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Timestamp: 2016-10-21 15:04:06+00:00

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8C_545/2010 (22.11.2010)
8C_545/2010
Der 1973 geborene P.________ war als Kranfahrer der Bauunternehmung H.________ bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unf�llen versichert, als er am 26. Mai 2007 von einem umkippenden Kleinbagger am Kopf getroffen wurde und von der Ladefl�che eines Lastwagens auf den Boden st�rzte. Mit Verf�gung vom 29. April 2009 und Einspracheentscheid vom 6. Januar 2010 verneinte die SUVA wegen fehlender Unfallkausalit�t einen Anspruch auf Versicherungsleistungen f�r Beschwerden im linken Ellbogen.
Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 19. Mai 2010 ab.
Mit Beschwerde l�sst P.________ die Aufhebung der Dispositivziffer 1 des vorinstanzlichen Entscheids und sinngem�ss die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen f�r die Ellbogenbeschwerden links beantragen. Eventuell sei die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz bzw. die SUVA zur�ckzuweisen.
Das kantonale Gericht legte die Grunds�tze zu dem f�r einen Leistungsanspruch der Unfallversicherung vorausgesetzten nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen Unfall und eingetretenem Schaden (BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181) sowie zum Beweiswert �rztlicher Berichte (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232, 125 V 351 E. 3a S. 352) zutreffend dar. Darauf wird verwiesen.
Zu erg�nzen ist, dass bei Entscheiden gest�tzt ausschliesslich auf versicherungsinterne �rztliche Beurteilungen die im Wesentlichen oder ausschliesslich aus dem Verfahren vor dem Sozialversicherungstr�ger stammen, an die Beweisw�rdigung strenge Anforderungen zu stellen sind: Bestehen auch nur geringe Zweifel an der Zuverl�ssigkeit und Schl�ssigkeit der �rztlichen Feststellungen, ist eine versicherungsexterne medizinische Begutachtung im Verfahren nach Art. 44 ATSG oder ein Gerichtsgutachten anzuordnen (BGE 135 V 465 E. 4 S. 467 ff.; 122 V 157 E. 1d S. 162).
3.1 Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG; BGE 135 V 194). Solche Umst�nde k�nnen namentlich in formellrechtlichen M�ngeln des angefochtenen Entscheides liegen, mit denen die Partei nicht rechnete und nach Treu und Glauben nicht zu rechnen brauchte, oder darin, dass die Vorinstanz materiell in einer Weise urteilt, dass bestimmte Sachumst�nde neu und erstmals rechtserheblich werden. Der vorinstanzliche Verfahrensausgang allein bildet noch keinen hinreichenden Anlass im Sinne von Art. 99 Abs. 1 BGG f�r die Zul�ssigkeit von unechten Noven, die bereits im kantonalen Verfahren ohne weiteres h�tten vorgebracht werden k�nnen (nicht publ. E. 2.3 des Urteils BGE 135 V 163, in SVR 2009 BVG Nr. 30 S. 109, 9C_920/2008). Das Vorbringen von Tatsachen, die sich erst nach dem angefochtenen Entscheid ereigneten oder entstanden (echte Noven), ist vor Bundesgericht unzul�ssig (Urteil 8C_502/2010 vom 21. Juli 2010 E. 3).
3.2 Mit Beschwerde ans Bundesgericht werden neu handschriftliche Notizen des Hausarztes Dr. med. R.________ vom 29. Mai 2007 in der Krankengeschichte des Versicherten eingereicht. Er notierte zu diesem Zeitpunkt neben der Diagnose einer Contusio capitis und LWS-Kontusion eine Ellbogenkontusion links und hielt als Therapie eine Behandlung mit Effigel lokal und Mefenacid fest.
Diese Eingabe ist zu ber�cksichtigen. Die Vorinstanz erachtete den Umstand der fehlenden echtzeitlichen Feststellungen von Ellbogenverletzungen nach dem Unfall als rechtserheblich und entscheidend. Den Ausf�hrungen des Hausarztes Dr. med. R.________, wonach er bereits direkt nach dem Unfallereignis, neben der im Vordergrund gestandenen Commotio cerebri echtzeitlich Beschwerden im Ellbogen festgestellt und behandelt habe, schenkte sie allerdings keinen Glauben. Damit musste der Beschwerdef�hrer nicht rechnen und durfte einen entsprechenden, zus�tzlichen Nachweis daher noch erbringen.
Streitig ist der Anspruch auf Versicherungsleistungen f�r die Beschwerden im linken Ellbogen des Versicherten. Unter Ber�cksichtigung der medizinischen Unterlagen ist dabei zu pr�fen, ob ein nat�rlicher Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 26. Mai 2007 und den geklagten Beschwerden vorliegt.
4.1 W�hrend Dr. med. B.________ von der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA in seiner neurologischen Beurteilung vom 17. November 2009 in �bereinstimmung mit der �rztlichen Beurteilung des SUVA-Kreisarztes Dr. med. N.________ vom 22. Dezember 2008 einen Kausalzusammenhang zwischen den Ellbogenbeschwerden und dem Unfallereignis vom 26. Mai 2007 verneinte, erachtete der Hausarzt Dr. med. R.________ im Schreiben vom 12. Januar 2009 und Dr. med. A.________, Facharzt f�r Neurologie, in den Berichten vom 12. Mai und 22. Juni 2009 einen solchen als gegeben.
