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Timestamp: 2016-10-23 09:47:02+00:00

Document:
6S.1/2007 (24.04.2007)
6S.1/2007
6P.8/2007 /rom
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Th�rlemann,
6P.8/2007
Strafverfahren; Willk�r, rechtliches Geh�r, Grundsatz in dubio pro reo,
Staatsrechtliche Beschwerde (6P.8/2007) und Nichtigkeitsbeschwerde (6S.1/2007) gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub�nden, Kantonsgerichtsausschuss, vom 21. Juni 2006.
Z.________ erhebt staatsrechtliche Beschwerde und eidgen�ssische Nichtigkeitsbeschwerde. Mit beiden Rechtsmitteln beantragt er, der Entscheid des Kantonsgerichtes Graub�nden (Kantonsgerichtsausschuss) sei aufzuheben und die Sache zur neuen Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
3.1.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt zun�chst, das Kantonsgericht habe eine blosse Plausibilit�tspr�fung des erstinstanzlichen Urteils vorgenommen. Mit dieser "Brille" und diesem Massstab habe es das Urteil, die eingereichten Berufungsschriften und das eingereichte Privatgutachten gepr�ft. Ein auf eine solche Aussage gest�tztes Urteil sei ohne weiteres willk�rlich. Als Berufungsinstanz h�tte das Kantonsgericht das erstinstanzliche Urteil in tats�chlicher und rechtlicher Hinsicht frei �berpr�fen m�ssen.
3.1.2 Die R�ge ist unbegr�ndet. Entgegen der Behauptung des Beschwerdef�hrers hat die Vorinstanz die vorhandenen Beweismittel umfassend gew�rdigt und die rechtlichen Fragen eingehend beurteilt. Der Hinweis im angefochtenen Urteil, es sei zu pr�fen, ob die erste Instanz zu Recht zur �berzeugung gelangt sei, dass die vier Berufungskl�ger den ihnen zur Last gelegten Tatbestand der fahrl�ssigen schweren K�rperverletzung verwirklicht h�tten, vermag daran nichts zu �ndern. Entscheid ist, dass das Kantonsgericht in der Folge eine eigene Beurteilung vorgenommen hat.
3.2.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, der gerichtliche Gutachter sei irrt�mlich von einer prek�ren Schneelage am Renntag ausgegangen. Damit habe er die Anforderungen an den Zielauslauf versch�rft, was vom Kantonsgericht unber�cksichtigt geblieben sei. Allein schon diese Fehleinsch�tzung betreffend Schneeverh�ltnisse lasse die �berzeugungskraft des Gutachtens ernsthaft ersch�ttern, weshalb sich das Kantonsgericht nicht h�tte darauf abst�tzen d�rfen.
3.2.2 Der Beschwerdef�hrer zeigt nicht auf, inwiefern die seiner Ansicht nach falsche Interpretation durch das Kantonsgericht das Ergebnis der Beweisw�rdigung und die rechtliche Einordnung des Sachverhaltes beeinflusst. Das Kantonsgericht wirft dem Beschwerdef�hrer entsprechend der Anklageschrift vor, seiner Verantwortung durch eine ungen�gende Absicherung der Rennpiste nicht nachgekommen zu sein. Die Schneeverh�ltnisse sind f�r die Beurteilung der Fahrl�ssigkeit nicht bedeutend. Weshalb das gerichtliche Gutachten im Falle einer irrt�mlichen Annahme der Schneeverh�ltnisse in seiner Gesamtheit nicht mehr �berzeugen soll, ist nicht einleuchtend und wird auch nicht n�her dargetan. Soweit auf die Willk�rr�ge eingetreten werden kann, ist sie abzuweisen.
3.3.1 Der Beschwerdef�hrer beanstandet, das Kantonsgericht habe sich praktisch ausschliesslich auf die Befunde des gerichtlichen Gutachters abgest�tzt. Obschon es das Privatgutachten als schl�ssig, nachvollziehbar begr�ndet, in sich widerspruchsfrei und zuverl�ssig betrachte, habe es sich nicht erkennbar mit dessen Ausf�hrungen auseinandergesetzt. Dadurch habe das Kantonsgericht den Anspruch des Beschwerdef�hrers auf das rechtliche Geh�r verletzt. Wesentliche Frage im vorliegenden Fall sei - und darin w�rden sich Privatgutachten und Gerichtsgutachten unterscheiden -, ob die Organisation nebst der seitlichen Verl�ngerung des Schafzaunes weitere Massnahmen (insbesondere talseitig) h�tte ergreifen m�ssen. Der gerichtliche Gutachter halte daf�r, dass der Zielraum talseitig komplett abzusperren gewesen w�re. Demgegen�ber komme der Privatgutachter zum Schluss, dass es gen�gt h�tte, den Zaun um weitere 50 Meter nach unten zu verl�ngern.
