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Timestamp: 2019-10-15 18:05:59+00:00

Document:
Landesrecht Sachsen-Anhalt LwG LSA | Landesnorm Sachsen-Anhalt | Gesamtausgabe | Landwirtschaftsgesetz Sachsen-Anhalt (LwG LSA) vom 28. Oktober 1997 | gültig ab: 05.11.1997
Landwirtschaftsgesetz Sachsen-Anhalt (LwG LSA) vom 28. Oktober...
§ 5 - § 10 Teil 2 - Förderung von Maßnahmen
§ 11 - § 18 Teil 3 - Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung...
§ 18 - § 20 Teil 4 - Schutz von Belegstellen für Bienen
§ 19 - § 22 Teil 5 - Schlußbestimmungen
Amtliche Abkürzung: LwG LSA
Ausfertigungsdatum: 28.10.1997
Gültig ab: 05.11.1997
Fundstelle: GVBl. LSA 1997, 919
Gliederungs-Nr: 780.1
Landwirtschaftsgesetz Sachsen-Anhalt (LwG LSA)
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 18 (alt) zu § 17 (neu) sowie neuer Teil 4 eingefügt (bisheriger Teil 4 wird Teil 5), bisherige §§ 19 und 20 werden die §§ 21 und 22 durch Gesetz vom 10. Dezember 2010 (GVBl LSA S. 567)
Landwirtschaftsgesetz Sachsen-Anhalt (LwG LSA) vom 28. Oktober 1997 05.11.1997
Teil 1 - Allgemeine Bestimmungen 05.11.1997
§ 1 - Zweck des Gesetzes 05.11.1997
§ 2 - Aufgaben der Landwirtschaft 05.11.1997
§ 3 - Förderungsgrundsätze 05.11.1997
§ 4 - Förderungsempfänger 05.11.1997
Teil 2 - Förderung von Maßnahmen 05.11.1997
§ 5 - Agrarforschung 05.11.1997
§ 6 - Aus-, Fort- und Weiterbildung 05.11.1997
§ 7 - Beratung 05.11.1997
§ 8 - Marketing und Absatzförderung 05.11.1997
§ 9 - Ernährung 05.11.1997
§ 10 - Selbsthilfeeinrichtungen 05.11.1997
Teil 3 - Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft 05.11.1997
§ 11 - Ländlicher Raum 05.11.1997
§ 12 - Ländliche Entwicklung 01.01.2010
§ 13 - Förderung von Erwerbskombinationen 05.11.1997
§ 14 - Schutz des Bodens 05.11.1997
§ 15 - Entzug von Boden 05.11.1997
§ 16 - Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen 05.11.1997
§ 17 - Gemeinnütziges Siedlungsunternehmen 17.12.2010
Teil 4 - Schutz von Belegstellen für Bienen 17.12.2010
§ 18 - Zucht von Bienenvölkern 17.12.2010
§ 19 - Bienenbelegstellen 17.12.2010
§ 20 - Ordnungswidrigkeiten 17.12.2010
Teil 5 - Schlußbestimmungen 17.12.2010
§ 21 - Bericht an den Landtag 17.12.2010
§ 22 - Inkrafttreten 17.12.2010
(1) Zweck des Gesetzes ist es, im Interesse einer Bestandssicherung der Landwirtschaft und der Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung des ländlichen Raumes dazu beizutragen, daß die Landwirtschaft chancengleich innerhalb der Gesamtwirtschaft ihre gesellschaftspolitischen Aufgaben zum Wohle der Allgemeinheit erfüllen kann. Ein besonderes Anliegen ist dabei die Erhaltung und Entwicklung einer wettbewerbsfähigen und zugleich umweltschonenden und nachhaltigen flächendeckenden Landwirtschaft.
(2) Diesem Zweck dienen öffentliche Einrichtungen, insbesondere die für Versuchs-, Beratungs- und Untersuchungsaufgaben zuständigen nachgeordneten Facheinrichtungen sowie staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die auf den Gebieten der Agrar-, Umwelt- und Biowissenschaften tätig sind, und Maßnahmen und Förderprogramme des Landes einschließlich der Bereitstellung öffentlicher Mittel.
(3) Landwirtschaft im Sinne dieses Gesetzes ist die Bodenbewirtschaftung zur Gewinnung pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse, einschließlich des Garten-, Obst- und Weinbaus, die Nutztierhaltung sowie die Fischerei- und die Imkereiwirtschaft. Für die Forstwirtschaft gelten die Regelungen des Landeswaldgesetzes vom 13. April 1994 (GVBl. LSA S. 520) .
Aufgaben der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft dient auch der Allgemeinheit, insbesondere durch
die Erzeugung qualitativ hochwertiger pflanzlicher und tierischer Erzeugnisse sowie nachwachsender Rohstoffe,
