Source: http://relevancy.bger.ch/php/aza/http/index.php?lang=de&zoom=&type=show_document&highlight_docid=aza%3A%2F%2F17-05-2000-1A-255-1999
Timestamp: 2016-10-26 05:54:23+00:00

Document:
Es wirken mit: Bundesrichter Aemisegger, Pr�sident der I. �ffentlichrechtlichen Abteilung, Bundesrichter Aeschlimann, F�raud, Catenazzi, Favre sowie Gerichtsschreiberin Camprubi.
B.________, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch Rechtsanwalt Paul Rechsteiner, Oberer Graben 44, St. Gallen,
Prof. Dr. Reinhold Hotz, R�telistrasse 12, St. Gallen,
A.- B.________ arbeitete seit dem 1. August 1987 als Lehrerin f�r Krankenpflege an der Schule f�r Psychiatrische Krankenpflege Wil und Pf�fers der Kantonalen Psychiatrischen Klinik Wil. Gem�ss Dienst- und Besoldungsordnung f�r das Staatspersonal des Kantons St. Gallen (DBO; GS 143. 2; Anhang B) war sie zun�chst in der Lohnklasse 16, ab 1. Januar 1989 in der Lohnklasse 17 und im Zusammenhang mit der �bernahme der Zusatzfunktion als Programmleiterin ab 1990 in der Lohnklasse 18 eingereiht. Ende 1992 schied sie aus dem Staatsdienst des Kantons St. Gallen aus.
B.- Am 16. November 1989 stellte sie erfolglos beim Regierungsrat des Kantons St. Gallen Antrag auf besoldungsm�ssige Gleichstellung mit den in der Lohnklasse 24 eingestuften Berufsschullehrern. In der Folge, nach Einholung eines Gutachtens bei Prof. Baitsch (nachfolgend: Gutachten I), hiess das Bezirksgericht St. Gallen ihre Klage auf lohnm�ssige Gleichstellung gut. Der Kanton St. Gallen erhob dagegen Berufung beim Kantonsgericht (III. Zivilkammer), das sich auf ein Gutachten von Dr. Schaeren (nachfolgend: Gutachten II) st�tzte und das Rechtsmittel am 27. September 1999 guthiess. Dagegen f�hrt B.________ mit Bezug auf die Verfahrensfragen Verwaltungsgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht wegen Verletzung des Bundesgesetzes vom 24. M�rz 1995 �ber die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz [GlG]; SR 151) und mit Bezug auf den Lohnanspruch f�r den Zeitraum vom 1. Januar 1990 bis zum 30. Juni 1992 staatsrechtliche Beschwerde wegen Verletzung von Art. 4 Abs. 2 Satz 3 der alten Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (aBV) und des rechtlichen Geh�rs sowie wegen willk�rlicher Feststellung des Sachverhalts.
Der Kanton St. Gallen beantragt Abweisung beider Beschwerden. Bez�glich der R�gen formeller Natur verzichtet das Kantonsgericht auf eine Vernehmlassung. Bez�glich derjenigen zu Art. 4 aBV verweist es im Wesentlichen auf seinen Entscheid; im �brigen macht es punktuelle Einwendungen.
1.- Die eingereichten Beschwerden beziehen sich weitgehend auf den gleichen Sachverhalt, enthalten praktisch gleichlautende Antr�ge und werfen die gleichen oder �hnliche Fragen auf. Es rechtfertigt sich, beide Verfahren zu vereinigen und die Beschwerden in einem Urteil zu behandeln (vgl. Art. 24 BZP in Verbindung mit Art. 40 OG; BGE 123 II 16 E. 1 S. 20; 122 II 367 E. 1a S. 368; 113 Ia 161 E. 1 S. 162).
2.- Das Bundesgericht pr�ft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit auf eine Beschwerde einzutreten ist (BGE 125 I 14 E. 2a S. 16, 253 E. 1a S. 254; 125 II 293 E. 1a S. 299). Entsprechend der subsidi�ren Natur der staatsrechtlichen Beschwerde (Art. 84 Abs. 2 OG) ist zun�chst zu pr�fen, ob die Verwaltungsgerichtsbeschwerde offen steht (BGE 125 I 14 E. 2a S. 16; 123 II 289 E. 1a S. 290).
a) Der angefochtene Entscheid st�tzt sich auch auf das Gleichstellungsgesetz, mithin auf �ffentliches Recht des Bundes, und hat die Aufhebung von Rechten zum Gegenstand (Art. 97 OG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 1 lit. a VwVG). Er ist kantonal letztinstanzlich (Art. 98 lit. g OG), und keiner der in Art. 99 ff. OG oder in der Spezialgesetzgebung vorgesehenen Ausschlussgr�nde der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist gegeben. Die Beschwerdef�hrerin ist Adressatin des Entscheids und hat ein schutzw�rdiges Interesse an dessen Aufhebung (Art. 103 lit. a OG). Mit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht einschliesslich �berschreitung oder Missbrauch des Ermessens ger�gt werden (Art. 104 lit. a OG). Zum Bundesrecht geh�rt sowohl das Bundesgesetzes- als auch das Bundesverfassungsrecht (BGE 123 II 289 E. 1c S. 291; 121 II 39 E. 2d/bb S. 47 mit Hinweisen). Somit sind neben den R�gen der Verletzung des Gleichstellungsgesetzes auch jene der Verletzung von Art. 4 aBV im Rahmen der Verwaltungsgerichtsbeschwerde zu behandeln. Da die �brigen Sachurteilsvoraussetzungen erf�llt sind, ist mit Bezug auf s�mtliche R�gen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig. Die staatsrechtliche Beschwerde (1P. 641/1999) ist mithin unzul�ssig (Art. 84 Abs. 2 OG).
b) Da als Vorinstanz ein Gericht entschieden hat, ist die R�ge einer unrichtigen oder unvollst�ndigen Sachverhaltsfeststellung nur zul�ssig, soweit diese offensichtlich unrichtig, unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensbestimmungen erfolgte (Art. 105 Abs. 2 OG). Eine Ermessens�berpr�fung steht dem Bundesgericht nicht zu (Art. 104 lit. c OG).
