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Timestamp: 2020-01-21 08:53:59+00:00

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335 Konfirmationsgesetz (KonfirmationsG) - Kirchenrecht Online-Nachschlagewerk
335 Konfirmationsgesetz (KonfirmationsG)
§ 3 Persönliche Voraussetzungen und Anmeldung
§ 4 Zuständigkeit und Einrichtung
§ 5 Rahmenbedingungen
§ 6 Gottesdienstbesuch und Teilnahme am Abendmahl
§ 7 Zulassung zur Konfirmation
§ 8 Konfirmation
§ 9 Konfirmation Erwachsener
§ 10 Rahmenrichtlinien
Kirchengesetz über den
Konfirmandenunterricht und die Konfirmation
Vom 4. Juni 2005
(ABl. 2005 S. 109)
1 Der Konfirmandenunterricht soll Kindern die selbstverantwortete Annahme der Taufe ermöglichen. 2 Er führt in das gemeindliche und gottesdienstliche Leben ein. 3 Ihm liegt ein ganzheitliches Bildungsverständnis zu Grunde.
( 1 ) Im Mittelpunkt des Konfirmandenunterrichts stehen zentrale Inhalte des christlichen Glaubens, das Selbstverständnis und der Auftrag der Kirche, die Praxis des Gebets und eine ethische Orientierung.
( 2 ) 1 Dem Konfirmandenunterricht sind vom Landeskirchenamt erlassene Rahmenrichtlinien zu Grunde zu legen (§ 10). 2 Über die Stoffauswahl, Methoden und Unterrichtsmittel entscheiden die Unterrichtenden im Rahmen der Richtlinien.
Persönliche Voraussetzungen und Anmeldung
( 1 ) Kinder, die mit Beginn der Konfirmandenzeit das 12. Lebensjahr vollendet haben, können zum Konfirmandenunterricht angemeldet werden.
( 2 ) Im Rahmen eines zweiphasigen Konfirmandenunterrichts können bereits Kinder im Alter von neun bis elf Jahren teilnehmen.
( 3 ) Die Teilnahme am Konfirmandenunterricht ist für Getaufte und Ungetaufte möglich.
Zuständigkeit und Einrichtung
( 1 ) 1 In der Regel erfolgt die Teilnahme in der eigenen Kirchengemeinde. 2 Die Teilnahme am Konfirmandenunterricht in einer anderen Gemeinde bedarf einer Überweisung (Dimissoriale) des zuständigen Pfarramtes. 3 Diese Überweisung darf nur aus Gründen verweigert werden, aus denen eine Konfirmation verweigert werden könnte.
( 2 ) Der Konfirmandenunterricht oder einzelne Veranstaltungen für Konfirmanden und Konfirmandinnen können von den Pfarrämtern auch für mehrere Kirchengemeinden sowie für die Propstei gemeinsam geplant und durchgeführt werden.
( 3 ) Die Kinder werden von den Pfarrämtern zu Unterrichtsgruppen zusammengefasst.
( 4 ) Die Pfarrämter können im Einvernehmen mit den Kirchenvorständen und nach Anhörung der Erziehungsberechtigten Unterrichtsgruppen über die Kirchengemeindegrenzen hinaus oder auf Propsteiebene bilden.
( 1 ) 1 Organisation und äußere Rahmenbedingungen des Konfirmandenunterrichts verantworten Pfarramt und Kirchenvorstand gemeinsam. 2 Der Kirchenvorstand beschließt im Einvernehmen mit dem Pfarramt, welches Modell für den Konfirmandenunterricht in der Gemeinde angeboten wird und welche Mitarbeitenden daran beteiligt werden.
( 2 ) 1 Die Erziehungsberechtigten sind über Inhalte und Verlauf des Konfirmandenunterrichts zu informieren. 2 Es sollen regelmäßig Elternabende stattfinden.
Gottesdienstbesuch und Teilnahme am Abendmahl
( 1 ) 1 Die Konfirmanden und Konfirmandinnen sollen regelmäßig an Gottesdiensten teilnehmen. 2 Sie sollen nach Möglichkeit an der Gestaltung von Gottesdiensten beteiligt werden.
( 2 ) Das Abendmahl kann nach erfolgter Unterweisung mit den Konfirmanden und Konfirmandinnen gefeiert werden.
( 1 ) 1 Aufgrund der Teilnahme am Konfirmandenunterricht entscheidet das Pfarramt über die Zulassung zur Konfirmation, in Zweifelsfällen nach Beratung im Kirchenvorstand. 2 Sind andere Unterrichtende längere Zeit tätig gewesen, so sind sie zu hören.
( 2 ) Die Zulassung zur Konfirmation kann versagt werden, wenn
die Teilnahme an der Konfirmandenarbeit häufig versäumt worden ist,
besondere Gründe im Verhalten die Konfirmation nicht gerechtfertigt erscheinen lassen.
( 3 ) Soll die Zulassung zur Konfirmation versagt werden, so muss vor der Beratung im Kirchenvorstand ein eingehendes Gespräch mit dem Konfirmanden oder der Konfirmandin und den Erziehungsberechtigten stattfinden.
( 4 ) 1 Gegen die Versagung kann Beschwerde bei dem Propst oder der Pröpstin eingelegt werden. 2 Dieser oder diese entscheidet abschließend. 3 Auf die Beschwerdemöglichkeit ist hinzuweisen.
( 1 ) 1 Der Konfirmationsgottesdienst ist ein Gottesdienst der Gemeinde und findet deshalb in der Regel an einem Sonntag statt. 2 Zur Konfirmation gehört die Einladung zur Feier des Abendmahls im Gottesdienst selbst oder in unmittelbarer zeitlicher Nähe.
( 2 ) Die Konfirmation setzt die Taufe voraus.
( 3 ) Die Konfirmation berechtigt zur Teilnahme am Abendmahl in eigener Verantwortung und zur Übernahme des Patenamtes.
( 4 ) 1 Über die Konfirmation wird eine Urkunde ausgestellt. 2 Konfirmanden und Konfirmandinnen, die sich nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt konfirmieren lassen wollen, erhalten über die Teilnahme am Konfirmandenunterricht eine Bescheinigung.
( 1 ) Erwachsene, die getauft, aber nicht konfirmiert sind, können nach entsprechender Vorbereitung konfirmiert werden.
( 2 ) Werden Erwachsene getauft, erfolgt keine Konfirmation.
1 Das Landeskirchenamt wird ermächtigt, Rahmenrichtlinien zur näheren Ausgestaltung des Konfirmandenunterrichts zu erlassen. 2 Darin sollen insbesondere geregelt werden:
Formen, Inhalte und Umfang der Konfirmandenarbeit;
Mindest- und Höchstteilnehmerzahlen von Unterrichtsgruppen;
Persönliche Voraussetzungen von Mitarbeitenden;
Gestaltung von Gottesdiensten, insbesondere Vorstellungsgottesdiensten.
1 Dieses Kirchengesetz tritt am 1. Januar 2006 in Kraft. 2 Zu diesem Zeitpunkt tritt das Kirchengesetz über die Abschnitte II und III der Ordnung des kirchlichen Lebens – Vom Dienst der Gemeinde und ihrer Jugend und Vom Leben der Jugend in der Gemeinde vom 15. Juni 1956 (ABl. S. 27) außer Kraft.

References: § 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10