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Timestamp: 2016-10-22 05:25:40+00:00

Document:
5C.205/2000 (21.06.2001)
2. Ursula M � l l e r - Fontana, Alpsteinstrasse 22,
8570 Weinfelden, Beklagte 1 und 5 und Berufungskl�ger, beide vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Heinz M�usli, Pestalozzistrasse 2, 9000 St. Gallen,
9565 Rothenhausen, Kl�gerin und Berufungsbeklagte,
Grossm�nsterplatz 8, 8001 Z�rich,
2. Ren� Fontana, Scheffg�ssli 9, 9565 Bussnang,
A.-Josef Peter Fontana und Margrit Fontana-Schmid heirateten am 18. April 1942. Mit Ehevertrag vom 21. Mai 1988 vereinbarten die bis zu diesem Zeitpunkt unter dem G�terstand der G�tertrennung lebenden Ehegatten, mit Wirkung f�r die gesamte Ehedauer gelte der G�terstand der Errungenschaftsbeteiligung.
Der Ehevertrag h�lt weiter fest, das eingebrachte Eigengut des Ehemannes betrage Fr. 22'000.-- und weist im Todesfall des einen Gatten dem �berlebenden die Gesamtsumme beider Vorschl�ge zu.
B.-Da die Erbteilung aufgrund von Differenzen zwischen der Witwe Margrit Fontana-Schmid einerseits und ihren beiden Kindern Roland Fontana und Ursula M�ller-Fontana andererseits nicht einvernehmlich durchgef�hrt werden konnte, reichte die Witwe beim Bezirksgericht Weinfelden Klage gegen ihre sechs Kinder ein und beantragte, es sei festzustellen, dass der f�r die Erbteilung massgebende Nachlass des am 1. April 1997 verstorbenen Ehemannes am Todestag aus einer Ersatzforderung seines Eigengutes gegen seine Errungenschaft in H�he von Fr. 22'000.-- bestehe; des Weiteren sei festzustellen, dass die Erbgangsschulden Fr. 19'264. 25 betr�gen, so dass der effektiv unter den Erben zu verteilende Nachlass sich auf Fr. 2'735. 75 belaufe, wovon der Kl�gerin die H�lfte und den Nachkommen je ein Zw�lftel (Fr. 228.--) zustehe; s�mtliche �brigen Aktiven und Passiven des Verstorbenen, namentlich sieben Nachlassgrundst�cke sowie ein Guthaben des Verstorbenen bei der Thurgauer Kantonalbank, seien ihr zu alleinigem Recht zu �bertragen.
W�hrend Ren� Fontana (Beklagter 2), Ruth Thalmann-Fontana (Beklagte 3), Bruno Fontana (Beklagter 4) und Norbert Fontana (Beklagter 6) die Begehren der Kl�gerin anerkannten und sich deshalb am Verfahren nicht aktiv beteiligten, beantragten Roland Fontana (Beklagter 1) und Ursula M�ller-Fontana (Beklagte 5), der Nachlass ihres Vaters sei gerichtlich festzustellen und zu teilen; hierzu sei die Kl�gerin zu verpflichten, �ber den Umfang der Errungenschaft umfassend Auskunft zu erteilen.
Mit Urteil vom 18. Dezember 1998 entschied das Bezirksgericht Weinfelden im Sinne der Klage und wies dabei insbesondere den beklagtischen Antrag betreffend Auskunftserteilung ab. Es stellte fest, der f�r die Erbteilung massgebende Nachlass bestehe aus einer Ersatzforderung gegen�ber der Errungenschaft des Erblassers in H�he von Fr. 22'000.-- (Ziff. 1); es seien Erbgangsschulden in H�he von Fr. 19'264. 25 entstanden (Ziff. 2), weshalb der zu verteilende Nachlass Fr. 2'735. 75 betrage (Ziff. 3). Des Weiteren erkannte es, die Beklagten 1-6 h�tten je Fr. 228.-- zu beanspruchen (Ziff. 4); die �brigen Aktiven und Passiven wies es der Kl�gerin zu alleinigem Recht zu (Ziff. 5). Die von den Beklagten 1 und 5 hiergegen erhobene kantonale Berufung wies das Obergericht des Kantons Thurgau am 10. Juni 1999 ab und best�tigte den angefochtenen Entscheid.
