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Timestamp: 2018-05-24 19:33:13+00:00

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DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Titel
zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung
von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Inhalt
3.1 Räumkonzept – Grundlage der Gefährdungsbeurteilung
3.2 Inhalte des Räumkonzeptes bzw. des Arbeits- und Sicherheitsplanes
3.2.2 Kontaminierte Bereiche
4 Methodik der Gefährdungsbeurteilung
4.1 Ermittlung von Art und Sorte der Munition
4.2 Ermittlung der Gefahren
4.3 Ermittlung der Explosionswahrscheinlichkeit
4.4 Ermittlung der Räumverfahren und Tätigkeiten
4.4.1 Grundsätze zur Eignung eines Räumverfahrens im Sinne des § 4 Arbeitsschutzgesetz
4.4.2 Tätigkeiten mit möglichen Gefährdungen durch Kampfmittel
4.4.3 Hinweise zur Gefährdungsbeurteilung für bestimmte Arbeitsverfahren und Tätigkeiten
4.4.3.1 Arbeiten und Tätigkeiten ohne Eingriff in den Boden
4.4.3.2 Tiefensondierung (Bohrlochsondierung)
4.4.3.3 Unterwassersondierung
4.4.3.4 Tätigkeiten mit Sondierungsgeräten
4.4.3.5 Freilegen des Kampfmittels
4.4.3.6 Untersuchungen zur Identifizierung des Kampfmittels
4.4.3.7 Transport und Aufbewahrung der Fundmunition innerhalb der Räumstelle
6.3 Bereithalten von Fundmunition bis zum Abtransport
1 Hinweise für Bauherrn, Auftraggeber und Planer
3 Musterbetriebsanweisung
4 Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes
5 Unterweisungshilfe
7 Vorschriften und Regeln
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, 3. Gefährdungsbeurteilung
Nach § 5 Abs. 1 Arbeitsschutzgesetz hat der Unternehmer "durch eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind". Nach § 5 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz kann sich eine Gefährdung insbesondere ergeben durch:
Bei der Gefährdungsbeurteilung hat der Unternehmer diese generellen Gefährdungsfaktoren stets zu berücksichtigen und vor allem die entsprechenden Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass eine Gefährdung möglichst vermieden, zumindest aber möglichst gering gehalten wird (siehe § 4 Nr. 1 Arbeitsschutzgesetz).
In der Regel hat der Unternehmer Einfluss auf alle der vorstehend genannten Faktoren. Im Gegensatz dazu hat der Unternehmer einer Kampfmittelräumfirma nur einen geringen Einfluss auf die örtlichen Gegebenheiten an der Arbeitsstätte, z.B. Morphologie, Geologie und Bewuchs der Räumstelle. Ebenfalls keinen Einfluss hat der Unternehmer auf die physikalischen, chemischen und biologischen Einwirkungen/Gefahren. Diese hängen im Wesentlichen von Art, Sorte und Zustand der an der Räumstelle vermuteten oder als vorhanden festgestellten Kampfmittel ab. Dennoch hat der Unternehmer, entsprechend seinen gesetzlichen Verpflichtungen, alle diese Faktoren in seiner Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.
Abb. 2: Aufgabenverteilung bei der Kampfmittelräumung, erstellt auf der Grundlage der Arbeitshilfen zur Kampfmittelräumung (AH-KMR) [1]
Aus dieser Situation ergibt sich, dass der Unternehmer auf entsprechende (auftragsbezogene) Informationen angewiesen ist, die im Rahmen der Erkundung und Planung des Bauherrn/Auftraggeber ermittelt und im Räumkonzept dokumentiert werden (siehe Abbildung 2).
3.1. Räumkonzept – Grundlage der Gefährdungsbeurteilung
Bei Arbeiten der Kampfmittelräumung ist das Räumkonzept eine unverzichtbare Grundlage für die Ausführungsplanung und Leistungsbeschreibung. Die einzelnen Planungsschritte zur Erstellung des Räumkonzeptes sind in den "Arbeitshilfen Kampfmittelräumung" des Bundes [1] sehr detailliert beschrieben. Deshalb wird innerhalb dieser BG-Information darauf Bezug genommen.
Bestandteil des Räumkonzeptes ist auch der sogenannte "Arbeits- und Sicherheitsplan" (zu Gliederung und Inhalten siehe Anhang 4 ). Mit Hilfe des Arbeits- und Sicherheitsplans kann der Bauherr/Auftraggeber seine Informationspflichten (siehe Anhang 1 ) erfüllen, indem er damit alle die Informationen bereitstellt, die die ausführenden Unternehmen zur Erfüllung ihrer Pflichten und insbesondere zur Erstellung der Gefährdungsbeurteilung benötigen (siehe Abschnitte 3.2 . und 4 ).
Abb. 3: Aufgabenteilung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer in Bezug auf den Arbeitsschutz
Als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung benötigt der Unternehmer Informationen über
Art, Sorte und Menge der zu erwartenden Kampfmittel in Abhängigkeit von der historischen Nutzung (Bewertung des Kampfmittelinventars) oder der Angriffschronik eines Standortes,
zu erwartende Fundtiefe und Verteilung der Kampfmittel (Belastungsdichte),
den zu erwartenden Zustand der Kampfmittel, insbesondere Möglichkeit zur Selbstdetonation oder Detonation durch Fremdeinwirkung,
die grundlegenden Standortfaktoren, z.B. Geologie, Bewuchs, bauliche Infrastruktur (wie Gebäude, Verlauf von Ver- und Entsorgungsleitungen, Straßen, Wegen),
kontaminierte Bereiche im Sinne der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ),
früher bereits durchgeführte Kampfmittelräumung.
Diese im Rahmen der sogenannten "Historischen Erkundung" zu ermittelnden Daten können mittels der Auswertung von Archiven, Luftbildern und auch aktuellen Dokumenten (z.B. Berichten von früheren Räumungen) gewonnen werden oder auch durch Befragung von Zeitzeugen. Auf der Grundlage der Historischen Erkundung erfolgt die Bewertung, ob eine technische Erkundung der kampfmittelbelasteten Fläche notwendig ist. Darüber hinaus sind diese Daten unabdingbare Grundlage zur Gefährdungsbeurteilung für die technische Erkundung.
"Kontaminierte Bereiche" im Sinne der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ) sind "Standorte, bauliche Anlagen, Gegenstände, Boden, Wasser, Luft und dergleichen, die über eine gesundheitlich unbedenkliche Grundbelastung hinaus mit Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen verunreinigt sind". Somit sind auch Bereiche, die infolge des Austretens der in Kampfmitteln verwendeten Gefahrstoffe (z.B. Spreng- oder Kampfstoffe, Pyrotechnika, Brandmittel) oder durch deren Abbauprodukte belastet sind, kontaminierte Bereiche im Sinne der gleichnamigen BG-Regel.
Sind Arbeiten zur Kampfmittelräumung in kontaminierten Bereichen durchzuführen, sind zwei Fälle zu unterscheiden:
Die Arbeiten finden auf Flächen statt, die durch ihre Nutzungsgeschichte das Vorhandensein von Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen vermuten lassen oder deren Vorhandensein bereits bekannt ist (z.B. "Altlasten", entsprechend belastete Industrieflächen oder Gleisanlagen),
die Arbeiten finden auf Flächen statt, bei denen keine Kontaminationen wie vorstehend bekannt sind und lediglich mit eventuell aus den Kampfmitteln ausgetretenen Stoffen gerechnet werden muss.
Für den Fall a) sind in der Regel bereits konkrete Maßnahmen zu treffen, die im Arbeits- und Sicherheitsplan gemäß Abschnitt 8.3 der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ) festzulegen sind.
Im Fall b) muss die Planung soweit vorbereitet sein, dass beim Antreffen derart kontaminierter Bereiche unverzüglich die richtigen Maßnahmen getroffen werden können! Dieser Fall ist in die Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten der Kampfmittelräumung stets einzubeziehen.
Sind Arbeiten in kontaminierten Bereichen durchzuführen, müssen sie von einem Sachkundigen nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ) begleitet werden, der in enger Abstimmung mit der Verantwortlichen Person nach § 20 Abs.1 Nr. 3 Sprengstoffgesetz tätig ist.
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, 4. Methodik der Gefährdungsbeurteilung
Gefährdung entsteht durch das zeitliche und örtliche Zusammentreffen einer vorhandenen Gefahr mit einer Tätigkeit.
Übertragen auf die Kampfmittelräumung bedeutet das Folgendes:
Erst durch eine Tätigkeit, z.B. durch den erforderlichen Bodeneingriff, das Bewegen, das mechanische (oder körperliche) Belasten, das Anbohren des Kampfmittels, die Erschütterungswirkung bei Bergung, Transport oder Hantieren an der Munition, beim Entfernen des Zünders, entsteht aus der im Kampfmittel vorhandenen "latenten Gefahr" eine "Gefährdung".
Daraus ergeben sich für die Gefährdungsbeurteilung im Regelfall folgende Arbeitsschritte:
Ermittlung der Munitionsart (Kaliber, Füllstoffe) und -sorte (Spreng-, Nebel-, Wuchtmunition, loser Explosivstoff und dergleichen),
Ermittlung der von der Munitionsart und Sorte ausgehenden Gefahren,
Ermittlung des Zustandes der Munition und Bewertung in Bezug auf Explosionswahrscheinlichkeit,
Ermittlung und Beurteilung der Tätigkeiten, bei denen die Gefahr eintreten kann (= Gefährdung),
Beurteilung von Art und Ausmaß der Gefährdung.
Auf der Grundlage der Ermittlungen und der Bewertung sind für jede einzelne Tätigkeit die Schutzmaßnahmen gefährdungsbezogen festzulegen. Damit kann ein abgestuftes Maßnahmenkonzept erarbeitet werden.
Grundsätzlich ist im Fortgang der Arbeiten zu prüfen, ob die Maßnahmen ausreichen. In der Kampfmittelräumung sind Fehleinschätzungen/Falschbeurteilungen oft Ursache dramatischer Folgen. Den gewählten Verfahren, Arbeitsmitteln und dem eingesetzten Personal kommt eine ebenso hohe Bedeutung zu, wie der zweifelsfreien Identifizierung der Munition und der anschließenden Bewertung der Handhabungsfähigkeit durch die Verantwortliche Person gemäß § 19 Abs. 1 Satz 3 Sprengstoffgesetz.
Die Art und Sorte der zu erwartenden Munition kann im Rahmen der historischen Erkundung, d.h. der Bewertung der (Nutzungs-)Geschichte der Verdachtsfläche, ermittelt werden, z.B.
Lager- oder Bereitstellungsplätze für Munition der Streitkräfte (Heeres-, Luftwaffen- oder Marinemunition),
Kasernenbereiche, Depots, Stollen- oder Bergwerkslager für die verschiedenen Munitionsarten und -sorten,
Einrichtungen wie Flugplätze, Beladungsstellen für bezünderte Fliegermunition, Abwurfplätze, standortnahe Übungsräume,
Brand- oder Sprengplätze für Fund- oder Kampfstoffmunition,
zivile Nutzung,
Bombenabwurfgebiete,
Flächenbombardement mit Spreng-, Brandbomben,
Einzelabwürfe,
Notabwürfe,
Kampfgebiete,
Stellungssysteme, z.B. Flak-Stellungen oder Bunkeranlagen,
Standorte für Rüstungsindustrie.
Zur Ermittlung der Munitionsart gehört auch die Ermittlung des spezifischen Herstellungsdaten (Land, Firma, Ort, Zeitraum), z.B.
englische Fliegerbombe, Zweiter Weltkrieg, halbpanzerbrechend, 250 kg,
Panzermine Zweiter Weltkrieg, neuzeitliche, alliierte Munition.
Bei der Historischen Erkundung einer Verdachtsfläche sind die verschiedenen Phasen ihrer Nutzung ein wesentlicher Faktor, denn in diesem Fall sind auf einer Fläche verschiedene Kampfmittel aus verschiedenen Epochen zu erwarten.
Mittel der historischen Erkundung sind im Wesentlichen die Auswertung von Luftbildern und Archivalien, die Ermittlung der ehemaligen und aktuellen Nutzung, sowie die Befragung von Zeitzeugen. Weitere Hinweise zur Durchführung und Auswertung der historischen Erkundung enthalten die Arbeitshilfen Kampfmittelräumung [1].
Aus der Sorte der Munition lässt sich direkt auf die zu erwartende Verletzungsgefahr schließen, z.B.
Pioniermunition, Hand-, Gewehr- und Panzerfaustgranaten,
Munition für Handwaffen und Maschinengewehre (Pistolen-, Gewehr- und Maschinengewehrmunition < 12,7 mm,
Rohrwaffenmunition (Panzer-, Artilleriemunition) mit je nach Sorte relativ hohem Explosivstoffanteil und Gefahrerhöhung durch Zünder,
Werfer-, Mörsermunition (je nach Sorte relativ hoher Explosivstoffanteil und Gefahrerhöhung durch Zünder),
Flugkörper/Raketen (relativ hoher Explosivstoffanteil im Gefechtskopf und Gefahrerhöhung durch verschiedene Zündsysteme),
Abwurfmunition (Spreng-, Splitter-, Brandbomben) (hoher bis sehr hoher Explosivstoffanteil und Gefahrerhöhung durch Zünder verschiedener Ausführungen).
Grundsätzlich besteht bei Tätigkeiten mit Kampfmitteln eine Gefahr durch:
Explosionsdruck,
Splitterflug,
Feuer-, Hitze- bzw. Brandwirkung,
Vergiftung oder Verätzung durch chemische Kampfstoffe und Gefahrstoffe (z.B. Kampf-, Nebel-, Spreng-, pyrotechnische Stoffe und Treibsätze),
Umgebungszerstörung bei Umsetzung (Zerstörung von Gasleitungen, Bewegung von Erdmassen, umherfliegende Steine oder Bauteile).
In Abhängigkeit von den gefährlichen Eigenschaften und der Wirkungsmechanismen der Stoffe kann entweder schon bei kurzfristiger Exposition (z.B. mit Kampfstoffen) oder bei häufiger oder länger andauernder Exposition eine chronische Schädigung bestimmter Organe (z.B. chronische Schädigungen von Haut und Schleimhäuten, krebserzeugende, erbgutschädigende, fruchtbarkeitsgefährdende Wirkungen, Blutbildveränderungen und dergleichen) eintreten. Daher müssen die Stoffe, gegenüber denen die Beschäftigten exponiert sein könnten, ermittelt werden. Im Stadium der Planung kann dies nur anhand der zu erwartenden Munitionssorten oder dergleichen vorgenommen werden.
