Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=21.05.2015&Aktenzeichen=4%20StR%20164/15
Timestamp: 2020-06-04 12:48:04+00:00

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BGH, 21.05.2015 - 4 StR 164/15 - dejure.org
https://dejure.org/2015,13717
BGH, 21.05.2015 - 4 StR 164/15 (https://dejure.org/2015,13717)
BGH, Entscheidung vom 21.05.2015 - 4 StR 164/15 (https://dejure.org/2015,13717)
BGH, Entscheidung vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15 (https://dejure.org/2015,13717)
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§ 315c Abs. 1 Nr. 2 lit. c StGB; § 267 Abs. 1 StGB; § 52 Abs. 1 StGB
Gefährdung des Straßenverkehrs (Gefährdung einer Person oder einer Sache von bedeutendem Wert: Beinaheunfall; Falschfahren an Fußgängerüberwegen: Begriff des Fußgängerüberwegs); Urkundenfälschung (mehrmaliges Gebrauchen einer gefälschten Urkunde: Tateinheit)
§ 349 Abs. 2 StPO, § ... 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe a StGB, § 315b StGB, § 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c StGB, § 26 StVO, § 26 Abs. 1 Satz 1 StVO, § 26 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2, 3 StVO, § 41 Abs. 1 StVG, § 267 Abs. 1 Satz 1 StPO, § 37 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 2 StVO, § 267 Abs. 1 1. Alt. StGB, § 267 Abs. 1 3. Alt. StGB, § 69a Abs. 1 Satz 3 StGB, § 64 StGB
§ 315c Abs 1 Nr 2 Buchst a StGB, § 315c Abs 1 Nr 2 Buchst c StGB, § 267 Abs 1 S 1 StPO, § 26 StVO
Vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung durch Vorfahrtverletzung und falsches Fahren am Fußgängerüberweg: Anforderungen an die Urteilsfeststellungen
Vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung durch Vorfahrtverletzung und falsches Fahren am Fußgängerüberweg
Anforderungen an einen vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr
StGB § 315c Abs. 1 Nr. 2a
Was ist ein "Fußgängerüberweg"?
Nicht ausreichende Feststellungen zur konkreten Gefährdung iSd § 315c StGB
EURFußgängerüberwegEUR ist nicht gleich EURZebrastreifenEUR
Falschfahren am Zebrastreifen
Das falsche Autokennzeichen
Gefährdung des Straßenverkehrs - und die erforderlichen Feststellungen
Verkehrsrecht - Begriff des Fußgängerüberwegs
Vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs bedarf belegter konkreter Gefahr
Mehrfacher Gebrauch einer falschen Urkunde bei Gesamtvorsatz nur eine Tat
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 21.05.2015" von Ewald Ternig, original erschienen in: DAR 2015, 702 - 704.
LG Aachen, 22.12.2014 - 65 KLs 8/14
Das jeweils tateinheitliche Zusammentreffen weiterer, auf der Fahrt begangener Delikte mit der einheitlichen Urkundenfälschung hat zur Folge, dass sämtliche Gesetzesverstöße zu einer Tat im materiellrechtlichen Sinne verklammert werden (BGH, Beschlüsse vom 7. Mai 2014 - 4 StR 95/14; vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15, jeweils aaO und vom 28. Januar 2014 - 4 StR 528/13, NJW 2014, 871).
Das jeweils tateinheitliche Zusammentreffen weiterer, auf der Fahrt begangener Delikte mit der einheitlichen Urkundenfälschung hat zur Folge, dass sämtliche Gesetzesverstöße zu einer Tat im materiell-rechtlichen Sinne verklammert werden (BGH, Beschlüsse vom 7. Mai 2014 und vom 21. Mai 2015, aaO, sowie vom 28. Januar 2014 - 4 StR 528/13, NJW 2014, 871).
Zwar trifft es zu, dass der Angeklagte den Tatbestand des Gebrauchmachens von einer unechten Urkunde gemäß § 267 Abs. 1, 3. Alt. StGB verwirklicht hat, indem er in den Fällen II. 5 und 6 der Urteilsgründe sein mit falschen amtlichen Kennzeichen versehenes Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr nutzte (vgl. BGH, Beschluss vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15, Rn. 10; Beschluss vom 28. Januar 2014 - 4 StR 528/13, NStZ 2014, 272).
