Source: https://www.ris.bka.gv.at/VergEntscheidung.wxe?Abfrage=Verg&Dokumentnummer=VERGT_19960603_N_4_96_4_00&IncludeSelf=True
Timestamp: 2019-10-17 09:04:41+00:00

Document:
RIS - Rechtssätze und Entscheidungstext N-4/96-4 - Vergabekontrollbehörden
Rechtssatz für N-4/96-4
N-4/96-4
BVergG 1993 §7 Abs1 Z1
BVergG 1993 §91
RL 93/37/EWG Baukoordinierungsrichtlinie (ABl 1993 L 199 S 54) Art1
Der Abwasserverband Region Gnas ist zweifellos öffentlicher Auftraggeber im Sinne der Baukoordinierungsrichtlinie.
Gem. § 7 Abs 1 Z 1 BVergG gilt dieses Bundesgesetz nicht für Auftragsvergaben durch die Länder, Gemeinden oder Gemeindeverbände, weshalb die gegenständliche Auftragsvergabe nicht dem persönlichen Geltungsbereich des Bundesvergabegesetzes unterliegt und gem. § 91 BVergG keine Zuständigkeit des Bundesvergabeamtes zur Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens besteht.
Die Erklärung des Auftraggebers, im Rahmen der konkreten Vergabe das Bundesvergabegesetz anzuwenden, vermag keine Zuständigkeit des Bundesvergabeamtes zu begründen.
F-9/96-3
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 17.04.1996 F-9/96-3
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 03.06.1996 N-4/96-4
wbl 1997, 85
Geltungsbereich, Ausnahmen, Gemeindeverbände; Bundesvergabeamt, Zuständigkeit; Bundesvergabeamt, Zuständigkeit, Bauaufträge, unmittelbar anwendbares Gemeinschaftsrecht; Rechtsmittelrichtlinie, unmittelbare Anwendbarkeit; Nachprüfungsverfahren, Zulässigkeit;
VERGR_19960603_N_4_96_4_01
EuGH 15.7.1964 Rs 6/64 - Costa/E.N.E.L. - Slg 1964 Seite 1141
EuGH 4.12.1974 Rs 41/74 - van Duyn - Slg 1974, Seite 1337
EuGH 19.6.1990 Rs C-213/89 - Factortame - Slg 1990, Seite I-2433
BVergG 1993 §92 Abs2 Z1
EGV Art189 Abs3
RL 93/37/EWG Baukoordinierungsrichtlinie (ABl 1993 L 199 S 54)
RL 89/665/EWG Rechtsmittelrichtlinie (ABl 1989 L 395 S 33 idF ABl 1992
L 209 S 1)
Zwar legt § 7 Abs 1 Z 1 BVergG fest, daß Auftragsvergaben der Länder und Gemeinden nicht dem Anwendungsbereich dieses Bundesgesetzes unterliegen. Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, daß das Bundesvergabeamt nicht dafür zuständig sei, unmittelbar anwendbare Bestimmungen der Baukoordinierungsrichtlinie nachzuprüfen, weil der einzelne einen aus der Sektorenrechtsmittelrichtlinie ableitbaren, unmittelbar wirkenden Rechtsanspruch auf Durchführung eines entsprechenden Nachprüfungsverfahrens hat. Vielmehr hat das Bundesvergabeamt ein bei ihm eingebrachtes Nachprüfungsbegehren, das auf die Überprüfung der Vereinbarkeit einer Ausschreibung mit einer landesgesetzlich nicht umgesetzten Richtlinie gerichtet ist, in Behandlung zu nehmen, wenn es nicht gegen die vom EuGH in der Rs. C- 213/89 - Factortame aufgestellte Verpflichtung verstoßen wollte.
Um der Antragstellerin Rechtsschutz zu gewähren, hat das Bundesvergabeamt daher die Bestimmung des § 7 Abs 1 Z 1 BVergG außer acht zu lassen und ein Nachprüfungsverfahren einzuleiten.
Auch im Fall einer Berufung des Antragstellers auf unmittelbar anwendbares Gemeinschaftsrecht hat dieser die Verfahrensvorschriften des BVergG einzuhalten, weshalb vor Anrufung des Bundesvergabeamtes ein Schlichtungsverfahren vor der Bundes-Vergabekontrollkommission durchzuführen ist. Davon ist aber abzusehen, wenn die Bundes-Vergabekontrollkommission ihre Zuständigkeit - offenbar mit dem Argument, Gemeinschaftsrecht nicht unmittelbar anwenden zu können - verneint.
N-8/95-22
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 23.08.1995 N-8/95-22
VERGR_19960603_N_4_96_4_02
Das Bundesvergabeamt ist jedenfalls nur dazu berufen, ein Nachprüfungsverfahren über solche Auftragsvergaben durchzuführen, die entweder in den sachlichen Geltungsbereich des Bundesvergabegesetzes oder in jenen von unmittelbar wirkenden Gemeinschaftsnormen fallen. Mangels Erreichen des maßgeblichen Schwellenwertes besteht im vorliegenden Fall keine Zuständigkeit des Bundesvergabeamtes.
F-4/95-7
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 27.03.1995 F-4/95-7
Vgl auch die zum Rechtssatz dieses Bescheides angeführte Rsp.