3.3.2 Welche Absicherungsmassnahme n�tig war, ist eine Rechtsfrage, die vom Gericht zu entscheiden ist. Der Meinung der Gutachter kommt deshalb keine wesentliche Bedeutung zu. Das Kantonsgericht begr�ndet eingehend, weshalb eine talseitige Abgrenzung der Rennpiste erforderlich war. Wenn es erw�hnt, in den rechtserheblichen Punkten sei den Schlussfolgerungen des gerichtlichen Gutachters zu folgen, bedeutet dies nicht, dass sich das Gericht keine eigene Meinung gebildet h�tte. Ungeachtet einzelner missverst�ndlicher Formulierungen hat es sich mit den wesentlichen rechtlichen Fragen selbstst�ndig auseinandergesetzt. Mit dem Hinweis, dass die davon abweichenden Ausf�hrungen des Privatgutachters die Auffassung des gerichtlichen Gutachters - und damit auch die Schlussfolgerung des Gerichtes - nicht zu ersch�ttern verm�chten, ist das Kantonsgericht seiner Begr�ndungspflicht ausreichend nachgekommen. Es hat zum Ausdruck gebracht, dass es die Einw�nde des Privatgutachters, soweit sie �berhaupt relevant sind, f�r nicht �berzeugend erachtet. Das rechtliche Geh�r verlangt nicht, dass sich das Gericht mit jeder tatbest�ndlichen Behauptung und jedem rechtlichen Einwand auseinandersetzen m�sste. Vielmehr kann es sich auf die f�r den Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschr�nken (BGE 126 I 97 E. 2b S. 102 f. mit Hinweisen). Eine Verfassungswidrigkeit liegt deshalb nicht vor.
3.4.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt, das Kantonsgericht habe zu Unrecht seinen Beweisantrag auf Erstellung eines Obergutachtens abgelehnt. Bei der Frage, welche Sorgfaltspflichten die Organisatoren zu beachten hatten, handle es sich um eine fachtechnische Frage (deshalb sei ja auch ein Gutachten erstellt worden). Es sei demnach nicht Aufgabe des Gerichtes, diese Frage selbst zu beantworten, insbesondere nicht, wenn zwei sich widersprechende Gutachten vorl�gen und der vom Kantonsgericht vertretene Mittelweg nichts anderes bedeuten w�rde, als dass beide Gutachten falsch seien. Es h�tte deshalb ein Obergutachten erstellt werden m�ssen.
3.4.2 Die Frage der Sorgfaltspflicht betrifft die Fahrl�ssigkeit und damit die Rechtsanwendung. Diese ist im Rahmen der eidgen�ssischen Nichtigkeitsbeschwerde abzuhandeln. Daran �ndert nichts, dass die Vorinstanz dem Gutachter Fragen rechtlicher Natur unterbreitet und die entsprechenden Antworten bei der Entscheidfindung mitber�cksichtigt hat. Auf die R�ge ist nicht einzutreten.
3.5.1 Der Beschwerdef�hrer macht weiter eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh�r geltend, weil er keine Gelegenheit gehabt habe, sich zur Annahme des Kantonsgerichts, eine talseitige Absperrung mit einem Seil oder mit F�hnchen h�tte gen�gt, zu �ussern. Damit habe das Kantonsgericht seinem Urteil neue, bisher aus den Akten nicht erkennbare Sicherheitsmassnahmen zu Grunde gelegt, die sich auch aus dem Privatgutachten nicht entnehmen lassen w�rden. Weil im Urteil davon nie die Rede gewesen sei, habe er dazu auch keine Stellung nehmen k�nnen. Er habe auch sonst keine Veranlassung gehabt, sich zu diesen ihm damit neu vorgeworfenen Sorgfaltspflichtverletzungen zu �ussern.
