Source: https://krambambuli.nibelungia.at/index.php?id=zeremoniell
Timestamp: 2019-11-12 16:54:16+00:00

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Zeremoniell für Crambambuli » Krambambuli
Zeremoniell für Crambambuli
Der nachstehende Ablauf wurde am 4. Dezember 1998 unter Zuhilfenahme von magischen Zaubertricks von Ensemblemitgliedern der Wiener Bieroper im Nibelungen-Kellergewölbe der Corona zelebriert.
Magister Dominus Crambambuli: Dr. Franz Luger v/o Zorro, NbW
Wein: Dr. Ernst Koreska v/o Baloo, NbW
Rum: Mag. Rainer Frey v/o Sarastro, NbW
Zucker: stud.med. Roland Drescher v/o Adonis, NbW
Präsidium der Branderkneipe nach dem Letzten Allgemeinen:
"Bis zur Ankunft des Dominus Crambambuli gewähre ich ein tempus utile von zehn Bierminuten."
Nach diesem tempus utile wird der Saal verdunkelt, 13 Kerzen angezündet, mit Trockeneis wird mystischer Rauch produziert und über eine Lautsprecheranlage ertönt ‚Also sprach Zarathrusta‘ von Richard Strauss; geeignet ist auch die Ouvertüre des Musicals ‚Phantom der Oper‘. Nach ca. 1½ Minuten erfolgt ein Blitz und es erscheint Magister Dominus Crambambuli mit den Worten:
Silentium stricte! Meine Niederkunft sei hiemit vermeldet!
Vacant sind drei Sessel. Drei Elemente bilden Crambambuli: Edler Wein, köstlicher Zucker, duftender Rum.
Zu Hütern dieses Dreigestirns erkläre ich: Bbr. Baloo ans Contrarium zu meiner Rechten. Wein sei dein Name und die Flasche das Zeichen deiner Würde.''
Es erscheint Wein und spricht
das Szepter mir in die Hände.
Auf Heimatboden gewachsen,
durchglüht von der Sonne Brand,
wie Wein leuchtet das Leben,
doch auch voll mä’ßgem Verstand!
Doch wie’s auch sei, so sei’s d’rum:
Ich werde Deine Verdienste in Betracht ziehen, doch auch Rum hat seinen Anteil.
Bbr. Sarastro ans Contrarium zu meiner Linken! Rum sei dein Name für die Dauer meiner Herrschaft und eine rühmliche Rumfahne sei dein Panier!
Sodann spricht Rum:
Ad - sum! Gruß Dir zuvorderst, Herr,
Gruß auch den Herrn Studenten!
Goldene Zeit bricht herrlich jetzt an
in Nibelungias dunklen vier Wänden.
Rum ist mein Name und Rum mein Gebet,
Rum ist das Licht und die Stärke!
In mir lockt das Starke, das Jähe, das Fremde,
heiße Freuden sind meine Werke!
So, wenn ihr mich fragt, wem die Palme gebührt
Ich bin das Feuer im göttlichen Trank,
das Szepter mir in die Hände!
Unter Tropenwind wurde ich klar,
und das Meer sang mein Wiegenlied,
Rotgold gab die Sonne mir
und Leidenschaft auch mit.
So bin ich - Rum, ad sum!''
Auch deine Vorteile werden gewürdigt, doch: tres faciunt collegium!
Bbr. Adonis ans Contrarium mir gegenüber!'
Alsdann spricht Zucker:
Kompliment Dir zunächst, Hoher Herr,
Kompliment den Zechern hier all'!
Schneeweiße Zeit bricht herrlich jetzt an
in Nibelungias nächtlichem Saal.
Zucker, mein Name, ist süß mein Gebet,
Zucker bind‘t Rum und Wein!
Süß verschmilzt Heißes und Herbes,
in mir liegt die Krönung des Tranks,
süß ist mein Werk und fein.
