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Timestamp: 2016-10-23 22:23:13+00:00

Document:
9C_285/2009 (16.03.2010)
9C_285/2009
vertreten durch Rechtsanwalt Peter D�nner,
Invalidenversicherung (Arbeitsunf�higkeit),
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 18. Februar 2009.
Die 1946 geborene Dr. med. dent. D.________ war bis September 2005 als selbst�ndige Zahn�rztin t�tig. Im M�rz 2006 meldete sie sich unter Hinweis auf Fibromyalgie und Wirbels�ulendefekte bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach diversen Abkl�rungen und Durchf�hrung des Vorbescheidverfahrens verneinte die IV-Stelle des Kantons Thurgau mit Verf�gung vom 17. Juli 2008 einen Rentenanspruch mit der Begr�ndung, es bestehe lediglich eine 30%-ige Arbeitsunf�higkeit in der angestammten T�tigkeit.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau wies die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 18. Februar 2009 ab.
Dr. med. dent. D.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und beantragen, in Aufhebung des angefochtenen Entscheids und der Verf�gung vom 17. Juli 2008 sei ihr ab fr�hestm�glichem Zeitpunkt eine ganze IV-Rente zuzusprechen; eventualiter sei ein Obergutachten bei einem Facharzt der Orthop�die/ orthop�dischen Chirurgie zur Frage der Arbeitsf�higkeit einzuholen und anschliessend der Rentenanspruch durch die Verwaltung neu zu verf�gen.
Sowohl die IV-Stelle als auch das kantonale Gericht schliessen auf Abweisung der Beschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherungen auf eine Stellungnahme verzichtet.
1.2 Die Ergebnisse der Beweisw�rdigung im Allgemeinen (vgl. ULRICH MEYER in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N 34 zu Art. 105 BGG; MARKUS SCHOTT, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2008, N 29 zu Art. 95 BGG, je mit Hinweisen) und die auf der W�rdigung �rztlicher Berichte und Gutachten beruhenden gerichtlichen Feststellungen zum Gesundheitsschaden und zur (Rest-)Arbeitsf�higkeit (Art. 6 und Art. 16 ATSG) im Besonderen sind tats�chlicher Natur (BGE 132 V 393 E. 3.2 S. 398 f.) und einer bundesgerichtlichen Korrektur somit nur nach Massgabe von Art. 105 Abs. 2 BGG zug�nglich (E. 1.1). Zu den in dieser Bestimmung erw�hnten, frei zu pr�fenden Rechtsverletzungen im Sinne von Art. 95 BGG geh�ren unter anderem die Missachtung der bundesrechtlichen Anforderungen an den Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten (BGE 125 V 351 E. 3a S. 352), des Untersuchungsgrundsatzes, der Pflicht zu inhaltsbezogener, umfassender, sorgf�ltiger und objektiver Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) sowie der Regeln �ber die antizipierte Beweisw�rdigung (Urteil 9C_833/2007 vom 4. Juli 2008 E. 2.2 mit Hinweisen, in: Pl�doyer 2009/1 S. 70).
2.1 Es steht fest und ist unbestritten, dass die Beschwerdef�hrerin unter gesundheitlichen Beeintr�chtigungen leidet. Streitig und zu pr�fen ist die Einschr�nkung in der Arbeitsf�higkeit und der darauf beruhende Anspruch auf eine Invalidenrente.
2.2 Bei der Beurteilung der Arbeitsunf�higkeit st�tzt sich die Verwaltung (und im Beschwerdefall das Gericht) auf Unterlagen, welche von �rztlichen und gegebenenfalls auch anderen Fachleuten zur Verf�gung zu stellen sind. Aufgabe des Arztes oder der �rztin ist es, den Gesundheitszustand zu beurteilen und dazu Stellung zu nehmen, in welchem Umfang und bez�glich welcher T�tigkeiten die versicherte Person arbeitsunf�hig ist. Im Weiteren sind die �rztlichen Ausk�nfte eine wichtige Grundlage f�r die Beurteilung der Frage, welche Arbeitsleistungen der Person noch zugemutet werden k�nnen (BGE 132 V 93 E. 4 S. 99 f.). Hinsichtlich des Beweiswertes eines Arztberichtes ist entscheidend, ob dieser f�r die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden ber�cksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Beurteilung der medizinischen Zusammenh�nge sowie der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen der Experten begr�ndet sind (BGE 134 V 231 E. 5.1 S. 232; 125 V 351 E. 3a S. 352 mit Hinweis).
