Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=22.01.2015&Aktenzeichen=I%20ZR%20127/13
Timestamp: 2020-06-06 03:36:48+00:00

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BGH, 22.01.2015 - I ZR 127/13 - dejure.org
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BGH, 22.01.2015 - I ZR 127/13 (https://dejure.org/2015,5097)
BGH, Entscheidung vom 22.01.2015 - I ZR 127/13 (https://dejure.org/2015,5097)
BGH, Entscheidung vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13 (https://dejure.org/2015,5097)
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ZPO § 524; BGB § 213
Art. 32 CMR, § 524 ZPO, §§ ... 533, 263, 264 ZPO, Art. 17 CMR, Art. 29 CMR, § 667 BGB, § 524 Abs. 1 Satz 2 ZPO, § 128 Abs. 2 Satz 2 ZPO, § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO, § 524 Abs. 3 Satz 2, § 521 Abs. 2 Satz 2, § 277 Abs. 2 ZPO, §§ 530, 296 Abs. 1, 4 ZPO, § 521 Abs. 2 ZPO, § 533 ZPO, § 529 ZPO, §§ 667, 675 BGB, Art. 28 Abs. 1 CMR, Art. 23 Abs. 3 CMR, Art. 28 Abs. 2 CMR, Art. 41 Abs. 1 Satz 1 CMR, Art. 40 CMR, Art. 32 Abs. 1 Satz 1 CMR, § 213 BGB, Art. 32 Abs. 1 CMR, Art. 32 Abs. 1 Satz 3 CMR, Art. 32 Abs. 3 Satz 1 CMR, § 204 Abs. 1 Nr. 1, § 563 Abs. 3 ZPO, § 92 Abs. 1 Satz 1, § 101 Abs. 1 ZPO
§ 524 ZPO, § 213 BGB, § 667 BGB, § 675 BGB, Art 28 CMR
Berufung im Rückgriffsprozess eines Transportversicherers gegen ein Speditionsunternehmen wegen Transportgutverlusts: Klageerweiterung bei Hilfsantrag auf Abtretung eines Schadensersatzanspruchs gegen den Unterfrachtführer; Verjährung des Abtretungsanspruchs
Klageerweiterung bei einem Anspruch gegen den Hauptfrachtführer auf Abtretung eines Schadensersatzanspruchs gegen den Unterfrachtführer
Zur Anwendbarkeit des § 213 BGB auf den Anspruch auf Abtretung von Schadensersatzansprüchen des Hauptfrachtführers gegen den Unterfrachtführer, wenn ein Anspruch auf Schadensersatz gegen den Hauptfrachtführer geltend gemacht worden ist; zur Rechtzeitigkeit einer ...
BGB § 213; ZPO § 524
Hauptfrachtführer, Unterfrachtführer - und die Drittschadensliquidation
Abtretung von Schadensersatzanspruch gegen Unterfrachtführer muss u.U. mit Anschlussberufung geltend gemacht werden
Anspruch gegen einen Hauptfrachtführer auf Abtretung eines Schadensersatzanspruchs gegen den Unterfrachtführer
LG Rottweil, 23.11.2012 - 5 O 68/11
OLG Stuttgart, 26.06.2013 - 3 U 201/12
MDR 2015, 652
NZV 2015, 331
WM 2015, 1719
Einer erstmaligen Einführung der Farbmarke im Berufungsverfahren steht zudem entgegen, dass eine solche Klageerweiterung der in erster Instanz in vollem Umfang erfolgreichen Klägerin die Einlegung der Anschlussberufung gemäß § 524 ZPO erfordert hätte (vgl. etwa BGH…, Urteil vom 20. Januar 2011 - I ZR 10/09, GRUR 2011, 831 Rn. 40 = WRP 2011, 1174 - BCC;… Urteil vom 9. Juni 2011 - I ZR 41/10, GRUR 2012, 180 Rn. 22 = WRP 2012, 980 - Werbegeschenke; Urteil vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, NJW 2015, 1608 Rn. 12 f., jeweils mwN).
Die Klägerin stützt ihren Hilfsantrag darüber hinaus ausschließlich auf Tatsachen, die das Berufungsgericht seiner Verhandlung und Entscheidung über die Berufung ohnehin nach § 529 ZPO zugrunde zu legen hatte (vgl. BGH, Urteil vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, NJW 2015, 1608).
Verfolgt der in erster Instanz erfolgreiche Kläger mit einem erstmals im Berufungsrechtszug gestellten Hilfsantrag dasselbe Klageziel wie mit dem erstinstanzlich erfolgreichen Hauptantrag, stellt dies keine Klageerweiterung dar, die mit der Anschlussberufung geltend gemacht werden muss (Fortführung von BGH, Urteil vom 22. Januar 2015, I ZR 127/13, NJW 2015, 1608).
aa) Die erstmalige Stellung eines Hilfsantrags in der Berufungsinstanz ist eine objektive Klagehäufung, auf die die Vorschriften über die Klageänderung nach §§ 533, 263, 264 ZPO entsprechend anwendbar sind (BGH, Urteil vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, NJW 2015, 1608 Rn. 13).
