Source: https://www.keg-bayern.de/wahl-spezial.html
Timestamp: 2018-11-17 09:07:20+00:00

Document:
KEG Bayern: Wahl-Spezial
Der Bildungscheck zur Landtagswahl in Bayern 2018
Die KEG Bayern hat im Vorfeld der Landtagswahlen am 14. Oktober 2018 an die verschiedenen Parteien* ihre Forderungen in Form von "Wahlprüfsteinen" versandt - verbunden mit der Bitte, zu den einzelnen Forderungen Stellung zu beziehen.**
Alle Parteien haben dazu mit teils großer Ausführlichkeit Stellung genommen. Die KEG Bayern erlebt dies als Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit und bedankt sich herzlich dafür!
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Grundschulen!
Die KEG fordert: Kombi-Klassen sind Notlösungen und kein günstiges Sparmodell für größere Schulen
Jahrgangsübergreifende Klassen können eine Bereicherung im Schulalltag darstellen und Inklusion, Kooperation und das soziale Miteinander fördern. Sitzenbleiben kann durch eine flexible Verweildauer vermieden werden und ein positiver Blick auf Heterogenität bei SchülerInnen und Lehrkräften kann gefördert werden. Aus diesem Grund sind sogenannte Kombi-Klassen durchaus als Möglichkeit zu sehen, positiv erlebte Schulbiografien zu schaffen. Selbstverständlich ist es keine Option, sie als Sparmodell einzusetzen.
Die allgemein rückläufigen Zahlen von Schülerinnen und Schülern führen im Gegenzug zur deutlichen Zunahme kleiner Grundschulen im ländlichen Raum in Bayern. Schulamtsbezirke mit einer sehr kleingliedrigen Schulstruktur und damit „niedriger Zügigkeit“ haben zunehmend erhebliche Probleme bei der Unterrichtsversorgung. Unser Ziel ist der Erhalt von Schulstandorten zugunsten der wohnortnahen Bildung für Schülerinnen und Schüler. Wir nehmen den Leitspruch „kurze Beine – kurze Wege“ ernst und wollen die Grundschule im Dorf bzw. der Gemeinde lassen. Sie ist ein wichtiger Standortfaktor für den ländlichen Raum und für das Zusammenleben. Jahrgangsübergreifend zu unterrichten, macht pädagogisch Sinn, erfordert aber dann ein langfristiges pädagogisches Konzept der Schule, die entsprechen Kompetenzen bei den Lehrkräften und die Unterstützung der Staatsregierung. Jahrgangskombinierte Klassen müssen besser und verlässlich ausgestattet werden: Wir fordern für alle Kombiklassen (zuverlässig) 5 zusätzliche Lehrerstunden.
Wir FREIE sehen in Kombi-Klassen nur eine Lösung, wenn sie zum Erhalt von Schulstandorten notwendig sind. Ist dies der Fall, so müssen jedoch auch die notwendigen Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden: So haben wir bereits mehrfach gefordert, dass jahrgangskombinierte Klassen, wie sie häufig an kleinen Grundschulen gebildet werden, grundsätzlich doppelt zu zählen sind. Nur so werden Schulleitungen sowie Verwaltungspersonal mit einem angemessenen Stundenbudget ausgestattet, das es zulässt, nicht nur dem hiermit verbundenen organisatorischen Mehraufwand gerecht zu werden, sondern auch pädagogische Schulleitungsaufgaben wie die Stärkung der Schulgemeinschaft oder die nachhaltige und qualitätsorientierte Schulentwicklung wahrzunehmen. Die zunehmende Einrichtung von Kombi-Klassen als Teil einer bildungspolitischen Sparpolitik wird es mit uns FREIEN WÄHLER nicht geben.
Die CSU-geführte Staatsregierung steht zur ihrer Grundschulgarantie und hält damit an kleinen, rechtlich selbständigen Grundschulen fest, sogar, wenn diese die aktuell geltende Richtgröße von 26 Schülern unterschreiten. Das ist wichtig für unsere Kinder, wie auch für den ländlichen Raum. Damit schaffen wir zugleich vergleichbare Lebens- und Bildungsbedingungen auf dem Land und in der Stadt. Um diese Situation aufrechtzuerhalten, benötigen wir verschiedene Maßnahmen:
einen Zuschlag in der Lehrerversorgung für kleine Standorte im ländlichen Raum,
einen Ausbau der Kooperationsmodelle zwischen Grundschulen, z.B. eine gemeinsame Leitung von benachbarten Grundschulen,
die Möglichkeit der Gründung von Grundschulverbünden oder
die Einrichtung von – aus pädagogischer Sicht durchaus sinnvollen - jahrgangskombinierten Klassen.
Kombinierte Klassen erhalten in der Regel bis zu fünf zusätzliche Lehrerstunden zur Differenzierung. In diesen Stunden werden die Schüler in Gruppen unterrichtet. Wenn es möglich ist, wird auch ein Förderlehrer - dies sind Lehrkräfte, die ausschließlich ergänzend zum Klassenlehrer eingesetzt werden - in dieser Klasse mitwirken. Jahrgangskombis sind somit interessante Alternativen, u.a. mit Blick auf das Voneinanderlernen und soziale Kompetenzen, aber auch bezogen auf die Anpassung an unterschiedliche Lerntempi (flexible Grundschule).
Dass jahrgangskombinierte Klassen funktionieren können und sogar einen pädagogischen Mehrwert haben, zeigen nicht nur die Montessori-Schulen, sondern auch die vielen Kombi-Klassen, die es in Bayern gibt. Was allerdings überhaupt nicht geht, ist, Kombi-Klassen als Billig- oder Sparmodell zu betrachten, mit dem sich Lehrkräfte einsparen lassen.
Die KEG fordert: neue Konzepte und finanzielle Mittel um kleine Schulstandorte zu erhalten
Unser Wahlprogramm hält folgende Forderung bereit: "Wir fordern eine Bildungspolitik, die die Schule für alle "im Dorfe" lässt, die dazu die Funktionen von Grund- und weiterführenden, insbesondere berufsbildenden Schulen zusammenfasst." Daher ist es auch in unserem Sinne, kleine Schulstandorte zu erhalten.
Bündins 90 / Die Grünen:
Für Außenstellen und kleine Grundschulen müssen ab sofort Modellversuche zugelassen und wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Die Lehrerzuweisung soll dahingehend geändert werden, dass kleine Grundschulen unter der Mindestgröße bei der Zuteilung von Lehrerstunden so behandelt werden, als würde eine Klassenstärke von mindestens 20 Schülern vorhanden sein. Eine solche Regelung würde den Erhalt wohnortnaher Grundschulen sicherstellen und die Attraktivität des ländlichen Raums stärken,ohne dass dies zu Lasten der großen Schulen in den Städten geht.
Wir FREIE WÄHLER fordern seit Langem, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Erhalt kleinerer Schulstandorte langfristig sicherzustellen und damit dem Leitbild gleichwertiger Lebensverhältnisse im Sinne einer wohnortnahen Beschulung auch im ländlichen Raum gerecht werden zu können. Neben den oben angesprochenen Rahmenbedingungen für Kombi-Klassen, halten wir es insbesondere für notwendig, endlich passgenaue und differenzierte Förderinstrumente zu entwickeln, die keine Pauschallösungen bieten, sondern dem konkreten Einzelfall Rechnung tragen: Dies bedeutet, dass in Regionen, in denen ansonsten kein wohnortnahes Angebot mehr gewährleistet werden kann, der Erhalt von Schulstandorten, unter anderem durch flexible und ortspezifische Mindestklassenstärken sowie einen Förderfaktor für ländliche Regionen, ganz gezielt gefördert werden muss. Denn einer sonst drohenden infrastrukturellen Ausdünnung kann langfristig nur durch dem Erhalt und gegebenenfalls Wiederausbau einer Grundausstattung an sozialer Infrastruktur auch in den ländlich-peripheren Räumen entgegengewirkt werden. Hierzu gehören unserer Ansicht nach zu allererst die öffentlichen Bildungseinrichtungen.
Die Umsetzung der Vorgabe aus der Bayerischen Verfassung – „Gleiche Lebensverhältnisse in Bayern“ - bedeutet eben auch, kleine Schulstandorte zu erhalten. Kurze Beine, kurze Wege kostet Geld, das die SPD bereit ist einzusetzen.
Auch in der Grundschule steht für uns Freie Demokraten ein ganzheitliches Bildungsverständnis im Mittelpunkt. Die im Kindergarten begonnene individuelle Bildung muss sich hier fortsetzen. Ziel ist der Erwerb von Grundfähigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen sowie Sozial- und Medienkompetenz und Teamfähigkeit. Um dies adäquat umzusetzen, fordern wir Freie Demokraten ein Recht auf einen Ganztagsschulplatz für Grundschulen – mit ganztägig rhythmisiertem Unterricht und digitalen Angeboten.
Die KEG fordert: den Druck des "Grundschulabiturs" abzuschwächen und eine Reform des Übertrittverfahrens
Wir fordern eine gemeinsame Beschulung bis zur zehnten Jahrgangsstufe mit vielfachen Möglichkeiten individueller Förderung. Somit würde ein Übertritt auf verschiedene weiterführende Schulen entfallen und damit auch das sogenannte Grundschulabitur.
Aus unserer Sicht ist der Übertritt von der 4. Klasse auf die weiterführenden Schulen im bayerischen Bildungssystem eine Schlüssel-, aber auch eine Schwachstelle. Wir schlagen vor, die gängige Regelung bzw. das Prozedere zum Übergang auf die weiterführenden Schulen zu reformieren. Die verbindliche Grundschulempfehlung soll durch die Wahlfreiheit der Eltern abgelöst werden. Diese neue Regelung macht notwendig, dass die Eltern bereits ab Klasse 1 kontinuierlich beraten und so auf die später anstehende Übergangsentscheidung vorbereitet werden. Statt des Übertrittszeugnisses soll ein Lernentwicklungsgespräch angesetzt werden. In diesem Gespräch wird eine Empfehlung angestrebt. Die Entscheidung, welche weiterführende Schulart ihr Kind besuchen soll, bleibt den Eltern überlassen. Die Lehrkräfte sollen für die Ausarbeitung und Umsetzung der Lernentwicklungsgespräche die entsprechenden Anrechnungsstunden zugewiesen bekommen.
Wir FREIE WÄHLER sehen das derzeitige Übertrittsverfahren durchaus kritisch, denn es stellt für Schülerinnen und Schüler, aber auch deren Eltern und Lehrkräfte einen erheblichen Stressfaktor dar. Zu bedenken ist aber, dass die Abschaffung der verbindlichen Übertrittsempfehlung auch negative Folgen mit sich bringen kann. So weisen einige Studien sowie Erfahrungen aus anderen Bundesländern darauf hin, dass Übertrittsentscheidungen ohne verbindliche Übertrittsempfehlung stärker von soziodemographischen Faktoren und den Bildungsaspirationen des Elternhauses beeinflusst werden könnten. Gleichzeitig wäre hiermit möglichweise auch die Gefahr der Überforderung bei Wahl einer zu anspruchsvollen weiterführenden Schulart für die Kinder verbunden. Nichtsdestotrotz lässt sich nicht leugnen, dass es erheblichen Reformbedarf gibt und eine Entlastung des Übertrittsverfahrens dringend notwendig ist. Eine sinnvolle Alternative zur bloßen Abschaffung der verbindlichen Empfehlung stellt die Entwicklung einer Prüfungspraxis und Notengebung dar, die weniger produkt-, sondern überwiegend prozessorientiert gestaltet ist. Statt angekündigter Probearbeiten, die bereits im Vorhinein erheblichen Druck auf die Kinder ausüben, sollten Prüfungsformen wie Portfolio- und Projektarbeit, Beobachtung- und Einschätzungsbögen gewählt werden, welche die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung, aber auch Neigungen und Begabungen stärker in den Vordergrund rücken können. Hierdurch können insbesondere akute Stresssituationen, die von vielen Kindern als sehr belastend wahrgenommen werden, vermieden werden.
