Source: https://www.rechtslupe.de/verwaltungsrecht/beamtenrecht/amtsangemessenheit-richterbesoldung-berlin-3129696
Timestamp: 2019-09-22 16:26:30+00:00

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Amts­an­ge­mes­sen­heit der Rich­ter­be­sol­dung in Ber­lin | Rechtslupe
Die Ver­mu­tung ei­ner ver­fas­sungs­wid­ri­gen Un­tera­li­men­ta­ti­on kann auch dann be­stehen, wenn nur zwei der fünf vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für die Prü­fung auf der ers­ten Stu­fe be­nann­ten Pa­ra­me­ter er­füllt sind, dies aber in be­son­ders deut­li­cher Wei­se.
Ob die Ali­men­ta­ti­on ih­re qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on noch er­füllt, kann u.a. an­hand der Ent­wick­lung der ge­for­der­ten Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen ge­prüft wer­den.
Auf­grund des Ab­stands­ge­bo­tes wirkt sich ei­ne Un­ter­schrei­tung der Un­ter­gren­ze der be­am­ten­recht­li­chen Ali­men­ta­ti­on auch auf hö­he­re Be­sol­dungs­grup­pen aus. Zu­sätz­lich zur re­la­ti­ven Prü­fung der Be­sol­dungs­ent­wick­lung ist da­her auch die Kon­trol­le er­for­der­lich, ob die Ali­men­ta­ti­on noch den Min­dest­ab­stand zum so­zi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau wahrt.
Mit die­ser Begrün­dung hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ein bei ihm anhän­gi­ges Revi­si­ons­ver­fah­ren aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fra­ge zur Ent­schei­dung vor­ge­legt, ob
Anla­ge IV Num­mer 4 zu § 37 Absatz 1 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung des Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­set­zes 2003/​2004 vom 10.09.20031,
soweit sie die Besol­dungs­grup­pen R 1 und R 2 im Land Ber­lin vom 01.01.2009 bis zum 31.07.2010 betrifft (Arti­kel 125a Abs. 1 Satz 1 des Grund­ge­set­zes i.V.m. § 85 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes),
Anla­ge 1 Num­mer 4 zu § 2 Absatz 1 Satz 2 des Geset­zes zur Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sung für Ber­lin 2010/​2011 vom 08.07.20102,
Anla­ge 2 des Geset­zes zur Besol­dungs­neu­re­ge­lung für das Land Ber­lin vom 29.06.20113,
Anla­ge 1 Num­mer 4 zu Arti­kel I § 2 Absatz 1 Satz 1 Num­mer 1 und Satz 2 des Geset­zes zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2012/​2013 vom 21.09.20124 und
Anla­ge 16 Num­mer 4 zu Arti­kel I § 2 Absatz 3 des Geset­zes zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2012/​2013 vom 21.09.20125
soweit sie die Besol­dungs­grup­pen R 1 und R 2 betref­fen,
Anla­ge 1 Num­mer 4 zu Arti­kel I § 2 Absatz 1 Satz 1 Num­mer 1 und Satz 2 des Geset­zes zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2014/​2015 und zur Ände­rung wei­te­rer besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 09.07.20146 und
Anla­ge 15 Num­mer 4 zu Arti­kel I § 2 Absatz 4 des Geset­zes zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2014/​2015 und zur Ände­rung wei­te­rer besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 09.07.20147,
soweit sie die Besol­dungs­grup­pen R 1, R 2 und R 3 betref­fen,
mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes ver­ein­bar sind.
Rechts­grund­la­ge für die Besol­dung der Ber­li­ner Lan­des­rich­ter war bis zum 31.07.2010 Anla­ge IV Nr. 4 zu § 37 Abs. 1 Satz 2 BBesG in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung (Art. 125a Abs. 1 Satz 1 GG i.V.m. § 85 BBesG). Hin­sicht­lich der Grund­ge­halts­sät­ze für die R‑Besoldung hat der Lan­des­ge­setz­ge­ber bis dahin kei­ne Rege­lung getrof­fen, sodass die bun­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen fort­ge­gol­ten haben. Ande­res gilt für den Fami­li­en­zu­schlag, der bereits durch das Gesetz zur Ände­rung besol­dungs- und ver­sor­gungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 01.10.20088 durch eine eige­ne Anla­ge III ersetzt wor­den ist.
Ab 1.08.2010 sind die Grund­ge­halts­sät­ze der Anla­gen zum Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der am 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung durch § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Geset­zes zur Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sung für Ber­lin 2010/​20119 vom 08.07.201010 um 1, 5 % erhöht wor­den. Die Besol­dungs­hö­he ergab sich damit aus Anla­ge 1 Nr. 4 zu § 2 Abs. 1 Nr. 1 BerlB­VAn­pG 2010/​2011.
Durch § 2 Abs. 3 Satz 1 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 sind die Bezü­ge ab 1.08.2011 mit den sich ab dem 1.08.2010 erge­ben­den Beträ­gen um 2 % erhöht wor­den. Die ab 1.08.2011 maß­geb­li­chen Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R sind in Anla­ge 15 Nr. 4 zu § 2 Abs. 3 Satz 2 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 aus­ge­wie­sen. Die­se Rege­lung ist vor ihrem Inkraft­tre­ten durch ein neu­es Gesetz über­holt wor­den. Mit Wir­kung vom 01.07.2011 hat das beklag­te Land Ber­lin von der durch Art. 125a Abs. 1 Satz 2 GG ein­ge­räum­ten Erset­zungs­be­fug­nis umfas­send Gebrauch gemacht. Durch Art. III § 1 Nr. 3 des Zwei­ten Dienst­rechts­än­de­rungs­ge­set­zes vom 21.06.201111 ist in das Lan­des­be­sol­dungs­ge­setz ein § 1b ein­ge­fügt wor­den. Danach gel­ten die bun­des­recht­li­chen Besol­dungs­be­stim­mun­gen12 als Lan­des­recht fort. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2011 sind durch Anla­ge 2 des Geset­zes zur Besol­dungs­neu­re­ge­lung für das Land Ber­lin vom 29.06.201113 neu gefasst wor­den.
Die Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2012 sind in Anla­ge 1 Nr. 4 zu Art. I § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 des Geset­zes zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2012/​201314 vom 21.09.201215 aus­ge­wie­sen.
Durch die­ses Gesetz ist zugleich die Besol­dungs­an­pas­sung ab 1.08.2013 gere­gelt: Nach Art. I § 2 Abs. 3 Satz 1 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 wer­den die sich ab dem 1.08.2012 erge­ben­den Beträ­ge um 2 % erhöht. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2013 sind in Anla­ge 16 Nr. 4 zu Art. I § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 aus­ge­wie­sen.
Die Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2014 sind in Anla­ge 1 Nr. 4 zu Art. I § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Satz 2 des Geset­zes zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2014/​2015 und zur Ände­rung wei­te­rer besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten vom 09.07.201416 aus­ge­wie­sen.
Durch die­ses Gesetz ist zugleich die Besol­dungs­an­pas­sung ab 1.08.2015 gere­gelt: Nach Art. I § 2 Abs. 4 BerlB­VAn­pG 2014/​2015 wer­den die sich ab dem 1.08.2014 erge­ben­den Beträ­ge um 3, 2 % erhöht. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2015 sind in Anla­ge 15 Nr. 4 zu Art. I § 2 Abs. 4 BerlB­VAn­pG 2014/​2015 aus­ge­wie­sen.
Die Besol­dung der Rich­ter in den Besol­dungs­grup­pen R 1 bis R 3 im beklag­ten Land Ber­lin war nach Auf­fas­sung des erken­nen­das Bun­des­ar­beits­ge­richts in den Jah­ren 2009 bis 2015 mit Art. 33 Abs. 5 i.V.m. Art. 33 Abs. 2 GG nicht ver­ein­bar und ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­rig bemes­sen. Zu der hier­aus fol­gen­den und von den Klä­gern begehr­ten Fest­stel­lung ist das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt indes nicht befugt. Die Höhe der Bezü­ge ist unmit­tel­bar durch Gesetz gere­gelt. Einer ver­fas­sungs­kon­form abwei­chen­den Aus­le­gung sind die in Zah­len­wer­ten for­mu­lier­ten Vor­schrif­ten nicht zugäng­lich. Die Fest­stel­lung kann daher nicht getrof­fen wer­den, ohne die Gül­tig­keit der maß­geb­li­chen Besol­dungs­ge­set­ze in Fra­ge zu stel­len. Das Ver­fah­ren muss des­halb gemäß Art. 100 Abs. 1 Satz 2 Alt. 1 GG, § 13 Nr. 11 i.V.m. § 80 Abs. 1 BVerfGG aus­ge­setzt und dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Ent­schei­dung dar­über vor­ge­legt wer­den, ob die für die Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te in den Jah­ren 2009 bis 2015 maß­geb­li­chen Besol­dungs­ge­set­ze mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar waren.
Ent­ge­gen der vom Beru­fungs­ge­richt ver­tre­te­nen Auf­fas­sung ist das Bun­des­ar­beits­ge­richt der Über­zeu­gung, dass sich die Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on auch erge­ben kann, wenn nur zwei der fünf vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für die Prü­fung auf der ers­ten Stu­fe benann­ten Para­me­ter erfüllt sind, dies aber in beson­ders deut­li­cher Wei­se17. Die danach – auf der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe – erfor­der­li­che Gesamt­ab­wä­gung aller ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ten Kri­te­ri­en erhär­tet die­se Annah­me und zeigt auf, dass die Ali­men­ta­ti­on der Rich­ter des beklag­ten Lan­des im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum nicht mehr amts­an­ge­mes­sen war18. Ein Aus­nah­me­fall, der den Ver­stoß gegen das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip hier recht­fer­ti­gen könn­te, liegt nicht vor19. Das Besol­dungs­ge­fü­ge im beklag­ten Land wahrt über­dies nicht den Min­dest­ab­stand zum sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau20.
Das durch Art. 33 Abs. 5 GG ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­ker­te Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip gewähr­leis­tet jedem Rich­ter und Beam­ten eine amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­tie­rung. Die Ein­hal­tung die­ser Maß­stä­be kann anhand des vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Prüf­sche­mas kon­trol­liert wer­den. Der beschlie­ßen­de Bun­des­ar­beits­ge­richt legt dabei die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in den von ihm ent­schie­de­nen Kon­stel­la­tio­nen ver­wen­de­te Berech­nungs­wei­se zugrun­de. Den danach zur Annah­me der Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on benann­ten Para­me­tern der ers­ten Prü­fungs­stu­fe kommt nur eine Ori­en­tie­rungs­funk­ti­on zu. Aus­rei­chen­de Indi­zi­en kön­nen sich daher in Son­der­kon­stel­la­tio­nen auch dann erge­ben, wenn die ange­ge­be­nen Grenz­wer­te nicht in einer Mehr­heit der Para­me­ter erreicht wor­den sind. Hin­rei­chen­de Umstän­de für die Annah­me einer der­ar­ti­gen Son­der­la­ge lie­gen hier vor.
Prüf­sys­tem zur Fest­stel­lung eines Ver­sto­ßes gegen den Ali­men­ta­ti­ons­grund­satz
Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Ange­sichts sei­ner funk­ti­ons­we­sent­li­chen und struk­tur­prä­gen­den Bedeu­tung für die Insti­tu­ti­on des Berufs­be­am­ten­tums ist die Siche­rung eines ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halts als ein "beson­ders wesent­li­cher" her­ge­brach­ter Grund­satz aner­kannt, zu des­sen Beach­tung der Gesetz­ge­ber ver­pflich­tet ist21. Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, den Beam­ten oder Rich­ter und sei­ne Fami­lie lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienst­rang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Der Beam­te oder Rich­ter muss über ein Net­to­ein­kom­men ver­fü­gen, das sei­ne recht­li­che und wirt­schaft­li­che Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet und ihm über die Befrie­di­gung der Grund­be­dürf­nis­se hin­aus einen sei­nem Amt ange­mes­se­nen Lebens­kom­fort ermög­licht22.
Der Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers bei der Fest­set­zung der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung ist damit durch ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­ne Maß­stä­be beschränkt. Ein kon­kre­ter Zah­len- oder Pro­zent­wert, ab dem der Ver­lust an Kauf­kraft nicht mehr hin­ge­nom­men wer­den kann und der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber damit zu reagie­ren hat, ist im Grund­ge­setz aber nicht expli­zit fest­ge­legt23. Den­noch ergibt sich aus den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben eine Gren­ze, bei deren Unter­schrei­ten ein wei­te­res Untä­tig­blei­ben des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers nicht mehr den Anfor­de­run­gen des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips aus Art. 33 Abs. 5 GG ent­spricht. Die quan­ti­ta­ti­ve Aus­zeh­rung der Kauf­kraft schlägt ab einer bestimm­ten Schwel­le in eine ver­fas­sungs­recht­lich rele­van­te Qua­li­tät um24.
Dem Rege­lungs­auf­trag des Gesetz­ge­bers kor­re­spon­diert eine Kon­troll­ver­pflich­tung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts. Nur so kann dem in der Ver­fas­sung fest­ge­schrie­be­nen und mate­ri­ell gebun­de­nen Hand­lungs­auf­trag des Gesetz­ge­bers effek­tiv Rech­nung getra­gen und die Ein­hal­tung der Ver­fas­sung sicher­ge­stellt wer­den.
Dies gilt in beson­de­rer Wei­se, wenn der Rechts­weg zum Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gera­de dem Schutz ver­fas­sungs­recht­lich gewähr­leis­te­ter Rech­te gegen Maß­nah­men (oder Unter­las­sun­gen) des par­la­men­ta­ri­schen Gesetz­ge­bers zu die­nen bestimmt ist und die Rechts­in­ha­ber trotz beson­de­rer Gefähr­dungs­la­ge kei­ne ande­re Mög­lich­keit zur Wah­rung ihrer Rech­te haben. Da Beam­te und Rich­ter durch ihr beson­de­res Dienst- und Treue­ver­hält­nis dar­an gehin­dert sind, im Wege der Tarif­au­to­no­mie und durch kol­lek­ti­ve Kampf­maß­nah­men wie die Zurück­hal­tung ihrer Arbeits­leis­tung Ein­fluss auf die Aus­ge­stal­tung ihres Rechts­ver­hält­nis­ses – und ins­be­son­de­re die Höhe ihrer Bezü­ge, zu neh­men25, wür­de eine Redu­zie­rung der Kon­trol­le des durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten grund­rechts­glei­chen Indi­vi­du­al­rechts auf nicht kon­kre­ti­sier­ba­re Grund­sät­ze und Maß­stä­be de fac­to eine Preis­ga­be der diri­gie­ren­den Funk­ti­on der Ver­fas­sung und der Wäch­ter­funk­ti­on des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts bewir­ken.
Hin­sicht­lich der Ein­hal­tung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips kommt dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt daher die Auf­ga­be zu, die Schwel­le kon­kre­ti­sie­ren und fest­le­gen zu müs­sen, ab der ein Untä­tig­blei­ben des Gesetz­ge­bers den Maß­stä­ben des Grund­ge­set­zes nicht mehr genügt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat hier­zu ein zah­len­ba­sier­tes Prüf­sche­ma ent­wi­ckelt, um die Fra­ge der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung einer Kon­trol­le zugäng­lich machen zu kön­nen26.
Danach ist auf einer ers­ten Prü­fungs­stu­fe die Besol­dungs­ent­wick­lung anhand von fünf volks­wirt­schaft­lich nach­voll­zieh­ba­ren Para­me­tern dar­auf­hin zu unter­su­chen, ob ange­sichts der Über­schrei­tung von zur Ori­en­tie­rung ent­wi­ckel­ten Schwel­len­wer­ten die Ver­mu­tung für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on besteht. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat hier­für auf die der stän­di­gen Ali­men­ta­ti­ons­recht­spre­chung zugrun­de lie­gen­den Kri­te­ri­en zurück­ge­grif­fen und ein indi­zi­el­les Prüfras­ter für die Betrach­tung der Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und den Tarif­er­geb­nis­sen der Ange­stell­ten im öffent­li­chen Dienst27, der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex28 und des Ver­brau­cher­preis­in­dex in dem jeweils betrof­fe­nen Land29, einem sys­tem­in­ter­nen Ent­wick­lungs­ver­gleich zwi­schen ver­gleich­ba­ren Besol­dungs­grup­pen30 und einem Quer­ver­gleich mit der Besol­dung des Bun­des und/​oder ande­rer Län­der31 ent­wi­ckelt. Ist die Mehr­heit die­ser Para­me­ter erfüllt, besteht eine Ver­mu­tung für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on.
