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Timestamp: 2016-10-23 08:08:44+00:00

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9C_189/2013 (13.12.2013)
9C_189/2013 � � Urteil vom 13. Dezember 2013
Ausgleichskasse des Kantons Zug, Baarerstrasse 11, 6300 Zug.
A.a.�Die Steuerverwaltung des Kantons Zug meldete der Ausgleichskasse des Kantons Zug (nachfolgend: Ausgleichskasse) am 10. Januar 2012 ein f�r G.________ f�r das Gesch�ftsjahr 2008 definitiv veranlagtes Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit in H�he von Fr. 9'934.-. Die im Meldeformular aufgef�hrte Frage, ob davon die pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge abgezogen worden seien, wurde verneint. Aufgrund dieser Meldung nahm die Ausgleichskasse am 9. Februar 2012 zun�chst schriftlich mit G.________ Kontakt auf und bat um die im Hinblick auf den Anschluss an die Kasse als Selbstst�ndigerwerbender erforderlichen Angaben. Mit Beitragsverf�gung vom 24. April 2012 setzte sie f�r G.________ den AHV/IV/EO-Beitrag f�r selbstst�ndige Erwerbst�tigkeit (inkl. Verwaltungskosten) f�r das Jahr 2008 auf Fr. 526.80 fest. Sie rechnete bei der Beitragsbemessung pers�nliche Beitr�ge von Fr. 534.- auf.
A.b.�Auch in der Steuermeldung vom 7. August 2012 f�r das Gesch�ftsjahr 2009 wurde die Frage verneint, ob die pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge vom Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit abgezogen worden seien. Mit Beitragsverf�gung vom 14. August 2012 rechnete die Ausgleichskasse dem Versicherten pers�nliche Beitr�ge in der H�he von Fr. 8'192.- auf. Sie verpflichtete ihn, f�r das Beitragsjahr 2009 AHV/IV/EO-Beitr�ge in der H�he von Fr. 8'376.60 (inkl. Verwaltungskosten) zu bezahlen. Die von G.________ hiegegen erhobene Einsprache wies sie mit Entscheid vom 7. November 2012 ab.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Zug hiess die von G.________ dagegen eingereichte Beschwerde mit Entscheid vom 31. Januar 2013 insoweit gut, als es feststellte, die Aufrechnung der pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge durch die Ausgleichskasse sei nicht gerechtfertigt. Es wies die Sache zur Neufestlegung der Beitr�ge im Sinne der Erw�gungen an die Verwaltung zur�ck. Im �brigen wies es die Beschwerde ab.
C.a.�Das Bundesamt f�r Sozialversicherungen (nachfolgend: BSV) erhebt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten und beantragt die Aufhebung des kantonalen Entscheides und Best�tigung des Einspracheentscheides. Eventualiter sei der Entscheid des Verwaltungsgerichts aufzuheben und die Sache an die Ausgleichskasse zur�ckzuweisen, damit sie das Einspracheverfahren sistiere, bis ihr die Steuerbeh�rde den Entscheid �ber die eventuelle nachtr�gliche Ber�cksichtigung der pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge in der Steuerveranlagung mitgeteilt haben werde.
G.________ beantragt insoweit die Gutheissung der Beschwerde, als der Einspracheentscheid aufzuheben sei; die Sache sei mit der Massgabe an die Ausgleichskasse zur�ckzuweisen, dass die in Deutschland entrichteten Sozialbeitr�ge bei der Berechnung mitzuber�cksichtigen sind. Im Weiteren sei die Beschwerde abzuweisen.
C.b.�Mit Schreiben vom 2. Oktober 2013 beantwortet die Steuerverwaltung des Kantons Zug nach R�ckfrage bei dem f�r G.________ zust�ndigen B�cherexperten die ihr vom Bundesgericht mit Schreiben des Instruktionsrichters vom 24. September 2013 unterbreiteten nachstehenden Fragen wie folgt (�
Antworten�
kursiv�) :
1.�������Trifft die in Ihrer Meldung vom 7. August 2012 gemachte Angabe ("nein") zu, dass vom Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit in H�he von Fr. 82'237.- die pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge�
nicht�abgezogen worden waren?
Ja; zumindest ist aus der Jahresrechnung nichts anderes ersichtlich (kein Aufwandkonto "Sozialversicherungsbeitr�ge").
