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Timestamp: 2020-04-08 18:34:27+00:00

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Lifesense-Institut » 2016
Kommentare und Leserbriefe 2016
28.12.2016; OÖN; H.Neumüller; Steuern wir auf eine neue Finanzkrise zu?
Nicht Finanzkrise, sondern Dilemma!
“Steuern wir auf eine neue Finanzkrise zu?” fragt sich Hermann Neumüller in den heutigen Nachrichten; ganz so, als wäre das als Krise bezeichnete Dilemma von 2008 jemals gelöst worden. Es war doch klar, dass all die Bankenrettungen und ach so verschärften Regulierungen nur aufschiebende Wirkung haben würden. Ungelöste Probleme, die nur mit Symptombekämpfung (mit buchhalterischen Tricks) zum Verschwinden gebracht werden sollten, brechen immer wieder auf – und das mit immer größerer Vehemenz. Ohne an die grundlegende Reform der Geldordnung zu gehen, wie das z.B. von den sich verbreitenden Vollgeldinitiativen angeregt wird, laufen wir gewiss Gefahr, das zu erleben, was man herkömmlich als blaues Wunder bezeichnet.
Dr.Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz
16.12.2016; Standard; H.Rauscher („Einserkastel“), Dem Verbrechen zusehen.
Vorsicht, Sprachfalle!
Es erstaunt, dass sogar ein Hans Rauscher im “Einserkastel” vom 16.12. den Begriff Kriegsverbrechen verwendet, denn für aufgeklärte Bürger müsste die Tautologie eigentlich auf der Hand liegen. Der Krieg selbst, in jeder Form, ist doch das Verbrechen gegen die Menschheit, das mit der industriellen Waffenproduktion seinen Anfang nimmt. Es macht auch keinen Unterschied, ob die zahllosen Ermordeten uniformiert und selbst bewaffnet waren, oder nicht. Toter Mensch ist toter Mensch. Leid ist Leid. Zerstörte Stadt, ist zerstörte Stadt. Allenthalben sollte man einmal über vermeintliche Kriegsziele sinnieren. Geht es denn nicht immer nur um die Bereicherung auf Kosten anderer Leben? Kann man das noch als moderne Gesellschaft bezeichnen?
10.12.2016; OÖN; Mandlbauer, „Über eine mächtige Droge namens Geld“ (Persönlich adressierter Kommentar)
Sehr geehrter Herr Mag. Mandlbauer,
abgesehen davon, dass der “Gießkannen-Hunderter” natürlich sozial- und finanzpolitischer Unsinn ist, müssen freilich alle Staatsausgaben von den Steuerzahlern aufgebracht werden. Letzten Endes sind das die Konsumenten, da Steuern ja eine in den Preisen einzubeziehende kalkulatorische Größe sind.
Die Tragik liegt aber doch viel eher darin, dass sich die Staaten – in Gestalt der nur vermeintlich souveränen Bürgergesellschaften – der Oberhoheit über das Geld (das Blut jeder Gesellschaft) begeben haben, und sich solche “Geschenke” indirekt, zu Lasten der Beschenkten und unter Erhöhung der Staatsverschuldung von diesen erst ausleihen muss. Dieser Danaer-Hunderter ist jedoch nicht nur eine aliquote gesetzlich stillschweigend aufgehalste Zwangsverschuldung der Bürger, sondern – zumindest im Ausmaß des Konsumentenkreises der Mindest- und Niedrigpensionsbezieher – eine Wirtschaftsförderung für die zu erwartende Flautezeit nach Weihnachten. Bei all den höheren Pensionen wird der Hunderter wahrscheinlich in zweifelhaften Veranlagungen und/oder Spekulationen und Sparstrümpfen verpuffen.
Wenn überhaupt, dann wäre die Ausgabe von übertragbaren Steuergutschriften viel günstiger und effizienter gewesen (wie das ja schon viele Jahre vom Linzer Ernst Dorfner zur zinsfreien Liquiditätserhöhung des Staates vorgeschlagen wurde).
Dennoch sollte einmal die Frage breiter diskutiert werden, weshalb sich Bürgergesellschaften eigentlich Geld ausleihen müssen, und wessen Geld da die Leihgeber eigentlich zur Verfügung stellen. Obwohl sich alles politische Handeln um das Geld rankt, ist es schon irgendwie merkwürdig, dass Geld- und Finanzordnung das größte Tabuthema unserer Zeit zu sein scheint. So, wie Gesellschaften unterschiedliche Epochen mit unterschiedlichen Anforderungen durchleben, so müsste sich aber auch die Geldordnung zur Entsprechung an den Erfordernissen wandeln. Was einstmals sinnvoll und gut war, darf im Wandel der Zeiten und Technologien nicht als sakrosankt und unveränderbar betrachtet werden.
Eine Reform der Geldordnung scheint mir unausweichlich zu sein. Es geht bloß darum, in welcher Form eine derartige Reform stattfindet. Je früher aber die wahre Konstruktion der Geldordnung verantwortungsbewusst in der Öffentlichkeit diskutiert wird, desto eher werden die Bürger bei entsprechender Information bereit sein, die nötigen Reformschritte mit Verständnis mitzutragen (Die hartnäckig verbreitete Fehlinformation der Geldentstehung durch staatliches Geldrucken ist dazu sicherlich nicht dienlich).
Als einer von vielen der geldreformerischen “Vordenker”, befürworte ich aus jetziger Sicht die Vollgeld-Reform, mit der im ersten und wichtigsten Schritt die Hoheit über die Geldschöpfung und Inumlaufbringung unter demokratische Kontrolle gestellt würde (“Monetative” als vierte staatliche Gewalt). Es ist das beileibe kein Patentrezept das alle Systemfehler heilen würde, doch ist es die unumgängliche Voraussetzung, um überhaupt weitere, notwendige Reformschritte, die ja über die derzeitigen Retouschen am Verdorbenen hinausgehen müssen, anschließen zu können.
Alles politische Handeln, vielleicht sollte man “aller politischer Wahnsinn” sagen, wird von der Geldordnung bestimmt – und keiner scheint sich darum zu kümmern.
In diesem Sinne wünsche ich eine schöne Adventzeit und verbleibe
mit besten Weihnachtswünschen, Ihr Dr. Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz
Mag. Mandlbauer sandte mir nachstehend nette Antwortzeilen, wobei die Frage offen bleibt, weshalb kein Druck von den Medien ausgeübt wird, das Thema „Geldordnung“ zu enttabuisiren.
Danke sehr Herr Dr. Hoppenberger für Ihren interessanten Beitrag, den ich mit Interesse gelesen haben. Vor allem Ihrer Feststellung „Geld ist Tabuthema“ kann ich nur beipflichten. Ich Ihnen alles Gute für den restlichen Advent und ein geruhsames Weihnachtsfest. Bleiben Sie uns bitte gewogen.
Mfg Mag. Gerald Mandlbauer, Chefredakteur
7.12.2016; Standard, Finanzminister billigen EU Wachstumspakt (Thomas Mayer)
Finanzminister billigen EU (Schulden-) Wachstumspakt,….
…..erfahren wir aus dem Wirtschaftsteil des heutigen „Standard“. Offensichtlich soll das ein gesteigertes Vertrauen in die Zukunft bewirken. Gleichzeitig wird jedoch auch vermeldet, dass es zu keiner Einigung über Schließung von Steueroasen, Finanztransaktionssteuern oder gar Beendigung des Standortwettbewerbs gekommen ist.
Mit diesem Konzept des „Mehr vom Gleichen“ wird einmal mehr der politische Unwillen bekräftigt, die Gründungsidee Europas als gemeinwohlorientiertes Projekt verstehen zu wollen. Noch ist der Aspekt „Friedensprojekt“ aus militärischer Sicht weitgehend erfüllt, wenngleich die hartnäckige Vernachlässigung der Zielsetzung, auch und besonders ein Sozialprojekt sein zu wollen, all die zweifellos bewirkten positiven Errungenschaften der EU, rasch ins Wanken bringen könnte.
Frieden muss auch sozialen Frieden einschließen – und der wird sich bei Beibehaltung der bestehenden Geldordnung nicht mehr allzu lange aufrecht erhalten lassen.
Dr. Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz
5.12.2016, Persönlich adressierter Kommentar im Anschluss an „Anne Will“:
Sehr geehrte Frau Dr.Guerot,
Ihre erfrischend engagierten Stakkatos bei “Anne Will” haben mich sehr beeindruckt. Das ambitionierte Bemühen um ein “funktionierendes Europa”, das ich absolut teile, richtet sich dabei besonders an die aus ehrenwerten Motiven geschaffenen Institutionen der EU, die in mittlerweile eigendynamischen Entwicklungen leider eine gesellschaftsspaltende Wirkung zu entfalten scheinen.
Wie stets bei solchen Diskussionsrunden, war aber auch gestern nicht zu übersehen, dass eigentlich wieder einmal um den heißen Brei herum geredet wurde. Politische Ziele, sofern sie auf die gewaltfreie Entwicklung gemeinwohlorientierter Gesellschaften und auf ein globales, faires und ökologisch verträgliches Miteinander ausgerichtet sind, werden bei hartnäckiger Beibehaltung der bestehenden Geldordnung zunehmend unerreichbar. Gleichzeitig muss man feststellen, dass “Geld- und Finanzordnung” das größte Tabu in der öffentlichen Diskussion sind, obwohl gerade darin der Schlüssel zur Lösung nahezu aller Probleme liegt, mit denen sich die Politik konfrontiert sieht.
Die völlige Auslieferung der Bürgergesellschaften an die erpresserische Macht imaginärer Finanzmärkte, sollte dabei von der Politik so nicht länger hingenommen werden, wenn das Projekt Europa Bestand haben soll. Zweifellos hat es die bestehende Geldordnung für Europa (bzw. “den Westen”) ermöglicht, dass, ausgehend von der Stunde Null nach dem 2.Weltkrieg, in relativ kurzer Zeit ein relativ breiter Wohlstand erreicht wurde (Vernachlässigen wir einmal, auf wessen Kosten das alles stattfand). Dieselbe Geldordnung ist jedoch nicht dazu geeignet, den erreichten Wohlstand auch langfristig aufrecht zu erhalten! Es fehlt aber in den Diskussionen stets die Einsicht, dass jede Epoche durch die zeitgemäßen gesellschaftlichen Anliegen geprägt wird, und dass es daher auch der dementsprechend epochenhaften Geldordnung bedarf, diese Anliegen optimal zu unterstützen.
Ohne dem Souverän Klarheit über die Zusammenhänge des Finanzsystems und dessen alles entscheidende Rolle zu vermitteln, ist es müßig, über Finanzausgleich, Schaffung von Arbeitsplätzen, Wachstum, Wettbewerb und friedenserhaltende Maßnahmen zu reden. Weiß der Teufel, weshalb sich keine der im Nationalrat vertretenen Parteien dazu aufraffen kann, das Thema “Geldordnung” zu enttabuisieren und es grundsätzlich, nicht nur mit sektoralen Umverteilungsphantasien, zu diskutieren. Dabei läge gerade darin die Möglichkeit, das Vertrauen in die Politik wieder herzustellen. Denn Politik, die sich entweder im nationalen Maßstab, oder auch im Währungsverbund des Euroraums, ihrer Hoheit über das Geld begibt, ist für den Souverän in Hinblick auf jegliche gesellschaftspolitischen Aufgaben, ziemlich wertlos.
Sehr geehrte Frau Dr.Guerot, worauf ich hinweisen möchte, ist die Notwendigkeit – auch für Politologinnen – sich mit den Wirkungsweisen der Geldordnung auseinander zu setzen. Politik ohne Geldhoheit ist vergleichbar mit den Zeugungsbemühungen eines Eunuchen.
Der naheliegende erste Schritt sollte daher die Wiedererlangung der Hoheit über das Geld sein, wie das seit etlichen Jahren mit dem sehr detailliert ausgearbeiteten Konzept “Monetative/Vollgeld” nahegelegt wird. Zu betonen ist, dass das freilich kein Allheilmittel ist, aber dass es die unbedingte Voraussetzung ist, um darauf weitere Reformschritte zur Bändigung der Finanzmärkte und zur solidarischen Ausgestaltung der steuer- und arbeitsrechtlichen Gesetzgebung aufbauen zu können.
In der Hoffnung Sie dazu angeregt zu haben, Möglichkeiten einer funktionierenden Geldordnung in Ihre weiteren Überlegungen einzubeziehen, schließe ich, freue mich von Ihnen zu hören und verbleibe
From: Günther HoppenbergerSent: Saturday, November 26, 2016 11:43 PM
To: katharina.kucharowits@spoe.at ; claudia.gamon@neos.eu ; asdin.el-habbassi@parlament.gv.at ; julian.schmid@gruene.at ; petra.steger@parlament.gv.at ; petra.steger@fpoe-wien.at ; martina.schenk@parlament.gv.at
Subject: 60min., Do.24.11.2016; ORF
Sehr geehrte Abgeordnete, liebe Partei-Jugendsprecher und Partei-Jugendsprecherinnen,
eher durch Zufall habe ich am 24.11. die auf ORF III ausgestrahlte Sendung “60 min” verfolgt und war von Ihrem Enthusiasmus und überzeugendem Engagement sehr angetan. Besonders erfreut war ich über die beiläufige Information, dass Sie auch untereinander und parteiübergreifend den Gedankenaustausch pflegen. Das lässt in mir Hoffnung auf das Heranwachsen einer neuen Abgeordnetengeneration aufkommen. Es ist das der einzig richtige Weg, um das Vertrauen der Bevölkerung zurück zu gewinnen.
Alle sechs haben Sie nun in der Sendung Standpunkte vertreten und Forderungen geäußert, die teils sehr vernünftig, teils auch ideologisch geprägt, aber auf alle Fälle redlich und nachvollziehbar waren. Was bei Ihrem überschäumenden Einsatz für eine bessere Zukunft auf der Strecke blieb, war jedoch die Erkenntnis, dass Sie sich mit Ihren Forderungen innerhalb eines festen Regelwerks bewegen müssen: Innerhalb der als unverrückbar akzeptierten Geldordnung.
Entweder wurde es von der Politik noch nicht erkannt, oder es wird bewusst oder unbewusst verdrängt, dass alle – wirklich alle – Probleme zu deren Lösung sich die Politik aufgerufen fühlt, etwas mit der Geldordnung zu tun haben. Trotzdem ist die Geldordnung, die bis in die 80er Jahre hervorragende Dienste leistete und einen relativ breiten Wohlstand ermöglichte, zum größten politischen Tabuthema geworden, obwohl der erreichte Wohlstand mit derselben Geldordnung nicht länger aufrecht zu erhalten ist. Es geht eben nicht um Arbeitsplätze, Standortsicherung, Wettbewerb, Arbeitslosigkeit, Migration, u.s.w., sondern es geht ums Geld. Und zwar um eine Geldordnung, die auch noch die Fortentwicklung einer hoch arbeitsteiligen Wohlstandsgesellschaft ermöglicht und den fortschreitenden gesellschaftlichen Zerfall verhindert.
