Source: https://www.radlobby.at/?q=kindertransport
Timestamp: 2020-01-26 21:01:33+00:00

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Kindertransport am Rad | Radlobby
Kinder und das Fahrrad - eine innige Beziehung, die damit beginnen kann, dass Eltern ihre Kinder schon früh mit dem Rad mitnehmen. Aber wie am besten?
Die Radlobby hat die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten von Kindern am Rad und wichtige Tipps für eine sichere Familienmobilität per Fahrrad zusammengestellt. Denn junge Familien müssen auf gemeinsames Radfahren nicht verzichten – im Gegenteil! Eltern, die Fahrrad und Familie vereinen wollen, haben eine große Auswahl an unterschiedlichen Transportlösungen: Kinderfahrradanhänger, Kindersitz und Lastenräder sind vielseitige Alternativen oder Ergänzungen zu Kinderwagen, Auto und Öffis. Vorgelebte Radmobilität macht Freude und bringt viele Vorteile im Alltag: Kostenersparnis, Umweltschutz und Fitness.
Das Angebot an passenden Produkten wird immer breiter und qualitativ hochwertiger. Je nach Einsatzzweck, Budget, Alter und Anzahl der zu befördernden Kinder bieten die Systeme unterschiedliche Vor- und Nachteile bezüglich Komfort und Sicherheit. Hier ein kurzer Überblick:
Kindertransport allgemein
§65 StVO, §§ 3,5,6,7 Fahrradverordnung
Bei allen angeführten Transportvarianten muss jedes Kind:
einen eigenen Sitzplatz haben
mit einem Gurtsystem angegurtet sein
und durch die Konstruktion davor geschützt sein, mit Händen oder Beinen in die Räder des Fahrrads oder des Anhängers zu gelangen oder den Boden zu berühren.
Die Person, die das Fahrrad lenkt, muss mindestens 16 Jahre alt sein, um ein Kind auf dem Fahrrad mitführen dürfen.
§68 Abs. 6 StVO
Kinder unter 12 Jahren müssen sowohl beim Radfahren als auch beim Transport auf Fahrrädern und in Fahrradanhängern einen Radhelm tragen. Die Aufsichtsperson hat dafür zu sorgen, dass das Kind den Helm richtig trägt.
Ausnahme laut StVO:
„Dies gilt nicht, wenn der Gebrauch des Helms wegen der körperlichen Beschaffenheit des Kindes nicht möglich ist.“
§3, §5, §7 Fahrradverordnung
Laut Fahrradverordnung sind alle Räder zum Ziehen von Anhängern zugelassen,
die über einen Ständer verfügen und deren Antrieb leicht genug übersetzt ist. (Entfaltung am leichtesten Gang unter 4 m pro Kurbeldrehung)
Das ist seit 2014 dank Radlobby-Einsatz auch dementsprechend für Rennräder
Ausnahmen zur Radwegbenützungspflicht
Einspurige Fahrräder mit mehr als 1,7 Meter Radstand (d.h. gängige Modelle wie Bakfiets, Bullit, LongJohn, Load, MCS Truck, …) müssen Radfahranlagen seit der 30. Novelle der Straßenverkehrsordnung nicht mehr benützen. Mehrspurige Fahrräder und Anhänger mit einer Breite von bis zu 100 cm dürften künftig Radfahranlagen benützen. Bisher war letzteres (mit einer Ausnahme) verboten.
Ausrüstung von Anhängern
Radblockierung/Feststellbremse
Die Kupplung muss gewährleisten, dass der Anhänger aufrecht bleibt, wenn das
Fahrrad umkippt
Max. erlaubtes Ladegewicht eines ungebremsten Anhängers: 60 kg
Wimpel in Leuchtfarbe an einer mindestens 1,5 m hohen, biegsamen Fahnenstange
Anhänger bis 60 cm Breite:
1 roter Reflektor hinten
1 rotes Rücklicht
Breitere Anhänger brauchen davon je 2 Stück, sodass die Breite klar erkenntlich
ist. Alle Anhänger brauchen je Seite einen gelben Reflektor.
Kindersitz – Kinderthron für kurze Wege ohne viel Gepäck
Geeignet ab ca. 9 Monate bis 6 Jahre/ca. 22 kg
Wetterschutz beachten
hinten abgeflachter Kinderhelm verhindert nach-vorne-Drücken des Kopfes durch Rückenlehne
Kind nie alleine im Kindersitz lassen
auf Gewichtsgrenze achten (meistens bis 22 kg/ etwa 6 Jahre)
Sicherheitsmerkmale: Fußriemen, Speichenschutz und Gurt
Fahrrad: steifer Rahmen und gute Bremsen
vorhandene Sattelfedern mit Fingerschutz abdecken
stabiler Fahrradständer: Hinterbau- oder breite Mittelbauständer
Lenkungsdämpfer verhindert Einschlagen des Lenkers
veränderte Fahrweise durch nach hinten verlagerten Schwerpunkt beachten
Gepäcktransport: z. B. Korb am Lenker, vordere Packtaschen (hinten kann Kindersitz im Weg sein), Alternativen zum Rucksack bedenken, stört hinten sitzendes Kind
Fahrrad immer mit einer Hand festhalten
Beim Transport im Kindersitz:
darf nur ein Kindersitz am Fahrrad montiert sein, und
darf der Kindersitz nur hinter dem Sattel angebracht sein
Achtung: Die in anderen Ländern gängige Praxis der Montage eines Kindersitzes vor statt hinter dem/r FahrerIn ist in Österreich nicht erlaubt! (§65 StVO, §§ 6 und 8 Fahrradverordnung)
Der Kindersitz muss mit
einem Gurtsystem, das vom Kind nicht leicht geöffnet werden kann,
einer Kopflehne und
einem verstellbaren Beinschutz ausgerüstet sein.
an mehreren Fahrrädern abwechselnd einsetzbar
nur für ein Kind möglich
geringere Gepäckmitnahme
Kinderanhänger – Kinderzimmer für unterwegs
geeignet von 0-6 Jahre
Fahren mit geschlossenem Moskitonetz bewahrt die Kinder vor Schmutz, Fliegen
hintere Kotschützer des Zugfahrrads mit Gummispritzschutz zum Schutz vor Nässe und Splitt
Sitzkomfort durch Sitzverkleinerer, Kopfstützen und Babyschalen
gefederte Modelle für mehr Komfort
Gute Anhänger haben Sicherheitsgurte, Überrollbügel, Federung, Speichenschutz
Zuverlässige Bremsen und Schaltung beim Zugfahrrad sind zu empfehlen
Je fester die Verbindung von Fahrrad und Anhänger, desto weniger schaukelt sich das Gespann auf. Die Kupplung sollte möglichst kein Spiel haben und leicht zu bedienen sein
Fahrrad zum Fachhändler beim Kauf mitnehmen, nicht jede Kupplung passt an jede Hinterradnabe bzw. kann ein Hinterbauständer im Weg sein
Vor dem Kauf ausprobieren, wie sich beispielsweise Gurte und Sonnenverdeck bedienen lassen
Zunächst ohne Kinder und Zuladung Fahren üben (Abstände, Bremsweg, vergrößerten Wendekreis einschätzen lernen) – der Anhänger passt durch Engstellen, wenn Sie mit breit ausgefahrenen Ellenbogen nicht anecken
Beim Wenden besser eine Linkskurve fahren, damit die an der linken Seite angebrachte Deichsel dem Hinterrad nicht in die Quere kommt Auf schmalen Verkehrsinseln darauf
achten, dass weder Anhänger noch Fahrrad auf die Straße ragen
Planen Sie Ihre Wege dem Anhänger entsprechend
Beim Ein- und Aussteigen Feststellbremse benutzen, so kann sich der Anhänger nicht selbstständig machen
Radanhänger kippen fast nie. Falls das Rad selbst umfällt, bleibt der Anhänger stehen. Einzig auf Bordsteinkanten vermehrt Acht geben
Ein Gespann mit einem gut konstruierten Kinderanhänger ist wesentlich leichter zu beherrschen als eine entsprechende Ladung im Kindersitz
An einem Kinderanhänger muss ein Wimpel in Leuchtfarbe an einer mindestens 1,5 m hohen, biegsamen Fahnenstange befestigt sein. Allgemeine Vorschriften für Anhänger beachten.
Anhänger für den Personentransport sind von der Radwegbenützungspflicht entbunden, mit Kinderanhänger besteht immer Wahlfreiheit für Fahrbahn oder Radfahranlage.
bequem (spielen, schlafen, Schutz vor Witterung)
an mehreren Fahrrädern einsetzbar
viel Gepäckmitnahme, auch mit Radtaschen
auch für zwei Kinder
z. T. auch als Kinderwagen verwendbar
braucht mehr Lagerraum (viele Modelle lassen sich aber platzsparend falten)
geeignet von 0-99 Jahre
Für Kleinkinder, die noch nicht selbstständig sitzen können, gibt es Halterungen für geeignete Babyschalen
Fährt ein Kind mit, sitzt es besser in der Mitte. Dafür sollte das Gurtsystem ausgelegt sein
Bei häufigen Bergaufstrecken ist Unterstützung durch E-Motor („Pedelec“) zu empfehlen
Zulässiges Gesamtgewicht beim Kauf berücksichtigen (= Fahrergewicht + Zuladung von Gepäck und Mitfahrenden + Fahrradgewicht)
Möglichkeit für einen sicheren und geschützten Abstellplatz ohne Treppen oder schmale Türen beachten
Unterschiedliche Fahrweisen je nach Modell – vor Kauf verschiedene Typen mit Zuladung und Kind ausprobieren
Das Fahren zunächst ohne Kinder und Zuladung üben – Länge des Rades und größeren Wendekreis beachten
bei Probefahrten mit Lasten vorsichtig bremsen
Vor allem bei Einspurern auf die Gewichtsverteilung von Fracht und Passagieren achten
§6 Abs. 2a Fahrradverordnung
Lastenradmodelle, die mit Kindersitzplätzen in der Transportbox ausgerüstet sind, dürfen je nach Bauweise bzw. Herstellerangaben mehrere Kinder transportieren. Die Transportbox kann vor oder hinter der FahrerIn sein.
Radwegbenützungspflicht: Einspurige Fahrräder mit mehr als 1,7 Meter Radstand (d.h. gängige Modelle wie Bakfiets, Bullitt, LongJohn, Load, MCS Truck, …) dürfen, aber müssen Radfahranlagen nicht benützen. Für einspurige Fahrräder mit weniger als 1,7 m Radstand (z.B. Yuba) gilt die allgemeine Benützungspflicht. Mehrspurige Fahrräder mit einer Breite von bis zu 100 cm dürften Radfahranlagen benützen, müssen aber nicht. Breitere mehrspurige Lastenräder dürfen eine Radfahranlage nicht benützen, sie müssen auf der Fahrbahn fahren (auch wenn im Rad Kinder transportiert werden).
bequem (spielen, schlafen, Schutz vor Witterungen)
ermöglicht mehr Gepäckmitnahme
je nach Modell auch mehr als zwei Kinder mitnehmbar
braucht sicheren, großen Lagerraum (aber kleiner und billiger als Autos)
erschwerte Mitnahme im Öffentlichen Verkehr
Trailerbike & Kupplungssystem – Interessante Zwischenlösung für bereits Rad fahrende Kinder
geeignet ab ca. 4 Jahre
Nachziehrad ohne Vorderrad
wird ans Zugfahrrad gekuppelt
Kind kann mittreten, muss aber nicht
einige Modelle können zum Fahrrad umgebaut werden
Kombination Trailerbike & Fahrradanhänger
Kind kann mittreten wie bei Tandem
keine Gefahr, dass Kind aus dem Sitz kippt, wenn es müde wird
kann von Kind nicht eigenständig verwendet werden
Kupplungssysteme oder Abschleppstangen
Verbindungskupplung zwischen Kinder- und Zugfahrrad
möchte das Kind nicht mehr fahren, wird das Kinderfahrrad ans Zugfahrrad gekuppelt
Fahrrad zum Kauf mitnehmen
Trailerbike muss sich fest am Zugfahrrad montieren lassen
Trailerbikes und v. a. „Abschleppstangen“ minderer Qualität können sehr instabil sein
Trailerbikes haben keine besonderen Rechtsvorschriften. Natürlich gilt auch hier die Helmpflicht bis 12 Jahre. Ein Rücklicht und ein roter Rückstrahler sind nötig, da Kind und Nachziehrad das Rücklicht am Fahrrad verdecken könnten.
längere gemeinsame Radelstrecken möglich
Mitnahme im Öffentlichen Verkehr einfacher
Kind kann allein fahren
bei den meisten Modellen keine Gepäckmitnahme am Gepäckträger möglich
Abschleppstangen können bei größeren Kindern instabil sein
Alle Informationen zum Thema finden Sie gesammelt in unserem Kindertransport-Ratgeber.
Kindertransport-Ratgeber, (683.88 KB)
S.10: Hier gilt folgende Änderung, die noch nicht eingearbeitet ist: Einspurige Fahrräder mit mehr als 1,7 Meter Radstand (d.h. gängige Modelle wie Bakfiets, Bullit, LongJohn, Load, MCS Truck, …) müssen Radfahranlagen seit der 30. Novelle der Straßenverkehrsordnung nicht mehr benützen. Mehrspurige Fahrräder und Anhänger mit einer Breite von bis zu 100 cm dürften künftig Radfahranlagen benützen. Bisher war letzteres (mit einer Ausnahme) verboten.
KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) - Ratgeber "Kindertransport mit dem Fahrrad"
BMVIT Ratgeber "Kleine Radprofis. Der sichere Weg in die Verkehrsrealität"
Radlobby Wien, Illustration Daniela Schulhofer
Pressedienst Fahrrad www.pd-f.de/zweipluszwei
Pressedienst Fahrrad www.pd-f.de/r-m

References: §65

§68

§3
 §5
 §7

§6