Source: http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/e/al/allod.htm
Timestamp: 2019-12-16 02:30:07+00:00

Document:
Allod (Deutsches Rechtswörterbuch - DRW)
sprachliche Erläuterung: frk. alodis f., mitunter m., latinisiert alodis u. alodus, später alod(i)um; endlich allgemein allodium; frz. alleu; prov. aloc od. alo; mnl. alloy. Das von Grimm auf Grund der in einst westgot. Gegenden seit dem 9. Jh. vorkommenden Form alaudis od. alaudum vermutete got. *alauds ist nicht bezeugt. Ebensowenig ags. *alead, an. *alauðr.
Allod (I)
Erklärung: Herkunft: germ. Wort, W. zusammengesetzt aus al (voll ganz), und ôd (Gut, Vermögen). GrRA.4 II 3; DWB. I 238; Graff I 220. 237; Waitz,VG. II 1 S. 285; Kluge, WB.6 9; Paul,WB. 12; vanHelten,Gl. 485. - Die Ableitung der Silbe al von adal versucht Braune, ZRomPhil. 10, 266f. - Bezweifelt wird die germ. Herkunft von Müllenhoff bei Waitz, Das alte R. 278, EtWB.2 12f.
Allod (II)
Erklärung: Verbreitung.
Allod (II Spiegelstrich 1)
Erklärung: Zuerst in der LSal. Sehr häufig in allen fränk. Quellen. Schon in frk. Zeit auch in bair., alam. und thühr. Quellen. Hier vermutlich aus der frk. Rechtssprache. So wegen des unveränderten d-Lautes GrRA.4 II 4; a. M. Waitz,VG. II 1 S. 287.
Allod (II Spiegelstrich 2)
Erklärung: In der nachfränk. Zeit durch Vermittlung des Lateinischen allgemein verbreitet. Mehr und mehr errang nun die Form alodium und bald allodium die Herrschaft; seit dem 11. Jh. verschwanden die älteren Formen alodis und alodus überhaupt. Während des ganzen Mittelalters findet sich das Wort auf deutschem Boden nur in lateinischen Texten; in den deutschen Texten wird es ausnahmslos durch ein anderes Wort ersetzt. Anders in Frankreich, wo (franc) aleu usw. in die frz. Quellensprache überging: La Curne, Dict. Et. I 345ff. Auf frz. Einfluß beruht es wohl, daß in Brabant das Wort alloy gelegentlich in einem mnl. Text erscheint:
Belegtext: eynen goet ende alloy; ... alloyplecken
Fundstelle: MnlWB. I 355
Allod (II Spiegelstrich 3)
Erklärung: Im 9. Jh. muß das Wort in ostfrk. Gegenden noch der dt. Rechtssprache angehört haben:
Belegtext: fon alode
Region/Autor/Textsorte: ahd. Übers. der LSal. Titelrubrik XII Fundstelle: KlAhdSprDm. 55
Allod (II Spiegelstrich 4)
Erklärung: Dann aber ward es als Fremdwort empfunden. Schon seit dem 10. Jh. wird es in Glossen mit eigen verdeutscht:
Belegtext: allodium = eigin
Fundstelle: AhdGl. II 379, 10
Fundstelle: AhdGl. III 351, 31
Belegtext: alodis = eigin
Fundstelle: AhdGl. IV 31, 56
Allod (II Spiegelstrich 5)
Erklärung: Ebenso in Urkunden des 13. Jhs.:
Belegtext: quoddam allodium, quod vulgari appellacione eigen nuncupatur ... proprietatis jure comparavit
Datierung: 1264 Fundstelle: BaselUB. I 318
Belegtext: pro allodio quod vulgariter dicitur eigen
Datierung: 1284 Fundstelle: DOrdenUB. II 286
Allod (II Spiegelstrich 6)
Erklärung: Verdeutschungen in jüngeren Glossarien und Vokabularien:
Fundstelle: DiefenbGl. 24
Fundstelle: Diutiska II 20
Allod (II Spiegelstrich 7)
Erklärung: Mit der Vorherrschaft der deutschen Sprache in den Rechtsquellen verschwand ,Allod" allmählich vom deutschen Boden. Mit der Rezeption drang es aus der Gelehrtensprache wieder ins Deutsche ein, behielt aber auch in deutschen Texten die Form allodium. Bezeichnenderweise wird es noch im PreußALR. lat. dekliniert:
Belegtext: des allodii
Fundstelle: PreußALR. I 18 § 249
Belegtext: zum allodio
Fundstelle: PreußALR. I 18 § 517
Allod (II Spiegelstrich 8)
Erklärung: Im übrigen begegnet namentlich die lat. gebildete Ableitung allodial als Adjektiv und in Zusammensetzungen. Erst im 19. Jh. hat sich die deutsche Rechtssprache das Wort in der Form allod voll wieder angeeignet.
Allod (III)
Erklärung: Bedeutung. Ursprünglich: Vollgut, Gut in vollem Eigentum, freies Vermögen. Diesen Sinn hat das Wort im allg. stets bewahrt. Seine Anwendung aber hat sich im Zusammenhange mit den wirtschaftlichen und rechtlichen Wandlungen des Vermögens mehrfach verschoben.
Allod (III 1)
Erklärung: Bei seiner Entstehung kann es nur das fahrende Gut im Gegensatz zum liegenden Gut bezeichnet haben. Solange nur die Fahrnis ôd war, lag ein Anlaß zur Steigerung des Begriffes ôd durch den Zusatz al nicht vor. Seit Ausbildung des Sondereigentums an Grund und Boden nahmen auch Grundstücke am Namen ôd teil, ohne doch zunächst der gleich vollen und freien Einzelherrschaft wie die Fahrnis zu unterliegen. Nunmehr konnte innerhalb des Vermögens ein Unterschied zwischen ôd und alôd gemacht und gegenüber dem beschränkten und gebundenen Grundbesitz die bewegliche Habe als alôd ausgezeichnet werden. Es ist aus inneren Gründen wahrscheinlich, daß bei der Abfassung der LSal. das Wort alodis noch lediglich auf die Fahrnis bezogen wurde. Dafür spricht aber auch die Fassung des von der Erbfolge handelnden Titels (Hessels-Kern Tit. 59 in Cod. 1. 3. 4. 6 und 5, Tit. 61 in Cod. 2, Tit. 92 in Cod. 7-9, Tit. 62 in Cod. 10 und Emend.) de alodis (Cod. 1-4 und 10). Das Wort hereditas gebraucht er von der terra wie von der Fahrnis, stellt also offenbar innerhalb der hereditas die terra in einen Gegensatz zur alodis. Sohm, Fränk. R. und G. V. 118 (anders die herrschende Meinung). Bestätigt, nicht widerlegt wird diese Auffassung durch den Zusatz in einer späteren Handschrift:
Belegtext: sed vbi inter nepotes avt pronepotes post longvm tempvs de alode terrae contentio svscitatvr
Datierung: 507/11 (Hs. 9. Jh.) Fundstelle: Hessels-Kern Tit. 62, 6 (Cod. 10), Sp. 385 [weitere Angaben: In einer Zeit, in der die terra durchweg zur alodis gerechnet wurde, empfand man eben das Bedürfnis, dies gegenüber der auf das Gegenteil hinweisenden Fassung zum Ausdruck zu bringen]
Allod (III 1 Spiegelstrich 1)
Erklärung: Lediglich den Fahrnisnachlaß bezeichnet alodis auch im folgenden, der LSal. einverleibten Kapitel. Denn der intertiatio unterliegen nur bewegliche Sachen:
Belegtext: si quis super alterum de rebus in alode patris inuentas et intertiauerit, debet ille super quem intertiauit tres testimonia mittere quod in alode patris hoc inuenisset
Datierung: Anf. 9. Jh. (Hs.) Fundstelle: Hessels-Kern Tit. 99 (Cod. 1), Sp. 412 [weitere Angaben: vgl. auch Tit. 78 (Cod. 2)]
Allod (III 2)
Erklärung: Schon früh in frk. Zeit wurde infolge der Verstärkung des Privateigentums an Grund und Boden der Grundbesitz in den Begriff der alodis einbezogen, ohne daß zunächst die Fahrnis ausgeschieden worden wäre. Die alodis umfaßt daher nunmehr liegendes und fahrendes Gut.
Allod (III 2 a)
Erklärung: In jüngeren Volksrechten bezeichnet alodis das ganze Vermögen.
Allod (III 2 a Spiegelstrich 1)
Belegtext: [Überschrift:] alodibus
Datierung: 1. Hälfte 7. Jh. (Hs. 9. Jh.) Fundstelle: LRib. Tit. 58
Belegtext: [Überschrift:] de alodis
Datierung: 1. Hälfte 7. Jh. (Hs. 9. Jh.) Fundstelle: LRib.(Sohm) 207 [weitere Angaben: Tit. 56 in Hs. A 3 und 4]
Belegtext: [Glosse:] alodibus: proprietatibus
Fundstelle: Cod. S. Petri S.277 (zu LRib. 56)
Belegtext: [Rubr.:] de alodibus
Fundstelle: LThur. 26-33 S. 123
Allod (III 2 a Spiegelstrich 2)
Erklärung: Desgleichen im bayr. und alam. Volksrecht:
Belegtext: dotis ... legitima 400 solidis constat aut in auro aut in argento aut mancipia aut qualecunque habet ad alodo dandum
Datierung: um 725 Fundstelle: LAlam. 54, 1 (Cod. A), S. 112
Belegtext: vel dimidiam partem allodii sui perdat, quod in ducis sit potestate
Datierung: um 725 Fundstelle: LAlam. add. Cod. B 18 ad Tit. 44 S. 104
Belegtext: ut nullus liber Baiuvarius alodem aut vitam sine capitali crimine perdat
Datierung: um 741/48 Fundstelle: LBai. 2, 1 S. 282
Datierung: um 741/48 Fundstelle: LBai. 2, 1 Text III S. 387
Belegtext: ut si quis liber Baiuvarius vel quiscumque alodem suam ad ecclesiam vel quamcumque rem donare voluerit
Datierung: um 741/48 Fundstelle: LBai. 358
Belegtext: a propria alode alienus efficiatur
Datierung: um 741/48 Region/Autor/Textsorte: Additio 5 nr. 14 Fundstelle: LBai. 467
Belegtext: = a proprio alienatur patrimonio
Datierung: um 741/48 Region/Autor/Textsorte: Additio 5 nr. 14 Fundstelle: LBai. 468
Datierung: um 741/48 Fundstelle: LBai. 9, 1 Text II S. 242
Allod (III 2 a Spiegelstrich 3)
Erklärung: Allgemein in merov. Formeln ,alodis" = liegendes und fahrendes Gut.
