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Timestamp: 2018-05-22 11:57:12+00:00

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BVerwG, 27.10.1961 - VI B 2.61, VI B 7.61 - dejure.org
BVerwG, 27.10.1961 - VI B 2.61, VI B 7.61
VwGO §§ 124, 60
BVerwGE 13, 141
NJW 1962, 555
MDR 1962, 239
DVBl 1962, 35
JR 1962, 234
Ein Schriftsatz ohne eigenhändige Unterschrift stellt zunächst einen Entwurf und noch keine schriftlich zu erhebende Klage dar, weil erst die eigenhändige Unterschrift zum Ausdruck bringt, daß das Schriftstück, das bis dahin ein unfertiges Internum war, nunmehr für den Verkehr bestimmt ist (BVerwGE 13, 141 ).
Für das Zivilprozeßrecht hat das Reichsgericht allerdings in ständiger Rechtsprechung die eigenhändige Unterschrift gefordert (vgl. RGZ 151, 82 [83 f.]; JW 36, 3313 für einen tatsächlich nahezu gleichgelagerten Fall;… a. A. KG, JW 30, 169 und Stein/Jonas/Schönke, ZPO , 18. Aufl., § 129 Anm. 2), und hierin ist ihm für das verwaltungsgerichtliche Verfahren das Bundesverwaltungsgericht gefolgt (BVerwGE 13, 141 [143]).
Das wird im Anschluß an die Rechtsprechung des Reichsgerichts (RGZ 151, 82 [84]) allgemein angenommen und gilt auch für § 124 Abs. 2 Satz 1 VwGO (Beschlüsse vom 27. Oktober 1961 - BVerwG VI B 2.61 - in BVerwGE 13, 141 [142] , vom 1. September 1964 - BVerwG I B 148.64 - [S. 3] und vom 14. Februar 1966 - BVerwG IV B 140.65 - [NJW 1966, 1043]).
Daß es - zumindest im Verwaltungsstreitverfahren - weitere Ausnahmen gibt, zeigt vor allem der Beschluß des Großen Senats vom 15. Juni 1959 - BVerwG Gr.Sen. 1.58 - (BVerwGE 10, 1 [BVerwG 15.06.1959 - GrSen - 1/58]), der zwar die Revisionseinlegung nach § 57 Abs. 1 Satz 1 BVerwGG betrifft, jedoch in der nachfolgenden Zeit für die Berufung nach der MRVO Nr. 165 (Urteile vom 24. Februar 1960 - BVerwG V C 158.58 - [DVBl. 1960, 284] und vom 11. Mai 1960 - BVerwG VI C 185.58 - [DöD 1960, 195]) und den süddeutschen Verwaltungsgerichtsgesetzen (Urteil vom 8. April 1960 - BVerwG VI C 159.58 - [S. 9 f.]) übernommen und nach dem Inkrafttreten der Verwaltungsgerichtsordnung aufrechterhalten worden ist (Beschlüsse vom 27. Oktober 1961 - BVerwG VI B 2.61 - in BVerwGE 13, 141 [142 f.] und vom 14. Februar 1966 - BVerwG IV B 140.65 - in NJW 1966, 1043 [1044], vgl. dazu ferner Kohlbrügge DVBl. 1961, 538): Die Schriftlichkeit eines Rechtsmittels erfordert "begrifflich ... nicht unter allen Umständen die eigenhändige Unterschrift", so daß "jedenfalls bei Behörden" ausreicht, wenn der Schriftsatz anstatt mit einer eigenhändigen mit einer beglaubigten Unterschrift beim Gericht eingereicht wird (BVerwGE 10, 1 [BVerwG 15.06.1959 - GrSen - 1/58] [3]).
Die bereits erwähnten Beschlüsse des VI. und des I. Senats (vom 27. Oktober 1961 - BVerwG VI B 2.61 - [BVerwGE 13, 141] und vom 1. September 1964 - BVerwG I B 148.64 -) dürfen ebensowenig wie die ohnehin nicht § 124, sondern die §§ 81 und 139 VwGO betreffenden Entscheidungen des III. und des VIII. Senats (Beschluß vom 11. Februar 1965 - BVerwG III C 19.65 - [ZLA 1965, 119] und Urteil vom 9. November 1967 - BVerwG VIII C 12.67 - [S. 4]) in der dort jeweils geforderten eigenhändigen Unterschrift aus dem Zusammenhang mit dem Beschluß des Großen Senats vom 15. Juni 1959 (BVerwGE 10, 1 [BVerwG 15.06.1959 - GrSen - 1/58]), also nicht davon gelöst werden, daß es sich um einen ausnahmefähigen Grundsatz handelt.
Wenn das Tatsachengericht fehlerhaft das Vorliegen von Sachurteilsvoraussetzungen verneint hat, begründet dies einen Verfahrensmangel im Sinne von § 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO (vgl. BVerwGE 13, 141; 13, 239; 30, 111 ).
Wenn einem Rechtsanwalt die Akten rechtzeitig zur Bearbeitung vorgelegt worden sind oder er selbst sie zur Bearbeitung aus der eingerichteten und überwachten Fristenkontrolle seines Büros entnimmt, so trifft ihn eine gesteigerte eigene Verantwortung dafür, daß alle Formerfordernisse eingehalten werden (BVerwGE 13, 141 [146] und zusätzlich zu den dortigen Nachweisen BGH, Urteil vom 25. September 1968 [NJW 1968 S. 2244]).
Selbst als er am 30. Dezember 1974 rechtsirrigerweise angenommen hat, daß an diesem Tag die Revisionsbegründungsfrist abläuft, hätte er ohne weiteres telegrafisch Verlängerung dieser Frist beantragen können (Nachweise in BVerwGE 13, 141 [142]).
Das FG folge hierbei den Ausführungen des BVerwG (NJW 1962, 555).
Die Rechtsprechung des BVerwG (vgl. BVerwGE 2, 190 und 13, 141) zu § 81 Abs. 1 VwGO, der mit § 64 Abs. 1 FGO wörtlich übereinstimmt, verlangt grundsätzlich, daß ein bestimmender Schriftsatz zu seiner Wirksamkeit der eigenhändigen Unterschrift des den Schriftsatz Einreichenden bedarf.
Das BVerwG hat diese Frage verneint (vgl. Beschluß des BVerwG vom 27. Oktober 1961 in BVerwGE 13, 141, und vom 14. Februar 1966 in HFR 1966, 331), weil eine Fristsetzung zur Behebung von Mängeln der Klageschrift (§ 82 Abs. 2 VwGO) nur zur Nachholung der in § 82 Abs. 1 VwGO bezeichneten Angaben in Betracht kommt, die eigenhändige Unterschrift zu den in § 82 Abs. 1 VwGO genannten Erfordernissen jedoch nicht zählt.
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Das Bundesverwaltungsgericht hat wiederholt ausgesprochen, daß mit dem Vorbringen, über den prozessualen Anspruch sei rechtsfehlerhaft nicht durch Sachurteil, sondern durch Prozeßurteil entschieden worden, ein Verstoß gegen Vorschriften über das gerichtliche Verfahren geltend gemacht wird (BVerwGE 13, 141 und 239 mit weiteren Hinweisen; ebenso Bundessozialgericht, Urteil vom 26. Februar 1960, NJW 1960, 1491).
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References: § 129
 § 124
 § 57
 § 124
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 § 81
 § 64
 § 82
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