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Timestamp: 2019-06-20 02:25:16+00:00

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BAG, 08.03.1994 - 9 AZR 197/92 - dejure.org
https://dejure.org/1994,533
BAG, 08.03.1994 - 9 AZR 197/92 (https://dejure.org/1994,533)
BAG, Entscheidung vom 08.03.1994 - 9 AZR 197/92 (https://dejure.org/1994,533)
BAG, Entscheidung vom 08. März 1994 - 9 AZR 197/92 (https://dejure.org/1994,533)
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Mehrheitsgesellschafter - GmbH - Sozialplananspruch - Konzernleitungsmacht
Haftung des eine GmbH beherrschenden Unternehmensgesellschafters für deren Arbeitsentgeltrückstände bei qualifiziertem faktischen Konzern ("Stahlschutz")
ArbG Bremen, 02.05.1990 - 7 Ca 7089/89
ArbG Bremen, 13.12.1993 - II ZR 89/9
BAGE 76, 79
NJW 1994, 3244
ZIP 1994, 1378
MDR 1994, 1196
NZA 1994, 931
BB 1994, 2350
DB 1994, 1780
a) Die zu sichernde Forderung ist iSd. § 303 Abs. 1 AktG begründet, wenn sie als solche in dem Sinne entstanden ist, dass für ihr Entstehen der Grund gelegt ist (BAG 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - zu II 4 c der Gründe, BAGE 76, 79; 30. Juli 1996 - 3 AZR 397/95 - zu I 1 a aa der Gründe, BAGE 83, 356).
Der alleinige Kommanditist und alleinige Gesellschafter der Komplementär-GmbH einer Kommanditgesellschaft ist Unternehmer im konzernrechtlichen Sinne, wenn er sich auch anderweitig unternehmerisch betätigt (Fortführung der Senatsrechtsprechung im Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - AP Nr. 6 zu § 303 AktG, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Unerheblich ist in diesem Zusammenhang, daß der Beklagte als natürliche Person in Ausübung der Leitungsmacht die Konzernspitze gebildet hat (BGH Urteil vom 13. Dezember 1993 - II ZR 89/93 - AP Nr. 5 zu § 303 AktG = NJW 1994, 446; vom 29. März 1993 - II ZR 265/92 - "TBB" AP Nr. 2 zu § 303 AktG; erkennender Senat Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - AP Nr. 6 zu § 303 AktG, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Der bei einer selbständigen Gesellschaft in der Regel weitgehend vorhandene Gleichlauf der Interessen der Gesellschaft und ihrer Gesellschafter kann nicht mehr vorausgesetzt werden, wenn der Alleingesellschafter noch anderweitige unternehmerische Interessen verfolgt und diese durch seine Einwirkungsmöglichkeiten bei der abhängigen Gesellschaft durchsetzen kann (BAG Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - AP Nr. 6 zu § 303 AktG, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats genügt für die Annahme der konzerntypischen Gefahrensituation, daß der beherrschende Unternehmer Mehrheitsgesellschafter in wenigstens einer anderen Kapitalgesellschaft ist (vgl. BAG Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - aaO).
Es hat die neuere Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (…vgl. Urteile vom 13. Dezember 1993 - II ZR 89/93 - aaO …und vom 29. März 1993 - II ZR 265/92 - "TBB", aaO) zugrundegelegt, der sich auch der erkennende Senat anschlossen hat (vgl. BAG Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - aaO).
Kommt es dem nicht nach, ist das Vorbringen des Gläubigers gem. § 138 Abs. 3 ZPO zugestanden (BAG Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 -, aaO, zu II 2 der Gründe; BGH Urteil vom 13. Dezember 1993 - II ZR 89/93 - AP Nr. 5 zu § 303 AktG, zu 1 c der Gründe).
Voraussetzung dafür ist, dass die natürliche Person ihre unternehmerischen Interessen bei mehreren selbständigen Unternehmen als Allein- oder Mehrheitsgesellschafter verfolgen kann (BAG 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - BAGE 76, 79 = AP AktG § 303 Nr. 6 = EzA AktG § 303 Nr. 5, zu II 1 a der Gründe; 22. November 1995 - 7 ABR 9/95 - AP BetrVG 1972 § 54 Nr. 7 = EzA BetrVG 1972 § 54 Nr. 5, zu B II 1 a der Gründe).
In einem derartigen Fall kommt bei Vermögenslosigkeit der abhängigen GmbH eine Ausfallhaftung des herrschenden Konzernunternehmens in entsprechender Anwendung der §§ 303, 322 Abs. 2 und 3 AktG in Betracht (grundlegend BGH, JZ 1993, 575ff. im Anschluß an BGH, NJW 1986, 188ff.; NJW 1989, 1800ff.; BB 1991, 2173ff.; zur Folgerechtsprechung: BGH, NJW 1994, 446f; NJW 1994, 3288ff., 3289ff; NJW 1995, 1544ff, 1544f. sowie BAG, NJW 1994, 3244ff., 3245f.).