F-7/95-7
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 01.08.1995 F-7/95-7
F-8/95-3
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 01.08.1995 F-8/95-3
F-11/95-5
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 15.11.1995 F-11/95-5
F-2/96-4
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 28.02.1996 F-2/96-4
F-4/96-6
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 20.03.1996 F-4/96-6
F-11/96-6
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 21.05.1996 F-11/96-6
Bundesvergabeamt, Zuständigkeit, Bauaufträge, unmittelbar anwendbares Gemeinschaftsrecht; Rechtsmittelrichtlinie, unmittelbare Anwendbarkeit; Nachprüfungsverfahren, Zulässigkeit;
VERGR_19960603_N_4_96_4_03
Rechtssatz für N-5/96-6
N-5/96-6
L 209 S 1) Art2
Der einzelne hat einen Anspruch auf Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens nach Maßgabe der Bestimmungen des Art 2 der Rechtsmittelrichtlinie gegenüber dem Staat. Gemäß dem ausdrücklichen Hinweis in den Erläuterungen zum Bundesvergabegesetz wurde das Bundesvergabeamt als jene Behörde eingerichtet, die - zunächst im Anwendungsbereich des Bundesvergabegesetzes - als Instanz im Sinn des Art 2 der Rechtsmittelrichtlinie fungiert. Somit handelt es sich beim Bundesvergabeamt aus der Sicht des Antragstellers um die sachlich in Betracht kommende Stelle, die zur Entscheidung über seine Ansprüche berufen ist.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 08.06.1996 N-5/96-6
Rechtsmittelrichtlinie, unmittelbare Anwendung, Nachprüfungsverfahren, Dienstleistungsantrag, Schadenersatz;
VERGR_19960608_N_5_96_6_02
Rechtssatz für N-6/96-6
N-6/96-6
EuGH 4.12.1974 Rs 41/74 - Van Duyn - Slg 1974 Seite 1337
RL 92/50/EWG Dienstleistungskoordinierungsrichtlinie (ABl 1992 L 209 S
1) Art41
L 209 S 1) Art1
Aus Art 1 Rechtsmittel-RL idF RL 92/50/EWG ist der Anspruch des Einzelnen ableitbar, dass auch Vergaben, die in den Anwendungsbereich der Dienstleistungskoordinierungs-RL fallen, einem mit bestimmten Garantien ausgestatteten Nachprüfungsverfahren unterzogen werden können. Da das Bundesvergabeamt im Anwendungsbereich des BVergG als Nachprüfungsinstanz iSd Art 2 Rechtsmittel-RL eingerichtet ist, ist das Bundesvergabeamt infolge der unmittelbaren Wirkung der Dienstleistungskoordinierungs-RL auch zur Nachprüfung jener Vergaben zuständig, die der Dienstleistungskoordinierungs-RL unterfallen, wenn sich Österreich im Umsetzungsverzug befindet.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 26.07.1996 N-6/96-6
wbl 1997, 132
Geltungsbereich, sachlicher, Dienstleistungsaufträge, Dienstleistungskoordinierungs-RL, Umsetzungsverzug, unmittelbare Wirkung; Bundesvergabeamt, Zuständigkeit, Dienstleistungen, unmittelbar anwendbares Gemeinschaftsrecht;
VERGR_19960726_N_6_96_6_02
Rechtssatz für F-6/96-26
F-6/96-26
EuGH 19.6.1990 Rs C-213/89 - Factortame - Slg 1990 Seite I-2433
Anfechtung beim VwGH/VfGH
VfGH 25.6.1998 B 3949/96, VfSlg 15228
BVergG 1993 §7 Abs2
RL 92/13/EWG Sektorenrechtsmittelrichtlinie (ABl 1992 L 76 S 14)
Die Sektorenrechtsmittelrichtlinie ist nicht hinreichend bestimmt und daher selbst nicht unmittelbar anwendbar.
Die eine Kontrolle durch das Bundesvergabeamt für Vergaben im Bereich der Sektoren ausschließende Bestimmung des § 7 Abs 2 BVergG steht im Widerspruch zur Sektorenrechtsmittelrichtlinie und ist auch inhaltlich überholt. Sie steht daher im vorliegenden Fall der Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens nicht entgegen.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 20.09.1996 F-6/96-26
wbl 1997, 134
Sektorenrechtsmittelrichtlinie, unmittelbare Anwendung; Rechtsschutz, Sektoren;
VERGR_19960920_F_6_96_26_01
Rechtssatz für S-20/97-11
Bundes-Vergabekontrollkommission
S-20/97-11
BVergG 1993 idF BGBl 776/1996 §6 Abs1 Z2
WRG §87
Ein Wasserverband nach dem Wasserrechtsgesetz ist öffentlicher Auftraggeber gem § 6 Abs 1 Z 2 BVergG idF BGBl 776 1996.
S-18/96-13
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 02.07.1996 S-18/96-13
S-20/96-10
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 05.07.1996 S-20/96-10
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 01.04.1997 S-20/97-11
bbl 1998/39 = Connex 1997/10, 44
Geltungsbereich, persönlicher, Einrichtung des öffentlichen Rechts, Abwasserverband;
VERGR_19970401_S_20_97_11_01
Rechtssatz für N-8/97-5
N-8/97-5
BVergG 1993 idF BGBl 776/1996 §1
BVergG 1993 idF BGBl 776/1996 §7 Abs1 Z5
BVergG 1993 idF BGBl 776/1996 §91
Das Bundesvergabegesetz gilt nicht für Aufträge aufgrund eines zwischen der Republik Österreich und einem (oder mehreren) Staaten, die nicht Vertragspartei des EWR-Abkommens sind, abgeschlossenen Staatsvertrages über Lieferungen, Bauleistungen usw. für ein von den Vertragsparteien gemeinsam zu verwirklichendes, zu tragendes oder zu nutzendes Objekt oder Vorhaben.
Das Bundesvergabeamt ist daher zur Nachprüfung derartiger Verträge nicht zuständig. Das Bundesvergabeamt kann durch die Vereinbarung, auf die gegenständliche Vergabe das Bundesvergabegesetz anzuwenden, nicht zuständig gemacht werden.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 28.04.1997 N-8/97-5
Bundesvergabeamt, keine Zuständigkeit durch vertragliche Vereinbarung; Nachprüfungsverfahren, Antrag, Bietergemeinschaft, Formerfordernisse, Unterfertigung durch alle Gesellschafter;
VERGR_19970428_N_8_97_5_01
Rechtssatz für N-14/96-7
N-14/96-7
BVergG 1993 §91 Abs2
Ein Nachprüfungsverfahren kann nur im Anwendungsbereich des Bundesvergabegesetzes erfolgen.
