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Timestamp: 2017-09-20 03:47:18+00:00

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Vorträge | bab berufsverband
30. März 2009 by schloegel
Vortrag von Herrn Klotzner (Architekturbüro Höller und Klotzner)
Bei der letzten Exkursion im Herbst 2008 nach Südtirol konnten wir auch verschiedene Bauwerke der Südtiroler Architekten Höller und Klotzner besichtigen. Daraus ist die Idee entstanden, diese Architekten zu einem Vortrag ihrer Bauwerke nach München einzuladen.
Informationen zu den Architekten unter
www.hoeller-klotzner.com
30.März 2009, 19:00 Uhr
Prof. Georg Nemetschek-Auditorium (Raum 23, Audimax)
Behindertengleichstellungsgesetzes (BayBGG)
31. Oktober 2008 by schloegel
Erneute Änderung der Bayerischen Bauordnung zum 31. Juli 2008
Am 16. Juli 2008 hat der Bayerische Landtag die Novelle des Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes (BayBGG) verabschiedet. Diese führt u.a. zur erneuten Änderung der Bayerischen Bauordnung in signifikanter Weise:
Die Art. 48, „Barrierefreies Bauen“ und Art. 32, „Treppen“ wurden mit teilweise erheblichen Konsequenzen auf die Planung und Ausführung von Wohnungsbauten neu gefasst (s.u.).
Neben der barrierefreien Erreichbarkeit muss nunmehr auch die barrierefreie Nutzbarkeit eines Teils der Wohnungen gewährleistet sein. Teilweise ist für Treppen in Wohngebäuden ein zweiter Handlauf zwingend vorgeschrieben.
Zum 1. August 2008 sind die neuen Regelungen ohne Übergangsfristen in Kraft getreten. Maßgeblich für den Zeitpunkt der Anwendung ist
– im Freistellungsverfahren und im vereinfachten Baugenehmigungsverfahren der
– bei Sonderbauten das Datum der Baugenehmigung.
Art. 48, Barrierefreies Bauen: Wesentliche Räume von unmittelbarer Bedeutung für die tägliche Lebensführung müssen nicht nur barrierefrei erreichbar, sondern auch barrierefrei nutzbar sein. Die Anforderung „Barrierefreiheit“ wurde ergänzt durch das Kriterium der Nutzbarkeit, was als logische Konsequenz aus den Forderungen der ersten Fassung des BayBGG zu werten ist.
Barrierefrei erreichbar sind Wohnungen, wenn sie von der öffentlichen Verkehrsfläche aus stufenlos oder über Rampen beziehungsweise Aufzüge erschlossen werden. Ein weiteres Kriterium der Erreichbarkeit sind die zulässigen lichten Durchgangsbreiten von 90cm für Haus- und Wohnungseingangstüren. Bis zur Wohnungseingangstür sind Flurbreiten von mindestens 120cm erforderlich, ebenso wie eine ausreichende Bewegungsfläche vor Türen und Aufzügen. Mindestens einmal muss eine Bewegungsfläche von 150cm auf 150cm zum Drehen vorhanden sein, was einer rollstuhlgerechten Bauweise nach DIN 18025 Teil 1 gleichkommt.
Die Erreichbarkeit der relevanten Räume innerhalb von Wohnungen wird durch lichte Durchgangsbreiten von 80cm sichergestellt.
Die barrierefreie Nutzbarkeit ist durch ausreichende Bewegungsflächen in
– Wohnräumen
– einer Toilette
– einem Bad
– der Küche oder Kochnische
– dem Raum mit Anschlussmöglichkeit für eine Waschmaschine sicherzustellen.
Der Definition von Barrierefreiheit innerhalb von Wohnungen, insbesondere der Forderung von Bewegungsflächen von 120cm auf 120cm, liegt DIN 18025 Teil 2 zugrunde. Diese Bewegungsflächen erleichtern die temporäre Rollstuhlnutzung, die Verwendung von Mobilitätshilfen oder die notwendige Assistenz durch ambulante Hilfsdienste und unterstützen ein langes Verbleiben in der Wohnung auch im Alter.
