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Timestamp: 2016-10-26 02:22:36+00:00

Document:
Bundesrichter Raselli, Bundesrichterin Nordmann, Bundesrichterin Escher, Ersatzrichter Z�nd,
Rolf Huber, R�telstrasse 22, Postfach, 8042 Z�rich,
Kl�gerin und Berufungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanw�ltin Safia Sadeg, Marktgasse 18, Postfach 206, 8180 B�lach.
Berufung gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Zivilkammer, vom 27. Mai 2002.
A.P._______, geboren 1947, und M.P._______, geboren 1965, beide iranische Staatsangeh�rige, heirateten am 10. Mai 1996 in der Schweiz. Beide Eheleute wuchsen im Iran auf; der Ehemann, A.P.________, lebt seit rund 25 Jahren in der Schweiz, wo er �ber die Niederlassungsbewilligung verf�gt. Die Ehefrau, M.P.________, kam Anfang 1996 in die Schweiz. Aus der Ehe ging der Sohn K.________, geb. 4. Dezember 1996, hervor. Am 4. August 1997 zog die Ehefrau aus der ehelichen Wohnung aus. Seither leben die Eheleute getrennt.
Mit Urteil vom 30. November 2000 wies das Bezirksgericht B�lach die Scheidungsklage der Ehefrau (nachfolgend: Mutter oder Kl�gerin) ab und schied die Ehe der Parteien in Gutheissung der Widerklage des Ehemannes (nachfolgend: Vater oder Beklagter); es stellte den Sohn unter die elterliche Sorge der Mutter und r�umte dem Vater ein Besuchsrecht ein. Auf Appellation des Beklagten erkannte das Obergericht des Kantons Z�rich mit Urteil vom 27. Mai 2002, dass der Sohn unter die elterliche Sorge der Kl�gerin gestellt (Dispositiv-Ziff. 1) und der Beklagte seinerseits berechtigt werde, diesen am ersten und dritten Sonntag im Monat (jeweils von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr) in Begleitung auf Besuch zu nehmen (Dispositiv-Ziff. 2). Ferner ordnete das Obergericht eine Beistandschaft �ber den Sohn an und lud die Vormundschaftsbeh�rde Z.________ ein, die Beistandsperson zu bestimmen (Dispositiv-Ziff. 3). Sodann wurde der Beklagte verpflichtet, der Kl�gerin auf erstes Verlangen deren pers�nliche Effekten sowie die auf den Sohn K.________ lautenden Dokumente herauszugeben, sofern dies nicht bereits erfolgt ist (Dispositiv-Ziff. 5). Zur Begr�ndung wurde im Wesentlichen ausgef�hrt, auf die Nebenfolgen der Scheidung sei grunds�tzlich iranisches Recht anwendbar. Nach diesem sei das "walayat" dem Vater vorbehalten, ab dem 3. Lebensjahr eines Knaben dar�ber hinaus auch die Sorge im Sinne der F�rsorge f�r die elementaren Bed�rfnisse des Kindes. Diese k�nne entzogen werden, wenn das Kind durch Vernachl�ssigung des Sorgerechts oder durch unmoralisches Verhalten des Vaters oder der Mutter, unter deren Sorge es steht, einer physischen oder moralischen Gef�hrdung ausgesetzt sei. Diesfalls k�nne der Richter jede Entscheidung treffen, deren es zum Schutze des Kindes bed�rfe. Schutzmassnahmen im Rahmen des "walayat" bez�gen sich demgegen�ber auf die Verwaltung des Verm�gens des Minderj�hrigen. In der Schweiz gelte der Vorrang des Kindeswohls in einem umfassenderen Sinne: Angestrebt sei eine altersgerechte Entfaltungsm�glichkeit des Kindes in geistig-psychischer, k�rperlicher und sozialer Hinsicht; diesem umfassend verstandenen Kindeswohl komme Ordre-public-Charakter zu. Die iranische Regelung missachte auch das Gleichbehandlungsgebot der beiden Elternteile bzw. das Diskriminierungsverbot, indem die Ehefrau vom "walayat" g�nzlich ausgeschlossen sei und die Sorge ungeachtet der konkreten Umst�nde ab einem bestimmten Alter des Kindes dem Vater zustehe. Zwar lasse sich nicht sagen, der Beklagte sei zur Kindererziehung �berhaupt nicht geeignet, doch wenn von einer gleichberechtigten Stellung beider Elternteile und einem umfassend verstandenen Kindeswohl ausgegangen werde, was der schweizerische Ordre public gebiete, so sei das Kindeswohl im vorliegenden Fall besser gewahrt, wenn die elterliche Sorge der Mutter zugewiesen werde. F�r das Besuchsrecht k�nne das iranische Recht angewendet werden, das ein solches Recht vorsehe und zugleich erm�gliche, bei Gef�hrdung der k�rperlichen Gesundheit oder der moralischen Erziehung des Kindes, jede Entscheidung zu treffen, die zum Schutze des Kindes erforderlich sei, was unter den Umst�nden des Falles vorl�ufig ein lediglich begleitetes Besuchsrecht angezeigt erscheinen lasse.
