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Timestamp: 2019-07-18 22:35:53+00:00

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BGH, 30.10.2013 - IV ZR 307/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,33242
BGH, 30.10.2013 - IV ZR 307/12 (https://dejure.org/2013,33242)
BGH, Entscheidung vom 30.10.2013 - IV ZR 307/12 (https://dejure.org/2013,33242)
BGH, Entscheidung vom 30. Januar 2013 - IV ZR 307/12 (https://dejure.org/2013,33242)
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GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 402; ZPO § 397; AVB private Krankenversicherung (hier MB/KK 2009) § 1 Teil I (2)
Art 103 Abs 1 GG, § 397 ZPO, § 402 ZPO, § 1 Teil 1 Abs 2 MB/KK 2009
Private Krankenversicherung: Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör bei Ablehnung einer mündlichen Anhörung des Sachverständigen im Berufungsverfahren; Anforderungen an die Erfolgsaussichten einer alternativen Behandlungsmethode für die Beurteilung ihrer medizinischen Notwendigkeit bei unheilbarer Krankheit
Gehörsverletzung bei Nichtstattgeben eines Antrags auf Ladung eines Sachverständigen zur mündlichen Erläuterung; Erstattungsfähigkeit der Immunbehandlung eines metastasierenden Prostatakarzinoms mit dendritischen Zellen in der privaten Krankenversicherung
Zur Pflicht der privaten Krankenversicherung, alternative Behandlungsmethoden bei Krebs zu bezahlen
GG Art. 103 Abs. 1; ZPO § 522 Abs. 2
Gericht muss Antrag auf Anhörung des Sachverständigen entsprechen
Die unterbliebene Ladung des Sachverständigen zur Erläuterung seines Gutachtens
Bestimmung der Leistungspflicht des Versicherers bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung des Versicherungsnehmers
Anforderungen an die Erfolgsaussichten einer alternativen Behandlungsmethode bei unheilbarer Krankheit
Zivilprozess - Wann die Ladung des Sachverständigen zur mündlichen Erläuterung des von ihm erstatteten Gutachtens auf Antrag einer Partei geboten ist
Der Sachverständige im IT-Prozess: Anhörung des Sachverständigen
Zu den Anforderungen an eine alternativen Behandlungsmethode für die Beurteilung ihrer medizinischen Notwendigkeit bei unheilbarer, lebenszerstörender Krankheit des Versicherungsnehmers
kanzleibeier.eu (Auszüge)
Anhörung des Sachverständigen
Anspruch auf Versicherungsschutz bei Anwendung einer alternativen Behandlungsmethode bei unheilbarer Krankheit - Wahrscheinlicher Erfolg einer alternativen Behandlung genügt zur Annahme einer medizinisch notwendigen Heilbehandlung
Gericht muss Antrag auf Anhörung des Sachverständigen entsprechen! (IBR 2014, 1375)
LG Bremen, 26.04.2012 - 6 O 311/11
OLG Bremen, 27.08.2012 - 3 U 32/12
LG Bremen, 26.12.2012 - 6 O 311/11
OLG Bremen, 30.11.2015 - 3 U 65/13
NJW-RR 2014, 295
MDR 2014, 224
FamRZ 2014, 195
VersR 2013, 1558
Demgemäß muss es nach den objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen im Zeitpunkt der Vornahme der ärztlichen Behandlung vertretbar gewesen sein, die Heilbehandlung als notwendig anzusehen (…Senatsbeschlüsse vom 17. Dezember 2014 - IV ZR 399/13, r+s 2015, 142 Rn. 13; vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12, VersR 2013, 1558 Rn. 13; Senatsurteile vom 10. Juli 1996 - IV ZR 133/95, BGHZ 133, 208 unter II 3 a; vom 17. Dezember 1986 - IVa ZR 78/85, BGHZ 99, 228 unter II 4; vom 29. November 1978 - IV ZR 175/77, VersR 1979, 221 unter III; jeweils m.w.N.).
