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Timestamp: 2019-07-17 09:35:54+00:00

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BVerwG, 18.05.2000 - 5 C 29.98, 5 C 2.00 - dejure.org
BVerwG, 18.05.2000 - 5 C 29.98, 5 C 2.00
https://dejure.org/2000,263
BVerwG, 18.05.2000 - 5 C 29.98, 5 C 2.00 (https://dejure.org/2000,263)
BVerwG, Entscheidung vom 18.05.2000 - 5 C 29.98, 5 C 2.00 (https://dejure.org/2000,263)
BVerwG, Entscheidung vom 18. Mai 2000 - 5 C 29.98, 5 C 2.00 (https://dejure.org/2000,263)
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BSHG § 120 Abs. 5 Satz 2; AsylVfG §§ 3, ... 70; Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Juli 1951 Art. 23, 26; Europäisches Fürsorgeabkommmen vom 11. Dezember 1953 Art. 1, 16; Zusatzprotokoll zu dem Europäischen Fürsorgeabkommen Art. 1, 2; AuslG §§ 5, 12 Abs. 1 Satz 2, §§ 30, 51 Abs. 1; Gesetz über die Festlegung eines vorläufigen Wohnortes für Spätaussiedler § 3 a.
Sozialhilfe, Konventionsflüchtlinge, Anspruch auf uneingeschränkte Sozialhilfe; uneingeschränkte - für Konventionsflüchtlinge; völkervertragsfreundliche Auslegung einfachen Bundesrechts; lex posterior derogat legi priori (hier: innerstaatliches Recht und Völkervertragsrecht); lex posterior generalis non derogat legi priori speciali; Aufenthaltsbefugnis, räumlich unbeschränkte - für Konventionsflüchtlinge Völkervertragsrecht, Verhältnis zu sonstigem innerstaatlichen Recht (hier: Genfer Flüchtlingskonvention - BSHG)
Sozialhilfe, Konventionsflüchtlinge, Anspruch auf uneingeschränkte Sozialhilfe; uneingeschränkte - für Konventionsflüchtlinge; völkervertragsfreundliche Auslegung einfachen Bundesrechts; lex posterior derogat legi priori (hier: innerstaatliches Recht und Völkervertragsrecht); lex posterior generalis non derogat legi priori speciali; Aufenthaltsbefugnis, räumlich unbeschränkte - für Konventionsflüchtlinge Völkervertragsrecht, Verhältnis zu sonstigem innerstaatlichen Recht (hier: Genfer Flüchtlingskonvention - BSHG).
Sozialhilfe - Konventionsflüchtling - Anspruch auf uneingeschränkte Sozialhilfe - Völkervertragsfreundliche Auslegung einfachen Bundesrechts - Aufenthaltsbefugnis - Konventionsflüchtlinge - Völkervertragsrecht - Verhältnis zu sonstigem innerstaatlichen Recht
BSHG § 120 Abs. 5 S. 2
D (A), Konventionsflüchtlinge, Aufenthaltsbefugnis, Sozialhilfe, Hilfe zum Lebensunterhalt, Uneingeschränkte Sozialhilfe, Räumliche Beschränkung, Umzugsverbot, Völkervertragsrecht, Genfer Flüchtlingskonvention, Europäisches Fürsorgeabkommen, Inländergleichbehandlung, Zusatzprotokoll, Auslegung
Sozialhilferecht - Sozialhilfe, Konventionsflüchtlinge, Anspruch auf uneingeschränkte Sozialhilfe; uneingeschränkte - für Konventionsflüchtlinge; völkervertragsfreundliche Auslegung einfachen Bundesrechts; lex posterior derogat legi priori (hier: innerstaatliches Recht und Völkervertragsrecht); lex posterior generalis non derogat legi priori speciali; Aufenthaltsbefugnis, räumlich unbeschränkte - für Konventionsflüchtlinge; Völkervertragsrecht, Verhältnis zu sonstigem innerstaatlichen Recht (hier: Genfer Flüchtlingskonvention - BSHG ).
