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Timestamp: 2019-12-07 03:44:56+00:00

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MIGRATIONSHINTERGRUND - Information
Migrationshintergrund Information
Das soziale Merkmal Migrationshintergrund beschreibt Personen, die selbst oder deren Vorfahren aus einem anderen Staat eingewandert sind, [1] oder soziale Gruppen oder Gemeinschaften, die aus eingewanderten Personen oder deren Nachkommen bestehen.
Der Begriff wird uneinheitlich verwendet. Die Definitionen knüpfen meist an die Staatsangehörigkeit und/oder den Geburtsort an. So bezeichnet der Begriff in Deutschland derzeit Personen, die selbst oder deren Vater oder Mutter nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurden. In Österreich bezeichnet er Personen, deren Elternteile beide im Ausland geboren wurden; je nach eigenem Geburtsort wird zudem unterschieden in Migranten der ersten und der zweiten Generation. In der Schweiz wird der Begriff unabhängig von der Staatsangehörigkeit definiert.
2017 lebten in Deutschland 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 23 % entspricht. [2]
1.1.3.1 Statistik nach Zensus 2011
1.1.3.2 Statistik 2015
1.1.4 Abweichende Definitionen einzelner Bundesländer
1.1.5 Verwendung des Begriffs
1.1.6 Synonyme und Antonyme
1.2.1 Nach Religionszugehörigkeit
1.2.2 Nach Status und Generationszugehörigkeit
1.2.3 Nach der geopolitischen Herkunft der Zugewanderten
1.3 Weitere statistische Aussagen über Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund oder über ähnlich definierte Gruppen
1.3.1 Nach Milieu
1.3.2 Gesellschaftliche Stellung
1.3.2.1 Migrationshintergrund und Gesundheit
1.3.3 Migrationshintergrund und schulische Erfolge
1.3.3.1 Schulische Erfolge
1.3.3.2 Unterschiedliche schulische Erfolge in Ost- und Westdeutschland
1.3.3.3 Ergebnisse der PISA-Studie
1.3.4 Migrationshintergrund und Integration in den Arbeitsmarkt
Seit dem Mikrozensus 2005 unterscheiden die Statistischen Landesämter und das Statistische Bundesamt zwischen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund und der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. [3] Diese Unterscheidung erfolgt durch eine indirekte Ermittlung von Daten zum Migrationshintergrund. Grundlage dafür ist eine Änderung des Mikrozensusgesetzes von 2004, das die Aufnahme von Fragen zur Feststellung des Migrationshintergrundes in den Befragungen 2005 bis 2012 vorsieht. Konkret werden Angaben zur Zuwanderung, Staatsangehörigkeit und Einwanderung des jeweiligen Befragten sowie dessen Eltern erfragt. Als Personen mit Migrationshintergrund (im weiteren Sinn) definiert werden „alle nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem nach 1949 zugewanderten oder als Ausländer in Deutschland geborenen Elternteil“. [4] Die zwecks Vergleichbarkeit im Zeitverlauf ebenfalls verwendete Definition von Menschen mit Migrationshintergrund im engeren Sinn ist dieselbe, außer dass diese Definition von Geburt an deutsche Zuwandererkinder, die nicht mehr bei den Eltern oder einem Elternteil wohnen, nicht mit einschließt. [3]
Definitionsgemäß gehören auch Spätaussiedler und deren Kinder zu den Personen mit Migrationshintergrund. Diese Personen müssen keine eigene Migrationserfahrung haben. In Deutschland reicht eine Migrationserfahrung eines Elternteiles aus, um als Person mit Migrationshintergrund klassifiziert zu werden, während beispielsweise in Österreich eine Migrationserfahrung beider Elternteile erforderlich ist. [5]
Im Jahr 2006 lebten nach dieser Definition 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, dies entsprach 18,6 % der Bevölkerung. [6] Im Jahr 2009 stieg die Zahl der Personen mit Migrationshintergrund in Deutschland auf 16,0 Millionen oder 19,6 % der Bevölkerung. Das Wachstum ist auf den Anstieg der Zahl der deutschen Staatsbürger mit Migrationshintergrund zurückzuführen, da die Zahl der Ausländer in Deutschland seit circa zehn Jahren bei 7,2 Millionen stagniert. [7] [8]
Mit 10,4 Millionen stellen die seit 1950 Zugewanderten – das ist die Bevölkerung mit eigener Migrationserfahrung – zwei Drittel aller Personen mit Migrationshintergrund. [9] 2006 hatten 7,3 Millionen bzw. 8,9 % der Bevölkerung bzw. 47 % der Menschen mit Migrationshintergrund eine ausländische Staatsangehörigkeit. Menschen mit Migrationshintergrund und deutscher Staatsangehörigkeit umfassten 2006 7,9 Millionen bzw. 9,5 % der Bevölkerung bzw. 53 % der Menschen mit Migrationshintergrund. Personen mit Migrationshintergrund sind im Durchschnitt deutlich jünger als jene ohne Migrationshintergrund (33,8 gegenüber 44,6 Jahre). In den jungen Alterskohorten sind sie stärker vertreten als in den alten. Bei den unter Fünfjährigen stellen Personen mit Migrationshintergrund im Jahr 2008 ein Drittel dieser Bevölkerungsgruppe. [9]
Beim Zensus 2011 wurde eine leicht veränderte Definition des Migrationshintergrundes zugrundegelegt. Es wurde hierbei nicht die Zuwanderung nach 1949, sondern nach 1955 abgefragt. [10]
2016 änderte das Statistische Bundesamt im Rahmen einer „Typisierung des Migrationshintergrundes“ die Definition, [11] sodass sie nun „leichter verständlich“ sei. Sie lautet nun:
Zur Begründung, warum die alte Definition unzulänglich war, erklärt das Statistische Bundesamt: „Daneben gibt es noch eine kleine Gruppe von Personen, die mit deutscher Staatsangehörigkeit im Ausland geboren sind und deren beide Eltern keinen Migrationshintergrund haben. Im Mikrozensus 2015 betrifft dies hochgerechnet 25.000 Personen. Diese Personen wurden während eines Auslandsaufenthalts der Eltern geboren, z. B. während eines Auslandsstudiums oder einer Beschäftigung im Ausland. Diese im Ausland geborenen Personen haben aber keinen Migrationshintergrund, weil sie selbst und ihre Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind. Kinder von Eltern ohne Migrationshintergrund können keinen Migrationshintergrund haben.“ [12]
Nach der neuen Definition hängt der Migrationshintergrund nicht mehr vom Zeitpunkt der Zuwanderung einer Person in das Gebiet Deutschlands ab. Gleichwohl schränkt das Statistische Bundesamt ein: „Die Vertriebenen des Zweiten Weltkrieges und ihre Nachkommen gehören nicht zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund, da sie und ihre Eltern mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind.“ [13] Dass Personen wie Sudetendeutsche oder Statusdeutsche meist tatsächlich ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren sind, fließt offenbar nicht in diese Begriffsbildung ein.
