Source: http://rmp-shop.de/pflegenetzwerk/pflege/
Timestamp: 2019-11-17 14:30:35+00:00

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Pflege – WEGWEISER
Grundsätzlich kann Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes in allen Lebensabschnitten auftreten. Nach der Definition des Gesetzes sind damit Personen erfasst, die gesundheitlich bedingte Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb der Hilfe durch andere bedürfen. Das sind Personen, die körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen oder Anforderungen nicht selbständig kompensieren oder bewältigen können. Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer – voraussichtlich für mindestens sechs Monate – und mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegten Schwere bestehen.
Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können, muss ein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden; dies kann auch telefonisch erfolgen. Die Pflegekasse befindet sich bei der Krankenkasse. Die Antragstellung können auch Familienangehörige, Nachbarinnen und Nachbarn oder gute Bekannte übernehmen, wenn sie dazu bevollmächtigt werden. Sobald der Antrag bei der Pflegekasse gestellt wird, beauftragt diese den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder andere unabhängige Gutachterinnen beziehungsweise Gutachter mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Privat Versicherte stellen einen Antrag bei ihrem privaten Versicherungsunternehmen. Die Begutachtung erfolgt dort durch Gutachterinnen bzw. Gutachter des Medizinischen Dienstes „MEDICPROOF“.
Die gesetzlich vorgegebene Bearbeitungsfrist für Anträge auf Pflegeleistungen beträgt 25 Arbeitstage. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus oder in einer stationären Rehabilitationseinrichtung, in einem Hospiz oder während einer ambulant-palliativen Versorgung ist die Begutachtung durch den MDK oder andere unabhängige Gutachterinnen und Gutachter innerhalb einer Woche durchzuführen, wenn dies zur Sicherstellung der weiteren Versorgung erforderlich ist oder die Inanspruchnahme einer Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz gegenüber dem Arbeitgeber der pflegenden Person angekündigt oder nach dem Familienpflegezeitgesetz mit dem Arbeitgeber vereinbart wurde.
Befindet sich die Antragstellerin bzw. der Antragsteller in häuslicher Umgebung, ohne palliativ versorgt zu werden, und wurde die Inanspruchnahme der Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz gegenüber dem Arbeitgeber der pflegenden Person angekündigt oder nach dem Familienpflegezeitgesetz mit dem Arbeitgeber vereinbart, ist eine Begutachtung innerhalb von zwei Wochen nach Antragseingang durchzuführen.
Zu beachten ist, dass nach Ablauf des Jahres 2017 folgende Regelung gilt: Erteilt die Pflegekasse den schriftlichen Bescheid über den Antrag nicht innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Eingang des Antrags oder werden die verkürzten Begutachtungsfristen nicht eingehalten, hat die Pflegekasse nach Fristablauf für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung 70 € an den Antragsteller zu zahlen. Dies gilt nicht, wenn die Pflegekasse die Verzögerung nicht zu vertreten hat oder wenn sich der Antragsteller in stationärer Pflege befindet und bereits als mind. erheblich pflegebedürftig (mindestens Pflegegrad 2) anerkannt ist.
Wann ist ein Mensch pflegebedürftig? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn Pflegebedürftigkeit hat ganz unterschiedliche Gesichter. Der neue, deutlich weiter gefasste Pflegebedürftigkeitsbegriff, der durch das zweite Pflegestärkungsgesetz zum 01. Januar 2017 eingeführt wurde, wird dieser Tatsache gerecht. Mit ihm verschwindet die unterschiedliche Behandlung von körperlich bedingten Beeinträchtigungen auf der einen Seite und geistig beziehungsweise psychisch bedingten Beeinträchtigungen auf der anderen. Bezog sich Pflegebedürftigkeit bislang vor allem auf körperlich bedingten Beeinträchtigungen, werden jetzt auch geistige und psychisch bedingte Beeinträchtigungen stärker berücksichtigt. Es kommt also nicht mehr wie bisher auf den zeitlichen Hilfebedarf bei vorrangig körperlichen Verrichtungen an, sondern was zählt, sind der einzelne Mensch und das Ausmaß, in dem er seinen Alltag alleine bewältigen kann. Statt drei Pflegestufen und der zusätzlichen Feststellung einer „erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz“, zum Beispiel aufgrund einer Demenz, gibt es seit dem 01. Januar 2017 fünf Pflegegrade. Die Begutachtung führt also zu einer individuelleren Einstufung, denn sie berücksichtigt genauer und umfassender als bisher die Beeinträchtigungen und Fähigkeiten der Menschen. Davon profitieren etwa an Demenz erkrankte Personen mit ihrem besonderen Pflege- und Betreuungsbedarf.
Modul 5 „Selbstständiger Umgang mit krankheitsoder therapie- bedingten Anforderungen und Belastungen – sowie deren Bewältigung“:
Zusätzlich bewerten die Gutachterinnen und Gutachter die außerhäuslichen Aktivitäten und die Haushaltsführung. Die Antworten in diesen Bereichen werden nicht für die Einstufung der Pflegebedürftigkeit herangezogen, weil die hierfür relevanten Beeinträchtigungen schon bei den Fragen zu den sechs Lebensbereichen mitberücksichtigt sind.
Allerdings helfen diese Informationen den Pflegeberaterinnen und -beratern der Pflegekasse, wenn Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde. Sie können die Pflegebedürftige oder den Pflegebedürftigen mit Blick auf weitere Angebote und Sozialleistungen beraten und einen auf sie oder ihn zugeschnittenen Versorgungsplan erstellen. Auch für eine Pflegeplanung der Pflegekräfte sind die Informationen als Ergänzung sehr hilfreich.
