Source: https://www.bussgeldkatalog.org/autounfall-verkehrsunfall/
Timestamp: 2017-11-20 19:23:18+00:00

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﻿ Autounfall: Was tun? - Verhalten beim Verkehrsunfall 2017
Wissenswertes rund um den Verkehrsunfall
Ein Autounfall ist oft auf das Fehlverhalten von Fahrern zurückzuführen.
Die Zahl der in Deutschland zugelassenen Pkw steigt mit der Zeit kontinuierlich an. Im Jahr 1990 waren dem Statistik-Portal „Statista“ zufolge 30.685 Autos zugelassen. 2010 waren es 41.738 und 2016 bereits 45.071. Hinzu kommen die stetig wachsenden Anforderungen an die Fahrleistung. Dieser Kombination ist es möglicherweise zu verdanken, dass Verkehrsunfälle in Deutschland schon lange keine Seltenheit mehr sind.
Alle 13 Sekunden kam es im Jahr 2015 laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich zu einem Unfall im deutschen Straßenverkehr. Damit wurde der Wert aus dem Vorjahr um 4,6 Prozent überboten.
Die meisten Kraftfahrzeuge sind zwar mittlerweile aufgrund von ABS (Antiblockiersystem), ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), ASR (Antischlupfregelung) und Co. um einiges sicherer als noch vor einigen Jahren, allerdings sind unzählige Autounfälle in Deutschland schlichtweg mit dem Fehlverhalten der Fahrer zu begründen.
Um genau dieser Unfallursache zumindest ein wenig entgegenzuwirken, informieren wir Sie in diesem Ratgeber darüber, welche Definition für einen Verkehrsunfall maßgeblich ist, worin meist die Ursachen für einen Autounfall in Deutschland liegen und wie Sie sich verhalten sollten, wenn Sie in einen Unfall verwickelt wurden oder diesen sogar selbst verursacht haben.
Weiterhin erfahren Sie, wer im Verkehrsrecht als Unfallbeteiligter angesehen wird, ob Sie der Polizei jeden Verkehrsunfall melden müssen und ob Ihre Haftpflichtversicherung nach einem Autounfall die entstandenen Kosten übernimmt. Wir erklären Ihnen außerdem, wie das Prozedere mit der Versicherung genau abläuft, wann nach einem Verkehrsunfall ein Rechtsanwalt vonnöten ist und welche Anzeichen dafür sprechen, dass Ihnen Schmerzensgeld bei einem Autounfall zusteht.
Spezielle Informationen zum Thema Verkehrsunfall:
Zur Abkürzung der bürokratischen Schadensregulierung bei den Versicherern wollen viele Verkehrsteilnehmer das ganze untereinander klären. Doch wann ist eine Verzichtserklärung nach dem Unfall sinnvoll? Sie finden hier zusätzlich auch ein entsprechendes Musterschreiben.
Ein Brustbeinbruch ist besonders gefährlich, da in diesem Bereich viele lebenswichtige Organe liegen. Kommt es dort zu einer Fraktur durch Fremdeinwirkung, steht Betroffenen oft ein Schmerzensgeld zu. Erfahren Sie hier, worauf darauf zu achten ist, wenn Sie den Anspruch auf Schmerzensgeld wegen einem Brustbeinbruch geltend machen wollen.
Wie ist der Anspruch auf Schmerzensgeld bei einem Rippenbruch geregelt? In diesem Ratgeber finden Sie neben einer umfassenden Antwort auf diese Frage auch eine passende Schmerzensgeldtabelle, Tipps zum Einklagen von Schmerzensgeld und Informationen zur sogenannten Ausgleichsfunktion.
Leasing ist eine gute Variante, um in überschaubaren Raten stets neue Fahrzeuge fahren zu können. Bei einem Unfall mit dem Leasingauto sind sich viele jedoch nicht sicher, wie sie gegenüber dem Leasinggeber verfahren müssen. Was geschieht zum Beispiel im Falle einer Wertminderung? Hier erfahren Sie es!
Wie reagieren Sie richtig nach einem Parkrempler? Stecken Sie lediglich einen Zettel hinter die Windschutzscheibe des beschädigten Autos, machen Sie sich der Fahrerflucht schuldig. In diesem Ratgeber dreht sich alles um den Parkschaden.
Schmerzensgeld – Wann haben Geschädigte darauf Anspruch?
Verkehrsunfall: Eine Definition
Wie kann ein Verkehrsunfall definiert werden?
Normalerweise sollte jedem Autofahrer klar sein, wie ein Unfall im Straßenverkehr definiert wird. Es handelt sich dabei um einen Vorfall, der
entweder von beiden Parteien oder zumindest einer nicht angestrebt wurde,
meist aus heiterem Himmel geschieht,
in Relation zum öffentlichen Straßenverkehr und den damit verbundenen Risiken und Gefahren steht und
einen Sach- oder Personenschaden nach sich zieht.
Sollte es lediglich zu einer Gefährdung im Verkehr gekommen sein, kann noch nicht von einem Autounfall gesprochen werden. Zudem muss das jeweilige Ereignis, welches zu einer Schädigung führte, mit einer Handlung im Verkehr direkt zusammenhängen.
Verkehrsunfälle: Welche Ursachen gibt es?
