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Rahmenrichtlinie von Solvency II Auswirkungen (und Ausnahmen) für kleinere Versicherer - PDF
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1 Rahmenrichtlinie von Solvency II Auswirkungen (und Ausnahmen) für kleinere Versicherer Dr. Marcus Wrede Teilprojektleiter Interne Modelle Referat VA 46 Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 1
2 Vorwort 20. Juni 2007, Wasserwerk Bonn Solvency II Konferenz der BaFin Ich bin Vertreter eines kleinen VVaG......wir haben 2 Weltkriege überdauert......ich hoffe, dass wir auch Solvency II überstehen!!! Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 2
3 Vorwort Antwort Petra Faber-Graw (Former chair CEIOPS Pillar II WG) Sie werden es überstehen! Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 3
4 Inhalt 1. Warum wird Solvency II benötigt? 2. Zeitplan 3. Die Rahmenrichtlinie 4. Anwendungsbereich 5. Governance 6. Die Solvenzbilanz 7. Solvenkapitalbedarf 8. Interne Modelle Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 4
5 1. Warum wird Solvency II benötigt? 1. Gegenwärtiges System nicht hinreichend risikosensitiv Verbesserung Risikoanlayse, Risikokapitalberechnung Risikobasierte Unternehmenssteuerung und Eigenmittelberechnung 2. Gegenwärtiges System nicht flexibel genug Wandel vom regelbasierten zum prinzipienbasierten System (flexiblere Eingriffsmöglichkeiten) geeignetere quantitative und qualitative Werkzeuge Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 5
6 1. Warum wird Solvency II benötigt? 3. Konvergenz und Risikotransfer zwischen Finanzsektoren; gegenwärtige u.u. regulatorischer Arbitrage same risk same rules Harmonisierung/Konvergenz in Europa Basel II Kompatibilität (wo sinnvoll) 4. Entwicklungen auf internationaler Ebene (IASB, IAIS): Bilanzierung, Berechnung Rückstellungen, Solvabiltät IAS, IFRS-Kompatibilität (wo sinnvoll) IAIS-Kompatibilität Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 6
7 2. Zeitplan Das Lamfalussy-Verfahren Effizienz der Gesetzgebung stärken Komitologieverfahren (CEIOPS, EIOPC) Level 1: Rahmengesetzgegung (Framework Directive=FD) Level 2: Dürchführungsmaßnahmen (Implementing Measures=IM) Level 3: Leitlinien und gemeinsame Standards, nationale Umsetzung Level 4: Überwachung der Einhaltung der EU-Rechtsvorschriften Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 7
8 2. Zeitplan /2012 COM: Vorbereitung FD, IM Ausarbeitung FD Rat/ Parl.: Verabschiedung FD sowie IM Implementierung CEIOPS: PI CEIOPS: PII & PIII CEIOPS: IMEG FREG IGSRR IGSC QIS 1 QIS 2 QIS 3 QIS 4 (QIS 5?) Kalibrierung Standardansatz Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 8
9 3. Die Rahmenrichtlinie Titel Name Artikel I Allgemeine Vorschriften für Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit II III Besondere Bestimmungen VU/RVU Beaufsichtigung VU/RVU einer Gruppe IV Liquidation von VU V Sonstige Bestimmungen VI Übergangs- und Schlussbestimmungen Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 9
10 3. Die Rahmenrichtlinie Titel I Allgemeine Vorschriften für die Aufnahme und Ausübung der Tätigkeit Kapitel Artikel Inhalt 1 4 Anwendungsbereich Bedingungen für die Geschäftstätigkeit Zuständigkeit Governance Veröffentlichung: Solvabilität und Finanzlage Bewertung allgemein Bewertung vt RSt. Eigenmittel SCR Interne Modelle MCR Anlagen Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 10
11 4. Anwendungsbereich Artikel 4: Anwendungsbereich (1) Diese Richtlinie findet nicht auf VU Anwendung, deren jährliches Prämieneinkommen 5 Mio EUR nicht übersteigt. (2) Wird der Betrag in drei aufeinander folgenden Jahren überschritten, findet diese Richtlinie ab dem vierten Jahr Anwendung. Frage: Kleine Versicherungen, die nicht unter Solvency II fallen werden: Zukunft? Ähnliche Relevanz der Säule II (Sup. Review Process)? Antwort: Für diese Unternehmen werden nationale Regelungen gelten, wobei man vermutlich versuchen wird, diese auf europäischer Ebene zu harmonisieren Entscheidung steht noch aus. Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 11
