Source: https://www.mao-projekt.de/BRD/NOR/HBG/Hamburg_Erster_Mai_1976.shtml
Timestamp: 2020-05-26 06:27:13+00:00

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﻿ 1. Mai 1976 in Hamburg – Materialien zur Analyse von Opposition
1. Mai 1976 in Hamburg
Der 1. Mai 1976 wird in Hamburg auch wiederum vom KBW und dessen Freunden vorbereitet (vgl. 1.4.1976, 5.4.1976, 8.4.1976, 11.4.1976, 15.4.1976, 20.4.1976, 21.4.1976, 22.4.1976, 26.4.1976, 27.4.1976, 29.4.1976), aber auch von der DKP (vgl. 26.4.1976), der GIM (vgl. 3.3.1976, 8.4.1976, 29.4.1976) und der KPD/ML (vgl. 26.4.1976, 28.4.1976), der KB (vgl. Apr. 1976) aber bleibt die beherrschende oppositionelle Gruppe, hat seine 'Aktionseinheit' nun gar noch um eine separat agierende 'Frauenaktionseinheit' ergänzt.
Auf der Delegiertenversammlung der Gewerkschaft Holz und Kunststoff (GHK) am 31.3. wurden u.a. folgende Anträge verabschiedet:
2. Der GHK-Vorstand wurde aufgefordert, im Holzbereich breit für die Teilnahme an der 1. Mai-Demonstration aufzurufen."
Quelle: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 14, Hamburg 8.4.1976, S. 2
Die Gruppe Hamburg der GIM gibt die Nr. 4 ihrer 'Arbeitereinheit' - Hamburger Metaller-Zeitung (vgl. 25.1.1976, 17.3.1976) heraus mit einem Bild vom 1. Mai 1975.
Q: Arbeitereinheit Nr. 4, Hamburg 3.3.1976, S. 7
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 13 (vgl. 25.3.1976, 8.4.1976) heraus mit dem Leitartikel "Der 1. Mai muß rot sein!".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 13, Hamburg 1.4.1976, S. 1
Die Sozialistische Studentengruppe (SSG) Hamburg gibt eine Ausgabe ihrer 'Roten Presse' (vgl. 23.3.1976, 14.4.1976) heraus mit dem Artikel "Aufruf zum 1. Mai".
Q: Rote Presse, Hamburg 5.4.1976, S. 4
Studenten zur Beteiligung an der 1. Mai-Demonstration aufgerufen
Die Arbeitsgruppe 'Politisches Mandat' am Fachbereich Jura der Universität Hamburg hat am 6.4.76 beschlossen, sich an der 1. Mai-Demonstration zu beteiligen unter den folgenden Forderungen:
Kostendeckende Ausbildungsförderung durch Anhebung der Elternfreibeträge und der Förderungssätze. Mindestens 1200.- DM Elternfeibetrag und 600,- DM BAFöG!
Weg mit dem Ordnungsrecht!
Recht auf Bildung von Vertretungskörperschaften mit Politischem Mandat, Satzungs- und Finanzhoheit!
Gesetzliche Anerkennung der Organe der Verfaßten Studentenschaft!".
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 14, Hamburg 8.4.1976, S. 3
Die Ortsleitung Hamburg des KBW gibt ein Chemieextra der KVZ-Ortsbeilage Hamburg (vgl. 8.4.1976, 10.4.1976) heraus. Zum 1. Mai wird der Aufruf des ZK des KBW nachgedruckt und es wird zur §218-Veranstaltung (vgl. 21.4.1976) sowie zur Diskussionsveranstaltung mit der KPD/ML (vgl. 12.4.1976) und der Veranstaltung des §218-Komitees (vgl. 21.4.1976) aufgerufen.
Q: KVZ-Ortsbeilage Hamburg Chemie-Extra, Hamburg 8.4.1976, S. 2
Q: Arbeitereinheit Nr. 6, Hamburg 8.4.1976, S. 1f
Berichtet wird von der GHK (vgl. 31.3.1976) und der Maivorbereitung an der Uni (vgl. 6.4.1976).
Das Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) Hamburg des KBW gibt seine 'Hamburger Militärzeitung' (vgl. 21.3.1976, 11.6.1976) Nr. 3 heraus mit dem Leitartikel "Aufruf des Hamburger Soldaten- und Reservistenkomitees: Heraus zum 1. Mai!". Eingeladen wird zur eigenen Maiveranstaltung am 29.4.1976. Weitere Artikel sind "Es ist richtig, am 1. Mai in Uniform zu marschieren!", "Recht auf Demonstration in Uniform" und "Soldaten fordern am 1. Mai: Weg mit §218!".
