Source: http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt2/dokablage/oac_13/vo/1/81150000081.htm
Timestamp: 2018-11-19 01:41:13+00:00

Document:
1.15.081 Hildrizhausen (5 Teilgebiete)
Verordnung des Landratsamtes Böblingen über das Landschaftsschutzgebiet "Hildrizhausen" vom 16.06.1988 (Nachrichtenblatt der Gemeinde Hildrizhausen vom 26.07.1988).
Aufgrund von §§ 22, 58 Abs. 3 und 4 und § 64 Abs. 1 Nr. 2 des Gesetzes zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (Naturschutzgesetz - NatSchG) vom 21.10.1975 (GBl. S. 654), wird mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart verordnet:
Die in § 2 näher bezeichneten Flächen auf dem Gebiet der Gemeinde Hildrizhausen werden zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Das Landschaftsschutzgebiet führt die Bezeichnung "Landschaftsschutzgebiet Hildrizhausen".
(1) Das Landschaftsschutzgebiet hat eine Größe von ca. 950 ha.
(2) Das Schutzgebiet besteht aus 5 Teilgebieten (Teilgebiet I-V).
· a) Im Teilgebiet I:
Streuobstwiesen westlich und nordwestlich von Hildrizhausen - begrenzt im Süden durch die L 1184, im Westen und Norden durch den Waldrand des Schönbuchs, im Osten durch das Wochenendhausgebiet Greut/Gscheidle - in den Gewannen "Mulde", "An der Herrenberger Straße", "Heiligenbrunnen", "Kullen", "Lettenbühl", "Tannenpfad", "Lange Äcker", "Oberes Erlach", "Erlach", "Rote Äcker", "Goldstein", "Im zarten Hanshau", "Baumgartholz", "Hüttenäcker", "Unter der Steige", "Platte", "Aispach".
· b) Im Teilgebiet II:
Teilbereiche der Würmtalaue sowie deren Zuflüsse mit Einhängen nördlich der Ortslage von Hildrizhausen und der Gemarkungsgrenze im Osten und Norden, sowie der Waldgrenze im Westen in den Gewannen "Nebner", "Oberes Tal", "Quinsestal", "Obere Letten", "Unterer Letten", "Im unteren Tal", "Obere Kornmahden", "Obere Talwiesen", "Mühlrain", "Gaierhaldenwiesen", "Am Bergweg", "Schnodenen", "Hinterer-", "Mittlerer-", "Vorderer Raizen", "Meißner", "Hart", "Tal", "Merklesäcker", "Obere Talwiesen", "Egelsberg", "Untere Kornmahden", "Butzenwinkel", "Unterer Talwiesen", "Rotes Land", "Altdorfer Tal", "Rübäcker", "Furtwiesen", "Niederholz", "Lange Äcker", "Brand", "Niederholzwiesen".
· c) Im Teilgebiet III:
Würmtalaue südlich von Hildrizhausen in den Gewannen "Sandäcker", "Horbtal" und "Obere Rosne" sowie Randbereiche des Würmzuflusses in den Gewannen "Rotäcker" und "Geißbrünnele".
· d) Im Teilgebiet IV:
Nördliche Schönbuchrandlage südlich von Hildrizhausen zwischen der L 1184 im Westen und der Markungsgrenze im Osten in den Gewannen "Stelleländer", "Kohl", "Lindach", "Betteltal", "Heerstraßäcker", "Vordere Schwende", "Hinterer Schwende" auf Markung Hildrizhausen.
· e) Im Teilgebiet V:
Teilbereiche des Schönbuchs auf Markung Hildrizhausen.
(3) Die Grenzen des Landschaftsschutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 und in den Flurkarten Nrn. 1-20 im Maßstab 1 : 2 500 grün eingetragen.
Die Flächen, in denen die Umwandlung von Grünland in Acker der Erlaubnispflicht gem. § 5 II Nr. 16 unterliegt, sind in den Flurkarten Nrn. 11, 14, 17, 18 und 20 mit unterbrochener schwarzer Linie und hellgrün geschummert eingetragen.
Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karen wird beim Landratsamt Böblingen in 7030 Böblingen, Parkstraße 16, und beim Bürgermeisteramt Hildrizhausen, Herrenberger Straße 13, 7031 Hildrizhausen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Dienststunden ausgelegt.
Erhaltung der naturnahen Würmtal- und Quinzestalaue als Wiesentallandschaft sowie Sicherung der landschaftsbedeutenden, den Talverlauf begleitenden Einhängen. Schutz dieser zum Teil streuobstbestandenen Landschaftsteile für die Erholungsnutzung; Verhinderung von Zersiedlung.
Erhaltung der naturnahen Uferzonen und Randbereiche des Würmursprunges und des Würmzuflusses als Wiesentallandschaft. Schutz dieses charakteristischen Wiesentales vor Zersiedlung sowie Sicherung für die Erholungsnutzung.
Erhaltung der landschaftlich reizvollen Waldrandbereiche des nördlichen Schönbuchrandes. Freihaltung dieses charakteristischen Landschaftsteiles; Sicherung für die Erholungsnutzung.
