Source: http://www.r1200c.de/wbb/index.php/Thread/25014-Petition-gegen-Reifeneintragungspflicht-beim-T%C3%9CV/?pageNo=2&s=f8baa5423bcf260a18f7f54f5ec11e017448ef6c
Timestamp: 2020-03-31 19:29:27+00:00

Document:
Petition gegen Reifeneintragungspflicht beim TÜV - Seite 2 - Technik - www.R1200C.de - Home Of The Cruiser
12. Februar 2020, 18:23
Da @Tom von seiner Montauk aus Holland sprach und diese ja erst ab MJ 2004 zu haben war, müsste für sein Bike ein CoC mit ausgegeben worden sein. Ich vermute, dass das beim späteren Verkauf auf der Strecke blieb.
Wir Enthusiasten wissen schon um die Bedeutung der CoC, aber viele Uninteressierte wohl eher nicht.
Erstzulassung war im April 2004. Durch den deutschen TÜV ist sie problemlos mit Dunlop Bereifung gekommen.
Was steht in deiner Zulassungsbescheinigung? Reifen gemäß Herstellervorgabe - sprich Reifenbindung. Oder hat man das bei dir weggelassen?
Da steht nur wie bereits vorher geschrieben: Reifenfabrikatsbindung gemäß Betriebserlaubnis beachten.
Nachtrag: im Fahrzeugbrief steht nix
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tom ( 13. Februar 2020, 18:07 )
Inzwischen habe ich mit BMW telefoniert.
Die ersten Baujahre haben keine EU-Typisierung, sondern sind nach deutschem Recht mit der ABE H733 zugelassen. Ein genaues Datum konnte mir nicht genannt werden, es fällt mit einer nachträglichen E2-Homologation zusammen, dürfte um 2002 gewesen sein.
Bei BMW hält man den Punkt 2 des verlinkten Bundesverkehrsministerium-Dokuments, nach welchem alle Reifenfreigaben für nicht EU-typisierte Modelle ihr Gültigkeit verlieren, Stand heute für falsch. Vielmehr ist man der Meinung, dass nur Reifenfreigaben mit anderen Größen- oder Bauartangaben (z. B. radial/diagonal) nicht mehr gültig sind, so wie das auch der ADAC und diverse Reifenhersteller schreiben. Der Hersteller BMW hat nun das Bundesverkehrsministerium um eine Klarstellung gebeten. Dies kann natürlich einige Zeit dauern, man hat mir aber zugesagt, mir dann eine Information zukommen zu lassen.
Feld „K“ i.V.m. 21
Um noch mehr zur Verwirrung beizutragen:
Buchstabenbezeichnungen hab ich garnicht in meinem Fahrzeugschein stehen
CoC hab ich nicht sondern eine EWG-Übereinstimmungsbescheinigung von 2000 am 6.2.2001 abgezeichnet
Reifentypen: Ziff 20 u. 21 nur Michelin Tarmac od. Bridgestone vorn BTF35 u. hinten Exedra G544 (was auch immer der ist)
Ziff. 22 u. 23 nur Metzeler vorn u. hinten ME88 Marathon*Reifenpaar. nur von einem Herst. zul.
Aufgezogen hab ich seit längerem Avon
Nun wird sich zeigen o b was passiert wegen der Reifen wenn ich beim TÜV vorfahre. Bis dahin bleibt mein Ruhepuls weiter bei 60
Schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin mit diesen Problemen.
Ich meinen Datenblatt inkl. Fahrzeugbeschreibung (sieht aus wie der Fahrzeugschein, ausgestellt von der Dekra) steht unten unter:
A) Zusätzliche Angaben und technische Daten:
- Hinweis zum Merkmal zur Betriebserlaubnis: Daten mit EG-Typgenehm./ABE konform (K)
Was bedeutet denn dieses?
@Muina: Danke für Deinen Kontakt diesbezüglich mit BMW
So, ich habe nun diesbezüglich nachgefragt - und zwar nur zu: Motorräder ohne EU Zulassung, Montage von Reifen eines Herstellers / Herstellerbezeichnung "in der selben Größe und Ausführung" die nicht im ursprünglichen Fahrzeugbrief bzw. beim Hersteller freigegeben sind. Also bei der C z.B. jeder Reifen der bisher mit "Reifenhersteller-Freigabe" gefahren werden durfte (meine Anfrage findet sich sinngemäß am Ende des Beitrags)
Mir erschien die Aussage des BMVI (siehe bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/…bination-kraftraeder.html ) dazu unklar.
