Source: http://www.hensche.de/Arbeitszeitverringerung_Teilzeitanspruch_kein_Teilzeitbegehren_verbunden_mit_Einschraenkungen_des_Weisungsrechts_LAG_Koeln_2Sa181-11-u.html
Timestamp: 2020-07-09 11:47:50+00:00

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LAG Köln, Urteil vom 29.08.2011, 2 Sa 181/11 - HENSCHE Arbeitsrecht
LAG Köln, Ur­teil vom 29.08.2011, 2 Sa 181/11
Aktenzeichen: 2 Sa 181/11
Leitsätze: Ein Teilzeitantrag, der über die Verringerung des Umfangs der Arbeitszeit die Einschränkung des arbeitgeberseitigen Direktionsrechts hinsichtlich bestimmter Tätigkeitsinhalte und Arbeitsumstände beabsichtigt, ist nicht nach dem TzBfG zu beurteilen, wenn die Verringerung der Arbeitszeit nur im Zusammenhang mit der Änderung der weiteren Arbeitsumstände gewünscht ist. Der Antrag kann nach billigem Ermessen abgelehnt werden.
Vorinstanzen: Arbeitsgericht Köln, Urteil vom 16.12.2010, 8 Ca 11890/09
8 Ca 11890/09
Verkündet am 29. Au­gust 2011
hat die 2. Kam­mer des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln auf die münd­li­che Ver­hand­lung vom 29.08.2011 durch die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin am Lan­des­ar­beits­ge­richt O als Vor­sit­zen­de so­wie die eh­ren­amt­li­chen Rich­ter K und N
Die Be­ru­fung der Kläge­rin ge­gen das Ur­teil des Ar­beits¬ge­richts Köln vom 16.12.2010 – Ak­ten­zei­chen 8 Ca 11890/09 – wird auf de­ren Kos­ten zurück­ge­wie­sen.
Die Par­tei­en strei­ten über ein Teil­zeit­ver­lan­gen der kla­gen­den Ar­beit­neh­me­rin.
Die 1 ge­bo­re­ne Kläge­rin be­gründe­te zum 28. März 1999 ei­nen Ar­beits­ver­trag mit der Rechts­vorgänge­rin der be­klag­ten Flug­ge­sell­schaft als Flug­be­glei­te­rin. Zu­letzt war die Kläge­rin als Purs­e­ret­te mit ei­nem in Voll­zeit er­ziel­ten Durch­schnitts­ge­halt von 2.600,00 € pro Mo­nat ein­ge­setzt.
Nach den ver­trag­lich ein­be­zo­ge­nen All­ge­mei­nen Ar­beits­ver­trags­be­din­gun­gen rich­tet sich die Ar­beits­leis­tung nach den im persönli­chen Ein­satz­plan fest­ge­leg­ten Ar­beits­zei­ten. Voll­zeit­mit­ar­bei­ter im
Ka­bi­nen­be­reich ha­ben da­nach, eben­so nach § 11 Nr. 2 des Man­tel­ta­rif­ver­tra­ges Nr. 1 für das Ka­bi­nen­per­so­nal der G GmbH vom 17. April 2009, in Kraft ge­tre­ten am 1. Ju­li 2009 – im Fol­gen­den: MTV – ei­nen An­spruch auf neun dienst­freie Ar­beits­ta­ge (sog. Off-Ta­ge) pro Mo­nat.
