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Timestamp: 2020-04-10 19:47:39+00:00

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ags_bologna-dialogforum_-_protokolle_2011 [KTS-Wiki]
ags_bologna-dialogforum_-_protokolle_2011
ags_bologna-dialogforum_-_protokolle_2011 [2019/10/27 15:12] (aktuell)
+ ====== AGs_Bologna-Dialogforum_-_Protokolle_2011 ======
+ =1. Studienstruktur=
+ ======1. Ergebnisprotokoll (24.02.11)======
+ Der Arbeitsgemeinschaft Studienstruktur im Kontext des Dialogforum „Bologna“
+ vom 24.02.2011
+ Teilnehmer Seitens der Hochschulen:​ Herr Prof. Dr. Koschmieder,​ FSU Jena, Herr Prof.
+ Dr. Schmager, FH Jena
+ Teilnehmer Seitens des TMBWK: Herr Dr. Meier, Frau Kasten, Frau Rumpf
+ Teilnehmer Seitens der KTS: Frau Hofmann, Herr Struzek
+ Protokollantin:​ Frau Rochler
+ 1. Vorbemerkungen
+ Prof. Koschmieder begrüßt als Gastgeber die Teilnehmer und moderiert – nach Zustimmung
+ aller Teilnehmer – die erste Sitzung des Arbeitskreises „Studienstruktur“. Die Teilnehmer
+ verständigen sich über die Zielstellung und die Beratungsgegenstände ihrer Arbeit.
+ Ziel soll es sein, Empfehlungen für Leitlinien zur Weiterentwicklung des Bolognaprozesses –
+ in dieser Arbeitsgruppe konkret zu den Teilbereichen der Studienstruktur – zu erarbeiten.
+ Dr. Meier weist darauf hin, dass die Umsetzung der Studienstruktur zentral in der Verantwortung
+ der Hochschulen läge, das Ministerium soweit erforderlich und möglich aber „Unterstützung“
+ leisten würde. Die Vertreter der Hochschulleitungen sehen aber auch Problemfelder,​
+ die außerhalb ihres Einfluss- und Kompetenzbereiches liegen, wie z. B. die Finanzausstattung
+ sowie die soziale Situation der Studierenden.
+ 2. Beratungsgegenstände
+ Auf Basis eines Papiers der KTS und einer ersten Zusammenstellung von Prof. Koschmieder,​
+ die den Teilnehmern vorab per e-mail zugegangen ist, verständigen sich die Teilnehmer auf
+ eine (erweiterungsfähige) Liste zentraler Beratungsgegenstände:​
+ * Bachelor- und Masterstruktur (Bachelorstudienzeiten;​ Übergang Bachelor zu Master; …)
+ * Modulstruktur (Konsekutivität;​ Modulgröße;​ Mehrsemestermodule;​ Modulprüfungen/​
+ Teilprüfungen;​ ….)
+ * Beratungsstruktur (Schnittstelle Schule – Bachelor; Schnittstelle Bachelorexamen bzw.
+ Praxis – Masterstudiengänge;​ …)
+ * Betreuungsstruktur (Einstiegsbetreuung Bachelorstudiengänge;​ Einstiegsbetreuung Master)
+ * Unterstützungssysteme (Lehrveranstaltungssystem;​ Raumbelegungssystem;​ Prüfungsverwaltungssystem;​
+ Leistungsübersichten- und Zeugniserstellungssystem)
+ * Teilzeitstudium
+ * Finanzierungsausstattung und Mehrkosten des Bolognasystems
+ * Soziale Situation der Studierenden
+ Es bestand Einvernehmen,​ dass die Themenbereiche Finanzierungsausstattung,​ BAföG und
+ soziale Situation der Studierenden nicht Gegenstand dieser Arbeitsgruppe sind. Wichtig war
+ es jedoch speziell der KTS die Verbindung sozialer Komponenten zu den Thüringer Hochschulen
+ zu diskutieren.
+ 3. Beratung zu den Einzelbereichen
+ Thema 1: Bachelor- und Masterstruktur
+ a) Studienzeiten:​
+ Problemaufriss:​ Vor dem Hintergrund der Höchststudienzeiten im konsekutiven Modell von
+ 10 Semestern werden die Vor- und Nachteile der Aufteilung auf Bachelor- und Masterstudium
+ im Verhältnis von 6:4, 7:3 oder 8:2 erörtert. Hauptnachteil des 6:4-Modells ist die Kürze
+ des Bachelorstudiums,​ die zu Lasten von Vertiefungsrichtungen,​ Praxisorientierung und Auslandsstudium
+ geht. Bachelorabsolventen dieses Modells – insbesondere von Universitäten –
+ besitzen beim Übergang in die Praxis einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Bachelorabsolventen
+ mit Studienzeiten von 8 Semestern. Zumindest im konsekutiven Modell geht eine Verlängerung
+ der Bachelorausbildung zu Lasten der Vertiefungen im Masterstudium. Bundesweit
+ unterschiedliche Bachelorstudienzeiten erschweren zudem den Wechsel der Hochschule vor
+ dem Hintergrund der Höchststudiendauer.
+ Empfehlung: Die Entscheidung über die Studienzeiten steht in Abhängigkeit von den Ausbildungszielen
+ der jeweiligen Hochschule und der daraus folgenden konkreten fachspezifischen
+ Ausgestaltung des Studiengangs. Es bedarf einer kontinuierlichen Prüfung und Anpassung
+ von Studieninhalten und erzielten Lernergebnisse,​ gerade vor dem Hintergrund der Berufsbefähigung.
+ Diese Prüfung soll durch auf Dauer eingerichtete,​ regelmäßig arbeitende
+ Studiengangskommissionen mit studentischer Beteiligung erfolgen. Inhalt der Prüfung sollte
+ sein, ob die Absolventen über die Lehrinhalte und das begleitete Selbststudium in der vorgegebenen
+ Studienzeit die für die unterstellte Berufsbefähigung oder das anschließende Masterstudium
+ erforderlichen Kompetenzen erworben haben. Auf Basis dieser Prüfung sind Anpassungen
+ bei den Lehrinhalten und/oder Studienzeiten vorzunehmen.
+ (Regelmäßig bedeutet hier auch dem Bedarf angepasst, also derzeit„häufig“ und nicht nur einmal im Semester.)
+ b) Übergang Bachelor-Master:​
+ Problemaufriss:​ Probleme im Immatrikulations- und Zulassungsverfahren ergeben sich einerseits
+ daraus, dass sich zahlreiche Bewerber vielfach an verschiedenen Hochschulen bewerben
+ und Studienplatzzusagen (z. T. auch verspätet) absagen und damit Nachrückverfahren mit
+ gleicher Problematik auslösen. Zudem ist bundesweit die Tendenz zu beobachten, die Bewerbungsfristen
+ für die Masterstudiengänge zeitlich vorzuziehen,​ um durch frühzeitige Zusagen
+ Studienplatzsicherheit zu schaffen. Andererseits liegen vielfach die Bachelorabschlusszeugnisse
+ zum Bewerbungszeitpunkt noch nicht vor und z. T. stehen die Bewertungen von Modulprüfungen
+ bzw. der Bachelorarbeit noch aus. Die Praxis der „Zulassungen unter Vorbehalt“
+ ist an den deutschen Hochschulen unterschiedlich;​ offensichtlich wird hier aber so verfahren,
+ dass ein Nachreichen der Abschlusszeugnisse auch nach Aufnahme des Masterstudiums noch
+ möglich ist. Die KTS ist grundsätzlich der Meinung, dass jede/r StudentIn, die/der einen Bachelorstudiengang erfolgreich abgeschlossen hat, ein Platz im Masterstudiengang garantiert
+ sein muss, unabhängig von Abschlussnoten oder weiteren speziellen Kriterien.
+ Empfehlung: Aus Transparenz- und Gleichbehandlungsgründen sind für die Studierenden
+ einheitliche Bewertungszeiträume und in den Grundsätzen einheitliche Verfahrensweisen zur
+ Zulassung unter Vorbehalt anzustreben/​geboten. Dem zeitweisen Blockieren von Studienplätzen
+ durch Vielfachbewerbungen ist insbesondere in den zulassungsbeschränkten Studiengängen
+ durch zentrale Maßnahmen entgegenzuwirken. Als eine solche zentrale Maßnahme muss
+ im Normalfall das Vorliegen der Bewertung von erstmals erbrachten Prüfungsleistungen innerhalb
+ der Regelstudienzeit sichergestellt werden. Es müssen zudem weiter Bestrebungen
+ unternommen werden, dass vorläufige Noten- und Zeugnisausdrucke aus Prüfungsverwaltungssystemen
+ ausreichend sind (innerhalb Thüringens und Deutschlands).
+ Inwieweit die „Stiftung Hochschulzulassung“ diese Aufgabe erfüllt, bleibt abzuwarten.
+ 4. Weitere Vorgehensweise und Terminabsprache
+ Die noch ausstehenden weiteren Beratungspunkte werden auf die nächste Sitzung vertagt. Der
+ Termin der nächsten Sitzung wird auf Basis einer Terminabfrage festgelegt.
