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Timestamp: 2018-09-24 08:14:34+00:00

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Brandschutz. bei energetischer Sanierung und energieeffizientem Bauen. Inhalt. Dipl.-Ing. Florian Ramsl. Einleitung. Wärmedämmung. Brandwände. - PDF
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1 Brandschutz bei energetischer Sanierung und energieeffizientem Bauen Dipl.-Ing. Florian Ramsl Seite 1 Inhalt Einleitung Wärmedämmung Brandwände Holzbau Haustechnik Fragen, Anregungen, Diskussion Seite 2 1
2 Gebäudeklassen Es werden 5 Gebäudeklassen unterschieden nach folgenden Merkmalen: Höhe Fußboden höchstgelegener Aufenthaltsraum Zahl der Nutzungseinheiten Größe der Nutzungseinheiten (Zellenbauweise) freistehendes Gebäude unterirdisches Gebäude Die Einstufung in Gebäudeklassen ist grundsätzlich nutzungsneutral! (Ausnahme Land- oder Forstwirtschaft) Seite 3 freistehend Höhe NE Größe der NE bis 13 m m 2 je NE 3 - bis 7 m bis 7 m 2 NE Summe 400 m 2 1 freistehend bis 7 m 2 NE Summe 400 m 2 land- oder forstwirtschaftlich genutzte Gebäude sind Gebäudeklasse 1 unterirdische Gebäude sind Gebäudeklasse 5 Seite 4 2
3 Außenwände Anforderungen an Dämmstoffe BayBO Art. 26 Gebäudeklasse 4 und 5 schwer entflammbar nichtragende Außenwände nicht brennbar oder feuerhemmend Gebäudeklasse 1 bis 3 normal entflammbar Sonderbauvorschriften mit abweichenden Regelungen: Hochhaus nicht brennbar Industriebau schwer entflammbar Seite 5 Klassifizierung des Brandverhaltens DIN DIN EN Siehe VKB-Broschüre BayBO S.20ff Seite 6 3
4 Brandverhalten von WDVS mit Polystyrol Quelle: Brandschutzatlas Seite 7 Brandverhalten von WDVS mit Polystyrol Quelle: Brandschutzatlas Seite 8 4
5 Schadenbild Brand Berlin Todesopfer Seite 9 Brandriegel B1 schwer entflammbar Sturzschutz über jeder Öffnung Umlaufender Brandriegel Seite 10 5
6 Verwendbarkeit Schwer oder normal entflammbar? verwirrende Herstellerangaben: Benötigt keine Brandabschottung bis 30 cm, dadurch nur ein Dämmstoff auf der Baustelle Seite 11 Verwendbarkeit Schwer oder normal entflammbar? expandiertes Polystyrol (EPS) im System schwer entflammbar (DIN 4102-B1) oder normal entflammbar (DIN 4102-B2) Ist B1 ohne Brandriegel automatisch B2? Verwendbarkeitsnachweis beachten!! Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Seite 12 6
7 Dämmstoffe Brandverhalten Penolharz normal entflammbar (DIN4102-B2; DIN EN ; C-s2,d0) schwer entflammbar (DIN 4102-B1) ohne Brandriegel am Markt erhältlich Brandverhalten Mineralwolle nicht brennbar (DIN 4102-A1 oder A2) Seite 13 Info-Quelle Technische Systeminfo 6 Brandschutz Fachverband WDVS Seite 14 7
8 Außenwände - Anforderungen Brandwand (Art. 28(3) BayBO) aus nicht brennbaren Baustoffen = keine brennbare Dämmung B1/B2 Treppenraum Außenwand (Art. 33(4) BayBO) - aus nicht brennbaren Baustoffen oder - GK 3 feuerhemmend Dämmung B1 oder A - GK 4 hochfeuerhemmend Dämmung B1 oder A - GK 5 Bauart Brandwand Dämmung A offene Flure (Laubengänge, Art. 34(6) BayBO) nichtbrennbare Dämmung Seite 15 Baurechtliche Anforderung Außenwandkonstruktionen: Außenwandkonstruktionen, die eine seitliche Brandausbreitung begünstigen können, wie Doppelfassaden, hinterlüftete Außenwand-bekleidungen oder Außenwandbekleidungen mit brennbaren Baustoffen, dürfen ohne besondere Vorkehrungen über Brandwände nicht hinweggeführt werden. (Art.28 Abs.7 Satz 2 BayBO) Ausführung von -horizontalen Brandsperren -vertikalen Brandsperren geregelt in Anlage 2.6./11 zu DIN der Liste der Technischen Baubestimmungen Seite 16 8