Die­se Ver­mu­tung kann durch die Berück­sich­ti­gung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung wider­legt oder wei­ter erhär­tet wer­den32. Zu die­sen wei­te­ren Kri­te­ri­en zäh­len neben dem Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft sowie der vom Amts­in­ha­ber gefor­der­ten Aus­bil­dung und Bean­spru­chung ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung der Qua­li­fi­ka­ti­on der ein­ge­stell­ten Bewer­ber, die beson­de­re Qua­li­tät der Tätig­keit und Ver­ant­wor­tung eines Rich­ters oder Staats­an­walts, Ent­wick­lun­gen im Bereich der Bei­hil­fe und der Ver­sor­gung sowie der Ver­gleich mit den durch­schnitt­li­chen Brut­to­ver­diens­ten sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung.
Ergibt die Gesamt­schau, dass die als unzu­rei­chend ange­grif­fe­ne Ali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich als ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on ein­zu­stu­fen ist, bedarf es der Prü­fung, ob dies im Aus­nah­me­fall ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt sein kann33. Dar­über hin­aus genießt die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten einen rela­ti­ven Norm­be­stands­schutz. Der Gesetz­ge­ber darf Kür­zun­gen oder ande­re Ein­schnit­te in die Bezü­ge nur dann vor­neh­men, wenn dies aus sach­li­chen Grün­den gerecht­fer­tigt ist. Die Fest­le­gung der Besol­dungs­hö­he durch den Gesetz­ge­ber ist schließ­lich an die Ein­hal­tung pro­ze­du­ra­ler Anfor­de­run­gen geknüpft.
Wie die Besol­dungs­ent­wick­lung zu berech­nen ist, hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in den hier­zu bis­lang ergan­ge­nen Judi­ka­ten weit­ge­hend nicht aus­drück­lich und in abs­trakt for­mu­lier­ten Vor­ga­ben ent­schie­den. Die den Ent­schei­dun­gen zugrun­de geleg­te abs­trak­te Berech­nungs­wei­se lässt sich indes aus den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­ge­nom­me­nen kon­kre­ten Berech­nun­gen ablei­ten. Die­se Maß­stä­be hat auch das Beru­fungs­ge­richt sei­nen Berech­nun­gen zugrun­de gelegt. Den Revi­sio­nen ist zuzu­ge­ben, dass die­se Metho­de nicht nur zu einer Pau­scha­lie­rung führt, weil etwa Ein­mal­zah­lun­gen unbe­ach­tet blei­ben. Sie kann durch die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Zeit­punk­tes, zu dem die linea­ren Besol­dungs­an­pas­sungs­ge­set­ze wirk­sam wer­den34, viel­mehr durch­aus zu einer nicht uner­heb­li­chen "Ver­zer­rung" der Ergeb­nis­se füh­ren.
Die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zuerst im Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. -35 ver­wen­de­te Berech­nungs­wei­se dürf­te nicht bereits for­mal mit Bin­dungs­wir­kung aus­ge­stat­tet sein. Zwar hat die­se Ent­schei­dung Geset­zes­kraft (§ 31 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 13 Nr. 11 BVerfGG) und bin­det alle Gerich­te und Behör­den des Bun­des und der Län­der (§ 31 Abs. 1 BVerfGG). Vom Begriff der Ent­schei­dung ist die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bei der Ermitt­lung ver­wen­de­te Berech­nungs­me­tho­de indes nicht erfasst. Vor­greif­li­che Zwi­schen­schrit­te oder Vor­fra­gen, aus wel­chen das Gericht die aus­ge­spro­che­ne Rechts­fol­ge abge­lei­tet hat, neh­men an der Bin­dungs­wir­kung der Ent­schei­dung nicht teil36. Dies gilt erst recht für blo­ße Rechen­schrit­te. Der kon­kre­ten Berech­nungs­wei­se für eine Vor­fra­ge des Ent­schei­dungs­aus­spruchs kommt daher kei­ne for­ma­le Bin­dungs­wir­kung zu.
Die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gewähl­te pau­scha­lie­ren­de Berech­nungs­wei­se wird durch den Zweck der so ermit­tel­ten Daten gerecht­fer­tigt. Die her­an­ge­zo­ge­nen Daten zur Besol­dungs­ent­wick­lung sind im Prüf­sche­ma des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nur für die Para­me­ter der ers­ten Prü­fungs­stu­fe rele­vant. Bei die­sen Zah­len han­delt es sich um Ori­en­tie­rungs­wer­te, aus denen sich Indi­zi­en für eine Ver­mu­tung erge­ben kön­nen. Dem Zweck der Prü­fung auf die­ser Stu­fe kann daher ent­nom­men wer­den, dass eine prä­zi­se "Spitz­aus­rech­nung" nicht gebo­ten ist37. Etwai­ge "Ver­zer­run­gen" sind viel­mehr ggf. im Rah­men der erfor­der­li­chen Gesamt­ab­wä­gung zu berück­sich­ti­gen38.
Mit einer sol­chen pau­scha­lie­ren­den Betrach­tungs­wei­se kann über­dies der prak­ti­sche Auf­wand für die Daten­er­mitt­lung der ers­ten Prü­fungs­stu­fe hand­hab­bar gehal­ten wer­den. Da die aus­schlag­ge­ben­de Gesamt­ab­wä­gung erst auf der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe erfolgt, erscheint ein der­ge­stalt ver­grö­bern­der Zugriff im ers­ten Fil­ter auch ver­tret­bar.
Mög­lich­keit der Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on auch bei weni­ger als drei erfüll­ten Para­me­tern
Dem beklag­ten Land ist dar­in bei­zu­pflich­ten, dass die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­wen­de­ten For­mu­lie­run­gen bei einer Wort­laut­be­trach­tung eher dafür spre­chen, die "Drei-Para­me­ter-Regel" als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für die Annah­me einer Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­tie­rung anzu­se­hen39.
Die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt benann­ten Prüf­schrit­te stel­len indes nur "einen durch Zah­len­wer­te kon­kre­ti­sier­ten Ori­en­tie­rungs­rah­men"40 dar, mit dem die gericht­li­che Prü­fung hand­hab­bar gemacht wer­den soll. Den Zah­len­wer­ten kommt nur "indi­zi­el­le Bedeu­tung" bei der Ermitt­lung des ver­fas­sungs­recht­lich geschul­de­ten Ali­men­ta­ti­ons­ni­veaus zu. Sinn und Zweck des Prüf­sche­mas spre­chen daher gegen ein abschlie­ßen­des Ver­ständ­nis, wonach die Ver­mu­tung nur bei Vor­lie­gen von drei der fünf Para­me­ter ange­nom­men wer­den kann.
Inhalt­li­che Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit kön­nen sich indes auch ohne die for­ma­le Erfül­lung von drei Indiz-Para­me­tern erge­ben. Dies liegt etwa nahe, wenn zwar nur zwei Para­me­ter auf der ers­ten Prü­fungs­stu­fe erfüllt sind, dies aber in beson­ders deut­li­cher Wei­se41.
Anlass für eine mate­ri­el­le Gesamt­ab­wä­gung auf der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe kann dar­über hin­aus bei Son­der­la­gen gege­ben sein, die Zwei­fel an der indi­zi­el­len Bedeu­tung eines for­ma­len Para­me­ters recht­fer­ti­gen42.
Auch in Anse­hung der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gewähl­ten For­mu­lie­run­gen erscheint die "Drei-Para­me­ter-Regel" daher im Hin­blick auf Sinn und Zweck des Prüfras­ters nicht als zwin­gen­de Vor­aus­set­zung für eine umfas­sen­de Prü­fung.
Auch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat sich nicht dar­an gehin­dert gese­hen, trotz der feh­len­den "For­mal-Vor­aus­set­zung" der Erfül­lung von drei Para­me­tern für die Annah­me der Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­tie­rung eine wei­te­re Prü­fung vor­zu­neh­men. Obwohl etwa für die gerüg­te A 9‑Besoldung der Jah­re 2003 und 2004 im Land Nord­rhein-West­fa­len kei­ner der auf der ers­ten Prü­fungs­stu­fe zu betrach­ten­den Para­me­ter erfüllt war, hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Rah­men "der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung" eine Betrach­tung wei­te­rer Umstän­de für die Beur­tei­lung einer evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Bezü­ge in den Blick genom­men43.
Die Prüf­sys­te­ma­tik des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist daher jeden­falls nicht so zu ver­ste­hen, dass eine umfas­sen­de Gesamt­ab­wä­gung unzu­läs­sig wäre, wenn nicht min­des­tens drei der fünf für die ers­te Prü­fungs­stu­fe benann­ten Para­me­ter erfüllt sind; die­se kann viel­mehr – abhän­gig von der Deut­lich­keit der Erfül­lung ein­zel­ner Para­me­ter – gebo­ten sein.
Gebo­ten­heit einer Gesamt­ab­wä­gung im vor­lie­gen­den Fall
In der Kon­stel­la­ti­on der Rich­te­ra­li­men­ta­ti­on im Land Ber­lin lie­gen Beson­der­hei­ten vor, die eine umfas­sen­de Gesamt­ab­wä­gung ange­zeigt erschei­nen las­sen. Dies folgt bereits dar­aus, dass zwei maß­geb­li­che Para­me­ter in beson­ders deut­li­cher Wei­se und über meh­re­re Jah­re hin­weg erfüllt sind (aa). Es kann daher offen blei­ben, ob ange­sichts der Beson­der­hei­ten der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex für Ber­lin eine Son­der­la­ge gege­ben ist, die die Aus­sa­ge­kraft die­ses Para­me­ters ent­wer­tet (bb). Dahin­ste­hen kann auch, ob jeden­falls für die Besol­dung in Ber­lin im Quer­ver­gleich allei­ne auf das Niveau der Bun­des­be­sol­dung abzu­stel­len ist (cc).
Deut­li­che Über­schrei­tung der Grenz­wer­te für ein­zel­ne Para­me­ter
Nach den vom Beru­fungs­ge­richt ermit­tel­ten Zah­len­wer­ten lag die Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und den Tarif­er­geb­nis­sen im öffent­li­chen Dienst – die das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus­drück­lich als "wich­ti­gen Para­me­ter" mit "beson­de­rer Bedeu­tung" bezeich­net hat44 – jeden­falls über vier Jah­re hin­weg sehr deut­lich über dem vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für maß­geb­lich erach­te­ten Grenz­wert von 5 %45. Die Fest­stel­lung einer "Abkop­pe­lung" der Beam­ten­be­sol­dung von den Tarif­löh­nen erscheint inso­weit schon vom Aus­maß her deut­lich und offen­kun­dig.
Die erreich­ten Wer­te lie­gen dabei durch­gän­gig und teils gra­vie­rend höher als in den Ver­fah­ren, in denen vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on fest­ge­stellt wor­den ist. Für das Land Sach­sen ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für die Jah­re 1996 bis 2011 von einem Zurück­blei­ben der Besol­dungs­ent­wick­lung hin­ter der Ent­wick­lung der Tarif­ein­kom­men von 5, 5 % aus­ge­gan­gen46. Für das Land Sach­sen-Anhalt hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Dif­fe­renz von 7, 79 % für die Jah­re 1993 bis 2008, von 5, 66 % für die Jah­re 1994 bis 2009 und von 7, 78 % für die Jah­re 1995 bis 2010 ange­nom­men47.
Ent­spre­chen­des gilt für die Abwei­chung der Besol­dungs­ent­wick­lung von der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex. Hier lie­gen sogar über jeden­falls fünf Jah­re hin­weg sehr deut­li­che Über­schrei­tun­gen der Schwel­len­wer­te vor48.
Auch inso­weit ist die Abwei­chung im beklag­ten Land weit­ge­hend höher als in den bis­lang vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als ver­fas­sungs­wid­rig erach­te­ten Kon­stel­la­tio­nen. Für das Land Sach­sen war hin­sicht­lich des Ver­brau­cher­preis­in­dex für die Jah­re 1996 bis 2011 eine Dif­fe­renz um 6, 09 % zu ver­zeich­nen49. Für das Land Sach­sen-Anhalt erga­ben sich 11, 76 % für die Jah­re 1993 bis 2008, 5, 07 % für die Jah­re 1994 bis 2009 und 8, 21 % für die Jah­re 1995 bis 201050.
Die­se beson­ders deut­li­che und über meh­re­re Jah­re hin­weg anhal­ten­de Über­schrei­tung der Schwel­len­wer­te für die maß­geb­li­chen Para­me­ter der Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und den Tarif­er­geb­nis­sen im öffent­li­chen Dienst sowie dem Ver­brau­cher­preis­in­dex recht­fer­tigt die Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­tie­rung.
Bereits hier­aus erge­ben sich gewich­ti­ge Indi­zi­en dafür, dass die Besol­dungs­ent­wick­lung von den all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen abge­kop­pelt wor­den ist. Die­se wer­den nicht dadurch ent­wer­tet, dass die Grenz­wer­te für den Nomi­nal­lohn­in­dex nicht erreicht wor­den sind. Dies gilt in beson­de­rer Wei­se, weil auch inso­weit jeden­falls in den Jah­ren 2014 und 2015 ein Stand erreicht wor­den ist, der dicht an die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt benann­ten Grenz­wer­te her­an­reicht.
Dar­über hin­aus ist zu berück­sich­ti­gen, dass die Berech­nung der zah­len­ba­sier­ten Para­me­ter auf der ers­ten Prü­fungs­stu­fe – und damit auch die­je­ni­ge des Nomi­nal­lohn­in­dex – durch die pau­scha­lie­ren­de Berech­nungs­wei­se ver­zerrt wird. Ent­ge­gen dem vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt prak­ti­zier­ten Berech­nungs­mo­dell einer jah­res­be­zo­ge­nen Betrach­tungs­wei­se von Besol­dungs­er­hö­hun­gen fan­den die Besol­dungs­an­pas­sun­gen im beklag­ten Land tat­säch­lich nicht im Janu­ar, son­dern spä­ter – regel­mä­ßig zum August des ent­spre­chen­den Jah­res – statt51. Legt man der Berech­nung die­se "Spitz­aus­rech­nung" zugrun­de, wäre nach den von den Klä­gern unwi­der­spro­chen vor­ge­leg­ten Berech­nun­gen teil­wei­se bereits der Grenz­wert auch für den Nomi­nal­lohn­in­dex – und damit für einen 3. Para­me­ter der ers­ten Prü­fungs­stu­fe – über­schrit­ten.
Aty­pik des Nomi­nal­lohn­in­dex im Land Ber­lin
Es kann daher offen­blei­ben, ob hin­sicht­lich des Nomi­nal­lohn­in­dex in Ber­lin Beson­der­hei­ten vor­lie­gen, durch die die Aus­sa­ge­kraft des Para­me­ters für die Betrach­tung der Besol­dungs­ent­wick­lung von Rich­tern und Beam­ten ein­ge­schränkt wird.
Wie in der Aus­kunft des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts an den erken­nen­das Bun­des­ar­beits­ge­richt vom 01.08.2017 bestä­tigt, wei­sen die Ent­wick­lungs­zah­len des Nomi­nal­lohn­in­dex im Land Ber­lin jeden­falls in tat­säch­li­cher Hin­sicht eine signi­fi­kan­te Abwei­chung zum Ver­lauf in ande­ren Bun­des­län­dern auf. Die ermit­tel­ten Zah­len lie­gen im Betrach­tungs­zeit­raum weit­ge­hend, wenn­gleich nicht durch­gän­gig, rund 10 % unter den Ver­gleichs­da­ten der­je­ni­gen Bun­des­län­der, die in der bis­he­ri­gen ober­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung betrach­tet wor­den sind.
Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt hat zur Erklä­rung die­ses Phä­no­mens dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ab dem Berichts­jahr 1991 die Daten für Ost-Ber­lin in die Betrach­tung ein­be­zo­gen wor­den sind. Dies habe zunächst zu einem schar­fen Ein­bruch des Index­wer­tes sowie anschlie­ßend, auf­grund der über­durch­schnitt­li­chen Lohn­stei­ge­run­gen in Ost-Ber­lin, zu einem Auf­hol­pro­zess geführt. Der Nomi­nal­lohn­in­dex in Ber­lin unter­lie­ge im Gegen­satz zu allen ande­ren Bun­des­län­dern dem Ein­fluss sowohl der Lohn­ent­wick­lung im Osten als auch der­je­ni­gen im Wes­ten Deutsch­lands.
