Source: http://www.slowfood.de/slow_themen/lebensmittelqualitaet/markt_des_guten_geschmacks_die_slow_food_messe/qualitaetskriterien/
Timestamp: 2018-06-24 20:19:36+00:00

Document:
Slow Food Deutschland e.V. ~ Qualitätskriterien und nicht zugelassene Zusatzstoffe
Startseite > Slow Themen - Aktionen, Positionen, Informationen > Lebensmittelqualität > Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe > Qualitätskriterien und nicht zugelassene Zusatzstoffe
Ausstellungsordnung 2018 - Qualität der Exponate
Slow Food Deutschland entwickelt entsprechend seiner Philosophie, Merkmale und Richtlinien für die Qualität von Lebensmitteln. Diese spiegeln sich in der Ausstellungsordnung für den Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe wider. Sie listet die Zusatzstoffe, Hilfsstoffe und Herstellungsmethoden, die für Produkte auf der Messe nicht zulässig sind. Die Entwicklung dieser Qualitätsrichtlinien ist ein lebendiger Prozess, in den auch Sie als Aussteller sich in unseren Workshops einbringen können. Ziel dieses Prozesses ist es, zwischen industrieller und handwerklicher Herstellung von Lebensmitteln im Sinne der Slow Food Philosophie differenzieren zu können. Folge ist, dass die Qualitätsrichtlinien ebenfalls ‚lebendig’ sind, sie sich entwickeln und sich damit auch produktgruppenspezi - fisch immer wieder auch verändern. Daher bitten wir Sie um genaue Lektüre, nicht zuletzt damit das Zulassungsverfahren geschmeidig verlaufen kann.
Entsprechend der Philosophie von Slow Food Deutschland sind alle auf der Messe dargebotenen Lebensmittel, Speisen und Getränke durch den Aussteller selbst in traditionell handwerklicher Art, individuell und ohne industriell produzierte und standardisierte Komponenten herzustellen.Grundsätzlich gilt, dass die §3-Anforderungen auch dann gelten, wenn ein Produkt aus einer Produktgruppe in einer Rezeptur als Zutat oder Komponente eingesetzt wird: wenn z.B. an Kaffeebars Milch eingesetzt oder diese bei Pfannkuchen als Zutat verarbeitet wird.
Alle Lebensmittel, Speisen und Getränke, die für den Aussteller durch Dritte produziert wurden oder ein Händler von Dritten bezieht, sind mit Namen und Adresse des Herstellers auf dem Produkt bzw. auf der Speisekarte zu kennzeichnen. Zur Beurteilung der Qualität der auszustellenden Produkte durch Slow Food, sind alle Lebensmittel, Speisen und Getränke anzumelden und mit ihren Inhaltsstoffen zu deklarieren. Non Food Produkte haben ebenfalls den AO Kriterien zu entsprechen.
Alle Lebensmittel, Speisen und Getränke müssen frei sein von Zusatzstoffen (auch Geschmacksverstärkern), Aromastoffen und Raucharomen sowie Zutaten, welche rein technologischen Zwecken dienen. Ausnahmen von dieser Regel sind explizit und abschließend aufgeführt. Auch Lebensmittel, die zur Ergänzung des Angebotes am Stand verwendet werden, müssen angemeldet und deklariert werden und die beschriebenen Kriterien für Lebensmittel, Speisen und Getränke erfüllen. Hierunter fallen u.a. Brot zur Verkostung, Öl oder Saucen zum Dippen, Milch und petit fours bei Kaffeebars sowie Senf und Ketchup bei Essensanbietern. Vorgefertigte Komponenten eines Produktes müssen mit ihren eigenen Zutaten, Inhaltsstoffen und Zusatzstoffen klar deklariert werden und ebenfalls die nachfolgend beschrie - benen Kriterien erfüllen. Hierunter fallen u.a. Senf, Mayonnaise, Margarine etc.
