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Timestamp: 2020-07-16 04:15:50+00:00

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Drittaufwand ⇒ Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Trägt ein Dritter Kosten, die durch die Einkünfteerzielung des Stpfl. veranlasst sind, können sie als so genannter Drittaufwand nicht → Betriebsausgaben oder → Werbungskosten des Stpfl. sein (BFH Urteil vom 23.8.1999, BStBl II 1999, 782; H 4.7 &lsqb;Drittaufwand&rsqb; EStH). Unter Drittaufwand ist ein Aufwand zu verstehen, der durch die Einkunftserzielung des Stpfl. veranlasst ist, den dieser jedoch nicht – auch nicht im Wege eines verkürzten Vertrags- oder Zahlungsweges – getragen hat, sondern ein Dritter (s.a. BFH Urteil vom 7.6.2000, III R 82/97, BFH/NV 2000, 1462). Der Dritte tätigt eine Zahlung zur Erfüllung einer eigenen Verbindlichkeit. Zwar stellt die Definition des § 4 Abs. 4 EStG nicht darauf ab, wer die durch den Betrieb veranlassten Aufwendungen getragen hat, doch nach den für die Gewinnermittlung geltenden allgemeinen Grundsätzen muss jede Aufwendung, die in der Gewinn- und Verlustrechnung angesetzt werden soll, das Eigenkapital des Stpfl. mindern, d.h. jeder Stpfl. darf bei der Gewinnermittlung nur die ihm persönlich zuzurechnenden Einnahmen und Aufwendungen berücksichtigen.Hiervon abzugrenzen ist der Eigenaufwand für ein fremdes Wirtschaftsgut (H 4.7 &lsqb;Eigenaufwand …&rsqb; EStH), z.B. bei Gebäuden oder Mietereinbauten auf fremdem Grund und Boden (vgl. hierzu auch → Gebäudeabschreibung).
Losgelöst von allen Konstruktionen der Rspr. und der Literatur ist die einfachgesetzliche Ausgangslage eindeutig. Nur der Inhaber einer Einkunftsquelle (»Zustandstatbestand«) kann nach § 2 Abs. 1 Satz 1 EStG Einkünfte erzielen und dabei den Erwerbsaufwand als WK/BA berücksichtigen. WG wiederum werden grundsätzlich nur dem rechtlichen Eigentümer (hier: zwei Miteigentümern zu je 50 %) zugewiesen. Sodann kann nur der Einkunftserzieler (&equals; Eigentümer, hier: EF) die auf das WG entfallenden Kosten absetzen (0,5 Mio. €). Bei Gebäuden werden die HK bekanntlich über die AfA gem. § 7 Abs. EStG berücksichtigt. Damit geht im Beispiel die AfA i.H.v. insgesamt 500 T€ verloren, soweit sie die anteiligen AK/HK des EM betreffen. Man war immer schon bemüht, den Ausfall der »Dritt«-AfA (EM als Nicht-Einkunftserzieler ist »Dritter«) zu beheben. Bereits an dieser Stelle darf darauf hingewiesen werden, dass der drohende AfA-Ausfall dann nicht gegeben ist, wenn EM seine bebaute Grundstückshälfte an EF vermieten würde. EM hätte sodann Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung nach § 21 EStG, in deren Rahmen er gem. § 7 Abs. 4 i.V.m. § 9 Abs. 1 Nr. 7 EStG als Vermieter die AfA berücksichtigen kann (und muss). Nur: Rechtzeitig (!) abgeschlossene Mietverträge sind unter Ehegatten die Ausnahme.
Nutzen die Miteigentümer-Ehegatten das Gebäude bzw. einen Raum gemeinsam zur Erzielung von Einkünften, so kann jeder der Ehegatten die seinem Eigentumsanteil entsprechende AfA in Anspruch nehmen. Im ersten Schritt können danach EM und EF – ohne Zahlungsprüfung – je 15 T€ als AfA-BMG geltend machen, da ihnen auch das jeweilige Arbeitszimmer zu 50 % gehört.
Heubeck, Behandlung des Drittaufwandes bei Ehegatten, Steuer & Studium 2001, 401; Gröpl, Die Abgrenzung von Eigen- und Drittaufwand, DStZ 2001, 65; Schönwald, Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, Steuer & Studium 2005, 147; Schoor, Gestaltungsmöglichkeiten bei Bauten auf Ehegatten-Grundstücken, INF 2005, 705; Haenicke, Drittaufwand und erweiterter Eigenaufwand, DStZ 2006, 793; Knebusch, Vierter Weg beim Drittaufwand?!, NWB 17/2016, 1266.

References: § 4
 § 2
 § 7
 § 21
 § 7
 § 9