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Timestamp: 2016-10-22 19:53:28+00:00

Document:
K 167/97 (10.02.2000)
K 167/97 Vr
Pr�sident Lustenberger, Bundesrichter Sch�n, Borella, Spira und Meyer;
X________, 1944, Beschwerdef�hrerin,
Unitas, Schweizerische Kranken- und Unfallversicherung, Weidengasse 3, Sch�nenwerd, Beschwerdegegnerin,
A.- Die 1944 geborene, in Basel wohnhafte und dort auch arbeitende X________ war vom 15. Juli bis 8. August 1996 im basellandschaftlichen Kantonsspital Bruderholz hospitalisiert, wo sie sich einem chirurgischen Eingriff mit anschliessender Chemotherapie unterzog. Die ambulante Nachbehandlung wurde in derselben Klinik (Ambulatorium Onkologie) durchgef�hrt. F�r die sechs Sitzungen zwischen dem 15. August und 26. September 1996 stellte das Spital Bruderholz Fr. 854. 50 in Rechnung. Daran leistete die Unitas Schweizerische Kranken- und Unfallkasse, bei welcher X________ obligatorisch krankenpflegeversichert war, einen Beitrag von Fr. 518. 40 entsprechend dem im Kanton Basel-Stadt geltenden niedrigeren Tarif (Fr. 3.90 statt Fr. 4.95 pro Taxpunkt f�r �rztliche Leistungen und Fr. 0.90 statt Fr. 1.- pro Taxpunkt f�r Laboruntersuchungen). Ferner setzte sie f�r die Leistung "1 AMB. PAUSCHALE MEDIZIN ONKOLOGIE" lediglich 6.00 statt der von der Klinik in Anschlag gebrachten 15.50 Taxpunkte ein. Eine weitergehende Kosten�bernahme lehnte der Krankenversicherer mit der Begr�ndung ab, das Krankenversicherungsgesetz begrenze die Leistungspflicht bei ambulanten Behandlungen auf die am Wohn- oder am Arbeitsort der versicherten Person geltenden Tarife (Schreiben vom 8. Januar 1996 [recte: 1997]). Am 9. April 1997 erliess die Unitas eine entsprechende Verf�gung, an welcher sie mit Einspracheentscheid vom 12. Mai 1997 festhielt.
B.- Die von X________ hiegegen erhobene Beschwerde wies das Versicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt mit Entscheid vom 26. September 1997 ab.
C.- X________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, "die Unitas sei zu verpflichten, die Kosten der Behandlung im Kantonsspital Bruderholz vom 15.07.1996 - 09.01.1997 vollumf�nglich zu �bernehmen".
Die Unitas schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, desgleichen das Bundesamt f�r Sozialversicherung (BSV).
D.- Der Instruktionsrichter hat beim Kantonsspital Brunderholz eine Beweisauskunft (vom 19. Juli 1999) �ber die effektiv erbrachten Leistungen im Rahmen der ambulanten Nachbehandlung vom 15. August 1996 bis 9. Januar 1997 eingeholt. In ihrer Stellungnahme (vom 2. August 1999) hat sich die Unitas auch zur H�he des von ihr reduzierten Taxpunktwertes f�r die Pos. Nr. 0064. 01 "1 AMB. PAUSCHALE MEDIZIN ONKOLOGIE" ge�ussert. X________ hat sich nicht vernehmen lassen.
E.- Am 10. Februar 2000 hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht eine partei�ffentliche Verhandlung durchgef�hrt.
1.- Streitgegenstand des vorliegenden Verfahrens bildet die Leistungspflicht der Unitas im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung f�r die ambulante Nachbehandlung ab 15. August 1996 am Kantonsspital Bruderholz. Dabei stellt sich in erster Linie die Frage, ob die Verg�tung auf Grund des im Kanton Basel-Stadt, dem Wohn- und Arbeitsort der Beschwerdef�hrerin, oder aber des im Nachbarkanton Basel-Landschaft, wo der Behandlungsort liegt, geltenden Arzttarifs zu berechnen ist.
