Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-08-2010-5A_198-2010
Timestamp: 2016-10-28 08:42:48+00:00

Document:
5A_198/2010 (23.08.2010)
5A_198/2010
beide vertreten durch F�rsprecher Urs Lanz,
vertreten durch F�rsprecher Lorenz Fellmann,
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, vom 8. Februar 2010 (APH 09 653).
A.a A.________ wurde am 24. Januar 2000 als eheliches Kind von Z.________ und B.________ geboren. Die Eltern trennten sich ein halbes Jahr nach der Geburt und wurden mit Urteil des Gerichtskreises II Biel-Nidau vom 19. September 2006 geschieden. Dabei wurde die elterliche Sorge der Mutter (geboren 1982) zugesprochen; der Vater verzichtete gem�ss Scheidungskonvention auf ein Besuchsrecht, w�hrenddem die Mutter keine Unterhaltsanspr�che stellte. Seit der Trennung seiner Eltern wuchs A.________ bei den Grosseltern m�tterlicherseits, X.________ und Y.________ (geboren 1939 bzw. 1948), auf, die vollumf�nglich f�r seine Pflege und Erziehung sorgen. Das seit mehreren Jahren dauernde Pflegeverh�ltnis hat nie zu Beanstandungen Anlass gegeben. Die Mutter von A.________ wechselte nach der Trennung mehrmals den Wohnort. Im Jahre 2006 unternahm sie einen Selbstmordversuch; in der Folge konnte sie mit Hilfe ihrer Eltern in deren N�he ziehen und eine Lehre im elterlichen Unternehmen machen.
A.b Am 4. Mai 2007 stellten X.________ und Y.________ bei der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern (abgek�rzt: JGK) das Gesuch um Adoption ihres Enkels A.________. Zur Begr�ndung trugen sie vor, dass A.________ seit der Trennung seiner Eltern bei ihnen aufgewachsen sei und sie f�r ihn seither wie ein eigenes Kind gesorgt h�tten. Die Eltern von A.________ erteilten die Zustimmung zur Adoption. In der Folge (gest�tzt auf ein Rechtsmittelverfahren) wurde A.________ durch eine Fachperson angeh�rt und eine Stellungnahme der weiteren leiblichen Kinder der Gesuchsteller eingeholt. Mit Entscheid vom 16. November 2009 wies die JGK das Adoptionsgesuch ab.
Gegen den Entscheid der JGK appellierten X.________ und Y.________. Mit Entscheid vom 8. Februar 2010 wies das Obergericht des Kantons Bern (Appellationshof, 2. Zivilkammer) die Appellation und das Adoptionsgesuch ab.
X.________ und Y.________ f�hren mit Eingabe vom 17. M�rz 2010 Beschwerde in Zivilsachen. Die Beschwerdef�hrer beantragen dem Bundesgericht, den obergerichtlichen Entscheid aufzuheben und die Adoption ihres Enkels A.________ zu bewilligen. Eventuell sei der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Die JGK als verfahrensbeteiligte Beh�rde schliesst auf Abweisung der Beschwerde in Zivilsachen. Das Obergericht hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die Mutter von A.________ als Beschwerdegegnerin unterst�tzt (in einer unaufgefordert eingereichten Mitteilung) das Adoptionsgesuch ihrer Eltern. Weitere Vernehmlassungen (vom Rechtsvertreter der Mutter des Kindes bzw. Vater des Kindes) sind nicht eingeholt worden.
1.1 Angefochten ist ein Entscheid �ber die Bewilligung zur Adoption, welcher eine Zivilsache im Sinne von Art. 72 Abs. 1 BGG darstellt. Das Obergericht hat in dieser nicht verm�gensrechtlichen Angelegenheit als letzte kantonale Instanz entschieden (Art. 75 Abs. 1 und 2 erster Satz BGG). Die Beschwerdef�hrer, deren Adoptionsgesuch durch die Vorinstanz abgewiesen wurde, haben ein (nach Art. 264 ZGB) rechtlich gesch�tztes Interesse an der �nderung des angefochtenen Entscheides und sind zur Beschwerde berechtigt (Art. 76 Abs. 1 BGG). Die rechtzeitig (Art. 100 Abs. 1 BBGG) erhobene Beschwerde in Zivilsachen gegen den verfahrensabschliessenden Entscheid (Art. 90 BGG) ist grunds�tzlich zul�ssig.
