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Timestamp: 2020-07-10 02:38:26+00:00

Document:
Lawbrary | WG - Bundesgesetz über Waffen, Waffenzubehör und Munition
Gegenstand, Geltungsbereich und Begriffe (1 - 4)
Allgemeine Verbote und Einschränkungen (5 - 7)
Erwerb von Waffen und wesentlichen Waffenbestandteilen (8 - 11)
Besitz von Waffen und wesentlichen Waffenbestandteilen (12 - 13)
Erwerb und Besitz von Munition und Munitionsbestandteilen (15 - 16)
Waffenhandel (17 - 17)
Waffenherstellung (18 - 20)
Buchführung und Auskunftspflicht (21 - 22)
Auslandsgeschäfte (22 - 25)
Aufbewahren, Tragen und Transportieren von Waffen und Munition, missbräuchliches Tragen gefährlicher Gegenstände (26 - 28)
Ausnahmebewilligungen, Kontrolle, administrative Sanktionen und Gebühren (28 - 32)
Datenbearbeitung (32 - 32)
Datenbearbeitung und Datenschutz im Rahmen der Schengen-Assoziierungsabkommen (32 - 32)
Meldepflichten (32 - 32)
Strafbestimmungen (33 - 37)
Schlussbestimmungen (38 - 43)
1Die­ses Ge­setz hat zum Zweck, die miss­bräuch­li­che Ver­wen­dung von Waf­fen, Waf­fen­be­stand­tei­len, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len zu be­kämp­fen.
2Es re­gelt den Er­werb, das Ver­brin­gen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet, die Aus­fuhr, das Auf­be­wah­ren, den Be­sitz, das Tra­gen, den Trans­port, das Ver­mit­teln, die Her­stel­lung von und den Han­del mit:
Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len und Waf­fen­zu­be­hör;
Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len.
3Es hat zu­dem zum Zweck, das miss­bräuch­li­che Tra­gen von ge­fähr­li­chen Ge­gen­stän­den zu ver­hin­dern.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
1Die­ses Ge­setz gilt we­der für die Ar­mee noch für den Nach­rich­ten­dienst des Bun­des noch für die Zoll- und die Po­li­zei­be­hör­den. Es gilt mit Aus­nah­me der Ar­ti­kel 32abis, 32c und 32j auch nicht für die Mi­li­tär­ver­wal­tun­gen.2
2Für an­ti­ke Waf­fen gel­ten nur die Ar­ti­kel 27 und 28 so­wie die ent­spre­chen­den Straf­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes. Als an­ti­ke Waf­fen gel­ten vor 1870 her­ge­stell­te Feu­er­waf­fen so­wie vor 1900 her­ge­stell­te Hieb-, Stich- und an­de­re Waf­fen.
3Die Be­stim­mun­gen der eid­ge­nös­si­schen Jagd- und Mi­li­tär­ge­setz­ge­bung blei­ben vor­be­hal­ten.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4551 6775; BBl 2011 4555).
Das Recht auf Waf­fen­er­werb, Waf­fen­be­sitz und Waf­fen­tra­gen ist im Rah­men die­ses Ge­set­zes ge­währ­leis­tet.
1Als Waf­fen gel­ten:
Ge­rä­te, mit de­nen durch Treib­la­dung Ge­schos­se ab­ge­ge­ben wer­den kön­nen und die ei­ne ein­zi­ge Per­son tra­gen und be­die­nen kann, oder Ge­gen­stän­de, die zu sol­chen Ge­rä­ten um­ge­baut wer­den kön­nen (Feu­er­waf­fen);
Ge­rä­te, die da­zu be­stimmt sind, durch Ver­sprü­hen oder Zer­stäu­ben von Stof­fen die Ge­sund­heit von Men­schen auf Dau­er zu schä­di­gen;
Mes­ser, de­ren Klin­ge mit ei­nem ein­hän­dig be­dien­ba­ren au­to­ma­ti­schen Me­cha­nis­mus aus­ge­fah­ren wer­den kann, Schmet­ter­lings­mes­ser, Wurf­mes­ser und Dol­che mit sym­me­tri­scher Klin­ge;
Ge­rä­te, die da­zu be­stimmt sind, Men­schen zu ver­let­zen, na­ment­lich Schlag­rin­ge, Schlagru­ten, Schlag­stö­cke, Wurfs­ter­ne und Schleu­dern;
Elek­tro­schock­ge­rä­te, die die Wi­der­stands­kraft von Men­schen be­ein­träch­ti­gen oder die Ge­sund­heit auf Dau­er schä­di­gen kön­nen;
Druck­luft- und CO2-Waf­fen, die ei­ne Mün­dungs­ener­gie von min­des­tens 7,5 Joule ent­wi­ckeln oder auf­grund ih­res Aus­se­hens mit ech­ten Feu­er­waf­fen ver­wech­selt wer­den kön­nen;
Imi­ta­ti­ons-, Schreck­schuss- und Soft-Air-Waf­fen, die auf­grund ih­res Aus­se­hens mit ech­ten Feu­er­waf­fen ver­wech­selt wer­den kön­nen.
2Als Waf­fen­zu­be­hör gel­ten:
Schall­dämp­fer und ih­re be­son­ders kon­stru­ier­ten Be­stand­tei­le;
La­ser- und Nacht­sicht­ziel­ge­rä­te so­wie ih­re be­son­ders kon­stru­ier­ten Be­stand­tei­le;
Gra­nat­wer­fer, die als Zu­satz zu ei­ner Feu­er­waf­fe kon­stru­iert wur­den.
2bisAls Schen­gen-Staat gilt ein Staat, der durch ei­nes der Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men ge­bun­den ist. Die Schen­gen-As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men sind im An­hang auf­ge­führt.2
3Der Bun­des­rat be­stimmt, wel­che Ge­gen­stän­de als we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Be­stand­tei­le von Waf­fen oder Waf­fen­zu­be­hör von die­sem Ge­setz er­fasst wer­den.
4Er um­schreibt die Druck­luft-, CO2-, Imi­ta­ti­ons-, Schreck­schuss- und Soft-Air-Waf­fen, Mes­ser, Dol­che, Elek­tro­schock­ge­rä­te, Ge­rä­te nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b und Schleu­dern, die als Waf­fen gel­ten.
5Als Mu­ni­ti­on gilt Schiess­ma­te­ri­al mit ei­ner Treib­la­dung, de­ren Ener­gie durch Zün­dung in ei­ner Feu­er­waf­fe auf ein Ge­schoss über­tra­gen wird.
6Als ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de gel­ten Ge­gen­stän­de wie Werk­zeu­ge, Haus­halt- und Sport­ge­rä­te, die sich zur Be­dro­hung oder Ver­let­zung von Men­schen eig­nen. Ta­schen­mes­ser, wie et­wa das Schwei­zer Ar­mee­ta­schen­mes­ser und ver­gleich­ba­re Pro­duk­te, gel­ten nicht als ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (An­pas­sung der Um­set­zung des Schen­gen-Be­sitz­stands), in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2823; BBl 2009 3649).
Art. 5 Verbote im Zusammenhang mit Waffen, Waffenbestandteilen und Waffenzubehör
1Ver­bo­ten sind die Über­tra­gung, der Er­werb, das Ver­mit­teln an Emp­fän­ger und Emp­fän­ge­rin­nen im In­land so­wie das Ver­brin­gen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet von:
Se­rie­feu­er­waf­fen und zu halb­au­to­ma­ti­schen Feu­er­waf­fen um­ge­bau­ten Se­rie­feu­er­waf­fen so­wie ih­ren we­sent­li­chen und be­son­ders kon­stru­ier­ten Be­stand­tei­len;
mi­li­tä­ri­schen Ab­schuss­ge­rä­ten von Mu­ni­ti­on, Ge­schos­sen oder Flug­kör­pern mit Spreng­wir­kung so­wie von ih­ren we­sent­li­chen Be­stand­tei­len;
Mes­sern und Dol­chen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be c;
Schlag- und Wurf­ge­rä­ten nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be d, mit Aus­nah­me der Schlag­stö­cke;
Elek­tro­schock­ge­rä­ten nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­be e;
Waf­fen, die einen Ge­brauchs­ge­gen­stand vor­täu­schen, so­wie ih­ren we­sent­li­chen Be­stand­tei­len;
Waf­fen­zu­be­hör.
2Ver­bo­ten ist der Be­sitz von:
Se­rie­feu­er­waf­fen und Ab­schuss­ge­rä­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b so­wie ih­ren we­sent­li­chen und be­son­ders kon­stru­ier­ten Be­stand­tei­len;
Feu­er­waf­fen, die einen Ge­brauchs­ge­gen­stand vor­täu­schen, so­wie ih­ren we­sent­li­chen Be­stand­tei­len;
Gra­nat­wer­fern nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 Buch­sta­be c.
3Ver­bo­ten ist das Schies­sen mit:
Se­rie­feu­er­waf­fen;
Ab­schuss­ge­rä­ten nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b und Ar­ti­kel 4 Ab­satz 2 Buch­sta­be c;
Feu­er­waf­fen an öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Or­ten aus­ser­halb der be­hörd­lich zu­ge­las­se­nen Schiess­an­läs­se oder aus­ser­halb von Schiess­plät­zen; er­laubt sind je­doch das Schies­sen an nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­chen und ent­spre­chend ge­si­cher­ten Or­ten und das jagd­li­che Schies­sen.
4Die Kan­to­ne kön­nen Aus­nah­men be­wil­li­gen.
5Die Zen­tral­stel­le (Art. 31c) kann Aus­nah­men vom Ver­bot des Ver­brin­gens in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet be­wil­li­gen.
6Zu halb­au­to­ma­ti­schen Feu­er­waf­fen ab­ge­än­der­te schwei­ze­ri­sche Or­don­nanz-Se­rie­feu­er­waf­fen gel­ten nicht als Waf­fe im Sin­ne von Ab­satz 1 Buch­sta­be a.
Art. 6 Verbote und Einschränkungen im Zusammenhang mit Munition
1Der Bun­des­rat kann den Er­werb, den Be­sitz, die Her­stel­lung und das Ver­brin­gen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet von Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len, die ein nach­weis­lich ho­hes Ver­let­zungs­po­ten­ti­al auf­wei­sen, ver­bie­ten oder von der Er­fül­lung be­son­de­rer Vor­aus­set­zun­gen ab­hän­gig ma­chen.
2Aus­ge­nom­men sind Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le, die bei üb­li­chen Schiess­an­läs­sen oder für die Jagd ver­wen­det wer­den.
1Per­so­nen, die Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le oder Waf­fen­zu­be­hör, für die ein Ver­bot nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 be­steht, durch Erb­gang er­wer­ben, müs­sen in­ner­halb von sechs Mo­na­ten ei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung be­an­tra­gen.
2An aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, die kei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung je­doch Wohn­sitz in der Schweiz ha­ben, darf die Aus­nah­me­be­wil­li­gung für den Er­werb ei­ner Waf­fe, ei­nes we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­teils oder ei­nes Waf­fen­zu­be­hörs nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 nur er­teilt wer­den, wenn sie ei­ne amt­li­che Be­stä­ti­gung des Hei­mat­staa­tes vor­le­gen, wo­nach sie zum Er­werb des be­tref­fen­den Ge­gen­stan­des be­rech­tigt sind.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin (AS 2008 447; BBl 2004 5965). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
1An Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land darf die Aus­nah­me­be­wil­li­gung für den Er­werb ei­ner Waf­fe, ei­nes we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­teils oder ei­nes Waf­fen­zu­be­hörs nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 nur er­teilt wer­den, wenn sie ei­ne amt­li­che Be­stä­ti­gung des Wohn­sitz­staa­tes vor­le­gen, wo­nach sie zum Er­werb des be­tref­fen­den Ge­gen­stan­des be­rech­tigt sind.2