3.5.2 In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Graub�nden vom 18. Januar 2005 wird unter anderem aufgef�hrt, dass im Zielauslauf der Absicherungszaun wesentlich nach unten zu verl�ngern und der Zielraum nach unten hin abzuschliessen gewesen w�re. Damit war dem Beschwerdef�hrer klar, welche Unterlassung ihm in rechtlicher Hinsicht vorgeworfen wurde. Es kann deshalb keine Rede davon sein, er habe sich mit einem Umstand konfrontiert gesehen, mit dessen Erheblichkeit er nicht rechnen musste (vgl. BGE 115 Ia 96). Die R�ge ist unbegr�ndet.
3.6.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, beim Augenschein vom 23. Dezember 2003, welcher der Tatrekonstruktion und Experteninstruktion diente, seien seine Parteirechte verletzt worden. Er sei zwar anwesend gewesen, jedoch noch nicht als Verfahrensbeteiligter, weshalb er keine Veranlassung gehabt habe, sich juristisch beraten geschweige denn verteidigen zu lassen. Dadurch sei sein aus Art. 29 Abs. 2 BV fliessender Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt worden. Aufgrund der formellen Natur dieses Anspruchs f�hre dies ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde in der Sache selbst zur Aufhebung des angefochtenen Entscheides.
3.6.2 Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Dazu geh�rt insbesondere das Recht des Betroffenen, mit erheblichen Beweisen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 129 II 497 E. 2.2 S. 505; 127 I 54 E. 2b S. 56). Der Beschwerdef�hrer begr�ndet nicht, inwiefern die Tatrekonstruktion f�r die Entscheidfindung wesentlich ist. Eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist deshalb nicht dargetan, weshalb auf die entsprechende Beschwerde nicht einzutreten ist.
3.7.1 Der Beschwerdef�hrer r�gt im Zusammenhang mit der Steilheit des Zielgel�ndes, das Kantonsgericht habe eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung vorgenommen und den Grundsatz "in dubio pro reo" verletzt. Der gerichtliche Gutachter sei f�lschlicherweise von einem zu steilen Zielgel�nde von 48% ausgegangen. Gem�ss dem offiziellen Pistenprotokoll der Piste B.________ betrage das maximale Gef�lle 38% und das durchschnittliche Gef�lle 28%. Auf dem gesamten Pistenprofil sei nirgends eine Gef�lle von 48% ausgewiesen. Zugunsten des Beschwerdef�hrers sei vom tieferen Durchschnittsgef�lle von 28% auszugehen. Das Kantonsgericht halte dazu fest, dass f�r die Beurteilung die exakte Steilheit nicht entscheidrelevant sei. Aufgrund der Aussagen stehe n�mlich fest, dass sich der Zielauslauf in einem verh�ltnism�ssig steilen Gel�nde befand. Gem�ss dem Beschwerdef�hrer ist darauf zu schliessen, das Kantonsgericht begn�ge sich mit subjektiven (pauschalen) Abstufungen der Steilheit. Erforderlich sei aber eine auf objektive Angaben beruhende Aussage. Dies insbesondere deshalb, weil der gerichtliche Gutachter und auch das Kantonsgericht der Gel�ndesteilheit (zu Recht) eine zentrale Bedeutung zumessen w�rden. Das Kantonsgericht habe damit den Sachverhalt willk�rlich bzw. aktenwidrig festgestellt. Die Steilheit des Zielhanges sei f�r die Frage der Geschwindigkeit des Rennl�ufers bei der Zielpassage wesentlich. Die Steilheit des Zielauslaufes sei f�r die Anhaltedistanz entscheidend und - damit zusammenh�ngend - f�r die Frage, wie der Zielraum auszugestalten sei.
3.7.2 Das Kantonsgericht h�lt fest, die genaue Hanglage sei f�r den Entscheid nicht relevant. Der Beschwerdef�hrer unterl�sst es darzutun, inwiefern sich die Annahme, der Zielauslauf habe sich "in einem verh�ltnism�ssig steilen Gel�nde" befunden, zu seinen Ungunsten ausgewirkt hat. Die genaue Geschwindigkeit der Rennl�ufer bei der Zieldurchfahrt ist ebenso wenig von Bedeutung wie die ben�tigte Anhaltedistanz. Im Vordergrund steht nicht die Frage, wie der Zielraum im Interesse der Rennfahrer zu sichern ist. Es geht vielmehr darum, auf welche Weise die Rennpiste von der �ffentlichen Skipiste abzutrennen war. Die R�ge zielt deshalb ins Leere. Soweit der Beschwerdef�hrer die Beweisw�rdigung durch das Kantonsgericht als verfassungswidrig beanstandet, ist seine Beschwerde abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann.
