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Timestamp: 2016-10-25 06:47:06+00:00

Document:
1C_14/2013 (14.10.2013)
1C_14/2013 � � Urteil vom 14. Oktober 2013
alle vier vertreten durch Rechtsanwalt Lukas Wolfer,
Zweckverband ARA KEZ,
Obere Dorfstrasse 32, 8700 K�snacht,
Baukommission K�snacht,
Gemeindehaus, Dorfstrasse 32, 8700 K�snacht,
Baubewilligung / abwassertechnische und gew�sserschutzrechtliche Bewilligung,
Beschwerde vom 7. November 2012 gegen das
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 1. Abteilung, 1. Kammer.
�Die Baudirektion des Kantons Z�rich genehmigte mit Verf�gungen vom 18. Mai 2011 und 25. Mai 2011 den Neubau eines Kleinwasserkraftwerks (KWKW) auf den Grundst�cken Kat.-Nrn. 8212 und 10278 in K�snacht in abwassertechnischer Hinsicht und erteilte dem Zweckverband Abwasserreinigungsanlage K�snacht-Erlenbach-Zumikon (ARA KEZ) die gew�sserschutz-, lufthygiene- und l�rmschutzrechtliche Bewilligung. Diese Verf�gungen wurden gemeinsam mit der baurechtlichen Bewilligung der Baukommission K�snacht vom 8. M�rz 2011 er�ffnet.
�Das strittige Vorhaben ist Bestandteil des Projekts Zusammenschluss Abwasserreinigungsanlage (ARA) K�snacht-Erlenbach-Zumikon. Die ARA Zumikon soll zu einem grossen Teil zur�ckgebaut und das dort anfallende Abwasser der ARA K�snacht zugef�hrt werden, die saniert und ausgebaut werden soll. Die H�hendifferenz zwischen Zumikon und K�snacht soll f�r die Energieerzeugung genutzt werden. Das mit einem Feinrechen vorgereinigte sog. Rohabwasser aus Zumikon wird zun�chst in ein Ausgleichsbecken geleitet. Ab diesem f�hrt eine rund 2.9 m lange Druckleitung bis zum KWKW. Mittels einer Pelton-Turbine soll j�hrlich aus rund 1 Mio. m� Abwasser rund 370 MWh elektrischer Strom gewonnen werden. Nach dem Passieren der Turbine wird das Rohabwasser der unter dem Kraftwerk beginnenden Freispiegelleitung zugef�hrt, die bis zum Hauptsammelkanal der ARA K�snacht f�hrt. Wenn infolge Regenwasserzuflusses der maximale Zufluss der Turbine (80 l/s) �berschritten ist, wird das Wasser �ber einen Bypass an der Turbine vorbei in ein sogenanntes Tosbecken mit einer Tiefe von 2 m geleitet, bevor es der Freispiegelleitung zugef�hrt wird.
�Das KWKW soll in einem rund 2,5 m tiefen Raum erstellt werden, mit einer L�nge von 8,6 m und einer Breite von knapp 6 m. Unter dem Turbinenraum befindet sich zudem das Tosbecken. Der Bau kommt zu etwas mehr als der H�lfte unter die Felseneggstrasse (Kat.-Nr. 8212) zu liegen. Diese Strassenparzelle befindet sich gem�ss geltender Bau- und Zonenordnung der Gemeinde K�snacht (BZO) in einer Wohnzone W2/1.20 mit Wohnschutz (Art. 34 BZO), in der Gewerbe grunds�tzlich unzul�ssig ist. Auf der angrenzenden Parzelle Kat.-Nr. 10278, die steil gegen den Dorfbach hin abf�llt, tritt die Baute als rund 2,2 m breite Terrasse in Erscheinung, die von einer Mauer mit einer maximalen H�he von knapp 1,5 m getragen wird. Diese Parzelle liegt in der Freihaltezone.
�A.________ und weitere Eigent�mer von Grundst�cken im Nahbereich des geplanten KWKW erhoben gegen die Bewilligungsverf�gungen Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Z�rich. Dieses f�hrte einen Augenschein durch. Am 17. April 2012 hiess es den Rekurs teilweise gut und versch�rfte die lufthygienerechtliche Bewilligung dahin, dass als Abluftreinigung ein Aktivkohlefilter, ein Entfeuchter und ein Ammoniakw�scher einzubauen seien. Im �brigen wies es den Rekurs ab.
�Dagegen erhoben A.________ und Konsorten am 21. Mai 2012 Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich. Dieses wies die Beschwerde am 7. November 2012 ab.
