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BVerwG, 22.02.1995 - 1 C 11.94 - dejure.org
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BVerwG, 22.02.1995 - 1 C 11.94 (https://dejure.org/1995,79)
BVerwG, Entscheidung vom 22.02.1995 - 1 C 11.94 (https://dejure.org/1995,79)
BVerwG, Entscheidung vom 22. Februar 1995 - 1 C 11.94 (https://dejure.org/1995,79)
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Aufenthaltserlaubnis - Aufenthaltsbewilligung - Assoziationsrat - Ordnungsmäßige Beschäftigung - Arbeitserlaubnis - Haushaltshilfe - Familiäre Hilfeleistung - Vorübergehender Aufenthalt - Familienzusammenführung - Einwanderung - Niederlassung - Ordnungsgemäßer Wohnsitz - Berufsausbildung - Schulabschluß - Unterbrechung des Aufenthaltes
VG Stuttgart, 26.02.1993 - 5 K 2101/91
BVerwG, 24.03.1994 - 1 B 134.93
BVerwGE 98, 31
NVwZ 1995, 1113
FamRZ 1995, 1199 (Ls.)
VBlBW 1996, 49
DVBl 1995, 852
DÖV 1995, 965
Anspruch, Asylantrag, Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltstitel; gesetzlicher …
Ein Anspruch aufgrund einer Ermessensvorschrift genügt auch dann nicht, wenn das Ermessen im Einzelfall "auf Null" reduziert ist (Beschluss vom 17. März 1993 - BVerwG 1 B 27.93 - Buchholz 402.240 § 11 AuslG 1990 Nr. 2; Urteile vom 24. Januar 1995 - BVerwG 1 C 2.94 - BVerwGE 97, 301 , vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31 , vom 4. Juni 1997 - BVerwG 1 C 9.95 - BVerwGE 105, 35 , vom 19. September 2000 - BVerwG 1 C 14.00 - DVBl 2001, 223 , vom 18. Juni 1996 - BVerwG 1 C 17.95 - BVerwGE 101, 265 und vom 17. März 2004 - BVerwG 1 C 11.03 - Buchholz 402.240 § 9 AuslG Nr. 4).
Der Anspruch eines deutschverheirateten Ausländers auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis, der sich aus einer Reduzierung des behördlichen Ermessens nach § 23 Abs. 3 i.V.m. § 17 Abs. 5 AuslG ergibt, stellt keinen gesetzlichen Anspruch im Sinne von § 28 Abs. 3 Satz 2 AuslG dar (im Anschluß an BVerwGE 97, 301 (312) [BVerwG 24.01.1995 - 1 C 2/94]; 98, 31 (43) [BVerwG 21.02.1995 - 1 C 11/93]u.a.).
Daher kann dahingestellt bleiben, ob eine Abschiebung in Konsequenz der behördlichen Versagung der beantragten Aufenthaltserlaubnis überhaupt bewirken kann, daß die Sperre des § 28 Abs. 3 Satz 2 AuslG für die im Rechtsbehelfsverfahren ergehenden Entscheidungen über diesen Antrag entfällt (vgl. Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31 (43) [BVerwG 22.02.1995 - 1 C 11/94]).
Ein Anspruch im Sinne von § 28 Abs. 3 Satz 2 2. Halbsatz AuslG ist nur gegeben, wenn das Gesetz die Behörde unmittelbar verpflichtet, bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen; ist die Erteilung in das Ermessen der Ausländerbehörde gestellt, begründet auch eine Ermessensreduzierung auf Null keinen "gesetzlichen" Anspruch (…Urteile vom 24. Januar 1995, a.a.O., S. 312 und vom 22. Februar 1995, a.a.O., S. 43; Beschluß vom 17. März 1993 - BVerwG 1 B 27.93 - Buchholz 402.240 § 11 AuslG 1990 Nr. 2; vgl. auch Urteil vom 18. Juni 1996 - BVerwG 1 C 17.95 - Buchholz 402.240 § 8 AuslG 1990 Nr. 9 = NVwZ 1997, 192).
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfGE 51, 386 (396 f.) [BVerfG 18.07.1979 - 1 BvR 650/77]; 80, 81 (93) [BVerfG 11.04.1989 - 2 BvG 1/89]) und des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 22. Februar 1995, a.a.O., S. 46; weitere Nachweise im Urteil vom 27. August 1996 - BVerwG 1 C 8.94 - Buchholz 402.240 § 13 AuslG 1990 Nr. 3 S. 8 = DVBl 1997, 186) gewährt Art. 6 GG unmittelbar keinen Anspruch auf Aufenthaltserlaubnis.
Art. 8 EMRK wirkt demnach - nicht anders als Art. 6 Abs. 1 GG - auf die Auslegung und Anwendung des Ausländerrechts ein, ohne unmittelbar Ansprüche auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung zu begründen (vgl. auch Urteil vom 22. Februar 1995, a.a.O., S. 46).
