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Timestamp: 2016-10-24 05:26:41+00:00

Document:
4C.159/1999 (28.07.2000)
4C.159/1999/rnd
Es wirken mit: Bundesrichter Walter, Pr�sident, Leu, Nyffeler und Gerichtsschreiberin Senn.
Adalbert F l e c k e n s t e i n, M�hlestrasse 31, 8803 R�schlikon, Zustelladresse: Webereistrasse 59, 8134 Adliswil, Beklagter und Berufungskl�ger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas L�thy, Zollikerstrasse 141, 8008 Z�rich,
Kanton Z � r i c h, c/o Direktion der �ffentlichen Bauten, Postfach, 8090 Z�rich, Kl�ger und Berufungsbeklagten, vertreten durch Rechtsanw�ltin Irene Buchschacher, Walchestrasse 17, 8006 Z�rich,
A.- Adalbert Fleckenstein lieferte und installierte aufgrund eines mit dem Kanton Z�rich abgeschlossenen Werkvertrages vom 13. April 1976 Heizungs- und K�lteisolationen an Geb�uden der Universit�t Z�rich (Strickhofareal). Die SIA-Norm 118 (Ausgabe 1962) war von den Parteien zum Bestandteil des Werkvertrages erkl�rt worden. Am 10. Mai 1979 erfolgte die vorl�ufige Abnahme des Werkes. Am 18. Februar und 25. M�rz 1982 fanden Sitzungen statt, in denen in der Zwischenzeit zutage getretene M�ngel besprochen und protokolliert wurden. Am 30. M�rz 1984 r�gte der Kanton Z�rich das Vorhandensein weiterer M�ngel und setzte Adalbert Fleckenstein Frist bis zum 27. April 1984 zur Erneuerung des Werkes, welche dieser unbenutzt verstreichen liess. Im Jahre 1991 liess der Kanton Z�rich das Werk neu erstellen.
B.- Mit Klage vom 3. April 1989 beantragte der Kanton Z�rich dem Bezirksgericht Horgen, Adalbert Fleckenstein zur R�ckerstattung des Werklohnes von Fr. 152'000.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 16. Oktober 1979, abz�glich des inzwischen gezogenen Nutzens, sowie zur Bezahlung von Fr. 1'209'842.90 nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Dezember 1991 zu verurteilen. Am 21. Dezember 1994 verurteilte das Bezirksgericht den Beklagten in teilweiser Gutheissung der Klage zur Bezahlung von Fr. 747'362.70 zuz�glich Zins zu 5 % seit 1. Dezember 1991. Auf Appellation des Beklagten hin hob das Obergericht des Kantons Z�rich das Urteil des Bezirksgerichts auf und wies die Klage wegen Verj�hrungseintritts vollumf�nglich ab. Eine vom Kl�ger gegen diesen Entscheid eingereichte kantonale Nichtigkeitsbeschwerde wies das Kassationsgericht des Kantons Z�rich ab, soweit es darauf eintrat.
C.- Der Kl�ger erhob zudem gegen das Urteil des Obergerichts eidgen�ssische Berufung. Das Bundesgericht befand in seinem Urteil vom 21. April 1998 die Verj�hrungseinrede des Beklagten als unbegr�ndet, hob den Entscheid des Obergerichts auf und wies die Sache zur Sachverhaltserg�nzung und zur neuen Entscheidung �ber die kl�gerischen Anspr�che an dieses zur�ck.
Mit Beschluss vom 9. M�rz 1999 nahm das Obergericht davon Vermerk, dass das Urteil des Bezirksgerichts vom 21. Dezember 1994 insoweit in Rechtskraft erwachsen sei, als die Klage im Mehrbetrag von Fr. 614'480.20 abgewiesen worden war. Mit Urteil vom selbigen Tag verurteilte es den Beklagten zur Bezahlung von Fr. 474'516.-- nebst Zins zu 5 % seit dem 1. Dezember 1991 an den Kl�ger; im Mehrbetrag wies es die Klage ab. Die vom Beklagten gegen dieses Urteil erhobene kantonale Nichtigkeitsbeschwerde wies das Kassationsgericht ab, soweit es darauf eintrat.
