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Timestamp: 2016-10-23 01:33:42+00:00

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9C_842/2014 (09.03.2015)
9C_842/2014 {T�0/2} � � Urteil vom 9. M�rz 2015
A.________ verletzte sich am ........ bei der Arbeit in einer ........ an der rechten Hand, was zur Amputation der drei mittleren Finger f�hrte. Im Juli 2011 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug an. Nach Abkl�rungen und nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren verneinte die IV-Stelle des Kantons Thurgau mit zwei Verf�gungen vom 30. Juni 2014 den Anspruch auf berufliche Massnahmen und auf eine Rente.
Die Beschwerde der A.________ hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau als Versicherungsgericht mit Entscheid vom 8. Oktober 2014 in dem Sinne gut, als es feststellte, dass f�r die Zeit vom������1. Januar bis 31. Mai 2012 Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bestehe; im �brigen wies es das Rechtsmittel ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt A.________, der Entscheid vom 8. Oktober 2014 sei aufzuheben und es sei ihr ab 1. Juni 2012 weiterhin eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung zuzusprechen.
Streitgegenstand ist, ob die Beschwerdef�hrerin �ber den 31. Mai 2012 hinaus Anspruch auf eine Dreiviertelsrente der Invalidenversicherung hat (BGE 133 II 35 E. 2 S. 38; Art. 107 Abs. 1 BGG und Urteil 9C_311/2013 vom 12. November 2013 E. 1).
Die IV-Stelle ermittelte in Anwendung der gemischten Methode������(Art. 28a Abs. 3 IVG; BGE 137 V 334 E. 3.1.3 und 3.2 S. 338; 125 V 146) f�r die Zeit ab 1. Januar 2012 (fr�hest m�glicher Rentenbeginn; Art. 29 Abs. 1 IVG) einen Invalidit�tsgrad von 25 % (0,5 x 25 % + 0,5 x 25,5 %), was f�r einen Rentenanspruch nicht ausreicht (Art. 28 Abs. 2 IVG). Die erwerbsbezogene Invalidit�t (25 %) ergab sich durch Vergleich der auf derselben statistischen Grundlage (Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2010 des Bundesamtes f�r Statistik [LSE 10]; grundlegend BGE 124 V 321) berechneten Validen- und Invalideneinkommen (BGE 125 V 146 E. 2a S. 149; Art. 16 ATSG i.V.m. Art. 28a Abs. 1 IVG). Bei einer Arbeitsf�higkeit von 50 % in einer adaptierten T�tigkeit (rechte Hand als Zudienhand, Vermeidung von K�lteexposition) und einem erwerblichen Arbeitspensum im Gesundheitsfall von 50 % entsprach der Invalidit�tsgrad somit dem Abzug vom Tabellenlohn gem�ss BGE 126 V 75 (Urteil des Eidg. Versicherungsgerichts I 295/06 vom 19. September 2006 E. 3.2.3), den die IV-Stelle leidensbedingt auf 25 % festsetzte. Die Einschr�nkung im Aufgaben-bereich Haushalt (25,5 %) entsprach dem Ergebnis der Abkl�rung vor Ort (Bericht vom 1. Juni 2012).
Die Vorinstanz hat die Invalidit�tsbemessung der Beschwerdegegnerin insofern korrigiert, als sie f�r die Zeit vom 1. Januar 2012 bzw. 6. Dezember 2011 bis 28. Februar 2012 von einer Arbeitsunf�higkeit von 100 % ausging, was einen Invalidit�tsgrad von 63 % (0,5 x 100 % + 0,5 x 25,5 %; zum Runden BGE 130 V 121) und somit Anspruch auf eine Dreiviertelsrente bis Ende Mai 2012 ergab (Art. 88a Abs. 1 IVV). Weiter hat sie festgestellt, ab 13. August 2012 bestehe eine Arbeitsf�higkeit von 100 % in leidensangepassten T�tigkeiten.
