Source: https://allzutaegliches.wordpress.com/2010/01/27/zu-gast-bei-feinden/
Timestamp: 2018-06-25 06:03:17+00:00

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Zu Gast bei Feinden | allzutaegliches
Schlagwörter: Journalist, Kriegsberichterstatter, Taliban
28. Januar 2010 um 00:42
Wow. Klingt ziemlich krass. Und meinem empfinden nach nicht wirklich tolerierbar Oo Irgendwann muss mal Schluss sein mit der „quote“. Was mich aber noch mehr erstaunt, ist, dass die Taliban da mitspielen Oo
Die Frage ist, inwieweit sich ein Journalist moralisch aus der Verantwortung ziehen darf und wo die Grenze ist. Sein Grundsatz der Unabhängigkeit bedingt, dass er erstmal passiver Beobachter sein muss. Wir brauchen diesen Idealtypus der medialen Unabhängigkeit unbedingt (wenn er wirklich gegeben ist…), dieser hört aber dort auf, wo das Leben und die Würde von Menschen auf dem Spiel stehen.
28. Januar 2010 um 19:14
Sollte dieser Reporter als Reporter erkenntlich gewesen sein, stellt sich mir eher die Frage, wieso so einer dort mal eben fix reinspazieren kann und weshalb es einer Spezialeinheit einer USA oder sonstwem nicht gelingt so ein Dorf einfach mal platt zu machen?
Wie hätte der Journalist denn eingreifen sollen? Hätte er mit ihnen vernünftig verhandeln sollen? Sie darauf aufmerksam machen, dass das ja nicht besonders klug oder menschlich ist, was sie da tun? Oder hätte er den Obermackern einen in die Nuss geben sollen? Das Ende wäre gewesen: Journalist nicht mehr Journalist sondern etwas tot … Die Vernunft sagt, er hat sein eigenes Leben beschützt und uns Wissenwollenden gezeigt, dass es diese Dörfer tatsächlich gibt. Das Gefühl sagt, wie konnte er dem allen nur zusehen und nicht vor Ekel platzen?
Um das ganze mal rechtlich zu beleuchten. Grundsätzlich wäre natürlich nach afgahnischem Recht zu verfahren, aber davon hab ich noch weniger Ahnung als vom deutschen.
Dem Grundsatz § 3 StGB nach greift deutsches Recht garnicht, aber es gibt die Ausnahme des § 7 StGB, Angriffe gegen Deutsche im Ausland.
Dann die Frage der Mittäterschaft. Das wäre § 25 II StGB. Dafür wäre abe Vorsatz nötig, dem ich dem Journalisten jetzt nicht unterstellen möchte. Gleiches bei § 27 StGB Beihilfe.
Aber es könnte nach § 13 StGB aber zu Anklage kommen. Demnach wird ein Unterlassen wie ein Tun behandelt. Das ermöglicht den § 138 I Nr. 5 und 8. Das Nichtanzeigen von geplanten Straftaten. Weiter wäre eine unterlassene Hilfeleistung § 323c StGB mit verbundener fährlässiger Tötung § 222 StGB möglich.
Könnte alles in allem zu einer nicht unempfindlichen Freiheitsstrafe führen.
Soweit mal nur zum Gesetz. Wenn man sich das mal so anschaut müssen da schon sehr hohe morlische Gründe greifen, damit der Journalist nicht angeklagt wird…
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References: § 3
 § 7
 § 25
 § 27
 § 13
 § 138
 § 323
 § 222