9 Nachträgliche Wärmedämmung - Baurecht Oberste Baubehörde im StMI, Schreiben an die Regierungen vom : Baurechtliche Behandlung von Maßnahmen zur nachträglichen Wärmedämmung an Außenwänden und Dächern (IIB /10 Bauplanungsrecht Bauordnungsrecht Brandschutz Seite 17 Nachträgliche Wärmedämmung - Baurecht Bauplanungsrecht Überschreitung von Baulinien, Baugrenzen geänderte Geschossfläche, Gebäudehöhe Abweichungen BauNVO geringfügig? Befreiung BauGB? allgemeines Interesse an Zielen des Allgemeinwohls und Klimaschutzes nachbarschaftliche Interessen maßgeblich Umstände des Einzelfalls Thema für die Diskussion im Anschluss? Seite 18 9
10 Nachträgliche Wärmedämmung - Baurecht Bauordnungsrecht Änderung der Abstandsflächen (Art. 6 BayBO) Verlagerung der Außenwand Änderung maßgeblichen Wandhöhe Bei Unterschreitung der Abstandsfläche Abweichung (Art 63 Abs.1 BayBO) kann zugelassen werden nach Würdigung geschützte Nachbarliche Belange öffentliche Belange Interesse und gesetzliche Verpflichtung zur Wärmedämmung bautechnisch machbare, wirtschaftlich zumutbare Alternativen tatsächliche Beeinträchtigung der Schutzgüter (Belichtung und Belüftung) Seite 19 Nachträgliche Wärmedämmung - Baurecht Brandschutz Abstand bis 2,50 m - Brandwand Wärmedämmung nur nicht brennbare Baustoffe verwenden Dies gilt auch, wenn die auf die Brandwand aufgebrachte Wärmedämmung teilweise auf dem Nachbargrundstück liegt, auf eine nicht als Brandwand ausgebildete Wand nachträglich eine Wärmedämmung mit der Folge aufgebracht wird, dass (erstmals) der Abstand nach Art. 28 Abs. 2 Nr. 1 BayBO unterschritten wird. 2,5 m 2,5 m Seite 20 10
11 Brandwände Brennbare Fassade Mindestanforderung (Grundrissdarstellung) brennbare Wärmedämmung Nichtbrennbare Wärmedämmung* mindestens in Brandwanddicke BW brennbare Wärmedämmung *Entsprechend der unterschiedlichen Wärmedämmverbundsysteme können breitere Dicken erforderlich werden (siehe Herstellerangaben). Seite 21 Brandwände brennbare Brennbare Fassade Wärmedämmung Beispielhafte Idealausführung (Grundrissdarstellung) Brandabschnitt 1 1 m nichtbrennbare Wärmedämmung brennbare Wärmedämmung Brandabschnitt 2 Seite 22 11
12 Gebäudeklassen - Brandwände Baurechtliche Bezeichnung Gebäudeklasse 5 Gebäudeklasse 4 Gebäudeklasse 3 Gebäudeklasse 2 Gebäudeklasse 1 Brandwand Wand anstelle einer Brandwand Wand anstelle einer Brandwand Wand anstelle einer Brandwand Wand anstelle einer Brandwand Seite 23 Wirkungsweise von Brandwänden Potentielle Schwachstellen Art. 28 (5) BayBO Über Brandwände dürfen brennbare Teile des Dachs nicht hinweggeführt werden. Art. 28 (7) BayBO 1 Bauteile mit brennbaren Baustoffen dürfen über Brandwände nicht hinweggeführt werden Art. 38 / Art. 39 Seite 24 12
13 Anordnung von Brandwänden Innere Brandwand 5 m 5 m in der Ecke Wand mindestens 5 m Brandwand oder 5 m Seite 25 Baurechtliche Anforderungen a < 120 innere Ecke ( einspringender Winkel ) Seite 26 13