Die Ursachen für einen Autounfall sind vielfältig. Meist spielen jedoch drei Aspekte eine entscheidende Rolle:
Verstöße gegen das Verkehrsrecht und die damit verbundenen Regeln
Falsche Einschätzung der vorliegenden Situation
Versagen der Technik
Dem Statistischen Bundesamt zufolge gab es im Jahr 2015 insgesamt 305.659 Unfälle mit Personenschaden. Folgende Tabelle fasst die Ursachen zusammen, die auf das Fehlverhalten von Autofahrern zurückzuführen sind:
Das richtige Verhalten ist bei einem Autounfall von zentraler Wichtigkeit.
Obwohl Geschwindigkeitsüberschreitungen oft als Hauptursache für einen Autounfall angesehen werden, kam es zumindest im Jahr 2015 diesen Angaben zufolge zu mehr Unfällen aufgrund von falschem Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren. Wichtig ist jedoch, dass es sich hierbei lediglich um Verkehrsunfälle mit Personenschaden handelt. Außerdem sollte beachtet werden, dass längst nicht alle Unfälle im Straßenverkehr gemeldet werden. Die Dunkelziffer kann entsprechend noch um einiges höher sein.
Bereits bevor zukünftige Kraftfahrer überhaupt den eigenen Führerschein in ihren Händen halten dürfen, wird ihnen die korrekte Verhaltensweise nach einem Autounfall eingeschärft. Befinden sie sich dann jedoch in einer solchen Lage, sind einige schlichtweg überfordert und wissen nicht, wie sie reagieren sollen.
Dabei ist es besonders wichtig, nach einem Autounfall eine bestimmte Vorgehensweise an den Tag zu legen, um nicht unnötig Zeit zu verschwenden. Gerade bei einem Verkehrsunfall mit verletzten Personen zählt jede Sekunde. Aus diesem Grund sollten Sie nach folgendem Schema vorgehen, wenn es im Straßenverkehr gekracht hat:
Betätigen Sie die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeuges, um andere Autofahrer rechtzeitig auf den Unfall hinzuweisen.
Ziehen Sie eine Warnweste über, bevor Sie das Auto verlassen. So können Sie von anderen Verkehrsteilnehmern nicht übersehen werden. Gerade nach einem Verkehrsunfall auf der Autobahn sollte dies oberste Priorität haben. Es empfiehlt sich, die Weste im Handschuhfach und nicht im Kofferraum aufzubewahren, da sie so schneller griffbereit ist.
Stellen Sie ein Warndreieck auf. Bei einem Autounfall innerhalb geschlossener Ortschaften sollten Sie dies in einer Entfernung von 50 Metern zum Unfallort tun, auf einer Landstraße sollten es 100 Meter und auf der Autobahn sogar 150 Meter sein.
Machen Sie sich ein Bild von der Unfallstelle: Möglicherweise wurde jemand verletzt oder kann sich nicht selbst aus seinem Fahrzeug befreien.
Verständigen Sie bei einem Autounfall mit Personenschaden in jedem Fall den Notarzt sowie die Polizei.
Leisten Sie Erste Hilfe und kümmern sich um die Verletzten, bis die Rettungskräfte eintreffen und dies übernehmen. Die Polizei wird sich im Anschluss um die Unfallaufnahme kümmern.
Wichtig: Entfernen Sie sich als Unfallbeteiligter nach einem Autounfall vom Unfallort und fahren einfach weiter, handelt es sich um Fahrerflucht. Laut § 142 des Strafgesetzbuches (StGB) sehen die Vorschriften dazu wie folgt aus:
Es macht dabei keinen Unterschied, welcher Schaden durch den Autounfall entstanden ist. Selbst wenn Sie ein anderes Fahrzeug beim Parken lediglich streifen oder leicht anrempeln, wird es als Unfallflucht gewertet, wenn Sie sich danach einfach aus dem Staub machen.
Tödlicher Verkehrsunfall: Kommt fahrlässige Tötung infrage?
Ein tödlicher Verkehrsunfall ist in Deutschland leider keine Seltenheit.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge ereigneten sich im Jahr 2015 insgesamt knapp 3.500 tödliche Verkehrsunfälle. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich: Geschwindigkeitsüber­schreitungen, Fahrten unter Alkoholeinfluss oder falsches Überholen sind nur einige Gründe. Auch die Leichtsinnigkeit und Unsicherheit von Fahranfängern in der Probezeit trägt ihren Teil dazu bei, dass immer wieder tödliche Autounfälle entstehen.
Doch kann den Schuldigen fahrlässige Tötung vorgeworfen werden, wenn ein Autounfall Todesopfer nach sich zog? Wann wird überhaupt von Fahrlässigkeit gesprochen? Dies ist relativ einfach zu erklären: Hätte der Unfall verhindert werden können, wenn der Fahrer ein sorgfältigeres Verhalten an den Tag gelegt hätte, handelt es sich um Fahrlässigkeit.
Wer sich beispielsweise von Gesprächen seiner Mitfahrer ablenken lässt, dadurch nicht mehr mitbekommen, was im Verkehr passiert, und einen Menschen überfährt, macht sich möglicherweise der fahrlässigen Tötung schuldig. Laut § 222 des Strafgesetzbuches (StGB) wird dies folgendermaßen geahndet:
Um genau festzustellen, ob es sich bei einem tödlichen Autounfall wirklich um fahrlässige Tötung handelt, müssen stets die individuellen Umstände der Tat durchleuchtet werden. Dies stellt beispielsweise gerade bei einer Massenkarambolage keine leichte Aufgabe dar.
