Source: http://www.zahnwissen.de/lexikon_sa-sm.htm
Timestamp: 2017-07-25 12:54:54+00:00

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Zahnwissen-Lexikon Sa - Sm
Sn - Sz Grafiken Zahnaufbau
engl.: Sabouraud's teeth, Moon's molars; französischer Hautarzt (1864-1938); brustwarzenähnliche Verdickung an der Innenfläche der ersten oberen Backzähne bei bei angeborener Syphilis.
Fournier-Zähne,
Hutchinson-Trias,
engl.: do. o. sucrase; im Speichel vorkommendes Enzym zur Spaltung des gewöhnlichen Zuckers in seine Hauptbestandteile Traubenzucker und Fruchtzucker.
engl.: do.;
erster industriell hergestellter
Süßstoff, C7H5NO3S; S. wird vom menschlichen Körper schnell aufgenommen und unverändert mit dem Urin wieder ausgeschieden (innerhalb von 24 Stunden sind 90% wieder eliminiert). Deshalb ist S. praktisch kalorienfrei und wie alle Süßstoffe auch für Diabetiker verträglich. Gegenüber Haushaltszucker (Saccharose) beträgt die Süßkraft von Saccharin das 450- bis 550-fache. Die Wirkung von Saccharin kann durch eine Säurezugabe verstärkt werden. In geringen Konzentrationen schmeckt Saccharin sehr süß. Bei hohen Dosen nimmt der Süßgeschmack jedoch stark ab und ein typisch bitter-metallischer Nachgeschmack entsteht. Spült man den Mund dann mit Wasser aus, so kehrt sich das Geschmacksempfinden wieder um und man nimmt einen sehr intensiven, süßen "Wasser-Geschmack" wahr. Die Süßkraft geht bei Temperaturen über 150 Grad Celsius verloren. Zucker, Zuckerersatzstoffe
http://www.assugrin.ch/ Sachleistung
engl.: benefit (payment) in kind; Schlagwortbezeichnung für den Kostenfluss in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei dem überwiegenden Teil der Leistungen: Die Gesetzliche Krankenkasse bzw. deren Versicherte schulden dem (Zahn-)Arzt nicht die Kosten einer Behandlung, sondern die medizinischen Leistungen werden über
Vertragszahnärzte den Versicherten zur Verfügung gestellt; es besteht für die Versicherten ein sog. Sachleistungsanspruch auf der Grundlage des BEMA. Hierfür wird von den Kassen die sog. Gesamtvergütung an die
kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZVen) gezahlt, welche diese Summe nach einem
komplizierten Schlüssel an ihre Vertragszahnärzte verteilt. Das Sachleistungsprinzip verpflichtet die Vertragspartner, eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschritts in zumutbarer Entfernung sicherzustellen (
Wirtschaftlichkeitsgebot).
Im Sachleistungssystem besteht ein Vertragsverhältnis zwischen Zahnarzt und Krankenkasse. Wer als Vertragszahnarzt arbeitet, muss die
bestehenden Verträge und
Richtlinien einhalten und deren Änderungen akzeptieren. Bei Nichtbefolgung drohen Disziplinarmaßnahmen bis hin zum Entzug der Zulassung.
Z.Zt. (2009) besteht eine 100%ige Sachleistung bei chirurgischen (z.B. Zahnziehen, Kieferoperationen) und konservierenden (z.B.Standard-Füllungen, Untersuchungen, Zahnsteinentfernung) Eingriffen; kieferorthopädische Behandlungen gelten als "Sachleistungen besonderer Art" und bedeuten prozentuale Zuzahlung der Kasse zu fest vereinbarten Gebühren (
BEMA). Zahnersatzleistungen ( Festzuschuss) sind ab 1.1.2005 eine reine Geldleistung.
Chip-Karte, Einzelleistungsvergütung,
Festzuschüsse,
Gesamtvergütung,
Vertragszahnarzt, Eigenbeteiligung/Zuzahlung bei Zahnersatz
engl.: experts inspection; nach der Röntgenverordnung alle 5 Jahre vorgeschriebene technische Prüfung der
Röntgeneinrichtung in der Praxis (sog. "Röntgen-TÜV")
für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen (SVR KAG), ab 2004 als Folge des
GMG mit neuer Bezeichnung: Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, engl. etwa: board of experts for the investigation of the development in the health service; aus Wissenschaftlern versch. Fachrichtungen bestehendes Beratergremium des Bundesgesundheitsministeriums für gesundheitspolitische Fragen. Der Sachverständigenrat hat die Aufgabe, im Abstand von zwei Jahren Gutachten (
http://www.svr-gesundheit.de/Gutachten/Uebersicht/Uebersicht.htm) zu erstellen und in diesem Rahmen: die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren, unter Berücksichtigung der finanziellen Rahmenbedingungen und vorhandenen Wirtschaftlichkeitsreserven Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen zu entwickeln, Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen, sowie
Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen. Rechtsgrundlage ist das SGB V, §142 .
Zeitgleich mit dem neuen Namen hat der Rat auch einen neuen Sitz angenommen: Rochusstraße 1, 53123 Bonn, http://www.svr-gesundheit.de
Sachverständiger , engl.: expert; Gutachter
engl.: saw model; zahntechnisches Arbeitsmodell zur Herstellung von Präzisionsarbeiten (Brücken, Inlays, Kronen). Das aus einem spez. Hartgips bestehende Modell besteht in der Grundform aus zwei Teilen: dem eigentlichen Sockelmodell und dem darauf in einem zweiten Arbeitsgang aufgegossenen Zahnkranz, welcher pro Zahn, auf dem die Restauration durchgeführt werden soll, mit konischen Metallstiften ("Modellstiften") - sog. Dowel pins - versehen wird. In einem weiteren Arbeitsschritt werden die mit Pins versorgten Gipszähne aus dem übrigen Zahnkranz herausgesägt und lassen sich jetzt einzeln (sog. Dowel pin Stümpfe) zur Bearbeitung aus dem Grundmodell herausnehmen.
Galvanostegie, Modell
die Elemente des Zahnkranzes bestehen aus einem hellbraunen Gips
Pfeilrichtung, lat.: sagitta = Pfeil, engl.: do.; anatomische Körperrichtung, nach dem Wortursprung her vom Rücken her Richtung Bauch bzw. von Hinten nach Vorn (Flugbahn, welche von einem auf den betreffenden Körper abgeschossenen Pfeil bestimmt wird). Entspricht häufig der horizontalen Ebene. In der ZHK z.B. verwendet bei der Ausdehnung des Kiefers in seiner Längsrichtung ("in sagittaler Richtung").
Sagittalebene, Zahnflächen
engl.: sagittal plane; Körperlängsachsen-Ebene "von hinten nach vorn" (s. Abb.). Steht senkrecht zur Frontal- und Transversalebene. Dabei teilt die mediane Sagittalebene (
Medianebene) den Körper bzw. Schädel in etwa zwei gleich große, spiegelbildliche Körperhälften ("links" u. "rechts") Körperebenen,
engl.: sagittal splitting; zu den Umformungs-Osteotomien zählende Durchtrennung von Knochen in sagittaler Richtung ( Sagittalebene); angewandt i.d.R. bei der operativen Beseitigung einer Progenie (mandibuläre Pro- oder Retrognathie); 1942 erstmals durch Schuchardt beschrieben und 1955 durch
Obwegeser modifiziert. Dieser Eingriff wird meist am aufsteigenden Ast des Unterkiefers - unter Variationen, z.B. nach Obwegeser-Dal-Pont - durchgeführt. Nach Durchtrennung und Mobilisation wird der Unterkiefer in die gewünschte Okklusion gebracht. Die Fragmente werden durch Schrauben oder Schraubenosteosynthese funktionsstabil fixiert.
Vereinzelt auch bei der Entfernung sehr ungünstig liegender (tief impaktierter) Weisheitszähne vorgeschlagen.
Als Komplikationen nach derartigen Eingriffen werden Sensibilitätsstörungen berichtet; diese scheinen bei Frauen und mit zunehmenden Alter stärker aufzutreten, stehen aber in keinem Verhältnis zu dem positiven funktionellen und kosmetischen Ergebnis.
Osteosynthese, Schlüsselschiene
Spirsäure, 2-Hydroxybenzoesäure; Grundsubstanz für die Herstellung von
Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin®). Wegen ihrer antimikrobiellen Wirkung u.a. als keimhemmender Zusatz in
Mundwässern.
http://www.seilnacht.com/Chemie/ch_salic.htm Salivation
Speichelfluss, Speichelsekretion, engl.: do.; die Absonderung von Speichel aus den Speicheldrüsen; einen verminderten Speichelfluss bezeichnet man als Xerostomie, einen vermehrten als Ptyalismus.
Gesundheitsentwicklung, (von lat. salus für Gesundheit, Wohlbefinden und von griechisch genesis für Geburt oder Ursprung), engl.: salutogenesis; durch den israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky in den 70er Jahren des letzten Jhds. eingeführter Begriff für eine neue Betrachtungsweise des Begriffes "Gesundheit" als Abgrenzung zu dem Begriff Pathogenese. So wird nach dem Salutogenese-Modell Gesundheit nicht als Zustand, sondern als ein mannigfaltiger Prozess verstanden.
Kochsalzfluoridierung, Speisesalzfluoridierung, engl.: salt fluoridation, fluoridation of table salt; heute gebräuchliche Art der systemischen u.
lokalen Fluoridzufuhr zur
Kariesprophylaxe; 1955 in der Schweiz eingeführt: einem handelsüblichen Speisesalz werden etwa 250 mg/kg Salz einer Fluoridverbindung (meist in Form von Natrium- oder
Kaliumfluorid) beigemischt. Bäckereien, Lebensmittelindustrie, Restaurants und Kantinen dürfen derart angereichertes Salz nur mit besonderer Genehmigung verwenden. Da der tägliche Kochsalzbedarf jedes Menschen ab dem 3. Lebensjahr gewichtsabhängig ähnlich ist (die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt für Erwachsene einen oberen Richtwert von sechs Gramm Kochsalz pro Tag an), lässt sich die tägliche Fluoridaufnahme gut dosieren, eine Vergiftung durch Überdosierung ist bei einem normal veranlagtem Menschen ausgeschlossen. In Deutschland seit 1991 erlaubt*) und überwiegend in der Kombination mit Jod angeboten. Sie gilt als sinnvoller Baustein der Kariesprophylaxe. Mit 69 Prozent Marktanteil ist fluoridiertes Jodsalz das meistgekaufte Haushaltssalz (2008). Weltweit ging man 2011 davon aus, dass ca. 300 Millionen Menschen (davon in Europa ca. 80 Mil.) diese Präventionsform regelmäßig benutzen
Nebenstehendes Dosierungsschema wird heute (2009) von den Fachleuten präferiert. Dieses Schema gilt vorbehaltlich einer Fluoridanamnese.
Untersuchungen belegen eindeutig, dass Speisen, die mit fluoridiertem Speisesalz zubereitet wurden, bis zu 30 Minuten zu einer signifikanten Erhöhung des Fluorids im sog. Mischspeichel (natürlicher
Speichel + aufgelöstes fluoridiertes Kochsalz aus den Speisen während des Kauakts) führen. Diese Wirkung entspricht der wie nach der gründlichen Zahnreinigung mit einer fluoridierten Zahnpasta. Ohne diese Supplementierung beträgt die Fluoridkonzentration unter fluoridarmen Lebensbedingungen (keine fluoridierte Zahnpasta, kein angereichertes Speisesalz usw.) im Mittel nur 0,02 mg/l. Ebenfalls lässt sich dieser Wert durch eine
systemische Fluoridzufuhr (Tabletten) nur unwesentlich erhöhen. Nur wenn die Kinderzahnpflege nicht mit fluoridhaltiger Zahnpasta erfolgt und kein fluoridiertes Speisesalz verwendet wird, sollten Fluoridtabletten nach den Dosierungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) verabreicht werden. Darüber hinaus sollten Fluoridtabletten als Arzneimittel nur auf Rat des Arztes und nach Erhebung einer Fluoridzufuhranamnese eingenommen werden.
*): Damit fluoridiertes Speisesalz in Deutschland hergestellt und vertrieben werden kann, ist eine Ausnahmegenehmigung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) erforderlich, welche derzeit bis 2011 gilt. Darin ist festgelegt, dass pro kg Speisesalz 250 mg Kalium- oder Natriumfluorid zugesetzt werden dürfen. Nach wie vor darf das als Jodsalz mit Fluorid im Lebensmittelhandel erhältliche Salz aber nur in Haushaltspackungen hergestellt und vertrieben werden. In Mensen und Kantinen ist der Einsatz von Fluoridsalz bereits auf Basis einer Ausnahmegenehmigung des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erlaubt, in der Gastronomie hingegen nicht.
Fluoridanamnese,
Fluoride: Wirksamkeit verschiedener Applikationsformen,
Lebenszeitkosten der Karies unter Einfluss von Fluoridprophylaxe o.
©: www.zahnheilkunde.de
Fluoridiertes Speisesalz spielt eine entscheidende Rolle bei der Fluoridversorgung der Zähne
starker DMF-T Rückgang in ausgewählten Ländern SAM Artikulator
Produkt der SAM Präzisionstechnik GmbH, München; auch Abk.: von Schul-Artikulator-München; zu den halbindividuellen (laterale und protrusive Bewegungen) Artikulatoren gehörendes Hilfsmittel vom Arcon-Typ
Sammelabformung ; Fixationsabformung, Überabformung Sandarak
Harz des in Nordafrika heimischen Zypressengewächses Sandarak (Resina sandaraca); im Aussehen dem nahe verwandten Lebensbaum (Thuja) ähnelnd. Gelegentlich als Bestandteil von Komposites-Abdruckmassen; historisch: zur Blutstillung in Alveolen.
Sandstrahlpräparation ; Pulverstrahlgeräte
Sandwichabformung , engl.: sandwich impression (two phase impression); andere Bezeichnung für eine einzeitige Zweiphasenabformung
Verschluss einer Kavität mit zwei miteinander verträglichen plastischen Füllungsmaterialien, z.B. als untere Füllungsteil wegen der guten Dentinhaftung mit einem Glasionomerzement (GIZ) und darüber wegen der guten Ästhetik mit einem
Komposite. Nicht zu verwechseln mit der Sandwichtechnik.
Sandwich-Osteoplastik , Sandwich-Plastik; engl.:
sandwich-osteotomie; Augmentation, Einlagerungsosteoplastik
Sandwichschiene
zu den Äquilibrierungsschienen zählender Aufbissbehelf. Eine nicht eingeschliffene (Miniplast-)Schiene wird schrittweise durch Auftragen von kalthärtendem Kunststoff im Mund in eine
Schichttechnik, Mehrschichttechnik, Schichtverfahren, Inkrementtechnik; engl.: laminating; gebräuchliches Vorgehen beim Legen einer größeren Komposite-Füllung zur Qualitätsverbesserung: das Material wird nicht auf einmal in die Kavität, sondern in Schichten eingebracht und jeweils polymerisiert, um so eine
materialbedingte Schrumpfung so gering wie möglich zu halten. Ein hoher Anteil gebundener Oberfläche (C-Faktor) durch die Kavitätenwände erhöht die Gefahr des Adhäsionsverlustes durch Schrumpfungskräfte und fördert dadurch eine
Randspaltbildung und Zahnwandfrakturen.
Weiter lassen sich mit derartigen Techniken unter Verwendung von verschieden gefärbten und/oder lichtdurchlässigen Keramik- oder Kunststoffmassen (Sandwichfüllung) die natürlichen Gegebenheiten eines Zahnes imitieren. Anwendung direkt im Mund beim Legen von zahnfarbenen Füllungen (i.d.R. mit
Komposites) oder im Dentallabor bei der Anfertigung von Kunststoff- oder Keramikverblendungen.
C-Faktor,
Lichtkeil,
Polymerisationsschrumpfung, Sandwichfüllung,
engl.: sanguinarine; Alkaloid, welches aus dem kanadischen Blutwurz (Sanguinaria canadensis) gewonnen wird und plaquehemmende Eigenschaften besitzen soll. S. ist ein Hemmstoff der Acetylcholinesterase; in hohen Dosen hat es strychninartige Eigenschaften. Gelegentliche Verwendung in Zahnpasten und
Mundspüllösungen. Da in den handelsüblichen Präparaten neben S. in der Regel auch
Zinkverbindungen enthalten sind, ist keine eindeutige Aussage darüber zu treffen, ob dem S. allein die behauptete Wirkung zukommt.
Gebisssanierung; engl.: dental sanitation; Oberbegriff für die Durchführung aller zahnärztlich notwendigen Maßnahmen (Extraktionen,
parodontologische Maßnahmen usw.) in einem (dringend) behandlungsbedürftigen Gebiss.
Begriff auch noch gebraucht im Zusammenhang mit der umstrittenen Lehre von den
Herderkrankungen: So spricht man von einer Herdsanierung, wenn alle potentiellen Herde - meist chirurgisch - entfernt werden.
Unter Sanierungsgrad versteht man das Verhältnis gefüllter (oder überkronter) Zähne zu kariösen oder/und ungefüllten Zähne in einem Gebiss.
Trotz der insgesamt rückläufigen Anzahl kariöser Läsionen bei Kindern gibt es eine Gruppe von Kindern mit überdurchschnittlich hohem Kariesbefall. Die Behandlung dieser "Problemkinder" muss innerhalb mehrerer oder sehr langer Sitzungen erfolgen, was häufig nicht toleriert wird bzw. durchführbar ist. Eine Alternative stellt die umfassende, einzeitige Therapie in Allgemeinnarkose dar. Anschließend müssen aber unbedingt andere Therapiemaßnahmen ergriffen werden (Ernährungslenkung,
Angstabbau), da zahnärztliche Behandlungen nicht zeitlebens in Allgemeinbetäubung erfolgen können.
erhaltungsfähig vs. erhaltungswürdig, Narkose,
Gebiss bei einem 20-jährigen.
Patient erschien in der
Praxis, um sich die
bleichen zu lassen.
desolates Gebiss Sapientes , dentes sapientes , vom lat. sapiens = weise; Weisheitszähne
Saporimetrie , Gustometrie, engl.: saporimetry; Geschmacksmessung der geringsten schmeckbaren Menge einer Substanz mit chemischen oder elektrischen Methoden. Geschmack,
http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/03/03H157/t2.pdf Sargenti-Methode
engl.: Sargenti's (N2) method, N2 method of Sargenti; spezielles, heute wenig gebräuchliches Verfahren im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung mit einer Formaldehyd-enthaltenen Paste. Sie beruht auf der Annahme, dass es nur einem Gas möglich ist, alle Verzweigungen des Wurzelkanalsystems zur Abtötung von Keimen zu erreichen. Benannt nach dem Zahnarzt Dr. Angelo Sargenti (Locarno, CH, *1917 - †1999), welcher 1948 in Zürich unfangreiche klinische Untersuchungen über N2 durchführte.
Die Merkmale der Sargenti-Methode sind (nach Dr. Teeuwen in DZ 1/2014):
- WKB in einer Sitzung wird angestrebt (bei VitE kein Problem; bei avitalen Zähnen mit Zurückhaltung – bei Letzterem auf jeden Fall in gleicher Sitzung vollständige WK. Alternativ in einer Sitzung mit Abschluss Schrödersche Lüftung. Die Lüftung umfasst nach Sargenti ein breiteres Anwendungsspektrum: Prophylaxe von Schmerzen bei der WKB von avitalen Zähnen in einer Sitzung und nach Überfüllung einer VitE – ansonsten aber auch zur Therapie von Schmerzen)
- Laut Dr. Sargenti ist eine Pointverdichtung der WF nicht nötig. Die WF sieht dann aber auf der Röntgenaufnahme besser aus." N2, Wurzelkanalbehandlung
SÄT , Säure-Ätz-Technik, Schmelzätzung, Schmelzätzverfahren, Adhäsivtechnik
engl.: saddle implant; Bezeichnung für eine spezielle Implantatart mit zusätzlichen seitlichen Halteelementen ("Satelliten") auf der Knochenoberfläche, welche eine sofortige Belastbarkeit ermöglichen soll. Bei der an der
Abteilung Zahnärztliche Chirurgie der Universität Göttingen entwickelten Methode werden die Aufbauteile des Zahnersatzes - das Zentralimplantat - über Mikroplatten, die unterhalb des Zahnfleisches verlaufen, auf dem Knochen zusätzlich verankert und so seitlich stabilisiert; bisher ohne Langzeiterfahrung.
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/63308/ Sattel
engl.: denture saddle; Prothesensattel, 1.) Schlagwortbezeichnung für einen Prothesenteil, welcher einen Bezirk des Kiefers mit künstlichen Zähnen versorgt; der Teil einer Prothese, welcher dem unbezahnten Kiefer aufliegt. Je nach Lückensituation spricht man von einem Freiendsattel oder Schaltsattel (s. Abb.)
2.) interdentaler, auch: Col: ist eine Verschmelzung des Saumepithels zweier Nachbarzähne; Bezeichnung für den unter dem
Kontaktpunkt liegenden Teil der Interdentalpapille, welche in transversaler Ebene einen sattelförmigen Einzug aufweist. Form und Ausdehnung werden durch den
Interdentalraum bestimmt; das Epithel ist nicht verhornt.
Sattelbrücke , engl.: full ridge lap bridge; Brückenglied
Sattelfüllung ; MOD-Füllung
engl.: saddle-shaped nose; Einsenkung des Nasenrückens bedingt durch eine mangelhafte Abstützung der tragenden Nasenscheidewand. Derartige Formveränderungen können angeboren oder erworben sein. Bei größeren deformitäten kann hierdurch die Nasenatmung stark beeinträchtigt sein. Recht gute Erfolge mit einer Nasenplastik in Verbindung mit einem Knorpeltransplantat. Abbildung
Sphenoidalwinkel; Maß für die die Größe der
Schädelbasisknickung. Gebildet aus den Punkten
Nasion, Sella und
Basion (= zentraler Sattelwinkel). Bedingt durch seinen aufrechten Gang hat der Mensch die größte Schädelbasisabknickung (Winkel zwischen 90° u. 116°)
Sauer Notverband
nach dem Berliner ZA Carl Sauer (1835-1892) benannte Notschienung zur vorübergehenden Ruhigstellung eines
Kieferbruchs. Eine im Mund grob angepasste stabile Drahtschiene wird mittels Ligaturen an den Zähnen eines Kiefers befestigt.
Prothesensauger, "Gummisauger", Rauhe-Sauger, engl: (vacuum) suction cup ; etwa Fingernagel-großes Gummiplättchen an der Unterseite einer
Oberkiefer-Vollprothenen-Basis zur Verbesserung des Prothesenhalts. Die früher in schwierigen Fällen übliche Anwendung gilt heute wegen besserer Abdruckmethoden, augmentativen Aufbauten, Implantaten,
Haftcremes usw. als obsolet. Dies besonders deshalb, weil die nur punktuellen Kräfte des S. zu starken
Resorptionen (Saugerimpressionen bis hin zum Durchbruch des Gaumendaches) am Kieferknochen führen.
