Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Dresden&Datum=06.02.2007&Aktenzeichen=33%20Ausl%2084%2F06
Timestamp: 2019-03-26 01:06:49+00:00

Document:
OLG Dresden, 06.02.2007 - 33 Ausl 84/06 - dejure.org
Auslieferungsverfahren; Anhörung des Verfolgten; Terminsgebühr
RVG § 56; RVG § 33; VV RVG Nr. 6100; VV RVG Nr. 6101; IRG § 28
IRG § 28 § 40 Abs. 2; RVG -VV Nr. 6101
Gebühr des zum Pflichtbeistand in Auslieferungsverfahren bestellten Rechtsanwalts für Mitwirkung an Anhörung des Verfolgten
Rechtsanwaltsvergütung: Vergütung für Beistandsleitungen im Auslieferungsverfahren, Wahrnehmung eines Anhörungstermins
Anspruch des im Auslieferungsverfahren bestellten Beistands auf Terminsgebühr für die Teilnahme an der Anhörung des Verfolgten
Auslieferung eines marokkanischen Staatsangehörigen nach Italien zum Zwecke der Strafverfolgung wegen Besitz von Btm in erheblicher Menge
Rpfleger 2007, 341
Jedenfalls in der Rolle des Verteidigers wird der Rechtsanwalt als Kostenschuldner der Aktenversendungspauschale angesehen (…Burhoff, Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren Rn. 181 m.w.N.;… Bohnert, OWiG 3. Aufl. § 107 Rn. 42;… Göhler, OWiG 15. Aufl. § 107 Rn. 23a;… Meyer-Goßner, StPO 53. Aufl. § 147 Rn. 28 m.w.N.; Schneider, Anm. zu AG Leipzig AGS 2007, 355; VG Düsseldorf NVwZ-RR 2006, 744: LG Koblenz StraFo 2001, 147).
cc) Maßgeblich ist die hier vertretene Auffassung bereits aus dem Wortlaut der Regelung der Nr. 6102 VV RVG abzuleiten, wo von dem Anfallen einer Terminsgebühr "je Verhandlungstag" gesprochen wird (siehe zu dieser Argumentation auch OLG Bamberg…, Beschluss vom 07.05.2007 - 5 Ausl 12/07, juris Rn. 8, JurBüro 2007, 484; OLG Brandenburg, Beschluss vom 25.07.2009 - 2 Ausl (A) 30/08, juris Rn. 8, NStZ-RR 2009, 392; Beschluss vom 05.05.2011 - (1) 53 Ausl A 43/10 (20/10), juris Rn. 9; OLG Celle, Beschluss vom 14.12.2009 - 1 ARs 86/09, juris Rn. 7, NdsRpfl 2010, 95; OLG Dresden, Beschluss vom 06.02.2007 - 33 Ausl 84/06, juris Rn. 8, JurBüro 2007, 341; Beschluss vom 01.12.2017 - OLG Ausl 111/16, juris Rn. 12, JurBüro 2018, 70; OLG Hamm, Beschluss vom 30.03.2006 - 2 (s) Sbd 9 - 43/06, juris Rn. 12, StraFO 2006, 259; OLG Koblenz, Beschluss vom 29.02.2008 - (1) Ausl - III - 20/07, juris Rn. 8 f., NStZ-RR 2008, 263; OLG Köln, Beschluss vom 10.01.2018 - 6 Ausl A 195/17 - 110, juris Rn. 7; OLG Rostock, Beschluss vom 12.03.2009 - Ausl 14/08 I 7/08, juris Rn. 1 f., JurBüro 2009, 364; OLG Stuttgart, Beschluss vom 28.09.2007 - 3 Ausl 55/07, juris Rn. 3, AGS 2008, 34; Beschluss vom 01.10.2009 - 1 Ausl 1110/09, juris Rn. 5, JurBüro 2011, 134).
Verwiesen wird diesbezüglich insbesondere auf die Bedeutung der Entscheidung des Verfolgten darüber, in diesem Termin eine Erklärung des Einverständnisses mit einer vereinfachten Auslieferung nach §§ 28 Abs. 3, 41 Abs. 4 IRG abzugeben (so OLG Jena…, Beschluss vom 14.05.2007 - 1 Ws 122/07, juris Rn. 18, NStZ-RR 2008, 63; siehe auch OLG Celle…, Beschluss vom 14.12.2009 - 1 ARs 86/09, juris Rn. 7, NdsRpfl 2010, 95; OLG Dresden, Beschluss vom 06.02.2007 - 33 Ausl 84/06, juris Rn. 9, JurBüro 2007, 341), die zweifelsohne weitreichende Folgen für den Verfolgten hat.
