Source: https://mv-heilpraktiker.de/links/ethikerklaerung/index.html
Timestamp: 2019-11-13 15:55:33+00:00

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I N H A L T E T H I K E R K L Ä R U N G
REGELN ZUR BERUFSAUSÜBUNG § 1 Grundsätze
§ 2 Aufgaben der HeilpaktikerInnen
§ 5 Aufklärungspflicht
§ 6 Schweigepflicht/Berufsgeheimnis
§ 7 Dokumentationspflicht
§ 9 Kollegiales Verhalten
Ausschlaggebend bei der Anwendung dieser Leitlinien ist, daß Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen sich bewußt sind, daß die Anwendung eines ethischen Standards je nach Kontext variieren kann. Die ethischen Standards sind nicht allumfassend. Die Tatsache, daß ein bestimmtes Verhalten im ethischen Kodex nicht ausdrücklich erwähnt wird, bedeutet nicht, daß es zwangsläufig ethisch oder nicht ethisch ist.
Ergänzend zu den Grundsätzen aus Art. 1 der Berufsordnung ist es das Ziel dieser Erklärung, klare Richtlinien zu geben, an denen Mitglieder ihr Handeln zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der Patienten und Patientinnen ausrichten können. Diese Orientierungshilfe für die ethischen Aspekte der beruflichen Aktivitäten hilft das Vertrauen zwischen Heilpraktiker/Heilpraktikerin und Patient und Patientin zu erhalten bzw. zu fördern.
§ 1 G R U N D S Ä T Z E
§ 2 A U F G A B E N D E R H E I L P A K T I K E R I N N E N
(vgl. Art. 1 u. 2 der Berufsordnung)
Daher verpflichten sich Mitglieder, die Grenzen des eigenen Wissens und Tuns ständig zu überprüfen und nur Therapien auszuüben, die ausreichend beherrscht werden. Auf das BGH-Urteil vom 29.01.1991 (VI ZR 206/90) wird ausdrücklich hingewiesen. Demnach sind KollegInnen verpflichtet, sich eine ausreichende Sachkunde über die Behandlungsweisen einschließlich ihrer Risiken, vor allem der gefahrlosen Anwendung, anzueignen und im Einzelfall zu prüfen, ob die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten ausreichen, um eine ausreichende Diagnose zu stellen und eine sachgemäße Heilbehandlung einzuleiten. Anderenfalls muss der Eingriff unterlassen werden.
Mitglieder des FDH erwägen die Grenzen ihrer eigenen Fähigkeiten, bevor sie ihre therapeutischen oder beratenden Dienste zur Verfügung stellen. Sie lehnen berufliche Arbeiten ab, für die sie nicht ausreichend vorbereitet sind. Auf Wunsch des/r Patienten/Patientin oder wenn dies medizinisch notwendig erscheint müssen KollegInnen oder ÄrztInnen hinzugezogen werden.
§ 3 F O R T B I L D U N G
(vgl. Art. 5 Berufsordnung, BGH-Urteil zur Sorgfaltspflicht)
Qualifizierte Arbeit setzt voraus, dass die Anbietenden ihre fachliche Qualifikation kontinuierlich weiterentwickeln, sich fortbilden (Literaturstudium, Fortbildungen) und sich überprüfen. Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen sind verpflichtet, sich im dem Umfange beruflich fortzubilden, wie es zur Erhaltung und Entwicklung der zu seiner/ihrer Berufsausübung erforderlichen Fachkenntnisse notwendig ist.
§ 4 V E R H A L T E N S R E G E L N
Die PatientInnen-HeilpraktikerIn-Beziehung ist bei aller möglichen Nähe stets professionellere Art. Sie ist von Verlässlichkeit geprägt. Entstandene Abhängigkeiten dürfen nicht in Ausnützung des Machtgefälles missbraucht werden. Sexuelle Übergriffe von BehandlerInnen und BeraterInnen sind immer ein solcher Missbrauch. In der Behandlung darf es daher weder sexuelle Intimitäten noch konkrete oder implizite sexuelle Angebote geben. Körperliche Berührungen in der Behandlung werden bewusst nicht sexuell eingesetzt.
§ 5 A U F K L Ä R U N G S P F L I C H T
(vgl. Art. 4 Berufsordnung)
Zu jeder Behandlung bedarf der/die Heilpraktiker/Heilpraktikerin der Einwilligung durch den/die Patienten/Patientin. Der Einwilligung hat grundsätzlich die erforderliche Aufklärung im persönlichen Gespräch vorauszugehen.
Die Aufklärungspflicht bezieht sich u.a. auf Kosten, Dauer, Häufigkeit, Ziel, Wirkungsmöglichkeit, mögliche Nebenwirkungen sowie Alternativen zur vorgeschlagenen Therapie.
Über die Ausbildung und Zusammenarbeit mit KollegInnen und Institutionen sind wahrheitsgemäße, realistische Aussagen zu machen.
Vor jeder Ton- oder Filmaufnahme ist das ausdrückliche Einverständnis des/r Patienten/Patientin nötig. Sie sind vorher über den beabsichtigten Einsatz des Bandes, Fotos oder Videos sowie über das Ausmaß der vertraulichen Handhabung aufzuklären. Informationen, die für Unterricht, Forschung oder Supervision genutzt werden, müssen anonymisiert werden, um die Identität der Patienten und Patientinnen zu schützen.
§ 6 S C H W E I G E P F L I C H T / B E R U F S G E H E I M N I S
(vgl. Art. 3 der Berufsordnung)
§ 7 D O K U M E N T A T I O N S P F L I C H T
Der/die Heilpraktiker/Heilpraktikerin hat dem/r Patienten/Patientin auf dessen/deren Verlangen grundsätzlich in die betreffenden Krankenunterlagen Einsicht zu gewähren; ausgenommen sind diejenigen Teile, die subjektive Eindrücke oder Wahrnehmungen des/r Heilpraktikers/Heilpraktikerin enthalten. Auf Verlangen sind dem/r Patienten/Patientin Kopien der Unterlagen gegen Erstattung der Kosten herauszugeben.
§ 8 B E E N D I G U N G E I N E R B E H A N D L U N G
a) im gegenseitigen Einverständnis die Therapie als abgeschlossen angesehen wird
b) das Mitglied an den Grenzen seiner fachlichen Kompetenz und/oder ihrer/seiner Belastbarkeit angekommen ist
c) deutlich wird, daß der/die Patient/Patientin die Behandlung nicht länger braucht, davon nicht profitiert, nach obensie nicht mehr will oder durch eine Fortführung Schaden erleiden würde.
- Aufrechterhaltung der Schweigepflicht
- Vermeidung der Ausnutzung der früheren Beziehung
- Bereitstellung etwaig benötigter Nachsorge
§ 9 K O L L E G I A L E S V E R H A L T E N
(Vgl. Art. 23 Berufsordnung)
§ 1 0 E T H I K K O M M I S S I O N

References: § 1

§ 2

§ 5

§ 6

§ 7

§ 9
 Art. 1

§ 1

§ 2
 Art. 1

§ 3
 Art. 5

§ 4

§ 5
 Art. 4

§ 6
 Art. 3

§ 7

§ 8

§ 9
 Art. 23

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