Ohne dieses gummiartige Hilfsmittel kommt die sog. Saugkammer aus: es wird in die Gaumenbasis einer OK-Vollprothese ein Hohlraum eingearbeitet, welcher den Unterdruck erhöhen soll. Ebenfalls
obsolet, da die Gaumenschleimhaut in diesen Hohlraum wuchern kann.
Saughaftung ; Halteelemente (Vollprothese)
Zahnkeimosteomyelitis,
engl.: osteomyelitis in infants; hauptsächlich von Streptokokken ausgelöste Knochenmarkentzündung mit nicht vollständig geklärtem Infektionsweg; auch isoliert am Oberkiefer mit Sequestrierung von Zahnkeimen auftretend; primär hämatogene Ausbreitung durch Keimeinschwemmung aber auch durch kleine Verletzungen in der Mundhöhle möglich. Eine
antibiotische Therapie muss schnell begonnen werden, bevor sich Eiter als Zeichen von Nekrosen entwickelt, welche dann zu einer Zahnkeimschädigung/-verlust und Wachstumsstörungen mit Deformierungen des Oberkiefers und Gesichtsasymetrien führen können.
http://osteomyelitis.universimed.com/ Saugspülung
spez. Form einer Wurzelkanalspülung: mittels einer Doppelstromkanüle wird der
Wurzelkanal gespült und die austretende Spülflüssigkeit mit derselben Kanüle gleichzeitig abgesaugt
"Verbindung" der Gingiva mit dem Zahn, Verbindungsepithel,
engl.: dental or gingival epithelium; kragenförmige Verwachsung des Mundhöhlenepithels mit dem aus der Zahnschmelzbildung stammenden Epithelresten des Schmelzorgans. Während das sichtbare Gingivaepithel (= äußeres oder orales Saumepithel) verhornt, geht es am Zahnfleischrand in das innere Saumepithel unter Bildung einer 1-2 mm tiefen Rille (Sulkus, "Zahnfleischtasche") über und bildet mit dem Zahn durch den sog. Epithelansatz eine für den Körper "dichte" Verbindung (
dentogingivaler Verschluss), welche keine Mundhöhlenbakterien in das Körperinnere eindringen lässt. Dabei sind die S.-Zellen über sog. Hemidesmosomen (punktförmiger fester Haftkomplex) mit der dem Zahn adhäsiv aufliegenden Basallamina verknüpft.
Bei Erkrankungen des Zahnhalteapparates (
Parodontitis marginalis) erfolgt eine Umwandlung des S. in das Taschenepithel
dentogingivaler Verschluss, Gingiva,
Gingivitis, Parodontalbehandlung, Sulkus,
Schmelzorgan, Taschenboden, Zahnfleischtasche
Säure-Ätz-Technik, SÄT; Adhäsivtechnik
Sulkus-Blutungs-Index, engl.: sulcus bleeding index; 1971 von Mühlemann vorgestellter Index, der die Sondierungsblutung (aus der
Zahnfleischtasche) in 6 Stufen unterteilt und zusätzlich die Schwellung und Rötung des Zahnfleischs beurteilt.
Der modifizierte Sulkus-Blutungs-Index bestimmt nur die Taschenblutung mit JA oder NEIN. Folgende Grade werden definiert:
Grad 0 = keine krankhaften Zustände: Keine
Entzündung, keine
Grad 1 = keine sichtbaren Veränderungen des
Zahnfleischs, diskrete
Grad 2 = Rötung des Zahnfleischs, aber (noch) keine Schwellung, Blutung bei Sondierung
Grad 3 = Rötung des Zahnfleischs und leichtes Zahnfleischödem,
Grad 4 = Farbveränderung der
Gingiva mit auffälliger Schwellung, leicht produzierbare Blutung bei Sondierung
Grad 5 = deutliche Schwellung und Farbveränderung des
Zahnfleischs, u.U. auch
Mundgeruch, starke
Blutung bei Sondierung, auch Spontanblutungen
1975 von Saxer und Mühlemann weiterentwickelt zum sog. Papillen-Blutungs-Index
In jüngerer Zeit taucht in der Literatur vermehrt der "Interdentale Blutungs-Index" IBI, engl.: (Eastman) interdental bleeding index (EIB) auf. Die Messpunkte liegen hier in den Zahnzwischenräumen (mesial und distal des Zahnes; gemessen wird mit einem hölzernen Interdentalkeil), mit dem Hintergrund, dass diese Bereiche von der normalen Mundhygiene nur schwer zu erfassen sind und dass an diesen Stellen viele entzündliche Zahnfleischerkrankungen ihren Ursprung haben. BOP,
CPITN, Gingiva-Index,
Periodontal Disease Index Scaler
engl.: do.; abgeleitet von dem engl. Ausdruck für einen Fischschuppenentferner; hakenförmiges, dreikantiges Instrument zur Reinigung (
Scaling) der Zahn(wurzel)oberfläche.
Hirschfeld Feile, Parodontitis, Scaling, Ultraschallgeräte, Zerfing Meißel
"Abkratzen", "Abschaben", wesentlicher Bestandteil einer
Kürettage, engl: do.; Reinigung der Zahnoberfläche (vorwiegend der freiliegenden Wurzeloberfläche in der Zahnfleischtasche) von Belägen, Biofilm,
Konkrementen und
Zahnstein im Rahmen einer
Parodontalbehandlung, meist mit speziell geformten und geschärften Handinstrumenten (Scalern, Tomkinsfeilen), in den letzten Jahren vermehrt auch mit Geräten auf Ultraschallbasis. Im Anschluss daran erfolgt i.d.R. eine Glättung der Wurzeloberfläche
Full Mouth Desinfection,
Lasereinsatz in der Zahnheilkunde, Oraqix, Parodontalbehandlung, Parodontitis, Scaler,
SCANORA ®
Scanora-Schichtgerät; von der finnischen Firma Soredex entwickeltes Röntgengerät, das neben der klassischen
Panoramaschicht über diverse Zusatzprogramme zur Darstellung des gesamten Gesichtsschädels verfügt ("Spiral-Tomographie"). Dadurch sind transversale Schichtaufnahmen (TSA) möglich, die vorher nur mit großen klassischen Schichtgeräten angefertigt werden konnten. Inzwischen (2009) durch die Geräte
CRANEX® u. SCANORA® 3D ersetzt.
Schachtelbiss
engl.: interlocking bite; Bezeichnung für den
genetisch vorgegeben oder während der Embryonalentwicklung entstanden Deckbiss nach Angle, Klasse II,2. Wenn im Oberkiefer des Neugeborenen kein inzisales Plateau, sondern nur eine Kante besteht, so ist der Unterkiefer hinter dieser Kante vom Oberkiefer bedeckt.
Cranium, engl.: cranium, skull; Bezeichnung für den knöchernen Teil des Kopfes mit grober Unterteilung in Hirnschädel mit Schädelbasis und Gesichtsschädel.
Basalbogen, Gesicht, Glabella, Mandibula, Maxilla, Zungenbein
Video: Schädelentwicklung
Schädelbasislänge, hintere (SBa); Strecke zwischen Nasion u. Basion; http://homepage.mac.com/
Schädelbasiswinkel ; Sattelwinkel ; http://homepage.mac.com/
Schadenersatz , engl.: damages; Behandlungsfehler, Haftung
engl.: shank; der Teil eines rotierenden Bohrinstrumentes, welcher in das Bohrgerät eingesetzt wird. In der ZHK sind zwei Schaftsysteme gebräuchlich:
glatter Schaft (sog. FG-Schaft; FG = friction grip), welcher in ein selbstspannendes Bohrgerät eingesetzt wird und hauptsächlich bei hochtourigen Systemen ( Turbine) Verwendung findet (Schaftdurchmesser ist genormt und beträgt 1,6 mm),
Ringnut-Schaft (sog. Winkelstück-Schaft, RA-Schaft, RA von engl.: right-angle) zum formschlüssigen Einsetzen und meist manuellem Verriegeln in ein Bohrgerät.
Der Begriff "Schaft" steht auch für den Übergang zwischen Griff und Arbeitsteil bei Handinstrumenten
Schaftlochbohrer
engl.: hollow drill ?, dem Trepanbohrer ähnliches, genormtes Fräsinstrument mit einer Längenmarkierung und Innnenkühlung zur Schaffung eines Implantatbetts (sog. "Schaftlochfräsung"); Explantationsbohrer,
Trepanbohrer,
Schalenzahn
Muschelzahn, Schalenzähne, engl.: shell tooth (teeth); bei der Dentinogenesis imperfecta auftretende Zahnfehlbildung mit weitem
Pulpencavum, unvollendeter Wurzelbildung und großem Foramen apicale
Schaltlücke , engl.: interdental space; Zahnlücke, welche beiderseits durch natürliche (eigene) Zähne begrenzt ist. Abb. unter Schaltprothese; Freiendlücke, Wild-Klassen
engl.: interdental insertion prosthesis;
Teilprothese, welche ausschließlich Schaltlücken versorgt. Der Gegensatz ist eine Freiendprothese, wo an einer Lückenseite keine eigenen Zähne mehr stehen. Weiter sind auch kombinierte Konstruktionen vorhanden, wenn eine Seite des Kiefers eine
Freiendlücke und die andere ein
Schaltlücke (oder mehrere Schaltlücken) aufweist (s. Abb.).
Stützfeld,
Schaltsattel
, engl.: interdental saddle;
Prothesensattel in einer
Schaltlücke, Abb. unter Schaltprothese; Freiendsattel
durch hämolysierende Streptokokken verursachte akute Kinder-Infektionskrankheit. Die durch Tröpfcheninfektion übertragene Krankheit äußert sich u.a. im Mund-Rachenraum durch einen tiefroten Rachen mit geschwollenen Gaumenmandeln (Scharlach-Angina), worauf später fleckige weißliche Beläge auftreten. Die submandibulären
Lymphknoten sind angeschwollen, es treten teils erhebliche Schluckbeschwerden auf. Nach Ablösen der zunächst weißlichen Beläge auf der Zunge erscheint diese glänzend rot mit stark sichtbaren Geschmacksknospen; es zeigt sich das Bild der Erdbeer- oder Himbeerzunge.
Drehpunkt der Kiefergelenke,
Interkondylarachse,
Rotationsachse,
engl.: hinge axis, intercondylar axis; virtuelle Achse, um welche sich die Gelenkköpfe des Unterkiefers bei dessen Öffnung und Schließung drehen (= Rotationsbewegung, Scharnierbewegung); dem Unterkiefer zugeordnete, ortsfeste Drehachse bei Öffnungs- und Schließbewegung des Unterkiefers. Wegen der Besonderheiten des Kiefergelenks (Dreh- und Gleitbewegung, sog "Kombinationsgelenk" ist die S. messtechnisch sehr schwer einzuordnen und zu ermitteln - so wird kaum ein anderer Messpunkt in der Literatur so verschieden angegeben. Eine kombinierte Röntgen-Schablonen-Technik liefert zwar eine gute Lage der S., ist aber technisch sehr aufwendig.
Befindet sich der Unterkiefer im geschlossenen Zustand in einer rückwärtigen Position, so erfolgt für die ersten 20 mm der Mundöffnung aus der sog. Zentrik heraus vorwiegend eine Drehbewegung um die S.; bei weiterer Öffnung kommt verstärkt eine zusätzlich Gleitbewegung hinzu (Kombinationsöffnung). Die normale Mundöffnung beträgt bei Frauen zirka 45 mm, bei Männern etwa 50 mm.
Man kann die S. mit Hilfe eines sog. Übertragungsbogens am Patienten ermitteln und diese Werte beim Einsetzen der ausgegossenen Abdruckmodelle in einen
Artikulator zur individuellen
Rekonstruktion der Kiefergelenkssituation zugrunde legen.
Je nach Bestimmung der S. wird unter schieden in:
arbiträre Scharnierachse , engl.: arbitrary hinge axis
durch mittelwertig bestimmte Bezugspunkte angenäherte Achse
horizontale Scharnierachse, engl.:
transverserse horizontal (hinge) axis
virtuelle (horizontale) Drehachse, um welche sich die Kiefergelenksköpfchen (Kondylen) beim Öffnen und Schließen drehen
terminale Scharnierachse , engl.: terminal hinge axis
in erzwungener Rückwertsstellung des Unterkiefers ("Retrallage") bestimmte Drehachse. Der Begriff gilt heute als veraltet und wird dem Ausdruck "zentrische Scharnierachse" gleichgesetzt. Die Abk. TSR steht für "terminale Scharnierachsenrelation"
zentrische Scharnierachse , engl.: centric hinge axis
in zentrierter Stellung der Kieferköpfchen in der Gelenkgrube ermittelte Achse bei rein rotatorischen Öffnungs- und Schließbewegungen
Die Scharnierachsenbahn (engl.: path of the hinge axis) beschreibt eine dreidimensionale Bewegung der S. im schädelbezogenen Koordinatensystem.
http://www.oldenburk.de/files/das_kiefergelenk_ist_nicht_einfach_eine_kugel.pdf Der Scharnierachsenpunkt ist der gedachte Durchtrittspunkt der Rotationsachse des Kiefergelenkes durch die Haut.
Achspunkt, arbiträr, Arthrographie,
Bennet-Bewegung, Biss,
Gelenkbahn,
Kondylenachse,
Kondylenbahnwinkel,
Okkludator,
Öffnungskurve,
Protrusionsbahn,
Übertragungsbogen,
Unterschied zwischen S. und
Scharnierschiene , Kappenschiene Schatten ; in der Medizin gebr. Abk. für eine Verschattung (= helle Bezirke, z.B. durch Metall bedingt) auf dem Negativ-Röntgenbild
1.) südd. Ausdruck für die mittleren oberen
Schneidezähne, besonders dann, wenn diese im Verhältnis zu den seitlichen Schneidezähnen überproportional groß sind.
2.) Schaufelzahn, Schaufelzähne, engl.: shovel-shaped incisor(s); mongolisches Rassemerkmal, welches bei Chinesen, Eskimos-Aleuten und der Urbevölkerung Nordamerikas vorkommt und auf eine gemeinsame Abstammung hinweist. Diese Zähne zeigen ein ausgeprägtes palatinales (zum Gaumen hin) Relief mir ausgeprägten Randleisten, welches an eine Schaufel erinnert.
http://www.uic.edu/,
http://www.um.u-tokyo.ac.jp/ (beide Links sind sehr ausführlich, gehen auch auf andere ethnische Merkmale ein, in Englisch)
Scheibenschliffpräparation
Scheibenschnittpräparation, engl.: slice-cut preparation; Abschrägung einer approximalen
Präparation mittels diamantierter Scheiben bei einer Gussfüllung im Sinne einer Schmelzanschrägung. Dabei wird weitestgehend auf die sonst übliche Kastenpräparation verzichtet. Aus Retentionsgründen ist ein okklusaler
Schwalbenschwanz erforderlich. Nicht anwendbar bei Keramikrestaurationen. Häufig nicht eindeutig definierte Präparationsgrenze.
Abschrägung, bevel enamel, Präparation,
Scheibenschützer, engl.: disc protection; spezielle, metallische Schutzvorrichtung am Hand- und Winkelstück zum Schutz der Weichteile (Zunge, Wange) beim
Präparieren mit scheibenartigen Instrumenten (z.B. einer Diamantscheibe; s. Abb.)
Scheinarznei , Placebo
Scherbchen , Scherbe, veraltete Bez. für einen Zahnkeim Zahnscherbchen
Scherbencobalt ,
Arsenum metallicum, Fliegenstein, "schwarzes Arsenik", das in der Natur vorkommende metallische Arsen Arsenik
Psalidontie, Psalidodontie engl.: scissors-bite; Überbiss der oberen Schneidezähne von mehr als einem Drittel über die unteren beim Abbeißen. Gilt als "normal" bei europäischen Rassen. Kann bei stärkerer Ausprägung in einen Tiefbiss übergehen.
nichttragender Höcker,
engl.: non-centric or non-supporting cusps, "shears"; die Höcker von Seitenzähnen, welche bei normalen Kieferverhältnissen (eugnather Verzahnung) nicht auf die entsprechenden
Kauflächenbezirke (Grübchen,
Randleiste) des Antagonisten beißen. Sie befinden sich im Oberkiefer auf der bukkalen, im Unterkiefer auf der lingualen Zahnseite; Gegenteil: Stampfhöcker oder Arbeitshöcker
ABC-Kontakte,
Höckerschutz, Stampfhöcker
Scheu Klammer ; Bonyhárd-Klammer
Schichtaufnahmeverfahren, Röntgenschichtaufnahme, engl.: tomogram; Bezeichnung für eine Röntgenaufnahmetechnik, welche einzelne, verschieden "tiefe" Schichten eines Körperteils darstellt (sog. Planigraphie). Im Gegensatz zur "normalen" Röntgentechnik, bei welcher alle dreidimensionalen Strukturen zweidimensional auf eine Filmebene projiziert dargestellt werden (sog. "Überlagerungsaufnahme"; Summationseffekt), werden durch die Computertomographie (CT) und die Verwischungstomographie weitere Strukturen wiedergegeben oder größere Gebiete auf einem Film dargestellt. Dabei wird der Untersuchungsbereich in Querschnittbildern aufgenommen. Daraus erstellt z.B. der Rechner bei der CT zwei- oder dreidimensionale Bilder des gesamten Aufnahmebereiches.
In der ZHK wird hauptsächlich die Rotationstomographie - Panoramaschichtaufnahme - angewandt.
Statt Röntgenstrahlen werden bei der Kernspinresonanz-Tomographie Magnetfelder eingesetzt. bildgebende Verfahren, Transversale Schichtaufnahme, Tomographie,
Schichttechnik, Schichtverfahren, "Schichten"; engl.: laminating; Sandwichtechnik
Schiedsamt-Verfahren (§ 89 SGB V), Schiedsamt, engl.: arbitration proceedings; Möglichkeit eines flexiblen und zeitsparenden Interessensausgleichs zwischen den Vertragspartnern im gesetzlichen Gesundheitswesen um einen vertragslosen Zustand zu vermeiden. So heißt es in §89, 1 des SGB V: "Kommt ein Vertrag über die vertragsärztliche Versorgung ganz oder teilweise nicht zustande, setzt das Schiedsamt mit der Mehrheit seiner Mitglieder innerhalb von drei Monaten den Vertragsinhalt fest. .... Kommt bis zum Ablauf eines Vertrages ein neuer Vertrag nicht zustande, setzt das Schiedsamt mit der Mehrheit seiner Mitglieder innerhalb von drei Monaten dessen Inhalt fest."
Derartige Verfahren werden vor Schiedsämtern geführt, die paritätisch mit Vertretern der (Zahn-)Ärzte und Krankenkassen sowie drei unparteiischen Mitgliedern besetzt sind. Schiedsämter werden auf Landesebene und auf Bundesebene gebildet. Die Schiedsämter können die gesamten Vertragsinhalte festsetzen, insofern haben sie die Befugnisse der Vertragsparteien. Sie unterstehen der Aufsicht der Länder, die Bundesschiedsämter der Aufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung. Die Klage gegen die Festsetzung eines Schiedsamts hat keine aufschiebende Wirkung.
Schiefe Ebene ; engl.: inclined plane; Rückbissplatte
Schiene Schienung, engl.: splint, splinting; Oberbegriff für versch. Hilfsmittel und Maßnahmen; i.d.R. im bezahnten Kiefer. Als Materialien kommen in neuerer Zeit besonders Kunststoffe als Schienenmaterial zum Einsatz, während Drähte und gegossene Metallkonstruktionen immer mehr historische Bedeutung haben:
Behandlung von Frakturen - Kieferbrüchen
mittels Schienung;
ausführliche Darstellung unter Kieferbruch, Kieferfrakturen
Behandlungsmittel zum Ruhigstellen gelockerter Zähne aufgrund eines Zahnunfalls traumatische Zahnverletzungen
Behandlungsmittel bei Parafunktionen und Kiefergelenksstörungen
besser als "therapeutische Okklusions-Führungs-Platte" bezeichnet, da keine Zähne oder Kieferknochenteile geschient werden;
z.B. Aufbiss-Schiene,
Behandlungsmittel zur Schonung parodontal geschädigter Zähne ("periodontal splint")
Schienung von Wurzelfrakturen ("endodontale Schienung")
intra-radicular splinting, Transfixation
Kappenschiene,
Miniplast-Schiene, Parodontalschiene,
Repositionierungsschiene,
Schienenscript oder
©: Uni-Greifswald - OA Dr. Olaf Bernhardt Dr. Bernd Schwahn
Schiene nach Gelb, Gelbsche Schiene, engl.: Gelb's splint; Gelbschiene
Schiller Jodprobe
fälschlich auch : "Schillersche-Lösung", engl.: Schiller's (iodic)
test, wrong: Schiller's iodic solution; Glykogenanfärbung mit 3prozentiger wässriger Jod-Jodkaliumlösung (sog. Lugol-Lösung, engl.:
Lugol's solution) zum Festellen von
parodontalen Schäden. Dabei färbt sich gesundes Plattenepithel (hoher gespeicherter Glykogengehalt) in den mittleren Zellschichten dunkelbraun (= jodpositiv); atypische Epithelveränderungen erscheinen hellbraun (= jodnegativ). Einsatz vor allem in der Gynäkologie. In der ZHK wird dieser Effekt u.a. zur Abgrenzung der Gingiva propria zur beweglichen
Mundschleimhaut ("Mukogingivalgrenze") genutzt.
Schizodontie ; Gemination
Schizoprosopie , engl.: schizoprosopia; Gesichtsspalte
, schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS),
engl.: sleep apnea; Apnoe
Schlagpolierer
engl.: ?; Polierinstrument in Form und Wirkung eines stumpfen Bohrers (statt scharfer Schneiden abgerundete Erhebungen) zur Verbesserung der Randdichte einer Metallfüllung (Gold, Amalgam) indem das Metall kalt verformt wird. Einsatz nur bei weichen Legierungen effektiv (Anrotieren von
Gussfüllungen); früher zum "Vernieten" von Langstiftfacetten ("Nietrad", "Niethammer"; s. Abb.) eingesetzt.
aktives Zementieren, anfinieren, Brünieren, Politur
Schlampp-Schiene ; ein an die Zahnreihe(n) angepasster, durchlöcherter Doppel-T-Profildraht dient zur Versorgung von Kieferbrüchen mittels
engl.: grinding; 1.) Abtragung von Zahnhartsubstanz im Rahmen einer
Präparation mittels
rotierender Instrumente; laienhaft als "(Ab-)Schleifen" bezeichnet
2.) Abtragung oberflächlicher Substanzen mittels Schleifkörpern zur Ausformung bzw. Glättung eines "in groben Zügen" fertigen Werkstücks; auch um das Werkstück für weitergehende Oberflächenbehandlungen vorzubereiten. Die dafür eingesetzten (körnigen) Schleifmittel hinterlassen - je nach Korngröße - mehr oder weniger raue bis hin zu glatten Oberflächen und werden nacheinander in absteigender Reihenfolge der Korngröße eingesetzt.
Bohren, Mikroabrasion, Politur
engl.: abrasive (substance); meist in Schleifkörpern (sog. "Steinchen") gebundene (aufgeklebt, eingebettet) körnerartige Materialien. Unterscheidung in
natürliche Kornwerkstoffe wie Diamant,
Korund, Schmirgel, Granat und synthetische Kornwerkstoffe wie Korund, Siliziumkarbide, Bornitrid, Diamant.
