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Timestamp: 2018-01-24 05:14:02+00:00

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Aktuelle Werte im Überblick
Jährliche Beitragsbemessungsgrenzen in Euro
BBG 2018 2017 2016 2015 2014 2013
aRV und BA 78.000 76.200 74.400 72.600 71.400 69.600
aRV (O) und BA (O) 69.600 68.400 64.800 62.400 60.000 58.800
GKV und sPV 53.100 52.200 50.850 49.500 48.600 47.250
aRV = allgemeine Rentenversicherung, BA = Bundesagentur für Arbeit, GKV = Gesetzliche Krankenversicherung, sPV = soziale Pflegeversicherung, O = Ost
Monatliche Beitragsbemessungsgrenzen in Euro
aRV und BA 6.500 6.350 6.200 6.050 5.950 5.800
aRV (O) und BA (O) 5.800 5.700 5.400 5.200 5.000 4.900
GKV und sPV 4.425,50 4.350 4.237,50 4.125 4.050 3.937,50
Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze der GKV/sPV) in Euro
Fälle 2018 2017 2016 2015 2014 2013
§ 6 Abs. 6 SGB V 59.400 57.600 56.250 54.900 53.550 52.200
§ 6 Abs. 7 SGB V 53.100 52.200 50.850 49.500 48.600 47.250
§ 6 Abs, 6 SGB V = allgemeine JAEG, § 6 Abs. 7 SGB V = Arbeiter und Angestellte, die am 31. Dezember 2002 wegen Überschreitens der an diesem Tag geltenden JAEG versicherungsfrei und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen in einer substitutiven Krankenversicherung versichert waren (»Vertrauensschutz-Fälle«).
Beitragssätze zur Sozialversicherung in Prozent
SV-Zweig 2018 2017 2016 2015 2014 2013
aRV 18,6 18,7 18,7 18,7 18,9 18,9
BA 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0 3,0
GKV 1 14,6 14,6 14,6 14,6 14,6 14,6
GKV 2 1,0 1,1 1,1 0,9 0,9 0,9
sPV 1 2,55 2,55 2,35 2,35 2,05 2,05
sPV 2 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25
SV = Sozialversicherung, aRV = allgemeine Rentenversicherung, BA = Bundesagentur für Arbeit, GKV 1 = allgemeiner Beitragssatz der Gesetzlichen Krankenversicherung, GKV 2 = durchschnittlicher Zusatz- (Sonder-) Beitragssatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung, sPV 1 = Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung, sPV 2 = Beitragszuschlag zur sozialen Pflegeversicherung für Kinderlose
Bezugsgröße in Euro
Jährliche Bezugsgröße
Bezugsgröße 36.540 35.700 34.860 34.020 33.180 32.340
Bezugsgröße (O) 32.340 31.920 30.240 28.980 28.140 27.300
Bezugsgröße 3.045 2.975 2.905 2.835 2.765 2.695
Bezugsgröße (O) 2.695 2.660 2.520 2.415 2.345 2.275
(O) = Neue Länder und Berlin (Ost)
Geringfügigkeitsgrenze in Euro
Zeitraum 2018 2017 2016 2015 2014 2013
Monat 450 450 450 450 450 450
Rentenversicherung - Werte in Euro
AR (1) 31,03 30,45 29,21 28,61 28,14
vorläufiges Durchschnittsentgelt 37.873 37.103 36.267 34.999 34.857 34.071
Durchschnittsentgelt 36.187 35.363 34.514 33.659
Brutto-Standardrente (1) 1.396,35 1.370,25 1.314,45 1.287,45 1.266,30
Netto-Standardrente (2) 1.239,96 1.219,52 1.172,49 1.152,27 1.133,34
Einkommensfreibetrag bei Renten wegen Todes (1)
Witwen-, Witwer- und Erziehungsrenten 819,19 803,88 771,14 755,30 742,90
Erhöhungsbetrag je Kind 173,77 170,52 163,58 160,22 157,58
(1) Juli, (2) Brutto-Standardrente unter Abzug der Beiträge zur GKV und sPV (Kinderlose)
Rentenversicherung (Ost) - Werte in Euro
AR (O) (1) 29,69 28,66 27,05 26,39 25,74
vorläufiger Umrechnungswert 1,1248 1,1193 1,1479 1,1717 1,1873 1,1767
Umrechnungswert 1,1415 1,1502 1,1665 1,1762
Brutto-Standardrente (1) 1.336,05 1.289,70 1.217,25 1.187,55 1.158,30
Netto-Standardrente (2) 1.186,41 1.147,83 1.085,79 1.062,86 1.036,68
Witwen-, Witwer- und Erziehungsrenten 783,82 756,62 714,12 696,70 679,54
Erhöhungsbetrag je Kind 166,26 160,50 151,48 147,78 144,14
Sozialhilfe - Regelbedarfsstufen in Euro
pro Monat 2018 2017 2016 2015 2014 2013
RS 1 416 409 404 399 391 382
RS 2 374 368 364 360 353 345
RS 3 332 327 324 320 313 306
RS 4 316 311 306 302 296 289
RS 5 296 291 270 267 261 255
RS 6 240 237 237 234 229 224
RS = Regelbedarfsstufe
RS 1 = Für jede erwachsene Person, die in einer Wohnung lebt und für die nicht RS2 gilt.
RS 2 = Für jede erwachsene Person, wenn sie in einer Wohnung mit einem Ehegatten oder Lebenspartner oder in eheähnlicher oder lebenspartnerschaftsähnlicher Gemeinschaft mit einem Partner zusammenlebt.
RS 3 = Für erwachsene Personen, die in stationären Einrichtungen leben. (SGB II: Erwachsene unter 25 Jahre, die im Haushalt ihrer Eltern leben bzw. erwachsene Leistungsberechtige unter 25 Jahren, die ohne Zusicherung des Jobcenters umziehen.
RS 4 = Jugendliche vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.
RS 5 = Kinder vom Beginn des siebten bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres.
RS 6 = Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres.
Beitragsbemessungsgrenzen und Jahresarbeitsentgeltgrenze
Mit der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) wird der Grenzbetrag des Bruttoentgelts festgelegt, bis zu dem Beiträge zu den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung zu entrichten sind. Zu unterscheiden ist zwischen der BBG der allgemeinen Rentenversicherung (aRV) [1], die auch für die Beitragserhebung zur Bundesagentur für Arbeit (BA) maßgebend ist, einerseits sowie der BBG der gesetzlichen Kranken- (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (sPV) anderseits. Oberhalb der jeweiligen BBG liegende Arbeitsentgelte sind beitragsfrei.
Während noch bis einschließlich 2024 bei der BBG zur aRV und zur BA zwischen West und Ost unterschieden wird, gelten für die GKV und die sPV seit 2001 bundeseinheitliche Werte.
Die Beitragsbemessungsgrenzen werden kalenderjährlich und idR durch Rechtsverordnung neu bestimmt. Zuletzt wurden die BBG der Rentenversicherung sowie die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) der Krankenversicherung – auch als Versicherungspflichtgrenze bezeichnet – durch das Beitragssatzsicherungsgesetz (BSSichG) 2003 diskretionär festgelegt; im Ergebnis fiel der Anstieg der Grenzbeträge deutlich höher aus als die regelmäßig maßgebende Lohnentwicklung des jeweils vorvergangenen Jahres.
Renten- und Arbeitslosenversicherung. – Basis für die Neubestimmung der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze [BBG(t)] ist der ungerundete Wert der Beitragsbemessungsgrenze des Vorjahres [BBGAW(t-1)] – der sog. Ausgangswert [AW]. Dieser wird mit dem Faktor der (westdeutschen) Lohnänderungsrate des vorvergangenen Jahres [1+ΔL(t-2)] vervielfältigt [2]. Ergebnis ist der Ausgangswert für die Bestimmung der BBG in (t). Anschließend wird das Produkt durch die Zahl 600 geteilt, auf volle Euro aufgerundet und mit der Zahl 600 vervielfältigt (vor 2002: auf das nächsthöhere Vielfache von 1.200).
BBG = Beitragsbemessungsgrenze, AW = Ausgangswert, ΔL =Lohnänderungsrate
Zur Bestimmung der Beitragsbemessungsgrenze (Ost) [BBG(O)(t)] wird der Ausgangswert für die Bestimmung der BBG(t) [BBGAW(t)] durch den (vorläufigen) Umrechnungswert [UWv(t)] der Anlage 10 zum SGB VI dividiert und auf das nächsthöhere Vielfache von 600 aufgerundet (vor 2002: auf das nächsthöhere Vielfache von 1.200).
BBG (O) = Beitragsbemessungsgrenze (Ost), BBG = Beitragsbemessungsgrenze, AW = Ausgangswert, UWv = vorläufiger Umrechnungswert
In den Jahren 2019 bis 2024 ergibt sich die BBG(O), indem die BBG durch den Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI geteilt und auf das nächsthöhere Vielfache von 600 aufgerundet wird; die Umrechnungswerte für die Jahre 2019 bis 2024 sind durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz vorgegeben – ein vorläufiger Wert ist insofern entbehrlich.
BBG (O) = Beitragsbemessungsgrenze (Ost), BBG = Beitragsbemessungsgrenze, AW = Ausgangswert, UW = Umrechnungswert
Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze beträgt ein Zwölftel des Jahreswertes der BBG(t) bzw. der BBG(O)(t).
Kranken- und Pflegeversicherung. – Bis zum Jahr 2003 (BSSichG) betrug die Beitragsbemessungsgrenze 75 Prozent der BBG der allgemeinen Rentenversicherung – bis einschließlich 2000 getrennt für West und Ost. Die BBG war gleichzeitig Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze – JAEG). Mit dem BSSichG wurde die (allgemeine) JAEG von der BBG abgetrennt und deutlich angehoben; sie ist weiterhin mit der (niedrigeren) BBG identisch für Personen, die Ende 2002 wegen Überschreitens der seinerzeit geltenden JAEG in der Privaten Krankenversicherung vollversichert waren (besondere JAEG für Vertrauensschutz-Fälle). Eine Ausweitung der zur GKV/sPV beitragspflichtigen Entgeltbestandteile hat durch die Neuregelungen des BSSichG nicht stattgefunden – die BBG beläuft sich seither im Ergebnis auf nur noch rd. 68 Prozent der BBG der aRV.
Basis für die Neubestimmung der BBG(t) (§ 6 Abs. 7 SGB V) und der allgemeinen JAEG(t) (§ 6 Abs. 6 SGB V) sind die jeweils ungerundeten Werte des Vorjahres [BBGAW(t-1) bzw. JAEGAW(t-1)] – die sog. Ausgangswerte [AW]. Diese werden mit dem Faktor der (gesamtdeutschen) Lohnänderungsrate des vorvergangenen Jahres [1+ΔL(t-2)] vervielfältigt. Ergebnis sind die Ausgangswerte für die Bestimmung der BBG bzw. der JAEG in (t). Anschließend werden die Werte durch die Zahl 450 geteilt, auf volle Euro aufgerundet und mit der Zahl 450 vervielfältigt.
BBG = Beitragsbemessungsgrenze, AW = Ausgangswert, ΔL = Lohnänderungsrate
JAEG = Jahresarbeitsentgeltgrenze, AW = Ausgangswert, ΔL = Lohnänderungsrate
[1] Für die knappschaftliche Rentenversicherung (KnRV) gilt eine besondere (höhere) BBG.
[2] Für die Jahre ab 2001 wird die Lohnänderungsrate mit zwei Nachkommastellen ausgewiesen – zuvor mit einer Nachkommastelle.
