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Timestamp: 2020-01-18 09:05:27+00:00

Document:
BBL 1855 Band 25 S. 687
Buudesblatt.
Jahrgang VII. Band i.
Nro- 25.
Samstag, den 19. Mai 1855.
Man abonnir* ausschließlich beim nächst gelegenen Postamt. Preis für das Jahr 1855 Im ganzen Umfange ber Schweiz p o r t o f r e i 4 Franken. Inserate sind s r a n f t r . an die Expedition einzusenden.
Gebühr 15 Sentimen per Zeile oder deren Raum.
Bericht des schweizerischen Bundesrathes an die hohe Bundes» versammlung über seine Geschäftsführung im ST
Jahr 1854.
Geschästskreis des Militärdepartements.
Bevor wir zur speziellen Behandlung der einzelnen Zweige unserer Militärverwaltung übergehen, können wir nicht umhin, einen Blik auf den allgemeinen Stand unfers Militärwesens zu werfen.
Schon im Geschäftsberichte des vorigen Iahres sahen wir uns veranlaßt, das Bestreben zu bekämpfen, welches von verschiedenen Seiten gegen unsere gegenwärtigen Militärinstitutionen auftauchte. Wir gedenken heute nicht wieder auf dieses Thema zurük zu kommen, obgleich es auch in diesem Berichtsjahre nicht an Erscheinungen fehlte, BandcsblaU. Jahrg. VII. Bd. I.
688 welche auf Schwächung unserer Armee abzielten ; sonder...
wir begnügen uns hier die Erklärung abzugeben, daß wir an den dort ausgesprochenen Grundsäzen festgehalten haben und auch ferner festzuhalten gedenken, indem wir fest überzeugt find, daß nur eine wohl organifirte und wohl disziplinirte Armee unfere Freiheit und Unabhängigkeit zu schüzen und zu erhalten vermag. Das Mittel, aber zur Erreichung dieses Zwekes ist die vollendete und gewissenhafte Durchsührung der neuen eidgenössischen Militärorganisation. In ihr liegt die Kraft der schwei» zerischen Armee, indem sie dieselbe einem solchen Grade der Ausbildung und ...Brauchbarkeit entgegen führt, daß sie der an fie gestellten Aufgabe: B e h a u p t u n g der U n a b h ä n g i g k e i t d e s V a t e r l a n d e s nach A u ß e n u n d Handhabung der Ruhe u n d O r d n u n g nachInnen Genüge zu leisten vermag. Es war daher unser fortgesejtes Bestreben, die -.Bestimmungen der Militärorganifation nach allen Richtungen hin strenge zu handhaben und nicht zu gestatten, daß Ungesezlichkeiten dieser oder jener Art fich einfchlichen. In wie weit es uns gelungen ist, diefe Aufgabe zu lösen, wird jeder Einzelne bei Prüfung des speziellen Theiles dieses Berichtes am beßten zu beurtheilen vermögen.
Wollen wir un.... auch nicht verhehlen, daß unsereArmee noch Manches zu wünschen übrig läßt, und daß es noch großer Opfer und Anstrengungen bedarf, um dieselbe auf einen solchen Fuß zu stellen, daß fie den Anforderungen der neuen Militärorganisation in allen Theilen entspricht, so muß andererseits doch zugegeben werden, daß wieder ein bedeutender Schritt vorwärts gethan worden ist, und daß die großen Anstrengungen, welche von Seite der Eidgenossenschaft sowol, als auch der einzelnen Kantone gemacht wurden, ihre guten Früchte
bringen und die eidgenössische Armee bald einer Ausbildung und innern Ahrundnng entgegen führen wird, welche zu den schönsten Hoffnungen und zum vollsten Vertrauen auf deren Brauchbarkeit in den Tagen der Noth berechtigt; der Geist, welcher Offiziere und Soldaten befcelt, ist ein guter, acht vaterländischer und die Disziplin lobenswerth ; auch verdient der Eifer, mit dem fie an ihrer Ausbildung arbeiten, und der Muth, mit dem sie oft schwere Strapazen und Entbehrungen ertragen, alle Anerkennung.
Neben dieser allgemeinen Betrachtung weisen wir auf die politische Situation hin, in welche unfer Berichtsjahr fällt, und die wohl ganz besonders geeignet war, die mi.itärifche Aufmerksamkeit auf fich zu ziehen. Die orientalische Frage war in ein solches Stadium getreten, daß der Ausbruch eines allgemeinen europäischen Krieges sehr wahrscheinlich schien, und daß auch die Schweiz zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit und Neutralität in den Fall kommen dürfte, eine Armee aufzustellen. Wir erließen daher, um una der Mittel zu versichern, über die wir im Falle der Noth verfügen könnten, unterm 3. März ein Rundschreiben an sämmtliche Kantone, mit der Einladung, für Bereithaltung des Perfonellen und Materiellen zu forgen und vorzüglich darauf Bedacht zu nehmen, daß jederzeit über die zur Mobilifirung der Armee nöthigen Pferde ijiiponirt werden könne.
Die von den Ständen hierauf eingegangenen Zufchriften und Anffchlüsse enthielten zwar beruhigende Angaben über die verfügbaren Pferde, boten aber in mancher andern Beziehung Stoff.zu Bemerkungen dar, und wir haben nicht unterlassen, die betreffenden Stände auf die Dringlichkeit zur Abhilfe der betreffenden Uebelstände aufmerkfam zu machen und auf Beseitigung derselben
690 zu dringen. Gleichzeitig mit obiger Einladung haben wir auch unserm Militärdepartemente die Weifung ertheilt, seinerseits alle nöthig findenden Vorkehrungen und Vorarbeiten für eine allfällige Mobilifirnng der Armee zu treffen und dafür zu sorgen, daß ein hin reichender Vorrath von Pulver und Munition verfüg bar fei.
So gerüstet, warteten wir ruhig die Entwiklung der Dinge ab, die uns bis dahin zu keinen weitern Verfügungen in dieser Richtung Veranlassung gegeben haten.
Miluärranzlei.
Das Personal der Militärkanzlei erlitt im Laufe des Iahres mehrfache Veränderungen. Der frühere erste Sekretär wurde auf fein Gesuch entlassen und die Stelle neu befezt. Allein auch der Neuernannte mußte auf den 1. Oftober wegen gamilienverhältnissen wieder entlassen werden; und seither blieb die Stelle unbesezt.
Instrnktions.
Zum O b e r i n s t r u k t o r des Genie für die dieß* personal.
jährige Eentralmilitärschule wurde ernannt: Herr eidg.
Oberstlieutenant Louis A u b e r t von Genf, und zum Instruktor l. Klasse: Herr Stabshauptmann Friedrich Schumacher, aus dem Kanton Bern.
Zum O b e r i n s t r u k t o r der Scharfschüzen ernannten wir unterm 21. Februar den Herrn eidg. Obersten Isler, aus dem Kanton Thurgau, der aber die Wahl ausfchlug, worauf dann unterm 20. November Herr Agojjino F o g l i a r d i , aus dem Kanton Tessin, mit der Stelle betraut wurde.
Es hat fich in Bezug auf das eidg. Instruktions personal herausgestellt, daß namentlich dasjenige für die Scharfschüzen nicht genügt, und daß eine wesentliche Vermehrung desselben stattfinden müsse, um dem vorhan
691 denen Bedürfniß zu genügen. Abgesehen davon, daß die oft sehr zahlreichen Rekrutenfchulen durch das bestehende Jniiruktionspersonal nur mit größter Anstrengung und Mühe gehörig besorgt werden können, ist es vollends unmöglich, für die vielen Wiederholungskurse das Jn* jtruktionsperfonal allfeitig zu vertheilen, und doch ist es im Interesse der Waffe sehr wünfchenswerth, daß auch 'die Wiederholungskurfe in der Regel von einem eidg.
Instruktor geleitet werden, weil nur so es möglich wird, eine gleichmäßige Instruktion zu erhalten.
Beförderungen im eidg. Stabe haben im Laufe diefes Eidgenessischee Iahres keine stattgefunden, und neue Aufahmen wurden @tab.
nur einzelne vorgenommen. Der Grund hievon ist, daß man sich vorerst nach tüchtigen Afpiranten umsehen wollte,
um dem eidg. Generalstabe nichts Mittelmäßiges zuzusühren.
K o m b a t t a n t e n .
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Der esseftive Stand auf den 1. Ianuar 1854 war . . 40 2 Durch neue Aufnahme kamen in Zuwachs Zusammen 40 2 Durch Todesfälle und Entlasfungen kamen in Abgang , Effektiver Stand aus den 31.
Dezember 1854 . . . .
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693 B. N i c h t f o r n b a t t a n t e n .
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Iustizbeamte.
Kriegskommissariatsbeamte.
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für die laneeapo- Reserve.
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1854 w a r . . .
StabsDivision...!-- Stabs-
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| Oberauditor.
| Mit .Oberstenrang.
| Mit .Obersilieutenantsrang.
Der effektive Stand auf den 1. Ianuar
Oberseid«
^tabafilunifcg.
....Jufitj/iab.
9 8 65 7
Abgang durch .-Eodfälle und Entlassungen .
Effektiver Stand auf
den 31. Dez. 1854 1 3 5 5 30
Von der im Budget ausgeworfenen Summe erhielten Untersiüzung
Bcin Beiträae Offa-tw» Ö für militärische Ausbildung im Auslande die - erren: lux AusbiU
H dunghnsius.
Adrian v. A r x, eidg. Stabsmajor, aus dem Kanton [a,,de.
Solothurn, zum Besuche des Kriegsschauplazes im Orient; Mare Weber, Eovallerie-Lieutenant, aus dem Kanton Waadt, zum Besuche der k. sranzofifchen Cavallerieschule in Saumur, und Achilles A l l i o t h , eidg. Geniestabshauptmann, von Basel, zum Besuche der k. franzöfischen General» stabsschule in Paris.
Nach den Bestimmungen der eidg. Militärorganisation Mmtärorgant.: îoll der Bundesrath diejenigen der Kantone prüfen, in .-»ionen.
wiefern dieselben nichts enthalten, was der eidg. Mili* ·järorganisation zuwider läuft.
In Folge diese." Bestimmung wurden, nach jeweilen vorangegangener Prüfung durch die Inspektoren der betreffenden Kreise und des eidg. Militärdepartements, den Militärorganisationen der Kantone L u d e r n , Unterwalden nid d e m W a l d , B a f e l - S t a d t , Appenzell I. Rh., T h u r g a u , W a a d t , Wallis und N e u e n bu-rg die Genehmigung ertheilt.
Es wurden im ...Berichtsjahre folgende Réglemente und Reglemente Verordnungen erlassen : uud Verord* nu aeru 1. Verordnung über die eidg. Eentralmilitärschule, " vom 21. Ianuar 1854; 2. Vollziehungsverordnung über den Scharfschüzenunterricht, vom 10. März 1854; 3. die auch von der Bundesversammlung gewünschten Kru.gsartikel, am 28. Iuli 1854;
4. Vervollständigung der Ausrüstung der Weidtasche der Scharfschüjen (Einführung des Delfläfchchens), vom
7. August 1854.
5. Infanterie-Ernzirreglement.
.Mintärfteuer» WW.
Von mehreren Kantonsregierungen sind im Laufe des Jahres Beschwerden darüber eingelangt, daß An-
gehörige ihres Kantons, welche bereits Militärdienst ge leistet haben, bei bloß vorübergehendem Aufenthalte in einem andern Kantone von den betreffenden Kantonsregierun gen zum Militärdienste wollen angehalten werden. Das eidg. Militärdepartement, nachdem es von den Kantonen hierauf bezügliche Berichte gefammelt hatte, erstattete uns einen einläßlichen Bericht, auf den gestüzt Dasfelbe eingeladen wurde, den Entwurf einer Ergänzung der Art. 144 und 145 des Gefezes über die eidg. Militärorganisation zur Vorlage an die Bundesversammlung auf die Sommerfizung 1855 auszuarbeiten.
..Topographi-.
scher Atlas.
Beiträge an die Kantone.
Beiträge an die Kantone für Aufnahme der resp.
Kantonsgebiete wurden geleistet:
An Waadt
î5r. 2,000. --
,, Luzern ,, 2,120. -' ,, Bern ,, 6,000. ,, Waadt, als Nachtrag . . . ,, 898. 55 Total: gr. 11,018. 55 -Stand der to» Um ein Bild des gegenwärtigen Standes der topo*ographischen graphischen Arbeiten z« geben, wurde vom eidg. Mili.arbeiten.
tärdepartemente die Verfügung getroffen, eine Karte anzufertigen, wie Beilage l ist, aus der Sie am leichtesten entnehmen werden, welche Theile des Atlasses vol* lendet, welche in Arbeit und welche noch nicht begonnen worden sind.
697 Von der reduzirten Karte (./25o,oocO ift das zweite -..Blatt beinahe vollendet.
Durch Beschluß der Bundesversammlung vom 2. Fe- Ruföergütnt.s bruar 1854, wurde uns der Auftrag ertheilt, den ge- u'" wefenen o Kriegskommissär der l. Division, Herrn B o l l e , anzuhalten, die von ihm bezogene Gelddisferenz von Fr. 4,811 (a. W.) zu ersezen. Damit war im gernern die Einladung verbunden, alles dasjenige zu verfügen, was wir sonst noch in dieser Angelegenheit als ange messen erachteten. Das Militärdepartement wurde mit der Vollziehung dieses Beschlusses beauftragt, und die Abzahlung fand unterm 31. Dezember durch Einsendung von Fr. 6,173. 54 statt. Diese Summe wurde dem Invalidenfonde einverleibt, und zu weitern Verfügungen in diefer Sache sahen wir uns nicht veranlaßt.
Die unterm 7. August niedergesezte Penfionskom- Pensionsmiffion, bestehend aus .Jen Herren : wesen.
Dr. Flügel, eidg. Oberfeldarzt; S i e g f r i e d , eidg. Oberst; D e l a r a g e a z , eidg. Oberstlieutenant, und
Dr. Wieland, eidg. Divifionsarzt, wurde auch dieses Iahr auf den 4. Dezember einberufen, um über die eingelangten Penfions« und Unter* flüzungsgesuche zu berathen und Anträge an den Bundesrath vorzubereiten. Diese Gefuche rührten theils aus dem Sonderbunde, theils aus eidg. Militärschulen her. Die meisten derselben wurden aber als unbegründet oder verspätet abgewiesen; andere mit einer Aversalsumme bedacht, andere auch in höhere Klassen versezt.
Die Arbeiten bei den Festungswerken wurden auch gestungswerfe.» im laufenden Iahre eifrig fortbetrieben, und es find na-
698 mentlich diejenigen bei Luziensteig und Bellinzona big zu einer gewissen Vollendung fortgeführt worden. Auch bei St. Moritz wurden einige Bauten ausgeführt; beim Brükenkopfe in Aarberg dagegen fand man sich für einstweilen nicht im ftalle, Veränderungen oder neue An* lagen anzubringen.
Im Laufe des Monats Mai wurde von der Kommission für die Befestigungsarbeiten, die Anlagen bei Luziensteig und Bellinzona infpizirt und gleichzeitig ..-Berathungen gepflogen, welche weitern Werke zur größern Er» gänzung des Vertheidigungsfystemes angebracht werden sollten. Ueber diese Verhandlungen wurde ein vollstän» diges Protokoll aufgenommen, und nach dessen -..Bestim* mungen die Arbeiten, so lange die Iahreszeit es gestattete, ununterbrochen fortgefezt.
Bei -Luziensteig wurden die Werke auf dem Fläscherberge vollendet; die Blokhäufer sind aufgeführt und geschlössen. Der Weg, welcher aus den Fläscherberg führt und ein Blokhaus mit dem andern verbindet, fo wie die krenelirte Mauer, find »ollendet. In Bellinzona wurden die projektirten Werke ebenfalls größtentheils ausgeführt, so daß im laufenden Jahre die Vollendung und vollständige Ausführung der projektirten Anlagen er* wartet werden darf.
t Die Plane und fpeziellen Berichte können beim Deparlemente eingefehen werden.
Weil neue Erdarbeiten zur Konsolidirung immer einiger Zeit bedürfen und im Anfange von der Witterung leiden, fo werden in den ersten Iahren vermehrte Kosten für Ausbesserungen an den Werken in Luzien* steig, Bellinzona und St. Moritz nicht zu vermeiden sein.
Es wurde im Saufe des Berichtsjahres die Nieder- Iustizweseu..
fezung zweier Kriegsgerichte nothwendig; das eine wegen Samuel Wfefendanger, von Elgg, Cavalleriefrater, des Dicbstahls angeklagt und überwiesen, den derselbe an einem seiner Kameraden in der Eavallerie<=Rekrutenschule Wintcrthur begangen hatte. Derselbe wurde zu einem Iahre Zuchthaus und den Kosten verfällt. Das zweite Kriegsgericht hatte den Pontonnier-Refruten Adolphe Racine von Tramltngen zu beurtheilen, und zwar wegen Diebstabls an einem Kameraden in der Schule zu Thun.
Racine wurde zu sechsmonatlicher Gefangenschaft veruriheilt; in Ansehung aber seiner Reue und seines, übrigens guten Leumundes find ihm drei Monate auf dem Wege der Begnadigung erlassen worden. Mehrere andere Fälle, welche zu keiner kriegsgerichtlichen Verhandlung Anlaß boten, wurden auf disziplinarischem Wege erledigt.
Im Laufe des Iahres 1854 wurden folgende Schulen Militärschuleuv für die Genietruppen abgehalten : -1) ®en>e.
Rekrutenschuten.
Für Sappenrs in Xhun.
,, Pontonniers in Thun.
Wiederholungskurse.
Auszügersappeurskomp. Nr. 2 von Zürich, in Zürich.
,, ,. 4 ,, Bern, in Thnn.
6 ,, Tesfin, in Vellin-
,, 8 ,, Bern, in Thun.
,, 10 ,, Aargau, in Aa* rau.
,, ,, 12 ,, Waadt, in Moudon.
7) Ausj. Pontonnierskomp. ,, 2 ,, Aargau,in-.Brugg.
4) Reservesappeurskomp.
5) ,,
8) Res. Pontonnierskomp. ,,
4 ,, Zürich, {n Zürich.
700 Der Bestand dieser Schulen war folgender: Sappeurrekruten in ..thun . . . Mann 9t 118 Pontonnierrekruten in ..Ehun . .
Wiederholungskurs der Sappeurkompagnie
111 iot 93 68 66
«-..Oft 1J&J
der ^ontonnterfornpuflnfe Nr. 2 2Rann 100 4 // 65 n n ,,
738 Iß«.
Total: Mann 903 Ueber diese Kurie entnehmen wir den v'erfchiedenen Inspektionsberichten in Kürze Folgendes: Die geistige und körperliche Beschaffenheit der Mannschaft entsprach beinahe überall den Bestimmungen des Réglementes. Es fi.id nur einzelne, wenige Beispiele vorgekommi'n, daß zu schwächliche Leute aufgenommen wurden, welche unmöglich die Strapazen diefes Dienstes zu tragen im Stande waren. Sehr tadelnswerth ist aber, daß die Rekrutirung auch ans solchen Ständen gemacht wurde, die unmöglich zu diesem Dienste ge* eignet find, und wir müssen daher die betreffenden Kantone darauf aufmerffam machen, daß fie sich für künftige galle in dieser ...Beziehung strenger an die Bestimmungen der bestehenden Réglemente zu halten haben.
70l Die Kleidung, Bewaffnung und Ausrüstung war beinahe durchwegs reglementarisch, und hat nur zu weni* gen unbedeutenden Aussezungen Anlaß gegeben.
Die Instruktion wurde genau nach dem aufgestellten Instruktionsplane gehalten, und die Resultate derselben entsprachen auch dem Eifer und der Thätigkeit, mit der dieselbe von dem betreffenden Instruktionspersonal ertheilt wurde; den praktischen Uebungen gieng stets die nothige Theorie voran. Die ieweilige Prüfung der Offiziere und Aspiranten bewies, daß dieselben mit Eifer und Hingebung fich ihre Ausbildung angelegen sein ließen, und es ist wohl vorauszusehen, daß diese Waffe im Felde gute Dienne zu leisten im Stande sein wird. Die Disziplin war im Ganzen genommen eine wakere.
Uebergehend zur Artillerie, finden wir uns vor- 2) Artillerie, erst veranlaßt, einen Blik auf den, dem Inspektor dieser Waffe angewiesenen Wirkungskreis zu werfen.
