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Timestamp: 2018-07-18 01:22:22+00:00

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RAK-WB, Kapitel 1: Die Elemente einer Titelaufnahme
Kapitel 1: Die Elemente einer Titelaufnahme
Payer, Margarete <1942 - >: RAK-WB : Skript. -- Kapitel 1: Die Elemente einer Titelaufnahme. -- Fassung vom 2002-10-03. -- URL: http://www.payer.de/rakwb/rakwb01.htm. -- [Stichwort].
Überarbeitungen: 1997-09-22; 2001-03-12 [Revision]; 2002-10-03 [Einarbeitung der 4. Erg. 2002]
1. Die Elemente einer Titelaufnahme
1.1. Grundregeln der bibliographischen Beschreibung
1.2. Angabe und Ansetzung des Sachtitels
1.3. Angabe der Zusätze zum Sachtitel
1.4. Verfasserangabe
1.5. Ausgabebezeichnung
1.6. Erscheinungsvermerk
1.7. Kollationsvermerk
1.8. Angabe des Gesamttitels, der Fußnoten, der ISBN und der Reportnummer
1.9. Kopf, Nebeneintragungsvermerk und Verweisungsvermerk
1.9.1. Kopf
1.9.2. Nebeneintragungsvermerk
1.9.3. Verweisungsvermerk
Zu einer Titelaufnahme (Einheitsaufnahme) gehören:
die Beschreibung des Titels auf Grund der Vorlage (bibliographische Beschreibung)
die Teile, die für die Einordnung wichtig sind:
Verweisungsvermerk
1. 1 Grundregeln der bibliographischen Beschreibung (für Drucke nach 1800)
Die eckige Klammerung hängt von der Informationsquelle ab s. § 115
Die Schreibweise der Vorlage wird im allgemeinen beibehalten s. § 117,1
Druckfehler werden außer in Sachtiteln, Personen- und Körperschaftsnamen und in der Angabe des Erscheinungsjahres ohne Kennzeichnung berichtigt (§ 117,2)
Fehlende Akzente und diakritische Zeichen sind nach Möglichkeit zu ergänzen (§ 117, 4)
Bindestriche (! an deutsche Komposita denken !) werden ohne Kenntlichmachung ergänzt oder weggelassen (§ 117, 4 + § 204)
Das große Thaddäus-Troll-Lesebuch
(Besonders im Englischen kann es dabei Probleme geben, da manchmal in der Vorlage Bindestriche stehen, die man nicht übernehmen darf. Vgl. § 204,3 Anm. 1 - 4)
Bei Bis-Strichen muss an die Spatien gedacht werden (§ 117, 4)
Klammern der Vorlage werden im allgemeinen durch runde Klammern wiedergegeben.
Aber: Klammern in Formeln bleiben erhalten (§ 117, 5)
Für die Groß- und Kleinschreibung gilt die Rechtschreibung der betreffenden Sprache. (Im Deutschen schreibt man nach Doppelpunkt groß, wenn das erste Wort einer direkten Rede oder eines selbständigen Satzes folgt; klein nach einem Doppelpunkt, der vor einer angekündigten Aufzählung, einem angekündigten Satzstück oder einer Zusammenfassung steht.)
Zusätzlich wird mit großem Anfangsbuchstaben geschrieben (in allen Sprachen):
das erste Wort eines Sachtitels
das erste Wort eines zitierten Sachtitels
Erläuterungen zum Zerbrochenen Krug
alle Wörter in Eigennamen, Körperschaftsnamen und geographischen Namen außer Artikel, Präpositionen und Konjunktionen im Innern der Namen, (§ 117, 6)
Institut für Wissenschaftliche Zusammenarbeit <Tübingen>
Die Geschichte von La Paz
Satzzeichen der Vorlage werden im allgemeinen beibehalten (§ 120).
Aber: als Satzzeichen sind Punkte im Sachtitel unmöglich, da Punkte als Deskriptionszeichen zur Einleitung für ein beigefügtes Werk genutzt werden.
Zu den vorgeschriebenen Deskriptionszeichen s. § 121 und 122
Ziffern jeder Art, Zahlzeichen und bestimmte Zahlwörter werden im allgemeinen durch arabische Ziffern wiedergegeben
Vorlage: 100 Jahre RAK
Ans.: 100 Jahre RAK
NE: Hundert Jahre RAK
Zahlwörter in Sachtiteln, in Zusätzen zum Sachtitel und in sachlichen Benennungen bleiben erhalten
Die dreizehn Geschworenen
römische Ziffern bleiben erhalten in Sachtiteln, in Zusätzen zum Sachtitel, in sachlichen Benennungen, in Namen, in Formeln, in der Umfangsangabe (§ 124,1). (Römische Ziffern werden als Buchstaben geordnet!)
Cats : die Katzenlieder I - IV
Ordnungszahlen mit hochgestellten kleinen Buchstaben:
im Sachtitel auf gleicher Zeile nach Vorlage schreiben
Bibliographische Beschreibung: 1er
sonst durch Punkt ersetzen (§ 124,2)
Zahlzeichen werden nicht mehr aufgelöst (s. später).
Beim Abschreiben wird im allgemeinen nicht mehr abgekürzt (vgl. § 125 neu). Wenn man z.B. in der Ausgabebezeichnung oder in der Verfasserangabe abkürzt, halte man sich an die in Anlage 4 aufgeführten Wörter (z.B. "hrsg., Aufl.") und die Sprachbezeichnungen in Anlage 1.
Auf keinen Fall darf abgekürzt werden:
im Hauptsachtitel
in den Zusätzen zum Hauptsachtitel
Felidae : das heimliche Tun der Katzen ; wissenschaftliche Beiträge
in sachlichen Benennungen
in Körperschaftsnamen (außer bei der Angabe von Körperschaften im Impressum)
Abgekürzte Wörter der Vorlage werden im allgemeinen nicht mehr aufgelöst (s. später)
Motti, Segensformeln - auch Widmungen u.ä. werden nicht übernommen (§ 123, 2)
"Obs schon mancher nicht bekennt, ist er doch stark angebrennt" = das Motto auf dem Titelblatt "Adams-Kinder / Abraham a Santa Clara"
1. 2 Angabe und Ansetzung des Sachtitels
"Als Sachtitel wird eine sachliche Benennung eines Werkes und einer Ausgabe eines Werkes bezeichnet." (§ 20, 1)
Der Sachtitel ist immer das erste Element in der bibliographischen Beschreibung, im Normalfall gilt dieses erste Element bei Sachtitelschriften gleichzeitig als Kopf. Diese Vermischung von Ansetzung und bibliographischer Beschreibung nimmt man in Kauf, da man sonst bei der Mehrheit der Sachtitelschriften den Sachtitel jeweils doppelt abschreiben müsste.