Das Übertrittsverfahren in Bayern hat sich bewährt. Das zeigen auch die hohen Zustimmungswerte von Eltern und Lehrkräften durch jährliche Onlinebefragungen. Für uns steht daher fest: Wir geben nicht ohne Not ein ausgewogenes, breit akzeptiertes Verfahren auf! Wir sehen in der Freigabe des Übertritts keine Verbesserung. Sie führt im differenzierten Schulwesen zu mehr Überforderung, Frustration und Druck bei den Kindern, die nicht begabungsgerecht übertreten. Darüber hinaus würde die Freigabe eine Schwächung der Bildungsgerechtigkeit nach sich ziehen. Dies belegen zahlreiche Studien. Bereits 2009 haben Staatsregierung und Landtag den Elternwillen gestärkt, ohne die Verbindlichkeit der Übertrittsempfehlung aufzugeben. So liegt die Entscheidung für den Übertritt eines Kindes an das Gymnasium oder an die Realschule bei den Eltern, wenn der Probeunterricht an der angestrebten Schulart in den Fächern Mathematik und Deutsch jeweils mit der Note 4 absolviert wurde. Darüber hinaus werden Eltern und Schüler während der gesamten Übertrittphase durch umfassende Informationsangebote über die vielfältigen Schullaufbahnmöglichkeiten unterstützt. Denn im durchlässigen differenzierten Schulwesen stehen Kindern auch nach dem Übertritt zahlreiche Wege offen: Sie können die Schulart wechseln und auf Abschlüssen aufbauen. So erwerben derzeit etwa 40 Prozent der Abiturientinnen und Abiturienten ihre Hochschulzugangsberechtigung über den Weg der beruflichen Bildung. Auch von unabhängiger Seite, dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof wurde zuletzt im Jahr 2014 entschieden, dass das Übertrittverfahren in Bayern verfassungskonform ist.
Wir in der SPD respektieren das im Grundgesetz und der Bayerischen Verfassung garantierte Elternrecht und wollen anstelle des bisherigen Übertrittverfahrens, an dessen Verfassungsmäßigkeit erhebliche Zweifel bestehen, die letztgültige Entscheidung über die Schulwahl nach der Grundschule den Eltern überlassen. Dabei wollen wir sicherstellen, dass die Grundschule eine die ganze Persönlichkeit des Kindes umfassende Empfehlung ausspricht und die abgebende wie aufnehmende Schule den Eltern eine professionelle Beratung zur Seite stellt. Langfristig wollen wir mit der Gemeinschaftsschule eine Schulart einführen, die von der ersten Klasse bis zum ersten Schulabschluss ein durchgängiges Bildungsangebot macht.
Beim Übertritt an eine weiterführende Schule gilt für uns Freie Demokraten weiter das Leistungsprinzip, die entsprechenden Schulnoten sowie das allgemeine Lernverhalten. Außerdem wollen wir das Bildungssystem generell so durchlässig gestalten, dass auch noch nach der vierten Klasse ein Wechsel der Schulform leicht möglich ist. Bei den Beratungsgesprächen zum Übertritt, die wir insgesamt ausbauen wollen, legen wir Wert darauf, dass auch Angebote wie der Weg zum Abitur über die Fachoberschulen prominent vertreten sind. Eine Reduzierung der Anzahl von Proben in der 4. Klasse ist anzustreben.
Die KEG fordert: ein neues Zeugnisformat für die Grundschule für mehr Verständlichkeit und Aussagekraft
Lernentwicklungsgespräche und Lernentwicklungsbögen halten wir ebenfalls für ein geeignetes Mittel der Evaluation, da so der individuelle Fortschritt des Kindes in den Mittelpunkt gerückt wird. Darum fordern wir in unserem Wahlprogramm: "Andere Notengebung: Eine rein auf Zahlen basierende Bewertung von Leistung bildet weder den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler adäquat ab, noch hilft sie ihnen, ihre Fehler besser zu erkennen und zu korrigieren. DIE LINKE wird sich dafür einsetzen, das bisherige Notensystem zu reformieren. Dazu gehören eine Abschaffung von Schulnoten bis einschließlich der 6. Klasse."
Wir FREIE WÄHLER haben uns in einem entsprechenden Antrag dafür eingesetzt, dass die im Zuge der Einführung des LehrplanPLUS entwickelten Zeugnisformulare für die Grundschule so reformiert werden, dass der individuelle Leistungs- und Entwicklungsstand von Schülerinnen und Schülern auf einem übersichtlich gestalteten, einseitigen Dokument abgebildet werden kann, um Transparenz und Verständlichkeit hinsichtlich der jeweiligen Kompetenzbeschreibungen zu gewährleisten. Darüber hinausgehende Fragen zur individuellen Entwicklung, den Kompetenzen und Begabungen von Kindern können sich unserer Ansicht nach am besten durch persönliche Kommunikation zwischen Eltern und Lehrenden klären lassen. Dieser direkte Kommunikationsweg sollte gerade im Primarbereich präferiert werden. Ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung wurde zum Schuljahr 2014/2015 mit der Einführung des Lernentwicklungsgesprächs als Alternative zum Halbjahreszeugnis der Klassen 1 bis 3 gemacht. Denn hier erfolgt die Dokumentation der Entwicklung in einem Gespräch, das auch Perspektiven von Eltern und Schülerinnen bzw. Schülern einbezieht und bei Verständnisschwierigkeiten sofortige Rückfragen erlaubt. Dies kann auch ein noch so ausführliches Jahreszeugnis nicht leisten. Vielmehr erschweren gerade die formellen Sprachcodes der Zeugnisse, die es zunächst zu entschlüsseln gilt, die Nachvollziehbarkeit der tatsächlichen Leistungsbewertungen und führen aus diesem Grund nicht selten zu Unverständnis aufseiten der Eltern, Schülerinnen und Schüler. Eine Kürzung auf die zentralen Inhalte könnte hier wesentlich zur Verständlichkeit des Zeugnisses beitragen. Eine sinnvolle Ergänzung hierzu sind Elterngespräche, in denen sich Eltern persönlich über die Leistungen ihres Kindes informieren können und die ohnehin jederzeit möglich sind.
Die CSU hält am bestehenden System der Leistungsbeurteilung bzw. dem Zeugnisformat fest, stellt aber mit dem „dokumentierten Lernentwicklungsgespräch“ eine Alternative zur Verfügung. Welches System gewählt wird, entscheiden die jeweilige Schule und der Elternbeirat. Das bewährte Schuljahreszeugnis bzw. die Noten (erst ab dem zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe 2) geben eine Rückmeldung über den individuellen Leistungsstand und bieten Kindern, Jugendlichen, Eltern wie Lehrern eine Möglichkeit, die eigenen Ergebnisse und die persönliche Entwicklung zu reflektieren. Maßgebliches Ziel der zusätzlichen Erläuterungen ist, Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern ergänzend zu den Ziffernoten differenziertere Aussagen zum Lern- und Leistungsstand zu geben. Mit dem „dokumentierten Lernentwicklungsgespräch“, das das Zwischenzeugnis in der 1. bis 3. Klasse ersetzt, eröffnen wir den Grundschulen seit 2014/15 eine weitere Möglichkeit. An dem Gespräch nehmen die Klassenleiterin oder der Klassenleiter, die Schülerin oder der Schüler und die Erziehungsberechtigten teil. Die Entscheidung trifft die Lehrerkonferenz im Einvernehmen mit dem Elternbereit am Anfang des Schuljahres.
Die Idee, den Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern ein aussagekräftiges Feedback zu geben, ist grundsätzlich der richtige Weg. Wir teilen die Zweifel der KEG, ob das neue Zeugnisformular, das einen immensen Arbeitsaufwand für Lehrkräfte bedeutet, diesem Anspruch gerecht wird. Lernentwicklungsgespräche und eine breite Feedback-Kultur sind der bessere Weg.
Die KEG fordert: das Grund- und Mittelschullehramt attraktiver zu machen und Anreize zu setzen
Ausbildungen sollen auch zu gleichwertigen Berufsperspektiven führen. Deshalb setzt sich DIE LINKE insbesondere für eine Abkehr vom schulartbezogenen und der Hinwendung zu einem schulstufenbezogenen Lehramtsstudium ein - inklusive gleicher Studienzeiten und Besoldung für sämliche Lehramtsstudiengänge. Unser Wahlprogramm zur Landtagswahl sieht eine gleich Eingangsbesoldung aller Lehrkräfte (mindestens A13) vor.
Wir FREIE WÄHLER sind bereits 2014 in einem Gesetzentwurf für eine gleichberechtigte Eingangsbesoldung aller Lehrämter mit A13 eingetreten. Uns ist es bis heute ein zentrales Anliegen, dass die Bedeutung des Lehrberufs über die einzelnen Schularten hinweg und die zunehmend höheren Anforderungen, mit denen Lehrkräfte aller Schularten konfrontiert sind, endlich auch in einer gleichberechtigten Besoldung abgebildet werden.
Der Unterschied in der Besoldung für Lehrkräfte liegt im Studium und ist begründet. Das Studium fürs Gymnasium und die Realschule ist komplexer. Es sind mindestens zwei vertiefte Fächer sowie die Erziehungswissenschaften zu absolvieren. Dieses vertiefte Studium ermöglicht im Prinzip in jedem der studierten Fächer zu promovieren. Die Anforderung für Lehrkräfte am Gymnasium ist zudem höher, weil Kinder von der 5. bis zur 13. Klasse und damit über eine große Altesrspanne hinweg angemessen unterrichtet werden müssen. D.h. für die in Bayern bei der Lehrerbesoldung geltenden unterschiedlichen Einstiegsebenen (A 12 für Grund- und Mittelschullehrer; A 13 für Real-, Sonder-, Gymnasial- und Berufsschullehrer) besteht ein sachlicher Grund: die graduell unterschiedliche Wertigkeit der Lehramtsbefähigung. Basis für die Lehrerbildung ist das in Bayern existierende schulartbezogene System. Die Lehrerbildung orientiert sich an den Schularten sowie dem konkreten späteren Berufsfeld. Unabhängig von der Studiendauer führen höhere fachwissenschaftliche Ansprüche im Studium zu einer höheren Qualifizierung, die sich in einer höheren Besoldung niederschlagen muss.
„A 13 für alle“ ist unser Ziel. Der Einstieg dazu muss noch im nächsten Doppelhaushalt erfolgen. Es gibt keinen sachlichen Grund für die unterschiedliche Bezahlung der Lehrämter. Die Anforderungen im Studium und in der späteren Praxis weisen einen identischen Anspruch auf. Ein zehnjähriges Kind wird bis Juli von einer A12-Lehrkraft, ab September von einer A13-Lehrkraft in der Realschule oder auf dem Gymnasium unterrichtet. Bleibt es auf der Mittelschule, ist eine A12-Lehrkraft gut genug. Das ist doch absurd und zutiefst ungerecht und zwar sowohl für männliche als auch für weibliche Lehrkräfte.
Zur Beseitigung des Lehrermangels an Grund- und Mittelschulen wollen wir u.a. eine Werbekampagne an den Universitäten starten, eine leistungsorientiertere Bezahlung von Lehrkräften u.a. durch den Ausbau des Systems der Leistungsprämien realisieren und mehr Aufstiegsmöglichkeiten auch an Grund- und Mittelschulen schaffen. Zudem soll es künftig mehr Anrechnungsstunden und damit mehr Zeit für pädagogische Aufgaben geben. Mit diesem Maßnahmenbündel steigern wir insgesamt die Attraktivität des Lehrerberufs speziell an Grund- und Mittelschulen.
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Mittelschulen!
Die KEG fordert: Abschaffung der "Abitur-für-alle-Mentalität" und Qualität statt Quantität bei den Absolventen
Gerade Bayern ist weit entfernt von einer Abitur-für-alle-Mentalität. Hier ist die Abhängigkeit des Bildungserfolges von der Herkunft besonders hoch. Am 18.10.2012 wurden die Bildungsstandards für das Abitur in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie für die erste Fremdsprache (Englisch und Französisch) im Rahmen der Kultusministerkonferenz verabschiedet. Diese für alle Länder verbindlichen Zielvorgaben legen fest, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten SchülerInnen entwickelt haben sollen, wenn sie die Schule mit der Allgemeinen Hochschulreife verlassen. Insofern sieht DIE LINKE kein Handlungsbedarf, SchülerInnen bewusst vom Abitur auszuschließen.
