Source: https://kita.rlp.de/de/themen/kita-gesetz/sprachfoerderung/
Timestamp: 2020-04-07 09:59:25+00:00

Document:
rlp.de | Sprachförderung | Willkommen in Rheinland-Pfalz
Wie erfolgt sprachliche Bildung/Sprachförderung?
Bisher erfolgt die Finanzierung von Sprachfördermaßnahmen im Rahmen zusätzlicher Budgets, die das Land zur Verfügung stellt. Die Budgets nach der Verwaltungsvorschrift „Sprachliche Bildung und Sprachförderung in Kindertagesstätten“ werden letztmals für das Förderjahr 2020/2021 zur Verfügung gestellt.
Die Bereitstellung zusätzlicher Budgets entfällt künftig. Die alltagsintegrierte Sprachförderung wird Bestandteil der Personalkostenerstattung (vgl. § 3 Abs. 3 i. V. m. § 21 Abs. 3 des Landesgesetzes über die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege – KiTaG vom 3. September 2019).
„„…… Für eine entwicklungsgemäße Förderung ist die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklungsprozesse unter Beachtung der pädagogischen Konzeption und des Datenschutzes erforderlich. Die Dokumentation kann auch Foto- oder Videodokumente enthalten und ist Grundlage für Entwicklungsgespräche mit den Eltern. Die Sprachentwicklung der Kinder ist Bestandteil der Beobachtung und Dokumentation und wird durch eine alltagsintegrierte und kontinuierliche Sprachbildung gefördert.“
„Das Land gewährt Zuweisungen nach § 25 auf der Grundlage der nachfolgenden Personalquoten: 1. 0,263 Vollzeitäquivalent je Platz für Kinder bis zur Vollendung des zweiten Lebensjahres, 2. 0,1 Vollzeitäquivalent je Platz für Kinder ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt und 3. 0,086 Vollzeitäquivalent je Platz für Kinder vom Schuleintritt bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Die Personalquote bezieht sich auf eine tägliche Betreuungszeit von sieben Stunden für einen Platz. Bei einer anderen Betreuungszeit ist die Personalquote entsprechend anzupassen.“
1. die Sprachförderkräfte:
Bisher wird die Sprachförderung durch zusätzlich qualifizierte Personen durchgeführt (Sprachförderkräfte), die für diesen Zweck zu einer bestimmten Zeit in der Woche in die Kita kommen, bzw. separate Zeiten dafür ausweisen.
Mit dem neuen KiTaG wird verdeutlicht, dass die sprachliche Bildung aus dem Team heraus erfolgt. Eine ausgebildete Sprachförderkraft (9 Module Qualifizierung “Mit Kindern im Gespräch“ oder zertifizierte Sprachexpertin/zertifizierter Sprachexperte nach dem Bundesprogramm Sprach-Kita) ist fester Bestandteil des Teams und/oder es sind alle Team-Mitglieder qualifiziert!
2. die/der Sprachbeauftragte:
Erstmals wurde mit der Verwaltungsvorschrift „Sprachliche Bildung und Sprachförderung in Kindertagesstätten“ vom 27.01.2017 die Funktion der/des Sprachbeauftragten eingeführt. Er/Sie begleitet das Thema in der Einrichtung und ist – gemeinsam mit der Leitungskraft – verantwortliche Ansprechperson für das Thema Sprache. Fortbildungen zum Thema Sprache sind erforderlich, die 9-modulige Qualifizierung erwünscht.
Mit dem neuen KiTaG wird die Funktion der/des Sprachbeauftragten verfestigt. Aufgrund der seit 2017 gemachten Erfahrungen soll eine/ein Sprachbeauftragt zum Einsatz kommen. Die Anforderungen an die Qualifikation wird verstärkt. „Sprachbeauftragte, die auf Basis des Landesfortbildungscurriculums qualifiziert sind und entsprechend über Sprachförderstrategien sowohl für die additive Sprachförderung als auch die alltagsintegrierte sprachliche Bildung verfügen, sollen die alltagsintegrierte Sprachbildung besonders im Fokus behalten. Ziel ist es, dass die für die Sprachbildung beauftragte Person sicherstellt, dass alle Fachkräfte des Teams einer Einrichtung gemeinsam für eine alltagsintegrierte Sprachbildung Verantwortung übernehmen“ (Begründung zu § 3 Abs. 3 KiTa-Zukunftsgesetz).