2.�������Bei Bejahung von Frage Ziff. 1: Was ist der Grund f�r den fehlenden Abzug der Selbstst�ndigenbeitr�ge im steuerlichen Veranlagungsverfahren?
2.1�������Bestand der Grund darin, dass der Steuerpflichtige keine solchen Beitr�ge deklariert hatte?
Ja, der Steuerpflichtige hatte keine solchen Beitr�ge deklariert.
2.2�������Bestand der Grund darin, dass die Selbstst�ndigenbeitr�ge vonseiten Ihrer Beh�rde nicht als abzugsf�hig anerkannt worden sind?
2.3�������Waren eventuell im Zeitpunkt der Meldung vom 7. August 2012 die auch f�r die Meldung fr�herer Jahre erforderlichen Verfahrens- oder Formularanpassungen noch nicht umgesetzt?
2.4�������Andere Gr�nde?
3.�������Falls das der Ausgleichskasse gemeldete Einkommen tats�chlich im Rahmen der Steuerveranlagung abzugsf�hige, aber effektiv nicht abgezogene AHV/IV/EO-Beitr�ge umfasste: Wie hoch war deren Betrag?
4.�������Hat der Steuerpflichtige gegen die ihm am 22. Mai 2012 er�ffnete Steuer-Hauptveranlagung, auf die sich Ihre Meldung vom 7. August 2012 st�tzte, Einsprache erhoben? Wenn dies der Fall ist, bitten wir Sie um Informationen zum Stand und Ausgang des Verfahrens.
5.�������Haben Sie aus Ihrer Sicht Bemerkungen zu machen?
C.c.�Im Rahmen des zweiten Schriftenwechsels h�lt das BSV an den gestellten Rechtsbegehren fest; die Vorinstanz verzichtet auf eine weitere Stellungnahme; G.________ h�lt in einer nach Ablauf der gesetzten Frist am 30. Oktober 2013 (Poststempel) durch eine nicht bevollm�chtigte Person in seinem Auftrag unterzeichneten Stellungnahme sinngem�ss an den gestellten Antr�gen (C.a) fest.
Das Bundesgericht hat am 13. Dezember 2013 eine publikums�ffentliche Beratung durchgef�hrt.
Auf den in der Beschwerdeantwort gestellten Antrag des Beschwerdegegners, die Sache mit der Massgabe an die Ausgleichskasse zur�ckzuweisen, dass die in Deutschland entrichteten Sozialbeitr�ge bei der Berechnung mitzuber�cksichtigen sind, ist nicht einzutreten, weil das Bundesgerichtsgesetz die Anschlussbeschwerde nicht vorsieht (Art. 90 ff. BGG; BGE 134 III 332 E. 2.5 S. 335; MEYER/DORMANN, in: Basler Kommentar zum BGG, Basel 2011, N. 4 zu Art. 102 BGG). Das Bundesgericht darf nicht �ber die Begehren der Parteien hinausgehen (Art. 107 Abs. 1 BGG), wobei Ausgangspunkt der Bindungswirkung das Rechtsbegehren der beschwerdef�hrenden Partei, nicht jenes des Beschwerdegegners ist ( MEYER/DORMANN, a.a.O., N. 2 zu Art. 107 BGG). Dessen Vorbringen sind im Rahmen der Pr�fung der Antr�ge des BSV zu ber�cksichtigen.
2.1.�Vom Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit werden Beitr�ge erhoben (Art. 3 f. und 8 f. AHVG; Art. 2 und 3 IVG; Art. 26 und 27 EOG). Das Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit und das im Betrieb eingesetzte eigene Kapital werden von den kantonalen Steuerbeh�rden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet (Art. 9 Abs. 3 AHVG). Die Angaben der kantonalen Steuerbeh�rden sind f�r die Ausgleichskassen verbindlich (Art. 23 Abs. 4 AHVV). Die Ausgleichskassen verlangen f�r die ihnen angeschlossenen Selbstst�ndigerwerbenden von den kantonalen Steuerbeh�rden die f�r die Berechnung der Beitr�ge erforderlichen Angaben. Das Bundesamt erl�sst Weisungen �ber die erforderlichen Angaben und das Meldeverfahren (Art. 27 Abs. 1 AHVV).
