Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=12.07.2012&Aktenzeichen=AnwZ%20(Brfg)%2037/11
Timestamp: 2020-04-04 15:25:12+00:00

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BGH, 12.07.2012 - AnwZ (Brfg) 37/11 - dejure.org
https://dejure.org/2012,22911
BGH, 12.07.2012 - AnwZ (Brfg) 37/11 (https://dejure.org/2012,22911)
BGH, Entscheidung vom 12.07.2012 - AnwZ (Brfg) 37/11 (https://dejure.org/2012,22911)
BGH, Entscheidung vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11 (https://dejure.org/2012,22911)
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BRAO § 43b; BORA § 8 (alte, bis zum 28. 2. 2011 gültige Fassung)
§ 43b BRAO; § 8 BORA
§ 43b BRAO, § 8 aF RABerufsO
Anwaltliches Berufsrecht: Irreführende Verwendung der Bezeichnung "Sozietät" bei einer überörtlichen Kooperation von Rechtsanwaltskanzleien
BRAO § 43b; BORA § 8 (alte (bis zum 28.2.2011 gültige) Fassung)
Werbung durch Anwälte
Irreführung der Rechtssuchenden durch Verwendung der Bezeichnung Sozietät durch einen keine Sozietät in der Form einer GbR bildenden Zusammenschluss von Rechtsanwälten
Bezeichnung "Sozietät" auch für Zusammenschluss von Anwälten ohne gesellschaftsrechtliche Verbundenheit
Werbung: Verwendung der Bezeichnung Sozietät durch Scheinsozietät
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Zusammenschluss zu einer überörtlichen Sozietät unter Beibehaltung der rechtlichen Selbständigkeit
Keine Irreführung der Rechtsuchenden durch eine Außen(=Schein-)Sozietät
BORA a.F. § 8
Die Außensozietät als Zusammenarbeitsform zweier Rechtsanwaltssozietäten
Unterschriftserfordernis beim "belehrenden Hinweis" einer Rechtsanwaltskammer
Auslegung, BGB-Gesellschaft, GbR, Gesellschaftsrecht, Rechtsfähigkeit
Keine unzulässige Irreführung durch Scheinsozietät
BRAO § 43b; BORA § 8 a. F.
Rechtsprechungsänderung: Auch getrennte Kanzleien dürfen sich Sozietät nennen
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 12.07.2012, Az.: AnwZ (Brfg) 37/11 (Keine Irreführung bei Bezeichnung einer Scheinsozietät" von RA/FAHandels-/GesellschR Peter Juretzek, original erschienen in: DStR 2012, 2203 - 2204.
Kurznachricht zu "Eine "moderne" Entscheidung des BGH zu Anwaltssozietäten und Werbung" von RA/FAInsR/FAArbR/FAHandels-/GesR Dr. Volker Römermann, original erschienen in: AnwBl 2012, 885 - 888.
Kurznachricht zu "Eine Sozietät ist auch keine Sozietät" von RA Prof. Dr. Bernd Hirtz, original erschienen in: NJW 2012, 3550 - 3553.
BGHZ 194, 79
NJW 2012, 3102
ZIP 2012, 1960
MDR 2012, 1194
VersR 2012, 1454
DB 2012, 2217
AnwBl 2012, 840
NZG 2012, 1098
BGH, 11.12.2019 - AnwZ (Brfg) 50/19
Der Einwand des Klägers, nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 14) müsse ein Widerrufsbescheid, in dem - wie hier - die den Widerruf beschließenden Vorstandsmitglieder nicht namentlich benannt werden, von allen beteiligten Vorstandsmitgliedern unterzeichnet werden, trifft nicht zu.
Der Senat hat es jedenfalls nicht für erforderlich gehalten, dass alle Vorstandsmitglieder, die an der Beschlussfassung mitgewirkt haben, unterschreiben, wenn sie im Bescheid namentlich benannt werden (Urteil vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, aaO).
Anwaltliche Werbung ist ein Verhalten, das darauf abzielt, den Verkehr für die Inanspruchnahme von Leistungen des Rechtsanwalts zu gewinnen (st. Rspr.; vgl. etwa Senat…, Beschluss vom 18. Dezember 2015 - AnwZ (Brfg) 19/15, BRAK-Mitt. 2016, 72 Rn. 5; Urteil vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 18 und Beschluss vom 23. September 2002 - AnwZ (Brfg) 67/01, NJW 2003, 346).