Die stetig steigenden Übertrittszahlen an Gymnasien sehen wir als Irrweg an. Das differenzierte bayerische Bildungssystem mit seinen unterschiedlichen Schularten, die ihrem jeweiligen Profil entsprechend unterschiedliche Schwerpunkte setzen, ist nicht ohne Grund ein Erfolgsmodell. Auf diese Weise sind differenzierte Bildungsangebote möglich, welche beispielsweise eher wissenschafts- oder berufsbezogen, eher theorie- oder praxisorientiert sind oder sich aber auf spezielle Fächergruppen beziehen. So kann jedes Kind ein Schulangebot wahrnehmen, das seinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Es ist dringend erforderlich, dass dies frühzeitig an Schülerinnen und Schüler und deren Eltern kommuniziert wird und Beratungsangebote hinsichtlich der beruflichen Bildung ausgebaut werden. Bereits an Grundschulen, in denen erste Entscheidungen über den weiteren schulischen Werdegang des Kindes gefällt werden, sollten neben Vertretern von Mittelschule, Realschule und Gymnasium auch Vertreter der beruflichen Schulen sowie beispielsweise Vertreter des Handwerks und der Industrie in die Beratungsangebote einbezogen werden. Nur so kann Kindern und Eltern lebensnah vermittelt werden, welche Zukunftscancen es abseits des Gymnasiums gibt. Denn Abitur und Studium sind keine Voraussetzung für ein glückliches und erfülltes Berufsleben. Wichtig ist aber auch, dass wir die Durchlässigkeit zwischen den Schularten weiter erhöhen und Anschlussmöglichkeiten erleichtern. Es muss noch viel mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringen, dass auch nach dem Übertritt von der Grundschule an eine weiterführende Schule noch alle Bildungswege offen stehen. Hierfür müssen wir aber noch mehr Unterstützungsangebote für interessierte Schülerinnen und Schüler entwickeln, die einen möglichst reibungslosen Übergang gewährleisten. Wenn dies besser als bisher gelingt, so stellt auch die Übertrittsphase in der Grundschule hoffentlich irgendwann keine so große Belastung mehr dar, denn dann wird deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine unumkehrbare und unveränderliche Lebensentscheidung handelt.
Die CSU steht ganz klar für eine hohe Qualität im bayerischen Bildungssystem. Dies bestätigen auch die Übertrittszahlen, die seit Jahren – auch nach der Einführung des G9 zum aktuellen Schuljahr – konstant sind (rund 40 % Gym, 30 % RS und 30 % MS) und Spitzenpositionen unter den Bundesländern in Studien. Dafür sorgen wir mit unserem grundständigen differenzierten Bildungssystem. Grundsätzlich gilt: Mit jedem erreichten Abschluss steht der Weg zum nächsthöheren schulischen Ziel offen. Die erste Schulwahl nach der Grundschule bedeutet damit keine abschließende Entscheidung über die schulische Laufbahn des Kindes. Das bayerische Schulsystem eröffnet jeder Schülerin und jedem Schüler einen individuellen Bildungsweg. Im Laufe eines Schullebens können sich Leistungen von Kindern und Jugendlichen ändern. Jeder Schüler erhält deshalb regelmäßig die Möglichkeit, seinen Bildungsweg neuen Gegebenheiten und Zielen anzupassen. Dies vermeidet Unter- oder Überforderung und macht den Schulerfolg wahrscheinlicher. Alle unsere Schularten bilden die jungen Menschen hervorragend für ihre Zukunft aus und jede Schulart setzt dabei individuelle Schwerpunkte mit spezifischem Profil, das einer bestimmten Schülerschaft mit unterschiedlichen Begabungen und Interessen ein passgenaues Bildungsangebot bietet.
Es ist fraglich, ob und wie der Run auf das Gymnasium und mindestens auf die Realschule durch Appelle veränderbar ist. Es braucht konkrete Maßnahmen. Alle Mittelschulen müssen zu echten weiterführenden Schulen werden und nach zehn Schuljahren einen mittleren Schulabschluss anbieten. Mittelfristig müssen sie zu attraktiven Gemeinschaftsschulen weiterentwickelt werden. Für die SPD war die berufliche Bildung schon immer genauso viel wert wie das Studium. Dem Akademisierungswahn sind andere verfallen. Von daher setzen wir uns vehement dafür ein, dass die Berufsorientierung auch an den Gymnasien einen festen und starken Platz ab der achten Klasse erhält. Wir brauchen insgesamt mehr junge Leute, die sich für die duale Ausbildung entscheiden.
Die FDP setzt sich klar für eine Stärkung der Mittelschulen und eine individuellere Förderung der Schülerinnen und Schüler ein. Dies erfordert mehr personelle Ressourcen an den Mittelschulen – von den Lehrkräften über die Schulleitungen bis hin zum Sekretariat. Ziel der Mittelschule ist es aus Sicht von uns bayerischen Liberalen, die grundlegende Allgemeinbildung zu sichern, die Persönlichkeitsentwicklung weiter zu fördern, zu einem qualifizierten Schulabschluss hinzuführen und die Ausbildungsfähigkeit sicherzustellen. Durch ein verstärktes Ganztagsangebot wollen wir sicherstellen, dass kein Schüler mehr ohne Abschluss bleiben muss. Mittelschüler sollen zudem für das lebenslange Lernen im digitalen Zeitalter motiviert werden. Ein Fortkommen durch eigene Leistung wollen wir jederzeit ermöglichen und gezielt unterstützen.
Die KEG fordert: ein Umdenken in der Politik und eine Stärkung der Mittelschulen
Eine Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt, dass sich HauptschülerInnen auf mehr als 60 Prozent aller angebotenen Ausbildungsplätze in der Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern nicht einmal bewerben können, geschweige, dass sie einen Ausbildungsplatz erhalten. Da es anch wie vor auf Bundesebene keine gesetzlich verankerte Ausbildungsplatz garantie bzw. ein Recht auf Ausbildung gibt, wird es für einen Großteil dieser jungen Menschen nahezu keine Möglichkeit geben, eine vollqualifizierende Ausbildung zu beginnen und abzuschließen. Und das, obwohl sie dies wollen und auch "ausbildungsreif" sind - schließlich verfügen sie über eien gültigen Schulabschluss. Daher setzt sich die bayerische LINKE für eine zehnjährige gemeinsame Schule für alle ein. Alle Kinder und Jugendliche - insbesondere aus finanziell benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund - müssen umfassend Zugang zu höherer Bildung erhalten.
Insbesondere die Schüler*innen an Mittelschulen müssen gestärkt werden, damit auch ihre Leistung die Anerkennung findet, die sie brauchen, um ihren Weg in das Berufsleben selbstbewusst gehen zu können.
Für uns FREIE WÄHLER ist die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung besonders wichtig. Es geht darum, die Berufsausbildung in der Gesellschaft insgesamt wieder zu stärken, Dies gelingt jedoch nur, wenn wir auch die Mittelschulen stärken. Denn eine nachhaltige Aufwertung der beruflichen Bildung in Bayern gelingt nur, wenn wir an Mittelschulen, aber auch an den beruflichen Schulen gute Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lehren und Lernen schaffen. Hierzu zählen für uns FREIE WÄHLER in erster Linie eine Steigerung der Lehrerstellen, kleinere Klassen, die Schaffung ausreichender Reserven, aber auch der Ausbau von differenzierten oder kooperativen Zusatzangeboten, die eine optimale Vorbereitung auf die Anforderungen des modernen Berufslebens ermöglichen. Gleichzeitig gilt es, die notwendigen Freiräume und Personalkapazitäten für die individuelle Förderung von schwächeren und stärkeren Schülerinnen und Schüler zu schaffen oder aber überfachliche Kompetenzen im Bereich der Persönlichkeitsbildung sowie der digitalen oder politischen Bildung zu stärken.
Die Mittelschule ist auch heute noch ein Erfolgsmodell. Dies zeigen auch die Übertrittzahlen (siehe vorherigen Abschnitt). Wir stärken die Mittelschule weiterhin, denn die Abschlüsse, die Schülerinnen und Schüler an der Mittelschule erreichen können, sind ein Türöffner für vielfältige Zukunftschancen. Bei den Betrieben und Unternehmen sind die Absolventinnen und Absolventen gefragt. Dabei garantieren Mittelschulen flächendeckend einzeln oder in Schulverbünden den Schülerinnen und Schülern eine breite Palette pädagogischer Elemente in ihrem Bildungsangebot, wie z.B. die Praxisklassen. Der Unterricht ist insgesamt stark auf berufsbezogene Inhalte ausgerichtet. Mögliche Abschlüsse sind: der erfolgreiche Abschluss der Mittelschule, der qualifizierende Abschluss der Mittelschule, der mittlere Schulabschluss an der Mittelschule. Von den 4300 neuen Stellen werden für unterschiedliche Themen, wie multiprofessionelle Teams oder die Digitalisierung auch die Mittelschulen versorgt. Für Deutsch-Lern-Klassen an Grund- und Mittelschulen werden zudem 124 Stellen bereitgestellt, um auch Kindern mit Migrationshintergrund eine gute Ausbildung zu ermöglichen.
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Früh- und Sozialpädagogik!
Die KEG fordert: bessere (finanzielle) Anreize, um den Beruf der Erzieherin/des Erziehers zu ergreifen
DIE LINKE Bayern setzt sich dafür ein, die Eingruppierung von Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern in S6 statt S4 und von Erzieherinnen und Erziehern in S8 statt S6*. Zudem müssen die Rahmenbedingungen in den Kitas dringend verbessert werden.
*Anmerkung der KEG: im aktuellen Tarifvertrag ist Stufe S6 nicht mehr belegt. Beschäftigte im Erzieherberuf werden schon seit 2015 nach S8 bezahlt.
Hand in Hand mit dem Ausbau stoßen wir eine Qualitätsoffensive in den bayerischen Kitas an. Das heißt: mehr Erzieher*innen und kleinere Gruppen. Denn bei den Ausgaben für die Kindertageseinrichtungen liegt das reiche Bayern sogar unter dem Bundesdurchschnitt. Wir wollen das ändern und zusätzliche fachliche Unterstützung für Inklusion und soziale Brennpunkte. Wir werden für bessere Arbeitsbedingungen und für bessere Bezahlung der Fachkräfte sorgen, für mehr Zeit für Elterngespräche und Leitungsaufgaben. Außerdem bekommen mit uns die Erzieher*innen in der Ausbildung schon von Anfang an eine ordentliche Vergütung und nicht nur ein Taschengeld. Dafür ändern wir das Bayerische Kindergartengesetz (BayKiBiG). Wir wollen mehr Männer für den Beruf des Erziehers gewinnen.
Wir FREIE WÄHLER sind der Meinung, dass eine bessere Vergütung unabdingbar für eine Attraktivitätssteigerung des Erzieherberufs ist. Bisher spiegelt sich die Wichtigkeit nicht in der Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher wieder.
Für uns FREIE WÄHLER liegt auf der Hand, dass die Regelungen des BayKiBiG die tägliche Arbeit in den Einrichtungen mitunter erschwert, weswegen wir für eine dementsprechende Novellierung eintreten. Unter anderem müssen endlich genügend Zeitkapazitäten für die Kita-Leitungen ermöglicht sowie ein eigener Gewichtungsfaktor für Kinder mit Fluchthintergrund eingeführt werden.
Wir appellieren an die Tarifvertragsparteien die tarifvertraglichen Rahmenbedingungen für die Berufe der Kindertagesbetreuung insgesamt zu modernisieren. Überlegungen gibt es zudem hinsichtlich eines Sonderprogramms für Erzieher für Gebiete, in denen die Lebenshaltungskosten besonders hoch sind.
