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Timestamp: 2017-04-30 11:22:10+00:00

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Auszug aus dem Studienskript "Buchführung und Bilanzierung I" des IUBH Fernstudiums Bachelor of Arts in BWL
nstudium.dewww.iubh-fer hrung und B ilanzierung I.BuchfüLehrbriesf.hre (B. A.) le chaftBetriebswirts 2.
InhaltImpressumHerausgeber:Internationale Hochschule Bad Honnef · BonnInternational University of Applied SciencesFernstudiumFernstudiengangsleiter: Herr Dr. SommerfeldtZenostr. 683435 Bad Reichenhallinfo@iubh-fernstudium.dewww.iubh-fernstudium.de© 2011 Internationale Hochschule Bad Honnef GmbHDieser Lehrbrief ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten.Dieser Lehrbrief darf in jeglicher Form ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Internationalen Hochschule BadHonnef nicht reproduziert und/oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbrei-tet werden. www.iubh-fernstudium.de 2 3.
Wissenschaftliche LeitungWissenschaftliche LeitungStB Prof. Dr. rer. pol. Michaela Seybold Michaela Seybold leitet den Fachbereich Audit and Taxation an der IUBH. An der Internationalen Hochschule Bad Honnef ∙ Bonn unterrichtet sie seit März 2008 die Fächer Steuern und externes und internes Rechnungs- wesen. Ihre Forschungsinteressen liegen im Bereich Altersvorsorge, Vergü- tung, internationale Rechnungslegung und internationales Steuerrecht. Frau Seybold arbeitet seit 2003 als selbstständige Steuerberaterin in eige- ner Kanzlei; in Kooperation mit der HEUBECK AG in Köln-Marienburg ist sie darüber hinaus auf dem Gebiet der (betrieblichen) Altersversorgung tätig. Zu ihrem Mandantenkreis zählen sowohl öffentliche und private Versorgungsreinrichtungen als auch international tätige Großunterneh-men, mittelständische Unternehmen verschiedener Rechtsformen und Größen sowie Privatpersonen.Von 2000 bis 2003 war sie bei der Wirtschaftsprüfungs - und Steuerberatungsgesellschaft Falk & Co GmbH inHeidelberg in der steuerlichen Grundsatzabteilung tätig. Nach dem Studium war Frau Seybold wissenschaftli-che Mitarbeiterin an der Universität Mannheim. Vor ihrer akademischen Ausbildung absolvierte sie eine Lehreals Bankkauffrau bei der Kreissparkasse Heilbronn.Michaela Seybold hat Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik an der Universität Mannheim und ander Portland State University, Oregon/USA mit den Abschlüssen Diplom-Kauffrau und Diplom-Handelslehre-rin studiert. Im Jahre 2007 wurde sie an der Technischen Universität Darmstadt am volkswirtschaftlichenLehrstuhl für Finanz- und Wirtschaftspolitik bei Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup zum Thema Alterssicherung inder berufsständischen Versorgung promoviert.www.iubh-fernstudium.de 3 4.
InhaltInhaltsverzeichnisBuchführung und Bilanzierung 1 Wissenschaftliche Leitung........................................................................... 3 Inhaltsverzeichnis......................................................................................... 4 Einleitung Buchführung und Bilanzierung 1	9 Wegweiser durch das Skript........................................................................10 Übergeordnete Lernziele.............................................................................12 Weiterführende Literatur............................................................................13 Lektion 1 Grundlagen der Buchführung	15 1.1	Begriffe und Ziele des Rechnungswesens.........................................16 1.2	Adressaten und Teilgebiete des betrieblichen Rechnungswesens..............................................................................18 1.3	Gesetzliche Vorschriften und Rahmenbedingungen......................... 21 1.4	Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Rechnungslegungsgrundsätze................................................... 26 1.5	Rechengrößen des Rechnungswesens.............................................. 31 Lektion 2 System der Buchführung	35 2.1	Inventar und Inventur......................................................................... 36 2.2	Bilanz.................................................................................................. 39 2.3	Bilanzveränderungen und Buchen auf Konten...................................41 2.4	Gewinn- und Verlustrechnung........................................................... 46 www.iubh-fernstudium.de 4 5.
Inhaltsverzeichnis Lektion 3 Technik der doppelten Buchführung	51 3.1	Buchen auf Bestandskonten.............................................................. 52 3.2	Buchen auf Erfolgskonten................................................................. 56 3.3	Eigenkapital und Privatkonten........................................................... 59 3.4	Buchung von Geschäftsvorfällen....................................................... 62 Lektion 4 Organisation der Buchhaltung	67 4.1	Grund-, Haupt- und Nebenbücher..................................................... 68 4.2	Kontenplan und Kontenrahmen..........................................................69 4.3	Belegorganisation und Einsatz der EDV............................................ 71 Lektion 5 Umsatzsteuer	75 5.1	System und Buchung der Umsatzsteuer............................................76 5.2	Buchung der Vorsteuer...................................................................... 78 5.3	Abschluss der Umsatzsteuerkonten................................................. 80 Lektion 6 Wareneingangsbuchhaltung	83 6.1	Sachkonten beim Einkauf.................................................................. 84 6.2	Lieferantenskonti, Rabatte und Boni................................................. 88 6.3	Kreditorenkonten............................................................................... 91www.iubh-fernstudium.de 5 6.
Inhalt Lektion 7 Warenausgangsbuchhaltung	93 7.1	Sachkonten beim Verkauf...................................................................94 7.2	Kundenskonti, Rabatte und Boni....................................................... 95 7.3	Debitorenkonten................................................................................. 98 Lektion 8 Buchungen im Personalbereich	101 8.1	Löhne und Gehälter..........................................................................102 8.2	Lohnnebenkosten und Lohnabzüge..................................................104 8.3	Vorschüsse und Sachbezüge............................................................107 Lektion 9 Buchungen im Anlagevermögen	109 9.1	Anschaffung...................................................................................... 110 9.2	Abschreibungsursachen und -verfahren......................................... 114 9.3	Ermittlung und Buchung der Abschreibungen.................................121 Lektion 10 Sonstige Buchungen	125 10.1	Darlehen und Zinsen.........................................................................126 10.2	Steuern..............................................................................................128 10.3	Anzahlungen.....................................................................................130 www.iubh-fernstudium.de 6 7.
Inhaltsverzeichnis Lektion 11 Rechnungsabgrenzung	135 11.1	Irrelevanz der Zahlungswirkung......................................................136 11.2	Aktive Rechnungsabgrenzung..........................................................139 11.3	Passive Rechnungsabgrenzung........................................................141 Lektion 12 Grundlagen des Jahresabschlusses	145 12.1	Bestandteile, Funktionen und gesetzliche Vorschriften..................146 12.2	Bilanz.................................................................................................150 12.3	Gewinn- und Verlustrechnung (bzw. Gesamtergebnisrechnung)......................................................155 12.4	Eigenkapitalveränderungsrechnung und Kapitalflussrechnung.................................................................163 12.5	Anhang und Lagebericht...................................................................166 Anhang 01 Lösungen: Fragen zur Selbstkontrolle	171 Anhang 02 Literaturverzeichnis	209 Anhang 03 DATEV Kontenrahmen SKR03 + SKR04	211www.iubh-fernstudium.de 7 8.
Einleitung ilanzierung 1Buchf ührung und B 9.