�Gegen den verwaltungsgerichtlichen Entscheid haben A.________ und die im Rubrum genannten Personen am 7. Januar 2013 Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ans Bundesgericht erhoben. Sie beantragen, der angefochtene Entscheid und die Baubewilligung f�r das KWKW seien aufzuheben. Eventuell sei die Sache zur Sachverhaltserg�nzung bzw. zur Einholung eines Gutachtens einer unabh�ngigen Fachstelle und Neubeurteilung an das Verwaltungsgericht, eventuell an die Baubewilligungsbeh�rde, zur�ckzuweisen.
�Die Baukommission K�snacht und der Zweckverband ARA KEZ beantragen, die Beschwerde sei abzuweisen, soweit darauf einzutreten sei. Die Baudirektion des Kantons Z�rich verweist auf den Mitbericht des Amts f�r Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) vom 1. Februar 2013. Darin nimmt das Amt zu verschiedenen R�gen Stellung, ohne formell Antrag zu stellen.
�Das Bundesamt f�r Umwelt (BAFU) kommt in seiner Vernehmlassung zum Ergebnis, dass der angefochtene Entscheid mit der Umweltschutzgesetzgebung des Bundes konform ist. Das Bundesamt f�r Raumentwicklung (ARE) verzichtete auf eine Stellungnahme.
�In ihrer Replik halten die Beschwerdef�hrer an ihrem Antrag fest.
�Mit Verf�gung vom 6. Februar 2013 wurde der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zuerkannt.
�Da alle Sachurteilsvoraussetzungen vorliegen, ist auf die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten einzutreten.
�Die Beschwerdef�hrer r�gen zun�chst die fehlende Zonenkonformit�t des Kraftwerks, und zwar sowohl in der Wohnzone als auch in der Freihaltezone. Sie erachten das �ffentliche Interesse an der Erstellung des KWKW als bescheiden; dieses gen�ge per se nicht f�r die Erteilung von Ausnahmebewilligungen. Das KWKW sei aufgrund seiner Immissionen negativ standortgebunden, d.h. es m�sse an einem Standort ausserhalb des besiedelten Gebiets verschoben werden, wie dies auch bei der einzigen in der Schweiz bestehenden Anlage dieser Art in Le Ch�ble der Fall sei. Es sei gerade Sinn und Zweck der Vorschriften �ber den Wohnschutz, gewerbliche Bauten wie ein Abwasser-Kraftwerk mit entsprechenden Geruchsimmissionen in der Wohnzone zu verhindern. In Betracht falle insbesondere ein Standort im weiter oben liegenden Wald. Damit w�rden auch die �brigen Ausnahmebewilligungen, namentlich f�r die Unterschreitung des Strassenabstands, �berfl�ssig.
2.1.�Das Verwaltungsgericht ging (wie schon das Baurekursgericht) davon aus, dass das KWKW als technische Infrastrukturanlage in der Wohnzone zonenkonform sei; hierf�r verwies es auf � 105 des Z�rcher Planungs- und Baugesetzes vom 7. September 1975 (PBG). Danach sind �ffentliche Unternehmungen und gemischtwirtschaftliche oder private Unternehmungen, die �ffentliche Aufgaben erf�llen, berechtigt, im Baulinienbereich gegen Ersatz des verursachten Schadens unterirdische Leitungen samt zugeh�rigen Bauwerken zu erstellen und fortbestehen zu lassen. Das KWKW, das bescheiden dimensioniert sei und von der Abwasserleitung unmittelbar abh�ngig sei, k�nne noch als zu unterirdischen Leitungen "zugeh�rig" qualifiziert werden. Die vom KWKW ausgehenden Immissionen seien Gegenstand der umweltrechtlichen Beurteilung. Da das KWKW oberirdisch kaum in Erscheinung trete, l�gen keine raumplanerischen Gr�nde vor, es aus der Wohnzone zu verbannen.
�Das Verwaltungsgericht sch�tzte die Ausnahmebewilligungen f�r die Errichtung eines Bauvorhabens in der Freihaltezone und f�r die Unterschreitung des Strassenabstands und ging davon aus, dass auch f�r die Wohnzone eine Ausnahmebewilligung erteilt werden k�nnte, wenn man die Zonenkonformit�t des Projekts verneinen sollte. Die negative Standortgebundenheit sei zu verneinen, wenn schon das Umweltschutzrecht gen�gend M�glichkeiten gegen �berm�ssige St�rungen biete. Dies habe zur Folge, dass Standorte ausserhalb des Siedlungsgebiets - etwa im Wald - nicht in Betracht fielen. Alternativstandorte innerhalb der Bauzone seien vom Baurekursgericht gest�tzt auf die Angaben im Technischen Bericht und dem Ausnahmegesuch der Bauherrschaft in nachvollziehbarer Weise verneint worden.