3.1.�Die Vorbringen in der Beschwerde betreffen in erster Linie die tats�chlichen Grundlagen des angefochtenen Entscheids. Dabei werden teilweise Annahmen der Beschwerdegegnerin als unrichtig bzw. unzutreffend ger�gt, worauf nicht weiter einzugehen ist. Massgebend ist der von der Vorinstanz festgestellte Sachverhalt (Art. 105 Abs. 1 BGG). Soweit die Beschwerdef�hrerin darauf Bezug nimmt, gibt sie mit einer Ausnahme (nachstehende E. 4) entweder ihre eigene Sichtweise wieder, wie die �rztlichen Berichte zu w�rdigen sind, womit sie ihrer R�gepflicht nicht gen�gt (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; Urteil 9C_312/2014 vom 19. September 2014 E. 4.3), oder sie vermag nicht aufzuzeigen, inwiefern das kantonale Versicherungsgericht daraus rechtsfehlerhafte Schl�sse gezogen hat (Art. 95 lit. a BGG; Urteil 2C_413/2014 vom 11. Mai 2014 E. 2.1).
3.2.�Nicht stichhaltig ist sodann die R�ge der Verletzung des Untersuchungsgrundsatzes durch die Beschwerdegegnerin (Art. 43 Abs. 1 ATSG), was den Gesundheitszustand und die Arbeitsf�higkeit aus psychiatrischer Sicht betrifft. In diesem Zusammenhang trifft nicht zu, dass die SUVA-Kreis�rztin Dr. med. B.________ am 7. Mai 2010 von einer psychischen Dekompensation der Versicherten gesprochen hatte. Vielmehr hatte sich offensichtlich die gespr�chsf�hrende Sachbearbeiterin des Unfallversicherers in diesem Sinne ge�ussert. Ebenso findet das Vorbringen der Beschwerdef�hrerin keine St�tze in den Akten, sie sei ins Zentrum C.________ geschickt worden, u.a. auch weil Frau D.________ von der SUVA eine psychiatrische Behandlung als dringend notwendig erachtet habe. Im �brigen bestreitet sie die Feststellung der Vorinstanz nicht, sie unterziehe sich gem�ss Aktenlage keiner konsequenten Depressionstherapie. Ihre "Erkl�rung", es sei �usserst schwierig, eine passende Psychiaterin zu finden, da sie nur Albanisch spreche, l�sst sich nicht in Einklang bringen mit dem Bericht der Klinik E.________ vom 21. Juli 2011 �ber die berufliche Standortbestimmung, wo festgehalten wurde, sie spreche bereits gut Deutsch. Weiter ergibt sich aus dem Bericht des Dr. med. F.________ vom 30. August 2012 nichts zu ihren Gunsten. Der neurologische Facharzt �usserte sich darin einzig zur Frage der Unfallkausalit�t des persistierenden Streckdefizits am rechten Kleinfinger. Dass deswegen der Einsatz der rechten Hand als Zudienhand verunm�glicht sei, wie sie vorbringt, sagte Dr. med. F.________ jedoch nicht.
Soweit die Beschwerdef�hrerin schliesslich die erwerbliche Verwertbarkeit der Arbeitsf�higkeit in einer angepassten T�tigkeit (rechte Hand als Zudienhand, Vermeidung von K�lteexposition) bestreitet, ist darauf hinzuweisen, dass die Gerichtspraxis regelm�ssig bei Versicherten, welche ihre dominante Hand gesundheitlich bedingt nur sehr eingeschr�nkt, als unbelastete Zudienhand beispielsweise, einsetzen k�nnen, von einem hinreichend grossen Angebot an realistischen Bet�tigungsm�glichkeiten - auf einem ausgeglichenen Arbeitsmarkt (zu diesem Begriff BGE 134 V 64 E. 4.2.1 S. 70) - ausgeht (Urteile 8C_272/2012 vom 29. Mai 2012 E. 4.3 und 9C_418/2008 vom 17. September 2008 E. 3.2.2 mit Hinweisen).
3.3.�In Bezug auf die Bemessung der Einschr�nkung im Haushalt r�gt die Beschwerdef�hrerin vorab, im Abkl�rungsbericht vom 1. Juni 2012 w�rden ihre divergierenden Auffassungen nicht wiedergegeben, was sinngem�ss den Beweiswert mindere (vgl. Urteil 8C_334/2014 vom 21. Juli 2014 E. 5.2). Indessen legt sie nicht dar, welche der angeblich bei der Abkl�rung vor Ort gemachten abweichenden Angaben im Bericht nicht erw�hnt werden. Weiter ist zu beachten, dass Art und Ausmass der Einschr�nkung in den einzelnen Haushaltsbereichen Tatfrage ist (Urteil 9C_769/2012 vom 2. November 2012 E. 4); diesbez�gliche Feststellungen der Vorinstanz pr�ft das Bundesgericht somit lediglich unter eingeschr�nktem Blickwinkel (Art. 105 Abs. 1 und 2 BGG; Urteil 9C_90/2010 vom 22. April 2010 E. 4.1.1.3 mit Hinweisen), wobei die Beschwerde f�hrende Person eine qualifizierte R�gepflicht trifft (Art. 97 Abs. 1 BGG; BGE 137 II 353 E. 5.1 S. 356).
