Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=10.11.2004&Aktenzeichen=6%20BN%203.04
Timestamp: 2020-08-12 21:46:17+00:00

Document:
BVerwG, 10.11.2004 - 6 BN 3.04 - dejure.org
https://dejure.org/2004,1792
BVerwG, 10.11.2004 - 6 BN 3.04 (https://dejure.org/2004,1792)
BVerwG, Entscheidung vom 10.11.2004 - 6 BN 3.04 (https://dejure.org/2004,1792)
BVerwG, Entscheidung vom 10. November 2004 - 6 BN 3.04 (https://dejure.org/2004,1792)
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Gefahr; Gefahrenabwehr; Gefahrenverdacht; Gefahrenvorsorge; so genannte gefährliche Hunde; Liste von Hunderassen; Bestimmtheitsgrundsatz
Anforderungen in einer Gefahrenabwehrverordnung an bestimmte Hunderassen oder Hundegruppen; Vereinbarkeit des § 71a Abs. 1 HSOG,HE (Hessisches Sicherheitsgesetz und Ordnungsgesetz) mit dem Demokratieprinzip und Rechtsstaatsprinzip ; Zulässigkeit der unterschiedlichen ...
HSOG § 71a
Revision gegen Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs zur sog. Hundeverordnung nicht zugelassen
NVwZ-RR 2005, 626
Damit hatte der Senat aber nicht zum Ausdruck gebracht, dass über die grundlegende Entscheidung des Gesetzgebers für eine Rasseliste hinaus auch die einzelnen in der Liste enthaltenen Hunde bereits in der gesetzlichen Verordnungsermächtigung festgelegt sein müssten (Beschluss vom 10. November 2004 - BVerwG 6 BN 3.04 - Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 79 S. 81 m.w.N.).
Dagegen darf er die Festlegung der einzelnen in die Liste aufzunehmenden Hunderassen aber dem Verordnungsgeber überlassen (Beschluss vom 10. November 2004 - BVerwG 6 BN 3.04 - Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 79 S. 81).
Der Senat hat in seinem erwähnten Urteil vom 27. Januar 2004 (bestätigt durch Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 10. November 2004 - BVerwG 6 BN 3.04 -, Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 79) festgestellt, dass die Regelungen in § 2 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 - 4, 5 bis 8, 10 und 11 HundeVO, wonach bei Hunden der in diesen Bestimmungen aufgeführten Rassen einschließlich ihrer Kreuzungen eine Gefährlichkeit im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 HundeVO vermutet wird, durch die gesetzliche Ermächtigung in § 71 a Abs. 1 HSOG gedeckt sind und auch im Übrigen keinen rechtlichen Bedenken begegnen.
Auf der anderen Seite ist aber auch geklärt, dass der Gesetzgeber die Festlegung der einzelnen in eine solche Liste aufzunehmenden Hunderassen dem Verordnungsgeber überlassen darf (Beschluss vom 10. November 2004 BVerwG 6 BN 3.04 Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 79 zu § 71 a HSOG).
Selbst wenn vor dem Hintergrund der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes (BVerwG), vgl. Urteile vom 3. Juli 2002 -6 CN 8.01-, DVBl. 2002, 1562 (zur Niedersächsischen Gefahrtier-Verordnung); vom 18. Dezember 2002 -6 CN 1.02-, Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 73 (zur Schleswig-Holsteinischen Gefahrhundeverordnung); vom 20. August 2003 -6 CN 4.02-, (zur Brandenburgischen Hundehalterverordnung); vom 28. Juni 2004 -6 C 21.03-, Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 76 (zur Rheinland-Pfälzischen Gefahrenabwehrverordnung); und vom 10. November 2004 -6 BN 3.04-, Buchholz 402.41 Allgemeines Polizeirecht Nr. 79 (zur Hessischen Gefahrenabwehrverordnung), Anhaltspunkte für eine mögliche Nichtigkeit auch der nordrhein-westfälischen Landeshundeverordnung bestehen, führte dies nicht zu einer Nichtigkeit und damit Unwirksamkeit der auf ihrer Grundlage erlassenen Verwaltungsakte mit der Folge, dass sie einer Überprüfung anhand der Regelungen des Landeshundegesetzes überhaupt nicht mehr zugänglich wären.
vgl. Bundesverfassungsgericht - BVerfG -, Urteil vom 16. März 2004 - 1 BvR 1778/01 -, NVwZ 2004, S. 216 - 226 (Juris-Dok.); BVerwG, Beschluss vom 10. November 2004 - 6 BN 3/04 -.
Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat in seinem Urteil vom 27.01.2004 (Az.: 11 N 520/03 -, ESVGH 54, 249, bestätigt durch Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 10.11.2004 - 6 BN 3.04 -, NVwZ-RR 2005, 626) festgestellt, dass die Regelungen in § 2 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 bis 4, 5 bis 8, 10 und 11 HundeVO, wonach bei Hunden der in diesen Bestimmungen aufgeführten Rassen einschließlich ihrer Kreuzungen eine Gefährlichkeit im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 HundeVO vermutet wird, durch die gesetzliche Ermächtigung in § 71 a Abs. 1 HSOG gedeckt sind und auch im Übrigen keinen rechtlichen Bedenken begegnen.

References: § 71
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 § 2
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 § 71
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