Und so soll dieses mail nicht nur dazu dienen, Ihnen meine Anerkennung für Ihren Auftritt im ORF auszudrücken, sondern ich möchte Sie dazu animieren, nein, sogar vehement dazu anstacheln, in gemeinsamem parteiübergreifenden Bemühen das Schlüsselthema “Geldordnung” zu enttabuisieren und in Ihre zukünftige politische Tätigkeit zum Wohle der Gesellschaft einzubeziehen. Darauf hoffe ich und wünsche Ihnen dazu viel Kraft, Glück und Erfolg.
Es wird mich freuen von Ihnen zu hören.
Mit besten Grüßen, Dr. Günther Hoppenberger LIFESENSE-Zirkel Linz
Als einzige Reaktion – zumindest bis heute, 5.12.2016, – kamen folgende netten Zeilen von Frau Gamon (NEOS), aus denen jedoch leider nicht abzuleiten ist, dass mein Appell auch wirklich verstanden wurde:
Sehr geehrter Herr Hoppenberger,
Danke vielmals für Ihre Nachricht und die positive Rückmeldung, es freut mich sehr wenn unsere gemeinsamen Bemühungen auch auf Gehör stossen!
Mit freundlichen Grüßen, Claudia Gamon
Am 7.12.2016 erreichte mich eine weitere Reaktion aus dem Team Stronach. Naja.
Als erstes will ich mich herzlich für Ihre Nachricht bedanken.
Die Offenheit der Gesellschaft und Dialog aller Beteiligten (auch parteiübergreifend) ist besonders wichtig. Ich bin auch Ihrer Meinung – für das Weiterkommen der Gesellschaft ist es eine Voraussetzung, dass wir über alle Themen offen und ohne Vorurteile diskutieren können.
Mit freundlichen Grüßen, Martina Schenk
Abgeordnete zum Nationalrat, Parlamentsklub Team Stronach
i.V.DI Jaroslava Spanring, PhD., Referentin
26.11.2016; Mag. Cornelia Mayrbäurl, AGENDA-AUSTRIA, Leserbrief im Standard
Persönlicher Kommentar zu einem Leserbrief im Standard vom 26.11.2016,von Frau Mag. Mayrbäuerl (Agenda Austria):
Sehr geehrte Frau Mag. Mayrbäurl,
mit Ihrer Kritik an der Falschanalyse statistischer Daten durch Herrn Nevrivy liegen Sie im Prinzip und bei nüchterner Betrachtung des Zahlenmaterials der Statistik Austria richtig. Ihr unspezifischer Ratschlag, “ein besseres Umfeld dafür zu schaffen, dass neue Jobs entstehen”, ist jedoch gleichermaßen wenig hilfreich. Es geht ja nicht um Arbeitsplätze, sondern um das erzielbare Einkommen! Arbeitsplätze sind ja kein Ziel als solches, sondern sie sind nach deren Inhalten und Wirkungen auf die Gesellschaft zu beurteilen. “Schaffung von Arbeitsplätzen” erscheint uns als Voraussetzung, um den Anforderungen der Geldordnung zu entsprechen und wir verstehen darunter Arbeitsplätze, die sich “rentieren”. Es mangelt nicht an sinnvollen Arbeitsmöglichkeiten, sondern an Geld! An Geld, dem keine Spekulation innewohnt, den mit den Arbeitsplätzen geschaffenen Mehrwert in Geld erlösen zu können. “Solches Geld” ist ausschließlich vom Staat zu erwarten und es sollte nicht verwundern, dass z.B. noch keine Kindergarten-Aktiengesellschaften, und ähnliches, an den Börsen zu finden sind.
Jedenfalls hängen alle Probleme, mit denen sich die Politik konfrontiert sieht, an der Konstruktion der Geldordnung. Und auch wenn Sie mir schon vor über einem Jahr gestanden haben, dass “Geld und Finanzen” nicht Ihr Thema sind, so wird Agenda-Austria nicht umhin können, sich zu einer intensiven Behandlung dieser Themen aufzuraffen. Es geht um die Enttabuisierung der “Geldordnung” in der öffentlichen Meinungsbildung. Dazu könnte Agenda-Austria einen wertvollen Impuls liefern und sich damit zugleich aus der ideologischen Sichtbeschränkung befreien.
15.11.2016; Standard, R. Graber; Koalition bastelt an Reform der Bankenaufsicht. Besser gleich “Monetative”
Bankenaufsicht ist ein Thema, das sich erst nach der notwendigen Reform der Geldordnung stellen sollte. Von der Aufsicht über ein zunehmend versagendes System sind bestenfalls Erklärungen, nicht jedoch Veränderungen zu erwarten. Demgemäß wird die Diskussion über die Zuständigkeiten zu einer parteipolitischen Spiegelfechterei. Es sollte eigentlich naheliegen, gleich eine Vollgeldreform als ersten und wichtigsten Schritt durchzuführen und die Zentralbanken, im Euroraum verknüpft über die EZB, mit dem alleinigen, unter demokratischer Kontrolle stehendem Recht zur Geldschöpfung zu betrauen. Zentralbank als “Monetative” und vierte staatliche Gewalt. Anders werden sich die Staaten trotz allen möglichen Kontrollgremien nicht aus ihrer verhängnisvollen Abhängigkeit von den Finanzmärkten befreien können.
Dr. Günther Hoppenberger LIFESENSE-Zirkel Linz
14.11.2016; profil, P.Lingens; Eins vor zwölf für Euroland
….leider nicht nur für Euroland
Es ist nicht eins vor zwölf! Es ist eins vor Mitternacht! Wenn es nicht bald zu einer Art Neuauflage von Bretton Woods kommt, mit der eine gänzliche Neukonstruktion der internationalen Geldordnung zu beschließen wäre, wird der global betriebene ökonomische Irrwitz auch in der letzten Minute vor Mitternacht die Menschheit einem finsteren Zeitalter entgegen treiben.
2.11.2016; OÖN; H. Neumüller; Negativzinsen: Warum schweigt der Gesetzgeber?
Zweifellos brauchen wir die Banken. Besonders zur Abwicklung der Zahlungsflüsse, aber natürlich auch zur Vermittlung von Finanzierungen für Unternehmen und vor allem für die Fristentransformation. Dass mit dieser Dienstleistung Kosten verbunden sind, sollte auch jedem einleuchten. Das Verleihen von etwas, das (zu rund 90%) überhaupt erst im Verleihvorgang entsteht, bringt aber bei Negativzinsen zwangsläufig das bislang recht interessante Geschäftsmodell ins Wanken und findet sein Ende an vorhersehbaren Entwicklungen im Finanzmarkt und an den krampfhaften Rettungsbemühungen, zu denen die Bürger ungefragt herangezogen werden. Will man sich – mit gutem Grund – auf die real existierende Marktwirtschaft berufen, ist es jedoch nicht die Aufgabe des Staates, bei versagenden Geschäftsmodellen einzuspringen. Allerdings wäre es die längst überfällige Aufgabe des Staates, die Geldschöpfung als alleiniges Recht des Souveräns, quasi als vierte staatliche Gewalt, einer demokratisch kontrollierten Behörde zu unterstellen, wie das von den europäischen Vollgeld-Initiativen nahegelegt wird. Die Vollgeldreform wäre jedenfalls der erste und damit wichtigste Schritt, um die völlig aus dem Ruder gelaufenen Machtverhältnisse zwischen Bürgergesellschaften und Finanzmärkten neu zu ordnen. Es wäre das zugleich eine brillante Möglichkeit für politische Entscheidungsträger, Führungskompetenz zu zeigen und nicht zuletzt auch das Vertrauen ihrer Bevölkerungen zurück zu gewinnen.
Dr.Günther Hoppenberger LIFESENSE-Zirkel Linz
31.10.2016; profil; Peter Lingens Teuflische Schiedsgerichte
Teufel – gibt’s die?
Internationalen Handel und Auslandsinvestitionen sollte man nicht in einen Topf werfen! Was sind denn überhaupt die Beweggründe für Auslandsinvestitionen? Höhere Renditeerwartungen als mit meinem Geschäftsmodell im Inland erzielbar sind. Sei es wegen Marktsättigung – wo man aber durch niedrigere Preise und Werbung immer noch etwas draufsetzen kann, oder weil das Geschäftsmodell für den Heimmarkt nicht mehr zeitgemäß ist. Volkswirtschaftlich entsprechen Auslandsinvestitionen der Übertragung von Schulden. Man investiert ja nicht aus Jux und Nächstenliebe, sondern um die im Inland nicht mehr zu erwirtschaftenden Schulden (Investitionen) vom Ausland bedienen zu lassen. Der Investitionsschutz dient also als Garant der Renditeerwartung, bzw. der weitgehenden Ausschaltung des unternehmerischen Risikos. So gesehen liegt der Teufel im Wachstumszwang unserer Geldordnung, der die Länder zur gegenseitigen Übervorteilung und Enteignung von jeweiligem Volksvermögen anstachelt. Dass da nicht sehr feinfühlig auf die Art von Regimen, Korruption und/oder Unterdrückung der Bevölkerungen eingegangen wird, steht auf einem anderen Blatt (hat aber speziell mit CETA nichts zu tun!).
22.10.2016; OÖN, Dietmar Mascher; Der fatale Hang zum Selbstbetrug
Selbstbetrug als mainstream?
Im heutigen Leitartikel eröffnet uns Mag. Mascher, dass er leider selbst dem Selbstbetrug unterliegt, da er glaubt, man könne in einem Schuldgeldsystem Schulden tatsächlich tilgen. Schuldgeld kann gesamtwirtschaftlich jedoch immer nur auf anderer Rücken übertragen werden. Für die Staatsschulden, sofern man sie nicht auf das Ausland übertragen kann, bieten sich dafür einzig und allein die Steuerzahler an, so lange nicht begriffen wird, dass Geldschöpfung ein grundlegendes, demokratisch kontrolliertes Hoheitsrecht wie Legislative, Judikative und Exekutive sein sollte. Das wäre eben dann die “Monetative” als vierte staatliche Gewalt, mit der dem Bankensystem das Recht der Buchgeldschöpfung (85-90% unseres Geldes!) entzogen würde. Sukzessive könnte sich der Staat damit wieder gegenüber den Banken in die Gläubigerposition bringen – wie es auch sein sollte. Entsprechend ausgearbeitete Prozessvorschläge finden sich bei www.vollgeld-initiative.ch, www.monetative.de und demnächst auf www.monetative-austria.at. Ein Staat darf sich nicht verschulden müssen!
21.10.2016; Standard; Günther Oswald; Kommentar über Mindestsicherung
Mindestsicherung – bezogen worauf?
In Diskussionen über eine Mindestsicherung sollte sich langsam die Einsicht durchsetzen, dass Armut und Reichtum Relationsgrößen der Macht sind. Es geht um Relationen! Das stärkste Machtmittel ziviler Gesellschaften verbirgt sich in deren Geldordnung und den damit erfolgenden Einkommenszuteilungen, die sich mitnichten aus irgendwelchen Marktgegebenheiten, sondern ausschließlich aus der spezifischen Machtkonstellation erklären lassen. Und es ist absurd über einzelne Euros einer Mindestsicherung zu diskutieren, wenn man sie nicht in Relation zu einem Höchsteinkommen stellt. Hier wäre das Begriffsfeld “Zumutbarkeit” (nach unten, wie nach oben) abzuarbeiten. Wo liegt also die zumutbare “Höchstsicherung”? Ein gleichermaßen spannendes wie auch drängendes sozialphilosophisches Thema.
17.10.2016; profil, Joseph Gepp; „Aus dem Vollen geschöpft“
Sehr geehrter Herr Mag. Gepp,
es freut mich ungemein, dass nun auch “profil” über die Möglichkeit von Vollgeld zur Stabilisierung des Geldsystems berichtet, auch wenn zwischen den Zeilen durchschimmert, dass das Konzept “Monetative/Vollgeld” offensichtlich noch nicht so ganz verstanden wurde. Eine Vollgeldreform muss vor allem als wichtigste Voraussetzung für weitere Reformschritte erkannt und soll nicht als augenblickliche Patentlösung aller wirtschafts- und finanzpolitischen Probleme interpretiert werden. Schulmeisters (und anderer) Bedenken konnten m.E. argumentativ vollständig entkräftet werden (siehe: www.initiative-vollgeld.ch, oder: R. Dietz: “Das Vollgeldsystem und seine Vorteile” als Gastbeitrag auf www.lifesense.at, oder von Erhard Glötzl auf: https://sites.google.com/site/gloetzlerhard/vortraege-oekonomi, bzw. natürlich auf www.vollgeld.de und www.monetative.de).
In der Hoffnung, dass Sie auch weiterhin an der Geldordnung, dem selbst von den meisten Ökonomen noch missachteten, ja sogar hartnäckig tabuisierten Schlüsselthema wirtschaftspolitischer Problemstellungen dranbleiben.
15.10.2016; Standard; „Doch-noch-Zustimmung“ zu CETA
Wer urteilt über Österreichs Reputation?
Die vorhersehbare und wenig überraschende “Doch-noch-Zustimmung” Österreichs zu CETA, wird unter anderem besonders mit “Erhaltung der Reputation Österreichs” begründet. So lange Reputation jedoch am unauffälligen, “braven” Mitläufertum mit den Intentionen der handlungsbestimmenden Macht der Geldordnung gemessen wird, darf man sich nicht wundern, dass es der Politik an Haltung und Standhaftigkeit mangelt. Es geht nicht um den Freihandel. Es geht um die Aufgabe von Staatsbefugnissen und damit um einen weiteren Schritt in Richtung Abschaffung demokratisch kontrollierbarer Politik.