Auch die von den Klä­gern vor­ge­tra­ge­nen Umstän­de erschei­nen durch­aus geeig­net, eine regio­na­le Son­der­la­ge Ber­lins im Hin­blick auf den Aus­sa­ge­ge­halt des Nomi­nal­lohn­in­dex zu begrün­den. Als Stadt­staat, dem zudem die aus dem Sitz der Bun­des­re­gie­rung fol­gen­den Eigen­tüm­lich­kei­ten und Spe­zi­fi­ka zukom­men, weist das Land Ber­lin Beson­der­hei­ten gegen­über allen ande­ren Län­dern auf. Dies wird etwa an dem hohen Anteil der im öffent­li­chen Dienst Beschäf­tig­ten deut­lich. Zutref­fend hat die Revi­si­on auch dar­auf ver­wie­sen, dass wegen des Feh­lens grö­ße­rer Indus­trie­an­sied­lun­gen und wegen des hohen Anteils von in Teil­zeit oder nur gering­fü­gig Beschäf­tig­ten in Ber­lin auch im Übri­gen Beson­der­hei­ten vor­lie­gen.
Zu Recht hat aber auch das beklag­te Land betont, dass die­se Gege­ben­hei­ten die tat­säch­li­chen Lebens­ver­hält­nis­se in Ber­lin reprä­sen­ta­tiv wider­spie­geln. An die­ser – beson­de­ren – Lage und wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung neh­men die Rich­ter und Beam­ten des Lan­des Ber­lin tat­säch­lich teil. Aus dem Umstand einer regio­nal spe­zi­fi­schen Ent­wick­lung folgt daher nicht zwangs­läu­fig eine Ein­schrän­kung der Aus­sa­ge­kraft des Para­me­ters.
Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ar­beits­ge­richts erscheint es auch aus die­sem Grund ange­mes­sen, dem Nomi­nal­lohn­in­dex jeden­falls kei­ne aus­schlie­ßen­de Indiz­funk­ti­on bei­zu­mes­sen, mit der die durch eine deut­li­che Über­schrei­tung der Schwel­len­wer­te für zwei maß­geb­li­che Para­me­ter begrün­de­te Ver­mu­tung auf­ge­ho­ben wer­den wür­de.
Für den struk­tu­rell nicht unähn­lich gela­ger­ten Fall der Rich­ter­be­sol­dung in Bran­den­burg hat das­sel­be Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, weil dort die Beson­der­hei­ten des Nomi­nal­lohn­in­dex nicht vor­lie­gen, bereits selbst eine Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Ali­men­ta­ti­on ange­nom­men52.
Quer­ver­gleich zur Besol­dungs­ent­wick­lung im Bund
Dahin­ste­hen kann auch, ob der Quer­ver­gleich der Besol­dung im Land Ber­lin mit der Besol­dung in den ande­ren Län­dern "und" im Bund oder auch iso­liert nur mit der Bun­des­be­sol­dung anzu­stel­len ist. Die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu die­sem 4. Para­me­ter der ers­ten Prü­fungs­stu­fe sind nicht ganz ein­deu­tig53. Aller­dings hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt klar­ge­stellt, dass der Sinn die­ses 4. Para­me­ters auch dar­in besteht, trotz der durch die Föde­ra­lis­mus­re­form im Jahr 2006 gewon­ne­nen Frei­räu­me bei der Gestal­tung der Besol­dung ein zu star­kes Abwei­chen der Besol­dungs­hö­he zwi­schen den ein­zel­nen Dienst­her­ren zu ver­mei­den, weil die­se in einem stän­di­gen Wett­be­werb um die bes­ten Köp­fe ste­hen.
Des­halb spricht gera­de im Land Ber­lin für einen Quer­ver­gleich zwi­schen der Lan­des- und der Bun­des­be­sol­dung, dass hier Lan­des- und Bun­des­be­am­te in gro­ßer Anzahl in dem­sel­ben Ter­ri­to­ri­um leben und arbei­ten. Beam­te und Rich­ter des Lan­des Ber­lin sowie des Bun­des sind damit in der­sel­ben Stadt den­sel­ben gesell­schaft­li­chen Bedin­gun­gen und Ent­wick­lun­gen aus­ge­setzt und ste­hen dabei fak­tisch in unmit­tel­ba­rer Kon­kur­renz – etwa um Miet- oder Eigen­tums­woh­nun­gen, zuein­an­der.
Ins­be­son­de­re in Ämtern des mitt­le­ren und geho­be­nen Diens­tes54 ist das beklag­te Land dabei offen­bar einem Abwer­bungs­druck des Bun­des aus­ge­setzt. Ange­sichts deut­li­cher Unter­schie­de im Ali­men­ta­ti­ons­ni­veau für gleich­wer­ti­ge Ämter ste­hen Bund und Land Ber­lin jeden­falls in einem rea­len Wett­be­werb in der­sel­ben Stadt. Für die Besol­dungs­grup­pe A 955 etwa liegt die Besol­dungs­dif­fe­renz gegen­wär­tig über 15 % zulas­ten eines Beam­ten des Lan­des Ber­lin.
Für Rich­ter­äm­ter gilt dies indes nicht in glei­cher Wei­se. Einer­seits besteht in den hier rele­van­ten Ämtern kei­ne nen­nens­wer­te tat­säch­li­che Kon­kur­renz, weil es Bun­des­rich­ter der Besol­dungs­grup­pen R 1 bis R 3 in Ber­lin allen­falls in gerin­ger Anzahl geben dürf­te. Zum ande­ren liegt – jeden­falls wenn man die sog. "Bun­des­zu­la­ge" für eine Ver­wen­dung bei obers­ten Bun­des­be­hör­den (Ziff. II Nr. 7 der Vor­be­mer­kun­gen zu den Besol­dungs­ord­nun­gen A und B, Anla­ge I zu § 20 Abs. 2 Satz 1 BBesG) nicht berück­sich­tigt – hin­sicht­lich der Rich­ter kein ver­gleich­ba­res Besol­dungs­ge­fäl­le vor.
Die Gesamt­ab­wä­gung aller ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ten Kri­te­ri­en auf der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe ergibt ein ein­heit­li­ches Bild. Die im Land Ber­lin gewähr­te Ali­men­ta­ti­on ist weder in der Lage, ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on sicher­zu­stel­len oder die Ver­ant­wor­tung des Amts zu wah­ren noch hält das Besol­dungs­ni­veau einem Ver­gleich mit den in der Pri­vat­wirt­schaft für Beschäf­tig­te mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung gezahl­ten Löh­nen stand. Die­ser Befund wird durch par­al­le­le Ent­wick­lun­gen im Bereich ande­rer Ali­men­ta­ti­ons­leis­tun­gen nicht ent­kräf­tet, son­dern ver­stärkt. Der Gesamt­be­fund einer Unte­rali­men­tie­rung gilt auch für die Rich­ter des beklag­ten Lan­des in der Besol­dungs­grup­pe R 2 und für das – inso­weit allein streit­be­fan­ge­ne – Jahr 2015 auch in der Besol­dungs­grup­pe R 3.
Ent­wick­lung der Ein­stel­lungs­an­for­de­run­gen
Die Ali­men­ta­ti­on muss es Rich­tern und Staats­an­wäl­ten ermög­li­chen, sich ganz der recht­spre­chen­den Tätig­keit und dem öffent­li­chen Dienst als Lebens­be­ruf zu wid­men und in recht­li­cher wie wirt­schaft­li­cher Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit zur Erfül­lung der ihnen zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben bei­zu­tra­gen. Sie dient damit nicht allein dem Lebens­un­ter­halt, son­dern hat – ange­sichts der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit, zugleich eine qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on56.
Ob die Ali­men­ta­ti­on ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on erfüllt, zeigt sich auch dar­an, ob es in dem betref­fen­den Land gelingt, über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te für den höhe­ren Jus­tiz­dienst anzu­wer­ben. Grad­mes­ser für die fach­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on der ein­ge­stell­ten Rich­ter und Staats­an­wäl­te sind vor­ran­gig die Ergeb­nis­se in der Ers­ten und der Zwei­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung. Sinkt – auch im Ver­gleich zu den Ergeb­nis­sen die­ser bei­den Prü­fun­gen aller Absol­ven­ten in dem Ver­gleichs­zeit­raum ins­ge­samt – das Noten­ni­veau über einen Zeit­raum von fünf Jah­ren in erheb­li­cher Wei­se und/​oder wer­den die Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­stel­lung in den höhe­ren Jus­tiz­dienst spür­bar her­ab­ge­setzt, kann man in der Regel davon aus­ge­hen, dass die Aus­ge­stal­tung der Besol­dung nicht genügt, um die Attrak­ti­vi­tät des Diens­tes eines Rich­ters oder Staats­an­walts zu gewähr­leis­ten57.
Zu den Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen für den höhe­ren Jus­tiz­dienst im Land Ber­lin hat das beklag­te Land im Beru­fungs­ver­fah­ren Stel­lung genom­men58. Danach wur­de als "Basis-Anfor­de­rungs­pro­fil" noch im Jahr 2004 die Note voll­be­frie­di­gend59 in bei­den juris­ti­schen Staats­prü­fun­gen vor­aus­ge­setzt. In den Stel­len­aus­schrei­bun­gen war hier­zu die For­mu­lie­rung ver­wen­det wor­den: "Sie müs­sen die in § 9 des Deut­schen Rich­ter­ge­set­zes genann­ten Vor­aus­set­zun­gen erfül­len, zwei Prä­di­kats­ex­amen60 besit­zen und über­durch­schnitt­li­che Leis­tun­gen im Vor­be­rei­tungs­dienst erbracht haben". Im Jahr 2007 war die Stel­len­aus­schrei­bung bereits dahin modi­fi­ziert wor­den, dass die Noten­an­for­de­run­gen auf "in der Regel min­des­tens voll­be­frie­di­gend" abge­senkt wur­de. Seit dem Jahr 2011 müs­sen Bewer­ber nach der Stel­len­aus­schrei­bung des Beklag­ten "im Ers­ten Staats­ex­amen min­des­tens 7, 5 Punk­te, im Zwei­ten Staats­ex­amen min­des­tens 8, 5 Punk­te erreicht haben".
Die für eine Ein­stel­lung vor­aus­ge­setz­ten Prü­fungs­er­geb­nis­se sind also abge­senkt wor­den. Für eine Ein­schät­zung der Rele­vanz die­ses Umstands ist indes auch eine Betrach­tung der Ent­wick­lung des Noten­ni­veaus in den ent­spre­chen­den Prü­fun­gen erfor­der­lich.
Aus­weis­lich der vom Beklag­ten in Bezug genom­me­nen, öffent­lich zugäng­li­chen Daten des Bun­des­amts der Jus­tiz haben sich die Pro­zent­zah­len der min­des­tens voll­be­frie­di­gen­den Ergeb­nis­se der juris­ti­schen Staats­prü­fun­gen in Ber­lin wie folgt ent­wi­ckelt:
Jahr 1. Staats­prü­fung 2. Staats­prü­fung 2001 14, 66 13, 15 2002 14, 75 14, 43 2003 14, 6 16, 4 2004 14, 2 17, 9 2005 14, 0 15, 8 2006 13, 8 17, 5 2007 altes Recht neu­es Recht 12, 7 54, 4 20, 1 2008 altes Recht neu­es Recht 4, 1 40, 7 21, 2 2009 35, 2 24, 6 2010 40, 5 21, 0 2011 35, 3 24, 5 2012 39, 7 28, 0 2013 40, 7 28, 3 2014 40, 2 27, 1 2015 45, 1 25, 4
Der Anteil der­je­ni­gen Absol­ven­ten der juris­ti­schen Staats­prü­fun­gen in Ber­lin, die ein Ergeb­nis mit min­des­tens 9, 0 Punk­ten (voll­be­frie­di­gend) erzielt haben, hat sich dem­nach deut­lich erhöht. Setzt man die­se Ver­bes­se­rung der durch­schnitt­li­chen Examens­er­geb­nis­se mit den gleich­zei­tig abge­senk­ten Ein­stel­lungs­an­for­de­run­gen für den höhe­ren Jus­tiz­dienst in Bezug, ergibt sich eine ganz erheb­li­che Ver­än­de­rung des vor­aus­ge­setz­ten Anfor­de­rungs­pro­fils.
Wäh­rend im Jahr 2001 nur weni­ger als die bes­ten 15 % eines Jahr­gangs ein Prä­di­kat der Note voll­be­frie­di­gend in den bei­den Staats­prü­fun­gen und damit die Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen für den höhe­ren Jus­tiz­dienst im Land Ber­lin erfüllt haben, lie­gen die pro­zen­tua­len Antei­le für das – zwi­schen­zeit­lich nicht mehr gefor­der­te – Prä­di­kat voll­be­frie­di­gend im Jahr 2015 bei rund 45 % in der Ers­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung und bei rund 25 % in der Zwei­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung. Sta­tis­ti­sche Abstu­fun­gen, die eine Erfas­sung des Anteils der mit min­des­tens 7, 5 Punk­ten abge­schlos­se­nen Ers­ten Staats­prü­fung zulas­sen, kön­nen den in Bezug genom­me­nen Anga­ben nicht ent­nom­men wer­den. Der Anteil dürf­te rea­lis­ti­scher­wei­se über 50 % lie­gen, sodass hin­sicht­lich der Ers­ten Staats­prü­fung zwi­schen­zeit­lich min­des­tens jeder zwei­te Absol­vent die Ein­stel­lungs­an­for­de­run­gen für den höhe­ren Jus­tiz­dienst im Land Ber­lin erfüllt. Die­se sind damit bereits begriff­lich nicht mehr "über­durch­schnitt­lich". Für die Zwei­te Staats­prü­fung liegt der Anteil der Absol­ven­ten mit der gefor­der­ten Min­dest­punkt­zahl von 8, 5 zwar gerin­ger. Auch hier erfüllt aber vor­aus­sicht­lich rund jeder drit­te Absol­vent die der­zeit gül­ti­gen Ein­stel­lungs­min­dest­vor­aus­set­zun­gen.
Das Ein­stel­lungs­ni­veau ist daher in gra­vie­ren­der Wei­se her­ab­ge­setzt wor­den. Es befin­det sich gegen­wär­tig auf einem Stand, der dem Anlie­gen "über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te" für den Jus­tiz­dienst gewin­nen oder gar im "Wett­be­werb um die bes­ten Köp­fe" mit­hal­ten zu kön­nen, offen­kun­dig nicht ent­spricht. Die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Bezug genom­me­ne Grö­ßen­ord­nung der bes­ten 10 % der Absol­ven­ten61 ist nicht annä­hernd erreicht. Dies gilt selbst dann, wenn man mit den vom beklag­ten Land im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Sta­tis­ti­ken davon aus­geht, dass wei­ter­hin der größ­te Teil der ein­ge­stell­ten Bewer­ber über das Prä­di­kat voll­be­frie­di­gend ver­fügt.
Wie weit die Ein­stel­lungs­an­for­de­run­gen im Land Ber­lin abge­senkt wor­den sind, wird auch bei einem ver­glei­chen­den Blick auf die­je­ni­gen Län­der deut­lich, in denen die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Rich­ter­be­sol­dung bereits gericht­lich fest­ge­stellt wor­den ist. Für das Land Sach­sen-Anhalt ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt von einem Noten­ni­veau aus­ge­gan­gen, das 13, 04 % der Absol­ven­ten in der Ers­ten und 15, 16 % in der Zwei­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung erfüllt hat­ten62. Hin­sicht­lich der vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg bean­stan­de­ten Besol­dung der Rich­ter im Land Bran­den­burg war von einem durch­schnitt­li­chen Absol­ven­ten­an­teil von 11, 53 % aus­ge­gan­gen wor­den, der die für eine Ein­stel­lung gefor­der­te Noten­stu­fe von min­des­tens 9 Punk­ten in der Zwei­ten juris­ti­schen Staats­prü­fung erfüllt63. Selbst inner­halb der Ver­gleichs­grup­pe der­je­ni­gen Län­der, deren Besol­dung von Gerich­ten als ver­fas­sungs­wid­rig ein­ge­stuft wor­den ist, erweist sich das Absin­ken der Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen im beklag­ten Land als ein­zig­ar­ti­ger "Aus­rei­ßer".
Die­ser Befund recht­fer­tigt die Annah­me, dass die Aus­ge­stal­tung der Besol­dung im Land Ber­lin nicht genügt, um die Attrak­ti­vi­tät des Diens­tes eines Rich­ters oder Staats­an­walts zu gewähr­leis­ten64. Die vom Beklag­ten gewähr­te Ali­men­ta­ti­on erfüllt ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on nicht. Das Dienst­ver­hält­nis ist für qua­li­fi­zier­te Kräf­te nicht mehr aus­rei­chend anzie­hend aus­ge­stal­tet65.
