Behörde gestellt werden. Ein Telefonanruf genügt nicht (BGH vom 24.03.1971 – 2 StR 63/71).
Die Frist für den Strafantrag richtet sich nach § 77b StGB und beträgt im Falle der Antragstellung durch den Verletzten selbst drei Monate (§ 77b Abs. 1 StGB), gerechnet ab Ablauf des Tages an dem der Verletzte bzw. Berechtigte von Tat und Person des Täters Kenntnis erlangt (§ 77b Abs.2 S.1 StGB). Im Falle der Antragsstellung durch Angehörige ist der Antrag frühestens drei Monate und spätestens sechs Monate nach dem Tod des Verletzten zu stellen.
Bei der Körperverletzung gemäß §§ 223 und 229 StGB handelt es sich um ein Privatklagedelikt i.S.v. § 374 Abs. 1 Nr. 4 StPO. Vor der Klageerhebung ist ein Sühneversuch im Sinne von § 380 StPO vorgeschrieben, d.h. die Klageerhebung ist erst zulässig, nachdem von einer durch Landesjustizverwaltung bezeichneten Vergleichsbehörde die Sühne erfolglos versucht worden ist. Der Sühneversuch soll vor übereilten Privatklagen schützen und dient somit einerseits dem öffentlichen Interesse, andererseits kommt ihm auch eine Befriedungs- und Aussöhnungsfunktion zu.
VI. Aus der Rechtsprechung

References: § 230
 § 223
 § 229
 § 77
 § 77
 § 230
 § 158
 § 77
 § 374
 § 380