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Timestamp: 2019-11-18 09:05:28+00:00

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§ 11 – Deckmantel Tierschutz | Rudelstellungen – klargestellt
Wie der §11 TschG – die Erlaubnispflicht für Hundetrainer – sich als Farce erweist
Der §11 ist zumindest in Fachkreisen in aller Munde und ebenso umstritten und heftig diskutiert wie etwa die Theorie und tierschutzrelevante Umsetzung der vererbten Rudelstellung. Ich persönlich bin in beiden Themenbereichen um Aufklärung bemüht und engagiere mich für sinnvolle Lösungen. Da beide Themen mit Blick auf den Tierschutz und darauf, wer am Ende dann doch wieder mit behördlicher Genehmigung tierschutzwidrig arbeiten darf, eng verbunden sind, soll dieser Artikel die Zusammenhänge ein wenig aufzeigen sowie den aktuellen Status wiedergeben. Für mich ein Spiegel einer „ver-rückten“ Welt – aber mit Lösungspotential.
Das Bestreben, die Spreu vom Weizen zu trennen
Im Grunde wurde eine Gesetzesänderung von den meisten begrüßt, denn bis zum 1. August 2014 durfte sich ein jeder als Hundetrainer betätigen. Grotesk, dass solch eine Verantwortung – wir sprechen hier über den Umgang mit Lebewesen – trotz jahrzehntelanger Bemühungen von Einzelnen immer noch kein staatlich anerkanntes Berufsbild darstellt. Ich persönlich kann nur mutmaßen, dass die Befürworter einer Änderung bis dahin stets an den Interessenkonflikten einer Lobby gescheitert sind. Der Kuchen rund um Hundetrainer-Ausbildungen ist groß, und viele möchten ein möglichst großes Stück davon abhaben. Aber wie wir wissen, wird nicht nur mit den Ausbildungen reichlich Geld verdient, sondern auch mit Training, Büchern, Seminaren, Futtermitteln, Zubehör, Züchten, Wühltischwelpen und vielem mehr. So auch mit absurden Theorien, wie den vererbten Rudelstellung.
Also machte sich Hoffnung breit – zumindest bei mir – dass endlich per Gesetz die schwarzen Schafe aussortiert werden können. Ein Mindestmaß an Sachkunde soll für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Hunden und ihren Menschen sorgen. Denn das deutsche Tierschutzgesetz mit dem §11 Abs. 1 Nr.8 f besagt, dass derjenige, der gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbildet oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleitet, die behördliche Erlaubnis benötigt.
Und wieder einmal desillusioniert ein Gesetz
Aber „gut gemeint, schlecht gemacht“ scheint in diesem Land ja Alltag zu sein. Vielleicht hatten Politiker früher mal Kompetenz im Sinne von Fachwissen. Während ihnen das mehr und mehr abhanden gekommen ist, fliegen anderen die „Kompetenzen“ oder „Talente“ einfach nur so zu.
Eigentlich sollte ein Gesetz eindeutig formuliert sein und regeln, was erlaubt ist und was ebennicht. Stattdessen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit seinem Bundesminister Herrn Schmidt zwar die oben genannte Änderung des Tierschutzgesetzes zum 13. Juli 2013 auf den Weg gebracht, der Vollzug obliegt jedoch den Ländern. Genauer gesagt, die Genehmigungsbehörden sind die Veterinärämter. Für das Erlaubnisverfahren wurden sie mit Vollzugshinweisen ausgestattet, erarbeitet durch eine Länderarbeitsgruppe unter Beteiligung des Ministeriums.
„Vom Vorhandensein der erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten kann insbesondere ausgegangen werden bei Tierärzten mit entsprechender Erfahrung sowie bei Absolventen entsprechender Aus-, Fort- und Weiterbildungen von öffentlich rechtlichen Körperschaften wie zum Beispiel Tierärztekammern oder Industrie- und Handelskammern mit Abschlussprüfung in Theorie und Praxis…“
Soweit ein kleiner Auszug aus den Richtlinien des BMEL Ministeriums. Heißt im Klartext: Tierärzte haben einen Persilschein und sind automatisch sachkundig. Ergo können die Amtsveterinäre selbstredend entscheiden, ob auch ein Hundetrainer sachkundig ist oder nicht.
Ja, entscheiden müssen sie auch; ihnen obliegt ja der Vollzug. „Ich habe ebenfalls von Fällen gehört, bei denen sich die Prüfungen der Veterinärämter sehr unterschiedlich gestalten.“ So die Formulierung von Christina Jantz, MdB und Tierschutzbeauftragte der SPD in einer Antwort auf eine Mail von mir. Prima, so kann man die aktuelle Behördenwillkür auch benennen. Weil ja die Amtsvets so sachkundig sind, wird das zu führende Fachgespräch auf vielfältige Arten gestaltet, zum Beispiel:
– In Form der Zertifizierung der Tierärztekammer Schleswig Holstein oder Niedersachen: Single Choice Computer Test DOQ Pro sowie einer mündlichen und praktischen Prüfung (Prüfungskommission Tierärzte und TÄK zertifizierte Hundetrainer). Dies befürwortet natürlich die Bundestierärztekammer mit den Worten: „…Mit Freude nimmt auch die Bundestierärztekammer die Neuregelung auf. Nun ist es möglich, die Spreu vom Weizen zu trennen und Hundehaltern im Anbieter-Dschungel eine Orientierungsmöglichkeit zu geben. Denn in der Vergangenheit gab es für unerfahrene Hundebesitzer kaum Möglichkeiten, die Qualität der Ausbildung einzuschätzen – Qualitätsstandards versprachen lediglich Angebote von Tierärzten mit Zusatzqualifikation oder Anbieter mit (freiwilliger) Zertifizierung durch Tierärztekammern oder IHK…“
– Oder aber der Prüfling wird zum BHV (Berufsverband der Hundetrainer und Verhaltensberater) geschickt; dort gibt es dann am Ende den Abschluss bei der IHK Potsdam. Deren Tenor unter anderem: „Dank dieser IHK-Prüfung können Hundehalter künftig leichter einen seriösen Anbieter finden – zum Beispiel einen Absolventen der Fortbildung zum ‚Hundefachwirt (IHK)‘.“ So Kerstin Poloni von der IHK Potsdam, wo die Weiterbildung zum Hundefachwirt IHK, entwickelt in Zusammenarbeit der IHK Potsdam und des Berufsverband, bereits seit 2009 angeboten wird. Seit 1. September 2014 wird die Aufstiegsfortbildung Hundefachwirt (IHK) vom Tierfutterhersteller Mars Petcare unterstützt auch im Bildungszentrum Wolff im niedersächsischen Schwarme angeboten. Der einjährige Lehrgang bereitet die Teilnehmer nicht nur auf den Umgang mit Hunden und ihren Haltern vor, sondern auch auf Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Marketing und weitere Bereiche, die für den tierschutzgerechten und erfolgreichen Betrieb einer Hundeschule unerlässlich sind. „Auch im Sinne der Hunde ist es elementar, sich in diesen Themen professionell weiterzubilden – gerade in Sachen Ausdrucksverhalten und Ausbildung von Hunden gab es in den letzten 20 Jahren viele neue Erkenntnisse“, sagt Dr. Schöning. Sie rechnet damit, dass der unübersichtliche Markt der Hundetrainer dank der neuen Erlaubnispflicht strukturierter wird (http://www.zukunft-heimtier.de).
– Andere Amtsveterinäre entscheiden selbständig und erteilen die Erlaubnis nach Durchsicht des gestellten Antrages mit allen Qualifikationsnachweisen. So kann es passieren, dass ein Landkreis alle zum „Fachgespräch“ schickt und ein anderer wiederum allen Hundetrainern selbst die Sachkunde bescheinigt und die Erlaubnis erteilt. Hier gibt es natürlich keine Garantie, dass in letzterem Fall nicht per se durchgewunken wird.
Die Art des Sachkundenachweises wird ungeachtet der Person und ihrer beruflichen Qualifikationen festgelegt. Es gibt keinen Bestandsschutz, keine Einzelfallentscheidung, keine Übergangsregelungen und mal so ganz nebenbei auch keine gültige Rechtsverordnung. Dafür schiebt es einer auf den anderen, keiner fühlt sich verantwortlich und die Politiker geben immer wieder in den unterschiedlichsten Varianten die erarbeiteten Richtlinien der Länderarbeitsgruppe als Antwortschreiben raus. Unter anderem auch nachzulesen auf der Seite www.AGBU11.de, einer Arbeitsgemeinschaft von Hundetrainern und Experten, die sich für eine faire Umsetzung des neuen Gesetzes einsetzen.
Diese Gruppe, wie viele andere Hundetrainer auch, kritisiert nicht nur die aktuelle Umsetzung des §11, sondern auch die Inhalte insbesondere der Prüfungen durch die Tierärztekammern. Hierzu Thomas Baumann – einer der Experten der AG-BU11: „Der Politik und der Gesellschaft wurden und wird suggeriert, dass bald alles viel besser werden sollte. Man sprach von „gesunder Marktbereinigung“! Die schwarzen Schafe sollten verschwinden; brutale Erziehungs- und Ausbildungsmethoden sollten der Vergangenheit angehören. Stümperhafte Trainingsweisen und deren unfähige und unwissende Anwender sollten keine Zukunft mehr haben. Doch zunehmend offenbaren sich gröbste Denkfehler in der Umsetzung der wertvollen Grundideen.
Aus der angedachten Marktbereinigung wurde zunehmend eine regelrechte Säuberungsaktion, die neben den wenigen tatsächlich schwarzen Schafen auch alle andersfarbigen Schafe, die in nicht in eine ideologisch vorgegebene Richtung laufen wollten, gleich mitbeseitigt. Andersdenkende und anders arbeitende Hundetrainer, selbst wenn sie tierschutzrechtlich noch nie aufgefallen waren, galten und gelten als beseitigungswürdig. Flexibilität, Individualität und Variantenvielfalt gelten als kompetenzschwach.“
Die Tierärztekammern scheinen im Hund mehr den Konditionierungsautomaten und weniger das soziale und emotionale Lebewesen, ausgestattet mit weitaus mehr intelligenten Lernformen, zu sehen. Vermisst wird die Methodenvielfalt. Stattdessen wird versucht, mittels eines Prüfungsinhalts, der für viele Experten fragwürdig und verhaltensbiologisch veraltet erscheint, die Hundetrainer zu uniformieren. So ist es nicht überraschend, dass anders denkende Hundetrainer, die sich nicht explizit auf diese Prüfungen vorbereitet und schlichtweg auswendig gelernt haben, durchfallen. Kein Wunder, dass gerade diese Hundetrainer sich zur Zeit dagegen wehren (siehe auch die geschlossene Gruppe auf Facebook, §11 – Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.) und versuchen, sei es durch Einzelfallentscheidungen oder durch den Rechtsweg, ihre Erlaubnis ohne diese Prüfung zu erlangen. Zumal der ganze „Spaß“ extrem teuer ist: Wir reden hier mal locker über 1500,-€ und mehr.
Anderse its sind viele in ihrer Existenz derart bedroht, dass sie keinen anderen Ausweg sehen und zur Prüfung gehen. Ich persönlich teile die Angst von vielen und die Aussagen von Thomas Baumann: „In Zukunft droht uns in diesem Zusammenhang, dass immer mehr Hundetrainer viel wissen, gleichzeitig aber immer weniger können! […] Das schlimmste Szenario steht aber dann noch bevor, wenn es darum geht, verhaltensauffällige Hunde, bei denen die vorgegebene Konditionierungslehre versagt, in unser Leben zu integrieren. Viele werden sich ausmalen können, was mit diesen Hunden in Zukunft geschehen wird. Schließlich entsprechen solche Hunde ja auch nicht unseren gesamtgesellschaftlichen Vorstellungen.“
Der guten Ordnung halber: ich bin nicht gegen Tierärzte. Im Gegenteil, ich arbeite sehr gerne mit ihnen zusammen. Zumindest dann, wenn sich unsere Fachkompetenzen ergänzen. Und ich denke, dass die Amtsveterinäre mit diesem Genehmigungsverfahren komplett überfordert sind. Im Grunde müssten sie den Vollzug an die politisch Verantwortlichen in den Ländern zurückgeben.
Und auch dies, mal so nebenbei erwähnt: betroffen sind ca. 30.000 Hundetrainer und letztendlich ca. 8,3 Millionen Hundehalter und eine noch höhere Zahl an Hunden. Aber kaum einen in der Öffentlichkeit schert es; jedenfalls nicht die Medien. Sie zeigen sich wenig interessiert daran, wie hier ein Berufsstand platt gemacht wird. Bleibt spannend, wer die nächsten sein werden? Tierheilpraktiker oder Tierhomöopathen beispielsweise könnten doch auch ad hoc durch die Tierärzte ersetzt werden, denn diese „haben automatisch die Sachkunde“. Nur was ist eigentlich mit diesem Gesetzesauszug (Ziffer 12.2.2.2 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes): „Die für die Tätigkeit erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sind in der Regel anzunehmen, wenn die verantwortliche Person […] auf Grund ihres bisherigen beruflichen oder sonstigen Umgangs mit Tieren, beispielsweise durch langjährige erfolgreiche Haltung der betreffenden Tierarten, die für die Tätigkeit erforderlichen fachlichen Kenntnisse hat.“ Wie ist dieser Satz im Kontext mit dem neuen Gesetz zu verstehen? Eine Antwort hierzu findet sich nirgends! Stattdessen wird willkürlich interpretiert und die Messlatte einem Tiermediziner angepasst.
Selbst Dr. med. vet. Pasquale Piturru, Vorstandsmitglied der GTVMT, äußert sich kritisch zur Umsetzung des „Elfers“, wie der §11 TschG inzwischen umgangssprachlich tituliert wird. „Die aus Tierschutzgründen angedachte Entscheidung der Bundesregierung, eine Sachkundepflicht einzuführen, für Menschen, die „beruflich“ mit Hunden zu tun haben, ist grundsätzlich zu begrüßen. Bedauerlicherweise hat die Bundesregierung verpasst, diese gute Idee geschickt umzusetzen! Leider betrifft diese Regel nur Menschen, für die der Umgang mit Hunden auch wirtschaftlich ist. Will damit sagen, dass diejenigen, die ehrenamtlich die gleiche Arbeit verrichten (Hundevereine, etc.), dilettantisch mit den Tieren umgehen dürfen. Ist es möglich, nur mit Tieren tierschutzgerecht umzugehen, wenn Profit dabei herausspringt?
Weiterhin hat die Bundesregierung verpasst zu bestimmen, wie die Sachkundeprüfung im Detail auszusehen hat. Sie hat lediglich die Veterinärämter beauftragt zu prüfen, ohne genauer auf die Inhalte einzugehen. Diese sind offensichtlich mit dieser Aufgabe ungewollt überfordert, was dazu geführt hat, dass nicht nur in den verschiedenen Bundesländern, sondern sogar innerhalb eines Bundeslandes von Kreis zu Kreis unterschiedliche Prüfungsbedingungen herrschen.
Weiterhin haben sich dadurch verschiedene private Personen und Organisationen, die wirtschaftlich ertragreich Hundetrainer ausbilden, massiv in den Vordergrund gedrängt, um die dicke Ernte einzufahren. Besser wäre es hingegen gewesen, wenn die Bundesregierung die Entstehung so einer Prüfung in die fachmännischen Hände einer unabhängigen Organisation, wie z.B. eine Uni, eine Kammer o.ä., gegeben hätte. Somit hätten die Veterinärämter bundesweit eine sinnvolle Vorgabe der Prüfungsbedingungen, um einheitlich und auch objektiv für jeden einzelnen die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.“
Ich sprach mit Pasquale Piturru mit Blick auf diesen Artikel in Bezug auf sein “Tierschutz” Gewissen. Ob sich dies beispielsweise mit einer Barbara Ertel oder einer Maja Nowak oder deren RS-praktizierenden Hundetrainern vereinbaren lässt, die nach Antrag auf Erlaubnispflicht (§11 Abs.1 Nr. 8f TschG) vom Veterinäramt zur TÄK-Prüfung geschickt werden und die vielleicht (man kann sich ja explizit durch Lehrgänge auf die Prüfungen vorbereiten) bestehen und die Zertifizierung erhalten. Kann man dann wirklich noch behaupten, dass die zertifizierten Hundetrainer die Guten sind?
„Erstmals muss ich betonen, dass die Vet-Ämter die wenigsten zu TÄK-Prüfung schicken (so auf jedem Fall in SH). Die TÄK Zertifizierung in Schleswig Holstein sollte immer eine freiwillige Prüfung für Hundetrainer sein, die sich differenzieren wollten. Weiterhin gehört jeder, der tierschutzwidrig mit Hunden umgeht, gestoppt! Aber leider macht das Fernsehen oft solche Leute, wie andere auch zu Weltstars. Und das Fernsehen bekommen wir leider nicht gestoppt.“ Hier reiht sich Pasquale Piturru in unsere Riege ein und scheint ähnlich empört und hilflos zugleich.
„Wir sind in Sorge“ und schieben die Verantwortung weiter
War doch die Intention dieses neuen Gesetzes, den unübersichtlichen Markt der Hundetrainer transparenter zu gestalten, Qualitätsstandards zu schaffen und endlich dem Hundehalter mittels Absenderkompetenz Sicherheit zu vermitteln. Ach ja, und dies natürlich alles zum Wohle der Hunde. Den Tierschutzgedanken kann man schon mal in dieser Groteske vergessen.
Wie bereits oben benannt, die verantwortlichen Politiker des BMEL schieben auf die Länder, die auf die Amtsveterinäre und die wiederum zu den „Fachgesprächen“. Mich hatte nun die Antwort auf die Frage interessiert, welche Position Tierschutzorganisationen oder Tierärzte, die sich dem Tierschutz verpflichtet fühlen, dazu einnehmen? Die meisten kleinen Tierschutzorganisationen und auch Tierheime stecken im eigenen Dilemma und zeigten wie der BMT (Bund gegen Missbrauch der Tiere) wenig Interesse. Animal Rights Watch hätte sich der Thematik gerne angenommen, aber so war die Antwort „Allerdings müssen wir da leider kapitulieren, weil unser Arbeitsberg nicht kleiner wird. Versucht einfach, irgendwie jemanden von der Presse dafür zu gewinnen, vielleicht findet ihr einen Anfang mit einer aktuellen „Posse, die zum Himmel stinkt“. Euch gutes Gelingen, Viele Grüße Tanja Günther“ . Immerhin eine Antwort; die vielen angeschriebenen Journalisten beispielsweise kennen selbst diesen Akt der Höflichkeit nicht.
Der VDH, unter den Links hier auf der Seite ist ja die ganze Position zu lesen, war kurz und knapp: „Liebe Frau Holst, unsere Position gegenüber der sogenannten „Rudelstellung“ ist eindeutig. Aus diesem Grund haben wir auch die GTVMT um eine Stellungnahme gebeten und diese publiziert. […] Die Verwirrung besteht leider überall, denn die Umsetzung der neuen gesetzlichen Gegebenheiten erfolgt in den einzelnen Bundesländern und dort dann wiederum in den verschiedenen Kreisen und Städten sehr unterschiedlich… Beste Grüße Udo Kopernik“
Und wieder nur ein Statement, wenn auch in unserem Sinne der Aufklärung, jedoch ohne Taten.
Der Deutsche Tierschutzbund ist mit seiner Antwort auf meine Mail jedoch der Meister im Schieben von Verantwortung. Alle haben den schwarzen Peter und der „Gewinner“ im negativen Sinne ist der Hundehalter mit dem Appell, kritisch zu sein!