die Erhaltung, Gestaltung und Pflege der Kulturlandschaft,
die Erhaltung und Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen, durch ordnungsgemäße Landbewirtschaftung und artgerechte Tierhaltung,
die Erhaltung und Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstruktur im ländlichen Raum.
(1) Das Land fördert unter Berücksichtigung und zur Ergänzung der Förderungsmaßnahmen des Bundes und der Europäischen Gemeinschaft die Aufgaben nach § 2 im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
(2) Die Förderung soll die Eigeninitiative anregen und die Selbsthilfe unterstützen und ergänzen, ohne daß dadurch die Freiheit der Entscheidung und die Verantwortlichkeit der geförderten Personen und Unternehmen beeinträchtigt wird.
(4) Der Erhalt und die Erschließung neuer Arbeitsplätze im ländlichen Raum unter besonderer Berücksichtigung von Frauenarbeitsplätzen sind weiteres Ziel der Förderung.
(5) Die Förderung kann insbesondere durch Gewährung von Zuschüssen, öffentlichen Darlehen, zinsverbilligten Kapitalmarktdarlehen und Bürgschaftsgarantien erfolgen.
(6) Bei der Förderung sind die Belange des Umwelt- und Naturschutzes sowie die Erfordernisse der Raumordnung zu berücksichtigen.
(7) Die finanzielle Förderung setzt einen Antrag voraus. Ein Rechtsanspruch auf Förderung auf Grund dieses Gesetzes besteht nicht.
(8) Das Land prüft die bestimmungsgemäße Verwendung der Förderungsmittel. Es kann die hierfür erforderlichen Auskünfte verlangen und Einsicht in die Geschäftsunterlagen nehmen.
(1) Gefördert werden landwirtschaftliche Unternehmen im Haupt- und Nebenerwerb und deren Zusammenschlüsse. Gefördert werden auch Unternehmen der ersten Verarbeitungsstufe landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Es können auch solche Einrichtungen gefördert werden, die dem Zweck dieses Gesetzes dienen.
(2) Die Förderung kann abhängig gemacht werden insbesondere von
einer ausreichenden Ausbildung,
einer angemessenen Fort- und Weiterbildung, insbesondere im Rahmen staatlicher, berufsständischer und genossenschaftlicher Einrichtungen,
der Anwendung von Erzeugungsregeln,
der Teilnahme an Selbsthilfeeinrichtungen und sonstigen Zusammenschlüssen der Landwirtschaft, wenn dies für das Unternehmen zumutbar und für das erstrebte Entwicklungsziel zweckmäßig ist.
(2) Das Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt kann unter Zuweisung gesonderter Haushaltsmittel bei den Hochschulen und landeseigenen Forschungseinrichtungen wissenschaftliche und gutachterliche Arbeiten in Auftrag geben. Das Recht, sich nachgeordneter Behörden sowie länderübergreifender Einrichtungen zu bedienen, bleibt unberührt.
(1) Die berufliche Aus-, Fort- und Weiterbildung für die Tätigkeit in der Landwirtschaft, insbesondere von Frauen, wird gefördert. Für den Besuch von staatlichen und nichtstaatlichen Bildungseinrichtungen im landwirtschaftlichen Bereich können Beihilfen gewährt werden.
(2) Das Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt wird ermächtigt, durch Verordnung im Einvernehmen mit dem Ministerium der Finanzen für die staatlichen landwirtschaftlichen Lehranstalten eine Entlastung von den Kosten der Lernmittel sowie von Gebühren festzulegen.
(1) Das Land fördert die Beratung der landwirtschaftlichen Unternehmen. Das Land unterstützt die Unternehmen finanziell bei der Inanspruchnahme der vom Land anerkannten Beraterinnen und Berater durch Gewährung von Beratungskostenzuschüssen.
(2) Die fachliche Beratung der landwirtschaftlichen Unternehmen ist darauf gerichtet, die eigenverantwortliche Entscheidung zur wirtschaftlichen Führung des Unternehmens und zur stärkeren Berücksichtigung ökologischer Anforderungen zu ermöglichen.
