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Timestamp: 2019-05-19 21:48:54+00:00

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BGH, 01.12.2010 - VIII ZR 82/10 - dejure.org
https://dejure.org/2010,752
BGH, 01.12.2010 - VIII ZR 82/10 (https://dejure.org/2010,752)
BGH, Entscheidung vom 01.12.2010 - VIII ZR 82/10 (https://dejure.org/2010,752)
BGH, Entscheidung vom 01. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10 (https://dejure.org/2010,752)
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BGB § 312d Abs. 1, § 355 Abs. 2 in der bis zum 11. Juni 2010 geltenden Fassung; BGB-InfoV §§ 14, 16 in der bis zum 11. Juni 2010 geltenden Fassung
§ 312d Abs 1 S 1 BGB, § 355 Abs 2 S 1 BGB vom 02.12.2004, § 14 Abs 1 Anl 2 BGB-InfoV vom 05.08.2002, § 14 Abs 3 BGB-InfoV vom 05.08.2002
Fernabsatzgeschäft: Verwendung einer nicht der Musterbelehrung entsprechenden Widerrufsbelehrung; Anforderungen an den Inhalt einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung
Zur Unzulässigkeit von Textabweichungen vom amtlichen Muster der Widerrufsbelehrung
Verwendung der Musterwiderrufsbelehrung - Deutliche Gestaltung
Zur Unwirksamkeit einer Widerrufsbelehrung ohne die Überschriften "Widerrufsbelehrung" und "Widerrufsrecht"
Berufung eines Unternehmers auf die Verordnung über Informationspflichten und Nachweispflichten nach bürgerlichem Recht (BGB-InfoV) trotz einer nicht den Anforderungen der Musterbelehrung genügenden Widerrufsbelehrung; Deutliche Gestaltung einer Widerrufbelehrung unter Verwendung des Textes der Musterbelehrung als Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Belehrung; Möglichkeit eines Abweichens von der Musterbelehrung in Format und Schriftgröße bei einer deutlichen Gestaltung der Belehrung
Zur Widerrufsbelehrung durch Verwendung des Musters der BGB-InfoV
Zur Widerrufsbelehrung - wenn zitieren, dann auch richtig
Zu den Rechtsfolgen der Verwendung eines Formulars für die Widerrufsbelehrung bei einem Fernabsatzvertrag, das der Musterbelehrung nicht vollständig entspricht
Berufung eines Unternehmers auf die Verordnung über Informationspflichten und Nachweispflichten nach bürgerlichem Recht ( BGB-InfoV ) trotz einer nicht den Anforderungen der Musterbelehrung genügenden Widerrufsbelehrung; Deutliche Gestaltung einer Widerrufbelehrung unter Verwendung des Textes der Musterbelehrung als Voraussetzung für eine ordnungsgemäße Belehrung; Möglichkeit eines Abweichens von der Musterbelehrung in Format und Schriftgröße bei einer deutlichen Gestaltung der Belehrung
"deutlich gestaltete Widerrufsbelehrung"
Widerrufsbelehrung an den Verbraucher ohne ges. Musterform
§§ 312d Abs. 1 Satz 1; 346 Abs. 1; 355 Abs. 1 Satz 1; 357 Abs. 1 Satz 1 BGB
Widerrufsbelehrung unwirksam, wenn die Überschriften "Widerrufsbelehrung” und "Widerrufsrecht” fehlen
§§ 312d Abs. 1 Satz 1, 346 Abs. 1, 355 Abs. 1 Satz 1, 357 Abs. 1 Satz 1 BGB
Zur Frage, ob das Widerrufsrecht auf "Verbraucher” beschränkt werden darf
Eine Widerrufsbelehrung muss nicht nur inhaltlich richtig sein, sondern auch ein bestimmtes Erscheinungsbild aufweisen
BGH stellt strenge formelle Anforderungen an die Widerrufsbelehrung - Abweichungen vom gesetzlichen Muster sind gefährlich
BGB a. F. §§ 312d, 355 Abs. 2; BGB-InfoV a. F. §§ 14, 16
Internetkauf und Widerrufsbelehrung - Sie muss inhaltlich stimmen und "deutlich gestaltet" sein
Gesetzliche Haftungsprivilegierung nur bei Musterwiderrufserklärung
Widerrufsbelehrung ohne deutliche Überschrift wirksam?