C.-Die Beklagten 1 und 5 legen eidgen�ssische Berufung ein mit dem Antrag, das obergerichtliche Urteil sei aufzuheben und die Sache an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie nach Durchf�hrung des Beweisverfahrens den Nachlass des Verstorbenen feststelle und gerichtlich teile; dazu sei die Streitsache mit der Weisung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, gest�tzt auf Art. 610 Abs. 2 ZGB das Beweisverfahren zur Bestimmung des Nachlassverm�gens durchzuf�hren.
Die Kl�gerin schliesst auf Abweisung der Berufung, soweit darauf eingetreten werden k�nne, und ersucht um Best�tigung des angefochtenen Urteils. Die Beklagten 2, 3, 4 und 6 haben auf eine Berufungsantwort verzichtet. Das Obergericht verweist auf die Begr�ndung des angefochtenen Entscheides und beantragt, die Berufung sei abzuweisen.
1.- Ob auf eine Berufung eingetreten werden kann, pr�ft das Bundesgericht von Amtes wegen und mit freier Kognition (BGE 124 III 382 E. 2a S. 385, 406 E. 1a in fine S. 410).
b) Die Beklagten 1 und 5 ersuchen zum einen um Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils, zum anderen beantragen sie, die Sache sei an die Vorinstanz zur�ckzuweisen, damit sie den Nachlass feststelle und teile. Sie machen geltend, ihr Begehren gelte als erbrechtliche Teilungsklage verm�gensrechtlicher Natur; der erforderliche Berufungsstreitwert werde �berschritten, weil im vorinstanzlichen Verfahren �ber verschiedene Bankguthaben des Erblassers - namentlich eines �ber Fr. 43'449. 65 sowie �ber Fr. 100'000.-- - entgegen ihren Antr�gen keine Angaben erh�ltlich gewesen seien.
aa) In der Berufungsschrift sind die Antr�ge zu begr�nden, indem kurz dargelegt wird, welche Bundesrechtss�tze und inwiefern sie durch den angefochtenen Entscheid verletzt sind (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG). Die Beklagten 1 und 5 f�hren nicht aus, inwiefern Ziff. 2 und 5 des angefochtenen Entscheides bundesrechtswidrig sein sollen und setzen sich diesbez�glich auch nicht ansatzweise mit den vorinstanzlichen Erw�gungen auseinander. Soweit sich ihre Berufung gegen Ziff. 2 und 5 des vorinstanzlichen Urteils richtet, ist folglich darauf nicht einzutreten (BGE 116 II 745 E. 3 S. 749).
bb) Gem�ss Art. 55 Abs. 1 lit. b OG muss die Berufungsschrift die genaue Angabe enthalten, welche Punkte des Entscheides angefochten und welche Ab�nderungen beantragt werden. Es gen�gt nicht, dem Bundesgericht Feststellung und Teilung des Nachlasses zu beantragen; der Berufungskl�ger muss vielmehr dartun, welche Feststellung �ber den Umfang des Nachlasses getroffen und wie die Teilung vorgenommen werden soll (BGE 75 II 256 E. 1 S. 257; 101 II 41 E. 4c S. 46). Antr�ge auf R�ckweisung der Sache an die Vorinstanz zu neuer Entscheidung oder blosse Aufhebungsantr�ge gen�gen grunds�tzlich ebenso wenig und f�hren zur Unzul�ssigkeit der Berufung. Ein blosser R�ckweisungsantrag reicht indessen nach st�ndiger Praxis aus, wenn das Bundesgericht, so es die Rechtsauffassung der Berufungskl�ger f�r begr�ndet h�lt, kein Endurteil f�llen kann, sondern die Sache zu weiteren Erhebungen an die Vorinstanz zur�ckweisen muss (BGE 125 III 412 E. 1b S. 414 mit Hinweisen; Entscheid des Bundesgerichtes vom 13. April 2000, E. 1, auszugsweise wiedergegeben in: sic! 7/2000 S. 644). Da das Bundesgericht im vorliegenden Fall bei Gutheissung der Berufung wegen Erg�nzungsbed�rftigkeit der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen nicht selbst entscheiden k�nnte und demzufolge die Sache in Anwendung Art. 64 Abs. 1 OG zur�ckweisen m�sste, steht nach dem Gesagten einem Eintreten auf die Berufung insoweit nichts entgegen.
cc) Beim Erbteilungsstreit handelt es sich um eine verm�gensrechtliche Streitigkeit im Sinne von Art. 46 OG.
