Source: https://www.hensche.de/urteile-und-kommentare-zum-thema-befristung-des-arbeitsvertrags.html
Timestamp: 2019-05-22 19:02:41+00:00

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Urteile und Kommentare: Befristung des Arbeitsvertrags - HENSCHE Arbeitsrecht
Ur­teil­s­an­mer­kun­gen zum The­ma Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags von 2003 bis heu­te: Hen­sche Rechts­an­wäl­te, Kanz­lei für Ar­beits­recht
Un­ser Rechts­an­walts­team kom­men­tiert seit 2001 lau­fend ak­tu­el­le Ur­tei­le und wich­ti­ge Ge­set­zes­än­de­run­gen zum Ar­beits­recht, un­ter an­de­rem zum The­ma Be­fris­tung des Ar­beits­ver­trags.
18/219 Befristung bei der Stufenzuordnung gemäß TVöD
06.09.2018. Nach § 16 Abs.2 Satz 2 TVöD (VKA) sind Be­rufs­er­fah­run­gen aus be­fris­te­ten Vor­be­schäf­ti­gun­gen bei der Stu­fen­zu­ord­nung voll an­zu­rech­nen, es sei denn, es gab Un­ter­bre­chun­gen von mehr als sechs Mo­na­ten: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 06.09.2018, 6 AZR 836/16 (Pres­se­mel­dung des Ge­richts).
17.06.2016. Im­mer er­neut be­fris­te­te Ar­beits­ver­trä­ge an der UNI kön­nen miss­bräuch­lich sein - es sei denn, ein er­heb­li­cher Zeit­raum der be­fris­te­ten Be­schäf­ti­gung dient der Qua­li­fi­zie­rung: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.06.2016, 7 AZR 259/14 (Pres­se­mit­tei­lung des Ge­richts).
20.04.2011. Die sach­grund­lo­se Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen ist bis zu zwei Jah­ren Ge­samt­dau­er mög­lich und in­ner­halb die­ses Zeit­raums bis zu drei­mal ver­län­ger­bar. Ei­ne "Ver­län­ge­rung" liegt aber nur vor, wenn aus­schließ­lich das En­de des Ar­beits­ver­hält­nis­ses hin­aus­ge­scho­ben wird und die Ver­trags­be­din­gun­gen im Üb­ri­gen gleich blei­ben. An­dern­falls ist die Fol­ge­be­fris­tung un­wirk­sam. Die­se Re­gel wird oft nicht be­ach­tet: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 28.09.2010, 7 Sa 1275/10.
01.10.2010. Um Ar­beit­neh­mer zu schüt­zen, sieht das Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) vor, dass grund­lo­se Be­fris­tun­gen nur zeit­lich be­grenzt bei Neu­ein­stel­lun­gen mög­lich sind. Im Re­gel­fall ist ein sach­li­cher Grund nö­tig. Das Tz­B­fG gibt zwar ei­ni­ge Sach­grün­de vor. Die Lis­te ist je­doch nicht ab­schlie­ßend. Da­her kön­nen die Ar­beits­ver­trags­par­tei­en - und in letz­ter Kon­se­quenz die Ar­beits­ge­rich­te - Grün­de "er­fin­den" und wei­ter­ent­wi­ckeln: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 02.06.2010, 7 AZR 136/09.
06.09.2010. Ta­rif­li­che Re­ge­lun­gen, nach de­nen Ar­beits­ver­hält­nis­se au­to­ma­tisch mit Be­ginn des Ren­ten­al­ters en­den ("Zwangs­pen­sio­nie­run­gen") stel­len ei­ne Be­nach­tei­li­gung we­gen des Al­ters nach. Sie sind nur dann nicht dis­krim­nie­rend, wenn es für sie gu­te Grün­de gibt. In der ar­beits­recht­li­chen Recht­spre­chung ist äu­ßerst um­strit­ten, un­ter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein sol­cher "gu­ter Grund" vor­liegt. Das Ar­beits­ge­richt Ham­burg hat kürz­lich in ei­nem von der Kanz­lei Hen­sche Rechts­an­wäl­te er­strit­te­nen Ur­teil pau­scha­len Vor­wän­den ei­ne Ab­sa­ge er­teilt: Ar­beits­ge­richt Ham­burg, Ur­teil vom 26.07.2010, 22 Ca 33/10.
