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Timestamp: 2020-08-08 00:51:36+00:00

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Mietsachschaden braucht zuviel Zeit - Vermieter will selbst im Forum für Mietrecht
Mietsachschaden braucht zuviel Zeit - Vermieter will selbst
Beitrag von Knarzi007 » 29.11.14, 12:42
ich habe folgendden Fall:
Der Mieter hat seinen MV über ein Haus fristgerecht gekündigt und gleichzeitig die Beschädigungen zweier Türen gemeldet.
Mittlerweile ist eine Zeit von 6Monaten vergangen, die der Vermieter im Übergabevertrag als Endanschlag gesetzt hatte, die Schäden zu begleichen.
Der Verzug kam nicht durch verschulden des Mieters, sondern durch das ausfallen eines Handwerkers und Verrzögerungen der Haftpflicht.
Nun hat die VErsicherung die Tür ein weiteres Mal besichtigt und es gehen noch ca. 2Wochen über die Frist ins Land.
Der Vermieter ist völlig unkooperativ, will die Türen parallel instandsetzen lassen und den Mieter an der Versicherung vorbei belasten. Die Versicherung hat dem Mieter mitgeteilt, wenn der Vermieter selbst aktiv wird, zahlt sie nicht mehr.
Eine Verzwickte Sache die ernster wird ....
Grüße aus dem Süden vom Knarzi
Re: Mietsachschaden braucht zuviel Zeit - Vermieter will sel
Beitrag von Karsten » 29.11.14, 15:15
Der Vermieter hat völlig Recht, wenn er auf Erledigung drängt; schließlich verjähren nach sechs Monaten seine Ansprüche. Andererseits kann das dem Mieter auch wiederum egal sein. Das 'direkte' Belasten des Mieters kann sich kaum anders darstellen, als dass der Vermieter dem Mieter die Rechnung für die Arbeiten schickt. Die schickt der Mieter dann weiter an die Versicherung und gut ist.
Beitrag von FOseloff » 30.11.14, 06:46
Karsten hat geschrieben: Der Vermieter hat völlig Recht, wenn er auf Erledigung drängt; schließlich verjähren nach sechs Monaten seine Ansprüche.
Das würde ich hier nicht so ohne weiteres sagen, schließlich gibt es einen "Übergabevertrag", dessen Inhalt wir nicht genau kennen. Hat sich der Mieter, wie von mir vermutet, zur Beseitigung des Schadens innerhalb von 6 Monaten verpflichtet, so greift m.E. die kurze Verjährungsfrist des § 548 BGB erst ab dem Zeitpunkt, zu dem der Vermieter erkennt, dass der Mieter der vertraglich vereinbarten Verpflichtung nicht nachgekommen ist. Und es gibt da noch die Hemmung.
Der Eingangsbeitrag ist etwas konfus geschrieben.
Wer hat den Handwerker beauftragt? Sofern Mieter, so hat er für Versäumnisse seiner Erfüllungsgehilfen gerade zu stehen; gleiches gilt für das Verhalten seiner Haftpflichtversicherung.
Der Vermieter ist völlig unkooperativ, will die Türen parallel instandsetzen lassen und den Mieter an der Versicherung vorbei belasten.
Wann hat der Vermieter erklärt, die Türen (selbst) instand setzen zu lassen? Für eine Hemmung der Verjährung nach § 203 BGB reicht dazu schon ein Meinungsaustausch zwischen Berechtigtem und Verpflichtetem aus.
Beitrag von Knarzi007 » 19.12.14, 07:12
Die Lage ist noch etwas anders.
Man nehme mal an ...
...die Versicherung zahlt für den Privathaftpflichtschaden (über den Mieter abgedeckt) nur den Zeitwert der Tür. (Beschädigt ist der Türrahmen.)
Also begleicht die Versicherung dem Vermieter nur einen Teil des Schadens.....
Kann der Vermieter nun den Mieter für den Rest haftbar machen?
Die Erneuerung des Türrahmens würde das 6fache Kosten.
Der Vermieter behält noch die Kaution ein....
Beitrag von ktown » 19.12.14, 08:10
Knarzi007 hat geschrieben: Kann der Vermieter nun den Mieter für den Rest haftbar machen?
Nö. Für den Rest hat er monatlich seinen Mietzins bekommen.
Beitrag von Knarzi007 » 19.12.14, 09:30
Das ist ja auch die Logik.
Kann man das rechtlich untermauern?
Beitrag von freemont » 19.12.14, 10:43
Knarzi007 hat geschrieben: ...mmh.
Weshalb tun Sie sich das denn an?
Lesen Sie bitte mal § 100 VVG. Die Haftpflicht ist sozusagen eine abgespeckte Rechtsschutzversicherung, "... und unbegründete Ansprüche abzuwehren". Das gilt auch, wenn es zum Rechtsstreit kommt.
Sie können den Vermieter direkt an die Versicherung verweisen, dann kann er das mit denen ausdiskutieren.
Beitrag von Knarzi007 » 08.05.15, 11:02
Knarzi007 hat geschrieben: Sie können den Vermieter direkt an die Versicherung verweisen, dann kann er das mit denen ausdiskutieren.