Allen gemein ist die Eigenschaft, dass sie stets (deutlich) weiter oben auf der Härteskala stehen müssen als das zu bearbeitende Stück, damit letzteres Span-abhebend bearbeitet werden kann. In der ZHK kommen meist folgende Stoffe zum Einsatz:
Diamantstaub (natürlich o. synthetisch) in unterschiedlicher Körnungsgröße wird auf galvanischem Wege oder in keramischen Bindemitteln auf die Oberfläche von Schleifkörpern (auch auf die Backen von speziellen
Zahnzangen) gebracht
vor allem in Form von Siliciumcarbid; Karborund
Aluminiumoxid; Korund
in Form des Arkansassteins oder geklebt als Sandpapier
Schleiftrauma ; engl.: grind trauma; Präparationstrauma
Mucus, engl.: mucus o. mucilage; basische, zähe, schlüpfrige, farblose Absonderung der Schleimdrüsen oder schleimbildender Epithelzellen mit Muzin als Hauptbestandteil. Bei allen katarrhalischen Entzündungen ist die Schleimbildung als Abwehrmaßnahme des Organismus vermehrt. Weiter dient eine Schleimbildung zur Lösung von Fremdpartikeln.
Mukosa, Muzin,
Speichelmenge.
Mukosa , Tunica mucosa;
engl.: mucosa; Schleim absondernde innere Auskleidung von (Hohl-)Organen, z.B. der Mundhöhle.
Katarrh, Mukosa
Schleimhautanästhesie , Oberflächenanästhesie
Schleimhautanker
nach Dr. Engels, engl.: Engel's mucosal anchor; wenig angewandtes Pseudoimplantat bei älteren, nicht mehr operierbaren Patienten zur Haftverbesserung anstelle von Haftcreme. Die S. bestehen aus hochreiner Aluminiumoxid-Keramik. Sie werden nicht im Knochen (enossal), sondern ohne einen aufwendigen Eingriff direkt in der Mundschleimhaut verankert. Nach Angaben Dr. Engels besteht eine feste Verbindung mit dem Zahnersatz. Auch ein nachträglicher Einbau in einen vorhandenen Zahnersatz ist prinzipiell möglich.
http://www.drengels.de/
engl.: mucosal irritation (mucopyrosis); Missempfindungen, die als brennendes, wundes Gefühl, als Kribbeln, Jucken, mitunter auch als stechender Schmerz, verbunden mit Störungen des Geschmacks und der Speichelbildung auftreten. Ursache sind meist schwer zu erkennende
allergische Prozesse durch Medikamente, herausnehmbaren Zahnersatz ( Restmonomer), Nahrungsmittel; daneben auch als Begleitsymptom z.B. bei
Diabetes, Eisenmangelanämie, Vitaminmangel u. Xerostomie Prothesenunverträglichkeit, Zungenbrennen
schleimhautgelagert
schleimhautgetragen (Prothese), engl.: tissue- or mucosa-borne (prosthesis); Ausdruck gebräuchlich für Prothesen, welche keine Abstützung an den eigenen Zähnen ( Prothese, abgestützte) erfahren. Z.B. ist eine
Vollprothese rein "schleimhautgetragen" Abstützung,
senkbare Prothese
Schleimhautkapuze, Schleimhautkappe, engl.: mucosal hood; Kapuze
Schleimhautpapel , Schleimhautknötchen, "Schleimhautwarze", engl.: mucous patch; derbe, feste Erhebungen von etwa linsengröße
Schleimhautperiostlappen , Mukoperiostlappen
Schleimhautprobe
Schleimhauttest, engl.: mucosa test; direktes Aufbringen von verdächtigen Allergenen (Legierungen,
Kunststoffe) direkt auf die
Schleimhautresilienz, engl: epithelial resilience; Resilienz
Gingivatransplantat, subepitheliales
Bindegewebstransplantat (SBT), engl.: mucosa membrane transplant; (mikro-)chirurgisches Verfahren vorwiegend in der Parodontologie zur Bedeckung frei liegender Zahnwurzelabschnitte (
Gingivarezessionen). Mit einem speziellen "Schleimhauthobel" (Mukotom, Abbildung) wird aus der Gaumen- oder Wangenschleimhaut ein dünnes Stück (< 1mm Dicke)
Mukosa entsprechender Größe entnommen und damit der Defekt abgedeckt (= autologes, freies Bindegewebstransplantat, "freies Schleimhauttransplantat", Thiersch Lappen). Das Transplantat wird an seiner Zielstelle fixiert (z.B. mit Gewebeklebern o. feinen Nähten) und nach einigen Tagen von Epithelzellen aus der Nachbarschaft besiedelt und schließlich ganz davon bedeckt. Es entsteht so eine neue, feste Gingiva mit nur unwesentlichen Farbunterschiede zum benachbarten Zahnfleisch. Die Heilungsaussichten und die Dauerhaftigkeit dieses Verfahrens werden unterschiedlich beurteilt, wobei in jüngster Zeit die positiven Ergebnisse überwiegen. Dies aber nur bei konsequenter Beseitigung der ursprünglichen Störfaktoren (falsches Zähneputzen, Überbelastung,
Schleimhautbänder), da sonst das Ergebnis kaum Bestand hat.
Bei größeren Transplantationen (z.B. Mundvorhofplastik) kommen auch gestielte Schleimhautransplantate zum Einsatz.
Bindegewebstransplantat, Gingiva, Lappenoperation,
Schleimzyste, Schleimhautzyste, Mukozele, Zyste
Schließmuskeln , engl.: constrictors; Kaumuskulatur
artikulierende Facette, Abrasionsfacette, Adaptationsfacette,
Knirschfläche, engl.: abrasion facet; Spuren, welche die
dynamische Okklusion auf den Kauflächen hinterlassen hat. Sie stellen sich eben und scharf abgegrenzt dar; meist nur bei völliger Trockenheit der Oberfläche sichtbar. Sichtbar als sog. Laterotrusionsfacette u. Mediotrusionsfacette.
Schliffflächen, welche durch Parafunktionen entstehen, sind meist hoch glänzend und werden auch als "dysfunktionelle Abrasionsmarken oder Bruxofacetten" bezeichnet.
Protrusionsbewegung,
Gleitbiss, engl.: flat teeth articulation?; gleichmäßiger, fast vollständiger flächiger Kontakt der Kauflächen von Ober- und Unterkiefer beim dynamischen Zusammenbiss (Artikulation, Okklusion) als Ausdruck einer vollständigen Abrasion der Höcker und einem Fehlen der Grübchen. Artikulation,
Gleitbahn Schlotterkamm
fibröse Knochenresorption,
flabby ridge; im zahnlosen Kiefer (speziell Oberkiefer) meist durch schlecht sitzende (dem Kieferkamm nicht exakt anliegende) Vollprothesen auftretender Ab- und Umbau des knöchernen Kieferkammes (Alveolarfortsatz) in eine verschiebbare ("schlotternde") bindegewebige Form mit stark individueller Prädisposition. Die abnorme Beweglichkeit wird auch als Flottieren bezeichnet. Dieses Krankheitsbild kann durch eine spätere exakte Anpassung der Prothese (z.B. Unterfütterung) nicht mehr rückgängig gemacht werden, sondern muss i.d.R. operativ (Keilexzision, augmentatives Einbringen von
Vestibulumplastik) beseitigt werden. Prophylaktisch ist eine regelmäßige Kontrolle des Zahnersatzes auf richtigen Sitz ( Unterfütterung)erforderlich.
Alveolarkammplastik,
Schluckabdruck
Schluckabformung nach Hromatka, engl.: (Hromatka's) swallowing impression (technique); Funktionsabformung im zahnlosen Unterkiefer zur Einbeziehung sonst nicht abformbarer, dorsaler Partien (Unterzungenraum) als zusätzliche Halteflächen einer Unterkiefervollprothese. Als Abdruckmaterial nahm Hromatka Abdruckgips; heute nur noch wenig gebräuchlich, da eine derartige Ausdehnung der Unterkiefervollprothese von den Patienten selten toleriert wird.
Schluckfunktion, Schluckvorgang, Devoratio, engl.: deglutition, swallowing; durch den Schluckreflex ausgelöster Ablauf der Beförderung von (zerkleinerter) Nahrung aus der Mundhöhle in die Speiseröhre und den Magen; Unterteilung in eine orale (Mund), pharyngeale (Rachen) und ösophageale (Speiseröhre) Phase. Während der Kauakt noch rein willkürlich erfolgt, ist die Nahrungsbeförderung selbst teilweise (Mundphase) oder vollständig reflektorisch gesteuert. Am gesamten S. sind 26 Muskelpaare - in Koordination - beteiligt.
Kauakt, Schluckmuster, Veitstanz
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schluckvorgang Schluckauf
Hicksen, Singultus, engl.: hiccup; plötzliches, nicht bewusst gesteuertes, serien- und krampfartiges Zusammenziehen des Zwerchfells (trennt Brusthöhle und Bauchhöhle voneinander) bei gleichzeitigem Verschluss der Stimmritze. Dadurch wird das Einströmen der Luft unterbunden und es entstehen die typischen Schluckauf-Laute ("Hicksen"). Dabei kann die Frequenz pro Minute zwischen einigen bis zu hundert Anfällen liegen. Selbst Ungeborene im Mutterleib haben S., lange bevor eine Atembewegung einsetzt. Früheren Theorien zufolge bereiten Schluckaufbewegungen des Ungeborenen die Atemmuskulatur auf das spätere Atmen vor. Nach einer anderen Erklärung verhindert der S., dass Fruchtwasser in die Lungen des Fötus gelangt.
Die Ursachen sind individuell versch. und reichen über Stress, plötzlichen Temperaturwechsel, sehr kalte oder heiße Speisen und Getränke, alkoholische Getränke, Magenblähungen, überreichliche Mahlzeiten, hastiges Essen und Trinken oder Rauchen bis hin zu ernsthaften körperlichen Erkrankungen. Die Frage nach dem Sinn von Schluckauf beschäftigt die Wissenschaftler schon sehr lange. Er scheint einfach keinen Sinn zu erfüllen. Zwei Theorien, die bislang diskutiert wurden, können einer intensiveren Prüfung aber nicht Stand halten. Eine Annahme besagt, dass das ungeborene Kind dadurch sein Zwerchfell und seine Atemhilfsmuskulatur trainiert. Eine andere besagt, dass so ein Eindringen von Fruchtwasser in die Lunge verhindert wird. Wenn dem so wäre, so die Kritiker dieser Theorie, dann wäre eine hustenartige Reaktion nahe liegender. Französische Wissenschaftler kommen nun mit einer neuen interessanten Hypothese: Sie führen das Hicksen auf eine Zeit zurück, in der sich das Leben seinen Weg aus dem Meer ans Land bahnte. Einige dieser urtümlichen Kreaturen existieren noch heute. Lungenfische, die sowohl zur Lungen- als auch zur Kiemenatmung fähig sind. In aquatischem Lebensraum wird Wasser an den Kiemen vorbeigeführt und gleichzeitig durch Schließen der Glottis die Lunge vor eindringender Flüssigkeit geschützt. Eine Forschergruppe um Christian Straus von dem Pitie-Saltpetriere Hospital in Paris ist der Ansicht, dass die Hirnareale, die bei diesem frühen Lebewesen die Kiemenatmung koordiniert haben, bei höheren Lebewesen erhalten geblieben sind. Die Parallelen sind ihrer Meinung nach frappierend. Beim S. kontrahieren sich das Zwerchfell und die Atemhilfsmuskulatur, die Glottis schließt die Luftröhre ab und erzeugt so das charakteristische Hicksen. Doch es muss einen Grund geben, warum sich diese Verhaltensweise, nachdem wir endgültig dem Wasser entstiegen sind, über 370 Millionen Jahre erhalten hat. Straus nimmt an, dass Säugetiere den Ablauf beibehalten haben und so das Saugen erlernten. Die Vorgänge während eines Schluckaufs und während des Saugens sind annähernd die gleichen. Allan Pack von der Universität in Pennsylvania ist der Ansicht, dass es sich hierbei um eine plausible Annahme handelt. Doch er gibt auch zu bedenken, dass "es sehr schwer sein wird, diese Theorie auch zu beweisen." Dazu wäre beispielsweise ein Vergleich derjenigen Hirnregionen notwendig, die den Schluckauf bzw. das Saugen kontrollieren. Zur Behandlung des S. schreibt MedAustria 2003:
Therapeutische Probleme ergeben sich bei persistierendem (bis zu 1 Monat) und hartnäckigem S.. Die Pharmakotherapie stützt sich auf Substanzen wie Omeprazol, Cisaprid, Baclofen oder Gabapentin.
Wird eine Störung im Verdauungstrakt vermutet, können Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol (Losec®, Antra®) eingesetzt werden. Auch Cisaprid (Prepulsid®) und Metoclopramid (Paspertin®) können zur Anwendung kommen. Die Verringerung der Magensäureproduktion und die Erleichterung der Magenentleerung sollen den afferenten Reiz von der Peripherie zum "Schluckaufzentrum" unterdrücken.
Bei S. mit zentralnervöser Ursache wird das zentrale Muskelrelaxans Baclofen (Lioresal®) oder das Antiepileptikum Gabapentin (Neurontin®) eingesetzt. Beide sollen die Erregbarkeit verringern und die Auslösbarkeit des Schluckaufreflexes unterdrücken.
S. ohne bekannte Ursache wird zunächst mit Omeprazol behandelt. Bei Therapieversagen wird mit Baclofen und bei Bedarf zusätzlich mit Gabapentin kombiniert.
engl.: swallowing pattern; altersabhängiges Verhalten der
Zunge beim Schluckvorgang:
Unreifes Schluckmuster:
- 0-6 Monate; Schlucken kombiniert mit Rückbewegung der Zunge
Viszerales Schlucken:
- 6-8 Monate; „Zungenstoß-Schlucken“
Somatisches Schlucken:
- ab 9 Monate (bis etwa 2 Jahre ausgereift); Zungenspitze am vorderen Gaumenrand
Kommt es zu Störungen im Übergang vom viszeralen zum somatischen Schlucken oder treten abnormale Zungenlagen auf, so bilden sich falsche (pathologische) S. aus, welche u.a. zu einem Offenen Biss führen Schluckreflex
engl.: swallowing reflex; überwiegend automatisch ablaufender Vorgang: Der durch die Zunge rachenwärts gedrückte Speisebrei (Bolus) löst beim Berühren der Gaumenbögen und der hinteren Rachenwand ein Anspannen des Mundbodens , ein Heben des Gaumensegels und des Kehlkopfdeckels aus. Hierdurch kommt es zu einem Verschluss des Kehlkopfs (dieser wird nach vorn-oben gezogen, wodurch sich der Deckel schließt) und zu einer Abdichtung des Nasen-Rachen-Raums (der Muskulus constrictor pharyngis superior bildet den sog.
Passavant-Ringwulst und dieser dichtet zusammen mit der Zunge den Weg zur Nase ab). Durch ein Anspannen der "Schlundschnürer" (Muskulus constrictor pharyngis) und die Peristaltik der Speiseröhre gelangt der Bolus in den Magen.
Kehlkopfreflex,
http://www.pflegewiki.de/wiki/Schluckvorgang
okklusale, engl.: occlusal splint for the transmission, fixation and control of planned bite relations in progenia operations; bei
Progenieoperationen verwendete sog. Zielschiene zum exakten Fixieren der durchtrennten Kieferteile und zum Einstellen einer vor der Operation festgelegten späteren
Schlussokklusion, Schlussbisslage, engl.: terminal occlusion,
hinge position; nicht mehr gebräuchlicher Begriff für die Berührung der Zahnreihen beim Kieferschluss in maximaler Interkuspidation. Heute durch die Begriffe "habituelle Interkuspidation" oder "habituelle Okklusion" ersetzt
Schmalstand, engl.: narrow jaw; ein in transversaler Richtung zu schmaler Zahnbogen (Kieferkompression). Aus Folge meist vergesellschaftet mit einem frontalen Engstand oder einer
Protrusion der Frontzähne.
Adenoidenkiefer,
long face syndrom,
Mundatmung, QuadHelix, Steiner-Analyse
Zahnschmelz, Enamel, Substantia adamantina, ungbräuchlich: Ektodontium , engl.: enamel, adamantine layer, äußere Hartsubstanz und formgebendes Material der anatomischen
Zahnkrone. Zu 97 % aus Hydroxylapatit bestehend, ist er die härteste Körpersubstanz. Über dem S. befindet sich das Schmelzoberhäutchen.
Schmelz ist aus annähernd radiären Schmelzprismen aufgebaut (Ausnahme prismenloser S.: Milchzähne, Gebiet der Schmelz-Zementgrenze): Hunter-Schregersche Streifen: Prismen sind zu Büscheln verflochten und ihr Verlauf ist senkrecht zur Schmelz-Dentingrenze Retzius-Streifen: Wachstumslinien, parallel zur Zahnoberfläche Perikymatien enden auf Schmelzoberfläche und bilden parallel zur Schneidekante verlaufende Erhebungen
Die kritische Grenze für die Kariesentstehung liegt für S. bei pH 5,5–5,7 und Dentin bei pH 6,3–6,5 - S. ist somit widerstandsfähiger als Dentin.
Ameloblasten,
Imbrikationslinien,
Odontium,
Retzius-Streifen,
Schmelzdatierungstechnik,
Schmelzperle, Schmelzorgan,
Schmelzabschrägung , Schmelzanschrägung ; Abschrägung
Schmelzaplasie , das Fehlen von Schmelz; Amelogenesis imperfecta,
Schmelzdysplasie,
Schmelzätzung
, Schmelzätztechnik, Adhäsivtechnik
Schmelzdatierungstechnik
engl.: enamel dating method; auf der Radiocarbon-Methode (C-14-Methode) beruhende, relativ genaue und junge Untersuchungsmethode zur Bestimmung des Alters von Zähnen und dadurch auch indirekt Bestimmung des Alters des betreffenden Individuums. Radiocarbon (C-14) entsteht natürlicherweise durch kosmische Strahlung und kommt in der gesamten Atmosphäre vor; vom Menschen wird es über die Nahrungskette aufgenommen und entsprechend eingebaut. So lassen sich beispw. anhand des Zahnschmelzes nach großen Katastrophen genaue Aussagen über das Alter der Opfer zum Todeszeitpunkt treffen. Zahnschmelz selbst ist nur noch wenig am Stoffwechsel beteiligt und speichert dauerhaft den atmosphärischen Radiocarbonwert während der Schmelzentstehung. Zieht man in die Untersuchung mehrere, unterschiedlich durchbrechende Zähne ein, so lassen sich sehr exakte Werte erzielen.
Mit bisherige Techniken, die Skelettüberreste oder die Abnutzung vorhandener Zähne als Indikator nehmen, lassen sich höchstens Genauigkeiten von 5 - 10 Jahren bei Erwachsenen bestimmen. Die neue Methode soll Aussagen mit einer Präzision von ca. 1,6 Jahren zulassen.
TCA, Schmelz, Zahn
http://de.wikipedia.org/wiki/Radiokohlenstoffdatierung Schmelzerosion ; engl.: eroded enamel, Erosions-bedingte Zahnschäden
Schmelzflecken , engl.: spotted enamel, enamel stains, enamel opacity; Fluorose,
Schmelzhypoplasie,
Schmelzfluorose, Dentalfluorose, engl.: enamel fluorosis; Fluorose
, engl.: enamel curing; Apatit,
Fluoride, Hydroxylapatit Schmelzfraktur, Schmelzinfraktur, engl.: enamel (in)fraction; Zahnfraktur
Schmelzhaftung
, Adhäsivtechnik
Schmelzfehlbildung, Schmelzdysplasie, engl.: enamel hypoplasia; bedingt durch Verkalkungsstörungen während der Mineralisationsphase von Zähnen fallen diese besonders kosmetisch auf durch Flecken, Opazitäten, Rillen, Furchen usw. und einer erhöhten Kariesanfälligkeit. Selten genetisch bedingt (
Amelogenesis imperfecta, Zahnhartsubstanzdefekte), meist erworben durch äußere Störungen (z.B. vereiterte Milchzähne,
Zahnunfälle im Milchzahngebiss, Medikamente, Fluoridüberdosierungen,
Tetrazykline, allgemeine Infektionen (Rachitis, Röteln, Lues, Salmonelleninfektion) oder systemische Erkrankungen (Stoffwechselstörungen, hormonale Krankheiten)). Häufig ist die eigentliche Ursache nicht mehr feststellbar, aufgrund der
Mineralisationszeiten aber relativ genau der Zeitpunkt der Schädigung festzustellen.
Die Prävalenz von S. wird in der Literatur stark schwankend zwischen 3 u. 78 % angegeben, wobei als Ursache meist chronische Fluorid-Überdosierungen (
Fluorose) angegeben werden.
Fournier Zähne,
Turner Zahn,
Zahnentwicklungsstörungen,
stärker ausgeprägte Fluorose mit versch. Stadien
infektiös bedingte S.
Schmelzkaries , Schmelzläsion ; engl.: enamel caries;
Karies in einem Stadium, in welchem das
Dentin noch nicht befallen ist; sichtbar i.d.R. als kreidig-weißer oder brauner Fleck Initialkaries
Schmelzkolben
Schmelzspindeln, an der Schmelz-Dentingrenze anzutreffende anzutreffende Dentinkanälchen, welche in den Schmelz hineinragen.
http://www.uni-marburg.de/fb15/ag-uchtmann/forschung/schmelz_dentin_grenze (gute Abb.)
Schmelzmatrix-Protein , (SMP)
, Emdogain
Schmelzmeißel ; engl.: enamel cleaver; Gingivalrandschräger
Zahnoberhäutchen, Cuticula dentalis oder enameli,
engl.: enamel cuticle, Nasmyth's membrane; unterteilt in:
organisches primäres S. an der Oberfläche frisch durchgebrochener Zähne als Reste der schmelzbildenden Zellen (
Adamantoblasten). Wird in der Mundhöhle durch
Abrasion rasch zerstört und durch das sekundäres oder erworbenes S. , engl.: acquired enamel cuticle; ersetzt , welches als Pellicle bezeichnet wird.
Schmelzglocke, engl.: enamel organ; aus den Schmelzknospen entstandenes Gewebe. Im Inneren davon befindet sich ein verdichtetes Mesenchym-Gewebe neurektodermaler Herkunft, das die
Zahnpulpa bildet. Die Ränder des S. wachsen stärker als der mittlere Teil; so bildet sich aus der Zahnknospe die sog. Zahnglocke. Das S. besteht aus innerem und äußeren Schmelzepithel; dazwischen liegt die Schmelzpulpa.
http://www.anatomie.net/histowebatlas/m-137a.htm
Schmelzparaplasie, Enamelom, engl.: enamel pearl; isoliert aus Schmelz, aus Schmelz und Dentin oder aus Schmelz, Dentin und Pulpa bestehende Gebilde im Sinne einer Entwicklungsanomalie; bevorzugt an der
Bifurkation von Molaren als Wurzelanhangsgebilde vorkommend. Sabouraud Zähne
Schmelzprismen , engl.: enamel colums, enamel prims, enamel rods; Schmelz
Schmelzreifung
engl.: enamel maturation; Ausdruck für die
Mineralisationsgüte des Zahnschmelzes nach dem Durchbruch des Zahnes (= posteruptive Schmelzreifung). Während der posteruptiven S. wird fast die gesamte organischen Schmelzmatrix resorbiert; der dadurch entstandene Raum füllt sich erst mit Wasser, welches später durch Kristalle ersetzt wird. Diese Veränderung der Zusammensetzung haben zur Folge, dass der Schmelz mit zunehmendem Alter weniger durchlässig und schwerer säurelöslich wird. Dadurch erhöht sich jedoch seine Sprödigkeit, was zu einer erhöhten Bruchanfälligkeit führt.