Derselbe ist nach den Bestimmungen des Gesezes ein dopp e l te r. Vorerst ift das Personelle der Artillerie, nebst deren Ausrüstung ihrem ganzen Umfange nach, so wie der Unterricht dieser Armeeabtheilung, seiner speziellen Aufficht unterstellt; dann liegt ihm aber auch noch ob, die Anschaffung, den Bau, die Aufbewahrung und der Unterhalt des gesammten Kriegsmaterials der Eidgenossenschaft zu überwachen.
Die Thätigkeit desselben in erstem Richtung äußert fich theils durch Begutachtung aller auf das Personelle der Waffe bezüglichen Fragen, theils üb«/ «nd zwar »orzug-Bweise durch Vornahme regelmäßiger Inspektionen über die in die eidgenßsfischen Schulen berufene Mann* schaft, nachherige Berichterstattuna. über das Ergebniß derselben und Stellung von Anträgen für die an die Kantone zu machenden Mittheilungen.
702 gür Ueberwachnng des Materiellen ist dem Inspektor der Artillerie der Verwalter des Materiellen beigegeben, welchem der Detail der Anschaffung, der Aufbewahrung und des Unterhalts des der Eidgenossenschast angehörenden Kriegsmaterials obliegt, der den Kantonen bei ihren Anschaffungen behilflich ist, und durch welchen gleichzeitig alle, auf Kriegsfuhrwerke und Munition bezüglichen Bedürfnisse der ..OHlitärschulen besorgt werden, so daß die Thätigfeit dieses Beamten einen bedeutenden Umfang erreicht.
Wir halten uns in dieser Abtheilung des Berichtes ausfchließlich an das Personelle, resp. an das ©esammtergebniß der stattgefundenen Inspektionen bei den verschiedenen Unterrichtskursen.
Für den Unterricht der Artillerie waren im Berichtsjahre 18 Kurse angeordnet, und zwar 17 Refrutenfchulen, 10 W''ederholungsknrse und die Zentralfchule.
Von den Wiederholungskursen haben aber nur 8 wirklich stattgefunden. Der für zwei Raketenbatterien in A a r a u angeordnete Kurs mußte unterbleiben, weil es nicht möglich geworden war, das für denfelben erforderliche Materielle im Laufe des lezien Ichres zu vollenden. Ein Wiederholungskurs in L u z e r n , an dem drei Reservebatterien jenes Kantons hätten theilnehmen sollen, wurde deswegen nicht abgehalten, weil die Regicrung genannten Standes erklärte, daß einerfeits diese Kompagnien noch nicht vollständig organifirt seien und fie andererseits auch den für diese Kurse erforderlichen «ffre&it vom Großen Rathe noch nicht erhalten habe.
Endlich waren noch vier Batterien bestimmt, ihren Wiederholung...kurs mit den Uebungen der beiden Divi-
703 fionen zu bestehen. Da aber diese Truppenzusammenjüge nicht stattfinden konnten, so blieben auch jene Batterien ohne den gefezlich vorgeschriebenen Wiederholungskurs. Einzig für die Batterie von Z ü r i c h wurde nachträglich ein Kurs in Zürich abgehalten; für die Batterie vom A a r g a u wurde er verschoben, besonders im Hinblike auf die im dortigen Kanton ausgebrochene Eholera; für die Batterie von W a ad t und N e u e n b u r g wegen vorgerükter Zeit und bevorstehender Weinärnte.
Diese drei Batterien haben mithin ihren Dienst im Iaht 1855 nachzuholen.
Dagegen haben zwei außerordentliche Wiederholungskurse stattgefunden für die Artilleriekontingente von BafelS a n d s c h a f t und W a l l i s , und zwar auf besonderes Begehren der betreffenden Kantonsregierungen; welchen Wünschen um so eher entsprochen werden konnte, als die Nichtabhaltung einzelner proieftirten Kurse die da.herige Ausgabe ermöglichte.
Die wirklich abgehaltenen Kurse waren demnach folgende: I. R e k r u t e n s c h u l e n .
In Zürich für die Rekrutendetaschemente von Zürich, Lnzern und Thurgau.
,, Thun für die Rekruten von Bern.
,, A a r a u ,, ,, ,, ,, Basel-Stadt, BaselLandschaft und Aargau.
,, .Bière für diejenigen von Waadt und Genf.
,, C o l o m b i e r für die von Freiburg, Solothurn, Tesfin, Wallis und Neuenburg. '
,, St. Gallen für die Rekruten von Appenzell A. Rh., St. Gallen und Graubünden.
,, L u z e r n für die Parfkanonierrekrnten von Zürich, Suzern, St. Gallen, Aargau und Waadt.
704 II. Wiederholungskurse.
In Zürich. Erster Kurs: pr zwei Halbbatterien
von Appenzell A. Rh. und Thurgau und zwei Park- und Pofitionskompagnien der Bundesrcserve von Zürich.
. ,, Zürich. Zweiter Kurs: pr eine Batterie und
eine Pofitions.ompagnie des Bundesauszuges von Zürich.
,, Aar a n für zwei Auszügerbatterien von Suzern
und Solothurn und eine. Refer5ebatterie vom Aargau.
,, Bière für eine Positionskompagnie des Auszuges, eine Parkkompagnie und eine befpanntc Batterie
der Bundesreserve, sämmtlich von Waadt.
,, C o l m b i e r für eine Batterie von Neuenburg und eine Pofitionskompagnie von greiburg, beide der Bundesreferve angehörend.
,, St. G a l l e n für zwei bespannte Batterien von St. Gallen, die eine Auszug, die andere Referve, und eine Auszügcrparkkompagnie von dort.
,, Thun für die Gebirgsbatterie von Graubünden.
zwei bespannte Batterien und eine Park-
kompagnie vom Bundesauszug von Bern.
,, T h u n für eine Abtheilung Parktrain der Kantone Bern, Freiburg und Waadt.
,, Lie st al für die Anszügerbatterie von Basel-Land-
,, S i t t e n für die Gebirgsbatterie von Wcillis.
Der Mannfchaftsbestand der verschiedenen Kurse war folgender :
Rekrntenschulen.
.Dssi» .ziere.
..ükffenplaz.
3ürich . .
Shun . .
Aarau . .
Bière . .
·Solombier St. Gallen Suzern
. 6 . 4 . 4 38
Aft>.
113 85 56 172 134 32 103 83 33 125 96 21 51 --
239 242 372 227 262 76
14 246 732 583
i.sti.
Unter.Offa.
5 -- 2 --
2. Wiederholungskurse.
Wassenplaz Zürich: Mann. Total.
1/2 6 & Batterie Nr. 16 Appenzell A. Rh.
"2 ,, ,, ,, 20 îhnrgau .
·»Positionskompagnie Nr. 60 Zürich
iparkkompagnie
12 & Kanonenbatterie Nr. 4 Zürich
ipofitionskompagnie Nr. 32 Zürich.
Wassenplaz A a r a u : · & Batterie Nr. 12 Luzern
,, 14 Solothurn .
Positionskompagnie Nr. 66 Aargau
Waffenplaz B i è r e : f5ofitionskompagnie Nr. 34 Waadt 'Parkkompagnie ,, 30 ,, 6 ff Batterie ,, 50 ,,
"..Brntdestbat... Iohr«. VII. -Bb. I. ·
42 160 95
170 165 58
Uebertrag : 1,255 70
Waffenplaz Colombier:
6 «S Batterie Nr. 52 Neuenburg . . .
«ofitionskompagnie Nr- 62 Freiburg . · Wassenplaz St.
12 % Kanonenbatterie Parkkompagnie 6 ff Batterie
Mann. TotaL 1,255
Gallen: Nr. 8 St. Gallen ,, 38 ,, ,, ,, 48 ,, ,,
--- 258 182 61 126
Wassenplaz Chur: Gebirgsbatterie Nr. 26 Graubünden . .
Waffenplaz Thun:
24 Ä Haubizbatterie Nr. 2 Bern . . 148 12 ff Kanonenbatterie ,, 6 ,, Parkkompagnie ,, 36 ,,
. . 137 . . 55
-- · 340
Wassenplaz T h u n : Parkabtheilung von Bern . . . . . 29 ,, ,, greiburg . . . . 14 ,,
Waffenplaz S i t t e n :
Gebirgsbotterie Rr. 27 Wallis . . .
Waffenplaz L-i e st al: 6 ff Batterie Nr. 15 Bafel-Landfchaft
Waffenplaz Zürich: 6<&=Batterie Nr. 10 Zürich
193 Total: Mann 2,820
An den Eentralschulen in Thun nahmen außer der bereits oben angeführten Parktrainmannschaft Theil:
i 23 30 233
Offizier des eidgenössischen Artilleriestabes.; Artillerieoffiziere aus den Kantonen; Offizierafpiranten H. Klasse; Unteroffiziere, Arbeiter K.
28TMann.
Es betheiligten sich demnach an den verschiedenen , Artilleriekursen : In den Refrutenschulen .
,, den Wiederholungskursen, mit Inbe*
griff der Stabsoffiziere .
,, der Eentralmilitärfchule .
1603 Mann.
. 2832 ,, . 2 8 7 ,,
Im Ganzen: 4732 Mann.
Im Iahr 1853 wurden instruirt .
. 4853 ,, Demnach 1854 weniger : 121 Mann.
Wenn aber die Wiederholungskurfe von fünf Batterien, welche voriges Iahr aus verschiedenen Gründen nicht abgehalten werden konnten, stattgefunden hätten, fo würde die Zahl der heuer im Instruktionsdienft geftandenen Mannschaft diejenige vom lezten Iahre um
zirka 700 Mann übersteigen.
Die Korps, welche in der ordentlichen Reihenfolge im Berichtsjahre den Wiederholungekurs hätten bestehen follen, aber wegen unvollendeter Organifation noch nicht disponibel waren, find folgende : 8 î.? Batterie ..Jir. 42 von Luzern ; 6 & Batterie Nr. 44 und 46 von Bern; Gebirgsbatterie Nr. 54 von Graubünden; Raketenbatterie Nr. 56 von Zürich, und diejenige Nr. 58 von Aargau; ferner die .pofitionskompagnie Nr. 64 von Basel-Landschaft und Nr. 68 von Teffin, ferner die Parkkompagnie Nr. 72 von Luzern und Nr. 74 von Aargau.
Im Ganzen also 10 Kompagnien, welche sämmtlich der Bundesreserve angehören. Alle zum Bundesauszuge gehörenden Kompagnien waren dagegen dienstbereit, und werden fowol hinsichtlich des Mannfchaftsbestandes, als der materiellen Ausrüstung mit dem Iahr 1855 vollständig organifirt sein.
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Der M a n n s c h a f t s b e s t a n d der Korps, welche zu Wiederholungskursen ein* berufen worden find, war im Allgemeinen vollständig, ja in der .Regel über dem reglementarischen Erforderniß. Eine Ausnahme von dieser Regel machten indessen folgende Korps :
t» ca.
709 Der Bestand der R e k r u t e n s c h u l e n war ein äußerst ungleicher. Bei Anordnung der Schulen hatte man möglichst regelmäßige Rekrutirung in den Kantonen vorausgesezt, und fn dieser Voraussezung die Schulen so organifirt, daß deren Stärke annähernd eine gleiche hätte sein sollen. Allein die Rekrutirung war dennoch in einjelnen Kantonen ungemein unregelmäßig, d. h. nicht aus einen ordentlichen Zuwachs berechnet, fo daß der Bestand der Schulen sich in der That ganz anders gestaltete, als man ihn beabsichtigt hatte. Begreiflich entstehen dadurch Mißverhältnisse, welche störend auf den Unterricht einwirken müssen, und es wird daher notbwendig, auf geeignete Weise in den Kantonen auf eine regelmäßige Rekrntirung hinzuwirken. Auffallend gering und ungenügend war die Zahl der Offiziers-
aspiranten I. Klasse (14).
Eine Verminderung des Bestandes der ArtillerieOffiziere unter die reglementarische Zahl hat die bedenkliche Folge, daß die Last des Instruktionsdienstes unverhältnijjmäßig stark auf rie verfügbaren Offiziere fällt und fo die greiroilligen zu diefcr, ohnehin stark durch Dienst in Anspruch genommenen Waffe zurükfcheucht.
Es ilt demnach fehr zu wünschen, daß die betreffenden Kantone auf baldige Kompletirung ihrer Artillerieoffizierskadres ernstlich Bedacht nehmen.
Ueber das Ergebniß der stattgehabten Inspektionen geben wir folgende allgemeine Bemerkungen : Die Beschaffenheit des Personellen, eine befriedigende. Wegen Unkenntniß im Lesen, Schreiben und Rechnen, worüber jeweilen beim Eintritt in die Schule eine Prüfung abgehalten wurde, mußte Niemand zurükgcwiesrn werden, obfchon einige Rekruten der Kantone ©raubünden, Teffin und Wallis in dieser Beziehung äußerst fchwach waren.
710 Wegen körperlicher Untauf-ilichfeit konnten einige wenige Mann von Luzern nicht angenommen werden. Kleine Abweichungen von dem reglementarifchen Maß, wie solche bei den Rekruten Bern, Aargau und Sesstn vorkamen, ließ man hingehen, wenn die Intelligenz der Betreffenden fie zur Aufnahme bei der Waffe empfahl.
Was die K l e i d u n g und A u s r ü s t u n g anbetrifft, (o kann eine vollständige Uniforrnität nur allmählig er- j zielt werden, da die Folgen einer mehrjährigen Anarchie in dieser Richtung kaum so plözlich beseitigt werden können, um so weniger, als eine große Zahl von 21hweichunfSen von 6er Vorschrift unter dem Schuze kanionaler ©esezgebungen in's Leben trat. Es wurde demnach auch dieses Iahr das Augenmerk vorzugsweise auf die jüngere, seit dem Erlaß des Ausrüstuagsreglemcntes vom Iahr 1852 eingetretene Mannschaft getricfojet und dieser gegenüber strenge Kontrolî geführt. '..Die nothwendig geraordenen Bemerkungen an die Kantone Karen, wenn au* gröfjtentheils nur kleinere Abweichungen beschlagend, sehr zahlreich; einzig der Kanton Z ü r i c h blieb dabei unbetheiligt.
Die R e i t * u n d Z u g p f e r d e u n d S a u r n t h i e r e , ..·.fr im Dienste gestandenen Batterien waren beinahe burchgehends untadelhast, und es kann die Bespannung im Allgemeinen als eine felddienstfähige bezeichnet wer« den; es find einzig zwei Batterien, die eine »ou 33crn, bie andere von Solothurn, deren Pferde nicht mit der nöthigen Sorgfalt ausgewählt waren, uno daher einen anstrengenden Dienst kaum auegehalten haben n'firden.
Die A u s r ü s t u n $ der P f e r d e ließ hin und wierer zu wünschen übrig; indessen i st hier ju berüksichtigen..
daß die Zeughäuser für die WicDerbolunßörurse gciröhnlich die altern Vorräthe an Pferdegesdurren verroenden.-
711 mm die neuern für den wirklichen Felddienst aufzusparen.
Wo hingegen wirklich mangelhafte, die Pferde befchädi-
gende Geschirre vorkamen, wurde der betreffende Kanton zur Beseitigung dieses Uebelstandes sofort aufgefordert.
Den Bastfätteln der Gebirgsartillerie, welche das îezte Iahr zum ersten Mal in Dienst kamen, hat man befondere Aufmerksamkeit gewidmet, um über die Be* denken, welche gegen die Zwekmäßigkeit des angenommenen Systems erhoben worden find, in's Klare zu kommen. Die dießfälligen Versuche haben noch kein genagendes Resultat gegeben und werden daher im Laufe i)es Iahres 1855 fortgesezt.
Im Gange des Unterrichts wurde wesentlich von î>em im vergangenen Iahre zu Grunde gelegten Schema îticht abgewichen. ..Bei jeder Waffengattung ist der Elementarunterricht für Lehrende und Lernende mehr oder weniger ermüdend; allein bei Heranbildung von Rekruten ist eine gewisse Gründlichkeit bei denselben uner läßlich, welche es oft schwierig macht, den RekrutenUnterricht mit dem, was für die Kadrcsmannschaft noth ·ihm, in Einklang zu bringen. Immerhin muß 6er Infiruktion das Zeugniß gegeben werden, daß fie die im Verhältniß zu den mannigfachen Dienstzweigen des Artilleristen kurz zugemessenen Unterrichtszeit aufs @ewissenhafteste benuzt hat, indem fie fich bestrebte, die vom Staate aufgebrachten Summen und die von der Mannschaft geopferte Zeit zwekmäßig zu verwenden.
Dem Austrage, der uns im vorigen Iahre ertheilt wurde, die Ergebnisse der Schießübungen in den Artilleriefchulen zu sammeln und darüber, wie bei den Schießübungen der Scharffchüzen, fogenannte Schußtabellen anzuferti* gen, konnte im Berichtsjahre nicht mehr Folge gegeben
712 werden, weil er uns zu spät zukam; es ist aber dafür gesorgt, daß dem Gedachten in Zukunft Rechnung getra« gen werde.
3) KavaOerie.
Die Instruktion der Kavallerie wurde im laufendeit Jahre unterm 30. März mit einem Remontenkurs in Aarau eröffnet und am 31. Oktober geschlossra.
Gegenüber frühern Iahren treten uns in diesem Berichtsjahre bezüglich der Kavallerie zwei neu!.. Faktoren entgegen, welchen wir bei unferer Berichterstattung autf eine besondere Aufmerkfamkeit schenken werden. ...Der eine ist die Vollziehung des Bundesbeschlusses, vom 16.
Ianuar 1854, betreffend Abänderung der Zeit der Wie* derholungskurfe für die Kavallerie und der andere, die Inspektion einer Anzahl Kavallerierefervekompagnien nach Art. 71, Litt. b. der eidgenöffifchen .M.itärorganisation vom 8. Mai 1850.
Sll.piranteu.
Die Zahl der Kavallerieoffiziersafpiranten beläuft fich auf neunzehn.
Die Afpiranten II. Klasse vertheilen sich folgendere maßen auf die Kantone : Bern 3, Luzern 2, Freiburg 3P Schaffhaitfen 2, Waadt 2, Graubünden 1, ...tessi« 1.
Die Afpiranten I.Klasse: Bern 1, Graubünden if Tesfin 3.
ReftuteiiP
Die Instruktion der Kavallerierekruten fand auf dere
Waffenpläzen W i n t e r t h u r , T h u n , B i è r e unfr Aarau statt.
An denselben betheiligten sich; 28 Offiziere . . . .
Aspiranten . . .
19 34 Unteroffiziere . . .
Arbeiter, Frater K.
48 Rekruten:
Guiden . . .
Dragoner. . .
333 Mann.
713Die Rekruten vertheilen sich auf die Kantone folgen* dermaßen: Zürich 11, Bern 39 (davon 9 Guiden) ,, guzern 23, Freiburg 16, Solothurn 12, Basel-Stadt 5 (Guiden), Bafel-Landschaft --, Schaffhausen 9, St.
Gallen 20, Teffin 4 (Guiden), Thurgau 14, Aargau 10, Granbünden 7 (Guiden), Waadt 19, Neuenburg 6 (Guiden), Genf 9 (Guiden). Vergleicht man diese Rekrutirung mit derjenigen früherer Iahre, so ergibt sich, daß abermals eine bedeutende Verminderung stattgefunden hat. Am empfindlichsten ist diese bei Zürich, welche von 17 auf 11 heruntergekommen ist; Bern von,, 53 auf 39, Schaffhausen von 16 auf 9 je.
Die Ursachen, welche dieses bedauerliche Resultat herbeigeführi; haben, scheinen verschiedener Natur zu sein, und eine fortdauernde derartige Verminderung dürfte zur Folge haben, daß die Organisation unserer Kavallerie auf andere Prinzipien bafirt werden müßte.
..Das P e r s o n e l l e der diesjährigen Kavallerierekrutenfchulen hat im Allgemeinen den reglementarischen Anforderungen entsprochen; indessen find auch Fälle vorgekommen, daß zu kleine und zu junge Mannschaft aufgenommen wurde.