2.- a) Gem�ss Art. 25 KVG �bernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen (Abs. 1). Diese Leistungen umfassen u.a. die Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die von �rzten oder �rztinnen, Chiropraktoren oder Chiropraktorinnen oder Personen, die auf Anordnung oder im Auftrag eines Arztes oder einer �rztin Leistungen erbringen, durchgef�hrt werden (Abs. 2 lit. a).
Nach Art. 41 Abs. 1 KVG k�nnen die Versicherten unter den zugelassenen Leistungserbringern, die f�r die Behandlung ihrer Krankheit geeignet sind, frei w�hlen (Satz 1). Bei ambulanter Behandlung muss der Versicherer die Kosten h�chstens nach dem Tarif �bernehmen, der am Wohn- oder Arbeitsort der versicherten Person oder in deren Umgebung gilt (Satz 2). Beanspruchen Versicherte aus medizinischen Gr�nden einen anderen Leistungserbringer, so richtet sich laut Art. 41 Abs. 2 KVG die Kosten�bernahme nach dem Tarif, der f�r diesen Leistungserbringer gilt (Satz 1). Medizinische Gr�nde liegen bei einem Notfall vor oder bei ambulanter Behandlung, wenn die erforderlichen Leistungen am Wohn- oder Arbeitsort der versicherten Person oder in deren Umgebung nicht angeboten werden (lit. a).
b) Das kantonale Gericht hat den Standpunkt des Krankenversicherers gesch�tzt, dass f�r die Berechnung der Verg�tung der Kosten der ambulanten Nachbehandlung an dem im Kanton Basel-Landschaft gelegenen Spital Bruderholz der im Kanton Basel-Stadt, wo die Versicherte wohnt und arbeitet, geltende Tarif massgebend ist. Zur Begr�ndung f�hrt die Vorinstanz im Wesentlichen an, nach der Rechtsprechung zum alten Recht (Art. 15 Abs. 1 KUVG, Art. 20 Abs. 1 der Verordnung III vom 15. Januar 1965 �ber die Krankenversicherung betreffend die Leistungen der vom Bund anerkannten Krankenkassen und R�ckversicherungsverb�nde [Vo III]) m�sse der Begriff "Wohnort und Umgebung" des Art. 41 Abs. 1 KVG eng interpretiert werden. Mit Blick darauf, dass Basel zu den medizinisch bestversorgten Gebieten der Schweiz geh�re und hier die �rztedichte hoch sei, k�nne das im Nachbarkanton Basel-Landschaft gelegene Bruderholzspital nicht mehr zur Umgebung von Basel gerechnet werden. Im �brigen sei es eine Grundentscheidung des neuen Krankenversicherungsgesetzes, die Leistungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf das medizinisch N�tige zu beschr�nken und bei �berschreitung der vom Gesetz gezogenen �rtlichen Grenzen bei der medizinischen Versorgung nur noch einen reduzierten Tarifschutz zu gew�hren.
Demgegen�ber bringt die Beschwerdef�hrerin vor, die vom kantonalen Gericht angerufene Rechtsprechung sei unter dem neuen Recht nicht mehr anwendbar. Im alten Recht sei die Umgebung immer nur die Umgebung innerhalb eines Kantons gewesen. F�r ausserkantonale Behandlungen habe es �berhaupt keine Leistungen gegeben. Im neuen Recht treffe beides nicht mehr zu. Als Versicherte d�rfe sie davon ausgehen, dass die Arzttarife in den verschiedenen Kantonen wirtschaftlich seien. Es sei daher nicht einsehbar, weshalb sie nur nach dem Wohnortstarif entsch�digt werden k�nne, wenn die Krankenkassen f�r die exakt gleiche Leistung "ennet" der Kantonsgrenze - nur drei oder vier Kilometer von ihrer Wohnung entfernt - einen h�heren Preis bezahlten als in ihrem Wohnkanton. F�r wirtschaftliche Tarife zu sorgen sei im �brigen Sache der Kassen ebenso wie die bei richtigem Verst�ndnis der Umgebung notwendigen Pr�mien zu verlangen.
