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⭐S t r o m u n d K u n s t. Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG 32. Geschäftsbericht 2004
S t r o m u n d K u n s t. Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG 32. Geschäftsbericht 2004
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Catrin Salzmann
1 Strom und Kunst. Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG 32. Geschäftsbericht 20042 Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG 32. Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 20043 INHALT Seite Aktionäre 4 Gesellschaftsorgane 6 Einleitung 8 Energieproduktion 9 Technische Hauptdaten/Betriebsdaten 15 Brennstoffversorgung 16 Entsorgung 17 Verwaltung 20 Erfolgsrechnung 22 Struktur der Jahreskosten 23 Bilanz 24 Eigenkapitalnachweis 26 Mittelflussrechnung 27 Erläuterungen 28 Antrag des Verwaltungsrates 35 Bericht der Revisionsstelle 36 BILDER Lichtkunst von Gerry Hofstetter, Zumikon, August 2004 Fotos: Beat Pfändler und Erwin von Arx Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG 34 AKTIONÄRE Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel), Olten 40% Centralschweizerische Kraftwerke (CKW), Luzern 12,5% Energie Wasser Bern (EWB), Bern 7,5% Nordostschweizerische Kraftwerke AG (NOK), Baden 25% Stadt Zürich 15% 45 6 VERWALTUNGSRAT (Amtsdauer bis zur ordentlichen Generalversammlung 2006) * Alessandro Sala, Brione sopra Minusio Präsident, Gesamtleiter der Aare-Tessin AG für Elektrizität (bis zur Generalversammlung vom ) * Giovanni Leonardi, Bodio Präsident, CEO der Aare-Tessin AG für Elektrizität (ab Generalversammlung vom ) * Hans Rudolf Gubser, Zürich Vizepräsident, Direktor der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG (bis zur Generalversammlung vom ) * Dr. Manfred Thumann, Lengnau Vizepräsident, CEO Kernenergie der Nordostschweizerischen Kraftwerke (ab Generalversammlung vom ) * Dr. Conrad Ammann, Zürich Direktor des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich * Kurt Baumgartner, Kappel SO Mitglied der Geschäftsleitung der Aare-Tessin AG für Elektrizität Dr. Stefan Breu, Bülach Mitglied der Geschäftsleitung der Aare-Tessin AG für Elektrizität * Dr. Rolf Bösch, Wettingen CFO und Mitglied der Konzernleitung der Axpo Holding AG * Peter Hirt, Gontenschwil Leiter Geschäftseinheit Thermische Produktion der Aare-Tessin AG für Elektrizität Dr. Ernst Homberger, Gossau ZH Daniel Kramer, Bern ehem. Regierungsrat, Mitglied des Verwaltungsrates der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG Präsident des Verwaltungsrates Energie Wasser Bern * André Moro, Spiez Leiter Bereich Technik Energie Wasser Bern Wolfgang Nigg, Zürich Christian Speck, Oberkulm Dr. Rudolf Steiner, Lostorf Antonio Taormina, Niederweningen Andres Türler, Zürich ehem. Stadtrat der Stadt Zürich Präsident des Verwaltungsrates der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG Nationalrat Mitglied der Geschäftsleitung der Aare-Tessin AG für Elektrizität Stadtrat, Vorsteher des Departementes der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich * Dr. Thomas von Weissenfluh, Luzern Mitglied der Geschäftsleitung der Centralschweizerischen Kraftwerke * Mitglieder des Verwaltungsratsausschusses 67 REVISIONSSTELLE Ernst & Young AG, Zürich GESCHÄFTSLEITUNG Peter Hirt, dipl. Ing. ETH Aare-Tessin AG für Elektrizität, Olten KRAFTWERKSLEITUNG Kurt Kohler, dipl. Ing. ETH Kraftwerksleiter Guido Meier, Dr. sc. nat., Physiker Stellvertretender Kraftwerksleiter 78 Bericht des Verwaltungsrates an die ordentliche Generalversammlung der Aktionäre vom 17. Mai 2005 EINLEITUNG In Kürze Im 25. Betriebsjahr wurde das Produktionsergebnis des Vorjahres nochmals leicht übertroffen. Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) erzeugte netto 8,02 Milliarden kwh (2003: 7,99 Milliarden kwh) ohne Abgabe von Luftschadstoffen und klimaschädigenden Gasen. Die Jahreskosten beliefen sich auf 326,3 Millionen Franken (2003: 324,8 Millionen Franken). Die Gestehungskosten betrugen wie im Vorjahr 4,07 Rappen pro kwh. Die Modernisierung der Anlage schreitet plangemäss voran: Mit den Bauarbeiten für das Nasslager für verbrauchte Brennelemente wurde im Herbst 2004 begonnen. Die Planungs- und Genehmigungsarbeiten für die Nachrüstung der Druckentlastung des Reaktorkühlsystems sind in vollem Gange. Für den Anbau des Hilfsanlagengebäudes wurde der Baugrund vorbereitet. Unser Umfeld Die vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) erarbeitete Kernenergieverordnung ging im Mai 2004 in die Vernehmlassung. Die Elektrizitätsbranche forderte eine grundlegende und praxisorientierte Überarbeitung des Verordnungsentwurfes. Dieser widersprach dem in der Abstimmung vom 18. Mai 2003 geäusserten Volkswillen und den Grundsätzen des Kernenergiegesetzes. Im Dezember 2004 verabschiedete der Bundesrat eine in wichtigen Punkten verbesserte Verordnung. Sie tritt zusammen mit dem Kernenergiegesetz am 1. Februar 2005 in Kraft. In Olkiluoto begannen die Bauarbeiten für das fünfte finnische Kernkraftwerk und das Endlager für hochaktive Abfälle. Der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) soll 2009 den Betrieb aufnehmen. Aufgrund der steigenden Elektrizitätsnachfrage und der vergleichsweise tiefen Kosten der Stromproduktion aus Kernenergie wird in Finnland der Bau eines weiteren Kernkraftwerks in Erwägung gezogen. In Frankreich beschloss die Electricité de France (EDF) den Bau einer ersten französischen EPR-Einheit in Flamanville am Ärmelkanal. In den USA wurden weitere Betriebsbewilligungen von Kernkraftwerken von 40 auf 60 Jahre verlängert. Im Rahmen des von der Regierung geförderten Programms «Nuclear Power 2010» werden neue Kernkraftwerke geplant. Das Energieministerium unterstützt die Einführung eines kombinierten effizienteren Bewilligungsverfahrens zum Bau und zum Betrieb neuer Kernkraftwerke. Dadurch soll der Neubau von Kernkraftwerken gefördert werden. 89 ENERGIEPRODUKTION Das Werk lieferte während 8300 Stunden (2003: 8292 Stunden) zuverlässig Strom ans Netz. Die Jahresrevision dauerte 19,5 Tage. Am 13. Oktober wurde die Anlage für 17,4 Stunden vom Netz getrennt, um ein undichtes Vorsteuerventil einer Frischdampf-Isolationsarmatur auszutauschen. Dank der kurzen Revisionszeit und des störungsarmen Betriebes wurde die bisher höchste Jahresproduktion erzielt. Die letzte ungeplante Reaktorschnellabschaltung erfolgte Abgabe von Prozessdampf Ausser während der Revisionszeit und der Abstellung vom 13. Oktober wurde die Kartonfabrik Niedergösgen lückenlos mit Heissdampf versorgt. Die abgegebene Dampfmenge entsprach der thermischen Energie von 164 Millionen kwh. Durch die Nutzung der gelieferten Dampfmenge vermied die Kartonfabrik die Verbrennung von rund Tonnen Öl und damit die Abgabe an die Umwelt von Tonnen Kohlendioxid. Brennelementwechsel Die geplante Jahresrevision mit Brennelementwechsel dauerte vom 6. bis und Revision zum 24. Juni Während der Revision wurden umfangreiche periodische Prüfungen und Inspektionen sowie zahlreiche Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten in den Bereichen Elektro- und Maschinentechnik durchgeführt. Zu den Schwerpunkten der Jahresrevision 2004 zählten