Die größere Zahl der P f e r d e war für den Dienji tauglich. Indessen ergab es sich auch, daß einerseits zu alte und andererseits zu junge Pferde mitgebracht wurden. Durch alle Schulen konnte man ein Mißverhältniß zwischen der Größe des Reiters und des Pferdes wahrnehmen, und es muß in Zukunft bei der Aufnahme diesem Punkte größere Aufmerksamkeit geschenkt werden» Bei'm Guidendetaschement von Bern waren die Pferde, weit hinter denjenigen der Dragoner zurük, meist schwerer und ungelenksam. Dagegen muß anerkannt werden, daß Xeffin und Graubünden dieses Iahr gute Pferde gestellt haben.
714 Ueber die Bewaffnung der Mannschaft ist zu bemerken, daß die Säbel im Allgemeinen brauchbar find. --Bern, -greiburg, Waadt und Neuenburg hatten jedoch solche nach alter Ordonnanz, und Bafel-Stadt Offiziersfäbel.
Die Pistolen find mit wenigen Ausnahmen gut. Einige Detaschemente waren nur mit einer, statt mit zwei solchen ausgerüstet In der B e k l e i d u n g war dieses Iahr vielmehr Gleichförmigkeit als früher, obfd.on immer noch Abweichungen von den reglementarifchen Vorschriften vorkommen. Die Defaschemente Zürich, St. Gallen, Schaffhaufen und Thurgau waren mit kleinen Ausnahmen nach den Be?
fiimmungen des Reglements gekleidet; in der Schule von Thun zeigten fich dagegen schon mehr Abweichungen. Indessen darf auch beider Kavallerie angenommen werden, daß bei strengem Festhalten an den Bestimmungen des Reglements bald die gewünfchte Uniformität erreicht sein werde.
2)as Lederzeug war bei vielen Kantonen nach früherer Ordonnanz, bei mehreren alt und abgebraucht. Die kleinere Ausrüstung war ziemlich vollständig, ebenso die
Die Ausrüstung der Pferde hat gegenüber frühern Iahren bedeutende Fortschritte gemacht und man darf hoffen, daß dieser so wichtige Theil bald in einem besrieDigenden Zustande fein werde.
Aus den vorliegenden Berichten ergibt sich, daß bezüglich der Instruktion auch in diefem Jahre das Mögliche geleistet wurde. Wir dürfen es uns jedoch nicht verhehlen, daß dieselbe günstigere Resultate gehabt haben würde, wenn bei dem vielen zu erlernenden Stoffe mehr Zeit darauf hätte verwendet werden fonnen, ferner wenn nicht ein fo großer Theil der Inftruktionszeit auf das
715 Abrichten der Pferde verwendet werden müßte, und wenn ein stärkeres Instruktionspersonal zur Verfügung gestan den hätte. Man suchte indessen vorzüglich dem Reiter eine möglichst ausgedehnte Instruktion zu geben, deren Re sultat ein günstiges genannt werden muß. Der Tirail-.
îeurdicnjl wurde mit Sorgfalt infirnirt. Der Sicherheitsdinist hatte ebenfalls befriedigende Resultate. Das gechtcn mit dem Säbel war gut; dagegen befriedigte das Voltigiren weniger. Die Pferde waren ziemlich an das gencr gewöhnt und die Instruktion, betreffend die äußere Kcnntniß ces Pferdes, wurde im Berichtsjahre weit besser als in frühem gegeben, was besonders dem Umitande zuzuschreiben ist, da§ nieist tüchtige Pferdeärzte in die Schulen beordert waren.
Die Instruktion der Q'uiden wird immer eine mangelhafte bleiben, ohne daß den betreffenden Instrwktoren etwa.,? zur Schuld gelegt werden könnte, so lange man nicht mehr Zeit auf dieselbe verwenden und fie einem speziellen Inftruftor übertragen kann.
Die Instrnftion der Trompeter wurde mit Eifer und Sorgfalt ertheilt, und es ist dieselbe auch nicht ohne Rejultate geblieben. Zu bedauern ist jedoch, daß oft Scuie in feie Schulen geschikt werden, welche noch gar keinen Begriff von ihrem Instrumente haben und daß denselben nicht selten ganz unbrauchbare Instrumente mitgegeben r.erden. Ans diese Weife ist die beßte Infiruïtion nicht im Stande, während der kurzen Zeit von 6 -.2.5ochen den Reiter und zugleich den Trompeter zu bilden. ®s ist daher sehr wünschensrcerth, daß die Trornpeterri-fruten für die Kavallerie schon beim Eintritt in die Schalen einige Fertigkeit im --Blasen haben, daß ihnen nur brauchbare Instrumente mitgegeben werden sind daß sie bereits auch ordentlich reiten können.
716 SBiederho» lnngskura
Nach dem Beschluß der Bundesverfummlunflj vom 18.» I a nuar 1854 wurde in Abänderung vom Art. 70 Litt, fo der eidg. Militärorganifation vom 8. Mai 1850 festge» sezt, proviforifch den Wiederholnngsunterricht der Dra« goner je das zweite Jahr auf die Dauer von 14 Sagen in der Weife abzuhalten, daß alljährlich die Hälfte der Kompagnien zu demselben einberufen werden soll.
Es wurden in Folge dieser Bestimmung folgende Dragonerkompagnien zum Wiederholungskurfe berufen; SOaffenplaz.
Aarau Winterthur Winterthur Thun Thun Freiburg St. Gallen.
Kompagnie.
16 und 18 12 . 14 10 und 22 8 6 4
ïhurgau.
Solothurn, gfreiburg.
St. ©allen.
Hieraus ergibt sich, daß von den 22 Dragonerkom:?
pagnini nur 9 den Wiederholungsfurs durchmachten, fo daß im Iahr 1855 noch 13 denselben zu bestehen haben werden. Hier müssen wir bemerken, daß die Kompagnie Nr. 22 (Bern) und Nr. 8 (Solothurn) ihren Wiederholungskurs in der Eentralfchule zu bestehen hatten«.
Ferner, daß die Kompagnien Nr. 10 (Bern), Nr. 4
(St. Gallen), Nr. 6 (greiburg) und Nr. 20 (Luzern)
bestimmt waren, an den größern TruppenzufarnmenzügeK Theil zu nehmen. Da diese aber nicht statt finden kenn- · ten, so wurde für die drei erstem in den refp. Kantonen ein Wiederholungskurs angeordnet; die Kbmpagnie von Luzern mußte dagegen aus verschiedenen Gründen dispenfirt werden, und es hat dieselbe den Kurs im laufenden Jahre nachzuholen.
717 Von den ©uidenfompagnien konnten zum ordentlichen Wiederholungskurse einberufen werden Nr. 4 (Basel-Sandschaft), Nr. 6 (Neuenburg), Nr. 5 (Genf) und Nr. 8 (Tesfin). Basel-Stadt mußte wegen ungenügender Anzahl von Mannschaft verschoben werden.
Nach den Zusammenstellungen haben im Berichtsjahre 568 Mann Dragoner und 105 ,, Guiden zusammen 673 Mann ihren Wieterholungsknrs bestanden. Die Kurse von Aarau und Winterthur wurden eskadronsweife abgehalten, und jeweilen vom ältesten Hauptmann kommandirt. Diefe Maßregel hat sehr gute Resultate hervorgebracht. Die Wiederholungskurse der Guiden find entweder von einem ·-Pauptmann oder Lieutenant kommandirt worden.
Es scheint hier überflüsfig zu sein, näher über Mannfchaft und Pferde einzutreten, indem wir nur das in srühern Iahren" Gefagte wiederholen müßten. Der ©«tritt neuer Mannschaft und der Uebertritt einer ent» sprechenden Anzahl in die Referve werden nach und nach Unifofmi.ät in jeder Beziehung hervorbringen, wenn iirifte an den Bestimmungen des Reglements festgehalten wird.
Die Instruktion anbetreffend bemerken wir, daß die durch den bereits oben erwähnten Bundesbeschluß anberaumte größere Dienstzeit wesentlichen und bemerkbaren Einfluß für günstigere Resultate ausgeübt hat. Es war gestattet; auf die Ausbildung des Reiters und auf die Instruktion der Pferdekenntniß mehr Zeit zu verwenden, als dieß bisher der Fall gewesen war.
Die Wiederholungskurse der Guidcnkompagnien haben in diesem Iahre ebenfalls eine Abänderung erlitten, in-
718 dem sie nicht auf demselben Wossenplaze, wo die Dragon nerkompagnien, fondern in den refp. Kantonen abge# halten wurden. Diefe Maßregel war eine zwekmößige, indem viel an Zeit für den effektiven Dienst gewonnen wurde.
Ieder der Guidcnwiederholungskurfe wurde von einem eidg. Instruktor geleitet; zwar diejenigen von Siestal und BeUinzona vom Herrn Stabshnuptmann S c h e r e r und ' diejenigen von Colombier und Genf vom Herrn Stabshauptmann D u i n c l e t . Die Inspektion über feie Pferde hat gezeigt, daß eine Anzahl Pferde mitgebracht wurde, die feinen Remontenkurs bestanden hatten.
Die Instruktion der Guidenkompagnie von Neuen* burg kann als ganz befriedigend betrachtet werden, weil Mannschaft und Pferde die erforderlichen ReCiuifite befizen, um gute Dienste zu leisten, und es bleibt nur zu wünschen, daß die Kompagnie bald vollständig werde.
Die Kompagnie von Genf dürfte besser kommandirt fein und es hat diefelbe gegen früher nicht nur nicht gewonnen, fondern eher verloren.
Die Inspektion über die Guidenkompagnie von Teffin konnte wegen Verhinderung nicht vom Obersten der Ka»allerte vorgenommen werden. Aus dem Berichte des
Instruktors ergibt fich aber, daß diefelbe vollständig reglementarifch gekleidet, bewaffnet und ausgerüstet ist, und 'daß die Mannfchaft sich bestrebte, Nnjen aus der Instruktion zu ziehen. Auch die Ausrüstung der Pferde war gut; diese leztern felbst aber waren im Allgemeinen zu alt und von geringer Gattung.
..Hemonten&Kfe..
Das Bundesgesez vom 16. Januar 1854 bestimmt ausdrüklich, daß durch dasselbe bezüglich derRemonten* kurse keine Abänderung geschehe, sondern daß dieselben
719 nach den Bestimmungen der Militärorganifation vom 8. Mai 1850 fortbestehe, d. h. daß alle frischen Pferde, sei es, daß diefelben erst in diesem oder im künstigen Iahre einen Wiederholung.,..kurs zu bestehen haben, einen Remontenkurs mitmachen sollen.
Diese Vorschrift scheint von den Kantonen nicht genau befolgt worden zu fein. Während wir annahmen, daß 15 Kantone remontenpflichtige Mannschaft haben, find nur von 12 Kantonen folche in die Kurse beordert worden. Schasshausen, Basel-Stadt und Xesfin haben keine Remonten gestellt. Aus dem Berichte des Kommandanten des Wiederholungskurses von Bellinzona aber geht hervor, daß viele frische Pferde fich vorfanden.
Gegenüber von Bafel-Stadt und Schasshausen läßt fich im Hinblike auf frühere Vorgänge' mit Bestimmtheit annehmen, daß auch diese Kantone remontenpflichtige Mannschaft gehabt haben.
Die Remontenkurse in Aarau, Winterthur, St. Gallen, ..thun und Bière wurden im laufenden Iahre von zuîammen 142 Mann besucht, während die Zahl der Remonten vom Iahr 1853 auf 175 fich belief. Die mitgebrachten Pferde waren im Allgemeinen gut und die Instruktion hat vollständig befriedigt, was um so erfreu* Ucher ist, als dieselbe immer eine gute Rükwirkung auf die Kompagnien hat.
Der Generaletat über die schweizerische Kavallerie Inspektion übe.?
wies im Anfang des Iahres 1854 einen Bestand von bie Sfes«»" 687 Mann Reservedragoner und 70 Mann Reserve* Iom»a-nUn' guideu nach, welche auf 12 Kantone fich vertheilen.
Diese Mannschaft wurde heuer das erste Mal zur Inspektion nach Art. 71 Litt, b der eidg. Militärorganifation einberufen.
Diese Inspektionen haben in den Kantonen Bern, Solothurn, Basel-Landschaft, Schasshaufen, Aargau, Thurgau, Waadt und Genf stattgefunden; dagegen mußten die Kantone Luzern und St. Gallen dispenfirt werden.
Da diese Inspektion über die Reserve t Kavallerie zum ersten Male statt gefunden hat, fo soll dieselbe hier etwas einläßlicher behandelt werden.
Bern hatte seine drei Kompagnien Nr. 24, 25 u. 26 in Bern versammelt und die Inspektion fand durch .*perrn Dberstlieutenant ..partmann am 1l. August statt. Der ßffektivbestand war 205 Mann und die Kadres derselben mit Ausnahme der Kompagnie Nr. 25 mehr als komplet.
Die Inspektion über das Personelle und die Pferde war eine befriedigende; aber nur eine kleine Zahl der leztern hatte schon Dienst gethan. Bewaffnung, Bekleidung und Ausrüstung waren in gutem Zustande; dagegen ließ die Instruktion vieles zu wünschen übtrig; allein immerhin dürften diefe Kompagnien nach einigen Tagen Instruktion ganz dienstfähig werden.
Die Kompagnie von S o l o t h u r n wurde vom Herrn Major Meyer oon Burgdorfinspizirt, und fie bestund aus 44 Mann, weßnahen am reglementarischen Bestände 16 Mann fehlten. Die Mannschaft der Kompagnie ist dienstfähig; die Pferde aber find mit wenigen Ausnahmen schlecht und alt, und haben größtentheils noch keinen Dienjl jgethan. Die Bekleidung war noch in ziemlich gutem Sustande, dagegen die Ausrüstung von Mannschaft und Pferden [ehr mangelhaft.
Besser war die halbe Guidenkompagnie von Bafel'Sandschaft, die mehr als vollzählig erschien. Mannschaft und Pferde dürfen für eine Reservekompagnie gut
721 .genannt werden. Bekleidung, Bewaffnung und AusTüstung war ordentlich, die Instruktion dagegen ganz vergessen.
Die Reservekompagnie Nr. 39 von ...cchasshausen .bestund aus 49 Mann, deren Mannschast zum Dienste .befähigt ist, die Pferde aber beinahe ohne Ausnahme
schlecht find. Bekleidung und Ausrüstung ist ziemlich vollfländig. Die Bewaffnung ist gut, sollte jedoch besser, unterhalten sein.
Die vorstehenden Bemerkungen gelten mehr oder weniger auch den Kompagnien der andern Kanton, und wir müssen hier nur noch besonders tadeln, daß mehrere Pferde, welche Kavalleristen des Auszugs geho1Ten, mitgebracht wurden, so wie daß die Mannschaft nicht angehalten wird, für Bekleidung und Ausrüstung besser Sorge zu tragen.
Der Unterricht der Scharfschüzenrekruten hat im 4) Scharf» laufenden Iahre auf folgenden Waffenpläzen stattge- W>"ien.
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t.«--
O S u z e r n : für die Rekrutendetaschemente der Kantone Luzern, Uri, Schwpz, Unterwalden ob und nid dem Wald.
2) - W i n t e r t h u r : für die Rekrutendetaschemente der Kantone Zürich, Zug, Bafel-Landfchaft, Aar-
gau und ..thurgau.
B) T h u n : für diejenigen der Kantone Bern, greiburg
4) Ehur: für die Kantone Glarus, Appenzell A. R.?., St. Gallen, Graubünden und Teffin.
5) M o u d o n : für die Kantone Waadt und Neuen-
Ferner wurde in Thun eine vierzehntägige Offiziersaspirantenschule abgehalten, in welcher 19 Aspiranten ·8aa»...sblatt. Jahrg. VII. B». I.
ihre ordentliche Ausbildung zu Offiziersstellen erhalteiï haben. Zu bemerken ist, daß die Kantone Waadt un.> ÜTleuenburg bisher noch keine Aspiranten in die Scharfschüzenfchulen beordert haben, obfchon die Erfahrung zeigt, daß für diese beiden Stände das Institut der Aspiranten nicht überflüssig wäre.
Bei der Auswahl der Wassenpläze für die Scharfschüzenrekrntenschulen wurde besonders auf folgende Punkte ··· Rüksicht genommen : 1) daß dieselben möglichst in's Eentrum derjenigen Kantone zu liegen kamen, welche Detaschernente dahin zu beordern hatten, um auf diefe Weife die Marschtage möglichst abzukürzen; 2) daß sie den Bestimmungen des Art. 69 der eidgen.
Militärorganisation vom 8. Mai 1850 entsprechen; 3) daß den .sprachlichen Verhältnissen unserer Milizen jene Beachtung gebracht werde, die zu einer guten Ausführung der Instruktion erforderlich ist, und 4) daß für gute Unterkunft der Mannschaft hinreichend gesorgt war.
Allen diesen Richtungen haben die gewählten Waffenpläze größtenteils entsprochen, und es muß hier lobend anerkannt werden, daß die betreffenden .üJiilitärbehorden Eifer und guten Willen an den Tag gelegt haben, bei Herstellung der Wassenpläze das Mögliche zu thnn, wenn dabei" auch nicht immer das Wünschbare erreicht werden konnte.
Was die M a n n s c h a f t anbetrifft, aus denen die Kontingente der Kantone bestunden, fo darf die Auswahl eine forgfältige genannt werden. Sie befizt die erforderliche körperliche Kraft und Gewandtheit und es ge-
bricht ihr nicht an Intelligenz. Der größte Theil der Mannfchaft war mittelgroßer Statur.
723 Das Betragen war lobenswerth; ein Beweis mehr, daß der Schweizer fich bei guter Leitung leicht an Disziplin und Subordination gewöhnt.
Die Gleichförmigkeit der --Bewaffnung hat gegenüber andern Iahren unverkennbare Fortschritte gemacht. Mit Stuzern nach neuem Modell waren alle Rekruten, mit Ausnahme derjenigen von Uri, Schwyz und Obwalden, .bewaffnet. Die Rekruten von Nidwalden hatten zwar nur zur Hälfte den neuen eidgen. Stnzer; allein es ist dieß ein bloßer Zufall, indem die Bestellung nicht rechtzeitig geliefert werden konnte. Auch das Detafchement von greiburg war noch zur Hälfte mit Stuzern nach dem Modell von 1848 versehen. Diesem zufolge steht die Einführung des fich als trefflich bewährten neuen Feldstuzers bei allen Kompagnien des Bundeskontingentes nahe bevor. Und um dieß desto eher zu erreichen, haben wir auch die Kantone Uri, Schityz und Obwolden nochmals eingeladen, den neuen geldstuzer anzuschaffen, da ohnehin ihre Stuzer wenig mehr taugen.
Das ordonnanzmäßige W e i d m e s s e r fehlt noch in den Kantonen Bern, Uri, Schwyz, Untcrwalden, GlaTus, Freiburg, Bafel-Landfchaft, Appenzell A. Rh. und Graubünden, die noch solche nach den frühern Modellen haben. Uri hat die Lendenkuppel noch beibehalten.
Die Instandhaltung der Waffen war untadelhaft.
Die übrige A u s r ü s t u n g der Mannschaft war gut.
Uri, Schwyz, Unterwaiden und Graubünden waren noch mit alten Weidtafchen ausgerüstet. Mit Ausnahme derjenigen von Glarus und Freiburg sind die neuen Anfchassungen von gutem Leder. Tornister nach dem neuen Modell hatten die Kantone Zürich und Bern, und zu
drei Viertheilen St. ©allen, Appenzell, Tefsin und Wal-
lis. Auch die Detajchementc der Kantone greiburg und
724 Waadt hatten neue ..Tornister; allein dieselben waren der Vorschrift in manchen Theilen nicht konform. Die Ausrüstung war ordentlich; die Bepafung dagegen läßt noch zu wünschen übrig.
Gleichmäßigkeit bezüglich des U n i f o r m r o k e s zu erhalten, ist unmöglich, indem schon das Kleidungsreglesment sehr bemerkbare Unterschiede gestattet, wie Uniformen mit einer und z w e i Reihen Knöpfen, mit und ohne1" Epauletten. In den Kantonen klagt man immer über zu große Militärauslagen, und dennoch, das zeigte fich gerade auch wieder in den dießjährigen Scharffchüzenrekrutenschulen, entschieden sich bei freier Wahl die meisten gerade für das Kostspieligere.
Eine ungleich schlimmere Verschiedenheit zeigte fich bei den A e r m e l w e s t e n ; einzig in den Schulen von Suzern, Winterthur und Moudon war nichts Abweichendes zu sehen.