Nach der Rechtsprechung bildet das gesamte Teilungsverm�gen den Streitwert, wenn der Teilungsanspruch an sich streitig ist (BGE 86 II 451 E. 2 S. 455). Betrifft die Streitfrage dagegen nur den Anteil eines am Gesamtnachlass Berechtigten, stellt lediglich dessen im Streit stehendes Betreffnis den Streitwert dar (BGE 65 II 89 S. 90; 78 II 181 S. 182, 286 S. 287).
Streitig ist im vorliegenden Fall nicht der Teilungsanspruch an sich, sondern letztlich die Frage, wie gross der Nachlassanteil bzw. Pflichtteil der Beklagten 1 und 5 zu bemessen ist, wenn die durch ihr Auskunftsbegehren erhofften Erkenntnisse �ber Stand und Entwicklung des erblasserischen Verm�gens ber�cksichtigt werden. Die Festsetzung ihres Pflichtteiles setzt demgem�ss voraus, vorfrageweise ihr Auskunftsgesuch zu pr�fen, das m�glicherweise Zuwendungen zutage f�rdern wird, die der Erblasser zu seinen Lebzeiten get�tigt hat und die der Ausgleichung oder Herabsetzung unterliegen (Art. 626 und Art. 527 ZGB). Da sowohl ausgleichungspflichtige wie auch herabsetzbare Zuwendungen zum Nachlassverm�gen hinzuzurechnen sind (BGE 45 II 7 E. 2 S. 13; 76 II 188 E. 2 S. 192; Art. 475 ZGB), ist nicht auszuschliessen, dass der Pflichtteil der Beklagten 1 und 5 letzten Endes bedeutend h�her als im jetzigen Zeitpunkt ausfallen wird. Daran vermag auch die ehevertraglich stipulierte Zuweisung der gesamten Errungenschaft an die Kl�gerin nichts zu �ndern (vgl.
W�rde von den Berufungskl�gern verlangt, bereits bei der Klageanhebung zu wissen, wie hoch der effektive Streitwert zu beziffern ist, k�nnte je nach Umst�nden auf eine mit einem Auskunftsbegehren verbundene Teilungsklage nicht eingetreten werden, obschon ihre tats�chlichen Grundlagen mit dem Auskunftsgesuch erst ermittelt werden sollen.
So gen�gt es etwa auch zur Geltendmachung einer Herabsetzungsklage, dass der Erbe die grunds�tzliche Tatsache der Pflichtteilsverletzung kennt; nicht vorausgesetzt ist dagegen die Kenntnis vom genauen Ausmass (BGE 121 III 249 E. 2b S. 250 f. mit Hinweisen). Das Streitwerterfordernis gem�ss Art. 46 in Verbindung mit Art. 47 Abs. 1 OG steht folglich dem Eintreten auf die Berufung nicht entgegen.
c) Die Feststellung und Teilung des Nachlasses ist nicht im Sinne der Beklagten 1 und 5 erfolgt; ihre Antr�ge hinsichtlich der Auskunftserteilung sind im kantonalen Verfahren durchweg abgewiesen worden, w�hrend sie einen g�terrechtlichen Anspruch auf Mehrwertbeteiligung fallengelassen haben. Entgegen der kl�gerischen Auffassung sind die Beklagten 1 und 5 deshalb durch das angefochtene Urteil durchaus beschwert. Ebenso ins Leere st�sst der kl�gerische Einwand, die Berufung sei nicht ausreichend begr�ndet, weil das Obergericht das angefochtene Urteil auf drei unterschiedliche Begr�ndungen gest�tzt habe, von denen nur eine angefochten worden sei.
Wohl muss der Berufungskl�ger s�mtliche Begr�ndungen anfechten, wenn ein Entscheid auf mehreren selbst�ndigen Begr�ndungen beruht, will er die in Art. 55 Abs. 1 lit. c OG umschriebenen Anforderungen an eine Berufung erf�llen (BGE 117 II 630 E. 1b S. 631; 120 II 312 E. 2 S. 314).