12 5. Governance Art. 40: Zuständigkeit für Einhaltung beim Verwaltungs- oder Managementorgan Art. 41: Wirksames Governance System angemessene transparente Organisationsstruktur klare Zuweisung & zweckmäßige Aufteilung der Zuständigkeiten Art. 42: Leitung und Schlüsselpersonen: Fit (Kenntnisse und Erfahrungen) and Proper (höchste Integrität) Art. 43: Risikomanagement: Schaffung Funktion/Abteilung + System Risikoübernahme Aktiv-Passiv-Management Anlagen Liquidität Rückversicherung, Risikomitigation Art. 45/46 Internes Kontrollsystem, Internal Audit Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 12
13 5. Governance Own Risk and Solvency Assessment (ORSA) Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 13
14 5. Governance Art. 47: Versicherungsmathematische Funktion Koordinierung Berechnung vt. RSt. Angemessenheit der Methoden Qualität der Daten Stellungnahme zur Versicherungspolitik Angemessenheit der Rückversicherung Art. 48: Die MS sorgen dafür, dass für den Fall, dass VU und RVU kritische oder wesentliche operative Tätigkeiten (...) auslagern, die Unternehmen voll für die Erfüllung all ihrer Verpflichtungen aus der Richtlinie verantwortlich bleiben. Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 14
15 6. Die Solvenzbilanz Free Surplus SCR Basis-Eigenmittel mcv Aktiva Risikomarge Erwartungswert Rückstellung mcv Verpflichtungen Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 15
16 6. Die Solvenzbilanz Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 16
17 6. Die Solvenzbilanz Für hedgebare Anteile ist keine Kapitalkostenmarge anzusetzen Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 17
18 6. Die Solvenzbilanz Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 18
19 6. Die Solvenzbilanz Frage: Gibt es Vereinfachungen? Antwort: Voraussichtlich ja!!! 1. Einleitung, Para. (34): Um der besonderen Situation kleiner und mittlerer Unternehmen Rechnung zu tragen, sollten vereinfachte Ansätze für die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen vorgesehen werden. 2. Artikel 84: Die KOM wird IM erlassen zur Spezifierung der folgenden Punkte: (h) gegebenenfalls vereinfachte Methoden und Techniken zur Berechnung der vt Rst, um zu gewährleisten, dass die Bestimmung des best estimate der Wesensart, dem Umfang und der Komplexität der Risiken angemessen sind, die das VU oder RVU zu tragen hat. 3. QIS 3: Auffanglösung für Erwartungswert und Kapitalkostenmarge. Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 19
20 6. Die Solvenzbilanz QIS 3 Erwartungswert Schadenrückstellung Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 20
21 6. Die Solvenzbilanz Eigenmittel: BasisEM, ErgänzungsEM, Limitensystem Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 21
22 7. Solvenzkapitalberechnung Grundannahmen Basis-Eigenmittel als Residualgröße der marktkonsistent bewerteten Aktiva und Passiva SCR 99.5% VaR der Basis-Eigenmittel über 1 Jahr Going-concern Unerwartete Verluste abdecken Alle quantifizierbaren Risiken einbeziehen vtr L vtr NL vtr K Markt Kredit OpRisk (Mind.) Jährliche Berechnung des SCR Anerkennung von Risikomitigation Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 22
23 7. Solvenzkapitalberechnung Szenario 2: Aktienkursrückgang BEM A BEM vtr & SV A vtr & SV A BEM vtr & SV Szenario 1: Zinsrückgang A: Aktiva zu Marktwerten vtr: versicherungstechnische Rückstellungen, marktkons. SV: Sonstige Verbindlichkeiten BEM: Basis-Eigenmittel SCR (Solvency Capital Requirement): Falls in t=0 die Bedingung BEM SCR erfüllt ist, so gilt P(BEM 0 im nächsten Jahr) 99.5% Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 23
24 7. Solvenzkapitalberechnung Standardformel: Modularer Ansatz + Quadratwurzelformel Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 24
25 7. Solvenzkapitalberechnung Frage: Gibt es Möglichkeiten zur Modifikation, welche nicht unter Internes Modell fallen? Antwort: Unter Umständen ja! 1. Art.103, Abs.(7): Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsicht können VU und RVU bei der Berechnung L/NL/Sonderkrankenversicherungsmodule im Rahmen des Aufbaus der Standardformel eine Untergruppe von Parametern durch unternehmensspezifische Parameter ersetzen. Derartige Parameter werden auf der Grundlage der internen Daten des betreffenden Unternehmens oder auf der Grundlage von Daten kalibriert, die direkt für die Geschäfte dieses Unternehmens, das standardisierte Methoden verwendet, relevant sind. 2. Art. 107: Die VU und RVU können eine vereinfachte Berechnung für ein spezifisches Untermodul oder Risikomodul verwenden, wenn die Wesensart, der Umfang und die Komplexität der Risiken dies rechtfertigen und es unangemessen wäre, von allen VU und RVU die Anwendung einer Standardberechnung zu fordern. Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 25