Zur Re­ge­lung von Teil­zeit­beschäfti­gun­gen galt im Un­ter­neh­men der Be­klag­ten die – zwi­schen­zeit­lich gekündig­te – Be­triebs­ver­ein­ba­rung Teil­zeit Ka­bi­ne vom 14. Au­gust 2006. Da­nach konn­te Teil­zeit im sog. Un­ter­jah­res­mo­dell mit ei­ner Frei­stel­lung für zwi­schen ei­nem und sechs vol­len Mo­na­ten un­ter ent­spre­chen­der Re­du­zie­rung der Jah­res­ar­beits­zeit und Vergütung auf An­tei­le zwi­schen 91,67 % und 50 % und im sog. Un­ter­mo­nats­mo­dell mit sechs, neun oder fünf­zehn Frei­stel­lungs­ta­gen pro Mo­nat (zuzüglich Off­ta­gen und Er­ho­lungs­ur­laub) un­ter ent­spre­chend zeit­an­tei­lig re­du­zier­ter Vergütung auf 80,27, 70,41 oder 50,67 % pro Mo­nat be­an­tragt und gewährt wer­den.
Die Kläge­rin un­ter­lag während ei­ner Schwan­ger­schaft dem ge­setz­li­chen Beschäfti­gungs­ver­bot für Ka­bi­nentätig­keit und wur­de in die­ser Zeit an ei­nem Ar­beits­platz am Bo­den ein­ge­setzt. In die­ser Zeit be­an­trag­te sie die Re­du­zie­rung ih­rer Ar­beits­zeit auf 50 %, wel­che die Be­klag­te ihr gewähr­te. Nach dem Mut­ter­schutz ging die Kläge­rin in El­tern­zeit, an die sich ei­ne Be­ur­lau­bung an­schloss. Aus die­ser soll­te sie nach den ge­trof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen am 1. Ja­nu­ar 2010 zurück­keh­ren.
Mit Schrei­ben vom 25. Au­gust 2009 stell­te die Kläge­rin bei der Be­klag­ten den An­trag auf un­be­fris­te­te Gewährung von Teil­zeit­ar­beit wie folgt: 50 Pro­zent Teil­zeit ab dem 01.01.2010, da­her ma­xi­mal 10 Ar­beits­ta­ge pro Mo­nat am Sta­tio­nie­rungs­ort K, mit ma­xi­mal 35 Block­stun­den pro Mo­nat, kei­ne Über­stun­den, Ur­laubs­an­spruch 21 Ta­ge pro Jahr, kei­ne Diens­te, die außer­halb der Sta­ti­on K be­gin­nen oder en­den, da­her kei­ne Über­nach­tun­gen oder Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te.
Mit Schrei­ben vom 8. Ok­to­ber 2009 ant­wor­te­te die Be­klag­te, sie freue sich der Kläge­rin mit­tei­len zu können, dass sie ab dem 1. Ja­nu­ar 2010 in
Teil­zeit ein­ge­setzt wer­den könne und über­sand­te die ent­spre­chend aus­ge­fer­tig­te und ar­beit­ge­ber­seits un­ter­schrie­be­ne Zu­satz­ver­ein­ba­rung zum Ar­beits­ver­trag mit der Bit­te um Un­ter­zeich­nung und Rück­sen­dung bis zum 30. Ok­to­ber 2009. In der Zu­satz­ver­ein­ba­rung war die Abände­rung der mo­nat­li­chen Ar­beits­zeit auf 50,67 % nach den Re­ge­lun­gen der Be­triebs­ver­ein­ba­rung Teil­zeit Ka­bi­ne vom 14. Au­gust 2006 mit 15 Frei­stel­lungs­ta­gen pro Ka­len­der­mo­nat vor­ge­se­hen.
Die Kläge­rin un­ter­zeich­ne­te die Zu­satz­ver­ein­ba­rung nicht. Mit Schrei­ben vom 2. De­zem­ber 2009 teil­te sie der Be­klag­ten mit, sie ge­he da­von aus, dass ihr An­trag vom 25. Au­gust 2009 über un­be­fris­te­te Teil­zeit als ge­neh­migt gel­te. Nach­dem die Be­klag­te auf te­le­fo­ni­sche Nach­fra­ge der Kläge­rin ih­re Auf­fas­sung mit­tei­len ließ, es sei kein Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis zu­stan­de ge­kom­men, hat die Kläge­rin am 23. De­zem­ber 2009 das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren anhängig ge­macht, ge­rich­tet auf die Beschäfti­gung in Teil­zeit mit den im Schrei­ben vom 25. Au­gust 2009 an­geführ­ten wei­te­ren Be­din­gun­gen, hilfs­wei­se auf Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner ent­spre­chen­den ver­trag­li­chen Zu­stim­mungs­erklärung.
