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Timestamp: 2017-10-17 20:25:25+00:00

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Wohlstand für das nächste Jahrhundert. - Teil 3
Berechnungen und praktische Beispiele einer Ökonomie des Vermeidens
I. Mehr Wohlstand mit weniger Naturverbrauch
1. Ökovisionen
2. Das Bündnis von Arbeit und Umwelt
II. Der Energiesektor
1. Integrierte Ressourcenplanung/Least-Cost-Planning
2. Nega-Watt statt Mega-Watt
3. Hemmnisse abbauen für die ökologische Modernisierung
4. Least-Cost-Planning in den USA
5. Untersuchungen in Deutschland
III. Öko-Produktivität
1. Der Faktor 4/ Faktor 10
2. Wettbewerbsvorteile durch Ökologie
3. B.A.U.M.-Unternehmensverbund
IV. Beispielhafte Einzelfelder
TABELLE: Wettbewerbsvorteile durch Ökologie - Beispiele, die sich rechnen
[Seite der Druckausg.: 39 = Zwischentitelseite]
[Seite der Druckausg.: 40 = Leereite]
Die Menschen haben durch intensive Eingriffe und Belastungen die natürlichen Kreisläufe aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie bewegen Stoffströme aus natürlichen oder industriell erzeugten Materialien. Natürliche Stoffströme - etwa der Wasserkreislauf - bilden unsere Lebensgrundlage. Industrielle Stoffströme, die vom Rohstoff über Produktion, Transport, Handel bis zum Konsum und schließlich zur Entsorgung reichen, sind Grundlagen für unseren materiellen Wohlstand. Doch gleichzeitig überfordern wir zunehmend die ökologischen Systeme.
So beträgt der menschenverursachte Umsatz an Metallen wie Blei, Cadmium, Zink, Kupfer oder Zinn ein Vielfaches der durch Verwitterung oder Vulkantätigkeit bedingten natürlichen Freisetzungen. Seit Beginn des bundesdeutschen Wirtschaftswunders hat sich der Verbrauch an organischen Chemikalien vervierzigfacht, allein seit Mitte der 70er Jahre der Papierverbrauch mehr als verdoppelt. Und die "ökologischen Rucksäcke" der einzelnen Produkte werden immer größer.
So verstärken sich die ökologischen Alarmsignale:
Umweltgifte werden selbst in den Eiswüsten der Arktis oder in den Tiefbrunnen der Provence gefunden. Neuere Untersuchungen zeigen, daß hormonell wirkende Industriechemikalien die Fruchtbarkeit der Menschen gefährden.
Jede Stunde stirbt eine Tier- oder Pflanzenart aus. Sie geht durch menschliche Eingriffe verloren. Die biologischen Bibliotheken der Erde werden ärmer.
Die Ozonschicht der Erde, die das Leben vor den harten UV-Strahlen schützt, wird dünner. In der Folge nehmen Immunschäden sowie Augen- und Hautkrebserkrankungen zu. Auch das Wachstum und die Fruchtbarkeit der Pflanzen wertden beeinträchtigt.
Durch den menschenverursachten Treibhauseffekt, insbesondere durch die Freisetzung von Kohlendioxid aus der Verbrennung von Gas, Kohle und Öl, muß mit einer folgenschweren Veränderung der Energie- und Strahlungsbilanz in der Atmosphäre und mit Veränderungen in Temperatur-, Wind-, Niederschlags- und Vegetationsverhältnissen gerechnet werden.
In den Industriestaaten mit einem extensiven Energie- und Ressourcenumsatz führt die Zunahme der Stoffströme unweigerlich zu hohen Abfallbergen. In den neuen Bundesländern nahm mit steigendem Konsum die Pro-Kopf-Müllmenge pro Jahr von 175 kg Hausmüll auf heute über 350 kg zu.
Es ist eine ökonomisch wie ökologisch zentrale Herausforderung, der Verschwendung natürlicher Ressourcen Einhalt zu gebieten und die natürlichen Stoffumsätze zu stabilisieren. Das erfordert die Erfassung der wichtigsten Stoffströme von der Wiege bis zur Bahre, um weitere Umweltschäden nachträglich zu verringern. In der mangelnden Verfügbarkeit entsprechender Daten liegt ein großes Hindernis für ökologisch ausgerichtete Entscheidungen. Unverzichtbar ist ferner die Festlegung konkreter Umweltziele, um Industrie und Verbraucher durch klare Vorgaben vor Fehlentscheidungen und Fehlinvestitionen zu bewahren. In verschiedenen Ländern existieren bereits derartige Umweltqualitätsziele.