1.2 Mit vorliegender Beschwerde kann die Verletzung von u.a. Bundesrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a BGG). In der Beschwerdeschrift ist in gedr�ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Die Verletzung von verfassungsm�ssigen Rechten ist in der Beschwerdeschrift vorzubringen und zu begr�nden (Art. 106 Abs. 2 BGG), wobei das R�geprinzip gilt (BGE 133 III 589 E. 2 S. 591). Unbeachtlich sind die blossen Verweisungen der Beschwerdef�hrer auf Akten und Rechtsschriften; inwiefern das angefochtene Urteil Bundesrecht verletzt, ist in der Beschwerdeschrift selber darzulegen (vgl. BGE 126 III 198 E. 1d).
1.3 Das Bundesgericht ist an den vorinstanzlich festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 105 Abs. 1 BGG). Zul�ssig ist einzig die R�ge, dass eine Tatsachenfeststellung auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruhe oder eine Tatsache offensichtlich unrichtig festgestellt worden sei (Art. 97 Abs. 1 BGG), wobei "offensichtlich unrichtig" mit "willk�rlich" gleichzusetzen ist (BGE 133 III 393 E. 7.1 S. 398 mit Hinweisen). Soweit die Beschwerdef�hrer neue Tatsachen (bzw. "neueste Entwicklungen" wie der Wegzug ihrer Tochter bzw. der Mutter des zu adoptierenden Kindes nach C.________/BE) vorbringen oder die Feststellung von Tatsachen durch das Bundesgericht verlangen, kann auf die Beschwerde nicht eingetreten werden.
Das Obergericht hat (unter Hinweis auf die Erw�gungen der JGK) in der Sache festgehalten, dass die Enkeladoption ausnahmsweise zul�ssig sei, namentlich um eine rechtliche und soziale Isolation des Kindes zu verhindern. Der Altersunterschied zwischen den Gesuchstellern und dem Kind betrage 61 bzw. 52 Jahre. Wohl seien diese bei guter Gesundheit und vital genug, um f�r das Kind zu sorgen. Allerdings falle es schwer, sich vorzustellen, wie die k�nftigen Adoptiveltern bei diesem Altersunterschied auf die Dauer mit den Problemen des heranwachsenden Kindes fertig werden wollen. Dies k�nne nicht durch eine reichere Lebenserfahrung aufgewogen werden. Sodann l�gen keine Anhaltspunkte f�r eine gravierende psychische Abnormit�t der Mutter des Kindes (bzw. Tochter der Gesuchsteller) vor, zumal sich diese im Berufsalltag behaupte und normale soziale Kontakte pflege. Anl�sslich der Anh�rung habe A.________ zu verstehen gegeben, dass er mit seiner Mutter ("Mama") gut auskomme. Die bestehende Beziehung zwischen Kind und Mutter spreche gegen die Adoption. Ferner sei nicht ausgeschlossen, dass die Mutter vielleicht eines Tages das Bed�rfnis versp�re, sich intensiver um ihren Sohn zu k�mmern. Es bestehe kein hinreichender Grund, um im Interesse des Kindes die Verwandtschaftsverh�ltnisse zu verschieben, zumal die leibliche Mutter nicht aus dem Leben des Kindes verschwunden sei.