1. die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, die Kläge­rin gemäß Teil­zeit­an­trag vom 25.08.2009 in ei­ner auf 50 % der Voll­zeit­ar­beit re­du­zier­ten Ar­beits­zeit an höchs­tens 10 Ar­beits­ta­gen pro Mo­nat mit höchs­tens 35 Block­stun­den pro Mo­nat oh­ne Über­nach­tun­gen oder Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te als den Ein­satz­ort K zu beschäfti­gen,
die Be­klag­te zu ver­ur­tei­len, ei­ner Re­du­zie­rung der Ar­beits­zeit der Kläge­rin auf 50 % der Voll­zeit­ar­beit mit ei­nem Ein­satz mit höchs­tens 10 Ar­beits­ta­gen pro Mo­nat am Sta­tio­nie­rungs­ort K mit höchs­tens 35 mo­nat­li­chen Block­stun­den und oh­ne Über­nach­tun­gen oder Beförde-
run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te zu­zu­stim­men.
We­gen der wei­te­ren von den Par­tei­en um­fas­send schriftsätz­lich dar­ge­stell­ten, hier gemäß § 313 Abs. 2 S. 1 ZPO knapp zu­sam­men­ge­fass­ten tatsächlich und recht­li­chen Ar­gu­men­ta­tio­nen der Par­tei­en wird gemäß § 313 Abs. 2 S. 2 ZPO auf den Ak­ten­in­halt ver­wie­sen.
Das Ar­beits­ge­richt hat die Kla­ge ab­ge­wie­sen. Mit der Be­ru­fung ver­fol­gen bei­de Par­tei­en ih­re erst­in­stanz­lich ge­stell­ten Anträge un­ter ver­tief­ter Dar­le­gung ih­rer Rechts­an­sich­ten.
Die zulässi­ge und frist­ge­rech­te Be­ru­fung der Kläge­rin ist nicht be­gründet.
Zwi­schen den Par­tei­en ist durch den An­trag der Kläge­rin vom 25.08.2009 der bis­he­ri­ge Voll­zeit­ar­beits­ver­trag nicht ab­geändert wor­den. Ein Teil­zeit­ar­beits­verhält­nis zu den im An­trag vom 25.08.2009 von der Kläge­rin ge­stell­ten Be­din­gun­gen ist nicht zu­stan­de ge­kom­men. Die Be­klag­te hat das An­ge­bot der Kläge­rin mit Schrei­ben vom 08.10.2009 ab­ge­lehnt. Die­ses Schrei­ben stellt im Sin­ne des § 150 Abs. 2 BGB ei­ne Ab­leh­nung dar, da es in meh­re­ren Punk­ten von dem An­ge­bot der Kläge­rin ab­weicht. Die Kläge­rin be­gehr­te 50 % Teil­zeit, die Be­klag­te bot ein Teil­zeit­mo­dell mit 50,67% an und wich da­bei be­reits bei der Teil­zeit­men­ge vom An­ge­bot der Kläge­rin ab. Die Kläge­rin be­gehr­te zehn Ar­beits­ta­ge pro Mo­nat. Die Be­klag­te war be­reit, 15 freie Ta­ge zuzüglich an­tei­li­ger wei­te­rer Off-Ta­ge zu gewähren. Die Kläge­rin be­gehr­te die Fest­le­gung von 35 Block­stun­den pro Mo­nat. Die Be­klag­te lehn­te die Be­schränkung der Block­stun­den da­durch ab, dass sie ent­spre­chend dem Man­tel­ta­rif­ver­trag für das Ka­bi­nen­per­so­nal bei G ei­ne Mehr­flug­stun­den­zu­la­ge ab der 71. Soll­block­stun­de zu­sag­te. Die Kläge­rin be­gehr­te die ver­trag­li­che
Fest­le­gung, dass kei­ne Diens­te außer­halb der Sta­ti­on be­gin­nen oder en­den durf­ten und kei­ne Über­nach­tun­gen und Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te an­fie­len. Dies lehn­te die Be­klag­te kon­klu­dent da­durch ab, dass sie die bis­he­ri­gen Be­stim­mun­gen des Ar­beits­ver­tra­ges und der ver­ein­bar­ten Ta­rif­verträge nicht wei­ter abändern woll­te.