Dies hat der Senat bereits für den Fall des Zuzugs eines volljährigen Kindes ausländischer Arbeitnehmer zu seinen im Bundesgebiet lebenden Eltern ausgesprochen (Urteil vom 22. Februar 1995, a.a.O., S. 46).
Als minderjähriges, in Deutschland geborenes Kind (vgl. zum Erfordernis der Minderjährigkeit Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31, 47), dessen Mutter seit der Geburt eine Aufenthaltserlaubnis und seit 1990 eine Aufenthaltsberechtigung besaß, hatte er grundsätzlich einen Anspruch auf Verlängerung seines Aufenthaltsrechts nach § 21 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. Satz 1 AuslG, sofern der Aufenthalt der Wahrung der familiären Lebensgemeinschaft mit der Mutter (und dem Vater) im Sinne von § 17 Abs. 1 AuslG diente.
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist bei Verpflichtungsklagen, die auf Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis gerichtet sind, insoweit auf die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz abzustellen, als es um die Frage geht, ob schon aus Rechtsgründen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden muß oder keine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden darf (BVerwGE 89, 296 (297 f.) [BVerwG 21.01.1992 - 1 C 21/87]; 94, 35 (40 f.); Urteil vom 21. Januar 1992 - BVerwG 1 C 49.89 - Buchholz 402.240 § 35 AuslG 1990 Nr. 1; Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwGE 98, 31).
Ein solcher Anspruch stand ihm außerdem aus Art. 6 Abs. 1 erster Spiegelstrich des Beschlusses Nr. 1/80 des Assoziationsrates EWG-Türkei über die Entwicklung der Assoziation (ANBA 1981 S. 4) - ARB 1/80 - zu, weil er zu jenem Zeitpunkt mehr als ein Jahr ordnungsgemäß bei der Firma M. beschäftigt war und daher nicht nur die Erneuerung seiner Arbeitserlaubnis bei dem gleichen Arbeitgeber, sondern auch die Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis beanspruchen konnte (Urteile vom 24. Januar 1995 - BVerwGE 97, 301 - und vom 22. Februar 1995 - BVerwGE 98, 31 - EuGH, NVwZ 1991, 255 (256) [EuGH 20.09.1990 - C 192/89]; InfAuslR 1993, 41 (43 f.); InfAuslR 1994, 385 (386)).
Art. 8 ARB 1/80 ist entgegen der Auffassung der Revision demgegenüber nicht geeignet, dem Kläger einen Anspruch auf die beantragte Aufenthaltserlaubnis zu vermitteln (vgl. Urteil vom 22. Februar 1995 - 1 C 11/94 -).
aa) Wie der Senat im Anschluß an die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften näher dargelegt hat, läßt sich aus den zunächst rein beschäftigungsrechtlich konzipierten Vorschriften der Art. 6 und 7 ARB 1/80 ein ausländerrechtliches Aufenthaltsrecht ableiten (Senatsurteile vom 24. Januar 1995 - BVerwGE 97, 301 -, vom 22. Februar 1995 - BVerwGE 98, 31 - und vom 23. Mai 1995 - BVerwGE 98, 298 -).
Die ihm zuvor für einen anderen Arbeitgeber erteilte Arbeitserlaubnis war insoweit unzureichend (vgl. BVerwGE 98, 31).
Ein Aufenthaltsrecht türkischer Staatsangehöriger über die Regelung der Art. 6 und 7 ARB 1/80 hinaus folgt daraus nicht (Urteil vom 22. Februar 1995 - 1 C 11/94 -).
Beide Abkommen begründen, wie der Senat in seinem Urteil vom 22. Februar 1995 (BVerwGE 98, 31) im einzelnen ausgeführt hat, keine Rechtsansprüche auf Gewährung einer Aufenthaltserlaubnis, sondern können allenfalls insoweit Wirkungen entfalten, als über die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach Ermessen zu entscheiden ist.
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfGE 51, 386 ; 80, 81 ) und des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31 ;… weitere Nachweise im Urteil vom 27. August 1996 - BVerwG 1 C 8.94 - BVerwGE 102, 12 = Buchholz 402.240 § 13 AuslG 1990 Nr. 3, S. 8) gewährt Art. 6 GG unmittelbar keinen Anspruch auf Aufenthalt.
Angesichts des insoweit eindeutigen Wortlauts der Vorschrift bedarf es keiner Vorabentscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften (vgl. ferner Urteil vom 24. Mai 1995 - BVerwG 1 C 7.94 - BVerwGE 98, 313 = Buchholz 402.240 § 24 AuslG 1990 Nr. 1 S. 9; Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31 = Buchholz 402.240 § 6 AuslG 1990 Nr. 2 S. 21).
a) Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist bei Verpflichtungsklagen, die auf Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsgenehmigung gerichtet sind, insoweit auf die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz abzustellen, als es um die Frage geht, ob die Genehmigung schon aus Rechtsgründen erteilt werden muss oder nicht erteilt werden darf (vgl. etwa Urteil vom 24. Januar 1995 - BVerwG 1 C 2.94 - BVerwGE 97, 301 ; Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31 ; Urteil vom 22. Januar 2002 - BVerwG 1 C 6.01 - ).