2Be­ste­hen Zwei­fel an der Echt­heit der Be­stä­ti­gung oder kann ei­ne sol­che nicht bei­ge­bracht wer­den, so lei­tet der Kan­ton die Un­ter­la­gen an die Zen­tral­stel­le wei­ter. Die­se über­prüft die Be­stä­ti­gung oder kann ge­ge­be­nen­falls ei­ne sol­che er­tei­len.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
Art. 7 Verbot für Angehörige bestimmter Staaten
1Der Bun­des­rat kann den Er­werb, den Be­sitz, das An­bie­ten, das Ver­mit­teln und die Über­tra­gung von Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len so­wie das Tra­gen von und das Schies­sen mit Waf­fen durch An­ge­hö­ri­ge be­stimm­ter Staa­ten ver­bie­ten:
wenn ei­ne er­heb­li­che Ge­fahr der miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung be­steht;
um Be­schlüs­sen der in­ter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft oder den Grund­sät­zen der schwei­ze­ri­schen Aus­sen­po­li­tik Rech­nung zu tra­gen.
2Die Kan­to­ne kön­nen Per­so­nen nach Ab­satz 1, die an Jagd- oder Sport­ver­an­stal­tun­gen teil­neh­men oder Per­so­nen- und Ob­jekt­schutz­auf­ga­ben wahr­neh­men, aus­nahms­wei­se den Er­werb, den Be­sitz, das Tra­gen oder das Schies­sen be­wil­li­gen.
Art. 7a Durchführung
1Von ei­nem Ver­bot nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1 be­trof­fe­ne Per­so­nen müs­sen Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le in­ner­halb von zwei Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten des Ver­bots bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de ih­res Wohn­sitz­kan­tons mel­den.
2Sie kön­nen in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten des Ver­bots ein Ge­such um die Er­tei­lung ei­ner Aus­nah­me­be­wil­li­gung ein­rei­chen. An­dern­falls sind die Ge­gen­stän­de in­ner­halb die­ser Frist ei­ner be­rech­tig­ten Per­son zu über­tra­gen.
3Wird das Ge­such ab­ge­wie­sen, so sind die Ge­gen­stän­de in­ner­halb von vier Mo­na­ten nach der Ab­wei­sung ei­ner be­rech­tig­ten Per­son zu über­tra­gen; an­dern­falls wer­den sie be­schlag­nahmt.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
Art. 7b Verbotene Formen des Anbietens
1Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le dür­fen nicht an­ge­bo­ten wer­den, wenn die Iden­ti­fi­ka­ti­on des An­bie­ters oder der An­bie­te­rin für die zu­stän­di­gen Be­hör­den nicht mög­lich ist.
2Das An­bie­ten von Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len an öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Aus­stel­lun­gen und Märk­ten ist ver­bo­ten. Aus­ge­nom­men sind an­ge­mel­de­te An­bie­ter und An­bie­te­rin­nen an öf­fent­li­chen Waf­fen­bör­sen, die von den zu­stän­di­gen Be­hör­den be­wil­ligt wur­den.
2. Kapitel: Erwerb und Besitz von Waffen und wesentlichen Waffenbestandteilen
1. Abschnitt: Erwerb von Waffen und wesentlichen Waffenbestandteilen
1Wer ei­ne Waf­fe oder einen we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil er­wer­ben will, be­nö­tigt einen Waf­fen­er­werbs­schein.2
1bisDie Per­son, die den Waf­fen­er­werbs­schein für ei­ne Feu­er­waf­fe nicht zu Sport-, Jagd- oder Sam­mel­zwe­cken be­an­tragt, muss den Er­werbs­grund an­ge­ben.3
2Kei­nen Waf­fen­er­werbs­schein er­hal­ten Per­so­nen, die:
das 18. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben;
un­ter um­fas­sen­der Bei­stand­schaft ste­hen oder durch ei­ne vor­sor­ge­be­auf­trag­te Per­son ver­tre­ten wer­den;
zur An­nah­me An­lass ge­ben, dass sie sich selbst oder Drit­te mit der Waf­fe ge­fähr­den;
we­gen ei­ner Hand­lung, die ei­ne ge­walt­tä­ti­ge oder ge­mein­ge­fähr­li­che Ge­sin­nung be­kun­det, oder we­gen wie­der­holt be­gan­ge­ner Ver­bre­chen oder Ver­ge­hen im Straf­re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind, so­lan­ge der Ein­trag nicht ge­löscht ist.
2bisPer­so­nen, die Feu­er­waf­fen oder we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­tei­le durch Erb­gang er­wer­ben, müs­sen in­ner­halb von sechs Mo­na­ten einen Waf­fen­er­werbs­schein be­an­tra­gen, so­fern die Ge­gen­stän­de nicht in­ner­halb die­ser Frist ei­ner be­rech­tig­ten Per­son über­tra­gen wer­den.5
3-5…6
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
3 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 17 des BG vom 19. Dez. 2008 (Er­wach­se­nen­schutz, Per­so­nen­recht und Kin­des­recht), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2011 725; BBl 2006 7001).
5 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
6 Auf­ge­ho­ben durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, mit Wir­kung seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
1Der Waf­fen­er­werbs­schein wird von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons oder für Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Kan­tons, in dem die Waf­fe er­wor­ben wird, er­teilt.
2Die Be­hör­de holt vor­gän­gig ei­ne Stel­lung­nah­me der kan­to­na­len Be­hör­de nach Ar­ti­kel 6 des Bun­des­ge­set­zes vom 21. März 19972 über die Mass­nah­men zur Wah­rung der in­ne­ren Si­cher­heit ein.
1Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land müs­sen der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ei­ne amt­li­che Be­stä­ti­gung ih­res Wohn­sitz­staa­tes vor­le­gen, wo­nach sie zum Er­werb der Waf­fe oder des we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teils be­rech­tigt sind.
1bisAus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge, die kei­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung je­doch Wohn­sitz in der Schweiz ha­ben, müs­sen der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de ei­ne amt­li­che Be­stä­ti­gung ih­res Hei­mat­staa­tes vor­le­gen, wo­nach sie dort zum Er­werb der Waf­fe oder des we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teils be­rech­tigt sind.2
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
1Der Waf­fen­er­werbs­schein gilt für die gan­ze Schweiz und er­mäch­tigt zum Er­werb ei­ner ein­zi­gen Waf­fe oder ei­nes ein­zi­gen we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teils.
2Der Bun­des­rat sieht für die Er­set­zung von we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­tei­len ei­ner recht­lich zu­ge­las­se­nen Waf­fe so­wie für den Er­werb von meh­re­ren Waf­fen oder we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­tei­len bei der glei­chen Per­son oder für den Er­werb durch Erb­gang Aus­nah­men vor.
3Der Waf­fen­er­werbs­schein ist sechs Mo­na­te gül­tig. Die zu­stän­di­ge Be­hör­de kann die Gül­tig­keit um höchs­tens drei Mo­na­te ver­län­gern.
Wer ei­ne Waf­fe oder einen we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil über­trägt, muss der für die Er­tei­lung von Waf­fen­er­werbs­schei­nen nach Ar­ti­kel 9 zu­stän­di­gen Be­hör­de in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Ver­trags­ab­schluss ei­ne Ko­pie des Waf­fen­er­werbs­scheins des Er­wer­bers oder der Er­wer­be­rin zu­stel­len.
1Fol­gen­de Waf­fen so­wie ih­re we­sent­li­chen Be­stand­tei­le dür­fen oh­ne Waf­fen­er­werbs­schein er­wor­ben wer­den:
ein­schüs­si­ge und mehr­läu­fi­ge Jagd­ge­weh­re so­wie Nach­bil­dun­gen von ein­schüs­si­gen Vor­der­la­dern;
vom Bun­des­rat be­zeich­ne­te Handre­pe­tier­ge­weh­re, die im aus­ser­dienst­li­chen und sport­li­chen Schiess­we­sen der nach dem Mi­li­tär­ge­setz vom 3. Fe­bru­ar 19952 an­er­kann­ten Schiess­ver­ei­ne so­wie für Jagd­zwe­cke im In­land üb­li­cher­wei­se ver­wen­det wer­den;
ein­schüs­si­ge Ka­nin­chen­tö­ter;
Imi­ta­ti­ons-, Schreck­schuss- und Soft-Air-Waf­fen, die auf­grund ih­res Aus­se­hens mit ech­ten Feu­er­waf­fen ver­wech­selt wer­den kön­nen.3
2Der Bun­des­rat kann wei­te­re Aus­nah­men fest­le­gen oder den Gel­tungs­be­reich von Ab­satz 1 für aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge oh­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung in der Schweiz ein­schrän­ken.
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
1Die Per­son, die ei­ne Waf­fe oder einen we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil oh­ne Waf­fen­er­werbs­schein (Art. 10) über­trägt, muss Iden­ti­tät und Al­ter des Er­wer­bers oder der Er­wer­be­rin an­hand ei­nes amt­li­chen Aus­wei­ses über­prü­fen.
2Die Waf­fe oder der we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­teil darf nur über­tra­gen wer­den, wenn die über­tra­gen­de Per­son nach den Um­stän­den an­neh­men darf, dass dem Er­werb kein Hin­de­rungs­grund nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 ent­ge­gen­steht.
3Ar­ti­kel 9a gilt sinn­ge­mä­ss.
4Die über­tra­gen­de Per­son kann sich bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons der er­wer­ben­den Per­son da­nach er­kun­di­gen, ob dem Er­werb ein Hin­de­rungs­grund ent­ge­gen­steht. Vor­aus­set­zung ist das schrift­li­che Ein­ver­ständ­nis der er­wer­ben­den Per­son.2
1Für je­de Über­tra­gung ei­ner Waf­fe oder ei­nes we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teils oh­ne Waf­fen­er­werbs­schein (Art. 10) ist ein schrift­li­cher Ver­trag ab­zu­sch­lies­sen. Je­de Ver­trags­par­tei hat den Ver­trag min­des­tens zehn Jah­re lang auf­zu­be­wah­ren.
2Der Ver­trag muss fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:
Na­me, Vor­na­me, Ge­burts­da­tum, Wohn­adres­se und Un­ter­schrift der Per­son, wel­che die Waf­fe oder den we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil über­trägt;
Na­me, Vor­na­me, Ge­burts­da­tum, Wohn­adres­se und Un­ter­schrift der Per­son, wel­che die Waf­fe oder den we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil er­wirbt;