umfangreiche wiederkehrende Prüfungen an Komponenten des Reaktorkühlsystems, der Abschluss der Erneuerungsarbeiten an der Wasserverteilung im Kühlturm, umfangreiche elektro- und leittechnische Funktionsprüfungen sowie Revisionsarbeiten an Hochspannungs- und Mittelspannungsanlagen. Mit Blick auf den geplanten Ersatz des Druckhaltersicherheitsventils in der Revision 2005 wurden vorbereitende elektro- und leittechnische Montage- und Kabelzugarbeiten durchgeführt. Für den 26. Betriebszyklus wurden im Reaktorkern 44 frische Brennelemente aus wiederaufgearbeitetem Uran (WAU) zugeladen. Von den 177 Brennelementen im Reaktorkern sind 72 WAU-Brennelemente und 56 plutoniumhaltige Mischoxid-(MOX-)Brennelemente. Über zwei Drittel der Kernbeladung stammen damit aus rezykliertem Spaltmaterial. Umfangreiche Prüfungen bestätigten das sehr gute Betriebsverhalten der Brennelemente bis zu hohen Abbränden. Während der Jahresrevision wurde die Belegschaft von zusätzlichen auswärtigen Fachkräften von gegen hundert in- und ausländischen Unternehmen unterstützt. Auf der Anlage arbeiteten täglich bis zu 560 externe Fachleute. Die Revision verlief ohne nennenswerte Personenunfälle oder Sachschäden. 910 11 Projekte Im April 2004 wurde das KKG-Managementsystem durch die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Managementsysteme (SQS) zertifiziert. Die Zertifizierung schloss die Erfüllung von drei Normforderungen ein: ISO 9001:2000 für Qualitätsmanagement, ISO 14001:1996 für Umweltmanagement sowie OHSAS :1999 für Arbeitsschutzmanagement. Das 2003 eingeführte prozessorientierte Managementsystem verbessert die Lenkung von Unternehmensprozessen. Für Planung, Steuerung und Überwachung von sicherheits- und umweltrelevanten Tätigkeiten schafft es grössere Transparenz. Ende November führte das Center for Nuclear Safety in Eastern and Central Europe eine Peer Review der probabilistischen Sicherheitsanalyse (PSA) im KKG durch. Dem Review Team gehörten führende PSA-Experten aus den USA, Deutschland und Russland an. Die Experten zeigten sich vom hohen Sicherheitsstandard im KKG beeindruckt und bestätigten der KKG-PSA ein hohes fachliches Niveau. Am 30. Juni 2004 erteilte der Bundesrat die atomrechtliche Bau- und Betriebsbewilligung für das Nasslager. Alle Einsprachen gegen das Projekt waren abgewiesen worden. Nach der Freigabe für die erste Bauetappe durch die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) erfolgte im Oktober der Spatenstich. Das Freigabeverfahren für das zweite aktuelle grosse Bauprojekt, das Hilfsanlagengebäude, ist so weit fortgeschritten, dass im Frühjahr 2005 mit der Pfahlarbeit begonnen werden kann. Die Herstellung der Komponenten für die Nachrüstung des Druckhaltesystems am Reaktorkühlsystem verläuft plangemäss. An der Lieferung der Hauptkomponenten sind Firmen aus der Schweiz und aus Deutschland beteiligt. Zur Vorbereitung der Montagearbeiten, die während der Jahresrevision 2005 erfolgen, wurden bereits Bauarbeiten und elektrotechnische Arbeiten durchgeführt sowie erste Abnahmetests an Komponenten vorgenommen. Während der Jahresrevisionen 2003 und 2004 wurde die Wasserverteilung im Kühlturm erneuert. Die Kühlturmarbeiten werden mit dem Austausch der Kühlelemente während der Jahresrevision 2005 abgeschlossen. Die vollständige Erneuerung aller Einbauten senkt die Kühlwassertemperatur und führt zu einer Wirkungsgradverbesserung. 