Source: https://www.lhr-law.de/thema/reputationsmanagement/jameda-bewertung-loeschen
Timestamp: 2020-07-15 19:10:59+00:00

Document:
JAMEDA-Bewertung löschen: Kostenloser Bewertungs-Schnelltest | LHR Rechtsanwälte Köln
Startseite › Thema › Jameda-Bewertung löschen
Kann ich eine Jameda-Bewertung löschen lassen?
Jeder kennt sie: Ärztebewertungsportale wie Sanego oder Jameda.
Für Patienten sind sie oft hilfreich und können bei der Auswahl eines Arztes helfen. Für die Ärzte können die Portale eine Werbeplattform darstellen. Wenn der Arzt jedoch an den digitalen Pranger gestellt wird und negative Äußerungen verbreitet werden wirkt der Eintrag auf dem Bewertungsportal nicht mehr positiv werbend sondern negativ warnend. Fluch und Segen liegen hier nah beieinander.
Patienten oder auch unbeteiligte Dritte können ärztliche Behandlungen vollkommen anonym mit Kommentaren und Schulnoten bewerten und so mit einer schlechten Bewertung und einer miserablen Schulnote der Reputation des jeweiligen Arztes erheblichen Schaden zufügen.
Betroffene Ärzte fragen sich daher: Kann ich eine Jameda-Bewertung löschen lassen?
Ja. Wir zeigen Ihnen, wie!
Muss ich mir als Arzt denn alles gefallen lassen?
Darf der Arzt Bewertungen (öffentlich) kommentieren?
Achtung: Die ärztliche Schweigepflicht muss beachtet werden!
Kann das Jameda-Profil vollständig gelöscht werden?
Vorgehen gegen Jameda
Vorgehen gegen Patient
Besteht ein Anspruch auf Wiederherstellung positiver Bewertungen?
Jameda-Bewertung löschen oder wiederherstellen lassen– Selber machen oder Anwalt einschalten?
85 Prozent Erfolgsquote
Unsere Leistungen zum Thema Jameda-Bewertung löschen
Fest steht, dass sich Ärzte nicht alles gefallen lassen müssen und auch nicht jeder Kritik schutzlos ausgeliefert sind. Der Patient hat sich vielmehr an gewisse Regeln zu halten. Eine Bewertung darf keine unwahren Tatsachenbehauptungen enthalten. Eine Meinungsäußerung/Wertungdarf nicht beleidigen oder sich auf einen Angriff auf die Person des Arztes beschränken.
Unternehmer und somit auch Ärzte müssen jedoch einiges aushalten. Sie müssen auch überspitzte Meinungsäußerungenund wahre Tatsachen hinnehmen, auch wenn diese rufschädigend sein mögen.
Diese Frage ist berechtigt, weil der Deckmantel der Anonymität unsachliche und unwahre Äußerungen zu fördern scheint.
Anonyme Bewertungen sind allerdings erlaubt – und nicht nur das. Jameda ist sogar gem. § 13 Abs. 6 TMG verpflichtet, die Nutzung des Portals anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen, soweit dies technisch möglich und zumutbar ist. Der Bundesgerichtshof hat im Jahre 2014 dazu entschieden, dass Jameda die über den Bewerter gespeicherten Daten sogar im Streitfall nicht herausgeben muss (BGH, Urteil v. 1.7.2014, Az. VI ZR 345/13– Sanego).
Schlechter Service kommt vor. Irren ist menschlich. Manchmal wirkt daher eine Stellungnahme oder gar Entschuldigung beim Kunden oder Patienten Wunder und macht auch bei potentiellen Neukunden einen guten Eindruck. Ein Arzt will daher die negative Jameda-Bewertung vielleicht gar nicht löschen lassen, sondern dazu Stellung nehmen und die Situation erläutern.
Auch Jameda selbst hat natürlich Interesse daran, dass die Plattform nicht nur positive Bewertungen enthält, sondern auch negative. Anderenfalls wäre Jameda sinnlos. Die negativen Bewertungen sind gewissermaßen das „Salz in der Suppe“. Jameda legt dem Arzt dementsprechend in den aus Textbausteinen bestehenden E-Mails, mit der die Entfernung der Bewertung verweigert wird, nahe, die Bewertung zu kommentieren.
