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Timestamp: 2018-12-13 23:41:09+00:00

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Lexikon Steuer: Existenzgründer
Die zweite Durchschrift enthält die Gewerbesteuerstelle des Steueramtes bei der Gemeinde. Von dort erhält der Gewerbetreibende eine Gewerbesteuer-Hebenummer . Hierunter wird der künftige Schriftverkehr geführt. Selbstständig Tätige brauchen ihre Tätigkeit nicht der Gemeinde/ Stadt anzuzeigen. Hier reicht eine kurze Mitteilung an das zuständige Finanzamt aus.
Zu der freiberuflichen Tätigkeit gehört jede selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit sowie eine selbstständige Berufstätigkeit als Arzt, Rechtsanwalt, Notar, Ingenieur, Architekt, Steuerberater etc. (sog. Katalogberufe). Auch hier ist eine Gewinnerzielungsabsicht erforderlich. ( Freiberufler )
Grundsätzlich hat jeder steuerpflichtige Unternehmer jährlich eine Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Kalenderjahr (Veranlagungszeitraum) abzugeben. Neben anderen steuerpflichtigen Einkünften muss auch der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb oder aus der selbstständigen Tätigkeit erklärt werden. Ehegatten haben für den Fall der Zusammenveranlagung eine gemeinsame Steuererklärung abzugeben. ( Einkommensteuererklärung )
der sog. Gewerbeertrag den Freibetrag (bei natürlichen Personen und Personengesellschaften - §11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG ) von 24.500 EUR übersteigt.
Bei Existenzgründern gilt seit 2002, dass im Kalenderjahr der Aufnahme der beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit und in dem darauf folgenden Jahr der Monat Voranmeldungszeitraum ist ( § 18 Abs. 2 Satz 4 UStG ).
Betrug die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1.000 EUR, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen befreien ( § 18 Abs. 2 UStG ) ( Voranmeldungszeitraum ).
Bei neu gegründeten Unternehmern, deren voraussichtlicher Umsatz (Istumsatz) zuzüglich der darauf entfallenden Steuer 17.500 EUR im Jahr der Betriebseröffnung nicht überschreitet, wird die Umsatzsteuer nicht erhoben. In späteren Kalenderjahren kommt es für die Nichterhebung der Umsatzsteuer darauf an, dass der Bruttoumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 EUR nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 EUR voraussichtlich nicht übersteigen wird ( § 19 Abs. 1 UStG ). Im Gegenzug darf jedoch auch keine Vorsteuer geltend gemacht werden und die Umsatzsteuer darf in den Rechnungen auch nicht ausgewiesen werden. Zu Einzelheiten siehe Kleinunternehmer .
Grundsätzlich wird die Steuer nach "vereinbarten Entgelten" berechnet, d.h. ohne Rücksicht darauf, ob der Kaufpreis gezahlt wurde oder nicht (sog. Sollbesteuerung ).
In den verschiedenen Fällen kann das Finanzamt auf Antrag gestatten, die Steuer erst bei Kaufpreisentrichtung anzumelden. ( Istbesteuerung )
Die Einnahmenüberschussrechnung ist auf einem amtlichen Vordruck abzugeben. Nach einem Urteil des FG Münster vom 17.12.2008 - 6 K 2187/08 besteht keine Verpflichtung zur Verwendung des amtlichen Vordrucks. Gegen das Urteil ist die Revision beim BFH unter dem Aktenzeichen X R 18/09 anhängig (siehe im Einzelnen Einnahmenüberschussrechnung ).
Anschaffungskosten für sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter - bis zur Höhe von 150 EUR, bei Anschaffungen ab 2010 auch von mehr als 410 EUR unter der Voraussetzung der Beachtung besonderer Aufzeichnungspflichten (ohne Mehrwertsteuer) - können sofort als Betriebsausgabe abgezogen werden. Alternativ besteht die Möglichkeit, geringwertige Wirtschaftsgüter im Werte von mehr als 150 EUR und nicht mehr als 1.000 EUR in jährlich zu bildende Sammelposten einzustellen, wobei der für das einzelne Wirtschaftsjahr gebildete Sammelposten im jeweiligen Erstjahr der Bildung und in den vier folgenden Wirschaftsjahren zu je 1/5 abzuschreiben ist (siehe geringwertige Wirtschaftsgüter ).
Lohnsteuer für das vorangegangene Kalenderjahr Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum
mehr als 4.000 EUR monatlich
mehr als 1.000 EUR, aber nicht mehr als 4.000 EUR vierteljährlich
nicht mehr als 1.000 EUR jährlich
nicht während des ganzen vorangegangenen Kalenderjahres bestanden, ist die für das vorangegangene Kalenderjahr abzuführende Lohnsteuer für die Feststellung des Lohnsteuer-Anmeldezeitraums auf einen Jahresbetrag umzurechnen ( § 41a Abs. 2 Satz 3 EStG );
im vorangegangenen Kalenderjahr noch nicht bestanden, ist die auf einen Jahresbe-trag umgerechnete für den ersten vollen Kalendermonat nach der Eröffnung der Be-triebsstätte abzuführende Lohnsteuer maßgebend ( § 41a Abs. 2 Satz 3 EStG ).
Die Lohnsteuer-Anmeldung ist spätestens am 10. Tag nach Ablauf des Lohnsteuer-Anmeldungszeitraums beim Betriebsstättenfinanzamt einzureichen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist auch die insgesamt einbehaltene und übernommene Lohnsteuer an dieses Finanzamt abzuführen ( § 41a Abs. 1 Satz 1 EStG .
Die Lohnsteuer-Anmeldung ist nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung nach Maßgabe der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung zu übermitteln. Zur Vermeidung unbilliger Härten kann das Finanzamt auf Antrag des Unternehmers auf eine elektronische Übermittlung verzichten. Dann ist die Lohnsteuer-Anmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck abzugeben ( § 41a Abs. 1 Satz 2 und 3 EStG ).
- Einkommen- und Kirchensteuer sowieSolidaritätszuschlag 10.3./10.6./10.9./10.12.
- Gewerbesteuer 15.2./15.5./15.8./15.11.
- Umsatzsteuer - vgl.Umsatzsteuervoranmeldung (Kapitel 4.5.) 10 Tage nach Ablauf desVoranmeldungszeitraums

References: §11
 § 18
 § 18
 § 19
 § 41
 § 41
 § 41
 § 41