BGH, 06.11.2013 - I ZR 147/12
Kooperation mit Wirtschaftsprüfer - Wettbewerbsverstoß durch irreführende …
In diesem Zusammenhang kommt es nicht darauf an, dass der Begriff der Sozietät aus Sicht des Verkehrs keinen eindeutigen Inhalt mehr haben mag (BGH, Urteil vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 33 f.; dazu Hirtz, NJW 2012, 3550, 3551).
Anders als unter Umständen bei Hinzufügung des Hinweises "Zusammenschluss von Sozietäten" (vgl. BGHZ 194, 79 Rn. 28) hat der Verkehr bei der im Streitfall verwendeten Kurzbezeichnung keinen Anlass anzunehmen, es handele sich bei "HM" um jeweils rechtlich eigenständige Kanzleien, nämlich um eine für Recht und eine für Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung.
Bei einer Kooperation werden Mandate nicht gemeinschaftlich, sondern von jedem im Rahmen der Kooperation tätigen Berufsträger gesondert angenommen, so dass allein dieser dem Mandanten für die fehlerhafte Bearbeitung der übertragenen Rechtsangelegenheit haftet (vgl. BGHZ 194, 79 Rn. 24).
Zu diesen Folgen des Rechtsscheins gehören die Kosten eines gegen die Scheingesellschafter im Vertrauen auf ihre Gesellschafterstellung angestrengten Rechtsstreits(Deckenbrock/Meyer, ZIP 2014, 701, 704; vgl. für die Kosten eines Rechtsstreits gegen die "Scheingesellschaft" BGH, Urteil vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 37).
BGH, 14.02.2020 - AnwZ (Brfg) 50/19
Klage gegen den Widerruf seiner Zulassung zur Rechtsanwaltschaft wegen …
Der Senat hat unter Verweis auf seine hierzu bereits ergangene Entscheidung vom 23. September 2016 (…AnwZ (Brfg) 34/16, ZIP 2017, 28 Rn. 19 f.) ausdrücklich ausgeführt, dass die Unterzeichnung eines Widerrufsbescheids nach § 14 Abs. 2 Nr. 7 BRAO durch den Präsidenten der Rechtsanwaltskammer ausreicht und die zu einem Bescheid nach § 74 BRAO ergangene Senatsentscheidung vom 12. Juli 2012 (AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 14) auf Widerrufsbescheide wie den vorliegenden nicht anwendbar ist (…Rn. 6 bis 8 des Senatsbeschlusses).
Zur Abgrenzung einer einfachen Belehrung beziehungsweise eines präventiven Hinweises von einem belehrenden Hinweis beziehungsweise einer missbilligende Belehrung durch die Rechtsanwaltskammer (Bestätigung und Fortführung der Senatsurteile vom 12. Juli 2012, AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 12;… vom 27. Oktober 2014, AnwZ (Brfg) 67/13, NJW 2015, 72 Rn. 7 f.; vom 18. Juli 2016, AnwZ (Brfg) 22/15, juris Rn. 10 und vom 7. November 2016, AnwZ (Brfg) 47/15, NJW 2017, 407 Rn. 10, 12).
Solche einfachen Belehrungen beziehungsweise präventiven Hinweise sind in der Regel nicht geeignet, die Rechte des Rechtsanwalts zu beinträchtigen, und daher grundsätzlich auch nicht anwaltsgerichtlich anfechtbar (vgl. nur Senatsurteile vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 12; vom 27. Oktober 2014 - AnwZ (Brfg) 67/13, NJW 2015, 72 Rn. 7 f.; Senatsbeschlüsse vom 13. August 2007 - AnwZ (B) 51/06, NJW 2007, 3349 Rn. 4; vom 24. Oktober 2012 - AnwZ (Brfg) 14/12, juris Rn. 4; BVerfGE 50, 16, 27; BVerfG, NJW 2015, 1438 Rn. 21; Weyland in Feuerich/Weyland, BRAO, 9. Aufl., § 73 BRAO Rn. 28 ff.; Lauda in Gaier/Wolf/Göcken, Anwaltliches Berufsrecht, 2. Aufl., § 73 BRAO Rn. 23 ff.; Hartung in Henssler/Prütting, BRAO, 4. Aufl., § 73 BRAO Rn. 23 ff.).
Anwaltsroben darf man nicht bedrucken oder besticken
Es ist zu Recht anerkannt, dass für die Kammer-vorstände auch die Möglichkeit besteht, bei berufsrechtswidrigem Verhalten zwischen einfacher Belehrung und Rüge einen sogenannten belehrenden Hinweis bzw. eine missbilligende Belehrung zu erteilen (vgl. BGH Beschluss vom 21.01.2014 AnwZ (Brfg) 67/12; BGH NJW 2012, 3102 Rn. 12; BGH Beschluss vom 24.10.2012 AnwZ (Brfg) 14/12 Rn. 4; Feuerich/Weyland, BRAO, 8. Aufl., § 73 Rn. 31; Feuerich/ Weyland/Böhnlein a.a.O. § 112a Rn. 24).
AGH Nordrhein-Westfalen, 30.09.2016 - 1 AGH 49/15
Rechtsanwalt, Bezeichnung Büro , irreführende Werbung
Es ist zu Recht anerkannt, dass für die Kammervorstände auch die Möglichkeit besteht, bei berufsrechtswidrigem Verhalten zwischen einfacher Belehrung und Rüge einen sogenannten belehrenden Hinweis bzw. eine missbilligende Belehrung zu erteilen (vgl. BGH Beschluss vom 21.01.2014 AnwZ (Brfg) 67/12; BGH NJW 2012, 3102 Rn. 12; BGH Beschluss vom 24.10.2012 AnwZ (Brfg) 14/12 Rn. 4; Feuerich/Weyland, BRAO, 9. Aufl., § 73 Rn. 28 ff).
BGH, 23.09.2016 - AnwZ (Brfg) 34/16
Anwaltgerichtliches Verfahren wegen Widerrufs der Rechtsanwaltszulassung: …
Zumindest dies sei zwingende Voraussetzung für die formelle Wirksamkeit des Bescheides, wie sich aus dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 12. Juli 2012 ergebe (AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 14).
Der Senat hat es jedenfalls nicht für erforderlich gehalten, dass alle Vorstandsmitglieder, die an der Beschlussfassung mitgewirkt haben, unterschreiben, wenn sie im Bescheid namentlich benannt werden (Urteil vom 12. Juli 2012 aaO).
BGH, 18.12.2015 - AnwZ (Brfg) 19/15
Hinweispflicht als Berufspflicht des Rechtsanwalts: Irreführende Gestaltung des …
aa) Entgegen der Auffassung des Klägers stellt die Verwendung eines gemeinsamen Briefkopfs ein werbendes Verhalten dar, das darauf abzielt, den Verkehr für die Inanspruchnahme von Leistungen des Rechtsanwalts zu gewinnen (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteil vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, BGHZ 194, 79 Rn. 18; Beschluss vom 23. September 2002 - AnwZ (B) 67/01, NJW 2003, 346; jeweils mwN).
Sie unterliegt damit den anwaltliche Werbemaßnahmen einschränkenden Bestimmungen der §§ 43b, 59b Abs. 2 Nr. 3 BRAO i.V.m. §§ 8 ff. BORA, wobei im Lichte der von Art. 12 Abs. 1 GG geschützten Berufsausübungsfreiheit im Einzelfall nicht die Gestattung der Anwaltswerbung, sondern deren Beschränkung einer besonderen Rechtfertigung bedarf (BGH, Urteile vom 12. Juli 2012 - AnwZ (Brfg) 37/11, aaO; vom 1. März 2001 - I ZR 300/98, BGHZ 147, 71, 74 f.).
AGH Bayern, 17.02.2014 - BayAGH III - 4 - 7/13
AGH Nordrhein-Westfalen, 07.09.2012 - 2 AGH 29/11
Anwaltswerbung mit dem Zusatz "Vorsorgeanwalt" zulässig!
OLG Hamm, 07.05.2013 - 4 U 192/12
Wettbewerbswidrigkeit der Gestaltung des Briefkopfes einer Anwaltssozietät im …
AGH Nordrhein-Westfalen, 29.05.2015 - 1 AGH 15/15
Erteilung eines belehrenden Hinweises bzw. einer missbilligenden Belehrung durch …
AGH Nordrhein-Westfalen, 30.09.2016 - 1 AGH 11/16
Belehrender Hinweis, Rechtsanwaltskammer, laufendes Verwaltungsverfahren, …
Unzulässigkeit einer Anhörungsrüge wegen Fristversäumnis
AGH Bayern, 10.06.2013 - BayAGH I - 28/12
Fachanwaltschaften: Zur Anerkennungsfähigkeit einer Fortbildungsveranstaltung

References: § 43
 § 8

§ 43
 § 8

§ 43
 § 8
 § 43
 § 8
 § 8
 § 43
 § 8
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 Art. 12