Source: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/nsg_eichwald
Timestamp: 2020-02-28 00:15:21+00:00

Document:
Verordnung über das Naturschutzgebiet „Eichwald mit Tzschetzschnower Schweiz und Steiler Wand“
(GVBl.II/18, [Nr. 75])
Auf Grund des § 22 Absatz 1 und 2, der §§ 23 und 32 Absatz 2 und 3 des Bundesnaturschutzgesetzes vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542), von denen § 23 durch Artikel 2 des Gesetzes vom 4. August 2016 (BGBl. I S. 1972, 1974) geändert worden ist, in Verbindung mit § 8 Absatz 1 und 3 und § 42 Absatz 2 Satz 3 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes vom 21. Januar 2013 (GVBl. I Nr. 3) und § 4 Absatz 1 der Naturschutzzuständigkeitsverordnung vom 27. Mai 2013 (GVBl. II Nr. 43) verordnet der Minister für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft:
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) und im Landkreis Oder-Spree wird als Naturschutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet trägt die Bezeichnung „Eichwald mit Tzschetzschnower Schweiz und Steiler Wand“.
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 580 Hektar. Es umfasst Flächen in folgenden Fluren:
Frankfurt (Oder) Frankfurt (Oder) 40, 53, 54, 107, 109, 124, 125 bis 127;
Brieskow-Finkenheerd Brieskow-Finkenheerd 2.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den in Anlage 2 dieser Verordnung aufgeführten Karten mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet; als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Die in Anlage 2 Nummer 1 aufgeführten topografischen Karten im Maßstab 1 : 10 000 mit den Blattnummern 1 bis 4 ermöglichen die Verortung im Gelände. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den in Anlage 2 Nummer 2 mit den Blattnummern 1 bis 13 aufgeführten Liegenschaftskarten. Zur Orientierung über die betroffenen Grundstücke ist eine Flurstücksliste als Anlage 3 beigefügt.
(3) Innerhalb des Naturschutzgebietes wird gemäß § 22 Absatz 1 Satz 3 des Bundesnaturschutzgesetzes eine Zone 1 festgesetzt, die der direkten menschlichen Einflussnahme weitgehend entzogen ist. Die Zone 1 umfasst rund 166 Hektar und liegt in folgenden Fluren:
Frankfurt (Oder) Frankfurt (Oder) 109, 124, 125.
Die Grenzen der Zone 1 sind in den in Anlage 2 Nummer 1 genannten topografischen Karten mit den Blattnummern 1 bis 3 sowie in den in Anlage 2 Nummer 2 genannten Liegenschaftskarten mit den laufenden Nummern 2, 4 und 8 bis 10 mit ununterbrochener roter Linie eingezeichnet. Als Grenze gilt der innere Rand dieser Linie. Maßgeblich für den Grenzverlauf ist die Einzeichnung in den Liegenschaftskarten.
(4) Die Verordnung mit Karten kann bei dem für Naturschutz und Landschaftspflege zuständigen Fachministerium des Landes Brandenburg, oberste Naturschutzbehörde, in Potsdam sowie bei der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Oder-Spree, untere Naturschutzbehörden, von jedermann während der Dienstzeiten kostenlos eingesehen werden.