Von der medizinischen Notwendigkeit einer Behandlung im Sinne der vorstehenden Ausführungen wird daher dann auszugehen sein, wenn eine Behandlungsmethode zur Verfügung steht und angewandt worden ist, die geeignet ist, die Krankheit zu heilen, zu lindern oder ihrer Verschlimmerung entgegenzuwirken (Senatsbeschluss vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12, VersR 2013, 1558 Rn. 14; Senatsurteil vom 17. Dezember 1986 - IVa ZR 78/85, BGHZ 99, 228 unter II 4).
Dieses Antragsrecht der Parteien besteht unabhängig von § 411 Abs. 3 ZPO (Senatsbeschlüsse vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12, r+s 2014, 25 Rn. 9;… vom 15. März 2006 - IV ZR 182/05, VersR 2006, 950 Rn. 6 m.w.N.; BGH, Beschluss vom 10. Mai 2005 - VI ZR 245/04, VersR 2005, 1555 unter 2 a m.w.N. und ständig).
Demgemäß liegt eine medizinisch notwendige Heilbehandlung i.S. des § 1 Nr. 2 AVB 2008 vor, wenn es nach den objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen im Zeitpunkt der Vornahme der ärztlichen Behandlung vertretbar war, sie als notwendig anzusehen (Senatsbeschluss vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12, VersR 2013, 1558 Rn. 13; Senatsurteile vom 10. Juli 1996 - IV ZR 133/95, BGHZ 133, 208, 211 f.; vom 17. Dezember 1986 - IVa ZR 78/85, BGHZ 99, 228, 233f.; vom 29. November 1978 - IV ZR 175/77, VersR 1979, 221 unter III; jeweils m.w.N.).
Entscheidend für den Beginn der Heilbehandlung ist nicht der konkrete Auftrag des Patienten an den Arzt, sondern die (behandlungsbedürftige) Krankheit selbst (Senatsurteil vom 14. September 1977 - IV ZR 12/76, VersR 1978, 271 unter II 1; vgl. auch Senatsbeschluss vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12, VersR 2013, 1558 unter III 1).
Auch aus einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH 30.10.2013, IV ZR 307/12) ergebe sich, dass eine Behandlung mit autologen dendritischen Zellen als anerkannte Behandlungsmethode in Ansatz gebracht werden könne.
Vielmehr reicht es aus, wenn die Behandlung mit nicht nur ganz geringer Erfolgsaussicht die Erreichung des Behandlungsziels als möglich erscheinen lässt (BGH, Beschluss vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12 -, juris, Rn. 15, 17;… Urteil vom 10. Juli 1996 - IV ZR 133/95 -, BGHZ 133, 208-219, Rn. 21).
Leidet der Versicherungsnehmer an einer fortgeschrittenen, lebenszerstörenden Erkrankung, hängen die Anforderungen, die an die Erfolgsaussichten der von ihm gewünschten Behandlung zu stellen sind, maßgeblich davon ab, ob auch geeignete schulmedizinische Methoden oder Arzneimittel zur Verfügung stehen (BGH, Beschluss vom 30. Oktober 2013, a.a.O., Rn. 20).
Etwas anderes kann im Einzelfall nur bei einer lebensbedrohenden oder gar lebenszerstörenden, unheilbaren Erkrankung des Versicherungsnehmers gelten, bei der es selbst für eine auf die Verhinderung einer Verschlimmerung abzielende Heilbehandlung keine in der Praxis angewandte Behandlungsmethode gibt (BGH, Beschluss vom 30. Oktober 2013 - IV ZR 307/12 -, juris, Rn. 15, 17;… Urteil vom 10. Juli 1996 - IV ZR 133/95 -, BGHZ 133, 208-219, Rn. 21).
Denn ob die Anforderungen an die objektive Vertretbarkeit der gewählten Behandlung in einem solchen Fall niedriger anzusetzen sind, hängt maßgeblich davon ab, ob auch geeignete schulmedizinische Methoden oder Arzneimittel zur Verfügung stehen (BGH, Beschluss vom 30. Oktober 2013, a.a.O., Rn. 20).