Vor allem, wenn das Feedback auch für potentielle Neupatienten sichtbar ist, ist es ratsam, klarzustellen, dass die geäußerten Vorwürfe unfair bzw. unwahr sind. Die unwahren Behauptungen bleiben ansonsten unwidersprochen. Weiterhin sollten Sie sich bewusst sein, dass ein Kunde oder ein Patient, der auf seine Kritik nicht die seiner Meinung nach gebührende Aufmerksamkeit erhält, motiviert fühlen kann, die Kritik an anderer Stelle zu wiederholen oder sich regelrecht auf Ihr Unternehmen einzuschießen. Ein Arzt, der aufrichtig und ohne Erklärungsversuche auf Kritik eingeht, zeigt nicht nur Größe, der Kommentar ist auch die beste Werbung.
Rechtfertigungsversuche gehen oft schief. Wenn Sie zum Beispiel langsame Bearbeitung mit zu viel Arbeit erklären, wirkt das schnell unprofessionell. Den Patienten interessiert es grundsätzlich nicht, wie Sie Ihre Praxis organisieren. Er erwartet perfekten Service, egal wie.
Der mit einer Bewertung auf Jameda konfrontierte Arzt hat jedoch ein weiteres gravierendes Problem, das gegen eine Kommentierung spricht: Er kann den Vorwürfen des Patienten oft nur mit der Preisgabe von über die bereits veröffentlichten Informationen hinausgehende Details aus vertraulichen Gesprächen mit dem Patienten zum Gesundheitszustand bzw. Befund substantiiert entgegentreten.
Er unterliegt jedoch gem. § 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB der ärztlichen Schweigepflicht, deren Verletzung mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bedroht ist.
Von der ärztlichen Schweigepflicht umfasst sind insbesondere:
Der Umstand, dass der Betroffene überhaupt bei dem Arzt in Behandlung war oder ist
der Name des Patienten
alle Gedanken, Meinungen, familiären, beruflichen und finanziellen Verhältnisse, die der Patient dem Arzt anvertraut hat
sogenannte Drittgeheimnisse, z.B. wenn der Patient dem Arzt über die Erkrankung eines Freundes berichtet
Beobachtungen des Arztes, z.B. im Rahmen eines Hausbesuchs, Streit eines Patienten mit seinem Partner in der Praxis
Seit dem 25.5.2018 tritt neben die ärztliche Schweigepflicht in Bezug auf Gesundheitsdaten bekanntlich der Schutz der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Art. 9, dessen Verletzung gem. Art. 83 Abs. 5 mit bis zu 20 000 000 EUR oder im Fall eines Unternehmens von bis zu 4 % seines gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes sanktioniert ist.
Der Arzt darf somit streng genommen daher noch nicht einmal gegenüber Jameda auch nur bestätigen, dass eine bestimmte Person bei ihm in Behandlung war. Folgt er dem scheinbar gut gemeinten Hinweis von Jameda in den aus Textbausteinen bestehenden E-Mails, er möge die Bewertung doch kommentieren, setzt er sich sogar der Gefahr der oben beschriebenen strafrechtlichen bzw. datenschutzrechtlichen Verfolgung aus.
Die beste Lösung ist stets die Löschung der Jameda-Bewertung!
Viele Ärzte und Kliniken werden sich berechtigter und konstruktiver Kritik gerne stellen und vielleicht auch die von Jameda vorgesehene Kommentierungsfunktion nutzen. Ein Profil, das nur positive Bewertungen enthält, wirkt weniger authentisch als eines, das auch einige negative Kommentare enthält, auf die der Arzt oder die Klinik sodann erklärend oder vielleicht sogar entschuldigend reagieren.
Es gibt allerdings auch Fälle, in denen es sinnvoll ist, den negativen und gegebenenfalls sogar geschäftsschädigenden Kommentar auf Jameda zu entfernen. Für die Wahl der richtigen Vorgehensweise, ist es wichtig zu wissen, gegen welche Art von Bewertungen überhaupt erfolgreich vorgegangen werden kann. Als Grundlage für ein Löschungsverlangen kommen grundsätzlich zwei Aspekte in Betracht: Entweder, die Bewertung ist bereits rechtswidrig, weil sie zum Beispiel unwahr oder beleidigend ist. Dann besteht eine gesetzliche Verpflichtung für Jameda, die Bewertung zu beseitigen, wenn das Unternehmen nicht selbst in eine Haftung geraten möchte. Oder, Jameda hat im Rahmen der eigenen Nutzungsbedingungen selbst bestimmte Punkte festgelegt, die im Rahmen einer Selbstverpflichtung dazu führen, dass Jameda die Bewertung löschen muss.
