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Timestamp: 2018-08-15 22:40:55+00:00

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Brandstiftung | Fachanwältin für Strafrecht mit Schwerpunkt auf Brandstiftung
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Brandstiftungwebgo-admin2018-05-30T21:27:34+00:00
Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden 2016 in Deutschland 19.123 Fälle der §§ 306 – 306f StGB angezeigt.
Gegenstand der Brandstiftung nach § 306 StGB ist das Beschädigen oder Zerstören eines bestimmten Tatobjekts durch Feuer. Damit handelt es sich bei diesem Tatbestand um eine qualifizierte Form der Sachbeschädigung (§ 303 StGB). Die gegenwärtige Fassung des § 306 StGB lautet seit seiner letzten Veränderung vom 1. April 1998 wie folgt:
Was tun bei Vorwurf der Brandstiftung?
Wir empfehlen Ihnen dringend besonders bei einem Tatvorwurf der Brandstiftung so schnell wie möglich unsere Fachanwaltskanzlei für Strafrecht telefonisch zu kontaktieren und keine Angaben gegenüber Dritten Personen zu tätigen. Egal ob Freunde, Familie oder Behörden. Brandstiftung hat bei einer falschen Vertretung und speziell bei einem Schuldspruch weitgehende Konsequenzen für das Privat- und Berufsleben. Beim Vorwurf der Brandstiftung ist es dringend erforderlich so schnell wie möglich kompetente rechtliche Unterstützung an Ihrer Seite zu haben, um für Sie das bestmögliche Ergebnis vor Gericht zu erzielen. Rufen Sie uns heute noch an. Wir sind 24h Stunden erreichbar. Das Erstgespräch ist kostenlos. Sie können im Nachhinein entscheiden, ob Sie sich von uns und einem unserer fachlich hochqualifizierten Strafanwälte verteidigen lassen möchten.
Weitere Brandstiftungsdefinitionen und Strafen, z. B. bei der Schweren Brandstiftung
Die seit dem Jahr 1999 geltende Fassung der Brandstiftung stammt aus dem Jahr 1998. Der Tatbestand der schweren Brandstiftung ist in § 306a StGB normiert:
(3) In minder schweren Fällen der Absätze 1 und 2 ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Da die Strafandrohung des § 306a Abs. 1 und 2 StGB Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr beträgt, handelt es sich dabei um Verbrechen im Sinne des § 12Abs. 1 StGB.
§ 306 Abs. 1 StGB benennt abschließend sechs Kategorien von Objekten, die Gegenstand einer Brandstiftung sein können. Der Gesetzgeber wählte diese aufgrund ihrer besonderen finanziellen, gesellschaftlichen oder volkswirtschaftlichen Bedeutung aus. Da die meisten der aufgeführten Begriffe dieses Katalogs allerdings eine große Bandbreite von Objekten umschreiben, sind sie angesichts der hohen Strafandrohung der Norm grundsätzlich restriktiv auszulegen. So ist beispielsweise § 306 Abs. 1 Nr. 6 StGB seinem Wortlaut nach bereits dann erfüllt, wenn jemand bewusst Grillgut verkohlen lässt. Eine Verurteilung wegen Brandstiftung wäre in einem solchen Fall jedoch unverhältnismäßig. Daher betrachtet die Rechtswissenschaft nur solche Gegenstände als taugliche Tatobjekte einer Brandstiftung, die einen bedeutenden Wert besitzen. Als Untergrenze veranschlagen Teile der Rechtslehre hierbei einen Wert von 1.000 €.
Das Tatobjekt muss für den Täter fremd sein, darf also nicht in seinem alleinigen Eigentum stehen. Aufgrund dieses Tatbestandsmerkmals ist in der Rechtswissenschaft umstritten, inwiefern § 306 StGB dem Schutz der Allgemeinheit dient. Einige Juristen vertreten die Auffassung, dass die Norm ausschließlich Eigentumsschutz bezweckt. Sie stützen sich darauf, dass die Erfüllung des Tatbestands voraussetzt, dass das Tatobjekt für den Täter fremd ist. Wollte der Gesetzgeber neben dem Eigentum auch die Allgemeinheit schützen, wäre diese Voraussetzung sinnwidrig. Dieser Auffassung halten andere entgegen, dass sich § 306 StGB im Abschnitt der gemeingefährlichen Straftaten befindet und mit zehn Jahren Freiheitsstrafe ein Höchststrafmaß vorsieht, das allein aus Gründen des Eigentumsschutzes unverhältnismäßig sei.
Ungeachtet dieses Streits besteht Einigkeit dahingehend, dass der Eigentümer der vom Brand betroffenen Sache in die Tat mit rechtfertigender Wirkung einwilligen kann. Strittig ist lediglich die dogmatische Herleitung dieser Einwilligungsmöglichkeit. Diejenigen, die in der Brandstiftung eine reine Qualifikation der Sachbeschädigung sehen, betrachten allein den Eigentümer, der über seine Rechtsgüter frei verfügen kann, als Opfer der Tat. Die Gegenauffassung, die durch § 306 StGB neben dem Eigentümer die Allgemeinheit vor den Gefahren einer Brandstiftung als geschützt ansieht, begründet die Möglichkeit der Einwilligung damit, dass diese einen Teil des Unrechts der Brandstiftung entfallen lässt. Das verbliebene Unrecht genüge nicht, um eine Brandstiftung anzunehmen.
Herbeiführen einer Brandgefahr §306f StGB
§ 306f StGB bestraft unterschiedliche Handlungen, die geeignet sind, eine Brandgefahr zu schaffen. Diese Norm wurde 1934 als § 310a anlässlich zahlreicher Waldbrände in das StGB aufgenommen. Sie stellt im Wesentlichen ein konkretes Gefährdungsdelikt dar.
