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Timestamp: 2016-10-23 12:16:39+00:00

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Besitz von Btm (Strafrecht) - frag-einen-anwalt.de Hilfe & Kontakt
Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Strafrecht Themen: BTM Besitz
| 23.07.2007 11:45 | Preis: ***,00 € |
ich bin wegen Besitzes (3,29 Gramm netto Amphetamin, ESA-Test positiv) von Btm angeklagt. Vergehen nach §§ 1, 3 Abs. 1 Nr. 1, 29 Abs. 1 Nr. 3, 33 BtMG,
74 StGB
Ich wurde im Feb. 07 vor dem Gelände einer Party neben meinem PKW stehend kontrolliert. Der PKW-Schlüssel war nicht in meinem Besitz. Nach der Durchsuchung gab ich folgendes zur Sache an:
Ich war alkoholisiert, dass ich Gelegenheits-User bin und dass, das gefundene Amphetamin nicht mir gehört, sondern dass ich es für jemand anderen aufbewahrt habe.
Ich bin 2001 schon einmal im Besitz von Btm aufgegriffen worden, aber die Sache wurde wegen Nichtigkeit eingestellt.
Ich befinde mich zur Zeit in einer Weiterbildung und beziehe 583,00 € ALG 1 und habe einen Nebenverdienst von ca. 250 €.
1. Welche Strafe könnte mich im Worst Case erwarten?
2. Ist es ratsam, mich vor Gericht von einem Anwalt vertreten zu lassen oder kann ich auch alleine hingehen? Wenn ja, welche Kosten kommen da auf mich zu?
3. Kann ich Gerichtskostenbeihilfe beantragen?
4. Die Verhandlung ist bereits am 03.08.07, kann ich so kurzfristig noch Anwalt hinzuziehen? Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 10 weitere Antworten zum Thema:
Sehr geerhte(r) Fragesteller(in),
gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Bitte beachten Sie, dass dieses Forum nur einer ersten rechtlichen Orientierung dient und sich die dargestellte Rechtslage im Einzelfall ändern kann, wenn Ihrerseits Informationen nicht vollständig gegeben wurden.
1. Wer Betäubungsmittel besitzt, ohne zugleich im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis für den Erwerb zu sein, wird gemäß § 29 Abs. 1 Nr. 3 BtmG mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft. Wie weit dieses Strafmaß ausgeschöpft wird, hängt von vielen Faktoren ab. Wichtige Faktoren hierbei sind unter anderem Ihre Vorstrafen und die Menge der mitgeführten Amphetamine. Ihren Ausführungen entnehme ich, dass Sie, auch wenn bereits gegen Sie ermittelt wurde, bisher noch nicht vorbestraft sind. Dies wirkt sich erheblich positiv auf das Strafmaß aus. Die von Ihnen mitgeführte Menge kann nicht mehr als geringe Menge im Sinne des § 31a BtmG angesehen werden, jedoch ist auch noch keine dermaßen große Menge gegeben, dass die Verhängung einer Freiheitsstrafe befürchtet werden müsste. Es ist daher davon auszugehen, dass im Falle einer Verurteilung wohl von einer Geldstrafe ausgesprochen würde. Die Höhe der vom Gericht hierbei verhängten Tagessätze dürfte bei Ihrem Einkommen bei etwa 20 bis 30 Euro liegen. Die Anzahl der Tagessätze richtet sich nach der gerichtlichen Beurteilung der schwere der Tat und kann daher kaum seriös vorausgesagt werden.
