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Timestamp: 2018-11-16 14:24:37+00:00

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Interessantes zur Geschichte des Goldes
Im 4. Jahrtausend vor Christus machten ein paar ägyptische Arbeiter eine Entdeckung: Unter einer Feuerstelle war durch Zufall ein wenig im Boden enthaltenes Gold geschmolzen und hatte sich nach seiner Abkühlung in einen funkelnden Brocken verwandelt. Seitdem hat sich der Reiz des gelblichen Edelmetalls - begleitet von vielen Mythen - durch die Jahrtausende bewahrt: Vom Kultgegenstand und als Totenbeigabe über Zahlungsmittel bis hin zum Mordmotiv hat Gold eine bewegte Geschichte hinter sich.
Der Name Gold wurde vermutlich abgeleitet vom indogermanischen "ghel", was soviel heißt wie "blank" oder "schimmernd". Verwandte Wörter wären auch "glänzend", "gelb" und "glühend". Der griechische Begriff für Gold "chrysos" taucht heute noch in vielen Edelsteinnamen auf (z.B.: Chrysokoll, Chrysopras,...) Heute wie damals steht das Wort "Gold" für wertvoll und kostbar. In Verbindung mit einem weiteren Adjektiv werden ganz andere wertvolle Gegenstände bezeichnet, wie das "Schwarze Gold" (Erdöl), das "Weiße Gold" (Marmor, Salz, Porzellan) oder das "Gold des Meeres" (Korallen).
Gold ist überall auf der Welt vorhanden und noch nicht mal selten. Ob auf den Kontinenten, im Meer und in uns selbst. Die Konzentration und die Form des Goldes sind jedoch recht unterschiedlich. Normalerweise kommt Gold in der 15 km starken Erdkruste mit einer Konzentration von 0,005 g/t vor. Das sind zwar schätzungsweise insgesamt 30 Milliarden (!) Tonnen Gold, doch lohnt ein wirtschaftlicher Abbau nicht. Schätzungen gehen davon aus, daß alles bis heute weltweit geförderte Gold (in etwa 95.000 Tonnen) noch zu über 90% vorhanden ist. Alles Gold der Welt ergibt einen Würfel mit einer Kantenlänge von ca. 18 m.
Das Edelmetall kommt selten in Reinform (als Goldklumpen, engl.: Nugget), sondern meist in Form von Legierungen vor. Wichtigste sind die so genannten "Buntmetalle" wie Kupfer und Nickel.
Wie alle Ressourcen ist auch Gold nicht unerschöpflich. Professor Rudolf Saager von der ETH Zürich schätzt, dass mit den heute bekannten technischen Mitteln 45.300 Tonnen Gold abgebaut werden könnten. Der Löwenanteil liegt mit 18.000 Tonnen in Südafrika. Die Gesamtmenge an Gold, die überhaupt noch bergbaulich gewinnbar sein wird, schätzt er auf 100.000 Tonnen.
An der Spitze der von der Natur begünstigten Staaten steht Südafrika, gefolgt von Australien und den USA. Die weltweite Nachfrage pro Jahr liegt derzeit bei rund 3.600 to, Tendenz steigend. Dagegen liegt die tatsächliche Fördermenge von Gold bei nur bei ca. 2.700 to (im Jahr 2002). Das Defizit an Gold muss durch den Verkauf von Zentralbankbeständen und Recyclingmaterial ausgeglichen werden. Im Jahre 2002 betrug die industrielle Nachfrage 3.175 to Gold, wovon der Großteil in Höhe von 2.689 to zu Schmuck verarbeitet wurde. Weitere 252 to benötigten die Münzprägestätten, um Münzen und Barren herstellen zu können.
In den nächsten Jahren wird das Angebot von förderbarem Gold nicht spürbar zunehmen können. Bedingt durch den tiefen Goldpreiskurs über viele Jahre hinweg wurden die Minengesellschaften zum Sparen gezwungen und so blieb kein oder zu wenig Geld für Explorationsausgaben übrig. Experten schätzen, dass von der Exploration bis zur ersten geförderten Unze Gold durchschnittlich 5-7 Jahre vergehen.
Die Nachfrage nach Gold schwankt naturgemäß und ist zudem von wirtschaftlichen und politischen Faktoren, aber auch von bestimmten länderspezifischen Ereignissen* abhängig. Historisch belegt ist die Tatsache, daß Gold immer von aufstrebenden Wirtschaftsnationen angezogen wird. So sollte es heutzutage nicht verwundern, dass eine im Trend steigende Nachfrage aus Asien kommt. Das betrifft nicht nur Gold, sondern auch verstärkt Platin und Silber.