Demgemäß muss es nach den objektiven medizinischen Befunden und Erkenntnissen im Zeitpunkt der Vornahme der ärztlichen Behandlung vertretbar gewesen sein, die Heilbehandlung als notwendig anzusehen (BGH, Urteil vom 29.03.2017, Az.: IV ZR 533/15, u.a. in: VersR 2017, Seiten 608 ff.; BGH, Beschluss vom 17.12.2014, Az.: IV ZR 399/13, u.a. in: r + s 2015, Seiten 142 ff.; BGH, Beschluss vom 30.10.2013, Az.: IV ZR 307/12, u.a. in: VersR 2013, Seite 1558; OLG München, Beschluss vom 29.08.2014, Az.: 25 U 1259/14; LG Dortmund, Urteil vom 17.08.2016, Az.: 2 O 252/14, u.a. in: "juris"; LG München I, Urteil vom 28.02.2014, Az.: 26 O 26861/12; LG Köln, Urteil vom 24.04.2013, Az.: 23 S 7/12, u.a. in: BeckRS 2016, Nr.: 03932 = "juris"; LG Frankfurt/Oder, Urteil vom 02.10.2012, Az.: 6a S 198/11, u.a. in: r + s 2013, Seiten 29 ff.; LG Münster, Urteil vom 21.08.2008, Az.: 15 O 21/08, u.a. in: VersR 2009, Seiten 536 f.; LG Göttingen, Beschluss vom 08.07.2008, Az.: 2 S 4/08, u.a. in: GesR 2008, Seiten 472 f.; LG Dortmund, Urteil vom 05.10.2006, Az.: 2 S 17/05, u.a. in: VersR 2007, Seiten 1401 f.; AG Schwabach, Urteil vom 27.01.2016, Az.: 2 C 1428/13, u.a. in: "juris"; AG Dortmund, Urteil vom 10.09.2014, Az.: 404 C 7848/13, u.a. in: "juris").
Von der medizinischen Notwendigkeit einer Behandlung im Sinne der vorstehenden Ausführungen ist aber dann auszugehen, wenn - wie hier - eine Behandlungsmethode zur Verfügung steht und angewandt worden ist, die geeignet ist, die Krankheit zu heilen, zu lindern oder ihrer Verschlimmerung entgegenzuwirken (BGH, Urteil vom 29.03.2017, Az.: IV ZR 533/15, u.a. in: VersR 2017, Seiten 608 ff.; BGH, Beschluss vom 30.10.2013, Az.: IV ZR 307/12, u.a. in: VersR 2013, Seite 1558; OLG München, Beschluss vom 29.08.2014, Az.: 25 U 1259/14; LG Dortmund, Urteil vom 17.08.2016, Az.: 2 O 252/14, u.a. in: "juris"; LG München I, Urteil vom 28.02.2014, Az.: 26 O 26861/12; LG Köln, Urteil vom 24.04.2013, Az.: 23 S 7/12, u.a. in: BeckRS 2016, Nr.: 03932 = "juris"; LG Frankfurt/Oder, Urteil vom 02.10.2012, Az.: 6a S 198/11, u.a. in: r + s 2013, Seiten 29 ff.; LG Münster, Urteil vom 21.08.2008, Az.: 15 O 21/08, u.a. in: VersR 2009, Seiten 536 f.; LG Göttingen, Beschluss vom 08.07.2008, Az.: 2 S 4/08, u.a. in: GesR 2008, Seiten 472 f.; LG Dortmund, Urteil vom 05.10.2006, Az.: 2 S 17/05, u.a. in: VersR 2007, Seiten 1401 f.; AG Schwabach, Urteil vom 27.01.2016, Az.: 2 C 1428/13, u.a. in: "juris"; AG Dortmund, Urteil vom 10.09.2014, Az.: 404 C 7848/13, u.a. in: "juris").
Eine andere rechtliche Beurteilung hinsichtlich der Frage, ob es sich bei den streitgegenständlichen Behandlungsmethoden und Arzneimittel, für welche die Kläger Kostenerstattung begehren, um solche handelt, die angewandt werden, weil keine schulmedizinischen Methoden oder Arzneimittel zur Verfügung stehen (§ 4 Abs. 6 S. 2 2. Alt. MB/KK 76), ergibt sich entgegen der Rechtsansicht der Kläger auch nicht im Hinblick auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 30.10.2013 (IV ZR 307/12, VersR 2013, 1558).
