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Timestamp: 2019-07-16 17:37:22+00:00

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BGH, 15.03.2006 - XII ZR 30/04 - dejure.org
https://dejure.org/2006,32
BGH, 15.03.2006 - XII ZR 30/04 (https://dejure.org/2006,32)
BGH, Entscheidung vom 15.03.2006 - XII ZR 30/04 (https://dejure.org/2006,32)
BGH, Entscheidung vom 15. März 2006 - XII ZR 30/04 (https://dejure.org/2006,32)
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Bemessung des Selbstbehalts bei einem Anspruch auf Trennungsunterhalt oder nachehelichen Ehegattenunterhalt; Festsetzung des Ehegattenselbstbehalts anhand eines Betrags zwischen dem angemessenen und dem notwendigen Selbstbehalt; Berücksichtigung von fiktiven Einkünften bei der Unterhaltsberechnung im Wege der Differenz- oder Additionsmethode; Bedarfsbemessung nach dem Grundsatz der gleichmäßigen Teilhabe
Trennungsunterhalt: Bemessung des Selbstbehalts; Ermittlung des Unterhaltsbedarfs
Bemessung des Selbstbehalt beim Trennungsunterhalt; Familienrecht
BGH erhöht den Selbstbehalt beim Trennungsunterhalt - Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige ohne Kinder steigt um über 100,- EUR
Zusammenfassung von "Die ehelichen Lebensverhältnisse und der eheangemessene Selbstbehalt" von RiOLG a.D. Dr. Peter Gerhardt, original erschienen in: FamRB 2006, 210 - 214.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.03.2006, Az.: XII ZR 30/04 (Selbstbehalt beim Ehegattenunterhalt/ Leistungsfähigkeit)" von VorsRiOLG Dr. Jürgen Soyka, original erschienen in: FuR 2006, 266 - 270.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.03.2006, Az.: XII ZR 30/04 (Selbstbehalt gegenüber Trennungs- bzw. nachehelichem Unterhalt)" von Helmut Borth, original erschienen in: FamRZ 2006, 852 - 853.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 15.03.2006, Az.: XII ZR 30/04 (Selbstbehalt gegenüber einem Anspruch auf Trennungsunterhalt oder nachehelichen Ehegattenunterhalt ...)" von RiOLG Dr. Helmut Büttner, original erschienen in: FamRZ 2006, 765 - 766.
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 15.03.2006, Az.: XII ZR 30/04 (Bemessung des Ehegattenselbstbehalts)" von RiOLG Heinrich Schürmann, original erschienen in: FF 2006, 191 - 194.
Zusammenfassung von "Die Bereinigung des Nettoeinkommens beim Ehegattenunterhalt nach der geänderten Rechtsprechung des BGH" von Vors. RiOLG i. R. Dr. Peter Gerhardt, original erschienen in: FamRZ 2007, 945 - 949.
Zusammenfassung von "Der Abschied vom Stichtagsprinzip - was bleibt von den ehelichen Lebensverhältnissen?" von RiOLG Heinrich Schürmann, original erschienen in: NJW 2006, 2301 - 2304.
AG Mülheim/Ruhr, 24.06.2003 - 28 F 112/02
OLG Düsseldorf, 14.01.2004 - 8 UF 174/03
In der fachwissenschaftlichen Literatur hat die neue Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Auslegung des § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB teilweise Zustimmung (…Gerhardt, FamRZ 2007, S. 945 ;… Gutdeutsch, FamRZ 2010, S. 1874 ;… Kemper, FuR 2009, S. 372 ;… Klinkhammer, FF 2009, S. 140 ), vielfach aber auch Kritik erfahren (Borth, FamRZ 2006, S. 852 ;… Brudermüller, FF 2010, S. 134 ;… Graba, FamRZ 2010, S. 1131 ;… Griesche, FPR 2008, S. 63 ;… Maurer, FamRZ 2008, S. 1985 ; Norpoth, FamRZ 2009, 23 ;… Soyka, FuR 2010, S. 305 ;… Weber-Monecke, in: Münchner Kommentar zum BGB, 5. Aufl. 2010, § 1361 Rn. 14 f.).
Das gilt in gleicher Weise für einen neuen Ehegatten (vgl. auch Senatsurteil BGHZ 166, 351, 362 = FamRZ 2006, 683, 686).
Eine weitere Unterhaltspflicht, die den Unterhaltsbedarf eines vorrangig Unterhaltsberechtigten nicht beeinflussen würde, würde zwangsläufig gegen den Halbteilungsgrundsatz verstoßen (vgl. Senatsurteil BGHZ 166, 351, 362 f. = FamRZ 2006, 683, 686).
Ließe man dies unberücksichtigt, erhielte die Beklagte höheren Unterhalt, als dem Kläger selbst von seinem Einkommen verbliebe, was mit dem Halbteilungsgrundsatz nicht vereinbar wäre (vgl. Senatsurteil BGHZ 166, 351, 360 ff. = FamRZ 2006, 683, 685 f.).
Dieser Grundsatz gebietet es bei der Bedarfsermittlung nur eines unterhaltsberechtigten Ehegatten, dem Unterhaltspflichtigen einen die Hälfte seines verteilungsfähigen Einkommens sogar maßvoll übersteigenden Betrag anrechnungsfrei zu belassen (Senatsurteil BGHZ 166, 351, 362 f. = FamRZ 2006, 683, 686).
Sollte das Einkommen des Klägers dann nicht ausreichen, neben dem vorrangigen Unterhaltsanspruch des minderjährigen Kindes unter Wahrung des Ehegattenselbstbehalts (vgl. insoweit BGHZ 166, 351, 356 ff. = FamRZ 2006, 683, 684 f.) die im Wege der "Drittelmethode" errechneten Unterhaltsansprüche der neuen Ehefrau des Klägers und der Beklagten abzudecken, würde sich der Anspruch der Beklagten bis auf die verbleibende Leistungsfähigkeit reduzieren, wenn nicht schon eine Befristung dieses Anspruchs nach § 1578 b BGB in Betracht kommt.
Dabei ist es ihm nicht verwehrt, sich an Erfahrungs- und Richtwerte anzulehnen, sofern nicht im Einzelfall besondere Umstände eine Abweichung gebieten (Senatsurteil BGHZ 166, 351, 356 = FamRZ 2006, 683, 684).
Die finanzielle Leistungsfähigkeit endet spätestens dort, wo der Unterhaltspflichtige nicht mehr in der Lage ist, seine eigene Existenz zu sichern (BGHZ 166, 351, 356 = FamRZ 2006, 683, 684; vgl. dazu auch den Sechsten Existenzminimumbericht der Bundesregierung BT-Drucks. 16/3265).
Nichts anderes kann für sonstige Änderungen der maßgeblichen Verhältnisse gelten, wenn sich dadurch das dem Unterhaltspflichtigen verfügbare Einkommen vermindert (vgl. schon BGHZ 166, 351, 361 f. = FamRZ 2006, 683, 685 f.).
Entscheidend ist aber, wie der Senat in seiner neueren Rechtsprechung wiederholt betont hat, dass dem Recht des nachehelichen Unterhalts keine Lebensstandardgarantie entnommen werden kann (vgl. Senatsurteile vom 14. November 2007 - XII ZR 16/07 - FamRZ 2008, 134, 135; BGHZ 171, 206 = FamRZ 2007, 793, 795; BGHZ 166, 351, 361 f. = FamRZ 2006, 683, 685 f.; BGHZ 153, 358, 364 f. = FamRZ 2003, 590, 591 f.).
Auch in solchen Fällen wäre es verfehlt, die Unterhaltspflicht für das neu hinzu gekommene Kind bei der Bemessung des Ehegattenunterhalts unberücksichtigt zu lassen, was dazu führen könnte, dass der Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten das dem Unterhaltspflichtigen für den eigenen Unterhalt verbleibende Einkommen übersteigen würde, was nur im Rahmen des Selbstbehalts korrigiert werden könnte (vgl. insoweit Senatsurteil BGHZ 166, 351 = FamRZ 2006, 683, 685 f.).
Die finanzielle Leistungsfähigkeit endet spätestens dort, wo der Unterhaltspflichtige nicht mehr in der Lage ist, seine eigene Existenz zu sichern (BGHZ 166, 351, 356 = FamRZ 2006, 683, 684; vgl. dazu auch den 6. Existenzminimumbericht der Bundesregierung BT-Drucks. 16/3265).
Soweit der Senat in seiner Rechtsprechung zur Dreiteilung bei der Bedarfsbemessung davon abgewichen war, weil es dessen nach dieser Systematik nicht mehr bedurfte (Senatsurteil BGHZ 166, 351 = FamRZ 2006, 683 Rn. 20 ff.), hält er daran nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht fest.
Erst wenn für den Unterhaltspflichtigen die Untergrenze seines eigenen angemessenen Selbstbehalts erreicht ist (Senatsurteil BGHZ 166, 351 = FamRZ 2006, 683 Rn. 16 ff.) und somit ein absoluter Mangelfall vorliegt, wirkt sich dies allein auf den Unterhalt der Berechtigten aus (…vgl. Wendl/Gutdeutsch Das Unterhaltsrecht in der familienrichterlichen Praxis 8. Aufl. § 5 Rn. 1).
Der Kläger verfügt über Einkünfte, die auch im Rahmen der Leistungsfähigkeit nach Abzug des um das hälftige Kindergeld herabgesetzten Mindestunterhalts für beide Kinder (…vgl. insoweit Senatsurteile vom 2. Juni 2010 - XII ZR 160/08 - FamRZ 2010, 1318 Rn. 28 f. …und vom 27. Mai 2009 - XII ZR 78/08 - FamRZ 2009, 1300 Rn. 48 ff.;… vgl. auch BVerfG FamRZ 2011, 1490 Rn. 32 ff.) den Mindestbetrag seines angemessenen Selbstbehalts, der in der Rechtsprechung der Oberlandesgerichte bis Ende 2010 mit 1.000 EUR bemessen wurde und seitdem 1.050 EUR beträgt (vgl. insoweit Senatsurteil BGHZ 166, 351 = FamRZ 2006, 683, 684 f.), übersteigen.
Das Oberlandesgericht hat diesen mit dem sogenannten Ehegattenselbstbehalt (vgl. Senatsurteil BGHZ 166, 351 = FamRZ 2006, 683, 685 f.) bemessen und hat sich hierfür auf eine insoweit dem Trennungsunterhalt vergleichbare Situation berufen (ebenso OLG Düsseldorf NJW 2002, 1353; OLG Köln FamRZ 2010, 2076; OLG Celle FamRB 2016, 133).
Gegenüber dem nachehelichen Unterhalt und dem Unterhalt wegen Betreuung eines nichtehelich geborenen Kindes nach § 1615 l BGB beträgt der Selbstbehalt regelmäßig 1.000 EUR (BGHZ 166, 351, 156 = FamRZ 2006, 683, 684).
OLG Koblenz, 23.12.2008 - 11 UF 519/08
Volljährigenunterhalt: Bedarf eines Studenten; Studiengebühren als Mehrbedarf; …
OLG Koblenz, 04.01.2007 - 11 WF 1200/06
Berechnung des nachehelichen Unterhalts: Verbleib nur des notwendigen …
OLG Zweibrücken, 28.07.2006 - 2 UF 249/05
Familiensache: Maß des nachehelichen Unterhalts bei Beförderung des …
BGH, 17.01.2007 - XII ZA 37/06
OLG Köln, 15.08.2006 - 4 UF 19/06
Höhe des Selbstbehaltes bei Ehegattenunterhalt
BGH, 17.01.2007 - XII ZA 42/06
OLG Celle, 17.11.2006 - 12 UF 59/06
Berücksichtigung des Gewerkschaftsbeitrags des Unterhaltsverpflichteten beim …
OLG Brandenburg, 12.09.2006 - 10 UF 96/06
Prozessvergleich: Abänderung eines Vergleichs über nachehelichen Unterhalt
OLG Zweibrücken, 04.05.2007 - 2 UF 103/06
Reichweite eines Verzichts auf nachehelichen Unterhalt
OLG Bamberg, 04.01.2007 - 2 UF 203/06
Reduzierung des Selbstbehalts im Mangelfall
OLG Düsseldorf, 08.11.2006 - 8 UF 117/06
OLG Hamm, 01.08.2006 - 7 WF 113/06
OLG Düsseldorf, 23.06.2006 - 3 UF 270/05
Bestimmung des Selbstbehalts des unterhaltspflichtigen Ehegatten; Begrenzung der …
OLG Hamm, 16.01.2007 - 8 WF 369/06
Zweistufige Unterhaltsberechnung bei Zusammentreffen von Kindes- und …
OLG Düsseldorf, 03.05.2006 - 1 WF 259/05
OLG Braunschweig, 03.08.2006 - 1 UF 83/06
Selbstbehalt der getrennt lebenden Ehefrau; Betreuungsbonus des betreuenden …
OLG Karlsruhe, 05.12.2006 - 16 WF 194/06
Familiensache: Selbstbehalt beim Trennungsunterhalt

References: BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 1578
 § 1361
 § 1578
 § 5
 § 1615