(4) Das Ministerium für Raumordnung, Landwirtschaft und Umwelt wird ermächtigt, durch Verordnung die Anerkennung zu regeln und dabei das Verfahren und Anforderungen insbesondere an die Qualifikation und Fortbildung festzulegen, um zu gewährleisten, daß nur fachlich geeignete Beraterinnen und Berater im Rahmen der geförderten Beratung tätig werden.
(6) Die für Versuchs- und Untersuchungsaufgaben zuständigen Einrichtungen wirken unterstützend durch die Erarbeitung von fachlichen Grundsätzen und Beratungsunterlagen.
Marketing und Absatzförderung
(1) Zur Verbesserung der Marktsituation für den Absatz landwirtschaftlicher Produkte, einschließlich nachwachsender Rohstoffe, können Erzeugergemeinschaften und Absatzorganisationen für zentrales und regionales Marketing sowie für den Aufbau neuer Märkte gefördert werden.
(2) Zur Stärkung der Marktstellung der erzeugenden Unternehmen und zu einer möglichst wirtschaftlichen Vermarktung können geeignete Maßnahmen hierfür gefördert werden.
(3) Das Land kann sich bei der Erfüllung dieser Aufgaben Dritter bedienen.
(1) Für die Erzeugung qualitativ hochwertiger und verbrauchergerechter Lebensmittel ist zu sorgen. Dabei ist den Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft und der Gesundheitsvorsorge Rechnung zu tragen. Das Land fördert diese Aufgabe durch Beratung der erzeugenden sowie der be- und verarbeitenden Unternehmen und durch Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher.
(2) Die für Forschungs-, Versuchs- und Untersuchungsaufgaben zuständigen öffentlichen Einrichtungen haben Produktionsverfahren im Interesse der Erzeugung einwandfreier Lebensmittel laufend zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
(3) Programme der Selbstkontrolle landwirtschaftlicher Produkte, die dem vorbeugenden Verbraucher- und Gesundheitsschutz dienen, können gefördert werden.
(1) Landwirtschaftliche Selbsthilfeeinrichtungen und deren Vereinigungen können gefördert werden, wenn sie geeignet sind, die wirtschaftliche oder soziale Lage der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen, insbesondere von Frauen, zu verbessern, und ohne die Förderung die Durchführung der satzungsgemäßen Aufgaben gefährdet oder wesentlich erschwert wäre.
(2) Landwirtschaftliche Selbsthilfeeinrichtungen im Sinne dieses Gesetzes sind Zusammenschlüsse von landwirtschaftlich tätigen Personen und Unternehmen in Form von Maschinen- und Betriebshilfsringen, Erzeugergemeinschaften und -organisationen sowie Züchtervereinigungen, deren Aufgabe und Tätigkeit auf die qualitative Verbesserung der Erzeugung in landwirtschaftlichen Unternehmen, den rationellen Einsatz von Betriebsmitteln oder die Organisation der überbetrieblichen Arbeitsaushilfe gerichtet sind und die nach der Satzung unabhängig von wirtschaftlichen Unternehmungen sind sowie finanziell nicht von solchen getragen oder gestützt werden.
(3) Sonstige Zusammenschlüsse, deren Aufgaben und Tätigkeiten nachhaltig dem Zweck dieses Gesetzes dienen, können ebenfalls gefördert werden. Dazu gehören zentrale Einrichtungen, zu deren satzungsgemäßen Aufgaben die Ausbildung, die Anstellung und der rationelle Einsatz haupt- und nebenberuflicher Betriebs- und Haushaltshilfen sowie Hilfen zur Kinderbetreuung gehören. Leistungen öffentlich-rechtlicher Rechtsträger, auf die ein Rechtsanspruch besteht, sind zu berücksichtigen.
(4) Für Zusammenschlüsse, die abschließend durch Gemeinschafts- oder Bundesrecht geregelt sind, gelten die dort festgelegten Förderungsgrundsätze.
Erhaltung, Gestaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft
(1) Der ländliche Raum ist als eigenständiger Wirtschafts-, Wohn-, Erholungs-, Sozial-, Arbeits-, Kultur- und ökologischer Ausgleichsraum unter Berücksichtigung der Grundsätze und Ziele der Raumordnung und Landesentwicklung zu fördern.
