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Unfall bei stehendem Fahrzeug - recht.de
Unfall bei stehendem Fahrzeug
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Beitrag von neonerl » 22.01.19, 15:47
wie ist denn folgendes bezüglich der Schuldfrage zu beurteilen. Ich komme da auf keine sinnvolle Lösung.
Ein PKW A fährt auf eine Ortsdurchgangsstraße links abbiegend ein. Das Fahrzeug ist fast komplett auf seiner Fahrbahnseite, kommt aber, da es leicht bergauf geht und glatter (Schneematsch) Fahrbahn nicht mehr von der Stelle. Dann kommt was kommen muß. Aus der Gegenrichtung kommt ein PKW B (leicht bergab) um eine schwer einsehbare Kurve und fährt dem PKW A vorne seitlich in den Kotflügel.
Ich kenne das so, wenn ein Fahrzeug steht ist und ein anderer in das Fahrzeug hineinfährt ist dieser Schuld. Andererseits darf man natürlich auch nicht auf der anderen Straßenseite stehen.
Wie ist denn da die Rechtslage?
Re: Unfall bei stehendem Fahrzeug
Beitrag von Tastenspitz » 22.01.19, 15:53
neonerl hat geschrieben: Ich kenne das so, wenn ein Fahrzeug steht ist und ein anderer in das Fahrzeug hineinfährt ist dieser Schuld.
So wird es hier wohl sein. Wenn Zweifel bestehen, kann man "stehende" Fahrzeug 2 in solchen Beispielen auch schon mal durch Müllwagen, Krankenwagen oder den Stau ersetzen.
neonerl hat geschrieben: Andererseits darf man natürlich auch nicht auf der anderen Straßenseite stehen.
Wo steht das? StVO?
Beitrag von SusanneBerlin » 22.01.19, 16:14
Sie sollten die StVO mal wieder lesen.
StVO hat geschrieben: § 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge
(1) Fahrzeuge müssen die Fahrbahnen benutzen, von zwei Fahrbahnen die rechte.
neonerl hat geschrieben: Aus der Gegenrichtung kommt ein PKW B (leicht bergab) um eine schwer einsehbare Kurve und fährt dem PKW A vorne seitlich in den Kotflügel.
StVO hat geschrieben: § 12 Halten und Parken
2. im Bereich von scharfen Kurven,
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 22.01.19, 16:26, insgesamt 1-mal geändert.
Beitrag von FM » 22.01.19, 16:25
neonerl hat geschrieben: Das Fahrzeug ist fast komplett auf seiner Fahrbahnseite,
Also teilweise auch auf der anderen.
Beitrag von hambre » 22.01.19, 16:44
Ich würde bei dem stehenden Fahrzeug lediglich eine Haftung aus Betriebsgefahr (25%) sehen, d.h. das entgegen kommende Fahrzeug erhält die Hauptschuld (75%)
Beitrag von Celestro » 22.01.19, 16:45
neonerl hat geschrieben: Ich kenne das so, wenn ein Fahrzeug steht ist und ein anderer in das Fahrzeug hineinfährt ist dieser Schuld. Andererseits darf man natürlich auch nicht auf der anderen Straßenseite stehen.
Der Fahrer von PKW B darf aber natürlich nur so schnell um eine schwer einsehbare Kurve fahren, daß er auch entsprechend noch anhalten kann (Fußgänger ?). Und bei schlechter Witterung natürlich noch langsamer. Also eine gewisse Mitschuld dürfte PKW B hier treffen.
Beitrag von karli » 22.01.19, 16:59
Waren die Fahrzeuge mit der vorgeschriebenen Bereifung unterwegs?
§ 2 StVO hat geschrieben: Der Führer eines Kraftfahrzeuges darf dies bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit Reifen ausgerüstet sind, die unbeschadet der allgemeinen Anforderungen an die Bereifung den Anforderungen des § 36 Absatz 4 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung genügen.
Beitrag von hambre » 22.01.19, 17:58
Also eine gewisse Mitschuld dürfte PKW B hier treffen.
Mitschuld? PKW B trifft die Hauptschuld.
Beitrag von neonerl » 22.01.19, 18:12
Ja beide Pkws hatten Winterreifen
Alles andere wäre bei uns Selbstmord.
Beitrag von Jens L » 22.01.19, 21:28
Passt hier nicht. Halten ist eine gewollte Fahrtunterbrechung, die nicht durch die Verkehrslage oder eine Anordnung veranlasst ist (vgl. VwV zu § 12 StVO, Rdnr. 1).
