Source: http://www.tiere-in-not-bochum.de/Katzenkastrationen.htm
Timestamp: 2018-03-17 16:36:33+00:00

Document:
Wir fordern die Aufnahme einer Kastrationsverpflichtung in das Tierschutzgesetz,
nach dem Vorbild von Österreich und Belgien.
Katzenkastration ist Tierschutz - machen Sie mit.
Katzenelend Katzenschutzverordnung der Stadt Bochum
Die Kastration - Argumente da für und da gegen Kastration / Sterilisation
Frühkastration von Katzen Bundestierärztekammer fordert:
Rechtzeitige Kastration, Kennzeichnung und Registrierung
Katzenschutzverordnung der Stadt Bochum
Mitteilung der Stadt Bochum: Katzenschutzverordnung ab 01.01.2018 in kraft getreten.
Warum sollen frei lebende und Freigängerkatzen gekennzeichnet, registriert und kastriert werden?
Bereits seit vielen Jahren haben sich verschiedene Tierschutzorganisationen regelmäßig darum bemüht,
herrenlose beziehungsweise teils verwilderte Katzen im Stadtgebiet Bochum zu versorgen und zu kastrieren.
Dennoch ist die derzeitige Anzahl freilebender unkastrierter Katzen hoch.
Erfahrungsgemäß wird sich jede freilebende, nicht kastrierte Katze früher oder später vermehren und das bis zu zweimal
im Jahr mit jeweils 4 bis 6 gezeugten Nachkommen. Diese Nachkommen sind ab dem 6. Lebensmonat
wiederum selbst in der Lage Katzenjunge zu bekommen.
Es ist belegt, dass mit einem Anstieg der Population auch die Zahl erkrankter und unterernährter Tiere steigt.
Anders als bei Wildtieren regelt sich die Populationsdichte bei Hauskatzen nicht auf natürliche Weise. Wegen der hohen
Vermehrungsrate und der fehlenden tierärztlichen Versorgung und Prävention verbreiten sich Krankheiten sehr schnell.
Die unkastrierten Freigängerkatzen nehmen mit frei lebenden Katzen zwangsläufig Kontakt auf und tragen fortwährend zum Vermehrungsgeschehen bei. Die weitere Zunahme der Population frei lebender Katzen geht daher überwiegend auf Halter zurück,
deren Freigängerkatzen nicht kastriert worden sind.
Aus diesem Grund reicht die alleinige Kastration frei lebender Katzen nicht für eine nachhaltige Stabilisation eines gesunden
Katzenbestands aus. Erst durch das Gebot der Kastration von Freigängern kann der Kreislauf effektiv unterbrochen werden.
Im Tierheim werden viele Katzen als Fundtiere abgegeben, die herrenlos oder (halb) verwildert sind; teils ganze Würfe.
Diese belegen die freien Plätze, die eigentlich für weggelaufene Haustiere benötigt werden.
Da die Kapazitäten rasch erschöpft sind, können keine weiteren Katzen aufgenommen und folglich
nicht an den Besitzer zurückgegeben werden.
Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Bochum beschlossen, dass Freigängerkatzen, die im Stadtgebiet Bochum leben,
ab dem 1. Januar 2018 gekennzeichnet, registriert und kastriert werden müssen.
Freilebende Katzen werden durch einen Beauftragten gekennzeichnet, registriert und kastriert.
Ziel ist es, die weitere Vermehrung einzudämmen.
Durch Ihre Mitwirkung tragen Sie dazu bei, dass Ihre Katze einer deutlich geringeren Gefahr ausgesetzt ist, sich mit
Katzenkrankheiten anzustecken, die über den Geschlechtsverkehr übertragen werden. Nicht zuletzt finden weniger
Revierkämpfe statt und folglich weniger Verletzungen. Dies führt insgesamt zu einer Verringerung von
Schmerzen, Leiden und Schäden, die Katzen sonst ertragen müssen.
Ferner ermöglicht die Kennzeichnung die Zuordnung der Katze zu einem Halter.
Dieser kann verständigt werden, damit er sein Tier zurückerhält.
In jeder tierärztlichen Praxis, in der Kleintiere behandelt werden, kann man Katzen kastrieren lassen.
Dies erfolgt üblicherweise nach vorheriger Terminabsprache.
Auskünfte über die Durchführung, Folgen und Kosten einer Kastration bzw. Kennzeichnung
erhalten Sie von Ihrer Tierarztpraxis.