Voraussetzung einer Zulassung von Convenienceprodukten ist, dass die qualitätsgebenden und die namensgebenden Hauptzutaten vom Anbieter selbst hergestellt, bzw. zubereitet [Erläuterung: das Huhn muss er nicht selber züchten, aber er muss es zerlegen und zubereiten] und nicht aus Fremdfertigung zugekauft werden. Sie müssen einen Bezug zum Ursprung, zur Herkunft haben. So müsste z.B. eine „Schwäbische Maultasche“ in dieser Region hergestellt worden sein.“
Die (Lohn)Fertigung durch Dritte ist bei Convenience in jedem Fall ausgeschlossen. Die Erzeuger der Grundzutaten müssen bei der Anmeldung angegeben werden. [z.B. das Huhn, die Linsen etc.] Die Transparenz der Wertschöpfungskette ist erforderlich.
Die Messebesucher sollen ausgestellte Produkte auch außerhalb der Messe beim Hersteller beziehen können. Produkte, die speziell für die Messe produziert werden und im Nachhinein mit dieser Rezeptur nicht mehr beim Hersteller erhältlich sind, sind auf dem Produkt oder am Stand entsprechend zu kennzeichnen.
Aus Gründen der Müllvermeidung ist die Verwendung von Kaffeepads und -kapseln, Einweggeschirr und Plastikbesteck nicht gestattet. Die Abgabe von Plastiktü - ten ist ebenfalls nicht gestattet.
Im Falle des AO-konformen Einsatzes von potentiell GVO-gefährdeten Zutaten/Zusatzstoffen ist vom Hersteller eine ausreichende Absicherung zu dokumentieren. Hierzu ist die Nutzung einer anerkannten Zusicherungserklärung vorgesehen, die auch für konventionelle Erzeugnisse verwendet werden kann*. Selbstdeklarationen sind aufgrund Unvollständigkeit und fehlendem Bezug zu den relevanten Gesetzesvorschriften unzureichend. *http://www.infoxgen.com/lebensmittel-ogt.html
Bio Produkte sind bei der Anmeldung durch das gültige Bio-Zertifikat des sog. letzten Aufbereiters bzw. bei landwirtschaftlichen Urprodukten des Hofes zu dokumentieren. Handelt es sich um Lohnfertigung oder reine Handelsprodukte, so ist sowohl das Bio-Zertifikat des Händlers als jenes des Produzenten einzureichen.
Zur Teilnahme sind ausschließlich Unternehmen zugelassen, die Produkte gemäß der Nomenklatur und Ausstellungsordnung ausstellen. Grundsätzlich ist der Aussteller verpflichtet für die Einhaltung aller geltenden rechtlichen Vorgaben bzgl. Herstellung, Handel und Kennzeichnung der dargebotenen Erzeugnisse zu sorgen.
Ggf. ist eine aktuelle Erklärung im infoXgen Format vorzulegen
Zutaten, die primär technologischen Zwecken dienen, es sei denn, sie stehen im Einklang mit der Ausstellungsordnung
Zuckerstoffe, die chemisch-physikalisch hergestellt werden z.B. Traubenzucker/ Glucose/Dextrose, Fructose, Laktose, Maltodextrin und Invertzucker
Angereicherte und vitaminisierte Inhaltsstoffe und Lebensmittel sowie Nahrungsergänzungsmittel
Gewürzextrakte und Aromaextrakte, inkl. ätherische Öle aus den namensgebenden Pflanzen, die ausschließlich mittels Wasser, oder Alkohol, durch Destillation, Mazeration oder Pressen gewonnen werden. Das dazugehörige Datenblatt der eingesetzten Aromen- und Gewürzextrakte ist bei der Anmeldung vorzulegen
Als verdickende Zutaten: Getreidemehl und-stärke, Kartoffel- & Tapiokastärke, Maisstärke sowie Eier
§ 3 Besonderheiten für die Warengruppen lt. Produktverzeichnis zusätzlich zu § 2
§3.1 Getreide: Getreide und Zerealien, Pseudozerealien (z.B. Quinoa), Saaten, Brot und Backwaren, Kuchen, Torten, Gebäck, Teigwaren