3.- a) Das Gesetz ist in erster Linie nach seinem Wortlaut auszulegen. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen m�glich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Ber�cksichtigung aller Auslegungselemente, namentlich des Zwecks, des Sinnes und der dem Text zu Grunde liegenden Wertung. Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zukommt. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverst�ndlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, u.a. dann n�mlich, wenn triftige Gr�nde daf�r vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben (BGE 124 II 199 Erw. 5a, 245, 268 Erw. 3a, 124 III 129 Erw. 1b/aa, 124 V 189 Erw. 3a, je mit Hinweisen; zur Bedeutung der Materialien f�r die Gesetzesauslegung vgl. BGE 123 V 301 Erw. 6a mit Hinweisen).
b) In der Botschaft des Bundesrates vom 6. November 1991 �ber die Revision der Krankenversicherung (BBl 1992 I 93 ff.) wird zur Regelung der "Wahl des Leistungserbringers und Kosten�bernahme" (vgl. Zwischentitel vor Art. 41 KVG) bei ambulanter Behandlung, insbesondere zur Bedeutung der Wendung "am Wohn- oder Arbeitsort der versicherten Person oder in deren Umgebung", nicht viel gesagt. Ausser der Wiedergabe des Wortlautes der fraglichen Bestimmung (Art. 35 des Entwurfs) wird im Wesentlichen lediglich darauf hingewiesen, dass im Unterschied zum bisherigen Recht auch dann eine allerdings beschr�nkte Leistungspflicht besteht, wenn der Versicherte, ohne dass dies medizinische Gr�nde erforderten, einen ausw�rtigen Leistungserbringer w�hle (BBl 1992 I 168 f.). Auch in den Ratsprotokollen finden sich keine weitergehenden Ausf�hrungen zur Kosten�bernahmepflicht im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung bei ambulanter Behandlung (vgl. Amtl. Bull. 1992 S 1307 ff. und 1993 N 1857). Beizuf�gen ist, dass bei der Beratung des Vorentwurfs des Bundesamtes durch die Expertenkommission u.a. vom Vertreter der Verwaltung darauf hingewiesen worden war, dass der Begriff der "Umgebung" dem bisherigen Recht entnommen und "wohl je nach Dichte der Besiedlung und der Versorgung mit Leistungserbringern geographisch weiter oder enger zu verstehen" sei. Im Weitern wurde erst auf Antrag eines Kommissionsmitgliedes, welches auf die Tatsache aufmerksam machte, dass es sehr viele Pendler gebe, einstimmig beschlossen, dass auch bei ambulanter Behandlung am Arbeitsort die Kosten nach dem dort geltenden Tarif �bernommen werden sollten. Entsprechend wurde "Wohnort des Versicherten oder in dessen Umgebung" gem�ss Vorentwurf ersetzt durch "Wohn- oder Arbeitsort des Versicherten und dessen Umgebung" (Protokolle der Sitzungen vom 23./24. April und 5./6. Juli 1990).
