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Timestamp: 2016-10-25 19:09:05+00:00

Document:
5C.53/2004 (02.12.2004)
5C.53/2004 /bnm
Sitzung vom 2. Dezember 2004
Bundesrichter Raselli, Pr�sident
Beklagter, Berufungskl�ger und Anschlussberufungsbeklagter,
Kl�gerin, Berufungsbeklagte und Anschlussberufungskl�gerin,
Berufung gegen den Entscheid des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz, Zivilkammer, vom 19. August 2003.
Am xxxx heirateten K.________ (Ehefrau), Jahrgang xx, und B.________(Ehemann), Jahrgang xx. Sie wurden Eltern einer Tochter, geboren xx, und eines Sohnes, geboren xx. Der Ehemann war Inhaber der im Jahre 1969 in das Handelsregister eingetragenen Einzelfirma "E.________K�serei" (Schwyz) und gr�ndete im Jahre 1989 gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner Tochter die "Formaggio F.________ SA" mit Sitz in Y.________ (Tessin). Die Ehefrau half von Beginn an in der K�serei mit.
Auf Klage der Ehefrau schied der Einzelrichter des Bezirkes Schwyz die Ehe der Parteien und regelte die Scheidungsfolgen. Er verpflichtete den Beklagten zu monatlichen Unterhaltszahlungen an die Kl�gerin von Fr. 4'000.-- bis 31. Mai 2007 und danach von Fr. 2'500.--, basierend auf einem Einkommen (inkl. Wertschriftenertrag) von Fr. 12'000.-- (Beklagter) bzw. Fr. 1'200.-- (Kl�gerin) und einem Verm�gen von 6 Mio. Franken (Beklagter) bzw. Fr. 450'000.-- (Kl�gerin; Dispositiv-Ziff. 2). Aus G�terrecht sprach der Einzelrichter der Kl�gerin eine Forderung von Fr. 211'214.50 zu (Dispositiv-Ziff. 4 des Urteils vom 18. Dezember 2000).
Mit Berufung focht der Beklagte - nebst der g�terrechtlichen Auseinandersetzung - die Feststellung des f�r den Unterhalt massgebenden Einkommens und Verm�gens an. Die Kl�gerin schloss sich der Berufung an und begehrte eine Erh�hung der ihr geschuldeten Unterhaltsbeitr�ge und ihres G�terrechtsanteils. In seiner Anschlussberufungsantwort forderte der Beklagte, den erstinstanzlich festgelegten Unterhaltsbeitrag herabzusetzen und zu befristen.
Das Kantonsgericht Schwyz trat auf das in der Anschlussberufungsantwort neu gestellte Unterhaltsbegehren des Beklagten nicht ein (E. 3a-c S. 37 f.). Was den nachehelichen Unterhalt angeht, best�tigte es das erstinstanzliche Urteil (Dispositiv-Ziff. 1 und 6), berichtigte aber dessen Dispositiv-Ziff. 2 Abs. 2 von Amtes wegen und setzte das f�r den nachehelichen Unterhalt massgebende Verm�gen auf 4,69 Mio. Franken (Beklagter) bzw. Fr. 600'000.-- (Kl�gerin) fest (Dispositiv-Ziff. 2). In g�terrechtlicher Hinsicht verpflichtete es den Beklagten, der Kl�gerin Fr. 302'000.-- zu bezahlen (Dispositiv-Ziff. 3 des Entscheids vom 19. August 2003).
Mit Berufung beantragt der Beklagte dem Bundesgericht, die Kl�gerin sei zu verpflichten, ihm Fr. 96'000.-- aus G�terrecht zu bezahlen. Der von ihm zu leistende Unterhaltsbeitrag sei auf Fr. 500.-- bis 31. Mai 2007 zu beziffern und die dabei massgebenden finanziellen Verh�ltnisse seien f�r ihn mit Fr. 4'698.-- (Einkommen) und 2,908 Mio. Franken (Verm�gen) und f�r die Kl�gerin mit Fr. 1'730.-- (Einkommen) und Fr. 405'000.-- (Verm�gen) anzugeben. In seinen Gegenbemerkungen schliesst das Kantonsgericht auf Abweisung, soweit auf die Berufung eingetreten werden k�nne. Denselben Antrag stellt die Kl�gerin in ihrer Berufungsantwort. Anschlussberufungsweise verlangt sie eine Erh�hung des ihr monatlich geschuldeten Unterhaltsbeitrags auf Fr. 6'500.-- bis 31. Mai 2007 und danach auf Fr. 5'000.--. Der Beklagte beantragt, die Anschlussberufung sei abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden k�nne.
