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Timestamp: 2019-07-23 04:06:42+00:00

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BGH, 28.10.1999 - VII ZR 326/98 - dejure.org
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BGH, 28.10.1999 - VII ZR 326/98 (https://dejure.org/1999,189)
BGH, Entscheidung vom 28.10.1999 - VII ZR 326/98 (https://dejure.org/1999,189)
BGH, Entscheidung vom 28. Januar 1999 - VII ZR 326/98 (https://dejure.org/1999,189)
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BGB § 649 Satz 2; HOAI § 8 Abs. 1
Werkvertrag - Architekt - Ingenieur - Rechnung - Schlußrechnung - Ersparte Aufwendungen - Aufwendungen - Vergütung - Kündigung - Abrechnung - Kosten - Personal
Pflicht des Architekten zur konkreten Abrechnung ersparter Aufwendungen mit der Schlussabrechnung bei einem vom Besteller gekündigten Werkvertrag
Anrechnung ersparter Aufwendungen bei gekündigtem Architektenvertrag
Zur Berechnung des Honorars für nicht erbrachte Leistungen aus einem vom Besteller gekündigten Architekten- und Ingenieurvertrag; insbesondere zur Berechnung ersparter Personal- und Sachkosten
BGB § 649 S. 2; HOAI § 8 Abs. 1
Anrechnung ersparter Aufwendungen nach Kündigung
§ 649 Satz 2 BGB; § 8 Abs. 1 HOAI
Architektenschlussrechung/ersparte Aufwendungen aus gekündigtem Vertrag/Personalkosten
§ 8 Abs 1 HOAI, § 649 Satz 2 BGB
§ 8 HOAI
Architektenvertrag; Abrechnung eines gekündigten Werkvertrags
HOAI als eigentlicher Auslöser von Architektenstreitigkeiten
Honorarberechnung für nicht erbrachte Leistungen: Sachkosten als ersparte Aufwendungen ?
Honorar für nicht erbrachte Leistungen: Personalkosten als ersparte Aufwendungen ?
Prüffähige Darstellung bei der Abrechnung nicht erbrachter Leistungen: Anderweitiger Erwerb
Kündigung eines Architektenvertrages: Personalkosten sind meist keine ersparten Aufwendungen! (IBR 2000, 126)
Wie wird nach Kündigung abgerechnet? (II) (IBR 2000, 127)
BGHZ 143, 79
NJW 2000, 653
ZIP 2000, 187
MDR 2000, 207
NZBau 2000, 82
NJ 2000, 147 (Ls.)
WM 2000, 672
BB 2000, 16 (Ls.)
DB 2000, 971
BauR 2000, 430
ZfBR 2000, 118
Diese Abrechnung ist Bestandteil der Schlußrechnung (BGH, Urteil vom 8. Februar 1996 - VII ZR 219/94, BauR 1996, 412 = IBR 1996, 294 = ZfBR 1996, 200; Urteil vom 4. Dezember 1997 - VII ZR 187/96, BauR 1998, 357 = IBR 1998, 155 = ZfBR 1998, 142; Urteil vom 30. September 1999 - VII ZR 206/98, BauR 2000, 126 = IBR 2000, 28 = NZBau 2000, 140 = ZfBR 2000, 47; Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, 81 ff.).
Für die Richtigkeit dieser Ansicht spricht insbesondere, dass auch die ersparten Aufwendungen, die von der Kündigungsvergütung nach § 649 S. 2 BGB abzuziehen sind, ebenfalls nicht fiktiv anhand der Kalkulation des Unternehmers, sondern anhand der konkreten tatsächlichen Umstände des Vertrages und somit ebenfalls anhand des tatsächlichen Aufwands der Vertragsdurchführung zu ermitteln sind (BGH, Beschluss vom 16.11.2016, VII ZR 314/13, Rz 23; Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79).
Der Besteller kann jedoch grundsätzlich nicht verlangen, dass der Unternehmer von vornherein seine gesamte Geschäftsstruktur offenlegt, um ihm die Beurteilung zu ermöglichen, welche Aufträge auch ohne die Kündigung akquiriert worden wären (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, 85).