*) Beispielsweise betrug Anfang der 80er Jahre der zahnärztliche Goldverbrauch in der ehemaligen BRD 32 Tonnen Gold. Dies entsprach 1/4 des auf der ganzen Welt von Zahnärzten verwendeten Goldes. Diese Zahl ist in den letzten Jahren rapide gefallen, denn es werden nicht mehr alle zahnärztlichen Leistungen voll bezahlt und zum anderen begann Keramik/Porzellanersatz Gold den Rang abzulaufen. (Goldkronen und -füllungen können bis zu 30 Jahre im Gebiss verbleiben.
Das lateinische Wort für Gold ist "aurum". Die beiden Anfangsbuchstaben ergeben das chemische Symbol "Au". Im Periodensystem steht das Metall in der ersten Nebengruppe mit der Ordnungszahl 79. Gold ist sehr beständig gegenüber Chemikalien (Säuren, Laugen). Lediglich mit Chlor, Cyaniden, Quecksilber, Seleensäure, einigen Huminsäuren und Königswasser (Gemisch aus Salzsäure & Salpetersäure) kann Gold aufgelöst werden. Neben Silber und Kupfer gehört Gold zu den drei besten Leitern von Wärme und elektrischem Strom. Die geringe Härte (2,5 bis 3 der Mohs`schen Härteskala) läßt ein sehr leichtes bearbeiten zu. Mit Hilfe von Legierungen können die Eigenschaften von Gold verändert oder die Verarbeitung optimiert werden. So erreicht man eine Veränderung der Farbe, der Härte, des Schmelzpunktes (1.064,43 °C), der Dichte (19,32 g/cm³) und der Zugfestigkeit (131 N/mm2).
Die extreme diverse ladegeraete Dehnbarkeit dieses Edelmetalls ist rekordverdächtig. Beispielsweise kann Gold zu einem Goldblatt von 1/10.000 mm Stärke verarbeitet (gehämmert) werden oder eine Unze Gold (31,1 g) kann (ohne zu reissen) zu einem Faden von 56 Kilometer Länge gezogen werden. (Weitere anschauliche Beispiele und Vergleiche siehe Seite: Proportionen.)
Maßeinheit und Feinheit
Das Goldgewicht wird International in "Troy Unzen" angegeben (1 Troy Unze = 31,1035 Gramm), wobei das Wort "Troy" oft vernachlässigt und nicht geschrieben wird. Außerhalb der Edelmetalle kann dies zu Problemen führen, da das Wort "Unze" auch für andere Stoffe und Einheiten (siehe Rubrik: Münzen) steht. Für den internationalen Handel unbedeutend ist die in asiatischen Ländern anzutreffende Maßeinheit "Tolas" bzw. "Tael", die vor allem für Goldbarren verwendet wird.
Die Troy Unze bezieht sich auf eine 100%-ige Reinheit von Gold. In der Fachsprache nennt man dies "Feinheit". Die Feinheit gibt den Anteil des reinen Edelmetalls am Gesamtgewicht in Tausendstel an. Eine zweite Möglichkeit wäre die Angabe in Karat. Die Karat-Angabe ist nur für Gold gültig und ist beispielsweise nicht identisch mit dem Karat bei Edelsteinen. Das Karat (normalerweise mit "C" geschrieben) der Edelsteine ist eine Gewichtsangabe (1 Carat = 0,2 Gramm).
Die Farbgebung des Goldes sagt dabei nichts über den Feingehalt aus, da dies durch den Einsatz unterschiedlicher Legierungen beeinflusst werden kann. So ist die markante rötliche Färbung der Krügerrand Goldmünze (916,66 Feinheit = 22 Karat) in dem hohen Kupferanteil begründet. In Deutschland werden vor allem in der Schmuckindustrie Legierungen mit den Feingehalten 750, 585 und 333 verarbeitet. Für Anlagebarren und Münzen werden 999,9 Feinheit bevorzugt oder wie z.B. bei dem südafrikanischen Krügerrand und dem American Gold Eagle 916,66. Historische Münzen, wie die deutsche Reichsmark oder der österreichische Dukaten, haben wieder andere Feinheiten und Legierungsbestandteile.
