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Timestamp: 2019-08-19 14:46:43+00:00

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10. Vom Gesetz Gottes - evangelischer-glaube.de
Es ist die bürgerliche Verfassung, welche die Art und Weise vorschreibt, nach welcher die öffentlichen Gerichte und die äußerliche Zucht unter dem israelitischen Volke gehalten werden sollte.
Ja; und zwar 1) weil es ebenfalls nur für eine gewisse Zeit, und einen bestimmten Staat, den jüdischen nämlich, angeordnet war. 2) Weil der jüdische Staat nur bis auf Christum währen sollte: so konnte deshalb auch dieses Gesetz nicht beständig sein. 1 Mos. 49,10: „Es wird das Zepter nicht von Juda entwendet werden, noch ein Meister von seinen Füßen, bis dass der Held, d. i. Christus, komme.“ 3) Weil das Evangelium alle bürgerliche Ordnungen, wenn sie nur dem göttlichen Willen und der Billigkeit gemäß sind, nicht aufhebt. Matth. 22,21: „Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gotte, was Gottes ist.“ Röm. 13,1: „Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott.“ (S. 66)
Warum also sagest du: es ist die von Gott geoffenbarte Lehre? Das göttliche Gesetz ist zwar in die Herzen der Menschen geschrieben, so dass die menschliche Vernunft auf natürliche Weise das Gesetz einiger Maaßen erkennt; allein es ist eine Decke über das menschliche Herz gelegt, wie Paulus spricht: Röm. 2,14. 2 Korinth. 3,13.14., das ist, es hat der falsche Wahn die Gemüter der Menschen eingenommen, als wenn äußerliche und bürgerlich-gesetzliche Werke dem Gesetze Gottes Genüge leisteten. Deshalb war eine neue Offenbarung nötig, welche durch die Bekanntmachung der zehn Gebote vermittelst des Dienstes Mosis in der Wüste geschehen ist. S. 2 Mos. 20,1 ff. S. Apolog. der Augsb. Conf. Art. 2. S. 126. Art. 3. S. 173. Conc. Form. Erkl. Art. 5. S. 981. Art. 6. S. 990.
Der Nutzen des göttlichen Gesetzes ist im Allgemeinen ein dreifacher. Erstens, sofern es angewendet wird auf die bürgerliche Ordnung, damit die äußerliche Zucht und Ehrbarkeit gegen wilde und ungezogene Menschen einiger Maaßen erhalten werde. Zweitens, sofern es zur Erziehung gebraucht wird, damit die Sünder zur Erkenntnis der Sünden gebracht werden. Drittens wird es zur Unterweisung gebraucht, damit die, welche durch den Geist Gottes wiedergeboren, und zu dem Herrn bekehrt sind, und denen schon die Decke Mosis genommen ist, daraus belehrt werden, wie (S. 67) sie in wahrer Gottesfurcht wandeln, und damit eine gewisse, sichere Regel haben, nach welcher sie ihr ganzes Leben einrichten können und sollen. S. Conc. Form. Erkl. Art. 6. S. 988.
Zwar ist nicht für den Gerechten, sondern für den Ungerechten das Gesetz gegeben, wie der Apostel bezeugt; doch darf man dies nicht schlechthin so verstehen, als wenn den Gerechten ohne Gesetz zu leben erlaubt sei. Vielmehr ist dies der wahre und rechte Verstand der Worte Pauli: dass das Gesetz die, welche durch Christum mit Gott versöhnt sind, durch seinen Fluch nicht verderben; und dass es den Wiedergeborenen durch seinen Zwang nicht beschwerlich sein kann, sofern sie nach dem inwendigen Menschen am Gesetz Gottes Wohlgefallen haben, und freiwillig tun, was es verlangt. S. Conc. Form. Art. 6. S. 990.
Weil die Erneuerung und Heiligung ihres Gemütes in diesem Leben nur angefangen, nicht vollendet wird: so dass der alte Adam ihrer Natur und allen ihren inneren und äußeren Kräften beständig anhängt. S. Conc. Form. Erkl. Art. 6. S. 991.
Ja freilich; denn es kann leicht geschehen, dass auch die Wiedergeborenen, wegen des alten Adams, welcher annoch in allen ihren Kräften drinnen ist, unter dem Vorgeben einer besonderen Demut, einige religiöse Werke erdichten und Gottesverehrung erwählen, die im Worte Gottes nicht geboten sind: oder dass sie sich einbilden und überreden, dass ihr Leben und ihre Werke ganz rein und vollkommen seien. Deshalb hält das Gesetz nicht nur durch Erinnerungen und Drohungen, sondern auch durch Strafen und Plagen den alten Adam in Schranken, dass er dem Geist gehorche und sich ihm gefangen gebe. Ja, gleich wie in einem Spiegel, zeigt es, dass bei den Wiedergeborenen in diesem Leben Alles noch unvollkommen und unrein sei; so dass sie mit dem Apostel bekennen müssen: „ob ich mir wohl nichts bewusst bin, so bin ich darinnen doch nicht gerechtfertigt.“ 1 Korinth. 4,4. S. Conc. Form. Erkl. Art. 6. S. 995. Summ. Begr. Art. 6. S. 834.
+ 17. Also sind die Werke des Gesetzes und die Werke des Geistes verschieden?
Gar sehr! dieser Unterschied aber rührt her aus der Verschiedenheit der Menschen, welche nach dem Gesetz und dem, Willen Gottes zu leben sich bemühen; von denen einige unwiedergeboren, andere wiedergeboren sind.
* 18. Wie verhalten sich zu dem Gesetze Gottes die Werke der Unwiedergeborenen?

References: Art. 2
 Art. 3
 Art. 5
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 6
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