Angefragt habe ich BMW, ADAC, BMVI, TÜV Süd, TÜV Nord und wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie)
Bisher habe ich eine Antwort von ADAC, TÜV Süd und wdk. Richtig schlau bin ich nicht (was zeigt, was für ein "Chaos" das Ganze ist). Kurz zusammen gefasst sehe ich deren Antworten so:
ADAC: Könnte man so auslegen wie ich es befürchte, müsste juristisch geklärt werden
wdk: Ist so wie ich es befürchte, jeder Reifen (auch mit Freigabe) muss eingetragen werden
TÜV Süd: Nö, wir behandeln es so wie bisher: Wenn Größe und Art passt und eine Freigabe existiert ist es für uns OK
TÜV Nord: keine Antwort bis jetzt
BMVI: Keine Antwort bis jetzt
BMW: Keine Antwort bis jetzt
Nachfolgend Zitate aus den Antworten die ich bis jetzt bekommen habe;
-------- ADAC -----------
Die erste Antwort kam vom ADAC, von einem sehr kompetenten Ing. (der auch für den Artikel adac.de/-/media/pdf/motorrad/reifenfreigaben-motorraeder.pdf verantwortlich ist).
...... Dessen ungeachtet werde ich neuerlich die Juristen des ADAC zu diesem Thema befragen bzw. sie auf dieses Thema erneut hinweisen. Es ist festzustellen, dass die fragliche Veröffentlichungen in dem Verkehrsblatt 15/2019 aus meiner Sicht und der anderer Branchenmitglieder nicht den gewünschten Zweck erfüllen, Unklarheiten zu beseitigen.
Der von Ihnen angesprochene Widerspruch findet sich aus meiner Sicht in dem Produkt des BMVI selbst. Dort steht zu den Fahrzeugen ohne EU-Typgenehmigung zum einen, dass die Betriebserlaubnis erlischt, wenn ein Reifen verwendet wird, der nicht in der ZB (Zulassungsbescheinigung) Teil 1 genannt ist.
Diese Aussagen lässt tatsächlich vermuten, dass jede Reifenmodellbezeichnung, die auf dem montierten Reifen steht, die aber nicht exakt der Eintragung in den Papieren entspricht, zu einem Erlöschen der Betriebserlaubnis führen muss, selbst wenn der tatsächlich montierte Reifen bezüglich der Spezifikation (Dimension, Load- und Speedindex) mit dem eingetragenen Reifen identisch ist und lediglich der Name des Reifenmodells abweicht. Das wäre der von Ihnen befürchtete Fall. Ich kann nicht eindeutig erkennen, ob dies so beabsichtigt ist, denn...
In der Schlussfolgerung steht: "Erlischt gemäß Fall 1c oder Fall 2 durch die Verwendung abweichender Rad-/Reifenkombinationen die Betriebserlaubnis eines Kraftrades, so ist..." Dieser Ausdruck "abweichende Rad-/Reifenkombination" deutet für mich auf eine stärkere Abweichung zwischen den zugelassenen und montierten Reifen hin, als nur der Name des Reifenmodelles.
Dieser Unterschied wäre aus meiner Sicht möglichst abschließend juristisch zu klären, da er nicht ausreichend präzise ist. Es wird möglicherweise kein Weg an einer gerichtlichen Befassung vorbeigehen, da dieses Thema schon viel zu lange kontrovers zwischen den beteiligten Gruppen (Fahrzeughersteller, Reifenhersteller, Überwachungsorganisationen, Behörden, Kunden, Reifenhändlern,......) diskutiert und gehandhabt wird. Insofern ist dieses jetzige Produkt des Verkehrsministeriums auch nur eine Stellungnahme in einer langen Historie.