Zur Wirksamkeit der Musterwiderrufsbelehrung a. F.
Strenge Anforderungen an die Widerrufsbelehrung für Online-Händler gestellt
Strenge Anforderungen an die Widerrufsbelehrung für Online-Händler
Widerrufsbelehrung: Die Frist beginnt frühestens ist fehlerhaft
BGB § 312d Abs. 1, § 355 Abs. 2 a. F.; BGB-InfoV a. F. §§ 14, 16
Beginn der Widerrufsfrist beim Fernabsatz
Widerrufsbelehrung ohne Zwischenüberschriften ist unwirksam
Medienfonds & Co: Rückabwicklung der Anleger möglich
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 01.12.2010, Az.: VIII ZR 82/10 (Berufung auf Muster-Widerrufsbelehrung nur bei Verwendung ohne Abweichungen)" von RA Dr. Felix Buchmann, original erschienen in: K&R 2011, 186 - 188.
AG Gießen, 28.04.2009 - 43 C 1798/07
NJW 2011, 1061
ZIP 2011, 178
MDR 2011, 113
NJ 2011, 163
WM 2011, 86
MMR 2011, 166
DB 2011, 295
K&R 2011, 185
Damit ist aber nicht klar, wann die Frist zum Widerruf der Vertragserklärung des Darlehensnehmers an und damit die 14-tägige Widerrufsfrist abläuft (vgl. für die Problematik der exakten Beschreibung des Beginns der Widerrufsfrist BGH, Urteil vom 01.12.2010, VIII ZR 82/10, NJW 2011, 1061, 1062, Randziffer 12).
Richtig ist schließlich auch der Hinweis der Berufung, dass die von dem Unternehmer verwendete Widerrufsbelehrung - auch wenn sie gemäß § 14 Abs. 3 BGB-InfoV in der maßgeblichen Fassung in Format und Schriftgröße von der Musterbelehrung abweichen durfte - selbst bei Verwendung des Textes der Musterbelehrung im Sinne von § 355 Abs. 2 S.1 BGB a.F. deutlich gestaltet sein musste (vgl. BGH NJW 2011, 1061 [BGH 01.12.2010 - VIII ZR 82/10] ).
Insofern liegt (entgegen LG Nürnberg-Fürth…, Urteil vom 25.02.2016 - 6 O 6071/15, juris Rn. 57) eine der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (…Beschluss vom 10.02.2015 - II ZR 163/14, juris Rn. 14;… Urteil vom 15.08.2012 - VIII ZR 378/11, juris Rn. 9; Urteil vom 01.12.2010 - VIII ZR 82/10, juris Rn. 12), wonach die Formulierung "frühestens mit Erhalt dieser Belehrung" den Verbraucher über den Fristbeginn nicht richtig belehre, vergleichbare Situation vor.
Verwendet der Unternehmer gegenüber dem Verbraucher für die Nachbelehrung ein Formular, das textliche Abweichungen gegenüber der Musterbelehrung der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 und 3 BGB-InfoV in der Fassung der Zweiten Verordnung zur Änderung der BGB-Informationspflichten-Verordnung vom 1. August 2002 (BGBl. I S. 2958) enthält, ist ihm eine Berufung auf § 14 Abs. 1 und 3 BGB-InfoV in der damaligen Fassung schon aus diesem Grunde verwehrt (Anschluss an BGH, Urteile vom 1. Dezember 2010, VIII ZR 82/10, WM 2011, 86 Rn. 14 …und vom 2. Februar 2011, VIII ZR 103/10, WM 2011, 474 Rn. 21).
