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Timestamp: 2020-07-09 02:53:23+00:00

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Fernwärme Archive - RGC MANAGER
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https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2019/08/fotolia-104393384-subscription-monthly-m-1.jpg 1126 1687 RGC Manager https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/08/RGC-Manager-wp-logo-300x138.png RGC Manager2019-09-03 09:00:002020-03-30 15:44:55CO2-Emissionshandel: Zuteilungsanspruch für wärmeerzeugende Industriekraftwerke in Gefahr
EuGH-Urteil zum Emissionshandel: Wer ist Stromerzeuger?
21.08.2019 /in Energierecht, Umweltrecht /von RGC Manager
EuGH begrenzt kostenlose Zuteilung von CO2-Emissionszertifikaten für wärmeerzeugende Industriekraftwerke
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verkündete am 20. Juni 2019 sein Urteil (Rs. C-682/17) im sog. Exxon-Verfahren zur Auslegung des Begriffs des Stromerzeugers in der Emissionshandelsrichtlinie. Dieses Urteil könnte weitreichende Auswirkungen auf schon gewährte bzw. beantragte kostenlose Zuteilungen von CO2-Emissionszertifikaten für Unternehmen haben, die wärmerzeugende Stromerzeugungsanlagen zur Eigenversorgung betreiben.
Der EuGH stellt mit seinem Urteil fest, dass eine Anlage, deren einzige unter Anhang I der Emissionshandelsrichtlinie (Richtlinie 2003/87/EG) fallende Tätigkeit die „Verbrennung von Brennstoffen in Anlagen mit einer Gesamtfeuerungswärmeleistung von über 20 MW“ ist, als „Stromerzeuger“ anzusehen ist, wenn der erzeugte Strom zum Teil an Dritte verkauft oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird oder wurde – selbst wenn dies nur in geringem Umfang geschehe. Es sei unerheblich, dass der erzeugte Strom ganz überwiegend der Eigenversorgung diene.
Auch zu den Konsequenzen der Eigenschaft als Stromerzeuger äußert sich der EuGH:
Er stellt in seinem Urteil klar, dass Stromerzeugern grundsätzlich keine kostenlosen Emissionszertifikate zugeteilt werden dürfen (vgl. Art. 10a Abs. 3 der Richtlinie 2003/87/EG). Eine kostenlose Zuteilung kommt dann nur für die Wärme- oder Kälteerzeugung von Fernwärme oder in hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung in Betracht (Art. 10a Abs. 4 der Richtlinie 2003/87/EG).
Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) prüft derzeit noch die Auswirkungen des EuGH-Urteils für den Vollzug der 3. und 4. Handelsperiode. Emissionshandelspflichtige Unternehmen, die nach Auffassung des EuGHs nun als „Stromerzeuger“ zu betrachten sind, sollten sich auf Nachfragen der DEHSt und ggf. auf eine Nachforderung des Hocheffizienz-Nachweises einstellen. Schlimmstenfalls könnte betroffenen Unternehmen aber die Rücknahme des Zuteilungsbescheides für die 3. Handelsperiode und der Verlust des Zuteilungsanspruchs für die 4. Handelsperiode drohen.
https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2019/04/fotolia-113437348-subscription-monthly-m.jpg 1125 1688 RGC Manager https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/08/RGC-Manager-wp-logo-300x138.png RGC Manager2019-08-21 09:00:002020-03-30 15:46:06EuGH-Urteil zum Emissionshandel: Wer ist Stromerzeuger?
12.06.2019 /in Energierecht /von RGC Manager
Zur Unzulässigkeit der einseitigen Änderung von Preisänderungsklauseln
Mit Urteil vom 21.03.2019, Az. 6 U 190/17 hat das OLG Frankfurt entschieden, dass ein Fernwärmeversorgungsunternehmen zur einseitigen Änderung einer vertraglich mit seinem Kunden vereinbarten Preisänderungsklausel nicht befugt ist. Eine Änderung ist nach Auffassung des Gerichts insbesondere dann unzulässig, wenn sie ausschließlich mittels einer öffentlichen Bekanntmachung gemäß § 4 Abs. 2 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV) erfolgt. Diese Vorgehensweise täuscht Verbraucher über ihre wahren Rechte, ist damit irreführend und verstößt gegen § 5 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
Zum Hintergrund: Die Beklagte des diesem Urteil zu Grunde liegenden Verfahrens ist ein Fernwärmeversorgungsunternehmen. Die Belieferungsverträge, die das Unternehmen mit seinen Kunden schloss, enthalten eine Preisänderungsklausel. Aufgrund dieser Klausel beabsichtigte die Beklagte, ihr Preissystem und die Preisänderungsklausel durch öffentliche Bekanntmachung zu ändern. Hiergegen hatte ein Verbraucherschutzverband Klage erhoben.