Wir müssen das Berufsfeld aufwerten und insbesondere die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten. Die entsprechenden Initiativen von Bundesfamilienministerin Giffey begrüßen wir sehr, allerdings kann und muss auch Bayern seine Anstrengungen dringend verstärken. Wir fordern finanzielle Erleichterungen bereits in der Ausbildung, mehr Einsatz des Freistaats für einen Branchentarifvertrag Soziales und Entlastungen im Arbeitsalltag, z.B. durch Regelungen zur (refinanzierten) Leitungsfreistellung. Die Ausbildung muss außerdem geöffnet werden, allerdings dürfen selbstverständlich hohe qualitative Ansprüche nicht aus dem Blick geraten. Wir sprechen uns zudem sehr für den Einsatz multiprofessioneller Teams in Kitas aus.
Wir Freie Demokraten fordern, dass Kinder in der frühkindlichen Bildung nicht nur betreut, sondern schon von Beginn an individuell gefördert werden. In den frühen Lebensjahren werden die Grundlagen für den späteren Bildungserfolg gelegt – durch eine individuelle Förderung des Spracherwerbs und der Persönlichkeitsentwicklung. Damit dies auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren kann, wollen wir das weltbeste Erziehungspersonal. Dieses wollen wir gewinnen, indem wir die Erzieherausbildung reformieren und uns für mehr Anerkennung des Berufs sowie eine attraktive, marktgerechte Bezahlung einsetzen. Qualität entsteht in erster Linie durch Wettbewerb und Vielfalt. Uns Freien Demokraten ist es besonders wichtig, die bürokratischen Hürden zur Gründung einer KiTa zu senken, damit es eine größere Zahl von Trägern geben kann.
Die KEG fordert: den Ausbau einer qualitativ hochwertigen Ausbildung für Seiteneinsteiger in den Sozial- & Erziehungsdienst
Die Forderung ist zu begrüßen.
Gute Kinderbetreuung steht und fällt mit guten Erzieher*innen. Deshalb werden wir eine Ausbildungsoffensive für Erzieher*innen in Bayern mit einer qualitativ guten Ausbildung und einer besseren Bezahlung starten. Mit einem Förderprogramm in Höhe von 400 Millionen Euro wollen wir mehr Betreuungsplätze schaffen und die Personalausstattung in den Kitas deutlich verbessern.
Um vermehrt Kitakräfte gewinnen zu können, müssen wir den Einstieg für Quer- und Seiteneinsteiger erleichtern. Hier ist zu beobachten, dass Träger und interessierte Fachkräfte über zu wenige Informationen verfügen und daher das Wagnis „Quereinstieg“ oftmals nicht eingehen. Hier muss vonseiten des Freistaats noch mehr unternommen werden, um die Möglichkeit des Quereinstiegs einer breiteren Masse zu vermitteln.
Unser Ziel ist es, die Betreuungsplätze in der Kinderbetreuung weiter bedarfsgerecht auszubauen. Investitionen in die Qualität der Kinderbetreuung stehen für uns im Vordergrund. Für uns ist klar: Qualität geht vor Gebührenfreiheit! Deshalb setzen wir unsere Qualitätsoffensive für alle Kinderbetreuungseinrichtungen fort. Grundvoraussetzung für den Ausbau und die Qualitätsverbesserung in der Kinderbetreuung ist motiviertes und gut ausgebildetes Personal. Bereits heute gestaltet sich die Suche nach Personal für viele Träger sehr schwierig. Die Hebel für mehr Fachkräfte liegen zum einen in einer Fortentwicklung der Ausbildung, zum anderen in einer attraktiveren Bezahlung. Neben kraftvollen Investitionen des Freistaates in den weiteren Ausbau des Betreuungsbereiches, werden wir zudem die Erzieherausbildung attraktiver gestalten.
Modernisierung der Erzieher/innen-Ausbildung
Der seit dem Schuljahr 2016/2017 laufende Modellversuch „OptiPrax“ öffnet die Erzieherausbildung vor allem für Quereinsteiger z. B. mit einer fachfremden Berufsausbildung oder für Abiturienten. In der Ausbildung werden Theorie und Praxis noch stärker verzahnt. Die Auszubildenden erhalten während der gesamten Ausbildung eine am Tariflohn orientierte Ausbildungsvergütung. Dieser Ausbildungsweg sollte bei entsprechend positiven Evaluationsergebnissen als Alternative dauerhaft verankert werden. Die Finanzierungsverantwortung für die praktische Ausbildung liegt dabei grundsätzlich bei Trägern und Kommunen als Tarifvertragsparteien. Der Freistaat soll sich für diesen Ausbildungsweg mit einer Anschubfinanzierung engagieren. Wir werden im Rahmen des Modellversuchs 1.000 zusätzliche „OptiPrax“-Stellen für ganz Bayern schaffen und den notwendigen Klassenaufwuchs an den Fachakademien für Sozialpädagogik finanzieren. Ferner wollen wir im Rahmen des Modells die Kosten der Ausbildungsvergütung teilweise übernehmen. Nach Auswertung belastbarer Erfahrungen mit dem Modell „OptiPrax“ werden wir im Dialog (unter anderem mit den Fachakademien) eine Entscheidung über eine Reform der Ausbildungsstruktur für Erzieher treffen. Hierbei soll insbesondere geprüft werden, inwieweit eine Verkürzung der Ausbildung möglich ist.
Ausbildungsbonus einführen
Angehende Erzieher erhalten während des Sozialpädagogischen Seminars (SPS), das ein oder zwei Jahre dauert, in der Regel nur eine sehr geringe Vergütung. Über die BayKiBiG-Förderung werden Ausbildungsvergütungen nicht refinanziert. Zahlreiche Einrichtungsträger nehmen daher keine SPS-Praktikanten. Die Regelung von Ausbildungsvergütungen obliegt den Trägern und Kommunen als Tarifvertragsparteien. Wir wollen daher einen Ausbildungsbonus einführen: Jede Kindertageseinrichtung erhält für einen SPS-Praktikanten eine Förderung von 200 Euro/Monat, wenn die Einrichtung eine Ausbildungsvergütung von mindestens 600 Euro/Monat bezahlt. Das ist eine Motivation für die Träger, mehr Praktikanten auszubilden.
Wir wollen die Kindertagespflege weiter stärken. Der Freistaat Bayern fördert die Kindertagespflege im Rahmen des BayKiBiG. Die Tagespflege ist ein wichtiges Betreuungsangebot, sie macht heute in der Altersgruppe unter 3 Jahren einen Anteil von knapp 7 % an den Kinderbetreuungsangeboten aus. Wir wollen die Tagespflege als familiennahes Angebot ausbauen und attraktiver machen. Denn gerade bei der Abdeckung von Ferien- und Randzeiten kommt der Tagespflege besondere Bedeutung zu. Wir wollen außerdem die Festanstellung von Tagespflegepersonen durch Kommunen oder Einrichtungsträger finanziell unterstützen. Die Tagespflege kann das Fachpersonal entlasten, zudem steigern wir die Flexibilität in den Kindertagespflegeeinrichtungen. Die Qualifizierung von Tagespflegepersonen wird bedarfsgerecht weiterentwickelt.
Die Frühkindliche Bildung beginnt in der Kinderkrippe, setzt sich im Kindergarten fort und bereitet auf die Schule vor. Deshalb soll der Staat dafür Sorge tragen, dass alle Kinder Zugang zu diesem System haben. Wir Freie Demokraten haben das kostenfreie letzte Kindergartenjahr durchgesetzt und wollen nun langfristig auch die öffentlich geförderte KiTa, also Kindergarten wie auch Kinderkrippe, komplett beitragsfrei stellen. Kurz- und mittelfristig ist es unser Ziel, die Gebühren erheblich zu senken. Gleichzeitig wollen wir die Qualität der Kindertagesstätten weiter verbessern. Dies betrifft insbesondere das Betreuungsverhältnis. Die entstehenden Mehrkosten sollen vom Freistaat übernommen werden.
Wir Freie Demokraten wollen die Ausbildung und vor allem die Abschlussprüfungen von Erziehern an privaten, kommunalen und staatlichen Ausbildungseinrichtungen unter die Aufsicht des Kultusministeriums stellen. Auf diese Weise wollen wir die Einheitlichkeit der Lehrpläne, der Studienziele und der Prüfungen sicherstellen. Der Wechsel von Arbeitsorten oder Einrichtungen muss erleichtert werden.
Die Ausbildung zum Erzieher soll so gestaltet werden, dass auch eine verkürzte Ausbildungsdauer möglich ist. Außerdem braucht es gezielte Modelle, um auch Seiten- und Quereinsteigern einen Einstieg durch eine fachlich fundierte Zusatzausbildung zu ermöglichen.
Junge Menschen brauchen die beste Förderung schon zu Beginn der Bildungskette. Deshalb ist es für uns Freie Demokraten wichtig, die Standards in den Betreuungseinrichtungen zu erhöhen. Kinderpfleger sollen nicht in den für die Förderung relevanten Schlüssel eingerechnet werden. Den bisherigen Anstellungsschlüssel werden wir daher zu einem Fachkräfteschlüssel weiterentwickeln, sodass mindestens zwei Erzieher für eine Gruppe zuständig sind.
Die KEG fordert: Anerkennung der Studienqualifikation "Kindheitspädagogik"
Ebenso ist es nicht hinnehmbar, wenn sich Erzieherinnen und Erzieher durch ein Zusatzstudium wie etwa dem Kindheitspädagogikstudium weiter-qualifizieren, dies aber in der Vergütung nicht honoriert wird. Hier muss sich nach Meinung der FREIEN WÄHLER etwas ändern.
Wir stimmen der Forderung zu. Wir müssen das Berufsfeld aufwerten und insbesondere die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten. Die entsprechenden Initiativen von Bundesfamilienministerin Giffey begrüßen wir sehr, allerdings kann und muss auch Bayern seine Anstrengungen dringend verstärken. Wir fordern finanzielle Erleichterungen bereits in der Ausbildung, mehr Einsatz des Freistaats für einen Branchentarifvertrag Soziales und Entlastungen im Arbeitsalltag, z.B. durch Regelungen zur (refinanzierten) Leitungsfreistellung. Die Ausbildung muss außerdem geöffnet werden, allerdings dürfen selbstverständlich hohe qualitative Ansprüche nicht aus dem Blick geraten. Wir sprechen uns zudem sehr für den Einsatz multiprofessioneller Teams in Kitas aus.
Hinsichtlich der Leitung von Kindertagesstätten streben wir zudem die Einrichtung eines Studiengangs an.
Bildung in Bayern - eine Stimme für den Religionsunterricht!
Die KEG fordert: Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts auch bei kleine Klassenstärken
Unsere Forderung im Wahlprogramm lautet folgendermaßen: "Lebensgestaltung als Ziel - Ethikunterricht für alle: Wir ollen den Ethikunterricht so reformieren, dass alle SchülerInnen mit ihren unterschiedlichen weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Hintergründen gemeinsam über ethishe Fragen diskutieren können. Der bekenntnisorientierte Religionsunterricht an Schulen soll als Wahlfach angeboten werden, an dem sich alle Religionsgemeinschaften beteiligen können."
Die Persönlichkeitsbildung junger Menschen sowie die Vermittlung der Fähigkeit, mit eigenen sowie fremden Werten und Weltanschauungen differenziert und verantwortungsvoll umzugehen, sind grundlegende Bildungsziele des bayerischen Schulsystems. Gerade der konfessionelle Religionsunterricht an Bayerns Schulen leistet nach Ansicht der FREIEN WÄHLER dazu auch heute noch einen wesentlichen Beitrag. So unterstützt er die Suche junger Menschen nach einer verlässlichen moralischen Orientierung in der Welt von heute. Zudem bietet der Unterricht die Möglichkeit, in einer im Vergleich zu anderen Fächern weniger leistungsorientierten Lernumgebung, die eigene Rolle und Aufgabe in der Gemeinschaft wahrzunehmen sowie Akzeptanz und Offenheit zu entwickeln. Die Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts, auch in kleineren Gruppen, ist uns FREIEN WÄHLERN daher ein wichtiges Anliegen.