1112 Strahlenschutz Öffentlichkeitsarbeit Die durch das Kraftwerk verursachte maximale Dosis der Umgebungsbevölkerung betrug weniger als 0,01 Millisievert (msv) pro Person und lag deutlich unter dem Dosisrichtwert von 0,3 msv pro Jahr und Person. Die Kollektivdosis aller im Kraftwerk tätigen beruflich strahlenexponierten Personen entspricht mit 834 msv dem Mittelwert der Jahreskollektivdosen der vorangegangenen 10 Jahre. Für das Jahr 2004 ergibt sich ein Mittelwert von 0,9 msv pro Person bei einer Streuung von 0 bis 11,6 msv. Die entsprechende Vergleichsgrösse für die medizinisch bedingte Strahlenexposition der Schweizer Bevölkerung beträgt im Jahresmittel 1 msv pro Person bei einer Streuung von 0 bis 80 msv. Die durch natürliche Quellen verursachte mittlere jährliche Strahlenexposition der schweizerischen Bevölkerung liegt bei 3 msv pro Person bei einer Streubreite von 1 bis über 25 msv. Ende Januar führten der Solothurner Gewerbeverband, die Solothurner Handelskammer und das kantonale Amt für Berufsbildung und Berufsberatung im KKG eine gemeinsame Medienkonferenz zur Lehrstellenförderung durch. Dabei wurde die Ausweitung des Lehrstellenangebotes im KKG als nachahmenswerte Praxis gewürdigt. Im Mai luden die Schweizer Kernkraftwerkbetreiber die Belegschaften der Werke und zahlreiche Gäste zum Festkonzert der Camerata Nucleare ins Kultur- und Kongresszentrum Luzern ein. Der Grossanlass stand im Zusammenhang mit den Betriebsjubiläen der Kernkraftwerke Beznau, Leibstadt und Gösgen. Als Teil seiner Lichtkunstserie «Monuments of Switzerland» projizierte der Lichtkünstler Gerry Hofstetter Ende August Bilder auf den KKG-Kühlturm und die Dampffahne. Der von zahlreichen Schaulustigen aus der Region besuchte Event wurde von SF DRS dokumentiert und über Schweizer Printmedien verbreitet. Die kreativen Bilder am Kühlturm erzeugten ein positives Echo in der Standortregion und in den Medien. Anfang November feierte das KKG mit der Belegschaft und mit Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft das 25-Jahre-Betriebsjubiläum. Das KKG nutzte den Jubiläumsanlass zur Beziehungspflege mit Anspruchsgruppen im engeren und weiteren Umfeld. Dazu diente auch eine Jubiläumsschrift, die über den Gewerbeverband und die Handelskammer an Meinungsträger im Kanton Solothurn verteilt wurde. Im Januar und im Dezember fanden im Rahmen der Nachbarschaftspflege die jährlichen Aussprachen mit Vertretern der Standortgemeinden statt. 29 Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen nahmen 2004 an der Energiewoche Gösgen teil. Insgesamt besichtigten Personen das Werk. Über die Hälfte der Besucher waren Schüler und Studenten. Die meisten setzten sich unvoreingenommen und offen mit der Kernenergie auseinander. 1213 Personal Ende Jahr waren 395 Vollzeitangestellte beschäftigt. Davon waren 54 Mitarbeiter als Pikettingenieure, Schichtchefs und Reaktoroperateure von der HSK für den Betrieb des Kernkraftwerkes lizenziert. Darüber hinaus waren sechs Lehrlinge in der Ausbildung. Zusätzlich waren Teilzeitmitarbeitende im Besucherwesen, im Personalrestaurant und in der Reinigung tätig. In einer grossen Anzahl von Kursen vertieften Mitarbeitende aller Abteilungen ihr Fachwissen und ihre fachtechnischen Fertigkeiten. Das Nachwuchskader besuchte Veranstaltungen zum Persönlichkeitstraining. Das Betriebspersonal nutzte den KKG-Simulator intensiv für die Grundausbildung und die Wiederholungsschulung. Das obere Management setzte sich in einem Workshop mit aktuellen Fragen der Unternehmensführung auseinander. Ende November fand eine Notfallübung unter Einbezug externer Stellen und mit Einsatz verschiedener Notfallequipen statt. 