Source: http://www.hensche.de/Massenentlassungsanzeige_fehlerhaft_keine_Heilung_einer_fehlerhaften_Massenentlassungsanzeige_durch_Bescheid_der_Arbeitsagentur_LAG_Duesseldorf_12Sa1321-10.html
Timestamp: 2018-05-25 01:24:23+00:00

Document:
1 Ca 649/09 lev Ar­beits­ge­richt So­lin­gen
am 10. No­vem­ber 2010
des Herrn B. L., Zur I. 17, U.,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte P., L. & Kol­le­gen,
L.-C.-Str. 11, M.,
den Rechts­an­walt Dr. G. L. als In­sol­venz­ver­wal­ter über das Vermögen der T. 4 GmbH, D.-U.-Str. 1, E.,
Pro­zess­be­vollmäch­tig­te: Rechts­anwälte L. & A.,
D.-U.-Str. 1, E.,
hat die 12. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Düssel­dorf auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 10.11.2010
durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Lan­des­ar­beits­ge­richt Dr. Plüm als Vor­sit­zen­den so­wie den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Gei­sen und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ur­ba­ni­ak
Die Be­ru­fung des Be­klag­ten ge­gen das Ur­teil des Ar­beits­ge­richts So­lin­gen vom 24.06.2010 wird kos­tenfällig zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über die Rechts­wirk­sam­keit ei­ner or­dent­li­chen ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Kündi­gung vom 11.03.2009, die der Be­klag­te nach ei­nem In­ter­es­sen­aus­gleich mit Na­mens­lis­te aus­ge­spro­chen hat.
Der Kläger be­strei­tet die ord­nungs­gemäße Anhörung des Be­triebs­rats. Des Wei­te­ren be­an­stan­det er die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge. Sch­ließlich stellt er die Be­triebs­be­dingt­heit der Kündi­gung in Ab­re­de und hält die Bil­dung des aus­wahl­re­le­van­ten Per­so­nen­krei­ses für grob feh­ler­haft.
Der Be­klag­te be­ruft sich dem­ge­genüber auf die durch § 125 Abs. 1 Satz 1 In­sO be­gründe­te Ver­mu­tung der Be­triebs­be­dingt­heit der Kündi­gung und die auf gro­be Feh­ler­haf­tig­keit be­schränk­te So­zi­al­aus­wahl­kon­trol­le. Er macht gel­tend, den Be­triebs­rat münd­lich und schrift­lich zur Kündi­gung an­gehört zu ha­ben. Sch­ließlich ver­tei­digt er die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge als ord­nungs­gemäß und hält den Einwänden des Klägers ent­ge­gen, dass die zuständi­ge Agen­tur für Ar­beit der Mas­sen­ent­las­sung zu­ge­stimmt hat.
Der Kläger, am 11.5.1970 ge­bo­ren, le­dig, trat am 23.10.1990 als Che­mie­fach­wer­ker in die Diens­te der U. GmbH M., Rechts­vorgänge­rin der U. G. GmbH. Gemäß Über­lei­tungs­ver­trag vom 08.08.2007 ging das Ar­beits­verhält­nis auf die U. G. Ser­vices GmbH über. Die U. G. Ser­vices GmbH ist in­ner­halb der U. G. Grup­pe, die Brems­beläge für Per­so­nen­kraft­wa­gen und Nutz­fahr­zeu­ge her­stellt, im We­sent­li­chen mit dem Ver­trieb der Pro­duk­te im Er­satz­teil­markt be­fasst und nimmt für die Grup­pe die Auf­ga­ben der For­schung und Ent­wick­lung wahr. Der Kläger war seit dem Jahr 1997 als Ver­suchs­fah­rer in der Ab­tei­lung R&D Ve­hi­cle Tes­ting (Fahr­ver­such) im Be­reich Pas­sen­ger Cars tätig.
Die U. G. Ser­vices GmbH beschäftig­te zu­letzt ca. 544 Ar­beit­neh­mer, da­von 445 im Be­trieb M..
Am 08.12.2008 wur­de über das Vermögen der U. G. Ser­vices GmbH (Schuld­ne­rin) das vorläufi­ge In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net und der Be­klag­te zum vorläu-
fi­gen In­sol­venz­ver­wal­ter be­stellt. Während des vorläufi­gen In­sol­venz­ver­fah­rens be­schloss die Schuld­ne­rin im Zu­sam­men­wir­ken mit dem Be­klag­ten ein Sa­nie­rungs­kon­zept, das am Stand­ort M. ei­nen Per­so­nal­ab­bau von 44 Mit­ar­bei­tern vor­sah. Am 23.02.2009 nah­men der Be­klag­te und die Schuld­ne­rin mit dem Be­triebs­rat Ver­hand­lun­gen über ei­nen In­ter­es­sen­aus­gleich und So­zi­al­plan auf. Am 24.02.2009 kam der In­ter­es­sen­aus­gleich mit ei­ner 44 Ar­beit­neh­mer, dar­un­ter den Kläger, um­fas­sen­den Na­mens­lis­te zu­stan­de.
Mit For­mu­lar­schrei­ben vom 25.02.2009 zeig­te die Schuld­ne­rin bei der Agen­tur für Ar­beit die Mas­sen­ent­las­sung von 37 Mit­ar­bei­tern an. In ei­ner der An­zei­ge bei­gefügten Lis­te sind die Mit­ar­bei­ter oh­ne Na­mens­nen­nung nach Ge­schlecht, Staats­an­gehörig­keit, Al­ter, Fa­mi­li­en­stand, Beschäfti­gungs­ort, Be­ruf, zu­letzt aus­geübte Tätig­keit und Ein­stel­lungs­jahr bei An­ga­be des 27.02.2009 als vor­ge­se­he­nem Kündi­gungs­da­tum auf­geführt. Der Kläger ist in der Lis­te un­ter Nr. 19 er­fasst.
