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Timestamp: 2019-03-19 19:38:58+00:00

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﻿ Amtsblatt der Regierung, Jahrgang 1862
Quelle: Google-Buchsuche http://books.google.de/books?id=T1ANAAAAIAAJ
Akademie der Landwirtschaftswissenschaften (AdL), Institut für Forstwirtschaften Eberswalde (Stempel Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 2. / Den 17. Januar 1862.
Seite 13, (Ober-Post-Direction) No. 2.
Verzeichniß der bei der Königlichen Ober-Post-Direction zu Potsdam abzufordernden
1) ein beschädigter braunseidener Sonnenschirm, 2) ein hölzerner Stock mit weißgelber Krücke, 3) ein rothcarrirtes weißleinenes Taschentuch, Kuchen enthaltend, 4) ein Paar grauwollene Strümpfe, 5) ein halbwollenes graues Umschlagetuch mit grün- und braungestreifter Kante, 6) ein kleiner Schlüssel, 7) ein blaues buntwollenes Tuch, 8) ein kleiner Pelzkragen, 9) ein braunlederner Riemen, gez. Grf. v. Bülow, 10) ein Etui mit Kamm und Haarbürste, 11) ein alter Gummischuh, 12) ein rothes baumwollenes Taschentuch, 13) ein braunwollener Shawl, 14) ein Paar alte Gummischuhe.
B. unbestellbare Postsendungen. ...
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 4. / Den 24. Januar 1862.
Seite 23, No. 11. Holz-Cement-Dächer zur feuerfesten Bedachung.
Nachdem über die von dem Fabrikbesitzer Carl Samuel Häusler in Hirschberg in Schlesien erfundene und gefertigte Holz-Cement-Bedachung hinsichtlich ihrer Feuersicherheit als Dachdeckungs-Material unter Zuziehung von Sachverständigen umfassende Versuche angestellt worden sind, bringen wir hierdurch und auf Grund des von den Sachverständigen abgegebenen Gutachtens zur öffentlichen Kenntniß, daß die mit dem Carl Samuel Häuslerschen Holz-Cement vorschriftsmäßig eingedeckten Dächer hinsichtlich ihrer Feuersicherheit den Ziegelspließdächern mindestens gleich zu erachten sind.
Wir machen die Polizei-Behörden hierauf aufmerksam und bemerken gleichzeitig, daß jedes mit diesem Fabrikat eingedeckte Dach einen Schild und jedes Faß mit dem bezüglichen Material eine gleiche Etiquette mit der Inschrift:
„Carl Samuel Häusler in Hirschberg in Schlesien, Erfinder der Holz-Cement-Bedachung“
Potsdam und Berlin, den 16. Januar 1862.
Königl. Regierung. Abtheilung des Innern. Königl. Polizei-Präsidium. Im Auftrage: von Winter.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 8. / Den 21. Februar 1862.
Seite 54, (Polizei-Präsidium) No. 18. Einreichung der Pocken-Impfberichte für das Jahr 1861.
Diejenigen Medicinalpersonen, welche den Pocken-Impfbericht für das Jahr 1861 dem Polizei-Präsidium bis jetzt nicht eingereicht haben, werden erinnert, diesen oder die Anzeige, daß sie nicht geimpft haben, nunmehr binnen 8 Tagen einzureichen.
Berlin, den 4. Februar 1862. Königl. Polizei-Präsidium. Im Auftrage: von Winter.
Seite 54, (Polizei-Präsidium) No. 19. Vervollständigung der Berichte über Pocken-Erkrankungsfälle.
Die an das Polizei Präsidium gelangenden ärztlichen Anzeigen über Pocken-Erkrankungsfälle haben bisher die Angabe, ob der Erkrankte revaccinirt gewesen, nicht enthalten, und selbst die, die statt­gehabte Vaccination betreffende Angabe ist oft unsicher. Im Interesse der Wissenschaft ebensowohl, wie in dem der öffentlichen Gesundheitsflege [!], ersucht das Polizei Präsidium die hiesigen Herren Aerzte, die stattgehabte Vaccination und Revaccination, und wenn es sein kann, auch den Zeitpunkt der letzteren bei einem jeden in Ihre Behandlung kommenden Pockenfalle möglich genau ermitteln und das Resultat in der polizeilichen Anzeige des Falles angeben zu wollen.
Berlin, den 10. Februar 1862. Königl. Polizei-Präsidium. Im Auftrage: von Winter.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 9. / Den 28. Februar 1862.
Seite 59, No. 29. Chausseegeld-Entrichtung
von Fuhren mit anderen Düngungs-Mitteln als thierischem Dünger (Stall-Dünger, Mist).
Im Hinblick auf das Ergebniß der veranlaßten Erörterungen ist beschlossen, zur Zeit die in Anregung gekommene Aufhebung der Bestimmung des Chausseegeld-Tarifs vom 29. Februar 1840 unter den Befreiungen zu 7a, nach welcher Fuhren mit thierischem Dünger (Stalldünger, Mist) bei allen Hebestellen vom Chausseegelde frei zu lassen sind, nicht weiter zu verfolgen, dagegen wird in Betracht, daß die bisher nachgegebene Ausdehnung der für Fuhren mit thierischem Dünger (Stalldünger, Mist) gewählten Befreiung auf Fuhren mit anderen Düngungsmitteln, (als Poudrette, Stuben- und Straßenkehricht, andern Abgängen aus Müllgruben, Moder und dergleichen) durch den Wortlaut der angeführten Tarifbestimmung nicht geboten ist, daß andererseits das Bedürfniß vorliegt, jede Schmälerung der Chausseegeldeinnahme zu vermeiden, unter Aufhebung früherer entgegen­stehender Erlasse hiermit bestimmt, daß fortan auf Grund der mehrerwähnten Vorschrift nur den Fuhren mit thierischem Dünger (Stalldünger, Mist) nicht aber auch den Fuhren mit andern Düngungsmitteln die Chausseegeldfreiheit auf Staats- wie auf Kreis-, Gemeinden-, Actien-, Privat-Chausseen u. s. w. zugestanden werden soll.
Die Königliche Regierung hat hiernach das Weitere zu veranlassen.
Berlin, den 28. Januar 1862. Der Finanz-Minister. von Patow.
Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. von der Heydt.
Seite 62, Vermischte Nachrichten. Geschenke an Kirchen.
