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Timestamp: 2020-03-30 17:36:51+00:00

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BFH, 04.12.1996 - II B 116/96 - dejure.org
BFH, 04.12.1996 - II B 116/96
https://dejure.org/1996,237
BFH, 04.12.1996 - II B 116/96 (https://dejure.org/1996,237)
BFH, Entscheidung vom 04.12.1996 - II B 116/96 (https://dejure.org/1996,237)
BFH, Entscheidung vom 04. Dezember 1996 - II B 116/96 (https://dejure.org/1996,237)
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GrEStG 1983 § 1 Abs. 1, §§ 5 bis 7; UmwG 1995 § 1 Abs. 1 Nr. 4, §§ 190 ff
GrEStG § 1; UmwG § 1
Grunderwerbsteuer bei Umwandlungen nach neuem Umwandlungsgesetz
Voraussetzung für Unterliegen eines Übergangs von Eigentum an inländischen Grundstücken der Grunderwerbsteuer
Keine Grunderwerbsteuerpflicht bei formwechselnder Umwandlung einer Kapital- in eine Personengesellschaft
§§ 1, 5 bis 7 GrEStG
Grunderwerbsteuer; formwechselnde Umwandlung einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft
Grunderwerbsteuerpflicht bei formwechselnder Umwandlung von Kapital- in Personengesellschaft? (IBR 1997, 176)
BFHE 181, 349
ZIP 1997, 144
BB 1997, 137
DB 1997, 79
BStBl II 1997, 661
Die Klägerin ist nicht Gesamtrechtsnachfolgerin (vgl. Beschluss des Großen Senats des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 21. Oktober 1985 GrS 4/84, BFHE 145, 110, BStBl II 1986, 230, unter C.II.2.; BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661); vielmehr besteht der formwechselnde Rechtsträger (hier: die Personengesellschaft als Unternehmerin i.S. des § 2 Abs. 1 UStG 1993) nach § 202 Abs. 1 Nr. 1 UmwG 1995 in der im Umwandlungsbeschluss bestimmten Rechtsform (hier: als GmbH) weiter.
Das UmwStG 1995 übernimmt damit im Grundsatz zugleich die handelsrechtliche Unterscheidung danach, ob die Umwandlung --wie im Falle einer Verschmelzung, Aufspaltung oder Abspaltung-- mit dem Übergang des Vermögens auf einen anderen Rechtsträger verbunden ist (vgl. § 1 Abs. 2 und 4 UmwStG 1995, §§ 20, 131 UmwG 1995) oder ob sie aufgrund eines Formwechsels und somit nach der Intention des Gesetzgebers unter Wahrung der wirtschaftlichen und rechtlichen Identität des Rechtsträgers vollzogen wird (§ 1 Abs. 3 UmwStG 1995, §§ 190, 202 UmwG 1995; dazu BTDrucks 12/6699, S. 135 f.; zur Grunderwerbsteuer vgl. BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661; zu § 21 UmwStG vgl. BFH-Beschluss vom 5. Mai 1998 I B 24/98, BFHE 185, 497, BStBl II 2000, 430;… krit. mit Rücksicht auf den Übergang in das Gesamthandsvermögen der Personengesellschaft Widmann/Mayer, a.a.O., Bd. 3, § 190 UmwG Rz. 27: bloße Fiktion).
An dieser zivilrechtlichen Kontinuität des Rechtsträgers ändert sich auch insoweit nichts, als der Rechtsträger in der neuen Rechtsform als Personenhandelsgesellschaft nicht selbst Träger des Unternehmensvermögens sein kann, sondern dieses den Gesellschaftern zur gesamten Hand zusteht (BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661, m.w.N.;… Schmitt/Hörtnagl/Stratz, Umwandlungsgesetz/Umwandlungssteuergesetz, 3. Aufl., § 190 UmwG Rz. 6).
aa) Dem ist lediglich im Hinblick auf die zivilrechtlichen Folgen eines Formwechsels zuzustimmen (vgl. § 202 i.V.m. § 226 des Umwandlungsgesetzes --UmwG-- 1995; BFH-Beschluss in BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661).
Soweit die Klägerin demgegenüber auf den BFH-Beschluss in BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661 verweist, übersieht sie, dass diese Entscheidung zu § 1 Abs. 1 Nr. 3 des Grunderwerbsteuergesetzes 1983 ("Übergang des Eigentums an inländischen Grundstücken") ergangen und den Beschlussgründen unmissverständlich zu entnehmen ist, dass das Grunderwerbsteuerrecht den zivilrechtlichen Vorgaben des Umwandlungsrechts (zur formwechselnden Umwandlung) "mangels ausdrücklich anderslautender Vorschriften folgen muss" (ebenso zum Zulagenrecht BFH-Urteil vom 30. September 2003 III R 6/02, BFHE 203, 553, BStBl II 2004, 85).