Im Zeit­punkt der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt sind die­se Ein­stel­lungs­vor­aus­set­zun­gen im Übri­gen erneut abge­senkt wor­den: Wie die Klä­ger zutref­fend aus­ge­führt haben, wird aus­weis­lich der Home­page das Bun­des­ar­beits­ge­richts­ver­wal­tung für Jus­tiz, Ver­brau­cher­schutz und Anti­dis­kri­mi­nie­rung des beklag­ten Lan­des gegen­wär­tig nur noch ein Ergeb­nis von min­des­tens 7, 0 Punk­ten in der Ers­ten Staats­prü­fung sowie 8, 0 Punk­ten in der Zwei­ten Staats­prü­fung vor­aus­ge­setzt. Aus­weis­lich aktu­el­ler Pres­se­mit­tei­lun­gen gelingt es dem beklag­ten Land gleich­wohl nicht mehr, aus­rei­chend Bewer­ber für alle aus­ge­schrie­be­nen Stel­len bei der Staats­an­walt­schaft zu gewin­nen66.
Wah­rung von Qua­li­tät und Ver­ant­wor­tung des Amtes
Die hohen Anfor­de­run­gen, die an Qua­li­tät und Ver­ant­wor­tung der Inha­ber eines Rich­ter­amts gestellt wer­den67, haben sich nicht ver­än­dert.
Zu den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Rich­ter­amts, die der Gesetz­ge­ber zu beach­ten hat, zählt ins­be­son­de­re der Grund­satz der sach­li­chen und per­sön­li­chen Unab­hän­gig­keit. Nach Art. 97 Abs. 1 GG müs­sen Rich­ter "unab­hän­gig und nur dem Gesetz unter­wor­fen" sein. Die­se sach­li­che Unab­hän­gig­keit ist gewähr­leis­tet, wenn der Rich­ter sei­ne Ent­schei­dun­gen frei von Wei­sun­gen fäl­len kann. Die sach­li­che Unab­hän­gig­keit wird durch die Garan­tie der per­sön­li­chen Unab­hän­gig­keit in Art. 97 Abs. 2 GG insti­tu­tio­nell gesi­chert. Die­se rich­ter­li­che Unab­hän­gig­keit muss auch durch die Besol­dung der Rich­ter gewähr­leis­tet wer­den. Die Art und Wei­se der Rege­lung von Besol­dung und Ver­sor­gung des Rich­ters sind von ganz erheb­li­cher Bedeu­tung für das inne­re Ver­hält­nis des Rich­ters zu sei­nem Amt und für die Unbe­fan­gen­heit, mit der er sich sei­ne rich­ter­li­che Unab­hän­gig­keit bewahrt. Durch die Fest­le­gung der Besol­dung in ange­mes­se­ner Höhe wird gewähr­leis­tet, dass der Rich­ter unab­hän­gig nach Gesetz und Gewis­sen ent­schei­den kann. Inso­weit kommt dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip auch eine Schutz­funk­ti­on zu68.
Die Zuwei­sung die­ser zen­tra­len Auf­ga­be inner­halb der rechts­staat­li­chen Ord­nung des Grund­ge­set­zes und der damit ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung muss sich auch bei der Bestim­mung der Wer­tig­keit des Amtes inner­halb des besol­dungs­recht­li­chen Gefü­ges und dem Niveau der Ali­men­ta­ti­ons­hö­he nie­der­schla­gen.
Ein­kom­mens­ver­gleich mit ent­spre­chen­den Beru­fen in der Pri­vat­wirt­schaft
Damit die Ent­schei­dung für eine Tätig­keit als Rich­ter oder Staats­an­walt für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te attrak­tiv ist, muss sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on auch durch ihr Ver­hält­nis zu den Ein­kom­men bestim­men, die für ver­gleich­ba­re und auf der Grund­la­ge ent­spre­chen­der Aus­bil­dung erbrach­te Tätig­kei­ten außer­halb des in Rede ste­hen­den öffent­li­chen Diens­tes erzielt wer­den69. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat hier­zu einen Ver­gleich mit den durch­schnitt­li­chen Brut­to­ver­diens­ten sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung ange­stellt und auf die Daten der Ver­dienst­struk­tur­er­he­bung des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts zurück­ge­grif­fen. In dem die Besol­dungs­grup­pe R 1 in Sach­sen-Anhalt betref­fen­den Ver­fah­ren hat es als Bezugs­punkt die Ver­diens­te der Grup­pe aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 170 mit Uni­ver­si­täts­ab­schluss gewählt und zusätz­lich auf den Ver­gleich zur Grup­pe der juris­ti­schen Beru­fe "Rechts­an­wäl­te, Nota­re u.ä." abge­stellt71.
Die Vor­ge­hens­wei­se wirft zwar in metho­di­scher Hin­sicht die Fra­ge auf, ob für die­sen Ver­gleich mög­li­cher­wei­se das Net­to­ein­kom­men der zutref­fen­de­re Anknüp­fungs­punkt wäre. Durch­schnitts­da­ten zum Net­to­ein­kom­men sind indes schwer zu ermit­teln, weil die Abzü­ge von indi­vi­du­el­len Umstän­den des Beschäf­tig­ten und sei­ner Fami­li­en­si­tua­ti­on abhän­gig sind. Die damit ein­her­ge­hen­de Ver­zer­rung durch unter­schied­li­che Abschlä­ge wird im Übri­gen dadurch kom­pen­siert, dass Bezugs­punkt der Ver­gleichs­da­ten für sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­te jeder Uni­ver­si­täts­ab­sol­vent ist und das für Rich­ter gefor­der­te über­durch­schnitt­li­che Niveau damit kei­ne Berück­sich­ti­gung fin­det. Ange­sichts des auch auf dem Per­so­nal­markt nach­voll­zieh­ba­ren Ein­kom­mens­ge­fäl­les ent­lang der Examens­no­ten erscheint eine Ein­be­zie­hung der unter­schied­li­chen Prü­fungs­er­geb­nis­se indes für eine rea­lis­ti­sche Ver­gleichs­be­trach­tung gebo­ten. Auch wenn die Bezug­nah­me auf das Brut­to­ein­kom­men die unter­schied­li­chen Abzü­ge für Rich­ter und Staats­an­wäl­te unbe­rück­sich­tigt lässt, erscheint die­ser Ver­gleichs­maß­stab für die vor­lie­gen­de Betrach­tung daher ver­tret­bar. Für die Rich­ter­be­sol­dung kommt hin­zu, dass der Ver­gleich mit den sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ten ohne­hin die näher lie­gen­de Ver­gleichs­grup­pe der selbst­stän­di­gen Rechts­an­wäl­te72 von vorn­her­ein außer Betracht lässt.
Unter Zugrun­de­le­gung der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt hier­für im Beru­fungs­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Daten ergibt sich fol­gen­des Bild:
Pro­zent­satz der Voll­zeit­be­schäf­tig­ten aus der Leis­tungs­grup­pe 173 mit Uni­ver­si­täts­ab­schluss [Grup­pe Rechts­an­wäl­te, Nota­re u.ä.], die einen gerin­ge­ren Monats­ver­dienst hat­ten als das Grund­ge­halt für die Besol­dungs­grup­pe R 1 in Ber­lin:
Aus 1. Stu­fe LG 1 gesamt [RAe …] Aus End­stu­fe LG 1 gesamt [RAe …] 2006 14 [15] 60 [45] 2010 8 [7] 49 [35]
Ver­gleichs­da­ten für Sach­sen-Anhalt74:
[10] 56 [45]
Dies bedeu­tet, dass im Jahr 2006 bereits 86 % der ver­gleich­ba­ren Arbeit­neh­mer in der Pri­vat­wirt­schaft mehr ver­dient haben als ein Berufs­an­fän­ger der Besol­dungs­grup­pe R 1; im Jahr 2010 sind es sogar 92 %. Gemes­sen an der End­stu­fe aus R 1 haben im Jahr 2006 immer­hin noch 40 % der ver­gleich­ba­ren Arbeit­neh­mer in der Pri­vat­wirt­schaft mehr ver­dient, im Jahr 2010 sind es 51 %.
Zieht man die Ver­gleichs­grup­pe der juris­ti­schen Beru­fe her­an, wer­den die Abwei­chun­gen bei den End­stu­fen noch deut­li­cher. So ver­dien­ten im Jahr 2006 bereits 85 % aus der juris­ti­schen Ver­gleichs­grup­pe der "Rechts­an­wäl­te, Nota­re u.ä." mehr als ein Berufs­an­fän­ger im höhe­ren Jus­tiz­dienst des Lan­des Ber­lin, im Jahr 2010 waren es sogar 93 %. Gemes­sen an der End­stu­fe aus R 1 haben im Jahr 2006 bereits 55 % der Ange­hö­ri­gen aus der pri­vat­wirt­schaft­li­chen juris­ti­schen Ver­gleichs­grup­pe mehr ver­dient als ein Rich­ter, im Jahr 2010 sogar 65 %.
Die Abwei­chun­gen sind damit durch­gän­gig deut­li­cher als in dem vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für das Land Sach­sen-Anhalt ent­schie­de­nen Fall75. Die Zah­len bele­gen über­dies die Ent­wick­lungs­ten­denz: Im Ver­lauf der Jah­re 2006 bis 2010 hat sich das rela­ti­ve Besol­dungs­ni­veau der Rich­ter und Staats­an­wäl­te um durch­schnitt­lich 10 Pro­zent­punk­te (wei­ter) ver­schlech­tert.
Wie vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für Sach­sen-Anhalt – auf Basis weni­ger gra­vie­ren­der Abwei­chun­gen – fest­ge­stellt, zeigt die Gegen­über­stel­lung daher, dass die Ver­diens­te der R 1‑Beschäftigten gegen­über den ver­gleich­bar Beschäf­tig­ten in der Pri­vat­wirt­schaft über­wie­gend deut­lich gerin­ger waren und zudem eine nega­ti­ve Ent­wick­lungs­ten­denz auf­wei­sen.
Kei­ne Kom­pen­sa­ti­on durch ander­wei­ti­ge Ali­men­ta­ti­ons­leis­tun­gen
Auch die wei­te­ren, neben die Besol­dung tre­ten­den Ali­men­ta­ti­ons­leis­tun­gen haben sich im Betrach­tungs­zeit­raum ver­min­dert und zu einer Schmä­le­rung des Betra­ges bei­getra­gen, der dem Rich­ter oder Beam­ten für sei­nen Lebens­un­ter­halt tat­säch­lich zur Ver­fü­gung steht.
Die bereits vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Ent­schei­dung zur Rich­ter­be­sol­dung dar­ge­leg­ten Ein­schnit­te im Bereich des Ver­sor­gungs­rechts – nament­lich durch die Ein­füh­rung der Ver­sor­gungs­rück­la­ge und die Kür­zung des Ruhe­ge­halts – beru­hen noch auf bun­des­recht­li­chen Vor­ga­ben und gel­ten daher in glei­cher Wei­se für die Beam­ten und Rich­ter des beklag­ten Lan­des. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber hat an die­sen Ein­spa­run­gen nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Beam­ten­ver­sor­gung (vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG in der Fas­sung vom 28.08.2006, BGBl. I S.2034) fest­ge­hal­ten. Durch den damit not­wen­di­gen höhe­ren Eigen­an­teil des Beam­ten oder Rich­ters an sei­ner Alters­vor­sor­ge wird der tat­säch­lich zur Bestrei­tung des Lebens­un­ter­halts ein­setz­ba­re Anteil der Ali­men­ta­ti­on spür­bar gemin­dert.
Auch die Absen­kung der gewähr­ten Bei­hil­fe­leis­tun­gen hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bereits in den Blick genom­men. Die im beklag­ten Land für die Besol­dungs­grup­pe R 1 zum 1.01.2003 ein­ge­führ­te Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le in Höhe von 310 € (Art. I Nr. 2 des Geset­zes zur Ände­rung des Lan­des­be­am­ten­ge­set­zes und des Ein­kom­mens­an­glei­chungs­ge­set­zes vom 10.07.2002, GVBl. I S.192) liegt dabei – auch bei Berück­sich­ti­gung des unter­schied­li­chen Besol­dungs­ni­veaus – spür­bar höher und ist frü­her ein­ge­führt wor­den als der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt beur­teil­te Selbst­be­halt von 80 € für Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen76.
Das beklag­te Land hat wei­ter­hin bereits in den Jah­ren 200477 und 2005 (Absen­kung des Bei­hil­fe­sat­zes für Mate­ri­al- und Labor­kos­ten von Zahn­ersatz von 60 % auf 40 %) wei­te­re Ein­schnit­te bei der Erstat­tungs­fä­hig­keit bei­hil­fe­fä­hi­ger Auf­wen­dun­gen vor­ge­nom­men.
Schließ­lich ist an die­ser Stel­le auch in den Blick zu neh­men, dass die Besol­dungs­an­pas­sung der Beam­ten und Rich­ter des Lan­des Ber­lin nicht zum Jah­res­an­fang erfolg­te, son­dern regel­mä­ßig zum August des jewei­li­gen Jah­res. Die pau­scha­lie­ren­de Betrach­tung der kalen­der­jahr­be­zo­ge­nen Besol­dungs­ent­wick­lung führt des­halb zu einer "Ver­zer­rung" der tat­säch­li­chen Ent­wick­lung des Ali­men­ta­ti­ons­ni­veaus, das jeden­falls im Rah­men der Gesamt­be­trach­tung zu berück­sich­ti­gen ist.
Wie die Gesamt­ab­wä­gung zu erfol­gen und wel­che Gesichts­punk­te dabei wie zu gewich­ten oder zu berück­sich­ti­gen sind, ist in den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht näher aus­ge­führt. Da vor­lie­gend alle auf der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe durch­zu­füh­ren­den Betrach­tun­gen ein­heit­lich für die Annah­me der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit spre­chen, bedarf es etwai­ger Gewich­tungs­er­wä­gun­gen nicht.
In der Gesamt­ab­wä­gung ergibt sich daher, dass die Ali­men­ta­ti­on der aus der Besol­dungs­grup­pe R 1 besol­de­ten Rich­ter des beklag­ten Lan­des im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum 2009 bis 2015 ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr ange­mes­sen war. Gegen­läu­fi­ge Aspek­te, die im Rah­men der Gesamt­ab­wä­gung gegen die Annah­me einer evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on spre­chen könn­ten, sind nicht ersicht­lich.
Allein die Tat­sa­che, dass die Abwei­chung der Besol­dungs­ent­wick­lung von der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex nicht den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als indi­zi­ell benann­ten Schwel­len­wert über­schrit­ten hat, kann ange­sichts der kon­kre­ten Ergeb­nis­se auf der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe an der Gesamt­ein­schät­zung nichts ändern.
Aus­strah­lung auf die höhe­ren Besol­dungs­grup­pen R 2 und R 3
Aus der fest­ge­stell­ten Unte­rali­men­ta­ti­on für die Rich­ter des beklag­ten Lan­des in der Besol­dungs­grup­pe R 1 folgt auch eine Feh­ler­haf­tig­keit der vom Beklag­ten gewähr­ten Ali­men­ta­ti­on für Rich­ter der Besol­dungs­grup­pe R 2 und im – inso­weit allein streit­be­fan­ge­nen – Jahr 2015 auch der Besol­dungs­grup­pe R 3.
Zu den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums gehört, dass die Bezü­ge der Beam­ten und Rich­ter – dem Leis­tungs­grund­satz des Art. 33 Abs. 2 GG fol­gend – ent­spre­chend der unter­schied­li­chen Wer­tig­keit der Ämter abge­stuft sind. Die "amts"-angemessene Besol­dung ist damit not­wen­dig eine abge­stuf­te – am "Dienst­rang" ori­en­tier­te – Besol­dung78.