Die Kl�gerin �bersieht indessen, dass die Vorinstanz nicht drei selbst�ndige Begr�ndungen vorgetragen, sondern den Auskunftsanspruch mit drei sachlich eng verbundenen Argumenten verneint hat, von denen das eine lediglich Folge des vorgehenden ist. Gleicherweise fehl geht schliesslich die kl�gerische Ansicht, die vorinstanzliche Feststellung, der Nachlass betrage Fr. 22'000.--, h�tte als Tatsachenfeststellung mit staatsrechtlicher Beschwerde angefochten werden m�ssen.
Diese Sichtweise verkennt, dass die Beklagten 1 und 5 eine Verletzung eines im Bundesprivatrecht gr�ndenden Auskunftsanspruches r�gen, was ohne weiteres berufungsf�hig ist. Dass als Folge der Auskunftserteilung m�glicherweise die Gr�sse der Pflichtteile �ndern wird, ergibt sich zwanglos aus dem Zweck eines Informationsbegehrens, das darauf angelegt ist, die tats�chlichen Grundlagen materieller Anspr�che zu ermitteln.
Die R�ge, es h�tte insoweit eine staatsrechtliche Beschwerde erhoben werden m�ssen, geht demnach an der Sache vorbei.
2.- Mit ihrem Auskunftsbegehren verlangen die Beklagten 1 und 5, dass die Kl�gerin ungeachtet der g�terrechtlichen Verh�ltnisse �ber das gesamte vom Erblasser empfangene Verm�gen Aufschluss erteile, um hierdurch gegebenenfalls Kenntnis von ausgleichungspflichtigen oder herabsetzbaren Zuwendungen zu erlangen. Die Vorinstanzen haben dieses Auskunftsgesuch abgewiesen, weil sich nach ihrer Auffassung der Auskunftsanspruch gem�ss Art. 610 Abs. 2 ZGB nur auf den Nachlass und damit das erblasserische Verm�gen nach Vollzug der g�terrechtlichen Auseinandersetzung bezieht. Das Obergericht hat ausserdem erwogen, der Kl�gerin stehe gem�ss dem Ehevertrag die gesamte Errungenschaft zu, die wiederum aus dem gesamten w�hrend der Ehe erwirtschafteten Verm�gen gebildet werde.
Die Beklagten 1 und 5 seien aber in keiner Weise an der Errungenschaft berechtigt, weshalb ihnen ein rechtsgen�gendes Interesse abgehe, hier�ber Ausk�nfte zu erhalten.
Der �berlebende Ehegatte sei gegen�ber den gemeinsamen Kindern nach Art. 216 ZGB insoweit privilegiert, als die ihn beg�nstigende Vorschlagszuweisung sich �ber deren Pflichtteilsanspr�che hinwegsetzen k�nne. Dem halten die Beklagten 1 und 5 dagegen, es m�sse nach Massgabe von Art. 610 Abs. 2 ZGB ergr�ndet werden, was dem Nachlass hinzuzurechnen sei. Auch die Kl�gerin sei als Ehegattin Erbin ihres verstorbenen Mannes und in dieser Eigenschaft auskunftspflichtig. Es sei unerheblich, dass die Gr�sse des Eigengutes feststehe; dies besage nichts �ber m�gliche ausgleichungspflichtige oder herabsetzbare Zuwendungen, die der Informationspflicht unterst�nden.
a) Die Durchf�hrung der Nachlassteilung schliesst gedanklich an die Feststellung der Teilungsmasse an. Diese setzt sich zusammen aus dem Saldo der g�terrechtlichen Auseinandersetzung, der im vorliegenden Fall dem Eigengut entspricht.