In der Superintendentur Berlin Land: der Kirche zu Lindenberg ein zwölfarmiger broncener Kronenleuchter mit 12 Wachslichten vom dortigen Rentner Dan. Ferd. Bolle im Werth von 35 Thlr. und ein zwanzigarmiger broncener Kronenleuchter mit 20 Wachslichten von 52 Frauen der Gemeinde im Werth von 46 Thlr. ...
Der St. Marienkirche zu Strausberg von mehreren Frauen und Jungfrauen der Gemeinde ein gestickter Fußteppich vor dem Altar von 6 Ellen Länge und 3 Ellen Breite, zu welchem die Zuthaten etwa 50 Thlr. betragen haben, die durch freiwillige Beiträge zusammengebracht sind.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 10. / Den 7. März 1862.
Seite 63, No. 30. Gebrauch des Preußischen Adlers zur Bezeichnung von Waaren und Etiquetten. [+ Bild]
Es wird hiermit zur Kenntniß des betheiligten Publikums gebracht, daß durch Allerhöchsten Erlaß vom 4. Januar d. J. allen Preußischen Fabricanten der Gebrauch und die Abbildung des Preußischen Adlers in der durch die nachstehende Zeichnung dargestellten Form zur Bezeichnung ihrer Waaren und Etiquetten gestattet ist. Der, nach der Zeichnung im Schrift-Ringe verbleibende freie Raum darf von den Fabricanten mit ihrer Firma, oder dem Sitze derselben oder mit beiden beliebig ausgefüllt werden, auch ist die Fortlassung des Schrift-Ringes mit der Maßgabe gestattet, daß die Form eines Wappenschildes statt dessen nicht gewählt werden darf.
Potsdam, den 2. März 1862. Königl. Regierung. Abtheilung des Innern.
Seite 65...66, (Schul-Collegium) No. 5.
Lehrcursus der Candidaten des Predigtamts in dem Schullehrer-Seminar zu Cöpenick.
In unserer Bekanntmachung vom 15. Februar 1847 (Amtsblatt ... de 1847 Stück 11 S. 91...) ist bestimmt, daß der durch die Circular-Verfügung vom 14. November 1842 angeordnete sechs­wöchentliche Cursus für die Candidaten des Predigtamts in dem Schullehrer-Seminar zu Potsdam (jetzt zu Cöpenick) unmittelbar nach dem Pfingstfeste beginnen soll.
Da in diesem Jahre das Pfingstfest ungewöhnlich spät fällt und deshalb ein nach Pfingsten beginnender sechswöchentlicher Cursus mit den Sommerferien des Seminars zusammenfallen würde, so bestimmen wir, daß der gedachte Lehrcursus in diesem Jahre ausnahmsweise mit dem 29. April d. J. beginnen und bis zum Pfingstfeste dauern soll.
Diejenigen Candidaten des Predigtamts, welche an dem gedachten Cursus in Cöpenick Theil nehmen wollen, haben sich spätestens bis zum 1. April d. J. unter Einreichung ihrer Zeugnisse bei dem Herrn Seminar-Director Wetzel zu Cöpenick zu melden.
Berlin, den 20. Februar 1862. Königl. Schul-Collegium der Provinz Brandenburg.
Seite 66, (Haupt-Bank-Directorium)
Wir haben beschlossen, die Banknoten à 50 Thlr. aus dem Verkehr zu ziehen und fordern hierdurch auf, dieselben baldigst bei einer der Bank-Cassen hier oder in den Provinzen in Zahlung zu geben oder gegen andere Banknoten umzutauschen, da vom 1. Mai d. J. ab deren Einlösung nur hier bei der Haupt-Bank-Casse erfolgen wird.
Berlin, den 15. Januar 1862. Königl. Preuß. Haupt-Bank-Directorium.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 15. / Den 11. April 1862.
Seite 107, (Ober-Post-Direction) No. 11.
Verzeichniß der bei der Königlichen Ober-Post Direction zu Potsdam abzufordernden
1) eine braunlederne Cigarrentasche, 2 Stück Cigarren enthaltend, 2) eine schwarzseidene Mütze mit Schirm, 3) ein alter schwarzseidener Regenschirm, 4) ein lederner Ueberschuh, 5) ein Gummischuh, 6) ein grauer Tuchhandschuh, 7) eine Zigarrenspitze von Weichselrohr mit Schlauch, 8) ein brauner Schleier, 9) ein gestrickter Fausthandschuh von violetter Wolle, 10) ein Paar Gummischuhe, 11) ein eichener Stock mit Eisenbeschlag, 12) ein Damen-Glacehand­schuh mit Ueberhandschuh und Manchette von schwarzer und weißer Wolle, 13) eine Damen­tasche aus Hanfgeflecht, 14) ein Handschuh von baumwollenen Zeuge, 15) eine grünlederne Cigarrentasche mit Stahlbügel, eine Cigarre enthaltend, 16) ein braunpolirter Stock mit Knopf aus Rehgeweih, 17) eine braune Damen-Pelzcrawatte, 18) ein Rohrstock mit schwarzem Lederüberzug (sogenannter Schläger), 19) ein schwarzseidener Regenschirm mit Rohrgestell.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 17. / Den 25. April 1862.
Beilage zum 17ten Stück ...
Einführung eines Regulativs über die Ausführung der öffentlichen Schutzpocken-Impfung.
Nachdem die bedeutende Verbreitung der Pockenseuche, welche in den Jahren 1858-1860 im diesseitigen Verwaltungsbezirke gegen 10,000 Personen ergriffen hatte, erwiesen hat, daß das bisherige Verfahren bei der Ausführung der öffentlichen Schutzpocken-Impfung zur prompten Heranziehung sämmtlicher pockenfähigen Individuen zur Impfung unzureichend war, bestimmen wir hierdurch, daß die öffentliche Schutzpocken-Impfung in unserem Verwaltungsbezirke fortan nach den Vorschriften des, in der Beilage abgedruckten Regulativs bewirkt werde.
In Betreff der Privat-Impfungen verordnen wir, daß eine jede zur Impfung (§ 8 des Regulativs) berechtigte Medicinalperson ein summarisches Verzeichniß der in der Privatpraxis geimpften Kinder dem zuständigen Kreisphysicus bis spätestens den 1. December jedes Jahres einreiche.