Die mit dem An­ge­bot ei­nes an­de­ren Teil­zeit­mo­dells ver­bun­de­ne Ab­leh­nung des kläge­ri­schen An­ge­bots erfüll­te auch das Schrift­for­mer­for­der­nis, denn das Schrei­ben vom 08.10.2009 ein­sch­ließlich des ge­son­dert for­mu­lier­ten neu­en Ver­trags­an­ge­bots wa­ren je­weils für die Be­klag­te un­ter­zeich­net wor­den.
Die Ab­leh­nung be­durf­te darüber hin­aus aber auch kei­ner Schrift­form nach § 8 Abs. 5 Satz 3 Tz­B­fG, da es sich bei dem An­trag der Kläge­rin um ei­nen ein­heit­li­chen An­trag han­del­te, der auf ei­ne Ver­tragsände­rung ab­ziel­te, die nicht le­dig­lich Dau­er und La­ge der Ar­beits­zeit be­inhal­te­te.
Der Teil­zeit­an­trag der Kläge­rin war als ein­heit­li­ches Be­geh­ren auf ei­ne ins­ge­samt durch­zuführen­de Ver­tragsände­rung aus­zu­le­gen. Die Kläge­rin hat an der von ihr gewünsch­ten Kom­bi­na­ti­on von Dau­er der Ar­beits­zeit und hier­mit ver­bun­de­nen kon­kre­ten Ar­beits­in­hal­ten bis zum Schluss der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Lan­des­ar­beits­ge­richt fest­ge­hal­ten. Sie hat ge­ra­de die von ihr gewünsch­te Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts da­mit be­gründet, dass sie an­dern­falls ei­ne Kin­der­be­treu­ung nicht si­cher­stel­len könne. Der Wunsch nach ver­trag­li­cher Zu­si­che­rung, dass die Kläge­rin nicht mit Diens­ten beschäftigt wird, die außer­halb der Sta­ti­on K be­gin­nen oder en­den, so dass kei­ne Über­nach­tun­gen und Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te für sie an­fal­len, ist nicht Ge­gen­stand der Dau­er der Ar­beits­zeit eben­so we­nig wie er die La­ge der Ar­beits­zeit re­gelt. Viel­mehr be­trifft er un­mit­tel­bar die von der Kläge­rin ge­schul­de­ten Ar­beits­in­hal­te. Sie zie­len dar­auf ab, das ar­beit­ge­ber­sei­ti­ge Di­rek­ti­ons­recht, fest­zu­le­gen, mit wel­chen kon­kre­ten Tätig­kei­ten die Ar­beits­zeit der Kläge­rin gefüllt wird, ver­trag­lich ein­zu­schränken. Glei­ches gilt für das Ver­lan­gen, die An­zahl der Block­stun­den pro Mo­nat ver­trag­lich zu fi­xie­ren. Nach dem An­ge­bot der Kläge­rin soll­te die Be­klag­te nicht be­rech­tigt sein, der Kläge­rin mehr als 35 Block­stun­den zu­zu­tei­len. Bei den
Block­stun­den han­delt es sich um St­un­den mit ei­ner be­stimm­ten Tätig­keit, die sich dar­aus er­gibt, dass der Mit­ar­bei­ter sich in ei­nem Flug­zeug be­fin­det, das sich an be­stimm­ten Po­si­tio­nen (ins­be­son­de­re in der Luft) be­fin­det. Bei Voll­zeit­mit­ar­bei­tern ist da­bei die Soll­block­stun­den­zeit nicht auf 70 St­un­den be­schränkt, son­dern ab Er­rei­chen von 70 Stoll­block­stun­den wird ei­ne Mehr­flug­stun­den­vergütung