D.- Der Beklagte f�hrt gegen das Urteil des Obergerichts erneut Berufung an das Bundesgericht. Er beantragt, dieses aufzuheben und die Klage vollumf�nglich abzuweisen, eventuell die Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen. Der Kl�ger schliesst auf Abweisung der Berufung.
1.- Die Vorinstanz hatte zun�chst zu entscheiden, ob
die an den Sitzungen vom 18. Februar und 25. M�rz 1982 besprochenen M�ngel rechtzeitig ger�gt worden seien. Sie verwies diesbez�glich auf die Er�rterungen im erstinstanzlichen Urteil. Das Bezirksgericht hatte erwogen, der Kl�ger habe den Beklagten erstmals im Januar 1982 telefonisch �ber M�ngel orientiert und zur Sitzung vom 18. Februar 1982 eingeladen. Da das Werk zu diesem Zeitpunkt endg�ltig abgenommen gewesen sei, h�tten nur noch verdeckte M�ngel ger�gt werden k�nnen. Nach Art. 370 Abs. 3 OR seien solche M�ngel sofort nach der Entdeckung anzuzeigen, ansonsten das Werk auch diesbez�glich als genehmigt gelte. Bei der Beurteilung der Rechtzeitigkeit der R�ge sei immer auf die konkreten Umst�nde des Einzelfalles abzustellen. Die in der Sitzung vom 18. Februar 1982 besprochenen M�ngel seien im Januar 1982 entdeckt worden, wobei das genaue Datum nicht festgestellt werden k�nne. Gehe man davon aus, dass die Entdeckung bereits Anfang Januar 1982 stattfand, w�ren bis zur Sitzung sieben Wochen verstrichen. Angesichts der Teilnehmerzahl sei davon auszugehen, dass die Sitzung mindestens eine Woche vorher anberaumt worden sei, die erstmalige M�ngelr�ge also nach 6 Wochen erfolgt sei. Beim Kl�ger handle es sich um eine �ffentlichrechtliche Institution, bei der die Kommunikationswege bekanntlich wegen der Pflicht zur Einhaltung des Dienstweges oft l�nger seien als in der Privatwirtschaft. Zudem seien verschiedene Verwaltungsstellen mit dem Werk befasst gewesen. Unter diesen Umst�nden erscheine eine maximale R�gefrist von etwa sechs Wochen f�r versteckte M�ngel an einem �ber 400 km langen Leitungssystem als noch vertretbar. Auch habe vorliegend keine akute Gef�hrdung des Betriebs oder von Menschen bestanden, die eine strenge Handhabung der Fristenberechnung erfordert h�tte.
Die Vorinstanz erg�nzte, entdeckt sei ein Fehler mit seiner zweifelsfreien Feststellung. Es liege in der Natur eines derartigen Werkschadens durch Rostbildung an K�hlleitungen, welche teilweise verdeckt gef�hrt w�rden, dass er nicht mit einem Mal offenbar werde. Rostbildung sei kein Zustand, sondern ein fortschreitender Prozess, welcher h�ufig zun�chst ganz zuf�llig entdeckt werde und auch nicht �berall zugleich beginne. An dem mehrere Kilometer messenden Kanal- oder Rohrsystem k�nne sich ein uneinheitliches Bild ergeben und unklar scheinen, ob der Rost nur isoliert oder �ber gr�ssere Fl�chen auftrete. Der Besteller sei daher nicht verpflichtet, bereits bei der Entdeckung einzelner Roststellen eine M�ngelr�ge zu erheben, sondern d�rfe die Entwicklung zun�chst eine Zeit lang beobachten, bis sich ihm der unabweisbare Schluss aufdr�nge, es liege ein rechtlich relevanter Mangel und nicht bloss ein geringer, normaler Rostbefall vor.
