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Timestamp: 2019-05-26 17:06:30+00:00

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Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Familienrecht seit 2014 - University of Regensburg Publication Server
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Familienrecht seit 2014
Uerpmann-Wittzack, Robert (2016) Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zum Familienrecht seit 2014. Zeitschrift für das gesamte Familienrecht (FamRZ) 63 (22), pp. 1897-1905.
Other URL: https://www.juris.de/perma?d=jzs-FAMRZ-2016-22-1897-1-A-01
Seit 2014 hat der EGMR so viele Entscheidungen zum Familienrecht gefällt, dass der Beitrag eine Auswahl treffen muss. Besonderes Konfliktpotenzial birgt die Rechtsprechung des EGMR zum Schutz gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften, weil sie in Europa auf disparate moralische Grundüberzeugungen trifft. Demgegenüber bewegt sich die Rechtsprechung zur Leihmutterschaft mit dem Grundgedanken des ...
Seit 2014 hat der EGMR so viele Entscheidungen zum Familienrecht gefällt, dass der Beitrag eine Auswahl treffen muss. Besonderes Konfliktpotenzial birgt die Rechtsprechung des EGMR zum Schutz gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften, weil sie in Europa auf disparate moralische Grundüberzeugungen trifft. Demgegenüber bewegt sich die Rechtsprechung zur Leihmutterschaft mit dem Grundgedanken des vorrangig zu beachtenden Kindeswohls auf einer konsensfähigen Grundlage. Bei Vaterschaft und Umgangsrecht führt der EGMR seine etablierte Rechtsprechung fort, wobei das Kuppinger-Urteil zum effektiven Rechtsschutz gegen überlange familienrechtliche Verfahren hervorsticht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Kindesrückführung nach dem Haager Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung (HKÜ). Entscheidungen zu Betreuungsrecht, Geschäftsunfähigkeit und Medizinrecht sowie zur Diskriminierung wegen Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund runden den Überblick ab.
Insgesamt vermag die Rechtsprechung des EGMR zu überzeugen. Sie ist zwar mittlerweile so breit und ausdifferenziert, dass sich die Fülle an Einzelentscheidungen kaum noch überblicken lässt. Dabei folgt der EGMR aber doch konsequent bestimmten Leitgedanken wie dem Vorrang des Kindeswohls und dem Schutz der faktisch gelebten Familie.
"gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft", "eingetragene Partnerschaft", Leihmutterschaft, Kindeswohl, Vaterschaft, Umgangsrecht, Sorgerecht, Kindesentführung, Betreuungsrecht, Geschäftsunfähigkeit, Diskriminierung, Staatsangehörigkeit, Migration

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