3.- a) In formeller Hinsicht macht die Beschwerdef�hrerin zun�chst geltend, das Kantonsgericht habe zu Unrecht in Bezug auf die Beweislastverteilung nicht Art. 6 GlG angewendet, wonach eine diskriminierende Entl�hnung vermutet werde, wenn sie von der betroffenen Person glaubhaft gemacht werde. Es handle sich dabei um eine prozessrechtliche Frage, die mit dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes am 1. Juli 1996 auf s�mtliche noch offene Verfahren h�tte angewendet werden sollen.
Diese �bergangsrechtliche Frage kann offen bleiben, da die Beweislastverteilung hier keine Auswirkungen auf den Prozessausgang hat. Das Kantonsgericht hat die Berufung des Kantons St. Gallen nicht deshalb gutgeheissen, weil die (heutige) Beschwerdef�hrerin nicht habe nachweisen k�nnen, dass sie diskriminiert worden sei. Vielmehr hat das Kantonsgericht nach einer umfassenden Pr�fung der Sach- und Rechtsfragen entschieden, dass ihre Entl�hnung nicht diskriminierend sei. An einer bestimmten Stelle (angefochtener Entscheid S. 37 oben) f�hrt das Kantonsgericht zwar aus, die Kl�gerin habe grunds�tzlich Gleichwertigkeit zu beweisen, zumindest glaubhaft zu machen. Konkret entscheidet sich das Kantonsgericht jedoch nicht deshalb gegen den von der Beschwerdef�hrerin vertretenen Standpunkt, sondern weil es sich von der Meinung des Gutachters II hat �berzeugen lassen.
b) Die Beschwerdef�hrerin macht zudem geltend, das Kantonsgericht habe sie in Verletzung von Art. 17 in Verbindung mit Art. 13 GlG nicht von den erstinstanzlichen Gerichtskosten befreit.
Diese R�ge ist unbegr�ndet. Gem�ss Art. 17 GlG werden Lohnanspr�che nach dem neuen Recht beurteilt, wenn die Klage nach dem Inkrafttreten des Gesetzes erhoben worden ist oder die erstinstanzlich zust�ndige Beh�rde bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Verf�gung getroffen hat. Art. 13 Abs. 5 GlG schreibt die Kostenlosigkeit von Gleichstellungsprozessen betreffend �ffentlichrechtliche Arbeitsverh�ltnisse vor. Das Kantonsgericht hat die erstinstanzlichen Gerichtskosten zu Recht der Beschwerdef�hrerin auferlegt, da das Bezirksgericht seinen Entscheid am 17. November 1993, mithin lange vor Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes (1. Juli 1996) gef�llt hat. Die Vorschriften des Gleichstellungsgesetzes sind auf erstinstanzliche Beschwerden nur anwendbar, soweit beim Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes kein endg�ltiger erstinstanzlicher Entscheid gef�llt worden ist (Margrith Bigler-Eggenberger, in: Kommentar zum Gleichstellungsgesetz, Basel und Frankfurt/Main 1997, N 67 zu Art. 13). Ausserdem kann Art. 13 Abs. 5 GlG auch nicht im Sinne der unechten R�ckwirkung (siehe dazu BGE 113 Ia 412 E. 6 S. 425; Ulrich H�felin/Georg M�ller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl. , Z�rich 1998, Rz. 273) zum Zuge kommen: Mit der F�llung des erstinstanzlichen Entscheids muss das Verfahren als abgeschlossen betrachtet werden. Ansonsten w�rde der Weiterzug an eine h�here Instanz gen�gen, um den Vorteil der Kostenlosigkeit gem�ss Art. 13 GlG zu begr�nden. Der Entscheid des Bezirksgerichts ist zudem nicht dadurch zu einem h�ngigen Verfahren geworden, dass das Kantonsgericht ihn aufgehoben hat. Eine Ausnahme zum grunds�tzlichen R�ckwirkungsverbot dr�ngt sich hier nicht auf (vgl. H�felin/M�ller, a.a.O., Rz. 268).
c) Die R�ge der Beschwerdef�hrerin betreffend die Auferlegung einer Parteientsch�digung f�r das kantonsgerichtliche Verfahren erscheint dagegen als begr�ndet. Das kantonsgerichtliche Verfahren fand unter der Herrschaft des Gleichstellungsgesetzes statt und der Sache nach ging es haupts�chlich um Diskriminierungsanspr�che, die - soweit das Gleichstellungsgesetz intertemporalrechtlich bereits anwendbar gewesen w�re - nach diesem Gesetz h�tten beurteilt werden m�ssen. Der vom Kantonsgericht in diesem Zusammenhang herangezogene Bundesgerichtsentscheid sagt nur, dass die Kostenlosigkeit des Verfahrens gem�ss Art. 13 Abs. 5 GlG die Zusprechung einer Parteientsch�digung nicht ausschliesse (BGE 124 II 409 E. 12 S. 436 [betreffend das Gleichstellungsgesetz] mit Hinweis auf BGE 115 II 30 E. 5a S. 40 und BGE 100 Ia 119 E. 7 S. 130 [betreffend Art. 343 Abs. 3 OR]). Er besagt nicht, dass eine Parteientsch�digung auf jeden Fall geschuldet sei. Vielmehr ist davon auszugehen, dass das Gleichstellungsgesetz die Frage der Parteientsch�digung nicht regelt (siehe auch Margrith Bigler-Eggenberger, a.a.O., N 44 zu Art. 13 GlG). Im von der Beschwerdef�hrerin angerufenen Fall sprach das Bundesgericht dem Kanton - gest�tzt auf Art. 159 Abs. 2 OG - keine Parteientsch�digung zu, obwohl er obsiegt hatte. Hier gebieten die Billigkeit und die Leitidee von Art. 13 Abs. 5 GlG ebenfalls, in analoger Anwendung von Art. 159 Abs. 2 OG von der Auflage einer Parteientsch�digung zugunsten des obsiegenden Kantons abzusehen. Denn der Streitwert von zirka Fr. 13'000. -- ist relativ gering (vgl. Art. 343 Abs. 3 OR, der die Kostenlosigkeit des Verfahrens f�r Streitwerte bis zu Fr. 20'000. -- vorsieht), die Parteientsch�digung von Fr. 12'500. -- ist demgegen�ber verh�ltnism�ssig hoch und es handelt sich beim �ffentlichrechtlichen Arbeitgeber um den Kanton St. Gallen, der nicht auf eine anwaltliche Vertretung angewiesen ist (vgl. zu Art. 159 Abs. 2 OG: BGE 125 I 182 E. 7 S. 202 mit Hinweisen). Der angefochtene Entscheid ist mithin soweit aufzuheben, als der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung f�r das kantonsgerichtliche Verfahren auferlegt wird.
Anders verh�lt es sich aber mit der Auferlegung einer Parteientsch�digung f�r das bezirksgerichtliche Verfahren, da zu jenem Zeitpunkt das Gleichstellungsgesetz noch nicht in Kraft war. Mangels entsprechender Regelung oder kantonaler Praxis kann entgegen der Meinung der Beschwerdef�hrerin nicht gesagt werden, der Kanton habe analog zu Art. 159 OG generell keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung. Die von der Beschwerdef�hrerin zitierte Literaturstelle bef�rwortet zwar die Regelung von Art. 159 OG und verweist auf Kantone, in denen sie von Gesetzes wegen oder in der Praxis verwirklicht wird (Martin Bernet, Die Parteientsch�digung in der schweizerischen Verwaltungsrechtspflege, Diss. Z�rich 1986, Rz. 183 S. 99). Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, der Anspruch des Gemeinwesens auf eine Parteientsch�digung sei rechtswidrig. Gerechtfertigt erscheint vielmehr, die vom Kantonsgericht f�r das gesamte kantonale Verfahren festgelegte Parteientsch�digung zu halbieren und in teilweiser Gutheissung der Beschwerde auf neu Fr. 12'500. -- festzusetzen.
4.- a) Das Gleichstellungsgesetz, das w�hrend der H�ngigkeit des Berufungsverfahrens in Kraft getreten ist, konkretisiert das aufgrund von Art. 4 Abs. 2 aBV geltende und unmittelbar anwendbare verfassungsrechtliche Diskriminierungsverbot, insbesondere das Lohngleichheitsgebot gem�ss Satz 3 dieser Bestimmung. In seinen Aussagen zur Lohngleichheit ist das Gleichstellungsgesetz inhaltlich allerdings nicht konkreter als die Verfassung. Es enth�lt materiell-rechtlich nichts, was nicht bereits in Art. 4 Abs. 2 Satz 3 aBV enthalten w�re (BGE 124 II 436, nicht publizierte Erw�gung 4). Es k�nnen somit Literatur und Praxis zu beiden Vorschriften herangezogen werden. Die totalrevidierte Verfassung vom 18. April 1999 (BV), die am 1. Januar 2000 in Kraft getreten ist, hat am Diskriminierungsverbot gem�ss Art. 4 Abs. 2 aBV nichts ge�ndert (siehe Art. 8 Abs. 3 BV).
5.- Die Beschwerdef�hrerin wirft der Vorinstanz zun�chst vor, sie habe sich gleichsam ausschliesslich auf das Gutachten II gest�tzt und sich zu Unrecht mit dem Gutachten I zu wenig auseinander gesetzt und damit das Willk�rverbot, das rechtliche Geh�r, das Diskriminierungsverbot sowie Art. 6 und 12 GlG verletzt. Zur Bewertung der in Frage stehenden Berufe gebe es verschiedene Methoden, zu denen die sog. Funktionsbewertung des Betriebswissenschaftlichen Instituts der ETH ZH (BWI) und die vereinfachte Funktionsanalyse (VFA) zu z�hlen seien. Im Gutachten I w�rden beide Methoden angewandt, w�hrenddem das Gutachten II nur auf der VFA beruhe. Das Kantonsgericht habe das Gutachten I nur in Bezug auf die VFA herangezogen und keine Erkl�rung betreffend die Ausserachtlassung der BWI-Methode gegeben. Zwar herrsche der Grundsatz der freien Beweisw�rdigung. Eine von einem Gutachten abweichende Meinung m�sse jedoch begr�ndet werden. Das gelte hier umso mehr, als die BWI-Methode differenzierter sei als die VFA, der Kriterienkatalog Schulamt Z�rich 1989 speziell auf Lehrberufe zugeschnitten und das Gutachten I von einem akademisch besser qualifizierten Fachmann verfasst worden sei.
