Source: https://www.rechtslupe.de/zivilrecht/das-foto-auf-dem-eventportal-391152
Timestamp: 2020-01-24 20:57:20+00:00

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Das Foto auf dem Event­por­tal | Rechtslupe
Mit der Fra­ge einer kon­klu­den­ten Ein­wil­li­gung in die Ver­öf­fent­li­chung eines Bild­nis­ses in einem Event­por­tal hat­te sich jetzt der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen. Kon­kret ging es hier­bei um das Foto von einer Hos­tess, die auf einer Pro­mi­nen­ten­par­ty im Auf­trag einer Pro­mo­ti­on-Agen­tur den Gäs­ten aus einem Korb Ziga­ret­ten anbot:
Der Bun­des­ge­richts­hof ver­nein­te einen Anspruch der Hos­tess gegen den Event­ver­an­stal­ter auf Unter­las­sung der Ver­öf­fent­li­chung des bean­stan­de­ten Bild­nis­ses aus § 1004 Abs. 1 Satz 2, § 823 Abs. 1, Abs. 2 BGB i.V.m. §§ 22, 23 KUG, Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1 GG.
Hier­nach war im vor­lie­gen­den Streit­fall von einer kon­klu­den­ten Ein­wil­li­gung 4 der Hos­tess im Sin­ne des § 22 Satz 1 KUG aus­zu­ge­hen, so dass dahin­ste­hen kann, ob die bean­stan­de­te Bild­ver­öf­fent­li­chung nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 KUG oder § 23 Abs. 1 Nr. 3 KUG auch ohne Ein­wil­li­gung der Hos­tess zuläs­sig gewe­sen wäre.
Die Hos­tess war von einer Pro­mo­ti­on-Agen­tur damit beauf­tragt, auf einer Par­ty mit pro­mi­nen­ten Gäs­ten als Akti­ons­wa­re Ziga­ret­ten einer bestimm­ten Mar­ke zum Zwe­cke der Wer­bung anzu­bie­ten. Dabei war ihr nach den vom Beru­fungs­ge­richt in Bezug genom­me­nen Fest­stel­lun­gen des Amts­ge­richts von ihrem Arbeit­ge­ber zuvor Infor­ma­ti­ons­ma­te­ri­al aus­ge­hän­digt wor­den, in wel­chem ihre Tätig­keit näher beschrie­ben wur­de. Dar­in fin­det sich u. a. der Hin­weis, es dürf­ten zwar kei­ne Inter­views gege­ben wer­den, Fotos sei­en jedoch erlaubt, even­tu­el­le Kame­ra­teams sei­en freund­lich an die Öffent­lich­keits­ab­tei­lung ihres Arbeit­ge­bers oder des­sen Auf­trag­ge­bers zu ver­wei­sen. Dem Infor­ma­ti­ons­schrei­ben sind "Bei­spiel­bil­der für die Foto­do­ku­men­ta­ti­on" bei­gefügt, auf denen lächeln­de Hos­tes­sen mit Ziga­ret­ten­korb zusam­men mit ande­ren Per­so­nen für Fotos posie­ren.
Der Hos­tess muss­te danach sowohl durch die Art der Ver­an­stal­tung als auch durch die Art ihrer Tätig­keit bewusst sein, dass mit Fotos auch ihrer Per­son und deren Ver­öf­fent­li­chung zu rech­nen und dies aus Wer­be­grün­den von ihrem Arbeit­ge­ber und des­sen Auf­trag­ge­ber durch­aus erwünscht war. Von letz­te­rem konn­ten auf­grund der äuße­ren Umstän­de auch Medi­en­ver­tre­ter, die auf der Ver­an­stal­tung anwe­send waren, aus­ge­hen. Sie konn­ten die Tätig­keit der Hos­tess unter den Umstän­den des Streit­fal­les nur dahin ver­ste­hen, dass sie mit Fotos und deren Ver­öf­fent­li­chung im Inter­es­se des Auf­trag­ge­bers ein­ver­stan­den war.
Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. Novem­ber 2014 – VI ZR 9/​14
vgl. grund­le­gend BGH, Urtei­le vom 06.03.2007 – VI ZR 51/​06, BGHZ 171, 275 Rn. 9 ff.; vom 18.10.2011 – VI ZR 5/​10, VersR 2012, 116 Rn. 8 f.; vom 22.11.2011 – VI ZR 26/​11, VersR 2012, 192 Rn. 23 f.; vom 18.09.2012 – VI ZR 291/​10, VersR 2012, 1403 Rn. 26; vom 28.05.2013 – VI ZR 125/​12, VersR 2013, 1178 Rn. 10; und vom 08.04.2014 – VI ZR 197/​13, VersR 2014, 890 Rn. 8, jeweils mwN[↩]
vgl. EGMR, NJW 2004, 2647 sowie NJW 2012, 1053 und 1058[↩]
vgl. BGH, Urteil vom 28.09.2004 – VI ZR 305/​03, VersR 2005, 83 Rn. 12 mwN[↩]
EventportalFotoMitarbeiterfotoPersönlichkeitsrecht

References: § 1004
 § 823
 Art. 1
 Art. 2
 § 22
 § 23
 § 23