3.8.1 Der Beschwerdef�hrer macht eine willk�rliche Sachverhaltsfeststellung geltend, weil das Kantonsgericht aktenwidrig davon ausgehe, der Rennl�ufer sei auf der Rennpiste mit dem Gesch�digten zusammengestossen. Der Unfall habe sich aber gerade nicht auf der Rennpiste bzw. im Zielauslauf, sondern auf der �ffentlichen Publikumspiste, ca. 150 Meter unterhalb der Zieldurchfahrt, ereignet. Zudem habe der Rennfahrer nie die Absicht gehabt, nach der Zieldurchfahrt anzuhalten, sondern er habe direkt wieder hangaufw�rts fahren wollen, um im Zielbereich seine Startnummer abgeben zu k�nnen. Diese falschen Sachverhaltsfeststellungen seien f�r die Beurteilung der Vorhersehbarkeit wesentlich. Der Beschwerdef�hrer k�nne nicht f�r ein solches rennuntypisches Verhalten zur Verantwortung gezogen werden.
3.8.2 Es ist nicht entscheidend, wo genau sich der Kollisionsort befindet. Das Kantonsgericht h�lt im Zusammenhang mit der Voraussehbarkeit des Erfolgseintrittes fest, das Verhalten des Rennl�ufers sei nicht ungew�hnlich, zumal dieser wegen der fehlenden Absperrung und Abgrenzung nicht veranlasst worden sei, die Fahrt abzubremsen. Somit habe w�hrend der gesamten Dauer des Rennens die Gefahr eines Zusammenstosses bestanden. Diese Beurteilung ist durchaus vertretbar. Von einer falschen Sachverhaltsfeststellung, die f�r die rechtliche Beurteilung wesentlich ist, kann deshalb nicht gesprochen werden. Die R�ge ist unbegr�ndet.
Die Nichtigkeitsbeschwerde kann nur damit begr�ndet werden, dass die angefochtene Entscheidung eidgen�ssisches Recht verletze (Art. 269 Abs. 1 BStP). Der Kassationshof ist im Verfahren der Nichtigkeitsbeschwerde an den von der kantonalen Beh�rde festgestellten Sachverhalt gebunden (Art. 277bis Abs. 1 BStP). Soweit der Beschwerdef�hrer tats�chliche Feststellungen im angefochtenen Entscheid beanstandet, ist auf die Beschwerde nicht einzutreten.
6.1 Zu Unrecht wird geltend gemacht, die Vorinstanz habe den Grundsatz der freien Beweisw�rdigung verletzt. Art. 249 BStP bestimmt, dass die entscheidende kantonale Beh�rde in Bundesstrafsachen die Beweise frei w�rdigen soll und nicht an gesetzliche Beweisregeln gebunden ist. Die Bestimmung will sicherstellen, dass die Organe der Strafrechtspflege frei von Beweisregeln und nur nach ihrer pers�nlichen Ansicht aufgrund gewissenhafter Pr�fung dar�ber entscheiden, ob sie eine Tatsache f�r bewiesen halten. Daraus folgt, dass die Bestimmung dem Richter bloss verbietet, bei der Erhebung von Beweisen und der W�rdigung erhobener Beweise gesetzlichen Regeln - z.B. Verwertungsverboten - zu folgen, die die eigene Pr�fung und Bewertung der �berzeugungskraft von Beweismitteln ausschliessen. Eine Verletzung von Art. 249 BStP liegt mithin nur vor, wenn bestimmten Beweismitteln von vornherein in allgemeiner Weise die Beweiseignung abgesprochen wird oder wenn der Richter im konkreten Fall bei der W�rdigung der Beweise im Ergebnis nicht seiner eigenen �berzeugung folgt (BGE 127 IV 172 E. 3a S. 174). Inwiefern das Kantonsgericht diese Grunds�tze der freien Beweisw�rdigung nicht befolgt haben soll, legt der Beschwerdef�hrer nicht dar. Seine Ausf�hrungen laufen auf eine unzul�ssige Kritik an den verbindlichen Feststellungen im angefochten Entscheid hinaus. Auf die entsprechenden R�gen ist nicht einzutreten.