Die Anzahl der Goldlegierungen ist heutzutage fast nicht mehr überschaubar. Die Schmuckbranche, das Münzwesen und besonders die Zahntechnik haben in den letzten Jahren spezielle Variationen entwickelt, die zudem von Land zu Land leicht abweichen. Fast alle Farbvarianten von Goldlegierungen, unabhängig vom Feingehalt, werden mit den beiden Zusatzmetallen Silber und Kupfer erzielt. In der Fachsprache wird diese Legierung als Rotgold bezeichnet, wobei die Prozentanteile der drei Metalle schwanken können. Weißgold, eine Legierung aus Nickel und Palladium, konnte sich um die Jahrhundertwende durchsetzen. Damals sollte das teure Platin durch ein ähnlich gefärbtes Metall ersetzt werden. Palladiumweißgold besteht hauptsächlich aus Gold, Palladium und Silber und ist teurer als Nickelweißgold, das größtenteils aus Gold, Nickel und Kupfer besteht. Exoten sind das in Thailand verbreitet Thaigold, das aus 965er Gold und einem nicht definierten Restanteil besteht. Hingegen ist das Nordische Gold keine Goldlegierung, sondern eine Legierung aus 89% Kupfer, je 5% Aluminium und Zink sowie 1% Zinn. Sie ist nicht magnetisierbar und wird zur Herstellung von Euromünzen mit den Nominalen 50, 20 und 10 Eurocent verwendet.
Legierungselemente beeinflussen den Metallpreis, der bei Rotgold mit zunehmenden Legierungsanteilen abnimmt. Eine billigere Methode und zudem für große Flächen besonders gut geeignet ist das Vergolden von weniger wertvollen Materialien. Unter Vergoldung versteht man die Oberflächenveredelung von metallischen oder nichtmetallischen Gegenständen. Die Kunst des Vergoldens geht bis ins Altertum zurück und nutzt die extreme Dehnbarkeit von Gold aus. In der Fachsprache wird der Metallauftrag als "Plattinieren" bezeichnet, wobei dieser Vorgang mechanisch oder galvanisch erfolgen kann.
Beim mechanischen Plattieren muss zunächst das Blattgold hergestellt werden, indem ein Stück Feingold zwischen Pergamentpapier gelegt und mittels eines Hammers ausgeschlagen wird. Der Vorgang wird so oft wiederholt bis das Blattgold die gewünschte Stärke (1/200 mm bis 1/1000 mm) aufweist. Die verhärtete Oberfläche wird durch Glühen wieder erweicht. Beim Plattiervorgang wird mit Hitze und Druck das dünne Blattgold auf eine dickere Trägermetallplatte aufgewalzt.. Daher kommt auch der Name "Walzgold". Andere Verfahren um Gold aufzutragen sind die Matt- oder Ölvergoldung und der beliebteren Glanz- oder Polimentvergoldung (früher Branntweinvergoldung genannt). Blattgold wird u.a. auch bei der Buchherstellung (Vergolden der Außenkanten von Buchseiten, sowie zur Veredlung von Schrift und Zierat lederner Einbände) und bei Bilder- und Spiegelrahmen angewendet. In der Malerei wurden vor allem in der Gotik Teile von Tafelbildern mit echtem Blattgold belegt oder mit in Eiklar gebundenem Goldstaub, dem so genannten Pudergold, bemalt.
Im Detail: Beim Galvanisieren wird das fertig geformte und bearbeitete Teil in eine wässrige Metallsalzlösung (Elektrolyt) getaucht und mit dem negativen Pol einer Gleichstromquelle verbunden. Das Teil ist damit "kathodisch" geschaltet und wird "Kathode" genannt. In einem bestimmten Abstand von der Kathode wird das Gold in den Elektrolyten getaucht und mit dem positiven Pol einer Gleichstromquelle verbunden. Es ist damit "anodisch" geschaltet und heißt "Anode". Wenn jetzt der Gleichstrom angeschlossen wird und fließt, geht das Metall der Anode als Metall-Ion in Lösung und wird von der Kathode angezogen. Dort nimmt es Elektronen auf und setzt sich als Metall auf der Kathode ab. Die Auflagenstärke ist überall gleichmäßig stark und läßt sich genau steuern.
Der Fachmann unterscheidet bei der Gewinnung von Gold zwischen Berg- und Seifengold. Das Berggold befindet sich in Quarzgängen, begleitet von Flyrit FeS und anderen Sulfiden. Diese Lagerstätten werden als primär (= ursprünglich) bezeichnet. Die Quarzgänge weisen in der Regel einen Goldgehalt von etwa 0,001% auf. Ein Abbau der Goldvorkommen ist in der Regel bei einer Goldkonzentration >2,5 g/t wirtschaftlich sinnvoll. Die Goldkonzentration von maximal 5-25 g/t kann erreicht werden, indem das Gestein um die Quarzbänder mit abbaut werden. Große primäre Goldvorkommen befinden sich beispielsweise in Südafrika, Australien und Nordamerika. (Der technische Ablauf der Goldförderung kann auf der Seite "Gewinnung von Gold" nachgelesen werden.)