Zugleich wurde der Anspruch auf Leistungen ausgeweitet. Die Unterstützung durch die Pflegeversicherung setzt nun deutlich früher an. Mittelfristig können etwa eine halbe Million Menschen mit dem neuen Pflegegrad 1 erstmalig überhaupt die Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. In den Pflegegrad 1 werden Menschen eingestuft, die noch keine erheblichen Beeinträchtigungen haben, aber schon in gewissem Maß – zumeist körperlich – eingeschränkt sind. Ihnen stehen zum Beispiel eine Pflegeberatung, eine Anpassung des Wohnumfeldes (z.B. altersgerechte Dusche) sowie der sogenannte Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich zu. Die Pflegegrade orientieren sich nach der Schwere der Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person. Der Pflegegrad wird mithilfe eines pflegefachlich begründeten Begutachtungsinstruments ermittelt. Die fünf Pflegegrade sind abgestuft: von geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (Pflegegrad 1) bis zu schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen (Pflegegrad 5). Pflegebedürftige mit besonderen Bedarfskonstellationen, die einen spezifischen, außergewöhnlich hohen Hilfebedarf mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung aufweisen, können aus pflegefachlichen Gründen dem Pflegegrad 5 zugeordnet werden, auch wenn die erforderliche Gesamtpunktzahl nicht erreicht wird. Der Spitzenverband Bund der Pflegekassen konkretisiert die pflegefachlich begründeten Voraussetzungen für solche besonderen Bedarfskonstellationen in den Begutachtungs-Richtlinien.
Die trägerunabhängige Pflege- und Wohnberatung ist eine kostenlose und unabhängige Beratungsinstitution für Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen. Sie informiert in vertraulicher Beratung durch aktuelle Informationen und durch Berücksichtigung aller Hilfemöglichkeiten, um aus den vorhandenen Angeboten für den Pflegebedürftigen individuell die beste Lösung zu entwickeln.
»» Häusliche (Ambulante) Pflegemöglichkeiten
»» Teilstationäre und Stationäre Hilfen (Tagespflege, Pflegeheime)
»» Optimierung und Reorganisation der Wohnung
»» Bauliche Maßnahmen und technische Hilfen
Ansprechpartnerin des Hochsauerlandkreises: Frau Annegret Schreckenberg
Für Einwohner aus den Stadtbereichen Hallenberg, Medebach und Winterberg
Tel.: +49 (0)2961/94-3333
im Gesundheitsamt des Hochsauerlandkreises Brilon
„In Deutschland leben mehr als 10,2 Mio. Menschen mit Behinderungen, das sind 13% der Gesamtbevölkerung.“ Der Hochsauerlandkreis bietet seinen Bürgern bereits seit mehr als 30 Jahren die Hilfen der Beratungsstelle für behinderte Menschen und ihren Angehörigen an.
Wir leben im Zeitalter einer inklusiven Gesellschaft und jeder Mensch hat das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden !
Wer kann sich an die Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung wenden ?
Unser Angebot richtet sich an Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen jeglicher Altersgruppen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene).
Die Beratung, Unterstützung und begleitende Hilfe sind kostenlos und unterliegen selbstverständlich der Schweigepflicht.
Wann wende ich mich an die Beratungsstelle ?
Die Behindertenberatung bietet umfangreiche Hilfen beratender sowie vor- und nachsorgender Art für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen an. Für die Menschen mit geistigen Behinderungen, Körperund Mehrfachbehinderungen, Sinnesbehinderungen sowie chronischen Erkrankungen und deren Angehörige ist dies mit vielfältigen Anforderungen und Belastungen im täglichen Leben verbunden.
Welche Hilfen bietet die Beratungsstelle ?
Unsere Hilfen werden durch:
» Beratung,
» Diagnostik,
» Fallmanagement,
» und langfristige Begleitung erbracht.
Formen der Hilfsangebote:
» Gesprächsangebote zur Bewältigung behinderungsbedingter Lebenssituationen
» Erschließung / Durchsetzung gesetzlicher Hilfsmöglichkeiten und finanzieller Hilfen
» Beratung zu entlastenden Diensten und Hilfsangeboten (ambulante und - teilstationäre Angebote)
» Erschließung und Durchsetzung von Inklusion und Teilhabe z.B. Beschäftigungsmöglichkeiten usw.
» Beratung / Unterstützung und Finanzierungsmöglichkeiten bei behindertengerechtem Wohnen / barrierefreier Umbau
» Beratung, Initiierung und Begleitung bei Unterbringung in (teil-) stationären Einrichtungen bzw. betreute Wohnformen
» Beratung und Vermittlung in Fragen zu Frühfördermaßnahmen und Prävention in Zusammenarbeit mit dem Kinderärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes.
» Information und Beschaffung von Hilfen / Mobilitätshilfen / technische Hilfsmittel etc.
» Hilfen bei Antragstellung und deren Abwicklung (z.B. Schwerbehinderung etc.)
» Kontaktaufnahme und Vermittlung von Selbsthilfegruppen im Hochsauerlandkreis
Um mögliche Wartezeiten zu vermeiden, bitten wir Sie, Beratungstermine durch vorherige telefonische Anmeldung abzustimmen.
Beratungsangebote können den Klienten sowohl im Gesundheitsamt als auch im häuslichen Umfeld angeboten werden.
Ansprechpartnerin im Hochsauerlandkreis: Gesundheitsamt Brilon
Frau Anne Schreckenberg
Für Einwohner aus den
Stadtbereichen Hallenberg,
Medebach und Winterberg
FAX: +49 (0) 2961 94.3372
Mail: anne.schreckenberg@
Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist ein Hauptansatz der aktuellen Alten- und Pflegepolitik. Der Hochsauerlandkreis hat mit seinem im Juni 2012 aufgenommenen Pilotprojekt „ambulant vor stationär“ damit begonnen, durch gezielte Beratung Pflegebedürftiger diesen Grundsatz passgenau umzusetzen.
Wie viele andere Kommunen muss sich der Hochsauerlandkreis massiv mit den Folgen des demografischen Wandels auseinandersetzen. Im flächengrößten Landkreis in NRW steht ein wachsender Anteil älterer, pflegebedürftiger Menschen einer stetig schwindenden Bevölkerungszahl gegenüber. Die Bevölkerung im Hochsauerlandkreis wird ab dem Zeitpunkt der kommunalen Gebietsreform im Jahr 1975 bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um bis zu 14% abnehmen (Datenquelle: IT NRW Düsseldorf ). Z.Zt. leben im Hochsauerlandkreis rund 261.000 Menschen, von denen über 21% 65 Jahre oder älter sind (Datenatlas des Hochsauerlandkreises, Stand 31.12.2013). Ansteigende Zahlen hingegen finden sich im Ausgabenbereich der Sozialhilfe. Von 2006 bis 2011 sind die kommunalen Ausgaben für die „Hilfe zur Pflege“ im Hochsauerlandkreis um 24,4% gestiegen. Hier wurde allen Akteuren klar, dass eine gezielte Leistungssteuerung erfolgen muss, um auch das Verhältnis des Anteils der Leistungsbezieher von ambulanten Leistungen gegenüber denen stationärer Leistungen zu erhöhen. Daher hat der Hochsauerlandkreis, nicht nur vor dem Hintergrund der Sicherstellung der kommunalen Daseinsvorsorge, sondern auch um die Kostenexpansion im Bereich der Sozialhilfe einzudämmen, die Konzeption zum Projekt „ambulant vor stationär“ entwickelt.
Das praktische Verfahren stellt sich so dar: sobald ein betroffener pflegebedürftiger, alter oder behinderter Mensch Alternativen zu einer stationären Unterbringung sucht, setzen die Mitarbeiterinnen des Beratungsangebotes „ambulant vor stationär“ mit ihrer Beratung an. Sie nehmen, möglichst bereits unter Vermittlung der Krankenhaussozialdienste im Krankenhaus, Kontakt zu dem Kunden auf, sobald sich abzeichnet, dass eine Rückkehr eines Pflegebedürftigen in seine gewohnte Umgebung vermutlich nicht mehr gelingen würde und eine Aufnahme in einer stationären Einrichtung angedacht ist. Im persönlichen Gespräch sowie bei Bedarf durch Inaugenscheinnahme durch die Pflegefachkraft werden Unterstützungsund Pflegebedarfe festgestellt.
Eine Begutachtung der Wohn- und Lebenssituation vor Ort, d.h. die Besichtigung der eigenen Wohnung, rundet die Feststellung ab. Danach wird gemeinsam mit dem betroffenen Menschen und seinen Angehörigen nach Lösungen gesucht: welche Veränderung bedarf die Wohnsituation, sind Umbauten vorzunehmen, welche Hilfsmittel müssen evtl. beschafft werden? Ist die ambulante Lösung auch tatsächlich zu realisieren? Auch die Installation von Unterstützungsdiensten (z.B. Mittagstisch, hauswirtschaftlichen Hilfen) und die Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes sind Themen der Beratung. Ebenfalls helfen die Beraterinnen bei der Antragstellung von Leistungen, z.B. beim Ausfüllen eines Sozialhilfeantrages.
Da sich das Pilotprojekt „ambulant vor stationär“ etabliert hat, hat der Gesundheits- und Sozialausschuss des Hochsauerlandkreises im Dezember 2014 die Implementierung des Beratungsangebotes empfohlen. Dieser Empfehlung ist der Kreistag in seiner Sitzung am 19.12.2014 gefolgt. Der Hochsauerlandkreis hat durch das Beratungsangebot „ambulant vor stationär“ bereits die ersten Erfolge verbuchen können: die Lebensqualität der unterstützungs- und pflegebedürftigen Menschen hat sich erhöht, die Belegungssituation in den stationären Pflegeeinrichtungen konnte weiter optimiert werden. Langfristige Ziele werden sein, dem „Leerzug“ von Häusern in den Städten und Dörfern entgegenzuwirken und die Kosten der Sozialhilfe für den stationären und ambulanten Bereich nachhaltig zu steuern.
Ansprechpartnerin u.a. für Einwohner der Stadtbereiche Hallenberg, Medebach und Winterberg:
» Anne Fischer
Dipl. Sozialarbeiterin, Hochsauerlandkreis
Tel.: +49 (0) 291 94-1224
Mobil: +49 (0) 170 7654161
Fax: +49 (0) 291 94-26124
E-Mail: Anne.Fischer@hochsauerlandkreis.de
Wann wende ich mich an die Beratungsstelle? Die Behindertenberatung bietet umfangreiche Hilfen beratender sowie vor- und nachsorgender Art für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen an.