Das OLG Frankfurt stellte klar, dass Verträge grundsätzlich nur durch übereinstimmende Erklärungen der Vertragspartner geändert werden können. Dies gelte auch hier. § 4 Abs. 2 AVBFernwärmeV weiche hiervon nicht ab, sondern enthalte allein die weitere formale Voraussetzung, dass eine Änderung der allgemeinen Versorgungsbedingungen erst nach öffentlicher Bekanntgabe wirksam werde. So bedürfe es zur Änderung der Preisänderungsklauseln einer vertraglichen Vereinbarung, etwa einer Änderungskündigung. Wenn wegen besonderer Umstände eine kurzfristige Änderung der Kostenstruktur eintritt, sei auch eine außerordentliche Änderungskündigung möglich. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung des OLG Frankfurt.
Das OLG Frankfurt hat die Revision beim BGH zugelassen, da die Thematik bislang nicht höchstrichterlich geklärt ist. Der Frage, welche Anforderungen an die Änderung von Preisgleitklauseln gestellt werden, kommt eine große praktischen Bedeutung zu. Über den weiteren Fortgang halten wir Sie hier informiert.
https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2019/06/fotolia-76654267-subscription-monthly-m.jpg 1125 1688 RGC Manager https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/08/RGC-Manager-wp-logo-300x138.png RGC Manager2019-06-12 12:40:212019-06-20 08:01:27Neues aus der Fernwärme
24.10.2018 /in Energierecht /von RGC Manager
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat seinen aktuellen Förderkompass veröffentlicht. In diesem gibt das BAFA einen Überblick über die diversen Förderprogramme aus den Bereichen „Energie“ sowie „Wirtschafts- und Mittelstandsförderung“, die im Zuständigkeitsbereich der Behörde liegen.
Im Bereich Energie finden sich „Klassiker“ wie die Besondere Ausgleichsregelung des EEG 2017 zur Begrenzung der EEG-Umlage für stromkostenintensive Unternehmen oder die Förderung hocheffizienter KWK-Anlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Unternehmen finden aber auch weniger bekannte Fördermöglichkeiten z.B. für
Elektromobilität (Umweltbonus),
Kälte- und Klimaanlagen,
Wärmenetze 4.0 oder
Querschnittstechnologien.
Der Förderkompass gibt Ihnen in kurzer Form einen ersten Überblick, was gefördert wird, wer Antragsberechtigt bzw. Begünstigter sein kann und welche wesentlichen Vorgaben einzuhalten sind.
Abhängig davon, welche Fördermöglichkeit man als Unternehmen zieht, sollte man aber stets auch etwaige Wechselwirkungen zu anderen Begünstigungstatbestände im Blick behalten. Unternehmen, die eine Investitionsbeihilfe für Ihre KWK-Anlage nach dem „Mini-KWK-Anlagen-Programm“ des BAFA in Anspruch nehmen, müssen im Rahmen der vollständigen Energiesteuerentlastung nach § 53a Abs. 6 EnergieStG eine etwaige Anrechnung dieser Förderung auf Ihre Steuerentlastungen behalten.
https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/10/fotolia-111059691-subscription-monthly-m.jpg 1035 1836 RGC Manager https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/08/RGC-Manager-wp-logo-300x138.png RGC Manager2018-10-24 09:00:002018-10-30 15:34:37Neuer Förderkompass des BAFA
06.06.2018 /in Energierecht /von RGC Manager
Bundesregierung äußert sich zu Plänen im Wärmesektor: Wärmeversorgung kann einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten.
Die Bundesregierung hat betont, dass die Wärmeversorgung einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten kann. Was den Zugang von Drittlieferanten in bestehende Wärmenetze und die Preisgestaltung bei der Wärmeversorgung angeht, sieht die Bundesregierung jedoch keinen Handlungsbedarf.