Der Beklagte r�gt, nach der Entdeckung der Roststellen Anfang Januar 1982 h�tte ihn der Kl�ger ohne Weiteres sofort aufbieten k�nnen. Der Kl�ger selbst habe nie geltend gemacht, er habe die Rostbildung zun�chst eine Zeitlang beobachten m�ssen; im Gegenteil habe er behauptet, er habe jeden Tag mit einem Durchbrechen des K�ltesystems an einer korrodierten Stelle gerechnet. Die Annahme der Vorinstanz, der Kl�ger habe sich durch Zuwarten Gewissheit verschaffen m�ssen, dass ein r�genswerter Mangel vorliege, beruhe auf einem offensichtlichen Versehen. Ein Zuwarten sei auch deshalb nicht zul�ssig gewesen, weil sich Rost schnell ausbreite und damit den Schaden um ein Vielfaches vergr�ssern k�nne. Ein offensichtliches Versehen liege auch in der Annahme, das fragliche Leitungssystem sei 400 km lang; tats�chlich handle es sich bloss um 7,5 km. Nicht einsichtig sei schliesslich, dass die R�gefrist ausgerechnet bei einer professionell organisierten �ffentlich-rechtlichen Institution weniger streng angewendet werden solle als bei einem privaten Laien. Der angeblich beim Kl�ger einzuhaltende Instanzenweg sei von diesem selbst gar nicht geltend gemacht worden.
a) Ein offensichtliches Versehen liegt nach der Rechtsprechung nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle �bersehen oder unrichtig, d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut wahrgenommen hat (BGE 104 II 68 E. 3b S. 74). Nicht in ihrer wahren Gestalt wird eine Aktenstelle beispielsweise wahrgenommen, wenn die Vorinstanz sich verliest, ihrerseits eine Missschreibung in den Akten �bersieht oder den offensichtlichen Zusammenhang einer Aussage mit andern Dokumenten oder �usserungen verkennt (BGE 115 II 399 f. mit Hinweis).
Dass der Rostschaden zun�chst an vereinzelten Stellen sichtbar war und sich nach der ersten Entdeckung weiterentwickelte, bestreitet der Beklagte nicht. Ob die R�gefrist des Kl�gers angesichts der Schwierigkeit, die Mangelhaftigkeit eines Werks durch Rostbildung von einem normalen Rostbefall zu unterscheiden, grossz�gig zu handhaben sei, ist eine Frage der richtigen Handhabung materiellen Rechts, welche die mit freier Kognition entscheidende Vorinstanz auch ohne entsprechende R�gen des Kl�gers pr�fen durfte. Da es sich nicht um eine Sachverhaltsfrage handelt, st�sst die Versehensr�ge ins Leere. Ob die Vorinstanz Art. 370 Abs. 3 OR korrekt anwendete, wird im Folgenden (E. b) gepr�ft.
Bez�glich der L�nge des mangelbehafteten Leitungssystems nahm die Vorinstanz an, dieses messe "mehrere Kilometer". Diese Annahme ist mit der Behauptung des Beklagten, das Leitungssysstem umfasse 7,5 km, im Einklang, so dass die Versehensr�ge gegenstandslos ist.
b) aa) Gem�ss Art. 28 Abs. 3 der SIA-Norm 118 (1962) haftet der Unternehmer nach der endg�ltigen Abnahme des Werks im Sinne von Art. 370 OR noch f�r geheime M�ngel, d.h. f�r solche, die erst nach Ablauf der Garantiefrist zutage treten, vom Unternehmer verschuldet sind und einen Schaden je Mangel von mindestens Fr. 500.-- ausmachen. Nach Art. 370 Abs. 3 OR muss die entsprechende M�ngelr�ge "sofort nach der Entdeckung erfolgen, widrigenfalls das Werk auch r�cksichtlich dieser M�ngel als genehmigt gilt".
Nach der Praxis des Bundesgerichts ist bei der Beurteilung der Frage, ob eine R�ge rechtzeitig erfolgt ist, auf die konkreten Umst�nde des Einzelfalles abzustellen. Grunds�tzlich ist die R�gefrist kurz zu bemessen, wenn die Gefahr besteht, dass ein Zuwarten zu einem gr�sseren Schaden f�hren kann. Handelt es sich aber wie hier um einen sich fortentwickelnden Schaden, so ist auch zu ber�cksichtigen, dass ein Mangel erst als entdeckt gilt und die R�gefrist zu laufen beginnt, wenn der Mangel zweifelsfrei festgestellt ist, der Besteller also vom Mangel eine solche Kenntnis erlangt hat, dass er eine gen�gend substanziierte R�ge erheben kann. Bei M�ngeln, die nach und nach zum Vorschein kommen, weil sie in ihrer Ausdehnung oder Intensit�t wachsen, gen�gen daf�r noch nicht die ersten Anzeichen. Es ist vielmehr erforderlich, dass der Besteller die Bedeutung und Tragweite dieser M�ngel erfassen kann, soll er doch nicht bereits jede Bagatelle anzeigen m�ssen, um seine M�ngelrechte zu wahren. Eine Entdeckung darf erst angenommen werden, wenn der ernste Charakter des Zustandes deutlich wird (BGE 118 II 142 E. 3b S. 148 f. mit Hinweisen).