(1) Allerdings muss sich der in erster Instanz in vollem Umfang erfolgreich gewesene Berufungsbeklagte der Berufung der Gegenseite gemäß § 524 ZPO anschließen, wenn er das erstinstanzliche Urteil nicht nur verteidigen, sondern die von ihm im ersten Rechtszug gestellten Anträge erweitern oder auf einen neuen Klagegrund stellen will (BGH…, Urteil vom 7. Dezember 2007 - V ZR 210/06, NJW 2008, 1953 Rn. 13;… Urteil vom 20. Januar 2011 - I ZR 10/09, GRUR 2011, 831 Rn. 40 = WRP 2011, 1174 - BCC;… Urteil vom 9. Juni 2011 - I ZR 41/10, GRUR 2012, 180 Rn. 22 = WRP 2012, 980 - Werbegeschenke; BGH, NJW 2015, 1608 Rn. 12, mwN).
(2) Jedoch stellt nicht jeder Hilfsantrag, den der in erster Instanz erfolgreiche Kläger in der Berufungsinstanz zusätzlich verfolgt, zwangsläufig eine Erweiterung der Klage dar, die eine Anschlussberufung erforderlich macht (BGH, NJW 2015, 1608 Rn. 12).
Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs beginnt der Lauf dieser Frist aber nur dann, wenn das Gericht die in § 521 Abs. 2 Satz 2 und § 277 Abs. 2 ZPO vorgeschriebene Belehrung erteilt hat (BGH…, Beschluss vom 23. September 2008 - VIII ZR 85/08, NJW 2009, 515 Rn. 4;… Urteil vom 20. Januar 2011 - I ZR 10/09, GRUR 2011, 831 = WRP 2011, 1174 Rn. 44 - BCC;… Urteil vom 9. Juni 2011 - I ZR 41/10, GRUR 2012, 180 Rn. 28 - Werbegeschenke; Urteil vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, NJW 2015, 1608 Rn. 18;… Urteil vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, NJW 2015, 2812 Rn. 41).
Wird er nicht erteilt, so beginnt die Frist für die Berufungserwiderung und damit die Frist für eine Anschlussberufung nicht zu laufen (BGH, Urteil vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, NJW 2015, 1608 Rn. 19).
Voraussetzung für die Anwendung von § 213 BGB ist, dass es sich um einen anderen Anspruch gegen denselben Schuldner handelt, dass der Anspruch auf demselben Grund beruht und dass es sich um einen Fall handelt, in dem das Gesetz von vornherein dem Gläubiger mehrere Ansprüche zur Wahl stellt oder es ihm ermöglicht, in Verfolgung des gleichen wirtschaftlichen Interesses von einem zum anderen Anspruch überzugehen (vgl. BGH 22. Januar 2015 - I ZR 127/13 - Rn. 32, NJW 2015, 1608 [BGH 22.01.2015 - I ZR 127/13] ).
Es reicht dabei aus, dass die Ansprüche auf demselben Interesse beruhen und im Verhältnis alternativer Konkurrenz zueinanderstehen (vgl. BGH 22. Januar 2015 - I ZR 127/13 - Rn. 32, NJW 2015, 1608 [BGH 22.01.2015 - I ZR 127/13] ;… Palandt/Ellenberger 76. Aufl. § 213 Rn. 3).
Der Anwendungsbereich des § 213 BGB ist weiter als der prozessuale Anspruch im Sinne des Prozessrechts (vgl. BGH 22. Januar 2015 - I ZR 127/13 - Rn. 34, NJW 2015, 1608 [BGH 22.01.2015 - I ZR 127/13] ).
Nach dem in den Gesetzgebungsmaterialien dokumentierten Willen des Gesetzgebers soll die Anwendung des § 213 BGB unter anderem davon abhängen, dass "das Gesetz von vornherein mehrere Ansprüche dem Gläubiger zur Wahl stellt oder es ihm ermöglicht, in Verfolgung des gleichen wirtschaftlichen Interesses von einem zum anderen Anspruch überzugehen" (BT-Drucks. 14/6020, S. 122; BGH, Urteile vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, NJW 2015, 1608 Rn. 32;… vom 29. April 2015 - VIII ZR 180/14, aaO Rn. 27 f.).
