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Timestamp: 2020-08-14 00:50:17+00:00

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LAG Hessen, 13.11.2007 - 13 Sa 724/07 - dejure.org
LAG Hessen, 13.11.2007 - 13 Sa 724/07
https://dejure.org/2007,17032
LAG Hessen, 13.11.2007 - 13 Sa 724/07 (https://dejure.org/2007,17032)
LAG Hessen, Entscheidung vom 13.11.2007 - 13 Sa 724/07 (https://dejure.org/2007,17032)
LAG Hessen, Entscheidung vom 13. November 2007 - 13 Sa 724/07 (https://dejure.org/2007,17032)
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Kündigung; Maßregelung
BGB § 134; BGB § 242; BGB § 612a
ArbG Kassel, 06.03.2007 - 6 Ca 470/06
BAG, 26.06.2008 - 6 AZN 147/08
bb) Da der zeitliche Ablauf der Geschehnisse zwischen den Parteien unstreitig ist, hat der Kläger nach Auffassung der Kammer auch seiner Darlegungs- und Beweislast im Rahmen von § 612a BGB hinreichend genügt mit der Folge, dass er sich auf die Grundsätze des Anscheinsbeweises berufen kann, den der Arbeitgeber gem. § 138 Abs. 2 ZPO durch substantiierten Vortrag seinerseits entkräften muss, anderenfalls der schlüssige Vortrag des Arbeitnehmers gem. § 138 Abs. 3 ZPO als zugestanden gilt (BAG 22.05.2003 AP Nr. 18 zu § 1 KSchG 1969 Wartezeit; Hessisches LAG 13.11.2007 - 13 Sa 724/07; zum Anscheinsbeweis in diesem Zusammenhang ferner LAG Hamm 06.09.2005 - 19 Sa 1045/05).
Daher erschien die Kündigung nicht auf krankheitsbedingte Gründe gemünzt, sondern als direkte Reaktion auf das Nichterscheinen des Klägers an seinem Arbeitsplatz (in diesem Sinne auch Hessisches LAG 13.11.2007 - 13 Sa 724/07).
dd) Ein Verstoß gegen § 612a BGB scheitert auch nicht daran, dass der Arbeitnehmer, der arbeitsunfähig erkrankt zu Hause bleibt, keine "Rechte" im Sinne von § 612a BGB ausüben würde (ebenso LAG Köln 10.11.1993 LAGE § 612a BGB Nr. 5; Hessisches LAG 13.11.2007 - 13 Sa 724/07).
43 S. im selben Sinne schon ArbG Trier 8.12.2011 - 3 Ca 936/11 - ArbR 2012, 153 (Kurzwiedergabe) = ArbuR 2012, 178 (Redaktioneller Leitsatz) (Volltext: "Juris") [Leitsatz]: "Auch außerhalb des Kündigungsschutzgesetzes kann eine Kündigung, die der Arbeitgeber als unmittelbare Reaktion auf eine Krankmeldung des Arbeitnehmers ausspricht, wegen Verstoßes gegen das Maßregelungsverbot des § 612 a BGB unwirksam sein"; s. mit gleicher Tendenz bereits BAG 23.9.2009 (Fn. 40) [Orientierungssatz]: "Droht der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer, das Arbeitsverhältnis zu kündigen, wenn der Arbeitnehmer nicht trotz Arbeitsunfähigkeit zur Arbeit erscheint, und kündigt der Arbeitgeber unmittelbar nach der Weigerung des Arbeitnehmers, die Arbeit aufzunehmen, das Arbeitsverhältnis, liegt daher ein Sachverhalt vor, der eine Maßregelung i.S.d. § 612 a BGB indiziert"; ähnlich etwa auch Hessisches LAG 13.11.2007 - 13 Sa 724/07 - n.v. (Volltext: "Juris") ["Juris"-Rn. 35].
Um das Maßregelverbot aus Beweisgründen nicht zu entwerten, sind Beweiserleichterungen nach dem Anscheinsbeweis zuzulassen, wenn der Arbeitnehmer objektive Tatsachen nachweist, die den Schluss auf die Benachteiligung wegen Rechtsausübung wahrscheinlich machen (LAG Schleswig-Holstein vom 28.06.2005, 5 Sa 64/05, juris; LAG Frankfurt vom 13.11.2007, 13 Sa 724/07, juris;… KR-Pfeiffer, 9. Aufl. 2009, § 612 a BGB Rz. 12;… APS-Linck, 3. Aufl. 2007, § 612 a BGB Rz. 23;… ErfK-Preis, 10. Aufl. 2010, § 612 a BGB Rz. 22;… MK/Müller-Glöge, 5. Aufl. 2009, § 612 a BGB Rz. 24).

References: § 134
 § 242
 § 612
 § 612
 § 138
 § 138
 § 1
 § 612
 § 612
 § 612
 § 612
 § 612
 § 612
 § 612
 § 612
 § 612