Belegtext: in omni alode mea post meum discessum, ... hoc est tam in terris, domibus, accolabus, mancipiis, viniis, silvis, campis, pratis, pascuis, aquis aquarumve decursibus, movilibus et inmovilibus, peculium utriusque sexus, majore vel minore, omnique suppellectile domus, in quocumque dici potest
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 10 Fundstelle: Form. 82
Allod (III 2 a Spiegelstrich 4)
Erklärung: Teilungsvertrag.
Belegtext: de alode parentum mit Verteilung der einzelnen villae nebst mancipia und des presidium [beweglichen Vermögens]
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 14 Fundstelle: Form. 84
Allod (III 2 a Spiegelstrich 5)
Erklärung: Vergabung von Todes wegen unter Ehegatten bzw. Verlobten:
Belegtext: de alote meae ... tam in domibus, edificies, mancipiis
Region/Autor/Textsorte: Form. Andecav. 41 Fundstelle: Form. 18
Belegtext: de alode
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 7 Fundstelle: Form. 79f. [weitere Angaben: unter Aufzählung unbeweglicher und beweglicher Sachen]
Belegtext: mobilibus et inmobilibus ... de alode
Region/Autor/Textsorte: Form. Turon. 14 Fundstelle: Form. 143
Allod (III 2 a Spiegelstrich 6)
Erklärung: Mitunter erscheinen Unfreie für sich als Bestandteile der alodis:
Belegtext: ancilla mea ... una cum infantes suos, ... quem de alode visimus habere
Region/Autor/Textsorte: Form. Arvern. 3 Fundstelle: Form. 30
Belegtext: servo nostro ... de alode parentorum meorum
Region/Autor/Textsorte: Form. Arvern. 4 Fundstelle: Form. 30
Allod (III 2 a Spiegelstrich 7)
Erklärung: Manchmal werden nur Grundstücke hervorgehoben:
Belegtext: omne alode ... ipsas villas
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 9 Fundstelle: Form. 81
Allod (III 2 a Spiegelstrich 8)
Erklärung: In einigen Formeln kann bereits überhaupt nur das Grundeigentum gemeint sein:
Belegtext: [Rubr.:] carta, ut filia cum fratres in paterna succedat alode. [Text:] diuturna, sed impia inter nos consuetudo tenetur, ut de terra paterna sorores cum fratribus porcionem non habeant
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 12 Fundstelle: Form. 83
Belegtext: de res meas, quod mihi ex alode parentum meorum obvenit, apud germanos tuos, filios meos (tu, filia mea) minime in hereditate succidere poteras
Region/Autor/Textsorte: Cart. Senon. 45 Fundstelle: Form. 205
Allod (III 2 b)
Erklärung: Wie in der LSal. (oben zu 1), so wird auch später das Wort alodis vorzugsweise für das Vermögen als Nachlaß gebraucht.
Allod (III 2 b Spiegelstrich 1)
Erklärung: In der LRib. und LThur. benennt es die hereditas (oben zu a). Oft wird ererbtes Gut als väterliche, mütterliche oder elterliche alodis bezeichnet:
Belegtext: quod in Rotenaco de alode materna per pactionis titulum ad eodem noscuntur pervenisse
Datierung: 628 Fundstelle: MGDiplImp. I 14 (nr. 12) [weitere Angaben: Urk. Dagoberts]
Belegtext: dedit ... vir ... villas ... quas aut munere regio aut de alodo parentum vel undecunque ad presens tenere videtur
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 1, 12 Fundstelle: Form. 50
Belegtext: quod vestrum antea de parte genetrice vestrae fuit alodae [der Vater spricht zu den Söhnen von ihrem Muttererbe]
Belegtext: genitor (alicuius) ... illo ex alode conscriptam (rem) ... ei (dimisit)
Region/Autor/Textsorte: Form. Sal. Merk. 27 Fundstelle: Form. 251
Belegtext: Avie ipsius Asoarii Theodile in alode
Datierung: 797 Fundstelle: MGDiplKarol. I 243 (nr. 180)
Allod (III 2 b Spiegelstrich 2)
Erklärung: alodis als Gegenstand von Erbschaftsteilungen:
Belegtext: divisio vel exequatio ... de alode
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 1, 20 Fundstelle: Form. 56 [weitere Angaben: dazu 2, 14 S. 84]
Belegtext: convenit inter illo et germano suo illo de allote, qui fuit genitore illo, ut inter se aequalentia dividere vel exaequare deberent
Region/Autor/Textsorte: Cart. Senon. 29 Fundstelle: Form. 197
Region/Autor/Textsorte: Form. Sal. Bignon. 19 Fundstelle: Form. 235
Allod (III 2 b Spiegelstrich 3)
Erklärung: alodis als Gegenstand eines Erbstreites:
Region/Autor/Textsorte: Form. Andecav. 1 (a), 1 (b) Fundstelle: Form. 4
Belegtext: causa pro alode
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 31 Fundstelle: Form. 95
Belegtext: Notitia de alode evindicato
Region/Autor/Textsorte: Form. Turon. 41 Fundstelle: Form. 157
Allod (III 2 b Spiegelstrich 4)
Erklärung: alodis nennt aber auch bei Vergabungen von Todes wegen der Verfügende sein Vermögen als künftigen Nachlaß:
Belegtext: in vestra potestate omne alode (genetricis) ... recipistis
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 9 Fundstelle: Form. 81 [weitere Angaben: dazu 2, 10 (oben zu a)]
Belegtext: per legem cum filiis meis, avunculis vestris, in alode meo ad integrum minime succedere poteratis, ideo ... volo, ut in omni alode meo post meum discessum quicquid moriens dereliquero ... succedere faciatis
Region/Autor/Textsorte: Form. Turon. 22 Fundstelle: Form. 147
Region/Autor/Textsorte: Form. Sal. Merk. 24 Fundstelle: Form. 250
Allod (III 2 b Spiegelstrich 5)
Erklärung: Bei der gegenseitigen Vergabung unter Ehegatten:
Belegtext: de ipsa alode
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 7 Fundstelle: Form. 80
Allod (III 2 b Spiegelstrich 6)
Erklärung: Anerkennung der Unvererblichkeit eines Leiheguts:
Belegtext: [Entsprechend heißt es in der Comandatia:] heredes tuos in alote derelinquere ... potestatem non habeas
Region/Autor/Textsorte: Form. Sal. Bignon. 22 Fundstelle: Form. 236
Belegtext: [der Beliehene bekundet in der Precaria:] heredis meos in alote derelinquere pontifitium non habeam
Region/Autor/Textsorte: Form. Sal. Bignon. 21 Fundstelle: Form. 236
Allod (III 2 c)
Erklärung: Aus dieser regelmäßigen Verwendung des Wortes für den Nachlaß entwickelt sich der Sprachgebrauch, innerhalb des Vermögens das ererbte Gut im Gegensatz zum erworbenen Gut als alodis zu bezeichnen.