Ein Beispiel für ein Handlungsziel ist die Verminderung der nationalen Kohlendioxid-Emissionen um mindestens 25 Prozent bis zum Jahre 2005. Konkrete Reduktionsziele müssen auch für andere Stoffe wie Dioxine, Schwermetalle, Nitrat, Lösungsmittel oder PVC festgelegt werden. Dies erfordert eine neue Ausrichtung der Erzeugung und Nutzung von Produkten. Insbesondere folgende Gründe haben bisher den ökologischen Strukturwandel in Wirtschaft, Industrie und Konsum verhindert:
die Verkennung der Systemfehler in der Marktwirtschaft;
die verengte und damit falsche Annahme, man könne durch Einzelreaktionen auf erkannte Umweltprobleme sowie durch technische "Sanierungsmaßnahmen" die Umwelt langfristig schützen;
die Vielzahl komplexer, problemspezifischer und international nicht vergleichbarer Daten erschwert die Problemsicht und gemeinsames Handeln;
fehlende ökologische Indikatoren, mit denen zumindest eine vorsorgende Grobabschätzung der Umweltbelastungen möglich wäre;
fehlende international anerkannte Methoden der "Ökobilanzierung";
große Unsicherheiten, wie weitgehend der Strukturwandel in Wirtschaft und Technik gehen muß, um eine Stabilisierung der Ökosphäre zu erreichen;
Mißachtung der Bedeutung des Faktors Zeit in den wirtschaftlichen Entscheidungen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und für das Wechselverhältnis von Ökologie und Ökonomie.
Der ökologische Strukturwandel zu nachhaltigen Produkten und Verfahren kann die jahrhundertealte Ausgrenzung der Ökologie aus der Ökonomie beenden. Ein wichtiger Ansatz hierfür ist die Produktgestaltung, das ökologische Design. Dazu gehören Produktoptimierung und Erhöhung der Verwertbarkeit, ein neues Verständnis für Produkt und Eigentumsverantwortung, Produkt und Qualität, die Ausrichtung der Materialkreisläufe auf ein nachhaltiges Wirtschaften, Ressourcenschonung und höhere Ressourceneffizienz durch eine längere Nutzung von Gütern (Langlebigkeit) sowie Güter zur Verminderung der Stoffstromvolumina und Nutzungsoptimierung durch eine ökologische Dienstleistungsgesellschaft.
Die Bundesrepublik hat eine starke Umweltindustrie, aber es gibt einige negative Tendenzen, die auf Stagnation, wenn nicht sogar auf Rückschritte hindeuten. Über 4.000 Unternehmen sind in der Branche tätig. Beim Export von Umweltgütern ist die Bundesrepublik in den letzten Jahren international vom ersten auf den dritten Platz zurückgefallen. Die deutsche Wirtschaft hat zudem einen hohen Anteil von End-of-pipe-Techniken. Es gibt ein Umsetzungsdefizit bei den Effizienz- und Solartechnologien.
Bei den Patentanmeldungen in diesem Bereich entfielen zwischen 1985 und 1990 knapp 30 Prozent auf die Bundesrepublik. 1994 waren 970.000 Beschäftigte im Umweltschutz tätig, zuletzt wurde über 1 Million gezählt. Dies entspricht einer Größenordnung, die über der des Automobilsektors liegt. Die ökologische Ausrichtung der Wirtschaft wäre ein entscheidender Beitrag zu einem erfolgreichen Strukturwandel.
Der forcierte Strukturwandel hat in Japan beispielsweise zwischen 1970 und 1990 zwar in den meisten Sektoren zu keiner absoluten Umweltentlastung geführt, wohl aber durch die drastische Effizienzsteigerung bei der Nutzung von Energie und Ressourcen zu erheblichen Wettbewerbsvorteilen für die japanische Wirtschaft. Bei Energie, Wasser, Fläche sowie bei Abfallaufkommen und Transportleistungen kam es zur tendenziellen Entkoppelung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum und damit entweder zu leichten Senkungen des Ressourcenverbrauchs oder zumindest zu einem deutlich geringeren Anstieg als in allen vergleichbaren Industriestaaten. Dies betraf insbesondere die Grundstoffindustrie, den Fahrzeugbau und die Elektronik.
Dieser Wandel wurde in Zusammenarbeit von MITI und Nationalem Umweltamt aktiv herbeigeführt. Für die Reduktionsstrategie waren durchaus unterschiedliche Motive ausschlaggebend. Das Ziel des MITI war der Ausbau einer wissensintensiven Wirtschaftsstruktur, die Erhöhung der Nutzungsproduktivität war dabei besonders wichtig. Es war der international bis heute weitestgehende industrielle Umbau. Dennoch wurde nicht mehr als eine Entkoppelung zwischen Wirtschaftswachstum und Ressourcennutzung erreicht, nicht aber die absolute, geschweige denn drastische Reduktion des Energie- und Ressourcenumsatzes. Immerhin wurden der Spielraum für neue Beschäftigung und die Dynamik für neue Märkte geschaffen. Die Ökologisierung von Produktion und Konsum selbst war nicht das Ziel des Strukturwandels. Nachdem die bisherige Entkoppelungsstrategie an Grenzen geraten ist, strebt der Plan Earth 21 weitergehende Ziele an. Japan setzt insbesondere auf den Ausbau der Solartechnik.
Auch in der Bundesrepublik belegen zahlreiche Beispiele, daß sich die Steigerung der Nutzungseffizienz betriebswirtschaftlich rechnet und sich auch volkswirtschaftlich durch die forcierte Erschließung von Zukunftsmärkten auszahlt. Die Kienbaum-Unternehmensberatung errechnete 1995 in einer Untersuchung von über 40 Produktionsbetrieben, daß allein in den alten Bundesländern Energie- und Stoffströme im Wert von 97 bis 292 Mrd. DM fehlgeleitet werden und damit vermeidbare Kosten verursachen.