Nachfolgend die Bestimmungen der Verordnung im Wortlaut
Verordnung zum Schutz frei lebender Katzen im Gebiet der Stadt Bochum
(Katzenschutzverordnung – KatSchutzVO) vom 12.12.2017
Auf Grund von § 13b des Tierschutzgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom
18. Mai 2006 (BGBl. I S. 1206, 1313), das zuletzt durch Artikel 4 Absatz 87 des Gesetzes vom 18. Juli 2016 (BGBl. I S. 1666) geändert worden ist in Verbindung mit
§ 5 der Verordnung über Zuständigkeiten und zur Übertragung von Ermächtigungen zum Erlass von Rechtsverordnungen auf dem Gebiet des Tierschutzrechts
vom 3. Februar 2015 (GV.NRW.S.212 ) wird von der Stadt Bochum als Kreisordnungsbehörde gemäß dem Beschluss des Rates der Stadt Bochum
in der Sitzung am 16. November 2017 folgende Verordnung erlassen:
Regelungszweck; Geltungsbereich
(1) Diese Verordnung dient dem Schutz von freilebenden Katzen vor erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden, die auf eine hohe Anzahl dieser Katzen innerhalb des Gebiets
der Stadt Bochum zurückzuführen sind.
3. Haltungsperson, wer die tatsächliche Bestimmungsmacht über eine Katze in eigenem Interesse und nicht nur ganz vorübergehend ausübt und das wirtschaftliche
Risiko des Verlustes des Tieres trägt,
5. Freigänger-Katze eine gehaltene Katze, die unkontrolliert freien Auslauf hat,
6. fortpflanzungsfähige Katze eine Katze, die fünf Monate oder älter ist und nicht kastriert worden ist.
(2) Die Registrierung nach Absatz 1 hat bei dem mit der Stadt Bochum kooperierenden privaten Haustier-Register TASSO e.V., Otto-Vogler-Straße 15, 65843 Sulzbach/Ts
zu erfolgen. Die Haltungsperson hat die für eine entsprechende Übermittlung der Tierdaten
durch das Haustier-Register TASSO e. V. an die Stadt Bochum oder Beauftragte im Sinne dieser Verordnung notwendige datenschutzrechtliche Einwilligung zu erteilen.
Im Rahmen der Registrierung werden das Geschlecht, Status (kastriert oder nicht kastriert), die Nummer der Tätowierung oder die Mikrochipnummer
sowie der Name und die Anschrift der Haltungsperson erfasst.
Auslaufverbot für fortpflanzungsfähige Katzen
Die Haltungsperson hat sicherzustellen, dass unkastrierte Katzen, die im Gebiet der Stadt Bochum gehalten werden, keinen unkontrollierten freien Auslauf haben.
Kann die Haltungsperson dies nicht sicherstellen, so hat sie die Katze durch einen Tierarzt / eine Tierärztin kastrieren zu lassen.
Maßnahmen gegenüber aufgegriffenen Katzen
(1) Freigänger-Katzen, derer die Stadt Bochum oder von ihr Beauftragte im Schutzgebiet habhaft werden, dürfen zum Zweck der Ermittlung der Haltungsperson in
Obhut genommen werden. Mit der Ermittlung der Haltungsperson soll unmittelbar nach dem Aufgreifen der Katze begonnen werden.
(2) Ist die Haltungsperson ermittelt und die Katze noch nicht kastriert worden, so kann die Stadt Bochum anordnen, die Katze kastrieren zu lassen. Vor Gewährung eines
weiteren Auslaufs hat die Haltungsperson eine schriftliche Bestätigung ihres Tierarztes oder ihrer Tierärztin, dass die Katze kastriert wurde, vorzulegen.
(3) Ist eine innerhalb des Schutzgebietes angetroffene Freigänger-Katze nicht gekennzeichnet oder nicht registriert und eine Ermittlung der Haltungsperson daher nicht möglich,
so kann die Stadt Bochum oder von ihr Beauftragte einen Dritten mit der Kennzeichnung und Registrierung beauftragen. Ist die Freigänger-Katze noch nicht kastriert,
so kann die Stadt Bochum oder von ihr Beauftragte darüber hinaus Dritte mit der Kastration beauftragen. Nach der Kastration kann die Katze wieder in die Freiheit entlassen werden.
(4) Ein von der Haltungsperson personenverschiedener Eigentümer hat die Maßnahmen nach Absatz 1 bis 3 zu dulden.
Maßnahmen gegenüber frei lebenden Katzen
(1) Die Stadt Bochum oder ein von ihr Beauftragter kann frei lebende Katzen
1. kennzeichnen, registrieren und
2. kastrieren lassen.
Zu diesen Zwecken darf die freilebende Katze in Obhut genommen werden. Nach der Kastration kann die Katze wieder in die Freiheit entlassen werden.
Die Entlassung in die Freiheit soll an der Stelle erfolgen, wo die Katze aufgegriffen worden ist.