Vergütungsanspruch des Auftragnehmers nach Auftraggeberkündigung eines …
Erspart sind nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs diejenigen Aufwendungen, die der Unternehmer ohne die Kündigung gehabt hätte und die infolge der Kündigung entfallen sind (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, 83, juris Rn. 13;… Urteil vom 21. Dezember 1995 - VII ZR 198/94, BGHZ 131, 362, 365, juris Rn. 14).
Gewinn und Allgemeine Geschäftskosten, die nicht projektbezogen anfallen, sind nicht erspart (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 326/98, aaO;… Urteil vom 30. September 1999 - VII ZR 206/98, BauR 2000, 126, 128, juris Rn. 13 = NZBau 2000, 140;… Urteil vom 14. Januar 1999 - VII ZR 277/97, BGHZ 140, 263, 269, juris Rn. 25).
Da sich die Beklagte hier - mit den Einwänden fehlender Schlussrechnung trotz Schlussrechnungsreife, unzulässiger Geltendmachung einer Einzelposition und fehlender Abnahme - nicht nur gegen die Fälligkeit des von der Klägerin geltend gemachten Werklohnanspruchs wendet, sondern auch Einwendungen erhoben hat, nach denen - unabhängig von dem Einwand fehlender Fälligkeit dieses Werklohnanspruchs - ein solcher Werklohnanspruch der Klägerin überhaupt nicht bestehen soll, sind diese (weitergehenden) Einwendungen der Beklagten vom Senat vorrangig zu prüfen (…vgl. Kniffka/Koeble, a.a.O., 5. Teil, Rn 156), zumal sie insoweit zu einem anderen, im Hinblick auf die Rechtskraft erheblich weitergehenden Prozessergebnis führen können, als die Klage dann vom Senat als endgültig abzuweisen wäre (…statt wie bei nur fehlender Fälligkeit als lediglich derzeit unbegründet mit der Möglichkeit späterer erneuter Geltendmachung nach Schaffung der Fälligkeitsvoraussetzungen, vgl. Werner/Pastor, a.a.O., Rn 1786 mwN;… Kniffka/Koeble, a.a.O., 5. Teil, Rn 155 mwN; vgl. zum beschränkten Umfang der Rechtskraft der Abweisung als "derzeit unbegründet" auch: BGH, Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79; Urteil vom BGH, Urteil vom 02.12.1981, IVb ZR 638/80, BGHZ 82, 246; BGH, Urteil vom 23.05.1957, II ZR 250/55, BGHZ 24, 279;… Zöller-Vollkommer, a.a.O., Vor § 322, Rn 58).
Der Auftraggeber kann jedoch grundsätzlich nicht verlangen, dass der Auftragnehmer von vornherein seine gesamte Geschäftsstruktur offen legt, um ihm die Beurteilung zu ermöglichen, welche Aufträge auch ohne die Kündigung akquiriert worden wären (BGH, Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 326/98; Jansen BauR 2011, 371, 378;… vgl. im Einzelnen zur Abrechnung beim Einheitspreisvertrag bzw. beim Pauschalvertrag: Kniffka/Koeble, a.a.O., 9. Teil, Rn 26 ff. bzw. 33 ff. - Einheitspreisvertrag - bzw. 36 ff. - Pauschalvertrag;… Kniffka-Schmitz, ibr-online-Kommentar, Stand 12.03.2018, § 648 n.F., Rn 77 mwN bzw. 106 ff. - Einheitspreisvertrag - bzw. 116 ff. - Pauschalvertrag - vgl. auch Palandt-Sprau, a.a.O., § 649, Rn 11).
Der Auftraggeber kann indes grundsätzlich nicht verlangen, dass der Auftragnehmer von vorneherein seine gesamte Geschäftsstruktur offenlegt, um ihm die Beurteilung zu ermöglichen, welche Aufträge auch ohne die Kündigung akquiriert worden wären (vgl. BGH, Urteil vom 28.10.1999, VII ZR 326/98;… Kniffka/Koeble, a.a.O., 9. Teil, Rn 31; Jansen, BauR 2011, 371/378;… Ingenstau/Korbion-Joussen/Vygen, a.a.O., § 8 Abs. 1 VOB/B, Rn 80 mwN; vgl. zuletzt auch KG, Urteil vom 15.06.2018, 21 U 140/17).
