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Timestamp: 2020-08-06 17:12:15+00:00

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BFH Urteil vom 20.09.2016 - X R 23/15 (veröffentlicht am 11.01.2017) | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
BFH Urteil vom 20.09.2016 - X R 23/15 (veröffentlicht am 11.01.2017)
EStG § 3 Nr. 63, § 22 Nr. 5 Sätze 1-2, § 34 Abs. 1, 2 Nr. 4; BetrAVG § 3
FG Rheinland-Pfalz (Urteil vom 19.05.2015; Aktenzeichen 5 K 1792/12; EFG 2015, 1441)
Ferner erhielt sie von einer Pensionskasse eine Kapitalabfindung in Höhe von 16.923,88 €, die dem Grunde nach unstreitig gemäß § 22 Nr. 5 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu besteuern ist. Dem lag eine Entgeltumwandlung zugrunde, die die Klägerin im Jahr 2003 mit ihrem Arbeitgeber vereinbart hatte. Nach den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Pensionskasse (AVB) war Gegenstand des Vertrages eine betriebliche Versorgung i.S. des § 1b Abs. 3 des Betriebsrentengesetzes (BetrAVG). Versicherungsnehmer war der Arbeitgeber, versicherte Person der Arbeitnehmer (hier: die Klägerin). Die monatlichen Altersrentenzahlungen sollten mit dem 1. Januar des Jahres nach Vollendung des 65. Lebensjahres beginnen (§ 4 Abs. 1 AVB), was im Fall der Klägerin einen Rentenbeginn zum 1. Januar 2015 bedeutet hätte. Auf Verlangen des Versicherten war eine vorgezogene Altersrente zu zahlen, wenn eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen wurde (§ 4 Abs. 2 AVB). § 4 Abs. 7 AVB enthielt eine Regelung über eine Kapitalabfindung, deren ersten beiden Sätze wie folgt lauteten: "Soweit keine steuerliche Förderung nach §§ 10a, 79 ff. EStG erfolgt, kann der Versicherungsnehmer im Einvernehmen mit der versicherten Person anstelle der Rente die Kapitalabfindung wählen. Der Antrag muss uns spätestens drei Jahre vor dem Termin, zu dem eine Rente aus diesem Vertrag verlangt werden kann (vgl. § 4 Absätze 1 und 2), zugehen."
a) Daran bestehen in Bezug auf den Streitfall für die von der Klägerin ab dem 1. Januar 2005 geleisteten Beiträge Zweifel. § 3 Nr. 63 EStG setzt ab diesem Zeitpunkt voraus, dass die "Auszahlung der zugesagten Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgungsleistungen in Form einer Rente oder eines Auszahlungsplans (§ 1 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes...) vorgesehen ist". Demgegenüber hatte die Pensionskasse vorliegend dem Arbeitgeber ein im Einvernehmen mit der Klägerin auszuübendes Kapitalwahlrecht eingeräumt (§ 4 Abs. 7 AVB), das nicht an besondere Voraussetzungen geknüpft war. Ein solches Kapitalwahlrecht steht außerhalb der in § 3 Nr. 63 EStG aufgeführten Auszahlungsformen (Rente oder qualifizierter Auszahlungsplan) und wirft daher zumindest Zweifel daran auf, ob die Voraussetzungen der Steuerbefreiung in einem derartigen Fall erfüllt sind.
Haufe-Index 10141058
BFH/NV 2017, 345
BFH/PR 2017, 106
BStBl II 2017, 347
BFHE 2017, 209
DB 2017, 102
DB 2017, 15
DStR 2017, 96
DStZ 2017, 141
DStZ 2017, 99
HFR 2017, 221
WPg 2017, 165
FR 2017, 437
NJW 2017, 750
GStB 2017, 13
NWB 2017, 162
BetrAV 2017, 194
EStB 2017, 53
NZA 2017, 298
StuB 2017, 124
ZIP 2017, 5
AuA 2017, 181
DStRK 2017, 71
ErbStB 2017, 69
NWB direkt 2017, 51
StX 2017, 38
AH 2017, 2
KÖSDI 2017, 20163
KSR direkt 2017, 2
LGP 2017, 129
LGP 2017, 167
MBP 2017, 38
StB 2017, 42

References: § 3
 § 22
 § 34
 § 3
 § 22
 § 1
 § 4
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 § 3
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