Die Kläger wurden mit Verfügung des Senats vom 13.01.2014 unter Bezugnahme auf die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 30.10.2013 - IV ZR 307/12 - darauf hingewiesen, dass ihrem Vortrag keine hinreichende Darstellung der Behandlungsziele der schulmedizinisch anerkannten und der einzelnen im Streit befindlichen Behandlungsmaßnahmen entnommen werden kann, und dass die bis zu diesem Zeitpunkt erfolgten - schon im ersten Rechtszug insoweit unklaren - pauschalen Darlegungen keinen Anlass zu einer weiteren Beweiserhebung bieten dürften.
Andererseits kann auf eine bisher fehlende Veröffentlichung die Verneinung der Eignung und medizinischen Notwendigkeit der Behandlung nicht gestützt werden (BGH, Beschl. v. 30.10.2013 - IV ZR 307/12, juris, Tz. 18).
Begriff des Versicherungsfalls i.S. von § 1 Abs. 2 MB-KK; Rechtsfolgen der …
Bei der Beurteilung der Frage, ob eine Heilbehandlung medizinisch notwendig ist, ist nach der Rechtsprechung (vgl. nur BGH, Beschl. v. 30.10.2013, Az. IV ZR 307/12;… OLG Brandenburg, Urt. v. 29.05.2012, Az. 6 U 42/09;… OLG Köln, Urt. v. 23.12.2014, Az. 20 U 7/14;… OLG Köln, Urt. v. 14.01.2004, Az. 5 U 211/01, jew. zitiert nach juris) ein objektiver Maßstab anzulegen.
Im Rahmen der Anhörung des gerichtlich bestellten Sachverständigen durch den Senat, die das Landgericht trotz entsprechenden Antrags des Klägers nicht vorgenommen hatte (vgl. dazu nur BGH, Beschl. v. 30.10.2013, Az. IV ZR 307/12, zitiert nach juris), hat der Sachverständige seine schriftlichen Ausführungen eingehend erläutert und für den Senat überzeugend dargelegt, aus welchen Gründen eine hinreichende diagnostische Erfassung eines Karzinoms beim Kläger nicht vorliegt.
Der Senat sieht sich mit seiner Rechtsprechung (Senatsurteil vom 19.03.2014, - L 5 KR 1496/13 -, in juris; auch Senatsbeschluss vom 16.05.2011, - L 5 KR 970/11 ER-B, nicht veröffentlicht, oder Senatsurteil vom 18.03.2015, - L 5 KR 3861/12, in juris) in Einklang mit der Rechtsprechung des BVerfG (etwa Beschl. v. 26.2.2013, - 1 BvR 2045/12 - zum Recht der privaten Krankenversicherung etwa BGH, Urt. v. 30.10.2013, - IV ZR 307/12 -).
LG Hannover, 21.12.2017 - 2 O 215/16
Behandlung mit dendritischen Zellen gegen Krebs ist von privater …
Eintrittspflicht der privaten Krankenversicherung für die Behandlung eines …
OLG Stuttgart, 11.04.2019 - 7 U 146/18
LG Köln, 28.02.2018 - 23 O 159/15
Erstattung von Kosten für eine Katarakt-Operation unter dem Einsatz eines …
LG Dortmund, 28.06.2017 - 2 O 106/15
OLG Köln, 23.12.2014 - 20 U 7/14
LG Wuppertal, 30.08.2018 - 4 O 4/17
Erstattung von Kosten für eine Katarakt-Operation unter Einsatz eines …
LG Köln, 09.11.2016 - 23 O 251/16
OLG Oldenburg, 16.12.2015 - 5 U 82/15
Private Krankenversicherung: Erstattung ärztlicher Behandlungskosten für eine …

References: Art. 103
 § 402
 § 397
 § 1
 § 397
 § 402
 § 1
 Art. 103
 § 522
 § 411
 § 1
 § 1