Die Frage, ob die Dienstleistungskoordinierungs-RL unmittelbar anwendbar ist muss nicht geprüft werden, wenn der gegenständliche Auftragswert unter dem Schwellenwert der RL liegt. In einem solchen Fall ist der Nachprüfungsantrag jedenfalls unzulässig.
F-3/95-7
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 24.02.1995 F-3/95-7
F-6/95-3
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 01.08.1995 F-6/95-3
N-10/96-6
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 16.10.1996 N-10/96-6
N-11/96-6
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 16.10.1996 N-11/96-6
F-15/96-11
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 03.12.1996 F-15/96-11
F-27/96-4
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 08.04.1997 F-27/96-4
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 09.06.1997 N-14/96-7
Bundesvergabeamt, Zuständigkeit; Nachprüfungsverfahren, Zulässigkeit;
VERGR_19970609_N_14_96_7_01
Rechtssatz für N-27/97-6
N-27/97-6
B-VKK S-83/97
WRG §83
BVergG 1997 §11 Abs1 Z2
Beim Auftraggeber handelt sich um einen Wasserverband im Sinne der §§ 83 ff Wasserrechtsgesetz - WRG und damit nach ständiger Spruchpraxis des Bundesvergabeamtes um einen Auftraggeber im Sinne des § 11 Abs. 1 Z 2 BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 08.10.1997 N-27/97-6
Geltungsbereich, persönlicher, Wasserverband;
VERGR_19971008_N_27_97_6_01
Rechtssatz für F-10/97-14
F-10/97-14
Ein Wasserverband im Sinne der §§ 87ff WRG ist ein öffentlicher Auftraggeber im Sinne des § 11 Abs. 1 Z 2 BVergG.
N-28/97-13
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 24.10.1997 N-28/97-13
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 04.12.1997 F-10/97-14
VERGR_19971204_F_10_97_14_01
Rechtssatz für F-17/97-5
F-17/97-5
VfGH 1.10.1994 V 65/93 ua, VfSlg 13.886
BVA 9.6.1997 F-28/96
BVergG 1997 §12 Abs1 Z1
WRG §87 ff
Da die Auftraggeberin ein Gemeindeverband ist, unterliegt das von ihr geführte Vergabeverfahren nicht dem Bundesvergabegesetz sondern den einschlägigen landesrechtlichen Vorschriften. Bei verfassungskonformer Deutung nimmt § 12 Abs 1 Z 1 BVergG Auftragsvergaben durch Gemeindeverbände abschließend aus dem Geltungsbereich des Bundesvergabegesetztes aus, mögen diese auch Wasserverbände iSd WRG sein.
F-28/96-8
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 09.06.1997 F-28/96-8
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 14.01.1998 F-17/97-5
bbl 1998/179 = wbl 1998/249
Geltungsbereich, persönlicher, Einrichtung des öffentlichen Rechts, Abwasserverband, Gemeindeverband;
VERGR_19980114_F_17_97_5_01
Rechtssatz für F-20/98-11
F-20/98-11
VfGH 25.9.2001, B 681/99
BVergG 1997 §11 Abs1 Z2 litb
Ein Abwasserverband nach dem WRG ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die – wie auch in der Satzung des Auftraggebers angeführt – der Aufsicht des Landeshauptmannes als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung unterliegt. Wasserrecht ist gem Art 10 Abs 10 B-VG in Gesetzgebung und Vollziehung Bundessache. Der konkrete Abwasserverband ist öffentlicher Auftraggeber iSd § 11 Abs 1 Z 2 lit b BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 23.03.1999 F-20/98-11
VERGR_19990323_F_20_98_11_01
Rechtssatz für S-50/99-12
S-50/99-12
B-VKK 28.6.1996, S-18/96-13
B-VKK 26.8.1996, S-30/96
Abwasserverbände nach dem WRG sind öffentliche Auftraggeber iSd § 11 Abs 1 Z 2 BVergG.
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 20.04.1999 S-50/99-12
VERGR_19990420_S_50_99_12_01
Rechtssatz für S-92/99-11
S-92/99-11
Ein Verband nach dem Wasserrechtsgesetz 1959 ist öffentlicher Auftraggeber iSd § 11 Abs 1 Z litb BVergG.
F-2/99-24
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 30.06.1999 F-2/99-24
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 01.07.1999 S-92/99-11
VERGR_19990701_S_92_99_11_01
Rechtssatz für F-2/99-24
WRG §§87ff
Wasserverbände, die auf Grundlage des WRG gegründet wurden, unterliegen dem persönlichen Geltungsbereich des BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 23.03.1998 F-20/98-11
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 30.07.1999 F-2/99-24
Geltungsbereich, persönlicher, Einrichtungen des Bundes, Aufsicht des Bundes, Wasserverband;
VERGR_19990730_F_2_99_24_01
Rechtssatz für N-11/99-40; ...
N-11/99-40; N-12/99-40
B-VKK 9.3.1999, S-25/99-17, S-26/99-16
VfGH 21.6.2001, B 2037/99
Ein Wasserverband nach dem Wasserrechtsgesetz 1959 ist öffentlicher Auftraggeber iSd § 11 Abs 1 Z 2 litb BVergG.
