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Timestamp: 2020-02-17 09:35:48+00:00

Document:
Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum : Berlin-Mitte ; Zentrale Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice ; offener Realisierungswettbewerb / Hrsg.: Humboldt-Univ. zu Berlin, Techn. Abt.
Offener Realisierungswettbewerb für Architekten "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" - Zentrale Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin
Universität <Berlin, Humboldt-Universität>
Universitätsbibliothek <Humboldt-Universität> ; Architekturwettbewerb ; Online-Publikation
Elektronische Ressource (PDF-Datei: 76 S., 2.12 MB)
urn:nbn:de:kobv:109-opus-200661
Zentrale Universitätsbibliothek und Computerund Medienservice
Offener Realisierungswettbewerb Ausschreibung
K. F. Schinkel, Erster Entwurf für einen Bibliotheksbau im Garten der Universität an der Universitätsstraße, Gebäudeansicht, 1833; Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett (Schinkel SM 30.10 Bibliotheksentwurf)
Offener Realisierungswettbewerb für Architekten ‚Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum’ Zentrale Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin Ausschreibung
Herausgeber Humboldt-Universität zu Berlin Technische Abteilung Wettbewerbsdurchführung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin-Mitte Informationstechnik / Internet competitionline GmbH, Berlin
Anlass und Ziel ........................................................................................ 7 Teil 1 Verfahren........................................................................................ 9 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 Auslober, Bauherr, Nutzer............................................................... 9 Art des Verfahrens ........................................................................ 10 Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe................................ 11 Teilnahmeberechtigung................................................................. 12 Preisgericht und Vorprüfung.......................................................... 13 Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen........................................... 16 Abgabe der Wettbewerbsarbeiten................................................. 16 Rückfragen und Kolloquium .......................................................... 17 Verzeichnis der Wettbewerbsunterlagen ...................................... 18 Geforderte Leistungen................................................................... 19 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung ......................................... 21 Preise und Ankäufe ....................................................................... 22 Weitere Bearbeitung...................................................................... 22 Eigentum und Urheberrecht .......................................................... 23 Verfassererklärung ........................................................................ 23 Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten ........... 24 Haftung und Rückgabe.................................................................. 25 Zusammenfassung der Termine ................................................... 25
Teil 2 Situation und Planungsvorgaben .............................................. 27 Konzeption der Informationsversorgung in Berlin-Mitte ................ 28 Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin ............ 28 Computer- und Medienservice ...................................................... 29 Kooperation zwischen dem Computer- und Medienservice (CMS) und der Universitätsbibliothek............................................ 30 2.5 Historische Entwicklung des Standorts ......................................... 31 2.6 Städtebauliches Umfeld des Wettbewerbsgebiets........................ 37 2.7 Das Wettbewerbsgrundstück ........................................................ 47 2.8 Verkehr und Erschließung............................................................. 50 2.9 Ver- und Entsorgung ..................................................................... 51 2.10 Planungsrecht................................................................................ 52 Teil 3 Wettbewerbsaufgabe .................................................................. 53 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 Städtebaulich- architektonische Zielsetzung................................. 53 Erschließung / Stellplätze.............................................................. 53 Baulich-funktionale Zielsetzung..................................................... 54 Erläuterungen zum Bedarfs- und Raumprogramm ....................... 56 Raumprogramm............................................................................. 66 Technische Gebäudeausrüstung .................................................. 68 Bauliche Maßnahmen für Behinderte............................................ 71 2.1 2.2 2.3 2.4
Baurechtliche Vorschriften, Normen und Richtlinien..................... 72 Wirtschaftliche Zielsetzung............................................................ 73 Ökologische Zielsetzung ............................................................... 75 Beurteilungskriterien des Preisgerichts......................................... 75
Teil 4 Anhang ......................................................................................... 77 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 Raumprogrammlisten Farbliche Kennzeichnung der Programmbereiche Fotodokumentation Quellennachweis Verfassererklärung
Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum / Anlass und Ziel
1810 nach der Konzeption von Wilhelm von Humboldt gegründet, ist die heutige Humboldt-Universität zu Berlin die "Mutter aller modernen Universitäten". Mit innovativen Ideen in Studium, Forschung und Organisation trägt sie auch weiterhin dem Reformimpuls ihrer Gründung Rechnung. Die Universitätsbibliothek wurde im Jahre 1832 gegründet. Sie begleitet seitdem als zentrale Informationseinrichtung die wissenschaftliche Arbeit an der Universität und hat in ihrer über 170 Jahre alten Geschichte einen umfangreichen und wertvollen Buchbestand aufgebaut. Heute besteht sie aus der Zentralen Universitätsbibliothek (ZUB) und 18 Zweigbibliotheken. Seit fast hundert Jahren ist die ZUB als Mieterin in den Räumen der Staatsbibliothek in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptgebäude der Universität untergebracht. Aufgrund der Ausbauplanungen der Staatsbibliothek wird ein Neubau für die Universitätsbibliothek erforderlich, der bis zum Jahr 2007 fertig gestellt sein soll. Das Baugrundstück liegt zentral im so genannten “Universitätsquartier Mitte”, welches sich entlang der Universitäts- und Geschwister-Scholl-Straße zwischen der Berliner Prachtstraße “Unter den Linden” und der nördlich gelegenen Spree erstreckt. In unmittelbarer Nähe liegen das Forum Fridericianum und die Museumsinsel. Für den Neubau ist die Bezeichnung "Jacob und Wilhelm GrimmZentrum” (Grimm-Zentrum) vorgesehen. Sie ist deutlich sichtbar an dem Gebäude anzubringen. Mit dem Neubau der Universitätsbibliothek soll das innovative Konzept fortgesetzt werden, wie es für den Standort Adlershof im Erwin Schrödinger-Zentrum im naturwissenschaftlichen Quartier der Universität im Jahr 2003 bereits realisiert wurde: Die beiden Zentraleinrichtungen Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice (CMS, ehemals Rechenzentrum) bieten aus einer Hand eine umfassende Dienstleistung an. Sie treten gemeinsam als eine zentrale Serviceeinrichtung für Informations-, Kommunikations- und Multimediadienstleistungen auf. Sie sind ein Zentrum der Informationsversorgung und des -austausches sowie ein Ort des Lernens und Forschens. In der Architektur des Gebäudes soll sich das Selbstverständnis der Humboldt-Universität als traditionsreiche aber gleichzeitig moderne und innovative Stätte für Lehre und Forschung von internationalem Rang ausdrücken. In dem Gebäude werden Menschen viele Stunden am Tag studieren, forschen und kommunizieren. Die Architektur soll deshalb Räume schaffen, wo man einerseits ruhig und konzentriert arbeiten kann, - wo man andererseits gerne verweilt, sich wohl fühlt, sich treffen und austauschen kann. An die Gebäudelösung werden hohe Anforderungen bezüglich des ökologischen und kostensparenden Bauens gestellt. Die ökologischen Planungskriterien des Senats von Berlin für Wettbewerbe sind zu beachten. Die Herstellung und Betreibung des Gebäudes müssen den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Auslobers entsprechen. Für die Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten sind die voraussichtlichen Kosten für die Herstellung und die Bewirtschaftung von entscheidender Bedeutung.
- Die Gesamtkosten (Kostengruppen 1-7 incl. 16 v. H. Mehrwertsteuer) für das Vorhaben dürfen 75 Mio. € nicht überschreiten. - Aufgrund der bekannten Situation der öffentlichen Haushalte - mit den entsprechenden, teilweise drastischen Auswirkungen auf die Universität kann der Auslober sich nur für eine Lösung entscheiden, die vergleichsweise niedrigere Bewirtschaftungskosten erwarten lässt.
Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum / Teil 1 Verfahren
Auslober Humboldt-Universität zu Berlin Unter den Linden 6 D-10099 Berlin www.hu-berlin.de mit der Wettbewerbsvorbereitung und –durchführung beauftragt: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Behrenstraße 42 10117 Berlin Bernd Hagelberg, II D 13 Tel.: +49 (0)30/ 9020-5148 bzw. -5515 Fax: +49 (0)30/ 9020-5653 e-mail: wettbewerbe@senstadt.verwalt-berlin.de mit der informationstechnischen Umsetzung des Wettbewerbsverfahrens beauftragt: competitionline GmbH Fidicinstr. 38 10965 Berlin Dipl.-Ing. Constanze Meyer Dipl.-Ing. Angelika Fittkau Tel.: +49 (0)30/ 53 007 942 Fax.: +49 (0)30/ 53 007 945 e-mail: wettbewerbe@competitionline.de Bauherr Humboldt-Universität zu Berlin mit der Wahrnehmung der Funktion beauftragt: Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung V – Hochbau – Referat VP II Fehrbelliner Platz 2 10702 Berlin Nutzer Humboldt-Universität zu Berlin Mitwirkende Verwaltungen Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Bezirksamt Mitte von Berlin
Die Ausschreibung erfolgt als offener Realisierungswettbewerb für Architekten. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Die Kommunikation mit den Teilnehmern wird ausschließlich über das Internet geführt. Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich unter www.competitionline.de die Teilnahmeunterlagen herunterzuladen und sich während der gesamten Projektlaufzeit über den aktuellen Stand des Verfahrens eigenständig zu informieren. Unter www.competitionline.de werden alle Informationen zur Ausschreibung fortlaufend bereitgestellt und aktualisiert. Die Anmeldung zum Wettbewerb funktioniert wie folgt: 1. Registrierung bei competitionline (siehe 1.6): Durch Anklicken des Verweises „Kostenlos registrieren >>“ im grauen Login-Bereich im linken oberen Seitenbereich wird das RegistrierungsFormular aufgerufen. Bitte tragen Sie hier Ihre Adressdaten und Ihre EMail Adresse vollständig ein. Sie wählen dabei selbst einen Nutzernamen aus, mit welchem Sie sich während des gesamten Verfahrens immer wieder auf der Webseite einloggen (einwählen) können. Wenn Sie das Formular vollständig ausgefüllt haben, klicken Sie bitte auf „Registrieren“. Bei erfolgreicher Dateneingabe werden Ihnen die gemachten Angaben noch einmal angezeigt. Bitte überprüfen Sie insbesondere die richtige Schreibweise Ihrer E-Mail Adresse. Wenn alle Daten korrekt sind, drücken Sie abschließend auf „Registrierung absenden“. Zum Abschluss des Registrierungs-Vorgangs wird Ihnen der folgende Text angezeigt: Ihre Registrierung bei competitionline war erfolgreich. Eine E-Mail mit Ihren Zugangsdaten wurde an Sie versendet. Nutzer, die bereits bei competitionline registriert sind, brauchen sich nicht erneut zu registrieren. Bereits vorhandene Nutzernamen und Passwörter können wieder verwendet werden. 2. Rufen Sie Ihr E-Mail-Konto ab. Der E-Mail mit dem Betreff „Registrierung bei competitionline“ entnehmen Sie Ihren Nutzernamen und Ihr Passwort. Nutzer, die bereits bei competitionline registriert sind, können ein neues Passwort erhalten, indem sie auf den Verweis „Passwort vergessen“ in der Rubrik „Hilfe“ klicken und sich ein neues Passwort per EMail zuschicken lassen. 3. Suchen Sie nun den Wettbewerb „Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum“ in der Rubrik „Ausschreibungen“ auf. Durch Anklicken des WettbewerbTitels wird der Wettbewerb aufgerufen. Im linken Seitenbereich finden Sie weitere Auswahlmöglichkeiten. Wählen Sie die Seite „Anmeldung“ und tragen Sie dort Ihren Nutzernamen und Ihr Passwort ein. Bestätigen Sie mit „OK“. Sie erhalten daraufhin Zugang zum Teilnehmerbereich des Wettbewerbs. Dort stehen Ihnen alle Unterlagen und weitere InternetSeiten zur Verfügung.
Alle Teilnehmer, die sich für den Wettbewerb „Jacob und Wilhelm GrimmZentrum“ angemeldet haben, werden in einen Info-Brief-Verteiler (E-MailVerteiler) aufgenommen. Während des Verfahrens werden Informationen per E-Mail über diesen Verteiler versendet. Der E-Mail Verteiler stellt einen zusätzlichen Service für die Teilnehmer dar. Die an diesen Verteiler versendeten Info-Briefe (E-Mails) sind nicht Bestandteil der Ausschreibung. Für den Eingang der Info-Briefe beim Teilnehmer wird weder vom Auslober noch von der competitionline GmbH Garantie übernommen. Die Teilnehmer sind deshalb angehalten, sich fortlaufend selbst über das Verfahren im Internet zu informieren. Im Teilnehmerbereich werden alle versendeten Info-Briefe dargestellt und abgelegt. Nicht erhaltene E-Mails stellen deshalb keine Benachteiligung eines Teilnehmers dar. Die Internet-Anmeldung zum Wettbewerb berechtigt zum Download der Wettbewerbsunterlagen, zur Benutzung des Rückfragenformulars, zur Einsicht der bereits versendeten Info-Briefe, zur Überprüfung der eingegangenen Arbeiten (Kennzahlen) und zur digitalen Abgabe der Verfassererklärung.
Dem Wettbewerb liegen die Grundsätze und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens (GRW 1995) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes ausgeführt ist. Bei der Vorbereitung der Ausschreibung hat die Architektenkammer Berlin entsprechend den Regelungen der GRW beratend mitgewirkt. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der RegistrierNr. B-2004-01 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast erklärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der GRW 1995 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließlich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über den Auslober und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bzw. bei der für das Online-Verfahren beauftragten Firma competitionline GmbH in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Eingetragen werden: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfahrens können diese Daten auf Wunsch gelöscht werden.
Für die Anmeldung zum Wettbewerb sind alle Angaben wahrheitsgetreu gemäß Nutzerbedingungen in das Registrierformular einzutragen. Die Registrierung bei competitionline sowie die Anmeldung zum Wettbewerb kann jederzeit widerrufen werden. Die eigenen Daten können jederzeit aus der Datenbank gelöscht werden. Um Ihre Daten zu löschen, loggen Sie sich mit Nutzername und Passwort ein und wählen den Link „Mein Nutzerprofil >>“ unter dem Login-Bereich. So gelangen Sie zu Ihren Daten. Durch klick auf den Button „Nutzerprofil löschen“ werden alle Daten, die sie in das Anmeldeformular eingetragen haben, aus der Datenbank gelöscht. Gelöschte Profile (Nutzer) haben keinen Zugang mehr zu Login-geschützten Bereichen (z.B. zu Teilnehmerbereichen von Wettbewerben). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Führung dieser Datei fehlt. Nachprüfung der Vergabe Vergabekammer im Land Berlin bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft und Technologie, Martin-Luther-Straße 105, 10820 Berlin.
Zum Wettbewerb zugelassen sind: Natürliche Personen, die am Tage der Auslobung entsprechend den Regelungen ihres Heimatlandes zur Führung der Berufsbezeichnung Architekt berechtigt sind. Ist in dem jeweiligen Heimatstaat die Berufsbezeichnung gesetzlich nicht geregelt, so erfüllt die fachliche Voraussetzung als Architekt, wer über ein Diplom, Prüfungszeugnis oder sonstige Befähigungsnachweise verfügt, dessen Anerkennung nach der Richtlinie 85/384/EWG des Rates vom 10. Juni 1985 (EG-Architektenrichtlinie) gewährleistet ist. Juristische Personen sind teilnahmeberechtigt, sofern deren satzungsmäßiger Geschäftszweck auf Planungsleistungen ausgerichtet ist, die der Wettbewerbsaufgabe entsprechen und mindestens einer der Gesellschafter oder einer der bevollmächtigten Vertreter und der Verfasser der Wettbewerbsarbeit die an natürliche Personen gestellten Anforderungen erfüllt. Bei Arbeitsgemeinschaften muss jedes Mitglied teilnahmeberechtigt sein. Teilnahmehindernisse sind nach 3.2.3 GRW geregelt. Die Zusammenarbeit mit Ingenieuren der Fachrichtungen Tragwerksplanung und Technische Gebäudeausrüstung wird empfohlen. Hierbei entsteht kein Rechtsanspruch auf eine weitere Beauftragung. Fachberater unterliegen nicht den genannten Teilnahmebedingungen.
Prof. Axel Oestreich Architekt, Berlin Prof. Manfred Ortner Architekt, Berlin Christoph Siegler Architekt, Berlin Volker Staab Architekt, Berlin Dr. Ing. Hans Stimmann Senatsbaudirektor, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Antje Freiesleben Architektin, Berlin Norbert John Architekt, Potsdam Claus Neumann Architekt, Berlin Konrad Zander/ Birgitt Kalthöner Architekten, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Prof. Dr. Jürgen Mlynek Präsident der HU Dr. Milan Bulaty Direktor der Universitätsbibliothek Ewald-Joachim Schwalgin Leiter der Technischen Abteilung der HU Dorothee Dubrau Stadträtin für Stadtentwicklung, Bezirksamt Mitte von Berlin
Dr. Frank Eveslage Vizepräsident der HU Barbara Schneider-Kempf Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin Dr. Peter Schirmbacher Direktor der Zentraleinrichtung Computer- und Medienservice Kristina Laduch Bezirksamt Mitte von Berlin
Dr. Uwe Römmling Sachverständiger für Energieeffizientes Bauen Harald Meißner, Architekt HU, Technische Abteilung Lutz Stange/ Uwe Pirr HU, Computer- und Medienservice Erik Thielecke Energiebeauftragter der HU Viktor Stoltenburg/ Wolfgang Mahnke/ Sigrun Riedel Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Jochen Windolph/ Eckhardt Rothkamm/Bernd Wangrin Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Projektvorbereitung und -prüfung Ulrich Herrmann/ Ingeborg Stude Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Koordinierungsstelle “Barrierefreies Bauen“ Brigitte Reichmann Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Ökologischer Städtebau Friedrich-Wilhelm Hensel/ Dietrich Kindt/ Ulrich Reinelt Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abteilung Hochbau
Susanne Walter Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Architekturwerkstatt Hannspeter Hoffmann Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Städtebauliche Projekte und Investitionsvorhaben Peter Ostendorff/ Bernd Hagelberg Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Referat Auswahlverfahren, Wettbewerbe Heike Mertens/ Steffen Klette Bezirksamt Mitte von Berlin Stadtplanungsamt Constanze Meyer/ Angelika Fittkau competitionline GmbH Internet-Technik
Hubertus Neuhausen Humboldt-Universität N.N. Beruf, Ort N.N. Beruf, Ort N.N. Beruf, Ort N.N. Beruf, Ort
Peter Kever / Dr. Gerald Leue Architektenkammer Berlin Vertreter der in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Bezirks Mitte von Berlin Berit Krause Freie Mitarbeit an der Ausschreibung
Die Wettbewerbsunterlagen können ab 30.03.2004 kostenlos aus dem Internet unter der folgenden Adresse heruntergeladen werden: www.competitionline.de / Rubrik „Ausschreibungen“. Die Teilnehmer sind angehalten, sich 1. unter www.competitionline.de zu registrieren, 2. die E-Mail mit Nutzername und Passwort abzurufen, 3. sich für den Wettbewerb anzumelden und 4. alle Informationen und Unterlagen zum Wettbewerb im Teilnehmerbereich herunterzuladen (siehe 1.2 Kommunikation). Die persönliche Abholung und die postalische Versendung der Wettbewerbsunterlagen ist nicht möglich.