10/158 Nachträgliche Vereinbarung einer Befristung
16.08.2010. Ge­wöhn­li­che Ar­beits­ver­trä­ge dür­fen un­ter den Vor­aus­set­zun­gen des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes zeit­lich be­fris­tet wer­den. Stets muss die Be­fris­tung schrift­lich er­fol­gen. Im Ein­zel­fall kann aber schnell zwei­fel­haft wer­den, ob das vor­han­de­ne Schrift­stück über­haupt ei­ne wirk­sa­me schrift­li­che Be­fris­tung ist oder ob nicht viel­mehr ei­ne münd­li­che Ver­ein­ba­rung le­dig­lich "auf­ge­schrie­ben" wer­den soll­te. Ähn­lich ge­la­gert ist die Fra­ge, ob ein ur­sprüng­lich oh­ne Be­fris­tung ver­ein­bar­tes Ar­beits­ver­hält­nis nach­träg­lich schrift­lich be­fris­tet wer­den darf: Hes­si­sches Lan­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 08.02.2010, 16 Sa 1032/09
10.05.2010. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) hat ent­schie­den, dass die nach dem Ge­setz im Prin­zip mög­li­che Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen we­gen der Ver­gü­tung der Ar­beit­neh­mer aus Haus­halts­mit­teln, die für ei­ne be­fris­te­te Be­schäf­ti­gung vor­e­ge­se­hen sind, bei der Bun­des­agen­tur für Ar­beit in vie­len Fäl­len we­gen ei­nes zu un­ge­nau­en Haus­halts­ti­tels un­wirk­sam ist. Die­ses Ur­teil könn­te rund 5.000 Zeit­ver­trags­stel­len bei der Bun­des­agen­tur be­tref­fen: BAG, Ur­teil vom 17.03.2010, 7 AZR 843/08.
09/219 TzBfG auf Erhöhung der Arbeitszeit, die befristet erfolgt, nicht anwendbar
26.11.2009. Auf die zeit­li­che Be­fris­tung von Ver­trags­be­stand­tei­len wie z.B. auf ei­ne Ar­beits­zeit­er­hö­hung oder die Tä­tig­keit auf ei­ner bes­ser be­zahl­ten Stel­le wen­det das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) nicht die Rechts­grund­sät­ze an, die bei der recht­li­chen Kon­trol­le der Ar­beits­ver­trags­be­fris­tung gel­ten. Al­ler­dings sind Be­fris­tun­gen ein­zel­ner Ver­trags­be­stand­tei­le in der Mehr­zahl der Fäl­le in All­ge­mei­nen Ge­schäfts­be­din­gun­gen (AGB) des Ar­beit­ge­bers ent­hal­ten. Da­her kön­nen Teil­be­fris­tun­gen we­gen Un­klar­heit oder in­halt­li­cher Un­an­ge­mes­sen­heit un­wirk­sam sein, müs­sen es aber nicht: BAG, Ur­teil vom 02.09.2009, 7 AZR 233/08.
05.10.2009. Ei­ne Ent­schei­dung des Ar­beits­ge­richts (ArbG) Düs­sel­dorf be­fasst sich mit der Wirk­sam­keit ei­nes aus haus­halts­recht­li­chen Grün­den be­fris­te­ten Ar­beits­ver­tra­ges im öf­fent­li­chen Dienst, wenn das ent­spre­chen­de Haus­halts­ge­setz noch nicht ver­ab­schie­det ist. ArbG Düs­sel­dorf, Ur­teil vom 02.06.2009, 7 Ca 416/09.