„Sehr geehrter [sic] Frau Holst, vielen Dank für Ihre Anfrage. Die neue Regelung im Tierschutzgesetz zur Forderung nach der Sachkunde von gewerblich arbeitenden Hundetrainern soll sicherstellen, dass Personen, die gewerblich Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten, die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Dies ist grundsätzlich zu begrüßen. Auch wenn der Deutsche Tierschutzbund selbst davon nicht betroffen ist und bei der Ausarbeitung der Prüfung nicht involviert war, auch aus unserer Sicht besteht hinschlicht der konkreten Umsetzung noch Handlungsbedarf. Leider gibt es keine detaillierten Regelungen, die Hundetrainern verbieten, Theorien und Erziehungsmethoden zu verbreiten, die jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehren. Die Anerkennung bzw. die Bescheinigung der Sachkunde von Hundeschulen und Hundetrainern obliegt der jeweiligen zuständigen Veterinärbehörde und entzieht sich unserem Einfluss. Wir können derzeit nur an die Hundehalter appellieren, kritisch zu sein und bei Zweifeln die Hundeschule zu wechseln. Mit freundlichen Grüßen Caterina Mülhausen“
Und nun beißt sich die Katze in den Schwanz
Alle wissen um den Handlungsbedarf, aber außer Antworten, die sich im Kreis drehen, passiert nichts. So haben beispielsweise mehrere Hundetrainer Barbara Ertel, die Vorsitzende des Rudelstellungsvereins, wegen tierschutzwidriger Tierhaltung beim Veterinäramt in Bamberg angezeigt. Wie zu vermuten war, glänzt man auch hier mit Fachkompetenz. So lange keine erkennbaren tierschutzrechtlichen Dinge vorliegen, könne man nicht einschreiten. Körperliche Schäden müssen schon sichtbar sein. Also durch Schläge verursacht, oder das Tier müsse halb verhungert oder offensichtlich krank sein. Und psychische Schäden seien ja in der Hundewelt ein dehnbarer Begriff. Ein Beweis vor Gericht erschiene aussichtslos. Jedoch eindeutig tierschutzrelevant wäre der Nachweis, wenn ein Welpe unter 8 Wochen von der Mutter getrennt wurde. Dem könne man nachgehen. Hatten wir wirklich anderes erwartet? Eine Anzeige wegen der Hundetauschbörse des Vereins wurde nicht einmal erwidert.
Da nach Kenntnisstand Barbara Ertel ihren Antrag auf Erlaubnis gestellt hat und sich nun auf die Sachkundeprüfung vorbereitet, ist immer noch Eile geboten. Mal abgesehen davon, dass sie auch für ihren Verein den Antrag auf Gemeinnützigkeit zum 1.1.2015 gestellt hat und damit höchstwahrscheinlich versucht, das Ganze zu umgehen, ist die Vorstellung, dass sie am Ende sogar mit behördlicher Genehmigung diesen Unsinn weiter betreiben darf, einfach undenkbar! So habe ich Herrn Prof. Dr. Thomas Blaha, Dipl. ECVPH und ECPHM Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz in Kenntnis gesetzt und um Hilfe gebeten. Schließlich setzen sie sich für die konsequente und fachgerechte Umsetzung geltender Gesetze und Verordnungen zum Schutz der Tiere ein! Lange Rede kurzer Sinn: diese Antwort bekam ich von der Vorsitzenden Tierärztin des entsprechende Arbeitskreises: „Sehr geehrte Frau Holst! Die Ausbreitung dieser fachlich nicht haltbaren Hundeschulmethoden beobachten wir mit großer Sorge. Eine rechtliche Handhabe dagegen gibt es nur, wenn Tierschutzrelevanz direkt nachgewiesen und Anzeige erstattet wurde. Bis dahin können wir nur versuchen, Hundebesitzer aufzuklären, so wie es andere Organisationen auch tun. Veterinärämter und Gerichte gehen sehr unterschiedlich mit Anzeigen um. Auch das „klassische“ Aufhängen eines Hundes in einem Baum und Verprügeln, bis er sich ergibt (!!!), wird immer noch praktiziert. Wir werden uns im neuen Jahr mit dem Thema Hundeschulen befassen, da Vereine von einer Überprüfung völlig ausgenommen sind und auch Überprüfungen nicht verhindern können, dass tierschutzrelevante Methoden trotzdem angewandt werden. Die Prüfungen sind aber immerhin ein Anfang für den richtigen Weg in der Hundeausbildung. Viele Grüße, Heidi Bernauer-Münz“.
Super! Alle sind in Sorge, sehen Handlungsbedarf, keiner ist verantwortlich. Keiner weiß was, und alle sind sich einig: das Gesetz ist der richtige Weg, die Prüfung auch, nur für den Hundehalter bleibt alles beim Alten. Er kann ja lesen und somit selbst herausfinden, dass die Theorie um die vererbte Rudelstellung wissenschaftlich nicht haltbar ist.
Dorit Feddersen-Petersen wird uns ein Schriftstück mit Forschungsergebnissen zukommen lassen, welches den Amtsveterinären offenlegt, wie beispielsweise psychische Schäden und Leiden bei Hunden zu erkennen sind. Auch wird sie „hinter den Kulissen“ mit dem ein oder anderen dazu telefonieren. Vielleicht geht den Veterinären dann ein Licht auf.
Für uns heißt es allerdings weiterhin, aufzuklären und den Veterinärämtern aktiv und wenn es sein muss auch mit Anzeigen die Augen zu öffnen. Denn eine Maja Nowak und die von ihr ausgebildeten Hundetrainer lassen uns bezüglich des Elfers mehr oder weniger im Dunkeln tappen. Bis auf zwei Ausnahmen. Der eine hat wohl die Erlaubnispflicht erhalten, zumindest laut Hinweis auf seiner Homepage. Ein anderer führt die Leser mit folgender Aussage bewusst in die Irre: „Ab 01.08.2014 müssen Betreiber von Hundeschulen einen Sachkundenachweis nach § 11 Abs.1 Tierschutzgesetz erbringen. Auch wenn wir keine herkömmliche Hundeschule sind, verfügen wir trotzdem über diesen behördlichen Nachweis unserer Sachkunde“. Doch die angebliche Sachkunde bezieht sich auf eine Prüfung aus dem Jahr 2012, und die Aussage des Vet-Amts in Leipzig bestätigt dies: „Es handelte sich lediglich um eine Prüfung im Rahmen des „Gassi-Gehens“ im Tierheim und die entspricht, da haben Sie recht, bei weitem nicht den seit 2013 gestellten Anforderungen an einen Hundetrainer“. Leider braucht mal alles wieder viel Zeit; die Anzeige ist vom 10. Dezember 2014 und bis zum heutigen Tag ist die irreführende Werbung immer noch auf der HP zu finden.
Die Idee, endlich Transparenz durch ein Mindestmaß an Sachkunde für Hundetrainer mit einer einheitlichen Prüfung in diesen Markt zu bringen, ist ohne Wenn und Aber zu befürworten. Vor allem, um endlich die schwarzen Schafe heraus zu filtern. Noch besser wäre es nach meinem Dafürhalten, ein anerkanntes Berufsbild des Hundetrainers zu schaffen.
Hierfür bedarf es jedoch einer grundlegenden Überarbeitung der Inhalte einer solchen Prüfung und ebenso fachkompetenter Prüfer, frei von Interessenkonflikten und Profitgier. Nur wenn es uns gelingt, alle an einen Tisch zu bekommen und die gemeinsame Basis unseres beruflichen Handelns pluralistisch zu entwickeln, wird eine Sachkunde entstehen, die auch eine entsprechende Methodenvielfalt zulässt und anderseits tierschutzwidrige Handlungen ausschließt. Alle meint wirklich alle! Das heißt, Institute, Verbände, Hundetrainer, die aktuell ausbilden, Hundetrainer aus der Praxis, Wissenschafter, Tierärzte, Caniden- und weitere Experten und viele mehr. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, entsteht die Chance, wirklich nachhaltig eine solide Grundlage zu schaffen. Eine Ausgangssituation, die allen gerecht wird. Darauf aufbauend kann dann ein jedes Ausbildungsinstitut seine gewünschte Spezialisierung weiter entwickeln und selbstredend auch Geld damit verdienen. Auch wenn es für viele von uns eine Berufung ist, mit Hunden und ihren Menschen zu arbeiten, so bleibt es dennoch ein Beruf, mit dessen Ausübung wir zwar helfen, aber auch Geld verdienen wollen. Und die Forderung nach einer erwiesenen Sachkunde muss meines Erachtens alle involvieren, die mit Hunden und ihren Menschen umgehen. Also auch Vereine, Gassigeher, Hundepensionen, Pflegestellen etc. Der Tierschutz darf hier nicht außen vor bleiben.
Die unendlich geführten Grabenkämpfe sind vielleicht amüsant, müssen aber aufhören. Diffamierende Schlammschlachten, die in der Öffentlichkeit ausgetragen werden und die Gemüter anheizen, sind kontraproduktiv. Ebenso das Schieben von Verantwortung. Bislang haben wir den einfachen Weg der Argumentation gewählt und Nein oder Ja zu allem gesagt. Wir müssen – wie ich denke – nun den anspruchsvollen Weg gehen und ein gemeinsames „Wie“ als Alternative für die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung erarbeiten.
Vielleicht ein langer und mühsamer, aber lohnender Weg. Mit dem Ziel, zum Wohle und Schutz unserer Fellnasen und ihrer Menschen und der Existenz der wirklich vielen guten und „bunt“ arbeitenden Hundetrainer. Dies ist mein Anliegen und dafür setze ich mich ein.
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77 Gedanken zu „§ 11 – Deckmantel Tierschutz“
Carla 22. Dezember 2014 um 20:40
Ein Vergleich der Antworten eines bestandenen Tests mit der konkreten Arbeit, der homepage, etc sollte auch erfolgen. Es hilft ja nicht, wenn jemand einen Sachkundeschein hat, aber eben jene Sachkunde in der konkreten Arbeit mit Hunden dann vollkommen ignoriert.
Wirklich schade, dass der gute Ansatz halt nur eine gute Absicht blieb.
jcl 22. Dezember 2014 um 21:15
Ein Hinweis zum Thema „irreführende Werbung auf der Website einer Hundetrainers“. Hier bringt eine Anzeige beim VetAmt höchstwahrscheinlich nichts, denn das VetAmt ist nicht für Websites zuständig. Der normale Weg bei irreführender Werbung ist die Abmahnung – also zum Anwalt gehen, diesem die Sachlage schildern, der Anwalt wird dann den betreffenden Hundetrainer kostenpflichtig abmahnen und zur Korrektur der Website auffordern.
Timbra 23. Dezember 2014 um 11:08
Ich kann ja verstehen, dass sich der gemeine Hundetrainer angesichts des § 11 TierSchG in seiner Berufsausübung gefährdet sieht, aber – sorry – was hat der Kampf von Hundetrainern um deren Sachkundeprüfung hier zu suchen? Ja, ich habe auch gelesen, dass Ertel einen entsprechenden Antrag gestellt hat und es hier u.a. um die Tiertschutzrelevanz der Rudelstellungstheorie geht und der § 11 im TierSchG steht. Einen wirklichen Bezug kann ich dem jedoch nicht entnehmen.
Ebenso ich kann es durchaus verstehen, dass Tierschutzorganisationen sich nicht darum reissen, sich von kommerziellen Hundeerziehern in Auseinandersetzungen über deren Berufsvoraussetzungen hineinziehen zu lassen, insbesondere wenn dann so argumentiert wird: „Und die Forderung nach einer erwiesenen Sachkunde muss meines Erachtens alle involvieren, die mit Hunden und ihren Menschen umgehen. Also auch Vereine, Gassigeher, Hundepensionen, Pflegestellen etc..“
Das Kritisierte anderen aufdrücken zu wollen, macht es nicht besser und ist schon in der Kampfhundediskussion ganz gewaltig nach hinten losgegangen. Oder sollen damit die Anforderungen so aufgeweicht werden, dass sie nicht wirklich welche sind?
In diesem Sinne Gegenfrage: Würde man sich über die Handhabung des § 11 TierSchG ebenso echauffieren, wenn der Sachkundenachweis überall so einfach wäre, dass er jedem Hundetrainer ihn ganz locker gelingen würde? So im Sinne des Tierschutzes…?
Und dass man mit einer Sachkundeprüfung, egal wie sie gestaltet ist, nicht verhindern kann, dass sich ein Hundetrainer nicht hinterher an die Prüfungsinhalte hält, liegt ja wohl auf der Hand. Da wäre eine einheitliche Hundetrainerausbildung, mit der auch der Streit um die Gestaltung der Sachkundeprüfung weitgehend ein Ende finden würde, der effektivere Weg.
Für mich sieht es eher so aus, als möchte hier eine Lobby, die andererorts keine Unterstützung erfahren hat, um Mithilfe werben – bei Hundehaltern, unter dem Deckmantel Tierschutz…
Wortzauberin 23. Dezember 2014 um 11:52
@icl – wäre das nicht auch eine Sache für den Verbraucherschutz, wegen Irreführung?
jcl 23. Dezember 2014 um 12:12
Wortzauberin: Möglicherweise, aber der direkte Weg wäre zunächst die Abmahnung durch einen Mitbewerber, da sich der betreffende Hundetrainer – wie es der Zufall will, ein RS-Trainer – durch unwahre Angaben auf seiner Website einen Wettbewerbsvorteil verschaffen möchte. Den Schaden haben also zunächst die Mitbewerber und erst in zweiter Linie der Verbraucher.
Timbra: Es geht nicht um Aufweichung der Prüfungsbedingungen, sondern im Gegenteil um eine seriöse und für alle verbindliche und einheitliche Prüfung, damit Scharlatane und Möchtegerns nicht einfach so weitermachen können. Und damit ist es doch ein Thema für diese Website.
andrea 23. Dezember 2014 um 13:44
Timbra ! Hundepensionen sind ERLAUBNISPFLICHTIG !!!!!!!!!
M. G. 23. Dezember 2014 um 14:42
@ Timbra: Mir aus der Seele gesprochen.
Carla 23. Dezember 2014 um 15:39
Ich sehe schon einen Zusammenhang mit dem Sinn von rudelstellungen-klargestellt.
Autofahrer halten sich nicht unbedingt an Gesetze, nur weil sie den Schein haben. Bereiter mit abgeschlossener Berufsausbildung machen hinterher auch nicht immer, was sie gelernt haben. Auch beim Hundetrainer ist der Schein keine Garantie. Sinnvoll umgesetzt allerdings mehr als notwendig.
SkipMuck 23. Dezember 2014 um 15:49
Wohlgeschrieben – wenngleich es dreimal Lesen braucht, bevor ich es verstand.
Richtig ist, das Tierschutzgesetz regelt in diesem Land die Mindesterfordernisse für den Umgang mit Tieren. Auch Hunde sind Tiere. Der Gesetzgeber ist seiner Pflicht nachgekommen und regelt nun auch die in den vergangenen Jahren extrem geänderten Umstände in denen Hundehaltung heute vollzogen wird. Das heisst, dass nicht nur der Halter, sondern eben alle, die mit dem Tier in einen erheblichen Kontakt kommen, dafür dann Ihre Kompetenz unter Beweis stellen müssen, wenn dieser erhebliche Kontakt entgeltlich oder auch unentgeltlich organisiert oder gewerblich erfolgt.
Dies dient dem Schutz der Hunde – nicht dem Schutz der Hundehalter vor ungeeigneten Trainern, Betreuern, Gassigängern, Hundesportvereinen oder sonstigen Clubs (sonst stünde es unter den Vorschriften zum Verbraucherschutz).
Also richtig; Es geht um Tierschutz – nur, und ausschliesslich !
Ebenfalls richtig und gut gesagt: Die Tatsache, dass jemand einen bundesweit einheitlich geprüften Test zur Erlangung der Fahrerlaubnis bestanden hat, verhindert nicht alle Verkehrsunfälle (leider).
Auch ein bundeseinheitlicher Test im Rahmen der Erlaubniserteilung gem. § 11 TSchG wird nicht verhindern, dass es für diese Aufgabe ungeeignete Personen geben wird, die dann erlaubt einen Beruf ausüben, dessen Qualität auch von dem Wort „Berufung“ gespeist wird.
Andererseits – Berufung alleine macht hier auch keinen Sinn.
Richtig also – wir müssen uns stark machen für ein einheitliches geprüftes Berufsbild. Dann gibt es eine gute Basis auf die jeder Absolvent mit seiner eigenen Persönlichkeit aufbauen kann.
Passt es nicht – siehe Führerschein – dann ist die Erlaubnis eben weg und zwar zum Schutz der Tiere !
Warum ist das hier gepostet – für mich ist das klar: Die Kollegen „Rudler“ sind von (freundlich gesagt) „Berufung“ getrieben. Das zugrundeliegende Dogma ist jedoch evidentermassen nicht mit der etologischen Kapazität eines normalen Hundes vereinbar. Damit verstösst die „berufene“ Anwendung des Dogmas klar gegen die postulierten Grundgedanken des Tierschutzes.
Folglich: Wenn einem „geouteten“ oder „anerkannt überzeugtem“ Rudler Sachkunde gem. § 11 TSchG attestiert wird, dann stellt sich die Frage nach einer geeigneten Prüfung, die in solchen Fällen die Spreu vom Weizen trennt (oder die Rudler zu absichtlichen Fehlantworten zwingt…).
Letztlich ruft doch die Autorin nur dazu auf, im Sinne des Tierschutzes, der Politik einen bundesweiten, praktikablen, wissenschaftlich haltbaren und aussagefähigen Test vorzuschlagen, der von möglichst vielen Marktteilnehmern (denn um solche geht es hier) getragen wird.
Ich denke das ist ein guter Angang dem Unterstützung gebührt.
Timbra – so richtig interpretiert ?
Gaby 23. Dezember 2014 um 19:36
„Letztlich ruft doch die Autorin nur dazu auf, im Sinne des Tierschutzes, der Politik einen bundesweiten, praktikablen, wissenschaftlich haltbaren und aussagefähigen Test vorzuschlagen, der von möglichst vielen Marktteilnehmern (denn um solche geht es hier) getragen wird.
Ich denke das ist ein guter Angang dem Unterstützung gebührt.“
Carla 23. Dezember 2014 um 20:51
Danke SkipMuck!
Timbra 24. Dezember 2014 um 0:22
SkipMick: „Timbra – so richtig interpretiert ?“
Nee, ich meinte so ziemlich das Gegenteil. 😉
Der Gedanke mit dem Autofahren ist mir auch gekommen, habe mir eine entsprechende Äußerung allerdings verkniffen, weil m.E. da immer viel zu viele „Parallelen“ zur Hundehaltung gezogen werden: Man geht in die Hundeschule, macht einen Hundeführerschein mit einer theoretischen und einer praktischen Prüfung, muß eine Zwangshaftpflichtversicherung abschließen, der Hund wird steuerlich angemeldet und in einem Hunderegister registriert etc.. Aber: Der Hund ist keine Maschine, allgemeingültige starre „Verkehrsregeln“ für den Umgang mit einem Lebewesen sind Unsinn und nicht zuletzt: Die Hundehaltung ist im Vergleich zum Führen eines KfZ sowas von lächerlich ungefährlich.
