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Timestamp: 2018-12-11 07:06:24+00:00

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Tacheles Rechtsprechungsticker KW 12/2016 | Rechtsanwalt König in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht Rechtsanwalt in Göttingen für Strafrecht Arbeitsrecht Sozialrecht Ausländerrecht
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1. 1 BSG, Urteil vom 17.03.2016 – B 4 AS 32/15 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende – Leistungsausschluss für Ausländer bei Aufenthalt zur Arbeitsuche – Unionsbürger – keine ausreichende Arbeitsmarktverbindung – weniger als 1 Jahr der Beschäftigung als Arbeitnehmer – Ablauf des 6-Monats-Zeitraums – spanische Staatsangehörige
1. Ein Ausschluss von SGB II-Leistungen – auch für bereits in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt gewesene EU-Bürger – ist nach den Entscheidungen des EuGH in den Sachen "Dano" und "Alimanovic" europarechtskonform. Bezogen auf SGB II-Leistungen kann sich die Klägerin auch nicht auf das Gleichbehandlungsgebot des Art 1 des Europäischen Fürsorgeabkommens berufen. Dem steht der von der Bundesregierung am 19.12.2011 erklärte Vorbehalt nach Art 16 Abs b EFA entgegen, der formell und materiell wirksam ist.
2. 1 BSG, Urteil vom 17.03.2016 – B 11 AL 4/15 R
3. 1 Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 28.01.2016 – L 7 AS 948/15 – Die Revision wird zugelassen
3. Danach können Versicherungsbeiträge, die nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, berücksichtigt werden, wenn diese nach Grund und Höhe angemessen sind. Tierhaftpflichtversicherungen können – nur anerkannt werden, wenn das Halten des Tieres aus beruflichen, gesundheitlichen oder anderen Gründen notwendig ist.
3. 2 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss v. 22.02.2016 – L 9 AS 1335/15 B ER
Rechtstipp: Die folgend benannten Entscheidungen lehnen einen Anspruch auf Sozialhilfe ab: LSG Mainz, Beschl. v. 11.02.2016 – L 3 AS 668/15 B ER; LSG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 22.01.2016 – L 29 AS 20/16 B ER. Einen Anspruch auf Sozialhilfe bejahen beispielsweise zwei Senate des LSG Berlin-Brandenburg (LSG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 21.12.2015 – L 25 AS 3035/15 B ER und LSG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 15.01.2016 – L 28 AS 3053/15 B ER).
3. 3 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Urteil vom 26.01.2016 – L 11 AS 1076/14 – Die Revision wird wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassen
3. 4 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss v. 07.03.2016 – L 15 AS 185/15 B ER
3. 5 Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen, Beschluss v. 15.01.2016 – L 15 AS 226/15 B ER
Anmerkung: S. a. : EU-Bürger: Ausschluss von SGB II-Leistungen auch bei eventuellem Aufenthaltsrecht durch Schulbesuch – Pressemitteilung des LSG Celle-Bremen v. 17.03.2016: http://www.juris.de/jportal/portal/t/1cgs/page/homerl.psml?nid=jnachr-JUNA160300605&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fnachrichten%2Fzeigenachricht.jsp
Rechtstipp: . Das BSG vertritt in dem Urteil vom 3. Dezember 2015 – B 4 AS 43/15 R eine andere Rechtsauffassung – kein Leistungsausschluss bei Vorliegen eines Aufenthaltsrecht gem Art 10 EUV 492/2011 für Kinder in Ausbildung und deren sorgeberechtigte Eltern; ebenso: LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss v. 21.01.2016 – L 2 AS 624/15 B ER – Nichtanwendung bei Aufenthaltsrecht als sorgeberechtigter Elternteil eines Kindes in Ausbildung; LSG NRW, Beschluss v. 16.03.2015 – L 19 AS 275/15 B ER – Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für einen sorgeberechtigten Elternteil unter Berücksichtigung des Aufenthaltsrechts als Familienangehöriger seines schulpflichtigen Kindes; ebenso zu diesem Aufenthaltsrecht Beschlüsse des Senats vom vom 27.01.2016 – L 19 AS 29/16 B ER – und vom 20.01.2016 – L 19 AS 1824/15 B ER
3. 6 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Urteil v. 08.10.2015 – L 5 AS 638/14
Rechtstipp: ebenso zum SGB XII: SG Karlsruhe, Gerichtsbescheid vom 04.10.2013 – S 1 SO 2746/13