Bei konservativer Betrachtung - und die bevorzugen wir im Rahmen der Beratung unserer Mitglieder, um diese nicht in Rechtsunsicherheitzu führen - müssen wir empfehlen, bei den fraglichen Motorrädern nur die Reifen zu verwenden, die in die Papiere eingetragen sind. Sollten andere Reifenmodelle notwendig werden (dies ist sehr wahrscheinlich, da diese Reifen mit
Sicherheit nicht mehr verfügbar sind) und/oder gewünscht sein, so werden die HU-Prüfer auf einen entsprechenden Nachweis nach § 19 bestehen. Im Zweifel ist eine Einzelabnahme erforderlich.
Aus unserer Sicht ist zudem unklar, ob jede neue Wahl moderner Reifenmodelle, die nicht in den Papieren eingetragen sind und auch nicht im Rahmen einer Einzelabnahme nachträglich eingetragen wurden, eine neuerliche Eintragung erforderlich macht. Wenn dem so wäre, sollten möglichst viele Betroffene vom BMVI eine Klarstellung fordern. Dann herrscht wohl die Überzeugung vor, dass jedes Reifenmodell, das zwar den Spezifikationen entspricht aber einen anderen Modellnamen trägt, per se unzulässig wäre, da es formal nicht den selbst gesteckten Anforderungen entspricht. Technisch ist zu erwarten, dass die modernen Reifen gleich gut oder sogar besser funktionieren und grundsätzlich keine höhere Betriebsgefahr entsteht. Eine höhere Betriebsgefahr erscheint sehr unwahrscheinlich und müsste explizit von den zuständigen technischen Diensten belegt werden.
Ich bedauere es, dass ich Ihnen keine klareren Aussagen machen kann und hoffe, dass Ihnen meine Zeilen trotzdem beim Verständnis weiterhelfen. Sollten Sie unmittelbar betroffen sein, so fragen Sie bitte vor dem Kauf eines Reifens oder vor einer HU bei Ihrer Überwachungsorganisation nach. Verlangen Sie eine verbindliche Auskunft.
------------------ wdk ----------------
Der wdk (Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie) war in seine Antwort eindeutiger:
Danke für Ihre Rückmeldung, die Bestätigt, dass die Aussage des BMVI zu größeren Problemen im Markt führt.
Leider können wir hier keine Rechtsauskunft geben. Wir können nur den Sachverhalt erläutern, den Sie so auch richtig wiedergegeben haben. Sie müssen, nach Vorgabe des BMVI, nun für jeder Fabrikatsänderung/Produktänderung beim technischen Dienst (TÜV, DEKRA, KÜS, etc.) vorstellig werden. Außer, sie können in Ihre Unterlagen eine Reifedimension eingetragen bekommen, ohne dass eine Marke oder Fabrikat eintragen wird.
Wir schlagen weiterhin vor, Ihr Anliegen direkt beim BMVI vorzutragen: buergerinfo@bmvi.bund.de oder bmvi.de/DE/Meta/Kontakt/kontakt.htmlda nur das Ministerium hier Rechtsauskunft geben kann.
----------------- TÜV Süd ----------------------
Der TÜV Süd hingegen hörte sich so an:
wir behandeln das Reifenthema genau so wie es im Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur beschrieben wird.
Für Fahrzeuge bei denen sich die Reifengröße nicht ändert, die Reifenfabrikationsbindung aber nicht eingehalten wird, ändert sich allerdings nichts. Es ist weiterhin eine Herstellerfreigabe erforderlich. Eine Eintragung ist nur notwendig, wenn sich die Reifengrößen unterscheiden. Bei Fahrzeugen mit nationaler BE oder EBE ist gehen wir grundsätzlich so vor. Bei EG-Typgenehmigten Motorrädern nur außerhalb der Reichweite zwischen den kleinsten und den größten Reifen.
Ich hoffe ich konnte weiterhelfen. Sollten Sie Rückfragen haben können sie sich gerne direkt bei mir unter den unten angegebenen Kontaktdaten erreichen.
---------- TÜV Nord und BMVI ------------
deren Antworten stehen noch aus ....
