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Timestamp: 2019-06-24 16:39:56+00:00

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BGH, 08.07.1993 - VII ZR 79/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,566
BGH, 08.07.1993 - VII ZR 79/92 (https://dejure.org/1993,566)
BGH, Entscheidung vom 08.07.1993 - VII ZR 79/92 (https://dejure.org/1993,566)
BGH, Entscheidung vom 08. Juli 1993 - VII ZR 79/92 (https://dejure.org/1993,566)
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Einheitspreis - Formularklausel - Bauvertrag - Massenänderung
AGBG § 9; VOB/B § 2 Nr. 3 (1973)
Werkvertrag; Festpreisklausel beim Bauvertrag
Einheitspreise fest auch bei Mengenänderungen? (IBR 1993, 453)
NJW 1993, 2738
NJW-RR 1994, 211 (Ls.)
WM 1993, 1926
DB 1993, 2177
BauR 1993, 723
ZfBR 1993, 277
Die Kammer schließe sich insoweit der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (NJW 1993, 2738 - 2739) an.
sowohl auf die Erhöhung als auch die Herabsetzung der Einheitspreise bezieht (vgl. BGH, Urteil vom 8. Juli 1993, Az.: VII ZR 79/92, NJW 1993, 2738 - 2739; OLG Köln…, Beschluss vom 11. September 2014, Az.: 19 U 55/14, zitiert nach juris, Rn. 6;… Werner/Pastor, Der Bauprozess, 15. Auflage, Rn. 1505;… Keldungs, in: Ingenstau/Korbion, VOB-Kommentar, 19. Auflage, § 2 Abs. 3 VOB/B, Rn. 10;… Kniffka, in: Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Auflage, 5. Teil, Rn. 175).
Das hat der Bundesgerichtshof unter Hinweis darauf entschieden, dass Maßstab der Inhaltskontrolle nicht die VOB/B, sondern das Gesetz ist (vgl. BGH, Urteil vom 8. Juli 1993, Az.: VII ZR 79/92, NJW 1993, 2738 - 2739).
Haben die Parteien von einer Vereinbarung des § 2 Abs. 3 VOB/B oder einer entsprechenden anderweitigen Individualvereinbarung abgesehen, ist eine Anpassung des vereinbarten Werklohns - sei es in Form eines Pauschalpreises oder Einheitspreises - bei Mengenänderungen nur nach den Grundsätzen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage möglich (so BGH, Urteil vom 8. Juli 1993, Az.: VII ZR 79/92, NJW 1993, 2783 - 2739).
Dem steht keine vergleichbare Risikoübernahme durch den Auftraggeber gegenüber (vgl. Senatsurteile vom 20. Dezember 1990 - VII ZR 248/89 = BauR 1991, 210 = ZfBR 1991, und vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92 = BauR 1993, 723, 726 = ZfBR 1993, 277).
bb) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine formularmäßige Vertragsbestimmung im Sinne von § 9 Abs. 1 AGBG dann unangemessen, wenn der Verwender mißbräuchlich eigene Interessen auf Kosten des Vertragspartners durchzusetzen versucht, ohne dessen Interessen hinreichend zu berücksichtigen und ihm einen angemessenen Ausgleich zuzugestehen (Senatsurteil vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92 = BauR 1993, 723, 724 = ZfBR 1993, 277 mit weit.Nachw.).
Eine formularmäßige Vertragsbestimmung ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes unangemessen i.S.v. § 9 Abs. 1 AGBG, wenn der Verwender mißbräuchlich eigene Interessen auf Kosten des Vertragspartners durchzusetzen versucht, ohne dessen Interessen hinreichend zu berücksichtigen und ihm einen angemessenen Ausgleich zuzugestehen (z.B. Senatsurteil vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92, NJW 1993, 2738 = BauR 1993, 723 = ZfBR 1993, 277 m.w.N.).
In Bezug auf § 2 Nr. 3 VOB/B hat der Bundesgerichtshof bereits entschieden, dass diese Regelung nicht zu der für die Klauselbewertung maßgeblichen gesetzlichen Regelung im Sinne von § 305 Abs. 1 BGB zählt (BGH, Urteil vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92, juris Rn. 27).
In der vorgenannten Entscheidung vom 8. Juli 1993 ( VII ZR 79/92, juris Rn. 6) war die Fallkonstellation dergestalt, dass mit der dortigen Regelung ausdrücklich nur "Massenänderungen im Sinne von § 2 Nr. 3 VOB/B " angesprochen waren.
Eine solche Klausel ist wirksam [BGH Urt. v. 8. Juli 1993, NJW 1993, 2738 m.w.Nw. ].
Eine solche Anpassung, die nach § 2 Nr. 5 VOB/B ausgeschlossen ist, kommt nach § 313 Abs. 1 BGB nur unter engeren Voraussetzungen in Betracht [BGH NJW 1993, 2738 m.w.Nw, ], die hier nicht festzustellen sind.