BBG der allgemeinen Rentenversicherung seit 1992
Jahr Lohn-
West in v.H. vorläufiger Um-
wert Jährliche BBG der aRV/BA in DM (1) bzw. Euro
wert West Ost
1991 5,9 77.642,00
1992 5,4 1,4652 81.291,17 81.600 57.600
1993 2,9 1,3739 86.087,35 86.400 63.600
1994 2,0 1,2913 90.736,07 91.200 70.800
1995 3,1 1,2302 93.367,42 93.600 76.800
1996 2,0 1,1760 95.234,77 96.000 81.600
1997 0,9 1,1638 98.187,05 98.400 85.200
1998 1,5 1,2001 100.150,79 100.800 84.000
1999 1,1 1,1857 101.052,15 102.000 86.400
2000 1,4 1,2160 102.567,93 103.200 85.200
2001 1,77 1,1937 103.696,18 104.400 87.600
2002 1,40 1,1983 53.761,28 54.000 45.000
2003 1,09 1,1949 60.792,06 61.200 51.000
2004 0,42 1,1912 61.643,15 61.800 52.200
2005 0,49 1,1885 62.315,06 62.400 52.800
2006 1,00 1,1911 62.576,78 63.000 52.800
2007 1,55 1,1622 62.883,41 63.000 54.600
2008 2,25 1,1827 63.512,24 63.600 54.000
2009 -0,39 1,1868 64.496,68 64.800 54.600
2010 2,09 1,1889 65.947,86 66.000 55.800
2011 3,07 1,1429 65.690,66 66.000 57.600
2012 2,81 1,1754 67.063,59 67.200 57.600
2013 1,99 1,1767 69.122,44 69.600 58.800
2014 2,54 1,1873 71.064,78 71.400 60.000
2015 2,46 1,1717 72.478,97 72.600 62.400
2016 2,33 1,1479 74.319,94 74.400 64.800
2017 1,1193 76.148,21 76.200 68.400
2018 1,1248 77.922,46 78.000 69.600
(1) Faktor zur Umrechnung von DM in Euro: 1,95583
BBG und JAEG gesetzliche Krankenversicherung seit 1992
D in v.H. Jährliche BBG bzw. JAEG der GKV/sPV in DM (1) bzw. Euro
werte für BBG bzw. JAEG BBG bzw. beson-
dere JAEG Allge-
meine JAEG
BBG bzw. besondere JAEG Allgemeine JAEG West Ost
1992 Die BBG bzw BBG(O)= JAEG bzw. JAEG(O) betrug 75% der BBG bzw. BBG(O) der allgemeinen Rentenversicherung 61.200 43.200
1993 64.800 47.700
1994 68.400 53.100
1995 70.200 57.600
1996 72.000 61.200
1997 73.800 63.900
1998 75.600 63.000
1999 76.500 64.800
2000 77.400 63.900
2001 78.300
2002 1,47 40.500
2003 1,14 45.594,05 41.034,64 41.400 45.900
2004 0,45 46.264,28 41.637,85 41.850 46.350
2005 0,66 46.791,69 42.112,52 42.300 46.800
2006 1,01 47.002,25 42.302,03 42.750 47.250
2007 1,54 47.312,46 42.581,22 42.750 47.700
2008 2,25 47.790,32 43.011,29 43.200 48.150
2009 -0,24 48.526,29 43.673,66 44.100 48.600
2010 2,07 49.618,13 44.656,32 45.000 49.950
2011 3,09 49.499,05 44.549,14 44.550 49.500
2012 2,80 50.523,68 45.471,31 45.900 50.850
2013 2,03 52.084,86 46.876,37 47.250 52.200
2014 2,66 53.543,24 48.188,91 48.600 53.550
2015 2,65 54.630,17 49.167,14 49.500 54.900
2016 2,42 56.083,33 50.474,99 50.850 56.250
2017 57.569,54 51.812,58 52.200 57.600
2018 58.962,72 53.066,44 53.100 59.400
Bei gegebenem beitragspflichtigem Arbeitsentgelt entscheidet der Beitragssatz über die Höhe der fälligen Beiträge. Grundsätzlich werden die Beiträge zur Sozialversicherung paritätisch finanziert – also hälftig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bzw. Leistungsträgern und Leistungsempfängern. Ausnahmen von diesem Grundsatz gelten v.a. für den Sonder- bzw. Zusatzbeitrag im Rahmen der Krankenversicherung sowie für den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung. Rentner kommen seit April 2004 für den Beitrag zur Pflegeversicherung alleine auf. Zudem war mit Einführung der Pflegeversicherung von den Ländern ein stets auf einen Werktag fallender Feiertag (Buß- und Bettag) zu streichen – zur Entlastung der Arbeitgeber; Sachsen hat diese Regelung nicht umgesetzt. Dort liegt der Beitragsanteil der Arbeitnehmer deshalb 0,5 Punkte oberhalb der Parität, der der Arbeitgeber 0,5 Punkte unterhalb der Parität.
Allgemeine Rentenversicherung. – Seit dem Rentenreformgesetz 1992 (RRG 92) bilden Beitragssatz (BS), Bundeszuschuss (BuZ) und die Dynamik des aktuellen Rentenwerts (AR) ein selbstregulierendes System, das über die Festsetzung des BS gesteuert wird. Eine Änderung des BS hat Auswirkungen auf den allgemeinen BuZ und auf die Rentenanpassung. Die Festsetzung des BS sollte nicht mehr (wie bis dahin) durch Gesetz, sondern durch Verordnung erfolgen. Vertrauen in Beständigkeit und Verlässlichkeit der Rentenversicherung sollten so gefördert werden. Tatsächlich wurde der BS in den Jahren seit Inkrafttreten des RRG 92 bislang zehnmal durch Verordnung und zehnmal per Gesetz vorgegeben; in den übrigen Jahren stand keine BS-Änderung an.
Mit dem RRG 92 wurde bestimmt, dass der BS für jedes Kalenderjahr so festzusetzen ist, dass die Beitragseinnahmen zusammen mit dem BuZ die Ausgaben decken und am Ende des auf die Festsetzung folgenden Kalenderjahres eine Schwankungsreserve (Rücklage) in Höhe einer Monatsausgabe erreicht wird. Zugleich wurde bestimmt, dass der Ende 1991 geltende BS solange fort gilt, bis – auf Basis der jeweiligen wirtschaftlichen Annahmen der Bundesregierung – erstmals ein höherer BS erforderlich ist, um die Vorgaben einzuhalten. Anschließend und noch vor Inkrafttreten des RRG 92 war der BS ab April 1991 per Gesetz auf 17,7 Prozent festgelegt worden.In den Folgejahren wurden v.a. die gesetzlichen Vorgaben zur Schwankungsreserve (heute: Nachhaltigkeitsrücklage) mehrfach geändert.
Mit dem Rentenreformgesetz 1999 (RRG 99) wurde ein Korridor von zwischen einer (Mindestbetrag) und 1,5 Monatsausgaben (Höchstbetrag) eingeführt; eine Neufestlegung des BS war von da an nur noch für den Fall geboten, dass sich – bei Fortgeltung des bisherigen BS – die Rücklagen nicht mehr innerhalb des Korridors bewegen.
Für die BS-Festsetzung der Jahre 2000 bis 2003 galt eine Sonderregelung: Die Korridorregelung wurde befristet ausgesetzt und der Grenzbetrag mit Artikel 22 des Haushaltssanierungsgesetzes (HSanG) auf eine Monatsausgabe festgelegt. Damit sollte erreicht werden, dass die der Rentenversicherung zukommenden Mittel aus den weiteren Stufen der Ökosteuerreform nicht für den Aufbau einer Schwankungsreserve, sondern in vollem Umfang zur Senkung des BS eingesetzt werden konnten.
Mit Wirkung von 2002 an wurden die Grenzwerte der befristeten Sonderregelung auf 0,8 Monatsausgaben und die (zunächst weiter ausgesetzten) Korridorgrenzen auf zwischen 0,8 und 1,2 Monatsausgaben reduziert.
Ab 2003 wurden die Grenzwerte des Korridors weiter auf zwischen 0,5 und 0,7 Monatsausgaben gesenkt.
Seit Januar 2004 beträgt die erforderliche Mindestschwankungsreserve nur noch 0,2 Monatsausgaben und der Höchstbetrag wurde ab August 2004 auf 1,5 Monatsausgaben angehoben; diese Grenzwerte gelten bis heute.
Im Rahmen des jeweils geltenden Korridors griff der Gesetzgeber bei der Festlegung des BS wie folgt ein:
Zur Kompensation der zeitgleich vorgenommenen BS-Erhöhung in der Arbeitslosenversicherung wurde der BS für 1993 um 0,2 Punkte auf 17,5 Prozent gesenkt (Haushaltsgesetz 1993).
Der durch Beitragssatzverordnung (BSV) 1999 auf 20,3 Prozent festgesetzte BS wurde ab April auf 19,5 Prozent gesenkt (Jahresdurchschnitt 19,7%); ermöglicht wurde dies durch höhere Bundesmittel für die Rentenversicherung (Gesetz zu Korrekturen in der Sozialversicherung und zur Sicherung der Arbeitnehmerrechte).
Jeweils im Zusammenhang mit den gesetzlich geänderten Schwellenwerten der Rücklage wurde in den Jahren 2000 und 2002 bis 2004 auch der BS durch Gesetz bestimmt; der Weg über Verordnungen schied jeweils aus zeitlichen Gründen aus.
Um die BS-Entwicklung zu stabilisieren, bestimmte das Beitragssatzgesetz 2007 eine BS-Anhebung auf 19,9 Prozent – obwohl angesichts der Entwicklung der Beitragseinnahmen in den ersten drei Quartalen 2006 sowie den aktualisierten Wirtschaftsannahmen auf dem Verordnungswege eine Anhebung auf lediglich 19,7 Prozent geboten war. Für diesen Fall aber wäre in den Jahren 2008 bis 2010 ein BS von 20,1 Prozent erforderlich gewesen. Damit hätte die durch das Altersvermögensergänzungsgesetz (AVmEG) vorgegebene Obergrenze für den BS (bis 2020 nicht mehr als 20 Prozent) nicht ohne zusätzlich Finanzmittel des Bundes eingehalten werden können.
Mit der Senkung des BS auf 18,9 Prozent durch das Beitragssatzgesetz 2013 verfolgte die Bundesregierung vor dem Hintergrund der gestiegenen wirtschaftlichen Unsicherheiten, insbesondere aufgrund der Krise in der Eurozone, das Ziel, frühzeitig für Klarheit und Planungssicherheit zu sorgen.
Statt eines BS von 18,3 Prozent, wie er im Verordnungsverfahren festzusetzen gewesen wäre, schrieb das Beitragssatzgesetz 2014 den BS zwecks Gewährleistung von Kontinuität, Stabilität und Planungssicherheit in der Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung auf Vorjahreshöhe fest (18,9 Prozent).
Arbeitslosenversicherung. – Anders als in der Rentenversicherung wird der BS zur BA grundsätzlich durch Gesetz bestimmt – zeitweise mit einer Verordnungsermächtigung. Stärker als die übrigen Zweige der Sozialversicherung hängen die Finanzen der Arbeitslosenversicherung unmittelbar ab von der konjunkturellen Entwicklung – allen voran von der Entwicklung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung. Seit ihrer Etablierung im Jahr 1927 war daher eine Defizithaftung des Reiches, später des Bundes, für den Fall vorgesehen, dass die Beitragseinnahmen nicht zur Deckung der Ausgaben reichten. Mit Wirkung ab 2007 wurde diese Defizithaftung abgeschafft; stattdessen sind seither für den Bedarfsfall Liquiditätshilfen (zinslose Darlehen) des Bundes vorgesehen. – Bislang einmalig wurden die 2010 unterjährig als Liquiditätshilfen geleisteten Darlehen in einen Zuschuss umgewandelt; zwischenzeitlich beteiligte sich der Bund in den Jahren 2007 bis 2012 an den Kosten der Arbeitsförderung in einem Umfang von zwischen 6,5 und acht Milliarden Euro – entzog der BA zwischen 2005 und 2012 allerdings gleichzeitig Mittel in Höhe von zwischen zwei bis fünf Milliarden Euro (Aussteuerungsbetrag, Eingliederungsbeitrag).
Krankenversicherung. – Bis zur Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 galt für die Krankenkassen grundsätzlich das Prinzip der Beitrags- und Finanzautonomie; die Höhe des BS wurde von deren Selbstverwaltungen festgesetzt. Durchbrochen wurde dieser Grundsatz allerdings schon ab Mitte 2005. Durch das Gesetz zur Anpassung der Finanzierung von Zahnersatz wurde der nach dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) für die Zeit ab 2006 zu erhebende Sonderbeitrag der Mitglieder in Höhe von 0,5 Prozent auf den 1. Juli 2005 vorgezogen und auf 0,9 Prozent angehoben. Wegen der Einnahmen durch den Sonderbeitrag sowie Einsparungen aus den weiteren Maßnahmen des GMG und der erstmaligen Leistung eines Bundeszuschusses für versicherungsfremde Leistungen wurden gleichzeitig die übrigen Beitragssätze per Gesetz in der Höhe des Sonderbeitragssatzes abgesenkt.