Vielmehr kommt es allein darauf an, ob die Konzernleitungsmacht so ausgeübt wird, daß sie keine angemessene Rücksicht auf die Belange der abhängigen Gesellschaft nimmt und der ihr dabei zugefügte Nachteil nicht durch Einzelmaßnahmen ausgleichsfähig ist (BGH, JZ 1993, 575ff., 578; so auch BAG, NJW 1994, 3244ff., 3245f. unter II.2. b.; vgl. auch Michalski/Zeidler, NJW 1996, 224ff., 225f. unter III.2.).
a) Zunächst sind Umstände dargelegt worden, die die Annahme zumindest nahelegen, daß bei der Untemehrnensfährung im Hinblick auf das Konzerninteresse die eigenen Belange der GmbH über bestimmte, konkret ausgleichfähige Einzeleingriffe hinaus beeinträchtigt worden sind (vgl. BGH, JZ 199 1, 574ff., 578; BAG, NJW 1994, 3244ff, 3246).
b) Nach den von dem Bundesgerichtshof entwickelten Grundsätzen der Darlegungs- und Beweislast hinsichtlich des eine konzernrechtliche Haftung auslösenden Sachverhalts hätte es vor diesem Hintergrund der Beklagten oblegen, nähere Angaben zu der Ausübung ihrer Leitungsmacht zu machen (BGH, JZ 1991, 575ff., 578f.; BAG, NJW 1994, 3244ff., 3246).
Wenn es unter diesen Bedingungen im Interesse der Unternehmensgruppe zu einer unzureichenden und die wirtschaftliche Lage des beherrschten Unternehmens beeinträchtigenden Entwicklung kommt, besteht für die Gläubiger der Schutzbedarf, um dessenwillen die aktienrechtlichen Vorschriften geschaffen wurden, die nach den Grundsätzen über die Durchgriffshaftung einen unmittelbaren Zahlungsanspruch gegen das letztlich haftende Unternehmen geben (BAG Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - BAGE 76, 79 = AP Nr. 6 zu § 303 AktG).
Es obliegt dann den Gesellschaftern, diese Anhaltspunkte durch substantiierten Vortrag auszuräumen (vgl. z.B. BAG 08.03.1994 - 9 AZR 197/92 - AP Nr. 6 zu § 303 AG).
Dass sei z.B. der Fall, wenn die Eröffnung des Konkursverfahrens mangels Masse abgelehnt worden sei (BAG 08.03.1994 aaO).
Der bei der tatsächlich selbständigen Gesellschaft regelmäßig vorhandene Gleichlauf der Interessen von Gesellschaft und Gesellschaftern ist nicht mehr ohne weiteres anzunehmen, wenn einer der Gesellschafter noch anderweitige unternehmerische Interessen als Mehrheitsgesellschafter einer anderen Gesellschaft verfolgt und diese Interessen durch seine Einflussmöglichkeiten bei der abhängigen Gesellschaft gegebenenfalls auch zu deren Lasten durchsetzen kann (…BGH-Urteil vom 29.03.1993, aaO.; BGH…, Urteil vom 13.12.1993, aaO.; BAG, Urteil vom 08.03.1994, aaO.).
Zumindest sprechen für die Annahme erhebliche Anhaltspunkte, die zu widerlegen seine Sache gewesen wäre (zur Verteilung der Darlegungs- und Beweislast im gegebenen Zusammenhang vgl. nur BAG, Urteil vom 08.03.1994, aaO.).
Er wandelt sich indes in einen unmittelbaren Zahlungsanspruch um, wenn die abhängige Gesellschaft überschuldet und die Eröffnung des Konkursverfahrens mangels Masse abgelehnt worden ist, diese ihre Gläubiger also jedenfalls nicht mehr vollständig befriedigen kann (BGH Urteil vom 11.11.1991 - II ZR 287/90 -, in: NJW 1992, 505 m.w.N.; BAG Urteil vom 08.03.1994, aaO.).
Unternehmen im konzernrechtlichen Sinne kann auch eine natürliche Person sein (BAG Urteil vom 8. März 1994 - 9 AZR 197/92 - AP Nr. 6 zu § 303 AktG, auch zum Abdruck in der Amtlichen Sammlung des Gerichts bestimmt; BGH Urteil vom 13. Dezember 1993 - II ZR 89/93 - NJW 1994, 446; BGH Urteil vom 29. März 1993 - II ZR 265/92 - AP Nr. 2 zu § 303 AktG;… Emmerich/ Sonnenschein, Konzernrecht, 4. Aufl., S. 44; Krieger, Münchener Handbuch des Gesellschaftsrechts, Bd. 4, Aktiengesellschaft, § 68 Rz 11;… Koppensteiner, Kölner Kommentar zum Aktiengesetz, 2. Aufl., § 15 Rz 32, m.w.N.).
Das setzt lediglich voraus, daß die natürliche Person ihre unternehmerischen Interessen bei mehreren selbständigen Unternehmen als Allein- oder Mehrheitsgesellschafter verfolgen kann (BAG Urteil vom 8. März 1994, aaO; BAG Urteil vom 1. August 1995 - 9 AZR 378/94 -, zur Veröffentlichung in der Fachpresse vorgesehen;… BGH Urteile vom 13. Dezember 1993 und 29. März 1993, jeweils aaO; K. Schmidt, NJW 1994, 447).
Bestehen eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses; Anspruch auf …
LAG Köln, 06.03.1998 - 12 Sa 1341/97
Inhalt einer zulässigen Berufungsbegründung; Anspruch auf Lohn bei Annahmeverzug …
LAG Hamm, 26.04.1995 - 14 (18) Sa 1394/94
Anspruch auf Weiterzahlung der Bezüge; Übergang der Arbeitsverhältnisse bei …

References: § 303
 § 303
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 § 303
 § 138
 BGH 
 § 303
 § 303
 § 303
 § 54
 § 54
 § 303
 § 303
 § 303
 BGH 
 BGH 
 § 303
 § 68
 § 15
 BGH