bb) Nach dem Gesagten war der Kl�ger erst zur sofortigen Anzeige an den Beklagten verpflichtet, als sich der Rost als ein �ber die normale Entwicklung hinausgehender, ernsthafter Mangel erwiesen hatte. Nicht das erste Auftreten von Rostsch�den, sondern erst das Vorliegen eines ernsthaften Ausmasses ist f�r den Zeitpunkt der "Entdeckung des Mangels" massgeblich. �ber das Fortschreiten des Rostmangels und die jeweilige Sichtbarkeit der einzelnen Roststellen hat die Vorinstanz keine n�heren Feststellungen getroffen, sondern die erschwerte Erkennbarkeit pauschal als Anlass f�r eine Verl�ngerung der R�gefrist betrachtet. Eine objektive Rekonstruktion der genauen Entwicklung des Rostschadens d�rfte auch kaum m�glich sein, so dass an dieser Vorgehensweise grunds�tzlich nichts auszusetzen ist. Dabei erscheint aber eine Frist von etwa sechs Wochen bis zum Ausspruch der M�ngelr�ge sehr lang, d�rfte doch die Beobachtung der Ausbreitung der Rostsch�den �ber eine oder zwei Wochen hinweg dem Kl�ger reichlich Anlass und Erkenntnisse gegeben haben, dem Beklagten M�ngelr�ge zu erstatten. Dass das Leitungssystem lang und schwer �berblickbar war, vermag nur in beschr�nktem Umfang eine Verz�gerung zu rechtfertigen; traten n�mlich Rostbildungen auf, die zwar nicht sogleich als ungew�hnliche, auf einem Mangel in der Werkausf�hrung beruhende Sch�den erkennbar waren, aber doch einen gewissen Verdacht auf solche Urs�chlichkeiten aufkommen liessen, so war der Kl�ger zur Anwendung einer besonderen Aufmerksamkeit verpflichtet, d.h. er hatte den weiteren Verlauf der Rostbildung mit Blick auf die m�gliche Notwendigkeit einer M�ngelr�ge zu beobachten. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil mit der z�gigen Anhandnahme einer Nachbesserung eine weitere Verschlimmerung der Situation, die Gefahr eines weitergehenden Schadens durch einen Korrosionsbruch etc. gebannt werden konnten. Entgegen der Annahme der Vorinstanz kann es zudem keinen Unterschied machen, dass beim Kl�ger die Einhaltung des vorgeschriebenen Dienstweges zu Verz�gerungen f�hren kann. Wie lange sich der Besteller mit der R�ge Zeit nehmen darf, ist nach objektiven Kriterien zu beurteilen. Der Zweck der kurzen R�gefrist nach Art. 370 Abs. 3 OR, d.h. das Bestreben nach rascher Schaffung von Rechtssicherheit, gebietet es, dass der Besteller, wenn er den Mangel einmal zuverl�ssig festgestellt hat, rasch zur Anzeige an den Unternehmer schreitet (vgl. BGE 118 II 142 E. 3b S. 148). Diesem Erfordernis haben sich die Betroffenen zu f�gen. So vermag also eine innere Struktur mit langen Entscheidungswegen keine Verl�ngerung der Zeitdauer bis zur Erhebung der R�ge zu rechtfertigen, sondern es obl�ge vielmehr dem Kl�ger, sich so zu organisieren, dass er dem gesetzlichen Erfordernis der "sofortigen" M�ngelanzeige nachkommen kann. Entsprechendes gilt hinsichtlich des Arguments, der Kl�ger habe zun�chst abkl�ren m�ssen, wer f�r die M�ngel verantwortlich sei. Der Beklagte hatte an den fraglichen Leitungen Heizungs- und K�lteisolationen angebracht, so dass seine Verantwortlichkeit f�r eine abnorme Rostbildung nahe lag; inwiefern dar�ber aus besonderen Gr�nden zun�chst Abkl�rungen zu treffen waren, ist weder dargelegt noch ersichtlich. Jedenfalls d�rften Abkl�rungen nicht mehr als einige wenige Tage in Anspruch genommen haben. Soweit die Notwendigkeit, �ber die Verantwortlichkeit l�ngere Abkl�rungen zu treffen, in der internen Struktur des Kl�gers begr�ndet war, vermag ihn dies nicht zu entlasten.
