Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=VGH%20Baden-W%FCrttemberg&Datum=08.03.2011&Aktenzeichen=10%20S%20161%2F09
Timestamp: 2019-03-18 16:45:57+00:00

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VGH Baden-Württemberg, 08.03.2011 - 10 S 161/09 - dejure.org
§ 5 Abs 1 S 1 Nr 1 BImSchG, § ... 6 Abs 1 Nr 2 BImSchG, § 19 Abs 1 BImSchG, § 1 BImSchV 4, § 2 BImSchV 4, Anh 3.7 BImSchV 4, § 3c S 2 UVPG, Anl 1 Nr 3.7.3 UVPG, Nr 4.8 TA Luft 2002, Nr 4.6.1.1 TA Luft 2002, Nr 6.7 TA Lärm 1998, § 34 Abs 3a BauGB, § 80 Abs 5 S 1 VwGO, § 80 Abs 5 S 4 VwGO, § 146 Abs 4 S 6 VwGO
Vermittlung von Drittschutz allein durch eine falsche Verfahrenswahl; Rechtmäßigkeit der Durchführung des Genehmigungsverfahrens als vereinfachtes Verfahren nach Maßgabe des § 19 Bundesimmissionsschutzgesetz ( BImSchG ); Entbehrlichkeit der Bestimmung von Immissions-Kenngrößen bei Einhaltung der Bagatellmassenströme nach der Technischen Anleitung Luft ( TA Luft ); Dispositionsbefugnis der Behörde zur Änderung des Verwaltungsakts im gerichtlichen Verfahren; Vereinbarkeit der angefochtenen Änderungsgenehmigung mit dem Gebietserhaltungsanspruch aus § 34 Abs. 2 Baugesetzbuch ( BauGB ); Zulässigkeit von Auflagen nach § 80 Abs. 5 S. 4 Verwaltungsgerichtsordnung ( VwGO ) gegenüber dem Beteiligten
Vermittlung von Drittschutz allein durch eine falsche Verfahrenswahl; Rechtmäßigkeit der Durchführung des Genehmigungsverfahrens als vereinfachtes Verfahren nach Maßgabe des § 19 Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG); Entbehrlichkeit der Bestimmung von Immissions-Kenngrößen bei Einhaltung der Bagatellmassenströme nach der Technischen Anleitung Luft (TA Luft); Dispositionsbefugnis der Behörde zur Änderung des Verwaltungsakts im gerichtlichen Verfahren; Vereinbarkeit der angefochtenen Änderungsgenehmigung mit dem Gebietserhaltungsanspruch aus § 34 Abs. 2 Baugesetzbuch (BauGB); Zulässigkeit von Auflagen nach § 80 Abs. 5 S. 4 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) gegenüber dem Beteiligten
VG Freiburg, 17.12.2008 - 2 K 1066/08
NVwZ-RR 2011, 355
Nach Ablauf der Beschwerdebegründungsfrist eintretende jedenfalls offensichtliche entscheidungserhebliche Tatsachen, Rechtsänderungen sowie neue, bislang unverschuldet nicht unterbreitete präsente Beweismittel und der diesbezügliche Vortrag der Beteiligten sind grundsätzlich berücksichtigungsfähig (…Senatsbeschluss vom 30.11.2010 - 5 S 933/10 - 2011, 186, juris Rn. 9 m.w.N.; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 - NVwZ-RR 2011, 355, juris Rn. 4 m.w.N.; a.A. VGH Baden-Württemberg…, Beschluss vom 08.06.2006 - 11 S 2135/05 - NVwZ-RR 2006, 849, juris Rn. 20).
Die Frage, wer bis zum Ergehen der Entscheidung in der Hauptsache das Risiko der Herbeiführung vollendeter Tatsachen tragen muss, bestimmt sich vielmehr in erster Linie nach dem materiellen Recht, also den Erfolgsaussichten des Rechtsbehelfs in der Hauptsache (…BVerfG, Beschl. v. 1.10.2008 a.a.O.; VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 8.3.2011 - 10 S 161/09 -NVwZ-RR 2011, 355).
