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Timestamp: 2016-10-26 02:19:39+00:00

Document:
1A.73/2002 (06.10.2003)
1A.73/2002 /sta
1A.74/2002
1A.75/2002
1A.76/2002
1A.77/2002
Bundesgerichtsvizepr�sident Nay, Bundesrichter F�raud, Catenazzi, Ersatzrichter Loretan,
Politische Gemeinde Kesswil, 8593 Kesswil,
Beschwerdef�hrerin, vertreten durch den Gemeinderat, dieser vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christoph Kradolfer, Bahnhofstrasse 3, 8590 Romanshorn 1,
1A.73/2002
Stiftung WWF Schweiz und WWF Sektion Bodensee/ Thurgau, Beschwerdegegnerinnen, vertreten durch Rechtsanw�ltin Regula Schmid, Engelgasse 2, Postfach 230, 9001 St. Gallen,
- Schweizerischer Heimatschutz, Merkurstrasse 45, Postfach, 8032 Z�rich,
- Thurgauer Heimatschutz, Frauenfelderstrasse 19, Postfach, 8570 Weinfelden,
Beschwerdegegner, beide vertreten durch den Pr�sidenten Heinz Reinhart, Frauenfelderstrasse 19, 8570 Weinfelden, dieser vertreten durch Dr. Bruno A. Kl�usli, Grosswiesenstrasse 153/35, 8051 Z�rich,
Martina Eisenring, Seeweg 6, 8593 Kesswil,
- Pro Natura Schweiz, Wartenbergstrasse 22, 4052 Basel,
- Pro Natura Thurgau, Haldenstrasse 4, 9542 M�nchwilen,
- Schweizer Vogelschutz SVS, Zurlindenstrasse 55, 8003 Z�rich,
- Thurgauer Vogelschutz, Schlossackerstrasse 41, 8526 Oberneunforn,
Beschwerdegegner, alle vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Rudolf Zirfass, Thundorferstrasse 13, 8501 Frauenfeld,
Ellen Gottlieb-Schramm, Seeweg 12, 8593 Kesswil,
Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Andreas Brauchli, Hermannstrasse 8, Postfach 28, 8570 Weinfelden,
Konzession und Baubewilligung f�r den Hafen Kesswil,
Verwaltungsgerichtsbeschwerden gegen die Entscheide des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 21. November 2001.
Die Politische Gemeinde Kesswil plant den Bau eines Inselhafens im Bodensee rund 40 m vor dem bestehenden Gondelhafen. Dieser soll gleichzeitig saniert und, unter teilweiser Auff�llung, umgestaltet werden. Die neue Hafenanlage w�rde insgesamt 101 Bootspl�tze aufweisen; die bestehenden Bojenfelder West (mit 28 Liegepl�tzen) und Ost (mit 43 Liegepl�tzen) sollen aufgehoben werden. Ausserdem sieht das Projekt ein Hafengeb�ude auf der der Bauherrschaft geh�renden Parzelle Nr. 108 vor.
Im Herbst 1997 fand eine erste Projektauflage statt, wogegen zehn Einsprachen eingingen. Daraufhin liess die Bauherrschaft einen Bericht �ber die Umweltvertr�glichkeit (UVB) erstellen und ein Gutachten der Eidgen�ssischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) einholen, weil das Ortsbild von Kesswil im Bundesinventar der sch�tzenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung (ISOS) enthalten ist. In der Folge wurde das Projekt �berarbeitet und vom 1. bis zum 20. Juli 2000 samt UVB und Konzessionsgesuch sowie einer weiteren Stellungnahme der ENHK �ffentlich aufgelegt. Gegen dieses Projekt gingen acht Einsprachen ein.
Das Departement f�r Bau und Umwelt des Kantons Thurgau (DBU) erteilte der Einheitsgemeinde Kesswil am 15. Februar 2001 die Konzession und die Baubewilligung f�r den geplanten Hafen. Die Baubewilligung enth�lt zahlreiche Nebenbestimmungen und schliesst u.a. ausdr�cklich die Bewilligung gem�ss Art. 8 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 �ber die Fischerei (Fischereigesetz, BGF; SR 923.0) sowie die Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 des Raumplanungsgesetzes vom 22. Juni 1979 (RPG; SR 700) ein. Das DBU wies die Einsprachen mehrheitlich ab, soweit es darauf eintrat. Zwei Einsprachen hiess es im Sinne der Erw�gungen teilweise gut.
Gegen diesen Entscheid gelangten die Stiftung WWF Schweiz und die WWF Sektion Bodensee/Thurgau, der Schweizer und der Thurgauer Heimatschutz, Pro Natura Schweiz und Thurgau und der Schweizer bzw. Thurgauer Vogelschutz, Martina Eisenring sowie Ellen Gottlieb-Schramm mit f�nf separaten Beschwerden an das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau. Dieses nahm einen Augenschein vor und hiess die Beschwerden mit f�nf Urteilen vom 21. November 2001 gut.
Die Politische Gemeinde Kesswil hat am 19. M�rz 2002 mit f�nf separaten Eingaben Verwaltungsgerichtsbeschwerde (und vorsorglich staatsrechtliche Beschwerde) an das Bundesgericht erhoben. Sie beantragt, die am 21. November 2001 ergangenen Entscheide des Verwaltungsgerichts seien aufzuheben, wobei der Konzessions- und Baubewilligungsentscheid des DBU vom 15. Februar 2001 zu best�tigen sei.
Das Verwaltungsgericht und die Beschwerdegegner - ausgenommen Martina Eisenring, die sich nicht vernehmen liess - beantragen die Abweisung der Beschwerden, das DBU deren Gutheissung. Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) beantragt die Abweisung der Beschwerden, ebenso das Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Diese Vernehmlassungen sind den Parteien zur Stellungnahme zugestellt worden. Zudem hat das Bundesgericht einen zweiten Schriftenwechsel angeordnet, der indes keine Ann�herung der Parteistandpunkte erbracht hat.
Am 12. Juni 2003 nahm eine Delegation des Bundesgerichts in Anwesenheit der Beteiligten einen Augenschein vor. Dabei wurde der ENHK Gelegenheit einger�umt, ihre beiden Gutachten zu pr�zisieren und zu erl�utern. Auch in ihren Stellungnahmen zum Protokoll des Augenscheins und zu den erg�nzenden Ausf�hrungen der ENHK haben die Parteien an ihren urspr�nglichen Antr�gen festgehalten.
Die Beschwerden betreffen den selben Sachverhalt. Sie richten sich gegen f�nf Urteile, die im Wesentlichen �bereinstimmend begr�ndet sind, und werfen die selben Rechtsfragen auf. Es rechtfertigt sich daher, sie in einem Urteil zu behandeln.
2.1 Gem�ss Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 VwVG ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig gegen Verf�gungen, die sich auf �ffentliches Recht des Bundes st�tzen oder h�tten st�tzen sollen, sofern diese von einer in Art. 98 OG genannten Vorinstanz erlassen worden sind und keiner der in Art. 99 ff. OG oder in der Spezialgesetzgebung vorgesehenen Ausschlussgr�nde greift.
Der Konzessionsentscheid des DBU st�tzt sich u.a. auf das Bundesgesetz vom 24. Januar 1991 �ber den Schutz der Gew�sser (GSchG; SR 814.20), das Bundesgesetz vom 1. Juli 1966 �ber den Natur-und Heimatschutz (NHG; SR 451), das Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 �ber den Umweltschutz (USG; SR 814.01), das Fischereigesetz sowie das Raumplanungsgesetz. Weiter beruht er auf dem kantonalen Wassernutzungsgesetz vom 25. August 1999 (WNG; RB 721.8), der Regierungsratsverordnung zum WNG (WNV; RB 721.81) sowie auf weiteren kantonalen Erlassen.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist schon insofern gegeben, als die Anwendung von Art. 24 RPG Streitobjekt bildet (Art. 34 Abs. 1 RPG), �berdies auch deshalb, weil die Verf�gung des DBU die Bewilligung gem�ss Art. 8 BGF umfasst und - in Erf�llung einer Bundesaufgabe, n�mlich der Erteilung einer Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 RPG - auf dem NHG beruht.
