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Timestamp: 2017-10-24 09:36:12+00:00

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Stellungnahme zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan7-1VE | BI Eylauer Straße im Viktoriakiez
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Stellungnahme zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan7-1VE
Publiziert am 4. März 2013 von kathrin
Unsere sachverständigste Anwohnerin Fr. Kroll hat sich den Vorhabenbezogenen B-Plan 7-1 VE ausführlich durchgelesen und hat dazu folgende Anmerkungen und Kritik
– Es gibt keine städtebaulichen Gründe die die Überschreitung von Obergrenzen für die Bebauung rechtfertigen.
-Die Überschreitung der Obergrenzen, (extreme Gebäudehöhe und der großflächig überbaute Blockinnenbereich) beeinträchtigen gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse
-Vorgaben des Umweltatlas hinsichtlich der Bioklimatischen Situation werden ignoriert.
– die bioklimatische Situation wird sich für die Anwohner deutlich verschlechtern, trotz geplanter Minimierungsmaßnahmen
Die Verbesserung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit eines Grundstücks ist kein städtebaulicher Grund, der eine Überschreitung der Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung rechtfertigt. Fehlende Bestandspläne, unterschiedliche Bezugsgrößen, mangelnde Vergleichbarkeit, fehlende Plandarstellung bestimmter Inhalte, fehlende Vermassung sowie fehlende vergleichbare Bilanzierung.
– Nachhaltige Entwicklung der Fläche durch Reduzierung der
Gebäudehöhe und Verzicht auf Überbauung der Blockinnenbereiche zugunsten nutzbarer, standortgerecht bepflanzter und ökologisch reich strukturierter, klimatisch- und wasserhaushaltswirksamer Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität.
-Reduzierung der Gebäudehöhe und Zäsuren (durch Freihaltung ganzer Grundstücke von Bebauung) zur Verbesserung der Bioklimatischen Situation sowie der Belichtungs- bzw. Besonnungsverhältnisse.
!!!Tatsächliche Abstände und Höhen sollten vor Ort überprüft werden bevor der B-Plan genehmigt und das Vorhaben fortgeführt wird!!!!
Eine ausführliche Untersuchung der Begründung und der einzelnen Fachgutachten sowie die Prüfung der Lagepläne folgen.
2. Plankritik allgemein
-Die im Vorhabenbezogenen Bebauungsplan 7-1VE dargestellte
öffentliche Parkanlage, beinhaltet wie im Freiflächenplan deutlich wird, nur ca. 2/3 Vegetationsfläche und Spielplatz. 1/3 werden für Rampe, Wege und Treppenanlage voll versiegelt
–Dachaufbauten werden zum ersten Mal dargestellt und thematisiert.
-Es fehlen Pläne die die Abstandsflächen darstellen, ein vermasster Plan zur Flächennutzung und Vegetation des Bestandes (Ist-Zustand 2010)
-Es existieren unterschiedliche Angaben zu Flächengrößen
-Es existiert keine nachvollziehbare Bilanzierung von Verlusten und Neuplanung
-Die neu entstehenden Wohn- und Gewerbeeinheiten im „neuen Bahngebäude“ werden in der Begründung und Bilanzierung nicht berücksichtigt.
Sonnenstandsstudien des Büros ROBERTNEUN
-Die zahlreichen zusätzlich verschattenden Dachaufbauten (Ausstiege, Treppenhäuser etc.) wurden nicht berücksichtigt.
-Die Sonnenstandsstudien des Büros ROBERTNEUN berücksichtigen nicht 4 nach Süden ausgerichtete Wohnungen in den Obergeschossen sowie 6 teilweise nach Süden ausgerichteten Wohnungen in den unteren Geschossen des Hinterhauses Eylauer Straße 7.
-Unberücksichtigt bleibt auch die Verschlechterung der Belichtungssituation für die nach Norden orientierten Wohnungen, hier entfällt die Belichtung durch Reflexion des Sonnenlichts von den Fassaden.
-Den Sonnenstandsstudien des Büros ROBERTNEUN ist ein alter Entwurfsstand zugrunde gelegt. Ob die tatsächliche Dimension (Abstand, Höhe) der neuen Gebäudekörper berücksichtigt wurde sollte geprüft werden.