a) Es trifft zu, dass das Kantonsgericht nicht ausdr�cklich erkl�rt, weshalb es den Experten mit einer Stellenbewertung gem�ss der VFA beauftragt hat, und dass es ausserdem zur BWI-Methode nicht - jedenfalls nicht direkt - Stellung nimmt. Das ist jedoch nicht bundesrechtswidrig. Der erhebliche Ermessensspielraum, der den zust�ndigen Beh�rden bei der Ausgestaltung eines Besoldungssystems im �ffentlichen Dienst zukommt, widerspiegelt sich in der gerichtlichen Pr�fung dieses Systems: Das Bundesgericht verlangt als Rechtfertigung f�r Lohnunterschiede keinen wissenschaftlichen Nachweis, sondern nur sachlich haltbare Motive. So k�nnen die zust�ndigen Beh�rden gem�ss st�ndiger Rechtsprechung aus der Vielzahl denkbarer Ankn�pfungspunkte die Tatbestandselemente ausw�hlen, die f�r die Besoldung von Beamten massgebend sein sollen. Das Lohngleichheitsgebot schr�nkt diesen grossen Ermessensspielraum nicht grunds�tzlich ein. Ob verschiedene T�tigkeiten als gleichwertig zu betrachten sind, kann nicht wissenschaftlich objektiv und wertfrei entschieden werden, sondern h�ngt von Beurteilungen ab, die unterschiedlich ausfallen k�nnen. Es gibt verschiedene arbeitswissenschaftliche Bewertungsverfahren, die sich in Aufgliederung, Gewichtung und Bewertung der Anforderungen unterscheiden. Das Diskriminierungsverbot schreibt nicht eine "richtige" L�sung vor, sondern l�sst unterschiedliche Bewertungsverfahren und -kriterien zu. Eine Arbeitsplatzbewertung verst�sst daher nicht schon dann gegen das Verbot der Lohndiskriminierung, wenn eine andere Bewertung ebenfalls mit guten Gr�nden vertretbar w�re oder gar aus der Sicht bestimmter arbeitswissenschaftlicher Theorien besser begr�ndet erschiene, sondern nur dann, wenn bei der Bewertung geschlechtsspezifische Diskriminierungen bei der Auswahl oder Gewichtung der Kriterien oder der Einreihung der einzelnen Funktionen erfolgten (BGE 125 II 530 E. 5b S. 537; 125 I 71 E. 2c/aa S. 79, mit Hinweisen). Ob die BWI-Methode differenzierter und auf den vorliegenden Fall besser zugeschnitten bzw. der Gutachter I besser qualifiziert sei als der Gutachter II, spielt daher keine Rolle, soweit die vom Kantonsgericht herangezogene VFA nicht gegen das Diskriminierungsverbot verst�sst. Zudem kann mit Blick auf den erheblichen Ermessensspielraum bei der Wahl des Bewertungsverfahrens wesensgem�ss keine Begr�ndung f�r oder gegen die Wahl eines bestimmten Verfahrens verlangt werden. Es gen�gt, wenn das gew�hlte Verfahren die verfassungsm�ssigen Anforderungen erf�llt. Dabei hat das Kantonsgericht hier immerhin dargelegt, inwiefern ein Bewertungssystem herangezogen werden d�rfe, das nicht dem der kantonalen Dienst- und Besoldungsordnung zugrunde liegenden Entl�hnungssystem entspreche. Unter diesen Umst�nden durfte das Kantonsgericht, das sich weitgehend auf das Gutachten II st�tzte, vom Ergebnis des Gutachtens I abweichen. Es musste daf�r (�ber die Wahl des unterschiedlichen Bewertungsverfahrens hinaus) keine besonderen triftigen Gr�nde anf�hren. Das Kantonsgericht war insbesondere nicht verpflichtet, sich im Einzelnen mit dem Gutachten I auseinander zu setzen. Im �brigen wird im angefochtenen Entscheid immer wieder auf das Gutachten I Bezug genommen. Das Kantonsgericht hat somit weder das rechtliche Geh�r noch das Diskriminierungsverbot verletzt. Nicht ersichtlich ist ferner, inwieweit ein Verstoss gegen Art. 6 GlG, wonach eine von einer Diskriminierung angeblich betroffene Person diese nur glaubhaft zu machen braucht, und Art. 12 GlG, wonach die Kantone das schriftliche Verfahren und die Prozessvertretung nicht ausschliessen d�rfen, vorliegen sollte.
b) Wie das Bundesgericht wiederholt festgestellt hat und von der Beschwerdef�hrerin nicht grunds�tzlich in Frage gestellt wird, gilt die VFA als zul�ssiges Bewertungsverfahren (BGE 125 I 71 E. 3 S. 80; 124 II 409 E. 10 S. 429, mit Hinweisen). Die Beschwerdef�hrerin wendet gegen die VFA ein, im Gutachten II seien die zur Diskussion stehenden Funktionen unzul�ssig erweitert worden. Sie, die Beschwerdef�hrerin, habe eine Diskriminierung nur gegen�ber Berufsschullehrern mit Meister-Ausbildung, nicht auch noch gegen�ber Berufsschullehrern mit HTL-Ausbildung behauptet. Diese Quervergleiche w�rden sich auf die Bewertung der Lehrkr�fte f�r die Krankenpflege nachteilig auswirken.
