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Timestamp: 2020-08-08 05:28:56+00:00

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Versorgungsausgleich - und die Todesfallleistung der Lebensversicherung | VorsorgeBote
Versorgungsausgleich - und die Todesfallleistung der Lebensversicherung
24. Februar 2020 VerbraucherBote Aktuelles
Wegen der rechts­ge­stal­ten­den Wir­kung der gericht­lich aus­ge­spro­che­nen inter­nen Tei­lung fällt den Gerich­ten die Auf­ga­be zu, die recht­li­che Ver­ein­bar­keit der nach § 10 Abs. 3 VersAus­glG her­an­zu­zie­hen­den unter­ge­setz­li­chen Ver­sor­gungs­und Tei­lungs­ord­nung mit höher­ran­gi­gem Recht zu über­prü­fen 1, ins­be­son­de­re ob die­se Rege­lun­gen am Maß­stab des § 11 Abs. 1 VersAus­glG gemes­sen eine gleich­wer­ti­ge Teil­ha­be der aus­gleichs­be­rech­tig­ten Per­son gewähr­leis­ten 2. Wenn die Vor­aus­set­zun­gen einer gleich­mä­ßi­gen Teil­ha­be nicht vor­lie­gen, darf das Gericht das Anrecht nicht nach Maß­ga­be der Ver­sor­gungs­re­ge­lung des Ver­sor­gungs­trä­gers aus­glei­chen 3. Durch die obli­ga­to­ri­sche Bezug­nah­me auf die maß­geb­li­chen Ver­sor­gungs­und Tei­lungs­re­ge­lun­gen in der Beschluss­for­mel bringt das Fami­li­en­ge­richt zum Aus­druck, dass es die Anfor­de­run­gen des § 11 Abs. 1 VersAus­glG geprüft und für erfüllt erach­tet hat 4.
uf die­ser Grund­la­ge hat der Bun­des­ge­richts­hof in zahl­rei­chen Ent­schei­dun­gen aus­ge­führt, die rechts­ge­stal­ten­de Wir­kung der gericht­li­chen Ent­schei­dung bezüg­lich der Über­tra­gung eines Anre chts in Höhe des Aus­gleichs­werts erfor­de­re eine genaue Bezeich­nung der Art und der Höhe des für den Berech­tig­ten zu über­tra­gen­den Ver­sor­gungs­an­rechts. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist es daher bei der inter­nen Tei­lung gebo­ten, die maß­geb­li­chen Tei­lungs­und Ver­sor­gungs­re­ge­lun­gen in der gericht­li­chen Ent­schei­dung kon­kret zu bezeich­nen, um damit den Inhalt des für den Aus­gleichs­be­rech­tig­ten bei dem Ver­sor­gungs­trä­ger geschaf­fe­nen Anrechts klar­zu­stel­len 5.
Eine Aus­le­gung des Beschlus­ses ergibt jedoch, dass die Beschrän­kung dort über­nom­men wor­den ist. Zu Unrecht hat das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf in der Vor­in­stanz allein auf den Wort­laut des Tenors abge­stellt und aus­ge­führt, die­sem las­se sich eine Beschrän­kung des Risi­ko­schut­zes auf die Alters­ver­sor­gung nicht ent­neh­men 6. Zwar ist der Umfang der Rechts­kraft eines Urteils nach der stän­di­gen Rechtsp­re chung des Bun­des­ge­richts­hofs in ers­ter Linie der Urteils­for­mel zu ent­neh­men. Reicht die­se indes­sen allein nicht aus, den Umfang der Rechts­kraft zu bestim­men, sind zur Aus­le­gung aber auch Tat­be­stand und Ent­schei­dungs­grün­de, erfor­der­li­chen­falls auch das Par­tei­vor­brin­gen, her­an­zu­zie­hen 7. So liegt es hier. Der Beschluss des Fami­li­en­ge­richts ent­hält kei­nen Tat­be­stand und kei­ne Ent­schei­dungs­grün­de. Die Revi­si­on weist jedoch zu Recht dar­auf hin, dass das Fami­li­en­ge­richt indem es zuguns­ten des Ehe­man­nes ein Anrecht in Höhe von 8.536,57 € über­trug einen Aus­gleichs­wert bestimmt hat, der nach Maß­ga­be der Tei­lungs­ord­nung bereits eine Kom­pen­sa­ti­on für das weg­ge­fal­le­ne Risi­ko der Bei­trags­er­stat­tung im Todes­fall beinhal­ten soll. Aus dem Tenor lässt sich zwar ledig­lich