Das sind Werte, die der deutschen Wirtschaft verlorengehen.
In der Untersuchung "Reststoffe - das Bindeglied zwischen Kosten und Umweltschutz" werden die betrieblichen Gesamtkosten durch den hohen Reststoffanfall auf 5 bis 15 Prozent der betrieblichen Gesamtkosten geschätzt. Die Gründe für diese Fehlallokation liegen insbesondere im mangelnden Wissen über technische Vermeidungs- und Verwertungsmöglichkeiten, in einer unzureichenden Betriebsorganisation, in Fehleinschätzungen des Wertes von Reststoffen sowie in falschen oder unzureichenden Preissignalen. Das betriebliche Rechnungswesen weist von den Reststoffkosten nur die Spitze des Eisbergs aus. In der Zwischenzeit sind die Ergebnisse erfaßt und bewertet. Die Umweltkostenrechnung wird auch für Betriebe, Verwaltungen und Unternehmen zu einem wichtigen Faktor des betrieblichen Rechnungswesens.
Im integrierten Umweltschutz liegen große Reserven, die für Beschäftigung und Produktivitätssteigerung genutzt werden können. In den alten Bundesländern könnten nach den Untersuchungen von Kienbaum schon heute allein im verarbeitenden Gewerbe zwischen 19 und 39 Mrd. DM pro Jahr durch eine schonende und sparsamere Reststoffverwendung oder -vermeidung eingespart werden. Damit lassen sich 20 bis 40 Prozent der von der Produktion ausgehenden Umweltbelastung direkt rentabel vermeiden.
Die Ökonomie des Vermeidens, die wir für die ökologische Modernisierung vor allem im Energiesektor vorschlagen, ist keine der vorherrschenden Top-Down-Strategien, die für Transrapid, Atomkraft oder die Gentechnik (und für den dabei erzeugten gesellschaftlichen Widerstand) typisch sind. Deren Grundmuster ist die "Durchsetzung großtechnologischer Projekte von oben" in einem engen industriell-administrativen Kontext, die die Pluralität und Offenheit neuer Projekte bereits im Forschungsprozeß begrenzen. Politik, Wirtschaft und Technik sind in den letzten Jahren ein immer engeres wechselseitiges Abhängigkeits- und Begründungsverhältnis eingegangen, dessen wichtigster Ort die transnationalen industriellen Forschungs- und Entwicklungsorganisationen sind.
Der gesellschaftliche Einfluß bleibt bei diesen Strategien begrenzt, da sie in der Regel von engen betriebswirtschaftlichen Umsetzungsinteressen bestimmt werden. Hierin liegt eine wichtige Ursache für die verstärkte öffentliche Kritik an "Technik", die vorschnell als "Technikfeindlichkeit" fehlinterpretiert wird. Die Ökonomie des Vermeidens basiert vornehmlich auf einer Bottom-Up-Strategie, die durch die Verbindung von technologischen und sozialen Innovationen sowie durch entsprechende dezentrale und betriebliche ökonomische Anreizstrukturen "von unten" durchgesetzt wird. Vor allem aber erfordert sie einen komplexen Prozeß durch die gezielte Auswahl und Zusammenführung "angepaßter Lösungen" und die Koordination zahlreicher unterschiedlicher Akteure. Während beispielsweise im Energieerzeugungssektor die Entscheidung auf den Bau eines Kraftwerks gerichtet ist, erfordern Energiedienstleistungen unzählige und verschiedene Einzelschritte und die Koordinierung der unterschiedlichsten Anbieter und Nachfrager.
Eine zentrale These ist, daß die "Dematerialisierung" und "Deenergetisierung" in vielen Sektoren volkswirtschaftlich sinnvoll und als technische Innovation in der Bevölkerung akzeptiert ist. Die Ökonomie des Vermeidens wurde bei Energiedienstleistungen bereits erfolgreich praktiziert. Der Ansatzpunkt ist der Ersatz von Energiebereitstellungskapazitäten durch Kapital, Know how und Technik. Das Ziel ist das "Einsparkraftwerk", bei dem die geforderten Dienstleistungen mit wenig Energieeinsatz kostenoptimal erstellt werden. Ein systematischer und systemischer Wettbewerb zwischen den Optionen "Ausweitung des Energieangebots" und "effiziente Energienutzung" ist Stand der Theorie und in der Praxis erprobt.
