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Timestamp: 2020-07-08 03:59:24+00:00

Document:
Lawbrary | MSchG - Bundesgesetz über den Schutz von Marken und Herkunftsangaben
Schutz der Marken (1 - 4)
Entstehung des Markenrechts; Priorität (5 - 9)
Bestand des Markenrechts (10 - 12)
Inhalt des Markenrechts (13 - 16)
Änderungen im Markenrecht (17 - 19)
Völkerrechtliche Verträge (20 - 20)
Garantiemarke und Kollektivmarke (21 - 27)
Geografische Marke (27 - 27)
Eintragung der Marken
Eintragungsverfahren (28 - 30)
Widerspruchsverfahren (31 - 34)
Löschung der Eintragung (35 - 35)
… (36 - 36)
Register, Veröffentlichungen und elektronischer Behördenverkehr (37 - 40)
Weiterbehandlung bei Fristversäumnis (41 - 41)
Vertretung (42 - 42)
Gebühren (43 - 43)
Internationale Markenregistrierung (44 - 46)
Herkunftsangaben (47 - 51)
Zivilrechtlicher Schutz (51 - 60)
Strafbestimmungen (61 - 69)
Hilfeleistung der Zollverwaltung (70 - 72)
Vollzug (73 - 73)
Aufhebung und Änderung von Bundesrecht (74 - 75)
Übergangsbestimmungen (76 - 78)
Referendum und Inkrafttreten (79 - 79)
vom 28. August 1992 (Stand am 1. April 2019)
gestützt auf Artikel 122 der Bundesverfassung1,2 nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 21. November 19903,
1. Abschnitt: Schutz der Marken
1Die Mar­ke ist ein Zei­chen, das ge­eig­net ist, Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ei­nes Un­ter­neh­mens von sol­chen an­de­rer Un­ter­neh­men zu un­ter­schei­den.
2Mar­ken kön­nen ins­be­son­de­re Wör­ter, Buch­sta­ben, Zah­len, bild­li­che Dar­stel­lun­gen, drei­di­men­sio­na­le For­men oder Ver­bin­dun­gen sol­cher Ele­men­te un­ter­ein­an­der oder mit Far­ben sein.
Vom Mar­ken­schutz aus­ge­schlos­sen sind:
Zei­chen, die Ge­mein­gut sind, es sei denn, dass sie sich als Mar­ke für die Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen durch­ge­setzt ha­ben, für die sie be­an­sprucht wer­den;
For­men, die das We­sen der Wa­re aus­ma­chen, und For­men der Wa­re oder Ver­pa­ckung, die tech­nisch not­wen­dig sind;
ir­re­füh­ren­de Zei­chen;
Zei­chen, die ge­gen die öf­fent­li­che Ord­nung, die gu­ten Sit­ten oder gel­ten­des Recht ver­stos­sen.
1Vom Mar­ken­schutz aus­ge­schlos­sen sind wei­ter Zei­chen, die:
mit ei­ner äl­te­ren Mar­ke iden­tisch und für die glei­chen Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­stimmt sind wie die­se;
mit ei­ner äl­te­ren Mar­ke iden­tisch und für gleich­ar­ti­ge Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­stimmt sind, so dass sich dar­aus ei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr er­gibt;
ei­ner äl­te­ren Mar­ke ähn­lich und für glei­che oder gleich­ar­ti­ge Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen be­stimmt sind, so dass sich dar­aus ei­ne Ver­wechs­lungs­ge­fahr er­gibt.
2Als äl­te­re Mar­ken gel­ten:
hin­ter­leg­te oder ein­ge­tra­ge­ne Mar­ken, die ei­ne Prio­ri­tät nach die­sem Ge­setz (Art. 6-8) ge­nies­sen;
Mar­ken, die zum Zeit­punkt der Hin­ter­le­gung des un­ter Ab­satz 1 fal­len­den Zei­chens im Sin­ne von Ar­ti­kel 6bis der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft vom 20. März 18831 zum Schutz des ge­werb­li­chen Ei­gen­tums (Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft) in der Schweiz no­to­risch be­kannt sind.
3Auf die Aus­schluss­grün­de nach die­sem Ar­ti­kel kann sich nur der In­ha­ber der äl­te­ren Mar­ke be­ru­fen.
1 SR 0.232.01, 0.232.02, 0.232.03, 0.232.04
Kei­nen Schutz ge­nies­sen fer­ner Mar­ken, die oh­ne Zu­stim­mung des In­ha­bers auf den Na­men von Agen­ten, Ver­tre­tern oder an­de­ren zum Ge­brauch Er­mäch­tig­ten ein­ge­tra­gen wer­den oder die nach Weg­fall der Zu­stim­mung im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen blei­ben.
Das Mar­ken­recht ent­steht mit der Ein­tra­gung im Re­gis­ter.
Das Mar­ken­recht steht demje­ni­gen zu, der die Mar­ke zu­erst hin­ter­legt.
1Ist ei­ne Mar­ke erst­mals in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft1 oder mit Wir­kung für einen sol­chen Staat vor­schrifts­ge­mä­ss hin­ter­legt wor­den, so kann der Hin­ter­le­ger oder sein Rechts­nach­fol­ger für die Hin­ter­le­gung der glei­chen Mar­ke in der Schweiz das Da­tum der Erst­hin­ter­le­gung be­an­spru­chen, so­fern die Hin­ter­le­gung in der Schweiz in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach der Erst­hin­ter­le­gung er­folgt.
2Die Erst­hin­ter­le­gung in ei­nem Staat, wel­cher der Schweiz Ge­gen­recht hält, hat die glei­che Wir­kung wie die Erst­hin­ter­le­gung in ei­nem Mit­glied­staat der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft.
Wer ei­ne mit ei­ner Mar­ke ge­kenn­zeich­ne­te Wa­re oder Dienst­leis­tung auf ei­ner of­fi­zi­el­len oder of­fi­zi­ell an­er­kann­ten Aus­stel­lung im Sin­ne des Über­ein­kom­mens vom 22. No­vem­ber 19281 über die in­ter­na­tio­na­len Aus­stel­lun­gen in ei­nem Mit­glied­staat der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft2 vor­stellt, kann für die Hin­ter­le­gung das Da­tum des Er­öff­nungs­ta­ges der Aus­stel­lung be­an­spru­chen, so­fern er die Mar­ke in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach die­sem Zeit­punkt hin­ter­legt.
2 SR 0.232.01, 0.232.02, 0.232.03, 0.232.04
1Wer die Prio­ri­tät nach der Pa­ri­ser Ver­bands­über­ein­kunft1 oder die Aus­stel­lungs­prio­ri­tät be­an­sprucht, hat beim Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tut für Geis­ti­ges Ei­gen­tum (IGE) ei­ne Prio­ri­täts­er­klä­rung ab­zu­ge­ben. Das IGE kann die Ein­rei­chung ei­nes Prio­ri­täts­be­legs ver­lan­gen.2
2Der An­spruch ist ver­wirkt, wenn die in der Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten Fris­ten und For­mer­for­der­nis­se nicht be­ach­tet wer­den.
3Die Ein­tra­gung ei­ner Prio­ri­tät be­grün­det le­dig­lich ei­ne Ver­mu­tung zu­guns­ten des Mar­ken­in­ha­bers.
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
1Die Ein­tra­gung ist wäh­rend zehn Jah­ren vom Hin­ter­le­gungs­da­tum an gül­tig.
2Die Ein­tra­gung wird je­weils um zehn Jah­re ver­län­gert, wenn ein Ver­län­ge­rungs­an­trag vor­liegt und die in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren be­zahlt sind.1
3Der Ver­län­ge­rungs­an­trag muss in­ner­halb der letz­ten zwölf Mo­na­te vor Ab­lauf der Gül­tig­keits­dau­er, spä­tes­tens je­doch in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach ih­rem Ab­lauf beim IGE ein­ge­reicht wer­den.2
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
3 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
1Die Mar­ke ist ge­schützt, so­weit sie im Zu­sam­men­hang mit den Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen ge­braucht wird, für die sie be­an­sprucht wird.
2Als Ge­brauch der Mar­ke gel­ten auch der Ge­brauch in ei­ner von der Ein­tra­gung nicht we­sent­lich ab­wei­chen­den Form und der Ge­brauch für die Aus­fuhr.
3Der Ge­brauch der Mar­ke mit Zu­stim­mung des In­ha­bers gilt als Ge­brauch durch die­sen selbst.
1Hat der In­ha­ber die Mar­ke im Zu­sam­men­hang mit den Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, wäh­rend ei­nes un­un­ter­bro­che­nen Zeit­raums von fünf Jah­ren nach un­be­nütz­tem Ab­lauf der Wi­der­spruchs­frist oder nach Ab­schluss des Wi­der­spruchs­ver­fah­rens nicht ge­braucht, so kann er sein Mar­ken­recht nicht mehr gel­tend ma­chen, aus­ser wenn wich­ti­ge Grün­de für den Nicht­ge­brauch vor­lie­gen.
2Wird der Ge­brauch der Mar­ke nach mehr als fünf Jah­ren erst­mals oder er­neut auf­ge­nom­men, so lebt das Mar­ken­recht mit Wir­kung der ur­sprüng­li­chen Prio­ri­tät wie­der auf, so­fern vor dem Zeit­punkt der erst­ma­li­gen oder er­neu­ten Auf­nah­me des Ge­brauchs nie­mand den Nicht­ge­brauch der Mar­ke nach Ab­satz 1 gel­tend ge­macht hat.
3Wer den Nicht­ge­brauch der Mar­ke gel­tend macht, hat ihn glaub­haft zu ma­chen; der Be­weis des Ge­brauchs ob­liegt so­dann dem Mar­ken­in­ha­ber.
4. Abschnitt: Inhalt des Markenrechts
Art. 13 Ausschliessliches Recht