ent­neh­men, dass im Wege der inter­nen Tei­lung zuguns­ten des Ehe­man­nes ein Anrecht in Höhe von 8.536,57 € zuzüg­lich der Hälf­te des ermit­tel­ten Ehe­zeit­an­teils des Anrechts auf Schluss­über­schuss­an­tei­le und Bewer­tungs­re­ser­ven, bezo­gen auf den 30.06.2012, über­tra­gen wird. Hier­mit hat das Fami­li­en­ge­richt aber genau den Betrag zugrun­de gelegt, den die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft in ihrem Schrei­ben an das Fami­li­en­ge­richt vom 31.08.2012 als Vor­schlag für den Aus­gleichs­wert genannt hat. Die­ser vom Fami­li­en­ge­richt über­nom­me­ne Wert kann nicht iso­liert gese­hen, son­dern muss im Zusam­men­hang mit der Ver­sor­gungs­aus­kunft der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft gewür­digt wer­den. Aus der Aus­kunft der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft ergibt sich, dass der Risi­ko­schutz auf eine rei­ne Alters­ver­sor­gung gemäß § 11 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Halb­satz 2 VersAus­glG beschränkt wer­den soll­te. Anhalts­punk­te dafür, dass es sich bei dem von der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft errech­ne­ten Aus­gleichs­wert von 8.536,57 € nicht um den maß­geb­li­chen Wert für die Alters­ver­sor­gung han­delt, bei dem für das nicht abge­si­cher­te Risi­ko des Todes­fall­schut­zes ein zusätz­li­cher Aus­gleich geschaf­fen wur­de, bestehen ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Beru­fungs­ge­richts nicht. Dies wird bestä­tigt durch Ziff. 5 der Tei­lungs­ord­nung, die bestimmt, dass die Erhö­hung gemäß § 11 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Halb­satz 2 VersAus­glG bereits im Rah­men der Ermitt­lung des Aus­gleichs­werts erfolgt ist.
Da die erfor­der­li­chen tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen getrof­fen und wei­te­re Fest­stel­lun­gen nicht zu erwar­ten sind, kann der Bun­des­ge­richts­hof die erfor­der­li­che Aus­le­gung des Inhalts des Beschlus­ses des Fami­li­en­ge­richts selbst vor­neh­men 8. Dies führt hier dazu, dass der Beschluss des Fami­li­en­ge­richts vom 13.03.2013 in Ver­bin­dung mit dem Schrei­ben der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft vom 31.08.2012 sowie der zugrun­de­lie­gen­den Tei­lungs­ord­nung eine Beschrän­kung des Risi­ko­schut­zes auf eine Alters­ver­sor­gung gemäß § 11 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 Halb­satz 2 VersAus­glG zum Gegen­stand hat.
BGH, Beschluss vom 25.02.2015 – XII ZB 364/​14, Fam­RZ 2015, 911 Rn. 11[↩]
BGH, Beschlüs­se vom 07.03.2018, aaO; vom 26.01.2011 – XII ZB 504/​10, Fam­RZ 2011, 547 Rn. 25[↩]
vgl. etwa BGH, Beschlüs­se vom 19.11.2014 – XII ZB 353/​12, Fam­RZ 2015, 313 Rn. 13; vom 17.09.2014 – XII ZB 178/​12, Fam­RZ 2014, 1982 Rn. 26; XII ZB 537/​12, NZFam 2014, 1040 Rn. 28; vom 25.06.2014 – XII ZB 568/​10, Fam­RZ 2014, 1534 Rn. 17 f.; vom 29.05.2013 – XII ZB 663/​11, Fam­RZ 2013, 1546 Rn. 10; vom 23.01.2013 – XII ZB 541/​12, Fam­RZ 2013, 611 Rn. 9; vom 26.01.2011 – XII ZB 504/​10, Fam­RZ 2011, 547 Rn. 24, 27[↩]
OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 12.02.2019 – I‑24 U 21/​18, VersR 2019, 903; zustim­mend Ada­mus, juris­PRFamR 15/​2019 Anm. 4[↩]
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References: § 10
 § 11
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 § 11
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