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Timestamp: 2019-09-18 07:02:47+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein AhrensNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ahrensee und nordöstlicher Westensee" vom 22. Dezember 1989 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ahrensee und...
juris-Abkürzung: AhrensNatSchGV SH
Fundstelle: GVOBl. 1990 25
Gliederungs-Nr: 791-4-104
"Ahrensee und nordöstlicher Westensee"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Ahrensee und nordöstlicher Westensee" vom 22. Dezember 1989 01.01.2003
Aufgrund des § 16 des Landschaftspflegegesetzes verordnet der Minister für Natur, Umwelt und Landesentwicklung die folgenden §§ 1 bis 8 mit Ausnahme des § 5 Abs. 1 Nr. 5 ; aufgrund des § 39 Abs. 1 Nr. 8 des Landesjagdgesetzes verordnet der Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den folgenden § 5 Abs. 1 Nr. 5 und § 8 Satz 1 :
(1) Der Ahrensee und der nordöstliche Teil des Westensees mit Ufersäumen und den angrenzenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, das Eidertal bei Hohenhude zwischen Steinfurt und dem Westensee, die Feuchtwiesen beiderseits des Hansdorfer Grabens sowie das Schierenbachtal östlich Hoburg mit Teilen des Kleinen Schierensees, Kreis Rendsburg-Eckernförde, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Ahrensee und nordöstlicher Westensee" unter Nummer 140 in das beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 621 ha groß und umfaßt in den Gemarkungen Annenhof, Hohenhude, Wrohe, Westensee, Blockshagen, Marutendorf, Hohenschulen, Felde und Mielkendorf im wesentlichen
einen Teil des Westensees mit seinem Uferbereich, der
im Norden und Nordosten durch den angrenzenden Ahrensee und die seeseitige Kante des ufernahen Forstweges,
im Bereich Hohenhude durch den oberen Waldsaum des Hangwaldes,
auf der Halbinsel des Börner durch die seeseitige Kante des ufernahen Waldweges,
im Südwesten durch eine Linie, die südlich Wulfsfelde beginnend in Richtung Wroher Bucht verläuft,
im Süden durch die nördliche Grenze des Zeltplatzes bei Wrohe begrenzt wird;
den Ahrensee, der
im Süden und Osten durch die seeseitige Kante des ufernahen Forstweges,
im Norden durch eine in ca. 50 Meter Abstand zur Uferlinie verlaufende Linie begrenzt wird;
die Grünlandflächen des Eidertales zwischen Hohenhude und Steinfurt sowie des Hansdorfer Grabens bis zur Kreisstraße K 32;
die Wald- und Grünlandflächen des Schierenbachtales, den Schierenbach sowie die Wasser- und Uferflächen der dem Abfluß des Schierenbaches vorgelagerten Bucht des Kleinen Schierensees. In der dieser Verordnung als Anlage beigefügten. Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25.000 ist die Grenze des Naturschutzgebietes schwarz punktiert dargestellt.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten 1 bis 7 im Maßstab 1 : 5.000 rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist beim Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung als oberster Landschaftspflegebehörde verwahrt. Die Karten sind Bestandteil dieser Verordnung.
Amtes Achterwehr, 2301 Achterwehr,
Amtes Molfsee, 2300 Molfsee,
Gemeinde Achterwehr, 2301 Achterwehr,
Gemeinde Felde, 2301 Felde,
Gemeinde Westensee, 2301 Westensee,
Gemeinde Rodenbek, 2301 Rodenbek,
Gemeinde Mielkendorf, 2301 Mielkendorf,
Gemeinde Schierensee, 2301 Schierensee,
Das Naturschutzgebiet dient der Erhaltung eines Teilbereiches der Eiderniederung mit Flußwindungen sowie eines hervorragend erhaltenen, repräsentativen See-Lebensraumes der Jungmoränenlandschaft Schleswig-Holsteins mit besonders gut und typisch ausgebildeten Ufer-, Bruch- und Verlandungsbereichen sowie angrenzenden Feuchtwiesen und Wäldern. Es ist Lebensraum von vom Aussterben bedrohten Pflanzengesellschaften und Uferrand-Lebensgemeinschaften wildlebender Tierarten, insbesondere von Wasservögeln. In dem Naturschutzgebiet ist die Natur in ihrer Ganzheit zu erhalten und, soweit es zur Erhaltung bestimmter bedrohter Pflanzen- und Tierarten im Ökosystem erforderlich ist, durch planvolle Maßnahmen zu entwickeln oder wiederherzustellen.