Für die Menschen mit geistigen Behinderungen, Körper- und Mehrfachbehinderungen, Sinnesbehinderungen sowie chronischen Erkrankungen und deren Angehörige ist dies mit vielfältigen Anforderungen und Belastungen im täglichen Leben verbunden.
Unser Angebot für Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen ist kostenlos und die Beratung vertraulich.
Welche Hilfen bietet die Beratungsstelle? Unsere Hilfen werden durch Beratung, Diagnostik, Fallmanagement, Krisenintervention und langfristige Begleitung erbracht.
» Gesprächsangebote zur Bewältigung behinderungsbedingter Probleme
» Beratung zu entlastenden Diensten und Hilfen
» Erschließung und Durchsetzung von Integration und Teilhabe
» Beratung / Unterstützung bei behindertengerechtem Wohnen l
» Unterbringung in (teil-) stationären Einrichtungen bzw. betreute Wohnformen
» Koordination und Kooperation aller an der Rehabilitation beteiligten Stellen
Ansprechpartnerin im Hochsauerlandkreis:
Für Einwohner aus den Stadtbereichen Hallenberg,
Ausgesprochen hilfreich für die Orientierung über die verschiedenen Unterbringungs- und Betreuungsmöglichkeiten im Hochsauerlandkreis ist der online verfügbare Pflegeatlas. Neben einer Übersicht der ambulanten Pflegedienste präsentiert er das Angebot an stationären und teilstationären Pflegeeinrichtungen sowie Tages- und Kurzzeitpflege.
Der Pflegeatlas gibt Auskunft über die Ausstattung der jeweiligen Einrichtung und der Bewohnerzimmer, die Kosten für den Aufenthalt sowie über örtliche Lage und Erreichbarkeit. Durch eine Suchmaske können Sie Ihr spezielles Anliegen Ihren individuellen Anforderungen anpassen.
Sie erreichen den Pflegatlas unter:
http://hsk.pflege-atlas.de
Wenn die Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen zu Hause nicht mehr sichergestellt ist, besteht die Möglichkeit einer Aufnahme in einer stationären Pflegeeinrichtung. Hiermit verbunden ist häufig auch die Frage der Finanzierung des Aufenthalts in der Einrichtung.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Übernahme von Kosten in einer Einrichtung durch die Pflegekasse oder das Sozialamt ist die tatsächliche „Heimbedürftigkeit“ der betroffenen Person. Die Notwendigkeit einer vollstationären Versorgung in einer Pflegeeinrichtung ergibt sich in erster Linie durch den vom MDK festgesetzten Pflegegrad. Ab dem Pflegegrad 2 werden Leistungen zur vollstationären Pflege durch die Pflegekasse erbracht. Im Zweifelsfall, ob eine vollstationäre oder ambulante Versorgung die richtige ist, berät das Beratungsteam „ambulant vor stationär“ bzw. kann eine pflegerische Stellungnahme durch die Pflegefachkräfte des Kreissozialamtes eingeholt werden.
Kosten des Pflegeplatzes Die Kosten eines Pflegeplatzes sind von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich und hängen vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab.
Es bestehen folgende Finanzierungsmöglichkeiten:
Leistungen der Pflegekasse (ab dem 01.01.2017) Die Pflegekassen bezuschussen die vollstationäre Unterbringung ihrer Versicherten bei
» Pflegegrad 2: mit 770,00 € monatlich
» Pflegegrad 3: mit 1.262,00 € monatlich
» Pflegegrad 4: mit 1.775,00 € monatlich
» Pflegegrad 5: mit 2.005,00 € monatlich
Hinweise zum Einkommen und Vermögen Einkommen
Zum einzusetzenden Einkommen gehören u.a.:
» Renten aller Art, Pensionen,
» Wohngeld,
» Dividenden, Zinseinkünfte,
» Miet- und Pachteinnahmen,
» Unterhaltszahlungen,
» sonstige Einkommen jedweder Art.
Blindengeld gehört nicht zum einzusetzenden Einkommen.
Bei Ehepaaren (ein Partner im Pflegeheim, ein Partner verbleibt in der häuslichen Umgebung) wird ein Kostenbeitrag aus dem gemeinsamen Einkommen (Einkommens- und Vermögensgemeinschaft) errechnet. Hierbei werden auch zum Teil die gemeinsamen Zahlungsverpflichtungen (z.B. Miet- und Heizkosten, einzelne Versicherungsbeiträge etc.) berücksichtigt. Somit ist der Lebensunterhalt des in der Wohnung verbleibenden Partners auf jeden Fall sichergestellt.
Zum einzusetzenden Vermögen des Heimbewohners und seines Ehegattens gehören insbesondere:
» Guthaben auf Girokonten, Sparbüchern oder sonstigen Konten sowie Bargeld,
» Wertpapiere, Sparbriefe, Bausparverträge usw.
» Rückkaufwerte von Lebens- und Sterbeversicherungen,
» Kraftfahrzeuge,
» Schmuck- oder Kunstgegenstände, Sammlungen usw.,
» Hauseigentum, Grundstücke, landwirtschaftliche Flächen usw.
Vermögensfreigrenzen:
» Alleinstehende: 5.000 €
» Ehepartner: weitere 5.000 €
Weiterhin wird geprüft, ob der Heimbewohner innerhalb der letzten zehn Jahren Vermögen an Dritte veräußert, übertragen oder verschenkt hat. Hier bestehen möglicherweise Rückforderungsansprüche nach § 528 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) wie z.B. Schenkungen oder Hausübertragungen.