2.2.�Aufgrund der �nderung des Bundesgesetzes �ber die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) (Verbesserung der Durchf�hrung) vom 17. Juni 2011 (AS 2011 4745; BBl 2011 543) trat am 1. Januar 2012 Art. 9 Abs. 4 AHVG in Kraft, welcher regelt, dass die steuerrechtlich zul�ssigen Abz�ge der Beitr�ge von den Ausgleichskassen zum von den Steuerbeh�rden gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen sind. Das gemeldete Einkommen ist dabei nach Massgabe der geltenden Beitragss�tze auf 100 Prozent aufzurechnen. Unter dem Titel "Aufrechnung steuerrechtlich zul�ssiger Abz�ge" sieht die diesbez�gliche �bergangsbestimmung des AHVG vor, dass Art. 9 Abs. 4 AHVG f�r alle Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit gilt, die nach dem Inkrafttreten dieser �nderung von den Steuerbeh�rden gemeldet werden.
2.3.�Das BSV hat die Ausgleichskassen in Rz. 1095 der Wegleitung �ber die Beitr�ge der Selbstst�ndigerwerbenden und Nichterwerbst�tigen in der AHV, IV und EO (WSN; g�ltig ab 1. Januar 2012) angewiesen, die f�r die Bestimmung des steuerbaren Einkommens in Abzug gebrachten pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge aufzurechnen. Sie haben gem�ss Rz. 1169 WSN die von den Steuerbeh�rden gemeldeten Einkommen als Nettoeinkommen zu betrachten. Entsprechend wiederholt Rz. 1170 WSN, dass die Kassen die AHV/IV/EO-Beitr�ge zum gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen haben. Nach Rz. 1170.2 (eingef�gt auf den 1. Januar 2013) haben sie die Beitr�ge selbst dann aufzurechnen, wenn steuerrechtlich keine Abz�ge gew�hrt wurden oder die steuerrechtlichen Abz�ge h�her oder tiefer waren als die von der Ausgleichskasse zugelassenen.
Letztinstanzlich ist nur mehr strittig, ob die Ausgleichskasse bei der Bemessung der f�r das Jahr 2009 zu entrichtenden AHV/IV/EO-Beitr�ge des Beschwerdegegners auf dem von der Steuerbeh�rde gemeldeten Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit pers�nliche Beitr�ge aufrechnen durfte.
3.1.�Die Vorinstanz erwog, es lasse sich aus der am 7. August 2012 ergangenen Meldung der Steuerbeh�rde unschwer schliessen, dass es sich bei dem angegebenen Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit nicht um ein Netto-, sondern um ein Bruttoeinkommen handelte. Die Ausgleichskasse habe es trotzdem aufgerechnet, weil die Weisungen des BSV f�r sie verbindlich und vorbehaltlos anzuwenden seien. Diese seien jedoch f�r das Gericht nicht verbindlich; es d�rfe jedenfalls dann davon abweichen, wenn ihre Anwendung mit dem Gesetz nicht vereinbar sei bzw. zu einem falschen Ergebnis f�hre. Da sich in casu aus dem Hinweis in der Meldung der Steuerbeh�rde unmissverst�ndlich ergebe, dass diese vorliegend einen Bruttolohn meldete bzw. melden wollte, verm�chten die neuen Rz. 1169 ff. WSN (E. 2.3) eine Aufrechnung der pers�nlichen Beitr�ge ohne weitere Abkl�rungen nicht zu rechtfertigen. Sie wies die Sache zur Abkl�rung des Nettoeinkommens aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit und zur Neubestimmung der AHV/IV/EO-Beitr�ge an die Ausgleichskasse zur�ck.