Uneingeschränkte Sozialhilfe für Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention
nomos.de , S. 26 (Kurzinformation)
Uneingeschränkte Sozialhilfe für Flüchtlinge iSd Genfer Flüchtlingskonvention
zaoerv.de , S. 10 (Kurzinformation)
VG Hannover, 23.09.1997 - 3 A 5112/96
OVG Niedersachsen, 28.10.1998 - 4 L 1264/98
BVerwGE 111, 200
NVwZ 2000, 1414
DVBl 2000, 1535
DÖV 2001, 391
Das EFA ist durch das Zustimmungsgesetz vom 15.5.1956 (BGBl II 563) in innerstaatlich anwendbares, Rechte und Pflichten begründendes Recht transformiert worden (…BSG Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 23/10 R - BSGE 107, 66 ff = SozR 4-4200 § 7 Nr. 21, RdNr 24; BVerwG Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200, 201) .
d) Der im Vorbehalt erklärte Ausschluss bei SGB II-Leistungen ist auch nicht als Einschränkung der durch das innerstaatlich umgesetzte EFA materiell gewährleisteten Inländergleichbehandlung (BVerwG Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200 ff, 206) unwirksam und daher weiterhin für den Leistungsanspruch der Kläger unbeachtlich.
Die Ausschlussregelung des § 23 Abs. 3 S 1 SGB XII findet dann keine Anwendung auf den Kläger (…vgl zum SGB II: BSG Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 23/10 R - BSGE 107, 66 ff = SozR 4-4200 § 7 Nr. 21, RdNr 23 ff; vgl zum Gleichbehandlungsanspruch: BVerwG Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200 ff, 201; BVerwG Urteil vom 14.3.1985 - 5 C 145/83 - BVerwGE 71, 139 ff, 142;… vgl zur Anwendbarkeit des Art. 1 EFA im SGB XII und zur Reichweite des erklärten Vorbehalts: Urteil des Senats vom 3.12.2015 - B 4 AS 43/15 R - zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen, RdNr 24 mwN).
Nach der historischen Konzeption des EFA kommt den im Anhang III (nach Art. 19 EFA Bestandteil des Abkommens) verzeichneten Urkunden, die als Nachweis eines erlaubten Aufenthalts iS des Art. 11 EFA anerkannt werden, grundsätzlich ein rechtsbegründender Charakter zu (BVerwG Urteil vom 14.3.1985 - 5 C 145/83 - BVerwGE 71, 139 ff, 144; BVerwG Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200 ff, 203; Bayerischer VGH Urteil vom 6.3.2001 - 12 ZE 01.425; VGH Baden-Württemberg Beschluss vom 14.9.1998 - 7 S 1874/98 - ZfSH/SGB 1998, 747 ff; OVG Bremen Urteil vom 18.12.2013 - S 3 A 205/12 - juris RdNr 54;… offengelassen BSG Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 23/10 R - BSGE 107, 66 ff = SozR 4-4200 § 7 Nr. 21, RdNr 36) .
Bei einer derartigen Unterlassung erfolgt grundsätzlich eine Anpassung der Interpretation von völkerrechtlichen Abkommen im Sinne einer Auseinandersetzung mit der Vergleichbarkeit des jeweils im Streit stehenden Aufenthaltsstatus (vgl zB OVG Bremen Urteil vom 18.12.2013 - S 3 A 205/12 - juris RdNr 54 ff; BVerwG Urteil vom 18.5.2010 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200 ff, 204 zur Anpassung bei "redaktionellen Etikettenwechsel" ohne materielle Änderung des Aufenthaltserlaubnistatbestandes) .
Dies trifft auf den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 1 des EFA zu (so auch Bundesverwaltungsgericht Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200, 201; Urteil vom 14.3.1985 - 5 C 145/83 - BVerwGE 71, 139, 142; LSG Niedersachsen-Bremen Beschluss vom 14.1.2008 - L 8 SO 88/07 ER - FEVS 59, 369; OVG Nordrhein-Westfalen Urteil vom 13.12.1999 - 16 A 5587/97 - juris; vgl auch Bayerischer VGH, FEVS 48, 74 ff; OVG Lüneburg, FEVS 49, 118, 119; Hessischer VGH, FEVS 51, 190 ff; Schraml, Das Sozialhilferecht der Ausländerinnen und Ausländer, 1992, S 75; Schuler, Der Einfluss des Europäischen Fürsorgeabkommens auf den sozialhilfe- und aufenthaltsrechtlichen Status der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Ausländer in Barwig/Lörcher/Schumacher , Familiennachzug von Ausländern auf dem Hintergrund völkerrechtlicher Verträge, S 67, 69; aA Kokott, Die Staatsangehörigkeit als Unterschiedsmerkmal für soziale Rechte von Ausländern in Hailbronner , Die allgemeinen Regeln des völkerrechtlichen Fremdenrechts, S 25, 33).
