Source: https://glossa.weblaw.ch/rsk-volumes/201209.fr.html
Timestamp: 2019-05-22 22:38:42+00:00

Document:
Aperçu mensuel, septembre 2012, Vol. 16
Verbindlichkeit des Rückweisungsentscheids - Berücksichtigung eines zumutbaren Vermögensverzehrs im Abänderungsentscheid
Der vorliegende Entscheid befasst sich gleich mit zwei praktisch höchst relevanten Themen. Zum einen geht es darum, welchen Spielraum die kantonalen Instanzen nach einem Rückweisungsentscheid des Bundesgerichts haben. Zum anderen betrifft das Urteil die (nicht selten aktuelle) Frage, ob einem Rentenschuldner zugemutet werden kann, zur Erfüllung der Unterhaltspflicht sein Vermögen anzugreifen. Dies wird nicht nur bejaht, vielmehr scheint dies unseren höchsten Richtern so selbstverständlich zu sein, dass dem Betroffenen vor einem entsprechenden Entscheid dazu nicht explizit das rechtliche Gehör gewährt werden muss.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 5A_561/2011 du 19 mars 2012 publié en tant qu'ATF 138 III 289
Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) bei Mischanlagen
Die KEV kann auch bei Mischanlagen (Anlagen, die je einen Teil des Stroms mit erneuerbarer und nicht erneuerbarer Energie produzieren) ausgerichtet werden. Die KEV wird dabei nur für den Strom bezahlt, der aus erneuerbarer Energie stammt. Bei der Bemessung der KEV ist zudem ein angemessener Synergieabzug vorzunehmen, wenn Anlageteile der Stromproduktion aus erneuerbaren und nicht erneuerbaren Energiequellen dienen.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal administratif fédéral A-4065/2011 du 15 mai 2012
Überlassung des Sourcecodes als Einräumung eines entschädigungspflichtigen Bearbeitungsrechts
Das Bundesgericht äussert sich im französischsprachigen Urteil vom 3. Juli 2012 (4A_98/2012) zum Sourcecode von Software. Die Überlassung des Sourcecodes bedeutet die Einräumung eines Bearbeitungsrechts an der Software, wofür ein separates Entgelt geschuldet ist. Dieses Entgelt bestimmt sich nach dem Wert des Bearbeitungsrechts, welcher durch Gutachten nachzuweisen ist. Alternativ kann zur Bewertung des Bearbeitungsrechts auf den zukünftigen Umsatzverlust des Herstellers abgestellt werden, welcher daraus resultiert, dass der Kunde Softwareänderungen nun selber machen kann.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 4A_98/2012 du 3 juillet 2012
keytrade.ch verletzt ältere Firmen- und Namensrechte
Die Verwendung des Domainnamens keytradebank.ch durch die Keytrade Bank SA verletzt die Firmen- und Namensrechte der älteren Keytrade AG.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 4A_45/2012 du 12 juillet 2012
Deckungsausschlüsse in Allgemeinen Versicherungsbedingungen
Verstoss gegen Art. 33 VVG
Das Bundesgericht heisst eine Beschwerde aufgrund einer Verletzung von Art. 33 VVG gut und weist den kantonalen Entscheid, der eine Verweigerung der Versicherungsleistung aufgrund eines Ausschlusses in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen als legitim erachtete, zur Neubeurteilung zurück. Einschränkungen der Versicherungsdeckung in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen verstossen gegen Art. 33 VVG, wenn diese dem Versicherungsnehmer nicht ausdrücklich und klar bei Vertragsschluss mitgeteilt werden.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 4A_200/2012 du 31 juillet 2012
Psychischer Druck als nachehelicher Härtefall
Christian Winiger / Thomas Hugi Yar
Das Bundesgericht hat im (zur Publikation bestimmten) Urteil 2C_821/2011 vom 22. Juni 2012 ausgeführt, dass auch psychische Oppression von einer gewissen Konstanz und Schwere einen nachehelichen Härtefall im Sinne von Art. 50 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 AuG begründen kann; die ausländische Person trifft dabei aber eine weitgehende Substanziierungspflicht. Die St. Galler Behörden müssen im beurteilten Fall vertieft abklären, ob eine Kosovarin in der Ehe mit ihrem muslimischen Ehemann "sklavenähnlich" gehalten worden ist.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 2C_821/2011 du 22 juin 2012 publié en tant qu'ATF 138 II 229
Kein Familiennachzug trotz Einbürgerung