(2) Ist für Maßnahmen nach Absatz 1 das Betreten eines Privat- oder Betriebsgeländes erforderlich, ist der Eigentümer oder Pächter verpflichtet, dies zu dulden und die Stadt Bochum
oder den von ihr Beauftragten bei einem Zugriff auf die frei lebenden Katzen zu unterstützen.
Die Kosten der Kennzeichnung und Registrierung von Freigänger-Katzen nach § 5 Absatz 3 Satz 1 sowie der Kastration nach § 5 Absatz 3 Satz 2 trägt die Haltungsperson.
Im Übrigen trägt die Kosten derjenige, der die Durchführung der kostenpflichtigen Maßnahme unmittelbar in Auftrag gibt.
Die Pflichten nach § 3 Absatz 1 (Kennzeichnung und Registrierung) und die Pflicht nach § 4 (Auslaufverbot) treten am 1. Februar 2018 in Kraft.
Die Verordnung tritt am 1. Januar 2018 in Kraft.
Die Verordnung zum Schutz freilebender Katzen im Gebiet der Stadt Bochum (Katzenschutzverordnung – KatSchutzVO) vom 12.12.2017 tritt am
1. Januar 2018 in Kraft. Sie ist öffentlich bekannt gemacht durch das Amtsblatt der Stadt Bochum Nr. 52 / 17 vom 18. Dezember 2017.
Ansprechpartner bei Fragen zur Katzenschutzverordnung
- Herr Birke 0234 / 910 1409
- Frau Lauria 0234 / 910 1030
Tiere in Not e. V. Bochum:
- Herr Kipper 0234 / 950 822 92
https://www.bochum.de/C125708500379A31/CurrentBaseLink/W2AU9LNS588BOCMDE
Katzenhalter! - Werdet nicht zu Katzenzüchter!
Schon der erste Wurf Ihrer Katze ist zu viel!
Wer keine Katzen züchtet, braucht später nicht mit ihnen hausieren zu gehen!
Zum Katzenelend und dem oft grausamen Schicksal der Überzähligen trägt auch Ihr unkastrierter Kater bei.
und lassen Sie Ihre Katzen kastrieren.
Das Schicksal der herrenlos gewordenen Katzen kann kein Mensch verantworten:
Es ist ein Leben in Verfolgung, Hunger und Gefahren;
Es endet nicht selten nach qualvollem Leiden als Versuchstier;
Es pflanzt sich fort und produziert so ein Heer des Elends.
Aus dieser Elendskette hatte jede Katze oder einer ihrer Vorfahren einmal ein Zuhause, wo es der Mensch versäumt hat, seine Katze kastrieren zu lassen.
Züchten Sie keine Wegwerf-Tiere und züchten Sie keine Versuchsobjekte!
Liebe zum eigenen Tier ist gut,
Verantwortung über das eigene Tier hinaus zeigt erst den wirklichen Tierfreund.
Männliche und weibliche Katzen sollen durch den Tierarzt,
im Alter von ca. 4 Monaten kastriert werden.
Haben Sie Ihre Katze schon kastrieren lassen??
Die Kastration - Argumente da für und da gegen
Egal ob Kater oder Katze – der Eingriff, der unter Narkose durchgeführt wird, ist für den Tierarzt Routine und ungefährlich für die Katzen. Bei der OP werden der Katze die Eierstöcke, beim Kater die Hoden entfernt. Bei der Gelegenheit soll das Tier auch gleich tätowiert oder besser gechipt werden, so dass man es identifizieren kann, falls es mal wegläuft. Im Normalfall sind die Katzen schon nach einem Tag wieder fit und der Eingriff ist vergessen.
Je früher der Eingriff stattfindet, umso besser für die Tiere
Heute wird im Normalfall mit 4 bis 5 Monaten kastriert, also vor dem Eintreten der Geschlechtsreife. Diese richtet sich jedoch nicht nur nach dem Alter, sondern wird auch durch die Jahreszeiten beeinflusst. Werden die Tage ab Januar länger, setzt die Geschlechtsreife – auch bei sehr jungen Tieren ein. Erfahrungen aus den USA (hier wird seit über 50 Jahren bereits ab dem 3 Monat kastriert) zeigen, dass keine negativen Gesundheitsfolgen auftreten. Ganz im Gegenteil: es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass kastrierte Tiere keine Tumore mehr an den Geschlechtsorganen bekommen. Das Krebsrisiko sinkt erheblich.
Unkastrierte Tiere haben nicht nur ein höheres Krebsrisiko sondern sind auch anderen Gefahren ausgesetzt. Beim Revierkämpfen und beim Deckakt können sie sich mit tödlich verlaufenden Krankheiten wie FIV (Katzen-Aids), FIP (virusbedingte, infektiöse Bauchfellentzündung), Leukose usw. anstecken. Diesem Risiko sollten Sie Ihre Katzen nicht aussetzen.