EinleitungWegweiser durch das Skript Herzlich willkommen! Dieses Skript enthält den gesamten Lernstoff Ihres Kurses und bildet damit die inhaltliche Grundlage Ihres Fernstudiums. Ergänzend zum Skript stehen Ihnen zahlreiche weitere Medien wie Podcasts, Vodcasts oder Web Based Trainings (WBT) zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie sich Ihren individuellen Lern-Mix zusammenstellen können. Auf diese Weise können Sie sich den Stoff in Ihrem eigenen Tempo aneignen und dabei auf lerntypspezifische Anforderungen Rücksicht nehmen. Die Inhalte sind nach didaktischen Kriterien in Lektionen aufgeteilt, wobei jede Lektion aus mehreren Lernzyklen besteht. Jeder Lernzyklus enthält jeweils nur einen neuen inhaltlichen Schwerpunkt. Auf diese Weise können Sie neuen Lernstoff schnell und effektiv zu Ihrem bereits vorhandenen Wissensgrundstock hinzufügen. Am Ende eines jeden Lernzyklus finden Sie Fragen zur Selbstkontrolle. Mit Hilfe der Selbst- kontrolle können Sie eigenständig und ohne jeden Druck überprüfen, ob Sie die neuen Inhalte schon verinnerlicht haben. Die Lösungen zu den Fragen finden Sie im Anhang am Ende des Skripts. Alternativ können Sie zur Selbstkontrolle auch unsere Web Based Trainings (WBT) auf der Lernplattform CLIX nutzen. Wenn Sie eine Lektion komplett bearbeitet haben, können Sie Ihr Wissen in CLIX unter Beweis stellen. Über automatisch auswertbare Fragen erhalten Sie ein direktes Feedback zu Ihren Lernfortschritten. Die Wissenskontrolle gilt als bestanden, sobald Sie mindestens 80 % der Fragen richtig beantwortet haben. Sollte das einmal nicht auf Anhieb klappen, können Sie die Tests so oft wiederholen, wie Sie wollen. Es gibt keinerlei Beschränkungen und die Ergebnisse der Wissenskontrolle haben kei- nen Einfluss auf Ihre Endnote. Sie können also ganz unverkrampft lernen, üben und Ihre Fortschritte elektronisch überprüfen. Haben Sie die Wissenskontrolle für sämtliche Lektionen gemeistert, gilt der Kurs als abge- schlossen. Sobald Sie alle Kurse eines Moduls abgeschlossen haben, können Sie sich für die Abschlussklausur anmelden. www.iubh-fernstudium.de10 10.
Wegweiser durch das SkriptIm Skript werden Sie immer wieder auf Icons stoßen, die auf zusätzliches Material hinweisenoder Ihnen die Orientierung erleichtern. Diese Icons umfassen: Zu diesem Thema gibt es einen Podcast. Sie finden ihn auf der Lernplattform CLIX. Zu diesem Thema gibt es einen Vodcast. Sie finden ihn auf der Lernplattform CLIX. ? Prüfen Sie Ihren Wissensstand! Hier finden Sie Fragen zur Selbstkontrolle. ! Jetzt sind Sie gefordert. Hier gilt es, eine Aufgabe zu lösen. e Dieser Text ist auch als E-Book erhältlich. Für diese Lektion gibt es ein WBT. Sie finden es auf der Lernplattform CLIX. Sie haben die Lektion fertig bearbeitet.CLIX Nun ist es an der Zeit, auf der Lernplattform CLIX die Wissenskontrolle zu meistern und sich für die Klausur zu qualifizieren.Und jetzt viel Erfolg und SpaSS beim Lernen!www.iubh-fernstudium.de 11 11.
Einleitung Übergeordnete Lernziele Die Buchführung und Bilanzierung bildet einen der Standardbau- steine der betriebswirtschaftlichen Ausbildung. Dieser Kurs bietet, in Verbindung mit dem vertiefenden Kurs Buchführung und Bilanzierung II, eine solide Ausbildung auf dem Gebiet des externen Rechnungswe- sens. Sie erhalten einen praxisorientierten Überblick über das externe Rech- nungswesen und lernen es vom internen Rechnungswesen abzugrenzen. Zudem erlernen sie die Grundlagen der doppelten Buchführung, erhal- ten einen Überblick über Bilanzierungsgrundsätze, die Erfassung von Geschäftsvorfällen und die Aufstellung von Finanzberichten. Der Kurs orientiert sich an nationalen und internationalen Rechnungslegungs- standards (IFRS). Zudem erlernen Sie die fundamentalen Grundlagen der externen Rechnungslegung. Nach erfolgreicher Teil- nahme kennen Sie die einschlägigen Fachbegriffe auf dem Gebiet der Bilanzierung und können die Rechnungs- legung von Unternehmen in den nationalen und internationalen Regelungskomplex einordnen. Sie sind in der Lage, die Elemente der Rechnungslegung in der Buchhaltungspraxis zu identifizieren und können Geschäfts- vorfälle selbstständig unter Anwendung der Methoden der doppelten Buchführung erfassen. Sie kennen die Bestandteile des Jahresabschlusses, insbesondere der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Eigenkapi- talveränderungsrechnung und der Kapitalflussrechnung. Sie sind in der Lage, selbst Jahresabschlüsse zu erstel- len. www.iubh-fernstudium.de12 12.
Weiterführende LiteraturWeiterführende LiteraturFalls Sie tiefer einsteigen wollen, empfehlen wir die folgende Fachliteratur:Buchholz, R. (2011): Internationale Rechnungslegung – Die wesentlichen Vorschriften nach IFRS und HGB mitAufgaben und Lösungen. 9., völlig neu bearbeitete Auflage, Berlin 2011.ISBN 978-3-503-13043-6Coenenberg, A.G., Haller, A., Schultze, W. (2009): Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse – Aufgaben undLösungen. 21., überarbeitete Auflage, Stuttgart 2009. ISBN 978-3791027708Federmann, R. (2010): Bilanzierung nach Handelsrecht, Steuerrecht und IAS/IFRS – Gemeinsamkeiten, Unter-schiede und Abhängigkeiten. 12. vollständig überarbeitete Auflage, Berlin 2010. ISBN 978-3503093656Kirsch, H. (2010): Einführung in die internationale Rechnungslegung nach IFRS. 7. vollständig überarbeiteteAuflage, Herne 2010. ISBN 978-3482520471Kirsch, H. (2010): Übungen zur internationalen Rechnungslegung nach IFRS. 4. vollständig überarbeitete Auf-lage, Herne 2010. ISBN 978-3482549649Meyer, C. (2011): Bilanzierung nach Handels- und Steuerrecht – unter Einschluss der Konzernrechnungslegungund der internationalen Rechnungslegung. 22. vollständig überarbeitete Auflage, Herne 2011. ISBN 978-3482605024Scherrer, G. (2011): Rechnungslegung nach neuem HGB – eine anwendungsorientierte Darstellung mit zahlrei-chen Beispielen. 3. vollständig überarbeitete Auflage, München 2011. ISBN 978-3800637874www.iubh-fernstudium.de 13 13.
Lektion 1 BuchführungGr undlagen der Lernziele Nach der Bearbeitung dieser Lektion werden Sie wissen ... …… welchen betriebswirtschaftlichen Hintergrund die Buchhaltung hat. …… welche Teilgebiete der Buchhaltung es gibt. …… welche Adressaten die Buchhaltung hat. …… welche gesetzlichen Vorschriften zu beachten sind. …… welche Grundsätze für die ordnungsgemäße Buchführung gelten. Für diese Lektion finden Sie ein Web Based Training auf der Lernplattform CLIX 14.