------- Meine Anfrage lautete (mit leichten anpassungen an den jeweiligen Empfänger) in etwa so ----------
ich möchte auf diesem Weg bei ihnen nachfragen, wie der von ihnen veröffentlichte Artikel bezüglich der „Beurteilung von Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern“ auszulegen ist. Meine Anfrage bezieht sich auf den diesen Artikel auf Ihrer Webseite:
bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/…bination-kraftraeder.html )
Meine Frage bezieht sich insbesondere auf Motorräder, die vor ca. 2002 zugelassen wurden und daher keine „EU-Typgenehmigung“ haben.
In ihrem Artikel steht im Teil zu „Fahrzeugen ohne EU-Typgenehmigung“ (Fall 2) folgendes:
Bei Fahrzeugen, die nicht EU-typgenehmigt sind (z. B. Genehmigung nach § 20 o. § 21 StVZO) …. wird ein Reifen verwendet, der nicht in der ZB Teil I genannt ist.
Beurteilung: Dies ist nicht zulässig. Die Betriebserlaubnis des Kraftrads erlischt gemäß § 19 Abs. 2 Nr. 2 StVZO
Erlischt gemäß Fall 1c oder Fall 2 durch die Verwendung abweichender Rad-/Reifenkombinationen die Betriebserlaubnis eines Kraftrads, so ist ein entsprechender Nachweis nach § 19 Abs. 3 Nr. 1 bis 4 StVZO bzw. eine Begutachtung gemäß § 19 i. V. m. § 21 StVZO erforderlich.
Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, z. B. durch den Reifenhersteller, ist kein Nachweis
Vor ca. dem Jahr 2002 zugelassene Motorräder haben in der Regel keine EU-Typgenehmigung. Bei diesen Motorrädern wurden jedoch häufig in dem damaligen Fahrzeugbrief eine Reifenfabrikatsbindung vermerkt. Diese bezieht sich neben den Größen-, Geschwindigkeits- und Traglastangaben auch auf Hersteller und Herstellerbezeichnung des Reifens. In der Zulassungsbescheinigung 1 ist dann in der Regel „Reifenfabrikatsbindung gem. Betriebserlaubnis beachten“ vermerkt.
Da mittlerweile über 20 Jahre vergangen sind, sind die damals eingetragenen Reifen von den reifenherstellern in aller Regel nicht mehr lieferbar, da sie durch Nachfolgemodelle ersetzt worden sind. Somit ist es nicht mehr möglich, Reifen gemäß Zulassungsbescheinigung 1 mit der damaligen Reifenfabrikatsbindung gemäß Betriebserlaubnis zu erwerben.
Wie muss ich nun Ihre Vorgaben verstehen? Ist es in diesem Fall zulässig, einen Reifen eines anderen Herstellers mit der gleichen Reifenbauart mit gleicher Größenbezeichnung (alle übrigen Parameter z. B. Tragfähigkeitskennzahl, Geschwindigkeitskategorie sind gleich oder höherwertig) zu verwenden sofern wie bisher eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, z. B. durch den Reifenhersteller vorliegt?
Da in aller Regel auch vom Hersteller des Motorrads nach 20 Jahren keine neuen Reifen mehr freigegeben werden würde dies – sollte eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, z. B. durch den Reifenhersteller nicht ausreichend sein - ja bedeuten, dass bei Fahrzeugen ohne EU Zulassung jeder andere Reifen (auch in der selben Größe-, Geschwindigkeits- und Traglastangaben wie in der ZB1 vermerkt und mit Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers für dieses Motorrad) erst über eine teure und aufwändige Einzelabnahme eingetragen werden muss.
Ich wäre ihnen sehr dankbar, wenn ich eine verbindliche Antwort bekommen könnte, welche Rad/Reifenkombination unter welchen Voraussetzungen bei Motorrädern ohne EU-Typgenehmigung erlaubt sind.
18. Februar 2020, 23:15
Das hast du aber sehr vornehm ausgedrückt Peter.
Und so stellt sich schön langsam für mich die Frage, ob man unsere deutschen Behörden (und hier kann man noch nicht mal auf die EU schimpfen ) eigentlich noch ernst nehmen kann. Wenn Vorschriften faktisch sinnlos werden oder sich selbst widersprechen und nur noch äußerst schwer einzuhalten sind, ist die logische Konsequenz, dass sie eben oft nicht mehr eingehalten werden.
