Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=SozR%203-2500%20%C2%A7%20240%20Nr.%2019
Timestamp: 2020-03-28 15:49:16+00:00

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BSG, 23.02.1995 - 12 RK 66/93 - dejure.org
https://dejure.org/1995,637
BSG, 23.02.1995 - 12 RK 66/93 (https://dejure.org/1995,637)
BSG, Entscheidung vom 23.02.1995 - 12 RK 66/93 (https://dejure.org/1995,637)
BSG, Entscheidung vom 23. Februar 1995 - 12 RK 66/93 (https://dejure.org/1995,637)
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Krankenversicherung; kein vertikaler Verlustausgleich bei freiwillig Versicherten
BSGE 76, 34
MDR 1996, 181
NZS 1995, 513
Mit einzubeziehen sind demgemäß alle Einnahmen und Geldmittel, die das freiwillige Mitglied zum Lebensunterhalt verbraucht oder verbrauchen könnte, und zwar ohne Rücksicht auf die steuerliche Behandlung der Einkünfte (vgl bereits BSGE 76, 34, 37 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 unter Hinweis auf die Gesetzesmaterialien in BT-Drucks 11/2237 S 225 zu Art I § 249 des Entwurfs der Fraktionen der CDU/CSU und FDP eines GRG) .
Ein - beitragsrechtlich unzulässiger - vertikaler Verlustausgleich (vgl dazu allgemein BSGE 76, 34, 36 ff = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 68 ff) läge nämlich vor, ließe man es zu, die bereits beim Ehemann der Klägerin in dessen Gewerbebetrieb anlässlich der Hausmodernisierung angefallenen und bei ihm steuerrechtlich - denkbar sogar bereits im Rahmen der Bemessung seiner eigenen Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung - einkommensmindernd berücksichtigten Aufwendungen anschließend "umzubewerten" und beitragsrechtlich bei einer anderen versicherten Person - der Klägerin - als Aufwendungen im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung mindernd in Ansatz zu bringen.
Die Regelung hatte nach den Feststellungen des LSG im hier maßgebenden Zeitraum folgenden Wortlaut: "Zu den beitragspflichtigen Einnahmen freiwilliger Mitglieder gehören Arbeitsentgelt sowie alle Einnahmen und Geldmittel, die für den Lebensunterhalt verbraucht werden oder verbraucht werden können, ohne Rücksicht auf ihre steuerliche Behandlung bis zum kalendertäglichen Betrag der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung." In derartigen Satzungsbestimmungen liegt eine ausreichende Regelung, um (neben anderen Einnahmen) auch Einnahmen eines freiwillig Versicherten aus Kapitalvermögen als bei der Beitragsbemessung zu berücksichtigende Einnahmen heranzuziehen (vgl dazu schon Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Gesetzentwurf eines Gesundheitsstrukturgesetzes ua, BT-Drucks 12/3937 S 17 zu Art. 1 Nr. 120 ; vgl zB BSGE 76, 34, 36 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 68;… BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 40 S 201 f;… BSGE 97, 41 = SozR 4-2500 § 240 Nr. 8, RdNr 12;… BSG SozR 4-2500 § 240 Nr. 14 RdNr 18;… allg Meinung, zB Bernsdorff in jurisPK-SGB V, aaO, § 240 RdNr 14) .
i) Vor einer unbilligen Inanspruchnahme von Zuzahlungsbefreiungen ist die Solidargemeinschaft - ebenso wie im Beitragsrecht vor einer Verkürzung der Einnahmen - zumindest teilweise dadurch geschützt, dass ein Ausgleich der Verluste bei den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung mit anderen Einnahmearten bei § 62 SGB V ebenso wenig zulässig ist wie im Bereich des § 240 SGB V (kein vertikaler Verlustausgleich bei den verschiedenen Einkommensarten, vgl BSGE 76, 34 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19).
g) Im Beitragsrecht der freiwilligen Krankenversicherung hat der erkennende 12. Senat allerdings bisher daran festgehalten, dass Bescheide für anschließende Zeiträume entsprechend § 96 SGG einbezogen werden (Urteil vom 23. Februar 1995 in BSGE 76, 34 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19;… Urteil vom 26. September 1996 in BSGE 79, 133 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 27;… Urteil vom 23. September 1999 in SozR 3-2500 § 240 Nr. 31).
Das reicht im Beitragsrecht für eine Einbeziehung entsprechend § 96 Sozialgerichtsgesetz (SGG) aus, wenn wie hier gegen die Folgebescheide die gleichen Einwände wie gegen den Erstbescheid erhoben werden, der Kläger sich auch gegen die Folgebescheide wendet und die Beklagte nicht widerspricht (BSGE 76, 34, 35 mwN = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19).
Auch im Zusammenhang mit den nach § 240 Abs. 2 Satz 1 SGB V bei der Beitragsbemessung freiwilliger Mitglieder mindestens zu berücksichtigenden Einnahmen hat der Senat bereits auf §§ 14, 15 SGB IV verwiesen (BSGE 76, 34, 37 f = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 69;… zu § 180 Abs. 4 RVO vgl BSG SozR 3-2200 § 180 Nr. 7 S 16).
Insofern sind auch für freiwillig versicherte Rentner nach § 240 Abs. 2 Satz 1 SGB V mindestens die in § 226 Abs. 1 SGB V genannten Einnahmen der Beitragsbemessung zugrunde zu legen (BSGE 76, 34, 37 f = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 69), jedoch nach § 240 Abs. 2 Satz 3 iVm § 223 Abs. 3 SGB V - vorbehaltlich einer abweichenden Bestimmung - auf die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt.
Der Senat hat dies in seinem Urteil vom 23. Februar 1995 (12 RK 66/93, BSGE 76, 34, 36 ff = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 68 ff) bereits entschieden, soweit es den Verlustausgleich bei Einnahmen betraf, die bei versicherungspflichtigen Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung ebenfalls beitragspflichtig sind.
Aus diesem Grunde konnte das BSG in den von ihm jeweils entschiedenen Fällen die Beitragsbemessung unter Einbeziehung einer streitigen, im Ergebnis dem Lebensunterhalt dienenden Einnahme auch dann für rechtmäßig erachten, wenn es erstmalig über diese Einnahmeart zu befinden hatte (…vgl zB BSG SozR 2200 § 180 Nr. 32 - Einkünfte aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung; BSGE 76, 34 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 - Einkünfte aus Kapitalvermögen;… BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 - Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung;… BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 40 - Altersrente aus einem privatrechtlichen Versicherungsvertrag) .
Diesem Zweck entspricht es, Grundsätze der Beitragsbemessung für versicherungspflichtig Beschäftigte auch auf die Bestimmung anderer, bei diesen nicht beitragspflichtigen Einnahmen freiwilliger Mitglieder zu übertragen, wenn sie andernfalls gegenüber Pflichtversicherten bevorzugt würden (vgl BSGE 76, 34, 39 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 70).
Diese Generalklausel reicht aus, um neben den in der Vorschrift ausdrücklich genannten, bei versicherungspflichtig Beschäftigten beitragspflichtigen Einnahmen solche anderen Einnahmen der Beitragsbemessung zugrunde zu legen, die bereits in ständiger Rechtsprechung vom BSG als Einnahmen zum Lebensunterhalt anerkannt worden sind (vgl zur Heranziehung des Ertrags aus Kapitalvermögen BSGE 76, 34, 36 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 68 und der Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 S 139/140).
Aus dem Gesamtzusammenhang der Regelungen des § 240 SGB V ergeben sich zudem Grundsätze der Beitragsbemessung, die eine ausdrückliche Satzungsregelung erübrigen (vgl zum vertikalen Verlustausgleich BSGE 76, 34, 36 ff = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19 S 68 ff;… zum Abzug von Werbungskosten bei Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31) oder abweichende Bestimmungen in der Satzung nicht zulassen (…vgl zur Unzulässigkeit einer satzungsrechtlichen Anhebung der gesetzlichen Mindesteinnahmengrenzen BSGE 71, 137 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 9;… BSGE 71, 237, 243 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 12 S 50).
BSG, 27.01.2000 - B 12 KR 21/99 B
LSG Nordrhein-Westfalen, 27.01.2000 - L 16 KR 159/98
SG Oldenburg, 25.09.2002 - S 61 KR 50/01

References: § 240
 § 249
 § 240
 Art. 1
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 62
 § 240
 § 240
 § 96
 § 240
 § 240
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 § 96
 § 240
 § 240
 § 240
 § 180
 § 180
 § 240
 § 226
 § 240
 § 240
 § 223
 § 240
 § 180
 § 240
 § 240
 § 240
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