Voraussetzungen für die Auslösung einer neuen Nachzugsfrist nach Einbürgerung
Marc Busslinger
Das Bundesgericht kommt im Urteil 2C_888/2011 vom 29. Juni 2012 zum Schluss, dass die Einbürgerung des nachzugsberechtigten Elternteils nicht in jedem Fall eine neue Frist für den Nachzug von Kindern auslöst. Wurde nach Inkrafttreten des neuen Rechts per 1. Januar 2008 innert der gemäss Art. 47 (bzw. Art. 126 Abs. 3) des Ausländergesetzes definierten Fristen kein Nachzugsgesuch eingereicht, obschon dies möglich gewesen wäre, stellt der nach der Einbürgerung beantragte Nachzug einen nachträglichen Familiennachzug dar und bedarf wichtiger familiärer Gründe, um bewilligt werden zu können.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 2C_888/2011 du 20 juin 2012
Nothilfe und Arbeitsverbot
Anspruch auf Erteilung einer Arbeitsbewilligung an einen abgewiesenen Asylsuchenden gestützt auf Art. 8 EMRK (Anspruch auf Achtung des Privatlebens)
Das Bundesgericht befasst sich im vorliegenden (zur Publikation bestimmten) Urteil mit einem abgewiesenen Asylsuchenden, der dem Arbeitsverbot nach Art. 43 Abs. 2 AsylG (SR 142.31) unterliegt und dessen Wegweisung bisher (seit dem Abschluss des Asylverfahrens sind 13 Jahre vergangen) nicht vollzogen werden konnte. Es kommt zum Schluss, dass - sollten die Vollzugsbemühungen seitens der Behörden und des Betroffenen selbst nicht innert weniger Monate zum Erfolg führen - eine Arbeitsbewilligung zu erteilen sei. Diesfalls überwiege das private Interesse des Betroffenen, sich von der Nothilfe lösen und einer Beschäftigung nachgehen zu können, das öffentliche Interesse an der Durchsetzung des Wegweisungsvollzugs mittels eines Arbeitsverbots. Der Umstand, dass der Wegweisungsvollzug nach wie vor als durchführbar galt, führte zur Abweisung der Beschwerde.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 2C_459/2011 du 26 avril 2012 publié en tant qu'ATF 138 I 246
Delphine Pannatier Kessler
Cet arrêt destiné à la publication aux ATF concerne la rémunération d'un exécuteur testamentaire, dont le montant est contesté par les héritiers. Le Tribunal fédéral retient que l'accord passé entre les héritiers et l'exécuteur testamentaire lie les parties et ne peut pas être remis en cause sur la base de l'article 517 al. 3 CC.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 5D_76/2011 du 31 mai 2012 publié en tant qu'ATF 138 III 449
Modification des paramètres de la rémunération
Le Tribunal fédéral se prononce sur le droit d'un employé de contester une modification des paramètres de calcul de sa rémunération variable, dans un cas où l'employé en question occupe une fonction de directeur administratif de l'employeur et peut exprimer sa voix sur les changements proposés.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 4A_130/2012 du 17 juillet 2012
Tort moral et prise en charge des frais d'avocats en cas de procédure pénale initiée par l'employeur
Le Tribunal fédéral indique dans quelles conditions un employé acquitté à l'issue d'une procédure pénale introduite à son encontre par son employeur pourrait obtenir une indemnité pour tort moral, ainsi que le remboursement des frais d'avocats engagés dans la procédure pénale.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 4A_218/2012 du 24 juillet 2012
Résiliation/Conflit entre employés
Le contrat de travail d'une employée est résilié en raison de son indiscipline. L'employée remet en cause un document qu'elle a signé, où elle reconnait ses torts, et se plaint d'avoir été victime d'une mésentente avec son supérieur hiérarchique. L'employée est déboutée, car il est présumé qu'elle avait la capacité de discernement lorsqu'elle a reconnu ses torts. Enfin, les mésententes ordinaires entre supérieure directe et employée ne créent pas d'obligation d'intervenir de l'employeur, à tout le moins à défaut d'altercation violente ou de situation de crise connue de l'employeur.
Commentaire de l'arrêt du : Tribunal fédéral 4A_166/2012 du 29 juin 2012
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References: Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 50
 Art. 47
 Art. 126
 Art. 8
 Art. 43