Die Explosion des Kampfmittels (sowie auch die Exposition gegenüber den aus dem Kampfmittel stammenden Gefahrstoffen) ist im Wesentlichen abhängig von
der Art und Sorte des Kampfmittels,
den verwendeten Zündsystemen ("Empfindlichkeit" siehe vorstehend),
dem Erhaltungszustand der Umhüllungen und
dem Erhaltungszustand der Inhaltsstoffe.
Die Abschätzung des zu erwartenden Erhaltungszustandes der Munition kann anhand des Kampfmittelinventars bzw. der Erkenntnisse aus der historischen Erkundung nach folgenden Kriterien erfolgen:
Alter der Munition in Zusammenhang mit der Werkstoffart und -qualität,
Art der Einbringung (Verschuss, Vergrabung, Stapelsprengung und dergleichen),
Liegezeit im Boden, im Wasser, an der Erdoberfläche,
Physikalisch-chemische Verhältnisse im umgebenden Medium
Boden: Kies, Humus, Moor,
Wasser: Süßwasser, Salzwasser, Moorwasser.
Ein weiterer Faktor zur Ermittlung der Explosionswahrscheinlichkeit ist die Bewertung der Auswirkung von Veränderungen der Lagerungsbedingungen, z.B. der Temperatur, Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit.
a) Visuelle Kampfmittelräumung
(siehe insbesondere auch Kap. 4.4.1 ).
b) Baubegleitende Kampfmittelräumung
Bei der baubegleitenden Kampfmittelräumung wird der Boden mit aktiven und/oder passiven Sonden untersucht. Nach schichtweiser Freigabe abgegrenzter Bereiche durch die Verantwortliche Person gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 3 Sprengstoffgesetz kann der Boden unter zusätzlicher visueller Kontrolle bis zur freigegebenen Tiefe ausgebaut werden. Dieser Vorgang wird bis zum Erreichen der Aushubsohle wiederholt.
c) Räumung von Bombenblindgängern
d) Vollflächige, punktuell bodeneingreifende Kampfmittelräumung
Die Räumfläche wird systematisch und vollflächig mit aktiven und /oder passiven Sonden von der Geländeoberfläche aus untersucht. Lokalisierte Störkörper und identifizierte Kampfmittel werden geräumt. Eine Bearbeitung bis in den gewachsenen Boden kann erforderlich sein.
e) Kampfmittelräumung durch den Abtrag von Boden und sonstigen Stoffen
(Volumenräumung/Separation)
Bei entsprechender Kampfmittelart (siehe Abschnitt 5.1.3.1. ) und Anzahl der Störkörper kann die Bergung unter Beachtung der allgemeingültigen Verfahrensgrundsätze durch vollständige Umsetzung des Bodens und mechanischer Separation mittels Magnetabscheider (Permanentmagnet) und bei Vorhandensein von Nichteisenmetallen zusätzlich unter Einsatz von Wirbelstromabscheidern erfolgen. Werden Separationsanlagen eingesetzt, ist der Räumerfolg am Auslass der Anlage kontinuierlich visuell zu überprüfen. Geophysikalische Verfahren können hilfsweise eingesetzt werden.
f) Kampfmittelräumung mittels maschinellem Abtrag ohne vorherige Ortung und Identifikation
Bei diesen Räumverfahren erfolgt die Separierung der Kampfmittel entweder durch den Einsatz geeigneter Anbaugeräte für Erdbaumaschinen oder mittels Separieranlagen. Der notwendige Aushub ist unter Aufsicht von fachtechnischem Personal (verantwortliche Person nach § 19 Abs. 1 Nr. 3 Sprengstoffgesetz) durchzuführen. Eine wesentliche Voraussetzung zum Einsatz dieses Räumverfahrens ist die Siebfähigkeit des Bodens. Zu den weiteren Voraussetzungen wird auf die Abschnitte 4.4.1 und 5.1.3.1 ) verwiesen.
Es gibt aber Situationen, in denen auf Grund der örtlichen Bedingungen eine räumliche Ortung des bzw. der Kampfmittel(s) oder eine zweifelsfreie Identifikation nicht möglich (z.B. viel "Eisen" im Boden) oder auch nicht sinnvoll ist. Letzteres ist z.B. der Fall bei einem Schießplatz für Hand- und Maschinenwaffen kleinerer Kaliber. Hier ist eine Ortung einzelner Objekte nicht durchführbar, weil in der Regel zuviel Munition und auch Munitionsschrott vorhanden ist. Eine zweifelsfreie Identifikation des Einzelobjektes ist nicht notwendig, weil die zu erwartende Munition hinreichend bekannt ist. In diesen Fällen kann die Kampfmittelräumung mittels maschinellen Abtrags von Boden und sonstigen Stoffen ohne vorherige Ortung und Identifikation der Kampfmittel durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4 ).