Lektion 11.	Grundlagen der BuchführungAus der Praxis Herr Schubert war bisher als EDV-Berater angestellt und möchte sich jetzt als IT-Händler selbstständig machen. Zu diesem Zweck hat er bereits 40.000 € angespart, von denen er sich Büromöbel und eine IT-Ausstattung anschaffen will. Zudem muss er Miete für sein BüroLeistung bezahlen. Natürlich möchte er auch gerne wissen, ob ihm sein neugegründetes UnternehmenErgebnis eines Gewinne oder Verluste einbringt. Herr Schubert hat folgende Fragen:betrieblichen •	Muss er als Einzelunternehmer Bücher führen? Welche gesetzlichen Vorschriften muss erErzeugungspro- dabei beachten?zesses •	Wie kann er den wirtschaftlichen Erfolg seiner Tätigkeit messen?Ertrag •	Ist Buchführung nur „Formalkram“ oder bringt ihm ein aussagekräftiges RechnungswesenEinnahmen, die konkrete Vorteile?einer betrieb-lichen Periodezugerechnet 1.1	Begriffe und Ziele des Rechnungswesenswerden Herr Schubert wird als angehender IT-Händler zunächst diverse Leistungen und GegenständeAufwendungen auf dem Beschaffungsmarkt einkaufen (Möbel, IT-Ausstattung, Büroräume), die er für dieAusgaben, die Erbringung seiner Lieferungen und Leistungen auf dem Absatzmarkt (PC-Bedarf, EDV-Bera-einer betrieb- tung) benötigt. Mittels seiner Verkäufe möchte er Einnahmen bzw. Erträge generieren. Seinelichen Periode Einkäufe führen hingegen zu Ausgaben bzw. Aufwendungen. Er möchte gerne einen mög-zugerechnet lichst hohen Gewinn erzielen. Um diesen zu ermitteln, benötigt er allerdings einige Informa-werden tionsinstrumente. Hier greift er auf das Rechnungswesen zurück.Rechnungswesen Das betriebliche Rechnungswesen (international „accounting“) umfasst alle Verfahren zurVerfahren zur zahlenmäßigen Abbildung betrieblicher Prozesse. Es soll also ein quantitatives Spiegelbild desGewinnung und realen Betriebsgeschehens darstellen.Aufbereitung vonDaten Das Rechnungswesen ist dabei keinesfalls identisch mit der Buchhaltung, welche nur ein Teil- bereich des Rechnungswesens ist. Das Rechnungswesen beinhaltet alle Rechenwerke in einemBuchhaltung Unternehmen, die betriebliche Prozesse und Abläufe zahlenmäßig erfassen, auswerten, steuernErfasst Geschäfts- und überwachen. Die Buchhaltung hat innerhalb des Rechnungswesens lediglich die Aufgabevorfälle Geschäftsvorfälle zu erfassen und die erfassten Zahlenwerte aufzubereiten. Auf diese Weise schafft sie die Grundlage für eine weitergehende Auswertung in den einzelnen Teilgebieten desGeschäftsvorfall Rechnungswesens (Wörner, 2003 / Coenenberg, 2009a).Vorgang aufgrundunternehmeri- Rechnungswesen und Buchhaltung sind also keineswegs nur lästiger „Formalkram“, sondernschen Handelns zentrale Bestandteile eines funktionierenden Managementinformationssystems. Das Rech- nungswesen ist heute für die unternehmerischen Entscheidungsträger ein unverzichtbares Ins-Liquidität trument der Unternehmenssteuerung. So benötigen Unternehmer wie Herr Schubert stetsAusstattung an zeitnahe und aktuelle Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung. Vor allem müssenverfügbaren sie immer über die Ertrags- und Liquiditätslage ihres Unternehmens Bescheid wissen, damitZahlungsmitteln sie unternehmerische Entscheidungen sachgerecht treffen können. www.iubh-fernstudium.de16 15.
Grundlagen der BuchführungFolgende Ziele des Rechnungswesens können unterschieden werden (Coenenberg, 2009a):•	Dokumentationsfunktion: Dokumentations- Alle im Unternehmen auftretenden finanz- und leistungswirtschaftlichen Sachverhalte funktion werden systematisch erfasst und dokumentiert. Damit wird eine Informationsgrundlage Das Rechnungs- geschaffen, mittels derer die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens ein- wesen erfasst und geschätzt wird. Zudem hat das Rechnungswesen eine Zahlungsbemessungsfunktion. Das dokumentiert die bedeutet, dass es Informationen zur Verfügung stellt, auf deren Basis die korrekte Höhe wirtschaftliche von Zahlungen wie Gewinnausschüttungen, erfolgsabhängiger Vergütungen oder Steuern Lage des Unter- ermittelt wird. nehmens •	Planungsfunktion: Planungsfunktion Betriebswirtschaftlich fundierte Entscheidungen erfordern eine sachgerechte Planung. Das Rechnungs- Hierfür braucht man aussagekräftiges Zahlenmaterial. Das Rechnungswesen liefert die wesen ermittelt Informationen, welche als Basis für diese Entscheidungen dienen und damit die Grund- Daten für die lage der Planung bilden. Planung•	Kontrollfunktion: Kontrollfunktion Eine Planung ohne nachträgliche Kontrolle ist sinnlos. Aus diesem Grund prüft das Das Rechnungs- Rechnungswesen, ob die mittels der Planung gesteckten Ziele auch tatsächlich erreicht wesen prüft, ob wurden. Ausgehend von Daten aus dem Rechnungswesen führt die Unternehmensleitung die geplanten Ziele einen Soll-Ist-Vergleich durch und leitet gegebenenfalls Verbesserungsmaßnahmen ein. erreicht wurdenÜbrigens:Für kapitalmarktorientierte Konzerne gibt es internationale Grundsätze für die Rechnungsle-gung, die sogenannten „International Financial Reporting Standards“ (IFRS). Im Rahmendieser Grundsätze werden die Ziele der Rechnungslegung im International Accounting Stan-dard (IAS1) erläutert. Das Ziel dieser Standards besteht darin, entscheidungsnützliche Infor-mationen (decisions usefulness) über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu gewinnen(F.12; IAS 1.9).www.iubh-fernstudium.de 17 16.
Lektion 1 ? Fragen zur Selbstkontrolle Herrn Schubert, dem angehenden IT-Händler aus dem Eingangsfall, sollten Sie damit diePrüfen Sie Ihren folgenden grundlegenden Fragen beantworten können:WissensstandMusterlösungen 1.	Wie ist das betriebliche Rechnungswesen definiert?befinden sich imAnhang Das betriebliche Rechnungswesen umfasst alle Verfahren zur ______________________ ____________________________. Es soll also ein ____________________________ des realen _____________________ darstellen. 2.	Welchen Stellenwert hat die Buchhaltung innerhalb des betrieblichen Rechnungswesens? Bitte beurteilen Sie, welche Aussagen richtig sind. Die Buchhaltung ... oo ... ist das gleiche wie Rechnungswesen. oo ... ist das zentrale Element für weitergehende Auswertungen. oo ... erfasst Geschäftsvorfälle. oo ... bereitet die erfassten Zahlenwerte auf. oo ... schafft Grundlage für weitergehende Auswertung. 3.	Das Rechnungswesen ist kein „lästiges Anhängsel“, sondern ein zentraler Baustein einer sachgerechten Unternehmensführung. Welche Funktionen hat das Rechnungswesen? ____________________________________________________________________ ____________________________________________________________________ ____________________________________________________________________ 1.2	Adressaten und Teilgebiete des betrieblichen Rechnungswesens Das Rechnungswesen dient also der Dokumentation, Planung und Kontrolle. Aber wer inter- essiert sich für die Informationen aus dem Rechnungswesen? Wer genau ist Adressat des betrieblichen Rechnungswesens? In unserem Eingangsbeispiel ist der zentrale Adressat des Rechnungswesens zunächst einmal der Eigentümer und Geschäftsleiter Herr Schubert. Während in unserem Beispiel Eigentümer und Geschäftsleiter aufgrund der Kleinheit des Unternehmens zusammenfallen, ist die Eigen- tümerschaft in vielen größeren Unternehmen von der Geschäftsführung getrennt. Das bedeu- tet in der Praxis, dass ein oder mehrere gesetzliche Vertreter (z. B. der Vorstand bei einer Aktiengesellschaft) das Unternehmen im Auftrag der Gesellschafter bzw. der Eigentümer füh- ren. Die Geschäftsleitung wird dabei ihrerseits von einem Aufsichtsrat oder einem Beirat über- wacht. All diese Gremien benötigen Daten aus dem Rechnungswesen, um ihre Funktion aus- www.iubh-fernstudium.de18 17.