In diesem Fall überweist die Versicherung lediglich 10% des Betrages. Der Vermieter lehnt ab und zieht die eigenmächtige Reparatur von der Kaution ab, die noch einbehält.
Beitrag von Froggel » 08.05.15, 11:29
Dann muss der Mieter die restliche Kaution einklagen, wenn er sie wieder haben will.
Beitrag von freemont » 08.05.15, 11:42
also hat die Versicherung den Schaden reguliert. Teilreparatur, Zeitwert, Abzug neu für alt, Geschädigte sehen das oft nicht ein.
Gesetzt den Fall, die Regulierung ist korrekt, ist der Schadensersatzanspruch des Vermieters erloschen, die Kaution fällig und auszuzahlen.
Da bleibt dann nur den Vermieter mit der Rückzahlung in Verzug zu setzen. Wenn das Geld nicht fristgerecht gezahlt wird, müsste man einen Anwalt einschalten, ggf. klagen.
Der Anwalt wird sich dann auch überlegen, wie er die Versicherung einbindet, falls am Ende mehr als 10% Beteiligung heraus kommen, z.B. die Streitverkündung wäre denkbar. Das wird man dann sehen.
Beitrag von PurpleRain » 08.05.15, 18:05
freemont hat geschrieben: ... Teilreparatur, Zeitwert, Abzug neu für alt, Geschädigte sehen das oft nicht ein.
Müssen sie auch nicht. Lesen Sie einfach die gesetzlichen Bestimmungen für Schadenersatz noch einmal durch
Soweit der Schadenersatzpflichtige die Kosten nur teilweise ersetzen will, muss er nachweisen inwieweit der Geschädigte durch den vollen Ersatz ungerechtfertigt bereichert wäre.
Da Türzargen sicherlich nicht zu den Sachen gehören, die alle paar Jahre ersetzt werden, gibt es dafür keine Abschreibung und somit keinen Zeitwert.
Je nach Bauart einer Tür, dürfte die vorgesehene Nutzungsdauer auch mal über 50 Jahre liegen. Bei einer mehr als 100 Jahre alten Kassettentür beispielsweise gibt es kein "Abzug neu für alt" - sie ist für die Ewigkeit
Beitrag von ktown » 08.05.15, 18:56
Die Logik verstehen aber auch nur sie.
PurpleRain hat geschrieben: Da Türzargen sicherlich nicht zu den Sachen gehören, die alle paar Jahre ersetzt werden, gibt es dafür keine Abschreibung und somit keinen Zeitwert.
Der Zeitwert beschreibt den Wert eines Objektes zu einem festgelegten Zeitpunkt
Wenn eine Sache also keinen Zeitwert hat, dann kann der Vermieter auch keinen Schadenersatz verlangen.
Natürlich hat eine Türzarge einen reellen Wert und natürlich wird die Nutzung der Zarge anteilig über den Mietzins mit bezahlt. Sie haben Recht wenn sie sagen, dass eine Innentür eine durchschnittliche Lebenserwartung von 50 Jahren hat. Wenn nun die Versicherung nur 10% bezahlt hat, dann ist entweder die Tür ansich schon mehr abgenutzt gewesen, oder sie ist schon so alt.
Beitrag von PurpleRain » 08.05.15, 19:21
ktown hat geschrieben: Die Logik verstehen aber auch nur sie.
Mir scheint, auch Sie sollten das BGB im Bereich des § 823 noch genauer konsultieren.
ktown hat geschrieben: Wenn eine Sache also keinen Zeitwert hat, dann kann der Vermieter auch keinen Schadenersatz verlangen.
Hinweis: Im Fall der Schadenersatzpflicht ist nicht ein Wert, sondern der Schaden, zu ersetzen. Insoweit sind Ihre weiteren Ausführungen
ktown hat geschrieben: Natürlich hat eine Türzarge einen reellen Wert und natürlich wird die Nutzung der Zarge anteilig über den Mietzins mit bezahlt...
hier nicht von Belang.
Zusätzlich ist eine Richtlinie aus dem Jahr 2006 für eine im Jahr 1956 eingebaute Tür wohl nicht besonders nützlich. Von der Frage, ob der damalige Türeinbau sich überhaupt an irgendeiner Richtlinie orientiert hat mal ganz abgesehen
Jeden Abzug, den der Schädiger am Ersatz macht, muss der Schädiger nicht nur begründen, sonder er muss diese Begründung auch beweisen.
Beitrag von freemont » 08.05.15, 19:27
da sind Diskussionen wohl sinnlos.
Spachteln, schleifen lackieren, mehr ist da i.d.R. nicht zu ersetzen, so wird der Versicherer auch reguliert haben.
Beitrag von ktown » 08.05.15, 19:30
PurpleRain hat geschrieben: Mir scheint, auch Sie sollten das BGB im Bereich des § 823 noch genauer konsultieren.
Naja mir gefällt der §249 BGB besser
PurpleRain hat geschrieben: Zusätzlich ist eine Richtlinie aus dem Jahr 2006 für eine im Jahr 1956 eingebaute Tür wohl nicht besonders nützlich .
Wieso? Gab es 1656 eine andere Zeitrechnung?

References: § 548
 § 203
 § 100
 § 823
 § 823
 §249