„Eine Katze muss einmal geworfen haben oder einmal rollig gewesen sein, bevor sie kastriert werden soll“
Diese häufig noch vertretene Ansicht ist durch keine medizinische Begründung gerechtfertigt.
„Kastrierte Katzen wachsen nicht mehr richtig, bleiben kleiner und werden fett“
Dieses Märchen ist ebenso wissenschaftlich widerlegt. Im Gegenteil, da die Wachstumsphase verlängert wird, werden die Katzen und Kater mindestens genau so groß wie unkastrierte Tiere, wenn nicht sogar etwas größer. Fett werden Katzen, wie Menschen, durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel.
„Wohnungskatzen brauchen nicht kastriert werden“
Diese Aussage ist Unsinn. Werden die Katzen geschlechtsreif, haben sie einen starken Drang einen Partner zu finden. Katzenmädchen schreien sehr laut und werden extrem unruhig, Kater neigen dazu die Wohnung mit stark riechendem Urin zu „markieren“. Sie werden alles versuchen um einen Partner zu finden und aus der Wohnung zu entkommen, wobei sie sich auch ernsthaft verletzen können. Katzen, die nicht gedeckt werden, können dauerrollig werden, was wieder zu massiven Gesundheitsproblemen führen kann.
„Meine Kinder sollen das Wunder der Geburt erleben“
Aus diesem Grund Katzennachwuchs zu produzieren - ist grob fahrlässig. Erstens finden die meisten Geburten nachts statt, zweitens ziehen viele Katzen sich dazu auch zurück, weil sie keine Zuschauer wollen. Heute gibt es viele Filme über die Geburten von Tierkindern, auf denen man viel mehr sehen kann. Außerdem steht man hinterher vor dem Problem: „Wohin mit den Katzenkindern?“. Die niedlichen Babys wachsen in kürzester Zeit zu erwachsenen Tieren heran und können bis zu 20 Jahre lang leben.
„Ich kennen Leute, die gerne Katzenbabys haben möchten“
Auch das ist kein Grund zum Züchten. Schicken Sie diese Leute zum Tierschutz – hier findet man jedes Jahr genug Katzenwelpen.
„Die Kastration ist teuer“
Sicher, der Eingriff kostet zwischen 70 und 100 Euro. Das sind aber doch nur ca. 5,- Euro pro Lebensjahr und bietet nur Vorteile.
Beim Tierschutz gibt es übrigens Katzen, die schon kastriert sind.
Wie Sie selber lesen können - es gibt kein vernünftiges Argument gegen Kastration.
Katzen sind sehr fruchtbar
Rein rechnerisch können aus einem einzigen Katzenpaar und seinen Nachkommen in zehn Jahren 80 Millionen Katzen werden!
Auf diese Frage gibt es keine zufrieden stellende Antwort. Verwilderte Hauskatzen drängen sich längst auch in Deutschland am Rande der Städte, auf verlassenen Fabrikgeländen und anderen unwirtlichen Plätzen – dort endet so mancher „süße, kleine“ Welpe, weil die Besitzer der Mutterkatze sich letztlich doch nicht darum kümmern, was aus jedem Katzenkind später wird.
Es gibt aber leider keinen brauchbaren natürlichen Lebensraum für die Nachfahren der Tiere, die sich der Mensch über Generationen zu Haustieren herangezogen und erzogen hat.
Die vielen verwilderten Katzen finden weder ausreichend Nahrung noch gibt es echte natürliche Feinde. Wäre der Lebensraum intakt, dann gäbe es, wie immer bei einem natürlichen Gleichgewicht, andere wild lebende Tiere, die die Katzen als Nahrung erbeuten würden. Damit würde die Zahl auf natürliche Weise begrenzt. Solche natürlichen Feinde fehlen aber.
Stattdessen begegnen die verwilderten Hauskatzen unkalkulierbaren Gefahren in einer vom Menschen bestimmten Welt: Das sind Autos, die sie überfahren, Jäger, die auf sie schießen, und sogar sadistische Menschen, die Katzen einzufangen und zu quälen versuchen – oder zu vergiften.
Hinzu kommt: Infektionskrankheiten breiten sich massenhaft aus. Viele Katzen leiden an Leukose oder „Katzenaids“. Gerade bei der Paarung selbst (der Kater beißt der Katze in den Nacken) und bei den vorangehenden blutigen Katerkämpfen um die Weibchen werden häufig Krankheiten weitergegeben.