Der K a p u t r o k war bei den Kantonen Zürich, Ap-
penzell A. Rh., Thnrgau, Tesfin und Wallis nach Vorschrift. Bei den übrigen Kantonen machte fich in allen Theilen eine große Verschiedenheit bemerkbar; indessen muß anerkannt werden, daß sich in den meisten Kiintonen das Bestreben zeigt, ihre Mannschaft mit besser schüzenden Kapntröken zu verfehen.
Bei den B e i n k l e i d e r n ist ebenfalls noch große Ungleichförmißkeit, sowol in Schnitt, Farbî, als auch dem Stoss bemerkbar.
U e b e r s t r ü m p f e und F u ß b e k l e i d u n g sind gut.
Die D i s t i n k t i o n s z e i c h e n waren reglementarifch ; ...inzig die Trompeter von Waadt und Neuenburg hatten statt oc: vorgeschriebenen Schwalbennester Epauletten wie die Rekruten.
725 Den nach Art. 69 der eidgen. Militärorganisation Instruktion, vorgeschriebenen Vorunterricht in der Soldatenschule ha« ben vollständig erhalten : die Rekruten der Kantone Zürich, Lujern, Uri, Unterwalden, Glarus, Zug, Freiburg, -'Basel-Landschaft, Appenzell A. Rh., Graubünden, Aargau, Thnrgau, Waadt, Wallis, Neuenburg und zum Theil Bern, Schwyz,'St. Gallen und ..teffin.
Die Resultate der Instruktion müssen im Allgemeinen als gut bezeichnet werden. Die S o l d a t ç n s c h u l e wurde auf eine befriedigende Weife durchgeführt. Es wäre zwar größere Präzision bei den Handgriffen zu wünschen; allein bei den vielen anderweitigen Instruktionszraeigen konnte nicht die erforderliche Zeit darauf verwendet werden. Das Marfchiren ging durchschnittlich gut. Am meisten Uebung hatten Uri und Tesfin, am wenigsten Appenzell A. Rh. Das Gleiche gilt auch von der Pel o t o n s s c h u l e . Die Offiziere find mit der Leitung vertraut; nur dürfte bei vielen das Kommando besser fein« Auch die Kenntniß der aus der B a t a i l l o n s s c h u l e geforderten Bewegungen war genügend.
Der l e i c h t e Dienst für unfere Schüzen, wohl einer der wichtigsten ..Dienstzweige, wurde bezuglich der reglementarisch vorgeschriebenen Bewegungen befriedigend ausgeführt; e§ dütfte indessen weniger Rüfficht auf rçgelrechte Richtung und Distanzen zu nehmen sein, als be« soniers auf jwefmagige Terrainbenuzung, größere Beweglichfeit, besseres Erkennen der Signale und mehr Ruhe bei den Ucbungen.
§ür die S c h i c f f e r t i g k e i t können die Rekrutenschulen nicht maßgebend sein, denn obwol auf den Mann zirka 250 Schüsse gsthan werden, so reicht dieß doch immer noch nicht hin, um aus Neulingen geübte Schüzen zu machen, und es steht hier wie überall im Leben festp
726 daß die Hebung den Meister macht. Ein richtigeres Urtheil läßt fich aus den Ergebnissen der Wiederholungsknrse ableiten.
Auf den Unterricht im B a j o n e t t g e f e c h t konnte nur eine kleine Anzahl Stunden verwendet roevden; doch wurde für die kurze Zeit ganz Ordentliches geleistet.
Im innern ..Dienste und im Wachtdienste wurde im Berichtsjahre mehr geleistet als früher, welches Ergebniß einzig fcer stattgehabten Vermehrung des Jnftruktions.Personals zugeschrieben werden muß.
Im F e l d - und S i c h e r h e i t s d i e n s t e wurde Besriedigendes geleistet. Offiziere und Unteroffiziere find mit der regelrechten Aufstellung der Sicherheitstruppen auf dem Marsche und in fester Stellung vertraut, dagegen dürften die Offiziere Darin bewanderter sein, die Terrainverhältnisse angemessen zu benuzen.
is. Wiederho« Vom Bundesausznge, so wie »on der Bundesrefcrve ilungsfurse.
j-.atten im laufenden Iahre sämm.liche Scharfschäzcnfompagnien mit g e r a d e n Nummern den Wiederholungsfurs zu bestehen. ..Die Instruktion wurde theils »on den betreffenden Chefs der Kompagnie, theils durch eigens dazu berufene Inftruktoren geleitet. Das Resultat derselben darf ein nicht ungünstiges genannt werden, und würde meistens ein noch günstigeres gewesen fein, wenn dieselbe von eidgen. Instruktonn hätte ertheilt werden können.
Dieß wurde auch beinahe .durchgehends gefühlt, daher von mancher Seite der Wunsch nach eidgen. Instrwftoten laut wurde.
Den eingelangten Inspektionsberichten entnehmen wir kurz Folgendes : Es muß ancrfannt werden, daß die Mannschaft der Scharfschüzenfompagnien fast allgemein diejenige geistige Tauglichfeit befizt, welche diese Waffe außjeichncn [oll.
72T Korperlich iji dieselbe in der Regel gut gebaut, aus.Dauernd und für Strapazen geeignet. Wenn die Mann* [chaft der deutfchen Schweiz fich mehr durch kräftigen Korperbau auszeichnet, so ist diejenige der franjöfischen Schweiz dagegen beweglicher und lebhafter. Die Größe întfpricht den reglemtntarifchen Bestimmungen. Die Be.« wassnung der Offiziere ist fast ohne Ausnahme beim Auszug reglementarifch; bei der Reserve dagegen kom« snen noch hie und da Abweichungen vor. Diejenige der Soldaten ist ebenfalls größtentheils nach den Bejlimmunge», des Reglements. Weidmesser jfinden fich indesfjn noch viele nach alter Ordonnanz. Die Stuzer entsprechen meistens dem neuen eidgen. Modelle; doch kommen 4iuch noch solche nach altem Modell vor, welch' lejtere jedoch fast alle aus Spizgeschoße umgeändert find. Stuzer init Rundgeschoßen find beim Auszuge nur wenige mehr.
In der franzofischen Schweiz find die Stuzer mit ame# Titanischem Absehen noch nicht ganz verschwunden, und bei einigen Kompagnien finden fich noch solche nach alter Ordonnanz, die, ohnehin schlecht, möglichst bald abgeschafft und durch neue ersezt werden sollten.
Das Lederzeug läßt im Allgemeinen wenig zu wünfchen übrig; es kommen jedoch noch häufig kleinere Ab* weichungen vom Réglemente vor, die nicht geduldet werden sollten.
Die Tornister find öfters zu klein, so daß es oft schwer hält, bisweilen fogar unmöglich ist, die erforderliche Ausrüstung darein zu pake«. Was die kleine Ausrüstung von ..tornister und Weidtafchen anbetrifft, so war dieselbe vielseitig sehr unvollständig und es ist zu bedauern, daß die betreffenden Kommandanten nicht sogleich beim Eintritte die Mannschaft angehalten haben, das fehlende zu ergänzen.
Die Kleidung war beim Auszuge ziemlich uniform,, vielfach jedoch bedeutend abgetragen und nicht felten vorc schlechtem Schnitt. Bei der Reserve waren »iele Offi ziere ohne große Uniform, und bei der Mannschaft fehl ten viele Uniformhofen, noch mehr aber Aennelwesten.
Betreffend die Instruktion ist zu bemerken, daß Sol» daten- und Pelotonsschule in der Regel gut eingeübt waren; die Bataittonsfchule dagegen läßt viel zu wünschen übrig und wurde bei einigen Kompagnien gar nicht geübt. Der Sicherheitsdienst, ward ziemlich gut ausgeführt. Das Wesen desselben kann jedoch nur nadj längerer Dienstdauer erfaßt werden und man darf nicht übersehen, daß von Leuten, die noch nie vor einem Feinde gestanden haben, verlangt werden könne, da| fie sich in alle Chancen sogleich zu finden wiflen.
Die Sc-hießfertigkeit der Mannschaft darf im Ganzen eine befriedigende genannt werden. Unverkennbar war dieselbe überall da im größern Maße vorhanden, wo die Mannschaft auch außer der Dienstzeit sich im Schießera zu üben Gelegenheit hatte, und es wäre daher zu wün« fchen, daß in allen Kantonen die Mannschaft angehalten würde, den Stuzer felbst anzuschaffen, oder daß dieser ihr vom Staate in der Weise überlassen würde, daß fie auch außer der Dienstzeit sich im Zielschießen üben könnte. Nur so ist es möglich, dieser Waffe diejenige Ausbildung und Vervollkommnung zu geben, welche ihr Zwek erheischt.
Was die Instruktion der Offiziere anbetrifft, so dürfen wir diefelbe als gut bezeichnen; es gibt indessen auch hier Ausnahmen, und es ist namentlich in denjeni gen Kantonen, die bis jezt es unterließen, Offiziers aspiranten in die Schulen zu senden, vorgekommen<-.
729 taf) Offiziere bei den Kompagnien waren, die vom ·Dienste nichts verstunden und die bei allem Eifer, den fie beurkundeten, nicht im Stande waren, ihren Dienji gehörig zu versehen. Im Allgemeinen führen die Offiziere ihre Kompagnien gut und mit Sicherheit, obschon es manchem von ihnen empfohlen werden dürfte, fich außer der Dienstzeit mehr mit den Réglemente« zu be-
Die Mannszucht war meisterhaft, und es ist auch nicht ein einziger bedeutender Straffall vorgekommen.
Offiziere und Unteroffiziere kennen so ziemlich ihre Strafkompetenzen und wissen auch davon gehörigen Gebrauch zu machen. Das gegenfeitige Verhältni§ zwifchen Offizieren und Soldaten war in jeder Beziehung ein angemessenes, ächt kameradschaftliches.
Der Art. 4 des Bundesgesezes, betreffend die Ueber- Schießübrns» nahme des Unterrichtes der Scharffchüzrn durch den flen.
.Bund, vom 30. Januar 1854, schreibt »or, daß die Scharfschüzenabtheilungen des Bundeêheeres, welche während eines Iahres keinen Wiederholungsunterricht zu bestehen haben, ganz oder in größern Abtheilungen auf zwei Tage zu Schießübungen sollen zusammengezogen werden.
Zu diesem Ende wurden im laufenden Jahre die Scharffchüzenkompagnien mit u n g e r a d e n Nummern gezogen und dabei verordnet, daß diese unter der Seitung ihrer eigenen Offiziere stattzufinden haben. Die Mannschaft erschien dabei in kleiner Tenue mit ausgerüstetem Tornister, und jeder Schüze war mit 40 Schüssen verfehen. Vor dem Beginne der Uebnngen wurde eine genaue Infpektion über die Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung vorgenommen. Es wurden nur Stuzer nach älterer oder neuer Ordonnanz mit offenem Vifier
730 und mit Feldstechern zugelassen. Auf je fünf Schüzen wurde eine Scheibe aufgestellt, welche folgende Dimenftonen hatten: 1. Die Unbeweglichen: Höhe.
Nr. 1 ,, 2 ,,3 . 2. Die Bewegliche
6' 6' 8' 6'
2( 6' 16' 4*
Auf die Scheiben von 6' Breite wurde der Umriß dnes Mannes gezeichnet und die Kontrolirung im Mannstresser und Scheibentreffer ausgeschieden. Auf die Scheiben von 8' Breite wurden mehrere Mann oder auch Reiter gezeichnet und bei der Kontrolirung ein gleiches Verfahren festgehalten. Mit Stujern mit ïonifchen Geschoben sollten von jedem Schüzen wenigtiens 10 Schüsse auf 400 bis 600 Schritte, und wenigliens 10 auf 800 oder mehr Schritte gethan werden.
Mit den Rundgefchoßen war die Distanz 300 bis 500 Schritte. Ueber die Resultate diefer Schießübungen wnrden von den Offizieren genaue Tabellen aufgenommen, welche auf der eidgen. Militärkanzlei zur Sinficht bereit liegen.
Im Fernern wurde verordnet, daß die Schüzen mit angehängtem Tornister und fo viel möglich in verschiedenen Stellungen und Sagen laden und schießen sollten. Iedem Schüzen ist sein Schuß gezeigt und Dom reglementarifchen Solde 4 Rappen für Schießprämien in Abzug gebracht worden. Diese Prämien fanden nur auf Treffer in der beweglichen Scheibe und auf Scheiben der größten Distanzen statt.
Nach beendigten Schießübungen wurde die Mannschast in der Pelotonsfchule, im Bajonettgefecht und Felddienste geübt, und zum Schlüsse eine genaue Infpektion Über die Waffen vorgenommen.
3nsmnmenflellnng der im Jahre 1854 aus nachbezeichneten SBafenplajen abgehaltenen eidgenössischen Militärschnlen «nd deren Stärke an Ossizieren, Aspiranten, llnterossizieren und Refrnten.
,Än3ahl.
ïflaffenpla-,.
CfsiziOT.
Unter» ofsiziere, Korporale, Gefreite n.
.Gemeine.
<&eneral$0tal.
£hun,, ,,
A a r a u.
..Ehun.
Aarau-Thun.
Suzern.
Moud o n.
-- -- 3 2 6
253 208 381 234 255 268 82
291 180 199 218
.Parkartillerie.
39 28 31 29
Scharffchüjen..
147 154 165
191 209 208 235 190 1,033
733 Nach der Verordnung vom Inni 1850 sollen die 5) Infanterie.
Kantone alljährlich, und zwar spätestens bis zum 15. De- Instruktionszember, einen InstruWonsplan dem eidgen. Militärde- *fttl£' parlemente zur Prüfung und Genehmigung einreichen.
Allein auch dieses Iahr wurde von den meisten Kantonen dieser Bestimmung nicht die nöthige Aufmerksamkeit geschenkt, und von manchen konnten die Instruktionspläne erst nach vielfachem Hin- und ..perschreiben erhalten werden.
Bei Prüfung derselben wnrden die gesezlichen Vorfchrifien strenge im Auge gehalten und übet all da, wo Abweichungen sich jeiaten, der strikte Vollz..ig derselben verlangt. Es war diefj ' gegenüber von einzelnen Kantonen keine leichte Sache. Konnte man auch im Allgemeinen, und zwar bei weitaus den meisten Kantonen, bie erfreuliche Bemerkung machen, daß der Bildung der Infanterie mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde, so mußte man andererseits leider auch wahrnehmen, daß von einzelnen Kantonen, und zwar gerade von solchen, bei denen eine tüchtige Infiruiwn am meisten noti) thut, in dieser Richtung immer noch sehr wenig gethcm wird, man fich im Gegentheil bestrebt, auf Unkosten der Instruktion der Infanterie möglichi,: große Ersparnisse zu machen. Daß aber derartigen Erscheinungen mit Entschiedenheit entgegen getreten und auf treue Erfüllung der gesejlichen Vorschriften gedrungen werden mußte, war TOol um [o eher am Plaze, als der Bund durch Ueber* nähme des Scharffchüzrnunterrichts den Kantonen bedeutende Erleichterung gewährt hat, und zwar wol getade in der Voraussezung, daß von Seite der Kantone alsdann mehr für die ihnen obliegende Bildung und Instruktion der Infanterie werde gethan werden. Be.i manchen fiantonen war dieß wirklich auch der Fall und
734 äußerte sich besonders in Heranbildung tüchtiger Instruftorenkorps, in außerordentlichen theoretifchen und praktischen Kursen für die Offiziere und in Bilduni-j der Kadrcsmannfchaft, was nicht ohne wesentlichen Ein-5 fluß auf günstige Resultate der Uebungen der tak.ifcheiî Einheiten blieb. Bei andern Kantonen war dieß hin« gegen nicht der Fall, und es konnte von denselben kaum das Erforderliche erhalten werden.
Namentlich müssen wir hier berühren, daß in mch* reren Kantonen immer noch kein Oberinstniktor der Infanterie und überhaupt kein ordentliches Instruktorenkorps besteht, was sehr zu bedauern ist, und troz man« nigfacher Einladungen bis jezt nicht erlangt werde« konnte. Es ist dieß ein so wesentlicher Punkt, daß wir demselben unferc volle Aufmcrfsamfeit glaubten schenken zu sollen; denn nur an der Hand und unter der Leitung gebildeter Instruktoren ist es möglich, währenö der kurzen Instruktionszeit etwas Ordentliches zu leisten und der Mannschaft diejenige Manovrirfähigkcit zu geben, die sie zum Dienste im Felde befähigt. Die alljährlich in Thun abzuhaltenden Infantfricinstruftorens schulen sollten den Kantonen das Mittel der Sildung von Obcrinstruftoren an die Hand geben; aflcin diese wurde bis jczt nicht von allen Kantonen befchìkt un...selbst einzelne Oberinstruktoien blieben aug. Daher iti es gekommen, daß disse Bildungoschule bis jezt nicht den erwünschten günstigen Einfluß aus die Instruftiott.
in den Kantonen übte und beinahe nuzlos verschwand, um so mehr noch, wenn die Instruktion nach der Zu* rükkunst der Herren Instrnktoren »on Shun dennoch ganz in der frühern Weife ertheilt wurde.
Mit Ablauf des Iahres 1853 gieng die Slrntsdauer für die Herren Infpektoren der Infanterìe und det
735 Scharffchüjen zu Ende. Im Hinblife darauf, daß es wünfchenswerth sein müsse, die Herren eidgen. Obersten fneeesfive alle zu diesem Dienste zu verwenden, haben wir beinahe für alle Infpektionskreise neue Inspektoren gewählt, und nur besonderer Verhältnisse wegen bei einigen eine Ausnahme gemacht.
Gleichzeitig haben wir den bisherigen 11 Inspektionsfreisen zwei neue beigefügt, um einerseits mehr ·Offiziere zu diesem Dienste verwenden zu können unö andererseits allzu große Inspektionskreise mehr zu er.» îeich.ern.
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen gehen wir zu den einzelnen Inspektionskreifen über. Bezüglich der inspizirten Scharfichüjenfompagnien haben wir bereits in der vorhergehenden Abtheilung Bericht erstattet und fönnen uns somit hier speziell auf die Infanterieabtheilungen befchränfen.
I. K r e i s (Zürich), Inspektor-pr. eiog. Oberst Eglofs.
Die Inspektion über das ans 48 Mann bestehende 3 n f i r u k t o r e n k o r p s hat konstatirt, daß dasselbe seiner "Mehrzahl nach für seinen Beruf vollständig befähigt fei. Die Soldaten- und Pelotonsfchule wurde rafch und gut gelehrt, eben so das Bajon..ttgefecht mit Präjifion und Energie.
Die Inspektion über eine Abtheilung Offiziersa s p i r a n t e « , bei denen auch sechs aus dem Kanton G lar u s fich befanden, hat befriedigt, und die meisten derselben dürften fich bei fortgefezter Uebung als tüchtige .Offiziere bewähren.
Es zeigte fich indessen auch hier, daß diese Anzahl Osfiziersaspiranten zur Ausfüllung der Luken im Offi-
ziersforps jedenfalls unflenügend ist, was eine Ver?
mi-hrung derselben sehr wünfchbar macht.
Der R e k r u t e n u n t e r r i c h t verdient alle Anerkennung und wurde nach jeder Richtung hin mit einer Vollständigkeit, wie in keinem andern Kantone ertheilt. Die B e k l e i d u n g , B e w a f f n u n g und Ausrüstung war vollständig und gut. Ein Uebelstand scheint jedoch bezüglich der Tornister zu bestehen.
Einen nicht minder günstigen Eindrnk machen die Berichte über die infpizirten Bataillone, fowol des Anszugs als der Reserve, welche bezüglich der Bemassnung, Bekleidung und Ausrüstung, so wie in Hinficht auf deren Manöorirfähigkeit, als ganz diensttüchtig dürfen angenomrnen werden. Es ist indessen sehr wünschenswerth, daß die dortige Militärbehörde ihre Aufmerkfasnkelt auf Kompletirung der Kadres-» richte, n. K r e i s . (Bern.) Infpektor: in Abwefenheit des Herrn eidg. Obersten B o u r g e o i s - D o x a t , Herr eidg. Oberst V e i l l o n aus dem Kanton Waadt.