Im erw�hnten Entscheid befand das Bundesgericht eine M�ngelr�ge, die erst f�nf Wochen nach der Entdeckung der Sch�den erfolgte, als versp�tet (a.a.O.). In BGE 107 II 172 E. 1b S. 176 f. erachtete es eine dreiw�chige Erkl�rungsfrist als zu lang. In einem unver�ffentlichten Entscheid vom 12. November 1996 (Verfahrens-Nr. 4C.143/1996) wurde eine einw�chige Erkl�rungsfrist bei nicht wachsendem Schaden als zul�ssig erkl�rt. Ist der Schaden einmal zuverl�ssig erkannt worden - und davon darf ausgegangen werden, wenn zuerst vereinzelt aufgetretene Rostsch�den sich im Verlauf von ein bis zwei Wochen zusehends vermehren - so ist auch vorliegend nicht ersichtlich, weshalb dem Kl�ger mehr als etwa eine Woche zur Formulierung einer M�ngelr�ge zugestanden werden m�sste. Unter diesen Umst�nden kann nicht offen bleiben, ob der Kl�ger die streitigen M�ngel bereits Anfang oder aber erst Ende Januar 1982 erstmals entdeckt hatte. Die Vorinstanz hat mittels Verweis auf das erstinstanzliche Urteil festgehalten, nach den Behauptungen des Kl�gers seien die M�ngel an den fraglichen Stockwerkverteilleitungen in den letzten Januartagen entdeckt worden, w�hrend der Beklagte von einer Entdeckung bereits Anfang Januar ausgehe; das genaue Datum der Entdeckung lasse sich nicht feststellen. Die Beweislast f�r den Zeitpunkt der Entdeckung tr�gt prim�r der Besteller. Wendet demgegen�ber der Unternehmer ein, der Besteller habe den ger�gten Mangel schon fr�her entdeckt, so hat er diese Behauptung seinerseits zu beweisen (BGE 118 II 142 E. 3a S. 147). Mithin tr�gt der Beklagte die Last der Beweislosigkeit daf�r, dass der Kl�ger bereits Anfang Januar 1982 Kenntnis von den M�ngeln hatte. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Kl�ger sp�testens Ende Januar 1982 erste Rostsch�den entdeckte. R�umt man ihm eine Beobachtungsfrist von ein bis zwei Wochen und eine Erkl�rungsfrist von etwa einer Woche ein, so ist die im Vorfeld der Sitzung vom 18. Februar 1982 erhobene M�ngelr�ge rechtzeitig erfolgt.