10.10.2016; profil; Michael Nikbakhsh; Unter den Wolken
(Gerade dieser Leserbrief, von dem ich die von mir gewählte Überschrift nicht mehr auffinden kann, wurde im profil Nr.42, vom 17.10. abgedruckt):
Der Artikel stellt die Ursachen der Zerrüttung unseres Finanzsystems dar. Da es in unserer monetaristischen Wertewelt stets um die Reibungslosigkeit der Geldflüsse geht, sind davon nicht nur die Banken als Unternehmen betroffen, sondern es geht um die Erhaltung der Gesellschaftsstrukturen. Mit „Geld von Sparern zu verwalten und Kredite auszureichen, das war einmal“, bringt Nikbakhsh das Problem auf den Punkt, stellt abschließend aber die Frage in den Raum, welche Rolle die Banken in Zukunft noch spielen sollten. Nun, wenn Banken zu dem zurückkehren sollen, „was einmal war“ und was sie immer noch vorgeben zu tun, muss man ihnen im ersten Schritt vor allem einmal das Recht auf Buchgeldschöpfung absprechen, wie das nach dem Vollgeldkonzept der Fall wäre. Eine funktionierende Geldordnung muss unter demokratisch kontrollierte staatliche Hoheit fallen und darf nicht einer Handvoll gewinnorientierten, sich jeder gesellschaftlicher Verantwortung verweigernden Privatunternehmen überlassen werden.
5.10.2016; OÖN; H. Neumüller; Kein Steuergeld für Banken ist unsinniges Dogma
Volkswirtschaft braucht handlungsfähigen Staat!
Es geht in einer Volkswirtschaft vor allem um die Aufrechterhaltung der Zahlungsflüsse und um die demokratisch kontrollierbaren Hoheitsrechte über das Geld. Was daher naheläge wäre die Verstaatlichung des Geldes – nicht (auch nicht vorübergehend) der Banken! Ähnlich wie es uns unsinnig erschiene, bei einem Ertrinkenden einen Rettungsschwimmerkurs zu buchen, sollten wir die Absurdität erkennen, wenn sich der Staat erst bei den maroden Banken zu deren “Rettung” bei eben diesen verschulden muss. Damit Banken tatsächlich das tun, was sie vorgeben zu tun, müsste ihnen das durch nichts zu rechtfertigende Privileg gegenüber allen anderen Wirtschaftsteilnehmern, nämlich die Buchgeldschöpfung, verwehrt werden, wie das seit Jahren von den Initiativen “Monetative/Vollgeld” detailliert ausgearbeitet und als erster, wichtigster Schritt für eine funktionsfähige Geldordnung propagiert wird. Alles andere sind Retuschen am Verdorbenen.
4.10.2016; Am 3.10.2016 fand auf Puls 4 in Pro und Contra (22.35) eine Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) statt. Mit: Christoph Badelt, Gernot Blümel, Margit Appel, und dem Initiator des Schweizer BGE Referendums, Daniel Häni. Moderation: Corinna Milborn. Die Wortmeldungen von Gernot Blümel veranlassten mich zu folgendem Schreiben:Betr: Ihre Wortmeldungen zu “BGE” bei Pro und Contra am 3.10.2016
Sehr geehrter Herr Mag. Blümel,
mit Ihren gestrigen Äußerungen skizzierten Sie Ihr persönliches Menschenbild, das freilich – wie auch immer zustande gekommen – zu respektieren ist, jedoch als Leitbild einer harmonischen Gesellschaft untauglich erscheint und geradezu nach einem BGE schreit.
Zunächst ginge es doch um die Frage, ob denn ein BGE für eine harmonische, aus autonomen Bürgern gebildete Gesellschaft nicht wünschenswert wäre. Ihre diesbezügliche Ablehnung haben Sie klar zum Ausdruck gebracht und damit ein Bekenntnis zu den bestehenden Machtstrukturen abgelegt. Denn darum geht es. Es geht bei allen Verteilungsfragen um die Macht! Sie haben natürlich recht, dass das, was einem Einkommen erst Kaufkraft verleiht, von jemandem erarbeitet werden muss. Haben Sie jedoch schon einmal einen Gedanken daran verschwendet, wer eigentlich Ihr Einkommen erarbeitet? Ihre Arbeit mag einen Wert haben, aber es entsteht durch Ihre Arbeit nicht das Geld, um Sie für den Wert zu entlohnen! Arbeit kann immer nur Werte schaffen, aber kein Geld. Im Gegenteil! Man benötigt Geld, um arbeiten und Werte schaffen zu können. Daraus folgt aber, dass jedes Einkommen nur eine Zuteilung bereits vorhandenen (durch Kreditverschuldung entstandenen) Geldes gemäß den Machtstrukturen innerhalb einer Gesellschaft ist. Und das ist der springende Punkt, um den es beim BGE geht.
Die bestehende Geldordnung hat sich unübersehbar zum höchsten Machtmittel entwickelt, an dem, verstärkt durch die weltweite (nicht immer gewaltfreie) Durchsetzung dieser Ordnung, Gesellschaften zerbrechen und sich aufzulösen beginnen. Vielleicht haben Sie ja auch bereits erkannt, dass alle, wirklich alle Problemlösungen, mit denen die nationale und internationale Politik befasst ist, ihre Grenzen an der Geldordnung finden – sofern diese eben als unumstößlich akzeptiert wird. Dadurch lässt sich politische Arbeit relativ klar definieren, als das Bemühen, Unmögliches als möglich erscheinen zu lassen. Ein klar vorgezeichnetes Konzept, um Gesellschaften in Verarmung, Unruhen und Kriege zu treiben.
Aber zurück zum gestrigen Abend: Sie äußerten Ihre Sorge, dass bei einem BGE ungeliebte Tätigkeiten unterblieben. Sie drücken damit jedoch nur aus, dass Sie es legitim fänden, jemanden zu ungeliebter Tätigkeit bei sonstigem Existenzverlust erpressen zu können (Das wirksame Prinzip der Macht ist ja bekanntlich die Erpressung). In meinem Menschenbild ist Ihre Sorge unbegründet, denn sofern ein Sinn in einer auch an sich unangenehmen Tätigkeit erkannt werden kann, wird diese mit Sicherheit und sogar mit Hingabe ausgeübt werden. Damit kommt also der Sinn einer Tätigkeit ins Spiel – und Sie werden vielleicht eingestehen können, dass es vielen der heutigen Wirtschaftsaktivitäten, die vorwiegend auf fragwürdiges Wachstum (=Schuldenwachstum) und auf einen von niemandem zu gewinnenden Wettbewerb* (=Rivalität) zwischen den Staaten ausgerichtet sind, an einem gemeinwohlorientierten gesellschaftlichen Sinn mangelt.
(*Ziel des Wettbewerbs im inner- und zwischenstaatlichen Wirtschaften ist es, Geldschulden jeweils auf andere Schultern zu übertragen).
So gesehen, musste ich also zur enttäuschenden Ansicht gelangen, dass Sie an der gestrigen Diskussion als Institutionenvertreter und nicht als Person teilnahmen. Es würde der ÖVP (wie auch den anderen Parteien) jedoch gut anstehen, sich einmal mit dem alle politischen Aktivitäten einschnürenden Korsett der Geldordnung zu befassen. Meiner Ansicht nach wäre der erste und wichtigste Schritt zu einer zeitgemäßen Geldordnung die Umstellung auf ein Vollgeldsystem, wie das seit Jahren von der Initiative “Monetative/Vollgeld” unter Prof. Joseph Huber und anderen empfohlen und mittlerweile akribisch ausgearbeitet wurde. (www.monetative.de; www.vollgeld.de). Mehr denn je geht es heute für die Politik darum, überhaupt handlungsfähig zu werden, was in erster Linie über die Oberhoheit über die Gelderzeugung (unter demokratischer Aufsicht) erfolgen muss. Dass dann darauf weitere Reformschritte angeschlossen werden müssen – was jedoch erst durch die Vollgeldreform möglich wird – ist offenkundig.
Abschließend mein wohlmeinender Rat: Möchten Sie gemeinwohlorientierte Politik für die Bürger machen, dann achten Sie nicht auf das Geld, sondern auf die Geldordnung! Die Geldordnung war fabelhaft dazu geeignet, in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg in relativ kurzer Zeit einen relativ breiten Wohlstand hervorzubringen. Dieselbe Geldordnung ist jedoch nicht dazu geeignet, diesen Wohlstand auch längerfristig aufrecht erhalten zu können. Der gesellschaftsspaltende Abbauprozess läuft bereits unübersehbar seit den Achtzigerjahren und beginnt sich unerträglich und höchst beunruhigend zuzuspitzen. Für verantwortungsbewusste Bürger ist daher ein offenkundiges Einigeln im Partei-Lagerdenken inakzeptabel. Es führt zu Verschärfung der Gesellschaftsspaltung und ist nicht zuletzt wohl Hauptursache für die mit Verwunderung und Unverständnis erfahrene Politikverdrossenheit.
Dr. Günther Hoppenberger LIFESENSE-Zirkel Linz www.lifesense.at
In Vertretung von Mag. Blümel hat Frau Marie-Luise Mojzis geantwortet:
Herr Landesparteiobmann Gernot Blümel hat Ihr Schreiben sehr aufmerksam gelesen und er dankt für Ihre Initiative sowie die Möglichkeit Ihnen auch seine Sichtweise darzulegen. Bürgerliche Sozialpolitik bedeutet für ihn, jenen zu helfen, die wollen aber nicht können. Nicht jenen, die können aber nicht wollen. Hilfe für jene, die wirklich unsere Hilfe brauchen ist fest in unserem Grundverständnis, das auf Basis der christlichen Soziallehre, aufbaut verankert. Genauso wie die Solidarität mit jenen Bürgerinnen und Bürgern, die diese solidarischen Leistungen erarbeiten und finanzieren.
Von nichts kommt eben nun mal auch nichts. Daher sind wir in der Österreichischen Volkspartei davon überzeugt, dass wir uns zuerst übers Erarbeiten, und erst dann übers Verteilen Gedanken machen und nicht umgekehrt. Was herauskommt, wenn man sich keine Gedanken übers Erarbeiten macht, das zeigt Rot-Grün in Wien. Hier ist die Mindestsicherung zum BGE verkommen. Und Wien ist zum Magneten geworden, für alle die möglichst viel bekommen aber möglichst wenig tun wollen. Das ist vor allem jenen gegenüber nicht gerecht, die jeden Tag aufstehen, hart arbeiten und mit ihren Steuern das System finanzieren. Daher geht es auch um Gerechtigkeit gegenüber den Leistungswilligen.
Bürger- und Bezirksservice
Das verlangte natürlich nach neuerlicher Stellungnahme:
Sehr geehrte Frau Mojzis,
lieben Dank für Ihre Antwortzeilen, in denen allerdings nicht auf die von mir eingebrachten Aspekte eingegangen, sondern bloß wiederholt wurde, was mich zu meinem Schreiben veranlasst hatte. Es gäbe dazu natürlich noch viel zu sagen, ich möchte jedoch nur einige Punkte anschneiden:
Es wird der Aspekt ausgeblendet, dass Arbeit keineswegs Mühsal und Plage ist, sofern darin ein Sinn erkannt werden kann. Der gesunde Mensch kann gar nicht langfristig untätig sein. Der Mensch verzweifelt an “Muße”, der nicht eine erfolgreiche Tätigkeit vorgelagert war. Was Sie einschränkend als Arbeit definieren, ist also die so genannte marktfähige Arbeit, deren Wertschätzung eben den Machtstrukturen innerhalb einer Gesellschaft unterliegt. Da jedoch die Machtstrukturen von der Geldordnung bestimmt werden, ist die Wertschätzung nicht nur unabhängig vom Gemeinwohlwert, sondern sehr häufig sogar konträr dazu. Es sollte dabei auch nicht übersehen werden, dass im systemisch erzwungenen Wettbewerb um Machtgewinn, die eigene Leistung meist als höherwertig eingestuft wird, als jene aller anderen. Es ist mir auch nicht bekannt, dass schon einmal jemand den Erhalt einer im gesellschaftlichen Vergleich unverschämt oder zumindest ungerechtfertigt hohen Entschädigung wegen Ungerechtigkeit beeinsprucht hätte. Es soll dabei jedoch keinesfalls um Gleichmacherei gehen, sondern um das Verständnis, dass Armut und Reichtum Relationsgrößen der Macht sind. Es geht um Relationen! Und es ist absurd über einzelne Euros einer Mindestsicherung zu diskutieren, wenn man sie nicht in Relation zu einem Höchsteinkommen stellt. Hier wäre das Begriffsfeld “Zumutbarkeit” (nach unten, wie nach oben) abzuarbeiten.
Was die Sinnsuche in der Arbeit betrifft, muss man an den Kern der Widmung gehen. Mit Eifer und Sorgfalt bei der (womöglich sogar nur durch Machtverhältnisse zugewiesenen, oder aus Angst vor Abstieg übernommenen) Arbeit zu sein, berechtigt allein noch zu keinem Einkommen, sofern das Ziel der Arbeit nicht dem Gemeinwohl dient. Der Prototyp eines gemeinnützig Tätigen ist doch eigentlich der Politiker und es sollte stutzig machen, wenn darüber diskutiert wird, ob gemeinnützige Tätigkeit mit 2,50 oder 5.- pro Stunde abgegolten werden soll. Damit wird gemeinnützige Tätigkeit – und somit besonders auch die Tätigkeit von Politikern – in Hinblick auf die gesellschaftliche Wertschätzung abgewertet. Was übrigens völlig in Vergessenheit geraten sein dürfte ist, dass wir alle ausschließlich von der Landwirtschaft leben! (Das gehört aber wohl nicht hierher – oder?). Es ist unser systemnotwendiges Denken in Geldgrößen statt in Wertgrößen, das uns an einer harmonischen Gesellschaftsentwicklung hindert. Über Leistung und Leistungswilligkeit zu befinden ist ohne Einbeziehung der Zielsetzung des Leistungsergebnisses, undenkbar!
Nicht zuletzt möchte ich darauf hinweisen, dass Steuern kalkulatorische Größen sind und somit alle Steuern und Sozialausgaben ausschließlich von den Konsumenten bezahlt werden. In einer hochproduktiven Wirtschaft ist daher der Konsument das ausschlaggebende Wirtschaftsglied. Und die einzig wahre Berechtigung zu einem (über-) lebensnotwendigen Einkommen innerhalb der gesellschaftlichen Einkommensrelationen ergibt sich daher aus der bloßen Existenz. Ich stimme Ihnen völlig zu, dass zuerst erarbeitet und erst dann verteilt werden kann, möchte Sie jedoch auf den gravierenden Denkfehler aufmerksam machen: Ja. Verteilung bezieht sich auf geschaffene Werte. Um jedoch Werte schaffen zu können, braucht es vorgängig Geld in einem existenzsicherndem Ausmaß. Nichts anderes soll mit einem BGE bewirkt werden, als Menschen in die Lage zu versetzen, selbstbestimmt Werte zu schaffen. Dass das eine Veränderung der Machtstrukturen bewirkt, ist klar. Einem BGE ablehnend gegenüber zu stehen bedeutet jedoch, Bedingungen an das Sein zu stellen (Mit welcher Legitimation?) und enttarnt daher ein eher bedenkliches, vorwiegend auf Ängsten beruhendes, jedenfalls wenig christliches Menschenbild.