Die neue Definition findet sich erstmals in einer im September 2016 verbreiteten Erklärung „Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf Rekordniveau“ [14], während im Statistischen Jahrbuch 2016 [15] noch die alte Definition verwendet wird.
Eine etwas andere Definition wurde in der Migrationshintergrund-Erhebungsverordnung vom 29. September 2010 getroffen, die für den Bereich der Bundesagentur für Arbeit gilt, [16] sie lautet: „Ein Migrationshintergrund liegt vor, wenn 1. die Person nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder 2. der Geburtsort der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt und eine Zuwanderung in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte oder 3. der Geburtsort mindestens eines Elternteiles der Person außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland liegt sowie eine Zuwanderung dieses Elternteiles in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland nach 1949 erfolgte.“ [17]
Nach Art. 3 GG wie nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist es verboten, mit der „ ethnischen Herkunft“ eines Menschen Rechtsfolgen zu verbinden. Niemand darf also, weil er selbst oder seine Vorfahren nach Deutschland zugewandert sind, diskriminiert oder bevorzugt werden.
Zwei Jahre nach der Einführung eines „Integrations- und Partizipationsgesetzes“ im Land Berlin, nach dem der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen erfasst werden soll, wurde 2012 durch die Antwort des Senats auf eine Abgeordnetenanfrage bekannt, dass korrekte Messungen des Anteils von Personen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst oder unter Politikern Befragungen erfordern würden, die rechtlich nicht zulässig sind. [18]
Ein Beispiel für die Probleme, einen Migrationshintergrund seriös zu erfassen, bietet die Aufstellung „Mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund“, die der „Mediendienst Integration“ nach der Bundestagswahl 2013 veröffentlichte [19]: Hier wird, auf nur teilweise beantwortete Anfragen bei Pressestellen, „ausgewertete“ Interviewäußerungen und Ähnliches gestützt, Abgeordneten ein „Migrationskontext“ zugeordnet, während andererseits öffentlich zugängliche Informationen über ausländische Geburtsorte von Abgeordneten (bekanntes Beispiel Ursula von der Leyen), aus denen sich automatisch ein Migrationshintergrund ergibt, nicht [20] in die Zahlen aufgenommen wurden.
Gemäß dem Zensus 2011 [21] hatten in Deutschland 18,9 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Dabei konzentriert sich die migrantische Bevölkerung insbesondere in den Ballungsgebieten Süd- und Westdeutschlands von München bis zum Ruhrgebiet. In den 25 größten Städten ergab sich das folgende Bild:
Prozentualer Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund (MH) in den 25 größten Großstädten Deutschlands, Stand: 2011
(geordnet nach absteigendem %-Anteil MH)
mit MH (in Tausend)
(2011) [22]
Frankfurt am Main 284 42,7
Stuttgart 225 38,6
Nürnberg 175 36,2
Augsburg 95 36,0
Mannheim 103 35,7
Wiesbaden 89 33,4
München 444 33,2
Bielefeld 105 32,5
Düsseldorf 189 32,5
Wuppertal 110 32,1
Köln 316 31,6
Bonn 93 30,6
Duisburg 146 30,1
Gelsenkirchen 76 29,6
Hannover 148 29,4
Karlsruhe 84 29,3
Dortmund 160 28,2
Hamburg 465 27,5
Bremen 136 25,2
Essen 138 24,6
Berlin 781 23,9
Bochum 83 22,9
Münster 56 19,5
Leipzig 39 7,9
Dresden 38 7,5
Im Jahr 2015 hatten in Deutschland 21 Prozent der Bevölkerung oder 17,1 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund, was eine Steigerung von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Großteil der Flüchtlinge, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen, ist hier noch nicht erfasst. [23]
Die Bundesländer verwenden für ihre Zwecke eigene Definitionen. [24] Laut der bis einschließlich 2010 in Nordrhein-Westfalen angewandten Definition hat einen Migrationshintergrund, wer eine ausländische Staatsangehörigkeit hat oder nach 1949 in das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert ist oder mindestens einen zugewanderten oder ausländischen Elternteil hat; in der seit 2011 angewandten Definition spielt die Staatsangehörigkeit der Eltern keine Rolle mehr. [25]
Mit dem Gesetzesentwurf von 2016 für ein Bayerisches Integrationsgesetz wurde beabsichtigt, den Deutschen mit Migrationshintergrund auch Personen mit einem Eltern- oder einem Großelternteil gleichzustellen, der nach Abschluss der Wanderungsbewegungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zugewandert ist. [26]
Der Begriff „Mensch mit Migrationshintergrund“ ist nicht synonym mit dem Begriff „ Ausländer“, ebenso nicht synonym mit den Begriffen „Zuwanderer“ oder „ Migrant“, wird aber oft fälschlicherweise so verwendet:
Eine Einbürgerung ändert nichts am Status „mit Migrationshintergrund“.
