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Timestamp: 2016-06-26 22:35:10+00:00

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socialnet Rezensionen: Christoph Nix, Winfried Schütz: Einführung in das Jugendstrafrecht für die soziale Arbeit | socialnet.de
Christoph Nix, Winfried Schütz: Einführung in das Jugendstrafrecht für die soziale Arbeit
Christoph Nix, Winfried Schütz: Einführung in das Jugendstrafrecht für die soziale Arbeit. UTB (Stuttgart) 2011. 176 Seiten. ISBN 978-3-8252-3216-0. D: 16,90 EUR, A: 17,40 EUR, CH: 31,00 sFr.Reihe: UTB - 3216.Recherche bei DNB KVK
Die Autoren sind Experten des
Jugendstrafrechts als Hochschullehrer, Rechtsanwalt oder Richter.
Das Jugendstrafrecht gehört zu den
rechtlichen Grundlagen, die Studierende der Sozialen Arbeit und
Sozialarbeiter/innen in Praxisfeldern der Jugendarbeit und
Jugendhilfe kennen und anwenden können müssen. Insbesondere im
Arbeitsfeld der Jugendgerichtshilfe und der Bewährungshilfe
ist das Jugendstrafrecht von eminenter Wichtigkeit. Das Buch ist als
Lehrbuch aufgebaut, das heißt es beinhaltet eine systematische
Darstellung des Jugendstrafrechts.
Das Buch ist in 13 Paragrafen
§ 2 Geschichte des
§ 3 Ursachen und
§ 4 Ziele des Jugendstrafrechts
§ 5 Anwendungsbereich des
§ 6 Rechtsfolgen der
§ 7 Jugendstrafe –
U-Haft-Sicherungsverwahrung
§ 8 Diversion und informelle
§ 9 Jugendstrafverfahren und
§ 10 Jugendgerichtshilfe
§ 11Vollstreckung und
§ 12 Jugendstrafvollzug
§ 13 Perspektiven: Der
Erziehungsgedanke im Jugendstrafrecht oder Milde und Verantwortung?
Im Anhang folgt ein
Literaturverzeichnis und ein Sachregister.
Die Einleitung beginnt mit einer
persönlichen Geschichte und grundsätzlichen Überlegungen zur
Bedeutung des Jugendstrafrechts.
Jugendstrafrechts zeigt die Entwicklung von 1923 bis zur Gegenwart
und bezieht auch geistesgeschichtliche Hintergründe, wie die
Reformpädagogik ein.
Im Abschnitt über Ursachen und
Erscheinungsformen von Jugendkriminalität wird zunächst klar
gestellt, dass Jugendkriminalität normal und ubiquitär ist. Die
Ausführungen werden durch Statistiken, unterschiedliche
Forschungsansätze hinsichtlich der Erfassung von Jugenddelinquenz
sowie Theorien über (Jugend-)Kriminalität ergänzt. Hinsichtlich
der Ziele des Jugendstrafrechts werden der Erziehungsgedanke
und die Aufgaben der Jugendhilfe erörtert.
Einen Schwerpunkt bildet
der Abschnitt über die Sanktionen der Jugendstraftat.
Zunächst wird hier das Verhältnis von jugendstrafrechtlichen
Sanktionen zum Elternrecht untersucht. Dann werden die einzelnen
Sanktionen, wie Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel, Maßnahmen sowie
Nebenfolgen und Nebenstrafe erläutert. Die Erziehungsmaßregeln
(Erteilung von Weisungen und Anordnung von Erziehungsbeistandschaft
oder Heimerziehung) bilden in der Praxis sicher die häufigste
Sanktionsform. Die einzelnen Weisungen werden dargestellt. Als in der
Praxis besonders beliebt, wird die Weisung, Arbeitsleistung zu
erbringen, kritisch hinterfragt, die rechtlichen Grenzen werden
als einzige echte Kriminalstrafe (S. 111) wird mit den rechtlichen
Voraussetzungen erläutert. In diesem Abschnitt werden auch Fragen
der U-Haft und der Sicherungsverwahrung dargestellt. So wird der
Begriff "schädliche Neigungen" als eine Voraussetzung für
die Verhängung von Jugendstrafe von seiner Entstehungsgeschichte
sowie der wissenschaftlichen Diskussion wie der Rechtsprechung
Diversion und informelle Reaktionen wird der Begriff erklärt,
die unterschiedlichen Formen der Verfahrenseinstellung werden
erläutert (Absehen der Verfolgung, Verfahrenseinstellung nach §§ 47 JGG, 153, 153a StPO und nach BtMG).