Abb.5/6: Sondieren und Freilegen
Abb.7: Bohrlochsondierung
Abb.8: Einsatz von Kampfmitteltauchern
Darüber hinaus sind die allgemeinen Gefährdungen und Maßnahmen für Arbeiten auf Gewässern zu beachten, z.B. das Vorhalten von Rettungsmittel auf Wasserfahrzeugen.
Siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Taucherarbeiten" (BGV C23).
a) Arbeitsverfahren bzw. die Art der eingesetzten Arbeitsmittel
Abb.9: Maschinelle Kampfmittelräumung
Je höher die Bodenklasse nach DIN EN 18300 (VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Erdarbeiten), desto mehr Energie ist für die Freilegung der Kampfmittel notwendig und umso höher ist die potentielle mechanische Beanspruchung der Kampfmittel. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit der Explosion des Kampfmittels!
b) Tiefenlage der Kampfmittel
Je nach Tiefenlage der Kampfmittel sind Baugruben oder Böschungen anzulegen. Hierfür sind die Vorgaben der §§ 6 und 28 der Unfallverhütungsvorschrift "Bauarbeiten" (BGV C22 ) in Verbindung mit DIN 4124 zu beachten.
Die genannten Faktoren sind im Hinblick auf die Bewertung der Handhabungsund Transportfähigkeit zu beachten, insbesondere auf die von der Verantwortlichen Person gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 3 Sprengstoffgesetz zu treffende Entscheidung, ob das Kampfmittel geborgen und transportiert werden darf, oder es an Ort und Stelle zu sprengen ist.
Die vorstehend genannten Geräte sind Arbeitsmittel. Somit ist bei Ihrem Einsatz eine Gefährdungsbeurteilung nach der Betriebssicherheitsverordnung durchzuführen.Dabei sind die Angaben des Herstellers aus der Betriebsanleitung des jeweiligen Gerätes zu beachten.
4.4.3.7 Transport und Aufbewahrung der Kampfmittel innerhalb der Räumstelle
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Anhang 1. Hinweise für Bauherrn, Auftraggeber und Planer
Hinweise für Bauherrn, Auftraggeber und Planer
Verantwortung für den Baugrund – Baugrundrisiko
Die Bereitstellung des Baugrundes zur weiteren Bearbeitung, z.B. zur Herstellung eines Bauwerkes oder zur Räumung von Kampfmitteln, ist gemäß der Rechtsprechung nach § 645 BGB im Sinne der Lieferung eines Baustoffes zu sehen. Die Verantwortung für den Zustand des Baustoffes "Baugrund" trägt grundsätzlich der Bauherr, d.h. er trägt das sogenannte "Baugrundrisiko".
Unter dem Begriff "Baugrundrisiko" ist zu verstehen, dass sich die Boden- und Grundwasserverhältnisse, z.B. infolge von Kontaminationen durch Gefahrstoffe oder durch das Vorhandensein von Kampfmitteln, trotz Ausschöpfung der zumutbaren Erkenntnisquellen vor Baubeginn sich später während der Bauausführung anders darstellen als angenommen und dadurch die zu erbringende Leistung erschwert wird oder sogar zusätzliche Leistungen erforderlich werden. Beides hat zur Folge, dass der mit Ausschreibung ermittelte Kostenrahmen nicht mehr einzuhalten ist.
Anforderungen an die Leistungsbeschreibung – Allgemein
Mit einem hohen Baugrundrisiko und damit auch einem ebenso hohen Planungs- und Kostenrisiko verbunden ist ein "unbekannter" Baugrund. Vermindern lässt sich dieses Risiko durch "die Ausschöpfung zumutbarer Erkenntnisquellen", d.h. durch Ermittlungen und Untersuchungen zum Zustand des Baugrundes mit dem Ziel, die Leistungspflichten der ausführenden Unternehmen eindeutig festlegen zu können.
Die eindeutige Festlegung der Leistungspflichten ist insbesondere Gegenstand der Forderungen von § 9 VOB Teil A:
Nach § 9 Nr. 1 VOB Teil A sind die Leistungen eindeutig und so erschöpfend zu beschreiben, dass alle Bewerber die Beurteilung im gleichen Sinn verstehen müssen und ihre Preise sicher und ohne umfangreiche Vorarbeiten berechnen können.
Nach § 9 Nr. 2 VOB Teil A darf dem Auftragnehmer kein ungewöhnliches Wagnis aufgebürdet werden für Umstände und Ereignisse, auf die er keinen Einfluss hat, und deren Einwirkung auf Preise und Fristen er nicht im Voraus schätzen kann.
§ 9 Nr. 3 VOB Teil A schreibt unter anderem vor, dass
um eine einwandfreie Preisbildung zu ermöglichen, alle sie beeinflussenden Umstände festzustellen und in den Verdingungsunterlagen anzugeben sind,
die für die Ausführung der Leistungen wesentlichen Verhältnisse der Baustelle, z.B. Boden- und Wasserverhältnisse, so zu beschreiben sind, dass der Bewerber ihre Auswirkung auf die bauliche Anlage und die Bauausführung hinreichend beurteilen kann.