Die Abkl�rungsperson ermittelte folgende Einschr�nkungen: "Ern�hrung" (30 %), "Wohnungspflege" (30 %), "Einkauf und weitere Besorgungen" (10 %) "W�sche und Kleiderpflege" (30 %), "Betreuung von Kindern" (20 %). Die Vorinstanz hat in Auseinandersetzung mit den dagegen erhobenen Einw�nden diese Festsetzung best�tigt. Aufgrund der Vorbringen in der Beschwerde erscheint zwar die Annahme einer Behinderung von lediglich maximal 30 % in allen Bereichen als sehr optimistisch in Anbetracht der nur sehr eingeschr�nkt einsetzbaren dominanten rechten Hand, was heisst, dass die Abkl�rungsperson der Mithilfe des Ehemannes und der Schwiegermutter im Haushalt unter dem Titel der Schadenminderungspflicht (BGE 133 V 504 E. 4.2 S. 509) grosses Gewicht beigemessen hat. Die Beschwerdef�hrerin r�gt diesbez�glich zwar sinngem�ss eine Verletzung von Bundesrecht; ihre Vorbringen sind jedoch zu wenig substanziiert, sodass darauf nicht weiter einzugehen ist.
Die Vorinstanz ist f�r die Zeit vom 29. Februar bis 12. August 2012 von einer Arbeitsf�higkeit von 50 % in angepassten T�tigkeiten ausgegangen. Diese Festsetzung findet keine St�tze in den Akten. Sie beruht auf der Beurteilung des regionalen �rztlichen Dienstes (RAD) vom 13. Juni 2013, der sich seinerseits auf den Bericht der Klinik E.________ vom 21. Juli 2011 st�tzt. Darin finden sich indessen keine Angaben zur konkreten aktuellen Arbeitsf�higkeit, wie die Beschwerdef�hrerin zu Recht einwendet. Aufgrund der Akten wurde in der fraglichen Zeit lediglich vom zust�ndigen SUVA-Kreisarzt und von der behandelnden Handchirurgin vom Spital G.________ eine Einsch�tzung der Arbeitsf�higkeit gemacht, welche �bereinstimmend mit 25 % beziffert worden ist (Notiz vom 2. April 2012, erw�hnt im Case Report vom 30. Juni 2014 [Eintrag vom 14. Juni 2012]). Darauf ist f�r die Zeit vom 29. Februar bis 12. August 2012 abzustellen. Daraus ergibt sich eine Einschr�nkung im erwerblichen Bereich von 50 % bzw. bei im �brigen gleichen Bemessungsfaktoren (vorne E. 2) ein Invalidit�tsgrad von 44 % (0,5 x 62,5 % + 0,5 x 25,5 %). Somit hat die Beschwerdef�hrerin vom 1. Juni bis 30. November 2012 (Art. 88a Abs. 1 IVV) Anspruch auf eine Viertelsrente. Insofern ist die Beschwerde begr�ndet.
Ausgangsgem�ss haben die Parteien die Gerichtskosten nach Massgabe ihres Unterliegens zu tragen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Die Beschwerdef�hrerin hat Anspruch auf eine Parteientsch�digung (Art. 68 Abs. 2 BGG).
Die Beschwerde wird teilweise gutgeheissen. Der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Thurgau vom 8. Oktober 2014 wird insoweit erg�nzt, als die Beschwerdef�hrerin ab 1. Juni bis 30. November 2012 Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung hat. Im �brigen wird die Beschwerde abgewiesen.
Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden zu sieben Achteln (Fr. 700.-) der Beschwerdef�hrerin und zu einem Achtel (Fr. 100.-) der Beschwerdegegnerin auferlegt.
Die Beschwerdegegnerin hat die Beschwerdef�hrerin f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 350.- zu entsch�digen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Thurgau hat die Gerichtskosten und die Parteientsch�digung f�r das vorangegangene Verfahren neu festzusetzen.

References: Art. 107
 BGE 
 Art. 29
 BGE 
 Art. 16
 Art. 28
 BGE 
 BGE 
 Art. 105
 BGE 
 BGE