ge­zahlt. Da­bei sieht die von der Be­klag­ten zur Grund­la­ge ih­res An­ge­bots ge­mach­te, gekündig­te Be­triebs­ver­ein­ba­rung über Teil­zeit vor, dass für je­den auf­grund der Teil­zeit­ver­ein­ba­rung an­fal­len­den Frei­stel­lungs­tag 2,33 Flug­stun­den, al­so 140 Mi­nu­ten pro Tag, in die Be­rech­nung der für die Mehr­flug­stun­den­vergütung zu er­rei­chen­den 70 Flug­stun­den Ein­gang fin­det.
Da so­mit das An­ge­bot der Kläge­rin in we­sent­li­chen Tei­len ei­ne Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts hin­sicht­lich der kon­kre­ten Ar­beits­in­hal­te be­zweck­te, kann es nicht als An­ge­bot nach § 8 Tz­B­fG be­han­delt wer­den. Die Be­klag­te war so­mit we­der an die dort ge­re­gel­ten Fris­ten noch an die Schrift­form ge­hal­ten. Ins­be­son­de­re wa­ren für die Ab­leh­nung der Be­klag­ten nicht die in § 8 Abs. 4 nor­mier­ten Ab­leh­nungs­gründe zu über­prüfen. Viel­mehr muss­ten sich die Ab­leh­nungs­gründe der Be­klag­ten le­dig­lich am bil­li­gen Er­mes­sen im Sin­ne des § 315 BGB ori­en­tie­ren. Dem wer­den die von der Be­klag­ten vor­ge­brach­ten Ab­leh­nungs­gründe ge­recht.
Die Ab­leh­nung war we­der willkürlich noch in an­de­rer Wei­se dis­kri­mi­nie­rend. Die Be­klag­te hat sich viel­mehr da­von lei­ten las­sen, dass sie in den Ein­satzmöglich­kei­ten, die ihr mit dem Teil­zeit­vo­lu­men der Kläge­rin noch ver­blei­ben würden, nicht noch zusätz­lich durch ei­ne Ein­schränkung ih­res Di­rek­ti­ons­rechts bei der gleichmäßigen Pla­nung und Ver­tei­lung von Flug­diens­ten auf al­le Mit­ar­bei­ter ein­ge­schränkt wer­den möch­te. Bei der von der Kläge­rin gewünsch­ten Ver­tragsände­rung würde die Be­klag­te so­gleich ver­trags­brüchig, wenn ein mit der Kläge­rin be­setz­tes Flug­zeug auf­grund von Wit­te­rungs­be­din­gun­gen, Ter­ro­ris­mus­war­nun­gen oder Vul­kan­aus­brüchen nicht in K lan­den könn­te und des­halb ei­nen an­de­ren Flug­ha­fen an­flie­gen müss­te. Auch war zu berück­sich­ti­gen, dass je­de Her­aus­nah­me der Kläge­rin aus der Möglich­keit, Beförde­run­gen an an­de­re Ein­satz­or­te vor­zu­se­hen, die
Ar­beits­be­din­gun­gen für die ver­blei­ben­den Mit­ar­bei­ter, bei de­nen das Di­rek­ti­ons­recht der Be­klag­ten nicht ein­ge­schränkt ist, mit­tel­bar ver­schlech­tert. Al­lein die­se Über­le­gun­gen recht­fer­ti­gen be­reits die Ab­leh­nungs­ent­schei­dung der Be­klag­ten als sach­lich rich­tig und bil­li­gem Er­mes­sen ent­spre­chend. Die Pflich­ten der Kläge­rin im Hin­blick auf die Er­zie­hung ih­res Kin­des wie­gen da­ge­gen nicht so schwer, dass die Be­klag­te zu der gewünsch­ten Ver­tragsände­rung ge­zwun­gen wäre.
