Source: https://krankenhaushygiene.med.uni-rostock.de/diagnostik/einsenderhinweise/ii-nukleinsaeurenachweise/b/bordetella-pertussis/
Timestamp: 2018-07-22 14:18:33+00:00

Document:
Bordetella pertussis – Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene
Die PCR ist hochsensitiv und Erreger-spezifisch.
Verdacht auf Keuchhusten (Pertussis)
Bei Kindern typischer Verlauf in 3 Stadien:
I. S. catarrhale
II. S. convulsivum
(stakkatoartiger Husten tlw. mit anschließendem Erbrechen, inspira­torischer Stridor)
III. S. decrementi
Bei Jugendlichen/ Erwachsenen:
meist unspezifischer chronischer (länger als 2-3 Wochen anhaltender) Husten
Ein Nachweis ist innerhalb von 2-3 Werktagen nach Einsendung möglich
Nasopharyngealab­strich,
Nasopharyngeal- bzw.
multiplex nested PCR (B. pert. / parapert. in einem Ansatz)
Zielgen
Insertionselement IS484
PCR Bordetella parapertussis
Insertionselement IS1001
FÜR DIE PCR-DIA­GNOSTIK SIND AM BESTEN DIE ENT­NAHMEBESTECKE DER ZENTRALAPOTHEKE GEEIGNET!
Eventuelle antibiotische Vortherapien senken die Sensitivität der PCR etwas;
Nukleinsäurenachweise sind jedoch unabhängig von der Erregervitalität
(siehe Allgemeine Be­merkungen zur Molekular­biologische Diagnostik).
Die kulturelle Anzüchtung ist weniger sensitiv und zeitaufwändiger
(mind. 3 Tage Bebrütungszeit).
Der indirekte Infektions­nachweis über Antikörper­bildung (IgG/IgM/IgA) mit­tels ELISA ist frühestens in der 2. Woche des Stadium convulsivum sinnvoll.
Die derzeit verwendeten azellulären Impfstoffe ge­gen B. pertussis induzie­ren nie eine IgA-Antwort, was eine serologische Unterscheidung einer Impfantwort von einer In­fektion ermöglicht.
siehe Infektionsserologie „Bordetella pertussis/ pa­rapertussis,“
siehe auch Hygienemerk­blatt „Pertussis (Keuch­husten)“
Bordetella pertussis (IS484)
Bordetella holmesii (IS484)
Bordetella parper­tussis (IS1001)
Keuchhusten durch Bordetella paraper­tussis
Ein positiver Nachweis von Bordetella pertussis oder Bordetella parpertussis-spezifischen DNA-Sequenzen in hoher Kopienzahl (= positive 1. PCR) ist nahezu beweisend für eine Infektion.
Positive Nachweise in geringer Kopienzahl aus Respiratorischen Material (= positive nested PCR) können im Frühstadium oder bei einer kürzlich zurück liegenden Infek­tion vorkommen.
Hier kann über die Serologie eine Klärung des Befundes möglich sein.
siehe Infektionsserologie – „Bordetella pertussis/ parapertussis“
Bei Verdacht auf eine akute Infektion von Bordetella pertussis ist nach § 2 der Infek­tionsmelde-Verordnung (IFMeldeVO M-V) in Mecklenburg-Vorpommern der direkte oder indirekte Nachweis von Bordetella pertussis (Kultur, PCR, Serologie) durch das die Patienten-Materialien bearbeitende Labor meldepflichtig.
Für den behandelden Kliniker ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung und der Tod durch Pertussis nach § 1 der Infektionsmelde-Verordnung (IFMeldeVO M-V) in Mecklenburg-Vorpommern meldepflichtig!
Bordetella pertussis und Bordetella parapertussis [63 kB ]
Infektionsserologie - Bordetella pertussis/B. parapertussis
Bordetella pertussis/B. parapertussis
V. a. Keuchhusten (Pertussis)
(stakkatoartiger Husten tlw. mit anschließendem Erbrechen, inspiratorischer Stridor)
Bei Jugendlichen/Erwachsenen
meist unproduktiver chron­ischer (länger als 2-3 Wochen anhaltender) Husten
(Antikörpernachweis frühestens 10-14 nach Infektion sinnvoll)
Nasopharyngealsekret bzw. –abstrich
(Erregernachweis in Stadium I und frühem Stadium II am sensitivsten)
Antikörpernachweis IgG, IgA quantitativ
Nasopharyngealsekret bzw. -abstrich
Nukleinsäurendiagnostik
Die bestimmten Antikörper sind speziesspezifisch
(gegen Filamentöses Hämagglutinin bzw. Pertussis-Toxin gerichtet).