Erhaltung des Naherholungsgebietes und Naturparks Schönbuch für die Erholungsnutzung sowie Erhaltung und Sicherung des Waldbiotopes.
18. Kahlschlag von Wald auf einer Fläche von mehr als 4 ha, soweit er nicht als wesentlicher Landschaftsbestandteil unter Ziffer 15 angeführt ist;
20. Beseitigung oder Änderung von wesentlichen Landschaftsbestandteilen wie z.B. Heckenrainen, Steinriegel, Feldgehölze, Gehölz- und Gebüschgruppen, Streuobstbestände, Heideflächen und Halbtrockenrasen, Ufergehölze, Schilf- und Röhrichtbestände sowie Naturerscheinungen, die zur Zierde und Belebung des Landschaftsbildes beitragen oder im Interesse der Tierwelt Erhaltung verdienen;
21. die Umwandlung von Grünland in Acker in den Flächen der Teilgebiete II und III, die in den Flurkarten im Maßstab 1 : 2 500 Nr. 11, 14, 17, 18 und 20 mit unterbrochener schwarzer Linie und hellgrün geschummert eingetragen sind.
(5) Bei Handlungen des Bundes und des Landes, die nach anderen Vorschriften keiner Gestattung bedürfen, wird die Erlaubnis durch die Erteilung des Einvernehmens seitens des Landratsamtes Böblingen ersetzt. Das gleiche gilt für Handlungen, die unter Leitung oder Betreuung staatl. Behörden durchgeführt werden.
22. für die Nutzung im Rahmen einer ordnungsmäßigen Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziff. 13, 14, 15 und 16;
23. für die ordnungsmäßige Ausübung der Jagd und Fischerei;
24. für die ordnungsmäßige Unterhaltung der Straßen, Wege, Plätze und Gewässer, ausgenommen Maßnahmen nach § 5 Abs. 2 Ziffer 15;
25. für Schutzzäune an Verkehrswegen;
26. für behördlich angeordnete oder zugelassene Beschilderungen.
Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für das Landschaftsschutzgebiet werden erforderlichenfalls durch Einzelanordnung festgelegt.
(2) Die Befreiung bedarf bei folgenden Handlungen der Zustimmung des Regierungspräsidiums Stuttgart:
27. Genehmigung von Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen;
28. Anlage oder Veränderung von Vorhaben im Sinne von § 63 Abs. 2 Ziff. 2 NatSchG, die zu Eingriffen von besonderer Tragweite oder zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung überörtlicher Interessen der erholungssuchenden Bevölkerung führen können;
29. Errichtung von Freizeitanlagen, die in besonders gelagerten Einzelfällen die landschaftliche Eigenart beeinträchtigen können, so z.B. Skilifte oder gleichgestellte Maßnahmen.
30. entgegen § 22 Abs. 3 des Naturschutzgesetzes i.V.m. § 4 dieser Verordnung Handlungen vornimmt, die den Charakter des Gebietes verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen,
(2) Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung treten die Verordnung des Landratsamtes Böblingen über Landschaftsschutzgebiete vom 10.10.1974 und die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Schönbuch" vom 01.12.1961 für den Teil der Gemarkung Hildrizhausen außer Kraft.
Böblingen, den 16.06.1988
zur Änderung des räumlichen Geltungsbereiches des
Landschaftsschutzgebietes „Hildrizhausen“ vom 16.06.1988
19. November 2002 (Gesetzblatt Seite 424) wird verordnet:
über das Landschaftsschutzgebiet "Hildrizhausen" vom 16.06.1988 wird wie
Auf dem Gebiet der Gemeinde Hildrizhausen, Gewann "Kohltor" werden die
Grundstücke Flst. Nrn. 4252/4, 4252/5 und 4252/11 mit einer Gesamtfläche
von ca. 1,47 ha aus dem Teilgebiet I des Landschaftsschutzgebietes
1:25.000 und in einer Flurkarte im Maßstab 1 :2.500 schwarz umgrenzt und
flächig rot eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung.
(3) Die Verordnung mit Karten wird beim Landratsamt Böblingen als untere
Naturschutzbehörde, Parkstrasse 16 in 71034 Böblingen und bei der
Gemeindeverwaltung Hildrizhausen, Herrenberger Strasse 13, 71157
Hildrizhausen zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der
Dienststunden dauerhaft niedergelegt.
( 4) Die Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet "Hildrizhausen" vom
16.06.1988 bleibt im Übrigen unberührt.
Böblingen, den 30.04.2004
Eine etwaige Verletzung der in § 59 NatSchG genannten Verfahrens- und
Formvorschriften wird nach § 60 a Abs. 1 NatSchG unbeachtlich, wenn sie nicht
schriftlich innerhalb eines Jahres nach Erlass dieser Verordnung gegenüber der
Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Böblingen, Parkstraße 16 in
71034 Böblingen schriftlich geltend gemacht worden sind. Der Sachverhalt, der
die Verletzung begründen soll, ist darzulegen.

References: § 64
 § 2
 § 5
 § 5
 § 5
 § 63
 § 22
 § 4
 § 59
 § 60