So, wenn ihr mich fragt, wem die Krone gebührt
Ich bin die Würze des göttlichen Tranks,
Ich stamme von wogenden Feldern,
voll Sonne, Regen und Wind,
kristallweiß die Süße des Lebens,
die Herb(p)es und Heißes verbind‘t!
Dies ist mein Ruhm! Ad - sum!''
Auch Deine Vorzüge in Ehren! Doch wem der Preis?
Zucker? - Wein? - Rum?
Jedem die Krone, von jedem das Beste!
Auf braut Crambambuli nach dem alten Rezept des noch älteren, ehrwürdigen Eulalius Bombastus Rothbartus vom Laaerberg:
Thue Abbruch drey Thag und nähre dich vom Wasser, Broth und dem verfluchten Fleisch des Burenhundes. Sodann reinige dich, schreit in ein dusteres, abgeschlossenes Gemach und entzünd‘t 13 Kertzen, solche gemacht seind aus dem Thalck von Krotten und Katzenthieren!
Hast du dieses gethan, so nimm von Eisen ein Gefäß
(der Topf mit der aufgewärmten Feuerzangenbowle wird in den Kneipsaal gebracht)
thue hinein das Best‘ vom Wein, vom kubanischen Inlandswasser und vom Zucker.
Vom Wein nimm die herbe Klarheit
(Wein entleert eine Flasche Rotwein in das Gefäß)
vom Zucker die würtzige Süße
(Zucker legt Zuckerhüte auf ein am Gefäß angebrachtes Gitter)
und vom kubanischen Inlandswasser die hitzige Starkheit
(Rum entleert einen Teil des Rums über die Zuckerhüte),
misch‘ dies zu rechten Theilen, entzünd‘ mit der dreimal gereinigten
Flamm‘ und also sprich:
(Wein , Zucker und Rum gemeinsam):
Steig aus der Nacht blaue Flamm '
aus ew'gem Feuer wundersam.
Wein geworden aus Sonn'
Zucker geworden aus Sonn'
Rum geworden aus Sonn'!
So Sonn‘ itzt es nimmer schaffst
leih Flamm' du mir deine Kraft,
glüh drey so fest zusamm'
sintemal durch dich, oh heil‘ge Flamm',
nimmer drey seind Elemente,
sondern eyns in meine Hände.
Aristot und Augustin,
Epikur und Fridolin
Demokrit, Franz von Sales
und von Milet dort der Thales;
itzo helft zusammen all'
wunderhell werd's so im Saal!
Hexenhammer, Drudenfuß
Beelzebub und Nixenkuß
Alraunerhaar und Mörderhand
Ahasver ziehet durch das Land.
(Dominus zündet die mit Rum getränkten Zuckerhüte an)
Daß es gelinge
Flamme jetzt springe, springe und singe und singe!
Es ist gelungen,
Flamm ' ist gesprungen
im Topfe aus Eisen!
CRAMBAMBULI - das Elixier der Weisen!
(um die Flamme zu erhalten wird mit einem Schöpflöffel immer wieder 80%iger Rum auf die Zuckerhüte mäßig nachgegossen)
Den hehren Cantus: "Krambambuli, das ist der Titel!" intoniere der Meistersinger vom Kürnberg, Cbr. Erze!
Cantus parat? Ad primam!
(Es wird das Lied "Krambambuli, das ist der Titel" bis zur sechsten Strophe gesungen; nach ‚l’ordre du Crambambuli‘)...
Cantum sisto!
Silentium strictissime! Crambambuli weilt unter uns!
