Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BVerfGE%2051,%2043
Timestamp: 2019-07-18 12:42:32+00:00

Document:
BVerfG, 27.03.1979 - 2 BvL 2/77 - dejure.org
https://dejure.org/1979,59
BVerfG, 27.03.1979 - 2 BvL 2/77 (https://dejure.org/1979,59)
BVerfG, Entscheidung vom 27.03.1979 - 2 BvL 2/77 (https://dejure.org/1979,59)
BVerfG, Entscheidung vom 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 (https://dejure.org/1979,59)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1979,59) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
ArbG München, 20.01.1977 - 6 Ca 12753/75
BVerfGE 51, 43
NJW 1979, 1877
Anderes gilt nur dort, wo die öffentlich-rechtlichen Bindungen eine gesonderte Behandlung erfordern und damit die generellen Vorgaben des Arbeitsschutzes im Sinne einer Spezialregelung überlagern (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. März 1964 - 7 C 87.60 - BVerwGE 18, 135 ; ähnlich auch BVerfG, Beschluss vom 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 - BVerfGE 51, 43 ).
b) Die schon früher aufgeworfene, jedoch vom Bundesverfassungsgericht offen gelassene Frage, ob die Grundrechte oder das Sozialstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 1 GG den Gesetzgeber verpflichten, für den Bereich des öffentlichen Dienstes in gewissem Umfang Beteiligungsrechte eines gewählten Repräsentationsorgans der Beschäftigten zu schaffen (vgl. BVerfGE 51, 43 ), bedarf auch hier keiner Entscheidung.
Dem Landesgesetzgeber musste in der sachlichen Rechtsgestaltung Raum für eigene Willensentschließung von substantiellem Gehalt bleiben (vgl. BVerfG, Beschlüsse vom 27. März 1979 -- 1 BvL 2/77 -- BVerfGE 51, 43 und vom 16. Oktober 1984 -- 2 BvL 1/83 -- BVerfGE 67, 382 ).
Der Landesgesetzgeber ist nur gehalten, den Gleichheitssatz innerhalb des ihm zugeordneten Gesetzgebungsbereichs zu wahren (vgl BVerfG Beschluss vom 27.3.1979 - 2 BvL 2/77 - BVerfGE 51, 43, 58 f mwN; BSG Beschluss vom 6.10.2014 - B 9 BL 1/14 B - Juris RdNr 7) .
Die Länder besitzen insoweit eine weitgehend eigenständige Regelungsbefugnis (BVerfG 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 - BVerfGE 51, 43, 53 ff. mwN).
Den Ländern ist insbesondere nicht verwehrt, eine Mitwirkung der Personalvertretung an Kündigungen durch den Arbeitgeber nicht vorzusehen (BVerfG 27. März 1979 aaO 56).
Dies dient der Rechtseinheit im arbeitsrechtlichen Bereich des Kündigungsschutzes (BVerfG 27. März 1979 aaO 53 ff.).
Grundlage der Regelungskompetenz des Bundes ist insoweit die Gesetzgebungskompetenz auf dem Gebiet des Arbeitsrechts gemäß Art. 74 Nr. 12 GG (BVerfG 27. März 1979 aaO 55 f.).
Demgemäß hat der Bund in § 104 Satz 1 BPersVG den Landesgesetzgebern einen weiten Spielraum belassen, in welchem Umfang und mit welcher Intensität sie Beteiligungsrechte der Personalvertretungen in den einzelnen Angelegenheiten vorsehen wollen (BVerfG 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 - BVerfGE 51, 43 = AP BPersVG § 108 Nr. 1, zu B l 1 a bb der Gründe mwN).
Der Landesgesetzgeber ist daher nur gehalten, den Gleichheitssatz innerhalb des ihm zugeordneten Gesetzgebungsbereichs zu wahren, nicht aber im Verhältnis zum Bund oder anderen Ländern (st. Rspr. des Bundesverfassungsgerichts, vgl. BVerfG, Beschl. vom 27.03.1979, BVerfGE 51, 43, 58 f., m.w.N.; Beschl. vom 10.03.1976, BVerfGE 42, 20, 27).