2.2.�Die Beschwerdegegnerin und die Baukommission K�snacht teilen die Rechtsauffassungen des Verwaltungsgerichts. Die Baukommission verweist erg�nzend auf � 37 des Z�rcher Strassengesetzes vom 27. September 1981 (StrG), wonach Verkehrs- und Versorgungsanlagen eines Gemeinwesens oder entsprechende Anlagen einer Unternehmung, die �ffentliche Aufgaben erf�llt, unter dem Strassenk�rper errichtet werden d�rfen.
2.3.�Sowohl die Zonenkonformit�t des Bauvorhabens in der Wohnzone als auch die Ausnahmebewilligungen f�r die Beanspruchung der Freihaltezone und die Unterschreitung des Strassenabstands beurteilen sich nach selbstst�ndigem kantonalen Recht. Dies gilt auch f�r die "innenliegende" Freihaltezone, die - nach den insoweit unbestrittenen Erw�gungen der Vorinstanzen - Teil des Siedlungsgebiets bildet und daher nicht (direkt) dem Anwendungsbereich der Art. 24 ff. RPG unterliegt. Vielmehr kommt Art. 24 RPG lediglich durch Verweis �ber � 40 Abs. 1 Satz 2 PBG als kantonales Recht zu Anwendung.
�Die Verletzung von kantonalem Recht ist (von hier nicht einschl�gigen Ausnahmen abgesehen) kein Beschwerdegrund vor Bundesgericht (Art. 95 BGG); ger�gt werden kann lediglich, dass bei der Auslegung oder Anwendung kantonalen Rechts Grundrechte - insbesondere das Willk�rverbot (Art. 9 BV) - verletzt worden seien. Dies pr�ft das Bundesgericht nicht von Amtes wegen, sondern nur insoweit, als eine solche R�ge in der Beschwerde vorgebracht und gen�gend begr�ndet worden ist (Art. 106 Abs. 2 BGG); hierf�r gelten qualifizierte Begr�ndungsanforderungen (BGE 133 II 249 E. 1.4.2 S. 254 mit Hinweisen).
2.4.�Die Beschwerdef�hrer werfen dem Verwaltungsgericht zun�chst eine widerspr�chliche und insofern willk�rliche Argumentation vor, als es einerseits die Zonenkonformit�t des KWKW in der Wohnzone bejaht habe (in E. 3.1 - 3.3), andererseits aber - im Zusammenhang mit der positiven Standortgebundenheit der Anlage in der Freihaltezone - auf dessen "grunds�tzliche Zonenwidrigkeit in Wohnzonen" verwiesen habe, welche die Standortsuche erschwere (E. 4.3.1 in fine).
�Allerdings l�sst sich dieser vermeintliche Widerspruch erkl�ren, wie die Baukommission K�snacht und die Beschwerdegegnerin �berzeugend ausf�hren. Das Verwaltungsgericht bejahte die Zonenkonformit�t des KWKW n�mlich nicht vorbehaltlos, sondern insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es am Standort Felseneggstrasse vollst�ndig unterhalb des Strassentrassees zu liegen komme, d.h. in der Wohnzone nicht oberirdisch in Erscheinung trete. Daraus l�sst sich folgern, dass das Vorhaben an anderen Standorten in der Wohnzone, wo es - ganz oder teilweise - oberirdisch in Erscheinung treten bzw. ausserhalb eines Strassentrassees zu liegen k�me, zonenwidrig w�re.