Die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ging bei der Agen­tur für Ar­beit Ber­gisch-Glad­bach (nach­fol­gend: AfA) per Fax am 26.02.2009, 11:48 Uhr ein. Mit Schrei­ben vom 26.02.2009 an die Schuld­ne­rin bestätig­te die AfA den Ein­gang der An­zei­ge. Wei­ter heißt es: „Da­mit be­ginnt die in § 18 Abs. 1 KSchG fest­ge­setz­te Frist von ei­nem Mo­nat am 27.02.2009 und en­det am 26.03.2009 (§§ 187 Abs. 1, 188 Abs. 2 BGB). In­ner­halb die­ser Frist wer­den Kündi­gun­gen nur mit Zu­stim­mung des in § 20 KSchG be­zeich­ne­ten Ent­schei­dungs­trägers wirk­sam. ...“
Am 26.02.2009, 17:00 Uhr, ging der AfA per Fax ein von der Be­triebs­rats­vor­sit­zen­den Frau B. un­ter­zeich­ne­tes Schrei­ben vom 26.02.2009 (Bl. 186 GA) zu, wo­nach „der Be­triebs­rat der U. G. Ser­vices GmbH darüber in­for­miert (wur­de), dass ein An­trag auf Ent­las­sun­gen gemäß § 17 Kündi­gungs­schutz­ge­setz an die Agen­tur für Ar­beit ge­sen­det wur­de.“ Eben­falls am 26.02.2009 um 20:04 Uhr er­hielt die AfA per Fax ei­nen „In­ter­es­sen­aus­gleich vom 23./ 24.02.2009“. Da­bei han­delt es sich nicht um den zwi­schen der Schuld­ne­rin und dem Be­triebs­rat am 24.02.2009 ab­ge­schlos­se­nen In­ter­es­sen­aus­gleich, son­dern um den im Schwes­ter­un­ter­neh­men U. G. GmbH mit dem dor­ti­gen Be­triebs­rat ge­schlos­se­nen In­ter­es­sen­aus­gleich. Wei­te­re Un­ter­kla­gen ließen die Schuld­ne­rin bzw. der Be­klag­te der AfA im Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge­ver­fah­ren nicht zu­kom­men.
Am 01.03.2009 wur­de über das Vermögen der Schuld­ne­rin das In­sol­venz­ver­fah­ren eröff­net und der Be­klag­te zum In­sol­venz­ver­wal­ter be­stellt.
Am sel­ben Tag schlos­sen der Be­klag­te und der Be­triebs­rat ei­nen So­zi­al­plan (Bl. 57 ff. GA), auf­grund des­sen 38 Ar­beit­neh­mer mit­tels ei­nes Auf­he­bungs­ver­tra­ges bei der Schuld­ne­rin aus­schie­den und in die er­rich­te­te Beschäfti­gungs- und Qua­li­fi­zie­rungs­ge­sell­schaft (BQG) ein­tra­ten. Der Kläger lehn­te den Ein­tritt in die BQG ab und wur­de dar­auf­hin ab dem 01.03.2009 von der Ar­beit frei­ge­stellt.
Am 11.03.2009 erklärte der Be­klag­te ge­genüber dem Kläger die or­dent­li­che Kündi­gung des Ar­beits­verhält­nis­ses zum 30.06.2009.
Der Kläger hat am 01.04.2010 beim Ar­beits­ge­richt So­lin­gen Kündi­gungs­schutz­kla­ge ein­ge­reicht und be­an­tragt,
fest­zu­stel­len, dass das zwi­schen den Par­tei­en be­ste­hen­de Ar­beits­verhält­nis nicht durch die Kündi­gung des Be­klag­ten vom 11.03.2009 zum 30.06.2009 auf­gelöst wor­den ist.
Der Be­klag­te veräußer­te im Frühjahr 2009 an ei­ne Er­wer­be­rin. Nach Um­be­nen­nung der Schuld­ne­rin in „T. 4 GmbH“ nahm die Er­wer­be­rin ih­rer­seits den Na­men U. G. Ser­vices GmbH an. Sie führt den Be­trieb der Schuld­ne­rin fort. Der Kläger klagt eben­falls ge­gen die Er­wer­be­rin auf Wei­ter­beschäfti­gung und Ver­zugs­lohn.
Durch Ur­teil vom 24.06.2010 hat das Ar­beits­ge­richt der Kündi­gungs­schutz­kla­ge mit der Be­gründung statt­ge­ge­ben, dass es an ei­ner ord­nungs­gemäßen Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge feh­le, weil der Be­klag­te der Bun­des­agen­tur für Ar­beit 37 Ent­las­sun­gen statt der tatsächlich er­folg­ten 40 Ent­las­sun­gen, nämlich 38 durch Auf­he­bungs­ver­trag (BQG) und zwei durch Kündi­gung ent­las­se­ne Mit­ar­bei­ter, an­ge­zeigt ha­be.
Mit der form- und frist­ge­recht ein­ge­leg­ten und be­gründe­ten Be­ru­fung greift der Be­klag­te das Ur­teil, auf das hier­mit zur nähe­ren Dar­stel­lung des Sach- und Streit­stan­des ver­wie­sen wird, in tatsäch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht und un­ter Wie­der­ho­lung und Ergänzung sei­nes erst­in­stanz­li­chen Vor­brin­gens an.
Der Be­klag­te be­haup­tet:
In den Gesprächen mit dem Be­triebs­rat am 23.02.2009 sei das Anhörungs­ver­fah­ren nach § 102 Be­trVG mit den Ver­hand­lun­gen über den In­ter­es­sen­aus­gleich ver­bun­den wor­den. In der 44 Ar­beit­neh­mer um­fas­sen­den Na­mens­lis­te sei­en noch die Mit­ar­bei­ter E., G., K. und O., die ihr Ar­beits­verhält­nis be­reits selbst gekündigt hat­ten (was un­strei­tig ge­wor­den ist) und vor dem 01.03.2009 aus­ge­schie­den wa­ren, ent­hal­ten ge­we­sen. In der Mas­sen­ent­las­sungs­zei­ge sei­en die­se vier Mit­ar­bei­ter und wei­te­re drei Mit­ar­bei­ter nicht mehr berück­sich­tigt wor­den. Dies führe – so meint der Be­klag­te – nicht zur Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung.
Der Be­klag­te be­an­tragt die Abände­rung des erst­in­stanz­li­chen Ur­teils und Ab­wei­sung der Kla­ge.
Der Kläger ver­tei­digt das Ur­teil und be­an­tragt die Zurück­wei­sung der Be­ru­fung.
Er be­strei­tet, dass die in der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge an­gekündig­te Nach­rei­chung der Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats er­folgt sei.
We­gen der Ein­zel­hei­ten des Par­tei­vor­brin­gens wird auf den In­halt der ge­wech­sel­ten Schriftsätze mit den hier­zu über­reich­ten An­la­gen Be­zug ge­nom­men.
Mit Ein­verständ­nis der Par­tei­en ist die Ge­richts­ak­te 12 Sa 627/10 LAG Düssel­dorf mit den dort ent­hal­te­nen Zeu­gen­aus­sa­gen und AfA-Auskünf­ten bei­ge­zo­gen und zum Ge­gen­stand der münd­li­chen Ver­hand­lung ge­macht wur­den. Die Kam­mer hat in dem Be­ru­fungs­ver­fah­ren 12 Sa 627/10 LAG Düssel­dorf am 04.08.2010 durch Ver­neh­mung der Zeu­gen C. und T. Be­weis darüber er­ho­ben, ob der Be­triebs­rat zur Kündi­gung der Kläge­rin an­gehört wur­de und zu der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge vom 25.02.2009 ei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats nach­ge­reicht wur­de. Des Wei­te­ren hat­te die Kam­mer ei­ne schrift­li­che Aus­kunft der AfA ein­ge­holt. In­so­weit wird auf die Ant­wort der AfA vom 17.08.2010 und die ergänzen­de Aus­kunft vom 08.09.2010 in dem vor­ge­nann­ten Par­al­lel­ver­fah­ren ver­wie­sen.
