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Timestamp: 2020-01-24 09:03:48+00:00

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BGH, 17.02.1986 - II ZR 238/84 - dejure.org
https://dejure.org/1986,1036
BGH, 17.02.1986 - II ZR 238/84 (https://dejure.org/1986,1036)
BGH, Entscheidung vom 17.02.1986 - II ZR 238/84 (https://dejure.org/1986,1036)
BGH, Entscheidung vom 17. Februar 1986 - II ZR 238/84 (https://dejure.org/1986,1036)
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Vertrauenshaftung bei unrichtigen Prospekten - Anforderungen an die Begründung einer Haftung für Erfüllungsgehilfen - Bestehen einer Prospekthaftung für Initiatoren, Gründer und Gestalter der Gesellschaft
NJW-RR 1986, 968
VersR 1986, 699
WM 1986, 583
Entgegen der Auffassung des Oberlandesgerichts können sich Anleger auf eine längere Verjährungsdauer nur dann berufen, wenn Initiatoren, Gründer oder Gestalter der Gesellschaft sowie deren Vertreter oder Sachwalter bei Anbahnung der Vertragsverhandlungen nicht nur typisiertes, sondern auch persönliches Vertrauen in Anspruch genommen und dadurch das Zustandekommen des Beitritts beeinflußt haben (BGHZ 83, 222, 223 f.; Sen.Urt. v. 17. Februar 1986 - II ZR 238/84, NJW-RR 1986, 968).
Seine im Vorfeld der Beitrittsentscheidung des Klägers als Prokurist der Anlagevermittlerin getätigten Erklärungen sind deshalb grundsätzlich nach den allgemeinen Vertretungsregelungen zunächst der vertretenen Gesellschaft zuzurechnen (vgl. BGH in WM 1986, 583; 1983, 950;… Heymann, a.a.O., S. 199;… Assmann, a.a.O., § 5, Rn. 110 ff.).
Dies ist z. B. der Fall, wenn er im Rahmen von Vertragsverhandlungen - selbst oder mittelbar - mit einem Anspruch auf Vertrauen hervortritt und gegenüber dem Vertragspartner als die Person erscheint, von deren Entscheidung der Abschluss des Vertrages abhängt (vgl. BGH NJW-RR 2005, 23; WM 1986, 583; 1984, 889).
Der Umstand, dass die Beklagte zu 2) die Beitrittserklärung des Klägers angenommen hat, reicht alleine nicht aus, denn zu diesem Zeitpunkt waren die Vertragsverhandlungen schon abgeschlossen und die Entscheidung über den Beitritt bereits gefallen (für einen vergleichbaren Fall: BGH WM 1986, 583.).
Für die Kapitalanlage durch Beteiligung an einer Publikums-KG besteht dieser Grundsatz schon seit langem; der II. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat ihn in BGHZ 71, 284 aufgestellt und in ständiger Rechtsprechung vertreten (BGHZ 72, 382; 77, 172; 79, 337; 83, 222; NJW 1985, 380; Urteil vom 14. Januar 1985 - II ZR 124/82 = WM 1985, 534; Urteil vom 17. Februar 1986 - II ZR 238/84 = WM 1986, 583, 584 = VersR 1986, 699; Urteil vom 12. Mai 1986 - II ZR 84/85 = WM 1986, 1047 = NJW-RR 1986, 1478; zuletzt NJW 1990, 571).
Dabei genügt es, dass der Sachwalter die Vertragsverhandlungen von einem anderen für sich führen lässt und dem Vertragspartner gegenüber als Person erscheint, von deren Entscheidung der Abschluss des Vertrages abhängt (BGH Urteil vom 04.05.2004, IX ZR 41/03; Urteil vom 17.02.1986,II ZR 238/84).
Denn im Zeitpunkt der Annahme des Treuhandvertrages waren die Vertragsverhandlungen bereits abgeschlossen und die Entscheidung über den Beitritt gefallen (vergleiche BGH, Urteil vom 17.02.1986, II ZR 238/84, juris Rn. 8).
Es handelt sich dabei um gefestigte Rechtsprechung (vgl. BGH NJW 1982, 2493; NJW-RR 2007, 1041; WM 2010, 301; NJW-RR 2008, 1129; NJW-RR 2009, 613;… Assmann/Schütze, Handbuch des Kapitalanlagenrechts, § 6, Rn. 148; BGH WM 1985, 533; WM 1986, 583; WM 1995, 344).
BGH, 14.04.2005 - IX ZR 307/01

References: BGH 
 § 5
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 6
 BGH