Die Arbeiten sind am 06.07.2004 von 12.00 bis 18.00 Uhr in 10117 Berlin-Mitte, Behrenstraße 42, Zimmer 14 abzugeben oder am selben Tag oder davor liegend per Post- oder Kurierdienst einzureichen. Als Zeitpunkt der Ablieferung gilt im Falle der Einlieferung bei Post, Bahn oder anderen Transportunternehmern das auf dem Einlieferungsschein angegebene Datum, unabhängig von der Uhrzeit; bei Ablieferung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die auf der Empfangsbestätigung vermerkte Zeitangabe. Der Teilnehmer hat dafür zu sorgen, dass er den Nachweis über die rechtzeitige Einlieferung führen kann. Da der Tagesstempel (Post) auf dem Versandgut ein späteres Datum aufweisen kann, ist der Einlieferungsschein maßgebend. Einlieferungsschein-Belege sind daher bis zum Abschluss des Verfahrens aufzubewahren und auf Anforderung vorzulegen. Das Modell ist in transportgerechter und wiederverwendbarer Verpackung abzuliefern. Es ist am 13.07.2004 von 12.00 bis 18.00 Uhr an gleicher Stelle oder am selben Tag oder davor liegend per Kurierdienst einzureichen. Die Wettbewerbsarbeiten - im Papierformat und die CD-Rom - sind zur Wahrung der Anonymität in verschlossenem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Grimm-Zentrum der HU“ einzureichen. Bei Zustellung durch Post- oder Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einlieferung durch Post- oder Kurierdienst (porto- und zustellungsfrei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 06.07.2004 oder eines davor liegenden Tages trägt. Für die Einlieferung des Modells gilt entsprechend das Datum des 13.07.2004. Der Verfasser ist selbst für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten,
deren Aufgabestempel / Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des späteren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu erbringen hat, mitbeurteilt. Unter www.competitionline.de können die Teilnehmer überprüfen, ob ihre Wettbewerbsarbeiten beim Auslober eingegangen sind. Im Teilnehmerbereich des Wettbewerbs „Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum“ auf der Seite „eingegangene Arbeiten“ werden die Kennzahlen der beim Auslober eingetroffenen Arbeiten veröffentlicht. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlautende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und jedem Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung (siehe 1.15) mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzugeben.
Rückfragen können nur im Internet gestellt werden. Bis zum 29.04.2004 steht unter www.competitionline.de im Teilnehmerbereich des Wettbewerbs ein Rückfragenforum zur Verfügung. Nur in diesem Forum können Fragen gestellt werden. Alle gestellten Fragen werden direkt und anonym veröffentlicht. Dadurch ist es möglich, dass alle Teilnehmer bereits gestellte Fragen nachlesen können. Jeder Teilnehmer ist verpflichtet selbst zu überprüfen, dass seine gestellten Fragen auf der Plattform angezeigt werden. Beim Stellen der Rückfragen ist auf das entsprechende Thema im Rückfragenkatalog, der sich nach den Ziffern der Ausschreibung gliedert, Bezug zu nehmen. Die Rückfragen werden mit dem Preisgericht erörtert und anschließend beantwortet. Die Antworten auf die Rückfragen werden am 13.05.2004 auf der selben Internetseite veröffentlicht. Sie können im Rückfragenforum online gelesen werden oder als Rückfragenprotokoll im PDF-Format durch Klick auf das Feld „Rückfragenprotokoll“ heruntergeladen werden. Das Rückfragenprotokoll ist Bestandteil der Ausschreibung. Rückfragenkolloquium Ein Rückfragenkolloquium mit den Teilnehmern ist nicht vorgesehen.
Unterlagen des Wettbewerbs sind: - der Auslobungstext im PDF-Format - das Rückfragenprotokoll (siehe 1.8) - die nachfolgend aufgeführten Plan- und Arbeitsunterlagen: Informationspläne 1. Lageplan, M 1:5000 2. zwei Luftbilder 3. Planwerk Innenstadt (Ausschnitt), M 1:5000 4. Leitungsplan Stromversorgungsunternehmen Bewag, M 1:500 5. Leitungsplan Gasversorgungsunternehmen GASAG, M 1:500 6. zwei Leitungspläne Fernwärmeversorgungsunternehmen Bewag, M 1:500 7. zwei Ansichten Nachbargebäude Planckstraße 20, M 1:100 8. eine Straßenansicht Nachbargebäude Geschwister-Scholl-Straße 5, M 1:100 9. zwei Nordansichten vom Bahnviadukt 10. acht Schichtenverzeichnisse Arbeitspläne und Arbeitsunterlagen 11. Lageplan, M 1:500 als Übersichtsplan, Vektorgrafik in den Formaten DXF, DWG 12. Amtlicher Lageplan, M 1:200 mit Baumbestand und Höhenangaben als Vektorgrafik in den Formaten DXF, DWG (siehe Hinweis unter 2.7 Größe/ Eigentum) 13. vermaßtes Giebelprofil der nördlichen Brandwand, M 1:100 als Vektorgrafik in den Formaten DXF, DWG 14. Formblätter für Berechnungen I - Raumprogramm, als Excel-Tabelle 15. Formblatt für Berechnungen II - Ergebnisse BGF, GFZ, GRZ, BRI, HF, als Excel-Tabelle 16. Verfassererklärung Zusätzlich werden alle Pläne und Arbeitsunterlagen im PDF-Format angeboten (Kontrollpläne). Alle unter 1.- 16. genannten Unterlagen werden im Internet unter www.competitionline.de im „Teilnehmerbereich“ auf der Seite „Wettbewerbsunterlagen“ zum Herunterladen bereitgestellt. Zugang zum Teilnehmerbereich erhalten die Teilnehmer nachdem sie sich für den Wettbewerb „Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" (Zentrale Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität zu Berlin) angemeldet (siehe 1.06) und mit ihrem Nutzernamen und Passwort eingeloggt haben. Hinweis: Jeder Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Wettbewerb zu nutzen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfallen und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbs zu löschen.
Von den Teilnehmern werden folgende Leistungen erwartet: 1. Lageplan mit Darstellung der Gesamtsituation, Baukörper, Freiflächen und Erschließung M 1:500 2. Grundriss Erdgeschoss, mit Darstellung der Außenanlagen M 1:200 3. Darstellung aller übrigen Geschosse, M 1:200 4. Ansichten und Schnitte soweit zum Verständnis des Entwurfes erforderlich, M 1:200 Leistungen zur Verdeutlichung der Umsetzung des Raumprogramms siehe unter Ziffer 3.5 5. Fassadendetail, M 1:20 als Ausschnitt 6. Freigestellte perspektivische Darstellungen, z.B. zu innenräumlichen Qualitäten 7. Einfaches Arbeitsmodell, M 1:500 mit Darstellung des Baukörpers, Dicke im Falle einer Grundplatte in Größe des Gesamtgrundstücks ca. 1 mm 8. Erläuterungsbericht Beschreibung des baukonstruktiven, gebäudetechnischen und ökologisch-energetischen Konzepts mit Skizzen auf den Plänen 9. Prüfpläne, ein Satz Pläne (Lageplan M 1:500, Grundrisse, Schnitte, Ansichten M 1:200) mit Eintragung der Raumbezeichnungen und Angabe der notwendigen Maße 10. Berechnungen nachprüfbar und aufgestellt nach DIN 277 (auf Formblättern, siehe Internetseite „Wettbewerbsunterlagen“/ Teilnehmerbereich): - Berechnung der Hauptnutzfläche auf Papier und als Datei - Berechnung der Brutto-Grundrissfläche BGF - Berechnung des Brutto-Rauminhalts BRI - GRZ und GFZ nach Bau-Nutzungsverordnung (BauNVO) - Berechnung der Hüllfläche (Dach- und Außenwandfläche und Bauwerk gegen Erdreich) 11. Leistungen entsprechend Pkt. 1-6, 8 und 10 sind zusätzlich auf CDROM für Vorprüfbericht, Ergebnisprotokoll, Veröffentlichung einzureichen 12. Verzeichnis der eingereichten Unterlagen, ggf. mit Hängeplan 13. Verfassererklärung (siehe Kap. 1.15 und Internetseite „Wettbewerbsunterlagen“/ Teilnehmerbereich) Grundlage der Planung sollte der Amtliche Lageplan (M 1:200) sein.
Abgabe der Arbeiten als Papierausdruck Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen Rolltafeln mit einer Fläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung (max. 3 Tafelseiten pro Arbeit). Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Um die Arbeiten jedoch ggf. bei einer spä-
teren Ausstellung in Wechselrahmen präsentieren zu können, sollte kein größeres Blattformat als 119,5 cm x 89,5 cm gewählt werden. Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Variante einreichen. Gem. GRW 5.5 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen verbindliche Vorgaben des Auslobers (s. hierzu die Fußnote zu den Beurteilungskriterien unter Punkt 3.11) verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert und dem Preisgericht zur Entscheidung über die Zulassung angetragen. Die zu den Nutzungsbereichen aus dem Funktionsschema übernommenen Farben sind in den Grundrissen und Schnitten des Wettbewerbsbeitrags und dessen Prüfplänen zu verwenden, um den an dem Beurteilungsverfahren Beteiligten die funktional-räumlichen Beziehungen im Beitrag zu verdeutlichen. Für Nebennutzflächen, Verkehrsflächen und Funktionsflächen sind keine zusätzlichen Farben zu verwenden, sie bleiben also in der Grundfarbe des Planmaterials. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen.
Zusätzliche Abgabe der Arbeiten in digitaler Form / CD-ROM Auf der CD-ROM sind die geforderten Leistungen im für PC-Format abzuspeichern: Bilder im JPEG-Format, Texte im RTF- oder DOC-Format, Berechnungen im XLS-Format. Bilder, Grafiken und Pläne sollen eine Auflösung von 150 dpi (pixel/inch) sowie eine Größe von 1.200 x 1.700 pixel (wahlweise Hoch- oder Querformat) nicht überschreiten. Ein Bild / Plan im Hochformat soll eine Breite von 1.200 pixel (ca. 20 cm), ein Bild im Querformat ein Breite von 1.700 pixel (ca. 28 cm) haben. Es werden nur JPEG-Formate akzeptiert, ‘offene Dateien’ wie Vektordateien (z.B. CAD-Pläne), Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkXpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Sollten die vorgegebenen Formate nicht eingehalten werden, so wird der Wettbewerbsbeitrag im Vorprüfbericht dem Preisgericht ggf. nicht mit Bildern vorgelegt. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die schriftlichen Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzelnen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden: Der erste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Plantitel, gefolgt von der Formatangabe ‘.JPEG oder .JPG’. Diese Namenskonventionen sind unbedingt einzuhalten, damit die Beiträge den Verfassern (bzw. Kennzahlen) zugeordnet werden können. Bitte benennen Sie die Dateien mit ihrer Kennzahl nach folgendem Schema: Lageplan: kennzahl_lageplan.JPG (z.B. 123456_lageplan.JPG) Grundrisszeichnung Erdgeschoss: kennzahl_grundriss_eg.JPG (z.B. 123456_grundriss_eg.JPG)
Darstellung aller übrigen Geschosse: kennzahl_geschosse.JPG (z.B. 123456_alle_geschosse.JPG) Ansichten und / oder Schnitte: kennzahl_ansicht.JPG oder kennzahl_schnitt.JPG (z.B. 123456_ansicht.JPG) Fassadendetail: kennzahl_fassade.JPG (z.B. 123456_fassade.JPG) Perspektiven: kennzahl_perspektiven.JPG Erläuterungsbericht: kennzahl_erlauterungsbericht.RTF oder ... .DOC Aussagen zur Planungs- und Bauorganisation: kennzahl_organisation.RTF oder ... .DOC Formblätter für Berechnungen: kennzahl_berechungen.XLS (Die Formblätter für Berechungen stehen auf der Seite „Wettbewerbsunterlagen“ im Teilnehmerbereich als Excel-Dateien zur Verfügung)
Hinweis für Macintosh-Nutzer: Die Dateiendung (.JPG) muss an den Dateinamen angehängt (eingetippt) werden. Die CD-ROM ist im Modus Windows/DOS für PC zu erstellen. Macintosh-Formate können grundsätzlich nicht verwendet werden. In Ihrem eigenen Interesse überprüfen Sie bitte die Lesbarkeit Ihrer CDRom bitte zusätzlich an einem PC, der unter einem Windows Betriebssystem läuft. Nicht lesbare CD-Roms können nicht berücksichtigt werden. Umgebungsmodell Das Umgebungsmodell (Großes Stadtmodell, M 1:500) kann im Lichthof, Behrenstraße 42, 10117 Berlin-Mitte, täglich von 10.00 -18.00 Uhr besichtigt werden.
Das Beurteilungsverfahren ist unter den Punkten 5.5, 5.6 und 5.7 sowie in den Anlagen II und III der GRW 1995 dargestellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden vorgeprüft. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Vorprüfung und Jurierung erfolgen in zwei Phasen: die Vorprüfung wird die Arbeiten in der ersten Phase nach Grundkriterien prüfen (wie Erfüllung der formalen Wettbewerbsforderungen, offensichtliche Verstöße gegen verbindliche Vorgaben, Berechnungsergebnisse nach Angabe des Verfassers) und das Preisgericht wird entsprechend dem Regelverlauf nach GRW in ersten Rundgängen 12 bis 30 Arbeiten heraussuchen, die in der zweiten Phase einer vertieften Vorprüfung unterzogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfungen als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten. Zu den Beurteilungskriterien des Preisgerichts und den verbindlichen Vorgaben des Auslobers siehe unter Ziffer 3.11.
Die Wettbewerbssumme (GRW 4.1) wurde unter Berücksichtigung der §§ 15 und 16 HOAI in Verbindung mit der GRW 1995 ermittelt. Für Preise und Ankäufe stehen insgesamt 170.000,- Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis Euro 42.500,2. Preis Euro 34.000,3. Preis Euro 25.500,4. Preis Euro 20.500,5. Preis Euro 13.500,Ankauf Euro 8.500,Ankauf Euro 8.500,Ankauf Euro 8.500,Ankauf Euro 8.500,Die Mehrwertsteuer wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich auf die Preise und Ankäufe gezahlt. Über die Preise und Ankäufe hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise und Ankäufe werden nach der Entscheidung des Preisgerichts unter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstimmig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden.
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bearbeitung der Wettbewerbsaufgabe. Der Bauherr beabsichtigt unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einen oder mehrere Preisträger mit den Architektenleistungen nach HOAI § 15 Phasen 2-5 (Vorplanung bis einschließlich Ausführungsplanung) zu beauftragen, - sofern kein wichtiger Grund einer Beauftragung entgegensteht, - soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll (GRW 7.1). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Die Übertragung der Leistungen erfolgt stufenweise entsprechend der Allgemeinen Anweisung für die Vorbereitung und Durchführung von Bauaufgaben Berlins (ABau). Daraus leitet sich kein Anspruch auf Mehrvergütung ab. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Ankaufs nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (gem. GRW 7.2).
Kunst am Bau Gemäß den Ausführungen in der Allgemeinen Anweisung für die Vorbereitung und Durchführung von Bauaufgaben Berlins (Anweisung Bau) ist beabsichtigt, für diese Baumaßnahme Mittel in Höhe von insgesamt ca. 500.000,- Euro einschließlich Künstlerhonorare und Mehrwertsteuer für Kunst am Bau-Maßnahmen bereitzustellen. Art und Umfang der Maßnahmen sowie das Vergabeverfahren für die Kunst am Bau sind nach Abschluss des Wettbewerbsverfahrens von den zu Beteiligenden, insbesondere Bauherren, Preisträgern sowie dem für Kunst im Stadtraum und am Bau zuständigen Fachbereich der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur zu bestimmen. Vorschläge hierfür, insbesondere über den Standort und die Art der künstlerischen Vorhaben, können von den Wettbewerbsteilnehmern jedoch bereits im Wettbewerb aufgezeigt werden.
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen ausgezeichneten und angekauften Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers (GRW 6.4). Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (GRW 7.3). Die eingereichten Unterlagen auf CD-ROM aller Wettbewerbsteilnehmer werden Eigentum des Auslobers. Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumentieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt. Im Internet werden bis zu 25 ausgewählte Arbeiten der letzten Rundgänge mit Bildern präsentiert. Alle Beiträge, die nicht zu den ausgewählten Arbeiten zählen, können nachträglich in der Internet-Ausstellung ergänzt werden. Die Ausstellung dieser Beiträge wäre für die Teilnehmer kostenpflichtig. Jeder Teilnehmer willigt durch seine Unterschrift auf der Verfassererklärung ein, dass sein Wettbewerbsbeitrag in Verbindung mit seinem Namen unter www.competitionline.de in der Rubrik „Ergebnisse“ veröffentlicht werden darf.
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbewerbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbeiten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt sind, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fachund termingerechten Durchführung in der Lage sind.
Die Verfassererklärung steht im Teilnehmerbereich des Wettbewerbs unter www.competitionline.de / Ausschreibungen als Internet-Formular zur Verfügung. Das Formular ist vollständig im Internet auszufüllen, anschließend auszudrucken und durch Klick auf den Button „Weiter“ abzusenden. Der Ausdruck wird vom Verfasser unterschrieben und in einem verschlossenen Umschlag, nur mit der Kennzahl versehen, mit der Wettbewerbsarbeit eingereicht. Rechtlich verbindlich ist die unterschriebene Papierfassung. So funktioniert die Abgabe der Online-Verfassererklärung: Bitte loggen Sie sich in den Teilnehmerbereich des Wettbewerbs mit Ihrem Nutzernamen und Passwort ein. Rufen Sie die Seite „Verfassererklärung“ auf und lesen Sie die Vorgehensweise Schritt eins bis Schritt fünf genau durch. Klicken Sie nach jedem Schritt auf den Knopf „weiter“. 1. Füllen Sie das Formular aus. 2. Kontrollieren Sie Ihre Angaben. 3. Drucken Sie die Verfassererklärung aus. 4. Kontrollieren Sie den Ausdruck. 5. Speichern Sie Ihre Daten und schließen Sie den Vorgang ab. Kontrollieren Sie den E-Mail Eingang: Wenn Sie eine Bestätigung für die Abgabe der Verfassererklärung erhalten haben, wurden Ihre Daten korrekt gespeichert. Wenn Sie kein E-Mail erhalten haben, setzen Sie sich bitte mit competitionline in Verbindung.