Neben der Prüfung von Unterhaltsansprüchen sind bei einer Sozialhilfegewährung weitere vorrangige Ansprüche nach § 93 SGB XII zu überprüfen und ggf. auf den Sozialhilfeträger überzuleiten. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um folgende Ansprüche: vertragliche Ansprüche (Wohnrecht, freie Beköstigung, Pflegeverpflichtung, Leibrente), Ansprüche gegen private Versicherungen (z.B. Unfall- und Haftpflichtversicherung), gesetzliche Ansprüche.
Für Bewohner von Pflegeeinrichtungen, die einer der vorgenannten Pflegegrade (hier mind. Pflegegrad 2) zugeordnet sind, kann der zuständige Sozialhilfeträger Pflegewohngeld gewähren. Hierbei handelt es sich nicht um Sozialhilfe, sondern um eine Leistung nach dem Alten- und Pflegegesetz NRW (APG NRW) zur Finanzierung der im Pflegesatz enthaltenen Investitionskosten. In Höhe des Pflegewohngeldes verringert sich die Heimkosten der Bewohner. Pflegewohngeld wird nur für Einrichtungen in NRW gezahlt.
Für den Fall, dass die eigenen monatlichen Einkünfte, die Leistungen der Pflegekasse, das Pflegewohngeld und evtl. vorhandenes Vermögen nicht zur Deckung der Heimpflegekosten ausreichen, können die Restkosten aus Mitteln der Sozialhilfe übernommen werden. Dieses ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:
» der gewöhnliche Aufenthalt vor Aufnahme in die Einrichtung lag im Hochsauerlandkreis (sofern der gewöhnliche Aufenthalt in einem anderen Kreis / kreisfreien Stadt gelegt hat, ist der dortige Sozialhilfeträger zuständig),
» rechtzeitige Antragstellung, da Sozialhilfe erst ab Bekanntwerden gewährt werden kann (eine rückwirkende Gewährung kann nicht erfolgen),
» die Notwendigkeit einer stationären Unterbringung (sogenannte Heimnotwendigkeit) bei keinem Pflegegrad oder bei Pflegegrad 1 und unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Pflegegrad 2, muss von einer Pflegefachkraft des Hochsauerlandkreises bestätigt werden; eine ärztliche Bescheinigung des behandelnden Arztes ist nicht ausreichend,
» das Einkommen des Bewohners und seines Ehepartners, die Pflegekassenleistungen und ein evtl. zu gewährendes Pflegewohngeld reichen nicht aus, die anfallenden Heimkosten zu decken,
» die Einrichtung muss einen Versorgungsvertrag nach § 75 Abs. 1 Sozialgesetzbuch – Elftes Buch (SGB XI) und eine Vergütungsvereinbarung nach § 85 SGB XI abgeschlossen haben.
Wenn die vorgenannten Voraussetzungen gegeben sind, ist ein entsprechender Grundantrag zu stellen. Dieser kann bei der jeweiligen Ortsbehörde (letzer Wohnort des Hilfesuchenden) gestellt werden. Die Ortsbehörde leitet diesen dann an den Hochsauerlandkreis weiter. Folgende Unterlagen werden bei Antragstellung benötigt:
»» vollständig ausgefüllter Sozialhilfegrundantrag,
»» Vollmacht bzw. Kopie des Betreuerausweises, Kopie des Personal- und ggf. Schwerbehindertenausweises,
»» Einkommensnachweise (siehe Hinweis Einkommen – bei Eheleuten Einkommensnachweise von beiden Ehepartnern),
»» Vermögensnachweise (Girokontoauszüge der letzten sechs Monate vor Aufnahme in die Einrichtung), Sparbücher (10 Jahre rückwirkend vor Aufnahme in der Einrichtung), Policen und aktuelle Rückkaufwerte vorhandener Versicherungen, Bestattungsvorsorgeverträge, Depotauszüge usw.,
»» Bescheinigung der kontoführenden Bank / Banken über alle zurzeit bestehenden Konten (Kundenfinanzstatus) sowie alle innerhalb der letzten 10 Jahre bestandenen Konten (Historie),
»» Mietvertrag / Mietbescheinigung bzw. Rentabilitätsberechnung bei Hauseigentum mit entsprechenden Unterlagen, »» Nachweise über vertragliche Leistungen (z.B. Wohnrecht, Leibrente, Hege und Pflege, Nießbrauchrechte) durch Kopie des Übertragungsvertrages, Auszug aus dem Grundbuch, private Verträge),
»» Bescheid der Pflegekasse über den festgestellten Pflegegrad (ab Pflegegrad 1 wird eine Kopie des gesamten Pflegegutachtens benötigt)
Barbetrag:
Bewohner einer Einrichtung, für die Sozialhilfe gewährt wird, haben gem. § 27b SGB XII einen Anspruch auf einen monatlichen Barbetrag in Höhe von z.Zt. 110,34 €. Bezieher von Blindengeld haben keinen Anspruch auf einen Barbetrag. Ihnen wird neben dem vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu gewährenden Blindengeld zusätzlich Blindenhilfe in Höhe von 110,84 € monatlich gezahlt.
Einmalige Beihilfe:
Bewohner einer Einrichtung, für die Sozialhilfe gewährt wird, haben Anspruch auf Gewährung einer Bekleidungsbeihilfe. Die Bewilligung erfolgt nach Maßgabe der Handlungsempfehlungen des Hochsauerlandkreises. Der Antrag kann von dem Bewohner selbst oder von den Bevollmächtigen / den Betreuern gestellt werden. Zusätzlich muss die Einrichtung den beantragten Bedarf bestätigen.