Mit der Berufung hat der Beklagte ein Gesuch um Wiederherstellung der vers�umten Berufungsfrist gestellt. Zu den Gegenbemerkungen des Kantonsgerichts betreffend Fristwiederherstellung hat der Beklagte Stellung genommen. Die Kl�gerin beantragt die Abweisung des Gesuchs. Die II. Zivilabteilung des Bundesgerichts hat das Gesuch gutgeheissen (Zwischenbeschluss vom 11. Juni 2004).
Mit Urteil vom 7. Oktober 2004 hat die II. Zivilabteilung des Bundesgerichts die gleichzeitig gegen den kantonsgerichtlichen Entscheid erhobene staatsrechtliche Beschwerde des Beklagten gutgeheissen, was die Feststellung des f�r den Unterhaltsbeitrag massgebenden Verm�gens (Dispositiv-Ziff. 2), die g�terrechtliche Auseinandersetzung (Dispositiv-Ziff. 3) sowie die Regelung der Kosten- und Entsch�digungsfolgen (Dispositiv-Ziff. 5, 7 und 8 des angefochtenen Entscheids) betrifft (5P.82/2004).
Da das Bundesgericht die staatsrechtliche Beschwerde des Beklagten teilweise gutgeheissen hat und den kantonsgerichtlichen Entscheid in Dispositiv-Ziff. 2 (Feststellung des Verm�gens) und Dispositiv-Ziff. 3 (g�terrechtliche Auseinandersetzung) aufgehoben hat, ist die Berufung bezogen auf diese beiden Punkte gegenstandslos geworden. Einzutreten ist hingegen auf die Berufung und die Anschlussberufung, soweit der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt strittig ist. Gegenstand des Verfahrens bildet ferner das f�r den nachehelichen Unterhalt massgebende Einkommen der Ehegatten.
Mit seiner kantonalen Berufung hat der Beklagte die bezirksgerichtliche Festsetzung des Unterhaltsbeitrags an die Kl�gerin nicht angefochten. Erst in seiner Anschlussberufungsantwort vor Kantonsgericht hat er neue, w�hrend des Rechtsmittelverfahrens eingetretene Tatsachen behauptet und belegt und gest�tzt darauf neu die Herabsetzung des Unterhaltsbeitrags verlangt. Das Kantonsgericht hat die neuen Tatsachenvorbringen und Belege des Beklagten in der g�terrechtlichen Auseinandersetzung ber�cksichtigt (S. 15 und S. 21), das neue Rechtsbegehren aber als versp�tet zur�ckgewiesen (E. 3a-c S. 37 f.). Der Beklagte r�gt eine Verletzung von Art. 138 Abs. 1 ZGB. Mit der Marginalie "Neue Antr�ge" sieht diese Bestimmung in Abs. 1 vor, dass in der oberen kantonalen Instanz neue Tatsachen und Beweismittel vorgebracht werden k�nnen und neue Rechtsbegehren zugelassen werden m�ssen, sofern sie durch neue Tatsachen oder Beweismittel veranlasst worden sind.
2.1.1 Die Bestimmung gelangte erst relativ sp�t in den Vorentwurf (VE). Sie fand im Vernehmlassungsverfahren mehrheitlich Zustimmung. Die Norm wurde in der Folge kaum mehr diskutiert und mit Ausnahme der Marginalie (Art. 143 VE: "Neue Antr�ge bei Klagen") unver�ndert in den bundesr�tlichen Entwurf aufgenommen. Die Erl�uterungen des Bundesrats dazu in der Botschaft (E. 2.1.2 sogleich) entsprechen praktisch w�rtlich den Ausf�hrungen im Bericht mit Vorentwurf vom 28. Januar 1992 (S. 76 f.; f�r Nachweise zu den vorparlamentarischen Gesetzgebungsarbeiten: Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, Z�rich 1999, N. 30 ff. der Allgemeinen Einleitung und insbesondere N. 3 zu Art. 138 ZGB).