Schmelz, Zahn,
Schmelzsprung
Schmelzriss, engl.: enamel crack; feiner, dunkel wirkender, haarfeiner Riss in der Schmelzstruktur. Ursache können zum einen
Gewalteinwirkungen sein, wie auch Ausdruck von sonstigen Spannungen im Schmelzgefüge, wie sie z.B. durch Parafunktionen entstehen können. Durch Besiedlung von Bakterien können die S. kariös werden bzw. durch Einlagerung von Farbstoffen aus Nahrungsmitteln sich kosmetisch störend verfärben.
Infraktur, Schmelz
Schmelzwulst, engl.: enamel bulb, marginal ridge; Randleiste
engl.: cement-enamel junction; anatomische Trennlinie zwischen dem Schmelz der Zahnkrone und dem weicheren, farblich dunklerem Wurzelzement. Er verläuft im jugendlichen Kiefer etwa parallel unterhalb zum Zahnfleischrand. An den klinisch sichtbaren Außenflächen (oral u. vestibulär) verläuft die S. gebogen zur Wurzelspitze hin, während sie im
Interdentalraum einem nach
koronal gerichteten Bogen folgt. Ein Attachmentverlust wird von dieser Grenze aus bis zum Taschenboden hin gemessen. keilförmige Defekte, Schmelz, Wurzelkaries, Wurzelzement, Zahnhalsfüllung
engl.: ache, dolor, pain; unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die mit akutem oder drohendem Gewebsschaden verknüpft ist oder mit solchem im Zusammenhang steht. Durch Reizung von Nervenendigungen (Schmerzrezeptoren, Nozizeptoren) hervorgerufene Sinnesempfindung mit einer erheblichen seelischen Komponente, als Ausdruck eines körperlich-seelischen multifaktoriellen Geschehens, d.h., dass das Schmerzerleben nicht nur durch die Art und Schwere einer bestimmten Organschädigung, sondern auch durch die individuelle Schmerzverarbeitung bestimmt wird. Wegen der individuell höchst unterschiedlich ausgeprägten Leidensfähigkeit ist es praktisch unmöglich, S. zu messen. Die Wahrnehmung von Schmerzen als "stärker" oder "schwächer" kann durch ein vorangegangenes Schmerzereignis entscheidend beeinflusst werden. Das
Schmerzempfinden wird offenbar stark von
genetischen Faktoren geprägt. Dafür sprechen die Ergebnisse von Zwillingsuntersuchungen.
S. wird nach einer Definition (Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes) aufgefasst als:
subjektives Phänomen: Eine Gewebeschädigung kann, muss aber nicht Voraussetzung sein
körperliche Empfindung: Im Unterschied zum seelischen Leid wird S. in der Sprache einer Schädigung beschrieben
Sinnes- und Gefühlserfahrung
Es werden folgende Dimensionen für die Schmerzentstehung und -beeinflussung als bedeutsam angesehen:
die somatische Dimension mit der Lokalisation und dem anatomischen Substrat des Schmerzes
die psychische Dimension mit der Persönlichkeit des Patienten und dessen biographischen Hintergrund
die soziale Dimension mit ihren psycho-sozialen
Stressoren und dem Einfluss beruflicher und sozialer Probleme
Schmerzinformationen werden auf versch. Ebenen verarbeitet: Rund drei Millionen "Schmerzsensoren" - spezialisierte Zellen (Nozizeptoren), die auf schmerzhafte Reize reagieren (im betroffenen Körpergewebe bilden sich Stoffe wie Histamin und
Serotonin, welche die feinen Schmerzrezeptoren reizen) - sind an freien Nervenendigungen im Körper verteilt, besonders an seiner Oberfläche. Bei Kontakt mit Hitze, bestimmten Stoffen oder etwa einem spitzen Gegenstand, werden die Sensoren erregt und schicken elektrische Signale über Nervenfasern in das Rückenmark (motorische und sympathische Reflexe), den Hirnstamm (Kreislauf- u. Atmungsregulation), Hypothalamus/Hypophyse (Hormonfreisetzung, Endorphine) und den Neokortex (affektive u. kognitive Verarbeitung). Aktuelle MRT-Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Regionen des Gehirns bei gleichen Schmerzreizen unterschiedlich stark aktiv sind. Damit entscheidet nicht die Reizintensität, sondern die Reizprozessierung im Gehirn über die individuell empfundene Stärke des Schmerzes.
Analgetika können auf drei Ebenen wirken: Schmerzrezeptor, Rückenmark und Zentralnervensystem.
Nach der Lokalisation und Empfindung der S. unterscheidet man:
den meist gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen); wird über dicke A-δ-Fasern zum Gehirn geleitet den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.); wird über dünne C-Fasern langsam zum Gehirn geleitet den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase), akute und chronische Schmerzzustände; dabei kommt dem Akutschmerz eine Warn- und Alarmfunktion zu. Von einem chronischen S. spricht man, wenn das Schmerzerleben länger als 3 Monate andauert. eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar.
Starke schmerzhafte Vorgänge können mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden sein, wie Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps.
S. lösen gewöhnlich Abwehr-, Aggressions-, Angst- und Fluchtreaktionen aus; abzugrenzen davon ist ein überwiegend lustbetontes Schmerzerlebnis, der als abnorm geltende Masochismus.
Eine Klassifikation (Türp, Schindler, Staehle, 2003 Jahrestagung
DGZMK) unterscheidet in 7 Zahnschmerzformen:
"Dentin"-Schmerz
ausgehend vom Zahnnerv, bei gesunder Pulpa oder reversibler Pulpitis
"Pulpa"-Schmerz
ausgehend vom Zahnnerv, bei irreversibler Pulpitis
parodontaler Schmerz
ausgehend vom Zahnhalteapparat (ohne Knochenbeteiligung)
alveolär-ossärer Schmerz
bedingt durch krankhafte Prozesse im knöchernen Zahnfach und seiner Umgebung
atypische Odontalgie, Phantomschmerz
in die Zähne übertragener Schmerz - heterotroper Schmerz
Eine repräsentative Studie unter 4.000 Bundesbürgern zu etwaigen S. in den letzten 6 Monaten ergab folgende Zahlen:
Schmerzart (Lokalisation) Häufigkeit
Kopfschmerz (ohne Migräne)
In der Zahnmedizin sind neben dem am häufigsten auftretenden Akutschmerz ("Zahnschmerzen") - i.d.R. bedingt durch Erkrankungen der Zahnnervs (
Pulpitis), eitrige Prozesse an der Wurzelspitze ( Parodontitis apicalis) und Zahnfleischentzündungen (
Gingivitis, Parodontitis marginalis) vermehrt funktionelle Schmerzen wie tempero-mandibuläre Störungen anzutreffen. Für diese zum chronischen Übergang neigenden Schmerzzuständen sind häufig Persönlichkeitsfaktoren verantwortlich.
Akute Zahnschmerzen werden durch zwei unterschiedliche Nervenbahnen über unterschiedliche Wege zu den versch. Regionen des Gehirns weitergeleitet:
Mittels den schnell leitenden A-delta-Nervenfasern und den wesentlich langsamer leitenden C-Fasern.
Eine Schmerzausschaltung - Anästhesie - kann auf verschiedene Weise erfolgen:
an den peripheren Schmerzrezeptoren (Nervenendigungen) durch Lokalanästhetika (
durch eine Unterbrechung der Schmerzleitung
durch Dämpfung/Ausschaltung des Schmerzzentrums/-bewusstseins im Gehirn mittels Analgetika ("Schmerztabletten", z.B. Ibuprofen oder Mefinaminsäure) bzw. Vollnarkose; im Extremfall durch eine operative Ausschaltung des Thalamus. Sollte mit normalen Schmerzmitteln kein befriedigender Erfolg erreicht werden, empfehlen Schmerztherapeuten den Einsatz von Opiaten, etwa Codein 30 mg-Tabletten, welche über einen Zeitraum von ca. 4 Std. zuverlässig wirken.
Wer sich in zahnärztliche Behandlung begibt, muss generell mit Schmerzen rechnen und hat deshalb keinen Anspruch auf Schmerzensgeld gegen den Zahnarzt. Solche Schmerzen sind nämlich von der Einwilligung des Patienten in die Behandlung gedeckt. Damit wurde die Klage einer Patientin abgewiesen, die über Schmerzen beim Einsetzen von Kronen geklagt hatte. Dem Zahnarzt konnte kein Kunstfehler nachgewiesen werden. Es handelte sich vielmehr um Schmerzen, die häufig mit einer solchen Behandlung verbunden sind. (Amtsgericht Daun, Az.: 3 C 332/02)
durch Beeinflussung des Schmerzbewusstseins (Ablenkung, Hypnose,
Narkose) herbeigeführt werden.
Aerodontalgie, Akupunktur,
Analgetika, Angst, Druckschmerz, kognitive Verhaltenstherapie, Lokalanästhesie,
(Voll-)Narkose,
Projektionsschmerz,
http://www.stk-ev.de,
http://www.schmerzliga.de/ Die Geschichte des Zahnschmerzes (BR, 2014)
Schmerzensgeld , engl.: compensation for personal suffering, smart-money; geldwerte Entschädigung für einen immateriellen Schaden bei der Verletzung des Körpers oder der Gesundheit oder im Falle einer unberechtigten Freiheitsentziehung. Behandlungsfehler,
Schmerzmittel , engl.: painkiller; Analgetika, Zahnschmerz
engl.: smear infection; Kontaktinfektion mit Krankheitserregern, die durch Berühren von kontaminierten Gegenständen (indirekte Kontaktinfektion) oder durch Berühren von infizierten Lebewesen (direkte Kontaktinfektion) indirekt oder direkt übertragen wird.
engl.: Smearlayer; Gemisch aus Dentinpartikeln, Speichel und Dentinliquor, welches nach
Präparation oder
Wurzelkanalbehandlung an den Kavitätenwänden haften bleibt. Über die Notwendigkeit einer Entfernung dieses Films (z.B. mittels alkoholischer Lösungen, Wasserstoffperoxid,
EDTA oder CHX) gibt es unterschiedliche Auffassungen; versch. Präparate bei der Anwendung der
Säure-Ätztechnik fordern eine vorherige Entfernung der S.
Adhäsivtechnik, Dentinhaftung,
smearplug,
Wurzelkanalbehandlung, Wurzelkanalspülung
Professor Gottfried, Kieferorthopäde, Bonn (* 1926). bekannt durch die sog. Schmuth-Messmethode basierend auf der sog. Schmuth-Platte (mit einem Visiermesskreuz versehene Modell-Messplatte für sagittale und transversale Modellanalysen).
Schmutzpyorrhoe, engl: marginal gingivitis; durch mangelhafte Mundhygiene bedingte Zahnfleischentzündung, die nach Beseitigung der entsprechenden Beläge i.d.R. ohne eine ärztliche Therapie wieder verschwindet: Gingivitis
Schmutznische , engl.: dirt niche; Sammelbezeichnung für Gebiete in der Mundhöhle, welche der natürlichen oder mechanischen Selbstreinigung nicht oder nur schwer zugänglich und so eine ideale Brutstätte für Bakterien (warm, feucht, ausreichendes Nahrungsangebot; Plaque) sind. Hierzu führen unregelmäßig stehende oder gekippte Zähne (z.B. beim Engstand),
nicht vollständig durchgebrochene Zähne, tiefe Zahnfleischtaschen und Zahnstein, aber auch tiefe Fissuren und unzweckmäßige Rekonstruktionen. Begünstigend wirkt sich dabei eine mangelhafte
Mundhygiene aus.
Einschleifen, Selbstreinigung
schlafbezogene Atemstörung,
engl.: snoring; durch stoßweises Flattern des Gaumensegels im Schlaf entstehendes Atemgeräusch: Es wird das im Ruhezustand ("erschlafft") befindliche Gaumensegel durch den Atemstrom in stoßweise Schwingungen versetzt ( Vibrationszone); gelegentlich ist auch zusätzlich die erschlaffte Zunge an den Lauten mitbeteiligt. Dieses vornehmlich bei Rückenlage und/oder vorangegangenem Alkoholgenuss (s.u.) störende Geräusch führt häufig zu partnerschaftlichen Sozialkonflikten. Zusätzlich wird kontrovers diskutiert ob ausgeprägtes S. zu dem lebensbedrohlichen Zustand einer sog. Schlaf-Apnoe führen kann. Normalerweise ist das S. einfach nur lästig. In manchen Fällen, bei der so genannten Apnoe (griechisch = Windstille) , kann es sogar gesundheitsgefährdend sein. Dabei - handelt es sich um vorübergehende Atemstillstände, die im Schlaf auftreten. Ereignen sich diese Atempausen mehr als zehn Mal pro Stunde und dauern jeweils länger als zehn Sekunden an, spricht man von einer Schlaf-Apnoe. Am Ende dieser Atempausen steht ein lauter Schnarchton. Die Atempause wird im Gehirn des Schlafenden bemerkt und durch eine Weckreaktion überwunden. In schweren Fällen setzt die Atmung in einer Stunde zwanzig- bis dreißigmal aus. Durch die Atempausen wird den Organen und auch dem Gehirn zu wenig Sauerstoff zugeführt. Es können schwere Beatmungsprobleme mit lebensbedrohlichen Zuständen entstehen.
Typisch für das S. ist ein Absinken des Unterkiefers nach unten und eine Verlagerung der Zunge nach hinten. Es wird angegeben, dass 60 % aller Männer und 40 % aller Frauen über 60 Jahre schnarchen; bei den 30-jährigen sollen es 10 % der Männer und 5 % der Frauen sein. Laut neuerer Studien (2005) sind bis zu 4% der Männer und 2% der Frauen von der Schlaf-Apnoe betroffen.
Bei jedem Schluckvorgang wird der Zungengrund in festen Kontakt mit dem
Gaumensegel gebracht, hierdurch wird das Schnarchen unterbrochen und der
Rachen erweitert, willkürliches Schnarchen wird unmöglich. Der Kontakt
zwischen Gaumensegel und Zungengrund wirkt dabei wie eine Art Ventil, so
dass ähnlich wie beim Tragen einer Vollprothese die Zunge am harten
Gaumen anhaftet. Dieser Vorgang wiederholt sich reflexartig bei jedem
Schlucken, auch unbewusst während der Nacht. Die Mundhöhle stellt beim
Schlucken ein hydraulisches System dar. Nur bei geschlossenen Lippen
kann ein Unterdruck entstehen, der die Zunge und das Gaumensegel
stabilisiert. Wie lange der Ventilmechanismus nach dem Schlucken wirkt,
nur wenige Sekunden oder viele Minuten, hängt davon ab, ob das
hydraulische System Mundhöhle geschlossen oder geöffnet ist. Als begünstigende Schnarchfaktoren gelten:
das Alter wegen einer nachlassenden Muskelspannung
das Körper(über)gewicht wegen Fetteinlagerungen im Gaumen-Rachen-Raum und dadurch bedingter Einengung des Atemweges
Kieferfehlstellungen, wie z.B. Rücklage des Unterkiefers (Distalbiss, Rückbiss) o. zu kleiner Unterkiefer (Mikrogenie)
Schlafposition, wobei die Rückenlage besonders ungünstig ist
eingeschränkte Nasenatmung, große Mandeln
Alkoholkonsum u. Medikamente beeinflusst die automatische Regelung zwischen Gehirn und Atemmuskulatur Zur Abhilfe des S. sind eine Vielzahl - meist unbefriedigender - Therapien bekannt: So wird zahnärztlicherseits mit versch. Geräten (z.B. IST-Gerät versucht, den Unterkiefer nach vorn zu verlagern und die Zunge aus dem Luftstrom zu nehmen. Wenn auch diesen Geräten eine Wirkung nicht abgesprochen werden soll, so wird das ständige Tragen von den Schnarchern als lästig empfunden und deshalb auf Dauer eingestellt (mangelnde Therapie-Compliance). Patienten, denen selbst progenierende Aufbiss-Schienen nicht gegen Schnarchen helfen, haben eine weitere Therapieoption. Per Laser-Op (CO2-Laser) können Uvula und Gaumensegel erfolgreich modifiziert werden durch: Koagulation der unteren Nasenmuschel zur Beseitigung einer Nasenatmungsbehinderung, laserassistierte Uvulapalatoplastik (LAUP), die bei primärem Schnarchen und Patienten mit kleinen Tonsillen angewandt wird.
Ein neuer Therapieansatz kommt aus Schweden: Je nach Lautstärke des S. hebt sich - durch eine Elektronik gesteuert - der Oberteil des "Motor-Bettes" ;-)
Apnoe, DGSZ,
http://www.atmungundschlaf.com/
Inzisalkante, engl.: (cutting) incisal edge; horizontaler Abschluss der Schneidezähne aus Schmelz. Sie dient zum zum Abtrennen ("Abbeißen") von Nahrung und kann im jugendlichen Alter durch zwei Einschnitte unterteilt sein (sog. "Randtuberkel" o. "Schmelzdivertikel"), welche durch Gebrauch (Abrasion) zu einer glatten Schneide eingeebnet werden (siehe Abb.: mittlerer Zahn).
Incisale,
Kantenmerkmal,
Krümmungsmerkmal,
Null-Linie,
Schneidekantenaufbau,
Schneidekantenschutz, Schneidezahn,
Kantenaufbau, eine Form der Aufbaufüllung, engl.: etwa incisal surface (edge) restauration; mittels Säure-Ätztechnik (SÄT, Adhäsivtechnik) wieder hergestellte
Schneidekante eines Frontzahnes nach einer Schneidekantenfraktur; meist mittels Kompositmaterialien in der sog. Sandwich-Technik (Schichttechnik). Zur Formgebung des S. dienen entsprechend präparierte
Frasaco-Stripkronen. Gelegentlich zusätzliche Verankerung durch
parapulpäre Schraubchen.
Gelegentlich Einsatz von parapulpären Stiften zur Retentionsverbesserung.
Adhäsivtechnik, Aufbaufüllung,
Konturfüllung,
Kantenaufbauten mittels Adhäsivtechnik
engl.: incisal edge distance; vertikaler Abstand der Schneidekanten von Ober- und Unterkiefer. Normalerweise besteht eine Bandbreite der Mobilität des Unterkiefers bei der Mundöffnung zwischen 40 und 52 Millimetern und der Seitwärtsbewegung zwischen 10 und 13 Millimetern. Bei der physiologischen Mobilität ist das Verhältnis zwischen Seitwärtsbewegung und S. etwa 1 : 4.
Schneidekantenmerkmal , Schneidekantenwinkel, Kantenmerkmal, Winkelmerkmal
Schneidekantenschutz
Kantenschutz, engl.: incisal edge protection; Schutzmaßnahme bei Verblendkronen im Schneidezahnbereich: Der Bereich der
Schneidekante wird in den metallischen Teil der Rückseite mit einbezogen, um einer übermäßigen
Abrasion bei Kunststoffverblendungen bzw. einem Absplittern von Porzellanfacetten vorzubeugen.
Schneidersche Membran , engl.: Schneider's membrane; Sinuslift
Dens incisivus, I, "Schaufelzahn", engl.: incisor; mit scharfen Schneiden ( Schneidekante) versehene Frontzähne zum Abbeißen der Nahrung. Jeweils 4 S. befinden sich in den Zahnreihen des Ober- und Unterkiefers, sowohl im bleibenden, wie auch im Milchgebiss, stets mit nur einer Zahnwurzel. Die mittleren oberen sind die breitesten, die mittleren unteren die schmalsten aller Frontzähne; dabei ist der Größenunterschied zu den seitlichen S. im Oberkiefer erheblich stärker ausgeprägt als im Unterkiefer. Im normal ausgebildeten Gebiss beißen die oberen S. ca. 1-2 mm über die unteren ("Schneidezahnstufe", "Schneidezahnüberbiss", Frontzahnstufe). Ihrem Zweck - dem Abbeißen von Nahrung - entsprechend, sind die S. von meißel- oder schaufelartiger Form.
Foramen caecum (coecum),
Frontzahn,
Inzisivenpunkt,
Jaeckel Formel,
Mesiodens,
Os incisivum,
Schaufel(zah), Schneidekante,
Sichelzahn,
Tuberculum dentis, Wechselgebiss,
rechter oberer S. aus versch. Sicht
Schneidezahnbreite ,
Schneidezahnbreitensumme, engl.: incisal size; SI
Schneidezahnführung , incisal guidance; Frontzahnführung
Schneidezahnstufe, Schneidezahnüberbiss, Frontzahnstufe
Schnellübertragungsbogen, Quick-mount; Übertragungsbogen mit Ohroliven
engl.: shock; akutes Kreislaufversagen mit ungenügender Sauerstoffversorgung lebenswichtiger Organe. Davon abzugrenzen ist die (harmlosere) Ohnmacht, welche vom Laien gern einem S. gleichgesetzt wird.
Nach den Entstehungsursachen wird unterschieden:
anaphylaktischen Schock (allergisch bedingt)
kardialer Schock (durch akutes Herzversagen)
Volumenschock (plötzlicher, hoher Flüssigkeitsverlust des Körpers, meist unfallbedingt)
hypoglykämischer Schock (meist Folge einer schlecht eingestellten Zuckerkrankheit)
Nervenschock (durch gravierende, die Psyche überfordernde Ereignisse ausgelöst)
Allergie, Kollaps
engl.: screw; Oberbegriff/Schlagwortbezeichnung für:
1.) kieferchirurgisches Verankerungselement, z.B. in Form der Bikortikalschraube; Osteosynthese
2.) Verankerungselement im Wurzelkanal; Schraubenaufbau 3.) aktives Element bei der herausnehmbaren
kieferorthopädischen Behandlung; Aktive Platte, Dehnschraube
engl.: (endodontic) screw mounting filling; Verankerung von Kronen oder Füllungen mittels Schraube(n): Bei
devitalen Zähnen durch im Wurzelkanal befestigten Schrauben ( Stiftaufbau); bei vitalen Zähnen durch kleine Dentinschräubchen (
parapulpäre Schrauben o. Stifte). In jüngerer Zeit werden Schraubenaufbauten vermehrt kritisch gesehen, da an den Gewindegängen der Schraube große Spannungsspitzen entstehen, welche zu sog. "Crack-Frakturen" (vertikale
Infraktur im Wurzeldentin) führen können.
engl.: screw-type implant; i.d.R. aus Titan gefertigte Implantate mit aktivem o. passiven Gewinde. Stufenschrauben erzielen aufgrund ihres selbstschneidenden Gewindes die notwendige Festigkeit auch bei nicht optimaler Knochenqualität (z.B. Oberkiefer). Deshalb werden derartige Systeme auch eher zur Sofortbelastung empfohlen.