-Die Sonnenstandsstudien des Büros ROBERTNEUN berücksichtigen nur die Verschattung von Wohnungen, nicht aber die negativen Verschattungseffekte in den nutzbaren und auch gern genutzten Hinterhöfen der Eylauer Straße, die dadurch ihre Aufenthaltsqualität verlieren und wo auch negative Effekte für die vorhandene Vegetation entstehen werden. (Komplette Verschattung der Höfe Sommer 21. Juni
ab 17:00, Frühling Herbst 21.3/21.9 ab 15:00, Winter 21.12 ab 13.00)
-Gemäß § 44BNatSchG Abs 1 Nr.3. ist es verboten Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.
Die Einfluglöcher zu Fledermauswinterquartieren wurden bereits überbaut. Die Empfehlung des Faunistischen Gutachtens weitere Erhebungen, ob die Gebäudeteile in der Monumentenstraße weiterhin als Winterquartiere genutzt werden, durch Anwohnerbefragung durchzuführen, erübrigen sich dadurch. Es ist somit notwendig eine Genehmigung zur Befreiung einzuholen. Das Anbringen von Nistkästen kompensiert nicht Verlust von Winterquartieren. Der Verlust
von etwaigen Nahrungshabitaten kann erst sehr langfristig (mind. 20 Jahre) durch Baumpflanzungen ersetzt werden.
-Gemäß § 44BNatSchG Abs 1 Nr.2. ist es verboten wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören; eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert.
-Dies ist durch die Festlegung von Bauzeitenregelungen zu gewährleisten. Derartige Regelungen gab es bisher nicht durch die Erstellung der Kopfbauten kam es bereits zu erheblichen Störungen zur Verschlechterung der lokalen Populationen.
-alle Singvögel und alle Greifvögel stehen unter Schutz. Das Anbringen von Nistkästen kann den Gesamtverlust von Fortpflanzungsstätten nicht ersetzen, da nicht alle Arten Höhlenbrüter sind. Außerdem ist bis zum Anbringen der Nistkästen das Arteninventar bereits verloren gegangen.
-Das Klimagutachten behauptet, dass es aufgrund der 3 Öffnungen a 15 m² im Sockelgeschoss gar nicht zu Veränderungen der Belüftungssituation kommen wird. Ein tatsächlicher Luftaustausch ist durch 3 punktuelle Öffnungen in der Breite einer Einfahrt nicht zu erreichen, zumal die eintretende Frischluft direkt auf die dahinter liegenden Gebäudekörper im Innenhofbereich geleitet wird.
-Das Klimagutachten zählt zwar alle Vorgaben des Umweltatlas auf, der B-Plan berücksichtigt diese aber nicht.
-Aufgrund der idealisierten Darstellung wird die aktuelle
gesamtflächige, offene Belüftungssituation (Ist-Situation) mit der
punktuellen Belüftung an 3 Stellen verglichen, dies kann sicher nicht als realistisch betrachtet werden.
-Allgemein setzt man jedoch auf Kompensation der zusätzlichen bioklimatischen Belastung durch die begrünten Dächer = Klimaaktive Flächen, dazu muss aber gesagt werden, dass vor der Baumaßnahme, der Anteil klimaaktiver Flächen mindestens genauso groß war, da auch Flächen, die teilversiegelt oder stark verdichtet sind, aber trotzdem vollständig oder teilweise (Fugenvegetation) mit Vegetation bedeckt sind, klimatisch ebenso bedeutsam sind wie begrünte Dächer.
Vgl. Eigener Bilanzierungsversuch Anlage 1
-Auf jeden Fall wird sich die bioklimatische Situation für die Bewohner der Eylauer Straße erheblich verschlechtern. (Temperatur und Belüftung). Belastungssituationen werden besonders in den oberen Stockwerken auftreten.
-Das Lärmgutachten untersucht nicht die besondere akustische Situation der bestehenden Hinterhöfe. Hier werden Lärmquellen, z.B. Schneeräumfahrzeug, PKW, extrem Verstärkt. Es ist zu erwarten, dass selbst die Geräuschentwicklung durch Wohnen und wohnverträgliches Gewerbe zu extremer Lärmbelastung für die zum Innenhof orientierten Wohnungen führen wird.
Fehlende Bestandspläne, unterschiedliche Bezugsgrößen, mangelnde Vergleichbarkeit, fehlende Plandarstellung bestimmter Inhalte, fehlende Vermassung sowie fehlende vergleichbare Bilanzierung.
Der Verzicht auf Umweltprüfung entbindet nicht von Berücksichtigung, Untersuchung, Bewertung, Bilanzierung aller Schutzgüter im B-Plan.
Eine Bilanzierung kann nur über einen Vergleich mit dem Ist-Zustand (2010) erfolgen.
Ein vermasster Bestandsplan (Ist-Zustand 2010) zur Flächennutzung und zu Vegetationsbeständen liegt gar nicht vor, woher wurden dann Flächenwerte erhoben?
Eigener Bilanzierungsversuch
Claudia hat im Jahre 2010 selbst eine Vegetationsaufnahme durchgeführt
(Pflanzenlisten und eine Flächenskizze liegen vor).
Bestand – Verluste
Im Zuge der Baumaßnahmen gehen durch Bebauung, Baustelleneinrichtung inkl. Lagerflächen alle ehemals vorhandenen Vegetationsflächen und alle Bäume verloren (gesamt ca.12.480m², davon ca. 7.200m² mit Bodenanschluss). Es handelt sich neben den Flächen mit Bodenanschluss um teilversiegelte oder stark verdichtete Flächen, die vollständig oder teilweise mit Vegetation bestanden sind. Die Flächen waren mit bahntypischer, wärmeliebender Fugenvegetation, wärmeliebenden ruderalen Arten der Säume, ruderaler Pioniervegetation sowie mit Arten der Gebüsche und Wälder (Bereich der Böschungen) bestanden.
Es gibt jedoch keinen vermaßten Bestandsplan, die Bilanzierung ist aufgrund unterschiedlicher Bezugsgrößen in verschiedenen Plänen und unterschiedlicher Größenangaben im Text, die nicht vergleichend gegenübergestellt werden, nicht nachvollziehbar.
Im Zuge der Baumaßnahmen werden folgende Flächen und Nutzungen entstehen
*eigene Berechnung gemäß Freiflächenplan
Die Werte sind der Begründung zum Bebauungsplan entnommen
Einige Flächen werden nach Beendigung der Baumaßnahme als Vegetationsflächen (Hofgrün [Bereich Rigolen] oder Park) mit Bodenanschluss oder als Dachbegrünung neu angelegt.
Den Verlusten von ca.12.480m², davon ca. 7.200m² mit
Bodenanschluss, steht die Neuschaffung von 10.907 m², davon 5.647 m² mit Bodenanschluss gegenüber.
Verluste – Ausgleich
Verluste von Vegetationsflächen, Baumverluste nach StU gemäß
Baumschutzverordnung, die extremer Überschreitung der GFZ (gemäß Bezirksvorgaben) und der Verlust von als Ausgleichsflächen muss ausgeglichen werden.
I.3.4 Landschaftsprogramm
Vorgaben des Landschaftsprogramms für die Bereiche Naturhaushalt/Umweltschutz, Landschaftsbild, und Biotop- und Artenschutz werden zu großen Teilen, – besonders gravierend im Bereich Naturhaushalt und Umweltschutz -, nicht beachtet.
I.3.5.3 Stadtentwicklungsplan Klima,
die Verschlechterung der bioklimatischen Situation im Bestand durch den Neubau durch mangelnde Belüftung, kann nicht durch Maßnahmen im Bestand kompensiert werden.
I.3.5.4 Stadtentwicklungsplan Wohnen,
es wird nur privates Wohneigentum entstehen und kann das die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum decken?
1.3.6 Bereichsentwicklungsplanung
Wohnnutzung als Ergänzung des Bestands. Die Ergänzung kann auch weniger monumental, monoton und überdimensioniert ausfallen. Nichtstörende gewerbliche Nutzung findet nicht nur im Sockelgeschoss, sondern auch in den Remisen statt.
Ein aktueller vermaßter Abstandsflächenplan fehlt, oder war im Rahmen der Bürgerbeteiligung nicht einsehbar
Bauordnung Berlin § 6 Abstandsflächen Stand 2011:
– die Einhaltung von bauordnungsrechtlich erforderlichen
Abstandsflächen dient sicherheitlichen Anforderungen und der
Gewährleistung gesunder Wohn- und Arbeitsverhältnisse. Hierzu zählen insbesondere der Schutz vor Brandüberschlag, die ausreichende Besonnung und Belüftung von Gebäuden und die Vermeidung schädlicher Auswirkungen auf die Nachbargrundstücke.
-Bei 30m Gebäudehöhe inkl. Dachaufbauten sind mind. 12 m
Abstandsfläche zu gewährleisten. (Bei Addition der Geschosse mit einer Geschosshöhe von 4,30m ergibt sich bei 7 Geschossen plus 2 Sockelgeschossen à 3,50m plus 3m hohe Dachaufbauten, sogar eine Gebäudehöhe von ca. 40m). Gemäß BO Berlin (Bauordnung Berlin) §6 Abstandsflächen Absatz (4) Sind Dachaufbauten als zusätzliche Wandhöhe der Tiefe der Abstandsfläche hinzuzurechnen.
-Die Vorbauten (Balkone, Treppenhäuser, Laubengänge) werden laut B-Plan mehr als 1,5m, stellenweise bis 7m hervortreten, diese wären dann hinzuzurechnen = 19m (BO Berlin (Bauordnung Berlin) §6 Abstandsflächen Absatz(6) Satz 2b)
-Für die Remisen mit einer Gebäudehöhe von 7m sind ebenfalls
Abstandsflächen einzuhalten (BO Berlin (Bauordnung Berlin) §6
Abstandsflächen Absatz (7)
-Alle Maße sollten dringend vor Ort geprüft werden.
nach BO Berlin (Bauordnung Berlin) §6 Abstandsflächen
Absatz(6) Satz 2a dürfen Vorbauten (Balkone, Treppenhäuser u.a.) nicht mehr als ein Drittel der Breite der Außenwand in Anspruch nehmen, der B-Plan nennt hierfür eine andere
Bezugsgröße, nämlich die Gesamtfassadenfläche.
Dachaufbauten (Treppenhäuser, Ausstiege etc.): Vielfältige und massive Dachaufbautenüberschreiten die allgemeine Gebäudehöhe im Vergleich zur Altbebauung, die Firsthöhe der Altbebauung wird um mindestens 3 m überschritten, dadurch sind sowohl Klimagutachten als auch Sonnenstandsstudie nicht mehr glaubwürdig.
Dachaufbauten sind in allen bisherigen Planungsständen nicht dargestellt worden.
Gemäß BO Berlin § 5 Zugänge und Zufahrten auf den Grundstücken ist auf Gewährleistung von Zugängen und Zufahrten zu Gebäuden, hier insbesondere 2. Rettungsweg zu achten. Aufstellflächen sind zu ermöglichen.
-Rettungswege und -flächen fehlen für die Bebauungen (Remisen) im Blockinnenbereich.
-Der 2. Rettungsweg für die Hinterhäuser der Eylauer Straße ist nicht mehr gegeben, es fehlen Zufahrten und Bebauungsfreie Flächen im Blockinnenbereich. Außerdem kommt es hier zu erheblichen Höhenversprüngen.
Die Kiefern sind zwar typisch für das glazial geprägte (sandige) Berlin und Brandenburg, eigenen sich als Pfahlwurzler nur bedingt als Stadtbaum und zur Begrünung der Blockinnenbereiche, denn eine idyllische Atmosphäre wie in Onkel Toms Hütte wird sich hinter diesem Monumentalbau nicht erreichen lassen.
§ 17 Abs.1 BauNVO
Überschreitung des Maßes der baulichen Nutzung
BauNVO Zweiter Abschnitt
– gem § 17 Abs. 1 BauNVO darf in Wohngebieten und Mischgebieten eine GRZ von W1 0,4 und Mi 0,6 nicht überschritten werden sie liegt aber vgl. II.4.3.1.3 bezogen auf das Wohngebiet bei W1 0,51 und Mi 0,65
Im FNP war für das Wohngebiet W1 eine GFZ von 1,5 festgesetzt, eigentlich darf gem § 17 BauNVO in Wohngebieten und Mischgebieten eine GFZ von 1,2 nicht überschritten werden sie liegt aber wie in II.4.3.1.4 beschreiben bei 2,55.
Weder unter Punkt II.4.3.1.3, II.4.3.1.4 Überschreitung von GRZ und GFZ kann nachvollzogen werden, mit welchen Bezugsgrößen bzw. Bezugsflächen gearbeitet wird. Es fehlen vermaßte, nachprüfbare Pläne und nachvollziehbare Erläuterungen im Text auf welche Gesamtfläche man sich gerade bezieht.
§ 17 Abs.2 BauNVO
–Als städtebauliche Gründe werden die Empfehlung des Baukollegiums, der Vorrang von Innenverdichtung, als Ziel der Landes-, Stadtentwicklungs- und Flächennutzungsplanung d.h. Deckung von Neubaubedarf durch Bestandsergänzung und Nachverdichtung und die Einhaltung der ortsüblichen Traufhöhe genannt. Nichts davon rechtfertigt tatsächlich die Überschreitung der Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung (Höhe, Grad der Überbauung, d.h. die Dichte im
Blockinnenbereich).
-Die Verbesserung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit eines Grundstücks ist kein städtebaulicher Grund, der eine Überschreitung der Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung rechtfertigt.
-Die allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse werden beeinträchtigt durch fehlende Belichtung und Besonnung, Bioklimatische Belastung und zusätzliche Lärmbelastung. Die Beeinträchtigungen für gesunde Wohn- und Arbeitsbedingungen resultieren aus Überschreitung der Obergrenzen in Form von monumentalen Höhe und Undurchdringlichkeit des Gebäuderiegels und der extremen Bebauung des Blockinnenbereichs.
-Weder die Blockinnenbebauung (Remisen), noch die extreme Höhe der Gebäude sind städtebaulich unabdingbar. Die Schaffung von Wohnraum durch Nachverdichtung, und eine geschlossene Gebäudekante lassen sich auch über eine geringere Ausnutzung der Fläche erzielen, wobei auch nutzbare, klimatisch wirksame Freiräume mit Aufenthaltsqualität im Blockinnenbereich entstehen könnten.
-Die genannten Überschreitungen sind nicht nur im Hinblick auf gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse nicht vertretbar sondern auch im Hinblick auf Artenschutz, Klimaschutz, Wasserhaushalt, Bioklimatischer Belastung, Lärmbelastung.
Höhenüberschreitung – Traufhöhe
Die Gebäudehöhe Neubau orientiert sich nicht an der Traufhöhe (Monumenten-, Eylauer- oder Dudenstraße sondern an der Firsthöhe. Diese wird durch die Dachaufbauten wesentlich überschritten.
Bebauung im Blockinnenbereich
-Durch die großflächige Überbauung des Blockinnenbereichs, die
Zerschneidung zusammenhängender Freiflächen durch Baukörper (Remisen) und Höhenversprünge führt trotz Dachbegrünung zu geringen Aufenthaltsqualität im Blockinnenbereich. Nachteilig für die Aufenthaltsqualität wirken sich auch die schlechten Belichtungs- und Besonnungsverhältnisse durch den riesigen Baukörper aus. Dieser erzeugt auch ein Gefühl von Enge und fehlenden menschlichen Maß.
-Die Bebauung im Blockinnenbereich wirkt sich negativ auf den
Artenschutz, den Wasserhaushalt und die Belüftung aus und ihre
Nutzung erhöht die Lärmbelastung.
-Die Innenbereichsbebauung und die monumentale Höhe wirken sich besonders negativ auf die Bioklimatische Situation aus, die sich im Vergleich zum Ist-Zustand auf jeden Fall verschlechtern wird.
-An Stelle überbauter Blockinnenbereiche könnten qualitätvolle Flächen mit Bodenanschluss entstehen, mit Bedeutung für Wasserhaushalt, Artenschutz, Klima, Erholung und gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse entstehen.
-Die Verbesserung der wirtschaftlichen Nutzbarkeit eines Grundstücks ist auch hier kein Grund für eine derartige Überschreitung von Obergrenzen des Maßes der baulichen Nutzung.
Der B-Plan kann Wohn- und Mietentwicklungen nicht Rechnung tragen.