Aus eigener Machtvollkommenheit und von Crambambulis Gnaden erkläre ich für diese Nacht das Zwischenreich Crambambulis, verbiete mir jede demokratische Einmischung in äußere und innere Stoffangelegenheiten, verhänge den Ausnahmezustand und bringe die altehrwürdigen Kriegsartikel zur Verlesung:
Verneuerte Sauf-, Fest-, Straf- und Crambambuli-Ordnung:
§ 1: Stoff ist Crambambuli! Wer nit sauffet den Stoff ist zu entfernen aus dem Reich, so er nit ist krank an der Milz, an der Leber, an der Blasen, sintomalen auch an dem Kopfe. So einer dies nit befolget, ist ihm eine tüchtige Maulschellen zu geben, und soll er aus dem Reich ins feintliche Ausland gestoßen werden!
§ 2: In diesem Saal ist das Reich Crambambuli und erstreckt sich dieses auf alle Individuen und Kreaturen, solche hie gehen, sitzen, fliegen, kreuchen, sowie ohn' Bewußtsein umherliegen. Begrentzed wird‘ es durch vier Mauern, die schilfichte Decken und den Boden aus Stein!'
§ 3: Das Reich darf nit verlassen werden, es sei so, der Mensch wollt‘ fressen, schiffen, oder frisch Stoff beibringen. Doch muß er gehörig darob einkommen!
§ 4: All‘ Leut, welch neu kommen, pauken sich gehörig mit ein Glas Stoff ein.
§ 5: Stoff darf bei Kopf und Hals nit verhuntzed werden!
§ 6: Rülpsen, furtzen, plärren und schwätzen im Silentium ist nit verlaubet!
§ 7: Fressen im Reich ist nit verlaubet!
§ 8: So eyner dies nit befolget, ist ihm der Stoff auf eyn halb Stund‘ zu nehmen!
§ 9: All' ausübend Gewalt überträgt Crambambuli dem DOMINUS als seinem braven Diener!
§10: Das Reich hört auf zu seyn, so kein Stoff mehr ist!
Ad septimam:
(Es wird die 7. Strophe, beginnend mit "Ist mir mein Wechsel ausgeblieben....", bis zur 10. Strophe "Und fällt der Bursche durchs Examen..." gesungen; dabei wird immer wieder zwecks Erhalt der Flammen Rum auf die Zuckerhüte maßvoll nachgegossen; sollte ersichtlich sein, daß der Zucker noch nicht zur Gänze karamelisiert ist, dann wird bis zur 15. Strophe weitergesungen)
Nur eines sag' ich Euch darum:
Angesichts von Zucker, Wein und Rum:
und auch die Kunst Crambambuli
durchaus studiert, mit heißem Bemüh‘n.
Und bin so durstig wie nie zuvor;
Zwar möcht kein Hund so länger leben!
Tät man ihm nicht Crambambuli geben.
Heiße Magister, Dominus gar,
zelebriere schon mehr als zwanzig Jahr
um meinen Führerschein stets bang
Crambambuli, den Zaubertrank.
Daß man erkenne, was die Welt
Ich schaute manches in den Augen holder Damen
also laßt mich nun in Worten kramen:
Rotheißer Freund, erscheine mir!
Vergessen laß mich Saft und Bier.
Und wenn Zorro Dich nun unterweist,
Gehorche ihm o köstlich‘ Geist!
Genug - daß trock‘ner Kehle wir
Nibelungen noch lange verharren hier.
Laßt beginnen uns das Ritual
in diesem Saale zum letzten Mal:
Ad decimam sextam ultimamque!
(das Lied endet mit der 16. Strophe "Wer wider uns Krambambulisten....")
Schöner Cantus bestens verdankt, mein Schmollis der Corona. Leert Eure Gläser, schafft Platz dem edlen Stoff!
COLLOQUIUM!!
Nachdem die Corona mit Stoff versorgt wurde werden – bis sich der Dominus in die Luft sprengt - folgende Lieder gesungen:
"Im Schwarzen Walfisch zu Askalon"
"Auf dem Schloße von Gradesco"
"Wir sind des Geyers schwarze Haufen"
"Wütend wälzt sich einst im Bette"
"Vom Barette schwankt die Feder"
"Und wenn sich der Schwarm verlaufen hat"

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§10