Zu was hat denn dieser ganze Regelungs-, Erziehungs- und Hundeschulenwahn geführt? Hier jedenfalls am Ende zu total verunsicherten, ängstlichen bis panischen Hundehaltern, die auf Gedeih und Verderb ihre Hunde „beschützen“, ständig an ihren Hunden herumfuhrwerken (und an fremden auch) und denen das Herz bei jeder Hundebegegnung in die Hose rutscht; Frauchen, die ihre Hunde flüchtend auf die andere Straßenseite zerren; Herrchen, die ihre Hunde schlagen oder nach bester CM-Manier in die Nierengegend kicken, damit sie sich auch ja den über das niedere Lebewesen Hund herrschenden Rudelführerstatus erhalten usw. Diese Leute sind für mich keine Hundehalter, sondern Nichthundehalter mit Hund. Es nervig, stressig und total behämmert. Und ich bin mir 150%ig sicher, dass kein einheitlicher Sachkundenachweistest, der von möglichst vielen Marktteilnehmern getragen wird, auch nur für 5 Pfenning was daran ändert.
Was würde denn Schlimmes passieren, wenn die Hunde allein ohne ihren menschlichen Anhang unterwegs wären, der sie vor den bösen anderen Hunden „beschützt“? Tscha, das Problem ist das andere Ende der Leine – in diesem Zusammenhang zur Abwechslung mal ins Gegenteil verkehrt…
Seit mittlerweile Jahrzehnten sind Beißvorfälle rückläufig und der Regelungswahn kennt trotzdem keine Grenzen, immer mehr und mehr und mehr. Und m.E. wird mit jeder weiteren Vorschrift dem Hundehalter ein weiteres Stück Verantwortung genommen, wird er ein weiteres Stück entmündigt und alle schreien: Ja, es muß alles für alle geregelt werden (zum Wohle der Hunde, versteht sich, weil die anderen ja immer alles verkehrt machen)! Hat sich mal einer die beknackten Fragen angeguckt, die im Rahmen des vielgepriesenen und geforderten Hundeführerscheins beantwortet werden müssen? Und woher kommt denn diese Schwemme an Hundetrainer? Weil die Nachfrage da ist natürlich! Weil sich heutzutage keiner mehr zutraut, einen gottverdammten Köter zu erziehen. Oder auch eigenverantwortlich zu füttern. Wozu brauchen wir denn 500.000 Hundefuttersorten, für jeden Pups eine? Weil es da jemanden gibt, der uns einredet, *dass* wir sie brauchen.
Auch auf die Gefahr, dass ich mich zum totalen Buhmann mache: Wir brauchen diesen ganzen Zirkus im Grunde nicht. Wir brauchen für ganz normale Hunde (und das sind 99,irgendwas Prozent) keine Hundeschulen, keine Trainer und auch keine Führerscheine oder irgendwelche behördlichen Register, weil die Hundehalter das trotz aller Widrigkeiten ganz gut allein hinbekommen.
SkipMick: „… die in den vergangenen Jahren extrem geänderten Umstände in denen Hundehaltung heute vollzogen wird.“
Also ich persönlich sehe da keine extrem geänderten Umstände. Das, was sich geändert hat, ist die Sicht auf Hund und Halter, und zwar in eine Richtung, die für mich mit Normalität und Realität nichts mehr zu tun hat.
Wieso soll ich die Hundetrainerlobby bei ihrem Bemühen um einen einheitlichen Test unterstützen? Weil einheitliche Tests dem Tierschutz dienlich sind? Oder weil Tests im Allgemeinen dem Tierschutz dienlich sind? Weil irgendein allgemeingültiger Standard den Tierschutz dienlich ist?
Na gut, wenn der gemeine Hundetrainer seinem Klientel als Grundlage der Hundeerziehung erstmal Ruhe und Gelassenheit und ganz allgemein ein geschultes Auge für das Verhalten des eigenen Hundes verklickern würde, statt es in Schlangenlinien umeinander herumlaufen zu lassen oder sich sogleich mit dem abstrakten Wissen aus irgendwelchen Seminaren oder der immer gleichen Methode auf vermeintliche Probleme zu stürzen, könnten wir ins Geschäft kommen.
Nein, im ernst, wenn ich mich da einbringe, wird man mich – wohl nicht völlig zu Unrecht – nicht wirklich für voll nehmen. Ist auch nicht mein Job. Mein Job sind meine eigenen Hunde. Es bleibt den Trainern und ihren Interessenvertretungen ja auch völlig unbenommen, ggfs. unter der Mitwirkung von Wissenschaftlern und sonstigen Experten, irgendwelche Tests zum Sachkundenachweis zu erarbeiten. Bei einem einheitlichen Test wird aber vermutlich nicht viel mehr herauskommen als der kleinste gemeinsame Nenner, der sicherlich nicht in erster Linie den Schutz des Hundes i.S.d. TierSchG im Blick hat, sondern die um ihre berufliche Zukunft bangenden Hundetrainer. Ansonsten könnte man die Messlatte ja nicht hoch genug hängen. Ich glaube daher, dass damit der Hund ebenso wenig geschützt wird wie durch irgendwelche anderen Prüfungskriterien oder das TierSchG im allgemeinen.
Und nicht zuletzt: Die Haltung von Hunden nach der Ertel-Theorie dürfte wohl kaum einen Verstoß gegen das TierSchG darstellen. Wieso sollte es sich mit der Vermittlung dieser Theorie durch Hundetrainer anders verhalten? Was bitte erwartet Ihr von einem TierSchG, unter dem ein Cesar Millan seine Reiß-, Tret- und Würgmethoden im Fernsehen präsentieren darf?
Maico 24. Dezember 2014 um 12:19
@Timbra: Deinen Ausführungen zu dem Trainer-Wesen kann ich nur unterschreiben, da bin ich 100%tig auf deiner Seite.
Insbesondere „Trainer“ wie ein CM sind eine wahre Geißel, und ihre mediale Präsenz ist ein wahrer Grund seine Glotze aus dem Fenster zu schmeissen.
jcl 24. Dezember 2014 um 12:38
Ich bin auch der Meinung, dass man für einen „normalen Hund“ keine Hundeschulen, Gurus oder Experten braucht. Die Experten braucht man dann, wenn man es mit einem „Problemhund“ zu tun bekommt. Wodurch wird aber oft ein normaler Hund zum „Problemhund“? Durch Hundeschulen, Gurus oder Experten. Auch eine Menge RS-Anhänger werden nach einiger Zeit mit ihren Hunden ähnliche Probleme bekommen wie bei den jetzt schon „nicht mehr vorzeigbaren“ Hunden von Ertel und der RS-Kerngruppe.
Wenn ich dann doch zum Experten laufen muss, weil ich mit meinem Latein am Ende bin, dann will ich mich wenigstens darauf verlassen können, dass sich dieser zumindest in den Grundlagen mal mit Verhaltensforschung und Tierpsychologie auseinandergesetzt und eine Prüfung absolviert hat. Das verhindert zwar nicht, verringert aber zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund durch einen unfähigen Trainer „verpfuscht“ wird.
SkipMuck 24. Dezember 2014 um 12:45
Du hast ja recht, wenn in diesem Land Hunde nur von Menschen gehalten würden, die die entsprechende Sachkunde, finanziellen Mittel, artgemässe Beschäftigung, Zeit und Platz vorweisen könnten, dann würden wir keine Diskussion über die Qualifikation der „Bindungsersatztruppen“ (Hundeschulen, Gassigeher, Pensionen, Futtermittelindustrie etc.) führen.
Nach meiner Beobachtung sind wir davon weit entfernt.
Zwischen 2008 und 2013 haben wir Deutsche uns auf Platz 3 der europäischen Haustierhalter hochgekämpft (hinter Russland und Italien).
Davon waren in Deutschland 2013 Hunde 6,9 % aller Haustiere (2000 noch 5%).
Wenn man es unter Einbeziehung der demographischen Entwicklung betrachtet, dann ist in unserem Land der Anteil der „hundefreien“ Haushalte in den letzten 10 Jahren konstant zurückgegangen.
Grösste Zunahme bei den Hunden in Grossstädten.
Schon zahlenmässig eine deutliche Veränderung!
Vor 25 Jahren beschrieben Hundehalter Ihre Hunde überwiegend in der Kategorie Arbeits- und Gebrauchshund. Heute ist das nicht so!
Vielleicht ist die übertriebene vermenschlichte soziale Nähe zum Hund (die Kinder sind ja aus dem Haus, da brauch ich jemand anderen) Erklärung für das soziologische Phänomen Hunde (-ernährung, -erziehung, -beschäftigung). Das ist die 1:1 Übertragung von Gesprächen, die ich hatte als meine Kinder 3 Jahre waren und „schon“ in den Kindergarten kamen.
Ähnlich wie bei der Kindererziehung sind die zitierten populistischen Hundegurus und Hundesekten deswegen so erfolgreich, weil sie in der Lage sind, in vermenschter Form Hundeverhalten so zu verkürzen, dass ihre Erfolge automatisch dazu führen, dass jeder sich wünscht, er hätte das gleiche Ergebnis bei den eigenen Kindern erzielt…. Reines Marketing mit der menschlichen Psyche.
Hunde sind Hunde – und als solche artgemäss ernst genommen und als Partner in ein Zweckbündnis integriert, fühlen sie sich artgemäss wohl. Das ist Tierschutz !
Da wir aber die Menschen nicht ändern. Solange auch die Politik nie auf die Idee kommt 7 % der Wählergemeinschaft zu verprellen, indem sie den Hundekauf beschränkt.
Solange macht es Sinn sich auch Gedanken darüber zu machen, wie die zitierten Hundeschulen, -trainer, -beschäftiger etc. wenigstens die Basisqualität liefern, die nötig ist (allen anderen ausser meinen Hunden)
Hunden zu einem auskömmlichen Leben zu verhelfen.
Christine Holst 24. Dezember 2014 um 14:06
„Na gut, wenn der gemeine Hundetrainer seinem Klientel als Grundlage der Hundeerziehung erstmal Ruhe und Gelassenheit und ganz allgemein ein geschultes Auge für das Verhalten des eigenen Hundes verklickern würde, statt es in Schlangenlinien umeinander herumlaufen zu lassen oder sich sogleich mit dem abstrakten Wissen aus irgendwelchen Seminaren oder der immer gleichen Methode auf vermeintliche Probleme zu stürzen, könnten wir ins Geschäft kommen.“
Da haben wir doch einen Ansatzpunkt. Für mich heißt beispielsweise eine Mindestmaß an Sachkunde, neben Ausdrucksverhalten, das soziale und emotionale Lebewesen Hund in seinen Bedürfnissen zu verstehen. Auch für mich ist der Hund kein Konditionierungsautomat, der sich unter zu ordnen hat. Menschen, die so denken, sollten sich besser einen Stoffhund anschaffen. Ich bin ebenso wie Günther gegen den Dominanz Quark nebst entsprechenden Hausstandsregeln. Und auch wenn wir das Verhalten der Wölfe nicht eins zu eins auf die Hunde adaptieren können; so können wir in ihrem Umgang mit einander so viel lernen. Ich hatte das große Glück, Faith, Spirit und Co. mehrmals in Canada beobachten zu dürfen. Bessere Lehrmeister gibt es nicht. Aber unsere Hunde sind es auch. Wir müssen nur hinschauen und sie verstehen. Leider haben in unserer heutigen Zeit viele Menschen hier den Blick, das Bauchgefühl und die Überprüfung mit dem gesunden Menschenverstand ein Stück verloren. Von daher braucht es Aufklärung, Dolmetscher und Hilfestellung. (So wie es hier auf dieser Seite rund um die Rudler geschieht.)
Diese Leistung erbringt nun mal der Hundetrainer. Wie er ebenso dazu beiträgt unsere Hunde alltagstauglich zu erziehen. Anders wäre ein Miteinander in unserer Gesellschaft nicht möglich. Das Maß hierfür ist sicherlich die individuelle Lebenssituation. Wie meines Erachtens jedes Training oder Beratung individuell sein sollte. Aber dies bedingt nicht nur ein komplexes Wissen und Empathie sondern auch Methodenvielfalt. Hier sind wir wieder bei dem Mindestmaß an Sachkunde. Das Hundehalter am Ende des Tages wieder auf ihren Bauch vertrauen, obliegt nur in so fern dem Hundetrainer, dass er die Menschen hier ermutigt. Dann ist hoffentlich irgendwann auch ein Fernsehformat mit Nowak, Milan und Co. Geschichte.
Last not least, alles in eine Schublade zu packen halte ich für kontraproduktiv. Wie überall gibt es Gute und Schlechte. Aber nicht alles ist schwarz oder weiß. Meist überwiegen die Farbtöne dazwischen. So setze ich mich weiter für eine bunte Hundetrainerwelt ein. In der Hoffnung das die „Schlechten“ auf der Strecke bleiben!
Carla 24. Dezember 2014 um 17:20
DEN Hund gibt es nicht. „Früher“ war alles anders. Es gab weniger Hunde, Frauen waren Vollzeit Hausfrauen, Grosseltern lebten in den Familien, es gab kein Internet wo man sich zum Thema Hund bis zum umfallen austauscht, engagiert und echauffiert (sprich wertvolle Zeit vergeudet, was unsere Vorfahren weder brauchten noch vermissten). Stadt und Land waren weniger dicht besiedelt. Heute klagen die Leute, wenn sie auf dem Land von Kuh, Hahn und Kirchglocke „belästigt“ werden. Dass ein grosser Teil der Hundebesitzer extrem egoistisch und rücksichtslos die heutige hundefeindliche Gesinnung provoziert hat sollte man nicht unter den Teppich kehren. Passend dazu: http://www.willisworldandfriends.com/
Auslandstierschutz mit Massenimport gabs auch nicht, also auch nicht die Massen an Hunden, die alles andere als normal sind. Immer noch werden viele Rassen nach Standards von anno dazumal produziert. Heute ist Geiz geil. Der Rassehund muss billig sein. Auch hier finden sich dann die Problemhunde. Wenn sie Pech haben, schiebt der Geizling sie rasch ab. In der Zucht findet Immer noch eine Selektion auf Schutzinstinkte (sprich Aggression), Jagdeigenschaften, die in unsere heutige Umwelt nicht mehr passen. Ein Blick in die Rassestandards macht es mehr als deutlich.
Wo ein echter Bedarf besteht, tummeln sich immer Abzocker. Kein Handwerker, kein Arzt, kein Anwalt kann einfach so seinen Betrieb aufmachen. Auch hier gibts Pfuscher und Abzocker. Aber wer gegen die Zulassungsbestimmungen handelt, kann deutlich leichter haftbar gemacht werden. Man kann auch sagen: ein Tierschutzgesetz ist Quark, weil es immer noch Tiermisshandlungen gibt. Das Gesetz versagt und „Früher“ gabs ja auch keins.
Soll ich jetzt den Computer wegwerfen, weil meine Oma prima ohne Computer und Handy auskam. Oder die Waschmaschine? Die Zeiten sind, wie sie sind. Die Frage ist doch, wie man innerhalb dieses Rahmens am besten agiert. Und mit dem Einzug des www werden neue Gesetze notwendig, die es früher auch nicht gab.
Gerade weil die Vereinsausbildung so lange und so fest an veralteten Methoden gekrallt hat, konnten sich doch private Ausbilder etablieren. Weil den Leuten das in Reih und Glied latschen, der Kasernenhofton und die ruppigen Methoden nicht mehr akzeptabel waren. Und nicht vergessen: gerade auf diesen Plätzen wird mit den harten Methoden gearbeitet. Methoden, die Millan schon wieder sanft wirken lassen. Wir haben uns der Natur entfremdet, Kinder wissen nicht mehr wo Milch herkommt. Logisch, dass dann viele mit der Natur des Hundes konfrontiert Hilfe brauchen. Statt sich lustig zu machen, sollte man ein Kompliment aussprechen. Es gibt zu viele, die Hilfe brauchen aber nicht suchen. Weil sie glauben, das brauchen sie doch nicht. Der Hund zahlt die Zeche. So ebenmal alle Ausbilder als Quark zu verurteilen kippt nur das Kind mit dem Badewasser aus.
Wenn nun eine Frau Ertel den Schein braucht, aber nicht hat – dann ist das eine legale Basis ihr den Betrieb zu untersagen. Ohne den Elfer bliebe es beim derzeitigen Zustand.
Wortzauberin 24. Dezember 2014 um 21:29
Bei Carla unterschreib – nichts hinzuzufügen.
Tanja 27. Dezember 2014 um 7:10
Tierschutzvereine, Pflegestellen und Gassigeher verdienen nichts an der „Hundeausbildung“, sie bilden meist nicht einmal aus. Sie kümmern sich nach bestem Gewissen (alles andere sind keine Tierschützer) um Tiere, die sonst keiner haben will. Die nun in den Irrsinn einzubeziehen… das sind wie Hundehalter, die allen anderen Tierhaltern die ungerechte Hundesteuer bzw. ein Pendant auferlegen wollen, damit zumindest ALLE UNGERECHT behandelt werden.
Diese Argumentation… ist abzulehnen.
Tanja 27. Dezember 2014 um 7:12
Und als ob sich Wölfe untereinander nicht auch konditionieren würden… warum ist das immer das Feindbild oder der Gegensatz zum Dominanzmüll (die Konditionierung kommt auch hier vor)? Man kann das doch nur fürchten, wenn man keine Ahnung davon hat…?
Christine Holst 27. Dezember 2014 um 14:26
Carla und Wortzauberin: unterschreib auch ich 🙂
Der Begriff Konditionierung und ihre Formen haben nichts mit der Dominanz Theorie zu tun! Kann ergo nicht das Gegenteil bedeuten. Ich kann dir gerne hierzu zwecks Aufklärung und Fortbildung Fachliteratur benennen. Oder lies beispielsweise gerne >Affe trifft WolfWölfisch für Hundehalter< von Günther Bloch. Ist zumindest auch für Laien verständlich. Gibt dann zusätzlich noch Aufschluss über die frei lebenden Wölfe uvm.
Und dann noch der guten Ordnung halber; es ging um Konditionierungsautomaten (siehe Artikel oben)
Tanja: "Tierschutzvereine, Pflegestellen und Gassigeher verdienen nichts an der “Hundeausbildung”, sie bilden meist nicht einmal aus. Sie kümmern sich nach bestem Gewissen (alles andere sind keine Tierschützer) um Tiere, die sonst keiner haben will."
Diese Aussagen verstehe ich nicht??? …..Verdienen nichts an der Hundeausbildung, weil sie meist nicht ausbilden. Und alle anderen sind keine Tierschützer…..
Ad eins, was heißt für dich "kümmern sich nach bestem Gewissen"? Das behauptet eine BE von sich auch. Also woran machst du das fest? Ein Zuviel an Vermenschlichung, gerade im Tierschutz, bringt sogenannte "Problemhunde" hervor. Sind sie die guten Tierschützer für dich? Und was ist mit den Tierschutzorganisationen, deren Motivation ist, möglichst viel Profit einzufahren? Die sind dann sicherlich die Schlechten. Nur wo ist die Trennlinie. Woran machst du dies fest? Tierheime müssen auch Gelder erwirtschaften. Spenden alleine reichen nicht aus. Mal abgesehen davon, dass nicht alle Hunde aus dem Ausland gerettet und nach Deutschland verfrachtet werden müssen!
Aber diese Thematik würde hier nicht nur den Rahmen sprengen, sondern gehört auch an diese Stelle inhaltlich nicht hin.
Ad zwei, seit wann sind Gassigeher Tierschützer? Habe ich da etwas verpasst? Ad drei, was machen denn die Pflegestellen und Tierschutzvereine mit den Hunden bis zur Vermittlung? Nur Verwahren? Vielleicht bedarf es deinerseits einer Definition von "Hundeausbildung", damit ich dich verstehen kann.