Grundlagen der Buchführungüben zu können. In größeren Unternehmen benötigen zudem Bereichs- und Abteilungsleiter Internefundierte Informationen, welche ebenfalls vom Rechnungswesen bereitgestellt werden. In all Adressaten desdiesen Fällen spricht man von internen Adressaten des Rechnungswesens (Coenenberg, Rechnungswesens2009a). sind innerhalb des UnternehmensAber auch außerhalb des Unternehmens gibt es zahlreiche Stellen, die sich für Daten aus demBetrieb interessieren. Man spricht hier von externen Adressaten des Rechnungswesens. Sointeressiert sich zum Beispiel das Finanzamt für alle Daten, die für die korrekte Besteuerungerforderlich sind. Auch externe Kapitalgeber, die in das Unternehmen investiert haben, möch- Externeten gerne wissen, wie sich das Unternehmen wirtschaftlich entwickelt. Auch sie verlangen nach Adressaten desDaten aus dem Rechnungswesen. Nur wenn diese Daten vorliegen, können (auch potenzielle) RechnungswesensInvestoren ihre Gewinnchancen im Vergleich zu anderen Unternehmen, Branchen oder Anla- sind außerhalb desgemöglichkeiten realistisch einschätzen und auf dieser Basis die bestmöglichen Entscheidun- Unternehmensgen treffen. Natürlich interessieren sich auch Fremdkapitalgeber (zum Beispiel Banken, diedem Unternehmen Kredite gewähren) für die wirtschaftliche Situation des Unternehmens.Generell kann man sagen, dass das Rechnungswesen für alle Stakeholder (=Anspruchsberech- Stakeholdertigte) des Unternehmens relevant ist, da auch Kunden, Lieferanten, (potenzielle) Arbeitneh- Anspruchsberech-mer und Konkurrenzunternehmen sich für Daten interessieren, die aus dem Rechnungswesen tigtestammen. So werden Kunden und Lieferanten sich über die wirtschaftliche Lage eines Unter-nehmens informieren, bevor sie langfristige vertragliche Verpflichtungen gegenüber diesemUnternehmen eingehen. Die Arbeitnehmer sind hingegen an einem sicheren Arbeitsplatz beieinem wirtschaftlich stabilen Arbeitgeber interessiert. Auch sie werden sich über die Lage unddie Zukunftsaussichten des Unternehmens informieren. Interne Adressaten Externe Adressaten Geschäftsführung bzw. Unternehmer Eigenkapitalgeber (Eigentümer) Abteilungsleitung, Bereichsleitung, Fremdkapitalgeber (z.B. Banken) sonstige Entscheidungsträger Überwachungsorgane Staat (Besteuerung), wie Aufsichtsrat und Beirat Aufsichtsbehörden Sonstige Stakeholder wie Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, KonkurrenzunternehmenInterne und Externe Adressatenwww.iubh-fernstudium.de 19 18.
Lektion 1 Damit das Informationsbedürfnis dieser recht unterschiedlichen Adressaten optimal befriedigt werden kann, wird das Rechnungswesen entsprechend der geforderten Aufgaben in Teilgebiete differenziert.Internes Internes RechnungswesenRechnungswesenRichtet sich an Das interne Rechnungswesen verfolgt unternehmensinterne Zwecke. Es liefert all jene Infor-interne Adressaten mationen, welche nötig sind, um innerhalb des Unternehmens die besten Entscheidungen zu treffen. Im Vordergrund stehen dabei Aufgaben wie Planung, Steuerung und Kontrolle nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen. Das interne Rechnungswesen ist nicht gesetzlich nor- miert. Allerdings muss es zweckmäßig gestaltet sein, um eine zielorientierte Steuerung des Unternehmens zu unterstützen. Teilbereiche des internen Rechnungswesens sind: •	die Kosten- und Leistungsrechnung •	die Investitions- und Finanzierungsrechnung •	Planungsrechnungen (mit Teilplänen wie Absatzplanung, Produktionsplanung etc.) •	Betriebsstatistiken All diese Bereiche dienen der Schaffung von Transparenz und ermöglichen eine zielorientierte Steuerung des Unternehmens durch Information, Planung und Kontrolle. Um nichts anderes als um diese zielorientierte Steuerung geht es beim sogenannten „Controlling“ (Coenenberg, 2009a).Externes Externes RechnungswesenRechnungswesenRichtet sich an Das externe Rechnungswesen richtet sich an die externen Adressaten. Im Vordergrund stehtexterne Adres- hierbei die Dokumentationsfunktion. Je nach Adressat werden dabei andere Schwerpunktesaten gesetzt. So spielen für das Finanzamt eher steuerliche Gesichtspunkte eine Rolle, während Aktionäre und Banken eher an handelsrechtlichen Aspekten interessiert sind. Die externe Rechnungslegung ist gesetzlich normiert. Die gesetzliche Grundlage soll die Objektivität der dokumentierten Zahlen und ein einheitliches Informationsniveau sicherstellen. Auf diese Weise wird es zudem möglich, mehrere Unternehmen miteinander zu vergleichen. Die Buchhaltung (auch Finanzbuchhaltung genannt) nimmt innerhalb des Rechnungswesens eine zentrale Stellung ein. Auch sie ist gesetzlich normiert und liefert durch die systematische Erfassung von Geschäftsvorfällen die Ausgangsgrundlagen für das externe und das interne Rechnungswesen. Übrigens: Bei der für kapitalmarktorientierte Konzerne relevanten Rechnungslegung nach „International Financial Reporting Standards“ (IFRS) werden die Jahresabschlussadressaten, deren Informa- tionsbedürfnisse zu berücksichtigen sind, ausdrücklich genannt (F.9). Es handelt sich bei ihnen um: Investoren, Arbeitnehmer, Kreditgeber, Lieferanten und andere Gläubiger, Kun- den, Regierungen und ihre Institutionen sowie die Öffentlichkeit. Die Rechnungslegung nach IFRS orientiert sich eindeutig am Informationsinteresse der Investoren (F.10). www.iubh-fernstudium.de20 19.