Der Sachtitel wird im allgemeinen in der vorliegenden Form übernommen (d.h. so abgeschrieben, so angesetzt und so geordnet) (§ 501)
Bei der Schreibung ist zu beachten:
Steht der Sachtitel nicht auf der Haupttitelseite : in eckige Klammern setzen
typographische Besonderheiten werden nach Vorlage abgeschrieben und nach heutiger Schreibung angesetzt (§ 205, 3)
Vmständliche ...
Bibliographische Beschreibung: ¬Vmständliche¬ [Umständliche]...
Schola nostra ¬VVizzinburgi¬ [Wizzinburgi]
der Buchstabe j wird in Sachtiteln und in Personen und Körperschaftsnamen bei lateinischen Wörtern als i angesetzt (Ausnahme: biblische Autoren und Fremdwörter) (§ 205, 2) (Beachte, dass i und j getrennt ordnen!)
Das Jus primae noctis
Bibliographische Beschreibung: ¬Das¬ Ius primae noctis
unabhängig von der Vorlage werden Gedankenstriche immer mit Spatium geschrieben; Bindestriche, Gegenstriche und Streckenstriche werden ohne Spatien geschrieben!
Kollisionsfall Sophie-Hohenstaufen (Gegenstrich)
Strecke Köln-München (Streckenstrich)
Aber: wenn ein Strich (Ergänzungsbindestrich) zwischen 2 oder mehreren Begriffen steht, von denen einer nicht als ein OW anzusetzen ist, muss ein Spatium hinter den Bindestrich gesetzt werden. (§ 203, 2)
Stuttgart-Bad Cannstatt = Stuttgart- Bad Cannstatt
Max Müller-von Hagen = Müller- von Hagen, Max
Schrägstriche werden in Sachtiteln durch Spatien, Kommata oder Bindestriche ersetzt
vorliegender ST: Das Treffen in Halle/Saale
Bibliographische Beschreibung: ¬Das¬ Treffen in Halle, Saale
Stehen Schrägstriche zwischen nicht aufgelösten Zahlen werden sie übernommen und ohne Spatien angegeben
Bestimmte und unbestimmte Artikel [der, dem, dessen, the, la... ; ein, einem, a, un... ;] und gleichlautende Zahlwörter am Anfang eines Sachtitels werden bei der Ordnung übergangen. Man verwende Nichtsortierzeichen, um das Übergehen anzuzeigen! (§ 822, 1.2)
¬Eine¬ heilige Kirche
Aber unverbundene Artikel am Anfang eines Personennamens oder eines geografischen Namens, wenn dieser Artikel fester Bestandteil des Namens ist, werden bei Sachtiteln nicht übergangen:
La Fontaine´s Einfluss auf die Entwicklung ...
La Paz und ihre Bewohner
Los Angeles Scientific Society
¬El¬ Greco und seine Bilder
Bestimmte und unbestimmte Artikel, die mit dem folgenden Wort durch Apostroph oder Bindestrich verbunden sind, aber am Anfang des Sachtitels stehen, müssen, wenn sie nach den Ordnungsregeln zu übergehen sind, mit Spatium geschrieben werden (§§ 203, 3 +131, 2; § 822, 1.2)
¬L'¬ amour et...
¬L¬ Europe et ...
In Sachtiteln vorkommende Präfixe und Verwandtschaftsbezeichnungen, die Bestandteil eines Personennamens, geographischen Namens oder sonstigen Eigennamens sind, werden im allgemeinen nach Vorlage angegeben. Allerdings muss dabei die allgemeine Vorschrift zur Groß- und Kleinschreibung beachtet werden: Artikel, Präpositionen und Konjunktionen im Innern eines Eigennamens müssen kleingeschrieben werden:
Personennamen (hier: moderne Familiennamen in europäischen Sprachen mit Artikeln usw.s. § 314)
Wernher von Braun's Erfindung.
Jean de la Fontaine und seine Fabeln
Personennamen mit Verwandtschaftsbezeichnungen vgl. § 316
Mac Donalds Fraß
geographische Namen (bezüglich der Frage Schreibung mit Spatium oder Bindestrich usw. hält man sich bei Gebietskörperschaften an die offizielle Schreibung, bei anderen geografischen Namen an die Rechtschreibung der entsprechenden Sprache s. § 208, 2)
Entstehung von La Plata
¬Die¬ Sankt Galler Handschriften
Stimmen einzelne Worte des Sachtitels nicht mit einer geforderten Ansetzungsform überein, dann wird diese Form jeweils in eckigen Klammern hinter dem betreffenden Wort oder in das betreffende Wort eingesetzt (§ 129, 1)
Sollten allerdings die Wörter, die eine Ansetzungsform benötigen, überwiegen, so wird ein Ansetzungssachtitel gebildet (§ 130).
¬Vmständliche¬ [Umständliche] Geschichten über das Leben
[Manuale controversiarum] R. P. Martini Becani Societatis Jesu Theologi Manuale controversiarum
Ansetzungsform und Ansetzungssachtitel
Eine besondere Ansetzungsform bzw. ein Ansetzungssachtitel für Haupteintragung oder Nebeneintragung wird benötigt, wenn in der Vorlage im Sachtitel Folgendes vorkommt:
Handbuch für ¬Baemte¬ [Beamte]
¬Enchiriridion¬ [Enchiridion] geistlicher Gesenge ¬vn¬ [un] Psalmen
(es handelt sich um einen Titel aus dem 16. Jahrhundert, für den man nicht die heutige deutsche Rechtschreibung nehmen kann. "Enchiriridion" mit der versehentlichen Doppelschreibung ist aber auch nach damaliger Schreibung falsch.)
Wörter, deren Schreibweise bei einzelnen Buchstaben schwankt, bzw. Wörter, die in sprachlich leicht voneinander abweichenden Formen auftreten, werden nur dann vereinheitlicht, wenn es sich um ein und denselben Sachtitel handelt. Man nimmt die heutige Schreibweise bzw. die zuletzt aufgetretene Schreibweise (§ 205, 1). Entsprechend werden auch die Vorschriften bezüglich der neuen Rechtschreibung gestaltet werden.
Kant, Immanuel: ¬Critik¬ [Kritik] der reinen Vernunft. - 1781
Kant, Immanuel: Kritik der reinen Vernunft. - 1981
Unter der nicht benutzten Form wird eine Nebeneintragung gemacht (§ 714, 1c) oder eventuell eine Verweisung, wenn die Haupteintragung unter dem Sachtitel gemacht wird
¬Centrale¬ [Zentrale] Gedanken über Religion. - 1670. +
Zentrale Gedanken über Religion. - 1987.
NE: Centrale Gedanken über Religion
Handelt es sich aber bei der schwankenden Schreib- und Sprachform um verschiedene Sachtitel bzw. um stärkere sprachliche Abweichungen (Dialektform usw.), bleibt die Vorlageform erhalten (§ 205,1)
behavior + behaviour
Zahlen, Symbole und Zeichen (§ 206) werden vorlagegemäß angesetzt. Nebeneintragungen mit und unter dem Sachtitel mit der aufgelösten Form der Zahl, des Symbols oder Zeichens sind vorgeschrieben, wenn dieses Element das erste Ordnungswort des Sachtitels bilden.
