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Timestamp: 2017-12-12 21:57:56+00:00

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§35a KJHG - Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und ... | Hausarbeiten publizieren
1. Wesentliche Paragraphen
2. Seelische Behinderung – ja oder nein?
4. Antrag, Anspruch, Verfahren
5. Behandlung, Ziele
§35a KJHG
(3) Aufgabe und Ziel der Hilfe, die Bestimmung des Personenkreises sowie die Art der Leistungen richten sich nach §39 Abs. 3 und 4 Satz 1, den §§ 40 und 41 des Bundessozialhilfegesetzes, soweit diese Bestimmungen auch auf seelisch behinderte und von einer solchen Behinderung bedrohte Personen Anwendung finden.
§39 BSHG
Personenkreis und Aufgabe
(3) Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und die behinderten Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Hierzu gehört vor allem, den behinderten Menschen die Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen oder zu erleichtern, ihnen die Ausübung eines angemessenen Berufs oder einer sonstigen angemessenen Tätigkeit zu ermöglichen oder sie so weit wie möglich unabhängig von Pflege zu machen.
(4) (Satz 1) Für die Leistungen zur Teilhabe gelten die Vorschriften des Neunten Buches Sozialgesetzbuch, soweit sich aus diesem Gesetz und den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen nichts Abweichendes ergibt.
§40 BSHG
(1) Leistungen der Eingliederungshilfe sind vor allem
1. Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nach §26 Abs. 2 und 3 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch,
3. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach §33 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch sowie sonstige Hilfen zur Erlangung eines geeigneten Platzes im Arbeitsleben,
4. Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung, vor allem im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht und zum Besuch weiterführender Schulen einschließlich der Vorbereitung hierzu; die Bestimmungen über die Ermöglichung der Schulbildung im Rahmen der allgemeinen Schulpflicht bleiben unberührt,
5. Hilfe zur schulischen Ausbildung für einen angemessenen Beruf einschließlich des Besuchs einer Hochschule,
6. Hilfe zur Ausbildung für eine sonstige angemessene Tätigkeit,
7. Leistungen in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen nach §41 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch oder in vergleichbaren sonstigen Beschäftigungsstätten (§41),
8. Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft nach §55 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch,
9. nachgehende Hilfe zur Sicherung der Wirksamkeit der ärztlichen und ärztlich verordneten Maßnahmen und zur Sicherung der Teilnahme der behinderten Menschen am Arbeitsleben.
Die Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben nach diesem Gesetz entsprechen jeweils den Rehabilitationsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung oder der Bundesanstalt für Arbeit.
(2) Soweit es im Einzelfall gerechtfertigt ist, können Beihilfen an den behinderten oder von einer Behinderung bedrohten Menschen an seine Angehörigen zum Besuch während der Durchführung der Leistungen der Eingliederungshilfe in einer Anstalt, einem Heim oder einer gleichartigen Einrichtung gewährt werden.
Um mit dem Paragraphen 35a arbeiten zu können und überhaupt rechtlich anspruchsberechtigt zu sein, bleibt neben den rechtlichen Voraussetzungen (siehe 4.) primär die Frage: Ist das Kind oder der Jugendliche bzw. junge Volljährige seelisch behindert oder von einer solchen Behinderung bedroht? Wenn die Leistungen nach dem KJHG in Anspruch genommen werden sollen, muss also eine seelische Störung vorliegen, die u.a. eine konkrete Beeinträchtigung der Fähigkeit zur Eingliederung in die Gesellschaft zur Folge hat. Eine seelische Behinderung droht, wenn psychosomatische Reaktionen und seelische Störungen derart massiv werden, dass sie die soziale und auch individuelle Lebensgestaltung außerordentlich beeinträchtigen. Dies ist besonders bei Kindern schwierig festzustellen aufgrund derer unterschiedlichen Entwicklungsgeschwindigkeiten, auch deshalb, da eine Behinderung nicht als Krankheit sondern als Abweichung vom Normalzustand bezeichnet wird.
Bevor der Paragraph 35a mit dem KJHG in Kraft getreten ist, war die Eingliederungshilfe auch für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche im BSHG verankert, neben der körperlich und auch geistigen Behinderungen; es wurde kaum ein Unterschied gemacht zwischen behinderten Kindern und Jugendlichen und behinderten Erwachsenen. Problematisch ist nun die Feststellung der Zuständigkeit (BSHG oder KJHG), da für körperliche und geistige Behinderung bezüglich der Leistungen, Anspruchsberechtigung, usw. weiterhin das BSHG zuständig bleibt. Denn schwer ist es oftmals, eine Abgrenzung zwischen seelischer und körperlicher Behinderung aufzuzeigen; besonders schwierig ist auch die Zuständigkeit bei einer Mehrfachbehinderung. Daher steht die Frage „seelische Behinderung – ja oder nein?“ vor einer größeren Problematik; im Zweifel soll die Jugendhilfe vorrangig handeln.
V28486
9783638302487
KJHG Eingliederungshilfe Kinder Jugendliche
Melanie Bongers, 2004, §35a KJHG - Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, München, GRIN Verlag, http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/28486.html

References: §35
 §39

§39

§40
 §26
 §33
 §41
 §55
 §35