Q: Hamburger Militärzeitung Nr. 3, Hamburg 11.4.1976, S. 1ff und 19
Das Komitee gegen den § 218 Hamburg gibt das Flugblatt "Am 1. Mai unsere Forderungen auf die Straße!" in einer Auflage von 10 000 Stück heraus.
Aufgerufen wird zur eigenen Veranstaltung (vgl. 21.4.1976).
Q: Komitee gegen den § 218 Hamburg: Am 1. Mai unsere Forderungen auf die Straße!, Hamburg 15.4.1976
Die Sozialistische Studentengruppe (SSG) Hamburg gibt eine Ausgabe ihrer 'Roten Presse' (vgl. 14.4.1976, 27.4.1976) heraus mit dem Artikel "Mai-Aufruf des Streikkomitee Jura".
Q: Rote Presse, Hamburg 20.4.1976, S. 6
Das Komitee gegen den § 218 Hamburg will eine §218-Veranstaltung zum 1. Mai im Audimax der Universität durchführen.
Aufgerufen wurde für heute auch durch die §218-Arbeitsgruppe der SSG zur Veranstaltung im PI-Hörsaal um 18 Uhr 30.
Q: KVZ-Ortsbeilage Hamburg Chemie-Extra, Hamburg 8.4.1976, S. 3; Rote Presse, Hamburg 20.4.1976, S. 6;Komitee gegen den § 218 Hamburg: Am 1. Mai unsere Forderungen auf die Straße!, Hamburg 15.4.1976;Zeitung des Komitees gegen § 218 - Hamburg-Beilage, Hamburg 15.4.1976, S. 1
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 16 (vgl. 15.4.1976, 26.4.1976) heraus mit dem Leitartikel "Nieder mit dem Lohnsystem! Aufhebung des Privateigentums!", der zum 1. Mai aufruft. Enthalten sind auch "Aufrufe zum 1. Mai" vom Streikkomitee Jura der Universität, von der GEW-Betriebsgruppe am Interdisziplinären Zentrum für Hochschuldidaktik (IZHD) und von der Uni-VV, die zur Solidarität mit Heidenreich & Harbeck aufruft.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 16, Hamburg 22.4.1976, S. 1f
Die KPD/ML gibt in Hamburg vermutlich in dieser Woche ihren 'Roten Stapler' für Still Esslingen (SE - vgl. März 1976, Mai 1976) heraus mit dem Leitartikel "Boykottiert den Regierungsmai. Heraus zum roten 1. Mai" und dem Artikel sind:
In Hamburg gibt die DKP Betriebsgruppe Hafen ihre 'Kiek ut' (vgl. 12.4.1976, Juni 1976) für April vermutlich in dieser Woche heraus mit der Schlagzeile "1. Mai '76: Es geht um Arbeitsplätze und Löhne Ausbildung und Lehrstellen" und dem Leitartikel "Maiaufruf des Parteivorstandes der DKP. Es geht um Arbeitsplätze und Löhne Ausbildung und Lehrstellen, Sicherung von sozialen und demokratischen Rechten! Darum Aktionseinheit!".
Es erscheint auch der Artikel "Solidarität ist unsere Kraft. Vom 1. Mai '75 bis zum 1. Mai '76 - 365 Tage voller großer Ereignisse".
Eingeladen wird zum "Tanz in den Mai" der DKP Betriebsgruppe Hafen am 1.5.1976, aufgerufen zur 1. Mai-Demonstration und Kundgebung des DGB Hamburg.