Hinweise für das Aufstellen der Leistungsbeschreibung und deren notwendigen Inhalte enthält VOB Teil C, Abschnitt 0 der Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen DIN 18299 ff.
Einen ausdrücklichen Hinweis, dass die Bestimmungen der VOB zur Vergabe von Leistungen zur Kampfmittelräumung anzuwenden sind, enthalten die Arbeitshilfen "Kampfmittelräumung" des Bundes (siehe Anhang 7 Nr. 4), die insbesondere auch auf die ATV DIN 18299 verweisen.
Anforderungen an die Leistungsbeschreibung – Arbeitsschutz
Faktoren, die die Preisbildung bzgl. des erzielenden Leistungszieles, z.B. der Kampfmittelfreiheit eines Geländes beeinflussen, sind nach VOB A8 § 9 Nr.1 erschöpfend zu beschreiben. In der Regel sind es gleichzeitig auch diejenigen Faktoren, die bei der Gefährdungsbeurteilung für Arbeiten zur Kampfmittelräumung eine wesentliche Rolle spielen, z.B.:
Wahrscheinlichkeit einer Explosion (Detonation, Umsetzung der Kampfmittel) während der Arbeiten zur Räumung wird wesentlich bestimmt durch
die anhand der historischen Unterlagen am Ort zu vermutende Art, Sorte und Menge der zu erwartenden Kampfmittel,
den zu erwartenden Erhaltungszustand der Kampfmittel (Alterung), der nur anhand der Kenntnis über die zur Herstellung der Kampfmittel verwendeten Materialien in Verbindung mit den im Untergrund vorhandenen physikalisch- chemischen Bedingungen abgeschätzt werden kann,
die Beschaffenheit des Untergrundes (z.B. Bodenart nach DIN EN 18300) und die damit verbundene Auswahl des Arbeitsverfahrens zur Freilegung und Bergung der Kampfmittel.
Die Anzahl der Räumtrupps, die von einer Person beaufsichtigt werden darf, wird wesentlich bestimmt durch die Einsehbarkeit des Räumfeldes, d.h. insbesondere von
dem Bewuchs,
der Form der Geländeoberfläche (Morphologie).
Die zu erzielende Leistung wird unter anderem wesentlich bestimmt durch die Art der bei den Arbeiten zu tragenden persönlichen Schutzausrüstungen und gegebenenfalls entsprechend einzuhaltenden Tragezeitbegrenzungen. Die Art der persönlichen Schutzausrüstungen hängt ihrerseits wesentlich ab von
der Explosionswahrscheinlichkeit der Kampfmittel (siehe vorstehend),
dem anwendbaren Arbeitsverfahren als "oberste technische Schutzmaßnahme" (siehe vorstehend und Abschnitt 5 ),
anderen Umständen, z.B. der Durchführung von Räumarbeiten in kontaminierten Bereichen nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ), verursacht entweder durch die frühere Nutzung des Räumfeldes, Havarien oder durch die aus den Kampfmitteln ausgetretenen Stoffe.
Um für den Bauherrn das Baugrundrisiko zu minimieren, sind gemäß den Vorgaben der VOB in den Verdingungsunterlagen diese und auch die anderen in dieser BG-Information genannten Umstände erschöpfend zu beschreiben.
Arbeits- und Sicherheitsplan als Bestandteil der Leistungsbeschreibung bei der Kampfmittelräumung
Ein speziell auf die Anforderungen der Kampfmittelräumung zugeschnittenes Mittel, wie der Bauherr die an ihn im Zusammenhang mit der Leistungsbeschreibung gestellten Anforderungen und Informationsverpflichtungen hinreichend erfüllen kann, ist die Erstellung eines Arbeits- und Sicherheitsplanes nach Abschnitt 3 dieser BG-Information. Dort werden die im Sinne der "Ausschöpfung zumutbarer Erkenntnisquellen" (siehe vorstehend) vorab angefertigte Vorermittlungen und Gutachten in Bezug auf den Arbeitsschutz ausgewertet und alle wesentlichen die Preisbildung beeinflussenden Umstände beschrieben (siehe auch Anhang 4 "Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes").
Führt der Bauherr darüber hinaus auf der Grundlage der für sein Projekt gängigen und möglichen Arbeitsverfahren eine Gefährdungsbeurteilung durch, bietet sich ihm die Möglichkeit, die notwendigen Schutzmaßnahmen vorab zu erkennen und versetzt ihn in die vorteilhafte Lage
die nach VOB notwendige Bewertung der Angebote in Bezug auf die Auskömmlichkeit optimal wahrzunehmen,
die Kosten für die notwendigen Schutzmaßnahmen abzuschätzen und
überzogene Maßnahmen und damit überhöhte Kosten abwehren zu können.
