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Timestamp: 2019-05-22 08:58:55+00:00

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Pauschalreise MUC-Ayt-MUC gebucht - Flug- M-FDH-AYt-HAM-Muc bekommen - FLUGGASTRECHTE
Reiseveranstalter bietet 40€ an,
Rückreisetag waren wir 14 Stunden unterwegs und mehr als 4 Stunden länger im Flugzeug.
Gibt es lt. Fluggastrechte mehr?
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Gefragt 14, Jul 2016 in Flugverspätung von Anonym
wieder getaggt 14, Jul 2016 von admin
leider kann ich deine Frage kaum entschlüsseln. Du hast eine Pauschalreise gebucht. Leider schien die Rückreise jedoch nicht nach deinen Vorstellungen verlaufen zu sein. Es scheint mir, als hätte sich zum einen die Flugroute geändert, sodass noch Zwischenlandungen eingeführt wurde. Zum anderen kam es auf dem Rückflug wohl auch zu einer Verspätung. Nun bietet der Reiseveranstalter eine Entschädigungszahlung in Höhe von 40 Euro an, was dir aber missfällt. Für eine fundierte Beantwortung der Frage würde ich dich um nähere Informationen bitten. Die jetzigen Ausführungen ermöglichen es mir leider nur einen groben Überblick zu verschaffen.
Wenn eine Pauschalreise gebucht wird, ergeben sich die jeweiligen Rechte und Pflichten grundsätzlich aus dem reisevertragsrecht des BGB. Die passenden Anspruchsgrundlagen sind dann in den §§ 651 a-m BGB zu suchen. Aufgrund der Vorkommnisse könntest du einen Anspruch auf Reisepreisminderung gemäß § 651 d BGB haben. Dies setzt voraus, dass du einen wirksamen Reisevertrag geschlossen hast und dieser mit einem Mangel behaftet war. Als Mangel könnten hier die Umstände der Rückreise angegeben werden. Da deinen Ausführungen nicht zu entnehmen ist, was genau geschehen ist, möchte ich hier ein paar Urteile darlegen, in welchen ein Mangel bejaht wurde.
Hier hat das Amtsgericht zugunsten des Reisenden entschieden. Die Vorverlegung des Rückflugs um 11 Stunden bei einer 7-tägigen Flugreise stelle einen Reisemangel dar und berechtige zur Reisepreisminderung für den Tag, der durch die Verlegung verloren ging.
In diesem Fall hatte sich das Landgericht mit der Frage zu beschäftigen, ab wann eine Flugzeitenverlegung als unzumutbar anzusehen ist. Geringfügige Verschiebungen der Flugzeiten stellen demnach noch keinen Reisemangel dar, sondern nur eine Unannehmlichkeit, sofern sie zumutbar sind. Eine Flugzeitenverschiebeung von 9 Stunden könnte das Maß einer Unannehmlichkeit übersteigen. Dies ist anzunehmen, wenn die Änderung unzumutbar ist. Dies setzt voraus, dass es sich bei der Änderung der Flugzeiten um eine erhebliche Änderung wesentlicher Reiseleistungen handelt, welche als unzumutbar anzusehen sind. Demnach wäre eine Unzumutbarkeit anzunehmen, wenn die Änderungen den Reisenden in erheblicher Art und Weise belasten.
Falls du der Ansicht bist, dass dein Fall mit den genannten Urteilen vergleichbar ist, könnte ein Anspruch auf Reisepreisminderung bestehen. Fraglich ist nun in welcher Höhe der Reisepreis zu mindern ist. Dies hängt grundsätzlich von dem jeweiligen Reisepreis ab, da die Minderung prozentual an diesem errechnet wird. Generell gibt es jedoch verschiedene Tabellen, die grobe Richtwerte angeben.
In dieser Tabelle werden verschiedenste Vorfälle und daraus folgende Reisemängel dargestellt. Belegt sind diese mit einer Vielzahl von Urteilen. Diese behandeln Themen wie Flugverzögerungen, aber auch unvorhergesehene Zwischenstopps und vieles mehr. Beispielsweise besagt diese Tabelle, dass einem Reisenden bei einem zeitlich verschobenen Abflug von über 4 Stunden 5 % des durchschnittlichen Tagessatzes zustehen. Für jede weitere Stunde erhöht sich dieser Wert um 5 %. Die Höhe deines Anspruches könntest du dir damit selbst errechnen.
Beantwortet 30, Aug 2016 von Kylie (9,480 Punkte)
wieder angezeigt 15, Jan 2017 von admin
also ich finde die Idee mit der Reisepreisminderung gut, aber müsste da nicht die Frist schon abgelaufen sein. Schließlich wurde der Eintrag am 14.07.16 gepostet und dies könnte doch etwas knapp sein. Schließlich gilt es die Ausschlussfrist nach § 651 g BGB zu beachten.
§ 651g BGB Ausschlussfrist
Die Frist beginnt bereits mit dem letzten Urlaubstag. Da der Post schon über einen Monat her ist, ist denkbar, dass die Frist verpasst wurde. Dahingehend könnte jedoch folgendes Urteil interessant sein:
BGH, Urteil vom 12.06.2007, Az. X ZR 87/06 (einfach mal das Aktenzeichen in Verbindung mit „reise-recht-wiki.de googeln und dann das Urteil im Volltext lesen.)