Die Namen der Teilnehmer, deren Wettbewerbsbeiträge mit Preisen oder Ankäufen ausgezeichnet wurden (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung), werden unmittelbar nach der Preisgerichtssitzung im Internet unter www.competitionline.de auf der Seite „Ergebnis“ der Ausschreibung veröffentlicht. Alle angemeldeten Teilnehmer erhalten einen Info-Brief per E-Mail. Sobald das vollständige Ergebnisprotokoll vorliegt, wird dieses im Internet zum Herunterladen unter www.competitionline.de / Archiv / Wettbewerbsarchiv / „Grimm-Zentrum“ veröffentlicht (GRW 6.1). Die in der Ausschreibung genannten Preisrichter und stellvertretenden Preisrichter erhalten das Ergebnisprotokoll in Papierform zugesandt. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird der Öffentlichkeit über die Presse bekannt gegeben. Alle Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Ankäufen sowie dem Preisgerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden allen Wettbewerbsbeteiligten per E-Mail und im Internet sowie der Presse bekannt gegeben (GRW 6.3).
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens (GRW 6.5). Die nicht prämierten Arbeiten (Papierform) von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, II D, abgeholt werden. Sind diese Arbeiten, trotz einer Erinnerung 10 Wochen nach dem genannten Termin nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betreffenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren. Die Arbeiten von Teilnehmern, die nicht in Berlin ansässig sind, werden zurückgeschickt. Die Rücksendung kann jedoch nur erfolgen, wenn die Arbeiten in transportgerechter und wiederverwendbarer Verpackung eingereicht wurden. Von der Rückgabe ausgenommen sind die eingereichten CD-ROMs mit den Wettbewerbsbeiträgen für Veröffentlichungen und Publikationen.
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen im Internet ab 30.03.2004 Rückfragen über Internet bis 29.04.2004 Rückfragen-Beantwortung über Internet bis 13.05.2004 Abgabe der Arbeiten 06.07.2004 Abgabe des Modells 13.07.2004 1.Sitzung des Preisgerichts 10.08.2004 + ggf. 11.08.2004 2.Sitzung des Preisgerichts 31.08.2004
Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
Lageplan M 1:5000 (im Original) mit Markierung des Wettbewerbsgrundstücks
Konzeption der Informationsversorgung in BerlinMitte
In dem geplanten Neubau in Berlin-Mitte werden die Aufgaben und Funktionen der Zentralen Universitätsbibliothek mit 12 dezentralen geistesund sozialwissenschaftlichen Zweig- bzw. Teilbibliotheken zusammengenommen und gemeinsam mit den Dienstleistungen des Computer- und Medienservices (CMS) angeboten. Für das neue Universitätsquartier, das in Berlin-Adlershof für die Naturwissenschaften errichtet wurde, ist bereits mit dem Erwin Schrödinger-Zentrum eine vergleichbare Konzeption realisiert worden. (Eine Besichtigung wird empfohlen.) Dem Benutzer des Hauses stehen alle Möglichkeiten der wissenschaftlichen Informationsversorgung zur Verfügung: sowohl Printmedien als auch elektronische Informationen über Netzwerke. Seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Es spielt keine Rolle, welche Einrichtung im "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" diese Bedürfnisse erfüllt.
Die Universitätsbibliothek ist für die Literatur- und Informationsversorgung der gesamten Universität zuständig und stellt einen Wissensspeicher dar. Hierzu erwirbt sie kontinuierlich Bücher, Zeitschriften, Datenbanken und weitere elektronische Informationszugänge. Sie gliedert sich organisatorisch in eine Zentrale Universitätsbibliothek sowie Zweig- und Teilbibliotheken, die derzeitig den Fakultäten bzw. Instituten räumlich zugeordnet, aber der Direktion unterstellt sind (sogenanntes einschichtiges System). Die Zentrale Universitätsbibliothek hält einen allgemeinen Buchbestand wie Lehrbuchsammlung, fächerübergreifende Literatur und Standardwerke zu allen Fächern vor. Sie bewahrt wertvolle Altbestände auf, - dazu gehören auch die Werke des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Gerade diese Werke sind durch Papierzerfall gefährdet und müssen konservatorisch betreut und mit geeigneten Maßnahmen restauriert werden. Sie erschließt diese Medien in umfassender Weise durch Kataloge. Dadurch wird überhaupt erst ersichtlich, welche Informationsmöglichkeiten in der Universität vorhanden sind. Durch die Ausleihe ihrer Bestände stellt sie die für die wissenschaftliche Arbeit notwendige Literatur zur Verfügung, und sie hält wichtige Grundlagenliteratur in den Lesesälen vor. Literatur, die nicht in der Universität vorhanden ist, beschafft sie über die Fernleihe und Dokumentlieferdienste aus anderen Bibliotheken. Ein umfassendes Angebot an elektronischen Informationsmitteln und der Zugang zum Internet und zu internationalen Datenbankhosts stehen dem Benutzer zur Verfügung, um sich umfassend über weltweit vorhandene Dokumente und Fakten zu informieren. Damit die Benutzer all diese Angebote im ausreichenden Maße nutzen können, werden großzügige Öffnungszeiten angeboten. Die Universität ist bestrebt, die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit ihrer Universitätsbibliothek zu steigern. Dazu ist es erforderlich, die Anzahl der Zweig- und Teilbibliotheken durch räumliche Konzentration auf ein Minimum zu reduzieren. Durch das schon erwähnte “Erwin Schrödin-
ger-Zentrum”, das die naturwissenschaftlichen Zweigbibliotheken am Standort Berlin-Adlershof zusammenfasst, ist ein erster größerer Schritt in diese Richtung gemacht worden. Ein weiterer Schritt erfolgt durch den hier geplanten Neubau der Zentralen Universitätsbibliothek, der mehrere geistes- und sozialwissenschaftliche Zweig- und Teilbibliotheken integrieren wird. Langfristig soll auf dem so genannten “Universitätsquartier Nord”, - das durch die Reinhardt-, Luisen- und Invalidenstraße umrissen wird -, eine dritte große Bibliothek für die modernen Philologien und Kulturwissenschaften entstehen. Im hier ausgeschriebenen Neubau werden folgende geistes- und sozialwissenschaftlichen Zweig- und Teilbibliotheken integriert: Zweigbibliothek Bibliothekswissenschaft Zweigbibliothek Geschichte mit der Teilbibliothek Klassische Philologie und der Teilbibliothek Ur- und Frühgeschichte Zweigbibliothek Kunstwissenschaft Zweigbibliothek Philosophie mit der Teilbibliothek Ästhetik, Kultur- und Theaterwissenschaft Zweigbibliothek Sozialwissenschaften Zweigbibliothek Europäische Ethnologie Zweigbibliothek Wissenschaftsgeschichte Zweigbibliothek Erziehungswissenschaften Zweigbibliothek Rehabilitationswissenschaften. Diese unterschiedlichen Buchbestände, die zu dem Bestand der Zentralen Universitätsbibliothek hinzutreten, sollen im Neubau nach einer einheitlichen Systematik aufgestellt werden, die sich an dem Aufbau der Wissenschaftsfächer orientiert und die bisherige Struktur der Zentral- und Zweigbibliotheken aufhebt.
Der CMS hat im Jahr 2003 seinen neuen Hauptstandort im Erwin Schrödinger-Zentrum auf dem naturwissenschaftlichen Campus der HU in Berlin-Adlershof bezogen. Von dort aus nimmt er seine Aufgaben wahr (DV-, netz- und medientechnische Unterstützung für Lehre, Forschung und Verwaltung). Darüber hinaus hält er eine Vielzahl dieser Dienstleistungen auch weiterhin am Standort Berlin-Mitte vor. In dem geplanten "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" soll der zweite zentrale Rechnerraum des CMS und ein zentraler Knoten des Universitätsrechnernetzes installiert werden. Hierzu gehört insbesondere die Installation zentraler DV-Technik zur Absicherung des Computer- und Fileservice des CMS. Diese Aufgabe stellt erhöhte Sicherheitsanforderungen nicht nur an die DV-Installationen, sondern auch an die bauliche Herrichtung der Rechnerräume. Vom CMS wird eine Vielzahl öffentlich nutzbarer Computertechnik für unterschiedliche Anwendungsgebiete angeboten. Dazu gehören dezentrale Computerarbeitsplätze für die “schnelle Benutzung im Mantel”, der zentrale PC-Saal mit speziellen Angeboten für eine intensivere Nutzung
von DV-Technik, mit Standarddiensten ausgestattete Computerarbeitsplätze in Bereichen der Bibliothek, spezielle Arbeitsplätze für multimediale oder Medien-aufbereitende Anwendungen und öffentliche Videokonferenzplätze. Zusätzlich werden speziell ausgestattete Räume zur öffentlichen Nutzung angeboten, wie videokonferenzfähige Multipräsentationsräume, mit spezieller Technik ausgestattete Ausbildungspools für Lehrveranstaltungen, ein Demonstrations- und Vortragsraum. Da die Universitätsverwaltung ihren Hauptstandort in Berlin-Mitte hat, sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung "DVUnterstützung in der Verwaltung" im geplanten Neubau angesiedelt. In diesem Bereich werden Dienste bereitgestellt, wie die Installation und der Betrieb von DV-Anwendungssystemen, der Ausbau, der Betrieb und die Weiterentwicklung des Verwaltungsnetzes, des Firewall-Systems, zentrale Server- und Kommunikationstechnik sowie das Archiv- und Sicherungssystem. Diese Computertechnik zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie höheren Anforderungen an die Ausfall-, Funktionsund besonders Datensicherheit genügen muss. Hier erfolgen beispielsweise auch die Verarbeitung und der Druck von Personaldaten, und es wird eine Hotline für Computerbenutzer in der Verwaltung betrieben. Wegen des erhöhten Bedarfs in Berlin Mitte ist im geplanten Neubau der Hauptstandort des Hardwareservice vorgesehen. Hier erfolgen die Reparatur, Wartung, Installation und Inbetriebnahme von dezentraler DVTechnik für die gesamte Universität. Entsprechend sind Bereiche für eine Werkstatt und Lagerkapazität vorgesehen, die eine zentrale Anlaufstelle für entsprechende Anforderungen der Kunden darstellt. Zusätzlich erfolgt über den Hardwareservice der Ausleihdienst von DV-Technik für die gesamte Universität. Im Dienstespektrum des CMS sind entsprechende Beratungskapazität und schnelle Hilfe vor Ort vorgesehen, z. B. bei der Anwendung von Hard- und Software, zur zentralen DV- und Netztechnik, bei der Bearbeitung nutzerspezifischer Projekte und zur Nutzung von DV- und Medientechnik. Darin eingeschlossen ist die Durchführung von Weiterbildungsveranstaltungen.
Kooperation zwischen dem Computer- und Medienservice (CMS) und der Universitätsbibliothek
In dem "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" in Berlin-Mitte soll die Zusammenarbeit der beiden Zentraleinrichtungen Universitätsbibliothek und CMS fortgeführt und intensiviert werden, die sich im Erwin SchrödingerZentrum in Berlin-Adlershof - wie bereits erwähnt - glänzend bewährt hat. Die bibliothekarischen Leistungen (Informationen auswählen, zur Verfügung stellen, erschließen, archivieren, Auskünfte erteilen und beraten, nicht in der Bibliothek vorhandenes Schrifttum von außerhalb beschaffen) werden sich zwar auch in der Zukunft nicht grundsätzlich verändern. Sie werden aber in zunehmendem Maße auf elektronischen Medien basieren. Das betrifft zunächst den Nachweis und die systematische Erschließung bereits vorhandener Buch- und Zeitschriftenbestände. Das gilt fer-
ner für die Auswahl und Einarbeitung neuer Informationsträger wie auch für die Kommunikation mit anderen Bibliothekseinrichtungen, Verlagen und Informationsanbietern. Eine moderne Bibliothek wird deshalb nur durch die Kooperation mit Computerzentrums- und Medieneinrichtungen leistungsfähig sein. Mit dem neuen Zentrum wird das Ziel verfolgt, Dienstleistungen möglichst gebündelt und effektiv anzubieten, wie die Bereitstellung von gedruckter und elektronischer Information, das Vorhalten eines PC-Saales oder von Computerausbildungsräumen und die Beratung zur Internet- und CD-ROM-Nutzung. Durch eine gut durchdachte Raumverteilung soll erreicht werden, dass diese Leistungen mit möglichst wenig Betreuungspersonal durchgeführt werden können. Von wenigen zentralen Stellen im Haus soll der Benutzer umfassend Hilfestellung in bibliothekarischer und rechentechnischer Sicht bekommen.
Plan und Prospect der Königlich Preussischen Chur Brandenburgischen Haupt- und Residentz-Stadt, Dritte aktualisierte Fassung von 1766, gezeichnet von Johann Friedrich Walther; Anm.: Der Plan ist gesüdet.
Nach dem Zusammenschluss der Teilstädte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt 1709 wuchs unter der Regentschaft Friedrichs des Großen zwischen 1740 und 1786 die Residenzstadt schnell über die Festungsbauwerke des 17. Jahrhunderts hinaus. Im Bild, im westlichen Teil bereits geschliffen, umgibt der Festungskanal, nunmehr Königsgraben genannt, das Alt-Berliner Stadtgebiet. Am Neuen Tor wurde sein Verlauf verändert, tritt an dessen Stelle, direkt am Prinz Heinrich Palais (heute Humboldt – Universität) gelegen, der „Neue Canal“. An den Friedrichswerder mit dem Zeughaus und dem Kronprinzenpalais angrenzend erschließt sich das Forum Fridericianum mit der Oper,
der katholischen Hedwigskirche und dem Palais des königlichen Bruders Prinz Heinrich (heute Universität). Die Bebauung beiderseits der „Linden“ ist repräsentativ. Sie steht im bewussten Gegensatz zu der vergleichsweise einfachen, häufig eingeschossigen Bebauung zwischen Oranienburger und Frankfurter Tor, im unteren Bildrand zu erkennen.
Grundriss der Königlichen Residenzstädte Berlin 1792, gezeichnet von Daniel Friedrich Sotzmann; Anm.: Der Plan ist genordet.
Berlin verfügt inzwischen über ca. 150.000 Einwohner. Das im Stadtgrundriss von 1766 noch als unbebaute Fläche zu erkennende Areal zwischen der heutigen Georgenstraße und der Spree wird nach dem Plan von 1792 als städtischer Bauhof genutzt. Östlich schließen sich die Kasernenbauten der Artellierie Friedrich Wilhelms II. (1786 bis 1797) an. An den „Linden“ das Prinz – Heinrich – Palais und die später dem Neubau der Staatsbibliothek weichende Akademie mit dem Observatorium.
Schulkarte von Berlin, 1899
Inzwischen Hauptstadt des Deutschen Reiches wächst Berlin 1899 auf ca. 2,7 Mio. Einwohner. Das Prinz - Heinrich - Palais wird nunmehr als Universität genutzt. Nördlich an das Gebäude der Akademie schließt sich ein Kasernenbau an. Zwischen diesem und der inzwischen fertiggestellten Stadtbahntrasse ist ein Gebäude zu erkennen, das als Universitätsbibliothek bezeichnet wird. Die Flächen zwischen Weidendamm und Stadtbahntrasse sind weitgehend bebaut. Die städtebaulich wohl entscheidende Entwicklung während dieser Zeit lässt sich für das Umfeld des Untersuchungsgebiets auf der Museumsinsel festmachen. Im Plan ist zu erkennen: das 1830 nach Entwürfen von Schinkel fertiggestellte Alte Museum, das von Stüler entworfene Neue Museum sowie die ebenfalls von Stüler entworfene (Alte) Nationalgalerie (1876).
Schwarzplan, Berlin 1940, Quelle: Stimmann, H., (Hg.), Die gezeichnete Stadt, Berlin 2002
Deutlich ist im Plan von 1940 die durch den Bau der Stadtbahntrasse initiierte Zäsur der Stadtentwicklung zu erkennen. Sowohl südlich der Bahntrasse als auch nördlich der Spree zeigt sich eine vergleichsweise kleinteilige Stadttextur, dagegen ist die Parzellierung und die Bebauung der Flächen, zwischen Friedrichstraße im Westen, dem Kupfergraben im Osten, der Spree im Norden und der Bahntrasse im Süden deutlich grobkörniger. Das Bodemuseum von Ernst Eberhard von Ihne sowie das Pergamonmuseum von Alfred Messel und Ludwig Hoffmann vervollständigen nunmehr die Museumsinsel. Die Staatsbibliothek sowie die erweiterte Humboldt – Universität prägen den südlich angrenzenden Stadtraum. Die ehemalige Gardes du Corps Kaserne wich einer eher kleinteiligen Bebauung südlich der Stadtbahntrasse. Das Untersuchungsgebiet selbst wird zu dieser Zeit durch ein Lager und Archiv der Kaiserlichen Verwaltung genutzt. Hinzuweisen sei an dieser Stelle auf den kleinen „Stadtplatz“ in der Planckstraße, der eine subtile „Referenz“ für das nördlich anschließende Wohnhaus für Hofbedienstete sucht.
Schwarzplan, Berlin 1953, Quelle: Stimmann, H., (Hg.), Die gezeichnete Stadt, Berlin 2002
Der Schwarzplan von 1953 zeigt das Ausmaß der Kriegszerstörungen der Berliner Innenstadt eindrücklich. Die 1940 noch eng bebaute Stadt beiderseits der Linden sowie der Stadtraum nördlich der Stadtbahn und Spree wurden 1945 weitgehend vernichtet, wobei die das Untersuchungsgebiet prägende (heute unter Denkmal- oder Ensembleschutz stehende) Bebauung in der Planckstraße und der Geschwister–Scholl– Straße von der Zerstörung verschont blieb. Erste Wiederaufbauplanungen, wie beispielsweise das Eckgebäude Planckstraße / Weidendamm sind im Plan zu erkennen.
Blick auf das denkmalgeschützte ehemalige Wohnhaus für Hofbedienstete
Schwarzplan, Berlin 1989, Quelle: Stimmann, H., (Hg.), Die gezeichnete Stadt, Berlin 2002
Der Schwarzplan von 1989 veranschaulicht die städtebauliche Struktur kurz vor der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. Das Bild entspricht für das Untersuchungsgebiet der gegenwärtigen Situation. Die Fläche wird als Lagerfläche genutzt, eine Tankstelle und Werkstattgebäude, finden hier ihren Standort. Zwischen den Gebäuden und der Bahntrasse verläuft inzwischen ein Straßenbahngleis, das Anfang der 1990er Jahre wieder aufgegeben wird.
Blick vom Bahnhof Friedrichstraße auf das Wettbewerbsgrundstück im Mittelgrund
Schwarzplan, Berlin 2001, Quelle: Stimmann, H., (Hg.), Die gezeichnete Stadt, Berlin 2002
Im Schwarzplan 2001 lässt sich die kritische Rekonstruktion der historischen Struktur an der Friedrichstraße erkennen. Im direkten Umfeld des Untersuchungsgebietes wurden ausschließlich Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen der Bausubstanz durchgeführt, wie beispielsweise die noch nicht abgeschlossenen Umbaumaßnahmen der ehemaligen Kasernenanlagen sowie die Restaurierung des ehemaligen Hofbedienstetenhauses.
