Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.12.2005&Aktenzeichen=II%20ZR%20291%2F03
Timestamp: 2019-03-21 04:38:41+00:00

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BGH, 05.12.2005 - II ZR 291/03 - dejure.org
AktG § 101 Abs. 1, 2, §§ 250, 278 Abs. 3, § 285 Abs. 1 Nr. 1, § 287 Abs. 3; ZPO § 256
Unwirksamkeit der Entsendung eines Aufsichtsratsmitglieds einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA); Unzulässigkeit der Entsendung in den Aufsichtsrat bei persönlich haftendem Gesellschafter; Umgehungsgeschäft bei Übertragung von Namensaktien auf ein Familienmitglied; Zulässigkeit der Feststellungsklage bei Frage nach der Wirksamkeit der Entsendung des Aufsichtsratsmitglied; Aufsichtsratsmitgliedschaft bei Beteiligung an der Komplementärgesellschaft; Übertragung des Entsendungsrecht bei Inhaberschaft einer Namensaktie
Zur Mitgliedschaft von Geschäftsführern und Gesellschaftern einer Komplementär-GmbH im Aufsichtsrat der KGaA ("Gabriel Sedlmayr/Spaten Franziskaner Bräu")
Zur analogen Anwendung des § 287 Abs. 3 AktG auf Geschäftsführer sowie solche Gesellschafter der Komplementär-GmbH einer KGaA, die an der Komplementär-GmbH maßgeblich beteiligt sind; zur Frage der Umgehung des Ausschlusses des Stimmrechts der Komplementärgesellschaft bei der Wahl des Aufsichtsrats
Zulässigkeit einer Feststellungsklage wegen Unwirksamkeit der Entsendung eines Aufsichtsratsmitglieds; Zulässigkeit der Übertragung von Stimmrechten
KGaA: Zur wirksamen Entsendung von Aufsichtsratsmitgliedern
Aktienrecht, Aktionär, Aufsichtsrat, Feststellungsklage, Geschäftsführer, Gesellschaftsrecht, Kommanditgesellschaft, Stimmrechte
AktG § 287 Abs. 3, § 101 Abs. 2, §§ 250, 285 Abs. 1; ZPO § 256
Analoge Anwendung des § 287 Abs. 3 AktG auf Geschäftsführer und Gesellschafter der Komplementär-GmbH einer KGaA; analoge Anwendung des § 285 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 AktG auf Entsendungsrechte in den AR; kein unzulässiges Umgehungsgeschäft in Form der Übertragung der Namensaktien auf ein Familienmitglied, das zur Ausübung der Entsendungsrechte in der Lage ist
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 05.12.2005, Az.: II ZR 291/03 (KGaA: Fehlerhafte Entsendung von Aufsichtsratsmitgliedern mit allgemeiner Feststellungsklage angreifbar)" von RA Dr. Ralf Ek und RA Dr. Boris Schiemzik, original erschienen in: BB 2006, 456 - 457.
LG München I, 05.04.2002 - 5 HKO 2178/01
BGHZ 165, 192
NJW 2006, 510
ZIP 2004, 214
ZIP 2006, 177
DNotZ 2006, 371
WM 2006, 138
WM 2006, 138\t
BB 2006, 453
DB 2006, 266
NZG 2006, 138
Die Beschränkung der Rechtskraft schließt das Rechtsschutzinteresse nicht aus, wenn sich die Klage auf ein Drittrechtsverhältnis bezieht, das Gegenstand einer Feststellungsklage sein kann (vgl. BGH, Urteil vom 5. Dezember 2005 - II ZR 291/03, BGHZ 165, 192, 196 f.).
Zur Rechtmäßigkeit der Entsendung eines Aufsichtsratsmitglieds gemäß § 101 II …
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann ein Aktionär einer KGaA gemäß § 256 Abs. 1 ZPO die Rechtmäßigkeit der Entsendung eines Aufsichtsratsmitglieds gemäß § 101 Abs. 2 AktG überprüfen lassen, da er ein berechtigtes Interesse an der Feststellung hat, ob der Aufsichtsrat der Gesellschaft, der er als Kommanditaktionär angehört, richtig besetzt ist (Urteil vom 05.12.2005, II ZR 291/03, BGHZ 165, Seite 192 ff, zitiert nach Juris, Rn. 10).
Ihre ratio ist zu vermeiden, dass Geschäftsführungs- und Überwachungsfunktion in einer Hand zusammenfallen (BGH, Urteil vom 05.12.2005, II ZR 291/03, BGHZ 165, Seite 192 ff, Rn. 13).
a) Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann Gegenstand einer Feststellungsklage gemäß § 256 Abs. 1 ZPO auch ein Rechtsverhältnis sein, das zwischen einer Partei und einem Dritten (hier zwischen den beiden Beklagten) besteht (Senatsurteile vom 19. Juni 1970 - V ZR 151/67, WM 1970, 933 und vom 14. Juli 1995 - V ZR 31/94, NJW 1995, 3183; BGH, Urteile vom 16. Juni 1993 - VIII ZR 222/92, BGHZ 123, 44, 46 und vom 5. Dezember 2005 - II ZR 291/03, BGHZ 165, 192, 196 - jeweils mwN).
Die Feststellung eines Drittrechtsverhältnisses ist aber hier ausnahmsweise zulässig, da die Rechtsbeziehung der Beklagten mit der Widerbeklagten zu 3) für die Klägerin rechtlich bedeutsam ist und letztere daher ein Interesse an der baldigen Klärung des Rechtsverhältnisses besitzt (Zöller/Greger, § 256 Rn 3 b; Baumbach/Hartmann, § 256 Rn 27; BGH, NJW 2006, 510, 511).
- Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (vgl.: BGH, WM 2006, 138 f., Juris-Rz. 10;… WM 2011, 1100, Juris-Rz. 11 - m.w.N.;… kritisch: Zöller, aaO, § 256, Rz. 3 b) kann indes auch ein Drittrechtsverhältnis Gegenstand einer Feststellungsklage sein (…BGH, aaO; BGH, VersR 2000, 866, m.w.N.).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs kann Gegenstand einer Feststellungsklage gemäß § 256 Abs. 1 ZPO auch ein Rechtsverhältnis sein, das zwischen einer Partei und einem Dritten (hier dem Beklagten und der W... GmbH) besteht (BGH…, Urteil vom 14.07.1995, V ZR 31/94, Rn. 8; BGH, Urteil vom 5.12.2005, II ZR 291/03, Rn. 10;… kritisch Zöller/Greger, ZPO, 29. Aufl. 2012, § 256 Rn. 3b).

References: § 101
 § 285
 § 287
 § 256
 § 287
 § 287
 § 101
 § 256
 § 287
 § 285
 BGH 
 § 101
 § 256
 § 101
 § 256
 § 256
 § 256
 § 256
 § 256
 § 256