Zusätzlicher Aspekt ist neben dem Spannungsfeld zwischen Persönlichkeitsrecht und Äußerungsrecht auch, dass der behandelnde Arzt grundsätzlich zur Verschwiegenheit verpflichtet ist und sich in diesem sensiblen Bereich nicht so verteidigen kann, wie es ihm unter anderen Umständen möglich wäre. Es besteht diesbezüglich somit eine erhebliche Waffenungleichheit, die im Einzelfall dazu führen kann, dass eine Bewertung im Ergebnis zu löschen ist.
Der Arzt kann sich aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht nicht hinreichend verteidigen
In einem Urteil vom 23.09.2014 (BGH, Urteil v. 23.09.2014, Az. VI ZR 358/13) hatte der BGH bereits über die Zulässigkeit der Speicherung von personenbezogenen Daten entschieden. Damals begehrte ein Arzt nicht nur die Beseitigung einzelner Bewertungen, sondern die vollständige Löschung seines Profils. Der BGH erteilte ihm eine Absage. Pikant am damaligen Fall war, dass der Arzt erst während des Revisionsverfahrens vorgetragen hatte, dass Jameda “Premium-Pakete” anbiete, die den Ärzten eine vorteilhaftere Darstellung bieten.
Mittlerweile haben mehrere Instanzgerichte in Bezug auf Jameda Ärzten einen Anspruch auf Löschung ihrer Profile zugesprochen (LG Bonn, Urteil vom 28.03.2019, Az. 18 O 143/18; LG Bonn, Urteil vom 29.03.2019, Az. 9 O 157/18; LG Wuppertal, Urteil von 29.03.2019, Az. 17 O 178/18; alle nicht rechtskräftig).
Die Unterlassung bzw. Beseitigung einer rechtswidrigen Bewertung kann sowohl von der bewertenden Person als auch von der Plattform Jameda verlangt werden. Der bewertende kann als Täter der Rechtsverletzung unmittelbar, Jameda erst nach Kenntnisnahme des Rechtsverstoßes in Anspruch genommen werden.
Anders sieht es aus, wenn der Verfasser sich meldet und die Behandlung durch den bewerteten Arzt samt der schlechten Erfahrung bestätigt. In diesem Fall wird das Bewertungsportal die jeweilige Bewertung meist wieder in das Portal einstellen, da es ja erst einmal ihren Prüfungspflichten nachgekommen ist. Stellt das Portal dabei jedoch eine tatsächlich rechtswidrige Äußerung wieder ein – etwa aufgrund der Annahme es handele sich um eine bloße Meinungsäußerung, welche auch keine Schmähkritik ist – so hat der jeweilige Arzt nun auch einen Anspruch gegen der den Portalbetreiber, die Jameda Bewertung löschen zu lassen.
Der Arzt kann neben Jameda auch den bewertenden Patienten auf Unterlassung in Anspruch nehmen. Dies kann sogar gleichzeitig geschehen.
Unserer Erfahrung nach ist es jedoch besser, das Vorgehen zunächst auf den Plattformbetreiber auszurichten und erst nach einem Misserfolg den Patienten (soweit man dessen Identität kennt) in Anspruch zu nehmen. Während Jameda „nur“ wirtschaftliche Interessen verfolgt und – von Ausnahmen abgesehen – einen wenig erfolgsversprechenden Rechtsstreit aus Kostengründen lieber vermeiden möchte, kommen beim Patienten Emotionen hinzu, die zu irrationalen Entscheidungen verleiten können.
Es kommt vor, dass negative Bewertungen fernab jeglicher vernünftiger Grunde aus Trotz vom Patienten nicht nur nicht gelöscht werden sondern sogar an weiteren Stellen im Internet veröffentlicht und verbreitet werden.
Es empfiehlt sich ein Vorgehen in der folgenden Reihenfolge:
Inkenntnisssetzung, ggfls. Abmahnung und Unterlassungsverfügung oder -klage gegenüber Jameda
Prüfung einer vorsichtigen Kommentierung der Bewertung
Bisher haben wir uns mit dem Fall beschäftigt, wann und wie man gegen negative Bewertungen auf Jameda vorgehen kann. Doch wie verhält es sich, wenn Jameda eine positive Bewertung im oberen Notenbereich – beispielsweise aufgrund eines Manipulationsverdachts –entfernt? Kann der betroffene Arzt auch hiergegen vorgehen und verlangen, dass der Kommentar wieder sichtbar gemacht wird?