14 Anforderungen nach BayBO Dachanschlüsse Brandwände allgemein 30 cm über Dach führen oder beiderseits 50 cm auskragenden feuerbeständigen Platte; brennbare Teile des Daches nicht hinwegführen Verbleibende Hohlräume müssen vollständig mit nicht brennbaren Baustoffen ausgefüllt werden. Ausnahmen gibt es bei Gebäudeklasse 1 bis 3, dort können die Brandwände bis unmittelbar unter die Dachhaut geführt werden. Seite 27 Anforderungen nach BayBO Dachanschlüsse Bei Gebäude, deren Fußboden des höchstgelegenen, möglichen Aufenthaltsraumes, i.m. mehr als 7 m über der Geländeoberfläche liegt, sind Brandwände 30 cm über Dach zu führen. Brennbare Bauteile dürfen über die Brandwände nicht hinweggeführt werden 30 cm Brennbare Bauteile dürfen nicht in die Brandwand eingreifen oder über diese hinwegführen Verbleibende Hohlräume sind vollständig auszufüllen Brandwand Wärmedämmung nichtbrennbar Seite 28 14
15 Anforderungen nach BayBO Dachanschlüsse Anstelle einer Überdachführung beiderseits 50 cm auskragende, feuerbeständige Platte Mörtelbett Wärmedämmbeton Mörtelbett hölzerne Dachlatten durch Blechwinkel ersetzen Dacheindeckung beidseits streifenförmig aufmörteln Stahlblechwinkel 50 cm 50 cm Dämmung nichtbrennbar Seite 29 Anforderungen nach BayBO Dachanschlüsse Gebäudeklasse 1 bis 3 Bei Gebäudeklasse 1 bis 3 können Brandwände bis unmittelbar unter die Dachhaut geführt werden. Hohlräume zwischen der Oberkante der Brandwand und dem Dach sind vollständig mit nicht brennbaren Baustoffen auszufüllen. Ein alleiniges Ausstopfen mit Mineralwolle genügt nicht. hölzerne Dachlatten sind durch Stahlblechwinkel zu ersetzen Bauteile mit brennbaren Baustoffen dürfen die Brandwand nicht überbrücken Seite 30 15
16 Wohnhausbrand Quelle: Feuerwehr Fürth Seite 31 Wohnhausbrand Quelle: Feuerwehr Fürth Seite 32 16
17 Wohnhausbrand Quelle: Feuerwehr Fürth Seite 33 Wohnhausbrand Seite 34 17
18 Brandschutz auf Baustellen Feuerarbeiten Seite 35 Holzbau Holzständerbau oft große Schäden durch Brand und Löschwasser Holzmassivbau Querschnitte brennen oberflächlich an Seite 36 18
19 Definition bauaufsichtlicher Begriffe Bauregelliste A Teil 1, Anlage 0.1.1, Tabelle 1, Bauteile DIN Seite 37 Brandschutz Klassifizierungen Energetische der BayBO Sanierung und energieeffizientes Bauen Feuerwiderstandsklassen - Ergänzungen -A Aus nichtbrennbaren Baustoffen -B Aus brennbaren Baustoffen -AB In den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen Seite 38 19
20 Wesentliche Teile nichtbrennbar Bauteile, deren tragende und aussteifende Teile aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und die bei raumabschließenden Bauteilen zusätzlich eine in Bauteilebene durchgehende Schicht aus nichtbrennbaren Baustoffen haben. Bauregelliste A Teil 1 Anlage Bild: Brandschutzatlas Seite 39 Brandschutzbekleidung Definition und Anforderungen an die Brandschutzbekleidung: Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise M-HFHHolzR (Juli 2004) als Technische Baubestimmung eingeführt Seite 40 20