Allod (III 2 c Spiegelstrich 1)
Erklärung: Häufig unter Verdeutlichung des Gegensatzes:
Belegtext: parentum quicquid ... tam de alote parentum quam de comparato vel de qualibet attractum
Datierung: 692 Fundstelle: Tardif,MonHist. 32
Allod (III 2 c Spiegelstrich 2)
Erklärung: Vgl.:
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 4 Fundstelle: Form. 77
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 6 Fundstelle: Form. 78
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 11 Fundstelle: Form. 82
Region/Autor/Textsorte: Cart. Senon. 42 Fundstelle: Form. 204
Allod (III 2 c Spiegelstrich 3)
Erklärung: Ähnlich:
Belegtext: quicquid de alode parentorum meorum aut de atracto aut unde mee consotium suppetit
Region/Autor/Textsorte: Form. Arvern. 2 (a) Fundstelle: Form. 29
Belegtext: tam de alode paterna quam de conparatum
Belegtext: tam de alode genetorum meorum quam et de adtracto vel de quocumque modo ad me noscitur pervenisse
Region/Autor/Textsorte: Form. Bitur. 15 (a) Fundstelle: Form. 175
Allod (III 2 c Spiegelstrich 4)
Erklärung: Sehr häufig aber drückt schon das einfache Wort alodis den Gegensatz zum erworbenen Gut aus:
Belegtext: tam de alote quam et de comparatho seo de qualibet adtractho
Datierung: 709 Fundstelle: Tardif,MonHist. 43
Datierung: 772 Fundstelle: MGDiplKarol. I 100 (nr. 68)
Datierung: 799 Fundstelle: MGDiplKarol. I 484, 25 (nr. 319)
Belegtext: de alode vel de atracto
Region/Autor/Textsorte: Form. Arvern. 6 Fundstelle: Form. 31
Belegtext: tam de alode aut de conparatum vel de qualibet adtractu
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 2, 7 Fundstelle: Form. 79 [weitere Angaben: ebenso Form. Turon. 14/ebd. 143; add. 3/ebd. 160, 20; app. 2/ebd. 164; Cart. Senon. 50/ebd. 207; app. 1/ebd.. 208; Form. Sal. Merk. 9/ebd. 244; Form. Lindenbrog. add. 3/ebd. 283; Coll. Flavin. 7/ebd. 475; Form. extrav. 22/ebd. 547]
Belegtext: quicquid ... nostra videtur esse possessio ... tam de alode quam et de comparato ... per hanc cartolam donationis sive per fistucam atque per andelangum ... donamus
Region/Autor/Textsorte: Form. Lindenbrog. 1 Fundstelle: Form. 267 [weitere Angaben: ähnlich Form. Lindenbrog. 2/ebd. 268]
Allod (III 2 c Spiegelstrich 5)
Erklärung: So auch in alaman. und bayr. Gebieten:
Belegtext: quicquid ad ipsum pertinebat locum de nostro alode vel adtracto de nostro jure
Datierung: 759 Fundstelle: FreisingTrad. I 41
Belegtext: tam de alodo quam de comparato
Datierung: 762 Fundstelle: SGallenUB. I nr. 35
Belegtext: de alode de qualibet adtracti
Datierung: 769 Fundstelle: FreisingTrad. I 57
Belegtext: omnia supradicta meae alodis vel lucrationis
Datierung: 769 Fundstelle: FreisingTrad. I 60 (nr. 32)
Belegtext: de propria alode seu de adquisitione
Datierung: 776 Fundstelle: FreisingTrad. I 99 (nr. 75)
Belegtext: tam de alode quam et de comparato seu quolibet adtracto ... ad ipso ... monasterio dono trado
Datierung: 823 Fundstelle: OÖUB. I 70 (nr. 116)
Datierung: 824 Fundstelle: OÖUB. I 22 (nr. 37)
Allod (III 2 c Spiegelstrich 6)
Erklärung: Doch schloß dieser engere Begriff von alodis wohl niemals aus, unter alodis im weiteren Sinne das erworbene Gut mitzuverstehen:
Belegtext: illorum alodes de hereditate et de conquisitu
Datierung: 860 Fundstelle: Cap. II 158 (c. 7)
Datierung: 865 Fundstelle: Cap. II 330
Belegtext: qui ... sibi deum heredem constituit et omnia sua allodia tam hereditate quam suo labore juste conquisita ad deo serviendum contulit
Datierung: 1109 Fundstelle: OÖUB. II 129 (nr. 129)
Belegtext: res, tam quod regio munere, quam quod per vindictiones, cessiones, donationes commutationesque titulum vel reliqua alode, quod ad presens ... possedit, deinceps in iurae et dominatione eius confirmare
Region/Autor/Textsorte: Marculfi Form. 1, 33 Fundstelle: Form. 64
Belegtext: ut in mansis suis de alode, vel naturali vel comparato, feminae habeant
Fundstelle: Migne,PatrolLat. 126 S. 254
Fundstelle: Cap. I 1 S. 238 (c. 6)
Fundstelle: DuCange I 198f.
Region/Autor/Textsorte: Hincmari Rem. Archiep. Epist. XXXIV Fundstelle: Migne,Patrol.Lat. 126 S. 25h
Allod (III 3)
Erklärung: In der späteren frk. Zeit setzt ein neuer Sprachgebrauch ein, der unter Allod zuerst vorzugsweise und dann ausschließlich liegendes Gut versteht entsprechend der gleichzeitigen Begriffsverengung von eigen und erbe. Folgeerscheinung der sich entfaltenden wirtschaftlichen und rechtlichen Vormacht des Grundbesitzes, der nun als das Vermögen im wahren und vollen Sinne gilt.
Allod (III 3 a)
Erklärung: Die Ausscheidung der Fahrnis begegnet in Kapitularien des 9. Jhs.:
Belegtext: qui sine beneficiis sunt et alodes atque pecunias habent
Datierung: 846 Fundstelle: Cap. II 66 (c. 8)
Belegtext: alodium et mancipia et ceteras facultates
Allod (III 3 a Spiegelstrich 1)
Erklärung: Nicht mehr als Bestandteile des Allods, sondern als Pertinenzen eines Allods werden nun Unfreie aufgeführt:
Belegtext: alodem nebst servus qui custodit
Datierung: 772 Fundstelle: FreisingTrad. I 69 (nr. 42)
Belegtext: cum omnibus servis et ancillis seu mancipiis eidem allodio pertinentibus
Datierung: 1152 Fundstelle: SteirUB. I 337 (nr. 350)
Allod (III 3 b)
Erklärung: Das Wort kann den gesamten Grundbesitz einer Person bezeichnen:
Belegtext: in loco ... qui antea appellatus est M., in alodo fidele nostro E. comite
Datierung: 727 Fundstelle: MGDiplImp. I 85
Belegtext: ibique multitudo Saxonum baptizati sunt et secundum morem illorum omnem ingenuitatem et alodum manibus dulgtum fecerunt
Datierung: 777 Fundstelle: Annal. Lauresh. maj. S. 158 [weitere Angaben: dulgere = aufgeben DuCange II 961]
Belegtext: si alodem habuerit, ipso fisco regis recipiat
Datierung: 779 Fundstelle: Cap. I 1 S. 48 (c. 5)
Belegtext: ut comes illos distringat aut cum alode aut per quodcunque potest
Datierung: 853 Fundstelle: Cap. II 75 (c. 3)
Belegtext: alodis eius in bannum mittatur; et si annum et diem in nostro banno permanserit, ad fiscum nostrum redigatur
Fundstelle: Cap. I 2 S. 362 (c. 6) [weitere Angaben: auch Cap. II 273, 10 v. 7 von 852, 343, 5 und 345, 1 c. 1 und 4 von 873]
Belegtext: alodis sui reparatur
Region/Autor/Textsorte: Form. Senon. add. 1 Fundstelle: Form. 224
Belegtext: alodem meum, hoc sunt terras, silvas adjacentes ... tibi concedo
Region/Autor/Textsorte: Form. Extrav. I 10 Fundstelle: Form. 539
Allod (III 3 b Spiegelstrich 1)
Erklärung: Insbesondere heißt auch das Königsgut Allod:
Belegtext: si autem in nostro solo et allodio sunt palatia episcoporum, cum profecto omne quod inedificatur solo cedat, nostra sunt et palatia
Datierung: 1159 Fundstelle: MGConst. I 250 (nr. 179)
Belegtext: allodium imperii seu regale
Datierung: 1287 Fundstelle: DortmUB. I 115 (nr. 182)
Belegtext: in fundo et allodio imperii volumus vos libere et sine exactione residere
Fundstelle: Keutgen,Urk. 126 [weitere Angaben: angebl. 1218 BernStR.]
Fundstelle: MGDipl. I 78 (nr. 43) [weitere Angaben: unecht, angeblich von 432]
Belegtext: dono itaque s. Pictavensis aecclesiae de meo regali alodo ... curtem
Fundstelle: MGDiplImp. I 121 [weitere Angaben: unecht, angeblich von 524]
Allod (III 3 c)
Erklärung: Überwiegend bezeichnet es das einzelne Grundstück als Gegenstand eines Rechtsverhältnisses, Rechtsgeschäftes oder Rechtsstreites.
Allod (III 3 c Spiegelstrich 1)
Erklärung: So in freilich unechten merov. Königsurkunden:
Belegtext: habeant licentiam alodum cum familia ... dandi et vendendi
Fundstelle: MGDiplImp. I 147 [weitere Angaben: angeblich von 633]
Datierung: angeblich von 646 Fundstelle: MGDiplImp. I 52
Allod (III 3 c Spiegelstrich 2)
Erklärung: Deutlich in LBaiRubr. und Eingang von Tit. 17, 3 (in Text II Tit. 42) S. 337, 339, 354, 439:
Belegtext: de his qui propriam alodem vendunt eadem alodes und haec alodes für bestimmte Grundstücke in Pfettrach
Datierung: 773 Fundstelle: FreisingTrad. I 87 (nr. 60)
Belegtext: (cedo) in ... loco qui dicitur C. alodem meum de integro medietatem
Region/Autor/Textsorte: Form. Extrav. I 9 Fundstelle: Form. 539
Allod (III 3 c Spiegelstrich 3)
Erklärung: Häufig in Kaiserurkunden von Otto I., Otto II. und Heinrich II., die einen kirchlichen Besitzstand bestätigen:
Belegtext: alodium quod Angelramnus s. Gorgonio dedit ad montem Jovis
Datierung: 945 Fundstelle: MGDipl. I 150 (nr. 70)
Datierung: 947 Fundstelle: MGDipl. I 175 (nr. 92)
Datierung: 965 Fundstelle: MGDipl. I 403 (nr. 288)
Belegtext: alodem quem M. ... contradidit itemque ... alium alodem quem H. tradidit
Datierung: 977 Fundstelle: MGDipl. II 163 (nr. 145) [weitere Angaben: uö.]