§ 306f Abs. 1 StGB benennt mehrere Objekte, bei denen typischerweise eine hohe Brandgefahr besteht. Diese Objekte müssen für den Täter fremd sein. Daher lässt eine Einwilligung des Sacheigentümers die Strafbarkeit der Tat entfallen. Absatz 2 verzichtet auf das Erfordernis der Fremdheit, verlangt im Gegenzug allerdings, dass die Tat zu einer Gefährdung von Leib, Leben oder Eigentum von bedeutendem Wert führt. Absatz 3 stellt fahrlässiges Handeln des Täters unter Strafe, das in der Praxis häufiger als die vorsätzliche Tatbegehung auftritt.
Tätige Reue §306e StGB
Zwischen Versuch und Vollendung der Brandstiftung besteht in der Regel ein lediglich geringer zeitlicher Abstand. Daher besitzt der Täter nur für einen kurzen Zeitraum die Möglichkeit, vom Versuch der Tat mit strafbefreiender Wirkung zurückzutreten. Dies soll § 306e StGB kompensieren, der große Parallelen zur allgemeinen Rücktrittsvorschrift des § 24 StGB aufweist. § 306e StGB erlaubt dem Gericht, die Strafe zu mildern oder sogar auf eine Bestrafung zu verzichten, wenn der Täter freiwillig den Brand löscht, bevor dieser zu einem beachtlichen Personen- oder Sachschaden führt. Der Täter erhält hierdurch einen Anreiz, die mit einem Brand verbundenen Gefahren einzudämmen, wodurch mögliche Opfer geschützt werden.
Obwohl die Formulierung des § 306e Abs. 1 StGB dies nicht nahelegt, findet die Norm auch auf Teilnehmer Anwendung. Ob ein eingetretener Schaden erheblich ist, ist nach dem Wert des Tatobjekts zu beurteilen. Für ein Wohngebäude nahm die Rechtsprechung dies bei einem Schaden von 2.500 € an. Wird der Brand bereits ohne Zutun des Täters gelöscht, genügt es nach § 306e Abs. 3 StGB, wenn sich der Täter ernsthaft um eine Löschung bemüht.
Brandstiftung mit Todesfolge, $306 StGB
Bei § 306c StGB handelt es sich um eine weitere Erfolgsqualifikation der Brandstiftung. Sie besitzt eine Mindeststrafandrohung von 10 Jahren, womit sie das schwerste Brandstiftungsdelikt darstellt.
Strafe bei Brandstiftung mit Todesfolge, wenn Sie als Beschuldigter schuldig gesprochen werden:
“Verursacht der Täter durch eine Brandstiftung nach den §§ 306 bis 306b wenigstens leichtfertig den Tod eines anderen Menschen, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.”
Strittig ist, inwieweit der Täter für den Tod von Rettungshelfern verantwortlich gemacht werden kann. Die Vorläuferregelung des § 306c StGB erfasste diese Personen nicht, da er voraussetzte, dass sich das Opfer bei Begehung der Brandstiftung in den betroffenen Räumlichkeiten aufhielt. Die Neufassung der Norm verzichtet auf dieses Kriterium, sodass der Täter für den Tod von Helfern über § 306c StGB verantwortlich gemacht werden kann, wenn ihm dieser zuzurechnen ist. Dies ist beispielsweise möglich, wenn das Opfer die brennende Räumlichkeit in Unkenntnis des Brands betritt. Weiß das Opfer hingegen um den Brand, kann sein Tod dem Täter zugerechnet werden, wenn sein Eingreifen eine typische, nachvollziehbare und damit vorhersehbare Reaktion auf den Brand ist. Dies ist regelmäßig bei professionellen Einsatzkräften der Fall. Ausgeschlossen ist eine Zurechnung hingegen, wenn sich jemand in unvernünftiger Weise gefährdet, etwa weil Gefahr und Rettungszweck in keinem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.
Der Täter muss den Tod des Opfers leichtfertig verursachen, also in besonders fahrlässiger Weise. Dies ist der Fall, wenn er die sich aufdrängende Möglichkeit eines tödlichen Verlaufs aus besonderem Leichtsinn oder aus besonderer Gleichgültigkeit außer Acht lässt.
§ 306c StGB verdrängt auf Konkurrenzebene als schwerstes Delikt des Brandstrafrechts meist die übrigen Brandstiftungsdelikte. Ebenfalls verdrängt wird die fahrlässige Tötung nach § 222 StGB. Bei einer vorsätzlichen Tötung steht § 306c StGB in Tateinheit zu Mord (§ 211 StGB) und Totschlag (§ 212 StGB).
Aufklärungsquote bei Brandstiftung in Deutschland
Die polizeiliche Kriminalstatistik unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Tatbeständen der Brandstiftungsdelikte. Sie differenziert allerdings nach vorsätzlicher und fahrlässiger Begehung. Beide Formen der Begehung treten ungefähr gleich häufig auf. Die Aufklärungsquote für vorsätzliche Begehungen liegt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. 2015 wurden 35,1 % dieser Taten aufgeklärt. 2017 wurden 49,9% der Taten aufgeklärt. Die wertmäßig größten Schäden werden durch vorsätzlich begangene Taten verursacht.
Wie bereits weiter oben empfohlen, ist eine rechtlich kompetente und fähige Verteidigung an Ihrer Seite extrem wichtig bei diesem Vorwurf und insbesondere das Sie so schnell einen Anwalt oder eine spezialisierte Kanzlei beauftragen, damit Ihren Chancen auf Erfolg vor Gericht so hoch wie möglich sind.

References: § 306
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 § 306
 § 12

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 § 24
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 § 222
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