6.2 Der Beschwerdef�hrer r�gt zu Unrecht, das Kantonsgericht h�tte angesichts der beiden Gutachten, welche sich �ber die Frage der n�tigen Absicherung der Rennpiste widerspr�chen, ein Obergutachten einholen m�ssen. Er �bersieht, dass es sich bei der Beurteilung der Sorgfaltspflichtverletzung gem�ss Art. 125 Abs. 2 i.V.m. Art. 18 Abs. 3 StGB um eine Rechtsfrage handelt. Auch wenn ein Gutachten vorliegt, welches sich zur rechtlichen Unterstellung eines Sachverhaltes �ussert, obliegt es ausschliesslich dem Richter, die sich stellenden Rechtsfragen zu beantworten. Er ist deshalb nicht an gutachterliche Meinungen �ber rechtliche Fragen gebunden. Bei der umfassenden rechtlichen W�rdigung wird der Richter diese jedoch zwangsl�ufig miteinbeziehen. Das hat die Vorinstanz denn auch getan, worauf zur�ckzukommen sein wird.
6.3.1 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, die Vorinstanz verkenne, dass nicht der Verunfallte in die Rennstrecke oder den Zielauslauf hineingefahren, sondern dass die Kollision auf der Publikumspiste erfolgt sei. Der strafrechtliche Erfolg m�sse gerade auf ein Risiko zur�ckzuf�hren sein, das zu denjenigen geh�re, derentwegen die Handlung verboten bzw. eine unterlassene Handlung geboten sei. Dies treffe nicht zu. Die Vorinstanz mache auch zu Unrecht keinen Unterschied zwischen internationalen und regionalen Skirennen. Damit lasse sie unber�cksichtigt, dass Sorgfaltspflichten stets nach den jeweiligen Umst�nden zu beurteilen seien. Entgegen der Ansicht der Vorinstanz sei der Unfall bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht vorhersehbar gewesen. Der Beschwerdef�hrer habe nicht mit einem Fehlverhalten wie demjenigen des involvierten Rennl�ufers rechnen m�ssen. Allenfalls h�tte man damit rechnen m�ssen, dass ein Abfahrtsben�tzer in den abgesperrten Pistenabschnitt hineinfahre, was aber nicht zur Diskussion stehe. Der Beschwerdef�hrer habe davon ausgehen d�rfen, dass ein Rennl�ufer nach Durchfahren der Ziellinie seine Rennfahrt beende und anhalte. Schliesslich bestreitet der Beschwerdef�hrer auch die Vermeidbarkeit des Unfalles. Das Verhalten der Organisatoren bilde nicht mit hoher Wahrscheinlichkeit die Ursache des Erfolges. Daran �ndere sich auch nichts, wenn mit der Vorinstanz eine talseitige Absperrung "etwa mit einem Seil und F�hnchen" angenommen werde. Wie die erkennbare Abgrenzung konkret auszusehen h�tte, sei n�mlich keineswegs erstellt. Eine Abgrenzung mit einem Seil sei jedenfalls wegen des Verletzungsrisikos abzulehnen. Sinnvoll w�ren F�hnchen, Tannenzweige und dergleichen oder ein direktes Markieren auf dem Schnee (Lebensmittelfarbe) gewesen. Bei einer solchen Abgrenzung h�tte der Rennl�ufer den Zielraum jedoch gleichwohl in voller Fahrt verlassen und weiter unten in die �ffentliche Piste hineinfahren k�nnen. Der Unfall sei damit ebenfalls nicht vermeidbar gewesen.
6.3.2 Die Vorinstanz h�lt im Zusammenhang mit der Voraussehbarkeit des Erfolgseintrittes fest, es scheine nicht ungew�hnlich, dass die Rennl�ufer nach absolviertem Durchgang versuchten, die Geschwindigkeit auszun�tzen in der Absicht, wieder so weit wie m�glich nach oben zu den Kollegen zu fahren, um die Startnummern abzugeben. Es habe mit einem solchen Verhalten gerechnet werden m�ssen, zumal die Rennl�ufer aufgrund der fehlenden Absperrung und Abgrenzung nicht dazu veranlasst worden seien, ihre Fahrt abzubremsen. Somit habe w�hrend der gesamten Dauer des Rennens die akute Gefahr eines Zusammenstosses bestanden, wie sie sich durch den Zusammenstoss denn auch verwirklich habe. Der Unfall und damit die Verletzung des Gesch�digten seien aber auch vermeidbar gewesen. H�tte der Beschwerdef�hrer den Zielraum vorschriftsgem�ss von der Publikumspiste abgegrenzt oder gar abgesperrt, w�re es dem Rennfahrer nicht m�glich gewesen, nach Durchfahrt des Zieles weiterzufahren und einen derart langgezogenen Rechtsschwung durchzuf�hren und an den Pistenrand oder sogar dar�ber hinaus zu gelangen. Die l�ngergezogene seitliche Absperrung in Kombination mit der erforderlichen talseitigen Abgrenzung des Zielraums zur Publikumspiste h�tte den Fahrer zweifellos zum Abbremsen veranlasst. Selbst wenn er den Zielraum unmittelbar danach, beispielsweise durch einen Athletenausgang verlassen h�tte, so h�tte er dies mit erheblich reduzierter Geschwindigkeit und im Bewusstsein gemacht, das Renngel�nde zu verlassen. Unter diesen Umst�nden w�re die Kollision mit einem hohen Grad an Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen.