Autounfall ohne Führerschein: Und jetzt?
Hierbei muss zunächst differenziert werden, ob Sie lediglich Ihren Führerschein – also das Dokument – nicht dabei hatten, als Sie in einen Autounfall verwickelt wurden, oder ob Sie zum Unfallzeitpunkt über keine Fahrerlaubnis verfügten. War ersteres der Fall, müssen Sie in der Regel lediglich mit einem Verwarngeld von zehn Euro rechnen.
Anders verhält es sich jedoch, wenn Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen wurde oder Sie nie eine besessen haben. Sollten Sie sich trotzdem hinters Steuer gesetzt und obendrein einen Verkehrsunfall verursacht haben, fällt die Strafe um einiges höher aus. Gemäß § 21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) handelt es sich beim Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis nämlich um eine Straftat.
Je nachdem, ob fahrlässig gehandelt wurde oder nicht, ändert sich das Strafmaß. Eine Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten kommt bei Fahrlässigkeit auf Sie zu. Ansonsten wird das Fahren ohne Fahrerlaubnis laut § 21 StVG mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet.
Da es außerdem zu einem Autounfall kam, müssen Sie mit zusätzlichen Strafen rechnen. Ihre Versicherung wird den entstandenen Schaden zwar erst einmal übernehmen, kann sich die Kosten jedoch von Ihnen wiederholen. § 5 der Kraftfahrzeug-Pflichtversicherungsverordnung (KfzPflVV) zufolge handelt es sich beim Fahren ohne Fahrerlaubnis um eine sogenannte Obliegenheitsverletzung.
Nach einer solchen ist es durchaus möglich und rechtens, dass Ihr Versicherungsschutz entfällt – zumindest, bei (grober) Fahrlässigkeit. Insgesamt kann Ihre Versicherung jedoch maximal 5.000 Euro von Ihnen verlangen (§ 5 Abs. 3 KfzPflVV). Einen Autounfall zu verschulden und gleichzeitig nicht über eine Fahrerlaubnis zu verfügen, kann dementsprechend ziemlich teuer werden.
Welche Strafe erwartet „Gaffer“ bei einem Autounfall?
Sobald sich ein schwerer Verkehrsunfall ereignet hat, sind sie in der Regel diejenigen, die wie Pilze aus dem Boden schießen, um nichts zu verpassen – Schaulustige, die umgangssprachlich auch den Namen „Gaffer“ tragen. Dass sie die Arbeit der Rettungskräfte jedoch enorm erschweren, wenn sie sich allesamt am Unfallort versammeln oder sogar ihre Geschwindigkeit drosseln, wenn sie daran vorbeifahren, ist den meisten wahrscheinlich nicht klar.
Sind Krankenwagen, Polizei und Notarzt nach einem Autounfall nicht in der Lage, die Unfallstelle überhaupt zu erreichen, kann dies weitreichende Folgen haben. Schwere Verkehrsunfälle verlangen nach einer schnellen und präzisen Handlungsweise, um die Opfer bestmöglich versorgen zu können. Daher ist es nicht gerade verwunderlich, dass „Gaffer“ für ein solches Fehlverhalten entsprechende Strafen zu erwarten haben.
„Gaffer“, die nach einem Autounfall die Rettungs­kräfte behindern, müssen mit Strafen rechnen.
Das „Gaffen“ an sich wird als Ordnungswidrigkeit angesehen. Ein Bußgeld zwischen 20 und 1.000 Euro ist hier möglich. Die Höhe richtet sich nach der Schwere der Tat und den Folgen der selbigen.
Kam es zu einem Autounfall auf der Autobahn und die Rettungskräfte können die Opfer nicht erreichen, da Gaffer den Seitenstreifen blockieren, müssen diese mit 20 bis 25 Euro rechnen.
Viele Schaulustige ziehen es vor, das Unfallgeschehen zu beobachten, anstatt den Opfern ihre Hilfe anzubieten. Dies wird jedoch als unterlassene Hilfeleistung gewertet, was eine Straftat darstellt. Eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr sind hier die Folge.
Fotos oder Videos vom Unfallort oder den Opfern nach einem Autounfall zu machen, steht ebenfalls unter Strafe. Abgesehen von der Geschmacklosigkeit einer solchen Aktion werden hier eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren fällig.
Allein das Anfertigen dieser Materialien steht unter Strafe. Werden diese außerdem weitergegeben oder anderweitig veröffentlicht, kann sich das Strafmaß in der Regel sogar noch erhöhen.
Möchten Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren, sollten Sie sich bereits im Vorfeld auf alle Eventualitäten vorbereiten. Dazu gehört es beispielsweise, sich eine sogenannte „Grüne Versicherungskarte“ bei Ihrer Versicherung zu besorgen. Zwar wird diese nicht in jedem Staat anerkannt, jedoch können Sie sich zumindest innerhalb Europas auf diesen internationalen Versicherungsnachweis verlassen. Neben Ihrer Versicherungsnummer enthält sie außerdem Anschriften verschiedener ausländischer Gesellschaften, an die Sie sich nach einem Autounfall im Ausland wenden können.