2.2 Die Beschwerdef�hrerin ist als Eigent�merin des landseitigen Baugrundst�cks und als Bauherrin wie eine Privatperson in schutzw�rdigen Interessen betroffen und daher gem�ss Art. 103 lit. a OG zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert (vgl. BGE 118 Ib 614 E. 1b). Hingegen kann sie ihre Legitimation nicht auf Art. 12 Abs. 1 NHG st�tzen, weil ihre Beschwerde nicht den durch das NHG verfolgten Interessen dient (Peter Keller, Kommentar NHG, Z�rich 1997, Art. 12 N. 19).
Auf die rechtzeitig und formrichtig eingereichten, gegen kantonal letztinstanzliche Entscheide gerichteten Verwaltungsgerichtsbeschwerden ist daher einzutreten.
2.3 Die Beschwerdef�hrerin r�gt auch, durch die angefochtenen Entscheide werde das kantonale Wassernutzungsgesetz verletzt. Sie hat insofern vorsorglich auch staatsrechtliche Beschwerde erhoben.
Indessen unterliegen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde auch gemischtrechtliche Verf�gungen bzw. (auch) auf unselbst�ndiges kantonales Ausf�hrungsrecht zum Bundesrecht gest�tzte Anordnungen sowie auf �brigem kantonalem Recht beruhende Anordnungen, die einen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweisen. Nur soweit dem angefochtenen Entscheid selbst�ndiges kantonales Recht ohne den genannten Sachzusammenhang zum Bundesrecht zugrunde liegt, ist staatsrechtliche Beschwerde zu erheben (BGE 128 I 46 E. 1b/aa; 123 II 359 E.1 a/aa, je mit Hinweisen). Vorliegend ist der erforderliche Zusammenhang gegeben, so dass die das kantonale Recht betreffenden R�gen im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde behandelt werden k�nnen.
Soweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig ist, kann die Beschwerdef�hrerin die Verletzung von Bundesrecht, einschliesslich �berschreitung und Missbrauch des Ermessens, geltend machen; zum Bundesrecht im Sinne von Art. 104 lit. a OG geh�rt sodann auch das Bundesverfassungsrecht (BGE 126 II 300 E. 1b; 121 II 39 E. 2d/bb S. 47, 72 E. 1b, je mit Hinweisen).
Die R�ge der Beschwerdef�hrerin, die durch die Vorinstanz vorgenommene Auslegung des kantonalen Wassernutzungsgesetzes sei willk�rlich (Art. 9 BV), kann daher im Rahmen des Verfahrens der Verwaltungsgerichtsbeschwerde gepr�ft werden. F�r die Behandlung ihrer Eingaben als staatsrechtliche Beschwerden bleibt daher kein Raum; auf die Beschwerden ist insofern nicht einzutreten (Art. 84 Abs. 2 OG).
Das Verwaltungsgericht hat erwogen, der Entscheid des DBU sei schon deshalb aufzuheben, weil das DBU die Kompetenz zur Erteilung der fischereirechtlichen Bewilligung gem�ss Art. 8 BGF entgegen der kantonalen Zust�ndigkeitsordnung an sich gezogen habe. Zudem habe das DBU aus dem Stillschweigen der Jagd- und Fischereiverwaltung auf deren Zustimmung zum Gesuch geschlossen. Das sei unzul�ssig, wie sich aus BGE 127 II 273 E. 3 ergebe.
Dem halten die Beschwerdef�hrerin und das DBU entgegen, das kantonale Wassernutzungsgesetz vom 25. August 1999, in Kraft seit dem 1. Januar 2000, habe eine neue Rechtslage geschaffen. � 15 WNG erm�chtige das DBU - nach Anh�rung der betroffenen Gemeinde(n) und der kantonalen Fachstellen - zu einem Gesamtentscheid, der namentlich auch die Erteilung der Fischereibewilligung nach Art. 8 BGF enthalte.
3.1 � 15 Abs. 1 WNG schafft f�r die Errichtung, �nderung oder Erweiterung von Bauten oder Anlagen, die f�r die Aus�bung einer konzessions- oder bewilligungspflichtigen Nutzung erforderlich sind, eine ausschliessliche Bewilligungszust�ndigkeit des Kantons, wenn die Bauten oder Anlagen ganz oder teilweise innerhalb eines Oberfl�chengew�ssers liegen bzw. erstellt werden sollen. Laut � 15 Abs. 2 WNG enth�lt die Bewilligung insbesondere die Beurteilung nach Art. 21 und 22 Abs. 2 NHG, Art. 24 RPG, Art. 39 GSchG, Art. 8 BGF sowie nach zwei kantonalen Bestimmungen. Damit wird f�r diese Bewilligungen ein konzentrierter Entscheid vorgesehen, f�r welchen gest�tzt auf � 1 WNV das DBU zust�ndig ist.
Das Verwaltungsgericht wirft die Frage auf, ob damit nicht Art. 8 BGF verletzt werde, der verlangt, dass die fischereirechtliche Bewilligung von "der f�r die Fischerei zust�ndigen kantonalen Beh�rde" erteilt werde. Gem�ss � 1 der am 12. Dezember 1977 ergangenen Regierungsratsverordnung �ber die Fischerei (Fischereiverordnung; RB 923.11) sei das Departement f�r Justiz und Sicherheit f�r die Fischerei zust�ndig, wobei nach � 21 Abs. 1 der Verordnung die Jagd- und Fischereiverwaltung �ber Bewilligungen nach Art. 8 BGF zu entscheiden habe. Angesichts dieser Zust�ndigkeitsregelung sei es bundesrechtswidrig, wenn � 15 WNG die Kompetenz, eine fischereirechtliche Bewilligung zu erteilen, in andere H�nde als diejenigen lege, die im Kanton f�r die Fischerei zust�ndig sind.
Die innere Rechtfertigung f�r die vom Verwaltungsgericht vertretene Auslegung von Art. 8 BGF w�re im Anliegen des Bundes zu erblicken, f�r einen einheitlichen Vollzug des Bundesrechtes zu sorgen. Bei der Auslegung von Art. 8 BGF ist indes die kantonale Verfahrens- und Organisationsautonomie zu wahren (s. Art. 3 und 46 Abs. 2 BV). In diese darf der Bund mit Vorschriften �ber den Vollzug und das Verfahren nur so weit eingreifen, als dies zur Erf�llung der Bundesaufgabe, zur Verwirklichung des materiellen Bundesrechts und zur Ausf�hrung materieller Prinzipien des Bundesverfassungsrechts notwendig ist (BGE 111 Ib 201 E. 3 mit Hinweisen; s. auch Alfred K�lz/Helen Keller, Koordination umweltrelevanter Bewilligungsverfahren als Rechtsproblem, URP 1990 385 ff., S. 405 f.; Peter Saladin, Koordination im Rechtsmittelverfahren, URP 1991 276 ff., S. 281 f.).
