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Timestamp: 2020-07-13 16:12:45+00:00

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BGH, 24.06.1986 - VI ZR 202/85 - dejure.org
https://dejure.org/1986,517
BGH, 24.06.1986 - VI ZR 202/85 (https://dejure.org/1986,517)
BGH, Entscheidung vom 24.06.1986 - VI ZR 202/85 (https://dejure.org/1986,517)
BGH, Entscheidung vom 24. Juni 1986 - VI ZR 202/85 (https://dejure.org/1986,517)
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Haftung des selbstliquidierenden beamteten Krankenhausarzt für Schäden aus Versäumnissen einer stationären Behandlung - Verweisungsprivileg des § 839 Absatz 1 S. 2 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) auch gegenüber Privatpatienten - Verweisung auf Tierhalterhaftung bei Schäden ...
Zur Tierhalterhaftung des Vermieters von Reitpferden gegenüber dem Reiter
BGB § 833 S. 1, § 839 Abs. 1 S. 2
NJW 1986, 2883
NJW-RR 1986, 1349 (Ls.)
VersR 1986, 1206
JR 1987, 111
Führt das Scheuen eines Pferdes zu einer Schädigung, hat sich eine typische Tiergefahr ausgewirkt (Senatsurteil vom 24. Juni 1986 - VI ZR 202/85, VersR 1986, 1206).
Hat der Reiter durch vorwerfbare Fehler dazu beigetragen, daß ihn das Pferd abwirft, kann das allenfalls als Mitverschulden über § 254 BGB berücksichtigt werden (Senatsurteil vom 24. Juni 1986 - VI ZR 202/85 - VersR 1986, 1206, 1207 - dazu unten III.).
Es entspricht der ständigen Rechtsprechung des Senats, daß die Gefährdungshaftung des Tierhalters aus § 833 BGB grundsätzlich auch dem Reiter auf dem Pferd zugute kommt (Urteile vom 13. November 1973 - VI ZR 152/73 - VersR 1974, 356; vom 14. Juli 1977 - VI ZR 234/75 - VersR 1977, 864, 865; vom 12. Januar 1982 - VI ZR 188/80 - VersR 1982, 366, 367; vom 19. Januar 1982 - VI ZR 132/79 - VersR 1982, 348; vom 24. Januar 1984 - VI ZR 61/82 - VersR 1984, 286, 287; vom 24. Juni 1986 aaO; vom 19. Januar 1988 - VI ZR 188/87 - VersR 1988, 609).
Das gilt insbesondere dann, wenn, wie hier, hinter dem Tierhalter eine Versicherung steht, denn ein Haftungsverzicht, der lediglich den Versicherer entlastet, entspricht in der Regel nicht dem Willen der Beteiligten und ihrem wohlverstandenen Interesse (vgl. BGHZ 39, 156, 158 [BGH 05.03.1963 - VI ZR 123/62]; 63, 51, 59 [BGH 10.07.1974 - IV ZR 212/72];… BGH, Urteile vom 26. Oktober 1965 aaO;… vom 15. Januar 1980 a.a.O. und vom 24. Juni 1986 aaO).
Dabei können über § 254 BGB freilich nur vorwerfbare Fehler beim Reiten berücksichtigt werden (Senatsurteil vom 24. Juni 1986 a.a.O. S. 1207).
Der Senat hat in Auseinandersetzung mit den dagegen erhobenen Einwänden (s. neuerdings Dunz JZ 1987, 63 ff. und JR 1987, 111;… Deutsch JuS 1987, 673, 677 f. und Unerlaubte Handlungen und Schadensersatz, 1987, Rdn. 357) an seiner ständigen Rechtsprechung festgehalten, daß die Tierhalterhaftung nach § 833 BGB auch dem Reiter gegen den Pferdehalter zugute kommt und in diesen Fällen nicht etwa generell unter dem Gesichtspunkt des Handelns auf eigene Gefahr entfällt (s. Senatsurteil vom 24. Juni 1986 - VI ZR 202/85 - VersR 1986, 1206, 1207 m.w.N.).
Hat der Reiter durch vorwerfbare Fehler dazu beigetragen, daß ihn das Pferd abwirft oder er vom Pferd fällt, kann das allenfalls als Mitverschulden (§ 254 BGB) berücksichtigt werden (…vgl. Senatsurteile vom 9. Juni 1992 aaO, 1147; vom 24. Juni 1986 - VI ZR 202/85 - VersR 1986, 1206, 1207).
Dies insbesondere dann, wenn schon die Vorinstanz die Klage im Hinblick auf die fehlende Substantiierung abgewiesen hatte und diese Tatsachenfrage auch im Berufungsrechtszug stets mit im Vordergrund stand und damit zentraler Gegenstand der Auseinandersetzung war (vgl. BGH , Urteil vom 24. Juni 1986, VI ZR 202/85, NJW 1986, 2883, beck-online).
Zwar entspricht es ständiger Rechtsprechung, daß derjenige, der sein Pferd zum selbständigen Ausreiten nur für kurze Zeit mietet, nicht Tierhalter, auch nicht Mithalter des Tieres wird; vielmehr bleibt in aller Regel der Vermieter (oder Verleiher) Tierhalter der Reitpferde (RG WarnRspr. 1912 Nr. 254; BGH Urteile vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 - VersR 1971, 320; vom 14. Juli 1977 - VI ZR 234/75 - VersR 1977, 864, 865 und vom 24. Juni 1986 - VI ZR 202/85 - VersR 1986, ... - alle m.w.N.).
Derjenige, der allein und selbstständig ausreitet, übernimmt insoweit keine erhöhte Gefahr (vgl. zu Vorstehendem insgesamt BGH NJW 1986, 2883, 2884).
Soweit die Beklagte unter Hinweis auf die ältere Judikatur bereits das bloße Ausreiten oder gar das Dressurreiten als die bewusste Übernahme eines solchen erheblichen Risikos darstellt, folgt der Senat dem mit der jüngeren höchst- und obergerichtlichen Rechtsprechung (BGH…, Urteil vom 20. Dezember 2005, VI ZR 225/04 aaO.; BGH NJW 1986, 2883, 2884; OLG Hamm NJW-RR 2001, 390, 391) in der Allgemeinheit nicht.
OLG München, 25.01.2006 - 7 U 5103/05
Verwechslung des Berufungsführers durch einen Anwalt - zur Frage der …
OLG Oldenburg, 30.01.1990 - 5 U 72/89
Arzt, selbstliquidierender, Schnittwunde, Wundverschluß, Wundkontrolle, Gasbrand, …

References: § 839
 § 833
 § 839
 § 254
 § 833
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