Source: http://m.hensche.de/Betriebsrat_Arbeitszeitnachweise_Einsicht_des_Betriebsrats_in_Arbeitsnachweise_ist_kein_Verstoss_gegen_das_BDSG_LAG_Koeln_12TaBV11-1-u.html
Timestamp: 2017-02-21 07:28:22+00:00

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HENSCHE Arbeitsrecht: 12 TaBV 1/11
1. § 32 BDSG soll le­dig­lich ei­ne vorläufi­ge und der Klar­stel­lung die­nen­de Re­ge­lung zum Ar­beit­neh­mer­da­ten­schutz tref­fen, oh­ne da­mit die von der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Grundsätze zum Da­ten­schutz in Beschäfti­gungs­verhält­nis­sen wei­ter aus­zu­deh­nen. Dar­aus folgt, dass er­for­der­lich gemäß § 32 BDSG je­weils der Da­ten­um­fang ist, den Bun­des­ar­beits­ge­richt und Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt be­reits in der Ver­gan­gen­heit als zulässig er­ach­tet ha­ben. Er­for­der­lich­keit ist je­den­falls dann zu be­ja­hen, wenn ein Ver­zicht auf die Da­ten­ver­ar­bei­tung nicht sinn­voll oder un­zu­mut­bar wäre und kei­ne we­ni­ger ein­griff­s­in­ten­si­ven Mit­tel zur Verfügung ste­hen, die in glei­cher Wei­se zur Zweck­er­rei­chung ge­eig­net sind. 2. Auch die all­ge­mei­nen Auf­ga­ben des Be­triebs­rats nach § 80 Abs. 1 Be­trVG um­fas­sen Über­wa­chungs­auf­ga­ben, die sich auf das ein­zel­ne Ar­beits­verhält­nis be­zie­hen, so dass sie oh­ne per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten nicht ausführ­bar sind.
Arbeitsgericht Bonn, Urteil vom 24.11.2010, 2 BV 52/10
Te­nor: 1. Die Be­schwer­de der Be­tei­lig­ten zu 2) ge­gen den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bonn vom 24.11.2010 – 2 BV 52/10 – wird zurück­ge­wie­sen.
Der An­trag­stel­ler ist der bei der An­trags­geg­ne­rin ge­bil­de­te Be­triebs­rat der Zen­tra­le. Die Be­tei­lig­te zu 2. er­stellt Zeit­nach­wei­se für ih­re Ar­beit­neh­mer, wo­bei dem so­wohl ei­ne
§ 6 Rech­te des Be­triebs­rats Der Be­triebs­rat erhält je­weils zum 10. des Fol­ge­mo­nats auf An­trag von der Per­so­nal­ab­tei­lung ei­nes Auf­stel­lung über die an­ge­fal­le­nen St­un­den­sal­den der Ar­beit­neh­mer oder ein­zel­ne Ar­beit­neh­mer, bzw. für AT-An­ge­stell­te die nach den Be­stim­mun­gen der GBV Zeit­er­fas­sung er­stell­ten Un­ter­la­gen.
Der An­trag­stel­ler hat zu­letzt be­an­tragt, 1. die Be­tei­lig­te zu 2. zu ver­pflich­ten, ihm die Zeit­nach­wei­se al­ler Beschäftig­ten am Stand­ort B für den Zeit­raum ab dem 01.04.2010 zu über­ge­ben;
Die Be­tei­lig­te zu 2. hat be­an­tragt, die Anträge zurück­zu­wei­sen. Zur Be­gründung hat sie sich auf die Stel­lung­nah­me des Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten be­ru­fen und hat die An­sicht ver­tre­ten, dass ei­ner Her­aus­ga­be der Ar­beits­zeit­nach­wei­se die Vor­ga­ben des Da­ten­schut­zes ent­ge­genstünden. Dem An­trag­stel­ler ste­he kein ei­genständi­ges Ein­sichts­recht bzw. In­for­ma­ti­ons­recht hin­sicht­lich der kon­kre­ten Gleit­zeit­kon­ten zu, da dies dem Recht der Mit­ar­bei­ter auf in­for­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung wi­der­spre­che. Ei­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung könne das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz nicht ab­be­din­gen. Grundsätz­lich sei­en die all­ge­mei­nen Über­wa­chungs­auf­ga­ben gemäß § 80 Abs. 1 Be­trVG hin­sicht­lich der Ein­hal­tung von Be­triebs­ver­ein­ba­run­gen auch oh­ne per­so­nen­be­zo­ge­ne An­ga­ben erfüll­bar.
Die Be­tei­lig­te zu 2. und Be­schwer­deführe­rin be­an­tragt, den Be­schluss des Ar­beits­ge­richts Bonn vom 24.11.2010 – 2 BV 52/10 – ab­zuändern und die Anträge des An­trag­stel­lers zurück­zu­wei­sen.