Auch der oft genannte Fall, dass im Falle eines Unfalls bei einem nicht freigegebenem Reifentyp (identischer Größe, Geschwindigkeits- und Traglastindex sowie Bauart) vom Betreiber nachzuweisen wäre, dass dieser Reifen keine negativen Einflüsse auf die Fahreigenschaften hätte, wirkt weltfremd. Es wird wohl kaum einer bestreiten, dass ein modernerer Reifen bessere, oder zumindest keine schlechteren Fahreigenschaften aufweist, als die alten Dinger (bei mir waren der Bridgestone G544/BT35F als Erstausrüstung drauf und die Metzeler ME88 bin ich auch gefahren, beide Katastrophe). Ich glaube, dass das auch jeder normal denkende Richter so sehen wird. Bei höheren Schäden werden sowieso Sachverständigengutachten über den Unfallhergang erstellt. Muss eben theoretisch im Fall des Falles ein weiteres über die Fahreigenschaften des Reifens auf dieser Maschine erstellet werden, auch schon egal.
Aber ich red mich leicht und es hilft euch leider nicht weiter, ich hab eine Einzelabnahme mit anderen Felgen-/Reifengrößen ohne Reifenfabrikatsbindung.
Wenn man einen "verständigen" TÜV-Prüfer zur Hand hat und eine C Classic/Indy ohne EU-Typisierung mit Originalfelgen, wäre vielleicht eine Möglichkeit, sich die Reifen seiner Wahl aufzuziehen, vorne in der Größe 110/90-18 (damit man überhaupt einen Grund hat, zum TÜV zu fahren), ggf. optinal hinten die Größe 180/70-15 und sich diese Reifengröße ohne Reifenfabrikatsbindung per Einzelabnahme eintragen zu lassen. Sollte gut 70.- EUR beim TÜV kosten, zzgl. der Gebühr bei der Zulassungsstelle. Mit dem TÜV-Prüfer sollte man natürlich vorher reden.
Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Muina ( 19. Februar 2020, 09:34 )
So habe ich es für die Reifen für meine Schnitzer-Felgen gemacht. Reifengrößen dind festgelegt. Müssen nur beide vom gleichen Hersteller sein und bzgl. VMax, Tragfähigkeit und Profilkombination passen.
Bei mir ist neben der Reifengröße nur Speed- und Traglastindex festgelegt. Hersteller und Profil egal.
Bei den Stichworten Betriebsgefahr und Metzeler Marathon musste ich schmunzeln.
Dieser Reifen ist per se eine Gefahr, wobei ich mich frage ob der Reifen jemals bei nasser Straße getestet wurde.
Ich habe mal vor Jahren in einer Mopedzeitschrift gelesen, dass es laut einer EU-Verordnung, die aber in Deutschland noch nicht umgesetzt worden ist, erlaubt sein soll vorne und hinten unterschiedliche Reifentypen des gleichen Herstellers in gleicher Größe/Traglast/Speed zu montieren. Also z.B. von Metzeler hintern einen Gelände- und vorne einen Rennsemmelreifen.
29. Februar 2020, 20:46
Ich habe gerade (nach 2 Wochen) die Antwort des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ) bekommen - und diese ist eindeutig! Da ist es auch völlig egal, ob es ein TÜV Mitarbeiter (noch) anders akzeptiert oder anders handhabt und trotzdem ein "Papperl" klebt. Ohne Eintragung (Fahrzeug ohne EU Zulassung) seid ihr bei jedem neu montierten Reifen (DOT 2020) mit einem Fahrzeug unterwegs, bei dem die Betriebsrelaubnis erloschen ist!
Hier die Antwort des BMVI - und fett markiert der Teil, der bei BMW z.B. ALLE R1100*, R100*, K100* und die R1200C (mit Ausnahme der Modelle ab 2003 mit EU Zulassung) betrifft. Auf diesen Modellen kann aktuell KEIN neuer Reifen mehr montiert werden, ohne dann dieser separat eingetragen werden muss. Und analog ist es bei Honda, Kawasaki, .....
Im Gegensatz dazu dürfen bei EU -typgenehmigten Motorrädern (also ab ca 2003) nun ALLE Reifen in der freigegebenen Größe mit den freigegebenen Parametern montiert werden .. also auch der "Nordkoreanischer YingYongGrosserFührerReifen" (wenn nur das Richtige vom Hersteller draufgedruckt wurde).
