Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-09-2014-2C_749-2014
Timestamp: 2016-10-21 13:20:28+00:00

Document:
2C_749/2014 (15.09.2014)
2C_749/2014 � � Urteil vom 15. September 2014
vertreten durch Rechtsanwalt Johann Burri,
Amt f�r Migration des Kantons Schwyz,
Regierungsrat des Kantons Schwyz.
Beschwerde gegen den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz, Kammer III, vom 25. Juni 2014.
1.1.�A.________ ist kosovarischer Staatsangeh�riger und wurde 1981 in der Schweiz geboren. In der Folge hielt er sich bis zu seinem 10. Lebensjahr in seiner Heimat auf. Am 10. Mai 1992 reiste er im Familiennachzug in die Schweiz ein, wo ihm die Niederlassungsbewilligung erteilt wurde. Am 24. Januar 2007 heiratete er eine in der Schweiz niederlassungsberechtigte Landsfrau (geb. 1988), welche am 17. Juli 2008 eine gemeinsame Tochter gebar.
1.2.�Ab 2003 wurde A.________ wiederholt straff�llig, was am 11. April 2006 zu einer ausl�nderrechtlichen Verwarnung f�hrte. Am 9. Juli 2012 verurteilte das Strafgericht des Kantons Schwyz ihn wegen gewerbsm�ssig begangener Bet�ubungsmitteldelikte zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten. A.________ ist am 26. M�rz 2014 bedingt aus dem Strafvollzug entlassen worden.
1.3.�Mit Verf�gung vom 13. Dezember 2013 widerrief das Amt f�r Migration des Kantons Schwyz die Niederlassungsbewilligung von A.________ und wies ihn weg. Die kantonalen Rechtsmittel blieben ohne Erfolg. A.________ beantragt vor Bundesgericht, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Schwyz vom 25. Juni 2014 aufzuheben. Er macht geltend, der angefochtene Entscheid sei unverh�ltnism�ssig und trage den Interessen des Kindes zu wenig Rechnung. Im �brigen drohten ihm im Kosovo "schwerste Repressionen" durch den "M�rder" seines Cousins, der dank eines Hinweises seinerseits festgenommen und im Kosovo zu 12 Jahren Haft verurteilt worden sei.
2.1.�Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, wie die Vorinstanz ihn festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann diesen bloss berichtigen oder erg�nzen, wenn er offensichtlich unrichtig ist oder in Verletzung wesentlicher Verfahrensrechte ermittelt wurde (Art. 105 Abs. 2 BGG). Die beschwerdef�hrende Person muss rechtsgen�gend dartun, dass und inwiefern der festgestellte Sachverhalt bzw. die beanstandete Beweisw�rdigung klar und eindeutig mangelhaft, mit anderen Worten willk�rlich, erscheint (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3; 133 II 350 E. 1.3).
2.2.�Willk�r liegt nicht bereits dann vor, wenn eine andere Sicht ebenfalls vertretbar oder sogar zutreffender erscheint, sondern nur, wenn sich die vorinstanzliche Beurteilung als offensichtlich unhaltbar erweist, mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt bzw. in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl�uft (BGE 134 I 140 E. 5.4 S. 148 mit Hinweisen). Auf rein appellatorische Kritik an der Sachverhaltsermittlung und an der Beweisw�rdigung geht das Bundesgericht nicht weiter ein (BGE 136 II 101 E. 3 S. 104 f.).
2.3.�In rechtlicher Hinsicht ist - in Auseinandersetzung mit der Begr�ndung im angefochtenen Urteil - darzutun, inwiefern dieses Bundesrecht verletzt (vgl. BGE 134 II 244 E. 2.1 - 2.3). Es gen�gt dabei nicht, lediglich auf die Ausf�hrungen und die Akten im kantonalen Verfahren zu verweisen bzw. den dort vertretenen Standpunkt zu wiederholen; erforderlich sind sachbezogene Darlegungen zu den rechtlichen �berlegungen der Vorinstanz.
2.4.�Der Beschwerdef�hrer beschr�nkt sich darauf, die bereits vor dem Verwaltungsgericht erhobenen, von diesem jedoch verworfenen Einw�nde zu wiederholen und zu behaupten, der Widerruf seiner Niederlassungsbewilligung sei mit Blick auf seine famili�ren Verh�ltnisse unverh�ltnism�ssig. Mit den Ausf�hrungen des Verwaltungsgerichts hierzu setzt er sich unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten (Willk�r) nicht sachbezogen auseinander. Er legt nicht dar, inwiefern die Beweisw�rdigung und die Feststellung des Sachverhalts bez�glich der fehlenden Verbundenheit zur Schweiz als offensichtlich unhaltbar zu gelten h�tten (vgl. Art. 106 Abs. 2 BGG; "qualifizierte R�ge- und Substanziierungspflicht": BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254). Mit den rechtlichen Ausf�hrungen der Vorinstanz zu seinen Einw�nden setzt er sich nur am Rande und damit kaum rechtsgen�gend auseinander.