Der Beklagte hat gegen dieses Urteil rechtzeitig eidgen�ssische Berufung eingereicht. Er beantragt, die Ziffern 1 bis 3 und 5 des Urteils des Obergerichts vom 27. Mai 2002 aufzuheben, die elterliche Sorge ihm zu �bertragen und der Kl�gerin ein Besuchsrecht einzur�umen; eventuell sei die Sache zur Erg�nzung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung an das Obergericht zur�ckzuweisen. Subeventuell beantragt der Beklagte ein unbegleitetes Besuchsrecht von monatlich zwei Wochenenden von jeweils Freitag, 18.00 Uhr, bis Sonntag, 18.00 Uhr, eine gerichts�bliche Regelung der Besuche �ber die Feiertage unter Ber�cksichtigung des iranischen Neujahrstags, ein Ferienrecht von vier Wochen sowie die Erm�glichung des telefonischen Kontakts einmal in der Woche am Abend.
Zur Begr�ndung wird im Wesentlichen ausgef�hrt, die Ordnung der grundlegenden Wirkungen des Kindesverh�ltnisses nach dem Geschlecht verstosse nicht gegen den Ordre public der Schweiz. Ein solcher Verstoss l�ge nur vor, wenn die Anwendung des ausl�ndischen Rechts den Richter zu einem Entscheid zwingen w�rde, der mit dem Kindeswohl unvereinbar w�re. Das iranische Recht trage aber dem Kindeswohl hinreichend Rechnung, weshalb f�r die Anwendung des Ordre public kein Raum bleibe. Die Zuteilung des Kindes an den Beklagten sei dem Kindeswohl jedenfalls nicht abtr�glich. Im Gegenteil w�rde ein Verbleib des Kindes bei der Kl�gerin das gr�ssere Risiko f�r die gedeihliche Entwicklung des Kindes bedeuten.
Die Kl�gerin beantragt, die Berufung sei abzuweisen. F�r das bundesgerichtliche Verfahren ersuchen beide Parteien um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeist�ndung.
Mit Berufung kann geltend gemacht werden, der angefochtene Entscheid beruhe auf Verletzung des Bundesrechts mit Einschluss der durch den Bund abgeschlossenen v�lkerrechtlichen Vertr�ge (Art. 43 Abs. 1 OG). Mit Berufung kann auch vorgebracht werden, es sei nicht ausl�ndisches Recht angewendet worden, wie es das schweizerische internationale Privatrecht vorschreibt (Art. 43a Abs. 1 lit. a OG), bei nicht verm�gensrechtlichen Streitigkeiten ausserdem, der angefochtene Entscheid wende das ausl�ndische Recht nicht richtig an (Art. 43a Abs. 2 OG).
Soweit sich der Beklagte gegen Dispositiv-Ziff. 3 des angefochtenen Urteils richtet, ist auf die Berufung nicht einzutreten. Die Berufungsschrift enth�lt diesbez�glich keine Angaben dar�ber, inwiefern damit Bundesrecht bzw. ausl�ndisches Recht verletzt worden sein soll, so dass sich die Eingabe insoweit als unzul�ssig erweist (Art. 55 Abs. 1 lit. c OG; BGE 110 II 74 E. 1; 116 II 745 E. 3 S. 749). Gleich verh�lt es sich mit Bezug auf die Anfechtung von Dispositiv-Ziff. 5.