Bei den Ämtern für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten werden zur Einbeziehung der Landkreise und kreisfreien Städte in die Gestaltung der ländlichen Entwicklung der Amtsbezirke Arbeitsgemeinschaften eingerichtet, in denen die Landkreise und kreisfreien Städte mit Sitz und Stimme vertreten sind. Die Landesregierung wird ermächtigt, durch Verordnung insbesondere zu regeln:
die Zusammensetzung der Arbeitsgemeinschaften,
den Sitzungsrhythmus,
den erstmaligen Vorsitz der Arbeitsgemeinschaften und den anschließenden regelmäßigen Wechsel des Vorsitzes zwischen den Landkreisen und den Ämtern für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten,
die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaften,
die Aufgaben der Ämter für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten als Geschäftsstelle für die Arbeitsgemeinschaften,
die Einrichtung von Regionalbudgets für Maßnahmen der integrierten ländlichen Entwicklung.
(1) Für die Schaffung von Beherbergungseinrichtungen für Urlaub und Freizeit auf dem Lande und für Maßnahmen zur Direktvermarktung können Zuschüsse gewährt werden.
(2) Diese Zuschüsse können abweichend von § 4 auch Personen gewährt werden, die in der Landwirtschaft im Haupt- oder Nebenberuf tätig sind oder waren. Die Vorschriften des Arbeitsförderungsgesetzes sind zu beachten.
(3) Die wirtschaftliche Lage der antragstellenden Personen und Unternehmen ist bei der Bewilligung der Förderungsmittel zu berücksichtigen.
(1) Zum Schutz des Bodens vor Wind- und Wassererosionen sowie vor Austrocknung, zur Hebung seiner Fruchtbarkeit und zur Gestaltung der Landschaft sollen eine den Standortbedingungen und den landeskulturellen Erfordernissen entsprechende Nutzungsart und Bewirtschaftung des Bodens gesichert werden. Die zuständigen öffentlichen Stellen haben auf eine den Erfordernissen des Satzes 1 entsprechende Wald-Feld-Verteilung hinzuwirken.
(2) Durch Gehölzpflanzungen außerhalb des Waldes, insbesondere an Wasserläufen, Straßen und Wegen, sollen unter Berücksichtigung der verkehrstechnischen Sicherheit alle Möglichkeiten genutzt werden, die geeignet sind, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu mehren, die landwirtschaftliche Produktion sowie das Landschaftsbild und den Erholungswert der Landschaft zu verbessern und den Naturschutz zu fördern.
Entzug von Boden
Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen
Gemeinnütziges Siedlungsunternehmen
(1) Das gemeinnützige Siedlungsunternehmen des Landes im Sinne des § 1 des Reichssiedlungsgesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2331-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Artikel 2 Nr. 24 des Gesetzes vom 8. Dezember 1986 (BGBl. I S. 2191), das nach Maßgabe der Anlage I Kapitel VI Sachgebiet E Abschnitt III Nr. 1 des Einigungsvertrages vom 31. August 1990 (BGBl. II S. 885, 1017) fortgilt, hat als Organ der staatlichen Agrar- und Strukturpolitik die Aufgabe, zur Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Bereich beizutragen. Es steht unter der Aufsicht der Landesregierung.
(2) Das gemeinnützige Siedlungsunternehmen hat, unbeschadet anderer gesetzlicher Bestimmungen, die von ihm erworbenen Grundstücke unmittelbar oder im Wege des Tausches zur Verbesserung der Agrar- und Infrastruktur zu verwenden. Landwirtschaftliche Grundstücke, die durch Ausübung des Vorkaufsrechts nach dem Reichssiedlungsgesetz oder mit staatlicher Finanzierungshilfe erworben werden, daraus erzielte Pachteinnahmen, Erlöse aus Veräußerungen von Grundstücken oder Rechten an solchen sowie von Gebietskörperschaften und sonstigen Dritten bereitgestellte Grundstücke sind in einem Bodenfonds zu vereinigen.