Und gerne noch einmal für dein Verständnis; in meinem Fazit (siehe Artikel oben) steht:
„Und die Forderung nach einer erwiesenen Sachkunde muss meines Erachtens alle involvieren, die mit Hunden und ihren Menschen umgehen. Also auch Vereine, Gassigeher, Hundepensionen, Pflegestellen etc. Der Tierschutz darf hier nicht außen vor bleiben.“
Wo bitte stehen hier die von dir benannten Tierschützer oder Tierschutzvereine??? Tierschutz im letzten Satz meint das neue Tierschutzgesetz. In diesem sind aktuell alle Hunde Vereine nicht involviert. Ebenso nicht die anderen oben benannten. Alle erziehen in irgendeiner Form die Hunde. Manche überlassen die Hunde auch einfach nur sich selbst; egal mit welch verheerenden Konsequenzen.
Tierschutzorganisationen, also auch Tierheime benötigen ebenfalls eine Sachkunde. Diese ist bereits im Tierschutzgesetz an anderer Stelle geregelt. Ob diese so ausreichend ist, steht auf einem anderen Blatt. Hundepensionen müssen mit Blick auf die Unterbringung etc. Auflagen für das Veterinäramt erfüllen. In wie weit sie im Umgang mit dem Hund sachkundig sind interessiert das Amt nicht. So darf ja aktuell ein Rudler nur gerudelte Hunde in seine Pension aufnehmen. Muss ich das jetzt weiter erläutern?
Last not least, was hat die Hundesteuer mit den Hundetrainern zu tun? Vielleicht solltest du dich hierzu laut den Spielregeln im Forum einlassen. Oder es besser gleich an die Verantwortlichen aus den Kommunen richten.
Christine Holst 27. Dezember 2014 um 14:43
„Ein Hinweis zum Thema “irreführende Werbung auf der Website einer Hundetrainers”. Hier bringt eine Anzeige beim VetAmt höchstwahrscheinlich nichts, denn das VetAmt ist nicht für Websites zuständig. Der normale Weg bei irreführender Werbung ist die Abmahnung – also zum Anwalt gehen, diesem die Sachlage schildern, der Anwalt wird dann den betreffenden Hundetrainer kostenpflichtig abmahnen und zur Korrektur der Website auffordern.“
Um dafür Sorge zu tragen, dass die irreführende Aussage von der HP verschwindet…Ja!. Ist allerdings auch für denjenigen, der die Abmahnung initiiert kostspielig.
In diesem konkreten Fall war darüber hinaus die Anzeige beim VetAmt auch korrekt. Sie entscheiden über die Erlaubnispflicht und die hat der besagte Hundetrainer definitiv nicht . Er hat nicht einmal einen Antrag gestellt, sondern versucht sich durch zu mogeln.
Bleibt zu hoffen, dass er als schwarzes Rudelschaf ausgebremst wird.
Timbra 28. Dezember 2014 um 1:16
„Ich bin auch der Meinung, dass man für einen “normalen Hund” keine Hundeschulen, Gurus oder Experten braucht. Die Experten braucht man dann, wenn man es mit einem “Problemhund” zu tun bekommt. Wodurch wird aber oft ein normaler Hund zum “Problemhund”? Durch Hundeschulen, Gurus oder Experten.“
So weit möchte ich gar nicht gehen. Ich denke, dass immer noch in erster Linie der Hundehalter dafür verantwortlich ist, sowohl dafür, dass ein normaler Hund zum Problemhund wird als auch dafür, dass ein Problemhund nicht normal wird (von völlig gestörten Extremfällen mal abgesehen).
„Auch eine Menge RS-Anhänger werden nach einiger Zeit mit ihren Hunden ähnliche Probleme bekommen wie bei den jetzt schon “nicht mehr vorzeigbaren” Hunden von Ertel und der RS-Kerngruppe.“
Das glaube ich auch, wenn sie sie nicht sogar schon vorher hatten.
„Wenn ich dann doch zum Experten laufen muss, weil ich mit meinem Latein am Ende bin, dann will ich mich wenigstens darauf verlassen können, dass sich dieser zumindest in den Grundlagen mal mit Verhaltensforschung und Tierpsychologie auseinandergesetzt und eine Prüfung absolviert hat. Das verhindert zwar nicht, verringert aber zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass ein Hund durch einen unfähigen Trainer “verpfuscht” wird.“
Wie gesagt, ich bin der Meinung, dass vor allem der Hundehalter in der Pflicht ist. Bei Auswahl eines Trainers würde ich vor allem auf die Ausbildung achten, die es ja (leider) so als Voraussetzung für die Trainertätigkeit nicht gibt. (Beispiel: Dort, wo ich traile, dauert nur die Basis-Ausbildung zum Trail-Trainer allein schon zwei Jahre. Dafür bekomme ich aber auch Qualität und das merke nicht nur ich, sondern vor allem der Hund.) Prüfungen wären mir nicht wirklich wichtig, ebenso wenig irgendwelche Seminare oder Mitgliedschaften in Hundetrainer-Vereinigungen. Aber das Allerwichtigste ist für mich Erfahrung, Erfahrung und nochmals Erfahrung, am besten mit der Rasse meines Hundes. Ja, und da wird es dann schon bei der Erfahrung, womit ich nicht nur ein paar Jahre meine, sehr dünn.
SkipMuck:
„Zwischen 2008 und 2013 haben wir Deutsche uns auf Platz 3 der europäischen Haustierhalter hochgekämpft (hinter Russland und Italien).“
Warum bleiben wir nicht einfach bei den Hunden? In anderen europäischen Ländern werden viel mehr Hunde gehalten als in Deutschland und trotzdem gibt es dort nicht einmal eine Hundesteuer.
„Wenn man es unter Einbeziehung der demographischen Entwicklung betrachtet, dann ist in unserem Land der Anteil der “hundefreien” Haushalte in den letzten 10 Jahren konstant zurückgegangen.
Grösste Zunahme bei den Hunden in Grossstädten.“
Das wird ja ständig behauptet. Ich bitte daher um genaue Zahlen. Ich sehe vielmehr, dass durch den Focus auf Hund und Halter der Anschein erzeugt wird, es gebe mehr Hunde. Wenn ich mir den gemeinen Stadtmenschen so ansehe, ist da aber sowohl zeitlich als auch räumlich recht wenig Platz für einen Hund.
„Vor 25 Jahren beschrieben Hundehalter Ihre Hunde überwiegend in der Kategorie Arbeits- und Gebrauchshund. Heute ist das nicht so!“
Wenn ich mehr als 25 Jahre zurückblicke, so wurden auch schon damals in meinem Umfeld (ich bin in der Stadt aufgewachsen) Hunde einfach als Familienhunde gehalten.
„Da wir aber die Menschen nicht ändern. Solange auch die Politik nie auf die Idee kommt 7 % der Wählergemeinschaft zu verprellen, indem sie den Hundekauf beschränkt.“
Die Politik hat die Hundehalter schon ganz gewaltig verprellt, z.B. mit den Hundegesetzen, die in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft wurden. Da wurden beispielsweise in zahlreichen Städten Hundelobbys gegründet, es wurde demonstriert und die Hundehalter haben sich jeden Tag mehrfach strafbar gemacht und sich ein Spießrutenlaufen mit den Ordnungshütern geliefert, um ihren Hunden ein halbwegs artgerechtes Leben zu ermöglichen. Und ehrlich gesagt ist mir noch nie der Gedanke gekommen, den Hundekauf zu beschränken. Wie kann man überhaupt auf so eine abstruse Idee kommen? Als wenn die Hunde unser Leben bedrohen würden…
„Solange macht es Sinn sich auch Gedanken darüber zu machen, wie die zitierten Hundeschulen, -trainer, -beschäftiger etc. wenigstens die Basisqualität liefern, die nötig ist (allen anderen ausser meinen Hunden) Hunden zu einem auskömmlichen Leben zu verhelfen.“
Boah, echt jetzt. Basisqualität und auskömmliches Leben durch Hundetrainer. Schönen Dank. An erster Stelle steht mal der Hundehalter, der zudem auf ein paar tausend Jahre Lebensgemeinschaft mit dem Hund zurückblicken kann, und da gab es sicherlich gravierendere Änderungen als das bisschen in den letzten 10, 15 Jahren. Außerdem haben sich weder die Menschen und schon gar nicht die Hunde in den letzten paar Jahrzehnten gravierend geändert, sondern die Gesellschaft und das nicht nur in Deurtschland.
Alles in allem: Ich finde Deine Sichtweise echt bitter, auch wenn sie in unsere Zeit passt wie Topf auf Deckel. Wir haben es hier mit Lebewesen zu tun – sowohl Mensch als auch Hund – und nicht mit irgendwelchen Rechenspielen.
„Da haben wir doch einen Ansatzpunkt.“
Dabei bleibt es dann auch leider und deswegen glaube ich nicht, dass wir einen Ansatzpunkt haben. Was nämlich folgt, hat mit diesem vermeintlichen Ansatzpunkt nichts zu tun, sondern es sind Gemeinplätze, gespickt mit der – mal zurückhaltend ausgedrückt – ziemlich „gewagten“ Behauptung, in unserer heutigen Zeit hätten viele Menschen den Blick, das Bauchgefühl und die Überprüfung mit dem gesunden Menschenverstand ein Stück verloren. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich von oben herab, so etwas zu unterstellen. Wer sind diese vielen Menschen, denen das unterstellt wird? Anwesende ausgenommen? Und wer sagt, dass das die Allheilmittel sind? Muss man wirklich so seine berufliche Existenz rechtfertigen? Denn es naht schon die Rettung: Der Hundetrainer als Aufklärer, Dolmetscher und Hilfestellung Leistender, ohne den ein Miteinander (äh, ein was?) praktisch nicht möglich wäre und der den in der Sachkunde minderbemittelten Hundehaltern am Ende des Tages das Bauchgefühl (bah, Unwort!) im Idealfall *zurück*gebracht oder zumindest dazu angeleitet hat.
Naja, und dann wird auch noch allgemeingültig formuliert, was für die anderen Experten zu gelten hat. Ich dachte eigentlich, es geht um die Angst vor der Sachkundeprüfung und einen einheitlichen Sachkundenachweis, aber gut.
Jedenfalls ist das genau der Grund, warum ich – ich gebe es zu – von Hundetrainern keine besonders hohe Meinung habe. Viele meinen (also jedenfalls die, mit denen ich zu tun hatte), sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und die gemeinen – ach nein: viele – Hundehalter, die tagtäglich ihre Hunde erleben, sind, wie gesagt, eben ein bisschen minderbemittelt, weil ihnen die Grundlagen in Sachen Hund jedenfalls so weit verloren gegangen sind, dass sie die Sache selbst nicht geregelt kriegen und der Hilfe Dritter bedürfen, die ihnen beipuhlen, wie der Hase läuft. Vielleicht liegt es aber einfach daran, dass diese vielen Hundehalter meinen, auch den abstrusesten Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden zu müssen und die Probleme so überhaupt erst schaffen – Bauchgefühl hin, gesunder Menschenverstand her? Wie soll man z.B. entspannt sein, wenn man ständig Angst hat oder verunsichert ist und alle Naslang wegen irgendwelcher Nichtigkeiten angepöbelt wird?
Und ich setze noch einen oben drauf: Ich halte den Hundetrainer im Allgemeinen für nicht dazu in der Lage, das zu leisten, was da so alles behauptet wird, egal, ob mit oder ohne Sachkundenachweis, insbesondere wenn es um Problemverhalten geht (ich meine nicht Sitz, Platz, Bleib).
Hundeverhalten ist sehr komplex und vielfältig und hängt von unzähligen Faktoren ab. Hunde äußern sich sehr ähnlich oder gleich, wobei die Ursachen äußerst unterschiedlich seien können, ebenso die Reaktionen auf Kommunikation jedweder Art, usw.. Ich bin der Meinung, dass gerade in den Fällen, in denen es wirklich drauf ankommt, ein Hundetrainer, der den betreffenden Hund nicht wirklich gut kennt, nicht in der Lage ist, die Ursachen von Verhalten richtig einzuschätzen und dem Hundehalter den zielführenden Umgang mit dem Hund an die Hand zu geben, ja vielleicht nicht einmal in der Lage ist, das Verhalten selbst zutreffend zu lesen. Das ist ja auch alles nicht schlimm, Hundetrainer sind keine Hellseher. Aber man möge dann bitte auf dem Teppich bleiben.
Und, Christine Holst, das Bauchgefühl ist nicht das, was einem bei Milan & Co. die Augen öffnen kann. Hier helfen die Augen selbst und ein bisschen Grundlagenwissen in Sachen Lernverhalten sehr viel weiter.
„DEN Hund gibt es nicht. “Früher” war alles anders. Es gab weniger Hunde, Frauen waren Vollzeit Hausfrauen, Grosseltern lebten in den Familien, es gab kein Internet wo man sich zum Thema Hund bis zum umfallen austauscht, engagiert und echauffiert (sprich wertvolle Zeit vergeudet, was unsere Vorfahren weder brauchten noch vermissten). Stadt und Land waren weniger dicht besiedelt. Heute klagen die Leute, wenn sie auf dem Land von Kuh, Hahn und Kirchglocke “belästigt” werden. Dass ein grosser Teil der Hundebesitzer extrem egoistisch und rücksichtslos die heutige hundefeindliche Gesinnung provoziert hat sollte man nicht unter den Teppich kehren.“
Ehrlich gesagt: Ich kann diese Standardaussagen nicht mehr hören. Und die sie Tätigenden und die Zustimmenden sind natürlich ausgenommen.
Carla, Du hast doch auch einen Hund, über den man sich sicherlich schon aufgeregt hat. Wieso sollte man von Dir nicht behaupten, dass Du extrem egoistisch und rücksichtslos bist? Wieso muss eigentlich jeder in Sachen Hund ständig anderen „aus den eigenen Reihen“ den schwarzen Peter zuschieben?
Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass Beißvorfälle seit mittlerweile Jahrzehnten rückläufig sind, außerdem dass Hundeschulen Hochkonjunktur haben, dass noch nie zuvor im Gegensatz zu heute großartig Wert auf Sozialisation gelegt wurde, dass es „früher“ keine Gassibeutel gab (da hat man sich noch darüber geärgert, dass man die Augen nicht aufgemacht hat, wenn man in Hundekacke getreten ist) und und und. Und all das ändert m.E. an der hundefeindlichen Gesinnung rein überhaupt nichts, weil es nämlich immer Leute gibt, die an irgend jemandem ihren Frust auslassen müssen.
Weißt Du, Carla, ich habe seit Jahren für meine Hunde eine Leinenbefreiung und ich darf sie ganz im Sinne des Gesetzes dementsprechend frei laufen lassen. Weißt Du, wen von den Pöblern und Beleidigern, die sich schon allein an dem Umstand des Freilaufes stören, das interessiert hat? Genau: Niemanden, in all den Jahren nicht einen einzigen Menschen. Es kennt auch niemand die entsprechende gesetzliche Regelung, obwohl hier über 80 % der Hundehalter eine Leinenbefreiung haben. Dafür weiß aber jeder ganz genau: Hunde gehören an die Leine, hat man ja schließlich in der Bild-Zeitung gelesen. Erdreistet man sich, auf die Leinenbefreiung hinzuweisen, wird man sofort beleidigt. Ruhe wäre erst, wenn es überhaupt keine Hunde mehr geben würde.
Meiner ganz persönlichen Meinung nach sind es nicht die Hundehalter, die die heutige Hundefeindlichkeit provoziert haben, sondern die Medien. Und je nachdem, wie viel oder wenig in den Medien, insbesondere in der Zeitung, gegen Hund und Halter gehetzt oder gar positiv berichtet wird, wird man mehr oder weniger angepöbelt und vielleicht mal einfach in Ruhe gelassen.
„Auslandstierschutz mit Massenimport gabs auch nicht, also auch nicht die Massen an Hunden, die alles andere als normal sind.“
„Gerade weil die Vereinsausbildung so lange und so fest an veralteten Methoden gekrallt hat, konnten sich doch private Ausbilder etablieren. Weil den Leuten das in Reih und Glied latschen, der Kasernenhofton und die ruppigen Methoden nicht mehr akzeptabel waren.“
Äh, die wenigsten haben das wohl so fortschrittlich gesehen oder sind überhaupt auf einen Hundeplatz gegangen (jedenfalls nicht in meinem Umfeld) und noch weniger haben den Mumm gehabt, danach zu handeln. Noch heute haben solche Methoden, z.B. in Form von Cesar Millan, Hochkonjunktur. M.E. zumindest in erheblichem Umfang deswegen, weil sie so wunderbar der Natur des Affen Mensch entgegen kommen.
M.E. haben sich deswegen Hundetrainer etabliert, weil auf gesellschaftlicher Ebene der Bedarf geschaffen wurde. Wieso geht man denn zum Hundetrainer? Weil man meint, der Sache nicht gewachsen zu sein, sie nicht selbst wuppen zu können. Nach ein paar tausend Jahren Zusammenlebens mit dem Hund…
„Logisch, dass dann viele mit der Natur des Hundes konfrontiert Hilfe brauchen. Statt sich lustig zu machen, sollte man ein Kompliment aussprechen. Es gibt zu viele, die Hilfe brauchen aber nicht suchen. Weil sie glauben, das brauchen sie doch nicht. Der Hund zahlt die Zeche. So ebenmal alle Ausbilder als Quark zu verurteilen kippt nur das Kind mit dem Badewasser aus.“
Es scheint offensichtlich Einigkeit darin zu bestehen, dass viele Menschen mit ihrem Hund nicht klar kommen und Hilfe brauchen. Das finde ich sehr traurig (das meine ich ernst). Ich bin allerdings auch der Meinung, dass der Hund die Zeche zahlt, aber für die von gesellschaftlicher Seite gestellten, abstrusen Anforderungen an Hund und Halter. Ich bin der Meinung, dass diese ganzen Auswüchse – z.B. von der unreflektierten Übernahme von im Fernsehen publizierten Trainingsmethoden über panische, ihre Hunde über die Straße zerrende Hundehalter bis zu Rudelstellungen – ein gesellschaftliches Problem sind.
Ich verteufele auch keine Hundetrainer. Ich bin nur der Meinung, dass ihr Ansatz falsch ist und dass sie nicht per se die Lösung des Problems sind und auch nicht sein können.
Und ich frage mich, ob diejenigen, die hier „unterschrieben“ haben, sich wirklich vor Augen geführt haben, zu was sie da ihre vorbehaltlose Zustimmung erklärt haben.
Außerdem möchte ich noch ein mögliches Mißverständnis aufklären. Mir geht es nicht um Konditionieren oder nicht. Natürlich konditioniere ich! Wie soll ich denn sonst meinen Viechern was beipulen?
Abschließend in Kürze noch zu dem, was Christine Holst zum Tierschutz sagt: Das finde ich ebenso unter aller Kanone wie die Äußerung von Carla. Und für wie platt hält Christine Holst eigentlich engagierte Tierschützer? Abgesehen davon macht es einen Unterschied, ob man kommerziell Hunde ausbildet und damit seinen Lebensunterhalt finanziert oder im Rahmen des Tierschutzes ehrenamtlich mit Hunden zu tun hat.
Nur dieser Punkt noch:
Wo bitte stehen hier die von dir benannten Tierschützer oder Tierschutzvereine???
„alle“, „Pflegestellen etc.“
Ich kann mich Tanja nur anschließen: Irrsinn.