Die Strafkammer hat jedoch nicht bedacht, dass nur eine Urkundenfälschung vorliegt, wenn eine gefälschte Urkunde mehrfach gebraucht wird und dieser mehrfache Gebrauch dem schon bei der Fälschung bestehenden konkreten Gesamtvorsatz des Täters entspricht (vgl. BGH…, Beschluss vom 16. Juli 2015 - 4 StR 279/15, Rn. 5; Beschluss vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15, Rn. 10;… Beschluss vom 30. Oktober 2008 - 3 StR 156/08, BGHR StGB § 267 Abs. 1 Konkurrenzen 3).
Das hat zur Folge, dass der in der Fahrzeugnutzung liegende mehrfache Gebrauch einer unechten Urkunde und deren vorangegangene Herstellung als tatbestandliche Handlungseinheit eine Tat der Urkundenfälschung bildeten (vgl. BGH…, Beschluss vom 16. Juli 2015 - 4 StR 279/15, Rn. 5; Beschluss vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15, Rn. 10).
Die Strafkammer hat jedoch nicht ausreichend bedacht, dass nur eine Urkundenfälschung vorliegt, wenn eine gefälschte Urkunde mehrfach gebraucht wird und dieser mehrfache Gebrauch dem schon bei der Fälschung bestehenden konkreten Gesamtvorsatz des Täters entspricht (…vgl. BGH, Beschlüsse vom 30. Oktober 2008 - 3 StR 156/08, BGHR StGB § 267 Abs. 1 Konkurrenzen 3, und vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15).
Das hat zur Folge, dass der mit beiden Fahrten verwirklichte Gebrauch einer unechten Urkunde und deren vorangegangene Herstellung als tatbestandliche Handlungseinheit eine Tat der Urkundenfälschung bildeten und damit auch die weiteren während der beiden Fahrten begangenen Delikte hierzu in Tateinheit stehen (vgl. BGH, Beschluss vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15).
Unbeschadet des Umstands, dass sich das angefochtene Urteil nicht zu der Höhe des an dem zivilen Polizeifahrzeug entstandenen Sachschadens verhält (vgl. zu der insoweit maßgeblichen Wertgrenze von 750 Euro BGH, Beschlüsse vom 28. September 2010 - 4 StR 245/10, NStZ 2011, 215; vom 4. Dezember 2012 - 4 StR 435/12, NStZ 2013, 167; vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15, DAR 2015, 702, 703), ist - zumal vor dem Hintergrund, dass der genaue Unfallhergang unklar geblieben ist und die Strafkammer von einem "misslungenen Manöver' des Angeklagten ausgegangen ist (UA S. 5) - der von ihr angenommene Gefährdungsvorsatz des Angeklagten nicht hinreichend belegt (…vgl. zu den Anforderungen an die Feststellung des Gefährdungsvorsatzes bei § 315c StGB BGH, Beschlüsse vom 22. August 1995 - 4 StR 456/95, BGHR StGB § 315c Abs. 1 Nr. 1a Vorsatz 2; vom 13. Januar 2016 - 4 StR 532/15, NStZ 2016, 216, 217;… König in Hentschel/König/Dauer, Straßenverkehrsrecht, 45. Aufl., § 315c StGB Rn. 48).
Maßgebend ist insofern der Täuschungsvorsatz, den der Täter bei der Herstellung der Urkunde hat (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 30. November 1953 - 1 StR 318/53, BGHSt 5, 291, 293; Beschluss vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15, BeckRS 2015, 12689; Beschluss vom 26. Oktober 2016 - 4 StR 354/16, NStZ-RR 2017, 26 f.;… Erb in MüKo-StGB, 2. Aufl., § 267 Rn. 217;… Heine/Schuster in Schönke/Schröder, § 267 Rn. 79 ff.;… Fischer, StGB, 65. Aufl., § 267 Rn. 58, jeweils mwN).
Insoweit sind bestimmte Angaben zum Wert des bedrohten Fahrzeugs und zur Höhe des diesem drohenden Schadens erforderlich (s. jüngst BGH B. v. 21.05.2015 - 4 StR 164/15).
VG Koblenz, 02.03.2017 - 4 K 1111/16
Kreis muss Schülerbeförderungskosten übernehmen
Darüber hinaus schützt auch das Strafrecht den Vorrang nach § 26 StVO, da grob verkehrswidriges und rücksichtsloses Falschfahren an Fußgängerüberwegen im Sinne des § 26 StVO eine Straßenverkehrsgefährdung nach § 315c Abs. 1 Nr. 2 Buchstabe c StGB darstellt (BGH, Beschluss vom 21. Mai 2015 - 4 StR 164/15 -).

References: § 315
 § 267
 § 52

§ 349
 § 315
 § 315
 § 26
 § 26
 § 26
 § 41
 § 267
 § 37
 § 267
 § 267
 § 69
 § 64

§ 315
 § 315
 § 267
 § 26
 § 315
 § 315
 BGH 
 § 267
 § 267
 § 267
 § 315
 § 315
 § 315
 § 267
 § 267
 § 267
 BGH 
 § 26
 § 26
 § 315