Zwar besteht zwischen der GmbH und der GbR Rechtsträgeridentität und Kontinuität des Vermögens (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661).
Im Streitfall kommt dieser Gedanke nicht zum Tragen, weil die Umwandlung der GmbH in die GbR mangels Rechtsträgerwechsels keine Grunderwerbsteuer ausgelöst hat (vgl. BFH-Beschluss in BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661).
Der Formwechsel einer grundbesitzenden Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft unterliegt daher nicht der Grunderwerbsteuer (BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661).
Der in der angefochtenen Entscheidung zitierte Beschluss des Bundesfinanzhofes vom 04.12.1996 (Az. BFH Aktenzeichen IIB11696 II B 116/96) setzt eine Identität des Mitgliederbestandes unmittelbar vor und nach dem Formwechsel nicht voraus.
Vielmehr hat dieser für den Formwechsel festgestellt, dass es für eine Grunderwerbssteuerbarkeit dieses Vorganges bereits an den Voraussetzungen des in § 1 Abs. 1 GrEstG normierten Steuertatbestandes fehle, der entweder ein den Anspruch auf Übereignung begründendes Rechtsgeschäft oder eine Auflassung voraussetze (vgl. BFHE 181, BFHE 181 Seite 349, RN BFHE 181 Seite 349 Randnummer 8, zit. aus juris).
Ein Formwechsel (§ 1 Abs. 1 Nr. 4, § 190 Abs. 1 UmwG) zeichnet sich dadurch aus, dass an ihm nur ein Rechtsträger beteiligt ist und demgemäß keine Übertragung von Vermögensgegenständen auf einen anderen Rechtsträger stattfindet (Prinzipien der Identität des Rechtsträgers, der Kontinuität seines Vermögens und der Diskontinuität seiner Verfassung; vgl. BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BFHE 181, 349, BStBl II 1997, 661).
Zudem gehe die Entscheidung nicht bzw. nur ungenügend auf den Beschluss des Bundesfinanzhofes vom 4. Dezember 1996 (II B 116/96, BStBl II 1997, 661) ein, der eindeutig aussage, dass eine formwechselnde Umwandlung mangels Rechtsträgerwechsels nicht der Grunderwerbsteuer unterliege.
Anhaltspunkte dafür, dass Abs. 4 des § 18 UmwStG 1995 auch die Fälle des Formwechsels erfassen soll, finden sich demgegenüber nicht, und das obwohl der Gesetzgeber im Rahmen der Überarbeitung des Umwandlungssteuerrechts (BT-Drs.12/7263, BT Drs. 12/6885, siehe unter A. 2.) offenbar davon ausgegangen ist, dass das Steuerrecht dem Handelsrecht - welches im Falle des Formwechsels keinen Vermögensübergang annimmt (vgl. § 202 Abs. 1 Nr. 1, § 1 Abs. 1 Nr. 4, § 190 Abs. 1, § 191 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2 Nr. 2, §§ 226, 228 Abs. 1 UmwG 1995 und auch BFH-Urteil vom 30. September 2003 III R 6/02, BStBl II 2004, 85, BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996 II B 116/96, BStBl II 1997, 661) - nicht uneingeschränkt folgen könne, soweit es um den Formwechsel einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft gehe.
Fehlt es mithin an einer gesetzlichen Sonderregelung, wonach auch bei einem Formwechsel ein Vermögensübergang im Sinne des § 18 Abs. 4 UmwStG 1995 anzunehmen ist, bleibt es bei der Anknüpfung an die zivilrechtliche Qualifizierung des Formwechsels (vgl. BFH-Urteil vom 30. September 2003 III R 6/02, BStBl II 2004, 85; BFH-Beschluss vom 4. Dezember 1996, II B 116/96, BStBl II 1997, 661) mit der Folge, dass - mangels Vermögensübergangs - § 18 Abs. 4 UmwStG nicht anwendbar ist.
FG München, 29.07.1998 - 4 K 3833/94
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References: § 1
 § 1
 § 1
 § 1
 § 2
 § 202
 § 1
 § 21
 § 190
 § 190
 § 202
 § 226
 § 1
 § 1
 § 190
 § 18
 § 202
 § 1
 § 190
 § 191
 § 18
 § 18