Im Laufe von Jahrmillionen werden die an der Oberfläche lagernde primäre Goldvorkommen durch Erosion und Witterungseinflüsse (Temperatur, Feuchtigkeit, Wind) abgetragen und lagern sich in den Niederungen der Flüsse ab. Diese sekundäre (= zweite) Lagerstätte wird als "Seifengold", "Goldseife" oder "Waschgold" bezeichnet und wird in Form von Staub oder Körnern (= Nugget) vorgefunden. Bedeutende Lagerstätten liegen im Clondikegebiet (Alaska), in Russland (Ural) und im Osten Australiens. Klangvolle Namen in der Vergangenheit waren auch Vorkommen im Rhein und in Sacramento (USA). Die meisten Nuggets sind nur winzig klein und wiegen selten mehr als ein Gramm. Riesennuggets sind der "Holtermann Nugget" aus Australien, der im Oktober 1872 gefunden wurde und 214,32 kg wog. Den zweiten Platz nimmt ein Nugget aus Chile ein, der über 153 kg auf die Waage brachte. Der wahrscheinlich reinste Riesennugget mit einer beachtlichen Feinheit von 986‰ und 70,92 kg Gewicht ist der "Wellcome Strager", der 1850 in Australien gefunden wurde.
Eine Sonderform des Seifengoldes stellt die dritte Form einer Goldlagerstätte dar, die in Transvaal (Südafrika) vorkommt. Bei den größten Goldvorkommen der Welt haben sich die losen Gold- und Geröllablagerungen wieder zu Konglomeraten von Gesteinscharakter verhärtet. Der vorhandene Sand ist durch Schwefelzufuhr in Pyrit verwandelt. Die südafrikanischen Bergwerksstollen gehören zu den tiefsten der Welt. Den Rekord stellt derzeit die Mine von "Western Deep Levels" in Caritonville mit einer Schachtsohle von 3.840 m auf. In diesen Tiefen herrschen extreme Arbeitsbedingungen (Temperatur wird auf 55°C gesenkt) vor.
Die älteste Methode der Goldgewinnung ist die Goldwäsche. Goldhaltige Sande und zerkleinerte Gesteine werden mit Wasser vermischt und solange bewegt bis sich die spezifisch schwereren Goldbestandteile von den übrigen Schlamm und Sand trennt. In der Antike wurden Tücher oder Felle genutzt, die dann durch die heute bekannten Goldwäscherpfannen ersetzt wurden.
Diese Variante war jedoch nicht effektiv, da über 50% des Goldes in der ausgewaschen Masse zurück blieb. Erst durch die Entwicklung chemischer Verfahren konnte die Ausbeute gesteigert werden. Das Amalgamationsverfahren beruht auf der Eigenschaft der Löslichkeit von Gold durch Quecksilber, die eine Legierung eingehen. Nach dem Abtrennen des Amalgams wird die Legierung auf 360°C erhitzt, wobei das Quecksilber verdampft und das Gold zurückbleibt. Diese Methode wurde bereits bei den Römern erwähnt. (siehe Verfahren zur Goldherstellung).
Ein weiters Verfahren ist die Cyanidlaugerei, die die Eigenschaft des Natriumcyanids mit Sauerstoff Edelmetalle zu lösen, ausnutzt. Das Verfahren kommt u.a. zur Anwendung, wenn die Goldgehalte des Erzes für das Amalgamationsverfahren nicht mehr rentabel ist. Das gewonnene Rohgold hat bereits einen Feingehalt von ca. 900‰ und liegt damit deutlich über dem zuletzt beschriebenen Verfahren.
Werden noch höhere Feingehalt benötigt, kommt die Chlorgasraffination und die Elektrolyse zur Anwendung. Die Chlorgasraffination wird seit 1921 zur Raffination des südafrikanischen Goldes verwendet. Da Gold sich im Gegensatz zu seinen Begleitmetallen als besonders widerstandsfähig gegenüber Chlorgas herausgestellt hat, konnte dieses Verfahren entwickelt werden. In die Rohgoldschmelze wird durch eine Tonröhre Chlorgas eingeführt, die die Begleitmetalle in Chloride bindet und als Dämpfe entweichen. Nur das Silberchlorid wird zum Schluss zur Weiterverarbeitung von dem flüssigen Gold abgeschöpft. Das Gold wird danach in Barren gegossen, deren Feingehalt .995 beträgt.
