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Timestamp: 2017-04-24 03:27:37+00:00

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495 Dasabrahmana-Jataka
Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten 495. Die Erzählung von den zehn Brahmanenarten (Dasabrahmana-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf eine unvergleichliche Gabe. §D. Diese ist schon im achten Buche im Sucira-Jataka [1] erzählt. Während aber der König dieses Almosen spendete, machte er den Meister zum Ältesten, traf unter den fünfhundert Mönchen eine Auswahl und gab nur den großen Heiligen [2]. — In der Lehrhalle aber begannen die Mönche eine Unterhaltung, indem sie in folgender Weise seinen Vorzug rühmten: „Freund, als der König ein unvergleichliches Almosen spendete, traf er eine Auswahl und schenkte nur denen, die die große Frucht [3] erreicht haben.“ Da kam der Meister und fragte: „Zu welcher Unterhaltung, ihr Mönche, habt ihr euch jetzt hier niedergelassen?“ Als sie antworteten: „Zu der und der“, sprach er: „Kein Wunder ist es, ihr Mönche, dass der König von Kosala, der doch der Beistand eines Buddha wie ich geworden, eine Spende nach Auswahl gibt; auch in der Vorzeit, als noch kein Buddha gekommen war, spendeten die Weisen Almosen nach Wahl.“ Nach diesen Worten erzählte er folgende Begebenheit aus der Vergangenheit.
§1. Es sprach zu Vidhura der König [4] Yudhitthila, des Rechtes Freund:
§2. die keine Freud an Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§3. „Schwer findet man Brahmanen, König, die tugendhaft und hochgelehrt,
§4. Zehn an der Zahl, du großer König, fürwahr sind die Brahmanenarten;
§6. sie wie 's die Ärzte machen, König; auch sie Brahmanen sind genannt.
§8. die keine Lust an Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§9. „Sie nehmen kleine Glöckchen mit und läuten damit vor dir her;
auch Botengänge machen sie und lernen gut das Wagenfahren.
§10. Den Dienern gleichen sie, o König; auch sie sind Brahmanen genannt.
§12. die keine Lust an Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§13. „Es nehmen Wassertöpfe mit sich und krumme Stäbe die Brahmanen;
so suchen sie die Kön'ge auf in allen Dörfern, allen Flecken.
§14. ‘Wenn ihr nicht gebt, stehn wir nicht auf in Dorf und Wald’, so sagen sie. —
§16. die keine Lust an Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§17. „Mit langen Haaren, langen Nägeln, mit schmutz'gen Zähnen, staub'gen Köpfen, bedeckt mit Schmutz, mit Kot bestreut, so gehen sie herum als Bettler.
§18. Den Holzfällern sie gleichen, König; auch sie sind Brahmanen genannt.
§20. die keine Lust zur Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§22. dann Schattenbäume [8], Zuckerrohr, Pfeifen zum Rauchen, Honigsalbe
§23. Sie gleichen Kaufleuten, o König; auch sie sind Brahmanen genannt.
§25. die keine Lust zur Unzucht haben; sie sollen mein Spend' erhalten.
§26. „Sie treiben Ackerbau und Handel, sie ziehen Schaf und Ziegen auf,
sie geben ihre Töchter fort, Hochzeiten sie veranstalten [9].
§27. Ambatthas [10], Vessas [11] sind sie gleich; auch sie sind Brahmanen genannt.
§29. die keine Lust zur Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§31. Den Schlächtern gleichen sie, o König; auch sie sind Brahmanen genannt.
§33. die keine Lust zur Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§34. „Sie nehmen Schwert und Schild zur Hand, den Degen zücken die Brahmanen,
§35. Den Hirten gleichen sie, den Räubern; auch sie sind Brahmanen genannt.
§37. die keine Lust zur Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§38. „Im Walde machen sie sich Hütten und Wohnungen sie sich erbauen;
§39. Jäger sind sie, du großer König; auch sie sind Brahmanen genannt.
§41. die keine Lust zur Unlust haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§43. Den Fleckenreibern gleichen sie; auch sie sind Brahmanen genannt.
§45. die keine Lust zur Unzucht haben; sie sollen meine Spend' erhalten.
§46. „Doch gibt's Brahmanen auch, o Fürst, die tugendhaft und hochgelehrt,
§47. Mit einem Mahl sie sich begnügen, des Rauschtranks auch sie sich enthalten. Ich nannte sie dir, großer König;
Am nächsten Tage veranstaltete der König eine große Ehrung und ließ im Thronsaale sehr wertvolle Sitze zurechtmachen. Als die Paccekabuddhas im Anotatta-See ihren Körper gereinigt hatten und merkten, dass es Zeit war, kamen sie durch die Luft herbei und stiegen im Hofe des königlichen Palastes auf die Erde hinab. Der König sowohl wie der Bodhisattva nahmen gläubigen Herzens ihnen die Almosenschalen aus den Händen, ließen sie in den Palast hinaufsteigen und wiesen ihnen dort ihre Sitze an. Nachdem sie ihnen das Schenkungswasser [15] gegeben, bewirteten sie dieselben mit vorzüglicher fester und flüssiger Speise. Nach Beendigung der Mahlzeit luden sie jene wieder für den nächsten Tag ein und so weiter sieben Tage, während deren sie immer reiche Gaben spendeten. Am siebenten Tage aber schenkten sie ihnen sämtliche Gebrauchsgegenstände [16]. Nachdem jene die Danksagung dargebracht, kehrten sie durch die Luft ebendorthin zurück und auch die Gebrauchsgegenstände flogen mit ihnen. §A2. Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beschlossen hatte, fügte er hinzu: „Kein Wunder ist es, ihr Mönche, wenn der König von Kosala, der doch mein Beistand ist, Almosen nach Auswahl spendet; auch in der Vorzeit, als noch nicht der Buddha erschienen war, machten es so die Weisen.“ §C. Hierauf verband er das Jataka mit folgenden Worten: „Damals war der König Ananda, der weise Vidhura aber war ich.“
[1] Damit ist das sonst Aditta-Jataka genannte Jataka 424 gemeint; aber auch hier ist die Geschichte nicht genauer erzählt.
[4] Diese Halbstrophe steht auch im Jataka 413 Strophe 1.
[14] Vgl. die ähnliche Schilderung im Jataka 424.
[15] Vgl. Jataka 415 Anm. 5. [Eine Zeremonie, die sonst nur bei großen feierlichen Schenkungen stattfindet. Vgl. Jataka 4 Anm. 17: Wenn eine Stiftung gemacht werden sollte, bot der Stifter Buddha oder der Gemeinde eine Schale mit Wasser an, die das Geschenk selbst symbolisch darstellte.]
[16] Vgl. oben Jataka 491 Anm. 14. [Die drei Gewänder, Almosenschale, Gürtel, Schermesser, Nadel und Seiher.]

References: §1

§2

§3

§4

§6

§8

§9

§10

§12

§13

§14

§16

§17

§18

§20

§22

§23

§25

§26

§27

§29

§31

§33

§34

§35

§37

§38

§39

§41

§43

§45

§46

§47