Zu § 9 des Regulativs bemerken wir, daß es in denjenigen Kreisen, in welchen der Impfarzt nach herkömmlichem Gebrauche jede einzelne Ortschaft zum Zwecke der Impfung resp. Revision besucht, bei diesem Verfahren sein Bewenden behalten kann.
Da Seitens zahlreicher Impfärzte lebhafte Klage darüber geführt wird, daß in manchen Ortschaften die Gestellung der Impflinge zu den Impf- und namentlich Revisions-Terminen höchst unpünktlich erfolgt, ja, daß mitunter kaum der dritte Theil der auf den Impflisten verzeichneten Impflinge erscheint, so verordnen wir auf Grund des § 11 des Gesetzes über die Polizei-Verwaltung vom 11. März 1850 und mit Bezugnahme auf § 2 des Regulatives (s. Anlage) für den Umfang unseres Verwaltungs-Bezirks wie folgt:
Diejenigen, welche ohne triftigen Grund ihre, auf der Impfliste verzeichneten Angehörigen zu dem ihnen rechtzeitig bekannt gemachten Impf- resp. Revisionstermine nicht gestellt haben, verfallen in eine Geldstrafe von 15 Sgr. bis 1 Thlr.
Die etwaigen Verhinderungsgründe der Impfung resp. der Gestellung zur Revision der Geimpften sind dem Impfarzte am Impf- resp. Revisionstermine glaubhaft nachzuweisen.
Wird von den Angehörigen die Gestellung der Impflinge aus dem Grunde unterlassen, weil die Impfung derselben angeblich durch ihren Hausarzt bewirkt sei, oder bewirkt werden solle, so ist von ihnen dem Bezirks-Impfarzte ein hierüber lautendes Attest des betreffenden Arztes vorzulegen.
Die Bezirks-Impfärzte haben in ihrem, nach § 12 des Regulativs dem Landrathe einzureichenden Impfberichte, diejenigen Personen zur Bestrafung namhaft zu machen, welche gegen vorstehende Bestimmungen zuwider gehandelt haben.
Potsdam, den 29. März 1862. Königliche Regierung. Abtheilung des Innern.
über die Ausführung der öffentlichen Schutzpocken-Impfung.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 19. / Den 9. Mai 1862.
Seite 134. No. 16. Nachweisung
der bei der Ober-Post-Direction in Berlin eingegangenen unbestellbaren Geld- und Werth-Sendungen.
No., Gegenstand, Adressat, Bestimmungs-Ort, Angegebener Werth, Gewicht, Zur Post gegeben in/am, Name des Absenders.
17, Brief, Bauergutsbesitzer Wolff, Ahrensfelde b. Berlin, 1 Thl., 6/10 Loth, Berlin, 26. Dec. 61, -
Seite 135, (Schul-Collegium) No. 7. Herstellung eines dreijährigen Cursus
resp. eines drittehalbjährigen Uebergangs-Cursus in dem Seminar zu Cöpenick.
In dem Königlichen Schullehrer Seminar zu Cöpenick wird an Stelle des bisherigen zweijährigen, von Ostern 1863 ab ein dreijähriger Cursus abgehalten werden. Präparanden, welche 18 Jahr alt sind oder doch diesem Lebensalter nahe stehen, haben, wenn sie die Aufnahme wünschen, ihr Meldungen nebst den vorschriftsmäßigen Papieren immer bis zum 1. Februar jedes Jahres an den Direktor des Seminars einzureichen auch eine schriftliche Erklärung ihrer Eltern oder Vormünder beizubringen, daß für sie jährlich ein Kostgeld von 38 Thalern, im Ganzen also die Summe von 114 Thalern, in vierteljährlichen Raten à 9 Thaler 15 Silbergroschen zahlbar, entrichtet werden soll.
Um zu den dreijährigen Cursen überzutreten, wird von Michaelis d. J. ab ein drittehalbjähriger Cursus abgehalten werden. Präparanden welche die Aufnahme in denselben nachsuchen, müssen 18 Jahr alt sein oder doch diesem Lebensalter sehr nahe stehen. Ihre Anmeldungen sind bis zum 1. Juli d. J. an den Director des Seminars unter Anfügung der vorschriftsmäßigen Atteste einzureichen, der Vater oder Vormund des die Ausnahme nachsuchenden Präparanden muß sich schriftlich verpflichten, daß für seinen Sohn resp. Mündel für den letztgenannten Uebergangscursus ein Kostgeld von 38 Thalern jährlich, im Ganzen also die Summe von 95 Thalern, in vierteljährlichen Raten à 9 Thaler 15 Silbergroschen zahlbar, entrichtet werden soll.
Berlin, den 23. April 1862. Königl. Schul-Collegium der Provinz Brandenburg.
Nachweisung der im Monat April 1862 mit Bestallung versehenen Schiedsmannsbeamten ...
Kreis Niederbarnim. (Stadt Alt-Landsberg)
Der Bürgermeister Matz als Schiedsmann,
der Maurermeister Gerhardt als 1ster Schiedsmanns-Stellvertreter,
der Rathman Welle als 2ter Schiedsmanns-Stellvertreter,
alle drei verpflichtet am 27. März 1862.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 20. / Den 16. Mai 1862.
Seite 145, No. 71. Veränderung von Gemeinde-Bezirken.
Das dem Fabrikbesitzer Dr. Louis Kunheim gehörige, ehemals fiscalische Alaunwerk bei Freienwalde a. d. O. ist mittelst Allerhöchster Genehmigung vom 14. December 1861 von dem Gemeinde Bezirke der Stadt Freienwalde a. d. O. abgezweigt und zu einem selbstständigen Guts­bezirk erhoben worden, was auf Grund des § 1 alin. 6 des Gesetzes, betreffend die Landgemeinde­verfassungen in den sechs östlichen Provinzen der Monarchie vom 14. April 1856, hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Potsdam, den 6. Mai 1862. Königl. Regierung. Abtheilung des Innern.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 21. / Den 23. Mai 1862.
Seite 149...150, No. 76.
Maaßregeln, welche beim Ausbruch der Blutseuche, Blutstaupe ec. unter den Schaafen zu treffen sind.