Die Verdachtsdiagnose sollte möglichst durch einen Titeranstieg (serologische Verlaufskontrolle nach 7-14 d) bzw. durch direkten Erreger-Nachweis mittels PCR bestätigt werden.
Dies gilt auch zur Abklärung unklarer Befunde.
Da sowohl die Immunität durch Impfung als auch durch Erkrankung zeitlich begrenzt ist, können Zweitinfektionen auftreten.
Das eingesetzte Testsystem ermöglicht in einem Testansatz die paralelle Detektion von B. parapertussis-Antikörpern. Die Infektion durch B. parapertussis zeigt klinisch, insbesondere im Erwachsenenalter, eine ähnliche Symptomatik wie B. pertussis.
Ein isoliert positives IgG ist Ausdruck einer lange zurückliegenden Infektion ("Seronarbe") bzw. einer Schutzimpfung (Impfstatus erfragen!, evtl. IgM- und IgG-Nachweis und gelegentlich auch pos. IgA-Nachweis bei kurz zurückliegender Impfung)
Bei einer Primärinfektion mit B. pertussis werden IgG – und IgA-Antikörper ab der 2. Woche gebildet und persistieren unter­schiedlich lange (IgA-Antikörper 4-6 Monate, IgG-Antikörper Jahre bis Jahrzehnte; max. nach 4-8 Wochen).
Nach IfSG § 7:
ist der direkter oder indirekter Nachweis von Bordetella pertussis durch das Labor namentlich zu melden.
Nach IfSG § 6
ist im Land Mecklenburg-Vorpommern die Erkrankung an Pertussis meldepflichtig.
(klinisches Bild:
stakkatoartiger Husten,
Erbrechen nach Husten,
Apnoe bei Säuglingen)
Bordetella pertussis / B. parapertussis [21 kB ]
Hygienemerkblatt - Pertussis (Keuchhusten)
Laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 6 (1) ist bei Verdacht, Erkrankung, Tod und laut IfSG § 7 (1) beim direktem oder indirektem Nachweis von Bordetella pertussis oder Bordetella parapertussis, sofern der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist, namentlich zu melden an:
Pflichtformular laut IfSG § 6
Bis ca. 1 Meter Abstand durch Husten, Niesen oder Sprechen
Über kontaminierte Hände
Über kontaminierte Gegenstände (selten)
PCR aus tiefen Nasopharyngealabstrichen oder nasopharyngealen Sekreten oder Material, das beim Absaugen gewonnen wurde.
Serum auf Antikörper und respiratorisches Sekret in die Mikrobiologie senden.
5 Tagen nach Beginn einer wirksamen Therapie.
Patienten müssen isoliert werden und können nicht gemeinsam mit anderen Patienten im Aufwachraum bzw. Wartebereich versorgt werden.
Erforderlich auch für geimpfte Personen. Impfschutz verhindert nicht einen asymptomatischen Trägerstatus!
Normale Entsorgung (Krankenhausspezifische Abfälle)
Desinfektion nach Kontamination, bei Entlassung bzw. routine­mäßig laut Basishygieneordnung
Außerhalb des Zimmers hat der Patient einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, sofern dem nicht medizinische Gründe entgegenstehen.
Aus organisatorischen Gründen ist es sinnvoll die Patienten am Ende des Programms zu behandeln.
Der Patient kann dadurch im OP-Saal verbleiben. Die Problematik einer Isolierung im Aufwachraum/Wartezone entfällt. (siehe Isolierung)
Sofern in den letzten 10 Jahren keine Pertussis-Impfung statt­gefunden hat, sollte die nächste Tetanusimpfung einmalig als Kombinationsimpfung (Td+ Pertussis-Impfstoff) erfolgen.
Die Impfungen können vom Betriebsärztlichen Dienst verabreicht werden.
Pertussis [25 kB ]

References: § 2
 § 1
 § 7
 § 6
 § 6
 § 7
 § 6