6.3.3 Fahrl�ssig begeht der T�ter ein Verbrechen oder Vergehen, wenn die Tat darauf zur�ckzuf�hren ist, dass er die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht R�cksicht genommen hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 1 StGB). Ein Schuldspruch wegen fahrl�ssiger schwerer K�rperverletzung setzt somit voraus, dass der T�ter den Erfolg durch Verletzung einer Sorgfaltspflicht verursacht hat. Sorgfaltswidrig ist die Handlungsweise, wenn der T�ter zum Zeitpunkt der Tat aufgrund der Umst�nde sowie seiner Kenntnisse und F�higkeiten die damit bewirkte Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte erkennen k�nnen und m�ssen und wenn er zugleich die Grenzen des erlaubten Risikos �berschritten hat (Art. 18 Abs. 3 Satz 2 StGB).
Erkennbar bzw. voraussehbar ist die Gefahr des Erfolgseintritts f�r den T�ter, wenn sein Verhalten geeignet ist, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen. Dabei m�ssen die zum Erfolg f�hrenden Geschehensabl�ufe f�r den konkreten T�ter mindestens in ihren wesentlichen Z�gen voraussehbar sein. Zun�chst ist daher zu fragen, ob der T�ter eine Gef�hrdung der Rechtsg�ter des Opfers h�tte voraussehen bzw. erkennen k�nnen und m�ssen. F�r die Beantwortung dieser Frage gilt der Massstab der Ad�quanz. Danach muss das Verhalten geeignet sein, nach dem gew�hnlichen Lauf der Dinge und den Erfahrungen des Lebens einen Erfolg wie den eingetretenen herbeizuf�hren oder mindestens zu beg�nstigen. Die Vorhersehbarkeit der zu beurteilenden Ursache f�r den Erfolg ist nur zu verneinen, wenn ganz aussergew�hnliche Umst�nde, wie das Mitverschulden eines Dritten oder Material- oder Konstruktionsfehler, als Mitursache hinzutreten, mit denen schlechthin nicht gerechnet werden musste und die derart schwer wiegen, dass sie als wahrscheinlichste und unmittelbarste Ursache des Erfolgs erscheinen und so alle anderen mitverursachenden Faktoren - namentlich das Verhalten des Angeschuldigten - in den Hintergrund dr�ngen.
