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Timestamp: 2016-10-22 18:00:14+00:00

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140 III 65194. Auszug aus dem Urteil der II. zivilrechtlichen Abteilung i.S. A. gegen Konkursamt Basel-Stadt (Beschwerde in Zivilsachen)
Art. 204 al. 1 LP; nullit� d'actes de disposition du failli; effet pour l'administration de la faillite, respectivement pour la communaut� des cr�anciers et les tiers. L'administration de la faillite peut exiger du cocontractant du failli la restitution de prestations d�j� effectu�es, mais doit cependant, faute de possession, agir cas �ch�ant en justice. L'administration de la faillite n'est pas habilit�e � exiger du cocontractant, qui fait valoir son droit de propri�t� sur les valeurs patrimoniales parvenues en sa possession, la restitution de ces valeurs par le biais d'une d�cision officielle assortie de la menace d'une sanction p�nale (consid. 4). Faits � partir de page 651
BGE 140 III 651 S. 651
A. Am 19. August 2013 er�ffnete das Zivilgericht Basel-Stadt �ber B. den Konkurs. Auf den Gemeinschuldner waren zu diesem Zeitpunkt ein Lieferwagen Mercedes-Benz und ein Transportanh�nger eingel�st. Die beiden Fahrzeuge wurden am 29. August 2013 von der Gantbeamtung Basel-Stadt inventiert und gesch�tzt.
B. A. schloss mit B. (Schuldner und Verk�ufer) am 22. August 2013 einen Kaufvertrag �ber die besagten Fahrzeuge ab. Tags daraufBGE 140 III 651 S. 652wurde der am 19. August 2013 er�ffnete Konkurs �ber den Schuldner publiziert. Am 29. Oktober 2013 erliess das Konkursamt Basel-Stadt als Konkursverwaltung gegen�ber A., der mittlerweile in den Besitz der Fahrzeuge gelangt war, die "Verf�gung", dass er innert 5 Tagen den Lieferwagen Mercedes-Benz 315 CDI sowie den Sachtransportanh�nger DALTEC CARGO 35 der Gantbeamtung Basel-Stadt abzuliefern habe. Dieser Verf�gung sei bei Androhung von Strafe im Ungehorsamsfalle gem�ss Art. 292 StGB Folge zu leisten. (...)
C. Gegen diese "Verf�gung" erhob A. am 11. November 2013 der Rechtsmittelbelehrung entsprechend Beschwerde bei der unteren Aufsichtsbeh�rde �ber das Betreibungs- und Konkursamt Basel-Stadt, welche die Beschwerde am 7. M�rz 2014 abwies. Das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt als obere Aufsichtsbeh�rde �ber das Betreibungs- und Konkursamt wies die anschliessend erhobene Beschwerde am 10. April 2014 ab.
D. A. (Beschwerdef�hrer) gelangt mit Beschwerde in Zivilsachen vom 7. Mai 2014 (Postaufgabe) an das Bundesgericht. Er beantragt, es seien der Entscheid des Appellationsgerichts vom 10. April 2014 und die Verf�gung des Konkursamtes vom 29. Oktober 2013 aufzuheben und die Fahrzeuge ihm demzufolge als rechtm�ssigem Besitzer zu �berlassen. Eventualiter sei die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen zwecks Ber�cksichtigung ausser Acht gelassener Sachverhaltspunkte. Das Konkursamt und die obere Aufsichtsbeh�rde schliessen auf Abweisung der Beschwerde.
3. Das Bundesgericht kann im Rahmen einer bei ihm h�ngigen und zul�ssigen Beschwerde nach Art. 72 Abs. 2 lit. a BGG die allf�llige Nichtigkeit einer Verf�gung pr�fen und feststellen (vgl. Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege, BBl 2001 4357). Verf�gungen, mit denen die Vollstreckungsbeh�rden offensichtlich ihre sachliche Zust�ndigkeit �berschreiten, sind nichtig (BGE 111 III 56 E. 3 S. 61).
4. Die zivilrechtlichen Betrachtungen des Beschwerdef�hrers, in denen er - entgegen der Er�rterungen der Vorinstanz - auf einem gutgl�ubigen Erwerb der Fahrzeuge beharrt, sind im vorliegenden BGE 140 III 651 S. 653Beschwerdeverfahren nicht relevant, lag es doch nicht in der sachlichen Kompetenz der Aufsichtsbeh�rden, die Frage zu kl�ren, was diesbez�glich materiell rechtens ist (vgl. COMETTA/M�CKLI, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz �ber Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 2. Aufl. 2010, N. 9 ff. zu Art. 17 SchKG). Entscheidend ist hingegen, dass auch das Konkursamt selbst �ber den umstrittenen Eigentumsanspruch keinen Entscheid im Sinne eines autoritativen Befehls zu Lasten des Beschwerdef�hrers treffen konnte:
4.1 Gem�ss Art. 204 Abs. 1 SchKG sind Rechtshandlungen, welche der Gemeinschuldner nach der Konkurser�ffnung in Bezug auf Verm�gensst�cke, die zur Konkursmasse geh�ren, vornimmt, den Konkursgl�ubigern gegen�ber ung�ltig. Die Konkursverwaltung kann Verf�gungen des Schuldners als f�r sie nicht verbindlich betrachten (vgl. BGE 132 III 432 E. 2.4 S. 435). Bereits vollzogene Leistungen kann die Konkursverwaltung vom Vertragspartner des Gemeinschuldners zur�ckverlangen; sie muss jedoch mangels Besitzes allenfalls den Prozessweg beschreiten. Nach der Rechtsprechung und herrschenden Lehre ist die Konkursverwaltung nicht befugt, den Vertragspartner, der an den in seinen Besitz gelangten Verm�genswerten Eigentum geltend macht, mittels amtlicher Verf�gung zur Herausgabe derselben aufzufordern oder ihm gegen�ber polizeilichen Zwang anzuwenden (vgl. BGE 53 III 104; Urteil 7B.53/2006 vom 8. August 2006 E. 3.1; GILLI�RON, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, 5. Aufl. 2012, Rz. 1668; WOHLFART/MEYER, in: Basler Kommentar, Bundesgesetz �ber Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. II, 2. Aufl. 2010, N. 23 f. zu Art. 204 SchKG; ISABELLE ROMY, in: Commentaire romand, Poursuite et faillite, 2005, N. 15 zu Art. 204 SchKG; ST�CKLI/POSSA, in: SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 13 zu Art. 204 SchKG; FRITZSCHE/WALDER, Schuldbetreibung und Konkurs nach Schweizerischem Recht, Bd. II, 3. Aufl. 1993, � 40 Rz. 6 S. 118; SYLVAIN MARCHAND, Pr�cis de droit des poursuites, 2. Aufl. 2013, S. 138). 4.2 Nach unbestritten gebliebener vorinstanzlicher Feststellung befanden sich die Fahrzeuge zwar bis zur Konkurser�ffnung vom 19. August 2013 ausschliesslich im Gewahrsam des Gemeinschuldners und danach in demjenigen der Masse. In der Folge ist er jedoch auf den Beschwerdef�hrer �bergegangen, der geltend macht, er sei durch Art. 714 Abs. 2 i.V.m. Art. 933 ZGB in seinem Erwerb gesch�tzt. Die entstandene Meinungsverschiedenheit betrifft eine Frage des materiellen Rechts, die mangels sachlicher Zust�ndigkeit weder von der Konkursverwaltung noch von der Aufsichtsbeh�rde, sondern BGE 140 III 651 S. 654ausschliesslich vom Sachrichter zu entscheiden ist. Das Konkursamt war nicht befugt, dem Beschwerdef�hrer die Pflicht zur Ablieferung der Fahrzeuge durch eine Verf�gung im Sinne von Art. 17 SchKG aufzuerlegen. Die Erkl�rung des Konkursamts vom 29. Oktober 2013 kann daher nur als Bekanntgabe eines Parteistandpunktes aufrechterhalten werden (vgl. BGE 123 III 335 E. 1 S. 336; 76 III 45 E. 1 S. 50). Soweit diese Erkl�rung den Charakter einer beh�rdlichen Verf�gung hat, ist sie als ausserhalb der Amtsbefugnisse getroffene Massnahme nichtig (s. oben E. 3 und 4.1). Somit ist festzustellen, dass die strittige Erkl�rung des Konkursamts, der Beschwerdef�hrer habe die Fahrzeuge abzuliefern, keine Wirkung einer beh�rdlichen Verf�gung nach Art. 17 SchKG hat, und gleichzeitig der Entscheid der oberen Aufsichtsbeh�rde �ber das Betreibungs- und Konkursamt vom 10. April 2014 aufzuheben.
111 III 56,
Art. 204 al. 1 LP,
Art. 933 ZGB

References: Art. 204

BGE 
 Art. 292
 Art. 72
 BGE 
 Art. 17
 Art. 204
 BGE 
 BGE 
 Art. 204
 Art. 204
 Art. 204
 Art. 714
 Art. 933
 BGE 
 Art. 17
 BGE 
 Art. 17

Art. 204

Art. 933