3.2.�Das BSV h�lt dagegen, die Beitragsaufrechnungspflicht nach Art. 9 Abs. 4 AHVG sei den Ausgleichskassen gesetzlich auferlegt. Nach der �bergangsbestimmung gelte sie explizit f�r alle Einkommen, die nach dem 1. Januar 2012 gemeldet w�rden. Diese Einkommen g�lten als Nettoeinkommen, und zwar unbek�mmert darum, ob die von den Steuerbeh�rden tats�chlich ber�cksichtigten pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge h�her oder tiefer waren als die von der Ausgleichskasse bei der Aufrechnung des gemeldeten Einkommens ermittelten. Dies sei auch dann der Fall, wenn steuerseitig �berhaupt kein Abzug ber�cksichtigt worden sei. Nach den Intentionen des Gesetzgebers solle diese Festlegung jegliche Diskussionen um die zutreffende H�he der Beitragsrechnung ausschliessen und die Durchf�hrung erleichtern. Art. 9 Abs. 4 AHVG stelle eine gesetzliche Fiktion auf, die nicht widerlegt werden k�nne. Jede andere Betrachtungsweise w�rde dazu f�hren, dass die Ausgleichskassen die Richtigkeit der Steuermeldungen in jedem Fall anhand der Steuerveranlagungen �berpr�fen m�ssten. Gerade dem habe der Gesetzgeber jedoch mit der Regelung in Art. 9 Abs. 4 AHVG vorbeugen wollen. Die Bindungswirkung von Art. 9 Abs. 4 AHVG erg�nze die in Art. 23 Abs. 4 AHVV statuierte Verbindlichkeit der Steuermeldungen. Als gesetzliche Fiktion sei sie von den Gerichten zu beachten.
4.1.�Wie zur damaligen Rechtslage bereits in BGE 111 V 289 f. festgehalten wurde, besteht der Zweck der Beitragsaufrechnung darin, die unterschiedliche Behandlung der pers�nlichen Beitr�ge in Bundessteuer- und AHV-Recht dadurch auszugleichen, dass das von der Steuerbeh�rde gemeldete Nach-Abzugseinkommen um den steuerlich anerkannten Beitragsabzug erh�ht, d.h. eine steuerlich zul�ssige Operation r�ckg�ngig gemacht wird. Aufgerechnet werden durfte von der Ausgleichskasse darum nur, was vorher abgezogen werden konnte (E. 4e). Vermerkte die Steuerbeh�rde in ihrer Meldung, dass in der Steuererkl�rung keine Beitr�ge abgezogen wurden, oder erbrachte der Versicherte den Nachweis daf�r, hatte eine Aufrechnung zu unterbleiben (E. 4g).
4.2.�Die Beitragsaufrechnung, die fr�her prim�r Aufgabe der Ausgleichskassen war, wurde vom Bundesrat mit einer am 1. M�rz 2000 beschlossenen und auf den 1. Januar 2001 in Kraft getretenen �nderung des Art. 27 Abs. 1 AHVV (AS 2000 1441) auf die Steuerbeh�rden �bertragen: Die Ausgleichskassen verlangten f�r die ihnen angeschlossenen Selbstst�ndigerwerbenden von den kantonalen Steuerbeh�rden die f�r die Berechnung der Beitr�ge erforderlichen Angaben. In Abzug gebrachte Beitr�ge an die AHV sowie an die EO waren von den Steuerbeh�rden wieder aufzurechnen (siehe dazu auch Urteil H 185/04 vom 24. August 2005 E. 2.2, 3.2 und 3.3).
4.3.�Wie die Botschaft vom 3. Dezember 2010 zur �nderung des AHVG (Verbesserung der Durchf�hrung; BBl 2011 543) ausf�hrt, haben sich nach der Einf�hrungsphase der neuen Kompetenzverteilung rasch Durchf�hrungsschwierigkeiten gezeigt. Die Ausgleichskassen mussten daher in vielen F�llen die Beitragsaufrechnung gest�tzt auf ihre eigenen Daten vornehmen. Mit der im Rahmen der erw�hnten Botschaft vorgelegten �nderung sollte nach den Ausf�hrungen des Bundesrates die bisherige Aufrechnungsregelung zwar materiell unver�ndert in den neuen Abs. 4 von Art. 9 AHVG �berf�hrt werden. Im Interesse der Rechtsgleichheit und Praxistauglichkeit waren jedoch die kantonalen Steuerbeh�rden von der Beitragsaufrechnung und vom entsprechenden Meldeverkehr zu entlasten. Die Aufrechnung werde den Ausgleichskassen im Bewusstsein �bertragen, dass die auf Steuerseite tats�chlich abgezogenen Beitr�ge nicht zwingend mit den auf AHV-Seite aufgerechneten �bereinstimmten. Denn die Ausgleichskassen w�rden den steuerlichen Abzug nicht kennen und er werde ihnen auch nicht mehr gemeldet. Um Diskussionen bez�glich der nicht �bereinstimmenden Betr�ge auf Steuer- und AHV-Seite im Einzelfall vorzubeugen, sei die neue L�sung auf Gesetzesstufe zu verankern. Die im neuen Art. 9 Abs. 4 AHVG vorgeschlagene prozentuale Beitragsaufrechnung gehe davon aus, dass es sich bei dem von den Steuerbeh�rden gemeldeten Einkommen um ein Nettoeinkommen handle, die AHV/IV/EO-Beitr�ge also in Abzug gebracht worden seien (BBl 2011 551 ff.).