Blick auf die Brandwandbebauung
Städtebauliches Umfeld des Wettbewerbsgebiets
Die Neubebauung des Grundstücks nördlich der S-Bahn zwischen Geschwister-Scholl- und Planckstraße mit der Universitätsbibliothek bringt einen erheblichen Entwicklungsschub für das gesamte Areal und trägt zu dessen Belebung bei. Prägend für die Umgebung sind die ehemaligen Kasernengebäude, die derzeit vom Bund östlich und von der HumboldtUniversität westlich der Geschwister-Scholl-Straße genutzt werden. Die Liegenschaft des Bundes befindet sich derzeit in einem desolaten Zustand. Mittelfristig soll der Blockrand geschlossen und der gesamte Block
für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Funktionsgebäuden für die Museumsinsel verdichtet werden. Die Verlängerung der Geschwister-Scholl-Straße setzt sich südlich der SBahn als Universitätsstraße fort. Sie tangiert im Bereich der Straße „Unter den Linden“ das historische Hauptgebäude der Humboldt-Universität. Bedingt durch weitere bereits vorhandene universitäre Einrichtungen verdichtet sich mit dem Neubau der Bibliothek das „Universitätsquartier“ entlang dieser Achse. Die westliche Begrenzung des Grundstücks, die Planckstraße, führt unmittelbar an den rückwertigen Räumen des historischen Metropoltheaters vorbei. Das Theaterareal ist derzeit ebenfalls weitgehend ungenutzt, birgt aber interessantes Entwicklungspotenzial. Auch das südliche Nachbargrundstück des Metropoltheaters erstreckt sich von der Friedrichstraße (Nr. 100) bis zur Planckstraße. Das Grundstück befindet sich im Eigentum des Landes Berlin und wird zur Zeit durch den Liegenschaftsfonds Berlin vermarktet, so dass Form und Nutzung einer Bebauung derzeit noch nicht bestimmt sind. In dem 1993 auf der Grundlage des städtebaulichen Ideenwettbewerbes "Bahnhofsbereich Friedrichstraße" aufgestellten Rahmenplan sind entlang der S-Bahntrasse eine öffentliche Passage sowie an der Planckstraße ein städtischer Platz zur Sicherung der Abstandsflächen vor der als Fassade ausgebildeten Seitenwand des angrenzenden Metropoltheaters vorgesehen. Diese Maßnahmen würden Zugänglichkeit und Attraktivität eines zusätzlichen westlichen Eingangs der Bibliothek verbessern, können jedoch wegen des lediglich empfehlenden Charakters des Rahmenplanes nicht zwingend erwartet werden. In den letzten Jahren wurden mehrere Konzepte mit unterschiedlicher Ausbildung von Passage und Vorplatz entwickelt, jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert. Historisch wurde das Wettbewerbsgrundstück als Magazin des Staatstheaters genutzt; Funktionsgebäude des ehemaligen Metropoltheaters befinden sich noch auf dem Grundstück, werden aber demnächst abgerissen werden. Das Grundstück wird nach Norden durch eine Brandwand begrenzt, die im Bereich der Planckstraße an einer um die Ecke geführten Fassade eines historischen Wohnhauses endet, und damit nur im Bereich der Brandwand ein direkter Gebäudeanschluss möglich wird. Die Höhenentwicklung auf dem Wettbewerbsgrundstück muss bestimmt werden durch die umgebene Bebauung, die sich aus der Logik der Berliner Blockrandbebauung ergibt. Abbildungen zur Umgebung des Wettbewerbsgebietes siehe im Teil 4 Anhang unter 4.3 Fotodokumentation. Denkmalgeschütze Gebäude Mit Ausnahme der derzeit noch auf den Baugrundstücken vorhandenen Bebauungen sowie der Sporthalle sind alle Gebäude innerhalb des von der Planckstraße, der Geschwister–Scholl-Straße, der Stadtbahntrasse und des Weidendamms begrenzten Blocks eingetragene Baudenkmale bzw. unterliegen dem Ensembleschutz.
Denkmalgeschütze Gebäude und Ensemble
Geschwister–Scholl–Straße 2/8, 7 Die Kasernenbauten des Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier-Regiments (Abb. 154, Liste Nr. 14 und 47), aus den Jahren 1898-1902 dominieren das Areal zwischen Georgenstraße und Weidendamm. Um eine durchgehende Verkehrsanbindung herzustellen und die Kasernen städtebaulich einzuordnen, war zuvor eine Verlegung der Stallstraße mit Ausrichtung auf die Ebertbrücke erfolgt. Unter der Leitung von Baurat Wieczorek und Regierungsbaumeister Julius Boethke wurden zwei weitgehend symmetrische Bataillonskasernen erbaut, die mit Rücksicht auf die innerstädtische Lage kein abgeschlossenes Kasernengelände bildeten. Der übliche nüchterne Kasernenstil mit Ziegelverblendsteinen wurde durch Verwendung von Formen der Weserrenaissance an den Sandstein- und Putzfassaden aufgelockert. Eck- und Mittelrisalite mit hohen Volutengiebeln gliedern die lang gestreckten Straßenfronten. Gegenüber der Ebertbrücke beherrschen zwei Turmbauten den Straßeneingang, der östliche Teil mit dem von Ecktürmen flankierten Pyramidendach und zinnenbekröntem Gesimsabschluss symbolisiert noch im heutigen Stadtbild die Wehrhaftigkeit der Kaserne. Vom westlichen Kasernentrakt ist nach Kriegszerstörungen um 1950 nur der Turmbau vereinfacht wieder hergestellt worden. Der schlichte Putzbau Am Kupfergraben 3 entstand um 1950 als Erweiterung für die von der Nationalen Volksarmee genutzte Kasernenanlage. Das Mietshaus Planckstraße 24 wurde 1898 als Beamtenwohnhaus des Königlichen Marstalls in den Kasernenkomplex eingefügt. Von den Gebäuden der Königlichen Artilleriekaserne, die 1773 unter der Leitung von Johann Boumann d. Ä. errichtet worden waren, hat Baurat Wieczorek lediglich das Montierungs-Magazin Am Weidendamm 2 in die Bauten von 1898-1902 einbezogen und zu einem Kammergebäude umbauen lassen. Nach diesem Eingriff und den Instandsetzungen nach dem Zweiten Weltkrieg lassen nur die Kubatur und ein Teil der im Kern erhaltenen Bausubstanz die Entstehung des Gebäudes vor 1800 erkennen.
Geschwister–Scholl-Straße 5 Südlich an die Kasernenanlage, auf dem bis dahin vom Königlichen Hofbaudepot genutzten Grundstück, schließt das 1903 errichtete Hofbeamtenhaus (Abb. 155, Liste Nr. 263) an. Das ehemals Königliche Dienstwohngebäude besteht aus Vorderhaus, südlichem Seitenflügel und zwei Quergebäuden. Die baukünstlerische Gestaltung ist in neobarocken Formen gehalten. Über einem Sockelgeschoss werden die zwei Hauptgeschosse durch Erker, geschossübergreifende Fensterrahmungen sowie ein kräftiges verkröpftes Hauptgesims betont. Das säulengerahmte Eingangsportal verweist im Wappenfeld des Volutengiebels mit den Initialen „R“ und „W“ (REX WILHELM) und der Königskrone auf den Königlichen Kronfideikommiss als Bauherrn. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss des westlichen Quergebäudes mit angebauter Remise befinden sich Reste des ursprünglich auf dem Grundstück angesiedelten Hofbaudepots. Die an der westlichen Außenwand der Remise auf einem Gerüst aus Eisenträgern angebrachten 29 Sandsteinplatten mit Reliefdarstellungen von Kriegstrophäen stammen möglicherweise aus dem Ateliergebäude; sie werden der Schlüterschen Werkstatt Ende des 17. Jahrhunderts zugeschrieben. Vor der Remise steht der Torso einer überlebensgroßen weiblichen Sandsteinfigur, die ein Kreuz hält und wohl im 19. Jahrhundert entstanden ist.
Reliefs der Schlüterwerkstatt
Ein weiteres Hofbeamtenwohnhaus auf dem westlich angrenzenden Grundstück Planckstraße 20/ 22 (Abb. 156, Liste Nr. 507), das ursprünglich auch zum Hofbaudepot gehörte, ist 1914-15 erbaut worden. Die um einen großen Innenhof angelegte viergeschossige Dreiflügelanlage mit großzügigen Wohnungen war für Beamte des Königlichen Theaters vorgesehen. Dementsprechend elegant und repräsentativ sind die Fassaden gestaltet: die klar strukturierte neoklassizistische Gliederung und der reiche Bauschmuck in neobarocken Formen mit Putten, Vasen, Reliefs sowie den Kronen über den Eingängen als Zeichen des königlichen Bauherrn unterstreichen die Bedeutung des Hauses.
Planckstraße 13 Das Gleichrichterschaltwerk Friedrichstraße (Abb. 157, Liste Nr. 506) entstand 1927-28 unmittelbar neben dem Stadtbahnviadukt am Bahnhof Friedrichstraße nach Plänen von Richard Brademann, der seit 1920 als Architekt bei der Hochbauabteilung der Reichsbahndirektion Berlin unter anderem für die Gestaltung der Bauten der Bahnstromversorgung zuständig war. Mit der 1922 begonnenen und 1930 auf allen wichtigen Strecken abgeschlossenen Elektrifizierung der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen wurde die Berliner S-Bahn zu einem modernen und leistungsfähigen Schienenverkehrsmittel. Auf eine Betriebsspannung von 800 V Gleichstrom ausgelegt, mussten für das über 500 Kilometer lange Streckennetz in wenigen Jahren mehr als 50 Schalt- und Gleichrichterwerke errichtet werden. Brademann entwickelte in seinen Entwürfen für diese neue Bauaufgabe eine streng an der Funktion orientierte und zugleich gestalterisch gelungene Formensprache. Wegen des nur sehr begrenzt verfügbaren Bauplatzes entwarf er das Gleichrichterwerk Friedrichstraße, das zusätzlich als Schaltwerk diente, als fünfgeschossigen blockhaften Klinkerbau mit den Transformatoren und Gleichrichtern im Erdgeschoss und den Schaltanlagen und Sammelschienen in den Obergeschossen. Der kubische Klinkerverblendbau ist in seiner klaren funktionalen Gliederung nicht nur als technisches Bauwerk gekennzeichnet, sondern darüber hinaus durch seine imposanten pfeilerartigen, dreieckig vorspringenden Kamine, querrechteckige Eisensprossenfenster, ein kräftiges Abschlussgesims und ein flaches Walmdach in zurückhaltend expressionistischer Formensprache als künstlerisch gestalteter, einprägsamer Baukörper im Stadtgefüge entwickelt.
Gleichrichterschaltwerk, Planckstraße 13
Metropoltheater, Friedrichstraße (ehem. Theater im Admiralspalast) Im direkten Umfeld des Untersuchungsgebiets befindet sich das unter denkmalschutzstehende Metropoltheater, der ehemalige Admiralspalast. Das ursprünglich von Heinrich Schweitzer als Vergnügungscenter mit Bädern, Eislaufbahn und Restaurants entworfene und 1911 errichtete Gebäude wurde Ende der 1930er Jahre nach Entwürfen von Paul Baum-
garten zu einem Operettenhaus umgebaut. 1946 erlangte das Gebäude eine gewisse Bedeutung als Gründungsstätte der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands SED. Die Nutzung als Operettenhaus reichte bis 1997. Die reich dekorierten Fassaden lassen sich nicht eindeutig einem Stil zuordnen. Neben neoklassizistischem Dekor weisen sie Elemente des Jugendstils und des Eklektizismus auf. Das seit 1997 nicht mehr genutzte Gebäude wurde kürzlich an einen Investor verkauft, der auch andere Kulturveranstaltungsstätten betreibt. Unter dem Namen Admiralspalast will der Käufer das Gebäude für Shows, Konzerte und Tanzveranstaltungen herrichten und es bereits im Herbst 2005 eröffnen.
Stadtbahnviadukt Die Stadtbahntrasse zwischen Ostbahnhof und Holtzendorffstraße ist ebenfalls denkmalgeschützt. Sie wurde von Ernst Dircksen geplant und zwischen 1875 und 1882 errichtet. In den Jahren 1912-39 wurden Umbauten vorgenommen.
Stadtbahnviadukt, Blick von der Geschwister-Scholl-Straße
Unterführung Geschwister-Scholl-Straße
'Nach § 10 Berliner Denkmalschutzgesetz darf die unmittelbare Umgebung der Denkmale, deren Erscheinungsbild von prägender Bedeutung ist, durch Errichtung oder Änderung baulichen Anlagen, durch die Gestaltung der unbebauten öffentlichen und privaten Flächen oder in anderer Weise nicht so verändert werden, dass die Eigenart und das Erscheinungsbild der Denkmale wesentlich beeinträchtigt werden.Die unmittelbare Umgebung eines Denkmals ist der Bereich, innerhalb dessen sich die bauliche oder sonstige Nutzung von Grundstücken oder von öffentlichen Flächen auf das Denkmal prägend auswirken. Diese Bestimmungen des Denkmalschutzgesetzes sind beim Entwurf zu beachten.' (Landesdenkmalamt Berlin) Planwerk Innenstadt Das Planwerk Innenstadt sieht auf dem betroffenen Grundstück ein die für den Bereich übliche Traufhöhe respektierendes Gebäude vor. An der Planckstraße wird in Abänderung der historischen Situation ein straßenbegleitender Platz vorgesehen. Zwischen dem Gebäude und der Stadtbahntrasse wird Raum für eine Fußgängerpassage gelassen.
Planwerk Innenstadt (Ausschnitt)
Planwerk Innenstadt 3D–Modell (Ausschnitt)
Nutzung Das Wettbewerbsgebiet schließt direkt an die innenstadttypischen Dienstleistungsnutzungen mit überregionaler Bedeutung an. Die Nutzungsstruktur ändert sich im Umfeld nördlich der Stadtbahntrasse zugunsten eines höheren Wohnanteils. So sind innerhalb des relevanten Blocks neben universitären Nutzungen Wohnnutzungen in der Planckstraße gebietsprägend. Entlang der Geschwister–Scholl–Straße ist eine Konzentration von Universitätsnutzungen zu erkennen, die sich vom Hauptgebäude der Humboldt-Universität ausgehend nördlich bis zur Spree fortsetzt.
Universitäre Nutzungen
Höhenentwicklung Die Höhenentwicklung der historischen Gebäude nördlich und südlich des Bahnviaduktes unterscheidet sich nicht wesentlich. Erst die in den 80er und 90er Jahren errichteten Gebäude überschreiten die vorhandenen Höhen um ein oder mehrere Geschosse. Ein städtebauliches Zeichen wurde mit der Errichtung des Hochhauses des Internationalen Handelszentrums (95 m) gesetzt, das die historischen Baustrukturen negiert. Der Bedeutung der Strasse entsprechend sind seit der Wende insbesondere südlich der Bahntrasse viele Büro- und Geschäftshäuser mit Traufhöhen von ca. 22 m und Firsthöhen von 30 m im Sinne der kritischen Rekonstruktion der Stadt entstanden. Diese Höhen sind abseits der Magistralen in der Dorotheenstadt nicht überall möglich. Insbesondere der Bereich zwischen Bahn und Spree hat sehr viel geringere Traufkanten, die jedoch durch turmartige Erhöhungen oder Schmuckgiebel unterbrochen werden, was u.a. die städtebauliche Eigenart dieses Gebietes charakterisiert.
Trauf- und Firsthöhen einiger Gebäude aus dem Umfeld Gebäude Gleichrichterwerk, strasse 13 Metropoltheater, strasse 21/23 Planckstrasse 22/24 Planckstrasse 20 Geschwister-Scholl-Str. 5 Geschwister-Scholl-Str. 7/9 Giebel/Mittelteil Traufhöhe (m) Planck15,50 Planck18,80 17,70 17,50 18,00 14,50 18,50 26,00 21,20 21,20 26,50 21,50 26,00 / 27,50 5,50 First-/Gesamthöhe (m)
Geschwister-Scholl-Str. 2/4/6 keine Werte keine Werte vorhanden (VI - V Altbaugeschosse) vorhanden
Trauf- und Firsthöhen nördlich der Bahn
Gebäude Traufhöhe (m) Georgenstrasse 33, 34 - 36 (VIII-VII Plattenbaubüroge- keine Werte vorhanden schosse) Universitätsstrasse 2 - 3a Universitätsstrasse 3b Staatsbibliothek, theenstrasse 27 Baluster Doro22,20 25,00 19,80 17,70
First-/Gesamthöhe (m) keine Werte vorhanden 24,20 24,50
Trauf- und Firsthöhen südlich der Bahn
Lage und Begrenzung Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Bezirk Mitte von Berlin. Es bildet den südlichen Abschluss des Blocks, der begrenzt wird im Westen von der Planckstraße, im Norden von der Straße am Weidendamm, im Osten von der Geschwister-Scholl-Straße und im Süden von dem Stadtbahnviadukt. Größe / Eigentum Der Katasternachweis wird geführt in Berlin, Grundbuchbezirk Mitte, Gemarkung Mitte, Flur 920. Das Wettbewerbsgrundstück besteht aus dem Flurstück 00154/00 (Geschwister-Scholl-Str. 3 und Planckstr. 16/18) mit der Teilgröße von 4.824 m² und dem Flurstück 00156/00 (GeschwisterScholl-Str. 1 und Planckstr. 14) mit der Teilgröße von 1.849 m². Das Wettbewerbsgrundstück hat damit eine Gesamtgröße von 6.673 m². Das Flurstück 00154/00 ist Eigentum des Landes Berlin, Das Flurstück 00156/00 ist auf das Land Berlin rückübertragen und in das Fachvermögen der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur für die Nutzung durch die Humboldt-Universität für das "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" aufgenommen worden. (Hinweis: Im Eigentümernachweis auf dem Amtlichen Lageplan konnte der Eigentümerwechsel für das Flurstück 00156/00 aus formalen Gründen noch nicht vorgenommen werden.)
Bebauungseinschränkungen Vor der Sockelwand des Bahnviadukts ist entsprechend der Darstellung im Planwerk Innenstadt ein 8 Meter tiefer Grundstücksstreifen (gemessen ab dem längeren Stück der Sockelwand) für eine Fußgängerpassage zwischen Planckstraße und Geschwister-Scholl-Straße freizuhalten. In der Nordwestecke des Wettbewerbsgrundstücks ist vor der abgewinkelten Fassade des Gebäudes Planckstraße 20 entwurfsabhängig die sich aus je 0,5 H ergebende erforderliche Abstandsfläche gemäß Bauordnung Berlin einzuhalten. Es bleibt den städtebaulichen Überlegungen des Wettbewerbsteilnehmers überlassen, ob er den Rücksprung seines Entwurfs von der Planckstraße wegen der Abstandsfläche zum nördlichen Nachbargebäude bis an die Südwestecke seine Entwurfs verlängert analog den Informationen des Planwerks Innenstadt. Selbst wenn eine platzartige Aufweitung als "Theaterplatz" nicht mehr fungieren können sollte, gibt es zum Beispiel einen interessanten Blick auf die ausgearbeitete Fassade des Hauses Planckstraße 20 (trotz der Bahnbrücke) bereits aus der Gegend südlich der Straße Unter den Linden. Bestehender Pachtvertrag Auf dem Flurstück 00156/00 besteht in einer Breite von ca. 9 Metern (bis zum Zaun, siehe Amtlicher Lageplan) vor dem Bahnviadukt eine Pachtfläche des in fast allen Stadtbahnbögen angesiedelten Trödel- und Antikmarktes. Eine Aufgabe des Pachtvertrages ist vorgesehen. Bestehende Bebauung Das Gelände ist überwiegend mit zweigeschossigen Gebäuden aus der Nachkriegszeit für Verwaltungs- und Lagernutzung bebaut. Die vorhandene Bebauung ist für den Universitätsneubau abzureißen. Vegetation Die Bäume auf dem Grundstück (s. Fotos unter 4.3 im Anhang sowie Amtlichen Lageplan gemäß Nummer 12 unter 1.9) sind überwiegend Pappeln (populus canadensis ‘spec.‘). Sie stehen in den Baumreihen beidseits der Grenze zwischen den Flurstücken 154 und 156 (heute Zaun) sowie als zweistämmiger Baum nördlich der Lücke zwischen den beiden Baumreihen. Der Baum in der Nähe der Geschwister-Scholl-Straße ist ein Bergahorn (acer pseudoplatanus). Die beiden Bäume im Inneren des Grundstücks Richtung Planckstraße konnten noch nicht bestimmt werden. Mit Ausnahme des kleineren dieser beiden Bäume unterliegen alle genannten Bäume der Baumschutzverordnung; im Falle des Fällens geschützter Bäume werden Ersatzpflanzungen oder Ausgleichsbeträge gefordert. Altlasten Für die beiden Flurstücke besteht noch kein Eintrag im Bodenbelastungskataster des Landes Berlin. Über das Teilgrundstück Planckstraße 16/18 liegen keine Informationen in der historischen Recherche vor. Für das Teilgrundstück Geschwister-Scholl-Straße 3 weist die historische Recherche zurückgehend bis auf das Jahr 1897 kein für eine Belastung relevantes Gewerbe auf. Für das Flurstück 156 (Teilgrundstücke Planckstraße 14 und Geschwister-Scholl-Straße 1) weist die historische Recherche für die Zeit zwischen
1880 und 1971 nacheinander u.a. die Nutzungen Kulissenlager, KfZWerkstatt und Tankstelle aus. Aus den altlastenrelevanten Gewerbenutzungen ergibt sich ein Anfangsverdacht für Bodenverunreinigungen. Auf Grund starker Kriegsschäden und der Lage der Grundstücke im Aufschüttungsbereich der Innenstadt sowie der alten Spree können Bodenverunreinigungen, z.B. durch Anteile von kontaminiertem Schutt, bedingt sein. Es liegen keine Informationen über auf dem Grundstück durchgeführte Boden-, Bodenluft- oder Grundwasseruntersuchungen vor. Topographie Die Höhenkoordinaten des Grundstückes liegen zwischen 33,11 m NN und 34,30 m NN. Die Höhenkoordinaten können dem Amtlichen Lageplan entnommen werden. Baugrund Das Grundstück liegt in der nacheiszeitlichen Niederung der Spree innerhalb des jungeiszeitlichen Warschau-Berliner Urstromtales. Den Schichtenaufbau bilden zunächst organische, d.h. humose, muddige, anmoorige bis torfige Böden über Urstromtalsanden unterschiedlicher Körnung, deren Korngrößen generell mit der Tiefe zunehmen und kiesige Beimengen führen. Die natürlich entstandene Erdoberfläche wurde hier z.T. durch Baugrundaustausch und verschieden starke Aufschüttungen verändert. Das Grundstück ist bebaut, der Boden ist hier demzufolge zumindest bis in die seinerzeitige Gründungstiefe gestört. Zum tieferen Bodenaufbau des Grundstückes sind die Schichtenverzeichnisse unterschiedlicher Bohrpunkte den Wettbewerbsunterlagen (vgl. Kap. 1.9, Ziffer 10) beigefügt. Örtliche Abweichungen der Gesteinsausbildung, der Schichtenfolge und der Schichtenmächtigkeiten sind möglich. Grundwasserstand Der höchste Grundwasserstand seit Beginn der Messungen ab 1933 trat im Oktober 1945 bei etwa NHN +31,7 m auf. Da die höchsten Grundwasserstände der Berliner Innenstadt zwischen 1870 und 1880 gemessen wurden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass in dieser Zeit der Grundwasserspiegel auch hier noch um ca. 0,6 m höher angestiegen war. Im Oktober 2002 stand der Grundwasserspiegel hier auf etwa NHN +30,9 m. Das Grundstück befindet sich unweit des Ufers der Spree-DahmeWasserstrasse im Einflussbereich der Stauhaltung Berlin-Charlottenburg. Die Grundwasserhöhe wird durch den Wasserspiegel der Vorfluter wesentlich beeinflusst. Die Wasserstandszahlen der Jahresreihe 1991-2000 am nächstgelegenen Unterpegel Mühlendamm liegen bei folgenden Ordinaten: NW = NN + 30,63 m, MW = NN + 30,78 m, HW = NN + 31,18 m. Der höchste Wasserstand (HHW) wurde im Jahre 1946 mit NN + 32,37 m beobachtet. Mitte September 2002 stand der Wasserspiegel hier am Pegel auf etwa NN + 30,77 m. Immissionen Von dem sehr stark befahrenen Stadtbahnviadukt (S-Bahnen, Regionalund Fernbahnen) im direkten südlichen Anschluss an das Wettbewerbsgrundstück gehen entsprechend zu berücksichtigende Emissionen aus
(Lärm, elektromagnetische Strahlung, ggf. Erschütterung). Zu deren Beachtung bei dem Gebäudeentwurf siehe auch Kapitel 3.3, vorletzter Absatz, in dieser Ausschreibung. Die textlichen und grafischen Daten aus dem Umweltatlas Berlin, Sektion Schienenverkehrslärm im oberirdischen Schienennetz, weisen für den relevanten Bereich des Stadtbahnviadukts auf Grund einer Schienenverkehrzählung im Jahr 1999 folgende Mittelungspegel an der Straßenrandbebauung (z.B. der südlich des Viadukts gelegenen Georgenstraße) aus: am Tage (6 – 22 Uhr) > 70 – 75 dB(A); Nachts (22 – 6 Uhr) > 65 – 70 dB (A). Die Werte aus der Sektion Straßenverkehrslärm an der Straßenrandbebauung weisen für die Geschwister-Scholl-Straße auf Grund einer Straßenverkehrszählung in den Jahren 1998/1999 folgende Mittelungspegel aus: am Tage (6 – 22 Uhr) > 80 dB (A); Nachts (22 – 6 Uhr) > 65 – 70 dB (A). Die Mittelungspegel für die Planckstraße weisen aus: am Tage (6 – 22 Uhr) > 62 – 66 dB(A); Nachts (22 – 6 Uhr) > 55 – 60 dB(A).
Straßenverkehr Die Verkehrserschließung des Grundstücks für Kraftfahrzeuge ist sowohl von der Planckstraße als auch von der Geschwister-Scholl-Straße aus möglich. Beide Straßen sind durch Unterführungen mit dem Straßennetz südlich der S-Bahntrasse verbunden. Wegen der anschließenden Ebertsbrücke über die Spree weist die Geschwister-Scholl-Straße die höhere Verkehrsdichte auf. Die Geschwister-Scholl-Straße ist nicht nur namentlich die Verlängerung der Universitätsstraße; sie stellt auch die kürzeste Verbindung zwischen dem Hauptgebäude und weiteren Gebäuden der Humboldt-Universität südlich und nördlich der Spree dar. Für Fußgänger kann das neue Gebäude auch von der Fußgängerpassage entlang dem Bahnviadukt erschlossen werden. Öffentlicher Personennahverkehr Das Wettbewerbsgrundstück ist durch den öffentlichen Personennahverkehr gut erschlossen. In der Nähe befindet sich der Bahnhof Friedrichstraße. Hier verkehren sowohl S-Bahnen in Ost-West-Richtung, als auch S- und U-Bahnen in Nord-Süd-Richtung. Der Bahnhof ist an das Regionalbahnnetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Weiterhin ist das Wettbewerbsgrundstück an ein größeres Angebot von Straßenbahn- und Buslinien angeschlossen, deren Haltestellen entlang der Georgenstraße und Unter den Linden im Süden, in der Friedrichstraße im Westen und entlang der Oranienburger Straße im Norden des Grundstückes liegen.
Fernwärme Eine Fernwärmeleitung des Berliner Stromversorgers Bewag befindet sich unter der Fahrbahn der Planckstraße mit einem Abzweig in der Nordwestecke des Wettbewerbsareals in das nördliche Nachbargebäude Planckstraße 20 hinein, der auch das nördliche Gebäude auf dem Wettbewerbsgrundstück versorgte (siehe auch Leitungsplan Nr. 2219/03). Den Wärmebedarf für das Neubauprojekt hat die Technische Abteilung der Humboldt-Universität mit 900 kW für die Raumheizung und mit 500 kW für die lüftungstechnischen Anlagen, insgesamt also mit 1400 kW eingeschätzt. Die Bewag hat geantwortet, dass die Wärmelieferung für Raumheizung und Lüftung aus ihrem Fernwärmenetz grundsätzlich möglich ist und dass sie die vorgenannten Anschlußwerte vorgesehen hat. Voraussetzung für die vergünstigten Anschlußbedingungen (gemäß der Rahmenvereinbarung über den Wärmebezug des Landes Berlin von der Bewag) ist die Errichtung einer Hausanschlußleitung im Bereich der Planckstraße. Die Bewag geht dabei von der Lage der Anschlußleitung in der Südwestecke des Grundstücks aus (siehe auch Leitungsplan vom 28.8.2003). Die Humboldt-Universität hält sich den Wärmebezug aus dem Fernwärmenetz oder eine Gaszentralheizung offen. Wasser Übergeordnete Be- und Entwässerleitungen befinden sich nicht auf dem Grundstück. Die Entwässerung erfolgt über Mischkanäle in der Planckund der Geschwister-Scholl-Straße. Das Mischsystem wird aus ökonomischen Gründen von den Wasserbetrieben beibehalten werden. In der Planckstrasse befindet sich ausserdem ein großdimensionierter Regenüberlaufkanal. Nach schriftlicher Stellungnahme der Berliner Wasserbetriebe kann in diesen Kanal Regenwasser eingeleitet werden, sofern es von dem gesamten Grundstück die Menge von 66 l/s nicht überschreitet. Darüber hinaus stehen die Mischwasserkanäle zur Verfügung. Grundsätzlich ist aus ökologischen Gründen zu prüfen, ob das Niederschlagswasser auf dem Grundstück gespeichert und als Betriebswasser, z. B. für die Toilettenspülung sowie Grünflächenbewässerung, genutzt werden sollte, zumal die Berliner Wasserbetriebe ein getrenntes Niederschlagsentgelt erheben. Strom Kabeltrassen befinden sich innerhalb eines ca. 20 m breiten Streifens entlang der Stadtbahntrasse, die vermutlich, der Bahnstromversorgung der Straßenbahn dienten (siehe auch Leitungsplan). Dieses ist jedoch für die Entwurfsplanung unerheblich. Gasversorgung Gasversorgungsleitungen liegen in der Geschwister-Scholl-Straße. Stillgelegte Leitungen ragen vom Fußweg der Planckstraße geringfügig in die Flurstücke 154 und 156 hinein (siehe auch Leitungsplan).
2.10 Planungsrecht
Ausschnitt aus Flächennutzungsplan
Flächennutzungsplan Im gültigen Flächennutzungsplan (FNP) von Berlin (Stand Oktober 1998) ist für das Baugebiet folgendes vermerkt: Das Baugebiet ist im FNP als gemischte Baufläche M 1 ausgewiesen, das bedeutet, vorwiegend Kerngebietscharakter (Handelseinrichtungen, zentrale Einrichtungen der Wirtschaft, der Verwaltung, der Kultur und Wohnungen) mit hoher Bebauungsdichte. Gemeinschaftseinrichtungen sind nicht dargestellt. Bibliotheksnutzungen und Büronutzungen sind hier grundsätzlich zulässig. Bebauungsplanung Gegenwärtig wird kein Erfordernis gesehen, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten. Vor diesem Hintergrund unterliegt die planungsrechtliche Beurteilung eines Bauvorhabens § 34 BauGB. Erhaltungssatzung gem. § 172 BauGB Das Wettbewerbsgrundstück liegt im Erhaltungsgebiet nach § 172 BauGB, Bezirk Mitte von Berlin, Bereich Dorotheenstadt, Friedrichstadt. Zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart des Gebietes auf Grund seiner städtebaulichen Gestalt bedürfen der Abbruch, die Änderung oder die Nutzungsänderung oder die Errichtung baulicher Anlagen der Genehmigung. Die Genehmigung zum Abbruch, zur Änderung oder zur Nutzungsänderung darf nur versagt werden, wenn die bauliche Anlage allein oder im Zusammenhang mit anderen baulichen Anlagen das Ortsbild, die Stadtgestalt oder das Landschaftsbild prägt oder sonst von städtebaulicher, insbesondere geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung ist. Die Genehmigung zur Errichtung baulicher Anlagen darf nur versagt werden, wenn die städtebauliche Gestalt des Gebietes durch die beabsichtigte bauliche Anlage beeinträchtigt wird.
Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe
Es wird ein Bibliotheksgebäude erwartet, das sich logisch aus dem vorhandenen Stadtgrundriss (Blockbebauung) ergibt. Die Ausrichtung des Gebäudes zur Geschwister-Scholl-Straße bedingt sich durch die „Universitätsachse“ entlang der Universitätsstraße und der direkten Wegebeziehung zum Hauptgebäude der Humboldt-Universität. Deshalb sollte auch an dieser Stelle ein erkennbarer großzügiger Eingang für die Bibliothek konzipiert sein. Ein weiterer Eingang an der Planckstraße ist wegen der größeren Nähe zum Bahnhof Friedrichstraße erwünscht; dieser Eingang muss in den Haupteingangsbereich (s.a. Funktionschema unter Ziffer 3.4) münden. Alle Gebäude der Humboldt-Universität tragen oder erhalten Namen. Der Name "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum" ist deutlich ablesbar am Gebäude zu gestalten. Die Höhenentwicklung der Bibliothek muss sorgfältig auf die angrenzenden Gebäude abgestimmt sein. Die Außengestaltung/ Fassadengestaltung der Bibliothek muss der Bedeutung und dem Repräsentationswillen einer öffentlichen Einrichtung dieser Größenordnung entsprechen, gleichzeitig den traditionell sparsamen Baustil für öffentliche Bauten in Berlin in moderner Form widerspiegeln. Die Gestaltung der Fassade parallel zur S-Bahn-Trasse muss sowohl bauphysisch als auch gestalterisch auf die extreme Nähe zur S-Bahn abgestimmt werden. Die im Planwerk Innenstadt dargestellte Fußgängerpassage entlang der Nordseite des Bahnviaduktes soll eine Verbindung zwischen der Planckund der Geschwister-Scholl-Straße herstellen und dabei diese Seite der Stadtbahnbögen gestalterisch und funktional aufwerten. Diese Ambitionen gelten auch für die südlichen Ränder der beiden Nachbarblöcke, siehe hierzu einschränkend jedoch das Kapitel 2.6 Städtebauliches Umfeld. Mit der Fußgängerpassage verträgliche Nutzungen für das "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum", wie z.B. definierte Fahrradstellplätze, erscheinen möglich. Im Inneren soll das Herzstück und Zentrum der Bibliothek ein großer Lesesaal sein, der auch in der Gebäudehöhe großzügig konzipiert und ausreichend belichtet wird. Ein einfaches logisches Wegesystem im Inneren soll zu einer leichten Orientierbarkeit für Nutzer und Bibliothekspersonal beitragen. „Gesicherte“ und „öffentliche“ Bereiche müssen räumlich erkennbar voneinander abgegrenzt sein. Ausreichend Stau- und Funktionsräume speziell im Bereich des Eingangs müssen räumlich gestaltet werden. Die Bibliothek soll zu einem „Öffentlichen Ort“ werden, deren Ambiente über die reine Funktion hinausgeht.
Die Zentrale Universitätsbibliothek liegt im Kernbereich der HumboldtUniversität und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bequem zu erreichen.
Die günstigste Lage für den Haupteingang wird im Eckbereich zwischen der Geschwister-Scholl-Straße (als Verlängerung der Universitätsstraße!) und der Fußgängerpassage am Bahnviadukt gesehen. (Eine Lage für den Eingang mittig an der Passage läge für das Gebäude vielleicht zentraler, jedoch zu versteckt und nicht attraktiv genug.) Der Haupteingang sollte zum Betreten der Bibliothek einladen. Ein zweiter Eingang an der Planckstraße ist wünschenswert, muss auf übersichtlichem Weg in die gemeinsame Eingangshalle führen und darf keine zweite Buchsicherungsanlage erfordern. Für das Personal bedarf es keines weiteren Außeneingangs; es genügt eine separierte innere Erschließung im Gebäude, ohne dass das Personal die Buchsicherungsanlage, nach Möglichkeit jedoch das WachschutzSichtfenster, passieren muss. Der An- und Ablieferungsverkehr für das Gebäude wird von der Planckstraße aus gesehen (um die Attraktivität des Haupteingangs nicht zu stören); eine Funktionsmischung mit dem erwünschten zweiten Publikumseingang an der Planckstraße müsste vermieden werden. Das nähere Umfeld der Bibliothek muss sorgfältig gestaltet werden: 300 Fahrradstellplätze sowie 3 Stellplätze für Behinderten-PKW (5 bei zwei Publikumseingängen) sind auf dem Grundstück in der Nähe des oder der Eingänge anzuordnen. Der Bereich der An- und Ablieferungen dient außer den üblichen Verund Entsorgungsfunktionen eines Gebäudes hier insbesondere der Anlieferung und dem Versand von Büchern und sonstigen Materialien. Der Bereich muss auch von größeren Fahrzeugen anfahrbar sein. Er muss in unmittelbarer Nähe der Post- und Packstelle sowie der Aufzüge liegen und über Anschlüsse an die interne Buchtransportanlage, an Technikund Serverräume sowie sonstige Lagerbereiche verfügen. Nach Möglichkeit sollten auf dem Grundstück auch 3 Stellplätze für Fahrzeuge von Spät- und Wartungsdiensten angeordnet werden, nicht jedoch in der Nähe des Haupteingangs.
