Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=L%2017%20U%20298/17
Timestamp: 2019-10-14 02:43:10+00:00

Document:
LSG Bayern, 03.01.2018 - L 17 U 298/17 - dejure.org
https://dejure.org/2018,1606
LSG Bayern, 03.01.2018 - L 17 U 298/17 (https://dejure.org/2018,1606)
LSG Bayern, Entscheidung vom 03.01.2018 - L 17 U 298/17 (https://dejure.org/2018,1606)
LSG Bayern, Entscheidung vom 03. Januar 2018 - L 17 U 298/17 (https://dejure.org/2018,1606)
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SGG § 64, § 65a, § 67, § 73 Abs. 6 S. 6, § 151 Abs. 1; ZPO § 85 Abs. 2
Keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach Versäumung der Berufungsfrist wegen fehlgeschlagener Übermittlung eines Berufungsschriftsatzes über das besondere elektronische Anwaltspostfach
Anerkennung von Gesundheitsstörungen als Berufskrankheit; Versäumung der Berufungsfrist; Übermittlung elektronischer Dokumente; Wirksame Ausgangskontrolle
§ 65a SGG, § 67 SGG, § 151 SGG
Keine Wiedereinsetzung: "Anfangsschwierigkeiten mit beA" zählen nicht
Wiedereinsetzung bei fehlgeschlagener Übermittlung der Berufungsschrift über beA? (IBR 2018, 428)
Wiedereinsetzung bei fehlgeschlagener Übermittlung der Berufungsschrift über beA? (IMR 2018, 309)
SG Würzburg, 31.08.2017 - S 5 U 209/15
LSG Bayern, 12.03.2018 - L 17 U 309/17
NJW-RR 2018, 1453
MMR 2018, 628
AnwBl 2018, 421
AnwBl Online 2018, 655
(c) Die anwaltlichen Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit der Übermittlung von fristgebundenen Schriftsätzen im Wege des elektronischen Rechtsverkehrs per beA entsprechen denen bei Übersendung von Schriftsätzen per Telefax (Bayerisches LSG 3. Januar 2018 - L 17 U 298/17 - Rn. 16; vgl. zum elektronischen Rechtsverkehr OVG Rheinland-Pfalz 27. August 2007 - 2 A 10492/07 - Rn. 24) .
Bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt hätte der Prozessbevollmächtigte der Beklagten das für die Berufungseinlegung per beA zuständige Personal jedoch dahingehend belehren müssen, dass bei Übermittlung von Daten per beA stets der Erhalt der Eingangsbestätigung zu kontrollieren ist, und er hätte diesbezüglich zumindest stichprobenweise Überprüfungen durchführen müssen (vgl. Bayerisches LSG 3. Januar 2018 - L 17 U 298/17 - Rn. 14) .
Elektronischer Rechtsverkehr; Versäumung der Berufungsfrist; Wiedereinsetzung in …
Für den erfolgreichen Abschluss des auf elektronischem Wege erfolgenden Schriftverkehrs sind dementsprechend Erhalt und ordnungsgemäße Kontrolle der Eingangsbestätigung unabdingbar (Bayerisches Landessozialgericht, Beschluss vom 03. Januar 2018 - L 17 U 298/17 -, Rn. 12, juris).
Gerade im Fall von Anfangsschwierigkeiten bei der Nutzung des beA, muss der Prozessbevollmächtigte eine erhöhte Sorgfalt an den Tag legen, wie z.B. durch besondere Hinweise an seine Beschäftigten auf gewissenhafte Kontrolle des Zugangs von Eingangsbestätigungen bei der Nutzung des beA, um trotzdem die fristgerechte Einlegung von Schriftsätzen zu gewährleisten (so auch Bayerisches Landessozialgericht 03. Januar 2018 - L 17 U 298/17 - Rn. 16, juris).
Ihr Ausbleiben muss den Rechtsanwalt zur Überprüfung und ggf. zur erneuten Übermittlung veranlassen (vgl. BAG, Beschl. v. 07.08.2019 - 5 AZB 16/19 -, juris, RdNr. 20, BayLSG, Beschl. v. 03.01.2018 - L 17 U 298/17 -, juris, RdNr. 12; HessVGH, Beschl. v. 26.09.2017 - 5 A 1193/17 -, juris, RdNr. 22;… OVG RP, Urt. v. 27.08.2007 - 2 A 10492/07 -, juris, RdNr. 24).
Die dagegen eingelegte Berufung verwarf der Senat mit Beschluss vom 03.01.2018, L 17 U 298/17, als unzulässig.

References: § 64
 § 65
 § 67
 § 73
 § 151
 § 85

§ 65
 § 67
 § 151