3.1 Die Parteien sind iranische Staatsangeh�rige. Deshalb gelangt das Niederlassungsabkommen zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Kaiserreich Persien vom 25. April 1934 (SR 0.142.114.362; nachfolgend: Abkommen) zur Anwendung. Gem�ss dessen Art. 8 Abs. 3 bleiben in Bezug auf das Personen-, Familien- und Erbrecht die Angeh�rigen jedes der hohen vertragschliessenden Teile im Gebiete des anderen Teils den Vorschriften ihrer Heimatgesetzgebung unterworfen (Satz 1); von der Anwendung dieser Gesetze kann nur in besonderen F�llen und insofern abgewichen werden, als dies allgemein gegen�ber jedem anderen fremden Staat geschieht (Satz 2). Damit ist der Ordre public angesprochen, wie er sich f�r die Schweiz heute aus Art. 17 IPRG ergibt (BGE 85 II 153 E. 7 S. 167 f.). Gem�ss Art. 8 Abs. 4 des Abkommens umfasst das Personen-, Familien- und Erbrecht, d.h. das Personalstatut, folgende Materien: die Ehe, das eheliche G�terrecht, die Ehescheidung, die Trennung, die Mitgift, die Vaterschaft, die Abstammung, die Annahme an Kindes Statt, die Handlungsf�higkeit, die Vollj�hrigkeit, die Vormundschaft und die Beiratschaft, die Entm�ndigung, (...), ferner alle andern Angelegenheiten des Familienrechts mit Einschluss aller den Personenstand betreffenden Fragen. Aufgrund dieser weiten Umschreibung ist vorliegend das iranische Heimatrecht f�r die Regelung des Sorgerechts massgebend. Daran �ndert auch das �bereinkommen vom 5. Oktober 1961 �ber die Zust�ndigkeit der Beh�rden und das anzuwendende Recht auf dem Gebiet des Schutzes von Minderj�hrigen (MSA; SR 0.211.231.01) nichts, welches die Bestimmungen anderer �bereink�nfte unber�hrt l�sst, an welche die Vertragsstaaten im Zeitpunkt seines Inkrafttretens gebunden sind (Art. 18 Abs. 2 MSA).
3.2 Das iranische Familienrecht sieht f�r die Angeh�rigen der verschiedenen anerkannten Religionsgemeinschaften unterschiedliche Regelungen vor (vgl. Art. 12 und 13 der iranischen Verfassung, abgedruckt bei: Bergmann/Ferid, Internationales Ehe- und Kindschaftsrecht, Iran, S. 15). F�r die familienrechtlichen Beziehungen der Schiiten, zu denen die Parteien geh�ren, ist das Zivilgesetzbuch massgebend (Bergmann/Ferid, a.a.O., Iran, S. 6). Nach Art. 1180 des iranischen Zivilgesetzbuches (IZGB) steht das minderj�hrige Kind unter dem "walayat" seines Vaters und der m�nnlichen Vorfahren desselben. Sobald das Kind vollj�hrig und verst�ndig ist, scheidet es aus dem "walayat" aus (Art. 1193 IZGB). Das "walayat" entspricht in etwa der elterlichen Gewalt (Bergmann/Ferid, a.a.O., Iran, S. 30 Fn. 50). Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Erziehungsgewalt und der Verm�genssorge (Staudinger/Henrich, Kommentar zum BGB, 13. Aufl., 1994, S. 492, Rz. 298 zu Art. 19 EGBGB). Der Mutter kommt nach Art. 1169 IZGB das Recht der Sorge f�r die Person der Kinder w�hrend der ersten zwei Jahre nach der Geburt zu (Satz 1). Nach dieser Zeit geb�hrt die Sorge dem Vater, mit Ausnahme der weiblichen Kinder, �ber welche der Mutter bis zur Erreichung des Alters von sieben Jahren die Sorge zusteht (Satz 2). Bei diesem Recht der "hazanat", welches im arabischen Raum als "hadana" bekannt ist, handelt es sich um einen Teilausschnitt des Personensorgerechts, welcher die Erziehungsgewalt, die Sorge f�r die Gesundheit sowie sonstige Massnahmen der Betreuung des Minderj�hrigen erfasst (Staudinger/Henrich, a.a.O., S. 491, Rz. 298 zu Art. 19 EGBGB). W�hrend das "walayat" somit unabh�ngig vom Alter dem Vater zusteht, obliegt die Personensorge ("hazanat") bei Knaben bis zum zweiten Altersjahr und bei M�dchen bis zum siebten Altersjahr der Mutter, danach dem Vater. Von dieser Ordnung kann gem�ss Art. 1173 IZGB abgewichen werden, wenn die