Unterhaltsprüfung:
Sobald für Bewohner einer Einrichtung Sozialhilfe gewährt wird, gehen dessen Unterhaltsansprüche durch Überleitung gem. § 94 SGB XII auf den Träger der Sozialhilfe über. Es erfolgt dann eine Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Unterhaltspflichtigen (in der Regel Kinder). Geprüft wird, inwieweit die unterhaltspflichtige Person in der Lage ist, aus ihrem Einkommen und Vermögen Unterhaltszahlungen zur Deckung der entstehenden Sozialhilfeaufwendungen zu leisten. Eine Unterhaltsüberprüfung erfolgt erst bei tatsächlicher Sozialhilfegewährung. Unterhaltsverpflichtete sind verpflichtet, jede Änderung in den wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen anzuzeigen.
Sofern Sozialhilfe gewährt wird, sind der Bewohner der Einrichtung bzw. sein gesetzlicher Vertreter sowie die Einrichtung verpflichtet, dem Hochsauerlandkreis alle Änderungen anzugeben, die für die Leistungsgewährung relevant sind, wie z.B.:
»» jede Einkommensänderung,
»» Vermögensveränderung,
»» Zimmerwechsel,
»» Änderung des Pflegegrades,
»» Beendigung des Aufenthaltes in der Einrichtung,
»» vorrübergehende Abwesenheiten (Krankenhausaufenthalt, Kur-, Rehamaßnahmen oder ähnliches),
»» Erforderlichkeit von Sondenernährung
Diese Hinweise können nur einen allgemeinen Überblick verschaffen. Ein individuelles Beratungsgespräch kann jederzeit mit dem zuständigen Sachbearbeiter nach telefonischer Vereinbarung geführt werden. Sozialhilfegrundanträge sollen bei den kreisangehörigen Städten und Gemeinden gestellt werden. Die Mitarbeiter/ innen vor Ort leiten diese dann an den Hochsauerlandkreis zur Entscheidung weiter. Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter/ innen gerne telefonisch und persönlich zur Verfügung. Besuche bitte nur nach vorheriger telefonischer Terminabsprache.
Fachdienst „Soziales“
Tel.: +49 (0) 2961 94-0
von 08:30 bis 12:00 Uhr.
Alten und Pflegeheim Haus Waldesruh GmbH
Tel.: +49 (0) 2981 891-0
Mail: info@hauswaldesruh.de
DRK-Seniorenzentrum „Josef-und-Herta-Menke-Haus“
Tel.: +49 (0) 2983 9722-0
Mail: cornelia.steinhoff@drk-brilon.de
Bellini Senioren-Residenz Winterberg
(eröffnet 2018)
Stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe:
Am Hagenblech 53, 59955 Winterberg
Tel.: +49 (0)2981/3255
Mail: haus.nordhang@caritas-brilon.de
Herrn Hellwig
Mail: hellwig.mauritius@leistenschestiftung.de
Kurzzeitpflege Wozu dient die Kurzzeitpflege?
Viele Pflegebedürftige sind nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen, insbesondere zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege in entsprechenden zugelassenen vollstationären Einrichtungen. Auch ohne Pflegebedürftigkeit gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Kurzzeitpflege als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 39c SGB V).
Welche Leistungen beinhalte die Kurzzeitpflege?
Die Leistung der Pflegeversicherung für die Kurzzeitpflege unterscheidet sich betragsmäßig nicht nach Pflegegraden, sondern steht allen Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5 in gleicher Höhe zur Verfügung. Die Höhe der Leistung beträgt bis zu 1.612 € für bis zu acht Wochen pro Kalenderjahr. Pflegebedürftige Personen mit dem Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € einsetzen, um Leistungen der Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.
Im Kalenderjahr noch nicht in Anspruch genommene Mittel der Verhinderungspflege können auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege auf insgesamt bis zu 3.224 € im Kalenderjahr erhöht, also maximal verdoppelt werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet. Die Kurzzeitpflege kann zum Beispiel in Anspruch genommen werden, wenn:
» sich eine Pflegebedürftigkeit unerwartet verschlimmert und umgehend sichergestellt werden soll, dass eine notwendig gewordene Pflege oder gezielte Aktivierung von Fachkräften durchgeführt wird,
» der bzw. die Partner/in eines pflegebedürftigen Menschen krank wird, versorgt werden oder stationär aufgenommen werden muss,
» Angehörige in den Urlaub fahren wollen und ihr pflegebedürftiges Familienmitglied versorgt und betreut werden soll,
» geklärt werden soll, ob eine stationäre Versorgung auf Dauer erforderlich ist und die Zeit überbrückt werden muss, bis ein geeigneter Platz in einer stationären Einrichtung gefunden ist.
Kurzzeitpflege kann auch in Anspruch genommen werden, wenn:
» ein alleinstehender Mensch nach einem Krankenhausaufenthalt noch pflegebedürftig ist und sich nicht selbst versorgen kann,
» nach einer stationären Behandlung eine Nachsorge nötig ist, die Pflegefachpersonal bedarf,
» Angehörige nach einem Krankenhausaufenthalt alles Notwendige für die Pflege und Betreuung des Pflegebedürftigen zu Hause organisieren müssen, wie zum Beispiel die Beschaffung eines Pflegebettes,
Pflegehilfsmittel, Beauftragung eines Pflegedienstes Der Anspruch ist auf vier Wochen (28 Tage) pro Kalenderjahr begrenzt. Dieser Zeitraum muss nicht zusammenhängend beantragt werden, sondern kann auch tageweise in Anspruch genommen werden. Der Anspruch entsteht für jedes Kalenderjahr neu.
