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Timestamp: 2019-07-23 21:10:01+00:00

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BGH, 27.05.1957 - VII ZR 223/56 - dejure.org
https://dejure.org/1957,251
BGH, 27.05.1957 - VII ZR 223/56 (https://dejure.org/1957,251)
BGH, Entscheidung vom 27.05.1957 - VII ZR 223/56 (https://dejure.org/1957,251)
BGH, Entscheidung vom 27. Mai 1957 - VII ZR 223/56 (https://dejure.org/1957,251)
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BGHZ 24, 297
NJW 1957, 1275
MDR 1957, 732
DB 1957, 628
Aus diesem Grund hat der Bundesgerichtshof es bereits im Jahre 1957 abgelehnt, in der Übermittlung eines Telegramms die Erteilung einer schriftlichen Bürgschaftserklärung zu sehen, und zwar - wegen des Umkehrschlusses aus § 127 Satz 2 BGB - auch dann, wenn das Aufgabeformular eigenhändig unterschrieben ist (BGHZ 24, 297, 302 m. Anm. Rietschel in LM BGB § 766 Nr. 2).
Ein Formmangel kann - um einer Aushöhlung der Formvorschriften des bürgerlichen Rechts vorzubeugen - nur ausnahmsweise wegen unzulässiger Rechtsausübung unbeachtlich sein (vgl. BGHZ 26, 142, 151; BGH, Urt. v. 27. Mai 1957 - VII ZR 223/56, NJW 1957, 1275, 1276 - insoweit in BGHZ 24, 297 n. abgedr.; v. 17. Januar 1991 - IX ZR 170/90, WM 1991, 536, 537) [BGH 17.01.1991 - IX ZR 170/90].
Die Telegramme konnten auch fernmündlich aufgegeben werden (vgl. BVerfG Beschluß vom 11. Februar 1987 - 1 BvR 475/85 - BVerfGE 74, 228, 235; BAG Urteil vom 27. September 1983 - 3 AZR 424/81 - AP Nr. 48 zu § 518 ZPO; BGH Urteil vom 27. Mai 1957 - VII ZR 223/56 - BGHZ 24, 297, 300).
BGH, 10.10.1957 - VII ZR 419/56
Bestimmbarkeit der Bürgschaft
Deswegen ist in § 766 BGB die Schriftform vorgesehen; sie soll den sich Verpflichtenden zu grösserer Vorsicht anhalten und ihn vor nicht ausreichend überlegten Erklärungen sichern (Urteil des Senats VII ZR 223/56 vom 27. Mai 1957 = BGHZ 24, 297).
Zum Schutze des Bürgen, für den die Bürgschaft kein Handelsgeschäft ist, sieht § 766 BGB die Schriftform vor; sie soll den sich Verpflichtenden zur Vorsicht anhalten und ihn vor nicht ausreichend überlegten Erklärungen sichern (BGHZ 24, 297, 301 [BGH 27.05.1957 - VII ZR 223/56]; 25, 318, 320) [BGH 10.10.1957 - VII ZR 419/56].
Für den Bürgen, der in der Regel durch die Bürgschaft nur mit dem Einstehen für eine fremde Schuld belastet wird, ergibt sich eine solche Lage meist nicht; deshalb wird dem Bürgen im Regelfall nicht entgegengehalten werden können er verstoße gegen Treu und Glauben, wenn er sich weigert, bei nichtiger Bürgschaft zu leisten (vgl. das in NJW 1957 S. 1275 abgedruckte Urteil des erkennenden Senats).
a) Richtig ist allerdings, daß die Rechtsprechung die Form des Telegramms als ausreichend für die Einlegung von Rechtsmitteln im Straf- und Zivilprozeß angesehen hat (vgl. die Nachweise i. BGHZ 24, 297/299 f.).
Dieser Gesichtspunkt kann auf die Formvorschriften des bürgerlichen Rechts nicht übertragen werden -und zwar auch dann nicht, wenn die formgebundene Erklärung der Rechtswahrung dient-, denn der Sinn der Formbedürftigkeit ist dort ein anderer (BGHZ 24, 297/301;… Soergel-Hefermehl, § 126 BGB, Rdn. 8).
Da bei telegrafischer Übermittlung einer Willenserklärung das Aufgabeformular dem Empfänger in keinem Falle zugeht, das Ankunftsformular aber keine eigenhändige Unterschrift aufweist, kann dieser Ansicht zufolge durch Telegramm niemals eine der gesetzlichen Schriftform genügende Erklärung abgegeben werden, also auch dann nicht, wenn das Aufgabeformular von dem Aussteller mit seinem Namen unterzeichnet worden ist (RG HRR 1933, Nr. 1326; BGHZ 24, 297/298 ff.;… Staudinger-Coing, Komm. z. BGB, 11.Aufl. 1957, § 126 BGB, Rdn. 25;… BGB-RGRK/Krüger-Nieland, BGB, 11.Aufl. 1959, § 126 BGB, Anm. 11, Soergel-Hefermehl, § 126 BGB, Rdn. 6; Enneccerus-Nipperdey, Allgem. Teil des Bürgerlichen Rechts, 2.Bd., 15.Auf. 1960, § 155 I 2 g;… Larenz, Allgem.Teil d. deutschen Bürgerlichen Rechts, 2.Aufl. 1972, S. 341;… Flume, aaO, § 15 II 1 b).
Wegen dieses Risikos sieht § 766 BGB zum Schutz des Bürgen, für den die Bürgschaft kein Handelsgeschäft ist, die Schriftform vor; sie soll den sich Verpflichtenden zur Vorsicht anhalten und ihn vor nicht ausreichend überlegten Erklärungen sichern (BGHZ 24, 297, 301; 25, 318, 320).
Deswegen ist in § 766 BGB die Schriftform vorgesehen; sie soll den sich Verpflichtenden zu größerer Vorsicht anhalten und ihn vor nicht ausreichend überlegten Erklärungen sichern (BGHZ 24, 297, 301; 25, 318, 320).
BGH, 15.01.1958 - IV ZR 268/57

References: § 127
 § 766
 § 518
 BGH 
 § 766
 § 766
 § 126
 § 126
 § 126
 § 126
 § 155
 § 15
 § 766
 § 766