Mit freundlichen Grüßen (auch an Herrn Mag. Blümel),
Dr. Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel Linz, www.lifesense.at
2.10.2016; profil; Peter Lingens; CETA als rote Zangengeburt
Rationales Denken legt CETA nahe?
Der – für mich etwas überraschend nun auch von Peter Lingens – mit großer Erwartungshaltung propagierte Freihandel ist in Zeiten, in denen die komparativen Kostenvorteile, die das Rückgrat des internationalen Handels darstellten und die durch die “Globalisierung” zerstört wurden, durchaus mit Freibeutertum zu vergleichen. Wenngleich immer noch nicht offenkundig ist, welche konkreten Handelsprobleme zwischen Kanada und EU durch CETA gelöst werden sollen, so entspricht doch jedes internationale Handelsabkommen einer Einschränkung staatlicher Hoheitsrechte. Mehr Arbeitsplätze, günstigere Preise, mehr Auswahl, u.s.w., sind zum Teil einander ausschließende populistische Argumente, die auf eher realitätsfernen Annahmen beruhen (Eigentlich müsste sich ja “die Wirtschaft” vehement gegenüber solchen Erwartungen verwehren). Es geht aber eben nicht um die Wirtschaft, sondern ums Geld! Rationalität nur im ökonomischen Sinne zu verstehen führt eben auch sehr leicht zu gemeinwohlschädigenden Entscheidungen. Es geht daher nicht um die Details des Vertrags, sondern um die Frage, was würde sich verschlechtern, wenn CETA nicht kommt.
1.10.2016; OÖN; D. Mascher, Warum Aktien?
“Mensch ärgere dich nicht” am Beispiel des Börsespiels
Leider wird die “wichtige Diskussion” (Sinn und Funktionsweise des Geldes) durch das Börsespiel gerade eben nicht angestoßen. Da stehen eher die in Aussicht gestellten Gewinnmöglichkeiten im Vordergrund. Die Teilnehmer werden dazu stimuliert, durch glückhaften Handel innerhalb von 8 Wochen eine möglichst hohe Rendite, die im Idealfall weit über dem realwirtschaftlichen Wachstum liegen sollte, nachzuweisen. Für die Aktiengesellschaften selbst, hat sich nichts geändert und sie sind von dem Börsenhandel ja nur insofern betroffen, als sie sich den Kurserwartungen entsprechend zu verhalten versuchen. Da bleiben dann schon manchmal sinnvolle, gemeinwohlorientierte Unternehmensziele und Arbeitsplätze auf der Strecke, um nicht zu einem Übernahmekandidaten zu werden. Die Börsen sind zwar nicht der Hort des Bösen, aber sie sind selbstverständlich ein Hort der Spekulation und der Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse. Was das Börsespiel jedoch sehr eindrücklich zeigt ist, dass jeder an der Börse gewinnen kann – jedoch nicht alle! Und es zeigt auch sehr schön, wie sich Sparvermögen in Spesen transformieren lassen.
21.9.2016; OÖN; Wahlwiederholung kostet in Linz zusätzlich 300.000.-
Falsch! Durch die Wahlwiederholung eröffnen sich allein aus Linz zusätzliche, unvorhergesehene Einnahmemöglichkeiten von 300.000.- Dennoch wäre dieser Mini-Wirtschaftsimpuls, mit dem außer einem Rechtswert kein Gemeinnutzen befördert wird, verzichtbar gewesen.
19.9.2016; OÖN; Josef Lehner, Österreich muss Exportnation bleiben
“Österreich muss Exportnation bleiben” betitelt Josef Lehner seinen heutigen Leitartikel, in dem er sich für TTIP und CETA einsetzt. Abgesehen davon, dass uns nicht mitgeteilt wird, welche Nationen demnach Importnationen bleiben sollten, erstaunt die Begründung: 60% unseres Wohlstands hängt vom Export ab. Das hieße doch, dass unser Wohlstand wächst, je mehr unserer Leistungen und geschaffenen Werte wir an das Ausland abgeben. Liegt da nicht etwa ein grober Trugschluss vor, der eine fiktive, als Geld nicht realisierbare Zahl mit Wohlstand verwechselt? Es ist bemerkenswert, dass in Zeiten, in denen globale Solidarität gepredigt und gleichzeitig Kriege geführt werden, alle Nationen ihr Heil in Exportüberschüssen suchen. Für eine tatsächlich friedliche Welt kann das gewiss kein taugliches Konzept sein. Könnte es aber vielleicht etwas mit unserer (mittlerweile) untauglichen Geldordnung zu tun haben, die die Menschheit zu Rivalität, statt zu Kooperation zwingt?
Dr. Günther Hoppenberger, LIFESENSE-Zirkel 4030 Linz
1.8.2016; OÖN; D.Mascher, Wie viele Banken können wir uns noch leisten?
Fallenlassen von Banken
Will man die Kosten für geordnete Bankschließungen nicht den Steuerzahlern, sondern den Eigentümern und Gläubigern umhängen, sollte man schon auch bedenken, dass jeder Kunde mit einer positiven Zahl auf seinem Konto oder auf seinem Sparbuch, Gläubiger der Bank (und als Normalbürger meist auch Steuerzahler) ist. Auf der anderen Seite sind Banken die Gläubiger der Staaten. “Too big to fail” drückt die Angst aus, dass die realwirtschaftlichen Zahlungsflüsse, deren Abwicklung die eigentliche Aufgabe der Banken wäre, zusammenbrechen könnten. Darin liegt das eigentliche Erpressungspotential der Banken. Anstatt dafür eigene Strukturen zu entwickeln (die ja z.B. ansatzweise bei der PSK bestanden, aber unbedingt an einen Hedgefonds verkauft werden mussten) hat man sich dem Bankensystem voll ausgeliefert. Darüber hinaus müsste man einmal die Banken zu dem machen, was sie vorgeben zu sein: Vermittler von staatlichem Geld. Eine Umstellung auf ein “positive money”, wie das von vielen Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftlern seit Jahren (im deutschsprachigen Raum unter “Monetative/Vollgeld”) empfohlen wird, würde nicht nur die Spargelder tatsächlich absichern, da diese außerhalb der Bankbilanz (wie in einem Schließfach) wären, sondern würde auch die Staaten wieder so wie es eigentlich gedacht wäre, in die Rolle des Gläubigers gegenüber den Banken versetzen. Das würde auch zu einer Gleichstellung der Banken mit den anderen Wirtschaftstreibenden führen, die auch kein eigenes Geld schöpfen können.
Das große Rätsel ist doch, weshalb keine Partei dieses Vollgeldkonzept in ihr Parteiprogramm aufnimmt, obwohl sie damit zweifellos reüssieren könnte. Oder sollte vielleicht an den Verschwörungstheorien doch etwas dran sein, dass heutige Politik nur der verlängerte Arm der Banken ist, der gemeinsam mit diesen gegen die Interessen und Bedürfnisse ihres Souveräns – des steuerzahlenden Staatsbürgers – handelt?
27.7.2016; Standard, Lisa Mayr, Begriffe statt Begreifen
Ästhetisierung von Mord durch differenzierte Begriffe
Danke, Lisa Mayr, für diesen – wenngleich immer noch recht zaghaften – Kommentar. Ein Zutodebringen von Menschen ist Mord. Mord ist Mord, auch wenn aus rechtlichen Gründen zur Strafbemessung noch so viele Unterscheidungen zugrunde gelegt werden. Es gibt daher nur beabsichtigten, oder unbeabsichtigten Mord (oder auch Selbstmord) und sollte in der Berichterstattung auch als solcher benannt werden. Das Verbindende der entbehrlichen Begriffe Terror, Amok, Attentat, ist beabsichtigtes Morden, verübt von Mörderbanden und/oder selbst dazu missbrauchten oder geisteskranken Einzeltätern, die jedenfalls allesamt mit der Tat vor allem ihre Verachtung gegenüber einem Schöpfergott, so es ihn denn gibt, zum Ausdruck bringen. Weshalb die Berichterstattungen einem “IS” und anderen vergleichbaren Banden quasi den Status eines gesellschaftlich relevanten Unternehmens beimessen und nicht konsequent von Mörderbanden berichten, ist mir schleierhaft. Eines sollte jedoch klar sein: Jede Erwähnung von z. B. “IS”, macht die Medien zu willfährigen Verbündeten dieser Mörderbanden.
25.7.2016; Standard; Conrad Seidl; „Illusion von Gratisgeld“
wie Sie im heutigen Kommentar belegen, ist die Unwissenheit über die Konstruktion unserer Geldordnung keineswegs auf Kinder beschränkt. Was Sie als “Bereitstellung von Geld” bezeichnen – wofür Sie Verständnis für Gebühren aufbringen – ist ja eine Schuldenabtragung gegenüber Kontoinhabern mit positiven Zahlen. Wie von mir bereits in einem vorangegangenen Kommentar aufgeworfen, stellt sich daher die grundsätzliche Frage, ob man Kredittilgungsspesen dem Gläubiger anlasten können sollte.
Wir sollten langsam erkennen, dass die für Wachstumsphasen fabelhafte Geldordnung nicht dazu geeignet ist, den damit erreichten Wohlstand auch langfristig aufrecht erhalten zu können. Eine Änderung der Geldordnung tut Not – und würde für die meisten der gegenwärtig anstehenden Probleme Lösungsmöglichkeiten eröffnen. Der wichtigste erste Schritt wäre wahrscheinlich, das Geldschöpfungsrecht unter demokratisch kontrollierte staatliche Hoheit zurückzuführen, wie das seit Langem von den diversen Vollgeld-Initiativen konzipiert wurde (www.monetative.de, www.vollgeld-initiative.ch, und anderen).
24.7.2016; profil; Ostenhof, Treichler, Zotter; Krisentorlauf
Vielleicht sollten wir uns von der Verwendung der erhaben wirkenden Wortwahl “westliche Werte” verabschieden. Es geht um Lebensweise und Lebensart und führt im ausufernden westlichen Anspruchsdenken zwangsläufig zu Konfrontationen, die nur in wirtschaftlichen Wachstumsphasen halbwegs zivilisiert kaschiert werden können. Die als “westlich” hervorgehobenen Werte “Marktwirtschaft und Demokratie”, die einander in der jetzigen Ausprägung nahezu ausschließen, sind durchaus interessante Ziele, deren lebensbezogene Bedeutung jedoch verloren geht, sobald man diese – noch nicht einmal selbst verwirklichten Ziele – mit wirtschaftlicher Macht global und querbeet über alle Kulturen und völkischen Entwicklungsstufen durchzusetzen versucht. Was soeben im Anfangsstadium abzulaufen beginnt, ist ein provoziertes Kräftemessen von unterschiedlichen Lebensvorstellungen. Das wäre völlig unnötig, könnten wir vom missionarischen Eifer ablassen und uns dafür selbst einmal als beispielgebend ausrichten und ein “Anders” akzeptieren.
23.7.2016; Standard; Karl Aiginger; New Deal: Zehn Punkte für Österreich
Aigingers Patentrezept
Mit zehn Thesen, bei denen allen ein “Man braucht nur….” mitschwingt und ein “no na” entlockt, schlussfolgert Karl Aiginger, Leiter des WIFO, dass bei deren Beachtung, Österreich im Jahr 2025 das Land mit höchster Wirtschaftsleistung und Lebensqualität sein würde. Nun müsste man aber so ein famoses Konzept – wenn es denn in all seiner Banalität tatsächlich zielführend sein könnte – eher geheim halten, denn wenn sich alle an Aigingers Konzept halten, kann’s nicht funktionieren. Sollte es aber tatsächlich funktionieren, dann würden alle anderen schön dumm schauen. Oder? Vielleicht sind aber ganz einfach auch nur die erträumten Zielsetzungen “höchste Wirtschaftsleistung und Lebensqualität”, ohne Abschied vom zivilen Solidargedanken zu nehmen, unvereinbar.
13.7.2016; OÖN; A. Zens, zur Frage: Sind Bankomatgebühren gerechtfertigt?
Kredittilgungsgebühr?
Als Schuldner haben sich die Banken verpflichtet, ihre Schulden auf Verlangen auch in Bargeld, dem gesetzlichen Zahlungsmittel, zu tilgen. Um Personalkosten für die unregelmäßig von ihren Gläubigern (Bankkunden mit positiven Zahlen auf Konten) angeforderten Ratenzahlungen (Behebungen) zu sparen, wurden flächendeckend Bankomaten zur Selbstbedienung installiert. Es erhebt sich also die grundsätzliche Frage, ob einem Schuldner das Recht zugesprochen werden soll, Spesen der Tilgung dem Gläubiger anlasten zu können. Das erschiene mir bestenfalls in einem Vollgeldsystem als Dienstleistungsgebühr gerechtfertigt.
12.7.2016; OÖN; Alexander Zens; Europas verschleppte Bankenkrise
Acht Jahre Versäumnisse
Wie Alexander Zens richtig schreibt, wurde aus der “Finanzkrise” nichts gelernt. So, als würde man einem an einer Mauer verunfallten Fahrer als Befreiungsschlag anraten, mehr Gas zu geben, ging es weiter. Die so genannte “Krise”, etwas das erwartungsgemäß wieder vorübergehen sollte, wurde nicht als das erkannt, was sie eigentlich ist: Das spätestens seit den 80er Jahren abzusehende Dilemma der Geldordnung. Das kann gar nicht vorübergehen, wenn man nicht zu einer Systemumstellung findet (Und hoffentlich nicht die grausliche Option eines großen Krieges in Betracht zieht – wobei ich mir da bei den globalen Strippenziehern durch global zunehmende Aufrüstung und Kriegsgerassel gar nicht so sicher wäre!). Eine “Vollgeldreform” (von Schuldgeld zu “positive money”) sollte eigentlich der erste logische Schritt in die richtige Richtung zu einer friedensfähigen Geldordnung sein. Acht Jahre dazu wurden nutzlos vergeudet, und die untauglichen Versuche, die Systemfehler zu übertünchen, haben inzwischen viel menschliches Leid geschaffen und gesellschaftliche Entwicklungen verhindert. Wie lange noch, soll die Verschuldung der Bürgergesellschaft zur Bankenrettung weitergehen?