Es gibt Ausländer, die bereits vor 1950 nach Deutschland migriert und bislang nicht eingebürgert sind. Nach der ursprünglichen Definition der Statistik sind weder sie noch ihre Nachkommen „Menschen mit Migrationshintergrund“, nach der späteren Definition der Migrationshintergrund-Erhebungsverordnung von 2010 aber doch.
Auch Menschen, die als Deutsche nach Deutschland zugewandert sind (vor allem Spätaussiedler, aber auch zufällig im Ausland geborene Kinder deutscher Eltern) sind gemäß der Definition von 2005 oder 2011 „Menschen mit Migrationshintergrund“.
Auch Menschen, die als Deutsche in Deutschland geboren sind und deutsche Eltern haben, können einen Migrationshintergrund haben. Und umgekehrt sind Menschen mit Migrationshintergrund (nach der Definition von 2016) nicht notwendigerweise selbst migriert.
Deutsche mit einem ausländischen Elternteil, der niemals nach Deutschland zugewandert ist, haben nach der Definition von 2016 einen Migrationshintergrund, hätten aber nach der Definition von 2005 oder 2011 keinen Migrationshintergrund.
Ein seit am 1. Januar 2000 oder später im Inland geborenes Kind ausländischer Eltern ist unter bestimmten Bedingungen Deutscher, siehe: Optionspflicht bis 19. Dezember 2014, Neuregelung der Optionspflicht ab 20. Dezember 2014.
Der Begriff „Migrationshintergrund“ wurde von der Essener Pädagogikprofessorin Ursula Boos-Nünning bereits in den 1990er Jahren geprägt. [27] Hintergrund der Wortneuschöpfung war der Umstand, dass nach dem Fall des Eisernen Vorhangs viele Menschen aus postkommunistischen Staaten nach Deutschland zuwanderten, die beanspruchten, als deutsche Volkszugehörige im Sinne des Art. 116 GG und § 6 BVFG sofort die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten. Gleichwohl hatte diese aus Deutschen bestehende Bevölkerungsgruppe ähnliche Probleme zu bewältigen wie Zuwanderer, die als Ausländer nach Deutschland gekommen waren (z. B. das Problem der mangelhaften Beherrschung der deutschen Sprache [28]). Der Begriff „Migrationshintergrund“ wurde auch als Lösung für solche Fälle empfunden, in denen Ausländer eingebürgert wurden. Dadurch, dass die Eingebürgerten (wie die Spätaussiedler) in die Rubrik „Deutsche“ eingeordnet werden, kann das Phänomen der Migrationsfolgen methodisch nicht angemessen erfasst werden.
An der Verwendung des Begriffs in Definition wurde auch Kritik laut. Auf einer Fachtagung des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung von Ende 2015 zur Verwendung, Wirkung und Bewertung von empirischen Daten im Kontext der Einwanderungsgesellschaft waren sich die teilnehmenden Fachleute einig, dass der Migrationshintergrund weder „umfassend sichtbar mache, wer in Deutschland Migrationsbezüge hat“, noch „in brauchbarer Weise Daten über die Zugehörigkeit zu einer Minderheit“ liefere. Die Sozialanthropologin Anne-Kathrin Will erklärte in diesem Zusammenhang, die Verwendung des Begriffs könne einem „ethnisch-konnotierten“ Verständnis von Deutschsein Vorschub leisten, demzufolge „nur deutsch ist, wer von Deutschen abstammt – trotz der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts“. [29]
Der Begriff „Migrationshintergrund“ hat sich in den Medien und auch in der Alltagssprache stark verbreitet, wobei die Verwendung nicht immer korrekt ist. So ersetzt der Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“ häufig den ungenauen Begriff „ ausländische Mitbürger“, der streng genommen noch nie einen Sinn ergab ( Oxymoron), da Ausländer nicht Inhaber von Bürgerrechten und Bürger nicht „ausländisch“ sind. Auch in diesem Fall wird jedoch leicht übersehen, dass die beiden Begriffe unterschiedliche Gruppen bezeichnen. Noch verwirrender wird die Verwechslung, wenn der Begriff „Person mit Migrationshintergrund“ durch das verlockend kürzere Wort „ Migrant“ ersetzt und dieses dann, etwa in einem Zahlenvergleich sozialer Gruppen, an anderer Stelle mit anderer Bedeutung erneut verwendet wird. [30]
Auch der Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“ wurde von dem als „ Euphemismus-Tretmühle“ bekannten Mechanismus erfasst. Bei vielen stellen sich inzwischen dieselben Konnotationen wie bei dem Begriff „Ausländer“ ein. Deshalb wurde das Wort „Migrationshintergrund“ auch als „Unwort des Jahres“ vorgeschlagen. [31] Die Tageszeitung (taz) rief ihre Leser Ende des Jahres 2010 auf, einen neuen Begriff vorzuschlagen. Am häufigsten wurden „Mensch“, „Ausländer“, „Neudeutsche“, „Einwanderer“, „Neubürger“ und „Immigrant“ vorgeschlagen – aber keiner der Vorschläge konnte die Redaktion überzeugen: „So bleibt die Erkenntnis, dass sich viele ein anderes Wort wünschen, aber leider kein richtig Griffiges zur Hand ist.“ [32] [33]
Gegen den Vorschlag, „Menschen mit Migrationshintergrund“ als Kategorie der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) einzuführen, wurde im Januar 2009 heftig protestiert. [34]
Inzwischen wird der Begriff in den Medien auch scherzhaft in nicht-politischen Kontexten verwendet („Deutsche Wörter und ihr Migrationshintergrund“, [35] „Übelkeit mit Migrationshintergrund“, [36] „Königsspeise mit Migrationshintergrund“ [37]). Am 1. Mai 2011 eröffnete in Halberstadt die Ausstellung „Heilig! Fremd? Kirchenschätze des Mittelalters (mit Migrationshintergrund) im Domschatz Quedlinburg und im Domschatz Halberstadt“. [38]
Für eingebürgerte Personen mit Migrationshintergrund wird auch die abwertende Bezeichnung Passdeutsche verwendet. Als Passdeutsche wurden zunächst vor allem Spätaussiedler bezeichnet, die nach dem Recht des Herkunftslandes zur deutschen Nationalität zählten und die gegenüber anderen Migranten bei der Erlangung der deutschen Staatsbürgerschaft eine privilegierte Rechtsposition einnahmen. Obwohl vielfach als ausländische Einwanderer wahrgenommen, galten sie rechtlich nicht als Ausländer. [39] [40] Später erfuhr der Begriff eine Neubewertung, vor allem in Kreisen der Neuen Rechten, als abwertender Ausdruck für Deutsche mit Migrationshintergrund. [41] Eine „passdeutsche“ Identität wird dabei häufig dem Konzept der Volksdeutschen gegenübergestellt.
Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 sind 29 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund römisch-katholisch, 15,9 Prozent Mitglied einer evangelischen Landeskirche, 6,5 Prozent sind christlich-orthodox, 0,5 Prozent gehören zu jüdischen Gemeinden. Muslime sind vorläufig mit in der Kategorie „keiner öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaft zugehörig“ enthalten, die insgesamt 36,1 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ausmacht. [42]
Nach Aussagen des Statistischen Bundesamtes setzte sich die Menge der Menschen mit Migrationshintergrund im Jahr 2005 folgendermaßen zusammen: [43]
Gerald Asamoah, ein afrodeutscher Fußballnationalspieler, nahm 2005 an der Kampagne „ Du bist Deutschland“ teil.
Ukraine (1,9 %) [9]
Umfangreiches statistisches Material findet sich auch in den zehn Graphiken eines Spiegel-Online-Artikels vom 17. Oktober 2010. [44]
→ Hauptartikel: Sinus-Migrantenmilieus
Das Sinus-Institut teilte 2018 Menschen mit Migrationshintergrund in zehn soziale Milieus ein, die sich wie folgt unterscheiden: [45]
Bevölkerungsanteil 2018 (in %)
Statusbewusstes Milieu Aufstiegsorientiertes Milieu mit traditionellen Wurzeln, das durch Leistung und Zielstrebigkeit materiellen Wohlstand und soziale Anerkennung erreichen will, ohne seine Bezüge zur Herkunftskultur aufzugeben 12 % (ca. 1,8 Mio)
Traditionelles Arbeitermilieu Das etablierte traditionelle Milieu der Arbeitsmigranten und Spätaussiedler, das nach materieller Sicherheit und Anerkennung strebt, das sich angepasst hat und ohne anzuecken seine (Familien-)Traditionen des Herkunftslandes pflegt 10 % (ca. 1,5 Mio)
verwurzeltes Milieu
Das archaische, patriarchalisch geprägte, sozial und kulturell isolierte Milieu, verhaftet in den vormodernen Mustern und religiösen Traditionen der Herkunftsregion, mit deutlichen Rückzugs- und Abschottungstendenzen 6 % (ca. 0,9 Mio)
Prekäres Milieu Die um Orientierung, Heimat / Identität und Teilhabe bemühte Unterschicht mit starken Zukunftsängsten, Ressentiments und einer oft fatalistischen Lebenseinstellung, die sich ausgeschlossen und benachteiligt fühlt 7 % (ca. 1,1 Mio)
Das junge freizeitorientierte Unterschichtmilieu mit defizitärer Identität und Underdog-Bewusstsein, auf der Suche nach Spaß, Unterhaltung und Konsum, das sich Leistungs- und Anpassungserwartungen der Mehrheitsgesellschaft verweigert 8 % (ca. 1,2 Mio)
Bürgerliche Mitte Die leistungs- und anpassungsbereite Mitte der Migrantenpopulation, die sich mit den Verhältnissen im Aufnahmeland identifiziert, nach sozialer Akzeptanz und Zugehörigkeit strebt und harmonisch und abgesichert leben möchte 11 % (ca. 1,7 Mio)
Pragmatisches Milieu
Der optimistische, leistungs- und familienorientierte junge Mainstream mit Freude am technischen Fortschritt, pragmatisch-realistischen Zieldefinitionen und hoher Anpassungsbereitschaft 11 % (ca. 1,7 Mio)
Experimentalisti-
sches Milieu
Das individualistische Milieu der spaß- und szeneorientierten Nonkonformisten mit ausgeprägter Experimentierfreude, Distanz zum Mainstream und Fokus auf dem Leben im Hier und Jetzt 10 % (ca. 1,5 Mio)
Milieu der Performer Die zielstrebigen multioptionalen, global denkenden Zukunftsoptimisten mit hoher Technik- und IT-Affinität, großem Selbstbewusstsein und gehobenen Stil- und Konsumansprüchen 10 % (ca. 1,5 Mio)
Intellektuell-
Kosmopolitisches Milieu
Die erfolgreiche, aufgeklärte Bildungselite mit liberaler und postmaterieller Grundhaltung, einem multikulturellen Selbstverständnis und vielfältigen intellektuellen Interessen 13 % (ca. 2,0 Mio)
Menschen mit Migrationshintergrund in der lebenden Generation haben schlechtere Gesundheitschancen. Die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist erhöht, die Sterblichkeit von Säuglingen und Kleinkindern um 20 Prozent. Kleinkinder und Schulkinder sind durch Unfälle überdurchschnittlich stark gefährdet. [46]
Die sozial- epidemiologische Forschung weist immer wieder darauf hin, dass eine besondere Belastung von Migrantinnen und Migranten auch in der 2. und 3. Generation nachweisbar sei. [47]