Die Be­ru­fung des Be­klag­ten hat kei­nen Er­folg. Die Kündi­gung vom 11.03.2009 ist rechts­un­wirk­sam und hat da­her das Ar­beits­verhält­nis nicht auf­gelöst.
I. Die Kündi­gungs­schutz­kla­ge ist nicht des­halb un­schlüssig, weil das Ar­beits­verhält­nis zwi­schen den Par­tei­en zum Kündi­gungs­ter­min auf­grund des noch im März 2009 er­folg­ten Über­gangs des Be­triebs der Schuld­ne­rin („T. 4“) auf die neue und von dem Kläger be­reits mit ei­ner Wei­ter­beschäfti­gungs- und Zah­lungs­kla­ge in An­spruch ge­nom­me­ne „U. G. Ser­vices GmbH“ nicht mehr be­stan­den ha­ben könn­te. In der vor­lie­gen­den Kon­stel­la­ti­on setzt die Kündi­gungs­schutz­kla­ge nicht den Be­stand des Ar­beits­verhält­nis­ses im Kündi­gungs­ter­min vor­aus (Kam­mer 29.04.2009 – 12 Sa 1551/08 – Ju­ris Rn. 31 ff.). Vor­lie­gend geht es nicht um ei­ne Be­triebs­auf­ga­be-Kündi­gung, de­ren re­la­ti­ve Un­wirk­sam­keit der Kläger im Rah­men ei­nes ge­genüber dem Be­triebs­er­wer­ber
er­ho­be­nen Fort­set­zungs­an­spruchs gel­tend ma­chen könn­te. Viel­mehr wird die Kündi­gung auf „an­de­re Gründe“ i. S. v. § 613 a Abs. 4 Satz 2 BGB gestützt. Da nach § 613 a Abs. 1 BGB die Ar­beits­verhält­nis­se in ih­rem Zu­stand zum Zeit­punkt des Be­triebsüber­gangs auf den Er­wer­ber über­ge­hen, al­so vom Veräußerer wirk­sam gekündig­te Ar­beits­verhält­nis­se auch nur im gekündig­ten Zu­stand, und ei­ne wirk­sa­me oder ei­ne gemäß § 7 KSchG als rechts­wirk­sam gel­ten­de Kündi­gung des Be­klag­ten dem Rechts­schutz­ziel des Klägers zu­wi­der lie­fe, in ei­nem un­gekündig­ten Ar­beits­verhält­nis zum Be­triebs­er­wer­ber zu ste­hen, ist es für sie not­wen­dig, die Kündi­gung durch die Kündi­gungs­schutz­kla­ge zu be­sei­ti­gen.
II. Die Kündi­gung ist nicht nach § 102 Abs. 1 Be­trVG un­wirk­sam.
1. Nach § 102 Abs. 1 Satz 2 Be­trVG hat der Ar­beit­ge­ber dem Be­triebs­rat die Gründe für die Kündi­gung mit­zu­tei­len. Die Un­ter­rich­tung muss nicht den­sel­ben An­for­de­run­gen genügen wie die Dar­le­gung des Ar­beit­ge­bers im Kündi­gungs­schutz­pro­zess. Nach dem Grund­satz der "sub­jek­ti­ven De­ter­mi­nie­rung" hat der Ar­beit­ge­ber den aus sei­ner Sicht maßgeb­li­chen Kündi­gungs­sach­ver­halt mit­zu­tei­len. Was den Um­fang der mit­zu­tei­len­den Gründe an­be­langt, muss nach zu­tref­fen­der höchst­rich­ter­li­cher Spruch­pra­xis „der Ar­beit­ge­ber schrift­lich oder münd­lich dem Be­triebs­rat ne­ben nähe­ren In­for­ma­tio­nen über die Per­son des be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mers die Art und den Zeit­punkt der Kündi­gung und die sei­ner An­sicht nach maßgeb­li­chen Kündi­gungs­gründe mit­tei­len. Der für den Ar­beit­ge­ber maßge­ben­de Sach­ver­halt ist un­ter An­ga­be der Tat­sa­chen, aus de­nen der Kündi­gungs­ent­schluss her­ge­lei­tet wird, näher so zu be­schrei­ben, dass der Be­triebs­rat oh­ne zusätz­li­che ei­ge­ne Nach­for­schun­gen in die La­ge ver­setzt wird, die Stich­hal­tig­keit der Kündi­gungs­gründe zu prüfen und sich über ei­ne Stel­lung­nah­me schlüssig zu wer­den. Kommt der Ar­beit­ge­ber die­sen An­for­de­run­gen an sei­ne Mit­tei­lungs­pflicht nicht oder nicht rich­tig nach und un­ter­lau­fen ihm in­so­weit bei der Durchführung der Anhörung Feh­ler, ist die Kündi­gung un­wirk­sam. Al­ler­dings ist die Mit­tei­lungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers sub­jek­tiv de­ter­mi­niert. An sie sind nicht die­sel­ben An­for­de­run­gen zu stel­len wie an die Dar­le­gungs- und Be­weis­last des Ar­beit­ge­bers im Kündi­gungs­schutz­pro­zess. Es
müssen dem Be­triebs­rat al­so nicht al­le ob­jek­tiv kündi­gungs­recht­lich er­heb­li­chen Tat­sa­chen, son­dern vom Ar­beit­ge­ber nur die von ihm für die Kündi­gung als aus­schlag­ge­bend an­ge­se­he­nen Umstände mit­ge­teilt wer­den. Da­ge­gen führt ei­ne aus Sicht des Ar­beit­ge­bers be­wusst un­rich­ti­ge oder un­vollständi­ge und da­mit ir­reführen­de Dar­stel­lung zu ei­ner feh­ler­haf­ten Anhörung des Be­triebs­rats“ (BAG 23.10.2008 – 2 AZR 163/07 – Ju­ris Rn. 18 f.).
