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Timestamp: 2020-08-09 23:31:05+00:00

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Arbeitgeber nutzt Ausländer aus? im Forum für Arbeitsrecht
Beitrag von berkay26 » 27.08.17, 19:36
Denke das meine Frage zu Strafrecht fällt aber sicher bin ich mir nicht deswegen hier.
Arbeitgeber beschäftigt Arbeiter aus Rumänien als Monteure. Diese Arbeiter wissen nicht das sie bei Krankheit zu Hause bleiben können und trotzdem ihr lohn bekommen. Das gleiche gilt bei Urlaub. Wenn diese mal für 1-2 Wochen in die Heimat fahren kriegen sie kein Geld für die Tage. Obwohl Ihnen ja min 20 Tage zustehen.
Aus Unwissenheit arbeiten die Leute trotz Krankheit und verzichten unwissend auf Lohn im Urlaub.
Der Arbeitgeber verschweigt diese Informationen bewusst und mit voller Absicht.
Was passiert wenn das rauskommt??
Re: Arbeitgeber nutzt Ausländer aus?
Beitrag von SusanneBerlin » 27.08.17, 20:00
Klärt der Arbeitgeber denn die deutschen AN oder überhaupt irgendwelche seiner AN über ihre Rechte auf?
Was soll da rauskommen? Lohnfortzahlung bei Krankheit gibt es nur wenn man dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bringt.
Der AG muss auch keinen AN in den Urlaub schicken, wenn der AN keinen Urlaub beantragt.
Beitrag von karli » 27.08.17, 20:57
SusanneBerlin hat geschrieben: Klärt der Arbeitgeber denn die deutschen AN oder überhaupt irgendwelche seiner AN über ihre Rechte auf?
Jeden Arbeitgeber treffen eine ganze Reihe von Informationspflichten.
Angefangen bei aushangpflichtigen Gesetzen. Und der AG wird unter Umständen Schadensersatzpflichtig, falls es durch Missachtung von Informationspflichen zu einem Schaden für den Arbeitnehmer kommt.
SusanneBerlin hat geschrieben: Der AG muss auch keinen AN in den Urlaub schicken, wenn der AN keinen Urlaub beantragt.
Würde ich in dieser Endgültigkeit nicht unterschreiben.
Meiner Ansicht nach könnten die Arbeitnehmer die entsprechende Vergütung vom AG, Vorbehaltlich einer möglichen Verjährung, verlangen. Auch nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses.
Beitrag von Evariste » 27.08.17, 21:22
Generell ergibt sich aus § 611 BGB eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Arbeitnehmern. Diese beinhaltet auch die Verpflichtung, die Arbeitnehmer über ihre Rechte zu informieren. Darüber hinaus sind verschiedene Gesetze ausdrücklich aushangpflichtig, z. B. das Arbeitszeitgesetz und das Mutterschutzgesetz. Verstöße können als Ordnungsstrafe geahndet werden, darüber hinaus macht sich der AG dadurch schadenersatzpflichtig, falls AN aus Unwissenheit Fehler machen oder ihre Rechte nicht wahrnehmen.
Für eine Strafbarkeit käme es darauf an, ob die Definition des § 232 Abs. 1 Satz 2 StGB erfüllt ist:
Wenn ja, dann könnte § 232b Abs. 3 greifen:
Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer eine andere Person mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel oder durch List veranlasst,
Das bloße Verschweigen der Möglichkeit, Urlaub zu beantragen und sich krank zu melden, wird m. E. noch keine Strafbarkeit auslösen. Allerdings liegt bei derartigen Arbeitgebern meist noch mehr im Argen.
Beitrag von karli » 27.08.17, 21:38
Evariste hat geschrieben: Generell ergibt sich aus § 611 BGB eine Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Arbeitnehmern.
Ich hätte geschworen, das war § 618.
Beitrag von matthias. » 28.08.17, 08:43
Dazu käme wenn durch die unterlassenen Lohnzahlungen der Lohn unter den Mindestlohn rutscht, wird sich der Zoll dafür interessieren.
Sind die Kollegen denn bei einer Krankenkasse angemeldet?
Wie lange arbeiten die schon für den Arbeitgeber?
Beitrag von Evariste » 28.08.17, 09:42
Hatte ich so aus dem Internet abgeschrieben, richtig ist aber wohl "§ 611 BGB in Verbindung mit § 241 / 242 BGB". § 618 passt hier eher nicht.

References: § 611
 § 232
 § 232
 § 611
 § 618
 § 241
 § 618