k�rperliche Gesundheit oder die moralische Erziehung des Kindes durch Vernachl�ssigung des Sorgerechts oder durch unmoralisches Verhalten des Vaters oder der Mutter, unter deren Sorge es steht, gef�hrdet ist; diesfalls kann das Gericht jede Entscheidung treffen, die es zum Schutze des Kindes f�r erforderlich h�lt. Das Gesetz vom 12. Februar 1975 �ber den Schutz der Familie erm�glichte gem�ss Art. 12 im Falle der Unm�glichkeit des ehelichen Zusammenlebens noch in allgemeiner Weise und ohne spezielle Einschr�nkungen, Entscheidungen �ber die Erziehung der Kinder zu treffen (vgl. Bergmann/Ferid, a.a.O., Iran, S. 36b). Doch soll dieses Gesetz im Zuge der politischen Umw�lzungen ab 1979 ausser Kraft getreten sein, wie verschiedene, von deutschen Gerichten eingeholte Rechtsgutachten ergeben haben (Oberlandesgericht Bremen, FamRZ 1992, S. 344; Oberlandesgericht Zweibr�cken, FamRZ 2001, S. 921, mit Hinweisen).
3.3 Das Obergericht h�lt in tats�chlicher Hinsicht daf�r, der Beklagte verf�ge �ber eine kindergerechte Infrastruktur. In der Zeit zwischen August 1998 und dem 28. Juli 2000 h�tten sich Vater und Sohn jedoch kaum gesehen. Der Wiederaufbau der Beziehung sei indes im Rahmen eines vollst�ndig begleiteten Besuchsrechts erfolgt. Das Besuchsrecht sei vom Beklagten regelm�ssig ausge�bt worden, und es werde ihm von der Beist�ndin sowie dem Besuchsbegleiter - zumindest f�r die Periode der begleiteten Aus�bung des Besuchsrechts - ein kindgerechtes Verhalten attestiert. F�r die Zeit danach (ab Juli 2001) behaupte die Kl�gerin neu, dass das Kind vom Beklagten misshandelt werde, was dieser bestreite und was Gegenstand eines Strafverfahrens sei. Das Kind befinde sich in einem guten Gesundheitszustand und pflege zu beiden Parteien eine gute Beziehung; dies gelte jedenfalls f�r den Zeitraum, in welchem die Besuche begleitet stattgefunden h�tten. Nicht bestritten sei die kl�gerische Darstellung, dass die Betreuung des ersten Sohnes des Beklagten aus erster Ehe prim�r durch die damalige Ehefrau erfolgt sei, wobei die Ehe lediglich drei Jahre gedauert habe; die Erziehungserfahrung des Beklagten aus erster Ehe sei in diesem Lichte zu w�rdigen. Auf Seiten der Kl�gerin stehe fest, dass sie den ehelichen Sohn seit seiner Geburt betreue, wobei sie zwischenzeitlich eine Teilzeitstelle angenommen habe und der Sohn den Kindergarten besuche. Der Beklagte sei derzeit arbeitslos und auf Stellensuche; wenn er wieder eine Stelle antrete, so w�re auch er auf Drittbetreuung des Kindes angewiesen. Mit Bezug auf die Betreuungsm�glichkeiten seien die Verh�ltnisse somit in etwa �hnlich. Inwieweit die Parteien bereit seien, einen guten und unbelasteten Kontakt zum jeweils anderen Elternteil zu gew�hren und zu f�rdern, sei ungewiss. Insbesondere aus der Befragung anl�sslich der Berufungsverhandlung ergebe sich, dass dies durch die nach wie vor sehr belastete Beziehung zwischen den Parteien beidseitig erschwert sei. Erheblich belastet werde die Beziehung �berdies durch das im Dezember 2001 eingeleitete Strafverfahren, in welchem dem Beklagten sexuelle Handlungen mit dem Sohn vorgeworfen w�rden. Aus den von der Kl�gerin eingeleiteten fr�heren Strafverfahren, die beide eingestellt worden seien, k�nne nur insoweit etwas abgeleitet werden, als sich daraus ergebe, dass die Beziehung zwischen den Parteien noch immer von einer Angst- und Bedrohungsatmosph�re gepr�gt sei, wovon auch das neue Strafverfahren zeuge, dessen Ausgang offen sei. Nichts zu Lasten der Kl�gerin ergebe sich daraus, dass sie sich in psychotherapeutischer Behandlung befinde, zumal auch der Beklagte hieraus nichts zu Ungunsten des Kindes ableite. Dasselbe gelte f�r die angebliche Beziehung der Kl�gerin zu einem Freund.