N-11/99-40 ua
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 29.10.1999 N-11/99-40 ua
ecolex 2000/42 (Wratzfeld)
VERGR_19991029_N_11_99_40_01
Rechtssatz für N-42/99-8
N-42/99-8
B-VKK 2.7.1996, S-18/96
B-VKK 5.7.1996, S-20/96
B-VKK 26.8.1996, S-30/99
BVA 4.12.1997, F-10/97-14
BVA 23.3.1999, F-20/98-11
VfGH 15.10.1998, B 1664/97
Ein auf Grundlage der §§ 87 ff WRG gegründeter Wasserverband ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die zu dem Zweck gegründet wurde, die dem WRG zu entnehmenden, im Allgemeininteresse liegenden Aufgaben zu erfüllen. Ein solcher Wasserverband ist als eine Einrichtung nicht gewerblicher Art zu qualifizieren, die auch der Aufsicht des Bundes über die Leitung unterliegt. Die historische Interpretation des § 11 Abs 1 Z 2 litb ergibt, dass jene Einrichtungen als der Aufsicht des Bundes unterstehend anzusehen sind, betreffend derer der Aufsichtsbehörde eine Beeinflussung der Auftragsvergabe möglich ist. Eine "bloße" Rechtmäßigkeitsaufsicht der wirtschaftlichen Betätigung ex-post ist darunter nicht zu subsumieren.
Wasserverbände iSd WRG unterliegen der unmittelbaren Aufsicht des Landeshauptmannes als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung, dem als Aufsichtsbehörde neben der Möglichkeit, gesetz- oder satzungswidrige sowie dem öffentlichen Interesse offenkundig widerstreitende Beschlüsse und Verfügungen des Wasserverbandes im nachhinein zu beheben, die Befugnis eingeräumt ist, von den Verbänden Berichte und Unterlagen über deren Tätigkeit und wichtige Vorkommnisse (wie es etwa auch die Sanierung einer Verbandskläranlage ist) einzufordern, Vertreter zu den Mitgliedsversammlungen zu entsenden sowie Vorstandssitzungen einzuberufen und daran auch teilzunehmen. Sofern es die ordnungsgemäße Verwaltung und die Sicherstellung der Erfüllung der gesetzlich eingeräumten Aufgaben erfordern, kann der jeweilige Landeshauptmann für beschränkte Dauer zudem einen geeigneten Sachwalter bestellen.
Diese Befugnisse ermöglichen eine Einflussnahme des Landeshauptmannes als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung, weshalb in Übereinstimmung mit der bisherigen Spruchpraxis der Vergabekontrolleinrichtungen des Bundes davon auszugehen ist, dass Wasserverbände, die auf Grundlage des WRG gegründet wurden, dem persönlichen Geltungsbereich des BVergG unterliegen.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 08.11.1999 N-42/99-8
VERGR_19991108_N_42_99_8_01
Rechtssatz für N-42/99-48
N-42/99-48
B-VKK 2.7.1996, S-18/96-13
B-VKK 5.7.1996, S-20/96-10
Wasserverbände iSd WRG unterliegen der unmittelbaren Aufsicht des Landeshauptmannes als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung, dem als Aufsichtsbehörde neben der Möglichkeit, gesetz- oder satzungswidrige sowie dem öffentlichen Interesse offenkundig widerstreitende Beschlüsse und Verfügungen des Wasserverbandes im nachhinein zu beheben, die Befugnis eingeräumt ist, von den Verbänden Berichte und Unterlagen über deren Tätigkeit und wichtige Vorkommnisse (wie es etwa auch die Sanierung einer Verbandskläranlage) einzufordern, Vertreter zu den Mitgliedsversammlungen zu entsenden sowie Vorstandssitzungen einzuberufen und daran auch teilzunehmen. Sofern es die ordnungsgemäße Verwaltung und die Sicherstellung der Erfüllung der gesetzlich eingeräumten Aufgaben erfordern, kann der jeweilige Landeshauptmann für beschränkte Dauer zudem einen geeigneten Sachwalter bestellen.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 31.01.2000 N-42/99-48
VERGR_20000131_N_42_99_48_01
Rechtssatz für N-5/00-18
N-5/00-18
VfGH 15.10.1998, B 1664/97, VfSlg 15.313
Ein auf Grundlage der §§ 87 ff WRG gegründeter Wasserverband ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die zu dem Zweck gegründet wurde, die dem WRG zu entnehmenden, im Allgemeininteresse liegenden Aufgaben zu erfüllen. Ein solcher Wasserverband ist als eine Einrichtung nicht gewerblicher Art zu qualifizieren, die im Hinblick auf die umfassenden Befugnisse des Landeshauptmannes als einem Organ der mittelbaren Bundesverwaltung gegenüber den Wasserverbänden auch als der Aufsicht des Bundes über die Leitung unterstehend anzusehen ist.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 21.02.2000 N-5/00-18
VERGR_20000221_N_5_00_18_01
Rechtssatz für N-45/99-74; ...
N-45/99-74; N-46/99-59; N-5/00-44
N-45/99-74 ua
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 07.04.2000 N-45/99-74 ua
VERGR_20000407_N_45_99_74_01
Rechtssatz für N-20/00-10
N-20/00-10
Ein Wasserverband gem der §§ 87 ff WRG ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die als Einrichtung nicht gewerblicher Art zur Erfüllung der im WRG genannten, im Allgemeininteresse liegenden Aufgaben gegründet wird und die im Hinblick auf die weitreichenden Aufsichtsbefugnisse des Landeshauptmanns als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung auch der Aufsicht des Bundes untersteht. Daher ist ein Wasserverband auf der Grundlage der §§ 87 ff WRG öffentlicher Auftraggeber iSd § 11 Abs 1 Z 2 lit b BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 25.04.2000 N-20/00-10
VERGR_20000425_N_20_00_10_01
Rechtssatz für N-36/00-8
N-36/00-8
B-VKK 21.6.2000 S-55/00-12
Ein Abwasserverband ist als Verband nach dem Wasserrechtsgesetz 1959 öffentlicher Auftraggeber gemäß § 11 Abs. 1 Z 2 BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 05.07.2000 N-36/00-8
Geltungsbereich, persönlicher, Einrichtung des Bundes, Abwasserverband, Wasserrechtsgesetz;
VERGR_20000705_N_36_00_8_01
Rechtssatz für N-41/00-10
N-41/00-10
B-VKK 14.7.2000 S-71/00, S-74/00, S-75/00
Ein Wasserverband im Sinne der §§ 87 ff WRG unterliegt dem persönlichen Geltungsbereich des BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 31.07.2000 N-41/00-10
Geltungsbereich, persönlicher, Einrichtung des Bundes, Abwasserverband;
VERGR_20000731_N_41_00_10_01
Rechtssatz für S-85/00-15
S-85/00-15
Ein Wasserverband gem der §§ 87 ff WRG ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts, die als Einrichtung nicht gewerblicher Art zur Erfüllung der im WRG genannten, im Allgemeininteresse liegenden Aufgaben gegründet wird und die im Hinblick auf die weitreichenden Aufsichtsbefugnisse des Landeshauptmanns als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung auch der Aufsicht des Bundes untersteht. Daher ist ein Wasserverband auf der Grundlage der §§ 87 ff WRG öffentlicher Auftraggeber iSd § 11 Abs1 Z 2 lit b BVergG.