Ungerudelt 28. Dezember 2014 um 8:46
Bin da ziemlich zwigespalten. Einerseits kann ich Timbras Ausfürhrungen verstehen – andererseits hab ich in unterschiedlichen Vereinen miterlebt, wieviel Krampf dort auf Grund von Inkompetenzen verzapft und produziert wird, dass ich ziemlich am resignieren bin.
Klar: In der heutigen Denke vieler Menschen bleibt kaum mehr Raum und Möglichkeit, Hunde als Hunde leben zu lassen und viele Probleme sind hausgemacht, weil Hundsein immer mehr eingeschränkt wird.
Daraus ergeben sich Probleme, die die Hundehalter, welche sich naiverweise ohne ausreichend Erfahrung, einen Hund „zugelegt“ haben, oft alleine nicht mehr lösen können – selbst wenns nur Kleinigkeiten im Umgang wären, die durch Veränderung die Probleme minimieren oder beseitigen würden.
Aber genau deshalb denke ich, ist es erforderlich, die Qualität der Arbeit von Hundetrainern usw. zu erhöhen, bzw. diejenigen auszusieben, die zuwenig Kompetenzen besitzen und durch maßlose Selbstüberschätzung erheblich dran beteiligt sind, dass Hunde zu Problemhunden werden.
Da brauch ich nur in den umliegenden Vereinen zB die Welpenstunden beobachten oder auch die Junghundegruppen, in denen fröhlich gemobbt wird, solange, bis ein Junghund endlich gelernt hat, sich aggressiv zur Wehr zu setzen und Abwehraggression schnell generalisiert, weil niemand den HH zeigen kann, was ok ist und was nicht und kaum noch ein Hund die Möglichkeit hat, sich unbefangen, ohne in eingezäunten Hundplätzchen auf beengtem Raum, mit Artgenossen auf hündische Manier bekannt zu machen, ungezwungen im Freilauf Kontakte zu erleben- oder wie früher bei den Alleingängen, weil viele Hunde ganz einfach noch frei rumliefen, dabei ein gutes Sozialverhalten entwickelten und viel weniger Defizite entwickelten, die sie heutzutage ständig durch Leine eingeschränkt, entwickeln.
Allerdings kann ich durchaus nachvollziehen, weshalb immer mehr hundefeindliche Einschränkungen erwirkt werden. Im Kleinstädtchen, in dem ich lebe, schießen die Wohnsiedlungen wie Pilze aus dem Boden und die Hundepopulation ist derart dicke geworden, dass ich Nichthundebesitzer verstehen kann, wenn sie sich darüber aufregen, alle paar Meter in Hundekacke zu treten, wenn sie nicht wie hypnotisiert die Augen auf dem Boden halten oder auch die Schnauze voll davon haben, alle paar Minuten von einem unerzogenen Hund angesprungen oder angekeift zu werden.
Als HH verlange ich persönlich nicht von jedem NichtHH, dass er es tolleriert, wenn meine Hunde ihre bematschten Pfotenabdrücke auf ihrer Kleidung hinterlassen oder durch deren Gebell erschreckt – oder gar beim Joggen in die Wadeln gezwickt werden.
Genau so ist der momentane Stand der Dinge im Hier und Jetzt, wo ich lebe.
Und genau da erlebe ich immer wieder, wie Hundehalter gerne ihre Hunde erziehen würden, aber nicht wissen wie sie das anstellen sollen. Dann suchen sie Hilfe bei Trainern, die sie dazu anleiten, den Hund noch mehr zu verderben, als es schon passiert ist und gleichzeitig werden von Vereinen nach wenigen Stunden „Seminarteilnahme“ TÜV zertifizierte Scheine ausgestellt mit dem Titel „Hundetrainer“ oder „Berater“…..und mir wird übel, wenn ich in der Praxis sehe, WAS dabei vermittelt wird.
Ich bin absolut FÜR eine Überprüfung der Kompetenzen. Auch wenns momentan noch nicht einheitlich und zufriedenstellend gehandhabt wird…………aber irgendwo und irgendwie ist damit wenigstens ein Anfang gemacht und aus Fehlern dabei wird man lernen…..hoff ich……………
WAS Konditionierung im einzelnen und detailliert ist, wird dabei hoffentlich auch abgefragt!
Gaby 28. Dezember 2014 um 9:16
„Ich bin allerdings auch der Meinung, dass der Hund die Zeche zahlt, aber für die von gesellschaftlicher Seite gestellten, abstrusen Anforderungen an Hund und Halter. Ich bin der Meinung, dass diese ganzen Auswüchse – z.B. von der unreflektierten Übernahme von im Fernsehen publizierten Trainingsmethoden über panische, ihre Hunde über die Straße zerrende Hundehalter bis zu Rudelstellungen – ein gesellschaftliches Problem sind.“
@Timbra: Da sind wir einer Meinung. Was also sollte man konkret tun, um dieses Problem in den Griff zu bekommen? Mal abgesehen vom Elfer, was muss passieren, damit diese Auswüchse korrigiert werden?
petra keil 28. Dezember 2014 um 10:26
Timbre – par excellence !
Und Gabi, vorerst gibt es wahrscheinlich keine vernünftige Lösung , weil der Mensch das Problem ist – so simpel es auch klingen mag.
Hunde sind sehr anpassungsfähig und sollten noch eine menge Geduld mit UNS aufbringen…
WIR drehen zu schnell und etwas falsch am Rad , das erlebe ich bei meiner Arbeit fast 365 Tage im Jahr.
Ob Paragraphen da Licht in den Tunnel werfen bezweifle ich. Die schwarzen Schafe jonglieren vor der Prüfung mit übergezogenem weissen Schafspelz und arbeiten eventuell später wieder in ihrer üblichen Trainingsmentalität . Jedes Land kocht sein eigenes Regelsüppchen.
Alles schon geschrieben worden……..
Eigentlich wollte ich nur Timbra DANKEN , für den wunderbaren, mir aus der Seele geschriebenen Beitrag!
Petra Keil von 8Hunde
petra keil 28. Dezember 2014 um 13:09
Sorry, TIMBRA !
Carla 28. Dezember 2014 um 17:39
@Timbra,
auf unterstelle Verallgemeinerung mit Verallgemeinerung zu antworten kanns ja auch nicht sein. Und ich sehe in Deiner Antwort zum grossen Teil Verallgemeinerung. Ausbilder sind schlecht, Hundehalter sind gut, Vereine sind gut, Sachkundenachweis ist schlecht, Behauptungen nicht nachgewiesen, wer nicht Deine Meinung teilt…….
Wie sieht denn nun ein Ansatz aus? Alles so lassen wie es immer schon war? Berufsverbot aller privaten Ausbilder? Nur die Vereinsausbildung, da die ja gut ist? Dann bleibt dem Hundehalter immer noch ein endloses Feld an Forumsdiskussionen, Buch- und DVD Handel, das TV und YouTube. Hier kann sich bekanntlich jeder tummeln, der meint was zum Thema zu bieten. Hier gibt es keinerlei Begrenzung.
Brauchts staatliche Zensur?
Man legt dem hilfesuchenden Halter die alleinige Verantwortung auf. Als Laie soll er sich halt selber schlau machen und die Streu vom Weizen trennen. Er soll irgendwie wissen, ob er Millan oder Bloch oder Ertel folgt und warum. Auch wenn dann zig erfahrene Hundehalter sich widersprechende Aussagen dazu machen. Muss er halt selber wissen, ob er Timbra oder Carla glaubt.
Niemand hat behauptet, es gibt keine Menschen, die ohne Hilfe Hunde erfolgreich in ihr Leben und ihre Umwelt integrieren. Ohne Nachfrage keine privaten Ausbilder, keine Vereine, keine Tierheime und andere Orgas. Ohne Nachfrage kein Buch- und DVD Handel, kein TV, kein YouTube, kein Blog, kein Forum. Deiner Sicht entsprechend, schaffen die privaten Ausbilder die Nachfrage. Respekt! Das muss eine klevere Mafiabande sein. Sie versauen Welpen, oder bringen Halter dazu dies selber zu tun, damit sie dann mit den Problemhunden in die Hundeschule gehen. Denn nur eine geringe Anzahl von Welpen taucht in Hundeschulen auf. Dann sind sicher alle in Kleinanzeigen feilgebotenen Hunde, alle ins Tierheim abgeschobenen Hunde von privaten Ausbildern versaut und ohne diese Pfuscher und Abzocker wären aus all diesen Welpen normale, brave erwachsene Hunde geworden. Naja, ein bischen helfen ja auch Politiker mit, so ganz allein schafft die Ausbildermafia es doch nicht. Man kann direkt Angst kriegen und nach dem Aluminiumhut greifen.
Wie Du siehst, brauch ich keinen Hund um Leute auf die Palme zu bringen 🙂
Aber im Ernst: wenn Du einen Zauberstab hättest: wie sähe Deine Lösung aus?
SkipMuck 28. Dezember 2014 um 18:39
@ all und besonders Timbra
Es lebe das Weihnachtsfest – da hat man endlich mal Zeit
Wenn ich – als Landbewohner – aus dem Fenster gucke, brauche ich kein Fernglas um meinen Nachbarn zu sehen. Milch gibt es aus dem Tetra Pack und die Post kommt mit dem Auto. Meine Hunde treiben keine Schafe mehr – und Jäger bin ich auch nicht.
Wenn bei Dir das Leben noch anders läuft – vielleicht ist das schön. Für Dich !
Da bist Du vielleicht repräsentativ für 3,5% der Bevölkerung.
96,5% der Bevölkerung halten sich Hunde als nette Familienmitglieder. Im Fernsehen sind die doch auch niedlich… Spätestens mit Eintritt in die Hundepubertät stellen viele entsetzt fest, dass ihr Hundemodell keine Batterien, keine USB Schnittstelle und keine Batterien besitzt. Nun wird es ernst….
Es wird ernst für den Menschen, denn der hat sich das anders vorgestellt. Und es wird ernster für den Hund , denn der muss ausbaden, was sich sein Mensch vorgestellt hat (aber nie zum Ausdruck brachte).
Es wäre noch schlimmer, ergriffen diese Menschen nicht die Möglichkeit der Hilfe. Da die Bildung im Wesentlichen durch TV gespeist wird (ob man mag oder nicht) geht seit der „Hundeflüsterin“ und Martin Rütter keiner mehr in seinen Schäferhundeverein – schon gar nicht mit dem süssen Mops, dem niedlichen Jack Russell oder dem antiallergenen Labradoodel. Da geht man zum Verhaltensberater – logo: Auch mit seinem pubertierenden 14 jährigen Sohn geht man nicht mehr zur Wehrsportertüchtigung sondern eher zum Erziehungsberater.
Wenn dem so ist, dann ist einfach nur zu verlangen, dass wie meinem Sohn auch meinem Hund mit nachvollziehbaren Grundsätzen geholfen wird.
Es gibt seitenfüllenden Beispiele für gut und schlecht, richtig und falsch, Verein und Hundetherapeut oder Tierschutz. Das ist eigentlich egal – wir alle haben da viel zu erzählen.
Worauf kommt es an: Nachhaltiger Tierschutz unter Berücksichtigung der derzeitigen Lebensumstände in der Jetztzeit eines bevölkerten Industrielandes – durch Schaffung von gemeinsamen Standards, die eine effektive, minimal invasive und aufklärende Lösung von Mensch/Hund Problemen ermöglichen.
Ich wundere mich, dass wir diesen Ansatz nicht unterstützen – sondern eher alles dafür tun, zu erklären, warum WIR schon mal nicht dazugehören.
PS. Schon OK – auch Weihnachten ist ja nicht mehr standardisiert… seit es das Internet gibt 🙂
christine Holst 28. Dezember 2014 um 19:16
Wie erkenne ich denn einen engagierten Tierschützer? Und heißt engagiert auch immer gleich wirklich zum Wohle des Hundes? Mir sind große Tierschutzorganisationen bekannt, die Masse vermitteln, da alle „gerettet“ werden müssen. Da darf der Hundehalter einfach im Internet aussuchen,, und nimmt dann den Hund am Flughafen oder Parkplatz in Empfang . Im Vertrauen auf die Tierschutzorganisation; sie kennen den Hund ja. Wie oft ist dann die Hilflosigkeit groß. Entpuppt sich der Hund als „Problem“ Fall. Und hier ist nicht das andere Ende der Leine schuld – jedenfalls meist nicht. Ähnlich ist es mit Welpen, die durch Zuchtbedingungen schon völlig gestört und verhaltensauffällig sind. Oft sind es auch die Züchter, die den neuen Welpen Käufer antreiben. Von wegen mit dem Border Collie müssen sie unbedingt Agilty oder ähnliches machen. Auch hier entsteht Überbeschäftigung und natürlich ein Markt für Hundetrainer. Ich will dies gar nicht weiter ausführen. Die Liste ist lang.
Mich nervt dieses „alles über einen Kamm scheren“!
Ich persönlich kenne sehr gut arbeitende Tierheime und TschOrgas und wirklich welche, die verboten gehören. Ein großes Tierheim hat hier beispielsweise mit Hunden aus dem Ausland gehandelt. Damit haben sie ihr Geld verdient. Es hat Jahre gedauert, bis wir ihnen das Handwerk legen konnten und sie endlich weg vom Fenster sind. Leider haben die Behörden all die Jahre zugeschaut und trotz Anzeigen nicht gehandelt. So kenne ich auch eine bundesweit agierende TschOrga, die primär mit Pflegstellen arbeitet. Zeigt der Hund auch nur ansatzweise ein von der „Norm“ abweichendes Verhalten wird er einer Hundetrainerin vorgestellt. Diese wiederum ist von Maja Nowak ausgebildet und nach RS werden die Hunde dann auch begutachtet. Diese Pflegestellen haben die Hunde einfach nur lieb und sind mit wenig Sachkunde ausgestattet. Davon gibt es mehrere. Ja, sie wollen den Hunden helfen. Ob fehlendem Fachwissen zahlt hier der Hund jedoch meist die Zeche. Aber ihre Menschen auch.
Genauso gibt es Hundetrainer, die ihr „Handwerk“ verstehen. Und andere eben nicht. Punkt! Deshalb das Begehren nach einer einheitlichen Prüfung etc. (siehe Artikel oben). Mir ist auch klar, dass damit nicht alle Probleme gelöst werden, aber es ist ein Anfang und Schritt in die richtige Richtung. Wir können natürlich jetzt hier das ganze Fass aufmachen und uns über Züchter, Verbände, Rasselisten, absurde Wesenstests, Hundeführerschein, Auslandstierschutz, Hundevermehrer, Hundehandel, Medienverantwortung, Futtermittel“mafia“, falsch verstandene Tierliebe, Tierärzte, Animal Hording, usw. auslassen. Alles greift irgendwie in einander. Wäre super, wenn ein jeder da handelt, wo er meint etwas Positives bewirken respektive verändern zu können.
Das Menschen wenig oder kaum auf ihren Bauch hören; ich könnte an dieser Stelle auch von emotionaler Intelligenz sprechen, entstammt dem Behaviorismus. Ist also nicht auf meinen Mist gewachsen. Und die Verunsicherung der Menschen, sie bezieht sich ja nicht nur auf die Hundehaltung oder Kindererziehung, sondern auf viele Lebensbereiche, macht mir persönlich eher Sorgen und teils auch Angst. Vor allem weil sie so manipulierbar sind. Warum hat BE denn so viel Zulauf? Sie nimmt den Menschen doch die „Probleme“ und hat vermeintlich simple Lösungen, die den Menschen aus der Verantwortung nehmen. Das ist doch ein Stück Zeitgeist. Schau dir doch gerade die Pegida Bewegung an.
Prima, weil ich versuche, aufzuklären und dieser Manipulation entgegen zu wirken, lässt mich diese Betrachtung überheblich erscheinen? Wahrscheinlich auch, weil ich keine pauschalen Antworten parat habe. Anstatt ‚von immer dagegen’ zu sein lösungsorientiert bin. Ich diskutiere ja gern und finde, man lernt nie aus und das ein Leben lang… aber bitte konstruktiv.
Und sorry Timbra, würde ich meinen Kunden mit diesen deiner Schubladen begegnen, ich hätte keine mehr. Ich mag nämlich nicht nur Hunde, sondern auch ihre Menschen. Zumindest begegne ich ihnen mit der entsprechenden Wertschätzung.
Wortzauberin 29. Dezember 2014 um 2:03
Es wird hier ein wenig krass, so schwarz-weiß, ganz ohne Regenbogen. Das stößt auf, in diesem Fall muss ich es an Timbra richten.
Niemand hat hier irgendwen pauschal für irgendwas erklärt, das hast allein du in deiner Auffassung verschiedener Kommentare getan und es bringt niemanden näher an des Rätsels Lösung. Schon wieder schließe ich mich Carla an, ganz einfach deswegen, weil ich ihr Geschreibsel nicht noch mal wiederholen mag, wenn ich auch einige andere Facetten reinbringen würde: Wie sähe deiner Meinung nach, ohne hier oder da auszuholen und abzuurteilen, eine Lösung oder wenigstens ein Lösungsansatz aus?
Ich kann kaum praktisch aus erster Front mitreden, weil ich/meine Hunde nie in so ner Schule waren oder einen Trainer sonstwie konsultiert haben. Ich gehe völlig, auch aus eigener Erfahrung, damit konform, dass zunächst der Halter in der Verantwortung ist.
Wegklicken lassen sich aber weder die unerfahrenen, überforderten Halter, gleich aus welchem Grund sie es sind, noch die Lösungen versprechenden Trainer. Auch die kannste nicht über einen Kamm scheren, da ist das Leben ebenfalls bunt.
Es geht doch aber – hier – grad um den 11er. Der Gedanke, ob gut oder böse, ob schlau oder dumm, ob was weiß ich, ist aus einer Situation gewachsen, die nicht abzustreiten ist, gleich, ob das nun dämliche Halter, Medien, Pipi Langstrumpf oder Pumuckl verzapft hat.
Ich kann deine Argumente durchaus nachvollziehen, sehr gut sogar. Sie greifen das Übel aber auch nicht ander Wurzel und hier echauffiert emotional auf andere Gedanken im Sinne der Hunde zu reagieren, führt total in eine Sackgasse, in der sind viele ohnehin schon.
Wenn es nach mir ginge, müssten die Menschen bei sich selbst anfangen, bevor ein Hund dazu kommt. Das kriegste aber dammichnochmal nicht umgesetzt. Nu ist halt ein Ansatz, Versuch, mit dem 11er gestartet, der sicher nicht perfekt ist, keine Frage. Konstruktiv wäre aber, sachlich ranzugehen und Vorschläge zu machen, WIE es funktionieren könnte, statt „nur“ über alles zu bellen und die Tür bleibt trotzdemoder erst recht zu.
Hunde haben den Vorteil, im Hier und Jetzt zu leben, selbstverständlich mit allen vorherigen Erfahrungen und Prägungen im Wesensschatz. Was vor 25 Jahren war, interessiert die nicht. Mir hilft es auch nicht weiter, wobei auch? Wer nun warum … mei, entweder alle, die professionell mit Hunden zu tun haben und das auch weissmachen (wollen), dazu gehören nu ma auch Tierschutzvereine, Pflegestellen, etc., oder lass die Suppe weiter köcheln.