Anlass zur Beschwerde gibt die Verweigerung der Adoption des Kindes A.________ durch seine Grosseltern bzw. die Beschwerdef�hrer. Nach Art. 264 ZGB darf ein Kind adoptiert werden, wenn ihm die k�nftigen Adoptiveltern w�hrend wenigstens eines Jahres Pflege und Erziehung erwiesen haben und nach den gesamten Umst�nden zu erwarten ist, die Begr�ndung eines Kindesverh�ltnisses diene seinem Wohl, ohne andere Kinder der Adoptiveltern in unbilliger Weise zur�ckzusetzen. Vorliegend steht fest, dass die Beschwerdef�hrer dem Kind bereits w�hrend mehrerer Jahre klaglose Pflege und Erziehung erwiesen haben, die anderen leiblichen Kinder der Beschwerdef�hrer (d.h. nebst der Mutter des Kindes eine weitere Tochter und zwei S�hne) das Adoptionsgesuch unterst�tzen und die leiblichen Eltern des Kindes mit der Adoption einverstanden sind. Die beschwerdef�hrenden Grosseltern werfen der Vorinstanz im Wesentlichen vor, die Adoption zu Unrecht mit dem Argument verweigert zu haben, dass der Altersunterschied zu A.________ zu gross sei und die leibliche Mutter eine sozial-psychische Bindung zum Kind habe.
3.1 Zu Recht haben die kantonalen Instanzen angenommen, dass die Adoption eines Kindes durch seine Grosseltern erlaubt ist. Bei der Adoption eines verwandten Kindes liegen allerdings ausserordentliche Umst�nde vor. F�r deren W�rdigung ist ausschliesslich das Kindeswohl massgebend (BGE 135 III 80 E. 3.3 S. 84), und ein entsprechendes Adoptionsgesuch ist mit besonderer Aufmerksamkeit zu pr�fen (BGE 119 II 1 E. 3b S. 3; Meier/Stettler, Droit de la filiation, 4. Aufl. 2009, Rz. 273, S. 135). Es ist anerkannt, dass eine derartige Adoption mit besonderen Risiken behaftet ist (vgl. Lammerant, L'adoption et les droits de l'homme en droit compar�, Br�ssel 2001, S. 238 Rz. 195). Das Bundesgericht schreitet mit Bezug auf die W�rdigung des Kindeswohls (vgl. Art. 4 ZGB) durch die kantonalen Instanzen nur dann ein, wenn grundlos von den in Lehre und Rechtsprechung entwickelten Grunds�tzen abgegangen wird, wenn Tatsachen ber�cksichtigt werden, die keine Rolle h�tten spielen d�rfen, oder wenn umgekehrt Umst�nde ausser Betracht geblieben sind, die h�tten beachtet werden m�ssen (Urteil 5A_619/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 5.1, in: FamPra.ch 2009 S. 499; vgl. BGE 126 III 223 E. 4a S. 227/228).
3.2 Die Beschwerdef�hrer machen geltend, die Vorinstanz habe unrichtig bzw. unzureichend ber�cksichtigt, dass die Kindsmutter von ihren Eltern (den Beschwerdef�hrern) abh�ngig und nach wie vor nicht in der Lage sei, f�r das Kind "zu sorgen" oder die "Erziehung zu �bernehmen"; sie verf�ge nicht �ber die "charakterlichen Voraussetzungen zur Erziehung", sondern lebe in einer unstabilen Lebenssituation, welche unter anderem im Jahre 2006 zu einem Selbstmordversuch gef�hrt habe. Sodann sei "erstaunlich", dass sich das Gemeinwesen der Adoption widersetzen k�nne, obwohl alle Beteiligten - gerade auch die Mutter - mit der Adoption einverstanden seien. Diese Vorbringen sind unbehelflich. Vorliegend geht es nicht um die Erziehungsf�higkeiten der Mutter. Sie wird in der Aus�bung ihrer elterlichen Sorge seit langem durch die Beschwerdef�hrer als Pflegeeltern vertreten (vgl. Art. 300 ZGB). Es ist auch nicht �ber die Entziehung der elterlichen Sorge von der Mutter von A.________ (vgl. Art. 311 und Art. 312 ZGB) und die �bertragung auf die Grosseltern (vgl. zum Vorrecht der Verwandten Art. 380 ZGB) zu entscheiden. Diese Massnahmen bleiben bis zur M�ndigkeit von A.________ m�glich. Wenn die Beschwerdef�hrer geltend machen, A.________ m�sste "im Heim aufwachsen", wenn sie als Grosseltern nicht f�r ihn sorgen w�rden, so blenden sie aus, dass mit der Adoption die rechtliche Beziehung zu seiner leiblichen Mutter gerade endg�ltig aufgehoben wird. Ebenso wenig kann der grosse Einsatz der Grosseltern - wie sie ausf�hren - eine "Legitimierung" f�r die Adoption darstellen. Dieser liegt zwar im Interesse des Kindes und kann (wie beschrieben) zu familienrechtlichen Massnahmen f�hren. Entscheidend ist im vorliegenden Zusammenhang aber allein, ob es im Interesse des Kindes liegt, das rechtliche Band zu den leiblichen Eltern zu durchtrennen und durch ein solches zu den Grosseltern zu ersetzen (vgl. Hegnauer, Berner Kommentar, N. 15 zu Art. 264 ZGB).
