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BAG, 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 - dejure.org
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BAG, 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 (https://dejure.org/2005,1152)
BAG, Entscheidung vom 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 (https://dejure.org/2005,1152)
BAG, Entscheidung vom 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 (https://dejure.org/2005,1152)
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Persönliche Haftung; unterbliebene Sicherung; Wertguthaben
Fehlende Vorkehrungen einer GmbH zur "Erfüllung der Wertguthaben" aus Altersteilzeitarbeitsverhältnissen bei Zahlungsunfähigkeit der GmbH; Persönliche Haftung der Geschäftsführer der GmbH für die den Arbeitnehmern durch die Nichterfüllung ihrer Wertguthaben wegen Insolvenz der GmbH entstandenen Schäden; Wertguthaben als sonstige Rechte i.S.d. § 823 Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); § 7d Sozialgesetzbuch 4. Buch (SGB IV) als Schutzgesetz i.S.d. § 823 Abs. 2 BGB; Vorliegen einer Täuschungshandlung im Sinne des § 263 Strafgesetzbuch (StGB); Vorliegen einer Vermögensbetreuungspflicht im Sinne des § 266 Strafgesetzbuch (StGB)
Keine Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen unterlassener Insolvenzsicherung der Wertguthaben aus Altersteilzeit
SGB IV § 7d; AltTZG § 8a; BGB § 823; GmbHG § 13; StGB §§ 263, 266
Keine Haftung des GmbH-Geschäftsführers wegen unterlassener Insolvenzsicherung von Wertguthaben aus Altersteilzeit
Keine persönliche Haftung der Geschäftsführer in der Insolvenz einer GmbH für Ansprüche wegen unterbliebener Sicherung von Wertguthaben
Zusammenfassung von "Arbeitszeitkonten: Erkenntnisse zur Insolvenzsicherungspflicht für Langzeitkonten - Anmerkung zum BAG-Urteil vom 13.12.2005 - 9 AZR 436/04" von RA Theodor B. Cisch und RA Mathias Ulbrich, LL.M. (Hull), original erschienen in: DB 2007, 1029 - 1030.
ArbG Hamburg, 03.09.2003 - 16 Ca 49/03
BAGE 116, 293
ZIP 2006, 1213
NZA 2006, 729
NZI 2007, 184 (Ls.)
DB 2006, 1619
NZG 2006, 547 (Ls.)
Nur wenn diese Vertrauenswürdigkeit des Beklagten die entscheidende Rolle für die Verlängerung des Altersteilzeitarbeitsverhältnisses im August 2002 und für die irrige Annahme einer Insolvenzsicherung gespielt hätte, käme eine persönliche Haftung des Beklagten wegen Verschuldens bei Vertragsverhandlungen in Frage (Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Eine Verpflichtung zur Insolvenzsicherung für künftige Forderungen des Klägers bestand bei der Verlängerung des Altersteilzeitarbeitsvertrages noch nicht (vgl. Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen).
Insbesondere dient der Untreuetatbestand nicht dem Schutz der Gläubiger einer Gesellschaft (Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen mwN).
Ein anderes Ergebnis widerspräche der klaren Trennung zwischen Delikt- und Vertragshaftung des BGB (Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in der Amtlichen Sammlung vorgesehen mwN).
(aa) § 8a AltTZG aF begründete eine unmittelbare Verpflichtung des Arbeitgebers, das Wertguthaben gegen seine Zahlungsunfähigkeit abzusichern (Senat 21. November 2006 - 9 AZR 206/06 - Rn. 43, AP ATG § 8a Nr. 3 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 5; 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - Rn. 47, BAGE 116, 293).
§ 7d Abs. 1 SGB IV aF sei kein Schutzgesetz, weil auch der Arbeitnehmer verpflichtet sei, an seinem Schutz mitzuwirken (vgl. zuletzt Senat 13. Februar 2007 - 9 AZR 207/06 - Rn. 19 f., BAGE 121, 182; grundlegend 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - Rn. 43 und 45, BAGE 116, 293;… ablehnend Schlegel jurisPR-SozR 7/2007 Anm. 3 zu C; derselbe in Küttner Personalbuch 2009 Wertguthaben/Zeitguthaben Rn. 31).
dd) Besondere Umstände, die es im Einzelfall als rechtsmissbräuchlich erscheinen lassen, wenn lediglich die Arbeitgeberin für die unterbliebene Insolvenzsicherung haftet und nicht auch die Beklagten als frühere Geschäftsführer der Arbeitgeberin, sind weder dargelegt noch ersichtlich (vgl. zu möglichem Rechtsmissbrauch Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - Rn. 50 mwN, BAGE 116, 293).
Nach dieser Vorschrift entsteht ein haftungsbegründendes Schuldverhältnis auch mit dem Dritten, wenn er in besonderem Maße Vertrauen für sich in Anspruch nimmt und dadurch die Vertragsverhandlungen oder den Vertragsschluss erheblich beeinflusst (vgl. zur Rechtslage vor Inkrafttreten des § 311 BGB: Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4 mwN).
Denn die Pflicht zur Absicherung der Wertguthaben wurde durch diese Norm beiden Vertragsparteien auferlegt (vgl. ausführlich Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4 mwN).
Eine solche Pflichtenstellung ist zwischen dem Geschäftsführer einer GmbH und den dort beschäftigten Angestellten nicht gegeben (Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4).