Die Rekruteninstruktion bietet zu besonder.!, Bemerkungen nicht Anlaß; fie ist gut, was namentlich mehreren tüchtigen Instruktoren zuzuschreiben ist. Es muß anerkannt werden, daß dieser Stand sich angelegen sein läßt, feine Infanterie auf eine immer bessere Stufe der Ausbildung zu bringen. Die Infanteriebataillone sind meistens gehörig bewaffnet und ausgerüstet, und die Instruktion läßt zwar bei einigen Bataillonen noch vieles zu wünschen übrig; im Allgemeinen aber muß zugegeben werden, daß während dem Berichtsjahre eifrig an Verbesserung gearbeitet wurde, und es steht zu erwarten, daß unter der gegenwärtigen Direktion manches nachgeholt werden wird, was in frühern Jahren versäumt
737 wurde. Es ist besonders wünjchfnswerth, daß die Ba* taillone überall auf die reglementarifche Stärke gebracht und daß fchadhafte Bekleidungs-, Bewaffnungs- und Ausrüstungsgegenftände beseitigt und durch neue erjezt werden. Das Offizierskorps, das viele tüchtige Kräfte befizt, hat andererseits auch viele in seiner Mitte, die sehr schwach find und tüchtiger Ausbildung noch gar sehr bedürfen.
HI. K r e i s . (Lnzern.) Inspektor: Herr eidg.
Oberst Siegfried.
Dieser Kanton hat fich auch dieses Iahr bestrebt, die Brauchbarkeit seines Kontingentes zu heben, und es find die gemachten Anstrengungen nicht ohne günstige Resnltäte geblieben. Die inspizirten Truppen waren fast ohne Ausnahme gut bekleidet, bewaffnet und ausgerüstet. Die
Mannschaft ist körperlich und geistig tauglich. Die Instruktion war ziemlich befriedigend, läßt aber bezüglich einiger Offiziere und Unteroffiziere noch manches zu
IV. Kreis. (Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug.)
Inspektor: Herr eidg. Oberst Ziegler.
Ueber die geistige und körperliche Tauglichkeit dieser Kontingente finden wir uns zu keiner besondern Bemer ïung veranlaßt. Die Bekleidung und Bewaffnung aber hat namentlich gegenüber von Schwyz eine Menge Bejnerkungen veranlaßt. Weniger war dieß der Fall bei Zug und Uri. Iener Stand hat bezüglich der Instruktion Bedeutend gewonnen, dieser dagegen wird ohne durch greifendere, bessere Einrichtungen fich nicht heben können.
Uri und Unterwalden haben weit besser befriedigt ; allein es bedarf auch ihrerseits noch bedeutender An*
738 strebungen, wenn ihre Kontingente auf einen bessern vjuß kommen sollen. Die Instruktion ist immer noch nicht een--tralifirt und auch ein ordentliches Kasernirungssystem
V. K r e i s . (Glarns, Graubünden.) Inspektor Herr eidg. Oberst B e r n o l d .
Der Kanton G l a r u s strengt fich in lobenswerther Weise an, seinen militärischen Verpflichtungen nachzu kommen. Ungeachtet finanzieller und anderer Schwierig keiten, wurde unter der Leitung des Ober.nstruktors ; Oberstlieuteanat U l l m a n n , im Ganzen ein befriedigendes Resultat erzielt. Die Instruktionseinrichtung, so wie die Kafernirung der Truppen, lassen auch für die Zukunft das Beßte hoffen, befonders wenn auf die Ausbildung der Unterinstruktoren noch mehr verwendet Jvird. Bei einem inspizirten Reservebataillon, das iu der Pelotons- und Bataillonsschule Ordentliches leistete, ·wäre die Beseitigung verschiedener Mängel in der Be" waffnung, ...Bekleidung und Ausrüstung zu wünschen.
Auch ©raubünden verdient das Zengniß bedeutender Verbesserungen im Militärwesen, obgleich dort finanzielle, organische und territoriale Schwierigkeiten der Sprache "den Erfolg erschweren. Herr Oberstlieutenant Sulz* b e r g e r hat feine bekannte ......üchtigkeit als Instruktor
auch da bewiesen und die militärischen Anlagen der ·Graubündner aufs beßte zu benuzen und auszubilden gewußt. Graubünden liefert ein schönes, kräftiges und
.befähigtes Kontingent, das bei guter Instruktion fich den bejjten der Eidgenosscnfchaft anreihen kann. Wol .fehlt in materieller Beziehung noch manches; allein es :i$ zu hoffen, daß Graubünden auch da nachhelfen und ·.uberdieß seine Reserve bald in gehörigen Stand stellen
739 VI. Kreis. (.Jreiburg und Neuenburg.) Inspektor: Herr eidg. Oberji V eil lard.
greiburg hat auch in diesem Jahre fortgefahren, einen ·anerkennenswerthen Eifer fur die Bildung seiner Jnsan.-ierie zu beurkunden. Die Leitung des Rekrutenunterricht...durch den rühmlich bekannten Jnjiruktoren, £errn Oberf..
S u l z b e r g e r, hat den Herrn Jnfvektor durchaus be1 friedigt, und auch die .-Bewassnungi, Bekleidung und Ausrüstung der Mannschaft haben denselben p keinen wesentlichen Bewertungen veranlaßt.
Das infpizirte Bataillon muß ebenfalls als brauchbar und tüchtig zum Dienst im Felde bezeichnet werden.
Die Ausrüstung und Bewaffnung ist fast durchgehends in gutem Zustande; dagegen läßt die Jnstruktion zu wünschen übrig, und es sind namentlich einige Unter-
lieutenants, die noch gar sehr Ausbildung nöthig haben.
Neuenburg. Auch hier machte man mit Vergnügen die Bemerkung, daß die neuenburgifchen Behörden zur Hebung des Militärwesens rühmliche Anstrengungen machen. Die Mannschaft hat viel militärischen Geist und Liebe zum Dienste, und dürfte unter einer guten Dberinstruktion in wenigen Iahren zu der tüchtigem gezählt werden.
VH. Kreis. (Solothnrn, Bafel-Stadt und Basel-Sandfchaft.) Inspektor: Herr eidg. Oberst Alex. F u n k .
Die Mannschaft dieser drei Kantone darf in jeder ...Beziehung diensttauglich genannt werden, und die feit Iahren genossene gute Instruktion macht fich nach allen Richtungen geltend.
Bundesblatt. 3ahrg. VII. Bd. I.
740 VIH. K r e i s . (Schasshaufen und Thurgau.)
Inspektor: Herr eidg. Oberst Letter.
S c h a f f h a u s e n führte eine gesunde und kräftige Mannfchaft ins Feld, die meist gut und vollständig bewaffnet und ausgerüstet war. Die Instruktion wurde mit viel Sorgfalt und Regelmäßigkeit geleitet, und es hat die Mannschaft die Manöver mit Ruhe und Präzision ausgeführt. Diefelben Bemerkungen gelten von T h u r g a u , das unter eifriger Direktion und einem ersahrnen Oberinstruktoren beständig vorwärts schreitet.
Ix. K r e i s . (St. Gallen und beide Appenzell.)
Inspektor: Herr eidg. Oberst Salis.
Die Mannschaft von St. G a l l e n bietet bezüglich ihrer körperlichen und geistigen Tauglichkeit volli.. Gewähr.
Sie Bewaffnung und Ausrüstung kann als eine vollstän* dige bezeichnet werden. Die Instruktion ist gut und macht unter der tüchtigen Leitung des gegenwärtigen Oberinftruktors merkliche Fortschritte.
Appenzell A. Rh. hat im Berichtsjahre ebenfall....
merkliche Fortschritte gemacht. Die Instruktion muß als eine ziemlich ordentliche bezeichnet .werden und würde offenbar in manchen Zweigen bedeutend gewinnen, wenn die Mannfchaft einkafernirt und in größern Abteilungen instruirt würde, wodurch dem Oberinstruktor die Möglichfeit an die Hand gegeben wäre, die ganze Instruktion persönlich zu leiten, was jedenfalls auf diefelbe »oit gutem Einfluß wäre.
A p p e n z e l l I. R h. ist in manchen Dienstzweigen noch immer sehr schwach und wird es schwerlich zu einer wünschbaren Vollständigkeit bringen, wenn nicht die gegenwär.ige Instruktionsweise verändert wird.
X . K r e i s . (Aargau.) Inspektor: Herr eidg. Oberst M e y e r .
Der Kanton A a r g a u hat feine Bestrebungen für Bildung der Infanterie auch dieses Iahr waker bewährt.
Die Instruftionszeit wurde nicht nur vollständig angewendet, sondern auch durch die sehr guten Anordnungen aufs beßte benuzt. Theorien giengen immer den prak" tifchen Uebungen voran. Die Disziplin war exemplarisch und die Liebe zum Militärwefen in einem fehr hohen 1 Grade vorhanden. Aargau liefert an seinem Kontingente einen wakern Zuzug jnr schweizerischen Armee.
XI. Kreis. (Tessi«.) Inspektor: Herr eidg. Oberst Barman.
Die Ergebnisse der Instruktion waren im Berichtsjahre weit befriedigender als früher, was dem nnermüdlichen Eifer des dortigen Oberinstrnktors beizumessen ist.
Ueberhaupt ist nicht zu verkennen, daß Tessin für Heranbildung seines Militärs besorgt ist und es ihm bei fortgesezterThätigfät auch gelingen wird, die vielen Schwierigkeiten, die seinem Streben entgegen stehen, zu überwinden. Die Mannschaft ist von gutem Geiste beseelt; die ...Bewaffnung kann als gut bezeichnet werden; dagegen läßt die -..Bekleidung und kleine Ausrüstung manches p wünschen übrig.
XII. K r e i s . (Waadt.) Inspektor: Herr eidg. .Oberst Z i m m e r l i .
Bezüglich tes Personellen dieses Kontingentes, haben wir die Mannschaft für den Dienst jedenfalls als fehr brauchbar zu bezeichnen. Die Instruktion hat !8esriedigendes geleistet und kann durch alle Dienstjweige eine ziemlich vollständige und sichere genannt werden.
742 Auch die Offiziere erhalten spezielle und sorgfältige In* lìruftioit, was die waadtländifch.... ..fruppen um so mehr
befähigen wird, im Felde vorzügliche Dienste zu leisten.
XHI. K r e i s . (Wallis und Genf.) Inspektor: Herr eidg. Oberst Charles V e i l l o n .
Bei W a l l i s lägt 5ie Instruktion noch immer ju wünschen übrig, und besonders Dürften die Eadres mit ihren Verrichtungen vertrauter sein. Die Offiziere kennen in der Regel ihre Dienste gut. Die Bekleidung und Bewaffnur.g ist durchschnittlich reglementarifch und besonders Jeztere ziemlia) ordentlich unterhalten. Immerhin ist anzunehmen, das .Kontingent von Wallis werde im Felde ordentliche Dienste leisten, denn es herrscht in demselben im Allgemeinen ein guter Wille und viel Subordinationsgeist. Die neu eingeführte Militärorganisatio« wird nach einigen Iahren ficher einen guten Einfluß rtuf die Truppen von Wallis ausüben.
© e n f ist fortwährend bestrebt, seine Infanterie aus eine wunschraswîrthe Stufe der Ausbildung zu bringen.
Die Inspektion hat bcsriebigt, obschon es nicht an mancherlei AMslezungen, sowol bezüglich .der Bckleibung, Bcwaffnung und Ausrüstung, als auch ber Infiruftion fehlte. In lczterer --Beziehung lassen besonders., einzelne Offiziere vieles zu wünschen übrig ; immerhin aber nimmt das Kontingent »on Genf eine Stellung in der eidg. Armee ein, die daöfelbe zum SDienjie im Felde vollkommen befähiget.
Aus de« vorstehenden ...Bemerfungen, die wir den Infpeïtionsberichten enthoben haben, geht im Allgcmei« nen hervor, daß die schweiz. Infanterie dienstfähig ist,
743 obgleich dieselbe noch manches zu wünschen übrig läßt, und namentlich auf die Ausbildung der Offiziere mehr verwendet werden sollte. Diese ihrerseits sollten fich angelegen sein lassen, auch außer dem aktiven Dienst ihre militärischen Kenntnisse zu erweitern und durch Privatfleiß und Privatstudium das fich anzueignen, was ihnen der Staatsunterricht bieten kann. In manchen Kantonen wird dieses Bedürfniß gefühlt und durch Offiziersvereine, wie auch durch Fleiß einzelner Offiziere Wesentliches geleistet; in andern Kantonen dagegen geschieht in dieser Richtung sehr wenig oder gar nichts. Auch bie Unter» Offiziere bedürfen noch gar sehr der Ausbildung, und es ist zu wünschen, daß der Bildung der Cadres von Seite der Kantons mehr Aufmerksamkeit geschenkt wede., Was schließlich die Instruktion der Soldaten an* betrifft, so heben wir hier namentlich hervor, daß es nothwcndig ist, dem -..Bajonettgefechte größere Aufmerksamfeit zu schenken. In den meisten Kantonen ist dasselbe nur oberflächlich geübt worden, und es find nur sehr wenige Kantone, »eiche in dieser -.Beziehung eine anerkencenswerthe Ausnahme machen. Eben so sollte der. leichte, der Sicherheits- und der Wachtdienst in manchen Kantonen mit weit mehr Aufmerksamkeit, behandelt werden.
In Vollziehung der Verordnung über die eidgenöffi- <-ent-aimm,to sche Centralmilitärschule vorn 21. Ianuar 1854 erhielt Schule.
die frühere .Jortbildungsschnle für die Offiziere des eidg.
Stabes eine wesentlich andere Gestaltung.
Zum Kommandanten der Schule ernannten wir auf «ine Dauer von 3 Iahren unterm 14. gebruar den
744 .?>errn eidg. Obersten Zimmerli von Aarau.
Die Dauer der Schule war aus den 9. Iuli bis 9. Sept.
festgesezt; In dieselbe rüften ein
am 9. Iuli: Die Instruftoren, 9 Offiziere des eidg. Generalstabs, 3 Offiziere und 2 Aspiranten des eidg. Geniestabes, 2 Sappeur- und 2 Pontonniersaspiranten, die Offiziere des eidg. Artilleriestabe nebst 30 Afpiranten H. Klasse für die Artillerie; den 16. Iuli: 22 Artillerieoffiziere und 19 Scharfschnzenaspiranten ;
den 18. Iuli ; Eine Abtheilung Parftrain, deren Abmarsch am 30. Iuli stattfand; den30. Iuli ; DieSappcur-, Artillerie-und Trainmannfchaft.
den 20. August : 6 Kommandanten, 5 Majore und 12 Aidemajore der Infanterie, 4 Hauptleutc der Ka»allem und 3 Hauptleute der Scharffchüzen, fo wie die Instruktoren der Infanterie; den 27. August: 1 Kompagnie Kavallerie von Bern und eine solche von Solothurn, ferner 6 Bataillonskadres, nämlich 2 von Bern und je eines ans den Kantonen Suzern, Schwyz, Aargau und Tesfin; den 30. August : Eine Scharsschuzenfompagnie von Schwyz und eine solche von Waadt.
Der Effektivbestand ans den 31. August betrug :
a n M a n n f c h a f t ,
Offiziere 233, Truppen 1270.
2) an P f e r d e n , Reitpferde 2Î4, Zugpferde 123.
745 Die Genietruppen bildeten von vornherein eine eigene Organisa««.....
Ilbtheilung; die Artillerie war nach Art. 17 der VerOrdnung, betreffend die eidg. Centralschule, eingetheilt.'
Beim Eintreffen der Kadres und Truppen fand dann die Regulirung des Dienfies nach Art. 18 der genannten Verordnung statt. (Eidg. Gef. Sml. Bd. IV, S. 48.)
Die sechs Bataillonskadres, vereint mit dem Genie, der Artillerie, Kavallerie und den Scharffchüzen, bildeten eine Disifion. Die Infanterie ward in drei Brigaden, aus je zwei -..Sataillonskadres bestehend, formirt. Die Bataillone und die Kompagnien der Spezialwassen hatten sich nach dem Dienstalter der Kommandanten aufzustellen.
Bei jedem Bataillon versah der Aidemajor auch die Funktionen des ..Duartiermeisters.
Für die Ausführung der Manöver wurden die Kavallerie- und Scharffchüzenkompagnien in je zwei getheilt, and jede einzelne mit einer befondern Nummer versehen.
Verpflegung und Bequartierung geschah nach den Bestimmungen des Reglements. Der Gefundheitsdienit ·wurde abwechselnd von Ambulaneeärzten versehen. Die Iustizpflege war geregelt und die Spezialfälle wurden beim besondern Abschnitte über das Iujiizwesen näher berührt.
Der Abtheilung des eidg. Stabes hielt Herr Prof. unterrichte* 8 o h b a u r Vorträge über Strategie, angewandte Taktik, »-f«».
©eneral'.tabsdienst, topographifches Zeichnen und An-
leitung zum Rekognosziren. Für kriegsgefchichtliche Vor* .rage war Herr Rüstow aus Zürich berufen worden,
der gleichzeitig auch Vorträge über den Sicherheitsdienst hielt. Herr Major S c h ä d l e r gab Anleitung über Artillerietechnik, Batterieschule und Bedienung der Pièeen.
Herr G a u t i e r hielt seine Vorträge über Feldbefestigung und Kriegsbrükenbau, und Herr Oberstlieutenant H a r t *
in an n über (Ssfadresschule und Reiten. Vorträge über das neue Infanterie-Ererzimglement, das Dienftregle.3 ment über Kricgsverwaltung Je. K. wurden ebenfalls gehalten und den Offizieren auch praktische Anleitung im Rekognosziren gegeben.
Die Unterrichtsstunden sür obige Vortrage fallen größtentheils auf die ersten sieben Wochen, indem mit dem Sinrüken der ...Cruppen die Offiziere des eidg. Stabes sast ausschließlich bei praktischen Uebungen verwendet wurden.
Die I n s t r u k t i o n der G e n i e a b t h e i l u n g fand nach dem vom eidg. Militärdepartement.: genehmigten Instruktionsplane statt und rncchfclte zwischen theoreti« schen und praktifchen Arbeiten ab. Der Vormittag wurde während den ersten Wochen den t h e o r e t i s c h e n und der .Nachmittag den praktischen Arbeiten gewidmet. Mit dem Sinrüken der Sappeurs- und Pontonniersabtheilungen begannen die Arbeiten im Freien und wurden nach allen Richtungen hin mit Eifer ausgeführt, so daß dieser Unterricht »on wesentlichem Nuzen für Offiziere, Aspi* ranten und Soldaten war.
Die Artillerieabtheilung bestund aus 1 Offizier aus dem eidg. Artilleriestabe; 30 Aspiranten zweiter Klasse, welche den 10. Iuli für die Dauer von 9 Wochen einrükten; 22 Artillerieoffizieren für 8 Wochen ; 6l Mann Parîtrain aus den Kantonen Bern, Freiburg und Wandt, am 19. Juli eingerükt und den 30. gleichen Monats entlassen; 225 Kanonierunteroffizieren, Trainunteroffizieren, Kanoniercn und .......rainfoldaten, welche den 31. IuH ___ für die Dauer von sechs Wochen einrükten.
339 Mann.
747 Vom 31. Iuli an waren Offiziere, Aspiranten und die Mannschaft für den Dienst und die Verwaltung in vier Kompagnien eingetheilt, von denen je zwei unfe zwei eine reglementarische Sechspfünderbatterie zu bedienen hatten.
Der Unterricht wurde genau nach dem vom eidg.
Militärdepartemente genehmigten Instruktionsplane ertheilt. Außer dem Oberinstruktor der Artillerie funk?
tionirten eine Anzahl eidg. Infiruktoren erster und zweiter Klasse, so wie Unterinstruktoren. Der Oberinstruktor des Genie ertheilte überdieß den Offizieren Unterricht über Feldbefestigung, und ein Instruktor zweiter Klasse des Genie den Aspiranten theoretischen Unterricht über den ·Batteriebau und die Anfangsgründe der Feldbefestigung.
Die ersten Wochen waren für Offiziere sowol als Mannschaft R e p e t i t i o n e n über alle Zweige des Dien* ·stf....' Einigen Fächern, wie z. B. der Beschaffenheit, dem Bestand und der Verpakung der Munition für die »erschiedenen ©efchüzarten der Artillerie fowol, als der Munition der andern Waffen wurde dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, da gerade hierin in neuester Zeit bedeutende Veränderungen stattgefunden, mit denen die meisten Offiziere und die Mannschaft noch nicht vertraut find. Eben so verhielt es fich mit der Batteriefchule, die nur im Entwurfe vorhanden war, und mithin von den Offizieren nicht obligatorisch verlangt werden konnte, daß sie dieselben kennten.