3.3 Einem Adoptionsgesuch der Grosseltern ist in der Regel nicht zu entsprechen, wenn die leibliche Mutter bzw. der leibliche Vater im Haushalt der Grosseltern oder in deren N�he wohnt und sie oft besucht (BGE 119 II 1 E. 4b S. 4). Der Abbruch pers�nlicher Beziehungen ist zwar keine f�rmliche Adoptionsvoraussetzung (BIDERBOST, in: Handkommentar zum Schweizerischen Privatrecht, 2007, N. 17 zu Art. 264 ZGB), aber eine Familiengemeinschaft, in der die leiblichen Eltern auch nach der Adoption ihres Kindes tats�chlich dessen Entwicklung mitverfolgen k�nnen, ist in hohem Masse konfliktgef�hrdet (FRANK, Grenzen der Adoption, Rechtsvergleichende Untersuchung zur Schutzbed�rftigkeit faktischer Eltern-Kind-Verh�ltnisse, 1978, S. 136; MEULDERS-KLEIN, Le printemps des grands-parents et le droit, in: M�langes Grossen, 1992, S. 178). Das Bundesgericht hat - gest�tzt auf die in BGE 119 II 1 ff. festgelegten Grunds�tze - in einem Urteil aus dem Jahre 1998 betreffend eine Enkeladoption betont, dass die Qualifikation der bestehenden Beziehung (partnerschaftlich, autorit�r, etc.) zwischen dem zu Adoptierenden und seiner Mutter nicht ausschlaggebend sei (Urteil 5C.146/1998 vom 27. Juli 1998 E. 4). Ebenso wurden die Adoption eines Bruders (Urteil 5A_619/2008 vom 16. Dezember 2008 E. 5.3, in: FamPra.ch 2009 S. 500) oder die Nichtbewilligung (recte: Bewilligung) des Adoptionspflegeverh�ltnisses f�r einen Neffen verweigert (Urteil 5A.35/2004 vom 4. Februar 2005 E. 4.2, in: FamPra.ch 2005 S. 949), weil ein Bestehen bzw. Fortdauern wesentlicher Beziehungen zu den leiblichen Eltern bzw. zu einem Elternteil feststanden.
3.3.1 Im angefochtenen Urteil wird nichts �ber das Bestehen einer Beziehung von A.________ zu seinem leiblichen Vater erw�hnt. Nach den Ausf�hrungen der Beschwerdef�hrer sollen keine entsprechenden pers�nlichen Beziehungen bestehen und gehe aus den Akten hervor, dass die leibliche Mutter keine Mutter-Kind-Beziehung aufgebaut habe. Was die Beziehung zwischen A.________ und seiner Mutter anbelangt, so hat das Obergericht - f�r das Bundesgericht verbindlich - festgestellt, dass die beiden sich regelm�ssig sehen, die Mutter in der N�he wohnt und diese immer wieder, wenn auch vielleicht nur zum Essen, Kontakt mit A.________ hat. Anl�sslich der Anh�rung hat A.________ zu verstehen gegeben, dass er mit seiner leiblichen Mutter ("Mama") gut auskomme. Wenn das Obergericht gest�tzt auf diese tats�chlichen Umst�nde auf das Bestehen einer gelebten sozial-psychischen Beziehung zwischen A.________ und seiner Mutter geschlossen und gefolgert hat, diese Beziehung spreche gegen die Annahme, dass die Adoption durch die Grosseltern im Interesse des Kindes liegt, kann insoweit nicht von einer Rechtsverletzung gesprochen werden.