Der Bundesgesetzgeber hat bei einer ganzen Reihe von komplexen Bewilligungen f�r Infrastrukturanlagen, die durch Bundesbeh�rden zu erteilen sind, das konzentrierte Verfahren eingef�hrt (vgl. den �berblick bei Peter H�nni, Planungs-, Bau- und besonderes Umweltschutzrecht, 4. Aufl., Bern 2002, S. 449 ff.). Die besonderen Bewilligungszust�ndigkeiten bestimmter Fachbeh�rden wurden damit aufgehoben und durch ein differenziertes Anh�rungsverfahren ersetzt (s. Art. 62a ff. des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. M�rz 1997 [RVOG; SR 172.010], zudem auch H�nni, a.a.O., S. 453). Daraus l�sst sich folgern, dass die Einf�hrung des konzentrierten Bewilligungsverfahrens bei koordinationsbed�rftigen Vorhaben auch durch die Kantone jedenfalls dann nicht zur Vereitelung von Bundesrecht f�hrt, wenn die Kantone die Transparenz wahren. Dies setzt insbesondere voraus, dass die an sich zust�ndigen Fachstellen angeh�rt werden, dass sie ihre Antr�ge begr�nden und dass diese Stellungnahmen zu den Akten genommen und im Entscheid ber�cksichtigt werden (hierzu auch nachf. E. 3.3). Dahingestellt bleiben kann vorliegend, ob die Kantone auch zwingend gehalten w�ren, ein Bereinigungsverfahren entsprechend dem Muster von Art. 62b RVOG vorzusehen.
Dem entspricht, dass Art. 25a RPG, der Grunds�tze �ber die Koordination der Bewilligungsverfahren aufstellt, die Kantone verpflichtet, zumindest ein Koordinationsmodell zu verwirklichen, ohne ihnen weitergehende L�sungen - im Sinne eines Konzentrationsmodells - zu verunm�glichen (Arnold Marti, Kommentar zum Bundesgesetz �ber die Raumplanung, Z�rich 1999, Art. 25a, Rz. 5 und 20).
� 15 WNG kann daher nicht grunds�tzlich als bundesrechtswidrig bezeichnet werden.
3.2 Das neue Wassernutzungsgesetz und die zugeh�rige Verordnung sind - wie erw�hnt - am 1. Januar 2000 in Kraft getreten. Gem�ss � 12 WNV finden die Bestimmungen des Gesetzes auf bei Inkrafttreten h�ngige Konzessionsverfahren f�r Wassernutzungen Anwendung, mit Ausnahme des � 15 WNG. Entscheidend daf�r, ob das DBU im vorliegenden Verfahren gem�ss � 15 WNG vorgehen durfte, ist daher, ob das Verfahren vor oder nach Inkrafttreten des Wassernutzungsgesetzes anh�ngig gemacht wurde. Wie das DBU zutreffend geltend macht, f�hrt in Analogie zum kantonalen Planungs- und Baugesetz vom 16. August 1995 (� 110 Abs. 2 PBG; RB 700) das Einreichen des Baugesuchs zur Rechtsh�ngigkeit.
Nicht gefolgt werden kann allerdings der Darstellung des DBU, wonach das streitige Bau- und Konzessionsgesuch am 9. Juni 2000 eingereicht wurde. Das Baugesuch datiert vom 15. Oktober 1999, das Konzessionsgesuch vom 20. Oktober 1999. Offensichtlich kurz darauf wurde das vollst�ndige Dossier dem DBU eingereicht. Anders l�sst sich nicht erkl�ren, dass der von der Umweltschutzfachstelle erstattete Beurteilungsbericht zum UVB das Datum des 10. Dezember 1999 tr�gt. Es geht mit anderen Worten nicht an, diese Beurteilung als "Vorpr�fungsverfahren" zu betrachten. Vielmehr stellt sie, ebenso wie die Beurteilung durch andere kantonale �mter und die Einholung der zweiten Beurteilung durch die ENHK, ein Element des eigentlichen Konzessions- und Baubewilligungsverfahrens dar, w�hrend dessen Verlauf das Gesuch nicht anders als h�ngig angesehen werden kann. Dass die Ausschreibung erst erfolgte, nachdem alle amtsinternen Beurteilungen und der zweite Bericht der ENHK vorlagen, �ndert daran nichts. Es ist also festzuhalten, dass das Bau- und Konzessionsgesuch vor dem Inkrafttreten des neuen Wassernutzungsgesetzes eingereicht wurde, weshalb � 15 WNG in diesem Verfahren noch nicht h�tte angewendet werden d�rfen.
3.3 In Ziff. 2.8 der Erw�gungen des Bau- und Konzessionsentscheides des DBU ist ausgef�hrt worden, die Jagd- und Fischereiverwaltung habe im Rahmen der Projektpr�fung innert der angesetzten Frist keine ablehnende Stellungnahme abgegeben; es k�nne damit von einer Zustimmung zum Gesuch ausgegangen werden. Wie das Bundesgericht bereits in BGE 127 II 273 E. 3 erwogen hat, ist die Konstruktion einer stillschweigenden Genehmigung bzw. Zustimmung problematisch. Dies gilt auch, wenn das Verfahren nach � 15 WNG abgewickelt werden kann (vgl. vorne E. 3.1). Vorliegend ergibt sich indessen aus den - allerdings teilweise erst im bundesgerichtlichen Verfahren eingereichten - Unterlagen, dass die Jagd-und Fischereiverwaltung sich mehrfach zum Projekt ge�ussert und Auflagen formuliert hat. Insofern gibt der Entscheid des DBU die Verfahrensabwicklung verk�rzt wieder. Die der Umsetzung von Art. 9 Abs. 1 BGF dienenden Anliegen der Jagd- und Fischereiverwaltung sind denn auch in die im Dispositiv des Bau- und Konzessionsentscheides enthaltenen Auflagen eingeflossen, mit Ausnahme eines Punktes. Dieser betrifft eine Sohlenverbesserung beim Dorfbach �stlich des Gondelhafens. Die Beschwerdef�hrerin macht hierzu indessen geltend, diese Aufwertung sei ohnehin Teil des Projekts (vgl. Technischer Bericht S. 16) und habe daher in den Nebenbestimmungen nicht mehr ausdr�cklich festgehalten werden m�ssen.
Das BUWAL anerkennt in seiner Stellungnahme zur Beschwerde, dass keine schwerwiegende Beeintr�chtigung der Interessen der Fischerei vorliege und dass die verf�gten Auflagen keine offensichtlichen M�ngel aufwiesen. Allerdings blieben gewisse Fragen offen (z.B. Vorschriften �ber eine optimale Gestaltung der vorgesehenen Flachufersch�ttungen sowie Massnahmen entlang des Hafenrandes). Entgegen der Auffassung des BUWAL w�re es nicht unabdingbar gewesen, dass die Jagd- und Fischereiverwaltung sich hierzu im Einzelnen �usserte. Vielmehr gen�gt die im Entscheid enthaltene Auflage, dass die Uferverbesserungen durch das Amt f�r Umwelt und das Amt f�r Raumplanung, Abteilung Natur- und Landschaftsschutz, zu begleiten sind und dass die Detailprojektierung mit der Jagd- und Fischereiverwaltung abzusprechen ist. Die vom BUWAL angesprochenen Aspekte k�nnten in diesem Rahmen ohne weiteres befriedigend gel�st werden.
Bei dieser Sach- und Aktenlage rechtfertigt sich eine R�ckweisung des Verfahrens wegen Missachtung einer Verfahrensvorschrift nicht.
Das Verwaltungsgericht hat erwogen, �ber das Hafenprojekt habe im Verfahren nach Art. 24 RPG entschieden werden d�rfen; eine projektbezogene Nutzungsplanung sei nicht erforderlich gewesen. Das ARE und ein Teil der Beschwerdegegner sind der gegenteiligen Ansicht.