Zur Ermittlung der Pflichtteile sind dem Nachlass die vom Erblasser zu dessen Lebzeiten get�tigten Zuwendungen hinzuzurechnen, soweit sie der Herabsetzung unterliegen (Art. 475 und Art. 527 ZGB); dar�ber hinaus sind auch die der Ausgleichung (Art. 626 ZGB) unterliegenden Zuwendungen hinzuzuaddieren. Haben wie hier die Ehegatten eine vollst�ndige Zuweisung der Errungenschaft an den �berlebenden Gatten vereinbart, k�nnen lebzeitige Zuwendungen des Erblassers aus Sicht der gemeinsamen Kinder f�r die erbrechtliche Teilung dennoch von Belang sein. Wiewohl die Nachkommen im vorliegenden Fall aus der Errungenschaft nichts zu beanspruchen haben, ist es m�glich, dass sich die erbrechtliche Berechnungsmasse kraft Hinzurechnung herabsetzbarer bzw. ausgleichungspflichtiger Zuwendungen vergr�ssert und damit letztlich von gr�sseren Pflicht- bzw. Erbteilen der Beklagten 1 und 5 auszugehen sein wird.
aa) Das Bundesgericht hat in BGE 107 II 119 E. 2d S. 128 entschieden, dass eine Zuwendung ungeachtet ihrer g�terrechtlichen Qualifikation in vollem Umfang zum Nachlassverm�gen hinzugerechnet werden muss, sofern sie der Ausgleichung oder Herabsetzung unterliegt, weil andernfalls die H�he der Pflichtteile und damit die verf�gbare Quote zur Disposition des Erblassers st�nden, was nicht mit Art. 475 ZGB zu vereinbaren ist. Ausserdem gelte es, eine unzul�ssige Vermengung von G�ter- und Erbrecht zu verhindern (BGE 107 II 119 E. 2d S. 126). Obwohl dieser Entscheid noch unter Geltung des G�terrechtes von 1907 ergangen ist, das noch keine mit Art. 208 ZGB vergleichbare Bestimmung enthielt (vgl. dazu Lemp, Berner Kommentar, N. 40 zu Art. 214 aZGB), k�nnen seine Ausf�hrungen hinsichtlich der g�ter- und erbrechtlichen Bedeutung einer Zuwendung unter dem neuen, am 1. Januar 1988 in Kraft getretenen G�terrecht weiterhin Geltung beanspruchen.
Stehen wie im vorliegenden Fall mutmassliche Zuwendungen an Dritte oder Nachkommen in Frage, die m�glicherweise mit dem Einverst�ndnis des Gatten des Zuwendenden get�tigt worden sind, so ist am Grundsatz der vollen erbrechtlichen Hinzurechnung festzuhalten. Anders entscheiden hiesse, die g�ter- und erbrechtliche Relevanz solcher Zuwendungen miteinander zu vermengen. Abgesehen vom Sonderfall des Art. 216 Abs. 2 ZGB, der eine die Pflichtteile der gemeinsamen Kinder beeintr�chtigende ehevertragliche Vorschlagszuweisung gestattet, besteht der erbrechtliche Pflichtteilsschutz als selbst�ndiges Institut neben und unabh�ngig von den g�terrechtlichen Verh�ltnissen des Erblassers. Die Pflichtteile stellen unbeschadet der g�terrechtlichen Ausgestaltung eine feste Gr�sse dar, die unter den Voraussetzungen des Art. 527 ZGB durch Zuwendungen unter Lebenden nicht geschm�lert werden k�nnen. Eine mit Zustimmung des �berlebenden Ehegatten vorgenommene Zuwendung an Dritte oder Nachkommen ist daher in ihrem vollem Umfang erbrechtlich hinzuzurechnen, sofern sie der Herabsetzung unterliegt oder auszugleichen ist (im gleichen Sinne Weimar, Berner Kommentar, N. 58 f. zu Art. 475 ZGB; bez�glich der Ausgleichung: Hausheer/Reusser/Geiser, Berner Kommentar, N. 68 zu Art. 220 ZGB; Jurij Benn, Rechtsgesch�ftliche Gestaltung der erbrechtlichen Ausgleichung, Diss. Z�rich 2000, S. 114). Aufgrund der Aktenlage kann beim gegenw�rtigen Verfahrensstand nicht ausgeschlossen werden, dass der Erblasser zu seinen Lebzeiten mit Zustimmung seiner Gattin einem Dritten oder einem Nachkommen eine solche Zuwendung zukommen lassen hat.