Reines Gold mit einem Feingehalt von 999,9‰, oft auch als Reinstgold bezeichnet, kann nur mittels der elektrolytischen Goldscheidung gewonnen werden. Zur Anwendung kommt dieses Verfahren meist nur in Scheideanstalten (z.B. Degussa), die die Standardbarren mit niedriger Feinheit von den Minengesellschaften veredeln.
Das Edelmetall wird zur Weiterverarbeitung in Metallbarren gegossen. Ein handelsüblicher Standardbarren Gold wiegt rund 400 Unzen, also ca. 12,5 kg. Auf den Barren werden die Feinheit, die Marke des Herstellers und die Barrennummer eingestanzt sein. Die Feinheit muss bei Gold mindestens 995‰ erreichen, bei Silber 999‰ und bei Platin und Palladium 999,5‰. Die Barrennummer dient zur Identifikation jedes Barrens und wird vom Produzenten in einem Verzeichnis eingetragen. Einige Standardbarren landen in den Tresoren der Notenbanken, die meisten werden jedoch zur Weiterverarbeitung eingeschmolzen. Es entstehen Kleinbarren (z.B. mit 1 kg, 100 g, 1 oz Gewicht), Plättchen für die Münzprägung, Granulate für die Schmuckindustrie, Stangen- und Blechprofile.
(Granulatherstellung: Granulatherstellung: Das flüssige Metall wird durch ein Sieb ins Wasser gegossen. Dadurch entstehen kleine Granulate mit einem Durchmesser von einigen Millimetern.)
Gold zu Anlagezwecken
Anleger können heute zwischen Münzen und Barren aus Gold wählen. In Deutschland sind die bekanntesten Anlagemünzen die australische Nugget bzw. Känguruh Goldmünze, die kanadische Maple Leaf, der chinesische Panda und der amerikanische American Eagle jeweils in Gold, sowie der Wiener Philharmoniker. Ohne Nennwert und mit einen minimalen Preisabschlag werden die älteste und zugleich verbreitetste Goldmünze, dem Krügerrand aus Südafrika, angeboten. Goldbarren werden von verschiedenen Prägeanstalten oder im Auftrag von Banken hergestellt.
Die Preise für Edelmetalle werden täglich an den Finanzmärkten der Welt ermittelt. Die wichtigsten Handelsplätze für Gold sind Zürich, London (International Financial Futures Exchange = Liffe), Hongkong und New York. In London werden zwei Mal täglich Fixingkurse für Gold von einem Kremium ermittelt (festgelegt). Von Bedeutung sind ferner die Commodity Exchange "COMEX", die größte Edelmetallbörse der Welt (Gold und Silber) und die New York Mercantile Exchange "NYMEX" (Energiekontrakte und Platin).
Gesetz über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren Vom 16. Juli 1884 (BGBI. S. 120) - mit späteren Änderungen. §1 Gold- und Silberwaren dürfen zu jedem Feingehalt angefertigt und feilgehalten werden. Die Angaben des Feingehalts auf denselben ist nur nach Maßgaben der folgenden Bestimmungen gestattet. §2 (1) Auf goldenen Geräten darf der nur in 585 oder mehr Tausendteilen, auf silbernen Geräten nur in 800 oder mehr Tausendteilen angegeben werden. (2) Der wirkliche Feingehalt darf weder im Ganzen der Ware noch auch in deren Bestandteilen bei goldenen Geräten mehr als fünf, bei silbernen Geräten mehr als acht Tausendteile unter dem angegebenen Feingehalt bleiben. Vorbehaltlich dieser Abweichung muß der Gegenstand im Ganzen und mit der Lösung eingeschmolzen den angegebenen Feingehalt haben. Die Angabe des Feingehalts auf goldenen und silbernen Geräten geschieht durch ein Stempelzeichen, welches die Zahl der Tausendteile und die Firma des Geschäfts, für welches die Stempelung bewirkt ist, kenntlich macht. Die Form des Stempels wird durch den Bundesrat bestimmt. §3 Die Angabe des Feingehalts auf goldenen und silbernen Geräten geschieht durch ein Stempelzeichen, welches die Zahl der Tausenteile und die Firma des Geschäftes, für welches die Stempelung bewirkt ist, kenntlich macht. Die Form des Stempelzeichens wird durch den Bundesrat bestimmt. (Der Bundesrat bestimmte: goldene Geräte müssen mit der Reichskrone in dem