6.3.4 Zun�chst kann nicht fraglich sein, dass der Veranstalter des Skirennens verpflichtet war, die Rennstrecke deutlich sichtbar von der allgemeinen - unmittelbar anschliessenden - �ffentlichen Skipiste abzugrenzen. Diese Pflicht ergibt sich bereits aus dem allgemeinen Gefahrensatz, wonach derjenige, welcher einen gef�hrlichen Zustand schafft, im Rahmen des Zumutbaren daf�r verantwortlich ist, dass sich diese Gefahr nicht verwirklicht. Entscheidend ist die Frage, in welchem Umfang der Sicherungspflicht nachzukommen war. Die Vorinstanz geht vorab zu Recht davon aus, dass die seitliche Absperrung zwischen Rennpiste und Publikumspiste mit einem sog. Schafszaun auf einer Strecke von bloss 50 Meter �ber die Ziellinie hinaus nicht gen�gte, was der Beschwerdef�hrer grunds�tzlich auch nicht in Frage stellt. Sie h�lt daf�r, bei einem Skirennen m�sse dar�ber hinaus der Zielraum talw�rts zwar nicht in jedem Fall mittels einer speziellen Vorrichtung (beispielsweise mit Netzen oder Matten) vollst�ndig abgesperrt, jedoch f�r jedermann erkennbar von der Publikumspiste zumindest abgegrenzt sein (je nach Steilheit des Gel�ndes etwa mit einem Absperrseil oder einem Plastikband). Diese Feststellung ist keineswegs zu beanstanden. Die Vorinstanz st�tzt sich f�r die Begr�ndung im Wesentlichen auf das Wettkampfreglement 2000 von SwissSki, welches in Ziffer 619.1 die Anforderungen an den Zielraum eines Rennkurses umschreibt. Danach soll sich der Zielraum in gut sichtbarer Lage befinden, angemessen breit und lang angelegt sein und nach M�glichkeit eine sanft auslaufende Zielausfahrt aufweisen. Jedes Betreten des Zielraumes durch unbefugte Personen ist verboten. Zielanlagen und Absperrung sollen so gestaltet oder durch geeignete Schutzmassnahmen abgesichert werden, dass die Wettk�mpfer so gut wie m�glich gesch�tzt werden. Dieses Reglement dient dem Anliegen alpiner Skiwettk�mpfe. Dementsprechend ist die erw�hnte Reglementsbestimmung im Interesse namentlich des Rennl�ufers zu verstehen. Dieser soll vor bestimmten Gefahren gesch�tzt werden, die f�r ihn in der Schlussphase des Rennens auftreten k�nnen. Der Rennl�ufer passiert die Ziellinie - auch im Riesenslalom - mit hoher Geschwindigkeit. Er ist auf das Rennen konzentriert, steht unter Stress und ist allenfalls bereits erm�det. Deshalb ist er auf einen Zielraum angewiesen, in welchem er gen�gend Platz und Zeit zur Verf�gung hat, um seine Fahrt abzubremsen und zum Stillstand zu kommen. Wichtig ist, dass sich ihm dabei keine Hindernisse in den Weg stellen, denen er in dieser letzten Rennphase zu wenig Aufmerksamkeit schenken kann. Dazu sind im Zielbereich bestm�gliche Voraussetzungen zu schaffen. Dies kann insbesondere nach einer - vollst�ndigen - Abschrankung des Zielraumes verlangen, welche einigermassen sicherstellt, dass es nicht zu einer Kollision mit einem Unbeteiligten kommt. Nicht zu beantworten ist in diesem Zusammenhang die Frage, wie diese Abgrenzung im Einzelnen auszugestalten ist, um den Rennfahrer keinem Verletzungsrisiko auszusetzen.
6.3.5 Ein offener Zielauslauf gef�hrdet nicht nur den Rennfahrer, sondern auch den Ben�tzer der angrenzenden �ffentlichen Skipiste. Dieser muss nicht damit rechnen, sich innerhalb oder im Nahbereich eines Pistenabschnittes zu befinden, der als Auslauf eines Skirennens dient. Seine Aufmerksamkeit wird sich dementsprechend im �blichen Rahmen halten, was angesichts der besonderem Umst�nde, namentlich der hohen Geschwindigkeit der Rennfahrer bei der Zielpassage, unzureichend sein kann. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist es unerl�sslich, dass der gesamte Rennbereich, also auch der Zielraum, optisch deutlich abgegrenzt ist. F�r die Ben�tzer der �ffentlichen Piste muss klar erkennbar sein, welcher Bereich noch zur Rennstrecke geh�rt, den sie aus Sicherheitsgr�nden nicht befahren d�rfen. Die Richtlinien f�r Anlage, Betrieb und Unterhalt von Schneesportanlagen der Schweizerischen Kommission f�r Unfallverh�tung auf Schneesportabfahrten (SKUS) enthalten denn auch in den Ziffern 28 - 30 Regeln zum Schutz vor k�nstlichen und nat�rlichen Hindernissen. Daraus ergibt sich, dass auf Pisten alle von Menschenhand geschaffenen Hindernisse, welche die Ben�tzer bei Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht zu erkennen verm�gen, grunds�tzlich zu signalisieren sind. Allgemein l�sst sich sagen, dass atypische Gefahren, die f�r den Skifahrer nicht ohne Weiteres erkennbar sind, kenntlich gemacht werden m�ssen (BGE 130 III 193 E. 2.3 S. 196 mit Hinweisen). Fehlen solche Signale, muss der Skifahrer auf einer �ffentlichen Skipiste keine entsprechende zus�tzliche Gefahr annehmen, die ihn zu einer erh�hten Aufmerksamkeit veranlassen m�sste.