Grundanforderungen Mit dem architektonischen Entwurf sind die baulichen Möglichkeiten für die Minimierung des Energiebedarfes auszuschöpfen ( kompakte Bauweise, guter sommerlicher Wärmeschutz, Tageslichtnutzung dort wo gewünscht, u. a.). Tageslicht ist in einigen entsprechend benannten Magazinen unbedingt zu vermeiden. Analog der hohen Geschwindigkeit mit der sich die Entwicklung in der modernen und der konventionellen Informationstechnologie vollzieht, wird ein Gebäude gewünscht, das sich baulich in bestimmten Bereichen veränderten Nutzungsansprüche anpassen lässt. Dafür einige Beispiele:
Zettelkataloge werden durch Online-Kataloge ersetzt; Freihandmagazine sollen in Magazinbereiche mit Kompaktanlagen umbaubar sein, damit auch die zukünftige Literaturproduktion noch erworben und aufgestellt werden kann. Dafür muss ein Teil des Frei-
handmagazines bereits mit Schienen für eine Kompaktanlage ausgestattet werden; Kopierräume müssen sich in Räume zum Scannen und Drucken umrüsten lassen; Buchstellflächen müssen durch Benutzerplätze ersetzt werden, an denen die Lektüre und weitere Verarbeitung elektronischer Dokumente möglich ist.
Der DIN-Fachbericht 13 ist zu beachten ("Bau und Nutzungsplanung von wissenschaftlichen Bibliotheken"; erarbeitet im Normenausschuss (NA) Bibliotheks- und Dokumentationswesen unter Mitwirkung einer Expertengruppe des deutschen Bibliotheksinstituts (DBI); Herausgeber: DIN Deutsches Institut für Normung e. V.; erschienen im Beuth Verlag GmbH Berlin Wien Zürich). Die Bibliothek soll übersichtlich gegliedert sein, unterstützt durch ein über das gesamte Gebäude sich erstreckendes Informations- und Leitsystem. Die wichtigsten und am häufigsten von den Benutzern in Anspruch genommenen Funktionsbereiche, wie beispielsweise die Lehrbuchsammlung, sollen in der Nähe des Eingangsbereiches liegen. Die Verkehrswege (auch Treppen und Aufzüge) sollen im Gebäude so angelegt werden, dass die Benutzer getrennt vom internen Betrieb der Mitarbeiter und Lieferanten usw. geführt werden. Bibliotheksarbeit ist ein Massengeschäft, daher muss das Prinzip der kurzen Wege gelten. Aufgrund der Größe des Gebäudes und der zu erwartenden Transporte ist eine Buchtransportanlage geplant. Da sich die Technik in diesem Bereich rasant weiter entwickelt, wird zu gegebener Zeit eine effektive und kostengünstige Lösung auf dem neuesten Stand der Technik zu wählen sein. Durch die Anordnung der Räume und Fahrstühle ist sicherzustellen, dass Bücher und Geräte auch ohne Transportsystem zu ihrem Ziel gebracht werden können. Die Bibliothek ist ein Ort der konzentrierten und intensiven Arbeit, die durch Außen- und Inneneinflüsse nicht gestört werden soll. Auch die Arbeitsräume der Mitarbeiter sollen so wenig wie möglich Lärmeinflüssen von außen ausgesetzt sein. Die Lichtverhältnisse sind besonders zu beachten. Die Arbeits- und Leseplätze sollten über Tageslicht verfügen und so wenig wie möglich der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Die Bücher in den Regalen dürfen gar nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Für geeigneten Sonnenschutz ist Sorge zu tragen. Direkter Einfall von Sonnenlicht in die Magazine und in die klimatisierten technischen Räume ist unbedingt zu vermeiden. Geeignete Sonnenschutzmaßnahmen, die auch der Reduzierung der Kosten für die Klimatisierung dienen, sind außen vorzusehen. Technische, klimatisierte Räume (z.B. Server- und Speicherräume sowie der Kommunikationshauptverteiler) sollen zusammenhängend, in einem speziellen Sicherheitsbereich und vom Lastenaufzug erreichbar sein. Es ist sicher zu stellen, dass bei der Raumanordnung und bei der Gebäudeaußenhaut die unmittelbare Nähe zum Bahngelände beachtet wird.
Zur Verhinderung von elektromagnetischen Einflüssen des Bahnverkehrs und der Bahnanlagen auf die empfindliche Elektronik der zentralen Technikräume sollten diese nicht in dem zum Bahngelände gelegenen Gebäudeteil untergebracht werden. Die Einflüsse seitens der Bahnanlagen durch elektromagnetische Strahlung sowie durch Lärm und Erschütterung auf Computer, Bildschirme, Vernetzungstechnik und geräuschempfindliche Räume sind prinzipiell zu untersuchen und durch geeignete Maßnahmen zu unterbinden. Das betrifft ebenso mögliche Beeinflussungen auf die Stromversorgung des Gebäudes. Ferner sind zentrale Technikräume (Server-, Speicher- und Verteilerräume, Datenträgerlager), das betrifft im Raumprogramm die Räume 24, 25, 161, 161A, 161B, 161C, wegen der Gefahr eines Wassereinbruchs nicht im Keller anzuordnen. Aus ökonomischen Gründen sollte bei dem hohen Grundwasserstand nur ein Kellergeschoss vorgesehen werden. Die Unterbringung des Kompaktmagazins (130) und des Freihandmagazins (125) im Kellergeschoss ist prinzipiell möglich. Wegen des hohen Grundwasserstandes sind umfassende Maßnahmen zu treffen, um die Bestände im Falle eines Anstiegs des Wasserspiegels davor zu schützen, dass Wasser in die Magazinräume eindringen kann.
Erläuterungen zum Bedarfs- und Raumprogramm
Der Neubau für das "Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum"- Zentrale Universitätsbibliothek und Computer- und Medienservice (CMS) - gliedert sich in vier Bereiche:
Öffentlicher Bereich: Eingangsbereich, Garderobe, Ausstellungsflächen, Hörsaal, öffentliche Computerarbeitsplätze, Zeitungsraum, Cafeteria. Benutzungsbereich: Bereich, der nur durch einen einzigen mit einer Buchsicherungsanlage geschützten Zugang betreten werden kann. Hier sind die Bibliotheksgüter wie Bücher und Zeitschriften im Freihandbereich, Freihandmagazin und in den Kompaktmagazinen und die PC-Pools angesiedelt. Zum Benutzungsbereich gehören die Leihstelle, die Lehrbuchsammlung, der PC-Pool, der Katalogbereich, der Mikroformenbereich, der Lesesaal “Aktuelle Zeitschriften”, der Freihandbereich mit den dazugehörigen Arbeitsplätzen, der Lesesaal “Historische Buchbuchbestände”, das Freihandmagazin, das Kompaktmagazin “Normale Bestände”, eine eigene WC-Anlage. Mitarbeiterbereich: In erster Linie nur für Mitarbeiter zugänglich. Gesicherter Technikbereich.
Funktionsschema Jacob und Wilhelm Grimm-Zentrum
Eingangsbereich Der Eingangsbereich ist der öffentliche Bereich, den jeder Benutzer ohne Einschränkungen betreten kann. Er soll einladend und großzügig gestaltet sein, damit er ein wichtiger Treffpunkt in der Universität werden kann; er umfasst eine Cafeteria und einen Zeitungsleseraum, einen Vortragssaal und Ausstellungsflächen. Da die Humboldt-Universität in Berlin Mitte nur über wenige Ausstellungsräume verfügt, soll sich der Neubau als zentraler Ort - insbesondere für die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer - auch durch Ausstellungen profilieren. Durch eine Windfang- bzw. Drehtüranlage muss Zugluft absolut ausgeschlossen werden, wie negative Beispiele anderenorts belegen. Rund 40 Computer-Arbeitsplätze werden den Benutzern angeboten, mit denen er “in Hut und Mantel” den Online-Katalog (OPAC) nach dem gewünschten Buch durchsuchen oder seine E-Mails abfragen kann. Von der Eingangs-
halle aus soll das Gebäude leicht zugänglich sein und sich in seiner Struktur ohne Mühe den Benutzern erschließen. Die Mitarbeiter müssen ihre Arbeitsräume ohne Durchquerung des gesicherten Nutzungsbereichs erreichen können. Hörsaal In einem multifunktional nutzbaren Hörsaal können öffentliche Veranstaltungen, wie Vorträge, Lesungen oder Musikvorträge abgehalten werden. Ebenso wie der PC-Ausbildungsraum soll er sowohl über den öffentlichen Eingangsbereich als auch über den geschützten Benutzungsbereich zugänglich sein. Sollten zu wenig Arbeitsplätze vorhanden sein, soll der Saal kurzfristig zum Lesesaal umfunktioniert werden können, indem die Tür zum öffentlichen Bereich verschlossen und die Tür zum Benutzungsbereich geöffnet wird. Ein- /Ausgangskontrolle (Buchsicherungsanlage) An der Grenze vom Öffentlichen zum Benutzungsbereich sind eine Eingangs- und Ausgangskontrolle erforderlich: Diese werden durch eine Buchsicherungsanlage und den Wachdienst durchgeführt. Es gibt nur einen einzigen Zugang/ Ausgang für Benutzer. Die Benutzer geben die ausgeliehenen Bücher im öffentlichen Bereich zurück und leihen sie im geschützten Bereich aus. Dazu sollen in unmittelbarer Nähe zur Ausgangskontrolle Plätze für die Selbstverbuchung (119) untergebracht werden. Es soll eine gute Einsicht in den Foyer- und Lesebereich möglich sein, damit in den nutzungsarmen Abendstunden der öffentliche Betrieb mit geringem Personaleinsatz aufrechterhalten werden kann. Ausleihe Ein großer Teil der Ausleihe wird aus der im Freihandbereich bzw. in den frei zugänglichen Freihand- und Kompaktmagazinen aufgestellten Literatur erfolgen. Die Benutzer nehmen sich dort die Bücher selbst aus dem Regal und bringen sie zur Leihstelle. Weitere Bestände werden den Benutzern in Bereitstellungsregalen zur Verfügung gestellt, die in unmittelbarer Nähe der Leihstelle stehen. Die Ausleihe nach Hause erfolgt entweder am Ausleihschalter oder mittels Selbstverbuchungsanlagen (siehe Ein-/Ausgangskontrolle). Die Bewegungsfläche der Benutzer muss entsprechend dem erwarteten Andrang großzügig gestaltet sein, da in Spitzenzeiten Warteschlangen an den Ausleihschaltern nahezu unvermeidbar sind. Jeder Bibliotheksbesucher verlässt an diesem Punkt - durch die Buchsicherungsanlage und die Eingangskontrolle hindurch - den kontrollierten Bereich. Die baulichen Voraussetzungen für eine Anbindung der Ausleihe an das Magazin durch ein Buchtransportsystem sind unbedingt vorzusehen. In der Nähe der "Leihstelle" und "Erstinformation" befinden sich auch die Arbeitsräume der entsprechenden Mitarbeiter. Informationsbereich Unmittelbar mit der Eingangskontrolle und der Leihstelle ist eine Erstinformation verbunden, die dem Benutzer helfen soll, sich im Gebäude zurechtzufinden. Das Personal in den Spätdiensten soll die Ausleihe und die Erstinformation zusammen leisten können. An die Leihstelle und die
Erstinformation schließt sich der Katalogbereich an. Neben den traditionellen Zettelkatalogen wird eine entsprechende Anzahl von Terminals angeboten, mit denen die Bestände dieser und anderer Bibliotheken abgefragt werden können. Lehrbuchsammlung Die Lehrbuchsammlung ist eine Sammlung von häufig benötigter Studienliteratur, die in großer Stückzahl vorgehalten wird. Da die Lehrbuchsammlung sehr intensiv genutzt wird, sollte sie in unmittelbarer Nähe der Leihstelle liegen und auch vom Freihandbereich aus zugänglich sein. Freihandbereich und Leseplätze, Magazine Allgemein: Alle drei Aufstellungsbereiche (Freihandbereich, Freihandmagazin und Kompaktmagazin) sind für die Benutzer frei zugänglich, sie sollten von der Eingangskontrolle aus direkt und nicht über einen anderen Bereich zu erreichen sein. Der Freihandbereich und das Freihandmagazin sollen aneinander anschließen. Freihandbereich: Aus dem Raumprogramm werden folgende Räume und Flächen (siehe auch Funktionsschema) unter dem Begriff Freihandbereich einander zugeordnet. In diesem Bereich werden rund 600.000 Bände angeboten. Die Bücher werden nach Fächern und fachlichen Zusammenhängen geordnet aufgestellt. Es muss möglich sein, diese Stellfläche auf Kosten von Leseplätzen zu erhöhen bzw. zugunsten von Leseplätzen zu verringern. Der Freihandbereich besteht aus folgenden Räumen (die Nummern beziehen sich auf das Raumprogramm):
Bestände (118) Gruppenarbeitsplätze (110/13) Blindenarbeitsplätze (112) Carrels/Arbeitskabinen (109) Zentraler Lesesaal (53, 109, 110/113, 114, 115-7; vorwiegend einfache Arbeitsplätze) Einzelne Arbeitsplätze (114; vorw. Computerarbeitsplätze) Kopierer (120)
Für den Freihandbereich sind die folgenden verschiedenen Typen von Leseplätzen festgelegt:
143 einfache Leseplätze a 3 m² (114) 146 Computerarbeitsplätze a 4 m² (114) 19 Sonderleseplätze a 5 m² (114) 55 Arbeitskabinen/Carrels a 7 m² (109) 7 Gruppenarbeitsräume mit 6 Arbeitsplätzen (110) 3 Gruppenarbeitsräume mit 10 Arbeitsplätzen (111) 2 Blindenarbeitsplätze (112)
Mit den verschiedenen Arbeitsplatztypen soll den unterschiedlichen Bedürfnissen der Benutzer Rechnung getragen werden. Ein Teil der Einzelarbeitsplätze (114) soll zu einem "Zentralen Lesesaal" konzentriert werden, in dem ruhiges, konzentriertes Arbeiten möglich ist. Dafür sind eher die einfachen Leseplätze vorzusehen; die Anzahl ist entwurfsabhängig. Bei den Leseplätzen im Zentralen Lesesaal steht den Benutzern ein umfassendes Angebot an bibliographischen Nachschlagewerken in konventioneller und elektronischer Form zur Verfügung ebenso wie eine Auskunftsstelle für qualifizierte Auskünfte. Die Realisierung eines zentralen Lesesaales ist entwurfsbestimmend. Der Auslober favorisiert das Bild einer “klassischen” Bibliothek, das sich eben durch einen zentralen Saal ausdrückt. Entwurfslösungen, die alle Leseplätze dezentral in den Buchstellflächen “untergehen” lassen, sind vom Auslober ausdrücklich nicht erwünscht! Die übrigen Arbeitsplätze sollen im Freihandbereich dezentral angeboten werden. Gruppenarbeit und die Vorbereitung auf Examina erfordern neben der Arbeit in der Bibliothek auch die Kommunikation in einer kleinen Gruppe. Da dies in den normalen Bibliotheksräumen ohne Störung der übrigen Benutzer nicht möglich wäre, sind für diesen Zweck Gruppenarbeitsräume vorgesehen. Die Gruppenarbeitsplätze können reserviert werden und stehen ansonsten allen Benutzern offen. Die Belegung soll von außen erkennbar sein. Für blinde und sehbehinderte Leser sind 2 Räume mit der entsprechenden technischen Ausstattung vorgesehen, und es gibt auch die Möglichkeit Vorlesungsmitschnitte und ähnliche Materialien auf Tonwiedergabegeräten abzuspielen. Weiterhin ist für eine begleitende Person Platz in dem Raum. Neben den Computerarbeitsplätzen müssen auch alle übrigen Plätze über entsprechende Kabelanschlüsse verfügen, damit bei Benutzung eines eigenen Rechners (Laptop) ein Zugang zu den elektronischen Informationsangeboten möglich ist. Bei der sicherlich notwendigen Gliederung des Freihandbereiches wird großer Wert auf Durchlässigkeit - z. B. durch Emporen, Lichthöfe, offene Treppen oder sonstige architektonische Maßnahmen - zwischen den verschiedenen Einheiten gelegt, ohne dass hierbei der Schallschutz vernachlässigt werden soll. Die Arbeitsplätze für die Benutzer müssen ausreichend (durch außen liegende Sonnenschutzeinrichtungen) gegen Sonneneinstrahlung geschützt sein. Die Bücher in den Regalen dürfen überhaupt nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Magazine: Die älteren Bestände werden im Freihandmagazin und im Kompaktmagazin aufgestellt. Zwischen dem Freihand- und dem Kompaktmagazin wird hinsichtlich der Bestände nicht unterschieden. Das Freihandmagazin
soll bereits mit Schienen für eine Kompaktanlage ausgestattet werden. Nimmt die Zahl der Bücher, die in der Bibliothek vorgehalten werden, entsprechend zu, soll das Freihandmagazin in ein Kompaktmagazin umgewandelt werden. Das Freihand- und das Kompaktmagazin sollen für die Benutzer frei zugänglich sein. Es muss unbedingt sicher gestellt sein, dass diese beiden Magazinbereiche für die Benutzer nur über die Eingangskontrolle zugänglich sind. Das Freihandmagazin muss ausreichend (durch außen liegende Sonnenschutzeinrichtungen) gegen Sonneneinstrahlung geschützt sein. In das Kompaktmagazin darf überhaupt kein Licht von außen eindringen. Zeitschriften- und Mikroformenleseräume Aus Gründen der besonderen Benutzungsbedingungen sind der Zeitschriften- und der Mikroformenleseraum von den eigentlichen Lesesälen abgetrennt. Der Zeitschriftenleseraum sollte unmittelbar am Eingangsbereich des Lesesaals liegen; ihm sind ausreichende Kopiermöglichkeiten anzugliedern. In ihm werden 14 einfache Leseplätze à 3 m² und 23 Computerarbeitsplätze angeboten. Der Mikroformenleseraum sollte so konzipiert sein, dass er bei einem eventuellen Ersatz dieses Trägermediums durch andere Medien als EDV-Bereich genutzt werden kann. Die Mikromaterialien selbst sollen in unmittelbarer Nähe in einem eigenen klimatisierten Magazin untergebracht werden. Dort werden 16 Leseplätze für Mikroformen angeboten. Kopierräume Im Freihandbereich befinden sich mehrere Kopierräume. Da die Kopiergeräte Ozon ausdünsten und ein hohes Maß an Lärm erzeugen, müssen die Kopierräume abgeschlossen und gegebenenfalls belüftet werden. Öffentliche Computerarbeitsplätze Der zentrale Bereich für die Benutzung öffentlicher Computerarbeitsplätze ist der PC-Pool, der höherwertige Computertechnik anbietet. Dazu gehören eine spezielle Peripherie, die Benutzung unterschiedlicher peripherer Medien, spezielle Angebote im Bereich der Software und die Bereitstellung unterschiedlicher Plattformen (Apple Macintosh, PCs, UnixRechner). Er enthält eine Mitarbeiter-Theke zur Betreuung der Benutzer. An der Theke und z.T. an den einzelnen Arbeitsplätzen sind Aufstellmöglichkeiten für periphere Geräte einzuplanen. Abblendbares natürliches Licht ist vorzusehen. Wegen der Konzentration von DV-Technik, die ein hohes Maß an Wärme- und Abgas entwickelt, ist für gute Be- und Entlüftung zu sorgen. Weiterhin muss der Lärmpegel gering gehalten werden. Der Zutritt erfolgt ausschließlich über die Eingangskontrolle. Direkt angrenzend sind zwei computerbestückte Ausbildungspools (Workstation (WS)-Ausbildungspool, PC-Ausbildungspool) für Lehrende und Lernende zu platzieren. Diese sind klimatisch und akustisch für den genannten Zweck auszustatten. Ein Zutritt sollte alternativ aus dem gesicherten Bereich (als Erweiterung des PC-Pools) als auch im Falle von Veranstaltungen direkt aus dem Eingangsbereich möglich sein. Direkt angrenzend an den PC-Pool sollen die Bereiche für die Mitarbeiter zur Betreuung vorgesehen werden.