Belegtext: Im Indiculus curiarum ad mensam regiam pertinentium wird aufgeführt: item Turria allodium suum
Datierung: 1064/65 Fundstelle: MGConst. I 649 (nr. 440)
Allod (III 3 c Spiegelstrich 4)
Erklärung: Ebenso in zahlreichen Urkunden vom 12.-14. Jh.:
Belegtext: D. nobilis ... et uxor ejus T. ... allodium suum Obberemburch ... sancte A. ecclesie tradiderunt
Datierung: 1140 Fundstelle: Oroz�en,Oberburg 4
Belegtext: pro emendo allodio
Datierung: 1189 Fundstelle: SGereonUB. 38 (nr. 29)
Belegtext: ministeriales nostri G. et C. allodium, quod habebant ... majestati nostre contradiderunt eo tenore, ut nos ipsum allodium ecclesie ... in Salem conferre curaremus
Datierung: 1193 Fundstelle: SalemUB. I 74 (nr. 46)
Belegtext: allodium in Ottenheim
Datierung: 1209 Fundstelle: SGereonUB. 55 (nr. 56)
Belegtext: allodium quod habebat in Scherren
Datierung: 1216 Fundstelle: WormsUB. I 92 (nr. 120)
Belegtext: qui allodium vel decem mansos emerit
Datierung: 1233 Fundstelle: PreußUB. I 1 S. 80 (nr. 105)
Belegtext: allodium Sedingen appellatum
Datierung: 1246 Fundstelle: SteirUB. II 581
Belegtext: allodium suum Harbach
Datierung: Mitte 13. Jh. Fundstelle: OÖUB. I 742 (nr. 415)
Datierung: 1263 Fundstelle: SamlandUB. 43 (nr. 77) [weitere Angaben: und öfter]
Belegtext: allodium sex mansorum
Datierung: 1288 Fundstelle: SchlesDorfU. 4 (nr. 3)
Belegtext: apud Totenchouen v talenta pro allodio dedimus und zahlreiche ähnliche Kaufpreisangaben
Datierung: 13. Jh. Fundstelle: FreibDiözArch. 15 (1882) 159ff.
Belegtext: hoc idem allodium
Datierung: 1124 Fundstelle: SteirUB. I 126
Belegtext: allodium Stadelhouen appellatum
Datierung: 1136 Fundstelle: SteirUB. I 172
Belegtext: allodium suum Obbremburch
Datierung: 1140 Fundstelle: SteirUB. I 188
Belegtext: allodium unum ... in tres possessiones diuisum
Datierung: 1147 Fundstelle: SteirUB. I 275
Belegtext: allodium unum ... in tres curtes diuisum
Datierung: 1159 Fundstelle: SteirUB. I 382
Belegtext: pro allodio de C.
Datierung: 1197 Fundstelle: SteirUB. II 57
Allod (III 3 c Spiegelstrich 5)
Erklärung: Im Einklang hiermit wird von mehreren Grundstücken das Wort im Plural gebraucht:
Belegtext: Drei Geistliche vergaben ein jeder suum (suam) alodem durch donatio post obitum; dann heißt es prenotatas allodes
Datierung: 773 Fundstelle: FreisingTrad. I 91 (nr. 64)
Belegtext: illorum alodes
Belegtext: qui alodes in regno nostro habere volunt
Datierung: 864 Fundstelle: Cap. II 298 (c. 3 a)
Belegtext: et sicut ipsi ipsos alodes in sua manu tenuissent, ita de ipsis alodibus fiat
Datierung: 865 Fundstelle: Cap. II 330 (c. 5)
Belegtext: allodes
Datierung: 878 Fundstelle: Migne,PatrolLat. 126 S. 811 (nr. 174)
Belegtext: et hec sunt nomina allodorium, de quibus prefati sumus, predium Marchuardi Threbeia, predium Stoigei usw.
Datierung: 1115 Fundstelle: OÖUB. II 150 (nr. 100)
Belegtext: allodia
Datierung: 1136 Fundstelle: SteirUB. I 172 [weitere Angaben: uö.]
Belegtext: allodia ... inter quae allodium quoddam ... cujus allodii vocabolum est Cogel
Datierung: 1161 Fundstelle: OÖUB. II 312 (nr. 212)
Belegtext: de prenotatis quatuordecim allodiis
Datierung: 1226 Fundstelle: SPantaleonUrb. 99
Belegtext: audivimus, ut allodes suos vos invadentes tenere non formidetis
Fundstelle: Migne, PatrolLat. 126 S. 787 (nr. 144)
Allod (III 3 d)
Erklärung: Das Wort bezeichnet genau wie eigen sowohl das Grundstück als Eingentumsgegenstand wie das daran bestehende Eigentumsrecht.
Allod (III 3 d alpha)
Erklärung: Als Eigentumsgegenstand wird die alodis durch Zusätze wie propria oder propria res gekennzeichnet:
Belegtext: de his qui propriam alodem vendunt
Datierung: um 741/48 Fundstelle: LBai. 17, 3
Belegtext: rem propriam atque alodem, quam genitor meus Heripaldus in hereditatem mihi reliquerat
Belegtext: de propria alode
Belegtext: de proprietatibus ... quas vos allodum dicitis
Datierung: 878 Fundstelle: Migne,Patrol.Lat. 126 S. 786f. (Cr. 143)
Belegtext: propriam alodem meam
Datierung: 10. Jh. Fundstelle: OÖUB. I 42
Belegtext: ex eodem sue proprietatis allodio viii mansos tradidit
Datierung: 1015 Fundstelle: MGDipl. III 434 (nr. 340)
Belegtext: allodium unum in villa Grudesvin situm ... in omnimodam proprietatem delegaverit
Datierung: 1136 Fundstelle: SteirUB. I 172 (nr. 172)
Belegtext: specialem quoddam allodium situm apud civitatem Vriberc jure proprietatis possidendum
Datierung: 1259 Fundstelle: FreibergUB. I 17 (nr. 23)
Belegtext: in alode proprio construxit
Region/Autor/Textsorte: Coll Flavin. 44 Fundstelle: Form. 481
Fundstelle: FreisingTrad. I 107 (nr. 87)
Fundstelle: Migne,Patrol.Lat. 126 S. 811 (nr. 174)
Allod (III 3 d beta)
Erklärung: Das Eigentumsrecht wird durch das Wort ausgedrückt, wenn es von einem Grundstück heißt, daß es jemandem zu Allod gegeben oder hinterlassen sei:
Belegtext: sub nostro jure et allode
Datierung: 762 Fundstelle: FreisingTrad. I 46
Belegtext: mihi in alodem reliquit, ... in alodem dimisit
Datierung: 762 Fundstelle: MGDiplKarol. I 33
Belegtext: quia genitor eorum Lantbertus in legitima alode eos vestitos dimisisset
Datierung: 782 Fundstelle: MGDiplKarol. I 201
Datierung: 845 Fundstelle: Cap. II 408 (c. 42)
Belegtext: et postea in alodem sunt data
Datierung: 853 Fundstelle: Cap. II 268 (c. 2)
Belegtext: eo videlicet jure ... ut ipsa terra omni homini cujuscunque condicionis liceat emere, vendere et libere in allodio possidere
Datierung: 1100 Region/Autor/Textsorte: Radolfszell Fundstelle: ZGO.2 5 (1890) 142
Belegtext: ad allodia habenda reservatis
Datierung: 1177 Fundstelle: SchleswHUSamml. I 1
Belegtext: Brianus ... vendidit ... atque tradidit castrum de Castrobarco Conrado ... episcopo ... nomine allodii et proprietatis
Datierung: 1198 Fundstelle: CWang. 136 (nr. 62)
Belegtext: jure proprii et alodii
Datierung: 1236 Fundstelle: ActaTir. II 125 (nr. 125)
Belegtext: que curtis est allodium dicte ecclesie
Datierung: 1236 Fundstelle: SPantaleonUrb. 139
Belegtext: insuper addimus ei quinque mansos cum uno prato liberos pro ipsius allodio
Datierung: 1253 Fundstelle: CDPolon.3 I 288 (nr. 322)
Belegtext: terre Haynonie que est allodium b. Marie et b. Lamberti Leodiensis
Datierung: 1253 Fundstelle: MGConst. II 473
Belegtext: domum meam ... ipsi ecclesie ratione allodii vendidi
Datierung: 1278 Fundstelle: KaiserswerthUB. 82
Belegtext: actio super bonis sue ecclesie mere proprietatis et allodii titulo attinentibus
Datierung: 1282 Fundstelle: MGConst. III 264 (nr. 272)
Belegtext: particule .. que sunt allodium
Datierung: 1290 Fundstelle: DOrdenUB. I 426
Belegtext: ego possessiones ... vendidi juste venditionis titulo, tradidi et donavi in perpetuum libere possidendas nomine allodii
Datierung: 1290 Fundstelle: SalemUB. II 382 (nr. 779)
Belegtext: propriam hereditatem, quam genitor meus in alodem mihi reliquit
Fundstelle: FreisingTrad. I nr. 47
Fundstelle: Cap. II 278
Fundstelle: OÖUB. I 174
Allod (III 4)
Erklärung: Seit der Verbreitung des abgeleiteten Besitzes an Grund und Boden trat im Begriff des Allods der Gegensatz zu unvollkommenerem Besitzrecht in den Vordergrund.
Allod (III 4 a)
Erklärung: In karol. Zeit bildet die alodis den Gegensatz zum beneficium.
Allod (III 4 a Spiegelstrich 1)
Erklärung: Entscheidend ist dabei vor allem der Mangel der Vererblichkeit:
Belegtext: donamus in pago Riboariensi illam portionem in Reginbach, quam vassus noster Anglibertus per beneficium habuit (et) genitor meus Karolus mihi in alodem dereliquit
Datierung: 762 Fundstelle: MGDiplKarol. I 23 (nr. 16)
Belegtext: audivimus, quod aliqui reddunt beneficium nostrum ad alios homines in propietatem, et in ipso placito dato pretio comparant ipsas res iterum sibi in alodem
Datierung: 806 Fundstelle: Cap. I 1 S. 131 (c. 7)
Belegtext: si ... aut in beneficio aut in alode annonam habuerit et venundare voluerit
Datierung: 806 Fundstelle: Cap. I 1 S. 132 (c. 18)
Belegtext: quis de beneficio suo alodem comparavit
Datierung: 811 Fundstelle: Cap. I 1 S. 177 [weitere Angaben: uö.]
Belegtext: in beneficiario jure aut in alodo
Datierung: 845 Fundstelle: Cap. II 403 (c. 20) [weitere Angaben: uö.]
Allod (III 4 a Spiegelstrich 2)
Erklärung: In spätkarol. Zeit werden dem Allod die honores (ansehnlichere Benefizien, vgl. Waitz,VG. IV 216; Roth, BenefW. 432; Brunner,RG.2 II 355) entgegengesetzt:
Belegtext: ut omnes in honoribus et in alodis vestris interim consistatis exceptis his, quorum honores senior noster donatos habet. et si aliqui sunt ex vobis, qui honores non habent, si volunt in suis alodibus consistere ... faciant
Datierung: 856 Fundstelle: Cap. II 285 (nr. 265)
Datierung: 877 Fundstelle: Cap. II 358 (c. 10)
Allod (III 4 a Spiegelstrich 3)
Erklärung: Auch in österr. Urk. des 10.-12. Jhs. wird bei Vergabungen von Todes wegen hingegebenes Allod als lebenslängliches beneficium zurückempfangen:
Belegtext: trado atque transfundo propriam alodem mean ad s. Michahelem archangelum ... ea tamen racione hanc traditionem facio, ut id ipsum habeam et beneficiolum meum quod inde accepi usque ad finem vite mee
Datierung: 10. Jh. Fundstelle: OÖUB. I 42 (nr. 71)
Belegtext: de alodys suis immo et de beneficiis
Datierung: 1119 Fundstelle: Freyberg II 180
Belegtext: allodia und beneficia
Datierung: 1147 Fundstelle: SteirUB. I 272 (nr. 261)
Datierung: 12. Jh. Fundstelle: OÖUB. I 174 (nr. 183)
Allod (III 4 a Spiegelstrich 4)
Erklärung: Dem entspricht die Wiedergabe von Allod mit erbe:
Belegtext: tradidit ecclesie ... sartaginem unam ... partemque allodii et silve ad eandem sartaginem pertinentem = geben hat der kirchen ... ain saltzpfann ... ain tail ains erbs und des walts
Datierung: 1130 (Übers. 15. Jh.) Fundstelle: SteirUB. I 138 (nr. 122)
Belegtext: Exfestukation eines allodium cum adjacente molendino durch Freie, quibus idem allodium hereditario jure contingebat, obschon es nicht frei veräußerlich ist, vielmehr die Übereignung presente et annuente mundibordo allodii Gerhardo de Mulesvat erfolgt
Datierung: 1136 Fundstelle: SGereonUB. 13 (nr. 8)
Allod (III 4 b)
Erklärung: Buchland.
Belegtext: si liberalis homo, quem Angli þegen vocant, habet in alodio, id est bocland, suo ecclesiam que habeat cimiterium
Datierung: 1100 Fundstelle: Liebermann,AgsG. 295
Fundstelle: Liebermann,AgsG. 317 (II Cnut. 13)
Allod (III 4 c)
Erklärung: Seit der Ausbildung des Lehnswesens wird Allod regelmäßig als Gegensatz zu feudum gebraucht.
vgl. 1Erbe (V), Freieigen (I), Freierbe, Grundeigen, Land(es)gut (I 2), Lehnschatzgeld, Propergut.
Allod (III 4 c Spiegelstrich 1)
Erklärung: So in den Libri feudorum:
Datierung: 1159 Fundstelle: MGConst. I 271 (nr. 191) [weitere Angaben: und öfter]
Belegtext: quod ... habet in Caldare, feudum per feudum, alodium per alodium
Datierung: 1189 Fundstelle: CWang. 86
Belegtext: si alios pueros genuerit, his tenetur relinquere mobilia et allodia post acquisita. feoda autem tam priores pueri quam posteriores mortuo patre pariter habebunt.
Datierung: angebl. 1218 Region/Autor/Textsorte: Bern c. 48 § 3 Fundstelle: Keutgen,Urk. 132
Belegtext: Trienter Lehnsweistum, nach dem kein Vasall ohne Zustimmung des Herrn ein feodum ganz oder teilweise per allodium verkaufen darf: andernfalls kann der Herr es herausfordern, und quantum venditum est per alodium alicui ad dominum suum debeat venire et ei apertum esse debeat
Datierung: 1220 Fundstelle: ZFerd.1 3 (1827) 103, VI
Belegtext: Otto et filius suus Hugo professi sunt ... dominum C. seniorem de Eberstein prelibatum feodum pro quingentis marchis pure argenti ratione alode quieta prescriptione sine ulla interruptione possidere
Datierung: 1257 Fundstelle: WirtUB. V 205ff.
Belegtext: jus feodi ejusdem decime in usus ... fratrum permutans et transferens in jus allodii
Datierung: 1285 Fundstelle: DOrdenUB. II 424
Belegtext: Auflassung von 15 jornales allodii, um sie in feodo zu behalten
Datierung: 1287 Fundstelle: SGereonUB. 184 (nr. 185)
Belegtext: si de allodio aliaque re extra beneficium (=feudum) inter dominum et vasallum contentio fuerit.
Fundstelle: Cap. extraord. Baraterii c. 8
Belegtext: inter filiam defuncti et agnatos ejus de quodam praedio quaestio mota est, agnatis feudum, filia vero allodium sive libellarium esse asserentibus
Fundstelle: II F. 26 §§ 1.2
Belegtext: quis probare debeat, quaeritur et primo dominus vel parentes, feudum fuisse, et si non poterit probare, tunc filia probabit allodium
Fundstelle: Lehmann,LangobLehnr. 202 (App. A III)
Fundstelle: Lehmann,LangobLehnr. 200
Fundstelle: MGConst. I 247 (nr. 176 c. 11)
Allod (III 4 c Spiegelstrich 2)
Erklärung: Dem Gegensatz von allodium und feudum entspricht in den deutschen Texten des Mittelalters der Gegensatz von eigen und lehen. Begriffswesentlich ist dabei für Allod das echte Eigentum des Besitzers. Die bloße Vererblichkeit des Besitzrechtes reicht nicht aus, da auch das echte Lehen nunmehr vererblich ist und zum Erbgut gehört:
Belegtext: hereditatibus, allodiis et feudis
Datierung: 1277 Fundstelle: MGConst. III 125 (§ 6)
Belegtext: Verleihung des Rechts, bona allodialia zu Erbzins auszutun (in emphiteosin locare)
Datierung: 1354 Fundstelle: NeumarktRb. 241 (nr. 37)
Belegtext: in bonis paternis et maternis, tam feudalibus quam allodialibus
Fundstelle: MGConst. III 548 (nr. 577)
Allod (III 4 c Spiegelstrich 3)
Erklärung: Demgemäß verschwindet nun die Gleichsetzung von Allod mit hereditas oder erbe. Dafür wird die Gleichsetzung mit proprietas oder eigen sehr gebräuchlich; oben 3 d. Auch die vollere Form eigen und erbe begegnet als Verdeutlichung:
Belegtext: ad nos allodialiter seu jure proprietario pertinentes ... transtulimus ... ad habendum tenendum et utifruendum jure hereditario et proprietario
Datierung: 1345 Fundstelle: Lamprecht,WL. III 194 (nr. 166)
Fundstelle: Lamprecht,WL. I 2 S. 748ff.
Allod (III 4 d)
Erklärung: Eine weitere Steigerung erfuhr der Begriff des Allods durch die Einschränkung auf lastenfreies Grundeigentum im Gegensatz zu allem belasteten Grundbesitz einschließlich von zinspflichtigem Eigen. Diese Erscheinung, die in Frankreich häufig auftritt (DuCange I 199) begegnet auch in deut. (bes. rhein.) Gegenden. Vgl. v.Amira,Grundr.3 123; Mayer,DFrzVG. I 46ff.
Belegtext: dictam silvam esse allodialem et salicam ecclesie nostre s.M. et ad ipsam ecclesiam pleno iure per omnia pertinere
Datierung: 1266 Fundstelle: Lamprecht,WL. III 51
Belegtext: Aufzählung aller Besitzungen eines Ehepaars, unter denen als allodia nur die nicht zu Zins ausgetanen Grundstücke bezeichnet werden, im Gegensatz zu denen, a quibus censum recipimus
Datierung: 1269 Fundstelle: Lamprecht,WL. III 56 (nr. 44)
Belegtext: apud L. unam particulam vinee in deme Lande et unam uf deme Wachen, que due particule sunt allodium
Datierung: 1275 Fundstelle: Lamprecht,WL. III 68 (nr. 52)
Belegtext: agri censuales sive alodia
Fundstelle: Lacomblet,UB. II 275
Allod (III 4 d Spiegelstrich 1)
Erklärung: Doch wird dieser engere Sinn oft durch einen lat. Zusatz verdeutlicht, der den deutschen Bezeichnungen lûter, vrie, dorslacht eigen und dem franz. franc alleu (liberum o. francum allodium) entspricht:
Belegtext: tres vineas purum nostrum allodium; bei der weiteren Aufzählung der allodia noch achtmal purum allodium und nur zweimal bloß allodium
Belegtext: pro puro et vero allodio
Datierung: 1290 Fundstelle: SGereonUB. 191
Datierung: 1300 Fundstelle: SGereonUB. 219
Belegtext: ego super bona mea et allodialia libera septem mr. reddituum annualium assignabo et demonstrabo, quos in perpetuum a domino ... archiepiscopo Trevirensi in feodo seu homagio retinebo
Datierung: 1302 Fundstelle: Lamprecht,WL. III 110 (nr. 85)
Datierung: 1335 Fundstelle: SGereonUB. nr. 343 [weitere Angaben: und öfter]
Belegtext: quos quidem redditus praedictis abbatisse et conventui coram nobis pro puro allodio, quod theutonice dicitur vor en dorslacht eeghen
Datierung: 1342 Fundstelle: ClarenbergUB. 20 (nr. 22)
Belegtext: et eosdem quadraginta jurnales terre nostrum et heredum nostrorum verum et purum allodium ab omni onere liberos et immunes fecerint
Datierung: 1356 Fundstelle: SPantaleonUrb. 273
Belegtext: proprium et verum allodium, quod vulgariter dicitur eyn recht eghen
Datierung: 1369 Fundstelle: InvNichtstaatlArchWestf. II 163
Belegtext: pro libero allodio, in vulgo dicto vor en eghen
Fundstelle: ClarenbergUB. 62 (nr. 64)
Belegtext: pro libero allodio in vulgo dicto vor en grunt eghen
Fundstelle: ClarenbergUB. 63 (nr. 65)
Belegtext: reines allod, quod vulgariter vry eigen dicitur
Fundstelle: InvNichtstaatlArchWestf. II 163
Belegtext: ein pure frei gut, allodium genannt
Fundstelle: RhW. II 1 S. 87
Belegtext: ein frei hof und gut, genant verum allodium
Fundstelle: RhW. II 1 S. 89
Fundstelle: SPantaleonUrb. 73
Allod (III 4 d Spiegelstrich 2)
Erklärung: Solche Zusätze zeigen, daß auch zinspflichtiges Grundeigentum immerhin Allod bleibt:
Belegtext: dedi claustro in Ozzek marcam unam argenti et quatuor modos tritici, qui vulgariter strich vocantur, quos eis in perpetuum de allodio meo solvere debebit
Datierung: 1278 Fundstelle: BrüxStB. 9
Datierung: 1440 Fundstelle: PaulinzelleUB. 20
Allod (III 4 d Spiegelstrich 3)
Erklärung: In Konstanz wird wachszinspflichtiges Allod durch den Zusatz censuale als Zinseigen charakterisiert:
Belegtext: nomine censualis allodii ... sub censu annuo possiderent
Datierung: 1227 Fundstelle: Beyerle,Konstanz II 17 (nr. 11)
Belegtext: domum eandem nomine allodii seu feodi censualis ... possident
Datierung: 1260 Fundstelle: Beyerle,Konstanz II 48 (nr. 40)
Allod (III 4 e)
Erklärung: Das bloße Obereigentum an erblich verliehenem Gut scheint, weil es eben kein Volleigentum ist, im deut. MA. nicht als Allod bezeichnet zu sein, während es doch eigenschaft o. proprietas heißt. Ein Grundstück kann des einen lehen o. erbe und des anderen eigen, nicht aber des einen Lehen o. Zinsgut und des anderen Allod sein:
Allod (III 4 e Spiegelstrich 1)
Erklärung: Zweifel erregen könnte eine Stelle aus dem Lehnbuch Werners II. von Bolanden S. 24 b. Aber vgl. die Übersetzung. Es ergibt sich, daß W., der als Grundherr den Zins fordert, sich an dem Grundstücke, wem es gehören möge, zwar Herrenrecht (als dominus) und eigenschaft zuschreibt, dies aber nicht durch die Wendung, es sei sein allodium, ausdrücken kann:
Belegtext: [Werner hat ein beneficium in K., tertiam videlicet partem frumenti et totius justitie, que solvitur de silva illi allodio. cuicunque autem pertineat allodium, nichil ad me, si tanquam dominus allodii de meo beneficio ponam beneficiatum et ab illo requiram statutum. [Übersetzung:] wem der grundt zuhoret, do kern ich mich nit an, danne alse sein here des grundes oder der eigenschaft setzen ich ein manne, von dem fordern ich min recht.
Fundstelle: Lamprecht,WL. I 2 S. 749
Allod (III 5)
Erklärung: In manchen Gegenden blieb schließlich der Name Allod an einzelnen Güterarten o. Gütern haften. Das Verständnis für den eigentlichen Wortsinn ist dabei verloren gegangen.
Allod (III 5 a)
Erklärung: Fronhof.
Datierung: 1140 Fundstelle: SteirUB. I 188 (nr. 180)
Belegtext: totum allodium meum dominicale in loco qui dicitur Babindorf cum omnibus servis et ancillis seu mancipiis eidem allodio pertinentibus
Datierung: 1152 Fundstelle: SteirUB. I 337
Datierung: 1175 Fundstelle: ZBergr. 22 (1881) 199
Belegtext: domum, que allodium vulgariter nominatur, quam habetis in villa
Datierung: 1249 Fundstelle: StötterlgbUB. 13 (nr. 14)
Datierung: 1268 Fundstelle: MühlhsnUB. 70 (nr. 186)
Belegtext: duodecim namsos sitos in Ammera ..., curiam quoque, quae olim allodium nostrum fuerat
Datierung: 1275 Fundstelle: Schöttgen-Kreysig I 767 (nr. 40)
Belegtext: curiam sitam apud allodium ... archiepiscopi
Fundstelle: ErfurtUB. I 77 (nr. 137) [weitere Angaben: ähnlich ErfurtUB. I 78 nr. 138]
Fundstelle: StötterlgbUB. 22 (nr. 22)
Allod (III 5 b)
Erklärung: Umgekehrt bedeutet in vielen Gegenden im 12. - 15. Jh. allodium ein Vorwerk, Außengut:
Belegtext: castrum Arinsberg cum toto allodio ... castrum Pirremont cum allodio de Ozendorp usw.
Datierung: 1184 Fundstelle: Seibertz,UB. I 118 (nr. 84)
Belegtext: concessimus, ut ... in loco competenti locum eligant pro allodio, ... ita ut et nobis ... in eisdem terrulis allodium ... liberum sit instaurare
Datierung: 1257 Fundstelle: SamlandUB. 21 (nr. 54)
Belegtext: allodium ... situm apud civitatem Vriberc
Datierung: 1259 Fundstelle: FreibergUB. I 17 (nr. 23) [weitere Angaben: uö.]
Belegtext: ecclesia s. Petri Moguntina habet in Schonresteden quandam curiaum sive allodium quoddam, quod in illo idiomate vocatur ein forwerk
Datierung: 1264 Fundstelle: GrW. III 618
Belegtext: Johannes impignoravit prefato Henrico Albo hereditatem suam cum allodio, quod adheret hereditati
Datierung: 1281 Fundstelle: MecklUB. III 3
Belegtext: nostrum allodium in Ufeln et tres mansos ad ipsum pertinentes
Datierung: 13. Jh. Fundstelle: Wenck,HessLGesch. III 165 (nr. 195)
Belegtext: in curiis seu allodiis suis
Datierung: 1311 Fundstelle: MecklUB. V 606 nr. 3500
Belegtext: tempore ipsius inchoata est reaedificatio allodii nostri in Sweideldorff
Datierung: 1453 Fundstelle: GlatzGQ. II 229
Belegtext: Verdeutschung v. allodium mit forwerc in vielen Glossarien
Fundstelle: Schulze,Kol. 345; 371ff.
Allod (III 5 b Spiegelstrich 1)
Erklärung: Der auffallende Sprachgebrauch erklärt sich wohl daraus, daß das Vorwerk, auf vorbehaltenem Herrenland neben verliehenen Hufen angelegt, diesen gegenüber als Teil des Allods bezeichnet wurde und dann diesen Namen behielt, als er für den Herrenhof außer Gebrauch kam. Dazu stimmt:
Belegtext: in villa Carowe decimam quatuor mansorum, quos ibidem sub nomine allodii habuit collocatos, ita tamen, si allodium transsumptum fuerit, ita quod aliqui coloni particulariter colant agros eosdem, ecclesie tamen supradicta decima conservetur
Datierung: 1229 Fundstelle: MecklUB. I 354 [weitere Angaben: Die 4 mansi sind als herrschaftliches Vorwerk eingerichtet; mit der Umwandlung in Kolonenhufen hören sie auf, allodium zu sein. Vgl. HFSchmid / ZRG. Kan. 15 (1926) 18f. Kisch / ZRG. 63 (1930) 198]
Allod (III 5 c)
Erklärung: Bisweilen Gegensatz zu Neuland. Vielleicht handelt es sich um neu angelegte Kolonenhufen, die aus dem Allod ausscheiden:
Belegtext: communi utilitati ... commodum duximus confirmare qualiter et a quibus personis predys allodys et novalibus sit sublimata et ditata annuos reditus
Datierung: 1125 Fundstelle: Freyberg II 184
Belegtext: tam de allodiis comitis, quam de novalibus per omnia
Datierung: 1154 Fundstelle: MecklUB. I 50
Allod (III 5 d)
Erklärung: Manchmal werden bei Aufzählung der Besitzungen einer Kirche einzelne Güter unter Hinweis auf ihre Herkunft aus dem Besitz von Edlen mit dem Namen allodium ausgezeichnet. Dies läßt vermuten, daß hier an den konkreten Gütern der Name Allod haften geblieben war, obschon das gegenwärtige Besitzverhältnis an ihnen von dem an den andern Gütern nicht verschieden war:
Belegtext: allodia Tovernich et Chirchain ex dono nobilium
Datierung: 1184 Fundstelle: SteirUB. I 595 (nr. 625)
Belegtext: allodium magnum ad Houehaim, quod a nobilibus de Abensperch emistis
Datierung: 1185 Fundstelle: SteirUB. I 614 (nr. 641) [weitere Angaben: uö.]