(Man beachte, dass nicht-aufgelöste Zahlen numerisch geordnet werden. Nach RAK werden Zahlen nach den Buchstaben geordnet!)
Bei der Nebeneintragung ist zu beachten, dass Zahlen in der Sprache des Titels aufzulösen sind.
(Im Deutschen werden die Zahlen 1100 bis 1999 stets als Hunderter angesetzt).
Vorlage und Ansetzung: 125 Jahre Bayerischer Kunstgewerbeverein
NE: Hundertfünfundzwanzig Jahre Bayerischer Kunstgewerbeverein
(Im Englischen wird bei der Auflösung das Wort "and" immer gebraucht:)
Bei mehreren möglichen Auflösungen werden bei Sachtitelwerken weitere Nebeneintragungen gemacht. s. § 714, 2 (gilt nicht für deutsche Zahlen).
Sachtitel eines französischsprachigen Werkes: 1975
Ansetzung: 1975
NE: Mil neuf cent soixante-quinze
NE: Dix-neuf cent soixante-quinze
Vorlage: 7S-Immunglobulin zur intravenösen Anwendung
Ansetzung: 7S-Immunglobulin zur intravenösen Anwendung
NE: Sieben-S-Immunglobulin zur intravenösen Anwendung
Auf die Nebeneintragung wird u.a. verzichtet,
bei Sachtiteln, die eine Report-, Normnummer, Signatur u.ä. enthalten oder aus einer solchen Nummer bestehen (§ 206, 4c neu)
12 A 201, ein Buch, in das sich jeder Bücherwurm verliebt
bei Sachtiteln von Schriften, die sich auf industrielle Produkte, die durch Zählungen unterschieden werden, beziehen
¬Der¬ 386-SX-Computer
bei mathematischen und naturwissenschaftlichen Formeln s. § 207 (in RAK-Mitteilung 10 völlig geändert)
Symbole und Zeichen:
Vorlage: § 314
Ansetzung: § 314
Nebeneintragung: Paragraph 314
Zu beachten ist, dass die Zeichen & und + als Konjunktion auch als zweites Ordnungswort eine Nebeneintragung bewirken:
Vorlage: Aktiv + gesund
Ansetzung: Aktiv + gesund
NE: Aktiv und gesund
Buchstaben aus nichtlateinischen Alphabeten in Formeln und Fachwörtern werden in aufgelöster Form angesetzt:
ß-Rezeptorenblockade
Bibliographische Beschreibung: ß[Beta]-Rezeptorenblockade
Abkürzungen im Sachtitel werden nach Vorlage angesetzt (RAK-Mitteilung 10). Abkürzungen, die gewöhnlich in aufgelöster Form gesprochen werden und das erste Ordnungswort des Sachtitels sind, werden für eine Nebeneintragung aufgelöst. (§ 201 u. § 714, 2a).
Festschrift Prof. Dr. Otto Käser
Vorlage: Hl. Elisabeth
Ansetzung: Hl. Elisabeth
NE: Heilige Elisabeth
! Nicht mit Nebeneintragungen versehen werden:
abgekürzte Vornamen vor Familiennamen (§ 202, 2)
Abkürzungen von juristischen Wendungen bei Körperschaftsnamen
VEB Traktorenbau
Abkürzungen von Maß- und Münzeinheiten
cm um cm
Folgen von Initialen und ähnlichen Buchstabenfolgen (§ 202, 3)
Abgrenzung des Hauptsachtitels
Nicht in allen Fällen ist das Titelblatt so gestaltet, dass man sofort eindeutig erkennen kann, was der Hauptsachtitel ist, und wie er vom Zusatz abgegrenzt werden kann.
Grundsätzlich sollten grammatikalisch verbundene Angaben, die zu einem Element (hier der Sachtitel) gehören, nicht auseinandergenommen werden, - auch wenn sie auf dem Titelblatt auf mehrere Zeilen verteilt sind oder typographisch voneinander abgehoben sind. Auch eine Großschreibung am Anfang jeder Zeile muss nicht den Beginn eines Zusatzes andeuten.
Die Erlebnisse des Katers Tüpfli
Und andere Geschichten für Katzenliebhaber
Ansetzung: ¬Die¬ Erlebnisse des Katers Tüpfli und andere Geschichten für Katzenliebhaber
Schwieriger ist der Fall, wenn bei einer Sachaussage die grammatische Bindung nicht eindeutig ist (z.B. ein Kompositum nicht korrekt geschrieben ist)
Vorlage: DIN Taschenbuch
oder: DIN
Sachtitel: DIN-Taschenbuch
Dann gelten sachliche Aussagen, auch wenn sie sich über mehrere Zeilen hinziehen, als ein Sachtitel, so lange nicht ein Teil typographisch hervorgehoben ist.
Sachtitel (und Ergänzung): Publications / Cat Society (§ 128,6).
Weitere Regeln zur Abgrenzung des Hauptsachtitels:
Bei sehr langen Sachtiteln kann man Teile, die für die Ansetzung nicht gebraucht werden, weglassen. (§ 128; 502, 2). Das gilt insbesondere für Barocktitel. Sachtitel neuzeitlicher Werke sollte man wegen der Suchbarkeit immer unverkürzt abschreiben.
Wörter und Sätze am Anfang eines Sachtitels, die den eigentlichen Titel nur ankündigen, werden als Teile des Sachtitels angegeben und als Teile des Sachtitels angesetzt. (§§ 502,1 neu + 128, 6 neu + 131, 1). Unter der gekürzten Form des Sachtitels wird bei Sachtitelwerken eine NE gemacht (§ 714,3).
Hier hebt sich an Das Buch des Glücks der Kinder Adams
NE: ¬Das¬ Buch des Glücks der Kinder Adams
Stehen Wörter am Anfang eines Sachtitels, die beim Zitieren leicht vergessen werden können (z.B. Vornamen vor Familiennamen) oder die typographisch als unwichtigerer Bestandteil eines Sachtitels dargestellt sind, setzt man das ganze als ein Sachtitel an, macht aber bei Sachtitelschriften eine Nebeneintragung unter Übergehung der leicht zu übergehenden Wörter. (§714, 3)
Ansetzung: Oldenbourg-Grundriss der Geschichte
NE: Grundriss der Geschichte
Wörter am Anfang des Sachtitels, die nur den Umfang eines Werkes o.ä. angeben, werden im allgemeinen als Bestandteil des Sachtitels angegeben, aber nicht als Bestandteil des Sachtitels angesetzt. (§ 128,8 neu; 502,1 neu; 714,1a neu)
Bei Sachtitelwerken wird unter der Vorlageform eine Nebeneintragung gemacht.