Brånemark Implantat, Implantat,
Schreger Streifen ; engl.: (Hunter-)Schreger bands; Schmelz
Schreinemakers - Methode
Josephus S., geb. 1921, Zahnarzt, Eindhoven; spezielle Methode bei der
Bissnahme für die Anfertigung von
Vollprothesen. Charakteristisch sind: Halbindividuell angepasste, konfektionierte Abformlöffel ("Border-Lock-Löffel") für die Erstabformung (Clan-Tray), spezielle Abformmassen u. spezielle Artikulatoren. Occlusal-Rim-Inklinator® Schrödersche Lüftung
Schröder Lüftung, apicale Lüftung, engl.: cortical trephination, Schröder's aeration; Druckentlastungs-Verfahren benannt nach dem Berliner Zahnarzt Herrmann Sch., Berlin, 1876-1942; seltene Therapie zur sofortigen Druckentlastung bei einem akuten Eiterherd an der Zahnwurzel (Parodontitis apicalis acuta, Granulom). Statt über den Wurzelkanal - wie bei der Trepanation - erfolgt die Druckentlastung chirurgisch direkt an der Wurzelspitze des (akut) entzündeten Zahnes, wenn beispielsweise der Wurzelkanal infolge einer
Wurzelkanalfüllung oder eines Wurzelstiftes auf konventionellem Weg nicht durchgängig (obliteriert) ist.
Parodontitis apicalis,
Schrotkugeleffekt
engl.: etwa: shot effect; Trivialbezeichnung für einen reflektorischen Schutzmechanismus, welcher beim Auftreffen der
Kauflächen auf einen harten Gegenstand (z.B. Schrotkugel beim Wild-Essen) kurz vor Kieferschluss einsetzt: Die Mundöffner-Muskulatur (
Kaumuskulatur) tritt reflexartig in Aktion und kompensiert so die Kraft der Mundschließer-Muskeln, um Schäden an den Zähnen zu vermeiden.
Schrott Abdruckverfahren
engl.: Schrott's impression method; nach seinem Anwender (Joh. Jos. Schrott, Zahnarzt aus Mühlhausen/Elsaß, 1822-1899) benanntes Abdruckverfahren für Vollprothesen. 1864 beschrieben gilt es als Vorläufer des heute üblichen Funktionsabdrucks
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/7291/pdf/BuchtaleckJochen_2009_10_27.pdf Schrunde, engl.: crack; Rhagade
Schubverteiler, Ausgleichselement, "Kippermeiderfunktion", engl.: load distribution (clasp), stress-breaking connector; Konstruktions(hilfs-)mittel bei Verbindungselementen (Geschieben,
Klammern bei Teilprothesen) um horizontal bzw. vertikal einwirkende Kräfte auf mehrere Zähne zu verteilen, besonders dann, wenn diese Elemente große rotatorische Freiheitsgrade aufweisen (z.B. Ceka-Anker). Wird aus parodontalprophylaktischen Gründen häufig abgelehnt.
fortlaufende Klammer, Torsionsbügel, Verbindungselement
Schuchardt-Naht ; Papillennaht
Schuchardt Schiene
Kombinationsschiene nach Schuchardt, engl.: Schuchardt's splint; hauptsächlich bei der Kieferbruchbehandlung angewandter direkter Schienenverband, indem die Zähne des betroffenen Kiefers mit einer gebogenen Drahtschiene
ligiert werden. Diese Fixation wird dann mit selbstaushärtendem Kunststoff verkleidet.
http://www.medecoinfo.de/kompendium/kapitel/10/10.2.2.php:
"Die S. S. wird aus einer Sprossenschiene aus halbrundem weichem Stahldraht mit 8 Quersprossen hergestellt. Die Schiene wird den vestibulären Flächen der Zähne angebogen. Die okklusalen Enden der Querstreben werden den Kauflächen adaptiert, so daß die Schiene okklusal abgestützt ist. Die angepaßte Schiene wird mit dentalen Drahtligaturen eingebunden. Die Enden der Drahtligaturen werden dem Drahtbogen adaptiert, der dann mit selbsthärtendem Kunststoff überzogen wird. Dabei soll der Kunststoff bis in die Interdentalräume hineinlaufen, ohne das marginale Parodontium zu tangieren. Nach Abhärten des Kunststoffs werden die okklusalen Häkchen entfernt. Die Schiene sitzt dann infolge der Retention in den Interdentalräumen absolut fest."
Schüller Aufnahme
Kiefergelenkaufnahme nach Schüller, engl.: Schüller's mandibular joint , temporomandibular radiograph; Kiefergelenkaufnahme
engl.: orthodox o. scientific medicine; wissenschaftlich begründete (Zahn-)Heilkunde, die auf objektivierbaren Untersuchungsergebnissen und Therapien aufgebaut ist ( Evidenzbasierte Medizin). Gelegentlich wird auch der Ausdruck
Allopathie gebraucht, um die S. von der Homöopathie abzugrenzen. Allopathie,
Komplementärmedizin, Naturheilverfahren, regenerative Medizin,
Schulter , Schulterkrone, Schulterpräparation; engl.: shoulder; Stufe,
engl.: School Dental Clinic; öffentliche/staatliche Institutionen zur Betreuung und Behandlung von Kindern/Jugendlichen. Traditionsgemäß erfolgt eine Behandlung für diesen Personenkreis meist kostenlos in eigenen Behandlungsräumen bzw. mobilen Stationen durch sog. Schulzahnärzte und entsprechendes Fachpersonal.
Historisch wurden S. meist zu Beginn des vorigen Jhds. gegründet (1902 Gründung der ersten S. in Straßburg/Elsass), da in dieser Zeit die Krankenkassen nur mangelhaft für diesen Personenkreis Leistungen bezahlten.
S. im eigentlichen Sinne sind in D nicht mehr anzutreffen, da hier die Betreuung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst und die niedergelassene Zahnärzteschaft übernommen wird ( Gruppenprophylaxe). S. sind weit verbreitet in den skandinavischen Ländern und der Schweiz ( z.B.:
http://www.zahnkliniken.bs.ch/schulzahnklinik/), da hier andere Versicherungsstrukturen bestehen.
DAJ, Jugendzahnpflege Schulzahnpflege
engl.: dental school service; Maßnahmen zur Erhaltung einer gesunden Mundhöhle in Schulen; Jugendzahnpflege,
Schüsselgesicht
engl.: dish face, concave face; unterentwickeltes
Mittelgesicht mit konkavem Gesichtsprofil oder auch für: Verlagerung des Oberkiefers nach dorsal und kaudal mit
offenem Biss und
Pseudoprogenie, gelegentlich als Folge einer schlecht versorgten Oberkieferfraktur auftretend Mikrognathie
Schutzdentin, engl.: protective dentin, tertiary dentin; Tertiärdentin
Polierschwabbel, engl.: buff, wobble (polishing wheel); mit Textil- oder Lederfasern bestücktes Polierinstrument (Rad o. Scheibe) auf einem Poliermotor zur Hochglanzpolitur.
Schwalbenschwanz ; "okklusales Schloss", engl.: dovetail ; Kavitätenpräparation
Schwammgold , Kristallgold, engl.: (crystalline)
sponge; poröses Feingold (elektrolytisch hergestellt) in Schwämmchenform Goldhämmerfüllung
engl.: gravidity, pregnancy; die hormonelle Veränderung am Beginn der S. bewirkt u.a. auch eine Auflockerung des Mundschleimhaut. Das Zahnfleisch kann dadurch anschwellen und die schädigenden Bakterienstoffwechselprodukte können so diesen wichtigen Schutzwall des Körpers leichter passieren; zusätzlich können besonders im zweiten Schwangerschafts-Drittel auch ein hormonell bedingtes Wachsen von bestimmten Bakterien gefördert werden. Ein vermehrtes Auftreten von Zahnfleischbluten ist die Folge ( Schwangerschaftsgingivitis); die Zähne werden aus Angst vor weiterem Bluten weniger geputzt, es siedelt sich vermehrt Plaque an - die Grundlagen für Karies und Zahnfleischerkrankungen sind geschaffen. Neuere Untersuchungen belegen eindeutig einen engen Zusammenhang zwischen Zahnfleischentzündungen und Frühgeburten.
Ebenso ist die werdende Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen häufig von Übelkeit (Emesis) befallen. Eine gründliche Zahnreinigung wird als unangenehm empfunden. Wiederholtes Erbrechen greift ebenfalls den Zahnschmelz an. Unterstützt wird dieser erosive Vorgang noch zusätzlich durch einen verstärkt "sauren" Speichel zu Beginn der Schwangerschaft.
Ein regelmäßiger Zahnarztbesuch sollte in der S. alle 2-3 Monate erfolgen, so können krankhafte Veränderungen an den Zähnen und dem Zahnfleisch frühzeitig erkannt und behandelt werden. Umfangreichere Behandlungen sollten allerdings bis nach der Geburt zurückgestellt werden.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist gerade in der Schwangerschaft eine richtige Ernährung, da sich vermehrte Zwischenmahlzeiten und eine Änderung der Nahrungsgewohnheiten ("Lust auf was Saures") bei unverändertem Mundhygieneverhalten kariesbegünstigend auswirken.
Behandlung in der Schwangerschaft, Gingivahyperplasie, Gingivitis ("Schwangerschaftsgingivitis"), Parodontitis u. Schwangerschaft, Pubertätsgingivitis, Schwangerschaftsepulis,
Schwangerschaftskaries
Tabellarische Übersicht der Medikamente und möglicher Nebenwirkungen, © AKZ
Special "Schwangerschaft" auf www.zahnwissen.de
schwangere Mitarbeiterin (in einer Zahnarztpraxis), engl.: Pregnancy of an employee. Vor allem das Mutterschaftsschutzgesetz aber auch zahlreiche andere Bestimmungen regeln den Einsatz (partielles oder totales Beschäftigungsverbot) einer weiblichen Kraft in einer Zahnarztpraxis während dieser Zeit. Dies sind besonders:
Mutterschutzgesetz, Mutterschutzverordnung
Arbeitsstättenverordnung Bundeserziehungsgeldgesetz
Der Mutterschutz der Praxismitarbeiterin
Epulis gravidarum; engl.: pregnancy epulis; ab dem 2.-3. Schwangerschaftsmonat idiopatisch auftretende und sich nach der Entbindung meist spontan zurückbildende Wucherung des Zahnfleischs; es werden Prävalenzen zwischen 0,2% bis 9,6% angegeben. Die aus Granulationsgewebe bestehende Hyperplasie mit starker Durchblutung ist hormonell bedingt, ohne dass die eigentlichen Zusammenhänge bekannt sind. Zusätzliche lokale Reizfaktoren wie überstehende Kronen- und Füllungsränder, Zahnstein oder Plaque werden als Mitauslöser angesehen. Je nach Größe ist eine Entfernung nötig, da die Nahrungsaufnahme und Mundhygiene u.U. stark behindert sein kann. Zu der "normalen Epulis" bestehen
histologisch keine Unterschiede.
engl.: pregnancy gingivitis; durch hormonelle Einflüsse ausgelöste Zahnfleischveränderungen oder auch hormonell bedingte überschießende entzündliche Reaktion auf lokale Reize; Geschlechtshormone wie z.B. Androgene, Östrogene, Progesteron oder Glucocorticoide lösen Reaktionen im weiblichen Körper aus, die auch einen Einfluss auf Zahnfleischerkrankungen haben. Neben dem Auftreten der ersten natürlichen Erhöhung während der Pubertät ( Pubertätsgingivitis) und bei der Einnahme oraler Kontrazeptiva, treten besonders im zweiten Trimenon (ab dem 4. Monat) Erhöhungen von Östrogenen und Progesteron im Zahnfleischgewebe und der Sulkusflüssigkeit auf, welche die Bakterienflora, die Blutzirkulation, das Immunsystem und die Zellwanddurchlässigkeit negativ beeinflussen und zu Entzündungen führen; dabei können extreme Schwellungen örtlich zu einer Epulis gravidarum führen. Eintretende Erkrankungen (mit einer Häufigkeit zwischen 10 und 70%) breiten sich immer auf Grund einer vorhandenen Plaque oder anderer Reizfaktoren aus. Mit Beendigung der Schwangerschaft verschwindet diese Zahnfleischerkrankung meist sofort; ein Übergang in eine Parodontitis wird nur selten beobachtet.
Eine Behandlung besteht vor allem in einer verbesserten häuslichen Mundhygiene, einer Professionellen Zahnreinigung und Spülungen bzw. Touchierungen (Lacke) mit
S. bei einsetzenden Wehen
engl.: pregnancy caries; nicht belegte Behauptung aus dem Volksmund ("jedes Kind ein Zahn"), dass durch eine Schwangerschaft eine erhöhter Kariesbefall ausgelöst werde. Kariesbegünstigend sind allerdings die Begleitumstände in der Schwangerschaft, wie falsche Ernährung, vernachlässigte Mundhygiene usw.
Schwarz Platte
Schwarz'sche Platte,
engl.: Schwarz plate; nach seinem Konstrukteur, dem Kieferorthopäden Arthur Martin S. (Österreich, 1887-1963) benannte Aktive Platte
" schwarzes interdentales Dreieck", black triangle (missing interdental papilla); Schlagwortbez. für Dunkelräume zwischen den einzelnen Zähnen im Frontzahnbereich. Diese können prinzipiell auf zwei Arten entstehen:
lückig stehende Zähne oder ein Diastema
Gingivaschwund der Interdentalpapille
engl.: sanitary bridge, self cleansing bridge; fast ausschließlich im Unterkiefer gebräuchlicher, festsitzender Zahnersatz mit dem zahn-hygienischen Vorteil, dass das Brückenzwischenglied "unterspülbar" ist und so diese kritische Stelle - im Gegensatz zur Basisbrücke (Abb. u.) - gut gereinigt werden kann. Aus kosmetischen Gründen Einsatz im sichtbaren Oberkiefer nicht möglich.
Da sich unter das Brückenglied gern Speisereste setzen (die leicht wieder entfernbar sind), wird diese Brückenkonstruktion von Pat. wenig favorisiert.
Basisbrücke,
Spaltbrücke,
engl.: suspension plate; Jargonbez. für den Teil der Behandlungseinheit, auf welchem die zahnärztlichen Instrumente u. Materialien abgelegt werden. Während der Behandlung "schwebt" dieser Tisch über dem Körper des Patienten in Griff-Reichweite des Behandlers. Schweigepflicht
ärztliche, Arztgeheimnis, Berufsgeheimnis, engl.: medical confidentiality, professional secret; für Angehörige bestimmter Berufe (z.B. Ärzte, Rechtsanwälte; meist Freie Berufe) bestehende Verpflichtung, Geheimnisse, die ihnen in Ausübung ihres Berufes oder Amtes anvertraut wurden, nicht von sich aus zu offenbaren. Die S. betrifft auch die Mitarbeiter(innen) dieser Berufe. Ein Verstoß gegen die S. ist kein Antragsdelikt, sondern zieht nach den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs (§ 203 StGB: "Verletzung von Privatgeheimnissen") immer staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach sich. Werden medizinische Daten ohne Einverständnis der Patienten weitergegeben, liegt ein Straftatbestand nach Paragraph 203 Strafgesetzbuch vor, das eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vorsieht. Es bestehen folgende Ausnahmen bzw. Verpflichtungen ("Offenbarungspflicht"):
Schriftliche(!) Entbindung durch den Patienten (z.B. bei Rückfragen privater Versicherer). Die bei Abschluss privater Krankenversicherungsverträge routinemäßig abzugebende ärztliche Schweigepflichtentbindung ist mit Vorsicht zu betrachten und juristisch umstritten. Gerichtliche Befreiung
Gesetzliche Meldepflicht von Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz (ehem. Bundesseuchengesetz),
Wahrnehmung eigener Interessen des Arztes (z.B. bei einer Schadensersatzforderung wegen angeblich falscher Behandlung)
Umgang mit gesetzlichen Versicherungsträgern und ärztlichen Körperschaften (genaueres im Sozialgesetzbuch geregelt).
Seit 1. Januar 2004 müssen die niedergelassenen Ärzte Patientendaten mit Diagnosen und ärztlichen Leistungen an die Krankenkassen melden.
Grundlage dafür ist der mit der Gesundheitsreform geänderte Paragraf 295 Absatz 2 SGB V, demzufolge die bisherige anonymisierte
fallbezogene Abrechnung in eine versichertenbezogene geändert wurde. Im Klartext heißt dies, dass Krankenkassen ihren Versicherten die
entsprechenden Diagnosen und ärztlichen Leistungen direkt zuordnen können. Bis 2004 erfolgte die Abrechnung anonymisiert fallbezogen auf zwei getrennten Datenbändern.
Schweineschwanzligatur ;
Schlagwortbez. für eine obsolete
kieferorthopädische Häkchen-Bandapparatur, in welche
(intermaxilläre) Gummizüge eingehängt wurden.
Schweizer Paste
Paste zur Behandlung septischer Wurzelkanäle; in der
Endodontie wenig gebräuchliche medikamentöse Wurzelkanal-Einlage aus einer Mischung von Ledermix und Asphaline (1 g Asphaline® A II Paste enthält als Wirkstoffe: camphora racemica 111 mg, thymolum 111 mg, polyoxymethylenum 111 mg, zinci oxidum 222 mg; Excip. ad pastam pro 1 g.)
, engl.: threshold value; GOZ Schwellung
"Tumor", engl.: swelling; zu den
5 klassischen Entzündungszeichen gehörende, umschriebene Größenzunahme (Masse, Umfang) eines Körperorgans oder eines Gewebes. Die Schwellung ist der sichtbare Ausdruck einer gesteigerten Flüssigkeitsmenge (z.B. Ödem) im entsprechenden Organ oder Gewebe. In der
ZHK meist entzündlich oder
engl.: interpolated flap, Indian flap; um einen Basispunkt geschwenkter, zufallsversorgter Muko-Periost-Lappen ("geschwenkter Nahlappen") zur plastisch-chirurgischen Deckung eines Defektes. Ein einfacher S. wird selten ausschließlich benutzt. I.d.R. kommt er in der Kombination mit einer Rotationskomponente zu Anwendung.
Arterienlappen, Stiellappen,
, engl.: heavy metal mobilisation; Mobilisationstest
engl.: heavy metals; Metalle, deren relative Dichte größer oder gleich 5 g/cm³ ist. Obwohl damit auch die Edelmetalle zu den S. gehören, bezeichnet man in der Medizin meist nur die Metalle als S., welche einen
toxischen Effekt auf den Körper haben, wie etwa Blei, Cadmium und Quecksilber, da diese nicht abgebaut werden können. Zuweilen werden auch bestimmte Legierungen als S. bezeichnet (z.B. Amalgam). http://de.wikipedia.org/wiki/Schwermetalle Schwermetallsaum
Metallsaum,
engl.: heavy metal line; durch chronische Zufuhr bestimmter Metalle bedingte Einlagerungen in das Zahnfleisch, bevorzugt am Übergang zum Zahn (Zahnfleischrand), auch wenn diese nicht unbedingt von einem echten Schwermetall stammen müssen (=Metallsaum). Nach der Art der metalltypischen Einlagerung unterscheidet man: Antimonsaum (orange-rot bis gelblich-braun), Bleisaum
(blau-schwarze Verfärbung), Cadmiumsaum (gelbliche Verfärbung), Quecksilbersaum (blau-graue Verfärbung), Silbersaum (graue oder grau-blaue Verfärbung), Wismutsaum (schiefergraue-schwarze Verfärbung), Kupfersaum (Clapton Linie, türkisgrüne Verfärbung) usw.
Antimonzähne, Bleisaum,
Melanodontie,
Quecksilbervergiftung Schwermetallvergiftung ; engl.: heavy metal poisoning; Vergiftungen durch das Metall selbst oder seine Salze
schwerwiegende Erkrankung ,engl.: serious illness; chronische krank
schwingender Kondylus , Mediotrusionskondylus, engl.: swinging condyle; das Gelenkköpfchen der Balanceseite ("Nicht-Arbeitsseite"); führt eine "schwingende Bewegung" nach
kaudal und
medial gerichtet aus; derjenige der
Arbeitsseite wird als "ruhender Kondylus" bezeichnet.
Bennet-Bewegung,
engl.: atrophy, shrinkage; 1.) Rückbildung/Verlust von Gewebe Atrophie oder der Größe eines Gegenstandes (Volumenschwund, z.B. beim Ausgießen einer
Legierung, Brennen von Keramikmassen)
2.) Abgang: zahntechnischer Begriff für den Schwund von
Edelmetall bei der Herstellung von Zahnersatz (Gusskegel, Feilungen oder Schnittabfälle). Dieser Verlust entsteht bei der Wärmebehandlung (Schmelzen, Gießen) des Metalls durch Verbrennen, Verspritzen oder beim Übergang in die Tiegelwand oder die Gussform. Durch das Erhitzen und das Abkühlen entstehen Abgase, die Abgang mit sich führen, ebenso durch die chemischen Prozesse beim Beizen des Gussobjektes. Hinzu kommt noch ein Ausarbeitungsschwund, welcher durch Feinkorrekturen am Gussobjekt entsteht. Seriöse Zahlen über die Höhe des S. sind nicht bekannt.
"Durchleuchtung",
"Siebtest", "Herausfiltern", eng.: do.; Verfahren zur Reihenuntersuchung auf bestimmte Krankheiten, z.B. einer größeren Gruppe von Jugendlichen auf symptomlose Krankheitsträger - z.B. Kariesbakterien - (möglichst im Frühstadium), diese zu erkennen und sie einer effektiven Behandlung (»Intervention«) zuzuleiten. Der Test darf nur mit einem geringfügigen bzw. gefahrlosen körperlichen Eingriff verbunden sein. Bekannte S.-Verfahren sind: Röntgenreihenuntersuchungen, Harnuntersuchung mit Teststäbchen auf Zucker, Vorsorgeuntersuchungen
Photodynamischen Diagnostik, Prävention,
1968 eingeführtes Kunststoffmaterial (Komposite mit organischen PMMA Füllstoffen) zur Herstellung provisorischer Brücken und Kronen (Provisorium) direkt im Mund. Neben einer guten Mundverträglichkeit, einer ausreichenden Belastbarkeit und befriedigenden kosmetischen Kriterien entwickelt das Präparat beim Abbinden nur eine geringe Wärme (
Polymerisationswärme). Das viele Jahre in D als Standard geltende Material wurde Mitte der 80er Jahre u.a. durch Protemp® abgelöst.
Polymerisationswärme, Provisorium
http://www.3m.com/intl/kr/medi/medi5/pdf/protemp3garant.pdf SDA
Abk. v. "Schmelz-Dentin-Adhäsiv" (Technik); die Kunststoff-Füllungen werden sowohl mit dem Zahnschmelz wie auch mit dem Dentin chemisch verbunden. Adhäsivtechnik Sealer
Sealant, Versiegler, Dichtzement, engl.: do.; mit der Eigenschaft, eine bestehende Fläche luft- und wasserdicht zu versiegeln. Gebräuchlich in der
ZHK bei der
Fissurenversiegelung und zum Abfüllen von Wurzelkanälen.