Die CSU steht ganz klar hinter dem konfessionellen Religionsunterricht, den wir auch in Zukunft aufrechterhalten. Nicht nur im Grundgesetz, sondern auch in der Bayerischen Verfassung ist konfessioneller Unterricht fest verankert. Dabei organisieren die beiden großen Kirchen ihren jeweiligen Unterricht selbst.
Religionsunterricht ist wichtig und muss daher auch weiterhin stattfinden. Wie genau das angesichts der immer kleiner werden Zahl als Religionslehrkräften gehen kann, muss gemeinsam mit beiden großen Kirchen besprochen werden.
Die FDP setzt sich für die Einführung eines gemeinsamen Religionskunde- und Ethikunterrichts ein, der Wissen und Verständnis über alle Religionen und Weltbilder vermittelt. Damit bekräftigen wir Freie Demokraten unsere Forderung nach Trennung von Kirche und Staat, nach staatlicher Neutralität und Unparteilichkeit gegenüber allen Religionsgemeinschaften auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Die KEG sieht eine Lösung im kooperativ-konfessionellen Religionsunterricht
Wir FREIE WÄHLER halten das Modell des kooperativ-konfessionellen Religionsunterrichts als pädagogisch zielgerichtete Maßnahme für sinnvoll. Denn die Identitätsfindung der Heranwachsenden, für die gerade der Religionsunterricht sehr gute Rahmenbedingungen liefert, erfordert immer sowohl die Auseinandersetzung mit dem Eigenen als auch die Begegnung mit Anderem. Primär sollte dieses Modell dazu dienen, Möglichkeiten zur Kooperation sinnvoll zu nutzen und einzelne Themen, Unterrichtseinheiten, Projekttage oder freiwillige Arbeitsgemeinschaften im Team-Teaching gemeinsam zu gestalten. Hiermit lassen sich die Gemeinsamkeiten der christlichen Konfessionen stärker in den Blick nehmen. Zudem können die Zusammenarbeit sowie das gemeinsame Auftreten die Stellung des Faches Religion stärken. In Ausnahmefällen, wenn beispielsweise an einer Schule wiederholt oder längerfristig keine Lehrkraft verfügbar ist, kann die kooperativ-konfessionelle Form zudem sicherstellen, dass überhaupt Religionsunterricht stattfindet. Hierzu notwendig sind aber religionspädagogische Standards, welche einen qualitativen Unterricht sicherstellen, der den Lehrplänen für den konfessionellen Unterricht entspricht. Diese Praxis hat sich in den vergangenen Jahren auch in anderen Bundesländern bewährt, darf jedoch in Bayern unserer Ansicht nicht zum Regelfall werden.
Nur in Extremsituationen, Diasporasituationen, wo die erforderliche Mindestgruppenzahl von fünf nicht erreicht wird, können Kooperationsmodelle eine Lösung sein. Das passiert derzeit schon, wird aber die Ausnahme bleiben. Zusammenarbeit kann es sinnvollerweise bei gemeinsamen Exkursionen geben, ansonsten gilt die Trennung – personell aber auch finanziell. Sollte in Zukunft eine Zusammenarbeit nötig sein, müsste man in Richtung ökumenischem Unterricht denken. Allerdings liegt der Religionsunterricht in der Kompetenz der Kirchen, somit müsste ein Impuls für einen (systematischen) kooperativen konfessionellen Religionsunterricht – abgesehen von Einzelfällen - daher von diesen ausgehen.
Die KEG setzt sich für islamischen Unterricht in deutscher Sprache an größeren, bayerischen Schulen ein
Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion vertritt seit Langem die Position, dass das Modellprojekt zum Islamunterricht, das im vergangenen Schuljahr an weit über 300 bayerischen Schulen für rund 15.000 Schüler angeboten wurde, ein Erfolgsmodell ist, dessen am jeweiligen Bedarf vor Ort orientierte Ausweitung nicht nur äußerst wünschenswert, sondern auch dringend notwendig ist. Nur eine Erziehung zu kultureller Offenheit und Toleranz ermöglicht einen gesellschaftlich-integrativen Dialog zwischen Menschen und Religionen und ist damit zugleich wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit gegen Demokratiefeindlichkeit, Fremdenhass und Radikalisierung. Vor diesem Hintergrund halten wir das Angebot an staatlich kontrolliertem, nach bayerischem Lehrplan erfolgendem und deutschsprachigem Islamunterricht an den bayerischen Schulen für unabdingbar, denn nur so können wir sicherstellen, dass muslimischen Kindern nicht in irgendwelchen Hinterhofmoscheen möglicherweise ein falsches, nämlich radikalisiertes Bild ihres Glaubens vermittelt wird. Ziel eines jeden Religionsunterrichts sollte es aus unserer Sicht sein, Kinder zu befähigen, mit der Vielfalt an Perspektiven, Positionen und Lebensformen in unserer demokratischen Gesellschaft reflektiert und tolerant umzugehen. Gleichzeitig muss jedem Kind die Möglichkeit gegeben werden, sich der eigenen religiösen und kulturellen Wurzeln zu vergewissern. Nur so werden wir die Heranwachsenden an den bayerischen Schulen zu gefestigten jungen Persönlichkeiten erziehen können, die offen mit der Pluralität unserer Gesellschaft umgehen und zugleich selbstbewusst genug sind, um eine eigene demokratische Haltung und Identität zu entwickeln.
Seit 2009 gibt es bereits die „Islamische Unterweisung“. Diese findet ausgenommen in deutscher Sprache und derzeit als Modellversuch statt. 400 bayerische Schulen sind daran beteiligt. Das Ergebnis wird sorgfältig evaluiert werden und im Anschluss über das Ob und ggf. das Wie einer Fortsetzung entschieden.
Die Möglichkeit, die eigene Religion nicht nur zu praktizieren, sondern über sie auch Kenntnisse zu erwerben, ist identitätsstiftend und gehört zu den Aufgaben unserer Bildungseinrichtungen. Der Modellversuch „Islamischer Unterricht“ ist so erfolgreich, dass eine schrittweise, flächendeckende Umsetzung geradezu zwingend ist. Und natürlich fängt man dort an, wo der Bedarf am größten ist. So würden jedenfalls wir als SPD es machen.
Bildung in Bayern - eine Stimme für starke Werte!
Die KEG fordert: ausreichend Zeit für Wertebildung und -erziehung in allen Alters- und Jahrgangsstufen
Wir fordern in unserem Wahlprogramm: "Eine Schule für alle beschreibt Wege zu einer gemeinsamen Schule für alle Kinder, unabhängig von sozialer, kultureller oder ethnischer Herkunft, unabhängig von Alter und Geschlecht, unabhängig von der Religionszugehörigkeit und unabhängig von Behinderungen. Diese Schule ist von einer Lehr- und Lernkultur gekennzeichnet, in der gegenseitige Achtung und Akzeptanz wie auch das Lernen mit- und voneinander selbstverständlich sind. Sie fördert kollektives und regt individuelles Lernen an. Sie vermittelt den Umgang mit Verschiedenheit und somit interkulturelle Kompetenz; sie sensibilisiert für Geschlechtergerechtigkeit. Dadurch wird ermöglicht, dass alle SchülerInnen erfolgreich einen Schulabschluss erreichen."
Bündnins 90 / Die Grünen:
Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit sind für uns GRÜNE zentrale Werte des friedlichen Zusammenlebens und des wirtschaftlichen Erfolgs. Wir nehmen den Auftrag aus der Bayerischen Verfassung ernst, Schülerinnen und Schüler im Geist der Demokratie zu erziehen. Deshalb werden wir die fächerübergreifende politische und philosophische Bildung schon in der Grundschule stärken und dem Fach Sozialkunde an allen Schularten einen höheren Stellenwert einräumen. Unsere Schulen sollen zu Orten der Mitbestimmung und Teilhabe werden, denn demokratische Strukturen müssen von Anfang an gelehrt, gelernt und gelebt werden. Demokratisches Handeln im Unterricht, in der Schulgemeinschaft, in Projekten und Planspielen werden wir stärken.
Unsere Gesellschaft ist in den letzten 30 Jahren religiös-weltanschaulich pluraler geworden. Wir wollen dem erkennbar gefährdeten gesellschaftlichen Zusammenhalt durch die schrittweise und schulartspezifische Einführung eines verpflichtenden Unterrichtsfaches „Philosophie und Religionskunde“ begegnen. Alle Schüler*innen sollen gemeinsam die Welt und die menschliche Existenz ergründen, deuten und verstehen lernen sowie erfahren, welche Antworten die verschiedenen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen auf die Fragen, die sich dabei stellen, geben. Damit fördern wir friedliches Zusammenleben und Integration und wirken Fremdenfeindlichkeit, Fundamentalismus und Terrorismus entgegen. Der in Artikel 7 Abs. 3 GG garantierte bekenntnisgebundene Unterricht wird weiter angeboten. Wir wollen Friedensbildung fächerübergreifend stärken.
Die Persönlichkeitsbildung junger Menschen sowie die Vermittlung der Fähigkeit, mit eigenen sowie fremden Werten und Weltanschauungen differenziert und verantwortungsvoll umzugehen, sind grundlegende Bildungsziele des bayerischen Schulsystems. Hierzu müssen nach Ansicht der FREIEN WÄHLER Freiräume in der Stundentafel geschaffen werden, denn persönliche und soziale Kompetenzen lassen sich nicht theoretisch in eng getakteten Unterrichtssequenzen erlernen, sondern nur, wenn den Heranwachsenden der notwendige Raum gegeben wird, diese zu erfahren, zu praktizieren und tatsächlich zu leben. Lehrkräfte brauchen dementsprechend Zeit, um Schülerinnen und Schüler zu sozialem Verhalten und Engagement ermutigen zu können. Nur auf diese Weise lassen sich Kompetenzen wie Teamgeist, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, Verantwortungs¬bewusstsein sowie die Fähigkeit, Konflikte argumentativ und friedlich zu lösen, vermitteln. Ziel muss es zugleich sein, Kinder und Jugendliche zu befähigen, mit der Vielfalt an Perspektiven, Lebensformen, Haltungen und Werten in unserer demokratischen Gesellschaft reflektiert und tolerant umzugehen. Nur so werden wir die Heranwachsenden an den bayerischen Schulen zu gefestigten jungen Persönlichkeiten erziehen können, die offen mit der Pluralität unserer Gesellschaft umgehen und zugleich selbstbewusst genug sind, um eine eigene demokratische Haltung und Identität zu entwickeln.
Gerade vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem digitalen Wandel, Extremismus, Gewalt und Fake News ist es wichtig, jungen Menschen einen Kompass als Richtschnur für ihr Handeln mitzugeben. Wir wünschen uns, dass sich junge Menschen aktiv für ein Miteinander in unserer Gesellschaft engagieren, das von gegenseitigem Respekt und Zivilcourage geprägt ist. Vor diesem Hintergrund erachten wir Wertebildung und –erziehung als ganz entscheidend. Deshalb begrüßen und fördern wir viele unterschiedliche Initiativen in den Schulen und außerhalb. Sie tragen dazu bei, unseren jungen Menschen das Thema zu vermitteln. Ein Beispiel ist die neue Initiative „Werte machen Schule“ des CSU-geführten Kultusministeriums. Damit läuten wir ein neues Zeitalter der Werte-Erziehung ein! Wir bilden jugendliche Werte-Botschafter an allen weiterführenden Schularten aus und setzen immer wieder neue Schwerpunkte – im Schuljahr 2018/2019 wird es die Wertebildung 4.0 sein: Wertebildung in der digitalen Welt. Die Schülerinnen und Schüler sind nicht nur Zielgruppe, sondern auch Mitgestalter. Die jugendlichen Werte-Botschafter erwerben in ihrer Ausbildung Basiskompetenzen zur Wertebildung, zur Kommunikationsfähigkeit und zur Teamführung. Gemeinsam initiieren sie z.B. Projekttage und -wochen, Schulfeste und Schulungen der Klassensprecherinnen und -sprecher. Die Werte-Initiative fußt auf der politischen Bildung und der Demokratie- und Werteerziehung, die als fächerübergreifendes Bildungsziel an allen Schularten in Bayern festgeschrieben und Grundprinzip jeder pädagogischen Arbeit ist. Sie baut die Erfolge des Konzepts „Werte machen stark“ weiter aus, in deren Rahmen in den vergangenen zehn Jahren bereits Lehrerinnen und Lehrer als Werte-Multiplikatoren an den Schulen im Einsatz waren. Intensiv eingebunden werden außerdem externe Partner und Institutionen.