Hin­sicht­lich der i. S. v § 102 Be­trVG ord­nungs­gemäßen Anhörung des Be­triebs­rats gilt ei­ne ab­ge­stuf­te Dar­le­gungs­last (BAG, Ur­teil vom 23.06.2005 – 2 AZR 193/04 – Ju­ris Rn. 13). Hat der Ar­beit­ge­ber ei­ne ord­nungs­gemäße Be­triebs­rats­anhörung im De­tail schlüssig dar­ge­legt, ist es Sa­che des Ar­beit­neh­mers, kon­kret zu be­an­stan­den, in wel­chen Punk­ten er die Be­triebs­rats­anhörung für feh­ler­haft hält. Er­gibt sich im Pro­zess aus den Dar­le­gun­gen des Ar­beit­ge­bers, dass die Anhörung des Be­triebs­rats ord­nungs­gemäß er­folgt ist, darf sich der Ar­beit­neh­mer nicht dar­auf be­schränken, die ord­nungs­gemäße Be­triebs­rats­anhörung wei­ter pau­schal mit Nicht­wis­sen zu be­strei­ten; viel­mehr hat er sei­ner­seits dar­zu­tun, ob der Be­triebs­rat ent­ge­gen der Be­haup­tung des Ar­beit­ge­bers über­haupt nicht an­gehört wor­den sei oder in wel­chen Punk­ten die Be­triebs­rats­anhörung für falsch oder für un­vollständig ge­hal­ten wer­de (BAG 20.09.2006 – 6 AZR 219/06 – Ju­ris Rn. 22, BAG 24.04.2008 – 8 AZR 520/07 – Ju­ris Rn. 25).
In die­sem Zu­sam­men­hang ist zu be­ach­ten, dass es ei­ner nähe­ren Dar­le­gung der Kündi­gungs­gründe durch den Ar­beit­ge­ber nicht be­darf, wenn der Be­triebs­rat bei Ein­lei­tung des Anhörungs­ver­fah­rens be­reits über den er­for­der­li­chen Kennt­nis­stand verfügt, um zu der kon­kret be­ab­sich­tig­ten Kündi­gung ei­ne sach­ge­rech­te Stel­lung­nah­me ab­ge­ben zu können (BAG 23.10.2008 – 2 AZR 163/07 – Ju­ris Rn. 21). So pfle­gen dem Ab­schluss ei­nes In­ter­es­sen­aus­gleichs, der mit ei­ner Na­mens­lis­te der zu kündi­gen­den Ar­beit­neh­mer ver­bun­den ist, länge­re Ver­hand­lun­gen vor­an­zu­ge­hen, auf Grund de­rer beim Be­triebs­rat er­heb­li­che Vor­kennt­nis­se über die vom Ar­beit­ge­ber gel­tend ge­mach­ten Kündi­gungs­gründe und auch die viel­leicht mit dem Be­triebs­rat zu­sam­men vor­ge­nom­me­ne So­zi­al­aus­wahl vor­han­den sein können. Die dem Be­triebs­rat aus die­sen Ver­hand­lun­gen be­kann­ten Tat­sa­chen muss der Ar­beit­ge­ber im Anhörungs­ver­fah-
ren nicht er­neut vor­tra­gen (BAG 28.08.2003 – 2 AZR 377/02 – Ju­ris Rn. 31, BAG 21.02.2002 – 2 AZR 581/00 – Ju­ris Rn. 77, BAG 22.01.2004 – 2 AZR 111/02 – Ju­ris Rn. 71; vgl. BAG 06.09.2007 – 2 AZR 715/06 – Ju­ris Rn. 40 un­ter Hin­weis auf das vor­in­stanz­li­che Ur­teil des LAG Rhein­land-Pfalz 02.02.2006 – 1 Sa 676/05 – Ju­ris Rn. 86 ff.). Al­ler­dings muss der Ar­beit­ge­ber da­bei klar­stel­len, das Anhörungs­ver­fah­ren nach § 102 Be­trVG ein­lei­ten zu wol­len (BAG 20.05.1999 – 2 AZR 532/98 – Ju­ris Rn. 11); die im In­ter­es­sen­aus­gleich ent­hal­te­ne Erklärung, dass das Anhörungs­ver­fah­ren nach § 102 Be­trVG hin­sicht­lich sämt­li­cher aus­zu­spre­chen­der Kündi­gun­gen ord­nungs­gemäß durch­geführt und ab­ge­schlos­sen sei, er­setzt nicht den er­for­der­li­chen Ein­lei­tungs­akt (LAG Düssel­dorf 23. 03.2006 – 11 Sa 1616/05 – , 27.03.2006 – 14 Sa 1618/05 – n. v.).
2. Nach der Aus­sa­ge der Zeu­gin B. im Par­al­lel­ver­fah­ren 12 Sa 627/10 ging es im Rah­men der Ver­hand­lun­gen über den In­ter­es­sen­aus­gleich gleich­zei­tig um die Anhörung des Be­triebs­rats zu den be­ab­sich­tig­ten Kündi­gun­gen der in der Na­mens­lis­te auf­geführ­ten Ar­beit­neh­mer. Die Zeu­gin hat zwar nicht präzi­sie­ren können, wer, wie und wann von Sei­ten des Ar­beit­ge­bers dem Be­triebs­rat mit­teil­te, dass gemäß der Na­mens­lis­te gleich­zei­tig nach § 102 Abs. 1 Be­trVG die Anhörung zu den be­ab­sich­tig­ten Kündi­gun­gen er­fol­ge und mit der Zu­stim­mung des Be­triebs­rats zum In­ter­es­sen­aus­gleich mit Na­mens­lis­te das Anhörungs­ver­fah­ren ab­ge­schlos­sen sei. Sie ließ je­doch kei­nen Zwei­fel dar­an, dass der Be­triebs­rat die Gespräche, in den je­der ein­zel­ne in der Na­mens­lis­te auf­geführ­te Mit­ar­bei­ter be­han­delt wur­den, als Anhörung i. S. v § 102 Abs. 1 Be­trVG ver­stand und dies in V. Abs. 2 des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 24.02.2009 bestätig­te. Nach dem Zeit­ab­lauf und an­ge­sichts des kom­ple­xen Ge­sche­hens am 23.02.2009 und an den Fol­ge­ta­gen ist das Er­in­ne­rungs­de­fi­zit der Zeu­gin erklärlich, so dass ih­re le­bens­na­he Aus­sa­ge in die­sem Punkt glaub­haft ist. Die Kam­mer er­ach­tet die Aus­sa­gen der Zeu­gin für glaubwürdig. Weil für die Zeu­gin kein An­lass be­stand, sich den Ver­hand­lungs­ab­lauf mit kon­kre­ten Da­ten zu mer­ken, spricht es für die Glaubwürdig­keit der Aus­sa­ge, wenn sie sich in ein­zel­nen Punk­ten nicht de­fi­ni­tiv fest­le­gen konn­te und auf die Wie­der­ga­be der Umstände be­schränk­te, die für sie we­sent­lich wa­ren. Nach al­lem steht zur Über­zeu­gung
der Kam­mer fest, dass die Schuld­ne­rin das Anhörungs­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet hat­te.
III. Die Kündi­gung ist nicht gemäß § 1 Abs. 2 KSchG un­wirk­sam. Sie ist durch drin­gen­de be­trieb­li­che Er­for­der­nis­se, die ei­ner Wei­ter­beschäfti­gung des Klägers ent­ge­gen­ste­hen, be­dingt. Dies wird auf Grund der na­ment­li­chen Be­nen­nung des Klägers in der Na­mens­lis­te des In­ter­es­sen­aus­gleichs nach § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 In­sO ver­mu­tet.