Bei den herkömmlichen Wurzelkanalsealern gilt der Grundsatz, dass die Schichtstärke des verwendeten S. möglichst gering sein sollte, um Undichtigkeiten infolge der Abbindeschrumpfung zu begegnen. Folgende Eigenschaften werden an einen S. gestellt:
leichte Einbringbarkeit
nachhaltige desinfektorische Wirksamkeit
Verträglichkeit mit dem angrenzenden Gewebe
Resorbierbarkeit beim Überpressen
Historische S. basieren auf einer Zinkoxid-Eugenol-Verbindung; später folgten Calciumsalicylat-basierte (z.B. Apexit™, Sealapex™) oder Calciumhydroxidbasierte S. (z.B. CRCS™) sowie
Glasionomerzemente (z.B. Ketac-Endo™). Weiter wurden kunstharzbasierte S. (Diaket™ und AH 26™) eingeführt, welche eine deutlich reduzierte Löslichkeit gegenüber Gewebsflüssigkeiten haben, aber schwer wieder zu entfernen sind und beim Überstopfen das umliegende Gewebe beträchtlich reizen können. Als einer der
Goldstandards gilt das kunstharzbasierte AH Plus™ (additionsvernetzt, keine Freisetzung von
Formaldehyd) welches sehr dicht abschließt, da es besonders gut an der Wurzelkanalwand haftet. Dagegen weisen
Komposite-basierte S. (z.B. EndoREZ™, Ultradent) hauptsächlich schrumpfungsbedingte negative Eigenschaften auf und haben sich nicht durchsetzen können; ebenso kann die antimikrobielle Wirkung nicht überzeugen.
Als eine Neuentwicklung gilt Gutta-Flow™ ( http://www.guttaflow.com): Der Silikonmatrix wurden mikrofeine, kugelförmige Guttapercha-Partikel beigemischt; weiter wurde mit Nanosilber ein antibakterieller Zusatz verarbeitet. Wegen der guten Fließeigenschaften und der hohen Wandhaftung kann unter Umständen auf die Verwendung eines
Guttaperchastiftes verzichtet werden (sog. Single-cone-Technik).
AH 26,
Wurzelkanalfüllpaste,
6-Jahr-Molar, erster großer Backenzahn, "Sechser", engl.: sixth-year molar, first molar; Bezeichnung für den jeweils ersten bleibenden Backenzahn im Ober- und Unterkiefer (das Zahnschema weist ihnen die Zahlen 16, 26, 36 und 46 zu). Die Bezeichnung entstammt der Tatsache, dass diese Zähne als erste bleibenden Backenzähne etwa im Alter von 6 Jahren hinter den noch vorhandenen Milch-Backenzähnen durchbrechen. Auf Grund des relativ frühen Durchbruchs und einer damit verbundenen längeren Aussetzung gegenüber kariogenen Nahrungsmitteln und u.U. kariösen Milchzähnen in der Nachbarschaft, sind die S. kariesanfälliger als später durchbrechende Zähne (s. Abb.). So ist er auch im jugendlichen Gebiss der am ehesten fehlende Zahn. Eine Nichtversorgung dieser Lücke mit Zahnersatz (Brücke o.
Implantat) führt häufig zu einer Kippung der Nachbarzähne und einer Verlängerung des Gegenzahns in die Zahnlücke - und somit bleibenden Schäden im gesamten Gebiss.
Eine weitere Besonderheit: in der Regel haben die S. 3, in ca. 1/3 der Fälle 4 Wurzelkanäle
Zum Durchbruch im Kiefer ("Sechsjahrmolaren-Einstellung") s.u. Postlaktealebene
Bisshebung,
Geburtslinie, Molar,
S. in einem sonst kariesarmen Gebiss
Sedierung , engl.: sedation; medikamentöse oder verbale Beruhigung eines Patienten vor zahnärztlichen Eingriffen. Die ASA unterscheidet folgende Stadien (nach
http://www.zm-online.de):
Oberflächliche Sedierung - (minimal Sedation, Anxiolysis) medikamentös kontrollierter Zustand mit vermindertem, aber erhaltenem Bewusstsein Pat. bleibt ansprechbar und kooperativ, zeigt adäquate Reaktion auf physische (verbale Reize) Schutzreflexe bleiben erhalten Selbstständige Kontrolle der Atemwege
Moderate Sedierung/ Analgesia - (conscious Sedation)
adäquate Reaktion auf verbale oder taktile Reize Spontanatmung und Kreislauf sind nicht gestört
Tiefe Sedierung - (deep Sedation / Analgesia)
medikamentös kontrollierter Zustand mit reduziertem oder verlorenem Bewusstsein, aus dem der Patient nicht einfach zu erwecken ist keine gezielten Reaktionen auf physische Reize oder Ansprechen Schutzreflexe sind teilweise oder komplett unterdrückt
ausreichende Kontrolle der Atemwege ist nicht sicher gewährleistet
Anästhesie - (general Anaesthesia)
medikamentös kontrollierter Zustand von Bewusstlosigkeit keine Reaktion auf physische Reize oder Ansprechen Schutzreflexe sind verloren, Patient hat keine Kontrolle über die Atmung
Analgosedierung, Anästhesie, QuickTimeTrance Sedierung in der Zahnmedizin – aktueller Überblick (2013)
nach Burstone, modifiziertes "Zwei-Zahn-Konzept", Burstone Technik, engl.: segmented arche technique; spezielle
kieferorthopädische Behandlungsmethode. Der sonst bei
festsitzenden Behandlungen übliche Gesamtbogen wird zur schonenderen Regulierung in versch. Segmente (Sektionsbogen) unterteilt, welche an Brackets befestigt werden und auch durch vorgefertigte Federn untereinander verbunden sein können. Dadurch wird nicht mit den unbestimmbaren Kräftesystemen wie z.B. bei der Straight-wire-Technik gearbeitet (Vermeidung von Überlastungsschäden); so sind z.B. auch Behandlungen stark parodontal geschädigter Gebisse möglich. http://deposit.ddb.de/
Seitbiss engl.: lateral bite; seitlich verschobene Lage der Unterkiefermittellinie ( Mittellinienverschiebung) im Bezug auf die Schädelmitte Lateralbiss, Mittellinienverschiebung
Seitenabbau ; Knochentasche
akzessorischer Wurzelkanal,
engl.: lateral o. secundary (root) canal; Verzweigungen des Zahnnervs (Pulpa) zur Wurzeloberfläche (Wurzelhaut) hin, ohne mit dem Foramen apicale im Bezug zu stehen. Es wird angenommen, dass S. durch bestehen bleibende (persistierende) Blutgefäße während des Wurzelwachstums zustande kommen. Aussagen zur Häufigkeit von S. sind widersprüchlich; grundsätzlich können sie im gesamten Zahnwurzelbereich vorkommen, mit einer erheblichen Häufung zum
Apex hin.
Die S. sind bei der Wurzelkanalbehandlung nur selten aufzubereiten und stellen so einen potentiellen Misserfolg bei
endodontischen Behandlungen dar (Bakterienreservoir). Liegen die S. in der Nähe der Wurzelspitze, so kann die Wurzel um diese Verzweigungen durch eine Wurzelspitzenresektion gekürzt werden.
Kondensation, Ramifikation,
engl.: side-cutting pliers; der Kneifzange ähnliches Gerät, welches seitlich schneidet und zum Durchtrennen von Drähten (z.B.
Ligaturen) gebraucht wird
Zahnseitenwand,
engl.: lateral wall; Bezeichnung für eine gesamte Zahnfläche im
Molaren/Prämolarenbereich einschließlich deren Höcker. Es existieren i.d.R. vier Seitenwände (oral, vestibulär, mesial, distal).
engl.: posterior teeth; die Gesamtheit der großen (Molaren) und kleinen (Prämolaren)
engl.: posterior tooth (teeth) composite; Bezeichnung für direkt in den Mund eingebrachte Komposites, welche den besonderen mechanischen Belastungen im Seitenzahnbereich gewachsen sind. Hierbei wird besonders bei okklusionstragenden Füllungen auf eine niedrige Abrasion und hohe Formstabilität Wert gelegt -
kosmetische Aspekte haben nicht mehr den Stellenwert wie im Frontzahnbereich.
Seit Jahrzehnten werden Komposites von der Industrie als Amalgamalternative für den Seitenzahnbereich angeboten und auch mit unterschiedlichem Erfolg im Mund verarbeitet. Allerdings waren die Erfolge in den Anfangsjahren bei Langzeituntersuchungen bescheiden, da aufgrund ungeeigneter
Adhäsivtechnik und mangelnder Abrasionsbeständigkeit (die Komposite hatten große Makrofiller, die
Silanisierung war ungenügend, usw.) häufig und frühzeitig Misserfolge und Sekundärkaries auftraten. Durch eine konsequente Weiterentwicklung der Techniken ist es heute (2010) möglich, klinisch akzeptable Ergebnisse auch bei Belastung zu erzielen und bei
Klasse-I- u. Klasse-II-Kavitäten anzuwenden. Allerdings ist der Aufwand bei derartigen Techniken im Vergleich zum "gutmütig" zu verarbeitendem Amalgam um ein Vielfaches höher, was sich entsprechend im Preis ausdrückt - eine Kostenübernahme durch die
Gesetzlichen Krankenkassen ist auf Ausnahmefälle beschränkt.
Bessere Ergebnisse weisen indirekt gelegte Kompositefüllungen (Herstellung oder Aushärtung außerhalb des Mundes; Komposite-Inlay) auf.
Haltbarkeit verschiedener Füllungsmaterialien und Techniken im Seitenzahnbereich, Komposite
seitliche Schädelaufnahme ; Fernröntgenbild
"Ersatzdentin",
engl.: secondary dentin (e); nach Abschluss der Zahnausreifung (Abschluss des Wurzelwachstums) von den Zellen der Zahnpulpa physiologisch gebildetes neues Dentin, welches die Nervhöhle im weiteren Menschenleben ständig verkleinern lässt. Ist das S. an der Grenzschicht zum Zahnnerv noch mit Resten von pulpalen Gefäßen versehen, spricht man von
Vasodentin.
Im Gegensatz zum S. stellt das Tertiärdentin das Ergebnis einer Reparaturmaßnahme des Organismus dar (z.B. bei einer
Caries profunda).
sekundäre Verblockung , indirekte Verblockung,
engl.: secondary interlock; Verblockung
sanation per secundam intentionem, p. s., engl.:
healing by second intention; unter Bildung von Granulationsgewebe - und nicht durch den direkten Kontakt der Wundränder (
per primam) - erfolgende
Wundheilung. Im Mund auftretend bei großen, nicht deckbaren Schleimhautdefekten oder als Folge einer Wundinfektion bzw. einer zu frühen mechanischen Belastung.
"Randkaries", engl.: secondary caries; an den Rändern von
Füllungen oder
Kronen auftretende Karies, meist bedingt durch einen nicht befriedigenden Randschluss der zahnärztlichen Arbeit, mangelnder Mundhygiene, besonders des Zahnzwischenraums, falscher Kavitätengestaltung oder nicht vollständigem Entfernen der Karies in diesem Gebiet bei der Erst-Präparation. Davon abzugrenzen ist das
Kariesrezidiv.
Black ("extension for prevention"),
Kariesaktivität,
Kariesarten,
minimal-invasiv, Primärkaries
Sekundärkaries - Das unbekannte Risiko unter der Krone
engl.: secundary stability, Begriff aus der
Implantologie, welcher das definitive Einwachsen des Implantats im Knochen bezeichnet und als DER klinische Erfolg beim Einheilen ( Osseointegration) gewertet wird. Eintritt der S. nach ca. 4-6 Monaten.
Primärstabilität Sekundärteleskop, Außenteleskop, engl.: telescopic coping; Teleskopkrone
Sekundärverblockung ; Verblockung
engl.: co-payment, percentage excess; aus dem privaten Krankenversichertenbereich lange bekannte Form der Eigenbeteiligung an den Kosten für medizinische Leistungen. In die
GKV-Modernisierungsgesetz (§ 53 SGB V, 2004) als Beitrag zur Entlastung der Kassenfinanzen eingeführt. So können die Krankenkassen in ihrer Satzung vorsehen, dass freiwillige Mitglieder, welche Kostenerstattung in Anspruch nehmen, jeweils für ein Kalenderjahr einen S. übernehmen. Als Ausgleich erhalten die Versicherten eine Beitragsermäßigung, welche direkt zwischen Versichertem und Krankenkasse abzurechnen ist.
im Rahmen der Eingriffsaufklärung, engl.: right of self-determination; das jedem Patienten eigene Recht über Dinge, die mit seinem Körper geschehen sollen - und somit auch bei einem ärztlichen Eingriff - zuzustimmen oder abzulehnen. Dieses Recht kann er nur dann fundiert ausüben, wenn er vor einem Eingriff entsprechend aufgeklärt worden ist.
An die Eingriffsaufklärung werden besonders bei kosmetischen Behandlungen (z.B. Bleaching) strenge Maßstäbe gesetzt nach dem Merksatz: "Über das "Für" und "Wider" ist schonungslos (vorbehaltlos, mit all den damit verbundenen Nachteilen) sowie über die entstehenden Kosten (wirtschaftliche Aufklärung) ausführlich aufzuklären"
Selbstbeteiligung ,
Eigenbeteiligung , engl.: co-payment, Selbstbehalt, Zuzahlung
auch "biologische (Selbst)Reinigung", engl.: self purification; Reinigung der Mundhöhle oder Teilen davon ohne zusätzliche Maßnahmen von Außen (Mundhygiene, zahnärztliche Eingriffe). Eine wichtige Funktion haben dabei die Art und Menge des Speichels und der Nahrung sowie die Form und Stellung der Zähne. Ein besonders wichtiger Aspekt der S. ist die natürliche Verhinderung oder Entfernung von Plaque als karies- und parodontal vorbeugende Maßnahme. So mindert ein verringerter Speichelfluss oder eine weiche Nahrung den S.-Effekt z.T. beträchtlich. Ebenso bilden sich durch unregelmäßig stehende Zähne (s. Abb.) sog. "Schmutznischen", welche der S. nicht mehr zugänglich sind. Durch
Kaugummikauen kann der S.-Effekt bei entsprechend günstiger Zahnstellung positiv beeinflusst werden. Weiter tragen zur S. die Aktivitäten von Lippen, Wangen und der Zunge bei.
durch Engstand bedingte Schmutznischen, die einer S. nur schwer zugänglich sind
engl.: self-government; eigenverantwortliche Verwaltung öffentlicher Aufgaben durch (öffentlich-rechtliche) Körperschaften. Im Gesundheitswesen dreifach besetzt:
Selbstverwaltung der (Zahn-)Ärzte (engl.: medical self-government)
bis 2005 meist auf ehrenamtlicher Basis durch sog. Selbstverwaltungsorgane (Vertreterversammlung, Vorstand) kombiniert mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung ( Kammern, KZV); ab 1.1.2005 wurde
gesetzlich eine Professionalisierung der S. im vertrags(zahn-)ärztlichen Bereich durch einen hauptamtlichen Vorstand aus bis zu drei Vorstandsmitgliedern und eine verkleinerte Vertreterversammlung als Selbstverwaltungsorgan bestimmt (Übergangsfristen bestehen bis 2010). Aufsichtsbehörden sind i.d.R. die betreffenden Länderministerien
Selbstverwaltung der Krankenkassen (engl.: self-government of health insurance funds)
als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung wird die Selbstverwaltung durch gewählte Vertreter der Versicherten und der Arbeitgeber (Ausnahme Ersatzkassen: nur Arbeitnehmer) ebenfalls ehrenamtlich ausgeübt. Seit 1996 besteht bei jeder Krankenkasse ein Verwaltungsrat (ehemals Vertreterversammlung und Vorstand) und ein hauptamtlicher Vorstand. Die Krankenkassen unterstehen der Aufsicht der Länder bzw. des Bundes.
Gemeinsame Selbstverwaltung (engl.: joint self-government)
Begriff aus der gesetzlichen Krankenversicherung: gemeinsam üben Vertrags(zahn-)ärzte und gesetzl. Krankenkassen ihnen übertragene Aufgaben aus. Gremien der gemeinsamen S. sind vor allem der Gemeinsame Bundesausschuss, die Bewertungsausschüsse,
Zulassungsausschüsse,
Schiedsämter und Prüfungsausschüsse im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Der überwiegende Teil der ärztlichen, zahnärztlichen und stationären Versorgung werden durch die S. geregelt, z.B. Bundesmantelverträge, Gesamtverträge, Vereinbarungen mit Heil- und Hilfsmittelerbringern. Dabei gilt der Gemeinsame Bundesausschuss als entscheidendes Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung, der u.a. Detailentscheidungen über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung trifft oder sich - unter fachlicher Kompetenz des Qualitätsinstituts - zu medizinischen Verfahren hinsichtlich ihres Nutzens äußert.
AS-Akademie, Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen, Disziplinarausschuss, Gesetzliche Krankenkassen, Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV), Sicherstellungsauftrag
, engl.: "self payer"; Private Krankenversicherung
"Direktvertrag", engl.: selective contract (?); Versorgungsvertrag zwischen einer Krankenkasse und Leistungserbringern im Gesundheitswesen (z.B. (Zahn-)Ärzten, Krankenhäusern, gewerblichen Labors usw.). Die Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen sind i.d.R. bei dieser Vertragsform nicht mitbeteiligt ("Direktvertrag"). Basis dieser Verträge sind § 73c u. § 140 a u. b
SGB V im Rahmen der sog. "integrierten Versorgung". Die Gesamtvergütung der an die KZV ausgezahlten Beträge der einzelnen Kassen wird um den Betrag, der für den Versorgungsauftrag eines Selektivvertrages aufgewendet wird, bereinigt.
Krankenkassen sind bei S. nicht mehr verpflichtet, mit jedem kassenzugelassenen Arzt, Krankenhaus oder Arzneimittelhersteller abzurechnen. Sie können sich Anbieter heraussuchen, die eine Leistung (mit guter Qualität) zu günstigen Preisen anbieten. Hat sich z.B. eine Klinik auf eine Operation spezialisiert und sind deshalb weniger Nachbehandlungen nötig oder weil Ärzte eng kooperieren und so Doppeluntersuchungen vermeiden oder weil ein Pharmahersteller auf Medikamente Rabatt gewährt. Die Versicherten werden dadurch bei der Wahl von Ärzten und Kliniken eingeschränkt. "Allerdings drohen auch Nebenwirkungen: Was medizinisch notwendig ist, das können Laien kaum und selbst viele Fachleute nur schwer erkennen. Unter dem Vorwand, das Verhältnis von Preis und Leistung zu verbessern, ließe sich daher auch ein simpler Sparkurs verfolgen. Ein Selektivvertrag könnte so "zu einem Geschäft zu Lasten Dritter, nämlich der Patienten werden", schreiben die IGES-Forscher um Dr. Martin Albrecht."
Über einen S. erbrachte Leistungen kollidieren mit der
Gesamtvergütung, da die entsprechenden Budgets um die Ausgaben für die S. gekürzt werden - zusätzliche Mittel seitens der
KK sind bei S. nicht vorgesehen..
Nach geltender Gebührenordnung (GOZ(88)) sind Selektivverträge im privatzahnärztlichen Bereich nicht möglich. Gleichwohl werden diese von Seiten der privaten Versicherer bei einer Neuorientierung der GOZ gefordert (
Öffnungsklausel)
Einkaufsmodell,
Integrierte Versorgung Selenodont
engl.: do.; halbmondförmige Schmelzfalten auf den Kauflächen von Rindern. Entwicklungsgeschichtlich als eine Art der Erhöhung der Schnittoberflächen gedeutet.
http://animaldiversity.ummz.umich.edu/ Der evolutionäre Ursprung unserer Zähne
Sattel; in der ZHK Kurzform für: Sella turcica, Türkensattel, engl.: do. o. Turkish saddle; auf der Innenseite des Keilbeinkörpers (Schädelbasis) befindliches Grübchen, in welchem sich die Hypophyse befindet. Die Sellamitte (S) ist der konstruierte Mittelpunkt der knöchernen Kontur der Sella turcica in der
Median-Ebene; Se bezeichnet die Mitte des Sellaeingangs.
Björk Summenwinkel,
Gesichtshorizontale - Gesichtsvertikale, Sattelwinkel,
Semikritische Produkte ; Hygiene
"halbdauerhaft"; in der ZHK Bezeichnung im Zusammenhang mit Langzeitprovisorien, d.h. die Restauration wird über einen längeren Zeitraum (Monate bis einige Jahre) getragen und dann (nach Abschluss der Heilungsvorgänge) durch eine endgültige Versorgung ersetzt.
Prothese mit gingivaler Lagerung, engl.:
class I (partial) denture; wenig gebräuchlicher Ausdruck für eine
nicht abgestützte Prothese, welche allein auf der Mundschleimhaut ruht. So ist jede Totalprothese auch eine s. P.
Abstützung, Resilienz,
Senkbiss
engl.: etwa secondary deep overbite; sekundärer Tiefbiss, welcher durch Verlust der Abstützung im Seitenzahnbereich (Verlust der
Stützzone) entsteht. Sensibilisierung
engl: sensitization; Erzeugung einer Immunantwort; Stimulierung des Immunsystems beim Erstkontakt mit einem Stoff (Allergen), welcher (noch) keine allergische Reaktion zur Folge hatte, aber dazu führt, dass das Allergen "als Feind" vorgemerkt wird, so dass beim nächsten Kontakt eine allergische Reaktion ablaufen kann. Ungeklärt ist bisher (2010) warum auf bestimmte Stoffe reagiert wird und auf andere nicht und weshalb individuell starke Unterschiede bei einer Reaktion entstehen
, engl.: pulp testing; Vitalitätsprüfung
Sensibilitätsstörung , Nervenschädigung,
Empfindlichkeit, Empfindsamkeit, engl.: sensitivity; angegeben als Prozentsatz richtiger, positiver Ergebnisse eines Untersuchungs-/Testverfahrens beim Vorhandensein der gesuchten Erkrankung, d.h. werden von 100 Erkrankten 90 mittels des Verfahrens erkannt, so hat das Verfahren eine Sensitivität von 90%.: z.B. im Rahmen der Kariesdiagnostik hat eine Methode die Fähigkeit, erkrankte Zähne mit Dentinkaries bei makroskopisch intakter Schmelzoberfläche ( Hidden caries) als krank mit einer S. von xx% zu erkennen.
Kariesdiagnostik, Spezifität,
Separieren; engl.: separation of teeth; Auseinanderdrängen oder Entfernen der Berührungspunkte (Kontaktpunkte) von Zähnen um z.B. einen Engstand zu beseitigen oder kurzfristig
kieferorthopädische Bänder eingliedern oder eine Approximalfüllung legen zu können.
Zum Auseinanderdrängen werden Separatoren, Draht- oder Seidenligaturen, Guttapercha und Holzkeile eingesetzt. Muss zur S. Zahnsubstanz entfernt werden, erfolgt dies mit (ein- oder doppelseitig belegten) Separierscheiben, Separierstreifen oder anderen Techniken (
"Air Rotor Stripping").
kieferorthopädische S.