3.4.1 Legt man die tats�chlichen Feststellungen des Obergerichts - die vom Beklagten teils in Frage gestellt werden, worauf sp�ter einzugehen ist - der rechtlichen Beurteilung zugrunde, so l�sst sich nicht sagen, der Beklagte verf�ge nicht �ber die Voraussetzungen, seinen Sohn zu betreuen. Aufgrund des Alters des Knaben, der demn�chst sechs Jahre alt sein wird, steht nach dem Gesagten (E. 3.2) die Personensorge ("hazanat") dem Vater zu. Es bestehen keine konkreten Anhaltspunkte daf�r, dass die k�rperliche Gesundheit oder die moralische Erziehung des Kindes durch Vernachl�ssigung des Sorgerechts oder durch unmoralisches Verhalten des Vaters gef�hrdet w�re, was eine Kindesschutzmassnahme gem�ss Art. 1173 IZGB angezeigt erscheinen lassen k�nnte. Dennoch fragt sich, ob eine Zuweisung der elterlichen Sorge an den Beklagten mit dem Ordre public der Schweiz vereinbar ist.
3.4.2 Der materielle Ordre public greift dann ein, wenn die Anwendung des fremden Rechts zu einem Ergebnis f�hrt, welches das einheimische Rechtsgef�hl in unertr�glicher Weise verletzt und grundlegende Vorschriften der schweizerischen Rechtsordnung missachtet (BGE 117 II 494 E. 7 S. 501; 119 II 264 E. 3b S. 266). In der Schweiz gilt der Vorrang des Kindeswohls in einem umfassenden Sinne. Angestrebt wird namentlich eine altersgerechte Entfaltungsm�glichkeit des Kindes in geistig-psychischer, k�rperlicher und sozialer Hinsicht, wobei in Beachtung aller konkreten Umst�nde nach der f�r das Kind bestm�glichen L�sung zu suchen ist (BGE 115 II 206 E. 4a; 117 II 353 E. 3 S. 354 f.; Hegnauer/Breitschmid, Grundriss des Eherechts, 4. Aufl., 2000, Rz. 11.62). Mit Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung, gem�ss deren Art. 11 Abs. 1 Kinder und Jugendliche Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf F�rderung ihrer Entwicklung haben, erhielt das Kindeswohl Verfassungsrang (K�lin, Grundrechte im Kulturkonflikt, 2000, S. 208). Auch das �bereinkommen vom 20. November 1989 �ber die Rechte des Kindes (KRK; SR 0.107) verlangt, dass der Entscheid �ber den Aufenthaltsort des Kindes bei getrennt lebenden Eltern am Wohl des Kindes auszurichten ist (Art. 9 Abs. 1 KRK) und dass das Kindeswohl bei allen die Kinder betreffenden Entscheiden ein vorrangiger Gesichtspunkt zu sein hat (Art. 3 Abs. 1 KRK). Vor diesem Hintergrund und unter Beachtung des Gebotes der Gleichbehandlung von Ehemann und Ehefrau w�rde es zu kurz greifen, eine Ordre-public-Widrigkeit einfach damit zu verneinen, dass die Zuteilung der elterlichen Sorge an den Beklagten das Kindeswohl nicht gef�hrden w�rde. Die Vereinbarkeit mit dem Ordre public verlangt vielmehr, dass ein Kind jenem Elternteil zugewiesen wird, bei dem seine Entwicklung voraussichtlich mehr gef�rdert wird bzw. bei dem es in der Entfaltung seiner Pers�nlichkeit am meisten unterst�tzt wird (siehe auch: Staudinger/Henrich, a.a.O., S. 494, Rz. 307).