(1) Schutzzweck des Naturschutzgebietes, das einen Abschnitt der Mittleren Oder mit einer vielfältig strukturierten, von ausgedehnten Auenwäldern und Wiesen geprägten Überschwemmungslandschaft sowie überwiegend bewaldete Randhänge umfasst, ist
die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzengesellschaften, insbesondere der Still- und Fließgewässer wie Quellfluren, Schwimmblatt- und Tauchfluren, Uferpionierfluren und Flutrasen, Röhrichte und Riede, der feuchten, frischen und trockenwarmen Staudenfluren, der Trocken- und Halbtrockenrasen, der Kryptogamenfluren offener Lehmwände, der Nass-, Feucht- und Frischwiesen mit ihren Brachestadien, der Streuobstwiesen, der naturnahen Wälder wie Hart- und Weichholzauenwälder, Erlen-Eschen-Auenwälder, Erlenbruchwälder, Eichen-Hainbuchenwälder, edellaubholzreiche Hang- und Schluchtwälder sowie der standorttypischen Gebüsche feuchter bis trocken-warmer Standorte;
die Erhaltung und Entwicklung der Lebensstätten wild lebender Pflanzen- und Pilzarten, darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders geschützte Arten, insbesondere Kantiger Lauch (Allium angulosum), Gottes-Gnadenkraut (Gratiola officinalis), Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris), Glanz-Wolfsmilch (Euphorbia lucida), Langblättriger Blauweiderich (Veronica maritima), Sumpf-Platterbse (Lathyrus palustris), Kleines Tausengüldenkraut (Centaurium pulchellum), Weiße Seerose (Nymphaea alba), Schwimmfarn (Salvinia natans), Wassernuss (Trapa natans), Wasserfeder (Hottonia palustris), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Nestwurz (Neottia nidus-avis), Weißes Waldvögelein (Cephalanthera damasonium), Türkenbund-Lilie (Lilium martagon), Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris), Körnchen-Steinbrech (Saxifraga granulata), Mondraute (Botrychium lunaria), Sand-Grasnelke (Armeria maritima ssp. elongata), Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Kartäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) und Ähriger Blauweiderich (Veronica spicata);
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als Lebens- und Rückzugsraum sowie potenzielles Wiederausbreitungszentrum wild lebender Tierarten, insbesondere der Säugetiere, Vögel, Amphibien, Reptilien, Fische, Insekten und Weichtiere; darunter im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 13 und 14 des Bundesnaturschutzgesetzes besonders und streng geschützte Arten, insbesondere Fledermäuse (Chiroptera spp.), Reiherente (Aythya fuligula), Schellente (Bucephala clangula), Knäkente (Anas querquedula), Gänsesäger (Mergus merganser), Seeadler (Haliaeetus albicilla), Rotmilan (Milvus milvus), Schwarzmilan (Milvus migrans), Kranich (Grus grus), Wachtelkönig (Crex crex), Kiebitz (Vanellus vanellus), Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), Bekassine (Gallinago gallinago), Flussuferläufer (Actitis hypoleucos), Silbermöwe (Larus argentatus), Eisvogel (Alcedo atthis), Wendehals (Jynx torquilla), Mittelspecht (Dendrocopos medius), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Neuntöter (Lanius collurio), Raubwürger (Lanius excubitor), Heidelerche (Lullula arborea), Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria), Wiesenpieper (Anthus pratensis), Wechselkröte (Bufo viridis), Knoblauchkröte (Pelobates fuscus), Moorfrosch (Rana arvalis), Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae), Teichmolch (Lissotriton vulgaris), Zauneidechse (Lacerta agilis), Wald-Eidechse (Zootoca vivipara), Ringelnatter (Natrix natrix), Großer Goldkäfer (Protaetia aeruginos), Marmorierter Rosenkäfer (Protaetia lugubris), Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Asiatische Keiljungfer (Gomphus flavipes), Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus), Malermuschel (Unio pictorum), Große Flussmuschel (Unio tumidus) und Große Teichmuschel (Anodonta cygnea);
die Erhaltung des bis 20 Meter hohen und rund 500 Meter langen Kliffs „Steile Wand“ aus elsterzeitlichen Grundmoränensedimenten an einem Prallhang der Oder aus naturgeschichtlichen Gründen;
die Erhaltung des Burgwalls Lossow und der slawischen Niederungsburg Burghübbel aus landeskundlichen Gründen;
die Erhaltung der besonderen Eigenart und hervorragenden Schönheit der strukturreichen Überschwemmungslandschaft mit Flussuferkomplexen, großflächigen altbaumreichen Auenwäldern sowie weitläufigen, durch Baumgruppen, Kopfbaumreihen, Flutrinnen und Kleingewässer gegliederten Wiesenbereichen, einschließlich naturnah bewaldeter Talhänge und Seitentäler;
die Erhaltung und Entwicklung des Gebietes als wesentlicher Teil des großräumigen internationalen Gewässer- und Feuchtgebietsverbundes entlang der Oder sowie als Kernbereich im regionalen Wald- beziehungsweise Gehölzbiotopverbund.