2.- Der Kl�ger r�gte am 30. M�rz 1984 das Vorhandensein weiterer M�ngel an Steigleitungen. Die Vorinstanz hat f�r das Bundesgericht verbindlich festgestellt, die entsprechenden M�ngel seien am 23. oder 24. M�rz 1994 (recte: 1984) entdeckt worden. Sie erwog, da beim Kl�ger nach der Entdeckung der Fehler ein zweifellos Zeit beanspruchender Dienstweg einzuhalten war, bevor Meldung an den Beklagten ergehen konnte, erscheine die Frist von sechs bis sieben Tagen ausreichend kurz, zumal der 24. und 25. M�rz auf ein Wochenende fielen. Der Beklagte r�gt zun�chst zu Recht, es gebe keinen Grund, dem Kl�ger f�r die Beanspruchung eines Dienstweges eine zus�tzliche Zeitspanne zuzubilligen. Entgegen seiner Ansicht ist aber anzunehmen, dass eine Frist von sieben Kalendertagen bzw. f�nf Werktagen das Erfordernis der "sofortigen" M�ngelanzeige gerade noch erf�llt. Das Argument des Beklagten, es d�rfe nicht ber�cksichtigt werden, dass in die Frist ein Wochenende gefallen sei, weil in eine siebent�gige Frist immer ein Wochenende falle, ist nicht nachvollziehbar. Massgeblich ist, innert welcher Frist dem Kl�ger angesichts der gesetzlichen Obliegenheit, "sofort" t�tig zu werden, die Erstattung der M�ngelanzeige an den Beklagten zuzumuten war. Dabei ist nat�rlich wesentlich, ob bzw. in welchem Umfang die Frist durch Wochenenden, an denen keine Gesch�ftst�tigkeit erwartet werden kann, verk�rzt wurde. Eine bestimmte, kurze Erkl�rungsfrist ist dem Besteller zuzugestehen (BGE 118 II 142 E. 3b S. 148); mit einer Erkl�rungsfrist von f�nf Werktagen wird dieser Anforderung Gen�ge getan, zumal nicht dargetan wird, dass sich der Mangel w�hrend dieser Zeit wesentlich verschlimmerte.
3.- Die Vorinstanz erwog weiter, der Kl�ger habe dem Beklagten in seinem Schreiben vom 30. M�rz 1984 Frist zur Nachbesserung der entdeckten M�ngel gesetzt. Mit Schreiben vom 24. Mai 1984 habe der Beklagte seine Verantwortung f�r die festgestellten M�ngel abgelehnt. Er habe die Auffassung vertreten, da allf�llige Leistungen seinerseits freiwillig w�ren, k�nnten sie nicht einfach befohlen werden, und habe sich Abmachungen �ber Art, Umfang und Zeitpunkt der Ausf�hrung sowie �ber Kostenfragen vorbehalten und in Aussicht gestellt, nach Vorliegen des Expertenberichts darauf zur�ckzukommen. Das Schreiben k�nne insgesamt nur als Ablehnung einer Nachbesserungspflicht verstanden werden, habe doch der Beklagte allf�llige Sanierungsarbeiten von einer Abmachung �ber die Kostenfrage abh�ngig gemacht, was ihm gegen�ber dem Nachbesserungsanspruch des Kl�gers nicht zugestanden habe. Zudem sei zu ber�cksichtigen, dass ihm der Kl�ger zuvor klar zu erkennen gegeben habe, dass die Nachbesserung betreffend Bau 13 am 24. April 1984 begonnen und am 27. April 1984 beendet werden solle; der Beklagte habe aber keine Anstalten getroffen, die Arbeit in Angriff zu nehmen.
Der Beklagte h�lt dem entgegen, der Kl�ger h�tte ihm f�r die Sanierung eine Nachfrist ansetzen m�ssen. Dies d�rfe gem�ss Art. 366 Abs. 2 i.V.m. Art. 108 OR nur unterbleiben, wenn sich der Unternehmer entschieden und ernsthaft weigere, die zu Recht verlangte Nachbesserung vorzunehmen. Da er sich ein Zur�ckkommen auf die Frage der Art, des Umfangs etc. der Nachbesserung vorbehalten habe, k�nne davon nicht die Rede sein. Dass er die Kostenfrage geregelt haben wollte, �ndere daran nichts, gebe es doch auch F�lle, in denen der Unternehmer nicht s�mtliche Nachbesserungskosten selbst tragen m�sse. Der Kl�ger h�tte daher auf sein Schreiben vom 24. Mai 1984 nach Treu und Glauben mindestens antworten m�ssen, dass er darin eine definitive Verweigerung der Nachbesserung erblicke, und dem Beklagten so Gelegenheit geben, ein Missverst�ndnis auszur�umen.