1Das Mar­ken­recht ver­leiht dem In­ha­ber das aus­sch­liess­li­che Recht, die Mar­ke zur Kenn­zeich­nung der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, zu ge­brau­chen und dar­über zu ver­fü­gen.
2Der Mar­ken­in­ha­ber kann an­de­ren ver­bie­ten, ein Zei­chen zu ge­brau­chen, das nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 vom Mar­ken­schutz aus­ge­schlos­sen ist, so ins­be­son­de­re:
das Zei­chen auf Wa­ren oder de­ren Ver­pa­ckung an­zu­brin­gen;
un­ter dem Zei­chen Wa­ren an­zu­bie­ten, in Ver­kehr zu brin­gen oder zu die­sem Zweck zu la­gern;
un­ter dem Zei­chen Dienst­leis­tun­gen an­zu­bie­ten oder zu er­brin­gen;
un­ter dem Zei­chen Wa­ren ein-, aus- oder durch­zu­füh­ren;1
das Zei­chen auf Ge­schäfts­pa­pie­ren, in der Wer­bung oder sonst wie im ge­schäft­li­chen Ver­kehr zu ge­brau­chen.
2bisDie An­sprü­che nach Ab­satz 2 Buch­sta­be d ste­hen dem Mar­ken­in­ha­ber auch dann zu, wenn die Ein-, Aus- oder Durch­fuhr von ge­werb­lich her­ge­stell­ten Wa­ren zu pri­va­ten Zwe­cken er­folgt.2
3Die An­sprü­che nach die­sem Ar­ti­kel ste­hen dem Mar­ken­in­ha­ber auch ge­gen­über Nut­zungs­be­rech­tig­ten nach Ar­ti­kel 4 zu.3
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
1Der Mar­ken­in­ha­ber kann ei­nem an­de­ren nicht ver­bie­ten, ein von die­sem be­reits vor der Hin­ter­le­gung ge­brauch­tes Zei­chen im bis­he­ri­gen Um­fang wei­ter zu ge­brau­chen.
2Die­ses Weiter­be­nüt­zungs­recht kann nur zu­sam­men mit dem Un­ter­neh­men über­tra­gen wer­den.
1Der In­ha­ber ei­ner be­rühm­ten Mar­ke kann an­de­ren de­ren Ge­brauch für je­de Art von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ver­bie­ten, wenn ein sol­cher Ge­brauch die Un­ter­schei­dungs­kraft der Mar­ke ge­fähr­det oder de­ren Ruf aus­nützt oder be­ein­träch­tigt.
2Rech­te, die er­wor­ben wur­den, be­vor die Mar­ke Be­rühmt­heit er­langt hat, blei­ben un­be­rührt.
Ist in ei­nem Wör­ter­buch, in ei­nem an­de­ren Nach­schla­ge­werk oder in ei­nem ähn­li­chen Werk ei­ne ein­ge­tra­ge­ne Mar­ke oh­ne einen Hin­weis auf ih­re Ein­tra­gung wie­der­ge­ge­ben, so kann der Mar­ken­in­ha­ber vom Ver­le­ger, Her­aus­ge­ber oder Ver­tei­ler des Wer­kes ver­lan­gen, spä­tes­tens bei ei­nem Neu­druck einen ent­spre­chen­den Hin­weis auf­zu­neh­men.
5. Abschnitt: Änderungen im Markenrecht
Art. 17 Übertragung
1Der Mar­ken­in­ha­ber kann die Mar­ke für die Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, ganz oder teil­wei­se über­tra­gen.
2Die Über­tra­gung be­darf zu ih­rer Gül­tig­keit der schrift­li­chen Form. Sie ist ge­gen­über gut­gläu­bi­gen Drit­ten erst wirk­sam, wenn sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.
3Kla­gen nach die­sem Ge­setz kön­nen bis zur Ein­tra­gung der Über­tra­gung im Re­gis­ter ge­gen den bis­he­ri­gen In­ha­ber ge­rich­tet wer­den.
4Oh­ne ge­gen­tei­li­ge Ver­ein­ba­rung wer­den mit der Über­tra­gung ei­nes Un­ter­neh­mens auch sei­ne Mar­ken über­tra­gen.
1Der Mar­ken­in­ha­ber kann je­der­zeit die Tei­lung der Ein­tra­gung oder des Ein­tra­gungs­ge­suchs ver­lan­gen.2
2Die Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen wer­den auf die Teil­ge­su­che oder Tei­lein­tra­gun­gen auf­ge­teilt.
3Die Teil­ge­su­che oder Tei­lein­tra­gun­gen be­hal­ten das Hin­ter­le­gungs- und Prio­ri­täts­da­tum des Ur­sprungs­ge­suchs oder der Ur­sprungs­ein­tra­gung bei.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 4. Okt. 1996, in Kraft seit 1. Mai 1997 (AS 1997 1028; BBl 1996 II 1425).
1Der Mar­ken­in­ha­ber kann die Mar­ke für die Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für die sie be­an­sprucht wird, ganz oder teil­wei­se und für das ge­sam­te Ge­biet oder einen Teil der Schweiz an­de­ren zum Ge­brauch über­las­sen.
2Die Li­zenz wird auf An­trag ei­nes Be­tei­lig­ten in das Re­gis­ter ein­ge­tra­gen. Sie er­hält da­mit Wir­kung ge­gen­über ei­nem spä­ter er­wor­be­nen Recht an der Mar­ke.
1Die Mar­ke kann Ge­gen­stand ei­ner Nutz­nies­sung, ei­nes Pfand­rechts so­wie von Voll­stre­ckungs­mass­nah­men sein.
2Die Nutz­nies­sung und die Ver­pfän­dung sind ge­gen­über gut­gläu­bi­gen Drit­ten erst wirk­sam, wenn sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind.
2Ge­wäh­ren für die Schweiz ver­bind­li­che völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge wei­ter­ge­hen­de Rech­te als die­ses Ge­setz, so gel­ten die­se auch für schwei­ze­ri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge.
1 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II 11 des BG vom 20. März 2008 zur for­mel­len Be­rei­ni­gung des Bun­des­rechts, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2008 (AS 2008 3437; BBl 2007 6121).
2. Kapitel: Garantiemarke und Kollektivmarke
Art. 21 Garantiemarke
1Die Ga­ran­tie­mar­ke ist ein Zei­chen, das un­ter der Kon­trol­le des Mar­ken­in­ha­bers von ver­schie­de­nen Un­ter­neh­men ge­braucht wird und da­zu dient, die Be­schaf­fen­heit, die geo­gra­phi­sche Her­kunft, die Art der Her­stel­lung oder an­de­re ge­mein­sa­me Merk­ma­le von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen die­ser Un­ter­neh­men zu ge­währ­leis­ten.
2Die Ga­ran­tie­mar­ke darf nicht für Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen des Mar­ken­in­ha­bers oder ei­nes mit ihm wirt­schaft­lich eng ver­bun­de­nen Un­ter­neh­mens ge­braucht wer­den.
3Der Mar­ken­in­ha­ber muss je­der­mann ge­gen an­ge­mes­se­nes Ent­gelt den Ge­brauch der Ga­ran­tie­mar­ke für Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ge­stat­ten, wel­che die nach dem Mar­ken­re­gle­ment ge­währ­leis­te­ten ge­mein­sa­men Merk­ma­le auf­wei­sen.
Die Kol­lek­tiv­mar­ke ist ein Zei­chen ei­ner Ver­ei­ni­gung von Fa­bri­ka­ti­ons-, Han­dels- oder Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­mun­gen, das da­zu dient, Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen der Mit­glie­der der Ver­ei­ni­gung von sol­chen an­de­rer Un­ter­neh­men zu un­ter­schei­den.
1Der Hin­ter­le­ger ei­ner Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke muss dem IGE1 ein Re­gle­ment über den Ge­brauch der Mar­ke ein­rei­chen.
2Das Re­gle­ment der Ga­ran­tie­mar­ke nennt die ge­mein­sa­men Merk­ma­le der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, wel­che die Mar­ke ge­währ­leis­ten soll; wei­ter muss es ei­ne wirk­sa­me Kon­trol­le über den Ge­brauch der Mar­ke und an­ge­mes­se­ne Sank­tio­nen vor­se­hen.
3Das Re­gle­ment der Kol­lek­tiv­mar­ke be­zeich­net den Kreis der Un­ter­neh­men, die zum Ge­brauch der Mar­ke be­rech­tigt sind.
4Das Re­gle­ment darf nicht ge­gen die öf­fent­li­che Ord­nung, die gu­ten Sit­ten oder gel­ten­des Recht ver­stos­sen.
1 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533). Die Änd. wur­de im gan­zen Text be­rück­sich­tigt.
Das Re­gle­ment muss vom IGE ge­neh­migt wer­den. Die Ge­neh­mi­gung wird er­teilt, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 23 er­füllt sind.
Er­füllt das Re­gle­ment die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 23 nicht oder nicht mehr und schafft der Mar­ken­in­ha­ber nicht in­ner­halb ei­ner vom Rich­ter an­zu­set­zen­den Frist Ab­hil­fe, so ist die Ein­tra­gung der Mar­ke nach Ab­lauf die­ser Frist nich­tig.
Dul­det der Mar­ken­in­ha­ber einen wie­der­hol­ten Ge­brauch der Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke, der we­sent­li­che Be­stim­mun­gen des Re­gle­ments ver­letzt, und schafft er nicht in­ner­halb ei­ner vom Rich­ter an­zu­set­zen­den Frist Ab­hil­fe, so ist die Ein­tra­gung der Mar­ke nach Ab­lauf die­ser Frist nich­tig.
Die Über­tra­gung der Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke so­wie die Er­tei­lung von Li­zen­zen an Kol­lek­tiv­mar­ken sind nur gül­tig, wenn sie im Re­gis­ter ein­ge­tra­gen sind.
2a. Kapitel: Geografische Marke
Art. 27a Gegenstand
In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be a kann ei­ne geo­gra­fi­sche Mar­ke ein­ge­tra­gen wer­den:
für ei­ne nach Ar­ti­kel 16 des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 19981 (LwG) ein­ge­tra­ge­ne Ur­sprungs­be­zeich­nung oder ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be oder für ei­ne nach Ar­ti­kel 50a des vor­lie­gen­den Ge­set­zes ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be;
für ei­ne nach Ar­ti­kel 63 LwG ge­schütz­te kon­trol­lier­te Ur­sprungs­be­zeich­nung oder für ei­ne aus­län­di­sche Wein­be­zeich­nung, die den An­for­de­run­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 63 LwG ent­spricht;
für ei­ne Her­kunfts­an­ga­be, die Ge­gen­stand ei­ner Ver­ord­nung des Bun­des­ra­tes nach Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 ist, oder für ei­ne aus­län­di­sche Her­kunfts­an­ga­be, die sich auf ei­ne gleich­wer­ti­ge aus­län­di­sche Re­ge­lung stützt.
Art. 27b Eintragungsberechtigte
Die Ein­tra­gung ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke kann ver­langt wer­den:
von ei­ner Grup­pie­rung, die die Ur­sprungs­be­zeich­nung oder die geo­gra­fi­sche An­ga­be hat ein­tra­gen las­sen, oder, wenn die­se Grup­pie­rung nicht mehr be­steht, von der re­prä­sen­ta­ti­ven Grup­pie­rung, die sich für den Schutz die­ser Ur­sprungs­be­zeich­nung oder geo­gra­fi­schen An­ga­be ein­setzt;
vom Schwei­zer Kan­ton, der die kon­trol­lier­te Ur­sprungs­be­zeich­nung schützt, oder von der aus­län­di­schen Be­hör­de, die für die Re­ge­lung von Wein­be­zeich­nun­gen zu­stän­dig ist, wel­che Ar­ti­kel 63 LwG1 ent­spre­chen, so­wie von der Grup­pie­rung, die ei­ne sol­che aus­län­di­sche Wein­be­zeich­nung hat schüt­zen las­sen;
von der Dach­or­ga­ni­sa­ti­on ei­ner Bran­che, für die der Bun­des­rat ge­stützt auf Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 ei­ne Ver­ord­nung er­las­sen hat oder die sich auf ei­ne gleich­wer­ti­ge aus­län­di­sche Re­ge­lung stützt.
Art. 27c Markenreglement
1Der Hin­ter­le­ger ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke muss dem IGE ein Re­gle­ment über den Ge­brauch der Mar­ke ein­rei­chen.
2Das Re­gle­ment muss dem Pflich­ten­heft oder der mass­ge­ben­den Re­ge­lung ent­spre­chen; es darf für den Ge­brauch der geo­gra­fi­schen Mar­ke kein Ent­gelt vor­se­hen.
Art. 27d Rechte
1Ei­ne geo­gra­fi­sche Mar­ke darf von je­der Per­son ge­braucht wer­den, so­fern die An­for­de­run­gen des Re­gle­ments er­füllt wer­den.
2Der In­ha­ber ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke kann an­de­ren ver­bie­ten, die­se im ge­schäft­li­chen Ver­kehr für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren zu ge­brau­chen, so­fern der Ge­brauch nicht dem Re­gle­ment ent­spricht.
Art. 27e Nicht anwendbare Bestimmungen
1Die geo­gra­fi­sche Mar­ke kann in Ab­wei­chung der Ar­ti­kel 17 und 18 nicht über­tra­gen oder li­zen­ziert wer­den.
2Der In­ha­ber ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke kann in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 31 kei­nen Wi­der­spruch ge­gen die Ein­tra­gung ei­ner Mar­ke er­he­ben.
3Die Be­stim­mun­gen über den Ge­brauch und die Fol­gen des Nicht­ge­brauchs der Mar­ke nach den Ar­ti­keln 11 und 12 sind nicht an­wend­bar.
3. Kapitel: Eintragung der Marken
1Je­de Per­son kann ei­ne Mar­ke hin­ter­le­gen.
2Für die Hin­ter­le­gung sind beim IGE ein­zu­rei­chen:
das Ein­tra­gungs­ge­such mit An­ga­be des Na­mens oder der Fir­ma des Hin­ter­le­gers;
die Wie­der­ga­be der Mar­ke;
das Ver­zeich­nis der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, für wel­che die Mar­ke be­an­sprucht wird.
3Für die Hin­ter­le­gung müs­sen die in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren be­zahlt wer­den.1
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
1Ei­ne Mar­ke gilt als hin­ter­legt, so­bald die in Ar­ti­kel 28 Ab­satz 2 ge­nann­ten Un­ter­la­gen ein­ge­reicht sind.
2Wird die Mar­ke nach der Hin­ter­le­gung er­setzt oder in we­sent­li­chen Tei­len ge­än­dert oder wird das Ver­zeich­nis der Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen er­wei­tert, so gilt als Hin­ter­le­gungs­da­tum der Tag, an dem die­se Än­de­run­gen ein­ge­reicht wer­den.
1Das IGE tritt auf das Ein­tra­gungs­ge­such nicht ein, wenn die Hin­ter­le­gung den Er­for­der­nis­sen nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 2 nicht ent­spricht.
2Es weist das Ein­tra­gungs­ge­such zu­rück, wenn:
die Hin­ter­le­gung den in die­sem Ge­setz oder in der Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten for­ma­len Er­for­der­nis­sen nicht ent­spricht;
die vor­ge­schrie­be­nen Ge­büh­ren nicht be­zahlt sind;
ab­so­lu­te Aus­schluss­grün­de vor­lie­gen;
die Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke den Er­for­der­nis­sen der Ar­ti­kel 21-23 nicht ent­spricht;
die geo­gra­fi­sche Mar­ke den Er­for­der­nis­sen der Ar­ti­kel 27a-27c nicht ent­spricht.
3Es trägt die Mar­ke ein, wenn kei­ne Zu­rück­wei­sungs­grün­de vor­lie­gen.
1 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
Art. 31 Widerspruch
1Der In­ha­ber ei­ner äl­te­ren Mar­ke kann ge­stützt auf Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 ge­gen die Ein­tra­gung Wi­der­spruch er­he­ben.
1bisEr kann kei­nen Wi­der­spruch ge­gen die Ein­tra­gung ei­ner geo­gra­fi­schen Mar­ke er­he­ben.1
2Der Wi­der­spruch ist in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach der Ver­öf­fent­li­chung der Ein­tra­gung beim IGE schrift­lich mit Be­grün­dung ein­zu­rei­chen. In­ner­halb die­ser Frist ist auch die Wi­der­spruchs­ge­bühr zu be­zah­len.
Be­haup­tet der Wi­der­spruchs­geg­ner den Nicht­ge­brauch der äl­te­ren Mar­ke nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1, so hat der Wi­der­spre­chen­de den Ge­brauch sei­ner Mar­ke oder wich­ti­ge Grün­de für den Nicht­ge­brauch glaub­haft zu ma­chen.
Ist der Wi­der­spruch be­grün­det, so wird die Ein­tra­gung ganz oder teil­wei­se wi­der­ru­fen; an­dern­falls wird der Wi­der­spruch ab­ge­wie­sen.
Mit dem Ent­scheid über den Wi­der­spruch hat das IGE zu be­stim­men, ob und in wel­chem Mas­se die Kos­ten der ob­sie­gen­den Par­tei von der un­ter­lie­gen­den zu er­set­zen sind.
3. Abschnitt: Löschung der Eintragung
Art. 35 Voraussetzung
Das IGE löscht ei­ne Mar­ken­ein­tra­gung ganz oder teil­wei­se; wenn:
der In­ha­ber die Lö­schung be­an­tragt;
die Ein­tra­gung nicht ver­län­gert wird;
die Ein­tra­gung durch ein rechts­kräf­ti­ges rich­ter­li­ches Ur­teil nich­tig er­klärt wird;
die ge­schütz­te Ur­sprungs­be­zeich­nung oder die ge­schütz­te geo­gra­fi­sche An­ga­be, auf die sich ei­ne geo­gra­fi­sche Mar­ke stützt, ge­löscht wird;
ein An­trag auf Lö­schung gut­ge­heis­sen wird.
1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
3 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
Art. 35a Antrag
1Je­de Per­son kann beim IGE einen An­trag auf Lö­schung der Mar­ke we­gen Nicht­ge­brauchs nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 1 stel­len.
2Der An­trag kann frü­he­s­tens ge­stellt wer­den:
fünf Jah­re nach un­be­nütz­tem Ab­lauf der Wi­der­spruchs­frist; oder
im Fal­le ei­nes Wi­der­spruchs­ver­fah­rens: fünf Jah­re nach Ab­schluss des Wi­der­spruchs­ver­fah­rens.
3Der An­trag gilt erst als ge­stellt, wenn die ent­spre­chen­de Ge­bühr be­zahlt ist.
Art. 35b Entscheid
1Das IGE weist den An­trag ab, wenn:
der An­trag­stel­ler den Nicht­ge­brauch der Mar­ke nicht glaub­haft macht; oder
der Mar­ken­in­ha­ber den Ge­brauch der Mar­ke oder wich­ti­ge Grün­de für den Nicht­ge­brauch glaub­haft macht.
2Wird der Nicht­ge­brauch nur für einen Teil der be­an­spruch­ten Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen glaub­haft ge­macht, so heisst das IGE den An­trag nur für die­sen Teil gut.
3Das IGE be­stimmt mit dem Ent­scheid über den An­trag, ob und in wel­chem Mas­se die Kos­ten der ob­sie­gen­den Par­tei von der un­ter­lie­gen­den zu er­set­zen sind.
Art. 35c Verfahren
Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten des Ver­fah­rens.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 21 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).