Grundlagen der Buchführung ?Fragen zur Selbstkontrolle1.	Es werden zwei wichtige Bereiche des Rechnungswesens unterschieden. Bitte ordnen Sie die Funktionen zu: Prüfen Sie Ihren Wissensstand a) Planung	Musterlösungen b) Steuerung	a) Internes Rechnungswesen befinden sich im c) Dokumentationsfunktion	b) Externes Rechnungswesen Anhang d) Kontrolle2.	Wie unterscheiden sich externes und internes Rechnungswesen in gesetzlicher Hinsicht? ____________________________________________________________________ ____________________________________________________________________ ____________________________________________________________________3.	Bitte ordnen Sie die folgenden Begriffe den internen bzw. externen Adressaten des betrieblichen Rechnungswesens zu: a) Finanzamt	b) Geschäftsleitung	c) Abteilungsleiterin	a) Interne Adressaten d) Kundin	b) Externe Adressaten e) Produktionsleitung f ) Bank g) Potentielle Arbeitnehmerin1.3	Gesetzliche Vorschriften und RahmenbedingungenIst Herr Schubert aus unserem Eingangsbeispiel eigentlich gesetzlich verpflichtet, Bücher zu Handelsrechtlicheführen? Und falls ja – mittels welcher gesetzlichen Grundlage ist dies geregelt? Buchführungs- pflichtDie handelsrechtliche Buchführungspflicht ergibt sich aus § 238 (1) des Handelsgesetzbuch Gilt für jeden(HGB). Hiernach ist jeder Kaufmann verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine KaufmannHandelsgeschäfte und die Lage seines Unternehmens nach den Grundsätzen ordnungsmäßi-ger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführungspflicht ist also an die Kaufmanns- Kaufmanneigenschaft geknüpft. Aber wer genau ist ein Kaufmann im Sinne des Gesetzes? Wer Kauf- Wer ein Handels-mann ist, ergibt sich aus §§ 1ff. HGB. Kaufmann ist nach § 1 (1) HGB, wer ein Handelsgewerbe gewerbe betreibtbetreibt. Bleibt zu klären, was genau das Gesetz mit dem Ausdruck „Handelsgewerbe“ meint.Unter einem Handelsgewerbe ist nach § 1 (2) HGB jeder Gewerbebetrieb zu verstehen, der Handelsgewerbeeinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb benötigt. Bei der Definition Gewerbebetriebdieses Begriffs wird wiederum auf § 15 (2) Einkommensteuergesetz (EStG) verwiesen. nach § 15(2) EStGwww.iubh-fernstudium.de 21 20.
Lektion 1 Erforderlich sind: •	Selbstständigkeit (keine Arbeitnehmertätigkeit) •	Nachhaltigkeit (Wiederholungsabsicht) •	Gewinnerzielungsabsicht •	Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr •	Keine Ausübung von Land- und Forstwirtschaft (§ 13 EStG) •	Keine Ausübung eines freien Berufs und keine andere selbständige Tätigkeit nach § 18 EStG (z. B. kein Arzt, Rechtsanwalt oder Steuerberater) Sofern kein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb erforderlich ist, liegt einKleingewerbe Kleingewerbe vor (z. B. bei wiederholten Verkäufen auf eBay). Ein Kleingewerbetreibender istKein Kaufmann, kein Kaufmann im Sinne des § 1 HGB. Kleingewerbetreibende können aber mittels einerweil kein Gewerbe- freiwilligen Eintragung in das Handelsregister die Kaufmannseigenschaft erwerben (§ 2 HGB).betrieb nach § 15 Eine ähnliche Eintragungsoption gibt es auch für Land- und Forstwirte in § 3 (2) HGB.(2) EStG Wer allerdings im Handelsregister eingetragen ist, kann sich nicht (mehr) darauf berufen, ein Kleingewerbetreibender und damit kein Kaufmann zu sein. § 5 HGB regelt den Rechtsschein durch Eintragung (sog. Scheinkaufmann). Jeder Unternehmer, der ins Handelsregister einge- tragen ist, ist automatisch buchführungspflichtig. Kapitalgesellschaften und eingetragene Genossenschaften erhalten unabhängig von ihrerFormkaufmann Größe aufgrund ihrer Rechtsform generell die Kaufmannseigenschaft (sogenannter Form-Kapitalgesell- kaufmann nach § 6 HGB). Sie sind in jedem Fall buchführungspflichtig. In der Übersichtschaften und ergibt sich damit folgende Verknüpfung zwischen Kaufmannsbegriff und BuchführungspflichtGenossenschaften (Coenenberg, 2009a): Buchführungspﬂicht für Kaufmann nach § 238 (1) HGB Buchführungspﬂicht für Kaufmann nach § 238 (1) HGB Istkaufmann Kannkaufmann Formkaufmann (§ 1 HGB) (§§ 2 und 3 HGB) (§ 6 HGB) Kaufmann kraft Kaufmann kraft Kaufmann kraft Gewerbebetrieb Eintragung Rechtsform In kaufmännischer Kleingewerbe oder Kapitalgesellschaften Weise eingerichteter Land- und oder Geschäftsbetrieb Forstwirtschaft Genossenschaften www.iubh-fernstudium.de22 21.
Grundlagen der BuchführungHerr Schubert aus dem Eingangsfall wird als Einzelunternehmer tätig sein. Die Kaufmanns-eigenschaft hängt bei ihm davon ab, ob er einen in kaufmännischer Weise eingerichtetenGeschäftsbetrieb benötigt. Herr Schubert mietet Räume an, will schon bald Umsätze in erheb-lichem Umfang erzielen und Mitarbeiter einstellen. Man kann ihm also unterstellen, dass ereiner kaufmännischen Organisation bedarf und damit Istkaufmann im Sinne des § 1 HGB ist.Aber: Nicht alle Kaufleute sind zur Buchführung verpflichtet.Nach § 241a HGB sind Einzelkaufleute wie Herr Schubert, die an den Abschlussstichtagenvon zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren nicht mehr als 500.000 € Umsatzerlöse und50.000 € Jahresüberschuss aufweisen, von der Buchführung befreit. In diesem Fall muss nach§ 242 (4) HGB auch kein Jahresabschluss aufgestellt werden.Im Falle einer Neugründung wie bei Herrn Schubert kann nicht auf die beiden zurückliegen-den Geschäftsjahre verwiesen werden. Die Befreiungsmöglichkeit tritt also bereits am ersten Befreiungs-Abschlussstichtag nach der Neugründung ein, sofern die genannten Werte für Umsatz und möglichkeitJahresüberschuss nicht überschritten werden. Gilt für Kaufleute, deren Umsatz undWenn Herr Schubert im Gründungsjahr beispielsweise Umsatzerlöse von 200.000 € und einen JahresüberschussJahresüberschuss von 20.000 € erzielt, besteht für ihn keine Buchführungspflicht. Statt der unter Höchst-handelsrechtlichen Buchführung könnte er in diesem Fall eine Einnahmenüberschussrech- grenze bleibenung nach § 4 (3) EStG erstellen. Die Einnahmenüberschussrechnung ist eine einfachere,dafür aber weniger aussagekräftige Form der Gewinnermittlung als die Bilanz. Bei ihr ergibtsich der Gewinn als Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben. Zusammengefasst gilt für„kleine“ Einzelkaufleute (Buchholz, 2010): Wahlrecht nach § 241a HGB für Einzelunternehmen Umsatzerlöse < 500.000 € und Jahresüberschuss < 50.000 € an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen Wahlrecht Freiwillig handelsrechtliche Einnahmenüberschuss- Buchführung rechnung Ermittlung von Gewinn Gegenüberstellung von und Vermögen Einnahmen und AusgabenDurch ihr inzwischen erworbenes Wissen haben Sie Herrn Schubert in einem längerenGespräch davon überzeugt, dass Buchhaltung nicht nur ein lästiges Übel, sondern ein wichti-ges Informationsinstrument für die Unternehmenssteuerung ist. Insofern wird er – unabhän-gig von der evtl. Befreiungsmöglichkeit nach § 241a HGB – freiwillig Bücher führen.www.iubh-fernstudium.de 23 22.
