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Timestamp: 2020-07-08 14:19:08+00:00

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Private Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung ... / c) Ersatzbemessungsgrundlage (Zeile 9) | Haufe Steuer Office Excellence | Steuern | Haufe
In Zeile 9 sind Angaben zu machen, wenn durch das Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut die Ersatzbemessungsgrundlage angewendet wurde. Die Ersatzbemessungsgrundlage kommt immer dann zur Anwendung, wenn dem Steuerabzugsverpflichteten im maßgeblichen Zeitpunkt die Anschaffungsdaten (z.B. Datum der Anschaffung des Wertpapiers, Anschaffungskosten) unbekannt sind. Die Ersatzbemessungsgrundlage beträgt regelmäßig 30 % des Veräußerungs‐, Rückgabe- oder Einlösungspreises. (Zu weiteren Einzelheiten wird auf die Regelungen in § 43a Abs. 2 Satz 7, 10, 13 und 14 EStG und § 56 Abs. 3 Satz 4 InvStG verwiesen. Ausnahmsweise wird bei Depotüberträgen auf einen anderen Gläubiger i.S.d. § 43 Abs. 1 Satz 4 EStG für die Ermittlung der Ersatzbemessungsgrundlage auf 30 % der Anschaffungskosten (AK) abgestellt, wenn kein Börsenpreis vorliegt). Bei dem zur Zeile 9 ausgewiesenen Betrag handelt es sich stets um den Bruttobetrag vor Berücksichtigung von Verlusten und ggf. eines Freistellungsauftrags. In der Steuerbescheinigung wird die Ersatzbemessungsgrundlage auch dann ausgewiesen, wenn z.B. aufgrund von Verlustverrechnungen oder der Inanspruchnahme des Freistellungsauftrags keine Kapitalertragsteuer erhoben wurde.
Besonderheiten bei Investmentanteilen: Bei der tatsächlichen Veräußerung von vor dem 1.1.2018 angeschafften Investmentanteilen (Alt-Anteile i.S.d. § 56 Abs. 2 Satz 1 InvStG) gilt der Gewinn aus der fiktiven Veräußerung zum 31.12.2017 als zugeflossen (vgl. § 56 Abs. 3 Satz 1 InvStG). Darüber hinaus ist der auf den Zeitraum ab dem 1.1.2018 bis zum Veräußerungszeitpunkt entfallende Veräußerungsgewinn zu ermitteln. Wenn für die Ermittlung des Gewinns aus der fiktiven Veräußerung keine AK vorliegen, ist nach § 56 Abs. 3 Satz 4 InvStG eine Ersatzbemessungsgrundlage i.H.v. 30 % des letzten im Kalenderjahr 2017 festgesetzten Rücknahmepreises dem Steuerabzug zugrunde zu legen. Liegt kein Rücknahmepreis vor, ist der letzte im Kalenderjahr 2017 verfügbare Börsen- oder Marktpreis als Bemessungsgrundlage für den Steuerabzug anzusetzen. Nach dem 31.12.2017 eintretende Kapitalmaßnahmen haben keine Auswirkungen auf die Bestimmung der Ersatzbemessungsgrundlage.
Keine Ermittlung der Bemessungsgrundlage möglich: Kann der Entrichtungspflichtige weder den Rücknahmepreis noch den Börsen- oder Marktpreis ermitteln, so ist ausnahmsweise keine Ersatzbemessungsgrundlage für den Gewinn aus der fiktiven Veräußerung zum 31.12.2017 anzusetzen. Dies gilt auch für die Fälle, in denen zwar AK vorliegen, aber weder der Rücknahmepreis noch der Börsen- oder Marktpreis ermittelbar ist. Es ist keine Anzeige des Entrichtungspflichtigen ggü. dem zuständigen FA hinsichtlich des fehlenden Ansatzes der Ersatzbemessungsgrundlage für den Gewinn aus der fiktiven Veräußerung zum 31.12.2017 erforderlich. Im nachrichtlichen Teil der Steuerbescheinigung sind auch die Alt-Anteile gesondert auszuweisen, bei denen die Ersatzbemessungsgrundlage nicht ermittelt werden konnte.
In der Steuerbescheinigung wird auf folgende Zusatzinformationen verwiesen:
Die Kapitalertragsteuer auf die Ersatzbemessungsgrundlage entfaltet keine Abgeltungswirkung i.S.d. § 43 Abs. 5 Satz 1 EStG. Daher ist der Stpfl. stets dazu angehalten, den fiktiven Veräußerungsgewinn in der Steuererklärung gesondert anzugeben (§ 56 Abs. 3 Satz 5 Halbs. 1 InvStG).
Auch wenn die Ersatzbemessungsgrundlage für den fiktiven Veräußerungsgewinn ggf. nicht ermittelt werden kann, ist es zulässig, dass der Steuerabzugsverpflichtete die Ersatzbemessungsgrundlage für den Gewinn aus der tatsächlichen Veräußerung (für Wertänderungen nach dem 31.12.2017 bis zum Zeitpunkt der tatsächlichen Veräußerung) nach § 43a Abs. 2 Satz 7 EStG ansetzt. Die Ersatzbemessungsgrundlage beträgt 30 % der Einnahmen aus der tatsächlichen Veräußerung. Diese Ersatzbemessungsgrundlage wird für den ab dem 1.1.2018 entstandenen Gewinn angesetzt.
Teilfreistellung: Auch bei einem Ansatz der Ersatzbemessungsgrundlage wird die Teilfreistellung nach § 20 InvStG für den seit 1.1.2018 entstandenen Gewinn berücksichtigt. In der Steuerbescheinigung ist bei der Höhe der Kapitalerträge der nach der Teilfreistellung verbleibende steuerpflichtige Betrag anzusetzen. Für den fiktiven Veräußerungsgewinn zum 31.12.2017 kann keine Teilfreistellung in Anspruch genommen werden.

References: § 43
 § 56
 § 43
 § 56
 § 56
 § 56
 § 43
 § 43
 § 20