Ein Drittbetroffener kann die Durchführung eines vereinfachten Verfahrens nach § 19 BImSchG statt des förmlichen Verfahrens nach § 10 BImSchG nach in der Rechtsprechung ganz herrschender Auffassung grundsätzlich nicht als Verletzung eigener Rechte geltend machen (Bestätigung von Senatsbeschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 - NVwZ-RR 2011, 355).
Kann mithin nicht von einem prinzipiellen prozessualen Vorrang des einen Genehmigungsbescheid anfechtenden Dritten ausgegangen werden, so ist die Frage, wer bis zur Hauptsachentscheidung das Risiko der Herbeiführung vollendeter Tatsachen tragen muss, primär nach dem materiellen Recht zu beantworten, also nach der Erfolgsaussicht des Hauptsacherechtsbehelfs (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 01.10.2008 - 1 BvR 2466/08 - NVwZ 2009, 240, m.w.N.; Senatsbeschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 - NVwZ-RR 2011, 355;… Schoch, Vorläufiger Rechtsschutz und Risikoverteilung im Verwaltungsrecht, 1988, S. 1003 ff.).
9 2.1.1 Ein Drittbetroffener kann die Durchführung eines vereinfachten Verfahrens nach § 19 BImSchG statt des förmlichen Verfahrens nach § 10 BImSchG nach in der Rechtsprechung ganz herrschender Auffassung grundsätzlich nicht als Verletzung eigener Rechte geltend machen (vgl. Senatsbeschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 - a.a.O.; OVG Rheinland-Pfalz, Urteile vom 07.10.2009 - 1 A 10872/07 - juris, insoweit bestätigt durch BVerwG, Beschluss vom 29.12.2010 - 7 B 6.10 - UPR 2011, 230; sowie vom 29.10.2008 - 1 A 11330/07 - DVBl. 2009, 390 mit eingehender Begründung und zahlreichen Nachweisen, insbesondere auch zur Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, sowie zur teilweise anderen Auffassung in der Literatur;… a.A. etwa Jarass, BImSchG, 10. Aufl., § 19 Rn 22, § 10 Rn 133, 136 m.w.N. zum Streitstand).
Der Senat teilt die Auffassung, dass mit der Novellierung, was die standortbezogene Vorprüfung angeht, das bisher geltende Recht nicht geändert, sondern lediglich klarer formuliert worden ist (vgl. etwa zur gestuften Prüfung bereits Schink, NVwZ 2004, 1182, 1188;… Sangenstedt in Landmann/Rohmer, Umweltrecht, § 3c UVPG Rn. 34 f.;… Bunge in Storm/Bunge, Handbuch der Umweltverträglichkeitsprüfung, § 3c UVPG Rn. 85; ferner z. B. Senatsbeschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 - juris Rn. 17; BayVGH…, Beschluss vom 10.12.2015 a. a. O. Rn. 41; VG Freiburg…, Beschluss vom 05.02.2016 a. a. O. Rn. 100).
Die Frage, wer bis zum Ergehen der Entscheidung in der Hauptsache das Risiko der Herbeiführung vollendeter Tatsachen tragen muss, bestimmt sich vielmehr in erster Linie nach dem materiellen Recht, also den Erfolgsaussichten des Rechtsbehelfs in der Hauptsache (…BVerfG, Beschl. v. 1.10.2008, a.a.O.;… VGH Bad.-Württ., Beschl. v. 23.2.2016, a.a.O.; Beschl. v. 8.3.2011 - 10 S 161/09 - NVwZ-RR 2011, 355).
Die Frage, wer hier bis zur Hauptsacheentscheidung das Risiko der Herbeiführung vollendeter Tatsachen tragen muss, bestimmt sich danach nach dem materiellen Recht, also der Erfolgsaussicht des Hauptsacherechtsbehelfs (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 01.10.2008 - 1 BvR 2466/08 -, NVwZ 2009, 240; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 23.02.2016 - 3 S 2225/15 -, juris Rn.12; Beschluss vom 08.03.2011 - 10 S 161/09 -, juris Rn.5).

References: § 5
 § 19
 § 1
 § 2
 § 3
 § 34
 § 80
 § 80
 § 146
 § 19
 § 34
 § 80
 § 19
 § 34
 § 80
 § 19
 § 10
 § 19
 § 10
 § 19
 § 10
 § 3
 § 3