Source: https://judicialis.de/Bundesverfassungsgericht_1-BvR-228-99_Beschluss_01.12.1999.html
Timestamp: 2019-03-24 01:05:19+00:00

Document:
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 01.12.1999 mit dem Az.: 1 BvR 228/99	/* Banner Ads */
Aktenzeichen: 1 BvR 228/99
- 1 BvR 228/99 -
des Herrn H. ,
a) den Beschluß des Bundessozialgerichts vom 12. Januar 1999 - B 4 RA 71/98 B -,
b) das Urteil des Landessozialgerichts Berlin vom 16. Februar 1998 - L 16 An 19/97 -,
c) das Urteil des Sozialgerichts Berlin vom 30. Oktober 1996 - S 4 An 1941/95 -,
d) die Bescheide der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte - 65 010426 H 027 BKZ 6000 SG, 4170 -,
1. Das Urteil des Landessozialgerichts Berlin vom 16. Februar 1998 - L 16 An 19/97 - und die Bescheide der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 28. November 1996 und 10. Dezember 1996 verletzen den Beschwerdeführer in seinem Grundrecht aus Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes. Das Urteil vom 16. Februar 1998 wird aufgehoben, soweit in den Bescheiden vom 28. November 1996 und 10. Dezember 1996 die Rente nach Maßgabe des § 307 b Absatz 1 des Sozialgesetzbuches Sechstes Buch berechnet ist. Die Sache wird an das Landessozialgericht zurückverwiesen.
Der Beschluß des Bundessozialgerichts vom 12. Januar 1999 - B 4 RA 71/98 B - ist damit gegenstandslos.
In der Sache greift der Beschwerdeführer die Höhe der Rente an, die in Abänderung früherer Bescheide auf der Grundlage von § 307 b Abs. 1 SGB VI mit den Bescheiden der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 28. November 1996 und 10. Dezember 1996 festgesetzt worden ist; diese umfassen auch den Anspruch auf Zusatzversorgung. Daneben werden die Bescheide angegriffen, die aufgrund der Übergangsbestimmungen des § 23 Abs. 1 des Gesetzes zur Angleichung der Bestandsrenten an das Nettorentenniveau der Bundesrepublik Deutschland und zu weiteren rentenrechtlichen Regelungen (Rentenangleichungsgesetz - RAnglG) vom 28. Juni 1990 (GBl I S. 495), des § 6 der Ersten Verordnung zur Anpassung der Renten in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (1. Rentenanpassungsverordnung - 1. RAV) vom 14. Dezember 1990 (BGBl I S. 2867), des § 8 der Zweiten Verordnung zur Anpassung der Renten und zu den maßgeblichen Rechengrößen in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet (2. Rentenanpassungsverordnung - 2. RAV) vom 19. Juni 1991 (BGBl I S. 1300) sowie des § 307 b Abs. 5 SGB VI für die Übergangszeit ab 1. Juli 1990 bis zur Neuberechnung erlassen wurden.
a) Nach dieser Entscheidung ist die Vorschrift des § 307 b Abs. 1 SGB VI, auf die das mit der Verfassungsbeschwerde angegriffene Urteil des Landessozialgerichts und die Bescheide der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte vom 28. November 1996 und 10. Dezember 1996 gestützt sind, mit Art. 3 Abs. 1 GG unvereinbar, soweit danach bei der Neuberechnung von Bestandsrenten aus Zeiten der Zugehörigkeit zu einem Zusatz- oder Sonderversorgungssystem der Deutschen Demokratischen Republik für die Ermittlung der persönlichen Entgeltpunkte (Ost) die während der gesamten Versicherungszeit bezogenen tatsächlichen Arbeitsentgelte oder Arbeitseinkommen zugrunde gelegt werden, während für die sonstigen Bestandsrentner im Beitrittsgebiet nach § 307 a Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB VI ein 20-Jahres-Zeitraum maßgeblich ist. Die Entscheidung des Landessozialgerichts und die Bescheide verletzen deshalb den Beschwerdeführer in seinem Grundrecht auf Gleichbehandlung, da nicht auszuschließen ist, daß das Berechnungsverfahren des § 307 b Abs. 1 SGB VI für ihn nachteilig ist.

References: § 307
 § 307
 § 23
 § 6
 § 8
 § 307
 § 307
 Art. 3
 § 307
 § 307