1314 15 TECHNISCHE HAUPTDATEN DES KERNKRAFTWERKES Reaktortyp Druckwasserreaktor Thermische Leistung des Reaktors 3002 MW Elektrische Leistung des Generators 1020 MW Elektrische Nettoleistung 970 MW Kühlung des Kraftwerkes 1 Naturzugkühlturm Kühlwasserumlauf 31,6 m 3 /s Personalbestand Vollzeitbeschäftigte 395 BETRIEBSDATEN Anzahl Betriebsstunden Bruttoerzeugung Mio. kwh Nettoerzeugung Mio. kwh als Elektrizität Mio. kwh als Prozessdampf Mio. kwh davon als Winterproduktion Mio. kwh Zeitverfügbarkeit 94,7% 94,5% Arbeitsverfügbarkeit 95,0% 94,9% Arbeitsausnutzung 94,5% 94,4% LASTDIAGRAMM 2004 MW Bruttoleistung Jahresrevision Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 1516 BRENNSTOFFVERSORGUNG Die Versorgung des KKG mit Brennstoff basierte wie in den vergangenen Jahren auf der Rückführung von Uran und Plutonium aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente. Im Berichtsjahr erfolgte die Anlieferung der sechsten Nachladung von WAU-Brennelementen, welche unter der Lizenz von Framatome ANP bei der russischen Firma Mashinostroitelny Zavod (MSZ) in Elektrostal, Russland, hergestellt werden. Die Mischung von WAU mit hochangereichertem Uran aus militärischen Beständen ersetzt die konventionelle Anreicherung. Die Rückführung von WAU weist technische Vorteile auf und schont wertvolle Energieressourcen. Im Dezember beschloss der Verwaltungsrat, sechs weitere Nachladungen von WAU-Brennelementen zu beschaffen. 1617 ENTSORGUNG Betriebsabfälle Wiederaufarbeitung Die Verfestigung der Betriebsabfälle erfolgte mit bewährten Verfahren. Abwasserkonzentrate wurden in Bitumen endlagergerecht verarbeitet. Brennund schmelzbare Abfälle wurden für die Verarbeitung im Plasmaofen des zentralen Zwischenlagers für radioaktive Abfälle in Würenlingen (Zwilag) abtransportiert. Für die Konditionierung stärker strahlender Abfälle aus dem Reaktordruckbehälter erfolgten erste vorbereitende Arbeiten. Zur Optimierung der Lagerbewirtschaftung wurden rund 950 Fässer für die Auslagerung ins Zwilag bereitgestellt. Nachdem die Wiederaufarbeitungsanlage von Cogéma in La Hague für die Handhabung von Brennelementen mit höheren Abbränden lizenziert worden war, erfolgten 2004 fünf Transporte von abgebrannten Brennelementen vom KKG nach La Hague. Die Schweizer Kernkraftwerke beabsichtigen die Rückführung von kompaktierten mittelaktiven Abfällen aus La Hague in die Schweiz. Zu diesem Zweck reichten die Kraftwerkbetreiber 2004 ein Vorabklärungsgesuch beim Bundesamt für Energie ein. Zwischenlager Im zentralen Zwischenlager für radioaktive Abfälle in Würenlingen waren bis Ende 2004 total 18 Transport- und Lagerbehälter angeliefert und eingelagert worden, darunter vier KKG-Behälter mit je 37 abgebrannten Brennelementen sowie zwei KKG-Behälter mit verglasten hochaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung. Im Frühling 2004 erfolgte der erstmalige Testbetrieb der Verbrennungsund Schmelzanlage mit leicht radioaktiven Abfällen. Der im Spätherbst angelaufene Probebetrieb wurde unterbrochen, um Verbesserungen im Abgussbereich des Ofens vorzunehmen. Geologische Lager Der Entsorgungsnachweis der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), der die technische Machbarkeit des Lagers für hochaktive Abfälle belegt, wurde von der Aufsichtsbehörde geprüft und soll 2005 öffentlich aufgelegt werden. Die diesbezügliche Stellungnahme des Bundesrats wird 2006 erwartet. In der neuen Kernenergieverordnung wurde ein neuer Artikel 5 aufgenommen, der den Bund verpflichtet, die Ziele und Vorgaben für die Lagerung der radioaktiven Abfälle in geologischen Tiefenlagern in einem Sachplan für die Behörden verbindlich festzulegen. Damit wird die Unterstützung des Bundes bei der Standortwahl für Tiefenlager festgeschrieben. 