Es ist zu unserer Kenntniß gekommen, daß die den Milzbrand betreffende gesetzlichen Bestimmungen bei der Blutseuche (Blutstaupe ec.) der Schaafe wegen mangelhafter Auffassung der bezüglichen §§ des Regulativs vom 8. August 1835 und des Viehseuche-Patents vom 2. April 1803 häufig nicht zur Beachtung uud Anwendung kommen, und daß namentlich bei den Viehbesitzern darüber Zweifel obwalten: ob die Blutseuche der Schaafe unter der Categorie des in den gedachten Gesetzesstellen besprochenen „Milzbrandes“ einbegriffen sei. Hierüber darf jedoch um so weniger ein Zweifel stattfinden, als bereits im § 97 No. 17 der 2ten Beilage zum Regulativ vom 8. August 1835 die Blutseuche der Schaafe „als eine der akutesten Milzbrandformen“ bezeichnet worden ist.
Indem wir hieraus Veranlassung nehmen, die gedachten Bestimmungen des Regulativs den Polizei-Verwaltungen und Viehbesitzern unseres Verwaltungs-Bezirkes zur genauen Beachtung in Erinnerung zu bringen, machen wir besonders darauf aufmerksam, daß die Anzeige eines jeden milzbrandkranken Thieres, also auch eines von der Blutseuche ergriffenen Schaafes, nach § 109 des Regulativs sofort der Polizei-Behörde resp. dem Landrathe anzuzeigen ist. Ebenso müssen auch bei dieser Krankheit die Bestimmungen des § 110 (die Absonderung der kranken Thiere ec.), 111 (Verbot des Curirens durch Personen, welche nicht approbirte Thierärzte sind), 112 (Beseitigung des Aderlaßbluts), 113, 114 (Verbot des Schlachtens, des Fleichverkaufs, des Abziehens der Haut), 115 (Reinigung der Ställe und Desinfection), 116 (Abhaltung der Schweine und des Federviehs ec. von den Cadavern), 117, 118 (Vorschriften bei stattgefundener Infection eines Menschen) gleichmäßig und allgemein zur Anwendung kommen.
Da diese Vorschriften indeß für sich allein nicht vollständig ausreichend sind, so verordnen wir
hinsichts der Sperre des inficirten Gutes oder Gehöfts,
hinsichtlich der Dauer der Maaßregeln nach dem Aufhören der Krankheit,
hinsichtlich des ausnahmsweise zu gestattenden Schlachtens gesund scheinender Thiere im Seucheorte, oder des Wegtreiben derselben aus ihm,
Nachstehendes:
Ist die Blutseuche unter den Schaafen eines Ortes ausgebrochen, so hat neben den vorgedachten Maaßregeln der §§ 109-118 des Regulativs vom 8. August 1835 die Sperre dieses Ortes, jedoch nur für die Schaafe und zwar in der Art einzutreten, daß auch gesund scheinende Schaafe während des Bestehens der Krankheit und bis 4 Wochen nach dem letzten Erkrankungsfall nicht ohne besondere Erlaubniß an einen andern Ort gebracht, und ebensowenig geschlachtet werden dürfen.
Dagegen können fremde Schaafe durch den Seucheort und über dessen Feldmark, jedoch ohne sich daselbst auf den Weiden aufzuhalten, getrieben werden.
Der Verkauf des Rauchfutters ist von dem Verbote (der Sperre) ausgeschlossen.
In Fällen, in denen ein Guts- oder Viehbesitzer am Seucheorte seine gesund scheinenden Schaafe von einem nicht in der Feldmark des inficirten Ortes belegenen Ort in ein ihm zugehöriges Vorwerk mit gesunder Weide bringen will; oder wo ein Bedürfniß nach frischem Fleische eintritt, ist eine Ausnahme von den ad 1 gedachten Sperrmaaßregeln zulässig. Eine solche Ausnahme darf aber stets nur mit Bewilligung des Landrathes und nur dann stattfinden, wenn das dringende Interesse der Einwohner resp. der Schaafbesitzer demselben nach­gewiesen und die Gesundheit der betreffenden Schaafe von einem approbirten Thierarzte, oder wo es dem Landrathe erforderlich scheint, von dem Kreisthierarzte bescheinigt worden ist.
Zuwiderhandlungen gegen die sub 1 bis 4 gedachten Bestimmungen werden nach Maaßgabe der §§ 306 und 307 des Strafgesetzbuchs bestraft.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 26. / Den 27. Juni 1862.
Seite 187, (Polizei-Präsidium) No. 65. Ausladen der Bullen aus den Waggons auf den Eisenbahnhöfen.
Es ist wiederholt vorgekommen, daß Bullen, welche auf den Eisenbahnen hierher befördert worden, bei dem Ausladen aus dem Waggon entlaufen sind und das auf den Straßen verkehrende Publikum in Schrecken und Gefahr versetzt haben. Um dies für die Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern, bestimmt das Polizei-Präsidium, daß kein Bulle von dem Eisenbahnwagen abgeladen werben darf, bevor er nicht mit zwei starken und festen, zum Anbinden und Führen geeigneten Stricken, ingleichem mit einem haltbaren Spannseil (Knieseil) versehen ist. Auch dürfen zu dem Abladen und Treiben von Bullen nur erwachsene und starke Personen verwendet werden. Die auf den Eisenbahnhöfen stationirten Schutzleute sind angewiesen, über die Befolgung dieser Anordnung zu wachen und das Abladen von Bullen, welche nicht mit den vorgedachten Seilen versehen sind, zu verhindern.
Vorstehendes wird dem dabei betheiligten Publikum Behufs der Nachachtung hierdurch zur Kenntniß gebracht.
Berlin, den 2. Juni 1862. Königl. Polizei-Präsidium. Im Auftrag: von Winter.
Seite 187, (Polizei-Präsidium) No. 65. Abhaltung eines Cocon-Marktes in Berlin.
Zur Hebung der vaterländischen Seidenzucht ist den Seidenzüchtern, Behufs der Verwerthung der gewonnenen Seiden-Cocons auch in diesem Jahr die Abhaltung eines Cocon-Marktes gestattet worden. Derselbe wird hierselbst im Diorama-Gebäude, Stallstraße Nr. 7, am 3., 4. und 17. Juli d. J. abgehalten werden.
Berlin, den 19. Juni 1862. Königl. Polizei-Präsidium. Im Auftrage: von Winter.
Seite 190, Personalchronik.