Jede Beför­de­rung ist auf Grund­la­ge der Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­chen Leis­tung des Beam­ten oder Rich­ters vor­zu­neh­men. Mit einer sol­chen Beför­de­rung wer­den die­se Qua­li­fi­ka­tio­nen förm­lich aner­kannt. Der Beför­der­te wird Inha­ber eines Amtes mit grö­ße­rem Ver­ant­wor­tungs­be­reich und damit zugleich aus der Grup­pe der­je­ni­gen Beam­ten oder Rich­ter her­aus­ge­ho­ben, die vor­her mit ihm das glei­che, gerin­ger ein­ge­stuf­te Amt inne­hat­ten. Es gehört zu den über­kom­me­nen Grund­la­gen des Berufs­be­am­ten­tums, dass mit einem höhe­ren Amt in aller Regel auch höhe­re Dienst­be­zü­ge ver­bun­den sind, weil sich die dem Beam­ten zuste­hen­de amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on – und mit ihr auch die Ver­sor­gung – nach dem Inhalt des ihm über­tra­ge­nen sta­tus­recht­li­chen Amtes und der damit ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung rich­tet79.
Bei den vor­lie­gen­den Ämtern der Besol­dungs­grup­pen R 2 und R 3 han­delt es sich um Beför­de­rungs­äm­ter in die­sem Sin­ne. Sie wer­den durch eine an den Aus­wahl­maß­stä­ben des Art. 33 Abs. 2 GG gebun­de­ne Ent­schei­dung aus den Inha­bern des nied­ri­ge­ren Sta­tusamts besetzt.
Der Gesetz­ge­ber hat daher ein "Abstands­ge­bot" bei der Fest­set­zung der Bezü­ge für Beam­te und Rich­ter aus unter­schied­li­chen Besol­dungs­grup­pen zu wah­ren. Die­ses gebie­tet, dass sich die Wer­tig­keit des Amtes auch in der Besol­dungs­hö­he – in sämt­li­chen Erfah­rungs­stu­fen – wider­spie­geln muss80.
Die Wer­tig­keit der Ämter und deren besol­dungs­recht­li­che Ein­stu­fung kön­nen vom Gesetz­ge­ber zwar neu bestimmt wer­den. Außer­halb der­ar­ti­ger Neu­struk­tu­rie­run­gen besteht aber ein Ver­bot der Abschmel­zung bestehen­der Abstän­de81.
Nach den im Beru­fungs­ur­teil des Ver­fah­rens 2 C 58.16 ermit­tel­ten Daten, die von den Betei­lig­ten nicht in Zwei­fel gezo­gen wor­den sind, hat sich der Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen R 1, R 2 und R 3 in den letz­ten 10 Jah­ren nur mini­mal ver­än­dert; ent­spre­chen­des gilt für den Abstand zu Ämtern der Besol­dungs­grup­pen A und B der ent­spre­chen­den Wer­tig­keit82:
Jahr R 2 A 16 R 1 Betrag Abw. in v.H. Betrag Abw. in v.H.2004 5 503, 83 5 480, 39 0, 44 5 043, 02 8, 37 2005 5 503, 83 5 480, 39 0, 43 5 043, 02 8, 37 2006 5 503, 83 5 480, 39 0, 43 5 043, 02 8, 37 2007 5 503, 83 5 480, 39 0, 43 5 043, 02 8, 37 2008 5 503, 83 5 480, 39 0, 43 5 043, 02 8, 37 2009 5 503, 83 5 480, 39 0, 43 5 043, 02 8, 37 2010 5 586, 39 5 562, 60 0, 43 5 118, 67 8, 37 2011 5 715, 00 5 674, 00 0, 72 5 238, 00 8, 35 2012 5 829, 30 5 787, 48 0, 72 5 342, 76 8, 35 2013 5 945, 89 5 903, 23 0, 72 5 449, 62 8, 35 2014 6 124, 27 6 080, 33 0, 72 5 613, 11 8, 35 2015 6 308, 00 6 262, 74 0, 72 5 781, 50 8, 35
Jahr R 3 B 3 R 1 R 2 Betrag Abw. in v.H. Betrag Abw. in v.H. Betrag Abw. in v.H.2005 6 056, 77 6 056, 77 0 5 043, 02 16, 74 5 503, 83 9, 13 2006 6 056, 77 6 056, 77 0 5 043, 02 16, 74 5 503, 83 9, 13 2007 6 056, 77 6 056, 77 0 5 043, 02 16, 74 5 503, 83 9, 13 2008 6 056, 77 6 056, 77 0 5 043, 02 16, 74 5 503, 83 9, 13 2009 6 056, 77 6 056, 77 0 5 043, 02 16, 74 5 503, 83 9, 13 2010 6 147, 62 6 147, 62 0 5 118, 67 16, 74 5 586, 39 9, 13 2011 6 271, 00 6 270, 57 0, 01 5 238, 00 16, 47 5 715, 00 8, 87 2012 6 396, 42 6 395, 98 0, 01 5 342, 76 16, 47 5 829, 30 8, 87 2013 6 524, 35 6 523, 90 0, 01 5 449, 62 16, 47 5 945, 89 8, 87 2014 6 720, 08 6 719, 62 0, 01 5 613, 11 16, 47 6 124, 27 8, 87 2015 6 921, 68 6 921, 21 0, 01 5 781, 50 16, 47 6 308, 00 8, 87
Muss die Bezü­ge­be­mes­sung für die Ein­gangs­be­sol­dungs­grup­pe R 1 geän­dert wer­den, ver­schiebt sich aber der Bezugs­rah­men für höhe­re Besol­dungs­grup­pen. Die Feh­ler­haf­tig­keit der R 1‑Besoldung zieht Kor­rek­tu­ren bei der Besol­dung der hier­auf bezo­ge­nen Beför­de­rungs­äm­ter zwin­gend nach sich83.
Dies gilt einer­seits wegen der rela­ti­ven Abstands­ver­rin­ge­rung, die vom Gesetz­ge­ber nicht gewollt ist und für die es auch kei­ne sach­li­che Recht­fer­ti­gung gibt. Es folgt ande­rer­seits aber auch aus dem abso­lut dann nur noch gering­fü­gi­gen Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen. Legt man der Kor­rek­tur die für die Jah­re 2009 bis 2015 errech­ne­te Dif­fe­renz zu den Ver­diens­ten der Tarif­be­schäf­tig­ten von rund 7 % zugrun­de, ver­blie­be ein Abstand der neu­en erhöh­ten R 1‑Besoldung von weni­ger als 2 % zur bestehen­den R 2‑Besoldung. Ein der­ar­ti­ger gering­fü­gi­ger Wert genüg­te dem Abstands­ge­bot zwi­schen die­sen Besol­dungs­grup­pen in abso­lu­ter Hin­sicht offen­sicht­lich nicht mehr.
Im Übri­gen gel­ten die Ein­zel­er­wä­gun­gen der zwei­ten Prü­fungs­stu­fe für die Rich­ter der Besol­dungs­grup­pen R 2 und R 3 erst recht. Da der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt für Inha­ber eines Amtes der Besol­dungs­grup­pe R 3 her­an­ge­zo­ge­ne Ver­gleichs­maß­stab für die in der Pri­vat­wirt­schaft erziel­ten Ein­kom­men dem­je­ni­gen für die R 1‑Besoldung ent­sprach84, ergibt sich der bereits dort signi­fi­kan­te Befund für die Beför­de­rungs­äm­ter in noch dras­ti­sche­rer Wei­se.
Kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Recht­fer­ti­gung
Anhalts­punk­te, die für eine im Aus­nah­me­fall vor­lie­gen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Recht­fer­ti­gung der ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on spre­chen könn­ten, sind nicht ersicht­lich. Die Unter­schrei­tung des amts­an­ge­mes­se­nen Niveaus der Besol­dung für Rich­ter und Beam­te ist weder Teil eines umfas­sen­den Gesamt­spar­kon­zep­tes des beklag­ten Lan­des noch sind ande­re Recht­fer­ti­gungs­grün­de von ver­fas­sungs­recht­li­chen Gewicht ersicht­lich.
Recht­fer­ti­gen­des Gesamt­spar­kon­zept im beklag­ten Land nicht erkenn­bar
Der Ali­men­ta­ti­ons­grund­satz für Rich­ter und Beam­te ist zwar durch Art. 33 Abs. 5 GG ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­kert; hier­aus folgt indes nicht, dass eine Unter­schrei­tung gänz­lich unzu­läs­sig wäre. Wie bei allen Gewähr­leis­tun­gen des Grund­ge­set­zes ist viel­mehr auch hin­sicht­lich der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums im Fal­le einer Kol­li­si­on mit ande­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz­gü­tern eine Ein­schrän­kung – nach den Grund­sät­zen prak­ti­scher Kon­kor­danz – mög­lich. Ver­fas­sungs­rang hat dabei auch das in Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG ein­ge­führ­te Ver­bot der Neu­ver­schul­dung (sog. "Schul­den­brem­se"). Um die­ses Ziel im ver­bind­lich in den Blick genom­me­nen Haus­halts­jahr 2020 zu errei­chen, erge­ben sich auch bereits jetzt Vor­wir­kun­gen für die Auf­stel­lung der Län­der­haus­hal­te (vgl. Art. 143d Abs. 1 Satz 3 und 4 GG). Die­sen hat der Haus­halts­ge­setz­ge­ber auch bei der Anpas­sung der Bezü­ge von Rich­tern und Beam­ten Rech­nung zu tra­gen.
Eine Unter­schrei­tung des ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­nen Min­dest­ni­veaus aus die­sen fis­ka­li­schen Grün­den kommt jedoch nur in Betracht, wenn die betref­fen­de gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­me aus­weis­lich einer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung ist. Auch das beson­de­re Dienst- und Treue­ver­hält­nis ver­pflich­tet Rich­ter und Beam­te nicht dazu, stär­ker als ande­re zur Kon­so­li­die­rung öffent­li­cher Haus­hal­te bei­zu­tra­gen85.
Hin­sicht­lich der Jah­re bis 2010 schei­det die­ser Recht­fer­ti­gungs­an­satz von vorn­her­ein aus. Denn die Vor­wir­kun­gen der Schul­den­brem­se für die Lan­des­haus­hal­te gal­ten jeden­falls nicht vor dem Haus­halts­jahr 201186.
Auch für die nach­fol­gen­den Zeit­räu­me ist indes nicht erkenn­bar, dass die ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­tie­rung Teil eines schlüs­si­gen Gesamt­spar­kon­zepts zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung des beklag­ten Lan­des war. Ent­spre­chen­des kann weder den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en ent­nom­men wer­den noch hat das beklag­te Land hier­zu im Ver­fah­ren aus­rei­chen­de Anhalts­punk­te benannt.
In der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs des Bun­des­ar­beits­ge­richts zu den Geset­zen zur Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sung für Ber­lin wird viel­mehr deut­lich, dass in der unzu­rei­chen­den Anpas­sung der Ali­men­tie­rung ledig­lich "wich­ti­ge Bei­trä­ge zur not­wen­di­gen Kon­so­li­die­rung des Lan­des­haus­halts" gese­hen wer­den87. Die Ein­spa­rung stellt damit ein Son­der­op­fer der Beam­ten und Rich­ter dar, das gera­de nicht Teil eines umfas­sen­den Spar­kon­zepts ist. Die Begrün­dung hier­zu erschöpft sich in der all­ge­mein gehal­te­nen For­mu­lie­rung: "Mit der Erhö­hung der Dienst- und sons­ti­gen Bezü­ge für die Beam­tin­nen und Beam­ten, die Rich­te­rin­nen und Rich­ter, die Beam­tin­nen und Beam­ten im Vor­be­rei­tungs­dienst sowie die Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger zum 1.10.2010 und 1.08.2011 wird den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se unter Berück­sich­ti­gung der wei­ter­hin ange­spann­ten Haus­halts­la­ge Ber­lins Rech­nung getra­gen." Ein wie auch immer gear­te­tes Kon­zept zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung kann hier­aus nicht ent­nom­men wer­den.
Die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Gesetz zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2012/​201388 ist – mit Aus­nah­me der Daten des Zeit­punkts der jewei­li­gen Besol­dungs­an­pas­sung – wort­gleich89.
Die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs des Bun­des­ar­beits­ge­richts zum Gesetz zur Anpas­sung der Besol­dung und Ver­sor­gung für das Land Ber­lin 2014/​2015 und zur Ände­rung wei­te­rer besol­dungs­recht­li­cher Vor­schrif­ten90 ist zwar etwas umfang­rei­cher. Ins­be­son­de­re wird auf die im Grund­ge­setz zwi­schen­zeit­lich ver­an­ker­te "Schul­den­brem­se" ver­wie­sen. Mit Blick hier­auf kom­me "eine spie­gel­bild­li­che Umset­zung des Tarif­er­geb­nis­ses für die Tarif­ge­mein­schaft der Län­der vom 09.03.2013 für die Besol­dungs­emp­fän­ge­rin­nen und Besol­dungs­emp­fän­ger und die Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger des Lan­des Ber­lin nicht in Betracht"91. Auch damit wird indes deut­lich, dass die Ein­spa­run­gen wei­ter­hin nur Beam­te und Rich­ter tref­fen und nicht Teil eines umfas­sen­den – etwa auch Tarif­be­schäf­tig­te umfas­sen­den – Spar­kon­zepts sind. Im Übri­gen erschöpft sich auch die­se Begrün­dung in dem for­mel­haf­ten Hin­weis: "Damit wird den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se unter Berück­sich­ti­gung der wei­ter­hin ange­spann­ten Haus­halts­la­ge Ber­lins Rech­nung getra­gen"92.
Die ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­tie­rung der Rich­ter im Land Ber­lin in den Jah­ren 2009 bis 2015 war damit nicht Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung im Sin­ne der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung. Aus den dar­ge­stell­ten, defi­zi­tä­ren Geset­zes­be­grün­dun­gen folgt zugleich, dass auch die pro­ze­du­ra­len Anfor­de­run­gen an den Gesetz­ge­ber hin­sicht­lich der Fest­set­zung der Besol­dungs­hö­he nicht ein­ge­hal­ten sind. Die­se muss­ten jeden­falls seit der aus­drück­li­chen Klar­stel­lung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in der Ent­schei­dung zur W‑Besoldung93 auch bekannt sein.
Soweit das beklag­te Land im ergän­zen­den Schrift­satz vom 27.07.2017 dar­auf ver­wie­sen hat, hin­ter der Begrün­dung habe ein umfas­sen­des Kon­zept der Haus­halts­kon­so­li­die­rung mit dem obers­ten Ziel der Wie­der­ge­win­nung poli­ti­scher Hand­lungs­spiel­räu­me gestan­den, recht­fer­tigt dies kei­ne ande­re Beur­tei­lung. Dies folgt bereits dar­aus, dass die­se Erwä­gung in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs selbst kei­nen Nie­der­schlag gefun­den hat. Unab­hän­gig davon ist auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren unklar geblie­ben, wor­in die­ses Kon­zept kon­kret bestan­den haben soll und inwie­weit es ande­re, umfas­sen­de Maß­nah­men – über Ein­spa­run­gen bei Beam­ten und Rich­tern hin­aus – ent­hielt.
Kei­ne ander­wei­ti­ge Recht­fer­ti­gung
Für eine Recht­fer­ti­gung des Ver­sto­ßes gegen den Ali­men­ta­ti­ons­grund­satz sind auch kei­ne ander­wei­ti­gen Recht­fer­ti­gungs­ge­sichts­punk­te ersicht­lich.
Der blo­ße Ver­weis auf die ange­spann­te Finanz­la­ge des Lan­des reicht für die Recht­fer­ti­gung eines Ver­sto­ßes gegen die durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­te Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten und Rich­ter nicht aus. Dies hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in stän­di­ger Recht­spre­chung betont: "Die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te, die Her­aus­for­de­run­gen durch die Glo­ba­li­sie­rung, der demo­gra­fi­sche Wan­del und die finan­zi­el­len Nach­wir­kun­gen der Wie­der­ver­ei­ni­gung ver­mö­gen eine Ein­schrän­kung des Grund­sat­zes amts­ge­mä­ßer Ver­sor­gung nicht zu begrün­den. Könn­te die finan­zi­el­le Situa­ti­on der öffent­li­chen Hand für sich bereits eine Ver­än­de­rung des Grund­sat­zes der Ali­men­tie­rung recht­fer­ti­gen, so wäre die­se dem unein­ge­schränk­ten Zugriff des Gesetz­ge­bers eröff­net. Die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG lie­fe hier­durch ins Lee­re "94.
Auch das Argu­ment, der Dienst­herr müs­se Vor­sor­ge für die spä­te­re "Pen­si­ons­last" betrei­ben, kann eine Recht­fer­ti­gung für ein Unter­schrei­ten der ver­fas­sungs­recht­li­chen Min­des­ta­li­men­tie­rung nicht bie­ten.