Es ist nicht anzunehmen, dass der Gesetzgeber, sofern er dies nicht klar bekundet hat, von völkerrechtlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland abweichen oder die Verletzung solcher Verpflichtungen ermöglichen will (vgl BVerfGE 74, 358, 370 sowie - speziell zum EFA - BVerwGE 111, 200, 211).
Denn die Aufzählung der Fürsorgegesetze in der Anlage I ist nicht konstitutiv (so auch BVerwG Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200, 206; LSG Niedersachsen-Bremen, FEVS 59, 369, 374; Mangold/Pattar, VSSR 2008, 243, 261; aA Bayerisches LSG Beschluss vom 4.5.2009 - L 16 AS 130/09 B ER - juris, sowie Schumacher in Oestreicher, SGB II/SGB XII, Stand Februar 2010, § 7 SGB II, RdNr 11a).
Denn wenn sie den Generalsekretär des Europarates von einer Änderung ihrer Gesetzgebung nicht unterrichtet hat, obwohl sie nach Art. 16 Abs a EFA hierzu verpflichtet gewesen wäre, ist sie augenscheinlich davon ausgegangen, die gesetzliche Änderung berühre nicht den Inhalt des Anhangs III (BVerwGE 111, 200, 204).
Die Erstattungspflicht des Verpflichtungsgebers hat mithin keinen Einfluss auf den Sozialhilfeanspruch des Ausländers und führt insbesondere nicht zu einer Ungleichbehandlung im Vergleich zu Inländern, vgl. BVerwG, Urteil vom 18. Mai 2000 - 5 C 29/98 -, juris.
VG Leipzig, 15.12.2005 - 5 K 1505/02
D (A), Aufenthaltsbefugnis, Wohnsitzauflage, Konventionsflüchtlinge, …
Aus dem zu § 120 Abs. 5 Satz 2 Bundessozialhilfegesetz ­ BSHG ­ ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18.5.2000 ( 5 C 29.98 ) ergebe sich nichts anderes.
Insoweit verweist der Kläger auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18.5.2000 zu dem Aktenzeichen 5 C 29.98 .
Jedenfalls im maßgeblichen Zeitpunkt des Erlasses des Widerspruchsbescheides besaß er eine seinen Aufenthalt im Bundesgebiet legalisierende Aufenthaltsbefugnis (vgl. BVerwG, Urt. v. 18.5.2000, BVerwGE 111, 200, 202 ff.).
Dieses Verständnis der Vorschrift wird durch den in der Präambel zum Ausdruck gebrachten Zweck der "Festlegung des Grundsatzes der Gleichbehandlung auf dem Gebiet der Fürsorgegesetzgebung" getragen (BVerwG, Urt. v. 18.5.2000, a.a.O., S. 205).
Vielmehr verlangt Art. 23 GK, dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen wird als mit den eigenen Staatsangehörigen (BVerwG, Urt. v. 18.5.2000, a.a.O., S. 205).
Abgesehen von dem begrenzten Personenkreis der Spätaussiedler, dem gemäß § 3a des Gesetzes über die Festlegung eines vorläufigen Wohnortes für Spätaussiedler i.d.F. der Bekanntmachung vom 26.2.1996 eine mit § 120 Abs. 5 Satz 2 BSHG vergleichbare Beschränkung auferlegt wird, gibt es keine "sozialhilferechtliche Residenzpflicht" (BVerwG, Urt. v. 18.5.2000, a.a.O., S. 205 f.).
(a) Dies gilt zunächst für den Hinweis, das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18.5.2000 (a.a.O.) verhalte sich allein zu § 120 Abs. 5 Satz 2 BSHG und nicht zur Frage der Rechtmäßigkeit wohnsitzbeschränkender Auflagen in Fällen des Sozialhilfebezugs (so u. a. der Erlass des Sächsischen Staatsministeriums des Innern vom 26.10.2000, korrigiert durch Erlass vom 13.11.2000).