Dr. Günther Hoppenberger, “Lifesense-Zirkel Linz”
11.7.2016; OÖN; Land berät Finanzplan – finanzielle Zukunft. A.Edlinger
Sparkurs samt Reformen?
Grundsätzlich bedeutet “Sparen” das Vorenthalten von Einkommensmöglichkeiten. Die Frage ist immer nur, bei wem? Verschärfend kommt hinzu, dass in einem Schuldgeldsystem, wie es mittlerweile global durchgesetzt wurde, nicht ausgegebenes Geld nirgendwo übrig bleibt, sondern ganz einfach nicht existiert und daher im Wirtschaftskreislauf fehlt. “Reformbemühungen” des Landes sollten daher vielleicht in eine ganz andere Richtung gehen. Z.B.: Ausgabe von Steuergutschriften als Liquidität erhöhende parallele Landeswährung (“Taxos-Modell”, das seit vielen Jahren vom Linzer, Ernst Dorfner, empfohlen wird). Noch besser wäre natürlich, sich auf Bundes- und EU-Ebene für eine generelle Reform der offensichtlich versagenden Geldordnung einzusetzen. Der wichtigste erste Schritt wäre dabei der Wechsel zu einem “positive money”, in Form des sehr einfach einführbaren Vollgeldes (siehe: www.vollgeld.de; www.vollgeld.ch; www.monetative.de). Warum dieses Konzept immer noch von keiner Partei aufgegriffen wird, obwohl man damit politisch reüssieren könnte, ist mir schleierhaft.
“LIFESENSE-Zirkel Linz”
9.7.2016; Standard; Neue Serie: Krisen, die aus den Medien verschwinden
Bekanntlich findet nicht statt, worüber in den Medien nicht berichtet wird. So kann man dem Standard zu dieser neuen Serie, in der über die anhaltenden “Krisen, die aus den Medien verschwinden”, berichtet wird, nur höchste Anerkennung zollen. Sofern es sich nicht um echte, also nicht von zivilisatorischem Fortschritt verursachte Naturkatastrophen handelt, wäre zumindest fallweise der Hinweis zu erhoffen, dass Krisen ihren Ursprung stets in relativ wenigen, miteinander in rivalisierendem Balzgehabe stehenden Hirnen narzisstisch gestörter Persönlichkeiten haben, die ihre Selbstaufwertung in imperialistischen Machtansprüchen durch Handel, Kulturausbreitung und Kriege zu erreichen trachten. Die große, globale Mehrheit der Normalbürger ist das bedauernswerte Opfer der rivalisierenden “Eliten”. Vielleicht sollte man also auch einmal den gleichermaßen missbrauchten Opfern, wie auch (wegen vermeintlicher ökonomischer Abhängigkeit) Befehle ausführenden Tätern über die ihnen zugewiesene Rolle die Augen öffnen. Nichts wäre leichter vermeidbar als menschengemachte Krisen.
8.7.2016; Standard, Günther Oswald; Ungustiöses Menschenbild
Populistischer Streitfall Mindestsicherung
Die Zwangsverpflichtung zu gemeinnütziger Tätigkeit, soll Flüchtlinge vom regulären Arbeitsmarkt fernhalten. Das gibt in mehrerlei Hinsicht zu denken: Erstens scheinen wir uns bereits damit abgefunden zu haben, dass reguläre Arbeit nicht der Gemeinnützigkeit sondern irgendwelchen anderen Interessen zu dienen hat, zweitens, weil gemeinnützige Tätigkeit offensichtlich keinen besonderen Wert hat, und drittens, weil unsere Politiker schon längst nicht mehr daran denken, dass doch besonders ihr Berufsstand gemeinnütziger Tätigkeit entsprechen sollte. Das “ungustiöse Menschenbild” zeigt sich in der zynischen Abwertung gemeinnütziger Tätigkeit.
Profil,4.7.2016; Gepp/Hiptmayr; Zwist, Zank, etCETAra
Der Irrglaube der CETAisten und TTIPisten
Juncker und Malmström, den beiden funktional wichtigsten Protagonisten für CETA und TTIP, ist entweder grenzenlose Perfidie oder ebenso grenzenlose Naivität zu unterstellen, sollten sie tatsächlich meinen, gesellschaftliche Probleme mit transkontinentalen Handelsabkommen – wie auch immer die ausgestaltet sein mögen – lösen zu können. Es ist nicht die Beschränkung von Handelsfreiheiten, die gesellschaftliche Entwicklung verhindert. “It’s the money – stupid!” ist man geneigt zu rufen. Es ist die Geldordnung, deren Bedeutung von der Ökonomie immer noch verleugnet wird! Der seit Jahren unsägliche Aufwand, der bereits in die Ausarbeitung von CETA und TTIP geflossen ist, wäre unter Annahme der Redlichkeit des Anliegens viel zielführender in eine Geldreform, im ersten Schritt wohl am besten in die “Vollgeld-Reform” investiert worden.
30.6.2016; Standard; A. Schnauder; Druck auf Briten wächst: Keine Extrawürste
Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag’ ich Dir den Schädel ein?
Offensichtlich ohne zu wissen was er da sagt, bringt Österreichs EU-Kommissar, Johannes Hahn, das momentane Dilemma der EU auf den Punkt, wenn er sagt: “ Es kann nicht sein, dass Großbritannien nach einem Austritt besser dasteht als zuvor”. Er bestätigt damit quasi das zunehmend ungute Gefühl der EU-Bürger, dass die vielgepriesenen europäischen Werte, die sich auf die Qualität des Zusammenlebens beziehen, gegenüber den quantitativen, ökonomischen Zahlenspielen, bei denen es um das “Besser als Andere” geht, in den Hintergrund treten. Es besteht kein Grund, gegenüber UK wegen des (ohnehin längst noch nicht sicheren) Austritts aus der Union Attitüden der Rivalität zu entwickeln.
27.6.2016; profil, Lingens; „Die Stunde der Nationalisten“Sehr geehrter Herr Lingens,
Ihrer Einschätzung, die ich voll und ganz teile, dass es “…den Briten nach dem Brexit schlechter gehen wird – aber der EU leider, wenn sie so fortfährt wie bisher, keineswegs besser”, setzen Sie noch die beunruhigend resignative Prophezeiung drauf: “Der Nationalismus wird sich als stärker als die Vernunft erweisen”. Dieser Befürchtung muss ich mich leider anschließen.
In Ergänzung zu den von Ihnen vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen sehe ich die Notwendigkeit, dem Vernunft-Begriff (wieder) eine ihm tatsächlich gerecht werdende Bedeutung zu unterlegen. Im Kontext unseres derzeitigen Gesellschaftssystems wird ja doch “Vernunft” ausschließlich ökonomisch definiert und solchermaßen als Anleitung und auch Rechtfertigung für “rationales, politisches Handeln” herangezogen. Damit bedeutet rationales Handeln stets das Erlangen eines geldwerten Vorteils gegenüber anderen. Damit gilt also als durchaus “vernünftig”, am eigenen Ast zu sägen, so lange man dafür bezahlt wird. Hierin scheint mir ein Gutteil der Fatalität globaler Gesellschaftstendenzen begründet zu sein.
Vielleicht reizt es Sie ja einmal, über die Notwendigkeit neuer Begrifflichkeiten zu schreiben. Den Begriffen wieder deren ursprüngliche Bedeutung zu geben, oder diese den neuen, “zeitgemäß” verbogenen Begriffsinhalten gegenüber zu stellen. Es würde mich freuen.
Mit lieben Grüßen, Ihr
Sehr geehrter Herr Hoppenbereger,
Danke. ich werde es bei Gelegenheit versuchen.
Herzliche Grüße Peter Michael Lingens
20.6.2016; profil; Georg Hoffmann-Ostenhof; „Wir Antiamerikaner“ (Wir gegen TTIP)
Antimodern?
Die überwältigende Ablehnung des Freihandelsabkommens, insbesondere in Deutschland und Österreich, versucht Georg Hoffmann-Ostenhof mit deren Bevölkerungen verallgemeinernd unterstellten “antimodernen Traditionen” zu erklären. Leider bleibt er uns schuldig, was darunter zu verstehen wäre. Ist es “antimodern”, gehörige Skepsis gegenüber leicht durchschaubaren falschen Versprechungen zu hegen? Oder ist es “antimodern”, skeptisch gegenüber – demokratisch nicht legitimierten – politischen Weichenstellungen zu sein, selbst und vielleicht gerade deshalb, wenn einem in Aussicht gestellt wird, im Vergleich zu anderen EU-Ländern besonders stark zu profitieren? Ist es nicht viel eher so, dass mit diesem merkwürdigen Drang nach undefinierter “Modernität”, dem offensichtlich ökonomischen Obsiegenmüssen über andere, die ursprünglichen europäischen Werte (Friedens- und Sozialunion) ein Stück mehr zu Grabe getragen werden? Welche Haltung sollen wir also als “modern” verstehen?
Dr. Günther Hoppenberger www.lifesense.at
9.6.2016 Standard; Simon Moser; Suche nach dem optimalen Mindestlohn
Ihr durchaus ausgewogener Bericht über die – wenig Überraschung bietende – Agenda Austria Studie zum “optimalen Mindestlohn”, hätte vielleicht eine Präambel verdient, in der die Diskussion auf die Ebene der Relationen gerückt worden wäre. Es geht bei Einkommen doch nie um eine Absolutheit, sondern stets um die Relation, innerhalb derer man als Teil einer Gesellschaft existieren kann. Die Suche nach einem optimalen Mindestlohn ist ohne einen Bezugsrahmen, der also zwischen den Einkommenshöhen von Null bis X(?) abzustecken wäre, vom Ansatz her unsinnig. Allein auch “optimal” wäre ja schon diskussionswürdig. Jedenfalls wird ein Mindesteinkommen, das diesen Namen verdient, immer nur als Relation, also als Prozentangabe eines Höchsteinkommens zu definieren sein. Alles andere sind ziemlich unehrliche Machtspielchen, die vergessen lassen sollen, dass Einkommen doch stets nur gemäß den Machtstrukturen einer Gesellschaft zuerkannt werden. Es geht offensichtlich um die Frage, welches Leben innerhalb einer Gesellschaft gerade noch zumutbar ist, ohne dass etwaig aufkommendes Elend sichtbar wird. Die Zumutbarkeit bezieht sich jedoch immer nur auf “die Anderen”, weil wir doch alle grundsätzlich der Ansicht sind, dass unser eigener Beitrag zur Gesellschaft in jedem Fall höherwertig einzustufen ist als jener der anderen. Das macht die Diskussion darüber auch so schwierig. Angebracht wäre daher eine Diskussion über “zumutbare”, bzw. dem natürlichen Gerechtigkeitsempfinden entsprechende Einkommensrelationen.
Sehr geehrter Herr Dr. Hoppenberger,
danke für Ihre Rückmeldung. Sie haben vollkommen recht, dass dem Artikel zum Thema Mindestlöhne anlässlich der Studie von Agenda Austria eine breitere Herangehensweise gut getan hätte. Ich bin selbst nicht zufrieden mit dem Ergebnis. In der Kürze der Recherchezeit gehen wichtige Aspekte eines Themas leider zu oft unter. Wie bei vielen Dingen im Leben ist das Scheitern aber auch hier Antrieb zur Verbesserung.
6.6.2016; Standard, Eric Frey (BGE Schweiz) „Ein logisches Nein“
“Ein Staat, der das Einkommen aller garantiert, gefährdet seine eigene wirtschaftliche Grundlage”, schreibt Eric Frey zur “logischen” Ablehnung des BGE in der Schweiz. Ein Staat, der die Lebensgrundlagen (das sind im Monetarismus die Einkommen) der ihn konstituierenden Staatsbürger nicht zu garantieren vermag, verliert allerdings seine Rechtsgrundlage. Die “Logik” der Ablehnung beruht daher vor allem auf der Unkenntnis über das Geld und auf dem Irrglauben, dass unser Geld durch Arbeit entsteht. Ich vermute, dass der Rationalitätsbegriff, der einer rein ökonomischen Interpretation unterliegt, ein baldiges Ablaufdatum haben dürfte.
nicht das Geld, aber das, was man sich für Geld kaufen kann, entsteht durch Arbeit. Ein Rationalitätsbegriff, der etwas anderes behauptet, ist mir nicht bekannt, aber wenn sie existiert, wäre ich gespannt darüber zu lernen.
das ist natürlich völlig richtig, doch um die Arbeitswerte kaufen zu können, die zur Teilhabe am Staatswesen in seiner jeweiligen Ausreifung nötig sind, bedarf es nun einmal des Geldes. Wie Sie ja bestätigen, entsteht dieses Geld nicht durch Arbeit, sondern das Einkommen wird entsprechend den Machtstrukturen einer Gesellschaft zugewiesen. Und natürlich wird die eigene Leistung stets höherwertig eingestuft, als jene der anderen, weshalb auch “der Macht” (nicht dem Markt – den es in dem Sinne ja nicht gibt!) die Definition von “Leistung” obliegt.
Immerhin haben Sie in Ihrem Kommentar ja auch die Notwendigkeit zu weiteren Überlegungen nicht bestritten, Lösungen zur Entkopplung von Arbeit und Einkommen zu entwickeln. Konsument als eigener (genügsamer) Berufsstand? Warum nicht?
Zur Rationalität: Was eine “rationale Entscheidung” ist, wird doch stets im Kontext der jeweiligen Epoche beurteilt. Wenn “rationales Handeln” nur mehr nach dem daraus zu erzielenden geldwerten Vorteil gesehen wird, wie sich das in zunehmendem Maße dogmatisch verfestigt hat, dann wage ich zu behaupten, dass das folgerichtig zur Destabilisierung der Gesellschaft und Auflösung des Staates führt.
das von Ihnen beschriebene System, in dem Einkommen entsprechend den Machtstrukturen zugewiesen wird, gab es in der Planwirtschaft im Kommunismus. In einer sozialen Marktwirtschaft, wie sie heute in Europa existiert, wird nur ein kleiner Teil des Einkommens auf diese Weise zugewiesen.
ich bewundere Ihren unerschütterlichen Glauben an die Existenz einer sozialen Marktwirtschaft in Europa. Ist das denn nicht nur eine schon längst ausgehöhlte Worthülse? Die staatliche Planwirtschaft musste wohl systemisch scheitern. Unsere private Planwirtschaft war da gewiss besser, aber sie viel länger aufrecht zu erhalten erscheint mir auf Grund der eklatant versagenden Geldordnung eher unwahrscheinlich. Die Probleme, so meine ich, liegen nicht in der Wirtschaft. Sie liegen in der Geldordnung, mit der ganze Volkswirtschaften in Geiselhaft genommen werden.
ich kenne diese Art von Aussagen, halte sie aber ebenfalls für Worthülsen, deren Sinn ich nicht nachvollziehen kann. Und ganz dumm bin ich ja nicht. Aber wahrscheinlich verstehen Sie mich auch nicht. Ich sehe natürlich Probleme in der Wirtschaft, aber keine Spur eines Kollaps. Vielleicht wissen wir in einigen Jahren mehr.