26 7. Solvenzkapitalberechnung Frage: Gibt es Möglichkeiten zur Modifikation, welche nicht unter Internes Modell fallen? Antwort: Unter Umständen ja! 3. Art. 108: KOM erläßt IM, die folgendes festlegen: (h) Die Untergruppe der Standardparamter in L/NL/Sonderkrankenversicherungsmodulen, die durch unternehmensspezifische Parameter ersetzt werden können; (i) die zugehörigen standardisierten Methoden zur Bestimmung der Parameterwerte (j) vereinfachten Berechnungen und dabei einzuhaltende Kriterien Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 26
27 8. Interne Modelle Use Test Internes Modell (i.w.s., im Risikomanagement-Sinne) SCR-Berechnung Aktionen/ Steuerung Internes Risikomanagement Reporting / Monitoring Pillar-2 SRP Adjustment Aktuarielles Modell (Internes Modell i.e.s.) Risikoexposure Daten Vorhersage der P&L Verteilung SCR adjusted SCR Risikotreiber Daten Statistical Quality Standards Calibration Standards Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 27
28 8. Interne Modelle Model change policy Use test internal model (in the wider risk management sense) SCR (regulatory capital) actions / steering internal risk control functions reporting / monitoring Pillar-2 adjustment actuarial model (internal model in the narrow sense) risk exposure data forecasts for P&L distributions SCR estimate adjusted SCR risk driver data Statistical quality standards calibration standards Dokumentations-Standards Validierungs-standards Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 28
29 8. Interne Modelle Partielle Interne Modelle Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 29
30 8. Interne Modelle Modell-Prüfungen: Nicht so...und nicht so Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 30
31 8. Interne Modelle Modell-Prüfungen: sondern so!!! Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 31
32 8. Interne Modelle Aktuelle Vorbereitungen in der BaFin BaFin-Arbeitskreis Interne Modelle (AKIM) seit 2006 Vertreter der BaFin (Grundsatzreferate, Operative Aufseher), des GDV und der Industrie regelmäßige Treffen aller Teilnehmer, Diskussion aktueller Interne-Modelle-relevanter Solvency II-Themen bilaterale Gespräche und Modellbesichtigungen Interne Modelle Arbeitsgruppe der BaFin (IMAG) seit 2007 monatliche Treffen von VA 46 (Fragen qualitativer und quantitativer Aufsicht über Interne Modelle) mit Operativen Aufsehern, Diskussion von Solvency II-Themen Schlüsselfrage: Resourcen!!! Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 32
33 8. Interne Modelle Bisheriger Ablauf von Modellbesichtigungen 1. Vorgespräche ( Previsits ), Übersicht über IM gewinnen 2. Festlegung der Dokumentenanforderung in Absprache mit dem VU, Überlegungen zu Prüfungsschwerpunkten 3. Sichtung der Dokumente, ggf. Ergänzungswünsche, Festlegung der Prüfungsschwerpunkte 4. Vor-Ort-Termin (insbesondere Gespräche und ggf. weitere Dokumentenanforderungen) 5. Abschlussgespräch 6. Prüfungsauswertung, Dokumentation des Status Quo Schlüsselfrage: Resourcen!!! Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 33
34 Und zum guten Schluss Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Für Nachfragen und Anregungen: Rahmenrichtlinie Solvency II Dr. Marcus Wrede, BaFin 1. Oldenburger Versicherungstag Seite 34
MASTERARBEIT. Titel der Masterarbeit. Kapitalanlagemanagement unter Solvency II. Verfasser. Daniel Winkler, Bakk.rer.soc.oec.
MASTERARBEIT Titel der Masterarbeit Kapitalanlagemanagement unter Solvency II Verfasser Daniel Winkler, Bakk.rer.soc.oec. angestrebter akademischer Grad Master of Science (MSc.) Wien, 2013 Studienkennzahl

References: Art. 40
 Art. 41
 Art. 42
 Art. 43
 Art. 45
 Art. 47
 Art. 48
 Art.103
 Art. 107
 Art. 108