Source: http://www.law-explorer.de/21/5-erbrecht/2-rechtliche-stellung-des-erben/4/Mehrheit-von-Erben.html
Timestamp: 2019-08-19 19:18:26+00:00

Document:
5.2.1 Annahme und Ausschlagung der Erbschaft, Fürsorge des Nachlassgerichts
5.2.2 Haftung des Erben für die Nachlassverbindlichkeiten
5.2.3 Erbschaftsanspruch
5.2.4 Mehrheit von Erben
5.2.4.1 Rechtsverhältnis der Erben untereinander
5.2.4.2 Rechtsverhältnis zwischen den Erben und den Nachlassgläubigern
§2032 - Erbengemeinschaft
(2) Bis zur Auseinandersetzung gelten die Vorschriften der §§2033 bis 2041.
§2033 - Verfügungsrecht des Miterben
§2034 - Vorkaufsrecht gegenüber dem Verkäufer
§2035 - Vorkaufsrecht gegenüber dem Käufer
(1) Ist der verkaufte Anteil auf den Käufer übertragen, so können die Miterben das ihnen nach §2034 dem Verkäufer gegenüber zustehende Vorkaufsrecht dem Käufer gegenüber ausüben. Dem Verkäufer gegenüber erlischt das Vorkaufsrecht mit der Übertragung des Anteils.
§2036 - Haftung des Erbteilkäufers
Mit der Übertragung des Anteils auf die Miterben wird der Käufer von der Haftung für die Nachlassverbindlichkeiten frei. Seine Haftung bleibt jedoch bestehen, soweit er den Nachlassgläubigern nach den §§1978 bis 1980 verantwortlich ist; die Vorschriften der §§1990, 1991 finden entsprechende Anwendung.
§2037 - Weiterveräußerung des Erbteils
Überträgt der Käufer den Anteil auf einen anderen, so finden die Vorschriften der §§2033, 2035, 2036 entsprechende Anwendung.
§2038 - Gemeinschaftliche Verwaltung des Nachlasses
(2) Die Vorschriften der §§743, 745, 746, 748 finden Anwendung. Die Teilung der Früchte erfolgt erst bei der Auseinandersetzung. Ist die Auseinandersetzung auf längere Zeit als ein Jahr ausgeschlossen, so kann jeder Miterbe am Schluss jedes Jahres die Teilung des Reinertrags verlangen.
§2039 - Nachlassforderungen
§2040 - Verfügung über Nachlassgegenstände, Aufrechnung
§2041 - Unmittelbare Ersetzung
Was auf Grund eines zum Nachlass gehörenden Rechts oder als Ersatz für die Zerstörung, Beschädigung oder Entziehung eines Nachlassgegenstands oder durch ein Rechtsgeschäft erworben wird, das sich auf den Nachlass bezieht, gehört zum Nachlass. Auf eine durch ein solches Rechtsgeschäft erworbene Forderung findet die Vorschrift des §2019 Abs. 2 Anwendung.
§2042 - Auseinandersetzung
(1) Jeder Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung verlangen, soweit sich nicht aus den §§2043 bis 2045 ein anderes ergibt.
(2) Die Vorschriften des §749 Abs. 2, 3 und der §§750 bis 758 finden Anwendung.
§2043 - Aufschub der Auseinandersetzung
§2044 - Ausschluss der Auseinandersetzung
(1) Der Erblasser kann durch letztwillige Verfügung die Auseinandersetzung in Ansehung des Nachlasses oder einzelner Nachlassgegenstände ausschließen oder von der Einhaltung einer Kündigungsfrist abhängig machen. Die Vorschriften des §749 Abs. 2, 3, der §§750, 751 und des §1010 Abs. 1 finden entsprechende Anwendung.
§2045 - Aufschub der Auseinandersetzung
Jeder Miterbe kann verlangen, dass die Auseinandersetzung bis zur Beendigung des nach §1970 zulässigen Aufgebotsverfahrens oder bis zum Ablauf der in §2061 bestimmten Anmeldungsfrist aufgeschoben wird. Ist der Antrag auf Einleitung des Aufgebotsverfahrens noch nicht gestellt oder die öffentliche Aufforderung nach §2061 noch nicht erlassen, so kann der Aufschub nur verlangt werden, wenn unverzüglich der Antrag gestellt oder die Aufforderung erlassen wird.
§2046 - Berichtigung der Nachlassverbindlichkeiten
(2) Fällt eine Nachlassverbindlichkeit nur einigen Miterben zur Last, so können diese die Berichtigung nur aus dem verlangen, was ihnen bei der Auseinandersetzung zukommt.
(3) Zur Berichtigung ist der Nachlass, soweit erforderlich, in Geld umzusetzen.