Vor allem Bad und Toilette sind für die selbstständige Lebensführung von besonderer Bedeutung; gleichzeitig weisen sie durch feste Installationen ein Minimum an Flexibilität auf.
Im Sinne der Nutzbarkeit müssen vor den Einrichtungsgegenständen WC, Waschbecken und Badewanne entsprechende Bewegungsflächen nachgewiesen werden. Auch Duschplätze sind nach diesem Standard zu dimensionieren. Bodengleiche Duschen werden zwar nicht verlangt, sind jedoch zu empfehlen.
In den übrigen o.g. Räumen ist bei nutzungstypischer Einrichtung mindestens einmal eine Bewegungsfläche von 120cm auf 120cm je Raum nachzuweisen. Sinnvoll ist deren Anordnung vor den relevanten Einrichtungsgegenständen und im Bereich der Tür. Beispielsweise ist in einer für zwei Personen vorgesehenen Wohnung der Schlafraum so zu gestalten, dass entlang mindestens einer Bettseite die Bewegungsfläche von 120cm Tiefe zur Verfügung gestellt werden kann.
Anwendungsbereich: Art. 48 Abs. 1 Satz 2 definiert, dass die barrierefreie Erreichbarkeit und Nutzbarkeit bei Wohnungen in Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohneinheiten in einer Ebene, bei Wohngebäude mit mehr als zwei Wohnungen und Aufzügen nach Art. 37 bei einem Drittel der Wohnungen sichergestellt werden muss.
Aufzüge sind grundsätzlich in Gebäuden nach Art. 2 Abs. 3 Satz 2 von mehr als 13 m Höhe im Sinne des Art.2, Abs.3, Satz 2 BayBO erforderlich. Sie müssen von allen Wohnungen und von der öffentlichen Verkehrsfläche aus stufenlos erreichbar sein (Art. 37 Abs. 4) und Rollstühle aufnehmen können. Dies ist bei Einhaltung der DIN EN 81-70, bei Aufzügen der Kat. B, Aufzugstyp 2, mit einer lichten Durchgangsbreite der Tür von 90cm gewährleistet. Für Eingangstüren von Wohnungen in Gebäuden, die über Aufzüge erreichbar sein müssen, wird eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 90cm gefordert (Art. 35, Abs.2 Satz 2). Damit kann in diesen Gebäuden eine barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnungen vorausgesetzt werden.
Um die notwendige Anzahl barrierefrei erreichbarer und nutzbarer Wohnungen sicherzustellen, ist im Gegensatz zu kleineren Wohngebäuden ohne Aufzug ein Ebenenbezug nicht unbedingt erforderlich: Grundrisse mit entsprechendem Zuschnitt können wirtschaftlich übereinander angeordnet werden.
Art. 32, Treppen: In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen, die nicht stufenlos erreichbar sind, müssen Treppen einen zweiten Handlauf aufweisen. Können diese Wohnungen nicht ebenerdig oder über einen Aufzug erreicht werden, soll insbesondere für ältere Bewohner das Begehen der Treppe mit dem beidseitigen Handlauf sicherer und bequemer werden.
Die genannten Normen DIN 18025 Teil 1 und Teil 2 sowie DIN 18024 Teil 2 sollen bis zum Ende diesen Jahres in überarbeiteter Form zu einer neuen Norm, DIN 18040, zusammengefasst werden. Diese wurde so konzipiert, dass sie als Technische Baubestimmung eingeführt werden kann. Detaillierte Anforderungen, etwa die Anordnung von Bedienelementen oder Besonderheiten zum Thema Sensorik, werden spätestens dann planungsrelevant.
Die Wohnraumförderungsbestimmungen 2008 sehen vor, dass alle Wohnungen sowie der Zugang zu den Wohnungen nach DIN 18 025 Teil 2 zu planen sind. Einschlägige Studien belegen, dass dies ohne wesentliche Kostenmehrungen umgesetzt werden kann.

References: Art. 48
 Art. 32

Art. 48
 Art. 48
 Art. 37
 Art. 2
 Art.2

Art. 32