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Timestamp: 2020-08-15 02:29:53+00:00

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Der Notar und sein Telefonbucheintrag | Rechtslupe
Der Notar und sein Tele­fon­buch­ein­trag
Ein Notar muss in sei­nem Tele­fon­buch­ein­trag sei­nen Amts­sitz ange­ben. Dies gilt auch für einen Anwalts­no­tar.
Zu den über­ört­lich ver­wen­de­ten Ver­zeich­nis­sen im Sin­ne des § 29 Abs. 3 Satz 2 BNo­tO, in denen der Anga­be der Amts­be­zeich­nung ein Hin­weis auf den Amts­sitz des Notars hin­zu­zu­fü­gen ist, gehö­ren auch Tele­fon­bü­cher.
Die Ver­pflich­tung des Notars, der Anga­be sei­ner Amts­be­zeich­nung im Tele­fon­buch einen Hin­weis auf sei­nen Amts­sitz hin­zu­zu­fü­gen, ergibt sich unmit­tel­bar aus § 29 Abs. 3 Satz 2 BNo­tO.
Die­se Bestim­mung ist nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Sie schränkt die Anwalts­no­ta­re in ihrer von Art. 12 Abs. 1 GG umfass­ten beruf­li­chen Außen­dar­stel­lung – wenn über­haupt – nur gering­fü­gig ein [1]. Die­se allen­falls gering­fü­gi­ge Ein­schrän­kung wird durch das legi­ti­me Ziel des Gesetz­ge­bers gerecht­fer­tigt, irre­füh­ren­de Wer­bung zu ver­hin­dern [2]. Der Ein­trag eines Anwalts­no­tars in einem sei­nen Amts­sitz nicht ein­schlie­ßen­den Tele­fon­buch, in dem auf das Notar­amt, nicht hin­ge­gen auf den Amts­sitz hin­ge­wie­sen wird, kann eben­so wie ein außer­halb der Geschäfts­stel­le des Notars an einer Rechts­an­walts­kanz­lei ange­brach­tes Geschäfts­schild eine Irre­füh­rung der Recht­su­chen­den bewir­ken [3]. Es kann der unzu­tref­fen­de Ein­druck ent­ste­hen, dass an der im Tele­fon­buch bezeich­ne­ten Zweig­stel­le der Rechts­an­walts­kanz­lei auch nota­ri­el­le Diens­te in Anspruch genom­men wer­den kön­nen [4]. Auch von Tele­fon­bü­chern geht eine Wer­be­wir­kung auf aus­wär­ti­ge Recht­su­chen­de aus [5].
§ 29 Abs. 3 Satz 2 BNo­tO ist, so der BGH wei­ter, auch nicht euro­pa­rechts­wid­rig. Die­se Bestim­mung ver­stößt ins­be­son­de­re nicht gegen Art. 24 der Richt­li­nie 2006/​123/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 12.12.2006 über Dienst­leis­tun­gen im Bin­nen­markt [6]. Denn gemäß Art. 2 Abs. 2 lit. l fin­det die­se Richt­li­nie auf die Tätig­keit von Nota­ren kei­ne Anwen­dung.
Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Novem­ber 2011 – NotZ(Brfg) 9/​11
vgl. BVerfGE 112, 255, 264[↩]
vgl. BVerfGE 112, 255, 263; BVerfG DNotZ 2009, 792 Rn. 17[↩]
vgl. BVerfG DNotZ 2009, 792 Rn. 17[↩]
BVerfG, eben­da[↩]
vgl. BVerfG ZNotP 2006, 36, 37[↩]
ABl. L 376/​06 S. 36 ff.[↩]
Höchst­al­ters­gren­ze für Nota­re Die Rege­lung in § 48a BNo­tO, in der die Alters­gren­ze für Notar auf deren sieb­zigs­ten Geburts­tag fest­ge­legt wird, steht im Ein­klang mit euro­pa­recht­li­chen Vor­ga­ben. Sie…
Alters­gren­ze für Nota­re Die Bestim­mung des § 48a BNo­tO, die die Alters­gren­ze für die Aus­übung des Notar­be­rufs auf das Ende des Monats fest­legt, in dem der Notar das…
NotarTelefonbuch

References: § 29
 § 29
 Art. 12

§ 29
 BGH 
 Art. 24
 Art. 2
 § 48
 § 48