Das Stellen neuer Rechtsbegehren bedeutet gem�ss der bundesr�tlichen Botschaft eine �nderung der urspr�nglichen Klage und geht von der Sache her weiter als das blosse Vorbringen von neuen Tatsachen und Beweismitteln, die bereits vorhandene Rechtsbegehren zus�tzlich unterst�tzen sollen. Es sei deshalb gerechtfertigt, an die Zul�ssigkeit der Klage�nderung h�here Anforderungen zu stellen. Neue Rechtsbegehren m�ssten vor der zweiten Instanz nur dann von Bundesrechts wegen zugelassen werden, wenn sie durch neue Tatsachen oder Beweismittel veranlasst worden seien (BBl. 1996 I 1, S. 138 f. Ziff. 234.5).
2.1.3 Im St�nderat stellte eine Kommissionsminderheit zun�chst klar, dass bez�glich der Zul�ssigkeit neuer Rechtsbegehren - entgegen der Botschaft - keine Einschr�nkung im Verh�ltnis zum Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel bestehe, sondern gleichsam eine Abh�ngigkeit. Neue Rechtsbegehren, die durch neue Tatsachen oder Beweismittel veranlasst seien, m�ssten stets zugelassen werden, wenn auch die neuen Tatsachen und Beweismittel vorgetragen werden k�nnten. Die Kommissionsminderheit wollte das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel auf echte Noven beschr�nken und f�r die Zulassung unechter Noven ein Glaubhaftmachen verlangen, dass diese nicht bereits im erstinstanzlichen Verfahren beigebracht werden konnten (vgl. die Voten Danioth und Inderkum). Die Diskussion verschob sich alsdann auf die verfassungsrechtliche Zul�ssigkeit bzw. auf die zwingende Notwendigkeit, mit der vorgeschlagenen Regelung in die kantonale Prozessrechtshoheit einzugreifen (vgl. die Voten Beerli und Zimmerli). In der Folge wurde Art. 138 Abs. 1 gestrichen (AB 1996 S 766 ff.).
2.2 Nach Verabschiedung des Gesetzes durch die eidgen�ssischen R�te am 26. Juni 1998 erstellte das Bundesamt f�r Justiz am 20. Juli 1998 "Hinweise und Anregungen f�r die Vorbereitung der kantonalen Einf�hrungsbestimmungen zur �nderung des ZGB (exkl. Zivilstandswesen)". Darin heisst es "Zur bundesrechtlichen Einschr�nkung der Eventualmaxime" (S. 7), dass jeder Partei mindestens das Recht zustehe, in ihrem ersten Parteivortrag oder in ihrer ersten Rechtsschrift im oberinstanzlichen Verfahren neue Tatsachen und Beweismittel vorzubringen, unabh�ngig davon, ob es sich um echte oder unechte Noven handle. Es sei den Kantonen aber freigestellt, das Novenrecht �ber diesen Mindeststandard hinaus grossz�giger zu gestalten. In Kantonen, die schon heute ein weniger strenges Novenrecht kennten als es nun bundesrechtlich vorgeschrieben sei, bestehe kein Anpassungsbedarf. F�r den zweiten Aspekt der Eventualmaxime, n�mlich das Verbot der Klage�nderung, gehe der bundesrechtliche Minimalstandard weniger weit. Die Klage�nderung m�sse in der oberen Instanz nur dann von Bundesrechts wegen zugelassen werden, sofern diese durch neue Tatsachen oder Beweismittel veranlasst worden sei (Rz. 24).