21 Brandschutzbekleidung Brandschutzbekleidung (bei hochfeuerhemmend) - muss eine Entzündung der tragenden und aussteifenden Bauteile aus Holz oder Holzwerkstoffen mindestens 60 Minuten verhindern - als R (EI) 60 und K 2 60 nach DIN EN klassifiziert sein (allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis! + Vorfertigung) - allseitig und durchgängig aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen (Schmelzpunkt > 100 C) - mit Fugenversatz, Stufenfalz oder Nut- und Federverbindungen ausgebildet werden (Nr. 3.2 M-HFHHolzR) - An der Baustelle zertifiziert sein Seite 41 Anforderungen nach BayBO Achtung Holzkonstruktionen als F60-B Bauteile nach DIN 4102 sind nicht hochfeuerhemmend Holzbaurichtlinie und EN beachten! Hochfeuerhemmende, tragende und raumabschließende Wand Verblockung bzw. Füllholz K 2 60 Verspachtelung Dämmstoffe nichtbrennbar, Schmelzpunkt 1000 C. Fugen von stumpf gestoßenen, einlagigen Dämmschichten F 60-B müssen dicht sein. Bei zweilagigen Dämmschichten sind die Stöße zu versetzen Verbindungsmittel in Abständen nach Abschnitt Spannrichtung Deckenbalken F 60-B Fugenversatz K 60 2 Brandschutzbekleidung nach Abschnitt 3.2 K 60 = Brandschutzvermögen (Brandschutzbe- 2 kleidung) von Wand- und Deckenbekleidungen (Kapselkriterium) Seite 42 21
22 Heizungsanlagen geringere Brandgefahren durch geringe Heizleistungen, moderne Heizungsanlagen Wärmepumpen/Solar weniger Feuerstätten Kaminöfen gleichbleibende Brandgefahren durch feste Brennstoffe, Pellet-Lager Seite 43 Kontrollierte Wohnraumlüftung merkur-online Gernlinden Brand im Niedrigenergiehaus Zunächst unbemerkt war in der Herbststraße in Gernlinden gegen 2 Uhr früh in der Nacht auf Montag im Keller des Zweifamilienhauses ein Brand ausgebrochen. Da es sich um ein Niedrigenergiehaus handelt, wurden die Bewohner im 1. Stock durch Rauch auf den Brand aufmerksam. Denn der Rauch hatte sich durch die Lüftungsanlage im ganzen Haus verteilt... Seite 44 22
23 Kontrollierte Wohnraumlüftung Gebäudeklasse 1 und 2 Anforderungen? Gebäudeklasse 3 bis 5 Lüftungsanlagenrichtlinie zwischen Nutzungseinheiten und Geschossen Brandschutzklappen und Kaltrauchabsperrung Quelle: Heliosventilatoren Seite 45 Rauchwarnmelder Wer weckt uns wenn es brennt? Haustier? Nachbar? Feuerwehr? eigene Nase? Rauchmelder? Seite 46 23
24 Rauchmelder Qualitätskennzeichnung Q : ein unabhängiges Qualitätszeichen, das für Rauchmelder mit erweiterter Qualitätsprüfung steht. Folgende Leistungsmerkmale sind ausschlaggebend: Geprüfte Langlebigkeit und Reduktion von Falschalarmen Erhöhte Stabilität, z. B. gegen äußere Einflüsse Fest eingebaute Batterie mit mindestens 10 Jahren Lebensdauer Grundlage für das Q ist die Erfüllung der erhöhten Anforderungen aus der neuen vfdb-richtlinie Seite 47 Rauchmelderpflicht in den Bundesländern Bundesland seit Nachrüstfrist Rheinland Pfalz 2003 Juli 2012 Saarland 2004 keine Schleswig-Holstein 2005 Dezember 2010 Hessen 2005(2011) Dezember 2014 Hamburg 2006 Dezember 2010 Mecklenburg-V Dezember 2009 Thüringen 2008 keine Bremen 2010 Dezember 2015 Sachsen-Anhalt 2009 Dezember 2015 Seite 48 24
25 Öffnungen in Brandwänden Photovoltaik brennbare Teile dürfen nicht über Brandwand hinweg geführt werden nächste Novellierung der BayBO: voraussichtlich 1,25 m Abstand zur Brandwand Seite 49 Öffnungen in Brandwänden Seite 50 25
26 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Seite 51 26

References: Art. 26
 Art. 34
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 28
 Art. 38
 Art. 39