Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.08.2012&Aktenzeichen=XII%20ZB%20474%2F11
Timestamp: 2019-11-14 13:28:50+00:00

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BGH, 22.08.2012 - XII ZB 474/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,28719
BGH, 22.08.2012 - XII ZB 474/11 (https://dejure.org/2012,28719)
BGH, Entscheidung vom 22.08.2012 - XII ZB 474/11 (https://dejure.org/2012,28719)
BGH, Entscheidung vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 (https://dejure.org/2012,28719)
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BGB §§ 195, 199 Abs. 1, 214, 1836 e, 1902, 1908 i; FamFG §§ 168, 276, 292 Abs. 1
§ 195 BGB, § 199 Abs 1 BGB, § 214 BGB, § 1836e BGB, § 1902 BGB
BGB §§ 195, 199, 214, 1836 e, 1902, 1908 i; FamFG §§ 168, 276, 292
Verfahrenspfleger kein (gesetzlicher) Vertreter des Betreuten
Erhebung der Einrede der Verjährung durch einen Verfahrenspfleger für einen Betreuten
Die Verjährung und der Verfahrenspfleger
Betreuungsrecht - Keine Einrede der Verjährung für den Betreuten!
AG Duisburg, 21.07.2011 - 13 XVII K 1268
LG Duisburg, 29.08.2011 - 12 T 148/11
MDR 2012, 1290
FGPrax 2012, 258
FamRZ 2012, 1798
Rpfleger 2012, 688
cc) Anders als der Betreuer in den jeweiligen Aufgabenkreisen ist der Beschwerdeführer zu I. als Verfahrenspfleger nicht der gesetzliche Vertreter des Betroffenen zu I. (vgl. BGH, Beschluss vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 -, juris, Rn. 13;… Heidebach, in: Haußleiter, FamFG Kommentar, 2. Aufl. 2017, § 276 Rn. 1).
aa) Zutreffend hat das Beschwerdegericht freilich erkannt, dass der Verfahrenspfleger für den Betreuten die Einrede der Verjährung nicht erheben kann (Senatsbeschluss vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 - FamRZ 2012, 1798 Rn. 11 ff.).
Außerdem hat er den tatsächlichen oder mutmaßlichen Willen des Betreuten zu erkunden und in das Verfahren einzubringen (…vgl. Senatsbeschlüsse vom 14. August 2013 - XII ZB 270/13 - juris Rn. 3 und vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 - FamRZ 2012, 1798 Rn. 12).
Selbst wenn er vom Amtsgericht formell beteiligt worden wäre, hätte der Landkreis für den Betreuten nicht die Einrede der Verjährung erheben können, weil er nicht sein gesetzlicher Vertreter ist (vgl. Senatsbeschluss vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 - FamRZ 2012, 1798 Rn. 14).
Die vorrangige Aufgabe des Verfahrenspflegers besteht darin, gegenüber dem Gericht den Willen des Betreuten kundzutun und dessen aus Art. 103 Abs. 1 GG folgenden Anspruch auf rechtliches Gehör zu verwirklichen (Senatsbeschluss vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 - FamRZ 2012, 1798 Rn. 12 zum Betreuungsverfahren).
Anders als der Betreuer in dem jeweiligen Aufgabenkreis gemäß § 1902 BGB ist er jedoch nicht gesetzlicher Vertreter des Betroffenen (Senatsbeschluss vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 - FamRZ 2012, 1798 Rn. 13 zum Betreuungsverfahren;… vgl. auch Keidel/Zimmermann FamFG 17. Aufl. § 10 Rn. 15).
Zur Einlegung der Beschwerde im Namen der Betroffenen ist der Verfahrenspfleger nicht befugt (…Senatsbeschluss vom 14. August 2013 - XII ZB 270/13 - juris Rn. 4 f.; vgl. auch Senatsbeschluss vom 22. August 2012 - XII ZB 474/11 - FamRZ 2012, 1798 Rn. 13 für das Betreuungsverfahren).
Dazu hat er - ohne gesetzlicher Vertreter seines Verfahrenspfleglings zu sein - dessen rechtliche Interessen im Verfahren wahrzunehmen und zur Geltung zu bringen (BGH NJW 2012, 3509).
Zwar kann die Verfahrenspflegerin die Einrede der Verjährung nicht erheben (BGH BtPrax 2012, 252).
Die Verfahrenspflegerin kann für den Betreuten die Einrede der Verjährung nicht erheben (vgl. BGH 12. Zivilsenat, Beschluss vom 22.08.2012; XII ZB 474/11).

References: § 195
 § 199
 § 214
 § 1836
 § 1902
 § 276
 Art. 103
 § 1902
 § 10
 BGH