An kantonalen Regelungen besteht heute eine grosse Vielfalt. Vereinzelte Kantone haben einfach auf die Art. 135 ff. ZGB verwiesen (z.B. Art. 267 ZPO/GL), Art. 138 Abs. 1 ZGB ausdr�cklich vorbehalten (z.B. Art. 242 ZPO/NW; Art. 374c CPC/VD) oder inhaltlich mit der Botschaft des Bundesrats �bereinstimmend festgelegt, dass neue Tatsachen und Beweismittel in der Appellation und der Appellationsantwort vorgebracht werden k�nnen und darauf gest�tzte neue Rechtsbegehren zul�ssig sind (z.B. Art. 398 CPC/NE; Art. 274 ZPO/OW; Art. 423b CPC/TI). Andere Kantone konnten auf ihre Zivilprozessbestimmungen �ber das Novenrecht und die Klage�nderung verweisen und diese Regelung in der Berufungsinstanz f�r anwendbar erkl�ren (z.B. Art. 49 EGzZGB/FR). Eine ganze Reihe von Kantonen haben weit �ber den bundesrechtlichen Minimalstandard hinausgehende L�sungen getroffen, wonach neue Tatsachen und Beweismittel und dadurch veranlasste neue Rechtsbegehren vorgebracht werden k�nnen bis zum Abschluss des Schriftenwechsels (z.B. Art. 218 ZPO/AI) oder in der schriftlichen Begr�ndung der Appellation und Anschlussappellation sowie in der Antwort auf diese (z.B. � 321 Abs. 4 ZPO/AG; Art. 246a ZPO/UR; Art. 223bis ZPO/VS; vgl. Freiburghaus/Leuenberger/Sutter, �bersicht �ber die kantonale Einf�hrungsgesetzgebung zum neuen Scheidungsrecht, FamPra.ch 2000 S. 379 ff., S. 396 f., mit - wenigen �berholten, hier teilweise nachgetragenen - Hinweisen).
Die Zivilprozessordnung des Kantons Schwyz beh�lt im Prozess �ber Ung�ltigkeit, Scheidung oder Trennung der Ehe die bundesrechtlichen Bestimmungen �ber das Rechtsmittelverfahren vor (� 199 ZPO/SZ). F�r das Berufungsverfahren gilt, dass neue Tatsachen und Beweismittel - unbesehen darum, ob es sich um echte oder unechte Noven handelt - bis zum Abschluss des ersten Schriftenwechsels, d.h. in der Berufungsbegr�ndung und der Berufungsantwort sowie in der Anschlussberufungsbegr�ndung und der Anschlussberufungsantwort vorgetragen werden k�nnen. Neue Rechtsbegehren sind zeitlich beschr�nkt auf die Berufungserkl�rung f�r den Rechtsmittelkl�ger und auf die Beantwortung der Berufung bzw. die Anschlussberufung f�r den Rechtsmittelbeklagten. Mit der Anschlussberufungsantwort k�nnen sie nicht mehr vorgetragen werden (Reichmuth Pfammatter, Zweitinstanzliches Novenrecht und neue Antr�ge in Ehesachen, Entscheide der Gerichts- und Verwaltungsbeh�rden des Kanton Schwyz (EGV-SZ) 2003 S. 250 ff., S. 251 f. bei/in Anm. 10 und 16 mit Hinweisen; zur Auslegung des kantonalen Rechts: E. 3 des Beschwerdeurteils).
2.3 Die ersten Kommentatoren und Verfasser von Lehrb�chern zum revidierten Scheidungsrecht haben Art. 138 Abs. 1 ZGB im Lichte der bundesr�tlichen Botschaft er�rtert und auf den Minimalstandard verwiesen, wonach neue Tatsachen und Beweismittel und dadurch veranlasste neue Begehren von Bundesrechts wegen zumindest in der ersten Rechtsschrift bzw. im ersten Parteivortrag zuzulassen seien (Sutter/Freiburghaus, N. 21, und Marcel Leuenberger, in: Praxiskommentar Scheidungsrecht, Basel 2000, N. 6 f., je zu Art. 138 ZGB; Micheli et al., Le nouveau droit du divorce, Lausanne 1999, N. 893 S. 194; Werro, Concubinage, mariage et d�mariage, Bern 2000, N. 886 S. 192). Von der Mehrheitsmeinung abweichende Ansichten verstehen sich als Empfehlungen an den Gesetzgeber, dass Noven sp�testens mit der Berufungsantwort bzw. der Anschlussberufungsantwort sollten erhoben werden m�ssen und Klage�nderungen nach der Berufungsantwort bzw. der Anschlussberufungsantwort unzul�ssig sein sollten (Sp�hler, Neues Scheidungsverfahren, Z�rich 1999, S. 48; anders: Sp�hler/Sch�tt, Neues Scheidungsverfahrensrecht, AJP 1999 S. 1541 ff., S. 1542 Ziff. III/1), oder d�rften vor dem Hintergrund einer konkreten kantonalen Regelung stehen, die das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel bis zur Berufungs- und Anschlussberufungsantwort uneingeschr�nkt gestattet (Christoph Leuenberger, Basler Kommentar, 2002, N. 6 zu Art. 138 ZGB).