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 18.08.2000 S-85/00-15
VERGR_20000818_S_85_00_15_01
Rechtssatz für N-53/00-8
N-53/00-8
Ein Wasserverband ist öffentlicher Auftraggeber im Sinne von § 11 Abs 1 Z 2 BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 31.10.2000 N-53/00-8
VERGR_20001031_N_53_00_8_01
Rechtssatz für F-14/00-19
F-14/00-19
BVergG 1997 §11 Abs1 Z3 litb
Ein Wasserverband iSd §§ 87 ff WRG ist öffentlicher Auftraggeber.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 07.11.2000 F-14/00-19
VERGR_20001107_F_14_00_19_01
Rechtssatz für N-42/01-8
N-42/01-8
VwGH 18.1.1990, 89/09/0070
Ein Wasserverband ist öffentlicher Auftraggeber gemäß § 11 Abs 1 Z 2 BVergG 1997.
N-45/99-74
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 07.04.2000 N-45/99-74
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 02.04.2001 N-42/01-8
F-3/99-20
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 12.06.2001 F-3/99-20
Geltungsbereich, persönlicher, öffentlicher Auftraggeber, Wasserverband;
VERGR_20010402_N_42_01_8_01
Rechtssatz für N-53/01-9
N-53/01-9
B-VKK 2.5.2001 S-71/01
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 14.05.2001 N-53/01-9
Conn 2001/7-8, 48;
VERGR_20010514_N_53_01_9_01
Rechtssatz für N-60/01-7
N-60/01-7
S-67/01
Der Reinhalteverband Leoben ist öffentlicher Auftraggeber im Sinne des § 11 Abs 1 Z 2 BVergG 1997.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 05.06.2001 N-60/01-7
Geltungsbereich, persönlicher, öffentlicher Auftraggeber, Reinhalteverband Leoben;
VERGR_20010605_N_60_01_7_01
Rechtssatz für F-3/99-20
BVA 7.4.2000 N-45/99-74, N-46/99, N-5/00
BVA 23.3.1998 F-20/98-11
BVA 4.12.1997 F-10/97-14
B-VKK 26.8.1996 S-30/96
B-VKK 5.7.1996 S-20/96-10
B-VKK 2.7.1996 S-18/96-13
VfGH 15. 10.1998 B-1664/97
VERGR_20010612_F_3_99_20_01
Rechtssatz für N-53/01-30
N-53/01-30
B-VKK v 2.5.2001 S-71/01
N-53/01-21
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 09.07.2001 N-53/01-21
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 27.08.2001 N-53/01-30
VERGR_20010827_N_53_01_30_01
Rechtssatz für F-1/01-19
F-1/01-19
BVKK 14.12.2000, S-118/00-5 (Schlichtungsverfahren)
Ein Abwasserverband ist eine Körperschaft öffentlichen Rechtes und somit als Wasserverband im Sinne des § 87 Abs 1 WRG 1959 öffentlicher Auftraggeber im Sinne des § 11 Abs 1 Z 2 BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 12.09.2001 F-1/01-19
Geltungsbereich, persönlicher, öffentlicher Auftraggeber, Körperschaft öffentlichen Rechts, Wasserverband;
VERGR_20010912_F_1_01_19_01
Rechtssatz für N-7/02-11
N-7/02-11
BVKK S-15/02
Der Abwasserverband Stubaital ist ein Wasserverband iSd § 87 ff WRG 1959 und somit öffentlicher Auftraggeber iSd § 11 Abs 1 Z 2 BVergG
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 25.03.2002 N-7/02-11
Geltungsbereich, persönlicher, öffentlicher Auftraggeber, Abwasserverband;
VERGR_20020325_N_7_02_11_01
Rechtssatz für N-15/02-7
N-15/02-7
Der Reinhalteverband Leoben ist ein Wasserverband im Sinne der §§ 87 ff Wasserrechtsgesetz 1959 und somit Auftraggeber im Sinne des § 11 Abs 1 Z 2 BVergG.
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 13.05.2002 N-15/02-7
VERGR_20020513_N_15_02_7_01
Rechtssatz für N-9/02-48
N-9/02-48
BVKK 25.3.2002, S-18/02-11
BVergG 1997 §113 Abs1
AVG §6
Für die Zuständigkeit des Bundesvergabeamtes kommt es nicht darauf an, ob der Auftraggeber von einer Geltung des Bundesvergabegesetzes ausgegangen ist. Aus allfälligen Festlegungen des Auftraggebers könnte sich zwar eine Bindung an den Inhalt des Bundesvergabegesetzes kraft Selbstbindung ergeben, Geltungsgrund dieser Rechtspflichten des Auftraggebers wäre jedoch diesfalls nicht das Bundesvergabegesetz, sondern das Zivilrecht, insbesondere das vorvertragliche Schuldverhältnis zwischen Auftraggebern und Bietern, zu deren Überprüfung die ordentlichen Gerichte zuständig wären. Schon aus Art 18 B-VG ergibt sich, dass sich die Geltung eines Gesetzes auf einen Sachverhalt nicht aus einer Vereinbarung zwischen den Rechtsunterworfenen ergeben kann, soweit das Gesetz eine solche Vereinbarung nicht als Geltungsgrund anerkennt. Das BVergG kennt keinen entsprechenden Tatbestand.