2014 zeigte eine für Deutschland repräsentative Studie von Donath und Kollegen, dass in Deutschland lebende Jugendliche mit Migrationshintergrund ein signifikant höheres Risiko für Selbstmordversuche haben als ihre Mitschüler ohne Migrationshintergrund (Studie mit über 44.000 Jugendlichen der 9. Schulklasse in Deutschland). [48] Es zeigen sich auch negative gesundheitliche Auswirkungen selbstberichteter Diskriminierungserfahrungen bei Personen mit Migrationshintergrund. [49] Inwieweit Migrationshintergrund einen medizinischen Risikofaktor für gesundheitsgefährdenden Substanzkonsum darstellt, muss differenziert betrachtet werden. [50] [51] Es konnte gezeigt werden, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund beispielsweise seltener binge drinking ( Rauschtrinken) betreiben als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. [50] [51]
Eine repräsentative Studie von 2016 zeigt ebenso, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund signifikant seltener Alkohol trinken im Vergleich zu Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Jedoch wiesen sie einen signifikant früheren und höheren Konsum von Tabak und Cannabis auf als Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Dies galt sowohl für Jungen als für Mädchen. [52]
In einer Untersuchung von durchschnittlich 15 Jahre alten Jugendlichen mit Migrationshintergrund zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit für Rauschtrinken mit der Art des geplanten Schulabschlusses, mit der Unabhängigkeit der Familie von staatlicher finanzieller Unterstützung und mit Assimilation des Jugendlichen im aktuellen (neuen) Land positiv zusammenhing. Das Risiko für Rauschtrinken bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund war geringer, wenn bei ihnen bzw. ihren Familien Einstellungen zu Segregation vom aktuellen Aufenthaltsland bevorzugt wurden und starkes Festhalten an den Traditionen des Herkunftslands bestand. [52]
2014 hatten 30,0 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund Abitur oder Fachhochschulreife, verglichen mit 28,5 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Zugleich verfügen 46,5 % von ihnen über keinen beruflichen Bildungsabschluss, verglichen mit 21,2 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. [53] [54]
Eine OECD-Studie aus dem Jahr 2018 untersuchte, wie viele Prozent der Schüler (mit und ohne Migrationshintergrund) jeweils Grundkenntnisse in den Fachbereichen Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik besitzen. Es zeigte sich, dass Schüler mit Migrationshintergrund sowohl in der ersten als auch in der zweiten Einwanderergeneration signifikant schlechter als einheimische Schüler abschnitten. Auffallend stark (mehr als 30 Prozentpunkte Unterschied) war die Differenz in Finnland, Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden und in Deutschland. [55]
Gesemann zeigte im Jahr 2006, dass in Deutschland ausländische Schüler lediglich zu 33,9 % eine weiterführende Schulform (Realschule, Gymnasium) besuchen, während dieser Anteil bei deutschen Schülern bei 60,8 % liegt. Die Anteile der männlichen Schüler nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, die aus muslimisch geprägten Ländern stammen und eine Realschule oder Gymnasium besuchen, variiert stark und reicht von 50,2 Prozent (Iraner) bis zu 12,7 Prozent (Libanesen). Stark unterdurchschnittlich war der Schulbesuch in weiterführenden Schulen auch in der Gruppe der Türken (26 %), die mit 43,1 % die größte Gruppe unter den ausländischen Schülern darstellte. [56]
Thränhardt bezeichnet im Jahr 2002 Aussagen über Schüler mit Migrationshintergrund als „wenig trennscharf und aussagekräftig“. Es gibt sowohl Gruppen, die sehr gut im deutschen Schulsystem abschneiden, als auch solche, die sehr schlecht abschneiden. Am wenigsten Schulerfolg haben die Gruppen der Staatsangehörigen Italiens und der Türkei: neben einer hohen Zahl an Schulabbrechern finden sich in beiden Gruppen auch eine besonders große Gruppe ohne Ausbildung auch wenn ein Schulabschluss erreicht wurde (56,1 % der Türken und 50,3 % der Italiener im Verhältnis zu 9,3 % der Deutschen). [57] Der Großteil der Schüler in diesen beiden Gruppen ist darüber hinaus in der Hauptschule zu finden, nur kleinere Prozentsätze besuchen Gymnasien und Realschulen.
