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Timestamp: 2019-12-07 16:53:16+00:00

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Aktuelle Rechtslage beim Fliegen über einen Acker - Rechtliche Themen - FPV Racing Forum - die Community für FPV Racer!
Aktuelle Rechtslage beim Fliegen über einen Acker
ich hab mich schon auf vielen Seiten zu dem Thema: "Fliegen über Ackern" rum getrieben. Doch diese sind meistens veraltet und deshalb wollte ich nach der derzeitigen Gesetzeslage fragen.
Konkret: Darf ich auf einem Acker fliegen?
Info: Kein Flughafen, Naturschutzgebiet, Autobahn etc. in der Nähe.
Nur ein normaler Acker. In meinem Fall starte ich die Drohne auf einem öffentlichen Weg und NICHT auf einem Acker.
Hab hierzu auch gehört, dass das Starten auf Ackern von dem Besitzer untersagt werden kann, allerdings nicht der Überflug(In meinem Fall). LuftVG §1
Ich würde mich sehr über schlagkräftige Antworten freuen(Auch mit Gesetz und Paragraf)
Ich selbst ziehe eine nettes Gespräch vor, doch im Ernstfall will ich nicht dumm dastehen.
Gruß KluxiFPV
Diclaimer: Nicht-Juristen Antwort
Du bist tatsächlich mit §1 fertig. Du darfst über einem Acker fliegen. Genauso darf ein Bauer bzw der Eigentümer auch der Lufthansa den Überflug nicht verbieten. Das LuftVG, die LuftVO, die SERA sowie Natur- und Landschaftsschutzgesetze definieren allerdings Einschränkungen, wie beispielsweise den Abstand zu Flughäfen etc. Solange also aus diesen Gesetzgebung und Verordnungen kein Verbot ergibt, kannst Du überfliegen.
Es kommt dann schnell die Frage, ob Du dort starten darfst und ob Du die Fläche betreten darfst auf der Du stehst. Die Frage ist schwieriger zu beantworten. Generell darf man Ackerflächen, Wiesen etc zur Freizeit und Erholungszwecken betreten. Man darf allerdings keine Schäden verursachen (zB eine Wiese platttrampeln). Das kann man relativ einfach regeln, wenn man sich zB auf eine Traktorspur stellt. Die ist eh "kaputt". Dieses sogenannte Betretungsrecht ist in den Naturschutzgesetzen der Länder geregelt. Für Bayern als Beispiel hier:
In LuftVG/LuftVO gibt es keine weiteren Regelungen dazu, dass der Grundstückseigentümer einem Start eines nicht zulassungspflichtigen Modellflug zeugs zustimmen muss (Ausnahme Wohngrundstücke - ein Acker zählt definitiv nicht dazu).
6. August 2019, 07:17
Kleine Ergänzung: Für die Frage nach der Genehmigung durch die Grundstückseigentümer wird oft §25 LufgVG angeführt. Wir fliegen allerdings keine Luftfahrzeuge, die auf genehmigten Flugplätzen starten müssen. Insofern starten wir die Luftfahrzeuge nicht außerhalb der für sie genehmigten Flugplätze.
Das Thema ist super spannend und wirklich hilfreich für mich, um da mal ein wenig Klarheit reinzubekommen.
Man darf allerdings keine Schäden verursachen (zB eine Wiese platttrampeln).
Diesbezüglich stellt sich mir natürlich direkt die Frage: Was ist im Falle eines Absturzes? - und angenommen die Traktorspuren führen NICHT reinzufällig direkt zum verunglückten Copter
Und wie verhält es sich im Allgemeinen mit Weideflächen, welche leer stehen bzw. zumindest zum Zeitpunkt des Fliegens nicht genutzt werden, allerdings in der Gänze umzäunt sind?
6. August 2019, 07:57
Ein Zaun ist für mich wie ein Zutrittsverbot.
Ausnahme wäre für mich nur Bergung eines Copters.