(2) Die Unterschutzstellung dient der Erhaltung und Entwicklung des Gebiets von gemeinschaftlicher Bedeutung „Eichwald mit Tzschetzschnower Schweiz und Steiler Wand“ (§ 7 Absatz 1 Nummer 6 des Bundesnaturschutzgesetzes), das ehemals die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung „Eichwald und Buschmühle“ und „Oderwiesen am Eichwald“ sowie einen Teil des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Oder-Neiße-Ergänzung“ umfasste, mit seinen Vorkommen von
Natürlichen eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions, Flüssen der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion, Flüssen mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p., Feuchten Hochstaudenfluren der planaren bis alpinen Stufe, Brenndolden-Auenwiesen (Cnidion dubii), Mageren Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis), Subatlantischem oder mitteleuropäischem Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli-Stellario-Carpinetum), Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald (Galio-Carpinetum), Hartholzauenwäldern mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris) als natürlichen Lebensraumtypen von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 4 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Kalktuffquellen (Ceratoneurion), Schlucht- und Hangmischwäldern (Tilio-Acerion), Auen-Wäldern mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) als prioritären natürlichen Lebensraumtypen im Sinne von § 7 Absatz 1 Nummer 5 des Bundesnaturschutzgesetzes,
Fischotter (Lutra lutra), Biber (Castor fiber), Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), Großes Mausohr (Myotis myotis), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), Kammmolch (Triturus cristatus), Rapfen (Aspius aspius), Steinbeißer (Cobitis taenia), Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis), Bitterling (Rhodeus amarus), Stromgründling (Romanogobio belingi), Flussneunauge (Lampetra fluviatilis), Grüner Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia) als Arten von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich ihrer für Fortpflanzung, Ernährung, Wanderung und Überwinterung wichtigen Lebensräume,
Kriechendem Sellerie (Apium repens) als Art von gemeinschaftlichem Interesse im Sinne von § 7 Absatz 2 Nummer 10 des Bundesnaturschutzgesetzes, einschließlich seines Lebensraumes und den für seine Reproduktion erforderlichen Standortbedingungen,
(3) Darüber hinaus ist besonderer Schutzzweck der Zone 1 der Schutz der Gesamtheit ökologischer Prozesse in ihrer natürlichen Dynamik in dem größten zusammenhängenden Auenwaldgebiet Brandenburgs und in angrenzenden überregional bedeutsamen Hangwäldern sowie der Erhaltung eines der bedeutendsten Vorkommen der Käferart Eremit (Osmoderma eremita) in Deutschland.
