Source: https://www.rechtslupe.de/arbeitsrecht/tarifvertragliche-regelungen-befristungen-3115751?pk_campaign=feed&pk_kwd=tarifvertragliche-regelungen-befristungen
Timestamp: 2019-10-21 20:17:30+00:00

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Tarif­ver­trag­li­che Rege­lun­gen über sach­grund­lo­se Befris­tun­gen | Rechtslupe
Nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Halb­satz 1 TzB­fG ist die kalen­der­mä­ßi­ge Befris­tung eines Arbeits­ver­trags ohne Vor­lie­gen eines sach­li­chen Grun­des bis zur Dau­er von zwei Jah­ren zuläs­sig. Bis zu die­ser Gesamt­dau­er darf ein befris­te­ter Ver­trag nach § 14 Abs. 2 Satz 1 Halb­satz 2 TzB­fG höchs­tens drei­mal ver­län­gert wer­den. Nach § 14 Abs. 2 Satz 3 TzB­fG kön­nen durch Tarif­ver­trag die Anzahl der Ver­län­ge­run­gen und die Höchst­dau­er der Befris­tung abwei­chend von § 14 Abs. 2 Satz 1 TzB­fG fest­ge­legt wer­den. Die­se Befug­nis der Tarif­ver­trags­par­tei­en gilt aus ver­fas­sungs- und uni­ons­recht­li­chen Grün­den nicht schran­ken­los. Der durch § 14 Abs. 2 Satz 3 TzB­fG eröff­ne­te Gestal­tungs­rah­men der Tarif­ver­trags­par­tei­en ermög­licht nur Rege­lun­gen, durch die die in § 14 Abs. 2 Satz 1 TzB­fG genann­ten Wer­te für die Höchst­dau­er eines sach­grund­los befris­te­ten Arbeits­ver­trags und die Anzahl der mög­li­chen Ver­trags­ver­län­ge­run­gen nicht um mehr als das Drei­fa­che über­schrit­ten wer­den.
In dem hier vom Bun­des­ar­beits­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war der Arbeit­neh­mer bei einem Unter­neh­men der Ener­gie­wirt­schaft auf­grund eines befris­te­ten, ein­mal ver­län­ger­ten Arbeits­ver­trags vom 15.01.2012 bis zum 31.03.2014 als kauf­män­ni­scher Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt. Nach Ziff. 2.03.01. des auf das Arbeits­ver­hält­nis anwend­ba­ren, zwi­schen der Arbeit­ge­ber­ver­ei­ni­gung Ener­gie­wirt­schaft­li­cher Unter­neh­men e.V. (AVE) und der Indus­trie­ge­werk­schaft Berg­bau, Che­mie, Ener­gie (IG BCE) abge­schlos­se­nen Man­tel­ta­rif­ver­trags (MTV) ist die kalen­der­mä­ßi­ge Befris­tung eines Arbeits­ver­trags ohne Vor­lie­gen eines sach­li­chen Grunds bis zu einer Dau­er von fünf Jah­ren zuläs­sig; bis zu die­ser Gesamt­dau­er ist die höchs­tens fünf­ma­li­ge Ver­län­ge­rung eines kalen­der­mä­ßig befris­te­ten Arbeits­ver­trags zuläs­sig. Der Arbeit­neh­mer hielt die tarif­li­che Bestim­mung für unwirk­sam und griff daher die dar­auf gestütz­te Befris­tung sei­nes Arbeits­ver­trags an. Sei­ne Kla­ge hat­te – wie zuvor schon vor dem dem Arbeits­ge­richt und dem Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf 1 – auch beim Bun­des­ar­beits­ge­richt kei­nen Erfolg: Die Rege­lung in Ziff. 2.03.01. MTV ist wirk­sam. Sie ist von der den Tarif­ver­trags­par­tei­en durch § 14 Abs. 2 Satz 3 TzB­fG eröff­ne­ten Rege­lungs­be­fug­nis gedeckt.

References: § 14
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