�Die �brigen R�gen im Zusammenhang mit der Zonenkonformit�t sind nicht geeignet, den angefochtenen Entscheid als willk�rlich erscheinen zu lassen (zur Willk�rdefinition vgl. BGE 136 I 316 E. 2.2.2 S. 318 f. mit Hinweisen). Insbesondere ist es nicht offensichtlich unhaltbar und damit willk�rlich, das KWKW als einer Leitung "zugeh�riges Bauwerk" i.S.v. � 105 PBG zu qualifizieren, geht es doch darum, die f�r den Zusammenschluss der ARA Zumikon und der ARA K�snacht notwendige Verbindungsleitung und ihr Gef�lle bzw. die beim Transport der Abwasser anfallende Abflussenergie zu nutzen, anstatt sie in einem Absturzbauwerk zu vernichten. Auch wenn sich � 105 PBG auf den Baulinienbereich bezieht, lassen sich daraus willk�rfrei R�ckschl�sse auf die Zonenkonformit�t solcher Vorhaben in der Wohnzone ziehen, auch wenn sie auf einer Strassenparzelle ohne Baulinien liegen. Sofern dabei keine mit der Wohnnutzung unvereinbaren Immissionen entstehen (vgl. dazu unten E. 3), ist es auch nicht unhaltbar, eine Beeintr�chtigung des Wohnquartiercharakters durch das nach aussen kaum in Erscheinung tretende KWKW zu verneinen.
2.5.�Weiter r�gen die Beschwerdef�hrer Willk�r bei der Erteilung der Ausnahmebewilligung f�r die Unterschreitung des Strassenabstands, weil das Verwaltungsgericht lediglich Verh�ltnism�ssigkeitserw�gungen angestellt und nicht dargelegt habe, worin die besonderen Verh�ltnisse i.S.v. � 220 Abs. 1 PBG bestehen.
�� 220 Abs. 1 PBG setzt voraus, dass besondere Verh�ltnisse vorliegen, bei denen die Durchsetzung der Vorschriften unverh�ltnism�ssig erscheint; die (Un-) Verh�ltnism�ssigkeit ist damit ein zentrales Tatbestandsmerkmal der Norm. Die vom Verwaltungsgericht angestellte �berlegung, dass es unverh�ltnism�ssig w�re, eine kleine, optisch kaum in Erscheinung tretende und im �ffentlichen Interesse liegende Baute am gesetzlichen Strassenabstand scheitern zu lassen, ist keineswegs willk�rlich. Das Gericht durfte auch ohne Willk�r davon ausgehen, dass der Gesetzgeber bei Erlass der Bestimmungen �ber den Strassenabstand die M�glichkeit, Turbinen in Abwasserleitungen einzubauen, nicht bedacht hat, und damit das Vorliegen besonderer Verh�ltnisse bejahen.
�Schliesslich ist die Feststellung des Verwaltungsgerichts, wonach der Bestand von Strasse und Leitungen nicht beeintr�chtigt sei (E. 5.3 S. 12 oben), nicht aktenwidrig, wenn sie - was naheliegt - auf den definitiven Bestand bezogen wird: Dieser wird durch die Notwendigkeit, gewisse Leitungen f�r den Bau des KWKW zu verlegen und die Strasse tempor�r zu sperren, nicht in Frage gestellt.
2.6.�Die Vorinstanzen begr�ndeten die Ausnahmebewilligung f�r den geplanten Standort des KWKW in der Freihaltezone mit der (relativen) positiven Standortgebundenheit der Anlage, die sich aus technischen, topografischen und hydraulischen Gr�nden ergebe. Dabei pr�ften sie auch Alternativstandorte im Siedlungsgebiet (insbes. Verlegung auf die linke Seite des Dorfbachs, beim Gemeindehaus und dem im Eigentum der Gemeinde stehenden Grundst�ck Nr. 12526), die jedoch als wesentlich ung�nstiger erachtet wurden (vgl. E. 8.4 des Entscheids des Baurekursgerichts, auf die das Verwaltungsgericht verweist). Auch diese Erw�gung l�sst keine Willk�r erkennen.
2.7.�Ist somit die Bewilligung des KWKW im Siedlungsgebiet m�glich, ist das Vorhaben nicht auf einen Standort im Wald angewiesen, weshalb daf�r keine Rodungsbewilligung erteilt werden k�nnte (Art. 5 Abs. 2 lit. a des Bundesgesetzes �ber den Wald vom 4. Oktober 1991 [WaG; SR 921.0]). Der von den Beschwerdef�hrern bevorzugte Standort im Wald scheidet schon aus diesem Grund aus.
�Die Beschwerdef�hrer r�gen weiter, die Umweltbelastung durch das KWKW sei ungen�gend abgekl�rt worden. Sie verweisen auf den Pilotprojektcharakter der Anlage, weshalb gesicherte Erkenntnisse fehlten. Die Beurteilung �bersteige die Fachkenntnisse der Gerichtsmitglieder, so dass schon das Baurekursgericht verpflichtet gewesen w�re, das Projekt durch eine Fachperson �berpr�fen zu lassen. Die Vertreter des AWEL seien nicht unbefangen, da der Kanton ein grosses Interesse an der Realisierung der Pilotanlage habe.