das Gebiet außerhalb der Wege zu betreten; ausgenommen ist das Betreten jeweils zwischen dem 1. August eines jeden Jahres und Ende Februar des Folgejahres außerhalb der Zone 1 und außerhalb von Feuchtbereichen zum Zweck der Erholung sowie des Sammelns von Pilzen und Wildfrüchten gemäß § 5 Absatz 1 Nummer 14;
Wasserfahrzeuge aller Art außerhalb der Bundeswasserstraße Oder zu benutzen;
Grünland als Wiese oder Weide genutzt wird und die jährliche Zufuhr an Pflanzennährstoffen über Düngemittel inklusive der Exkremente von Weidetieren je Hektar Grünland die Menge nicht überschreitet, die dem Nährstoffäquivalent des Dunganfalls von 1,4 Raufutter verwertende Großvieheinheiten (RGV) entspricht, ohne chemisch-synthetische Stickstoffdüngemittel, Gülle und Sekundärrohstoffdünger einzusetzen. Sekundärrohstoffdünger im Sinne dieser Verordnung sind Abwasser, Fäkalien, Klärschlamm und ähnliche Stoffe aus Siedlungsabfällen und vergleichbare Stoffe aus anderen Quellen, jeweils auch weiterbehandelt und in Mischungen untereinander oder mit Düngemitteln, Wirtschaftsdünger, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln,
auf Grünland § 4 Absatz 2 Nummer 22 und 23 gilt, wobei bei Narbenschäden eine umbruchlose Nachsaat mit standortangepassten Grasarten zulässig ist,
das Walzen und Schleppen von Grünland im Zeitraum vom 31. März bis zur ersten Nutzung eines jeden Jahres unzulässig bleibt,
auf Grünland bei Beweidung Gehölze in geeigneter Weise gegen Verbiss und sonstige Beschädigungen sowie Ränder von Gewässern wirksam gegen Trittschäden von weidenden Nutztieren geschützt werden; diese Maßgabe gilt nicht für die Gewässer Bardaune II und Hospitalmühlenfließ im Bereich der Oderwiesen;
eine Nutzung nur einzelstamm- bis gruppenweise, in Robinienbeständen ausschließlich einzelstammweise erfolgt,
hydromorphe Böden nur bei ausreichender Tragfähigkeit durch Frost sowie Böden mit einem hohen Anteil an feinkörnigem Substrat nur bei ausreichender Tragfähigkeit durch Frost oder in Trockenperioden auf dauerhaft festgelegten Rückegassen befahren werden,
ein Altholzanteil von mindestens 10 Prozent am aktuellen Bestandesvorrat zu sichern ist, wobei mindestens fünf Stämme je Hektar mit einem Durchmesser von mehr als 35 Zentimetern in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß bis zum natürlichen Absterben und Zerfall aus der Nutzung genommen sein müssen,
je Hektar mindestens fünf Stück lebensraumtypische, abgestorbene, stehende Bäume (Totholz) mit mehr als 35 Zentimeter Durchmesser in 1,30 Meter Höhe über dem Stammfuß nicht gefällt werden; liegendes Totholz (ganze Bäume mit einem Durchmesser von über 65 Zentimetern am stärkeren Ende) verbleibt als ganzer Baum im Bestand,
§ 4 Absatz 2 Nummer 16 und 22 gilt.
Die Gewinnung von Vermehrungsgut bleibt auch in der Zone 1 zulässig;
innerhalb der Zone 1 nur erforderliche Hegemaßnahmen gemäß § 1 der Fischereiordnung des Landes Brandenburg im Sinne eines Monitorings mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde zulässig sind; die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
Fanggeräte und Fangmittel so einzusetzen oder auszustatten sind, dass eine Gefährdung des Bibers und des Fischotters weitgehend ausgeschlossen ist,
§ 4 Absatz 2 Nummer 18 gilt;
die rechtmäßige Ausübung der Angelfischerei außerhalb der Zone 1 an der Oder und an Oderaltarmen mit der Maßgabe, dass
das Betreten und die Beseitigung von Uferröhrichten unzulässig ist,
§ 4 Absatz 2 Nummer 12, 18 und 19 gilt;
in der Zeit vom 1. März bis zum 31. Juli eines jeden Jahres keine Bewegungsjagd erfolgt,
die Fallenjagd nur mit Lebendfallen erfolgt und in einem Abstand von bis zu 100 Metern vom Ufer der Fließgewässer und Altarme verboten ist. Von der Einhaltung dieses Abstandes kann die untere Naturschutzbehörde Ausnahmen erteilen, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird,