Mit der Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2009 verloren die Krankenkassen ihre bisherige Beitrags- und Finanzautonomie endgültig. Das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) übertrug die Festlegung des allgemeinen Beitragssatzes dem Verordnungsgeber. Durch die GKV-Beitragssatzverordnung wurde der paritätisch finanzierte BS mit Wirkung ab 2009 auf 14,6 Prozent festgelegt. Der allgemeine BS, der auch den alleine von den Mitgliedern zu zahlenden Sonderbeitrag von 0,9 Prozent umfasste, betrug somit 15,5 Prozent. Im Jahr der Einführung des Gesundheitsfonds sollten die Fondsmittel die Kassenausgaben zu 100 Prozent decken – auf mittlere Frist allerdings nur zu mindestens 95 Prozent. Sofern die Fondszuweisungen den Finanzbedarf einer Krankenkasse unterschritten, konnte diese einen Zusatzbeitrag (»kleine Kopfpauschale«) von maximal bis zu einem Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen (als Pauschale oder als Prozentsatz des Einkommens) des Mitglieds erheben.
Das Gesetz zur Sicherung von Beschäftigung und Stabilität in Deutschland (»Konjunkturpaket II«) nahm eine Änderung der GKV-Beitragssatzverordnung vor und reduzierte den paritätisch finanzierten BS mit Wirkung ab 1. Juli 2009 auf 14,0 Prozent (Jahresdurchschnitt: 14,3%).
Mit dem GKV-Finanzierungsgesetz wurde der allgemeine BS ab 2011 auf 15,5 Prozent festgesetzt; die bisherige Verordnungsermächtigung entfiel. Über die Fondszuweisungen hinausgehende Ausgabensteigerungen sollten von da an alleine über einkommensunabhängige, kassenindividuelle Zusatzbeiträge (feste Euro-Beträge = Kopfpauschale) der Mitglieder gedeckt werden; die Option prozentualer Zusatzbeiträge wurde gestrichen.
Das GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG) schrieb den allgemeinen BS ab 2015 auf 14,6 Prozent (7,3% Arbeitnehmer / 7,3% Arbeitgeber) fest; die bisherigen Vorschriften zum einkommensunabhängigen Zusatzbeitrag wie auch zum Sonderbeitrag der Mitglieder (0,9%) wurden gestrichen. Seither erheben die Krankenkassen allerdings einen Zusatzbeitrag als prozentualen Satz von den beitragspflichtigen Einnahmen. – Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz (ZuBS) ergibt sich aus der Differenz zwischen den (voraussichtlichen) jährlichen Ausgaben aller Kassen und den (voraussichtlichen) jährlichen Einnahmen des Gesundheitsfonds (ohne Zusatzbeiträge), die für die Zuweisungen (ohne Zusatzbeiträge) zur Verfügung stehen, geteilt durch die (voraussichtlichen) jährlichen beitragspflichtigen Einnahmen der Mitglieder aller Kassen, vervielfacht mit der Zahl 100. Wie hoch der kassenindividuelle Zusatzbeitrag ausfällt, legt jede Kasse nach ihrer Finanzlage alleine fest.
Pflegeversicherung. – Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung wird seit seiner Einführung bundeseinheitlich per Gesetz festgelegt. Kinderlose Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung zahlen seit Januar 2005 einen Beitragszuschlag (BSZu) in Höhe von 0,25 Prozent.
Beitragssätze zur Sozialversicherung in Prozent (Jahresdurchschnitt)
Jahr aRV BA GKV sPV Gesamt-
tätisch finan-
ziert Sonder-
bzw. durch-
licher Zusatz-
satz Pari-
ziert Bei-
trags-Zu-
1992 17,7 6,3 12,71 36,71
1993 17,5 6,5 13,22 37,22
1994 19,2 6,5 13,17 38,87
1995 18,6 6,5 13,15 1,0 39,25
1996 19,2 6,5 13,48 1,0 40,18
1997 20,3 6,5 13,58 1,35 (2) 41,73
1998 20,3 6,5 13,62 1,7 42,12
1999 19,7 (3) 6,5 13,60 1,7 41,50
2000 19,3 6,5 13,57 1,7 41,07
2001 19,1 6,5 13,58 1,7 40,88
2002 19,1 6,5 13,98 1,7 41,28
2003 19,5 6,5 14,31 1,7 42,01
2004 19,5 6,5 14,22 1,7 41,92
2005 19,5 6,5 13,28 0,45 (4) 1,7 0,25 41,43
2006 19,5 6,5 13,32 0,9 1,7 0,25 41,92
2007 19,9 4,2 13,90 0,9 1,7 0,25 40,60
2008 19,9 3,3 14,0 0,9 1,825 (5) 0,25 39,925
2009 19,9 2,8 14,3 (6) 0,9 1,95 0,25 39,85
2010 19,9 2,8 14,0 0,9 1,95 0,25 39,55
2011 19,9 3,0 14,6 0,9 1,95 0,25 40,35
2012 19,6 3,0 14,6 0,9 1,95 0,25 40,05
2013 18,9 3,0 14,6 0,9 2,05 0,25 39,45
2014 18,9 3,0 14,6 0,9 2,05 0,25 39,45
2015 18,7 3,0 14,6 0,9 2,35 0,25 39,55
2016 18,7 3,0 14,6 1,1 2,35 0,25 39,75
2017 18,7 3,0 14,6 1,1 2,55 0,25 39,95
2018 18,6 3,0 14,6 1,0 2,55 0,25 39,75
(1) ohne Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung, (2) bis Juni 1,0%, ab Juli 1,7%, (3) bis März 20,3%, ab April 19,5%, (4) ab Juli 0,9%, (5) bis Juni 1,7%, ab Juli 1,95%, (6) bis Juni 14,6%, ab Juli 14,0%
aRV = allgemeine Rentenversicherung, BA = Bundesagentur für Arbeit, GKV = Gesetzliche Krankenversicherung, sPV = soziale Pflegeversicherung
Höchstbeiträge zur Sozialversicherung
Unter Anwendung der Beitragssätze auf ein Arbeitsentgelt in Höhe der maßgeblichen Beitragsbemessungsgrenze ergeben sich die Höchstbeiträge zur Sozialversicherung.
Jährliche Höchstbeiträge zur Sozialversicherung in DM (1) bzw. Euro
ArbGeb ArbN (2) zusammen ArbGeb ArbN (2) zusammen
1992 13.690,44 13.690,44 27.380,88 9.635,76 9.635,76 19.271,52
1993 14.712,84 14.712,84 29.425,68 10.641,87 10.641,87 21.283,74
1994 16.243,86 16.243,86 32.487,72 12.536,03 12.536,03 25.072,05
1995 16.745,04 16.745,04 33.490,08 13.618,56 13.618,56 27.237,12
1996 17.545,20 17.545,20 35.090,40 14.931,78 14.931,78 29.863,56
1997 18.665,25 18.665,25 37.330,50 16.285,98 16.285,98 32.571,96
1998 19.271,70 19.271,70 38.543,40 16.179,45 16.179,45 32.358,90
1999 19.191,30 19.191,30 38.382,60 16.366,32 16.366,32 32.732,64
2000 19.202,94 19.202,94 38.405,88 15.943,05 15.943,05 31.886,10
2001 19.337,49 19.337,49 38.674,98 17.230,16 17.230,16 34.460,31
2002 10.091,25 10.091,25 20.182,50 8.914,95 8.914,95 17.829,90
2003 11.278,35 11.278,35 22.556,70 9.904,74 9.904,74 19.809,48
2004 11.375,72 11.375,72 22.751,45 10.075,41 10.075,41 20.150,82
2005 11.386,02 11.682,12 23.068,14 10.076,69 10.372,79 20.449,47
2006 11.413,35 11.904,98 23.318,33 10.008,26 10.499,89 20.508,15
2007 10.940,96 11.432,59 22.373,55 9.841,13 10.332,75 20.173,88
2008 10.795,80 11.292,60 22.088,40 9.682,20 10.179,00 19.861,20
2009 10.937,93 11.445,08 22.383,00 9.780,23 10.287,38 20.067,60
2010 11.079,75 11.597,25 22.677,00 9.922,05 10.439,55 20.361,60
2011 11.243,51 11.755,84 22.999,35 10.281,71 10.794,04 21.075,75
2012 11.391,83 11.919,68 23.311,50 10.307,03 10.834,88 21.141,90
2013 11.554,76 12.098,14 23.652,90 10.372,16 10.915,54 21.287,70
2014 11.864,25 12.423,15 24.287,40 10.615,95 11.174,85 21.790,80
2015 12.072,23 12.641,48 24.713,70 10.965,53 11.534,78 22.500,30
2016 12.381,94 13.068,41 25.450,35 11.340,34 12.026,81 23.367,15
2017 12.743,85 13.448,55 26.192,40 11.897,55 12.602,25 24.499,80
2018 12.977,33 13.641,08 26.618,40 12.070,13 12.733,88 24.804,00
(1) Faktor zur Umrechnung von DM in Euro: 1,95583, (2) Kinderlose,
Durchschnittsentgelt der Rentenversicherung
Das Durchschnittsentgelt [BE = Bruttoentgelt] der Rentenversicherung dient v.a. der Ermittlung der individuellen Rentenanwartschaften (Entgeltpunkte) und es bildet die Grundlage für die Ermittlung der Bezugsgröße. Seit dem Rentenreformgesetz 1992 (RRG `92) wird zudem für das laufende sowie das vorhergehende Kalenderjahr ein vorläufiges Durchschnittsentgelt [BEv] ausgewiesen. Beim Durchschnittsentgelt nach Anlage 1 zum SGB VI handelt es sich um eine reine »West-Größe«.
Anlässlich der Rentenreform von 1957 wurden rückwirkend ab 1891 und bis 1955 die jeweiligen Durchschnittsverdienste aus den verfügbaren statistischen Quellen ermittelt. Bei den Berechnungen stellte der Gesetzgeber seinerzeit auf die Bruttoentgelte der Arbeiter und Angestellten ohne Lehrlinge und Anlernlinge und auf Basis einer Vollzeittätigkeit ab. Seither werden die Werte jährlich mit der Änderungsrate der (westdeutschen) Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer fortgeschrieben, wie sie sich aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) ergeben. So gehen über den Fortschreibungsmodus Strukturveränderungen (bspw. Teilzeiteffekt) in die Veränderungsrate des Durchschnittsentgelts ein; daher stimmen die Beträge der Anlage 1 mit keinem der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten »Durchschnittsentgelte« überein.
Für das jeweils vorvergangene Jahr (t-2) wird das (endgültige) Durchschnittsentgelt ermittelt indem das endgültige Durchschnittsentgelt des Jahres (t-3) mit dem Faktor der (westdeutschen) Lohnänderungsrate des vorvergangenen Jahres [1+ΔL(t-2)] vervielfältigt wird [3].
BE = Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, ΔL = Lohnänderungsrate
Für das laufende sowie das vorhergehende Kalenderjahr gilt ein vorläufiges Durchschnittsentgelt; das vorläufige Durchschnittsentgelt in (t) wird bestimmt, indem das (endgültige) Durchschnittsentgelt des vorvergangenen Jahres (t-2) mit dem Faktor der doppelten Lohnänderungsrate des vorvergangenen Jahres [1+2*ΔL(t-2)] vervielfältigt wird.
BEv = vorläufiges Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, ΔL = Lohnänderungsrate
Das Durchschnittsentgelt (Ost) bildet keine eigenständige Rechengröße – seine Ermittlung dient bis einschließlich 2018 der Bestimmung der Umrechnungswerte der Anlage 10 zum SGB VI; die Umrechnungswerte für die Jahre 2019 bis 2024 sind durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz vorgegeben. Bis 1997 (vorläufiges BE(O)) bzw. 1995 (endgültiges BE(O)) weisen die Verordnungsentwürfe der Bundesregierung die absoluten Ost-Werte ohne Herleitung aus; für die späteren Jahre werden die Werte auf Basis der ostdeutschen Lohnänderungsraten hergeleitet; in den beiden Formeln sind statt der West- die entsprechenden Ost-Werte einzusetzen.
[3] Für die Jahre ab 2001 wird die Lohnänderungsrate mit zwei Nachkommastellen ausgewiesen – zuvor mit einer Nachkommastelle.
Durchschnittsentgelt der Rentenversicherung in DM (1) bzw. Euro Lohnänderungsrate in v.H.