Sonnenzeichen, dem Firmenstempel und dem Feingehalt gestempelt sein, silbernes Gerät mit der Reichskrone rechts neben dem Mondsichelzeichen, dem Firmenstempel und dem Feingehalt.) §4 Goldene und silberne Uhrgehäuse unterliegen den Bestimmungen des §2, Absatz 2 und des §5, Absatz 1 und 3. §5 (1) Schmucksachen von Gold und Silber dürfen in jedem Feingehalt gestempelt werden und es ist in diesem Falle der letztere in Tausendteilen anzugeben. (2) Die Fehlergrenze darf zehn Tausendteile nicht überschreiten, wenn der Gegenstand im Ganzen eingeschmolzen wird. (3) Das vom Bundesrat gemäß §3 bestimmte Stempelzeichen darf auf Schmucksachen von Gold und Silber nicht angebracht werden. §6 Aus dem Ausland eingeführte Gold- und Silberwaren, deren Feingehalt durch eine diesem Getz nicht entsprechende Bezeichnung angegeben ist, dürfen nur dann feilgehalten werden, wenn sie außerdem mit einem Stempelzeichen nach Maßgabe dieses Gesetzes versehen sind. §7 Für die Richtigkeit des angegebenen Feingehalts haftet der Verkäufer der ware. Ist die Stempelung im Innland erfolgt, so haftet gleich dem Verkäufer der Innhaber des Geschäftes, für welches die Stempelung erfolgt ist. §8 (1) Auf Gold- und Silberwaren, welche mit anderen metallischen Stoffen ausgefüllt sind, darf der Feingehalt nicht angegeben werden. (2) Dasselbe gilt von Gold- und Silberwaren, mit welchen aus anderen Metallen bestehende Verstärkungvorrichtungen metallisch verbunden sind. (3) Bei Ermittlung des Feingehaltes bleiben alle von dem zu stempelnden Metall verschiedenen, äußerlich als solche erkennbaren Metalle außer Betracht, welche 1. zur Verzierung der Ware dienen; 2. zur Herstellung mechanischer Vorrichtung erforderlich sind; 3. als Verstärkungsforrichtungen ohne metallische verbindung sich darstellen. ... Zusatz zu §8 aus "Technisch- wissenschaftliche Grundlagen des Goldschmiedens" S. 151: Nicht besonders leicht verständlich und frei auslegbar sind die Regeln des Stempelgesetzes für Materialkombinationen und Sonderfälle (§8). Nach den oben beschriebnen Grundlagen für Gerät, Schmuck oder Uhrgehäuse dürfen mit dem Feingehalt gestempelt werden, ohne daß evtl. vorhandene andere Metalle eine Rolle spielen: ausgekittete Hohlwaren, Waren mit Edelsteinen, Email, Glas Holz, Kunststoff und anderen nichtmetallischen Bestandteilen. Waren mit mechanischen Vorrichtungen aus erkennbar anderen Metallen, z.B. Brosche mit Stahlnadel, Kette mit Federring (Stahlfeder), Silbermesser mit angenieteter Stahlklinge; metallische Verzierungen wie Tauschierung, Niellierung, unedle Zierteile, wenn sie als andere Metalle zu erkennen sind (vom Nichtfachmann, d.h. eine andere Farbe aufweisen); galvanisch oder andersartig beschichtete Waren aus Gold- oder Silberlegierungen (auch dann, wenn die Beschichtung ein anderes Metall vorzutäuschen scheint, z.B. bei vergoldetem Silberschmuck). Keinen Feingehaltsstempel dürfen dagegen streng nach dem Stempelgesetz erhalten: galvanisch oder andersartig vergoldete oder versilberte Unedelmetalle (unter bestimmten Voraussetzungen können aber bestimmte Kennbuchstaben punziert werden); Doublé und Triplé; für diese ebenfalls nur aus einer Edelmetallschicht bestehenden Doppelmetalle hat sich aber das Stempeln einer Qualitätsbezeichnung (z.B. Am. Doublé) oder der Auflagendicke in µm (Mikrometer oder "Mikron"), seltener der Millièmeszahl (= Gesamtfeingehalt in ‰) eingebürgert. Neuerdings sind spezielle Kennbuchstaben vorgesehen und unter bestimmten Voraussetzungen dürfen nicht nur mechanisch, sondern auch galvanisch beschichtete Waren als Doublé oder Triblé bezeichnet werden. versiberte oder vergoldete Bestecke und Tafelgerät; für diese ist im Stempelgesetz ausdrücklich die Punzierung des Auflagegewichtes vorgesehen (39, Absatz 2), was durch die RAL 691B3 und RAL 697A im