Einen Europäischen Unfallbericht im Handschuhfach zu verstauen, ist ebenfalls empfehlenswert. So gibt es bei der Unfallaufnahme keine Verständigungsprobleme, wenn jemand die Sprache des anderen nicht versteht. Im Anschluss an einen Verkehrsunfall sollten Sie in der Regel die Polizei informieren – auch, wenn es nur zu einem Blechschaden kam. Dadurch wird sichergestellt, dass eine weitere Stelle den Unfall zu Protokoll genommen hat. Fragen Sie am besten nach der Adresse der zuständigen Polizeistation sowie nach dem Aktenzeichen des Unfalls.
Danach sollte der Autounfall der Versicherung gemeldet werden. Auch im Ausland haben Sie in der Regel ein Recht darauf, Schadensersatz zu fordern. Innerhalb der EU haben Sie die Möglichkeit, sich mithilfe eines Anwalts an die gegnerische Versicherung des ausländischen Unfallverursachers zu wenden, oder den Regulierungsbeauftragten der Versicherung im jeweiligen Land zu kontaktieren. Diesen erreichen Sie durch einen Anruf beim Zentralruf der Autoversicherer (0800 25 026 00).
Wichtig: Übernimmt die Polizei die Unfallaufnahme nach einem Autounfall und stellt dabei fest, dass Sie sich nicht an die Verkehrsregeln des Landes gehalten haben, kann dies Auswirkungen auf die Schadensregulierung haben. Informieren Sie sich daher stets im Vorfeld über die im Urlaubsland geltenden Vorschriften und Verkehrsregeln.
§ 34 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) beschreibt genau, welche Personen nach einem Autounfall als Unfallbeteiligte angesehen werden:
Dementsprechend gilt nicht ausschließlich der Verursacher als Unfallbeteiligter, sondern ebenfalls Verkehrsteilnehmer, die ihren Teil dazu beigetragen haben, dass es überhaupt erst zu einem Autounfall kam. Dies können andere Kraftfahrer, Fahrzeuginsassen, Radfahrer oder auch Fußgänger sein.
Autounfall der Polizei melden: Ja oder Nein?
Sollte jeder Verkehrsunfall der Polizei gemeldet werden?
Wenn die einzige Konsequenz aus einem Blechschaden besteht, kann ein Autounfall auch ohne Polizei abgewickelt werden. Ist beiden Parteien klar, weshalb es zum Unfall kam – die Schuldfrage dementsprechend eindeutig geklärt wurde – können sie ebenfalls darauf verzichten, die Polizei zu rufen.
Worauf Autofahrer jedoch in keinem Fall verzichten sollten, ist ein sogenannter Unfallbericht. Dieses Dokument ist vor allem dann von zentraler Wichtigkeit, wenn sie ihrer Versicherung den Schaden melden. Folgende Angaben sollte ein Unfallbericht beinhalten:
Persönliche Daten beider Fahrer sowie die möglicher Zeugen
Daten der beiden Fahrzeuge, die in den Unfall verwickelt waren (Fahrzeugart, Kennzeichen, Versicherungsdaten, etc.)
Beschreibung des Unfallorts, besondere Verkehrs- oder Witterungsverhältnisse zum jeweiligen Zeitpunkt
Beschreibung dazu, wie der Autounfall überhaupt entstanden ist (Welches Fahrzeug kam aus welcher Richtung? Wie schnell waren sie unterwegs? Wieso kam es dann zum Unfall?)
Dokumentation der Schäden (Beweisfotos)
Hier finden Sie ein kostenloses Muster für einen Unfallbericht im PDF-Format, welches Sie sich ausdrucken und für den Notfall in Ihrem Fahrzeug deponieren können:
Stellt sich der Unfallgegner quer und möchte beispielsweise seine Daten nicht herausrücken, haben Sie auch bei einem Blechschaden die Möglichkeit, die Polizei hinzuzuziehen. Diese Entscheidung liegt stets in Ihrem Ermessen. Ist ein ziemlich hoher Unfallschaden entstanden, kann es ebenfalls nicht schaden, den Autounfall der Polizei zu melden. Diese kann dann nämlich der Versicherung den Schaden sowie den Unfallhergang bestätigen, was einen Versicherungsbetrug grundsätzlich ausschließt. Auch in Bezug auf Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall hat eine Unfallaufnahme durch die Polizei möglicherweise mehr Gewicht.
Verkehrsunfall: Wann die Polizei gerufen werden muss
Sobald Personen bei einem Autounfall zu Schaden gekommen sind – beispielsweise bei einem Unfall mit einem Fahrradfahrer – haben Sie hingegen die Pflicht, die Polizei über den Vorfall zu informieren. Wenn die Beamten an Ort und Stelle eintreffen, kümmern sie sich in der Regel um die Unfallaufnahme. Diese geht folgendermaßen vonstatten:
Sichern von Beweisen (Dokumentationen von Unfallort, entstandenen Schäden an Fahrzeugen, Verletzungen der Opfer, etc.)
