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Timestamp: 2019-10-19 03:59:25+00:00

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Rechtsprechung: NJW 2010, 1808 - dejure.org
Weitere Entscheidung unten: BGH, 10.12.2009
https://dejure.org/2010,541
BGH, 16.04.2010 - V ZR 171/09 (https://dejure.org/2010,541)
BGH, Entscheidung vom 16.04.2010 - V ZR 171/09 (https://dejure.org/2010,541)
BGH, Entscheidung vom 16. April 2010 - V ZR 171/09 (https://dejure.org/2010,541)
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Kein Ausgleichsanspruch bei Abriss eines an einer Grundstücksgrenze errichteten Gebäudes, bei dem es notwendig wird Gebäude auf dem Nachbargrundstück vor Witterungseinflüssen zu schützen
Abriss eines Gebäudes entlang der Grenze benachbarter Grundstücke: Anspruch des Nachbarn auf Witterungsschutz für seine stehenbleibende Grenzwand
Abriss von Gebäude an Grundstücksgrenze: Kein Ausgleichsanspruch des Nachbarn auf Witterrungsschutz seiner Grenzwand
Kein Ausgleichsanspruch nach Abriss einer Grenzwand
Kein Ausgleichsanspruch bei Abriss eines benachbarten Gebäudes
Gebäudeabriss - Ansprüche der Nachbarn
Abriss angrenzender Gebäude
Mietrecht - Kostenersatz bei Abriss eines angrenzenden Hauses?
Abriss einer Grenzwand
Kein Kostenersatz bei Abriss eines angrenzenden Hauses
Der feine Unterschied zwischen einer Nachbarwand und einer Grenzwand
Kein Ausgleichsanspruch des Nachbarn bei Wegfall des Witterungsschutzes durch Abriss eines Grenzgebäudes! (IMR 2010, 244)
AG Göttingen, 24.09.2008 - 28 C 250/07
LG Göttingen, 31.08.2009 - 6 S 124/08
NJW 2010, 1808
NJW-RR 2010, 1024 (Ls.)
NJ 2010, 382
Dass dieser zu dem Abriss grundsätzlich berechtigt ist, ergibt sich aus § 903 BGB (Senat, Urteil vom 18. Mai 2001 - V ZR 119/00, NJW-RR 2001, 1528; Urteil vom 16. April 2010 - V ZR 171/09, NJW 2010, 1808 Rn. 7; zu Einschränkungen durch das nachbarliche Gemeinschaftsverhältnis vgl. Senat, Urteil vom 29. April 1977 - V ZR 71/75, BGHZ 68, 350, 353 f.).
Da eine Grenzwand die Grenze nicht überschreitet, ist sie nämlich - im Gegensatz zu einer auf der Grenze errichteten halbscheidigen Giebelwand nach einem Anbau - keine Grenzanlage im Sinne der §§ 921, 922 BGB; infolgedessen ist ihr Eigentümer im Verhältnis zu seinem Nachbarn nicht gemäß § 922 Satz 3 BGB verpflichtet, die Funktionsfähigkeit der Grenzwand zu erhalten (Senat, Urteil vom 18. Mai 2001 - V ZR 119/00, NJW-RR 2001, 1528, 1529; Urteil vom 16. April 2010 - V ZR 171/09, NJW 2010, 1808 Rn. 8;… Urteil vom 18. Februar 2011 - V ZR 137/10, NJW-RR 2011, 515 Rn. 6 f.; insoweit unzutreffend OLG Frankfurt, MDR 1982, 848; OLG Koblenz, OLGR 2000, 304 ff.).
Die Parteien waren daher "Teilhaber" der gemeinsamen Wand (BGH, Urteil vom 11.04.2008 - V ZR 158/07, NJW 2008, 2032); diese steht bzw. stand im Miteigentum der Nachbarn zu ideellen Bruchteilen (BGH…, Urteil vom 30.04.1958 - V ZR 178/56 = BGHZ 27, 197, Rz. 26; Schmidt, JuS 2010, 730 m.w.N.).
