Source: http://www.bc-verlag.de/UVVen/62/24.htm
Timestamp: 2019-04-20 14:12:20+00:00

Document:
BGV B 7: Sauerstoff, § 24: Besondere Schutzmaßnahmen für Turboverdichter und Trockenlauf-Hubkolbenverdichter
Besondere Schutzmaßnahmen für Turboverdichter und Trockenlauf-Hubkolbenverdichter
(1) Zum Schutz der Versicherten bei Bränden müssen Turboverdichter, Turbogebläse und Trockenlauf-Hubkolbenverdichter mit Abschirmungen ausgerüstet sein.
(2) Schutzeinrichtungen nach Absatz 1 sind nicht erforderlich bei
1. Turboverdichtern mit einem Verdichtungsenddruck von nicht mehr als 1 bar Überdruck,
2. wassergeschmierten Verdichtern nach § 22 Abs. 7 und 8 und Vakuumpumpen nach § 42
3. Verdichtern, die mit einem Wasser/Glyzerin-Gemisch geschmiert sind.
(3) Abschirmungen müssen so bemessen sein, daß sie die Versicherten schützen, und so beschaffen sein, daß sie dem beim Ausbrennen austretenden Feuerstrahl so lange standhalten, bis sich die Versicherten in Sicherheit gebracht haben. DA
(4) Turboverdichter und Trockenlauf-Hubkolbenverdichter müssen so beschaffen und ausgerüstet sein, daß ein Betreten des Bereiches zwischen Verdichter und Abschirmung während des Betriebes der Verdichter mit Sauerstoff, solange diese unter Sauerstoffüberdruck von mehr als 1 bar stehen, nicht erforderlich ist.
(5) Auf das Zutrittsverbot für Anlagen nach Absatz 4 muß an den Zugängen hingewiesen sein. DA
DA zu § 24 Abs. 3:
Diese Forderung ist hinsichtlich Bemessung der Abschirmung erfüllt, wenn keine Sichtverbindung zwischen den Teilen von Verdichtern, von denen ein Brand ausgehen kann, und den Versicherten besteht. Das erfordert in der Regel eine Abschirmung in folgendem Umfang:
1. Allgemein reicht die Abschirmung so hoch, wie sich die betreffenden Maschinenteile über dem begangenen Niveau befinden, mindestens aber 2,0 m. Eine mögliche Gefährdung von Versicherten auf Laufstegen oberhalb des begangenen Niveaus und in Kranführerkabinen ist besonders zu berücksichtigen.
2. Bei Trockenlauf-Hubkolbenverdichtern umfaßt die Abschirmung die Zylinder einschließlich der Laternenräume zumindest ab Oberkante des Triebwerksgehäuses.
3. Am Verdichter angeschlossene sauerstofführende Bauteile werden in die Abschirmung bis einschließlich der ersten Umlenkung vor und nach dem Verdichtergehäuse einbezogen. Als Umlenkung gilt eine Strömungsrichtungsänderung von mehr als 30 Grad bei einem Krümmungsradius von weniger als 5 D (D = Außendurchmesser). Kühler und Pulsationsdämpfer nach der ersten Umlenkung gelten nicht als Brandherde und müssen deshalb nicht in die Abschirmung einbezogen werden.
4. Da bei einem Ausbrand der Verdichter Teile weggeschleudert werden können, ist dies bei der Ausführung der Abschirmung bzw. deren Bauart besonders zu berücksichtigen.
Siehe hierzu Anhang 1 Bilder 1 bis 5.
Diese Forderung ist hinsichtlich Beschaffenheit der Abschirmung erfüllt, wenn
1. diese aus Beton, Mauerwerk, doppelten Stahlblechen mit Glaswolle-, Steinwolle- oder Brandplatteneinlage, fest verkleideten Stahlblechen oder nichtbrennbaren Platten mit äußerer Stahlarmierung bestehen,
2. der durch die Abschirmung gebildete Raum ausreichend gelüftet ist,
3. vorhandene Türen verschließbar sind
4. der durch die Abschirmung gebildete Raum bei vollständiger Umschließung Druckentlastung in ungefährlicher Richtung besitzt.
DA zu § 24 Abs. 5:
Siehe hierzu auch § 44.

References: § 24
 § 22
 § 42
 § 24
 § 24
 § 44