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Timestamp: 2020-02-20 05:38:54+00:00

Document:
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hochmoore bei Wieckenberg" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Hochmoore bei Wieckenberg"
(NSG LÜ 177)
Amtsblatt der Bezirksregierung Lüneburg Nr. 24 a, Seite 293
V e r o r d n u n g der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Hochmoore bei Wieckenberg" in der Gemeinde Wietze, Landkreis Celle, vom 14. Dezember 1989
Aufgrund des § 24 in Verbindung mit § 54 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20. März 1981 (Nds. GVBl. S. 31), zuletzt geändert durch das 5. Gesetz zur Änderung der Niedersächsischen Bauordnung vom 11. April 1986 (Nds. GVBl. Nr. 14 vom 15. April 1986, S. 103), wird verordnet:
Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in der Gemarkung Wieckenberg der Gemeinde Wietze, Landkreis Celle, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Hochmoore bei Wieckenberg".
(1) Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rd. 60 ha.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der auf den Seiten 296/297 mitveröffentlichten Karte. Sie verläuft auf der dem Gebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung naturnaher Hochmoorkomplexe am südlichen Rand des Allerdünengebietes sowie die Umwandlung der die Moore umgebenden Kiefernforste zu Wäldern, die der potentiell natürlichen Vegetation entsprechen.
Dabei geht es im Einzelnen
1. um die Sicherung
a) der weitgehend baumfreien Hochmoorflächen,
b) des Moorschlatts im östlichen Teil des Naturschutzgebietes mit den randlichen Schwingrasen und
c) der für diesen Naturraum charakteristischen Bodengestalt, die durch die Allerdünen geprägt ist.
2. um die Entwicklung
a) der verbuschten Moorbereiche zu offeneren, weitgehend baumfreien Moorflächen und
b) der weniger naturnahen Waldbestände zu den der potentiell natürlichen Vegetation entsprechenden Waldgesellschaft des Eichen-Birkenwaldes sowie
3. um die Erhaltung der gebietstypischen Pflanzen- und Tierarten und deren Lebensgemeinschaften.
a) das Naturschutzgebiet außerhalb des gekennzeichneten Weges zu betreten,
c) zu lagern, zu zelten,
e) Wasserflächen mit Booten oder anderen Geräten zu befahren,
h) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (insbesondere durch Tonwiedergabegeräte u.ä.),
j) wildlebenden Tieren nachzustellen, sie zu stören, zu füttern, zu fangen oder zu töten.
a) die ordnungsgemäße Forstwirtschaft im Sinne des § 3 dieser Verordnung
- mit Baumarten der potentiell natürlichen Vegetation entsprechend den Standortverhältnissen,
- unter Vorrang natürlicher vor künstlicher Verjüngung des Waldes mit möglichst langen Umtriebszeiten,
- unter Belassung von einigen Altbäumen/ha, insbesondere Horst- und Höhlenbäume bis zu deren natürlichem Verfall,
- unter Vorrang von streifen-/plätzeweisen Verfahren zum Freilegen des Mineralbodens für die Waldverjüngung mit maximal 30 cm Arbeitstiefe vor vollflächigen Verfahren oder solchen mit größerer Arbeitstiefe,
- unter Vorrang manueller und mechanischer Verfahren vor chemischen Verfahren,
- Maßnahmen zur Bodenentwässerung,
- Schaffung zusammenhängender Blößen über je 0,5 ha Größe auf den landeseigenen Flächen,
b) die Wegeunterhaltung nur mit heimischem Sand, Lehmkies oder Lesesteinen,
c) die Errichtung von Hochsitzen und Ansitzleitern in den Waldflächen, soweit sie sich nach Material und Bauweise der Landschaft anpassen,
d) Untersuchungen bzw. Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die im Einvernehmen mit der Bezirksregierung Lüneburg durchgeführt werden; auf landeseigenen Flächen, die vom zuständigen Forstamt bewirtschaftet, gepflegt und überwacht werden,
- durch die Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten und deren Beauftragte,
- durch die Naturschutz- und Forstbehörden und deren Beauftragte,
- durch andere Behörden und öffentliche Stellen sowie deren Beauftragte nach Herstellung des Einvernehmens mit der Bezirksregierung Lüneburg zur Erfüllung dienstlicher oder wissenschaftlicher Aufgaben unter weitestmöglicher Beachtung des Schutzzweckes gem. § 3 dieser Verordnung.
(1) Wer, ohne dass eine Befreiung gewährt, vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften des § 24 Abs. 2 NNatG oder des § 4 Abs. 2 dieser Verordnung zuwiderhandelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 64 Nr. 4 bzw. Nr. 1 NNatG.
Lüneburg, den 14. Dezember 1989
Naturschutzgebiet "Hochmoore bei Wieckenberg"

References: § 24
 § 54
 § 2
 § 3
 § 3
 § 24
 § 4
 § 64