5. Abschnitt: Register, Veröffentlichungen und elektronischer Behördenverkehr
Das IGE führt das Mar­ken­re­gis­ter.
1Das IGE ver­öf­fent­licht:
die Ein­tra­gung der Mar­ken (Art. 30 Abs. 3);
die Ver­län­ge­rung von Mar­ken­ein­tra­gun­gen (Art. 10 Abs. 2);
den Wi­der­ruf von Mar­ken­ein­tra­gun­gen (Art. 33);
die Lö­schung von Mar­ken­ein­tra­gun­gen (Art. 35).
2Der Bun­des­rat legt fest, wel­che wei­te­ren Ein­tra­gun­gen ver­öf­fent­licht wer­den.
3Das IGE be­stimmt das Pu­bli­ka­ti­ons­or­gan.1
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des De­si­gnge­set­zes vom 5. Okt. 2001, in Kraft seit 1. Ju­li 2002 (AS 2002 1456; BBl 2000 2729).
1Je­de Per­son kann in das Re­gis­ter Ein­sicht neh­men, über des­sen In­halt Aus­künf­te ein­ho­len und Aus­zü­ge ver­lan­gen.
2Sie hat zu­dem das Recht, in das Ak­ten­heft ein­ge­tra­ge­ner Mar­ken Ein­sicht zu neh­men.
3Der Bun­des­rat re­gelt die Fäl­le, in de­nen schon vor der Ein­tra­gung Ein­sicht in das Ak­ten­heft ge­währt wird.
1Der Bun­des­rat kann das IGE er­mäch­ti­gen, die elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on im Rah­men der all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen der Bun­des­rechts­pfle­ge zu re­geln.
2Das Ak­ten­heft und die Ak­ten kön­nen in elek­tro­ni­scher Form ge­führt und auf­be­wahrt wer­den.
3Das Mar­ken­re­gis­ter kann in elek­tro­ni­scher Form ge­führt wer­den.
4Das IGE kann sei­ne Da­ten­be­stän­de ins­be­son­de­re im elek­tro­ni­schen Ab­ruf­ver­fah­ren Drit­ten zu­gäng­lich ma­chen; es kann da­für ein Ent­gelt ver­lan­gen.
5Die Ver­öf­fent­li­chun­gen des IGE kön­nen in elek­tro­ni­scher Form er­fol­gen; die elek­tro­ni­sche Fas­sung ist je­doch nur mass­ge­bend, wenn die Da­ten aus­sch­liess­lich elek­tro­nisch ver­öf­fent­licht wer­den.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 19. Dez. 2003 über die elek­tro­ni­sche Si­gna­tur, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5085; BBl 2001 5679).
6. Abschnitt: Weiterbehandlung bei Fristversäumnis
1Ver­säumt der Hin­ter­le­ger oder der Rechts­in­ha­ber ei­ne Frist, die ge­gen­über dem IGE ein­zu­hal­ten ist, so kann er bei die­sem die Wei­ter­be­hand­lung be­an­tra­gen. Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.2
2Der An­trag muss in­ner­halb von zwei Mo­na­ten, nach­dem der Ge­such­stel­ler von der Frist­ver­säum­nis Kennt­nis er­hal­ten hat, spä­tes­tens je­doch in­ner­halb von sechs Mo­na­ten nach Ab­lauf der ver­säum­ten Frist ein­ge­reicht wer­den; in­ner­halb die­ser Frist müs­sen zu­dem die un­ter­blie­be­ne Hand­lung voll­stän­dig nach­ge­holt und die in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren be­zahlt wer­den.3
3Wird dem An­trag ent­spro­chen, so wird da­durch der Zu­stand her­ge­stellt, der bei recht­zei­ti­ger Hand­lung ein­ge­tre­ten wä­re.
4Die Wei­ter­be­hand­lung ist aus­ge­schlos­sen bei Ver­säum­nis:
der Fris­ten für die Ein­rei­chung des Wei­ter­be­hand­lungs­an­trags (Abs. 2);
der Fris­ten für die In­an­spruch­nah­me ei­ner Prio­ri­tät nach den Ar­ti­keln 7 und 8;
der Frist für die Ein­rei­chung des Wi­der­spruchs nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 2;
der Frist für die Ein­rei­chung des Ver­län­ge­rungs­an­trags nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3;
der Fris­ten im Lö­schungs­ver­fah­ren nach den Ar­ti­keln 35a-35c.
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
5 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
7. Abschnitt: Vertretung
1Wer an ei­nem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren nach die­sem Ge­setz be­tei­ligt ist und in der Schweiz kei­nen Wohn­sitz oder Sitz hat, muss ein Zu­stel­lungs­do­mi­zil in der Schweiz be­zeich­nen, es sei denn, das Völ­ker­recht oder die zu­stän­di­ge aus­län­di­sche Stel­le ge­stat­te der Be­hör­de, Schrift­stücke im be­tref­fen­den Staat di­rekt zu­zu­stel­len.
2Das IGE ist be­fugt, ge­gen­über der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le zu er­klä­ren, dass im Be­reich des geis­ti­gen Ei­gen­tums in der Schweiz die di­rek­te Zu­stel­lung zu­läs­sig ist, so­fern der Schweiz Ge­gen­recht ge­währt wird.
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 2 des BB vom 28. Sept. 2018 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Über­ein­kom­mens Nr. 94 des Eu­ro­pa­ra­tes über die Zu­stel­lung von Schrift­stücken in Ver­wal­tungs­sa­chen im Aus­land, in Kraft seit 1. April 2019 (AS 2019 975; BBl 2017 5947).
1Aus­ser in den in die­sem Ge­setz ge­nann­ten Fäl­len sind Ge­büh­ren zu ent­rich­ten für Amts­hand­lun­gen, die durch einen be­son­de­ren An­trag ver­an­lasst wer­den.
1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 2 des BG vom 24. März 1995 über Sta­tut und Auf­ga­ben des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1996 (AS 1995 5050; BBl 1994 III 964).
4. Kapitel: Internationale Markenregistrierung
Art. 44 Anwendbares Recht
1Die­ses Ka­pi­tel gilt für in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­run­gen nach dem Ma­dri­der Ab­kom­men vom 14. Ju­li 19671 über die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung von Mar­ken (Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­men) und dem Pro­to­koll vom 27. Ju­ni 19892 zum Ma­dri­der Ab­kom­men über die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung von Mar­ken (Ma­dri­der Pro­to­koll), die durch Ver­mitt­lung des IGE ver­an­lasst wer­den oder die für die Schweiz wirk­sam sind.
2Die üb­ri­gen Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes gel­ten, so­weit sich aus dem Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­men, aus dem Ma­dri­der Pro­to­koll oder aus die­sem Ka­pi­tel nichts an­de­res er­gibt.
1Durch Ver­mitt­lung des IGE kön­nen ver­an­lasst wer­den:
die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung ei­ner Mar­ke, wenn die Schweiz Ur­sprungs­land im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 3 des Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­mens1 oder von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Ma­dri­der Pro­to­kolls2 ist;
die Än­de­rung ei­ner in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung, wenn die Schweiz das Land des Mar­ken­in­ha­bers im Sin­ne des Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­mens oder des Ma­dri­der Pro­to­kolls ist;
die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung ei­nes Ein­tra­gungs­ge­suchs, wenn die Schweiz Ur­sprungs­land im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Ma­dri­der Pro­to­kolls ist.
2Für die in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung ei­ner Mar­ke oder ei­nes Ein­tra­gungs­ge­suchs oder für die Än­de­rung ei­ner in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung sind die im Ma­dri­der Mar­ken­ab­kom­men, im Ma­dri­der Pro­to­koll und in der Ver­ord­nung da­für vor­ge­se­he­nen Ge­büh­ren zu be­zah­len.
1Ei­ne in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung mit Schut­z­wir­kung für die Schweiz hat die­sel­be Wir­kung wie die Hin­ter­le­gung beim IGE und die Ein­tra­gung im schwei­ze­ri­schen Re­gis­ter.
2Die­se Wir­kung gilt als nicht ein­ge­tre­ten, wenn und so­weit der in­ter­na­tio­nal re­gis­trier­ten Mar­ke der Schutz für die Schweiz ver­wei­gert wird.
1Ei­ne in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung kann in ein na­tio­na­les Ein­tra­gungs­ge­such um­ge­wan­delt wer­den, wenn:
das Ge­such in­ner­halb von drei Mo­na­ten nach Lö­schung der in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung beim IGE ein­ge­reicht wird;
in­ter­na­tio­na­le Re­gis­trie­rung und na­tio­na­les Ein­tra­gungs­ge­such die­sel­be Mar­ke be­tref­fen;
die im Ge­such auf­ge­führ­ten Wa­ren und Dienst­leis­tun­gen in Be­zug auf die Schut­z­wir­kung für die Schweiz tat­säch­lich von der in­ter­na­tio­na­len Re­gis­trie­rung er­fasst wa­ren;
das na­tio­na­le Ein­tra­gungs­ge­such den üb­ri­gen Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes ent­spricht.