Ob die kantonsgerichtliche Bildung der Vergleichsgruppen zul�ssig ist, kann vorl�ufig offen bleiben. Denn die Beschwerde w�re bereits unbegr�ndet, wenn die Funktion Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege nicht den gleichen Wert h�tte wie die Funktion Berufsschullehrer mit Meisterausbildung. Es soll daher zun�chst gepr�ft werden, ob letztere Funktion h�her eingestuft werden darf - und allenfalls in welchem Ausmass - als die Funktion Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege. Dabei stellt die Beschwerdef�hrerin die Feststellung des Kantonsgerichts nicht in Frage, wonach zwischen beiden genannten Funktionen ein Lohnunterschied von acht Lohnklassen besteht. Im vorliegenden Verfahren ist demnach zu pr�fen, ob allf�llige Unterschiede zwischen beiden Berufsgruppen gesamthaft betrachtet eine solche Lohndifferenz rechtfertigen.
d) Zutreffend vergleicht das Kantonsgericht hauptamtliche Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege mit hauptamtlichen, nicht mit nebenamtlichen Berufsschullehrern. Mit Bezug auf die Gruppenbildung stellt die Beschwerdef�hrerin diese Beschr�nkung des Vergleichs auf hauptamtliche Berufsschullehrer anstatt wie im Gutachten I auf einen Durchschnitt von nebenamtlichen und hauptamtlichen Berufsschullehrern nicht in Abrede. Sie wirft der Vorinstanz jedoch vor, diese Kritik am Gutachten I erst im Endurteil gemacht und somit ihren Anspruch auf rechtliches Geh�r verletzt zu haben. Diese R�ge ist unbegr�ndet. Die genannte Beschr�nkung ergab sich bereits aus dem Auftrag an den Gutachter II; dieser Auftrag wurde den Parteien mitgeteilt. Die Beschwerdef�hrerin hatte somit im kantonsgerichtlichen Verfahren durchaus Gelegenheit, zur Beschr�nkung des Vergleichs auf die hauptamtlichen Berufsschullehrer Stellung zu nehmen.
e) Schliesslich geht die R�ge der Beschwerdef�hrerin fehl, wonach das Kantonsgericht in willk�rlicher Feststellung des Sachverhalts und in krasser Abweichung von beiden Gutachten behaupte, dass zwischen den verglichenen Lehrerberufen nur eine gewisse Verwandtschaft bestehe, weil Berufsschullehrer eine rein theoretische Lehrt�tigkeit h�tten, w�hrenddem Lehrerinnen in der psychiatrischen Krankenpflege eine aus Theorie, Praxis und Verwaltung bestehende T�tigkeit aus�ben w�rden. Indessen hat das Kantonsgericht die Vergleichbarkeit beider Berufsgruppen trotzdem bejaht, so dass diese Feststellung im Ergebnis f�r die Beschwerdef�hrerin keine Rolle spielt.
6.- Das dem kantonsgerichtlichen Urteil zugrunde liegende Gutachten II zieht die Kriterien "Ausbildung", "geistige Anforderungen", "psychische Beanspruchung", "physische Anforderungen und Belastungen" sowie "Beanspruchung Sinnesorgane und spezielle Arbeitsbedingungen" heran. Die Kritik der Beschwerdef�hrerin am kantonsgerichtlichen Vergleich der Berufsschullehrer mit den Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege bezieht sich auf die Bewertungskriterien "Ausbildung" sowie "geistige Anforderungen".
b) Entgegen der Behauptung der Beschwerdef�hrerin hat das Kantonsgericht den Umstand, dass Krankenschwestern ihre Ausbildung erst ab dem 18. Lebensjahr beginnen k�nnen, nicht unber�cksichtigt gelassen. Vielmehr �bernahm es die daf�r im Gutachten II vorgesehene Viertelsstufe. Im Rahmen der Frage, inwiefern die Ausbildung der Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege derjenigen der Lehrmeister entspreche, durfte sich das Kantonsgericht ferner auf die f�r die Zulassung zur Meisterpr�fung erforderliche Ausbildungsdauer und Ausbildungsart st�tzen, zumal die Breite der Ausbildung im Rahmen des Kriteriums "geistige Anforderungen" mittelbar einbezogen wird. Es kann dabei nicht gesagt werden, das Kantonsgericht habe lediglich die Dauer der Ausbildung in Betracht gezogen. Vielmehr hat es auch deren Art ber�cksichtigt: So f�hrt das Kantonsgericht z.B. aus, die Ausbildung von Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege umfasse eine zweisemestrige theoretische Ausbildung (mit Praktika) sowie ein 3. Semester mit Schwerpunkt Praxis; zus�tzlich f�nden 6 Wochen Blockunterricht statt, und es w�rden zwei praktische Pr�fungen durchgef�hrt und das Verfassen einer schriftlichen Arbeit verlangt. Demgegen�ber m�ssten die Berufsschullehrer mit Meisterausbildung ein dreisemestriges vollumf�nglich theoretisches Studium ablegen. Anschliessend folge ein berufsbegleitendes Praxisjahr mit vier Wochen berufsbegleitenden Blockkursen. Insgesamt w�rden auf der Seite der Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege 1500 Lektionen gegen�ber 1720 Lektionen auf der Seite der Berufsschullehrer mit Meisterausbildung stehen. Unter dem Gesichtspunkt des Kriteriums "Ausbildung" gen�gt diese Vergleichsart, welcher die Praxis des Bundesgerichts im �brigen nicht entgegensteht (siehe insbes. BGE 124 II 409 E. 10e S. 430 f.). Das Kantonsgericht hat aufgrund des unterschiedlichen Ausbildungsaufwands zu Recht der Funktion Berufsschullehrer mit Meisterausbildung eine zus�tzliche Viertelsstufe angerechnet, womit diese Funktion beim Kriterium "Ausbildung" um insgesamt eine halbe Stufe h�herwertig ist als die Funktion Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege (3,5 gegen 3,0).