2.4 In seiner Rechtsprechung hat das Bundesgericht gest�tzt auf die Materialien und die Lehre wiederholt ausgef�hrt, mit R�cksicht auf die existenzielle Bedeutung, die eine Scheidung in wirtschaftlicher Hinsicht f�r die Ehegatten habe, stelle Art. 138 Abs. 1 ZGB in prozessrechtlicher Hinsicht sicher, dass im Bereich des Eheg�terrechts und des Ehegattenunterhalts der zweiten Instanz echte und unechte Noven vorgebracht werden k�nnten. Der kantonale Gesetzgeber sei in seiner verfahrensrechtlichen Gesetzgebungsfreiheit eingeschr�nkt, doch sichere Art. 138 Abs. 1 ZGB lediglich einen bundesrechtlichen Minimalstandard und verbiete dem kantonalen Gesetzgeber nicht, Formvorschriften aufzustellen und vorzuschreiben, dass Noven in zweiter Instanz nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgebracht werden d�rfen. Auf diese Grunds�tze musste hingewiesen werden, weil ein kantonales Obergericht gest�tzt auf das kantonale Novenverbot die Abnahme von Beweisen verweigert hatte (Urteil 5C.76/2001 vom 20. Juli 2001, E. 2) oder weil eine Partei - zu Unrecht - behauptet hatte, gegen den bundesrechtlichen Minimalstandard verstosse es, dass gem�ss kantonalem Recht unechte Noven bis zum Abschluss des Schriftenwechsels, echte Noven hingegen noch an der Berufungsverhandlung vorgebracht werden k�nnten (Urteil 5C.308/2001 vom 22. Januar 2002, E. 3a, in: FamPra.ch 2002 S. 388; vgl. auch Urteil 5C.294/2001 vom 22. Januar 2002, E. 4, zu den Grunds�tzen, und BGE 5C.108/2004 vom 16. November 2004, E. 5.2.2, zur Bedeutung nach einer R�ckweisung gem�ss Art. 66 OG).
Schliesslich musste das Bundesgericht daran erinnern, dass die Novenrechtsregelung gem�ss Art. 138 Abs. 1 ZGB insgesamt, d.h. das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel sowie damit in Zusammenhang stehender neuer Rechtsbegehren, im Verfahren der eidgen�ssischen Berufung nicht anwendbar ist (Urteil 5C.129/2001 vom 6. September 2001, E. 2; BGE 129 III 481 E. 3.3 S. 487).
Art. 138 Abs. 1 ZGB beschr�nkt das Novenverbot und das Verbot der Klage�nderung in der oberen kantonalen Instanz. Der Gesetzgeber hat damit das Ziel der Wahrheitsfindung und der materiellen Richtigkeit des Urteils im Scheidungsprozess h�her gewichtet als die bef�rderliche Prozesserledigung und die Vermeidung unsorgf�ltigen Prozessierens in erster Instanz. Die Regelung versteht sich als bundesrechtlicher Minimalstandard. In Art. 138 Abs. 1 ZGB wird lediglich der Grundsatz des Novenrechts festgelegt ("k�nnen vorgebracht werden"; "peuvent �tre invoqu�s"; "possono essere invocati"), die n�here Ausgestaltung aber dem kantonalen Recht �berlassen. Gew�hrleistet ist, dass in der oberen kantonalen Instanz mindestens einmal neue Tatsachen und Beweismittel und dadurch veranlasste neue Rechtsbegehren zugelassen werden m�ssen. Das kantonale Recht bestimmt den Zeitpunkt und kann auch eine weitergehende Zul�ssigkeit von Noven und Klage�nderung vorsehen.