Allod (III 5 d Spiegelstrich 1)
Erklärung: Vgl. auch die Betonung der Freiheit der Schenker von allodia:
Datierung: 1075 Fundstelle: ActaTir. I 116
Datierung: 1085 Fundstelle: ActaTir. I 138 [weitere Angaben: und öfter]
Allod (III 5 e)
Erklärung: So erklärt es sich, daß vielfach auch Lehen und hofrechtliche Leihegüter den Namen allodium fortführen:
Belegtext: Meiergut als allodium
Datierung: 1085 Fundstelle: ActaTir. I 136 (nr. 397)
Belegtext: bäuerliches allodium quod persolvit
Datierung: 1157/64 Fundstelle: ActaTir. I 172 (nr. 490a)
Datierung: 1234 Fundstelle: ZFerd.1 3 (1827) 104
Belegtext: allodium situm in villa Bobirt ... quod idem Bertoldus a nobis tenuit justo tytulo feodali
Datierung: 1280 Fundstelle: FreibergUB. I 17 (nr. 34) [weitere Angaben: dazu 1294 FreibergUB. I 38 (nr. 50)]
Belegtext: contulit Siffrido de Polenczk jure castrensi (als Burglehen) allodium in Polenczk cum agris et rubetis attinentibus
Datierung: 1349 Fundstelle: MeißenLehnb. 24 (II 30)
Allod (III 5 e Spiegelstrich 1)
Erklärung: Aufzählung von Lehen unter allodia:
H. Niese, Die Verwaltung des Reichsgutes im 13. Jahrhundert (Innsbruck 1905) 9 Anm. 2. 11 Anm. 1
Fundstelle: NLausMag. 53 (1877) 169 [weitere Angaben: allodium für Ritter- und Bauerngüter in der Oberlausitz, obwohl hier alle Landgüter Lehen sind]
Fundstelle: Schulze,Kol. 345. 371ff.
Allod (III 5 e Spiegelstrich 2)
Erklärung: Besonders deutlich sprechen die Verzeichnisse der der Brixener Kirche in Tirol gehörigen Güter und ihrer Abgaben in der Hs. des liber prandiorum Brixensis aus 13. und 14. Jh. Nach den von Bilger vorgelegten Auszügen werden zahlreiche Güter als allodium bezeichnet, ohne daß an ihnen ein besseres Besitzrecht ersichtlich wäre, als an den praedium, praediolum, mansus, huba o. auch feudolium genannten Gütern. Die vermerkten Zinsungen sind weder der Art noch dem Umfange nach verschieden. Daß es sich um Leihegüter handelt, erhellt oft mit Sicherheit. Vgl. die folgenden Belege. Die als allodia ausgezeichneten Güter sind in dem älteren Urbar viel zahlreicher als in den jüngeren Verzeichnissen und fehlen in einigen Bezirken ganz. Eine deutsche Fassung S. 120ff. setzt immer guot o. hof, für allodium incultum stets ungepaewen guot. Hiernach scheinen die allodia ehemalige Freiengüter zu sein, an denen der Name eine Zeitlang forthaftete, bis allmählich seine Bedeutung in Vergessenheit geriet. Dies meint auch Bilger.
Belegtext: tenet allodium
Fundstelle: Liserhorn S. 69ff.
Belegtext: zweimal allodium jagelehn u. zweimal allodium preconatus (Büttellehn) im älteren Urbar v. 1253 S. 153ff. allodium piscatoris, (1320) feudum piscarie genannt, u. allodium hirtlehen
Fundstelle: Prags S. 163f.
Belegtext: de allodio quod villicus habet
Fundstelle: Prags S. 168
Belegtext: allodium auf dem puchel quod tenuit Chunrad colonus comitis
Fundstelle: Prags S. 34
Belegtext: allodium in Lengenstein, quod colit Geldnaer ... allodium quod colit Christina in L.
Fundstelle: Ritten S. 91f.
Allod (III 5 f)
sprachliche Erläuterung: In der Gemarkung von Rickenbach in S. Gallen ist sogar Allot zum Eigennamen eines Grundstückes geworden:.
Belegtext: usz disen hernach benempten zelgen, namlich Würen, Langnow, Ebnet, Fetz, Sedelberg, Allot
Datierung: 1495 Fundstelle: GrW. I 214
Allod (III 6)
Erklärung: Bei seiner Wiederbelebung nach der Rezeption empfing das Wort Allod seinen begrifflichen Inhalt lediglich aus dem auf Grund des langob. Lehnr. entwickelten Sprachgebrauch der Feudisten.
Allod (III 6 a)
Erklärung: Seine eigentliche Bedeutung ist daher nunmehr 'dem Lehnsverbande nicht unterworfenes Gut'.
Allod (III 6 a alpha)
Erklärung: Das einfach Wort Allodium wird auch jetzt für ein einzelnes Grundstück (oder liegenschaftliches Recht) gebraucht:
Belegtext: so soll sowohl ermeldtes drittel der landsteüer alsz auch besagten tatz meine ... gemahlin ad dies vitae zu genüssen haben, nach ihrem todt aber meinen in- und substituierten allodialerben als ein allodium zufallen
Datierung: 1646 Fundstelle: KrummauClarissUB. 358
Belegtext: benannte standesherrschaft Pleß vor ein ordentliches allodium nochmals zu erklären
Datierung: 1748 Fundstelle: Bellerode,BeitrSchlesRG. I 155
Belegtext: Umwandlung eines Lehns in allodium
Datierung: 1756 Fundstelle: CMax. IV 18 § 29. 56
Belegtext: unterpand, so ferne dieses ein allodium ist, sich gerichtlich oder nichtgerichtlich versichern zu lassen
Fundstelle: CCBrandenbCulmb. II 1 S. 187
Belegtext: Auftragung eines allodium zu Lehn
Fundstelle: CMax. IV 18 § 19
Belegtext: [Übschr.:] commutatio feudi in allodium
Fundstelle: MBoica XI 126, XV 289, XVI 152 und XVIII 65
Allod (III 6 a alpha Spiegelstrich 1)
Erklärung: Zugleich aber wird nunmehr als "das Allodium" das gesamte freie Vermögen des Vasallen bezeichnet:
Belegtext: auch vil nambhafte lehenbare gueter, stück und herrschaften gar ins allodium transferirt
Datierung: 1681 Region/Autor/Textsorte: Hofkammerinstr. Fundstelle: Fellner-Kretschmayr II 618
Belegtext: dasz die lehnstücke nicht in das allodium oder erb-eigenthumb zu transferiren
Datierung: 1717 Fundstelle: Fellner-Kretschmayr III 281
Allod (III 6 a alpha Spiegelstrich 2)
Erklärung: Demgemäß nimmt der Begriff die Fahrnis wieder in sich auf:
Belegtext: dasz seinen töchtern ... all jenes liegende und fahrende allodium eigenthümblich und erblich zufallen solle
Datierung: 1382 Fundstelle: SchrBodensee 28 (1899) 476
Belegtext: Brautschatz ex feudis et allodio
Datierung: 1694 Region/Autor/Textsorte: Hinterpomm. Lehnskonst. T. III § 7 (Abs. 2) Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 1089
Belegtext: wann gleich der vater nach einiger töchter aussteuer eine reiche allodialerbschaft bekähme oder sonst ein ansehnliches allodium acquirirte und davor neue lehen ankaufte
Datierung: 1694 Region/Autor/Textsorte: Hinterpomm. Lehnskonst. T. III § 7 Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 1089
Fundstelle: CMax. IV 18 § 26. 27. 59
Fundstelle: PreußALR. I 18 §§ 249. 577. 676
Fundstelle: Weber,Lehnr. II 26
Allod (III 6 a beta)
Erklärung: Das Adjektiv allodial drückt die Zugehörigkeit zum lehnsfreien Vermögen aus:
Belegtext: mein allodial- und erbeigenthumbliches hertzog- und fürstenthumb Crummau
Datierung: 1696 Fundstelle: KrummauClarissUB. 358
Belegtext: die ... mühl ... so ... ich ... an mich erkaufft habe und hierdurch allodial worden, solche allodialmühle soll ... bey dem fideicommissgut Ehrenhausen auf ewig bleiben
Fundstelle: KrummauClarissUB. 357
Fundstelle: CMax. IV 18 § 2. 55
Allod (III 6 a beta Spiegelstrich 1)
Erklärung: Vgl. über die Allodial-Reichs-Grafschaften:
Fundstelle: Lünig,CJFeud. III 119 (n. 1)
Allod (III 6 a beta Spiegelstrich 2)
Erklärung: Die allodialen Gegenstände werden auch als die Allodialia zusammengefaßt:
Belegtext: da es aber eine printzessin wäre, disser alle die allodialia zuzukommen hätten
Datierung: 1730 Fundstelle: FRAustr. 38 S. 300
Allod (III 6 a beta Spiegelstrich 3)
Erklärung: Früchte und Nutzungen des Lehns sind allodialien:
Fundstelle: CMax. IV 18 § 30
Fundstelle: Lünig,CJFeud. III 120 (n. 1)
Allod (III 6 a gamma)
Erklärung: Sehr gebräuchlich wurde seit Ende 16. Jh. Allodialgut und für den Inbegriff des dem Lehnsverbande entzogenen Vermögens, Allodialgüter:
Datierung: 1595 Fundstelle: ClarenbergUB. 398 (nr. 508)
Belegtext: als den tweeden zone verdert jeghens den oudsten zone ... ende dat deen noch dander gheen allodiale goet en aenvart
Datierung: 1619 Fundstelle: CoutBruges I 48 (T. 17 § 4)
Belegtext: daß ... selbige lehengüter allerdings zu freyen erb- und allodialgütern ausgesetzt werden sollen
Datierung: 1646 Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 193
Belegtext: hinfuhro der itzige besitzer ... seine erben männliches undt weibliches geschlechtes ohne unterscheidt, wie allodialgüter art, recht und gewohnheit ist, besitzen, nutzen, gebrauchen
Datierung: 1652 Fundstelle: Fidicin IV 435
Belegtext: die wegen crimen laesae majestatis verwirkten allodial-güther von Landesuntertanen wird der Kaiserliche Fiskus den Landesherrn nicht entziehen
Datierung: 1658 Fundstelle: Wahlkap. Leopolds § 27
Belegtext: es müssen alle unsere vasallen und lehn-leute, wie dann auch diejenigen, welche auf ihren allodial-gütern ... die freye jagten haben, sich ... des unzeitigen hetzens und schiessens enteusern
Datierung: 1681 Fundstelle: CJVenatorio-Forest. III 386
Belegtext: Umwandlung von Lehen in Erb- und Allodialgüter
Datierung: 1705 Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 337
Belegtext: alle ... lehen ... vor allodial- und erbgüter zu erklären
Datierung: 1717 Region/Autor/Textsorte: PreußLehnsedikt Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 480
Belegtext: von den erb- und allodial-guetern ... zu verstehen
Datierung: 1722 Fundstelle: CCBrandenbCulmb. II 1 S. 218
Belegtext: die söhne ... wen ... keine allodialgüter vorhanden, die schwestern ... aus dem lehen mit einem heyrat-gut besorgen müssen
Datierung: 1728 Fundstelle: Leu,EidgR. II 770
Belegtext: allodialstücke
Fundstelle: CMax. IV 18 § 28
Fundstelle: Gutzeit,Livl. I 29
Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 1105
Allod (III 6 a delta)
Erklärung: Seit dem 18. Jh. begegnet Allodialvermögen:
vgl. Allodialmasse.
