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Timestamp: 2017-01-24 03:18:47+00:00

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Buchrezensionen im „Perlentaucher“: Zum Urheberrechtsschutz bei „ | Recht | Haufe
11.01.2011 | allg. Zivilrecht
Buchrezensionen im „Perlentaucher“: Zum Urheberrechtsschutz bei „Abstracts“
„Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien“ (Karl Kraus). Bei schriftlich niedergelegten Gedanken existiert ein Urheberrecht, doch wann verletzen komprimierte Wiedergaben von Buchrezensionen – sog. „Abstracts“ - das Urheberrecht des Originalrezensenten?
Mit dieser Frage hatte sich der BGH zu befassen. Auf der Website des Kulturmagazins „perlentaucher.de“ erscheinen regelmäßig Zusammenfassungen von Buchrezessionen bzw. von Buchkritiken aus renommierten Zeitungen. Diese „Abstracts“ geben häufig prägnante Passagen der Originalrezensionen wörtlich wieder. Dies wird i.d.R. durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Die Netzanbieter „amazon.de“ und „buecher.de“ besitzen inzwischen Lizenzen zum Abdruck dieser Abstracts. „FAZ“ und „SZ“ sehen ihr Urheberrecht verletztBeide Zeitungsverlage haben gegen den Betreiber von „perlentaucher.de“ geklagt. Neben dem Urheberrecht sehen sie auch ihre Markenrechte und das Recht des lauteren Wettbewerbs verletzt. Nachdem die Zeitungsverlage in 2 Instanzen unterlegen waren, hat der BGH die Verfahren an die Berufungsinstanzen zurück verwiesen. Eigenständigkeit als entscheidendes AbgrenzungskriteriumDie Vorinstanzen hatten die Auffassung vertreten, bei den Abstracts handle es sich um selbständige Werke, geschaffen in freier Benutzung der Originalrezessionen. Die Abstracts enthielten eine eigene kreative Leistung der jeweiligen Autoren und seien daher nach § 24 Abs. 1 UrhG ohne Zustimmung der Autoren der Originalrezensionen verwendbar. Diese Auffassung ließ der BGH im Prinzip gelten, beanstandete aber die nach seiner Ansicht zu pauschale Beurteilung durch die Vorinstanz. Lesearbeit für die VorinstanzenDie entscheidende Frage, ob es sich bei den Abstracts um eigene, selbständige Werke handelt, kann nach Auffassung des BGH nicht pauschal beantwortet werden, sondern müsse für jedes einzelne Abstract konkret geprüft werden. Jedes Abstract sei durch Vergleich mit der Originalrezension sorgfältig auf seine Eigenständigkeit und Originalität hin auszuwerten. Entscheidend für diese Prüfung ist nach Auffassung des BGH weniger der Inhalt des jeweiligen Artikels als vielmehr die spezifische sprachliche Ausgestaltung.Für die Vorinstanzen bedeutet dies: Jeden einzelnen Artikel sorgfältig lesen und mit der Originalrezension abgleichen - ein echter Bildungsauftrag vom BGH.(BGH, Urteil v. 01.12.2010, I ZR 12/08).
Wirtschaftsrecht: Die „Perlentaucher“ und der Urheberschutz
Die Webseite des Kulturmagazins „perlentaucher.de“ veröffentlicht regelmäßig Zusammenfassungen von Buchrezensionen und –kritiken u.a. aus den renommierten großen Tageszeitungen. Diese „Abstracts“ geben in komprimierter Form den Inhalt der Ursprungstexte wieder. „Amazon.de“ und „Buecher.de“ besitzen Lizenzen zum Nachabdruck. FAZ und Süddeutsche laufen hiergegen seit Jahren Sturm, weil sie ihr Urheberrecht verletzt sehen.Weiter

References: BGH 
 BGH 
 § 24
 BGH 
 BGH 
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