2.3 Bei der Einsch�tzung der Arbeitsunf�higkeit der Beschwerdef�hrerin hat sich die Vorinstanz auf das von der IV-Stelle bei der Medizinischen Abkl�rungsstelle (MEDAS) in Auftrag gegebene Gutachten vom 15. Mai 2008 gest�tzt und festgestellt, die Arbeitsf�higkeit der Beschwerdef�hrerin in ihrer bisherigen T�tigkeit belaufe sich auf 70%. Die Beschwerdef�hrerin stellt den Beweiswert des MEDAS-Gutachtens in Abrede.
2.4 Die Vorinstanz hat dem MEDAS-Gutachten nach einl�sslicher, �berzeugender und freier Beweisw�rdigung (Art. 61 lit. c ATSG) zu Recht (E. 2.2) Beweiskraft beigemessen. Entgegen dem Vorbringen der Beschwerdef�hrerin hat sie sich nachvollziehbar �ber die diskrepanten Einsch�tzungen unterschiedlicher medizinischer Fachleute betreffend die Arbeitsunf�higkeit ge�ussert. So hat sie nicht offensichtlich unrichtig festgestellt (E. 1.1), bei der Arbeitsf�higkeitssch�tzung des Dr. med. B.________ (Gutachten vom 29. August 2006) habe die (rheumatologische; vgl. BGE 132 V 65 E. 3.2 S. 68) Diagnose der Fibromyalgie im Vordergrund gestanden und sei eine psychiatrische Beurteilung der Zumutbarkeit der Schmerz�berwindung vorbehalten gewesen (BGE 132 V 65 E. 4.1 S. 70). Dies steht auch im Einklang mit der Stellungnahme des Regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) vom 21. September 2006. Dass Dr. med. I.________ am 24. Mai 2007 eine "frozen shoulder" feststellte, Dr. med. J.________ diese Diagnose im Rahmen seines rheumatologischen MEDAS-Konsiliums gest�tzt auf eigene Untersuchungen und mangels entsprechender Befunde hingegen verneinte, vermag den Beweiswert des Gutachtens nicht zu schm�lern. Die Diagnose der Spondylarthrose L5/S1 ist, wie von der Vorinstanz zutreffend aufgezeigt, im MEDAS-Gutachten ber�cksichtigt worden, weshalb die R�ge der Beschwerdef�hrerin, auf einen wesentlichen Diagnosepunkt sei nicht eingegangen worden, unbegr�ndet ist. Dass sich die Einsch�tzungen der Arbeitsf�higkeit oder der Behandlungsoptionen eines Rheumatologen von denjenigen eines Orthop�den oder Neurochirurgen unterscheiden, gen�gt nicht, um die fachliche Qualifikation eines MEDAS-Gutachters zu bezweifeln. Schliesslich hat die Vorinstanz in pflichtgem�sser antizipierender Beweisw�rdigung (BGE 122 V 157 E. 1d S. 162) auf weitere fachmedizinische Abkl�rungen verzichtet. Im �brigen ist die Beweisw�rdigung nicht bereits dann willk�rlich, wenn eine andere L�sung vertretbar oder sogar vorzuziehen w�re, sondern erst, wenn das Ergebnis offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 134 II 124 E. 4.1 S. 133; 133 I 149 E. 3.1 S. 153 mit Hinweisen).
2.5 Nach dem Gesagten hat die Vorinstanz zu Recht festgestellt, dass der Beschwerdef�hrerin kein Anspruch auf eine Invalidenrente zusteht (Art. 28 Abs. 1 lit. b und c IVG resp. Art. 29 Abs. 1 lit. b und Art. 28 Abs. 1 IVG in der bis 31. Dezember 2007 geltenden Fassung [AS 2003 3837]).
Dem Ausgang dieses kostenpflichtigen Verfahrens (Art. 65 Abs. 1 und Abs. 4 lit. a BGG) entsprechend sind die Gerichtskosten der Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG).
Luzern, 16. M�rz 2010

References: Art. 105
 Art. 95
 Art. 16
 Art. 105
 Art. 95
 BGE 
 Art. 29
 Art. 28