Der Verbraucher wird jedoch darüber im Unklaren gelassen, welche - etwaigen - weiteren Umstände dies sind (…BGH, Urteile vom 9. Dezember 2009 - VIII ZR 219/08, WM 2010, 721 Rn. 13, 15, vom 29. April 2010 - I ZR 66/08, WM 2010, 2126 Rn. 21, vom 1. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10, WM 2011, 86 Rn. 12 …und vom 2. Februar 2011 - VIII ZR 103/10, WM 2011, 474 Rn. 14).
Wie der Bundesgerichtshof wiederholt ausgeführt hat, kann ein Unternehmer sich auf die Schutzwirkung des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV von vornherein nur dann berufen, wenn er gegenüber dem Verbraucher ein Formular verwendet hat, das dem Muster der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV in der jeweils maßgeblichen Fassung sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entspricht (…BGH, Urteile vom 12. April 2007 - VII ZR 122/06, BGHZ 172, 58 Rn. 12…, vom 9. Dezember 2009 - VIII ZR 219/08, WM 2010, 721 Rn. 20, vom 1. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10, WM 2011, 86 Rn. 14 f. …und vom 2. Februar 2011 - VIII ZR 103/10, WM 2011, 474 Rn. 21;… Senatsurteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, WM 2009, 1497 Rn. 15).
Ob das in Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 und 3 BGB-InfoV geregelte Muster für die Widerrufsbelehrung nichtig ist, weil die Musterbelehrung den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs nicht in jeder Hinsicht entspricht, hat der Bundesgerichtshof in diesem Zusammenhang bislang offen gelassen (BGH, Urteile vom 1. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10, WM 2011, 86 Rn. 14 f. …und vom 2. Februar 2011 - VIII ZR 103/10, WM 2011, 474 Rn. 21).
c) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs greift die Schutzwirkung des § 14 Abs. 1 und 3 BGB-InfoV aF grundsätzlich nur ein, wenn der Verwender ein Formular verwendet, das dem Muster sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entspricht (BGH…, Urteil vom 23. Juni 2009 - XI ZR 156/08, ZIP 2009, 1512 Rn. 15;… Urteil vom 9. Dezember 2009 - VIII ZR 219/08, ZIP 2010, 734 Rn. 20; Urteil vom 1. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10, ZIP 2011, 178 Rn. 15 f.;… Urteil vom 2. Februar 2011 - VIII ZR 103/10, ZIP 2011, 572 Rn. 21;… Urteil vom 1. März 2012 - III ZR 83/11, NZG 2012, 427 Rn. 17).
Inhaltlich genügt eine Widerrufsbelehrung zwar nicht den Anforderungen gemäß § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB, wenn sie den Hinweis enthält, dass die Frist für den Widerruf "frühestens mit Erhalt dieser Belehrung" beginne (…BGH v. 12.7.2016 - XI ZR 564/15, Rn. 18;… v. 9.12.2009 - VIII ZR 219/08 Rn. 13, 15;… v. 29.04.2010 - I ZR 66/08 Rn. 21; v. 1.12.2010 - VIII ZR 82/10 Rn. 12;… v. 2.2.2011 - VIII ZR 103/10 Rn. 14;… v. 28.06.2011 - XI ZR 349/10 Rn. 34).
Eine Widerrufsbelehrung genügt nicht den Anforderungen nach § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB, wenn sie den Hinweis enthält, dass die Frist für den Widerruf "frühestens mit Erhalt dieser Belehrung" beginne (…BGH v. 9.12.2009 - VIII ZR 219/08 Rn. 13, 15;… v. 29.04.2010 - I ZR 66/08 Rn. 21; v. 1.12.2010 - VIII ZR 82/10 Rn. 12;… v. 2.2.2011 - VIII ZR 103/10 Rn. 14;… v. 28.06.2011 - XI ZR 349/10 Rn. 34).