Befragen von Unfallbeteiligten und möglichen Zeugen, um den Unfallhergang so genau wie möglich zu rekonstruieren
Diese Aufgabe verlangt zumeist eine Engelsgeduld von den Polizeibeamten. Je nachdem, wie es zum Autounfall kam, sind die Spuren so zahlreich, dass das Sammeln sowie die Sicherung dieser einige Stunden in Anspruch nimmt. Auch das Befragen von Zeugen oder Unfallbeteiligten gestaltet sich teilweise kompliziert, da diese möglicherweise verletzt sind oder unter Schock stehen.
Nach dem Autounfall: Vorfall der Versicherung melden
Es ist gesetzlich geregelt, dass jeder Versicherte einen Autounfall bei seiner Versicherung melden muss.
Je nachdem, ob Sie den Autounfall selbst verursacht haben oder aufgrund des Fehlverhaltens eines anderen Fahrers darin verwickelt wurden, ist die Vorgehensweise eine andere, wenn Sie den Vorfall der Haftpflichtversicherung melden möchten. Ist letzteres der Fall, fällt diese Aufgabe nämlich Ihrem Unfallgegner zu.
§ 7 der Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrtversicherung (ABK) zufolge hat jeder Versicherte die Pflicht, einen Verkehrsunfall seiner Versicherung zu melden. Manchmal verhält es sich jedoch so, dass der Unfallverursacher sich weigert. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie verzweifeln müssen:
Unter der Nummer 0800 25 026 00 erreichen Sie den Zentralruf der Autoversicherer. Ein Anruf dort genügt und Sie erfahren, wo Ihr Unfallgegner sein Fahrzeug versichert hat. Folgende Angaben müssen Sie jedoch machen können:
Name und Anschrift des gegnerischen Fahrers
Kennzeichen seines Fahrzeugs
Auch wenn sich die gegnerische Partei wenig kooperativ zeigt, können Sie so gewährleisten, dass der Schaden gemeldet wurde. Verhält es sich andersherum und Sie sind für den Autounfall verantwortlich, müssen Sie sich entsprechend darum kümmern, dass der Schaden Ihrer Haftpflichtversicherung gemeldet wird.
Ihre persönlichen Daten (Name, Anschrift, etc.)
Beschreibung des Unfalls an sich (Wo, wann und wie hat er sich ereignet? Welcher Schaden ist daraus entstanden?)
Daten möglicher Zeugen
Meist können Sie Ihrer Versicherung diese Daten entweder telefonisch oder online auf der jeweiligen Internetpräsenz über ein dafür vorgesehenes Formular zukommen lassen. Das positive an der zweiten Möglichkeit ist, dass Sie so noch einmal alle gemachten Angaben überprüfen können, bevor Sie diese der Haftpflichtversicherung final mitteilen. Erst, wenn beide Beteiligten den Verkehrsunfall ihrer Versicherung gemeldet haben, kann die Schadensregulierung beginnen.
Autounfall mit einem Firmenwagen: Wer muss zahlen?
Wer beispielsweise als Taxifahrer arbeitet, wird jeden Tag mit dem Wahnsinn konfrontiert, der teilweise auf deutschen Straßen herrscht: Rote Ampeln werden überfahren, der vorgeschriebene Mindestabstand kaum eingehalten und die Geschwindigkeit so weit wie möglich ausgereizt. Da ist es nicht gerade verwunderlich, dass auch immer wieder Taxen in einen Autounfall verwickelt werden.
Dabei müssen jedoch einige Besonderheiten beachtet werden: Meist handelt es sich bei einem Taxi um ein Dienstfahrzeug. Demzufolge ereignen sich Unfälle oft während der Arbeitszeit. Nutzen Taxifahrer ihren privaten Pkw zu betrieblichen Zwecken, so gilt er ebenfalls als Firmenwagen. Müssen also Arbeitgeber oder Arbeitnehmer für Unfallschäden aufkommen?
Werden Taxifahrer in einen Verkehrsunfall verwickelt, gelten spezielle Vorschriften in puncto Versicherung.
Geschah der Autounfall innerhalb der Arbeitszeit sowie beim Ausüben einer betrieblichen Arbeit, muss der Schaden über die Versicherung des Arbeitgebers abgerechnet werden. Entstehen Schäden bei privaten Fahrten mit dem Dienstfahrzeug, haftet der Taxifahrer selbst.
Gut zu wissen: Legt der betroffene Fahrer Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit an den Tag, indem er beispielsweise eine rote Ampel überfährt und damit einen Verkehrsunfall provoziert, haftet er allein für die daraus resultierenden Schäden – auch dann, wenn sich der Unfall in der Arbeitszeit ereignete.
Was tun bei einem Autounfall ohne Versicherung?
Grundsätzlich haben Sie nach einem Autounfall als Geschädigter ein Anrecht darauf, den Ihnen entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen. Dies übernimmt normalerweise die Versicherung des Unfallverursachers. Verhält es sich jedoch so, dass dieser nicht versichert ist, tun sich automatisch eine Menge Fragen auf.
An und für sich ist die Regelung hier relativ einfach: Wurde im Vorfeld keine Versicherung abgeschlossen, haftet der betroffene Fahrer persönlich für die Schäden nach einem Autounfall. Doch was geschieht, wenn dieser nicht in der Lage ist, für Schäden am Fahrzeug, Schmerzensgeldforderungen oder anderweitig aus dem Unfall resultierende Kosten aufzukommen?