+ ======2. Ergebnisprotokoll (04.04.11)======
+ vom 04.04.2011
+ Teilnehmer Seitens der Hochschulen:​ Herr Prof. Dr. Koschmieder,​ FSU Jena, Herr Prof. Dr. Schmager, FH Jena
+ Teilnehmer Seitens des TMBWK: Herr Dr. Meier, Frau Kasten, Frau Rumpf, Dr. Frau Orth
+ Das Protokoll der letzten Sitzung wurde mit den auf dieser Sitzung besprochenen Änderungen (Fristen für Prüfungsleistungen,​ Studiengangskommissionen) zur Kenntnis genommen.
+ Es wurde zudem herausgestellt,​ dass es das Ziel dieser Veranstaltung sein muss, aus den erarbeiteten Empfehlungen und wesentlichen Sachverhaltsdarstellungen ein geschlossenes Papier zu generieren. Die Protokolle hingegen sollen die Diskussion für die beteiligten Vertretungsgruppen darstellen.
+ 2. Beratungsgegenstände der zweiten Sitzung
+ a.	Modulstruktur ​
+ b.	Beratungsstruktur ​
+ c.	Betreuungsstruktur ​
+ d.	Unterstützungssysteme ​
+ 3. Beratung
+ a) Modulstruktur
+ Problemaufriss I: Modulgrößen:​ Unter Berücksichtigung der Festlegungen der KMK, besteht Einvernehmen,​ dass in allen Studiengängen in zu begründenden Fällen (insbesondere im fortgeschrittenen Studienverlauf) größere, die Wissensbereiche zusammenführende Module angeboten werden können. Konsekutive und mehrsemestrig aufgebaute Module stehen jedoch der vom Bologna-Prozess geforderten Flexibilität und Mobilität entgegen. Auch wurde seitens der KTS betont, dass die Module einer studierendenzentrierten und kompetenzorientierten Lehre entsprechend gestaltet werden müssen und fachliche Komplexität nicht immer mit thematischer Einheit einhergeht. Die Modulgröße sollte im Einklang mit den formalen und inhaltlichen Anforderungen des Studiengangs stehen. Kritisch angemerkt wurde von Seiten der Hochschulen,​ dass in der Modulstruktur keine studiengangabschließenden Module angelegt sind (übergreifende Prüfung). Diese Ansicht wird nicht von der KTS geteilt, da grundsätzlich die Kompetenzen im Fokus stehen und „übergreifende“ Module eher der Doppelabprüfung im Sinne einer Abschlussprüfung dienen.
+ Empfehlung: Es sollte grundsätzlich auf konsekutive und mehrsemestrige Module verzichtet werden. Zudem soll sich die Modulgröße schlüssig aus den Kompetenzen des jeweiligen Studiengangs ergeben und insofern auch mit den formalen Anforderungen an die Modulgröße abgestimmt sein.
+ Problemaufriss II: Modulprüfungen:​ Die Problematik der hohen Prüfungszahl und Prüfungsorganisation wird diskutiert, wobei Bezug genommen wird auf die Regelungen der KMK Strukturvorgaben (1 Prüfung pro Modul; nicht jedes Modul muss geprüft werden oder Endnoten relevant sein). Die Vertreter der KTS baten, auf Mehrfachprüfungen aufgrund der damit verbundenen Belastung zu verzichten. Daher sollen Teilprüfungen nur in Ausnahmefällen stattfinden,​ sofern dies zur Erleichterung der Prüfungen und zur Entzerrung der Prüfungszeiträume dienen. Die KTS kritisierte neben der Prüfungsdichte und der mehrfachen Abprüfung einer Kompetenz, die Prüfungsformen (weil diese oft nicht an den Kompetenzen ausgerichtet sind) und die Prüfungsorganisation. Bei Modulabschlussprüfungen kann es zu mehreren Prüfungen an einem Tag kommen, was bei direkt aufeinander folgenden Veranstaltungen zu zeitlichen Problemen führen kann. Als Beispiel wird darauf verwiesen, dass die Veranstaltungslänge im Semester anderthalb Stunden, die Prüfungsdauer aber meist zwei Stunden beträgt. ​
+ Weitere Kritikpunkte sind das Fehlen der mündlichen Dimension von Prüfungen und anderer alternativer Prüfungsmethoden im Vergleich zu Klausuren, sowie die Benotung aller Module, was zu einer übermäßigen Belastung der Studierenden und auch der Betreuungseinrichtungen und der Lehrenden führt.
+ Empfehlung: Es ist nicht notwendig alle im Studium erbrachten Leistungen in die Endnote einfließen zu lassen. In den Prüfungsordnungen muss bestimmt werden, welche Module die Endnote bilden. In den Prüfungsordnungen werden sinnvolle Gewichtungen für die Modulnoten in der Endnote definiert (nicht allein nach CP).
+ Der Prüfungszeitraum sollte in den Prüfungsordnungen auf 3 Wochen ausgelegt sein, sodass Mehrfachprüfungen an einem Tag nicht stattfinden. Ist dies aus organisatorischen Gründen für einzelne Fachkombinationen ggf. nicht möglich, sollte den betroffenen Studierenden die Möglichkeit eingeräumt werden von einer der Prüfungen zurückzutreten und diese ohne Nachteile an einem alternativen Termin zuschreiben. (Das Vorschreiben hätte den Vorteil – gerade bei Modulen gegen Ende des Studiums – das der Prüfungszeitraum sich nicht nach hinten verschiebt).
+ Das Themenfeld der Modulstruktur wurde mit der Bitte an die KTS abgeschlossen,​ weiterhin mit kontinuierlicher informeller Unterstützung zur Verbesserung der Situation beizutragen.
+ b) Beratungsstruktur
+ Problemaufriss I: Beratungsstellen:​ Im Zuge des Bologna-Prozesses verstärkte sich der Beratungsbedarf. Die Beratungsstrukturen sind komplexer geworden und angesichts der Endnotenrelevanz der Vielzahl von Prüfungen verstärkt dies die Belastung bei den Studierenden. Der höhere Beratungsbedarf konnte jedoch nicht personell oder finanziell kompensiert werden, was zu einer Überbelastung der Beratungsstellen führt, die sich angesichts der Mittelkürzungen durch das Land weiter verstärkt.
+ Zudem herrscht aus Sicht der KTS oftmals Unkenntnis über Zuständigkeiten und Entscheidungen in Bezug auf Studienprüfungsämter,​ fachbezogener Beratung während des Studiums, Zulassungsberatung und fachspezifischer Einstiegsberatung. So kommt es auch zu Verstößen gegen das Prüfungsrecht oder widersprüchlicher Aussagen, weil aktuelle Ordnungen oder Regelungen nicht bekannt sind. Aus der Unsicherheit über die Zuständigkeiten (Kontaktpersonen) werden die Beratungsstellen mehrfach kontaktiert,​ was zu einer weiteren Überbelastung führt. ​
+ Empfehlung: Die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Beratungsstellen sind klarer zu fassen und deutlich zu veröffentlichen (mit den jeweiligen Ansprechpartnern und Kontaktdaten). (Zur Verbesserung der Beratungsstrukturen sind die Hochschulen zwingend auf zusätzliche Mittel angewiesen.)
+ Problemaufriss II: Prüfungsrecht ​ (in Bezug zu I): Aufgrund der Fülle an Änderungen der Prüfungsordnungen und der personellen Engpässe, die sowohl hinsichtlich der Übermittlung,​ als auch der Einarbeitung und Verbreitung spürbar werden, kann es zu Fehlinformationen Seitens der Beratungsstellen kommen. Dies ist besonders für die Studierenden kritisch.
+ Empfehlung: Wenn es zu Änderungen in den Prüfungsordnungen kommt, müssen diese umgehend an die zuständigen Stellen übermittelt und von diesen zur Kenntnis genommen werden. Die korrekte Anwendung muss im Rahmen des Qualitätsmanagementsystems der Hochschule überprüft werden. Die KTS schlägt zudem vor, Beratungsprotokolle anzufertigen,​ damit die Studierenden auf schriftliche Dokumente zurückgreifen können. Eventuell nicht korrekt beratene Studierende könnten dies dadurch später nachweisen.
