Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=03.12.1991&Aktenzeichen=VI%20ZR%2048/91
Timestamp: 2019-11-17 04:29:40+00:00

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BGH, 03.12.1991 - VI ZR 48/91 - dejure.org
https://dejure.org/1991,1199
BGH, 03.12.1991 - VI ZR 48/91 (https://dejure.org/1991,1199)
BGH, Entscheidung vom 03.12.1991 - VI ZR 48/91 (https://dejure.org/1991,1199)
BGH, Entscheidung vom 03. Dezember 1991 - VI ZR 48/91 (https://dejure.org/1991,1199)
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Gebärmutterextirpation
§ 823 Abs. 1 BGB, Mißerfolgsaufklärung, (keine) Aufklärungspflicht über postoperative Depressionen;
§ 141 ZPO, § 286 ZPO, Verwertung einer informatorischen Parteianhörung
Gebärmutterentfernung - Aufklärungspflicht des Arztes - Psychische Beschwerden - Gefahrenpotential - Hinweis durch Arzt
NJW 1992, 1558
VersR 1992, 358
Das Berufungsgericht durfte auch auf die von ihm für glaubhaft erachteten Angaben des Klägers bei seiner Anhörung nach § 141 ZPO abstellen; denn der Tatrichter ist nicht gehindert, derartige Erklärungen im Rahmen der Beweiswürdigung zu verwerten (…vgl. Senatsurteile vom 8. Dezember 1987 - VI ZR 79/87 - BGHR ZPO § 286 Abs. 1 S. 1 - Parteibehauptung 2 - und vom 3. Dezember 1991 - VI ZR 48/91 - VersR 1992, 358, 359; BGH…, Urteil vom 8. November 1989 - I ZR 14/88 - BGHR ZPO § 141 - Anhörung 2).
Über einen Organisationsfehler, wie ihn der Einsatz eines Arztes ohne ausreichende Haftpflichtversicherung darstellen könnte, ist dagegen nicht aufzuklären (vgl. Senatsurteile vom 19. März 1985 - VI ZR 227/83 - VersR 1985, 736 und vom 3. Dezember 1991 - VI ZR 48/91 - VersR 1992, 358, 359).
Erklärungen, die eine Partei abgibt, ohne ausdrücklich als Partei vernommen zu sein, dürfen zwar nicht als Beweismittel behandelt werden; der Tatrichter darf sie jedoch im Rahmen der Beweiswürdigung verwerten (BGH Urteil vom 3. Dezember 1991 - VI ZR 48/91I ZR 48/91 - BGHR ZPO § 286 Abs. 1 Satz 1 Parteibehauptung 3 = VersR 1992, 358 [BGH 03.12.1991 - VI ZR 48/91]).
In der gleichen Entscheidung hat der BGH aber auch ausgeführt, dass ein Patient bei Aufklärung am Vorabend der Operation in der Regel mit der Verarbeitung der mitgeteilten Fakten und der von ihm zu treffenden Entscheidung überfordert sei, wenn er - für ihn überraschend - erstmals aus dem späten Aufklärungsgespräch von gravierenden Risiken des Eingriffs erfahre, die seine persönliche Lebensführung entscheidend beeinträchtigen können (BGH a.a.O. mit Hinweis auf Senatsurteil vom 7.4.1992 - Az VI ZR 48/91- und vom 14.6.1994 - Az. VI ZR 178/93-).
Zwar dürfen Nach § 141 ZPO abgegebene Erklärungen einer Partei nicht als Beweismittel verwertet werden (BGH, MDR 1967, 834), es ist aber allgemein anerkannt, dass die Ergebnisse einer Anhörung gemäß § 141 ZPO ohne Weiteres im Rahmen der freien Würdigung des Verhandlungsergebnisses (Beweiswürdigung nach § 286 ZPO) verwertet werden dürfen (BGH, VersR 1991, 917, 918; VersR 1992, 358; VersR 1993, 571, 572; VersR 1999, 994, 995).
Erklärungen einer Partei nach § 141 ZPO dürfen zwar nicht als Beweismittel verwertet werden, der Tatrichter ist jedoch nicht gehindert, sie im Rahmen der Beweiswürdigung zu verwerten (vgl. BGH NJW-RR 1998, 471; BGJ NJW 1992, 1558, 1559).
Über die Folgen von Behandlungsfehlern ist jedoch nach dem Sinn und Zweck der Risikoaufklärung nicht aufzuklären (vgl. BGH VersR 1985, 736; VersR 1992, 358, 359).
Der Sinn der Selbstbestimmungsaufklärung besteht darin, den Patienten über die Art und die Risiken einer regelgerechten Behandlung aufzuklären (…BGH, Urt. v. 07.12.2004, BGHZ 161, 255, 263; BGH Urt. v. 03.12.1991, NJW 1992, 1558, 1559).
LG Köln, 04.02.2010 - 8 O 60/09
Gewerberaum: Rücktritt bei Fehlen der zugesicherten Kapazität

References: § 823

§ 141
 § 286
 § 141
 § 286
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 BGH 
 § 141
 § 141
 § 286
 § 141
 BGH 
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