Tierschützer versuchen in Zusammenarbeit mit Tierärzten auch in Deutschland schon seit vielen Jahren, die verwilderten Katzen einzufangen und zu kastrieren. Die Tiere werden mit Futter in längliche Käfige („Lebendfallen“) gelockt, in die Tierarztpraxis gebracht und dort unter Narkose nicht nur kastriert, sondern meist noch schnell entfloht und anderweitig verarztet. Dann werden sie wieder frei gelassen.
Zur Klärung, da die Begriffe „Kastration“ und „Sterilisation“ oft missverständlich gebraucht werden: Die Kastration ist die operative Entfernung der Keimdrüsen. Beim Kater werden also die Hoden entfernt; bei der Katze die Eierstöcke und oft auch ein Teil der Gebärmutter (wenn medizinisch notwendig, auch die gesamte Gebärmutter) aus dem Bauchraum herausoperiert. Damit sind die Tiere nicht nur unfruchtbar (das allein würde schon mit einer Sterilisation, also der Durchtrennung der Samenstränge beziehungsweise Eileiter erreicht), sondern kastrierte Tiere haben auch keinen Fortpflanzungstrieb mehr. Das ansonsten durch die Geschlechtshormone gesteuerte typische Verhalten fällt weg: keine Paarung, kein Katerbiss in den Nacken der Katze, keine Prügeleien der Kater um Katzen. Damit werden nicht nur weiterer Nachwuchs und die weitere Ausbreitung von Infektionskrankheiten verhindert, sondern es wird den verwilderten Tieren dann auch möglich, aggressionsfreier in ihrem begrenzten Lebensraum zusammenzuleben.
Kastrieren, bevor es zu spät ist, denn Katzen werden früher geschlechtsreif, als man denkt.
Weibliche Katzen werden normalerweise mit etwa fünf oder sechs Monaten geschlechtsreif. Aber, so erklärt die Tierärztin Dr. Ulrike Morys in unserem Beitrag, es kann auch schon mit drei oder vier Monaten so weit sein: „Bei winter- oder spätherbstgeborenen Katzen haben wir das Phänomen, dass die schon mit drei oder vier Monaten geschlechtsreif sein können; das hängt mit der zunehmenden Tageslichtlänge zusammen. Die Tageslichtlänge hat einen extremen Einfluss auf den Sexualzyklus, das kennen wir ja auch; im Frühling gehen die Hormone immer so ein bisschen durch, und das ist bei Katzen auch so.“
Viele Menschen, die sich vielleicht nicht so gut auskennen, rechnen allerdings überhaupt nicht damit, dass „die Kleinen“ schon sehr bald selbst Eltern werden können. Hartnäckig hält sich die falsche Vorstellung, Katzen könnten erst später Nachwuchs bekommen, so zum Beispiel, wenn sie ausgewachsen seien (das heißt mit 12 bis 14 Monaten) oder mit einem Dreivierteljahr. Aber das alles trifft eben nicht zu, und die Idee, bis zur ersten Rolligkeit „abzuwarten“, ist keine gute Idee. Denn oft werden die ersten Anzeichen der Rolligkeit nicht erkannt, und das endet bei vielen Freigängerkatzen damit, dass sie unversehens trächtig nach Hause kommen. Die Kastration mit einem Sicherheitsabstand zur Geschlechtsreife, also je nach den praktischen Umständen (bei verwilderten Katzen zum Beispiel, wenn es gelingt, sie einzufangen) schon mit frühestens sechs, spätestens aber zwölf Wochen, ist die effektivste Methode, ungewollten Nachwuchs tatsächlich zu verhindern.