Belegtext: zur Bezahlung von Lehnschulden sind die darbey befindlichen erb-stücke, nebst denen inventariis und übrigen allodial-vermögen zu verwenden
Datierung: 1724 Fundstelle: Kursächs.PrO. Tit. XI § 3
Belegtext: ob durch die ausser landes erfolgte bestellung eines vormundes eo ipso ein stillschweigendes unterpfand in dessen allodial-gutern und vermögen
Datierung: 1748 Fundstelle: CAug. Forts. I 1 Sp. 370
Belegtext: allodialvermögen
Fundstelle: PreußALR. I 18 § 231 [weitere Angaben: uö.]
Allod (III 6 a epsilon)
Erklärung: Im Gegensatz zu den Lehnerben ist nun von Allodialerben die Rede:
Belegtext: meinem ... in- und substituierten allodial- und eigentumserben allodialiter und erbeigenthumblich zukommen
Belegtext: allodialerben
Fundstelle: CMax. IV 18 § 28. 36. 51. 57. 58
Belegtext: eine tochter ... vererbt den ... brautschatz ... auf ihre allodialerben
Region/Autor/Textsorte: Hinterpomm. Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 1090
Belegtext: allodialerbschaft
Fundstelle: PreußALR. I 18 §§ 274, 275
Belegtext: allodialnachlaß
Fundstelle: PreußALR. I 18 § 321 [weitere Angaben: und öfter]
Fundstelle: PreußALR. I 18 § 513 [weitere Angaben: uö.]
Allod (III 6 a zeta)
Erklärung: Als Gegensatz zu Lehnsschulden erscheinen Allodialschulden:
Belegtext: allodialforderungen
Datierung: 1753 Gegenpromemoria d. Königs v. Großbrit. betr. Sachsen-Lauenb.
Belegtext: allodial- und erbschulden
Fundstelle: CMax. IV 18 § 26
Belegtext: allodialgläubiger
Fundstelle: PreußALR. I 18 §§ 356, 647
Fundstelle: CMax. IV 15 § 3 zu 4
Fundstelle: Weber,Lehnr. IV 621, 622
Allod (III 6 a eta)
Erklärung: Für das Allod gilt anstatt Lehnrechts Allodialrecht:
Fundstelle: Weber,Lehnr. II 10
Allod (III 6 b)
Erklärung: In neuerer Zeit wurde das Wort Allod mit seinen Ableitungen auch als Gegensatz zu dem Fideikommißvermögen für das freie Vermögen des Besitzes eines Familienfideikomisses gebraucht.
Belegtext: allodium wird zwar im gemeinen verstand nicht nur dem lehn, sondern auch dem fideicommiss, im eigentlichen aber nur dem ersten allein entgegengesetzt
Fundstelle: CMax. IV 18 § 2
Allod (III 6 b Spiegelstrich 1)
Erklärung: Anscheinend schon 1672 im Kurbayr. Mand.:
Belegtext: wenn bei einer adligen Familie keine andere als allodialgütter wehren, soll dem ältesten Manneserben ein ansehnlicher Vorteil gewährt werden
Fundstelle: Lünig,CJFeud. II 527
Allod (III 6 b Spiegelstrich 2)
Erklärung: Durchweg gebr. im CMax..
Datierung: 1756 Fundstelle: CMax. III 10 § 13, 2 [weitere Angaben: uö.]
Allod (III 6 b Spiegelstrich 3)
Erklärung: Dem PreußALR. und ÖstABGB. ist dieser Sprachgebrauch fremd. Dagegen findet er sich in Gesetzen des 19. Jh. und in der Literatur.
Allod (III 6 c)
Erklärung: Eine analoge Anwendung des Wortes Allod begegnet bei Meiergütern für das dem Gutsherrn nicht gehörige, jedoch nur zum Teil freie, zum Teil mit dem Meiergut verbundene Vermögen des Meiers:
Belegtext: zu dessen allodio
Datierung: 1781 Region/Autor/Textsorte: Hildesheim M. Busch, Beiträge zum Meierrecht (Hildesheim 1855) Anh. S. 204ff. I § 10
Belegtext: aus dessen allodio
Datierung: 1781 Region/Autor/Textsorte: Hildesheim M. Busch, Beiträge zum Meierrecht (Hildesheim 1855) Anh. S. 204ff. I § 4
Allod (III 6 c Spiegelstrich 1)
Belegtext: allodiale Pertinenzen des Meiergutes, allodium que villa conjunctum, allodium cum villa non conjunctum
M. Busch, Beiträge zum Meierrecht (Hildesheim 1855) 18ff.
Fundstelle: Beseler4 864
Fundstelle: Gesenius,Meierrecht I 165
Fundstelle: Hagemann,PractErört. I 187 Er. 36 u. 196 Er. 37 [weitere Angaben: über teilbares und unteilbares Allodium der Meiergüter]
Fundstelle: Pufendorf I 38 an. 24
Fundstelle: Runde,PrR.1 383f. (§ 530)
Fundstelle: Wittich,Grdh. 25ff.
Allod (III 7)
Erklärung: In Siebenbürgen bezeichnet seit dem 18. Jh. allodium die Gemeinde als Vermögenssubjekt. Davon: allodiälkasz, allodiälrechnung, allodiälvermögen. Früher (16. Jh.) auch hier ein Landgut, insbesondere einen Meierhof. Die heutige Bedeutung scheint von den städtischen Einkünften aus Meierhöfen ihren Ausgang genommen zu haben.
Fundstelle: SiebbWB. I 85
Allod (IV)
Erklärung: Ableitungen.
Allod (IV Spiegelstrich 1)
Erklärung: allodiones (pl.) für Miterben:
Belegtext: quantumcunque mihi ibidem obvenit de genitore meo Pippino, quod contra allodiones meos recepi, totum ad integrum dono atque transfundo
Datierung: 717 Fundstelle: Pertz,DA. 9
Allod (IV Spiegelstrich 2)
Erklärung: Schwerlich von alodis abgeleitet ist aloarii:
Belegtext: tris aloariae et 12 conlaudantes schwören als Eideshelfer den Reinigungseid mit
Region/Autor/Textsorte: Cart. Senon. 17 u. 21 Fundstelle: Form. 192 und 194 [weitere Angaben: DuCange I 201 nimmt es als Allodbesitzer = allodarius]
Allod (IV Spiegelstrich 3)
Erklärung: Dagegen stammt von alodis das Wort alodiarius (alodarius, aloerius, allodiarius), das später in roman. Ländern den Allodbesitzer bezeichnet:
Belegtext: allodarii = arimanni in Pisa u. Siena
Fundstelle: Mayer,ItalVG. I 5 Anm. 22
Fundstelle: DuCange I 200 mit 187 und 201
Allod (IV Spiegelstrich 4)
Erklärung: In der Westschweiz begegnen allidotarii, allodleute als zum Allod gehörige Eigenleute:
Datierung: 1267 Fundstelle: Huber,Rudolf IV. 216 Anm. 12
Belegtext: aloderius
Fundstelle: JbSchweizG. 45 (1920) 10* Anm. 4
Allod (IV Spiegelstrich 5)
Erklärung: Die lat. Ableitungen allodialis und allodialiter begegnen in Deutschland zuerst im 13. und 14. Jh. (vgl. Allod III 4 c und Allod III 4 d) und gehen in der Neuzeit in der Form allodial in die deutschen Texte über (siehe Allod III 6 a β).
Region/Autor/Textsorte: O. v. Gierke Fundstelle: BeitrRWB. 103ff.
Fundstelle: DuCange I 198ff.
Fundstelle: DWB. I 238
Fundstelle: IdgForsch. 26 (1910) Anz. 33
Fundstelle: KölnSprsch. 102
Region/Autor/Textsorte: Kralik Fundstelle: NArch. 38 (1913) 45
Fundstelle: vanHelten,Gl. 485ff.
Region/Autor/Textsorte: Kauffmann Fundstelle: ZDPhil. 47 (1916) 185ff.
Region/Autor/Textsorte: E.Mayer Fundstelle: ZRG. 57 (1924) 112
Wort davor: Allmischkar - Wort danach: allodarii

References: § 249
 § 517
 § 3
 § 29
 § 19
 § 7
 § 7
 § 26
 § 2
 § 30
 § 4
 § 27
 § 28
 § 3
 § 231
 § 28
 § 321
 § 513
 § 26
 § 3
 § 2
 § 13
 § 10
 § 4