Flüchtlingskonvention gegen Art. 1 EFA und Art. 23 GK (so BVerwG, Urt. v. 18.5.2000, a.a.O.), so kann für eine wirkungsähnliche Wohnsitzauflage nichts anderes gelten (…ebenso VG Schleswig, a.a.O.).
Soweit das Verwaltungsgerichts Dresden (…a.a.O.) seine im Widerspruch zum Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18.5.2000 (a.a.O.) stehende einschränkende Auslegung von Art. 1 EFA und Art. 23 GK damit begründet, dass diese Vorschriften nicht wie etwa Art. 3 Abs. 3 GG als allgemeines Differenzierungsverbot formuliert sind, verkennt es den Regelungsgehalt von Art. 1 EFA und Art. 23 GK.
Im Hinblick auf Art. 1 EFA spricht zudem die Betonung, dass der sich "in irgendeinem Teil" des Hoheitsgebietes des Vertragsstaates aufhaltende fürsorgebedürftige Ausländer begünstigt sei, dafür, dass mit dem Gebot der Gleichbehandlung mit Inländern auch die diesen nicht zugemuteten räumlichen Differenzierungen der Fürsorgegewährleistungen ausgeschlossen werden sollen (BVerwG, Urt. v. 18.5.2000, a.a.O., S. 208;… VG Schleswig, a.a.O.).
Wie das Bundesverwaltungsgericht in seinem Urteil vom 18.5.2000 (a.a.O., S. 209) überzeugend ausgeführt hat, sind völkerrechtliche Verträge, die darauf angelegt sind, einen bestimmten Personenkreis in Schutz zu nehmen und ihm über die vertragsstaatliche Gesetzgebung durchsetzbare Ansprüche zu vermitteln, im besonderen Maße den Prinzipien der Vertragsklarheit und der Vorhersehbarkeit verpflichtet.
c) Da die Bundesregierung bezogen auf die Vorschriften der Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem SGB XII keinen Vorbehalt erklärt hat, sind dem Kläger Sozialhilfeleistungen in Form der Hilfe zum Lebensunterhalt im Wege einer Gleichbehandlung mit inländischen Staatsangehörigen zu erbringen, soweit die Anwendungsvoraussetzungen nach dem EFA vorliegen; in diesem Fall findet die Ausschlussregelung des § 23 Abs. 3 Satz 1 SGB XII keine Anwendung (…vgl zum SGB II: BSG Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 23/10 R - BSGE 107, 66 ff = SozR 4-4200 § 7 Nr. 21, RdNr 23 ff; vgl zum Gleichbehandlungsanspruch: BVerwG Urteil vom 18.5.2000 - 5 C 29/98 - BVerwGE 111, 200, 201; BVerwG Urteil vom 14.3.1985 - 5 C 145/83 - BVerwGE 71, 139, 142;… vgl zur Anwendbarkeit des Art. 1 EFA im SGB XII und zur Reichweite des erklärten Vorbehalts: Urteil des BSG vom 3.12.2015 - B 4 AS 43/15 R - zur Veröffentlichung in BSGE und SozR vorgesehen, RdNr 24 mwN; Urteil des BSG vom 3.12.2015 - B 4 AS 59/13 R - juris RdNr 20 mwN) .
BVerfG, 17.03.2004 - 1 BvR 1266/00
Freizügigkeit von Spätaussiedlern
Allerdings gelten für sie ebenfalls Freizügigkeitsbeschränkungen (§ 120 Abs. 5 Satz 2 BSHG; vgl. aber auch BVerwGE 111, 200 ).
BVerwG, 15.01.2008 - 1 C 17.07
Wohnsitzauflage; Bezug von Sozialhilfe; Aufenthaltsbeschränkungen; Flüchtling; …
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist die "gleiche Behandlung" im Sinne von Art. 23 GFK ein weit gefasster Ausdruck, der nicht nur die gleichen Leistungen nach Art und Höhe einschließt, sondern auch voraussetzt, dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen wird als mit den eigenen Staatsangehörigen (vgl. Urteil vom 18. Mai 2000 - BVerwG 5 C 29.98 - BVerwGE 111, 200 ).