Jugendstrafverfahren und Jugendgerichtsverfassung wird der
Aufbau der Jugendgerichtsbarkeit dargestellt, und es werden Fragen
der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit sowie Besonderheiten des
Jugendgerichtsverfahrens, wie Beschränkung der Rechtsmittel,
vereinfachtes Jugendverfahren und Beteiligte des
Jugendgerichtsverfahrens erläutert.
Jugendgerichtshilfe werden in einem weiteren Abschnitt
erörtert und behandeln insbesondere Fragen des Selbstverständnisses
der Jugendgerichtshilfe und der Aufgabenwahrnehmung (Ermittlungs- und
Entscheidungshilfe, Haftentscheidungshilfe, Teilnahme an der
Hauptverhandlung, Überwachung der Erfüllung richterlicher Weisungen
und Auflagen, Betreuung und Aufsicht im Fall einer Betreuungsweisung,
Zusammenarbeit mit dem Bewährungshelfer und Betreuung während des
Vollzugs). Auch der Rollenkonflikt der Jugendgerichtshilfe wird
Vollstreckung und Registrierung und Jugendstrafvollzug bilden
den Abschluss. Das Buch endet mit einem Ausblick, dass sich das
Jugendstrafrecht wandeln könnte in ein Recht, das mehr auf Hilfe als
auf Strafe setzt. Ein entsprechender Vorschlag des
Strafprozessrechtler Karl Peters auf dem 13. Jugendgerichtstag
im Jahre 1966 wird als Perspektive aufgegriffen.
Als Lehrbuch richtet sich das Werk
zunächst an Studierende und Lehrende, insbesondere in Studiengängen
der Sozialen Arbeit. Das Buch geht aber weit über ein Lehrbuch
hinaus und richtet sich auch an den oder die erfahrene/n
Praktiker/in.
Das Buch stellt eine
Gesamtdarstellung des Jugendstrafrechts dar, das als Lehrbuch
hervorragend geeignet ist, einmal wegen der klaren rechtlichen
Erläuterungen und der Fülle an Literatur- und
Rechtsprechungshinweisen, aber auch wegen der vielen
ideengeschichtlichen Ergänzungen und Überlegungen. Für die Praxis
der Jugendgerichtshilfe, der Bewährungshilfe und andere Felder der
Jugendarbeit ist das Buch ein unverzichtbares Handwerkszeug für die
tägliche Arbeit und für ein Verständnis einer
Jugendgerichtshilfe, für die der Erziehungsgedanke im Vordergrund
steht. Das Buch ist äußerst empfehlenswert.
Lesen Sie weitere Rezensionen zum gleichen Titel: Nr.7801
Alle 25 Rezensionen von Renate Oxenknecht-Witzsch anzeigen.Besprochenes Werk kaufen
Renate Oxenknecht-Witzsch. Rezension vom 07.03.2012 zu: Christoph Nix, Winfried Schütz: Einführung in das Jugendstrafrecht für die soziale Arbeit. UTB (Stuttgart) 2011. ISBN 978-3-8252-3216-0. Reihe: UTB - 3216. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, http://www.socialnet.de/rezensionen/12896.php, Datum des Zugriffs 27.06.2016.

References: § 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13