4.1 Die Raumplanung bildet mit der Richt- und Nutzungsplanung sowie nachfolgendem Baubewilligungs- und allf�lligem Ausnahmebewilligungsverfahren ein Ganzes, in dem jeder Teil eine spezifische Funktion erf�llt. Baubewilligungen und auch Ausnahmebewilligungen haben den planerischen Stufenbau zu beachten. Richtplanung, Nutzungsplanung und Bau- bzw. Ausnahmebewilligungsverfahren bilden "Orte typischer Entscheidungen" (Pierre Tschannen, Kommentar RPG, Art. 2 Rz. 27 und 30). Das Bundesrecht verlangt, dass bei der Erf�llung raumplanerischer Aufgaben das angemessene Planungs- bzw. Entscheidungsinstrument zum Einsatz gelangt. F�r Bauten und Anlagen, die ihrer Natur nach nur in einem Planungsverfahren angemessen erfasst werden k�nnen, d�rfen keine Ausnahmebewilligungen erteilt werden. Zieht ein nicht zonenkonformes Vorhaben durch seine Ausmasse oder seine Natur bedeutende Auswirkungen auf die bestehende Nutzungsordnung nach sich, so darf es nicht nach Art. 24 RPG, sondern erst nach einer entsprechenden �nderung des Zonenplans bewilligt werden.
Wann ein nicht zonenkonformes Vorhaben hinsichtlich seines Ausmasses und seiner Auswirkungen auf die Nutzungsordnung so gewichtig ist, dass es erst nach einer �nderung oder Schaffung eines Nutzungsplanes bewilligt werden darf, ergibt sich aus der Planungspflicht (Art. 2 RPG), den Planungsgrunds�tzen und -zielen (Art. 1 und 3 RPG), dem kantonalen Richtplan (Art. 6 ff. RPG) sowie der Bedeutung des Projekts im Lichte der im Raumplanungsgesetz festgelegten Verfahrensordnung (Art. 4 und 33 f. RPG; vgl. BGE 124 II 252 E. 3, 120 Ib 207 E. 5 mit zahlreichen Hinweisen). F�r verschiedene Anlagen wie gr�ssere Abbau- und Deponievorhaben hat das Bundesgericht in Anwendung dieser Kriterien die Planungspflicht klar bejaht (vgl. die Hinweise in BGE 120 Ib 207 E. 5 und 119 Ib 439 E. 4a). In der Regel sind Anlagen, f�r welche eine Umweltvertr�glichkeitspr�fung nach Art. 9 USG erforderlich ist, nur auf dem Wege der Nutzungsplanung realisierbar (BGE 124 II 252 E. 3, 119 Ib 439 E. 4b).
In BGE 113 Ib 371 (E. 5 S. 374) hat das Bundesgericht erwogen, es habe zwar in einem fr�heren Urteil vom 18. Dezember 1985 (ZBl 87/1986 S. 397) nicht ausgeschlossen, dass der dort im Streit liegende Bootshafen auch ohne besonderes Nutzungsplanungsverfahren gestattet werden k�nne. Wenn sich nun aber die zust�ndigen kantonalen und kommunalen Beh�rden f�r die Nutzungsplanrevision und nicht f�r das Ausnahmebewilligungsverfahren entschieden h�tten, so sei dies mit Blick auf das Ausmass und die Auswirkungen der Anlage auf die Nutzungsordnung zu begr�ssen. Darin liege jedenfalls keine Umgehung des Verfahrens nach Art. 24 RPG.
4.2 W�re der geplante Hafen eine neue Anlage, so m�sste die Planungspflicht ohne weiteres bejaht werden. Daf�r spricht schon die Gr�sse des Hafens, welcher der UVP untersteht. Offensichtliche r�umliche Auswirkungen bestehen hinsichtlich Ortsbild und Landschaft. Raumrelevante Nutzungskonflikte k�nnen hinsichtlich Natur- und Landschaftsschutz, rollendem und ruhendem Verkehr und gegen�ber den Interessen anderer Nutzer des Sees (Fischer, Badende) entstehen, um nur die sofort ins Auge springenden Aspekte zu nennen (vgl. auch Gerichts- und Verwaltungspraxis des Kantons Zug [GVP ZG] 1999 S. 88). Indessen soll der Hafen eine bestehende Anlage ersetzen. Der Hafen ist im kantonalen Richtplan als "Ordnungsmassnahme" vorgesehen, was nach den Ausf�hrungen der kantonalen Beh�rden bedeutet, dass er als Ersatz f�r die bestehenden Bojenfelder geschaffen werden kann. F�r das am Ufer befindliche Hafenbecken ist bereits im bestehenden kommunalen Nutzungsplan von 1985 eine Zone f�r �ffentliche Bauten ausgeschieden. Mit dem neuen Hafen sollen der Schutz der Boote und deren Zug�nglichkeit verbessert werden, was den Hafen insgesamt benutzerfreundlicher werden liesse. Die Gesamtzahl der zur Verf�gung stehenden Pl�tze bleibt nach den - allerdings umstrittenen - Ausf�hrungen des DBU unver�ndert. Sie ist nicht besonders hoch; die Grenze der UVP-Pflicht wird nur um zwei Einheiten �berschritten. Landseitig l�st das Vorhaben daher gegen�ber heute nur beschr�nkt Ver�nderungen bzw. Nutzungskonflikte aus. Seeseitig entstehen Konflikte namentlich hinsichtlich des Ortsbildschutzes und der �kologie. Das Ausnahmebewilligungsverfahren gem�ss Art. 24 RPG, verbunden mit der UVP, ist durchaus geeignet, diese Konflikte sichtbar zu machen und zu beurteilen. Dies gilt insbesondere deshalb, weil die sich stellenden Fragen abschliessend nur aufgrund eines konkreten Projektes beurteilt werden k�nnen. Eine zwischengeschaltete Nutzungsplanung w�re insofern von beschr�nktem Nutzen; es l�sst sich nicht sagen, dass sie im konkreten Fall das angemessenere raumplanerische Instrument bildete als die Ausnahmebewilligung nach Art. 24 RPG.
Zust�ndig f�r die Planung w�re der Kanton, da das Hoheitsgebiet der Gemeinde am See nur bis zur Privateigentumsgrenze reicht und der Boden seeseits dieser Grenze dem Staat als sog. "Reichsboden" geh�rt (vgl. � 28 des kantonalen Gesetzes �ber den Wasserbau [WBG; RB 721.1]). � 16 PBG sieht die M�glichkeit kantonaler Nutzungszonen vor; allerdings m�ssen sie im Richtplan entsprechend vorgemerkt sein. Der Gewinn einer Nutzungsplanung gegen�ber dem Ausnahmebewilligungsverfahren w�rde daher auch nicht in einer demokratischen Mitentscheidung der Ortsbev�lkerung bestehen. Als Gewinn w�rde vor allem die M�glichkeit der Bev�lkerung erscheinen, sich im Rahmen einer �ffentlichen Auflage bzw. eines Mitwirkungsverfahrens zum Vorhaben zu �ussern, ohne dass die im Verfahren nach Art. 24 RPG geltenden Einschr�nkungen bei der Legitimation zu beachten w�ren. Dieser Vorteil rechtfertigt unter den gegebenen Umst�nden die Durchf�hrung eines Planungsverfahrens deshalb nicht, weil sich die Stimmberechtigten der beschwerdef�hrenden Gemeinde mit grosser Mehrheit f�r die Anfechtung der Bewilligungsverweigerung ausgesprochen haben und weil andererseits die massgeblichen Argumente im bisherigen Verfahren ohne Zweifel eingebracht worden sind.