2.7.1 Der Beklagte macht geltend, Noven und darauf gest�tzte neue Antr�ge k�nnten mangels konkretisierender kantonaler Vorschriften von Bundesrechts wegen zeitlich unbeschr�nkt vorgebracht werden. Es trifft zu, dass es Sache der kantonalen Gesetzgebung ist, den genauen Zeitpunkt zu bestimmen, bis zu welchem Noven und/oder Klage�nderungen zul�ssig sind. Ein zwingender Regelungsbedarf auf kantonaler Ebene besteht indessen nicht, soweit bereits ein �ber den bundesrechtlichen Minimalstandard hinausgehendes Recht besteht, neue Tatsachen und Beweismittel vorzubringen und gest�tzt darauf neue Rechtsbegehren zu stellen. Diesfalls gelten die allgemeinen Zivilprozessvorschriften (E. 2.2 soeben; vgl. Freiburghaus/Leuenberger/ Sutter, a.a.O., S. 396 bei/in Anm. 95, unter Hinweis auf die fehlende Sonderregelung in den Kantonen Solothurn und St. Gallen). Aus Bundesrecht kann eine zeitlich unbeschr�nkte Zul�ssigkeit von Noven und Klage�nderungen nicht abgeleitet werden.
2.7.2 Der Beklagte beruft sich auf den zweiten Halbsatz von Art. 138 Abs. 1 ZGB, wonach neue Rechtsbegehren zugelassen werden m�ssen, sofern sie durch neue Tatsachen oder Beweismittel veranlasst worden sind. K�nnten gem�ss kantonalem Recht neue Tatsachen und Beweismittel in der Anschlussberufungsantwort noch vorgebracht werden, m�ssten darauf gest�tzte neue Rechtsbegehren kraft Bundesrechts ebenfalls noch in der Anschlussberufungsantwort zul�ssig sein. Der Einwand ist nicht stichhaltig. Die Regelung will das Vorbringen neuer Rechtsbegehren von strengeren Voraussetzungen abh�ngig machen als das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel. Die Materialien verdeutlichen, dass der erste und der zweite Halbsatz von Art. 138 Abs. 1 ZGB einander insofern bedingen, als neue Rechtsbegehren nur zugelassen werden m�ssen, wenn der Rechtsmittelkl�ger bzw. Rechtsmittelbeklagte sie mit neuen Tatsachen oder Beweismitteln zu begr�nden vermag, nicht aber bei unver�ndertem Sachverhalt. Keine Anhaltspunkte bestehen daf�r, dass der Bundesgesetzgeber mit der Regelung der Klage�nderung in weitergehendem Umfang in die kantonale Prozessrechtshoheit hat eingreifen wollen als mit dem Novenrecht. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass die Klage�nderung - wie das Vorbringen neuer Tatsachen und Beweismittel - im ersten Redekehr bzw. Schriftenwechsel von Bundesrechts wegen zuzulassen ist, ihre weitergehende Zul�ssigkeit aber einer Grundlage im kantonalen Recht bedarf (vgl. zu dessen Auslegung: E. 3.3 des Beschwerdeurteils).