30.5.2016;profil, Franz Bauer, Kommentar: „Das war meine Woche“
in Ihrem heutigen Kommentar drücken Sie Ihren erstaunlich festen Glauben an 1. die Existenz eines tatsächlichen Marktes aus, und 2. dass sich auf diesem Markt der Preis als Funktion von Angebot und Nachfrage bildet. Beide Annahmen entspringen jedoch den realitätsfernen Modellvorstellungen der Ökonomik, denen sich die gesellschaftlichen Bedürfnisse und Verhaltensweisen nicht und nicht unterordnen wollen. Sind Preise denn nicht vielleicht nur der in Zahlen gegossene Ausdruck der Macht? Gleichermaßen, wie ja auch Einkommen nicht “verdient”, sondern nur gemäß den Machtkonstellationen einer Gesellschaft zugeteilt/zugestanden werden.
Lifesense-Institut
30.5.2016;OÖN, Interview W.Braun mit LH Pühringer
Das Problem mit der gesellschaftlichen Mitte
Im Interview mit Wolfgang Braun bedauert LH Pühringer, dass es in der Stichwahl für das Amt des Bundespräsidenten kein Angebot für die “gesellschaftliche Mitte” gab. Liegt das Problem jedoch nicht eher darin, dass die gesellschaftliche Mitte stets dort verortet wird, wo man sich selbst befindet? Es geht um die Entwicklung einer gemeinsamen Vision für harmonisches gesellschaftliches Zusammenleben in all seiner Komplexität – ohne Lager- und Kastendenken. Es ist das ökonomische Vorteilsstreben gegenüber anderen, das die Gesellschaft nach dem “Teile-und-Herrsche-Prinzip” der Macht spaltet.
30.5.2016; profil, J.Gepp; Acht Prozent
Es geht um mehr, als um 8% Risikobeteiligung!
Es geht um die Herrschaft des privaten Geldes über die Politik. Wollte man tatsächlich die Allgemeinheit vor “Verpflichtungen” zur Bankenrettung schützen, würde man zunächst gewiss keinen Finanz-Lobbyisten (Jonathan Hill) zum zuständigen EU-Kommissar für Finanzmarktstabilität küren, sondern würde vielmehr die Oberhoheit der Politik über die Geldordnung anstreben, wie das seit Jahren von den Initiativen Monetative/Vollgeld (www.monetative.de) oder im UK von “Positive Money” als wichtiger erster Schritt für weitere Reformen empfohlen wird. Gesellschaftsstrukturen in rein ökonomischer Rationalität als Markt zu verstehen und entsprechend zu manipulieren, geht an den Zeitnotwendigkeiten vorbei und trägt weiterhin zur Destabilisierung der Staaten bei. Es liegt nicht am Unvermögen der Politik, sondern an deren Unwillen, realisierbare Rahmenbedingungen für ein harmonisches Zusammenleben zu schaffen. Und so geht das anachronistische Gerangel um Herrschaft und Unterdrückung weiter und degradiert die Bevölkerungen zu missbrauchsfähigen Gladiatoren im Überlebenskampf.
20.5.2016; OÖN; Kerns Antrittsrede im Parlament
Mit allen Fasern des Wollens und Minuten des Denkens
In der Antrittsrede Kerns wurden damit die erstaunlichen Mittel umrissen, mit denen sich der neue Regierungschef dafür einsetzen wird, “die Dinge in die richtige Richtung” zu lenken. Die Euphorie verbreitende Erklärung, die den “Countdown um die Herzen des Landes” einläuten sollte, ließ allerdings nähere Informationen über “die Dinge”, wie insbesondere auch darüber, was für diese als “richtige Richtung” zu verstehen ist, vermissen. Einzig die alten Dauerbrenner Wachstums-, Bildungs- und Beschäftigungspolitik wurden bemüht und es darf daher mit hoffnungsfroher Spannung erwartet werden, wie denn nun die angekündigte Vision für ein neues gesellschaftliches Zusammenleben aussehen wird. Es ist Kern bei aller Skepsis zu wünschen, dass ihm die Aufweichung unserer paradigmatischen Einschränkungen des Wollens und Denkens gelingt.
19.5.2016; Presse; HYPO/HETA
HYPO/HETA und der verrückte Bankomat
12,5 Milliarden soll uns nun das angeblich nicht auszuschlagende Erbe des Hypo-Alpe-Adria Desasters kosten. Das klingt immer noch harmloser, als die leichter erfassbare aber umso erschreckender wirkende Zahlenangabe 12.500 Millionen! Rund 1.500.- pro Kopf der Bevölkerung. Jeder/Jede (Eltern natürlich auch für ihre Kinder) möge also ein Jahr lang monatlich 125.- an den treusorgenden Staat abliefern und die Sache wäre erledigt (?). Ganz anders sieht das aus, wenn man in der Nähe des verrückten Bankomaten lebt, der jede Sekunde ungefragt und ohne PIN-Abfrage 100 Euro ausspuckt. Er würde für die 12,5 Mrd. rund 4 Jahre benötigen. Was das wohl für einen Konjunkturimpuls gäbe!
9.5.2016; standard.at; Szigetvari, TTIP-Kritik an Kritikern
TTIP: USA und EU vereinbaren Produktzulassungen nur auf Basis wissenschaftlicher Belege (Andras Szigetvari ironisiert diese von Greenpeace vorgebrachte Kritik an TTIP mit: „Man ist versucht zu sagen: Auf welcher Basis denn sonst?“)
Wissenschaftlich lassen sich weder Gesundheitsrisiken und schon gar nicht unerwünschte gesellschaftliche Entwicklungen durch Verbreitung irgendwelcher neuen Produkte definitiv ausschließen. Man bewegt sich daher im Bereich von Annahmen! In demokratischen Gesellschaften muss es mit entsprechender Mehrheit aber möglich sein, selbst ohne weiterer Begründung, vielleicht auch nur aus ethischer Haltung, oder vorbeugender Vernunft, Waren und Dienstleistungen vom Markt fernzuhalten.
Mit TTIP soll (unter anderem) diese ökonomisch lästige Möglichkeit ausgehebelt werden. Sagen wir doch lieber gleich, dass Demokratie und nationale Eigenheiten das Geschäft stören und deshalb beseitigt gehören.
27.4.2016; OÖN; Mascher/Zens; Der Eiertanz um die Bankomatgebühren
Die Frage bezüglich Bankomatgebühr ist doch viel grundsätzlicher. Darf ein Darlehensnehmer (in diesem Fall also die Bank) der mir, als Gläubiger, jederzeitige Rückzahlung des Darlehens in Höhe meiner positiven Zahl auf dem Konto in gesetzlichem Zahlungsmittel (Bargeld) zugesagt hat, eine Gebühr verrechnen, sobald ich dieses Versprechen in Anspruch nehme? Sollen Geldschulden, die ursächlich ja Bringschulden sind, im Tilgungsfall um Gebühren zu Gunsten des Schuldners verkürzt werden können? Davon unbenommen sind natürlich die Dienstleistungsgebühren für die Kontoführung. Kehren wir wieder zu Lohntüte und Ein-/Auszahlungen am Schalter zurück? Höchste Zeit für eine Vollgeldreform, bevor man weiter über die Abschaffung des derzeit einzigen gesetzlichen Zahlungsmittels diskutiert.
22.4.2016; OÖN; H. Neumüller, Keine Neuigkeit (Keine Gewöhnung an Geldpolitik)
Keine Neuigkeit in der Geldpolitik?
Ist in unserem Schuldgeldsystem überhaupt noch Geldpolitik möglich? Stößt denn in Zeiten deregulierter, globalisierter Finanzmärkte nicht jeder Versuch, nationale Budgetsanierung betreiben zu wollen an seine Grenzen? Mit Strukturreformen – was immer die sein mögen – ist es nicht getan. Vielleicht sollte man sich endlich einmal die Frage stellen, weshalb sich Staaten überhaupt verschulden sollten um ihren Bürgern das für Wirtschaftsabläufe benötigte Geld bereitstellen zu können. Schuldner können bekanntlich keine Geldpolitik betreiben. Monetative und Vollgeld könnten hingegen die Staaten wieder in die Gläubigerrolle mit Geldhoheit versetzen. Der Weg dorthin wäre fürwahr als weise, zeitnotwendige Geldpolitik zu bezeichnen.
18.4.2016; profil; Georg Ostenhof; Rettet die Globalisierung!
“Globalisierung” als Beispiel für Begriffsmissbrauch
Muss man sich denn nicht fragen, wie es dazu kam, dass “Globalisierung” nur mehr für “Freihandel”, dem positiv konnotierten Begriff für Wirtschaftsimperialismus steht? Was wurde aus dem One-World Bewusstsein, das zu Respekt und Achtung gegenüber anderen Kulturen und Nationen herausforderte? In globalen Dimensionen in Hinblick auf Auswirkungen zu denken, jedoch lokal zu handeln, war einmal die Devise. Und Leopold Kohr, der eine Besinnung auf das menschliche Maß einforderte, scheint völlig in Vergessenheit geraten zu sein. Globalisierung nur mehr als verfügbares Marktpotenzial verstanden, bringt keineswegs Fortschritte im zwischenmenschlichen Beziehungsverhalten und muss fast zwangsläufig zu nationalistischer Destabilisierung der Bürgergesellschaften führen. Nein! Diese Art von Globalisierung, die Rivalität entfacht, auch wenn wir diese als Wettbewerb bezeichnen, soll nicht weitergehen, wie das von Georg Hoffmann-Ostenhof gewünscht wird. “Globalisierung” muss neu gedacht und mit Ethik unterlegt werden. Und nicht zu vergessen: Es sind gerade die zwecks ihrer Diffamierung als “Globalisierungsgegner” bezeichneten Initiativen, die auf die Bedeutung globaler Zusammenhänge hinweisen und um die Entwicklung eines globalen Bewusstseins bemüht sind!
16.4.2016; Standard; Fürst; „Katastrophe Gemeinwohlökonomie“
Replik auf Erhard Fürsts Kommentar: “Katastrophe Gemeinwohlökonomie”
Offenbar benommen von der grandiosen Aufbauleistung nach dem Krieg, die das damalige, noch als soziale Marktwirtschaft anzusehende Wirtschaftssystem zweifellos ermöglicht hat und womit in relativ kurzer Zeit ein relativ breiter Wohlstand erreicht wurde, verschließt sich Erhard Fürst in seinem heutigen Kommentar der Einsicht, dass dieses für Aufbauphasen – deren Notwendigkeit wir ja möglichst nicht wiederholen möchten – fabelhafte System, nicht geeignet ist, den einmal erreichten Wohlstand auch langfristig (ohne militärische Unterstützung!) aufrecht erhalten zu können. Unverhohlen stellt er in Abrede, dass der ureigene Zweck allen Wirtschaftens doch nichts anderes als das Gemeinwohl sein kann.
Die der Selbstberuhigung dienende Feststellung, dass sich durch unser System der Wohlstand auch in Schwellen- und Entwicklungsländern deutlich verbessert hat, ergibt sich wenig überraschend aus den statistischen Zahlen (Wie auch bereits “Agenda Austria” in umgekehrter Weise umwerfend argumentiert hat, dass doch niemand ärmer wird, wenn einige wohlhabender werden). Übersehen wird in den Angriffen gegen die Gemeinwohlökonomie, dass die von Erhard Fürst genannten “wenigen Grundpfeiler”, auf denen unser derzeitiges Wirtschaftssystem beruht, durch unbedachte, zum Teil jedoch ganz gezielte Pervertierung den zeitgemäßen Anforderungen einer modernen Gesellschaft nicht mehr gerecht werden. Ihre ursprüngliche Widmung ist längst zu elitären Machtansprüchen mutiert. Und es ist gerade die Erosion der Zweckwidmung dieser ursprünglich gesamtgesellschaftlich orientierten Grundpfeiler, die jene von Erhard Fürst befürchtete Auflösung der ohnehin nur mühsam aufrechtzuerhaltenden Illusion demokratischer Strukturen verursacht. Was als Schreckensszenario über die Auswirkungen einer Gemeinwohlökonomie skizziert wird, läuft doch soeben und besonders ohne auf das Gemeinwohl Bedacht zu nehmen, ab.
Allein schon das Gemeinwohlstreben begrifflich mit Gartenzwergromantik und Kuschelökonomie zu desavouieren zeigt ja, wohin die Reise bereits geht.
Es ist jedoch die Gemeinwohlökonomie, die ein (mittlerweile) erwiesenermaßen in globalen Dimensionen destruktives Gesellschaftssystem mit einem – zugegeben für manche – provokativen, weil bedingungslos gesamtgesellschaftlich orientierten Konzept zur Besinnung zu bringen und eine zeitgemäße Neuformulierung friedensfähiger Welt- und Menschenbilder zu induzieren trachtet. Dass Christian Felber über die seit Jahrzehnten vielfach geäußerten und hartnäckig negierten nebulosen Appelle zu einem “Umdenken” hinaus greift und ein sich aus solchem konsequenten Umdenken als möglich ableitbares konkretes Konzept dargestellt hat, kann eigentlich gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Jedenfalls gebührt der Gemeinwohlökonomie eine breit geführte offene Diskussion ohne reflexartiger Ablehnung. Der Weg zu einer wahrhaftigen Demokratie, die ihren Namen verdient, kann nur über den Gemeinwohlgedanken führen. Und mit dem Ziel des Gemeinwohls, sofern wir uns dazu bekennen wollen, müssen auch entsprechend darauf abgestimmte ökonomische Spielregeln einhergehen. So, oder so, werden wir um veränderte Spielregeln, die insbesondere die Geldordnung betreffen, nicht herum kommen, wenn wir nicht doch noch einmal die Geschichte wiederholen wollen.
Verwehren wir uns jedoch dem Gemeinwohlgedanken, dann sollten wir das auch klar aussprechen und nicht nur durch angstgetriebene politische Entscheidungen zum Ausdruck bringen. Auch eine Diskussion über elitären Zynismus könnte ja die Gesellschaftsentwicklung voranbringen. Besser ist es jedoch, wir diskutieren über eine gemeinsame, positive Lebensgestaltung.