Im Grundsätz läßt sich die Ökonomie des Vermeidens auf andere Bereiche übertragen. Was im Energiebereich Nega-Watt ist, kann in anderen Bereichen das Nega-Produkt sein. Prin-
zip dieser Strategie ist es, nicht in erster Linie von den Angebotsstrukturen auszugehen, sondern die gesamte Kette der wirtschaftlichen Leistungen zu beachten und hierbei soweit wie möglich den Energie- und Ressourceneinsatz durch Kapital, Know how oder Dienstleistungen zu ersetzen. Das Kernprinzip ist die Integrierte Ressourcenplanung oder Least-Cost-Planning:
Die Integrierte Ressourcenplanung hat das Ziel, nicht genutzte, preisgünstige Energieeinsparmöglichkeiten zu mobilisieren, statt Fehlallokationen von Kapital durch den Ausbau von Kapazitäten zu begünstigen, die durch ihre Kapitalbildung und den energiewirtschaftlichen Zwang zur Auslastung großer Erzeugungskapazitäten ökologisch notwendige und ökonomisch sinnvolle Alternativen blockieren.
Solange die Grenzkosten der Energieeinsparung niedriger liegen als die langfristigen Grenzkosten der Energieerzeugung, senken Investitionen in die Einsparpotentiale die Gesamtkosten für den Nachfrager.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht besteht für ein Energieversorgungsunternehmen kein Anlaß zur Erschließung kosteneffizienter Einsparmärkte. Im Gegenteil, es existiert ein Anreiz zu Mehrverkauf und damit zur fortgesetzten Ressourcenverschwendung, weil dies das Betriebsergebnis steigert.
Notwendig ist deshalb eine Umkehr der ökonomischen Anreizstruktur, die dem Energieversorgungsunternehmen - analog zur Umlagefinanzierung von Kraftwerksinvestitionen - die Weitergabe der Kosten von Einspar- und Effizienzprogrammen gestattet.
Daraus folgt: Solange die Grenzkosten der Energieeinsparung geringer sind als die Grenzkosten der Energiebereitstellung, sollen die Energieerzeuger ökonomisch motiviert werden, die Einsparpotentiale systematisch zu erschließen, statt neue und teure Kraftwerke zu bauen.
Wenn alle Energieerzeuger unter dieser Zielsetzung handeln, entstehen auch keine Wettbewerbsverzerrungen. Dafür muß die Politik den Rahmen national und möglichst auch in der EU setzen. Dann können die Energierechnungen für die Kunden gesenkt und die Wettbewerbsbedingungen für gewerbliche Energienutzer verbessert werden.
Das wirtschaftstheoretische Prinzip der Ökonomie des Vermeidens besteht darin, durch technologische, organisatorische und institutionelle Innovationen den Material- und Energieverbrauch bezogen auf eine gewünschte Dienstleistung soweit wie technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar zu reduzieren, damit ein gesamtwirtschaftliches Kostenoptimum erreicht wird. Dies läßt sich am Beispiel Raumwärme verdeutlichen (vgl. Grafik 1).
Das Grundprinzip der "Ökonomie des Vermeidens" im Energiesektor
Die Kurve A (von links beginnend) symbolisiert, wie in einem Gebäude mit abnehmender Wärmedämmung die Dienstleistung "20°-Celsius Raumwärme" nur mit immer mehr Energieeinsatz und damit mit steigenden Energiekosten bereitgestellt werden kann. Die Kurve B zeigt demgegenüber, wie die gleiche Energiedienstleistung mit weniger Energieeinsatz, dafür aber mit einer kostenaufwendigeren Ausgestaltung (bis hin zum Null-Energiehaus) erreicht wird. Die Gesamtkurve hat dort ihr Minimum, wo die Grenzkosten der Energiebereitstellung bzw. Energieeinsparung dem Betrag nach gleich sind.
Solange bei einem gleichen Dienstleistungsniveau das Einsparen billiger ist als die Bereitstellung des Energieangebots, ist es eine Fehlallokation von Kapital, Erzeugungskapazitäten zu bauen, statt Energie rationeller zu nutzen. Die kostengünstige Bereitstellung von Endenergie ist demnach kein hinreichender Hinweis für eine kostenoptimale Energiedienstleistung. Sie erfordert eine umfassende Bewertung.
Nur der Vermeidungsansatz, das heißt, die gleichzeitige Erschließung von ökologischen Zukunftsmärkten und Schrumpfung von Risikomärkten, führt zu einer massiven Steigerung der Energie- und Ressourcenproduktivität und damit zu einer absoluten Senkung des Natur- und Energieverbrauchs, der Abfälle und Reststoffe sowie der Transportleistungen. Dadurch können mehr Wohlstand und der qualitative Wandel individueller und gesellschaftlicher Bedürfnisse mit einem absolut sinkenden Energie-, Ressourcen- und Flächenverbrauch verbunden werden.
Daraus kann sich eine selbsttragende Innovations- und Entwicklungsdynamik ergeben, die neue Märkte erschließt, die Weltmarktabhängigkeiten durch die Stärkung der Binnenmärkte für Effizienztechnologien abbaut, neue Arbeitsplätze schafft und die Umwelt schont. Das führt zur Stabilisierung regionaler Wirtschaftskreisläufe (weil ökologische Dienstleistungen vor allem spezifische und unterschiedliche Lösungen erfordern) und zur Entwicklung eines Know hows, für das weltweit Nachfrage besteht.