Bis zum Ende der siebenten Schulwoche war der Vormittag zum theoretischen, der Nachmittag dagegen immer zum praktischen Unterricht bestimmt.
Ein Theil des Tages wurde mit praktischen Uebungen im geuerwerkersaal ausgefüllt. Mit der fünften Woche
748 begannen die Uebungen im Zielschießen mit den verfchiedenen Gattungen und Kalibern »on Feld- und Positionsgeschüzen. Zur Bezeichnung der 2-resser wurde eine Scheibenwand von Tuch von 30 Fuß Länge und 9 Fuß .Höhe ausgestellt. Die Refultate dieser Schießübungen fowol, als auch diejenigen, welche bei Ausmärschen auf unbestimmte Distanzen erhältlich waren, dürfen als fehr befriedigend bezeichnet werden.
Die Kavallerieabtheilung bestund aus : Stabsoffizieren . . . . .
6 Mann.
.Dragonerkompagnie Nr. 22 (Bern) . 64 ,,
,,8 (Solothurn)
132 Mann.
Die Truppe bestand aus intelligenten und im Kavalleriedienste befähigten Leuten. Die Pferde waren im Allgemeinen gut, einige zwar etwas zu fchwer. Die Ausrüftung darf ebenfalls befriedigend genannt werden.
Die Instruktion geschah regelmäßig und hatte die ge?
wünschten Refultate.
Die S c h a r f f c h u z e n a b t h e i l u n g bestund aus den Scharfschüzenkompagnien Nr. 42 (Schwyz) und Nr. 30 (Waadt), welche zugleich ihren ordentlichen Wiederholungskurs zu bestehen hatten.
Die I n f a n t e r i e k a d r e s erhielten in der ersten Morgenstunde Unterricht, und zwar die Offiziere thecretischen über angewandte Taktik, die Unteroffiziere über innern-. Wacht-, Sicherheits- und leichten Dienst, so wie über das Zerlegen und Puzen der Gewehre; die übrige Zeit wurde zu praktischen Uebungen verwendet. Die theo retifchen Uebungen wurden auch öfters mit den îpraktifchen in Verbindung gebracht, was den Vortheil hatte, daß dadurch der Lernende fich das Vorgetragene sogleich ver
749 anschaulich..« konnte. In der achten Schulwoche wurden die vereinfachten Handgriffe, die Pelotons-, Kompagnieund -.Bataillonsfchule, der leichte Dienst, der Wacht, Feld, und Sicherheitsdienst auf dem Marsche, beim Angriff und bei Vertheidigung von Schanzen, so wie die
Ausstellung von Vorposten praktisch geübt. In der ïezten Schuteoche fanden durch die Infanterie- und Scharfschüzenkorps Ucbergänge über die Pontonbrüke in Gefechtstellung statt, wobei eine Abtheilung fich im Rükznge »ertheidiQte und die andere angreifend verfuhr.
Die 5ßrigademano...-ers wurden wiederholt., Minen gesprengt und mit vereinigten Waffe!., fünf Feldmanocers ausgeführt. Diese Gefechte geschahen stets in zwei Abtbeilungen, von denen die eine fich vertheidigend jurük zu jiehen, die andere angrisssweise zu verfahren hatte.
Zur möglichsten Verwendung der Offiziere wurden aus jedem Kadres zwei Bataillone gebildet, wovon das eine durch den Kommandanten, und das andere durch den Major befehligt wurde. Obersten und Oberstlieutenante des eidg. Stabes wurden abwechselnd zum Kommuindiren dieser Manövers beordert, und das Schulkommando ertheilte jeweilen vorher die nöthigen Anweisungen.
Es ist hier wol nicht der Ort, über diese Operationen im Speziellen einzutreten ; immerhin aber müssen wir die Bemerkung machen, daß dieselben zu wünschen übrig lassen, und daß wiederholt die Erfahrung gemacht wurde, daß den Offizieren des eidg. Stabe!..., welche berufen find, größere Xruppenabthcilungen zu befehligen, mögliebst viel Gelegenheit zur praktischen Ausbildung müsse gegeben werden.
Zur Ausbildung der Infanterie-Infiruktoren in den Infanterie.
Kantonen und zur Bezwekung eines gleichmäßigeren Un- Jnstruftoren-« terrichts wurde vom 5. März bis zum 1. April in Thun *''·
750 die Infanterie-Instrufìorenfchule abgehalten. Von 11 Kart.
tonen erschienen die Oberinstruktoren, von den übrigen,, mit Ausnahme von Uri und Schwyz, welche nicht vertreten waren, war je e i n Jnstruktor, von den Konto-' nen Ob- und Nidwaiden z w e i solche zugegen. Die Ge« sammtzahl belief sich auf 29. Zu diefen rükten am 19.
März 100 Mann Cadres aus den Kantonen Bern, So« lothurn und Freiburg ein. Als Richtschnur für den Unterricht diente die Verordnung für Bitdung der Instruktoren der Infanterie und Scharffchüzen. Da indessen der Hauptzwek der Schule darin bestand, eine gleich«läßige Vollziehung der Reglemente in den Kantonen zu erzielen, fo ist auch vorzüglich in diesem Sinns gewirkt worden. Die Instruktion wurde dießmal nicht durch eigene Dbïrinstruftoren ertheilt, sondern durch das vorhandene K'ienstperfonal selbst. Zu diesem Zwefe ward eine deutfcfce und eiiie französische Abtheilung gebildet. Der Unterricht erstickte sich auf Taktik, Feldbefestigung, Dienstrèglement, Waffen und Munition, Soldaten-, Pelotons-, -.Sataillons' und Brigadeschule, Iägerdienst und Bajonett- 3 gefecht, so wie aufKriegsöerwaltung; auch über das neue Iögergewchr wurden Vorträge gehalten. Ein Ausschuß beschäftigte sich mit der Prüfung und ...Begutad;.tunß der Frage, ob und in wie weit die InfanteriesE.rerzirreglemente ei.îer Vereinfachung unterrnorfen werden sollen.
.9leues .trexzirAuf pcn einstimmigen Wunsch dieses Ausschusses, teglement.
dass jn dieser Richtung etwas gcthan werden müsse, berief Das Militärdepartement sodann eine Kommission, bestehend ans den Herren eidgen. Obersten Z im m e r l i , Z i e g l e r , M ü l l e r und B o u r g e o i s , zu loeren als Qi.rper.en beigezogen wurden die Herren : Kommandant H i n d e n l a n g aus -..Bafel uno Major M ü l l e r aus..
Zürich. Die Kommission begann ihre Siznngen am 5.
751 Mai unter dem Vorfize des Departementschef und arbettete einen Entwurf aus, der »on uns den beiden Ra-.ihen zur Genehmigung vorgelegt wurde.
Wir glauben um so weniger, hierüber in nähere Details eintreten zu sollen, als dieselben bereits in der hierauf bezüglichen Botschaft an die beiden Räthe niedergelegt find. (Bundesblatt v.,,J. 1854, Sd. III, S. 449.)
Wie Jhnen bekannt,ist, wurde dieser Entwurf für zwei Iahre genehmigt und gleichzeitig dem Bundesrathe die Ermächtigung ertheilt, an demselben noch gutfindende zwekmäßige Abänderungen anzubringen, im Druk erscheinen und an die Kantone gratis verabfolgen zu lasfen. Herr eidgen. Oberst Z i e g l e r hat sodann mit verdankenswerther Bereitwilligkeit eine nochmalige Durchficht vorgenommen, und Herr Major M ü l l e r besorgte und überwachte den definitiven Druk.
Für Truppenzusarnmenzüge nach Art. 75 der eißgen. Truppen» Militärorganisation »om 8. Mai 1850 waren im Budget a«f««-TM«îft8e-.
Pro 1854 Fr. 270,000 ausgesezt. In Vollziehung die-
ses Beschlusses beabfichtigten wir, zwei Uebungsdivifionen, die eine in der Ostschweij, die andere in der Westschweiz, aufjusteUen. Zur Abhaltung der Uebnngen der srsten Divifion (Ofischweiz) bestimmten wir, aus den Antrag des Kommandanten derselben, Herrn eidgen. Obersten Z i e g l e r , die Gegend von Frauenfeld. Für die zweite Division (Westschweiz), auf den Antrag des Herrn eidgen. Obersten B o n t e m s , als Kommandanten derfel« ben, die Gegend um gveroon.
Alle Verfügungen zur Abhaltung dieser Uebungen waren getroffen, als wir uns auf dringendes Ansuchen mehrerer Kantontjregierungen und im Hinblike auf das befürchtete Weitermnfichgreifen der im Äanton Aargau
752 aufgetretenen Cholera zur Verschiebung derselben »er* anlaßt fanden.
Auf die im Dezember 1853 erfolgte Schlußnohme, jhiegsma; .erial.
betreffend das neue Iägergewehr, konnten im Inni des Verwaltung gegenwärtigen Berichtsjahres die neuen Modelle an die des Matériel-' Kantone verfendet werden. Die Aufnahme, die fie in len.
denfelben fanden, war verschieden; indessen mar man Perfonalbe-' toaffnung und fast allgemein mit den Vorzügen dieser neuen Waffe für ·Ausrüstung.
unsere Armee einverstanden. Es fehlte zwar nicht an Einwendungen gegen dieselbe, allein diefe betrafen mehr nur gegen den Kostenpunkt, als die Brauchbarkeit der Waffe felbst. Um daher die Anschaffung den Kantonen zu erleichtern, legten wir Bericht und Antrag vor, dahin gehend, daß einerfeits den Kantonen ein Geldbeilrag aus der Bund es fasse für den Ankauf verabfolgt, und daß andererfeits die Zahl der mit folchen Gewehren zu bewaffnenden Iägerkompagnien auf e i n e per Bataillon folle befchränkt werden.
Die Bundesversammlung aber stellte durch ihren be« kannten Beschluß die Einführung des neuen Iägergewehres ein und eröffnete, zum Zweke von Proben im größern Maßstabe, einen Kredit von 15,000 Fr. (Oef.
Sml. V, 17.)
Eine andere hieher gehörende Frage über Errich<tung einer Waffenfabrike oder einer Werfstätte zum Ziehen der Stuzer- und Iägergewehrläufe wurde ablehnend entschieden und es enthalten die im Buindesblatt (Jahrg. VI Bd. I, S. 595--602) aufgenommenen Berichte Ausführliches hierüber.
Die Ausrüstung des Scharffchüzen ist durch ein Del* f l ä f c h c h e n , , dessen der Schüze zum Unterhalt feiner Waffe bedarf, vermehrt worden.
Ferner adoptirtcnwir das Modell für geldflafchen und ließen sämmt
753 lichen Militärbehörden ein solches zustellen. Ein neues Modell einer B e s t e f t a f c h e , welches sowol für Korpsund Ambulaneeärzte, als für Stabs - und Pferdärzte dient, wurde auf den Bericht des Oberfeldarztes eben-
falls festgestellt.
Mit dem fchon in unserm Geschäftsberichte für 1853 allgemeine erwähnten, von Herrn Hipp, Vorsteher der eidgen. Tele- 8-tt-liuuas.-.
graphenwerkstätte, erfundenen Feldtelegraphenapparat, flC8en welcher sich fowol durch Wirkung als leichte Transportfähigkeit auszeichnet, wurden Versuche angestellt, und in zirka 32 Minuten mit ganz ungeübten Leuten eine 6000 Fuß lange Leitung vom Polygon in £hun in's Militärbüreau errichtet und sogleich benuzt.
Die Sammlung der Karten für den Generalstab wurde entsprechend vermehrt und für den Armeedienst eine Anzahl Depeschentaschen angeschafft.
Zu den schon im frühern Rechenschaftsberichte er- mteM für wähnten galvanischen- Minenzündaparaten wurden die \,aä ©enie.
Seitungen vervollständigt.
Für das Kriegsbrükenmaterial wurden einige Anfchassungen gemacht, und es find die Vorarbeiten für noch Fehlendes diefer Abtheilung bereits vollentet.
Der Gefchüzvorrath wurde durch den Ankauf von zwei 18 ÏÏ Kanonen von Wallis und zwei langen 12 & asateriell ffe Haubizen aus der Gießerei zu Aarau vermehrt, so daß bie Slrtia"ie° nun nahezu die Hälfte der von der Eidgenossenschaft an* zuschassenden Gefchüze vorhanden ist. Fünf G-S Röhren, wovon zwei feit 28 Iahren in den eidg. Militärfchnlen ge·braucht wurden, find umgegossen worden. Im Fernern wurden zwei ..paubizeaissons angeschafft, fo wie einer der sechs Caissons, welche die Eidgenossenschaft zur Sechspfünderkanonenbatterie von Appcnzell A. Rh. zu liefern übernommen hat.
754 Das fchon voriges Iahr erwähnte Modell eines Raketenwagens nach englischem System hat fich als gut bewährt, und auch die Raketengestelle erhielten wesentliche Verbesserungen. Die Munition für die eidgen. Geschüze ist vollständig vorhanden, und die Verwaltung war noch im Falle, über 2000 Kartätfchgranaten, theils in Kantonalzeughäufer, theils in die eidgen. Schulen abzugeben. Auch der Raketenvorrath, namentlich vorn 12 ÏÏ Kaliber, wurde bedeutend vermehrt. Die Brandraketen bedürfen einiger Verbesserung ; dagegen können die Schuß-, Wurf- und Leuchtraketen als gut betrachtet werden.
Für Anfertigung diefer Munition trachteten wir auch aus mannigfachen Gründen ein eigenes Laboratorium nebst einem Vorrathsmagazin zu erbauen; aber es ist uns bis dahin nicht gelungen, eine geeignete Lokalität dazu zu finden.
Die Friktionsbränderchen, welche bei der Artillerie einige Zeit zu nicht ungegründeten Ansfezungen Anlaß gaben, sind seither wesentlich verbessert roorden, so daß dieselben wieder eingeführt werden können, wenn nicht, wider alles Erwarten, die angeordneten Versuche und Proben fehlschlagen sollten.
Es wurden in diesem Iahre auch Verfuche mit einer neuen Art von Kartätschgranatzündern vorgenommen ; allein dieselben scheiterten und es jourden somit die Unterhandlungen mit dem Erfinder derselben nicht weiter fortgesezt. Auch die vom Herrn Obersten Pietet von Genf »erfertigten Perkufsionszünder hatten bis jezt nicht das gewünschte Resultat, find jedoch seither durch den mit .ihm in Verbindung getretenen Technifer, Herrn B ö t t c h e r , wesentlich verbessert worden.
Gemäß der im frühern Rechenschaftsberichte enthalt 1enen Anzeige wurden für den Gebrauch der Cavallerie fechs geldschmieden angeschafft, und im gernern für den Gesundheitsdienst zwölf neue Ambulaneefourgons und îin Modell für die Kompagniearzt- und Pserdarztaustrüftuug der Gebirgsbatterien, womit vor definitiver Sin* führung vorerst noch Proben gemacht werden sollen.
"· Die bedeutende Vermehrung der Kriegssuhrwerke Depot voit machte auch eine Vermehrung der Sokale zur Unterbrin- ·Rr|esêm> gung derselben dringend nothwendig. Ein ..fcheil dersel* freu wurde im Salzmagazin in Thun untergebracht, und zwei Ambulaneefourgons nahm die Regierung von
Waadt ins Schloß Chillon auf. In St. Moritz und Suziensteig wurden zur Unterbringung der Gefchüze Magazine erbaut ; allein dessen ungeachtet ist das Bedürfniß jwekmäßiger Magazinirung des eidgen. Kriegsmaterials nur noch sehr unvollständig gehoben.
-.Bei den Artillerieschulen Zürich, Aarau und !Co Material süc Hombier wurden die Geschüze gro'ßtentheils von der Eid- bie t..'8genossenschaft geliefert. .-Dadurch wurde nebst andern ('uen.
Vortheilen auch der wichtige Zwek erreicht, daß das Material der Kantone nicht fchon durch Uebung in Friedensjeiten unbrauchbar gemacht wird. Dasfelbe hätte in den Schulen »on 33iere und ©t» Gallen stattgefunden, wenn nicht wegen ber Entfernung zu bedeutende Transport kosten wären verursacht worden.
Schon dutch diese Lieferung eidgen. Materials itrntrde sine Revision des Tarifes für das von den Kantonen gelieferte Kriegsmaterial in feie Artiüerierekrutenschulen überflüssig. Noch mehr aber wurde eine dfrarîige Me»ifion auê dem Grunde unterlassen, weil durch bie Veränderung des Schießpulvers und der Ladungen feie Bimdesb.a..t 3&faß. Vii. .3b. I.
Sanitätstoesen.
Gefchüze gegenwärtig viel mehr geschont werden, als dief ·früher der Fall war; so daß der jezige Tarif eher zu hoch als zu niedrig ist, und der Grund zu .-.Beschwerden von Seite der Kantone mithin wegfällt.
Die eidgen. Kartensammlung erhielt einen sehr fchäz* baren Zuwachs an der durch die Regierung des h«.
Standes St. Gallen geschenkweise übermachten, ausge zeichnet ausgeführten topographischen Karte der Kantone" St. Gallen und Appenzell. Mit der sardinischen, nie derländischen und sächfischen Regierung wurde der Austausch mit topographischen Arbeiten fortgesezt und die bisher erschienenen Blätter der großen Karte von Frankreich angekauft.
Wie ans dem beigefügten Generalt-tbleau her" vorgeht, ergaben die Spezialrapporte die Gefammt* zahl von 2,982 Kranken und Verlezten. Von diesen wurden 2,787 Mann als geheilt zum Korps zurükgeschikt; 69 als dienstuntauglich entlassen und 128 in die Spitäler geschikt, in welch' leztern 3 Mann starben.
Aus den Spitälern wurden 117 Mann als geheilt und 6 als Convalescenten oder dienstuntauglich entlassen.
Die vorgekommenen Todesfälle betreffen : 1) einen Artillerietrainrekruten, welcher in der Schule in Aarau vom Pferde stürzte und durch einen Hufschlag eine todliche Quetschung am Unterleibe
erhielt; 2) einen Guidenrekruten aus dem Kanton Graubünden, welcher in der Schule in Aarau von der Eholera dahingerafft wurde, und endlich 3) einen Scharffchüzentrompeter, welcher in der Ka# ferne »on Sitten zum Fenster hinausstürzte unb nach Verlauf von 8 Stunden an Lungenverblutung starb.
757 Aus den gemachten Zusammenstellungen ergibt sich, doß die Zahl der Kranken bei den Artillerie» und Pontonnierrefrutenfchulen beinahe 50 % und bei der Cavai« lerie beinahe 60 % waren, während bei den Scharfschüzen nur 25 % fich ergaben.
Bedeutend günstiger war das Verhältniß bei den WiederholMngsknrfen, wo fich nur 5, 7 oder 8 Mann krank meldeten. Als Ursache dieser so bedeutenden Verschiedenheit in der Zahl der vorgekommenen Kranken, .namentlich bei den Rekrutenfchulen, ist anzunehmen, einerseits die ungewohnte, sehr anstrengende Lebensweife der Rekruten; dann aber auch die theilweife schlechten und wirklich sehr mangelhaften Kafernen- und Dnartierungseinrichtungen.
Die Kasernen auf den Wassenpläzen ...thun und Bière haben fchon seit Iahren Anlaß zu Klagen gegeben.
Dieselben bieten wol Schuz gegen Regen und Unwetter, allein die übrigen Einrichtungen find von einer folchen Beschaffenheit, daß sie nur zu viel Anlaß zum Entstehen »on Krankheiten durch Erkältung geben.
Im Berichtsjahre waren wir leider zum ersten Male im Falle, bei den Truppen die Erscheinung der afiatischen Cholera zu beobachten. Die nach 25 Iahren zum ersten Male in die Schweiz gedrungene Epidemie
hat Aarau und die Umgegend als Einfallspunkt erwählt und in diefem engen Kreise eine bedeutende Anzahl von Personen ergrissen, auch im Verhältniß zur Bevölkerung viele Opfer gefordert. Unter den 83 Mann Cavallerierekruten, welche gerade auf dem dortigen Wassenplazc fi* befanden, find 22 Mann von der epidemischen Choleradispofition ergriffen worden, von welchen dann ein Mann an vollständig ausgebildeter Cholera erlag.