+ c) Betreuungsstruktur
+ Problemaufriss:​ Das Betreuenden-Studierenden Verhältnis hat sich sukzessiv verschlechtert. Dies steht zwar den von Bologna angedachten Strukturen entgegen, kann aber aus finanziellen Gründen nicht anders gehandhabt werden. Einzig über Tutoren- oder Mentorenprogramme ist es derzeit möglich, Studierende zusätzlich zu fördern, aber selbst einige dieser Programme müssen angesichts der drastischen Mittelkürzungen im Hochschulbereich wieder gestrichen werden. ​
+ Auch ergeben sich räumliche Kapazitätsprobleme,​ wenn z.B. für Großveranstaltungen mit 300 bis 600 Studierenden zeitlich parallel Tutorien angeboten werden. Die Raumausstattung der Hochschulen muss auf das Bologna-Format zugeschnitten werden. (wurde nicht als Empfehlung diskutiert)
+ Empfehlung: Für die gestiegene Betreuung und Beratung (auch Mentoren- und Tutorenprogramme) sind entsprechende finanzielle Mittel unbedingt notwendig. (wurde als Erweiterung zur Beratung nach der Diskussion formuliert)
+ d) Unterstützungssysteme
+ Problemaufriss:​ Die bisherigen Unterstützungssysteme lassen sich nicht unverändert auf das Bologna-Format und die Bolognas-Strukturen übertragen. Es müssen sowohl die Lehrveranstaltungsverwaltungssysteme,​ die Raumverwaltungssysteme und die Prüfungsverwaltungssysteme als auch die Leistungsübersichtssysteme,​ die Zwischenstatus- und Zeugniserstellungssysteme neu ausgerichtet und miteinander verknüpft werden. Die Entwicklung und Umsetzung solcher Systeme stößt bei den Hochschulen an personelle und finanzielle Grenzen. Aus Sicht der KTS führen Unterstützungssysteme derzeit auch zu Problemen für die Studierenden,​ wie fehlerhafte Angaben bei den Modulprüfungen oder den Modulzulassungen. Mit unter werden diese Systeme nicht flächendeckend an den Hochschulen eingesetzt und führen zu Diskrepanzen. Auch Probleme bei der Archivierung von Studienleistungen wurde von Studierenden berichtet.
+ Nur eine gezielte Verbesserung der personellen und finanziellen Ausstattung der Hochschulen kann hier zeitnah Abhilfe schaffen. Durch entprechende Unterstützung und Hilfestellung für Lehrende im Umgang mit diesen Systemen kann der Nutzen und die Akzeptanz dieser Systeme verbessert werden.
+ Zur Vorbereitung auf das kommende Treffen sollen soweit möglich offene Punkte und weitere Empfehlungen vorbereitet werden. Die Empfehlungen der 2. und der kommenden Sitzung sollen dann nach Absprache aller in das Endpapier für die AG Studienstruktur eingehen.
+ 4. Terminabsprache nächste Sitzung
+ Es wurde vereinbart, dass die KTS eine Terminabfrage via Doodle startet
+ Susann Rochler (Protokollantin)
+ ======3. Ergebnisprotokoll (22.06.2011)======
+ vom 22.06.2011
+ Teilnehmer Seitens des TMBWK: Herr Dr. Meier, Frau Kasten, Frau Dr. Orth
+ Sowohl das Protokoll der letzten Sitzung als auch die Sammlung der bisherigen Empfehlungen wurden versendet. Die Vertreter der KTS merken an, dass es günstiger gewesen wäre, wenn dass Protokoll nicht erst 2 Tage vor dem 3. Treffen vorgelegen hätte, da so eine Vorbereitung schwierig war und noch keine Änderungswünsche für das Protokoll erarbeitet werden konnten. Für Änderungen wird eine Frist abgesprochen,​ in der alle Teilnehmer diese an Frau Rochler schicken, danach wird das Protokoll bestätigt. Die KTS verteilt ein 2-seitiges Dokument mit inhaltlichen Anmerkungen zum Protokoll der 2. Sitzung, sowie einer Sammlung von Empfehlungen (inkl. Neuer Vorschläge).
+ 2. Teilzeitstudium
+ Problemaufriss:​ Es wird über die Gruppe von Teilzeitstudierernden diskutiert; wobei zwischen Studierenden unterschieden wird, die entsprechend den Regelungen des ThürHG im Teilzeitstudium eingeschrieben sind und denjenigen, die aufgrund sozialer, persönlicher und weiterer Umstände nicht in der Lage sind ein Vollzeitstudium zu absolvieren,​ aber als solche eingeschrieben sind. Generell aber sind die Rahmenbedingungen für die meisten Studierenden eines Teilzeitstudiums verbesserungsbedürftig,​ weil die Studiengangsplanung (ausschließlich) auf ein Vollzeitstudium ausgerichtet ist. Seitens der KTS wird der Wunsch vorgebracht den berechtigten Personenkreis für ein Teilzeitstudium im ThürHG zu erweitern.
+ Die KTS kritisiert den derzeitigen Stand der Beratungen zum Teilzeitstudium und merkt an, dass ehrenamtliches Engagement und individuelle Probleme der Studierenden flexiblere Strukturen erfordern, wie z.B. große Wahlbereiche. ​
+ Seitens der Hochschulen wurde auf die prinzipiellen Vorgaben verwiesen, die Studiengangs-planung auf die Regelstudienzeit eines Vollzeitstudiums auszurichten. Hiervon abweichende Regelungen der individuellen Studiengangsgestaltung bedürfen eines erhöhten Beratungsbedarfs und nur vergleichbare Studienbedingungen mit einheitlichen Lehr-Lern-Zielvorgaben machen eine „gerechte“ Bewertung möglich. Es können nicht alle individuellen Studienverläufe durch die Hochschule berücksichtigt werden. Auf die überwiegenden Situationen (Studieren mit Kind/Pflege von Angehörigen oder mit Behinderung,​ Erwerbstätigkeit usw.) soll jedoch Rücksicht genommen werden und Teilzeitvarianten möglich sein.
+ Kritisch angemerkt von Seiten der KTS wird die Problematik von Hürden im Studienverlauf (Mindestanzahl CP/LP oder abgeleisteter Prüfungen gebunden an Semesterzahl),​ da dies besonders kritisch für Studierende ist, die in Teilzeit studieren aber nicht als solche eingeschrieben sind. Dies sollte zukünftig auch in den Kommissionen diskutiert werden. In diesem Zusammenhang führte die KTS ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Weimar von 2009 an (2 K 213/09 We) Ein entsprechender Empfehlungsvorschlag der KTS kann mitgetragen werden, soll jedoch um den Aspekt des BaföG erweitert werden.
+ Empfehlung: Im Hinblick auf die soziale Dimension des Bologna-Prozesses sollten verstärkt Maßnahmen im Bereich Teilzeitstudium unternommen werden. Parallel hierzu müssen die BAföG-Regelungen auf Teilzeitstudiengänge abgestimmt werden.
+ 3. Finanzausstattung und Mehrkosten
+ Problemaufriss:​ Im Zuge des Bologna-Prozesses verstärkte sich die Lehr- und Prüfungsbelastungen,​ der Beratungs-, der Betreuungs- und der Unterstützungsbedarf sowie der Raumbedarf für Kleingruppenveranstaltungen zwischen 10 und 30 Personen. Seitens des TMBWK wird angemerkt, dass jedoch grundsätzlich (auch ohne Bologna) Bedarf an Räumlichkeiten vorhanden war und somit kein neues Problem darstellt.
+ Ein weiteres, die finanziellen Lage der Hochschulen belastendes Problem ist die Integration ausländischer Studierender,​ die zunehmend ein Masterstudium ergreifen und potentiell auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken können. Der Mehrbedarf an Finanzen ist nachvollziehbar darf aber im Zusammenhang mit Prüfungen nicht die „Prüfungswut“ und Monotonie der Prüfungsformen unterstützen. Die Finanzproblematik soll sich in einer Empfehlung widerspiegeln,​ und auf die Zusagen zum Hochschulpakt im Koalitionsvertrag hinweisen.
+ Für die gestiegenen finanziellen Belastungen,​ welche die Bologna-Formate erzeugen, haben die Hochschulen bisher keinen Ausgleich erhalten. Die HRK hat für die Umsetzung des Bologna-Prozesses aber einen Zusatzbedarf der Hochschulen von 15% der bisherigen Grundfinanzierung errechnet.
+ Empfehlung: Für die gestiegene Betreuung und Beratung (auch Mentoren- und Tutorenprogramme),​ sowie die adäquate räumliche Ausstattung sind entsprechende finanzielle Mittel unbedingt notwendig und sollen zur Verfügung gestellt werden. (Mind. Verstetigung des Hochschulpaktes,​ siehe Koalitionsvertrag)
+ 4. Soziale Situation der Studierenden
+ Problemaufriss:​ Aufgrund individueller Lebenssituationen ist es nicht allen Studierenden möglich ihr Studium Vollzeit und in der vorgegebenen Regelstudienzeit zu absolvieren,​ oder auch den Beratungsaufwand für ein Teilzeitstudium und alle damit zusammenhängenden Regelungen einzufordern. Aus diesem Grund sollte das Bachelor-Master-System individuell anpassbarer gemacht werden, so die Forderung der KTS. Da von Seiten der LRK-Vertreter deutlich gemacht wurde, dass nicht jeder individuelle Fall mit einem zusätzlichen Studienverlauf vorbereitet werden kann, sollen sogenannte situationsabhängige Modelltypen entwickelt werden.
+ Empfehlung: Die Hochschulen kommen, mit Unterstützung des Landes, den Studierenden hinsichtlich der Individualität eines Studiums im möglichen Rahmen entgegen und entwickeln situationsabhängige Modelltypen.
