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Timestamp: 2017-10-17 14:34:15+00:00

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BAG, 16.10.2013 - 10 AZR 9/13 - Umfang der Pflicht eines leitenden Oberarztes zur Ableistung von Bereitschaftsdiensten | anwalt24.de
Urt. v. 16.10.2013, Az.: 10 AZR 9/13
Referenz: JurionRS 2013, 53222
Aktenzeichen: 10 AZR 9/13
LAG Nürnberg - 29.11.2012 - AZ: 5 Sa 405/11
ArbG Würzburg - 28.07.2009 - AZ: 2 Ca 245/09
Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-Ärzte/VKA vom 17. August 2006 i.d.F. des ÄndTV Nr. 1 vom 8. April 2008 und i.d.F. des ÄndTV Nr. 3 vom 18. Januar 2012) § 7 Abs. 6
Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-Ärzte/VKA vom 17. August 2006 i.d.F. des ÄndTV Nr. 1 vom 8. April 2008 und i.d.F. des ÄndTV Nr. 3 vom 18. Januar 2012) § 10
Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-Ärzte/VKA vom 17. August 2006 i.d.F. des ÄndTV Nr. 1 vom 8. April 2008 und i.d.F. des ÄndTV Nr. 3 vom 18. Januar 2012) § 11
Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-Ärzte/VKA vom 17. August 2006 i.d.F. des ÄndTV Nr. 1 vom 8. April 2008 und i.d.F. des ÄndTV Nr. 3 vom 18. Januar 2012) § 12
Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-Ärzte/VKA vom 17. August 2006 i.d.F. des ÄndTV Nr. 1 vom 8. April 2008 und i.d.F. des ÄndTV Nr. 3 vom 18. Januar 2012) § 15 Abs. 2 S. 2
Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte an kommunalen Krankenhäusern im Bereich der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (TV-Ärzte/VKA vom 17. August 2006 i.d.F. des ÄndTV Nr. 1 vom 8. April 2008 und i.d.F. des ÄndTV Nr. 3 vom 18. Januar 2012) § 16
ArztR 2014, 154-158
EzA-SD 4/2014, 11-12
FStBay 2014, 399-400
GesR 2014, 431-436
NZA 2014, 264-269
ZTR 2014, 225-229
ZTR 2014, 147-148
Beklagter, Berufungskläger, Berufungsbeklagter, Revisionskläger und Revisionsbeklagter,
hat der Zehnte Senat des Bundesarbeitsgerichts aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 16. Oktober 2013 durch den Vorsitzenden Richter am Bundesarbeitsgericht Prof. Dr. Mikosch, die Richter am Bundesarbeitsgericht Schmitz-Scholemann und Reinfelder sowie die ehrenamtliche Richterin Fieback und den ehrenamtlichen Richter Züfle für Recht erkannt:
(3) In tarifrechtlicher Hinsicht ist Oberarzt nach der Protokollerklärung zu § 16 Buchst. c TV-Ärzte/VKA derjenige Arzt, dem die medizinische Verantwortung für selbständige Teil- oder Funktionsbereiche der Klinik bzw. der Abteilung vom Arbeitgeber ausdrücklich übertragen worden ist. Dieses Tätigkeitsmerkmal ist nur erfüllt, wenn dem Oberarzt ein Aufsichts- und - teilweise eingeschränktes - Weisungsrecht hinsichtlich des medizinischen Personals zugewiesen worden ist. Ihm muss mindestens ein Facharzt der Entgeltgruppe II unterstellt sein (BAG 26. Januar 2011 - 4 AZR 167/09 - Rn. 37; 9. Dezember 2009 - 4 AZR 495/08 - Rn. 45, BAGE 132, 365). Die "medizinische" Verantwortung eines Oberarztes geht über die allgemeine "ärztliche" Verantwortung eines Assistenzarztes und eines Facharztes deutlich hinaus. Dabei wird an die tatsächliche krankenhausinterne Organisations- und Verantwortungsstruktur angeknüpft. Kliniken sind arbeitsteilig organisiert und weisen zahlreiche spezialisierte und fragmentierte Diagnose-, Behandlungs- und Pflegeabläufe mit einer abgestuften Verantwortungsstruktur der handelnden Personen auf (BAG 9. Dezember 2009 - 4 AZR 495/08 - Rn. 49 mwN, aaO.). Darüber hinaus vertritt der leitende Oberarzt den leitenden Arzt (Chefarzt) ständig in der Gesamtheit seiner Dienstaufgaben (§ 16 Buchst. d TV-Ärzte/VKA nebst Protokollerklärung).
Entgegen der Auffassung des Klägers sind die von ihm während der angeordneten Bereitschaftsdienste geleisteten Stunden nicht als Vollarbeit zu vergüten und es besteht kein Anspruch auf Zeitzuschläge nach § 11 TV-Ärzte/VKA. Es handelte sich um Bereitschaftsdienste im Tarifsinn; dies stellt auch der Kläger nicht in Frage (dazu oben zu I 2 b bb; vgl. auch BAG 5. Juni 2003 - 6 AZR 114/02 - zu A II 1 c cc der Gründe, BAGE 106, 252). Selbst wenn der Beklagte bei der Anordnung dieser Dienste gegen Bestimmungen des ArbZG verstoßen haben sollte oder eine Anordnung erfolgte, obwohl es an der tariflich vorgesehenen Belastungsanalyse fehlte, hat das nicht zur Folge, dass die Zeit des Bereitschaftsdienstes vergütungsrechtlich wie volle Arbeitszeit zu behandeln wäre (zum ArbZG: BAG 28. Januar 2004 - 5 AZR 503/02 - zu III der Gründe; 5. Juni 2003 - 6 AZR 114/02 - zu B II der Gründe, aaO.). Gleiches gilt hinsichtlich der gerügten Verstöße gegen Bestimmungen der Dienstvereinbarung "Rahmendienstplan" vom 1. Januar 2003; auch dadurch würde sich am Charakter der geleisteten Stunden als Bereitschaftsdienststunden nichts ändern.
Zu OS 1.: Anknüpfung an BAG 22. Juli 2010 - 6 AZR 78/09 - BAGE 135, 179; 5. Juni 2003 - 6 AZR 114/02 - BAGE 106, 252
Zu OS 2.: st. Rspr., zB BAG 25. August 2010 - 10 AZR 275/09 - BAGE 135, 239; 20. November 2003 - 8 AZR 608/02 -; vgl. zu Notfall- und Ausnahmesituationen BAG 3. Dezember 1980 - 5 AZR 477/78 -
Zu OS 3.: Abgrenzung zu BAG 19. Dezember 1991 - 6 AZR 476/89 - (Teilnahme einer Oberärztin am Stations- und Bereitschaftsdienst der Assistenzärzte)
Zu OS 5.: Fortführung von BAG 28. Januar 2004 - 5 AZR 503/02 -; 5. Juni 2003 - 6 AZR 114/02 - BAGE 106, 252
Branchenspezifische Problematik: Öffentliche Krankenhäuser

References: § 7
 § 10
 § 11
 § 12
 § 15
 § 16
 § 16
 § 11