c) aa) Unter dem alten Recht galt das System der bedingt freien Arztwahl. Das Wahlrecht der Mitglieder einer Kasse war auf �rzte beschr�nkt, die an ihrem Aufenthaltsort oder in dessen Umgebung praktizierten und die einen entsprechenden Vertrag mit den Krankenkassen abgeschlossen hatten oder allenfalls nachtr�glich einem solchen Vertrag beigetreten waren. Das Wahlrecht erstreckte sich anderseits auf ausw�rtige Spezial�rzte, wenn der Versicherte einer spezial�rztlichen Behandlung bedurfte, die keiner der an seinem Wohnort oder in dessen Umgebung praktizierenden �rzte zu gew�hren in der Lage war (vgl. Art. 15 Abs. 1 und Art. 16 Abs. 1 KUVG sowie Art. 20 Abs. 1 Vo III). Einer der Zwecke, das Arztwahlrecht auf Vertrags�rzte einzuschr�nken, diesen gleichsam das Monopol f�r die ambulante Behandlung der Mitglieder der betreffenden Krankenkasse einzur�umen (RKUV 1984 Nr. K 593 S. 226 Erw. 2b), bestand darin, den Kassen die M�glichkeit zu geben, den �rzten, sowohl den Allgemeinpraktikern wie den Spezial�rzten, einen Vorteil einzur�umen als Ausgleich zur �bernommenen Verpflichtung, die Versicherten zu bestimmten Bedingungen zu behandeln (vgl. BGE 101 V 68 oben). Stand der behandelnde Arzt nicht im Wahlrecht des Versicherten, entfiel grunds�tzlich eine Leistungspflicht der Krankenkasse (vgl. BGE 111 V 337, 101 V 65 und RSKV 1976 Nr. 254 S. 123). Ausserkantonale Versicherte hatten daher in der Regel �berhaupt keinen Leistungsanspruch, weil es an einer vertraglichen Beziehung zwischen der am Wohn- oder Aufenthaltsort t�tigen Krankenkasse der Versicherten und dem betreffenden Arzt fehlte (Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], S. 165 Fn 740 und dortige Hinweise auf die Rechtsprechung sowie RKUV 1984 Nr. K 593 S. 225 Erw. 2a). Diese Grunds�tze erkl�rte das Eidgen�ssische Versicherungsgericht in l�ckenf�llender Rechtsfortbildung (Art. 1 Abs. 2 ZGB) sinngem�ss auch in Bezug auf die Behandlung in Ambulatorien von Heilanstalten durch angestellte Spital�rzte f�r anwendbar (BGE 111 V 337, RKUV 1985 Nr. K 620 S. 71).
bb) Als Aufenthaltsort im Sinne von Art. 15 Abs. 1 KUVG (in Art. 20 Abs. 1 Vo III wurde im Unterschied zur franz�sischen und italienischen Fassung, welche den Gesetzesbegriff ["lieu de s�jour" bzw. "luogo di (sua) dimora"] verwenden, ungenau von Wohnort gesprochen) wurde der Ort verstanden, an dem eine Person zur Zeit verweilt, gleichg�ltig ob nur vor�bergehend oder f�r l�ngere Zeit. Unter diesen (weiten) Begriff f�llt zun�chst der (engere) Begriff des Wohnortes des Versicherten, sodann aber auch der vor�bergehende ausw�rtige Aufenthaltsort in der Schweiz, z.B. w�hrend der Ferien oder auf einer Reise (vgl. RSKV 1977 Nr. 288 S. 104 ff. Erw. 3b). Der Begriff der Umgebung war demgegen�ber relativ und je nach Versorgungsdichte mit allgemein praktizierenden �rzten und/oder Spezial�rzten am Wohn- oder Aufenthaltsort im Einzelfall enger oder weiter gefasst.
