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Timestamp: 2016-10-23 18:11:40+00:00

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Anwalt? Hier lang www.frag-einen-anwalt.de Mietrecht, Wohnungseigentum Themen: Sanierung Kostentragung
| 08.03.2007 20:39 | Preis: ***,00 € |
Ich habe eine Eigentumswohnung in einem Haus mit insgesamt 10 Wohneinheiten. 6 dieser Wohnungen haben jeweils einen Balkon, vier - darunter meine - haben keinen. Laut Teilungserklärung gehören die Balkone zum Gemeinschaftseigentum.
Die Balkone sind jetzt allerdings so sanierungsbedürftig, dass ein Gutachten den Abriss empfiehlt. Die Eigentümergemeinschaft ist sich daher auch grundsätzlich einig, dass die vorhandenen Balkone (mit Trägerwerk)abgerissen und durch neue, größere Balkone mit einem Ständerwerk ersetzt werden sollen. In dem Zuge sollen auch die bisherigen "Nicht-Balkon-Parteien" einen Balkon bekommen.
Allerdings stellt sich jetzt für mich die Frage der Kosten. Welche Kosten (Abriss, Neubau der bisherigen Balkone, Neubau der neuen Balkone) trägt die Eigentümergemeinschaft aus der den Rücklagen?
Und: Könnte ein einziger Eigentümer den Abriss und den Neubau der Balkone verhindern?
Und schließlich: Wie sähe die Kostenverteilung aus, wenn ich zwar grundsätzlich dem Balkonneubau zustimme, aber für meine Wohnung keinen Balkon anbauen ließe (was, weil die oberste Wohnung, kein Problem)? Könnte dann trotzdem auch die von mir mit eingezahlte Rücklage "aufgebraucht" werden?
-- Einsatz geändert am 08.03.2007 21:28:30 Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 31 weitere Antworten zum Thema:
08.03.2007 | 22:53
Instandsetzungsarbeiten am Gemeinschaftseigentum (Abriss und Neubau der bisherigen Balkone) müssen alle Wohnungseigentümer im Verhältnis iher Miteigentumsanteile tragen, gleichgültig, ob ihre eigene Wohnungen über einen Balkon verfügen oder nicht. Eine Änderung dieser Kostentragungsregelung kann nur im Wege der Änderung der Teilungserklärung erfolgen.
Über eine solche Änderung der Kostentragung weist die von Ihnen vorgebrachte Teilungserklärung nichts aus.
Soweit die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums nicht durch Vereinbarung der Wohnungseigentümer geregelt ist, können die Wohnungseigentümer eine der Beschaffenheit des gemeinschaftlichen Eigentums entsprechende ordnungsgemäße Verwaltung durch Stimmenmehrheit beschließen (vgl. § 21 Abs. 3 WEG).
Zu einer ordnungsgemäßen, dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungsgeigentümer entsprechenden Verwaltung gehört die ordnungsgemäße Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums - hier Abriss und Neubau der bisherigen Balkone (vgl. § 21 Abs. 5 Nr. 2 WEG).
Bei dem Bau gänzlich neuer Balkone handelt es sich um bauliche Veränderungen und Aufwendungen im Sinne von § 22 WEG, die über die ordnungsgemäße Instandhaltung oder Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen, und können nicht beschlossen oder nach § 21 Abs. 4 WEG verlangt werden.
Wenn Sie dem Bau gänzlich neuer Balkone nicht zustimmen, sind Sie auch nicht verpflichtet, Kosten, die durch eine solche Maßnahme verursacht sind, zu tragen (vgl. § 16 Abs. 3 WEG).
Über die ordnungsgemäße Instandsetzung und Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums entscheidet die Eigentümergemeinschaft in der Wohnungseigentümerversammlung (§ 23 WEG) durch Mehrheitsbeschluss (§ 25 WEG). Insoweit kann ein Eigentümer den Abriss und den Neubau der bisherigen Balkone auch nicht verhindern.
(5) Ein Wohnungseigentümer ist nicht stimmberechtigt, wenn die Beschlußfassung die Vornahme eines auf die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums bezüglichen Rechtsgeschäfts mit ihm oder die Einleitung oder Erledigung eines Rechtsstreits der anderen Wohnungseigentümer gegen ihn betrifft oder wenn er nach § 18 rechtskräftig verurteilt ist. Nachfrage vom Fragesteller	08.03.2007 | 23:14
Interpretieren wir Ihre Antwort richtig?:
Wir müssen also die Balkone der anderen auch dann mitbezahlen, wenn die Balkone größer und schöner sind?
Trägt die Eigentümergemeinschaft auch die Kosten eines Balkonneubaus für unseren neuen Balkon, oder besteht darauf kein Anspruch unsererseits? Und wird dieser neue Balkon für die Zukunft Gemeinschaftseigentum? Vielen Dank für Ihre Bemühungen! Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt
09.03.2007 | 00:12
Wenn die Balkone größer sind, handelt es sich wieder um bauliche Veränderungen im Sinne von § 22 WEG, weil der tatsächliche Zustand des Gemeinschaftseigentums verändert wird. In der Regel ist alles, was das äußere Erscheinungsbild einer Wohnanlage verändert, eine bauliche Veränderung. Wenn Sie dieser Maßnahme (Vergrößerung der Balkone) nicht zustimmen, brauchen Sie sich auch nicht an den zusätzlichen Kosten zu beteiligen.
Wie bereits vorgetragen können bauliche Veränderungen nicht auf Grund eines Mehrheitsbeschlusses der Wohnungseigentümer durchgeführt werden. Nötig ist vielmehr die Zustimmung aller Wohnungseigentümer, soweit in der Gemeinschaftsordnung der Eigentümergemeinschaft keine andere Regelung getroffen ist.
Hinsichtlich der neuen Balkone müsste die Teilungserklärung entsprechend geändert werden.
Wenn die Wohnungseigentümer dem Bau der neuen Balkone zustimmen
werden die Kosten auf die Wohnungseigentümer entsprechend ihrem Anteil verteilt. Das gilt nur dann nicht, wenn die Teilungserklärung eine andere Kostenverteilung vorgibt.
"Vielen Dank, hat uns sehr geholfen! "
Vielen Dank, hat uns sehr geholfen! ANTWORT VON
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References: § 21
 § 21
 § 22
 § 21
 § 16
 § 18
 § 22