4.2 Das kantonale Gericht nahm eine Beweisw�rdigung der verschiedenen, sich widersprechenden �rztlichen Beurteilungen vor und verneinte einen nat�rlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfallereignis vom 26. Mai 2007 und den Ellbogenbeschwerden. Es verwies dabei insbesondere auf die neurologische Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 17. November 2009, welchem es Beweiswert zuerkannte. Zudem f�hrte es aus, es f�nden sich in den �rztlichen Berichten nach dem Unfallereignis keine Hinweise auf Beschwerden im linken Ellbogen. Zwar erw�hne der Hausarzt Dr. med. R.________ im Schreiben vom 9. April 2010, dass er bei der Erstkonsultation nach dem Unfall am 29. Mai 2007 die Diagnose einer Ellbogenkontusion gestellt habe und eine Behandlung mit Effigel lokal und Mefenacid in Reserve eingeleitet habe. Dieser Bericht �ndere jedoch nichts daran, dass der Nachweis einer Ellbogenverletzung mangels echtzeitlicher �rztlicher Feststellungen im Nachhinein nicht erbracht werden k�nne. In der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung war die fehlende echtzeitliche Feststellung einer Ellbogenverletzung somit von entscheidender Bedeutung.
Mit Vorliegen der handschriftlichen Notizen des Dr. med. R.________ vom 29. Mai 2007 kann der Argumentation des kantonalen Gerichts nicht mehr gefolgt werden. Der Nachweis der Mitbeteiligung des linken Ellbogen beim Unfall und dessen Behandlung nach dem Unfall ist erbracht. Der Hinweis der erstbehandelnden �rzte im ambulanten Bericht des Spitals X.________ vom 27. Mai 2007, wonach das linke Ellbogengelenk frei beweglich und ohne manifesten Paresen gewesen sei, widerspricht dem nicht. Beschwerden k�nnen auch bei voller Beweglichkeit und bei fehlenden L�hmungserscheinungen bestehen. F�r eine Betroffenheit des linken Arms spricht auch die beim Unfall zugezogene ausgedehnte, nicht blutende Sch�rfwunde am medialen Oberarm links und der Umstand, dass die erstbehandelnden �rzte das Ellbogengelenk untersuchten. Der zun�chst fehlende Hinweis auf Beschwerden im linken Ellbogen in den �rztlichen Berichten ist insofern nachvollziehbar, als prim�r der Kopf und die Lendenwirbels�ule (LWS) beim Unfall betroffen waren und die Schmerzen in diesen Bereichen im Vordergrund standen.
Dr. med. B.________ ging in seiner neurologischen Beurteilung vom 17. November 2009 davon aus, es h�tten nach dem Unfall zun�chst keine Symptome und Schmerzen am linken Arm vorgelegen und es habe keine Behandlung der Beschwerden im Ellbogenbereich stattgefunden. Dieser Umstand floss als eines der Hauptargumente in seine Beurteilung mit ein, w�hrend die Dres. med. R.________ und A.________ von unmittelbaren Beschwerden nach dem Unfall ausgingen. Inwiefern weitere Umst�nde, wie etwa der vorl�ufige Abschluss der haus�rztlichen Weiterbehandlung im Juni 2007, die Verst�rkung der Beschwerden seit Mitte 2008 oder der Hinweis, wonach ein Sulcus-ulnaris-Syndrom (SUS) h�ufig auch ohne traumatische Einwirkungen entstehe, f�r die Kausalit�tsbeurteilung bei Dr. med. B.________ wesentlich waren und bereits f�r sich alleine gegen einen �berwiegend wahrscheinlichen unfallbedingten Kausalzusammenhang sprachen, l�sst sich dem �rztlichen Bericht nicht entnehmen. Aufgrund der unvollst�ndigen Anamnese (vgl. BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232) und der damit zusammenh�ngenden falschen Annahmen, welche f�r die Beurteilung entscheidend waren, sind nach dem Dargelegten hinreichend Zweifel an der neurologischen Beurteilung des Dr. med. B.________ vom 17. November 2009 begr�ndet (vgl. E. 2 hiervor).
In teilweiser Gutheissung der Beschwerde ist die Sache daher an die Beschwerdegegnerin zur�ckzuweisen, damit sie nach Einholung eines versicherungsexternen medizinischen Gutachtens �ber den Leistungsanspruch neu verf�ge.
Die R�ckweisung der Sache an die Verwaltung zu erneuter Abkl�rung (mit noch offenem Ausgang) gilt f�r die Frage der Auferlegung der Gerichtskosten wie auch der Parteientsch�digung als vollst�ndiges Obsiegen im Sinne von Art. 66 Abs. 1 sowie Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG, unabh�ngig davon, ob sie beantragt oder ob das entsprechende Begehren im Haupt- oder im Eventualantrag gestellt wird (BGE 132 V 215 E. 6.1 S. 235; Urteil 8C_671/2007 vom 13. Juni 2008 E. 4.1). Entsprechend dem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten daher der unterliegenden Beschwerdegegnerin aufzuerlegen. Der obsiegenden, anwaltlich vertretenen Beschwerdef�hrerin steht eine Parteientsch�digung zu.
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 19. Mai 2010 und der Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 6. Januar 2010 werden aufgehoben. Die Sache wird an die SUVA zur�ckgewiesen, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Leistungsanspruch des Beschwerdef�hrers neu verf�ge. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.

References: Art. 44
 BGE 
 Art. 99
 BGE 
 BGE 
 Art. 66
 Art. 68