Source: https://www.vorfaelligkeitsentschaedigungsrechner.org/vorfaelligkeitsentschaedigung-verbraucherdarlehen/
Timestamp: 2018-02-26 03:05:39+00:00

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Vorfälligkeitsentschädigung beim Verbraucherkredit
Die vorzeitige Kündigung beim Verbraucherdarlehen führt zur Vorfälligkeitsentschädigung.
Laut § 491 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) zählen zu einem Verbraucherdarlehen Allgemein-Verbraucherdarlehen und Immobiliar-Verbraucherdarlehen. Laut § 491 Abs. 2 (BGB) sind Allgemein-Verbraucherdarlehen solche, welche zwischen einem Darlehensnehmer und einem Unternehmen (meistens eine Bank) geschlossen werden. Nehmen Sie beispielsweise ein Darlehen bei einer Bank auf um ein Auto zu finanzieren, so gilt dies als Allgemein-Verbraucherkredit.
Möchten Sie hingegen eine Immobilie finanzieren, so ist dies ein Immobiliar-Verbraucherdarlehen, für welchen Ausnahmen gelten. Im Folgenden gehen wir auch diese Ausnahmen kurz ein und erläutern die rechtlichen Grundlagen für Verbraucherkredite. Darüberhinaus gehen wir auf die Vorfälligkeitsentschädigung bei einem Verbraucherdarlehen ein.
1 Der Verbraucherdarlehens­vertrag im BGB
2 Die Ausnahme: Das Immobiliardarlehen
2.1 Die Vorfälligkeitsentschädigung beim Verbraucherkredit
Der Verbraucherdarlehens­vertrag im BGB
Schließen Banken ein Verbraucherdarlehen ab, so haben sie sich an die EU-Verbraucherrichtlinie zu halten und an die §§ 488-505 BGB. Diese Richtlinien und Paragraphen sollen den Darlehensnehmer schützen und Missverständnissen vorbeugen. So sieht das deutsche Recht vor, dass ein Verbraucherdarlehen mit einem festen Sollzinssatz nach 10 Jahren gekündigt werden kann und Verträge mit einem veränderlichen Zinssatz jederzeit kündbar sind (§489 BGB).
Darüber hinaus räumt das Recht sowohl dem Verbraucher als auch der Bank ein außerordentliches Kündigungsrecht ein (§490 BGB). § 491a Abs. 3 macht die Pflicht der Darlehensgeber gegenüber den Darlehensnehmern deutlich. So sind diese gezwungen, den Vertragsinhalt so zu erläutern, dass der Verbraucher dies begreifen und beurteilen kann. Darüber hinaus bedarf der Darlehensvertrag der Schriftform (§492 BGB). Auch ein Widerrufsrecht von 14 Tagen steht dem Verbraucher nach § 355 und 495 BGB zu.
Die Ausnahme: Das Immobiliardarlehen
Bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung beim Verbraucher­kredit muss die Bank auf bestimmte Regeln Rücksicht nehmen.
Für ein Immobiliardarlehen greifen allerdings einige Ausnahmen, da es sich nach § 503 BGB um einen Vertrag handelt, welcher durch Grundpfandrechte abgesichert ist. Geraten Sie bei diesem Darlehen in Verzug, so fallen nicht 5 Prozent über den Basiszins an, sondern nur 2,5 Prozent. Darüber hinaus muss die Rate nicht im Gesamten im Darlehensvertrag festgehalten werden, wenn die Laufzeit von der Zuteilung eines Bausparvertrages abhängt.
Die Vorfälligkeitsentschädigung beim Verbraucherkredit
Laut § 502 BGB steht es den Banken zu, bei Verbraucherdarlehen eine Vorfälligkeitsentschädigung zu erheben. Dieses Recht umfasst allerdings nur Verträge mit einem gebundenen Sollzins, welcher beim Vertragsabschluss vereinbart wurde. Außerdem ist der Anspruch auf eine Vorfälligkeitsentschädigung bei Verbraucherdarlehen ausgeschlossen, wenn
1. die Rückzahlung aus den Mitteln einer Versicherung bewirakt wird, die auf Grund einer entsprechenden Verpflichtung im Darlehensvertrag abgeschlossen wurde, um die Rückzahlung zu sichern, oder
2. im Vertrag die Angaben über die Laufzeit des Vertrags, das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers oder die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend sind. (§ 502 Abs. 2 BGB)
In den meisten Fällen handelt es sich aber um Kredite mit einem festgelegten Sollzinssatz, weswegen eine Vorfälligkeitsentschädigung rechtens ist.
Gleicher Paragraph deckelt allerdings bei einem Verbrauchkredit die Vorfälligkeitsentschädigung. Diese gilt allerdings nicht für Immobiliardarlehen.
Die Bank darf bei einem Verbraucherdarlehen eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.
Die Entschädigung darf nicht mehr als einen Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages umfassen. Zahlt der Darlehensnehmer die Restschuld innerhalb des letzten Jahres der Sollzinsbindung zurück, darf der Vorfälligkeitszins nur 0,5 Prozent umfassen.
Außerdem darf die Vorfälligkeit nicht höher sein, als der Betrag der Sollzinsen, welcher noch zwischen der vorzeitigen Kündigung und vereinbarten Rückzahlung zusammen gekommen wäre.
Verbraucher, welche eine Baufinanzierung abgeschlossen haben, sollten sich jetzt allerdings nicht zu früh freuen, denn auch hier gibt es wieder eine Ausnahme: Die Deckelung gilt für Darlehen nicht, die durch einen Grundpfand abgesichert sind, weswegen in diesem Fall die Vorfälligkeit sehr hoch sein kann.
Lassen Sie die Berechnung Ihrer Vorfälligkeitsentschädigung beim Verbraucherdarlehen von einem Experten prüfen, häufig schleichen sich Fehler ein.

References: § 491
 § 491
 § 491
 § 355
 § 503
 § 502