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Timestamp: 2019-07-18 12:37:01+00:00

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BGH, 02.12.1958 - VIII ZR 212/57 - dejure.org
BGH, 02.12.1958 - VIII ZR 212/57
https://dejure.org/1958,7631
BGH, 02.12.1958 - VIII ZR 212/57 (https://dejure.org/1958,7631)
BGH, Entscheidung vom 02.12.1958 - VIII ZR 212/57 (https://dejure.org/1958,7631)
BGH, Entscheidung vom 02. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 (https://dejure.org/1958,7631)
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MDR 1959, 207
WM 1959, 138
a) Nach der ständigen höchstrichterlichen Rechtsprechung, die der VIII. Zivilsenat (vgl. z.B. Urt. v. 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57, WM 1959, 138, 139;… Urt. v. 9. Oktober 1963 - VIII ZR 210/62, WM 1963, 1186;… Urt. v. 27. Januar 1965 - VIII ZR 62/63, NJW 1965, 687 f.;… Urt. v. 23. Mai 1966 - VIII ZR 60/64, WM 1966, 678;… Urt. v. 5. Februar 1975 - VIII ZR 151/73, NJW 1975, 735, 736) mit Zustimmung anderer Senate des Bundesgerichtshofs (…vgl. BGH, Urt. v. 14. Februar 1967 - VI ZR 140/65, WM 1967, 562, 563;… BGH, Urt. v. 20. Februar 1967 - III ZR 134/65, NJW 1967,.1022, 1024) und des Schrifttums (…vgl. z.B. Staudinger/Wiegand, BGB, 13. Aufl. [1995] § 932 RdNr. 90 und 140 ff.;… Soergel/Mühl, BGB, 12. Aufl. § 932 Rdr. 18;… MünchKomm. z. BGB/Quack, 2. Aufl. § 932 RdNr. 37, 48 und 83-85;… Erman/Michalski, BGB, 9. Aufl. § 932 RdNr. 11;… Jagusch/Hentschel, 33. Aufl. § 25 StVZO RdNr. 4;… Reinking/Eggert, Der Autokauf, 5. Aufl. RdNr. 1483, 1489-1498 m.w.N.) in einer Reihe von Entscheidungen entwickelt hat, die auch von dem jetzt für Eigentumsansprüche zuständigen erkennenden Senat (…Sen.Urt. v. 11. März 1991 - II ZR 88/90, LM § 936 Nr. 1;… Sen.Urt. v. 13. April 1994 - II ZR 196/93, LM § 932 Nr. 43) übernommen worden ist, begründet beim Kauf gebrauchter Kraftfahrzeuge der Besitz desselben allein nicht den für den Gutglaubenserwerb nach § 932 BGB bzw. § 366 HGB erforderlichen Rechtsschein.
Unter Kraftfahrzeughändlern gelten in dieser Hinsicht keine geringeren Anforderungen (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57, WM 1959, 138, 140); auch der Umstand, daß sich in bestimmten Kreisen oder zwischen in ständiger Geschäftsbeziehung stehenden Personen bestimmte leichtsinnige Handlungsweisen eingebürgert haben (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1958 aaO.) und in der Vergangenheit Schwierigkeiten trotz unterbliebener Vorlage der Kraftfahrzeugpapiere nicht aufgetreten sind, begründet kein rechtlich begründetes Vertrauen, daß der Verkäufer auch bei künftigen, in gleicher Weise abgewickelten Geschäften zumindest verfügungsberechtigt ist, auch wenn er den Kraftfahrzeugbrief nicht vorlegen kann.
Das Risiko, daß der veräußernde Gebrauchtwagenhändler nicht verfügungsbefugt ist, geht der Erwerber in diesen Fällen sehenden Auges ein (vgl. BGH, Urt. v. 2. Dezember 1958 aaO.).
Beim Erwerb eines gebrauchten Kraftfahrzeugs handelt der Erwerber regelmäßig grob fahrlässig im Sinne von § 932 Abs. 2 BGB, wenn er sich nicht anhand des - gerade diesem Zweck dienenden - Kraftfahrzeugbriefs über das Eigentum des Veräußerers vergewissert (BGH, Urt. v. 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57, WM 1959, 138, 139; v. 27. Januar 1965 - VIII ZR 62/63, WM 1965, 196 f; v. 11. März 1991 - II ZR 88/90, NJW 1991, 1415, 1416 m.w.N.; vgl. auch BGHZ 47, 207, 213) [BGH 20.02.1967 - III ZR 134/65].
Eine leichtsinnige Handlungsweise verliert nicht dadurch ihren Charakter, dass sie von einer Vielzahl von Personen oder ganz allgemein in einem bestimmten Geschäftszweig geübt wird (BGH v. 2.12.1958 - VIII ZR 212/57, LM Nr. 12 zu § 932 BGB).
BGH, 05.02.1975 - VIII ZR 151/73
Anforderungen an den guten Glauben des Erwerbers eines Gebrauchtwagens; Vorlage …
In der Rechtsprechung ist anerkannt, daß der Besitz des Kraftfahrzeugs samt dem Kraftfahrzeugschein und dem Kraftfahrzeugbrief den Rechtsschein der Verfügungsmacht über einen gebrauchten Kraftwagen gibt und daß das Unterlassen der Einsicht in den Kraftfahrzeugbrief in der Regel einen gutgläubigen Erwerb beim Käufer eines Gebrauchtwagens ausschließt (Senatsurteile vom 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 = LM § 932 BGB Nr. 12 = WM 1959, 138; vom 27. Januar 1965 - VIII ZR 62/63 = NJW 1965, 687; Urteil vom 20. Februar 1967 - III ZR 134/65 = BGHZ 47, 207 [BGH 20.02.1967 - III ZR 134/65] = NJW 1967, 1022/1024).