Q: Kiek ut 1. Mai '76: Es geht um Arbeitsplätze und Löhne Ausbildung und Lehrstellen, Hamburg Apr. 1976, S. 1ff und 7f
Der KB/Gruppe Hamburg gibt vermutlich in dieser Woche die Nr. 3 seines 'Hafenarbeiters' (vgl. 5.4.1976, 30.9.1976) unter der Schlagzeile "Heraus zum 1. Mai" zur heraus. Enthalten sind auch die Artikel:
- "Mai-Plattform der Aktionseinheit"; sowie
Q: Der Hafenarbeiter Nr. 3, Hamburg 1976, S. 1ff
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt spätestens Anfang dieser Woche eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ - vgl. 22.4.1976, 29.4.1976) mit dem Leitartikel "Der 1. Mai muß rot sein" heraus. Weitere Artikel sind:
- "Die Arbeiterklasse feiert ihre Siege";
- "Der NDR dient der Unterdrückung des Volkes von Oman";
- "Blut-Mai 1929";
- "Die Ausbeutung der Arbeiter durch die Kapitalisten treibt den schreienden Gegensatz von Armut und Reichtum hervor";
- "§130/88a: Maulkorbparagraphen zur Sicherung des privaten Eigentums der Kapitalisten";
- "Der KB-Nord eröffnet zum 1. Mai 'kritisch' seine Wahlkampagne für die SPD"; sowie
- "Die Gruppe Roter Morgen und die Gruppe Rote Fahne führen eine sektiererische Mai Demonstration durch" zu KPD und KPD/ML.
Die "Berichte von der Vorbereitung des 1. Mai" kommen aus dem Gesamthafenbetrieb (GHB), aus dem Amt für Jugend, von der ÖTV-Mitgliederversammlung der Gerichtsreferendare, von der GEW-Betriebsgruppe IZHD an der Uni, von der HBV-Betriebsgruppe Hamburg-Mannheimer, der HBV-Fachgruppe Genossenschaften und vom HSRK.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Extra Der 1. Mai muß rot sein, Hamburg o. J. (1976)
Die Sozialistische Studentengruppe (SSG) Hamburg gibt eine Ausgabe ihrer 'Roten Presse' (vgl. 20.4.1976, 12.5.1976) mit dem Leitartikel "Heraus zum 1. Mai!" heraus und dem Artikel "Am 1. Mai: Weg mit §218".
Q: Rote Presse, Hamburg 27.4.1976, S. 1f und 6
Im Hamburger Hafen gibt die KPD/ML ihren 'Roten Handhaken' (vgl. Apr. 1976, Juni 1976) vermutlich Mitte dieser Woche als Mai-Extra heraus mit dem Leitartikel "Gegen Lohnraub und Tonnagetreiberei: Heraus zum roten 1. Mai!".
Q: Der rote Handhaken Mai-Extra, Hamburg o. J. (1976), S. 1ff
In Hamburg-Wilhelmsburg führt die KPD eine Maiveranstaltung mit Werner Heuler vom Ständigen Ausschuß durch.
Die Gruppe Hamburg der GIM gibt ihre 'Arbeitereinheit - Hamburger Metaller-Zeitung' Nr. 7 (vgl. 18.3.1976, 18.8.1976) heraus mit dem Artikel "Chaos am 1. Mai geht weiter: Solidarität nicht gefragt?".
Q: Arbeitereinheit Nr. 7, Hamburg 29.4.1976, S. 4
Das Hamburger Soldaten- und Reservistenkomitee (SRK) rief auf zur eigenen Maiveranstaltung "Das Militärprogramm der Arbeiterbewegung: Allgemeine Volksbewaffnung" um 19 Uhr im Bierhaus Schulterblatt, Schulterblatt 3.
Q: Hamburger Militärzeitung Nr. 3, Hamburg 11.4.1976, S. 1
Die KPD/ML Hamburg will ihre Maiveranstaltung um 19 Uhr in Stübens Gesellschaftsräumen in Wilhelmsburg durchführen.