Der An­trag­stel­ler und Be­schwer­de­geg­ner be­an­tragt, die Be­schwer­de zurück­zu­wei­sen. Er ist der An­sicht, auf Her­aus­ga­be der Nach­weis­lis­ten zur Erfüllung sei­ner Auf­ga­ben nach § 80 Abs. 1 Be­trVG an­ge­wie­sen zu sein. Ins­be­son­de­re zur Fra­ge der Über­prüfung, ob das Ar­beits­zeit­ge­setz und die ab­ge­schlos­se­ne Be­triebs­ver­ein­ba­rung ein­ge­hal­ten wer­den, sei die Aus­kunft über die tatsächlich ge­leis­te­te Ar­beits­zeit hin­sicht­lich ih­rer Dau­er und der La­ge un­ab­ding­bar. Ei­ne Ein­wil­li­gung der Ar­beit­neh­mer sei in­so­weit nicht er­for­der­lich.
II. Die Be­schwer­de der Be­schwer­deführe­rin ist zulässig, aber un­be­gründet. 1. Die Be­schwer­de ist zulässig. Die Be­schwer­de ist statt­haft (§ 87 Abs. 1 ArbGG) so­wie form- und frist­ge­recht ein­ge­legt und be­gründet wor­den (§§ 89 Abs. 2, 87 Abs. 2 Satz 1, 66 Abs. 1 Satz 1 ArbGG).
c. Die Zulässig­keit ei­ner Nut­zung per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten durch den Be­triebs­rat kann sich da­mit nur aus § 32 BDSG er­ge­ben, wenn die Nut­zung zur Durchführung des Ar­beits­verhält­nis­ses er­for­der­lich ist. § 32 BDSG ist die maßgeb­li­che Be­stim­mung für den Um­gang mit Da­ten im Ar­beits­verhält­nis (Er­fur­ter Kom­men­tar/Wank 11. Auf­la­ge 2011 § 32 BDSG Rn. 1). Da­bei lie­fert das Ge­setz kei­nen nähe­ren An­halts­punk­te, wel­che Vor­ge­hens­wei­sen im Ein­zel­nen er­for­der­lich sind und wel­che nicht. Zu be­ach­ten bleibt, dass laut der Ge­set­zes­be­gründung die ge­setz­li­che Re­ge­lung de­nen von der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Grundsätzen zum Da­ten­schutz im Beschäfti­gungs­verhält­nis ent­spricht. Die Ab­sicht des Ge­setz­ge­bers war, wie sich aus den Ma­te­ria­li­en un­zwei­fel­haft er­gibt, mit Einführung des § 32 Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz le­dig­lich ei­ne vorläufi­ge und der Klar­stel­lung die­nen­de Re­ge­lung zum Ar­beit­neh­mer­da­ten­schutz zu tref­fen, oh­ne da­mit die von der Recht­spre­chung ent­wi­ckel­ten Grundsätze zum Da­ten­schutz in Beschäfti­gungs­verhält­nis­sen wei­ter aus­zu­deh­nen (Bun­des­tags­druck­sa­che 16/13657 Sei­te - 6 -
Da sich der An­spruch un­mit­tel­bar aus § 80 Abs. 2 Be­trVG er­gibt, kann da­hin­ge­stellt blei­ben, ob sich die­ser An­spruch auch als Durchführungs­an­spruch aus der Be­triebs­ver­ein­ba­runger­gibt.
RECH­TSMIT­TEL­BE­LEH­RUNG Ge­gen die­sen Be­schluss kann von der Be­tei­lig­ten zu 2.
1. Rechts­anwälte,2. Ge­werk­schaf­ten und Ver­ei­ni­gun­gen von Ar­beit­ge­bern so­wie Zu­sam­men­schlüsse sol­cher Verbände für ih­re Mit­glie­der oder für an­de­re Verbände oder Zu­sam­men­schlüsse mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der,3. Ju­ris­ti­sche Per­so­nen, de­ren An­tei­le sämt­lich im wirt­schaft­li­chen Ei­gen­tum ei­ner der in Num­mer 2 be­zeich­ne­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen ste­hen, wenn die ju­ris­ti­sche Per­son aus­sch­ließlich die Rechts­be­ra­tung und die­ser Or­ga­ni­sa­ti­on und ih­rer Mit­glie­der oder ei­nes an­de­ren Ver­ban­des oder Zu­sam­men­schlus­ses mit ver­gleich­ba­rer Aus­rich­tung und de­ren Mit­glie­der ent­spre­chend de­ren Sat­zung durchführt und wenn die Or­ga­ni­sa­ti­on für die Tätig­keit der Be­vollmäch­tig­ten haf­tet.
Ei­ne Par­tei die als Be­vollmäch­tig­ter zu­ge­las­sen ist, kann sich selbst ver­tre­ten. * ei­ne Not­frist ist un­abänder­lich und kann nicht verlängert wer­den. Brand Dr. Scharn­ke Lin­dau­er	m.hensche.de
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References: § 32
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 § 80

§ 6
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