Im Lichte von BGE 113 Ib 371 l�sst sich festhalten, dass den kantonalen Beh�rden in Grenzf�llen ein gewisser Ermessensspielraum zusteht, der ihnen gestattet, sich ohne Rechtsverletzung f�r das Verfahren der Nutzungsplanung oder jenes der Ausnahmebewilligung gem�ss Art. 24 RPG zu entscheiden. Im vorliegenden Fall war es nach dem Gesagten nicht rechtsverletzend, das Verfahren nach Art. 24 RPG zu w�hlen, obwohl auch die Durchf�hrung einer Nutzungsplanung zul�ssig gewesen w�re.
4.3 Das ARE macht allerdings geltend, nach der Praxis seien Ausnahmebewilligungen f�r standortgebundene Bauten und Anlagen zu verweigern, wenn sich in der N�he eine Bauzone befindet, in der die entsprechenden Bed�rfnisse befriedigt werden k�nnen; eine Zone f�r �ffentliche Bauten (f�r den Hafen) sei bereits vorhanden und k�nne erweitert werden. Dieser Vorschlag erscheint problematisch, weil der Hafen im Uferbereich zur Zeit nur f�r Boote mit minimem Tiefgang ben�tzbar ist und die Verwendbarkeit f�r einen gr�sseren Benutzerkreis regelm�ssige Ausbaggerungen einer Zufahrtsrinne voraussetzt. Da diese Ausbaggerungen eine st�ndige St�rung des Flachufers bedeuten, erteilt der Kanton keine entsprechenden Bewilligungen. Der Vorschlag des ARE stellt deshalb keine taugliche Alternative dar.
Damit stellt sich die Frage, ob das Projekt auf das Anliegen des Ortsbildschutzes ausreichend R�cksicht nimmt. Insoweit ist Art. 6 NHG massgebend.
5.1 Nach Art. 6 Abs. 1 NHG wird durch die Aufnahme eines Objektes von nationaler Bedeutung in ein Inventar des Bundes dargetan, dass es in besonderem Mass die ungeschm�lerte Erhaltung, jedenfalls aber unter Einbezug von Wiederherstellungs- oder angemessenen Ersatzmassnahmen die gr�sstm�gliche Schonung verdient. Ein Abweichen von der ungeschm�lerten Erhaltung im Sinne der Inventare darf gem�ss Abs. 2 bei Erf�llung einer Bundesaufgabe nur in Erw�gung gezogen werden, wenn ihr bestimmte gleich- oder h�herwertige Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung entgegenstehen. Nach der Botschaft zum NHG ist der Begriff der "ungeschm�lerten Erhaltung" so zu verstehen, "dass der im Inventar angestrebte Schutz vollumf�nglich zur Geltung gelangen und allf�lligen Bedrohungen begegnet werden soll" (BBl 1965 III S. 103). Die Aufnahme eines Objektes in ein Verzeichnis bedeutet andererseits nicht, dass sich am bestehenden Zustand �berhaupt nichts mehr �ndern darf. Der Zustand eines Objektes soll aber gesamthaft betrachtet unter dem Gesichtspunkt des Natur- und Heimatschutzes nicht verschlechtert werden. Allf�llige geringf�gige Nachteile einer Ver�nderung m�ssen durch anderweitige Vorteile mindestens ausgeglichen werden (BBl 1965 III S. 103; BGE 127 II 273 E. 4c S. 282 ff., mit Hinweisen).
Gest�tzt auf die zitierte Botschaft unterscheidet die Rechtsprechung schwere Eingriffe, d.h. umfangreiche, nicht r�ckg�ngig zu machende, auf das Schutzziel ausgerichtete Beeintr�chtigungen von leichten Eingriffen, die nur mit einem geringf�gigen Nachteil f�r das Schutzziel verbunden sind. Schwere Eingriffe sind nur zul�ssig, wenn sie durch ein mindestens gleichwertiges Interesse gerechtfertigt werden; dieses Interesse muss von nationaler Bedeutung sein. Leichte Eingriffe sind zul�ssig, wenn sie im Rahmen einer Interessenabw�gung gerechtfertigt erscheinen. Zudem d�rfen bei solchen Einzeleingriffen, die f�r sich allein (nur) mit leichten Nachteilen verbunden sind, nicht negative Pr�judizien f�r eine Folgeentwicklung zu erwarten sein, die insgesamt f�r den Natur- und Heimatschutz zu einem erheblich nachteiligen Ergebnis f�hren. In jedem Fall ist daf�r zu sorgen, dass das Schutzobjekt die gr�sstm�gliche Schonung erf�hrt, d.h. dass der Eingriff soweit m�glich minimiert wird (Urteil des Bundesgerichts vom 22. Januar 2003, in: URP 2003 235 E. 4.1; BGE 127 II 273 E. 4c S. 282 ff.; BGE 115 Ib 131 E. 5hc S. 145; ebenso J�rg Leimbacher, Kommentar NHG, Art. 6 N. 14 ff.).
5.2 "Kesswil als Dorf" ist - wie in der Prozessgeschichte erw�hnt - im ISOS verzeichnet (vgl. den Anhang zur Verordnung vom 9. September 1981 �ber das ISOS; SR 451.12). Im Inventar wird das Ortsbild im regionalen Vergleich folgendermassen bewertet:
"Kirchdorf als dreiteilige, in der H�henlage gestaffelte Bebauung am Ufer des Bodensee in teilweise verbauter Lage, ohne besondere Qualit�ten.
Im Bereich des Mitteldorfes partiell besondere r�umliche Qualit�ten durch die Intaktheit der Zwischen- und Hinterbereiche sowie durch die Ausbildung von abwechslungsreich gegliederten Strassenabschnitten im Bereich des ehem. Sternen und im Seedorf (B 2.2). Im �brigen keine besonderen r�umlichen Qualit�ten mehr.
Gewisse, im Mitteldorf besondere arch.-hist. Qualit�ten durch die aussergew�hnlich reich ausgepr�gten Fachwerkbauten in B 1.1.
Geburtsort von C.G. Jung und P. H�berli."
Mit B 1.1 und B 2.2 werden planlich ausgeschiedene Baugruppen bezeichnet. B 2.2 ist der Ortskern Seedorf und Teil des Gebietes G 2 Seedorf (des untersten der drei Teile von Kesswil). Im Inventartext wird die Siedlungsentwicklung n�her beschrieben; der Text enth�lt Hinweise auf besondere Bauten, auf Eingriffe und Ver�nderungen, zudem auch Erhaltungshinweise. Besondere Hinweise, die das Ufer bzw. den See betreffen, sind nicht vorhanden. Im Plan des Inventars werden neben Gebieten und Baugruppen Umgebungszonen und Umgebungsrichtungen bezeichnet. Umgebungsrichtung ist gem�ss den Erl�uterungen zum ISOS ein "Bereich von ein- oder mehrseitig unbegrenzbarer Ausdehnung, meist von Bedeutung f�r den weitr�umigen Bezug zwischen Bebauung und Landschaft, z.B. Vorder-/Hintergrund, angrenzendes Kulturland, Talh�nge, Uferpartien, Flussraum, Neuquartiere".
Der Seebereich vor dem Seedorf wird als Umgebungsrichtung VIII "Seeuferbereich Schiffl�nde" bezeichnet. Er geh�rt zur Aufnahmekategorie "a", d.h. er ist von besonderer Bedeutung, und er hat das Erhaltungsziel "a". In die Aufnahmekategorie "a" gelangt gem�ss den Erl�uterungen zum ISOS "ein unerl�sslicher Teil des Ortsbildes, d.h. unverbaut oder mit Bauten, die der urspr�nglichen Beschaffenheit der Umgebung entsprechen". Bei der Bedeutung unterscheidet das ISOS drei Stufen (ohne besondere, gewisse bzw. besondere Bedeutung), deren h�chste f�r den Seeuferbereich gew�hlt wurde. F�r eine Umgebungszone oder Umgebungsrichtung mit Erhaltungsziel "a" gilt: "Erhalten der Beschaffenheit als Kulturland oder Freifl�che. Die f�r das Ortsbild wesentliche Vegetation und Altbauten bewahren, st�rende Ver�nderungen beseitigen." Zus�tzlich gelten folgende generelle Erhaltungshinweise:
- kein Baugebiet;
- strenge Gestaltungsvorschriften f�r standortgebundene Bauten;
- spezielle Vorschriften f�r Ver�nderungen an Altbauten.