2Wi­der­sprü­che ge­gen die Ein­tra­gung von Mar­ken, die nach Ab­satz 1 hin­ter­legt wur­den, sind un­zu­läs­sig.
2. Titel: Herkunftsangaben
1Her­kunfts­an­ga­ben sind di­rek­te oder in­di­rek­te Hin­wei­se auf die geo­gra­phi­sche Her­kunft von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen, ein­sch­liess­lich Hin­wei­sen auf die Be­schaf­fen­heit oder auf Ei­gen­schaf­ten, die mit der Her­kunft zu­sam­men­hän­gen.
2Geo­gra­phi­sche Na­men und Zei­chen, die von den mass­ge­ben­den Ver­kehrs­krei­sen nicht als Hin­weis auf ei­ne be­stimm­te Her­kunft der Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ver­stan­den wer­den, gel­ten nicht als Her­kunfts­an­ga­be im Sin­ne von Ab­satz 1.
3Un­zu­läs­sig ist der Ge­brauch:
un­zu­tref­fen­der Her­kunfts­an­ga­ben;
von Be­zeich­nun­gen, die mit ei­ner un­zu­tref­fen­den Her­kunfts­an­ga­be ver­wech­sel­bar sind;
ei­nes Na­mens, ei­ner Fir­ma, ei­ner Adres­se oder ei­ner Mar­ke im Zu­sam­men­hang mit Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen frem­der Her­kunft, wenn sich dar­aus ei­ne Täu­schungs­ge­fahr er­gibt.
3bisWer­den Her­kunfts­an­ga­ben zu­sam­men mit Zu­sät­zen wie «Art», «Typ», «Stil» oder «Nach­ah­mung» ge­braucht, so müs­sen die glei­chen An­for­de­run­gen er­füllt wer­den, die für den Ge­brauch der Her­kunfts­an­ga­ben oh­ne die­se Zu­sät­ze gel­ten.2
3terAn­ga­ben zu For­schung oder De­sign oder an­de­ren spe­zi­fi­schen Tä­tig­kei­ten, die mit dem Pro­dukt im Zu­sam­men­hang ste­hen, dür­fen nur ver­wen­det wer­den, wenn die­se Tä­tig­keit voll­um­fäng­lich am an­ge­ge­be­nen Ort statt­fin­det.3
4Re­gio­na­le oder lo­ka­le Her­kunfts­an­ga­ben für Dienst­leis­tun­gen wer­den als zu­tref­fend be­trach­tet, wenn die­se Dienst­leis­tun­gen die Her­kunfts­kri­te­ri­en für das be­tref­fen­de Land als Gan­zes er­fül­len.
Art. 48 Herkunftsangabe für Waren
1Die Her­kunfts­an­ga­be für ei­ne Wa­re ist zu­tref­fend, wenn die An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 48a-48c er­füllt sind.
2All­fäl­li­ge zu­sätz­li­che An­for­de­run­gen wie die Ein­hal­tung orts­üb­li­cher oder am Her­kunfts­ort vor­ge­schrie­be­ner Her­stel­lungs- oder Ver­ar­bei­tungs­grund­sät­ze und Qua­li­täts­an­for­de­run­gen müs­sen eben­falls er­füllt sein.
3Al­le An­for­de­run­gen sind im Ein­zel­fall nach dem Ver­ständ­nis der mass­ge­ben­den Ver­kehrs­krei­se und ge­ge­be­nen­falls nach Mass­ga­be ih­res Ein­flus­ses auf den Ruf der be­tref­fen­den Wa­ren zu be­stim­men.
4Bei Na­tur­pro­duk­ten und Le­bens­mit­teln gel­ten für Schwei­zer Her­kunfts­an­ga­ben als Ort der Her­kunft oder der Ver­ar­bei­tung das schwei­ze­ri­sche Staats­ge­biet und die Zol­l­an­schluss­ge­bie­te. Der Bun­des­rat kann die Grenz­ge­bie­te de­fi­nie­ren, die aus­nahms­wei­se für schwei­ze­ri­sche Her­kunfts­an­ga­ben auch als Ort der Her­kunft oder der Ver­ar­bei­tung gel­ten.
5Er­füllt ei­ne aus­län­di­sche Her­kunfts­an­ga­be die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen des ent­spre­chen­den Lan­des, so ist sie zu­tref­fend. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne all­fäl­li­ge Täu­schung der Kon­su­men­ten in der Schweiz.
Art. 48a Naturprodukte
Die Her­kunft ei­nes Na­tur­pro­dukts ent­spricht:
für mi­ne­ra­li­sche Er­zeug­nis­se: dem Ort der Ge­win­nung;
für pflanz­li­che Er­zeug­nis­se: dem Ort der Ern­te;
für Fleisch: dem Ort, an dem die Tie­re den über­wie­gen­den Teil ih­res Le­bens ver­bracht ha­ben;
für an­de­re aus Tie­ren ge­won­ne­ne Er­zeug­nis­se: dem Ort der Hal­tung der Tie­re;
für Jagd­beu­te und Fisch­fän­ge: dem Ort der Jagd oder des Fisch­fangs;
für Zucht­fi­sche: dem Ort der Auf­zucht.
1Un­ter die­se Be­stim­mung fal­len Le­bens­mit­tel im Sin­ne des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 9. Ok­to­ber 19922 (LMG) mit Aus­nah­me der Na­tur­pro­duk­te nach Ar­ti­kel 48a des vor­lie­gen­den Ge­set­zes. Der Bun­des­rat re­gelt die Un­ter­schei­dung im Ein­zel­nen.
2Die Her­kunft ei­nes Le­bens­mit­tels ent­spricht dem Ort, von dem min­des­tens 80 Pro­zent des Ge­wichts der Roh­stof­fe, aus de­nen sich das Le­bens­mit­tel zu­sam­men­setzt, kom­men. Bei Milch und Milch­pro­duk­ten sind 100 Pro­zent des Ge­wichts des Roh­stof­fes Milch er­for­der­lich.
3Von der Be­rech­nung nach Ab­satz 2 sind aus­ge­schlos­sen:
Na­tur­pro­duk­te, die we­gen na­tür­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten nicht am Her­kunfts­ort pro­du­ziert wer­den kön­nen;
Na­tur­pro­duk­te, die tem­po­rär am Her­kunfts­ort nicht in ge­nü­gen­der Men­ge ver­füg­bar sind.
4Bei der Be­rech­nung nach Ab­satz 2 müs­sen al­le Roh­stof­fe an­ge­rech­net wer­den, für die der Selbst­ver­sor­gungs­grad der Schweiz min­des­tens 50 Pro­zent be­trägt. Roh­stof­fe, für die der Selbst­ver­sor­gungs­grad 20-49,9 Pro­zent be­trägt, sind nur zur Hälf­te an­zu­rech­nen. Roh­stof­fe, für die der Selbst­ver­sor­gungs­grad we­ni­ger als 20 Pro­zent be­trägt, kön­nen von der Be­rech­nung aus­ge­nom­men wer­den. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.
5Die Her­kunfts­an­ga­be muss aus­ser­dem dem Ort ent­spre­chen, an dem die Ver­ar­bei­tung statt­ge­fun­den hat, die dem Le­bens­mit­tel sei­ne we­sent­li­chen Ei­gen­schaf­ten ver­lie­hen hat.
2 [AS 1995 1469, 1996 1725 An­hang Ziff. 3, 1998 3033 An­hang Ziff. 5, 2001 2790 An­hang Ziff. 5, 2002 775, 2003 4803 An­hang Ziff. 6, 2005 971, 2006 2197 An­hang Ziff. 94 2363 Ziff. II, 2008 785, 2011 5227 Ziff. I 2.8, 2013 3095 An­hang 1 Ziff. 3. AS 2017 249 An­hang Ziff. I]. Sie­he heu­te: das BG vom 20. Ju­ni 2014 (SR 817.0).
1Die Her­kunft ei­nes an­de­ren Pro­dukts, ins­be­son­de­re ei­nes in­dus­tri­el­len Pro­dukts, ent­spricht dem Ort, an dem min­des­tens 60 Pro­zent der Her­stel­lungs­kos­ten an­fal­len.
2Bei der Be­rech­nung nach Ab­satz 1 wer­den be­rück­sich­tigt:
die Kos­ten für Fa­bri­ka­ti­on und Zu­sam­men­set­zung;
die Kos­ten für For­schung und Ent­wick­lung;
die Kos­ten für ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­ne oder bran­chen­weit ein­heit­lich ge­re­gel­te Qua­li­täts­si­che­rung und Zer­ti­fi­zie­rung.
3Von der Be­rech­nung nach Ab­satz 1 sind aus­ge­schlos­sen:
Kos­ten für Na­tur­pro­duk­te, die we­gen na­tür­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten nicht am Her­kunfts­ort pro­du­ziert wer­den kön­nen;
Kos­ten für Roh­stof­fe, die ge­mä­ss ei­ner nach Ar­ti­kel 50 Ab­satz 2 er­las­se­nen Ver­ord­nung aus ob­jek­ti­ven Grün­den am Her­kunfts­ort nicht in ge­nü­gen­der Men­ge ver­füg­bar sind;
Ver­pa­ckungs­kos­ten;
Trans­port­kos­ten;
die Kos­ten für den Ver­trieb der Wa­re, wie die Kos­ten für Mar­ke­ting und für Kun­den­ser­vice.
4Die Her­kunfts­an­ga­be muss aus­ser­dem dem Ort ent­spre­chen, an dem die Tä­tig­keit vor­ge­nom­men wor­den ist, die dem Pro­dukt sei­ne we­sent­li­chen Ei­gen­schaf­ten ver­lie­hen hat. In je­dem Fall muss ein we­sent­li­cher Fa­bri­ka­ti­ons­schritt an die­sem Ort statt­ge­fun­den ha­ben.
Art. 48d Ausnahmen
Den An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 48a-48c muss nicht ent­spro­chen wer­den, wenn:
ei­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Be­stim­mung nach Ar­ti­kel 16 LwG2 ein­ge­tra­gen wur­de; oder
ein Her­stel­ler den Nach­weis er­bringt, dass die ver­wen­de­te Her­kunfts­an­ga­be dem Ver­ständ­nis der mass­ge­ben­den Ver­kehrs­krei­se ent­spricht.
Art. 49 Herkunftsangabe für Dienstleistungen
1Die Her­kunfts­an­ga­be ei­ner Dienst­leis­tung ist zu­tref­fend, wenn:
sie dem Ge­schäfts­sitz der­je­ni­gen Per­son ent­spricht, wel­che die Dienst­leis­tung er­bringt; und
sich ein Ort der tat­säch­li­chen Ver­wal­tung die­ser Per­son im glei­chen Land be­fin­det.
