Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=20.10.2015&Aktenzeichen=3%20C%2015.14
Timestamp: 2019-03-21 06:42:36+00:00

Document:
BVerwG, 20.10.2015 - 3 C 15.14 - dejure.org
StVO § 32 Abs. 1 Satz 1, § 44 Abs. 1 Satz 1; PolG BW §§ 1 und 3, § 66 Abs. 2; LVG BW § 15 Abs. 1 Nr. 1; StVOZustG BW § 1
Straßenverkehrsbehörde; Ausführung der Straßenverkehrs-Ordnung; sachliche Zuständigkeit; Entfernung von Hindernissen; Beseitigungsanordnung; Ermächtigungsgrundlage; Eingriffsgrundlage; Ortspolizeibehörde; Anordnung, einen den Verkehr gefährdenden oder behindernden Gegenstand von der Straße zu entfernen; Warnbake; polizeiliche Generalklausel; Störung der öffentlichen Sicherheit; Durchführungsvorschriften.
StVO § 32 Abs. 1 Satz 1, § 44 Abs. 1 Satz 1
§ 32 Abs 1 S 1 StVO, § 44 Abs 1 S 1 StVO, § 1 PolG BW 1992, § 3 PolG BW 1992, § 66 Abs 2 PolG BW 1992
Entfernung von Warnbaken auf Anordnung der Ortspolizeibehörde
Der sich auf der Straße befindliche verkehrsbehindernde Gegenstand und die Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde
§ 32 I 1 StVO, § 44 I StVO
Sachliche Zuständigkeit nach StVO
Zuständigkeit bei sog. unselbstständiger Verfügung
VG Karlsruhe, 22.03.2012 - 9 K 836/10
BVerwGE 153, 140
NVwZ-RR 2016, 178
DVBl 2016, 192
Lärmbelästigung: Auto-Poser kann sich nicht durchsetzen
Bezüglich solcher Maßnahmen aber ist § 45 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. Satz 2 Nr. 3 StVO nicht anwendbar und es besteht eine Regelungslücke in der StVO, die durch einen Rückgriff auf die polizeirechtliche Generalklausel in §§ 1 Abs. 1 Satz 1, 3 PolG auszufüllen ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 20.10.2015 - 3 C 15.14 - VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15.09.2014 - 1 S 1010/13 -, jeweils juris).
Zweck des § 44 Abs. 1 StVO ist mithin, dass im Anwendungsbereich der Straßenverkehrsordnung nur die Straßenverkehrsbehörden tätig werden dürfen, auch wenn im Einzelfall ein Rückgriff auf die polizeiliche Generalklausel notwendig ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 20.10.2015 - 3 C 15.14 - VGH Baden-Württemberg, Urteil vom 15.09.2014 - 1 S 1010/13 -, jeweils juris;… Hühnermann, in: Burmann/Heß/Hühnermann/Jahnke, Straßenverkehrsrecht, 25. Auflage 2018, § 44 Rn. 1).
Richtig ist zwar, dass ein Dringlichkeitsinteresse i. S. des § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 VwGO im Falle der Sperrung eines öffentlichen Weges ausgeschlossen sein kann, wenn die für eine Beseitigungsverfügung zuständige Behörde (hier die Straßenverkehrsbehörde, vgl. BVerwG, Urteil vom 20.10.2015 - 3 C 15.14 - BVerwGE 153, 140, juris Rn. 17) die Sperrung des öffentlichen Weges über einen längeren Zeitraum unbeanstandet geduldet und sich die Sach- oder Erkenntnislage nicht wesentlich geändert hat.
Darauf, ob die Tierschutzbehörde eine solche Maßnahme auf § 34 PolG hätte stützen können (vgl. für die Befugnis der Fachbehörde zum Rückgriff auf allgemeines Polizeirecht: BVerwG, Urt. v. 20.10.2015 - 3 C 15.14 -, Rn. 15, juris), kommt es damit nicht an.
VG Saarlouis, 18.04.2016 - 5 L 187/16
Naturschutzrechts (VR 100) - hier: aufschiebende Wirkung
zum Vorstehenden BVerwG, Urteil vom 20.10.2015 - 3 C 15/14 -, DVBl 2016, 192 = NVwZ-RR 2016, 178 zur vergleichbaren Regelung des § 44 Abs. 1 Satz 1 StVO.

References: § 32
 § 44
 § 66
 § 15
 § 1
 § 32
 § 44

§ 32
 § 44
 § 1
 § 3
 § 66

§ 32
 § 44
 § 45
 § 44
 § 44
 § 80
 § 34
 § 44