c) Beim Kriterium "geistige Anforderungen" �bernahm das Kantonsgericht die Bewertung des Gutachtens II, wonach die Funktionen Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege und Berufsschullehrer mit Meisterausbildung gleichwertig seien (Stufe 3,0). Die Beschwerdef�hrerin wirft dem Kantonsgericht dabei eine unzul�ssige allgemeine R�ckstufung des klinischen Unterrichts gegen�ber dem theoretischen Unterricht vor. Diese R�ge ist unbegr�ndet. Das Bundesgericht verlangt als Rechtfertigung f�r Lohnunterschiede keinen wissenschaftlichen Nachweis, sondern nur sachlich haltbare Motive (dazu oben E. 5a). Hier liegen solche Motive vor: Der klinische Unterricht erfordert zwar eine grosse Flexibilit�t und ein besonderes Feingef�hl bei der Vermittlung der Pflege psychisch kranker Menschen, da diese regelm�ssig mit weitgehenden Eingriffen in die psychische Integrit�t der Patienten verbunden ist. Die Vermittlung dieses Wissens findet jedoch im Einzelunterricht statt, w�hrenddem der theoretische Unterricht vor ganzen Klassenverb�nden durchgef�hrt wird. Der theoretische Unterricht erfordert wesensgem�ss einen h�heren Abstraktionsgrad. Dieser Umstand wird durch das unterschiedliche Vorbildungs- und Verst�ndnisniveau der Lehrlinge in der Berufsschule erschwert. Hinzu kommt, dass die Lehrlinge der Berufsschule gem�ss der unumstrittenen Feststellung des Kantonsgerichts (vgl. Art. 105 Abs. 2 OG) allgemein deutlich weniger motiviert sind als die Auszubildenden in der Krankenpflege. Gesamthaft betrachtet durfte das Kantonsgericht ohne Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot den theoretischen Unterricht h�her bewerten als den klinischen Unterricht (vgl. den Entscheid des Bundesgerichts vom 6. Oktober 1999 E. 3, Pra 1/2000 S. 4 ff., wo das Bundesgericht die Zul�ssigkeit der h�heren Einstufung der humanistisch-gymnasialen gegen�ber der rein kaufm�nnischen Ausbildung bejahte). Aufgrund der genannten objektiven Faktoren kann insbesondere (entgegen der Behauptung der Beschwerdef�hrerin) nicht gesagt werden, die h�here Einstufung des theoretischen Unterrichts durch das Kantonsgericht entspringe einer diskriminierenden Ansicht, wonach pflegerische und f�rsorgerische Aufgaben mit einer besonderen N�he zum Menschen traditionell weiblich und demnach als minderwertig zu betrachten seien.
7.- Die Funktionen Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege und Berufsschullehrer mit Meisterausbildung sind somit bereits nach Massgabe der im wissenschaftlichen Bewertungsverfahren herangezogenen Kriterien nicht gleichwertig. Bei den Kriterien "geistige Anforderungen", "physische Anforderungen und Belastungen", "Beanspruchung Sinnesorgane und spezielle Arbeitsbedingungen" erzielen beide Funktionen die gleiche Stufe. Ausserdem nimmt das Kantonsgericht entgegen dem Gutachten II zu Recht Gleichwertigkeit beim Kriterium "Verantwortung" an. Beide Funktionen unterscheiden sich somit wie gesehen beim Kriterium "Ausbildung" relativ deutlich (3,0 f�r die Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege gegen 3,5 f�r Berufsschullehrer). Ein weiterer Unterschied liegt beim Kriterium "psychische Beanspruchung" (3,0 gegen 2,5) vor. Das l�sst sich durch die Konfrontation der Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege mit Leid, Krankheit, Tod erkl�ren. Beide Funktionen sind dennoch nicht gleichwertig, weil die Kriterien "Ausbildung" und "psychische Beanspruchung" nicht gleich schwer zu gewichten sind: F�r das erste Kriterium gilt die Gewichtung 300 und f�r das zweite die Gewichtung 60. Damit erh�lt die Funktion Berufsschullehrer einen deutlichen Vorsprung gegen�ber der Funktion Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege. Eine lohnm�ssige Besserstellung ist somit nach Massgabe der VFA ohne weiteres zul�ssig. Um die H�he der besseren Entl�hnung zu rechtfertigen, verweist das Kantonsgericht �ber das wissenschaftliche Arbeitsbewertungsverfahren hinaus auf zwei weitere Gesichtspunkte: die Finanzierung der Ausbildung sowie die allgemeine Marktsituation.
8.- Die Beschwerdef�hrerin wendet mit Bezug auf die Ausbildungskosten im Wesentlichen ein, die Ausbildung stelle keinen Lohn dar. Die Ausbildungskosten w�rden den Betroffenen nie ausbezahlt und sie w�rden f�r die besoldungsm�ssige Einstufung keine Rolle spielen, da die Besoldung nicht davon abh�ngig sei, wer bzw. welcher Kanton f�r die Ausbildung habe aufkommen m�ssen. Mit Bezug auf den Lohn, der w�hrend der Ausbildung ausbezahlt w�rde, verweist die Beschwerdef�hrerin darauf, dass er mit Pflichtzeitvereinbarungen von zwei bis f�nf Jahren gekoppelt sei - was mit Blick auf die durchschnittliche kurze Verweildauer der Frau am Arbeitsplatz sehr lange sei. Diskriminierend sei schliesslich die Ber�cksichtigung der Ausbildung deshalb, weil die BIGA-Berufe, die im Zust�ndigkeitsbereich des Bundes st�nden, dem Kanton wesensgem�ss weniger kosten w�rden. Unter Hinweis auf ein Rechtsgutachten von J.F. Aubert aus dem Jahre 1995 macht die Beschwerdef�hrerin geltend, die Tatsache, dass die Gesetzgebungskompetenz im Bereich der Krankenpflege nicht auf den Bund �bertragen worden sei, sei nicht neutral, sondern geschlechtsspezifisch gepr�gt und somit diskriminierend.