Demonstrations- und Vortragsraum Dieser Raum ist ausschließlich aus dem öffentlichen Bereich zugänglich. Der Raum ist ausgestattet mit Multimediatechnik für Videokonferenzen, 3D-Projektionen und die Unterstützung unterschiedlicher Eingangsmedien. Ein separater Technik-Bereich mit Sichtkontakt zum Raum zur Techniksteuerung ist einzuplanen. Öffentliche Multimediaanwendungen Diese Räume sind öffentlich nutzbar, insbesondere für den Video-/ Audioschnitt und andere hochwertige Multimediatechnik. Sie befinden sich im gesicherten Bereich. Alternativ wäre auch eine Anordnung im Mitarbeiterbereich möglich. Die einzelnen Arbeitskabinen im Video-/ Audioschnittbereich sind für Einzelbenutzer vorgesehen. Aus akustischen Gründen sollen die Wände zur Nachbarkabine entsprechenden Schallschutz bieten. Multimediaservice Zu diesem Bereich gehören der Videoservice, ein Beratungsbereich für Multimedia, Bereich für spezielle Peripherie (z. B. Rollendrucker) und die Auftragsannahme Multimedia. Diese Räume sollen im Mitarbeiterbereich eingeplant werden und räumlich nah beieinander liegen. Videokonferenz-Räume Die Videokonferenzräume (zweimal ein Einzelplatz, ein Gruppenraum und ein dazugehöriger Technikraum) sind im öffentlichen oder Mitarbeiterbereich vorzusehen. Sie werden öffentlich benutzbar bereitgestellt und sollen in direkter Nachbarschaft angeordnet werden, insbesondere um den notwendigen Technikraum parallel benutzen zu können. Lesesaal Historische Buchbestände Die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität verfügt über einen umfangreichen und wertvollen historischen Altbestand, der im Referat Historische Buchbestände gepflegt wird und besondere Nutzungsbedingungen verlangt. Für diesen Bereich ist ein gesicherter Sonderlesesaal geplant. Da wertvolle und/bzw. vom Zerfall bedrohte Materialien sicherheitsverfilmt sind, ist dieser Lesesaal mit Lesegeräten für Mikroformen und einem ReaderPrinter ausgestattet. Die Mitarbeiter des Referates “Historische Buchbestände” werden den Lesesaal ständig beaufsichtigen. Daher müssen ihre Arbeitsräume in der Nähe des Sonderlesesaales liegen. Die historischen Bestände sind in unmittelbarer Nähe in eigenen Magazinen untergebracht, die den konservatorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen müssen, wie z. B. klimatische Bedingungen: Temperatur 18°C, relative Luftfeuchte 50%. In diesem gesicherten Magazinbereich ist auch die Lagerfläche für die Kustodie unterzubringen.
Kustodie Die Kustodie ist der Universitätsbibliothek zugeordnet. Sie ist für die zahlreichen Kunstschätze der Universität verantwortlich. Der gesicherte Magazinbereich, in dem die historischen Buchbestände aufbewahrt werden, soll ebenfalls die Kunstschätze aufnehmen können, die aufgrund ihres Erhaltungszustandes oder aus anderen Gründen nicht öffentlich gezeigt werden können. Zu den Kunstgegenständen zählen u. a.: Gemälde, Skulpturen, Gipsabdrücke, Büsten. Sicherheitstechnisch und klimatisch bestehen gleiche Anforderungen wie im Magazinbereich der Historischen Bestände. Direktions- und Verwaltungsebene Die Verwaltung der Bibliothek und des CMS sollen in einem gemeinsam Bereich untergebracht werden - mit Zugang über die Eingangshalle. Die Anordnung der Räume soll kompakt sein, um kurze Wege und eine reibungslose Kommunikation zu gewährleisten. Anlieferung Neben dem Haupteingang gibt es einen Liefereingang, der für PKWs und LKWs erreichbar sein muss. An diesem angegliedert sollen die Poststelle und die Lagerräume des Computer- und Medienservice und der Zentralen Universitätsbibliothek liegen. Dort soll auch der Hausmeister seinen Arbeitsraum haben. Vom Liefereingang aus muss ein Lastenaufzug direkt erreichbar sein, der alle Etagen erschließt. Innerhalb der Etagen muss man ohne Schwierigkeiten Bücherwagen fahren können. Mitarbeiterräume Die Mitarbeiterräume sind so auszuführen, dass sie durch Tageslicht belichtet und auf natürliche Weise be- und entlüftet werden können. Da diese Räume nicht klimatisiert werden, ist auf außen liegenden Sonnenschutz zu achten.
Betriebsabteilung Bibliotheksbereich
Ablaufschema Betriebsabteilung
Die Betriebsabteilung ist im Bereich “Mitarbeiter/innen ZUB/CMS” angesiedelt. Sie sorgt dafür, dass neue Bücher und Zeitschriftenhefte in die Bibliothek kommen. Sie wählt die neuen Bücher, Zeitschriften und andere Medien wie z. B. CD-ROM aus und bestellt sie. Treffen die neuen Medien in der Bibliothek ein, werden sie inventarisiert und durch einen Nachweis im Online-Katalog (OPAC) für die Benutzer auffindbar gemacht. Dabei bekommen die neuen Bücher und Zeitschriften ihren bestimmten Platz im Regal zugewiesen. Das Ablaufschema stellt den Weg der neu erworbenen Bücher und Zeitschriften von der Anlieferung durch die PKW-/LKWZufahrt bis zur Übergabe in den Benutzungsbereich dar. Dort wird den Benutzern der Bibliothek das neue Buch oder das neue Zeitschriftenheft zugänglich gemacht. Die Betriebsabteilung wird aus 7-8 Teams bestehen, die in der Regel 5-6 Mitarbeiter und mehreren Fachreferenten für die inhaltliche Erschließung umfassen. Für das Ablaufschema wurden 7 Teams vorausgesetzt. Jedes
Team soll auf angrenzende Zimmer mit Zwischentüren verteilt sein. Die Zimmer der Fachreferenten sollen möglichst direkt bei “ihrem” Team liegen. Die Teams 1-4 nehmen, bis auf wenige Schritte, die vollständige Bearbeitung einer Monographie vor: von der Bestellung über die Anlieferung durch den Buchhändler bis zu dem Zeitpunkt, an dem es für den Benutzer zugänglich im Regal steht. Sie brauchen daher - ebenso wie die Fachreferenten - ausreichend Ablagefläche, um größere Mengen Bücher zu lagern. Die Betriebsabteilung wickelt ein Massengeschäft ab: Im Jahr 2002 sind ca. 40.000 neue Monographien eingearbeitet worden. Zurzeit abboniert die Zentrale Universitätsbibliothek rund 3600 Zeitschriften, von denen jedes Jahr mindestens ein, in der Regel aber mehrere Hefte geliefert werden. Es wurden ca. 2.700 Bände beim Buchbinder bearbeitet, die ebenfalls wieder angeliefert wurden. Daher sollte die Betriebsabteilung möglichst konzentriert, d.h. auf möglichst wenige Etagen untergebracht werden. Um den Betrieb auch unabhängig von einem Buchtransportsystem zu gewährleisten, müssen die Bücher und Zeitschriftenhefte auch mit Bücherwagen transportiert werden können. Die gesamte Betriebsabteilung muss durch einen Lastenaufzug erschlossen sein. Zum besseren Verständnis, sei hier kurz der Weg des Buches (bzw. der Zeitschriftenhefte) durch die Betriebsabteilung skizziert: Die Buchhändler ebenso wie die Buchbinder liefern die neuen Bücher (und Zeitschriftenhefte) an Team 6 (Technische Buchbearbeitung). Dort wird im Online-Katalog (OPAC) der Eingang verzeichnet, und die Bücher werden sortiert und auf die Teams 1-4 (Monographienbearbeitung) verteilt. Team 5 (Zeitschriftenbearbeitung) ist für die neu eintreffenden Zeitschriftenhefte zuständig. Die Teams bearbeiten jeweils die Bücher bestimmter Fachrichtungen. Sie weisen die Bezahlung der Rechnung an, inventarisieren das Buch und tragen den Besitzstempel ein. Das Buch bekommt einen Barcode mit Sicherungsstreifen, der die elektronische Ausleihverbuchung ermöglicht, und wird im Online-Katalog (OPAC) verzeichnet. Dadurch wird das Buch für den Leser überhaupt erst auffindbar. Zur Sacherschließung wird es an den jeweiligen Fachreferenten weitergegeben, der die Signatur vergibt. Sie ist eine Systemstelle, die dem Buch zugleich seinen Platz in der fachlichen Ordnung und konkret im Regal zuweist. Das Buch geht vom Fachreferenten wieder zurück zu Team 6 (Technische Buchbearbeitung), womit es wieder an dem Ort ist, wo es ursprünglich in der Bibliothek eintraf. Dort wird das Signaturschild aufgeklebt und eine sorgfältige Kontrolle vorgenommen, ob die Bearbeitung des Buches vollständig und korrekt war. Schließlich wird es an die Benutzungsabteilung übergeben, die es an den zugewiesenen Platz im Freihandbereich stellt.
Das Team 7 nimmt in der Betriebsabteilung übergreifende redaktionelle Aufgaben wahr und muss daher in unmittelbarer Nähe zu den anderen Teams untergebracht werden. Abteilung EDV der Zentralen Universitätsbibliothek Die Abteilung EDV ist für die systemtechnische Betreuung und Pflege der in der Bibliothek eingesetzten DV-Technik (Hard- und Software), insbesondere für das integrierte Bibliotheksverwaltungssystem ALEPH 500 zuständig. Ferner wird die gesamte Rechentechnik einschließlich Anwendersoftware in der Zentralen Universitätsbibliothek und in den Zweigbibliotheken durch die Abteilung EDV der Bibliothek versorgt. Alle Mitarbeiterplätze werden mit mehreren PCs ausgestattet. Bei der Planung der Abteilung EDV ist auf eine flexible Verkabelung und die notwendigen raumklimatischen und sicherheits- sowie brandschutztechnischen Belange zu achten. Ebenfalls ist eine Anbindung an den Lastenaufzug erforderlich. Computer- und Medienservice (CMS) Abgesehen von den Mitarbeitern, die den Computerpool betreuen, sollen die übrigen Mitarbeiter des CMS im gleichen Bereich ihre Arbeitsräume haben wie die Mitarbeiter der Zentralen Universitätsbibliothek. Gewünscht ist, dass der CMS in unmittelbarer Nähe der Abteilung EDV der Zentralen Universitätsbibliothek untergebracht ist. Auch der Server- bzw. der Technikbereich beider Institutionen soll zusammen liegen und einer gemeinsamen Sicherheitstechnologie unterliegen. Sicherzustellen ist, dass sie vor unberechtigtem Zutritt und vor Wasser, Hitze, etc. geschützt sind. Die Anforderungen an Sicherheit, Be- und Entlüftung, Stromversorgung usw. sind daher entsprechend dem Kapitel 3.6 Technische Gebäudeausrüstung zu berücksichtigen. Nur das Datenarchiv ist aus Sicherheitsgründen räumlich abzuteilen. Die Beratungsräume Hard- und Software, Netzfragen und Multimedia, die Besprechungsräume des CMS sollen im Mitarbeiterbereich angesiedelt sein. Eine Anbindung der Technikräume und Lagerbereiche an den Lastenaufzug ist unbedingt erforderlich.
Für den Neubau besteht ein anerkannter Flächenbedarf von 20.344 qm HNF (inkl. 6 qm Ausgleichswert). Für die Teil-Institutionen gelten folgende Bedarfswerte: Institutionen Bedarf qm HNF Universitätsbibliothek 18.372 qm Computer- und Medienservice (CMS) 1.785 qm Kustodie 181 qm Gesamt 20.338 qm Nutzungsbereiche Bedarf qm HNF Siehe auch Funktionsschema unter Ziffer 3.4. Die Nummern entsprechen den laufenden Nummern in den Raumlisten im Teil 4 Anhang der Ausschreibung. Die Bemerkungen in den Raumlisten sind sorgfältig zu beachten.
Die zu den Nutzungsbereichen aus dem Funktionsschema übernommenen Farben sind in den Grundrissen und Schnitten des Wettbewerbsbeitrags und dessen Prüfplänen zu verwenden, um den an dem Beurteilungsverfahren Beteiligten die funktional-räumlichen Beziehungen im Beitrag zu verdeutlichen. Für Nebennutzflächen, Verkehrsflächen und Funktionsflächen sind keine zusätzlichen Farben zu verwenden, sie bleiben also in der Grundfarbe des Planmaterials. In die genannten Pläne sind außerdem die Raumnummern und Raumbzw. Flächenbezeichnungen einzutragen (in die Schnitte soweit sinnvoll). Es sind nicht nur die nachfolgenden vier Nutzungsbereiche jeweils insgesamt darzustellen, sondern in ihnen die einzelnen Räume oder Flächen gemäß den Raumlisten. Öffentlicher Bereich (soweit HNF) grau 532 qm (144-153, 166) Eingangsbereich (u.a. Zeitungsleseraum, Cafeteria, Ausstellungsflächen, Hörsaal), Demonstrations- und Vortragsraum Benutzungsbereich hellgelb 15.013 qm (53-54, 56-62, 69-71, 76-82, 89-96, 98-102, 103-106, 109-112, 114-130, 155-156, 162, 163, 164-165a) Bibliographischer Apparat, Kataloge, Leihstellenraum, Lehrbuchsammlung, Aktuelle Zeitschriften, Mikroformenbereich, Freihandbereich und Leseplätze, Magazine, Videokonferenzeinzelplatz, Videokonferenzraum, PC-Pool, PC-/Workstation-Ausbildung, Mitarbeiter PC-Pool, öffentliche Multimediaanwendungen Mitarbeiterbereich orange 4.553 qm (1-18, 19-23, 25, 26-52, 64-66a, 67-68, 74-75b, 84-86, 87-88b, 97, 108, 113, 131, 138-143, 154, 157-160, 167-167a) Bibliothek: Direktion, Verwaltung, Technischer Bereich, EDV (UB), Betriebsabteilung, Mitarbeiterräume Benutzungsabteilung, KompaktMagazin Historische Buchbestände, Magazin Mikroformen, Magazinverteilerraum, Kustodie CMS: DV in der Verwaltung, Peripherie, Außenstützpunkt Netzfragen, Beratungsraum Hard- und Software, Beratungsraum Multimedia, Hardwareservice, Lager Gesicherter Technikbereich hellblau 240 qm (24, 161-161C) Universitätsbibliothek: Rechnerraum CMS: Serverraum, Serverraum DV in der Verwaltung, Speicherraum, Datenarchiv Gesamt 20.338 qm
Unter Ziffer 4.1 im Teil 4 Anhang der Ausschreibung wird der Raumbedarf im Einzelnen in den Raumprogrammlisten dargestellt.