1990 41.946 4,7
1991 43.917 23.556 44.421 25.774 5,9
1992 45.889 31.320 46.820 32.530 5,4 26,2 (2)
1993 49.663 36.148 48.178 36.506 2,9 12,2 (2)
1994 51.877 40.175 49.142 38.733 2,0 6,1 (2)
1995 50.972 41.434 50.665 41.134 3,1 6,2 (2)
1996 51.108 43.458 51.678 42.327 2,0 2,9
1997 53.806 46.235 52.143 43.131 0,9 1,9
1998 53.745 44.782 52.925 43.692 1,5 1,3
1999 53.082 44.770 53.507 44.391 1,1 1,6
2000 54.513 44.828 54.256 45.101 1,4 1,6
2001 54.684 45.812 55.216 46.003 1,77 2,00
2002 28.518 23.798 28.626 23.911 1,40 1,66
2003 29.230 24.462 28.938 24.231 1,09 1,34
2004 29.428 24.705 29.060 24.355 0,42 0,51
2005 29.569 24.880 29.202 24.691 0,49 1,38
2006 29.304 24.603 29.494 24.938 1,00 1,00
2007 29.488 25.372 29.951 25.295 1,55 1,43
2008 30.084 25.437 30.625 25.829 2,25 2,11
2009 30.879 26.018 30.506 26.046 -0,39 0,84
2010 32.003 26.919 31.144 26.559 2,09 1,97
2011 30.268 26.484 32.100 27.342 3,07 2,95
2012 32.446 27.605 33.002 28.004 2,81 2,42
2013 34.071 28.955 33.659 28.617 1,99 2,19
2014 34.857 29.359 34.514 29.587 2,54 3,39
2015 34.999 29.870 35.363 30.744 2,46 3,91
2016 36.267 31.593 36.187 31.700 2,33 3,11
2017 37.103 33.148
2018 37.873 33.672
(2) Implizite Lohnänderungsrate
Umrechnungswert für Ostentgelte
Zum Zweck einer einheitlichen Rentenberechnung werden die Arbeitsentgelte in den neuen Bundesländern auf das Lohn- und Gehaltsniveau der alten Bundesländer umgerechnet. EP (Ost) werden ermittelt, indem der beitragspflichtige Verdienst (Ost) mit dem für das Kalenderjahr geltenden Umrechnungswert [UW(t)] bzw. vorläufigen Umrechnungswert [UWv(t)] der Anlage 10 zum SGB VI vervielfältigt und durch das Durchschnittsentgelt [BE] bzw. vorläufige Durchschnittsentgelt [BEv] geteilt wird.
Der endgültige Umrechnungswert wird für das jeweils vorvergangene Jahr (t-2) festgelegt. Er ergibt sich aus der Division des Durchschnittsentgelts (BE = Bruttoentgelt) des vorvergangenen Jahres (t-2) durch das Durchschnittsentgelt (Ost) des vorvergangenen Jahres (t-2).
UW = Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI, BE = Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, BE(O) Durchschnittsentgelt (Ost)
Das Durchschnittsentgelt (Ost) des vorvergangenen Jahres (t-2) wird bestimmt, indem das Durchschnittsentgelt (Ost) in (t-3) um den Faktor der ostdeutschen Lohnänderungsrate des vorvergangenen Jahres (t-2) [1+ΔL(t-2)] erhöht wird.
Für das jeweils laufende sowie das vergangene Kalenderjahr gilt ein vorläufiger Umrechnungswert (UWv). Der vorläufige Umrechnungswert ergibt sich aus der Division des vorläufigen Durchschnittsentgelts durch das vorläufige Durchschnittsentgelt (Ost).
UWv = vorläufiger Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI, BEv = vorläufiges Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, BE(O)v = vorläufiges Durchschnittsentgelt (Ost)
Das vorläufige Durchschnittsentgelt (Ost) wird bestimmt, indem das Durchschnittsentgelt (Ost) des vorvergangenen Jahres (t-2) um den Faktor der doppelten Lohnänderungsrate (Ost) des vorvergangenen Jahres (t-2) [1+2*ΔL(t-2)] erhöht wird. [4]
Die Umrechnungswerte für die Jahre 2019 bis 2024 sind durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz vorgegeben; dementsprechend sind vorläufige Werte für die Jahre 2019 bis 2024 entbehrlich. Ab 2025 erzielte Ost-Entgelte werden nicht mehr auf das Lohn- und Gehaltsniveau der alten Bundesländer umgerechnet.
[4] Bis 1997 (vorläufiges BE(O)) bzw. 1995 (endgültiges BE(O)) weisen die Verordnungsentwürfe der Bundesregierung die absoluten Werte ohne Herleitung aus; für die späteren Jahre werden die ostdeutschen Durchschnittsentgelte auf Basis der ostdeutschen Lohnänderungsraten hergeleitet.
Umrechnungswerte für Ostentgelte
Jahr Umrechnungs-
wert Vorläufiges Durchschnitts-
entgelt in DM (1) bzw. Euro pro Jahr Endgültiges Durchschnitts-
entgelt in DM (1) bzw. Euro pro Jahr Lohn-
rate in v.H.
läufig end-
gültig West Ost West Ost West Ost
1992 1,4652 1,4393 45.889 31.320 46.820 32.530 5,4 26,2 (2)
1993 1,3739 1,3197 49.663 36.148 48.178 36.506 2,9 12,2 (2)
1994 1,2913 1,2687 51.877 40.175 49.142 38.733 2,0 6,1 (2)
1995 1,2302 1,2317 50.972 41.434 50.665 41.134 3,1 6,2 (2)
1996 1,1760 1,2209 51.108 43.458 51.678 42.327 2,0 2,9
1997 1,1638 1,2089 53.806 46.235 52.143 43.131 0,9 1,9
1998 1,2001 1,2113 53.745 44.782 52.925 43.692 1,5 1,3
1999 1,1857 1,2054 53.082 44.770 53.507 44.391 1,1 1,6
2000 1,2160 1,2030 54.513 44.828 54.256 45.101 1,4 1,6
2001 1,1937 1,2003 54.684 45.812 55.216 46.003 1,77 2,00
2002 1,1983 1,1972 28.518 23.798 28.626 23.911 1,40 1,66
2003 1,1949 1,1943 29.230 24.462 28.938 24.231 1,09 1,34
2004 1,1912 1,1932 29.428 24.705 29.060 24.355 0,42 0,51
2005 1,1885 1,1827 29.569 24.880 29.202 24.691 0,49 1,38
2006 1,1911 1,1827 29.304 24.603 29.494 24.938 1,00 1,00
2007 1,1622 1,1841 29.488 25.372 29.951 25.295 1,55 1,43
2008 1,1827 1,1857 30.084 25.437 30.625 25.829 2,25 2,11
2009 1,1868 1,1712 30.879 26.018 30.506 26.046 -0,39 0,84
2010 1,1889 1,1726 32.003 26.919 31.144 26.559 2,09 1,97
2011 1,1429 1,1740 30.268 26.484 32.100 27.342 3,07 2,95
2012 1,1754 1,1785 32.446 27.605 33.002 28.004 2,81 2,42
2013 1,1767 1,1762 34.071 28.955 33.659 28.617 1,99 2,19
2014 1,1873 1,1665 34.857 29.359 34.514 29.587 2,54 3,39
2015 1,1717 1,1502 34.999 29.870 35.363 30.744 2,46 3,91
2016 1,1479 1,1415 36.267 31.593 36.187 31.700 2,33 3,11
2017 1,1193 37.103 33.148
2018 1,1248 37.873 33.672
2019 - 1,0840
2020 - 1,0700
2021 - 1,0560
2022 - 1,0420
2023 - 1,0280
2024 - 1,0140
(1) Faktor zur Umrechnung von DM in Euro: 1,95583, (2) Implizite Lohnänderungsrate
Die Bezugsgröße [BezG] ist das Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung (BE = Bruttoentgelt) des vorvergangenen Jahres – aufgerundet auf den nächsthöheren durch 420 (vor 2002: 840) teilbaren Betrag.
BezG = Bezugsgröße, BE = Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI
Im Unterschied bspw. zum Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung kennt die Bezugsgröße keine vorläufigen Werte. Viele Vorschriften des Sozialrechts stellen daher auf die Bezugsgröße als – jeweils auch aktuell – endgültigen Referenzwert für das Durchschnittsentgelt ab. Zur Bestimmung der Bezugsgröße (Ost) [BezG(O)] wird (seit 1993) das Durchschnittsentgelt des vorvergangenen Jahres [BE(t-2)] durch den vorläufigen Umrechnungswert [UWv] der Anlage 10 zum SGB VI dividiert und auf das nächsthöhere Vielfache von 420 aufgerundet.
BezG(O) = Bezugsgröße (Ost), BE = Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, UWv = vorläufiger Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI
Die monatliche Bezugsgröße beträgt ein Zwölftel der jährlichen Bezugsgröße.
In den Jahren 2019 bis 2024 ergibt sich die Bezugsgröße (O), indem die Bezugsgröße durch den Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI geteilt und auf das nächsthöhere Vielfache von 420 aufgerundet wird.
BezG(O) = Bezugsgröße (Ost), BezG = Bezugsgröße, UW = Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI
Die Umrechnungswerte für die Jahre 2019 bis 2024 sind durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz vorgegeben – vorläufige Werte sind daher nicht mehr zu ermitteln.
Jahr Durch-
entgelt in DM (1) bzw. Euro vorläufiger Umrech-
wert jährliche Bezugsgröße in DM (1) bzw. Euro monatliche Bezugsgröße in DM (1) bzw. Euro
West West Ost West Ost
1990 41.946
1991 44.421
1992 46.820 42.000 25.200 3.500 2.100
1993 48.178 1,3739 44.520 32.760 3.710 2.730
1994 49.142 1,2913 47.040 36.960 3.920 3.080
1995 50.665 1,2302 48.720 39.480 4.060 3.290
1996 51.678 1,1760 49.560 42.000 4.130 3.500
1997 52.143 1,1638 51.240 43.680 4.270 3.640
1998 52.925 1,2001 52.080 43.680 4.340 3.640
1999 53.507 1,1857 52.920 44.520 4.410 3.710
2000 54.256 1,2160 53.760 43.680 4.480 3.640
2001 55.216 1,1937 53.760 45.360 4.480 3.780
2002 28.626 1,1983 28.140 23.520 2.345 1.960
2003 28.938 1,1949 28.560 23.940 2.380 1.995
2004 29.060 1,1912 28.980 24.360 2.415 2.030
2005 29.202 1,1885 28.980 24.360 2.415 2.030
2006 29.494 1,1911 29.400 24.780 2.450 2.065
2007 29.951 1,1622 29.400 25.200 2.450 2.100
2008 30.625 1,1827 29.820 25.200 2.485 2.100
2009 30.506 1,1868 30.240 25.620 2.520 2.135
2010 31.144 1,1889 30.660 26.040 2.555 2.170
2011 32.100 1,1429 30.660 26.880 2.555 2.240
2012 33.002 1,1754 31.500 26.880 2.625 2.240
2013 33.659 1,1767 32.340 27.300 2.695 2.275
2014 34.514 1,1873 33.180 28.140 2.765 2.345
2015 35.363 1,1717 34.020 28.980 2.835 2.415
2016 36.187 1,1479 34.860 30.240 2.905 2.520
2017 1,1193 35.700 31.920 2.975 2.660
2018 1,1248 36.540 32.340 3.045 2.695
Mini-Jobs und Gleitzonenbeschäftigung
Mini-Jobs (geringfügig entlohnte Beschäftigungen) waren bis 2012 grundsätzlich versicherungsfrei. Bei den oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze liegenden Midi-Jobs (Gleitzonenbeschäftigung) steigt die Beitragsbelastung der Versicherten über eine Entgeltspanne von 400 Euro linear bis auf den vollen Arbeitnehmer-Anteil.
Geringfügig entlohnte Beschäftigung (Mini-Jobs). – Seit Mitte der 1980er Jahre betrug der Entgelt-Grenzwert für geringfügige Beschäftigungen ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße. Diese Dynamik blieb bis März 1999 in Kraft; ab April 1999 wurde der Grenzbetrag auf 630 Euro festgeschrieben und galt von da an auch in den neuen Ländern. Mit der Euro-Einführung wurde der Wert leicht auf 325 Euro angehoben (630 DM = 322,11 Euro). Im April 2003 stieg der Grenzbetrag auf 400 Euro und die vormalige Arbeitszeitgrenze von unter 15 Wochenstunden wurde gestrichen; zudem wird seither zwischen geringfügigen Beschäftigungen (§ 8 SGB IV) und geringfügigen Beschäftigungen in Privathaushalten (§ 8a SGB IV) unterschieden. Maßgeblich ist diese Unterscheidung für die von da an fälligen Pauschalbeiträge des Arbeitgebers; für Arbeitnehmer ist die Differenzierung bei der Rente erheblich. 2013 erfolgte eine Anhebung des Schwellenwertes auf 450 Euro.
Mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse sind seit jeher zusammenzurechnen. Überschreitet die Entgelt-Summe den Grenzwert, so besteht Versicherungspflicht. Von April 1999 bis März 2003 waren auch geringfügige Beschäftigungen und versicherungspflichtige Hauptbeschäftigungen zusammenzurechnen, so dass regelmäßig Versicherungspflicht – außer in der Arbeitslosenversicherung – für die Nebenbeschäftigung eintrat und Mini-Jobs dadurch deutlich an Attraktivität verloren. Seit April 2003 kann ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis wieder »schadlos« neben einer Hauptbeschäftigung ausgeübt werden.
Seit der Neuregelung 1999 hat der Arbeitgeber Pauschalbeiträge an die Renten- (12%) und Krankenversicherung (10%) zu entrichten. Dennoch blieben die Beschäftigungen zunächst versicherungsfrei – den Beschäftigten wurde aber die Möglichkeit eröffnet, auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten (»opting-in«); in diesem Fall tragen sie die Differenz zwischen Pauschalbeitrag und »vollem« Beitrag. Mindestbemessungsgrundlage für ausschließlich geringfügig Beschäftigte waren seither: 300 DM (1.4.1999 – 31.12.2001), 155 Euro (1.1.2002 – 31.12.2012) und 175 Euro (seit 1.1.2013). – 2003 wurde der Pauschalbeitragssatz für die Krankenversicherung auf 11 Prozent erhöht; zusätzlich hat der Arbeitgeber seither zwei Prozent Pauschalsteuer zu entrichten. Bei geringfügigen Beschäftigungen in Privathaushalten belaufen sich die Pauschalbeiträge auf jeweils fünf Prozent (Renten- und Krankenversicherung) sowie zwei Prozent (Pauschalsteuer). Ab 2006 stiegen die Sätze bei geringfügiger Beschäftigung nach § 8 SGB IV auf 15 Prozent (Rentenversicherung) bzw. 13 Prozent (Krankenversicherung). – Mit der Neuregelung 2013 wurden geringfügig Beschäftigte in die Versicherungspflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung einbezogen – sie haben allerdings die Möglichkeit, sich auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien zu lassen (»opting-out«).
Gleitzonenbeschäftigung (Midi-Jobs). – Seit April 2003 liegt bei Entgelten innerhalb eines Korridors von 400 Euro oberhalb der Geringfügigkeitsgrenze eine sog. Gleitzonenbeschäftigung vor (bis 2012: Entgelte von 400,01 Euro bis 800 Euro, ab 2013: Entgelte von 450,01 Euro bis 850 Euro). Um bei geringem Verdienst den Anstieg der Abgabenbelastung wegen Eintritts der Sozialversicherungspflicht bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze abzufedern, steigt der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung – in Abhängigkeit von der Entgelthöhe – linear auf den vollen Satz an.
Bis 2012 lautete die Formel zur Bestimmung der Bemessungsgrundlage (BGr) für den Beitragssatz in der Gleitzone:
BGr = Bemessungsgrundlage, F = Gleitzonen-Faktor, AE = Arbeitsentgelt
Seit 2013 wird die BGr nach folgender Formel ermittelt:
Der Gleitzonen-Faktor (F) ergibt sich, wenn der Wert 30 vom Hundert durch den durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz (gem. § 163 Abs. 10 SGB VI) des Kalenderjahres, in dem der Anspruch auf Arbeitsentgelt entstanden ist, geteilt wird. Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz ist die Summe der jeweils zum 1. Januar geltenden Beitragssätze zur Sozialversicherung – ohne den Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung.
Beispiel (2018): Aus einem Arbeitsentgelt von monatlich 600 € errechnet sich (bei F = 0,3/0,3975 = 0,7547) eine BGr in Höhe von
0,7547 x 450 + (2,125 – 1,125 x 0,7547) x (600 – 450)
= 339,62 € + 1,276 x 150 €
= 531,02 €.
Dieser Betrag wird der Berechnung der Entgeltpunkte in der Rentenversicherung zu Grunde gelegt. Deshalb können Arbeitnehmer auf die Begünstigung verzichten und den hälftigen Rentenbeitrag auf 600 € tragen. Demgegenüber sind die Besonderheiten der Gleitzone bei der Bestimmung des Leistungsentgelts (SGB III) sowie bei der Berechnung des Regelentgelts und des Nettoarbeitsentgelts (SGB V) nicht zu berücksichtigen; eine Beschäftigung in der Gleitzone hat hier keine negativen Auswirkungen auf die Höhe der Entgeltersatzleistungen. – Im Beispiel ergibt sich ein Gesamtsozialversicherungsbeitrag in Höhe von
531,02 € x 0,3975 = 211,08 €.
Hiervon trägt der Arbeitgeber
600 € x 0,5 x (0,3975 – 0,010) = 116,25 €.
Auf den Arbeitnehmer entfallen
211,08 € – 116,25 € = 94,83 €.
Damit beläuft sich die Summe der Arbeitnehmerbeiträge nur auf gut drei Viertel des Betrages, der ohne die Gleitzonenregelung fällig wäre (122,25 Euro).
Grenzbeträge bei geringfügiger Beschäftigung sowie bei Gleitzonen-Beschäftigung
Jahr Grenzbetrag bei geringfügiger Beschäftigung in DM (1) bzw. Euro pro Monat im Jahresdurchschnitt Grenzbeträge der Gleitzone in Euro pro Monat
West Ost Minimum Maximum
1992 500 300
1993 530 390
1994 560 440
1995 580 470
1996 590 500
1997 610 520
1998 620 520
1999 630 605 (2)
2000 630 630
2001 630 630
2002 325 325
2003 381,25 (3) 400,01 (4) 800 (4)
2004 400 400,01 800
2005 400 400,01 800
2006 400 400,01 800
2007 400 400,01 800
2008 400 400,01 800
2009 400 400,01 800
2010 400 400,01 800
2011 400 400,01 800
2012 400 400,01 800
2013 450 450,01 850
2014 450 450,01 850
2015 450 450,01 850
2016 450 450,01 850
2017 450 450,01 850
2018 450 450,01 850
(1) Faktor zur Umrechnung von DM in Euro: 1,95583, (2) bis März 530 DM, ab April 630 DM, (3) bis März 325 Euro, ab April 400 Euro, (4) ab April
Die Bewertung von Rentenanwartschaften (Entgeltpunkten – EP) erfolgt über den aktuellen Rentenwert (AR), die von Entgeltpunkten (Ost) (EP(O)) über den aktuellen Rentenwert (Ost) (AR(O)). Die Anpassung des aktuellen Rentenwerts entscheidet über die Entwicklung der Renten im Verhältnis zu den Löhnen und damit über das Rentenniveau. Die Dynamisierung der Renten erfolgt – sofern der Gesetzgeber nicht ad hoc eingreift – regelgebunden auf Basis der jeweils geltenden Rentenanpassungsformel.
1992 – 1999. – Mit dem Rentenreformgesetz 1992 (RRG 92) wurde die Nettolohnorientierung der Rentenanpassung festgeschrieben; verfügbare Renten und verfügbare Entgelte sollten sich von da an grundsätzlich im Gleichschritt entwickeln. Der neue AR wurde in den Jahren 1992 bis 1999 jeweils zum 1. Juli nach folgender Formel ermittelt:
AR = aktueller Rentenwert, BE = durchschnittliches Bruttoentgelt je Arbeitnehmer, NQA = Nettoquote des Arbeitsentgelts, RNQ = Rentennettoquote
Hiernach wurde der bisherige AR(t) mit drei Faktoren vervielfältigt:
Der Lohnfaktor stand für die Veränderung der durchschnittlichen Bruttoarbeitsentgelte (BE) im Vorjahr (t-1) gegenüber dem vorvergangenen Jahr (t-2).
Die Entwicklung der verfügbaren Entgelte wurde über die Veränderung der Nettoquote für Arbeitsentgelt (NQA) im Vorjahr (t-1) gegenüber dem vorvergangenen Jahr (t-2) abgebildet. Die NQA gibt Auskunft über das Verhältnis der Nettolohn- und -gehaltssumme (NLG) je durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer zur Bruttolohn- und -gehaltssumme (BLG) je durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer. Wie die BLG-Summe so entstammte auch die NLG-Summe den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) – jeweils mit Stand März des Anpassungsjahres.
Der dritte Faktor bildet die Entwicklung der verfügbaren Renten ab. Die Rentennettoquote (RNQ) gibt das Verhältnis an, in dem die verfügbare Standardrente zu der ihr zugrunde liegenden Bruttostandardrente (Regelaltersrente mit 45 Entgeltpunkten) steht. Die verfügbare Standardrente ergibt sich, indem die Bruttostandardrente um den Beitragsanteil zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und zur Pflegeversicherung der Rentner (PVdR) sowie um die ohne Berücksichtigung weiterer Einkünfte durchschnittlich auf sie entfallenden Steuern gemindert wird (aufgrund der Besteuerung nach dem Ertragsanteil entfielen auf die Standardrenten ohne weitere Einkünfte allerdings keine Steuern). Steigende Krankenversicherungsbeiträge, die ja schon in die Abgabenbelastung der Arbeitnehmer eingehen, wurden über den dritten Faktor der Anpassungsformel gegengerechnet um die Renten nicht doppelt zu belasten; gleiches galt seit 1995 für den Beitrag zur Pflegeversicherung. Als korrigierender Faktor war daher die Veränderung der Rentennettoquote – genauer: der Kehrwert der Veränderung – bei der Anpassung des AR zu berücksichtigen.
2000. – Auf der Grundlage des Haushaltssanierungsgesetzes (HSanG) richtete sich die Rentenanpassung des Jahres 2000 nach der Veränderung des Preisindexes für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte im Bundesgebiet im Jahre 1999 gegenüber dem Jahre 1998 (Inflationsanpassung). Die Veränderungsrate betrug nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 0,6 Prozent (Stand: März 2000).
2001 - 2003. – Das Altersvermögensergänzungsgesetz (AVmEG) brachte eine Neufassung der Anpassungsformel. Ziel war die Entkoppelung der Renten von der Lohnentwicklung.
AR = aktueller Rentenwert, BE = durchschnittliches Bruttoentgelt je Arbeitnehmer, AVA = Altersvorsorgeanteil, BS = jahresdurchschnittlicher Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung
Hiernach war der bisherige AR(t) mit zwei Faktoren zu vervielfältigen:
Der Entgeltfaktor stand für die Veränderung der durchschnittlichen Bruttoarbeitsentgelte (BE) im Vorjahr (t-1) gegenüber dem vorvergangenen Jahr (t-2).
Der sog. Riester-Faktor (benannt nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester) erfasst die Belastungsveränderung durch Prämien zur staatlich geförderten Altersvorsorge (Altersvorsorgeanteil – AVA) und Beiträge zur Rentenversicherung (BS) im Vorjahr (t-1) gegenüber dem vorvergangenen Jahr (t-2). Die Veränderung des AVA (»Riester-Treppe«) war durch Gesetz für die einzelnen Kalenderjahre vorgegeben und wurde im weiteren Verlauf mehrfach »gestreckt«.
Der AVA betrug für die Jahre
vor 2002: 0,0 | 2002 und 2003: 0,5 | 2004: 1,0 | 2005 1,5 | 2006 bis 2008: 2,0 | 2009: 2,5 | 2010: 3,0 | 2011: 3,5 | 2012: 4,0.
Die anpassungsmindernde Berücksichtigung des AVA wurde damit begründet, dass seit 2002 allen Arbeitnehmern die staatlich geförderte private Altersvorsorge offensteht; die hierfür erforderlichen Prämien reduzieren – vergleichbar einem steigenden Beitragssatz zur Rentenversicherung – deren verfügbare Einkommen. Diese steigende Belastung der Aktiven müsse, so die Begründung des Gesetzgebers, an die Rentner in Form geringerer Rentensteigerungen weiter gegeben werden. Dabei spielt es für die Berücksichtigung des AVA keine Rolle, ob tatsächlich alle Berechtigten private Vorsorge im unterstellten Umfang betreiben.
