Source: http://www.rechtsprechung-hamburg.de/jportal/portal/page/bsharprod.psml?showdoccase=1&doc.id=MWRE180002452&st=ent
Timestamp: 2020-02-23 03:58:41+00:00

Document:
1. Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungsmäßigkeit der Pflichtmitgliedschaft von Unternehmen in den Industrie- und Handelskammern (vgl. BVerfG, Beschl. v. 12.7.2017, BVerfGE 146, 164) lässt sich (jedenfalls prima facie) auf die Frage der Verfassungsmäßigkeit der Pflichtmitgliedschaft von Handwerksbetriebs-Inhabern in den Handwerkskammern übertragen.
2. Die Digitalisierung und die damit einhergehenden Veränderungen der Fotografie haben nicht bewirkt, dass die Tätigkeit der Fotografen ihren in der Regel gegebenen Handwerkscharakter verloren hätte.
3. Die Pflichtmitgliedschaft von Fotografen in den Handwerkskammern ist nicht deswegen willkürlich, weil es mittlerweile - und insbesondere seit der zum Jahr 2004 erfolgten Abschaffung des Meisterzwangs für das Fotografen-Handwerk - keine tragfähigen Kriterien mehr gäbe, die den handwerklich tätigen Fotografen vom freiberuflichen, insbesondere vom künstlerisch tätigen Fotografen unterscheidbar machen. Die hierzu von der Rechtsprechung und im Schrifttum entwickelten Kriterien ermöglichen es nach wie vor, diese Abgrenzung willkürfrei vorzunehmen.
Art 2 Abs 1 GG, Art 5 Abs 3 S 1 GG, § 18 Abs 1 HwO, § 18 Abs 2 HwO, § 19 HwO, § 20 S 1 HwO, § 91 HwO, Anl A HwO, Anl B HwO, § 1 Abs 1 IHKG, § 1 Abs 2 IHKG, § 2 Abs 3 IHKG
vorgehend VG Hamburg, 19. Mai 2017, Az: 17 K 2598/15, Urteil
Der Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Hamburg vom 19. Mai 2017 wird abgelehnt.
Der Streitwert wird für das Antragsverfahren auf 1.424,27 Euro festgesetzt.

References: § 18
 § 18
 § 19
 § 20
 § 91
 § 1
 § 1
 § 2