Denn mit ihr wird bei der gebotenen kundenfeindlichsten Auslegung (vgl. BGH…, Urteil vom 29. April 2008 - KZR 2/07, BGHZ 176, 244 Rn. 19 m.w.N.;… Urteil vom 23. September 2009 - VIII ZR 344/08, NJW 2009, 3716 Rn. 8) nicht nur - wie bei der vom Bundesgerichtshof im Urteil vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92, BauR 1993, 723 beurteilten Klausel - eine Preisanpassung zugunsten des Auftragnehmers nach § 2 Abs. 3 VOB/B ausgeschlossen, sondern darüber hinaus auch eine Preisanpassung zugunsten des Auftragnehmers nach den Grundsätzen über die Störung der Geschäftsgrundlage, § 313 BGB (vgl. OLG Bamberg, Urteil vom 21. September 1994 - 3 U 258/93, zitiert nach Baurechts-Report (BR) 11/94, S. 2;… Markus in Markus/Kaiser/Kapellmann, AGB-Handbuch Bauvertragsklauseln, 4. Aufl., Rn. 279;… Vygen/Joussen, Bauvertragsrecht nach VOB und BGB, 5. Aufl., Rn. 2201; vgl. auch BGH, Beschluss vom 5. Juni 1997 - VII ZR 54/96, BauR 1997, 1036 unter I. 1.).
aa) Nach § 9 Abs. 1 AGBG ist eine formularmäßige Vertragsbedingung unwirksam, wenn der Verwender mißbräuchlich eigene Interessen auf Kosten des Vertragspartners durchzusetzen versucht, ohne dessen Interessen zu berücksichtigen und ihm einen angemessenen Ausgleich zu gewähren (BGH 5. Juni 1997 - VII ZR 324/95 - BGHZ 136, 27, 31; 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92 - NJW 1993, 2738).
BGH, 17.11.1994 - VII ZR 245/93
Formularmäßige Vereinbarungen zwischen Haupt- und Nachunternehmer für den Fall …
Damit greift bereits die in Nr. 13 getroffene Regelung so erheblich in den Kernbereich der VOB/B ein (vgl. auch Senatsurteil vom 4. Oktober 1984 - VII ZR 65/83 = BGHZ 92, 244), daß die Bestimmung des § 16 Nr. 3 VOB/B einer isolierten Inhaltskontrolle zu unterziehen ist (Senatsurteile vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92 = BauR 1993, 723, 726 = ZfBR 1993, 277, 278 und vom 19. Mai 1994 - VII ZR 26/93 = BauR 1994, 617, 618) [BGH 19.05.1994 - VII ZR 26/93].
Es wäre mit Sinn und Zweck der von der Senatsrechtsprechung entwickelten Grundsätze nicht zu vereinbaren, wenn gerade besonders zu mißbilligende Eingriffe in den Regelungsgehalt der VOB/B, die sogar dem Unwerturteil des § 9 AGBG unterfallen, bei der hier vorzunehmenden Prüfung außer acht bleiben müßten (vgl. Senatsurteile vom 20. Dezember 1990 - VII ZR 248/89.= BauR 1991, 210, 212 = ZfBR 1991, 101, 102, m.N. und vom 8. Juli 1993 - VII ZR 79/92 = BauR 1993, 723, 726 = ZfBR 1993, 277, 278).
Die Zulässigkeit einer solchen Regelung ist insbesondere auch dann zu bejahen, wenn die Regelung sich sowohl auf Erhöhungen als auch auf Herabsetzungen der Einheitspreise bezieht (vgl. dazu BGH, Urteil vom 08.07.1993 - VII ZR 79/92 - NJW 1993, 2738;… Werner/Pastor, a.a.O., Vygen/Kratzenberg, VOB, 17. Aufl., 2010, § 2 Abs. 3 VOB/B, Rz. 10).
Dem Anpassungsverlangen steht die Regelung unter Nr. 1.7 der in den streitgegenständlichen Vertrag einbezogenen Besonderen Vertragsbedingungen (Anlage K 1) entgegen, wonach "im Auftragsfalle die Angebotspreise für die Dauer der Auftragsabwicklung Festpreise " sein sollten (zur Zulässigkeit einer solchen Klausel i.V.m. § 2 Nr. 3 VOB/B vgl. BGH, Urteil vom 08.07.1993, VII ZR 79/92, BauR 1993, 723).
BGH, 19.05.1994 - VII ZR 26/93
VOB-Einbeziehung nur wegen übereinstimmender Geltungsannahme?
KG, 29.09.2005 - 27 U 120/04
VOB-Vertrag: Wirksamkeit einer Preisklausel für Mengenabweichungen unter 10%
OLG Stuttgart, 07.08.2000 - 6 U 64/00
Pauschalpreis: Bis zu welcher Grenze sind Mengenüberschreitungen hinzunehmen?
Vertraglich wirksames Abbedingen der Anpassung des Einheitspreisvertrags bei …
OLG Koblenz, 23.03.2000 - 2 U 792/99
OLG Düsseldorf, 09.05.1996 - 5 U 287/93
Inhalt und Umfang des Behinderungsschadens; Nachweis
Auftragserteilung zur Erstellung einer Lärmschutzwand für eine Straße; Vergütung …
OLG Köln, 08.12.2014 - 19 U 138/14

References: § 9
 § 2
 § 2
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 § 9
 § 9
 § 2
 § 305
 § 2
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 § 313
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 § 313
 § 9
 § 16
 § 9
 § 2
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