2004. – Mit dem Gesetz über die Aussetzung der Anpassung der Renten zum 1. Juli 2004 gab es 2004 für die Renten eine gesetzlich veranlasste Nullrunde.
2005. – Durch das RV-Nachhaltigkeitsgesetz wurde mit Wirkung ab 2005 ein dritter Faktor – der sog. Nachhaltigkeitsfaktor – in die Anpassungsformel eingefügt.
AR = aktueller Rentenwert, BE = durchschnittliches Bruttoentgelt je Arbeitnehmer, AVA = Altersvorsorgeanteil, BS = jahresdurchschnittlicher Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung, RQ = Rentnerquotient, α = 0,25
Kern des Nachhaltigkeitsfaktors ist die Veränderung des Rentnerquotienten (RQ) im Vorjahr (t-1) gegenüber dem vorvergangenen Jahr (t-2). Der Rentnerquotient drückt das rechnerische Verhältnis zwischen der Zahl der Äquivalenzrentner (Rentenvolumen geteilt durch die Jahres-Standardrente) und der Zahl der Äquivalenzbeitragszahler (Beitragsvolumen geteilt durch den Jahresbeitrag aus Durchschnittsentgelt) aus. Beide Größen werden zunächst getrennt für die alten und für die neuen Länder ermittelt und anschließend addiert. Über den Parameter Alpha (= 0,25) ist seither ein Viertel der Veränderungsrate des Rentnerquotienten bei der Rentenanpassung zu berücksichtigen. Der Parameter Alpha ist die politische Stellschraube für die Höhe des Nachhaltigkeitsfaktors. Seine Festlegung auf den Wert 0,25 war schon bei seiner Einführung willkürlich und alleine dem politisch vorgegebenen Ziel geschuldet, den Beitragssatzanstieg zur allgemeinen Rentenversicherung bis 2020 auf 20 Prozent und bis 2030 auf 22 Prozent zu begrenzen.
2006. – Mit dem Gesetz über die Weitergeltung der aktuellen Rentenwerte ab 1. Juli 2006 gab es 2006 für die Renten eine gesetzlich veranlasste Nullrunde.
2007-2013. – Die Anpassungen der Jahre 2007 bis 2013 richteten sich nach einer leicht veränderten Formel:
AR = aktueller Rentenwert, BE = durchschnittliches Bruttoentgelt je Arbeitnehmer, bBE = beitragspflichtiges Bruttoentgelt je Arbeitnehmer, AVA = Altersvorsorgeanteil, BS = jahresdurchschnittlicher Beitragssatz zur allgemeinen Rentenversicherung, RQ = Rentnerquotient, α = 0,25
Bereits seit 2006 – wegen der gesetzlich veranlassten Nullrunde aber zunächst nicht wirksam – repräsentiert der Entgeltfaktor die Entwicklung der beitragspflichtigen Bruttoentgelte. Wegen der stark zeitverzögerten Verfügbarkeit der entsprechenden Daten wird dies technisch realisiert über eine Gewichtung des durchschnittlichen Bruttoentgelts des vorvergangenen Jahres (BE(t-2)) mit dem Faktor, um den die Veränderung der Bruttoentgelte des vorvergangenen Jahres (BE(t-2)/ BE(t-3)) von der der beitragspflichtigen Bruttoentgelte (bBE(t-2) / bBE(t-3)) abweicht.
Im Übrigen werden aufgrund der (2005 eingeführten und in den Folgejahren präzisierten) allgemeinen Schutzklausel (d.h. der AR(t) darf nicht niedriger ausfallen als der AR(t-1)) unterbliebene Minderungen des AR (bei einem formelmäßigen Anpassungssatz von kleiner als Null) seit 2011 nachgeholt («Ausgleichsbedarf»), indem die positiven Anpassungssätze in den Folgejahren solange halbiert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist.
Seit 2014. – Nachdem die »Riester-Treppe« mit 4,0 Prozent für das Jahr 2012 ihren gesetzlich vorgegebenen Höchstwert erreicht hatte, lautet die Formel zur Ermittlung des neuen AR seit 2014:
Die redaktionelle Anpassung hat keine inhaltlich-materiellen Änderungen zur Folge.
Besonderheiten der Rentenanpassung Ost. – Bis zum Jahr 1996 wurden die Renten in den neuen Ländern (einschließlich Berlin-Ost) halbjährlich angepasst. Als Sicherungsziel war ein gleich hohes Nettorentenniveau wie in den alten Ländern vorgegeben; beim dafür anzusetzenden durchschnittlichen Nettoarbeitsentgelt in den neuen Ländern sowie beim Nettorentenniveau für die alten Länder handelte es sich um prognostische Werte.
Ab Juli 1996 wurde die Rentenanpassung vom bis dahin geltenden ex-ante-Verfahren, das auf die voraussichtliche Entwicklung abstellte, auf das ex-post-Verfahren umgestellt. Ziel war also nicht mehr die Gewährleistung eines Nettorentenniveaus in Höhe des jeweiligen Westwertes, sondern – wie in den alten Ländern – die Nettoanpassung der Renten entsprechend der Entwicklung der regionalen Entgeltgrößen nach der eingangs dargestellten Anpassungsformel. Zudem werden die Renten seither auch in den neuen Ländern nur noch einmal pro Jahr zum 1. Juli angepasst. Im Übrigen waren die jeweiligen Anpassungsformeln bzw. -vorschriften unter Rückgriff auf die entsprechenden Ost-Werte auch in den neuen Ländern maßgeblich. Eine durch das RV-Nachhaltigkeitsgesetz eingefügte besondere Schutzklausel (Ost) stellt seit 2005 sicher, dass der AR(O) mindestens in Höhe des Satzes angepasst wird wie der AR.
Durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz ist die Anpassung des AR(O) in den Jahren 2018 bis 2023 als Anteilswert des AR vorgegeben (2018: 95,8%, 2019: 96,5%, 2020: 97,2%, 2021: 97,9%, 2022: 98,6%, 2023: 99,3%); sollte eine vorzunehmende Vergleichsberechnung auf Basis der Lohnentwicklung in den neuen Länder zu einem höheren AR(O) führen, so ist dieser maßgebend. Ab Juli 2024 tritt der AR an die Stelle des AR(O).
Aktueller Rentenwert und aktueller Rentenwert (Ost)
AR AR(O) AR AR(O) AR(O) in v.H. des
AR zum 1. Juli
in DM (1) bzw. Euro Veränderung in v.H.
01.01.1992 41,44 23,57
01.07.1992 42,63 26,57 2,87 12,73 62,33
01.01.1993 28,19 6,10
01.07.1993 44,49 32,17 4,36 14,12 72,31
01.01.1994 33,34 3,64
01.07.1994 46,00 34,49 3,39 3,45 74,98
01.01.1995 35,45 2,78
01.07.1995 46,23 36,33 0,50 2,48 78,59
01.01.1996 37,92 4,38
01.07.1996 46,67 38,38 0,95 1,21 82,24
01.07.1997 47,44 40,51 1,65 5,55 85,39
01.07.1998 47,65 40,87 0,44 0,89 85,77
01.07.1999 48,29 42,01 1,34 2,79 87,00
01.07.2000 48,58 42,26 0,60 0,60 86,99
01.07.2001 49,51 43,15 1,91 2,11 87,15
01.01.2002 25,31406 22,06224
01.07.2002 25,86 22,70 2,16 2,89 87,78
01.07.2003 26,13 22,97 1,04 1,19 87,91
01.07.2007 26,27 23,09 0,54 0,52 87,89
01.07.2008 26,56 23,34 1,10 1,08 87,88
01.07.2009 27,20 24,13 2,41 3,38 88,71
01.07.2011 27,47 24,37 0,99 0,99 88,71
01.07.2012 28,07 24,92 2,18 2,26 88,78
01.07.2013 28,14 25,74 0,25 3,29 91,47
01.07.2014 28,61 26,39 1,67 2,53 92,24
01.07.2015 29,21 27,05 2,10 2,50 92,61
01.07.2016 30,45 28,66 4,25 5,95 94,12
01.07.2017 31,03 29,69 1,90 3,59 95,68
An der Standardrente wird gemeinhin die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung festgemacht. Bei der Standard- oder auch Eckrente handelt es sich um eine Altersrente, die auf Basis von 45 Entgeltpunkten und ohne Abschlag (= 45 persönliche Entgeltpunkte) berechnet wird. Vereinfachend liegt der Standardrente die Annahme einer 45-jährigen Beitragszahlung zu Durchschnittsentgelt zugrunde. Die Standardrente (Ost) basiert auf den entsprechenden ostspezifischen Werten.
Bruttostandardrente. – Die Bruttostandardrente (BStR) ergibt sich aus der Vervielfältigung des aktuellen Rentenwerts (AR) mit 45 Entgeltpunkten (EP).
BStR = Bruttostandardrente, AR = aktueller Rentenwert, EP = Entgeltpunkte
Nettostandardrente. – Pflichtversicherte Rentner zahlen von ihrer Bruttorente Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und zur sozialen Pflegeversicherung (sPV); die Hälfte des auf die Rente entfallenden allgemeinen Beitragssatzes zur GKV trägt die Rentenversicherung. Den Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung tragen die Rentner seit April 2004 alleine.
NStR = Nettostandardrente, BStR = Bruttostandardrente, BSGKV = allgemeiner Beitragssatz zur GKV, ZuBSGKV = Zusatzbeitragssatz zur GKV, BSsPV = Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung, BSZusPV = Beitragszuschlag für Kinderlose zur sozialen Pflegeversicherung, AQRSVB = Abgabenquoten der Rentner (Sozialversicherungsbeiträge)
Hierbei sind evtl. auf die Rente entfallende Steuern nicht berücksichtigt; es handelt sich demnach um die Nettostandardrente nach Sozialversicherungsbeiträgen.
Rentenniveau. – Das Verhältnis von jährlicher Standardrente zum Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI ergibt das Rentenniveau.
BRN = Bruttorentenniveau, BStR = Bruttostandardrente, BE = Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, SnSV = Sicherungsniveau nach Sozialversicherungsbeiträgen, AQRSVB = Abgabenquote der Rentner (Sozialversicherungsbeiträge). AQASVB = Abgabenquote der Arbeitnehmer (Sozialversicherungsbeiträge)
Das Rentenniveau ist ein Indikator für die Entwicklung des Sicherungsniveaus der allgemeinen Rentenversicherung; beim Rentenniveau handelt es sich um eine reine Westgröße – ein Rentenniveau (Ost) wird gemeinhin nicht ausgewiesen.
Standardrente in DM (1) bzw. Euro Rentenniveau in v.H.
zum 1. Juli im Kalenderjahr
BStR NStR (2) BStR NStR (2) BRN SnSV
1992 1.918,35 1.796,15 22.698,90 21.252,98 48,5 55,6
1993 2.002,05 1.867,81 23.522,40 21.945,22 48,8 56,0
1994 2.070,00 1.933,07 24.432,30 22.816,10 49,7 57,7
1995 2.080,35 1.932,23 24.902,10 23.129,07 49,2 56,8
1996 2.100,15 1.948,20 25.083,00 23.268,24 48,5 56,3
1997 2.134,80 1.972,56 25.409,70 23.523,03 48,7 57,0
1998 2.144,25 1.980,75 25.674,30 23.716,63 48,5 56,7
1999 2.173,05 2.007,46 25.903,80 23.929,93 48,4 56,4
2000 2.186,10 2.019,74 26.154,90 24.164,51 48,2 56,0
2001 2.227,95 2.057,96 26.484,30 24.463,55 48,0 55,7
2002 1.163,70 1.072,35 13.817,00 12.732,36 48,3 56,1
2003 1.175,85 1.081,49 14.037,30 12.910,81 48,5 56,5
2004 1.175,85 1.071,96 14.110,20 12.893,55 48,6 56,2
2005 1.175,85 1.061,32 14.110,20 12.799,36 48,3 55,8
2006 1.175,85 1.063,67 14.110,20 12.764,09 47,8 55,3
2007 1.182,15 1.065,89 14.148,00 12.756,54 47,2 53,9
2008 1.195,20 1.074,48 14.264,10 12.841,26 46,6 52,9
2009 1.224,00 1.100,38 14.515,20 13.027,39 47,6 53,8
2010 1.224,00 1.100,38 14.688,00 13.204,51 47,2 53,3
2011 1.236,15 1.107,59 14.760,90 13.225,77 46,0 52,1
2012 1.263,15 1.131,78 14.995,80 13.436,24 45,4 51,4
2013 1.266,30 1.133,34 15.176,70 13.583,15 45,1 50,7
2014 1.287,45 1.152,27 15.322,50 13.713,64 44,4 49,9
2015 1.314,45 1.172,49 15.611,40 13.925,37 44,1 49,5
2016 1.370,25 1.219,52 16.108,20 14.336,30 44,5 49,9
2017 1.396,35 1.239,96 16.599,60 14.740,44 44,7 50,1
(1) Faktor zur Umrechnung von DM in Euro: 1,95583 , (2) Kinderlose. – Die kalenderjährliche NStR ergibt sich durch Anwendung der jahresdurchschnittlichen Beitragssätze auf die kalenderjährliche BStR.