Ja, Wertebildung- und Werteerziehung ist eine zentrale Aufgabe aller Schulen in Bayern. Schon immer. Und sie geschieht jeden Tag durch viele engagierte Lehrkräfte. Man stärkt dieses Element des Bildungskanons am besten dadurch, dass man der angespannten Situation in den Schulhäusern entgegenwirkt. Durch den von der Staatsregierung konsequent herbeigeführten Lehrermangel und die fehlenden multiprofessionellen Teams sind die Kollegien vor allem damit beschäftigt, den Mangel zu beherrschen. Es fehlt aus unserer Sicht nicht nur Zeit, es fehlen vor allem die Bedingungen, um Werteerziehung in Ruhe und glaubwürdig mit langem Atem zu betreiben. Wenn man ständig damit beschäftigt ist, Kolleginnen und Kollegen zu vertreten und den Pflichtunterricht irgendwie abzuhalten, dann kann in den Lehrplänen drin stehen, was will, es wird nicht gelingen.
Die stärkere Verankerung der Wertebildung und -erziehung in allen Schularten ist uns Freien Demokraten ein besonders wichtiges Anliegen. Dies wollen wir u.a. durch einen Ausbau des Sozialkundeunterrichts erreichen. Darüber hinaus wollen wir Wertebildung und -erziehung fächerübergreifend stärker in den Lehrplänen akzentuieren.
Die KEG setzt sich dafür ein, dass die Digitalisierung mit Maß und Ziel um- und eingesetzt wird
Für eine sinnvolle und zielgerichtete Digitalisierung forden wir die Umsetzung folgender Punkte in unserem Wahlprogramm:
Digitale Medien düren nicht zum Einfallstor für Privatisierung der Bildung durch private kommerzielle Anbieter, Unternehmen oder Verlage sein. In Bildungseinrichtungen eingesetzte Software sollte Freie Software sein, die Hardware sollte nach Möglichkeit offen spezifiziert sein.
Wir wollen, dass jedes Kind ein mobiles Endgerät als Teil der Bildungsausstattung zur Verfügung hat und frühzeitig und regelmäßig mit den Prinzipien der digitalten Technologien (etwa Funktionsweise von Speichern, Sensoren, Programmierkenntnissen) vertraut gemacht wird. Deshalb brauchen Schulen kostenlose Leihgeräte für ale, die sich selbst keines leisten können.
Medienkompetenz soll fächerübergreifend Teil des Lehrplans werden. Kinder sollen den sicheren Umgang mit journalistischen Quellen lernen und Nachrichten in einen Kontext einordnen können. Ihnen soll gezeigt werden, wie Inhalte in verschiedenen Medien erstellt werden und wie diese zum Beispiel bei Werbung versuchen, die Konsumenten zu beeinflussen.
Unterrichtsmaterialien und Schulbücher sollen zusätzlich in digitaler Form für SchülerInnen bereitgestellt werden.
Im digitalen Zeitalter gehört der reflektierte und kreative Umgang mit digitalen Produkten zur Kulturtechnik, die ebenso wie Lesen, Schreiben und Rechnen als Anwendungskompetenz erworben werden muss. Digitale Bildung ist bereits heute eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und die Beschäftigungsfähigkeit. Nur kritische und kompetente Nutzer können sich in einer digitalen Welt dauerhaft zurechtfinden. Uns ist es wichtig, Schülerinnen, Schülern und Studierenden eine digitale Bildung zu ermöglichen, die digitale Medien im größeren Kontext der Persönlichkeitsbildung versteht. Der Einsatz digitaler Technik in Schule und Hochschule muss daher immer mit Maß und Ziel erfolgen und darf keinesfalls Selbstzweck sein. Vielmehr geht es darum, Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsbewussten und selbstreflektierten Mediennutzern zu erziehen, sie zu einem kritischen Bewusstsein zu befähigen. Dies ist aus Sicht der FREIEN WÄHLER Teil einer zeitgemäßen Werteerziehung an unseren Schulen, die sich an der Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen orientierten muss. Gerade Phänomene wie Fake-News, Cybermobbing, aber auch die Algorithmisierung von Verhalten, Meinungen und Identitäten sind Beispiele dafür, dass technisches Wissen im Umgang mit Medien für ein gelingendes Leben in der modernen Gesellschaft nicht ausreicht. Vielmehr müssen wir jungen Menschen Orientierung und ein stabiles Wertegerüst vermitteln, damit sie sich sicher durch die Online-Welt navigieren können. Zudem gilt es, digitale Selbstkontrolle und das Problembewusstsein bezüglich der Flut an digitalen Angeboten und Informationen zu fördern. In die digitale Bildung an allgemein- und berufsbildenden Schulen, aber auch an den Hochschulen muss daher insgesamt mehr investiert werden, aber ebenso gilt es, Lehrkräfte entsprechend zu schulen und ein umfassendes pädagogisches Konzept zur digitalen Bildung an den Schulen zu entwickeln. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion hat hierzu ein umfangreiches Antragspaket in den Bayerischen Landtag eingebracht.
Die CSU steht absolut hinter einer Digitalisierung mit Maß. „Digitalisierung“ wird die traditionellen Bildungsformen nicht ersetzen, sondern als eine sinnvolle Unterstützung im Lernprozess dienen. Durch Kombination verschiedener medialer Vermittlungsformen kann Lernen optimiert werden. Insbesondere Menschen, die weniger gerne Bücher lesen, können durch E-Learning zum Lernen angeregt werden. Zu weiteren Vorteilen der digitalen Bildung gehören zweifellos ökonomische Aspekte. Die Lernenden sind räumlich und zeitlich unabhängig. Es kann individueller auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden. Die Vermittlung von Lernstoffen kann teilweise unabhängig von der persönlichen Anwesenheit geschehen. Auch die Verteilung größerer Informationsaspekte ist dadurch machbar. Gerade diese ökonomischen Vorteile sind nicht zu unterschätzen und werden wir unter dem Aspekt „mehr Zeit für den Einzelnen“ nutzen. Und dafür schaffen wir mit 50.000 digitalen Klassenzimmer exzellente Voraussetzungen. In der Weiter- und Erwachsenenbildung bedeutet “life long learning“ meistens berufsbegleitendes Lernen, hier ist die Flexibilität hinsichtlich Ort und Zeit ebenfalls besonders wichtig. Digitaler Wandel stellt somit vielleicht eine Lösung für mehr Chancengerechtigkeit dar. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass die Lehrkraft aus der digitalen Bildung nicht wegzudenken ist. Sie wird in ihrer Rolle mehr zum Lernberater werden, muss die Lernenden begleiten und sie auch durch bisher gekannte traditionelle Phasen des Unterrichts in ihrem Erwerb von Wissen und Können unterstützen, fördern und fordern.
Das Einbeziehen digitaler Medien in den Lehr- und Lernprozess ist gar nicht aufzuhalten und es verbinden sich damit ja auch große Chancen. Aber an erster Stelle muss ein sinnvolles Konzept stehen und die Lehrkräfte müssen auf dem Weg in das digitale Zeitalter durch passgenaue Fortbildungen mitgenommen werden. Der Masterplan der Staatsregierung lässt hier noch viele Fragen offen. Völlig unbeantwortet bleibt, wer denn die vielen digitalen Endgeräte warten und betreuen soll. Spezielle IT-Kräfte sind notwendig. Und die technische Grundausstattung ist ein Muss.
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Schulleitungen!
Die KEG fordert: die Leitungen entsprechend ihrer Aufgaben mit mehr Anrechnungsstunden auszustatten
Zur Entlastung von Lehrkräften erklären wir Folgendes: "die Rücknahme der Personalkürzungen und Arbeitszeitverlängerungen sowie die Anrechnung mindestens einer Stunde (perspektivisch drei Stunden) im Wochenstundendeputat für Lehrkräfte mit Klassenleitungstätigkeit, Eltern- und Schülersprechstunden. Die Reduzierung von Klassengrößen auf höchstens 25 SchülerInnen. Mittelfristig sind zwei Lehrkräfte für 16 SchülerInnen abzustellen, damit auch diejenigen mit besonderem Förderbedarf angemessen unterrichtet werden können."
Die Leitung einer Schule ist eine anspruchsvolle, komplexe und sehr zeitaufwändige Aufgabe. Diese Aufgaben können Schulleiterinnen und Schulleiter, insbesondere an Grund-, Mittel- und Förderschulen, mit ihrer Stundenausstattung im Grunde genommen nicht zusätzlich zu ihrer Unterrichtsverpflichtung leisten.
Weil Schulleitungen sich aber ihren Aufgaben nicht entziehen können und wollen, sind viele von ihnen an ihrem Belastungslimit angelangt. Schulleitungen benötigen mehr unterrichtsfreie Zeit, um eine zeitgemäße Schule pädagogisch zu entwickeln und zu organisieren. Auch die Verwaltungskräfte müssen dringend aufgestockt werden.
Mit der Schulleitung steht und fällt der Erfolg von Schulentwicklungsprozessen. Schon aus diesem Grund ist die Schulleitung längst als eigenes berufliches Feld zu sehen. Es handelt sich eben nicht nur um eine Lehrkraft, die in einer anderen Rolle die Schule leitet. Wesentliche Basis einer erfolgreichen Schulleitung ist eine angemessene Leitungszeit: Zeit, um das Tagesgeschäft bewältigen zu können, aber auch Zeit, um konzeptionelle Prozesse der Schulentwicklung einzuleiten und zu steuern. Wir FREIE WÄHLER haben daher kontinuierlich den Ausbau der Anrechnungsstunden für Schulleitungen gefordert, gerade auch angesichts des immer größer werdenden Aufgabenspektrums. Unserer Ansicht nach muss hierzu zeitnah ein Konzept zum stufenweisen Rückbau der Unterrichtszeit von Schulleiterinnen und Schulleitern entwickelt und sowie die zur Umsetzung notwendigen Stellen geschaffen werden. Denn nur so werden wir die Attraktivität des Berufsbilds langfristig sicherstellen können und einem drastischen Mangel an Schulleiterinnen und Schulleitern, der sich für die kommenden Jahre abzeichnet, entgegenwirken.
Die Entlastung der Schulleitungen sind wir bereits angegangen. Zum einen durch eine Stunde mehr Leitungszeit, das sind etwa 150 Stellen für alle Schularten außer dem Gymnasium sowie durch mehr Verwaltungsangestellte (150 Stellen). Auch in Zukunft werden wir dem Thema große Aufmerksamkeit schenken.
Wir sind mit allen vier Punkten sehr einverstanden und haben in unseren Anträgen deutlich gemacht, dass die Schulleitungen die zentralen Fortschrittsmotoren bei der Qualitätssicherung der Schulen sind. Die Verdopplung der Anrechnungsstunden halten wir für angemessen. Genauso sind wir der Meinung, dass alle Schulen mindestens eine halbe Stelle für eine Verwaltungskraft, die grundsätzlich nach E6 bezahlt wird, haben muss. Das entspricht der Leistung der Verwaltungsangestellten und ist auch sachgerecht.
Wir Freie Demokraten setzen uns dafür ein, dass Schulleitungen (insbesondere an Grund- und Mittelschulen) künftig mehr Leitungszeit bekommen. Dies ist dringend erforderlich.
Die KEG fordert: einen höheren Gewichtungsfaktor für SchülerInnen, die inklusiv beschult werden
Inklusion an Schulen muss in vielfältiger Hinsicht stärker als bisher unterstützt werden. Auch wir FREIE WÄHLER sind der Auffassung, dass ein Gewichtungsfaktor für inklusiv beschulte Kinder an Regelschulen, in Analogie zur Förderung der Kindertagesbetreuung nach dem BayKiBiG, eingeführt werden sollte, der den erhöhten Anforderungen an Bildungs- und Erziehungsauftrag, aber auch dem organisatorischen Aufwand Rechnung trägt. Hierbei würde es sich um einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur inklusiven Regelschule handeln.
Grundsätzlich werden Kinder mit speziellem Förderbedarf, die inklusiv unterrichtet werden, berücksichtigt. Dies können Zusatzstunden, ein Zusatzbudget für Schulen mit Schulprofil Inklusion oder Lehrkräfte in Tandemklassen sein. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren auch die entsprechende Mittel zur Verfügung gestellt. Eigens für die Inklusion stellen wir seit 2011 jedes Jahr 100 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung, seitdem sind dies um die 600 Stellen. Zudem bleiben in Bayern die Förderschulen nicht nur Kompetenzzentren zur Unterstützung der Regelschulen, sondern auch Lernorte, die viele Eltern schätzen. Mittlerweile haben in Bayern 240 Schulen das Profil Inklusion und richten damit ganz bewusst den Schulalltag nach diesem Grundsatz - mit Hilfe des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes - aus.
KEG fordert: angemessene Unterstützung der Schulleitungen durch Verwaltungspersonal
Um reibungslose Verwaltungsabläufe zu garantieren, begrüßen wir diese Forderung.
Unserer Ansicht nach ist es dringend notwendig, die zugewiesenen Stunden für Verwaltungsangestellte, insbesondere an Grund- und Mittelschulen, deutlich zu erhöhen, um Schulleitungen zu entlasten und die Qualität der bayerischen Schulen, die maßgeblich auch von der personellen Funktionsfähigkeit der Schulverwaltungen abhängt, langfristig sicherzustellen. Denn die Aufgaben der Schulleitung in Bayern werden zunehmend mehr. Zum Schuljahr 2016/2017 sind zudem Aufgaben in Form einer Implementierung und Umsetzung des seit August 2016 gültigen Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG), der juristischen und pädagogischen Umsetzung des Notenschutzes sowie des Nachteilsausgleichs und der Einführung des neuen Schulverwaltungsprogramms ASV (Amtliche Schulverwaltung) hinzugekommen, die vonseiten der Staatsregierung in keiner Weise mit einer dafür notwendigen zusätzlichen Leitungszeit sowie entsprechendem Ausbau des Verwaltungszeit unterstützt wurden. Doch um all den Aufgaben gerecht zu werden und ein qualitativ hochwertiges Schulleben nachhaltig gewährleisten zu können, ohne sich gänzlich am Beruf zu zerreiben, sind Schulleiterinnen und Schulleiter dringend auf die Unterstützung ihres Verwaltungspersonals angewiesen. Neben der zeitlichen Neubewertung des Aufgabenspektrums von Schulleitungen ist es daher insbesondere notwendig, den Schulleiterinnen und Schulleitern einen an die realen Verhältnisse angepassten Verwaltungsapparat an die Seite zu stellen, der sie bei ihren täglichen Aufgaben in ausreichendem zeitlichen Maß unterstützen kann.
Zudem setzt sich die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag immer wieder für Verwaltungsangestellte ein. Zuletzt wurden im Doppelhaushalt 2017/2018 100 zusätzliche Stellen aus der Fraktionsreserve bereitgestellt. Auch in Zukunft werden wir diesem Thema große Aufmerksamkeit schenken.
Darüber hinaus braucht es auch deutlich mehr Sekretariatskapazitäten.
Die KEG setzt sich für eine Ausweitung des "MODUS F-Modells Unternehmen Schule Führung" auf Grund- und Mittelschulen ein
Diese Forderung halten wir für unterstützenswert.
Die erweiterte Schulleitung kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Qualität und Leistungsfähigkeit des bayerischen Schulsystems zu sichern und die Chancengerechtigkeit zu verbessern. Denn die Schul- und Qualitätsentwicklung ist ganz wesentlich davon abhängig, dass den Schulleitungen nicht nur ausreichend Freiraum und Eigenverantwortung in der Ausgestaltung des Schullebens, sondern auch die dafür notwendige Zeit sowie die personellen Ressourcen zur Verfügung stehen. Dies trifft auf die einzelnen Schularten gleichermaßen zu. Von Beginn an haben wir uns daher dafür eingesetzt, dass Grund- und Mittelschulen in das Modell einbezogen werden. Denn diese sind immer noch, trotz erheblich gestiegener Anforderungen an die Schulleitungen, deutlich schlechter mit Leitungszeit ausgestattet als andere Schularten. Gerne unterstützen wir die KEG daher in ihrem Anliegen, das „Modus F“-Modell auf Grund- und Mittelschulen auszuweiten, um mehr qualifiziertes Personal für ein Amt in der Schulleitung zu gewinnen.
Der Modellversuch MODUS F wurde von der Stiftung Bildungspakt Bayern in Kooperation mit dem damaligen Staatsministerium für Unterricht und Kultus in den Jahren 2006/2007 bis zum Schuljahr 2013/14 durchgeführt. Für Grund- und Mittelschulen war jedoch im Hinblick auf die Schulstrukturen (deutlich kleinere Einheiten als Realschulen, Gymnasien und berufliche Schulen, Wahrnehmung von operativen Aufgaben durch das Schulamt, fehlender Dienstvorgesetztenstatus der Schulleiter) die Einrichtung einer erweiterten Schulleitung aufgrund der fehlenden Struktur der Schulart nicht möglich. Die Etablierung von erweiterten Schulleitungen i. S. v. Art. 57a BayEUG kam daher für diese Schularten nicht in Betracht. Damit stand auch fest, dass ein Übergang der ehemaligen MODUS-F-Grund- und Mittelschulen in Schulen mit erweiterter Schulleitung gem. Art. 57a BayEUG nicht möglich war. Inzwischen konnte aber mit den Verbänden Einvernehmen erzielt werden, dass geprüft werden soll, ob und wie für Grund- und Mittelschulen alternative Formen einer Schulleitung mit einer Verteilung von Aufgaben auf mehrere Personen eingerichtet werden können. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, den früheren MODUS-F-Grund- und Mittelschulen ab dem Schuljahr 2017/2018 wieder Anrechnungsstunden in ungekürztem Umfang zu gewähren.
Den Vorschlag der KEG, den Schulversuch „Modus F“ auch auf Grund- und Mittelschulen auszudehnen, halten wir für eine sehr gute Idee, die wir gerne unterstützen.
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Förderlehrkräfte!
Die KEG fordert: Förderlehrkräfte Art. 59 Bay. EUG zuzuordnen
Wir unterstützen Ihre Forderung und fordern selbst eine Gleichstellung aller Lehrkräfte.
Fach- und Förderlehrkräfte stehen selten im Zentrum – dabei unterstützen sie vielseitig. Wir setzen uns für ihre Anerkennung und Wertschätzung ein, die sich an guten Arbeitsbedingungen und der Besoldung wiederspiegelt.
Förderlehrkräfte sind an Grund- und Mittelschulen eine wesentliche Stütze, wenn es um die individuelle Förderung und Begleitung von Schülerinnen und Schülern und die Differenzierung des Unterrichts geht. Dabei arbeiten sie in der Regel sowohl in Kooperation mit den Klassenlehrkräften als auch im selbstständigen und eigenverantwortlichen Einsatz. Doch noch immer sind sie nicht als vollwertige Lehrkraft definiert, insofern sie unter Art. 60 des BayEUG fallen und damit keine Berechtigung zur Bewertung bzw. Benotung haben. Dies ist aus unserer Sicht umso unverständlicher, da sie in der jüngsten Zeit immer wieder angesichts eines gravierenden Personalmangels für sehr viele Unterrichtsstunden sowie längerfristige Vertretungen herangezogen wurden, was eine Bewertung der Schülerinnen und Schüler durch die Förderlehrkräfte ohnehin unumgänglich machte. Eine Änderung der Definition beziehungsweise die Änderung der Zuordnung nach Art. 59 BayEUG ist angesichts der gängigen Praxis eines eigenverantwortlichen Unterrichts durch die Förderlehrkräfte, insbesondere in Mangelzeiten, für uns FREIE WÄHLER daher durchaus vorstellbar.
Förderlehrerinnen und Förderlehrer sind an bayerischen Grundschulen, Mittelschulen und Förderschulen tätig. Gemäß Art. 60 BayEUG unterstützen die Förderlehrer den Unterricht und tragen durch die Arbeit mit Schülergruppen zur Sicherung des Unterrichtserfolgs bei. Sie nehmen besondere Aufgaben in der individuellen Betreuung und Förderung von Schülerinnen und Schülern selbständig und eigenverantwortlich wahr und wirken darüber hinaus gestaltend am Schulleben mit. Die Funktion der Förderlehrer ist damit anders konzipiert und hat vor allem andere Ausbildungsvoraussetzungen. Förderlehrer sind nicht notengebungsberechtigt und haben auch eine geringe Gesamt- bzw. Letztverantwortung. Unter diesen Voraussetzungen sehen wir keinen Anlass zur Änderung. Derzeit ist die Zulassungsvoraussetzung ein mittlerer Schulabschluss gemäß Art. 25 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen. Eine Ausweitung der Verantwortung könnte die aktuelle Zulassungsvoraussetzung „Mittlerer Schulabschlusses“ gefährden.
Das ist eine verständliche Forderung. Es wäre dann aber zwingend, auch statusrechtliche Anpassungen wie Eingruppierungen vorzunehmen. Das hätte auch Auswirkungen auf den Zugang zur Ausbildung (mittlerer Schulabschluss/Abitur). Die SPD ist gerne bereit, über diese Weiterentwicklung unter Einbezug der Fachleute zu sprechen.
Die KEG fordert: eine gerechte Bezahlung von Förderlehrkräften und eine Eingangsbesoldung nach A10
Förderlehrkräfte übernehmen an den bayerischen Schulen eine zentrale Funktion, wenn es um die individuelle Förderung und die Differenzierung des Unterrichts geht. Dies gilt umso mehr angesichts einer zunehmend heterogenen Schülerschaft sowie der Umsetzung des inklusiven Schulsystems. Eine Eingangsbesoldung nach A 10 für Förderlehrkräfte ist aus Sicht der FREIEN WÄHLER nicht zuletzt deshalb sinnvoll, weil auch in den kommenden Jahren mit einem sehr hohen Bedarf an Förderlehrkräften zu rechnen ist, um die Möglichkeiten zur individuellen Förderung an Grund- und Mittelschulen weiter ausbauen zu können. So geht das Staatsministerium für Bildung und Kultus auch in den nächsten Jahren von einer Volleinstellung aus. Eine gerechtere Besoldung würde vor diesem Hintergrund auch dazu beitragen, die Attraktivität des Berufs nachhaltig zu sicherzustellen.
Förderlehrer werden in ein Beamtenverhältnis der dritten Qualifikationsebene der Leistungslaufbahn berufen. Eingangsamt ist das Amt der Förderlehrerin/des Förderlehrers in der Besoldungsgruppe A 9. Eine Beförderung zum Förderlehrer der Besoldungsgruppe A 10 ist im Rahmen der Beförderungsrichtlinien und der zur Verfügung stehenden und besetzbaren Planstellen möglich. Aufgrund der Funktion mit den spezifischen Aufgaben und einer geringeren Verantwortlichkeit eines Förderlehrers ergibt sich auch die ursprüngliche Eingruppierung in A9, die wir damit für berechtigt erachten.
