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Timestamp: 2019-05-25 10:50:12+00:00

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Wie sind Vermessungsarbeiten im Rahmen der Anschaffungskosten eines Grundstücks zu behandeln? | dasFiBuWissen - Fachwissen von Experten für Ihren Erfolg.
Wie sind Vermessungsarbeiten im Rahmen der Anschaffungskosten eines Grundstücks zu behandeln?
dasFiBuWissen-News [ Stand: 17.11.2014 ]
Foto: Kurt F. Domnik / www.pixelio.de
Oliver Glück beantwortet eine Frage zum Thema Anschaffungskosten.
Vermögensgegenstände sind nach § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB höchstens mit den Anschaffungskosten (oder Herstellungskosten) anzusetzen, wobei Anschaffungskosten alle Aufwendungen umfassen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand (hier: das Grundstück) zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen (vgl. § 255 Abs. 1 Satz 1 HGB). Der Begriff „betriebsbereiter Zustand“ ist im Zusammenhang mit Grundstücken vielleicht nicht ganz passend, gemeint ist die Nutzungsfähigkeit inkl. der Erfüllung gesetzlicher oder behördlicher Auflagen.
Zu den Anschaffungskosten zählen auch Nebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten (
§ 253 – Zugangs- und Folgebewertung
(1) Vermögensgegenstände sind höchstens mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um die Abschreibungen nach den Absätzen 3 bis 5, anzusetzen. Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag und Rückstellungen in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages anzusetzen. Soweit sich die Höhe von Altersversorgungsverpflichtungen ausschließlich nach dem beizulegenden Zeitwert von Wertpapieren im Sinn des § 266 Abs. 2 A. III. 5 bestimmt, sind Rückstellungen hierfür zum beizulegenden Zeitwert dieser Wertpapiere anzusetzen, soweit er einen garantierten Mindestbetrag übersteigt. Nach § 246 Abs. 2 Satz 2 zu verrechnende Vermögensgegenstände sind mit ihrem beizulegenden Zeitwert zu bewerten.
(2) Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abzuzinsen. Abweichend von Satz 1 dürfen Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen oder vergleichbare langfristig fällige Verpflichtungen pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst werden, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Sätze 1 und 2 gelten entsprechend für auf Rentenverpflichtungen beruhende Verbindlichkeiten, für die eine Gegenleistung nicht mehr zu erwarten ist. Der nach den Sätzen 1 und 2 anzuwendende Abzinsungszinssatz wird von der Deutschen Bundesbank nach Maßgabe einer Rechtsverordnung ermittelt und monatlich bekannt gegeben. In der Rechtsverordnung nach Satz 4, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmt das Bundesministerium der Justiz im Benehmen mit der Deutschen Bundesbank das Nähere zur Ermittlung der Abzinsungszinssätze, insbesondere die Ermittlungsmethodik und deren Grundlagen, sowie die Form der Bekanntgabe.
(3) Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder die Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Der Plan muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann. Ohne Rücksicht darauf, ob ihre Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen, um diese mit dem niedrigeren Wert anzusetzen, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist. Bei Finanzanlagen können außerplanmäßige Abschreibungen auch bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung vorgenommen werden.
(5) Ein niedrigerer Wertansatz nach Absatz 3 Satz 3 oder 4 und Absatz 4 darf nicht beibehalten werden, wenn die Gründe dafür nicht mehr bestehen. Ein niedrigerer Wertansatz eines entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes ist beizubehalten.
Zu den Anschaffungskosten zählen auch Nebenkosten sowie nachträgliche Anschaffungskosten (§ 255 Abs. 1 Satz 2 HGB). Die handelsrechtlichen Voraussetzungen gelten auch für das Steuerrecht, unabhängig davon, ob die Bewertung für Zwecke der Ermittlung der Gewinneinkünfte (Unternehmen) oder für die Ermittlung der Überschusseinkünfte (im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung) erfolgt.
Sofern Vermessungskosten Anschaffungsnebenkosten darstellen, sind sie in die Anschaffungskosten einzubeziehen und nicht gewinnmindernd als Aufwand zu verbuchen. Es besteht kein Wahlrecht, sondern eine Aktivierungspflicht. Dies ist hier der Fall: die Kosten für die Vermessung des Grundstücks sind Teil der Anschaffungskosten.
Eine GmbH erwirbt von der Gemeinde ein Grundstück zu einem Preis von 100.000 Euro netto. Die Kosten für die Vermessung betrugen 2.000 Euro (weitere Kosten seien nicht angefallen).
Das Grundstück wird bei Erwerb mit 102.000 Euro aktiviert. Eine planmäßige Abschreibung des aktivierten Betrags kommt nicht in Betracht, da das Grundstück keine begrenzte Nutzungsdauer hat.
Die 102.000 Euro sind jedoch jeweils zum Bilanzstichtag daraufhin zu prüfen, ob eine dauernde Wertminderung i.S.d. § 253 Abs. 3 Satz 3 HGB vorliegt (z.B. aufgrund einer später festgestellten Verseuchung des Grund und Bodens). In dem Fall ist ggfs. eine außerplanmäßige Abschreibung nach dem gemilderten Niederstwertprinzip geboten.
Weitere zu aktivierende Nebenkosten wären z.B. die Grunderwerbsteuer, Notarkosten, die Kosten für die Grundbucheintragung oder auch das Honorar für einen Immobilienmakler.

References: § 253
 § 255

§ 253
 § 266
 § 246
 § 253