5.3 Das erste, 1997 aufgelegte Hafenprojekt unterschied sich vom heute zu beurteilenden namentlich dadurch, dass auch an der S�dostseite des Hafens eine Insel aufgesch�ttet werden sollte. Die ENHK f�hrte in ihrem nach einem Augenschein erstellten Gutachten vom 23. September 1998 zu diesem Projekt aus, die heutige Hafenanlage bilde einen wesentlichen Teil des Kesswiler Ortsbildes. Der Hafen, die Hafenstrasse, das Restaurant Schiff und der kleine Vorplatz stellten eine untrennbare Einheit von hohem Erlebniswert dar. Als pr�gendes Element sowohl vom See als auch vom Ufer aus betrachtet k�nne die Stelli bezeichnet werden, ein parallel zum Seeufer ausgerichteter Steinwall mit einer Palisadenreihe. Ausserhalb des Hafens seien zahlreiche Boote auf Bojenfeldern stationiert. Der geplante Hafen stelle, obwohl der Blick auf das gegen�berliegende Ufer von allen wesentlichen Standorten aus gewahrt bleiben d�rfte, einen "beachtlichen Eingriff" ins Ortsbild von Kesswil dar. Und w�rtlich wird im erw�hnten Gutachten ausgef�hrt (S. 3): "Als st�rend m�ssen insbesondere die Gr�sse der Anlage und die Larsenw�nde bezeichnet werden, welche die Sicht auf den See beschneiden und bei niedrigem Wasserstand empfindlich hoch in Erscheinung treten werden. Zudem wird durch die beiden Inseln der heutige Uferverlauf mit der Hafenbucht verunkl�rt. Dazu tr�gt auch die Begehbarkeit der �stlichen Insel bei. Schliesslich muss die Beeintr�chtigung, eventuell gar der Verlust der alten Stelli als landschaftspr�gendes Element bedauert werden." Die Umgebungsgestaltung des neuen Hafengeb�udes, dessen Standort und die Architektursprache wurden ebenfalls kritisiert. Ferner �usserte sich die Kommission zu �kologischen Aspekten. In ihren "Antr�gen" hielt die Kommission fest (Gutachten S. 3 f.), dass der geplante Hafen das Ortsbild von Kesswil erheblich beeintr�chtige. Sollte er nicht zu einer klaren Aufwertung der Flachwasserzone f�hren, halte sie, die Kommission, daf�r, dass er nicht zu bewilligen sei. F�r den Fall, dass er dennoch bewilligt werde, beantragte die Kommission eine Reihe von Massnahmen, darunter den Verzicht auf die begehbare, �stliche Insel.
Im Erg�nzungsgutachten vom 24. Mai 2000 gelangte die Kommission nach eingehender Pr�fung der Unterlagen zum Schluss, dass trotz des Verzichtes auf die begehbare Insel, der Vornahme gestalterischer Verbesserungen an den Larsenw�nden und der Erhaltung der alten Stelli das Vorhaben noch immer eine erhebliche Beeintr�chtigung des Ortsbildes von nationaler Bedeutung darstelle. Eine Verunkl�rung der Uferlinie durch Insel und Hafenanlage finde nach wie vor statt. Der Blick auf den See respektive das Ortsbild (je nach Standort) werde weiterhin beschnitten. Die Kommission hielt daher in Bezug auf die ortsbildliche Beurteilung an ihrem Gutachten vom 23. September 1998 "im Grundsatz" fest, stellte aber auch Antr�ge f�r den Fall, dass das Projekt bewilligt w�rde.
Anl�sslich des bundesgerichtlichen Augenscheins legte der Vertreter der ENHK dar, die Kommission habe mit ihren Gutachten feststellen wollen, dass der geplante Hafen einen schweren Eingriff im Sinne der bundesgerichtlichen Rechtsprechung darstelle. Die zus�tzlichen Ausf�hrungen zur Interessenabw�gung seien im Sinne eines Eventualstandpunkts f�r den Fall gemacht worden, dass die zust�ndigen Entscheidbeh�rden einen schweren Eingriff verneinen und die Zul�ssigkeit des Eingriffs grunds�tzlich bejahen w�rden.
5.4 Vorab ist festzuhalten, dass am geplanten Hafen kein Interesse von nationaler Bedeutung besteht. F�r das Projekt als solches versteht sich diese Feststellung von selbst. Allerdings hat die ENHK in ihren Gutachten zum Ausdruck gebracht und dies anl�sslich des Augenscheins best�tigt, dass am Hafenprojekt ein nationales Interesse allenfalls dann bejaht werden k�nnte, wenn es zu einer "klaren" bzw. "bedeutenden und massgeblichen" Aufwertung der Flachwasserzone f�hrte. Entgegen den Darlegungen der Beschwerdef�hrerin ist dies nicht der Fall, wie nachfolgend aufzuzeigen ist.
5.4.1 Der UVB enth�lt ein vom Biologen H. Vicentini verfasstes Kapitel �ber die aquatische Fauna und Flora. Bei der Beurteilung der Auswirkungen wird ber�cksichtigt, dass die Bojenfelder aufgehoben w�rden. Der Bericht beurteilt die Auswirkungen der Betriebsphase auf die Makrophyten als m�ssig negativ, diejenigen auf den Makrozoobenthos als m�ssig bis schwerwiegend negativ und jene auf die Fische bzw. die Fischerei als neutral.
Das Kapitel zur Ornithologie stammt von V. Keller (Schweiz. Vogelwarte Sempach). Es wird ausgef�hrt, der direkte Lebensraumverlust durch den Hafen d�rfte f�r die Wasserv�gel klein sein. Unter der Voraussetzung, dass der neue Hafen nicht zu einer Verl�ngerung der Saison f�hre, sei nicht mit einer Zunahme der St�rungen der Wasserv�gel zu rechnen. Der Nutzen der vorgesehenen Insel f�r die V�gel sei eher gering. Allenfalls werde sie als Brutplatz f�r Enten dienen, wobei auch das Risiko bestehe, dass sie - unerw�nschterweise - von Weisskopfm�wen besetzt werde. Keinesfalls k�nne die Insel als Ausgleichs- oder Ersatzmassnahme f�r den mit dem Hafen verbundenen Eingriff gelten. Insgesamt seien die Auswirkungen auf die Wasserv�gel als relativ gering einzustufen, sofern die beiden Bojenfelder aufgehoben w�rden und der Hafen nicht zu einer Zunahme des Bootsverkehrs f�hre.
�kologisch relevant sind die Str�mungsverh�ltnisse im Flachwasserbereich. Hierzu haben die Projektverfasser ein Gutachten in Auftrag geben lassen, welches sich mit den bestehenden Str�mungsverh�ltnissen ohne Projekt befasst (Gutachten Siessegger, Anhang G zum UVB); sodann haben sie selbst das Kapitel �ber die durch das Projekt bedingte Beeinflussung der Str�mungsverh�ltnisse verfasst (UVB S. 20 ff.). Dieses Str�mungsgutachten liessen sie von Prof. D.L. Vischer (Versuchsanstalt f�r Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie, ETH Z�rich) begutachten (Anhang I zum UVB). Prof. Vischer gelangt in seiner Stellungnahme zum �berarbeiteten Projekt zur Schlussfolgerung, der vorgesehene Hafen zeitige hinsichtlich Wellenbeanspruchung des Ufers, ufernahen Str�mungen und ufernahen Materialverfrachtungen keine wesentlichen nachteiligen Folgen. Die �kologie der Kesswiler Flachwasserzone werde durch den Hafen in hydraulischer und sedimentologischer Hinsicht nicht grundlegend ver�ndert. Die Insel sei zu klein, um das Litoral wesentlich zu beeinflussen. An anderer Stelle h�lt der Gutachter fest, es k�nne sicher nicht gesagt werden, dass der neue Hafen die �kologie des betroffenen Uferabschnitts grundlegend ver�ndere.