1. Die Vor­aus­set­zun­gen des § 125 Abs. 1 In­sO sind erfüllt. Es liegt ei­ne Be­triebsände­rung vor, de­rent­we­gen ein wirk­sa­mer In­ter­es­sen­aus­gleich zwi­schen dem Be­klag­ten und dem Be­triebs­rat ab­ge­schlos­sen wur­de und in dem die Kläge­rin na­ment­lich als zu kündi­gen­de Ar­beit­neh­me­rin auf­geführt ist. Der In­ter­es­sen­aus­gleich (Sei­te 7) sieht die Re­du­zie­rung der Pro­jek­te und Tests und den Ab­bau u. a. des Ar­beits­plat­zes des Klägers vor (Bl. 95 GA). Da­mit ist der Kläger von den im In­ter­es­sen­aus­gleich ge­nann­ten Maßnah­men be­trof­fen. Die dar­aus fol­gen­de ge­setz­li­che Ver­mu­tung, die Kündi­gung sei aus be­triebs­be­ding­ten Gründen ge­recht­fer­tigt, hat der Kläger nicht wi­der­legt.
Zwar ist nicht zu über­se­hen, dass in der Pra­xis die Veräußerung ei­nes in­sol­ven­ten Be­triebs da­durch ermöglicht bzw. gefördert wird, dass durch weit­rei­chen­den und ge­ziel­ten Per­so­nal­ab­bau der Be­trieb für po­ten­ti­el­le Er­wer­ber „in­ter­es­sant“ ge­macht wird und das In­stru­men­ta­ri­um des § 125 In­sO ge­le­gent­lich recht forsch ein­ge­setzt wird, um ei­nen an­sch­ließen­den, u. U. be­reits vor­her ab­ge­spro­che­nen Be­triebsüber­gang in Sze­ne zu set­zen. Das ist je­doch nach höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung (vgl. BAG 20.09.2006 – 6 AZR 249/05 – Ju­ris 26 ff./33, [zu § 1 Abs. 5 KSchG] BAG 06.09.2007 – 2 AZR 715/06 – Ju­ris Rn. 25 ff.) im An­satz we­der ein­fach- noch ver­fas­sungs­recht­lich zu be­an­stan­den. Denn ge­gen die ge­setz­li­che Ver­mu­tung des § 125 Abs. 1 Satz 1 In­sO bleibt der Be­weis des Ge­gen­teils zulässig (BAG 23.10.2008 – 2 AZR 163/07 – Ju­ris Rn. 38, 26.04.2007 – 8 AZR 695/05 – Ju­ris Rn. 58). Wenn da­zu sub­stan­ti­ier­ter Tat­sa­chen­vor­trag ge­for­dert wird, der den ge­setz­lich ver­mu­te­ten Um­stand nicht nur in Zwei­fel zieht, son­dern aus­sch­ließt, so kom­men dem Ar­beit­neh­mer doch bei der Führung des Ge­gen­be­wei­ses Er­leich­te­run­gen zu­gu­te, wenn es sich um Ge-
scheh­nis­se aus dem Be­reich des Ar­beit­ge­bers han­delt. Hier min­dert sich die Dar­le­gungs­last des Ar­beit­neh­mers durch ei­ne sich aus § 138 Abs. 1 und 2 ZPO er­ge­ben­de Mit­wir­kungs­pflicht des Ar­beit­ge­bers. Die Ver­mu­tung der Be­triebs­be­dingt­heit der Kündi­gung ist als wi­der­legt an­zu­se­hen, wenn, was un­ter den vor­erwähn­ten Er­leich­te­run­gen dar­zu­le­gen und zu be­wei­sen ist, der nach dem In­ter­es­sen­aus­gleich in Be­tracht kom­men­de be­triebs­be­ding­te Grund nicht vor­liegt, weil das Beschäfti­gungs­bedürf­nis in Wirk­lich­keit nicht weg­ge­fal­len ist. Das kann et­wa der Fall sein, wenn die Ar­beit nach wie vor vor­han­den ist, gekündig­te Ar­beit­neh­mer durch an­de­re Ar­beit­neh­mer, bei­spiels­wei­se durch Leih­ar­beit­neh­mer er­setzt wer­den (BAG 12.03.2009 – 2 AZR 418/07 – Ju­ris Rn. 23 f., 28, APS/Dörner, 3. Aufl., § 125 In­sO Rn. 22 ff.).
Sol­cher Vor­trag ist im Streit­fall vom Kläger nicht ge­kom­men.
2. Der Be­klag­te braucht zur Recht­fer­ti­gung der Kündi­gung kei­ne wei­te­ren
Tat­sa­chen vor­zu­tra­gen. Der Kläger hat sei­ner­seits auch nicht näher dar­ge­tan, dass ein für ihn ge­eig­ne­ter und frei­er Ar­beits­platz vor­han­den ge­we­sen wäre.
IV. Die Kündi­gung ist nicht nach § 1 Abs. 3 Satz 1 KSchG i. V. m. § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 In­sO we­gen feh­ler­haf­ter So­zi­al­aus­wahl so­zi­al un­ge­recht­fer­tigt.
1. Grob feh­ler­haft i. S. d. § 125 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 In­sO ist ei­ne so­zia­le Aus­wahl nur, wenn ein evi­den­ter, ins Au­ge sprin­gen­der schwe­rer Feh­ler vor­liegt und der In­ter­es­sen­aus­gleich, ins­be­son­de­re bei der Ge­wich­tung der Aus­wahl­kri­te­ri­en, je­de Aus­ge­wo­gen­heit ver­mis­sen lässt. Dies gilt auch für die Be­stim­mung des Krei­ses der ver­gleich­ba­ren Ar­beit­neh­mer: Sie ist dann grob feh­ler­haft, wenn bei der für die Bil­dung der aus­wahl­re­le­van­ten Grup­pen die Aus­tausch­bar­keit of­fen­sicht­lich ver­kannt wor­den ist oder bei der An­wen­dung des Aus­nah­me­tat­be­stan­des des § 1 Abs. 3 Satz 2 KSchG die be­trieb­li­chen In­ter­es­sen au­genfällig über­dehnt wor­den ist (BAG 20.09.2006 – 6 AZR 249/05 – Ju­ris Rn. 47).