+ 5. Weitere Empfehlungen der KTS
+ Neben den bereits formulierten Empfehlungen enthält das Papier der KTS weitere Empfehlungen zur relativen Note gemäß KMK-Vorgaben (nach ECTS Users Guide) und zur Anwesenheitspflicht. Die KTS bittet alle Anwesenden sich die Empfehlungen anzusehen und bei Widerspruch und Änderungswunsch dies hier anzusprechen.
+ Die Problematik der Anwesenheitspflicht wird seitens der KTS thematisiert,​ wobei darauf hingewiesen wird, dass Anwesenheit allein keine Leistung darstellt und dementsprechend auch keinerlei Kompetenzen nachweist. Zusätzlich stellt diese im Gegensatz zur Outcome-Orientierung des Bologna-Prozesses nur einen Input dar und wird folglich von der KTS abgelehnt. Unter bestimmten Bedingungen halten die LRK-Vertreter diese jedoch für sinnvoll und aus sachlichen Gründen für erforderlich (Pflichtpraktika).
+ Wenn die Empfehlung um diese sachlichen Gründe erweitert wird, kann die Empfehlung so von allen Teilnehmenden mitgetragen werden.
+ Empfehlung: Die Anwesenheitspflicht soll grundsätzlich abgeschafft werden, soweit nicht sachlich zwingende Gründe dagegen sprechen.
+ Auf die zweite Nachfrage gibt es keine weiteren inhaltlichen Einwände gegen die gesammelten Empfehlungen mit den Ergänzungen durch die KTS. Einzelne Formulierungen sowie das Protokoll des 3. Treffens werden im folgenden per Mail abgestimmt.
+ Susann Rochler
+ Protokollantin
+ Anmerkungen und Vorbereitung der KTS:
+ (inhaltlich zum 2. Protokoll):
+ * Protokoll wurde geändert und so zur Kenntnis genommen, kein Beschluss!
+ * Modulstruktur:​ es geht um alle Studiengänge und nicht insbesondere fortgeschrittene BA-Studiengänge
+ * „…Modulstruktur keine studiengangsabschließenden Module angelegt sind.“ – diese Aussage ist unverständlich und unpräzise, die KTS kann dem so auch nicht zustimmen
+ * Im Bereich Prüfungen wurde die KMK Vorgabe betont (1Prüfung in einem Modul), die KTS kritisierte die Prüfungsdichte,​ die Prüfungsformen (weil sie nicht an den Kompetenzen ausgerichtet sind) und die Prüfungsorganisation
+ * Für die Empfehlung war uns die sinnvolle Gewichtung der Noten wichtig (also nicht nach cp)
+ * Beratungsstruktur:​ Perspektive nur darauf dargestellt,​ dass Studierende unsicher sind; dies finden wir zu einseitig und entsprach nicht unserer Aussage; ​
+ * Die enthaltenen Empfehlungen in Punkt c) und d) wurden nicht so formuliert
+ * Unterstützungssysteme sollten Probleme lösen nicht hervorrufen,​ oft bestehen zu viele Parallelestrukturen bzw. die vorhandenen werden nicht flächendeckend genutzt; aus studentischer Sicht muss die korrekte Archivierung eingehalten werden
+ //​Empfehlungen// ​
+ I. Es werden auf Dauer regelmäßig arbeitende Studiengangskommissionen
+ mit studentischer Beteiligung eingerichtetet.
+ Neu: Diese sind paritätisch mit Lehrenden und Studierenden besetzt.
+ II. Die Kommissionen überprüfen regelmäßig das Erreichen der Kompetenzen,​ sowie die Berufsbefähigung und nehmen entsprechende strukturelle Anpassungen vor.
+ III. Aus Transparenz- und Gleichbehandlungsgründen sind für die Studierenden einheitliche Bewertungszeiträume und in den Grundsätzen einheitliche Verfahrensweisen zur Zulassung unter Vorbehalt anzustreben/​geboten.
+ Studienorganisatorisch ist das Vorliegen der Bewertung von erstmals erbrachten Prüfungsleistungen innerhalb der Regelstudienzeit sicher zu stellen. ​
+ Es müssen weitere Bestrebungen unternommen werden, um vorläufige Noten- und Zeugnisausdrucke grundsätzlich für Bewerbungsverfahren als ausreichend zu bewerten.
+ IV. Es sollte grundsätzlich auf konsekutive und mehrsemestrige Module verzichtet werden. (Orientierung an Kompetenzen,​ nicht Inhalte)
+ V. Nicht alle Module müssen geprüft werden oder in die Endnote eingehen. Grundsätzlich wird eine Prüfung pro Modul angegeben. In den Prüfungsordnungen werden sinnvolle Gewichtungen für die Modulnoten in der Endnote definiert. Der Prüfungszeitraum soll in den Prüfungsordnungen auf 3 Wochen ausgelegt sein, wobei nicht mehr als 1 Prüfung pro Tag stattfindet. (Ist dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich, sollte den betroffenen Studierenden die Möglichkeit eingeräumt werden ohne Nachteile von einer der Prüfungen zurückzutreten und einen alternativen Termin nutzen können.
+ VI. Die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Beratungsstellen sind klarer zu fassen und deutlich zu veröffentlichen (Ansprechpartner und Kontakt). Zur Verbesserung der Beratungsstrukturen sind die Hochschulen zwingend auf zusätzliche Mittel angewiesen.
+ VII. Wenn es zu Änderungen in den Prüfungsordnungen kommt müssen diese umgehend an die zuständigen Stellen übermittelt und zur Kenntnis genommen werden. Die korrekte Anwendung des Prüfungsrechtes muss regelmäßig überprüft werden. Beratungen und Prüfungsentscheidungen sind textlich zu fassen.
+ VIII. Für die gestiegene Betreuung und Beratung (auch Mentoren- und Tutorenprogramme) sind entsprechende finanzielle Mittel unbedingt notwendig.
+ IX. Die nach KMK Vorgaben erwähnt Praxis zur relativen Notenskaleasoll umgesetzt werden und in den Abschlussdokumenten angegeben sein.
+ X. Die Modulstruktur jedes Studienganges sollte fest ausgewiesene Wahlbereiche beinhalten. Im Hinblick auf die soziale Dimension des Bologna-Prozesses sollten verstärkt Maßnahmen im Bereich Teilzeitstudium unternommen werden (Ausgleichslösungen,​ modifizierte Verlaufspläne usw.).
+ XI. Die Anwesenheitspflicht soll grundsätzlich abgeschafft werden.
+ =2. Mobilität=
+ ======1. Ergebnisprotokoll (05.04.11)======
+ AG Mobilität im Kontext des Dialogforum „Bologna“
+ vom 05. April 2011
+ Teilnehmer LRK:	Prof. Dr. Myriam Wijlens (Vizepräsidentin Internationale Angelegenheiten Uni Erfurt), Dr. Muriel Helbig (Dezernat Internationale Beziehungen der BU Weimar) ​
+ Teilnehmer KTS:	Frau Janine Hofmann (Sprecherin),​ Herr Torsten Zern (BU Weimar)
+ Teilnehmer TMBWK: Herr Dr. Meier, Frau Kasten, Frau Dr. Orth, Frau Rumpf
+ Protokollantin:​	Frau Rumpf
+ Die KTS, Frau Hofmann, moderiert – nach Zustimmung aller Teilnehmer – die Sitzungen der AG „Mobilität“. Die Teilnehmer verständigen sich über die Zielstellung und die Beratungsgegenstände ihrer Arbeit. Ziel soll es sein, Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Bolognaprozesses zum Teilbereich „Mobilität“ zu erarbeiten.
+ Auf Basis eines Papiers der KTS und einer ersten Zusammenstellung von Frau Helbig verständigen sich die Teilnehmer auf folgende zentralen Beratungsgegenstände:​
+ *	Förderung des Studierens im Ausland (Flexibilität im Studienverlauf,​ finanzielle Anreize, Angst vor Verlängerung des Studiums, entsprechende Beratung)
+ *	Anerkennung von Studienleistungen (Kooperationsvereinbarungen,​ Learning Agreements)
+ *	Sprachkurse (Zertifikate,​ hohe Sprachlevel,​ Kosten)
+ *	Hochschulmarketing für MA- Studiengänge und PhD-Programme
+ *	Mobilität zwischen BA und MA innerhalb Deutschlands.
+ Thema 1: Förderung des Studierens im Ausland
+ Problemaufriss:​ Die KTS teilt mit, Studien haben ergeben, vorrangig würden drei Gründe dazu führen, dass Studierende sich vor einem Auslandsaufenthalt scheuen. Diese sind fehlende Flexibilität im Studienverlauf,​ fehlende finanzielle Anreize und Angst vor der Verlängerung des Studiums. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Anerkennung von Studienleistungen. ​
+ a) Flexibilität im Studienverlauf
+ Mobilitätsfenster im Studium könnten z.B. dadurch entstehen, dass Module grundsätzlich mit einer Dauer von einem Semester angelegt werden und nicht zwingend konsekutiv angelegt sind, d. h. Vorraussetzung für ein jeweils anderes Modul sind. Auch sollten Module jeweils im SS und im WS angeboten werden (zumindest die Module innerhalb des Mobilitätsfensters),​ um den Einstieg nach Rückkehr aus dem Ausland zu erleichtern.