Bei der zu Ostern d. J. an dem Seminar für Stadtschulen zu Berlin abgehaltenen Entlassungsprüfung sind folgende [20] Zöglinge dieser Anstalt für anstellungsfähig erklärt worden.
20) Carl Friedrich Wurl aus Falkenberg.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 27. / Den 4. Juli 1862.
Seite 191, No. 97. Erlaubter Debit von Loosen
zu der in Rom beabsichtigten Ausspielung von Mobiliar-Gegenständen zu Gunsten Sr. Heiligkeit des Papstes.
Sr. Majestät der König haben mittelst Allerhöchster Cabinets Ordre vom 4. d. M. den Herrn Minister des Innern zu ermächtigen geruhet, zu der von dem Domcapitular Dr. Broir und Genossen in Cöln nachgesuchten Zulassung des Debite von Loosen zu der in Rom beabsichtigten Ausspielung von Mobiliar-Gegenständen zu Gunsten Sr. Heiligkeit des Papstes, innerhalb der Preußischen Monarchie die staatliche Erlaubniß zu ertheilen.
Indem dies hierdurch auf Grund der Anordnung Sr. Excellenz des Herrn Ministers des Innern zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, weisen wir die betr. Behörden hiermit an, dafür zu sorgen, daß der Absatz und Betrieb der, auf den Bettag von einem Franc festgesetzten Loose zu dem obigen Unternehmen kein Hinderniß in den Weg gelegt werde.
Potsdam und Berlin, den 27. Juni 1862.
Seite 197...198, Vermischte Nachrichten. Geschenke an Kirchen.
Der Kirche zu Werneuchen, Sup. Bernau, von einigen dortigen Damen ein großer Plüsch­teppich vor dem Altar und eine Rehfelldecke dazu.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 29. / Den 18. Juli 1862.
Seite 212, Vermischte Nachrichten. Geschenke an Kirchen.
Die Gemeinde Falkenberg, Sup. Berlin Land, hat durch den Orgelbauer Müller zu Berlin eine Orgel für 320. Thlr. erbauen lassen, zu welcher Summe der Patron der Kirche Herr Graf v. Arnim-Blumberg 175 Thlr. beigetragen hat.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 30. / Den 25. Juli 1862.
Seite 216, (Polizei-Präsidium) No. 76. Tarif für die Benutzung der Anschlags-Säulen.
Der im § 3 der Polizei-Verordnung wegen des öffentlichen Zettel-Anschlags vom 18. Juni 1855 aufgestellte Tarif für die Benutzung der Anschlag-Säulen ist dem am Schluß des Paragraphen gemachten Vorbehalt gemäß einer Revision unterworfen worden. Das Polizei Präsidium hat in Folge dessen beschlossen, daß vom 1. August dieses Jahres ab für das Anschlagen von hundert Exemplaren einer Anzeige:
erster Größe, 7 Zoll hoch, 9 Zoll breit, (Quartformat) 4 Sgr.,
zweiter Größe, 14 Zoll hoch, 9 Zoll breit, (Folio-Format) 8 Sgr.,
dritter Größe, 14 Zoll hoch, 18 Zoll breit (doppeltes Folio-Format) 12 Sgr.,
vierter Größe, 28 Zoll hoch, 18 Zoll breit, (halb Adler-Format) 25 Sgr.,
fünfter Größe, 28 Zoll hoch, 36 Zoll breit, (ganz Adler-Format) 1 Thlr. 12½ Sgr.
für den Tag, an den Eigenthümer der Säulen, Commissions-Rath Ernst Littfaß, zu entrichten sind.
Werden von einer Anzeige mehr als hundert Exemplare angeschlagen, so wird für die Benutzung der die Zahl hundert überschreitenden Säulen nur die Hälfte der vorstehenden Abgaben-Sätze entrichtet.
Bei dem Anschlagen von Anzeigen in andern, als den Normal-Größen wird die Abgabe nach der Größe des benutzten Säulenraums in der Art berechnet, daß je eine benutzte Fläche von 63 Quadratzoll als Einheit gilt.
Die Revision des vorstehenden Tarifs nach Ablauf von fünf Jahren ist vorbehalten.
Berlin, den 12. Juli 1862. Königl. Polizei-Präsidium. von Bernuth.
Seite 216...217, (Polizei-Präsidium) No. 77. Die Verbindungs-Bahn zwischen den Eisenbahnhöfen zu Berlin.
Die Bestimmungen des Bahn-Polizei-Reglements vom 31. December 1855 für die Königliche Verbindungs-Bahn zwischen den Eisenbahnhöfen zu Berlin finden Seitens des Publikums nicht mehr die gehörige Beachtung. Dieselben werden daher zur genauesten Befolgung hierdurch in Erinnerung gebracht. Namentlich wird auf die §§ 10 und 11 verwiesen, welche verordnen:
§ 10. Das Ueberschreiten der Bahn zu Pferde oder mit Fuhrwerk ist untersagt, sobald ein Eisenbahnzug sich bis auf 50 Schritte dem Uebergangspunkte genähert hat. Viehheerden dürfen 5 Minuten vor dem erwarteten Eintreffen des Zuges nicht mehr über die Bahn getrieben werden. Sollte in einzelnen Fällen und unter besonderen Umständen die Bahn durch Viehheerden oder auf andere Weise gesperrt sein, so hält der Zug so lange an, bis das Hinderniß beseitigt ist.
§ 11. Auf das Ertönen der Locomotivglocke haben Reiter und Fuhrwerke, welche sich neben der Bahn dem Zuge entgegen bewegen, sofort Halt zu machen und abzuwarten, bis der Zug passirt ist. Hierbei haben die Pferdeführer ihre Pferde scharf im Zügel zu fassen und müssen, wenn sie der Ruhe ihrer Thiere nicht ganz gewiß sind, absteigen und dieselben beim Kopf halten und zwar so, daß der Kopf dem sich nähernden Zuge zugewendet wird.
Das Stehenlassen bespannter Fuhrwerke ohne genügende Aufsicht, namentlich der Droschken auf den Halteplätzen in der Nähe der Verbindungsbahn, ist auf das Strengste untersagt.
In der Invalidenstraße haben Fuhrwerke aller Art, sobald sich der Zug nähert, so zu halten, daß der äußerste Theil ihrer Ladung mindestens 4 Fuß von der ihnen zunächst liegenden Bahnschiene entfernt bleibt.
