Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=26.08.2010&Aktenzeichen=3%20C%2035.09
Timestamp: 2018-02-21 16:56:25+00:00

Document:
BVerwG, 26.08.2010 - 3 C 35.09 - dejure.org
GG Art. 33 Abs. 4, 34; ÖLG § 3
Amtshaftung; Staatshaftung; Amtsträger; Beliehener; Verwaltungshelfer; hoheitliche Aufgaben; hoheitliche Befugnisse; Rückgriff; Rückgriffsbeschränkung; Haftungsbeschränkung; Gesetzesvorbehalt; wesentliche Modalitäten einer Beleihung; Kontrollbehörde; Kontrollstelle; Öko-Landbau
Amtshaftung; Staatshaftung; Amtsträger; Beliehener; Verwaltungshelfer; hoheitliche Aufgaben; hoheitliche Befugnisse; Rückgriff; Rückgriffsbeschränkung; Haftungsbeschränkung; Gesetzesvorbehalt; wesentliche Modalitäten einer Beleihung; Kontrollbehörde; Kontrollstelle; Öko-Landbau.
Art 33 Abs 4 GG, Art 34 S 1 GG, Art 34 S 2 GG, § 2 Abs 3 ÖLG 2009, § 3 ÖLG 2009
Kontrollstelle im ökologischen Landbau; Beliehener; Staatshaftung; Beschränkung des Haftungsrückgriffs; Gesetzesvorbehalt; wesentliche Modalitäten einer Beleihung
Staatlicher Rückgriff auf als Amtsträger im haftungsrechtlichen Sinne hoheitlich tätig werdende Private im Innenverhältnis durch eine gesetzliche oder vertragliche Regelung oder durch Verwaltungsakt außerhalb der Rückgriffsmöglichkeiten des Art. 34 S. 2 GG - Erfordernis einer gesetzlichen Grundlage mit Ausgestaltung der haftungsrechtlichen Modalitäten hinsichtlich der Zulässigkeit eines Haftungsrückgriffs auch bei einfacher Fahrlässigkeit bei einer Beleihung eines Privaten - Ausgleichsanspruch einer Kontrollstelle im ökologischen Landbau bei Ersatzleistungen für Schädigungen Dritter i.R. der Wahrnehmung der ihr anvertrauten hoheitlichen Aufgaben
Staatlicher Rückgriff auf als Amtsträger im haftungsrechtlichen Sinne hoheitlich tätig werdende Private im Innenverhältnis durch eine gesetzliche oder vertragliche Regelung oder durch Verwaltungsakt außerhalb der Rückgriffsmöglichkeiten des Art. 34 S. 2 GG; Erfordernis einer gesetzlichen Grundlage mit Ausgestaltung der haftungsrechtlichen Modalitäten hinsichtlich der Zulässigkeit eines Haftungsrückgriffs auch bei einfacher Fahrlässigkeit bei einer Beleihung eines Privaten; Ausgleichsanspruch einer Kontrollstelle im ökologischen Landbau bei Ersatzleistungen für Schädigungen Dritter i.R. der Wahrnehmung der ihr anvertrauten hoheitlichen Aufgaben
Der private, nichtbeliehene Amtsträger
Staatlicher Haftungsrückgriff gegen Öko-Kontrollstelle nur auf gesetzlicher Grundlage
Die Beschränkung der persönlichen Haftung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit findet auf Private, auch wenn sie als Beliehene tätig werden, grundsätzlich keine Anwendung
Voraussetzungen der Beleihung
Staatlicher Haftungsrückgriff gegen Öko-Kontrollstelle nur auf gesetzlicher Grundlage - Staat muss bei Wahrnehmung von Hoheitsaufgaben durch private Kontrollstellen Haftungsverteilung regeln
Art. 33 Abs. 4, Art. 34 GG
Staatlicher Haftungsrückgriff bei der Amtshaftung
Kurznachricht zu "Die Beleihung: (K)ein unbekanntes Wesen?" von MinR Günther Kiefer, original erschienen in: NVwZ 2011, 1300 - 1303.
Kurznachricht zu "Der Regress des Staates beim beliehenen Unternehmer - Anwendbarkeit der Grundsätze zum verwaltungsrechtlichen Schuldverhältnis -" von Wiss. Mit. Armin von Weschpfennig, original erschienen in: DVBl 2011, 1137 - 1145.
VG München - 18 K 07.4763
BVerwG, 25.09.2009 - 3 B 43.09
BVerwG, 23.09.2010 - 3 C 35.09
BVerwGE 137, 377
NVwZ 2011, 368
DVBl 2010, 1434
DÖV 2010, 1027
Der Übergang von der Anfechtungs- zur Fortsetzungsfeststellungsklage ist keine Klageänderung im Sinne des § 91 VwGO (§ 173 VwGO i.V.m. § 264 Nr. 3 ZPO) und deshalb auch in der Revisionsinstanz noch zulässig (stRspr;… z.B. BVerwG, Urteile vom 10. April 1997 - 2 C 38.95 - Buchholz 236.1 § 3 SG Nr. 16 S. 34 und vom 26. August 2010 - 3 C 35.09 - BVerwGE 137, 377 Rn. 24, jeweils m.w.N.).
Das Revisionsgericht darf jedoch den Inhalt des umstrittenen Verwaltungsakts selbst auslegen, sofern es hierzu - wie im vorliegenden Fall - keiner neuen Tatsachenermittlungen bedarf, die über den aus den Akten ersichtlichen Wortlaut des Verwaltungsakts hinausgehen (Urteil vom 26. August 2010 - BVerwG 3 C 35.09 - BVerwGE 137, 377 Rn. 13 = Buchholz 11 Art. 34 GG Nr. 5 Rn. 13).
Das hat sicherlich disziplinierende Wirkung, auch wenn dieser Effekt nicht das hauptsächliche Ziel der Regelung ist (zur Zwecksetzung der Vorschrift vgl. Urteil vom 26. August 2010 - BVerwG 3 C 35.09 - BVerwGE 137, 377 Rn. 22 m.w.N. = Buchholz 11 Art. 34 GG Nr. 5).
Zum anderen wird dadurch der Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber dem Bediensteten Rechnung getragen (vgl. nur Senat, Urteil vom 14. Oktober 2004 - III ZR 169/04, BGHZ 161, 6, 13 und BVerwG, NVwZ 2011, 368 Rn. 22, jeweils zu Art. 34 Satz 2 GG;… siehe auch Reich, Beamtenstatusgesetz, 2. Aufl., § 48 Rn. 2 f).
Der Übergang von der Anfechtungs- zur Fortsetzungsfeststellungsklage ist keine Klageänderung im Sinne des § 91 VwGO (§ 173 VwGO i.V.m. § 264 Nr. 3 ZPO) und deshalb auch in der Revisionsinstanz noch zulässig (stRspr, z.B. BVerwG, Urteile vom 26. August 2010 - 3 C 35.09 - NVwZ 2011, 368 Rn. 10 …und vom 20. November 2014 - 3 C 25.13 - NVwZ 2015, 749 Rn. 11).
Die Wahrnehmung hoheitlicher Befugnisse durch Private bedarf aber einer Beleihung, das heißt einer Übertragung dieser Befugnis durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes (vgl. BVerwG…, Beschluss vom 17.11.2015 - 9 B 21.15 -, juris Rn. 13, m.w.N.; näher BVerwG, Urteil vom 26.08.2010 - 3 C 35.09 -, BVerwGE 137, 377 = juris Rn. 24 ff.; zum Begriff der Beleihung Senatsurteil vom 26.03.2015 - 9 S 516/14 -, VBlBW 2015, 479).
Eine Beleihung mit der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben ist nicht erfolgt und mangels der erforderlichen gesetzlichen Grundlage (vgl. BVerwG, U. v. 26.08.2010 - 3 C 35.09 -, DVBl. 2010, 1434 m.w.N) nicht möglich.
24 a) Der freiheitsentziehende Maßregelvollzug nach §§ 63, 64 StGB in einer privaten Einrichtung wie derjenigen der Klägerin bedarf als Ausübung öffentlicher Gewalt durch Private einer besonderen, am Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG orientierten gesetzlichen Grundlage (BVerwG vom 26.8.2010 - 3 C 35.09 BVerwGE 137, 377 RdNr. 24; BVerfG vom 18.1.2012 - 2 BvR 133/10 NJW 2012, 1563 RdNr. 176; allgemein ferner Schulze-Fielitz in Dreier, Grundgesetz, 2.Auflage 2006, RdNr. 126 zu Art. 20).
OVG Sachsen-Anhalt, 01.06.2011 - 3 M 298/11
Antrag einer Bietergemeinschaft auf vorläufige Fortführung des Rettungsdienstes …
Selbst wenn man für die Erbringung von Rettungsdienstleistungen das Bestehen eines öffentlich-rechtlichen Auftragsverhältnisses als erforderlich ansieht, ist wie auch in anderen Rechtsgebieten das Entstehen eines öffentlich-rechtlichen Auftragsverhältnisses an einen konstitutiven staatlichen Akt gebunden, hier die Erteilung der Genehmigung nach § 11 RettDG LSA (…vgl. zur Anerkennung von Prüfingenieuren: VGH Mannheim, Urt. v. 30.01.2003 - 5 S 492/01 -, juris; zur Beleihung: BVerwG, Urt. v. 26.08.2010 - 3 C 35.09 -, NVwZ 2011, 368).
Zum anderen wird dadurch der Fürsorgepflicht des Dienstherrn gegenüber dem Bediensteten Rechnung getragen (vgl. nur BGH, Urteil vom 14. Oktober 2004 - III ZR 169/04, BGHZ 161, 6, 13 und BVerwG, NVwZ 2011, 368 Rn. 22, jeweils zu Art. 34 Satz 2 GG;… siehe auch Reich, Beamtenstatusgesetz, 2. Aufl., § 48 Rn. 2 f).
VGH Bayern, 01.06.2017 - 20 B 16.2241
Kostenbescheid für Quarantäne von Hunden und Katzen im Tierheim eines privaten …
VG München, 11.02.2014 - M 3 K 12.3507
Entlassung aus der Schule; Bedrohung eines Mitschülers; Taschenmesser mit 8 cm …

References: Art. 33
 § 3
 § 2
 § 3
 Art. 34
 Art. 34

Art. 33
 Art. 34
 § 91
 § 264
 § 3
 Art. 34
 Art. 34
 Art. 34
 § 48
 § 91
 § 264
 Art. 33
 Art. 20
 § 11
 Art. 34
 § 48