In der Steuerung und Beschleunigung des ökologischen Strukturwandels liegt die zentrale Herausforderung für die künftige Energie- und Umweltpolitik: Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit sich Gewinnerindustrien rascher entwickeln können. Die Verlierer müssen eine Übergangsperiode zur Anpassung und - wo immer möglich - z. B. hinsichtlich der Ausgestaltung der Produktpalette und neuer Märkte eine Zukunftsperspektive für ökologische Geschäftsfelder erhalten. Die Suche nach wirtschaftsverträglichen Vermeidungskonzepten ist deshalb eine Forderung, die zur Modernisierung der Volkswirtschaft insgesamt führt.
Regulierte Märkte für eine Ökonomie der Vermeidens als innovatives Steuerungssystem zu nutzen, ist unvereinbar mit einer Politik, die den Umweltschutz unzureichenden und kaum kontrollierbaren Selbstverpflichtungen überläßt. Ökologische Leitplanken können ohne unnötige Friktionen den Modernisierungsprozeß einleiten und fördern. Sie dämpfen den gesellschaftlichen Schaden dort, wo weiter auf Kollisionskurs gegen die Umwelt gesetzt wird.
Die Enquete-Kommission "Schutz der Erdatmosphäre" des Deutschen Bundestages hat im Rahmen einer Klimaschutzstrategie eine ausführliche Hemmnisanalyse für verschiedene Sektoren erarbeiten lassen. Im Kern geht es darum, die Existenz blockierter, aber wirtschaftlicher Einsparpotentiale zu ermitteln. Denn die Tatsache, daß große Einsparpotentiale brachliegen, stößt häufig auf große Skepsis. Diese Skepsis wird dadurch begründet, daß derartige Hemmnisse als Widerspruch zu oder grundsätzliche Infragestellung von marktwirtschaftlichen Steuerungsmechanismen mißverstanden werden. Tatsächlich führen Hemmnisanalysen aber nicht zur Verneinung von marktwirtschaftlichen Instrumenten, sondern, im Gegenteil, zu der Empfehlung, durch einen differenzierten Instrumenteneinsatz den Marktmechanismus zur Erschließung bisher blockierter Potentiale betriebs- und volkswirtschaftlicher Gewinne (Verwirklichung von "Win-Win-Konstellationen") funktionsfähig zu machen.
Eine Hemmnisanalyse ist aber darüber hinaus grundlegend, um die Chancen und Grenzen von allein über den Preis steuernden Instrumenten im Vergleich zu kombinierten Instrumentenbündeln für die Erschließung von Einsparpotentialen besser verstehen zu können. Beispielhaft ist hierfür die folgende Auswahl von Hemmnissen im Bereich der Energieeinsparung. Im Mittelpunkt steht die Erklärung des "Pay-back-gap" sowie von marktstrukturellen Hemmnissen (z. B. "gespaltener" Markt, ungleiche Marktmacht, Investor-/ Nutzerdilemma), die ohne öffentliches Gegensteuern zur systematischen Benachteiligung von Einssparinvestitionen führen. Schließlich ergibt sich hieraus auch die wesentliche wirtschaftstheoretische Begründung für ein effizienzorientiertes Konzept der ökologischen Modernisierung (vgl. Grafik 2).
Positive Erfahrungen liegen von us-amerikanischen Energieversorgungsunternehmen vor, die sich am Prinzip der Integrierten Ressourcenplanung / Least-Cost-Planning orientieren. Danach muß das Unternehmen vor einer geplanten Kapazitätserweiterung nachweisen, daß der Ausbau kostengünstiger ist als Investitionen in die rationelle Energieverwendung und zur Effizienzsteigerung bei der Strom- und Wärmenutzung oder in regenerative Energien.
In der Regel erweisen sich Energiedienstleistungen, also die systematische Erschließung wirtschaftlicher und kostenoptimaler, aber gehemmter oder vernachlässigter Märkte zur Steigerung der Energie- und Ressourcenproduktivität, als die sehr viel profitablere Investition, die zugleich hohe Beschäftigungseffekte aufweist. In der Mehrheit der us-amerikanischen Bundesstaaten wird heute nach dem Least-Cost-Planning-Verfahren vorgegangen. In einigen Unternehmen erreicht der Anteil der Investitionen in die solare und effiziente Energieversorgung bis zu 10 Prozent am Umsatz. Allerdings werden diese erfolgreichen Maßnahmen der Effizienzsteigerung in den USA durch kurzfristig und preissenkungsorientierte Deregulierungskonzepte zunehmend in Frage gestellt.
Grafik 2: Eine Auswahl der Hemmnisse sowie Maßnahmen zur Energieeinsparung
Die Studien der Enquete-Kommission "Schutz der Erdatmosphäre" des Deutschen Bundestages zur CO2-Reduktion haben nachgewiesen, daß allein in den alten Bundesländern ein Einsparpotential bis zu 45 Prozent vorhanden ist. Das ist heute unbestritten. Rund die Hälfte davon wird als prinzipiell wirtschaftlich rentabel eingeschätzt, ist aber durch unterschiedliche Hemmnisse und falsche preisliche und gesetzliche Rahmensetzungen blockiert.