a) Unter Lohn im Sinne von Art. 4 Abs. 2 Satz 3 aBV bzw. Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV ist nach der Rechtsprechung nicht nur der Geldlohn im engeren Sinne zu verstehen, sondern jedes Entgelt, das f�r geleistete Arbeit entrichtet wird (BGE 109 Ib 81 E. 4c S. 87). Dazu geh�ren nach der Lehre auch soziale Lohnkomponenten wie ein Anspruch auf Besoldung w�hrend des Mutterschaftsurlaubs, Familien-, Kinder- und Alterszulagen (J�rg Paul M�ller, Grundrechte in der Schweiz, Bern 1999, S. 465; Georg M�ller, Kommentar aBV, Z�rich 1995, Rz. 142 zu Art. 4). Die Leistung muss allerdings einen engen Zusammenhang mit der Arbeit aufweisen. Aus diesem Grund gilt z.B. eine Witwerrente nicht als Lohn im Sinne von Art. 4 Abs. 2 Satz 3 aBV bzw. Art. 8 Abs. 3 Satz 3 BV (BGE 116 V 198 E. 2a/aa S. 207; 109 Ib 81
c) Dass nicht alle Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege vom Kanton St. Gallen ausgebildet werden, steht einer Ber�cksichtigung der Ausbildungskosten nicht entgegen, da gem�ss der unumstrittenen Feststellung der Vorinstanz die interkantonale Fluktuation wenig bedeutend ist. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Beschwerdef�hrerin selber vom Kanton St. Gallen ausgebildet wurde. Im �brigen durfte das Kantonsgericht ohne Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot auf eine genaue Abrechnung des sich aus der kantonalen Finanzierung der Ausbildungskosten ergebenden geldwerten Vorteils f�r die Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege und auf die Ermittlung der durchschnittlichen Anstellungsdauer verzichten. Denn es geht nicht um einen ziffernm�ssig genau ermittelbaren Vergleich, sondern um die generelle Einstufung. Ausserdem l�sst sich der praktische Vorteil, der das Kantonsgericht unter dem Stichwort "Marktvorteil" behandelt und der darin besteht, dass die an einer Weiterbildung interessierten Krankenschwestern keine Lohneinbusse in Kauf nehmen und auch sonst kein finanzielles Risiko eingehen m�ssen, nicht zahlenm�ssig ausdr�cken. Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Pflichtzeitvereinbarungen implizit bedeuten, dass nach Abschluss der Ausbildung eine Besch�ftigung als Lehrerin zugesichert ist. Das gen�gt, um eine unterschiedliche Einstufung der Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege im Verh�ltnis zu den Berufsschullehrern zu rechtfertigen.
9.- a) Mit Bezug auf das vom Kantonsgericht angef�hrte Argument der Marktsituation macht die Beschwerdef�hrerin geltend, es herrsche bei den Pflegeberufen ein weitgehendes Staatsmonopol, weshalb der Markt kaum einen Einfluss habe. Auf diese Weise k�nne der Staat ohne weiteres ein diskriminierendes Entl�hnungssystem errichten. Zudem w�rde der Markt diskriminierende Zust�nde gerade f�rdern, so dass man zum Vornherein nicht darauf abstellen d�rfe. Widerspr�chlich sei das angefochtene Urteil insbesondere deshalb, weil es den Berufsschullehrern marktbedingt h�here L�hne zubillige, w�hrenddem es gleichzeitig anerkenne, dass sie im Vergleich zur Privatwirtschaft einen privilegierten Status h�tten. Die Beschwerdef�hrerin verweist ferner auf Meinungen in der Lehre, die allgemein ablehnen, Lohnunterschiede mit den Verh�ltnissen auf dem Arbeitsmarkt zu rechtfertigen (Olivier Steiner, Das Verbot der indirekten Diskriminierung aufgrund des Geschlechts im Erwerbsleben, Basel 1999, S. 296, mit Hinweisen; siehe auch Monique Cossali Sauvain, La loi f�d�rale sur l'�galit� entre femmes et hommes du 24 mars 1995, in Journ�e 1995 du droit du travail et de la s�curit� sociale, Z�rich 1999, S. 57 ff.). Ferner m�sse eine Lohngleichheitsklage auch gutgeheissen werden, wenn sie sich auf das Lohnsystem eines ganzen Kollektivs auswirken und �nderungen nach sich ziehen k�nne.