�Die Annahmen des Baurekursgerichts �ber die angebliche Tauglichkeit der Filter- und Entfeuchtungsanlage zur Geruchsbindung beruhten auf Mutmassungen. Erst recht sei unklar, inwieweit damit gef�hrliche pathogene Stoffe bzw. Partikel zur�ckgehalten werden k�nnten. Sogar das AWEL habe in seiner Beschwerdeantwort vom 18. Juni 2012 den Einbau eines HEPA Filters (H13) empfohlen, falls ein weitergehender Schutz notwendig sein sollte; damit habe es anerkannt, dass die Biosicherheit durch eine Fachperson �berpr�ft werden m�sse.
�Die Beschwerdef�hrer werfen dem Verwaltungsgericht vor, sich auf eine blosse Wiedergabe der Erw�gungen des Baurekursgerichts beschr�nkt zu haben, ohne eine eigene Pr�fung vorzunehmen.
3.1.�Der Kanton Z�rich kennt ein zweistufiges gerichtliches Verfahren im Bausachen. Bereits das Baurekursgericht hat sich ausf�hrlich mit den Bef�rchtungen der Beschwerdef�hrer zu den Geruchsimmissionen des KWKW auseinandergesetzt, gest�tzt auf den Technischen Bericht "Zusammenschluss ARA K�snacht-Erlenbach-Zumikon Los KWKW" der Holinger AG vom 5. November 2010 (im Folgenden: Technischer Bericht), und die Umweltvertr�glichkeitspr�fung "Zusammenschluss ARA K�snacht-Erlenbach-Zumikon", Beurteilung des Umweltvertr�glichkeitsberichts durch die kantonale Koordinationsstelle f�r Umweltschutz (KofU) vom 11. April 2011 (im Folgenden: UVB-Beurteilung). Es kam aufgrund detaillierter Erw�gungen zum Ergebnis, dass mit l�nger andauernden Standzeiten des Abwassers in der nicht bel�fteten Druckleitung (mit der Folge eines geruchsproblematischen Anfaulens des Wassers) nicht zu rechnen sei (E. 12.3.3 und 12.3.4. S. 23 ff.). Aufgrund der noch verbleibenden "Unw�gbarkeiten" ordnete es vorsorglich weitere emissionsbegrenzende Massnahmen an (Aktivkohlefilter mit Entfeuchtungsanlage und Ammoniakw�scher).
�Das Verwaltungsgericht teilte die Schlussfolgerungen des Baurekursgerichts, auf die es in seinem Entscheid verwies, und ging davon aus, dass den noch bestehenden Unsicherheiten durch den zus�tzlich angeordneten Einbau einer Abluftreinigungsanlage hinreichend Rechnung getragen worden sei. Dies ist grunds�tzlich nicht zu beanstanden, wie im Folgenden darzulegen sein wird (E. 3.2 zu den Geruchsemissionen und E. 4 zur Biosicherheit).
3.2.�In diesem Zusammenhang ist zu ber�cksichtigen, dass es sich zwar um ein Pilotprojekt handelt, die daf�r eingesetzte Technologie - sowohl f�r die Energieerzeugung (Pelton-Turbine) als auch f�r den Abwassertransport (Druckleitung, Tosbecken, Freispiegelleitung) - aber bekannt ist. Wie das AWEL zutreffend geltend macht, ist das KWKW von seinen Emissionen her mit Absturzbauwerken zur Reduktion der Lageenergie vergleichbar, die in der Siedlungsentw�sserung �blich sind und i.d.R. ohne besondere emissionsbegrenzende Massnahmen betrieben werden. F�r sich allein w�re das KWKW nicht UVP-pflichtig; es wurde lediglich als Teil des Gesamtprojekts Zusammenschluss ARA KEZ - einem auf mehr als 20'000 Einwohnergleichwerte ausgelegten Abwasserreinigungsprojekt (Ziff. 40.9 Anh. UVPV) - in die UVP einbezogen. Insofern ist nicht ersichtlich, weshalb die Gerichte nicht in der Lage gewesen sein sollten, die Umweltauswirkungen dieses Projekts, gest�tzt auf die Projektunterlagen und die Stellungnahmen der kantonalen Fachbeh�rden, sachgerecht zu beurteilen.