Nach dem insoweit maßgeblichen nationalen Recht muß die Beschäftigung grundsätzlich auf der Grundlage einer die Arbeitsaufnahme gestattenden Aufenthaltsgenehmigung und einer entsprechenden Arbeitserlaubnis ausgeübt worden sein (…vgl. Urteil vom 24. Januar 1995 - BVerwG 1 C 2.94 - a.a.O., S. 307 bzw. S. 6; Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - BVerwGE 98, 31 [BVerwG 22.02.1995 - 1 C 11/94] = Buchholz 402.240 § 6 AuslG 1990 Nr. 2, S. 17).
Dem entspricht die Rechtsprechung des beschließenden Senats (vgl. Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - a.a.O., S. 37 bzw. S. 19;… Urteil vom 11. Juni 1996 - BVerwG 1 C 19.93 - Buchholz 402.240 § 19 AuslG 1990 Nr. 2, S. 11).
Die Frage, ob der Wohnsitz ordnungsgemäß ist, beurteilt sich nach nationalem Recht (Urteil vom 22. Februar 1995 - BVerwG 1 C 11.94 - a.a.O., S. 37 bzw. S. 19).
Da der Ehemann der Klägerin, der nach den Feststellungen des Berufungsgerichts als Arbeitnehmer im Bundesgebiet bleiben will, in dem genannten Zeitpunkt keinen Ausnahmetatbestand nach §§ 2 bis 10 der Arbeitsaufenthalteverordnung - AAV - vom 18. Dezember 1990 (BGBl I S. 2994) erfüllte, war der Beklagten aufgrund der Verweisung in § 11 Abs. 4 AAV auf das allgemeine Ausländerrecht gemäß § 15 i.V.m. § 7 Abs. 1 AuslG Ermessen hinsichtlich der Entscheidung über die beantragte Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis eröffnet (vgl. BVerwGE 98, 31 [47]).
BVerwG, 12.12.1995 - 1 C 35.94
Ausländerrecht: Aufenthaltsrechtlicher Anspruch der Kinder türkischer …
VGH Baden-Württemberg, 12.03.1996 - 1 S 1297/95
Voraussetzung für ein Zuzugsrecht nach EWGAssRBes 1/80 - ordnungsgemäßer Wohnsitz …
VG München, 20.02.2013 - M 25 K 12.1407
Ermessensausweisung wegen strafrechtlicher Verurteilung; kein faktischer …
VGH Baden-Württemberg, 14.03.2001 - 10 S 536/01
VGH Baden-Württemberg, 09.05.1996 - 11 S 308/96
Zur Berechnung der Jahresfrist des EWGAssRBes 1/80 Art 6 Abs 1
BVerwG, 21.06.1995 - 1 C 4.93
OVG Niedersachsen, 16.01.2003 - 13 ME 28/03
Erteilung einer Duldung an ausländischen Ehegatten eines Deutschen
OVG Nordrhein-Westfalen, 31.01.1996 - 18 B 102/96
Ausländerrecht: Ausweisung, Voraussetzung für eine Privilegierung nach Art. 7 ARB …
OVG Berlin, 06.06.2002 - 8 S 59.02
D (A), Aufenthaltsbefugnis, Konventionsflüchtlinge, Familienzusammenführung, …
OVG Nordrhein-Westfalen, 13.05.2002 - 18 B 606/02
VGH Hessen, 17.11.2009 - 11 B 2827/09
VGH Bayern, 02.07.1999 - 10 CE 99.968
D (A), Angolaner, Duldung, Nichteheliche Kinder, Sorgerecht, Schutz von Ehe und …
VG Hamburg, 19.05.2003 - 10 VG 984/03
Ausweisung einer illegal eingereisten und arbeitenden polnischen Prostituierten
OVG Nordrhein-Westfalen, 24.06.1997 - 18 B 1187/96
Rechtmäßigkeit einer Aufenthaltsgestattung
VG Karlsruhe, 09.04.2013 - A 7 K 832/13
Dublinverfahren, Dublin II-VO, Duldung, Frankreich, Obdachlosigkeit, medizinische …
VG Karlsruhe, 04.01.2006 - 4 K 2142/05
Erwerbstätigkeit, Duldung, Zustimmung, Bundesagentur für Arbeit, …
BVerwG, 26.02.1997 - 1 B 10.97

References: § 11
 § 9
 § 23
 § 17
 § 28
 § 28
 § 28
 § 11
 § 8
 § 13
 Art. 6

Art. 8
 Art. 6
 § 21
 § 17
 § 35
 Art. 6

Art. 8
 Art. 6
 Art. 6
 § 13
 Art. 6
 § 24
 § 6
 § 6
 § 19
 § 11
 § 15
 § 7
 Art. 7