Da die Tiere ja noch längst nicht ausgewachsen sind, sind auch die Geschlechtsorgane noch recht klein. Und dieser Umstand macht die Frühkastration im Vergleich zu der beim erwachsenen Tier vielleicht etwas filigraner, schwieriger. Auch besteht offenbar teilweise Unsicherheit, was die Dosierung des Narkosemittels angeht. Für Tierärzte mit Operationserfahrung ist das aber kein Problem. Im Gegenteil, meint die Tierärztin Dr. Ulrike Morys. Sie findet die Operation weit unkomplizierter als die eines ausgewachsenen Tieres: „Also, bei der Frühkastration sind die Vorteile: Wir brauchen geringe Narkosemengen; die Tiere vertragen es sehr gut; wir haben einen sehr kleinen Schnitt; wir haben es noch nicht mit viel Fettgewebe zu tun, denn die Tiere sind ja noch nicht verfettet; dadurch ist die Blutungsmenge sehr viel geringer; wir haben sehr selten Komplikationen, und die Tiere sind sehr schnell nach dem Eingriff wieder wach, dass die also im Geschwister- oder Familienverband wieder freigelassen werden können.“
Mit drei, vier Monaten, Kater etwas später, wären die Tiere zwar schon fähig, Nachwuchs zu zeugen, aber sie sind noch nicht richtig ausgewachsen. Welche Folgen hat die Frühkastration auf Entwicklung und Wachstum? Dazu finden sich, je nach Quelle, widersprüchliche Vermutungen und Angaben. Häufig wird auf US-amerikanische Untersuchungen verwiesen. In Deutschland existieren bislang noch keine systematischen wissenschaftlichen Langzeitbeobachtungen, sagt Prof. Dr. Ingo Nolte, Direktor der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, aber es gibt inzwischen doch schon einige Erfahrungswerte. Eines ist sicher: Früh kastrierte Katzen und Kater werden etwas größer, aber der Unterschied ist kaum sichtbar, es sind nur wenige Millimeter. Der Grund liegt im Fehlen der normalerweise wirkenden Geschlechtshormone, so erklärt Prof. Dr. Ingo Nolte: „Katzen, die frühzeitig kastriert werden, also sprich vor der ersten Rolligkeit, werden größer. Das heißt also, mit der Geschlechtsreife wird das Wachstum durch Hormone beeinflusst, indem es dann eben beendet wird, und wenn die Rolligkeit dann eben sozusagen nicht auftritt, dann schreitet das Wachstum auch länger fort.“
Anders als bei der Hündin hat die Frühkastration bei weiblichen Katzen nicht die positive Wirkung, die Entstehung von Gesäugetumoren zu verhindern, stellt Prof. Dr. Ingo Nolte fest: „Bei der weiblichen Katze ist dieser Zusammenhang nicht sicher nachgewiesen; grundsätzlich unterscheiden sich die Entwicklung von Gesäugetumoren von Hund und Katze ganz erheblich, so dass also die Frage ist, ob da wirklich ein echter Zusammenhang besteht.“ Bislang keine Bestätigung sieht Prof. Dr. Ingo Nolte aber auch für die Befürchtung, die Harnröhre beim Kater würde nicht richtig auswachsen und dann später eventuell „verstopfen“: „Lässt sich eigentlich nicht belegen, auch schon im Vergleich zum, egal, also, späteren Zeitpunkt durchgeführten Kastration beim Kater im Vergleich zu unkastrierten Katern, lässt sich da überhaupt keine Häufung herauslesen.“ Eine Gefahr für den Katerpenis besteht allerdings – theoretisch –, denn zwischen dem vierten und fünften Monat löst sich die Vorhaut ab, und wenn die Kastration genau während dieser Ablösung stattfindet, können sich kleine „Taschen“ bilden, in denen sich später dann Schmutz ansammelt – und das kann zu Entzündungen führen. Aber das ist selten und lässt sich leicht vermeiden: Der Tierarzt muss eben den richtigen Zeitpunkt wählen.
Macht jede Kastration dick?
Tendenziell ja! Alle kastrierten Katzen und Kater drohen dick zu werden. Das liegt nicht etwa am fehlenden Jagdtrieb, denn der bleibt – ob frühere oder spätere Kastration – voll erhalten. Es liegt daran, dass der Geschlechtstrieb fehlt, der Katze und vor allem Kater normalerweise auf Trab hält. Fällt der weg, haben die Tiere eine starke Antriebsquelle weniger – sie werden ruhiger und bequemer. Sie verbrauchen also weniger Energie. Das heißt für die Katzenbesitzer: Auf das Gewicht der Tiere achten, regelmäßig wiegen und gegebenenfalls das Futter rationieren.
Normalerweise würde der mit der Geschlechtsreife einsetzende Sexualtrieb nicht nur den Körper, sondern die gesamte Persönlichkeit und das Verhalten beeinflussen: eine Veränderung vom verspielten Tierkind zum paarungswilligen Fast-Erwachsenen, beim Kater übrigens weit auffälliger als bei der Katze.
Durch die Frühkastration wird diese Veränderung verhindert, erklärt die Diplom-Biologin Dr. Willa Bohnet vom Institut für Tierschutz und Verhalten der Tierärztlichen Hochschule Hannover: „Wenn eine Katze oder ein Kater vor der Pubertät kastriert wird, wird man als Besitzer überhaupt keine Verhaltensänderung merken, das heißt, die Tiere bleiben so verschmust, wie sie es vorher waren; sie bleiben so verspielt. Sie werden sich nicht weiter als bisher vom Haus entfernen, sie werden weiterhin guten Kontakt zu Artgenossen haben, sofern sie das vorher auch hatten, gelernt haben.“ Die Frühkastration macht Katzen und Kater also ein Leben lang zu verträglicheren, „angenehmeren“ Haustieren. Das gilt vor allem für Kater.