In der Bundesrepublik gibt es derzeit etwa 500 LCP-orientierte Einsparprogramme von ca. 200 Energieversorgungsunternehmen, die von der "Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke" zusammengestellt wurden. Wuppertal-Institut und Öko-Institut Freiburg haben die LCP-Ergebnisse ausgewertet und in einer Fallstudie für die Bundesrepublik hochgerechnet. Durch die gezielte Erschließung der Einsparpotentiale durch LCP- und Contracting-Programme eröffnen sich danach folgende Chancen:
Durch eine flächendeckende Umsetzung der Maßnahmen könnte in rund 10 Jahren eine Leistungsreduktion von etwa 18 GW Kraftwerksleistung erreicht werden. Davon entfallen 6 GW auf die Grundlast, 9 GW auf die Mittellast und 3 GW auf die Spitzenlast.
Auf der Basis der vermiedenen langfristigen Grenzkosten ergibt sich ein volkswirtschaftlicher Vorteil von etwa 84 Mrd. DM über eine Nutzungsdauer von 12 bis 15 Jahren.
Werden auch die vermiedenen externen Kosten einbezogen, so ergibt sich unter Zugrundelegung von 3,5 Pfennig pro kWh Strom ein Vorteil von 118 Mrd. DM.
Der Bau von "Einsparkraftwerken" hat einen direkten und indirekten Einfluß auf die Einnahmen der Städte aus dem Stromgeschäft. Einerseits würde die Konzessionsabgabe erheblich geringer ausfallen, auf der anderen Seite ergeben sich aber positive beschäftigungs- und regionalwirtschaftliche Effekte, die einen Einnahmezuwachs in vergleichbarer Größenordnung erreichen.
Zur Unterstützung dieser LCP-Programme ist allerdings eine weitgehende Ausschöpfung der EU-Binnenmarktrichtlinien im Sinne einer ökologischen "Regulierung" notwendig. Die dänische Energiepolitik liefert hierzu wichtige Eckpunkte. Das vom Bundeswirtschaftsministerium im Energiegesetz favorisierte "Deregulierungskonzept" weist in die entgegengesetzte Richtung. Es fördert die Konzentration und stärkt die Erzeugungskapazitäten.
Die Ergebnisse aus dem Energiesektor lassen sich im Prinzip auf andere Bereiche übertragen. Was in der Stromwirtschaft das Einsparkraftwerk ist, kann in anderen Bereichen das ökoeffiziente Produkt oder die Schließung von Stoffkreisläufen sein. Betriebswirtschaftlich sind das Produktivitätsgewinne, die sich nicht aus den klassischen Größen der Arbeits- und Kapitalproduktivität ergeben, sondern entweder aus neuen Wettbewerbsvorteilen auf den Zukunftsmärkten oder aus der hohen Öko-Produktivität eines Produktes/einer Dienstleistung. Ernst Ulrich von Weizsäcker hat zusammen mit Amory Lovins in seinem Buch Faktor 4" zahlreiche Beispiele für einen solchen ökologischen Strukturwandel aufgezeigt, der von Friedrich Schmidt-Bleek angestoßene Club Faktor 10" setzt noch weitergehende Ziele.
Eine solche ökologische Modernisierungsstrategie stärkt zudem regionale und nationale Wirtschaftskreisläufe, weil sie angepaßte Verfahren, Problemlösungen und Produkte erfordern, die auf die jeweils spezifische Problemlage und Nachfrage ausgerichtet sind. Das erfordert die Mobilisierung kreativer Potentiale in der Region, mehr Mitgestaltung der ArbeitnehmerInnen und mehr Pluralität in den Lösungen. Daraus ergeben sich Zukunftsmärkte, die weltweit gebraucht werden.
Sehr viel größer werden die Effekte, wenn es zu einem Wechsel hin zu einem produktions- und produktintegrierten Umweltschutz und zur beschleunigten Erschließung von Effizienz und Solarmärkten kommt. Das setzt politische Rahmensetzung voraus. Entsprechende Pilotprojekte bringen zwei Ergebnisse: Bereits geringfügiger Mehraufwand in den Bereichen Konstruktion und Produktion kann zu einer erheblichen Verringerung der Entsorgungskosten führen, und der Anteil der mehrfach verwendbaren Fraktionen im Material muß systematisch erhöht werden, um kostenoptimale Ergebnisse zu erzielen. Von daher kommen auf Konstruktion und Entwicklung neue Anforderungen zu wie demontagefreundliches Konstruieren, Berücksichtigung der Wiederverwertbarkeit; Auswahl und Einsatz sortenreiner Materialien, Einsatz von Altmaterialien und Modularität und Einhaltung von Standards.
Gefördert wird eine derartige Entwicklung auch durch das Ökobewußtsein der Verbraucherinnen und Verbraucher. Besonders bei High-Tech-Produkten wie Computer sind ökologische Eingenschaften sehr gefragt. Umgekehrt zeigen Untersuchungen, daß eine Ausrichtung von Betrieben auf das Ziel einer Effizienzrevolution die Motivation und Kreativität der Beschäftigten fördert.