Die �bertragung des Sorgerechts auf den Beklagten verst�sst nach dem Gesagten (E. 3.4.2) im Ergebnis gegen den Ordre public, sofern nicht auch eine umfassende Beurteilung auf Grund des Kindeswohls die �bertragung nahe legt. Dies gilt es nachfolgend zu pr�fen.
4.1 Soweit der Beklagte die tats�chlichen Feststellungen des Obergerichts beanstandet, ist festzuhalten, dass das Bundesgericht im Berufungsverfahren an diese gebunden ist, wenn sie nicht offensichtlich auf Versehen beruhen, unter Verletzung bundesrechtlicher Beweisvorschriften zustande gekommen oder zu erg�nzen sind (Art. 63 Abs. 2 und Art. 64 OG). F�r eine Kritik an der Beweisw�rdigung des Sachrichters ist daher, soweit nicht Vorschriften des Bundesrechts in Frage stehen, die Berufung nicht gegeben (BGE 117 II 256 E. 2a, mit Hinweisen; 120 II 97 E. 2b S. 99; 122 III 219 E. 3c S. 223 mit Hinweisen).
4.2.1 Der Beklagte macht geltend, es liege eine Verletzung des in Art. 145 ZGB f�r Kinderbelange statuierten Untersuchungsgrundsatzes sowie ein offenbares Versehen insofern vor, als die Berichte der Begleitperson bei der Aus�bung des Besuchsrechts nicht ber�cksichtigt worden seien, die ihm eine gute Beziehung zum Kind attestierten. Die R�ge ist unbegr�ndet, hat doch das Obergericht dem Beklagten gerade gest�tzt auf Berichte der Begleitpersonen ein kindgerechtes Verhalten attestiert. Weder stellt es ein Versehen noch eine Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes dar, wenn nicht s�mtliche Berichte Eingang in die Urteilsbegr�ndung finden.
4.2.2 Als Verletzung der Untersuchungsmaxime wie auch als offensichtliches Versehen bezeichnet der Beklagte sodann, dass das Obergericht die Bereitschaft, den unbelasteten Kontakt des Kindes zur Gegenpartei zu f�rdern, auf beiden Seiten f�r ungewiss halte. Was ihn betreffe, ergebe sich vielmehr aus den Akten, dass ihm der Kontakt des Kindes zu seiner Mutter sehr wichtig sei. Ein offensichtliches Versehen, das vom Bundesgericht gest�tzt auf Abs. 63 Abs. 2 OG berichtigt werden k�nnte, l�ge indessen nach der Rechtsprechung nur vor, wenn die Vorinstanz eine bestimmte Aktenstelle �bersehen oder unrichtig (d.h. nicht in ihrer wahren Gestalt, insbesondere nicht mit ihrem wirklichen Wortlaut) wahrgenommen h�tte (BGE 104 II 68 E. 3b S. 74, mit Hinweis). Das ist hier nicht der Fall, beruht doch die �berzeugung des Obergerichts, dass beide Parteien nicht bereit seien, den unbelasteten Kontakt mit der Gegenpartei zu f�rdern, auf dem Eindruck, den das Gericht durch Parteibefragung gewonnen hat. Dass sich der Beklagte in Erkl�rungen seines Anwalts, auf welche in der Berufung verwiesen wird, f�r ein Besuchsrecht der Gegenpartei ausgesprochen hat, l�sst nicht auf ein offensichtliches Versehen schliessen. Ebenso ist nicht ersichtlich, inwiefern der Untersuchungsgrundsatz verletzt sein soll.
4.2.3 Wenn die Vorinstanz es als ungewiss bezeichnet, ob die Kl�gerin bereit sei, der Gegenpartei einen unbelasteten Kontakt zum Kind zu gew�hren, und sie nicht festgestellt hat, dass es bei der Kl�gerin an dieser Bereitschaft �berhaupt fehle, so betrifft dies die Beweisw�rdigung. Ein offensichtliches Versehen liegt jedenfalls nicht vor.
4.2.4 Ebenfalls als Aktenversehen bezeichnet der Beklagte die Feststellung, in der Zeit "zwischen August 1998 und dem 28. Juli 2000" h�tten sich Vater und Sohn "kaum" gesehen. Er verweist auf kurze Zeitr�ume im Jahre 1999, wo er mit der Kl�gerin und dem Kind zusammen gewesen sei. Das steht mit der Feststellung des Obergerichts nicht in Widerspruch; denn dieses hat nicht ausgef�hrt, es h�tte �berhaupt kein Kontakt stattgefunden.