cc) So verneinte das Eidgen�ssische Versicherungsgericht bei einer in Z�rich wohnhaften Frau, die sich im aargauischen Baden spezial�rztlich hatte behandeln lassen, eine Leistungspflicht der Krankenkasse, weil davon auszugehen sei, "dass in der Stadt und Agglomeration Z�rich ein besonders grosses �rzteangebot besteht, so dass jegliche spezial�rztliche Behandlung am Wohnort des Versicherten oder in dessen Umgebung gew�hrt werden kann". Baden k�nne daher "nicht als im Rechtssinn 'in der Umgebung' von Z�rich liegend bezeichnet werden. Andernfalls w�rde die in Art. 15 Abs. 1 KUVG vorgesehene Einschr�nkung des Wahlrechts in r�umlicher Hinsicht gerade in F�llen, in denen am Wohnort des Versicherten ein gen�gendes �rzteangebot zur Verf�gung steht, illusorisch. " (RSKV 1976 Nr. 254 S. 125 Erw. 3b). Bei einem in Fleurier im Val-de-Travers wohnhaften Versicherten, welcher wegen eines H�ftleidens einen Rheumatologen in Basel aufgesucht hatte, stellte das Eidgen�ssische Versicherungsgericht fest, dass es im Kanton Neuenburg (gen�gend) "rhumatologues conventionn�s" gebe, die die Behandlung ebenfalls h�tten durchf�hren k�nnen. "Or, vu la nature de l'affection de l'assur�, on peut admettre que les m�decins qualifi�s � disposition dans le canton, soit � Neuch�tel, soit � La Chaux-de-Fonds, pratiquaient encore dans les environs du lieu de s�jour de l'int�ress�. D�finir restrictivement la notion l�gale d'environs du lieu de s�jour ignorerait les ph�nom�nes de la sp�cialisation de la m�decine ainsi que de la concentration des m�decins sp�cialistes dans les centres urbains. " (BGE 101 V 67 Erw. 3). Im Falle einer in Ueberstorf/FR wohnhaften Versicherten, die sich in Bern gyn�kologisch hatte behandeln lassen, sch�tzte das Eidgen�ssische Versicherungsgericht den Standpunkt der Krankenkasse, welche mit der Begr�ndung, der betreffende Arzt sei nicht Vertragsarzt und stehe daher nicht im Wahlrecht des Mitglieds, lediglich einen Teil der Kosten verg�tet hatte, da "in der Stadt Freiburg, die zur Umgebung von Ueberstorf geh�rt", gen�gend Gyn�kologen praktizierten, welche diese Behandlung ebenfalls h�tten durchf�hren k�nnen (RKUV 1984 Nr. K 593 S. 227 oben). Im nicht ver�ffentlichten Urteil M. vom 16. November 1993 (K 79/93) schliesslich bezeichnete das Eidgen�ssische Versicherungsgericht, Bezug nehmend auf den in RSKV 1969 Nr. 49 S. 106 beurteilten Fall, Delsberg als noch zur Umgebung von Alle, einer Nachbargemeinde von Pruntrut, geh�rend, hingegen nicht mehr Biel.
d) Es besteht kein Grund, die Rechtsprechung zum Begriff des Aufenthaltsortes oder dessen Umgebung im Sinne von Art. 15 Abs. 1 KUVG und Art. 20 Abs. 1 Vo III nicht auch unter dem neuen Krankenversicherungsrecht als nunmehr gleichsam r�umliches Kriterium zur Bemessung der Kosten�bernahmepflicht bei ambulanter Behandlung im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 41 Abs. 1 KVG heranzuziehen (vgl. auch Eugster, a.a.O., S. 166 Fn 742). Der Gesetzgeber wollte, wie dargelegt, die unbefriedigende Rechtslage der Versicherten, wonach die Krankenkassen im Falle der Behandlung durch einen ausserhalb des Wahlrechts stehenden Arzt �berhaupt keine Leistungen zu erbringen hatten, verbessern, indem neu grunds�tzlich die Zulassung des gew�hlten Arztes zur T�tigkeit f�r die obligatorische Krankenpflegeversicherung und seine Eignung zur Behandlung der Krankheit gen�gen sollen, um eine wenn auch allenfalls beschr�nkte Leistungspflicht des Krankenversicherers zu begr�nden. Dass dar�ber hinaus gleichzeitig auch der durch den "Wohn- oder Arbeitsort der versicherten Person oder deren Umgebung" r�umlich begrenzte Bereich mit voller Leistungspflicht ausgedehnt werden sollte, ist auf Grund des im Wesentlichen mit der altrechtlichen Wendung "Aufenthaltsort oder dessen Umgebung" nach Art. 15 Abs. 1 KUVG �bereinstimmenden Wortlautes von Art. 41 Abs. 1 KVG sowie auf Grund der Art. 20 Abs. 1 Vo III entsprechenden Ausnahmeklausel nach Art. 41 Abs. 2 lit. a KVG (volle Kosten�bernahme bei Beanspruchung eines anderen Leistungserbringers aus medizinischen Gr�nden) und der Entstehungsgeschichte von Art. 41 KVG nicht anzunehmen.