Aerztliches Personal,
Für den Sanitätsdienst der verschiedenen Infknktionsabtheilungen wurden 73 Aerzte verwendet, und außer diesen haben noch 18 den Sanitätskurs in Thun besucht.
Von obigen 73 Herzten waren 25 Ambulance-, 43 Mi»
litär- und 5 Eivilärzte. Unter den Militärärzten waren 34, welche den Spezialwafsen und nur 9, w..lche der Infanterie angehörten.
Mehrere Aerzte versahen den Dienst zu wiederholten Malen oder bei vermiedenen Instruktionen. .Eheilweife wurde denselben au..t) die Besorgung mehrerer, auf einem Wassenplaze verei'nigten Korps übertragen.
·SanitätsanFür die Behandlung der Kranken, welche nicht in fialten.
den ..Quartieren stattfinden konnte, wurden auf einigen Wassenpläzen, wo keine Civilfpitalanstalten sich vorfande«, wie in Xhun und Bière, eigene Infirmcrien errichtet. In Aarau wurden voriges Iahr die Spitalgänger der Befolgung des Militärarztes übertragen, was eine regelmäßigere Besorgung der Kranken zur Folge hßtte, als dieß früher bei der beständigen Abwechslang der Korpsärjte der Faß rcar. In Thun wird nun ein ähnliches Verfahren dwrdi tteberttagung ber Bejorgung der Infirmeriefrûnfen an îtaen baselbfl etabllrten Irzt stattfinden.
In den Kantonsanstalten find 47 cidß. Spitalganger und in den Infirnerien de« Sussew-plazc 82 folche verpflegt worden.
Die .5?orp§«z{e bei ben 5Keïrutenschulen ethielten igjanitartsche Jîotpoausjur 8ciilttt.g uritlichcT ..fpilfe geldapothefen mit. Irpeien KÜstnngen.
«nb -Bcrtanbp''«« versehen, welche theils «wo den eidgeniJîfts.l}..n S-lagaj.nen, theils a«§ îontonolcn Zeugpuscttt geliefert wurden. Außetbero »aren .Die Aerzte angewiesen, »eitcr ersorderliche Arzneien ««S eigens
759 bezeichneten Civilapotheken zu beziehen. Bei den Wiederholungsfnrsen des Genie, der Artillerie und Cavallerie sollen die Aerzte und grater mit der Feldausrüstung versehen sein. Bei den Scharsschüzenwiederholnngskursen war man im galle, ein verschiedenes Verfahren der ärztlichen Behandlung einzuschlagen. Aus SBassenpläzen, wo schon ärztliche Beforgnng vorhanden war, wurden die Scharfschüzen ebenfalls unter dieselbe gestellt; wo aber die Scharfschüzenkompagnien ohne andeie Truppen einrükten, 'wurden die betreffenden Kommandanten angewiesen, sich an einen Militär- oder Civilarzt des Ortes zu wenden, der dann auch die Beforgitng nach Art der Eivilpraris- übernahm.
-Xus dem außerordentlichen Kredite wurden 12 neue Ambulance» Ambulaneefourgon angeschafft und vollständig ansge- fawüTMrüstet. Aus dem Kredite für das Iahr 1855 können noch 7 neue fourgons angeschafft und ausgerüstet werden, so daß die eilig. Magazine bis Ende des genannten Iahres mit dem SDÎodeïfourgon im -..Befize von 20 neuen sein werden.
Jeder dieser fourgon enthält die nämlichen Geräthe an Betten, Instrumenten pharmaceutischtr Ausrüstung K.
und fnd so eingerichtet, daß sie auch zum ...Transporte Kranker und Verwundeter dienen können.
Sanitarische Inspektionen wurden in den Kantonen Samiarifche B e r n und g r e i b u r g abgehalten, und hatten sowol Inspektionen, bezügliq de0 Personellen als des Materiellen ein befriedigendes Resultat. Die Ausrüstung und Eqm'pirung der Aerate war beinahe durchgehends reglementarisch, ihre Jnstrukiion aber verschieden. Am meisten Kenntnisse bewiesen die Aerzte der Spezialwaffen, »as wol dem lim* ·stände zugeschrieben werden muß, daß dieselben in den lezten Iahren öfters Dienst zu leisten im galle waren, und daf auch ein großer Theil die ganitätskurse der Slmbularceärzte befucht hatte.
760 Das Material des Auszuges war im Allgemeinen ziemlich vollständig ; dagegen zeigte fich bei denjenigen der Reserve manche Lüke.
An Inspektionen stehen nur noch aus diejenigen der Kantone Uri, Schwyj, U n t e r w a l d e n , Solot h u r n , beid'e A p p e n z e l l , Wallis und N e u e n b u r g , die theilweise im Iahr 1855 werden vorgenommen werden.
^ Wünfchenswerth wäre es allerdings, daß auch das Frater* und Krankenwärterpersonal einer Inspektion unterworfen würde ; denn wir haben alle Ursache zu glauben, daß das Krankenwärterpersonal nicht überall vollständig fei.
Snnitätsknrs Auf dem Wassenplaze T h un wurde im gegenwärtigen fa ïhun.
Berichtsjahre der dritte eidg. Sanitätsfurs abgehalten unter der Oberinstruktion des Divifionsarztes Dr. üöiec l a n d aus dem Kanton Aargau. Dabei leitete-perr Dr.
R u e p p die Instruktion der grater und Kranfcnwärter, und Herr Oberstlieutenant T e u f c h e r gab Anleitung im Verwaltnngswefen.
Dieser Kurs war von 18 Aerzten, 2 Oefonjmen und 23 Fratern und Krankenwärtern besucht.
Der theoretische Theil der Instruktion betraf die Organisation-s- und dienstlichen Verhältnisse in ihrem Zusammenhange mit den übrigen militärischen Dienstverhältnissen der Truppen, und diesen schloß fich oie Anleitung zum Rapportwesen und der Komptabilitä., sowol sür den Corps- als den Spitaldienfi an. Zudem wurde Anleitung über Verpakung und Verladung der gf-Mgons ertheilt, auch im Vereine mit den übrigen Truppen praktische Uebungen gemacht.
Da uns die Verzeichnisse der Militärärzte dts Aus"Sanitatsper» sonai der Trnp-. zuges nur {m sjfjgctnefnen und die Etat der Sl.rjte der penfontlngente.
761 ..Reserve nur von einzelnen Kantonen mitgetheilt wurden, (D find wir nicht im Falle, den Bestand des Medizinal- · .Personals genau vorlegen zu können. Den vorliegenden 2.kten entnehmen wir aber, daß der Bestand der Aerzte bei der Referve fehr lükenhaft ist und man daher unmcglich den Bataillonen je zwei Unterärzte beigeben ïatn. Als Beweis hiefür führen wir an, daß z. B.
bei Zürich 2 Aerzte der Genietruppen, l Schwadronsari., 3 Ober- und 4 Unterärzte der Infanterie fehlen.
Be B e r n 2 Aerzte der Genietruppen, 2 der Artillerie, 1 (Schwadronsarzt und 8 Unterärzte der Infanterie. Bei A a r g a u 2 Aerzte der Genietruppen, 6 Unterärzte je.
Bei andern Kantonen dürfen wir mit Bestimmtheit annihmen, daß derfelbe Mangel an jüngern Aerzten in den untern Graden vorhanden fei.
Diese Erscheinung beruht vorzüglich auf dem Umfante, ...aß nach den Militärgesejen der meisten Kantone die Slerzte mit dem 36. Iahre in die Reserve versezt werdn können und in der Regel auch diesen Umstand benuifn, um fich des häufigern Dienstes im Auszuge Su enledigen. Es ist daher an Oberärzten kein Mangel, »ol ffier an Unterärzten der Infanterie und der Speziaiwassej.
·Bcstflnd des fanitarifchen ,5eïdausrofiung.!materiaïg der Kantonsfontingeitte.
güf Sappeurkompagnien . . .
,, Pontonnierkompagnien . . .
,, Artilleriekompagnien . . .
,, Kavalleriekompagnien . . .
·jür I n s a n t e r i e b a t a i l l o n e : Große Feldapotheken . . . . .
Kleine Feldapotheken Ambulanten -Tornister , .
grater-Ausrüstung: Bulgen für tjrater zu guß .
,, ,, ,, ,, Iserde SBasserflafchen von Blech , O.»
CD Ï-
geldapotheken mit Verband-
85 , 85
144 565 22 587 587
76 307 13 314 314
a/tangsjuw.».
sluszng.
tiene filtere Ordonnanz. Ordonnanz.
565 22 571 548
23 ( 25
11 275 227
763 Das Oberkriegsfommissariat hat im verflossenen Iahr Kriegskommifp eine beträchtliche Ausdehnung seines unmittelbaren Ge- satlat< schäftskreises erhalten durch die Aufnahme der Scharfschüzenwiederholungskurse und Schießübungen in den eidgenösfischen Unterricht der Spezialwassen, durch die neue, wesentlich vermehrte Einrichtung der früheren Fortbildungs", nunmehrigen Eentralfchule in Thun, und durch die, wenn auch nur versuchsweise Aufhebung der Kriegskommissariate an Wiederholungskursen außerhalb der Wassenpläze Thun und Bière.
In Beziehung des lezten Punktes wurde die Ersah« rung gemacht, daß die Kommandanten der Schulen und Wiederholungskurse, neben ihren Verrichtungen für reglementarifche Ordnung und die Instruktion ihrer Truppen, sich unmöglich mit der Verwaltung und dem Rechnungswefen nach Bedarf befassen konnten, fo daß, selbst ab* gesehen von dem unvermeidlichen Umstände, daß manche -Lokalforderungen erst nach Rükkehr der Truppen in ihre Kantone einkommen und zur Liquidation gelangen, die Ergänzung und definitive Stellung jeder einzelnen SchulAbrechnung bei der Revifion in Bern vorgenommenàwerden mußten, was eine doppelte und oft äußerst schwierige Arbeit veranlaßte.
Die Geschäftscermehrung geht schon aus der Regifiratur der ein- und ausgegangenen Akten hervor.
Der Eingang betrug . . 4291 4931 Der Ausgang . . . . 3238 3635 Zu diefen kamen noch die Revisionen, Ausfertigungen und Abfchlüsse der Rechnungen von Schulen und Wiederholungskursen, deren administrative Organisation die speziellen Fürsorgen und Anordnungen für ...öesoldung, Verpflegung, Lokal- und Instruktionsbedürsnisse erfordert hatten.
764 Central» Mreau.
Durch die oben aufgezählten Umstände war die An# stellung wenigstens proviforifcher Aushilfe im Personnellen des Oberkriegskommissariats geboten. Wol konnte dieses im Voranschlage der Militärausgaben pro 1855 motivirt und berükfichtigt werden, allein in der Iahresrechnnng von 1854 war dieses begreiflicherweise nicht der Fall, und daher erscheint eine im bezüglichen Voran?
schlage nnvorgefehene Mehrausgabe von Fr. 1854. 54.
Das Instruktionspersonal bildet bekanntlich eine be..Snterxlcht.
sondere Abtheilung auch in administrativer Beziehung, dessen Besoldungen und Entfchädnisse für Reifen und Logis, wo es nicht kafernirt werden kann, durch die Centralstelle des Kommissariats nach den monatlichen Angaben der betreffenden Dberinstruftoren besorgt wird.
Die Truppen der verschiedenen Schulen und Wieder* holungsfurse werden auf den angewiesenen Waffenpläzen in der Regel kafernirt und es bestehen hiefür, fo wie für die Unterbringung der Pferde, bestimmte, jährlich zu erneuernde Verträge. Ausnahmen treten bei Wiederholungskursen einzelner Schüzenkompagnien in Ortfchaften ein, wo man noch nicht zu anderer Aufnahme als bei den Einwohnern eingerichtet ist, was fich jedoch von Jahr zuIahr vermindert, so wie in Thun, wo sämmtliche Lokalitäten mkthweise und die Kaserneneintrichtungen, Betten und Geräthschaften aller Art eigentümlich der Eidgenossenschaft zuständig sind.
Die Verpflegung der Truppen und Dienstpferde .Uerpjlegung.
wurde auch im Berichtsjahre überall durch rechtzeitige Ausfchreibung auf dem Wege öffentlicher Bewerbung erzielt, und es ist hinfichtlich der richtigen und qua*
litativ guten Lieferungen überall ziemlich befriedigend
gewesen. Wegen den hohen Brot-, Fleisch « nnd Hafer*
765 .preisen fand man sich zum umfichtigflen Verfahren verpflichtet, und glaubte im Anfange des Schuljahres durch
die Verträge fich nur bis Anfangs Iuli binden zu sollen, wo, bei günstigen Ausfichten auf die Aernte, Wenigstens die Getraidepreife zu fallen pflegen. Indessen war dieses Verfahren nicht immer ausführbar, und gerade auf dem durch manche eigenthümliche Verhältnisse überaus theuren Wassenplaz Bière mußten die Preise schon Mitte Aprils für die ganze Schulzeit unabänderlich eingeräumt werden.
Aus dem beigelegten Verzeichnisse ist zu entnehmen, daß die höchsten Preise für Brot und Fleisch in Zürich, für gonrage in Bière und C o l o m b i e r , und die niedrigsten für beides in St. Gallen bezahlt werden mußten.
Seit mehreren Iahren hat man in ...thun das System der Fourageliefcrung durch Lieferanten aufgegeben, da es stets mit Anständen und Nachtheilen verbunden war.
Man befand sich besser und auch für die Oekonomie vor.heilhafter, seitdem unter Leitung und Aufficht eines fachkundigen Offiziers der Artillerie oder Kavallerie im Spätherbste die erforderlichen Heukäufe für das folgende Iahr gemacht, im Winter durch die eigenen Pferde herbeigeführt und durch unsere Pferdewärter eingespeichert wurden. Der nöthige Hafer wird nach Konvenienz ·partiewcife gekauft und franko ins Magazin bedungen.
Der hohe Stand der Haferpreife gestattete übrigens im verflossenen Jahre den größeren Theil unserer, seit 1849 in Basel gelegenen, gut erhaltenen Vorräthe, ungeachtet der starken Fracht, nach Thnn und nach Aarau zu beziehen und zu korrenter Berechnung an die Schulen so zu venuerthen, daß das Insentarium keine Einbuße dabei erleiocn wird. In gleicher Weise konnte mit dem
766 Rest des in Zürich gelegenen Haferquantums (auch vots 1849 herrührend) durch Abgabe an die Schulen in ZuV rich und Winterthur aufgeräumt werden.
Indessen mußten die theuren Preife der Mnndpor?
lionen und Fouragerationen auf die allgemein..« Kosten empfindlich wirken, und da die Voranschläge nur nach deit normalen Ansäzen der Réglemente gemacht waren, so liegt hierin die erste und Hauptursache der Ueberschrei*.
tung der bewilligten Kredite bei den betreffenden Abthefc lungen.
Sruppen» Das Oberkriegskommissariat hatte vom MiÜitärdepar ijufammenzüge. immtt om 2j U f trao erbauen, nachdem die Abhaltung der in eine ostliche und westliche Division eingeheilten größern ..Eruppenznsammenzüge keinem Zweifel mehr ansgefezt war, die Vorkehren für deren Bedürfnisse jeglicher Art auszuführen. Unter diesen mußten die Einleitung gen für Verpflegung in erster Linie erscheinen. Durch die thätige Beihilfe der Kantonsfriegsfornmissariate «on ..Ehurgaw uno Waadt wurden, ungeachtet sehr crschwes render Ausführungsbedingnisse, noch leidliche Cieferungs preise erreicht. Bereits hatten die Unternehmer ihrers seits, al« der Sinstellungsbeschluß erfolgte, fich Vorräthc angeschafft und man konnte ungemessenen Entschädig gungeforderungen nur dadurch entgehen, daß die wirklich »erfindlichen Hafer* und Heuvorräthe für die östliche Divisoti übernommen und nach Winterthur verlegt wurden, um bei den Kavalleriefchuten auf diesem Waffen« pfaze verbraucht zu werden. Von der westlichen Division gefchah ©leiches mit einem verfügbaren Haferquanturn für die Schulen in Colombier, giir die Mundportionen und dös Heu für die Pferde der westlichen Division be" gnügtra fich die Unternehmer mit billigen Entschädig flungen.
767 Der stärkste Sntschädigungsbetrag fiel an die OsfiItère des eidg. Stabes für die bereits angeschafften und unterhaltenen Dienstpferde. Der Bundesrath bestimmte t)iezu durch Beschluß vom 6. November 1854 den Werth .oon 30 Rationen für jedes effektiv da gewesene Reit.Pferd.
Die wegen Nichtabhaltung der Truppenzusammenjüge '.nöthig gewordenen Ausgaben betragen: ...Besoldung für bereits im Dienst gewesene Stabsoffiziere . . . Fr. 2,998. 60 Entschädigung für effektive Pferde des Stabes ,, 4,666. 70 Entschädigung an Lieferanten und Kosten von Einrichtungen . .
,, 6,448. 92 Drganisationseinleitungen und Anschassungen der beiden Divifionskommando ,, 4,024. 20
Fr. 18,138 42 Die frühere Fortbildungsschule erhielt durch Bundes- Eenfralmili luß vom 21. Ianuar 1854 eine neue, bedeutend tätsut«.
erweiterte Organisation, und ohne eine genaue Berechnung über die finanzielle Tragweite derselben gerade vorlegen z« können, wurde nach Analogie früherer Kosten für die Schule ein Nachtragskredit »OH gr. 60,000 verlangt und von der ...Bundesöersammlung am 6. Februar bewilligt, wodurch nebst der Summe d;g Soranschloges für diese Schule gr. 143,000 verfügbar wurden. Nun betrugen aber die wirkliche« Ausgaben gr. 171,341. 21 und überfHegen fornii um gr. 28,341. 21 die bewilligte Summe.
Dieser lusfall «chtfeftigi fich burch die in ber ÜMechnung nachgemiesenen Auslagen, welche in den Voran-
Eigene Pferde der 0.0«««TM"°
schlagen unmöglich vorgesehen werden konnten und die auch größtentheils in der Folge nicht wiederkehren werden, in soweit sie .Gegenstände von bleibenden Ein*.
richtungen und Anschaffungen für das Inventar betreffen.
Solche Ausgaben find : gr. 7,22l. 22 für bauliche Einrichtungen in Kafernen und Stallungen, Barakkenbau und Lokalmiethen, ,, 2,912. 03 für Anschaffungen ins Inventar, so wie ferner auch ,, 1,729. 04 für Mehrkosten der Dienstpferde.
5ß{e {m vorjährigen Berichte bemerkt wurde, fand man sich am Schutz °°n 1853 nicht veranlasst die oh"13* hin auf 52 reduzirte Zahl der für Rechnung des Bundes angekauften und für den Dienst bei der Artillerie verwendeten Pferde noch weiter zu vermindern. Indessen unterließ man auch deren Vermehrung im Frühjahr I85i,,
vorzüglich in Betracht der Schwierigkeien, gute und tüch-
tige Thiere anders als zu enormen Preisen zu erhalten.
Der Bestand blieb sich also gleich auf 52 und es wurden die Pserde in den Artillerieschulen zu Thun und Colom bier, in der Eentralschule und bei einem Wiederholungs kurfe in Thun verwendet. Da dieselben wegen gleichzeitig der Schulen weder in derjenigen von Zurich noch in jener von Aara« verwendet werden konnten, so mußte ein sehr starker Ausfall in dem vorberechneten Mietheertrag entstehen, der noch durch die Mehrkosten des Unterhalts während der gleichen Zeit verdoppelt wurde.
Ein anderes unerwartetes Mißgeschik traf diese Pferderegie durch den Ausbruch bösartiger Krankheiten im April und Mai, welche sich auch später wiederholt zeigten und nächst anthaltender veterinärer Behandlung theilweise in ber ...thierkuranstalt in Bern, die Besciti-
769 gung von drei Pferden zur Folge hatten , deren Ver* gütung im Schazungswerth der betreffenden Schulrechnung zur Last fiel.
Wenn auch dieser angeführten Umstände wegen die Pferderegie dießmal einen Verlust zeigt, so kann ein solches Ergebniß durchaus nicht entmuthigen. Wolle man nur die Ueberfchüsse dieser Partie in sämmtlichen vorhergehenden Iahren einiger Anerkennung würdigen, und bedenken, daß wenn.die Zahl auf 60 und durch bessere Vertheilung der Schulen die Diensttage auf 200 gebracht werden, die Einnahme von eirea Fr. 27,000 gesichert erscheint, während die Unterhaltungskosten bei billigen Futterpreisen und bei ungestörtem Gesundheitszustand ebenfalls in das frühere Normale herabfinken müssen.