keine Baujagd in einem Abstand von bis zu 100 Metern vom Ufer der Fließgewässer und Altarme vorgenommen wird,
die Durchführung biotopeinrichtender Maßnahmen in Pappel-, Rot-Eschen- und Robinienbeständen der Zone 1 zur Regeneration standorttypischer Wälder bis zum 31. Dezember 2028 im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
die im Sinne des § 39 des Wasserhaushaltsgesetzes und des § 78 des Brandenburgischen Wassergesetzes ordnungsgemäße Unterhaltung der Gewässer und die ordnungsgemäße Unterhaltung der Bundeswasserstraße Strom-Oder, soweit sie den in § 3 aufgeführten Schutzgütern nicht entgegensteht. Die Maßnahmen können durch einen abgestimmten Unterhaltungsplan dokumentiert werden;
die ordnungsgemäße Unterhaltung der Anlagen an der Bundeswasserstraße Oder sowie der Bau und die wesentliche Änderung von Anlagen, sofern sie nicht einer Planfeststellung unterliegen, im Benehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Gegenstand der Benehmensherstellung ist dabei auch die Prüfung der Verträglichkeit mit den in § 3 Absatz 2 genannten Erhaltungszielen des Gebietes. Soll bei der Durchführung der Maßnahme von der Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde abgewichen werden, entscheidet hierüber die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt im Benehmen mit der Fachbehörde für Naturschutz und Landschaftspflege;
Maßnahmen des Hochwasserschutzes zur Beseitigung von Abflusshindernissen im Überschwemmungsbereich, wie zum Beispiel Stammholz, Äste, Treibgut, wenn dadurch der Schutzzweck nicht gefährdet wird. Die Maßnahmen sind der unteren Naturschutzbehörde gemäß § 34 Absatz 6 des Bundesnaturschutzgesetzes schriftlich anzuzeigen;
die ordnungsgemäße Unterhaltung sonstiger rechtmäßig bestehender Anlagen, sofern diese nicht unter die Nummern 8, 9 und 11 fallen, im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
das Sammeln von Pilzen und Wildfrüchten in geringen Mengen für den persönlichen Gebrauch außerhalb der Zone 1 und außerhalb von Feuchtbereichen jeweils zwischen dem 1. August eines jeden Jahres bis Ende Februar des Folgejahres;
Maßnahmen zum Schutz, zur Erhaltung, Pflege, Erforschung und Zugänglichkeit von Bodendenkmalen im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde. Das Einvernehmen ist zu erteilen, wenn der Schutzzweck nicht erheblich beeinträchtigt wird;
im Überschwemmungsbereich der Oder soll eine naturnahe Auendynamik durch geeignete Maßnahmen gefördert werden, zum Beispiel durch Rückbau von nicht mehr benötigtem Uferdeckwerk und von künstlichen Strömungshindernissen in der Aue;
entlang der Oder sollen Uferstreifen von mindestens 20 Meter Breite ungenutzt bleiben; in geeigneten Bereichen soll dort die Entwicklung von Weichholzarten gefördert werden;
künstlich veränderte Abschnitte von natürlichen Oderzuflüssen wie Hospitalmühlenfließ und Bardaune sollen renaturiert und ihre ökologische Durchgängigkeit verbessert werden, zum Beispiel durch Rückbau von Quell-, Ufer- und Sohlbefestigungen, Förderung von Seitenerosion, Aufweitung von Wege-, Straßen- und Bahndurchlässen;
der Gebietswasserhaushalt soll renaturiert werden, indem Gräben außerhalb von Nutzungszeiten eingestaut bleiben. Die Unterhaltung von Gräben und ihren Vorflutern soll, wenn nötig, möglichst schonend erfolgen;
Grünland soll vorzugsweise als Mähwiese oder Mähweide genutzt werden, wobei in Wuchsschwerpunkten von Stromtalpflanzen eine Nutzungspause vom 15. Juni bis 31. August eines jeden Jahres eingehalten werden soll und in Schwerpunkten der Fortpflanzungsstätten von wiesenbrütenden Vogelarten die erste Nutzung frühestens ab Mitte Juni eines jeden Jahres und die Mahd von innen nach außen beziehungsweise in Streifen erfolgen soll;