6.3.6 Dass im vorliegenden Fall eine bloss seitliche Abgrenzung der Rennpiste von der �ffentlichen Skipiste nach der Ziellinie nicht ausreichte, folgt bereits aus dem allgemeinen Gefahrensatz. Daraus ergibt sich die Pflicht, den Zielraum auch talseitig abzusperren. Aus der Sicht des Publikums spielt an sich keine Rolle, wie gross der Zielraum ist. Entscheidend ist, dass der Ben�tzer der �ffentlichen Piste klar zu erkennen vermag, wo der Rennbereich beginnt, in welchem er sich nicht aufhalten darf. Zudem muss er sich darauf verlassen k�nnen, dass kein Teilnehmer des Rennens unkontrolliert in den Bereich der �ffentlichen Piste gelangt. Dies bedeutet wiederum, dass f�r den Rennfahrer klar ersichtlich sein muss, wann er den Zielraum und damit die Rennpiste verl�sst und seine Eigenverantwortung beginnt, indem er nunmehr wie alle anderen den allgemeinen Verhaltensregeln auf Skipisten unterliegt. Es versteht sich von selbst, dass ihm gen�gend Raum und Zeit zur Verf�gung stehen muss, um den Wettkampf unbehelligt abzuschliessen und sich auch mental auf die neue Situation eines normalen Skipistenben�tzers umzustellen. Dabei ist nicht von Bedeutung, ob es sich um ein internationales oder regionales Skirennen handelt. Die unterschiedliche Geschwindigkeit der Rennl�ufer vermag an der grunds�tzlichen Gef�hrdung Dritter nichts zu �ndern. Die Vorinstanz weist im �brigen zu Recht darauf hin, dass auch jugendliche Rennfahrer ein hohes, von Ehrgeiz getriebenes Tempo fahren, weshalb nicht einzusehen sei, wieso allenfalls tiefere Sicherheitsstandards anzuwenden sind. Ein ausreichender Zielraum ist in jedem Fall erforderlich. Wenn die Vorinstanz angesichts der Beschaffenheit des Gel�ndes in �bereinstimmung mit der Meinung der beiden Gutachter davon ausgeht, der Zielbereich h�tte rund 100 Meter lang sein m�ssen, ist dies nicht zu beanstanden, zumal - wie erw�hnt - diesem Umstand allein aus der Sicht des Gesch�digten noch keine entscheidende Bedeutung zukommt.
6.3.7 Die Vorinstanz weist darauf hin, es sei im konkreten Fall nicht aussergew�hnlich gewesen, dass die Rennl�ufer nach absolviertem Durchgang versuchten, die Geschwindigkeit auszun�tzen, um wieder so weit wie m�glich nach oben zu den Kollegen zu fahren und dort - wie der involvierte Wettk�mpfer geltend machte - die Startnummern abzugeben. Ein solches Verhalten kann umso weniger �berraschen, als von den Organisatoren keine Hinweise oder Weisungen ergingen, wie die Wettkampfteilnehmer ihr Rennen zu beenden h�tten. W�re der Zielbereich vollst�ndig abgesperrt und abgegrenzt gewesen, w�ren die Rennl�ufer gezwungen worden, ihre Fahrt abzubremsen und den Rennbereich etwa durch den Athletenausgang zu verlassen. Damit w�re die Gefahr eines Zusammenstosses auf der �ffentlichen Piste auf ein Minimum reduziert und der Unfall in rechtlicher Hinsicht vermeidbar gewesen. Die Unterlassung des Beschwerdef�hrers, der f�r die Sicherungspflicht unbestrittenermassen (mit)verantwortlich war, ist deshalb zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit f�r den Zusammenstoss und damit f�r die K�rperverletzung des Gesch�digten als urs�chlich anzusehen.
Zusammenfassend hat die Vorinstanz den Beschwerdef�hrer zu Recht der fahrl�ssigen schweren K�rperverletzung im Sinne von Art. 125 Abs. 1 und 2 StGB schuldig gesprochen. Die dagegen gerichtete Nichtigkeitsbeschwerde ist deshalb abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.

References: in dubio
 BGE 
 Art. 29
 Art. 29
in dubio
 Art. 249
 Art. 249
 Art. 125
 Art. 18
 Art. 125