Detail geregelt wird: Gramm Feinsilber bzw. Feingold auf 24dm² Warenoberfläche, außerdem warenzeichen des Herstellers oder Lieferers und ein Kennbuchstabe für das Grundmetall, falls kein Neusilber (CuNiZn) mit mehr als 11% Ni oder nicht rostender Stahl; Hohlwaren aus Blei oder anderen Metallen; Waren mit metallisch verbundenen Verstärkungsforrichtungen, z.B. angelöteter verkaderung(= Randverstärkung) aus Messing; Kombinationsschmuck aus mehreren Edelmetallen, z.B. Gold mit Silber oder Gold mit Platin, wenn es sich bei dem zweiten Metall nicht nur um Verzierungen handelt und die Teile metallisch verbunden sind; es hat sich jedoch zum allgemein üblichen Handelsbrauch entwickelt (was gesetzesähnliche Wirkung hat), jedes Teil mit seinem Feingehalt zu punzieren, wenn dies von seiner Größe her möglich ist. Waren die aus gleichartigen Legierungen verschiedenen Feingehalts bestehen (z.B. 750‰ Farbgold und 585‰ Weißgold), werden mit den niedrigeren Feingehalt gestempelt (also 585‰). Platin: Eine gesetzliche Bestimmung der Stempelung des Platins gibt es in Deutschland nicht - jedoch hat die Internationale Juweliervereinigung (BIBOAH) auf ihrer Londoner Konferenz 1951 den internationalen Feingehalt für Platin auf 950/°°° festgesetzt. In allen Ländern, in denen die Kontrolle nicht obligatorisch ist, verwenden die Hersteller eine Stempel mit den Buchstaben Pt. Dieser Stempel darf nicht auf Waren angebracht werden, die einen Feingehalt unter 950/°°° haben. Die Toleranz kann bis zu 10/°°° betragen. In Amerika, Großbritannien und der Schweiz sind keine Toleranzen erlaubt. [bearbeiten] Künftige EG-Regelung aus "Technisch- wissenschaftliche Grundlagen des Goldschmiedens" S. 151/152: Seit Jahren liegt der endgültige Vorschlag für eine EG-Richtlinie dem Ministerrat der europäischen Union und den gesetzgebenden Institutionen ihrer Mitgliedsstaaten zur Verabschiedung vor. Sie soll die Stempelung von Edelmetallen europaweit vereinheitlichen, was in Anbetracht der großen Unterschiede bei den einzelnen nationalen Regeln sicher vor allem für ein Exportland wie Deutschland überaus wünschenswert scheint. Obwohl die vorgesehenen Übergangsfristen schon abgelaufen sind (Anwendung schon ab 1.1.1995, Stempelung nach den alten Vorschriften höchstens bis 1.1.1998), verzögert sich das Inkrafttreten der Richtlinie bislang. Zu groß sind die unterschiedlichen nationalen Interessen; viele Länder möchten möglichst viele ihrer bisherigen Vorschriften EG-weit verwirklicht sehen, um sich weniger umstellen zu müssen. Besonders das unterschiedliche Streben nach einem höheren Mindestfeingehalt für Gold (375 ‰ oder sogar 585 ‰) und die vorgesehenen Kontrollen der Stempel sorgen für weitere Diskussionen. Da vor allem das deutsche Stempelgesetz im internationalen Vergleich als recht großzügig für Hersteller und Handel bezeichnet werden muß, wird die neue Richtlinie vor allem für die deutschen Hersteller neben einigen positiven Veränderungen eine Reihe von Erschwernissen bringen. Die wichtigsten Änderungen sind: gleiche Regeln für alle EG-Mitgliedsstaaten bei der Punzierung von Gold, Silber, Platin und Palladium (bisher: verschiedene nationale Gesetze, in Deutschland nur Gold und Silber); obligatorische Stempelung, d.h. Stempelzwang für alle Waren und Halbzeuge (bisher In D: freiwillige Stempelung von Fertigprodukten); vorgeschriebene Feingehalte: Gold 333, 375, 500, 750, 800, 840, 916, 990, 999; Silber 8oo, 835, 925, 999; Platin 85o, 900, 950, 999; Palladium 500, 950, 999 (bisher in D: beliebige Feingehalte, lediglich Untergrenzen für das Stempeln von Gerät); Abweichungen vom punzierten Feingehalt sind nur an Lötstellen erlaubt (bisher in D: 5 ‰ für goldenes Gerät und Uhrgehäuse, 8 ‰ für silbernes Gerät und Uhrgehäuse, 10 ‰ für Gold- und Silberschmuck); unverwechselbare