3.3.2 Nach Lehre und Rechtsprechung kann sich eine Adoption als im Interesse des Kindes erweisen, wenn die leibliche Mutter bzw. der leibliche Vater angesichts des jugendlichen Alters oder des geistigen Zustandes �berhaupt nicht f�hig ist, eine normale soziale und psychische Beziehung zum Kind aufzubauen (BGE 119 II 1 E. 4b S. 4; HEGNAUER, a.a.O., N. 17 zu Art. 264 ZGB). Darauf berufen sich die Beschwerdef�hrer und machen geltend, die Mutter von A.________ sei bei der Geburt �usserst jung (knapp 18 Jahre alt) gewesen, sei dies auch heute noch und in erster Linie mit sich selbst besch�ftigt. Die Vorinstanz hat indessen festgestellt, dass keine Anhaltspunkte f�r eine gravierende psychische Abnormit�t der Mutter vorl�gen. Sie habe ein Handelsdiplom erworben, mache eine Weiterbildung und arbeite im Betrieb der Eltern; sie k�nne sich (mit 28 Jahren) im Berufsalltag behaupten und normale soziale Kontakte pflegen. Unter diesen Umst�nden geht der Vorwurf, das Obergericht habe eine grunds�tzliche Beziehungsunf�higkeit der Mutter zu ihrem Kind �bergangen, fehl. Insoweit besteht kein Anlass, in das Ermessen des kantonalen Gerichts einzugreifen, wenn dieses erwogen hat, die bestehende Beziehung zwischen A.________ und seiner leiblichen Mutter spreche gegen die Adoption.
3.4 Die Beschwerdef�hrer bezeichnen die �berlegung der Vorinstanz, die leibliche Mutter versp�re vielleicht eines Tages doch das Bed�rfnis, sich intensiver um ihren Sohn zu k�mmern, als reine Spekulation.
3.4.1 Im Falle einer Verwandtenadoption zu Lebzeiten der leiblichen Eltern ist eine Prognose �ber die Entwicklung des pers�nlichen Kontaktes zwischen Mutter und Kind in der Tat kaum m�glich (vgl. FRANK, a.a.O., S. 137, 173). Zu Recht haben daher die kantonalen Beh�rden untersucht, welche �usseren Umst�nde die Adoption von A.________ durch seine Grosseltern wirklich notwendig machen, denn je mehr die Freigabe eines Kindes von �usseren Umst�nden erzwungen war, umso eher kann sie vom - gr�sser werdenden - Kind verstanden werden und desto weniger beeintr�chtigt sie das Selbstwertgef�hl des Adoptierten (DETTENBORN/WALTER, Familienrechtspsychologie, 2002, S. 275). Auf diese entscheidende �berlegung des Obergerichts gehen die Beschwerdef�hrer nicht ein. Ihr Hinweis, die Beziehung der leiblichen Mutter zu A.________ sei "�usserst locker", w�hrenddem die Beziehung zu ihnen als Grosseltern "viel enger" sei, ist unbehelflich. Damit ist nicht dargetan, dass das Obergericht mit Blick auf m�gliche zuk�nftige Entwicklungen das Interesse von A.________, das Kindesverh�ltnis zu seiner Mutter aufzuheben und durch ein solches zu den Grosseltern zu ersetzen bzw. seine Mutter rechtlich zur Schwester werden zu lassen, missachtet habe.