4.- a) Im vorliegenden Fall steht fest, dass das im Kanton Basel-Landschaft gelegene Spital Bruderholz, wo sich die Beschwerdef�hrerin nach ihrer Operation im Juli 1996 ambulant nachbehandeln liess, weniger als ein Kilometer von der baselst�dtischen Grenze entfernt liegt. Im Lichte der nach wie vor grunds�tzlich geltenden Rechtsprechung w�re der Behandlungsort lediglich dann nicht zur Umgebung ihres Wohn- und Arbeitsortes Basel zu z�hlen, wenn diese nur zum Kanton Basel-Stadt geh�rendes Gebiet umfassen k�nnte. Das Bundesamt scheint diese von Eugster (a.a.O., S. 166 Fn 744) ausdr�cklich verworfene Auffassung zu vertreten, wenn es einer restriktiven Auslegung des Begriffs "Wohnort und Umgebung" das Wort redet, "weil die Versicherten die Pr�mien entsprechend den an ihrem Wohnort ausgewiesenen (auf dem kantonalen Tarif beruhenden) Kosten zu bezahlen haben". Diese Sichtweise tr�gt indessen der bei der Konkretisierung des Umgebungsbegriffs im Einzelfall zu beachtenden Rechtstatsache zu wenig Rechnung, dass im Unterschied zum alten Recht nicht mehr entscheidend ist, ob der behandelnde Arzt oder die behandelnde �rztin im Wahlrecht der versicherten Person steht; Zulassung zur T�tigkeit f�r die obligatorische Krankenpflegeversicherung und Eignung zur Behandlung der Krankheit gen�gen grunds�tzlich, um eine allenfalls beschr�nkte Kosten�bernahmepflicht des Krankenversicherers zu begr�nden. Wenn in den erw�hnten altrechtlichen Anwendungsf�llen die Umgebung jeweils lediglich Gebiete umfasste, die im Kanton des Wohn- oder Aufenthaltsorts lagen, erkl�rt sich dies damit, dass die h�ufig durch ihre Sektionen lokal t�tigen Krankenkassen in der Regel nur mit �rzten und �rztinnen resp. Spezial�rzten und Spezial�rztinnen im betreffenden Kanton entsprechende Vereinbarungen abgeschlossen hatten (vgl. z.B. RKUV 1984 Nr. K 593 S. 225 Erw. 2a). Daraus kann indessen nicht gefolgert werden, der Aufenthaltsort des Versicherten oder dessen Umgebung sei von Gesetzes wegen auf das dazugeh�rige Kantonsgebiet beschr�nkt gewesen (in diesem Sinne auch Eugster, a.a.O., S. 165 Fn 740). Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat denn auch beispielsweise im vorher geschilderten Fall einer in Z�rich wohnhaften Frau, die sich in Baden hatte behandeln lassen (RSKV 1976 Nr. 254 S. 123), nicht etwa argumentiert, dieser Ort liege im Kanton Aargau und k�nne, da im �brigen stadtnahen Kantonsgebiet (Winterthur, Kilchberg, Uster und andere) gen�gend Behandlungsm�glichkeiten bestanden h�tten, von vornherein nicht in der Umgebung der Stadt Z�rich liegen.