BGH, 08.05.1978 - VIII ZR 46/77
Rechtsnatur des Kfz-Briefs
Es wird fast allgemein angenommen, daß das Eigentum an dem Kraftfahrzeugbrief in rechtsähnlicher Anwendung des § 952 BGB dem Eigentümer des Kraftfahrzeuges zusteht (vgl insbesondere BGHZ 10, 122, 125 und 34, 122, 134; BGH Urteile vom 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 = WM 1959, 138, 140, vom 31. März 1960 - III ZR 36/59 = WM 1960, 492, 494, vom 29. April 1964 - VIII ZR 34/63 = LM BGB § 952 Nr. 2 = NJW 1964, 1413 = WM 1964, 628 und vom 21. Januar 1970 - VIII ZR 145/68 = NJW 1970, 653 = WM 1970, 251;… Palandt/Bassenge, BGB, 36. Aufl § 952 Anm 2c;… Mühl bei Soergel/Siebert, BGB, 10. Aufl § 952 Rdn 2;… Pikart in BGB-RGRK, 12. Aufl § 952 Rdn 16;… Berg bei Staudinger, BGB, 11. Aufl § 952 Rdn 15;… Wolff/Raiser, Sachenrecht, 10. Aufl § 75 Fußn 3;… Westermann, Sachenrecht, 5. Aufl § 55 I 2;… Baur, Lehrbuch des Sachenrechts, 9. Aufl § 51 VI 3c; Serick, Eigentumsvorbehalt und Sicherungsübertragung, Band I § 6 I 3;… Müller, Straßenverkehrsrecht, 22. Aufl StZVO § 25 Rdn 4;… anders Hefermehl bei Erman, BGB 6. Aufl § 952 Anm 2, der den Anspruch des Kraftfahrzeugeigentümers auf Herausgabe des Briefes nicht aus § 952 BGB, sondern aus § 444 BGB für begründet hält).
Sind Umstände vorhanden, die einen Verdacht erregen müssen, so besteht darüber hinaus eine Erkundigungspflicht beim letzten eingetragenen Halter des Fahrzeugs (BGH Urteile vom 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 = LM BGB § 932 Nr. 12 = WM 1959, 138, vom 23. Mai 1966 - VIII ZR 60/64 = LM BGB § 932 Nr. 21 = WM 1966, 678 undvom 5. Februar 1975 - VIII ZR 151/73 = LM BGB § 932 Nr. 31 - WM 1975, 362).
Mit der Entscheidung des erkennenden Senats vom 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 = LM BGB § 932 Nr. 12 = WM 1959, 138, nach der in der Regel grob fahrlässig handelt, wer sich beim Gebrauchtwagenkauf nicht den Kraftfahrzeugbrief übergeben läßt, sind nur die Mindestanforderungen für den gutgläubigen Erwerb bestimmt.
Nach der Rechtsprechung sind dabei beim Gebrauchtwagenhandel, bei dem Unregelmäßigkeiten an der Tagesordnung sind, strenge Maßstäbe anzulegen (BGH BB 1967, 10; WM 1959, 138; 1966, 678; NJW 1975, 735 ff.; NJW-RR 1987, 1456).
Denn ein gutgläubiger Erwerb an gebrauchten Kraftfahrzeugen setzt mindestens voraus, daß der Erwerber sich den Kraftfahrzeugbrief übergeben läßt (vgl. Senatsurteile vom 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 = LM BGB § 932 Nr. 12 = WM 1959, 138; vom 5. Februar 1975 - VIII ZR 151/73 = NJW 1975, 735 = WM 1975, 362).
Trotzdem ist der Begriff der groben Fahrlässigkeit ein Rechtsbegriff, der insoweit der Nachprüfung unterliegt, als das Revisionsgericht zu prüfen hat, ob das Berufungsgericht den Begriff der gewöhnlichen Fahrlässigkeit richtig beurteilt hat und ob es sich des Unterschiedes der Begriffe der gewöhnlichen und der groben Fahrlässigkeit bewußt gewesen ist, während der Grad der erforderlichen Abweichung, d.h. die Beurteilung, was im gegebenen Falle grob ist, im wesentlichen dem Tatrichter obliegt (BGHZ 10, 14, 16 f - Urteil vom 23. Mai 1956 - IV ZR 34/56 - LM BGB § 932 Nr. 9;… Schlegelberger-Hefermehl HGB 3. Aufl. § 366 Anm. 25; Urteil des erkennenden Senats vom 2. Dezember 1958 - VIII ZR 212/57 - LM BGB § 932 Nr. 12).
BGH, 23.11.1966 - VIII ZR 151/64
Kauf eines Pkws - Anspruch auf Schadensersatz - Gutgläubigkeit bei der …
BGH, 18.11.1968 - VIII ZR 18/67
Voraussetzungen des gutgläubigen Eigentumserwerbes an beweglichen Sachen - …

References: § 932
 § 932
 § 932
 § 932
 § 25
 § 936
 § 932
 § 932
 § 366
 § 932
 § 932
 § 932
 § 952
 BGH 
 § 952
 § 952
 § 952
 § 952
 § 952
 § 75
 § 55
 § 51
 § 6
 § 25
 § 952
 § 952
 § 444
 § 932
 § 932
 § 932
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 § 366
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