Vorlage: Sieben Büchlein über den wahren Glauben
[Über den wahren Glauben]
Sieben Büchlein über den wahren Glauben
(Sollte sich durch die Abtrennung der Kasus der grammatisch abhängigen Wörter verändern, was besonders gern in lateinischen Titeln vorkommt, sind die Regeln in § 128,8; 130; 502,1; 714,1b heranzuziehen.)
Wörter am Ende eines Sachtitels, die den Umfang eines Werkes u.ä. angeben und die man ohne grammatikalische Probleme abtrennen kann, werden in den Zusatz zum Sachtitel genommen.
Vorlage: Werke in vier Bänden
Sachtitel: Werke : in vier Bänden
Jahres- und Datumsangaben am Anfang einer sachlichen Aussage werden nur dann als erster Teil eines Hauptsachtitels angegeben, wenn sie ein wesentlicher Teil der Sachaussage sind.
Sind die Namen von Personen, die Verfasser oder sonstige beteiligte Personen sind, und die Namen von Körperschaften mit dem Sachtitel grammatisch verbunden, so werden diese Namen immer als Bestandteil des Sachtitels angegeben (§ 128, 2). Allerdings gilt eine Verbindung mit "von" oder "hrsg. von" u.ä. nicht als grammatische Verbindung (dann ist Verfasser bzw. Körperschaft mit Schrägstrich vom Sachtitel abzutrennen).
Vorlage: Goethes Gedichte
Bibliographische Beschreibung: Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬: [Gedichte] Goethes Gedichte
oder: Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬: Goethes Gedichte
oder: Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬: ¬Goethes¬ Gedichte
Sortierung: Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬: Gedichte
Sind die Namen von Urhebern mit dem Sachtitel grammatisch verbunden, so werden sie immer als Bestandteil des Sachtitels angesetzt (§502,4)
Sind die Namen von Personen als Bestandteil des Sachtitels anzugeben, werden sie nur dann auch als Bestandteil des Sachtitels angesetzt
wenn der Name gleichzeitig Bestandteil der Sachaussage ist
Heine-Lesebuch
bzw. der Name im Innern des Sachtitels genannt ist (§ 502,3)
Gedichte Goethes aus der Straßburger Zeit
Sind im Sachtitel 2 oder mehr Werke verbunden genannt, wird das Ganze als ein Sachtitel angegeben (§ 128, 3)
(Die internationale ISBD hat hier eine bessere Lösung: die weiteren Werke werden als beigefügte Werke behandelt.)
Vorlage: Shakespeare: König Lear, Macbeth und Hamlet
Ansetzung des Sachtitels: König Lear, Macbeth und Hamlet
(die drei im Sachtitel zitierten Werke sind nach § 14 enthaltene Werke. Wenn keine Nebeneintragungen mit den enthaltenen Werken gemacht werden, werden sie nicht zusätzlich in einer Fußnote angegeben. Sollten Einheitssachtitel zu enthaltenen Werken gehören, müssen diese Einheitssachtitel in einer Fußnote angegeben werden.)
aber Shakespeare: Hamlet. Macbeth (s. Regeln für beigefügte Werke)
Wenn der Sachtitel aus literarischen Gattungsbegriffen besteht, wird er als ein Sachtitel angegeben (§ 128, 4) (Kommata verwenden!)
Märchen, Sagen, Novellen
Der Sachtitel besteht aus mehreren grammatisch gleichen Wörtern mit abschließenden Satzzeichen, dann wird er als ein Sachtitel angegeben (§ 128, 5)
1. 3 Angabe der Zusätze zum Sachtitel
"Als Zusatz zum Sachtitel werden Erläuterungen, Erweiterungen oder Einschränkungen der sachlichen Benennung bezeichnet, die im Zusammenhang mit einer sachlichen Benennung genannt sind." (§21)
(! Für das Abschreiben gelten die Regeln wie beim Sachtitel. § 125 neu.)
Nebensachtitel, die auf der Haupttitelseite genannt sind, werden wie Zusätze zum Sachtitel behandelt (§ 132). Das gilt auch Einheitssachtitel in derselben Sprache wie der Sachtitel, wenn sie auf der Haupttitelseite stehen (Aber Einheitssachtitel auf der Haupttitelseite in einer anderen Sprache als der Sachtitel werden wie Paralleltitel behandelt!) (§ 133)
so wird auch eine Initialen- oder ähnliche Buchstabenfolge, die neben der dazugehörigen ausgeschriebenen Form auf der Haupttitelseite steht, immer als Zusatz angegeben (§28, 2; 132)
Straßenverkehrsordnung : StVO
Lange Zusätze können auf die für die Sachaussagen erforderlichen Teile gekürzt, eventuell auch ganz gestrichen werden (§ 134, 2).
Zusätze zum Sachtitel, die nicht auf dem Haupttitelblatt stehen, werden mit eckigen Klammern übernommen, wenn das zum Verständnis erforderlich erscheint (§ 134, 3). Das gilt nicht für Nebensachtitel! (Solche müssen eventuell in einer Fußnote angegeben werden §162, 2.)
Gibt es Zusätze in verschiedenen Sprachen, dann wird im allgemeinen der Zusatz in der Sprache des Sachtitels genommen (§ 134, 5)
Im Zusatz zum Sachtitel genannte Verfasserangaben sind Bestandteil des Zusatzes (§ 134, 6). (s.o.)
Vorlage: Italy - letters of Smith
Smith, Max:
Italy : letters of Smith
Vermerke über textliche Beigaben werden wie Zusätze behandelt, z.B. Tabellen (! Abbildungen, graphische Darstellungen usw. gelten aber nicht als textliche Beigaben) (§ 134, 7).
Lehrbuch der Chemie : mit einer Tabelle des periodischen Systems der Elemente
Band- und Umfangsangaben am Ende eines Sachtitels, die man ohne Probleme abtrennen kann, werden als Zusatz zum Sachtitel angegeben (§128, 7). vgl. unter Abgrenzung. Nach § 128,6 neu gilt das nach Möglichkeit auch für Jahres- und Datumsangaben.