Sollte dies der Fall sein, springt die sogenannte Verkehrsopferhilfe e. V. (VOH) ein und übernimmt die offenen Zahlungen. Es handelt sich dabei um einen Verein, der von deutschen Autohaftpflichtversicherern finanziert wird. Personen, die nach einem Autounfall Verletzungen oder anderweitige Schäden davongetragen haben, sollen nicht darauf sitzenbleiben und die ihnen zustehende Entschädigung auch dann erhalten, wenn der Verursacher nicht versichert war.
Autounfall ohne Versicherung: Was kommt nun auf mich zu?
Haben Sie es versäumt, Ihr Fahrzeug zu versichern bzw. ist dieses aufgrund eines Versicherungswechsels einige Tage lang nicht versichert, machen Sie sich strafbar, wenn Sie trotzdem damit fahren. Kommt es zusätzlich noch zu einem Autounfall, sitzen Sie richtig in der Tinte.
In Deutschland ist jeder Kraftfahrer gesetzlich dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für sein Fahrzeug abzuschließen. Verstoßen Sie gegen diese Vorschrift, müssen Sie laut § 6 des Pflichtversicherungsgesetzes (PflVG) mit folgenden Konsequenzen rechnen:
Ist die Tat vorsätzlich begangen worden, so kann das Fahrzeug eingezogen werden, wenn es dem Täter oder Teilnehmer zur Zeit der Entscheidung gehört.“
Nachdem beide Unfallbeteiligten den Unfall bei Ihrer Versicherung gemeldet haben, beginnt die eigentliche Schadensregulierung. Dazu korrespondieren die Versicherungen untereinander und prüfen die ihnen überlassenen Beweise, um so unter anderem die Schuldfrage zu klären.
Um die Höhe vom zu zahlenden Schadensersatz nach einem Verkehrsunfall zu bestimmen, muss erst einmal geklärt werden, welche Schäden überhaupt am jeweiligen Fahrzeug entstanden sind. Bei einem Unfall mit einem LKW können diese besonders gravierend sein. Es ist durchaus möglich, dass nach dem Autounfall ein Gutachter beauftragt wird, der ein sogenanntes Kfz-Gutachten erstellt. Aus diesem wird dann ersichtlich, welche Entschädigung angemessen wäre.
Meist wird ein Gutachter bzw. Sachverständiger von der Haftpflicht des Unfallopfers gestellt, wobei die gegnerische Versicherung die Kosten dafür tragen muss. Im Folgenden erfahren Sie, wie ein solcher Gutachter in der Regel vorgeht und erhalten weitere Informationen zum Kfz-Gutachten nach einem Autounfall.
Was untersucht ein Gutachter nach einem Autounfall?
Nach einem Autounfall untersucht ein Gutachter unter anderem die Schäden am Fahrzeug.
Es gibt einige Aspekte, auf die ein Gutachter bei seiner Arbeit besonderes achten sollte, da diese die Grundlage der Schadensregulierung für die Versicherung darstellen. Dazu zählen beispielsweise folgende Punkte:
Zeit und Kosten, welche eine mögliche Reparatur mit sich bringen würde
Festsetzung des Reparaturweges
Technische Daten und Ausstattung des Fahrzeugs
Dokumentation und Beschreibung der vorliegenden Schäden
Schäden, die möglicherweise von einem früheren Unfall stammen
Mit dem Autounfall verbundene Ausfallzeit
Restwert und Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs
Wie berechnet sich der Restwert eines Fahrzeugs?
Um nach einem Autounfall feststellen zu können, wie viel ein Fahrzeug noch wert ist, müssen viele Faktoren miteinbezogen werden. Eine genaue Untersuchung des Kfz stellt dabei wohl den wichtigsten Aspekt dar. Des Weiteren können folgende Fragen einem Sachverständigen dabei helfen, den Restwert eines Autos zu bestimmen:
Weshalb kam es zum Unfall?
Wie viel war das Auto vor dem Unfall wert?
Wie viel könnte die geschädigte Partei nach dem Unfall noch für das Auto verlangen?
Ob nach einem Autounfall ein Totalschaden vorliegt, hängt vom sogenannten „Schrottwert“ ab. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert. Sind die Reparaturkosten höher als der Schrottwert eines Fahrzeugs, kann von einem wirtschaftlichen Totalschaden gesprochen werden.
Eine Reparatur würde in einem solchen Fall – zumindest aus wirtschaftlicher Sicht – keinen Sinn ergeben, da die dafür veranschlagten Kosten in keiner Relation dazu stehen, wie viel das Auto noch wert ist. Eine Berechnung könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen:
Nach einem Autounfall wurden von einem Sachverständigen Reparaturkosten in Höhe von 7.000 Euro ermittelt.
Für einen identischen Pkw würden die Kosten bei 4.000 Euro liegen (Wiederbeschaffungswert).
Wenn der betroffene Fahrer das Auto in seinem jetzigen Zustand verkaufen würde, bekäme er noch 1.500 Euro dafür (Restwert).
Sobald das Ergebnis aus der Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und Restwert geringer ausfällt als die Reparaturkosten, handelt es sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden.
Berechnung: Wiederbeschaffungswert (4.000 Euro) – Restwert (1.500 Euro) = 2.500 Euro
Meist führt ein schwerer Verkehrsunfall zu einem Totalschaden.
