Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=07.12.1976&Aktenzeichen=VI%20ZR%20272/75
Timestamp: 2019-11-15 22:36:50+00:00

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Die verfassungsrechtlich gewährleistete Meinungs- und Pressefreiheit rechtfertigt dabei nach ständiger Rechtsprechung auch eine scharfe, unter Umständen sogar eine übersteigerte Kritik (BGH NJW 1974, 1762; 1977, 626 [BGH 15.12.1976 - IV ZR 197/75]; BGH LM § 847 Nr. 42 und § 823 [Bd] Nr. 5; vgl. auch OLG Celle AfP 1977, 232).
Die Grenze zur Rechtswidrigkeit wird erst dann überschritten, wenn es sich um bloße Schmähkritik handelt, bei der es dem Kritiker nicht um die Sache, sondern nur oder wenigstens in erster Linie um die Kränkung des Gegners geht (vgl. BVerfG NJW 1983, 1415 [BVerfG 22.06.1982 - 1 BvR 1376/79]; BGH NJW 1977, 626).
Insoweit kann dahingestellt bleiben, ob ein Schmerzensgeldanspruch hier bereits deshalb ausscheidet, weil die erlittene Beeinträchtigung in anderer Weise, z.B. durch einen Widerruf oder eine Gegendarstellung, befriedigend ausgeglichen werden könnte (vgl. BGH NJW 1977, 626; 1970, 1077, 1078 [BGH 17.03.1970 - VI ZR 151/68]; BGHZ 39 124, 133 [BGH 05.03.1963 - VI ZR 55/62]; 35, 263, 269) [BGH 03.07.1961 - II ZR 188/59].
Faktisch liegt eine Form der Selbstwiderlegung vor, weil der Betroffene zeigt, dass er offenbar über lange Zeit hinweg mit der entsprechenden Berichterstattung und ihren Folgen durchaus leben konnte (vgl. allg. dazu auch BGH Urteil vom 07.12.1976 - VI ZR 272/75, juris Rn. 18 und für Zuwarten allg. auch kritisch Burkhardt in: Wenzel, Das Recht der Wort- und Bildberichterstattung, 6. Auflage 2018, Kap. 14, Rn. 130).

References: BGH 
 § 847
 § 823
 BGH 
 BGH 
 BGH