Das LG München hatte sich Anfang 2019 mit einem solchen Fall zu beschäftigen (LG München, Urteil v. 16.04.2019, Az. 33 O 6880/19). Ein Arzt verlangte die Wiederveröffentlichung einiger gelöschter positiver Bewertungen. Er vertrat die Ansicht, dass der Grund für das Entfernen der Kommentare seine kurz zuvor erfolgte Kündigung des „Premium Pakets Gold“ gewesen sei.
Das Gericht sah in der Löschung jedoch keine sanktionierende Reaktion des Bewertungsportals, sondern lediglich den Zweck der Qualitätswahrung der auf dem Portal eingestellten Bewertungen. Wir berichteten bereits über diese Entscheidung:
Für den Anspruch auf Wiederveröffentlichung gelöschter positiver Bewertungen seien die vom Bundesgerichtshof aufgestellten Grundsätze zu übertragen, die bei dem Anspruch auf Löschung negativer Bewertungen herangezogen werden. Hiernach habe zunächst der Arzt die Darlegungs- und Beweislast für die Validität der Bewertung. Erst eine hinreichend konkrete Rüge des behaupteten Rechtsverstoßes – die unrechtmäßige Löschung – begründe eine Prüfpflicht Jamedas.
Folglich sollten Ärzte im Falle der Löschung einer positiven Bewertung konkrete Ausführungen zu der gelöschten Bewertung und – wenn möglich – zu dem Behandlungskontakt machen. Des Weiteren sollten sie sich auf Anhaltspunkte stützen, anhand derer die Person des Bewertenden festgestellt oder zumindest auf einen Personenkreis eingegrenzt werden kann. Dies kann gegebenenfalls auch anonymisiert erfolgen. Zwar entschieden die Münchner Richter in dem Fall zulasten des Arztes, jedoch nur weil dieser seiner Darlegungspflicht nicht oder nicht hinreichend nachgekommen sei.
Das Gericht nahm außerdem keine relevante Schädigung des Arztes an. Die Chance für Ärzte einen positiven Kommentar wieder online schalten lassen zu können, steigen also, wenn eine solche Schädigung nachgewiesen wird. Eine hinreichende Eingriffsintensität, die eine relevante Schädigung begründet ist beispielsweise denkbar, wenn noch nicht viele (gute) Bewertungen abgegeben wurden, sodass sich die Gesamtnote durch die Entfernung der guten Note(n) signifikant zum Schlechteren verändert.
Das kommt darauf an. Grundsätzlich haftet Jameda erst ab Kenntnis einer rechtswidrigen Bewertung oder einer rechtswidrig gelöschten positiven Bewertung. Das bedeutet, dass Jameda auch erst ab diesem Zeitpunkt auf Unterlassung, Schadensersatz und damit auch auf die Erstattung der angefallenen Anwaltskosten haftet.
Als Reaktion auf eine negative Bewertung oder eine gelöschte positive Bewertung können Sie sofort einen Anwalt beauftragen, der Ihre Interessen mit Nachdruck vertritt. Nicht immer ist das die richtige Antwort.
Wir haben einen Service speziell für Ärzte eingerichtet, mit dem Sie kostenlos und unverbindlich prüfen lassen können, ob eine Löschungsaufforderung Erfolg verspricht. Füllen Sie einfach das Formular aus und senden sie es ab. Denken Sie auch an die Angabe Ihre Rechtsschutzversicherung.
Gemeinsam mit unseren Mandanten gehen wir sehr erfolgreich gegen rechtswidrige Jameda-Bewertungen vor; über 85 Prozent der zahlreichen von uns beanstandeten Bewertungen werden dauerhaft entfernt. Für andere Bewertungsportale (Google, Kununu, Sanego u.a.) gilt Ähnliches.
Anwaltsschreiben an Jameda mit der Aufforderung zur Löschung
Zeugnis ohne Widerspruchsrecht – Problempatient Jameda: Prima Plattform oder Ärztepranger?
Jameda legt Berufung ein: Unzulässige Arzt-Bewertung vor dem LG…
LG Lübeck: Google-Bewertung mit einem Stern ohne Begründung…

References: § 13
 § 203
 Art. 9
 Art. 83
 BGH 
 BGH