3.1.�In der Sache ist die Interessenabw�gung des Verwaltungsgerichts nicht zu beanstanden; sie entspricht Gesetz und bundesgerichtlicher Praxis (vgl. BGE 139 I 145, 31 E. 2 und 3, 16 E. 2 - 5; 137 II 297 E. 2 und 3; 135 II 377 E. 4) : Der Beschwerdef�hrer ist zwar in der Schweiz geboren, hat sich in der Folge aber bis zu seinem zehnten Lebensjahr in seiner Heimat aufgehalten. Er ist wiederholt straff�llig geworden und wurde deshalb 2006 verwarnt. Dennoch delinquierte er weiter und wurde er 2012 zu einer Freiheitsstrafe von 60 Monaten verurteilt: Der Beschwerdef�hrer war �ber mehrere Jahre hinweg im Bet�ubungsmittelhandel aktiv, wobei er einen Umsatz von Fr. 122'712.-- erzielte (Handel mit 691.14 Gramm reinem und 4'863 Gramm gestrecktem Heroin). Er beteiligte sich auf der zweiten (von insgesamt vier) Hierarchiestufen am Handel eines Bet�ubungsmittelsyndikats; dabei �bernahm er organisatorische Belange wie die Einfuhr und die Grobverteilung der Ware. Er hatte zudem immer eine Waffe griff- und einsatzbereit bei sich. Weder die Beziehung zu seiner Frau noch die Geburt seiner Tochter hielten ihn von seiner deliktischen T�tigkeit ab. Dass er im Strafvollzug zu keinen Klagen Anlass gab, durfte von ihm erwartet werden; im �brigen lassen sich aus einem Wohlverhalten in Unfreiheit noch keine zwingenden Schl�sse darauf ziehen, ob und in welchem Umfang eine weitere R�ckfallgefahr besteht. Die bedingte Entlassung aus dem Strafvollzug bildet ihrerseits die Regel und nicht die Ausnahme bei besonders gutem Verhalten, weshalb auch ihr kein besonderes Gewicht zukommt.
3.2.�Der Beschwerdef�hrer h�lt sich seit seinem 10. Lebensjahr in der Schweiz auf, kann aber aufgrund der f�r das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz weder beruflich noch sozial als integriert gelten (massive Straff�lligkeit, keine soziale Verwurzelung usw.). Er spricht die albanische Sprache und hat von der Geburt bis zum 10. Lebensjahr in seiner Heimat gelebt, wo er �ber Angeh�rige verf�gt. Seine Gattin h�lt sich seit ihrem 3. Altersjahr in der Schweiz auf, unterh�lt aber - zumindest �ber Ferienaufenthalte - ebenfalls noch Beziehungen zur gemeinsamen Heimat; auch spricht sie albanisch. Die Tochter befindet sich ihrerseits noch in einem anpassungsf�higen Alter. Eine R�ckkehr in den Kosovo d�rfte ihr und der Mutter zwar nicht leicht fallen, erscheint aber - wegen der Schwere der Straftaten des Beschwerdef�hrers, seiner Unverbesserlichkeit und des Umstands, dass er vor der Heirat bereits verwarnt worden ist - zumutbar. Im �brigen steht es ihnen frei, in der Schweiz zu verbleiben und die Beziehung zum Gatten bzw. Vater �ber die Grenzen hinweg zu leben. Der Hinweis, dass der Beschwerdef�hrer mit Repressionen rechnen m�sse, da er die Beh�rden �ber den Aufenthaltsort des M�rders seines Cousins informiert habe, �ndert hieran nichts, drohen ihm solche doch allenfalls auch in der Schweiz; er kann sich an die dortigen Beh�rden wenden.
4.1.�Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unbegr�ndet und ist ohne Weiterungen im vereinfachten Verfahren nach Art. 109 BGG abzuweisen, soweit darauf eingetreten wird. Erg�nzend kann auf die Ausf�hrungen im angefochtenen Entscheid verwiesen werden (Art. 109 Abs. 3 BGG). Mit dem vorliegenden Urteil in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung gegenstandslos.
4.2.�Der unterliegende Beschwerdef�hrer hat die Kosten f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Es sind keine Parteientsch�digungen geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).
�Die Gerichtskosten von Fr. 1'500.-- werden dem Beschwerdef�hrer auferlegt.
�Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Regierungsrat des Kantons Schwyz, dem Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz, Kammer III, und dem Bundesamt f�r Migration schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 106
 BGE 
 BGE 
 Art. 106
 BGE 
 BGE 
 Art. 109