Rechtmäßig ist eine solche die Sozialhilfegewährung nach Art. 23 GFK erfassende Regelung aber nur als Folge einer aus anderen Gründen gerechtfertigten aufenthaltsrechtlichen Beschränkung, nicht als ihr eigentlicher Zweck (ähnlich bereits Urteil vom 18. Mai 2000, a.a.O., 210).
Das Europäische Fürsorgeabkommen und die Genfer Flüchtlingskonvention sind durch die jeweiligen Zustimmungsgesetze in innerstaatlich anwendbares Recht transformiert worden, das Rechte und Pflichten des Einzelnen begründet (vgl. BVerwGE 111, 200 [201]).
Als Inhaberin einer Aufenthaltsbefugnis, die nach Inkrafttreten des Aufenthaltsgesetzes als Aufenthaltserlaubnis fortgilt, hält sich die Klägerin im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland "erlaubt" i.S.d. Art. 1 EFA auf (vgl. BVerwGE 111, 200 [202 ff.]).
Dies bedeutet nicht nur die Garantie gleicher Fürsorgeleistungen nach Art und Höhe, sondern auch, dass diese Leistungen durch den Vertragsstaat unter den gleichen Bedingungen erbracht werden wie den eigenen Staatsangehörigen (vgl. BVerwGE 111, 200 [204 f.]).
Denn auch "die gleiche Behandlung" ist ein weit gefasster Ausdruck, der nicht nur die gleichen Leistungen nach Art und Höhe einschließt, sondern auch die Leistungserbringung gegenüber den Flüchtlingen unter den gleichen Bedingungen wie gegenüber den eigenen Staatsangehörigen (vgl. BVerwGE 111, 200 [205]).
Allerdings schließen die fürsorgerechtlichen Gewährleistungen des Art. 1 EFA und des Art. 23 GFK grundsätzlich nicht das Recht auf freie Wahl des Aufenthaltsortes und auf Freizügigkeit ein; dieses Recht ist vielmehr nur nach Maßgabe des Art. 26 GFK gewährt (so BVerwGE 100, 335 [346] zu den inhaltsgleichen Bestimmungen der Art. 23 und 26 des Übereinkommens über die Rechtsstellung der Staatenlosen - StlÜbk - vom 28. September 1954, BGBl. II 1976, 473; offen gelassen in BVerwGE 111, 200 [207, 209 f.]).
Ein Ausländer kann sich daher grundsätzlich nicht gegen Freizügigkeitsbeschränkungen mit der Berufung auf Art. 1 EFA und Art. 23 GFK zur Wehr setzen, sondern muss sich räumliche Beschränkungen seines Fürsorgerechts gefallen lassen, die sich lediglich als Folge einer räumlichen Beschränkung seines Aufenthaltstitels darstellen (vgl. NdsOVG, Beschluss vom 6. Juni 2001 - 9 LB 1404/01 - und nochmals BVerwGE 111, 200 [209 f.]).
Abgesehen von einer nicht prägenden bereichsspezifischen Sonderregelung für Spätaussiedler (vgl. §§ 2, 3a des Gesetzes über die Festlegung eines vorläufigen Wohnortes für Spätaussiedler, BGBl. I 1996, 225) gibt es keine "Residenzpflicht" bei Bezug von Fürsorgeleistungen (vgl. BVerwGE 111, 200 [205 f.]).
Ist die angefochtene Wohnsitzauflage demnach bereits aus den dargelegten Gründen ermessensfehlerhaft und damit rechtswidrig, so kann dahinstehen, ob sie auch gegen Art. 26 GFK verstößt, weil die ermessenslenkenden Vorgaben der Rundschreiben des Ministeriums des Innern und für Sport Wohnsitzauflagen nach § 12 Abs. 2 Satz 2 AufenthG lediglich für Inhaber von Aufenthaltserlaubnissen nach dem 5. Abschnitt des Kapitels 2 des Aufenthaltsgesetzes und von Niederlassungserlaubnissen nach § 23 Abs. 2 AufenthG vorsehen, das in Art. 26 GFK den Flüchtlingen gewährleistete Recht auf Freizügigkeit jedoch nur unter dem Vorbehalt von Bestimmungen steht, die "allgemein" auf Ausländer unter den gleichen Umständen Anwendung finden (…verneinend NdsOVG, a.a.O.; vgl. auch BVerwGE 111, 200 [208 f.] und zu der inhaltsgleichen Vorschrift des Art. 26 StlÜbk BVerwGE 100, 335 [345 f.]).
