Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OVG%20Mecklenburg-Vorpommern&Datum=28.10.2009&Aktenzeichen=5%20M%20146/09
Timestamp: 2019-08-19 02:46:38+00:00

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OVG Mecklenburg-Vorpommern, 28.10.2009 - 5 M 146/09 - dejure.org
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OVG Mecklenburg-Vorpommern, 28.10.2009 - 5 M 146/09 (https://dejure.org/2009,7703)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, Entscheidung vom 28.10.2009 - 5 M 146/09 (https://dejure.org/2009,7703)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, Entscheidung vom 28. Januar 2009 - 5 M 146/09 (https://dejure.org/2009,7703)
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Planfeststellungsverfahren: Auslegung in amtsangehörigen Gemeinden, Eigentümereinwendungen bei Auflassungsvormerkung eines Grundstückskäfers, Interessen des Grundstückserwerbers
§ 70 VwVfG MV, § 73 VwVfG MV, § 74 Abs 1 S 2 VwVfG MV, § 417 ZPO, § 418 Abs 1 ZPO, § 883 BGB, Art 14 Abs 3 S 1 GG, Art 84 Abs 1 S 1 GG, Art 84 Abs 1 S 2 GG, § 43 S 1 Nr 2 EnWG
Amtsfreie Gemeinden und Ämter und kreisfreie Städte als zuständige Behörden für die Auslegung der Planunterlagen für den Bau einer Gasversorgungsleitung i.S.d. § 43 S. 1 Nr. 2 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG); Geltendmachung von Eigentümereinwendungen im planfeststellungsrechtlichen Anhörungsverfahren bei einer vor Ablauf der Einwendungsfrist im Grundbuch eingetragenen Auflassungsvormerkung des Grundstückskäufers; Präklusionsverhindernde Geltendmachung von Einwendungen aus dem Grundstückseigentum durch den Grundstückskäufer ohne eine entsprechende nach außen erkennbare dingliche Gebundenheit und Zurechnung der Untätigkeit des Grundstücksverkäufers; Behandlung der Interessen eines Grundstückserwerbers im Rahmen des planfeststellungsrechtlichen Abwägungsvorganges; Planfeststellungsbeschluss für Gashochdruckleitungen der Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) und der Norddeutschen Erdgas-Leitung (NEL)
Amtsfreie Gemeinden und Ämter und kreisfreie Städte als zuständige Behörden für die Auslegung der Planunterlagen für den Bau einer Gasversorgungsleitung i.S.d. § 43 S. 1 Nr. 2 Energiewirtschaftsgesetz ( EnWG ); Geltendmachung von Eigentümereinwendungen im planfeststellungsrechtlichen Anhörungsverfahren bei einer vor Ablauf der Einwendungsfrist im Grundbuch eingetragenen Auflassungsvormerkung des Grundstückskäufers; Präklusionsverhindernde Geltendmachung von Einwendungen aus dem Grundstückseigentum durch den Grundstückskäufer ohne eine entsprechende nach außen erkennbare dingliche Gebundenheit und Zurechnung der Untätigkeit des Grundstücksverkäufers; Behandlung der Interessen eines Grundstückserwerbers im Rahmen des planfeststellungsrechtlichen Abwägungsvorganges; Planfeststellungsbeschluss für Gashochdruckleitungen der Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) und der Norddeutschen Erdgas-Leitung (NEL)
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 29.10.2009 - 5 M 146/09
DVBl 2010, 1186
Denn nach § 1 Abs. 3 VwVfG, Art. 84 Abs. 1 Sätze 1 und 2 GG kommt für das hier streitige Planfeststellungsverfahren grundsätzlich das Landesverwaltungsverfahrensgesetz zur Anwendung (vgl. OVG Greifswald, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris).
Die damit geregelte Einwendungspräklusion besitzt ebenso wie andere Verfahrensvorschriften des Fachplanungsrechts materiell-rechtlichen Charakter und führt dazu, dass der Betroffene mit verspäteten Einwendungen auch im nachfolgenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren, ausgeschlossen ist; diese können nicht mehr zum Erfolg der Klage führen (vgl. OVG Greifswald, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris;… BVerwG, Urt. v. 24.05.1996 - 4 A 38.95 -, NVwZ 1997, 489;… Urt. v. 22.01.2004 - 4 A 4.03 -, NVwZ 2004, 86;… vgl. auch Urt. v. 27.02.2003 - 4 A 59.01 -, BVerwGE 118, 15 - jeweils zitiert nach juris;… Kämper, in: Bader/Ronellenfitsch, VwVfG, § 73 Rn. 54).