Q: Roter Stapler Boykottiert den Regierungsmai. Heraus zum roten 1. Mai, Hamburg o. J. (1976), S. 6
Laut KB nehmen ca. 20 000 Menschen an einer DGB-Demonstration teil. Zusätzlich organisierte die IGM "einen weiteren Demonstrationszug von Heidenreich und Harbeck zum selben Kundgebungsplatz. … Trotzdem blieb diese Demo mit nur 4 000 Teilnehmern hinter den Erwartungen zurück". "Wie schon im letzten Jahr verließen die Linken noch während der Abschluß-Kundgebung den Platz und formierten sich zu einer eigenständigen, oppositionellen Demonstration, an der sich in diesem Jahr sogar noch mehr Menschen beteiligten als im letzten Jahr: insgesamt gut 6 000! Wiederum war diese Demonstration die stärkste der revolutionären Linken in Westdeutschland. Sie wurde getragen von der 'Hamburger Aktionseinheit', einem Mai-Bündnis, an dem der KB und zahlreiche örtliche Initiativen beteiligt sind. Insbesondere die stärkere Einbeziehung von Frauen- und Mädchen-Gruppen in die Mai-Vorbereitung hat zur Vergrößerung der diesjährigen oppositionellen Mai-Demo beigetragen. Auch verschiedene Gruppen ausländischer Arbeiter und Studenten haben in einem mehrsprachigen Aufruf ihre Landsleute zur Teilnahme an dieser Demo aufgefordert. Ein durchschlagender Erfolg war das in diesem Jahr allerdings noch nicht. Auf der Abschlußkundgebung sprach, neben Vertretern der 'Hamburger Aktionseinheit' und der 'Frauen-Aktionseinheit', Genossin Carmen Castillo vom Chilenischen MIR." Die Hamburger Aktionseinheit veranstaltete auch in den Messehallen ein Fest, daß von ca. 5 000 Menschen besucht wurde. "Der KBW verteilte sich mit seinen 200 oder 300 Anhängern in kleineren Gruppen auf den DGB Zug. Die KPD demonstrierte mit 100 bis 150 Anhängern im IGM Zug, bevor sie sich dann zu einer eigenen Demonstration absetzte, die KPD/ML demonstrierte irgendwo im Grünen."
Laut AB demonstrieren 30 000 in zwei Zügen zur DGB-Kundgebung, von wo aus dann eine oppositionelle Demonstration mit 7 000 Personen beginnt. An den Aktionen beteiligen sich, laut AB, auch Soldaten in Uniform.
Laut KPD sollte um 12 Uhr die gemeinsame Maidemonstration von KPD und KPD/ML beginnen. Die KPD demonstriert dann aber allein mit 400 Personen. Beim DGB zählt sie 8 000 Personen.
Q: Rote Fahne Nr. 16, 17 und 18, Köln 21.4.1976, 28.4.1976 bzw. 5.5.1976, S. 3, S. 1 bzw. S. 3f und 8; Rote Fahne Pressedienst Nr. 18, Köln 4.5.1976;Kommunistische Arbeiterzeitung Nr. 86, München 2.5.1976;Kommunistische Volkszeitung Nr. 18, Mannheim 6.5.1976, S. 2f, 6 und 11;Arbeiterkampf Nr. 80, Hamburg 14.5.1976, Beilage
Die Ortsgruppe Hamburg des KBW gibt eine Ortsbeilage Hamburg zur 'Kommunistischen Volkszeitung' (KVZ) Nr. 18 (vgl. 29.4.1976, 13.5.1976) heraus mit dem Leitartikel "Solidaritätserklärungen mit dem Kampf der Drucker in Hamburg". Ein Bild zeigt den 1. Mai.
Es erscheinen auch die Artikel "Über 25.000 auf der 1. Mai-Kundgebung des DGB" und "Die Polizeiaktion war lehrreich" über den 1. Mai, von einem Werftarbeiter.
Q: Kommunistische Volkszeitung Ortsbeilage Hamburg Nr. 18, Hamburg 6.5.1976, S. 1 und 4
Im Hamburger Hafen gibt die KPD/ML ihren 'Roten Handhaken' Nr. 4 (vgl. 28.4.1976, 30.7.1976) heraus mit den Artikeln "Roter 1. Mai in Hamburg" und "1. Mai a la HHLA".
Q: Der rote Handhaken Nr. 4, Hamburg Juni 1976, S. 6f und 10
Der Ausschuß der Komitees und Initiativen gegen den § 218 gibt seine Zeitung 'Weg mit dem § 218. Volksentscheid gegen den § 218' Nr. 6 (vgl. 14.4.1976, 10.3.1977) heraus mit einem Bild vom 1. Mai in Hamburg.
Q: Weg mit dem § 218. Volksentscheid gegen den § 218 Nr. 6, Mannheim 22.11.1976, S. 8
In Hamburg geben die IGM Vertrauensleute der Fa. Heidenreich & Harbeck die Broschüre "Es geht nicht nur um Heidenreich. Bericht von einer Betriebsschließung" Pfennig heraus mit dem Abschnitt "Der 1. Mai 1976".
Q: Heidenreich & Harbeck-IGM VL: Es geht nicht nur um Heidenreich! Bericht von einer Betriebsschließung, Hamburg Dez. 1976, S. 18f

References: §218
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