Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%2020,%20164
Timestamp: 2019-12-14 10:17:52+00:00

Document:
BGH, 06.03.1956 - I ZR 154/54 - dejure.org
https://dejure.org/1956,203
BGH, 06.03.1956 - I ZR 154/54 (https://dejure.org/1956,203)
BGH, Entscheidung vom 06.03.1956 - I ZR 154/54 (https://dejure.org/1956,203)
BGH, Entscheidung vom 06. März 1956 - I ZR 154/54 (https://dejure.org/1956,203)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1956,203) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BGHZ 20, 164
NJW 1956, 908
DB 1956, 445
Hergeleitet wird dies aus dem Gedanken der unzulässigen Rechtsausübung nach § 242 BGB (vgl. z.B. BGHZ 20, 165, 167) [BGH 06.03.1956 - I ZR 154/54].
Die Beklagte könnte sich allerdings auf den Haftungsausschluß der VDMA-Bedingungen nicht berufen, wenn ihre Inhaber oder leitenden Angestellten vorsätzlich oder infolge grober Fahrlässigkeit (BGHZ 20, 164) falsche Zusicherungen gegeben hätten.
Grobe Fahrlässigkeit des Spediteurs schließt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine Berufung auf die Haftungsbeschränkungen der ADSp grundsätzlich aus (BGHZ 20, 164, 167, 168; 38, 183, 185;… Urt. v. 5.6.1981 - I ZR 64/79, LM ADSp § 2 Nr. 10 Bl. 4 R = VersR 1981, 975, 977).
Mit den Anforderungen eines an den Grundsätzen von Treu und Glauben (§ 242 BGB) orientierten Ausgleichs zwischen den Belangen von Spediteur und Versender wäre in einem solchen Fall die Berücksichtigung von Haftungsbeschränkungen zugunsten des Spediteurs nicht zu vereinbaren (vgl. § 9 AGBG; BGHZ 20, 164, 167, 168; 38, 183, 185;… Urt. v. 5.6.1981 - I ZR 64/79, LM ADSp § 2 Nr. 10 Bl. 4 R = VersR 1981, 975, 977).
Ihre Rechtsgültigkeit ist aus den gleichen Gründen zu bejahen wie die der Haftungsbeschränkungsklausel nach § 54 a Nr. 2 (BGHZ 20, 164, 167) [BGH 06.03.1956 - I ZR 154/54].
Nur die mit Treu und Glauben nicht zu vereinbarende Freistellung des Spediteurs von eigener grober Fahrlässigkeit oder von grober Sorgfaltspflichtverletzung seiner leitenden Angestellten (Repräsentanten) kann nicht nur die Gültigkeit der Freizeichnungsklausel in Frage stellen (BGHZ 20, 167 [BGH 06.03.1956 - I ZR 154/54]), sondern auch den Versicherungsanspruch des Versenders gegen den Transportversicherer gefährden (BGHZ 33, 216) und bei Verweigerung des Versicherungsschutzes auch aus diesem Grunde die Freizeichnungsklausel zu Fall bringen.
Dies gilt aber nur bei groben Verstößen des Spediteurs oder seiner leitenden Angestellten (Repräsentanten), nicht aber bei - auch groben - Verstößen sonstiger Angestellter oder selbständiger Unternehmer, mögen sie auch Erfüllungsgehilfen des Spediteurs sein (BGHZ 20, 167 f [BGH 06.03.1956 - I ZR 154/54]; 33, 216 [BGH 18.10.1960 - V BLw 27/59]; BGH NJW 1956, 1065).
BGH, 08.02.1978 - VIII ZR 20/77
Haftung eines Börsendienstes
Jedenfalls wäre im vorliegenden Fall der Ausschluß im Hinblick darauf, daß N. als damaliger verantwortlicher Wirtschaftsredakteur grob fahrlässig gehandelt hat, unwirksam (BGHZ 20, 164; 38, 183 [BGH 29.10.1962 - II ZR 194/60]; BGH Urteil vom 2. April 1962 - II ZR 80/66 = LM AGB Nr. 14 = NJW 1962, 1195; Mattem WM 1974, 762, 770 m.w.Nachw.).
Ebenso kann dahinstehen, ob sich ein Architekt auf eine Klausel der vorliegenden Art nach Treu und Glauben dann nicht berufen kann, wenn ihn der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit trifft (vgl. u.a. BGHZ 20, 164, 167; 38, 183, 185; 54, 236, 243).
Im angefochtenen Urteil ist zwar auf das Urteil des Bundesgerichtshofes in BGHZ 20, 164 hingewiesen, wonach sich ein Spediteur auf die Haftungsbegrenzung der Allgemeinen deutschen Spediteurbedingungen nicht berufen kann, wenn der Schaden durch eigenen gröblichen Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht hervorgerufen worden ist.
Denn dann wäre nach ständiger Rechtsprechung des Senats die Berücksichtigung von Haftungsbeschränkungen zugunsten der Beklagten mit den Anforderungen eines an den Grundsätzen von Treu und Glauben (§ 242 BGB) orientierten Ausgleichs zwischen den Belangen von Spediteur und Versender nicht zu vereinbaren (vgl. § 9 AGBG; BGHZ 20, 164, 167 f; 38, 183, 185;… BGH, Urt. v. 5.6.1981 - I ZR 64/79, VersR 1981, 975, 977).
Sollte die weitere Sachaufklärung ergeben, daß zwar die Anlage derartiger Stichleitungen nicht zu beanstanden, möglicherweise sogar unvermeidbar ist, die von dem Beklagten angeordnete Spülung über den Endhydranten aber in geringeren Abständen als zweimal im Jahr erforderlich gewesen wäre, so würde sich der Beklagte, wie das Berufungsgericht ebenfalls zutreffend ausführt, hinsichtlich dieses Überwachungsverschuldens dann nicht auf die Freizeichnungsklausel berufen können, wenn ihren Organen oder leitenden Angestellten insoweit ein grobes Verschulden zur Last fallen würde (BGHZ 20, 164, 167 f; 38, 183, 185 f ständige Rechtsprechung; vgl. dazu jetzt § 11 Nr. 7 AGB-Gesetz).
Haftung eines Garagenunternehmers für einen Kfz-Diebstahl seines Personals; …
BGH, 12.07.1974 - I ZR 55/72
BGH, 13.03.1969 - II ZR 58/67
Sorgfaltspflichten eines ordentlichen Transportunternehmers - Grobes …
BGH, 10.11.1972 - I ZR 108/71
Anwendbarkeit des Güterkraftverkehrsgesetzes auf den Werkfernverkehr - …
BGH, 13.12.1974 - I ZR 73/73
Schadensersatz wegen Nichterfüllung eines Lagervertrages - Inbesitznahme und …
BGH, 04.07.1957 - II ZR 343/55

References: § 242
 § 2
 § 9
 § 2
 § 54
 BGH 
 BGH 
 § 9
 § 11