Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=OLG%20Bamberg&Datum=29.06.2016&Aktenzeichen=3%20U%20216/15
Timestamp: 2020-06-05 10:44:30+00:00

Document:
OLG Bamberg, 29.06.2016 - 3 U 216/15 - dejure.org
https://dejure.org/2016,17197
OLG Bamberg, 29.06.2016 - 3 U 216/15 (https://dejure.org/2016,17197)
OLG Bamberg, Entscheidung vom 29.06.2016 - 3 U 216/15 (https://dejure.org/2016,17197)
OLG Bamberg, Entscheidung vom 29. Juni 2016 - 3 U 216/15 (https://dejure.org/2016,17197)
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UWG 2008 § 4 Nr. 11; UWG 2015 § 3a; AMG § 78, AMPreisV § 2; HWG § 7; GG Art. 12
Unlauterer Wettbewerb; Abgabepreis des Pharmagroßhandels von Fertigarzneimitteln an Apotheken; Mindestpreis; Preisspielraum; Rabattgewährung; Skontogewährung; Berufsausübungsfreiheit
Großhandelsrabatte für Apotheker
Großhändler darf Apotheken für Arzneimittel keinen Rabatt von mehr als 3,15 % einräumen
Rabatte und Skonti von Arzneimittelgroßhändlern sind bei verschreibungspflichtigen Medikamenten nach § 2 Abs. 1 AMPreisVO nur bis zur festgelegten Obergrenze von 3,15 Prozent zulässig
deutsche-apotheker-zeitung.de (Pressemeldung, 29.06.2016)
AEP-Skonti: Gericht deckelt Großhandelsrabatte
Wettbewerbszentrale versus AEP - Skonti nur in Grenzen?
AEP zu Urteil zu Großhandelsrabatten - Völlige Ausblendung der Realität
deutsche-apotheker-zeitung.de (Pressebericht zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung, 08.06.2016)
Wettbewerbszentrale gegen AEP: Skonti nur in Grenzen?
Großhandelsrabatte nur bis 3,15% - Festzuschlag von 70 Cent nicht disponibel
GRUR-RR 2017, 164
Auf die Berufung der Klägerin hat das Berufungsgericht der Klage stattgegeben (OLG Bamberg, WRP 2016, 1151).
Solche sog. unechten Skonti sind deshalb jedenfalls wie sonstige Preisnachlässe zu behandeln (OLG Bamberg, Urteil vom 29. Juni 2016 - 3 U 216/15, juris Rn. 111 ff.; OLG Saarbrücken…, Urteil vom 31. August 2016 - 1 U 150/15, juris Rn. 42 ff.).
Der Senat schließt sich insoweit der Auffassung des OLG Bamberg in seinem Urteil vom 29.06.2016 - 3 U 216/15 - (zitiert nach juris) an.
Damit würde genau das Szenario eintreten, das der Gesetzgeber mit dem Festzuschlag im Sinne der angemessenen und flächendeckenden Belieferung der Apotheken gerade verhindern will (OLG Bamberg, Urteil vom 29. Juni 2006 - 3 U 216/15 - WRP 2016, 1151 ff., Juris Rn. 116 m. w. N.).
Der in § 2 Abs. 1 Satz 1 AMPreisV normierte Festzuschlag von 0, 70 EUR ist dagegen stets einzupreisen und darf nicht durch Preisnachlässe reduziert werden (vgl. OLG Bamberg, WRP 2016, 1151 Tz. 94, 96, 115 - Großhandelsrabatte für Apotheker; entgegen KG Berlin, GRUR-RR 2013, 78 Tz. 37 - aut idem-Substitution).

References: § 4
 § 3
 § 78
 § 2
 § 7
 Art. 12
 § 2
 § 2