Der Kl�ger h�tte nach den Regeln von Art. 107 f. OR vorgehen m�ssen, wenn er nach der Weigerung des Beklagten, die Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen, darauf verzichten und Schadenersatz h�tte verlangen wollen. Dies h�tte er nach Art. 107 Abs. 2 OR "sofort" erkl�ren m�ssen. Das hat er aber nicht getan. Die Vorinstanz ging denn auch davon aus, der Kl�ger halte am Nachbesserungsanspruch fest und verlange nicht Schadenersatz, sondern Erstattung der infolge der Ersatzvornahme entstandenen Kosten (vgl. E. 4). Dies setzt allein voraus, dass der Nachbesserungsanspruch f�llig war und innert der angesetzten Verbesserungsfrist nicht erf�llt wurde; eine weitere Nachfristansetzung ist nicht n�tig (Art. 366 Abs. 2 OR; vgl. Wiegand, Basler Kommentar, N. 2 zu Art. 98 OR). Damit kann offen bleiben, ob die Erfordernisse von Art. 108 OR erf�llt gewesen w�ren.
4.- Nach Ansicht des Beklagten verst�sst die vom Kl�ger ohne richterliche Erm�chtigung vorgenommene Ersatzvornahme gegen Art. 98 Abs. 1 OR. Nach der Rechtsprechung ist der Besteller dazu in analoger Anwendung von Art. 366 Abs. 2 OR berechtigt (BGE 107 II 55 f. E. 3; 107 III 108 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch BGE 109 II 42). Der Beklagte r�gt nun aber unter Berufung auf die Lehrmeinung von Gauch (Der Werkvertrag, 4. Auflage, Z�rich 1996, S. 488 f. N. 1820 ff.), eine analoge Anwendung von Art. 366 Abs. 2 OR rechtfertige sich hier nicht, da das Werk bereits fertiggestellt sei und keine besondere Dringlichkeit vorliege. Nur diese verm�ge das Absehen von einer richterlichen Erm�chtigung f�r die Ersatzvornahme zu begr�nden. Sei das Werk schon fertiggestellt, bestehe besondere Dringlichkeit aber nur allenfalls dann, wenn Gefahr im Verzug sei. Inwiefern sich aber der Besteller in gr�sserer Eile befindet, wenn das Werk begonnen, aber noch nicht fertiggestellt ist, als wenn das Werk bereits zu Ende gef�hrt, aber mangelhaft ist, so dass sich Nachbesserungen aufdr�ngen, ist nicht ersichtlich. In beiden F�llen soll eine durch mangelhafte Werkausf�hrung seitens des Unternehmers verursachte Verz�gerung nach M�glichkeit in Grenzen gehalten werden. In direkten Anwendungsf�llen von Art. 366 Abs. 2 OR gen�gt es sogar, wenn die mangelhafte Werkausf�hrung erst voraussehbar ist, so dass mit einer z�gigen Anhandnahme der Ersatzvornahme die Verz�gerung in sehr engen Grenzen gehalten werden kann. Ist dagegen das Werk bereits fertiggestellt und sind nun noch Nachbesserungen n�tig, kommt es unvermeidlich zu Verz�gerungen. In diesem Fall ist das Bed�rfnis nach Eile also eher noch akzentuierter, so dass es unbillig w�re, dem Besteller die ihm in Art. 366 Abs. 2 OR gew�hrte besondere Beschleunigungsm�glichkeit hier vorzuenthalten. Demnach ist an der bisherigen Rechtsprechung zu dieser Frage festzuhalten und die R�ge damit unbegr�ndet.