Waf­fen­art, Her­stel­ler oder Her­stel­le­rin, Be­zeich­nung, Ka­li­ber, Waf­fen­num­mer so­wie Da­tum und Ort der Über­tra­gung;
Art und Num­mer des amt­li­chen Aus­wei­ses der Per­son, wel­che die Waf­fe oder den we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil er­wirbt;
einen Hin­weis auf die Be­ar­bei­tung von Per­so­nen­da­ten im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­trag ge­mä­ss den Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen des Bun­des oder der Kan­to­ne, so­fern Feu­er­waf­fen über­tra­gen wer­den.
3Wer ei­ne Feu­er­waf­fe nach Ar­ti­kel 10 Ab­sät­ze 1 und 35 über­trägt, muss der Mel­de­stel­le (Art. 31b) in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Ver­trags­ab­schluss ei­ne Ko­pie des Ver­trags zu­stel­len. Die Kan­to­ne kön­nen wei­te­re ge­eig­ne­te For­men der Mel­dung vor­se­hen.6
4Wer ei­ne Feu­er­waf­fe oder einen we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teil nach Ar­ti­kel 10 durch Erb­gang er­wirbt, muss die An­ga­ben nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben a-d in­ner­halb von sechs Mo­na­ten der Mel­de­stel­le über­mit­teln, wenn er oder sie den Ge­gen­stand nicht in­ner­halb die­ser Frist ei­ner be­rech­tig­ten Per­son über­trägt.7
5Zu­stän­dig ist die Mel­de­stel­le des Wohn­sitz­kan­tons des Er­wer­bers oder der Er­wer­be­rin oder für Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land die Mel­de­stel­le des Kan­tons, in dem die Feu­er­waf­fe er­wor­ben wur­de.
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007 (AS 2008 5499; BBl 2006 2713). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 6 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3417; BBl 2009 6749).
5 Heu­te: Art 10 Abs. 1 und 2
6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
Art. 11a Leihweise Abgabe von Sportwaffen an unmündige Personen
1Ei­ne un­mün­di­ge Per­son darf bei ih­rem Schüt­zen­ver­ein oder bei ih­rer ge­setz­li­chen Ver­tre­tung ei­ne Sport­waf­fe aus­lei­hen, wenn sie nach­wei­sen kann, dass sie mit die­ser Waf­fe re­gel­mäs­sig Schiess­s­port be­treibt, und kein Hin­de­rungs­grund nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 Buch­sta­be b oder c vor­liegt.
2Die ge­setz­li­che Ver­tre­tung muss die leih­wei­se Ab­ga­be ei­ner Sport­waf­fe in­ner­halb von 30 Ta­gen der Mel­de­stel­le des Wohn­sitz­kan­tons der un­mün­di­gen Per­son mel­den. Die Mel­dung kann mit Wis­sen der ge­setz­li­chen Ver­tre­tung auch durch den Ver­ein er­fol­gen, der die Waf­fe zur Ver­fü­gung stellt.
Zum Be­sitz ei­ner Waf­fe, ei­nes we­sent­li­chen oder ei­nes be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­teils oder ei­nes Waf­fen­zu­be­hörs ist be­rech­tigt, wer den Ge­gen­stand recht­mäs­sig er­wor­ben hat.
1 Auf­ge­ho­ben durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin, mit Wir­kung seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 447 5405 Art. 1 Bst. e; BBl 2004 5965).
3. Kapitel: Erwerb und Besitz von Munition und Munitionsbestandteilen
1Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le dür­fen nur von Per­so­nen er­wor­ben wer­den, die zum Er­werb der ent­spre­chen­den Waf­fe be­rech­tigt sind.
2Die über­tra­gen­de Per­son prüft, ob die Vor­aus­set­zun­gen für den Er­werb er­füllt sind. Für die Prü­fung gilt Ar­ti­kel 10a sinn­ge­mä­ss.
1Wer an Schiess­ver­an­stal­tun­gen von Schiess­ver­ei­nen teil­nimmt, kann die da­für er­for­der­li­che Mu­ni­ti­on frei er­wer­ben. Der ver­an­stal­ten­de Ver­ein sorgt für ei­ne an­ge­mes­se­ne Kon­trol­le der Mu­ni­ti­ons­ab­ga­be.1
2Wer das 18. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det hat, kann die Mu­ni­ti­on frei er­wer­ben, wenn sie un­ver­züg­lich und un­ter Auf­sicht ver­schos­sen wird.
3Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über das aus­ser­dienst­li­che Schiess­we­sen.
Zum Be­sitz von Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len ist be­rech­tigt, wer die Ge­gen­stän­de recht­mäs­sig er­wor­ben hat.
1Wer ge­werbs­mäs­sig Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le er­wirbt, an­bie­tet, wei­ter­gibt oder ver­mit­telt, be­nö­tigt ei­ne Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung.
2Ei­ne Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung er­hält ei­ne Per­son:
für die kein Hin­de­rungs­grund nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 be­steht;
die im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist;
die sich in ei­ner Prü­fung über aus­rei­chen­de Kennt­nis­se der Waf­fen- und der Mu­ni­ti­ons­ar­ten so­wie der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen aus­ge­wie­sen hat;
die über be­son­de­re Ge­schäfts­räu­me ver­fügt, in de­nen Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le si­cher auf­be­wahrt wer­den kön­nen;
die Ge­währ für ei­ne ord­nungs­ge­mäs­se Füh­rung der Ge­schäf­te bie­tet.
3Ju­ris­ti­sche Per­so­nen ha­ben ein Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung zu be­zeich­nen, das in ih­rem Un­ter­neh­men für al­le Be­lan­ge nach die­sem Ge­setz ver­ant­wort­lich ist.
4Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment er­lässt das Prü­fungs­re­gle­ment und legt die Min­dest­an­for­de­run­gen für Ge­schäfts­räu­me fest.
5Die Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung wird von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Kan­tons er­teilt, in dem sich die ge­schäft­li­che Nie­der­las­sung des Ge­such­stel­lers oder der Ge­such­stel­le­rin be­fin­det. Aus­ser­kan­to­na­le Fi­lia­len be­nö­ti­gen ei­ne ei­ge­ne Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung.
6Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für die Teil­nah­me von In­ha­bern und In­ha­be­rin­nen aus­län­di­scher Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gun­gen an öf­fent­li­chen Waf­fen­bör­sen.
7Fin­det ei­ne Über­tra­gung zwi­schen Per­so­nen statt, die ei­ne Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung ha­ben, so muss die über­tra­gen­de Per­son der zu­stän­di­gen Be­hör­de ih­res Wohn­sitz­kan­tons die Über­tra­gung in­ner­halb von 30 Ta­gen nach Ver­trags­ab­schluss mel­den, ins­be­son­de­re die Art und die Zahl der über­tra­ge­nen Ge­gen­stän­de.
Art. 18 Gewerbsmässiges Herstellen, Reparieren und Umbauen
Ei­ne Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung be­nö­tigt, wer ge­werbs­mäs­sig:
Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le her­stellt;
Waf­fen an Tei­len ab­än­dert, die für de­ren Funk­ti­on oder Wir­kung we­sent­lich sind; oder
Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le re­pa­riert oder um­baut.
1 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
Art. 18a Markierung von Feuerwaffen
1Die Her­stel­ler und Her­stel­le­rin­nen von Feu­er­waf­fen so­wie von de­ren we­sent­li­chen Be­stand­tei­len oder von de­ren Zu­be­hör müs­sen die­se Ge­gen­stän­de zum Zweck der Iden­ti­fi­zie­rung und der Rück­ver­folg­bar­keit ein­zeln und un­ter­schied­lich mar­kie­ren. Bei zu­sam­men­ge­bau­ten Feu­er­waf­fen ge­nügt die Mar­kie­rung ei­nes we­sent­li­chen Be­stand­teils.2
2Feu­er­waf­fen und de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le und de­ren Zu­be­hör, die in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bracht wer­den, müs­sen ein­zeln und un­ter­schied­lich mar­kiert sein.
3Die Mar­kie­rung muss so an­ge­bracht wer­den, dass sie oh­ne me­cha­ni­schen Auf­wand we­der ent­fernt noch ab­ge­än­dert wer­den kann.
4Der Bun­des­rat kann be­stim­men, dass un­mar­kier­te Feu­er­waf­fen für höchs­tens ein Jahr in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bracht wer­den dür­fen.
2 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
Art. 18b Markierung von Munition
1Die Her­stel­ler und Her­stel­le­rin­nen von Mu­ni­ti­on müs­sen die kleins­te Ver­pa­ckungs­ein­heit von Mu­ni­ti­on zum Zweck der Iden­ti­fi­zie­rung und der Rück­ver­folg­bar­keit ein­zeln mar­kie­ren.
2Die kleins­ten Ver­pa­ckungs­ein­hei­ten von Mu­ni­ti­on, die in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bracht wird, müs­sen ein­zeln mar­kiert sein.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
Art. 19 Nichtgewerbsmässiges Herstellen und Umbauen
1Die nicht­ge­werbs­mäs­si­ge Her­stel­lung von Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len so­wie der nicht­ge­werbs­mäs­si­ge Um­bau von Waf­fen zu sol­chen nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 sind ver­bo­ten.3
2Die Kan­to­ne kön­nen Aus­nah­men be­wil­li­gen. Der Bun­des­rat um­schreibt die Vor­aus­set­zun­gen nä­her.
3Das Wie­der­la­den von Mu­ni­ti­on für den Ei­gen­be­darf ist ge­stat­tet.
3 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
Art. 20 Verbotene Abänderungen
1Der Um­bau von halb­au­to­ma­ti­schen Feu­er­waf­fen zu Se­rie­feu­er­waf­fen, das Ab­än­dern oder Ent­fer­nen von Waf­fen­num­mern so­wie das Ver­kür­zen von Hand­feu­er­waf­fen sind ver­bo­ten.
Art. 21 Buchführung
1Die In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen von Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gun­gen sind ver­pflich­tet, über Her­stel­lung, Um­bau, Be­schaf­fung, Ver­kauf oder sons­ti­gen Ver­trieb von Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Schiess­pul­ver so­wie über Re­pa­ra­tu­ren zur Wie­der­her­stel­lung der Schies­staug­lich­keit von Feu­er­waf­fen Buch zu füh­ren.
2Die Bü­cher so­wie die Ko­pi­en der Waf­fen­er­werbs­schei­ne und der Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen (Un­ter­la­gen) sind wäh­rend zehn Jah­ren auf­zu­be­wah­ren.
3Die Un­ter­la­gen sind der für die Füh­rung des In­for­ma­ti­ons­sys­tems (Art. 32a Abs. 2) zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de zu über­ge­ben:
nach Ab­lauf der Auf­be­wah­rungs­frist;
nach Auf­ga­be des Ge­wer­bes; oder
nach Wi­der­ruf oder Ent­zug der Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung.
4Die zu­stän­di­ge Be­hör­de be­wahrt die Un­ter­la­gen wäh­rend 20 Jah­ren auf und ge­währt den Straf­ver­fol­gungs- und Jus­tiz­be­hör­den der Kan­to­ne und des Bun­des zur Er­fül­lung der ge­setz­li­chen Auf­ga­ben auf An­trag Ein­sicht.
Die In­ha­ber oder In­ha­be­rin­nen von Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gun­gen und de­ren Per­so­nal sind ver­pflich­tet, den Kon­troll­be­hör­den al­le Aus­künf­te zu er­tei­len, die für ei­ne sach­ge­mäs­se Kon­trol­le er­for­der­lich sind.
5. Kapitel: Auslandsgeschäfte
Art. 22a Aus- und Durchfuhr, Vermittlung und Handel
1Die Aus- und die Durch­fuhr, die Ver­mitt­lung an Emp­fän­ger und Emp­fän­ge­rin­nen im Aus­land und der Han­del im Aus­land von schwei­ze­ri­schem Ter­ri­to­ri­um aus mit Waf­fen, Waf­fen­be­stand­tei­len, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len rich­ten sich:
nach der Kriegs­ma­te­ri­al­ge­setz­ge­bung, wenn das Gut auch von die­ser er­fasst ist;
nach der Gü­ter­kon­troll­ge­setz­ge­bung, wenn das Gut nicht auch von der Kriegs­ma­te­ri­al­ge­setz­ge­bung er­fasst ist.
2Die Ar­ti­kel 22b, 23, 25a und 25b blei­ben vor­be­hal­ten.2
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 1 des BG vom 22. Ju­ni 2001 über die Straf­fung der Bun­des­ge­setz­ge­bung über Waf­fen, Kriegs­ma­te­ri­al, Spreng­stoff so­wie zi­vil und mi­li­tä­risch ver­wend­ba­re Gü­ter, in Kraft seit 1. März 2002 (AS 2002 248; BBl 2000 3369).
Art. 22b Begleitschein
1Wer Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le oder Mu­ni­ti­on in einen Schen­gen-Staat aus­füh­ren will, be­nö­tigt einen Be­gleit­schein der Zen­tral­stel­le.
2Kei­nen Be­gleit­schein be­nö­tigt, wer ge­werbs­mäs­sig Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le oder Mu­ni­ti­on, die auch von der Kriegs­ma­te­ri­al­ge­setz­ge­bung er­fasst sind, in einen Schen­gen-Staat aus­füh­ren will.
3Ist der En­d­emp­fän­ger nach dem Recht des Be­stim­mungs­lan­des nicht zum Be­sitz der Feu­er­waf­fen, der we­sent­li­chen Be­stand­tei­le oder der Mu­ni­ti­on be­rech­tigt, so wird kein Be­gleit­schein aus­ge­stellt.
4Der Be­gleit­schein ent­hält al­le not­wen­di­gen An­ga­ben über die Be­för­de­rung der Feu­er­waf­fen, der we­sent­li­chen Be­stand­tei­le oder der Mu­ni­ti­on, die aus­ge­führt wer­den sol­len, so­wie die zur Iden­ti­fi­ka­ti­on der be­tei­lig­ten Per­so­nen er­for­der­li­chen Da­ten. Er muss die­se Ge­gen­stän­de bis zum Be­stim­mungs­ort be­glei­ten.
5Die Zen­tral­stel­le über­mit­telt den zu­stän­di­gen Be­hör­den der von der Aus­fuhr der Feu­er­waf­fen, der we­sent­li­chen Be­stand­tei­le oder der Mu­ni­ti­on be­trof­fe­nen Staa­ten die ihr vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen.
1 Ein­ge­fügt durch Art. 3 Ziff. 6 des BB vom 17. Dez. 2004 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung der bi­la­te­ra­len Ab­kom­men zwi­schen der Schweiz und der EU über die As­so­zi­ie­rung an Schen­gen und Du­blin (AS 2008 447; BBl 2004 5965). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (An­pas­sung der Um­set­zung des Schen­gen-Be­sitz­stands), in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2823; BBl 2009 3649).
Art. 22c Kontrolle durch die Eidgenössische Zollverwaltung
Die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung über­prüft stich­pro­ben­wei­se, ob die An­ga­ben im Be­gleit­schein mit den aus­zu­füh­ren­den Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­chen Be­stand­tei­len oder der Mu­ni­ti­on über­ein­stim­men.
Art. 23 Anmeldepflicht
1Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le sind beim Ver­brin­gen in das schwei­ze­ri- sche Staats­ge­biet nach den Be­stim­mun­gen des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 20052 an­zu­mel­den.3
2Der Bun­des­rat be­stimmt die Aus­nah­men.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 6 des Zoll­ge­set­zes vom 18. März 2005, in Kraft seit 1. Mai 2007 (AS 2007 1411; BBl 2004 567).
Art. 24 Gewerbsmässiges Verbringen in das schweizerische Staatsgebiet
1Wer ge­werbs­mäs­sig Waf­fen, we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­tei­le, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen will, be­nö­tigt zu­sätz­lich zur Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung ei­ne Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 24a, 24b oder 24c.
2Der Bun­des­rat kann für das ge­werbs­mäs­si­ge Ver­brin­gen von Mes­sern in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet Aus­nah­men von der Be­wil­li­gungs­pflicht vor­se­hen.
3Die Zen­tral­stel­le er­teilt die Be­wil­li­gung und be­fris­tet sie.
4Die Zen­tral­stel­le in­for­miert die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de am Ge­schäfts­sitz des Be­wil­li­gungs­in­ha­bers über ge­werbs­mäs­sig in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brach­te Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le.
Art. 24a Einzelbewilligung
1Wer ge­werbs­mäs­sig ei­ne ein­zel­ne Lie­fe­rung ge­nau be­zeich­ne­ter Waf­fen, we­sent­li­cher Waf­fen­be­stand­tei­le oder von Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen will, be­nö­tigt ei­ne Ein­zel­be­wil­li­gung.
2Wer ei­ne Ein­zel­be­wil­li­gung be­sitzt und wäh­rend ei­nes Jah­res im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­brin­gen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet zu kei­ner­lei Be­an­stan­dun­gen An­lass ge­ge­ben hat, kann de­ren Um­wand­lung in ei­ne Ge­ne­ral­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 24b oder 24c be­an­tra­gen.
Art. 24b Generalbewilligung für Nichtfeuerwaffen
Wer ge­werbs­mäs­sig und re­gel­mäs­sig Nicht­feu­er­waf­fen oder Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen will, be­nö­tigt ei­ne Ge­ne­ral­be­wil­li­gung für Nicht­feu­er­waf­fen.
Art. 24c Generalbewilligung für Waffen, Waffenbestandteile und Munition
Wer ge­werbs­mäs­sig und re­gel­mäs­sig Waf­fen, we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­tei­le, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen will, be­nö­tigt ei­ne Ge­ne­ral­be­wil­li­gung für Waf­fen, Waf­fen­be­stand­tei­le und Mu­ni­ti­on.
Art. 25 Nichtgewerbsmässiges Verbringen in das schweizerische Staatsgebiet
1Wer Waf­fen, we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­tei­le, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le nicht­ge­werbs­mäs­sig in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen will, be­nö­tigt ei­ne Be­wil­li­gung. Die­se wird er­teilt, wenn die an­trag­stel­len­de Per­son zum Er­werb des be­tref­fen­den Ge­gen­stan­des be­rech­tigt ist.
2Die Zen­tral­stel­le er­teilt die be­fris­te­te Be­wil­li­gung. Die Be­wil­li­gung be­rech­tigt zum gleich­zei­ti­gen Ver­brin­gen von höchs­tens drei Waf­fen oder we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­tei­len in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet.2
2bisDer Bun­des­rat legt fest, in wel­cher Form und mit wel­chen Bei­la­gen das Be­wil­li­gungs­ge­such ein­zu­rei­chen ist; er be­stimmt die Gül­tig­keits­dau­er der Be­wil­li­gung.3
3Er kann für die vor­über­ge­hen­de Ver­brin­gung von Nicht­feu­er­waf­fen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet Aus­nah­men von der Be­wil­li­gungs­pflicht vor­se­hen.4
4Die Zen­tral­stel­le in­for­miert die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de am Wohn­sitz des Be­wil­li­gungs­in­ha­bers über nicht­ge­werbs­mäs­sig in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brach­te Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (An­pas­sung der Um­set­zung des Schen­gen-Be­sitz­stands), in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2823; BBl 2009 3649).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (An­pas­sung der Um­set­zung des Schen­gen-Be­sitz­stands), in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2823; BBl 2009 3649).
4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (An­pas­sung der Um­set­zung des Schen­gen-Be­sitz­stands), in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2823; BBl 2009 3649).
Art. 25a Vorübergehendes Verbringen von Feuerwaffen im Reiseverkehr
1Wer im Rei­se­ver­kehr Feu­er­waf­fen und die da­zu­ge­hö­ri­ge Mu­ni­ti­on vor­über­ge­hend in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen will, be­nö­tigt ei­ne Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 25. Die­se kann für höchs­tens ein Jahr so­wie für ei­ne oder meh­re­re Rei­sen er­teilt wer­den. Sie kann je­weils um höchs­tens ein Jahr ver­län­gert wer­den.3
2Für Waf­fen, die aus ei­nem Schen­gen-Staat mit­ge­führt wer­den, wird die Be­wil­li­gung nur er­teilt, wenn sie im Eu­ro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass auf­ge­führt sind.4 Die Be­wil­li­gung ist im Eu­ro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass ein­zu­tra­gen.
3Der Bun­des­rat kann Aus­nah­men von der Be­wil­li­gungs­pflicht vor­se­hen für:
Jä­ger und Sport­schüt­zen;
Aus­län­di­sche Mit­glie­der des Per­so­nals der di­plo­ma­ti­schen Missio­nen, der stän­di­gen Missio­nen bei den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen, der Kon­su­la­ri­schen Pos­ten und der Son­der­mis­sio­nen;
Mit­glie­der aus­län­di­scher Streit­kräf­te im Rah­men in­ter­na­tio­na­ler Ein­sät­ze oder Aus­bil­dun­gen;
Staat­lich be­auf­trag­te Si­cher­heits­be­glei­ter im Rah­men of­fi­zi­el­ler, an­ge­mel­de­ter Be­su­che;
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter aus­län­di­scher Grenz­schutz­be­hör­den, die zu­sam­men mit Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern schwei­ze­ri­scher Grenz­schutz­be­hör­den bei ope­ra­ti­ven Ein­sät­zen an den Aus­sen­gren­zen des Schen­gen-Raums in der Schweiz mit­wir­ken;
