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Timestamp: 2019-04-18 22:55:01+00:00

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﻿ ﻿ BAG – 10 AZR 480/13 | bag-urteil.com
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 11.12.2013, 10 AZR 480/13
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg vom 15. Januar 2013 – 16 Sa 1428/12 – wird zurückgewiesen.
10 AZR 480/13 > Rn 1
10 AZR 480/13 > Rn 2
10 AZR 480/13 > Rn 3
10 AZR 480/13 > Rn 4
10 AZR 480/13 > Rn 5
10 AZR 480/13 > Rn 6
10 AZR 480/13 > Rn 7
10 AZR 480/13 > Rn 8
10 AZR 480/13 > Rn 9
10 AZR 480/13 > Rn 10
10 AZR 480/13 > Rn 11
10 AZR 480/13 > Rn 12
10 AZR 480/13 > Rn 13
10 AZR 480/13 > Rn 14
10 AZR 480/13 > Rn 15
10 AZR 480/13 > Rn 16
a) Nach dem tariflichen Verständnis von Wechselschichtarbeit (§ 7 Abs. 1 Satz 2 TV-L) fehlt es an dem Merkmal der ununterbrochenen Arbeit von 24 Stunden, wenn beispielsweise an Sonn- und Feiertagen keine Schichtarbeit anfällt oder die tägliche Arbeit, sei es auch in geringfügiger Form, unterbrochen wird. Eine Unterbrechung der Arbeit liegt dabei nicht nur bei völliger Arbeitsruhe, sondern auch dann vor, wenn Bereitschaftsdienst für alle Beschäftigten des Arbeitsbereichs, in dem der Arbeitnehmer tätig ist, angeordnet ist (BAG 18. Mai 2011 – 10 AZR 255/10 – Rn. 13, 14 [zu § 7 Abs. 1 und § 8 Abs. 5 Satz 1 TVöD]; 20. Januar 2010 – 10 AZR 990/08 – Rn. 17 ff. [zu § 7 Abs. 1 TV Charité]).
10 AZR 480/13 > Rn 17
10 AZR 480/13 > Rn 18
10 AZR 480/13 > Rn 19
10 AZR 480/13 > Rn 20
a) Nach § 6 Abs. 2 AZVO liegt Bereitschaftsdienst vor, wenn sich der Beamte in seiner Dienststelle oder an einem anderen von seiner Dienstbehörde oder seinem Dienstvorgesetzen bestimmten Ort außerhalb seiner Häuslichkeit aufzuhalten hat, um bei Bedarf zur Dienstleistung herangezogen werden zu können, und die Zeitdauer seiner Inanspruchnahme erfahrungsgemäß durchschnittlich weniger als 50 vom Hundert der Bereitschaftsdienstzeiten beträgt. Bereitschaftsdienst darf deshalb nur angeordnet werden, wenn zu erwarten ist, dass zwar Arbeit anfällt, erfahrungsgemäß aber die Zeit ohne Arbeitsleistung überwiegt (vgl. BAG 16. Oktober 2013 – 10 AZR 9/13 – Rn. 22 [zu § 10 Abs. 1 Satz 2 TV-Ärzte/VKA]). Darin unterscheidet er sich seinem Wesen nach sowohl von voller Arbeitstätigkeit, die vom Arbeitnehmer ständige Aufmerksamkeit und Arbeitsleistung verlangt, als auch von Bereitschaftszeiten, die innerhalb der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit liegen (vgl. BAG 20. Januar 2010 – 10 AZR 990/08 – Rn. 18). Erforderlich ist eine Prognose, dass erfahrungsgemäß Zeiten ohne Arbeitsleistung überwiegen.
10 AZR 480/13 > Rn 21
10 AZR 480/13 > Rn 22
10 AZR 480/13 > Rn 23
10 AZR 480/13 > Rn 24
aa) Tarifvertragsparteien steht es grundsätzlich frei, die Voraussetzungen für die Zahlung von Zulagen festzulegen (BAG 20. Januar 2010 – 10 AZR 990/08 – Rn. 21). Sie können ihre Rechtssetzungsbefugnis auch im Wege einer Verweisung auf Vorschriften des Beamtenrechts ausüben (BAG 24. Februar 2010 – 10 AZR 1038/08 – Rn. 22; 15. Dezember 2005 – 6 AZR 227/05 – Rn. 16 ff., BAGE 116, 346), diese Vorschriften gelten dann regelmäßig als tarifliche Rechtsnormen. Nach § 5 Abs. 1 Satz 2 FeuerwehrG Berlin vom 23. September 2003 (GVBl. S. 457) gelten für Angehörige der Berufsfeuerwehr die beamtenrechtlichen Vorschriften; es ist deshalb besonders naheliegend, die in einem Angestelltenverhältnis tätigen Angehörigen der Berufsfeuerwehr in Bezug auf den arbeitszeitrechtlichen Rahmen und damit zusammenhängende Zulagen ihren beamteten Kollegen gleichzustellen.
10 AZR 480/13 > Rn 25
bb) Der Kläger verkennt zudem, dass er auch keinen tariflichen Anspruch auf eine Wechselschichtzulage hätte. Nach § 7 Abs. 1 Satz 2 TV-L liegen Wechselschichten nur vor, wenn ununterbrochen in Schichten gearbeitet wird, bei angeordnetem Bereitschaftsdienst besteht kein Anspruch (BAG 18. Mai 2011 – 10 AZR 255/10 -; 20. Januar 2010 – 10 AZR 990/08 -). Soweit der Kläger die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 24. September 2008 (- 10 AZR 669/07 – BAGE 128, 29) heranzieht, verkennt er, dass dort Bereitschaftszeiten anfielen und nicht Bereitschaftsdienst angeordnet war.
10 AZR 480/13 > Rn 26
10 AZR 480/13 > Rn 27
aa) Die Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 4. November 2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung (ABl. EU L 299 vom 18. November 2003 S. 9) gebietet nicht, Bereitschaftsdienst als zulagenbegründende Arbeitszeit iSv. § 20 Abs. 1 EZulV bzw. § 8 Abs. 7, § 7 Abs. 1 TV-L anzusehen (BAG 24. September 2008 – 10 AZR 770/07 – Rn. 34 ff., BAGE 128, 42; vgl. auch BAG 20. Januar 2010 – 10 AZR 990/08 – Rn. 22). Tarifvertragsparteien und Gesetzgeber dürfen Bereitschaftsdienst und Vollarbeit unterschiedlichen Vergütungsordnungen unterwerfen und eine unterschiedliche Vergütung vorsehen. Auch nach der jüngeren Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union (vgl. EuGH 25. November 2010 – C-429/09 -) kann allenfalls im Fall der Überschreitung der nach Art. 6 Buchst. b der Richtlinie 2003/88/EG zulässigen wöchentlichen Höchstarbeitszeit ein unionsrechtlicher Entschädigungsanspruch bestehen, sofern der Mitgliedstaat die Grenzen, die seinem Umsetzungsermessen gesetzt sind, offenkundig und erheblich überschritten hat (vgl. BVerwG 26. Juli 2012 – 2 C 29.11 – BVerwGE 143, 381).
10 AZR 480/13 > Rn 28
10 AZR 480/13 > Rn 29
10 AZR 480/13 > Rn 30
NZA 2014, 1160
Das Urteil BAG – 10 AZR 480/13 wird zitiert in:

References: § 7
 § 8
 § 7
 § 6
 § 10
 § 5
 § 7
 § 20
 § 8
 § 7
 EuGH 
 Art. 6