S-45/97-12
Entscheidungstext Bundes-Vergabekontrollkommission Empfehlung 27.06.1997 S-45/97-12
N-30/99-7
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 12.07.1999 N-30/99-7
Entscheidungstext Bundesvergabeamt Bescheid 14.06.2002 N-9/02-48
RPA 2002/3, 166 (Hoffer/Schmölz) ZVB 2002/93, 249 (Latzenhofer)
Bundesvergabeamt, keine Zuständigkeit durch vertragliche Vereinbarung;
VERGR_20020614_N_9_02_48_07
Entscheidungstext N-4/96-4
EuGH 4.12.1974 Rs 41/74 - van Duyn - Slg1974, Seite 1337
Der Senat 2 des Bundesvergabeamtes hat am 3. Juni 1996 über die am selben Tag eingebrachten Anträge auf Einleitung eines Nachprüfungsverfahrens gemäß § 91 Abs. 2 des Bundesvergabegesetzes (BVergG) sowie auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung gemäß § 93 Abs. 1 BVergG der Firma XXX GmbH & Co KG, ***, vertreten durch ***, betreffend die Ausschreibung der maschinellen Ausrüstung für den Neubau der Verbandskläranlage Gnas des Abwasserverbandes Region
Gnas wie folgt entschieden:
Der Antrag auf Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens sowie jener auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung werden zurückgewiesen.
Bei der gegenständlichen Ausschreibung handelt es sich um einen Bauauftrag gemäß Art. 1 lit. a) der Richtlinie 93/37/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 über die Koordinierung der Verfahren zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge (im folgenden: Baukoordinierungsrichtlinie).
Gemäß Art. 1 lit. b) der Baukoordinierungsrichtlinie gelten als öffentliche Auftraggeber der Staat, Gebietskörperschaften, Einrichtungen des öffentlichen Rechts und Verbände, die aus einer oder mehreren dieser Körperschaften oder Einrichtungen bestehen. Der Abwasserverband Region Gnas ist zweifellos öffentlicher Auftraggeber im Sinne der oben zitierten Bestimmung der Baukoordinierungsrichtlinie.
Die Umsetzung der Bestimmungen der Richtlinien auf dem Gebiet des öffentlichen Auftragswesens erfolgte in Österreich für den Bereich des Bundes durch das Bundesvergabegesetz (BGBl. Nr. 462/1993), für die Länder und Gemeinden durch eigene Landesgesetze. Das entsprechende Steiermärkische Vergabegesetz (LGBl. Nr. 85/1995 vom 20. Juni 1995) ist am 1. Dezember 1995 in Kraft getreten. Die gegenständliche Ausschreibung wurde am 13. Oktober 1995 in der Grazer Zeitung - Amtsblatt für die Steiermark - veröffentlicht. Somit sind die Bestimmungen des Steiermärkischen Vergabegesetzes gemäß dessen § 104 auf die Ausschreibung nicht anzuwenden. Ungeachtet der Verpflichtungen Österreichs aus dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum hatte die gesetzliche Umsetzung der Baukoordinierungsrichtlinie spätestens mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union und damit zum 1. Jänner 1995 zu erfolgen. Somit erfolgte die Umsetzung im Bundesland Steiermark verspätet. Dieser Umstand hat den Auftraggeber dazu veranlaßt, die Bieter in Kenntnis zu setzen, daß er bei der Durchführung des gegenständlichen Vergabeverfahrens das Bundesvergabegesetz anwenden wolle.
§ 7 Abs. 1 Z 1 BVergG legt fest, daß dieses Bundesgesetz nicht für Auftragsvergaben durch die Länder, Gemeinden oder Gemeindeverbände gilt. Somit unterliegt die gegenständliche Auftragsvergabe nicht dem persönlichen Geltungsbereich des Bundesvergabegesetzes. Ebenso besteht keine Zuständigkeit des Bundesvergabeamtes zur Durchführung eines Nachprüfungsverfahrens mit dem Ziel festzustellen, ob wegen eines Verstoßes gegen dieses Bundesgesetz oder die hiezu ergangenen Verordnungen der Zuschlag nicht dem Bestbieter erteilt wurde. Die Erklärung des Auftraggebers, das Bundesvergabegesetz anzuwenden allein vermag keine Zuständigkeit des Bundesvergabeamtes zu begründen. Zwar steht es jedermann frei, den Inhalt von Rechtsnormen zum Bestandteil von Verträgen zu machen, eine derartige Vereinbarung wirkt jedoch nur im Innenverhältnis und kann nicht die Wirkungen dieser Rechtsnorm erzeugen.
Somit ist davon auszugehen, daß die materiellen Inhalte des Bundesvergabegesetzes allein - mangels eines entsprechenden Steiermärkischen Vergabegesetzes - nicht die Rechtsgrundlage der gegenständlichen Ausschreibung darstellen, sondern die Bestimmungen der Baukoordinierungsrichtlinie.
