Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.04.2004&Aktenzeichen=I%20ZR%20174/01
Timestamp: 2019-06-20 14:16:36+00:00

Document:
https://dejure.org/2004,746
BGH, 22.04.2004 - I ZR 174/01 (https://dejure.org/2004,746)
BGH, Entscheidung vom 22.04.2004 - I ZR 174/01 (https://dejure.org/2004,746)
BGH, Entscheidung vom 22. April 2004 - I ZR 174/01 (https://dejure.org/2004,746)
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Comic-Übersetzungen III
§ 31 Abs. 5 UrhG, auch bei Bestehen einer entsprechenden Branchenübung kommt dem Erklärungswillen hinsichtlich der Reichweite der Rechteübertragung ausschlaggebende Bedeutung zu (hier: Frage der Abgeltung aller Folgeauflagen)
Umfang Rechteübertragung
Einräumung von über den Vertragszweck hinausgehenden Nutzungsrechten; Bestehen einer Branchenübung zur einmaligen Honorarzahlung eines Übersetzers von Comic-Heften; Bedeutung der Branchenübung bei Möglichkeit eines Rückschlusses auf einen objektivierten rechtsgeschäftlichen Willen der Vertragsparteien hinsichtlich der eingeräumten Nutzungsrechte
Comic-Übersetzungen III / Comic Übersetzungen III / Comicübersetzungen III
§§ 2 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2, 3, 31 Abs. 5 UrhG
"Comic-Übersetzungen III"; Einräumung von Nutzungsrechten an einem Verlagsprodukt aufgrund Branchenübung
Urheberrecht - Nutzungsrechte aufgrund Branchenübung
Stillschweigende Rechteeinräumung von Urheberrechten
Einräumung über unmittelbaren Vertragszweck hinausgehende Nutzungsrechte durch Auslegung des Willens des Urhebers anhand von Rückschlüssen auf Erklärungswillen zulassende Branchenübung ("Comic-Übersetzungen III")
Diese Würdigung steht ferner in Übereinstimmung mit der allgemeinen Auslegungsregel, dass die urheberrechtlichen Befugnisse die Tendenz haben, soweit wie möglich beim Urheber zu verbleiben, damit dieser an den Erträgnissen seines Werks in angemessener Weise beteiligt wird (vgl. BGH, Urt. v. 22.4.2004 - I ZR 174/01, GRUR 2004, 939 f. = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III).
Dies bedeutet, dass im Allgemeinen nur diejenigen Nutzungsrechte stillschweigend eingeräumt sind, die für das Erreichen des Vertragszwecks unerlässlich sind (vgl. BGH, Urt. v. 22.4.2004 - I ZR 174/01, GRUR 2004, 938 f. = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III).
Vielmehr ist danach zu fragen, ob die bekannte Nutzungsart bereits eine solche Marktbedeutung genoss, dass sie üblicherweise in die Nutzungsverträge aufgenommen wurde (BGH GRUR 2004, 938, 939 - Comic-Übersetzungen III ).
Dagegen kann die Einräumung von über den Vertragszweck hinausgehenden Nutzungsrechten nur angenommen werden, wenn ein entsprechender Parteiwille - und sei es nur auf Grund der Begleitumstände und des schlüssigen Verhaltens der Beteiligten - unzweideutig zum Ausdruck gekommen ist (BGH GRUR 2004, 938, 939 ­ Comic Übersetzungen III).
Dies bedeutet, dass im Allgemeinen nur diejenigen Nutzungsrechte stillschweigend eingeräumt sind, die für das Erreichen des Vertragszwecks unerlässlich sind (vgl. BGH, Urt. v. 22.4.2004 - I ZR 174/01, GRUR 2004, 938 f. = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III;… Urt. v. 29.4.2010 - I ZR 68/08, GRUR 2010, 623 Tz. 20 = WRP 2010, 927 - Restwertbörse).
Denn nach dem Zweckübertragungsgedanken des § 31 Abs. 5 UrhG - der auf den Ende 1996 geschlossenen Vertrag der Parteien nach § 132 Abs. 3 Satz 1 UrhG in seiner am 28. März 2002 geltenden Fassung weiter anzuwenden ist - räumt der Urheber Nutzungsrechte im Zweifel (nur) in dem Umfang ein, den der Vertragszweck unbedingt erfordert (st. Rspr.; vgl. BGH, Urt. v. 22.4.2004 - I ZR 174/01, GRUR 2004, 938 f. = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III, m.w.N.).
Der Zweckübertragungsgedanke, der in § 31V UrhG seinen gesetzlichen Niederschlag gefunden hat, besagt vielmehr im Kern, dass der Urheber in Verträgen über sein Urheberrecht im Zweifel Nutzungsrechte nur in dem Umfang einräumt, den der Vertragszweck unbedingt erfordert ( BGH , GRUR 2004, 938 = NJW 2005, 151 = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III; BGHZ 131, 8 [12] = GRUR 1996, 121 = NJW 1995, 3252 - Pauschale Rechtseinräumung; BGHZ 137, 387 = GRUR 1998, 680 = NJW 1998, 3716 - Comic-Übersetzungen I).
In dieser Auslegungsregel kommt zum Ausdruck, dass die urheberrechtlichen Befugnisse die Tendenz haben, soweit wie möglich beim Urheber zu verbleiben, damit dieser in angemessener Weise an den Erträgnissen seines Werkes beteiligt wird ( BGH , GRUR 2004, 938 = NJW 2005, 151 = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III; BGH , GRUR 79, 637 [638] - White Christmas).
Dies bedeutet, dass im Allgemeinen nur die jeweiligen Nutzungsrechte stillschweigend eingeräumt sind, die für das Erreichen des Vertragszwecks unerlässlich sind ( BGH , GRUR 2004, 938 = NJW 2005, 151 = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III; BGH , GRUR 2002, 248 = NJW 2002, 896 = WRP 2002, 214 [217] - SPIEGEL-CD-ROM; BGHZ 137, 387 [392] = GRUR 1998, 680 = NJW 1998, 3716 - Comic-Übersetzungen I).
- unzweideutig zum Ausdruck gekommen ist ( BGH , GRUR 2004, 938 = NJW 2005, 151 = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III).
Nur ausnahmsweise kann ein solcher Wille auch ohne ausdrückliche Erklärung aus sonstigen Umständen (z.B. Branchenübung) geschlossen werden, wenn gewährleistet ist, dass die in Rede stehende Vertragspartei die Notwendigkeit einer entsprechenden Erklärung ihres rechtsgeschäftlichen Willens kennt ( BGH , GRUR 2004, 938 = NJW 2005, 151 = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III).
Dagegen kann die Einräumung von über den Vertragszweck hinausgehenden Nutzungsrechten nur angenommen werden, wenn ein entsprechender Parteiwille - und sei es nur aufgrund der Begleitumstände und des schlüssigen Verhaltens der Beteiligten - unzweideutig zum Ausdruck gekommen ist (BGH, Urteil vom 22. April 2004 - I ZR 174/01, GRUR 2004, 938 f. = WRP 2004, 1497 - Comic-Übersetzungen III;… BGH, GRUR 2011, 714 Rn. 20 - Der Frosch mit der Maske, mwN).
LG Nürnberg-Fürth, 22.01.2008 - 3 O 2880/07
Urheberrecht: Einstellung von Fahrzeugbildern aus Schadensgutachten in die …

References: § 31
 § 31
 § 132
 § 31
 BGH 
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