2.7.3 Erst die Anschlussberufung der Kl�gerin hat den nachehelichen Unterhalt zum Gegenstand des Rechtsmittelverfahrens vor Kantonsgericht gemacht. Die Anschlussberufung ist nach dem Prozessrecht des Kantons Schwyz somit nicht beschr�nkt auf den Gegenstand der Hauptberufung und kann sich gleich einer eigentlichen Berufung auf einen beliebigen, mit jenem nicht notwendig in Zusammenhang stehenden Teil des angefochtenen Urteils beziehen. Diesfalls hemmt die Anschlussberufung den Eintritt der Rechtskraft f�r den Teil des Urteils, gegen den sie sich allein richtet, und erst durch die Anschlussberufung wird der von ihr allein erfasste Teil des Urteils zum Gegenstand des Verfahrens vor der oberen kantonalen Instanz. Der Anschlussberufung kommt Suspensiv- und Devolutiveffekt zu, wiewohl sie in ihrem Bestand insofern von der Hauptberufung abh�ngig bleibt, als deren R�ckweisung oder deren R�ckzug sie grunds�tzlich dahinfallen l�sst (� 197 Abs. 3 ZPO/SZ; vgl. die damit �bereinstimmenden Art. 54 Abs. 2 OG und Art. 59 Abs. 2-5 OG). Es kann dahingestellt bleiben, ob es sich bei dieser (sog. abh�ngigen oder unselbstst�ndigen) Anschlussberufung um ein Rechtsmittel handelt und ob - bejahendenfalls - die Bestimmungen �ber Noven und Klage�nderung wie bei der Hauptberufung anwendbar w�ren. Denn der Sache nach ist die Anschliessung an eine Anschlussberufung nichts anderes als eine nachtr�gliche Erweiterung der Hauptberufung. Es stellt sich damit wiederum die gleiche - vom kantonalen Recht zu beantwortende (E. 2.6 soeben) - Frage, ob nach dem ersten Schriftenwechsel die Rechtsbegehren noch ge�ndert werden k�nnen. Die Antwort lautet f�r das Prozessrecht des Kantons Schwyz dahin, dass ein Anschluss an die Anschlussberufung unzul�ssig sei (Reichmuth Pfammatter, a.a.O., S. 272 bei Anm. 17), d.h. eine �nderung der Rechtsbegehren nach Ablauf der Rechtsmittelfrist nicht gestattet wird (ausf�hrlich mit Hinweisen: Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, II, Bern 1990, N. 2.2.1 zu Art. 59 und 61 OG, S. 476). Aus der Rechtsnatur der Anschlussberufung l�sst sich insoweit nichts zu Gunsten des Standpunkts des Beklagten ableiten.
K�nnen die vom Beklagten behaupteten Ver�nderungen hier aus prozessualen Gr�nden - Noven- bzw. Klage�nderungsverbot - bei der Festsetzung der Rente nicht ber�cksichtigt werden, ist in Anbetracht der geschilderten Rechtslage weder ersichtlich noch dargetan, inwiefern eine Ab�nderungsklage unzul�ssig sein sollte.
Nach dem Gesagten (E. 2 hiervor) kann nicht beanstandet werden, dass das Kantonsgericht auf das vom Beklagten gestellte Unterhaltsbegehren nicht eingetreten ist. Dessen Erneuerung vor Bundesgericht ist unzul�ssig. Neue Begehren k�nnen mit Berufung nicht gestellt werden (Art. 55 Abs. 1 lit. b OG), und als neu hat zu gelten, was kantonal nicht in prozessual wirksamer Weise geltend gemacht und deshalb in letzter kantonaler Instanz nicht zugelassen worden ist. Auf den Berufungsantrag des Beklagten betreffend Unterhalt kann deshalb nicht eingetreten werden (BGE 80 III 149 E. 2b S. 154; zuletzt: BGE 129 III 588 E. 1.2 und 128 III 265 E. 2a, nicht ver�ffentlicht; Messmer/Imboden, Die eidgen�ssischen Rechtsmittel in Zivilsachen, Z�rich 1992, N. 113 S. 152 bei/in Anm. 14).
Mit ihrer Anschlussberufung verlangt die Kl�gerin eine Erh�hung des Unterhaltsbeitrags. In seiner Berufung wendet sich der Beklagte gegen die Feststellung des massgebenden Einkommens der Ehegatten.