Beim Ruhe­ge­halt des Beam­ten oder Rich­ters han­delt es sich um ein "durch sei­ne Dienst­leis­tung erwor­be­nes Recht"95. Die Alters­ver­sor­gung wird dadurch (vor-)finanziert, dass der Beam­te oder Rich­ter im akti­ven Dienst nur Brut­to­be­zü­ge erhält, die von vorn­her­ein – im Hin­blick auf den künf­ti­gen Pen­si­ons­an­spruch – nied­ri­ger fest­ge­setzt sind96. Der Beam­ten­ver­sor­gung wohnt damit ein "imma­nen­tes Sys­tem der fik­ti­ven Eigen­be­tei­li­gung der Beam­ten an ihrer Alters­ver­sor­gung durch Gehalts­ver­zicht" inne97. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dies in stän­di­ger Recht­spre­chung mit der For­mu­lie­rung zum Aus­druck gebracht, bei den Ver­sor­gungs­be­zü­gen han­de­le es sich um ein "erdien­tes Ruhe­ge­halt, wel­ches durch Art. 33 Abs. 5 GG eben­so gesi­chert ist wie das Eigen­tum durch Art. 14 GG"98. Nur des­halb kann es in ver­fas­sungs­sys­te­ma­ti­scher Sicht auch hin­ge­nom­men wer­den, die erdien­ten Anwart­schaf­ten nicht unmit­tel­bar dem Eigen­tums­be­griff aus Art. 14 GG unter­zu­ord­nen – wie dies für den Ver­sor­gungs­an­spruch der Berufs­sol­da­ten gilt99.
Das Phä­no­men der "Pen­si­ons­las­ten" fin­det sei­ne Ursa­che dar­in, dass der Dienst­herr – abge­se­hen von den gerin­gen Beträ­gen aus der Ver­sor­gungs­rück­la­ge nach § 14a BBesG – für die im Ruhe­stand anfal­len­den Ali­men­ta­ti­ons­leis­tun­gen an sei­ne Beam­ten und Rich­ter kei­ne Rück­la­gen bil­det. Anders als bei Tarif­an­ge­stell­ten, für die jeweils aktu­ell im Leis­tungs­mo­nat durch den Arbeit­ge­ber­an­teil an den Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen ein eigen­stän­di­ger Finanz­stock für Ren­ten­zah­lun­gen ange­legt und aus­ge­glie­dert wird, unter­lässt der Staat als Dienst­herr für sei­ne Beam­ten und Rich­ter eine ent­spre­chen­de Vor­sor­ge. Die­se Ent­schei­dung ent­stammt der Sphä­re und Rege­lungs­macht des Dienst­herrn; sie zieht die Fra­ge, wie die "Pen­si­ons­las­ten" im Aus­zah­lungs­zeit­punkt finan­ziert wer­den kön­nen, zwin­gend und vor­her­seh­bar nach sich. Ent­schei­det sich der Gesetz­ge­ber gleich­wohl für eine der­ar­ti­ge Ver­fah­rens­wei­se, kann dies nicht als Recht­fer­ti­gung für Leis­tungs­kür­zun­gen zulas­ten der Beam­ten oder Rich­ter her­an­ge­zo­gen wer­den. Ein der­ar­ti­ger Begrün­dungs­an­satz wäre offen­kun­dig treu­wid­rig und wider­sprä­che dem beson­de­ren Cha­rak­ter des öffent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis­ses, das nicht nur ein­sei­tig zulas­ten des Beam­ten oder Rich­ters wirkt. Die aus der feh­len­den Rück­la­gen­bil­dung für die Ruhe­stands­ver­sor­gung der Beam­ten und Rich­ter fol­gen­den Schwie­rig­kei­ten bei der Finan­zie­rung künf­ti­ger Ver­sor­gungs­las­ten ist nicht geeig­net, eine Recht­fer­ti­gung für eine Ver­let­zung ver­fas­sungs­recht­li­cher Vor­ga­ben zu begrün­den.
Unab­hän­gig hier­von mögen sich bei einer aku­ten Finanz­kri­se ver­fas­sungs­recht­li­che Recht­fer­ti­gun­gen für eine Kür­zung auch der Ali­men­tie­rungs­leis­tun­gen für Beam­te und Rich­ter erge­ben. Der­ar­tig not­stands­ar­ti­ge Erschei­nun­gen tref­fen indes alle staat­li­che Leis­tun­gen, also z.B. auch die an Tarif­be­schäf­tig­te gewähr­ten Löh­ne und Leis­tun­gen. Die­ser Umstand stellt aber kei­nen Grund dafür dar, vor­beu­gend aus­schließ­lich Ein­grif­fe in ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­te Ali­men­ta­ti­ons­leis­tun­gen der Beam­ten und Rich­ter vor­zu­neh­men, die dann zu einem wei­te­ren Aus­ein­an­der­klaf­fen der Ein­kom­mens­ent­wick­lung von Beam­ten und Rich­tern einer­seits und Tarif­be­schäf­tig­ten ande­rer­seits füh­ren. Das beson­de­re öffent­lich-recht­li­che Dienst- und Treue­ver­hält­nis von Beam­ten und Rich­tern ver­pflich­tet die­se nicht dazu, stär­ker als ande­re zur Kon­so­li­die­rung öffent­li­cher Haus­hal­te bei­zu­tra­gen100. Nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen prak­ti­scher Kon­kor­danz kommt eine Begren­zung vor­be­halt­los gewähr­leis­te­ter Grund­rechts­po­si­tio­nen viel­mehr nur in Betracht, wenn ande­re zumut­ba­re Lösungs­al­ter­na­ti­ven nicht bestehen. Die­se Lage kann nicht ange­nom­men wer­den, solan­ge staat­li­che Haus­halts­mit­tel vor­han­den sind und etwa für die unge­schmä­ler­te Ent­loh­nung der Tarif­be­schäf­tig­ten oder frei­wil­li­ge Sub­ven­ti­ons­ge­wäh­run­gen ein­ge­setzt wer­den101.
Unter­schrei­tung des Min­dest­ab­stands zum sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau
Die den Beam­ten gewähr­te Ali­men­ta­ti­on muss einen Min­dest­ab­stand zum sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau wah­ren. Eine Unter­schrei­tung die­ser abso­lu­ten Unter­gren­ze wirkt sich auch auf Ämter höhe­rer Besol­dungs­grup­pen aus, in denen die­se Schwel­le nicht erreicht ist. Auch in Anse­hung von im Ein­zel­nen noch unge­klär­ten Berech­nungs­fra­gen erfüllt das Besol­dungs­recht des beklag­ten Lan­des die­se Anfor­de­run­gen im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum nicht.
Abso­lu­te Unter­gren­ze der Ali­men­ta­ti­on
Die Ver­pflich­tung des Dienst­herrn zur Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten und sei­ner Fami­lie ist etwas qua­li­ta­tiv ande­res als staat­li­che Hil­fe zur Erhal­tung eines Min­dest­ma­ßes an sozia­ler Siche­rung. Sie fin­det ihren Rechts­grund nicht im Sozi­al­staats­prin­zip oder der Men­schen­wür­de, son­dern in Art. 33 Abs. 5 GG und der Ver­pflich­tung des Beam­ten, sich mit vol­lem per­sön­li­chen Ein­satz sei­nem Beruf zu wid­men102.
Die Net­to­ali­men­ta­ti­on der Beam­ten muss daher – auch in den unters­ten Besol­dungs­grup­pen – einen Min­dest­ab­stand zum sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau103 auf­wei­sen104. In Anleh­nung an die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Fami­li­en­zu­schlag bei Beam­ten mit mehr als zwei Kin­dern105 ist hier­für ein Grenz­wert von 15 % anzu­set­zen106.
Nach Auf­fas­sung des Bun­des­ar­beits­ge­richts bedarf es jeden­falls die­ses Unter­schieds: Eine "Besol­dung auf Sozi­al­hil­fe­ni­veau"107 kann nie amts­an­ge­mes­sen sein. Eine nur unwe­sent­lich über dem auch für Erwerbs­lo­se zur Ver­fü­gung ste­hen­den sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau lie­gen­de Besol­dung ist weder mit der kon­kret durch ein Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung noch mit der all­ge­mei­nen Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ver­ein­bar.
Ergän­zend zu der dem dar­ge­stell­ten Prüf­sche­ma des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zugrun­de lie­gen­den rela­ti­ven Betrach­tung der Besol­dungs­ent­wick­lung gibt das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip damit auch eine abso­lu­te Schwel­le vor. Mit der Bestim­mung der ver­fas­sungs­recht­lich zuläs­si­gen Mini­mal­be­sol­dung ist eine abso­lu­te Gren­ze fixiert, die als "archi­me­di­scher Punkt" den Aus­gangs­wert des Besol­dungs­ge­fü­ges bestimmt108.
Fort­wir­kung der Unter­gren­ze für höhe­re Ämter
Die Ein­hal­tung die­ses Min­dest­ab­stands hat auch bei der Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Ali­men­ta­ti­on für Ämter aus höhe­ren Besol­dungs­grup­pen Bedeu­tung109.
Zwar kön­nen die Wer­tig­keit der Ämter und deren besol­dungs­recht­li­che Ein­stu­fung vom Gesetz­ge­ber neu bestimmt wer­den. Außer­halb der­ar­ti­ger Neu­struk­tu­rie­run­gen besteht aber ein Ver­bot der Abschmel­zung bestehen­der Abstän­de110. Die Feh­ler­haf­tig­keit des Besol­dungs­ni­veaus in unte­ren Besol­dungs­grup­pen führt daher jeden­falls solan­ge auch zu einem Man­gel bei den höhe­ren Besol­dungs­grup­pen, wie die Neu­zu­ord­nung nicht auf einer gesetz­ge­be­ri­schen Ent­schei­dung beruht.
Für die hier in Rede ste­hen­den Ämter der Besol­dungs­grup­pe R gilt dies zwar nur in mit­tel­ba­rer Wei­se, weil sie nicht in einem unmit­tel­ba­ren Besol­dungs­zu­sam­men­hang zu den unters­ten Ämtern der Besol­dungs­grup­pe A ste­hen. Doch ste­hen die ver­schie­de­nen Besol­dungs­ord­nun­gen111 ihrer­seits und die dar­in jeweils zusam­men­ge­fass­ten Ämter inner­halb des besol­dungs­recht­li­chen Gesamt­ge­fü­ges in einem Ver­hält­nis zuein­an­der, in dem sich (u.a.) die Zugangs- und Lauf­bahn­vor­aus­set­zun­gen und wei­te­ren Qua­li­fi­ka­ti­ons­an­for­de­run­gen der jewei­li­gen Ämter wider­spie­geln. Dem­entspre­chend hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung zur Pro­fes­so­ren­be­sol­dung eine Ver­gleichs­be­trach­tung und Gegen­über­stel­lung von Ämtern der W‑Besoldung mit sol­chen der Besol­dungs­ord­nung A ange­stellt112. Da sich die Zuwei­sung der mit der Recht­spre­chungs­tä­tig­keit ver­bun­de­nen Auf­ga­be und der damit ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung hier­nach auch bei der Bestim­mung der Wer­tig­keit des Amtes inner­halb des besol­dungs­recht­li­chen Gesamt­ge­fü­ges nie­der­schla­gen muss113, ergibt sich auch für die Ämter der Besol­dungs­grup­pe R ein Zusam­men­hang mit der abso­lu­ten Unter­gren­ze der zuläs­si­gen Ali­men­ta­ti­on.
Berech­nungs­fra­gen
Genaue­re Aus­füh­run­gen dazu, wie der Min­dest­ab­stand der Beam­ten­be­sol­dung zum sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau zu ermit­teln und zu berech­nen ist, sind der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nicht zu ent­neh­men.
Ange­deu­tet ist in den jün­ge­ren Ent­schei­dun­gen aber, dass die Min­dest­bei­trä­ge einer Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung von den Net­to­be­zü­gen abzu­zie­hen sind114. Dies erscheint auch ange­mes­sen, weil der Beam­te die Kos­ten für die nicht durch die Bei­hil­fe abge­deck­te Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge selbst zu tra­gen hat, wäh­rend ent­spre­chen­de Kos­ten dem Grund­si­che­rungs­emp­fän­ger zusätz­lich erstat­tet wer­den. Dem erwähn­ten Beschluss ist auch die fort­be­stehen­de Bezug­nah­me auf eine Allein­ver­dien­er­fa­mi­lie mit zwei Kin­dern zu ent­neh­men. Schließ­lich ist in der ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung geklärt, dass die den Beam­ten tref­fen­den Unter­halts­las­ten rea­li­täts­ge­recht zu berück­sich­ti­gen sind115.
Wei­te­re Anhalts­punk­te für die Berech­nungs­wei­se des Min­dest­ab­stands zum sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau ent­hält die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs der Bun­des­re­gie­rung zum Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2016/​2017 – BBVAn­pG 2016/​2017 -116, die den vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hier­zu auf­ge­stell­ten Begrün­dungs­er­for­der­nis­sen Rech­nung zu tra­gen sucht.
Die Bun­des­re­gie­rung greift dar­in zur Ermitt­lung des Ver­gleichs­stan­dards auf den sog. "Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt" zurück, mit dem das steu­er­frei zu stel­len­de Exis­tenz­mi­ni­mum anhand des sozi­al­leis­tungs­recht­li­chen Grund­be­darfs für Allein­ste­hen­de, Ehe­paa­re und Kin­der errech­net und dar­ge­stellt wird.
Der in der Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017 her­an­ge­zo­ge­ne 10. Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt für das Jahr 2016 datiert vom 30.01.2015117. Dar­in wird zur Dar­stel­lung des Exis­tenz­mi­ni­mums zunächst auf den Regel­satz Bezug genom­men118.
Ange­setzt wer­den dar­über hin­aus pau­scha­lier­te Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be von Kin­dern (vgl. § 28 SGB II). Im Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt wer­den für das Bezugs­jahr 2016 hier­für 228 € pro Kind aus­ge­wie­sen.
Der Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt – und ihm fol­gend die Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017 – bringt dar­über hin­aus die Kos­ten der Unter­kunft in Ansatz. Da im Sozi­al­leis­tungs­recht Unter­kunfts­leis­tun­gen in Abhän­gig­keit von den tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen erbracht wer­den, nimmt der Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt eine eigen­stän­di­ge Typi­sie­rung vor. Er berück­sich­tigt hier­für einen ange­mes­se­nen Wohn­be­darf von 30 qm für Allein­ste­hen­de, 60 qm für Ehe­paa­re und 12 qm für Kin­der. Aus­ge­hend von der Wohn­geld­sta­tis­tik119 wird ein durch­schnitt­li­cher monat­li­cher Brut­to­kalt­mie­ten­satz pro qm fest­ge­legt (und hoch­ge­rech­net). Für das Bezugs­jahr 2016 wird so ein Unter­kunfts­kos­ten­an­satz von 4 788 € für Ehe­paa­re und 960 € für ein Kind bestimmt.
Für die Heiz­kos­ten wer­den typi­sier­te Durch­schnitts­wer­te unter Rück­griff auf die Daten der Ein­kom­mens- und Ver­brauchs­stich­pro­be ange­setzt: Für das Bezugs­jahr 2016 erge­ben sich danach Heiz­kos­ten in Höhe von 900 € für ein Ehe­paar und 192 € für ein Kind.
Die­sen Berech­nungs­vor­ga­ben des Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richts kann nach Auf­fas­sung des Bun­des­ar­beits­ge­richts nicht in jeder Hin­sicht gefolgt wer­den.
Unpro­ble­ma­tisch erscheint zunächst die Bezug­nah­me auf die Regel­sät­ze120, die für die zurück­lie­gen­den Zeit­räu­me nicht der Pro­gno­se des Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richts ent­nom­men wer­den müs­sen, son­dern mit den für den jewei­li­gen Zeit­raum tat­säch­lich gel­ten­den Regel­sät­zen berech­net wer­den kön­nen. Die­se sind rea­li­täts­ge­recht, also nach dem jewei­li­gen Inkraft­tre­ten etwai­ger Ände­rungs­ge­set­ze zu ermit­teln.
Hin­sicht­lich der Regel­sät­ze für Kin­der ist die Dif­fe­ren­zie­rung des sozi­al­leis­tungs­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus nach Alters­stu­fen zu beach­ten. Für Kin­der im Alter von 16 bis 18 Jah­ren ist der Regel­satz in § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II121 fest­ge­legt. Für Kin­der bis zur Voll­endung des 16. Lebens­jah­res erge­ben sich spe­zi­el­le­re Regel­sät­ze aus den Vor­schrif­ten zum "Sozi­al­geld"122. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat sei­nen Berech­nun­gen einen hier­aus abge­lei­te­ten Kin­der-Durch­schnitts­satz zugrun­de gelegt. Dabei wur­den voll­jäh­ri­ge Kin­der unbe­rück­sich­tigt gelas­sen und für alle Alters­grup­pen ein Schul­be­such unter­stellt.