Auch der mit dem An­trag zu 2) gel­tend ge­mach­te An­spruch der Kläge­rin auf Ver­ur­tei­lung der Be­klag­ten zur Ab­ga­be ei­ner Wil­lens­erklärung ist nicht be­gründet. Auch in die­sem An­trag hat die Kläge­rin die von ihr gewünsch­te Ein­schränkung des ar­beit­ge­ber­sei­ti­gen Di­rek­ti­ons­rechts mit den Ände­run­gen hin­sicht­lich der Dau­er der Ar­beits­zeit un­auflösbar ver­knüpft, auch wenn der An­trag nun­mehr in­so­weit nicht mehr den gewünsch­ten ver­trag­li­chen Ver­zicht auf die Zu­wei­sung von Über­stun­den enthält. Die Kläge­rin hat die Ver­knüpfung von Ar­beits­in­hal­ten und Dau­er der Ar­beits­zeit auch da­durch klar­ge­stellt, dass sie dar­ge­legt hat, dass nur bei ei­ner in­halt­li­chen Ein­schränkung der Diens­te gewähr­leis­tet sei, dass sie ei­ne Kin­der­be­treu­ung für die Zeit ih­rer Ab­we­sen­heit si­cher­stel­len könne.
Der An­spruch der Kläge­rin folgt auch nicht aus dem Ge­sichts­punkt der Gleich­be­hand­lung. Das Ge­richt folgt in­so­weit der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 15.08.2006 (9 AZR 30/06). Da­nach sind Teil­zeit­mo­del­le, die zu ei­nem frühe­ren Zeit­punkt ver­ein­bart wur­den und die zum An­trags­zeit­punkt nicht mehr wei­ter­geführt wer­den sol­len, nicht ge­eig­net, ei­nen An­spruch auf Gleich­be­hand­lung zu be­gründen. Der Ar­beit­ge­ber ist nicht ver­pflich­tet, ei­ne ein­mal auf­ge­stell­te Re­ge­lung stets bei­zu­be­hal­ten. Er kann sie un­ter Wah­rung des Ver­trau­ens­schut­zes auf­ge­ben. Zu­dem ist zu berück­sich­ti­gen, dass die drei von der Kläge­rin ge­nann­ten Ver­gleichs­ar­beit­neh­me­rin­nen sämt­lich am Flug­ha­fen D ein­ge­setzt wer­den. Die Kläge­rin macht selbst nicht gel­tend, dass ih­re Home­ba­se nach Do ver­legt wer­den soll. Ob am dor­ti­gen Flug­ha­fen we­gen der dort be­gin­nen­den und en­den­den Flug­umläufe an­de­re Ar­beits­zeit­mo­del­le durch­geführt wer­den, ist des­halb für den An­spruch der Kläge­rin, am Flug­ha­fen K mit be­schränk­ten
Ar­beits­in­hal­ten ein­ge­setzt zu wer­den, nicht maßgeb­lich. In­so­weit ist der Sach­ver­halt nicht ein­mal gleich­ge­la­gert.
Die Kos­ten­ent­schei­dung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO. Die Re­vi­si­on wur­de man­gels all­ge­mei­ner Be­deu­tung nicht zu­ge­las­sen.
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References: § 11
 § 313
 § 313
 § 150
 § 8
 § 8
 § 8
 § 315
 § 97