VG Schleswig, 05.02.2003 - 4 A 411/01
Aufenthaltsbefugnis; Auflage; Wohnsitz; Sozialhilfe
Zur Begründung bezog er sich auf die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 19.03.1996 (1 C 34/93) und vom 18.05.2000 (5 C 29/98) sowie das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom 06.06.2001 (9 LB 1404/01) und machte geltend, dass im Falle der Voraussetzungen von § 51 Abs. 1 AuslG die Erteilung einer Aufenthaltsbefugnis mit Auflagen zulässig sei.
Der Kläger macht unter Bezugnahme auf das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18.05.2000 (5 C 29/98) und das Urteil der Kammer (der Einzelrichterin) vom 10.11.2000 (4 A 35/00) geltend, dass für Flüchtlinge im Sinne der GFK keine sozialhilferechtliche Residenzpflicht bestehe.
Daraus folgt, "dass in vergleichbaren Situationen mit Flüchtlingen nicht anders umgegangen (werden darf) als mit den eigenen Staatsangehörigen (vgl. Deiseroth, DVBL 1998, 116, 118; ders. ZAR 2000, 7, 14)" (BVerwG, Urteil vom 18.05.2000 aaO).
Vielmehr spricht gerade die Betonung, dass der sich "in irgendeinem Teil" ("in any part", "toute partie") des Hoheitsgebietes des Vertragsstaates aufhaltende fürsorgebedürftige Ausländer zu begünstigen sei, dafür, dass Artikel 1 EFA mit seinem Gebot der Inländergleichbehandlung auch die den Inländern nicht zugemuteten räumlichen Differenzierungen der Fürsorgegewährleistung ausschließen will (BVerwG, Urteil vom 18.05.2000 aaO; VGH München, Beschluss vom 01.07.1997 - 12 CE 96.2856 - NVwZ - Beilage 1/1998, 5; VG München, Urteil vom 11.06.2002 - M 21 K 02.1729 - InfAuslR 2003, 30).
Die Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts (im Urteil vom 18.05.2000 aaO) betreffen zwar unmittelbar § 120 Abs. 5 Satz 2 BSHG und damit nicht die hier streitige Konstellation (…hierauf stellt das OVG Lüneburg in seinem Urteil vom 06.06.2001 aaO ab), die Auslegung von Artikel 1 EFA und Artikel 23 GFK ist jedoch verallgemeinerungsfähig und über den entschiedenen Einzelfall hinaus relevant.
Wie das BVerwG (Urteil vom 18.05.2000 aaO) überzeugend ausführt, sind völkerrechtliche Verträge, die darauf angelegt sind, einen bestimmten Personenkreis in Schutz zu nehmen und ihm über die vertragsstaatliche Gesetzgebung durchsetzbare Ansprüche zu vermitteln, in besonderem Maße den Prinzipien der Vertragsklarheit und der Vorhersehbarkeit verpflichtet.