+ Empfehlung: Für jeden Studiengang soll ein Mobilitätsfenster vorgesehen und in den Studien- und Prüfungsordnungen verankert werden.
+ b) Finanzielle Anreize
+ Finanzielle Anreize sind zum Beispiel mit ERASMUS und PROMOS vorhanden. Finanziell schlecher gestellte Studierende können eine Unterstützung aus diesen Programmen in Anspruch nehmen. Zudem betonen die Mitglieder der AG, dass ein Auslandsaufenthalt auch immer ein Gewinn an Kompetenzen ist, nicht nur im sprachlichen Bereich, und somit eine Investition in die Zukunft, so dass sich ggf. auch private Kredite lohnen würden. ​
+ Empfehlung: Auf die vorhandenen finanziellen Unterstützungsformen sollte im Rahmen der Beratung deutlicher aufmerksam gemacht werden. ​
+ c) Angst vor der Verlängerung des Studiums
+ Diese Angst ist unbegründet,​ da selbst eine Beurlaubung für einen Auslandsaufenthalt nicht auf die Fachsemester angerechnet wird und somit keine Gefahr der Regelstudienzeitverlängerung besteht. Die KTS weist jedoch auf das Anerkennungs-problem hin, wodurch bei Nichtanrechnung erbrachter Leistungen oftmals eine Verlängerung des Studiums erfolgt.
+ d) Beratung
+ Mit klar benannten und erreichbaren Ansprechpersonen,​ die fundierte Auskünfte zur Anerkennung von Studienleistungen geben können sowie einem fundierten Angebot an Informationsveranstaltungen und leicht auffindbaren Informationen (z.B. Flyer, Homepage) können die Studierenden besser auf ihren Auslandsaufenthalt vorbereitet werden. Beratungsmöglichkeiten gibt es in jeder Hochschule (Internationales Büro). Sie werden nur nicht von allen Studierenden gleichermaßen in Anspruch genommen.
+ Empfehlung: ​
+ 1.	Die Hochschulen führen zu Beginn des Semesters hochschulöffentliche Informationsveranstaltungen durch, in denen über Auslandssemester,​ insbesondere die Voraussetzungen für deren Anerkennung im Studienverlauf,​ finanzielle Unterstützung und Möglichkeit der individuellen Beratung informiert wird.
+ 2.	Auf den Internetseiten der Hochschulen wird gut auffindbar an geeigneter Stelle ein Schema abgebildet, an dem sich Studierende über die zu beachtenden Schritte vor und nach dem Auslandsaufenthalt informieren kann.
+ Thema 2: Anerkennung von Studienleistungen (Kooperationsvereinbarungen,​ Learning Agreements)
+ Problemaufriss:​ Bisherige Erfahrungen der Studierenden zeigen, dass häufig an anderen Hochschulen erbrachte Leistungen nicht anerkannt werden und die Anerkennung lange Bearbeitungszeiten mit sich bringen kann. Meist stehen Formalien im Mittelpunkt der Überprüfung anstatt auf den Erwerb von gleichwertigen Kompetenzen abzustellen. Oft wissen die Studierenden auch nicht, an wen sie sich wenden müssen und wie genau die Anerkennung erfolgt. ​
+ 2007 wurde die Lisbon Recognition Convention, die die Regeln für Anerkennung von Studienleistungen und –abschlüssen formuliert, durch die Bundesrepublik Deutschland ratifiziert und somit zu Bundesrecht. Sie regelt unter anderem, dass das Verfahren und die Kriterien zur Anerkennung durchschaubar,​ einheitlich und zuverlässig angewendet werden. Die korrekte Anwendung der Regeln der Lissabon Konvention würde die Anerkennungs-praxis deutlich verbessern. KMK Vorgaben sind zudem nicht allen Hochschullehrern bekannt oder werden nicht als geltendes Recht akzeptiert. Die KTS würde sich daher wünschen, dass die Lissabon Konvention ins ThürHG aufgenommen wird.
+ Die Verwendung von Learning Agreements, wie sie dem ECTS Users Guide zu entnehmen sind, hat bereits einen positiven Effekt für die Anerkennung gezeigt und sollte daher flächendeckend angewandt werden.
+ Soweit vor Antritt des Auslandsaufenthaltes durch ein Learning Agreement die im Ausland zu absolvierenden Kurse und deren Vergleichbarkeit mit den an der Heimatuniversität lt. Studienplan anstehenden Modulen festgestellt wird, kann die Anrechenbarkeit der im Ausland absolvierten Studien- und Prüfungsleistungen gewährleistet und eine Verlängerung der Studienzeit vermieden werden. ​
+ Die Einhaltung der Lissabon Konvention ist bereits indirekt im § 43 ThürHG (Akkreditierung) verankert. Dort ist vorgegeben, dass die aufgrund § 9 Abs. 2 HRG ergangenen Empfehlungen,​ insbesondere die ländergemeinsamen Strukturvorgaben einzuhalten sind, somit auch die dort in der Anlage, Abschnitt 1.2, enthaltene Lissabon Konvention. Gleichwohl sollte eine Konkretisierung von § 48 Abs. 5 ThürHG (Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen) geprüft werden. ​
+ 1.	In die Studien- und Prüfungsordnungen wird ein Passus aufgenommen,​ in dem die Festlegungen der Lissabon Konvention verankert sind.
+ 2.	Learning Agreements sollten vor einem Auslandsaufenthalt und auch bei außerhalb der Hochschule zu erbringenden Studien- und Prüfungsleistungen verpflichtend abgeschlossen werden.
+ 3.	Auf den Internetseiten der Hochschulen wird gut auffindbar an geeigneter zentraler Stelle ein Verantwortlicher pro Studiengang benannt und ggf. mit Foto abgebildet, der verbindliche Auskünfte zur Anerkennung von Studienleistungen geben kann.
+ 4.	Bei Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen innerhalb Deutschlands sollte kein strengerer Maßstab angelegt werden als bei der Auslandsmobilität.
+ Thema 3: Sprachkurse
+ Problemaufriss:​ Für die Auslandsmobilität spielen Fremdsprachenkenntnisse in vielerlei Hinsicht eine zentrale Rolle. Studierende aus dem Ausland finden häufig die relevanten Informationen nur in deutscher Sprache vor. Infomaterialien und Dokumente sowie Zeugnisse sollten zumindest auch in englischer Sprache vorliegen. ​
+ Aus Sicht der Studierendenvertreter sollten Sprachkurse ausreichend,​ nachfrageorientiert und kostenlos zur Verfügung gestellt werden, Sprachzertifikate weder für inländlische Studiengänge noch für Auslandsaufenthalte erforderlich sein und Sprachlevel nicht unnötig hoch gewählt werden. So sei es nicht verständlich,​ weshalb sechs Jahre Schulunterricht in Englisch nicht anerkannt würden und zwingend ein TOEFL-Test (Kosten: 225 $)abgelegt werden muss.
+ Im Ergebnis der Diskussion besteht Übereinstimmung,​ dass die lt. Studienordnungen verpflichtenden Sprachkurse kostenfrei angeboten werden müssen. Darüber hinaus gehende Sprachangebote können gebührenpflichtig sein, insb. um die Hemmschwelle,​ einen Kurs nach kurzer Zeit wieder aufzugeben, zu erhöhen. Gebühren, die über diese „Motivationsgebühr“ (zwischen 10-20€) hinausgehen,​ werden von der KTS jedoch abgelehnt.
+ Im Nachgang zur Sitzung wurde die derzeitige Praxis der Gebührenerhebung an den einzelnen Hochschulen ermittelt und in Anlage 1 zusammengefasst. ​
+ Die TOEFL-Tests sind bei Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit ausländischen Hochschulen meist nicht verhandelbar. Die Vertreter der LRK sprechen sich dafür aus, das Sprachniveau nicht herabzusetzen,​ um den Erfolg des Auslandsaufenthaltes nicht zu gefährden. Zudem sollen Studierende einen Auslandsaufenthalt nicht vordergründig dafür nutzen, die Sprache zu erlernen, die Sprachkenntnisse sollten es hingegen erlauben, am Auslandsstudium von Beginn an aktiv teilzunehmen und die entsprechenden Kompetenzen auch tatsächlich zu erwerben.
+ 1.	Sprachkurse,​ deren Absolvieren in den Studien- und Prüfungsordnungen gefordert wird, sollen gebührenfrei angeboten werden.
+ 2.	Darüber hinaus soll weiterhin ein breit gefächertes und kostengünstiges Sprachangebot an den Hochschulstandorten vorgehalten werden.
+ Die noch anstehenden weiteren Beratungspunkte werden auf die nächste Sitzung vertagt. Der Termin der nächsten Sitzung wird auf Basis einer Terminabfrage der KTS festgelegt.