Mit­glie­der aus­län­di­scher Po­li­zei­be­hör­den im Rah­men in­ter­na­tio­na­ler Ein­sät­ze oder Aus­bil­dun­gen.7
4Der Eu­ro­päi­sche Feu­er­waf­fen­pass ist wäh­rend des Auf­ent­halts in der Schweiz je­der­zeit mit­zu­füh­ren und den Be­hör­den auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen.
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4551 6775; BBl 2011 4555).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 des BG vom 25. Sept. 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1831; BBl 2014 303).
Art. 25b Vorübergehende Ausfuhr von Feuerwaffen im Reiseverkehr
1Wer im Rei­se­ver­kehr Feu­er­waf­fen und die da­zu­ge­hö­ri­ge Mu­ni­ti­on vor­über­ge­hend in einen Schen­gen-Staat aus­füh­ren will, muss bei der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons einen Eu­ro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass be­an­tra­gen.2
2Der Eu­ro­päi­sche Feu­er­waf­fen­pass wird für Waf­fen aus­ge­stellt, an de­nen der An­trag­stel­ler oder die An­trag­stel­le­rin sei­ne oder ih­re Be­rech­ti­gung glaub­haft ma­chen kann. Er ist höchs­tens fünf Jah­re gül­tig und kann je­weils um zwei Jah­re ver­län­gert wer­den.
1Waf­fen, we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le sind sorg­fäl­tig auf­zu­be­wah­ren und vor dem Zu­griff un­be­rech­tig­ter Drit­ter zu schüt­zen.
2Je­der Ver­lust ei­ner Waf­fe ist so­fort der Po­li­zei zu mel­den.
1Wer ei­ne Waf­fe an öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Or­ten tra­gen oder sie trans­por­tie­ren will, be­nö­tigt ei­ne Waf­fen­trag­be­wil­li­gung. Die­se ist mit­zu­füh­ren und auf Ver­lan­gen den Po­li­zei- oder den Zoll­or­ga­nen vor­zu­wei­sen. Vor­be­hal­ten ist Ar­ti­kel 28 Ab­satz 1.
2Ei­ne Waf­fen­trag­be­wil­li­gung er­hält ei­ne Per­son, wenn:
für sie kein Hin­de­rungs­grund nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 be­steht;
sie glaub­haft macht, dass sie ei­ne Waf­fe be­nö­tigt, um sich selbst oder an­de­re Per­so­nen oder Sa­chen vor ei­ner tat­säch­li­chen Ge­fähr­dung zu schüt­zen;
sie ei­ne Prü­fung über die Hand­ha­bung von Waf­fen und über die Kennt­nis der recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des Waf­fen­ge­brauchs be­stan­den hat; das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment er­lässt ein Prü­fungs­re­gle­ment.
3Die Be­wil­li­gung wird von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons für ei­ne be­stimm­te Waf­fen­art und für längs­tens fünf Jah­re er­teilt. Sie gilt für die ge­sam­te Schweiz und kann mit Auf­la­gen ver­bun­den wer­den. Per­so­nen mit Wohn­sitz im Aus­land er­hal­ten sie von der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Ein­rei­se­kan­tons.
4Kei­ne Be­wil­li­gung brau­chen:
In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen ei­ner Jagd­be­wil­li­gung, Jagd­auf­se­her und Jagd­auf­se­he­rin­nen, Wild­hü­ter und Wild­hü­te­rin­nen für das Tra­gen von Waf­fen in Aus­übung ih­rer Tä­tig­keit;
Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen an Ver­an­stal­tun­gen, bei de­nen in Be­zug auf his­to­ri­sche Er­eig­nis­se Waf­fen ge­tra­gen wer­den;
Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen an Schiess­ver­an­stal­tun­gen mit Soft-Air- Waf­fen auf ei­nem ab­ge­si­cher­ten Ge­län­de für das Tra­gen sol­cher Waf­fen;
aus­län­di­sche Si­cher­heits­be­auf­trag­te Luft­ver­kehr auf dem Ge­biet der schwei­ze­ri­schen Flug­hä­fen, so­fern die für die Si­cher­heit im Flug­ver­kehr zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Be­hör­de über ei­ne Rah­men­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 27a ver­fügt;
Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter aus­län­di­scher Grenz­schutz­be­hör­den, die zu­sam­men mit Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern schwei­ze­ri­scher Grenz­schutz­be­hör­den bei ope­ra­ti­ven Ein­sät­zen an den Aus­sen­gren­zen des Schen­gen-Raums in der Schweiz mit­wir­ken.
5Der Bun­des­rat re­gelt die Er­tei­lung von Trag­be­wil­li­gun­gen im Ein­zel­nen, ins­be­son­de­re die Er­tei­lung an aus­län­di­sche Mit­glie­der des Per­so­nals der di­plo­ma­ti­schen Missio­nen, der stän­di­gen Missio­nen bei den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen, der kon­su­la­ri­schen Pos­ten und der Son­der­mis­sio­nen.
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4551 6775; BBl 2011 4555).
Art. 27a Rahmenbewilligung auf dem Gebiet der schweizerischen Flughäfen
1Zur Aus­übung von Si­cher­heits­funk­tio­nen auf dem Ge­biet der schwei­ze­ri­schen Flug­hä­fen kann ei­ne Rah­men­be­wil­li­gung an aus­län­di­sche Flug­ge­sell­schaf­ten er­teilt wer­den.
2Zur Ab­wehr von straf­ba­ren Hand­lun­gen und zum Schutz der Flug­gäs­te an Bord von Luft­fahr­zeu­gen kann ei­ne Rah­men­be­wil­li­gung an die für die Si­cher­heit im Flug­ver­kehr zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Be­hör­de er­teilt wer­den.
3Ei­ne Rah­men­be­wil­li­gung kann nur er­teilt wer­den, wenn die zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Be­hör­de oder die aus­län­di­sche Flug­ge­sell­schaft für je­de Per­son, die ei­ne Funk­ti­on nach den Ab­sät­zen 1 und 2 aus­übt, ga­ran­tiert, dass die Per­son:
nach dem Recht des be­trof­fe­nen aus­län­di­schen Staa­tes be­rech­tigt ist, ei­ne Waf­fe zu tra­gen und;
an­ge­mes­sen aus­ge­bil­det ist.
4Die Rah­men­be­wil­li­gung re­gelt die Ein­satzor­te, die Art der Waf­fen, die Zu­sam­men­ar­beit mit den lo­ka­len Be­hör­den und den Um­fang der Si­cher­heits­funk­tio­nen.
Art. 28 Transport von Waffen
1Kei­ne Waf­fen­trag­be­wil­li­gung ist er­for­der­lich für den Trans­port von Waf­fen, ins­be­son­de­re:
von und zu Kur­sen, Übun­gen und Ver­an­stal­tun­gen von Schiess-, Jagd- oder Soft-Air-Waf­fen-Ver­ei­nen so­wie von mi­li­tä­ri­schen Ver­ei­ni­gun­gen oder Ver­bän­den;
von und zu ei­nem Zeug­haus;
von und zu ei­nem In­ha­ber oder ei­ner In­ha­be­rin ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung;
bei ei­nem Wohn­sitz­wech­sel.
2Beim Trans­port von Feu­er­waf­fen müs­sen Waf­fe und Mu­ni­ti­on ge­trennt sein.
Art. 28a Missbräuchliches Tragen gefährlicher Gegenstände
Das Tra­gen ge­fähr­li­cher Ge­gen­stän­de an öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Or­ten und das Mit­füh­ren sol­cher Ge­gen­stän­de in Fahr­zeu­gen ist ver­bo­ten, wenn:
nicht glaub­haft ge­macht wer­den kann, dass dies durch die be­stim­mungs­ge­mäs­se Ver­wen­dung oder War­tung der Ge­gen­stän­de ge­recht­fer­tigt ist; und
der Ein­druck er­weckt wird, dass die Ge­gen­stän­de miss­bräuch­lich ein­ge­setzt wer­den sol­len, ins­be­son­de­re um da­mit Per­so­nen ein­zu­schüch­tern, zu be­dro­hen oder zu ver­let­zen.
7. Kapitel: Ausnahmebewilligungen, Kontrolle, administrative Sanktionen und Gebühren
Die Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen nach die­sem Ge­setz kön­nen nur er­teilt wer­den, wenn:
ach­tens­wer­te Grün­de vor­lie­gen, ins­be­son­de­re:
be­ruf­li­che Er­for­der­nis­se,
die Ver­wen­dung zu in­dus­tri­el­len Zwe­cken,
die Kom­pen­sa­ti­on kör­per­li­cher Be­hin­de­run­gen,
Samm­ler­tä­tig­keit;
kei­ne Hin­de­rungs­grün­de nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 vor­lie­gen; und
die vom Ge­setz vor­ge­se­he­nen be­son­de­ren Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind.
1Die kan­to­na­len Voll­zugs­or­ga­ne sind be­fugt, in An­we­sen­heit der Per­son, die über ei­ne Be­wil­li­gung nach die­sem Ge­setz ver­fügt, oder ih­rer Stell­ver­tre­tung:
die Ein­hal­tung von Be­din­gun­gen und Auf­la­gen zu kon­trol­lie­ren, die mit der Be­wil­li­gung ver­knüpft sind;
wäh­rend der üb­li­chen Ar­beits­zeit die Ge­schäfts­räu­me des In­ha­bers oder der In­ha­be­rin ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung oh­ne Vor­an­mel­dung zu be­sich­ti­gen und die ein­schlä­gi­gen Ak­ten ein­zu­se­hen.
2Sie stel­len be­las­ten­des Ma­te­ri­al si­cher.
3Die Kon­trol­le und Ein­sicht­nah­me nach Ab­satz 1 ist bei In­ha­bern und In­ha­be­rin­nen ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung re­gel­mäs­sig zu wie­der­ho­len.
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de ent­zieht ei­ne Be­wil­li­gung, wenn:
die Vor­aus­set­zun­gen für de­ren Er­tei­lung nicht mehr er­füllt sind;
die mit der Be­wil­li­gung ver­knüpf­ten Auf­la­gen nicht mehr ein­ge­hal­ten wer­den.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
Art. 30a Meldung verweigerter und entzogener Bewilligungen
1Die Be­hör­de, die ei­ne Be­wil­li­gung ver­wei­gert, mel­det die Ver­wei­ge­rung un­ter An­ga­be der Grün­de der Zen­tral­stel­le.
2Die Be­hör­de, die ei­ne Be­wil­li­gung ent­zieht, mel­det den Ent­zug der Be­hör­de, wel­che die Be­wil­li­gung er­teilt hat, und der Zen­tral­stel­le.
Art. 30b Melderecht
Die zur Wah­rung ei­nes Amts- oder Be­rufs­ge­heim­nis­ses ver­pflich­te­ten Per­so­nen sind be­rech­tigt, den zu­stän­di­gen kan­to­na­len und eid­ge­nös­si­schen Po­li­zei- und Jus­tiz­be­hör­den Per­so­nen zu mel­den, die:
durch die Ver­wen­dung von Waf­fen sich sel­ber oder Drit­te ge­fähr­den;
mit der Ver­wen­dung von Waf­fen ge­gen sich sel­ber oder Drit­te dro­hen.
1Die zu­stän­di­ge Be­hör­de be­schlag­nahmt:
Waf­fen, die von Per­so­nen oh­ne Be­rech­ti­gung ge­tra­gen wer­den;
Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le aus dem Be­sitz von Per­so­nen, für die ein Hin­de­rungs­grund nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 be­steht oder die zum Er­werb oder Be­sitz nicht be­rech­tigt sind;
ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de, die miss­bräuch­lich ge­tra­gen wer­den;
Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le oder de­ren Zu­be­hör, die nicht nach Ar­ti­kel 18a mar­kiert sind;
kleins­te Ver­pa­ckungs­ein­hei­ten von Mu­ni­ti­on, die nicht nach Ar­ti­kel 18b mar­kiert sind.
2Be­schlag­nahmt sie Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le oder ge­fähr­li­che Ge­gen­stän­de aus dem Be­sitz ei­ner Per­son, die nicht ei­gen­tums­be­rech­tigt ist, so gibt sie die­se Ge­gen­stän­de der ei­gen­tums­be­rech­tig­ten Per­son zu­rück, wenn kein Hin­de­rungs­grund nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 2 be­steht.
3Sie zieht die be­schlag­nahm­ten Ge­gen­stän­de de­fi­ni­tiv ein, wenn:
die Ge­fahr miss­bräuch­li­cher Ver­wen­dung be­steht, ins­be­son­de­re weil mit sol­chen Ge­gen­stän­den Per­so­nen be­droht oder ver­letzt wur­den; oder
es sich um Ge­gen­stän­de nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d oder e han­delt, die nach dem 28. Ju­li 2010 her­ge­stellt oder ins schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bracht wor­den sind.4
4Sie mel­det die de­fi­ni­ti­ve Ein­zie­hung von Waf­fen der Zen­tral­stel­le un­ter ge­nau­er Be­zeich­nung der Waf­fe.
5Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren für den Fall, dass die Rück­ga­be nicht mög­lich ist.
2 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
3 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
4 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
Art. 31a Entgegennahme von Waffen durch die Kantone
Die Kan­to­ne sind ver­pflich­tet, Waf­fen, we­sent­li­che und be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le ge­büh­ren­frei ent­ge­gen­zu­neh­men. Sie dür­fen In­ha­bern und In­ha­be­rin­nen ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung für die Ent­ge­gen­nah­me ei­ne Ge­bühr auf­er­le­gen.
Art. 31b Meldestelle
1Die Kan­to­ne be­zeich­nen ei­ne Mel­de­stel­le. Sie kön­nen de­ren Auf­ga­ben an im Waf­fen­be­reich tä­ti­ge Or­ga­ni­sa­tio­nen von na­tio­na­ler Be­deu­tung über­tra­gen.
2Die Mel­de­stel­le nimmt die ihr nach den Ar­ti­keln 11 Ab­sät­ze 3 und 4, 32k und 42a über­tra­ge­nen Auf­ga­ben wahr. Sie er­teilt den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den der Kan­to­ne und des Bun­des auf An­fra­ge die er­for­der­li­chen Aus­künf­te.
Art. 31c Zentralstelle
1Der Bun­des­rat be­zeich­net ei­ne Zen­tral­stel­le zur Un­ter­stüt­zung der Voll­zugs­be­hör­den.
2Die Zen­tral­stel­le nimmt ne­ben ih­rem Auf­trag nach den Ar­ti­keln 9a Ab­satz 2, 22b, 24 Ab­sät­ze 3 und 4, 25 Ab­sät­ze 3 und 5, 31d, 32a, 32c und 32j Ab­satz 1 ins­be­son­de­re die fol­gen­den Auf­ga­ben wahr:
Sie berät die Voll­zugs­be­hör­den.
Sie ko­or­di­niert de­ren Tä­tig­kei­ten.
bbis.2 Sie be­ar­bei­tet Er­su­chen schwei­ze­ri­scher oder aus­län­di­scher Be­hör­den um Rück­ver­fol­gung von Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­chen Be­stand­tei­le oder de­ren Zu­be­hör so­wie von Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len und über­mit­telt aus­län­di­schen Be­hör­den die ent­spre­chen­den Er­su­chen schwei­ze­ri­scher Be­hör­den; sie ist die Kon­takt­stel­le für tech­ni­sche und ope­ra­ti­ve Fra­gen im Be­reich der Rück­ver­fol­gung.
Sie dient als zen­tra­le Emp­fangs- und Mel­de­stel­le für den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit den üb­ri­gen Schen­gen-Staa­ten.
Sie gibt die Mel­dun­gen über Per­so­nen mit Wohn­sitz in der Schweiz, die in ei­nem Schen­gen-Staat ei­ne Feu­er­waf­fe er­wor­ben ha­ben, an die Wohn­sitz­kan­to­ne wei­ter.
Sie ar­bei­tet die Emp­feh­lun­gen zur ein­heit­li­chen An­wen­dung der Waf­fen­ge­setz­ge­bung und zur Ge­wäh­rung von Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen aus.
Sie kann aus­län­di­schen Flug­ge­sell­schaf­ten ei­ne Rah­men­be­wil­li­gung zur Aus­übung von Si­cher­heits­funk­tio­nen nach Ar­ti­kel 27a er­tei­len.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Tä­tig­keit der Zen­tral­stel­le im Ein­zel­nen.
2 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 23. Dez. 2011 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des UNO-Feu­er­waf­fen­pro­to­kolls, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6777; BBl 2011 4555).
Art. 31d Nationale Koordinationsstelle zur Auswertung von Schusswaffenspuren
1Der Bund und die Kan­to­ne kön­nen ei­ne na­tio­na­le Ko­or­di­na­ti­ons­stel­le zur zen­tra­len Aus­wer­tung von Spu­ren von Schuss­waf­fen nach Ar­ti­kel 4 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und f be­trei­ben.
2Sie wird durch die Zen­tral­stel­le ge­führt.
Art. 32 Gebühren
Der Bun­des­rat legt die Ge­büh­ren fest für:
die Be­ar­bei­tung von Be­wil­li­gun­gen, Prü­fun­gen und Be­stä­ti­gun­gen nach die­sem Ge­setz;
die Auf­be­wah­rung be­schlag­nahm­ter Waf­fen und miss­bräuch­lich ge­tra­ge­ner ge­fähr­li­cher Ge­gen­stän­de;
Vor­keh­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Be­schlag­nah­me, der de­fi­ni­ti­ven Ein­zie­hung und der Ver­wer­tung von Ge­gen­stän­den nach Ar­ti­kel 4.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 25. Sept. 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1831; BBl 2014 303).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 5 des BG vom 25. Sept. 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1831; BBl 2014 303).
7a. Kapitel: Datenbearbeitung und Datenschutz
Art. 32a Informationssysteme
1Die Zen­tral­stel­le führt fol­gen­de Da­ten­ban­ken:
Da­ten­bank über den Er­werb von Waf­fen durch aus­län­di­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge oh­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung (DE­WA);
Da­ten­bank über den Er­werb von Waf­fen durch Per­so­nen mit Wohn­sitz in ei­nem an­dern Schen­gen-Staat (DEWS);
Da­ten­bank über den Ent­zug und die Ver­wei­ge­rung von Be­wil­li­gun­gen und die Be­schlag­nah­me von Waf­fen (DEBB­WA);
Da­ten­bank über die Über­las­sung von Waf­fen der Ar­mee zu Ei­gen­tum und über Stel­lungs­pflich­ti­ge und An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee, bei de­nen nach Ar­ti­kel 113 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19952 ein Hin­de­rungs­grund für den Be­sitz ei­ner per­sön­li­chen Waf­fe be­steht (DA­WA);
Da­ten­bank über Mar­kie­run­gen zur Rück­ver­folg­bar­keit von Feu­er­waf­fen und de­ren Mu­ni­ti­on (DAR­UE).
2Je­der Kan­ton führt ein elek­tro­ni­sches In­for­ma­ti­ons­sys­tem über den Er­werb und den Be­sitz von Feu­er­waf­fen.
3Sie kön­nen zu­sätz­lich zum In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ab­satz 2 ein ge­mein­sa­mes har­mo­ni­sier­tes In­for­ma­ti­ons­sys­tem über den Er­werb und den Be­sitz von Feu­er­waf­fen füh­ren. Sie be­zeich­nen ein Or­gan, das für die Zu­sam­men­füh­rung und Ad­mi­nis­tra­ti­on der Da­ten ver­ant­wort­lich ist.
4Die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach den Ab­sät­zen 1 und 3 kön­nen von den Be­nut­zern und Be­nut­ze­rin­nen im Rah­men ih­rer Zu­griffs­rech­te mit ei­ner ein­zi­gen Ab­fra­ge kon­sul­tiert wer­den.
5Der Bund kann Mass­nah­men zur Har­mo­ni­sie­rung der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach den Ab­sät­zen 1-3 un­ter­stüt­zen.
6Der Bun­des­rat be­stimmt die Vor­aus­set­zun­gen, die er­füllt sein müs­sen, da­mit der Bund Fi­nanz­hil­fen nach Ab­satz 5 aus­rich­tet.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 25. Sept. 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1831; BBl 2014 303).
Art. 32abis Verwendung der AHV-Versichertennummer
1Die Be­hör­den, die on­li­ne Da­ten in den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ar­ti­kel 32a Ab­sät­ze 1-3 be­ar­bei­ten, sind be­rech­tigt, die Ver­si­cher­ten­num­mer nach Ar­ti­kel 50c des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19462 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung sys­te­ma­tisch zu ver­wen­den.
2Die Ver­si­cher­ten­num­mer wird zum elek­tro­ni­schen Da­ten­aus­tausch mit an­de­ren Da­ten­ban­ken ver­wen­det, in de­nen die Ver­si­cher­ten­num­mer eben­falls sys­te­ma­tisch ver­wen­det wird, so­fern für einen sol­chen Da­ten­aus­tausch mit­tels Ver­si­cher­ten­num­mer ei­ne for­mell-ge­setz­li­che Grund­la­ge be­steht, so­wie zur Füh­rung der Da­ten­ban­ken nach Ar­ti­kel 32a Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d und Ab­sät­ze 2 und 3.
3Die zu­stän­di­gen Be­hör­den mel­den der Zen­tral­stel­le die Ver­si­cher­ten­num­mern zur Ver­wen­dung in der DEBB­WA und in der DA­WA.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011 (AS 2012 4551; BBl 2011 4555). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 5 des BG vom 25. Sept. 2015 über Ver­bes­se­run­gen beim In­for­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Be­hör­den im Um­gang mit Waf­fen, in Kraft seit 1. Ju­li 2016 (AS 2016 1831; BBl 2014 303).
1Die DE­WA und die DEWS ent­hal­ten fol­gen­de Da­ten:
Per­so­na­li­en und Re­gis­ter­num­mer des Er­wer­bers oder der Er­wer­be­rin;
Waf­fen­art, Her­stel­ler oder Her­stel­le­rin, Be­zeich­nung, Ka­li­ber, Waf­fen­num­mer so­wie Da­tum der Über­tra­gung;
Da­tum der Er­fas­sung in der Da­ten­bank.
2Die DEBB­WA ent­hält fol­gen­de Da­ten:
Per­so­na­li­en und Ver­si­cher­ten­num­mer von Per­so­nen, de­nen Be­wil­li­gun­gen ent­zo­gen oder ver­wei­gert oder bei de­nen Waf­fen be­schlag­nahmt wur­den;
Um­stän­de, die zum Ent­zug der Be­wil­li­gung ge­führt ha­ben;
Waf­fen­art, -typ und -num­mer so­wie Da­tum der Über­tra­gung;
Um­stän­de, die zur Be­schlag­nah­me An­lass ge­ge­ben ha­ben;
Ver­fü­gun­gen über be­schlag­nahm­te Waf­fen;
3Die DA­WA ent­hält fol­gen­de Da­ten:
Per­so­na­li­en und Ver­si­cher­ten­num­mer der Per­so­nen, de­nen beim Aus­tritt aus der Ar­mee ei­ne Waf­fe zum Ei­gen­tum über­las­sen wur­de;
