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Timestamp: 2017-10-21 21:22:58+00:00

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Reichsbeamtengesetz [Schulen im Nationalsozialismus]
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„... arische Abstammung – deutsches Blut ...“
„Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist ….“ (25-Punkte-Programm der NSDAP, 1920, Nr. 4)
„Beamte, die nicht arischer Abstammung sind, sind in den Ruhestand zu versetzen.“ (Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, § 3, 1933)
„Beamte, die ... nicht die Gewähr dafür bieten, dass sie jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat eintreten, können entlassen werden.“ (Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, § 4, 1933)
„Wer nichtarischer Abstammung ist oder mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet ist, darf nicht als Geistlicher und Beamter der allgemeinen kirchlichen Verwaltung berufen werden. Geistliche und Beamte arischer Abstammung, die mit einer Person nichtarischer Abstammung die Ehe eingehen, sind zu entlassen.“ (Kirchengesetz der Generalsynode der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, § 1.2, 1933)
„Reichsbürger ist nur der Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes …“ (Reichsbürgergesetz, § 21, 1935)
Diese „Richtlinien“ wurden auch in den Schulen sofort ab 1933, verstärkt dann ab 1938 umgesetzt.
1933: Sechs Lehrkräfte werden entlassen.1)
Es wird dabei nicht auf § 3 oder § 4 des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, sondern (vermutlich irrtümlich) auf § 6 des Gesetzes verwiesen; in § 6 werden aber lediglich „Vereinfachung der Verwaltung und Interesse des Dienstes“ als mögliche Gründe für eine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand genannt; da eine große Fluktuation im Kollegium beklagt wird, können die Entlassungen (keine „Versetzungen in den Ruhestand“) kaum mit § 6 begründet worden sein.
Eine Lehrerin darf in ihren Fächern Deutsch, Geschichte, Religion nicht unterrichten, weil sie „Nichtarierin“ ist.
Sie muss 1939 die Schule verlassen.2)
Der Vorgang ist merkwürdig: Eine „nichtarische“ Lehrerin wird 1933/34 eingestellt, vermutlich nicht als Beamtin. Sie darf u.a. Biologie unterrichten.
Am 22.12.38 erhält auch sie von dem Schulleiter (NSDAP) das „Treudienstehrenzeichen“ (→ Diverses).
Nach ihrer Entlassung erhält die Lehrerin ein Ruhegehalt.
Auch in zwei weiteren Fällen werden Lehrkräfte mit Hinweis auf das neue Reichsbeamtengesetz entlassen (1936, Herr Dr. Christian P. und 1939 Frau Dr. Elisabeth Sch.). 3)
Ein Elternbeirat, „der auf Grund sozialistischer Vorschläge gewählt war, musste ausscheiden.“ 4)
1) Droste-Hülshoff-Gymnasium, Jahresberichte
2) Beethoven-Gymnasium, Festschrift 1984, S. 38, 151 und 157
3) Beethoven-Gymnasium, Festschrift 1984, S. 174
4) Beethoven-Gymnasium, Festschrift 1984, S. 151
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References: § 3
 § 4
 § 1
 § 21
 § 3
 § 4
 § 6
 § 6
 § 6