Standardrente (Ost) und Rentenniveau (Ost)
Standardrente (Ost) in DM (1) bzw. Euro Rentenniveau (Ost) in v.H.
1992 1.195,65 1.120,26 13.537,80 12.684,24 41,6 47,7
1993 1.447,65 1.356,30 15.859,80 14.859,05 43,4 49,8
1994 1.552,05 1.451,55 17.998,20 16.832,82 46,5 53,9
1995 1.634,85 1.521,88 19.121,40 17.800,11 46,5 53,7
1996 1.727,10 1.601,63 20.171,70 18.706,23 47,7 55,3
1997 1.822,95 1.680,85 21.300,30 19.677,22 49,4 57,8
1998 1.839,15 1.695,42 21.972,60 20.255,44 50,3 58,8
1999 1.890,45 1.743,18 22.377,60 20.634,38 50,4 58,8
2000 1.901,70 1.754,32 22.752,90 20.989,55 50,4 58,7
2001 1.941,75 1.792,53 23.060,70 21.288,49 50,1 58,2
2002 1.021,50 941,93 12.085,81 11.144,32 50,5 58,7
2003 1.033,65 951,89 12.330,90 11.355,53 50,9 59,3
2004 1.033,65 943,62 12.403,80 11.442,04 50,9 59,4
2005 1.033,65 934,47 12.403,80 11.269,47 50,2 58,0
2006 1.033,65 936,95 12.403,80 11.243,42 49,7 57,4
2007 1.039,05 938,99 12.436,20 11.238,59 49,2 56,1
2008 1.050,30 944,22 12.536,10 11.285,62 48,5 55,1
2009 1.085,85 976,18 12.816,90 11.503,17 49,2 55,6
2010 1.085,85 976,18 13.030,20 11.714,15 49,1 55,5
2011 1.096,65 982,60 13.095,00 11.733,12 47,9 54,2
2012 1.121,40 1.004,77 13.308,30 11.924,24 47,5 53,7
2013 1.158,30 1.036,68 13.678,20 12.241,99 47,8 53,8
2014 1.187,55 1.062,86 14.075,10 12.597,21 47,6 53,5
2015 1.217,25 1.085,79 14.428,80 12.870,49 46,9 52,6
2016 1.289,70 1.147,83 15.041,70 13.387,11 47,5 53,2
2017 1.336,05 1.186,41 15.754,50 13.990,00 47,5 53,3
Rückkauf von Rentenabschlägen nach § 187a SGB VI
Die Altersgrenze für einen abschlagsfreien Rentenbezug lag bis 2011 bei 65 Jahren (Schwerbehinderte: 63 Jahre). Beginnend ab 2012 steigt dieses sog. Referenzalter in Stufen auf 67 Jahre (65 Jahre). Der vorzeitige Bezug einer Altersrente bleibt weiterhin möglich. Pro Monat des vorgezogenen Rentenbezugs fallen allerdings dauerhaft versicherungstechnische Rentenabschläge in Höhe von 0,3 Prozent der Bruttorente an – der Zugangsfaktor (ZF) mindert sich pro Monat um 0,003 Punkte.
Die monatliche Altersrente berechnet sich nach folgender Formel:
BR = Bruttorente, AR = aktueller Rentenwert, EP = Entgeltpunkte, ZF = Zugangsfaktor, RF = Rentenartfaktor (bei Altersrenten = 1,0)
Wird eine Altersrente auf Basis einer Anwartschaft von 45 EP um 12 Monate (36 Monate) vor Erreichen der maßgebenden Altersgrenze bezogen, so fällt sie aufgrund des geminderten ZF um insgesamt 3,6 Prozent oder 1,62 EP (10,8 Prozent oder 4,86 EP) geringer aus – statt 45 EP liegen der Rentenberechnung dann nur 43,38 (40,14) persönliche Entgeltpunkte (pEP) zugrunde.
pEP = persönliche Entgeltpunkte, EP = Entgeltpunkte, ZF = Zugangsfaktor
Seit 1996 ermöglicht § 187a SGB VI im Wege der Entrichtung von (zusätzlichen) Beiträgen die teilweise oder vollständige Kompensation der Rentenabschläge. Beitragszahlungen nach § 187a SGB VI können Versicherte seit Juli 2017 bereits ab vollendetem 50. (zuvor: 55.) Lebensjahr leisten – bei Vorliegen eines berechtigten Interesses aber auch schon (weit) früher. Beiträge können bis zu der Höhe geleistet werden, die sich ergibt, wenn der abschlagsbedingte Verlust an Entgeltpunkten mit dem Umrechnungsfaktor (UF) vervielfältigt und durch den Zugangsfaktor geteilt wird:
Beitr[187a]max = maximaler Beitrag nach § 187a SGB VI, EPAbschlag = abschlagsbedingter Verlust an EP, UF = Umrechnungsfaktor, ZF = Zugangsfaktor
Beim amtlichen Umrechnungsfaktor handelt es sich um den Jahresbeitrag zur Rentenversicherung auf das vorläufige Durchschnittsentgelt (BEv) der Anlage 1 zum SGB VI. Sollen Entgeltpunkte (Ost) ausgeglichen werden, so wird der Umrechnungsfaktor (Ost) aus dem Jahresbeitrag auf das niedrigere ostdeutsche Durchschnittsentgelt ermittelt; dieses wiederum ergibt sich, indem das vorläufige Durchschnittsentgelt durch den vorläufigen Umrechnungswert (UWv) der Anlage 10 zum SGB VI geteilt wird.
UF = Umrechnungsfaktor, UF(O) = Umrechnungsfaktor (Ost), BEv = vorläufiges Durchschnittsentgelt der Anlage 1 zum SGB VI, UWv = vorläufiger Umrechnungswert der Anlage 10 zum SGB VI
In den Jahren 2019 bis 2024 treten an die Stelle des vorläufigen Umrechnungswerts (UWv) die durch das Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz vorgegebenen Umrechnungswerte (UW).
Der Umrechnungsfaktor repräsentiert den Preis für einen EP bzw. einen EP(O) zum Zeitpunkt der Beitragszahlung – ausgewiesen mit vier Nachkommastellen (spiegelbildlich zum Ausweis von Entgeltpunkten). Dieser Preis steigt mit jedem vorgezogenen Monat des Rentenbeginns, weil der ZF, der die Abschlagshöhe bestimmt, pro Monat um 0,003 Punkte sinkt. Auf diese Weise werden auch jene Abschläge zurückgekauft, die später auf die zusätzlich erworbenen Punkte entfallen.
Faktor für die Umrechnung von EP bzw. EP(O) in Beiträge
Jahr West Ost Ost-Wert in v.H. des West-Wertes
1992 8122,3530 5543,5115 68,25
1993 8691,0250 6325,8061 72,79
1994 9960,3840 7713,4547 77,44
1995 9480,7920 7706,7079 81,29
1996 9812,7360 8344,1633 85,03
1997 10922,6180 9385,3050 85,93
1998 10910,2350 9091,1049 83,33
1999 (1) 10350,9900 8729,8558 84,34
2000 10521,0090 8652,1456 82,24
2001 10444,6440 8749,8065 83,77
2002 5446,9380 4545,5545 83,45
2003 5699,8500 4770,1481 83,69
2004 5738,4600 4817,3774 83,95
2005 5765,9550 4851,4556 84,14
2006 5714,2800 4797,4813 83,96
2007 5868,1120 5049,1413 86,04
2008 5986,7160 5061,9058 84,55
2009 6144,9210 5177,7224 84,26
2010 6368,5970 5356,7138 84,11
2011 6023,3320 5270,2179 87,50
2012 6359,4160 5410,4271 85,08
2013 6439,4190 5472,4390 84,98
2014 6587,9730 5548,7013 84,22
2015 6544,8130 5585,7412 85,35
2016 6781,9290 5908,1183 87,12
2017 6938,2610 6198,7501 89,34
2018 7044,3780 6262,7827 88,90
(1) Ab April; bis März: 10775,6460 (West), 9088,0037 (Ost)
2018 kostet der Rückkauf eines EP bzw. eines EP(O) bei einer um … Monate vorgezogenen Altersrente … Euro
vorgezogene Monate Abschlag in Prozent Zugangsfaktor 1 pEP 1 pEP(O)
6 1,8 0,982 7.173,50 6.377,58
12 3,6 0,964 7.307,45 6.496,66
18 5,4 0,946 7.446,49 6.620,28
24 7.2 0,928 7.590,92 6.748,69
30 9,0 0,910 7.741,07 6.882,18
36 10,8 0,892 7.897,28 7.021,06
42 12,6 0,874 8.059,93 7.165,66
48 14,4 0,856 8.229,41 7.316,33
Regelbedarfsstufen des SGB XII
Seit Juli 1990 richtete sich die Festsetzung der Regelsätze der Sozialhilfe nach einem neuen »Statistik-Modell« (zuvor »Warenkorb-« bzw. »alternatives Warenkorb-Modell«). Die danach erforderliche Erhöhung der Regelsätze wurde in drei Schritten von Juli 1990 bis Juli 1992 realisiert. Der Einigungsvertrag sah zudem zum 1. Januar 1991 die (modifizierte) Übertragung des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) auf die neuen Bundesländer vor; vor allem die Regelleistungen waren bis einschließlich 2006 geringer bemessen als im Durchschnitt der alten Länder. – In den Folgejahren wurden die Regelsätze dann allerdings ohne Bezugnahme auf das »Statistik-Modell« durchweg per Gesetz und in ihrer Höhe teilweise willkürlich jeweils zum 1. Juli festgesetzt:
Mit dem FKPG (Gesetz zur Umsetzung des Föderalen Konsolidierungsprogramms) wurde die Anhebung vom 1.7.1993 bis zum 30.6.1994 auf halbjährlich insgesamt 2 Prozent gedeckelt; in den beiden Folgejahren war eine Deckelung auf jeweils 3 Prozent vorgesehen.
Das 2. SKWPG (Zweites Gesetz zur Umsetzung des Spar-, Konsolidierungs- und Wachstumsprogramms) reduzierte den Anstieg allerdings auf jeweils »bis zu« 2 Prozent zum Juli 1994 und zum Juli 1995.
Mit dem Gesetz zur Reform der Sozialhilfe wurde die Anpassung zum Juli 1996 auf 1 Prozent begrenzt und die Anhebung in 1997 und 1998 auf den Prozentsatz festgeschrieben, um den sich jeweils der aktuelle Rentenwert (AR) verändert – allerdings ohne Berücksichtigung der Belastungsveränderung bei den Renten, was im Ergebnis gleichbedeutend war mit der Veränderung entsprechend der Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer in den alten Ländern.
Das Gesetz zur Änderung des BSHG verlängerte die Bindung an die Veränderung der Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um zwei weitere Jahre bis Juli 2000.
Mit dem Gesetz zur Änderung des Wohngeldgesetzes und anderer Gesetze wurde die Erhöhung der Regelsätze jedoch bereits ab Juli 2000 und bis Juli 2001 auf den Prozentsatz festgelegt, um den sich der AR verändert.
Das Gesetz zur Verlängerung von Übergangsregelungen im BSHG legte die Regelsätze auch in den Jahren 2002, 2003 und 2004 analog der Rentendynamisierung (West) fest.