3.4.2 Die Beschwerdef�hrer kritisieren in diesem Zusammenhang, dass die Vorinstanz den �usserungen der Mutter nicht allzu grosses Gewicht beigemessen habe. Das Obergericht habe nicht beachtet, dass die Mutter die Verantwortung f�r ein Kind gar nicht suche und (im Schreiben vom 17. Dezember 2009 an die JKG) darauf hingewiesen habe, dass "die Eltern an ihre Stelle" getreten seien. Die Beschwerdef�hrer �bergehen allerdings, dass die Benennung der eigentlichen Motive zur Freigabe des Kindes schwierig zu ergr�nden sind, wie oft in F�llen psychischer �berforderung, oder wenn das Elternhaus der Mutter die erzieherischen Kompetenzen abspricht (DETTENBORN/WALTER, a.a.O., S. 269). Darauf hat die Erstinstanz f�r den konkreten Fall hingewiesen. Auch die Vorinstanz durfte dies ber�cksichtigen, zumal der Beschwerdef�hrer 1 in der Appellationsschrift erkl�rt, bereits seine Mutter habe sich nicht um ihn (Beschwerdef�hrer 1) gek�mmert und seine Tochter, die Mutter von A.________, habe den "gleichen Charakter", insbesondere was die Beziehungsprobleme mit M�nnern betreffe, obwohl sie in einer intakten Familie aufgewachsen sei. Sodann wird im angefochtenen Entscheid eine gewisse Abh�ngigkeit von der Mutter von A.________ von ihren Eltern, den Beschwerdef�hrern festgestellt und hat die Mutter (jedenfalls mit dem Selbstmordversuch im Jahre 2006) psychische Probleme zum Ausdruck gebracht. Ferner schliesst die Mutter (im erw�hnten Schreiben vom 17. Dezember 2009) nicht aus, "f�r A.________ da zu sein, wenn meinen Eltern etwas zustossen w�rde". Wenn das Obergericht demnach eine vorsichtige W�rdigung der �usserungen der leiblichen Mutter vorgenommen und miterwogen hat, dass sie sich sp�ter vielleicht wieder vermehrt um A.________ k�mmern will, h�lt sich dies im Rahmen des Ermessens, �ber welches die Vorinstanz verf�gt.
3.5 Sodann hat das Obergericht - entgegen der Darstellung der Beschwerdef�hrer - die Bewilligung zur Adoption nicht allein wegen des Altersunterschiedes verweigert. Es hat zum Altersunterschied von 61 bzw. 52 Jahren jedoch seine Bedenken zum Ausdruck gebracht ("es dr�ngt sich die Frage auf ..."). Dies ist nicht zu beanstanden. Hegnauer hat bei einer Enkeladoption den Altersunterschied von 53 und 49 Jahren als gross, aber gerechtfertigt bezeichnet, weil das Kind im betreffenden Fall rechtlich vaterlos und die Mutter fr�h gestorben war und sich in einer ungesicherten Situation befand (ZVW 1994 S. 123). Wenn hier das Obergericht den Altersunterschied f�r die Adoption als eher problematisch erachtet hat, ist dieses Kriterium - gerade vor dem Hintergrund der bestehenden Beziehung zwischen der Mutter und dem Kind - nicht in sachwidriger Weise gew�rdigt worden. Die Beschwerdef�hrer bringen weiter vergeblich vor, die Vorinstanz habe die durch die Adoption bessere finanzielle Absicherung von A.________ nicht ber�cksichtigt. Aus den Erw�gungen der JGK - auf welche das Obergericht verwiesen hat - geht hervor, dass finanzielle bzw. erbrechtliche Wirkungen der Adoption des Kindes nur sekund�re Bedeutung haben (vgl. HEGNAUER, a.a.O., N. 60 zu Art. 264 ZGB). Sodann sei die Bef�rchtung, dass die leiblichen Eltern sich bei fr�hem Versterben der Grosseltern "Zugang zu den (dem Grosskind vererbten) Verm�genswerten verschaffen", unbegr�ndet, zumal entsprechende Massnahmen zum Schutz des Kindesverm�gen (Art. 324 f. ZGB) angeordnet werden k�nnten. Dies lassen die Beschwerdef�hrer beiseite; sie legen nicht dar, inwiefern das Obergericht hier f�r das Kindeswohl wesentliche Gesichtspunkte �bergangen habe.
3.6 Schliesslich werfen die Beschwerdef�hrer dem Obergericht eine Verletzung des Willk�rverbotes und Geh�rsanspruches (Art. 9 bzw. Art. 29 Abs. BV) vor, u.a. weil es den Antrag auf ihre pers�nliche Anh�rung, eine pers�nliche Anh�rung der leiblichen Mutter und eine zweite Anh�rung von A.________ abgewiesen habe.