2. Seit 1997 war der Kläger als Ver­suchs­fah­rer in der Ab­tei­lung R&D Ve­hi­cle Tes­ting (Fahr­ver­such) im Be­reich Pas­sen­ger Cars tätig. Nach der aus­geübten Tätig­keit ist er nur mit den an­de­ren Ver­suchs­fah­rern Pas­sen­ger Cars und nicht mit den Ver­suchs­fah­rern im LKW-Be­reich ver­gleich­bar. Ihm fehlt zu­dem die Fahr­er­laub­nis für Lkw. Die Be­triebs­par­tei­en han­del­ten nicht „grob feh­ler­haft“, wenn sie des­halb die Ver­gleich­bar­keit des Klägers nur mit den Ver­suchs­fah­rern im Be­reich Pas­sen­ger Cars an­nah­men. Zwar hat der Kläger un­ter Hin­weis be­haup­tet, in ei­ner Viel­zahl an­de­rer Ab­tei­lun­gen ein­setz­bar zu sein, und in die­sem Zu­sam­men­hang auf sei­ne frühe­re Beschäfti­gung und Ein­stel­lung als Che­mie­fach­wer­ker ver­wie­sen. Sein – vom Be­klag­ten be­strit­te­ner – Vor­trag ist je­doch oh­ne nähe­re Kon­kre­ti­sie­rung und Sub­stan­ti­ie­rung un­zu­rei­chend und lässt nicht auf ei­ne so­wohl ar­beits­ver­trag­li­che als auch qua­li­fi­ka­ti­onsmäßige Aus­tausch­bar­keit schließen. Ins­be­son­de­re in­di­ziert der Um­stand, dass der Kläger jah­re­lang im Be­trieb ei­ne völlig an­de­re Tätig­keit aus­geübt hat­te, feh­len­de Aus­tausch­bar­keit im Sin­ne als­bal­di­ger Sub­sti­tu­ier­bar­keit.
V. Die Kündi­gung ist gemäß § 17 Abs. 3 Satz 2 u. 3 KSchG i. V. m. § 134 BGB un­wirk­sam.
1. Das Ar­beits­ge­richt hat die Un­wirk­sam­keit aus § 17 Abs. 3 Satz 4 KSchG und dem ar­beits­markt­po­li­ti­schen Zweck der Vor­schrift her­ge­lei­tet.
Rich­tig ist, dass der Be­klag­te ent­ge­gen der in der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge an­ge­zeig­ten 37 Ent­las­sun­gen tatsächlich 40 Ent­las­sun­gen vor­nahm. Al­ler­dings fiel der Kläger nach der bei­gefügten Lis­te als Nr. 13 un­ter die 37 zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer, so dass die AfA in­so­weit durch die fal­sche An­ga­be der zu ent­las­sen­den Ar­beit­neh­mer nicht in ih­rer sach­li­chen Prüfung be­ein­flusst wur­de, ob vor­aus­schau­end Ar­beits­ver­mitt­lungs- und an­de­re ar­beits­markt­po­li­ti­sche Maßnah­men im Hin­blick auf die mögli­che Ar­beits­lo­sig­keit des Klägers und der wei­te­ren 36 Ar­beit­neh­mer ein­zu­lei­ten sei­en (vgl. BAG 28.05.2009 – 8 AZR 273/08 – Ju­ris Rn. 62 ff., LAG Rhein­land-Pfalz 15.01.2008 - 3 Sa 634/07 – Ju­ris Rn. 79).
Feh­ler und Un­vollständig­kei­ten bei den Muss­an­ga­ben nach § 17 Abs. 3 Satz 1 KSchG führen nach rich­ti­ger Auf­fas­sung (Rein­hard, RdA 2007, 207 ff. APS/Moll, 3. Aufl., § 17 KSchG Rn. 100 f.) zwar grundsätz­lich zur Un­wirk­sam­keit der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge. Wenn sich die zu nied­rig an­ge­ge­be­ne Zahl der zur Ent­las­sung vor­ge­se­he­nen Mit­ar­bei­ter je­doch nicht auf die an­ge­zeig­ten Kündi­gun­gen aus­wirkt, kann je­doch ein Aus­nah­me­fall mit der Fol­ge an­zu­neh­men sein, dass le­dig­lich die zusätz­lich vor­ge­nom­me­nen Ent­las­sun­gen für un­wirk­sam zu er­ach­ten sind (vgl. BAG 22.03.2001 – 8 AZR 565/00 – Ju­ris Rn. 140, LAG Rhein­land-Pfalz 15.01.2008 – 3 Sa 634/007 – Ju­ris Rn. 79, Kütt­ner/Kreit­ner, Per­so­nal­buch 2010, 300 ‚Mas­sen­ent­las­sung’, Rn. 24, SPV/ Vos­sen, Kündi­gung und Kündi­gungs­schutz im Ar­beits­verhält­nis, 10. Aufl., Rn. 1654, vgl. ErfK/Kiel, § 17 KSchG Rn. 29).
Die Kam­mer braucht die­se Rechts­fra­ge hier nicht zu ent­schei­den, weil die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge man­gels bei­gefügter oder nach­ge­reich­ter Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats gemäß § 17 Abs. 3 Satz 3 KSchG un­wirk­sam ist. Die Un­wirk­sam­keit der An­zei­ge hat die Un­wirk­sam­keit der streit­be­fan­ge­nen Kündi­gung zur Kon­se­quenz.
2. Bei § 17 Abs. 3 Satz 2 und 3 KSchG han­delt es sich um Muss-Vor­schrif­ten. Das er­gibt sich aus dem Ge­set­zes­wort­laut und dem Rück­schluss aus § 17 Abs. 3 Satz 3 KSchG, wo­nach die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge nicht wirk­sam ist, wenn ihr we­der die Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats bei­gefügt war (Satz 2) noch – bei feh­len­dem Vor­lie­gen ei­ner Stel­lung­nah­me – die Glaub­haft­ma­chung der Un­ter­rich­tung des Be­triebs­ra­tes und Dar­le­gung des Stan­des der Be­ra­tun­gen nach­ge­reicht wur­de. Der ge­setz­li­che Zu­sam­men­hang bestätigt den Muss-Cha­rak­ter der Re­ge­lung des § 17 Abs. 3 Satz 2 und 3 KSchG, die ein­ge­bet­tet ist in die Muss-Vor­schrif­ten des Sat­zes 1 und des Sat­zes 4.
a) Der Be­klag­te leg­te mit oder nach der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge vom 25.02.2009 der AfA kei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats vor und un­ter­ließ auch die An­ga­be und Glaub­haft­ma­chung von nach § 17 Abs. 3 Satz 3 KSchG
maßgeb­li­chen Vorgängen. Die Kündi­gung vom 11.03.2009 er­folg­te da­her auf­grund ei­ner nicht ord­nungs­gemäß an­ge­zeig­ten Mas­sen­ent­las­sung.
b) Der Be­triebs­rat hat­te mit sei­ner Zu­stim­mung zu dem In­ter­es­sen­aus­gleich vom 24.02.2009 zwar die ge­setz­lich ge­for­der­te „Stel­lung­nah­me“ ab­ge­ge­ben und un­ter V. Abs. 4 Satz 2 bestätigt, gemäß § 17 Abs. 2 Satz 1 KSchG in­for­miert wor­den zu sein. Der Be­klag­te reich­te in­des­sen nicht den In­ter­es­sen­aus­gleich vom 24.02.2009, son­dern den „fal­schen“ In­ter­es­sen­aus­gleich der U. G. GmbH vom 23./24.02.2009 ein.