Damit legt sie zu Recht zugrunde, dass die ersparten Aufwendungen im Sinne des § 649 Satz 2 BGB nicht fiktiv, sondern konkret anhand der tatsächlichen Umstände des Vertrags und damit auch anhand des tatsächlichen Aufwands zu ermitteln sind (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, 87 f., juris Rn. 29 f.).
Die maßgebliche Größe, die zwischen den Vertragsparteien typischerweise in Streit steht, sind die tatsächlichen hypothetischen Kosten, die der Unternehmer durch die Kündigung erspart hat (BGH, Beschluss vom 16. November 2016, VII ZR 314/13, Rz 23; Urteil vom 28. Oktober 1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Auflage, 2014, Teil 9, Rz 29).
46 (2) Hinsichtlich der Frage, ob eine schlüssige Abrechnung der großen Kündigungsvergütung des Unternehmers voraussetzt, dass er Angaben zu seinem anderweitigen Erwerb macht, der ihm durch die Kündigung möglich wurde, so verlangt die Rechtsprechung des BGH nach dem Verständnis des Senats Folgendes: Der Unternehmer muss zwar darlegen, welchen anderweitigen Erwerb "er sich anrechnen lassen muss" (vgl. BGH, Urteil vom 6. März 2014, VII ZR 349/12, BGHZ 200, 274, Rz 21 m.w.N.), allerdings kann dies auch konkludent geschehen (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, Rz 17).
Zudem ist der Unternehmer im Grundsatz nicht verpflichtet ist, seine "gesamte Geschäftsstruktur" von vornherein offenzulegen (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, Rz 17;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Auflage, 2014, Teil 9, Rz 32; vgl. auch Jansen, BauR 2011, 371 ff).
Natürlich muss diese Darlegung des Unternehmers wahrheitsgemäß sein (BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79, Rz 17), dies ändert aber nichts an den Schlüssigkeitsanforderungen, denn die Wahrheit des Parteivortrags ist im Rahmen der Schlüssigkeitsprüfung zu unterstellen und kann dort deshalb nicht überprüft werden.
Ist deren Höhe streitig, kommt es nicht darauf an, wie die Klägerin ihre Aufwendungen kalkuliert hat, sondern wie sie ihr im hypothetischen Fall der Vertragsdurchführung tatsächlich entstanden wären (BGH, Beschluss vom 16. November 2016, VII ZR 314/13, Rz 23; Urteil vom 28. Oktober 1999, VII ZR 326/98, BGHZ 143, 79;… Kniffka/Koeble, Kompendium des Baurechts, 4. Auflage, 2014, Teil 9, Rz 29).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Tenorierung bei nicht fälligen Forderungen darf die Klage in diesem Fall nicht als endgültig unbegründet abgewiesen werden (BGHZ 127, 254, 259; BGHZ 140, 365); allerdings reicht es - worauf die Beklagte an sich zutreffend hinweist - aus, wenn sich diese Einschränkung aus den Gründen ergibt (BGHZ 143, 79, 88 f.), die hierfür ausgelegt werden müssen (…BGH, Urt. v. 28.09.2000 - VII ZR 57/00, NJW-RR 2001, 310 = BGHR ZPO § 322 Abs. 1 Rechtskraftwirkung 13 m.w.N.).