Bibliographische Beschreibung: Werke : in vier Bänden
1. 4. Verfasserangabe
1. 4. 1 Die Verfasserangabe kann bestehen aus:
Sonstige beteiligte Personen und Körperschaften
Verfasser sind Personen, "die - allein oder gemeinschaftlich - ein Werk oder Teile eines Werkes erarbeitet haben" - § 16
Auch Personen, die eine Bibliographie, einen Katalog, ein Wörterbuch, ein Werkverzeichnis u. dgl. zusammengestellt haben, sind Verfasser = § 601, Anm. 3
Aber Personen, die bei einem Ein-, Zwei- oder Dreiverfasserwerk als "Mitarbeiter", "unter Mitarbeit von" usw. eingeführt werden, sind nicht als Verfasser anzusehen (vgl. § 602)
Urheber sind Körperschaften, "die - allein oder gemeinschaftlich - ein anonymes Werk oder Teile eines solchen Werkes erarbeitet oder veranlasst und herausgegeben haben" = § 18
(Ein anonymes Werk = ein Werk, "dessen Verfasser weder genannt noch ermittelt sind" = § 17)
Sonstige beteiligte Personen und Körperschaften sind z.B. Mitarb., Bearb., Hrsg., Redakteure, Übers., Illustratoren, Kommentatoren, Verf. von Vor- und Nachworten, Anreger, Auftraggeber, Förderer, Kongressveranstalter (§19)
1. 4. 2 Die primäre Informationsquelle für die Verfasserangabe
ist nur die Haupttitelseite ! = § 115, 3a
1. 4. 3 Form der Verfasserangabe
Die Reihenfolge von Verfassern und Urhebern, sonstigen beteiligten Personen und Körperschaften richtet sich im allgemeinen nach der Vorlage, speziell nach der Haupttitelseite. "Jedoch werden bei Verfasserwerken die Verfasser, bei Urheber- und Sachtitelwerken die Urheber vor den sonstigen beteiligten Personen und Körperschaften angegeben" ... = § 136, 4
Ausführlichkeit der Verfasserangabe:
(Laut Vorwort von RAK-WB können Bibliotheken auch sonstige beteiligte Personen und Körperschaften in der Verfasserangabe angeben, die keine Eintragung erhalten. So macht es auch Die Deutsche Bibliothek.)
Angeführt werden auf jeden Fall (ohne Rücksicht auf die Quelle!)
alle Verfasser und Urheber, die eine HE oder eine NE erhalten
Sind allerdings Verfasser oder Urheber als Bestandteil des Sachtitels anzugeben, werden sie in der Verfasserangabe nicht wiederholt (vgl. §§ 128,2. 134, 6 u.a.), es sei denn, sie ständen ein zweites Mal auf dem Titelblatt
Vorlage: Goethes Faust - herausgegeben von M. Müller
Bibliographische Beschreibung: Goethe, Johann Wolfgang ¬von¬: ¬Goethes¬ Faust / hrsg. von M. Müller. -
Bis 1990 gab es in RAK folgende Ausnahmeregelung, die man zum Verständnis älterer Titelaufnahmen zur Kenntnis nehmen sollte:
Stimmt die vorliegende Namensform eines einzigen Verfassers mit der korrekten Ansetzungsform (Kopfform) überein, und steht dieser Name ohne verbindende Wendungen bzw. nur eingeleitet durch "von" oder "verfasst von" (oder "by" u.ä.) auf dem Titelblatt, dann wird dieser Name in der bibliographischen Beschreibung nicht angegeben = § 136, 2. Diese Regel galt nie bei Urheberwerken oder bei Werken mit ermitteltem Verfasser.
alle sonstigen beteiligten Personen und Körperschaften, die eine NE erhalten (! Solche NE sind bei Verfasserwerken sehr eingeschränkt --> im allgemeinen nur, wenn eine solche Person einen wesentlichen Anteil hat, vgl. § 603, 1) (! Eine Ausnahme bilden Urheber von fortlaufenden Sammelwerken und Verfasser in mehrbändigen Werken: diese werden auch ohne Nebeneintragungen angegeben).
Die übrigen sonstigen beteiligten Personen und Körperschaften werden ohne Kennzeichnung weggelassen, es sei denn, eine erste Person oder erste Körperschaft mit derselben Funktion muss angegeben werden. Dann wird das Weglassen durch ... gekennzeichnet.
Was wird aus der Vorlage übernommen bzw. weggelassen?
"Die Verfasserangabe wird in der Form der Vorlage einschließlich der einführenden und verbindenden Wendungen übernommen" = § 137, 1 ! Es dürfen keine Teilergänzungen (Vornamen u.ä.) eingefügt werden!
Stehen 2 - 3 Verfasser oder Urheber mit gleicher Funktion aber ohne verbindende Wendungen auf dem Titelblatt, werden sie durch Spatium, Semikolon, Spatium getrennt wiedergegeben.
¬Das¬ Leben der Elefanten / Müller ; Meier ; Schmit
Liegen bei unterschiedlicher Funktion keine verbindenden Wendungen vor: Trennung durch Punkt, Spatium = §140, 1
/ hrsg. von Müller. Bearb. von Schmit
Die Stufen der Namen einer Körperschaft werden durch Komma abgetrennt, wenn nicht eine verbindende Wendung vorliegt = § 140, 2
Technische Universität Dresden, Fakultät für Forstwirtschaft
Seminar für Öffentliches Recht der Universität Hamburg
Weggelassen werden Personalangaben und Adelstitel bei modernen Familiennamen [Freiherr, Graf u.ä.].
Vorlage: ...verfasst von SKH Carl Herzog von Württemberg und Waldemar Baumann im Jahre 1980
Bibliographische Beschreibung: ... / verf. von Carl von Württemberg und Waldemar Baumann
! Adelstitel bei persönlichen Namen von Fürsten, Mitgliedern von Fürstenhäusern und geistlichen Würdenträger müssen übernommen werden
*... / verf. von Kaiser Friedrich II.
Personalangaben und Adelstitel können übernommen werden, wenn sprachliche Härten auftreten. = § 139
Vorl.: verfasst vom Minister für Gesundheit Max Klein
... / verf. vom Minister ... Max Klein
Druckfehler oder falsche Schreibung in der Verfasserangabe des Titelblattes werden ohne Kennzeichnung abgeschrieben. Nur Druckfehler in Körperschaftsnamen, die eindeutig sind, werden ohne Kennzeichnung berichtigt abgeschrieben = § 137, 4
Der richtige Name eines Verfassers ist in einer Fußnote anzugeben, wenn nicht schon in HE oder NE erwähnt:
"Richtiger Name d. 2. Verf.: ..."
(In Online-Katalogen ist diese Fußnote immer nötig, wenn der richtige Name nur im Nebeneintragungsvermerk stände, da laut RAK in solchen Katalogen auf Nebeneintragungsvermerke verzichtet wird.)
wenn die Vorlage auf der Haupttitelseite neben einem scheinbar zusammengesetzten Namen die Namen dieser Personen auch einzeln bringt, sind diese anzugeben, der scheinbar zusammengesetzte Name aber in der Fußnote (§138,1)
"Auf d. Haupttitels. auch: ..."
"Auf d. Umschlag: ..." usw. (§ 162, 3)
wenn Bemerkungen zu Verfassern von außerhalb der Vorlage gemacht werden müssen (vgl. § 136, 1), kommen folgende Fußnoten in Frage:
"Mutmaßl. Verf.: ... " oder
"Überlieferter Verf.: ..." § 162, 3
wenn Bemerkungen zu Namen in der Verfasserangabe zu machen sind, sind die Fußnoten folgendermaßen abzufassen (§ 162, 3):
" ... ist angebl. Verf." oder "... ist überlieferter Verf."
