Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BFHE%20240,%2069
Timestamp: 2019-06-17 07:52:07+00:00

Document:
BFH, 13.12.2012 - VI R 51/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,46020
BFH, 13.12.2012 - VI R 51/11 (https://dejure.org/2012,46020)
BFH, Entscheidung vom 13.12.2012 - VI R 51/11 (https://dejure.org/2012,46020)
BFH, Entscheidung vom 13. Dezember 2012 - VI R 51/11 (https://dejure.org/2012,46020)
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§ 8 Abs 2 S 2 EStG 2009, § 8 Abs 2 S 4 EStG 2009, § 6 Abs 1 Nr 4 S 2 EStG 2009, § 19 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2009, EStG VZ 2009
Zurückweisung der Einsprüche wegen 1%-Regelung
heise.de (Pressebericht, 13.03.2013)
1%-Regelung verfassungsrechtlich unbedenklich // Bruttolistenneupreis als Grundlage bleibt
BFH zu Dienstwagen - "Ein-Prozent-Regelung" verfassungsrechtlich unbedenklich
Arbeitsrecht - Verfassungsrechtlich unbedenklich: 1%-Regelung auf Grundlage des Bruttolistenneupreises
1%-Regelung ist verfassungsgemäß
1%-Regelung verfassungsrechtlich unbedenklich
Sog. 1%-Regelung verstößt nicht gegen das Grundgesetz
Kein Fahrtenbuch, dann Listenpreis
Steuerrecht - Überlassung eines Dienstwagens durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer für dessen Privatnutzung - Bewertung dieses Vorteils
1 %-Regelung auf Grundlage des Bruttolistenneupreises verfassungsgemäß
Keine verfassungsrechtlichen Bedenken bei der 1 %- Regelung
1%-Regelung nach Bruttolistenneupreis verfassungsrechtlich unbedenklich
Keine Abschläge bei der Ein-Prozent-Regel für Dienstwagen
1 %-Reglung auf Basis Bruttolistenneupreis verfassungskonform
Dienstwagen: Die 1-Prozent-Regelung bleibt
Dienstwagenbesteuerung - Bruttolistenpreis
DER BETRIEB (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
1%-Regelung beim BFH anhängig
1%-Regelung beim BFH (BdSt)
kanzlei-nickert.de (Kurzinformation zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)
BFH überprüft Ein-Prozent-Regelung für Dienstwagen
Wird die Pkw-Privatnutzung zu hoch besteuert?
BFHE 240, 69
NJW 2013, 1327
NZA 2013, 494
DB 2013, 494
DB 2013, 495
BStBl II 2013, 385
NZA-RR 2013, 248
Der Gesetzgeber ist sowohl bei der Bewertung des Nutzungsvorteils nach der Fahrtenbuchmethode als auch bei dessen Bemessung nach der 1 %-Regelung davon ausgegangen, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen Vorteil als Arbeitslohn dadurch zuwendet, dass er ihm ein Kfz zur Privatnutzung zur Verfügung stellt und alle mit dem Kfz verbundenen Kosten trägt (z.B. Senatsurteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385).
bb) Der nutzungswertmindernden Berücksichtigung individueller Kfz-Kosten steht der Umstand, dass mit der 1 %-Regelung eine stark vereinfachende, typisierende und pauschalierende Bewertungsvorschrift geschaffen werden sollte (z.B. Senatsurteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385), nicht entgegen.
Er folgt damit der übereinstimmenden Rechtsprechung der Ertragsteuersenate des BFH (BFH-Urteile in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, unter II.3.; vom 18. September 2012 VIII R 28/10, BFHE 239, 233, BStBl II 2013, 120, unter II.2.a, sowie vom 13. Dezember 2012 VI R 51/11, BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, unter II.b).
Dabei handelt es sich um den Betrag, der vom Steuerpflichtigen für eine vergleichbare Nutzung aufgewandt werden müsste und den er durch die Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs erspart (so schon BFH-Urteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, Rz 17).
Insbesondere (auch) im Hinblick hierauf ("Escape-Klausel") folgt der Senat der bisherigen Rechtsprechung des BFH, die die Typisierungsregelung in § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG als verfassungsrechtlich unbedenklich beurteilt (BFH-Urteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, unter II.c, m.w.N.).
Der Arbeitnehmer ist um den Betrag bereichert, den er für eine vergleichbare Nutzung aufwenden müsste und den er sich durch die Überlassung des Fahrzeugs durch den Arbeitgeber erspart (vgl. Senatsurteile vom 13. Dezember 2012 VI R 51/11, BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, sowie vom 10. Februar 1961 VI 89/60 U, BFHE 72, 376, BStBl III 1961, 139; vom 21. Juni 1963 VI 306/61 U, BFHE 77, 191, BStBl III 1963, 387).
Denn der Vorteil aus der Nutzungsüberlassung umfasst das Zurverfügungstellen des Fahrzeugs selbst sowie die Übernahme sämtlicher damit verbundener Kosten wie Steuern, Versicherungsprämien, Reparatur-, Wartungs- und Treibstoffkosten und damit nutzungsabhängige wie -unabhängige Kosten (vgl. Senatsurteile in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, sowie in BFHE 72, 376, BStBl III 1961, 139; in BFHE 77, 191, BStBl III 1963, 387).
Deshalb bleiben nach mittlerweile ständiger Senatsrechtsprechung individuelle Besonderheiten hinsichtlich der Art und der Nutzung des Dienstwagens bei der Bewertung der Nutzungsvorteile grundsätzlich ebenso unberücksichtigt wie nachträgliche Änderungen des Fahrzeugwertes (Urteil in BStBl II 2013, 385, m.w.N.).
Insbesondere im Hinblick auf dieses Wahlrecht ("Escape-Klausel") beurteilt die Rechtsprechung des BFH die Typisierungsregelung in § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG daher als verfassungsrechtlich unbedenklich (BFH-Urteile in BFHE 191, 286, BStBl II 2000, 273, m. w. N., und in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385).
Denn der tatsächliche geldwerte Vorteil entspricht dem Betrag, der vom Steuerpflichtigen für eine vergleichbare Nutzung aufgewandt werden müsste und den er durch die Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs erspart (BFH-Urteil vom 13. Dezember 2012 VI R 51/11, BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, Rz 17).
Dementsprechend erhöht etwa der nachträgliche Einbau von Zusatzausstattungen nicht die Bemessungsgrundlage der 1 %-Regelung (BFH-Urteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, Rz 12, m.w.N.).
Sie ist jedoch gerade im Hinblick auf dieses Wahlrecht trotz dieser grob typisierenden Form als verfassungsrechtlich unbedenklich zu beurteilen (Senatsurteil in BFHE 240, 69, BStBl II 2013, 385, m.w.N.).
Denn der Bürger hat kein sich aus der Verfassung ergebendes Recht darauf, dass ihm eine Regelung mit den für ihn günstigsten Möglichkeiten (im Streitfall: keine Fahrtenbuchführung und eine dem jeweiligen Einzelfall angepasste Abgrenzung der Betriebsausgaben von den Aufwendungen für die private Kfz-Nutzung) zur Auswahl angeboten wird (BFH-Urteile vom 13.12.2012 VI R 51/11, BStBl II 2013, 385 und vom 24.02.2000 III R 59/98, BStBl II 2000, 273).
BFH, 16.05.2013 - X B 172/11

References: § 8
 § 8
 § 6
 § 19
 § 6
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