BGH, 21.12.2000 - VII ZR 467/99
BGH, 22.09.2005 - VII ZR 63/04
Zulässigkeit des Skontoabzugs nach freier Kündigung des Auftrags durch den …
BGH, 28.09.2000 - VII ZR 57/00
OLG Celle, 24.09.2008 - 7 U 12/05
Freie Kündigung eines Bauvertrages durch den Auftraggeber: Abrechnung nicht …
OLG Schleswig, 12.10.2004 - 6 U 81/01
Zuschlag zu Unrecht versagt: Schadensersatz = Erfüllungsinteresse
OLG München, 26.02.2013 - 9 U 2340/11
Abrechnung erbrachter Leistungen nach vorzeitiger Beendigung eines Bauvertrages; …
OLG Rostock, 02.05.2007 - 2 U 54/03
Honoraranspruch nach freier Kündigung eines Architektenvertrages: Anforderungen …
OLG Frankfurt, 24.04.2006 - 8 U 131/05
Projektsteuerungsvertrag: Rechtliche Einordnung bei Übernahme von Verpflichtungen …
OLG Karlsruhe, 10.05.2005 - 8 U 238/04
Nichtgenehmigungsfähigkeit der Planung: Kündigung?
OLG Celle, 27.03.2003 - 14 U 19/02
Architektenvertrag: Wichtiger Grund zur Kündigung bei zögerlicher und …
OLG Brandenburg, 02.08.2006 - 4 U 185/00
Ansprüche auf Zahlung restlichen Architektenhonorars; Prüffähigkeit und …
§ 691 Abs. 2 ZPO ist analog auf die Fälle anzuwenden, in denen das Amtsgericht …
LG Düsseldorf, 16.03.2012 - 22 O 12/10
Sekundäre Darlegungslast des Werkunternehmers in Bezug auf die ersparten …
BGH, 12.03.2008 - IV ZR 228/07
Umfang der Rechtskraft der Klageabweisung als zur Zeit unbegründet; Rechtsfolgen …
Verstoß von Vertragsstraferegelungen gegen das Transparenzgebot; Höhe des einem …
OLG Frankfurt, 03.05.2007 - 12 U 255/04
Architektenvertrag: Honorar für nicht erbrachte Leistungen
OLG Koblenz, 01.12.2005 - 6 U 951/04
Steuerberatervertrag: Vergütung und Schadensersatz bei Annahmeverzug des …
BGH, 04.06.2008 - IV ZR 293/07
OLG Stuttgart, 17.03.2003 - 6 U 232/02
Haustürgeschäft: Begriff der Freizeitveranstaltung und der öffentlich …
OLG Saarbrücken, 28.11.2000 - 4 U 90/00
Berücksichtigung der Kosten der Gebäudeausrüstung bei den anrechenbaren Kosten
LG Landshut, 30.08.2017 - 73 O 1487/14
Vorhaben, Schlussrechnung, Berechnung, Einkommen, Frist, Aufwendungen, …
OLG München, 24.03.2015 - 9 U 3489/14
Verwirkung und Verjährung des Anspruchs auf Ingenieurhonorar
OLG Koblenz, 28.11.2002 - 5 U 1714/01
Honorarforderung eines Architekten für die Erstellung von Bauleitplänen
OLG Dresden, 16.10.2008 - 10 U 2093/07
Architekten & ingenieure - Architektenhonorar: Schlussrechnung mittels Klage
KG, 25.11.2016 - 21 U 31/14
Verlust des Anspruchs auf Beseitigung eines Mangels aufgrund Abnahme
OLG Oldenburg, 20.03.2002 - 2 U 4/02
Skonto mit Einhaltung der VOB/B-Zahlungsfristen koppeln?
OLG München, 17.09.2013 - 9 U 4699/12
Nachträge sind kein Kündigungsgrund!
VK Bund, 29.12.2010 - VK 2-128/10
Beschaffung von Elektroinstallationsleistungen (MS/NS-, BK- und …
LG Frankfurt/Oder, 09.02.2015 - 16 S 72/13
Bauvertrag "frei" gekündigt: Auftraggeber muss höhere Ersparnisse beweisen!
OLG Bamberg, 22.07.2005 - 3 U 19/05
Haustürgeschäft nicht stets widerrufbar!

References: § 649
 § 8
 § 649
 § 8

§ 649
 § 8

§ 8
 § 649

§ 8
 § 649
 § 322
 § 648
 § 649
 § 8
 § 649
 BGH 
 § 322

§ 691