Separator ; engl. dito o. separating module; Hilfsmittel zum vorübergehenden Auseinanderdrängen von einzelnen Zähnen. Separation
Allgemeininfektion, Blutvergiftung, engl.: do.; Überschwemmung des Blutes mit von Eitererregern produzierten Giften, meist als Ausdruck einer verminderten Abwehrreaktion. Ursache ist eine so hohe LPS-Konzentration (LPS = Lipopolysaccharide, die bei der Zellteilung der Bakterien, bei Angriffen auf das Immunsystem oder bei der Behandlung mit Antibiotika freigesetzt werden), dass der Körper eine verheerende Entzündungsreaktion in Gang setzt. In D. erkranken jedes Jahr rund 150.000 Menschen an einer S., ca. 60 000 sterben daran. Sie ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Blutvergiftung
Septikämie ; Bakteriämie
pl.: Septa, engl.: do.; Trenn- oder Scheidewand: in der
ZHK bekannt im Zusammenhang mit:
Septa interalveolaria auch: interdentale Knochensepten; knöcherne Trennung zwischen den einzelnen Zahnfächern im Alveolarfortsatz. Die Septumspitze (Septumkuppe) wird auch als Crista alveolaris bezeichnet (
Arcus alveolaris,
crestal)
knöcherne Trennung zwischen den Wurzeln bei mehrwurzligen Zähnen
die Mittellinie der Zunge, welche sagittal in der Mitte der Zunge verläuft und aus einem Sehnenbündel besteht
Knochensequester, engl.: (bone) sequester;
abgestorbenes, durch
Granulationsgewebe abgegrenztes, demarkiertes Knochenstück, häufig bei einer Osteomyelitis auftretend. Der den S. umgebende gesunde Knochen wird als Totenlade bezeichnet. Andererseits kann der nekrotische Knochen aber auch über eine
Fistelbildung durch die
Kortikalis, das angrenzende Weichgewebe und die Haut hindurch nach außen sequestriert werden.
Der kieferchirurgische Eingriff zur Entfernung eines S. wird als Sequesterotomie (engl.: sequestrotomy, sequestrectomy) bezeichnet.
vom Blutserum abstammend, engl.: serous; Serotonin
Enteramin, 5-Hydroxytryptamin, Neurohormon, engl.: do.; als Neurotransmitter (chemische Botenstoffe, die die Verbindung zwischen zwei Nervenzellen herstellen) wirkendes Gewebshormon. Bedeutung für die Regulation des "Gemütshaushalts": So dämpft es die Reaktion auf einlaufende Reize und hat seine Wirkung dann, wenn es einen übermäßigen Reizeinfall zu verhindern/abzuschwächen gilt.
Serres Perlen
Serres Körperchen, engl.: dental lamina rests of Serres; nests of Serres; aus Ameloblasten,
Zementoblasten und
Odontoblasten bestehende, perlenförmige Epithelkomplexe als Reste der
Zahnleiste.
engl. für Aufstellen, Errichten; in etwa zu übersetzen mit "Anfertigen eines Simulationsmodells". Schlagwortbezeichnung für:
1.) umgeändertes Gipsmodell ("Set-up-Modell"; Zähne oder ganze Kieferabschnitte werden zu einer angestrebten Position hin verändert/umgesetzt), welches dann als Arbeits-Grundlage für darauf anzufertigende (meist
kieferorthopädische) Behandlungsgeräte (z.B. eines Positioners) dient.
2.) diagnostisches Set up: Auf einem Modell werden künstliche Zähne in Wachs (Wax up) so aufgestellt, wie das spätere Behandlungsziel einmal aussehen soll, um so Art und Umfang der nötigen Behandlungsmaßnahmen darzustellen.
Wachsaufstellung, Wax up
SGB , SGB V; Sozialgesetzbuch
Sham-Akupunktur, engl.: sham = falsch, Scheinakupunktur, Placeboakupunktur; Akupunktur
etwa "partizipative Entscheidungsfindung" (PEF); gemeint ist damit "der Patient als Partner des (zahn-)medizinischen Entscheidungsprozesses", welcher auf einem aktiven Mitspracherecht des Patienten bei seiner Therapie beruht. In Forschungsvorhaben wird derzeit (2006) untersucht, ob die PEF positive Effekte auf die Therapietreue (Compliance), auf den Behandlungserfolg und die Patientenzufriedenheit hat. http://www.patient-als-partner.de/ Sharpey-Fasern
auch: Sharpeysche Fasern, Parodontalfasern, engl.: Sharpey's fibres; Bindegewebsfasern des Desmodont. Die in Büscheln angeordneten kollagenen S. F. sind einerseits mit dem Zement der Zahnwurzel ( Faserzement), andererseits mit dem Periost des Alveolarknochens verwachsen (sog. Syndesmose) und federn so den Zahn bei Belastungen elastisch ab. Deshalb sind die Büschel bei Nichtgebrauch wellenförmig angeordnet; bei Belastung straffen sie sich entsprechend. Ohne diese biologische Abfederung würden sich der Alveolarknochen und die Zahnwurzel bei Belastung auf Dauer abbauen (sog. Druckresorption). Desmodont,
Gomphosis,
Thekodontie,
Wurzelhaut,
Zahn, Zylinderimplantat,intramobiles
Shimbashi Messwert; engl.: Shimbashi measurement; Messzahl für den vertikalen Abstand der Schmelz-Zement-Grenze der mittleren Schneidezähne des Oberkiefers zu denjenigen des Unterkiefers bei geschlossener Zahnreihen. Als ideale Werte gelten 18-20 mm. Niedrige S.-Werte gehen i.d.R. mit einer durch
Abrasionen hervorgerufenen Biss-Senkung einher.
ästhetische Zahnmedizin, Bisshöhe,
Shimstock Folie ; Okklusionsfolie, sehr dünne (~ 5-12 µm) metallene oder metallisierten Polyesterfolie zur Prüfung der
Okklusion oder des
nach Albret S. benannte Kenngröße zur
Prüfung der Härte vornehmlich von
Elastomeren und
Kunststoffen. Es wird die Eindringtiefe eines federbelasteten Stiftes in das Material gemessen und auf der Shore Skale von 0 bis 100 registriert. Dabei gilt: geringe Eindringtiefe = hohe Shore Härte.
http://www.karg-industrietechnik.de/
Shore Platte
"Kaupfadplatte", "Kaupfadschiene", engl: Shore plate; Aufbissbehelf im Oberkiefer zur Prätherapie stomatognather Funktionsstörungen; AufbissSchiene
kieferorthopädische Messzahl; Abk. von "Summa Incisivi"; gemeint ist damit die Summe der Breiten der 4 Schneidezähne eines Kiefers. Als Durchschnitt gilt im Oberkiefer eine SI von etwa 32 mm, zusammengesetzt aus 7+9+9+7 mm. Dabei ist eine geringere SI kieferorthopädisch günstiger, bei einer größeren SI ist im normalen Gesichtsschädel mit Platzproblemen zu rechnen. Aufgrund der SI kann in einer Tabelle die erforderliche Kieferbreite zwischen den ersten kleinen und den ersten großen Backenzähnen abgelesen werden, ebenso die nötige Kieferlänge. Die Differenz zwischen der vorhandenen und der notwendigen Kieferbreite sind mitentscheidend für "Schwierigkeit und Aufwand" einer kieferorthopädischen Behandlung.
Das Verhältnis "Breite der oberen Schneidezähne" (SI-OK) zu denen der unteren (SI-UK) richtet sich in etwa nach der Jaekel-Formel.
Pont-Index, Schneidezahn,
SI-Einheit, Tanaka-Formel,
Tonn Index Sialadenitis
Sialoadenitis, Speicheldrüsenentzündung; Entzündung der beiden großen Unterkieferspeicheldrüsen; eine Entzündung der Oberkieferspeicheldrüse wird als Parotitis bezeichnet. Als Befund werden lokalisierte, schmerzende Schwellungen und eine
Verminderung des Speichelflusses bis hin zum völligen Einstellen der Drüsenfunktion beobachtet. Die Ursachen können infektiöser oder nicht infektiöser Natur sein:
Streptokokken, eingewandert durch die Drüsenausführungsgänge, verursachen als "aufsteigender Infekt" eine eitrige Entzündung. Als Begleiterscheinung sind häufig Speichelsteine anzutreffen. Diese können andererseits, da sie einen Sekretstau bewirken, ursächlich für die Entzündung sein
als virale Erreger kommen vor allem das Mumps-Virus und Influenza-Viren (Grippe) in Betracht. Hiervon ist besonders die
Ohrspeicheldrüse betroffen
strahlenbedingte S. aufgrund einer
systemische Autoimmunerkrankungen (z.B. Sjögren-Syndrom) können ebenfalls durch mangelnden Speichelfluss eine Entzündung bewirken.
alt: Sialose, nichtentzündliche Erkrankung des Drüsenparenchyms als Folge einer Stoffwechsel- oder Sekretionsstörung, kombiniert mit schmerzlosen wiederholten Schwellungen der betroffenen Speicheldrüsen. Bei der meist symmetrisch verlaufenden Erkrankung sind vor allem die
Ohrspeicheldrüsen betroffen (sog. „Parotidose“). Ursachen sind meist endokrine oder hormonellen Funktionsstörungen, eine gezielte Therapie ist nicht bekannt.
Sial(o)adenographie, engl.: sialogram, sialography;
Röntgenkontrastdarstellung der (großen) Speicheldrüsen mit ihren Ausführungsgängen, wie z.B. der Gl. Parotis oder der Gl. Submandibularis (s. Abb.:
S. der linken Unterkiefer-Speicheldrüse bei normalem Speichelfluss). Das wasserlösliche Röntgenkontrastmittel wird vorsichtig in die Mündung der jeweiligen Speicheldrüse eingespritzt. Das dargestellte Röntgenbild wird als Sialogramm bezeichnet. Hauptindikationsgebiete sind: Suche nach Speichelsteinen ( Sialolithiasis), Untersuchung auf chronische Entzündungen der Speicheldrüsen, Abklärung eines Tumors.
Adenographie
Sialom , Tumor im Bereich des Parenchyms einer Speicheldrüse; Adenom
Sialometrie ; Bestimmung, Messung der Speichelmenge
Sialoloth , Sialolith, engl.: sialolith, Speichelstein
Sialolithiasis, i.d.R. durch entzündliche Vorgänge bedingte Speichelsteinbildung in den Ausführungsgängen der Drüsen; Sialoadenitis Sialorrhö , "Sabbern", engl.: sialorrhea; übermäßige Speichelbildung versch. Ursache (z.B. Parkinson, frühe Schwangerschaft, Vergiftungen); auch: unwillkürlichen Abfluss von Speichel aus dem Mund, unabhängig von der Menge der Speichelsekretion; Ptyalismus
Speicheldrüsenzyste; engl.: do.; hauptsächlich in den sublingualen (Unterzungen-) und submandibulären (Unterkiefer-) Speicheldrüsen auftretend; die
Parotis ist selten betroffen.
Speicheldrüsen, Zyste
Collet-Sicard Syndrom, Tic douloureux, Glossopharyngeusneuralgie; eine Berührung in der Gaumengegend (z.B. Gaumenzäpfchen, -mandel, Zungengrund, Schlucken fester Speisen, bei lautem Sprechen, intensivem Kauen oder Gähnen) treten messerstichartige Schmerzen auf, welche von einer Gaumenbogenhälfte ausgehend in die Zunge, Kieferwinkel, Hals u. Ohr ausstrahlen. Die plötzlich auftretenden Schmerzen können bis zu 2 Minuten andauern und werden durch eine schmerzrefraktäre Phase abgelöst.
SiC-Index
Significant Caries Index; von Bratthall ursprünglich für die Anwendung bei 12-Jährigen beschriebene Messzahl – fokussiert auf das Drittel einer Population mit den höchsten DMF-T-Werten. Für diese Gruppe wird ein gesonderter Mittelwert berechnet. Bratthall schlug zusätzlich vor, auch einen Mittelwert für die zwei Drittel einer Population zu berechnen, die die niedrigsten DMF-T-Werte aufweisen. Auf diese Weise lässt sich im Zeitverlauf sehr gut abbilden, ob sich die Karieswerte in beiden Subpopulationen annähernd gleichförmig verändern.
aus http://www.zahnheilkunde.de/beitragpdf/pdf_696.pdf Sichelzahn
engl.: sickle tooth, kinked tooth; nur bei oberen, mittleren
Schneidezähnen zu beobachtende Anomalie mit einer nach labial gerichteten Abbiegung der Zahnkrone. Diskutiert wird als Ursache eine Stauchung des Zahnkeims durch
traumatische Milchzahneinflüsse, oder ein verhindertes normales
Durchbrechen des bleibenden Zahnes durch Narbenbildung.
Sicherheitsdatenblätter, engl.: material safety data sheet(s); nach der TRGS 220 4(1) ist ein S. dazu bestimmt, dem berufsmäßigen Verwender die beim Umgang mit Stoffen und Zubereitungen notwendigen Daten und Umgangsempfehlungen zu vermitteln, um die für den Gesundheitsschutz, die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz der Umwelt erforderlichen Maßnahmen treffen zu können. Sicherheitsdatenblätter der Dentalbranche
engl.: service guarantee; gesetzlich festgeschriebene Verpflichtung der
Kassen(zahn-)ärztlichen Vereinigungen die ärztliche Versorgung Gesetzlich Versicherter nach Vertrag sicherzustellen, indem sie ein qualitativ angemessenes, in zumutbarer Entfernung gelegenes und jederzeit bedarfsdeckendes und wirtschaftliches Versorgungsangebot einschließlich eines
Notfalldienstes bereithalten.
Diese Verpflichtung kann nach
§72a SGB V an die
Krankenkassen übergehen: "Haben mehr als 50 vom Hundert aller in einem Zulassungsbezirk oder einem regionalen Planungsbereich niedergelassenen Vertragsärzte auf ihre Zulassung nach § 95b Abs. 1 verzichtet oder die vertragsärztliche Versorgung verweigert und hat die Aufsichtsbehörde nach Anhörung der Landesverbände der Krankenkassen, der Verbände der Ersatzkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung festgestellt, daß dadurch die vertragsärztliche Versorgung nicht mehr sichergestellt ist, erfüllen insoweit die Krankenkassen und ihre Verbände den Sicherstellungsauftrag."
Nach § 140a "Integrierte Versorgung" können die Krankenkassen Verträge über eine verschiedene Leistungssektoren übergreifende Versorgung der Versicherten oder eine interdisziplinär-fachübergreifende Versorgung abschließen. Soweit die Versorgung der Versicherten nach diesen Verträgen durchgeführt wird, ist der Sicherstellungsauftrag nach § 75 Abs. 1 eingeschränkt.
Sicherungskette, engl.: safety chain; besonders in der
Endodontie (manuelle
Wurzelkanalbehandlung, kein Kofferdam) vorgeschriebene Maßnahme der Sicherung von kleinen, spitzen Behandlungsinstrumenten gegen ein unbeabsichtigtes
Aspirieren oder
Fremdkörperaspiration Sickerblutung
Blutung Forrest Ib, engl.: seeping o. oozing hemorrhage; ständige, stundenlange (bis Tage lange), leichte diffuse Blutung aus einer
Extraktions- oder Operationswunde, ohne dass ein größeres Blutgefäß verletzt sein muss. Die mit einer Drucktamponade meist gut zu beherrschende Komplikation hat ihre Ursache entweder in einer Blutgerinnungsstörung oder einer Gewebsentzündung im Operationsgebiet.
side shift , Seitwärtsbewegung des Unterkiefers als Teil der Bennet-Bewegung
engl.: SI-unit; in D gesetzlich vorgeschriebene Maßeinheiten nach dem
Système International d'Unités mit den Grundeinheiten: Ampere (Stromstärke), Candela (Lichtstärke), Kelvin (thermodynamische Temperatur), Kilogramm (Gewicht), Mol (Stoffmenge) und Sekunde (Zeit). Hiervon können die meisten in der Naturwissenschaft üblichen Maßeinheiten ohne unterschiedliche Umrechnungsfaktoren abgeleitet werden. Z.B.: Becquerel (Bq) = 1 Sekunde-1; Sievert (Sv) = 1 Joule x kg-1.
Gray, Ionendosis, Gonadendosis,
http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/general/si.html Sievert
Abk.: Sv, engl.: do.; Joule/kg, Äquivalentdosis für die biologische Aktivität einer Strahlenart (RBW = relative biologische Wirksamkeit); sie hat in der Strahlenschutzmessung die alte Maßeinheit "Rem" (engl. Abkürzung für
Radiation equivalent man; 1 Rem = 0,01 Joule/kg = 0,01Sv) nach der Gleichung 1 Sv = 100 rem abgelöst. Identisch mit der Maßeinheit
Da bei der Anfertigung von zahnärztlichen Röntgenaufnahmen Werte im µ-Sievert-Bereich auftreten, hier eine Umrechnung:
1µ = 1Mikro , Zehnerpotenz: -6 , Dezimal= 0,000 001 , Name: 1 Millionstel.
Curie, Gonadendosis,
Personendosis,
Röntgenstrahlen, Strahlenrisiko
engl.: sigmatism; isolierte Sprachstörung der Aussprache von S-Lauten und deren Lautverbindungen (z.B. sp, st, spr). Neben anderen Ursachen kommen zahnärztlicherseits u.a. eine falsche Zungenlage, Fremdkörper in der Mundhöhle (kieferorthopädische Geräte, Zahnersatz) in Betracht. Bis zum abgeschlossenen Durchbruch der bleibenden oberen Schneidezähne gilt der S. als noch nicht unbedingt behandlungsbedürftig.
Weitere Bezeichnungen für Laut-Sprachstörungen sind:
K = Kappazismus, R = Rhotazismus, Ch = Chitismus, Sch = Schetismus
Palatogramm
Signifikanz Bedeutsamkeit, Wesentlichkeit,
engl.: significance; statistisches Maß für die Wahrscheinlichkeit eines Irrtums ("Irrtumswahrscheinlichkeit"), ausgedrückt als "p". In der klinischen Medizin bezeichnet man p-Werte von p < 0,05 (= 5%) als signifikant; p-Werte von p < 0,001 (= 0,1%) als hochsignifikant
Siliziumwasserstoffe, engl.: do.; überwiegend in der Zahntechnik finden sog. funktionelle Organosilane als Haftvermittler zwischen anorganischen/mineralischen Oberflächen (Legierungen/Keramik), Kunststoffen (z.B. Komposites) und
Befestigungszementen Verwendung (sog. Silanisierung). Die so entstandene Haftbrücke ist gegen Feuchtigkeit, Temperatur und Chemikalien weitgehend resistent. Bei mechanischer Beanspruchung sollte jedoch nicht auf eine zusätzliche mechanische Retention (
Retentionsperlen) und/oder eine zusätzliche chemische Vorbehandlung verzichtet werden. S. mit niedrigem
pH (4,0 und 4,5) zeigen etwas stärkere Verbundkräfte als solche mit höherem pH (5,5 und 6,0).
1975 wurden erstmals Versuche zur Silanisierung von Metalloberflächen mit Gamma-Methacryloxy-Propyl-Trimethoxysilan durchgeführt, die aber durch Wasseranlagerung aus der Mundhöhle keine befriedigenden Werte ergaben. !984 wurden dann durch das spezielle Silicoater-Verfahren (Fa. Kulzer) ein echter chemischer Haftverbund möglich.
Ormocere, Verblendkrone
www.charite.de/zwbmf/Praktikum/WWW_PDFSkripte/Skripte/Verbund.pdf Silber
Argentum, Ag, engl.: silver; wegen seiner hohen Affinität zum Schwefel im Dentalbereich nicht zu den Edelmetallen gehörendes Element; Bestandteil von vielen Dentallegierungen auf Gold- und Palladiumbasis.
Kolloidales Silber (elektrisch geladene Silberteilchen in Wasser gelöst) wird therapeutisch in der Medizin dazu benutzt, um Krankheitserreger abzutöten.
engl.: silver amalgam; Vermischung einer "Feilung" aus Silber und Zinn mit Quecksilber; in der ZHK allgemein als "Amalgam" bezeichnet, im Unterschied zum Kupferamalgam
"Bromsilber", AgBr, engl.: silver bromide; licht- u. röntgenempfindliche chem. Verbindung und Hauptinhaltsstoff des Beschichtungsmaterials von Röntgenfilmen. Je nach Strahlungsintensität wird die Kristall-Struktur der Verbindung unterschiedlich stark gelockert. Das so veränderte S. wird durch Entwickeln in Silber verschiedener Graustufen überführt.
Höllenstein, Argentum nitricum, salpetersaures Silberoxyd, AgNO3, engl.: silver nitrate; früher gebräuchliches Ätzmittel gegen Warzen, überempfindliche Zähne und gutartige Zahnfleischwucherungen. Heute gilt S. als obsolet, da es die betreffenden Partien durch Silberausfällung stark schwarz verfärbt. Gelegentlich noch Anwendung zum Desensibilisieren ("Imprägnierung", "Unempfindlich machen") von überempfindlichen Zahnhälsen im nicht sichtbaren Bereich und als Notbehandlung stark zerstörter Milchzähne bei behandlungsunwilligen Kindern. Geänderte Silberverbindungen erleben in neuerer Zeit zur Kariesarretierung eine Renaissance:
http://www.zm-online.de/hefte/Wie-wirksam-ist-Silber-Diamin-Fluorid_405884.html Howe Verfahren,
Argyrie, "Perlmuttstomatitis", engl.: argyric line; graue oder grau-blaue Verfärbung aus Silbersulfid (Ag2S), vornehmlich nach langfristiger Einnahme silberhaltiger Stoffe (z.B. Brandsalben, silberhaltige Raucherentwöhnungstabletten, Trinkwasserentkeimung, Arbeiter in Silberminen; metallisches Silber, Silberstaub, kolloidales Silber / Silberwasser oder Silbersalze). Gilt als "kosmetische Verfärbung" und soll medizinisch unbedenklich sein.
Bleisaum,
Schwermetallsaum, Silber
engl.: silver pins; früher vereinzelt angewandte Methode der Wurzelkanalfüllung: Dünne, schmiegsame Silberstiftchen wurden - allein oder in Kombination mit einer
Wurzelkanalfüllpaste - in den
aufbereiteten Wurzelkanal eingepresst. Dabei erhoffte man sich eine dauerhafte Keimfreiheit durch ständige Abgabe von (bakterienabtötenden) Silberionen. Silensor ® ; "Schnarcherschutz" Schnarchen
Wortschöpfung aus den Abdruckmaterialien "Silikon" und "Alginat"; Handelname Kettosil®. Es soll die Vorteile von A-Silikonen und Alginaten vereinen und somit niedrige Reißfestigkeit mit hoher Dimensionsstabilität verbinden. Verwendung für die Abformung zur Erstellung
provisorischer Kronen und Brücken für einfache herausnehmbare prothetische Arbeiten oder für die Kieferorthopädie.