zur Förderung der Eichen-Naturverjüngung sowie zur Freistellung von Brutbäumen des Eremiten sollen an geeigneten Stellen in Auen- und Hangwäldern der Zone 1 im Einvernehmen mit der unteren Naturschutzbehörde Einzelbäume entnommen werden;
zur Erhaltung und Entwicklung von naturnah bestockten und strukturierten Waldflächen außerhalb der Zone 1 sollen bei deren Bewirtschaftung
andere nicht gebietsheimische Gehölzarten, wie zum Beispiel Robinie (Robinia pseudoacacia), Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina), Hybrid- und Balsam-Pappel (Populus x canadensis, P. balsamifera), Rot-Esche (Fraxinus pennsylvanica), Eschen-Ahorn (Acer negundo), Fichte (Picea abies) und andere Nadelholzarten im Rahmen der Nutzung durch bevorzugte Entnahme und Mischungsregulierung zurückgedrängt werden,
im Unter- und Zwischenstand vorhandene Baumarten der jeweils natürlichen Waldgesellschaft durch Freistellung begünstigt und in die nächste Bestandesgeneration übernommen werden,
Baumarten der jeweils natürlichen Waldgesellschaften, insbesondere Stiel- und Trauben-Eiche, Hainbuche und Winter-Linde auch durch Saat ergänzt werden,
auf Steilhängen mit über 25 Prozent Neigung Holzerntemaßnahmen möglichst unterbleiben oder diese nur mit nicht bodengebundener Holzerntetechnik erfolgen;
im Umkreis von einer Baumlänge zum Fledermauswinterquartier Bunker Lossow sollen forstwirtschaftliche Maßnahmen unterbleiben;
Kopfbaum- und Streuobstbestände sollen gepflegt werden;
zum Schutz der Avifauna soll der Waschbär intensiv bejagt werden;
in angrenzenden, zum Naturschutzgebiet hin geneigten Ackerflächen sollen zum Schutz von Waldbiotopen vor Stoffeinträgen und Erosion Randstreifen angelegt werden;
es sollen geeignete Einrichtungen zur Besucherlenkung und -information geschaffen werden wie zum Beispiel eine Wegekonzeption zur Vermeidung von Störungen während des Brutgeschehens von Bodenbrütern auf Auenwiesen und entlang der Oder sowie von Greifvögeln im Eichwald.
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 39 Absatz 1 Nummer 1 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Verboten des § 4 oder den Maßgaben des § 5 zuwiderhandelt.
(3) Soweit diese Verordnung keine weiter gehenden Vorschriften enthält, bleiben die Regelungen über gesetzlich geschützte Teile von Natur und Landschaft (§ 17 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes, § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes in Verbindung mit § 18 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes), über das Netz „Natura 2000“ (§§ 33 und 34 des Bundesnaturschutzgesetzes) und über den Schutz und die Pflege wild lebender Tier- und Pflanzenarten (§§ 37 bis 47 des Bundesnaturschutzgesetzes) sowie über Horststandorte (§ 19 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes) unberührt.
(1) § 5 Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe a und b tritt am 1. Januar 2019 in Kraft. Im Übrigen tritt diese Verordnung am Tag nach der Verkündung in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt der Beschluss 130, Abschnitt II.2, des Bezirkstages Frankfurt (Oder) vom 14. März 1990 über das Naturschutzgebiet „Eichwald und Buschmühle“ außer Kraft.
Potsdam, den 6. November 2018
Anlage 1 (zu § 2 Absatz 1) - Kartenskizze zur Lage des Naturschutzgebietes „Eichwald mit Tzschetzschnower Schweiz und Steiler Wand“ 434.6 KB
Anlage 2 (zu § 2 Absatz 2) - Topografische Karten, Liegenschaftskarten 208.1 KB
Anlage 3 (zu § 2 Absatz 2) - Flurstücksliste zur Verordnung über das Naturschutzgebiet „Eichwald mit Tzschetzschnower Schweiz und Steiler Wand“ 205.2 KB

References: § 22
 § 23
 § 8
 § 42
 § 4
 § 2
 § 22
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 7
 § 5
 § 4

§ 4
 § 1

§ 4

§ 4
 § 39
 § 78
 § 3
 § 3
 § 34
 § 39
 § 4
 § 5
 § 30
 § 18
 § 5
 § 2
 § 2
 § 2