1718 19 20 VERWALTUNG Die ordentliche Generalversammlung vom 25. Mai 2004 verabschiedete den Präsidenten und den Vizepräsidenten des Verwaltungsrates, Alessandro Sala und Hans Rudolf Gubser. Alessandro Sala wurde 1999 als CEO von Atel in den KKG-Verwaltungsrat gewählt und zu dessen Präsidenten ernannt. Seine Kollegen im Verwaltungsrat lernten ihn als äusserst effizienten und umsichtigen Präsidenten kennen, der den Problemen und Herausforderungen mit überzeugender Sachlichkeit auf den Grund ging. In der Öffentlichkeit äusserte sich Alessandro Sala stets dezidiert zugunsten der Kernenergie. Er setzte sich mit Nachdruck für zukunftsgerichtete Rahmenbedingungen und für den langdauernden Betrieb der Schweizer Kernkraftwerke ein. Der Verwaltungsrat dankt Alessandro Sala herzlich für seinen grossen Einsatz zugunsten des KKG und der Kernenergie im Allgemeinen. Zum neuen Lebensabschnitt wünscht er ihm alles Gute. Hans Rudolf Gubser vertrat die Stadt Zürich im Verwaltungsrat des KKG von 1990 bis 1994 als Direktor des EWZ trat er für die NOK die Nachfolge von Kurt Küffer als Vizepräsident des Verwaltungsrates an. Mit dem Ausscheiden von Hans Rudolf Gubser verliert die Branche einen profilierten Vertreter, der die Akzeptanz der Kernenergie in der Schweiz massgeblich gefördert hat. Der Verwaltungsrat spricht ihm für sein Engagement seinen herzlichsten Dank aus und wünscht ihm im neuen Lebensabschnitt viel Freude. 2021 22 ERFOLGSRECHNUNG Ertrag/Aufwand Anmerkung CHF CHF Jahreskosten zulasten der Partner Übriger Betriebsertrag Gesamtleistung Kernbrennstoffaufwand Material und Fremdleistungen Personalaufwand Abschreibungen Rückstellungen Kapitalsteuern und übrige Abgaben Übriger Betriebsaufwand Betriebsaufwand Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern Finanzertrag Finanzaufwand Ergebnis vor Ertragssteuern Ertragssteuern Jahresgewinn23 STRUKTUR DER JAHRESKOSTEN 2004 Betrieb 43,9% Kernbrennstoff 12,9% Nukleare Entsorgung 18, 5% Stilllegung und Nachbetriebsphase 2,4% Abschreibungen 14,4% Kapitalzinsen 7, 9% PRODUKTIONSKENNZAHLEN 2004 Stromproduktion Jahreskosten Produktionspreis pro kwh 8016 Mio. kwh 326,3 Mio. CHF 4,07 Rp. 2324 BILANZ Aktiven Anmerkung CHF CHF Betriebsanlagen Anlagen im Bau Grundstücke und Gebäude Betriebseinrichtungen und Fahrzeuge 0 0 Sachanlagen Beteiligungen Stilllegungsfonds für Kernanlagen Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke Finanzanlagen Anlagevermögen Vorräte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Übrige Forderungen Rechnungsabgrenzungen Flüssige Mittel Umlaufvermögen Total Aktiven25 BILANZ Passiven Anmerkung CHF CHF Aktienkapital Nicht einbezahltes Aktienkapital Allgemeine Reserve Jahresgewinn Eigenkapital Rückstellungen Kernbrennstoffkreislauf Übrige Rückstellungen Rückstellungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungen Kurzfristiges Fremdkapital Total Passiven26 EIGENKAPITALNACHWEIS Aktien- Nicht Allgemeine Jahres- Eigenkapital einbezahltes Reserve gewinn kapital Aktienkapital CHF CHF CHF CHF CHF Eigenkapital per Zuweisung Allgemeine Reserve Dividendenausschüttung Jahresgewinn Eigenkapital per Zuweisung Allgemeine Reserve Dividendenausschüttung Jahresgewinn Eigenkapital per27 MITTELFLUSSRECHNUNG CHF CHF Mittelflüsse Jahresgewinn Abschreibungen Bildung von Rückstellungen Kalkulatorische Verzinsung Rückstellungen Kalkulatorische Verzinsung Fondseinlagen Cashflow Veränderung Nettoumlaufvermögen (ohne flüssige Mittel) Entsorgungskostenzuschuss Verwendung von Rückstellungen Kernbrennstoffkreislauf Mittelfluss aus Unternehmenstätigkeit