Königl. Direction der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahn. Malberg.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 33. / Den 15. August 1862.
Seite 231, No. 120. Gebrauch der Kirchenglocken.
In neuerer Zeit ist wieder häufig ein Mißbrauch der Kirchenglocken bemerkt worden, der einmal der alten ehrwürdigen Sitte des Glockenläutens durchaus unangemessen ist, sodann aber auch vielfaches Zerspringen der Glocken und Risse und Spalten in den Kirchen- und Thurmmauern hervorbringt und hierdurch für die betheiligten Kirchencassen nicht unempfindliche Ausgaben veranlaßt. Wir sehen uns daher genöthigt, auf unsere in dieser Beziehung erlassene Amtsblatts-Bekanntmachung vom 22. August 1855, Amtsblatt Seite 318, hierdurch abermals aufmerksam zu machen und bemerken, daß wir auf deren Ausführung gegen die zur Aufsicht über die Glocken bestellten Küster und Kirchenvorstände überall ohne jede Nachsicht halten werden, indem wir dieselben für jeden entstehenden Schaden verantwortlich zu machen entschlossen sind.
Potsdam, den 7. August 1862. Königl. Regierung. Abtheilung für Kirchen- und Schulwesen.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 35. / Den 29. August 1862.
Seite 249, Personalchronik.
Bei der am 24. und 25. März d. J. in dem Schullehrer-Seminar zu Cöpenick abgehaltenen Entlassungs-Prüfung sind folgende [insgesamt 28] Seminaristen für anstellungsfähig erklärt worden:
Emil Friedrich Rudolph Keller aus Krummensee,
Carl Ferdinand Krüger aus Eiche,
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 37. / Den 12. September 1862.
Seite 260, (Schul-Collegium) No. 14.
Verordnung, betreffend die Dispensation schulpflichtiger Kinder von dem Schulbesuch.
Auf Grund des Rescripts der Herren Minister der geistlichen, Unterrichts und Medicinal-Angelegenheiten und des Innern vom 6. August d. J. wird unter Abänderung des § 11 des Regulativs zur Constatirung des Schul- und Confirmanden-Unterrichts-Besuchs vom 21. October 1844 für die Stadt Berlin Nachstehendes verordnet:
§ 1. Jedes Kind ist im Allgemeinen so lange, bis es die Reife für die Confirmation erlangt hat, als schulpflichtig zu betrachten. Doch darf bei Kindern von 12 bis 14 Jahren, welche in Fabriken im Sinne des Gesetzes vom 16. Mai 1853 Beschäftigung finden, die Beschränkung auf einen täglich dreistündigen Schulbesuch verstattet werden. ...
§ 2. Bei Kindern von 12 bis 14 Jahren, welche in Betriebsstätten, die nicht zu den Fabriken im gesetzlichen Sinne gehören, beschäftigt werden sollen, kann eine gleiche Beschränkung auf täglich dreistündigen Schulunterricht nur ausnahmsweise nachgegeben werden, wenn die Verhältnisse der Eltern hierzu eine dringende Veranlassung geben, und wenn die Arbeitsgeber sich schriftlich verpflichten, die Kinder während der festgesetzten Unterrichtszeit von der Arbeit frei zu lassen. ...
§ 3. Kinder von 12 bis 14 Jahren, deren Dispensation von dem vollen Schulunterricht wegen häuslicher Nothstände nachgesucht wird, können von der Tagesschule dispensirt und einer Sonntagsschule zugewiesen werden, wenn jene Nothstände von der betreffenden Armen-Commission nachgewiesen sind und zugleich durch die Bescheinigung des Seelsorgers dargethan wird, daß die betreffenden Kinder den Confirmanden-Unterricht besuchen.
§ 4. Vorstehende Bestimmungen treten von dem 1. October d. J. ab in Kraft.
Berlin, den 30. August 1862. Königl. Schul-Collegium der Provinz Brandenburg.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 42. / Den 17. Ocober 1862.
Seite 299, No. 102. Warnung vor Tarlatankleidern und künstlichen Blumen mit grünen Arsenikfarben.
Es finden sich gegenwärtig sogenannte Tarlatankleider in Gebrauch, auf denen schöne grüne Arsenikfarben stark und zwar so aufgetragen sind, daß bei jeder Handhabung des Stoffes der Arsenik staubförmig sich ablöst. Dasselbe ist der Fall bei künstlichen Blumen, auf deren Blättern man ebenfalls oft Arsenikfarben stark aufgetragen sieht. Die Gefahr der Arsenikvergiftung durch derartige Zeuge und Blumen liegt so nahe, daß das Polizei-Präsidium nicht dringend genug vor jedem Gebrauch derselben warnen kann.
Es wird hierbei bemerkt, daß nach § 204 des Strafgesetzbuches Verkäufer sich strafbar machen, wenn sie derartige arsenikhaltige Gegenstände verkaufen, ohne ausdrücklich den Käufer von dem Arsenikgehalte derselben Kenntniß zu geben.
Berlin, den 10. October 1861. Königl. Polizei-Präsidium. von Barnuth.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 45. / Den 7. November 1862.
Seite 315...316, No. 107. Warnung vor Bleivergiftung.
Das Polizei-Präsidium hat in Folge eines Falles von chronischer Bleivergiftung - veranlaßt durch den Gebrauch eines in einer Bleihüll verpackten Schnupftabacks - bereits mittelst Bekanntmachung vom 13. October 1858 die Tabacksfabricanten und Händler vor dem Verkaufe und das Publikum vor dem Gebrauch von Schnupftaback, welcher in Blei verpackt ist, gewarnt. Nichts desto weniger ist neuerlich wieder ein Fall von chronischer Bleivergiftung, mit Lähmung beider Schulter- und Handgelenke, aus gleicher Veranlassung entstanden, zur Kenntniß des Polizei-Präsidii gekommen. Der Taback, dessen sich der Erkrankte in dem letzteren Falle bedient hatte, war mit der Aufschrift „in Zinnbüchsen verpackt“ bezeichnet; die chemische Untersuchung aber ergab, daß eben sowohl die Zinnhülle, wie der Taback stark bleihaltig war. Das Polizei Präsidium bringt dies zur Warnung des Publikums zur öffentlichen Kenntniß und glaubt auch der Mitwirkung der Herren Aerzte zu diesem Behufe sich versichert halten zu dürfen.