Unter Schülern mit spanischer, russischer, polnischer, kroatischer und auch bosnischer Zugehörigkeit dagegen finden sich viele Realschüler und Gymnasiasten. Sie erzielen ähnliche schulische Erfolge wie die deutschen Schüler. Ebenso liegt seit Jahren die Gymnasialquote von Schülern vietnamesischer Herkunft über dem Durchschnitt, wie die Studien von Beuchling gezeigt haben. [58] [59]
Kinder mit griechischem Migrationshintergrund gehen statistisch gesehen sogar häufiger auf das Gymnasium als Deutsche. [60] Keine andere Einwanderergruppe in Deutschland hat in der Schule mehr Erfolg als die Vietnamesen: Über 50 Prozent ihrer Schüler schaffen den Sprung auf das Gymnasium. Damit streben prozentual mehr vietnamesische Jugendliche zum Abitur als deutsche. [61]
Laut Cornelia Kristen (2002) erhalten Schüler aus einigen Migrantengruppen trotz gleicher Leistungen schlechtere Schulnoten. Diese führen dazu, dass sie schlechtere Schulen besuchen müssen. [57]
Die Noten sind der wichtigste Faktor für die besuchte Schulform, jedoch nicht der einzige. Deutsche besuchen auch bei gleich schlechten Noten seltener die Hauptschule als Ausländer. Sie gehen stattdessen häufiger zur Realschule. Beim Übergang auf das Gymnasium gibt es jedoch keinen Effekt der Nationalität mehr, wenn man die Noten kontrolliert. [57] Ausländerkinder haben vor allem dann schlechte Chancen auf ein Gymnasium oder eine Realschule zu gehen, wenn sie eine Schule mit vielen anderen Ausländerkindern besuchen. Auf solchen Schulen zeigen sie schlechtere Leistungen und erreichen schlechtere Noten als auf sozial heterogeneren Schulen. [57] Dieses Ergebnis gewinnt angesichts der ausgeprägten ethnischen Segregationstendenzen im deutschen Grundschulsystem eine besondere Bedeutung. Denn gerade in segregierten Schulsystemen gelangen Migrantenkinder besonders häufig in Grundschulklassen, deren Schülerschaft relativ leistungshomogen auf niedrigem Niveau zusammengesetzt ist. [62]
In allen ostdeutschen Bundesländern gibt es unter ausländischen Jugendlichen mehr Abiturienten und weniger Sonderschüler als in allen Westländern. In Brandenburg verlassen sogar 44 Prozent aller ausländischen Jugendlichen die Schule mit dem Abitur. Damit gibt es in Brandenburg sogar mehr Abiturienten unter Zuwanderern als unter Deutschen. Es gibt frühzeitige Förderprogramme (besonders für Spätaussiedler) und flächendeckend Kindergärten. [63]
Mit der Sonderstudie Where Immigrant Students Succeed – a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003 (deutscher Titel: Wo haben Schüler mit Migrationshintergrund die größten Erfolgschancen? – Eine vergleichende Analyse von Leistung und Engagement in PISA 2003) wurde ermittelt, ob Migrantenkinder im Schulsystem ebenso erfolgreich sind wie Schüler mit deutscher Angehörigkeit.
Im Durchschnitt liegen Migrantenkinder gegenüber einheimischen Kindern um 48 Punkte zurück; in Deutschland jedoch um 70 Punkte. Am größten sind die Unterschiede in den Naturwissenschaften, am geringsten in der Lesekompetenz. [64]
Detailliertere, auf die „PISA 2000“-Untersuchung aufbauende Studien zeigen, dass im Ergebnis nicht die Herkunft als solche, sondern (neben der im Elternhaus gesprochenen Sprache [Esser 2001; Kristen 2002]) das Ausbildungsniveau der Eltern, insbesondere der Mutter, über den Bildungserfolg entscheidet [65] – ein Zusammenhang, der gleichermaßen auch für die einheimische Bevölkerung festgestellt wurde.
Dass Jugendliche ausländischer Herkunft, die selbst zugewandert sind, nach dieser Tabelle bessere Ergebnisse erzielen als Jugendliche ausländischer Herkunft, wäre allerdings ein statistischer Fehlschluss. Denn die Familien der in Deutschland geborenen Schüler ausländischer Herkunft stammen größtenteils aus der Türkei, und türkischstämmige Migranten schneiden bei PISA besonders schlecht ab. Bei den Jugendlichen, die selbst zugewandert sind, sind Jugendliche aus Aussiedlerfamilien stärker repräsentiert. Diese sind meistens leistungsstärker. Man kann also nicht sagen, dass sich in Deutschland über die Generationen hinweg die Lage verschlechtert. Im Gegenteil: Innerhalb der einzelnen Herkunftsgruppen scheint die Bildungssituation von Generation zu Generation besser zu werden. [66]
Für jedes einzelne Herkunftsland gilt, dass in Deutschland geborene Jugendliche ausländischer Herkunft bessere Ergebnisse erzielen als Jugendliche, die im Ausland geboren wurden. Beispielhaft sei das für den Fall der Jugendlichen aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei für den Bereich Mathematik gezeigt. [64] Es gilt in ähnlicher Weise für andere Herkunftsgruppen und die Bereiche Naturwissenschaften und Lesekompetenzen:
Es wurde überprüft, ob Schüler mit Migrationshintergrund weniger sprachlastige Aufgaben besser lösten. Das war nicht der Fall. Stattdessen deutet sich das Gegenteil an: Schüler mit Migrationshintergrund schneiden bei sprachlastigen Aufgaben etwas besser ab als bei relativ sprachfreien. Die Gründe dafür sind ungeklärt. Es wird deutlich, dass die niedrige mittlere Kompetenz der Schüler mit Migrationshintergrund nicht durch schlechtere Ergebnisse in sprachabhängigen Teilkompetenzen bedingt ist. [64]
Nach Beginn der Erhebung zum Migrationshintergrund (HEGA 07/2011-07) machte die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekannt, dass sie verpflichtet ist, den Migrationshintergrund zu erheben und ihn in ihren Arbeitsmarkt- und Grundsicherungsstatistiken zu berücksichtigen (§ 281 Absatz 2 SGB III, § 53 Absatz 7 Satz 1 SGB II). Die Beantwortung der Fragen ist freiwillig. Die Daten werden in der zentralen Personendatenverwaltung (zPDV) eingegeben und dürfen nur für statistische Zwecke verwendet werden. [67] Einzelheiten des Verfahrens sind in der Migrationshintergrund-Erhebungsverordnung (MighEV). [68]