Lektion 1 Herr Schubert ist sich zudem sicher, dass sein Umsatz und sein Gewinn relativ schnell nach Gründung über den relevanten Befreiungsgrenzen liegen werden. In diesem Fall würde er die Wahlfreiheit ohnehin verlieren und müsste Bücher führen. Nun ergibt sich für Herrn Schubert eine neue Frage: Was ist hinsichtlich der Buchführung für steuerliche Zwecke zu beachten? Die Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten nach dem Steuerrecht sind in der Abgaben- ordnung (AO) geregelt, und zwar in §§ 140 und § 141 AO. Wer nach anderen Gesetzen (insbesondere HGB) zur Buchführung verpflichtet ist, ist dies gemäß § 140 AO auch für steuerliche Zwecke. Ergänzend regelt § 141 AO die steuerrechtlichen Buchführungspflichten für Nichtkaufleute, hier aber lediglich für Gewerbetreibende und Land- und Forstwirte, bei denen sich eine steuerliche Buchführungspflicht bei Überschreiten der in § 141 AO genann-Keine Buchfüh- ten Grenzen ergibt. Keine Buchführungspflicht besteht für Freiberufler wie Ärzte, Rechtsan-rungspflicht wälte oder Steuerberater.Haben Freiberuflerwie Ärzte, Rechts- Damit haben wir die zentralen gesetzlichen Vorschriften und Rahmenbedingungen der han-anwälte oder delsrechtlichen Buchführung besprochen. Einige Fragen sind dennoch noch offen: WelcheSteuerberater gesetzlichen Regelungen bestehen für die Aufstellung des Jahresabschlusses nach HGB? Wel- che Unternehmen müssen Abschlüsse nach internationalen Normen, also nach den sogenann- ten „International Financial Reporting Standards (IFRS)“ erstellen? Diese Fragen werden zu einem späteren Zeitpunkt in der Lektion 12 „Grundlagen des Jahresabschlusses“ detailliert erörtert.Jahresabschluss Hingewiesen sei an dieser Stelle lediglich auf die zentrale gesetzliche Vorschrift des § 242 (1)bei Kaufleute - (3) HGB. Hier ist festgelegt, dass Kaufleute eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrech-Bilanz und Gewinn- nung erstellen müssen. Gemeinsam bilden diese dann den Jahresabschluss. Bei Kapitalgesell-und Verlust- schaften ist ergänzend § 264 (1) HGB zu beachten. Hier ist festgelegt, dass der Jahresabschlussrechnung um einen Anhang erweitert werden und ein Lagebericht aufgestellt werden muss (wobei kleine Kapitalgesellschaften gemäß § 264 (1) 4 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Lagebe- richts befreit sind).Jahresabschluss Bei der für kapitalmarktorientierte Konzerne relevanten Rechnungslegung nach „Internationalbei Kapitalgesell- Financial Reporting Standards“ (IFRS) werden die Bestandteile des Jahresabschlusses in IAS 1schaften genannt (IAS 1.10):Bilanz, Gewinn- •	Bilanz (liefert Informationen über Vermögens- und Finanzlage)und Verlust-rechnung, Anhang •	Gesamtergebnisrechnung (liefert Informationen über Ertragslage und Erfolgsquellen)und Lagebericht •	Kapitalflussrechnung (liefert Informationen über die Finanzlage und deren Veränderung) •	Eigenkapitalveränderungsrechnung (stellt die Veränderungen des Eigenkapitals dar) •	Anhang (beinhaltet umfassende ergänzende Informationen unter anderem zu Bilanzie- rungsmethoden sowie zu einzelnen Jahresabschlusspositionen) www.iubh-fernstudium.de24 23.
Grundlagen der BuchführungNach dem International Financial Reporting Standard 8 (IFRS 8) ist bei kapitalmarktorien-tierten Unternehmen ergänzend eine Segmentberichterstattung zu erstellen. Diese liefertzusätzliche Informationen zur Vermögens- und Ertragslage einzelner Geschäftssegmente, waszu einer erhöhten Transparenz insbesondere bei Unternehmen, die in unterschiedlichen Bran-chen und Regionen tätig sind, führt. ?Fragen zur Selbstkontrolle1.	Unter welchen Voraussetzungen ist IT-Händler Herr Schubert als Einzelunternehmer buchführungspflichtig? Prüfen Sie Ihren Wissensstand Grundsätzlich ist jeder __________________ buchführungspflichtig. ______________ Musterlösungen befinden sich im im Sinne des Gesetzes ist, wer über einen in __________________________________ Anhang __________ Geschäftsbetrieb verfügt.2.	Welche Kriterien gibt das Gesetz zur Definition eines solchen Gewerbebetriebs vor? oo Eingerichtete Geschäftsräume oo Selbstständigkeit oo Nachhaltigkeit oo Gesetzliche Zulassung oo Gewinnerzielungsabsicht oo Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr oo Kein Land- und Forstwirt oo Eigenkapital in Höhe von mindestens 10.000 € oo Keine Ausübung eines freien Berufs3.	An welche Voraussetzungen sind die Befreiungsmöglichkeiten von der Buchführungs- pflicht geknüpft? Ein Kaufmann ist von der Buchführungspflicht befreit, wenn er ein ________________ ist. Das ist dann der Fall, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen die Umsätze unter ___________ Euro und der Gewinn unter _____________ Euro bleiben.4.	Herr Schubert hat sich mit einem kleinen IT-Handel selbstständig gemacht. Aus welchen Bestandteilen besteht der von ihm aufzustellende Jahresabschluss? oo Bilanz oo Gewinn- und Verlustrechnung oo Anhang oo Lageberichtwww.iubh-fernstudium.de 25 24.
Lektion 1 5.	Wie wären Buchführungspflicht und Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses zu beurteilen, wenn Herr Schubert eine GmbH gründen würde, mittels derer er seinen IT-Handel betreibt? Bitte entscheiden Sie, ob die folgenden Aussagen richtig oder falsch sind: Für eine GmbH gelten hinsichtlich der Buchführungspficht die gleichen Regeln wie für Kaufleute. oo Richtig oo Falsch Eine GmbH ist dann von der Buchführungspflicht befreit, wenn ihr Umsatz an fünf auf- einanderfolgenden Abschlussstichtagen unter 1.000.000 Euro bleibt. oo Richtig oo Falsch Eine GmbH ist aufgrund ihrer Rechtsform immer zur Buchführung verpflichtet. oo Richtig oo Falsch 1.4	Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und RechnungslegungsgrundsätzeFinden Sie Nach § 238 (1) HGB sind die Bücher nicht nur „irgendwie“ zu führen, sondern nach denAuf der Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Diese sogenannten GoB sind ein unbestimmterLernplattform CLIX Rechtsbegriff und müssen konkretisiert werden. Bei der Rechtsanwendung gilt, dass die gesetz- lichen Vorschriften vorrangig vor den GoB anzuwenden sind. Die GoB werden aus drei Quellen gebildet (Wörner, 2003):Grundsätze •	Gesetzliche Vorschriften (sogenannte kodifizierte GoB, §§ 238ff.)ordnungsmäßigerBuchführung •	Rechtsprechung (z. B. Finanzgerichtsbarkeit)Regeln die Art •	Handelsbrauch (die im kaufmännischen Verkehr übliche Vorgehensweisen)und Weise derBuchführung Ordnungsmäßig ist eine Buchführung dann, wenn sie einem sachverständigen Dritten inner- halb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann (§ 238 (1) 2 HGB). Ordnungsmäßigkeit hat nach § 239 (2) HGB sowohl materielle (die Buchführung muss vollständig und richtig sein) als auch formelle (die Buchführung muss zeitgerecht und geordnet sein) Aspekte. Für die praktische Anwendung sind die GoB immer dann relevant, wenn keine gesetzliche Regelung für einen bestimmten Sachverhalt existiert oder wenn Auslegungsschwierigkeiten bestehen. www.iubh-fernstudium.de26 25.