5.4.2 Die Beschwerdegegner stellen die Ergebnisse des UVB teilweise in Frage. Unklar ist z.B., ob die Annahme zutrifft, dass der Hafenneubau nicht zu einer Zunahme des Bootsverkehrs f�hren w�rde. Es er�brigt sich aber, auf die Kritik am UVB n�her einzugehen. Selbst wenn dem UVB ohne Einschr�nkungen gefolgt wird, l�sst sich daraus keinesfalls schliessen, dass die Verh�ltnisse in der Flachwasserzone durch den Neubau klar aufgewertet w�rden. Es l�sst sich lediglich der Schluss ziehen, dass die Verwirklichung des Hafenprojekts, nicht zuletzt wegen der Aufhebung der Bojenfelder, in der Summe keine unvertretbaren negativen Auswirkungen auf die �kologie zur Folge h�tte.
An diesem Ergebnis �ndert entgegen der Auffassung der Beschwerdef�hrerin auch die Tatsache nichts, dass die kantonale Umweltschutzfachstelle in ihrer Beurteilung vom 10. Dezember 1999 festh�lt, die Realisierung der vorgeschlagenen Massnahmen im Uferbereich f�hre zu einer Aufwertung der Flachwasserzone, so dass die Umweltvertr�glichkeit bejaht werden k�nne, sofern alle beantragten Massnahmen umgesetzt w�rden. Im Kontext gesehen wird hier nicht ausgef�hrt, das Projekt f�hre insgesamt zu einer klaren Aufwertung der Flachwasserzone. Gemeint ist vielmehr, dass die vorgesehenen Ausgleichsmassnahmen den bestehenden, hart verbauten Uferbereich aufwerten w�rden, was als Kompensation der durch den Hafen verursachten Eingriffe gewertet werden kann.
Das Hafenprojekt hat daher nicht einen �kologischen Wert, der ihm nationale Bedeutung verschaffen w�rde. Ein Eingriff in das Schutzobjekt, der eine wesentliche Abweichung vom Schutzziel mit sich br�chte, ist somit unzul�ssig.
5.5.1 Bei der Beurteilung eines Eingriffs in ein BLN-Objekt ist von der jeweiligen Umschreibung des Schutzgehaltes auszugehen, d.h. die m�glichen Beeintr�chtigungen sind an den Schutzzielen zu messen, die den Beschreibungen der Inventarobjekte entnommen werden k�nnen (BGE 127 II 273 E. 4c S. 282 mit Hinweisen). Das Gutachten der ENHK hat in diesem Zusammenhang die Aufgabe, Ziel und Zweck des Schutzes soweit n�tig zu konkretisieren, damit klar wird, was durch die Inventarisierung wirklich gesch�tzt wird. Weiter sollte das Gutachten die Frage beantworten, ob, wie und in welchem Ausmass das beurteilte Vorhaben das Schutzobjekt bzw. die Schutzziele beeintr�chtigen k�nnte; darzustellen und zu gewichten ist damit die Tragweite des vorgesehenen Eingriffs (vgl. Heinz Aemisegger/Stephan Haag, Gedanken zu Inhalt und Aufbau der Gutachten der Eidg. Natur- und Heimatschutzkommission, URP 1998, S. 568 ff., 571). Dem Gutachten kommt grosses Gewicht zu. Der entscheidenden Beh�rde steht zwar die freie Beweisw�rdigung zu. Sie darf indessen vom Ergebnis der Begutachtung nur abweichen, wenn daf�r triftige Gr�nde vorliegen. Dies trifft namentlich f�r die dem Gutachten zugrunde liegenden tats�chlichen Feststellungen zu (BGE 127 II 273 E. 4b S. 280 f.).
5.5.2 Wie vorne dargelegt, gilt f�r die Umgebungsrichtung VIII "Seeuferbereich Schiffl�nde" das Schutzziel "Erhaltung als Freifl�che". In seiner Stellungnahme anl�sslich des bundesgerichtlichen Augenscheins f�hrte der Vertreter der ENHK aus, das Seedorf weise r�umliche Qualit�ten auf, die in einem Wechselspiel von traditionellen Wohnhausbauten und l�ndlichen G�rten best�nden. Diese und die Qualit�t der direkten Seelage seien besonders hoch zu veranschlagen. Die dem Ortskern des Seedorfs vorgelagerte Wasserfl�che sei aufgrund der wechselseitigen Sichtbez�ge besonders empfindlich. Der Bau eines Inselhafens in diesem Bereich w�rde das Ortsbild in beiden Richtungen (d.h. vom Dorf und vom See her betrachtet) schwer beeintr�chtigen, und zwar auch dann, wenn das Projekt nochmals verkleinert w�rde.
Dieser Beurteilung ist aufgrund der am Augenschein gewonnenen Erkenntnisse beizupflichten. Die Strasse vom Mitteldorf zum Seedorf verl�uft nicht geradlinig, sondern weist Biegungen auf; im letzten Abschnitt von etwa 150 m L�nge �ffnet sich allm�hlich der Blick auf den See, worauf sich im Bereich des bestehenden kleinen Hafens die Aussicht in eindr�cklicher Weise �ber das Wasser auf das gegen�berliegende Ufer weitet. Es trifft zwar zu, dass der Betrachter auch von Uferpartien ausserhalb des Seedorfs einen bemerkenswerten Blick auf den See und die Seelandschaft gewinnen kann. Dieser Einwand der Beschwerdef�hrerin �ndert aber nichts daran, dass der bestehende Hafen die einzige Stelle ist, von der aus innerhalb des �berbauten Gebiets von Seedorf ein �ffentlicher Seezugang �berhaupt besteht, und dass die Wirkung und Bedeutung der dort vorhandenen Aussicht sich nicht in der Sichtbarkeit des gegen�berliegenden Ufers ersch�pft, sondern wesentlich auch durch die dazwischen liegende freie Wasserfl�che gepr�gt wird. Insofern moniert die Beschwerdef�hrerin zu Unrecht, die Auffassung der ENHK �ber die besondere Bedeutung der dem Ortskern vorgelagerten Seefl�che sei nicht nachvollziehbar.
Am Augenschein wurde auch nachvollziehbar, dass die optische St�rungswirkung der in den beiden Bojenfeldern stationierten Boote aus verschiedenen Gr�nden deutlich geringer ist als jene, die vom geplanten Hafen ausgehen w�rde. So liegen die Bojenfelder vom heutigen Hafen aus betrachtet nicht in der Mitte, sondern am Rande der haupts�chlichen Blickrichtung. Sie wirken, da die stationierten Schiffe einen ausreichenden Abstand zueinander einhalten m�ssen, deutlich weniger kompakt als ein Inselhafen. Ferner sind soweit ersichtlich selten alle Bojenfelder tats�chlich belegt, und schliesslich werden die Boote im Winter ausgewassert.