3.6.1 Die Beschwerdef�hrer machen geltend, ihre pers�nliche Anh�rung k�nne aufzeigen, dass sie in der Lage seien, A.________ zu erziehen, und die zweite Anh�rung des Kindes k�nne belegen, dass die Beziehung w�hrend der Dauer des Verfahrens zwischen ihnen und A.________ noch tiefer geworden sei und wie sich das Kind entwickelt habe. Die Vorbringen gehen fehl. Die Vorinstanz hat die Beweisantr�ge mit der Begr�ndung abgewiesen, dass die Erziehungsf�higkeit der Beschwerdef�hrer nicht in Frage stehe und unbestritten sei, dass sie vollumf�nglich in der Lage seien, f�r das Kind zu sorgen, und dass A.________ eine enge und gute Bindung zu ihnen habe. Die Beschwerdef�hrer �bergehen, dass der Sachverhalt insoweit als abgekl�rt betrachtet wurde, und legen nicht dar, inwiefern es f�r die Nichtabnahme weiterer Beweismittel durch das Obergericht an einer sachlichen Begr�ndung fehle (vgl. BGE 114 II 291 E. 2a S. 291).
3.6.2 Sodann hat bereits die JGK festgehalten, dass Gegenstand des Berichts ("Abkl�rungsbericht Familienpflegepl�tze") des Regionalen Sozialdienstes B�ren vom 12. Februar 2008 die Eignung der Beschwerdef�hrer als Pflegeeltern gewesen sei, und nichts enthalte, was den Schluss zulasse, A.________ ginge es mit einer Adoption besser als ohne. Inwiefern die W�rdigung dieses Berichts, welche das Obergericht zu seiner eigenen gemacht hat, in tats�chlicher Hinsicht offensichtlich unhaltbar bzw. willk�rlich sei (vgl. BGE 128 I 81 E. 2 S. 86), legen die Beschwerdef�hrer nicht dar. Entgegen ihrer Darstellung hat das Obergericht den Wunsch der Mutter, A.________ zur Adoption freizugeben, ber�cksichtigt. Es hat festgehalten, dass beide Eltern die Zustimmung zur Adoption gegeben haben, so dass von willk�rlicher Sachverhaltsfeststellung nicht gesprochen werden kann.
3.7 Zusammenfassend ergibt sich, dass dem Obergericht keine schematische Entscheidfindung vorgeworfen werden kann. Seine W�rdigung der konkreten Verh�ltnisse (vgl. Art. 268a ZGB) mit Blick auf das Kindeswohl h�lt vor den bundesrechtlichen Voraussetzungen zur Adoption (Art. 264 ZGB) stand. Das kantonale Gericht hat sein Ermessen nicht verletzt, wenn es keine hinreichenden Umst�nde erblickt hat, welche das Interesse von A.________ am Erl�schen des Kindesverh�ltnisses zur leiblichen Mutter an der Begr�ndung eines neuen Kindesverh�ltnisses zu den Grosseltern �berwiegen lassen. Andere Rechtsverletzungen werden nicht hinreichend begr�ndet, im �brigen auch nicht, inwiefern die EMRK den Beschwerdef�hrern ein Recht auf Adoption eines Kindes garantiere und dieses Recht verletzt worden sei.
Nach dem Dargelegten ist der Beschwerde in Zivilsachen kein Erfolg beschieden. Bei diesem Verfahrensausgang werden die Beschwerdef�hrer zu gleichen Teilen unter solidarischer Haftung kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG). Eine Parteientsch�digung ist nicht geschuldet, da von der Beschwerdegegnerin keine Vernehmlassung eingeholt worden ist (vgl. Art. 68 Abs. 1 BGG) und der Kanton im amtlichen Wirkungskreis entschieden hat (Art. 68 Abs. 3 BGG).
Dieses Urteil wird den Parteien, der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion des Kantons Bern und dem Obergericht des Kantons Bern, Appellationshof, 2. Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 72
 Art. 264
 BGE 
 Art. 95
 Art. 264
 Art. 4
 BGE 
 Art. 300
 Art. 311
 Art. 312
 Art. 380
 Art. 264
 Art. 264
 BGE 
 Art. 264
 Art. 264
 Art. 29
 BGE 
 BGE 
 Art. 268
 Art. 68