B.A.U.M. - "Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewußtes Managment" ist die erste und größte europäische Umweltorganisation der Wirtschaft. Er definiert in einem Ehrenkodex "umweltbewußte Unternehmensführung". BAUM gibt in Abständen ein Firmenhandbuch heraus, das eine Übersicht gibt, wer in diesem Verbund mitarbeitet, und vorbildliche Projekte präsentiert. Der B.A.U.M.-Ehrenkodex sei hier zitiert, weil er vorbildlich unternehmerische Verantwortung und Interessen mit ökologischer Verantwortung verbindet:
Wir bekennen uns als Wirtschaftsunternehmen zu unserer besonderen Mitverantwortung für die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen.
Wir sind überzeugt, daß der schonende Umgang mit den öffentlichen Gütern Wasser, Luft und Boden sowie Flora und Fauna mit marktwirtschaftlichen Instrumenten gesichert werden muß, daß dafür eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik erforderlich ist und daß in gemeinsamer Anstrengung das allgemeine Bewußtsein für den Umweltschutz durch Information und Ausbildung zu verstärken ist.
Wir sehen große unternehmerische Chancen in einer umweltorientierten, frei verfaßten und vom Markt gesteuerten Wirtschaftsordnung, die nachhaltigen Wohlstand auch für künftige Generationen sichert. Eine solche Ordnung bietet die Möglichkeit, die Konflikte zwischen Ökonomie und Ökologie zu lösen.
Aus dieser Erkenntnis verpflichten wir uns auf den folgenden Kodex unternehmerischen Verhaltens:
§ 1: Wir ordnen den Umweltschutz den vorrangigen Unternehmenszielen zu und nehmen ihn in die Grundsätze zur Führung des Unternehmens auf.
§ 2: Wir sehen Umweltschutz als wichtige Führungsaufgaben an und stellen sicher, daß er in allen betrieblichen Funktionen und auf allen Ebenen in konkrete Ziele und Verhaltensregeln umgesetzt wird.
§ 3: Wir betrachten Umweltschutz als Teil der Linienverantwortung. Die Fachkompetenz wird durch Einsetzung von Umweltschutzbeauftragten oder Umweltausschüssen so organisiert, daß eine umfassende Information und Einbeziehung in alle Entscheidungen sichergestellt ist.
§ 4: Wir integrieren Umweltschutz als eigenständiges Kriterium in das Planungs-, Steuerungs- und Kontrollsystem, nach Möglichkeit in quantifizierter Form.
§ 5: Wir geben uns periodisch detaillierte Rechenschaft über den Stand des Umweltschutzes im Unternehmen, um Schwachstellen zu erkennen, die notwendigen Maßnahmen zu veranlassen und erreichte Fortschritte zu dokumentieren.
§ 6: Wir informieren unsere Mitarbeiter ausführlich über Umweltaspekte, motivieren sie zu
umweltbewußtem Verhalten auch im privaten Bereich und legen in unseren Bildungsmaßnahmen einen besonderen Schwerpunkt auf den Umweltschutz.
§ 7: Wir nutzen die Forschung und Entwicklung verstärkt zur ständigen Verbesserung der Umweltverträglichkeit unserer Produkte und Verfahren. Wir setzen dabei Rohstoffe, Energie, Wasser und sonstige Güter so sparsam wie möglich ein und berücksichtigen die gesamte Lebenszeit der Produkte einschließlich ihrer Entsorgung.
§ 8: Wir beziehen alle Marktpartner in unsere Bemühungen um verbesserten Umweltschutz ein. Wir erarbeiten mit unseren Lieferanten spezielle Umweltstandards, informieren und beraten den Handel und klären unsere Verbraucher über den umweltschonenden Umgang mit unseren Produkten und deren Entsorgung auf.
§ 9: Wir sind zum offenen Dialog mit allen gesellschaftlichen Gruppen bereit, stellen den Medien umweltrelevante Informationen zur Verfügung und arbeiten mit Behörden, Verbänden und anderen Institutionen im Umweltschutz zusammen.
§ 10: Wir verstehen die gesetzlichen Bestimmungen als Mindestanforderungen und streben im gesamten Unternehmen ein höheres Maß an Umweltschutz an.
Auch die Praxisbeispiele, die von B.A.U.M. belegt werden, zeigen die großen Chancen, die umweltbewußte Unternehmensführung und Produktionsorganisation bieten: Kostensenkende Umweltschutzmaßnahmen haben bei verschiedenen Firmen folgende Einsparungen ergeben:
IBM reduzierte die Roh, Hilfs- und Betriebsstoffe durch Ökologie im Büro:
Einsatz des umweltfreundlichsten Produktes,
sparsamer Umgang mit Büroartikeln,
Mehrwegartikel,
doppelseitiges Kopieren und
elektonisches internes Bestellwesen
führten zu einer Kostensenkung von DM 250.000 p.a., Investitionen waren nicht erforderlich.
Siemens Nixdorf Informationssysteme reduzierten die Wasser- und Abwasserkosten durch Kreislaufführung der Spülwässer in der Galvanik: Eine Investition vom DM 1,1 Mio. ergab eine Kosteneinsparung von DM 714.000 pro Jahr.