Der EuGH hat in ständiger Rechtsprechung festgestellt, daß einzelne Bestimmungen nicht fristgerecht umgesetzter Richtlinien unter Umständen unmittelbare Wirkung entfalten können. So hat der EuGH etwa in seinem Urteil in der Rechtssache 41/74 van Duyn (Slg. 1974, S. 1337 ff) festgestellt, daß sich der einzelne dem Staat gegenüber auf die Bestimmungen einer nicht oder nicht richtig umgesetzten Richtlinie berufen kann, sofern diese hinreichend konkret sind, damit der einzelne daraus Rechte ableiten kann, und daß nationale Gerichte die nicht umgesetzte Richtlinie als Bestandteil des Gemeinschaftsrechtes ihrer Rechtsprechung zugrunde zu legen haben. Die Bestimmungen der Baukoordinierungsrichtlinie hinsichtlich ihres Geltungsbereiches erfüllen jedenfalls das Erfordernis der hinreichenden Bestimmtheit. Des weiteren enthält die Richtlinie bezüglich der Art des Vergabeverfahrens, der Bekanntmachung und der Teilnahme am Vergabeverfahren, den Eignungs- sowie den Zuschlagskriterien genaue Vorschriften und eröffnet den Mitgliedstaaten diesbezüglich keinen Entscheidungsspielraum. Es sind daher einzelne Bestimmungen der Richtlinie direkt anzuwenden, da aus ihnen Rechte von Bietern und Bewerbern direkt abzuleiten sind. Die Frage, welche Bestimmungen im Einzelfall diese Qualifikation erfüllen, hat Gegenstand eines Nachprüfungsverfahrens zu sein. Für Auftragsvergaben, die der Baukoordinierungsrichtlinie unterliegen, sieht die Richtlinie 89/665/EWG des Rates vom 21. Dezember 1989 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften für die Anwendung der Nachprüfungsverfahren im Rahmen der Vergabe öffentlicher Liefer- und Bauaufträge (Rechtsmittelrichtlinie) ein Nachprüfungsverfahren vor. Zumindest der Rechtsanspruch auf Durchführung eines derartigen Verfahrens vor einer mit den Qualifikationen der Rechtsmittelrichtlinie ausgestatteten Behörde ist hinreichend konkret um unmittelbar zu wirken. Eine derartige Behörde bestand zum Zeitpunkt der gegenständlichen Ausschreibung im Bundesland Steiermark nicht. Die Bestimmungen der Baukoordinierungsrichtlinie beschränken die Privatautonomie der ihr unterworfenen Rechtssubjekte. Sie beschränken die zivilrechtliche Handlungsfreiheit der ihrem persönlichen Geltungsbereich unterliegenden Auftraggeber in der Richtung, daß sie einerseits das durch die Ausschreibung und die Anbotslegung entstehende vorvertragliche Schuldverhältnis einem speziellen Regime von Verhaltenspflichten unterwerfen und andererseits die Vertragsabschlußfreiheit des Auftraggebers dahingehend beschränken, daß dieser mit dem von ihm aufgrund der in der Baukoordinierungsrichtlinie festgelegten Verfahren ermittelten Bestbieter zu kontrahieren hat.
Damit handelt es sich bei diesen Rechtsnormen um zivilrechtliche Eingriffsnormen.
Unmittelbar anwendbare Bestimmungen nicht fristgerecht umgesetzter Richtlinien sind "als Bestandteil des Gemeinschaftsrechtes" anzuwenden. Dies bedeutet insbesondere auch, daß sie in der Anwendung entgegenstehenden nationalen Rechtsnormen vorgehen (EuGH Rs. 6/64 Costa/ENEL). Die gemeinschaftsrechtliche Verpflichtung richtet sich lediglich an den Mitgliedstaat als Vertragspartei des EGV. Sie trifft keine Aussagen darüber, welche nationale Gebietskörperschaft in einem föderalistischem System die Rechtsnorm tatsächlich anzuwenden hat - sie ist somit kompetenzneutral. Darüber können lediglich die Bestimmungen über die innerstaatliche Kompetenzverteilung Auskunft geben. Grundsätzlich folgt die Gemeinschaftsnorm - mangels einer speziellen kompetenzrechtlichen Anordnung - in ihrem kompetenzrechtlichen Schicksal gleichartigen innerstaatlichen Normen.
Das Zivilrechtswesen ist gemäß Art. 10 Abs. 1 Z 6 B-VG in Gesetzgebung und Vollziehung Bundessache. Daher sind auch Bundesbehörden mit dem Vollzug zivilrechtliche Verfahrensbestimmungen zu betrauen. Dabei handelt es sich in aller Regel um die ordentlichen Gerichte.
Für das in Art. 1 Abs. 1 der Rechtsmittelrichtlinie vorgesehene Nachprüfungsverfahren hat der Gesetzgeber jedoch eine eigene Behörde, nämlich das Bundesvergabeamt, geschaffen. Damit hat er zum Ausdruck gebracht, daß er mit diesen Aufgaben eben gerade nicht die ordentlichen Gerichte betrauen wollte. Zwar legt § 7 Abs. 1 Z 1 BVergG fest, daß Auftragsvergaben der Länder und Gemeinden nicht dem Anwendungsbereich dieses Bundesgesetzes unterliegen. Daraus kann jedoch nicht abgeleitet werden, daß das Bundesvergabeamt nicht dafür zuständig sei, unmittelbar anwendbare Bestimmungen der Baukoordinierungsrichtlinie nachzuprüfen. Vielmehr hat das Bundesvergabeamt ein bei ihm eingebrachtes Nachprüfungsbegehren, das auf die Überprüfung der Vereinbarkeit einer Ausschreibung mit einer nicht umgesetzten Richtlinie gerichtet ist, in Behandlung zu nehmen, wenn es nicht gegen die vom EuGH in der Rs. C-213/89, Factortame aufgestellte Verpflichtung verstoßen wollte, wonach ein nationales Gericht entsprechend dem in Art. 5 EWG-Vertrag ausgesprochenen Grundsatz der Mitwirkungspflicht den Rechtsschutz zu gewährleisten hat, der sich für den einzelnen aus der unmittelbaren Wirkung des Gemeinschaftsrechtes ergibt. Es wäre daher jede Bestimmung der innerstaatlichen Rechtsordnung mit dieser Verpflichtung unvereinbar, wenn dem Gericht durch diese die Befugnis abgesprochen wird, bereits zum Zeitpunkt dieser Anwendung alles erforderliche zu tun, um diejenigen innerstaatlichen Rechtsvorschriften auszuschalten, die unter Umständen ein wenn auch nur vorübergehendes Hindernis für die volle Wirksamkeit der Gemeinschaftsnormen billigen. Um der Antragstellerin einen Rechtsschutz zu gewähren, hat das Bundesvergabeamt daher die Bestimmung des § 7 Abs. 1 Z 1 BVergG außer acht zu lassen und ein Nachprüfungsverfahren einzuleiten. Der Senat geht jedoch davon aus, daß auch in einem derartigen Fall für die Frage der Zulässigkeit eines Nachprüfungsantrages jene Voraussetzungen zu gelten haben, daß bei einem Nachprüfungsverfahren auf der Grundlage des Bundesvergabegesetzes gemäß § 92 Abs. 2 und 3 dieses Gesetzes vorliegen müssen. Anderenfalls wäre ein Antragsteller, der sich auf die Wirksamkeit von Gemeinschaftsnormen beruft, ungerechtfertigterweise besser gestellt als ein Antragsteller, der einen Nachprüfungsantrag gemäß § 92 Abs. 1 BVergG einbringt.