5.- Die Vorinstanz erwog, der vom Beklagten gelieferte Werkstoff "Afrocol", dessen fehlende Eignung damals noch nicht bekannt war, sei in erheblichem Mass f�r das Auftreten der Korrosionssch�den miturs�chlich gewesen. Da die Ersatzforderung des Kl�gers keinen Schadenersatzanspruch darstellte, sondern sich aus der Nichterf�llung des Nachbesserungsanspruches ergebe, setze sie zwar ein Verschulden des Unternehmers am Verzug - und ein solches sei hier gegeben -, nicht aber ein Verschulden bei der Auswahl des Werkstoffes voraus. Der Beklagte r�gt, die Vorinstanz habe damit Art. 43 f. in Verbindung mit Art. 99 Abs. 3 OR verletzt. So weise Gauch (a.a.O., S. 491 N. 1832) darauf hin, dass die an die Stelle des Nachbesserungsanspruchs tretende Schadenersatzforderung des Bestellers der Herabsetzung nach Art. 43 f. OR unterliege. Der Beklagte �bersieht, dass sich die zitierte Literaturstelle auf den Fall bezieht, dass der Besteller auf die Nachbesserung verzichtet und gem�ss Art. 107 Abs. 2 OR Ersatz des aus der Nichterf�llung der Nachbesserungsschuld entstandenen Schadens verlangt. Dieser Fall liegt hier nicht vor, hat doch der Kl�ger auf den Nachbesserungsanspruch gerade nicht g�ltig verzichtet und verlangt demnach nicht Schadenersatz, sondern die Erstattung der durch die Ersatzvornahme entstandenen Kosten. Wie der Nachbesserungsanspruch, so ist auch der Anspruch auf Erstattung der Kosten der Ersatzvornahme unabh�ngig vom Verschulden des Unternehmers am Mangel; vorausgesetzt ist einzig, dass der Besteller den Mangel nicht selbst verschuldet hat (Art. 369 OR; Gauch, a.a.O., S. 249 N. 880 f.), was hier nicht behauptet wird. Damit ist die R�ge unbegr�ndet.
6.- Schliesslich r�gt der Beklagte, die erste Instanz habe die Schadenersatzforderung des Kl�gers f�r die im Jahre 1984 entdeckten M�ngel an den Hauptsteigleitungen wegen versp�teter R�ge abgewiesen, und daf�r am Gesamtschaden eine Reduktion von 10 % vorgenommen. Da der Kl�ger gegen dieses Urteil weder Berufung noch Anschlussberufung erhoben habe, sei es in diesem Punkt rechtskr�ftig geworden. Indem die Vorinstanz den Abzug von 10 % nicht vorgenommen habe, habe sie den Grundsatz der abgeurteilten Sache verletzt. Das offensichtliche Versehen der Vorinstanz sei vom Bundesgericht zu korrigieren.
a) Die erste Instanz hatte angenommen, es sei nicht nachgewiesen, wann die M�ngel an den Hauptsteigleitungen entdeckt worden seien, so dass die Rechtzeitigkeit der M�ngelr�ge vom 30. M�rz 1984 nicht feststellbar sei und der Kl�ger aus diesen M�ngeln daher keine Rechte ableiten k�nne. Die Vorinstanz erhob jedoch neue Beweise, aufgrund derer sie den Zeitpunkt der Entdeckung auf den 23. oder 24. M�rz 1984 festsetzen und daraus auf die Rechtzeitigkeit der M�ngelr�ge vom 30. M�rz 1984 schliessen konnte (vgl. E. 2). Somit kann nicht davon die Rede sein, die Vorinstanz habe die Sachlage wegen eines Versehens verkannt (vgl. E. 1a).
b) Nach Art. 55 Abs. 1 lit. c OG ist die Erhebung neuer Einreden im eidgen�ssischen Berufungsverfahren unzul�ssig. Der Beklagte legt nicht dar, dass er im vorinstanzlichen Verfahren bez�glich der am 30. M�rz 1984 ger�gten M�ngel geltend gemacht h�tte, es handle sich um eine abgeurteilte Sache; auf die R�ge ist daher nicht einzutreten (Poudret, COJ II, S. 526, N. 3.6.11 zu Art. 63 OG).
7.- Nach dem Gesagten ist die Berufung abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang wird der Beklagte kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 156 Abs. 1 und Art. 159 Abs. 2 OG).
1.- Die Berufung wird abgewiesen und das Urteil des Obergerichts (II. Zivilkammer) des Kantons Z�rich vom 9. M�rz 1999 best�tigt.
2.- Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 7'500.-- wird dem Beklagten auferlegt.
3.- Der Beklagte hat den Kl�ger f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 8'000.-- zu entsch�digen.

References: Art. 370
 Art. 370
 Art. 28
 Art. 370
 Art. 370
 Art. 370
 BGE 
 BGE 
 Art. 366
 Art. 108
 Art. 107
 Art. 107
 Art. 98
 Art. 108
 Art. 98
 Art. 366
 BGE 
 Art. 366
 Art. 366
 Art. 366
 Art. 43
 Art. 99
 Art. 43
 Art. 107
 Art. 55
 Art. 63
 Art. 159