(3) Das Siedlungsunternehmen verwaltet und verwendet die Flächen des Bodenfonds nach kaufmännischen Gesichtspunkten im Einvernehmen mit den örtlich und sachlich zuständigen Behörden; die Vergütungen für die Leistungen des Unternehmens werden dem Fonds entnommen.
(4) Das Land kann dem gemeinnützigen Siedlungsunternehmen für den Ankauf von Land Mittel zur Verfügung stellen.
Schutz von Belegstellen für Bienen
Zucht von Bienenvölkern
(1) Bienen leisten als staatenbildende und staatenüberwinternde Insekten durch ihre Bestäubungsleistung einen wesentlichen Beitrag bei der Erhaltung der Artenvielfalt von Flora und Fauna sowie zur Ausschöpfung der Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Nutzpflanzen. Ihre Haltung und Zucht bedarf daher der besonderen Fürsorge und Förderung.
(2) Zur Erhaltung der in Sachsen-Anhalt standortgebundenen Zucht leistungsfähiger, vitaler und friedfertiger Bienenvölker ist bei der Bienenzucht die Reinzucht durch Königinnen mit ausgewählten Drohnen an anerkannten Paarungsplätzen (Bienenbelegstellen) sicherzustellen.
(1) Das für Landwirtschaft zuständige Ministerium wird ermächtigt, durch Verordnung Schutzbezirke um Bienenbelegstellen auszuweisen, zu ändern oder aufzulösen. In der Verordnung nach Satz 1 können nähere Bestimmungen zum Schutz der Bienenbelegstellen getroffen werden, insbesondere über
die Errichtung von Schutzbezirken für Belegstellen einschließlich ihrer Voraussetzungen,
die zum Schutz der Belegstellen erforderlichen Verbote und Verhaltenspflichten,
die Einführung, die Voraussetzungen und das Verfahren einer Zulassungspflicht für das Betreiben von Belegstellen sowie
die Errichtung von Schutzbezirken in Sachsen-Anhalt für Belegstellen anderer Bundesländer im Grenzbereich zu Sachsen-Anhalt.
Vor dem Erlass der Verordnung ist der Landesimkerverband Sachsen-Anhalt e.V. anzuhören.
(2) Der Schutzbezirk ist unter Berücksichtigung der natürlichen Gegebenheiten für Belegstellen in der Regel mit einem Radius von mindestens sieben Kilometern bis maximal zehn Kilometern festzusetzen.
(3) Im Schutzbezirk einer Bienenbelegstelle ist es verboten, Bienenvölker oder Drohnen anderer Zuchtlinien als die von der Belegstelle gehaltenen Bienenvölker zu halten oder dorthin zu verbringen. Das für Landwirtschaft zuständige Ministerium wird ermächtigt, in der Verordnung nach Absatz 1 für besondere Zuchtzwecke Ausnahmen zuzulassen. Für die Haltung im Schutzbezirk oder die Verbringung von Bienenvölkern gleicher Zuchtlinien in den Schutzbezirk ist die vorherige Bestätigung des zuständigen Amtstierarztes über die Einhaltung der tierseuchenrechtlichen Vorschriften erforderlich.
(4) Widerrechtlich in Schutzbezirken aufgestellte Bienenvölker sind unverzüglich zu entfernen. Kommt ein Bienenhalter dieser Pflicht trotz Aufforderung durch die zuständige Behörde nicht nach, so kann diese Zwangsmittel einsetzen und insbesondere die Rückführung der Bienenvölker zum Heimatstandort auf Kosten und Gefahr des Eigentümers durchführen.
entgegen § 19 Abs. 3 Satz 1 Bienenvölker anderer Zuchtlinien als die von der Belegstelle gehaltenen Bienenvölker in dem Schutzbezirk hält oder dorthin verbringt, ohne dass dies für besondere Zuchtzwecke zugelassen ist,
einer vollziehbaren Auflage zuwiderhandelt.
(2) Ordnungswidrigkeiten können mit einer Geldbuße bis zu zehntausend Euro geahndet werden.
Das für Landwirtschaft zuständige Ministerium legt dem Landtag alle zwei Jahre einen Bericht über die Sicherung der gesellschaftspolitischen Aufgaben der Landwirtschaft unter Berücksichtigung der aktuellen Einkommenssituation vor.

References: § 5
 § 10

§ 11
 § 18

§ 18
 § 20

§ 19
 § 22
 § 18
 § 17

§ 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10

§ 11

§ 12

§ 13

§ 14

§ 15

§ 16

§ 17

§ 18

§ 19

§ 20

§ 21

§ 22
 § 2
 § 4
 § 1
 § 19