Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VersR%201992,%201073
Timestamp: 2019-07-19 09:01:26+00:00

Document:
BGH, 27.05.1992 - IV ZR 112/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,3477
BGH, 27.05.1992 - IV ZR 112/91 (https://dejure.org/1992,3477)
BGH, Entscheidung vom 27.05.1992 - IV ZR 112/91 (https://dejure.org/1992,3477)
BGH, Entscheidung vom 27. Mai 1992 - IV ZR 112/91 (https://dejure.org/1992,3477)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1992,3477) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Klage eines Versicherungsnehmers auf Zahlung von Berufsunfähigkeitsrente und Beitragsbefreiung - Vorliegen von Berufsunfähigkeit - Möglichkeit des Verweises auf Hilfsarbeitertätigkeiten - Berücksichtigung von Schwerhörigkeit und einer Tinitus-Erkrankung
NJW-RR 1992, 1052
VersR 1992, 1073
Hat aber die frühere selbständige Tätigkeit dem Versicherten ein qualifizierteres oder selbständigeres Arbeiten ermöglicht, so scheidet eine Verweisung im Regelfall aus (BGH NJW-RR 1992, 1052).
In diesem Sinne muss auch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verstanden werden, wonach es in Anlernberufen von Bedeutung ist, wenn über bloße Hilfsarbeitertätigkeit hinausgehende Berufserfahrungen gesammelt werden, die ein qualifizierteres oder selbständigeres Arbeiten erlauben als das eines Handlangers (BGH VersR 1992, 1073 unter 2 c - Gatterschneider in einem Sägewerk mit 30jähriger Berufserfahrung).
Dies erscheint allerdings schon im Hinblick auf die Art der von der Beklagten beanspruchten Verweisungsmöglichkeiten zweifelhaft (s. dazu auch Senatsurteil vom 27. Mai 1992 - IV ZR 112/91 - VersR 1992, 1073 [BGH 27.05.1992 - IV ZR 112/91]) - unabhängig von der weiteren Frage, ob der Kläger bei Abgabe des Anerkenntnisses gesundheitlich zur Ausübung derartiger Tätigkeiten imstande geblieben war und die Beklagte deshalb ihr Recht auf entsprechende Verweisung infolge ihres abgegebenen Anerkenntnisses verloren hat.
OLG Oldenburg, 12.11.1997 - 2 U 200/97
Gerüstbauer, Verweisung, Vergleichsberuf, Pförtner, Bote, Wachmann, …
Herabsetzung des Niveaus im Vergleich zur bisher ausgeübten Tätigkeit führen (BGH r+s 1987, 55; BGH r+s 1992, 353; BGH r+s 1993, 478; BGH r+s 1997, 301, 303).
Weder die langjährige Tätigkeit in einem sogenannten Anlernberuf noch die eines bloß Angelernten in einem Ausbildungsberuf kann jedoch in der Regel mit der eines ungelernten Handlangers auf eine Stufe gestellt werden (BGH r+s 1992, 353; BGH r+s 1993, 478).
Schon in seinem Urteil vom 27. Mai 1992 - IV ZR 112/91 - VersR 1992, 1073 [BGH 27.05.1992 - IV ZR 112/91] hat der Senat hervorgehoben, daß insbesondere der gezahlte Stundenlohn etwas darüber auszusagen vermag, ob der Lohnempfänger qualifizierte Arbeit geleistet hat.
LG Aachen, 24.11.2005 - 6 S 150/05
Berufsunfähigkeit-Zusatzversicherung; Vergleichsberuf; Hausmeister
Zu den Anfoderungen an den Vergleichsberuf gilt zwar als Leitlinie, dass sich ein Gelernter nicht auf eine Tätigkeit in einem Beruf verweisen lassen muss der keine Ausbildung erfordert, weil damit üblicherweise ein Abstieg in der sozialen Wertschätzung verbunden wäre (vgl. OLG Braunschweig VersR 2000, 620; BGH VersR 1992, 1073).
Zu den Anforderungen an den Vergleichsberuf gilt zwar als Leitlinie, dass sich ein Gelernter - wie hier der Kläger mit seiner Ausbildung als Tiefbauer - nicht auf eine Tätigkeit in einem Beruf verweisen lassen muss, der keine Ausbildung erfordert, weil damit üblicherweise ein Abstieg in der sozialen Wertschätzung verbunden wäre (OLG Braunschweig, VersR 2000, 620; BGH VersR 1992, 1073).
Die von der Beklagten u.a. beanspruchte Verweisung auf die Tätigkeit einer Pförtnerin dürfte schon aus diesem Grund ausscheiden, denn ein Beruf, der den Versicherten kenntnis- und erfahrungsmäßig unterfordert, ist kein Vergleichsberuf im Sinne der Musterbedingungen (Senatsurteil vom 27. Mai 1992 - IV ZR 112/91 - VersR 1992, 1073 [BGH 27.05.1992 - IV ZR 112/91] unter 2 c und d).
Dabei spielt das zu erzielende Einkommen - unter Berücksichtigung, daß eine 50 % nicht erreichende Berufsunfähigkeit und der damit einhergehende Einkommensverlust vom Versicherten hingenommen werden müssen - eine gewichtige Rolle (BGH VersR 1992, 1073 [BGH 27.05.1992 - IV ZR 112/91] ).

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH