Source: http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0019%3Asmythp%3D38
Timestamp: 2016-12-10 22:19:08+00:00

Document:
chapter 38 Raphael Kühner, Friedrich Blass, Ausführliche Grammatik der Griechischen Sprache
Die Dehnung der Vokale besteht darin, dass die kurzen
Vokale α^, ι^, υ^, ε, ο in die langen Vokale bezw.
unechten Diphthonge ᾶ, ῖ, ῦ, η und ει, ω und ου verwandelt
werden. Sie ist entweder eine Formationsdehnung, d. h. eine solche, welche in der
Flexion oder Wortbildung angewendet wird, oder eine Ersatzdehnung, d. h. eine
solche, welche zum Ersatze schwindender Konsonanten dient (Gellius N. A. II, 17, 8:
detrimentum litterae productione syllabae compensatur, s. Brugmann, C. Stud. IV,
61), oder eine metrische (rhythmische). In der
Formationsdehnung wird α^ in η (nach ε, ι, ρ att. in α_); ε in η; ο in ω; ι^ in ῖ; υ^ in υ_ gedehnt. So im
Präsens der Vb. muta: λήθω zu λαθ, ἥδομαι zu ἁδ, σήπω
zu σαπ, τρίβω zu τρι^β,
ῥί̂πτω zu ῥι^φ, τύ̂φω zu τυ^φ, φρύ̂γω zu φρυ^γ.
Doch entspricht dem ι^ υ^ des Aorists
häufiger ει, ευ, als λείπω, φεύγω. Der lange Vokal zeigt sich dann auch in sonstigen
Tempora und Ableitungen, als (λαθ) λήσω, λέληθα, λέλησμαι, (λαβ) λήψομαι (ion. λάμψομαι, λα?́ψομαι) εἴληφα εἴλημμαι λῆμμα
λῆψις u. s. w., (ἁδ) ἡδύς ἡδονή u. s. f. (einzeln μέμηλα Pf. zu μέλω).
Eigentümlich ist, wie dabei als gleichwertig mit der Dehnung die
Nasalierung erscheint, als λαμβάνω, λανθάνω nb.
ληθάνω, ἁνδάνω, s. Joh. Schmidt, Indog.
Vokalism., S. 118 ff. Vgl. auch λιμπάνω mit
λείπω, φυγγάνω mit φεύγω,
λέλογχα mit εἴληχα. Sodann ist
Dehnung im Sing. Präs. der Verba auf -μι:
ἵστημι — ἵστα^μεν, τίθημι — τίθεμεν,
δίδωμι — δίδομεν, δείκνῦμι
— δείκνυ^μεν (im Sanskr. bei den entspr.
Vb. — nômi d. i. naumi — numas), aber εἶμι — ἴμεν,
nicht ἶμι. Ferner wird der auslautende Vokal der
Verbalstämme üblichermassen beim Antritt konsonantisch anlautender
Suffixe gedehnt: τιμάω τιμή-σω ἐτίμη-σα τίμη-σις
τίμη-μα; φιλέω φιλή-σω φίλη-μα; μισθό-ω μισθώ-σω μίσθω-μαι.
Denselben Gesetzen folgt die Augmentierung der mit einem Vokal anlautenden Verba:
ἄγω ἦγον, ἐλθεῖν ἦλθον, ι?̔κέσθαι ἷκόμην,
ὀνομάζω ὠνόμαζον, υ?̔βρίζω ὕ̂βριζον. Endlich auch die
Nominativbildung konsonantischer Stämme in der III. Deklin. auf ν ρ ς, als πατερ
— Nom. πατήρ, ῥητορ — Nom.
ῥήτωρ, ποιμεν — Nom. ποιμήν, δαιμον — Nom. δαίμων, ἀληθες — Nom. ἀληθής,
ἠος — Nom. ἠώς; auch die
ντ-Stämme bilden grossenteils so ihren
Nomin., als λεοντ — λέων, λεγοντ — λέγων.
Einzeln steht ἀλωπεκ — Nom. ἀλώπηξ. In der Ersatzdehnung1) wird α^
in α_ oder η; ε in
ει (dial. η);
ο in ου (dial.
ω); ι^ in ῖ; υ^ in υ_ gedehnt. Der
Grund dieser Dehnung liegt in dem Ausfallen eines von mehreren Konsonanten; sie
erfolgte aber zu einer Zeit, wo ε und ο in der gew. Sprache bereits den geschlossenen Laut
angenommen hatten, weshalb auch ihre Dehnung ein geschlossener Vokal und weiterhin
unechter Diphthong wurde.2) So mit ausgefallenem ν in γίγᾶς st. γίγαν（τ）ς, ὀδούς st. ὀδόν（τ）ς, μέλᾶς st. μέλανς,
φέρουσι st. φέρονσι φέροντι, sk.
bháranti, λύκους st. λύκονς, goth. vulfa-ns, πᾶσα,
Μοῦσα, τούς, τιθείς; (die Argiv. u. Kret. bewahren das
ursprüngliche νς, als πάνσα, τιθένς, τόνς = τούς, ἐνς =
εἰς, πρειγευτάνς st. πρειγευτάς; z. T. auch die Thessaler u. Arkader, als arkad. κελεύωνσι, thessal. πάνσα, jedoch nicht in Endsilben, s. d. Anm.); ferner mit ausgefallenem
ς:3) ἔσφηλα st. ἔσφαλσα, ἤγγειλα st.
ἤγγελσα, ἔφθειρα st. ἔφθερσα, ἔνειμα st. ἔνεμσα;
εἰμί st. ἐσμί, ὀρεινός st. ὀρεσ-νός v. τὸ ὄρος,
St. ὀρες; mit ausgefallenem ϝ: ion. ξεῖνος für ξένϝος, ὁ οὖρος Grenze f. ὅρϝος, κούρη f. κόρϝη; mit
ausgefallenem j: κρί̂νω f. κρίνjω, φύ̂ρω f. φύρjω, φθείρω f. φθέρjω, ὀφείλω f.
ὀφέλjω, κτείνω
f. κτένjω, vgl.
§ 21, 6. 7. In diesen letzteren Fällen (ausgenommen den des
ν vor Kons.) liegt der Dehnung des Vokals die
Verdoppelung des verbliebenen liquiden Konsonanten voraus, welche im Lesbischen und
Thessalischen bewahrt ist, weshalb § 66 zu vergleichen; es hat also auch
keineswegs ein unmittelbarer Ersatz des verschwindenden Konsonanten durch Dehnung
des Vokals stattgefunden, sondern der Konson. ist zunächst angeglichen
worden. Anmerk. 1. Über die Ersatzdehnung des
ε, ο zu η, ω,
ferner über αι st. ᾶ, οι st. ου in den Dialekten s.
§ 26 unter η u. ει,
ω u. ου, αι u. ᾶ,
οι u. ου. Zu bemerken ist aber, dass
einige dorische Stämme, wie ein Teil der Kreter, sodann die
Kyrenäer, Theräer, Koer, die älteren Delphier u. a., dazu
die Thessaler und Arkadier, in der Endsilbe der Wörter die Ersatzdehnung
nicht anwenden, sondern die Silbe kurz gebrauchen.4) Diese
Eigentümlichkeit wurde von Dichtern nach Bedarf des Verses benutzt, so von
Alkman, Pindar (selten), Hesiodos, Tyrtaios. Epicharm. Es sind folgende
Fälle zu unterscheiden: a) Akk. Pl. I. Dekl. auf
α^ς st. ᾶς
(ανς) nur b. Dichtern hervortretend, als: Alkm. 33
τὰς τροπάς (¯˘˘).
Epich. 5 μωρα?́ς, 68 πλευρα?́ς, 84 ἀφύα^ς.
Stesich. 5 παγα?́ς. Chelid. (Carm. popul. Bgk. 41) 2
καλα?̀ς ὥρα^ς; sehr oft b. Theokr., als: 1, 83
πάσα^ς, 134 ὄχνα^ς. Hesiod. Th. 60 κούρα^ς, 184 πάσα^ς, 267 Ἁρπυία^ς, 401 μεταναιέτα^ς, 534
βουλα?́ς, 804 εἰρέα^ς (coetus), Op. 564 τροπα?́ς, 673 δεινα?́ς, fr. 190 (222 Kink.) Σκύθα^ς.5) Tyrt. fr. 4, 5 δημότα^ς, 7
δεσπότα^ς. Über den Accent s. § 80, 4; über
die bereits in ανς eingetretene Verkürzung
des urspr. langen α s. § 39. b) Akk. Pl. II. Dekl. auf ο
ς st. ους (ονς) auf kret. Inschr. τὸς θεός, τὸς νόμος,
τὸς κειμένος, τὸς προξένος, τὸς κόσμος u. s. w., einzeln auf den
Gortyn. Tafeln (die im allgemeinen νς bewahren), als
τούτος ἔχεν, τὸς καδεστάνς (also ohne jede
Rücksicht auf anlautenden Vokal oder Konsonant des nächsten
Wortes, s. G. Meyer 347^{2}), auf kyrenaischen τὸς κοινός,
Ῥωμαίος, ποττός (= πρὸς τούς), auf
theräischen τὸς γενομένος, στεφάνος, τὸς
νόμος u. s. w., auf koischen ἐς τὸς θεὸς
Σεβαστός, τὸς ἀναγεγραμμένος (Bull. de corr. hell. VI, 249 ff.), in
dem Dekrete der Amphikt. τός, Αἰγιναίος u. s.
w.; thessal. τὸς ταγός, arkad. τὸς ἐπισυνισταμένος; oft b. Theokr., als: 1, 90 τὰς παρθένος. 4, 11 τὼς λύκος. 5, 112 τὰς δασυκέρκος
ἀλώπεκας. 114 τὼς κανθάρος; Hesiod. Sc. 302 λαγός; b. Pind. selten, als: O. 1, 53 κακαγόρος. N. 3, 28 ἐσλός, s.
§ 109, 4. c) Nom. S. III. Dekl. auf α^ς (st. ᾶς), G. αντος und ανος, und
ιες (st. εις), G. εντος. Hes. Th. 521 alte Lesart
δήσα^ς; Alkm. 68 Αἴα^ς; Theokr. 2, 4 τάλα^ς, b.
Rhianos μέλα^ς, χαρίες, τιμῆες, αἱματόες,
ἀστερόες st. -εις; auch thessal.
εὐεργετές st. εὐεργετείς, Particip. v. εὐεργέτειμι
= εὐεργετῶ; sogar Φυκός b. Hesych. st. Φυκοῦς, G.
οῦντος Vorgebirge der Kyrenaika, s. §
50, Anm. 2; ferner: πός dor. st. πούς, G. ποδ-ός;
— endlich (d) Präp. ἐνς argiv.,
kret.,6) gew. εἰς, aber dor. ἐς, auch ion. (Herodot, Hippokr., Littré I,
494)7), poetisch b. Hom. Tragg., für das
Altattische (Thukyd.) u. das Ion. bezweifelt von Meisterhans 174^{2} f., mit Erfolg
gestützt von Erman, C. Stud. V, 283, s. § 325, 4; so auch ἔσω nb. εἴσω Tragg.
Hippokr. Anmerk. 2. Dehnung unter Beibehaltung des ν zeigt ἀγώνσανς Nemea
Dial.-I. 3317; darnach kann auch eleisches ἀνταποδιδῶσσα D.-I. 1172, 17 aus -διδῶνσα erklärt werden (vgl. att. ἐς
Σάμῳ st. ἐν Σάμῳ u. s. w., G.
Meyer 264^{2}). Vgl. im Latein. die Dehnung des Vokals vor ns, als cōnsul,
ingēns, īnsuper. Eine Art
ersetzender Dehnung findet auch vor Vokal bei ausfallendem Digamma statt, vgl.
§ 16, 3, b; Brugmann, C. St. IV, 131 ff., 142 ff.; Heydenreich das. X, 151
ff.S o bei Homer ἠείδης für ἐϝείδης, § 199, 6; ferner Ἄϊδος mit langem α, ἆείδω u. s.
w. (doch wird für Homer diese Dehnung jetzt bestritten, so von Brugmann
selbst); daher attisch α（ϝ）ι zusammengezogen fast stets zu
ᾳ d. i. ᾶι,
nicht zu αι, so Ἅιδης,
ᾁδω, ᾁττω, δᾴς, s. § 50, Anm. 5. Für οϝ findet sich bei Homer οι
in οἰέτεας Il. b, 765, οἴιες Od. ι, 425; attisch ist das Ergebnis der Kontraktion aus ο（ϝ）ι
οι, als οἶς, πλοῖον; doch ᾤα u. οἴα (ὄα), Schaffell, aus ὀ（ϝ）ι-ία, Brugmann S. 145, vgl. die Kontraktion von αιι in ᾳ (Κωπαιίδων — Κωπᾴδων);
auch κλῳός nb. κλοιός,
χρῴζω nb. χροΐζω (Sapph. Eurip. u.
A.). Besonderer Art ist πλώιμος πλωίζεσθαι att.
πλῴζ. (Herodian I, 444. II, 571), wofür
bei Späteren πλόϊμος πλοΐζεσθαι, s.
Lobeck ad Phryn. 614 sqq.; neben πλεϝ πλευ
nämlich liegt der Stamm πλω- vor, s.
§ 343. Würde ο zu ω, so wäre das nicht nur eine Änderung
der Quantität, sondern auch der Qualität des Vokals. —
Für ε steht ει in λείουσιν Il. ε, 782 u. sonst, von λέων d. i.
λέϝων, vgl. ahd. lewo, j. Löwe; Hartel
verlangt λεύουσι, ebenso πνεύει st. πνείει, χεύω
st. χείω (καταχεύεται Hes. Op. 583), vgl. § 16, 3, b, § 231,
Anm. 1. Es kann jedenfalls nicht geleugnet werden, dass ει für ε vor Vokal schon in
alter Zeit gesetzt ist: für χρέος
([root ] χρε) schreiben die Gortyn. Tafeln auch
χρεῖος (so auch Theogn. 1196), und nicht anders
möchten das. διπλείαν nb. ἁπλόον, λείοι nb. späterem λέοι (Comparetti, Mus. Ital. II, 678) zu beurteilen sein.
So auch εἰαριναί Simonid. 73 (εἴαρος Alkm. 26, bezw.), Ϝειαρινώ böot. Dial.-I. 771 (Smyth d. Diphth. EI p. 68).
Weiter aber stellt sich auf Grund der aristarchischen Schreibungen bei Homer als
Regel heraus, dass aus wurzelhaftem α^ vor Vokal in
der Dehnung nichts anderes als η wird, als βήομεν, τεθνηώς; hingegen wurzelhaftes ε in zwiespaltiger Weise gedehnt wird: ει steht vor dunklem Vokale, als θείομεν, ἐρείομεν, τραπείομεν, χέρεια, χρεῖος, aber η vor hellem (und auch vor υ): θήῃς, μιγήῃς, χέρηι, χέρηες, χληηδόνα,
Ὀϊκλήης, Ἡρακληείη, ἠΰς u. s. w. S. die treffliche Darlegung
Cauers, Odyss. I, XII sqq., Il. I, XVII sqq. Inschriftlich wird dies
bestätigt durch böot. κουρωθείει
= altäol. -θήη（ι) D.-I. 1145, ἐπιμελειθείει Bull. de
corr. hell. 1890, 20. In unserer Überlieferung des Homer, die in arger
Weise η u. ει vor
Vok. vermengt, tritt freilich die Regel nicht mehr hervor, und schon im Altertum
bestand die Konfusion (um so leichter, als η u.
ει in diesem Falle schon in alexandrin. Zeit
gleich ausgesprochen wurden): weshalb eben die aristarchischen Schreibungen, im
Gegensatz zu anderweitigen schon im Altertum vorhandenen, uns angeführt
sind, leider nichts weniger als in allen Fällen. Ausgenommen sind (auch
nach Cauer) von dem zweiten Teile der Regel die Deklinationsformen wie πόληος (πόληας sogar
inschriftl. überliefert, Röhl I. Gr. ant. 349) Ἀρηος δυσαήων, also doch auch Ἡρακλῆος Ἡρακλῆα u. a.; aber τελείεται ist die richtige Form, da das Verbum auch äolisch
τελείω lautet, und steht mit τεληέσσας keineswegs in Widerstreit. Vgl. noch unten
§ 40, 2. Die metrische, d. h. durch die
Messung der Versfüsse bewirkte, Dehnung findet sich sehr häufig in
den Homerischen Gedichten, in der Regel aber nur in der Hebung, indem α^ in η, ε in ει (η), ο in ου (ω) gedehnt wird; die Dehnung der drei Ancipites α, ι, υ in ᾶ, ῖ, ῦ
werden wir in der Lehre von der Quantität (§ 75) behandeln. Am
Häufigsten geschieht die Dehnung in Wörtern, welche ohne die
Dehnung eines Vokales sich dem Masse des Hexameters nicht fügen
würden, also wenn ein Wort aus vier oder mehr kurzen Silben besteht oder
mit drei kurzen Silben anfängt, auf die eine lange folgt. So: ἠγάθεος st. ᾿α^γ.,
(Ἠσιονῆες Kallin. frg. 5 von Ἀσία), τιθήμενος st.
τι^θέμενος, Μακηδόνα Hes. fr. 36 G. (23 K.),
Μακηδόνες
Kallimach., Μακηδονίη Hermesianax
(Loebe, de elocut. Call. I, p. 5), μαχεούμενος und
μαχειόμενος st. μα^χεόμενος, ἀπερείσιος und ἀπειρέσιος,
ἀγείρατος Hdn. II, 269 = ἀγέρα（ς）τος,
οὐλόμενος st. ὀλ. (nach Curtius,
Stud. V, 218 st. ὀλνόμενος, Präsens),
ἑκηβόλος st. ἑκαβ.,
εἰλα?́τινος st. ἐλ., Εἰρέτριαν st.
Ἐρ., ἠνορέη v. ᾿α^νήρ,
ἠερέθονται st. ᾿α^ερ., ἠγερέθονται
st. ᾿α^γ., ἠγερέθεσθαι Il. κ, 127 (nach Aristarch), ἠνεμόεις st.
᾿α^ν., ἠμαθόεις st. ᾿α^μ.,
ἠϋγένειος st. ἐϋγένειος,
ἠΰκομος st. ἐΰκ., ὠλεσι?́καρπος st.
ὀλ., πουλυ^βότειρα st. πολ., δουλι^χόδειρος st. δολ., auch
Δουλίχιον von δολιχός, vgl. den anderen Namen d. I. Δολίχα. Oder wenn ein Wort mit einer langen Silbe anlautet, auf welche
vier kurze folgen, als: ὑψιπέτηλος st. ὑψι^πέτα^λος Od. δ, 458,
oder wenn eine kurze Silbe zwischen zwei langen steht, als: ἀκηχεμένη st. ἀκαχημένη, aber
ἀκαχήμενος, ὠτώεις (οὐατόεις indes Nauck) v. οὖς,
ὠτ-ός (Hom. οὔατος); zuweilen auch,
wenn das Wort aus drei kurzen Silben besteht, indem dasselbe nur so in dem Hexameter
gebraucht werden könnte, dass seine letzte Silbe durch Position
verlängert oder elidiert würde, als: ἐρέω
δέ τοι οὔνομα λαῶν Od. ζ, 194, aber
Ἀρήτη δ̓ ὄνομ᾽ ἐστίν (es scheint nicht,
dass die Dehnung in οὔνομα durch
Konsonantenausfall begründet wäre, wie man früher annahm,
s. G. Meyer 94^{2}); πὰρ ξίφεος μέγα κουλεόν Il.
γ, 272, aber κολεὸν δὲ
νεοπρίστου Od. q,
404; μείλανι πόντῳ Il. ω, 79
st. μέλ., τείρεα st. τέρ. Il. ς, 485. Die epische Sprache hat
hierin noch eine wunderbare Bildsamkeit und Beweglichkeit; freilich ist nicht
überall zu entscheiden, was wirkliche Form eines Dialektes, was poetische
Freiheit ist. Die Schreibungen ει und ου sind übrigens sehr jung, indem E O noch im 5.
und 4. Jahrhundert auch für die Längen d. i. ει, ου gesetzt werden konnten; somit steht ΔΟΛΙΧΟΔΕΡΟΣ, ΜΕΛΑΝΙ eigentlich mit ἆθάνατος, δῦναμένοιο auf einer Linie. Anders ἠγάθεος, ἠνορέη u. dgl.; derartige rhythmische Dehnung,
um eine Folge von Kürzen zu vermeiden, lag im Geiste der Sprache, u. tritt
auch in der Komparativbildung (σοφώτερος, aber
κουφότερος, § 154, 1), sowie bei den
Abstrakta auf -σύνη (ἱερωσύνη, aber δουλοσύνη), ferner in
θιασώτης, ἰδιώτης nb. δημότης, τοξότης, in ἑτέρωθι,
ἀμφοτέρωθεν nb. ἄλλοθι, πόθεν
deutlich zu Tage (Buttmann, Spr. II, 420; de Saussure Mélanges Graux 737
ff.; Wackernagel, Dehnungsges. d. gr. Komposita [Basel 1889] S. 5 f.). Ebenso auch
in der Komposition, wo am Ende des ersten Gliedes η
(dor. α_) st. ο
eintritt, als ὀλιγηπελέων Il. ο, 24, Od. t, 356, ὀλιγηπελίης Od. ε,
468 (aber ὀλιγοδρανέων), νεηγενέας Od. δ, 336, (aber νεότευκτος), θαλαμηπόλος
u. a., vgl. § 340, 2, u. über die Dehnungen im zweiten Teile der
Komposita (als ἀνώιστος von ὀΐομαι, πολυήρατος, δολιχήρετμος) § 341, 2. —
Rhythm. Dehnung ist auch in ἠπίαλος ἠπιάλης nb.
ἐπιάλτης ἐφιάλτης, und nach Ahrens Btr. 138
Anm. in ἐτήσιος f. ἐτέσιος, aus welchem andererseits (mit Ausfall des intervokal. ς) ἔτειος wurde. Anmerk. 1. In der Senkung kommt die Dehnung nur selten vor,
als: Il. b, 653 Τληπόλεμος
δ̓ Ἡρακλεΐδης ἠΰς τε μέγας τε, vgl. ε, 628. Od. n, 99
αἵ <*> ἀνέμων σκεπόωσι δυσαήων μέγα κῦμα v.
δυσᾶής, G. δυσαέ-ος. Il. d, 55
οὐκ εἰῶ διαπέρσαι. Anmerk. 2. In ὁδοιπόρον Il. w, 375, χοροιτυπίῃσιν Il. w, 261, Πυλοιγενέος Il.
β, 54 u. a. ist οι
nicht als Dehnung, sondern als Lokativform anzusehen; vgl. d. poet. ὀρει-βάτης, ὀρει-γένης. Auffallend ist δλοοίτροχος Il. ν, 137, da
hier die Dehnung wegen der Position nicht nötig ist; weshalb Thiersch Gr.
§ 166, 4, Anm. ὀλοότροχος
vorschlägt, wie ὀλοόφρων. Aber in
ἀνδρειφόντης ist ει, und zwar in der Senkung, Dehnung st. ε (ο) [ἀνδρεφόνος dor. Herodian II, 418]; die Alten erklären auch
Ἀργειφόντης so, während die Neueren
(seit Bekker) Ἀργεϊφ. schreiben. Der Diphthong
αι erscheint in χαμαιγενής (Lokat. I. Dekl.), ἰθαιγενέεσσι Od. z,
203, Ἰθαιμένεος Il. p, 586, Κλυταιμήστρα, Πυλαιμένεος,
μεσαιπόλιος Il. ν, 361 u. a., s.
§ 340. Anmerk. 3. Bei attischen Dichtern kommen
metrische Dehnungen nur selten vor, als: ἀρώσιμοι
Ant. 569, nb. ἤροσα,
ἄροσις u. s. w. (Smyth
Brugmann, Curt. Stud. IV, 61 ff.2 Dietrich, Kuhns Zeitschr. XIV,
48 ff.3 S. Ahrens, Dial. II.
p. 104 sqq.; Solmsen, K. Z. XXIX, 338 ff.4 Ahrens
das. p. 172 sqq., 177 sq.; Morsbach, C. Stud. X, 4 ff.; über die
Thessaler und Arkadier Meister, Dial. I, 307. II, 107.5 S. Goettling ad Hesiod. p.
XXXII.6 Tafeln von Gortyn ἐνσ-είηι d. i. εἰσίῃ; sonst (vor
Konson.) das. ἐς, Baunack, Inschr. v. Gort.
23.7 So auch in π. ἱερῆς
νούσου insbesondere nach der besten Handschr. θ, z. B. VI, 366 L.

References: § 21
 § 66

§ 26
 § 80
 § 39

§ 109
 §
50
 § 325

§ 16
 § 199
 § 50

§ 343
 § 16
 § 231

§ 40
 § 154
 § 340
 § 341

§ 166

§ 340