Per­so­na­li­en und Ver­si­cher­ten­num­mer der Per­so­nen, de­nen auf­grund der Mi­li­tär­ge­setz­ge­bung die per­sön­li­che Waf­fe oder die Leih­waf­fe ab­ge­nom­men oder ent­zo­gen wur­de;
Per­so­na­li­en und Ver­si­cher­ten­num­mer der Per­so­nen, de­nen auf­grund von Hin­de­rungs­grün­den be­tref­fend die Ab­ga­be der per­sön­li­chen Waf­fe nach Ar­ti­kel 113 des Mi­li­tär­ge­set­zes vom 3. Fe­bru­ar 19952 kei­ne Waf­fe ab­ge­ge­ben wur­de;
Waf­fen­art, -typ und -num­mer so­wie Da­tum der Über­tra­gung oder des Ent­zugs;
Um­stän­de, die zur Nich­t­ab­ga­be , zur Ab­nah­me und zum Ent­zug der Waf­fe An­lass ge­ge­ben ha­ben;
4Die DAR­UE ent­hält fol­gen­de Da­ten:
die Mar­kie­rungs­an­ga­ben nach den Ar­ti­keln 18a und 18b;
wei­te­re Kenn­zei­chen und Re­fe­ren­zen des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin so­wie des Im­por­teurs oder der Im­por­teu­rin;
Kon­takt­da­ten des Her­stel­lers oder der Her­stel­le­rin, des Lie­fe­ran­ten oder der Lie­fe­ran­tin so­wie des Im­por­teurs oder der Im­por­teu­rin;
die An­ga­ben der Be­wil­li­gung zum Ver­brin­gen von Waf­fen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet.
5Das In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 32a Ab­satz 2 ent­hält die fol­gen­den Da­ten:
Per­so­na­li­en und Re­gis­ter­num­mer des Er­wer­bers oder der Er­wer­be­rin und der über­tra­gen­den Per­son;
Waf­fen­art, Her­stel­ler oder Her­stel­le­rin, Be­zeich­nung, Ka­li­ber, Waf­fen-num­mer so­wie Da­tum der Über­tra­gung;
Per­so­na­li­en der In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen ei­nes Eu­ro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pas­ses nach Ar­ti­kel 25b und An­ga­ben dar­aus;
Per­so­na­li­en der In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen ei­ner Waf­fen­trag­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 27 und An­ga­ben dar­aus.
6Das ge­mein­sa­me har­mo­ni­sier­te In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 32a Ab­satz 3 ent­hält fol­gen­de Da­ten:
Per­so­na­li­en des Er­wer­bers oder der Er­wer­be­rin;
Waf­fen­art, Her­stel­ler oder Her­stel­le­rin, Be­zeich­nung, Ka­li­ber, Waf­fen­num­mer und Da­tum der Über­tra­gung;
Per­so­na­li­en der In­ha­ber und In­ha­be­rin­nen ei­nes Eu­ro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass nach Ar­ti­kel 25b und An­ga­ben dar­aus;
7Die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach Ar­ti­kel 32a Ab­sät­ze 2 und 3 dür­fen auch die Ver­si­cher­ten­num­mer ent­hal­ten.
Art. 32c Bekanntgabe von Daten
1Sämt­li­che Da­ten der DE­WA, der DEBB­WA und der DAR­UE kön­nen fol­gen­den Be­hör­den zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­kannt ge­ge­ben wer­den:
den zu­stän­di­gen Be­hör­den des Wohn­sitz- oder Hei­mat­staa­tes;
wei­te­ren Jus­tiz- und Po­li­zei­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne so­wie den für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes zu­stän­di­gen Be­hör­den;
den aus­län­di­schen Po­li­zei-, Straf­ver­fol­gungs- und Si­cher­heits­be­hör­den so­wie den EU­RO­POL- und IN­TER­POL-Stel­len.
2Sämt­li­che Da­ten der DE­WA, der DEBB­WA, der DA­WA und der DAR­UE kön­nen den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne, den Po­li­zei­be­hör­den der Kan­to­ne so­wie den Zoll­be­hör­den mit­tels ei­nes Ab­ruf­ver­fah­rens zu­gäng­lich ge­macht wer­den.
3Sämt­li­che Da­ten der DEBB­WA kön­nen den zu­stän­di­gen Stel­len der Mi­li­tär­ver­wal­tung mit­tels ei­nes Ab­ruf­ver­fah­rens zu­gäng­lich ge­macht wer­den.
4Die Zen­tral­stel­le mel­det den zu­stän­di­gen Stel­len der Mi­li­tär­ver­wal­tung un­ver­züg­lich neu in der DEBB­WA ein­ge­tra­ge­ne An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee und Stel­lungs­pflich­ti­ge, de­nen ei­ne Be­wil­li­gung ent­zo­gen oder ver­wei­gert oder bei de­nen ei­ne Waf­fe be­schlag­nahmt wur­de. Die Mel­dung an das In­for­ma­ti­ons­sys­tem in­te­grier­te Res­sour­cen­be­wirt­schaf­tung (PSN) er­folgt im au­to­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren.
5Die Zen­tral­stel­le mel­det der zu­stän­di­gen Be­hör­de des Wohn­sitz­kan­tons un­ver­züg­lich neu in der DA­WA ein­ge­tra­ge­ne An­ge­hö­ri­ge der Ar­mee oder Stel­lungs­pflich­ti­ge, de­nen die per­sön­li­che Waf­fe oder die Leih­waf­fe ab­ge­nom­men, ent­zo­gen oder nicht ab­ge­ge­ben wur­de. Die Mel­dung an die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me des zu­stän­di­gen Wohn­sitz­kan­tons nach Ar­ti­kel 32a Ab­sät­ze 2 und 3 er­folgt im au­to­ma­ti­sier­ten Ver­fah­ren.
6Die Da­ten der DEWS müs­sen an die zu­stän­di­gen Be­hör­den des Wohn­sitz­staa­tes der be­tref­fen­den Per­son wei­ter­ge­ge­ben wer­den.
7Die Da­ten des In­for­ma­ti­ons­sys­tems nach Ar­ti­kel 32a Ab­satz 3 kön­nen den Straf­ver­fol­gungs- und den Jus­tiz­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne, den Po­li­zei­be­hör­den der Kan­to­ne, dem Bun­des­amt für Po­li­zei (fed­pol) so­wie den Zoll­be­hör­den und den zu­stän­di­gen Stel­len der Mi­li­tär­ver­wal­tung zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben mit­tels ei­nes Ab­ruf­ver­fah­rens zu­gäng­lich ge­macht wer­den.
8Der Bun­des­rat re­gelt den Um­fang der Be­kannt­ga­be von Da­ten an die Be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne so­wie die Kon­trol­le, Auf­be­wah­rung, Be­rich­ti­gung und Lö­schung der Da­ten.
2. Abschnitt: Datenbearbeitung und Datenschutz im Rahmen der Schengen-Assoziierungsabkommen
Art. 32d Bekanntgabe von Personendaten an einen Schengen-Staat
Die Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten an die zu­stän­di­gen Be­hör­den von Schen­gen-Staa­ten wird der Be­kannt­ga­be von Per­so­nen­da­ten zwi­schen Bun­des­or­ga­nen gleich­ge­stellt.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 11. Dez. 2009 (An­pas­sung der Um­set­zung des Schen­gen-Be­sitz­stands), in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2823; BBl 2009 3649).
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. 6 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).
Das Aus­kunfts­recht rich­tet sich nach den Da­ten­schutz­be­stim­mun­gen des Bun­des oder der Kan­to­ne.1 Der In­ha­ber oder die In­ha­be­rin der Da­ten­samm­lung er­teilt auch Aus­kunft über die ver­füg­ba­ren An­ga­ben zur Her­kunft der Da­ten.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. 6 des BG vom 19. März 2010 über die Um­set­zung des Rah­men­be­schlus­ses 2008/977/JI über den Schutz von Per­so­nen­da­ten im Rah­men der po­li­zei­li­chen und jus­ti­zi­el­len Zu­sam­men­ar­beit in Strafsa­chen, in Kraft seit 1. Dez. 2010 (AS 2010 3387 3418; BBl 2009 6749).
Art. 32h und 32i
2Die zu­stän­di­gen Stel­len der Mi­li­tär­ver­wal­tung mel­den der Zen­tral­stel­le:
die Iden­ti­tät und die Ver­si­cher­ten­num­mer von Per­so­nen, de­nen beim Aus­tritt aus der Ar­mee ei­ne Waf­fe zum Ei­gen­tum über­las­sen wur­de, so­wie die Waf­fen­art und die Waf­fen­num­mer;
die Iden­ti­tät und die Ver­si­cher­ten­num­mer von Per­so­nen, de­nen auf­grund der Mi­li­tär­ge­setz­ge­bung die per­sön­li­che Waf­fe oder die Leih­waf­fe ab­ge­nom­men, ent­zo­gen oder nicht ab­ge­ge­ben wur­de.2
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 23. Dez. 2011, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4551 6775; BBl 2011 4555).
Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den so­wie die Mel­de­stel­len über­mit­teln der Zen­tral­stel­le die ih­nen vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen über:
die Iden­ti­tät von Per­so­nen oh­ne Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung in der Schweiz, die im In­land ei­ne Waf­fe oder einen we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­teil er­wor­ben ha­ben;
die Iden­ti­tät von Per­so­nen mit Wohn­sitz in ei­nem an­de­ren Schen­gen-Staat, die im In­land ei­ne Feu­er­waf­fe oder einen we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­teil er­wor­ben ha­ben;
die er­wor­be­nen Waf­fen oder we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­le.
Art. 33 Vergehen und Verbrechen
oh­ne Be­rech­ti­gung Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le an­bie­tet, über­trägt, ver­mit­telt, er­wirbt, be­sitzt, her­stellt, ab­än­dert, um­baut, trägt, in einen Schen­gen-Staat aus­führt oder in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bringt;
abis.4 oh­ne Be­rech­ti­gung die nach Ar­ti­kel 18a vor­ge­schrie­be­ne Mar­kie­rung von Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le oder de­ren Zu­be­hör ent­fernt, un­kennt­lich macht, ab­än­dert oder er­gänzt;
als In­ha­ber oder In­ha­be­rin ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bringt, oh­ne die­se Ge­gen­stän­de an­zu­mel­den oder rich­tig zu de­kla­rie­ren;
ei­ne Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung mit falschen oder un­voll­stän­di­gen An­ga­ben er­schleicht;
die Ver­pflich­tun­gen nach Ar­ti­kel 21 ver­letzt;
als In­ha­ber oder In­ha­be­rin ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le nicht si­cher auf­be­wahrt (Art. 17 Abs. 2 Bst. d);
als In­ha­ber oder In­ha­be­rin ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung:
Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör oder Mu­ni­ti­on her­stellt oder in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bringt, oh­ne die­se Ge­gen­stän­de mit ei­ner Mar­kie­rung nach Ar­ti­kel 18a oder 18b zu ver­se­hen,
Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör oder Mu­ni­ti­on an­bie­tet, er­wirbt, über­trägt oder ver­mit­telt, die nicht nach Ar­ti­kel 18a oder 18b mar­kiert wor­den sind,
Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör oder Mu­ni­ti­on an­bie­tet, er­wirbt, über­trägt oder ver­mit­telt, die un­recht­mäs­sig ins schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bracht wor­den sind;