bb) BGE 107 II 119 E. 2d S. 128 ist im Schrifttum Kritik erwachsen; mehrfach ist postuliert worden, eine herabsetzbare Zuwendung d�rfe erbrechtlich nur im Umfang dessen hinzugerechnet werden, was unter Ber�cksichtigung der g�terrechtlichen Auseinandersetzung tats�chlich in den Nachlass gefallen w�re (Hausheer/Reusser/Geiser, a.a.O., N. 58 f.
zu Art. 208 ZGB, N. 67 zu Art. 220 ZGB; Piotet, Deux questions nouvelles relatives � la r�duction successorale, in:
12 zu Art. 475 ZGB; Guinand, Lib�ralit�s entre vifs et conjoint survivant, in: M�langes Piotet, Bern 1990, S. 65; N�f-Hofmann, Schweizerisches Ehe- und Erbrecht, Z�rich 1998, N. 1692 ff.; Regina E. Aebi-M�ller, Die optimale Beg�nstigung des �berlebenden Ehegatten, Diss. Bern 2000, N. 08.45 f.; Christoph Wildisen, Das Erbrecht des �berlebenden Ehegatten, Diss.
Freiburg 1997, S. 98 ff.). Dabei wird insbesondere mit dem Fall argumentiert, da der �berlebende Ehegatte selbst Zuwendungsempf�nger eines aus der Errungenschaft des anderen stammenden Verm�genswertes ist. Der lebzeitig bedachte Gatte stehe am Ende schlechter da, als wenn keine Zuwendung erfolgt w�re, weil aufgrund der vollen erbrechtlichen Hinzurechnung die Miterben in vollem Umfang am zugewendeten Verm�genswert partizipierten. Demgegen�ber h�tte der �berlebende Ehegatte ohne lebzeitige Zuwendung kraft der unter Ausschluss der Miterben ihm gesetzlich zukommenden Vorschlagsh�lfte letztlich mehr erhalten. Im vorliegenden Fall kommt diese Kritik jedoch insofern nicht zum Tragen, als sich die Beklagten 1 und 5 nicht auf eine Ehegattenschenkung berufen und daher uneingeschr�nkt auf den Wortlaut von Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB abgestellt werden kann.
Pflichtteile der Beklagten 1 und 5 rechnerisch neu zu bestimmen sein, so folgt hieraus, dass die Kl�gerin nicht berechtigt ist, sich unter Hinweis auf die g�terrechtlichen Verh�ltnisse ihrer Auskunftspflicht gegen�ber zu entschlagen.
Gem�ss Art. 610 Abs. 2 ZGB haben die Erben einander �ber ihr Verh�ltnis zum Erblasser alles mitzuteilen, was f�r die gleichm�ssige und gerechte Verteilung der Erbschaft in Ber�cksichtigung f�llt. Nach st�ndiger Rechtsprechung ist das Informationsinteresse der an einem Erbgang beteiligten Erben in einem umfassenden Sinne zu sch�tzen; mitzuteilen ist mithin alles, was bei einer objektiven Betrachtung m�glicherweise geeignet erscheint, die Teilung in irgendeiner Weise zu beeinflussen, wozu ungeachtet der konkreten g�terrechtlichen Verh�ltnisse insbesondere auch zu Lebzeiten des Erblassers get�tigte Zuwendungen zu rechnen sind (BGE 59 II 128 E. 2 S. 129; 90 II 365 E. 3a und 3c S. 372 und 374; 99 III 41 E. 3 S. 45). Dem steht der Grundsatz nicht entgegen, wonach vor der eigentlichen Erbteilung die g�terrechtliche Auseinandersetzung durchzuf�hren ist (BGE 107 II 119 E. 2d S. 127 oben), weil dies nichts anderes bedeutet, als dass der Gesamtnachlass mit einem Passivum zugunsten der Errungenschaft des Erblassers belastet ist (vgl.