Doch, die Gesellschaft hat sich verändert, sogar extrem. Damit werden Probleme geschaffen, nicht nur für Tiere. Ergo sind Experten nötig, die wissen, wie das Uhrwerk tickt, und das vermitteln können. Als Lehrer, Betreuer und Vermittler haben die eine Verantwortung, vor allem diesbezüglich unwissenden und unentschiedenen, geschweige denn hilflosen Menschen, damit im Zusammenhang dann auch für die Hunde – das Mensch-Hund-Ding kannste hierzulande nicht mehr trennen. Zumindest eine Grundbasiswissensfoundation muss ergo vorhanden sein. Auch eine Verkäuferin, Bankerin oder sinstoge mit super Ausbildung kann ihre Position irgendwann irgendwie missbrauchen. Ohne 11er ist aber von Vornherein ein Missbrauchs-Freibrief gegeben und nach aktuellem Stand, siehe Rudelstellungen, sogar begehrt, weil ach so einfach.
Mit einem einheitlichen Zulassungsstandard, der auch als solcher kommuniziert würde, kannste wiederum die Menschen briefen, manche brauchen das halt, sich nach Qualität dem Standard entsprechend umzuschauen.
Die Todesstrafe hat nicht jeden daran gehindert, gegen geltendes Recht zu verstoßen. Auch da ist immer der einzelne Mensch und ggf. die Gesellschaft in der Verantwortung. Soll es deshalb kein Gesetz mehr geben, mal so eben pauschal übertragen? Also, wie Carla sagt, das Kind mit dem Badewasser auskippen?
Kritik finde ich super, dann aber bitte sachlich und konstruktiv, nicht hier jedem einen überbraten, weil funktioniert ja so sowieso nicht und alle sehen es falsch. Niemand von hier hat den 11er entworfen und verabschiedet, niemand die Zuständigkeiten festgelegt, alle machen sich nur Gedanken drum, auf derselben Bühne …
Genau darum geht es – welche Grundlagen? Welcher Standard? Warum? Wie umsetzen? Wie das „Übel“ an der Wurzel packen? Wie kann es (wieder) anders/besser für Hund und Mensch im Zusammenleben werden, ohne geld- und/oder mediengeile Schnackerscharlatane, denen die thumbe Masse blindgläubig nachläuft? Wie sehen mögliche Lösungsansätze aus? Wie ließen sie sich ergänzen und vielleicht sogar praktizieren?
Carla 29. Dezember 2014 um 15:24
Ein Zusatz noch: wenn man von einem neuen Gesetz unmittelbarund nachhaltigst betroffen ist, dann sieht man das logischerweise anders als Leute, die nicht direkt davon betroffen sind. Das ist kein Charaktermangel seitens der Ausbilder, die sich nun intentiv mit diesem Gesetz befassen.
Wenn zum 1. Juni 2015 alle Autofahrer einen neuen Sachkundenachweis brauchen weil zu viele bekloppt und besoffen fahren und die Umsetzung dann aussieht wie derzeit beim Elfer – die Proteste sind doch absehbar.
Wenn man nicht direkt betroffen ist, ist es leicht anderen niedrige Motive zu unterstellen.
Und wer als Ausbilder sein Geld verdient, der zahlt auch Steuern, kauft Dinge ein und hat eventuell sogar noch Angestellte. Ist ja nicht so, dass Ausbilder als Sozialparasiten wie Zecken unter uns leben.
Den fetten Reibach machen die wenigsten. Angestellte mogeln sich oft lange Zeit mit Faulheit und Inkompetenz durch. Zu Lasten der Kollegen. Ein Ausbilder, der dauerhaft versagt, Hunde versaut und Kunden verprellt schafft es weniger lange. Ausnahmen gibts immer.
Ich bin vom Elfer nicht direkt betroffen, die Problematik sieht daher aus meiner Sicht anders aus.
Wortzauberin 29. Dezember 2014 um 22:32
Ein bisschen Differenzierung.
Ich weiß von einem Hundetrainer, der seit vielen Jahren auf eine nordfriesische Insel fährt und von einigen wegen seiner Kompetenz geschätzt wird. Warum? Weil einige echt selbst überzeugt sind, andere, weil sie ein Bell-, Pipi-, Leinen- oder X-Problem hatten und ihn empfohlen bekamen. Die Empfehlung kam meist bei Junghunden oder pubertierenden Halbstarken. Sie kam von einer versierten Person, die aber selbst nicht schult, sondern betreut.
Eines Tages, vor vielen Jahren, sprach ich mit ihr, unter anderem auch darüber (kam so nebenher zur Sprache), dass ein zugezogener Jagdhund nicht ganz ohne war, meinen Hund schon zweimal attackiert hatte, der natürlich schon aus der Ferne entsprechend auf ihn reagiert hat. Wer lässt sich schon gerne freiwillig auf die Fresse haun?
Das eigentliche Problem war, dass die Besitzer ganztags bis in den Abend rein ein Bistro betrieben und deshalb ständig sonstwer mit ihrem Hund rausging. Der war an sich gar nicht mal so verkehrt, aber für nicht jeden leicht zu halten – der hatte (Über-)Gewicht und Power, außerdem hat er nie erfahren, wie er sich verhalten soll.
Sie meinte dann, ich sollte doch Mr. Wunder mal anrufen, vielleicht wüsste der eine Lösung. Ich sagte gleich – in dem Fall gibt es keine, wenn nicht alle Beteiligten an einen Tisch kommen und dort Maßnahmen ergriffen werden, weil, wenn mein Hund drei bis vier Mal am Tag angepöbelt wird, von dem, der ihm schon zweimal zusetzen wollte, der mit seinen dann mal grad aktuellen Gassigängern statt zu gehen, irgendwas tun zu können, bei mir vor der Haustür steht, wir können nicht rein und mein Hund wird von dem, ausgerechnet von dem, lautstark dran gehindert, das kriegste nicht hin. Mein Rüde war ansonsten, einst Problemvieh noch und nöcher, traumatisiert, echt gesellschaftsfähig und sozial, aber da machste nix.
Ich rief dennoch besagten Hundeprofi/-trainer an und durfte mir anhören: Wenn Sie dem Hund keine Freiheiten geben, kann der sich ja nicht zurecht finden. Hä? Soll ich ihn laufen lassen, wenn die beiden aufeinander losgehen? Da haste, wenn nicht gleich, früher oder später einen toten Hund. Mindestens. Er erkannte das Problem nicht. Meinte, ich sei eine hypersensible Hundehalterin, die sich bei jedem Wuff in die Hose pisst oder mehr.
Eine junge Beagle-Hündin machte ihrer Besitzerin Sorgen, weil sie nach ihrer Auffassung zu doll in andere, größere Hunde reinlief und auch auf deren klare Ansagen nicht reagierte. Sie begab sich mit ihrer Hündin in die Hände des Vollprofis. Was tat er? Er löste das Problem: Er schickte seinen Schäferhund, die junge, nicht mal pubertierende Dame zu hetzen, bis sie erschöpft vor ihrem Frauchen lag. Sein Kommentar: „Die geht nicht mehr einfach an fremde, große Hunde ran.“
Die Moral von der Geschicht: Mein Rüde, Podenco-Husky, und sein Kumpel, Berner Sennen, haben sie tagtäglich quasi zurücktherapiert, ihr gezeigt, dass sie weiterhin unbeschwert sein darf und kann. Das hat bei täglichen gemeinsamen Spaziergängen mit den Großen zwei Monate gedauert. Trotzdem hat sie ihre Unbeschwertheit gegenüber einigen größeren Hunden verloren, meinen ungestümen Racker jetzt verkraftet sie gar nicht, schmeißt sich nur auf den Rücken und quietscht, obwohl er ihr nur an der Leine seine Zuneigung bekundet, aus gut zwei Meter Entfernung mindestens.
Zurück zum Erzfeind meines anderen Rüden. Der Mann starb, die Gassigänger wurden älter und hatten wegen Ausbildung keine Zeit mehr (waren damals alles Teenies), rief sie die obige Hundebetreuerin an. Sie, ich und ein Kollege von ihr teilten uns das künftig täglich auf. Siehe da: Sie und ich begegneten uns – sie mit dem Jagdhund, ich mit meinem – sie konnte ihn zwar auch nicht wirklich bändigen, mein Rüde sah aber, wer den Hund hatte und dass ihm keine Gefahr drohen würde. Mit erhobener Rute und abgewandtem Blick lief er stumm vorbei.
Diese Dame, die Hundebetreuerin, hat den 11er. Sie genießt nahezu uneingeschränktes Vertrauen hier, zu Recht. Dieser Hundetrainer, er hat den 11er auch. Das zeigt ganz deutlich, dass immer genau das wichtig ist: Bauchgefühhl! Empathie gegenüber Mensch, Hund und jeweiliger Situation.
Seine Kompetenz kann ich diesem bisweilen hier anwesenden Mann nicht absprechen, er hat sie aber nur gegenüber gewissen Hunden, mit anderen kann er gar nicht. Weder ich noch mein Hund hätten mit ihm gekonnt. Mit Schäfern, Borders, Jackies und anderen klappt das bei ihm offensichtlich super, sofern sie keine Angsthunde sind, dafür ist sein Auftreten zu laut und verängstigend für die. So Draufgänger, die kann er händeln.
Da sind zwei Personen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, beide mit Schein, keine von beiden hatte Probleme, ihn zu bekommen, beide haben jahrelange Erfahrung.
Vielleicht wäre es hilfreich, außerdem aufzuerlegen, darzustellen, wie jemand arbeitet, warum so, mit welchen Hunden (Charakteren)? Das würde natürlich eine gesunde Selbsteinschätzung und -reflektion voraussetzen. Zusätzlich würde ich zumindest ein Grundsemester in Psychologie oder so empfehlen, weil die ausschließliche Konzentration auf den Hund bringts ja nu nicht – mal eben vom Schäferhund hetzen lassen, dass sie … nee, geht gar nicht, verschreckt und verunsichert auch die Menschen, die dann gar nicht mehr wissen, wie mit der Jungspund-Beagelin umgehen.
Eine Hundeschule haben wir übrigens auch. Der Trainer arbeitet – mit 11er – individuell und auch dort, wo die Probleme zu Hause sind, nicht nur aufm eingezäunten Platz. Dann haben wir noch eine Tierärztin und Vorsitzende eines Tierschutzvereins, die auch den Schein hat, und Agility zwecks Erziehung anbietet, meist völlig hektisch und mit schriller Stimme, zwecks Bindungsfestigung und Erziehung. Hey, wenn die loslegt, waren alle meine bisherigen Hunde inklusive Pfleglingen schon aus der akustischen Ferne entweder total paralysiert oder fluchtbereit. Psycho-Druck darf die teilnehmenden Vierbeiner dann, gepaart mit Leckerie wenn sie stillhalten und über die Stange springen, „bei Laune halten“.
Die genannten Personen tummeln sich alle nur auf einer kleinen Nordseeinsel, die meisten Kunden sind tatsächlich Touristen von überall mit ihren Hunden, lediglich die Hundepflegerin und die Hundeschule haben einheimische Vierbeiner dabei.
So – nu – die haben alle den 11er. Einigen Menschen (und ihren Hunden) können sie helfen, anderen nicht, je nachdem halt. Ergo: Bauchgefühl! Das ist aber in der Tat das was Hundehaltern bisweilen fehlt, beispielsweise der Beagle-Besitzerin. ICH hätte dem Typ was geschissen und seinen Hund selbst abgerufen, hätte der so was mit meinem Racker veranstaltet, und ihm danach noch richtig, aber so ganz richtig die Meinung gegeigt.
Immerhin lehren sie allesamt keine Rudelstellungen oder sonstigen Schmarrn, nehmen bezahlbare Preise, zischen und würgen nicht, nur bei dem Gast-Trainer bin ich entgeistert ob diverser Methoden.
Ok – den 11er haben sie also, trotzdem macht jeder nach seinem Gedünkel, und Menschen, die mit ihren Hunden überfordert sind oder beim kleinsten Jungspundverhalten eingeredet kriegen, musste inne Welpen- oder Hundeschule oder überhaupt schon vom Züchter oder Tierschutzverein oder … sollten eher von Grund auf über das aufgeklärt werden, was sie erwartet, erwarten könnte, was ein Hund eigentlich ist.
Da das aber, nebst den mitwirkenden „Faktoren“, selbst diverse Inhaber des 11ers nicht blicken oder aus sonst welchen Gründen außer acht lassen, sollte da echt eine Komponente in die Sachkundeprüfung rein, die neben Basisbla auch auf das Umfeld, menschliche Psychologie, etc. eingeht.
Dass damit nix wirklich gelöst wird, ist mir klar, ist nur ein weiterer Ansatz, eine weitere Möglichkeit. Dazu sei noch gesagt: Der eine 11er wurde in Schleswig-Holstein, der andere in Keineahnung, der nächste in Hessen, der wiederannere in NRW bestanden. NRW ist der von der hiesigen Hundeschule, Hessen ist der des mal gegegentlich herkommenden Schäferhund auf Jungspundehetzers, Schleswig-Holstein ist die Hundepension mit viel Erfahrung und Mitmenschenundhundenumgangsfähigkeit.
Tja – sollte da nicht doch was Einheitliches her?
Carla 30. Dezember 2014 um 15:42
Tja, die Sachkunde zum Autofahren ist einheitlich. Die Zulassung der Mediziner ist es auch. Auch die Zulassung der Handwerksmeister. Ein Rechtsanwalt kann auch nicht einfach so seinen Betrieb aufmachen. Ein Tierarzt auch nicht. Von einer idealen Welt sind wir dennoch sehr weit weg. All die Vorschriften sind keine Garantie, dass keine Fehler passieren, dass geschlampt wird, dass jemand seine Kompetenzen nicht kennt oder nicht kennen will. Im schlimmsten Fall kommen Menschen deshalb ums Leben. Als Verbraucher weiss ich nicht, ob jemand seine Zulassung mit dem bestmoeglichen Ergebnis erreicht hat, oder nur mit grosser Not und haarscharf am Abgrund vorbei geschrammt ist. Was auch fehlt ist die Verpflichtung zur Weiterbildung. Auch hier weiss ich als Verbraucher nicht, ob sich ein Trainer hier engagiert oder sich auf verstaubten Lorbeeren ausruht.
Der Elfer ist aus meiner Sicht nur ein erster Schritt. Da wirds noch einiges an Korrektur brauchen, bis es einigermassen einheitlich und sinnvoll klappt mit der Umsetzung. Aber auch dann wirds nicht zu Friede, Freude, Eierkuchen reichen. Wer will denn den Aufwand bezahlen, wenn alle Trainer mit Schein dauerhaft kontrolliert werden um dann ganz penibel zu bestimmen, wer mit wem unter welchen Bedingungen arbeiten darf. Und das muss dann auch wieder kontrolliert werden. Bei Zuwiderhandlung muss der Amtsschimmel einschreiten, noch mehr Aufwand. Aufwand, der vom Steuerzahler finanziert werden muss. Man kann nicht jahrzehntelang nichts tun seitens der Gesetzgeber und dann meinen in einem Atemzug alle Probleme zum Stichtag aus der Welt zu schaffen.
Kein Sachkundeschein wird die von Wortzauberin beschriebene Situation je aus der Welt schaffen. Im Reitsport gibts den entsprechenden Ausbildungsberuf seit langer, langer Zeit. Die Branche hat dennoch schwarze Schafe, inkompetente Schafe und sehr, sehr viele wirklich gute Ausbilder.
Dass eine einheitliche Vorgehensweise viele Probleme aus der Welt schaffte, ist gewiss richtig.
So wichtig der Sachkundenachweis ist, zu beneiden sind Ausbilder im derzeitigen Wirrwarr bestimmt nicht.
petra keil 31. Dezember 2014 um 0:47
Im derzeitigen WIRRWARR… Mir kommen die Tränen…
Möge uns Besserwisserei, Klugscheisserei, Anscheisserei, Behörderei , Willkürerei und Beamtendenken fernbleiben. Dafür sollte wirkliches Wissen , Intuition, Sinn, Erkenntnis , Vernunft, Gelassenheit , Kollegialität und der Fokus individueller Arbeit zum Blühen kommen.
Für alle, die mit Hunden & ihren Haltern nach BESTEM Wissen & GEWISSEN arbeiten einen guten Rutsch und alles, alles Gute für `2015!
Christine Holst 31. Dezember 2014 um 15:51
Wortzauberin:
„Diese Dame, die Hundebetreuerin, hat den 11er. Sie genießt nahezu uneingeschränktes Vertrauen hier, zu Recht. Dieser Hundetrainer, er hat den 11er auch. Das zeigt ganz deutlich, dass immer genau das wichtig ist: Bauchgefühhl! Empathie gegenüber Mensch, Hund und jeweiliger Situation….
…..Da das aber, nebst den mitwirkenden “Faktoren”, selbst diverse Inhaber des 11ers nicht blicken oder aus sonst welchen Gründen außer acht lassen, sollte da echt eine Komponente in die Sachkundeprüfung rein, die neben Basisbla auch auf das Umfeld, menschliche Psychologie, etc. eingeht.“
Gute Schlussfolgerung! Hundetraining sollte immer einerseits das kynologische Fachwissen und anderseits die Fähigkeit auf den Menschen einzugehen beinhalten. Mensch-Hund-Beziehungen sind einzigartig und sollten ebenso individuell betrachtet werden. Von daher wird eine Schubladen Methode oder ebensolch Lösung nie für alle hilfreich sein. Schon gar nicht nachhaltig. Eine gute Portion Bauchgefühl sollten meines Erachtens beide haben. Zumindest würde der Hundehalter dann spätestens im Training bemerken, besser noch im Vorfeld, dass die Art und Weise wahrscheinlich eher kontra produktiv ist und gar dem Hund mehr Schaden zufügt. Wie dem Menschen auch; wird meist die Verunsicherung noch größer und die Leidensodyssee beginnt.
Und so zeigt deine Schilderung von der kleinen Nordseeinsel, dass der Elfer aktuell kein Garant ist. Deshalb ist ja unser Begehren, es nicht nur für alle Trainer gleich zu gestalten, sondern auch die Inhalte für die Sachkunde zu überarbeiten. Nichts desto trotz kann es bei dem Elfer nur um einen gemeinsamen Nenner und ein Mindestmaß an Sachkunde gehen. Ohne Vorgabe von Methoden. Für die Methodenvielfalt sollte immer Raum bleiben. Daran ist nichts Verkehrtes. Es sei denn sie ist tierschutzrelevant!
Selbstredend gehört die Kommunikation mit dem Menschen nebst Human Psychologie dazu. Viele Trainerausbildungen beinhalten dies bereits. Nur „Fachwissen“ alleine befähigt halt nicht jeden. Einige wollen auch mit dem Menschen gar nichts zu tun haben und stellen nur den Hund in Fokus. Hier ist dann wieder der Hundehalter gefragt. Ich weiß, einige Hundehalter würden am liebsten ihren „problembehafteten“ Hund beim Trainer abgeben und „geheilt“ zurückbekommen. Von daher nicht ganz verwunderlich, dass es Trainer gibt, die diesen Wunsch bedienen. Für mich grotesk; aber das Eine bedingt nun mal das Andere. Heißt für mich auch, der Hundehalter darf nicht komplett aus der Verantwortung herausgenommen werden.
Bleibt zu hoffen, dass der Prozess um der Elfer in die richtigen Bahnen gelenkt wird. In der Verantwortung sind wir alle. Auch im Hinschauen und auch anzeigen von tierschutzwidrigem Handeln. Hier können wir uns nicht auf Kontrollorgane der Behörden verlassen. Das kann auch ein Gesetz nicht leisten. Aber es kann helfen die schwarzen Schafe auszubremsen. Insofern Carla, zu deinen Bedenken… der Elfer schafft diesbezüglich die juristische Basis, die Kontrolle lässt sich nicht delegieren, sie obliegt uns allen.