+ Katja Rumpf (Protokollantin)
+ ======2. Ergebnisprotokoll (17.05.11)======
+ AG Mobilität im Kontext des Dialogforums „Bologna“
+ vom 17. Mai 2011
+ Teilnehmer LRK:	Prof. Dr. Andrea Schulte (Vizepräsidentin Studium und Lehre Uni Erfurt), Frau Dr. Haaßengier (TU Ilmenau)
+ Teilnehmer KTS:	Janine Hofmann (Sprecherin),​ Torsten Zern(BU Weimar)
+ Teilnehmer TMBWK: Dr. Wolfgang Meier, Ulla Kasten, Dr. Eva-Maria Orth
+ Protokollanten:​	Orth/​Kasten
+ 1.	Vorbemerkungen
+ Frau Hofmann moderiert die 2. Sitzung der AG „Mobilität“. In der 1. Sitzung hatten sich die Teilnehmer darauf verständigt,​ in der folgenden Sitzung die noch offenen Themen „Mobilität zwischen BA und MA innerhalb Deutschlands“ und „Hochschulmarketing für MA-Studiengänge und PhD-Programme“ zu besprechen.
+ 2.	Ergänzung des Protokolls der 1. Sitzung
+ Anmerkungen der Vertreter der KTS zum Protokoll der 1. Sitzung vom 5. April 2011 werden besprochen und weitere Empfehlungen abgeleitet. Das Protokoll wird entsprechend ergänzt. ​
+ 3.	Beratungsgegenstand „Mobilität zwischen BA und MA innerhalb Deutschlands“
+ Problemaufriss:​ Die Mobilität von Studierenden ist nicht nur in einem internationalen Kontext zu sehen (dies war Gegenstand der 1. Sitzung der AG), sondern auch im nationalen Kontext. ​ Hier stellt sich die Frage der Mobilität besonders beim Wechsel der Hochschule nach dem Abschluss eines Bachelorstudiums. Die KTS verweist darauf, dass Mobilität bereits während des Bachelorstudiums gefördert werden soll. Es ist also zu unterscheiden zwischen Mobilitätsfenstern innerhalb eines Studiengangs und Mobilität nach abgeschlossenem BA-Studium. Die AG verständigt sich darauf, dass Fragen der Flexibilität im BA-Studium, z.B. bei Praktika und im Zusammenhang mit Abschlussarbeiten in der AG Studienstruktur besprochen werden sollen. Zudem werden hinsichtlich der Aspekte der Anerkennung von Studien- und Prüfungsleistungen sowie des Angebotes an Sprachkursen die Empfehlungen zu den in der 1. Sitzung besprochenen Themen ergänzt.
+ Die Förderung der Mobilität von Studierenden und Absolventen wird als generell sinnvoll begrüßt. Die LRK gibt jedoch zu bedenken, dass es aus Sicht der Hochschulen auch wünschenswert ist, dass begabte Studierende das Angebot an Masterstudiengängen wahrnehmen, das die eigene Hochschule bietet. Die länderübergreifende Schau zeigt zudem, dass die Hochschulen die Möglichkeit der Verbindung des Zugangs zu den MA-Studiengängen mit besonderen Zugangsvoraussetzungen (vgl. Ländergemeinsame Strukturvorgaben) vielfältig untersetzt haben. ​
+ Einen besonderen Fall stellen die Lehramtsstudiengänge dar. Die Vertreter der LRK verweisen darauf, dass es beim Wechsel innerhalb Deutschlands (und sogar innerhalb Thüringens) je nach der Konzeption des Lehramtsstudiums zu Schwierigleiten bzgl. der Anrechnung erbrachter Leistungen kommen kann.
+ Im Ergebnis besteht Einvernehmen,​ dass aus § 9 Abs. 2 HRG sowie der Lissabon Konvention die gemeinsame Verpflichtung zur Gewährleistung von ungehinderter Mobilität erwächst. ​
+ Die Studierendenvertreter verweisen auf ein Problem, das bei der Bewerbung um einen Studienplatz in einem Masterstudiengang entstehen kann, soweit zum Bewerbungstermin noch kein Zeugnis für das BA-Studium vorliegt. Es sollte daher möglich sein, sich zunächst unter Vorlage eines Notenspiegels zu bewerben, der durch die Studierenden selbst aus dem entsprechenden elektronischen Prüfungsverwaltungssystem generierbar ist und nach Möglichkeit einen Notendurchschnitt ausweist.
+ Zudem weist die KTS in diesem Zusammenhang auf ein weiteres Desiderat hin: die Ausweisung der relativen Note auf dem BA-Abschlusszeugnis (entsprechend dem ECTS User Guide). Die Studierendenvertreter bitten die Hochschulen,​ den Ausweis der relativen Note zeitnah umzusetzen. Um eine Beurteilung der ausgewiesenen relativen Note zu ermöglichen,​ wird – unter Berücksichtigung der von der HRK vorgetragenen Schwierigkeiten zur Bildung der Vergleichsgruppen – vorgeschlagen,​ die Datenbasis (Größe der Vergleichsgruppe) auszuweisen.
+ 1.	Zur Unterstützung von Mobilität sollten die aus Hochschulkooperationen ​ erwachsenden Möglichkeiten verstärkt genutzt werden.
+ 2.	Auch im Bereich der Lehramtsausbildung ist durch die Hochschulen und die Länder die intranationale Mobilität zu gewährleisten.
+ 3.	Die Hochschulen sollen den in den Ländergemeinsamen Strukturvorgaben (Anlage, Abschnitt 2 f) geregelten Ausweis der relativen Note zeitnah umsetzen. ​
+ 4.	Beratungsgegenstand „Hochschulmarketing für MA-Studiengänge und Ph.D.-Programme“
+ Aus Sicht der Studierendenvertreter ist die Qualität der Studiengänge das beste Marketing. Sie äußern daher Skepsis hinsichtlich der Finanzierung aufwendiger Marketingkampagnen. ​
+ Die Hochschulen verfügen zum Teil über spezielle Marketinginstrumente für die MA-Studiengänge,​ wie beispielsweise Informationstage,​ was durch die Studierenden begrüßt wird. Im Ergebnis der Erörterung werden die stärkere Vernetzung der verschiedenen Marketingaktivitäten sowie die Bündelung bei einem zentralen Ansprechpartner in den Hochschulen angeregt. ​
+ Die Arbeitsgruppe sieht zu Ph.D.-Programmen keinen spezifischen aus dem Bologna-Prozess erwachsenen Erörterungsbedarf. Die weitere Entwicklung im Bereich der Promotionen soll daher zunächst beobachtet werden, insbesondere vor dem Hintergrund einer Befassung des Wissenschaftsrats mit diesem Thema. ​
+ Die Studierenden verweisen auf die heterogene sozialversicherungsrechtliche Situation von Doktoranden und besonders auf die Unterschiede in Hinblick auf die Versicherungspflicht bei der Krankenversicherung. Sie betonen unter Hinweis auf § 5 I Nr. 9 SGB V die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung, die die Versicherungspflicht auch für Doktoranden ohne versicherungspflichtige Beschäftigung und Stipendiaten vorsieht.
+ 1.	Die Hochschulen werden gebeten, verstärkt in die Qualitätssicherung der Studiengänge zu investieren und gleichwohl gediegene Marketingprogramme zur Unterstützung der Mobilität zu entwickeln. ​
+ 2.	Die entstandene Pluralität der Modelle im Marketing speziell für MA-Interessenten wird unterstützt.
+ Eva-Maria Orth/Ulla Kasten (Protokoll)
+ =3. Qualitätssicherung=
+ ======1. Ergebnisprotokoll (12.04.11)======
+ AG Qualitätssicherung im Kontext des Dialogforums „Bologna“
+ vom 12. April 2011
+ Teilnehmer LRK:	Prof. Dr. Andrea Schulte (Vizepräsidentin Studium und Lehre Uni Erfurt), Anke Schmalz (Qualitätsbeauftragte FH Jena)
+ Teilnehmer KTS:	Janine Hofmann (Sprecherin),​ Nick Faulwetter (TU Ilmenau)
+ Teilnehmer TMBWK:	Dr. Wolfgang Meier, Ulla Kasten, Dr. Eva- Maria Orth, Katja Rumpf
+ Protokollantin:​	Katja Rumpf
+ Herr Dr. Meier moderiert – nach Zustimmung aller Teilnehmer – die Sitzungen der AG „Qualitätssicherung“. Die Teilnehmer verständigen sich über die Zielstellung und die Beratungsgegenstände ihrer Arbeit. Ziel soll es sein, Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Bolognaprozesses zum Teilbereich „Qualitätssicherung“ zu erarbeiten.
+ Auf Basis eines Papiers der KTS verständigen sich die Teilnehmer auf folgende zentralen Beratungsgegenstände:​
+ * Qualitätsmanagementsysteme der Hochschulen
+ * Studentische Beteiligung / Studiengangskommissionen
+ * Weiterentwicklung des Akkreditierungsverfahrens.