Investitionen Sachanlagen Desinvestitionen Sachanlagen Investitionen Finanzanlagen Desinvestitionen Finanzanlagen Mittelfluss aus Investitionstätigkeit Dividendenausschüttung Mittelfluss aus Finanzierungstätigkeit Flüssige Mittel am Veränderung der flüssigen Mittel Flüssige Mittel am28 ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESRECHNUNG Rechnungslegungsgrundsätze Die Jahresrechnung der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG wurde nach den Vorschriften des Aktienrechtes sowie den Grundsätzen der Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER) erstellt. Sie vermitteln ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Als Aktionäre gelten alle an der Gesellschaft beteiligten Partner (Anmerkung 16). Die nachfolgenden Erläuterungen enthalten auch die in Art. 663b OR (Anhang) vorgeschriebenen Angaben. Dieser Swiss GAAP FER-Abschluss entspricht gleichzeitig dem handelsrechtlichen Abschluss. Aufgrund der gültigen Empfehlungen zur Rechnungslegung ist die Bilanz neu gestaltet worden. Sachanlagen Die Betriebsanlagen sind zu Anschaffungskosten abzüglich der betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen werden als Pauschalbetrag periodisch unter Berücksichtigung der angenommenen wirtschaftlichen Nutzungsdauer von 40 Jahren sowie den getätigten und geplanten Investitionen festgelegt. Die Anlagen im Bau enthalten zugehöriges Material und Fremdleistungen. Während der Erstellungsphase werden keine Abschreibungen vorgenommen. Die Bewertung der Gebäude und Grundstücke erfolgt zu Anschaffungswerten; falls einzelne Objekte den Marktwert überschreiten, werden darauf Abschreibungen getätigt. Neuanschaffungen von Betriebseinrichtungen und Fahrzeugen werden sofort abgeschrieben, da die entsprechenden Beträge unwesentlich sind. Finanzanlagen Die Beteiligungen sind zum Anschaffungswert abzüglich betriebswirtschaftlich notwendiger Einzelwertberichtigungen ausgewiesen. Die Einlagen in die staatlichen Fonds (Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke) werden zum Barwert der zukünftigen, erwarteten Rückerstattungen (Zahlungen für Entsorgungs- und Stilllegungskosten) bewertet und jährlich über den Finanzertrag verzinst. Am Bilanzstichtag werden diese barwertgerechten Einlagen mit dem effektiven Vermögen der Fonds zum Marktwert verglichen. Die daraus resultierenden Unterschiede werden als Eventualverbindlichkeit im Falle einer Unterdeckung resp. als Eventualforderung im Falle eines Überschusses im Anhang ausgewiesen. Wertbeeinträchtigung von Aktiven Umlaufvermögen Die Aktionäre der Gesellschaft sind aufgrund bestehender Partnerverträge verpflichtet, die auf ihrem Beteiligungsanteil entfallenden Jahreskosten zu bezahlen. Somit ist die Werthaltigkeit des Anlagevermögens des Partnerwerks nach Swiss GAAP FER 20 gegeben. Die Bewertung der Vorräte (inkl. Kernbrennstoff) erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellkosten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Umlaufvermögen sind zu den in Rechnung gestellten Beträgen bilanziert. Die flüssigen Mittel enthalten Kassabestände, Post- und Bankguthaben sowie Geldanlagen bei Banken mit einer Laufzeit von längstens 90 Tagen. Sie sind zu Nominalwerten bilanziert. Rückstellungen Die Rückstellungen für den Kernbrennstoffkreislauf (nukleare Entsorgung, Stilllegung und Nachbetriebsphase) basieren auf einer detaillierten Kostenschätzung und Barwertberechnung. Für die nukleare Entsorgung der Abfälle, die Stilllegung und die Nachbetriebsphase werden in der Branche gemeinsame, detaillierte Kostenberechnungen vorgenommen, der Barwert wird periodengerecht zurückgestellt. Die Rückstellungen werden jährlich über den Finanzaufwand aufgezinst. 