Bei weiblichen Katzen ist der Verhaltensunterschied – abgesehen von den (ohne Kastration eintretenden) abgegrenzten Phasen der Rolligkeit, Trächtigkeit und Welpenaufzucht – weniger stark. Aber unkastrierte Kater sind immer paarungsbereit, und deshalb fällt der Verhaltensunterschied zwischen kastrierten und unkastrierten Katern auch immer stark auf.
Wenn es nicht darum geht, eine überraschend frühe Trächtigkeit zu verhindern, wenn man also zum Beispiel mit zwei Katzendamen in einer Wohnung lebt und die beiden nicht nach draußen kommen, kann man sich mit der Entscheidung für eine Kastration mehr Zeit lassen. Dennoch ist die Kastration auch von Wohnungskatern grundsätzlich sinnvoll, denn der einsetzende Geschlechtstrieb ist der Hauptgrund dafür, das die männlichen Tiere ihr Revier systematisch mit Urin markieren. Daher rät die Biologin Dr. Willa Bohnet: „Beim Kater würde ich auch sagen, auf jeden Fall kastrieren, weil man dann nämlich die Geruchsbelästigung nicht hat, und bei einer Katze kann man das von dem Individuum abhängig machen.“ Die Kastration wird notwendig, wenn eine frustrierte Wohnungskatze immer wieder rollig wird. Die Dauerrolligkeit ist eine hormonelle „Vergiftung“. Die Katze ist unübersehbar leidend und unüberhörbar klagend. Das muss nicht passieren, aber es kann durchaus so sein. Die Katze dann nicht kastrieren zu lassen wäre Tierquälerei.
Wie „unnatürlich“ sind Kastration und Frühkastration?
Fast jeder empfindet ein etwas befremdliches Gefühl bei der Vorstellung, dass so junge, noch längst nicht ausgewachsene Tiere kastriert werden sollen. Schließlich nimmt der Mensch einem Tier damit eine ganz wichtige Antriebskraft. Besonders der so frühe Eingriff, aber auch die Kastration generell werden oft als „unnatürlich“ dargestellt. Das sind sie zweifelsfrei auch, aber vielleicht doch weitaus „tiergerechter“ und verantwortlicher, als es im ersten Moment scheinen mag – wenn man sich einmal überlegt, welchen Lebensraum wir Menschen den Tieren zugewiesen haben. Wir haben nun einmal ehemals wild lebende Tiere über viele Generationen zu „Haustieren“ gemacht, also bewusst zu möglichst angenehmen, unkomplizierten Gesellschaftern des Menschen. Inwieweit die Haltungsbedingungen, die wir bieten, den nach wie vor genetisch festgelegten Bedürfnissen der Haustiere entsprechen, wird aber viel zu wenig hinterfragt. Oft ist es fehlendes Wissen, oft eine (als selbstverständlich angenommene) Geringschätzung der Tiere und ihrer Bedürfnisse. Wie stark die Sexualität der Motor des Tier- und auch des Haustierlebens ist, wird unterschätzt. Aber: Wenn sie nicht ausgelebt werden kann (mangels Partnern und weil Nachwuchs unerwünscht ist), ist das nicht etwa „natürlich“, sondern Tierquälerei, und daher argumentieren viele Tierschützer auch ganz konsequent wie die Tierärztin Dr. med. vet Ulrike Morys für die Frühkastration: „Warum soll ich einem Tier Sexualität quasi zumuten, wenn ich von vornherein weiß, dass es die Sexualität nie ausleben darf? Dann kann ich es ihr auch vorher nehmen, weil die Katze gar nicht wissen wird, was sie vermisst.“
Wer dieser konsequenten Überlegung folgt, kann nur zu einem Schluss kommen: Problematisch ist eigentlich weniger der konkrete Schritt der Frühkastration als vielmehr das gesamte Konzept der Haltung von Haustieren unter wenig natürlichen Bedingungen.
Zur Verhinderung weiterer unerwünschter Vermehrung, der „Überpopulation“, plädieren Tierschützer konsequent für die Frühkastration verwilderter Katzen. Das gilt auch für Freigängerkatzen (es sei denn, jemand ist in der glücklichen Lage, in einer sehr katzenarmen Gegend zu wohnen, und hat schon sichere Interessenten für jeden zu erwartenden Welpen). Bei reiner (geschlechtlich getrennter) Wohnungshaltung kann man eher im Einzelfall entscheiden; das gilt vor allem bei den weiblichen Katzen.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Internet u.a. bei der Organisation CAT-CARE Tierhilfe Kassel e.V., die sich engagiert für die Frühkastration einsetzt: www.cat-care.de
Definitionen, Unterschiede, Ratschläge
Jeder Tierarzt kennt es aus der täglichen Praxis:
Die Frage nach dem Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation. Viele Tierbesitzer sind verunsichert, weil sie unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen über Kastration und Sterilisation kennen. Im folgenden sollen die Unterschiede herausgestellt und erläutert und Ratschläge erteilt werden. Grundsätzlich ist bei beiden Geschlechtern sowohl eine Kastration als auch eine Sterilisation möglich.
