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Timestamp: 2019-10-18 16:32:54+00:00

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Flug – PASSAGIERRECHTE
Unter einer Flugreise, auch Luftreise oder Luftbeförderung genannt, versteht man die Beförderung mit Hilfe eines Luftfahrzeugs um eine meist größere Distanz zu überwinden. Fluggesellschaften bieten Passagieren hierzu einen Linien- und/oder Charterverkehr an.
3.2 Flugbegleiter
4 Luftbeförderungsvertrag
4.1 Gewünschter Abflughafen
5.1 Flugschein
5.2 Online-Buchungen: GDS und CRS
5.3 Elektronischer Flugschein/e-Ticket
5.4 Rail and Fly-Tickets
5.5 Bordkarte
6 Wet-Lease
7 Gabelflug
8 Stoppmöglichkeiten während eines Flugs
8.1 Stoppover
8.3 Multistoppflug
9 Rundflug
10 Zwischenlandungen
10.1 Flüge mit Unterbrechungen im EU-Ausland
10.2 Flüge mit Unterbrechungen in einem Drittstaat durch Fluggesellschaft eines Drittstaates
10.3 Letzter Flug/ Anschlussflüge
10.4 Entfernungsermittlung
11 Gepäck
11.1 Aufgegebenes Gepäck
12 Check-in und Ausschlusszeit
13 Boarding
14 Mögliche auftretende Probleme während des Flugs
15 Flugangst
16 Ökologische Auswirkungen des Luftverkehrs
17 Fluglärm
18 Mobilitätseinschränkungen beim Flug
20 Urteile
Der Begriff des "Fluges" ist in Art. 2 der Fluggastrechteverordnung nicht definiert. Wohl aber wurden durch die Rechtsprechung Konkretisierungen vorgenommen:
Flug im Sinne der Fluggastrechte-VO ist nicht die Luftverkehrsbewegung eines Flugzeugs, sondern ein Beförderungsvorgang, der von einem bestimmten Luftverkehrsunternehmen auf einer bestimmten Route ausgeführt wird und mit dem eine Gesamtheit von Fluggästen von einem Flughafen zum anderen befördert wird ([BGH, Urt. v. 04.09.2018, Az: X ZR 111/17 https://openjur.de/u/2121790.html]).
Besondere Schwierigkeiten bereiten die so genannten "Rundflug"-Fälle. Hierbei handelt es sich einheitlich gebuchte um Beförderungen, die von einem Ort A zu einem anderen Ort B fliegen und von diesem wieder zurück zu Ort A. Typischerweise sind dies Urlaubsflüge, denn ein Aufenthalt an Ort B schadet nicht.
Umstritten ist, ob die Gesamtheit von Hinflug und Rückflug zwei oder aber lediglich einen Flug im Sinne der Fluggastrechteverordnung darstellt. Zum Verständnis dieses Streits muss auf das Montrealer Übereinkommen verwiesen werden, welches in seinem Artikel 1 Absatz 3 ausdrücklich definiert, dass solche Konstellationen (Rundflug) nur einen Beförderungsvorgang darstellen.
Die Entscheidung dieses Streits hat hohe Relevanz, dies soll folgendes Beispiel erörtern: Es wird in einer einheitlichen Buchung ein (Hin-)Flug von Frankfurt nach New York und zurück gebucht, welcher von einer Fluggesellschaft mit Sitz in einem Nicht-EU-Mitgliedsstaat ausgeführt wird. Nimmt man nun an, dass Hin- und Rückflug zwei Flüge im Sinne der Verordnung darstellen, ist die Fluggastrechteverordnung nur auf den Hinflug (Frankfurt - New York) anwendbar (vgl. Anwendungsbereich der Verordnung).
Folgt man jedoch der Ansicht das lediglich ein Flug vorliegt, ist die Fluggastrechteverordnung ebenfalls auf den Hinflug anzuwenden, nun jedoch auch auf den Rückflug.
Während zum Beispiel das OLG Frankfurt von einem Flug ausging ([OLG Frankfurt am Main, Urt. v. 10.09.2008, Az: 19 U 212/06 https://openjur.de/u/301111.html]), hat der EuGH in der Rechtssache Schenkel entschieden, dass in solchen "Rundflug"-Fällen von zwei getrennt zu betrachtenden Flügen ausgegangen werden muss ([EuGH, Urt. v. 10. 7. 2008, Az: C-173/07 https://lexetius.com/2008,1681]).
Das Montrealer Übereinkommen fände keine Anwendung auf die Rundflug-Problematik: In diesem geht es gerade nicht um den "Flug", sondern um einen "Beförderungsvorgang". Neben systematischen Argumenten ist eine Unterteilung laut EuGH auch deswegen notwendig, weil sonst nicht für beide Teilflüge ausreichender Schutz für die Fluggäste gewährleistet werden könne. Außerdem könnte es zu Ungleichbehandlungen kommen: So ist es denkbar, dass von mehreren Passagieren des selben Fluges nur diejenigen in den Genuss der Rechte aus der Fluggastrechteverordnungkommen, die diesen Flug im Rahmen einer "Rundreise" durchführen.
Es wird in der Regel zur Ermittlung der Entfernung zwischen Start und Ziel die Großkreismethode angewendet. Der EuGH hat für Recht erkannt, dass Fluggäste von Flügen mit einer Verspätung von drei Stunden oder mehr die gleiche Ausgleichsleistung wie Fluggäste annullierter Flüge beanspruchen können, die unter Nichteinhaltung der in Art. 5 Abs. 1 Buchst. c Ziff. iii dieser Verordnung vorgesehenen Grenzen anderweitig befördert werden. Daher wird nicht danach unterschieden, ob die Fluggäste ihr Endziel mit einem Direktflug, oder mit Zwei Flügen und einer Zwischenlandung erreichen. Bei der Bestimmung der Höhe der Ausgleichszahlung ist somit lediglich die Entfernung zwischen dem Ort des ersten Abflugs und dem Endziel zu berücksichtigen, ungeachtet eventueller Anschlussflüge. Art. 7 Abs. 1 der Verordnung ist dahin auszulegen, dass der Begriff „Entfernung“ im Fall von Flugverbindungen mit Anschlussflügen nur die Entfernung zwischen dem Ort des ersten Abflugs und dem Endziel umfasst, die nach der Großkreismethode zu ermitteln ist, unabhängig von der tatsächlich zurückgelegten Flugstrecke (EuGH, Urteil vom 7. September 2017, Az: C‑559/16).
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Diese Seite wurde zuletzt am 4. Juni 2019 um 01:08 Uhr geändert.

References: Art. 2
 EuGH 
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 5
 Art. 7