Diese Sichtweise harmoniert auch mit dem bereits vom Senat in Anknüpfung an die gefestigte Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts eingenommenen Standpunkt, dass für die Zuordnung der einzelnen Belange zu ihrem Träger die objektive Rechtslage maßgeblich ist, so wie sie nach außen hin erkennbar in Erscheinung tritt (vgl. Beschl. des Senats v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris;… BVerwG, Urt. v. 03.07.1987 - 4 C 12.84 -, NJW 1988, 1228 - zitiert nach juris).
Es erscheint jedoch schon fraglich, ob der Einwand einer fehlenden Planrechtfertigung überhaupt der Präklusion unterliegen kann (…bejahend BVerwG, Beschl. v. 29.4.2001, 9 VR 2.01, juris Rn. 13;… OVG Münster, Urt. v. 19.4.2013, 20 D 84/12.AK, juris Rn. 83 ff.; OVG Greifswald, Beschl. v. 28.10.2009, 5 M 146/09, NordÖR 2010, 67, 71 = juris Rn. 54).
OVG Niedersachsen, 29.06.2011 - 7 MS 72/11
Dabei handelt es sich um eine auch im gerichtlichen Verfahren zu beachtende materielle Präklusionsvorschrift (Meck-VorpOVG, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris Rn. 37).
Dabei handelt es sich um eine auch im gerichtlichen Verfahren zu beachtende materielle Präklusionsvorschrift (vgl. OVG M-V, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris Rn. 37).
Darüber hinaus muss die Einwendung eine individuelle Betroffenheit des jeweiligen Einwendungsführers erkennen lassen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 12.2.1996, NVwZ 1997, 171 ff.; Beschl. v. 13.3.1995, UPR 1995, 269;… Beschl. v. 11.5.2010 - 7 VR 2/09 -, juris Rn. 12; OVG M-V, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris Rn. 46).
Für die Antragsbefugnis muss die Verletzung eigener Rechte auf der Grundlage des Klage-/Antragsvorbringens möglich sein; diese Möglichkeit ist nur auszuschließen, wenn offensichtlich und nach keiner Betrachtungsweise subjektive Rechte des Rechtsuchenden verletzt sein können (…BVerwG, Urt. v. 28.11.2007 - 6 C 42.06 -, BVerwGE 130, 39, 41;… Urt. v. 10.10.2002 - 6 C 8.01 -, BVerwGE 117, 93, 95; OVG Greifswald, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris).
Der eventuelle Übergang von Besitz, Nutzungen und Lasten (vgl. Nr. IV Abs. 1 des Tauschvertrags vom 20.12.2005) allein genügt für die Klagebefugnis nicht (vgl. OVG MV vom 28.10.2009 Az. 5 M 146/09, RdNrn. 46, 47).
Bei Anwendung dieser auch im gerichtlichen Verfahren zu beachtenden materiellen Präklusionsvorschrift (vgl. OVG M-V, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, juris Rn. 37) sind zunächst jene Einwendungen zu berücksichtigen, die sowohl dem kommunalen Selbstverwaltungsrecht zuzuordnen als auch von der Stellungnahme der Antragstellerin im Schreiben vom 13.5.2008 umfasst sind.
Dabei handelt es sich um eine auch im gerichtlichen Verfahren zu beachtende materielle Präklusionsvorschrift (…vgl. Senatsbeschl. v. 23.7.2010 - 4 B 444/09 -, [...] Rn. 74; OVG M-V, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, [...] Rn. 37).
Darüber hinaus muss die Einwendung eine individuelle Betroffenheit des jeweiligen Einwendungsführers erkennen lassen (vgl. BVerwG, Beschl. v. 12.2.1996, NVwZ 1997, 171 ff.; Beschl. v. 13.3.1995, UPR 1995, 269 ;… Beschl. v. 11.5.2010 - 7 VR 2/09 -, [...] Rn. 12; OVG M-V, Beschl. v. 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, [...] Rn. 46).
Da die Antragstellerin zu 1. mit sämtlichen Belangen präkludiert ist, scheidet ein Fehler in der Abwägung der für das Vorhaben sprechenden (vgl. dazu OVG M-V, 28.10.2009 - 5 M 146/09 -, NordÖR 2010, 68 ff.) mit den eigenen Belangen der Antragstellerin zu 1. aus.

References: § 70
 § 73
 § 74
 § 417
 § 418
 § 883
 § 43
 § 43
 § 43
 § 1
 Art. 84
 § 73