KASTRATION STERILISATION
DEFINITION Entfernung der Keimdrüsen. Das bedeutet beim männlichen Tier Entfernung der Hoden, beim weiblichen Tier Entfernung der Eierstöcke und bei Hündinnen Entfernung der Gebärmutter Das Tier wird unfruchtbar gemacht. Das bedeutet beim männlichen Tier die Durchtrennung der Samenleiter, beim weiblichen Tier Durchtrennung der Eileiter
BEDEUTUNG Die Tiere werden unfruchtbar und das Sexualverhalten ist unterbunden
Männliche Tiere zeigen kein Markierverhalten mehr, die Aggressivität wird reduziert, Rüden laufen nicht mehr weg. Weibliche Tiere zeigen keine Brunst ( Hitze, Rolligkeit) mehr. Gebärmutterentzündungen sind ausgeschlossen und die Gefahr von Tumoren des Gesäuges nimmt deutlich ab. Hündinnen werden nicht mehr scheinschwanger.
Die Tiere sind nur unfruchtbar. Das Sexualverhalten ist unverändert. Das Risiko von Gesäugetumoren und Gebärmutterentzündungen ist unverändert hoch
HÄUFIGKEIT In der Tiermedizin häufig durchgeführt In der Tiermedizin sehr selten durchgeführt
WARUM Beim Rüden: bei unerwünschtem Verhalten (Markieren, Dominanzaggression, Streunen)
Beim Kater: unerwünschtes Verhalten, Geruch (Markieren, Raufereien etc)
Bei der Katze: zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung, zur Gesundheitsprophylaxe, zur Verhinderung der Rolligkeit.
Bei der Hündin: zur Verhinderung der unkontrollierten Vermehrung.
Kastrierte Tiere haben statistisch gesichert eine etwa 1 Jahr längere Lebenserwartung als unkastrierte! Beim Tier kein vernünftiger Grund
FOLGEN Durch die hormonelle Umstellung sinkt der Grundumsatz. Die Tiere benötigen weniger Energie, d.h. die Fütterung muss reduziert werden. Wenn dies konsequent durchgeführt wird, ist keine Zunahme des Gewichtes zu befürchten. Bei großen Hündinnen kommt es sehr selten zu einer gewissen Urininkontinenz, die aber mit Medikamenten gut beeinflussbar ist. keine
OPERATION Beim Rüden: Beide Hoden werden entfernt, die Haut wird zugenäht.
Beim Kater: Beide Hoden werden entfernt, die Haut wird nicht zugenäht.
Bei der Katze: Durch einen kleinen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und die Spitze der Gebärmutter entfernt.
Bei der Hündin: Durch einen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. (Totaloperation) Männliche Tiere: ca. 1 cm des Samenleiters wird auf beiden Seiten entfernt.
Weibliche Tiere: Die Eileiter werden durchtennt und ca. 1 cm auf beiden Seiten davon entfernt
WARUM LEBEN KASTRIERTE TIERE LÄNGER
Statistisch nachgewiesen leben kastrierte Tiere im Durchschnitt etwa 1 Jahr länger als unkastrierte. Die Ursache ist für das jeweilige Geschlecht und die Tierart spezifisch.
Die längere Lebenserwartung kastrierter Rüden hat keine medizinische Ursache. Es liegt wohl daran, dass kastrierte Rüden weniger aggressiv sind und somit seltener ein Anlass für eine Euthanasie aus Verhaltensgründen besteht.
Kastrierte Kater (Freiläufer) leben deshalb länger, weil sie sich weniger oft mit Artgenossen prügeln und somit seltener an Kampfverletzungen oder an unheilbaren, beim Kämpfen übertragenen Virusinfektionen (Leukose, FIV, FIP) sterben.
Für die Hündin ist die Kastration, wenn sie früh erfolgt deshalb lebensverlängernd, weil häufige Krankheiten älterer Hündinnen (Gebärmuttervereiterungen, Geschwülste der Milchdrüsen) seltener oder nicht mehr vorkommen können.
Bundestierärztekammer fordert:
Rechtzeitige Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigänger-Katze
Katzenjammer verhindern - ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz -
durch rechtzeitige Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Freigängern und Katze im ländlichen Raum.
Das ist die ausdrückliche Empfehlung der Bundestierärztekammer.
Hinweis: Bei Tierarztkosten fällt immer noch die Mehrwertsteuer an!
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