Dem Beistand im Auslieferungsverfahren steht für die Teilnahme an der Vernehmung des Verfolgten nach § 28 IRG eine Terminsgebühr nach Nr. 6101 VVRVG zu (entgegen OLG Hamm StraFO 2006, 259; OLG Köln NJW-RR 2007, 71; OLG Dresden Beschluss vom 06.02.2007, OLG 33 Ausl 84/06 bei juris).
Nach der bisher veröffentlichten Rechtsprechung der Oberlandesgerichte besteht hinsichtlich der hier maßgeblichen Vernehmung nach § 28 IRG ein Gebührenanspruch des Beistandes nicht (OLG Hamm StraFo 2006, 259; OLG Köln NJW-RR 2007, 71; OLG Dresden, Beschluss vom 06.02.2007, OLG 33 Ausl 84/06 bei juris).
Eine "Verhandlung" im eigentlichen Wortsinne ist jedoch nach dem IRG nur vor dem Oberlandesgericht vorgesehen, wenn insbesondere über die Zulässigkeit der Auslieferung oder die Fortdauer der Auslieferungshaft (vgl. §§ 30 Abs. 3, 31, 33 Abs. 3 IRG) verhandelt wird (ebenso OLG Dresden, Beschluss vom 06.02.2007, 33 Ausl 84/06, a.a.O.).
Jedoch kann ein besonderer Umfang im Einzelfall im Wege der Festsetzung einer Pauschgebühr (nach § 42 bzw. 51 I RVG) auf Antrag des Beistands berücksichtigt werden (ebenso OLG Celle…, Beschluss vom 14.12.2009, 1 ARs 86/09, a.a.O.; vgl. auch OLG Dresden, Beschluss vom 06.02.2007, 33 Ausl 84/06, a.a.O.).
Jedenfalls in der Rolle des Verteidigers wird der Rechtsanwalt als Kostenschuldner der Aktenversendungspauschale angesehen (…Burhoff, Handbuch für das straßenverkehrsrechtliche OWi-Verfahren Rn. 181 m. w. N.;… Bohnert, OWiG 3. Aufl. § 107 Rn. 42;… Göhler, OWiG 15. Aufl. § 107 Rn. 23a;… Meyer-Goßner, StPO 53. Aufl. § 147 Rn. 28 m. w. N.; Schneider, Anm. zu AG Leipzig AGS 2007, 355; VG Düsseldorf NVwZ-RR 2006, 744: LG Koblenz StraFo 2001, 147).
13 Der gegenteiligen Ansicht (BGH 1.2.07 - V ZB 110/06 - JurBüro 2007, 252 und 15.3.2007 - V ZB 170/06 - JurBüro 2007, 525) kann sich der Senat nicht anschließen.
Mit Vergütungsfestsetzungsbeschluss vom 15. Mai 2018 hat der Urkundsbeamte der Geschäftsstelle die geltend gemachte Terminsgebühr nebst Fahrtkosten und Abwesenheitsgeld unter Hinweis auf die Senatsentscheidungen vom 6. Februar 2007 - OLG 33 Ausl 84/06 - und 1. Dezember 2017 - OLGAusl 111/16 - abgesetzt.
Die Gebühr gemäß Nr. 6102 VV RVG erfasst nur die Verhandlung nach §§ 30 Abs. 3, 31 IRG, nicht jedoch andere gerichtliche Termine (vgl. Senatsbeschlüsse vom 6. Februar 2007 - OLG 33 Ausl 84/06 - und 1. Dezember 2017 - OLGAusl 111/16 -, jeweils juris).
OLG Brandenburg, 05.05.2011 - 53 AuslA 43/10
Rechtsanwaltsvergütung: Terminsgebühr auf Grund der Teilnahme eines Beistands an …
OLG Koblenz, 29.02.2008 - Ausl-III-20/07

References: § 56
 § 33
 § 28
 § 28
 § 40
 § 107
 § 107
 § 147
 § 28
 § 28
 § 42
 § 107
 § 107
 § 147