Nachdem der bis zur �nderung auf den 1. Januar 2001 herrschende Rechtszustand (Aufrechnung durch die Ausgleichskassen; E. 4.1) in der Praxis nicht befriedigte und die vor�bergehende Kompetenzumverteilung (Aufrechnung durch die Steuerbeh�rden; E. 4.2) durch die Anpassung des AHVG vom 17. Juni 2011 wegen Durchf�hrungsschwierigkeiten wieder r�ckg�ngig gemacht wurde (E. 4.3), stellt sich die Frage, wie es sich mit der Beitragsaufrechnung durch die Ausgleichskassen unter der neuen Regelung verh�lt.
5.1.�Das Gesetz muss in erster Linie aus sich selbst heraus, das heisst nach dem Wortlaut, Sinn und Zweck und den ihm zugrunde liegenden Wertungen auf der Basis einer teleologischen Verst�ndnismethode ausgelegt werden. Die Gesetzesauslegung hat sich vom Gedanken leiten zu lassen, dass nicht schon der Wortlaut die Norm darstellt, sondern erst das an Sachverhalten verstandene und konkretisierte Gesetz. Gefordert ist die sachlich richtige Entscheidung im normativen Gef�ge, ausgerichtet auf ein befriedigendes Ergebnis der ratio legis. Dabei befolgt das Bundesgericht einen pragmatischen Methodenpluralismus und lehnt es namentlich ab, die einzelnen Auslegungselemente einer hierarchischen Ordnung zu unterstellen. Die Gesetzesmaterialien k�nnen beigezogen werden, wenn sie auf die streitige Frage eine klare Antwort geben (BGE 136 III 23 E. 6.6.2.1 S. 37; 136 V 195 E. 7.1 S. 203; 135 V 50 E. 5.1 S. 53; 134 II 308 E. 5.2 S. 311). Verordnungsrecht ist gesetzeskonform auszulegen. Es sind die gesetzgeberischen Anordnungen, Wertungen und der in der Delegationsnorm er�ffnete Gestaltungsspielraum mit seinen Grenzen zu ber�cksichtigen (BGE 137 V 167 E. 3.3 S. 170 f. mit Hinweisen).
5.2.�Wie in E. 2.1-2.3 dargelegt, werden nach dem Wortlaut von Art. 9 Abs. 3 AHVG das Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit und das im Betrieb eingesetzte eigene Kapital von den kantonalen Steuerbeh�rden ermittelt und den Ausgleichskassen gemeldet. Gem�ss dem auf den 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Art. 9 Abs. 4 AHVG sind von den Ausgleichskassen die steuerrechtlich zul�ssigen Abz�ge der Beitr�ge nach Art. 8 AHVG sowie nach Art. 3 Abs. 1 IVG und Art. 27 Abs. 2 EOG zum von den Steuerbeh�rden gemeldeten Einkommen hinzuzurechnen. Das gemeldete Einkommen ist dabei nach Massgabe der geltenden Beitragss�tze auf 100 Prozent aufzurechnen.
5.3.�Der Wortlaut der gesetzlichen Regelung ist insofern klar, als es sich bei dem von der Steuerbeh�rde zu meldenden Einkommen um das um die steuerrechtlich zul�ssigen AHV/IV/EO-Beitragsabz�ge gek�rzte Nettoeinkommen handeln soll. Es ist durch die Ausgleichskasse auf 100 Prozent aufzurechnen. Hierzu wird - auf Verordnungsstufe (Art. 23 Abs. 4 AHVV) - geregelt, dass die Angaben der Steuerbeh�rden f�r die Ausgleichskassen verbindlich sind.