die ordnungsgemäße landwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes der übrigen, in den Abgrenzungskarten 1 bis 7 in waagerechter Schraffur dargestellten Flächen mit folgenden Einschränkungen:
die Flächen dürfen nur als Dauergrünland genutzt werden;
das Aufbringen von Gülle, Jauche oder chemischen Pflanzenschutzmitteln oder das Absenken des derzeitigen Wasserstandes oder der Umbruch ist nicht gestattet;
mit Wirkung vom 1. Januar 1995 ist das Walzen, Schleppen, Mähen oder eine sonstige Bodenbearbeitung und das Beweiden der Flächen in der Zeit vom 5. April bis 30. Juni eines jeden Jahres nicht gestattet; nach dem 30. Juni dürfen nicht mehr als 2 Rinder oder 3 Mutterschafe und deren Lämmer je Hektar aufgetrieben werden;
die Reetnutzung in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang; es darf jährlich jedoch nur bis zu 50 v.H. des nutzbaren Bestandes geerntet werden;
die ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Bodennutzung im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes der bei Inkrafttreten dieser Verordnung als Wald genutzten Flächen in der bisherigen Art und dem bisherigen Umfang; bei Bruchwald, soweit die Bestimmungen des § 11 des Landschaftspflegegesetzes nicht entgegenstehen;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes mit der Einschränkung, daß die Jagd auf Wasserwild nur außerhalb der Wasser- und Röhrichtflächen einschließlich eines 50 m breiten Gewässerrandstreifens und nur in der Zeit vom 16. Oktober bis 31. Dezember eines jeden Jahres zulässig ist;
die ordnungsgemäße Ausübung der Fischerei im Ahrensee, Westensee, Kleinen Schierensee und in der Eider im Sinne des § 7 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Einschränkung, daß ab 1. Januar 1992 der Fischfang mit der Handangel im Ahrensee, Westensee und Kleiner Schierensee nur in der Zeit vom 16. Juli bis 15. März vom Boot aus außerhalb eines 20 m breiten, parallel zur Ufervegetation verlaufenden Gewässerstreifens und der für den Bootsverkehr gesperrten, in den Abgrenzungskarten 3 und 6 kariert dargestellten Seebuchten gestattet ist; der Liegeplatz für Angelboote am Ahrensee ist von der unteren Landschaftspflegebehörde festzulegen;
die Unterhaltung von Rohrleitungen und Einlaufbauwerken an den Gewässern oder offenen Gräben zur ordnungsgemäßen Einleitung von Niederschlagswasser aus genehmigten Anlagen;
die nach Art, Umfang und Zeitraum einvernehmlich mit der unteren Landschaftspflegebehörde festgelegte erforderliche Unterhaltung der der Vorflut dienenden Gewässer im Sinne des § 12 Abs. 2 des Landschaftspflegegesetzes; chemische Stoffe dürfen dabei nicht verwendet werden;
das Baden auf eigene Gefahr
im Westensee von den in den Abgrenzungskarten 3 und 6 im Punktraster dargestellten und in der Öffentlich-keit gekennzeichneten Badestellen oder von genehmigten Boots- und Badestegen aus;
im Ahrensee unter Berücksichtigung der Bestimmungen des § 11 des Landschaftspflegegesetzes und der berechtigten Interessen des Seeigentümers von dem von der unteren Landschaftspflegebehörde festgelegten und in der Örtlichkeit gekennzeichneten Badeplatz aus;
das Eislaufen auf dem Ahrensee und Westensee von den öffentlich zugänglichen Uferabschnitten aus;
der eigenen Grundstücke durch die Grundstücksbesitzer und deren Beauftragte zur Wahrnehmung berechtigter Interessen; motorgetriebene Boote dürfen zum Befahren des Westensees verwendet werden;
das Durchfahren der Eider und das Befahren des Westensees mit Wasserfahrzeugen ohne Motorkraft, ausgenommen Surfbretter, mit folgenden Einschränkungen:
das Befahren der in den Abgrenzungskarten 3 und 6 kariert dargestellten Seebuchten ist nicht gestattet;
beim Befahren der übrigen Wasserfläche des Sees ist ein Mindestabstand von 50 m zur Ufervegetation, bei vegetationsfreien Ufern zur Uferlinie einzuhalten. Dieser Gewässerstreifen darf auf kürzestem Wege von Berechtigten im Rahmen der Nutzung genehmigter Stege durchfahren werden.
(2) Soweit eine der in Absatz 1 durchgeführten Maßnahmen im Einzelfall mit einem Eingriff in Natur und Landschaft verbunden ist, gilt Abschnitt III des Landschaftspflegegesetzes.
(2) In begründeten Einzelfällen kann die untere Landschaftspflegebehörde in einer Übergangszeit bis zum 31. Dezember 1999 Ausnahmen von den Einschränkungen des § 5 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c zulassen, wenn nachhaltige Veränderungen oder nachhaltige Störungen nicht zu erwarten sind.
(3) Zum Schutz besonders bedrohter Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensräume kann die untere Landschaftspflegebehörde das Eislaufen auf dem Ahrensee und Westensee durch Einzelanordnung zeitlich oder örtlich einschränken oder untersagen.
§ 4 Abs. 1 Nr. 6 die Gewässer ausbaut im Sinne des § 31 Abs. 1 des Wasserhaushaltsgesetzes oder Maßnahmen durchführt, die den Wasserstand oder den Wasserabfluß verändern oder Stoffe einbringt oder einleitet oder andere Maßnahmen vornimmt, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Gleichzeitig tritt die Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Kreise Rendsburg vom 22. November 1949 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 90), zuletzt geändert durch Kreisverordnung zur Änderung der Verordnung zum Schutze von Landschaftsteilen im Kreise Rendsburg vom 23. März 1979 (Amtsbl. Schl.-H./AAz. S. 243), außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.

References: § 16
 § 5
 § 39
 § 5
 § 8
 § 7
 § 7
 § 11
 § 1
 § 7
 § 12
 § 11
 § 5

§ 4
 § 31
 § 2