2829 ERLÄUTERUNGEN ZUR JAHRESRECHNUNG Kurzfristiges Fremdkapital Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beinhalten die allgemeinen Kreditoren. Die Forderungen der Steuerverwaltung sind mit 2778 (Vorjahr 2575) in den sonstigen Verbindlichkeiten bilanziert. Die Rechnungsabgrenzungen enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen von Leistungen von Dritten. Ausserbilanzgeschäfte Es bestehen betrieblich notwendige oder gesetzlich vorgeschriebene langfristige Verträge für die Herstellung von Brennelementen, die Wiederaufarbeitung sowie die Zwischen- und Endlagerung nuklearer Abfälle. Zur Absicherung von zukünftigen Verpflichtungen in fremden Währungen bestehen Devisenterminkontrakte über 336 (Vorjahr ). Der negative Wiederbeschaffungswert beträgt 7 (Vorjahr positiv 39). Es bestehen operative Leasingverpflichtungen im Totalbetrag von 473 (Vorjahr 729) mit einer Laufzeit bis Dezember Eventualverbindlichkeiten Der anteilige Marktwert der Wertschriften in den staatlichen Fonds liegt per rund CHF 98 Mio. (Vorjahr rund CHF 83 Mio.) unter den bilanzierten kalkulatorischen Rückerstattungen durch die Fonds (Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke). Diese stichtagsbezogene Abweichung ist in ihrer Höhe rein indikativ zu betrachten. Es liegen ihr verschiedene Annahmen zu Grunde und sie ist abhängig von der langfristigen Finanzmarktentwicklung. Die Berechnungsgrundlagen werden in Abstimmung mit den Organen der staatlichen Fonds periodisch überprüft. Für die Eigentümer von Kernanlagen besteht gegenüber dem Stilllegungsfonds eine begrenzte Nachschusspflicht für den Fall, dass ein einzelner primär Leistungspflichtiger seine Zahlungen nicht leisten kann. Mit Inkrafttreten des neuen Kernenergiegesetzes ( ) gilt diese begrenzte Nachschusspflicht auch gegenüber dem Entsorgungsfonds. Nach Eintritt eines allfälligen Schadenereignisses besteht für die beim europäischen Versicherungspool EMANI angeschlossenen Kernkraftwerksbetreiber eine vertraglich fixierte Nachschusspflicht im Umfang von 6 Jahresprämien. Dies entspricht einem KKG-Anteil von 4402 (Vorjahr 3812). Es bestehen weitere Zahlungsgarantien von 2285 (Vorjahr 2700). Personalvorsorge Die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG ist bei einer Branchensammeleinrichtung angeschlossen. Dabei handelt es sich um eine rechtlich selbstständige Vorsorgeeinrichtung, welche nach dem schweizerischen Leistungsprimat aufgebaut ist. Mitglieder dieser Vorsorgeeinrichtung sind sämtliche fest angestellten Mitarbeiter der Gesellschaft ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres. Diese sind für den Invaliditäts- und Todesfall versichert. Ab 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres sind sie auch für Altersleistungen versichert. Die Gesellschaft bezahlt feste Beiträge und ist keine Verpflichtungen für weitergehende Beiträge eingegangen. Somit ist die Gesellschaft nicht Risikoträgerin und der Vorsorgeplan wird gemäss Swiss GAAP FER 16 als beitragsorientiert eingestuft. Der Aufwand des Unternehmens aus Vorsorgeverpflichtungen beträgt im Berichtsjahr 5027 (Vorjahr 5427) der im Personalaufwand enthalten ist. Transaktionen mit nahe stehenden Personen Wesentliche Transaktionen mit nahe stehenden Personen, d.h. Aktionären der Gesellschaft, erfolgen zu Vertrags- oder Marktbedingungen und sind in den jeweiligen Anmerkungen zu Erfolgsrechnung und Bilanz offen gelegt. 29 Mehr anzeigen
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