Per­so­nen nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 1, die kei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 vor­wei­sen kön­nen, Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le an­bie­tet, über­trägt oder ver­mit­telt.
2Han­delt der Tä­ter oder die Tä­te­rin fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se. In leich­ten Fäl­len kann von ei­ner Be­stra­fung ab­ge­se­hen wer­den.
3Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich und ge­werbs­mäs­sig oh­ne Be­rech­ti­gung:
Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le an­bie­tet, über­trägt, ver­mit­telt, her­stellt, re­pa­riert, ab­än­dert, um­baut, in einen Schen­gen-Staat aus­führt oder in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bringt;
nicht ge­mä­ss Ar­ti­kel 18a oder 18b mar­kier­te oder un­recht­mäs­sig ins schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brach­te Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör oder Mu­ni­ti­on an­bie­tet, er­wirbt, über­trägt oder ver­mit­telt.
4 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 23. Dez. 2011 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des UNO-Feu­er­waf­fen­pro­to­kolls, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 6777; BBl 2011 4555).
5 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
6 Fas­sung ge­mä­ss Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
7 Auf­ge­ho­ben durch Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, mit Wir­kung seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
8 Ein­ge­fügt durch Art. 2 des BB vom 11. Dez. 2009 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des No­ten­aus­tauschs zwi­schen der Schweiz und der EG be­tref­fend die Über­nah­me der Richt­li­nie 2008/51/EG zur Än­de­rung der Waf­fen­richt­li­nie, in Kraft seit 28. Ju­li 2010 (AS 2010 2899; BBl 2009 3649).
Art. 34 Übertretungen
1Mit Bus­se wird be­straft, wer:
einen Waf­fen­er­werbs­schein oder ei­ne Waf­fen­trag­be­wil­li­gung mit falschen oder un­voll­stän­di­gen An­ga­ben er­schleicht oder zu er­schlei­chen ver­sucht oder da­zu Ge­hil­fen­schaft leis­tet, oh­ne dass ein Tat­be­stand nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 Buch­sta­be a er­füllt ist;
oh­ne Be­rech­ti­gung mit ei­ner Feu­er­waf­fe schiesst (Art. 5 Abs. 3 und 4);
sei­ne Sorg­falts­pflich­ten bei der Über­tra­gung von Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len miss­ach­tet (Art. 10a und 15 Abs. 2);
sei­nen Pflich­ten nach Ar­ti­kel 11 Ab­sät­ze 1 und 2 nicht nach­kommt oder auf dem Ver­trag falsche oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht;
als Pri­vat­per­son Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le nicht sorg­fäl­tig auf­be­wahrt (Art. 26 Abs. 1);
als Pri­vat­per­son Waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le, Waf­fen­zu­be­hör, Mu­ni­ti­on oder Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­le in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­bringt, oh­ne die­se Ge­gen­stän­de an­zu­mel­den oder rich­tig zu de­kla­rie­ren, oder bei der Durch­fuhr im Rei­se­ver­kehr nicht an­mel­det;
den Ver­lust von Waf­fen nicht so­fort der Po­li­zei mel­det (Art. 26 Abs. 2);
die Waf­fen­trag­be­wil­li­gung nicht mit sich führt (Art. 27 Abs. 1);
sei­nen Mel­de­pflich­ten nach Ar­ti­kel 7a Ab­satz 1, 9c, 11 Ab­sät­ze 3 und 4, 11a Ab­satz 2, 17 Ab­satz 7 oder 42 Ab­satz 5 nicht nach­kommt;
als Er­be sei­nen Pflich­ten nach Ar­ti­kel 6a, 8 Ab­satz 2bis oder 11 Ab­satz 4 nicht nach­kommt;
ver­bo­te­ne For­men des An­bie­tens an­wen­det (Art. 7b);
den Be­gleit­schein mit falschen oder un­voll­stän­di­gen An­ga­ben er­schleicht;
Feu­er­waf­fen, de­ren we­sent­li­che Be­stand­tei­le oder Mu­ni­ti­on (Art. 22b Abs. 1) in einen Schen­gen-Staat aus­führt, oh­ne dass der Be­gleit­schein der Sen­dung bei­liegt;
bei der Ein­rei­se aus ei­nem Schen­gen-Staat, Feu­er­waf­fen, we­sent­li­che oder be­son­ders kon­stru­ier­te Waf­fen­be­stand­tei­le oder Mu­ni­ti­on oh­ne Eu­ro­päi­schen Feu­er­waf­fen­pass mit sich führt (Art. 25a Abs. 4);
ei­ne Feu­er­waf­fe trans­por­tiert, oh­ne Waf­fe und Mu­ni­ti­on zu tren­nen (Art. 28 Abs. 2);
auf an­de­re Wei­se ei­ner Be­stim­mung die­ses Ge­set­zes vor­sätz­lich zu­wi­der han­delt, de­ren Über­tre­tung der Bun­des­rat in den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen für straf­bar er­klärt.
2In leich­ten Fäl­len kann von ei­ner Be­stra­fung ab­ge­se­hen wer­den.
Für Wi­der­hand­lun­gen in Ge­schäfts­be­trie­ben gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741.
1Die Kan­to­ne ver­fol­gen und be­ur­tei­len Wi­der­hand­lun­gen. Der Bund un­ter­stützt die Ko­or­di­na­ti­on der Straf­ver­fol­gung zwi­schen den Kan­to­nen.
2Die Zoll­ver­wal­tung un­ter­sucht und be­ur­teilt Über­tre­tun­gen die­ses Ge­set­zes bei der Durch­fuhr im Rei­se­ver­kehr und beim Ver­brin­gen von Waf­fen in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet.1
3Stellt ei­ne Über­tre­tung nach Ab­satz 2 gleich­zei­tig ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen die Zoll­ge­setz­ge­bung oder die Mehr­wert­steu­er­ge­setz­ge­bung dar, so wird die für die schwe­re­re Wi­der­hand­lung vor­ge­se­he­ne Stra­fe an­ge­wen­det; die­se kann an­ge­mes­sen er­höht wer­den.
1Die Kan­to­ne voll­zie­hen die­ses Ge­setz, so­weit es nicht den Bund als zu­stän­dig er­klärt.
2Sie er­las­sen die Be­stim­mun­gen für den kan­to­na­len Voll­zug und tei­len sie den Bun­des­be­hör­den mit.
1Der Bun­des­rat er­lässt die Voll­zugs­be­stim­mun­gen zu die­sem Ge­setz.
2Er re­gelt dar­in ins­be­son­de­re Form und In­halt der Be­wil­li­gun­gen.
3Er be­stimmt die Be­hör­den, wel­che Da­ten di­rekt in die Da­ten­ban­ken des Bun­des ein­ge­ben.1
4Er kann Voll­zugs­auf­ga­ben der Zoll­ver­wal­tung über­tra­gen.
1Wer nach bis­he­ri­gem kan­to­na­lem Recht ei­ne Waf­fe tra­gen oder mit Waf­fen han­deln darf und die­ses Recht be­hal­ten will, muss in­ner­halb ei­nes Jah­res nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes ein Ge­such um die ent­spre­chen­de Be­wil­li­gung stel­len.
2Das Recht bleibt be­ste­hen, bis über das Ge­such ent­schie­den ist.
3Ein-, Aus- und Durch­fuhr­be­wil­li­gun­gen nach dem Kriegs­ma­te­ri­al­ge­setz vom 30. Ju­ni 19721 und vom 13. De­zem­ber 19962 be­hal­ten ih­re Gül­tig­keit.
4Wer nach bis­he­ri­gem Recht ei­ne Be­wil­li­gung für die ge­werbs­mäs­si­ge Ein-, Aus- und Durch­fuhr von Waf­fen, we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­tei­len, Mu­ni­ti­on und Mu­ni­ti­ons­be­stand­tei­len hat, darf die­se Ge­gen­stän­de wei­ter­hin auf­grund die­ser Be­wil­li­gung in das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet ver­brin­gen und aus­füh­ren.3
5Wer be­reits im Be­sitz von Waf­fen, we­sent­li­chen oder be­son­ders kon­stru­ier­ten Waf­fen­be­stand­tei­len nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 oder Waf­fen­zu­be­hör nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 1 Buch­sta­be g ist, muss die­se in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten die­ser Be­stim­mung den für die Er­tei­lung von Aus­nah­me­be­wil­li­gun­gen zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den mel­den.4
6In­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten des Ver­bots nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 kann ein Ge­such um ei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung ein­ge­reicht wer­den. Aus­ge­nom­men von die­ser Be­stim­mung ist, wer be­reits ei­ne gül­ti­ge Aus­nah­me­be­wil­li­gung zum Er­werb der Waf­fe hat. Wer kein Ge­such ein­rei­chen will, muss die Ge­gen­stän­de in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten des Ver­bots ei­ner be­rech­tig­ten Per­son über­tra­gen.5
7Wird das Ge­such um ei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung ab­ge­wie­sen, so sind die Ge­gen­stän­de in­ner­halb von vier Mo­na­ten nach der Ab­wei­sung ei­ner be­rech­tig­ten Per­son zu über­tra­gen.6
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
4 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 12. Dez. 2008 (AS 2008 5499 5405 Art. 2 Bst. d; BBl 2006 2713).
Art. 42a Übergangsbestimmung zur Änderung vom
1Wer be­reits im Be­sitz ei­ner Feu­er­waf­fe oder ei­nes we­sent­li­chen Waf­fen­be­stand­teils nach Ar­ti­kel 10 ist, muss den Ge­gen­stand in­ner­halb ei­nes Jah­res nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 17. De­zem­ber 2004 die­ses Ge­set­zes der Mel­de­stel­le des Wohn­sitz­kan­tons an­mel­den.
2Nach Ab­satz 1 nicht an­zu­mel­den sind:
Feu­er­waf­fen oder we­sent­li­che Waf­fen­be­stand­tei­le, die von ei­nem In­ha­ber oder ei­ner In­ha­be­rin ei­ner Waf­fen­han­dels­be­wil­li­gung sei­ner­zeit er­wor­ben wur­den;
Or­don­nanz­feu­er­waf­fen, die von der Mi­li­tär­ver­wal­tung sei­ner­zeit zu Ei­gen­tum ab­ge­ge­ben wur­den.

References: Art. 2
 Art. 2

Art. 5

Art. 6
 Art. 3
 Art. 2
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 2

Art. 7

Art. 7
 Art. 2

Art. 7
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2

Art. 11
 Art. 3
 Art. 1

Art. 18
 Art. 2

Art. 18
 Art. 2

Art. 18
 Art. 2

Art. 19
 Art. 2

Art. 20

Art. 21

Art. 22

Art. 22
 Art. 3

Art. 22

Art. 23

Art. 24

Art. 24

Art. 24

Art. 24

Art. 25

Art. 25

Art. 25

Art. 27

Art. 28

Art. 28
 Art. 2

Art. 30

Art. 30
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2

Art. 31

Art. 31

Art. 31
 Art. 2

Art. 31

Art. 32

Art. 32

Art. 32

Art. 32

Art. 32

Art. 32

Art. 33
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2

Art. 34
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2

Art. 42