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Timestamp: 2017-06-25 05:22:08+00:00

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Fachanwalt - iurratio Online
Fachanwalt darf sich in Deutschland nennen, wer als Rechtsanwalt in einem bestimmten Fachbereich besondere Kenntnisse und Erfahrungen vorweisen kann, und diese während einer Fachanwaltsausbildung unter Beweis gestellt hat. Ein Fachanwalt ist also ein ausgewiesener Spezialist für ein bestimmtes Rechtsgebiet, der seine Mandanten bevorzugt oder ausschließlich in diesem Fachbereich vertritt. Fachanwälte arbeiten in der eigenen Kanzlei, Behörden (öffentliche Verwaltung), Berufsorganisationen, oder in einem Arbeitgeber- oder Sozialverband. Aber auch in der freien Wirtschaft gibt es Bedarf an Volljuristen, die sich besonders intensiv mit einem Rechtsgebiet auseinandergesetzt haben.
In der Regel berechnet ein Fachanwalt für seine Dienste höhere Honorare gegenüber einem Kollegen ohne Fachanwaltsbezeichnung, daneben ist die Strahlkraft einer Fachanwaltsbezeichnung bei der Gewinnung neuer Mandanten nicht zu unterschätzen. Gemäß § 43c BRAO darf ein Rechtsanwalt maximal drei Fachanwaltstitel führen.
Die Ausbildung zum Fachanwalt
Grundlage für den Titel des Fachanwalts ist der erfolgreiche Abschluss einer Fachanwaltsausbildung. Diese ist in der Fachanwaltsordnung (FAO) geregelt. Die Anforderungen der Ausbildung lassen sich in praktische und theoretische Kenntnisse unterteilen.
Der theoretische Teil der Fachanwaltsausbildung
Basis für den theoretischen Teil der Fachanwaltsausbildung ist die Teilnahme an einem Fachanwaltslehrgang. Dieser umfasst mindestens 120 Stunden (je nach Rechtsgebiet u.U. auch mehr) und ist meist von den Lehrgangsanbietern so organisiert, dass er neben der anwaltlichen Tätigkeit absolviert werden kann (siehe auch § 4 Fachanwaltsordnung). Hinzu kommen sog. Leistungskontrollen, welche zusammen genommen weitere 15 Zeitstunden ausmachen. Nach Abschluss des Lehrgangs mit erfolgreichen Ergebnissen aus den Aufsichtsarbeiten ist der theoretische Teil der Ausbildung abgeschlossen.
Der praktische Teil der Fachanwaltsausbildung
Um die in der Theorie erworbenen Kenntnisse mit praktischer Erfahrung zu belegen, muss der Antragssteller eine bestimmte Zahl von Fällen des Rechtsgebietes bearbeitet haben. Besondere praktische Erfahrungen in einem Fachgebiet gelten demnach als nachgewiesen, wenn der Antragsteller innerhalb der letzten drei Jahre (in Härtefällen wie bspw. Mutterschutz oder Elternzeit bis zu 6 Jahre) vor Antragstellung eine bestimmte Anzahl an Fällen persönlich und weisungsfrei bearbeitet hat (vgl. §§ 5 und 6 Abs. 3 FAO). Die genauen Vorgaben sind in der Fachanwaltsordnung ab § 5 zu finden. Um die Vorgaben zu belegen, sind Falllisten zu führen, die der Rechtsanwaltskammer zur Kontrolle vorzulegen sind.
Alternativ zur Vorlage in der Praxis erworbener Kenntnisse kann der Antragsteller ein 45 bis 60 minütiges Fachgespräch mit dem Fachausschuss der Rechtsanwaltskammer führen, um seine fachliche Qualifikation unter Beweis zu stellen. Kann der Antragssteller mit Unterlagen einwandfrei belegen, dass die praktischen Erfahrungen bereits vorliegen, so findet das Fachgespräch nicht statt.
Ist auch diese Hürde der Ausbildung erfolgreich genommen, ist der Kandidat berechtigt, den Titel Fachanwalt im entsprechenden Fachbereich zu führen (vgl. § 7 FAO).
Fachanwaltsbezeichnungen nach § 1 FAO
Laut Fachanwaltsordnung vom 01.07.2009 sind aktuell 20 Fachanwaltstitel zu erlangen. Für jeden dieser Titel sind unterschiedliche Kenntnisse nachzuweisen, die in den §§ 8 bis 14m FAO zu finden sind. Der Titel Fachanwalt ist für die folgenden Fachbereiche möglich:
Fortbildungsmaßnahmen nach § 15 FAO
Inhaber eines Fachanwaltstitels sind gemäß § 15 FAO dazu verpflichtet, jährlich an einer mindestens 10 Zeitstunden andauernden anwaltlichen Fortbildungsveranstaltung teilzunehmen, oder alternativ im jeweiligen Fachgebiet wissenschaftlich zu publizieren. Wird gegen diese Pflicht verstoßen, kann die Rechtsanwaltskammer eine Rüge erteilen.
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References: § 43
 § 4
 § 5
 § 7
 § 1
 § 15
 § 15