Die Kontrole des Oberpferdarztes über die Ein- Veurinä...-.schazungen weist nach, daß mit Inbegriff obiger, dem dienst.
Bunde gehörenden Pferde bei den Artillerieschulen .
. 1,542, ,, ,, Kavalleriefchulen .
. I,135, ,, der Generalstabs- und Infanterieabtheilung der Centralfchule .
159, im Ganzen 2,836 Pferde sich im Dienste befanden.
Nach den pferdärztlichen Rapporten sind 608 Pferde erkrankt, in deren Klasfifikation nicht weniger als 118 Satteldrüke, 52 Kummet- und Gefchirrdrüke vorkommen.
Auch die Drnfe in ihren verschiedenen Formen spielte eine bedeutende Rolle, und diese Fälle erreichten die Zahl von 102, zu denen noch 19 von Influenza und Petechial*
typhus zu zählen find.
770 Wenn auch die Zahl der Krankheitsfälle bedeutend unter derjenigen des vorigen Jahres geblieben ist, so waren dieselben in mehrfachen Beziehungen langwieriger und Ungewissen Erfolges, daher die Kosten für Medi* ïamente und Behandlung beinahe um die Hälfte höher zu stehen kamen als 1853.
Die angedeuteten Pferdekrankheiten zeigten sich besonders auf den Wassenpläzen Thun und Aarau, von wo die mit wichtigen Fällen behafteten Thiere fofort in die Kuranstalten zu Bern und Aarburg abgegeben wurden. Jm Ganzen unterlagen den Abfchazungen 516 Pferde, 11 wurden versteigert und 11 standen um, oder mußten wegen unheilbaren Krankheiten abgethan werden.
Bei der A r t i l l e r i e kamen vor: Schulen. SfDiederholmngskurse.
Abfchazungen Versteigerungen . . . .
Mit Tod abgegangen . . .
Bei der C a v a l l e r i e : Abschazungen Versteigerungen . . . .
Be'i der Eenîralschule: Abschazungen ©etodtet Es betrugen im Ganzen: Die Abfchazungen
-- gr. 17,935. 10
Die über den Steif-ierungserlös den
©genthümern zugeleßten Entschädigungen des Schajungswerthes .
Die «mgestandenen oder abgestochenen Pferde
MedikiUHente und Behandlung
3 283. 44
,, 6,798, 90 gr. 32,729. 44
771 ...Diese Summe auf die im Dienst gewefenen 2,836 Pferde abgetheilt, trifft auf e i n e s gr. 11. 54.
Die oben bemerkte Wahrnehmung einer so unver-
hältnißmäßigen Anzahl Satteldrüke hat die besondere Beachtung des Militärdepartements aus sich gezogen.
3)ie dießfällige Unterfuchung hat ergeben, daß dieselbe grÖßtentheils durch die unkundige Sattlung durch die Rekruten, nicht selten auch fchon auf dem Marfch nach der Schule entstanden, und theilweise, obgleich in geringerem Maße, den bei einigen Kantonen noch vorfind* lichen schlecht konstruirten Sätteln .zugeschrieben werden mußten. Um dem ersten Uebelftande zu begegnen, hat das Militärdepartement fchon in der zweiten ..pälfte des Jahres vorgeschrieben, daß die Rekruten ihre Pferde u n g e s a t t e l t und nur mit Zaum und Deke ausgerüstet auf dem Marfch zur Schule reiten oder führen mögen, die Sattlung und Equipirung aber dem Detaschement nachgeführt oder bei einzelnen durch die Post nachgefandt werden solle.
gür das Iahr 1855 verfügte dasselbe, auf den Antrag des Obersten der Cavallerie und auf Empfehlung des Oberpferdarztcs, daß zu den Cavalleriefchulen geeignete Stabspferdärzte für die ganze Dauer der SchuJen berufen werden, welche den Zustand der Pferde von ihrem Eintritt in die Schule an, ihre Behandlung, ©attlung u. f. w. forgfältig zu überwachen, den pfcrdärztlichen Aspiranten, Unteroffizieren und Rekruten dießfalls alle nöthige Anleitung zu geben und gleichzeitig auch unterrichtsweife Mittheilungen über die Pferdekenntniß u. f. w. zu machen haben. Bezüglich der noch hier und da vorkommenden defekten Sattel- und Equipirungsstüke erhielt der Dberinstruktor der Cavallerie Auftrag und Vollmacht, wenn dergleichen in die Schule BnndeuMat,:. Jahrg. YII. B». I.
772 gebracht würden, dieselben sofort für Rechnung der be* treffenden Kantone umändern zu lassen.
©pitalgeräth» Der Zustand der Spejialeffekten ist ziemlich befriefchafteu.
digend. Da aber von denselben nunmehr auch für die Kaserneneinrichtungen in Thun und Winterthur gebraucht werden, *) so findet auch eine größere Abnuzung der betreffenden Stüke statt, was jedoch durch die gesezlichen Abschreibungen auf dem Inventar hinlänglich berükfichtigt wird. Die bei den Schulen je nach Bedarf vorkommenden neuen Anschassungen von Mobilien, Koch-1 geräthen, Bettzeug u. s. w. werden in die betreffenden Jnventarien eingetragen.
Die angeschafften und vollständig ausgerüsteten 13 neuen Ambulaner-Fourgons wurden in den eidg. Depots zu Bern, Zürich, Xhun und Moudon untergebracht. Leztere Gegenftände fallen auf den Ertrakredit; hingegen wurden aus der im gewöhnlichen Voranschlag angewiesenen Summe verschiedene in dem Magazin zu Thun nöthig gewordene Ergänzungen und Vermehrungen an Bettessekten angeschasst.
·) Für die Kaserne In SBinterthux hat man die Bettfoutnituxen aitó dem eidg. Magazin l e h n s w c i f e überlassen und bezieht dafür eine Rükvergütnng »on der an die dasige Stadtgemeinde pas» sirende Entschädigung für die Gesrnnmtkasernirung.
Die Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben der Militärverwaltung pro 1854 und deren Vergleichung zum Voranschlag und den von der h. Bundesversammlung bewilligten Stach* krediten bietet folgende Ergebnisse : Sinnahmen.
Besondere Einnahme«.
Ertrag der .l).!iethgelder für die Bundespferde.
Voranschlag: 25,200. -- wirkliche Einnahmen: 17,260. --
7,94o. -
Die-Ursachen der Mindereinnahmen find oben im Berichte angegeben.
b. Réglemente, Ordonnanzen, Formulare.
5,000. -
wirkliche Einnahmen:
4,935. 18 ttebmrafl:
64. 82 3 8,004. 82 £3
SRehr.
c. Blätter des schweizerischen Atlasses.
Voranschlag: 2,500. -- wirkliche Einnahmen : 3,899. 40
..Die Mehreinnahme ist als tjolge der Herabsezunß der Verfausspreife anzusehen und bestätigt somit die daherige Erwartung.
d. Unvorgesehene ..Sinnahmen: 1) Verschiedene Posten Durch Verfügung von 1854 wird der zweite Artikel künftig in Einnahmt und Ausgabt speziell vorkommen.
SBtufae«.
8,004. 82
1,399. 40
6,055. 63
2) Rükerstattung der aus dem Magazin in 2;hun an die Schulen u. an die Bundespferde abgegebenen Fourage.
Gegensaz gleicher Summe außerordentlicher Ausgaben für £eu'-, <£>afer- und Strohkäufe nebst Magazinkosten 66,033. 97 72.089. 60 Voranschlag: 64,885. 91
t-ft. -Ï.S.
7,203. 69
8,603. 09 8,004. 82 .Ketto Mehreinnahmen : 598. 27
Pr diese waren bewilligt durch Voranschlag vom 21. August 1853 .
1,434,955. -- Uebtrtrag des grtrakreditrestes vom 1. Iuni und 4. August 1853 . 132,637. 25 ,, ,, ,, für Festungswerke 62,000. -- ,, ,, ,, ,, BeDinzona . . . . . . . 30,000. -- Steuer Kredit sür Festungswerke vom 15. Iuli 1854 225,000. -- Nachtrag sür trigonometrische Arbeiten vom 12. Juli 1,818. 55 ,, ,, Scharfschüzenunterricht vom 31. Jänner 86,000. -- n » Fortbildungsschule vom 6. «pornung 60,000, -* Spezialkredit des Bundesrathes für die Gemeinde Brieg. ...Beschluß vom 19. ..Dezember 853. 65 598,309. 45 ©esarawtbetrag des Budget und der Rachtragskredite
2,033,264. 45
Die wirklichen Ausgaben betrugen;
-* ·a gr.
K.-».
.3r Sty.
Wenlget.
8r. %
a und b. Gehalte, SEaggelder und Entschädigungen . . 25,604. 55 Voranschlag : 23,750. 4 QK*
Diese Mehrausgabe wurde beim Oberkriegskommissariat durch die Aufhebung der Kommissariate bei den Schulen veranlaßt, wie im Berichte bemerkt ist.
Boranschlag.
c. Unterricht:
Bildungsfchule für Spezialwaffen
2) Jnstruktionsperfonal . . . .
3) Centralschule 4) Truppenzufammenzüge . . . .
101,260. -- *A*nnn -- 300,000. --
882. 64 98,935. 87
171,341. 21 18,138. 42
5) Rekrutenunterricht:
Genie b. Artillerie e. Kavallerie d. Scharfschüzen
Wiedcrholungskurse :
Genie b. Artillerie
Kavallerie (mit
Remonten-
kurfen).......
d. Scharfschüjen, Wiederholungskurs Ucbungen : 7) a. Reserve-Genie b. ,, Artillerie . . . .
e. ,, Scharfschüzen W. E.
28,000. 188,500. 87,100. 57,700. -
18,753.52 22l,i84.79 76,350.37 64,692. 21
15,040. -- 151,770. -
13,547. 22 93,157.42
94,380. -- 47,000. -- 16,000. 5,000. 49,500. -- 15,000. -
60,566.92 50,058. 09 9,849. 85 5,994.55 18,950.11 16,967.97
1,978. 42
uebertrag: 1,308,450. - 941,349. 58 1,854. 55
·-a -j ·-a
Uebertrag : 8) Jnfanterie--Instrukjorenschule . .
9) Instruktion des Kommissariatsstabes 10) Instruktion des Medizinalpersonals 11) Inspektion des Sanitätsdienstes 12) ,, der Infanterie und ©charffchüzen .
13) Pferderutionen-(..,..ntschädigun.-;en .
14) Unterstüzung an Offiziere im Aus-' -lande 15) Unterholt der Bundespferde . .
8r. Rp. Fr. Rp.
Fr. Kp.
1,308,450. -- 941,349. 58 i,854. 55 22,000. - 11,905. 9l
3,000 -- 4,4oo. -- 250. --
2 146 20 4,397. 58 101. 60
12,000. 7,665. -
10,338. 70 8,760. --
SBeniger.
4,400. -- 3,500 -- 15,000. -- 23,992. 55 1,377,165. -- 1,006,492.12 1,854.55 370,672. 88
Das Mehr und Weniger der einzelnen Abtheilungen dieses Abschnitt-..«!
wird nachgewiesen wie solgt:
9Beni8er.
Ad 1. Bildungsschule für die Jnstruktoren der Spezialwosse
Ad 2. Instruktionspersonal: a. Genie b. Artillerie c. Kavallerie ? .
(Der zweite Unterinfiruktor wurde nicht angestellt.)
d. Scharfschüzen Vermehrung des JnfiruktionspeTsonals wegen Uebernahme der Wiederholungskurse durch den Bund.
Dberinstruktor der Jnfanterie . .
317. 36
-- -- 954. 35 -- --
935. 30 -- -- 1,971. 20
gx. R».
gt. ««,-,.
3,228. 02
3,600. --
(Ist noch nicht angestellt.)
4,182. 37
6,823. 86 1,854. 55 370,672. 88 Ü
SHrijr.
Sr. ISp.
4,182. 37 28,341. 21
SBeniBer.
gr. 3tf.
6,823. 86 1,854. 55 370,672. 88 -- --
Ad 3. (Zentralschule Es fehlte auch jede Erfahrung bei Berechnung des Voranschlags, und es waren außerordentliche Cinrichtungen nöthig.
Ad 4. 2.ruppenzufammenzüge -- -- 281,861. 58 Wegen Verschiebung derselben unbenuzt geblieben.
Ad 5. Rekrutenunterricht: . a. Genie -- -- 9,246. 48 2)er Voranschlag war zu hoch.
b. Artillerie 32,684. 79 -- Wegen Theurung der Verpflegung für Mannschaft und Pferde, auch stärkern Pferdabschazungen durch un-
gewohnliche Krankheiten und Verlezungen.
Ad 5. Rekrutenuntmicht : .
c. Kavallerie . - -- 10,749. 63 Die Zahl der zu infiruirenden Rekruten blieb unter dem Voranschlag.
d. Scharfschüzen 6,992. 21 - -- Ad 6. Wiederholungskurse : a. Genie -- -- 1,492. 78 b. Artillerie - 58,612. 58 Nichtabhaltung von drei Wiederholungskursen, welche den größern Truppenzusammenzugen zugetheilt waren, eben so der Rekrutenkurse, für die ihr Material noch nicht verfügbar gewesen war.
c. Kavallerie - 33,813. 08 Uebertrag: 72,200. 58 402,599. 99 1,854. 55 370,672. 88
SEeniaer.
Uebertrag: 72,200. 58 402,599. 99 1,854, 55 Slichtabhaltung von zwei Kursen, die während den größern ..Ernppen» zusammenfügen statt finden sollten.
Mindere Stärke der übrigen, während der Voranschlag aus die neue gormatio« berechnet war.
Scharsschüzen,
,, llebungf« . . .
Die Differenzen beruhen aus dem Mangel an genügenden Materialien bei Abfassung des Voranschlags.
Ad 7. ..Reserve : a. Geni?
wegen zu geringem Voranschlag.
b. Slttianie
994. 55 -
6,150. 15
30,549. 89
aBenfger.
370,672. 88
3* «O
Wegen Ausfall mehrerer Wiederholungskurse bei rükständiger Organisation der neu zugetheilten Batterien.
c. Schüzen, W. e
Uebungen Gleiche Ursachen wie oben beim
6,021. 58
Ad 8. Infanterieinfiruk.orenschule . . . .
Erspricht wegen wenig zahlreichem Kurse.
Ad 9) Inilruktion des Kommissariats . .
Es wurde nur ein vollständiger Kurs abgehalten. Dann zwei kleine
10,094. 09
853. 80
Inftruktionskurse für die Kommissariate der beiden Uebungsdivifionen.
Ad 10) Instruktion des Sanitätspersonals . -- -- 2. 42 Uebertrag: 78,221. 19 456,27l. 92 1,854. 55 370,672. 88 Ì
3Beni9..t.
..Wehr.
SBenlger.
sr. Rp.
gr. Rp. *Uebertrag: 78,221. 19 456,271. 92 1,854. 55 370,672. 88
Ad u) Inspektion des Sanitätsdienstes
Eine Infpektion wurde auf das folgende Iahr verfchoben.
Ad 12) Inspektion der Infanterie u. Scharf-
schüzen Die Inspektion erreichte nicht den Umfang, welcher im Voranschlag berechnet ist.
Ad 13) Pferdrationenentfchädigungen an die Inspektoren Wegen Vermehrung der Kreise u.
der Anzahl der Inspektoren um zwei.
1,095. --
900. --
Ad 14) Unterfîuzung für Offiziere in's Ans-
15) Unterhalt der Bundespferde . . .
(Sieae eben im Bericht.)
8,992. 55
88,308. 74 458,98i. 62
Nach Abzug des "Mehrausgebens" von : stellt fich das ,,Weniger" wie oben auf:
88,308. 74 370,672. 88
d. Xrigonomeirifche Arbeiten:
Ausgaben : Voranschlag und Ertrakredit :
46,318. 55 47,318. 55 _
Der .tredit für die Etappenkarte wurde nicht benuzt.
e. 1) Unterhalt des Kriegsmaterials
2) Anschaffungen von Kriegsmaterial-:
1,OOO. --
4,495. 60
(gewöhnliche): 61,940. 15 Voranschlag: 94,000. -- Bleiben unbenuzt: --
32,059. 85
liebertrag: i,854. 55 403,737. os <»
gr. fsp.
SEeniBer.
1,768. 74
- 228. -
8,244. 36 Voranschlag:
Vermehrte Magazinkosten, resp. AssekuranzPrämien.
5) Ankauf von -planen und Werken Voranschlag:
1,545. 75 1,540. --
Rp. °*
1,854. 55 403,737. 08
Anschaffungen von Kriegsmaterial: (außerordentliche) : 130,868. 51 Srtrakredit vom 1. Iuli 1853: Übertrag : 132,637. 25 Blieben unversügt : 3) Ambulance- und Spitalessekten 4,772. -- Voranschlag: 5,000. -- 4) Magazine
8r. stp.
6) Ankauf von Modellen §
l | w I
725. 48 Voranschlag:
f Festungswerke, gewohnlichelAusgaben . . . . .
Zins für die îhuner Attmend:
1,000. --
4,842. 52 2,500. -- 7,342. 52 8,5OO.--
.S Voranschlag: f «.l f. Festungswerke, außerordentliche Ausgaben in Suzien« f steig und Bellinzona 281,939. 99 (Smakredite, siehe oben: 317,000. -
g. 1) Sendungen und Kommisfionen Voranschlag:
3,987. 25 4,OÖO. --
2,019. 87 2,000. --
274. 52
1/1574 48
35,060. Öl
·jj; g. 2) Versuche mit Feuerwaffen
Uebmrag
19. 87 12. 75 -
2,124. 53 442,238. 58 25
sr, Kp.
Uebettrag: h. Drukfojîen Voranschlag:
î. Gerichtskosten
SReht.
-..SntIgm
8t. MI..
»p. <»
. . . . 2,124.-55 442,238. 58 5,405. 09 5,000. -- 495. 09 - --
1,375. 84
1,000. -- 375. 84
Mehrbetrag der wirklichen kriegsgerichtlichen Verhandlungen.
Gegenüber dem Voranschlag ,, w e n i g e r " :
442,238.. 58
Im Ganzen w e n i g e r als Voranschlag und E.rtrakredit :
439,243. 12
Nach Abzug des ,,Mehr":
Besondere Ausgaben, die nicht budgetirt waren: 1) Betrag eines in der Rechnung der trigonometrischen Arbeiten vorkommenden Postens für Lokalmiethe « 50. -- 2) Ankauf für das gouragemagazin in Shun nebst Magazinkosten 66,465. 24
2,995. 46
Dieser Betrag ist durch die in den unvorgesehenen Sinnahmen d. 2 enthaltenen Rükvergütungen von Fr. 66,033, 97 bis an den Ueberschuß der Ausgabe ausgeglichen.
3) Ankauf eines Perdes durch Uebernahme
250. -- Diese Mehrausgabe von 66,765. 24
ist in Abzug zu bringen mit
66,765. 24 Im Ganzen w e n i g e r ausgegeben: Davon ab der Kredit für Brieg:
372,477. 88 853. 65
$lcftc8;
371,624. 23
Gesammtergebniß: Der Voranschlag und die bewilligten Nach-- und Ertrafredite betrugen mie oben 2,033,264- 45 Nach Abzug der durch Spezialkredit des Bundesraihcs vom 19. Dezember angewiesenen (für Brieg) . . . . . .
853- C.5
Ufbertrafi; 2,032,410. 80 jg
Rp. s
uebertrag: 2,032,410. 80 ° Die wirklichen Ausgaben der Militärverwaltung betragen laut Rechnung . . 1,660,786. 57 Bleiben vom Voranschlag unbenuzt: Und wenn zu den Minderausgaben von hinzu gerechnet werden, die Mehreinnahmen von .
371,624. 23 371,624. 23 598. 27
so ergibt fich zu Gunsten der Militärrechnung gegenüber dem Budget ein Unterschied von 372,222. 50
Bericht des schweizerischen Bundesrathes an die hohe Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahr 1854. (Fortsezung.)
10 001 655

References: Art. 144
 Art. 71
 Art. 70
 Art. 71
 Art. 69
 Art. 69
 Art. 4
 Art. 17
 Art. 18
 Art. 75