4.2.5 Ein Versehen soll auch in der Feststellung liegen, dem Beklagten fehle die Erziehungserfahrung mit seinem Sohn. Ein Aktenversehen liegt hierin um so weniger, als der Beklagte nur auf die Aus�bung des Besuchsrechts verweisen kann. Zur Erziehungserfahrung, die er in erster Ehe erworben haben will, verweist das Obergericht darauf, dass die Erziehung seiner damaligen Ehefrau oblag und diese Ehe nur drei Jahre gedauert hatte. Worin hier ein Aktenversehen liegen soll, wird nicht ausgef�hrt.
4.2.6 Ein Aktenversehen liegt allerdings insoweit vor, als das Obergericht zwar erw�hnt, dass die Kl�gerin sich in psychotherapeutischer Behandlung befinde, der Beklagte daraus aber "nichts zuungunsten des Kindes" ableite. Das trifft zwar offenbar nicht zu; doch ist nicht zu sehen, weshalb die Kl�gerin deswegen der Erziehung des Kindes nicht gewachsen sein soll.
Aufgrund der verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen ist nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz das Kindeswohl bei der �bertragung des Sorgerechts auf die Kl�gerin besser gewahrt sieht. Dem Beklagten fehlt die Erfahrung bei der Kindererziehung, w�hrend die Kl�gerin diese F�higkeit unter Beweis gestellt hat. F�r eine Weiterf�hrung der Betreuung durch die Kl�gerin spricht sodann auch die Stabilit�t der Verh�ltnisse. Im �brigen kann auf die zutreffenden Erw�gungen im angefochtenen Urteil verwiesen werden.
4.3 Verlangt demnach das Kindeswohl die Zuweisung der elterlichen Sorge an die Kl�gerin, so fragt sich, ob nicht allenfalls die Verm�genssorge beim Beklagten verbleiben kann. Dabei ist zun�chst wiederum in der zur Anwendung berufenen Rechtsordnung nach einer L�sung zu suchen und erst in letzter Linie auf die lex fori zu greifen (Siehr, Das internationale Privatrecht der Schweiz, Z�rich 2002, S. 607; M�chler-Erne, in: Basler Kommentar, Internationales Privatrecht, Basel 1996, N. 28 zu Art. 17 IPRG). Das iranische Recht erlaubt, die Personensorge bei einer Gef�hrdung des Kindes abweichend von der gesetzlichen Ordnung zu regeln. Gegebenenfalls k�nnte die Tr�gerschaft der Personen- und der Verm�genssorge auseinander fallen. Dies k�nnte nahe legen, nur die Personensorge der Kl�gerin zu �bertragen, w�hrend die Verm�genssorge beim Beklagten verbliebe. Aufgrund des angefochtenen Urteils bestehen zwischen den Parteien grosse Spannungen. Eine Aufteilung der Personen- und Verm�genssorge k�nnte daher im Alltag nicht nur mit gr�sseren praktischen Problemen verbunden, sondern wegen des erheblichen Konfliktpotentials auch dem Kindeswohl abtr�glich sein. Dem Obergericht kann daher nicht vorgeworfen werden, es habe zu Unrecht von einer Aufteilung nach Personen- und Verm�genssorge abgesehen und die elterliche Sorge zu Unrecht in Anwendung schweizerischen Ersatzrechts der Kl�gerin zugeteilt. Die Berufung ist somit in diesem Punkt abzuweisen, soweit darauf �berhaupt eingetreten werden kann.
Was das Besuchsrecht betrifft, so sieht Art. 1174 IZGB vor, dass dem Elternteil, der nicht die Sorge hat, ein Besuchsrecht zusteht. Das Obergericht hat jedoch angeordnet, dass dieses vorl�ufig begleitet auszu�ben sei.
