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Timestamp: 2020-07-07 04:19:48+00:00

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Land- und Forstwirte / 1.1 Übersicht Umsatzsteuer- und Vorsteuerpauschalierungen | Haufe Finance Office Premium | Finance | Haufe
Für die im Rahmen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs ausgeführten Umsätze gelten – abweichend von der Regelbesteuerung – folgende Steuersätze und festgelegte Vorsteuersätze:
Nr. 1: Lieferung (und Eigenverbrauch) von forstwirtschaftlichen Erzeugnissen, ausgenommen Sägewerkserzeugnissen 5,5 5,5 0
Nr. 2: Lieferungen (ausgenommen Ausfuhrlieferungen und Umsätze im Ausland) in der Anlage 2 (zu § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG) nicht aufgeführter Sägewerkserzeugnisse und Getränke sowie (sonstige) Verzehrleistungen z. B. in sog. Straußwirtschaften 19 10,7 8,3
Nr. 3: Übrige landwirtschaftliche Umsätze (z. B. Getreide, Vieh, Fleisch, Milch, Obst, Gemüse, Eier) 10,7 10,7 0
Lieferungen und Eigenverbrauch der in der Anlage 2 aufgeführten Sägewerkserzeugnisse (z. B. Schnittholzabfälle, Hobel-, Hack- und Sägespäne) 10,7 10,7 0
Nur bei den Umsätzen nach § 24 Abs. 1 Nr. 2 UStG ergibt sich für den leistenden Land- und Forstwirt eine Zahllast von 8,3 %; bei allen anderen Umsätzen ergibt sich keine Zahllast gegenüber dem Finanzamt. Jedoch hat der unterschiedliche Steuersatz Bedeutung für den unternehmerischen Abnehmer, der z. B. bei § 24 Abs. 1 Nr. 3 UStG einen höheren Vorsteuerabzug erhält; insoweit liegt eine "Subvention" des Staates für die Land- und Forstwirtschaft vor.
Regelfall: Keine Umsatzsteuerlast
Landwirt L verkauft eine Kuh für 1.000 EUR an den Viehhändler V. V erteilt dem L darüber eine Gutschrift über 903,34 EUR zzgl. 96,66 EUR (10,7 % nach § 24 Abs. 1 Nr. 3 UStG).
L kann von der für seine Lieferung geschuldeten 96,66 EUR Umsatzsteuer eine pauschalierte Vorsteuer in gleicher Höhe abziehen, sodass er gegenüber dem Finanzamt keine Zahllast hat. V erhält vom Finanzamt den Vorsteuerabzug i. H. v. 96,66 EUR.
Allerdings kann der Land- und Forstwirt keinen höheren Vorsteuerabzug geltend machen, als er selbst nach den Durchschnittssätzen des § 24 UStG Umsatzsteuer schuldet. Deshalb kann es einen Vorsteuerüberschuss zu seinen Gunsten im Rahmen des § 24 UStG nicht geben.
Verzicht auf Durchschnittssatzbesteuerung in bestimmten Fällen sinnvoll
Tätigt der Landwirt daher erhebliche Investitionen (Stallbau usw.) mit einem hohen Vorsteuerabzug, sollte er auf die Anwendung der Durchschnittssatzbesteuerung verzichten.

References: § 12
 § 24
 § 24
 § 24
 § 24
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