Hier die Antwort des BMVI:
Die Eigenschaften der Motorradreifen selbst (z. B. Belastungs-/Geschwindigkeits-Prüfung, Tragfähigkeitsprüfung) werden bereits im Rahmen der Typgenehmigung der Reifen nach den Vorschriften der UN Regelung Nr. 75 überprüft. Diese Reifeneigenschaften müssen bei einer Begutachtung nach § 21 StVZO nicht erneut physisch geprüft werden.
Hintergrund der Unterscheidung zwischen EU-typgenehmigten Fahrzeugen und Fahrzeugen mit einer z.B. nationalen Einzelgenehmigung ist, dass die der Genehmigung der Krafträder zugrundeliegenden Prüfungen jeweils unterschiedlich sind.
Krafträder mit EU Typgenehmigung:
Im Rahmen der EU-Typgenehmigung von Krafträdern wird die Montage der Bereifung gemäß Anhang XV der delegierten Verordnung (EU) Nr. 3/2014 der Kommission vom 24. Oktober 2013 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Anforderungen an die funktionale Sicherheit von Fahrzeugen für die Genehmigung von zwei- oder dreirädrigen und vierrädrigen Fahrzeugen bzw. Kapitel 1 Anhang III der vorangegangenen Richtlinie 97/24/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Juni 1997 über bestimmte Bauteile und Merkmale von zweirädrigen oder dreirädrigen Kraftfahrzeugen geprüft. Dabei wird überprüft, ob der Bereich, in dem sich die Rad-/Reifenkombination dreht, groß genug ist, dass bei Verwendung der größten zulässigen Reifen- und Felgenbreiten die Bewegung der Rad-/Reifenkombination im Rahmen der Höchst- und Mindestangaben des Fahrzeug- bzw. Reifenherstellers - auch unter dem Gesichtspunkt der geschwindigkeitsbedingten Ausdehnung - nicht behindert wird.
Die Prüfungen werden dabei nicht mit dem eigentlichen Reifen durchgeführt, sondern mit einer Hüllkurve, die die größtmöglichen Reifenabmessungen der jeweiligen Reifengröße repräsentiert; d.h. inkl. aller gemäß Typgenehmigung nach UN R-75 (Reifentypgenehmigung) zulässiger Toleranzen. Da Diagonalreifen und Gürtelreifen mit Diagonalkarkasse grundsätzlich eine größere dynamische Ausdehnung haben als Radialreifen ist in dieser Hüllkurve auch deren größter dynamischer Ausdehnungsfaktur Hdyn = H × 1,18 zu berücksichtigen.
Daher ist bei unveränderten EU-typgenehmigten Krafträdern sichergestellt, dass alle nach der UN Regelung Nr. 75 typgenehmigten Reifen in der für das Kraftrad freigegebenen Größe mit den freigegebenen Parametern verwendet werden können.
Wird die im Rahmen der EU-Typgenehmigung geprüfte und freigegebene Bereifung nachträglich geändert, beispielsweise durch die Montage eines breiteren Reifens, ist nicht mehr sichergestellt, dass die Reifenfreiraum noch ausreichend ist. Daher wird bei der Überprüfung einer geänderten Bereifung an Krafträdern insbesondere überprüft, ob der Bereich, in dem sich die Rad-/Reifenkombination dreht, groß genug ist, dass die Bewegung der Rad-/Reifenkombination nicht behindert wird.
Krafträder mit nationaler Genehmigung:
Im Falle einer nationalen Genehmigung, beispielsweise einer nationalen Einzelgenehmigung nach § 21 StVZO wird der Reifenfreiraum des zur Prüfung vorgestellten Fahrzeugs i.d.R. ausschließlich mit der vorgestellten Bereifung geprüft und diese Bereifung in der Genehmigung vermerkt. Wird diese freigegebene Bereifung nachträglich geändert, beispielsweise durch die Montage eines anderen Reifenfabrikats, ist nicht mehr sichergestellt, dass die Reifenfreiraum noch ausreichend ist. Daher ist bei einer Abweichung von der freigegebenen Bereifung stets ein Nachweis nach § 19 Absatz 3 StVZO bzw. eine Begutachtung erforderlich.