Mit dem Arbeits- und Sicherheitsplan als Dokumentation seiner Gefährdungsbeurteilung verschafft sich der Bauherr also einerseits Klarheit über den Leistungsumfang und damit Planungs- und Kostensicherheit, andererseits erfüllt der Bauherr damit seine in Bezug auf den Arbeitsschutz bestehenden Informationspflichten gegenüber dem Auftragnehmer. Deswegen ist der Arbeits- und Sicherheitsplan ein wichtiger Bestandteil des Räumkonzepts und zusammen mit diesem notwendige Grundlage für die Leistungsbeschreibung der besonderen Arbeitsschutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung.
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Anhang 3. Musterbetriebsanweisung
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Anhang 4. Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes
Name des Standortes (Räumstelle)
Name des Koordinators nach der Baustellenverordnung und/oder nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128) und seiner Stellvertreter einschließlich Festlegung deren Weisungsbefugnisse
Anlass der Arbeiten
Bezeichnung des vom Arbeits- und Sicherheitsplanes betroffenen Personenkreises
Gültigkeitsdauer (zeit- oder gewerkbezogen)
Nutzungsgeschichte und Angriffschronik des Standortes
Lageplan mit Gesamtausdehnung und der zu erwartenden kampfmittelbelasteten Fläche
Lageplan zur vermuteten Verteilung (Belastungsdichte) und Fundtiefe der Kampfmittel
gegebenenfalls zusammenfassende Darstellung der bisherigen Beräumungen
gegebenenfalls Lageplan durch Gefahrstoffe kontaminierter Bereiche einschließlich Angaben sicherheitsrelevanter Konzentrationen der Kontaminanten im Boden, Grundwasser, Bausubstanz oder Ähnlichem
geologisch-hydrogeologische Situation des Kontaminationsbereiches (Schichtenverzeichnisse, Grundwasserverhältnisse)
3. Ermittlungen zu den vermuteten und/oder festgestellten Kampfstoffen
Tabellarische Zusammenstellung der vermuteten und/oder festgestellten Kampfstoffe
Bewertung des Zustandes der Kampfmittel
Selbstdetonation
Detonation durch Fremdeinwirkung
Möglichkeit ausgetretener Gefahrstoffe, z.B. Sprengmittel, Kampfstoffe
gegebenenfalls tabellarische Zusammenstellung der auf Grund ihrer physikalisch-chemischen oder toxikologischen Eigenschaften und ihrer angetroffenen Konzentration hinsichtlich des Gesundheitsschutzes zu berücksichtigenden Gefahrstoffe
Zusammenstellung eventueller gefährdungsrelevanter Wirkungen und Symptome der Gefahrstoffaufnahme z.B. Schleimhautreizungen
Zusammenstellung der bezüglich des Gesundheitsschutzes relevanten biologischen Arbeitsstoffe mit Angaben zu Übertragungsweg und Wirkung (infektiös, sensibilisierend, toxisch)
4. Ermittlung der Arbeitsbereiche, Arbeitsverfahren, Tätigkeiten und der arbeitsbereichs- und tätigkeitsbedingten Faktoren der Gefährdung ("Arbeitsbereichsanalyse")
Einteilung der Räumstelle in verschiedene Räumbereiche
Beschreibung der anzuwendenden Verfahren und Arbeitsweisen pro Räumbereich bzw. Einzelgewerk einschließlich zeitlicher Ablauf der Bearbeitung
Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten, bei denen mit einer Gefährdung durch Kampfstoffe zu rechnen ist
Ermittlung der verfahrens- und umgebungsbezogenen Kriterien der Emission/Exposition
Tätigkeitsbezogene Zusammenführung der Ergebnisse der Gefahren- und Arbeitsbereichsanalyse zur einer Gefährdungsabschätzung
Beschreibung der speziellen Räumstelleneinrichtung incl. Lageplan
Einteilung der Räumstelle in Schutzzonen
Tagesbereitstellungslager
Standort von Separieranlagen
Anforderungen an das Arbeitsverfahren
Anforderungen an Maßnahmen zur Gefahrstofferfassung (Absaugung)
Anforderungen an eventuell notwendige Abschottungsmaßnahmen, z.B. Schutzwälle, Splitterschutzwände
Aufstellen von Sprengmatten
Festlegen von Kriterien zum Einsatz besonderer persönlicher Schutzausrüstungen, z.B. Splitterschutz, Atemschutz
7. Messkonzept bei Gefährdungen durch Gefahrstoffe, incl. chemische Kampfstoffe
Festlegung des Messziels am Ort der Tätigkeit
Überwachung von Akutgefahren (O2, UEG, Toxische Stoffe)
Auslösung von Schutzmaßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten
Kontrolle der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen
Dokumentation der Einhaltung bzw. Unterschreitung von Grenzwerten
Ermitteln von Leitparametern
Ermitteln stoffbezogener Schwellenwerte für den Einsatz besonderer Schutzmaßnahmen
Festlegung der Messgeräte und -verfahren
Festlegung der Intervalle routinemäßig durchzuführender Kontrollmessungen, z.B. zur Überprüfung der Gültigkeit von Leitparametern
Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung der Messgeräte (Wartung und Pflege)
Verhaltensregeln zur Handhabung und Entsorgung kontaminierter Schutzausrüstung und anderer kontaminierter Gegenstände
Verhaltensregeln z.B. zur Handhabung und Entsorgung kontaminierten Wassers aus Dekontaminationsanlagen und sonstiger Abfälle, wie gebrauchte Atemfilter, Schutzkleidung
9. Dokumentation, Nachweise
Festlegung der von den verschiedenen Beteiligten (Bauleiter des Bauherrn, Koordinator bzw. ausführenden Unternehmen) vorzunehmenden Dokumentationen
Festlegung der vom einzelnen Auftragnehmer vorzulegenden Nachweise, z.B. Arbeitsmedizinische Vorsorge, Filterbuch
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Anhang 5. Vorlagen für Unterweisungen
Räumung von mit Kampfmitteln belasteten Flächen bzw. Munitionsverdachtsflächen
1. Gefahren und deren Auswirkungen
Bei der Kampfmittelräumung bestehen Verletzungs- und Gesundheitsgefahren durch Druckwellen und Splitter explodierender Munition, Verbrennungen, Vergiftungen bei Antreffen von Gefahrstoffen bzw. chemischen Kampfmitteln
2. Maßnahmen zur Abwehr der Gefahren
Nicht-ferromagnetischen Verbau bei Aufgrabungen einsetzen.