§ 92 Abs. 2 Z 1 BVergG erklärt einen Nachprüfungsantrag vor Zuschlagserteilung für unzulässig, wenn in derselben Sache kein Schlichtungsverfahren vor der Bundes-Vergabekontrollkommission durchgeführt wurde oder in einem solchen Schlichtungsverfahren eine gütliche Einigung erzielt wurde. Zwar hat im vorliegenden Fall kein derartiges Schlichtungsverfahren stattgefunden, dies jedoch deshalb, weil die Bundes-Vergabekontrollkommission im Rahmen ihres Zuständigkeitsbereiches dazu keine Möglichkeit gesehen und den Einschreiter mit Schreiben vom 31. Mai 1996 davon verständigt hat, daß sie in seiner Angelegenheit kein Schlichtungsverfahren durchführen wird. Aus dieser - in ihrer Begründung durchaus nachvollziehbaren - Untätigkeit der Bundes-Vergabekontrollkommission, die vom dortigen Einschreiter im übrigen nicht bekämpft werden kann, darf diesem jedoch im Hinblick auf seine Möglichkeit einer Antragstellung beim Bundesvergabeamt kein Nachteil erwachsen. Daher ist vom Bundesvergabeamt von der Verfahrensvoraussetzung eines vorherigen Schlichtungsverfahrens in derselben Sache abzusehen. Der Antrag war daher in dieser Hinsicht als zulässig anzusehen.
Jedoch ist das Bundesvergabeamt jedenfalls nur dazu berufen, ein Nachprüfungsverfahren über solche Auftragsvergaben durchzuführen, die entweder in den sachlichen Geltungsbereich des Bundesvergabegesetzes oder in jenen von unmittelbar wirkenden Gemeinschaftsnormen fallen.
Nach einer Mitteilung des Auftraggebers des gegenständlichen Vergabeverfahrens gegenüber der Geschäftsführung der Bundes-Vergabekontrollkommission beträgt der geschätzte Auftragswert des gesamten Bauvorhabens etwa ATS 24 Millionen. Diese Aussage wurde der nunmehrigen Antragstellerin im Nachprüfungsverfahren von der Bundes-Vergabekontrollkommission mit ihrem Schreiben vom 31. Mai 1996 mitgeteilt. Die Antragstellerin hat in der Folge gegenüber der Geschäftsführung der Bundes-Vergabekontrollkommission außer Streit gestellt, daß der geschätzte Auftragswert des Bauvorhabens jedenfalls unterhalb des Schwellenwertes für Bauaufträge und Baukonzessionsaufträge gemäß § 3 Abs. 1 BVergG von mindestens 5 Millionen ECU, das sind ATS 70,370.500,-, liegt. In ihrem nunmehrigen Nachprüfungsantrag geht die Antragstellerin auf die Frage des geschätzten Auftragwertes nicht mehr ein, der Senat hat daher keine Anhaltspunkte dafür gefunden, daß die diesbezüglichen Feststellungen der Bundes-Vergabekontrollkommission unrichtig wären. Der Schwellenwert gemäß § 3 Abs. 1 BVergG entspricht jenem der Baukoordinierungsrichtlinie, da sich der Gesetzgeber bei Erlassung des Bundesvergabegesetzes darauf beschränkt hat, das Vergabewesen nur soweit einer gesetzlichen Regelung zu unterziehen, als dies zur Umsetzung der durch das EWR-Abkommen übernommenen EG-Richtlinien auf dem Gebiete des Auftragswesens unbedingt erforderlich erscheint (vgl. Punkt 6.1. der EBRV - Allgemeiner Teil).
Das gegenständliche Vergabeverfahren liegt daher in jedem Fall außerhalb des Zuständigkeitsbereiches des Bundesvergabegesetzes, weshalb von diesem ein Nachprüfungsverfahren nicht durchgeführt werden kann.
Gemäß § 83 Abs. 1 BVergG kommt die Erlassung einer einstweiligen Verfügung nur für den Fall in Betracht, daß das Nachprüfungsverfahren eingeleitet wurde. Da im gegenständlichen Fall bereits der Antrag auf Einleitung eines Nachprüfungsverfahrens zurückgewiesen wurde, war auf den Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung nicht mehr einzugehen.
VERGT_19960603_N_4_96_4_00

References: §7
 §91
 § 7
 § 91

EuGH 

EuGH 

EuGH 
 §92
 § 7
 EuGH 
 § 7

EuGH 

EuGH 
 §7
 § 7
 §6
 §87
 § 6
 §1
 §7
 §91
 §91
 §83
 §11
 § 11
 § 11
 §12
 §87
 § 12
 §11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 § 11
 §11
 § 11
 § 11
 § 87
 § 11
 § 87
 § 11
 § 11
 §113
 §6

EuGH 
 § 91
 § 93
 Art. 1
 Art. 1
 § 104

§ 7
 EuGH 
 EuGH 
 Art. 10
 Art. 1
 § 7
 EuGH 
 Art. 5
 § 7
 § 92
 § 92

§ 92
 § 3
 § 3
 § 83