Nach dieser Definition hatten in Österreich im Jahr 2008 1,427 Millionen Menschen einen Migrationshintergrund. 1,075 Millionen davon sind selbst nach Österreich zugezogen (und entsprechen damit den Migranten der ersten Generation). Die verbleibenden 353.000 Personen sind bereits in Österreich geboren, der Geburtsort beider Elternteile liegt jedoch im Ausland. Fast die Hälfte der Personen mit Migrationshintergrund ist im Besitz der österreichischen Staatsbürgerschaft. [5]
Allerdings wird der Begriff im schulischen Bereich auch für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache verwendet, sodass die Zahlen leicht verwechselt oder verwässert werden können. [69]
Von den ca. 8,1 Millionen Einwohnern hat das Bundesamt für Statistik folgende Daten zum Migrationsstatus – jedoch nur bei Einwohnern ab 15 Jahren – erhoben: In der gesamten Schweiz weisen 2'374'000 Einwohner (35 Prozent) einen Migrationshintergrund auf. [70]
Am 12. Februar 2017 wurde in einem Volksentscheid der „Bundesbeschluss vom 30. September 2016 über die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration“ angenommen. Der Beschluss soll in der Schweiz geborenen Enkeln von Einwanderern eine erleichterte Einbürgerung ermöglichen. [71]
Stefan Böckler, Ansgar Schmitz-Veltin (Hrsg.): Migrationshintergrund in der Statistik – Definition, Erfassung und Vergleichbarkeit. In: Materialien zur Bevölkerungsstatistik. Heft 2, Verband Deutscher Städtestatistiker, Köln 2013, ISBN 978-3-922421-53-5 ( PDF-Download möglich).
Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Lebenswelten von Migrantinnen und Migranten. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Heft 5, 2009 ( PDF-Datei; 2,8 MB auf bpb.de).
Ilka Sommer, Andreas Heimer, Melanie Henkel: Familien mit Migrationshintergrund. Lebenssituation, Erwerbsbeteiligung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Prognos AG, Geschäftsstelle Zukunftsrat Familie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin November 2010 ( PDF-Datei; 2,9 MB; 106 Seiten auf prognos.com).
↑ Migrationshintergrund (Definition). In: bamf.de. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
↑ a b „Personen mit Migrationshintergrund“; Abschnitt: „Migrationshintergrund im engeren und im weiteren Sinn“. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 7. Mai 2017.
↑ a b Pressemitteilung der Statistik Austria
↑ a b c Statistisches Bundesamt Deutschland: Leichter Anstieg der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, Pressemitteilung Nr. 105 vom 11. März 2008, Leichter Anstieg der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ( Memento vom 13. März 2008 im Internet Archive) abgerufen am 30. Dezember 2012
↑ Haushaltsbefragung auf Stichprobenbasis zum Zensus 2011. (PDF; 966 KB) In: cdn.zensus2011.de. 7. Oktober 2010, archiviert vom Original am 15. Mai 2011; abgerufen am 11. September 2019.
↑ Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf Rekordniveau. Pressemitteilung Nr. 327. In: destatis.de. Statistisches Bundesamt, 16. September 2016, abgerufen am 24. September 2019.
↑ Alke Wierth: Die Tücken der Integration. In: taz.de. 12. August 2012, abgerufen am 26. September 2019.
↑ Vielfalt im Bundestag – Mehr Abgeordnete mit Migrationshintergrund. In: mediendienst-integration.de. 23. September 2013, abgerufen am 9. Oktober 2019.
↑ Vergleiche Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Hrsg.): Bevölkerung nach Migrationsstatus regional. Ergebnisse des Mikrozensus 2011. März 2013 ( PDF-Datei; 3,3 MB; 426 Seiten auf destatis.de, Version vom 11. Januar 2019 aus dem Internet Archive).
↑ Statistisches Bundesamt, Wiesbaden (Hrsg.): ZENSUS 2011. Ausgewählte Ergebnisse. Tabellenband zur Pressekonferenz am 31. Mai 2013 in Berlin. Mai 2013, Tabelle 6.2 b, S. 28–29 ( PDF-Datei; 0,5 MB; 42 Seiten auf destatis.de)
↑ Jeder Fünfte hat einen Migrationshintergrund ( Memento des Originals vom 16. September 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeit.de, zeit.de vom 16. September 2016
↑ Deutschland: Definition „Migrationshintergrund“. (Nicht mehr online verfügbar.) www.migration-info.de, 20. Dezember 2008, archiviert vom Original am 28. Juni 2016; abgerufen am 29. Juni 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.migration-info.de
↑ Methodische Erläuterung. (Nicht mehr online verfügbar.) Information und Technik Nordrhein-Westfalen, Dezember 2014, archiviert vom Original am 29. Juni 2016; abgerufen am 29. Juni 2016. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.it.nrw.de
↑ Siehe Artikel 2 („zumindest einen Eltern- oder Großelternteil haben, der die Bedingungen der Nr. 1 erfüllt“) in Verbindung mit Abschnitt Zu Art. 2 – Begriffsbestimmungen („Deutsche Staatsangehörige sind nach der Begriffsbildung in Abs. 1 nicht Migranten. Gleichwohl besteht auch innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe nicht selten ein Migrationshintergrund, mit dem bisweilen auch ein spezifischer Integrationsbedarf einhergeht. Deshalb sieht Abs. 3 Satz 1 eine entsprechende Anwendung der Regelungen des Bayerischen Integrationsgesetzes über die Integrationsförderung für solche Deutsche vor, die selbst nach Abschluss der Wanderungsbewegungen im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland zugewandert sind (Nr. 1) oder bei denen eine solche Zuwanderung im engeren familiären Hintergrund stattgefunden hat (Nr. 2), soweit noch ein spezifischer Integrationsbedarf besteht.“) Eine eigene Definition des Begriffs „Migrationshintergrund“ wird dabei, wie der Wortlaut des geplanten Art. 2, Abs. 3 Satz 1 zeigt, jedoch nicht vorgenommen Gesetzentwurf der Staatsregierung für ein Bayerisches Integrationsgesetz ( Memento des Originals vom 29. Juni 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.stmas.bayern.de, Drucksache 17/11362, Bayerischer Landtag, 10. Mai 2016.