Bei anderen Flächen kann ich mich dunkel entsinnen, dass man die betreten darf um sein Eigentum wieder zu bekommen... ähnlich wie wenn beim Fussi der Ball auf der Nachbarwiese landet.
6. August 2019, 08:15
Für den Abtransport gilt §25 LuftVG: Nach Erteilung der Auskunft darf der Berechtigte den Abflug oder die Abbeförderung des Luftfahrzeugs nicht verhindern.
Das gilt für einen Acker als auch falls man in umzäunte Bereiche abgestürzt ist.
Verpflichtet bist Du eventuell entstehende Schäden zu ersetzen und dem Berechtigten (typ Eigentümer) Deine Personalien zu nennen.
Ggf kann man das auch privatrechtlich durchargumentieren.
Danke für die schnelle Antwort. Bei mir in der Nähe befindet sich ein Bolzplatz, abgelegen von der Wohnsiedlung. Dieser wiederum ist umgeben von Acker- als auch Weideflächen. Bei letzteren würde ich, sollte es ein striktes Verbot geben, zukünftig tunlichst vermeiden diese zu überfliegen. Wenn eine Bergung aber gestattet ist, bietet sich dadurch eine wunderbare Flugzone mit dem Bolzplatz als zentralen Startpunkt - und alles fussläufig zu erreichen
Hab gerade nochmal jemanden gefragt: BGB §1005 in Verbindung mit §867.
Du hast ein Verfolgungsrecht, wenn Dein Eigentum unabsichtlich auf fremden Grund landet. Du darfst es aber auch nicht darauf anlegen. Wenn das häufiger passiert, könnte man das annehmen.
Nicht nur für dich. Das betreten eines umfriedeten Grundstück ist Hausfriedensbruch.
Copterbergung ist wie schon erwähnt trotzdem möglich.
ich war bisher davon ausgegangen, dass man auch bei einem acker "eigentlich" das Einverständnis des Eigentümers einholen muss, da "wir" ja eigentlich immer mit "bild- und/oder tonübertragungen bzw -aufnahmen" unterwegs sind..
Wo siehst Du da den Zusammenhang?
Nur bei Wohngrundstücken brauchst Du die Zustimmung. Generell darfst Du keine Persönlichkeitsrechte verletzten. Das dürfte sich aber mit Pal und Weitwinkelkamera schwierig gestalten.
Das hta nix damit zu tun ob du deinen Kram bergen darfst oder nicht.
Bild- und Tonaufnahmen sind ein komplett anderes Thema, sind aber im Bezug auf Personen/Objekte deren Bildrechte berücksichtigt werden müssen, relevant. Eine Bergung ist davon nicht betroffen (dein Modellflugzeug kann ja auch abstürzen und hat weder Bild- noch Tonmaterial aufgezeichnet)
ah.. das "wohn" bei "grundstücken" hab ich anscheinend überlesen oder verdrängt.
ich war davon ausgegangen, dass ich auch fragen muss, wenn ich über firmengrundstücke und/oder in Hoch- oder Tiefgaragen fliegen möchte (bin unterhalb von 250gr unterwegs)...
Firmengelände sind ggf Industrieanlagen ggf also LuftVO 21a/b beachten.
Fliegen in etwas regelt generell nicht das LuftVG. Privatrechtlich sind da ggf andere Themen zu beachten.
Bild- und Tonaufnahmen sind ein komplett anderes Thema, sind aber im Bezug auf Personen/Objekte deren Bildrechte berücksichtigt werden müssen, relevant.
Auch das Thema ist nicht so einfach. Wenn ich zum Beispiel den Kölner Dom fotografiere sind die auf dem Bild befindlichen Personen Beiwerk. Wäre es anders, wäre es wohl nie möglich zB. Bauwerke zu fotografieren. Es geht also immer um das was abgelichtet werden soll. Wenn ich über eine Wiese fliege und dort Spaziergänger sind und ich diese nicht explizit filme sind diese Beiwerk. Ich musste das mal in meiner Ausbildung lernen

References: §1
 §1
 §25
 §25
 §1005
 §867