Dies wird durch die Vernehmlassung des BAFU best�tigt. Dieses geht davon aus, dass der Technische Bericht der Holinger AG vom 5. November 2010 sorgf�ltig abgefasst worden sei und als Entscheidgrundlage verwendet werden k�nne, weshalb kein Grund bestehe, eine neue Expertise zu erstellen. Aus dem Technischen Bericht ergebe sich, dass das KWKW im Normalbetrieb grunds�tzlich keine Geruchsemissionen verursache, da die Luft im Innern nicht bewegt und damit die geruchsbelastete Luft nicht nach aussen verdr�ngt werde. Es sei jedoch m�glich, dass mittels Diffusion oder aufgrund von Druckunterschieden in der Freispiegelleitung, Geruchsemissionen aus der �ffnung am KWKW auftreten. Wenn in der ARA Zumikon wegen starken Regens zu viel Wasser anfalle, oder wenn allenfalls Servicearbeiten an der Turbine des KWKW n�tig seien, werde das anfallende Wasser in das unter dem KWKW gelegene Tosbecken geleitet. Der Technische Bericht gehe davon aus, dass dabei Abluft im Umfang von maximal 150 m�/h anfalle, und schlage Massnahmen vor, mit denen in diesen Situationen allf�llig auftretende Geruchsemissionen begrenzt werden k�nnten, namentlich den vom Baurekursgericht angeordneten Einbau einer Abluftreinigungsanlage.
�Nach Auffassung des BAFU gen�gen die in der Baubewilligung (Verschrauben der Deckel der Kanalisations-Kontrollsch�chte) und vom Baurekursgericht angeordneten Massnahmen (Einbau einer Abluftreinigungsanlage, bestehend aus einem Aktivkohlefilter, einem Entfeuchter und einem Ammoniakw�scher), um die Geruchsemissionen im Rahmen der Vorsorge zu begrenzen. Voraussetzung sei, dass die Abluftreinigungsanlage den Gegebenheiten entsprechend dimensioniert und gewartet werde. Insbesondere m�sse die Aktivkohle, die durch die Aufnahme der Geruchspartikel verbraucht werde, regelm�ssig erneuert werden. Es ist davon auszugehen, dass diese Voraussetzungen vorliegend erf�llt werden.
�N�her zu pr�fen ist, ob zus�tzliche Abkl�rungen zur Biosicherheit erforderlich gewesen w�ren. Dieses Thema wurde im Technischen Bericht nicht behandelt.
4.1.�Das AWEL ging in seinem Mitbericht zur Hauptuntersuchung vom 20. Oktober 2009 (wiedergegeben in: UVB-Beurteilung Ziff. 3.7 S. 6 f.) und vom 4. April 2011 (Anh. 1 zur UVB-Beurteilung, G4. S. 16 f.) davon aus, dass das Projekt weder in den Geltungsbereich der Freisetzungsverordnung vom 10. September 2008 (FrSV; SR 814.911) noch in jenen der Einschliessungsverordnung vom 9. Mai 2012 (ESV; SR 814.912) falle. Die Verwendung von Rohwasser k�nne allenfalls mit Arbeiten in der Landwirtschaft (z.B. G�lle) oder in einer G�rtnerei (z.B. Umsetzen von Kompost) verglichen werden, wo eine aerogene Exposition mit Organismen unausweichlich stattfinde. Es hielt eine vertiefte Risikobetrachtung nicht f�r notwendig:
�Zwar sei eine Aerosolisierung von im Rohwasser enthaltenen Organismen, insbesondere auch von potenziell pathogenen, grunds�tzlich vorstellbar, wenn das Rohwasser in irgendeiner Form durch hohe Dr�cke verspritzt oder vernebelt werde. Im vorliegenden Fall verhinderten jedoch geeignete Massnahmen zur Druckreduktion unter Luftausschluss eine m�gliche Aerosolisierung. Beim �bergang des Rohwassers von der Druckleitung in die Freigef�lleleitung herrsche Umgebungsdruck und es best�nden daher keine zus�tzlichen Gefahren. Zudem befinde sich der �bergang im geschlossenen Geb�ude des Kraftwerkes und die Abluft werde unter anderem durch einen Aktivkohlefilter geleitet. Das Vorhaben k�nne daher aus Sicht der Biosicherheit umweltvertr�glich realisiert werden.