1. 5 Ausgabebezeichnung (§§ 141. 142)
(! Ausgabebezeichnungen wie "Ausgabe in dt. Sprache" u.ä. bei fortlaufenden Sammelwerken werden wie Unterreihen behandelt.) Der Wortlaut der Vorlage wird gekürzt übernommen, eine fehlende Ausgabebezeichnung wird ergänzt (allerdings nicht, wenn es sich um eine erste Auflage handelt).
Zu beachten ist, dass eine Angabe auf dem Titelblatt wie "kritische Ausgabe", "in deutscher und lateinischer Sprache" u.ä. als Zusatz zum Sachtitel angesehen wird (Erläuterung, Einschränkung des Sachtitels).
In Verbindung mit der Ausgabebezeichnung genannte Beigabenvermerke und sonstige beteiligte Personen (sofern eine solche sonstige beteiligte Person eine Nebeneintragung erhält) werden hier angegeben
2. Aufl. / bearb. von M. Müller.
Auf die Angabe einer neben einer Auflagenbezeichnung genannten Zählung nach Tausenden wird verzichtet.
Bei Nachdrucken wird die Ausgabebezeichnung mit Hinweis auf die frühere Ausgabe verkürzt angegeben:
Repr. der 3. Aufl., Weimar, 1930
! an eine eventuell nötige Klammerung wegen der Sekundärquelle denken.
Auf Lizenzausgaben wird nicht hingewiesen.
1. 6 Erscheinungsvermerk (§§ 143 - 150)
1.6.1. Grundregel:
Der Erscheinungsvermerk wird in möglichst kurzer Form in einer festen Formel angegeben:
Erscheinungsort : Verlag, Jahr (Druckort : Drucker)
Die folgenden Regeln gelten für Bibliotheken ohne Pflichtexemplare und ohne ausführliche Altbestandskatalogisierung: die Formel lautet dann im Normalfall:
Erscheinungsort : Verlag, Jahr.
Die Verlagsangabe wird in erster Linie von der Haupttitelseite abgeschrieben.
Sind fehlende Angaben leicht ermittelbar, werden diese in eckigen Klammern angegeben:
z.B. [Ort] : [Verlag], Jahr
Übergeklebte und eingeklebte oder übergestempelte und eingestempelte Verlagsangaben werden ohne Kennzeichnung übernommen. Frühere Verlagsangaben und eingeklebte Bezugsquellennachweise bleiben unberücksichtigt.
Als Erscheinungsort wird der Verlagsort angegeben. Ist dieser nicht vorhanden oder nicht zu ermitteln, nimmt man den Sitz der herausgebenden Körperschaft, die als Verlag auftritt. Ist auch ein solcher Ort nicht vorhanden, nimmt man den Druckort als Erscheinungsort (§ 144 neu).
1.6.2. Die unterschiedlichen Fälle
(Die folgenden Regeln können von Bibliotheken mit Pflichtexemplaren erweitert werden.)
1 Ort + 1 Verlag Ort : Verlag Vorl.: Vista Point Verlag, Köln, 1980
= Köln : Vista-Point-Verl., 1980
1 Ort + 2 oder mehrere Verlage Ort : Verlag [u.a.], Jahr (nur der zuerst genannte oder der hervorgehobene Verlag)
Vorl.: Klett Verlag, Stuttgart
Titania Verlag, Stuttgart 1981
= Stuttgart : Klett [u.a.], 1981
1 Ort beim ersten Verlag + mehrere Verlage Ort : Verlag [u.a.] Vorl.: Franz Deuticke Verlag, Wien; Office du Livre, Fribourg, 1982
= Wien : Deuticke [u.a.], 1982
mehrere Orte und ein Verlag Ort [u.a.] : Verlag, Jahr Vorl.: Richard Boorberg Verlag GmbH, Stuttgart, München, Hannover 1979
= Stuttgart [u.a.] : Boorberg, 1979
mehrere Orte zum ersten Verlag gehörig und mehrere Verlage Ort [u.a.] : Verlag [u.a.], Jahr (jeweils nur der zuerst genannte oder besonders hervorgehobene Ort bzw. Verlag) Vorl.: Verlag Harri Deutsch, Frankfurt/Main u. Thun; Andre Deutsch Ltd, London, 1984
= Frankfurt/Main [u.a.] : Deutsch [u.a.], 1984
kein Ort leicht ermittelbar [S.l.] : Verlag, Jahr (S.l. = sine loco)
der falsche Ort ist angegeben falscher Ort [i.e. richtiger Ort] : Verlag, Jahr
Erscheinungsort + Verlag + Körperschaft Ort : Verlag, Jahr
Kein Verlag, aber Körperschaft, die schon in der bibliographischen Beschreibung angegeben ist Sitz der Körperschaft, Jahr Berlin, 1985
Kein Verlag, aber Körperschaft, die nicht in der bibliographischen Beschreibung anzugeben ist Sitz der Körperschaft : Körperschaft (abgekürzt), Jahr
Berlin : DBI, 1980
Berlin : Dt. Bibliotheksinst., 1980
Nur ein Selbstverlag ist angegeben Ort : Bezeichnung d. Selbstverlages, Jahr Wurmlingen : Selbstverl., 1988
Es ist nur ein Kommissionsverlag angegeben Ort : Verlag, Jahr (!keine besondere Kennzeichnung)
Es ist weder Verlag, noch Körperschaft, noch Drucker angegeben, aber Ort u. Jahr Ort, Jahr
Es ist nur Druckort und die Druckerei angegeben Druckort : Druckerei, Jahr
Hochschulschriften, die nicht als Verlagsveröffentlichung erschienen sind nur das Erscheinungsjahr (§148) = . - 1978
1.6.3. Form
Der Ort wird in der Regel in der Form der Vorlage wiedergegeben, (aber ohne Postbezirke). Abgekürzte Ortsnamen werden aufgelöst.
(Benötigt man ein Ortsregister z.B. bei der Altbestandskatalogisierung, ist zu empfehlen, dass der normierte Ortsname zusätzlich angegeben wird.)
Verlagsangabe bzw. Druckerangabe:
Bei einem Verlag, dessen Name aus einem Familiennamen als Firmenträger besteht, fallen die Vornamen, Zusätze wie "Verlag" u.ä. und "u. Söhne" u.ä. weg. Verlagsfirmen, deren Name keinen Familiennamen als Firmenträger enthält, werden in der Sprache und der Form der Vorlage aber möglichst gekürzt wiedergegeben. (Meist auch ohne die juristischen Wendungen und ohne Artikel am Anfang.) Bindestriche werden nach gültiger Rechtschreibung hinzugefügt.
Das Erscheinungsjahr:
Ist das Erscheinungsjahr nicht in unserer Zeitrechnung in der Vorlage enthalten, wird es übernommen mit Umrechnung in eckigen Klammern:
[in Thai-Schrift 2522]
= 2522 [1979]
Gibt es in der Vorlage voneinander abweichende Jahreszahlen, gilt die späteste als Erscheinungsjahr.
