Source: https://issuu.com/retter.tv/docs/rdj-04-2011
Timestamp: 2017-03-29 22:21:56+00:00

Document:
Rettungsdienst Journal Ausgabe 04/2011 by PDV Inter-Media Venture GmbH - issuu
K 8337 F - ISSN 0178-2193 – 30. Jahrgang 04-2011
Rechtliche Grundlagen der Schweigepflicht - Teil 2
Expertenrunde „Novellierung RettAssG“ beim BMG aufgelöst
Neue Gerichtsentscheidung zur Vergütung von RettAssPraktikanten
Änderungen zum Versicherungsschutz für Mitglieder des BVRD
Seit 01.07.2010 gilt:
Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht des Vereins und deren Mitglieder aus der Betätigung im Interesse und für
die Zwecke des versicherten Vereins.
2.000.000 Euro für Personenschäden • 500.000 Euro für Sachschäden • 100.000 Euro für Vermögensschäden
(bis max. das 3-fache pro Versicherungsjahr)
Im Rahmen der Vereinshaftpflicht gelten auch Ausstellungen / Messen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind mitversichert.
a) Universal-Straf-Rechtsschutz:
Mitversichert sind Ordnungswidrigkeiten, fahrlässig und vorsätzlich begehbare Straftaten bezüglich der beruflichen
Tätigkeit. z.B. Abwehr einer Anzeige wegen dem Vorwurf der "Unterlassenen Hilfeleistung" oder
"Körperverletzung".
b) Arbeitnehmerrechtsschutz:
Versichert sind Verbandsmitglieder als natürliche Personen, also Rettungssanitäter /- assistenten in ihrer Funktion als
- Arbeitsrechtsschutz (SB 500 Euro) (z.B. für arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen mit Arbeitgebern)
- Sozialgerichtsrechtsschutz (für alle gerichtlichen Streitigkeiten mit gesetzlichen Sozialversicherungsträgern (BG, KV,
Rentenvers.)
c) Fahrer-Rechtsschutz:
Versichert sind Verbandsmitglieder als Führer eines Motorfahrzeuges im Einsatz als Rettungssanitäter / -assistent.
(z.B. für die Geltendmachung von erlittenem Schaden nach einem Verkehrsunfall im Rettungseinsatz
{Schmerzensgeld})
(z.B. Wiedererlangung der Fahrerlaubnis)
(z.B. Körperverletzung, nach einem Verkehrsunfall im Rettungseinsatz)
Verfahrenskosten bis 250.000 Euro • Strafkaution bis 100.000 Euro
Diensthaftpflicht für das Rettungspersonal
Umfang der Dienst-Haftpflichtversicherung
Die Dienst-HV schützt die Mitglieder vor Rückgriffs- und Haftungsansprüchen des Dienstherrn bei Schäden in
Ausübung ihrer Tätigkeit als Rettungssanitäter und Rettungsassistent.
Deckungssummen pro Versicherungsfall:
2 Mio. für Personenschäden, 1 Mio. bei Sach- und Vermögensschäden.
- Geräte- und Geräte-Regress-HV:
d.h. schützt vor Haftpflicht- u. Regressansprüchen aus Schäden durch den dienstlichen Umgang mit
Geräten des Dienstherrn (an und durch diese Geräte) bis max. 10.000 Euro.
- Dienstfahrzeug-Regress-HV
d.h. schützt vor Haftpflicht- u. Regressansprüchen des Dienstherrn bei Schäden an und durch Kfz,
Wasser- oder Schienenfahrzeugen des Dienstherrn bei Dienstfahrten. (bis max. 100.000 Euro)
- Abhandenkommen von persönlichen Ausrüstungsgegenständen (bis 500 Euro)
- Schüsselschäden (außer Tresor- u. Möbelschlüsseln) bis 50.000 Euro.
- Auslandsschäden bei dienstlichen Reisen bis 1 Jahr
Generell gilt eine Selbstbeteiligung von 200 Euro pro Schadenfall für Sach- und Vermögensschäden.
Eine Unfallversicherung existiert seit 2005 nicht mehr.
Text: Versicherungsbüro Eberlein, Frensdorf
Rettungsdienst Journal 04-2011
Liebe Leserinnen und Leser, ein Jahreswechsel gibt immer Anlass sich Gedanken zum ausklingenden Jahr
sowie zur Zukunft zu machen. Auch im Vorstand des BVRD haben wir dies getan.
Auf dem diesjährigen Rettungsdienstsymposium in Hohenroda (Hessen) formulierte der Teilnehmer einer
Podiumsdiskussion zum Thema Berufspolitik: „Rettungsdienst muss in der Gesellschaft als sexy betrachtet
werden, um genügend Berufsnachwuchs zu bekommen!“ Sind denn die Berufe des Rettungsassistenten
und des Rettungssanitäters wirklich so unattraktiv?
Die Probleme rund um den Rettungsdienst sind vielfältig und Lösungen kommen nur schleppend voran.
Da ist zum einen das Rettungsassistentengesetz (RettAssG), welches seit Jahren vor der zwingend notwendigen Novellierung steht. Die Expertengruppe hat ihre Arbeit abgeschlossen und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will im Frühjahr 2012 einen Referentenentwurf vorlegen. Allerdings ist u.a. die
zentrale Frage der Finanzierung einer dreijährigen Ausbildung bisher nicht geklärt. Es bleibt abzuwarten,
wie der Entwurf aussehen wird.
Ebenso gab es in diesem Jahr wieder eine Initiative den Rettungsdienst als „eigenständige Position“ in das
Sozialgesetzbuch zu schreiben. Diesmal traf die Initiatve auf deutlich mehr Resonanz als in den Vorjahren.
Leider erteilte, trotz breiter Rückendeckung vieler Gewichtiger, der Bundesgesundheitsminister im
November der Initiaive eine sehr deutliche Absage: „Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass eine
Trennung von Rettung und Transport ausgabentreibende Effekte in diesem – ohnehin von überproportionalen Zuwächsen geprägten – Ausgabensegment haben dürfte. Zu erwarten wäre ein erheblicher zusätzlicher Bürokratieaufwand durch gesonderte Regelungen, Verträge, Abrechnungen und Vorhaltekosten.
Gegen die gesonderte Verankerung einer neuen Leistung „Notfallrettung“ im Fünften Sozialgesetzbuch
(SGB V) spricht daher auch, dass der Rettungsdienst als Teil der Daseinsfürsorge von den Ländern zu regeln
und zu finanzieren ist.“
Ein weiteres Thema des ausklingenden Jahres sind Ausschreibungen und Rekommunalisierung. Wenn man
die einschlägigen Foren im Internet durchsieht, trifft man dort auf vielfältige Meinungen und
Betrachtungen aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln. Neben Pro und Contra lässt sich jedoch eines mit
Sicherheit feststellen: Die Rettungsdienstlandschaft ist in Bewegung! Ein Wandel? Aber wohin geht die
Derzeit stellt man einen deutlichen Bedarf an Fachpersonal im Rettungsdienst fest. Andererseits ist eine
„Abwanderung“ von Rettungsfachpersonal in die nicht originären Bereiche, nämlich u.a. in Kliniken, zu
beobachten. Mit lukrativen Angeboten wird um Rettungsassistenten für eine Tätigkeit in interdisziplinären Notaufnahmen und OPs geworben. Nachwuchssorgen bei Leistungserbringern im Rettungsdienst
machen sich breit und in manchen Teilen der Republik ist ein Mangel an Notärzten erkennbar.
Dies führt uns zu unserer Eingangsfrage zurück: Sind denn die Berufe des Rettungsassistenten und des
Rettungssanitäters wirklich so unattraktiv? "Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer
zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie
die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer." [Antoine de Saint-Exupery] Ist es nicht das, was uns als
Rettungsfachpersonal einst zu diesem „Beruf“ gebracht hat? Die Basis unseres Tun und Handeln? Der innere Antrieb mit der Motivation anderen Menschen in Not zu helfen und Gutes zu tun? Vielfältigkeit der
Aufgaben und Hilfeleistungen prägen diese Tätigkeiten und machen sie zu dem was unser tagtägliches
Handeln ist und in der Öffentlichkeit Wahrnehmung findet. Das stetige Bemühungen das Beste zu geben
und gleichzeitig auf dem neusten Stand der Medizin zu sein sind das Fundament unserer täglichen Arbeit
am und für den Patienten. Eine Tätigkeit, die zweifelsohne nicht immer die Annerkennung und das Lob
erhält, welche sie verdient. Der BVRD wird weiter daran arbeiten, dass die Berufe im Rettungsdienst und
die Berufsangehörigen das Ansehen bekommen, das sie verdienen.
Der Vorstand des BVRD wünscht Ihnen einen guten Start in das Jahr 2012!
INHALTSVERZEICHNIS RDJ 04-2011
BVRD Intern
Änderung des Versicherungsschutzes für Mitglieder
Arbeit der „Expertengruppe RettAssG-Novellierung“ beim
Bundesgesundheitsministerium beendet
RettAssG-Novelierung und Hintergründe im Überblick
Arbeit der „Expertengruppe
RettAssG-Novellierung“ beim
Thomas Hochstein:
Neue Gerichtsentscheidung zur Vergütung von
RettAss-Praktikanten
Ausbildung und Tätigkeit von Einsatzkräften des
Rettungsdienstes und der Feuerwehr im Fokus der
Schweigepflicht - Teil 2
DRF-Luftrettung entscheidet sich für Eurocopter 145 T2
Neues Rettungsfahrzeug im Rettungsdienst Spital Bülach
Einsatzfahrzeuge aus Dänemark und Schweden
Neuer RTW im Rettungsdienst
Neues NEF bei Mittelstädt
Sanitätsschule Nord trainiert mit MEDUMAT Transport
Neuerscheinung Bücher:
Straßenverkehrsrecht für Feuerwehr und THW von G. Nadler
Band 4: Berufskunde und Einsatztaktik
Pschyrembel – Klinisches Wörterbuch 2012
Medizinisches Wörterbuch für Rettungsdienst,
Notfallmedizin und Flugambulanz
Entstehung und Entwicklung von Notarztdiensten
Der DRK-Krankentransport 1943 – 1945
Das Titelfoto stammt von Arno Bachert (pixelio.de)
Einsatzfahrzeuge aus Dänemark
Arbeit der „Expertengruppe RettAssG-Novellierung“
beim Bundesgesundheitsministerium beendet
Die „Expertengruppe RettAssG-Novellierung“ beim Bundesgesundheitsministerium, die von
Januar 2008 an Vorarbeiten für eine Novellierung des RettAssG leisten sollte, wurde nach
Erledigung des Arbeitsauftrages vor kurzem aufgelöst. In diesem Beitrag sollen Einblicke in
die Arbeit dieses Gremiums gegeben werden.
Im Rahmen der Vorarbeiten für eine Novellierung des Rettungsassistentengesetzes hatte das
Bundesministerium für Gesundheit zum Januar
2008 eine Expertengruppe einberufen, die
Vorarbeiten für einen Referentenentwurf leisten sollte. Konkreter Arbeitsauftrag war die
Erarbeitung einer Ausbildungszielbeschreibung, die Klärung möglicher Kompetenzen, die
Erarbeitung künftiger Ausbildungsinhalte sowie die Klärung von Fragen zur Finanzierung
einer dreijährigen Ausbildung.
Im März 2009 wurde die von einer Arbeitsgruppe erarbeitete Ausbildungszielbeschreibung vom Plenum angenommen. Im November
2010 wurde die anschließend erarbeitete Vorlage für eine neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung verabschiedet. Vor kurzem wurde nun
eine Aufstellung der Kosten für eine dreijährige
Ausbildung zum Rettungsassistenten vorgelegt.
Der Expertengruppe gehörten neben Beamten
des Bundesgesundheitsministeriums und Ministerialbeamten aus den Bundesländern unter
anderem Vertreter der Berufsverbände der
Rettungsassistenten sowie der ärztlichen Seite
an. Vom Berufsverband für den Rettungsdienst
e.V. (BVRD) wurde Dr. Gerhard Nadler aus
München in die Expertengruppe berufen. Für
den Deutschen Berufsverband Rettungsdienst
e.V (DBRD) wechselten sich dort Ingo Kolmorgen (Kiel) und Marco König (Hamburg) ab. Die
Bundesarbeitsgemeinschaft der Notärzte in
Deutschland e.V. (BAND) war in diesem Gremium bis Frühjahr 2009 durch den im Herbst 2010
verstorbenen Dr. Detlef Blumenberg und ab Juli
2009 durch Prof. Peter Sefrin aus Würzburg vertreten. Die spezifischen Belange der Feuerwehr
wurden zunächst durch Ingo Sobania und ab
Juli 2009 durch Claus-Dieter Plog (Feuerwehr
Hamburg), ferner durch Prof. Alex Lechleuth-
ner (ÄLRD Köln), eingebracht. Die wesentliche
Arbeit wurde in Arbeitsgruppen geleistet,
denen jeweils eine Auswahl von Personen aus
der Expertengruppe angehörte.
Mit Erfüllung des letzten Arbeitsauftrages im
Oktober wurde die Expertengruppe vom
Bundesgesundheitsministerium offiziell zum
31. Oktober 2011 aufgelöst. Nun ist das Ministerium am Zug auf Grundlage der Vorarbeiten
der Expertengruppe einen sog. Referentenentwurf für ein neues Rettungsassistentengesetz
Im folgenden sollen Einblicke in die Arbeit dieser Expertengruppe gegeben und zwei
Ergebnisse dargestellt werden.
Auf der Sitzung vom 31. März 2009 konnte sich
die Expertengruppe auf eine Formulierung zur
Ausbildungszielbeschreibung für ein neues
Rettungsassistentengesetz einigen. Diese
Formulierung war vor allem zwischen den Vertretern der Rettungsassistenten, also den
Berufsverbänden, sowie den Vertretern der
Hilfsorganisationen einerseits und den VertreDas Bonner Dienstgebäude des BMG: Hier tagten
die Expertengruppe und die Arbeitsgruppen
tern der Ärzteschaft andererseits längere Zeit
der „Streitpunkt“. Dagegen war man sich über
die notwendigen Fähigkeiten, die der künftige
Rettungsassistent in der Ausbildung vermittelt
bekommen soll, im großen und ganzen längst
einig. Die Formulierung dieses Paragraphen
war deshalb ein Streitpunkt, weil er in rechtlicher Hinsicht durchaus Bedeutung für die Kompetenz des Rettungsassistenten hat.
Zu den seit Jahren diskutierten „Kompetenzen“
enthält die Ausbildungszielbeschreibung – im
wesentlichen und allgemein formuliert – folgende Regelungen:
Die vom ÄLRD dem RettAss übertragenen notfallmedizinischen Maßnahmen, dazu
soll auch die Applikation von Medikamenten
gehören, können vom RettAss eigenständig
Abgesehen davon kann der RettAss bis
zum Eintreffen des Notarztes alle Maßnahmen
durchführen, die er erlernt hat und die er beherrscht, sofern sie notwendig sind um Lebensgefahr oder schwere gesundheitliche Schäden
Eine Einigung auf diese Ausbildungszielbeschreibung wurde durch die gemeinsame
Haltung von BVRD, DBRD, ASB, DRK, JUH MHD,
ver.di sowie den Vertretern aus den Länderministerien möglich; die Vertreter der Ärzteschaft stimmten schließlich, wenn auch „zähneknirschend“, zu. Der Arbeitsgruppe, die die
ganz überwiegende Arbeit geleistet hatte, gehörten Dr. Detlef Blumenberg (BAND), Prof.
Alex Lechleuthner (ÄLRD) und Dr. Gerhard
Nadler (BVRD) sowie zwei Beamte aus dem
Bundesgesundheitsministerium an.
Am 8. Juli 2009 trat die Expertengruppe, nun in
etwas veränderter Zusammensetzung, im
Bonner Dienstgebäude des Bundesgesundheitsministeriums wieder zusammen, um sich dem
nächsten Aspekt zuzuwenden. Gegenstand dieser „zweiten Runde“ war die Erarbeitung und
Abstimmung von Ausbildungsstrukturen und
Ausbildungsinhalten einer neuen RettAssAusbildung. Im Rahmen dieser Sitzung konnte
man sich bereits auf das Verhältnis von
Ausbildung an der Berufsfachschule und praktische Ausbildung verständigen.
Zur konkreten Erarbeitung von Ausbildungsinhalten wurde aus dem Kreis der Mitglieder der
Expertengruppe eine Arbeitsgruppe gebildet,
die sich am 8. September im Ministerium zu
ihrer ersten Arbeitssitzung traf. Mitglieder dieser Arbeitsgruppe, deren Bezug zur beruflichen
Bildung ist in Klammern angegeben, waren: I.
Kolmorgen (Schulleiter / AgRD), R. Kuhnke (Bereichsleiter RD-Ausbildung JUH Akademie
Münster), Prof. A. Lechleuthner (ÄLRD Köln), St.
Leibinger (Schulleiter ASB-Schulen Bayern), Dr.
G. Nadler (RettAss und Erziehungs- u. Sozialwissenschaftler), C. Plog (Fachbereichsleiter
RettAss-Ausbildung Feuerwehr Hamburg), Dr.
G. Scherer (ÄLRD Rheinhessen), Prof. P. Sefrin
(Notfallmediziner und Vorstandsmitglied
BAND) und M. Schwab (Schulleiter DRKLandesschule Baden-Württemberg). Die Leitung dieser Arbeitsgruppe oblag zwei Beamtinnen des Bundesgesundheitsministeriums.
Bereits kurze Zeit nach Aufnahme der Arbeit
zeigte sich, daß man in der Arbeitsgruppe sehr
unterschiedliche Vorstellungen hatte. Die
Vorgabe von Seite des Ministeriums war eine
Ausbildungsordnung analog der „Anlage 1 zur
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung Krankenpflege von 2003“ zu erarbeiten. Dieser
Ansatz wurde vor allem von ärztlicher Seite
positiv aufgenommen. Die Vorstellung war
anfangs die „Ausbildungsordnung Krankenpflege“ als Vorlage zu nehmen und nur „umzuschreiben“. Von Seite der Schulleiter der
RettAss-Schulen der Hilfsorganisationen wurde
zunächst versucht eine Ausbildungsordnung,
die den „lernfeldorientierten Ansatz“ abbildet,
durchzusetzen. Dieser Ansatz wurde aber vor
allem vom BVRD-Experten „für die Ausbildung
von Gesundheitsfachpersonal, das selbständig
Patienten versorgen muß“, als für nicht geeignet gehalten. Die Arbeitsgruppenmitglieder
von AgRD und BVRD sowie der DBRD sprachen
sich mehrfach für einen „kompetenzorientierten Ansatz“ aus, brachten ihre Bedenken im
April 2010 nochmals in einem offiziellen
Schreiben zum Ausdruck, boten aber gleichzeitig ein weiteres konstruktives Mitwirken hinsichtlich dem vom Ministerium vorgegebenen
„themenkomplexorientierten Ansatz“ an. Die
im November 2011 verabschiedete Vorlage entspricht dem vom Ministerium favorisierten
Text: RDJ-Redaktion
Erste fundierte Kritik am RettAssG
Eine erste fundierte Kritik am RettAssG von 1989 sowie erste konkrete Forderungen bezüglich der
Notwendigkeit einer Novellierung des Gesetzes war auf den folgenden Fachtagungen zu vernehmen:
Symposium „RettAssG – Bilanz und Ausblicke“ des BVRD
vom 3. bis 4. November 1995 in Baunatal
Interdisziplinärer Workshop „Rettungsdienstpersonal 2000“
des ANR am 1. Dezember 1995 in München
Workshop „7 Jahre Rettungsassistentengesetz – Kritische Bestandsaufnahme“
vom 17. bis 20. Oktober 1996 auf Schloß Reisensburg bei Günzburg
Bei der öffentlichen Anhörung des federführenden Parlamentsausschusses zum Gesetzesentwurf vom
März 1987 wurden von zahlreichen Sachverständigen erhebliche Bedenken zu diversen Regelungen
im Gesetzesentwurf geäußert. Trotzdem blieb es bei diesen Regelungen, da die Hilfsorganisationen
und auch die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände (Deutscher Städtetag u.a.) die
ansonsten wahrscheinlichen Strukturveränderungen im Rettungsdienst nicht hinnehmen wollten. Die
Funktionäre der Hilfsorganisationen wollten damals ein Gesetz, das auch dem engagierten
Ehrenamtlichen die Ausbildung zum Rettungsassistenten ermöglicht.
Initiativen zur Novellierung
Die ersten offiziellen Sondierungsgespräche im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zwischen
Vertretern von Bund und Ländern sowie den Hilfsorganisationen und anderen beteiligten Verbänden
fanden schließlich am 2. und 3. März 2004 in Bonn statt. Der BVRD war bei diesen Gesprächen durch
den Autor dieses Textes vertreten. Das BMG bekundete im Anschluß an die Gespräche, man werde
baldmöglichst mit den Arbeiten an einem Referentenentwurf für ein neues RettAssG beginnen. Am
30. November teilte das BMG dem BVRD auf Anfrage folgendes mit: „Das BMG ist der Auffassung,
daß das RettAssG einer Novellierung bedarf. Die Erarbeitung eines Referentenentwurfes mußte aber
aufgrund einer anderen Prioritätensetzung zurückgestellt werden.“ Um dem Ministerium und der
Politik aufzuzeigen, inwieweit unter den beteiligten Verbänden hinsichtlich einer Novellierung des
RettAssG (politische) Einigkeit besteht, wurde von einer ad hoc – Arbeitsgruppe der Ständigen
Konferenz für den Rettungsdienst beim DRK-Generalsekretariat, unter Beteiligung des BVRD, von Juli
2004 bis Januar 2005 das sog. „Eckpunktepapier“ zur RettAssG-Novellierung erarbeitet und dem BMG
vorgelegt. Trotzdem wurde das BMG in dieser Angelegenheit bis Herbst 2007 nicht aktiv.
Die Arbeiten im BMG für ein neues RettAssG wurden schließlich durch zwei Bundestagsbeschlüsse im
Herbst 2007 angestoßen (vgl. RDJ 2 / 2007, S. 28 - 34 sowie RDJ 3-4 / 2007, S. 11 - 13). Daß sich der
Deutsche Bundestag im Laufe des Jahres 2007 überhaupt mit dem RettAssG befaßte, war das Ergebnis
der diesbezüglichen parlamentarischen Aktivitäten des Bundestagsabgeordneten Jens Ackermann,
der selbst Rettungsassistent ist.
Text: Dr. Gerhard Nadler
Dies ist der zweite Teil des in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift begonnenen Beitrags zu den
(straf-) rechtlichen Grundlagen der medizinischen Schweigepflicht. Nachdem sich der erste Teil mit
dem der Kreis der Schweigepflichtigen und dem (grundsätzlich weitreichenden) Umfang der
Schweigepflicht beschäftigte, werden nunmehr die Ausnahmen von der Schweigepflicht behandelt,
also die Fälle, in denen auf Wunsch oder im Interesse des Patienten, aber auch gegen seinen Willen
Auskünfte an Dritte gegeben werden dürfen oder sogar müssen.
Wann darf man trotz Schweigepflicht
Es gibt denkbare Fälle, in denen man trotz bestehender Schweigepflicht dennoch Auskunft über
bestimmte Sachverhalte, die dieser Schweigepflicht unterliegen, geben darf oder gar geben
muss. Diese kann man grob in zwei Gruppen einteilen: einmal solche, in denen diese Auskunft im
- mutmaßlichen - Interesse des Patienten liegt (der
Helfer also durch den ungeschriebenen Rechtfertigungsgrund der - mutmaßlichen - Einwilligung
gerechtfertigt ist und nicht rechtswidrig handelt;
hierbei handelt es sich streng genommen nicht
um einen "Bruch" der Schweigepflicht, sondern
eher um einen Verzicht, eine Entbindung seitens
des Patienten), und zum anderen solche Fälle, bei
denen die Schweigepflicht und mit ihr der dahinterstehende Anspruch des Patienten auf Schutz
der Privat- und Intimsphäre hinter anderen,
höherwertigen Rechtsgütern zurückstehen muss
(der Helfer also durch § 34 StGB, den rechtfertigenden Notstand, gerechtfertigt ist).
Einfach gelagert ist der Fall, wenn der Patient den
Helfer ausdrücklich von der Schweigepflicht entbindet; dann (und soweit wie diese Entbindung
reicht) besteht kein Anlass mehr, Auskünfte zu
unterlassen. Zugleich entfällt das Zeugnisverweigerungsrecht im Strafprozess. Dabei ist der
berufsmäßige Helfer des Arztes von einer
mitbetroffen, da seine eigene Verpflichtung zur
Verschwiegenheit sich von der des Arztes ableitet.
Wenn sich also - wie häufig - im Zivil- oder Strafprozess der Patient als Geschädigter (oder vielleicht auch einmal als Angeklagter) von der
Aussage des behandelnden Personals Vorteile
erhofft, wird er sie von ihrer Schweigepflicht entbinden, damit sie diese Aussage machen können.
Eine solche Entbindung muss nicht ausdrücklich
oder in einer bestimmten Form geschehen, sondern kann auch konkludent, das heißt durch
schlüssiges Handeln (sozusagen stillschweigend)
vorgenommen werden, wenn beispielsweise der
Patient darum bittet, Angehörige von seiner
Einlieferung ins Krankenhaus zu verständigen,
oder wenn er durch sein Verhalten deutlich
macht, dass er an einer Information seiner Angehörigen über seinen Gesundheitszustand, das
Transportziel etc. interessiert ist (also die übliche
Sachlage beim Eintritt eines Notfalls im häuslichen Bereich: um den Patienten bemühen sich
Angehörige, die natürlich über die vermutliche
Art der Erkrankung, deren Gefährlichkeit, notwendige Maßnahmen und über das Zielkrankenhaus informiert werden möchten, was - ohne dass
über diesen Sachverhalt groß gesprochen würde auch dem Wunsch des Patienten selbst entspricht).
Auch wenn es um die Voranmeldung in der Klinik
und um die Übergabe des Patienten an weiterbehandelndes Personal geht (bspw. seitens des
Rettungsdienstpersonals an den Notarzt oder
durch diesen an den aufnehmenden Arzt des
Krankenhauses), wird man davon ausgehen können, dass der Patient hinsichtlich der für seine
weitere Behandlung relevanten Informationen
bereits durch die Verständigung des Rettungsdienstes und durch seinen Willen, sich behandeln
zu lassen und dazu auch gegebenenfalls in die
Obhut eines Krankenhauses zu begeben, dieser
Informationsweitergabe zugestimmt hat. (Diese
Zustimmung wird sich dabei aber nicht auf
Kenntnisse beziehen, die das Rettungsdienstpersonal im Rahmen des Einsatzes gewonnen hat, die
aber für die Weiterbehandlung nicht relevant
sind, bspw. über die Lebensumstände des Patienten oder die Tatsache, dass er gemeinsam mit seiner Geliebten in der ehelichen Wohnung angetroffen wurde.)
Hinsichtlich des Straftatbestandes der "Verletzung von Privatgeheimnissen" wirkt die Entbindung von der Schweigepflicht als rechtfertigende
Einwilligung, die das (eigentlich tatbestandsmäßige) Handeln rechtmäßig macht und eine
Strafbarkeit ausschließt.
Letztlich genauso liegt der Fall, wenn der Patient
nicht in der Lage ist, seine Einwilligung zu äußern,
weil er bspw. bewusstlos ist. Hier kommt es darauf
an, ob nach Berücksichtigung aller Umstände, die
durch das Rettungsteam erkannt wurden und
erkennbar waren, davon auszugehen ist, dass der
Patient eingewilligt (also die Helfer von der
Schweigepflicht entbunden) hätte, wenn er denn
nur könnte. Dabei lässt sich in der Regel auf allgemeine Überlegungen, was ein vernünftiger
Mensch in der Situation des Betroffenen wollen
würde, zurückgreifen, es sei denn, es gibt Grund
zu der Annahme, dass der Patient insoweit anders
entschieden hätte, wenn man ihn fragen könnte.
So wird man bspw. bei der Einlieferung eines
Bewusstlosen ins Krankenhaus davon ausgehen
können, dass ihm an einer Verständigung seiner
Angehörigen und erforderlichenfalls auch an
einer Verständigung der Polizei zur Ermittlung
dieser gelegen wäre, und dass er auch gegen eine
qualifizierte Übergabe an das Personal der
Notaufnahme keine Einwände hat. Gleiches gilt
auch für Opfer von Straftaten, die in der Regel die
Verständigung der Polizei wünschen werden;
ganz im Gegenteil natürlich zum mutmaßlichen
Täter, wenn es dieser ist, der medizinischer Hilfe
bedurfte. Schließlich wird man auch bei einer hilflosen Person, die sich in einer für sie gefährlichen
Lage befindet, aber - derzeit - keiner medizinischen Hilfe bedarf, davon ausgehen dürfen, dass
sie mit einer Verständigung geeigneter anderer
Hilfskräfte einverstanden ist: so beim sich selbst
gefährdenden Betrunkenen mit der Verständigung Angehöriger oder der Polizei zur Ingewahrsamnahme.
In Zweifelsfällen sollte das nichtärztliche Personal
die Entscheidung darüber, ob von einer Einwilligung des Patienten, also einer Entbindung von
der Schweigepflicht, auszugehen ist, dem Arzt
überlassen, da ihn die originäre Verpflichtung zur
Verschwiegenheit trifft und die Schweigepflicht
des Assistenzpersonal nur eine abgeleitete ist.
Bild: Sascha Sebastian_pixelio.de
„Bruch“ der Schweigepflicht
Ein Bruch der Schweigepflicht, also die Erteilung
einer Auskunft über einen der Schweigepflicht
unterliegenden Sachverhalt gegen den (mutmaßlichen) Willen des Patienten, kommt nur dann in
Betracht, wenn der Schweigepflicht andere, vorrangige Pflichten gegenüberstehen, weil bei ihrer
Einhaltung höherrangige Rechtsgüter wie bspw.
Gesundheit oder Leben Dritter in Gefahr sind, und
wenn gerade der Bruch der Schweigepflicht ein
geeignetes Mittel zur Abwendung dieser Gefahr
darstellt. Erforderlich ist hier das Bestehen einer
gegenwärtigen, anders nicht abwendbaren Gefahr für Leben, Gesundheit oder Eigentum eines
anderen Menschen (Notstandslage, § 34 StGB).
Das bloße Strafverfolgungsinteresse des Staates
überwiegt hingegen den Anspruch des Patienten
auf Schutz der Privat- und Intimsphäre nicht. Das
ergibt sich auch schon daraus, dass in der
Strafprozessordnung Regelungen über ein Zeugnisverweigerungsrecht des Arztes und seiner
berufsmäßigen Helfer vorhanden sind (siehe dazu
den ersten Teil des Beitrags im RDJ 2+3/2011);
hätte die Strafverfolgung Vorrang vor den Interessen des Patienten, so gäbe es diese Vorschriften gar nicht, oder es wären Ausnahmeregelungen für besonders schwere Straftaten vorgesehen.
Das bedeutet: ein Bruch der Schweigepflicht
bspw. durch die Verständigung der Polizei oder
Aussagen gegenüber den Ermittlungsbehörden
(ohne eine Entbindung von der Schweigepflicht
durch den Patienten!) kommt nur in Betracht, um
zukünftige (schwere) Straftaten zu verhindern,
nicht aber, um den Täter bereits begangener
Straftaten zu überführen. Anders liegt der Fall
nur dann, wenn entweder die Tat noch fortwirkt,
also zusätzliche Schädigungen zu befürchten sind,
oder wenn sich aus der begangenen Tat Anhaltspunkte für eine Wiederholungsgefahr ergeben.
Dies ist sowohl bei schweren Straftaten aus dem
Bereich der Gewalt- und Sexualdelikte der Fall,
aus denen sich Hinweise auf ein hohes Aggressionspotential des Täters oder triebhaftes Verhalten ergeben, wie auch bei typischerweise wiederholt begangenen Delikten wie Kindesmisshandlung oder -missbrauch.
Auch und gerade hier sollte aber die Entscheidung über einen Bruch der Schweigepflicht wiederum dem Arzt überlassen werden; die berufsmäßigen Helfer des Arztes sind hier an seine
Entscheidung gebunden. Für den Fall einer
Aussage im gerichtlichen Verfahren ist das ausdrücklich in den entsprechenden Regelungen der
jeweiligen Prozessordnung festgehalten. Soweit
Zweifel verbleiben, ob bspw. eine Anzeige zu
Lasten des Patienten gerechtfertigt ist, ist es ggf.
empfehlenswert, zuvor rechtlichen Rat einzuholen.
Der Vollständigkeit halber sei noch angeführt,
dass auch zur Wahrung eigener Interessen des
Rettungsdienstpersonals ein Bruch der Schweigepflicht gerechtfertigt sein kann, wenn bspw.
gegen strafrechtliche Verfolgung oder (Schadensersatz-)Ansprüche des Patienten keine andere
Gegenwehr möglich ist. Denn um sich gegen
unberechtigte Vorwürfe bspw. hinsichtlich einer
Fehlbehandlung verteidigen zu können, wird es
in der Regel unumgänglich sein, den wahren
Sachverhalt zu schildern und ggf. auch unter Zuhilfenahme von Dokumentationsunterlagen zu
belegen, was auch Auskunft über von der
Schweigepflicht umfasste Sachverhalte umfassen
Soweit im übrigen Auskunftspflichten gesetzlich
geregelt sind (bspw. Meldepflichten hinsichtlich
gefährlicher Erkrankungen an die Gesundheitsbehörden, hinsichtlich Geburten oder bzgl.
Todesfällen etc. pp.) besteht nicht nur ein Recht
des medizinischen Personals, diese Auskunft trotz
Schweigepflicht zu erteilen, sondern eine Verpflichtung. Dazu gehört nach herrschender Ansicht auch die prozessuale Aussagepflicht vor
Gericht, soweit der Schweigepflichtige ausnahmsweise kein Zeugnisverweigerungsrecht hat.
Auskünfte an die Strafverfolgungsbehörden bei Tätern, soweit Wiederholungsgefahr zu befürchten ist und die Gefahr
nicht anders abgewendet werden kann
Auskünfte zum Schutz eigener Rechte
(gegen Strafverfolgung oder vom
Patienten geltend gemachte zivilrechtliche Ansprüche)
Auskünfte in Erfüllung gesetzlicher
Diese Aufzählung ist nicht erschöpfend, sollte
aber die wichtigsten Anwendungsfälle zusammenfassen.
(Landes-)gesetzliche Regelungen
Teilweise haben die oben angeführten Sachverhalte auch in den Rettungsdienstgesetzen der
Länder eine Regelung gefunden. So sieht § 32 des
Rettungsdienstgesetzes (RDG) für BadenWürttemberg folgende Regelung vor:
§ 32: Erhebung, Veränderung,
Speicherung, Nutzung und
Zusammenfassend lassen sich also folgende häufig vorkommende Fallgruppen unterscheiden, bei
denen entweder von einer ausdrücklichen,
konkludenten (stillschweigenden) oder mutmaßlichen Einwilligung des Patienten auszugehen ist
oder der Bruch der Schweigepflicht zum Schutz
höherrangiger Rechtsgüter gerechtfertigt ist:
(3) Personenbezogene Daten dürfen an Personen
und Stellen außerhalb des Betriebs übermit
telt werden, soweit dies erforderlich ist
1. zur Erfüllung der in Absatz 1 und Absatz 2
Nr. 1 genannten Zwecke,
2. im Versorgungsinteresse der Patienten
• Auskünfte an Angehörige über Zustand
und Verbleib des Patienten (jedenfalls
solange sich dieser nicht anderweitig
geäußert hat)
• Auskünfte an weiterbehandelndes
Personal, soweit zur Weiterversorgung des
Patienten notwendig
• Auskünfte an Angehörige oder Polizei,
soweit beim hilflosen Patienten zu dessen
• Auskünfte an die Strafverfolgungsbehörden bei Opfern von Straftaten (jedenfalls
auf deren Wunsch oder wenn beim bewusstlosen Patienten ein solcher zu vermuten ist)
a) durch Unterrichtung der Einrichtung, die
Ziel des Beförderungsvorganges ist,
b) durch Unterrichtung von Angehörigen
und sonstigen Bezugspersonen,
3. zu einer Rechnungsprüfung, Organisationsoder Wirtschaftlichkeitsprüfung,
4. zur Abwehr von Ansprüchen, die gegen den
Unternehmer oder seine Mitarbeiter gerichtet sind, oder zur Verteidigung im Falle
einer Verfolgung des Unternehmers
oder seiner Mitarbeiter wegen Straftaten
oder Ordnungswidrigkeiten,
Rettungsdienst Journal 04-2011 1
5. zur Abwehr einer Gefahr für Leben,
Gesundheit oder persönliche Freiheit des
Patienten oder eines Dritten, wenn die
Gefährdung dieser Rechtsgüter das
Geheimhaltungsinteresse des Betroffenen
überwiegt und die Gefahr in vertretbarer
Weise nicht anders beseitigt werden kann.
Personenbezogene Daten, die der
Geheimhaltungspflicht im Sinne von § 203
des Strafgesetzbuches in der jeweils gelten
den Fassung unterliegen, dürfen auch dann
übermittelt werden, wenn das
Patientengeheimnis nach dieser Vorschrift
nicht unbefugt offenbart würde.
(4) Der Unternehmer und seine Mitarbeiter sind
berechtigt, Angehörigen und anderen
Bezugspersonen des Betroffenen dessen
Aufenthaltsort mitzuteilen, sofern nicht im
Einzelfall schutzwürdige Interessen des
Betroffenen dem entgegenstehen. Dies gilt
nicht, soweit der Betroffene ausdrücklich
einer Auskunftserteilung widersprochen hat.
(5) Werden personenbezogene Daten unter den
Voraussetzungen der Absätze 1 bis 4 weiter
gegeben, so handelt derjenige, der sie weitergibt, auch insoweit nicht unbefugt, als er
zur Wahrung gesetzlicher Geheimhaltungsvorschriften verpflichtet ist.
Absatz 3 Satz 2 bleibt unberührt.
Neues NEF bei
Die Firma Mittelstädt Special Car Rent GmbH, seit
Jahrzehnten bekannt als Premiumvermieter von
Sonderfahrzeugen, stellt wieder ein neues NEF in
Betrieb. Die Sonderausstattung ist umfangreich –
typisch für Mittelstädt-Fahrzeuge. Bis hin zur kompletten Medizintechnischen Beladung ist wieder alles
lieferbar. Dadurch ist das Fahrzeug für jeden Rettungsdienst und für alle Einsatzzwecke perfekt ausstattbar. Den Ausbau übernahm übrigens Ambulanzmobile aus Schönebeck.
Die Anmietung kann bei Mittelstädt rund um die Uhr
erfolgen. Der Vermieter liefert prompt und zuverlässig in
das gesamte Bundesgebiet. Die 24-Stunden-Hotline ist
erreichbar unter 07234-912-200. Für Kundenwünsche ist
www.s-c-c.de · info@s-c-c.de
Wie man sieht, sind damit die wichtigsten zuvor
erörterten Fälle, in denen eine Auskunftserteilung trotz bestehender Schweigepflicht von
Interesse ist, gesetzlich geregelt. § 32 Abs. 5 RDG
Baden-Württemberg wird man insofern aus strafrechtlicher Sicht als Rechtfertigungsgrund auch
hinsichtlich eines eventuellen Bruchs der
Schweigepflicht (also eines Verstoßes gegen § 203
StGB) zu verstehen haben.
Zu beachten sind neben der ärztlichen Schweigepflicht, die abgeleitet auch für die berufsmäßigen
Helfer des Arztes und originär auch bspw. für den
Rettungsassistenten gilt, auch andere Vorschriften, aus denen sich Pflichten zur Verschwiegenheit ergeben können, zu denen hier aus Platzgründen keine weiteren Ausführungen gemacht
Dazu gehören Regelungen über den Datenschutz
im Bundes- oder Landesdatenschutzgesetz
und/oder den Rettungsdienst- und Krankenhausgesetzen der Länder, dazu gehört die Pflicht zur
Dienstverschwiegenheit des im Rettungsdienst
eingesetzten Beamten, und dazu zählen Vorschriften über die Geheimhaltung des Funkverkehrs der Behörden und Organisationen mit
Autor: Th. Hochstein, Ass. jur., Mag. rer. publ.,
Neustadt/Wstr., Email: thh@inter.net
PRODUKTINFO / NEWS
Sanitätsschule Nord trainiert Rettungsassistenten jetzt auf
intensiv-medizinischem Niveau - mit MEDUMAT Transport von Weinmann
(Hamburg) – Weinmann, der weltweit anerkannte
Hersteller von Beatmungstechnologie für Profis,
konnte die Sanitätsschule in Hutzfeld fur das
Transportbeatmungsgerät MEDUMAT Transport
gewinnen. Die Ausbildung mit MEDUMAT
Transport intensiviert die Wissensbildung in der
Beatmung von Notfallpatienten. MEDUMAT
Transport bietet Transportbeatmung von
Patienten auf intensiv-medizinischem Niveau.
Durch sein breites Spektrum an anwendbaren
Druckbeatmungstechnologien, können Schüler
sehr viel über die omplexitat der menschlichen
Atmung und ihrer Sicherung in den zahlreichen
Situationen erlernen. Dank der verschiedenen
Beatmungsformen – drei druckkontrollierte und
drei volumenkontrollierte Modi – sowie PRVC und
der Zuschaltung von nicht-invasiver Beatmung in
allen Modi, bietet MEDUMAT Transport ein hohes
Maß an Einsatzflexibilitat. Schüler der Sanitätsschule Nord konnen jetzt noch besser lernen, welche Beatmungsform situationsgerecht anzuwenden ist. Auf diesem Wege intensiviert gerade die
Ausbildung mit MEDUMAT Transport die Wissensbildung in der Beatmung von Notfallpatienten.
Die Sanitätsschule in Hutzfeld bildet jährlich etwa
100 Rettungsassistenten an der Schule aus. Das
ist seit Ende November 2011 an der Schule im
Lehreinsatz.
Weitere Infos: www.weinmann.de
First Responder nun auch in Lauterhofen
Erste First Responder-Gruppe im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz (Bayern)
Neue Wege gehen zukünftig die Freiwillige Feuerwehr Lauterhofen und der Kreisverband des
Bayerischen Roten Kreuzes Neumarkt i. d. OPf.! Zur
Überbrückung des sogenannten therapiefreien
Intervalls wurden von den beiden Organisationen
eine First Responder-Einheit im nördlichen Landkreis
gegründet. Den 18 freiwilligen Helfern wurde durch
den BRK-Kreisverband das ehemalige Einsatzleiterfahrzeug zur Verfügung gestellt.
In dem BMW 318 touring (Baujahr 2005, bei der
Übergabe ca. 105 tkm), der eine neue Beklebung der
örtlichen Firma Witt.mann und eine Sondersignalanlage von Pintsch Bamag erhielt, ist mit einem AED
Lifepack 1000 (Spende Bürgerstiftung Neumarkt),
einer Accuvac-Absaugpumpe, Notfallrucksack,
Sauerstofftasche, Kindernotfalltasche (Spende von
Sternschnuppe e. V.), Feuerlöscher, Verkehrsabsicherungsgerät, Handscheinwerfer, Navigationsgerät
sowie einem 4-Meter-Funkgerät (AEG Teledux 9)
mit dem Einsatzfahrzeug zum Einsatzort begeben.
Unter der Woche befindet sich das ehemalige BRKEinsatzleiterfahrzeug im Gerätehaus der Feuerwehr
Lauterhofen, von wo im Alarmierungsfall zu dieser
Zeit ausgerückt wird. Seit September 2011 werden
die Einsatzkräfte über die Integrierte Leitstelle in
Regensburg zu Einsätze gerufen. In den ersten 2
Monaten rückten die Hilfskräfte bereits 30x aus.
Einige Helfer sowie Führungskräfte von BRK, Feuerwehr und
Förderverein der First Responder-Gruppe und den 1. u. 2.
Bürgermeister aus Lauterhofen bei der Fahrzeugübergabe (gefertigt durch Hans Braun)
An Wochenenden sowie an Feiertagen sind immer
zwei Helfer eingeteilt, die sich gleich von Zuhause
Neue Gerichtsentscheidung zur
Vergütung von RettAss-Praktikanten
Mit Urteil vom 30. September 2005 (Aktenzeichen: 3 Sa 542/04) hatte das Sächsische Landesarbeitsgericht einem Rettungsassistenten, ebenso wie in erster Instanz das Arbeitsgericht Dresden, für das
Praktikum im zweiten Jahr der RettAss-Ausbildung eine angemessene Vergütung zugesprochen. Die
Hilfsorganisation bei der er das Praktikum ableistete, mußte dem Ex-Praktikanten – obwohl schriftlich die Unentgeltlichkeit vereinbart worden war – für das Praktische Jahr knapp 10.000 Euro Vergütung nachzahlen. Rechtsgrundlage, so die Richter beider Gerichte in Sachsen, wären §§ 26 und 17
Mit Urteil vom 24. Juni 2011 (Aktenzeichen: 6 Sa 444/11 und 456/11) entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg nun, daß ein Rettungssanitäter, der eine „Fortbildung zum Rettungsassistenten“ absolviert, keine Vergütungsansprüche aus §§ 26 und 17 Berufsbildungsgesetz hat. Ein
„Rettungssanitäter in Fortbildung zum Rettungsassistenten“ kann aber – für die Zeit, die er bei Einsätzen als Zweitkraft eingesetzt war – eine Vergütung nach § 612 Bürgerliches Gesetzbuch fordern;
auch wenn für die Tätigkeit als Praktikant die Unentgeltlichkeit vereinbart war.
Im konkreten Fall war der ehemaligen Rettungssanitäterin eine Vergütung von 405,20 Euro für jedes
Monat als Praktikantin zuerkannt worden. Grundlage der Berechnung war einerseits die tarifliche
Vergütung eines Rettungssanitäters und andererseits der zeitliche Umfang des Einsatzes als Zweitkraft auf dem Rettungswagen, der im konkreten Fall bei etwa 25 % der Schichtzeit lag. Wären an dieser Wache weniger Einsätze angefallen, wäre der Anspruch nach Ansicht der Richter in Berlin geringer gewesen; wären mehr Einsätze angefallen, wäre er höher gewesen.
Diese Rechtsauffassung „öffnet“ aus unserer Sicht einer unguten, problematischen Entwicklung „Tür
und Tor“. Die Gerichtsentscheidung ist nachfolgend im Wortlaut abgedruckt. Lesen Sie zunächst den
Sachverhalt, dann den Urteilstenor und dann die Entscheidungsgründe.
Der Urteilstenor
1. Die Berufung der Klägerin gegen das Urteil des
Arbeitsgerichts Senftenberg vom 26.08.2010 – 4
Ca 143/10 wird zurückgewiesen.
Die als Rettungssanitäterin ausgebildete Klägerin
trat gemäß „Praktikantenvertrag-Lehrrettungswache“ vom 27. November 2008 (Abl. Bl. 6 GA)
zwecks Fortbildung zur Rettungsassistentin in ein
Rechtsverhältnis zum Beklagten, das von Dezember 2008 bis November 2009 bestand. Die Zahlung
einer Vergütung wurde ausdrücklich ausgeschlossen. Unter demselben Datum unterzeichnete die
Klägerin eine Erklärung, wonach sie auf alle ihr
möglicherweise nach dem Berufsbildungsgesetz
oder anderen Vorschriften zustehenden finanziellen Ansprüche aus dem Praktikantenvertrag verzichtete (Abl. Bl. 84 GA). Für ihre Beschäftigung
als Rettungssanitäterin im Mai 2009 erhielt die
Klägerin aufgrund einer gesonderten Vereinbarung eine Vergütung von 1.620,80 € brutto.
2. Auf die Berufung des Beklagten wird das Urteil
des Arbeitsgerichts Senftenberg vom 26.08.2010 –
4 Ca 143/10 – im Kostenausspruch und insoweit
geändert, wie der Beklagte zur Zahlung von mehr
als 4.052,- € brutto nebst Zinsen in Höhe von 5
Prozentpunkten über dem Basiszinssatz auf
jeweils 405,20 € seit dem 03.02., 03.03., 02.04.,
05.05., 03.06., 02.07., 04.08., 02.09., 02.10., 03.11.
und 02.12.2009 verurteilt worden ist, und die
Klage auch insoweit abgewiesen.
3. Die weitergehende Berufung des Beklagten
4. Die Kosten des Rechtsstreits haben die Klägerin
zu 47,72 % und der Beklagte zu 52,28 % zu tragen.
Die Klägerin ist der Ansicht, ihr stehe gemäß § 2
der Anlage 5 zum D.-Tarifvertrag Land Brandenburg in der Fassung vom 1. Januar 2009 (D.-TV) als
Praktikantin für den Beruf des Rettungsassistenten eine monatliche Vergütung von 613,- € zu.
Darüber hinaus könne sie aufgrund ihrer Be-
schäftigung als Rettungssanitäterin gemäß dem
D.-TV in Entgeltgruppe D Stufe 1 sogar eine
Vergütung von monatlich 1.620,80 € beanspruchen, die sie allerdings zunächst nur für November 2009 geltend mache. Sie sei lediglich im
Dezember 2008 als dritte Kraft auf einem Rettungswagen mitgefahren, während sie ab Januar
2009 allein mit einem Lehrrettungsassistenten
eingesetzt worden sei.
Das Arbeitsgericht Senftenberg hat den Beklagten verurteilt, an die Klägerin für elf Monate
6.743,- € nebst Verzugszinsen zu zahlen. Zur
Begründung hat es im Wesentlichen ausgeführt,
auf das Praktikantenverhältnis der Parteien finde
der D.-TV Anwendung, weil sich dessen Geltungsbereich gemäß seinem § 1 Abs. 1 auf alle Mitarbeiter des D. im D.-Landesverband Brandenburg
e.V., dessen Verbänden, deren Untergliederungen, Einrichtungen und Gesellschaften aller Art
erstrecke, sofern diese Mitglied der Landestarifgemeinschaft des D. seien. Die Vereinbarung,
wonach die Klägerin während ihres Praktikums
keinen Vergütungsanspruch habe, verstoße ebenso wie die Verzichtserklärung gegen § 4 Abs. 3
TVG. Für November 2009 stehe der Klägerin keine
Vergütungsdifferenz zu, weil sie nicht konkret
vorgetragen habe, zu mehr als der Hälfte als
Rettungsassistentin tätig gewesen zu sein.
Gegen dieses ihr am 27. Januar 2011 zugestellte
Urteil richtet sich die am 26. Februar 2011 eingelegte und am 11. April 2011 nach entsprechender
Verlängerung der Begründungsfrist begründete
Berufung der Klägerin. Sie vertieft ihren Vortrag
zu ihrer Beschäftigung und verweist auf die Vorschriften über die Besetzung von Rettungswagen
und auf die entsprechende Abrechnung des Beklagten gegenüber seinen Auftraggebern. Die
Klägerin räumt ein, dass sich die Einsätze auf rund
25 % der Schichtzeiten beschränkt hätten.
Während der übrigen Zeiten habe sie aber auch
vor- und nachbereitende Tätigkeiten verrichtet.
Ausbildungsmaßnahmen durch den Lehrrettungsassistenten seien ebenfalls erfolgt.
den Beklagten unter teilweiser Änderung des
angefochtenen Urteils zu verurteilen, an sie weitere 1.007,80 € zu zahlen.
Der Beklagte, der gegen das ihm am 26. Januar
2011 zugestellte Urteil ebenfalls am 25. Februar
2011 Berufung eingelegt und diese am 25. März
2011 begründet hat, beantragt, die Berufung der
Klägerin zurückzuweisen und die Klage unter teilweiser Änderung des angefochtenen Urteils insgesamt abzuweisen.
Er hält die Klage bereits mangels Bestimmtheit für
unzulässig und meint, das Arbeitsgericht habe die
auf einen Teil der Vergütung als Rettungssanitäterin gerichtete Klage nicht auf die Praktikantenvergütung beziehen dürfen. Aus dem D.-TV
könne die Klägerin nichts herleiten, weil der
Deutsche Handels- und IndustrieangestelltenVerband als vertragsschließende Partei keine
Gewerkschaft sei und die Klägerin auch nicht dessen Mitglied gewesen sei. Aus einem Verstoß
gegen die Besetzungsvorschriften ergebe sich
nicht, dass die Klägerin als Rettungssanitäterin
beschäftigt worden sei.
Wegen der weiteren Einzelheiten des Parteivorbringens wird auf den Tatbestand des angefochtenen Urteils und die in der Berufungsinstanz
gewechselten Schriftsätze Bezug genommen.
1. Beide Berufungen sind zulässig. Sie sind gemäß
§ 64 Abs. 2 lit. b ArbGG statthaft sowie formgerecht und fristgemäß eingelegt und begründet
worden. Dass die Klägerin in ihrer Berufungsschrift die überholte Bezeichnung des Beklagten
verwendet hat, war angesichts dessen feststehender Identität und der Beifügung des erstinstanzlichen Urteils mit der aktuellen Bezeichnung des
Beklagten unschädlich.
2. Während die Berufung der Klägerin unbegründet ist, hat die Berufung des Beklagten teilweise
2.1 Die Klage ist zulässig.
Sie enthält neben einem bestimmten Antrag auch
die bestimmte Angabe von Gegenstand und
Grund der erhobenen Ansprüche (§§ 253 Abs. 2
Nr. 2, 495 ZPO, § 46 Abs. 2 Satz 1 ArbGG). Wie die
Beklagte zutreffend erkannt hat, handelte es sich
angesichts des Lebenssachverhalts, aus dem die
Klägerin die begehrte Rechtsfolge hergeleitet
hat, für die Monate Dezember 2008 bis April 2009
und Juni bis Oktober 2009 zunächst um eine Teilklage auf Zahlung der Vergütung für die Tätigkeit
als Rettungssanitäterin in Höhe der Vergütung für
einen Praktikanten zum Rettungsassistenten.
Darüber hinaus hat die Klägerin unter Verteidigung des angefochtenen Urteils im Verhandlungstermin der Berufungsinstanz klargestellt,
sich insoweit zumindest auch auf ihre gleichzeitige Beschäftigung als Praktikantin stützen zu wollen. Damit hat sie sich auf einen Hilfsklagegrund
gestützt, was zulässig ist und keine unzulässige
alternative Klagehäufung (dazu BGH, Beschluss
vom 24.03.2011 – I ZR 108/09 – GRUR 2011, 521 R
9) darstellt.
2.2 Die Klage ist nur zum Teil begründet.
2.2.1 Die Klägerin hat entsprechend § 612 BGB
Anspruch auf Vergütung für ihre Beschäftigung
als Rettungssanitäterin in Januar bis April und
Juni bis November 2009 in Höhe von monatlich
405,20 € brutto.
2.2.1.1 Es war davon auszugehen, dass die
Klägerin bei den rund 25 % der Schichtzeiten ausmachenden Einsätze ab Januar 2009 entsprechend ihrer Ausbildung als Rettungssanitäterin
beschäftigt worden ist. Dem entsprechenden
Vortrag aus der Klageschrift ist die Beklagte
erstinstanzlich lediglich mit einem Hinweis auf die
Vertragssituation entgegengetreten. Auch in der
Berufungsinstanz hat sich die Beklagte auf pauschales Bestreiten beschränkt. Ihr Hinweis, dass
eine von den Vorgaben in § 10 Abs. 1 der Verordnung über den Landesrettungsdienstplan des
Landes Brandenburg vom 24. Februar 1997 (GVBl.
II/97 S. 106) abweichende Besetzung nicht automatisch zum Aufrücken eines Praktikanten in die
Position eines Rettungssanitäters führt, trifft
denkgesetzlich durchaus zu. Wie diese Einsätze
ohne Heranziehung der Klägerin über Hilfstätigkeiten eines Praktikanten hinaus hätten durchgeführt werden können, ist für den Beklagten jedoch trotz ausdrücklicher Erörterung dieses
Aspekts nicht dargelegt worden. Dementsprechend hat die Klägerin auch unwidersprochen
vortragen können, dass ihre Einsätze den Auftraggebern gegenüber als solche eines Rettungssanitäters abgerechnet worden seien.
2.2.1.2 Die Verzichtserklärung der Klägerin vom
27.11.2008 stand einem Anspruch auf Vergütung
der Tätigkeit einer Rettungssanitäterin schon deshalb nicht entgegen, weil sie sich lediglich auf
Ansprüche aus dem Praktikantenvertrag mit dem
Beklagten bezog.
2.2.1.3 Gemäß § 612 Abs. 1 BGB gilt eine Vergütung als stillschweigend vereinbart, wenn eine
Dienstleistung den Umständen nach nur gegen
eine Vergütung zu erwarten ist. Dies gilt entsprechend, wenn Dienste erbracht werden, die über
das vertraglich vereinbarte Maß hinausgehen
(BAG, Urteil vom 16.02.1978 – 3 AZR 723/76 – AP
BGB § 612 Nr. 31 zu I 1 a der Gründe). Dies ist der
Fall bei der Beschäftigung eines Praktikanten mit
Tätigkeiten, die nicht seiner Fortbildung dienen,
sondern ganz überwiegend im betrieblichen
Interesse liegen (LAG Sachsen-Anhalt – Urteil vom
18.05.2009 – 6 Sa 432/08 – juris zu A I 1 der
Gründe). So verhielt es sich im vorliegenden Fall,
wo die Klägerin während der Einsätze nicht bloß
als Praktikantin, sondern als Rettungssanitäterin
beschäftigt worden ist. Deshalb konnte auch die
vereinbarte Unentgeltlichkeit ihrer Beschäftigung
als Praktikantin der Annahme einer stillschweigenden Vergütungsabrede hinsichtlich des davon
abweichenden Einsatzes als Rettungssanitäterin
2.2.1.4 Dass die Klägerin bei ihren Einsätzen von
dem daran ebenfalls beteiligten Lehrrettungsassistenten auch ihrer Fortbildung dienende Anleitungen erfahren hat, stand einer vollen
Vergütungspflicht für diese Zeit nicht entgegen,
zumal die Klägerin dem Beklagten für diese
Einsätze ja auch neben ihrer Fortbildung abrufbereit zur Verfügung gestanden hatte. Andererseits
war nicht erkennbar, dass und in welchem
Umfang die Klägerin auch in dieser Zeit bei vorund nachbereitenden Arbeiten über das Maß
eines qualifizierten Praktikanten hinaus wie ein
Rettungssanitäter beschäftigt worden ist, was
angesichts ihrer unstreitig erfolgten Fortbildung
auch keinesfalls durchgängig so gewesen sein
2.2.1.5 Als i.S.d. § 612 Abs. 2 BGB übliche Vergütung für die Dienste eines Rettungssanitäters
konnte das im D.-TV vorgesehene Entgelt von
monatlich 1.620,80 € zu Grunde gelegt werden.
Auf die Frage, ob es sich dabei um einen wirksamen Tarifvertrag gehandelt hat, kam es nicht an,
weil die Beklagte selbst in der Vereinbarung eines
Entgelts für die unstreitige Beschäftigung der
Klägerin als Rettungssanitäterin im Mai 2009
genau diesen Betrag übernommen hatte.
2.2.1.6 Bei monatlich (1.620,80 x 25 % =) 405,20 €
ergab sich für zehn Monate ein Gesamtbetrag von
(405,20 x 10 =) 4.052,- € brutto.
2.2.2 Ein Anspruch auf eine weitergehende
Vergütung für ihre Beschäftigung als Praktikantin
für den Beruf des Rettungsassistenten bis zu
einem Betrag von monatlich 613,- € brutto steht
der Klägerin nicht zu.
2.2.2.1 § 2 Satz 1 der Anlage 5 zum D.-TV hatte
als Anspruchsgrundlage schon deshalb auszuscheiden, weil die Rechtsnormen eines Tarifvertrags, die den Inhalt von Arbeitsverhältnissen
regeln, gemäß § 4 Abs. 1 Satz 1 TVG unmittelbar
und zwingend nur zwischen den beiderseits
Tarifgebundenen gelten. Mangels Mitgliedschaft
der Klägerin in der Tarifvertrag schließenden
Vereinigung war sie jedoch nicht tarifgebunden
(§ 3 Abs. 1 TVG). Auf den persönlichen Geltungsbereich des D.-TV kam es deshalb nicht an.
2.2.2.2 Ein Anspruch auf angemessene Vergütung gemäß §§ 17 Abs. 1 Satz 1, 26 BBiG scheiterte daran, dass diese Vorschriften in Kapitel 1
von Teil 2 des Berufsbildungsgesetzes die Berufsbildung regeln, während für die berufliche
Fortbildung in Kapitel 2 keine entsprechende
Regelung getroffen worden ist und deshalb § 17
Abs. 1 BBiG auch keine entsprechende
Anwendung finden kann (vgl. LAG Hamburg,
Urteil vom 13.12.2010 – 7 Sa 13/10 – juris zu II der
Gründe). Dies ist in dem von der Klägerin herangezogenen Urteil des Sächsischen LAG vom
30.09.2005 (3 Sa 542/04 – LAGE BBiG § 10 Nr. 4 zu
II der Gründe) übersehen worden.
2.2.2.3 Ein Vergütungsanspruch konnte sich
schließlich auch nicht gemäß § 612 BGB ergeben.
2.2.2.3.1 Zum einen war die Vereinbarung einer
unentgeltlichen Beschäftigung der Klägerin als
Praktikantin nicht etwa gemäß § 138 Abs. 2 BGB
nichtig. Vielmehr diente sie der Ableistung der in
§ 7 Abs. 1 Rettungsassistentengesetz vorgeschriebenen praktischen Tätigkeit, und entspricht es der
gesetzgeberischen Konzeption im Berufsbildungsgesetz, für die Fortbildung wie auch für die
berufliche Umschulung in Kapitel 3 von Teil 2 dieses Gesetzes keine Vergütungspflicht des
Ausbildenden vorzuschreiben. Dementsprechend
mussten bereits 2004 für sog. Aufbaukurse zum
Rettungsassistenten von viereinhalb Monaten
Dauer sogar Gebühren von mehr als 2.500,- € entrichtetet werden (vgl. VG Düsseldorf, Urteil vom
04.08.2005 – 11 K 5196/04 – juris). Erst wenn in
einem längeren Praktikantenverhältnis nicht der
Ausbildungszweck im Vordergrund steht, sondern
eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation
erfolgt, kann von Lohnwucher die Rede sein
(ArbG Kiel, Urteil vom 19.11.2008 - ö.D. 4 Ca
1187d/08 - EzB BBiG § 26 Nr. 28).
2.2.2.3.2 Zum anderen steht im Rahmen eines der
Fortbildung dienenden Praktikums nicht die
Erbringung einer Dienstleistung im Vordergrund,
sondern die Verschaffung der Möglichkeit, im
eigenen Interesse zusätzliche berufliche Kompetenzen für eine qualifizierte und dementsprechend besser entgoltene Tätigkeit zu erwerben.
2.2.3 Verzugszinsen stehen der Klägerin gemäß
§§ 193, 286 Abs. 2 Nr. 1, 288 Abs. 1, 614 Satz 2 BGB
ab dem Tag nach dem ersten Werktag des jeweiligen Folgemonats zu (vgl. BAG, Urteil vom
15.05.2001 – 1 AZR 672/00 – BAGE 98, 1 = AP § 242
BGB Gleichbehandlung Nr. 176 zu II der Gründe).
3. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 92 Abs.
1 Satz 1, 97 Abs. 1 ZPO.
In der Praxis der Feuerwehr und des THW werden regelmäßig Sonderrechte (§ 35 StVO)
und Wegerecht (§ 38 StVO) in Anspruch genommen. § 35 StVO befreit die Feuerwehr
und das THW unter bestimmten Voraussetzungen von der Beachtung der Vorschriften
der StVO, legt anderen Verkehrsteilnehmern aber keine Pflichten auf. Anders § 38
StVO, er ordnet den übrigen Verkehrsteilnehmern bei gleichzeitigem Einsatz von blauem Blinklicht und Einsatzhorn an, sofort freie Bahn zu schaffen. Obwohl Feuerwehrangehörige und THW-Helfer regelmäßig, viele Feuerwehrleute sogar täglich, damit konfrontiert sind, bestehen erfahrungsgemäß Unklarheiten zu diesen beiden Rechten.
Diese Broschüre möchte den für die Einsatzpraxis notwendigen Einblick geben.
– Sonderrechte und Wegerecht in aller Ausführlichkeit
– Alleinige Benutzung von blauem Blinklicht / Kolonnenvorrecht
– Inanspruchnahme von Sonderrechten mit dem Privatfahrzeug
– Frequently Asked Questions (FAQ) zum Thema
– Feuerwehrleute vor Gericht: Zwei für Feuerwehrleute relevante Urteile
– Tabellarische Gegenüberstellung von Sonder- und Wegerechten
Die Publikation enthält ferner einen fünfseitigen Beitrag zum Thema „Mehr Sicherheit bei Einsatzfahrten durch
professionelle Aus- und Fortbildung“ von Prof. Dr. Dieter Müller, einem renommierten Experten auf diesem Gebiet.
Das Werk ist im Dezember 2011 erschienen bei:
ecomed SICHERHEIT – Verlagsgruppe Hüthig-Jehle-Rehm, Heidelberg
ISBN: 978-3-609-69847-2
Ihr direkter Weg zum Verlag: www.ecomed-SICHERHEIT.de
Ausbildung und Tätigkeit von Einsatzkräften des Rettungsdienstes und
der Feuerwehr im Fokus der Erziehungs- und Sozialwissenschaften
In diesem Beitrag werden zehn Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Erziehungswissenschaft
sowie der Sozialwissenschaften, die in den letzten zehn Jahren publiziert wurden und einen konkreten Bezug zur Ausbildung und Tätigkeit von Einsatzkräften des Rettungsdienstes und der Feuerwehr
haben, vorgestellt. Damit soll dem Leser zum einen ein Überblick über die diesbezügliche Forschung
gegeben werden, zum anderen sollen Einblicke in die einzelnen Forschungsprojekte vermittelt werden. Bei acht dieser Publikationen stehen die berufliche Tätigkeit und Ausbildung der Einsatzkräfte
im Fokus, zwei Arbeiten haben die psychische Erste Hilfe und die Krisenintervention zum Gegenstand.
Untersuchung der Rettungsassistentenausbildung hinsichtlich der aktuellen Berufsanforderungen
Bei diesem Werk handelt es sich um eine Diplomarbeit aus dem Studiengang „Medizinpädagogik“ an
der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Wahl dieses Themas war durch die berufliche
Biographie des Verfassers bedingt. Während seiner eigenen Ausbildung zum Rettungsassistenten und
der anschließenden Tätigkeit im Rettungsdienst, die dem Studium vorangingen, wurde Jürg Zimmermann immer wieder direkt oder indirekt mit den mannigfaltigen Problemen der gegenwärtigen
Ausbildung zum RettAss konfrontiert. Gegenstand dieser Untersuchung war die Verifikation folgender drei Hypothesen: Das berufliche Anforderungsprofil des RettAss ist in den letzten Jahren deutlich
gestiegen; die RettAss werden durch die aktuelle Ausbildung nur unzureichend auf die beruflichen
Anforderungen vorbereitet; die gegenwärtigen Ausbildungsstrukturen sind in Bezug auf die beruflichen Anforderungen obsolet. Für diese Studie wurden im Jahr 2001 an über 900 Lehrende an RDSchulen, Ausbilder an Lehrrettungswachen, Rettungsassistenten und Notärzte, die zuvor in einem
Stichprobenverfahren ausgewählt wurden, Fragebögen verschickt; knapp ein Drittel der Fragebögen
kam auswertbar zurück. Abgesehen vom konkreten Ergebnis der Arbeit, ist sie schon wegen der
Befunde, nämlich Problemen, die im Kontext der Novellierung des RettAssG seit Jahren kontrovers diskutiert werden, sehr aufschlußreich.
Hochschulschrift: Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg, 2001
Format: DIN A 4, Umfang: 98 Seiten
Bezug der elektronischen Version: juergzimmermann@freenet.de
(Der Versand der elektronischen Version per Email erfolgt kostenlos)
Berufspädagogische und juristische Aspekte zur beruflichen Bildung und Tätigkeit von
Diese Forschungsarbeit, die Inauguraldissertation des Verfassers, ist das Ergebnis eines dreijährigen
Forschungsprojektes zu dieser Problematik. Gerhard Nadler wählte für diese Untersuchung einen
interdisziplinären Ansatz. An diese Problematik wird zum einen aus der juristischen Perspektive und
zum anderen aus der berufspädagogischen Perspektive herangegangen. Nach einer Einführung in das
Problemfeld wird untersucht, welche Staatspflichten bezüglich der Gewährleistung der medizinischen
Versorgung der Bevölkerung sich aus dem Grundgesetz und dem EU-Recht ergeben. Zum IST-Stand der
beruflichen Bildung und Tätigkeit des Rettungsfachpersonals werden - nun aus der berufspädagogischen Perspektive - u.a. die Ergebnisse einer Analyse der Fachliteratur dargelegt. Diese Untersuchung
sollte Schwächen und Defizite des Status Quo, aber auch Möglichkeiten aufzudecken. Anschließend
werden die „de lege lata“ (gegenwärtige Rechtslage) hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen
einer selbständigen Erstversorgung von Notfall- und Akutpatienten durch (nichtärztliches) Rettungsfachpersonal untersucht und dann Überlegungen zum SOLL-Stand dargelegt bzw. Vorschläge zur „de
lege ferenda“ (Rechtslage, die noch zu schaffen ist) gemacht. Auf der Basis einer empirischen Untersuchung zum Anforderungs- und Qualifikationsprofil - nun wieder aus der berufspädagogischen
Perspektive - wurden Überlegungen und weitere Untersuchungen dazu angestellt, ob und inwieweit
die Rechtsvorschriften zur beruflichen Bildung des Rettungsfachpersonals novelliert werden sollten
und auch Vorschläge hinsichtlich einer Novellierung gemacht.
Erschienen 2004 im Verlag Peter Lang, Frankfurt am Main,
Europäische Hochschulschriften: Reihe 2 – Band 3987,
Umfang: 373 Seiten, ISBN 3-631-52262-2, Euro 56,50
Gegenstand dieser wissenschaftlichen Arbeit, einer Inaugural-Dissertation, die an der Universität
Regensburg vorgelegt wurde, ist die Bedeutung sowie die Vermittlung von sozialen Kompetenzen im
Beschäftigungsbereich des Rettungsdienstes. Der Umstand, daß in der modernen Arbeitswelt allein
die fachliche Qualifikation zur Bewältigung beruflicher Aufgaben kaum mehr ausreicht, ist seit langer
Zeit anerkannt. Ein Berufsfeld in dem die Bedeutung sozialen Kompetenzen bisher kaum beachtet
wird, ist das Berufsfeld von Rettungsassistent und Rettungssanitäter, der Rettungsdienst. Während die
Aspekte „Opferbetreuung und Angehörigenbetreuung“ unter den Begriffen Krisenintervention und
Notfallseelsorge ausgiebig diskutiert werden, findet der Aspekt „Teamfähigkeit“, wie die auch meisten anderen Komponenten der sozialen Kompetenz, kaum Beachtung. In der vorliegenden Arbeit
wird diesbezüglich folgende zentrale Frage gestellt: Welche Eckpfeiler lassen sich ausmachen, um
soziale Kompetenz im Rettungswesen im Rahmen der gängigen Aus- und Fortbildungspraxis und der
gegebenen Arbeitsverhältnisse zu fördern, welche Prämissen müssen zu diesem Zweck formuliert werden? Das Ziel dieser Arbeit war demnach, ausgehend von einer Berufsfeldanalyse, Möglichkeiten und
Grenzen des Erwerbs solcher Kompetenzen mittels organisierter Lernprozesse zu analysieren und
basale Anhaltspunkte zu identifizieren, die dazu beitragen, konzeptionelle Schulungsmodelle bezüglich sozialer und teamorientierter Verhaltensmuster zu entwickeln.
Erschienen 2003 im Verlag Dr. Kovac, Hamburg,
Umfang: 304 Seiten, ISBN: 3-8300-1096-6, Euro 89,00
Berufszufriedenheit von Rettungsassistenten
Eine Untersuchung aus arbeits- und berufssoziologischer Perspektive
Im Rahmen dieser Studie wurde die Berufszufriedenheit von Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten, d.h. die Zufriedenheit mit den „Rahmenbedingungen des Berufs, die durch Staat und
Gesellschaft gesetzt wurden“, untersucht. Insbesondere die Zufriedenheit mit den Rechtsvorschriften,
die die Berufsausübung reglementieren, sollte eruiert werden. Die sozialwissenschaftliche Arbeit ist
klassisch aufgebaut: In der Einleitung werden u.a. der Untersuchungsgegenstand und die Untersuchungsperspektive dargelegt, im folgenden werden dann die Bedeutung von Arbeit und Beruf in
der gegenwärtigen Gesellschaft thematisiert sowie die Begriffe im Kontext mit Berufszufriedenheit
geklärt. Anschließend werden die Hintergründe des Zustandekommens des Rettungsassistentengesetzes beleuchtet und die Kräfte, die auf die berufliche Tätigkeit des Rettungsassistenten wirken, identifiziert. Eines der zentralen Kapitel der Studie ist sicher das darauf folgende, in dem die empirische
Untersuchung zur Berufszufriedenheit von Rettungsassistenten, die im Frühjahr 2007 durchgeführt
wurde, ausführlich dargelegt wird. Mehrere hundert Rettungsassistentinnen und Rettungsassistenten
wurden mittels Fragebogen dazu befragt, um ein aktuelles Bild von der Berufszufriedenheit zu erhalten. Die Ergebnisse aus der Befragung lassen auf eine erhebliche Berufs-Unzufriedenheit schließen.
Abschließend werden soziologische Überlegungen zur Berufsunzufriedenheit der Rettungsassistenten
angestellt, genauer zu den Ursachen, den Folgen und den (notwendigen) Konsequenzen.
Erschienen 2008 im Verlag FAERIE’S INKPOT, Mannheim,
Umfang: 72 Seiten im Format DIN A 4, ISBN: 3-939036-09-9, Euro 9,90
Hansjürgen Gebhardt / André Klußmann
Das Personal im Rettungsdienst gilt als besonders exponierte Gruppe für physische und psychische
Belastungen. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sollte diese Tätigkeit im Rettungsdienst aus
arbeitswissenschaftlicher Perspektive analysiert und die Belastungs- und Beanspruchungssituationen
des Rettungsdienstpersonals erfaßt und beschrieben werden. Im Rahmen dieser Studie, bei der die
Bundesanstalt für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin die Federführung hatte, wurden auf 22 Rettungswachen an vier Orten an insgesamt 382 Rettungsdienstmitarbeiter des DRK standardisierte
Fragebogens ausgegeben; 202 kamen auswertbar zurück. Die Untersuchung und deren Ergebnisse
sind in diesem Forschungsbericht dargelegt. Den Ergebnissen lassen sich unter anderem häufige Beschwerden im „muskolo-skelettalen Bereich“, aber auch eine hohe „Arbeitszufriedenheit“ der DRKMitarbeiter entnehmen. Allerdings ist bezüglich der Zufriedenheit eine differenzierte Betrachtung
notwendig: In dieser Studie wurde die Zufriedenheit mit Arbeitszeiten und Tätigkeitsumfang sowie
psycho-soziale und körperliche Belastungen eines Kollektivs von 202 beruflichen und ehrenamtlichen
Rettungsdienstmitarbeitern verschiedener Qualifikationsstufen an den 22 Rettungswachen untersucht
– letztlich also die Arbeitsplatzzufriedenheit. Die Zufriedenheit der Rettungsassistentinnen und
Rettungsassistenten mit den Rahmenbedingungen ihrer beruflichen Tätigkeit, die wichtiger Teil der
Gesamt-Zufriedenheit dieser Berufsgruppe mit ihrer Arbeit ist, wurde jedoch nicht untersucht.
Erschienen 2006 im NW-Verlag, Bremerhaven,
Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin – Fb 1068,
Umfang: 114 Seiten, ISBN 3-86509-480-5, Euro 5,00
Gorißen Bettina
Ein arbeitspsychologischer Vergleich von Wachalltag und Einsatz
Bei diesem Werk handelt es sich um die Inaugural-Dissertation von Bettina Gorißen. Die Psychologin
ist in Feuerwehrkreisen keine Unbekannte. Seit 1999 bildet sie „Feuerwehrinterne Teams für Psychosoziale Unterstützung“ aus, zudem ist sie Lehrbeauftragte am Institut der Feuerwehr in NRW. In dieser Forschungsarbeit wurde erstmals der Einfluß von psychischen Belastungen von männlichen Berufsfeuerwehrleuten im Wachalltag sowie im Einsatz auf das psychische Befinden im Längsschnitt mittels
zweier Erhebungswellen untersucht. Im Hinblick auf Befindlichkeitsbeeinträchtigungen fanden sich in
der Literatur bisher ausschließlich Angaben zu Belastungen im Einsatz. Die Einsatzkräfte der Berufs‚feuerwehren verbringen ihre Dienstzeit aber nur zu 20% im Einsatz und zu 80% im Wachalltag.
Ausgehend von der Hypothese, daß aus dem Wachalltag zusätzliche Beeinträchtigungen resultieren,
war das Ziel der Studie ein Erkenntnisgewinn über den Einfluß von psychischen Belastungen im
Wachalltag, also außerhalb der Zeit eines Einsatzes, im Vergleich mit psychischen Belastungen in der
Einsatzzeit auf das psychische Befinden und damit auf die Gesundheit von Berufsfeuerwehrleuten.
Mit dieser Studie konnte Gorißen nachweisen, daß aus dem Wachalltag zusätzliche Belastungen für
Berufsfeuerwehrleute resultieren, die neben den Belastungen des Einsatzes berücksichtigt werden
müssen. Diese Forschungsarbeit ist soweit ersichtlich bis heute die einzige vergleichende Untersuchung die den gesamten Arbeitsbereich von Berufsfeuerwehrleuten berücksichtigt. Im übrigen enthält das Werk verschiedene Anregungen hinsichtlich der Durchführung weiterer Untersuchungen.
Studien zur Streßforschung – Band 16
Umfang: 240 Seiten, ISBN: 3-8300-1101-6, Euro 84,00
Stressbericht:
Gesundheitliche Folgen der Arbeitsbedingungen im Wachalltag von Berufsfeuerwehrleuten
Der Streßbericht gibt - ebenso wie die bereits vorgestellte Inauguraldissertation - einen Einblick in die
Streßforschung und das besondere Arbeitsfeld von Berufsfeuerwehrleuten. Diese Publikation basiert
auf den im Rahmen des oben umrissenen Dissertations-Forschungsprojektes erhobenen Daten. In diesem Forschungsprojekt wurden die Arbeitsbereiche „Wachalltag“ und „Einsatz“ bei sieben großen
deutschen Berufsfeuerwehren auf die Dauer von zwei Jahren untersucht. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung lautet: Auch verschiedene Arbeitsbedingungen im Wachalltag wirken sich
negativ auf das psychische Wohlbefinden aus! Während sich die oben vorgestellte Dissertation an den
arbeitspsychologisch oder ganz allgemein sozialwissenschaftlich Interessierten richtet und zwei Forschungsfragen folgt, wendet sich der Stressbericht an die Berufsfeuerwehrleute selbst und beleuchtet
zudem weitere Aspekte. Diesbezüglich sind soziales Miteinander, gegenseitiges Vertrauen, Zuverlässigkeit, Zumutbarkeit und soziale Stressoren zu nennen. In dieser Publikation werden 25 Aspekte in
diesem Kontext auf jeweils ein, zwei oder drei DIN A 4 – Seiten dargelegt; zu einigen Problemen werden bereits hier Lösungen angerissen. Von besonderer Relevanz für die Praxis dürften die zwei letzten
Kapitel, nämlich die Gegenüberstellung von „Belastungen und Lösungen“ sowie das Thema „Qualitätszirkel“, sein.
Herausgeber: ver.di – Fachgruppe Feuerwehr, Berlin, 2003
Format: DIN A 4, Umfang: 89 Seiten
Bestellung der Publikation: fachgruppe-feuerwehr@verdi.de
(für ver.di-Mitglieder kostenlos, ansonsten ggf. Schutzgebühr)
Die Arbeit im Rettungsdienst stellt eine komplexe Tätigkeit dar, die verschiedene Belastungsfaktoren
enthält. Neben Arbeitsbelastungen wie unregelmäßigen Dienstzeiten spielen psychologische Anforderungen, zum Beispiel die Verantwortung für Leben und Gesundheit der Patienten wie auch die
Konfrontation mit Ausnahmesituationen, eine wichtige Rolle. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit
wurden zum einen die Belastungsfaktoren dargestellt, die bezüglich der Tätigkeit im Rettungsdienst
als relevant nachgewiesen wurden oder aus Studien zu anderen Berufen als relevant anzunehmen
sind. Zum anderen wurde versucht vorhandene Befindens- und Gesundheitsbeeinträchtigungen zu
erfassen, um zu überprüfen, ob die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst „schädigungsfrei“ sind.
Zur Beantwortung der fünf Forschungsfragen wurde im Bereich Rettungsdienst des Badischen Roten
Kreuzes eine Fragebogenstudie durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden sehr differenziert auf 74 Seiten dargelegt; auf weiteren 36 Seiten erfolgen die Diskussion der Ergebnisse und
Schlußfolgerungen für die Praxis sowie Anregungen und Hinweise für weitere Forschungen. Die
Forschungsarbeit wurde im Jahre 2009 von der Universität Freiburg im Breisgau als InauguralDissertation angenommen. Ein interessantes Ergebnis aus der Arbeit ist, daß von den Mitarbeitern des
Rettungsdienstes eine Unterforderung im Sinne einer Fehlbeanspruchung, bei der Fähigkeiten und
Rettungsdienst Journal 04-2011 2
Fertigkeiten nicht eingesetzt werden können, wahrgenommen wird. Dies kann sich letztlich auf
Arbeitsmoral und Arbeitszufriedenheit negativ auswirken.
Erschienen 2009 im Verlag Dr. Kovac, Hamburg,
Studien zur Streßforschung – Band 28
Umfang: 308 Seiten, ISBN: 3-8300-4532-8, Euro 88,00
Psychische Erste Hilfe bei unverletzt-betroffenen Kindern in Notfallsituationen
Bei diesem Werk handelt es sich um eine Inaugural-Dissertation aus dem Bereich Psychologie, die im
Jahre 2003 an der Universität Dortmund vorgelegt wurde. Zunächst wird der Forschungs- und Arbeitsstand zur gegenständlichen Thematik ausführlich dargestellt und kritisch reflektiert. Diese erste
Untersuchung ergibt, daß zur dieser Thematik bisher weder empirische Untersuchungen durchgeführt
wurden und auch keine geeigneten Konzepte für die Praxis existieren. Vor diesem Hintergrund wird
die Planung, Durchführung und Auswertung einer explorativen Studie beschrieben, in der insgesamt
96 Kinder, die verschiedene Notfallsituationen körperlich unverletzt miterlebt hatten, befragt worden
sind. Die Befragung erfolgte anhand eines strukturierten Interviewleitfadens zum Ablauf des Notfallgeschehens, zu Gedanken und Gefühlen, zu Wünschen und Bedürfnissen, zum Verhalten anderer und
zum eigenen Verhalten. Von den Aussagen dieser Kinder ausgehend werden anschließend konkrete
Hinweise für die psychische Erste Hilfe bei unverletzt betroffenen Kindern in Notfallsituationen formuliert und in einem Regelwerk zusammengefaßt.
Erschienen 2004 im LIT-Verlag, Münster,
Reihe: Ethik in der Praxis / Studien – Band 19,
Umfang: 208 Seiten, ISBN 3-8258-8207-1, Euro 19,90
Krisen-Bildung
Die Forschungsarbeit orientiert sich an der Sichtweise, „die Teilnahme an einer Ausbildung zum / zur
KriseninterventionshelferIn sowie die spätere Tätigkeit in der Krisenintervention sei (auch) eine
Hinwendung zum Konzept des Lebenslangen Lernens“. Im ersten Teil der Arbeit erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit „Krisen“, „Krisentheorien“, dem Konzept „Lebenslanges Lernen“ sowie „Komplementären Formen und Modellen der Krisenhilfe“. Im zweiten Teil wird die Praxis der
Krisenintervention, genauer die Krisenintervention im Rettungsdienst sowie die Ausbildung zum / zur
KriseninterventionshelferIn, untersucht. Im dritten Teil der Arbeit, dem empirischen Teil, wird die
„Internationale Online-Befragung von ehrenamtlichen KriseninterventionshelferInnen“, die der Verfasser im Frühjahr 2007 durchführte, dargelegt. Die Ergebnisse der Befragung sollen der Klärung der
zentralen Forschungsfrage „Welche Kompetenzen benötigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für
eine Tätigkeit in gemeindenahen Kriseninterventionsteams“ dienen. Diese Forschungsarbeit wurde im
Jahre 2007 von der Universität Klagenfurt (Österreich) als Inaugural-Dissertation angenommen. Zur
Erkenntnisgewinnung und Beantwortung der Forschungsfragen werden erwachsenendidaktische,
sozialisationstheoretische, existenzphilosophische und entwicklungspsychologische Aspekte herangezogen.
Erschienen 2008 im Verlag Dr. Kovac, Hamburg,
Umfang: 463 Seiten, ISBN: 3-8300-3537-4, Euro 98,00
Verfasser: Thomas Braun und Dr. Gerhard Nadler IBSR – Institut Rettungswesen, Neubiberg
www.institut-rettungswesen.org
Fünf Fahrzeuge an zwei Standorten
Am Spital Bülach sind zwei Rettungswagen, ein Reserve-Rettungswagen sowie
ein Krankentransport-Fahrzeug stationiert. Ein weiterer Rettungswagen steht
im Stützpunkt Niederhasli in Bereitschaft.
Damit gewährleistet der Rettungsdienst
Spital Bülach im Zürcher Unterland eine
optimale Verfügbarkeit und höchste
Der Rettungsdienst des Spitals Bülach hat einen
neuen Rettungswagen in Dienst gestellt. Die
Ambulanz vom Typ Mercedes Sprinter löst eine
Leasing-Ambulanz ab, die im Piloteinsatz stand.
Damit besteht die Rettungsfahrzeug-Flotte aus
vier fixen Rettungswagen und einem Krankentransport-Fahrzeug.
Der neue Rettungswagen ist baugleich mit den
bereits im Einsatz befindlichen Fahrzeugen und
ausgerüstet mit modernster notfallmedizinischer
Ausstattung. Hierzu zählen eine Intensivüberwachungs-Einheit, EKG-Fernübertragung ans Spital,
Defibrillator, Beatmungsgerät, ein luftgefederter
Patienten-Tragetisch, Notfallmedikamente sowie
ein umfangreiches medizinisches Equipment zur
Bergung und Erstversorgung. Diese Ausrüstung
ermöglicht eine optimale medizinische Betreuung
des Patienten auf der Unfallstelle und höchstmögliche Sicherheit beim Transport in die Notfallstation des Spitals.
Im Notfall 144 wählen
Der Rettungsdienst des Spitals Bülach ist an die
Notrufzentrale 144 angeschlossen und an 365
Tagen während 24 Stunden einsatzbereit. Der
Rettungsdienst des Spitals Bülach ist IVR-zertifiziert und erfüllt die Qualitätsanforderungen an
Schweizer Rettungsdienste (IVR: Interverband für
Rettungswesen). Der Rettungsdienst des Spitals
Bülach leistet jährlich ca. 3.000 Einsätze. Dies entspricht 85.000 km oder gut zwei Erdumrundungen mit fahrender medizinischer Intensivbetreuung.
Über das Spital Bülach
Im Zürcher Unterland, einer der am stärksten
wachsenden Regionen des Kantons Zürich, stellt
das Spital Bülach mit den Bereichen Chirurgie,
Orthopädie, Urologie, Medizin, Frauenklinik, Radiologie und Anästhesie und mit über 200 Betten
sowie rund 900 Mitarbeitenden eine hochstehende medizinische Versorgung für 160 000
Menschen sicher.
E-Mail: andreas.frey@spitalbuelach.ch
EKG-Fernübertragung bei Herzinfarkt
Bei einem Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt
wird die EKG-Kurve (Herzstromkurve) mittels
Funkübertragung ans Spital übermittelt. In dieser
kritischen Situation sind rasche Entscheide und
schnelle Behandlung wichtig. Ein Kardiologe im
Spital beurteilt die EKG-Kurve. Er erkennt die erforderliche Behandlung und weist das Rettungsteam an, den Patienten in die entsprechende
Klinik zu fahren.
Eine starke Allianz von Anfang an:
Die DRF Luftrettung entscheidet sich mit 25 Hubschraubern
vom Typ EC145 T2 erneut für Eurocopter
Eurocopter und die DRF Luftrettung haben Mitte
November einen Kaufvertrag über 25 Hubschrauber der neuesten Generation – der EC145 T2 –
unterzeichnet. Damit ist die deutsche Luftrettungsorganisation größter Kunde dieses Helikoptertyps in Europa. Mit dem Kauf der Maschinen
wird die DRF Luftrettung innerhalb ihrer rotweißen Hubschrauberflotte sukzessive ihre bestehende BK117 austauschen. In dem Zeitfenster von
Dezember 2013 bis Ende 2015 werden die ersten
fünf Maschinen durch die DRF Luftrettung zum
Einsatz im 24h-Luftrettungsdienst in Betrieb
genommen. Die bei Eurocopter in Deutschland
entwickelten und produzierten Hubschrauber
umfassen ein Auftragsvolumen von nahezu 200
Die 20 weiteren Hubschrauber des Auftrags sollen
gestaffelt bis ins Jahr 2022 ausgeliefert werden.
Alle von der DRF Luftrettung bestellten Hubschrauber des Typs EC145 T2 werden in Deutschland, Donauwörth, produziert und nach der
Endmontage von dort aus an den Kunden ausgeliefert. Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt
betreibt in Deutschland, Österreich und Dänemark insgesamt 31 Hubschrauberstationen, davon
acht im 24h-Betrieb. Die mit modernster Medizintechnik ausgestatteten Maschinen werden zur
schnellen Notfallrettung und zum Transport
intensivpflichtiger Patienten zwischen Kliniken
eingesetzt. An Bord befinden sich erfahrene
Piloten, Notärzte und Rettungsassistenten der
Dr. Wolfgang Schoder, Mitglied des Vorstandes
und zuständig für alle Helikopterprogramme,
erklärte anlässlich der Unterzeichnung: „Der Abschluss dieses wegweisenden Vertrags mit der DRF
Luftrettung ist für uns ein besonderer Anlass zur
Freude, belegt er doch einmal mehr unsere
Position als weltweit führender Hubschrauber-
Das Foto zeigt von links nach rechts: Thomas Hein,
Vertriebsleiter Europa Eurocopter, Wolfgang
Buchner, Vertriebsleiter Zentraleuropa Eurocopter,
Steffen Lutz, Vorstand DRF Luftrettung, Dr.
Wolfgang Schoder, Mitglied des Vorstands
Eurocopter und Dr. Hans Jörg Eyrich, Vorstand DRF
Luftrettung, bei der Vertragsunterzeichnung am
14. November 2011 in Filderstadt
anbieter in dem Segment der Luftrettung. Ebenso
begrüßen wir außerordentlich die Tatsache, dass
damit eine lang bestehende und für beide Seiten
erfolgreiche Partnerschaft mit der DRF Luftrettung fortgesetzt wird.“
DRF Luftrettung und Eurocopter – eine
Bei der Rettung von Menschenleben zählt jede
Minute. Die Erfolgsfaktoren sind die richtige
medizinische Versorgung in kürzester Zeit vor Ort.
Seit 1973 hat sich die DRF Luftrettung mit ihrer
Hubschrauberflotte einen internationalen Namen
gemacht. Und von Beginn an war Eurocopter mit
dabei – angefangen mit der Alouette III und der
BO105 über die BK117 und EC135 bis hin zur
EC145. Insgesamt fliegen aktuell 46 EurocopterHubschrauber im Dienst der DRF Luftrettung.
Allein in 2010 leistete die gemeinnützig tätige
Organisation 36.900 Rettungseinsätze.
„Um die eigenen hohen Qualitätsansprüche zu
erfüllen, setzt die DRF Luftrettung seit vielen
Jahren Maßstäbe in den Bereichen Flugbetrieb,
Technik und Medizin. Dabei stehen Sicherheit und
Effizienz an oberster Stelle, so dass die fortwährende Weiterentwicklung der von uns eingesetzten Hubschrauber unumgänglich ist,“ erklärte
Dr. Hans Jörg Eyrich, Vorstand der DRF
Luftrettung, bei Vertragsabschluss. „Die EC145 T2
ist durch ihre Leistungsstärke und den Fenestron
für den Einsatz in der Luftrettung hervorragend
Gerade bei nächtlichen Rettungseinsätzen bietet
der ummantelte Heckrotor einen zusätzlichen
Sicherheitsaspekt. Schon durch die Einführung
von Nachtsichtbrillen als bundesweit einzige
Luftrettungsorganisation haben wir 2008 einen
wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung der
Luftrettung bei Nacht geleistet. Nach München
und Regensburg werden wir in Kürze auch von
der Bundeshauptstadt Berlin aus mit Night Vision
Goggles zu nächtlichen Notfalleinsätzen fliegen.
Mit dem Einsatz der EC145 T2 werden wir uns in
unserem 24-Stunden-Flugbetrieb auf einen Hubschrauber verlassen können, der für die vielseitigen Anforderungen der modernen Luftrettung
optimal geeignet ist“, so der Vorstand der DRF
gestützte Navigation entlasten den Piloten und
gewährleisten somit deutlich mehr Flugsicherheit
an Bord. Neben Einsätzen für die Luftrettung ist
das Multitalent für eine Vielzahl von Missionen
gemacht; im Fokus stehen die Marktsegmente
Polizei- und Behörden, Geschäftsflüge, Öl & Gas
sowie Windfarmen-Wartung.
Die neue Helikoptergeneration „Made in
Germany“: die EC145 T2
Eurocopter, gegründet 1992, ist heute ein
deutsch-französisch-spanischer Konzern und ein
Geschäftsbereich der EADS, eines weltweit
führenden Unternehmens in der Luft- und
Raumfahrt, im Verteidigungsgeschäft und den
dazugehörigen Dienstleistungen. Die EurocopterGruppe beschäftigt rund 17.500 Mitarbeiter. 2010
festigte Eurocopter seine Position als weltweite
Nummer Eins am zivilen und halbstaatlichen
Hubschraubermarkt mit einem Umsatz von 4,8
Milliarden Euro, Aufträgen über 346 neue
Hubschrauber und einem Anteil von 49 Prozent
am zivilen und halbstaatlichen Markt.
Das Fluggerät kombiniert das technologische
Know-how der bewährten BK117 sowie der EC145
mit neuen und innovativen Entwicklungen. Eine
Neuerung der EC145 T2, die sofort ins Auge fällt,
ist der gesamte Heckausleger mit Fenestron; ein
deutliches und gleichzeitig bekanntes Erkennungsmerkmal der Eurocopter-Hubschrauber; er
bietet erhöhte Sicherheit für Passagiere und
Piloten am Boden und in der Luft. Weitere entscheidende Merkmale sind die deutlich gesteigerte Leistungsfähigkeit, speziell im einmotorigen
Betrieb, sowie ein geringerer Geräuschpegel der
Maschine, der den Hubschrauber zum leisesten
seiner Klasse macht. Ein neu entwickeltes AvionikSystem mit 4-Axen-Autopilot und eine satelliten-
Mit der größten Flotte an Hubschraubern im weltweiten Luftrettungseinsatz ist Eurocopter die
Nummer eins in diesem Segment. Über Jahrzehnte hinweg konnten durch eine enge Kundenkooperation praktische Einsatzerfahrungen
gesammelt werden, die unmittelbar in neue
Technologien einflossen und weltweit neue
K. Enke, A. Flemming, H.P. Hündorf, P. Knacke, R. Lipp, P. Rupp (Hrsg.)
Lehrbuch für präklinische Notfallmedizin – Band 4: Berufskunde und Einsatztaktik
Im LPN4 werden alle relevanten Aspekte der Berufskunde für RettAss und der Einsatztaktik im Rettungsdienst sowie viele wichtige rechtliche Aspekte einer Tätigkeit im Rettungsdienst angesprochen. Das
Themenspektrum zu „Organisation und Einsatztaktik“ erstreckt sich von Rettungsdienstorganisation über
Kommunikationstechnik und Gefahren an der Einsatzstelle bis hin zu Massenanfall von Verletzten und
Erkrankten (MANV) und Führungsaufgaben im Rettungsdienst. Das Werk ist nicht nur als Lehrbuch für
RettAss in Ausbildung geeignet, sondern kann als Standardwerk betrachtet werden, das auch vom
Berufserfahrenen immer wieder mit Gewinn zur Hand genommen werden kann. Zur Zeit ist zu dieser
Thematik wohl kein besseres Werk auf dem Markt.
4. Auflage, Stumpf+Kossendey-Verlag, Edewecht, 2011
Udo B. Crespin und Hanno Peter (Hrsg.)
Der Organisatorische Leiter (OrgL) hat sich im Rettungsdienst mittlerweile etabliert. Seine logistisch-organisatorischen Kenntnisse sind beim Massenanfall von Verletzten und Erkrankten (MANV) wie auch bei der
Absicherung von Großveranstaltungen unverzichtbar. Dieses Handbuch vermittelt umfassend und anwendungsbezogen die erforderlichen Grundlagen für diese Tätigkeit, nämlich Wissen über Logistik und
Rechtsvorschriften, zur Zusammenarbeit mit anderen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie zur Führungslehre. Bei diesem Werk handelt es sich um „Spezialliteratur“, die einerseits für
die Ausbildung zum OrgL bestens geeignet ist, aber andererseits auch als Lektüre zur Thematik „Einsatzleitung“ und „Einsatztaktik“ allen Interessierten empfohlen werden kann.
3. Auflage, Stumpf+Kossendey-Verlag, Edewecht, 2007
Der Pschyrembel ist der Klassiker unter den medizinischen Wörterbüchern. 120 Jahre nach der ersten
Auflage liegt nun im Winter 2011 / 12 die überarbeitete und deutlich erweiterte 263. Auflage vor. Seinen
Namen hat das Wörterbuch von seinem langjährigen Herausgeber „Willibald Pschyrembel“, der das Werk
von 1932 bis 1990 herausgab. Der Pschyrembel orientiert sich an den Bedürfnisses der Fachwelt – von den
Gesundheitsfachberufen und den Medizinstudenten bis hin zum Chefarzt. Die Überarbeitung erfolgte
durch 220 renommierte Autoren aus Wissenschaft und Praxis und durch das Team der Redaktion. Die
Neuauflage bietet: einen auf über 2.300 Seiten erweiterter Umfang, 7.500 aktualisierte Stichwörter, viele
neue Abbildungen, 1.000 neue Fachbegriffe und noch viel mehr. Die „neue Generation des Pschyrembel“
gibt es als Buch, online oder als APP. Näheres unter: www.pschyrembel.de
263. Auflage, Verlag Walter de Gruyter, Berlin, 2011
Umfang: 2.350 Seiten
ISBN: 978-3-11-025166-1 (Buch)
Dieses handliche Wörterbuch ist ein wertvolles Nachschlagewerk für Rettungsassistenten, Rettungssanitäter und Ärzte sowie Pflegepersonal. Es ist immer dann hilfreich, wenn im Rettungsdienst oder in der Klinik
mit englischsprachigen Patienten kommuniziert wird oder medizinische Dokumentationen in englischer
Sprache gelesen werden müssen. Außerdem sollte es bei Einsätzen im Ausland, gleichgültig ob Flugambulanzeinsatz oder Einsatz im Katastrophengebiet, immer verfügbar sein. Die wesentlich erweiterte 2.
Auflage umfaßt nun über 12.000 Stichwortkombinationen. Im Anhang sind viele weitere hilfreiche
Informationen zu finden: Umrechungstabellen für Einheiten, Maße und Gewichte, die Zeitzonenübersicht, eine Tabelle mit Telefonvorwahlen aller Länder und einiges mehr.
2. Auflage, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, 2010
ISBN: 978-3-17-019171-6
Grundlagen, Bedeutung für den Rettungsdienst und die Anwendung bei Amoklagen
Nach dem Amoklauf in Erfurt im Jahr 2002 begann vor allem auf polizeilicher Seite die Erarbeitung
von Konzepten zum Umgang mit solchen Lagen. Im Gegensatz zu den bis dahin geltenden
Anweisungen, das Eintreffen von Spezialkräften abzuwarten, sollen nun durch die ersteintreffenden Kräfte – unter Einbezug der ersteintreffenden Kräfte des Rettungsdienstes – „Kontaktteams
und Rettungsteams“ gebildet werden, um sofort eingreifen zu können. Das zentrale Kapitel in diesem Werk hat die Zusammenarbeit von Polizei und Rettungsdienst zum Gegenstand. Kapitel zum
„Phänomen Amok“, zur notfallmedizinischen Versorgung bei Amoklagen und weiteren wichtigen
Aspekten runden die Ausführungen ab. Dem Autor ist mit diesem Werk eine wirklich gute Darstellung dieser komplexen Thematik gelungen. Nichts bleibt offen, nichts ist überflüssig.
Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt a.M., 2010
ISBN: 978-3-86676-126-1
Kordula Marzinzik, Annette Nauerth, Ursula Walkenhorst (Hrsg.)
Diese Publikation dokumentiert die Beiträge der zweiten „Fachtagung der Kompetenzplattform KomPASS“, einem Forschungsverbund der Fachbereiche „Wirtschaft und Gesundheit (Pflege und Gesundheit)“
sowie „Sozialwesen“ an der Fachhochschule Bielefeld. Diese Fachtagung widmete sich der interprofessionellen Kooperation in Arbeitsfeldern des Sozial- und Gesundheitswesens. Als Meta-These kann festgehalten werden: „Zur Gestaltung einer patientenorientierten Versorgung ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen aus Medizin, Pflege- und anderen Gesundheitsfachberufen sinnvoll und notwendig. Kooperation benötigt jedoch förderliche Rahmenbedingungen.“ Die Publikation diskutiert
Perspektiven zukünftiger Kooperationen und Kompetenzentwicklungen in den Gesundheitsberufen.
LIT-Verlag, Münster, 2010
Bei diesem Werk handelt es sich um die überarbeitete Fassung der Inaugural-Dissertaion der Autorin, die
im Jahre 2005 an der Universität Köln vorgelegt wurde. Zielsetzung war die empirische Erfassung und
Analyse der Entwicklung des Notarztdienstes in Nordrhein-Westfalen. Methodisch handelt es sich um eine
empirische Forschungsarbeit, die auf Methoden der quantitativen und qualitativen Sozialforschung
zurückgreift; als Elemente der qualitativen Sozialforschung wurde die postalische Befragung anhand
eines Fragebogens sowie Gespräche mit Zeitzeugen und Experten gewählt. Auf diese Art und Weise wird
die Entwicklung des Notarztdienstes in diversen Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen ausgeleuchtet. Das Buch enthält auch Schilderungen von Einsätzen und (historische) Fotografien.
ISBN: 978-3-8300-2799-7
In diesem Werk, der Inaugural-Dissertation des Verfassers, wird der Frage nachgegangen in wie weit die
Struktur des Deutschen Roten Kreuzes und die Dominanz im Rettungsdienst auf den Erlaß Hitlers, den
„Erlaß des Führers über die Vereinheitlichung des Krankentransports“, vom 30. November 1942 zurückgeht. Dies wird, wie der Verfasser in der Einleitung ausführt, von Seite des BKS (Unternehmerverband privater Rettungsdienste) und auch von Seite der Berufsfeuerwehren immer wieder angeführt. Für die
Forschungsarbeit wurde insbesondere auf Dokumente im Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde sowie im
ebenfalls dort befindlichen Archiv des DRK-Generalsekretariats zurückgegriffen. Diese Forschungsarbeit
trägt dazu bei die Geschichte des Rettungsdienstes, die bisher nur wenig erforscht ist, zu erhellen.
Verlag Dr. Kovac, Hamburg, 2010
ISBN: 978-3-8300-4988-3
Neuheiten aus Dänemark und Schweden
Neues System am Slagelse Hospital (Region
Sjaelland)
Ein neues Einsatzfahrzeug für Notärzte und Einsatzleitung rückt am Krankenhaus Slagelse zu
Notfällen und Großschadensereignissen aus.
Besetzt wird der in schwefelgelb und grün
beklebte MB Viano 3.2 mit einem bzw. zwei
RettAss der Vagtcentral (Rettungsleitstelle) und
eventuell einem Notarzt des Hospitals Slagelse.
Besetzt wird der Einsatzwagen abwechselnd mit
Mitarbeitern von Falck und dem Roskilde
Brandvaesen (Feuerwehr). Das Fahrzeug ist im
Innenraum mit Standheizung, ausziehbarem
Aluminium-Arbeitstisch, zwei PC-Arbeitsplätzen, Funk und Navigation ausgestattet. Über
einen großen Flachbildschirm können zum
Beispiel einsatzbezogene Daten, Statistiken aber auch das normale Fernsehprogramm (digital) empfangen werden. Im Heckbereich befindet sich ein Sortimo
Schranksystem mit Ordnern (Gefahrenklassen, Einsatzunterlagen, usw.), desweiteren findet man dort Warnausrüstung, Erwachsenen-/Kinder-Notfallrucksack,
Lifepak 15 mit GSM Modul, Sauerstoff, Feuerlöscher und sowie eine Wärmebox und
eine seperate Kühlbox.
Læge = Arzt
Zwei neue RTW für die Region Skaraborg (Schweden)
An der Rettungswache in Skövde (Region Västra Götalands Lan) wurden zwei baugleiche Mercedes
Sprinter 319 mit 4,2 t, Alco Chassis und speziell für diesen Rettungsdienst entwickelten RKB Koffer in Dienst
gestellt. Mit an Bord sind sowohl ein MobiMed 300 EKG, 3 Sauerstoffflaschen à 10 Liter mit automatischer
Umschaltung, Notfallrucksäcke, Stryker
Rettungsstuhl, STEM Tragetisch und einiges
mehr. Von der Ausbaufirma AMZ wurde
außerdem im Found ein neuentwickeltes
Touch Panel zur Bedienung von Stromversorgung, Beleuchtung, Signalanlage,
Sauerstoffflaschenanzeige, Funk, Klimaanlage und Heizung in Kabine und
Patientenraum integriert. Die Signalanlage
stammt von der Firma Wheelen und
besteht neben dem Lautsprecher, aus
einem LED Warnlichtbalken sowie weiteren 24 LED Blitzleuchten in gelb und blau
rund ums Fahrzeug. Zusätzlich befinden
sich auf dem Dach zwei gelbe LEDRundumleuchten für bessere zusätzliche
Warnwirkung an Einsatzstellen.
Neuer Intensiv- und Bettentransporter
Das Roskilde Brandvaesen (Feuerwehr) ist neben
Falck und dem Kobenhavn Brandvaesen in der
Region Sjaelland für den Rettungsdienst zuständig. Mitte 2010 wurde der
Fuhrpark umstrukturiert und für
Roskilde und die vier umliegenden
Rettungswachen in Borup, Koge,
Greve und Jyllinge neue Fahrzeuge beschafft. Von den bisherigen Rettungstransportern auf VW
T4 Basis mit Hochdach werden an
der Wache Roskilde noch 5
Fahrzeuge als Ersatz bzw. für den
Krankentransport eingesetzt. Die
übrigen wurden durch 14 neue
Rettungswagen (Ambulance) auf
MB Sprinter 318 Fahrgestell mit
Profile Ausbau und Hochdach
ersetzt. Zu dieser Zeit wurde in
Dänemark auch über eine neue
Grundfarbe bzw. Beschriftung für Rettungsdienstfahrzeuge diskutiert. Falck entwarf ein
Fahrzeugdesign mit der Grundfarbe schwefelgelb
und grünem Karostreifenmuster mit der dazugehörenden Beschriftung “112“
“Ambulance“. Die Designvorlagen
der Mitarbeiter vom Roskilde
Brandvaesen für die eigenen Fahrzeuge kam aber auch positiv an
und wurde daraufhin für alle neubeschafften Rettungsdienstfahrzeugen (RTW/NEF) der Region
Sjaelland übernommen. Außerhalb dieser Region fährt Falck mit
dem selbstentworfenen obeb
erwähnten Streifendesign.
Der hier gezeigte Mercedes
Sprinter 519 mit langem Radstand,
und spezieller Ladebordwand und
im neuen Design wurde von Profile Finnland ausgebaut. Das “Roskilde“ Design unterscheidet sich
zu den Fahrzeugen von Falck lediglich durch die
Beschriftung der Organisationlogos und die Signalanlage. Das Fahrzeug wird als “Specialambulance“ für den Bettentransport von Klinik zu
Klinik, liegende Dialysepatienten und adipöse
Patienten sowie als ITW eingesetzt. Des weiteren
wurden bereits mehrere Interhospitaltransporte
mit Hüftgelenksluxationen, verschiedenen komplizierten Becken- und Beinbrüchen durchgeführt, bei denen der Patient schonender transportiert werden kann, da er nicht von Bett auf Trage
umgelagert werden muß. Zur Ausstattung
gehören neben der in Skaninavien obligatorischen starken Standheizung, ein luftgefedertes
Fahrgestell, Lifepak 15 Defi, Accuvac Absaugung,
Notfallrucksack und vier Sauerstoffflaschen a 10
Liter. Bei Intensivtransporten können zusätzliche
Monitoringgeräte, weitere Perfusoren und einiges mehr im Fahrzeug untergebracht werden. Die
Einsatzzahlen lagen monatlich durchschnittlich
bei etwa 8-12 Transporten, Tendenz zunehmend.
Besetzt wird das Fahrzeug von drei Rettungsfachkräften.
Text & Fotos: Andi Bachsleitner
Fotograf von Einsatz- und Sonderfahrzeugen
Weitere Skandinavische Fahrzeuge im RDJ 1/2012
11. Mittelhessisches
Rettungsdienstsymposium 2012
„EKG-Basisseminar“
„Medizinproduktegesetz für Anwender“
„Original AHA ACLS Provider-Kurs“
04.02. - 05.02.12
20. und 21.01.2012
UKGM Gießen und Marburg
www.znotmed.die-narkose.de
22. Symposium Intensivmedizin +
22. – 24. Februar 2012
Veranstaltungsort: Messe und Congress
Centrum Bremen
Europäische Leitmesse für
9. - 11. Mai 2012
Johanniter Akademie Bildungsinstitut
30. Jahrgang = 2011
Gültig ist die Anzeigenpreisliste Nr.14 vom 01.01.2010.
Rettungsdienst Journal Ausgabe 04/2011
Der Berufsverband für den Rettungsdienst e.V. (BVRD) ist die größte und älteste Interessen- vertretung der Rettungsassistent(inn)en und Rettungssanitäter(inne)n in Deutschland. Der BVRD ist seit 2004 in verschiedenen Gremien an den Vorarbeiten für eine Novellierung des RettAssG beteiligt und setzt sich ein für die Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten für Rettungsassistent(inn)en, um ihnen weitere berufliche Perspektiven zu eröffnen.

References: § 34
 § 34
 § 32

§ 32
 § 203
 § 32
 § 203
 § 612
 § 2
 § 1
 § 4

§ 64
 § 46
 § 612
 § 10
 § 612
 § 612
 § 612
 § 2
 § 4
 § 17
 § 10
 § 612
 § 138

§ 7
 § 26
 § 242
 § 35
 § 38
de lege lata