Nach dieser Vorschrift entsteht ein haftungsbegründendes Schuldverhältnis auch mit dem Dritten, wenn er in besonderem Maße Vertrauen für sich in Anspruch nimmt und dadurch die Vertragsverhandlungen oder den Vertragsschluss erheblich beeinflusst (vgl. zur Rechtslage vor Inkrafttreten des § 311 BGB: Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in BAGE vorgesehen mwN).
Insbesondere dient der Untreuetatbestand nicht dem Schutz der Gläubiger einer Gesellschaft (Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 -AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in BAGE vorgesehen mwN).
Ein anderes Ergebnis widerspräche der klaren Trennung zwischen Delikt- und Vertragshaftung des BGB (Senat 21. November 2006 - 9 AZR 206/06 - jurisPR-ArbR 14/2007 Anm. 1 Hamann; 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - AP ATG § 8a Nr. 1 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 4, auch zur Veröffentlichung in BAGE vorgesehen mwN).
(aaa) § 8a AltTZG aF begründete eine unmittelbare Verpflichtung des Arbeitgebers, das Wertguthaben gegen seine Zahlungsunfähigkeit abzusichern (Senat 21. November 2006 - 9 AZR 206/06 - Rn. 43, AP ATG § 8a Nr. 3 = EzA BGB 2002 § 823 Nr. 5; 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - Rn. 47, BAGE 116, 293).
(4) Besondere Umstände, die es im Einzelfall als rechtsmissbräuchlich erscheinen lassen, wenn lediglich die Arbeitgeberin für die unterbliebene Insolvenzsicherung haftet und nicht auch der Beklagte als früheres Vorstandsmitglied der Arbeitgeberin, sind weder dargelegt noch ersichtlich (vgl. zu möglichem Rechtsmissbrauch Senat 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - Rn. 50 mwN, BAGE 116, 293).
Aufgrund der Verpflichtung des Arbeitnehmers, am Insolvenzschutz seines Wertguthabens mitzuwirken, wurde die Vorgängerregelung nicht als Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 BGB angesehen (vgl. zu § 7d SGB IV aF BAG 13. Februar 2007 - 9 AZR 207/06 - Rn. 19, BAGE 121, 182; 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - Rn. 43 und 45, BAGE 116, 293) .
Denn die Pflicht zur Absicherung der Wertguthaben wurde durch diese Norm beiden Vertragsparteien auferlegt (vgl. BAG 13. Februar 2007 - 9 AZR 207/06 - BAGE 121, 182, 186; 13. Dezember 2005 - 9 AZR 436/04 - BAGE 116, 293, 303 ff. mwN).
cc) Der Senat hat mit Urteil vom 13. Dezember 2005 (- 9 AZR 436/04 - Rn. 43, BAGE 116, 293) entschieden, dass § 7d Abs. 1 SGB IV aF kein Schutzgesetz iSd. § 823 Abs. 2 Satz 1 BGB ist, dessen Verletzung zu einer deliktischen Haftung wegen unterbliebener Insolvenzsicherung führen kann.
Insolvenzsicherung der Altersteilzeit; unbegründete Schadensersatzklage gegen …
Die von ihm zitierte Rechtsprechung (vgl. etwa BAG, Urteil vom 12.12.2002 - 8 AZR 497/01 - juris) befasst sich mit Schadensersatzansprüchen gegen den Arbeitgeber, nicht jedoch gegen die als dessen Vertreter Handelnden (so auch ausdrücklich BAG, Urteil vom 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 - juris, Rn 23).
Das Bundesarbeitsgericht hat diese Frage bisher offen gelassen und nur die Vorgängernorm, § 7 d SGB IV a.F., nicht als Schutzgesetz angesehen (Urteil vom 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 - juris).
Dafür reicht es aus, dass die Gewährung von Individualschutz wenigstens eines der vom Gesetzgeber mit der Norm verfolgten Anliegen ist, selbst wenn auf die Allgemeinheit gerichtete Schutzzwecke ganz im Vordergrund stehen (BAG, Urteil vom 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 - juris, Rn 44 m.w.N.).
Voraussetzung für eine solche Ausnahme von der gesellschaftsrechtlichen Haftungssystematik ist jedoch, dass die die Haftung des Geschäftsführers nach § 823 Abs. 2 BGB begründende Schutznorm zweifelsfrei - nach dem Maßstab von Straftat- oder Ordnungswidrigkeitstatbeständen - erkennen lässt, wer Adressat ihres Ge- oder Verbotes ist (BAG, Urteil vom 13.12.2005 - 9 AZR 436/04 - juris, Rn 44 m.w.N.).
LAG München, 30.07.2008 - 9 Sa 271/08
Insolvenzsicherung - Wertguthaben - Altersteilzeit - § 8a AltTZG 1996 kein …
Schadenersatz bei mangelnder Sicherung des Altersteilzeitwertguthaben gegen das …

References: § 823
 § 7
 § 823
 § 263
 § 266
 § 7
 § 8
 § 823
 § 13
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 8
 § 8
 § 823

§ 7
 § 311
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 311
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 8
 § 823
 § 8
 § 8
 § 823
 § 823
 § 7
 § 7
 § 823
 § 7
 § 823
 § 8