Die o.g. stationären Pflegeeinrichtungen bieten auch jeweils nach vorhandenen Kapazitäten sogenannten „eingestreute“ Kurzzeitpflegeplätze an.
Weitere Kurzzeitpflegeplätze:
Kurzzeitpflege St. Jakobus
Franziskusstr. 2-4, 59955 Winterberg
Tel.: +49 (0) 2981 8020
Mail: Ulrike.Berkenkopf@
gesundheitszentrum-winterberg.de
Als teilstationäre Versorgung wird die zeitweise Betreuung im Tagesverlauf in einer Einrichtung bezeichnet. Teilstationäre Pflege kann als Tages- oder Nachtpflege konzipiert sein. Im Rahmen der Leistungshöchstbeträge übernimmt die Pflegekasse die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich der Aufwendungen für Betreuung und die Aufwendungen für die in der Einrichtung notwendigen Leistungen der medizinischen Behandlungspflege. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie gesondert berechenbare Investitionskosten müssen dagegen privat getragen werden. Gewährt wird die teilstationäre Pflege nur, wenn dies im Einzelfall erforderlich ist – beispielsweise weil häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung gestellt werden kann. Die Tagespflege wird in der Regel von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen, deren Angehörige tagsüber berufstätig sind. Die Pflegebedürftigen werden meist morgens abgeholt und nachmittags nach Hause gebracht.
Die Höhe der Leistung hängt vom Pflegegrad ab. Der Anspruch gilt für Versicherte der Pflegerad 2 bis 5. Personen im Pflegegrad 1 können ihren Entlastungsbetrag einsetzen.
Die Pflegekasse leistet max. pro Monat
» bei Pflegegrad 2: 689 €
» bei Pflegegrad 3: 1.298 €
» bei Pflegegrad 4: 1.612 €
» bei Pflegegrad 5: 1.995 €
Im Hochsauerlandkreis gibt es keine Einrichtung der Nachtpflege.
Die Einrichtungen der Tagespflege in den Stadtbereichen Winterberg, Hallenberg und Medebach:
Frau Leutner
Ruhrstr. 38a
Tel.: +49 (0) 2985 3689975
Mail: tagespflege-doenekes@web.de
Frau Brieden
Tel.: +49 (0) 2981 8207145
Mail: Apocare.tagespflege@t-online.de
Tagespflege St. Mauritius
Tritt der Pflegefall ein, haben Pflegebedürftige die Wahl: Sie können sich für Pflegesachleistungen, das sind z.B. Pflegeeinsätze zugelassener ambulanter Pflegedienste, die von der Pflegekasse bis zu bestimmten Höchstgrenzen bezahlt werden, entscheiden oder Geldleistungen, wie das Pflegegeld in Anspruch nehmen.
» Körperbezogene Pflegemaßnahmen, wie etwa Körperpflege, Ernährung, Förderung der Bewegungsfähigkeit,
» Pflegerische Betreuungsmaßnahmen, z.B. Hilfe bei der Orientierung, bei der Gestaltung des Alltags oder auch bei der Aufrechterhaltung sozialer Kontakte,
» häusliche Krankenpflege nach § 37 SGB V als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wie z.B. Medikamentengabe, Verbandswechsel, Injektionen,
» Beratung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen bei pflegerischen Fragestellungen, Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfsdiensten wie beispielsweise Essensbelieferung oder Organisation von Fahrdiensten und Krankentransporten sowie
» Hilfe bei der Haushaltsführung, zum Beispiel Kochen oder Reinigen der Wohnung.
Die Pflegeversicherung übernimmt für Pflegebedürfte mit mindestens Pflegegrad 2 als ambulante Pflegesachleistung die Kosten für die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes für körperbezogene Pflegemaßnahmen, pflegerische Betreuungsmaßnahem sowie Hilfen bei der Haushaltsführung bis zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Höchstbetrag. Dieser richtet sich nach dem Pflegegrad:
Die Pflegekasse leistet maximal pro Monat
Darüber hinaus kann auch der Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 € pro Monat für Leistungen der ambulanten Pflegedienste eingesetzt werden, um Unterstützung zu erhalten. In den Pflegegraden 2 bis 5 darf der Entlastungsbetrag jedoch nicht für Leistungen im Bereich der körperbezogenen Selbstversorgung genutzt werden, also zum Beispiel für die Unterstützung beim morgendlichen Waschen. Hierfür stehen vielmehr die o.g. Beträge zur Verfügung.
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben Wahlmöglichkeiten bei der Gestaltung und der Zusammenstellung des von ihnen gewünschten Leistungsangebots in der häuslichen Pflege. Sie sind vom Pflegedienst vor Vertragsschluss und zeitnah nach jeder wesentlichen Veränderung durch einen Kostenvoranschlag über die voraussichtlichen Kosten ihrer konkret beabsichtigten Leistungsinanspruchnahme zu informieren. Dadurch bleibt die Gestaltungsmöglichkeit mit der damit verbundenen Kostenfolge für die Pflegebedürftigen im Rahmen ihres jeweiligen Pflegearrangements transparent und nachvollziehbar. Zu beachten ist, dass die Pflegedienste von den Pflegekassen zugelassen sein müssen, um Leistungen über sie abrechnen zu können. Einen guten Überblick unter anderem über zugelassene Pflegedienste geben die Leistungs- und Preisvergleichslisten, die die Pflegekassen auf Anforderung kostenfrei zur Verfügung stellen, die aber auch im Internet abrufbar sind.
