Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20206/88
Timestamp: 2018-12-17 11:11:57+00:00

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BGH, 07.06.1990 - I ZR 206/88 - dejure.org
BGH, 07.06.1990 - I ZR 206/88
Wettbewerbsverstoß durch vorschriftswidrige Anbringung der Pflichtangaben in Heilmittelwerbeanzeige
Pflichtangaben - Werbeanzeige - Lesbarkeit
Leserichtung bei Pflichtangaben
UWG § 1; HWG § 4
Schutz der Gesundheit; HWG - Pflichtangaben
HeilmittelwerbeG § 4 Abs. 4; UWG § 1
NJW 1990, 2316
NJW-RR 1990, 1131 (Ls.)
MDR 1990, 982
GRUR 1991, 859
BGH, 06.06.2013 - I ZR 2/12
Arzneimittelwerbung in einer Google-Adwords-Anzeige: Elektronischer Verweis zu …
Grundsätzlich sind daher Maßnahmen, mit denen dem Leser die - mit der Forderung "gut lesbar" gemeinte - leichte Wahrnehmung der Pflichtangaben erschwert wird, mit dem Schutzzweck des Gesetzes unvereinbar (vgl. BGH, Urteil vom 7. Juni 1990 - I ZR 206/88, GRUR 1991, 859, 860 - Leserichtung bei Pflichtangaben).
Das Berufungsgericht hat mit Recht angenommen, dass die Angabe "Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" in der Anzeige der Beklagten der in § 4 Abs. 3 Satz 1 HWG aufgestellten Anforderung, dieser Text müsse "gut lesbar" sein, nicht genügt, weil der Hinweis in kleinen Buchstaben senkrecht am rechten Rand der Anzeige und damit entgegen der Leserichtung angebracht war (vgl. BGH, Urt. v. 7.6.1990 - I ZR 206/88, GRUR 1991, 859 - Leserichtung bei Pflichtangaben).
OLG Karlsruhe, 29.11.2006 - 6 U 140/05
Zulässigkeit einer für ein verschreibungspflichtiges Medikament werbenden …
Derartige Angaben sind nicht "gut lesbar" i.S. des § 4 Abs. 3 Satz 1 HWG (vgl. BGH, NJW 1990, 2316 - Leserichtung bei Pflichtangaben).
OLG München, 07.03.2002 - 29 U 5688/01
Werbung für Arzneimittel im Internet
Darüber hinaus erfordert die Gewährleistung der vom Gesetzgeber beabsichtigten Gesamtinformation, dass die Wahrnehmung der Pflichtangaben dem Leser keinen zusätzlichen Aufwand oder besonderen Einsatz abverlangt (vgl. BGH GRUR 1991, 859, 860 - Leserichtung bei Pflichtangaben).
Damit bestehen die Gefahren, dass dem Werbeadressaten - entgegen der Intention des Gesetzgebers - wichtige Informationen für die Kaufentscheidung vorenthalten werden (vgl. BGH GRUR 1991, 859, 860 - Leserichtung bei Pflichtangaben) und dass die Pflichtangaben ein kommunikatives Eigenleben entfalten.
Ansonsten bestünde die Gefahr, dass dem Werbeadressaten - entgegen der Intention des Gesetzgebers - wichtige Informationen für die Kaufentscheidung vorenthalten werden (vgl. BGH, GRUR 1991, 859, 860).
BGH, 02.07.1992 - I ZR 215/90
Hyanit - HWG - Äußerungen Dritter; Schutz der Gesundheit
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist es, ohne daß es des Hinzutretens weiterer Umstände bedarf, regelmäßig wettbewerbswidrig, wenn in der Werbung oder sonst im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs Vorschriften verletzt werden, mit denen - wie dies durch die Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes geschieht - der Gesetzgeber im Interesse der Volksgesundheit den Wettbewerb ordnet (…vgl. dazu BGH, Urt. v. 26.6. 1970 - I ZR 14/69, GRUR 1970, 558, 559 - Sanatorium;… Urt. v. 13.5. 1987 - I ZR 85/85, GRUR 1988, 71 - Lesbarkeit III; Urt. v. 7.6. 1990 - I ZR 206/88, GRUR 1991, 859, 860 - Leserichtung bei Pflichtangaben;… Urt. v. 16.5. 1991 - I ZR 207/89, GRUR 1991, 701, 702 - Fachliche Empfehlung I).
Ansonsten bestünde die Gefahr, dass dem Werbeadressaten - entgegen der Intention des Gesetzgebers - wichtige Informationen für die Kaufentscheidung vorenthalten werden (vgl. BGH GRUR 1991, 859, 860).
Was so klein gedruckt ist, wird vom Durchschnittsverbraucher nicht zum Anlass genommen, die Anzeige zu drehen, um die Schrift lesen zu können (vgl. dazu BGH GRUR 1991, 859 - Leserichtung bei Pflichtangaben).
LG Dortmund, 16.03.2016 - 10 O 81/15
Anforderungen an die Lesbarkeit der Angaben im Impressum
Denn in der damit notwendigen Drehung in eine andere Leserichtung liegt grundsätzlich eine Erschwerung der Wahrnehmung (BGH GRUR 1991, 859; LG Oldenburg, Urteil vom 08.01.2014, AZ 5 O 1901/13;… LG Berlin, a.a.O.).
OLG Hamburg, 03.05.2002 - 3 U 355/01
Pflichtangaben bei Werbung für Arzneimittel im Internet
Aufgrund des damit verbundenen Aufwandes besteht das Risiko, daß der Adressat der Werbung Informationen, die für seine Verordnungs- bzw. Kaufentscheidung maßgeblich sind, nicht erhält (BGH GRUR 1991, 859, 860 Leserichtung bei Pflichtangaben).
LG Köln, 01.12.2011 - 31 O 268/11
Grundsätze zu Pflichtangaben in einer Arzneimittelwerbung über AdWord-Anzeigen
OLG Hamburg, 29.03.2001 - 3 U 222/00
"Technologieführerschaft"
LG Münster, 24.04.2012 - 25 O 1/12
Verstoß gegen das wettbewerbsrechtliche Irreführungsverbot durch die Werbung …
LG Berlin, 01.11.2012 - 91 O 118/12
Anforderungen an die Lesbarkeit und den Umfang der unternehmensbezogenen …

References: § 1
 § 4
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