09/174 Befristeter Arbeitsvertrag für einen Wissenschaftler
24.09.2009. Nach ei­nem Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) gilt die ver­län­ger­te Be­fris­tungs­mög­lich­keit von bis zu neun Jah­ren für Ar­beits­ver­trä­ge mit wis­sen­schaflti­chem oder künst­le­ri­schem Per­so­nal an Hoch­schu­len "im Be­reich der Me­di­zin" nur für Ärz­te. Wis­sen­schaft­ler an­de­rer Fach­rich­tun­gen un­ter­lie­gen die­ser Re­ge­lung nicht, auch wenn sie an ei­ner me­di­zi­ni­schen Fa­kul­tät be­schäf­tigt wer­den. BAG, Ur­teil vom 02.09.2009, 7 AZR 291/08.
24.03.2009. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) Schles­wig-Hol­stein hat in ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil ent­schie­den, dass die Be­fris­tung der Ar­beits­ver­trä­ge von Hartz-IV-Sach­be­ar­bei­tern nicht auf ei­ne ent­spre­chen­de Zu­wei­sung von Mit­teln für be­fris­te­te Stel­len im Haus­halt der Bun­des­agen­tur für Ar­beit ge­stützt wer­den kann. Da­mit kann sich die Bun­des­agen­tur für Ar­beit als Ar­beit­ge­ber nicht auf den Be­fris­tungs­grund der be­fris­te­ten Zu­wei­sung von Haus­halts­mit­teln be­ru­fen, d.h. ei­ne Recht­fer­ti­gung der Be­fris­tung ge­mäß § 14 Abs.1 Satz 2 Nr.7 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) schei­det aus: LAG Schles­wig-Hol­stein, Ur­teil vom 15.10.2008 (3 Sa 104/08).
23.12.2008. Ar­beits­ver­trä­ge von Hartz IV-Sach­be­ar­bei­tern kön­nen ge­mäß § 14 Abs.1 Satz 2 Nr.7 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) wirk­sam be­fris­tet wer­den, wenn es ei­nen ent­spre­chen­den Haus­halts­ti­tel der Bun­des­agen­tur gibt: Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Ur­teil vom 20.08.2008, 21 Sa 961/08.
08/081 Führungsämter auf Zeit sind verfassungswidrig
23.07.2008. Karls­ru­he setzt der Stär­kung des Leis­tungs­prin­zips im Be­am­ten­recht Gren­zen. Die vor­über­ge­hen­de Über­tra­gung von Füh­rungs­auf­ga­ben an Be­am­te ist ein zu schwe­rer Ein­griff in das Le­bens­zeit­prinzp: Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Be­schluss vom 28.05.2008, 2 BvL 11/07.
01.07.2008. Ar­beits­ver­hält­nis­se dür­fen bei Neu­ein­stel­lun­gen bis zu höchs­tens zwei Jah­ren oh­ne Sach­grund be­fris­te­tet wer­den. Aber auch bei Neu­ein­stel­lun­gen ist es nicht ver­bo­ten, ei­ne Be­fris­tung auf ei­nen sach­li­chen Grund ge­mäß § 14 Abs.1 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) zu stüt­zen, z.B. auf die Er­pro­bung des Ar­beit­neh­mers. Mit ei­ner sol­chen Vor­ge­hens­wei­se hat man sich aber nicht auf die Sach­grund­be­fris­tung fest­ge­legt. Viel­mehr kann man nach ei­ner Sach­grund­be­fris­tung wie­der um­schwen­ken auf ei­ne sach­grund­lo­se Ab­schluss­be­fris­tung: Lan­des­ar­beits­ge­richt Nürn­berg, Ur­teil vom 19.03.2008, 4 Sa 673/07.
