Source: https://www.zbb-online.com/heft-4-2017/zbb-2017-258-7-keine-haftung-bei-unvermeidbarem-verbotsirrtum-des-taeters-ueber-zulaessigkeit-und-erlaubnispflichtigkeit/
Timestamp: 2018-01-22 16:16:01+00:00

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Keine Haftung bei unvermeidbarem Verbotsirrtum des Täters über Zulässigkeit und Erlaubnispflichtigkeit seiner Geschäfte nach KWG (BGH, Urt. v. 16.05.2017 – VI ZR 266/16) – ZBB 2017, 258
ZBB 2017, 258
RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 2199-1715 Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft ZBB 2017 RechtsprechungBundesgerichtshof BGB § 823 Abs. 2; KWG §§ 1, 32, 54; StGB § 17 Satz 1Keine Haftung bei unvermeidbarem Verbotsirrtum des Täters über Zulässigkeit und Erlaubnispflichtigkeit seiner Geschäfte nach KWG BGB§ 823 KWG§ 1 KWG§ 32 KWG§ 54 StGB§ 17 BGH, Urt. v. 16.05.2017 – VI ZR 266/16 (LG Berlin), ZIP 2017, 1423 = ECLI:DE:BGH:2017:160517UVIZR266.16.0 = WM 2017, 1400BGHUrt.16.5.2017VI ZR 266/16ZIP 2017, 1423ECLI:DE:BGH:2017:160517UVIZR266.16.0WM 2017, 1400LG Berlin
1. Ist das Schutzgesetz i. S. v. § 823 Abs. 2 Satz 1 StGB eine Strafnorm, so muss der Vorsatz nach strafrechtlichen Maßstäben beur-ZBB 2017, 259teilt werden. Dies gilt auch, falls das verletzte Schutzgesetz selbst keine Strafnorm ist, seine Missachtung aber unter Strafe gestellt wird. Führt ein unvermeidbarer Verbotsirrtum gem. § 17 Satz 1 StGB zur Schuldlosigkeit, so schließt dies auch eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB aus (Anschluss an Senatsurt. v. 15. 5. 2012 – VI ZR 166/11, ZIP 2012, 2255 = NJW 2012, 3177; v. 10. 7. 1984 – VI ZR 222/82, NJW 1985, 134).
2. Hält der Täter des § 54 KWG seine Geschäfte für rechtlich zulässig und nicht erlaubnispflichtig, so stellt dies aus strafrechtlicher Sicht einen Verbotsirrtum (§ 17 StGB) dar (Anschluss an Senat ZIP 2012, 2255 = NJW 2012, 3177).
Köln: Praktiker-Seminar Strategie und Taktik im Anlegerschutzprozess

References: § 823
 § 17
 § 823
 § 17
 § 823
 § 54