5.4.�Sinn und Zweck der Neuregelung ergibt sich aus der bundesr�tlichen Botschaft zur Verbesserung der Durchf�hrung des AHVG (oben E. 4.3) mit aller Deutlichkeit. Im Sinne einer administrativen Vereinfachung und einheitlichen Gesetzesanwendung sollen die Steuerbeh�rden von der Beitragsaufrechnung und vom entsprechenden Meldeverkehr entlastet werden. Diese Gesetz gewordene legislatorische Absicht nimmt bewusst in Kauf, dass die auf Steuerseite abgezogenen Beitr�ge nicht zwingend mit den auf AHV-Seite aufgerechneten �bereinstimmen, da der steuerliche Abzug der Ausgleichskasse nicht gemeldet wird. Der klare Sinn und Zweck der Bundesrechtsanpassung besteht in der Vereinfachung der Arbeitsabl�ufe auf Seiten der Steuerbeh�rden und Ausgleichskassen.
5.5.�Nach Wortlaut, Sinn und Zweck der neuen Regelung liegt somit die ratio legis der �nderung darin, dass die Ausgleichskasse sich in Abweichung zur alten Praxis (BGE 111 V 289) gerade nicht mehr darum k�mmern muss und soll, ob und was die Steuerbeh�rde vom gemeldeten Einkommen abgezogen hat. Sie hat davon auszugehen, dass das gemeldete Einkommen beitragsrechtlich ein Nettoeinkommen ist, und hat die AHV/IV/EO-Beitr�ge auf dieses aufzurechnen. In diesem Sinn trifft die Umschreibung des BSV, Abs. 4 von Art. 9 AHVG stelle eine nicht zu widerlegende gesetzliche Fiktion auf, den Rechtssinn der Neuregelung. Es ist darin nicht eine stossende Beitragserhebung zu erblicken; der Versicherte deklariert im Steuerveranlagungsverfahren die Sozialversicherungsbeitr�ge und kann steuerrechtlich Einsprache erheben, wenn er feststellt, dass der Abzug nicht ordnungsgem�ss vorgenommen wurde. Es gilt auch in diesem Kontext der seit jeher beachtete Grundsatz, dass der Steuerpflichtige seine Rechte bez�glich des Ausmasses der Beitragspflicht im steuerrechtlichen Veranlagungs- und Rechtsmittelverfahren zu wahren hat (BGE 110 V 369 E. 2a S. 370 mit Hinweisen). Sieht er davon ab, bleibt es grunds�tzlich bei der Steuermeldung.
Davon ist indes abzuweichen, wenn - wie hier - durch die Steuermeldung klar, ausdr�cklich und vorbehaltlos best�tigt wird, dass kein Abzug vorgenommen worden ist. In der Steuermeldung f�r das Gesch�ftsjahr 2009 ist gegen�ber der Ausgleichskasse die Frage, ob die pers�nlichen AHV/IV/EO-Beitr�ge vom Einkommen aus selbstst�ndiger Erwerbst�tigkeit abgezogen worden seien, verneint worden (A.b). Wie die Nachfrage des Bundesgerichts bei der kantonalen Steuerverwaltung (C.b) ergeben hat, wurde das der Ausgleichskasse gemeldete Einkommen ohne Abzug von AHV/IV/EO-Beitr�gen veranlagt, weil der Beschwerdegegner einen solchen nicht deklariert oder beantragt hatte. Wenn jedoch bei der Steuerveranlagung erkl�rtermassen keine Abz�ge gemacht worden sind und f�r die Ausgleichskasse unmissverst�ndlich ein Bruttoeinkommen gemeldet wird, hat eine prozentuale Aufrechnung im Sinne von Art. 9 Abs. 4 AHVG nicht zu erfolgen. Denn gem�ss Botschaft zur Verbesserung der Durchf�hrung der AHV (E. 4.3 hievor) hatte der Gesetzgeber klarerweise das Bild vor Augen, dass auf der Steuerseite�
tats�chlich�Beitr�ge abgezogen werden. Damit ist der vorinstanzliche Entscheid im Ergebnis richtig, weshalb die Verwaltung die strittigen Beitr�ge neu festzulegen hat.
Dieses Urteil wird den Parteien, der Ausgleichskasse des Kantons Zug und dem Verwaltungsgericht des Kantons Zug, Sozialversicherungsrechtliche Kammer, schriftlich mitgeteilt.

References: BGE 
 Art. 102
 Art. 107
 Art. 2
 Art. 26
 Art. 9
 Art. 9
in casu
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 23
 BGE 
 Art. 27
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 9
 Art. 8
 Art. 3
 Art. 27
 Art. 9
 Art. 9