Ich denke diese Aussage ist eindeutig
Man findet zwar heute noch auf den BMW Seiten Reifenfreigaben ( Bereifungsmöglichkeiten .. ok, die dort angegebene Reifen für die C sind auch gar nicht mehr lieferbar) - gemäß den Aussagen des BMVI sind diese Freigaben aber genauso null udn nichtig wie die reifenfreigaben der Reifenhersteller.
Also: Bei jedem Reifenwechsel ab jetzt heisst es Einzelabnahme beim TÜV und den Reifen eintragen lassen!
Nachdem BMW bis heute meine diesbezügliche (2 mal wiederholte) Mail nicht beantwortet hat werde ich wohl mal eine Briefmarke spendieren und altmodisch per Post nachfragen, wie BMW dazu steht ... beiInteresse stelle ich meinen Anfragetext gerne hier ein - vielleicht hilft es ja, wenn diese Anfrage von verschiedenen Personan an BMW gestellt wird.
1. März 2020, 14:11
Wird diese freigegebene Bereifung nachträglich geändert, beispielsweise durch die Montage eines anderen Reifenfabrikats, ist nicht mehr sichergestellt, dass die Reifenfreiraum noch ausreichend ist. Daher ist bei einer Abweichung von der freigegebenen Bereifung stets ein Nachweis nach § 19 Absatz 3 StVZO bzw. eine Begutachtung erforderlich.
Das heißt dann bei der Montauk
beim wechsel von 150 auf 130
dass das schon ein gravierendes Problem ist!
1. März 2020, 14:36
Ja, ist wohl so. Wobei bei der Montauk durch die EU-Typisierung mindestens eine Reifengröße eingetragen ist. Andere Größen müssen dann eben abgenommen werden. Ist nach meinem jetzigen Verständnis analog zur zB PKW-Bereifung zu sehen. Nimmst du dort eine Zubehörfelge an dein Auto, steht im Teilegutachten drin, auf welchen Autotyp diese Felge mit welcher Bereifung gefahren werden darf. Beispiel: ich habe 2009 einen Audi A4 gekauft. Werksseitig gab es die 17-Zollfelgen mit Reifen in der Breite von 235mm. Meine BBS-Felge war laut Gutachten aber auch mit 225mm zulässig. Durch das Teilegutachten war damit nur noch die Endabnahme der 225er notwendig. Die oben stehende Aussage führt zu keinem anderen Ergebnis, hälst du dich an die vom Werk eingetragene Größe, ist alles gut. Nimmst du aber eine andere Reifengröße, musst es geprüft werden. Traurig für die (Oldtimer-)Biker, deren ursprüngliche Reifengröße gar nicht mehr zu bekommen ist.
Den 130 er commander 2 eintragen lassen
Das sollte ja dank Freigabe nachvollziehbar sein,
dank EU freigabe alles fahren zu dürfen
was den spezifikationen entspricht
also wenn vorhanden den
Jetzt warten wir erst mal unsere Corona ab,
Die Frage bei der Eintragung wird doch eher sein, ob die Prüfer nur die Reifengröße eintragen oder aber dies nur in Verbindung mit einem Reifenmodell tun. Ersteres wäre logisch, da ja bei neuen Bikes keine Reifenbindung mehr erfolgt und ein vergleichbares Vorgehen bei EU-geprüften Fahrzeugen, egal ob von 2004 oder 2019, zur Regel wird.
Ja. Aber bei der Montauk (mit EZ Zulassung) seid ihr fein raus. Da könnt ihr zumindest beliegige Reifen in der eingetragenen Größe montieren.
Bei der "normalen" C bis 2003 muss (wenn man sich an die Vorgabe hält) JEDER Reifen den man montieren will nun eingetragen werden (Kosten ca 80€).
Aber ist das denn ratsam? Wie groß schätzt ihr die Gefahr auf Grund eurer Fahrerfahrungen auf einem Bike ein, dass die Sicherheit darunter leidet, wenn ich zB vorn einen Reifen montiere, der vom Hersteller eigentlich für andere Bikes am Hinterrad vorgesehen ist?

References: § 19
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