Grundlagen der BuchführungDie GoB lassen sich in die Teilbereiche•	Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur•	Grundsätze ordnungsmäßiger Dokumentation und•	Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierungdifferenzieren, die nachfolgend im Überblick dargestellt werden (Quick, 2009). Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur: Dienen zur Sicherung einer sachgerechten Erfassung der Vermögensgegen- stände und Schulden Vollständigkeit Richtigkeit und Nachprüfbarkeit Einzelerfassung und Willkürfreiheit und Dokumentation Einzelbewertung Vollständige Auf- Fehlerfreie und Klare Aufzeichnun- Vermögensgegen- nahme aller Vermö- willkürfreie Fest- gen, die Überprü- stände und Schul- gensgegenstände stellung von Men- fung ermöglichen den einzeln erfas- und Schulden gen und Werten sen und bewerten (§ 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB)Grundsätze ordnungsmäßiger Inventur Grundsätze ordnungsmäßiger Dokumentation: Dienen zur Sicherung der Aufzeichnung aller buchungspflichtigen Geschäftsvorfälle Materielle Grundsätze Formelle Grundsätze Vollständigkeit Richtigkeit Begründetheit Klarheit Sicherheit Buchführung Keine Manipu- Beleg als Klare und Aufzeichnun- muss alle lationen Grundlage für übersichtliche gen erleichtern Geschäftsvor- z. B. durch Buchung Buchführung, sicheren fälle enthalten Verbuchung (zur Beweis- z. B. Numme- Einblick in unwahrer sicherung) rierung von Buchführung, Tatsachen Unterlagen, entsprechen Verweise, den Buchungen sachgerechte KontierungGrundsätze ordnungsmäßiger Dokumentationwww.iubh-fernstudium.de 27 26.
Lektion 1 Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung: Anforderungen an die Buchführung Allgemeine Anforderungen Besondere Anforderungen •	Überblickbarkeit •	Lebende Sprache (§ 238 (1) HGB) und eindeutige Abkürzungen (§ 239 (1) HGB) •	Nachvollziehbarkeit (§ 238 (1) HGB) •	Vollständige, richtige, zeitgerechte und geordnete Verbuchung (§ 239 (2) HGB) •	Unveränderlichkeit (§ 239 (3) HGB) •	Zulässigkeit alternativer Buchführungsformen (§ 239 (4) HGB) Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung Inwiefern sind die GoB gesetzlich im HGB verankert? Welche Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung sind bei Ansatz und Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden zu beachten? Einschlägig sind hier insbesondere die §§ 243, 246 und 252 HGB: Prinzipien der Bilanzierung § 252 (1) 4 § 252 (1) 4 § 252 (1) 4 Vorsichtsprinzip Realisationsprinzip Imparitätsprinzip Nach § 252 (1) 4 HGB ist vorsichtig zu bewerten. Das bedeutet, dass alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt werden müssen. Dies gilt selbst dann, wenn diese erst zwischen dem Abschlussstichtag und dem Tag der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Anders sieht es bei Gewinnen aus. Diese sind nur zu berücksichtigen, wenn sie am Abschlussstichtag realisiert sind. www.iubh-fernstudium.de28 27.
Grundlagen der Buchführung Prinzipien der Bilanzierung § 252 (1) 3 § 252 (1) 4 § 252 (1) 2 Einzelbewertungs- Fortführungs- Stichtagsprinzip prinzip prinzipDie Vermögensgegenstände und Schulden sind zum Abschlussstichtag einzeln zu bewerten(§ 252 (1) 3 HGB). Bei der Bewertung ist von der Fortführung der Unternehmenstätigkeitauszugehen, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Grundlagen der Bewertung § 252 (1) 6 + § 246 (3) § 252 (1) 5 § 252 (1) 1 Stetigkeit Periodisierung BilanzidentitätDie auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bewertungs- und Bilanzierungsme-thoden müssen beibehalten werden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sindunabhängig von den Zeitpunkten der entsprechenden Zahlungen im Jahresabschluss zuberücksichtigen. Die Wertansätze in der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres müssen mitdenen der Schlussbilanz des vorhergehenden Geschäftsjahres übereinstimmen. Anforderungen an eine Bilanz § 246 (1) § 243 (2) Vollständigkeit KlarheitDer Jahresabschluss hat sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungs-posten, Aufwendungen und Erträge zu enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmtist. Zudem muss er klar und übersichtlich sein.www.iubh-fernstudium.de 29 28.
Lektion 1 Bei der für kapitalmarktorientierte Konzerne relevanten Rechnungslegung nach „InternationalAnnahme der Financial Reporting Standards“ (IFRS) werden die Basisannahmen der Rechnungslegung undUnternehmens- die qualitativen Anforderungen an die Rechnungslegung im Rahmenkonzept (Framework)fortführung und im International Accounting Standard IAS 1 geregelt (Quick, 2009). GrundlegendeMan geht davon Annahmen der Rechnungslegung nach IFRS sind:aus, dass dasUnternehmen •	Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern)weiterhin besteht Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist von der Unternehmensfortführung auszu-und nicht aufgelöst gehen, sofern nicht rechtliche oder tatsächliche Gründe gegen diese Annahme sprechenwird. (F.23, IAS 1.25). Dieser Grundsatz entspricht dem HGB (§ 252 (1) 2 HGB).Grundsatz der •	Grundsatz der Periodenabgrenzung (Accrual Basis)Periodenab- Ein- und Auszahlungen sind nicht zwingend zum Zeitpunkt des Zu- und Abflussesgrenzung erfolgswirksam zu erfassen, sondern in der Periode, der sie wirtschaftlich zuzurechnenAufwendungen und sind (F.22, IAS 1.27). Zahlungsströme sind also für die Erfolgsermittlung irrelevant. DiesErträge müssen gilt im HGB vom Grundsatz her genauso.der Periodezugerechnet Ergänzend zu diesen Basisannahmen sollen die qualitativen Anforderungen (qualitative cha-werden, in der sie racteristics of financial statements, F.25 ff., IAS 1.7 ff.) den Aussagegehalt der Jahresabschluss-entstanden sind. informationen sicherstellen (Buchholz, 2010): Qualitative Anforderungen an die Rechnungslegung Understandability Verständlichkeit des Jahresabschlusses Relevance Entscheidungsrelevante Informationen, d. h. Ansatz, Ausweis und Bewertung relevanter Posten (nach Art und Wesentlichkeit) Reliability Verlässlichkeit •	Faithful Representation •	Glaubwürdige Darstellung •	Neutrality •	Neutralität, Willkürfreiheit •	Substance over form •	Wirtschaftliche Betrachtungsweise •	Prudence •	Vorsichtige Schätzung •	Completeness •	Vollständigkeit Comparability Vergleichbarkeit Qualitative Anforderungen an die Rechnungslegung www.iubh-fernstudium.de30 29.