14.4.2016; OÖN; D.Mascher, „Heimat, bist du schlechter Stimmung“
Sehr geehrter Herr Mag. Mascher,
gestatten Sie mir, Sie mit allem Respekt auf die Verwechslung aufmerksam zu machen, der Sie in Ihrem heutigen Leitartikel aufgesessen sind:
Es sind Investitionen, die Voraussetzung für Wachstum sind! Wachstum ist auf Vorfinanzierung angewiesen, sonst könnte man es nicht als relative Geldgröße darstellen. In der Vorfinanzierung lebt die Zuversicht, dass die unmittelbare oder mittelbare Bereitschaft zur weiteren Erhöhung der Gesamtverschuldung besteht.
Danke für Ihr Mail. Was Sie schreiben, mag in der Theorie stimmen. In der Praxis zeigt sich allerdings, dass etliche Unternehmen erst dann wieder investieren, wenn die Wirtschaft wächst oder zumindest ein solches Wachstum unmittelbar bevorsteht.
Jaja, das ist das betriebswirtschaftlich verständliche Problem in ausgereiften Volkswirtschaften, dass jeder darauf wartet, dass “die Anderen” mit der Vorfinanzierung von neuen Wachstumsimpulsen beginnen. Betriebswirtschaftlich rational, volkswirtschaftlich fatal. Und der Staat soll sich nicht noch weiter verschulden und wenn doch, dann bitte nur in die ihm vorbehaltenen betriebswirtschaftlich unrentablen Bereiche (Kindergärten, Schulen, etc.). Ein wahrhaft internationales Dilemma.
9.4.2016; OÖN; W.Braun, Interv. „Den Biss, etwas leisten zu wollen, gibt’s zu wenig“
Sonja Hammerschmid, Präsidentin der Universitätskonferenz und Rektorin der VetMed-Uni Wien, bemängelt im OÖN Interview gewiss zu Recht den weitgehend fehlenden Biss, etwas leisten zu wollen. Auf die Frage bezüglich Zuwanderung und Migration verweist sie mit berechtigtem Stolz darauf, dass am Vetmed-Campus 40 Nationen vertreten sind und dass die Unis die besten Köpfe brauchen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Abgesehen davon, dass diese “Jagd nach den besten Köpfen” natürlich von allen Staaten betrieben wird, sollte es vorrangiges gemeinsames Anliegen gerade der Universitäten sein, Ziele und Spielregeln des internationalen Wettbewerbs – der ein rein ökonomischer ist – zeitgemäß und gesellschaftsverträglich zu gestalten. Es geht weniger um die Behauptung im Wettbewerb, als um die Haltung, dem Wettbewerb auch Grenzen zu setzen und seine trügerische Verführung zu weiter nicht hinterfragbarem Mittun standhaft abwehren zu können.
Das führt mich nahtlos zu der von OÖN und ORF für 14. April angekündigten Podiumsdiskussion über “Die verängstigte Gesellschaft”. Kommen diese kollektiven, diffusen Verunsicherungen und Ängste denn nicht vorwiegend aus der Diskrepanz zwischen gefühlt richtiger Haltung und mangelnder Bereitschaft, auch die sich daraus ergebenden Konsequenzen ertragen zu wollen? Nicht Gelassenheit wäre das Gebot der Stunde, sondern Standhaftigkeit innerhalb eines zeitgemäßen und als solchem neu zu definierendem rationalen Handeln.
Dass die Präsidentenkür auf dem Qualifikationsniveau von Eier-Aufschlagen und Holzleisten-Zersägen ausgetragen wird, das verursacht bei mir gewaltige Zukunftsängste.
4.4.2016, OÖN; D.Mascher, Wie man Schüler mit Schulbüchern indoktriniert
Felber und Indoktrinierung?
Freilich ist es höchst bemerkenswert, dass ein Wirtschaftskonzept, das dem Wirtschaften das Gemeinwohl als eigentliche Zielsetzung zuweist, nunmehr auch Eingang in das Bildungswesen findet. Dietmar Mascher sieht darin eine verwerfliche Indoktrinierung, vergisst jedoch dabei geflissentlich, dass die bisherige Indoktrinierung mit Verhaltensanleitungen, die zu Zerstörung der Lebensgrundlagen (Wachstum) und zu Rivalität bis hin zu Terror und Krieg (Wettbewerb) auffordern, heute wohl kaum mehr als zukunftsträchtig verstanden werden kann. Wie ganz richtig festgestellt, handelt es sich um Wirtschaftstheorien! Wenn nun – wie eindrucksvoll bewiesen – sich die Annahmen, auf denen die Theorien entwickelt wurden als falsch erweisen, dann darf man durchaus andere Möglichkeiten, die zu einem gedeihlicheren Zusammenleben führen könnten andenken und diskutieren. Wo, wenn nicht bereits im Lehrbetrieb? Leider fällt Herr Mascher auch auf die unpassende Punzierung von Attac als “globalisierungskritische Organisation” herein, denn es sind doch gerade Attac und zahlreiche andere zivilgesellschaftliche Initiativen, denen das globale Geschehen am Herzen liegt. Sich jedoch gegen Wirtschafts-Imperialismus auszusprechen, wie er von der derzeit dominierenden “Wirtschaftsheilslehre” systemisch gefordert wird, kann doch daher gar nicht so schlecht sein.
3.4.2016; Profil; Lingens, „Terror als psychosoziales Problem“
Es geht um ein neues, gemeinsames Welt- und Menschenbild!
So lange die materialistische Weltsicht, die von Menschen eine streng definierte ökonomische Rationalität einfordert, den Blick auf das Leiden am eigenen, unverstandenen Sein verstellt, wird es wohl immer wieder zu explosiven psychischen Reaktionen kommen, die sich in Terror gegen sich selbst und gegen andere äußern. Ja, Terror in jeder Ausprägung ist ein psychosoziales Problem! Ich bezweifle jedoch, dass irgendeine Art einer Integrationskultur dieses Problem zu lösen vermag. Terror ist doch stets systemisch als Aufbäumen gegen die eigene – wie auch immer zustande gekommene und zugelassene – Ohnmacht zu argumentieren. Ich denke da z.B. an die vergangene RAF-Szene. Der Schlüssel scheint mir eher im Bildungssystem zu liegen, dem die Erörterungen über die grundsätzlichen Lebensfragen in kosmologischer Sicht gänzlich abhanden gekommen sind. Wenn wir heute über Integration diskutieren, geht es ausschließlich um die Ökonomie – denn wir haben keinen anderen Bezugsrahmen mehr anzubieten.
9.3.2016; Standard; Rauscher, „Der talentierte Sebastian Kurz“
Gibt es politische Weitsicht?
Mangelnde politische Weitsicht hat zur Destabilisierung Europas Südflanke geführt. Ob sich eine “großeuropäische Lösung”, die augenscheinlich einen Deal mit hohem Erpressungspotenzial durch die Türkei beinhaltet als weitsichtiger erweisen wird, bleibt höchst fraglich. Weitsichtig wäre die überfällige Einberufung einer globalen Weltethos-Konferenz, auf der über Menschen-, Welt- und Lebensbilder unter Außerachtlassung historisch und systemisch entwickelter Interessenslagen konferiert würde. Auf nationaler Ebene könnte das mit Bürgerkonventen angegangen werden, selbst wenn vielfach angezweifelt wird, dass es Dialog ohne Interessen geben könnte. Nicht um die naturgemäß verspätete Einsicht über das “Cui bono?” im Nachhinein kann es gehen, sondern um die Gemeinsamkeit im Gesollten.
9.3.2016; OÖN; Kotanko: Griss als Erste über der Hürde von 6000 Stimmen
Missverständnis Demokratie
“Griss als Erste über der Hürde von 6000 Stimmen”, übertitelt Christoph Kotanko seine Zeilen zur erfolgreichen Unterschriftensammlung durch Irmgard Griss – und drückt damit ein höchst eigenartiges Demokratieverständnis aus. Eine Unterstützungserklärung ist noch lange keine Stimme! Eine Unterstützungserklärung drückt einzig und allein aus, dass man nach eigener Einschätzung und auf Grund aller einem zugegangenen Informationen befürwortet, dass es der Kandidatin gestattet sein soll, sich der Wahl zu stellen. Es sagt nichts über das letztendliche Stimmverhalten des Unterstützers aus. Dass man als Demokrat und Befürworter des Antretens eines Kandidaten nicht zugleich auch das Antreten eines anderen Kandidaten befürworten darf und wie ein Wähler eingestuft wird, zeichnet ein groteskes Bild unseres Demokratieverständnisses.
2.3.2016; Standard, Zielpunkt, Rewe, Spar und die Kartellbehörde
Wie bei jedem Wettbewerb, so ist auch besonders beim ökonomischen Wettbewerb der Sieg über andere das Ziel. Natürlich hat das etwas mit der Stärke der Teilnehmer zu tun, berechtigt das jedoch die Kartellbehörde, die sich damit als Antiwettbewerbsbehörde geriert, dazu, den Siegern die Trophäen zu verweigern?
Unausgesprochenes Ziel des Wirtschaftswettbewerbs ist es, eine unanfechtbare Monopolstellung zu erreichen, bzw. bei ähnlich starken Teilnehmern eine Marktaufteilung abzusprechen. Das hat jedoch nur bedingt etwas mit Verkaufsflächen zu tun.
Anzunehmen, dass ein Wettlauf gerechter wird, wenn man dem Sieger eine Zeitstrafe aufbrummt, ist naiv.
28.2.2016; C.Rainer; „Europa brennt nicht“
Globaler Schwelbrand
Eine Gegenüberstellung von Finanz-und Flüchtlingskrise, wie das Christian Rainer im heutigen Leitartikel unter “Europa brennt nicht” versucht, erscheint mir wenig sinnvoll, weil dadurch deren gemeinsame Wurzeln verschleiert werden. Alle, wirklich alle als Krisen bezeichneten Dilemmata, mit denen die heutige Politik konfrontiert ist,haben doch ihren gemeinsamen Ursprung in der – mittlerweile – versagenden Geldordnung! Sich dieser Erkenntnis zu verwehren, ja sogar jede diesbezügliche Thematisierung mit absolutem Tabu zu belegen, ist die eigentliche Krise, die damit zwangsläufig zu den absurdesten Entscheidungen der politischen Akteure und zu zunehmend negativen Auswirkungen auf ein friedliches gesellschaftliches Zusammenleben führen muss.
28.2.2016; Peter Lingens; Die politische Zukunft der Arbeit
Arbeit oder Einkommen? Es geht um die Lebenssicherung!
So lange wir die Zuteilung von Einkommen an Arbeit knüpfen, werden wir aus dem Schlamassel steigender Arbeitslosigkeit nicht herausfinden. Erwerbsarbeit oder Prekariat? Wir sollten daher verstärkt die Frage nach dem eigentlichen Sinn der Arbeit – nämlich Werteschaffung – stellen und uns vielleicht auch mit “Konsument” als ehrbarem Beruf anfreunden. Nicht nur, dass es der Konsument ist, der für sämtliche Steuern aufkommt, ist er es auch, der unternehmerische Werteschaffung überhaupt erst ermöglicht. Nur mit Entkopplung von Arbeit und Einkommen könnte es auch gelingen, den Geld- und Wachstumswahn getriebenen Verbrauch natürlicher Ressourcen einzudämmen, weil die Haltbarkeit der geschaffenen Werte wieder dem Stand der technischen Möglichkeiten entsprechen könnte. Der Weg dorthin führt allerdings über Machtverzicht und Überwindung egozentrischer Selbstüberschätzung. Die Chancen für Vernunft in politischen Weichenstellungen stehen daher eher schlecht.
15.2.2016; Profil, Lingens; „Die triste Zukunft der Arbeit“
Es geht um neue Begrifflichkeiten
Immer noch wird Erwerbsarbeit als notwendige Mühsal zur Aneignung des Überlebensmittels “Geld” verstanden, obwohl die erfreuliche Zunahme von Automatisierung und findige Entwicklung von Robotern menschliche Arbeit als begleitende Beaufsichtigung werteschaffender Prozesse interpretieren ließe. Die Tristheit der Zukunft der Arbeit liegt in unserer fehlgeleiteten Auffassung, dass Geld nur durch mühevolle, meist widerwillig verrichtete Arbeit entsteht. Durch Arbeit wird jedoch nur das durch Kredit entstandene Geld zugeteilt, wobei die Höhe dieser Zuteilungen nach den jeweiligen Machtverhältnissen innerhalb einer Gesellschaft bemessen wird. Die Machtverhältnisse werden allerdings hinter dem unhinterfragbaren Begriff “Marktkräfte” verschleiert, über die Macht in Zahlen gekleidet wird. Über kurz oder lang werden wir uns wohl an das neue Berufsbild eines “Konsumenten” gewöhnen müssen, wie das heute schon für Kinder, Jugendliche, Arbeitslose und Pensionisten zutreffend erschiene. Der Konsument ist mittlerweile in einer ausgereiften Volkswirtschaft das wichtigste Glied im Wirtschaftsgeschehen, weil er eine sinnvolle Werteschaffung überhaupt erst ermöglicht.
13.2.2016; OÖN; Leitl schätzt Kosten bei Grenzschließung auf 1,2 Mrd.
Die Sorgen eines Interessensvertreters
Mag sein, dass die Kosten aus Wiedereinführung von Grenzkontrollen für Frächter und Tourismus bei 1,2 Mrd. anzusetzen sind, doch sind Kosten ja immer zugleich Einnahmemöglichkeiten – aber für andere! Wenn die Wirtschaftskammer den Rückgang von Tagesgästen auf 10-20% schätzt, dann bezieht sich das doch gleichermaßen auf das benachbarte Ausland. Es werden vielleicht tatsächlich hüben wie drüben regionale Ausflugsfahrten im eigenen Land bevorzugt werden gegenüber Wartezeiten an Grenzen. So eine Rückbesinnung auf das Naheliegende könnte gar nicht so schlecht sein. Auch was die Wartezeiten der Frächter betrifft, könnte es natürlich dazu führen, dass sich manches nicht mehr “rechnet”. Und auch das könnte einen wünschenswerten Effekt auf die vielgepriesene Regionalität des Warenursprungs – wiederum hüben wie drüben – haben. Leitls Sorgen erscheinen daher unbegründet, da sich die wahrhaftig Wirtschaftstreibenden mit hoher Kreativität an alle veränderten Rahmenbedingungen anzupassen verstehen, wie sie das ja auch bei der Grenzöffnung tun mussten.