2Er­füllt ei­ne Mut­ter­ge­sell­schaft die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 Buch­sta­be a und er­füllt ent­we­der sie selbst oder ei­ne von ihr tat­säch­lich be­herrsch­te und im glei­chen Land an­säs­si­ge Toch­ter­ge­sell­schaft die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 1 Buch­sta­be b, so gilt die Her­kunfts­an­ga­be auch für die gleich­ar­ti­gen Dienst­leis­tun­gen der aus­län­di­schen Toch­ter­ge­sell­schaf­ten und Zweignie­der­las­sun­gen der Mut­ter­ge­sell­schaft als zu­tref­fend.
3All­fäl­li­ge zu­sätz­li­che An­for­de­run­gen, wie die Ein­hal­tung üb­li­cher oder vor­ge­schrie­be­ner Grund­sät­ze für das Er­brin­gen der Dienst­leis­tung oder die tra­di­tio­nel­le Ver­bun­den­heit der­je­ni­gen Per­son, wel­che die Dienst­leis­tung er­bringt, mit dem Her­kunfts­land, müs­sen eben­falls er­füllt sein.
4Er­füllt ei­ne aus­län­di­sche Her­kunfts­an­ga­be die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen des ent­spre­chen­den Lan­des, so ist sie zu­tref­fend. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne all­fäl­li­ge Täu­schung der Kon­su­men­ten in der Schweiz.
Art. 49a Herkunftsangabe in der Werbung
Die Her­kunfts­an­ga­be in der Wer­bung ist zu­tref­fend, wenn die­se der Her­kunft al­ler dar­in be­wor­be­nen Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 48-49 ent­spricht.
1Recht­fer­tigt es das In­ter­es­se der Kon­su­men­ten, das all­ge­mei­ne In­ter­es­se der Wirt­schaft oder ein­zel­ner Bran­chen, so kann der Bun­des­rat die An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 48 Ab­satz 2 und 48a-49 nä­her um­schrei­ben.
2Er kann, ins­be­son­de­re auf An­trag und Vor­ent­wurf ei­ner Bran­che, die Vor­aus­set­zun­gen nä­her um­schrei­ben, un­ter de­nen ei­ne schwei­ze­ri­sche Her­kunfts­an­ga­be für be­stimm­te Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen ge­braucht wer­den darf.
3Er hört vor­her die be­tei­lig­ten Kan­to­ne und die in­ter­es­sier­ten Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­de so­wie die Kon­su­men­ten­or­ga­ni­sa­tio­nen an.
Art. 50a Register für geografische Angaben
1Der Bun­des­rat schafft ein Re­gis­ter für geo­gra­fi­sche An­ga­ben für Wa­ren, mit Aus­nah­me von land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen, ver­ar­bei­te­ten land­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen und Wein so­wie wald­wirt­schaft­li­chen Er­zeug­nis­sen und de­ren Ver­ar­bei­tungs­pro­duk­ten.
2Er re­gelt ins­be­son­de­re:
die Ein­tra­gungs­be­rech­ti­gung;
die Vor­aus­set­zun­gen für die Re­gis­trie­rung, ins­be­son­de­re die An­for­de­run­gen an das Pflich­ten­heft;
das Re­gis­trie­rungs- und das Ein­spra­che­ver­fah­ren;
die Kon­trol­le.
3Für Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Re­gis­ter wer­den Ge­büh­ren er­ho­ben.
4Ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­ben kön­nen nicht zu Gat­tungs­be­zeich­nun­gen wer­den. Gat­tungs­be­zeich­nun­gen dür­fen nicht als geo­gra­fi­sche An­ga­ben ein­ge­tra­gen wer­den.
5Wer ei­ne ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren ver­wen­det, muss das Pflich­ten­heft er­fül­len. Die­se Ver­pflich­tung gilt nicht für die Ver­wen­dung von Mar­ken, die mit ei­ner ins Re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen geo­gra­fi­schen An­ga­be iden­tisch oder die­ser ähn­lich sind und die gut­gläu­big hin­ter­legt oder ein­ge­tra­gen oder an de­nen Rech­te durch gut­gläu­bi­ge Be­nut­zung er­wor­ben wur­den:
vor dem 1. Ja­nu­ar 1996; oder
be­vor der Na­me der ein­ge­tra­ge­nen geo­gra­fi­schen An­ga­be im Ur­sprungs­land ge­schützt wor­den ist, so­fern für die Mar­ke kei­ner der in die­sem Ge­setz vor­ge­se­he­nen Grün­de für Nich­tig­keit oder Ver­fall vor­lie­gen.
6Wird ei­ne Mar­ke, die ei­ne geo­gra­fi­sche An­ga­be ent­hält, die mit ei­ner zur Ein­tra­gung an­ge­mel­de­ten geo­gra­fi­schen An­ga­be iden­tisch oder die­ser ähn­lich ist, für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren hin­ter­legt, so wird das Mar­ken­prü­fungs­ver­fah­ren bis zum rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid über das Ge­such um Ein­tra­gung der geo­gra­fi­schen An­ga­be sis­tiert.
7Nach der Ein­tra­gung der geo­gra­fi­schen An­ga­be kann die Mar­ke nur für iden­ti­sche oder ver­gleich­ba­re Wa­ren ein­ge­tra­gen wer­den. Die Wa­ren müs­sen auf die im Pflich­ten­heft um­schrie­be­ne geo­gra­fi­sche Her­kunft ein­ge­schränkt wer­den.
8Ein­ge­tra­ge­ne geo­gra­fi­sche An­ga­ben sind ins­be­son­de­re ge­schützt ge­gen:
je­de kom­mer­zi­el­le Ver­wen­dung für an­de­re Er­zeug­nis­se, durch die der Ruf ge­schütz­ter Be­zeich­nun­gen aus­ge­nutzt wird;
je­de An­mas­sung, Nach­ma­chung oder Nach­ah­mung.
Wenn die In­ter­es­sen ei­ner Wirt­schafts­bran­che es er­for­dern, kann der Bun­des­rat vor­schrei­ben, dass auf den Wa­ren die­ser Wirt­schafts­bran­che ein Pro­du­zen­ten­kenn­zei­chen an­zu­brin­gen ist.
Art. 51a Beweislastumkehr
Der Be­nut­zer ei­ner Her­kunfts­an­ga­be muss be­wei­sen, dass die­se zu­tref­fend ist.
Wer ein recht­li­ches In­ter­es­se nach­weist, kann vom Rich­ter fest­stel­len las­sen, dass ein Recht oder Rechts­ver­hält­nis nach die­sem Ge­setz be­steht oder nicht be­steht.
1Der Klä­ger kann an­statt auf Fest­stel­lung der Nich­tig­keit der Mar­ken­ein­tra­gung auf Über­tra­gung der Mar­ke kla­gen, wenn der Be­klag­te sich die­se an­ge­masst hat.
2Der An­spruch er­lischt zwei Jah­re nach Ver­öf­fent­li­chung der Ein­tra­gung oder nach Weg­fall der Zu­stim­mung des Mar­ken­in­ha­bers ge­mä­ss Ar­ti­kel 4.
3Wird die Über­tra­gung ver­fügt, so fal­len die in­zwi­schen Drit­ten ein­ge­räum­ten Li­zen­zen oder an­de­ren Rech­te da­hin; die­se Drit­ten ha­ben je­doch, wenn sie in gu­tem Glau­ben die Mar­ke im In­land ge­werbs­mäs­sig be­nützt oder be­son­de­re An­stal­ten da­zu ge­trof­fen ha­ben, An­spruch auf Er­tei­lung ei­ner nicht aus­sch­liess­li­chen Li­zenz.1
4Vor­be­hal­ten blei­ben An­sprü­che auf Scha­den­er­satz.2
1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
Art. 54 Mitteilung von Entscheiden
Die ur­tei­len­de Be­hör­de stellt dem IGE Ent­schei­de, ein­sch­liess­lich sol­cher über vor­sorg­li­che Mass­nah­men, und Ab­schrei­bungs­be­schlüs­se nach ih­rem Er­lass oh­ne Ver­zug in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung und un­ent­gelt­lich zu.
1Wer in sei­nem Recht an der Mar­ke oder an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­letzt oder ge­fähr­det wird, kann vom Rich­ter ver­lan­gen:
den Be­klag­ten zu ver­pflich­ten, Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de, die wi­der­recht­lich mit der Mar­ke oder der Her­kunfts­an­ga­be ver­se­hen sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer zu nen­nen.
2Vor­be­hal­ten blei­ben die Kla­gen nach dem Ob­li­ga­tio­nen­recht2 auf Scha­den­er­satz, auf Ge­nug­tu­ung so­wie auf Her­aus­ga­be ei­nes Ge­winns ent­spre­chend den Be­stim­mun­gen über die Ge­schäfts­füh­rung oh­ne Auf­trag.
2bisDie Leis­tungs­kla­ge kann erst nach der Ein­tra­gung der Mar­ke im Re­gis­ter an­ge­ho­ben wer­den. Ein Scha­den kann rück­wir­kend auf den Zeit­punkt gel­tend ge­macht wer­den, in dem der Be­klag­te vom In­halt des Ein­tra­gungs­ge­suchs Kennt­nis er­hal­ten hat.3
3Als Mar­ken­rechts­ver­let­zung gilt auch der re­gle­ments­wid­ri­ge Ge­brauch ei­ner Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke.
4Wer über ei­ne aus­sch­liess­li­che Li­zenz ver­fügt, ist un­ab­hän­gig von der Ein­tra­gung der Li­zenz im Re­gis­ter selb­stän­dig zur Kla­ge be­rech­tigt, so­fern dies im Li­zenz­ver­trag nicht aus­drück­lich aus­ge­schlos­sen wor­den ist. Al­le Li­zenz­neh­mer kön­nen ei­ner Ver­let­zungs­kla­ge bei­tre­ten, um ih­ren ei­ge­nen Scha­den gel­tend zu ma­chen.4
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 3 des BG vom 22. Ju­ni 2007, Kraft seit 1. Ju­li 2008 (AS 2008 2551; BBl 2006 1).
Art. 56 Klageberechtigung der Verbände, Konsumentenorganisationen und Behörden
1Zu Fest­stel­lungs­kla­gen (Art. 52) und Leis­tungs­kla­gen (Art. 55 Abs. 1), die den Schutz von Her­kunfts­an­ga­ben be­tref­fen, sind fer­ner be­rech­tigt:
Be­rufs- und Wirt­schafts­ver­bän­de, die nach den Sta­tu­ten zur Wah­rung der wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen ih­rer Mit­glie­der be­fugt sind;
Or­ga­ni­sa­tio­nen von ge­samtschwei­ze­ri­scher oder re­gio­na­ler Be­deu­tung, die sich nach den Sta­tu­ten dem Kon­su­men­ten­schutz wid­men;
das IGE, so­weit Be­zeich­nun­gen wie «Schweiz», «schwei­ze­risch» oder an­de­re Be­zeich­nun­gen oder Sym­bo­le, die auf das geo­gra­fi­sche Ge­biet der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft im Sin­ne von Ar­ti­kel 48 Ab­satz 4 hin­wei­sen, ver­wen­det wer­den;
der be­trof­fe­ne Kan­ton, so­weit sein Na­me oder an­de­re auf sein geo­gra­fi­sches Ge­biet hin­wei­sen­de Be­zeich­nun­gen oder Sym­bo­le ver­wen­det wer­den.
2Ver­bän­de und Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b sind zu Kla­gen nach Ar­ti­kel 52 be­rech­tigt, die ei­ne Ga­ran­tie­mar­ke (Art. 21 Abs. 1) oder Kol­lek­tiv­mar­ke (Art. 22) be­tref­fen.
3Die Kan­to­ne be­zeich­nen die zu­stän­di­ge Stel­le für Kla­gen nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d.
1Der Rich­ter kann die Ein­zie­hung von Ge­gen­stän­den, die wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­hen sind, oder der vor­wie­gend zu ih­rer Her­stel­lung die­nen­den Ein­rich­tun­gen, Ge­rä­te und sons­ti­gen Mit­tel an­ord­nen.1
2Er ent­schei­det dar­über, ob die Mar­ke oder die Her­kunfts­an­ga­be un­kennt­lich zu ma­chen ist oder ob die Ge­gen­stän­de un­brauch­bar zu ma­chen, zu ver­nich­ten oder in ei­ner be­stimm­ten Wei­se zu ver­wen­den sind.
1 Auf­ge­ho­ben ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 10 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
Art. 59 Vorsorgliche Massnahmen
zur Er­mitt­lung der Her­kunft wi­der­recht­lich mit der Mar­ke oder der Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­ner Ge­gen­stän­de;
1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 1 Ziff. II 10 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. Dez. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1739; BBl 2006 7221).
Der Rich­ter kann auf An­trag der ob­sie­gen­den Par­tei an­ord­nen, dass das Ur­teil auf Kos­ten der an­de­ren Par­tei ver­öf­fent­licht wird. Er be­stimmt Art und Um­fang der Ver­öf­fent­li­chung.
Art. 61 Markenrechtsverletzung
1Auf An­trag des Ver­letz­ten wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer vor­sätz­lich das Mar­ken­recht ei­nes an­de­ren ver­letzt, in­dem er:
sich die Mar­ke des an­de­ren an­masst oder die­se nach­macht oder nach­ahmt;
un­ter der an­ge­mass­ten, nach­ge­mach­ten oder nach­ge­ahm­ten Mar­ke Wa­ren in Ver­kehr setzt oder Dienst­leis­tun­gen er­bringt, sol­che Wa­ren an­bie­tet, ein-, aus- oder durch­führt, sie zum Zweck des In­ver­kehr­brin­gens la­gert oder für sie wirbt oder sol­che Dienst­leis­tun­gen an­bie­tet oder für sie wirbt.
2Eben­so wird auf An­trag des Ver­letz­ten be­straft, wer sich wei­gert, Her­kunft und Men­ge der in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de, die wi­der­recht­lich mit der Mar­ke ver­se­hen sind, an­zu­ge­ben und Adres­sa­ten so­wie Aus­mass ei­ner Wei­ter­ga­be an ge­werb­li­che Ab­neh­mer zu nen­nen.
3Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.
1Auf An­trag des Ver­letz­ten wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer:1
Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen zum Zwe­cke der Täu­schung wi­der­recht­lich mit der Mar­ke ei­nes an­de­ren kenn­zeich­net und auf die­se Wei­se den An­schein er­weckt, es hand­le sich um Ori­gi­nal­wa­ren oder -dienst­leis­tun­gen;
wi­der­recht­lich mit der Mar­ke ei­nes an­de­ren ge­kenn­zeich­ne­te Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen als Ori­gi­nal­wa­ren an­bie­tet oder in Ver­kehr setzt oder als Ori­gi­nal­dienst­leis­tun­gen an­bie­tet oder er­bringt.
2Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.2
3 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 21. Ju­ni 2013, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2017 (AS 2015 3631; BBl 2009 8533).
Art. 63 Reglementswidriger Gebrauch einer Garantie- oder Kollektivmarke
1Auf An­trag des Ver­letz­ten wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe be­straft, wer ei­ne Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke vor­sätz­lich in re­gle­ments­wid­ri­ger Wei­se ge­braucht.1
2Eben­so wird auf An­trag des Ver­letz­ten be­straft, wer sich wei­gert, die Her­kunft der re­gle­ments­wid­rig mit ei­ner Ga­ran­tie- oder Kol­lek­tiv­mar­ke ver­se­he­nen und in sei­nem Be­sitz be­find­li­chen Ge­gen­stän­de an­zu­ge­ben.
3Sind nur un­we­sent­li­che Be­stim­mun­gen des Re­gle­ments be­trof­fen, so kann von ei­ner Be­stra­fung ab­ge­se­hen wer­den.
4Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so wird er von Am­tes we­gen ver­folgt. Die Stra­fe ist Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.2
1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder mit Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:
ei­ne un­zu­tref­fen­de Her­kunfts­an­ga­be ge­braucht;
ei­ne mit ei­ner un­zu­tref­fen­den Her­kunfts­an­ga­be ver­wech­sel­ba­re Be­zeich­nung ge­braucht;
ei­ne Täu­schungs­ge­fahr schafft, in­dem er einen Na­men, ei­ne Fir­ma, ei­ne Adres­se oder ei­ne Mar­ke im Zu­sam­men­hang mit Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen frem­der Her­kunft ge­braucht.
2Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe. Mit der Frei­heits­s­tra­fe ist ei­ne Geld­stra­fe zu ver­bin­den.
3Das IGE kann bei der zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de An­zei­ge er­stat­ten und im Ver­fah­ren die Rech­te ei­ner Pri­vat­klä­ger­schaft wahr­neh­men.
Wer vor­sätz­lich die Vor­schrif­ten über das Pro­du­zen­ten­kenn­zei­chen ver­letzt, wird mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.
Art. 65a Nicht strafbare Handlungen
Hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2bis sind nicht straf­bar.
1Der Rich­ter kann das Straf­ver­fah­ren aus­set­zen, wenn der An­ge­schul­dig­te die Nich­tig­keit der Mar­ken­ein­tra­gung in ei­nem Zi­vil­ver­fah­ren gel­tend macht.
2Wen­det der An­ge­schul­dig­te im Straf­ver­fah­ren die Nich­tig­keit der Mar­ken­ein­tra­gung ein, so kann ihm der Rich­ter zu ih­rer Gel­tend­ma­chung in ei­nem Zi­vil­ver­fah­ren ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist an­set­zen.
3Wäh­rend der Aus­set­zung ruht die Ver­jäh­rung.
Bei Wi­der­hand­lun­gen in Ge­schäfts­be­trie­ben, durch Un­ter­ge­be­ne, Be­auf­trag­te oder Ver­tre­ter gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Ver­wal­tungs­straf­rechts­ge­set­zes vom 22. März 19741.
Ar­ti­kel 69 des Straf­ge­setz­bu­ches2 ist an­wend­bar; der Rich­ter kann an­ord­nen, dass ein wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­ner Ge­gen­stand als Gan­zes ein­zu­zie­hen ist.
Die Straf­ver­fol­gung ist Sa­che der Kan­to­ne.
1Die Zoll­ver­wal­tung ist er­mäch­tigt, den Mar­ken­in­ha­ber, den an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be Be­rech­tig­ten oder ei­ne nach Ar­ti­kel 56 kla­ge­be­rech­tig­te Par­tei zu be­nach­rich­ti­gen, wenn der Ver­dacht be­steht, dass das Ver­brin­gen von wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­nen Wa­ren ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­vor­steht.2
2In die­sem Fall ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, die Wa­ren wäh­rend drei Werk­ta­gen zu­rück­zu­be­hal­ten, da­mit der Mar­ken­in­ha­ber, der an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be Be­rech­tig­te oder ein nach Ar­ti­kel 56 kla­ge­be­rech­tig­ter Be­rufs- oder Wirt­schafts­ver­band einen An­trag nach Ar­ti­kel 71 stel­len kann.
1Hat der Mar­ken­in­ha­ber, der kla­ge­be­rech­tig­te Li­zenz­neh­mer, der an ei­ner Her­kunfts­an­ga­be Be­rech­tig­te oder ei­ne nach Ar­ti­kel 56 kla­ge­be­rech­tig­te Par­tei kon­kre­te An­halts­punk­te da­für, dass das Ver­brin­gen von wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­he­nen Wa­ren ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­vor­steht, so kann er oder sie der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Frei­ga­be der Wa­ren zu ver­wei­gern.1