Die KEG fordert: eine Anpassung der eigenverantwortlichen Stunden an die Unterrichtszeit
Von den 28 Unterrichtsstunden an Grund- und Hauptschulen sollen in der Regel acht eigenverantwortliche Stunden sein. Dies gilt bislang auch bei Teilzeit, da die Stunden mit acht Stunden im Lehrerstundenbudget verrechnet werden. Dass bei Teilzeit nur die differenzierenden Stunden angerechnet werden, ist aus Sicht der FREIEN WÄHLER in jedem Fall ein gravierender Missstand, der baldmöglichst behoben werden muss. Aus unserer Sicht ist eine solche Regelung nicht nachvollziehbar, da sie weder für andere Lehrämter existiert, noch bei dem ohnehin schon hohen Stundenpensum gerechtfertigt scheint. Wir möchten uns daher in der kommenden Legislaturperiode für eine Teilzeitregelung einsetzen, die auch auf die Stunden für eigenverantwortlichen Unterricht angewendet wird.
Förderlehrer sind gemäß der Dienstanweisung von 2014 gezielt an großen Schulen zur Unterstützung einzusetzen, da dort der Bedarf schon wegen der durchschnittlich größeren Klassen gegeben ist. Dies halten wir für eine sinnvolle Unterstützungsmaßnahme.
Wir stimmen mit Ihnen völlig darin überein, dass es eine solche Benachteiligung von Förderlehrern nicht geben darf. Daher unterstützen wir Ihre Forderung, auch die eigenverantwortlich von Förderlehrern durchgeführten Stunden anzurechnen.
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Fachlehrkräfte!
Die KEG fordert: eine Angleichung des Pflichtstundenmaßes an Mittelschullehrer und eine höhere Eingangsbesoldung
Folgende Forderungen stellen wir dazu im Wahlprogramm auf: "die gleiche Besoldung (Entlohnung nach A 13 bzw. EG 13 TV-L oder TVöD) aller Lehrkräfte für Fachpraxis an den berufsbildenden Schulen und in Berufsbildungszentren wie Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen. Lehrkräften mit fehlender Lehramtsausbildung (so genannte Nichterfüller) ist eine ihrer Erfahrung berücksichtigende Anpassungsqualifizierung anzubieten mit dem Ziel der Gleichsetzung mit Lehrkräften mit Lehramtsausbildung (so genannte Erfüller). Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, dass alle Lehrkräfte für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Lehrkräfte an Privatschulen müssen grundsätzlich mindestens anch den Tarifverträgen im öffentlichen Dienst entlohnt werden. Die Zulassung muss von diesem Kriterium abhängig gemacht werden. DIE LINKE wird sich für die konsequente Umsetzung der bayerischen Verfassung einsetzen. Darin steht: Art. 134 (1) 1 Privatschulen müssen an die öffentlichen Schulen gestellten Anforderungen entsprechen. 2 Sie können nur mit Genehmigung des Staates errichtet und betrieben werden."
Der Fachunterricht an bayerischen Schulen hat einen hohen Stellenwert, wenn um die Vermittlung ganzheitlicher Bildung geht. Er trägt wesentlich dazu bei, dass Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen erwerben, die für eine erfolgreiche Lebensführung in Gesellschaft und Beruf notwendig sind. Doch die Arbeitsbedingungen von Fachlehrkräften sind bis heute nicht der Bedeutung des Fachunterrichts angemessen. So sind die Anforderungen an die Gestaltung eines Unterrichts, der einerseits konkrete praktische Handlungsbezüge und Kompetenzen und andererseits eine theoretische Reflexion des Handelns aufseiten der Schülerinnen und Schüler initiieren soll, äußerst hoch. Hiermit verbunden ist auch ein hoher Arbeitsaufwand hinsichtlich der Entwicklung pädagogisch geeigneter Lehr-Lern-Arrangements in anwendungsorientierten oder berufsnahen Lernsituationen. Vor diesem Hintergrund stellt ein Pflichtstundenmaß von 29 Wochenstunden eine große Belastung für die Fachlehrkräfte dar. Daher wäre aus unserer Sicht eine Prüfung beziehungsweise Neubewertung des Arbeitsaufwands von Fachlehrkräften sowie eine entsprechende Annäherung der Unterrichtspflichtzeiten gerechtfertigt.
Die Unterrichtspflichtzeit (UPZ) von Fachlehrern ist wie auch bei anderen Lehrergruppen begründet und abhängig von der Schulart und dem Anteil des fachtheoretischen Unterrichts. D.h. die UPZ für Lehrkräfte steigt (anteilig), sobald sie nicht-wissenschaftlich unterrichten. Das gilt sowohl für Fachlehrkräfte (max. UPZ 27) wie auch für sonstige Lehrkräfte. Im Gesamtkonzept aller Lehrkräfte mit ihren unterschiedlichen Funktionen und Schwerpunkten mit unterschiedlichen Abstufungen erscheint diese Vorgehensweise gerecht. Eine Reform der Ausbildung der Fachlehrkräfte würde die jetzige Funktion des Fachlehrers in Frage stellen. Struktur, Status und Einsetzbarkeit wäre damit zu diskutieren. Weitere Folgen könnten eine veränderte Zuständigkeit und Bezahlung sein und in letzter Konsequenz wäre ein potentielles Berufsfeld für Absolventen des mittleren Schulabschlusses in Gefahr. Bezüglich der Arbeitsbedingungen speziell für Fachlehrer, die an zwei oder mehr Einsatzorten arbeiten, existiert bereits ein Kontingent.
Vermutlich wird dienstrechtlich leichter eine Angleichung des Pflichtstundenmaßes möglich sein. Wie bei den Förderlehrkräften muss man bei der Eingruppierung immer auch die Ausbildung und Ausbildungsvoraussetzung im Blick haben. Eine angemessene Anerkennung und Wertschätzung sind zweifelsohne notwendig.
Die KEG fordert: eine Reform der Ausbildung für Fachlehrkräfte
Fachlehrkräfte haben für uns FREIE WÄHLER einen hohen Stellenwert, wenn es darum geht, einen qualitätsvollen, anwendungsorientierten und lebensnahen Unterricht an den bayerischen Schulen zu gestalten. Dies bringt auch Herausforderungen an die Fachlehrkräfte mit, zu deren erfolgreicher Bewältigung eine entsprechende schulische Vorbildung hilfreich und notwendig ist. Da das Staatsministerium für Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus sich für jedes Schuljahr die Entscheidung über Art und Umfang der Ausbildung und der Zulassungen vorbehält, besteht aus unserer Sicht gerade in Zeiten akuten Nachwuchsmangels die Gefahr, dass Zugangsvoraus-setzungen zulasten der Qualität der Ausbildung abgesenkt werden könnten. Vor diesem Hintergrund halten wir eine Reform der Ausbildung für durchaus sinnvoll.
Wir teilen Ihre Auffassung, dass der Wunsch nach schneller Verfügbarkeit von Nachwuchslehrkräften nicht zu Lasten der Qualität der Ausbildung gehen darf. Gerne sprechen wir mit der KEG über eine Reform der Fachlehrerausbildung.
Die KEG setzt sich dafür ein, die Arbeitsbedingungen für Fachlehrer (EG/mt) zu verbessern
Die Arbeitsbedingungen von Fachlehrkräften müssen aus Sicht der FREIEN WÄHLER dringend verbessert werden. Neben einem sehr hohen Pflichtstundenmaß gibt es eine Reihe an weiteren notwendigen Maßnahmen, welche die Rahmenbedingungen für den Unterricht an den Schulen vor Ort betreffen. Insbesondere die Mangel an festen Fachlehrräumen, veraltete oder defekte Geräte sowie fehlende Lagermöglichkeiten für Material machen den Unterrichtsalltag für Fachlehrkräfte unnötig schwer. Gleichzeitig sind die Gruppengrößen im Fachunterricht deutlich zu groß. Hier wäre aus unserer Sicht die Einführung einer Höchstgrenze für praktischen Fachunterricht sinnvoll, um alle Schülerinnen und Schüler in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten fördern zu können und notwendige Sicherheitsabstände und andere rechtliche Vorgaben einhalten zu können.
Ein qualitativ hochwertiger Fachunterricht, der die Sicherheitsanforderungen und andere rechtliche Vorgaben berücksichtigt, ist in zu großen Lerngruppen nur schwer zu realisieren. Daher tragen wir Ihre Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen voll mit.
Die KEG setzt sich für eine Reduktion der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden ein
Fachlehrkräfte, die an mehreren Schulorten unterrichten, sind nicht nur durch das ohnehin hohe Pflichtstundemaß, sondern auch durch zusätzliche Fahrtzeiten belastet. Eine Ermäßigung der Wochenarbeitszeit für betroffene Fachlehrkräfte erscheint vor diesem Hintergrund für uns FREIE WÄHLER als durchaus sinnvoll.
Bei einem Einsatz an mehreren Schulstandorten muss eine Anrechnung kommen. Denn der Mehraufwand und Belastung durch Umgebungswechsel und Fahrtzeiten sind enorm. Der Arbeitgeber ist hier klar in der Fürsorgepflicht.
Bildung in Bayern - eine Stimme für die Schulräte!
Die KEG fordert: Beförderungsrichtlinien für Schulaufsichtsbeamte zu definieren und schnellere Beförderungen ermöglichen
Im Rahmen der Gleichbehandlung ist dies Forderung begrüßenswert.
Die Beförderungsmöglichkeiten für Schulräte sollen überprüft und verbessert werden.
Die Beamte der Schulaufsicht tragen wesentliche Verantwortung, wenn es um die Planung und Ordnung des Unterrichtswesens, die Sicherung der Qualität von Erziehung und Unterricht, die Förderung und Beratung der Schulen und die Aufsicht über die inneren und äußeren Schulverhältnisse sowie über die Schulleitung und das pädagogische Personal geht. Wir halten daher Beförderungsrichtlinien für Schulaufsichtsbeamte, die eine schnellere Beförderung ermöglichen, für sinnvoll, um die Attraktivität der für das bayerische Bildungssystem wesentlichen Schulaufsichtsstellen nachhaltig sicherstellen zu können.
Die Richtlinien bewirken bereits jetzt eine schnelle Beförderung.
Wir sind der Auffassung, dass generell Beförderungswege vereinfacht werden müssen, um die Motivation zu erhöhen und gute Arbeit angemessen honorieren zu können. Das gilt selbstverständlich auch für Schulaufsichtsbeamte. Gerne sprechen wir mit Ihnen darüber, inwiefern die Beförderungsrichtlinien angepasst werden könnten.
*um das Parteien- und Meinungsbild in Bayern objektiv und real abzubilden, haben wir unsere Forderungen zur Stellungnahme auch an die AfD versandt. Ein Auszug der Anwort: "[...] vielen Dank für Ihr Interesse an der AfD und das Zusenden der Wahlprüfsteine. Momentan gehen Dutzende davon ein. Leider können wir aus folgenden Gründen darauf nicht antworten:
•	Die Fragen sind überwiegend sehr branchenspezifisch speziell.
•	Sie haben keinen strukturierten und nummerierten Fragenkatalog vorgelegt, sondern sehr lange Darlegungen eigener Positionen.
•	Dazu hat die AfD Bayern in den meisten Punkten noch keine detaillierte programmatische Position erarbeitet.
•	Die Fragen sind umfangreich und könnten mit den derzeitigen personellen Kapazitäten der AfD Bayern nicht bearbeitet werden.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis. Denn die AfD hat in ganz Bayern bisher nur einen einzigen hauptamtlichen Angestellten, und den lediglich auf einer halben Stelle. Die etablierten Parteien hingegen verfügen über einen großen Apparat, der Anfragen zu Wahlprüfsteinen mit Hilfe zahlreicher Mitarbeiter und vermutlich zum großen Teil mit Hilfe automatisierter Textbausteine beantwortet.[...]"
** Die Darstellung der Antworten der Parteien erfolt in der Reihenfolge der Rückmeldung. Die Nennung einer Partei an erster / mittlerer / letzter Position gibt nicht die Präferenzen des Verbandes oder seiner Mitarbeiter wieder.

References: Art. 57
 Art. 57
 Art. 59
 EUG 
 Art. 60
 Art. 59
 Art. 60
 Art. 25
 Art. 134