Dies schließt es aus, die von dem Senat entwickelten Grundsätze zu dem nachträglichen Anbau an eine vollständig auf dem Nachbargrundstück stehende Grenzwand (…siehe dazu Urteil vom 18. Februar 2011 - V ZR 137/10, NJW-RR 2011, 515 f. Rn. 6; Urteil vom 16. April 2010 - V ZR 171/09, NJW 2010, 1808 Rn. 8) auf den hier vorliegenden Fall zu übertragen.
a) Der Senat hat bereits entschieden, dass dem Eigentümer eines entlang der Grundstücksgrenze bebauten Grundstücks kein Anspruch auf Vervollständigung des Witterungsschutzes seiner Außenmauer zusteht, wenn das Nachbargebäude abgerissen und dadurch eine parallel verlaufende Grenzwand beseitigt wird, die dieser Außenmauer bislang Schutz vor Witterungseinflüssen bot (Senat, Urteil vom 16. April 2010 - V ZR 171/09, NJW 2010, 1808).
Solche Rechte können sich aus der Gemeinschaftlichkeit einer Grenzeinrichtung ergeben, § 922 BGB (BGH, Urteil vom 16. April 2010 - V ZR 171/09).
Die Entscheidung beider Anträge in der Sache hängt von der Beurteilung derselben materiell-rechtlichen Vorfragen ab, an erster Stelle von der Beurteilung davon, ob es sich bei der nach Westen gelegenen Fachwerkaußenwand des Hauses M, an welcher die wechselseitig geforderten Stützungsmaßnahmen durchgeführt werden sollen, um eine Nachbarwand (Kommunmauer/halbscheidige Giebelwand) im Sinne von § 7 NachbG NRW und damit Grenzeinrichtung im Sinne von § 921 BGB handelt oder um eine Grenzwand im Sinne von § 19 NachbG NRW (vgl. zu den unterschiedlichen Rechtsfolgen: BGH NJW 2010, 1808 und BGH NJW-RR 2011, 515 f.).
Der einseitige Abriss begründet jedoch einen Anspruch auf Schutz der in dem gemeinschaftlichen oder nach dem Abriss ehemals gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Wand (vgl. BGH NJW 2010, 1808 - Rdnr. 7 zitiert nach Juris und OLG Hamm, Urteil vom 08.03.1979 mit dem Az. 5 U 158/78, veröffentlicht in MDR 1979, 757 f.).
Bestehen zwei Grenzwände, ist grundsätzlich jeder Eigentümer für die auf seinem Grundstück errichtete Wand verantwortlich (vgl. BGH NJW 2010, 1808 - Rdnr. 8 zitiert nach Juris und BGH NJW-RR 2011, 515 f. - Rdnr. 6 zitiert nach Juris).
Hinzu tritt, dass der Bundesgerichtshof in seinem Urteil vom 16.04.2010, Az.: V ZR 171/09 (abgedruckt in: NJW 2010, 1808) mittlerweile entschieden hat, dass zum Schutz einer an die Grenze gebauten Mauer nicht die Bewahrung des finanziellen Vorteils gehöre, der sich daraus ergebe, dass eine Grenzwand auf einem Grundstück so lange keines oder keines vollständigen Witterungsschutze bedürfe, wie dieser Schutz von einer parallel errichteten Grenzwand auf einem Nachbargrundstück geboten werde.
Lässt der Eigentümer - wie hier - die Wand stehen, ist er insbesondere nicht verpflichtet, diese etwa gegen Witterungseinflüsse oder Ähnliches zu schützen oder sonstige Maßnahmen zu treffen (vgl. BGH, Urt. 18.02.2011, V ZR 137/10, NJW-RR 2011, 515; Urt. v. 16.04.2010, V ZR 171/09, NJW 2010, 1808;… OLG Naumburg, Urt. v. 23.12.2010, 2 U 79/10, BauR 2011, 1062;… OLG München, Urt. v. 20.12.2001, 24 U 838/99, OLGR München 2002, 228;… Palandt/Bassenge, a.a.O. m.w.N.).
Der einseitige Abriss begründet jedoch einen Anspruch auf Schutz der in dem gemeinschaftlichen oder nach dem Abriss ehemals gemeinschaftlichen Eigentum stehenden Wand (BGH NJW 2010, 1808).
LG Bonn, 29.04.2016 - 1 O 351/15
Grenzwand, Nachbarwand, Isolierung, Giebel
https://dejure.org/2009,704
BGH, 10.12.2009 - VII ZR 42/08 (https://dejure.org/2009,704)
BGH, Entscheidung vom 10.12.2009 - VII ZR 42/08 (https://dejure.org/2009,704)
BGH, Entscheidung vom 10. Dezember 2009 - VII ZR 42/08 (https://dejure.org/2009,704)
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WPO a. F. § 51a; BGB § 254 Abs. 1, § 31
Anwendbarkeit der für Architekten sowie Rechtsanwälte und Steuerberater entwickelten Sekundärhaftung auf einen als Jahresabschlussprüfer tätigen Wirtschaftsprüfer; Relevanz der Mitverursachung eines Schadens durch den Geschäftsführer einer geprüften Gesellschaft für die ...
Keine Sekundärhaftung des Abschlussprüfers
Keine Sekundärhaftung des als Jahresabschlussprüfer tätigen Wirtschaftsprüfers; Berücksichtigung der Mitverursachung des Schadens durch den Geschäftsführer der geprüften Gesellschaft bei der Schadensersatzpflicht des Jahresabschlussprüfers
Architektenrecht - Sekundärhaftung auch für Wirtschaftsprüfer?
Keine Sekundärhaftung der Wirtschaftsprüfer
WPO § 51a a. F.; BGB § 254 Abs. 1, § 31
WPO a. F. § 51a; BGB §§ 31, 254 Abs. 1
Sekundärhaftung von Wirtschaftsprüfern; Mitverschulden
Sekundärhaftung: Nur für Architekten? (IBR 2010, 93)
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 10.12.2009 - VII ZR 42/08 (Sekundärhaftung: Nur für Architekten?)" von RA Dr. Claus von Rintelen, original erschienen in: IBR 2010, 93.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH v. 10.12.2009 - VII ZR 42/08 (Keine Sekundärhaftung des Abschlussprüfers und Berücksichtigung eines Mitverschuldens des Geschäftsführers der geprüften Gesellschaft)" von RA/Dipl-Kfm. Dr. Moritz Pöschke, original erschienen in: DStR 2010 ...
LG Stuttgart, 16.05.2007 - 27 O 559/04
BGHZ 183, 323
ZIP 2010, 284
MDR 2010, 295
VersR 2010, 1508
WM 2010, 185
DB 2010, 159
NZG 2010, 146
Allerdings kann ein etwaiger Schadensersatzanspruch des Klägers infolge eines der Schuldnerin analog § 31 BGB zuzurechnenden Mitverschuldens ihres Geschäftsführers (§ 254 Abs. 1 BGB) erheblich gemindert oder sogar ganz ausgeschlossen sein (vgl. BGH, Beschluss vom 23. Oktober 1997 - III ZR 275/96, NJWE-VHR 1998, 39, 40; Urteil vom 10. Dezember 2009 - VII ZR 42/08, BGHZ 183, 323 Rn. 54; OLG Schleswig, GI 1993, 373, 382 f).
Daher lässt auch eine vorsätzliche Irreführung des Prüfers seine Ersatzpflicht nicht ohne weiteres gänzlich entfallen (BGH, Urteil vom 10. Dezember 2009, aaO Rn. 56).
Ein als Mittelverwendungskontrolleur tätiger Wirtschaftsprüfer unterliegt, nicht anders als der als Jahresabschlussprüfer tätige Wirtschaftsprüfer (hierzu siehe BGH, Urteil vom 10. Dezember 2009 - VII ZR 42/08, BGHZ 183, 323 Rn. 33), keiner Sekundärhaftung.
Wenn also bei der Abwägung in erster Linie auf das "Maß der beiderseitigen Verursachung" abzustellen ist (BGH NJW 98, 1137) und vorwiegend verursachen bedeutet, soviel wie in höherem Grad wahrscheinlich zu machen (BGH NJW 63, 1447) und unerheblich ist, in welcher zeitlichen Reihenfolge die beiderseitigen Verursachungsbeiträge gesetzt worden sind (BGH NJW 10, 1808), so kann die große Masse eines Fahrzeuges und seine größere als Schrittgeschwindigkeit bei der Abwägung nicht außer Betracht bleiben und auch nicht hinter "einem groben Verstoß" eines Beteiligten, dem keine Betriebsgefahr zur Last liegt, einfach "zurücktreten".
Der Bundesgerichtshof hat allerdings schon mehrfach klargestellt, dass bei einer Anwendung des § 254 BGB im Rahmen der Haftung aus § 323 Abs. 1 Satz 3 HGB mehr Zurückhaltung als sonst üblich geboten ist, weil es gerade die Aufgabe des Abschlussprüfers ist, Fehler in der Rechnungslegung der Kapitalgesellschaft aufzudecken und den daraus drohenden Schaden von dieser abzuwenden (BGH vom 10.12.2009, Az.: VII ZR 42/08, Tz. 56 = BGHZ 183, 323;… BGH vom 23.10.1997, Az.: III ZR 275/06 = BGHR BGB § 254 Abs. 1 Abwägung 14).
Deswegen lässt auch eine vorsätzliche Irreführung des Prüfers die Ersatzpflicht nicht ohne weiteres gänzlich entfallen (BGHZ 183, 323, Tz. 56;… vgl. auch Baumbach/Hopt, HGB, 29. Aufl. § 323 Rn. 7).
Demgegenüber ist eine anteilige Haftung des Wirtschaftsprüfers im Regelfall schon dann nicht mehr zu verneinen, wenn der Sorgfaltsverstoß des Wirtschaftsprüfers die Grenze zur groben Fahrlässigkeit erreicht, ohne sie bereits zu überschreiten (BGHZ 183, 323 Tz. 59; OLG Saarbrücken DB 2013, 2324 [OLG Saarbrücken 18.07.2013 - 4 U 278/11-88] Tz. 37 bei juris; OLG Stuttgart vom 15.1.2008 Az.: 12 U 75/07 Tz. 176, 185 bei juris; Baumbach/ Hopt, § 323 Rn 7; Schulze-Osterloh, FS Canaris II (2007), 379, 383 ff.).
Ergänzend zu den bereits geschilderten Verursachungsbeiträgen kommt zu Lasten des Klägers zum Tragen, dass sich die geprüfte Gesellschaft nicht nur Verschleierungshandlungen des Geschäftsführers während der Abschlussprüfung entgegenhalten muss sondern dass eine Gesamtschau notwendig ist, bei der auch Schadensverursachungen vor der Prüfung nicht ausgeblendet werden dürfen (BGHZ 183, 323 = NJW 2010, 1808, Tz. 57 ff.).
Insoweit gilt im Grundsatz nichts anderes als regelmäßig für Ansprüche einer geprüften Gesellschaft gegen einen Abschlussprüfer bei Fehlverhalten der Geschäftsführung (vgl. hierzu BGH, Urteil vom 10. Dezember 2009 - VII ZR 42/08, BGHZ 183, 323, Rn. 54 ff).
OLG Saarbrücken, 18.07.2013 - 4 U 278/11
Haftung des Abschlussprüfers bei vorsätzlicher Bilanzfälschung des …
Ein Verschulden des Geschäftsführers ist mithin auch bei der Haftungsabwägung nach § 254 Abs. 1 BGB von Relevanz (BGHZ 183, 323, 338; 68, 142; 68, 142;… Urt. v. 8.2.1952 - I ZR 92/51, NJW 1952, 537).
Jedoch darf bei der Gewichtung der Mitverschuldensanteile im vorliegenden Fall nicht außer Betracht bleiben, dass der dem Wirtschaftsprüfer übertragene Prüfauftrag auch darauf gerichtet war, Fehler in der Rechnungslegung aufzudecken und daraus resultierende Schäden von der Gesellschaft abzuwenden (BGHZ 183, 323, 339).
Demgegenüber ist eine anteilige Haftung des Wirtschaftsprüfers im Regelfall schon dann nicht mehr zu verneinen, wenn der Sorgfaltsverstoß des Wirtschaftsprüfers die Grenze zur groben Fahrlässigkeit erreicht, ohne sie bereits zu überschreiten (BGHZ 183, 323, 340;… vgl. BGH, Urt. v. 19.4.2012 - III ZR 224/10, MDR 2012, 765).
Die Beklagte kann dem Kläger gemäß § 254 Abs. 1 BGB entgegenhalten, dass die insolvente GmbH, deren Ansprüche der Kläger als Partei kraft Amtes geltend macht, sich das Verschulden des Geschäftsführers gemäß § 31 BGB ohne Entlastungsmöglichkeit zurechnen lassen muss (vgl. BGH, Urteil vom 8. Februar 1952 - I ZR 92/51, NJW 1952, 537; Beschluss vom 23.10.1997 - III ZR 275/96; Urteil vom 10.12.2009 - VII ZR 42/08).
Maßgeblich sind letztlich die Umstände des Einzelfalls (vgl. BGH, Beschluss vom 23.10.1997 - III ZR 275/96, Urteil vom 10.12.2009 - VII ZR 42/08), die auch zu einem vollständigen Haftungsausschluss führen können (vgl. BGH…, Beschluss vom 23.10.1997 - III ZR 275/96, aaO.; OLG Hamburg, Urteil vom 26.03.1981 - 6 U 63/80 -, StB 1982, 200; OLG Köln, Urteil vom 14.12.1990 - 19 U 283/89 -, NJW-RR 1992, 1184; OLG Bremen, Urteil vom 30.08.2006 - 1 U 33/04b, 1 U 33/04; Thüringer Oberlandesgericht, Urteil vom 16.01.2008 - 7 U 85/07).
Da nicht nur das eine Prüfung behindernde Verhalten des Geschäftsführers der geprüften Gesellschaft während der Prüfung im Rahmen des Mitverschuldens zu berücksichtigen ist, sondern gerade auch sein täuschendes Verhalten vor der Abschlussprüfung (vgl. BGH, Urteil vom 10.12.2009 - VII ZR 42/08), wirken Täuschungshandlungen vor der Abschlussprüfung regelmäßig als notwendige Bedingung etwaiger späterer Pflichtverletzungen des Abschlussprüfers.
Auch wenn eine vorsätzliche Irreführung des Abschlussprüfers seine Ersatzpflicht nicht ohne weiteres gänzlich entfallen lässt, liegen im vorliegenden Fall besondere Umstände im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung vor (vgl. BGH, Beschluss vom 23.10.1997 - III ZR 275/96; Urteil vom 10.12.2009 - VII ZR 42/08), die einen vollständigen Ausschluss der Haftung der Beklagten rechtfertigen.
Im vorliegenden Fall gebieten die besonderen Einzelfallumstände die Annahme eines zu einer Haftungsfreistellung der Beklagten führenden Mitverschuldens der Insolvenzschuldnerin wegen des ihr gemäß § 31 BGB zuzurechnenden Handelns ihres Geschäftsführers, weshalb es im vorliegenden Fall auch nicht darauf ankommt, ob die von der Beklagten zu beachtenden Prüfungsmaßstäbe im Vergleich zu der Rechtslage, die dem Urteil des BGH vom 10.12.2009 (VII ZR 42/08) zugrunde lag, weiter verschärft worden sind.
Das ginge zu Lasten des Beteiligten zu 2. Für den Fall, dass das Beschwerdegericht zu einer Zurückweisung des Fortsetzungsfeststellungsantrages gelangen sollte, weist der Senat im Hinblick auf die Kostenentscheidung darauf hin, dass in Abschiebungshaftsachen von der Erhebung von Dolmetscherkosten abzusehen ist (Senat, Beschluss vom 4. März 2010 - V ZB 222/09, BGHZ 183, 323, 333 Rn. 21).
Der Bundesgerichtshof hat inzwischen klargestellt, dass der Jahresabschlussprüfer, der der von ihm geprüften Gesellschaft wegen Pflichtverletzungen bei der Prüfung zum Schadensersatz verpflichtet ist, der Gesellschaft die Mitverursachung des entstandenen Schadens durch ihre Geschäftsleiter entsprechend §§ 254, 31 BGB entgegenhalten könne (Urteil vom 10.12.2009, Az.: VII ZR 42/08, ZIP 2010, 284).
LG Düsseldorf, 12.11.2010 - 16 O 454/09

References: § 903
 § 922
 § 922
 § 7
 § 921
 § 19
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 51
 § 254
 § 31
 § 51
 § 254
 § 31
 § 51
 BGH 
 BGH 
 § 31
 § 254
 § 323
 BGH 
 § 254
 § 323
 § 323
 § 254
 § 254
 § 31
 § 31
 BGH