Zwar beginnt die in § 524 Abs. 2 S. 2 ZPO bestimmte Anschlussberufungsfrist in der Tat dann nicht zu laufen, wenn eine Belehrung des Berufungsbeklagten über die Folgen einer Versäumung der Berufungserwiderungs frist unterblieben oder nicht ordnungsgemäß erfolgt ist (vgl. BGHZ 86, 218 = NJW 1983, 822;… BGH, NJW 2009, 515 Rn. 4 u. 6;… BGH, GRUR 2011, 831 Rn. 45 - BCC; BGH, NJW 2015, 1608 Rn. 19 m.w.N;… Cassardt, in: Cepl/Voß, 1. A., 2015, § 524 Rn. 20;… MüKo ZPO/Himmelpacher, a.a.O., § 524 Rn. 32 jew. m.w.N.).
Entsprechendes gilt auch für weitere Entscheidungen des I. Zivilsenats des BGH, in welchen ebenfalls auf die Kette der §§ 524 Abs. 3 S. 2, 521 Abs. 2 S. 2, 277 Abs. 2 ZPO abgestellt wurde (…GRUR 2011, 831 Rn. 44 - BCC; NJW 2015, 1608 Rn. 18).
Die Klägern ist in der betreffenden Verfügung unstreitig auch über die notwendige Bestellung eines Rechtsanwalts belehrt worden (§§ 521 Abs. 2 S. 2, 277 Abs. 2 Hs. 1 ZPO); die Belehrung erschöpfte sich also nicht etwa in einem (allein nicht ausreichenden) Hinweis auf §§ 530, 296 Abs. 1, Abs. 4 ZPO (vgl. dazu BGH, NJW 2015, 1608 Rn. 18).
Das Berufungsgericht hat nicht festgestellt, dass die Auftraggeberin der Beklagten zu 2 ihre Ansprüche gegen die Beklagte zu 2 an die Versicherungsnehmerin abgetreten hat (vgl. hierzu BGH…, Urteil vom 18. März 2010 - I ZR 181/08, TranspR 2010, 376 Rn. 47 bis 51; Urteil vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, TranspR 2015, 167 Rn. 22).
Das Anlaufen der Frist des § 524 Abs. 2 Satz 2 ZPO setzt voraus, dass das Berufungsgericht eine Frist zur Erwiderung auf die Berufung gesetzt und die in § 521 Abs. 2 Satz 2, § 277 Abs. 2 ZPO vorgeschriebene Belehrung erteilt hat (BGH, Urteile vom 22. Januar 2015 - I ZR 127/13, WM 2015, 1719 Rn. 19…, vom 7. Mai 2015 - VII ZR 145/12, WM 2015, 1871 Rn. 41 …und vom 16. Mai 2017 - X ZR 120/15, GRUR 2017, 785 Rn. 38;… Beschluss vom 23. September 2008 - VIII ZR 85/08, NJW 2009, 515 Rn. 4).
Bedingung für eine wirksame Fristsetzung ist, dass ein Hinweis auf den Vertretungszwang vor dem Berufungsgericht (BGH, Urteile vom 22. Januar 2015, aaO, Rn. 18 …und vom 16. Mai 2017, aaO, Rn. 49;… Beschluss vom 23. September 2008, aaO, Rn. 6) und auf die Folgen einer Fristversäumung erteilt wird (BGH…, Urteil vom 16. Mai 2017, aaO, Rn. 50;… Beschluss vom 23. September 2008, aaO).
Die nachträgliche Geltendmachung eines Hilfsantrags ist eine objektive Klagehäufung, auf die die Vorschriften über die Klageänderung nach §§ 533, 263, 264 ZPO entsprechend anwendbar sind (BGH 22. Januar 2015 - I ZR 127/13 - Rn. 13) .
Anspruch auf Rückerstattung überzahlten Architektenhonorars
OLG Brandenburg, 10.09.2019 - 3 U 49/17
Voraussetzungen der Abänderung einer Unterhaltsrente
LG Düsseldorf, 04.07.2018 - 25 S 138/17
LG Düsseldorf, 29.04.2016 - 36 O 38/15

References: § 524
 § 213

Art. 32
 § 524
 Art. 17
 Art. 29
 § 667
 § 524
 § 128
 § 524
 § 524
 § 521
 § 277
 § 521
 § 533
 § 529
 Art. 28
 Art. 23
 Art. 28
 Art. 41
 Art. 40
 Art. 32
 § 213
 Art. 32
 Art. 32
 Art. 32
 § 204
 § 563
 § 92
 § 101

§ 524
 § 213
 § 667
 § 675
 § 213
 § 213
 § 524
 § 524
 § 529
 § 524
 § 521
 § 277
 § 213
 BGH 
 BGH 
 § 213
 § 213
 BGH 
 § 213
 § 524
 § 524
 § 524
 § 524
 § 521
 § 277