Herr Huneck
Tel.: +49 (0) 2982 930-600
Mail: huneck.medebach@freenet.de
Tel.: +49 (0) 296197190
Pflegebedürftige in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 € monatlich. Dieser gilt auch für Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1. Der Betrag ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen zu Entlastung pflegender Angehöriger sowie zur Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen bei der Gestaltung ihres Alltags.
Sofern der monatliche Leistungsbetrag in einem Kalendermonat nicht (vollständig) ausgeschöpft worden ist, wird der verbleibende Betrag jeweils in die darauffolgenden Kalendermonate übertragen. Leistungsbeträge, die am Ende des Kalenderjahres noch nicht verbraucht worden sind, können noch bis zum Ende des darauffolgenden Kalenderhalbjahres übertragen werden.
Der Entlastungsbetrag dient der Erstattung von Aufwendungen, die dem Pflegebedürftigen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen der Tages- oder Nachtpflege, der Kurzzeitpflege, von zugelassenen Pflegediensten (in den Pflegegrade 2 bis 5) oder von nach Landesrecht anerkannten Angeboten zur Unterstützung im Alltag entstehen. Je nach Ausrichtung der anerkannten Angebote kann es sich dabei um Betreuungsangebote, Angebote zur Entlastung von Pflegenden oder Angebote zur Entlastung im Alltag handeln.
Angebote zur Unterstützung im Alltag tragen dazu bei, Pflegepersonen zu entlasten, und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbständig zu bewältigen. Diese Angebote benötigen eine Anerkennung durch den Hochsauerlandkreis. Zur Inanspruchnahme der anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag können auch bis zu 40% des jeweiligen Leistungsbetrages der ambulanten Pflegesachleistungen eingesetzt werden, sofern dieser nicht für den Bezug ambulanter Sachleistungen verbracht wurde. Dieser sogenannte Umwandlungsanspruch besteht neben dem Anspruch auf den Entlastungsbetrag und kann daher auch unabhängig von diesem genutzt werden.
Aktuell anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag in Winterberg, Medebach und Hallenberg:
(Demenzbetreuung,
Entlastungsangebot für Angehörige)
Tel.: +49 (0) 2981 898-400
Mail: landhaus-fernblick@aw-kur.de
Ein Leben für (und) MitMenschen
Tel.: +49 (0) 2758 2018900
Mail: mechthildbecker@gmx.de
Dönekes ambulant
Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorrübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 die nachgewiesenen Kosten einer Ersatzpflege für längstens sechs Woche je Kalenderjahr, der sogenannten Verhinderungspflege. Sie kann durch einen ambulanten Pflegedienst, durch Einzelpflegekräfte, ehrenamtlich Pflegende, aber auch durch nahe Angehörige erfolgen. Die Leistungen für die Verhinderungspflege können auch in Anspruch genommen werden, wenn die Ersatzpflege in einer Einrichtung stattfindet.
Da es auffällige Parallelen zwischen der Kurzzeitpflege und der Verhinderungspflege gibt, soll an dieser Stelle zusammenfassend auf die wichtigsten Unterschiede eingegangen werden:
Die Inanspruchnahme einer Verhinderungspflege erfordert eine sogenannte Vorauspflege. Das heißt, der Pflegebedürftige muss bereits mindestens 6 Monate durch eine Pflegeperson in seiner häuslichen Umgebung gepflegt werden. Die Verhinderungspflege wird in der Regel ambulant durchgeführt z.B. durch einen Pflegedienst. Sie kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden.
Diese Frist entfällt bei der Kurzzeitpflege. Sie kann in Anspruch genommen werden, sobald der Pflegebedürftige ein Pflegegrad erhält. Dieses kann, wenn auch nur innerhalb einer Woche, sogar rückwirkend geschehen.
Die Inanspruchnahme von Verhinderungspflege wird nicht auf den Anspruch von Kurzzeitpflege angerechnet!
Dieses ist zum Beispiel der Fall, wenn im selben Kalenderjahr wegen einer Krisensituation der Wegfall der häuslichen Pflege erneut überbrückt werden muss, z.B. durch Erkrankung der Pflegeperson.
Wird die Verhinderungspflege von einer erwerbsmäßig tätigen Person, einem ambulanten Pflegedienst, von entfernten Verwandten, die nicht mit der pflegebedürftigen Personen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind, oder von Nachbarinnen oder Nachbarn übernommen, beläuft sich die Leistung auf bis zu 1.612 € je Kalenderjahr. Wird die Ersatzpflege durch nahe Angehörige nicht erwerbsmäßig sichergestellt, dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den 1,5-fachen Betrag des Pflegegeldes des festgestellten Pflegegrades nicht überschreiten.
Wenn in diesem Fall notwendige Aufwendungen der Pflegeperson (z.B. Fahrkosten oder Verdienstausfall) nachgewiesen werden, kann die Leistung auf bis zu insgesamt 1.612 € aufgestockt werden. Insgesamt dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den Betrag von 1.612 € nicht übersteigen.

References: § 15
 § 528
 § 93
 § 75
 § 85
 § 27
 § 94
 § 37