Ist ein früheres Jahr auf dem Haupttitelblatt genannt, dann
= Ort : Verleger, Jahr [erschienen] Jahr
Ist nur das Copyright-Jahr u.ä. genannt, wird es übernommen; bei Bedenken, ob das Copyright-Jahr das Erscheinungsjahr ist, = "c" hinzufügen.
(Bedenken muss man haben bei neuerworbenen Büchern aus den USA ohne Erscheinungsjahr aber mit älterem Copyrightjahr: es handelt sich oft um unveränderte Nachdrucke.)
Fehlt das Erscheinungsjahr und ist auch nicht ermittelbar, dann
[ca. Jahr]
Ein falsches Erscheinungsjahr wird berichtigt mit
[i.e. Jahr]
Ein fragliches Erscheinungsjahr der Vorlage:
Ein vermutliches Erscheinungsjahr:
[Jahr ?]
(! bei mehrbändigen Werken und Loseblattausgaben wird das Erscheinungsjahr jeweils bei der Bandaufführung angegeben.)
1. 7 Kollationsvermerk (§151 ff.)
Umfangsangabe : Illustrationsangabe + Begleitmaterial
Allgemeines: bei mehrbändigen Werken wird Umfangs- und Illustrationsangabe jeweils bei der Bandangabe angegeben. Bei Loseblattausgaben wird statt der Umfangsangabe der Vermerk "Losebl.-Ausg." angegeben.
1.7.1. Umfangsangabe
Grundsatz: die Zählung der Vorlage wird mit deutschsprachiger Benennung (Seiten, Blätter...) übernommen.
Andere als arabische und römische Ziffern werden durch arabische ersetzt. Die letzte gezählte Seite, die noch zum Text des Buches gehört, wird angegeben. Ist diese verdruckt, wird die richtige Zählung ohne Kennzeichnung angegeben.
Bei mehreren vorliegenden Zählungen:
bei mehr als 3 Zählungen
= Getr. Zählung
bei weniger als 3 Zählungen:
mit Kommata getrennt aufführen
geht eine römische Zählung in eine arabische über :
nur die Zählung der letzten Seite
Vorlage: X Seiten dann Seite 11 - 50 = 50 S.
eine oder zwei Zählungen + selbständig gezählte Seiten oder Blätter, die zwischendrin in der Vorlage enthalten sind, werden im Anschluss an die Umfangsangabe angegeben, wenn sie einen größeren Teil des Umfangs ausmachen.
100 S., 30 Bl.
Bei fehlender Zählung:
bei größerem Umfang genügt eine Schätzung
[Ca...] S. oder Bl.
ungezählte Seiten oder Blätter, die en bloc und in größerem Umfang enthalten sind : zählen und in eckigen Klammern angeben.
100 S., [50] Bl.
1.7.2. Illustrationsangabe
Grundsatz: kürzeste Form; unabhängig von der Benennung in der Vorlage muss man unterscheiden zwischen Illustrationen (Ill.), graphische Darstellungen (graph. Darst.), Karten (Kt.) und Notenbeispielen
Angabe der Illustrationen (so auch graph. Darst. usw.)
wenige = Ill.
viele = zahlr. Ill.
Bild- u. Kunstbände ohne Text = nur Ill.
Bild- u. Kunstbände mit wenig Text = überwiegend Ill.
Verbindung von mehreren Benennungen:
(bei wenigen Ill. usw.) Ill., graph. Darst., Kt.
(bei zahlreichen Ill. usw.:) z.B. zahlr. Ill., graph. Darst. und Kt.
! Der eingedruckte Beigabenvermerk entfällt, es sei denn
es handelt sich um Vermerke über textliche Beigaben z.B. Tabellen. Sie werden wie Zusätze zum Sachtitel behandelt.
oder diese Angaben gehören zu den einführenden Wendungen der Verfasserangabe bzw. der Ausgabebezeichnung (werden dann dort übernommen).
1.7.3. Angabe von Begleitmaterial (§ 153)
(z.B. Lösungshefte, Kartenbeilagen, Schallplatten)
Die Bezeichnung der Vorlage wird übernommen.
... 138 S. : Ill. + 2 Microfiche
Gehört ein eigener selbständiger Titel zum Begleitmaterial, wird dieser in einer Fußnote angegeben (§162,5):
Lösungsh. u.d.T.: Die richtigen RAK-Aufnahmen / von Max Müller
Unter diesem Titel wird jeweils nur eine NE gemacht (§ 709).
1.8. Angabe des Gesamttitels, der Fußnoten, der ISBN und Reportnummer
1.8.1. Gesamttitel
Ein vorhandener Gesamttitel ist immer anzugeben, er wird im Prinzip nach Vorlage abgeschrieben (Weiteres später). Die Bezeichnung "Band" u.ä. bei einer Zählung wird im Normalfall weggelassen.
1.8.2. Fußnoten
die Reihenfolge der Fußnoten sollte so sein:
Einheitssachtitel. Sammlungsvermerk
Hinweise auf andere Bände, Ausgaben und Werke
Mögliche Fußnoten s. §§ 160 - 163
Jede Fußnote bzw. mehrere zusammengehörende Fußnoten können je auf neuer Zeile beginnen. Schreibt man alle fortlaufend, werden sie durch ". - " getrennt.
1.8.3. ISBN (§ 164), ISSN
(auf besonderer Zeile nach den Fußnoten)
Die Angabe besteht aus "ISBN" und den einzelnen Teilen der Nummer, die mit Bindestrich verbunden werden.
! Alle ISBN für die Vorlage sowie für nicht vorliegende Einbandarten werden angegeben (aber nicht ermitteln!)
Mehrere ISBN werden mit Gedankenstrich hintereinander geschrieben.
ISBN 22-999-9999-1 - ISBN 22-999-9998-7
Erläuterungen über die Zugehörigkeit werden keine hinzugefügt. Falsche ISBN's werden nicht gekennzeichnet. In der Einheitsaufnahme für das Stück eines fortlaufenden Sammelwerkes wird im allgemeinen nur die ISBN angegeben (nicht auch die ISSN).
Bei fortlaufenden Sammelwerken wird statt ISBN die ISSN und möglichst der Key-title aufgeführt.
1.8.4. Reportnummer. Normnummer (§ 165)
Eine solche Nummer wird, wenn sie in der Vorlage enthalten ist, nach der ISBN auf neuer Zeile angegeben
Report-Nr. KfK 2566 - Report-Nr. EUR 5751c
Norm-Nr. DIN 1462
(Diese Elemente gehören nicht zur bibliographischen Beschreibung)
1. 9. 1. Kopf
Nach dem Namen eines Verfassers einer Verfasserschrift oder Urhebers einer Urheberschrift (jeweils in Ansetzungsform) wird ein Doppelpunkt gesetzt = § 177, 1
Nach sonstigen beteiligten Personen oder Körperschaften wird kein Satzzeichen gesetzt; bei Personen werden aber in vielen Fällen entsprechende Funktionsbezeichnungen in eckigen Klammern (z.B. [Hrsg.]) hinzugefügt.