OVG Rheinland-Pfalz, 08.03.2007 - 7 A 11320/06
BVerwG, 13.12.2005 - 1 C 36.04
Rechtmäßiger Aufenthalt; Ausweisung; Duldung; Flüchtling; Genfer …
LSG Berlin-Brandenburg, 11.11.2009 - L 10 AS 1801/09
Grundsicherung für Arbeitssuchende; Leistungsausschluss für Ausländer bei …
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 15.09.2004 - 1 L 107/02
Sozialhilfe; Kostenerstattung; jüdische Emigranten; Sowjetunion; …
OVG Mecklenburg-Vorpommern, 15.09.2004 - 1 L 106/02
OVG Nordrhein-Westfalen, 21.11.2013 - 18 A 1291/13
Verfügung einer Wohnsitzauflage für subsidiär Schutzberechtigte zum Zweck der …
LSG Berlin-Brandenburg, 23.05.2012 - L 25 AS 837/12
Grundsicherung für Arbeitsuchende - einstweilige Anordnung - Leistungsausschluss …
VG Trier, 13.09.2006 - 5 K 337/06
Rechtswidrigkeit einer wegen des Bezugs von Sozialleistungen erteilten …
OVG Niedersachsen, 11.12.2013 - 2 LC 222/13
Wohnsitzauflage bei subsidiär Schutzberechtigten
LSG Nordrhein-Westfalen, 02.10.2012 - L 19 AS 1393/12
LSG Rheinland-Pfalz, 21.08.2012 - L 3 AS 250/12
Luxemburger auf Arbeitsuche erhält Hartz IV
OVG Berlin, 22.04.2003 - 6 S 9.03
Sozialhilfe; Hilfe zum Lebensunterhalt; Einreise "um zu"; EU-Angehörige; …
LSG Berlin-Brandenburg, 14.03.2017 - L 15 SO 321/16
LSG Hamburg, 01.12.2014 - L 4 AS 444/14
Ausschluss eines Asylbewerbers von Leistungen anch dem SGB II bei einem allein …
LSG Berlin-Brandenburg, 25.06.2013 - L 20 AS 1347/13
Anspruchsausschluss bei EU-Ausländern; EFA
LSG Niedersachsen-Bremen, 14.01.2008 - L 8 SO 88/07
LSG Berlin-Brandenburg, 18.09.2013 - L 20 AS 2278/13
Leistungsausschluss EU-Ausländer
LSG Berlin-Brandenburg, 28.09.2012 - L 20 AS 2047/12
BVerwG, 18.05.2000 - 5 C 2.00
Sozialhilfe, Konventionsflüchtling, Anspruch auf uneingeschränkte Sozialhilfe; …
LSG Berlin-Brandenburg, 24.11.2014 - L 20 AS 2761/14
Leistungsausschluss EU-Ausländer - Europäisches Fürsorgeabkommen
LSG Nordrhein-Westfalen, 06.05.2009 - L 20 B 15/09
OVG Sachsen-Anhalt, 24.04.2008 - 2 L 378/06
sten der behördlichen Überwachung der Abwassereinleitung
LSG Berlin-Brandenburg, 25.10.2012 - L 20 AS 2478/12
LSG Berlin-Brandenburg, 17.09.2012 - L 19 AS 2084/12
Einstweiliger Rechtsschutz - Folgenabwägung - Grundsicherung für Arbeitsuchende - …
LSG Berlin-Brandenburg, 14.01.2010 - L 14 AS 1565/09
ALG 2; EU-Ausländer; Europäisches Fürsorgeabkommen; Aufenthaltsrecht
OVG Berlin, 15.11.2002 - 8 SN 258.00
Wohnsitzbeschränkung für jüdische Emigranten bei Sozialhilfebezug
LSG Berlin-Brandenburg, 06.05.2015 - L 20 AS 778/15
EFA - französische Staatsbürgerschaft - Vorbehalt nach Art. 16 B EFA
LSG Nordrhein-Westfalen, 15.11.2012 - L 19 AS 1917/12
LSG Nordrhein-Westfalen, 29.06.2012 - L 19 AS 973/12
VG Neustadt, 23.06.2006 - 4 K 466/06
Rückwirkende Regelung über Personalkostenerstattung für kommunale Revierförster …
LSG Berlin-Brandenburg, 15.08.2012 - L 19 AS 1851/12
Leistungsausschluss - spanische Staatsangehörigkeit - Europäisches …
LSG Berlin-Brandenburg, 10.08.2012 - L 19 AS 1751/12
Leistungsausschluss - griechische Staatsangehörigkeit - Europäisches …
LSG Niedersachsen-Bremen, 16.11.2015 - L 8 SO 241/15