2Der An­trag­stel­ler muss al­le ihm zur Ver­fü­gung ste­hen­den An­ga­ben ma­chen, die für den Ent­scheid der Zoll­ver­wal­tung er­for­der­lich sind; da­zu ge­hört ei­ne ge­naue Be­schrei­bung der Wa­ren.
3Die Zoll­ver­wal­tung ent­schei­det über den An­trag end­gül­tig. Sie kann ei­ne Ge­bühr zur De­ckung der Ver­wal­tungs­kos­ten er­he­ben.
1Hat die Zoll­ver­wal­tung auf­grund ei­nes An­trags nach Ar­ti­kel 71 Ab­satz 1 den be­grün­de­ten Ver­dacht, dass ei­ne zum Ver­brin­gen ins schwei­ze­ri­sche Zoll­ge­biet oder aus dem schwei­ze­ri­schen Zoll­ge­biet be­stimm­te Wa­re wi­der­recht­lich mit ei­ner Mar­ke oder ei­ner Her­kunfts­an­ga­be ver­se­hen ist, so teilt sie dies ei­ner­seits dem An­trag­stel­ler und an­de­rer­seits dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re mit.2
2Sie be­hält die Wa­re bis höchs­tens zehn Werk­ta­ge vom Zeit­punkt der Mit­tei­lung nach Ab­satz 1 an zu­rück, da­mit der An­trag­stel­ler vor­sorg­li­che Mass­nah­men er­wir­ken kann.
1Wäh­rend des Zu­rück­be­hal­tens der Wa­re ist die Zoll­ver­wal­tung er­mäch­tigt, dem An­trag­stel­ler auf An­trag Pro­ben oder Mus­ter zur Prü­fung zu über­ge­ben oder zu­zu­sen­den oder ihm die Be­sich­ti­gung der zu­rück­be­hal­te­nen Wa­re zu ge­stat­ten.
2Die Pro­ben oder Mus­ter wer­den auf Kos­ten des An­trag­stel­lers ent­nom­men und ver­sandt.
3Sie müs­sen nach er­folg­ter Prü­fung, so­weit sinn­voll, zu­rück­ge­ge­ben wer­den. Ver­blei­ben Pro­ben oder Mus­ter beim An­trag­stel­ler, so un­ter­lie­gen sie den Be­stim­mun­gen der Zoll­ge­setz­ge­bung.
1Gleich­zei­tig mit der Be­nach­rich­ti­gung nach Ar­ti­kel 72 Ab­satz 1 in­for­miert die Zoll­ver­wal­tung den An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re über die mög­li­che Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern be­zie­hungs­wei­se die Be­sich­ti­gungs­mög­lich­keit nach Ar­ti­kel 72a Ab­satz 1.
2Der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer kann ver­lan­gen, zur Wah­rung sei­ner Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se bei der Be­sich­ti­gung an­we­send zu sein.
3Die Zoll­ver­wal­tung kann auf be­grün­de­ten An­trag des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers die Über­ga­be von Pro­ben oder Mus­tern ver­wei­gern.
1Zu­sam­men mit dem An­trag nach Ar­ti­kel 71 Ab­satz 1 kann der An­trag­stel­ler bei der Zoll­ver­wal­tung schrift­lich be­an­tra­gen, die Wa­re zu ver­nich­ten.
2Wird ein An­trag auf Ver­nich­tung ge­stellt, so teilt die Zoll­ver­wal­tung dies dem An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Wa­re im Rah­men der Mit­tei­lung nach Ar­ti­kel 72 Ab­satz 1 mit.
3Der An­trag auf Ver­nich­tung führt nicht da­zu, dass die Fris­ten nach Ar­ti­kel 72 Ab­sät­ze 2 und 3 zur Er­wir­kung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men ver­län­gert wer­den.
1Für die Ver­nich­tung der Wa­re ist die Zu­stim­mung des An­mel­ders, Be­sit­zers oder Ei­gen­tü­mers er­for­der­lich.
2Die Zu­stim­mung gilt als er­teilt, wenn der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer die Ver­nich­tung nicht in­ner­halb der Fris­ten nach Ar­ti­kel 72 Ab­sät­ze 2 und 3 aus­drück­lich ab­lehnt.
1Er­weist sich die Ver­nich­tung der Wa­re als un­be­grün­det, so haf­tet aus­sch­liess­lich der An­trag­stel­ler für den ent­stan­de­nen Scha­den.
2Hat der An­mel­der, Be­sit­zer oder Ei­gen­tü­mer der Ver­nich­tung schrift­lich zu­ge­stimmt, so ent­ste­hen ge­gen­über dem An­trag­stel­ler auch dann kei­ne An­sprü­che auf Scha­den­er­satz, wenn sich die Ver­nich­tung spä­ter als un­be­grün­det er­weist.
1Die Ver­nich­tung der Wa­re er­folgt auf Kos­ten des An­trag­stel­lers.
2Über die Kos­ten für die Ent­nah­me und Auf­be­wah­rung von Pro­ben oder Mus­tern nach Ar­ti­kel 72e ent­schei­det das Ge­richt im Zu­sam­men­hang mit der Be­ur­tei­lung der Scha­den­er­satz­an­sprü­che nach Ar­ti­kel 72f Ab­satz 1.
1Ist durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re ein Scha­den zu be­fürch­ten, so kann die Zoll­ver­wal­tung das Zu­rück­be­hal­ten da­von ab­hän­gig ma­chen, dass der An­trag­stel­ler ihr ei­ne Haf­tungs­er­klä­rung ab­gibt. An de­ren Stel­le kann die Zoll­ver­wal­tung vom An­trag­stel­ler in be­grün­de­ten Fäl­len ei­ne an­ge­mes­se­ne Si­cher­heits­leis­tung ver­lan­gen.
2Der An­trag­stel­ler muss den Scha­den, der durch das Zu­rück­be­hal­ten der Wa­re und die Ent­nah­me von Pro­ben oder Mus­tern ent­stan­den ist, er­set­zen, wenn vor­sorg­li­che Mass­nah­men nicht an­ge­ord­net wer­den oder sich als un­be­grün­det er­wei­sen.
2. Kapitel: Aufhebung und Änderung von Bundesrecht
Art. 74 Aufhebung bisherigen Rechts
Das Bun­des­ge­setz vom 26. Sep­tem­ber 18901 be­tref­fend den Schutz der Fa­brik- und Han­dels­mar­ken, der Her­kunfts­be­zeich­nun­gen von Wa­ren und der ge­werb­li­chen Aus­zeich­nun­gen wird auf­ge­ho­ben. Je­doch ist Ar­ti­kel 16bis Ab­satz 2 bis zum In­kraft­tre­ten von Ar­ti­kel 36 die­ses Ge­set­zes wei­ter­hin an­wend­bar.
1 [BS 2 845; AS 1951 903 Art. 1, 1971 1617, 1988 1776 An­hang Ziff. I Bst. e]
3. Der Aus­druck «Fa­brik- und Han­dels­mar­ken» wird in sämt­li­chen Er­las­sen durch «Mar­ken» er­setzt; da­von aus­ge­nom­men sind die Ar­ti­kel 1 und 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 5. Ju­ni 19312zum Schutz öf­fent­li­cher Wap­pen und an­de­rer öf­fent­li­cher Zei­chen. Die be­tref­fen­den Er­las­se sind bei nächs­ter Ge­le­gen­heit ent­spre­chend an­zu­pas­sen.
1 Die­se Än­de­run­gen kön­nen un­ter AS 1993 274 kon­sul­tiert wer­den.
2 [AS 48 1, 2006 2197 An­hang Ziff. 25, 2008 3437 Ziff. II 13. AS 2015 3679 An­hang 3 Ziff. I 1]. Sie­he heu­te: das BG vom 21. Ju­ni 2013 (SR 232.21).
1Die beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hin­ter­leg­ten oder ein­ge­tra­ge­nen Mar­ken un­ter­ste­hen von die­sem Zeit­punkt an dem neu­en Recht.
2Da­von ab­wei­chend gel­ten je­doch fol­gen­de Be­stim­mun­gen:
Die Prio­ri­tät rich­tet sich nach al­tem Recht.
Die Grün­de für die Zu­rück­wei­sung von Ein­tra­gungs­ge­su­chen, aus­ge­nom­men die ab­so­lu­ten Aus­schluss­grün­de, rich­ten sich nach al­tem Recht.
Wi­der­sprü­che ge­gen die Ein­tra­gung von Mar­ken, die beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hin­ter­legt wa­ren, sind un­zu­läs­sig.
Die Gül­tig­keit der Ein­tra­gung en­det mit dem Ab­lauf der nach al­tem Recht gel­ten­den Frist; bis da­hin kann sie je­der­zeit ver­län­gert wer­den.
Die ers­te Ver­län­ge­rung der Ein­tra­gung von Kol­lek­tiv­mar­ken un­ter­liegt den glei­chen Form­vor­schrif­ten wie ei­ne Hin­ter­le­gung.
Sind beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes Ein­tra­gungs­ge­su­che für Mar­ken hän­gig, die nach dem al­ten, nicht aber nach dem neu­en Recht von der Ein­tra­gung aus­ge­schlos­sen sind, so gilt als Hin­ter­le­gungs­da­tum der Tag des In­kraft­tre­tens.
1Wer ei­ne Mar­ke vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes auf Wa­ren oder de­ren Ver­pa­ckung oder zur Kenn­zeich­nung von Dienst­leis­tun­gen zu­erst ge­braucht hat, ist ge­gen­über dem ers­ten Hin­ter­le­ger bes­ser be­rech­tigt, so­fern er die Mar­ke in­ner­halb von zwei Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes hin­ter­legt und zu­gleich den Zeit­punkt an­gibt, in dem die Mar­ke in Ge­brauch ge­nom­men wur­de.
Die Ar­ti­kel 55 Ab­satz 4 und 59 Ab­satz 5 sind nur auf Li­zenz­ver­trä­ge an­wend­bar, die nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 22. Ju­ni 2007 die­ses Ge­set­zes ab­ge­schlos­sen oder be­stä­tigt wor­den sind.

References: Art. 13

Art. 17

Art. 21

Art. 27

Art. 27

Art. 27

Art. 27

Art. 27

Art. 31

Art. 35

Art. 35

Art. 35

Art. 35

Art. 44

Art. 48

Art. 48

Art. 48

Art. 49

Art. 49

Art. 50

Art. 51

Art. 54

Art. 56

Art. 59

Art. 61

Art. 63

Art. 65

Art. 74
 Art. 1