2. Grundsätzlich können Sie vor Gericht auch ohne Anwalt auftreten. Die Beauftragung eines Verteidigers ist jedoch in der Regel ratsam, da dieser zunächst Akteneinsicht nehmen und dann eine entsprechende Verteidigungstrategie mit Ihnen besprechen kann. Die für Sie bei Beauftragung eines Anwalts anfallenden Kosten berechnen sich nach dem Rechstanwaltsvergütungsgesetz. Hiernach wäre für den ersten Rechtszug am Amtsgericht eine Grundgebühr in Höhe von 30,00 bis 300,00 Euro, eine Verfahrensgebühr in Höhe von 30,00 bis 250,00 Euro, eine Terminsgebühr in Höhe von 60,00 bis 400,00 Euro sowie eine Auslagenpauschale in Höhe von etwa 20,00 Euro fällig. Die Höhe der jeweils zu erhebenden Gebühren ist hierbei von der Komplexität und der Schwierigkeit der Angelegenheit abhängig. Nimmt man jeweils eine Mittelgebühr als Grundlage, so müssten Sie also mit Kosten von gut 700,- Euro inkl. Mehrwertsteuer rechnen. 3. Im Strafverfahren gibt es die Möglichkeit der Beiordnung eines Pflichtverteidigers. Dies ist jedoch nur im Fall einer notwendigen Verteidigung im Sinne des § 140 StPO möglich. § 140 StPO regelt diesbezüglich:
(1) Die Mitwirkung eines Verteidigers ist notwendig, wenn 1. die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht oder dem Landgericht stattfindet; 2. dem Beschuldigten ein Verbrechen zur Last gelegt wird; 3. das Verfahren zu einem Berufsverbot führen kann; 4. (aufgehoben) 5. der Beschuldigte sich mindestens drei Monate auf Grund richterlicher Anordnung oder mit richterlicher Genehmigung in einer Anstalt befunden hat und nicht mindestens zwei Wochen vor Beginn der Hauptverhandlung entlassen wird; 6. zur Vorbereitung eines Gutachtens über den psychischen Zustand des Beschuldigten seine Unterbringung nach § 81 in Frage kommt; 7. ein Sicherungsverfahren durchgeführt wird; 8. der bisherige Verteidiger durch eine Entscheidung von der Mitwirkung in dem Verfahren ausgeschlossen ist. (2) In anderen Fällen bestellt der Vorsitzende auf Antrag oder von Amts wegen einen Verteidiger, wenn wegen der Schwere der Tat oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, dass sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann, namentlich, weil dem Verletzten nach den §§ 397a und 406g Abs. 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist. Dem Antrag eines hör- oder sprachbehinderten Beschuldigten ist zu entsprechen. (3) Die Bestellung eines Verteidigers nach Absatz 1 Nr. 5 kann aufgehoben werden, wenn der Beschuldigte mindestens zwei Wochen vor Beginn der Hauptverhandlung aus der Anstalt entlassen wird. Die Bestellung des Verteidigers nach § 117 Abs. 4 bleibt unter den in Absatz 1 Nr. 5 bezeichneten Voraussetzungen für das weitere Verfahren wirksam, wenn nicht ein anderer Verteidiger bestellt wird. In Ihrem Fall scheinen die hier aufgeführten Voraussetzungen jedoch nicht erfüllt. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass das Gericht Ihnen keinen Pflichtverteidiger beiordnen würde. Sie müssten also, wenn Sie sich für die Beauftragung eines Verteidigers entscheiden sollten, diesen aus eigener Tasche bezahlen.
4. Die Beauftragung eines Anwalts ist in der Regel auch sehr kurzfristig möglich. Jedoch ist es der Sache äußerst dienlich, wenn ein von Ihnen beauftragter Kollege vor dem Gerichtstermin noch die Möglichkeit hat, Einsicht in die Ermittlungsakte zu nehmen. Daher sollte eine Beauftragung Ihrerseits möglichst nicht all zu kurzfristig erfolgen. Eine Beauftragung in den nächsten Tagen dürfte für einen Kollegen in der Regel jedoch kein Problem darstellen.
Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben haben zu können und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Tel.: 0231 / 25 90 11
Fax: 0231 / 20 00 24 0
Web: http://www.beyer-lessmann-hemmer.de Nachfrage vom Fragesteller	23.07.2007 | 14:33
Vielen Dank für Ihre Antworten, das hat mir sehr weiter geholfen.
Zum Abschluss die Frage: Denken Sie, dass die Hinzuziehung eines RA die Höhe des Strafmaß positiv beeinflussen kann? Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
23.07.2007 | 14:52
gerne beantworte ich Nachfrage.
Der Vorteil einer Beauftragung eines Kollegen vor Ort ist der, dass dieser Akteneinsicht nehmen und anhand der Akten dazu raten kann, welche Strategie vor Gericht die erfolgversprechendste zu sein scheint. Die richtige Strategie kann sich dann selbstverstaendlich auch auf das Strafmaß auswirken. Ob im konkreten Fall ein Kollege eine bestimmtes Vorgehen einschlagen kann, dass tatsaechlich letztlich zu einem geringeren Strafmaß führen wird, kann aber nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Dazu müsste diesseits der genaue Akteninhalt bekannt sein. Mit freundlichen Grüßen
"Vielen Dank nochmals, die Antworten haben mir sehr bei meiner Entscheidungsnot geholfen.Schnelle Beratung! "
Abgelaufene Waffenbesitzkarte / Strafrechtliche Folgen
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References: § 29
 § 31
 § 140
 § 140
 § 81
 § 117