Sozialhilfe für Ausländer - Aufenthalt einer jungen Mutter beim Kindesvater und …
LSG Nordrhein-Westfalen, 25.11.2013 - L 19 AS 578/13
VG Hannover, 09.04.2013 - 2 A 4072/12
Wohnsitzauflage bei subsidiärem Schutzstatus
LSG Sachsen-Anhalt, 29.01.2013 - L 2 AS 903/12
Einstweiliger Rechtsschutz - Anordnungsanspruch - Grundsicherung für …
LSG Nordrhein-Westfalen, 16.07.2008 - L 19 B 111/08
LSG Berlin-Brandenburg, 27.04.2012 - L 14 AS 763/12
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Leistungsausschuss für ausländischen …
LSG Nordrhein-Westfalen, 03.09.2012 - L 19 AS 1542/12
OVG Nordrhein-Westfalen, 28.02.2003 - 16 B 2363/02
D (A), Konventionsflüchtlinge, Aufenthaltsbefugnis, Sozialhilfe, Hilfe zum …
Berufungskammer der Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, 22.11.2000 - 402 Z - 6/00
VG Karlsruhe, 29.11.2004 - 10 K 891/03
Parallele Prüfung der Europäischen Menschenrechtskonvention neben der …
OVG Saarland, 14.07.2003 - 3 R 12/01
Sozialhilfe, Kostenerstattung, Aufenthalt, Gewöhnlicher, Asylbewerber, …
VG Greifswald, 12.02.2014 - 3 A 180/12
Bestimmung des Gebührenschuldners erfolgt nicht nach StrWG MV, sondern nach KAG …
VG Saarlouis, 09.01.2014 - 6 K 945/13
Wohnsitzauflage zur Aufenthaltserlaubnis eines Sozialhilfe beziehenden Ausländers
VG Greifswald, 01.04.2014 - 2 A 705/13
Ausländerrecht; Wohnsitzbeschränkung bei Sozialleistungsbezug
SG Berlin, 25.03.2010 - S 26 AS 8114/08
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Leistungsausschluss für erwerbsfähige …
VG Frankfurt/Main, 23.01.2008 - 1 E 3637/07
Unzulässige Wohnsitzauflage in einer Aufenthaltserlaubnis bei Pflegebedürftigkeit …
OVG Thüringen, 08.01.2008 - 3 KO 339/07
D (A), Berufungsverfahren, Berufung, Oberverwaltungsgericht, Weiterleitung, …
VG Gelsenkirchen, 15.08.2007 - 9 L 708/07
Wohnsitzauflage, GFK-Flüchtling
OVG Sachsen, 04.09.2000 - 1 BS 223/00
Anwendung des § 120 Abs 5 BSHG auf Familienangehörige von …
VG Hamburg, 17.06.2013 - 8 K 2952/12
Aufenthalterlaubnis mit Nebenbestimmung einer Wohnsitzauflage wegen …
SG Freiburg, 25.07.2011 - S 9 SO 5262/08
Sozialhilfe für Ausländer - Aufenthalt zuwider einer Wohnsitzauflage - keine …
VG Greifswald, 01.11.2013 - 3 A 535/11
VG Düsseldorf, 06.09.2007 - 7 L 1089/07
D (A), Konventionsflüchtlinge, Auflagen, Aufenthaltserlaubnis, Wohnsitzauflage, …
VG Göttingen, 29.10.2003 - 2 A 2336/01
Zum Anwendungsbereich des § 120 Abs 5 S 2 BSHG
VG Braunschweig, 24.07.2001 - 5 B 199/01
Zu Unrecht erteilte Auflagen in einer Aufenthaltsbefugnis; Verhinderung der …
VG Schleswig, 29.01.2002 - 9 A 1044/00
räumliche Beschränkung von Aufenthaltsbefugnissen, soziale und …
VG Braunschweig, 22.01.2002 - 2 A 124/01
Aufhebung einer Wohnsitzauflage

References: § 120
 Art. 23
 Art. 1
 Art. 1
 § 3
 § 120
 § 7
 § 23
 § 7
 Art. 1
 Art. 19
 Art. 11
 § 7
 Art. 1
 § 7
 Art. 16
 § 120
 Art. 23
 § 3
 § 120
 § 120
 Art. 1
 Art. 23
 Art. 1
 Art. 23
 Art. 3
 Art. 1
 Art. 23
 Art. 1
 § 23
 § 7
 Art. 1
 Art. 23
 Art. 23
 Art. 1
 Art. 1
 Art. 23
 Art. 26
 Art. 23
 Art. 1
 Art. 23
 Art. 26
 § 12
 § 23
 Art. 26
 Art. 26
 § 51
 § 120
 Art. 16
 § 120
 § 120