Berlin, den 28. Oktober 1862. Königl. Polizei-Präsidium. von Bernuth.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 46. / Den 14. November 1862.
Seite 262, Vermischte Nachrichten. Geschenke an Kirchen.
Der Kirche zu Wilmersdorf, Sup. Bernau, von den Frauen der Gemeinde eine Kanzel-, Altar- und Taufstein-Bekleidung von Sammet mit Goldtressen und Goldfranzen und ein gußeisernes Crucifix im Werth zusammen von 55 Thlrn.
Der Kirche zu Eiche, Sup. Berlin Land, von den dortigen jungen Leuten zwei broncene Kronleuchter mit Glasbehang im Werth von circa 50 Thlrn. Der Patron der Kirche, Herr Graf v. Arnim-Hellersdorf, und die Gemeinde haben eine neue Orgel im Werth von 400 Thlrn. angeschafft.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 47. / Den 21. November 1862.
Seite 328, No. 167.
Aufbewahrung des sogenannten Maschinen-Ausputzes und sonstiger Wollabgänge in den Wollspinnereien.
Da die zum Schutze gegen Feuersgefahr in Wollspinnereien erlassenen Bestimmungen (Bekanntmachung vom 23. Juni 1843 im Amtsblatt 1843 Pag. 191 Nr. 135) sich insofern als unzureichend erwiesen haben, als dieselben sich lediglich auf den Maschinen-Ausputz beziehen und nicht auch Vorsichtsmaßregeln gegen die Selbstentzündung anderer, unter diesem Ausdrucke nicht mitbegriffener Wollabgänge enthalten, diese letzteren aber ebenfalls feuergefährlich sind, auch Fälle ihrer Selbstentzündung sich zugetragen haben, so hat sich der Herr Minister des Innern Excellenz mittelst Erlasses vom 21. Oktober d. J. unter Aufrechterhaltung der Vorschriften des Rescriptes vom 12. Juni 1843 zu bestimmen veranlaßt gefunden:
daß keinerlei sonstige Wollabgänge, ungefettete sowenig als gefettete, in den Arbeitsräumen der Wollspinnereien, weder freiliegend, noch in Säcken, aufgehäuft werden dürfen, vielmehr alle diese Wollabgänge in feuersicheren Räume aufzubewahren sind.
Indem wir diese Vorschrift hiermit zur Kenntniß der diesseitigen Kreis- und Orts-Polizei-Behörden, so wie des betheiligten Publikums bringen, bestimmen wir unter Aufrechthaltung unserer Amtsblatt-Bekanntmachung vom 23. Juni 1843 (Amtsblatt de 1843 Stück 27 S. 191) auf Grund des § 11 des Ges. vom 11. März 1850, daß die Vernachläßigung oder Uebertretung obiger Anordnung mit einer Geldstrafe bis zum Betrage von 10 Thlrn. wird geahndet werden.
Potsdam, den 14. November 1862. Königl. Regierung. Abtheilung des Innern.
Seite 328, No. 168. Die Einführung einer allgemeinen Gebäude-Steuer.
Die als besondere Beilage diesem Stücke des Amtsblattes beigegebene Anweisung vom 14. October d. J. zur Ausführung des Gesetzes, betreffend die Einführung einer allgemeinen Gebäudesteuer vom 21. Mai v. J. nebst dem derselben angehängten Gesetze wird hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß wir gemäß des § 9 derselben den Regierungs-Rath Endell mit der selbstständigen oberen Leitung der Gebäudesteuer-Veranlagung im diesseitigen Regierungs-Bezirke unter Beilegung aller dahin abzielenden Befugnisse, soweit dieselben nicht nach den §§ 9, 10 und 11 der Regierung ausschließlich vorbehalten bleiben, beauftragt haben.
Potsdam, den 15. November 1862.
Seite 329, (Ober-Post-Direction) No. 47. Ermäßigung des Landbriefbestellgeldes.
Höherer Anordnung zufolge soll für den Verwaltungs-Bezirk der Ober-Post-Direction zu Potsdam vom 1. December d. J. ab versuchsweise eine Ermäßigung des Landbriefbestellgeldes in der Art eintreten, daß anstatt der bisherigen Sätze von 1 Sgr. und von 2 Sgr. künftighin nur ½ Sgr. resp. 1 Sgr., mithin die Hälfte der bisherigen Sätze für die betreffenden Bestellungs-Gegenstände erhoben werden. Demnach kommt von dem bezeichneten Termine ab an Landbriefbestellgeld zur Erhebung
A. der einfache Satz von ½ Sgr.:
für Briefe und Packete bis ½ Pfd. einschließlich,
für Sendungen mit declarirtem Werthe bis zum Betrage von 1 Thlr. und bis zum Gewichte von ½ Pfund einschließlich,
für recommandirte Briefe,
für Briefe mit Insinuations-Documenten,
für Begleitbriefe zu Packeten ohne Werthsdeclaration, so wie für Formulare zu den Ablieferungsscheinen, insofern das Packet oder die Sendung mit declarirtem Werthe von der Post abgeholt wird,
für Formulare zu den Ablieferungsscheinen bei baaren Einzahlungen nebst den dazu gehörigen Begleitbriefen, insofern der auszuzahlende Geldbetrag von der Post abgeholt wird,
für Briefe mit baaren Einzahlungen bis zu 1 Thlr., auch wenn der Landbriefträger das Geld zugleich mit überbringt.
B. der doppelte Satz von 1 Sgr.:
für Briefe und Packete über ½ Pfund,
für Sendungen mit declarirtem Werthe über 1 Thlr oder über ½ Pfund,
für Briefe mit baaren Einzahlungen über 1 Thlr. insofern der Landbriefträger das Geld zugleich mit überbringt.
Die obige Ermäßigung beschränkt sich jedoch auf die mit den Postbeförderungs-Gelegenheiten angekommenen Gegenstände, während das Bestellgeld für die im Orte der Post-Anstalt ausgelieferten und von den Landbriefträgern derselben Post-Anstalt zu bestellenden Gegenstände nach wie vor das frühere Landbriefbestellgeld von 1 Sgr. resp. 2 Sgr. ... zur Erhebung gelangt. Soweit Correspondenten von der Ablösung des Landbriefbestellgeldes durch Aversum Gebrauch machen, werden der Bemessung desselben fortan die oben ermäßigten Sätze voll zum Grunde gelegt und die bereits bestehenden Aversa demgemäß neu regulirt werden.
