Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=05.05.1958&Aktenzeichen=III%20ZR%20125/57
Timestamp: 2020-04-10 10:39:39+00:00

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BGH, 05.05.1958 - III ZR 125/57 - dejure.org
https://dejure.org/1958,412
BGH, 05.05.1958 - III ZR 125/57 (https://dejure.org/1958,412)
BGH, Entscheidung vom 05.05.1958 - III ZR 125/57 (https://dejure.org/1958,412)
BGH, Entscheidung vom 05. Mai 1958 - III ZR 125/57 (https://dejure.org/1958,412)
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BGHZ 27, 210
NJW 1958, 1392
MDR 1958, 587
DÖV 1958, 868
Weder aus Amtshaftung (vgl. BGHZ 27, 210;… differenzierend: Achterberg, DVBl 1970, S. 125/129;… zweifelnd: Maunz in: Maunz/Dürig, GG, Art. 104 a Rn. 66) noch aus öffentlich-rechtlicher Erstattung (…differenzierend: Sturm, DÖV 1966, S. 256/260) sind deshalb Ansprüche gegeben.
Der Bund ist nicht Dritter im Sinne von Art. 34 Satz 1 GG , § 839 Abs. 1 Satz 1 BGB (BGHZ 27, 210); einer Entreicherung bei ihm steht keine Bereicherung des Beklagten gegenüber.
Die Gemeinden und Gemeindeverbände sind im Rahmen der Bundesauftragsverwaltung Teil einer einheitlichen Verwaltungsorganisation (vgl. auch BGHZ 27, 210 [213]).
Die Dritten gegenüber obliegenden Amtspflichten sind also insbesondere zu unterscheiden von Dienstpflichten, die innerhalb des Gemeinwesens im Verhältnis zu den gleichgeordneten, nebengeordneten, übergeordneten oder untergeordneten Behörden zur Aufrechterhaltung einer geordneten, wohl funktionierenden Verwaltung erlassen und zu beachten sind (BGH, Urt. v. 05.05.1958, Az. III ZR 125/57, BGHZ 27, 210 ff.).
"Dritte" im Sinne der angeführten Vorschrift können nicht nur einzelne Staatsbürger oder juristische Personen des Zivilrechts - Angehörige des "Publikums" -, sondern auch juristische Personen des öffentlichen Rechts sein (RGZ 118, 99; 134, 321; BGHZ 27, 210).
Die Präge, ob die verletzte Amtspflicht einem "Dritten" gegenüber besteht, bestimmt sich in erster Linie nach der Art. des Amtsgeschäfts und dem Zweck, dem die Amtspflicht dient (BGHZ 26, 232 und 27, 210).
Im Verhältnis zweier einander gegenüber stehenden Körperschaften öffentlichen Rechts gilt jedoch der Grundsatz, dass eine Körperschaft nur dann "Dritte" im Sinne des Amtshaftungsrechts sein kann, wenn der Beamte bei Erledigung seiner Dienstgeschäfte dieser Körperschaft in einer Weise gegenübertritt, wie sie für das Verhältnis zwischen ihm und seinem Dienstherrn einerseits und dem Staatsbürger andererseits charakteristisch ist (BGHZ 26, 232, 234; 27, 210, 211; 60, 371, 372;… BGH NJW 1984, 118 ff., nach juris Rn. 12).
Eine entsprechende Anwendung der Vorschriften des BGB über das Auftragsverhältnis scheidet ebenso aus wie eine Haftung nach § 839 BGB iVm Art. 34 GG (BGHZ 16, 95; 27, 210;… BVerwG, Urt. v. 25.5. 1961 - 1 A 10.59 -, BVerwGE 12, 253 = MDR 1961, 790;… LVG Schleswig, Urt. v. 14.1. 1960 - 6 K 30/59 -, DÖV 1960, 464; vgl. Achterberg, Die interkörperschaftliche Haftung im Bundesstaat, DVBl 1970, 125, 132; Sturm, Die Haftung der Länder (Gemeinden, Gemeindeverbände) bei fehlerhafter Verwendung von Haushaltsmitteln des Bundes im Gesetzesvollzug, DÖV 1966, 256, 260).
Als "Dritter" im Verhältnis zum Staat könnte die Beklagte nur angesehen werden, wenn sie dem Staat gegenüber "gleichsam als Gegner" aufgetreten wäre und zwischen ihr und dem Staat widerstreitende Interessen bestanden hätten (BGHZ 26, 232, 234 ff [BGH 09.01.1958 - III ZR 95/56]; 27, 210, 213 [BGH 05.05.1958 - III ZR 125/57]; 32, 145 ff [BGH 29.03.1960 - I ZR 89/58]).
BGH, 29.10.1959 - III ZR 140/59
Beanstandung eines anzeigepflichtigen Landpachtvertrages durch die …
BGH, 04.02.1960 - III ZR 12/59

References: Art. 104
 Art. 34
 § 839
 BGH 
 § 839
 Art. 34