Und Petra: „BESTEM Wissen & GEWISSEN arbeiten“ diese Ambition gestehe ich per se jedem Mensch zu. Jeder hat seine eigene Wahrnehmung, subjektives Empfinden und entsprechend eigene Wahrheit. Deshalb reicht mir dies als Qualitätsmerkmal ganz und gar nicht. Eine BE nimmt dieses Ansinnen höchstwahrscheinlich für sich genauso in Anspruch, wie eine Nowak und viele Andere auch.
Ich wünsche allen ein glückliches und vor allem gesundes Neues Jahr. Bedanken möchte ich mich insbesondere bei den Initiatoren dieser Website und ihrem unermüdlichen Engagement gegen den RS Wahnsinn, der zum Irrsinn führt.
Wortzauberin 4. Januar 2015 um 17:33
Ich muss mal blöd fragen, vielleicht hab ich ja nur mal wieder einen Knick in den Hirnwindungen:
Dass BE sich den Deckmantel Tierschutz überzieht, ist ja klar. Was aber die Workshops und den 11er angeht – wenn die Einnahmen an die UG fließen, kann ja auch nur die UG Veranstalter sein. Ergo muss der Schein her, weil die Vereinstrainerin gar nicht greifen kann – oder kann sie als Vereinstrainerin ausschließlich Vereinsmitglieder „behandeln“ ohne 11er, wenn doch der Verein gar nicht Initiator ist?
Dazu kommt natürlich, dass sie ja gar nicht trainiert … aber „sach- und fachgerecht“ Hunde einschätzt, was nun mal nach RS-Theorie zumindest mit empfohlenen Konsequenzen verbunden ist. Also so oder so dürfte selbst das unglaublichst unfähige ausgefuchstete Hirn aus der Nummer nicht mehr rauskommen.
Mag gar nicht dran denken, wenn sie echt entsprechend gebrieft wird und die Prüfung, wie auch immer die bei ihr aussehen mag, besteht. Freuen würde mich – natürlich – wenn der Spuk mit „nichtbestanden“ ein Ende hätte ~ was ja in Anbetracht der bisherigen Einnahmen kaum wehtun würde und ein neues Konstrukt lässt sich sicher mit ein wenig findigem Geist schnell schaffen, um weiterzuwirtschaften, bis vielleicht, vielleicht mal wieder irgendwann was querschießt.
Ok aber die eigentliche Frage ist die wegen Vereinsdingens, wenn der Verein ja nicht Veranstalter, sondern Deckmantel ist.
jcl 5. Januar 2015 um 18:31
Die Vereinsklausel greift hier nicht, da Ertel ihre Einschätzungen ja jedermann kommerziell anbietet, nicht nur Vereinsmitgliedern. Andererseits greift aber vielleicht auch der §11 selbst nicht. Denn Ertel bietet kein Hundetraining an, sie teilt den Kunden nur die angebliche Stellung ihrer Hunde mit. Diese Info fällt höchstwahrscheinlich nicht unter den §11. Sie dürfte dann zwar keine Empfehlungen zum Hundetausch mehr aussprechen, aber das ist für sie sicher leicht verschmerzbar.
Im übrigen, auch wenn der §11 hier greifen würde, kann man es sich bei einem Geschäft in der Größenordnung einer halben Million sicher leisten, für die Sachkundeprüfung einen Hiwi anzuheuern oder zur Not eine paar Wochen Theorie zu büffeln. Wegen der Uneinheitlichkeit der Prüfungsverordnung gibt es für Ertel eine gute Chance, dass ein nachsichtiges Vetamt nur eine Trivialprüfung durchführt.
Wortzauberin 6. Januar 2015 um 19:42
jcl, thx für die Strukturierung, bleibt mal wieder: abwarten.
Tanja 7. Januar 2015 um 7:01
Christine, du musst mich über Konditionierung nicht belehren und da lese icha uch nicht den Bloch, denn als Hundeausbilder ist er nicht tätig, das ist nicht sein Gebiet und da kommt auch gern mal ein Schmarrn von ihm. Fachmenschenbashing ist eigentlich nicht mein Ding, aber es gibt halt Fachthemen, auf denen sich auch ein Fachmensch nicht auskennt.
Konditionierung spielt immer eine Rolle. EGal wo – aber jedes mal wenn man sagt, ma verzichte auf den Dominanzquark, wird einem vorgehalten, man sei eine Heititei-Tante, die ihren Hund zur Reiz-Reaktionsmaschine macht, ganz schlimm ist scheinbar, wenn man im Alltag clickert. Ich habs hier aufgegriffen:
http://maulkorbfrei.wordpress.com/2014/12/27/wer-hat-angst-vorm-schwarzen-mann-schreckgespenst-konditionierung/
Scheinbar hast du ein Problem mit Textverständnis. Tierschutz wäre nicht mehr machbar, weil der nun einmal zum Großteil sus Ehrenamtlichen besteht – aber yeah, die machen die Problemhund. Vergiss es einfach.
Carla 7. Januar 2015 um 16:26
aus meiner Sicht tut sie doch deutlich mehr als nur Buchstabenverteilung. Es bleibt doch nicht bei „der Hund ist gross“, „der Hund ist klein“ (krass gesagt). Deshalb geht ja Mensch da nicht hin. Mensch will dann ja auch wissen, was man mit diesem neuen „Wissen“ macht, wie sich der Alltag zu gestalten hat. Wenn sie sich auf die die reine Etikettenkleberei berufen will, dann muss ihr Buch vom Markt, dann muss sie ihr Forum dichtmachen, dann muss wohl auch ihre webseite radikal anders gestaltet werden.
Ohne das WIE ist die ganze RS Theorie doch wertlos, ehm, noch wertloser.
Klar, es gibt immer Mittel und Wege. Aber dann muss sie auch eine dicke Kröte schlucken. Sie behauptet ja nix mit Ausbildung am Hut zu haben. Macht sie den Sachkundenachweis gibt sie allerdings zu eben das zu tun. Aber bei solchen Einnahmen kriegt man wohl auch die Kröte geschluckt.
Wortzauberin 7. Januar 2015 um 22:13
„Scheinbar hast du ein Problem mit Textverständnis. Tierschutz wäre nicht mehr machbar, weil der nun einmal zum Großteil sus Ehrenamtlichen besteht – aber yeah, die machen die Problemhund.“
Ich habe viele Jahre regelmäßig Pflegehunde gehabt, auch ehrenamtlich über Tierschutzvereine, einige waren privat weil Menschen im Krankenhaus oder Urlaub.
So oder so – wer mir einen Hund anvertraut, ob ich das nu ehrenamtlich mache oder nicht, hat einen Anspruch drauf, zu wissen, dass ich das erforderliche Sachverständnis habe, wobei ich „Sach~“ schon als unglücklich ausgedrückt empfinde, weil es eben um weit mehr geht. Es geht – auch – darum, keine Problemhunde zu „schaffen“. Woher sollen die Mensche wissen, was ich weiß, ob ich mit Hunden kann und wie, wenn sie sich kein eigenes langfristiges Bild über mich machen können vorab, manchmal ist es ja echt eilig? Der 11er-Schein verrät nicht alles, aber wenn der einheitlich geregelt wäre, wüssten sie zumindest, dass immerhin dem genügt wird, wenn sie mir einen Hund anvertrauen.
Bisher hat niemand danach gefragt, aber ich bleibe eben darum bei: wenn, dann alle, dann aber bitte auch nach einheitlichem Standard und nicht wie jemand grad würfeln mag. Es geht um Hunde, nicht um Kreuze aufm Lottozettel. Gerade Tierschützer, die sich diesen Begriff selbst auf die Stirn schreiben, müssen wissen, was sie warum tun.
Dass das ohne Sachkunde(nachweis) funktionieren kann, ist klar, manche Menschen haben sowohl die erforderliche Erfahrung als auch die Fähigkeit der Umsetzung als auch die Möglichkeiten und bringen das praktikabel, vorzeigbar unter einen Hut. Andere hingegen … muss ich hier nicht weiter ausbreiten.
Wer sich ehrenamtlich dem Tierschutz verschreibt, muss auch wissen, was er tut, nicht nur Tierliebe in sich tragen, das ist nu mal so.
Sibylle 8. Januar 2015 um 9:55
Ich bin nicht der Meinung, dass irgendein Handlungsbedarf besteht/bestand. Nur weil der eine Trainer dem anderen sein Geschäft nicht gönnt, irgendwelche nicht näher definierte Sachkunde zu bemühen – nein Danke.
Solange kein Verstoss gegen das Tierschutzgesetz vorliegt, kann doch bitte jeder tun und lassen was er will, ich kann als Kunde schon selbst entscheiden, was ich gut finde.
http://pfotenblog.blogspot.de/2015/01/hundetrainer-konnte-sich-nennen-wer-will.html
Sibylle 8. Januar 2015 um 9:59
oh und noch eine Anmerkung… Weil hier der Reitsport als Vergleich bemüht wurde.
Ich kenne einen Stallbetreiber, der nicht nur Sachkunde nachgewiesen hat sondern sogar die Meisterprüfung als Pferdewirt abgelegt hat. Die Pferde werden ohne Auslauf in vergitterten Boxen ohne Tageslicht gehalten.
Über meine Reitstunden bei ausgebildeten Reitlehrern (Pferdewirten) will ich gar nicht reden. Gelernt habe ich was bei Leuten ohne „Schein“. Gott sei Dank hat das noch keiner verboten.
Carla 12. Januar 2015 um 19:02
Es tut sich was, ob gut oder schlecht wird sich zeigen:
http://www.doggennetz.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1950:2015-01-12-11-07-47&catid=35:aua&Itemid=53
Gaby 12. Januar 2015 um 19:43
@Carla: Danke für den interessanten Link! Sollte sich das Gerücht bestätigen und Bayern die Prüfungen zum Elfer tatsächlich aussetzen, wäre das für BE sicher günstig. Aber wie sieht das denn in den anderen Bundesländern aus, in denen sie WS abhält?
SkipMuck 12. Januar 2015 um 20:56
Gaby and all,
bitte mal Vorsicht mit den Erwartungen.
Es handelt sich um einen Beschluss zur Prozesskostenhilfe. Nicht mehr.
Der Beschluss hat zwei sehr individuelle Aspekte:
A. Der Antragsteller erfüllt individuell die Voraussetzungen für die Gewährung.
B. Die eingereichte Klagschrift ist formell und sachlich so substanziiert und richtig, dass das Verfahren nicht von vorn herein aussichtslos erscheint.
Diese sehr Einzelfall bezogene Entscheidung ist gut – hat aber keine Bedeutung für die – in der Sache – entscheidende Kammer, für Fälle in Niedersachsen und noch weniger für Fälle in anderen Bundesländern.
Vielen Dank an das Doggennet für die unkritische Veröffentlichung von Details, die keiner braucht.
jcl 12. Januar 2015 um 21:42
OT Kommentar von „Alex“ verschoben. Hier geht’s um den §11 – für alle damit nicht zusammenhängenden Ergüsse haben wir das Forum. Bitte die Spielregeln beachten. Danke!
SkipMuck 12. Januar 2015 um 21:45
Ok, Anschiss verstanden. Du hast Recht
jcl 12. Januar 2015 um 21:55
Dein Kommentar war nicht gemeint – er bezieht sich ja auf den § 11.
SkipMuck 12. Januar 2015 um 22:01
Alex 12. Januar 2015 um 23:11
Ok, sorry, nicht drauf geachtet! Aber wo ist mein Beitrag dann hin „verschoben“ worden? Oder ist das ein anderes Wort für löschen ;-)?
Um auch was zum Thema zu sagen:
Zugangsbeschränkungen sind immer erst super schwierig, aber letztendlich wird sich der Markt konsolidieren und damit die Qualität des Angebots steigern!
Durch die verschiedenen Philosophien sehe ich aber langfristig eine Unterteilung ähnlich wie Schulmedizin und Heilpraktiker.
Aber über Dogmen wird sich dann auch noch gestritten! Letztlich findet jede Idee seine Anhänger! Auch ohne Zulassung!
Wortzauberin 13. Januar 2015 um 21:15
@Alex: Bei UTube erfährst du, wie ein Link geöffnet wird:
https://www.youtube.com/watch?v=OaKZnJQ9yPU
Dummerweise müsstest du den Link jetzt anklicken, um zu erfahren, wie du den von jcl geposteten öffnest, um zu wissen, dass dein Kommentar ins Forum verschoben wurde, unter obigem Link verlinkt, wobei er ja auch schriftlich „Forum“ mitgeteilt hat, welches wiederum oben recht weit rechts verlinkt ist.
Das Alles so ganz unter dem Deckmantel des §11 unter der Hand mitgeteilt.
Carla 16. Januar 2015 um 15:13
Wer sich tiefer damit befassen will
http://www.sachkunde-hundetrainer.de/
Susanne 7. Februar 2015 um 19:56
http://www.rudelstellungen.eu/forum/291-fragen-zu-veranstaltungen/178442-workshops-ohne-11-sachkundepruefung
Das Thema wurde ja SCHLEUNIGST geschlossen, weil Ertel voraussichtlich in Erklärungsnot käme … interessant ist es allemal! Wasser predigen und Wein saufen?
Susanne 7. Februar 2015 um 19:58
Nachtrag: nicht, dass das am Ende so eine Nebelkerze ist, wie diese hier: http://www.hundesprachschule.de/mediapool/137/1372358/data/Sachkundenachweis.pdf
Carla 8. Februar 2015 um 0:52
Muss ein Betrieb auf Nachfrage nachweisen, dass die Voraussetzungen nach dem 11er da sind? So lapidar behaupten, dazu noch anonym wie im Beispiel kanns ja wohl nicht sein.
Gaby 8. Februar 2015 um 9:56
@Carla: Nach dem, was vorangegangen und von ihm bekannt ist (unsachgemäße Stellungsvideos, die aber gelöscht wurden) https://www.youtube.com/channel/UCn8j4bLZoAaA0ecgpTOSmsA würde ich in seinem Fall diese „Antiwerbung“ sofort von der Homepage entfernen. Den richtigen Sachkundenachweis scheint er nicht zu haben…. wäre aber wohl nötig.
Carla 8. Februar 2015 um 15:32
ich hatte Ertel gemeint:
gilt aber wohl generell. Muss der Sachkundeschein auf Nachfrage gezeigt werden?
Gaby 8. Februar 2015 um 16:00
@Carla: „Muss der Sachkundeschein auf Nachfrage gezeigt werden?“ Ja, meines Wissens ist der vorzulegen. BE hatte während eines WS auch mal Besuch von einer Amts-Vet., und da musste dann schnell jemand einfliegen, der den Elfer hatte, sonst wäre der WS wohl abgeblasen worden.
Susanne 8. Februar 2015 um 22:09
@Gaby: diese dämlichen Videos von Einschätzungen sind noch verfügbar, man muss nur wissen, wen man dazu befragt *räusper* 😉
Timbra 2. Mai 2015 um 18:58
Nur eine Sache vorab, bevor es ans Grundlegende geht.
Ich wohne in einer Großstadt in einem Stadtteil mit sehr enger, 4-5stöckiger, geschlossener Bebauung aus der Jahrhundertwende. In dieser doch ziemlich beengten Umgebung wohnen wir also schon ein paar Jahrzehntchen und es gab immer viele Hunde hier. Über aus dem Boden schießende Neubausiedlungen kann ich daher nur müde lächeln.
Seit Jahrzehnten liefen hier trotz seit Ende der 1970er Jahre bestehenden Leinenzwangs fast alle Hunde frei und es funktionierte sehr entspannt, zumal man unter diesen Bedingungen praktisch gezwungen war, seinen Hund zu einem sozialverträglichen und durch den Verkehr einer Großstadt lenkbaren Vierbeiner zu erziehen. Und, liebe Leute, das ist sogar möglich, wenn ein verkorkster Tierschutzhund einzieht.
Dann, vor ca. 3 Jahren, überrollte eine neue Hundehalter-Spezies den Stadtteil, wohl weil die Anschaffung eines Hundes plötzlich allgemein „dazu gehörte“, und zu Ende war’s mit dem entspannten Leben. Der gemeine Leinenhundehalter trat auf den Plan. Dieser hat, wie der Name schon sagt, seinen Hund immer an der Leine, erzieht permanent an ihm herum und bedient sich dabei vor allem der üblichen Steinzeit-Brutalo-Methoden, wie Leinenruck, Schlagen, Treten (oder sollte ich lieber „Kicken“ sagen?), sowohl was den eigenen als auch fremde Hunde betrifft, weil man ja seinen Hund „beschützen“ muss, wenn man schon keine Zeit mehr hat, ihn wegzureißen und über die Straße zu zerren. Vor allem Aggressionsverhalten – oooh Schreck, das ist gaaanz unnatürlich, geht ja gaaar nicht, Hunde müssen immer gaaanz liiieb sein (ganz im Gegensatz zum Halter…) – wird sofort mit Gewalt(!) gedeckelt, weil ein Hund, der auch nur ansatzweise Aggressionsverhalten zeigt, ja bekanntlich ein unkalkulierbarer Beißer ist, der zerlegt, was ihm vor die Schnautze kommt.
Der aggressive Umgang mit Hunden ist mittlerweile so schlimm geworden und hat sich dermaßen ausgebreitet, dass es sogar Nichthundehaltern auffällt und diese sich genötigt fühlen, sich einzumischen, wenn wieder einmal jemand seinen Hund malträtiert.
Irgendwelche Hundegesetze, die alle insbesondere auf Leinenzwang zum Schutze des Nichthundehalters hinauslaufen und die angeblich wegen der in die Höhe schießenden Hundepopulation unbedingt erforderlich sein sollen, brauchen wir im Grunde nicht mehr. Der Hundehalter 2.0 besorgt das ganz allein von sich aus. Und die Freilaufflächen kann man auch gleich dicht machen, die braucht kein Mensch mehr. Das spart auch noch Geld.
Nun zum anderen: Der viel geforderten Lösung.
Liebe Hundetrainer, guckt Euch doch einfach mal an, was Barbara Ertel macht: Sie schätzt anhand ihrer Beobachtungen das Verhalten von Hunden ein. Und wer möchte behaupten, dass das keine faszinierende Sache?
Und es ist mehr. Meines Erachtens ist die Beobachtung des (eigenen) Hundes mit dem Ziel, ihn, seinen Charakter, sein Wesen kennen und ihn einschätzen zu lernen, die Reaktionen auf seinen Menschen und seine Umwelt, meines Erachtens ist das (neben Ruhe und Gelassenheit) die unverzichtbare und vernünftigste Grundlage für das Zusammenleben und den Umgang mit dem Hund und für eine individuelle, zunächst mal an dem eigenen Hund ausgerichtete Erziehung.
Warum, liebe Hundetrainer, bringt Ihr Euren Kunden nicht erstmal ganz allgemein bei, iden eigenen Hund zu beobachten, ihn lesen und einschätzen zu lernen, anstatt Euch sofort auf irgendwelche Probleme zu stürzen oder irgendwelche Gruppenübungen durchzuführen?
Da könntet Ihr nicht nur Eure vielgepriesene Fachkompetenz voll ausspielen. Ihr würdet auch solchen Phänomenen wie Babara Ertel das Wasser abgraben und dem gemeinen Hundehalter das Rüstzeug mit auf den Weg geben, gegen solcherlei Unsinn gewappnet zu sein.
Und nein, ich habe bisher weder auf den Internetseiten nirgendwelcher Hundetrainer gelesen, dass so vorgegangen wird, und schon gar nicht habe ich es selbst erlebt. Da muss man schon gezielt Seminare zum Beobachtungslernen buchen, die im Übrigen von kaum einem Trainer angeboten werden.