2005 wurden die staatlichen Fürsorgeleistungen auf neue gesetzliche Grundlagen gestellt. Die bislang im SGB II geregelte Arbeitslosenhilfe und das bisherige BSHG wurden abgeschafft; Leistungen für Hilfebedürftige sind seither im SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) sowie im SGB XII (Sozialhilfe) geregelt. Erwerbsfähige und die mit ihnen in Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen wurden dem SGB II zugeordnet – Nichterwerbsfähige, die nicht in Bedarfsgemeinschaft mit Erwerbsfähigen leben, fallen in den Rechtskreis des SGB XII. Der notwendige Lebensunterhalt – mit Ausnahme von Leistungen für Unterkunft und Heizung sowie einiger Mehr- und Einmalbedarfe – wird weiterhin nach Regelsätzen (neue Begrifflichkeit: Regelleistungen, aktuelle Begrifflichkeit: Regelbedarfsstufen) bemessen. Der Regelbedarf des SGB XII umfasst in pauschalierter Form auch Leistungen für einmalige Bedarfe, die bis dahin im Rahmen des BSHG separat erbracht wurden. Das neue Regelsatzsystem des SGB XII dient als Referenzsystem für die Leistungshöhe des Arbeitslosengeldes II und des Sozialgeldes nach SGB II. – Die Entwicklung der Regelsätze blieb bis 2010 weiterhin an den Anpassungssatz des AR gebunden.
Mit Urteil vom 09.02.2010 erklärte das BVerfG diese Bindung – also die Ermittlung der Höhe der Regelleistungen, nicht dagegen deren Höhe selbst – für unvereinbar mit dem Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums. Der Gesetzgeber reagierte auf das Urteil mit dem Regelbedarfsermittlungsgesetz (RBEG) von 2011 und ermittelt die Regelbedarfe seither auf Basis von Sonderauswertungen der jeweils aktuellen Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) ; die Länder können auch weiterhin von der Möglichkeit der abweichenden Regelsatzfestsetzung Gebrauch machen (dies hat keine Auswirkung auf die Regelbedarfe nach SGB II). In den Jahren bis zur jeweils nächsten EVS werden die Regelbedarfe anhand der Veränderung des sogenannten Mischindexes (§ 28a Abs. 2 SGB XII) auf dem Verordnungsweg fortgeschrieben. Die Veränderungsrate des Mischindexes setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:
zu 70 Prozent aus der Preisentwicklung regelbedarfsrelevanter Güter und Dienstleistungen sowie
zu 30 Prozent aus der Entwicklung der Nettolöhne und -gehälter je beschäftigten Arbeitnehmer nach den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR).
Die Veränderungsrate des Mischindexes ist durch gesetzliche Rundungsregelung auf zwei Nachkommastellen begrenzt. Die Fortschreibung erfolgt auf Basis der gerundeten Regelbedarfsstufen des Vorjahres – evtl. ohne die Berücksichtigung einer Besitzschutzregelung.
Anm.: Ergeben sich infolge der Neuermittlung für einzelne Regelbedarfsstufen geringere Beträge, so gelten die bisherigen Beträge weiter; in die Fortschreibungs-Formel gehen die geringeren Beträge ein – solange, bis die formelbasierten Ergebnisse den geschützten Betrag erreichen bzw. überschreiten.
Neu ermittelt bzw. fortgeschrieben werden jeweils die Regelbedarfsstufen 1 sowie 4 bis 6. Bei den Regelbedarfsstufen 2 und 3 handelt es sich demgegenüber um abgeleitete Beträge (90 Prozent bzw. 80 Prozent der Regelbedarfsstufe 1), die nach jeweiliger Neuermittlung ebenfalls mit dem Mischindex fortgeschrieben werden).
RBS = Regelbedarfsstufe, rPInd = Preisindex für die regelbedarfsrelevanten Verbrauchsausgaben, NLG = Nettolohn- und -gehaltssumme je Arbeitnehmer, 12M(t-1) = Zwölfmonatsdurchschnitt (Juni des Vorjahres bis Juli des vorvergangenen Jahres), 12M(t-2) = Zwölfmonatsdurchschnitt des (t-1) unmittelbar vorangehenden Zwölfmonatszeitraums
Zur Ermittlung des Mischindexes werden gegenübergestellt: Der Preisindex für die regelbedarfsrelevanten Verbrauchsausgaben bzw. die durchschnittlichen Löhne und Gehälter des
(a) aktuellen Zwölfmonatszeitraums (Juli des vorvergangenen Jahres bis Juni des vergangenen Jahres – Juli(t-2) bis Juni(t-1)) und des
(b) vorausgegangenen Zwölfmonatszeitraums – Juli(t-3) bis Juni(t-2).
Im Rahmen der EVS werden die regelbedarfsrelevanten Verbrauchsausgaben jeweils über das gesamte Erhebungsjahr ermittelt (bislang EVS 2008 und EVS 2013). Diese Werte werden anschließend auf den aktuellen Stand fortgeschrieben. Bei dieser Fortschreibung – und evtl. auch bei der Fortschreibung für das Folgejahr – sind methodisch bedingt Abweichungen von den in der Fortschreibungs-Formel festgelegten Zeiträumen erforderlich.
Basisdaten zur Ermittlung und Fortschreibung der Regelbedarfe seit 2011
Bemerkung Misch-Index RS 1 RS 2 RS 3 RS 4 RS 5 RS 6
RS bis 31.12.2010 359 323 287 287 251 215
rVA 2008 lt. EVS 2008 361,81 273,62 240,32 211,69
Fortschreibung auf Stand 01.07.2010 (1) 1,0055 364 328 291 275 (2) 242 (2) 213 (2)
Fortschreibung 2012 in zwei Stufen (3) 1,0075 367 330 293 277 244 215
Ausgangsdaten zur Bestimmung des Mischindexes
regelbedarfsrelevanter Preisindex Nettolöhne und -gehälter
A-12-M-Ztr V-12-M-Ztr VÄ in v.H. A-12-M-Ztr V-12-M-Ztr VÄ in v.H.
107,93 106,22 1,6 19.417 18.870 2,90
1,0199 374 337 299 283 (2) 249 (2) 219
Fortschreibung 2013 1,0226 109,88 107,93 1,8 20.063 19.417 3,33
382 344 306 289 255 224
Fortschreibung 2014 (4) 1,0227 105,07 102,56 2,4 20.461 20.063 1,98
391 352 313 296 261 229
Fortschreibung 2015 (5) 1,0212 107,28 105,07 2,1 20.783 20.342 2,17
399 359 319 302 267 234
Fortschreibung 2016 1,0124 108,08 107,28 0,7 21.302 20.783 2,50
404 364 323 306 270 237
rVA 2013 lt. EVS 2013 394,84 300,81 281,64 228,08
Fortschreibung auf Stand 01.01.2017 (6) 1,0346 108,49 106,08 2,3 21.815 20.550 6,16
409 368 327 311 291 236 (2)
Fortschreibung 2018 1,0163 109,91 108,49 1,3 22.338 21.815 2,40
416 374 332 316 296 240
RS = Regelbedarfsstufe, rVA = regelbedarfsrelevante Verbrauchsausgaben in Euro pro Monat, A-12-M-Ztr bzw. V-12-M-Ztr = aktueller bzw. vorausgegangener Zwölfmonatszeitraum, VÄ = Veränderungsrate
(1) Wirksam ab 1.1.2011, da die Beträge in 2010 wegen der »Nullrunde« bei den Renten nicht zu erhöhen waren. - Die Ausgangsdaten für die Berechnung des Mischindexes sind nicht veröffentlich - ins Verhältnis gesetzt wurden die Ausgangsdaten auf Basis der Kalenderjahre (2009 zu 2008).
(2) Für die Regelbedarfshöhe der Anlage zu § 28 SGB XII greift die Besitzschutz-Regelung.
(3) Der Mischindex für die erste Berechnungs-Stufe war mit 1,0075 gesetzlich vorgegeben; die Veränderungsrate der nicht veröffentlichten Ausgangsdaten bezog sich auf den Zeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 ggü. dem Jahresdurchschnitt 2009.
(4) Auf das Jahr 2010 umbasierter Preisindex.
(5) NLG-Daten nach VGR-Revision zum 01.09.2014.
(6) Beim »vorausgegangener Zwölfmonatszeitraum« wurde auf das Kalenderjahr 2013 abgestellt.
Eck-Regelsätze im Jahresdurchschnitt pro Monat
Jahr Rregelbedarfsstufe 1 (1) in DM (2) bzw. Euro Veränderung ggü. Vorjahr in v.H. (3)
1992 491 468 6,6
1993 511 495 4,2
1994 519 502 1,5
1995 522 504 0,7
1996 528 510 1,1
1997 534 516 1,2
1998 539 520 0,9
1999 543 524 0,6
2000 548 529 0,9
2001 555 536 1,3
2002 289 279 1,9
2003 294 284 1,6
2004 295 285 0,5
2005 345 331 16,9 (4)
2006 345 331 0,0
2007 346 0,3
2008 349 0,9
2009 355 1,7
2010 359 1,1
2011 364 1,4
2012 374 2,7
2013 382 2,1
2014 391 2,4
2015 399 2,0
2016 404 1,3
2017 409 1,2
2018 416 1,7
(1) Pro Monat im Jahresdurchschnitt; ab 2011 pro Monat - frühere Bezeichnungen: Eckregelsatz oder Regelsatz für Haushaltsvorstand
(2) Faktor zur Umrechnung von DM in Euro: 1,95583
(3) Bis 2007 alte Bundesländer – ab 2008 Deutschland
(4) Einschließlich pauschalierter – zuvor separat erbrachter – einmaliger Leistungen
Entwicklung der Regelbedarfsstufen seit 2005
Zeitraum von ... bis ... Regelbedarfsstufen (RS) in Euro pro Monat
RS 1 RS 2 RS 3 RS 4 RS 5 RS 6
Jan 05 Dez 06 345 311 276 (1) 207 (2)
Jan 05 Dez 06 331 298 265 (1) 199 (2)
Jan 07 (3) Jun 07 345 311 276 (1) 207 (2)
Jul 07 Jun 08 347 312 278 (1) 208 (2)
Jul 08 Jun 09 351 316 281 (1) 211 (2)
Jul 09 Dez 10 359 323 287 (1) 251 215
Jan 11 Dez 11 364 328 291 287 251 215
Jan 12 Dez 12 374 337 299 287 251 219
Jan 13 Dez 13 382 345 306 289 255 224
Jan 14 Dez 14 391 353 313 296 261 229
Jan 15 Dez 15 399 360 320 302 267 234
Jan 16 Dez 16 404 364 324 306 270 237
Jan 17 Dez 17 409 368 327 311 291 237
Jan 18 Dez 18 416 374 332 316 296 240
(1) Bis 31. Dezember 2010 einheitlicher Regelbedarf für alle Jugendlichen ab 14 Jahren und alle Erwachsenen, für die nicht die Regelbedarfsstufen 1 oder 2 anzuwenden waren.
(2) Bis 30. Juni 2009 einheitlicher Regelbedarf für alle Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres.
(3) Im Rechtskreis des SGB II fand die Ostangleichung bereits ab Juli 2006 statt.
Derzeitige Abgrenzung der Regelbedarfsstufen
Stufe 1 Erwachsene Personen, die in einer Wohnung leben. Dies sind neben alleinlebenden oder alleinerziehenden Erwachsenen auch alle anderen Erwachsenen in einer Wohnung (Mehrpersonenkonstellationen Erwachsener – bspw. in einer Wohnung als Wohngemeinschaft lebende Erwachsene unabhängig von deren Anzahl, im Haushalt eines Kindes lebende Eltern (-teile) oder ein erwachsenes Kind im Haushalt der Eltern.
Stufe 2 Zwei erwachsene Leistungsberechtigte, die als Ehegatten, Lebenspartner, in eheähnlicher oder lebenspartnerschaftsähnlicher Gemeinschaft einen gemeinsamen Haushalt führen.
Stufe 3 SGB XII: Personen, die in stationären Einrichtungen leben.
SGB II: Erwachsene unter 25 Jahre, die im Haushalt ihrer Eltern leben bzw. erwachsene Leistungsberechtige unter 25 Jahren, die ohne Zustimmung des Jobcenters umziehen.
Stufe 4 Jugendliche vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.
Stufe 5 Kinder vom Beginn des 7. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres.
Stufe 6 Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres.
Rechengrößen der Sozialversicherung und sonstige Werte. Übersicht und fachliche Erläuterungen mit langen Reihen

References: § 6

§ 6

§ 6
 § 6
 § 8
 § 163
 § 187
 § 187
 § 187
 § 187
 § 28