3. 7 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss v. 17.02.2016 – L 4 AS 345/15 B ER rechtskräftig
Angelegenheiten nach dem SGB II (AS) – Zur Schuldenübernahme nach § 22 Abs 8 SGB II
3. 8 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Urteil v. 16.12.2015 – L 2 AS 733/13 rechtskräftig
Angelegenheiten nach dem SGB II – (AS)
Liegen zum Zeitpunkt der Aufhebungsentscheidung bereits die Voraussetzungen für eine endgültige Festsetzung des Leistungsanspruchs vor, richtet sich die Erstattung zuviel gezahlter Leistungen nur nach § 40 Abs 1 Nr 1 SGB II aF und § 328 SGB III. Die Erstattung überzahlter Leistungen setzt dann voraus, dass über den Leistungsanspruch bereits endgültig entschieden worden ist. Ein Änderungsbescheid nach § 48 SGB X enthält eine solche endgültige Entscheidung regelmäßig nicht und kann auch nicht in einen Bescheid über die endgültige Festsetzung von Leistungen umgedeutet werden (Anschluss an BSG, Urteil vom 29. April 2015 – B 14 AS 31/14 R).
3. 9 Landessozialgericht Sachsen-Anhalt, Beschluss v. 01.03.2016 – L 5 AS 25/16 B ER
4. 3 Sozialgericht Aurich, Urteil v. 09.01.2013 – S 15 AS 651/09
Zahlungen aus einer Kreditrahmenversicherung als Einkommen ( hier verneinend ) – Zahlungen würden wegen Arbeitsunfähigkeit des Klägers zur Absicherung der Hausfinanzierung gezahlt – (§ 11 Abs. 3 Nr. 1 a SGB II in der bis zum 31.12.2010 gültigen Fassung).
§ 11 Abs. 3 Nr. 1 a SGB II will verhindern, dass die besondere Zweckbestimmung einer Leistung durch Berücksichtigung im Rahmen des SGB II verfehlt wird, soweit sich die Zweckbestimmung aus einer öffentlich rechtlichen Norm, aber auch aus einer privatrechtlichen Vereinbarung ergeben kann (Bundessozialgericht -BSG-, Urteil vom 18.01.2011 – B 4 AS 90/10 R; Urteil vom 03.03.2009 – B 4 AS 47/08 R).
2. Eine auf zivilrechtlicher Grundlage erbrachte Leistung ist dann zweckbestimmt im Sinne dieser Bestimmung, wenn ihr über die Tilgungsbestimmung hinaus erkennbar eine bestimmte Zweckrichtung beigemessen ist; dies ist der Fall, wenn sich aus einer Vereinbarung objektiv erkennbar ergibt, dass die Leistung für einen bestimmten Zweck verwendet werden soll (vgl. BSG, a.a.O. sowie Urteil vom 01.06.2010 – B 4 AS 89/09 R).
4. 4 SG Oldenburg, Urteil vom 20. 05. 2015 – S 39 AS 1567/12
Kinder-Unfallversicherung ist unter Umständen vom Einkommen absetzbar ( hier bejahend für beide Kinder – Reiten im privatem Sportverein, Teilnahme an Fußballspielen )
„ Besondere Umstände des Einzelfalles können dazu führen, dass eine solche private Absicherung als angemessen zu bewerten ist. Diese können beispielsweise in einer besonderen Gefährdung des jungen Menschen aufgrund einer Erkrankung oder Behinderung oder einer sonstigen besondere Gefährdungen hervorrufenden Lebenssituation erblickt werden (vgl. BSG, Urteil vom 10.05.2011 – Az.: B 4 AS 139(10 R). Einen solchen Fall liegt hier vor.
4. 5 SG Aurich 55. Kammer, Endurteil vom 27.03.2014 – S 55 AS 498/12
Rechtstipp: ebenso LSG NSB, Urteil vom 23.09.2015 – L 13 AS 164/14, SG Aurich, Urteil v. 29.04.2014 – S 55 AS 445/13, n. v.
4. 6 SG Dortmund, Urteil v. 19.02.2016 – S 62 SO 444/14
5. 2 Sozialgericht Karlsruhe, Beschluss vom 17.12.2015 – S 1 SO 4053/15 ER
Sozialhilfe – einstweiliger Rechtsschutz – Hilfe zum Lebensunterhalt – Hilfebedürftigkeit – Glaubhaftmachung – Vortrags- und Beweislast – erhöhte Anforderungen an die Glaubhaftmachung
6. 1 Sozialgericht Dortmund, Urteil v. 29.02.2016 – S 31 AL 859/12
Zur Aufhebung der Arbeitslosengeldbewilligung wegen eines Meldeversäumnisses und einer nicht genehmigten Ortsabwesenheit – Ortsabwesenheit wurde nicht vorher zugestimmt – wichtigen Grund – analoge Anwendung des § 141 Abs. 3 SGB III ( hier war die Aufhebung rechtswidrig )
Einen wichtigen Grund stellt dar, einem Meldetermin nicht nachzukommen, wenn Kinder – auch erwachsene Kinder – ihre Eltern wegen einer psychischen Überforderung um Hilfe und Beistand bitten.
7. 1 SG Berlin, Beschluss v. 19.01.2016 – S 212 AY 76/16 ER
VG Düsseldorf, 22. Kammer, Urt. v. 01.03.2016 – 22 K 7814/15 – Sprungrevision zum BVerwG zugelassen

References: EuGH 
 § 22
 § 40
 § 328
 § 48

§ 11
 § 141