+ Thema 1: Evaluation
+ Problemaufriss:​ Seitens der Studierendenvertreter wird der Wunsch geäußert, die Evaluation verbindlich im ThürHG und in den Ordnungen der Hochschulen zu regeln. Das Ziel der Evaluation sollte klarer formuliert und die Ergebnisse sollten transparent sein. Die vielfältigen Möglichkeiten der Evaluation würden nur teilweise genutzt (insbesondere Studieneingangsbefragungen,​ Studierendenbefragung,​ Systemevaluation,​ Lehrevaluation,​ Workloaderfassung,​ Absolventenbefragung). Auch sei die Beteiligung der Studierenden an der Auswertung und an der Erhebung der Evaluationsdaten teilweise nicht gewährleistet. Die Studierendenvertreter schlagen daher die Begleitung der Erarbeitung und Auswertung der Evaluation durch Arbeitsgruppen auf Hochschulebene unter Beteiligung der Studierenden vor. (Eine Forderung der Studierenden sind „Studiengangskommissionen“. Hierzu wird auf das Ergebnis der AG Studienstruktur,​ d. h. die Empfehlung zur durchgängigen Einrichtung ständig tätiger Studiengangskommissionen unter Beteiligung aller an dem Studiengang beteiligten Fakultäten/​Einrichtungen verwiesen.)
+ Grundsätzlich sind die Regelungen in § 8 ThürHG ausreichend. Kritisiert wird jedoch die geringfügige Veröffentlichung von entsprechenden Informationen,​ Verfahrensregelungen etc. auf den öffentlichen Webseiten der Hochschulen. Die Vertreter der LRK bestätigen,​ dass Evaluationssatzungen vorhanden sind, die Ergebnisse auch personenunabhängig veröffentlicht werden, jedoch nur im Intranet der jeweiligen Hochschule. ​
+ Die Vertreter der Hochschulen legen dar, dass gegen die Veröffentlichung von Evaluationsergebnissen bislang Vorbehalte der Lehrenden aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken bestehen. Gemäß § 8 Abs. 4 Satz 3 ThürHG ist in den Satzungen der Hochschulen zu regeln, welche Daten erhoben, verarbeitet und ausgewertet werden dürfen und wie die Veröffentlichung der daraus gewonnenen Ergebnisse erfolgt. Mithin ist eine Veröffentlichung von Evaluationsergebnissen grundsätzlich in geeigneter Form rechtlich möglich und im Qualitätssicherungsauftrag der Hochschule begründet. Ergänzend kann hinsichtlich der Ergebnisse von Studierendenbefragungen die Entscheidung des LG Regensburg aus dem Jahr 2009 zu dem Internetportal "​meinprof.de"​ beigezogen werden, das ein schutzwürdiges Interesse gegen eine Veröffentlichung entsprechender Meinungsäußerungen verneint hat (das Urteil ist jedoch nur teilweise anwendbar, da die Ergebnisse von Evaluationen häufig eben nicht lediglich Meinungsäußerungen sind).
+ Die Information der Lehrenden über Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre und Anreizsysteme für gute Lehre wird als geeignete Möglichkeit zur Verbesserung der Akzeptanz von Lehrveranstaltungsevaluationen gesehen. Exemplarisch wird auf das hochschulübergreifende Projekt Akademische Personalentwicklung für Neu- und Erstberufene im Rahmen der Hochschuldidaktik-Initiative-Thüringen (HIT), bei dem die Teilnahme an Veranstaltungen verpflichtend ist, hingewiesen. Wesentlich ist die Entwicklung einer Qualitätskultur über die Lehrevaluation hinaus.
+ Empfehlung:​
+ 1.	Begleitung der Erarbeitung und Auswertung der unterschiedlichen Evaluationsinstrumente,​ die die gesamte Spanne des Studiums erfassen, durch Arbeitsgruppen auf verschiedenen Hochschulebenen unter Beteiligung der Studierenden.
+ 2.	Veröffentlichung von Informationen zur Evaluation, insbesondere zum Verfahren und den Zuständigkeiten (incl. Ansprechpartner und Kontaktdaten) auf den öffentlichen Webseiten der Hochschulen.
+ 3.	In den Satzungen ist zu regeln, welche Daten zu erheben, zu verarbeiten und auszuwerten sind und wie die Veröffentlichung der daraus gewonnenen Ergebnisse erfolgen muss.
+ Thema 2: Qualitätsmanagementsysteme der Hochschulen
+ Problemaufriss:​ Die Qualitätsmanagementsysteme sind in den einzelnen Hochschulen unterschiedlich entwickelt und wirksam. Ein systematisches Qualitätsverständnis zeichnet sich vorrangig auf der Ebene der Hochschulleitungen und bei den von Qualitätsmanagementaufgaben unmittelbar betroffenen Hochschullehrern,​ Mitarbeitern und Studierenden ab. Im Rahmen der Akkreditierung wurden und werden Konzepte entwickelt, die aber intern nicht in jedem Fall entsprechend bekannt gemacht und umgesetzt werden. Die Studierenden regen zur Stärkung der Qualitätssicherung innerhalb der Hochschulen die Einsetzung von Qualitätsbeauftragten an zentraler Stelle der Hochschule sowie entsprechender Verantwortlicher auf Fachbereichsebene an.
+ Die Vertreter der LRK legen dar, dass sich Hochschullehrer nicht prioritär als „Qualitäts-Manager“ verstehen und Evaluation zuweilen eher als Kritik denn als Hilfe zur Weiterentwicklung des gemeinsam zu verantwortenden Studienangebotes empfunden wird. Mitarbeiter und Lehrende müssten daher regelmäßig motiviert werden, an der Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements mitzuwirken.
+ Es ist sicherzustellen,​ dass sich eine Verantwortung zur Qualitätsentwicklung auf allen Ebenen der Hochschulen durchsetzt und entwickelte Konzepte entsprechend hochschulöffentlich bekannt gemacht und umgesetzt werden. Nur dann kann von der Entwicklung einer Qualitätskultur an der gesamten Hochschule gesprochen werden.
+ 1.	Zeitnahe Verabschiedung der Satzungen der Hochschulen gemäß § 8 Abs. 4 ThürHG.
+ 2.	Einsetzung von Qualitätsbeauftragten an zentraler Stelle der Hochschulen und entsprechender Verantwortlicher auf Fachbereichsebene;​ Einrichtung eines landesweiten Arbeitskreises der Qualitätsbeauftragten unter Beteiligung der Studierenden. ​
+ 3.	Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur regelmäßigen und möglichst hochschulübergreifenden Information der Lehrenden über Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre (insb. Best-Practice-Modelle) und Schaffung von Anreizsystemen für gute Lehre.
+ 4.	Entwicklung einer Qualitätskultur auf allen Ebenen der Hochschule. ​
+ Für die weiteren Beratungspunkte sowie die Verständigung über Empfehlungen wird eine weitere Sitzung vereinbart. Der Termin der nächsten Sitzung wird auf Basis einer Terminabfrage der KTS festgelegt.
+ ======2. Ergebnisprotokoll (03.05.11)======
+ vom 03. Mai 2011
+ Teilnehmer LRK:	Prof. Dr. Andrea Schulte (Vizepräsidentin Studium und Lehre Uni Erfurt), Anke Schmaltz (Qualitätsbeauftragte FH Jena)
+ Teilnehmer TMBWK:	Dr. Wolfgang Meier, Ulla Kasten, Dr. Eva-Maria Orth, Katja Rumpf
+ Herr Dr. Meier moderiert die 2. Sitzung der AG „Qualitätssicherung“. In der 1. Sitzung wurde sich darauf verständigt,​ in der nächsten Sitzung Empfehlungen zu den diskutierten Beratungsgegenständen „Evaluation“ und „Qualitätsmanagementsysteme der Hochschulen“ zu erarbeiten. Herr Dr. Meier verteilt ausgearbeitete Vorschläge für mögliche Empfehlungen,​ die als Grundlage für die folgende Beratung dienen sollen. ​
+ Des Weiteren sollen die noch offenen Themen „Studentische Beteiligung / Studiengangskommissionen“ und „Weiterentwicklung des Akkreditierungsverfahrens“ Gegenstand der Beratung sein.
+ Die vorgeschlagenen Empfehlungen werden erörtert und das Protokoll der 1. Sitzung entsprechend ergänzt.