§2047 - Verteilung des Überschusses
§2048 - Teilungsanordnungen des Erblassers
Der Erblasser kann durch letztwillige Verfügung Anordnungen für die Auseinandersetzung treffen. Er kann insbesondere anordnen, dass die Auseinandersetzung nach dem billigen Ermessen eines Dritten erfolgen soll. Die von dem Dritten auf Grund der Anordnung getroffene Bestimmung ist für die Erben nicht verbindlich, wenn sie offenbar unbillig ist; die Bestimmung erfolgt in diesem Falle durch Urteil.
§2049 - Übernahme eines Landguts
(2) Der Ertragswert bestimmt sich nach dem Reinertrag, den das Landgut nach seiner bisherigen wirtschaftlichen Bestimmung bei ordnungsmäßiger Bewirtschaftung nachhaltig gewähren kann.
§2050 - Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gesetzliche Erben
§2051 - Ausgleichungspflicht bei Wegfall eines Abkömmlings
§2052 - Ausgleichungspflicht für Abkömmlinge als gewillkürte Erben
Hat der Erblasser die Abkömmlinge auf dasjenige als Erben eingesetzt, was sie als gesetzliche Erben erhalten würden, oder hat er ihre Erbteile so bestimmt, dass sie zueinander in demselben Verhältnis stehen wie die gesetzlichen Erbteile, so ist im Zweifel anzunehmen, dass die Abkömmlinge nach den §§2050, 2051 zur Ausgleichung verpflichtet sein sollen.
§2053 - Zuwendung an entfernteren oder angenommenen Abkömmling
§2054 - Zuwendung aus dem Gesamtgut
(1) Eine Zuwendung, die aus dem Gesamtgut der Gütergemeinschaft erfolgt, gilt als von jedem der Ehegatten zur Hälfte gemacht. Die Zuwendung gilt jedoch, wenn sie an einen Abkömmling erfolgt, der nur von einem der Ehegatten abstammt, oder wenn einer der Ehegatten wegen der Zuwendung zu dem Gesamtgut Ersatz zu leisten hat, als von diesem Ehegatten gemacht.
§2055 - Durchführung der Ausgleichung
§2056 - Mehrempfang
Hat ein Miterbe durch die Zuwendung mehr erhalten, als ihm bei der Auseinandersetzung zukommen würde, so ist er zur Herauszahlung des Mehrbetrags nicht verpflichtet. Der Nachlass wird in einem solchen Falle unter den übrigen Erben in der Weise geteilt, dass der Wert der Zuwendung und der Erbteil des Miterben außer Ansatz bleiben.
§2057 - Auskunftspflicht
Jeder Miterbe ist verpflichtet, den übrigen Erben auf Verlangen Auskunft über die Zuwendungen zu erteilen, die er nach den §§2050 bis 2053 zur Ausgleichung zu bringen hat. Die Vorschriften der §§260, 261 über die Verpflichtung zur Abgabe der eidesstattlichen Versicherung finden entsprechende Anwendung.
§2057a - Ausgleichungspflicht bei besonderen Leistungen eines Abkömmlings
(1) Ein Abkömmling, der durch Mitarbeit im Haushalt, Beruf oder Geschäft des Erblassers während längerer Zeit, durch erhebliche Geldleistungen oder in anderer Weise in besonderem Maße dazu beigetragen hat, dass das Vermögen des Erblassers erhalten oder vermehrt wurde, kann bei der Auseinandersetzung eine Ausgleichung unter den Abkömmlingen verlangen, die mit ihm als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen; §2052 gilt entsprechend. Dies gilt auch für einen Abkömmling, der den Erblasser während längerer Zeit gepflegt hat.
(2) Eine Ausgleichung kann nicht verlangt werden, wenn für die Leistungen ein angemessenes Entgelt gewährt oder vereinbart worden ist oder soweit dem Abkömmling wegen seiner Leistungen ein Anspruch aus anderem Rechtsgrund zusteht. Der Ausgleichungspflicht steht es nicht entgegen, wenn die Leistungen nach den §§1619, 1620 erbracht worden sind.

References: §2032

§2033

§2034

§2035
 §2034

§2036

§2037

§2038

§2039

§2040

§2041
 §2019

§2042
 §749

§2043

§2044
 §749
 §1010

§2045
 §1970
 §2061
 §2061

§2046

§2047

§2048

§2049

§2050

§2051

§2052

§2053

§2054

§2055

§2056

§2057

§2057
 §2052