Karstadt AG reduzierte das Verpackungsmaterial durch Einführung von Mehrweg-Transportverpackungen und -Transporthilfen. Bei einer Investition von jährlich 14,2 Mio DM für die Anschaffung der Behälter und Miete der Fremdbehälter ergaben sich Kostenreduktionen bei Packmitteln von DM 25 Mio. p.a. und bei der Entsorgung von DM 10 Mio. p.a.
AEG Hausgeräte GmbH reduzierte die Wasser- und Abwasserkosten durch Verlängerung der Standzeiten der Reinigungsbäder in den Prozeßbädern zur Entfettung. Ohne Investitionen konnten 45 Prozent des Wassers (22.000 Kubikmeter) und damit DM 193.600 DM pro Jahr eingespart werden.
Sedus Stoll AG reduzierte das Verpackungsmaterial durch Umstellung der Verpackung für Bürostühle von Karton auf eine Staubschutzhül-
le aus PE-Folie. Ohne Investitionen verringerten sich die Material- und Lohnkosten um ca. DM 340.000 pro Jahr.
Um die Chancen der ökologischen Modernisierung zu belegen, Kreativität zu fördern und Initiativen in vielfältigen Bereichen zu ermöglichen,regt die Werkstatt Produkte der Zukunft" an, in unterschiedlichsten Gremien und Arbeitszusammenhängen anhand konkreter Produkte und Dienstleistungen wissenschaftlichen und Ingenieurs-Sachverstand. Produzentenerfahrung, Konsumentenwünsche und ökologische und ökonomische Kriterien zusammenzubinden. Produzenten und Verbraucher erhalten so Anreize, ökologische Modernisierung als Verbesserung von Lebensqualität und als unabdingbare Voraussetzung wirtschaftlicher Entwicklung zu erfahren. Produkte und Dienstleistungen der Zukunft sind in den unterschiedlichsten Bereichen zu entwickeln. Die folgenden Beispiele sind als Anregungen, nicht als exklusive Aufzählung zu verstehen.
So sind Überlegungen zu einer ökologisch verträglichen Mobilität durch Vorschläge zu zukunftsweisenden Mobilitätsdienstleistungen zu konkretisieren oder es sind Standards für Autos zu konzipieren, die ökologischen Zielen besser gerecht werden: "Anforderungen an das Auto der Zukunft" konzentrieren sich dabei nicht nur auf den Spritverbrauch sondern auf den Ressourcenverbrauch insgesamt, auf das Produkt und den Produktionsprozeß sowie auf die Produktnutzung.
Ein wichtiger Bereich ist "Nachhaltigkeit im Bauen". Die schweizer Koordinationsgruppe des Bundes für Energie- und Ökobilanzen hat dazu eine umfangreiche Bestandsaufnahme mit Empfehlungen an Politik und Wirtschaft erarbeitet, die weiterzuentwickeln ist. Der Baubereich ist ein Schlüsselsektor im Wechselverhältnis Ökonomie - Ökologie: Materialeinsatz, Abfall, Flächenverbrauch, Bodenbewegung, Energieeinsatz, etc. In diesem Bereich könnten schnell wesentliche ökologische Innovationen wirksam werden.
Dies zeigt auch der Zwischenbericht "Konzept Nachhaltigkeit" der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Schutz des Menschen und der Umwelt", der einen Schwerpunkt auf Bauen und Wohnen legt. Es ist notwendig, daraus Konsequenzen in Richtung auf Naturschonung und Bestandspflege zu ziehen.
Schließlich hat auch die EU-Kommission einen sehr umfangreichen Beschluß zum Nachhaltigen Bauen vorgelegt, der viele Optionen aufzeigt. Interessant sind ferner die Projekte für Solar-Stahl-Gebäude, aber auch andere Bauformen mit ökologischen Materialien.
Die Rolle der Umweltinformatik für die Modernisierung der Produktion wird von einer Arbeitsgruppe der Werkstatt Produkte der Zukunft" analysiert, um die Chancen einer "Ökologisierung" und die Bedeutung der produktiven Nutzung der IuK-Techniken herauszuarbeiten.
In Mannheim hat es am Beispiel Hertie eine Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, HBV, Öko-Institut und Wuppertal-Institut gegeben, um das Öko-Kaufhaus der Zukunft zu konzipieren. Auch diese Ergebnisse sollen zusammengestellt und bewertet werden.
In der Schweiz wird das Megalino Handy, ein steckerfertiger Solarbaustein für den Netzanschluß, über die Coop vertrieben (s. Vertreiberprospekt -[Hinweis: in der Internetversion nicht enthalten]).
Atlantis Energie Systeme vertreibt ein neuartiges SUNSLATES Dach- und Fassadensystem für die bessere Nutzung solarer Technologien. Dieser neuartige und begehbare Baustoff steht unter dem Motto: Wir geben der Sonne ein System.
[Seite der Druckausg.: 57 und 58]
Wettbewerbsvorteile durch Ökologie - Beispiele, die sich rechnen
TABELLE (Seite 57 der Druckausg.)
TABELLE (Seite 58 der Druckausg.)

References: § 1

§ 2

§ 3

§ 4

§ 5

§ 6

§ 7

§ 8

§ 9

§ 10