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Timestamp: 2017-11-21 17:35:53+00:00

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Das handelsrechtliche Wahlrecht zur Aktivierung von Entwicklungskosten | Hausarbeiten publizieren
Das handelsrechtliche Wahlrecht zur Aktivierung von Entwicklungskosten
Eine Analyse der Vorteilhaftigkeit
1.3 Forschungsfrage
2 Darstellung des handelsrechtlichen Wahlrechts zur Aktivierung von Entwicklungskosten
2.2 Änderungen durch das BilMoG
2.3 Immaterielle Vermögensgegenstände
2.4 Aktivierung von Entwicklungskosten
3 Analyse der Vorteilhaftigkeit
3.1 Verbesserung der Außendarstellung
3.2 Steigerung des Informationsgehalts
3.3 Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen
3.4 Gläubigerschutz
3.5 Ansatzstetigkeit
3.6 Abgrenzung von Forschungs- und Entwicklungskosten
3.7 Zeitpunkt der Aktivierung
Die Entwicklung Deutschlands weg von einer Produktions- hin zu einer Innovationsgesellschaft hat zu einer wachsenden Bedeutung immaterieller Vermögensgegenstände geführt.[1] Bis zur Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) galt jedoch für immaterielle Vermögensgegenstände, die selbst erstellt wurden, ein handelsrechtliches Aktivierungsverbot. Durch das BilMoG wurde der entsprechende § 248 HGB neugefasst. Aus dem Aktivierungsverbot wurde ein eingeschränktes Aktivierungswahlrecht. Diese Änderung sollte also der Tatsache Rechnung tragen, dass in Deutschland innovationsorientierte Unternehmen zusehends an Bedeutung gewinnen.[2]
Die Ausübung dieses Wahlrechts ist für Unternehmen allerdings nicht nur vorteilhaft, sondern auch mit Nachteilen verbunden, sodass teilweise auf die Ausübung des Wahlrechts verzichtet wird.[3]
Ziel dieser Arbeit ist es, einen kurzen Überblick über das Aktivierungswahlrecht für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände zu geben und die damit verbundenen Vor- und Nachteile aufzuzeigen. Darüber hinaus sollen die sich daraus für Unternehmen ergebenden Chancen und Risiken aufgezeigt und analysiert werden, um zu klären, welche Beweggründe Unternehmen haben könnten, um auf das Aktivierungswahlrecht zu verzichten.
Welche Chancen und Risiken sind mit dem Gebrauch des Aktivierungswahlrechts für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände verbunden?
Zunächst erfolgt in Kapitel 2 eine Darstellung des handelsrechtlichen Wahlrechts zur Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände. Neben einem kurzen Überblick werden die Änderungen des BilMoGs aufgezeigt und immaterielle Vermögensgegenstände definiert. Zusätzlich wird erläutert, wie Entwicklungskosten aktiviert werden können und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
Darauf aufbauend werden in Kapitel 3 ausgewählte Aspekte in Bezug auf ihre Vorteilhaftigkeit beleuchtet.
Die Arbeit schließt in Kapitel 4 mit einem Fazit ab.
Kaufleute sind i.d.R. gemäß § 242 HGB Abs. 1 S. 1 verpflichtet, zu Beginn eines Handelsgewerbes sowie zum Ende eines jeden Geschäftsjahres eine Bilanz aufzustellen, die das Verhältnis von Vermögen und Schulden darstellt. Die Vermögensgegenstände werden auf der Aktivseite, die Schulden auf der Passivseite einer Bilanz aufgeführt. Werden Vermögensgegenstände als Aktivposten in der Bilanz ausgewiesen, spricht man deshalb auch von der Aktivierung von Vermögensgegenständen.[4] Das Vollständigkeitsprinzip nach § 246 Abs. 1 S. 1 HGB fordert, dass ein Jahresabschluss u.a. alle Vermögensgegenstände enthält, soweit das Gesetz nicht etwas anderes bestimmt.[5] Dieser Satz impliziert, dass es nicht nur Aktivierungspflichten, sondern auch –verbote und –wahlrechte gibt.[6]
2009 wurde mit der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) das deutsche Bilanzrecht reformiert. Mit dem BilMoG traten umfassende Änderungen ein, die sowohl den Einzelabschluss als auch den Konzernabschluss betreffen.[7] Eine wesentliche Neuerung war die Änderung des bis dahin geltenden Aktivierungsverbotes für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände in ein Aktivierungswahlrecht. Gemäß der neuen Fassung des § 248 Abs. 2 S. 1 HGB ist es Unternehmen nun erlaubt, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens zu aktivieren.[8] Für immaterielle Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens gilt nach wie vor eine Aktivierungspflicht. Ob diese selbst erstellt oder erworben sind, ist dabei nicht von Belang.[9]
Mit dieser Änderung möchte der Gesetzgeber dem Wandel von einer Produktions- hin zu einer Innovationsgesellschaft Rechnung tragen. Allerdings dürfen nicht sämtliche selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände aktiviert werden.[10] Ausgenommen von der Aktivierung sind laut § 248 Abs. 2 S. 2 HGB selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten oder vergleichbare immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens. Hier gilt weiterhin ein Aktivierungsverbot, da bei den genannten immateriellen Vermögensgegenständen die Herstellungskosten nicht nur den genannten Vermögensgegenständen zugerechnet werden könnten, sondern auch dem Geschäfts- oder Firmenwert. Es mangelt also an einer eindeutigen Zuordnung.[11]
Was unter immateriellen Vermögensgegenständen zu verstehen ist, ist leider nicht im HGB definiert. § 266 Abs. 2a S. 1 HGB zeigt aber, was unter immaterielle Vermögensgegenstände fällt. So zählen zum einen selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten zu den immateriellen Vermögensgegenständen. Zum anderen werden auch der Geschäfts- oder Firmenwert sowie geleistete Anzahlungen als immaterielle Vermögensgegenstände verstanden. Von einem Vermögensgegenstand ist auszugehen, wenn dieser selbstständig bewertbar und verkehrsfähig ist. Für die Verkehrsfähigkeit ist es allerdings schon ausreichend, wenn der Vermögensgegenstand gemeinsam mit dem Unternehmen übertragbar ist.[12] Bei immateriellen Vermögensgegenstände handelt es sich also um ‚körperlose‘ Werte und Rechte. Dies können zum Beispiel Patente, eine Schankkonzession oder eine entwickelte Software sein.[13]
§ 248 Abs. 2 S. 1 HGB beschreibt lediglich die Möglichkeit immaterielle Vermögensgegenstände als Aktivposten in die Bilanz aufzunehmen. Mit welchem Wert diese anzusetzen sind, ist hingegen in § 253 Abs. 1 S. 1 HGB geregelt. Demnach sind immaterielle Vermögensgegenstände maximal mit den Herstellungskosten anzusetzen. Die Herstellungskosten eines selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstandes sind gemäß § 255 Abs. 2a HGB dessen Entwicklungskosten. Diese sind strikt von den Forschungskosten zu unterscheiden, für die ein Aktivierungsverbot gilt. Im Gegensatz zu den Entwicklungskosten müssen diese stets als Aufwand verbucht werden. Aus diesem Grund findet sich in §255 Abs. 2a HGB eine Legaldefinition von Forschung und Entwicklung.[14] Demnach ist Forschung die „eigenständige und planmäßige Suche nach neuen wissenschaftlichen oder technischen Erkenntnissen oder Erfahrungen allgemeiner Art, über deren technische Verwertbarkeit und wirtschaftliche Erfolgsaussichten grundsätzlich keine Aussagen gemacht werden können“. Werden diese oder andere Erkenntnisse angewandt, um Produkte oder Techniken neu- bzw. weiterzuentwickeln, spricht man von Entwicklung. Es ist also zwingende Voraussetzung Forschungs- und Entwicklungskosten voneinander zu trennen. Ist keine eindeutige Trennung von Forschung und Entwicklung möglich, gilt ein Aktivierungsverbot.[15]
Ist diese Voraussetzung erfüllt und hat sich das Unternehmen dazu entschieden, vom Aktivierungswahlrecht Gebrauch zu machen, ergeben sich daraus weitere Konsequenzen, die es zu beachten gilt.
Für die Höhe der aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände gilt gemäß § 268 Abs. 8 HGB eine Ausschüttungssperre, es sei denn, es handelt sich um eine Personengesellschaft, die mindestens einen Gesellschafter hat, welcher persönlich haftet.[16] Diese Vorkehrung entspricht dem Vorsichtsprinzip und soll dem Gläubigerschutz dienen. Gewinne dürfen demnach nur so weit an die Anteilseigner ausgezahlt werden, dass die Gewinnrücklage nach Abzug eines Verlustvortrages und Hinzurechnen eines Gewinnvortrages mindestens dem Wert der aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände abzüglich der dafür gebildeten passiven latenten Steuern entspricht.[17]
Darüber hinaus sind Unternehmen, die vom Wahlrecht Gebrauch machen, gemäß § 285 Nr. 22 HGB dazu verpflichtet im Anhang die Gesamtkosten der Forschung und Entwicklung des Wirtschaftsjahres anzugeben. Zusätzlich muss der Anteil an den Gesamtkosten angegeben werden, der auf die selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entfällt.[18] Kleine Kapitalgesellschaften können gemäß § 288 Abs. 1 HGB darauf verzichten.
Mit Einführung des BilMoG erfolgte auch die Einführung der Ansatzstetigkeit ins HGB, welche sich insbesondere auf Wahlrechte bezieht. Nach § 246 Abs. 3 HGB sollen einmal gewählte Ansatzmethoden fortgeführt werden.[19]
In Ermangelung besonderer Regelungen sind auch selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände wie alle Gegenstände des Anlagevermögens nach § 253 HGB über ihre Nutzungsdauer abzuschreiben. Die Nutzungsdauer zu bestimmen erfordert Prognosefähigkeiten des bilanzierenden Unternehmens. So kann beispielsweise die rechtliche Dauer von Schutzrechten nur als Maximum angesehen werden, die tatsächliche Nutzungsdauer ist i.d.R. kürzer.[20]
[1] Vgl. Fink/Zeyer (2012), S. 4.
[2] Vgl. Bieg et al. (2009), S. 45.
[3] Vgl. Eierle/Wencki (2014), S. 1029f.
[4] Vgl. Zimmermann/Fries/Hoch (2003), S. 9f.
[5] Vgl. Grefe (2009), S. 81.
[6] Vgl. Wöltje (2011), S. 21.
[7] Vgl. Hahn (2009), S. 1 ff.
[8] Vgl. Rößler (2012), S. 42.
[9] Vgl. Hahn (2009), S. 21.
[10] Vgl. Drucksache 16/10067 (2008), S. 49f.
[11] Vgl. Drucksache 16/10067 (2008), S. 50.
[12] Vgl. Noodt (2013), § 246 Rz. 5.
[13] Vgl. von Sicherer, S. 36.
[14] Vgl. Müller (2010), S. 7.
[15] Vgl. Hahn (2009), S. 23f.
[16] Vgl. Tanski (2011), S. 114ff.
[17] Vgl. BT Drucksache 16/10067 (2008) S. 50.
[18] Vgl. Bieg et al. (2009), S. 158.
[19] Vgl. Grefe (2009), S. 45.
[20] Vgl. Laubach/Kraus/Bornhofen (2009), S. 23
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Iserlohn
Nadine Hardt
V304301
9783668028708
9783668028715
wahlrecht aktivierung entwicklungskosten eine analyse vorteilhaftigkeit
Nadine Hardt, 2014, Das handelsrechtliche Wahlrecht zur Aktivierung von Entwicklungskosten, München, GRIN Verlag, http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/304301.html
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References: § 248
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 § 248
 § 248
 § 266

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 § 253
 § 255
 §255
 § 268
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 § 246
 § 253
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