4.2.�Im Rekurs- und Beschwerdeverfahren (Mitberichte vom 26. August 2011, 9. November 2011 und 18. Juni 2012) sowie vor Bundesgericht (Mitbericht vom 1. Februar 2013) machte die Abteilung Biosicherheit des AWEL geltend, dass eine Freisetzung von bakteriellen oder viralen Keimen nur unter speziellen Bedingungen �berhaupt denkbar sei, bei einer Druckreduktion in Anwesenheit von Luft bei Gebrauch des Tosbeckens, die zu einer Aerosolisierung des Abwassers f�hren k�nne. Ein solches Ereignis trete nur dann auf, wenn durch massive Regenf�lle die normale Abwassermenge stark vergr�ssert und dadurch auch deutlich verd�nnt werde. Durch diesen Verd�nnungsfaktor bleibe die Gefahr einer Freisetzung von bakteriellen und viralen Keimen sehr klein. Da das Vorsorgeprinzip nicht verlange, jegliche Emissionen vollst�ndig zu vermeiden, gen�ge die in der Baubewilligung vorgesehene Druckerniedrigung zu Umgebungsdruck vor �bergang in die Freispiegelleitung. Das Expositionsrisiko sei vernachl�ssigbar klein und das Vorhaben k�nne aus Sicht der Biosicherheit bedenkenlos umgesetzt werden. Der vom Baurekursgericht angeordnete Aktivkohlefilter sei allerdings nur zur Reduktion der Geruchsemissionen wirksam und nicht zur Reduktion von aerosolisierten Mikroorganismen.
Das BAFU teilt die Auffassung des AWEL, dass das vorliegende Projekt nicht zu einer Belastung der Umwelt mit potenziell krankheitserregenden Keimen f�hre. Zur Wirkung der Abluftreinigungsanlage in Bezug auf pathogene Keime liegen ihm keine Erfahrungswerte vor. Aufgrund physikalischer �berlegungen sei anzunehmen, dass durch die Kollision allf�lliger Aerosole mit dem Waschwasser und der Aktivkohle die Aerosole teilweise aus der Abluft entfernt w�rden.
4.3.�Pathogene Organismen sind Organismen, d.h. zellul�re und nichtzellul�re biologische Einheiten, die zur Vermehrung oder zur Weitergabe von Erbmaterial f�hig sind (Art. 7 Abs. 5bis USG), die Krankheiten verursachen k�nnen (Art. 7 Abs. 5quater USG).
Der Umgang mit derartigen Organismen ist in den Art. 29a ff. USG sowie in der ESV und der FrSV geregelt. Diese sehen f�r pathogene Organismen, deren Freisetzung bzw. Inverkehrbringen nicht bewilligt ist, grunds�tzlich eine Einschliessungspflicht vor (Art. 29b USG; Art. 5 ESV; vgl. auch Art. 29c des Bundesgesetzes �ber die Bek�mpfung �bertragbarer Krankheiten des Menschen vom 18. Dezember 1970 [Epidemiengesetz; EpG; SR 818.101]), verbunden mit Bewilligungs-, Melde-, Kontroll- und Aufzeichnungspflichten, die nach Risikogruppen abgestuft sind.
�Dieses System ist auf die gezielte Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionst�tigkeit in Laboratorien, Gew�chsh�usern, Tierhaltungsr�umen und industriellen Anlagen zugeschnitten ( BEATRICE WAGNER PFEIFER, Umweltrecht II, 2. Aufl., 2006, S. 63). Sowohl die ESV als auch die FrSV beschr�nken sich deshalb auf die "beabsichtigte T�tigkeit mit Organismen (vgl. Art. 3 lit. i ESV und FrSV). Nicht in ihren Anwendungsbereich f�llt somit die Exposition mit pathogenen Organismen als Nebenerscheinung einer anderen T�tigkeit, wie beispielsweise beim Umgang mit pathogenen Organismen in Kompostierwerken oder Kl�ranlagen (Seiler, USG-Kommentar, N. 35 zu Art. 29f aUSG; Ayer, in: Moor/Favre/Fl�ckiger, Commentaire LPE, Art. 29b N. 11).