Kin­der­geld­zah­lun­gen müs­sen nicht geson­dert aus­ge­wie­sen wer­den, weil sie gemäß § 11 Abs. 1 Satz 3123 bzw. Satz 4124 SGB II als Ein­kom­men ange­rech­net wer­den125.
Nicht gefolgt wer­den kann dem Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt dage­gen bei der Berech­nung der Unter­kunfts­kos­ten. Die dort gewähl­te Metho­de ist von ihrer Zweck­stel­lung geprägt, das – bun­des­weit ein­heit­lich – steu­er­frei zu stel­len­de Exis­tenz­mi­ni­mum zu ermit­teln. Sie lässt damit (kon­se­quen­ter­wei­se) die sehr unter­schied­li­chen rea­len Unter­kunfts­kos­ten für unter­schied­li­che Dienstor­te außer Acht. Die­se sind aber für das, was sich der Beam­te an sei­nem Dienst­ort tat­säch­lich leis­ten kann, von erheb­li­cher Bedeu­tung126. Es erscheint daher sach­ge­rech­ter, auf ein Wohn­kos­ten­mo­dell zurück­zu­grei­fen, bei dem die­se regio­na­len Unter­schie­de berück­sich­tigt wer­den. Hier­für bestehen im Sozi­al­leis­tungs­recht bereits typi­sie­ren­de Sys­te­me.
In Betracht kommt einer­seits, auf die in der sozi­al­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung akzep­tier­ten "qua­li­fi­zier­ten Miet­spie­gel" abzu­stel­len. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts127 ist im Rah­men der Bestim­mung der anzu Kos­ten einer Unter­kunft im Sozi­al­leis­tungs­recht zunächst die ange­mes­se­ne Wohn­flä­che im sozia­len Miet­woh­nungs­bau zu bestim­men. § 10 Abs. 1 des Wohn­raum­för­de­rungs­ge­set­zes über­lässt die­se Fest­le­gung den Län­dern. Aus Anla­ge 1 der Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten zur Gewäh­rung von Leis­tun­gen gemäß § 22 SGB II und §§ 35 und 36 SGB XII der Ber­li­ner Bun­des­ar­beits­ge­richts­ver­wal­tung für Gesund­heit und Sozia­les128 ergibt sich, dass für einen Vier-Per­so­nen-Haus­halt im beklag­ten Land 85 qm als ange­mes­se­ne Woh­nungs­grö­ße anzu­se­hen sind. Zur Ermitt­lung eines ange­mes­se­nen Qua­drat­me­ter­prei­ses hat das beklag­te Land in Zif­fer 2 der Anla­ge 1 zur AV-Woh­nen auf Grund­la­ge der Net­to­kalt­mie­te nach dem Miet­spie­gel 2015 nach den Vor­ga­ben der Recht­spre­chung einen qua­li­fi­zier­ten Qua­drat­me­ter­preis für einen Vier-Per­so­nen-Haus­halt errech­net.
Prak­ti­ka­bler erscheint dage­gen, auf die bereits nor­ma­tiv im Sozi­al­leis­tungs­recht ver­an­ker­ten Sät­ze zurück­zu­grei­fen. Zwar wer­den Sozi­al­leis­tun­gen grund­sätz­lich in Abhän­gig­keit von den tat­säch­lich erbrach­ten Auf­wen­dun­gen gewährt. In § 12 Abs. 1 des Wohn­geld­ge­set­zes sind hier­für aber Höchst­be­trä­ge defi­niert, die in Abhän­gig­keit von der Anzahl der zu berück­sich­ti­gen­den Haus­halts­mit­glie­der und der regio­na­len Mie­ten­stu­fe ste­hen. Für die Berech­nung der Wohn­kos­ten nach dem Grund­si­che­rungs­ni­veau liegt es daher nahe, auf die­se Wohn­geld­sät­ze abzu­stel­len129. Als ergän­zen­de Sozi­al­leis­tung ist das Wohn­geld Bestand­teil des Grund­si­che­rungs­ni­veaus und kann bis zu die­ser Höhe gezahlt wer­den. Zutref­fen­der ört­li­cher Bezugs­punkt ist dabei der dienst­li­che Wohn­sitz des Beam­ten, also der Ort, an dem die Behör­de oder stän­di­ge Dienst­stel­le ihren Sitz hat (vgl. § 15 Abs. 1 Satz 1 BBesG). Da in Ber­lin ein­heit­lich die Mie­ten­stu­fe IV gilt, kann der hier­für erfor­der­li­che Bedarf gene­rell und pau­schal ermit­telt wer­den. Er ergibt sich aus den jeweils im Wohn­geld­ge­setz aus­ge­wie­se­nen Höchst­be­trä­gen für 4 zu berück­sich­ti­gen­de Haus­halts­mit­glie­der in der Mie­ten­stu­fe IV (§ 12 Abs. 1 WoGG bzw. für das Jahr 2008 noch § 8 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 07.07.2005, BGBl. I S.2029). Die­se Höchst­be­trä­ge lagen im Jahr 2008 bei 545 €, ab 2009 bei 600 € und seit 2016 bei 730 €.
Die­ses Berech­nungs­mo­dell hat in den­je­ni­gen Län­dern, deren Dienstor­te unter­schied­li­chen Mie­ten­stu­fen zuge­ord­net sind, zur Fol­ge, dass das Ver­gleichs­ni­veau für die Beam­ten­be­sol­dung anhand der höchs­ten im jewei­li­gen Bun­des­land aus­ge­wie­se­nen Mie­ten­stu­fe berech­net wer­den muss. Die Ali­men­ta­ti­on muss für alle Beam­te unab­hän­gig von ihrem Dienst­ort amts­an­ge­mes­sen sein. Solan­ge ört­li­che Beson­der­hei­ten nicht durch ander­wei­ti­ge Sys­te­me aus­ge­gli­chen wer­den, wie etwa mit Orts­zu­schlä­gen, muss das Ver­gleichs­ni­veau für die Beam­ten­be­sol­dung des­halb anhand der höchs­ten im jewei­li­gen Bun­des­land aus­ge­wie­se­nen Mie­ten­stu­fe berech­net wer­den. Andern­falls wäre eine rea­li­täts­ge­rech­te Betrach­tung der tat­säch­li­chen Situa­ti­on nicht für alle Beam­te gewähr­leis­tet.
Für die Heiz­kos­ten sind im Sozi­al­leis­tungs­recht grund­sätz­lich kei­ne nor­ma­ti­ven Regel­an­sät­ze ersicht­lich. Das beklag­te Land hat in Anla­ge 2 der AV-Woh­nen indes anre­chen­ba­re Höchst­be­trä­ge fest­ge­setzt, die auf den Wer­ten des in Bezug genom­men "Heiz­spie­gels"130 basie­ren. Da die nor­ma­ti­ven Fest­le­gun­gen nicht für den gesam­ten streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum (und nicht immer jah­res­be­zo­gen) vor­han­den sind, liegt es nahe, für die Berech­nung unmit­tel­bar auf die Daten die­ses Heiz­spie­gels zurück­zu­grei­fen. Der dort jeweils aus­ge­wie­se­ne Höchst­be­trag ist mit den gemäß Anla­ge 1 AV-Woh­nen her­an­zu­zie­hen­den 85 qm für eine vier­köp­fi­ge Fami­lie zu mul­ti­pli­zie­ren.
Hin­sicht­lich des Bedarfs der Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be von Kin­dern (§ 28 SGB II) kann für die Ver­gleichs­be­rech­nung nur auf pau­scha­lier­te Durch­schnitts­wer­te abge­stellt wer­den. Im Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richt ist hier­für ein Betrag von 19 € monat­lich pro Kind im Jahr 2015 aus­ge­wie­sen. Ob die­ser Ansatz die real anfal­len­den Kos­ten tat­säch­lich voll­um­fäng­lich abbil­det, erscheint frag­lich und ist von den Revi­sio­nen nach­hal­tig in Zwei­fel gezo­gen wor­den. Ein rea­li­täts­ge­rech­te­rer Wert könn­te ggf. durch amt­li­che Ermitt­lun­gen oder Sta­tis­ti­ken gewon­nen wer­den. Der­ar­ti­ge Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen lie­gen indes nicht vor. Vor die­sem Hin­ter­grund sowie aus­ge­hend von dem prak­ti­zier­ten Ansatz, eine "siche­re" Berech­nungs­grund­la­ge her­an­zu­zie­hen, die das abso­lu­te Min­dest­ni­veau reprä­sen­tiert, legt das Bun­des­ar­beits­ge­richt sei­nen Berech­nun­gen – den Vor­ga­ben des Exis­tenz­mi­ni­mum­be­richts fol­gend – nur die­je­ni­gen pau­scha­lier­ten Durch­schnitts­be­trä­ge als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be von Kin­dern zugrun­de, die sich auf eine unmit­tel­ba­re gesetz­li­che Grund­la­ge stüt­zen las­sen. Ange­setzt wer­den folg­lich die jewei­li­gen Pau­schal­be­trä­ge für den Schul­be­darf sowie die jeweils aus­ge­wie­se­nen Sät­ze für die Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft und für Schul- bzw. Kin­der­gar­ten­aus­flü­ge und ‑fahr­ten.
Dar­über hin­aus­ge­hen­de Bedar­fe für Bil­dung und Teil­ha­be von Kin­dern blei­ben unbe­rück­sich­tigt. Dies gilt auch für anre­chen­ba­re Auf­wen­dun­gen für eine gemein­schaft­li­che Mit­tags­ver­pfle­gung. Hier­für wären ent­spre­chend § 77 Abs. 11 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2011131 wei­te­re 26 € monat­lich pro Kind anzu­set­zen.
Ent­spre­chend wird für Mehr­be­darfs­kos­ten nach § 21 SGB II ver­fah­ren. Der Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017 fol­gend wer­den hier­für kei­ne Auf­wen­dun­gen bei den Ver­gleichs­be­rech­nun­gen in Ansatz gebracht. Dafür spricht, dass mit den Leis­tun­gen nach § 21 SGB II aty­pi­sche Son­der­si­tua­tio­nen berück­sich­tigt wer­den sol­len, die sich vom Ansatz her einer pau­scha­lie­ren­den Durch­schnitts­be­trach­tung ent­zie­hen. Soweit es um krank­heits­be­ding­te Mehr­auf­wen­dun­gen geht, wären die­se bei Beam­ten sys­tem­ge­recht auch nicht durch die Besol­dung, son­dern durch Bei­hil­fe­leis­tun­gen abzu­de­cken. Für eine Berück­sich­ti­gung der für ent­spre­chen­de Mehr­be­dar­fe ent­ste­hen­den Kos­ten spricht indes, dass auch inso­weit durch­schnitt­li­che Kos­ten berech­net wer­den kön­nen, die durch­schnitt­lich auch für Beam­te und deren Kin­der ent­ste­hen. Um eine rea­li­täts­ge­rech­te Ver­gleichs­be­trach­tung anzu­stel­len, müss­ten daher ent­spre­chen­de Durch­schnitts­kos­ten ange­setzt wer­den. Um einen "siche­ren" Min­dest­an­satz zu wah­ren, folgt das Bun­des­ar­beits­ge­richt indes auch inso­weit der Vor­ga­be der Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017 und stellt für Mehr­be­dar­fe nach § 21 SGB II kei­ne Kos­ten ein.
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt legt sei­ner Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus daher die fol­gen­den – jeweils zeit­ab­schnitts­be­zo­ge­nen – Posi­tio­nen zugrun­de:
Bedarf für ein Ehe­paar nach Regel­satz,
Durch­schnitts­be­darf für zwei Kin­der nach Regel­satz,
Zwei­fa­cher Betrag des Min­dest­be­darfs für Bil­dung und Teil­ha­be von Kin­dern,
Unter­kunfts­kos­ten nach Mie­ten­stu­fe IV und
Höchst­be­trag für Heiz­kos­ten gemäß Heiz­spie­gel für 85 qm.
Bei der zu ver­glei­chen­den Beam­ten­be­sol­dung ist der Min­dest­stan­dard anzu­set­zen in Gestalt der nied­rigs­ten vom Dienst­herrn aus­ge­wie­se­nen Besol­dungs­grup­pe.
Nur so kann sicher­ge­stellt wer­den, dass kein Beam­ter unter die abso­lu­te Min­dest­gren­ze der Besol­dung fällt. Auf die Häu­fig­keit der tat­säch­li­chen Ver­ga­be die­ses Sta­tusamts kommt es dabei nicht an, solan­ge es vom Gesetz­ge­ber wei­ter­hin als Grund­be­sol­dungs­grup­pe aus­ge­wie­sen ist. Damit bil­det die­se Besol­dungs­grup­pe den Ver­gleichs­maß­stab zur Bestim­mung der abso­lu­ten Min­dest­be­sol­dung. Aus den­sel­ben Grün­den muss die 1. Stu­fe132 als Ver­gleichs­maß­stab gewählt wer­den. Auf­grund der genann­ten Zweck­be­stim­mung der Ver­gleichs­be­rech­nung kön­nen dabei Stel­len­zu­la­gen u.ä. kei­ne Berück­sich­ti­gung fin­den. Die­se Vor­ga­ben lie­gen auch der Ver­fah­rens­wei­se des Gesetz­ent­wurfs der Bun­des­re­gie­rung zum BBVAn­pG 2016/​2017 zugrun­de, in dem zur Ver­gleichs­be­rech­nung auf die Daten der Besol­dungs­grup­pe A 2 aus der 1. Stu­fe zurück­ge­grif­fen wor­den ist133.
Für das beklag­te Land ist damit bis ein­schließ­lich Febru­ar 2009 das Grund­ge­halt der Besol­dungs­grup­pe A 2 in Stu­fe 1 maß­geb­lich. Mit Wir­kung vom 01.03.2009 ist durch § 2a LBe­sG BE in der Fas­sung des Dienst­rechts­än­de­rungs­ge­set­zes vom 19.03.2009134 das Amt der Besol­dungs­grup­pe A 4 als Ein­gang­samt für die Lauf­bah­nen des ein­fa­chen Diens­tes fest­ge­legt wor­den. Ab die­sem Zeit­punkt ist damit das Grund­ge­halt der Besol­dungs­grup­pe A 4 in Stu­fe 1 zur Ver­gleichs­be­rech­nung her­an­zu­zie­hen.
Zur Berech­nung der tat­säch­lich erhal­te­nen Besol­dung kann dabei nicht auf die pau­scha­lier­te jah­res­be­zo­ge­ne Betrach­tung zurück­ge­grif­fen wer­den. Sofern – wie bei den Anpas­sungs­ge­set­zen des beklag­ten Lan­des regel­mä­ßig der Fall – die Bezü­ge­er­hö­hung erst mit Wir­kung vom 01.08.des Jah­res in Kraft getre­ten ist, kann sie der Ver­gleichs­be­rech­nung auch erst ab die­sem Zeit­punkt zugrun­de gelegt wer­den. Wie bei der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Regel­be­darfs erfolgt hier des­halb eine "Spitz­aus­rech­nung".
Anzu­set­zen ist auch der Fami­li­en­zu­schlag für einen ver­hei­ra­te­ten Beam­ten mit zwei Kin­dern, weil als Ver­gleichs­ba­sis auf eine Allein­ver­dien­er­fa­mi­lie mit zwei Kin­dern abge­stellt wird.
Zu berück­sich­ti­gen sind wei­ter­hin gene­rell gewähr­te Besol­dungs­be­stand­tei­le, wie die im beklag­ten Land135 gezahl­te Son­der­zu­wen­dung.
Die hier­aus fol­gen­den Brut­to­ge­samt­be­zü­ge sind um den steu­er­li­chen Abzug zu ver­min­dern – wobei ein etwai­ger Kir­chen­steu­er­ab­zug in den nach­fol­gen­den Ver­gleichs­be­rech­nun­gen nicht berück­sich­tigt wor­den ist. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat zur Berech­nung des Steu­er­ab­zugs den auf der Home­page des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen ein­ge­stell­ten Lohn- und Ein­kom­men­steu­er­rech­ner ver­wen­det und ist136 von einem 30-jäh­ri­gen Beam­ten in der Steu­er­klas­se III unter Berück­sich­ti­gung von Bei­trä­gen zur pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung in Höhe von 340 € aus­ge­gan­gen. Kin­der­frei­be­trä­ge wur­den nicht in Ansatz gebracht, weil sich der Bezug von Kin­der­geld in die­sen Ein­kom­mens­klas­sen güns­ti­ger aus­wirkt.