10.2.2016; Standard, Szigetvari, „Worin Varoufakis irrt“ (DIEM25-Initiative)
„Aber die Regierungen in Berlin und Den Haag waren voll legitimiert, so zu agieren, wie sie agiert haben“.
Das ist formal richtig. Varoufakis scheint es jedoch – nicht zu Unrecht – um das Legitimationsverfahren selbst und besonders um die Qualität der Auswahlmöglichkeiten zu gehen. Da ist schon was dran.
Reduziert man das Demokratieverständnis auf die Stimmabgabe, wird verschleiert, dass das Endergebnis durch geistige Gleichschaltung der gewählten Repräsentanten für die Normalbürger stets gleich ist.
Von Politik wird jedoch mehr als Klientelismus, Verfolgung von Eigeninteressen und Absicherung der eigenen Machtbasis erwartet. Ein neues Politikverständnis tut Not, in dem das Dienen am Bürger wieder in den Vordergrund gestellt wird. Und so gesehen ist DIEM25 als interessante Initiative zu betrachten.
15.1.2016; OÖN, D.Mascher, Danke EU (Ignorieren der Vorteile des freien Marktes)
Vorteile des freien Markts?
Bedeutet “freier Markt” nicht zugleich Markt für den Stärkeren? Die verherrlichten Steigerungen der Lebensmittel- und anderer –Exporte entsprechen der gelungenen Übertragung eigener Schulden auf das Ausland, was unverkennbar dem Kernstück des ablaufenden Wirtschaftskriegs entspricht und völlig im Widerspruch zur EU als Friedensprojekt steht. Geht es nicht vorwiegend darum, die Dinge einmal beim Namen zu nennen? Wir befinden uns in einem globalen Wirtschaftskrieg – und die tödlichste Waffe ist nicht die Atombombe, sondern das Schuldgeld!
bei allem Verständnis für Ihre Theorie vom Schuldgeld. Aber wenn man Ihre Argumentation konsequent weiterverfolgt, müsste man gegen jegliche Marktöffnung und Exporttätigkeit sein. Und das – mit Verlaub – ist wirklich Blödsinn.
da haben Sie natürlich recht, wenngleich “Schuldgeld” nicht meine Theorie, sondern erwiesenermaßen das Geld ist, das Sie und ich verwenden. Ein Markt existiert jedoch unabhängig von Öffnung oder Schließung und unterscheidet sich nur durch die Bedingungen, die unter dem Begriff “Marktöffnung” die Zugangsmöglichkeiten für den Stärkeren erleichtern, ohne dass auf Balance zu achten ist. Das ist konfliktträchtig und nichts anderes wollte ich ausdrücken. Sie werden mir aber beipflichten, dass fortlaufende Exportüberschüsse weniger wirtschaftspolitischen, als rein finanzpolitischen Sinn – Verschuldung des Auslands – haben.
stimmt in letzterem Punkt ähneln einander unsere Ansichten.
15.1.2016; OÖN, Kotanko, Alois Stöger ist nicht zu fassen
Yes Minister Stöger
Zu Alois Stöger fällt mir stets Minister Hacker in der blendenden BBC-Serie “Yes Minister” ein, in der es der Titelheld sogar bis zum Premierminister bringt – ohne zu wissen, wie ihm geschah. Eine aktualisierte Neuauflage dieser Serie täte gut, zeigte sie doch die tatsächlichen politischen Vorgänge hinter den Kulissen.
13.1.2016; Standard; Rauscher; „Wir können nicht das Unheil der Welt schultern“
Wir können nicht das Unheil der Welt schultern
Ist es denn zulässig, den Begriff “Die Moderne” nach unserem Verständnis auch auf globale Verhältnisse anzuwenden? Belegt denn nicht die aus unserer Sicht – aber eben nur aus unserer Sicht – zweifellos richtige Feststellung, dass “die muslimisch-arabische Welt mit der Moderne nicht fertig wird”, den zweifelsfrei anmaßenden Anspruch, andere zum Überspringen wesentlicher gesellschaftlicher Entwicklungsphasen – notfalls mit Gewalt – zu bewegen? Globalisierung verstehen wir immer nur im wirtschaftlichen Sinne positiv, sofern sie uns nützlich erscheint, sie ist jedoch keine kulturelle Einbahnstraße! Das nicht rechtzeitig bedacht zu haben, scheint mir der entscheidende Fehler der Moderne zu sein. Um Speisen tatsächlich genießen zu können, muss man ihnen auch die nötigen Garzeiten einräumen. Mit unseren wirtschaftlichen Ansprüchen missachten wir sträflich die bedeutsame Rolle unterschiedlicher Zeitqualitäten.
8.1.2016; OÖN, Etzlstorfer; Österreich ist barrierefrei
Behinderungen, wie und wodurch auch immer diese verursacht wurden, bedeuten in all ihrer Tragik naturgemäße Einschränkungen in der Lebensführung. Solche Einschränkungen zu minimieren sollte gewiss oberstes Gebot einer humanistisch aufgeklärten Gesellschaft sein – und muss dennoch den ethischen Handlungsmaximen jedes einzelnen überlassen bleiben. Bedachtnahme auf Bedürfnisse anderer, kann man nur schwerlich gesetzlich verordnen. Abgesehen davon, dass nun mit der gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit unzählige Umbauten vorgenommen wurden und werden, die womöglich auch niemals je von Behinderten genützt werden, verhindert das Gesetz geradezu, Barrierefreiheit als Werbeinstrument einzusetzen. Ich sehe hier durchaus Ähnlichkeiten zum Rauchverbot in öffentlichen Lokalen und verstehe solchermaßen getätigte Investitionen als minimale und punktuelle gesetzlich erzwungene Wachstumsimpulse ohne tatsächlich bewusstseinsveränderndem Effekt.
7.1.2016; Standard.at; OECD empfiehlt Pensionsautomatik
Es geht um Einkommensmöglichkeit, nicht um Arbeit!!!
Der wenig kreative Vorschlag einer Pensionsautomatik beruht ja auf der albernen Annahme, dass Geld durch Arbeit entsteht. Über Arbeit wird jedoch nur bereits entstandenes Geld entsprechend den Machtverhältnissen in einer Gesellschaft zugeteilt. Arbeit, die vor allem zuerst vorfinanziert werden muss, ist auf jeden Fall auf eine Refinanzierung durch Nachschuldner angewiesen, sonst gilt sie im kapitalistischen Zahlendenken als wertlos – auch wenn sie noch so viele gesellschaftlich erfreuliche Werte zu schaffen vermag.
Die auf den Spielregeln des Geldes beruhende Pensionsproblematik ließe sich ja auch durch gesetzliche Begrenzung des Lebensalters lösen – wo es doch ohnehin nur um die Stimmigkeit des Zahlenmaterials geht!?.
Der alte Hinterfötzner von St. Kathrein schrieb darauf:
Die alberne Annahme, dass Geld durch Arbeit entsteht wird an Albernheit nur durch die Annahme übertroffen, daß Geld durch Nichtarbeit entsteht.
Klarheit über Albernheiten Mit meiner Arbeit kann ich nur Anteile von bereits existierendem Geld erhalten. Richtig? Damit Geld überhaupt existiert, muss sich jemand verschuldet haben, denn unser Geld entsteht (Betonung auf „entsteht“) ausschließlich durch Kredit, also durch einen Akt der Verschuldung. Richtig? Der Geldwert der geleisteten Arbeit ist daher auf Nachschuldner angewiesen (Konsumenten – Staat, Unternehmen, Private, oder Ausland), die bereit sind, sich ihrerseits insgesamt etwas höher als es der Vorfinanzierung entspricht zu verschulden. Richtig? So what?
Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass am Ende eines anstrengenden Arbeitstages plötzlich und aus dem Nichts, Geld in Ihrer Tasche aufgetaucht wäre? Es geht um die Erzeugung und Verteilung von Geld!
Luke46 schreibt
Aber dafür einzahlen hat der Opa dürfen?
Seine Beiträge waren nämlich ned, wie im ASVG, gedeckelt…
Der hat für jeden Cent (Schilling), den er verdient hat, Beiträge bezahlt.
Als Gemeindebeamter hat er nur nominell eingezahlt,….
……denn sowohl Gehalt, wie sämtliche Nebenkosten waren ja doch wohl Steuern!
Gloriaviennae schreibt darauf:
Nominell ist da gar nix – denn KEIN Beamter kriegt seinen Bruttobezug ausbezahlt, somit zahlt er sehr wohl einen erklecklichen Teil seines Gehaltes an Beiträgen, genauso wie jeder andere Arbeitnehmer in diesem Land.
Der einzige Unterschied besteht darin, dass eben ein öfftl. Bediensteter sein Gehalt aus dem Steuertopf bekommt.
Das ist eben der Deal: Der Bürger bezahlt für alle Leistungen des Staates in einen großen Topf – und die, die diese Leistungen erbringen, werden aus diesem bezahlt. Sie tun ja auch etwas dafür.
Und von diesen Gehältern bezahlen die wiederum auch ihre Steuern (in denselben Steuertopf!) und Beiträge für die Sozialversicherung.
Ich möchte keiner Beamtenseele zu nahe treten. Deshalb:
Es geht um Relationen! Weder ein Beamter, noch ein Unternehmer, noch ein Privatangestellter kann sein Einkommen „verdienen“, in dem Sinn, dass durch seine Arbeit Geld entstünde. Ich wollte darauf verweisen, dass alle Einkommen Zuteilungen von vorgängig durch Kredit entstandenem Geld sind und dass die Zuteilungen gemäß den herrschenden Machtstrukturen erfolgen. Natürlich erfüllen Beamte wichtige Funktionen des Staatswesens und sollen auch gut bezahlt werden – wie alle anderen auch (sonst funktioniert unsere Wirtschaft nicht). Bedauerlicherweise stuft man aber die eigene Tätigkeit meist viel wichtiger und höherwertiger ein, als jene aller anderen. Wann wurde aber der Rahmen für Beamtenbesoldung vom Souverän festgelegt? Wann die Privilegien?
Lässt Gloriaviennae nicht ruhen:
Interessant – und was machen alle anderen Dienstleister? Die „verdienen“ also ihr Einkommen auch nicht?
Das ist doch absurd – Der Staat erbringt Leistungen für die Bürger – und irgendjemand muss diese Leistungen ja auch LEISTEN.
Das sind die öffentl. Bediensteten.
Und wer, wenn nich die Bürger des Landes, sollte für diese Leistungen, von denen sie ja schließlich profitieren, sollte und könnte das bezahlen?
Auhc Leistungen in der Infrastruktur und Verwaltung, ohne die ein Staat nicht funktionieren und existieren können, haben eine Wertschöpfung, bzw. einen Wert.
Fordert mich zu neuerlicher Antwort heraus:
„Verdienen“ suggeriert, dass durch die geleistete Arbeit auch das Geld entsteht, um den (im günstigsten Fall und hoffentlich) entstandenen Mehrwert auch zu bezahlen
Jede Tätigkeit – auch nicht marktgängige, wie z.B. Hausfrauenarbeit – schafft im Idealfall einen Mehrwert (oder sollte es zumindest in dem Sinn tun, dass sich die Gemeinwohlsituation im weitesten Verständnis verbessert – sonst wäre die Tätigkeit ja entbehrlich). Durch die Tätigkeit selbst, die zunächst ja vor allem vorfinanziert werden muss, entsteht (Betonung auf „entsteht“) jedoch kein Geld, um den im günstigsten Fall geschaffenen Mehrwert auch in Geld abgelten zu können. Geld entsteht durch Kredit! Weshalb jedes Einkommen einer Zuteilung von Schulden anderer entspricht.
Die Leistungserbringung durch Beamte stelle ich keinesfalls in Abrede.
So schnell kommt man also vom OECD-Vorschlag „Pensionsautomatik“ zur Konstruktion unserer Geldordnung.
4.1.2016; standard.at; G. John, Interview mit Ernszt (ÖGB) u.Rohrmair-Lewis (JW)
Irrtum Herr John!!!
Nicht die Erwerbstätigen müssen immer mehr Pensionisten erhalten (was ist übrigens mit Kindern, Jugendlichen und vor allem Arbeitslosen???), sondern die bereitstehenden Waren und Dienstleistungen! Davon gibt es offensichtlich – siehe steigende Arbeitslosigkeit – mehr als „der Markt“ aufnehmen kann.
Eine Annäherung von Gemeinwohlwert und Geldwert erschiene mir geboten.
4.1.2016 Antwort auf „Postingname 2014“ (Nachfrage bestimmt das Angebot)
Mittlerweile scheint eher das Angebot die Nachfrage zu regulieren,…..
….doch die Stimuli gehen ins Leere, weil das Geld fehlt, das Bedürfnis erst zur Nachfrage zu machen. Es muss also etwas mit der Geldordnung zu tun haben.
Durch Arbeit entsteht Geld ja bekanntlich nicht, sondern man bekommt damit nur je nach den herrschenden Machtverhältnissen Anteile von vorgängig durch Kredit erzeugtem Geld zugewiesen.
4.1.2016; Standard; C.Seidl; Industrie lehnt SP-Pläne für Maschinensteuer ab
“Industrie” lehnt Maschinensteuer ab
Die betriebswirtschaftliche Logik gebietet nun einmal eine grundsätzliche Ablehnung von Steuern, weil diese ja den Entwicklungsmöglichkeiten des “eigenen Börsels” abträglich sind. Steuern sind nur dann gut, sofern sie von anderen bezahlt werden. Das ist ja auch der Fall, zumal Steuern kalkulatorische Größen sind und daher stets über den Preis durch die Konsumenten bezahlt werden. Freilich wird der Verkauf zu höheren Preisen im internationalen Wettbewerb schwieriger. Diesbezüglich sollte die Anmerkung des Industriellen-Generalsekretärs, Christoph Neumayer, aufhorchen lassen: “60% unseres Wohlstands wird von Exporten generiert”. Im Klartext heißt das, dass wir unseren Wohlstand zu 60% aus der Verschuldung anderer beziehen. Dass es da vielleicht einen Zusammenhang mit der globalen Geldordnung geben könnte, die Staaten gegeneinander auf Konfrontationskurs im Wettkampf der geschicktesten Schuldenübertragung hetzt, sollte der Politik eigentlich bewusst sein. Ohne das bislang als Tabu geltende Thema “Geldordnung” einer Grundsatzdiskussion zuzuführen, werden sämtliche gesellschaftspolitischen Probleme, die alle ihren Ursprung in der nicht mehr zeitgemäßen Geldordnung haben, kaum lösbar sein.
Forum Seitenstetten VI, Geld-Macht-Ordnung
Mai 8 @ 9:00 - Mai 10 @ 14:00

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