Weimar, a.a.O., N. 30 zu Art. 474 ZGB). Im Entscheid vom 20. April 1994 i.S. H., E. 2c (auszugsweise wiedergegeben bei: Breitschmid, Die Stellung des Willensvollstreckers in der Erbteilung, in: Druey/Breitschmid [Hrsg. ], Praktische Probleme der Erbteilung, Bern 1997, S. 164 ff.), hat das Bundesgericht erkl�rt, die um Auskunftserteilung angegangene Witwe k�nne sich weder mit Berufung auf die g�terrechtlichen Verh�ltnisse noch mit Bestreitung der teilungsrechtlichen Relevanz der erhaltenen Zuwendung ihrer Informationspflicht entziehen. Angesichts dieser umfassenden Auskunftspflicht gegen�ber den Miterben ist der kl�gerische Standpunkt nicht nachvollziehbar, die Beklagten 1 und 5 h�tten sich mit ihrem Auskunftsgesuch an die Banken wenden sollen, die regelm�ssig Auskunft erteilten.
4.- a) Damit ergibt sich, dass die Beklagten 1 und 5 ein rechtlich gesch�tztes Interesse geltend machen k�nnen, von der Kl�gerin zu erfahren, ob und zu wessen Gunsten der Erblasser Zuwendungen vor mehr bzw. innerhalb der letzten f�nf Jahre vor seinem Tode vorgenommen hat, denen die Kl�gerin zugestimmt hat (Art. 208 Abs. 1 Ziff. 1 ZGB). Sie wird gegebenenfalls �ber die n�heren Modalit�ten solcher Zuwendungen zu informieren haben, um den Beklagten 1 und 5 zu erm�glichen, unter Ber�cksichtigung der dergestalt gewonnenen Erkenntnisse ihre Erb- bzw. Pflichtteile rechnerisch neu zu bestimmen.
b) Mit Abweisung des Auskunftsbegehrens hat die Vorinstanz Bundesrecht verletzt, weshalb die Berufung der Beklagten 1 und 5 gutzuheissen ist, soweit darauf einzutreten ist, und die Ziff. 1, 3, 4 und 6 des angefochtenen Urteils aufzuheben sind. Da das Bundesgericht beim gegenw�rtigen Verfahrensstand nicht in der Lage ist, in der Sache selbst zu entscheiden, ist die Streitsache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 64 Abs. 1 OG; BGE 127 III 68 E. 3 S. 73). Bei diesem Verfahrensausgang erweist sich der Antrag der Beklagten 1 und 5, f�r das bundesgerichtliche Verfahren das Verhandlungsprotokoll der Vorinstanz beizuziehen, als gegenstandslos.
Die Kl�gerin, die sich dem Auskunftsbegehren widersetzt hat, unterliegt; demgem�ss ist ihr die Gerichtsgeb�hr aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Sie hat ausserdem die obsiegenden Beklagten 1 und 5 f�r das bundesgerichtliche Verfahren angemessen zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG).
Die Beklagten 2, 3, 4 und 6 haben keine Berufungsantwort eingereicht; mangels Widerstandes gegen das Auskunftsbegehren sind sie nicht als unterliegend zu betrachten und werden deshalb nicht kostenpflichtig (Art. 40 OG in Verbindung mit Art. 69 Abs. 2 BZP; vgl. Poudret/Sandoz-Monod, Commentaire de la loi f�d�rale d'organisation judiciaire, vol. V, Bern 1992, N. 8 zu Art. 156 OG). Es ist ihnen keine Parteientsch�digung zuzusprechen, weil sie keine Berufungsantwort eingereicht haben und ihnen somit auch keine Kosten entstanden sind (Art. 159 Abs. 2 OG; Poudret/Sandoz-Monod, a.a.O., N. 2 zu Art. 159 OG).
1.-Die Berufung wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist, die Ziff. 1, 3, 4 und 6 des Urteils des Obergerichts des Kantons Thurgau vom 10. Juni 1999 werden aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen.
3.-Die Kl�gerin hat die Beklagten 1 und 5 f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit insgesamt Fr. 5'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 610
in fine
 Art. 55
 Art. 64
 Art. 46
 Art. 527
 Art. 475
 Art. 46
 Art. 47
 Art. 55
 Art. 610
 Art. 216
 Art. 610
 Art. 527
 BGE 
 Art. 475
 Art. 208
 Art. 214
 Art. 216
 Art. 527
 Art. 475
 Art. 220
 BGE 
 Art. 208
 Art. 220
 Art. 475
 Art. 208
 Art. 610
 Art. 474
 BGE 
 Art. 69
 Art. 156
 Art. 159