Bei Haupteintragungen von Sachtitelschriften hat der Hauptsachtitel eine Doppelfunktion: er ist das 1. Element der bibliographischen Beschreibung und gleichzeitig (ausgedrückt durch Unterstreichung oder eine sonstige Hervorhebung) der Kopf. (Bei Sachtiteln ist zu überlegen, ob ein Ansetzungssachtitel für den ganzen Titel zu bilden ist: er ist dann in eckigen Klammern vor dem Sachtitel in Vorlageform zu schreiben.)
Wenn Nebeneintragungen (wir gehen von der Einheitsaufnahme aus!) zu machen sind, muss man unterscheiden zwischen einteiligen und zweiteiligen Nebeneintragungen.
Bei einteiligen Nebeneintragungen muss nur ein Ordnungsblock zusätzlich als Kopf über die Einheitsaufnahme gesetzt werden, also z.B. bei einer Sachtitelschrift soll ein Nebensachtitel eine NE erhalten (dann ordnet nur dieser Nebensachtitel) oder der Hrsg. einer Sachtitelschrift erhält eine NE (dann ordnet zuerst der Name des Hrsg. und bei ihm der Sachtitel).
Müller, Max [Hrsg.]
Bärengeschichten / hrsg. von Max Müller
Bei zweiteiligen Nebeneintragungen müssen 2 Ordnungsblöcke zusätzlich als Kopf über die Einheitsaufnahme gesetzt werden, also muss z.B. bei einer Zweiverfasserschrift: der Name des 2. Verf. und der Sachtitel des Verfasserwerkes angegeben werden.
Schmidt, Franz: Freche Schwarzbären
Freche Schwarzbären / verf. von Max Müller und Franz Schmidt
Ist ein NE unter einem Sachtitel zu machen, ist dieser im Kopf vollständig abzuschreiben (eine Ausnahme ist nur bei sehr langen Sachtiteln in handgefertigten Katalogen zugelassen). Es folgt kein Abschlusspunkt.
1. 9. 2 Nebeneintragungsvermerk
Die NE-Vermerke werden durch Semikolon, Spatium getrennt. Nach dem letzten NE-Vermerk wird kein Abschlusspunkt gesetzt.
Die Reihenfolge der NE ist nicht festgelegt. Am besten nimmt man zuerst alle Personen, dann die Körperschaften und dann die Sachtitel.
Wenn die Vorlageform mit der Ansetzungsform übereinstimmt, sollen im NE-Vermerk Kurzbezeichnungen gewählt werden z. B. die Funktionsbezeichnungen (Bearb., Hrsg., Begr., Ill., Übers., Red., Adressat, Urh....). Ist allerdings nicht eindeutig, welche Funktionsbezeichnung sich auf welche Person bezieht, wird der Name wiederholt zusammen mit der Funktionsbezeichnung; bei Festschriften wird z.B. der Name des Gefeierten immer wiederholt (Müller, Max: Festschrift).
Weitere Kurzbezeichnungen: HST (Hauptsachtitel); EST (Einheitssachtitel); GT (Gesamttitel); NT (Nebentitel); beigef. Werk; enth. Werk; PT (Paralleltitel); Urh. (Urheber); UR (Unterreihe) ... s. Anl. 3
(Auf NE-Vermerke kann man verzichten, wenn die Nebeneintragungen anderweitig aus der Aufnahme zu erkennen sind. § 179, 4 Anm. Insbesondere bei on-line-Katalogisierung ist es nicht nötig, die Nebeneintragungsvermerke extra aufzuführen. Das hat allerdings Folgen für die Fußnoten).
1. 9. 3 Verweisungsvermerk
Verweisungsvermerke aufgrund der Verfasserangabe werden nur dann gemacht, wenn "die Identität einer Person oder Körperschaft, die in der bibliographischen Beschreibung und im Kopf oder in einem NE-Vermerk unter verschiedenen Namen oder Namensformen vorkommt, nicht erkennbar ist" = § 180, 1 (es handelt sich vor allem um ältere Pseudonyme oder frühere und spätere Namen).
Vw: Tiger, Theobald [Pseud.] s. Tucholsky, Kurt
Mehrere Vw-Vermerke werden fortlaufend durch Semikolon, Spatium voneinander getrennt geschrieben. Nach Vw wird kein abschließendes Satzzeichen gesetzt.
"Abweichende Namen bzw. Namensformen einer Person werden im 1. Teil der Vw durch einen entsprechenden Zusatz in eckigen Klammern - z.B. [Wirkl. Name], [Pseud.] - erläutert, wenn die Identität der Person sonst nicht klar ersichtlich ist." = § 189, 4
Aber: Sonstige Namensverweisungen werden in der Einheitsaufnahme im allgemeinen nicht verankert! (Namensverweisungen verweisen von abweichenden Namensformen der Vorlage oder aus sonstigen Quellen auf die Ansetzungsform = § 189, 1)
Die auf der Titelaufnahme verankerten Namensverweisungen und die weiteren vorgeschriebenen Namensverweisungen müssen bei Körperschaften auf einer speziellen Katalogkarte (in einer Liste, oder in der GKD bzw. in einer eigenen Körperschaftsstammdatei) nachgewiesen werden = Namenseintragung s. § 193. Diese Namenseintragung ist auch für Personennamen in einem Kartenkatalog dringend zu empfehlen (bei On-line-Katalogen sollte eine Autorendatei diese Funktion erfüllen). Sie enthält bei Personen die Ansetzungsform und die Angabe der abweichenden Namensformen, von denen Verweisungen gemacht wurden (jede Angabe auf neuer Zeile!).
Namenseintragungen können auf Leitkarten oder farbigen Karten den betreffenden Personen oder Körperschaften vorangehend in den Katalog eingeordnet werden oder aber z.B. in einem Namensschlüssel zusammengefasst werden = § 193, 4
Piccolomini, Enea Silvio ¬de'¬
Verweisungskarte z.B.
s. Pius <Papa, II.>
Kapitel 2: Ordnung

References: § 115
 § 117
 § 204
 § 204
 § 121
 § 125
 § 822
 § 314
 § 316
 § 208
 § 714
 § 207
 § 314
 § 314
 § 714
 § 128
 § 14
 § 125
 §162
 § 128
 § 16
 § 601
 § 602
 § 18
 § 17
 § 115
 § 136
 § 136
 § 603
 § 137
 §140
 § 140
 § 139
 § 137
 § 136
 § 162
 § 177
 § 179
 § 180
 § 189
 § 189
 § 193
 § 193