+ 3.	Beratungsgegenstand „Studentische Beteiligung/​ Studiengangskommission“
+ Problemaufriss:​ Nach Auffassung der Studierendenvertreter sollen Lernende zusammen mit Lehrenden im Dialog an den Curricula arbeiten. Dazu bedarf es Studiengangskommissionen. Die Studienreform betrifft nur einen begrenzten Zeitabschnitt. Die Studiengänge müssen jedoch auch nach der Reform kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt werden. Die Studiengangskommissionen sollten nach Auffassung der Vertreter der KTS entsprechend dem Beispiel aus Sachsen halbparitätisch mit Lernenden und Lehrenden besetzt sein und Beschlüsse zur Vorlage in den Fakultätsräten liefern, wobei diese im Zweifel mit einer 2/​3-Mehrheit überstimmt werden müssen. Die Beteiligung der Studierenden fördert die Qualitäts-sicherung für die Studiengänge und gibt den Studierenden die Möglichkeit der aktiven Mitbestimmung an den Lernbedingungen. ​
+ Dieses Thema ist bereits Beratungsgegenstand der AG „Studienstruktur“. Da dort eine Empfehlung formuliert wurde, wird hierzu auf das Protokoll der AG „Studienstruktur verwiesen. ​
+ 4.	Weiterentwicklung des Akkreditierungsverfahrens
+ Herr Dr. Meier gibt einen Ausblick für die Beratung in der nächsten Sitzung. Mögliche Diskussionspunkte könnten sein:
+ * Systemakkreditierung vs. Programmakkreditierung
+ * Aufwand der Verfahren ​
+ * Dauer der Verfahren (vgl. KTS Papier)
+ * Qualität der Begutachtung (z.B. Einheitlichkeit der Beurteilung;​ vgl. KTS Papier) und Gutachterauswahl (auch: Vorbereitung der Gutachter durch die Agenturen)
+ * Bürokratisierung als Resultat der Akkreditierung ??
+ * die Studierendenvertreter beklagen im KTS Papier „die reduzierte Beteiligung der Studierenden“ bei der Systemakkreditierung.
+ Grundsätzlich wird eine Weiterentwicklung der Akkreditierung begrüßt. In Anlehnung an die KMK sollte es momentan keinen Paradigmenwechsel geben und zunächst sollten die Erfahrungen aus der „zweiten Runde“ der Programmakkreditierungen sowie der Systemakkreditierung abgewartet werden. Einige bei der Programmakkreditierung aufgetretene Probleme werden u. U. durch die Systemakkreditierung gelöst. ​
+ 5. Weitere Vorgehensweise und Terminabsprache
+ Für die weitere Beratung von Punkt 4. sowie die Verständigung über Empfehlungen wird eine weitere Sitzung vereinbart. Der Termin der nächsten Sitzung wird auf Basis einer Terminabfrage der KTS festgelegt.
+ ======3. Ergebnisprotokoll (09.06.11)======
+ 3. AG Qualitätssicherung im Kontext des Dialogforums „Bologna“
+ vom 09. Juni 2011
+ Teilnehmer LRK:	Prof. Dr. Andrea Schulte (Vizepräsidentin Studium und Lehre Uni Erfurt), Prof. Burkhard Schmager (Prorektor Lehre FH Jena), Dr. Heike Schorcht (Qualitätsmanagementbeauftragte TU Ilmenau) ​
+ Teilnehmer TMBWK:	Ulla Kasten, Katja Rumpf
+ Frau Kasten moderiert die 3. Sitzung der AG „Qualitätssicherung“. ​
+ Die KTS vermisst im Protokoll der 2. Sitzung die Empfehlung, Studiengangskommissionen angelehnt an die Regelungen in Sachsen, halbparitätisch mit Lernenden und Lehrenden zu besetzen. Die Teilnehmer weisen darauf hin, dass man sich darauf verständigt hatte, dass dieses Thema bereits Gegenstand der AG Studienstruktur war und somit hier keine Empfehlung formuliert werden sollte. Die besprochenen Details zu den Studiengangskommissionen werden dann noch in der AG Studienstruktur aufgegriffen und ergänzt. Das Protokoll der 2. Sitzung wird ohne Änderungen bestätigt.
+ 2.	Beratungsgegenstand „Systemakkreditierung vs. Programmakkreditierung“
+ Problemaufriss:​ Die Studierendenvertreter bewerten die Akkreditierung als externes Instrument der Evaluation in seinen Grundzügen als positiv. Das deutsche System der Qualitätssicherung weise allerdings Schwachstellen auf. So würden teils zu große Cluster für die Akkreditierung gebildet und Entscheidungen der verschiedenen Agenturen seien zum Teil nicht vergleichbar. Dies war u. a. auch bereits Thema in einem Roundtable des Akkreditierungsrates mit den Agenturen. Aus der Systemakkreditierung als neues Verfahren können bisher noch keine ausreichenden Erfahrungen für Entscheidungen zur künftigen Verfahrensgestaltung abgeleitet werden. Die Verfahren weisen bisher eine hohe Dauer auf. Durch die Vertreter der KTS wird die reduzierte Beteiligung der Studierenden bei der Systemakkreditierung kritisch bewertet (auch im Hinblick auf die einzelnen Studienprogramme),​ sowie die Tragweite der Entscheidung eines einzelnen Verfahrens für die gesamte Hochschule. Ein akkreditiertes Qualitätsmanagementsystem der Hochschule setzt allerdings Verfahren voraus, in denen die Studierenden hinreichend an dem hochschulinternen Qualitätsmanagementsystem zu beteiligen sind. Die Gefahr einer unzureichenden Beteiligung der Studierenden sollte daher nicht gegeben sein.
+ Die Vertreter der KTS schlagen vor, dass eine Systemakkreditierung nur dann durchgeführt werden sollte, wenn sich das Qualitätssystem der Hochschule bereits bewährt hat. Eine Akkreditierung eines sich im Aufbau befindlichen Systems der Qualitätssicherung und –entwicklung ist nicht sinnvoll. Als kritisch wurde in diesem Zusammenhang angesprochen,​ dass Auflagen bei Programmakkreditierungen Mängel wiedergeben,​ was im Widerspruch zu einem funktionierenden Qualitätssystem zu verstehen sein kann.
+ Im Ergebnis sind sich die Teilnehmer einig, dass Programmakkreditierung und Systemakkreditierung auch weiterhin nebeneinander ihre Existenzberechtigung haben und es in der Entscheidung der Hochschule liegt, sich im Einklang mit den Rahmenbedingungen der jeweiligen Hochschule für eine Verfahrensart zu entscheiden.
+ 1.	Kein Paradigmenwechsel in der Akkreditierung; ​
+ Die Verfahren der Programmakkreditierung und der Systemakkreditierung sind aufgrund weiterer Erfahrungen weiter zu entwickeln. Zunächst sollen aber aus den Verfahren der Reakkreditierung der Studiengänge sowie der Systemakkreditierung,​ insb. dem Verfahren an der TU Ilmenau, weitere Erfahrungen gesammelt und die Qualitätsmanagement-systeme der Hochschulen generell fortentwickelt werden. ​
+ 2.	In Abhängigkeit von ihrer Spezifika und ihren Rahmenbedingungen entscheidet jede Hochschule selbst, welches Akkreditierungsverfahren sie anwenden möchte. ​
+ 3.	Eine ausreichende Integration der Studierenden in die Qualitätsmanagementsysteme der Hochschulen ist zu gewährleisten.
+ 3.	Beratungsgegenstand „Gutachterauswahl“
+ Problemaufriss:​ Die Vorgaben des Akkreditierungsrates werden begrüßt und als ausreichend angesehen. Deren Umsetzung durch die Agenturen muss jedoch noch einheitlicher werden. Zum Teil sind die Gutachter nicht ausreichend über ihren Auftrag sowie die Verfahrensanforderungen und landesspezifischen Regelungen informiert. Die Vertreter des Ministeriums berichten über die Initiative des Akkreditierungsrates zur Harmonisierung der Coachingmaßnahmen und Unterlagen, welche die Agenturen den Gutachtern zur Verfügung stellen. Die Vertreter der KTS regen eine zentrale Schulung für alle Gutachter an, um eine einheitliche Vorbereitung zu gewährleisten,​ was unter Berücksichtigung des damit verbundenen Aufwandes und Bürokratisierung der Akkreditierungsverfahren von den Vertretern der LRK abgelehnt wird.
+ Empfehlung:
+ Die Vorgaben des Akkreditierungsrates werden begrüßt und sind ausreichend. Durch die Agenturen ist deren durchgehende und einheitliche Anwendung zu gewährleisten. Es ist sicher zu stellen, dass die Gutachter vor ihrem Einsatz im Akkreditierungsverfahren über die Verfahrensanforderungen,​ aktuelle KMK- Vorgaben und Beschlüsse und landesspezifische Regelungen (z. B. Hochschulgesetze) geschult werden, insbesondere um deren Rollenverständnis als objektiver Gutachter zu unterstützen.
+ 4. Weitere Vorgehensweise ​
+ Das TMBWK wird aus den drei Arbeitsgruppen die Ergebnisse in einem Gesamtpapier zusammenfassen und der Hausleitung vorlegen. Der Bitte der LRK- Vertreter entsprechend,​ soll eine Präambel vorgeschaltet werden, in der auch darauf hingewiesen wird, dass die ausgearbeiteten Empfehlungen für die Hochschulen nicht alle kostenneutral umgesetzt werden können (erhöhter Personalaufwand).
+ In einem „2. Bologna- Dialogforum“ soll dieses Papier dann allen Hochschulen vorgestellt werden. ​
ags_bologna-dialogforum_-_protokolle_2011.txt · Zuletzt geändert: 2019/10/27 15:12 (Externe Bearbeitung)

References: § 43
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