Ich möchte allerdings nicht unterstellen, dass der Grund darin liegt, dass Eure Kunden dann vielleicht lernen könnten, Probleme selbst bereits im Ansatz zu erkennen und sich auch mal selbst zu helfen, was mitunter finanziell weniger lukrativ für den gemeinen Hundetrainer wäre.
Rosi 3. Mai 2015 um 14:41
„Probleme selbst bereits im Ansatz zu erkennen und sich auch mal selbst zu helfen“
Das dürfte der ganz normale Alltag von Millionen Hundehaltern beschreiben … der Masse meine ich.
Die „Rest“menschheit ist gar nicht so unbeholfen, unfähig und blöde, wie manche sie gerne bezeichnen ….
Also in meiner Wahrnehmung sind Problemfälle und/oder Problembegegnungen selten, keinesfalls die Regel. Auch dem sog. „Brutalo“ und/oder seinem aggressiven Hund dem begegnet ich vll. einmal im Jahr, wenn es hoch kommt …
Timbra 4. Mai 2015 um 13:46
Rosi, Dein Kommentar geht an meinem Beitrag schlicht vorbei, warum auch immer.
Mein Beitrag bezog sich nicht auf den Alltag von Millionen Hundehaltern.
Und ich behaupte auch nicht, dass diese zum blöd sind, ihre Hunde zu erziehen – im Gegenteil: Ich bin für mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung und traue das dem gemeinen Hundehalter auch durchaus zu.
Ich habe weder von aggressiven Hunde gesprochen (wirklich in dieser Hinsicht gestörte Hunde kenne ich nur seeehr wenige) und ich habe – im Gegensatz zu vielen anderen – auch herzlich wenig Probleme mit dem Aggressionsverhalten von Hunden an sich, wie sich aus meinen Beitrag ergibt.
Rosi 4. Mai 2015 um 15:26
@Timbra: „Rosi, Dein Kommentar geht an meinem Beitrag schlicht vorbei, warum auch immer.“
Ab wann geht denn ein Kommentar an Deinem Beitrag schlicht vorbei? Du magst Dich in Deinem Satz nicht auf den Alltag von Millionen Hundebesitzern bezogen haben, Dir etwas anderes (schriftlich in Deinem Beitrag nicht Hinterlegtes) dabei gedacht haben (kann ja niemand ausschliessen), und dennoch beschreibt er meiner Meinung nach (wiederhole: meiner) den Alltag von Millionen, wenn nicht gleich Milliarden von Hundebesitzern, wie Du mir in Deiner Antwort mit folgenden Worten bestätigst.
@Timbra: „und traue das dem gemeinen Hundehalter auch durchaus zu.“ Aber das sind doch Millionen, die das praktizieren. Ober sind Deine Worte „zutrauen“ und „mehr“ als Einschränkung gedacht?
@Timbra: „Und ich behaupte auch nicht, dass diese zum blöd sind, ihre Hunde zu erziehen „
?!? Habe ich das irgendwo geschrieben? Dennoch ist nicht abzustreiten, dass sich Menschen öffentlich (an vielen Stellen nachlesbar) äussern, die Masse Hundehalter sei zu blöd dazu, ihren Hund zu erkennen und somit entsprechend individuell zu erziehen.
@Timbra: „Ich habe weder von aggressiven Hunde gesprochen „
Und? Wen interessiert das? Selbst wenn Du nicht von aggressiven Hunden gesprochen hättest, deswegen darf ich doch erwähnen, dass es nur sehr wenige davon hat. Formulieren wir es so: Die Freiheit nehme ich mir einfach. Und was machst Du jetzt?
@Timbra: „(wirklich in dieser Hinsicht gestörte Hunde kenne ich nur seeehr wenige)“ Wir sind uns einig, auch wenn es Dir offensichtlich nicht gefallen hat, dass ich solches erwähnte. Um es mit Deinen Worten zu sagen: „warum auch immer“. Und wo genau ist der Unterschied zu dem, was ich schrieb:
„Also in meiner Wahrnehmung sind Problemfälle und/oder Problembegegnungen selten, keinesfalls die Regel. Auch dem sog. “Brutalo” und/oder seinem aggressiven Hund dem begegnet ich vll. einmal im Jahr, wenn es hoch kommt …“
Stimmt auffallend, ist kaum einer zu entdecken. Also wenn man davon absieht, dass Du über Deine Wahrnehmung schreibst und ich von der meinigen, decken Sie sich doch beide in diesem Falle.
@Timbra: „und ich habe – im Gegensatz zu vielen anderen – auch herzlich wenig Probleme mit dem Aggressionsverhalten von Hunden an sich, wie sich aus meinen Beitrag ergibt.“
(Ja was nun, hast Du nun Aggressionsverhalten (von Hunden natürlich) erwähnt, so dass es sich aus Deinem Beitrag für mich hat ergeben können oder Du hast es nicht.)
Darunter kann ich mir wenig vorstellen. Zum einen weiss ich nicht genau, wie Du Aggressionsverhalten beim Hund definierst und andererseits bleibt es Dir überlassen. Kann aus Deinen Worten nicht ableiten, wo bei Dir die Grenze wäre (weiss nicht mal, ob das mich interessieren würde).
Jetzt musst Du mir nur noch erklären, wo genau mein Beitrag an Deinem vorbei lief. Ist aber nicht wirklich wichtig, denn – tschuldigung – Du erscheinst mir (also in meiner Wahrnehmung) doch ziemlich verwirrt. Erst schreibst Du, Du hättest nicht über aggressive Hunde geschrieben, um mich dann im selben Absatz darauf hinzuweisen, dass es sich aus Deinem Beitrag ergibt. Du drückst schriftlich aus, dass es Dich offensichtlich ärgert, wenn ich äussere, dass Millionen von Hundebesitzern Probleme selbst bereits im Ansatz erkennen und sich auch mal selbst zu helfen können (und tun), um mir dann zu erzählen, dass Du derselben Meinung bist.
Da soll noch einer nachkommen …
Gaby 4. Mai 2015 um 17:26
Och Leutz, nicht streiten. Guckt Euch lieber mal das hier an (Achtung lang!) – jetzt müssen schon Kinder für die vRS-Erklärungen herhalten… 🙁 http://www.rudelstellung.eu/topinfo/104-der-musikwettbewerb
Kartella 4. Mai 2015 um 20:45
interessant, der Artikel scheint „inszeniert“ zu sein. Google findet „Musikwettbewerb Ruhsingen 2015“ und auch den Städtenamen „Ruhsingen“ nicht (irgend eine Zeitung ..und die sind heutzutage alle online-hätte bei dieser Beschreibung sicher berichtet…..). Den Verdacht bekam ich bei der Beschreibung des Gymnasiums, deren Arbeitsweise genauso dargestellt wird, wie die Hundehaltung bzw. Hundeerziehung, die bei eu. so verpönt ist…..
Timbra 4. Mai 2015 um 23:11
Ähnliche Begegnungen mit anderen Hundehaltern haben auch andere (einschließlich der sich aufstellenden Nackenhaare):
http://www.polar-chat.de/hunde/topic/95095-cm-teilt-rudel-in-vordere-hintere-und-mittlere-hunde-ein/page-4#entry2364737
http://www.polar-chat.de/hunde/topic/95095-cm-teilt-rudel-in-vordere-hintere-und-mittlere-hunde-ein/page-5#entry2365124
ab „Was ist denn nun passiert?“
HF 5. Mai 2015 um 7:25
Ich finde es wirklich anmaßend, wie Sie hier ein Urteil über Hundehalter erlauben, die Sie wahrscheinlich garnicht oder nur flüchtig kennen! Es kann tausend trifftige Gründe haben, wenn jemand seinen Hund an der Leine führt. Und sei es „nur“ Rücksichtnahme auf Menschen, die Angst vor Hunden haben. Es könnte z.B. auch sein, dass der Rückruf noch nicht 100% klappt und noch trainiert wird. Dass jemand seinen Hund bei der Sichtung von Kindern, Joggern oder angeleinten Hunden zu sich ruft und anleint, finde ich ganz selbstverständlich und ein Gebot der Höflichkeit der hundelosen Umwelt gegenüber.
Timbra 5. Mai 2015 um 11:28
Es ging um Agressionen am Hund, aber das nur am Rande.
Es erstaunt mich immer wieder, wie vehement das Leinenhundeführen verteidigt wird, und immer mit den selben gebetsmühlenartigen Begründungen. Offensichtlich scheint der Freilauf ja in vielen Augen nicht mehr das erstrebte Ziel um der artgerechten Haltung willen zu sein. Und dann die bösen Hundehalter mit ihren schlechterzogenen freilaufenden Hunden, die nicht haargenau die indivuellen Forderungen eines jeden ihrer Mitmenschen erfüllen.
Ich frage mich, wie wir das nur bis vor ein paar Jahren geschafft haben, mit all den Hundephobikern, den Kindern, dem nicht 100%ig funktionierenden Rückruf, und sowieso: dem nicht 100%ig funktionierenden Hund – gut, angeleinte Hunde gab es da weniger, Probleme offensichtlich auch.
Sie können ja mal in die Großstadt fahren und dort ihren Hund bei jeder Sichtung von Kindern, Joggern, usw. ranrufen und anleinen. Viel Spaß, den werden Sie brauchen. Hinterher haben Sie dann noch einen Hund, der irgendwelche Macken, wie z.B. Anbellen von Hunden oder Menschen, entwickelt hat ob des ganzen Brimboriums.
Sehen Sie, HF, mir hängt das alles mittlerweile zum Hals heraus. Sie werden immer einen Grund finden, warum ein Hund angeleint werden muss, und sei es weil er als Tier nicht 100%ig funktioniert und das muss er ja schließlich in unserer perfekten Gesellschaft.
Ich habe mit meinen Hunden eine amtliche Prüfung abgelegt und dafür die Befreiung von der Anleinpflicht erhalten. Ich leine meine Hunde dann an, wenn ich es für richtig halte, und alles andere interessiert mich nicht mehr. Ich lasse mich und meine Hunde von meiner Umwelt nicht mehr verrücktmachen.
HF 5. Mai 2015 um 12:44
Selbstverständlich lehne ich Aggression am Hund auch ab. Das hat jedoch mit der Leine nicht das Geringste zu tun. In ihrem Text verurteilen Sie zuerst einmal pauschal den (Zitat) Leinenhundehalter (Zitatende). Später geben Sie auch nochmal mit der gleichen Pauschalität ihre werte Meinung über Hundetrainer kund. Auch da habe ich eine andere Sicht der DInge: Ich kenne aus eigener Erfahrung bei Seminaren und durch das Lesen von Büchern Hundetrainer, bei denen das Beobachten der Hundepersönlichkeit und das damit verbundene Herausfinden, was der Hund eigentlich braucht, im Vordergrund stehen.
Ich lebe übrigens mit zwei Hunden selbst mitten in der Großstadt. Selbstverständlich bekommen meine Hunde ausreichend Freilauf. Dafür fahre ich jedoch an Orte, an denen ich nicht jeden Meter auf Kinder, Jogger, Fahrradfahrer, fremde Hunde und vor allem „verwertbaren“ Müll auf dem Boden oder im Gebüsch antreffe. Dafür nehme ich mir jeden Tag die Zeit und diese Ruhe tut uns allen gut.
Meine Hunde müssen auch nicht 100% funktionieren. Doch bei meinem 40 Kilo Rüden sollte der Abruf schon einigermaßen sitzen. Er braucht ja nur mal ein Kind umkegeln, weil er seinen Hundekumpel sieht und hinrennt. Prompt hat man eine Anzeige am Hals und bei einem großen Herdenschutzhund auch gerne mal LeinenZWANG. Ich leine meine Hunde auch dann an, wenn ich es für richtig halte. Das sollten Sie, Timbra, den anderen Menschen doch bitte auch zugestehen. Nicht jeder hat halt nicht unbedingt immer die gleichen Prioritäten und es ist auch nicht jeder gleich begabt oder befähigt, einen Hund zu führen, mit oder ohne Leine.
Und nun noch zum „Früher war alles besser“: Ja, früher hatten nicht ganz so viele Menschen Hunde (vor allem in der Stadt. Wir standen als Hundehalter nicht so sehr im Fokus der Gesellschaft. Es gab keine oder zumindest weniger Vermehrer, die körperlich und psychisch kranke Hunde erzeugen und verkaufen. Das und vieles Andere war früher tatsächlich besser.
Früher haben jedoch auch viel mehr Menschen ihre Hunde mit Gewalt erzogen. Strom- und Stachel halsbänder waren probate Mittel der Hundeerziehung. Die wenigsten Menschen haben ein Bewusstsein gehabt für das Wesen des Hundes und seine Bedürfnisse. Die Liste könnte man endlos weiter führen.
Martha 5. Mai 2015 um 12:47
Wie sollen Hunde denn ihre sozialen und sonstigen Kompetenzen erwerben,wenn nicht durch eigene Erfahrungen mit der Umwelt?
Alles nur noch Aufgabe der Hundeschule und der Rest für den menschlichen Nutzen antrainiertes und konditioniertes Verhalten?
Ich gehöre auch zu den ländlich lebenden Hundehaltern ,deren Hunde darauf angewisen sind immer auch mal Kontakt mit entgegenkommenden Hunden zu haben ,da es hier keine speziellen Freilaufflächen gibt.Und das inzwischen ganz normale Angeleint-und Vorbeigezerrtwerden wirklich j e d e n entgegenkommenden Hundes schon ab 200 Metern Entfernung raubt mir und meinem kontaktfreudigen Junghund langsam den letzten Nerv!!!
Timbra 5. Mai 2015 um 21:33
Was soll ein Hund auch daraus lernen, wenn er jedes Mal bei einer Hundebegegnung so ein Theater erlebt. Noch gemeiner wird es, wenn der eigene Hund zusätzlich sensibel auf die Körpersprache des zerrenden Menschen reagiert. Und man selbst muss das dann irgendwie richten, vielen dank auch.
Dabei können Hunde ganz nebenbei unheimlich schnell von anderen Hunden mit Ruhe und Gelassenheit so viel lernen. Das kann man als Mensch gar nicht leisten.
Dieser ganze aggressive Umgang mit Hunden bringt immer nur weitere Aggression und weitere Probleme, und nicht nur beim eigenen Hund. Ich vermeide, so gut es geht, diesen Leuten zu begegnen, sprich ich gehe dort spazieren, wo es noch einigermaßen normal zugeht. Dazu muss ich glücklicherweise nur über die nächste große Straße, da ist es wesentlich entspannter.
Timbra 6. Mai 2015 um 0:31
@HF: Da habe ich wohl einen Nerv getroffen. Verstehe: In der Stadt an der Leine und da bitte freie Bahn, wenn Sie kommen, oder wie sieht das aus? Und zum Freilauf geht es in irgendwelche abgelegenen Gebiete mit dem/den Herdenschutzhund/en. Hm, also verschiedene Halter solcher Hunden haben mir gegenüber verlauten lassen, dass man diese Hunde in der Stadt ab einem Alter von 3 Jahren ohnehin nicht mehr laufen lassen kann (vielleicht der Schutztrieb, wenn sie erwachsen sind? ich kenne mich da nicht so aus).
Warum lassen Sie Ihren Hunden denn nicht grundsätzlich den Freilauf auch in der Stadt? Sie sind doch offenbar gut abrufbar. Dann sollte es doch kein Problem sein, wenn irgendwer in Sicht kommt, die Hunde eben heranzurufen und anzuleinen, „wie es ganz selbstverständlich und ein Gebot der Höflichkeit der hundelosen Umwelt gegenüber“ ist. Oder ist das nur eine Ausrede? Sind ihre Hunde nicht ausreichend gut erzogen für leinenlos?
HF: „(Zitat) Leinenhundehalter (Zitatende)“
Das ist kein Zitat, sondern ein aus dem Zusammenhang gerissenes Wort.
Zitat: „Der gemeine Leinenhundehalter trat auf den Plan. Dieser hat, wie der Name schon sagt, seinen Hund immer an der Leine, erzieht permanent an ihm herum und bedient sich dabei vor allem der üblichen Steinzeit-Brutalo-Methoden, wie Leinenruck, Schlagen, Treten (oder sollte ich lieber “Kicken” sagen?), sowohl was den eigenen als auch fremde Hunde betrifft, weil man ja seinen Hund “beschützen” muss, wenn man schon keine Zeit mehr hat, ihn wegzureißen und über die Straße zu zerren.“
Ja, das ist wirklich eine sehr frevelhafte, pauschale Verurteilung. Warum Sie damit so ein Problem haben, wenn Sie *selbstverständlich* Aggression am Hund ablehnen, kann ich nicht so recht nachvollziehen, aber man muss ja nicht alles verstehen.
Ich finde es auch nicht so toll, wenn in meiner superrücksichtsvollen Umwelt die Griller die Gebüsche zukacken und alles vollmüllen, so dass am Wochenende Schaufelbagger zur Müllbeseitigung anrücken müssen, die lieben Kleinen die Hunde mit Stöcken oder Spielzeugschwertern attackieren und Jogger und Radfahrer sie über den Haufen brettern. Es ist doch selbstverständlich, dass ein Hund das auszuhalten hat, oder etwa nicht?
Aber was mich, wie gesagt, richtig nervt, sind diese besagten Hundehalter.
Ich klopfe Ihnen auch gern auf die Schulter, weil sie zur Entspannung aller Beteiligten in weniger stark frequentierte Bereiche ausweichen. Aber wissen Sie was? Sind sind nicht allein mit dieser Idee. Wir fahren, obwohl wir ziemlich viel Grün um uns herum haben und das theoretisch nicht müßten, auch raus, aber nur einmal am Tag. Und es gibt auch Hunde, die das eher langweilig finden.
HF: „Und nun noch zum “Früher war alles besser”: “
Genauer: Zitat: „Dann, vor ca. 3 Jahren,..“ Ja, es ist schon echt verdammt lang her, dass die Haudrauf-Typen mit den Teletaktern und Stachelhalsbändern ihre Hunde mißhandelt haben.
HF: „Ja, früher hatten nicht ganz so viele Menschen Hunde (vor allem in der Stadt.“
Ah ja? Zahlen bitte. Oder ist es vielleicht eher ein trügerischer Schein, weil der Hund heute im Focus der Öffentlichkeit steht, wie Sie selbst auch einräumen?
Den Rest spar ich mir mal. Dieses Aufzählen führt eh zu nichts. Ich bekenne mich hiermit zum ignoranten Freilaufverfechter, dessen schlecht erzogene Hunde darauf getrimmt sind, das Großstadtleben mit all seinen Widrigkeiten leinenlos zu ertragen und dabei nicht wortwörtlich unter die Räder zu kommen. Unser wichtigstes Kommando lautet nicht „Hier!“, sondern „Halt!“.
Arachne 7. Mai 2015 um 0:00
Und was hat das Ganze jetzt bitte schön mit dem §11 TschG zu tun? Wenn ihr euch eure Beiträge um die Ohren hauen wollt, geht doch bitte ins Forum oder direkt in den Sandkasten.
Timbra 7. Mai 2015 um 14:18
Arachne: „Und was hat das Ganze jetzt bitte schön mit dem §11 TschG zu tun? “
Was mich betrifft nichts. Aber das hatte ich ja schon viel früher geäußert.
Deine Auffassung von Sandkasten ist aber auch sehr interessant.
Arachne 9. Mai 2015 um 0:40
http://rudelstellungen-klargestellt.de/?p=1492
Der Blog hat einen „eigenen Sandkasten“…. das hat nichts mit meiner Auffassung zu tun.

References: §11
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