Einsatz von Erdbaumaschinen mit Schutzverglasung ("Panzerglas"), verstärkter Bodenwanne/Bodenplatten
Erste-Hilfe-Aushang gut sichtbar aushängen.
Ersthelfernachweise prüfen.
Meldekette festlegen. Rettungskette festlegen.
Notfall- und Brandschutzplan erstellen.
Notfallübung (Rettungsübung) durchführen.
Beschilderung der Räumstelle und der Zufahrtswege mit Warnzeichen und Hinweiszeichen für Rettungsdienste.
Sicherheitsabstände festlegen.
Besondere Einflüsse ermitteln (z.B. bei Tiefensondierung).
Festgelegte Sicherheitsabstände einhalten.
Nichtidentifizierte Objekte nicht berühren bzw. nicht in die Hand nehmen.
Kampfmittel nicht werfen, stoßen bzw. mechanisch bearbeiten.
Kabinentüren von Erdbaumaschinen geschlossen halten.
Der Arbeitsaufgabe entsprechende Persönliche Schutzausrüstung benutzen.
3. Weitere zu besprechende Aspekte
Sicherung von Baugruben und Gräben/DIN 4124, sicherer Umgang mit Erdbaumaschinen, Benutzung der Persönlichen Schutzausrüstung
Siehe Infomappe der BG BAU, Kapitel A, Kapitel B, C1, C2, C4, D1, D4.
Diese Unterweisungsvorlage muss unbedingt noch an die konkreten Betriebsbedingungen angepasst werden!
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Anhang 6. Checkliste
DGUV Information 201-027: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung, Anhang 7. Vorschriften und Regeln
Arbeitssicherheitsgesetz (AsiG ),
Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG),
Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV ),
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV )
Baustellenverordnung (BaustellV ),
Ordnungsbehördliche Verordnung über die Abwehr von Gefahren durch Kampfmittel der einzelnen Bundesländer,
Technische Regeln zu den Verordnungen (TRGS , TRBS , RAB )
(Bezugsquelle: zuständige Berufsgenossenschaft,
Prävention Tiefbau,
Landsberger Straße 309,
Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A2),
BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128 ),
BG-Regel "Zerlegen von Gegenständen mit Explosivstoff oder beim Vernichten von Explosivstoff oder Gegenständen mit Explosivstoff (Explosivstoff-Zerlege- oder Vernichteregel)" (BGR 114),
BG-Regel "Einsatz von Fahrzeugen in Explosivstoffbetrieben" (BGR 123).
BG-Information "Fahrerkabinen mit Anlagen zur Atemluftversorgung auf Erdbaumaschinen und Spezialmaschinen des Tiefbaues" (BGI 581).
10787 Berlin)
DIN EN 1063 "Glas im Bauwesen; Sicherheitssonderverglasungen; Prüfverfahren und Klasseneinteilung für den Widerstand gegen Beschuss"
DIN EN 13541 "Glas im Bauwesen; Sicherheitssonderverglasungen; Prüfverfahren und Klasseneinteilung des Widerstandes gegen Sprengwirkung".
ATV DIN 18300 VOB Verdingungsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Erdarbeiten.
Arbeitshilfen zur Kampfmittelräumung (AH-KMR), Ausgabe Juli 2007
(Bezugsquelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und Bundesministerium der Verteidigung
http://www.arbeitshilfen-kampfmittelraeumung.de/index0.html )
Webcode: M1496-1

References: § 4
 § 5
 § 5
 § 4
 § 20
 § 19
 § 19
 § 19
 § 19
 § 645
 § 9
 § 9
 § 9

§ 9
 § 9