c) Da der In­ter­es­sen­aus­gleich nicht nach­ge­reicht wur­de, braucht in die­sem Zu­sam­men­hang nicht ver­tieft zu wer­den, in­wie­weit das Nach­ho­len von Muss-An­ga­ben zulässig ist (APS/Moll, 3. Aufl., § 17 KSchG Rn. 100) und ob nach Vor­lie­gen ei­ner AfA- Ent­schei­dung gemäß § 20 Abs. 1 KSchG (die hier of­fen­bar im Lau­fe des 26.02.2009 er­gan­gen ist) ein neu­es und dann ord­nungs­gemäßes An­zei­ge­ver­fah­ren durch­zuführen ist.
d) Das Schrei­ben des Be­triebs­rats vom 26.02.2009 ist kei­ne „Stel­lung­nah­me“ i. S. v. § 17 Abs. 3 Satz 2 KSchG (vgl. KR/Wei­gand, 9. Aufl., § 17 KSchG Rn. 93-95). Es mag der Schuld­ne­rin als Glaub­haft­haft­ma­chung dafür ge­dient ha­ben, dass sie den Be­triebs­rat vor Er­stat­tung der An­zei­ge nach Abs. 2 Satz 1 KSchG un­ter­rich­tet ha­be (Abs. 3 Satz 3) bzw. ihm ei­ne Ab­schrift der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge zu­ge­lei­tet ha­be (Abs. 5 Satz 6). Es enthält aber we­der ei­ne in­halt­li­che Stel­lung­nah­me zu der vor­ge­se­he­nen Mas­sen­ent­las­sung oder dem Stand der Kon­sul­ta­tio­nen noch die Erklärung des Ver­zichts des Be­triebs­rats auf Ab­ga­be ei­ner Stel­lung­nah­me. Im Übri­gen stell­te die Schuld­ne­rin durch das vor­ge­leg­te Schrei­ben des Be­triebs­rats vom 26.02.2009 nicht dar, dass der Be­triebs­rat min­des­tens zwei Wo­chen vor An­zei­ge­er­stat­tung, al­so vor Vollständig­keit der An­zei­ge nach § 17 Abs. 2 Satz 1 KSchG, un­ter­rich­tet wur­de (vgl. BAG 20.05.1999 – 2 AZR 532/98 – Ju­ris Rn. 44). Dies war auch tatsächlich nicht der Fall ge­we­sen.
Da­nach kann da­hin­ste­hen, ob dann, wenn – wie hier in Form des In­ter­es­sen­aus­gleichs vom 24.02.2009 – ei­ne Stel­lung­nah­me des Be­triebs­rats be­reits vor­liegt, für die (nach­ho­len­de) Glaub­haft­ma­chung nach § 17 Abs. 3 Satz 3 KSchG über­haupt Raum ist (vgl. BVerfG 25.02.2010 – 1 BvR 230/09 – Rn. 31, BAG 28.05.2009 – 8 AZR 273/08 – Ju­ris Rn. 61 f.).
3. Die Un­wirk­sam­keit der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge schlägt auf die Kündi­gung vom 11.03.2009 durch.
a) Zwar sind uni­ons­recht­lich die Rechts­fol­gen ei­ner nicht ord­nungs­gemäßen Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge nach der Junk-Ent­schei­dung des EuGH vom 27.01.2005 – C-188/03 – noch nicht ab­sch­ließend geklärt (BVerfG 25.02.2010 – 1 BvR 230/09 – Rn. 35; vgl. EuGH 16.07.2009 – C 12/08 Mo­no Car Sty­ling – Rn. 34 ff.). Ins­be­son­de­re er­scheint im Licht von Art. 3 Satz 3 i. V. m. Art. 2 EGRL 98/59 (sog. Mas­se­ent­las­sungs­richt­li­nie = MERL) als nicht ge­si­chert, ob feh­len­de An­ga­ben des Ar­beit­ge­bers zu den Kon­sul­ta­tio­nen der Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter und ei­ner von die­sen ab­ge­ge­be­nen Stel­lung­nah­me uni­ons­recht­lich die Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung nach sich zie­hen.
b) Nach Auf­fas­sung der Kam­mer kommt es hier­auf je­doch nicht an. Denn die Un­wirk­sam­keit der Kündi­gung er­gibt sich aus na­tio­na­lem Recht. Dass die­ses über den durch die MERL in­ten­dier­ten Schutz hin­aus­ge­hen kann, ist zwei­fels­frei. Zwar ist § 17 KSchG in der Ver­gan­gen­heit so ver­stan­den wor­den, dass die un­ter­las­se­ne, un­vollständi­ge oder feh­ler­haf­te Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge nicht zur Un­wirk­sam­keit der nach­fol­gen­den Kündi­gung führt (vgl. BAG 18.09.2003 – 2 AZR 79/02 – Ju­ris Rn. 61 ff.). Mit dem Junk-Ur­teil des EuGH vom 27.01.2005 ist die­ses Verständ­nis je­doch ob­so­let ge­wor­den. In­dem die ar­beits­markt­po­li­ti­schen Zwe­cke der MERL und der §§ 17 ff. KSchG ei­ne Verstärkung des in­di­vi­du­el­len Kündi­gungs­schut­zes be­wir­ken (LAG Sach­sen-An­halt 18.11.2009 - 5 Sa 179/09 – Ju­ris Rn. 66) und der Ge­setz­ge­ber § 17 KSchG un­verändert ge­las­sen hat, ist ei­ne re­strik­ti­ve Ge­set­zes­aus­le­gung der­ge­stalt, dass
trotz Un­wirk­sam­keit der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge die nach­fol­gen­de Kündi­gung ih­re Wirk­sam­keit be­hal­te, nicht mehr ver­tret­bar.
c) Der Be­klag­te be­ruft sich oh­ne Er­folg dar­auf, dass die AfA un­ter dem 26.02.2009 die an­ge­zeig­te Mas­sen­ent­las­sung bei Ein­hal­tung der Sperr­frist des § 18 Abs. 1 KSchG nicht be­an­stan­det ha­be.
