Source: https://www.elster.de/eportal/helpGlobal?themaGlobal=help_gewstzerl_ufa_21_2018
Timestamp: 2019-04-19 16:42:24+00:00

Document:
Anleitung zur Erklärung für die Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrages 2018
Abweichender Zerlegungsmaßstab
Zerlegungsmaßstab ist grundsätzlich das Verhältnis der Arbeitslöhne im Erhebungszeitraum. Eintragungen zum Zerlegungsmaßstab sind nur vorzunehmen, wenn ein vom Regelfall abweichender Zerlegungsmaßstab vorliegt.
Liegen mehrere Zerlegungsmaßstäbe vor – es sind bis zu fünf verschiedene Zerlegungsmaßstäbe erklärbar – sind auch die Gewichtungen jedes einzelnen Zerlegungsmaßstabs anzugeben. Liegt nur ein vom Regelfall abweichender Zerlegungsmaßstab vor, ist keine Angabe zur Gewichtung zu tätigen.
In den Fällen des § 29 Abs. 1 Nr. 2 GewStG sind in den 1. Zerlegungsmaßstab „Arbeitslöhne“ und in den 2. Zerlegungsmaßstab „Sachanlagevermögen“ einzutragen. Eintragungen zur Gewichtung sind dabei nicht vorzunehmen.
Liste mit Vorschlägen zum Zerlegungsmaßstab mit der zugehörigen Einheit:
Abbaufläche [qm]
Abwassermenge [cbm]
Anlagewerte [€]
Anschlusswerte [Anz]
Arbeitnehmer [Anz]
Arbeitslöhne [€]
Arbeitslöhne Organges.[€]
Arbeitslöhne (Netz) [€]
Arbeitsstunden [Std]
Baukosten [€]
Bausparsummen [€]
Betriebseinnahmen [€]
Bilanzsummenanteile [€]
Familienangehörige [Anz]
Gas, Abgabemenge [cbm]
Gaseinnahmen [€]
Gewinn [€]
Glasfaserkabellänge [km]
Grundstücksfläche [qm]
Hauptleitungslänge [km]
Hausanschlüsse [Anz]
Kilometer, gefahrene [km]
Kinder [Anz]
Kinder, schulpfl. [Anz]
Miete für Anlagegüter [€]
Prozentsatz [%]
Rohrnetzlänge [km]
Sachanlagevermögen [€]
Sendeminuten [Min]
Spareinlagen [€]
Strom, Abgabemenge [kwh]
Stromeinnahmen [€]
Umsätze in [€]
Umsätze (Netz) [€]
Umspannwerke [Anz]
Warenbezüge [€]
Wasser, Abgabemenge [cbm]
Wassereinnahmen [€]
Wasserförderung [cbm]
zeitl. Aufteilung [Min]
Bei abweichenden Wirtschaftsjahren ist gemäß § 28 Absatz 1 Satz 1 GewStG der Steuermessbetrag auf alle Gemeinden zu zerlegen, in denen im Erhebungszeitraum (= Kalenderjahr, vergleiche § 14 GewStG) Betriebsstätten unterhalten wurden, vergleiche H 28.1 (Maßgebliche Verhältnisse im Erhebungszeitraum) GewStH 2016.
Befinden sich die Betriebsstätten in unterschiedlichen Gemeindeteilen einer Gemeinde, für die unterschiedliche Gewerbesteuerhebesätze bestehen, so ist jeder Gemeindeteil einzutragen (vergleiche § 16 Abs. 4 Satz 4 GewStG).
Änderung des Gemeindegebietes
Wird das Gebiet von Gemeinden geändert (zum Beispiel Eingemeindungen) können für die Gebietsteile für eine bestimmte Zeit verschiedene Hebesätze zugelassen werden (vergleiche § 16 Absatz 4 Satz 3 GewStG). Bei abweichenden Hebesätzen in der Gemeinde ist beim Gemeindeschlüssel der AGS des Gebietsteils einzutragen, der vor der Eingemeindung galt.
Anzusetzen sind die Arbeitslöhne, die an die in den einzelnen Betriebsstätten beschäftigten Arbeitnehmer gezahlt worden sind. Arbeitslöhne sind die Arbeitslöhne im Sinne des § 19 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 EStG, das heißt Gehälter, Löhne, nicht nach dem Gewinn berechnete Gratifikationen und Tantiemen sowie andere Bezüge und Vorteile, die für eine Beschäftigung im öffentlichen oder privaten Dienst gewährt worden sind (einschließlich der Sachbezüge), nicht aber zum Beispiel Ruhegelder, Witwen- und Waisengelder.
Nicht anzusetzen sind nach § 31 GewStG die folgenden Beträge:
Als „Gemeinde der Geschäftsleitung“ ist die Gemeinde zu bezeichnen, in der sich im Erhebungszeitraum die Geschäftsleitung befunden hat. Hat das Unternehmen die Geschäftsleitung im Laufe des Erhebungszeitraumes in eine andere Gemeinde verlegt, ist dies die Gemeinde, in der sich die Geschäftsleitung am Ende des Erhebungszeitraumes befunden hat. Die Gemeinde der ehemaligen Geschäftsleitung ist in diesen Fällen für die Zeit ihres Bestehens in die Anlage Betriebsstätten zur Erklärung für die Zerlegung des Gewerbesteuermessbetrages (Anlage GewSt 1 D-BS) aufzunehmen. Befand sich die Geschäftsleitung im Ausland, ist dies die Gemeinde, in der sich die wirtschaftlich bedeutendste Betriebsstätte befunden hat.
Liegt eine mehrgemeindliche Betriebsstätte im Sinne des § 30 GewStG vor, ist für diese Betriebsstätte eine Zerlegung vorzunehmen. Liegen daneben weitere Betriebsstätten in anderen Gemeinden vor, sind bei der Zerlegung über alle Betriebsstätten für die mehrgemeindliche Betriebsstätte die Zerlegungsmaßstäbe unter Berücksichtigung des Verhältnisses des Maßstabes nach der Lage der örtlichen Verhältnisse der mehrgemeindlichen Betriebsstätte(n) einzutragen.
Das Unternehmen unterhält zwei Betriebsstätten. Die Betriebsstätte 1 liegt in der Gemeinde A, die Betriebsstätte 2 liegt in den Gemeinden B und C. In jeder Betriebsstätte wurden Arbeitslöhne von jeweils 1 Million Euro gezahlt. Nach Lage der örtlichen Verhältnisse erwachsen den Gemeinden B und C durch die Betriebsstätte 2 Lasten in gleicher Höhe.
Für die Betriebsstätte 2 sind Eintragungen für die Gemeinde B und C vorzunehmen. Insgesamt sind Angaben zu folgenden Gemeinden zu erklären:
Gemeinde A: Arbeitslöhne 1000000 Euro
Gemeinde B: Arbeitslöhne 500000 Euro (50 Prozent von 1000000 Euro)
Gemeinde C: Arbeitslöhne 500000 Euro (50 Prozent von 1000000 Euro)

References: § 29
 § 28
 § 14
 § 16
 § 16
 § 19
 § 31
 § 30