Begründung zu § 3 Abs. 3
„(…) Satz 4 knüpft an den Förderauftrag des § 9 a Satz 2 KitaG an. Da Sprachförderung insbesondere in der gesamten Alterskohorte der Kinder vom zweiten Lebensjahr bis zum Schuleintritt relevant ist, wird der Förderauftrag entsprechend angepasst. Um den rheinland-pfälzischen Entwicklungsprozess im Bereich sprachlicher Bildung zu spiegeln, diesem gerecht zu werden und den hierfür notwendigen Gestaltungsspielraum zu schaffen, werden in die Gesamtrelation für Ü2-Plätze nach § 21 Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 zusätzliche Personalanteile integriert, die der Höhe nach den Sprachfördermitteln nach § 9 a Satz 2 KitaG entsprechen. Mit dieser Integration ist der Gedanke verbunden, dass auch künftig jede Tageseinrichtung den Förderauftrag nach Satz 4 durch das gesamte Team umsetzen kann. Qualifizierungen des Teams in diesem Bereich sind wünschenswert. Sprachbeauftragte, die auf Basis des Landesfortbildungscurriculums qualifiziert sind und entsprechend über Sprachförderstrategien sowohl für die additive Sprachförderung als auch die alltagsintegrierte sprachliche Bildung verfügen, sollen die alltagsintegrierte Sprachbildung besonders im Fokus behalten. Ziel ist es, dass die für die Sprachbildung beauftragte Person sicherstellt, dass alle Fachkräfte des Teams einer Einrichtung gemeinsam für eine alltagsintegrierte Sprachbildung Verantwortung übernehmen.“
Sprachbeauftragte müssen die 9-modulige Qualifizierung als Sprachförderkraft absolviert haben bzw. vor dem Inkrafttreten 01.07.2021 damit begonnen haben
Die Sprachexperten/Sprachexpertinnen aus dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ können einen Bescheinigung zur adäquaten Anerkennung ihrer Qualifizierung erhalten (Ansprechperson: Frau Bous)
bislang externe Sprachförderkräfte können bei entsprechender Ausbildung in das Team integriert werden (Beachtung der Fachkräftevereinbarung), d. h. ggf. muss keine weitere Fachkraft die 9-modulige Reihe besuchen
der Besuch der Qualifizierungsreihe wird grundsätzlich allen Fachkräften empfohlen
Sprachbeauftragte werden über das Monitoring abgebildet; es können auch mehrere Fachkräfte eines Teams Sprachbeauftragte sein
in Zusammenarbeit mit der Uni Koblenz-Landau werden derzeit Konzepte für Teamfortbildungen sowie Fortbildungen in Leitungskonferenzen entwickelt
für Teamsitzungen oder Arbeitsgemeinschaften können auch die Fortbildungsreferentinnen/-referenten, die die Qualifizierungsreihe durchführen, angesprochen werden (Liste der Anbieter: https://kita.rlp.de/de/themen/sprachbildung/qualifizierung-von-sprachfoerderkraeften/)
3. die Finanzierung der Sprachförderung:
Die bisher in Form eines zusätzlichen Budgets bereit gestellten Mittel in Höhe 6,5 Mio. € pro Jahr werden in die Personalbemessung integriert. Außerdem wird ein Mehrbelastungsausgleich in Höhe von 8,6 Mio. € gezahlt, sodass 15,1 Mio. € zur Verfügung stehen. Der Betrag wird - wie alle Personalkostenzuschüsse - dynamisiert, d. h. jährlich erhöht!
Sprachförderung steht nicht mehr unter einem Haushaltsvorbehalt
das Personal kann unbefristet eingestellt werden
die Mittel werden jährlich dynamisiert
die Höhe der Mittel passt sich automatisch an die Zahl der Kinder an
Das zusätzliche Budget für Sprachfördermaßnahmen nach der Verwaltungsvorschrift „Sprachliche Bildung und Sprachförderung in Kindertagesstätten“ in der bisherigen Form wird letztmals für das Förderjahr 2020/2021 ausgezahlt. Somit wird eine übergangslose Sprachförderung in den Kitas ermöglicht. Die Höhe des Budgets wird den Jugendämtern Anfang 2020 mitgeteilt.
4. die Sprachförderung nach § 64 a Schulgesetz:
An der Sprachförderung nach § 64a Schulgesetz ändert sich nichts. Sie kann auch alltagsintegriert bzw. im Rahmen des Konzeptes der Einrichtung individuell durchgeführt werden. Gleichwohl sollten die Erziehungsberechtigten umso mehr von einem regelmäßigen Besuch der Kita und einer Anmeldung zum Besuch der Einrichtung überzeugt werden.
Sprachliche Bildung ist Aufgabe jeder Fachkraft!
Sprachförderung erfolgt in der Regel alltagsintegriert. Bei besonderem Förderbedarf können Kinder auch in Kleingruppen und/oder individuell gefördert werden.
Grundlage für die Sprachförderarbeit ist das Landescurriculum „Mit Kindern im Gespräch“.
Sprachförderkräfte/Sprachbeauftragte werden im Rahmen einer 9moduligen Fortbildungsreihe qualifiziert.
KiTaG-Sprachförderung

References: § 3
 § 21
 § 25
 § 3
 § 3
 § 9
 § 21
 § 9
 § 64
 § 64