Bauliche Sicherheitsvorkehrungen DV-Technik-Räume, Buchstellflächen und andere Aufstellungsbereiche für Informationsmedien sind gegen das Eindringen von Wasser besonders zu schützen. Leitungen für Brauch-, Heizungswasser oder andere sind so zu führen, dass von ihnen keine Gefährdung ausgehen kann. Nur die für den Betrieb der Räume notwendigen Leitungen sind in die Räume zu führen. Wasserführenden Leitungen und Wasserreservoirs (z.B. bzgl. Klima/Lüftung) oberhalb dieser Räume sind zu vermeiden. Die einzelnen Nutzungsbereiche sind unterschiedlich brandgefährdet. Mit einem Brandschutzgutachter ist vor der späteren weiteren Bearbeitung zu klären, ob eine Sprinklerung für die Bibliothek erforderlich ist. In den Buchaufstellbereichen darf nur eine gestufte bzw. trockene Sprinkleranlage installiert werden. EDV-Bereiche sind von angrenzenden Bereichen feuerbeständig abzutrennen. Bauliche Unterteilungen innerhalb von EDVRäumen müssen einen Feuerwiderstand von 30 Minuten, nach außen von 90 Minuten aufweisen (DIN 4102). Da der Schutz von Datenträgern grundsätzlich höherwertiger einzuschätzen ist (Unersetzbarkeit) als der Schutz der Rechentechnik, ist wenigstens ein Datenarchiv mit einem Feuerwiderstand von F 120 vorzusehen. Zudem müssen einige spezielle Rechnerräume als Einbruchsschutz einen hohen mechanischen Widerstandswert der Umfassungswände und Türen aufweisen. Der Zutritt zum nicht öffentlichen Bereich der Bibliothek - insbesondere zu den Räumen des CMS - wird mittels eines Zutrittskontrollsystems überwacht und gegen unbefugten Zutritt abgesichert. Einige Räume des Computer- und Medienservice werden mit besonderen Brandmeldeanlagen ausgestattet, die bei extremer Wärmeentwicklung automatisch die brandgefährdete Rechentechnik einzeln oder gruppenweise ausschaltet. Um zu verhindern, dass Bücher oder andere Medien entwendet werden, wird am Zugang zum kontrollierten Lesebereich eine Buchsicherungsanlage installiert, die jeder Benutzer der Bibliothek “zwangsweise” passieren muss. Heizung Die Nutzungsdauer der Räume liegt zwischen acht Stunden (Mitarbeiterräume) und 14 Stunden (Benutzerbereiche) pro Tag. Aus energietechnischen Gründen sollten deshalb Raumgruppen gleicher Nutzungsart und Nutzungsdauer jeweils über eigene Heizkreise versorgt werden. Die Heizzentrale ist im Wettbewerbsentwurf mit einer Fläche entsprechend den Anforderungen (TAB) des Wärmeversorgungsunternehmens vorzusehen. Bei Eigenwärmeerzeugung (Gaskesselanlage) mittels Erdgas sind entsprechend große Flächen für Technikzentralen sowie Ver- und Entsorgungseinrichtungen (Luftzuführung, Abgasschornstein) einzuplanen. Raumlufttechnische Anlagen RLT-Anlagen sind nur dort vorzusehen, wo diese aus Gründen des Arbeitsschutzes oder besonderer Nutzungsanforderungen zwingend erfor-
derlich sind. Die Temperatur im Lesesaal soll 23° C betragen und auch im Sommer in der Regel 27°C nicht übersteigen. Für den Fall der Überschreitung der Außentemperatur von 32 °C (max. Auslegungstemperatur Zone 3, VDI 2087) ist eine Raumtemperatur über 27°C zulässig. Die Luftfeuchte darf 60 % nicht überschreiten und im Winter nicht unter 45 % sinken. In den geschlossenen Magazinen und in dem Magazin für Mikroformen soll die Temperatur nicht über 20° C steigen und die Luftfeuchte muss zwischen 45 und 55 % liegen. Die Anforderungen für schützenswerte und wertvolle Buchbestände (Rara-Magazin) und die Magazine für die Kustodie und die Sondersammlungen betragen: Temperatur 18°C (+/2°C), Relative Luftfeuchte 50% (+/- 5%). Da diese Werte mit einer natürlichen Belüftung nicht zu erreichen sind, ist eine entsprechende Klimatisierung vorzusehen. Bei den Technik-Räumen ist eine direkte Sonneneinstrahlung auszuschließen. Alle DV-Räume (Rechner, Server, Speicher und Verteiler) sind zu klimatisieren. Die max. Raumtemperaturen sind dabei in Abhängigkeit von den raumklimatischen Anforderungen der Geräte auszulegen. Raumlufttechnische und Klima-Anlagen sind im Gebäude so anzuordnen, dass für lärmsensible Räume keine Belästigung entsteht. Das betrifft insbesondere Lesesäle und Mitarbeiterräume sowie Videokonferenzräume, PC-Pools, Beratungsräume und Vortragsräume. Der für die raumlufttechnischen Anlagen notwendige Flächenbedarf für Zentralen sowie Kanalführungen ist im Wettbewerbsentwurf in realistischer Größe nachzuweisen. Sanitäre Anlagen Anzahl und Anordnung der Sanitäreinrichtungen sind gesondert nach der Zahl der Beschäftigten (ZUB ca. 120, CMS ca. 40) und der Zahl der Besucher auf der Grundlage der Arbeitsstättenverordnung bzw. sonstiger Normen auszulegen. Bei ca. 3.500 Besuchern in den Lesesälen und je ca. 1000 Besuchern in den PC-Pools und im Foyer pro Tag wird die Spitze bei ca. 1000 Besuchern, die sich gleichzeitig im Haus befinden, gesehen (bei einer Verteilung von ca. 540 Besuchern in den Lesesälen, von ca. 240 Besuchern in den PC-Pools, von ca. 65 Besuchern in der Cafeteria, jeweils analog der Plätzezahl, und von ca. 150 Besuchern, die sich in weiteren Räumen des Hauses aufhalten). Es ist darauf zu achten, dass eine ausreichende Zahl behindertengerechter WC-Anlagen in zumutbarer Entfernung angeboten wird. Die Universität bevorzugt dabei Entwurfslösungen, die WC-Anlagen für Behinderte in die normalen Anlagen integrieren. Die Lesesäle müssen über eigene WC-Anlagen verfügen. Die Handwaschbecken in WCAnlagen erhalten in der Regel nur einen Kaltwasseranschluss. Handwaschbecken, Putzmittelräume, Teeküchen und Hydranten Entwurfsabhängig sind in jedem Geschoss eine ausreichende Zahl von Warmwasserzapfstellen und Putzmittelräume für die Hausreinigung vorzusehen. Eine zentrale Warmwasserbereitung wird nicht vorgesehen.
Der Bedarf ist über örtlich zu installierende Einzel-Warmwasserbereiter abzudecken. Ansonsten werden nur spezielle Funktionsräume mit einem Handwaschbecken ausgestattet (Räume der Buchbearbeitung, Kopier- und Scandienste, Poststelle, etc.). Für die Beschäftigten sind zentrale Teeküchen in ausreichender Zahl einzuplanen (entwurfsabhängig). Bei Erfordernis von Löschwasser-Innenhydranten muss die Variante “Steigleitung trocken” gewählt werden. Buchtransportanlage Aufgrund der Größe des Gebäudes und der zu erwartenden Transporte ist eine Buchtransportanlage notwendig. Der Auslober möchte sich aber derzeitig noch auf kein spezielles System festlegen, da dieser Technikbereich einem rasanten Innovationsprozess unterliegt. Hinsichtlich der erheblichen Anschaffungs- wie auch der Folgekosten und des baulichen Aufwands kommt der Auswahl der Buchtransportanlage eine große Bedeutung zu. Der Auslober erwartet von den Wettbewerbsteilnehmern eine Aussage über das von diesen vorgesehene System und den dafür benötigten Flächenbedarf. Es kann kein zusätzliches Personal für den Transport der Bücher zur Verfügung gestellt werden. Starkstromanlage, Elektrotechnik Der gesamte Gebäudekomplex ist mit einer kompletten, dem Stand der Technik entsprechenden Starkstromanlage auszustatten. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) muss so ausgelegt sein, dass Server, Speicher- und Netztechnik bei Stromausfall mindestens 15 Minuten weiter betrieben werden kann. Sämtliche USVs müssen mit Ethernet-Interface ausgestattet und SNMP-fähig sein. Der für die Elektrotechnik notwendige Flächenbedarf ist im Wettbewerbsentwurf in realistischer Größe nachzuweisen. Beleuchtung Die Beleuchtungsanlage ist entsprechend den Sehaufgaben anhand der “Beleuchtung 92”, “BelBildschirm 89” DIN 5035 und der Arbeitsschutzrichtlinie (ASR) 7/3 sowie bei Bildschirmarbeitsplätzen nach DIN 66 234 festzulegen. Ferner ist bei Bildschirmarbeitsplätzen die Richtlinie des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 29. Mai 1990 zu berücksichtigen. Als Richtwerte der Nennbeleuchtungsstärke sind zu gewährleisten: Büroräume, Computerräume 500 LUX Beratungsräume 300 LUX Nebenräume 100 LUX Lesesäle 300 LUX Leseplätze 500 LUX Magazine 200 LUX
Die Beleuchtungsstärke allein ist nicht ausschlaggebend für eine gute Beleuchtungssituation. Die Blendung führt zu verminderten Sehleistungen und ist daher zu begrenzen. In Magazinbereichen und in der Freihandaufstellung ist die Beleuchtungsanlage der Regalanordnung anzupassen, wobei auf eine ausreichende Vertikalbeleuchtungsstärke im Bereich der Buchrücken zu achten ist. Verkabelung / Verteilerräume Aufgrund der heutigen Anforderungen eines Bibliotheksgebäudes und der Bedeutung, die Kommunikation und Publikation von wissenschaftlichen Ergebnissen über die internationalen Datennetze besitzen, ist eine vollständige Vernetzung des Gebäudes erforderlich. Die endgültige Festlegung über die bautechnischen Maßnahmen wie gestelzter Fußboden (etwa in gleicher Höhe wie alternativ Estrich), Kabelkanäle etc. und der dafür vorgesehenen Bereiche muss im weiteren Planungsverlauf noch erfolgen. Die genaue Ausstattung mit Netzanschlüssen (insbesondere für Technikund öffentliche Räume) wird in der weiteren Planungsphase noch konkretisiert. Im Gebäude ist teilweise, bei Erfordernis, Wireless LAN vorzusehen. Bei der Planung ist eine ausreichende Zahl von DV-technischen Verteilerräumen nachzuweisen: Ausgehend von einem Gebäudeverteiler, in den drei externe Glasfasertrassen von der Geschwister-Scholl-Straße eingeführt werden, werden Etagenverteiler angeschlossen, von denen wiederum die Cu-Kabelverbindungen zu den einzelnen PCArbeitsplätzen ausgehen. Der Platzbedarf, den die Kabelbündel dieser sogenannten “strukturierten Verkabelung” benötigen (3 Finger dicke Kabel je PC-Arbeitsplatz), ist bei der Bauplanung nicht zu unterschätzen. Anzahl und Anordnung der Verteilerräume müssen gewährleisten, dass im Gebäude keine Kabelwege entstehen, die länger als 80 m sind. Die Verteilerräume müssen so dimensioniert sein, dass die Verteilerschränke von vorne und hinten zugänglich sind und ein Tisch zur Ablage und für Wartungsarbeiten Platz findet. Flächenbedarf: ca. 10 – 12 m² je Etagenverteiler, ca. 30 m² für den Gebäudeverteiler, der auch Etagenverteilerfunktion übernehmen kann.
Bauliche Maßnahmen für Behinderte
Das Gebäude ist in allen Funktionen barrierefrei zu gestalten. Neben den Anforderungen mobilitätsbehinderter Personen (hier besonders Rollstuhlbenutzer) sind auch die Belange seh- und hörbehinderter Nutzer zu beachten, wobei soweit als möglich eine integrative Form zu wählen ist. Planungsgrundlage ist die als technische Baubestimmung eingeführte DIN 18 024 Teil 2. Die Grundanforderungen zum barrierefreien Bauen erfordern besondere Berücksichtigung bei: den Zugängen und Verkehrsbereichen generell den Zugangssicherungen (Durchgangsbreiten, Tresenhöhen)
dem Informationsbereich und Leitsystem (akustische Informationsquellen sind immer visuelle zu begleiten und umgekehrt, kontrastreiche Gestaltung) der Buchsicherungsanlage dem Hörsaal (Plätze für Rollstuhlbenutzer, Prüfung von eventuell erforderlichen Induktionsanlagen für Hörgeschädigte) Ausstattung mit geeigneter Hard- und Software den Arbeitskabinen in den Lesesälen, die Angebote für Mobilitätsbehinderte sowie hör- und sehbehinderte Nutzer anbieten müssen.
Bei der Planung sind insbesondere zu Grunde zu legen: Bauordnung für Berlin (BauOBln) http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.sht ml Ausführungsvorschriften zu § 48 BauOBln: Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder (AV-Stellplätze, vom 7. August 1997) inkl. z.B. Anlage 1: Richtzahlen für den Stellplatzbedarf für schwer Gehbehinderte oder Behinderte im Rollstuhl http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.sht ml Bauliche Maßnahmen für Behinderte und alte Menschen im öffentlichen Bereich - Planungsgrundlagen Öffentlich zugängliche Gebäude - DIN 18024, Teil 2 Ökologische Planungskriterien für Wettbewerbe, Stand August 2001 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen Energieeinsparverordnung Bau- und Nutzungsplanung von wissenschaftlichen Bibliotheken, DINFachbericht 13, 2. Auflage; Berlin, Beuth-Verlag 1998, ISBN 3-41013831-5 Arbeitsstättenverordnung / Arbeitsstättenrichtlinien (ASR)/ Sicherheitsregeln für Bildschirmarbeitsplätze Ausführungsvorschriften über Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken (AVFwFl) vom 17.01.1996 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/bauen.sht ml Gesetz zum Schutz von Denkmalen in Berlin (Denkmalschutzgesetz Berlin - DSchG Bln) vom 24.4.1995, zuletzt geändert durch Artikel IV des Gesetzes vom 17.5.1999 http://www.stadtentwicklung.berlin.de/service/gesetzestexte/de/denkmal.s html
Nachhaltigkeit und bauliche Standards Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage der HumboldtUniversität und des Landes Berlin ist es ein wesentliches Ziel des Wettbewerbs, möglichst wirtschaftliche und kostengünstige Entwurfskonzepte zu erhalten. Bereits im Wettbewerb sind ganzheitliche Grundsätze zum nachhaltigen Planen und Bauen, Betreiben und Unterhalten sowie zur späteren Nutzung der Liegenschaft zu berücksichtigen. Durch frühzeitiges Beachten nachhaltiger Planungsansätze kann die Gesamtwirtschaftlichkeit von Gebäuden (Bau-, Betriebs-, Nutzungs-, Umwelt-, Gesundheitskosten sowie nicht monetäre Werte) erheblich verbessert werden. Bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit ist nicht nur die Gesamtwirtschaftlichkeit des Vorhabens sicherzustellen, sondern jeder einzelne Planungsschritt ist für sich nach den Vorgaben gem. § 7 der Landeshaushaltsordnung (LHO) auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Darüber hinaus sind, um Investitions- und Folgekosten zu senken, sowohl im Hochbaubereich als auch bei der Fachtechnik Technologien zu planen, die diesem Ziel gerecht werden. Generell sind kostengünstige, industriell gefertigte Serienprodukte einzusetzen. Es sollten nur Materialien und Baukonstruktionen verwendet werden, deren bauaufsichtliche Zulassungen geregelt sind. Bei der weiteren Planung und Ausführung ist die Anlage des Rundschreibens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ”Wirtschaftliche Standards des öffentlichen Bauens” zu beachten. Für eine Vorabkenntnisnahme finden Sie im Internet unter www.competitionline.de im „Teilnehmerbereich“ auf der Seite „Wettbewerbsunterlagen“ zum Herunterladen einen Auszug des Rundschreibens. Baukosten Das Bauvorhaben wird gem. Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG) vom Bund gefördert. Das Kostenprüfverfahren wurde an Hand von Kostenrichtwerten für die Gebäudekosten (Bruttokosten einschl. MwSt.) nach den 31. Rahmenplan für den Hochschulbau durchgeführt. KG 300 Bauwerk-Baukonstruktionen = ca. 41 Mio € KG 400 Bauwerk- Technische Anlagen = ca. 13 Mio € Gebäudekosten = ca. 54 Mio € Die Gebäudekosten müssen im Rahmen der jeweils gültigen Kostenrichtwerte für den Hochschulbau finanzierbar sein. Die Gesamtbaukosten gemäß DIN 276 wurden auf 75 Mio € begrenzt (Kostengruppen 1-7 inkl. 16 v. H. Mehrwertsteuer). Die Wettbewerbsbeteiligten werden darauf hingewiesen, dass der vorgegebene Kostenrahmen als Obergrenze strikt einzuhalten und nach Möglichkeit zu unterschreiten ist. Von den Wettbewerbsteilnehmern werden im Rahmen der geforderten Leistungen Aussagen zu kostenrelevanten Besonderheiten ihres Entwurfs erwartet (z.B. aufwendige Konstruktionen,
Abweichungen vom Bauordnungsrecht, Folgeabschätzung von Planungen auf die Baunutzungskosten etc.). Bauwerksgeometrie Die Planungs- und Kostenrichtwerte für den Hochschulbau sind aufeinander abgestimmt. Bei der weiteren Planung sind die wirtschaftlichen Bezüge des Bauens zu beachten und die Daten zur Bauwerksgeometrie zu Grunde zu legen. Die Einhaltung der wirtschaftlich günstigen Flächenrelationswerte (Tabelle 1) und die Verhältniszahlen (Tabelle 2) für wissenschaftliche Bibliotheken ist Voraussetzung für die unveränderten Anwendungen der Kostenrichtwerte für die Bauwerkskosten. Als Bezugsgröße gilt dabei die Hauptnutzfläche - HNF- gem. DIN 277.
Grundfläche nach DIN 277
Hauptnutzfläche Nebennutzfläche Nutzfläche Funktionsfläche Verkehrsfläche Konstruktionsfläche Brutto-Grundfläche
HNF NNF NF FF VF KF BGF
Flächenrelationswerte in % Orientierungswerte für wissenschaftliche Bibliotheken 100 % 10 % 110 % 13% 32 % bis 42 % 15 % bis 20 % 170 % bis 185 %
Relationswerte für wissenschaftliche Bibliotheken BGF/HNF BRI/HNF BRI/BGF BRI/NF 1,70 - 1,85 7,0 - 7,5 4,0 - 4,5 6,5 - 7,0
Bruttogrundfläche/ Hauptnutzfläche Bruttorauminhalt/ Hauptnutzfläche Bruttorauminhalt/ Bruttogrundfläche Bruttorauminhalt/ Nutzfläche
3.10 Ökologische Zielsetzung
Der unter 3.9 benannte Nachhaltigkeitsanspruch ist in ökologischer Hinsicht anhand der "Ökologischen Planungskriterien für Wettbewerbe, Stand August 2001" zu konkretisieren. (unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen) Danach soll die Lösung der Wettbewerbsaufgabe/ die Planung des Bauvorhabens dem Grundsatz folgen, dass die Umwelt und natürliche Ressourcen geschont werden, ein Höchstmaß an Umwelt- und Sozialverträglichkeit erzielt wird, dauerhaft gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen hergestellt bzw. gesichert werden. Für das geforderte ökologische Gesamtkonzept, das generell Aussagen über den Umgang mit Energie und Wasser, die Gestaltung der Freiflächen und Gebäudeaussenflächen, die Abfallentsorgung sowie die Materialwahl umfassen soll, stehen bei der Planungsaufgabe im Vordergrund ein effizientes Energiekonzept bezüglich Heizung, Kühlung, Beleuchtung etc. unter Einhaltung, möglichst Unterschreitung der Energieeinsparverordnung, ein Konzept für den Umgang mit dem anfallenden Regenwasser, die Auswahl der für Konstruktion und Bauausführung einzusetzenden Materialien und Bauteile gem. Pkt. 4 der o.g. Planungskriterien, Aussagen zur Gebäudetechnik und zum Klimakonzept, Beiträge zur Begrenzung der zukünftigen Betriebs- und Folgekosten. Im Beurteilungsverfahren ist spezielle Fachkompetenz unter den Sachverständigen vorgesehen.
3.11 Beurteilungskriterien des Preisgerichts
Das Beurteilungsverfahren richtet sich nach den GRW 1995. Der folgende Kriterienkatalog dient der Entscheidungsfindung. Städtebau Einordnung Massenverteilung Äußere Erschließung Architektur Identität zur Nutzung Baukonstruktion Fassadengestaltung Innenräumliche Qualitäten Freiraumqualitäten Berücksichtigung der ökologischen Kriterien
Funktionen Innere Erschließung (Besucher, Personal, Transporte) Zuordnung der Programmbereiche Einhaltung des Raumprogramms * Behindertenbelange * Sicherheitsaspekte * Belichtung Flexibilität * Aussagen zur Gebäudetechnik/ Klimatechnik Stellplätze * (Behind.-PKW, Fahrräder), Anlieferung Kosten / Realisierbarkeit Wirtschaftlichkeitsprognosen (Verhältniswerte, Einhaltung des Kostenrahmens *, Betriebsaufwand) Baurecht (z.B. Abstandsflächen, Feuerwehrflächen, Rettungswege) Vollständigkeit/ Widersprüche der Wettbewerbsleistungen
Die mit * markierten Kriterien stellen verbindliche Vorgaben nach GRW 1995, Ziffer 5.1.2 (1), (2) 15. und 16. sowie Anlage III Regelablauf der Preisgerichtssitzung 1. Konstituierung Buchstabe e) dar.

References: § 6
 § 15
 § 10
 § 34
 § 172
 § 172
 § 48
 § 7