b) Diese Kritik ist unbegr�ndet. Die Ber�cksichtigung von Marktmechanismen bei der Ausgestaltung eines Entl�hnungssystems ist nicht grunds�tzlich ausgeschlossen (BGE 125 I 71 E. 3d/aa S. 85). Es besteht kein Anlass, im Sinne eines Teils der Lehre von diesem Grundsatz abzuweichen, zumal hier nicht ersichtlich ist, dass dadurch diskriminierende Umst�nde aus der Privatwirtschaft in das �ffentlichrechtliche Arbeitsverh�ltnis eingef�hrt w�rden. Insoweit durfte das Kantonsgericht gest�tzt auf das Gutachten II sowie auf zwei Kurzgutachten den Umstand in Betracht ziehen, dass der Kanton den Berufsschullehrern Bedingungen anbieten muss, die attraktiv genug sind, damit diese auf Karrierechancen mit der entsprechenden Entl�hnung in der Privatwirtschaft verzichten. Diese teilweise Ausrichtung auf den Markt ist jedoch als (notwendige) Ausnahme im Entl�hnungsraster zu betrachten und begr�ndet grunds�tzlich keine Pflicht f�r den Kanton, mit der Entl�hnung von Berufsgruppen, die nicht in Konkurrenz mit der Privatwirtschaft stehen, nachzuziehen. Wie oben dargelegt, bestehen f�r die unterschiedliche lohnm�ssige Einreihung objektive und sachliche Gr�nde. Es kann somit nicht gesagt werden, monopol�hnliche Zust�nde im staatlichen Gesundheitswesen erm�glichten die Aufrechterhaltung eines diskriminierenden Entl�hnungssystems. Nicht ersichtlich ist schliesslich, inwieweit hier der Markt als solcher diskriminierend sein sollte. Das Kantonsgericht hat an der von der Beschwerdef�hrerin angerufenen Stelle nur ausgef�hrt, bei gewissen gewerblichen Berufen, wie beispielsweise B�ckern, Coiffeuren, Automechanikern w�rden die Geh�lter der Berufsschullehrer jenen von Betriebsinhabern in sehr guter Situation entsprechen. Das gilt aber bei weitem nicht f�r alle gewerblichen Berufe. So stellt das Kantonsgericht eine deutliche Konkurrenzierung zur Privatwirtschaft bei qualifizierten Berufen wie Elektrotechnik, Elektronik, Informatik sowie bei anderen Ingenieurberufen fest. Den Kantonen ist dabei eine gewisse Pauschalierung im Sinne einer Gleichbehandlung aller Fachkundelehrer nicht verwehrt. Die Marktsituation darf daher gegen�ber den Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege zu einer Besserstellung der Berufsschullehrer mit Meisterausbildung f�hren.
10.- Gesamthaft betrachtet durfte das Kantonsgericht eine bessere Entl�hnung der Berufsschullehrer mit Meisterausbildung gegen�ber den Lehrerinnen f�r psychiatrische Krankenpflege im erw�hnten Ausmass (vgl. dazu den Entscheid des Bundesgerichts vom 6. Oktober 1999, E. 2e S. 4, Pra 1/2000 S. 4) ohne Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot sch�tzen. Die Frage, ob das Kantonsgericht die Berufsschullehrer mit HTL-Ausbildung in den Vergleich einbeziehen durfte, er�brigt sich daher (vgl. oben E. 5c).
11.- Nach dem Gesagten ist auf die staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ist teilweise begr�ndet: Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben, soweit der Beschwerdef�hrerin eine Parteientsch�digung f�r das kantonsgerichtliche Verfahren auferlegt wird. Die von der Beschwerdef�hrerin dem Kanton geschuldete Parteientsch�digung ist auf Fr. 12'500. -- herabzusetzen. Im �brigen ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde als unbegr�ndet abzuweisen.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 13 Abs. 5 GlG). Vorliegend findet das Gleichstellungsgesetz materiell-rechtlich zwar noch keine Anwendung (vorne E. 2a). Der Sache nach geht es jedoch teilweise um Diskriminierungsanspr�che, die - soweit das Gleichstellungsgesetz intertemporalrechtlich bereits anwendbar w�re - nach diesem Gesetz zu beurteilen w�ren. Es rechtfertigt sich daher, f�r das nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes durchgef�hrte bundesgerichtliche Verfahren den Grundsatz der Kostenlosigkeit bereits anzuwenden (BGE 125 I 14, nicht publizierte E. 5; 124 II 436, nicht publizierte E. 12b). Das gilt indessen nur, soweit es um die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts geht, nicht hingegen, soweit andere verfassungsrechtliche Fragestellungen zur Diskussion stehen (BGE 124 I 223 E. 3 S. 229 f.). Da hier die R�gen der Verletzung des rechtlichen Geh�rs und des Willk�rverbots nur von untergeordneter Bedeutung sind, kann jedoch von einer solchen reduzierten Auferlegung der Gerichtsgeb�hren Umgang genommen werden. Der obsiegende Kanton hat dabei keinen Anspruch auf Parteientsch�digung (Art. 159 Abs. 2 OG, analog).
3.- Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird teilweise gutgeheissen und Ziffer 4 des Entscheids des Kantonsgerichts vom 27. September 1999 aufgehoben. Die Beschwerdef�hrerin hat dem Kanton St. Gallen f�r das erstinstanzliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 12'500. -- zu bezahlen.
4.- Es wird keine Gerichtsgeb�hr erhoben.
5.- Dieses Urteil wird der Beschwerdef�hrerin, dem Kanton St. Gallen sowie der III. Zivilkammer des Kantonsgerichts St. Gallen schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 4
 Art. 4
 Art. 24
 Art. 40
 BGE 
 Art. 5
 Art. 99
 Art. 4
 Art. 6
 Art. 17
 Art. 13
 Art. 17
 Art. 13
 Art. 13
 Art. 13
 BGE 
 Art. 13
 Art. 13
 BGE 
 BGE 
 Art. 343
 Art. 13
 Art. 159
 Art. 13
 Art. 159
 Art. 343
 Art. 159
 BGE 
 Art. 159
 Art. 159
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 8
 Art. 6
 Art. 6
 Art. 12
 BGE 
 Art. 105
 Art. 4
 Art. 8
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 8