Vom See her betrachtet, st�ren zwar vor allem die beiden neueren Einfamilienh�user auf Parz.-Nr. 82 und 83 das Ortsbild (vgl. auch den Hinweis 0.0.13 im ISOS-Inventarblatt). Dennoch sind sowohl das Seedorf als auch der s�dlich das Hafens liegende Ortskern des Seedorfes, die Baugruppe B 2.2, im ISOS-Inventar in der Aufnahmekategorie "B" aufgef�hrt. In diese gelangen Baugruppen mit urspr�nglicher Substanz, "d.h. das historische Gef�ge der R�ume besteht, die Mehrheit der Bauten hat �hnliche epochenspezifische oder regional-typische Merkmale". F�r die Baugruppe B 2.2 gilt das Erhaltungsziel "A", d.h. die Substanz ist zu erhalten. Alle Bauten, Anlageteile und Freir�ume sollen integral erhalten werden; st�rende Eingriffe sind zu beseitigen. F�r das Gebiet 2, d.h. das �brige Seedorf - mit Ausnahme der erw�hnten Parzellen 82 und 83 - gilt das Erhaltungsziel "B"; danach ist die Struktur zu erhalten, d.h. die Anordnung und Gestalt der Bauten und Freir�ume ist zu bewahren und die f�r die Struktur wesentlichen Elemente und Merkmale sind integral zu erhalten.
Vom Ufer wie vom See aus ist diese spezifische Substanz und Struktur des Seedorfes trotz der erw�hnten st�renden Bauten sicht- und erlebbar. Durch den geplanten Hafen w�rde nicht nur der Blick vom See her auf das Seedorf beeintr�chtigt, sondern es w�rde auch ein neuer Bauk�rper mit einer ganz anderen Massst�blichkeit vor das gesch�tzte Ortsbild gestellt. Selbst wenn der Hafen vom Ufer wegger�ckt ist, so liegt er diesem doch nahe genug, dass sein Bau als Eingriff in die Struktur der vorhandenen Bausubstanz und ihrer Freir�ume qualifiziert werden muss. Diesen Schluss legt auch ein Vergleich der Gr�sse des bisherigen mit dem neuen Hafen nahe.
5.5.3 Der Einwand der Beschwerdef�hrerin, das Seedorf sei in der "Bewertung des Ortsbildes im regionalen Vergleich" des ISOS nicht aufgef�hrt, trifft nicht zu. Vielmehr wird in dieser Bewertung ausdr�cklich auf die partiell besonderen r�umlichen Qualit�ten "durch die Ausbildung von abwechslungsreich gegliederten Strassenabschnitten im ... Seedorf (B 2.2)" hingewiesen. Bedeutsamer ist, dass sowohl das Erhaltungsziel f�r die Umgebungsrichtung VIII (a) als auch die Erhaltungsziele f�r das Seedorf (B) und den Ortskern Seedorf (A) die Erhaltung der Freir�ume fordern. Entgegen der Betrachtungsweise der Beschwerdef�hrerin liegt der wichtigste seeseits zu erhaltende Freiraum wie erw�hnt unmittelbar vor dem bebauten Bereich des Seedorfes, also dort, wo der Hafen geplant ist. Das hat die ENHK �berzeugend dargelegt und zeigte sich auch f�r die Delegation des Bundesgerichtes am Augenschein in eindeutiger Weise. Wenn die Beschwerdef�hrerin darauf hinweist, dass vom See her aus gen�gender Distanz das Dorf �ber die Larsenw�nde des Hafens hinweg sichtbar bliebe, so stimmt das zwar; doch �ndert das nichts an der erheblichen St�rwirkung der im See befindlichen Baute.
Die beiden Stelli bzw. deren �berbleibsel m�gen fr�her den Blick �ber den See st�rker beeintr�chtigt haben als heute. Sie stellten aber auch fr�her kein Bauwerk dar, das sich in der Dimensionierung und Wirkung mit dem geplanten Hafen vergleichen liesse, nur schon deshalb, weil sie nicht f�r die dauerhafte Stationierung von Booten konzipiert waren. Ferner ist es nicht zu beanstanden, dass die ENHK bei ihrer Beurteilung des Hafenprojektes vom aktuellen Zustand der Stelli ausgeht, die heute in der Tat nur einen Ruinenwert aufweisen und einen eher malerischen Eindruck machen. Zu beurteilen ist in erster Linie die Wirkung des Hafenprojektes auf das heutige Ortsbild. Es mag zutreffen, dass die Stelli im Jahr 1981, als Kesswil ins ISOS aufgenommen wurde, noch nicht (ganz) den jetzigen rudiment�ren Charakter aufwiesen; genauere Angaben hierzu sind allerdings nicht aktenkundig. Dass sie damals offenbar nicht als st�rend angesehen wurden, vermag aber eine wesentlich massivere und gr�ssere neue Baute im Seebereich nicht zu rechtfertigen.
Schliesslich kann der vorstehenden Beurteilung nicht entgegen gehalten werden, die Aufhebung der Bojenfelder sei im Richtplan vorgesehen. Die �kologische Bedeutung dieser Aufhebung ist im Vergleich zur Wirkung des Neubaus nicht sehr bedeutend und vermag den mit diesem verbundenen Eingriff nicht zu rechtfertigen (s. oben E. 5.4; vgl. auch BGE 127 II 273 E. 4e S. 286 f.).
5.5.4 Das Bundesgericht hat daher keinen Anlass, von der Beurteilung des Verwaltungsgerichts und der ENHK abzuweichen, dass das Hafenprojekt sowohl vom Ufer als auch vom See aus betrachtet eine schwere Beeintr�chtigung des Ortsbildes darstellen w�rde. Seine Realisierung w�rde das auf eine Freihaltung von Bauten gerichtete Schutzziel der Umgebungsrichtung VIII (Seeuferbereich Schiffl�nde) klar verletzen; damit w�rden auch die Schutzziele f�r das Seedorf und den Ortskern Seedorf verletzt.
In diesen Eingriffen l�ge eine Abweichung von der ungeschm�lerten Erhaltung im Sinne von Art. 6 Abs. 2 NHG. Da hierf�r keine gleich oder h�herwertigen Interessen von ebenfalls nationaler Bedeutung angef�hrt werden k�nnen, kann dieser Eingriff nicht bewilligt werden. Die Beschwerden sind daher abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen, die nicht in ihrem amtlichen Wirkungskreis, sondern als private Grundeigent�merin und in Wahrung von Verm�gensinteressen prozessiert hat (Art. 156 Abs. 2 OG). Die Beschwerdef�hrerin hat ausserdem jene Beschwerdegegner, die durch einen Rechtsbeistand vertreten waren, f�r deren prozessualen Aufwand zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 2 OG).
Die Gerichtsgeb�hr von insgesamt Fr. 10'000.-- wird der Beschwerdef�hrerin auferlegt.
Die Beschwerdef�hrerin hat den Beschwerdegegnern in den Verfahren 1A.73/2002, 1A.74/2002, 1A.76/2002 und 1A.77/2002 eine Parteientsch�digung von jeweils Fr. 2'500.-- (insgesamt Fr. 10'000.--) zu bezahlen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Departement f�r Bau und Umwelt und dem Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau sowie dem ARE, dem BUWAL, dem BAK und der ENHK schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 8
 Art. 24
 Art. 97
 Art. 5
 Art. 98
 Art. 99
 Art. 24
 Art. 8
 Art. 24
 Art. 103
 BGE 
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 104
 Art. 8
 BGE 
 Art. 8
 Art. 21
 Art. 24
 Art. 39
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 25
 Art. 25
 BGE 
 Art. 9
 Art. 24
 Art. 2
 Art. 24
 BGE 
 BGE 
 Art. 9
 BGE 
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 24
 BGE 
 Art. 24
 Art. 24
 Art. 6
 Art. 6
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 6
 BGE 
 Art. 6