27.11.2007. Ei­ne Be­fris­tung ge­mäß § 14 Abs.1 Satz 2 Nr.2 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG), der die Be­fris­tung "im An­schluss an ei­ne Aus­bil­dung oder ein Stu­di­um" er­laubt, kann nur ein­malb­zw. in ei­nem ers­ten Ar­beits­ver­trag nach Aus­bil­dung oder Stu­di­um ver­ein­bart wer­den. Wei­te­re (Fol­ge-)Be­fris­tun­gen sind durch § 14 Abs.1 Satz 2 Nr.2 Tz­B­fG nicht ge­deckt, da der Ar­beit­neh­mer dann nicht mehr „im An­schluss an ei­ne Aus­bil­dung oder ein Stu­di­um“, son­dern im An­schluss an ein nor­ma­les Ar­beits­ver­hält­nis be­schäf­tigt wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 10.10.2007, 7 AZR 795/06.
07/40 Reden ist Silber, Schweigen ist Gold: Fortsetzung eines Zeitvertrages
21.08.2007. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) kann der Ar­beit­ge­ber ei­ner un­be­fris­te­ten Fort­set­zung ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags auch da­durch wi­der­spre­chen, dass er das Ver­lan­gen des Ar­beit­neh­mers nach ei­ner Fort­set­zung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses vor Ab­lauf des ver­ein­bar­ten Ver­trags­lauf­zeit ab­lehnt: BAG, Ur­teil vom 11.07.2007, 7 AZR 501/06.
25.04.2007. Das "Ge­setz zur Ver­bes­se­rung der Be­schäf­ti­gungs­chan­cen äl­te­rer Men­schen, vom 19.04.2007" er­mög­licht er­neut die sach­grund­lo­se Be­fris­tung von Ar­beits­ver­trä­gen mit Ar­beit­neh­mern ab 52 Jah­ren. Von die­ser Än­de­rung des Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­set­zes (Tz­B­fG) ver­spricht sich der Ge­setz­ge­ber, dass äl­te­re Ar­beit­neh­mer leich­ter ei­ne neue Be­schäf­ti­gung fin­den.
26.08.2006. Wird ein sach­grund­los be­fris­te­ter Ar­beits­ver­trag ver­län­gert und wer­den da­bei zu­gleich auch an­de­re Ver­trags­be­din­gun­gen ge­än­dert, liegt ein Fol­ge-Ar­beits­ver­trag und da­mit ein Neu­ab­schluss vor, der nicht mehr sach­grund­los be­fris­tet wer­den kann. Das gilt auch dann, wenn ei­ne nur ge­ring­fü­gi­ge Lohn­er­hö­hung von 0,50 EUR ver­ein­bart wird: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­teil vom 23.08.2006, 7 AZR 12/06.
01.08.2006. Wer ein si­che­res un­be­fris­te­tes Ar­beits­ver­hält­nis ge­gen ein un­si­che­res be­fris­te­tes ein­tauscht, um sei­nen Be­ruf zu wech­seln, ver­wirkt kei­ne Sperr­zeit nach Aus­lau­fen des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis­ses. Das ent­schied das Bun­des­so­zi­al­ge­richt (BSG) in ei­nem jetzt be­kannt ge­wor­de­nen Ur­teil vom Ju­li die­ses Jah­res: BSG, Ur­teil vom 12.07.2006, B 11a AL 55/05 R.
25.10.2003. Nach ei­nem ak­tu­el­len Ur­teil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) ist bei En­fris­tungs­kla­gen un­be­dingt dar­auf zu ach­ten, daß der Kla­ge­an­trag den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben des § 17 Teil­zeit- und Be­fris­tungs­ge­setz (Tz­B­fG) ent­spricht. Der Kla­ge­an­trag muß sich "punk­tu­ell" ge­gen die Wirk­sam­keit der zu­letzt ver­ein­bar­ten Be­fris­tung rich­ten. An­dern­falls wahrt ei­ne sol­che Kla­ge nicht die drei­wö­chi­ge Kla­ge­frist: BAG, Ur­teil vom 16.04.2003, 7 AZR 119/02.

References: § 16
 § 14
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 § 17