Source: http://weitblick-jugendhilfe.de/Unser-Angebot/
Timestamp: 2020-02-21 03:25:05+00:00

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Weitblick-Jugendhilfe e. V. Dachau - Unser Angebot
1. Heilpädagogische Wohngruppen (stationär)
Der Weitblick-Jugendhilfe e. V. ist ein freier Träger der Jugendhilfe mit Sitz in 85221 Dachau. Der Weitblick-Jugendhilfe e. V. organisiert seine Angebote in einen Leistungsbereich. Die gemeinsame Zentrale des Bereiches ist in der Roßwachtstraße 1 in 85221 Dachau. Dort befinden sich die Büros von Leitung, Verwaltung und Fachdienst sowie ein Besprechungsraum.
Zum Leistungsbereich gehören 2 Heilpädagogische Wohngruppen mit jeweils 9 Plätzen in Vollbetreuung.
Besonders junge Menschen brauchen heute und in Zukunft mehr denn je Unterstützung, um ihre Selbst- und Sozialverantwortung zu entwickeln und diese in ausgewogenen Ein-klang miteinander zu bringen. Ihnen eine Chance zu geben bedeutet, auf ihre Individuali-tät einzugehen und gemeinsam mit ihnen auf ihre Persönlichkeit und Lebenssituation abgestimmte Angebote zu entwickeln. Hierbei werden alle zu ihrem sozialen und emo-tionalen Umfeld gehörenden Personen mit einbezogen. Um dies zu erreichen versteht sich der Weitblick-Jugendhilfe e. V. als lernende Organisation. Er eröffnet seinen Mitarbeiter-innen und Mitarbeitern Gestaltungsspielräume, in denen sie ihre Fähigkeiten nutzen und weiterentwickeln können, um diese zum Wohl der uns anvertrauten jungen Menschen ein-zusetzen. Das Motto für das Handeln des Weitblick-Jugendhilfe e. V. ist die Achtung und der Schutz der Persönlichkeitsrechte jedes jungen Menschen, unabhängig von seiner so-zialen, nationalen und kulturellen Herkunft.
Die heilpädagogische Arbeit in den Wohngruppen ist konzeptioneller Be-standteil der pädagogischen Arbeit. Die relativ große Freiräume der Wohngruppen innerhalb gemeinsamer organisatorischer und inhalt-licher Rahmenbedingungen ermöglicht es uns, in besonderer Weise, flexibel und direkt auf die spezifische aktuelle Gruppensituation und Gruppendynamik einzugehen. Die individuelle Lebensgestaltung in der Gruppe lässt die einzelnen Jugendlichen die Notwendigkeit von Regeln im Zusammenleben erleben und bietet den Rahmen zu gemeinsamer Bewältigung notwendiger lebenspraktischer Aufgaben. Die überschau-bare Größe der Wohngruppe erleichtert die Identifikation mit der eigenen Gruppe sowie den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen und bietet einen geschützten Rahmen für Selbsterfahrung. Die Integration der Einrichtungen in eine normale Wohngegend eröffnet verstärkt die Möglichkeit nachbarschaftlicher und öffentlicher Bezüge und bietet ein Lernfeld zur Lösung immer wieder entstehender Konflikte.
Jugendliche, die in die Wohngruppe aufgenommen werden, haben eine krisenhaft, defizitär verlaufende Sozialisationsgeschichte, Gewalter-fahrungen und/oder Misshandlungs- und Missbrauchserfahrungen. Ihnen fehlen häufig die Erfahrungen verlässlicher Beziehungen, das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen, positive Identifikationsmöglichkeiten und die Möglichkeit, eigene Fähigkeiten zu entwickeln und konstruktiv zu er-proben und umzusetzen.
Gruppen (vollstationär)
Dieses Angebot der Wohngruppen ist notwendig und geeignet für Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr die im Sinne des § 27 i.V. m. §§ 34, 35a, 41 SBG VIII Hilfe zur Erziehung bedürfen und bei denen aufgrund ihrer Problemlagen ambulante Hilfeformen nicht ausreichen:
· Junge Menschen mit schweren dissozialen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten
· Schwer traumatisierte junge Menschen
· Junge Menschen mit starken Sozialisations- und Entwicklungsstörungen
· Junge Menschen mit neurotischen und posttraumatischen Verhaltensstörungen
· Junge Menschen mit Lern- und Leistungsstörungen
· Junge Menschen mit massiven Gewalt- und Missbrauchserfahrungen
· Junge Menschen, die von Verwahrlosung bedroht sind
· Junge Menschen mit schweren Integrationsproblemen im schulischen und beruflichen Alltag
Die Wohngruppen sind nicht geeignet für
· Junge Menschen, bei denen eine geistige Behinderung vorliegt
· Junge Menschen, die einer multidisziplinären diagnostischen Abklärung oder Intensivtherapie bedürfen
· Junge Menschen mit schweren psychogenen Störungen
· Junge Menschen mit manifester Sucht- und Drogenabhängigkeit
a) Der junge Mensch lebt in einer Wohngruppe. Versorgende und sozialemotionale Zuständig- keiten übernimmt die Wohngruppe. Dem Jugendlichen wird ein neues Umfeld angeboten und somit wird die Herkunftsfamilie umfänglich entlastet, auch wenn sie in der Regel der emotionale Bezugspunkt bleibt.
b) § 27 Abs. 2 i.V. mit §§ 34, 35a u. § 41 SGB VIII
Das heilpädagogische Milieu der Weitblick-Jugendhilfe e.V. Wohn-gruppen ermöglicht es den Jugendlichen, Entwicklungsrückstände nach-zuholen, korrigierende Erfahrungen zu machen und neue Verhaltens-weisen auszuprobieren und aufzubauen.
Die pädagogische Regelversorgung ist verbindlich (Rahmenvertrag § 78 f SGB VIII) festgelegt und somit Bestandteil des Konzeptes bzw. der Leistungsvereinbarung. Sie charakterisiert das konkret erzieherische Tun der pädagogischen MitarbeiterInnen in der Heimerziehung und ver-deutlicht, worin der Inhalt des erzieherischen Alltags genau besteht und durch die pädagogische Leistung regelhaft umfasst ist.
Die freizeitpädagogischen Maßnahmen sind integraler Bestandteil des heilpädagogischen Alltags. Hierbei werden erlebnispädagogische und therapeutische Methoden angewendet. An der Ideensammlung, der Aus-wahl, der Planung und Vorbereitung sowie der Durchführung von freizeit-pädagogischen Maßnahmen wirken die jungen Menschen entsprechend ihres Alters und Entwicklungsstandes mit. Die Beteiligung der Jugend-lichen wird von den BetreuerInnen aktiv gefördert.
Es werden regelmäßige Wochenenden gestaltet und durchgeführt, die im Wechsel unter einem kulturellen, einem erlebnispädagogischen und sportlichen Motto stehen. Unterschiedliche, freiwillige Freizeitpädago-gische Maßnahmen werden über das Jahr verteilt durchgeführt.
Einmal im Jahr findet mit unseren Jugendlichen eine dreitägige bis ein-wöchige Ski-Freizeit im bayerischen Raum statt.
Eine 8- bis 10-tägige Ferienfreizeit wird einmal jährlich durchgeführt. Diese findet, sofern es allen jungen Menschen möglich ist und keine zum Beispiel aufenthaltsrechtlichen Einschränkungen bestehen, im Ausland statt.
Durch die Unterbringung in Selbstversorgerhäusern, Hotels oder auf Campingplätzen und die altersentsprechende Beteiligung der jungen Menschen an der Planung und Organisation vor Ort, werden sowohl die interkulturellen Kompetenzen als auch die sprachliche Verständigung geschult. Das eigene Erleben der unzureichenden Sprachkenntnisse und die damit verbundene eigene Unsicherheit, beispielsweise beim Einkauf von Lebensmitteln und anderer Dingen für die Gruppe, wird gezielt als pädagogisches Instrument zur Reflektion über die Situation von Migranten in Deutschland genutzt. Darüber hinaus erschließt sich die Sinnhaftigkeit und der Nutzen von Fremdsprachenkenntnissen unmittelbar und kann als zusätzlicher motivierender Faktor im Rahmen der Lernförderung genutzt werden.
Raumangebot und räumliche und technische Ausstattung
· Nach Möglichkeit Einzelzimmer für jeden betreuten jungen Menschen (Ausnahme: zwei Doppelzimmer); jugendgerecht möbliert und mit eigenem Waschbecken, Dusche und WC
· Allgem. WC, getrennt für die weiblichen und männlichen jungen Menschen
· Zwei Wohnzimmer
· Gruppenraum/Teeküche, Hobbykeller, Fitnessraum, Tischtennisraum
· 2 Personalbüros inkl. Bett für den Nachtbereitschaft mit Nasszelle und WC
· Wintergarten mit Spielmöglichkeiten (Kicker und Billardtisch)
· Partykeller (für Geburtstagsfeiern u. ä.)
· Platz für einen Einzelplatz-PC
· Büroräume für Leitung, Verwaltung und MitarbeiterInnen
· WC für MitarbeiterInnen
· Therapieraum
· Basketballplatz
2. SBW (Sozialpädagogisch Betreutes Wohnen)
Die Maßnahme ist für Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr und junge Erwachsene geeignet, die im Sinne des § 27 SGB VIII Hilfe zur Erziehung bedürfen und bei denen aufgrund ihrer Problemlagen ambulante Hilfeformen nicht ausreichen:
Aufgenommen werden männliche Jugendliche ab 16 Jahren:
a) aus dem stationären Bereich der Jugendhilfeeinrichtungen des Weitblick - Jugendhilfe e. V.,
b) die der Betreuung in einem Heim nicht bedürfen, aber auf erzieherische Hilfe angewiesen sind,
c) die aufgrund ihrer Lebenssituation nicht mehr in ihren sozialen Systemen (Herkunftsfamilie, Heimeinrichtung, Pflegefamilie etc.) verbleiben können oder wollen und einer Unterbringung in einer Jugendwohngruppe nicht mehr bedürfen oder diese ablehnen,
d) die bereit sind, an der Maßnahme aktiv mitzuwirken und über eine Selbstständigkeit in den All- tagsvollzügen verfügen.
a) mit schwerer geistiger oder körperlicher Behinderung,
b) mit erheblichem therapeutischen Förderbedarf, der im externen Verbund nicht bearbeitet werden kann,
c) mit psychiatrischen Krankheitsbildern und mit stoffgebundener Abhängigkeit (Drogen, Alkohol...),
d) und mit massiv verfestigter Delinquenz.
SBW § 27 Abs. 2 i.V. mit § 34 u. § 41 SGB VIII
Die Jugendlichen im SBW (betreutem Wohnen) leben in einer separaten Wohnung, die in der Regel vom Weitblick- Jugendhilfe e. V. zur Verfügung gestellt wird. Gleichzeitig werden praktische Hilfen, erzieherische Betreuung, Beratung und Hilfen zur Sicherung des Lebensunterhalts gewährleistet.
Ziel des SBW (betreuten Wohnens) ist die Verselbstständigung des Jugendlichen hin zu einem eigenverantwortlichen Leben. Ziele der Maßnahme sind somit:
1. Verselbstständigung sowohl in lebenspraktischer als auch in wirtschaftlicher/finanzieller Hinsicht
2. Entwicklung und Verfolgung adäquater realistischer, schulischer und beruflicher Ziele
3. Aufbau und Stabilisierung tragfähiger, sozialer Beziehungen
4. Entwicklung und Verwirklichung individueller Interessen im Freizeitbereich
5. Differenzierte Reflektion eigener und fremder Verhaltensmuster
7. Übernahme von Verantwortung für sich und andere
Im SBW wird ausschließlich im Rahmen der sozialen Einzelfallhilfe gearbeitet, d. h. die Betreuung richtet sich individuell an den einzelnen Jugendlichen, um die oben formulierten Ziele zu erreichen. Alle aufgenommenen Jugendlichen erhalten eine umfassende Betreuung und Beratung bis zur Entwicklung rea-listischer Zukunftsperspektiven (Selbstständigkeit). Die Jugendlichen sind auf-gefordert, die Organisation und Gestaltung ihres Lebensraumes eigenständig zu gestalten, sich für eigene Belange aktiv einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Die Förderung lebenspraktischer, persönlicher und sozialer Kompetenzen steht im Vordergrund der Arbeit. Im SBW arbeitet die Betreuerin oder der Betreuer überwiegend als Berater mit dem Jugendlichen zusammen. Der junge Mensch trifft eigenverantwortlich Entscheidungen und erlebt deren Auswirkungen. Erfolge und „Misserfolge“ bilden die Grundlage, um das eigenen Verhalten und die getroffenen Entscheidungen zu überdenken und konstruktive Schlüsse daraus zu ziehen. Im gemeinsamen Gespräch werden neue Handlungsalternativen entwickelt und eingeübt. Er wird so zu einem aktiven Gestalter der Jugendhilfemaßnahme.
Täglicher Betreuungsumfang
Der Betreuungsumfang orientiert sich am Hilfebedarf des jungen Menschen und dem im Hilfeplangespräch festgelegten zeitlichen Rahmen. Er beträgt in der Regel 5 - 10 Stunden pro Woche. Sowohl bei Betreuungsbeginn als auch in der laufenden Betreuung kann sich der zeitliche Rahmen, orientiert am aktuellen Bedarf in Absprache mit dem belegenden Jugendamt, flexibel korrigieren. Ausschlaggebend ist der Unterstützungsbedarf des jungen Menschen.
Räumliche Einbindung des Personals in die Einrichtung
Die Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen sind in der Regel in den vom Weitblick–Jugendhilfe e. V. angemieteten Wohnungen /Appartements unter-gebracht. Betreuungskontakte finden im Lebensumfeld der Betreuten, z. B. in dessen Wohnung oder in den Räumen der Einrichtung statt. Im Rahmen der Begleitung der jungen Menschen zu Behörden, Schulen, Ärzten, Therapeuten etc. finden die Kontakte an den entsprechenden Orten statt.
Freizeitpädagogische Maßnahmen sind Gegenstand der pädagogischen Regel-versorgung. Ziel ist es, mit dem jungen Menschen in Kontakt zu treten, ein Lernfeld für Kontakt – und Gruppenfähigkeit innerhalb des SBW zu bieten und den Erfahrungsaustausch der jungen Menschen untereinander anzuregen. Darüber hinaus dienen sie der Erschließung von Interessen und Ressourcen des jungen Menschen. Einen Schwerpunkt bilden adäquate, weniger konsum-orientierte als vielmehr alternative Formen der Freizeitgestaltung. Die Heran-wachsenden werden in lebenspraktische Abläufe, wie Planung und Vorbereitung von Freizeiten, Einkaufen, Kochen, Abwaschen und Wäschepflege einbezogen. Erlebnispädagogische Aktionen finden unter Einbezug der Ergebnisse aus der Hilfeplanung statt. Im Rahmen von Klettern, Bergwanderung, Kooperations– und Problemlösungsaufgaben werden die jungen Menschen v. a. in den Be-reichen der Übernahme von Verantwortung, Vertrauen (in sich selbst und andere) und dem Erkennen und Überwinden von Grenzen gefördert.
Bei der Vorbereitung und Nachbereitung der Aktionen wird darauf geachtet, dass der Transfer der gemachten Erfahrungen in den Alltag geleistet werden kann. Es werden regelmäßig Wochenenden gestaltet, die im Wechsel unter einem kulturellen, einem erlebnispädagogischen oder sportlichen Motto stehen. Unterschiedliche freizeitpädagogische Maßnahmen werden über das Jahr verteilt durchgeführt.
Erweitertes Angebot...
Hierbei handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot in einer Schreinerei.
- Kinder und Jugendliche, die nicht beschulbar sind
- Junge Menschen, die von der Schule gehen müssen (Schulausschluss..)
- Junge Menschen, die bei uns wohnen und noch keine Maßnahme haben
- Junge Menschen, die sich noch unsicher sind, was sie beruflich werden wollen
- Junge Menschen im Übergang Schule/Beruf
- Junge Menschen, die über wenig Ausdauer und Erfolgserlebnisse verfügen
- Ein Schreinermeister und ein Schreinergeselle
- Eine sozialpädagogische Fachkraft
- Unterrichts- bzw. Schulungsraum
- Schaffung einer Tagesstruktur
- Fertigkeiten der Fein- bzw. Grobmotorik sowie Koordination fördern
- Abläufe in der Holzverarbeitung kennenlernen
- Heranführung an die Arbeit
- Freude an der praktischen Arbeit wecken und fördern
- Beschulung in Kleinstgruppen, um so Defizite auszugleichen und individuell zu lernen (Lerntempo …)

References: § 27
 § 27
 § 41
 § 78
 § 27
 § 27
 § 34
 § 41