Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_12/vo/4/4246.htm
Timestamp: 2018-11-17 22:14:07+00:00

Document:
4.246 Buttenhausener Eichhalde
Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen über das Naturschutzgebiet »Buttenhausener Eichhalde« vom 18. August 1994 (GBl. v. 23.09.1994, S. 495).
Auf Grund von §§ 21, 58 Abs. 2 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz ‑NatSchG) vom 21. Oktober 1975 (GBl. S. 654), zuletzt geändert durch das Biotopschutzgesetz vom 19. November 1991 (GBl. S. 701) und von § 22 Abs. 2 und § 33 Abs. 2 Nr. 4 Landesjagdgesetz in der Fassung vom 20. Dezember 1978 (GBl. 1979 S. 12), zuletzt geändert durch Artikel 17 der Anpassungsverordnung vom 13. Februar 1989 (GBl. S. 101), wird verordnet:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Münsingen. Landkreis Reutlingen, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung »Buttenhausener Eichhalde«.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 35 ha. Es umfaßt auf Gemarkung Buttenhausen im wesentlichen ganz oder teilweise die Gewanne Vorderer Diebsteig, Eichhalde. Tiefental und Lange Halde.
(2) Die Grenzen des Naturschutzgebietes sind in einer Flurkarte des Regierungspräsidiums Tübingen vom 20. April 1994 im Maßstab 1:2500, kombiniert mit einer Übersichtskarte im Maßstab 1:25000. gekennzeichnet und in der Grenzziehung rot angelegt. Die Karte ist Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karte wird beim Regierungspräsidium Tübingen in Tübingen und beim Landratsamt Reutlingen in Reutlingen auf die Dauer von drei Wochen, beginnend am achten Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
· die Erhaltung der für das Große Lautertal außerordentlich landschaftsprägenden, linksseitig der Lauter gelegenen Hangflächen mit Wacholderheiden unterschiedlicher Ausprägung, Halbtrockenrasen, Wiesen, Felsbildungen, Steinriegeln, Hecken, Gebüschen und Wälder,
· die Sicherung und Pflege des offenen Steilhanges sowie teilweise angrenzender Flächen als Bindeglied zum dortigen Waldrand, der Lebensraum einer artenreichen Pflanzen‑ und Tiergemeinschaft ist und als Rückzugsgebiet für zahlreiche Arten aus der umgebenden Agrarlandschaft, insbesondere als Brutstätte stark gefährdeter Vogelarten dient.
3. Bodenbestandteile abzubauen. Grabungen. Sprengungen oder Bohrungen vorzunehmen oder die Bodengestalt in sonstiger Weise. vor allem durch Boden‑ oder Materialablagerungen zu verändern;
6. zu zelten, zu lagern oder Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen oder Massenveranstaltungen aller Art (wie Volkswanderungen. Sportveranstaltungen) durchzuführen;
17. Mittel zur Bekämpfung von Schadorganismen, Wildkräutern und Pflanzenkrankheiten sowie Wirkstoffe, die den Entwicklungsablauf von Pflanzen oder Tieren beeinflussen oder nachteilige Auswirkungen auf den Boden haben, anzuwenden;
2.1 die Bestimmungen des § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 3, 14, 17 und 18 zu beachten sind;
2.3 auf Halbtrockenrasen die Schafbeweidung nur in Form der Hüteschafhaltung erfolgt. Die Koppelschafhaltung oder das Pferchen von Schafen ist insoweit nicht zulässig. Unberührt bleibt das Pferchen über die Nachtzeit, wobei der Pferch nicht auf Halbtrockenrasen eingerichtet werden darf;
4. die bestimmungsgemäße Nutzung. Unterhaltung und Instandsetzung der öffentlichen Straßen und Wege, sonstiger Ver‑ oder Entsorgungsanlagen sowie Fernmeldeanlagen fortzusetzen, wobei § 4 Abs. 2 Nr. 17 zu beachten ist;
5. die sonstige bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung fortzusetzen mit der Maßgabe , daß § 4 Abs. 2 Nr. 3 und 17 zu beachten ist;
6. Pflegemaßnahmen. die von der höheren Naturschutzbehörde oder der von ihr beauftragten Stelle zur Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung des Schutzgebietes oder seiner Bestandteile veranlaßt werden, durchzuführen;
(2) Die zulässigen Handlungen sind so auszuüben, daß sie den Schutzzweck (§ 3) mit größtmöglicher Rücksicht beachten und im Rahmen der Möglichkeiten fördern. Errichtungs‑ Unterhaltungs‑ und Instandsetzungsarbeiten sollen nicht in der Vogelbrutzeit vom 1. März bis 31. Juli ausgeführt werden.
Schutz‑ und Pflegemaßnahmen werden, soweit sie Belange der Forstwirtschaft berühren im Einvernehmen mit dem zuständigen Forstamt, in einem Pflegeplan oder durch Einzelanordnung festgelegt. Bei der Beweidung ist auf wertvolle Pflanzenvorkommen Rücksicht zu nehmen.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 in Verbindung mit § 5 Abs. 1 Nr. 2 bis 7 und Abs. 2 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
(2) Gleichzeitig tritt für den Geltungsbereich dieser Verordnung die Verordnung des Landratsamts Reutlingen vom 2. Februar 1973 über das Landschaftsschutzgebiet »Großes Lautertal« außer Kraft.
TÜBINGEN, den 18. August 1994

References: § 64
 § 22
 § 33
 § 2
 § 4
 § 4
 § 4
 § 64
 § 4
 § 5