Der Verbraucher wird damit darüber im Unklaren gelassen, um welche etwaigen Umstände es sich dabei handelt (BGH…, Urteil vom 09.12.2009 - BGH, VIII ZR 219/08 VIII ZR 219/08, WM 2010, WM 2010 Seite 721 Rn. 13, WM 2010 Seite 721 Rn. 15;… Urteil vom 29.04.2010 - BGH, I ZR 66/08 I ZR 66/08, WM 2010, WM 2010, Seite 2126, Rn. 21; Urteil vom 01.12.2010 - BGH, VIII ZR 82/10, WM 2011, WM 2011 Seite 86 Rn. Rn. 12; Urteil vom 02.02.2011 - BGH, VIII ZR 103/10, WM 2011, 474 Rn.14 [BGH 02.02.2011 - VIII ZR 103/10] ;… Urteil vom 28.06.2011 - BGH, XI ZR 349/10, WM 2011, WM 2011, Seite 1799 Rn. 34;… Urteil vom 01.03.2012 - BGH, III ZR 83/11, NZG 2012, Seite 427, Rdnr. 15).
Die Schutzwirkung des § 14 Abs. 1 BGB-InfoV besteht nach der Rechtsprechung grundsätzlich nur dann, wenn ein Formular verwendet wird, das dem Muster der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV a. F. sowohl inhaltlich als auch in der äußeren Gestaltung vollständig entspricht (…vgl. BGH v. 10.02.2015, Az. II ZR 163/14, Juris Rdnr. 8;… BGH v. 18.03.2014, Az. II ZR 109/13, Juris Rdnr. 15; BGH v. 01.12.2010, Az. VIII ZR 82/10, Juris Rdnr. 15).
Denn eine Belehrung, die sich - wie hier - hinsichtlich des Beginns der Widerrufsfrist auf die Aussage beschränkt, dass die Frist frühestens mit Erhalt dieser Belehrung beginnt, ist - wie durch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs inzwischen geklärt ist - nicht in der erforderlichen Weise eindeutig und umfassend, weil die Verwendung des Wortes "frühestens" es dem Verbraucher nicht ermöglicht, den Fristbeginn ohne Weiteres zu erkennen (…BGH, Urteile vom 9. Dezember 2009 - VIII ZR 219/08, WM 2010, 721 Rn. 13, 15; vom 1. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10, WM 2011, 86 Rn. 12;… vom 2. Februar 2011 - VIII ZR 103/10, WM 2011, 474 Rn. 14;… vom 28. Juni 2011 - XI ZR 349/10, WM 2011, 1799 Rn. 34;… vom 1. März 2012 - III ZR 83/11, juris, Rn. 15).
Der Verbraucher wird jedoch im Unklaren gelassen, welche - etwaigen - weiteren Umstände dies sind (…vgl. Urteile vom 9. Dezember 2009 - VIII ZR 219/08, NJW 2010, 989 Rn. 13, 15;… vom 29. April 2010 - I ZR 66/08, NJW 2010, 3566 Rn. 21; vom 1. Dezember 2010 - VIII ZR 82/10, WM 2011, 86 Rn. 12; vom 2. Februar 2011 - VIII ZR 103/10, NJW 2011, 1061 Rn. 14;… vom 28. Juni 2011 - XI ZR 349/10, WM 2011, 1799 Rn. 34).
LG Frankfurt/Main, 27.07.2017 - 27 O 89/17
LG Dortmund, 25.09.2015 - 3 O 66/15
LG Bonn, 28.03.2017 - 10 O 481/16
Rückzahlung von Versicherungsprämien einer Kapitallebensversicherung durch …
LG Frankenthal, 15.05.2013 - 6 O 480/12
Wirksamkeit einer Widerrufsbelehrung bei Änderung eines Wortteils des …

References: § 312
 § 355

§ 312
 § 355
 § 14
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 § 312
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