(11) In­wie­weit ein be­stands­kräfti­ger Ver­wal­tungs­akt gemäß § 20 i. V. m. § 18 KSchG die Ar­beits­ge­rich­te hin­sicht­lich der Fra­ge hin­dert, ob ei­ne wirk­sa­me Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge vor­ge­le­gen hat, ist in Recht­spre­chung und Li­te­ra­tur um­strit­ten (LAG Rhein­land-Pfalz 15.01.2008 – 3 Sa 634/07 – Ju­ris Rn. 79, SPV/Vos­sen, Rn. 1654, Kütt­ner/Kreit­ner, Per­so­nal­buch 2010, 300 ‚Mas­sen­ent­las­sung’, Rn. 24., vgl. Ko­eh­ler/Ni­k­las, NZA 2010, 913, krit. Rein­hard RdA 2007, 214, KR/Wei­gand, 9. Aufl., § 20 KSchG Rn. 72 f.). Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ar­beits­ge­richts kommt dem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren „er­heb­li­che Be­deu­tung“ zu, wenn sich of­fen­sicht­lich die AFA durch die feh­len­de Dar­le­gung des „Stan-des der Be­ra­tun­gen“ nicht von ei­ner sach­li­chen Prüfung der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ha­be ab­hal­ten las­sen, was eben­falls ge­gen die An­nah­me spre­che, die An­zei­ge sei un­wirk­sam (BAG 28.05.2009 – 8 AZR 273/08 – Ju­ris Rn. 63 f.).
(22) Die letzt­ge­nann­te Über­le­gung er­scheint der Kam­mer als eher spe­ku­la­tiv. Sie wird tatsächlich viel­fach und im Streit­fall wi­der­legt durch die Oberflächlich­keit und Hast, mit der die AfA Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­gen von Ar­beit­ge­bern zu bil­li­gen pflegt.
(33) Die An­nah­me, dass die Ar­beits­ge­rich­te an den AfA-Be­scheid nach § 20 KSchG und die in­zi­den­te Fest­stel­lung der Wirk­sam­keit der Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ge­bun­den sei­en, verträgt sich nicht mit dem uni­ons­recht­li­chen und grund­recht­li­chen Ef­fek­ti­vitätsprin­zip. Hier­nach darf der durch die Mas­sen­ent­las­sungs­richt­li­nie und § 17 KSchG gewähr­te in­di­vi­du­el­le Kündi­gungs­schutz nicht da­durch fak­tisch auf­ge­ho­ben wer­den, dass Ar­beit­neh­mer ei­ne feh­ler­haf­te Ent­schei­dung der AfA nach § 20 KSchG sich ent­ge­gen­hal­ten las­sen müssen.
In­dem Art. 3 MERL und § 17 KSchG die Wirk­sam­keit der Kündi­gung von ei­ner vor­he­ri­gen ord­nungs­gemäßen Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge abhängig ma­chen, schei­det es von vorn­her­ein aus, der behörd­li­chen Ak­zep­tanz der An­zei­ge ei­ne wie auch im­mer ge­ar­te­te Bin­dungs­wir­kung bei­zu­mes­sen. Hin­zu kommt, dass, wor­auf Rein­hard (RdA 2007, 214) zu Recht hin­weist, die be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer am An­zei­ge­ver­fah­ren nicht be­tei­ligt sind und kei­ne Möglich­keit ha­ben, ge­gen die Ver­wal­tungs­ent­schei­dung, die kei­nen dritt­be­las­ten­den Ver­wal­tungs­akt dar­stel­le, Rechts­mit­tel ein­zu­le­gen. Des Wei­te­ren prüft die AfA nicht die Vor­aus­set­zun­gen der Mas­sen­ent­las­sung un­ter dem Ge­sichts­punkt der Zulässig­keit der ein­zel­nen Kündi­gun­gen, son­dern leg­te den Fo­kus auf die öffent­lich-recht­li­che Fra­ge der Abkürzung oder Verlänge­rung der Sperr­frist fo­kus­siert (Rein­hard RdA 2007, 214). Die ord­nungs­gemäße Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge ist nur Vor­fra­ge, so dass de­ren Be­ja­hung durch die AfA grundsätz­lich nicht an der Bin­dungs­wir­kung des Be­schei­des teil­nimmt. Der Be­scheid ist – be­zo­gen auf § 17 KSchG – auch kein ge­stal­ten­der Ver­wal­tungs­akt mit be­las­ten­der oder begüns­ti­gen­der Wir­kung ge­genüber der Kläge­rin und ent­fal­tet auch aus die­sem Grund kei­ne Bin­dungs­wir­kung der Ar­beits­ge­rich­te. Die­se ha­ben im Rah­men ih­rer Vor­fra­gen­kom­pe­tenz viel­mehr selbst die Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge auf ih­re Vollständig­keit und Kor­rekt­heit zu über­prüfen (vgl. Zöller/Lücke­mann, ZPO, 28. Aufl., § 13 GVG Rz. 34).
Da­her sind die Ar­beits­ge­rich­te nicht an den Be­scheid und die dar­aus er­sicht­li­che Auf­fas­sung der AfA ge­bun­den (ErfK/Kiel, 10. Aufl., § 20 KSchG, Rn. 6, von Ho­y­nin­gen-Hue­ne/Linck, KSchG, 14. Aufl., § 20 Rn. 26).
(44) Der Be­klag­te re­kla­miert er­folg­los, dass ihm Ver­trau­ens­schutz zu gewähren sei, weil die AfA im Be­scheid nach § 20 KSchG die un­zuläng­li­che Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge un­be­an­stan­det ge­las­sen ha­be. Er über­sieht, dass er selbst die An­for­de­run­gen des § 17 Abs. 3 KSchG miss­ach­tet hat und schon des­halb kei­nen Ver­trau­ens­schutz ver­dient (vgl. APS/Moll, 3. Aufl., § 17 KSchG Rn. 136). Zu­dem muss ein Ar­beit­ge­ber da­mit rech­nen, dass bei der Prüfung der AfA die et­wai­ge Verkürzung oder Verlänge­rung der Sperr­frist des § 18 KSchG im Vor­der­grund steht, während die Ord­nungs­gemäßheit der Mas­sen­ent­las­sungs­an-
zei­ge nur kur­so­risch und an­hand no­to­risch de­fi­zitärer Vor­la­gen und An­wei­sun­gen ge­prüft wird (vgl. BAG 18.09.2003, Ju­ris Rn. 64).
Die Kos­ten der Be­ru­fung hat nach § 97 Abs. 1 ZPO der Be­klag­te zu tra­gen.
Die Kam­mer hat der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Rechts­fra­ge, ob ei­ne gemäß § 17 Abs. 3 Satz 2 u. 3 KSchG un­zu­rei­chen­de und von der AfA im Be­scheid nach § 20 KSchG nicht be­an­stan­de­te Mas­sen­ent­las­sungs­an­zei­ge zur Un­wirk­sam­keit der nach­fol­gen­den Kündi­gung führt, grundsätz­li­che Be­deu­tung bei­ge­mes­sen und da­her für den Be­klag­ten die Re­vi­si­on an das Bun­des­ar­beits­ge­richt zu­ge­las­sen, § 72 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 1 ArbGG.
Gei­sen
Ur­ba­ni­ak
zur Übersicht 12 Sa 1321/10

References: § 125
 § 18
 § 20
 § 17
 § 102
 § 613
 § 613
 § 7
 § 102
 § 102
 § 102
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 § 1
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 § 134
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 Art. 3
 Art. 2
 § 17
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