Wie aus einer kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hervorgeht, entfallen in der Industrie rd. 73 % des Energieverbrauchs auf Wärmeanwendungen; im Bereich Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sind es rd. 60 %. Die Wärmeversorgung beanspruche demnach mehr als die Hälfte des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland (vgl. Drucksache 19/2433). Dennoch, so die Bundesregierung, hänge das Klimaschutzpotential der Wärmeversorgung vom jeweils eingesetzten Energieträger ab. Die Bundesregierung sei daher bestrebt, den Einsatz erneuerbarer Energien bei der Wärmeerzeugung zu erhöhen.
Mit einem Instrumentenset soll eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien im Wärme- und Kältesektor erreicht werden. Dieses bestehe zum einen aus einer Überarbeitung der ordnungsrechtlichen Vorgaben (u.a. das EEWärmeG und der EnEV), die in dieser Legislaturperiode erfolgen solle. Zum anderen liefen verschiedene Förder- und Marktanreizprogramme. Eine verbindliche Quote für den Einsatz erneuerbarer Energien zur Erzeugung von leitungsgebundener Wärme hält die Bundesregierung allerdings für problematisch.
Zur Erreichung der Klimaziele solle vor allem auch die Nutzung von (industrieller) Abwärme vorangetrieben werden. Derzeit laufe ein Forschungsprojekt über die Erhebung, Abschätzung und Evaluierung industrieller Abwärme in Deutschland, dessen Ergebnisse Ende des Jahres erwartet werden. Auch der Aufbau von Abwärmekatastern, wie sie u.a. bereits in Bayern und Sachsen bestehen, werde geprüft. Außerdem gebe es bereits finanzielle Förderprogramme zur Abwärmevermeidung und Abwärmenutzung, mit denen bis 2020 jährlich 1 Mio t CO2 eingespart werden soll.
Den gesetzlichen Rahmen für den Zugang von Drittlieferanten in bestehende Wärmenetze und die Preisgestaltung bei der Wärmeversorgung will die Bundesregierung jedoch nicht ändern. Dritte hätten grundsätzlich längst einen wettbewerbsrechtlichen Anspruch auf Mitbenutzung der Wärmenetze zur Belieferung eigener Kunden – so die Bundesregierung. Die technischen Gegebenheiten und die Tatsache, dass Wärme – anders als Strom und Gas – nicht überregional von einem Netzgebiet in ein anderes geliefert werden könne, stehe einer Entflechtung und Regulierung der Wärmenetze aber entgegen.
Infolgedessen verneinte die Bundesregierung auch die Frage nach der Ermöglichung der Wahlfreiheit des Wärme-Mix durch den Kunden. Im Wärmenetz sei regelmäßig ein Mix aus verschiedenen regenerativen oder fossilen Brennstoffen vorhanden. Die Zusammensetzung dieses Mix unterliege hierbei der Wahl und Entscheidung des jeweiligen Versorgers. Dem Kunden eine Wahlmöglichkeit zuzusprechen, würde damit einhergehen, dass der zuständige Netzbetreiber zwangsläufig die Einspeisung von anderen (dritten) Versorgern in sein Netz zulassen müsste, um dem Wahlrecht der Kunden zu entsprechen. Dies würde die Feststellung unterlaufen, dass eine Entflechtung des Wärmenetzes nicht geboten sei.
Was die Höhe der Fernwärmepreise angeht, beruft sich die Bundesregierung auf den Abschlussbericht des Bundeskartellamtes zur „Sektoruntersuchung Fernwärme“. Darin war das Kartellamt zu dem Ergebnis gekommen, dass sich ein insgesamt überhöhtes Preisniveau im Fernwärmesektor nicht feststellen lasse.
https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/11/fotolia-93039539-subscription-monthly-m.jpg 1209 1572 RGC Manager https://rgc-manager.de/wp-content/uploads/2018/08/RGC-Manager-wp-logo-300x138.png RGC Manager2018-06-06 09:00:002018-11-06 21:07:21Bundesregierung äußert sich zu Plänen im Wärmesektor

References: EuGH 
 EuGH 
 Art. 10
 § 4
 § 5
 § 4
 BGH 
 § 53