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Timestamp: 2019-05-24 10:32:37+00:00

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BGH, 05.12.1995 - VI ZR 332/94 - dejure.org
https://dejure.org/1995,182
BGH, 05.12.1995 - VI ZR 332/94 (https://dejure.org/1995,182)
BGH, Entscheidung vom 05.12.1995 - VI ZR 332/94 (https://dejure.org/1995,182)
BGH, Entscheidung vom 05. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 (https://dejure.org/1995,182)
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§§ 823 Abs. 1, 1004 BGB, Art. 1, 2 GG, Präventionsgedanke, Gewinnabschöpfung
Persönlichkeitsrecht, Verletzung des - Geldentschädigung, Höhe der - Präventionsgedanke
Verletzung des Persönlichkeitsrechts - Bemessung der Geldentschädigung - Beachtung des Präventionsgedankens
BGB §§ 823, 1004; GG Art. 1 Abs. 1, Art. 2 Abs. 1
Bemessung einer Geldentschädigung für eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts
Allgemeines Persönlichkeitsrecht; Bemessung einer Geldentschädigung
NJW 1996, 984
GRUR 1996, 373
VersR 1996, 339
DB 1996, 567
ZUM 1996, 308
afp 1996, 137
JR 1996, 419
Die Zubilligung einer Geldentschädigung in derartigen Fällen beruht auf dem Gedanken, daß ohne einen solchen Anspruch Verletzungen der Würde und Ehre des Menschen häufig ohne Sanktion blieben mit der Folge, daß der Rechtsschutz der Persönlichkeit verkümmern würde (BGHZ 128, 1, 15 - Erfundenes Exklusivinterview; BGH, Urt. v. 5.12.1995 - VI ZR 332/94, GRUR 1996, 373, 374 = NJW 1996, 984 - Caroline von Monaco I).
Außerdem soll sie der Prävention dienen (vgl. Senatsurteile, BGHZ 128, 1, 15; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - aaO …und vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - aaO).
Zudem darf die Geldentschädigung nicht eine Höhe erreichen, die die Pressefreiheit unverhältnismäßig einschränkt (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 16 und vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - VersR 1996, 339, 340).
Auch der BGH geht seit langem davon aus, dass der Anspruch auf Geldentschädigung wegen einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts nicht ein Schmerzensgeld nach § 847 BGB a. F. darstellt, sondern dass es sich um ein Recht handelt, das auf den Schutzauftrag aus Art. 1 und 2 GG i. V. m. § 823 BGB zurückgeht (BGH vom 05.12.1995 - VI ZR 332/94 - NJW 1996, 984, Rn. 12 f.).
Die Herleitung dieses Anspruchs aus § 823 BGB i. V. m. Art. 1 und 2 GG beruht auf dem Gedanken, dass ohne einen solchen Anspruch Verletzungen der Würde und Ehre des Menschen häufig ohne Sanktion blieben mit der Folge, dass der Rechtsschutz der Persönlichkeit verkümmern würde (BGH vom 05.12.1995 a. a. O. Rn. 13).
Dies geht zurück auf die Rechtsprechung des BGH (vom 05.12.1995 - VI ZR 332/94 - NJW 1996, 984 Rn. 16).
Zwar trägt der erkennende Senat der Prävention als Bemessungsfaktor bei der Zubilligung von Geldentschädigungen Rechnung (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 15 m.w.N.; 160, 298, 303; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - aaO;… vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - aaO; BVerfG, VersR 2000, 897, 898; vgl. K. W. Lange, VersR 1999, 274, 277;… Göbel, Geldentschädigung und Schmerzensgeld 2004, S. 35 f.; Soehring/Seelmann-Eggebert, NJW 2005, 571, 572; Steffen, NJW 1997, 10, 13), besonders in denjenigen Fällen, in denen es um den Schutz gegen unerwünschte Zwangskommerzialisierung einer Person geht (vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 15 f. und vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - aaO 340 f.).
Hierbei sind insbesondere die Bedeutung und Tragweite des Eingriffs, ferner Anlass und Beweggrund des Handelnden sowie der Grad seines Verschuldens zu berücksichtigen (st. Rechtsprechung, vgl. Senatsurteile BGHZ 128, 1, 12; 132, 13, 27; 160, 298, 306; vom 25. Februar 1969 - VI ZR 241/67 - VersR 1969, 519, 520 - Detektei;… vom 5. März 1974 - VI ZR 89/73 - aaO, 759 - Todesgift;… vom 4. Juni 1974 - VI ZR 68/73 - aaO - Fiete Schulze; vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94 - aaO;… vom 12. Dezember 1995 - VI ZR 223/94 - aaO; BGH…, Urteil vom 1. Dezember 1999 - I ZR 226/97 - aaO - Der blaue Engel; vgl. auch BVerfG, NJW 2004, 591, 592; Diederichsen, VersR 2005, 433, 437;… Müller, aaO, S. 55; dies., VersR 2000, 797, 800 und VersR 2003, 1, 5; Steffen, NJW 1997, 10 f.; kritisch K. W. Lange, VersR 1999, 274 ff., 278).
Es geht dabei durchweg um Fälle einer rücksichtslosen Zwangskommerzialisierung einer Person, in denen die Präventionsfunktion der Geldentschädigung im Sinne eines Hemmungseffekts bei wiederholt hartnäckigen Verletzungen (vgl. etwa BGH v. 05.10.2004 - VI ZR 255/03, NJW 2005, 215, 218) deutlicher in den Vordergrund rückt, weil der Einbruch in das Persönlichkeitsrecht vorsätzlich zum Zwecke der Gewinnerzielung erfolgt (grundlegend auch etwa BGH v. 15.11.1994 - VI ZR 56/94, GRUR 1995, 224; v. 05.12.1995 - VI ZR 332/94, GRUR 1996, 373; siehe ferner BGH v. 17.12.2013 - VI ZR 211/12, GRUR 2014, 693 Tz. 49).
Zur Privatsphäre gehören grundsätzlich auch Angaben über den Gesundheitszustand eines Menschen (vgl. Senatsurteile vom 5. Dezember 1995 - VI ZR 332/94, AfP 1996, 137, 138;… vom 14. Oktober 2008 - VI ZR 272/06, AfP 2008, 610 Rn. 20;… - VI ZR 256/06, AfP 2008, 606 Rn. 20 und - VI ZR 260/06, VersR 2009, 511 Rn. 19;… vom 18. September 2012 - VI ZR 291/10, AfP 2012, 551 Rn. 12; BVerfGE 32, 373; 101, 361, 382).

References: Art. 1
 Art. 1
 Art. 2
 BGH 
 § 847
 Art. 1
 § 823
 § 823
 Art. 1
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH