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Timestamp: 2019-08-19 17:47:14+00:00

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BGH, 30.04.1953 - III ZR 204/52 - dejure.org
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BGH, 30.04.1953 - III ZR 204/52 (https://dejure.org/1953,704)
BGH, Entscheidung vom 30.04.1953 - III ZR 204/52 (https://dejure.org/1953,704)
BGH, Entscheidung vom 30. April 1953 - III ZR 204/52 (https://dejure.org/1953,704)
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DVBl 1953, 676
Auch ein Mißbrauch des Amtes zu eigennützigen, schikanösen oder gar strafbaren Zwecken, eine Pflichtwidrigkeit aus eigensüchtigen oder rein persönlichen Gründen schließt den für das Handeln in Ausübung des Amtes maßgeblichen inneren Zusammenhang zwischen Amtsausübung und schädigendem Verhalten nicht von vornherein aus (vgl. Senatsurteil vom 30. April 1953 - III ZR 204/52 - LM BGB § 139 [Fg] Nr. 5).
Während die Einleitung eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens, die Veranlassung und Vollziehung einer Durchsuchungsanordnung, die Entscheidung über die Erhebung der öffentlichen Anklage und Maßnahmen im Bußgeldverfahren, wenn sie unberechtigterweise vorgenommen wurden, Amtspflichtverletzungen gegenüber dem Verdächtigten darstellen können (vgl. Senatsurteil vom 24. Februar 1994 - III ZR 76/92 - NJW 1994, 3162 [BGH 24.02.1994 - III ZR 76/92] m.w.N.;… Kreft in RGR-Kommentar, 12. Aufl. § 839 Rn. 380-382), ist eine Amtspflicht der Staatsanwaltschaft zum Einschreiten im Interesse der möglicherweise von einer Straftat Betroffenen - anders als für die Polizei (vgl. Senatsurteil vom 30. April 1953 - III ZR 204/52 - LM BGB § 839 (Fg) Nr. 5) - nicht gegeben.
Ob dies im Falle der Annahme einer drittgerichteten Amtspflicht der Staatsanwaltschaft dem Geschädigten gegenüber entgegenstände, den Kläger in den Kreis der Geschützten einzubeziehen (vgl. Senatsurteil vom 30. April 1953 a.a.O.), kann aber, da es schon an der Drittgerichtetheit fehlt, dahingestellt bleiben.
Wo nach diesen Grundsätzen im Einzelfall die Polizeibehörden (Ordnungsbehörden) verpflichtet sind, zum Schutz bedrohter Individualinteressen einzugreifen, handelt es sich um Amtspflichten im Sinne von § 839 Abs. 1 BGB, die den Beamten den geschützten Dritten gegenüber obliegen (…vgl. BGH Urt. v. 22. Dezember 1952 - III ZR 231/51 = VerwRspr. 5 Nr. 62; v. 30. April 1953 - III ZR 204/52 = VerwRspr. 5 Nr. 177; RGZ 172, 11, 15; 147, 145, 147; RG Warn. 1929 Nr. 147; RG Eger Bd. 42 [1922] S. 373;… vgl. dazu weiter Drews/Wacke/Vogel/Martens Gefahrenabwehr 8. Aufl. S. 164/165, 439/440; Ossenbühl DOV 1976, 463, 468).
Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 140, 424 [427]), der sich der Senat (BGHZ 1, 388 [394] und neuerdings in der zur Aufnahme im Nachschlagewerk bestimmten Entscheidung vom 30.4.1953 - III ZR 204/52 -) angeschlossen hat, ist die Frage, ob einem Beamten einem Dritten gegenüber eine Amtspflicht obliegt, danach zu entscheiden, ob die Amtspflicht nach dem Zweck, dem sie dienen soll, dem Beamten im Interesse einzelner Personen auferlegt ist.
OLG München, 03.08.2004 - 1 U 3245/04
Amtshaftungsanspruch des späteren Opfers wegen unterlassener Unterbringung eines …
Soweit der Bundesgerichtshof in einer Entscheidung aus der Nachkriegszeit (BGH, Urteil vom 30.4.1953, III ZR 204/52 = LM § 839 (Fg) BGB Nr. 5) die Pflicht der Polizei zur Verhütung strafbarer Handlungen als Amtspflicht angesehen hat, die gegenüber jedem besteht, dessen Rechtskreis durch eine Verletzung dieser Pflicht gefährdet ist, lässt sich dies bereits im Hinblick auf die ganz andere Zielrichtung des Wirkens der Jugendämter nicht auf den vorliegenden Fall übertragen.
PVG § 14 Nr. 4, III ZR 204/52 vom 30. April 1953 = LM BGB § 839 (Fg) Nr. 5, III ZR 274/51 vom 18. Juni 1953 S. 10, III ZR 94/54 vom 10. November 1955 S. 10, III ZR 265/53 vom 12. Mai 1955 S. 5 = VersR 1955, 463, III ZR 187/55 vom 13. Juni 1957 S. 7).
Der vorliegende Sachverhalt ist in diesem Zusammenhang vergleichbar mit dem, der der Entscheidung des Senats vom 30. April 1953 - III ZR 204/52 - (DVBl 1953, 676 und LindMöhr Nr. 5 zu § 839 [Fg] BGB) zugrundeliegt, in der ausgesprochen ist, daß die Pflicht der Polizei zur Verhütung strafbarer Handlungen nicht nur der Allgemeinheit, sondern auch den gefährdeten Einzelnen gegenüber besteht.
BGH, 16.12.1953 - VI ZR 160/52
Würden die Behauptungen der Kläger zutreffen, so würde der Beklagte sich in Ausübung des ihm anvertrauten öffentlichen Amtes einer Amtspflichtverletzung schuldig gemacht haben und zwar auch gegenüber dem Erblasser, denn die Pflicht, sich jeden Amtsmissbrauchs zu enthalten, liegt den Beamten gegenüber jedem ob, der durch den Missbrauch geschädigt werden könnte (Urteil des III. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 30. April 1953, III ZR 204/52, L-M § 839 BGB Fg Leitz 5).
Die Frage, ob einem Beamten eine Amtspflicht gegenüber einen bestimmten Dritten obliegt, ist nach den vom Reichsgericht übernommenen Grundsätzen des Senats (RGZ 140, 424 [427], BGHZ 1, 388 [394]; und 10, 123 [124]; DVBl 1953, 676) im wesentlichen nach dem Zweck entscheiden, dem die Amtspflicht dienen soll.
BGH, 13.06.1957 - III ZR 187/55

References: § 139
 § 839
 § 839
 § 839
 BGH 
 § 839
 § 14
 § 839
 § 839
 § 839