Hier wird verdeutlicht, dass der Reiseveranstalter den Reisenden auf die Verjährungsfristen hinzuweisen hat. Erfüllt der Reiseveranstalter die Hinweispflicht nicht oder kennt der Reisende die Verjährungsfrist ohne Verschulden nicht, besteht eine widerlegliche Vermutung dafür, dass die Fristversäumung des Reisenden entschuldigt ist. Darauf folgend könnte der Reisende die Ansprüche auch noch nach einem Monat geltend machen.
Falls du jedoch die Frist versäumt hast, obwohl du auf diese hingewiesen wurdest und nicht ohne Verschulden an deren Einhaltung gehindert worden bist, ist die Geltendmachung eines Anspruches ausgeschlossen.
Möglicherweise könnte dich aber ein Anspruch aus der Fluggastrechte Verordnung (VO) interessieren. Das gute an dieser ist, dass die Fristen länger sind. Eine Ausschlussfrist ist hier nicht geregelt. Lediglich die Verjährungsfrist muss vom betroffenen Fluggast eingehalten werden. Diese beträgt nach deutschem Sachrecht in der Regel 3 Jahre.
Es erscheint mir, als wäre dein Flug annulliert (Art. 5 VO) worden oder erst mit einer großen Verspätung (6 VO) am Zielflughafen eingetroffen. Je nachdem könnte sich ein Anspruch auf Ausgleichszahlung direkt oder analog aus Art.7 VO ergeben. Bei einer Annullierung kommt es nur auf die Distanz zwischen Abflugs- und Ankunftsflughafen an. Bei einer Verspätung ist zudem die Anzahl der verspäteten Stunden wesentlich.
Ein solcher Anspruch entfällt nur dann, wenn sich das ausführende Luftfahrtunternehmen gemäß Art. 5 Abs. 3 VO der Haftung entziehen kann.
Falls so ein außergewöhnlicher Umstand geschildert worden ist, bitte ich dich mir diesen mitzuteilen. Andernfalls ist davon an dieser Stelle nicht auszugehen. Demnach könnte ein Anspruch auf Ausgleichszahlung gemäß Art. 7 VO bestehen.
Beantwortet 31, Aug 2016 von SiMeGa (5,780 Punkte)
Ihre Nachricht ist leider nur sehr schwer verständlich, aber ich will es dennoch versuchen. Sie haben eine Pauschalreise gebucht, und wurden umgebucht, sodass Sie auf Ihrem Rückreisetag 14 Stunden lang unterwegs waren, und fragen sich nun, ob Sie Ansprüche gegenüber Ihrem Reiseveranstalter geltend machen können, die über die Entschädigungszahlung in Höhe von 40 Euro hinausgeht, die Ihnen angeboten wurde.
Da Sie eine Pauschalreise gebucht haben könnten Sie die Möglichkeit haben Ansprüche gegen Ihren Reiseveranstalter aus den §§ 651 a - m BGB geltend zu machen. Es könnte sein, dass Sie einen Anspruch auf Reisepreisminderung haben, wenn der Rückflug mangelbehaftet war, also eine Zumutbarkeit der Verschiebung zu verneinen ist. Wichtig ist dabei auch zu beachten, ob Sie vorher mit Ihrem Reiseveranstalter bestimmte Flugzeiten festgelegt und in Ihren Reisevertrag aufgenommen haben.
Es ist ob Ihrer knappen, schwer verständlichen Nachricht leider kaum zu sagen was genau auf Ihrer Rückreise geschehen ist, und wie genau Ihre Rückreise umgebucht wurde. Aber möglicherweise helfen Ihnen die folgenden Urteile weiter Ihren Fall ein wenig einstufen zu können:
Dazu sei allerdings zu sagen, dass zur Geltendmachung eines solchen Minderungsanspruchs die Frist von einem Monat einzuhalten ist, siehe § 651g BGB:
Beantwortet 12, Okt 2016 von KatjaG (11,820 Punkte)
zwar ist die Frage schon etwas älter, aber ich würde gerne noch einen Gedanken einbringen, der bisher noch nicht thematisiert wurde. Neben der Frage, ob überhaupt ein Reisemangel vorliegt, der zur Minderung gemäß § 651d BGB berechtigt, steht ja auch die Frage, in welcher Höhe der Reisepreis gemindert werden kann.
Der BGH hat in seinem Urteil vom 17.04.2012 geschrieben:
(Bei Interesse einfach mal googeln: BGH, X ZR 76/11 reise-recht-wiki,de)
Natürlich ist an dieser Stelle auch auf die Frankfurter Tabelle zu verweisen. Hier kann man nachsehen, wenn man wissen möchte, wie hoch die Minderung bei welchem Mangel ausfallen kann.
Sie haben eine Pauschalreise gebucht, und innerhalb dieser einen Flug von München nach Antalya. Nun wurde sowohl auf dem Hin- als Rückflug ein Zwischenstopp eingeschoben. Sie fragen sich, ob Sie dadurch einen Anspruch auf Reisepreisminderung haben können.
Bei Direktflügen sind nachträglich eingefügte Zwischenstopps also in Ordnung, soweit diese nicht mehr als beispielsweise 6 Stunden betragen - dann scheint eine Zumutbarkeitsgrenze überschritten. Ihre Reise verlängert sich um 4 Stunden. Damit ist diese Grenze in Ihrem Fall nicht überschritten.
Meines Erachtens ist Ihre Reise also mit einem Mangel behaftet, wenn Sie einen Non-Stopp-Flug gebucht haben und nicht nur einen Direktflug. Dann können Sie auch eine Reisepreisminderung geltend machen.

References: § 651
 § 651

§ 651
 Art.7
 Art. 5
 Art. 7
 § 651
 § 651
 BGH