Beitrag von fodeure » 22.01.19, 23:26
Das mag zwar deine Meinung sein, dürfte aber mit der Realität wenig zu tun haben. Fakt ist, daß A die Vorfahrt von B nicht beachtet hat und damit allein aus diesem Grunde zumindest die Hauptschuld trägt. Weiter kann B darauf vertrauen, daß auch nach einer Kurve sich nicht plötzlich ein Hindernis auf der Fahrbahn befindet, so daß die Mitschuld von B bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit, und die Bauart der Kurve die Nutzung derselbigen zuläßt, gegen 0 gehen dürfte. Alles andere wäre realitätsfern.
Beitrag von hambre » 23.01.19, 09:09
Fakt ist, daß A die Vorfahrt von B nicht beachtet hat
Welche Vorfahrt?
und damit allein aus diesem Grunde zumindest die Hauptschuld trägt
Da keine Vorfahrtsmissachtung erkennbar ist, kann das auch kein Grund für eine Hauptschuld sein.
Weiter kann B darauf vertrauen, daß auch nach einer Kurve sich nicht plötzlich ein Hindernis auf der Fahrbahn befindet
Das ist absoluter Unsinn. B muss so fahren, dass er jederzeit innerhalb seiner Sichtweite zum stehen kommt. Da er das nicht gemacht hat, trifft ihn die Hauptschuld.
so daß die Mitschuld von B bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
Auf schneebedeckter Fahrbahn???? B hat hier ganz offensichtlich gegen § 3 Abs. 1 StVO verstoßen.
Alles andere wäre realitätsfern.
Deine Darstellung ist realitätsfern. Ein Blick in die StVO reicht um das zu erkennen.
Wer vor einem stehenden Hindernis nicht rechtzeitig bremsen kann, trägt regelmäßig die Alleinschuld. Im ersten Ansatz trifft daher B die Alleinschuld. Da der Unfall aber auch für A nicht unvermeidbar war, kommt für A eine Haftung aus Betriebsgefahr in Betracht. Daher bleibe ich dabei, dass A 25% der Schuld trifft und B 75%.
Beitrag von Evariste » 23.01.19, 09:21
Man könnte auch diskutieren, ob es überhaupt relevant ist, dass A im Matsch hängen geblieben ist. Nehmen wir an, A hätte sich vorsichtig in die Kreuzung vorgetastet (was bei einer unübersichtlichen Kreuzung das richtige Verhalten gewesen wäre), dann wäre B wohl auch in ihn hineingefahren, obwohl A alles richtig gemacht hat.
Beitrag von Hans Ulg » 23.01.19, 17:21
hambre hat geschrieben: Wer vor einem stehenden Hindernis nicht rechtzeitig bremsen kann, trägt regelmäßig die Alleinschuld. Im ersten Ansatz trifft daher B die Alleinschuld.
Wenn man aus der Ferne sieht, dass jemand den eigenen Fahrstreifen kreuzt, dann kann man davon ausgehen, dass er rechtzeitig weg ist und nicht unvermittelt stehen bleibt. In so einer Situation vorbeugend zu bremsen, weil es sein könnte , dass der andere eventuell stehen bleiben könnte, ist doch realitätsfern.
Beitrag von fodeure » 23.01.19, 21:42
Auch wenn es nicht explizit im Eingangsbeitrag genannt wurde, kann aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß die genannte Ortsdurchgangsstraße gebenüber der einmündenden Straße vorfahrtsberechtigt ist.
hambre hat geschrieben: Da keine Vorfahrtsmissachtung erkennbar ist, kann das auch kein Grund für eine Hauptschuld sein.
Ab und zu ein bißchen genauer hinzuschauen, könnte nicht schaden.
Auf schneebedeckter Fahrbahn????
Auch auf schneebedeckter Fahrbahn, kann man gegebenenfalls durchaus innerorts Tempo 50 fahren.
hambre hat geschrieben: B hat hier ganz offensichtlich gegen § 3 Abs. 1 StVO verstoßen.
Das läßt sich aus dem Eingangsbeitrag in keiner Weise entnehmen. Offensichtlich ist hier gar nichts. Zumal B wohl kaum unbeschadet um die Kurve gekommen wäre, wenn er zu schnell gewesen wäre.
hambre hat geschrieben: Daher bleibe ich dabei, dass A 25% der Schuld trifft und B 75%.
[Und ich bleibe dabei, daß die Schuld von B gegen 0 geht.

References: § 2
 § 12

§ 2
 § 36
 § 12
 § 3
 § 3