Stempelzeichen für die verschiedenen Metalle (bisher in D: nur bei Gerät Sonnenzeichen für Gold und Mondzeichen für Silber); als weitere Stempelzeichen müssen ein registrierter Firmenstempel und der Buchstabe e angebracht werden (bisher in D: nur bei Gerät Reichskrone und Firma verpflichtend, Uhrgehäuse und Schmuck Firmenstempel freiwillig, Registrierung des Firmenstempels nicht zwingend); Kontrolle des Feingehalts bzw. Stempels; der Hersteller wählt nach seinen Möglichkeiten selbst zwischen den drei Methoden betriebsinternes Qualitätssicherungssystem, Stichproben im Betriebsablauf durch Dritte oder vollständige Überprüfung bei einer außerbetrieblichen Stelle (bisher in D: keinerlei Kontrollmaßnahmen, jeder ist stempelungsberechtigt). EG Richtlinien für Arbeiten aus Edelmetallen (sinngemäßer kommentierter Auszug) I. Anwendungsbereich Die Bestimmungen sind auf Fertigprodukte und Halbzeuge aus Edelmetallen anzuwenden, II. Zulässige Feingehalte Gold: 333, 375, 500, 585, 750, 800, 840, 916, 990, 999 Palladium: 500, 950, 999 Platin: 850, 900, 950, 999 Silber: 800, 835, 925, 999 Es sind keine Negativtoleranzen erlaubt; das Erzeugnis muß mit Ausnahme eventueller Lötstellen mindestens den angegebenen Feingehalt aufweisen. III. Obligatorische Stempelung Erzeugnisse aus Edelmetallen müssen mit (a) dem Feingehaltsstempel sowie einer Umrandung um den Feingehalt, die die Natur jedes Edelmetalls - wie nachstehend - kennzeichnet; Gold Silber Platin Palladium Feingehalte s.o.) (b) dem Verantwortlichkeitsstempel in Verbindung mit dem Buchstaben "e" gestempelt werden. IV. Konformitätsbewertungsverfahren Bevor der Hersteller seine Erzeugnisse in Verkehr bringt, muss er sicherstellen, dass seine Produkte richtlinienkonform hergestellt wurden. Hierfür stehen ihm wahlweise drei Wege offen: 1. Zertifizierte Qualitätssicherungssysteme Der Hersteller richtet ein Qualitätssicherungssystem ein, das die Ausrichtung der betrieblichen Organisation und Produktion nach bestimmten Qualitätssicherungs-Gesichtspunkten vorsieht. Dieses System wird von einer "Benannten Stelle" zertifiziert, d.h. diese bewertet die vorgenommenen Qualitätssicherungsmaßnahmen. Der Hersteller, der über ein solches Qualitätssicherungssystem verfügt, stempelt das Erzeugnis aus Edelmetallen und kann dieses ohne Drittprüfung in Verkehr bringen. 2. Herstellerstempelung in Verbindung mit Stichprobenkontrollen im Betrieb Der Hersteller bringt den Feingehaltsstempel sowie eine registrierte Verantwortlichkeitsmarke auf seinem Erzeugnis an. Er trifft interne, nicht zertifizierte Qualitätssicherungsmaßnahmen. In willkürlichen Abständen wird eine "Benannte Stelle" im Betrieb Stichproben durchführen und die fertigen Produkte auf den Feingehalt überprüfen. 3. Drittprüfung Der Hersteller schickt seine Ware zu einer "Benannten Stelle", die das Erzeugnis auf den Feingehalt überprüft, ähnlich wie es schon heute in Ländern wie Frankreich und Großbritannien erfolgt. Der nationale Gesetzgeber hat zu bestimmen, welche Organisationen und Einrichtungen als "Benannte Stellen" in Frage kommen. V. Übergangsfristen Die Mitgliedsstaaten wenden die Regelung ab 01. Januar 1995 an. Der Richtlinientext muß von den einzelnen Mitgliedsstaaten in ein nationales Gesetz umgesetzt werden. Dies soll bis zum 01. Juli 1995 erfolgen. Bis zum 01. Januar 1998 lassen die Mitgliedsstaaten das Inverkehrbringen von Erzeugnissen aus Edelmetallen zu, die den jeweiligen nationalen Gesetzgebungen zum Zeitpunkt des Erlasses der Richtlinie entsprechen. Unter Inverkehrbringen ist die erstmalige entgeltliche oder unentgeltliche Bereitstellung der Arbeit zu verstehen, beispielsweise wenn der Hersteller seine Erzeugnisse an den Groß- oder Einzelhändler verkauft..
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