�Geht es - wie im vorliegenden Fall - um die Belastung der Luft mit Mikroorganismen, namentlich in Form von Aerosolen (vgl. Art. 7 Abs. 3 USG), die beim Betrieb einer Anlage entstehen und nach aussen dringen k�nnen, ist dies eine Form der Luftverunreinigung (BGE 122 II 103 E. 5c S. 111 f.; Keller, in: USG-Kommentar, N. 17 zu Art. 7). Anwendbar sind somit die allgemeinen Bestimmungen des USG (Art. 11 ff.) und der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (SR 814.318.142.1; LRV) (so auch Ayer, a.a.O., Art. 29b N. 11). Danach sind die Emissionen vorsorglich so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich m�glich und wirtschaftlich tragbar ist (Art. 11 Abs. 2 USG; Art. 4 LRV). Die Emissionsbegrenzungen sind so weit zu erg�nzen oder zu versch�rfen, dass keine �berm�ssigen Immissionen verursacht werden (Art. 11 Abs. 3 USG, Art. 5 LRV). Dies ist mangels Grenzwerten nach den Kriterien gem�ss Art. 14 USG zu beurteilen. Gem�ss Art. 6 LRV sind die Emissionen m�glichst nahe am Ort ihrer Entstehung m�glichst vollst�ndig zu erfassen und so abzuleiten, dass keine �berm�ssigen Immissionen entstehen.
4.4.�Vorliegend ist ein Abwasserprojekt eines kommunalen Zweckverbands zu beurteilen. Auch wenn der Kanton ein Interesse an der Realisierung von neuen Projekten zur Erzeugung von einheimischer und erneuerbarer Energie hat, stellt dieses allgemeine, �ffentliche Interesse allein die Unbefangenheit und Unparteilichkeit des AWEL nicht in Frage: Dieses verf�gt neben der Sektion Energie �ber weitere Sektionen f�r spezielle Umweltthemen, darunter die Bereiche Wasser, Luft und Biosicherheit. Es darf vom AWEL als kantonaler Fachstelle erwartet werden, dass es auch bei Projekten, die es aus Sicht der Energiegewinnung bef�rwortet, sachlich und unparteilich �ber die damit m�glicherweise verbundenen umweltrechtlichen Konsequenzen informiert und dabei dem Sicherheitsbed�rfnis der Bev�lkerung ausreichend Rechnung tr�gt.
4.5.�Gest�tzt auf die �berzeugenden Ausf�hrungen des AWEL durften die Vorinstanzen davon ausgehen, dass vom geplanten KWKW keine sch�dlichen oder l�stigen Immissionen f�r die Anwohner ausgehen:
�Die Beschwerdef�hrer machen nicht geltend, dass in Zumikon besonders gef�hrliches Abwasser anf�llt. Dieses wird in der ARA Zumikon vorgereinigt und enth�lt daher eher weniger pathogene Keime als �bliches Siedlungsabwasser. Dies gilt erst recht, wenn das Bypass-System (nach massiven Regenf�llen) in Betrieb ist und das Abwasser mit sauberem Regenwasser verd�nnt wird.
�Unter normalen Umst�nden kommt es nicht zu einer Aerosolisierung (d.h. einer Vermischung) von Abwasserpartikeln mit der Luft. Die Druckleitung wie auch das Maschinenhaus sind als geschlossene Anlagen konzipiert. Die Abflussenergie des Wassers wird in der Turbine umgewandelt bzw. im Tosbecken vernichtet, so dass das Abwasser unter Umgebungsdruck in den Freispiegelkanal fliesst. Sollten dennoch geringf�gige Mengen von Rohabwasser mit der Luft nach aussen dringen, ist das damit verbundene Expositionsrisiko sehr klein und jedenfalls nicht gr�sser, als bei den im Siedlungsgebiet �blichen Abwasseranlagen. Dies best�tigt auch das BAFU in seiner Vernehmlassung.
�Unter diesen Umst�nden durften die Vorinstanzen sowohl auf die Einholung einer Expertise als auch auf weitere vorsorgliche Massnahmen auf dem Gebiet der Biosicherheit verzichten.
�Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens werden die Beschwerdef�hrer kosten- und entsch�digungspflichtig (Art. 66 und 68 BGG). Die Baukommission K�snacht obsiegt in ihrem amtlichen Wirkungskreis und hat daher keinen Anspruch auf eine Parteientsch�digung.
�Die Beschwerdef�hrer haben den Zweckverband ARA KEZ f�r das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 4'000.-- zu entsch�digen.
�Dieses Urteil wird den Parteien, der Baukommission K�snacht, der Baudirektion und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich, 1. Abteilung, 1. Kammer, dem Bundesamt f�r Umwelt und dem Bundesamt f�r Raumentwicklung schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 24
 Art. 24
in fine
 BGE 
 Art. 29
 Art. 5
 Art. 29
 Art. 3
 Art. 29
 Art. 29
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 29
 Art. 4
 Art. 5
 Art. 14
 Art. 6