↑ “Memi”, “Beute-Teutone” und “Reinländer” ( Memento des Originals vom 18. Dezember 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/blogs.taz.de. In: taz.de, 7. Dezember 2010, eingesehen 10. Januar 2011.
↑ “Migra” und “Neudeutscher” am beliebtesten ( Memento des Originals vom 12. Dezember 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/blogs.taz.de. In: taz.de, 8. Dezember 2010, eingesehen 10. Januar 2011.
↑ Markus Zens: Übelkeit mit Migrationshintergrund. In: wissenschaft.de. 29. April 2008, abgerufen am 8. September 2019.
↑ Bernd Hallenberg, Rainer Dettmar, Jürgen Aring: Migranten, Meinungen, Milieus. Der vhw-Migrantensurvey 2018 . Hrsg.: vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. Berlin, S. 55 ( vhw.de [PDF]).
↑ Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften: Tagung Health Inequalities V: Verhältnisse für Gesundheit. ( Memento des Originals vom 2. August 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-bielefeld.de 31. Mai 2010, abgerufen am 20. Oktober 2014 (zur Epidemiologie gab es einen Themenkomplex während dieser Tagung in Bielefeld am 11. und 12. Juni 2010).
↑ Carolin Donath, Elmar Gräßel u. a.: Is parenting style a predictor of suicide attempts in a representative sample of adolescents? In: BMC Pediatrics. Nr. 14, 2014, S. 113 ( PDF-Datei; 517 kB; 13 Seiten).
↑ Reinhard Schunck, Katharina Reissc, Oliver Razum: Pathways between perceived discrimination and health among immigrants. Evidence from a large national panel survey in Germany. In: Ethnicity & Health. Juli 2014 ( doi: 10.1080/13557858.2014.932756).
↑ a b C. Donath, E. Grässel, D. Baier, C. Pfeiffer, D. Karagülle, S. Bleich, T. Hillemacher: Alcohol consumption and binge drinking in adolescents: comparison of different migration backgrounds and rural vs. urban residence–a representative study. In: BMC public health. Band 11, 2011, S. 84, doi: 10.1186/1471-2458-11-84, PMID 21299841, PMC 3045949 (freier Volltext).
↑ a b Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Der Alkoholkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2012. Ergebnisse einer aktuellen Repräsentativbefragung und Trends. Köln 2012, abgerufen am 20. Oktober 2014.
↑ a b Donath, C., Baier, D., Graessel, E. & Hillemacher, T. (2016) Substance consumption in adolescents with and without an immigration background: a representative study – What part of an immigration background is protective against binge drinking? BMC Public Health 2016, 16:1157. (freier Volltext)
↑ Heike Klovert: OECD-Schulstudie: Wie die Integration zugewanderter Kinder gelingt . In: Spiegel Online . 19. März 2018 ( spiegel.de [abgerufen am 6. März 2019]).
↑ Dietrich Thränhardt: Spanische Einwanderer schaffen Bildungskapital: Selbsthilfe-Netzwerke und Integrationserfolg in Europa. ( Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive) (PDF; 67 kB) Universität Münster. Stand: 12. Februar 2009
↑ a b c Manfred Prenzel u. a.: Soziokulturelle Herkunft: Migration. In: PISA-Konsortium Deutschland: PISA 2003: Der Bildungsstand der Jugendlichen in Deutschland. Waxmann, New York 2004, ISBN 3-8309-1455-5.
↑ vgl. Neue Erkenntnisse aus der PISA-Studie ( Memento des Originals vom 1. April 2008 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.isoplan.de, isoplan, 30. Mai 2003, mit Verweis auf eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung; siehe auch Michael Fertig: Who’s to Blame? The Determinants of German Students’ Achievement in the PISA 2000 Study . In: RWI Discussion Papers Nr. 4; IZA Discussion Papers Nr. 739 . Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung; IZA Institute of Labor Economics, 2003, ISBN 3-936454-04-3, ISSN 1612-3565 (englisch, papers.ssrn.com [abgerufen am 28. August 2019]).
↑ Was bedeutet „Migrationshintergrund“? ( Memento des Originals vom 1. Juni 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/integrationspreis.orf.at bei Infos über den Österreichischen Integrationspreis abgerufen am 11. April 2011
↑ Migration und Integration – Indikatoren – Bevölkerung mit Migrationshintergrund ( Memento des Originals vom 27. September 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. @1 @2 Vorlage:Webachiv/IABot/www.bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS). Abgerufen am 10. Dezember 2014.
↑ Bundesbeschluss über die erleichterte Einbürgerung von Personen der dritten Ausländergeneration. In: admin.ch. Abgerufen am 6. Dezember 2019.
Normdaten (Sachbegriff): GND: 7544915-8 ( OGND, AKS)
Abgerufen von „ https://de.wikipedia.org/?title=Migrationshintergrund&oldid=194679169“

References: Art. 3
 Art. 116
 § 6
 § 53
 Art. 2
 Art. 2