Siliciumcarbid ; Karborund
engl.: silicate; Salze der unbeständigen Orthokieselsäure mit Silizium, welche unter Wasserabspaltung u.a. zu großen Agglomeraten kondensieren können (Quarz ist das Resultat einer vollständigen Polykondensation). Verwendung in der
ZHK u.a. gemahlen als Ausgangsstoff für keramische Massen oder Füllkörper bei
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Silikat.html Silikatzement
"Silikatfüllung", engl.: silicate cement; erste, kosmetisch befriedigende "weiße Füllungsmaterialien" der Neuzeit; heute durch modernere Stoffe (
Füllungsmaterialien) abgelöst. Zusammensetzung:
Pulver: Siliciumdioxid; Aluminiumhydroxid; Calciumoxid; Natriumoxid
Flüssigkeit: Aluminium und Zink in Phosphorsäure
Für Seitenzahnfüllungen und Eckenaufbauten im Frontzahnbereich nicht geeignet. Weiter kann ein Austrocknen der Füllungen, z.B. durch Trockenlegen während einer zahnärztlichen Behandlung sowie durch Mundatmung des Patienten zu Strukturdefekten (Haarrissbildung) und damit zur
Opazität der Füllung führen.
http://www.speiko.de/
Silicone, Polysiloxane,
engl.: silicon; siliziumhaltige Kunststoffe von großer Wärme- u. Wasserbeständigkeit; chem. als eine Verknüpfung von Silikonketten mittels Sauerstoffatomen (Si-O- Bindung; "-Si-O-Si-" = "Siloxan"). In der ZHK werden diese, zu den Elastomeren gehörenden Stoffe, seit 1954 bei der Abformung eingesetzt. Sie sind lösungsmittelresistent, biologisch gut verträglich, wasserabweisend (meist von Nachteil, s.u.) und weitgehend temperaturunempfindlich. Beim Einsatz in der ZHK werden die S. unterteilt in:
auch: C-Silikone oder K-Silikone; von relativ geringerer Präzision (bedingt durch Verdunstung von Alkohol), besonders wenn sie nicht innerhalb von 6-8 Std. zu einem Modell verarbeitet werden. Aus diesem Grund heute in der ZHK bei Präzisionsabdrücken bedeutungslos (
Lagerzeitkontraktion).
additionsvernetzende Silikone auch: A-Silikone o. Polyvinylsiloxan; mit einer sehr hohen Dimensionsstabilität (unter 0,05 Prozent Veränderung; auch bei längerer Lagerung). Da diese Art durch beigemischte Edelmetallkatalysatoren zum Abbinden gebracht wird, können Störungen im chemischen Prozess durch Kontakte zu sog. "Katalysatorgiften" wie z.B. Latexhandschuhen,
Retraktionsflüssigkeiten oder
Lokalanästhetika auftreten und die Präzision u.U. entscheidend beeinflussen. Auf Grund einer Verzögerung des an sich guten Rückstellungsvermögens bis zur endgültigen Abbindung, sollten Abdrücke erst nach 1-3 Stunden mit einem entsprechenden Material (Modellgips) ausgegossen werden.
Die Qualität der S.-Abformmaterialien hat heute einen so hohen Standard erreicht, dass Passungenauigkeiten des daraus gewonnenen Werkstücks i.d.R. auf Verarbeitungsmängel (z.B. Modellherstellung) zurückzuführen sind. S. sind von Natur aus wasserabweisend (hydrophob), was im feuchten Mundhöhlenmilieu häufig sehr nachteilig ist und die Genauigkeit, besonders im Gebiet des
Sulkus, entsprechend negativ beeinflusst. Aus diesem Grund beziehen sich Fortentwicklungen dieser Materialien dahin, dass sie durch entsprechende Zusätze (oberflächenaktive Substanzen wie z.B. Tenside) "hydrophilisiert" ("wasserfreundlich" gemacht) werden. Eine Neuentwicklung innerhalb der Silikongruppe stellt das Präparat "Silginat" dar, welches die Eigenschaften von Alginaten (feuchtigkeitsfreundlich) und mit denen von S. (präzise) kombinieren soll.
Abformung, Elastomere,
Lagerzeitkontraktion,
Silikophosphat-Zement ; Steinzement
Siliziumkarbid, Karborund
Silness-Löe-Index , Belagsindex
Silorane™
neuartiges, schrumpfreduziertes Füllungsmaterial mit Verzicht auf die herkömmlichen Methacrylate; stattdessen ist eine gänzlich neue Silorane-Matrix (ringförmige Moleküle) Basis dieses Produktes, welche bei Vernetzung unter Ringöffnung polymerisiert. Hierdurch soll ein wesentlicher Teil der konventionell bekannten Schrumpfvorgänge ausgeglichen werden. Bekanntes Präparat: Filtek Silorane™ (3M/Espe); das Silorane System Adhäsiv ist ein selbstätzendes
Zwei-Schritt-Adhäsiv der 6. Generation.
Simon Aug-Punkt
"Weichteilorbitale", engl.: Simon's aug-dot; Weichteilmesspunkt zur kephalometrischen Vermessung: Bei geradeaus blickendem Auge wird der untere Rand der knöchernen Augenhöhle ertastet und der Hautpunkt bestimmt. Eine Senkrechte nach unten - die sog. Simon Senkrechte - soll nach Simon im Normalgebiss durch das mittlere Drittel des oberen Eckzahns verlaufen.
Simplex-Artikulator ; Gysi, Truebyte-Artikulator
Single-Point-Technik ; Zentralstiftfüllung
Singultus ; Schluckauf
Sinographie , veraltet: Antrographie, engl.: sinography, out of use: antrography; diagnostische Kontrastdarstellung der Nasennebenhöhlen (
Kierferhöhle)
Sinterkeramik ; Keramik
Bezeichnung für Stoffe, welche durch eine Verpressung von Metallpulvern bei hohen Temperaturen (jedoch unter dem Schmelzpunkt des Metalls) entstanden sind. Daraus ergeben sich andere metallurgische Eigenschaften (Härte, Zähigkeit), als wenn das Metall gegossen würde. Zur Verwendung kommen i.d.R. pulverisierte Legierungen aus hochschmelzenden, schwierig zu vergießenden Metallen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sintermetall Sintern
"Zusammenbacken", engl.: sintering; Verfestigung kristalliner, körniger oder pulvriger Stoffe durch Zusammenwachsen der Kristallite bei entsprechender Erhitzung, ohne dass alle Komponenten in eine Schmelze übergehen; meist im Vakuum oder unter bestimmten Gasglocken durchgeführt. Geht mit einem (meist vorhersehbaren) Volumenschwund ("Sinterschwindung") einher - die Porosität nimmt ab. Spezielle Verfahren ("Sintern an Luft") sollen diese Nachteile kompensieren.
Sintermetalle, SLM (Selective Laser Melting)
Entzündung der Nasennebenhöhlen, in der ZHK häufig mit einer
Kieferhöhlenentzündung gleichgesetzt, engl.: (maxillar) sinusitis,
sinus infection; Nasennebenhöhlenerkrankung, bei der die (Kieferhöhlen-)Sinus-Schleimhaut allergisch oder infektiös bedingt entzündet ist. Die Erreger sind i.d.R. Viren, Bakterien wie Streptokokken und Pilze ("Pilzball", invasive sinunasale Mykose, allergische Pilzsinusitis), die meist aus dem Nasenraum - seltener durch eine offene Verbindung zur Mundhöhle ( Kieferhöhlenperforation) eingedrungen sind. Unterschieden werden die am häufigsten vorkommenden rhinogenen (von der Nase ausgehend, meist beidseitig) von den odontogenen (von den Zähnen abstammend, meist einseitig, ca. 30%-Anteil) und den hämatogenen (aus dem Blut stammend) Erkrankungen, wobei letztere Form nur äußerst selten bei schweren Allgemeinerkrankungen zu beobachtet ist. Schmerzen bedingt durch eine S. strahlen häufig auf die Oberkieferbackenzähne und den Alveolarfortsatz aus und können zu einer Fehl-Diagnose "Zahnschmerzen" führen.
In einer amerikanischen Studie wurde bei Patienten, die über ungeklärte Erschöpfungszustände und Schmerzen klagten, überdurchschnittlich oft eine S. diagnostiziert. Ursache der odontogenen S. - welche i.d.R. nur auf eine der beidseitigen Kieferhöhlen lokalisiert ist - sind vorwiegend entzündliche Prozesse an den Wurzelspitzen,
Zysten oder (selten) tiefe Zahnfleischerkrankungen der oberen Backenzähne. Weiter können nicht regulär verlaufende zahnärztliche Maßnahmen, z.B. nach Zahnentfernung oder -operation, Hineinstoßen von Wurzelteilen oder Einbringen von Fremdkörpern (z.B. Wurzelkanalfüllungsmaterial ("Überstopfen"), Implantate,
Knochenersatzmaterial), zu einer iatrogen S. führen, wobei die sog. Mund-Antrum-Verbindung ("Antrumperforation") nach einer Zahnextraktion die häufigste Ursache darstellt.
Eine weitere Unterscheidung wird getroffen in:
begleitet von heftigen neuralgiformen Schmerzen der betroffenen Gesichtshälfte und dünnflüssigem Sekretabfluss aus der jeweiligen Nasenhälfte. Röntgenologisch kaum Veränderungen darstellbar
meist schmerzloser Verlauf und u.U. wieder in den Zustand einer akuten Erkrankung bei reduziertem Immunsystem übergehend. Ausbildung von Polypen; röntgenologisch gut sichtbare Verschattungen
eitrige Sinusitis (Antrumempyem, oroantral empyema)
sich aus einer akuten o. chronischen S. entwickelnde eitrige Ansammlung mit Sekretabfluss über die Nase oder eine Mundhöhlenverbindung ( Antrumperforation); stinkig riechend; röntgenologisch als totale Verschattung erkennbar. Sehr schmerzhaftes Druckgefühl mit Schwellung der betreffenden Gesichtshälfte. Gefahr der Ausbreitung in benachbarte Bezirke (z.B. Augenhöhle; Orbitaphlegmone). Akute Behandlung mittels Spülungen und Antibiotika, später meist Kieferhöhlenoperation ( Caldwell-Luc) unumgänglich
Weitet sich die auf eine Nasennebenhöhle beschränkte S. auf andere Nasennebenhöhlen (Stirn-, Siebbein- und Keilbeinhöhle) aus, so bezeichnet man das Krankheitsbild als Pansinusitis. Ausweitungen zur Augenhöhle hin erfordern eine rasche Behandlung, da sonst die Gefahr einer Erblindung besteht.
Alveolarbucht, Heryng Zeichen, Mikrodiathermie, Radix relicta (Wurzelrest),
Sinographie Sinus maxillaris
, Kieferhöhle
Sinus-lift-Operation, Sinusbodenaugmentation, Anhebung des Kieferhöhlenbogens, Augmentation oder
Elevation des Kieferhöhlenbodens,
engl.: (maxillary) sinus lift(ing); Schlagwortbezeichnung für eine
Augmentationsmethode im unmittelbaren Bereich unterhalb der Kieferhöhle bei einem zurückgebildeten (atrophischen) Oberkiefer (posteriorer Alveolarfortsatz): Implantate benötigen einen ausreichenden Halt im Kieferknochen und somit ein bestimmtes Knochenangebot in vertikaler Richtung. Gerade im Oberkiefer-Seitenzahngebiet ist diese Dicke häufig nicht (mehr) vorhanden. Hinzu kommt, dass der Oberkieferknochen - im Vergleich zum Unterkiefer - generell von schlechterer Qualität (spongiös) ist und im zahnlosen Backenzahnbereich sich die Kieferhöhle bis zum Alveolarkamm ausdehnen kann; das Einbringen eines Implantates an dieser Stelle würde zwangsläufig zur (nicht gewünschten) Eröffnung der Kieferhöhle führen. Mehrere operative Verfahren werden hauptsächlich angewandt:
Beim zweizeitigem Sinuslift wird zunächst die Schneidersche Membran - dieses Häutchen trennt die Kieferhöhle vom Kieferknochen, hat eine wichtige Schutzfunktion und sollte möglichst unverletzt bleiben - vom Knochen abgelöst und angehoben ("Sinus lift") und in den entstandenen Hohlraum autologer Knochen (z.B. vom Tuber maxillae, der Linea obliqua, der Kinnregion oder aus dem Beckenkamm ( Knochenersatzmaterialien,
Knochenspan)) bzw. ein synthetisches
Knochersatzmaterial hälftig vermischt mit
autologem Knochen, eingebracht. Diese Stoffe werden innerhalb von Monaten (6 - 8 Monate, da die Kalzifikationsrate ca. 1 mm/Monat beträgt) durch körpereigen Knochen ersetzt. Nach dieser Phase wird implantiert. Um einen erneuten Eingriff zu vermeiden, wird beim einzeitigem Sinuslift (sofortige Implantation) i.d.R. gleichzeitig das (die) Implantat(e) eingesetzt. Hierfür müssen mindestens 5 mm Restknochenhöhe vorhanden sein.
Da das Operationsgebiet seitlich von der Mundhöhle her eröffnet wird, spricht man bei den oben beschriebenen Op-Methoden auch vom offenen o.
klassischen Sinuslift.
Beim internen Sinuslift wird der Knochen im Implantatbett nach oben in Richtung Kieferhöhle verdrängt; eine eingebrachte resorbierbare Membran ("Sperrfolie") schütz die empfindliche Kieferhöhlenschleimhaut vor Verletzungen. Eine Kombination beider Op-Methoden ist möglich.
Als Infektionsprophylaxe wird beim S. von versch. Autoren eine ausreichende antibiotische Abdeckung vor dem Eingriff empfohlen. Beim S. handelt es sich um eine anerkannte Operationsmethode. Als häufige chirurgische Komplikation tritt beim S. eine Perforation der Schneider´schen Membran auf. In der Literatur werden bis zu 44 % der behandelten Fälle erwähnt, wobei bei etwa 10 % der Patienten davon postoperative Beschwerden auftreten. Die Implantat-Überlebensdauer erweist sich allerdings nicht von dieser Komplikation abhängig. Beträgt der Winkel zwischen buccaler und
palatinaler Knochenwand 60° und mehr, ist das Risiko einer Membranverletzung gering.
Augmentation, CCARD, Einlagerungsosteoplastik, Implantat,
Knochenersatzmaterialien, Prothesenunfähigkeit
(sehr ausführlich, 2016)
Prinzip einer geschlossenen Sinusboden-Elevation
interner S. im Gebiet der Zähne 15,17 unmittelbar nach Implantation und
klinischer Zustand gut 1 Jahr später
Situationsabformung, Erstabdruck, Situationsmodell, Orientierungsabdruck, engl.: anatomic impression, anatomic cast; auf Grund eines Abdrucks des (anatomischen) Kiefers hergestelltes Modell zu Dokumentations-, Planungs- und Studienzwecken und zur Herstellung eines individuellen Abdrucklöffels. Im Gegensatz zum Funktionsabdruck werden keine Muskelfunktionen mit abgebildet, auf aufwendige
Abdruckmassen kann verzichtet werden.
Abdruck, Abdruckarten, Funktionsabdruck,
Einzelabformung (Fremdlink)
engl.: retention suture; grobe, großzügige Vereinigung der Wundränder, wenn z.B. ein reguläres, schlüssiges Zusammenfügen der Wundränder nicht möglich ist (i.d.R. nach jeder Zahnextraktion) oder um nach einer Versorgung durch S. bei größeren Wunden anschließend einen spannungsfreien Verschluss mittels Subkutan- und/oder Hautnähten zu ermöglichen.
Siwak Miswaak, engl.: do., name for chewing sticks to clean teeth; arabisch für Zahnbürste oder Zahnholz; meist aus Zweigen des Arakbaumes (Salvadora Perscia), des Neem tree (Azadirecta indica) oder anderer aromatischer Hölzer mit antimikrobiellen Eigenschaften (
Zahnbürstenbaum) bestehend. Durch Untersuchungen in jüngster Zeit wurde festgestellt, dass die benutzten Hölzer teilweise einen hohen Fluoridgehalt von 8 bis 22 ppm (das sind 8 bis 20 tausendstel Promille) aufweisen - offensichtlich war indirekt die Bedeutung einer Fluoridierung der Zähne schon im Altertum bekannt.
Zahnbürste, Zahnbürstenbaum
http://www.islam.tc/Miswaak/ http://www.zahnbewusstsein.de/ Sjögren-Syndrom
chronisch-systemische Autoimmunerkrankung (rheumatoide Erkrankung), engl.: Sjoergren's syndrome; das zu den häufigsten Erkrankungen des Immunsystems zählende Syndrom hat folgendes Bild: Die Tränen- und Speicheldrüsen stellen schleichend ihre Funktion ein, die Ohrspeicheldrüse (Parotis) schwillt an und produziert nur noch einen zähfließenden Schleim (s. Abb.). Die Zunge zeigt einen zunehmenden Papillenverlust (Papillenatrophie), wobei die Oberfläche glatt und gelappt wird (s. Abb. unten). Histologisch typisch sind eine progressive Infiltration und schließlich die Verdrängung der Epithelzellen exokriner Drüsen durch mononukleäre Lymphozyten.
Die Patienten klagen über ein starkes Augenbrennen, Bindehaut-Entzündungen, Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit. Es kann aber auch zu schweren Problemen kommen wie Entzündungen von Nerven, Taubheitsgefühl, Gelenkrheumatismus oder brennenden Schmerzen - in seltenen Fällen ähneln die Symptome denen der Multiplen Sklerose. Das S. betrifft vornehmlich weibliche (90%) Personen. Die Krankheit tritt meist postmenopausal mit einem Auftretensmaximum im Alter zwischen 40 und 50 Jahren auf; es werden immunologische, genetische, hormonelle und infektiöse (Viren) auslösende Faktoren diskutiert.
Die Therapie umfasst u.a. außer einer guten
Mundhygiene und lokaler
Fluoridzufuhr, die
Prävention von oralen Infektionen, einen Speichelersatz sowie die lokale und systemische Anregung der Speichelproduktion. Bei Patienten, deren Speichelproduktion noch nicht vollkommen versiegt ist, können Cholinergika (Medikamente, die eine
parasympathomimetische Wirkung hervorrufen) eingesetzt werden. Autoimmunerkrankungen,
scharfes chirurgisches Messer, engl.: scalpel; in unterschiedlichen Größen und Formen, heute meist als Einmalskalpell oder mit "Einmal-Wechselklinge" gebräuchlich.
Lanzette,
S-Kanal , Lautbildungskanal; der Raum zwischen Zunge und Gaumen, der bei Phonation von "S" und Zisch-Lauten gebildet wird. skelettal
das Skelett (Knochengerüst des Körpers) betreffend. Ausdruck in der
ZHK vor allem bei
Fehlstellungen der Zähne gebräuchlich: nicht regelrecht stehende Zähne oder Bisslagen können ihre Ursache einmal in einer Fehlstellung des Zahnes (der Zähne) (= dentoalveoläre Abweichung) oder einer falschen Bisslage haben. Sie können aber auch durch ein Missverhältnis des Skeletts (Kopfes) bedingt sein (= skelettale Abweichung). Bekanntes Beispiel hierfür ist die Progenie als skelettale Fehlbildung: die Unterkieferzähne beißen deshalb über die Oberkieferzähne, weil der Unterkieferknochen zu groß oder der Oberkieferknochen zu klein ist. Abweichung,
dentoalveoläre Kompensation, Fehlstellung
skelettale Reife ; Handröntgenaufnahme
skelettierte Prothese , Lochplatte
Scharbock, engl.: scurvy; chronische Vitamin-C-Mangelerkrankung (nach ~ 6 Monaten ohne Zufuhr). Durch diesen Mangel bedingt, löst der Körper das Material zwischen den einzelnen Zellen auf; zusätzlich wird dieses Material auch nicht mehr in ausreichender Menge nachproduziert. Zahnärztlicherseits werden bei der heute praktisch nicht mehr vorkommenden Erkrankung starke Blutungen des
Zahnfleischs verbunden mit Schwellungen und Zahnlockerungen beobachtet.
Skyces ; Zahnschmuck
Steiner Profillinie, Ästhetische Ebene nach Steiner; Linie, welche den Mittelpunkt des unteren Nasenrandes mit dem
Hautpogonion verbindet. Liegen die Lippen hinter der Linie, ist das Lippenprofil zu flach, liegen sie davor erscheint das Profil zu protrusiv.
Ästhetiklinie, Steiner Analyse
Abk. von Selective Laser Melting; Gemeinschaftsentwicklung (in 2003) des Aachener Fraunhofer-Institut und der Firma BEGO zur Herstellung von zahntechnischen Metallgerüsten. Üblicherweise stellen Zahntechniker manuell metallische Gerüste für Brücken und
Kronen her, die als Unterbau für die keramische Verblendung dienen. Der aufwändige Herstellungsprozess mit den Arbeitsschritten Gipsmodell, Artikulator, Wachsmodellation, Einbetten bis hin zum Guss dauert mehrere Tage. Bei dem neuen Verfahren erstellt das Labor mit einem
optischen Scanner ein digitales, dreidimensionales Bild, auf welches am Bildschirm eine virtuelle Brücke/Krone "modelliert" wird. Diese Daten werden an spezielle Zahnlabors weitergeleitet, wo mittels SLM-Verfahren des Fraunhofer ILT dreidimensionale metallische Gerüste in wenigen Stunden aus Metallpulver in hunderten von Schichten mit dem Laser aufgebaut werden. Diese gehen dann wieder in das Dentallabor zur weiteren Verarbeitung (Fertigstellung).
CAD/CAM-Systeme, Laser,
engl. für Secretory Leukocyte Protease Inhibitor; Eiweißverbindung, welche in verschiedenen Körperflüssigkeiten - so besonders auch im Speichel - vorkommt und vor Viren und Bakterien schützt. Bei Verletzungen reguliert SLPI die Mechanismen, die für die Heilung und Desinfektion der Wunde sorgen. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass bei Entzug des für die SLPI-Bildung zuständigen Gens die Wunden nicht mehr heilten oder sich stark entzündeten. Trug man SLPI auf die Wunden auf, so setzte der Heilungsprozess spontan ein.
SmartPrep ™
SmartBurs;
rotierende (Einmal-)Instrumente ("Bohrer") zur Kariesentfernung, welche aufgrund ihrer Konstruktion zwischen gesundem und kariösem Dentin unterscheiden können (nach Hersteller
SS White Burs, Lakewood, USA) sollen. Das Arbeitsteil des SmartPrepTM-Instruments besteht aus einem neuartigen, selbstlimitierenden Polymerkunststoff. Behandlung von Milchzähnen, Bohrer, Präparation
, smear layer, "Schmierschicht"; Adhäsivtechnik
smear plug; bei der Wurzelkanalaufbereitung auftretende "Abfälle" aus gelösten Dentinteilchen, Pulpenrestgewebe und Mikroben, welche die angrenzenden Dentin- und Seitenkanälchen verschließen; es werden Eindringtiefen bis zu 40µm beobachtet.
Schmierschicht, Wurzelkanalspülung
Ganzfruchtgetränke mit einem Gehalt an Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen; durch ihren Zucker- und Säuregehalt aber mit erosiven Eigenschaften behaftet. Nach dem Verzehr von S. wird angeraten, den Mund mit Wasser zu spülen, um eine Neutralisierung zu erreichen, Kaugummi zu kauen, um die Speichelsekretion anzuregen und die Zähne möglichst nicht direkt nach dem Konsum zu putzen.
zu Sn-Sz
Die Graphiken beruhen teilweise auf den Vorlagen der Firmen Corel-Corp. ( http://www.corel.com ) und TechpoolStudios Inc. (

References: §142
 §89
 § 73
 § 140

§72
 § 95
 § 140
 § 75