-Natürlich muss sich der B-Plan nicht um die soziale Verträglichkeit des Projektes kümmern, dennoch ist es gerade bezahlbarer Mietwohnraum, der in Berlin, wie auch in anderen Großstädten, zum Problem wird.
-So kann das Argument Wohnraum schaffen, kein Argument für die deutliche Überschreitung aller baulichen Maße sein.
-Auch die Empfehlung des Baukollegiums kann kein städtebaulicher Grund sein und sollte keinesfalls durch den B-Plan rechtsverbindlich festgeschrieben werden.
-Claudia vermutet, dass dabei die chaotische Bebauungssituation
(Höhenversprünge, Verschattung usw.) des Blockinnenbereichs auch nicht berücksichtigt wurden.
-Die Schaffung von Wohneigentum und dadurch die Rendite des
Investors, kann sicher auch mit einer geringeren Auslastung erreicht werden.
Im Kreuzberger Westen herrscht eine Unterversorgung mit wohnungsnahen Grünflächen von 12 ha (120.000m²). Diese wird durch die geplanten 220 Wohn- und Gewerbeeinheiten noch verfestigt. Eine geplante öffentliche Parkanlage von 2.446m² (von denen nur max. 2/3 tatsächlich Grünanlage sind ca. 1.646 m²) kann noch nicht einmal den durch die Bebauung zusätzlich ausgelösten Bedarf an „wohnungsnahen Grünflächen“ befriedigen.
Die Parkanlage ist weder groß und erholungswirksam. Sie stellt vielmehr ein grün definiertes Eingangstor zum Flaschenhalspark mit Spielplatz, ohne tatsächliche Aufenthaltsqualität dar und wertet den Stadtraum nicht wirklich auf.
Nachdem der Kopfbau an der Monumentenstraße fast vollendet ist, lässt sich erkennen, dass das Gebäude mit bislang erst 6 Geschossen plus Sockelgeschosse (es fehlt das 7. Geschoss und die Dachaufbauten) die Firsthöhe der Monumentenstraße längst erreicht hat. Die Anpassung an die benachbarte Traufhöhe, als städtebaulicher Grund, ist daher längst bedeutungslos.
!!! Die Gebäudehöhen in Realität und die Maße im Plan sollen dringend überprüft werden!!!!
Es ist zu erkennen, dass der theoretische Abstand von 40m (= weitester Abstand zur Altbebauung auf dem Grundstück an der Monumentenstraße) unerträglich eng ist.
Durch die noch nicht fertig gestellten Vorbauten gemäß BO Berlin (Treppenhäuser, Balkone und Laubengänge) wird dieser Abstand zusätzlich unterschritten, Abstandsflächen somit nicht eingehalten.
!!!!!!Abstände bitte nachmessen!!!!
An der engsten Stelle ergeben 20m zzgl. Remisen bei der Gebäudehöhe von 30-40m, eine erdrückend enge Hofsituation. Zu erwartende Beeinträchtigungen durch Enge, Beschattung, akustische Probleme, Vegetationsverlust, bioklimatische Probleme durch Zunahme der überbauten Flächen lassen sich bereits abschätzen.
Es ist zu überdenken, ob das Vorhaben, in diesem Umfang tatsächlich umgesetzt werden muss. Die attraktivsten Wohnungen werden sicher im umgebauten ehemaligen Bahnverwaltungsgebäude liegen.
-Nachhaltige Entwicklung der Fläche durch Reduzierung der
Gebäudehöhe und Verzicht auf Überbauung der Blockinnenbereiche zugunsten nutzbarer, standortgerecht bepflanzter und ökologisch reich strukturierter, klimatisch- und wasserhaushaltswirksamer (=naturhaushaltwirksamer) Freiflächen mit hoher Aufenthaltsqualität.
-Eine Reduzierung der Gebäudehöhe und ggf. Zäsuren durch
Freihaltung ganzer Grundstücke von Bebauung würde sich positiv auf die Bioklimatische Situation, sowie Belichtungs- bzw.
Besonnungsverhältnisse auswirken.
-Tatsächliche Abstände und Höhen sollten vor Ort überprüft werden bevor der B-Plan genehmigt und das Vorhaben fortgeführt wird.
von Claudia Kroll, Berlin 1.3.2013

References: § 44
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