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Timestamp: 2019-11-17 04:52:47+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein GraswNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Graswarder/Heiligenhafen" vom 29. Dezember 1987 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Graswarder/Heiligenhafen"...
juris-Abkürzung: GraswNatSchGV SH
Fundstelle: GVOBl. 1988 10
Gliederungs-Nr: 791-4-93
über das Naturschutzgebiet "Graswarder/Heiligenhafen"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Graswarder/Heiligenhafen" vom 29. Dezember 1987 01.01.2003
(1) Der Nehrungshaken Graswarder mit angrenzenden Wasserflächen der Ostsee nordöstlich von Heiligenhafen, Kreis Ostholstein, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Graswarder/ Heiligenhafen" unter Nummer 69 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 229 ha groß und umfaßt den von Westen nach Osten wandernden Nehrungshaken mit seinen charakteristischen, erdgeschichtlich bedeutsamen Formgebungen sowie die unmittelbar angrenzenden Watt- und Wasserflächen der Ostsee. In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes als schwarze Linie dargestellt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in der Abgrenzungskarte I a im Maßstab 1 : 5.000 und in der Abgrenzungskarte II a im Maßstab 1 : 12.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde verwahrt. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung. Weitere Karten sind beim
- Untere Landschaftspflegebehörde -, 2420 Eutin,
Bürgermeister der Stadt Heiligenhafen, 2447 Heiligenhafen,
Das Naturschutzgebiet dient der Erhaltung eines sich in Richtung Osten ständig weiter entwickelnden Nehrungshakens mit Strandwällen, flachen Dünen, Salzwiesen, flachgründigen Teichen sowie Watt- und Wasserflächen der Ostsee. Aufgrund seiner großen Vielfalt der erdgeschichtlichen, gewässer-, pflanzen- und tierkundlichen Erscheinungsformen ist der Graswarder mit seiner Umgebung Lebensraum und Lebensstätte einer zahl- und artenreichen Pflanzen- und Tierwelt. Die hier vorzufindenden Standortbedingungen gewähren Pflanzen und Tieren der besonders bedrohten Arten eine reale Möglichkeit des Überlebens und der Arterhaltung. Die Natur ist hier in ihrer Ganzheit zu erhalten und, soweit es zur Erhaltung bestimmter bedrohter Pflanzen- und Tierarten erforderlich ist, durch planvolle Maßnahmen zu entwickeln und wiederherzustellen.
die Wasserflächen auf dem Graswarder mit Wasserfahrzeugen aller Art zu befahren,
Zelte oder Wohnwagen aufzustellen, Sachen aller Art zu lagern, Feuer zu machen oder Hunde laufen zu lassen,
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdschutzes im Sinne des Abschnittes VI und des § 22a des Bundesjagdgesetzes in Verbindung mit den §§ 21 und 22 des Landesjagdgesetzes ,
die ordnungsgemäße Ausübung der Erwerbsfischerei in der Ostsee nördlich des Graswarders und östlich des östlichsten Nehrungshakens des Graswarders; nicht zulässig ist es,
den Fischfang mit der Handangel auszuüben oder
vor dem 10. Juli eines jeden Jahres Wattwürmer auszugraben oder auszuspülen,
die erforderlichen Maßnahmen des Küstenschutzes im Geltungsbereich der Landesverordnung über den Schutz der Deiche und der Küsten vom 19. Dezember 5. 1980 (GVOBl. Schl.-H. 1981 S. 2), geändert durch Landesverordnung vom 19. Mai 1983 (GVOBl. Schl.-H. S. 178), sowie die hierfür erforderlichen Maßnahmen der Wasserwirtschaft einschließlich der Forschungs- und Vermessungsarbeiten mit Ausnahme solcher Vorhaben, die nach Wasserrecht oder anderen Rechtsvorschriften erlaubnis-, bewilligungsgenehmigungs- oder planfeststellungsbedürftig sind,
(1) Die untere Naturschutzbehörde kann im Einzelfall von den Verboten des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 10 und 11 Ausnahmen zulassen, wenn die danach zulässigen Handlungen nicht zu einer nachhaltigen Störung führen und den Schutzzweck nicht beeinträchtigen können. Sie ist auch zuständig für die Erteilung von Befreiungen nach § 54 Abs. 2 des Landesnaturschutzgesetzes und kann bei Gefährdung des Schutzzweckes die unaufschiebbaren, notwendigen Maßnahmen treffen.
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume für Natur und Umwelt im Einzelfall Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 11 und des § 5 Abs. 1 Nr. 1 zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
§ 4 Abs. 1 Nr. 9 Lebens- oder Zufluchtstätten der Tiere oder die Standorte der Pflanzen beseitigt oder nachteilig verändert, insbesondere durch chemische Stoffe oder mechanische Maßnahmen,
§ 4 Abs. 1 Nr. 12 Flugmodelle, Modellflugkörper mit Eigenantrieb, Ballone oder Drachen aufsteigen oder landen oder Schiffsmodelle fahren läßt,
§ 4 Abs. 1 Nr. 13 die Wasserflächen auf dem Graswarder mit Wasserfahrzeugen aller Art befährt,
§ 4 Abs. 1 Nr. 15 Zelte oder Wohnwagen aufstellt, Sachen aller Art lagert, Feuer macht oder Hunde laufen läßt,
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Graswarder-Heiligenhafen" vom 28. März 1968 (GVOBl. Schl.-H. S. 98) außer Kraft.

References: § 22
 § 4
 § 54
 § 4
 § 5

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