Auch wenn Art. 1174 IZGB dem Elternteil, dem die Sorge nicht zusteht, ein Besuchsrecht einr�umt, so erlaubt Art. 1173 IZGB bei Gef�hrdung der k�rperlichen Gesundheit oder der moralischen Erziehung des Kindes doch, jede Entscheidung zu treffen, die zum Schutze des Kindes erforderlich ist. Im schweizerischen Recht bedarf es f�r die Verweigerung oder den Entzug des Besuchsrechts nach Art. 274 Abs. 2 ZGB und ebenso f�r die Anordnung eines lediglich begleiteten Besuchsrechts konkreter Anhaltspunkte f�r die Gef�hrdung des Kindeswohls (vgl. BGE 122 III 404). Dasselbe muss gelten, wenn gest�tzt auf Art. 1173 IZGB das Besuchsrecht eingeschr�nkt und lediglich begleitet gestattet werden soll. Die Tatsache allein, dass aufgrund einer Strafanzeige der Kindsmutter ein Strafverfahren wegen Kindsmisshandlung eingeleitet worden ist, reicht jedoch nicht aus, das Besuchsrecht einzuschr�nken und nur begleitet zu gestatten. Konkrete Anhaltspunkte f�r die Gef�hrdung des Kindeswohls durch ein unbegleitetes Besuchsrecht liegen hierin noch nicht. Da das Obergericht keine tats�chlichen Feststellungen getroffen hat, ist die Sache zur Erg�nzung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen (Art. 64 Abs. 1 OG).
Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Berufung teilweise gutgeheissen und die Dispositiv-Ziff. 2 (Besuchsrecht) sowie 8 bis 11 (Kosten der kantonalen Verfahren) des Urteils des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Zivilkammer, vom 27. Mai 2002 aufzuheben sind. Die Sache ist zur Erg�nzung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung mit Bezug auf das Besuchsrecht sowie zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen der kantonalen Verfahren an das Obergericht zur�ckzuweisen. Im �brigen ist die Berufung abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann, und das angefochtene Urteil ist zu best�tigen.
Der Beklagte ist mit seiner Berufung hinsichtlich der Frage des Sorgerechts nicht durchgedrungen. Mit Bezug auf das Besuchsrecht wurde sie zwar gutgeheissen, wobei freilich �ber dessen konkrete Ausgestaltung noch zu entscheiden ist; zu ber�cksichtigen ist schliesslich, dass auf die Berufung in verschiedenen Punkten mangels Begr�ndung nicht hat eingetreten werden k�nnen. Damit aber sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens insgesamt dem Beklagten aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 und 3 OG).
Beide Parteien haben ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt, dessen Voraussetzungen (Art. 152 OG) erf�llt sind. Unter diesen Umst�nden ist die Gerichtsgeb�hr einstweilen auf die Bundesgerichtskasse zu nehmen. Sodann ist jeder Partei ein amtlicher Rechtsbeistand zu bestellen, dem ein Honorar aus der Bundesgerichtskasse zusteht.
Die Berufung wird teilweise gutgeheissen und die Dispositiv-Ziff. 2 sowie 8 bis 11 des Urteils des Obergerichts des Kantons Z�rich, I. Zivilkammer, vom 27. Mai 2002 werden aufgehoben.
Die Sache wird zur Erg�nzung des Sachverhalts und zu neuer Entscheidung mit Bezug auf das Besuchsrecht sowie zur Neuverlegung der Kosten und Entsch�digungen der kantonalen Verfahren an das Obergericht zur�ckgewiesen.
Im �brigen wird die Berufung abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist, und das angefochtene Urteil wird best�tigt.
Den Parteien wird f�r das bundesgerichtliche Verfahren die unentgeltliche Rechtspflege bewilligt. Dem Beklagten wird Rechtsanwalt Rolf Huber Z�rich, als Rechtsbeistand, der Kl�gerin Rechtsanw�ltin Safia Sadeg, B�lach, als Rechtsbeist�ndin beigegeben.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 2'000.-- wird dem Beklagten auferlegt, einstweilen aber auf die Bundesgerichtskasse genommen.
Rechtsanwalt Rolf Huber und Rechtsanw�ltin Safia Sadeg wird je ein Honorar von Fr. 2'500.-- aus der Bundesgerichtskasse entrichtet.

References: BGE 
 Art. 8
 Art. 17
 Art. 8
 Art. 12
 Art. 1180
 Art. 19
 Art. 1169
 Art. 19
 Art. 1173
 Art. 12
 Art. 1173
 Art. 11
 Art. 64
 Art. 145
 Art. 17
 Art. 1174
 Art. 1174
 Art. 1173
 Art. 274
 BGE 
 Art. 1173