Potsdam, den 17. November 1862. Der Ober-Post-Director. Balde.
Beilage zum 47sten Stück ...
Anweisung vom 14. October 1862 zur Ausführung des Gesetzes, betreffend die Einführung einer allgemeinen Gebäudesteuer, vom 21. Mai 1861 (Gesetzsammlung Seite 317) in den Provinzen Preußen, Posen, Pommern, Schlesien, Brandenburg (mit Ausnahme der Stadt Berlin) und Sachsen.
Zur Ausführung des Gesetzes, betreffend die Einführung einer allgemeinen Gebäudesteuer, vom 21. Mai 1861 (Ges.-Samml. S. 317), von welchem ein Abdruck in der Anlage beigefügt ist, wird folgende Anweisung ertheilt.
§ 1. Der Veranlagung zur Gebäudesteuer sind unterworfen die Gebäude nebst den dazu gehörigen Hofräumen und denjenigen Hausgärten, deren Flächeninhalt einen Morgen nicht übersteigt (§ 1. des Gesetzes, betreffend die anderweite Regelung der Grundsteuer vom 21. Mai 1861 (Ges.-Samml. S. 253).
Ausgeschlossen von der Veranlagung bleiben nur die im § 3. des Gesetzes vom 21. Mai v. J., betreffend die Einführung einer allgemeinen Gebäudesteuer, bezeichneten Gebäude nebst den dazu gehörigen Hofräumen und Hausgärten.
§ 2. Als Gebäude im Sinne des Gesetzes sind nur solche Baulichkeiten anzusehen, welche zur Erreichung dauernder Zwecke hergestellt worden sind. Darnach sind als der Steuer zu unterwerfende Gebäude nicht zu erachten diejenigen Baulichkeiten, welche im Wesentlichen nur vorübergehenden Zwecken dienen, wie Schuppen oder Hütten, welche während eines Baues zur Unterbringung des Materials oder als Obdach für die Arbeiter errichtet worden, Ziegelöfen, welche nur für einen Brand bestimmt sind, hölzerne Buden, welche nur für gewisse Zeiten im Jahre aufgerichtet beziehungsweise benutzt werden u. a. m. ...
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 48. / Den 28. November 1862.
Seite 333, No. 172. Bekanntmachung ortspolizeilicher Verordnungen für Bernau.
Im Verfolg der Bekanntmachung vom 20. August 1850 (Amtsblatt S. 282) wird die verbindliche Kraft der Verkündigung ortspolizeilicher Verordnungen für die Stadt Bernau der unter dem Titel „Bernauer Wochenblatt“ daselbst erscheinenden Wochenschrift, mit Vorbehalt des Widerrufs, beigelegt.
Potsdam, den 16. November 1862. Königl. Regierung. Abtheilung des Innern.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 50. / Den 12. December 1862.
Seite 350, No. 177. Betrifft die Veranlagungs-Bezirke Behufs der Veranlagung der Gebäudesteuer.
Im Anschluß an die in Nr. 47 des diesjährigen Amtsblatts erlassene Bekanntmachung vom 15. v. M. bringen wir auf Grund des § 9 des Gesetzes, betreffend die Einführung einer allgemeinen Gebäude­steuer vom 21. Mai 1861 und des § 9 der zur Ausführung dieses Gesetze gegebenen ministeriellen Anweisung vom 14. October d. J. hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß Behufs Veranlagung der Gebäudesteuer der diesseitig Regierungs-Bezirk in die nachstehenden Veranlagungs-Bezirke getheilt die Mitgliederzahl der Veranlagungs-Commission jedes Veranlagungs-Bezirks wie folgt festgestellt worden ist und zu Ausführungs-Commissarien berufen sind:
Ausführungs-Commissar: der Königl. Gerichts-Assessor und Grundsteuer-Commissar Steinrück zu Berlin.
Acht Commissions-Mitglieder und fünf Stellvertreter, und davon sind 6 Mitglieder und 3 Stellvertreter von der kreisständischen Versammlung und je 1 Mitglied und 1 Stellvertreter von der Stadtverordneten-Versammlung zu Bernau und Oranienburg zu erwählen.
Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. / Stück 52. / Den 26. December 1862.
Seite 371...372, (Ober-Post-Direction) No. 55. Die Personen-Post zwischen Berlin und Müncheberg.
Zur Vermeidung on Inconvenienzen bei stärkerem Reise-Verkehr mit der täglichen sechssitzigen Personen-Post zwischen Berlin und Müncheberg ist festgesetzt worden, daß zu dieser Post sowohl in Berlin als in Müncheberg nicht mehr als jedesmal 12 Personen angenommen werden. Die über diese Zahl hinaus sich meldenden Passagiere werden vermittelst Nachtransports, welcher sechs Stunden nach Abgang der Hauptpost abgelassen wird, Beförderung erhalten. Das betheiligte Publikum wird unter Bezugnahme auf das Reglement vom 21. December 1860 (Beilage zum Regierungs-Amtsblatte Stück 4 pro 1861) hiervon in Kenntniß gesetzt.
Potsdam, den 20. December 1862. Der Ober-Post-Director Balde.
Seite 373.
Uebersicht der Verwaltungs-Resultate der Ständischen Land-Feuer-Societät der Kurmark und Nieder-Lausitz für das Jahr 1861. ...
Die Zahl der im Societäts-Bezirke während des Jahres 1861 stattgefundenen Brände beträgt 183 ...
Durch diese 183 Brände sind gänzlich zerstört, beziehungsweise beschädigt worden: 788 bei der diesseitigen Societät versicherte Gebäude, und zwar:
Wohnhäuser ___ 249,
Scheunen ___ 170,
Ställe ___ 288,
verschiedene andere Gebäude ___ 70, insbesondere 1 Kirche mit Thurm, 2 Kirchthürme und 2 Schulhäuser,
Ziegelei-Gebäude ___ 7,
Mühlen ___ 4.
Vorheriger Jahrgang (1861) Nächster Jahrgang (1863)

References: § 9
 § 11
 § 2
 § 12
 § 1
 § 97
 § 109
 § 110
 § 3

§ 10

§ 11
 § 11

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4
 § 204
 § 11
 § 9

§ 1
 § 3

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 § 9
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