Da 7.000 Euro für die Reparatur nach dem Autounfall errechnet wurden, steht der Aufwand in keinem Verhältnis. Es liegt also ein Totalschaden vor. In den meisten Fällen wird der betroffene Autobesitzer sein Fahrzeug dann nicht mehr reparieren wollen.
Er hat jedoch die Möglichkeit, sich die Differenz zum Wiederbeschaffungswert von der gegnerischen Haftpflicht zu besorgen. Wurde im Vorfeld eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen, können sogar bis zu 130 Prozent des Wiederbeschaffungswertes ausgezahlt werden. Dabei müsste dieser Betrag jedoch so hoch sein, dass damit die Kosten für die Reparatur komplett getilgt wären.
Wann liegt eine Wertminderung nach einem Autounfall vor?
Wurde ein Fahrzeug in einen Autounfall verwickelt, ist es nicht unüblich, dass es danach weniger wert ist. Es existieren dabei zwei Formen der Wertminderung:
Merkantile Wertminderung: Um diese Art handelt es sich, wenn das jeweilige Auto verglichen mit einem identischen, unfallfreien Kfz aufgrund des vorliegenden Schadens bei einem möglichen Verkauf weniger abwerfen würde. In diesem Fall wird von einem „merkantilen Minderwert“ gesprochen.
Technische Wertminderung: Im Gegenzug liegt ein „technischer Minderwert“ vor, wenn der durch den Autounfall entstandene Schaden aus technischer Sicht zwar behoben werden könnte, der optische Zustand vor dem Unfall jedoch nicht mehr erreicht werden kann.
Eine Wertminderung gilt jedoch in der Regel als ausgeschlossen, wenn der betroffene Pkw bereits vorher an einem Unfall beteiligt war, mehr als 100.000 km/h auf der Radkappe hat, älter als fünf Jahre ist oder es sich nur um einen Blechschaden handelt.
Der Preis für ein Kfz-Gutachten bzw. das Gehalt eines Gutachters orientiert sich normalerweise an der Höhe des Schadens nach einem Autounfall. Je komplexer der durch den Unfall entstandene Schaden, desto höher kann das Honorar des Sachverständigen ausfallen.
Bevor dieser mit seiner Arbeit beginnt, fertigt er jedoch im Regelfall einen Kostenvoranschlag an, in dem ein bestimmter Prozentsatz festgelegt wird, an dem sich die Menge der Schäden bzw. die Höhe dieser bemisst. Ein höherer Schaden bedeutet automatisch einen geringeren Prozentsatz.
Eine Beispielsrechnung könnte wie folgt aussehen: Wurde der durch den Autounfall entstandene Schaden vom zuständigen Gutachter mit 3.000 Euro bemessen und ein Prozentsatz von 25 Prozent festgesetzt, beträgt das Honorar 750 Euro. Bei einem Unfallschaden in Höhe von 20.000 Euro und einem Prozentsatz von 9 Prozent müssten 1.800 Euro für das Kfz-Gutachten berappt werden.
Kann ich das Kfz-Gutachten nach einem Autounfall anfechten?
Je nachdem, zu wessen Gunsten ein Kfz-Gutachten nach einem Autounfall ausfällt, kann dies dazu führen, dass eine Partei unzufrieden zurückbleibt und dem Sachverständigen Befangenheit vorwirft. Ist beispielsweise der Geschädigte mit dem Ergebnis zufrieden, der Unfallverursacher hält den veranschlagten Betrag jedoch für zu hoch, hat er die Möglichkeit, das Gutachten anzufechten.
In diesem Fall braucht es einen weiteren Unfallgutachter, der von der gegnerischen Versicherung gestellt wird. Dieser muss dann die vorliegenden Schäden erneut prüfen und ebenfalls ein Kfz-Gutachten erstellen. Ungültig kann das vorherige Gutachten beispielsweise sein, wenn Schäden miteingerechnet wurden, die von einem anderen Autounfall aus der Vergangenheit stammen.
Können sich die Parteien auch nach diesem Unterfangen nicht einigen, landet das Ganze normalerweise vor Gericht. Beide Gutachter werden dann als Zeugen aufgerufen und müssen ihre Ergebnisse erneut vorlegen. Das anschließende Urteil müssen beide Unfallbeteiligten dann wohl oder übel akzeptieren. Die Schäden am Fahrzeug dürfen generell erst nach der sogenannten Reparaturfreigabe beseitigt werden.
Steht mir nach einem Autounfall ein Mietwagen zu?
Nachdem ein Autounfall der Versicherung gemeldet wurde, muss erst einmal festgestellt werden, wie viel Zeit eine mögliche Reparatur in Anspruch nehmen würde, welche Kosten dabei entstehen und ob es sich überhaupt lohnt, den Wagen zu reparieren. Zu diesem Zweck wird ein Kfz-Gutachten erstellt.
Bestätigt dieses die Fahruntüchtigkeit des Autos, steht Ihnen ein Mietwagen zu. Der Anspruch auf diesen bleibt so lange bestehen, wie es dauert, die vorliegenden Schäden zu ermitteln bzw. Ihr Fahrzeug instand zu setzen. Haben Sie jedoch kein Interesse daran, einen Mietwagen zu nutzen, gibt es auch noch eine andere Möglichkeit.