Brot und Kleingebäck: Eine Volldeklaration aller eingesetzten Inhalts-, Zusatz- und Hilfsstoffe ist bei der Anmeldung einzureichen. Dies gilt auch für die verwendeten Mehle.
Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2):
Hirschhornsalz (Ammoniumcarbonat (E 503), Ammoniumhydro- gencarbonat (E 503)), Pottasche (Kaliumcarbonat E 501) und Hefe
Schnellreifung mittels GDL für Fleischprodukte
Citrate (E 331, E 332, E 333) und Phosphate (E 450), sowie Salpeter und Nitritpökelsalz (E 250, E 251, E 252) in Wurstwaren
Nicht zulässig es gilt § 2:
Schnellreifung mittels GDL für Fischprodukte
§ 3.4 Molkereiprodukte
Käse mit Wachsüberzug oder Plasticoat
H-Milch, ESL-Milch, laktosefreie Milch, Kondensmilch
Zulässig: Keine Ausnahmen von § 2
Trüffel: die lateinische Artbezeichnung ist auf dem Produkt anzugeben
§ 3.7 Feinkost: Feinkost, Feinkost vegetarisch/vegan, Gewürze, Chutneys, Senf, Aufstriche
Senf: Verwendung von Senfmehl anstelle von selbstvermahlenen und selbstgemaischten Senfsaaten
Öle: Die Ölmühle ist auf dem Produkt zu deklarieren.
Dies gilt nicht bei Olivenölen
§ 3.9 Süßes: Schokolade, Marmeladen, Konfitüre, Gelee, Fruchtaufstriche, Honig, Eis, Süßwaren
Bei Drops/Bonbons: Glucose
Bei Marmeladen, Konfitüren, Gelees und Fruchtaufstrichen (dies gilt nicht für Chutneys): Pektin (E 440 a)
Eine Volldeklaration aller eingesetzten Inhalts-, Zusatz- und Hilfsstoffe ist bei der Anmeldung einzureichen.
Nur Weine von Winzern, bei denen die Arbeit im Weinberg und Keller in der Hand der Winzer liegen.
§ 3.11 Alkoholfreie Getränke: Wasser, Säfte, Limonaden, Erfrischungsge - tränke, Kaffee, Tee
§ 3.13 Küchen & Küchenutensilien
Handwerklich hergestellte Küchen • Handwerklich hergestellte Küchenutensilien
Hochwertige Tischwäsche, Besteck, Gläser und Geschirr unter besonderer Beachtung der Materialauswahl, Herstelltechnik und Herstellungsort
Im Sinne der Ganztier-Verwertung (Nose-to-Tail) dürfen Produkte von Tieren aus eigener Haltung angeboten werden, z.B. Felle, Wolle und daraus verarbeitete Produkte wie Seifen
§ 6 Der Einsatz von Einweggeschirr ist grundsätzlich untersagt. (siehe §1)
Zulässig (Ausnahme von § 1)
Probierschälchen für Warenverkostungen mit einem Durchmesser, der nicht mehr als 6 cm beträgt
§ 7 Kenntnisnahme und Bestätigung der Ausstellungsordnung für den Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe 2018
Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass die von mir/uns auf der Messe angebotenen Produkte angemeldet wurden und den §§ 1, 2, 3, 5 und 6 der Aus - stellungsordnung für die Slow Food Messe 2018 entsprechen. Im Falle der Ausstellung von nicht angemeldeten Waren sowie von unzutreffenden Angaben zu Inhaltsstoffen, Zusatzstoffen (und bei Pflicht zur Volldeklaration auch Hilfsstoffen) oder Herstellung eines ausgestellten Produktes, ist die betreffende Ware nach Aufforderung der Messe Stuttgart vom Aussteller unverzüglich vom Stand zu entfernen. Im Falle einer Nichtentfernung der betreffenden Ware oder eines Verstoßes gegen die §§ 1, 2, 3, 5 und 6 der Ausstellungsordnung wird eine Konventionalstrafe von 200 € pro Produkt erhoben, im Wiederholungsfall der Stand geschlossen und der Aussteller von der Teilnahme an zukünftigen Messen ausgeschlossen.
Ausstellungsordnung 2018 als PDF herunterladen

References: §3

§ 3
 § 2

§3
 § 2
 § 2

§ 3
 § 2

§ 3

§ 3

§ 3

§ 3

§ 6
 §1
 § 1

§ 7