b) Entgegen dem Bundesamt kommt sodann allf�lligen Pr�mienunterschieden zwischen Wohn- oder Arbeitsort einerseits und Behandlungsort anderseits keine entscheidende Bedeutung zu f�r die Festlegung der Umgebung mit voller Kosten�bernahme f�r ambulante Behandlungen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung nach Art. 41 Abs. 1 Satz 2 KVG. Zu erinnern ist zun�chst daran, dass das Eidgen�ssische Versicherungsgericht schon unter altem Recht das Prinzip der �quivalenz zwischen Versichertenbeitrag und Versicherungsleistung relativierte und feststellte, es entspreche den Anforderungen des modernen Lebens, den Versicherten grunds�tzlich das Recht zuzuerkennen, sich am Ort der Erkrankung in Spitalpflege zu begeben, ohne dass ihnen daraus ein wirtschaftlicher Nachteil entstehe und zwar ungeachtet, ob die entrichteten Pr�mien im Hinblick auf die anwendbaren Taxen festgesetzt worden seien (RSKV 1977 Nr. 288 S. 99). Im konkreten Fall einer Versicherten mit Wohnsitz in La Chaux-de-Fonds, die sich im Tessin aufhielt und dort niederkam, bejahte das Gericht unter den gegebenen Umst�nden die Leistungspflicht der Krankenkasse nach Massgabe der dort geltenden Tarife (RSKV 1977 Nr. 288 S. 106 Erw. 3c). Es braucht hier nicht n�her auf die Kritik von Pfluger an diesem Entscheid in der Schweizerischen Krankenkassen-Zeitung (1977 S. 311 ff.) eingegangen zu werden. F�r die vorliegenden Belange ist ausschlaggebend, dass nach Art. 41 Abs. 1 Satz 2 KVG auch die Kosten ambulanter Behandlungen am Arbeitsort der versicherten Person (oder in dessen Umgebung) zu den dort geltenden Tarifen im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung �bernommen werden. Damit hat der Gesetzgeber bewusst in den h�ufigen F�llen, wo der Arbeitsort in einem anderen Kanton liegt als der Wohnort, ein allf�lliges Missverh�ltnis zwischen Versichertenbeitrag und Versicherungsleistung in Kauf genommen. Auf Grund dieser gesetzgeberischen Entscheidung, welche sich �brigens keineswegs immer zu Ungunsten der Krankenversicherer auswirken muss, zumal das Verh�ltnis Pr�mie am Wohnort/ ambulanter Arzttarif am Arbeitsort auch g�nstiger sein kann als bei einer Behandlung am Wohnort, kommt den Kantonsgrenzen bei der Festlegung der Umgebung im Sinne von Art. 41 Abs. 1 Satz 2 KVG im Einzelfall wenn �berhaupt, dann lediglich untergeordnete Bedeutung zu.
c) Beschr�nkt nach dem Gesagten das Gesetz die Umgebung des Wohn- oder Arbeitsortes der versicherten Person nicht auf das jeweilige Kantonsgebiet, durfte sich die Beschwerdef�hrerin in das in unmittelbarer N�he von Basel, aber im Nachbarkanton Basel-Landschaft gelegene Spital Bruderholz in die ambulante Nachbehandlung begeben und genoss volle Kostendeckung zu den dort geltenden Tarifen.
I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde werden der Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 26. September 1997 und der Einspracheentscheid vom 12. Mai 1997 aufgehoben mit der Feststellung, dass die Unitas die Kosten der ambulanten Nachbehandlung im Spital Bruderholz (Ambulatorium Onkologie) ab 15. August 1996 gem�ss den f�r diesen Leistungserbringer geltenden Tarifen zu �bernehmen hat.
III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Versicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.

References: Art. 25
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 20
 Art. 41
 BGE 
 Art. 41
 Art. 15
 Art. 16
 Art. 20
 BGE 
 BGE 
 Art. 15
 Art. 20
 Art. 15
 Art. 15
 Art. 20
 Art. 41
 Art. 15
 Art. 41
 Art. 20
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41
 Art. 41