Sind Sie auf Ihr Auto angewiesen und weder in der Lage auf öffentliche Verkehrsmittel noch auf das Fahrrad umzusteigen, können Sie eine sogenannte Nutzungsausfall­entschädigung geltend machen. Diese kann Ihnen von der gegnerischen Haftpflicht in Tagessätzen zwischen 23 und 175 Euro ausgezahlt werden.
Je nachdem, wie alt das beschädigte Fahrzeug ist und um welches Modell es sich handelt, steht Ihnen ein höherer bzw. niedrigerer Betrag zu. Wenn Sie hingegen nicht von Ihrem Kfz abhängig sind, besteht weder Anspruch auf einen Mietwagen nach einem Autounfall, noch auf eine Nutzungsausfallentschädigung. Das Gleiche gilt, wenn Sie sich statt Ihres Kleinwagens einen Geländewagen mieten. Es sollte sich in der Regel zumindest um ein ähnliches Fahrzeugmodell handeln, damit die Versicherung dafür aufkommt.
Besorgen Sie sich einen Leihwagen nach einem Autounfall, können Sie den Namen der gegnerischen Haftpflichtversicherung direkt dem jeweiligen Anbieter mitteilen, damit die Kosten dafür übernommen werden. Sie sind grundsätzlich nicht dazu verpflichtet, in Vorkasse zu gehen. Um einem Streit mit der Versicherung aus dem Weg zu gehen, sollten Sie sich nicht unbedingt das teuerste Modell aussuchen.
Benötige ich nach einem Autounfall einen Anwalt?
Personen, die zwar in einen Autounfall verwickelt wurden, diesen jedoch nicht selbst verursacht haben, denken meist gar nicht erst darüber nach, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Schließlich haben sie sich ja nichts zuschulden kommen lassen. Oft wissen Betroffene jedoch gar nicht, welche Ansprüche nach einem Unfall genau geltend gemacht werden können. Ein Anwalt kann Sie dahingehend informieren und unterstützen.
Bleiben Sie beispielsweise auf den Kosten sitzen, weil die gegnerische Versicherung einfach nicht mit der Zahlung herausrückt, oder Sie wissen nicht genau, wie Sie nach einem Verkehrsunfall Schmerzensgeld beantragen können, ist ein Anwalt ebenfalls die richtige Adresse für Sie.
Auch als vermeintlicher Verursacher empfiehlt es sich in gewissen Fällen, einen Anwalt nach einem Verkehrsunfall zu konsultieren. Möglicherweise kann Ihnen lediglich eine Teilschuld nachgewiesen werden und Ihre Haftpflichtversicherung muss daraufhin nicht die gesamte Summe aus dem Kfz-Gutachten herausrücken. Ein Anwalt kommuniziert normalerweise mit Ihrer Versicherung sowie der der anderen Partei und versucht so, Sie in der Angelegenheit bestmöglich zu vertreten.
Dass nach einem Verkehrsunfall ein Schadensersatz wie Schmerzensgeld das Ganze nicht ungeschehen machen kann, steht außer Frage. Es soll jedoch dafür sorgen, dass Geschädigte zumindest einen finanziellen Ausgleich erhalten, um sich gewisse Annehmlichkeiten leisten zu können. Es fungiert daher auch als Genugtuung.
Wann geschädigte Personen nach einem Autounfall Anspruch auf Schmerzensgeld haben, ist in § 253 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) geregelt. Dort heißt es:
Demzufolge besteht nach einem Autounfall also grundsätzlich Anspruch auf eine Entschädigung. Wie hoch diese ausfällt, muss je nach den Umständen des jeweiligen Einzelfalls entschieden werden, da es dafür keine gesetzliche Regelung gibt. Vielmehr dienen die Urteile diverser Gerichte als Orientierung. Die Entscheidungen wurden mit den Jahren in unterschiedlichen Schmerzensgeldtabellen zusammengetragen und bieten so gewisse Anhaltspunkte, wie viel für welche Verletzung in der Vergangenheit veranschlagt wurde.
Wie hoch das Schmerzensgeld bei einem Autounfall ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab.
Hinzu kommen weitere Kriterien, die bei der Bemessung der Höhe des Schmerzensgeldes eine Rolle spielen:
Art, Intensität und Ausmaß der erlittenen Verletzungen
Dauer der Heilbehandlung bzw. der Arbeitsunfähigkeit
soziale oder psychische Folgen
Durch den Autounfall entstandene Folgeschäden oder bleibende körperliche Beeinträchtigungen (Narben, Entstellungen, Behinderungen)
mögliches Mitverschulden (was für weniger Schmerzensgeld spricht)
Wichtig: Die gegnerische Versicherung wird vermutlich versuchen, die Schadensregulierung so gering wie möglich zu halten und nur für die Positionen aufzukommen, die sie nicht vermeiden kann. Um wirklich angemessen für entstandene Schäden entschädigt zu werden, lohnt es sich, einen Anwalt hinzuzuziehen, der sich für Sie einsetzt. Wenn der Unfallgegner die alleinige Schuld am Autounfall trägt, muss er auch für Ihre Anwaltskosten aufkommen.

References: § 142
 § 222
 § 21
 § 21
 § 5

§ 34

§ 7
 § 6
 § 253