Im Übrigen kann dahinstehen, ob Art. 73 Abs. 1 Nr. 8 GG auch insoweit die Gesetzgebungskompetenz des Bundes begründet, als § 6c SGB II einen Übergang von Arbeitsverhältnissen auf einen kommunalen Träger anordnet und hieran weitere Folgen - wie beispielsweise zur Anwendbarkeit von Tarifverträgen (§ 6c Abs. 3 Satz 3 SGB II) , zur Übertragung tarifrechtlich gleichwertiger Tätigkeiten (§ 6c Abs. 5 Sätze 1 und 2 SGB II) und zur Zahlung von Ausgleichszahlungen (§ 6c Abs. 5 Satz 3 SGB II) - knüpft (so zB Uhle in Maunz/Dürig GG Stand November 2018 Art. 73 Rn. 186 mwN; aA Sannwald in Schmidt-Bleibtreu/Hofmann/Henneke GG 14. Aufl. Art. 73 Rn. 119) ; die Gesetzgebungskompetenz des Bundes hinsichtlich der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer folgt insoweit jedenfalls als Gegenstand konkurrierender Gesetzgebung auf dem Gebiet des Arbeitsrechts aus Art. 74 Abs. 1 Nr. 12 GG (vgl. BVerfG 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 - zu B I 1 b der Gründe, BVerfGE 51, 43) .
Weder der Kreis der Angelegenheiten, in denen die Personalvertretung zu beteiligen ist, noch Inhalt und Umfang der Beteiligungsrechte für bestimmte Angelegenheiten sind bundesrechtlich verbindlich festgelegt (BVerfG 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 - zu B I und II der Gründe, BVerfGE 51, 43; BAG 24. Juni 2004 - 2 AZR 208/03 - zu B II 3 a der Gründe, ZTR 2005, 160) .
Dies hat das Bundesverfassungsgericht für die Mitbestimmung in der Privatwirtschaft in seinem Urteil vom 1. März 1979 - 1 BvR 532, 533/77 und 1 BvL 21/78 - BVerfGE 50, 290 [294] und für die Mitbestimmung im Bereich des öffentlichen Dienstes in seinem Beschluß vom 27. März 1979 - 2 BvL 2/77 - BVerfGE 51, 43 [58] ausdrücklich festgestellt.
Als kündigungsschutzrechtliche Regelung, die als Folge der erhobenen personalvertretungsrechtlichen Einwendungen einen Weiterbeschäftigungsanspruch für die Dauer des Kündigungsschutzprozesses vermittelt, gehört sie vielmehr zur Rechtsmaterie des Arbeitsrechtes (BVerfGE 51, 43 [56]) und unterfällt deshalb der konkurrierenden Gesetzgebungskompetenz des Bundes ( Art. 74 Nr. 12 GG ).
LAG Sachsen-Anhalt, 03.12.1998 - 10 Sa 429/98
Wirksamkeit einer außerordentlichen fristgemäßen Kündigung in der Probezeit; …
BAG, 04.03.1981 - 7 AZR 104/79
Ordentliche Kündigung - Mitwirkungsverfahren - Ordnungsgemäße Einleitung - …
BAG, 09.05.1980 - 7 AZR 376/78
Beteiligung der Personalvertretung - Kündigung
BVerwG, 12.06.1979 - 2 B 87.78
Möglichkeit der jederzeitigen Beendigung eines Beamtenverhältnisses auf Widerruf …
VG Köln, 12.02.2016 - 33 K 7209/14

References: Art. 20
 Art. 74
 § 104
 § 108
 Art. 73
 § 6
 Art. 73
 Art. 73
 Art. 74
 Art. 74