Grundlagen der Buchführung ?Fragen zur Selbstkontrolle1.	Welche zentralen Grundsätze ordnungmäßiger Buchführung sind laut HGB zu beachten? Prüfen Sie Ihren Wissensstand Eine Buchführung gilt als ordnungsmäßig, wenn sich mit ihrer Hilfe ein ____________ Musterlösungen befinden sich im ____________ Dritter innerhalb ______________________ einen Überblick über die Anhang _______________ und die ___________ des Unternehmens bilden kann.2.	Was sind die Grundsätze ordnungsmäßiger Bilanzierung? oo Überblickbarkeit oo Richtigkeit oo Begründetheit oo Nachvollziehbarkeit oo Lebendige Sprache oo Eindeutige Abkürzungen oo Unveränderlichkeit oo Sauberkeit3.	Welche Punkte sind gemäß des IFRS für die Rechnungslegung grundlegend? oo Annahme der Unternehmensfortführung oo Doppelte Buchführung oo Grundsatz der Periodenabgrenzung1.5	Rechengrößen des RechnungswesensIn Abschnitt 1.4 wurde dargestellt, dass nach dem Grundsatz der Periodenabgrenzung zwi-schen Ein- und Auszahlungen und Erträgen und Aufwendungen zu differenzieren ist. Diesführt uns zu der Frage, was genau Erträge und Aufwendungen sind und worin der Unterschiedzu Ein- bzw. Auszahlungen besteht.Herr Schubert aus dem Eingangsbeispiel kauft einen Bürostuhl und bezahlt diesen bar. DaGeld ausgegeben wurde, handelt es sich hier unstrittig um eine Auszahlung. Liegen aber auchAufwand oder Kosten vor? Um dies beurteilen zu können, müssen folgende Begriffe definiertwerden (Bussiek, 2010):Auszahlung	=	Geldabfluss in Form liquider Mittel (bar oder vom Bankkonto)Einzahlung	=	Geldzufluss in Form liquider Mittel (bar oder auf Bankkonto)www.iubh-fernstudium.de 31 30.
Lektion 1 Die Begriffe Einzahlung und Auszahlung beziehen sich also nur auf Geldflüsse. Ausgabe	=	Geldabfluss einschließlich Entstehung von Verbindlichkeiten Einnahme	=	Geldzufluss einschließlich Erhöhung der Forderungen Bei Ausgabe bzw. Einnahmen fließt Geld oder es entstehen Schulden. Es kommt also gewis- sermaßen ein „virtueller“ Aspekt hinzu. Aufwand	=	Verbrauch von Gütern und Leistungen einer Periode. Dabei kann differenziert werden in ordentlichen Aufwand bzw. Zweckaufwand (betriebsbedingt, z. B. Personalaufwand) und neutralen bzw. außer-	ordentlichen Aufwand (nicht betriebsbedingt, z. B. Spenden) Ertrag	=	Durch Erstellung von Gütern oder Erbringung von Dienstleistungen erwirtschafteter Erfolgsbeitrag. Der Zweckertrag ist betriebsbedingt (z. B. Umsatzerlöse), der neutrale bzw. außerordentliche Ertrag resultiert aus außerordentlichen Einflüssen. Bei Aufwand oder Ertrag muss nicht zwingend Geld fließen. Kosten	=	Ordentlicher, betriebsbedingter wertmäßiger Einsatz von Gütern und Leistungen Leistungen	=	Wertmäßige Ausbringung eines Betriebs, Ergebnis des Leistungsprozesses Kosten und Leistungen betreffen den betriebsbedingten Prozess. Die Begriffspaare Einzahlungen / Auszahlungen bzw. Einnahmen / Ausgaben sind insbeson- dere im Bereich Liquiditätsrechnung und Finanzierung einschlägig. Kosten und Leistungen sind im Rahmen der Kosten- und Leistungsrechnung relevant. Zentrale Begrifflichkeiten für die Buchführung sind die Erträge und Aufwendungen. Die Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen ergibt den Gewinn des Unternehmens. Der Kauf eines Bürostuhls ist damit eine Auszahlung und eine Ausgabe, aber noch nicht unmittelbar Aufwand und Kosten. Auf- wand und Kosten entstehen dann erst mit dem Gebrauch bzw. der Abschreibung des Büro- stuhls. www.iubh-fernstudium.de32 31.
Grundlagen der Buchführung ?Fragen zur Selbstkontrolle1.	Der IT-Händler Herr Schubert hat im ersten Geschäftsjahr diverse Geschäftsvorfälle zu verzeichnen. Prüfen Sie Ihren Wissensstand Bitte entscheiden Sie, ob es sich dabei um Auszahlungen, Einzahlungen, Ausgaben, Ein- Musterlösungen nahmen, Aufwand, Ertrag, Kosten oder Leistungen handelt. befinden sich im Anhang Kauf eines PC oo Auszahlung	o Einzahlung	o Ausgabe	o Einnahme oo Aufwand	o Ertrag	o Kosten	o Leistungen Nutzung und Abschreibung eines PC oo Auszahlung	o Einzahlung	o Ausgabe	o Einnahme oo Aufwand	o Ertrag	o Kosten	o Leistungen Verkauf eines Druckers auf Ziel oo Auszahlung	o Einzahlung	o Ausgabe	o Einnahme oo Aufwand	o Ertrag	o Kosten	o Leistungen Eine Aushilfskraft wird für die Tätigkeit bar bezahlt oo Auszahlung	o Einzahlung	o Ausgabe	o Einnahme oo Aufwand	o Ertrag	o Kosten	o Leistungen Barverkauf von Datenträgern oo Auszahlung	o Einzahlung	o Ausgabe	o Einnahme oo Aufwand	o Ertrag	o Kosten	o Leistungen Aus dem Ladenraum wird ein PC gestohlen oo Auszahlung	o Einzahlung	o Ausgabe	o Einnahme oo Aufwand	o Ertrag	o Kosten	o Leistungenwww.iubh-fernstudium.de 33 32.
Lektion 1 Zusammenfassung Das betriebliche Rechnungswesen dient der zahlenmäßigen Abbildung aller betrieblichen Prozesse, während die Buchhaltung lediglich Geschäftsvorfälle erfasst und sie aufbereitet. Die Ziele des Rechnungswesens sind Dokumentation, Planung und Kontrolle. Besonders wichtig ist hierbei nach IFRS die Bereitstellung entscheidungsnützlicher Informationen. Entsprechend der Adressaten des Rechnungswesens wird zwischen internem Rech- nungswesen (Kosten- und Leistungsrechnung, Investitions- und Finanzierungsrech- nung, Planungsrechnungen) und externem Rechnungswesen (Finanzbuchhaltung mit Jahresabschlusserstellung) unterschieden. Laut IFRS stehen die Informationsinteressen der Investoren im Vordergrund. Für Kaufleute besteht die handelsrechtliche Buchführungspflicht nach § 238 (1) HGB im Sinne der §§ 1 ff. HGB. Für kleine Einzelkaufleute existiert nach § 241a HGB aber eine Befreiungsmöglichkeit. Kaufleute müssen nach § 242 HGB einen aus Bilanz und Gewinn- und Verlust- rechnung bestehenden Jahresabschluss erstellen. Kapitalgesellschaften müssen nach § 264 (1) HGB den Jahresabschluss, um einen Anhang erweitern und es muss (sofern keine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 264 (1) 4 HGB vorliegt) ein Lage- bericht erstellt werden. Für kapitalmarktorientierte Konzerne sind die IFRS mit ergänzenden Informations- instrumenten (Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Segment- berichterstattung) relevant. Bei der Buchführung und Bilanzierung sind die sogenann- ten GoB zu beachten, die die gesetzlichen Regelungen ergänzen und konkretisieren.CLIX WissenstestWissenstest im Haben Sie diese Lektion verstanden?Internet Hervorragend. Dann kontrollieren Sie bitte jetzt Ihre Lernfortschritte auf unsererErfassen Sie Ihre Lernplattform CLIX.Lernfortschritte Viel Erfolg! www.iubh-fernstudium.de34 33.
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