Gem�ss Art. 143 Ziff. 1 ZGB ist im Urteil anzugeben, von welchem Einkommen und Verm�gen jedes Ehegatten bei der Festlegung der Unterhaltsbeitr�ge ausgegangen wird. Zum Einkommen der Ehegatten hat das Kantonsgericht festgehalten, die Behauptung einer massiven Reduktion auf Seiten des Beklagten und einem bedeutend h�heren Verm�gensertrag der Kl�gerin sei weder plausibel noch glaubw�rdig und zudem unbegr�ndet bzw. mangelhaft substantiiert (E. 4b S. 41 f.). Was der Beklagte dagegenh�lt, besteht in unzul�ssiger Kritik am kantonsgerichtlichen Beweisergebnis. Auf mehreren Seiten erg�nzt und vervollst�ndigt er Tatsachenfeststellungen, ohne ausnahmsweise zul�ssige Sachverhaltsr�gen zu begr�nden und zu belegen (Art. 55 Abs. 1 lit. d und Art. 63 f. OG). Seine Vorbringen sind allesamt unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 130 III 102 E. 2.2 S. 106 und 136 E. 1.4 S. 140). Liegt ein Beweisergebnis vor, f�llt auch die behauptete Verletzung von Art. 8 ZGB ausser Betracht (BGE 130 III 591 E. 5.4 S. 601 f.).
In ihrer Anschlussberufung wendet die Kl�gerin ein, es m�sse heute von einem bedeutend h�heren als dem festgestellten Einkommen des Beklagten und folglich von einem h�heren �berschuss ausgegangen werden, w�hrenddem sich ihre Schuldenlast massiv vergr�ssert und ihr Verm�gen massiv verkleinert habe. Die Kl�gerin �bersieht, dass die zahlenm�ssige Bestimmung der f�r den Unterhalt massgebenden Betr�ge zu den - hier nicht zutreffende Ausnahmen vorbehalten - verbindlichen tats�chlichen Feststellungen geh�rt. Auf ihre Vorbringen kann deshalb nicht eingetreten werden (z.B. BGE 122 III 97 E. 3a S. 99; Urteil 5C.278/2000 vom 4. April 2001, E. 2a, in: ZBJV 138/2002 S. 31). Soweit sie aus einer Rechtsschrift zitiert, die das Kantonsgericht nach ihren Angaben nicht mehr ber�cksichtigen konnte, sind ihre Ausf�hrungen neu und unzul�ssig (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; vgl. dazu Poudret/Sandoz-Monod, a.a.O., N. 1.5.3.2 zu Art. 55 OG, und Messmer/Imboden, a.a.O., N. 115 S. 155 f.). Unter Hinweis auf die ihr zuerkannte Entsch�digung aus beruflicher Vorsorge und ihre allenfalls reduzierte Forderung aus G�terrecht h�lt die Kl�gerin eine einigermassen grossz�gige Unterhaltsregelung f�r mehr als nur angezeigt. Den Anforderungen an die Berufungsbegr�ndung (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG) vermag sie indessen nicht zu gen�gen, indem sie Punkte auflistet, die als Rechtsfragen noch gepr�ft werden k�nnten (BGE 116 II 92 E. 2 S. 94), und allgemein gehaltene Einw�nde erhebt, die in keinem aufgezeigten oder erkennbaren Zusammenhang mit bestimmten Entscheidgr�nden des Kantonsgerichts stehen (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749). Auf ihre Anschlussberufung kann insgesamt nicht eingetreten werden.
Aus den dargelegten Gr�nden bleiben Berufung und Anschlussberufung ohne Erfolg. Dem Verfahrensausgang entsprechend rechtfertigt es sich, die Gerichtskosten den Parteien je zur H�lfte aufzuerlegen und die Parteikosten wettzuschlagen (Art. 156 Abs. 3 und Art. 159 Abs. 3 OG).
1.1 Die Berufung wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist und soweit sie nicht gegenstandslos geworden ist.
1.2 Auf die Anschlussberufung wird nicht eingetreten.
Die Gerichtsgeb�hr von insgesamt Fr. 7'000.-- wird den Parteien je zur H�lfte auferlegt.

References: Art. 138
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 Art. 138
 Art. 135
 Art. 267
 Art. 138
 Art. 242
 Art. 374
 Art. 398
 Art. 274
 Art. 423
 Art. 49
 Art. 218
 Art. 246
 Art. 223
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 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 BGE 
 Art. 66
 Art. 138
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Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 138
 Art. 54
 Art. 59
 Art. 59
 BGE 
 Art. 143
 Art. 63
 BGE 
 Art. 8
 BGE 
 Art. 55
 Art. 159