Hin­zu­zu­rech­nen ist dem­nach das Kin­der­geld für zwei Kin­der, weil die­ses das Ein­kom­men tat­säch­lich erhöht.
Hier­von abzu­zie­hen sind die Auf­wen­dun­gen für den Teil der Krank­heits­vor­sor­ge­kos­ten, der nicht von der Bei­hil­fe gedeckt ist. Nach § 193 Abs. 3 VVG haben auch Beam­te eine Ver­si­che­rung abzu­schlie­ßen. Zur Ver­gleichs­be­rech­nung kann des­halb auf einen Durch­schnitts­satz zurück­ge­grif­fen wer­den, der für ent­spre­chen­de Bei­trä­ge zur pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung für eine vier­köp­fi­ge Fami­lie zu zah­len ist. In der Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017137 ist ein Betrag von 340 € monat­lich ange­setzt. Den dies kri­ti­sie­ren­den Revi­sio­nen ist zuzu­ge­ste­hen, dass dies in tat­säch­li­cher Hin­sicht kaum den rea­len Auf­wen­dun­gen für eine vier­köp­fi­ge Fami­lie ent­spre­chen dürf­te. Man­gels ander­wei­ti­ger all­ge­mein zugäng­li­cher Quel­len und dem Feh­len ent­spre­chen­der Fest­stel­lun­gen durch die Tat­sa­chen­ge­rich­te legt das Bun­des­ar­beits­ge­richt die­sen Wert den nach­fol­gen­den Berech­nun­gen gleich­wohl zugrun­de. Auch damit wird jeden­falls sicher­ge­stellt, dass der Ver­gleichs­satz nur die abso­lu­te Min­dest­schwel­le wie­der­gibt. Von einer Infla­ti­ons­be­rei­ni­gung des in der Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017 für 2016 ermit­tel­ten Werts wird abge­se­hen.
Auch von einer Berück­sich­ti­gung wei­te­rer denk­ba­rer Posi­tio­nen sieht das Bun­des­ar­beits­ge­richt ab. Aller­dings gibt es hier­zu durch­aus dis­ku­ta­ble Ansät­ze, wie etwa die Hin­zu­rech­nung der Wer­bungs­kos­ten­pau­scha­le nach § 11b Abs. 2 Satz 1 SGB II oder der Frei­be­trä­ge nach § 11a Abs. 3 SGB II. Ohne Ein­be­zie­hung der­ar­ti­ger wei­te­rer Ver­güns­ti­gun­gen des Sozi­al­leis­tungs­rechts könn­te durch­aus ein Wer­tungs­wi­der­spruch zum Grund­si­che­rungs­ni­veau sog. "Auf­sto­cker" ent­ste­hen, die Anspruch auf ergän­zen­de Sozi­al­leis­tun­gen haben. Genau dies ist aber die tat­säch­lich maß­geb­li­che Ver­gleichs­grup­pe für Beam­te, die trotz Volla­li­men­ta­ti­on nicht den Grund­leis­tungs­stan­dard errei­chen138. Um den Ansatz einer abso­lu­ten beam­ten­recht­li­chen Min­dest­be­sol­dung zu wah­ren, wer­den wei­te­re denk­ba­re Ver­min­de­rungs­po­si­tio­nen bei den nach­fol­gen­den Ver­gleichs­be­rech­nun­gen aber nicht berück­sich­tigt.
Das Bun­des­ar­beits­ge­richt legt sei­ner Berech­nung der beam­ten­recht­li­chen Min­dest­be­sol­dung daher die fol­gen­den – jeweils zeit­ab­schnitts­be­zo­gen berech­ne­ten – Posi­tio­nen zugrun­de:
Grund­ge­halt aus der Besol­dungs­grup­pe A 4 in 1. Stu­fe139,
Fami­li­en­zu­schlag für einen ver­hei­ra­te­ten Beam­ten mit zwei Kin­dern,
Jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung,
Steu­er­li­cher Abzug140,
Abzug für die von der Bei­hil­fe nicht gedeck­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­wen­dun­gen141 sowie
Kin­der­geld für zwei Kin­der.
Ver­gleichs­be­rech­nun­gen
Danach erge­ben sich fol­gen­de Ver­gleichs­be­rech­nun­gen für das Ver­hält­nis von Beam­tena­li­men­ta­ti­on und sozi­al­recht­li­chem Grund­si­che­rungs­ni­veau im beklag­ten Land:
Ali­men­ta­ti­on 2009 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2009 Grund­ge­halt (brut­to) 18 658, 88 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 3 681, 02 € Son­der­zah­lung (brut­to) 991, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 23 331, 02 € Lohn­steu­er – 652, 00 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 176, 00 € Sum­me = 22 775, 02 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 7 668, 00 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 5 682, 13 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 133, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 419, 50 € Sum­me = 22 102, 96 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 3, 04 % Ver­gleichs­schwel­le (115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 25 418, 40 €
Im Jahr 2009 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 3, 04 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt in Höhe von 1 474, 59 € für Janu­ar und Febru­ar (Besol­dungs­grup­pe A 2) und in Höhe von 1 570, 97 € für März bis Dezem­ber (Besol­dungs­grup­pe A 4) zugrun­de gelegt (Anla­ge IV Nr. 1 BBesG in der Fas­sung aus Anhang 27 zu Art. 3 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003142). Der Fami­li­en­zu­schlag für Janu­ar und Febru­ar (Besol­dungs­grup­pe A 2) von monat­lich 311, 01 € (190, 29 € + 90, 05 € + 5, 11 € + 25, 56 €) und für März bis Dezem­ber (Besol­dungs­grup­pe A 4) in Höhe von monat­lich 305, 90 € (190, 29 € + 90, 05 € + 5, 11 € + 20, 45 €) folgt jeweils aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008143. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 991, 12 € (940 € + 25, 56 € + 25, 56 €) ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 und 2 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008144 und § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003145. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 23 331, 02 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 652 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 164 € pro Kind für Janu­ar bis Novem­ber (§ 66 Abs. 1 Satz 1 EStG in den Fas­sun­gen vom 22.12 2008, BGBl. I S. 2955, bis 8.10.2009, BGBl. I S. 3366) und monat­lich 184 € pro Kind für Dezem­ber (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 22.12 2009, BGBl. I S. 3950), zuzüg­lich eines Ein­mal­be­trags in Höhe von 100 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 2 EStG in der Fas­sung vom 02.03.2009, BGBl. I S. 416).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus liegt ein nach § 20 Abs. 4 SGB II in der Fas­sung vom 10.10.2007146 fort­zu­schrei­ben­der Regel­satz nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2006147 von monat­lich 351 € für die Zeit von Janu­ar bis Juni148 und 359 € für die Zeit von Juli bis Dezem­ber149 zugrun­de. Die Regel­leis­tung für einen Erwach­se­nen ist gemäß § 20 Abs. 3 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2006150 mit 90 % des Regel­sat­zes zu bemes­sen. Die Regel­leis­tung für Kin­der bis zum 6. Lebens­jahr (60 % des Regel­sat­zes) folgt aus § 28 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Alt. 1 SGB II in den Fas­sun­gen vom 21.12 2008151; und vom 02.03.2009152, für Kin­der im 7. bis 14. Lebens­jahr folgt sie in der Zeit von Janu­ar bis Juni (60 % des Regel­sat­zes) eben­falls aus § 28 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Alt. 1 SGB II in den Fas­sun­gen vom 21.12 2008153; und vom 02.03.2009154 sowie in der Zeit von Juli bis Dezem­ber (70 % des Regel­sat­zes), aus § 74 SGB II in der Fas­sung vom 02.03.2009155, für Kin­der im 15. bis 18. Lebens­jahr156 folgt sie für das 15. Lebens­jahr aus § 28 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Alt. 2 SGB II in den Fas­sun­gen vom 21.12 2008157 und 2.03.2009158 und für das 16. bis 18. Lebens­jahr aus § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2006159. Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist für Kin­der vom 07. bis 18. Lebens­jahr ein Schul­be­darf in Höhe von 100 € ange­setzt (vgl. §§ 24a, 41 Abs. 1 Satz 5 SGB II in der Fas­sung vom 16.07.2009). Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008160 betra­gen monat­lich 600 €. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2009 sind dem Heiz­spie­gel für 2008 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 16, 70 € pro qm (für 85 qm) in Ansatz zu brin­gen ist.
Ali­men­ta­ti­on 2010 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2010 Grund­ge­halt (brut­to) 18 969, 44 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 3 691, 80 € Son­der­zah­lung (brut­to) 691, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 23 352, 36 € Lohn­steu­er – 346, 00 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 416, 00 € Sum­me = 23 342, 36 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 7 754, 40 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 5 935, 47 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 133, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 649, 00 € Sum­me = 22 672, 20 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 2, 96 % Ver­gleichs­schwel­le (115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 26 073, 03 €
Im Jahr 2010 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 2, 96 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt für Janu­ar bis Juli in Höhe von monat­lich 1 570, 97 € (Anla­ge IV Nr. 1 BBesG in der Fas­sung aus Anhang 27 zu Art. 3 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003161) und für August bis Dezem­ber in Höhe von monat­lich 1 594, 53 € (Anla­ge 1 Nr. 1 zu § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 vom 08.07.2010162) zugrun­de gelegt. Der Fami­li­en­zu­schlag in Höhe von monat­lich 305, 90 €163 für Janu­ar bis Juli bzw. in Höhe von monat­lich 310, 10 € (193, 14 € + 91, 40 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für August bis Dezem­ber folgt aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008164 bzw. der Fas­sung nach Anla­ge 2 zu § 2 Abs. 1 Nr. 2 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 vom 08.07.2010165. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 691, 12 € (640 € + 25, 56 € + 25, 56 €) ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008166 sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003167. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 23 352, 36 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 346 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 184 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 22.12 2009, BGBl. I S. 3950).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus liegt ein nach § 20 Abs. 4 SGB II in der Fas­sung vom 10.10.2007168 fort­zu­schrei­ben­der Regel­satz nach § 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2006169 von monat­lich 359 €170 zugrun­de. Die Regel­leis­tung für einen Erwach­se­nen ist gemäß § 20 Abs. 3 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2006171 mit 90 % des Regel­sat­zes zu bemes­sen. Die Regel­leis­tung für Kin­der bis zum 6. Lebens­jahr (60 % des Regel­sat­zes) folgt aus § 28 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Alt. 1 SGB II in der Fas­sung vom 02.03.2009172, für Kin­der im 7. bis 14. Lebens­jahr (70 % des Regel­sat­zes) folgt sie aus § 74 SGB II in der Fas­sung vom 02.03.2009173, für Kin­der im 15. bis 18. Lebens­jahr (80 % des Regel­sat­zes) aus § 28 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 Alt. 2 SGB II in der Fas­sung vom 02.03.2009174 (für das 15. Lebens­jahr) bzw. aus § 20 Abs. 2 Satz 2 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2006175 (für das 16. bis 18. Lebens­jahr). Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist für Kin­der vom 07. bis 18. Lebens­jahr ein Schul­be­darf in Höhe von 100 € ange­setzt (vgl. §§ 24a, 41 Abs. 1 Satz 5 SGB II in der Fas­sung vom 16.07.2009). Die­ser ist für das den Berech­nun­gen zugrun­de lie­gen­de "Durch­schnitts­kind" im ent­spre­chen­den Alters­ver­hält­nis (12÷18) berück­sich­tigt. Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008176 betra­gen 600 € monat­lich. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2010 sind dem Heiz­spie­gel 2009 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 19, 40 € pro qm (für 85 qm) in Ansatz zu brin­gen ist.
Ali­men­ta­ti­on 2011 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2011 Grund­ge­halt (brut­to) 19 296, 71 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 3 744, 65 € Son­der­zah­lung (brut­to) 691, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 23 732, 48 € Lohn­steu­er – 395, 80 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 416, 00 € Sum­me = 23 672, 68 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 7 872, 00 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 5 928, 00 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 393, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 700, 00 € Sum­me = 23 093, 33 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 2, 51 % Ver­gleichs­schwel­le (115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 26 557, 33 €
Im Jahr 2011 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 2, 51 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt für Janu­ar bis Juli in Höhe von monat­lich 1 594, 53 € (Anla­ge 1 Nr. 1 zu § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 vom 08.07.2010177) und für August bis Dezem­ber in Höhe von monat­lich 1 627 € (Anla­ge 1 Berl­Be­sNG vom 29.06.2011178) zugrun­de gelegt. Der Fami­li­en­zu­schlag in Höhe von monat­lich 310, 10 € (193, 14 € + 91, 40 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für Janu­ar bis Juli bzw. in Höhe von monat­lich 320, 02 € (197 € + 92, 23 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für August bis Dezem­ber folgt aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in der Fas­sung nach Anla­ge 2 zu § 2 Abs. 1 Nr. 2 und Anla­ge 16 zu § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 vom 08.07.2010179 sowie deren Berich­ti­gung vom 11.04.2011180. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 691, 12 € (640 € + 25, 56 € + 25, 56 €) ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008181 sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003182. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 23 732, 48 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 395, 80 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 184 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 22.12 2009, BGBl. I S. 3950).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus lie­gen die Regel­be­dar­fe für Kin­der und Erwach­se­ne nach § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 4, § 23 Nr. 1 Alt. 1 bis 3 und § 77 Abs. 4 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011183 bzw. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011184 zugrun­de, die nach § 20 Abs. 5 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011185 bzw. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011186 fort­zu­schrei­ben sind. Als Regel­be­darf für einen Erwach­se­nen (§ 20 Abs. 4 SGB II in der Fas­sung vom 24.03.2011, BGBl. I S. 453, bzw. in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) sind monat­lich 328 € anzu­set­zen (Regel­be­darfs­stu­fe 2 nach § 28 SGB XII gemäß der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011187). Der Regel­be­darf für ein Kind beträgt im 1. bis 6. Lebens­jahr monat­lich 215 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 2, § 23 Nr. 1 Alt. 1, § 20 Abs. 5 SGB II in den Fas­sun­gen vom 24.03.2011188 und der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011189, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 24.03.2011190 – Regel­be­darfs­stu­fe 6), im 7. bis 14. Lebens­jahr monat­lich 251 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 3, § 23 Nr. 1 Alt. 2, § 20 Abs. 5 SGB II in den Fas­sun­gen vom 24.03.2011191 und der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011192, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 24.03.2011193 – Regel­be­darfs­stu­fe 5), im 15. Lebens­jahr monat­lich 287 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 4, § 23 Nr. 1 Alt. 3, § 20 Abs. 5 SGB II in den Fas­sun­gen vom 24.03.2011194 und der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011195, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 24.03.2011196 – Regel­be­darfs­stu­fe 4) und im 16. bis 18. Lebens­jahr monat­lich 287 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 1, § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 5 SGB II in den Fas­sun­gen vom 24.03.2011197, und der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 24.03.2011198 – Regel­be­darfs­stu­fe 4). Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist unab­hän­gig von der Art der Leis­tungs­er­brin­gung (§ 29 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011, BGBl. I S. 453, und der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011199, § 77 Abs. 11 Satz 3 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 20.06.2011200) für Kin­der vom 1. bis 18. Lebens­jahr ein Bedarf zur Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft in Höhe von monat­lich 10 € anzu­er­ken­nen (§ 28 Abs. 7 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011, BGBl. I S. 453, und in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850), für Kin­der im 4. bis 18. Lebens­jahr zusätz­lich ein Bedarf für Schul- bzw. Kin­der­gar­ten­aus­flü­ge und ‑fahr­ten (§ 28 Abs. 2, § 77 Abs. 10 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011201, und in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011202) in Höhe von monat­lich 3 €203 und für Kin­der im 7. bis 18. Lebens­jahr außer­dem ein Schul­be­darf in Höhe von 70 € (§ 28 Abs. 3, § 77 Abs. 7 SGB II in der rück­wir­kend zum Janu­ar 2011 in Kraft getre­te­nen Fas­sung vom 24.03.2011, BGBl. I S. 453, und in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011204). Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008205 betra­gen 600 € monat­lich. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2011 sind dem Heiz­spie­gel 2010 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 20 € pro qm206 in Ansatz zu brin­gen ist.
Ali­men­ta­ti­on 2012 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2012 Grund­ge­halt (brut­to) 19 686, 70 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 3 848, 09 € Son­der­zah­lung (brut­to) 691, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 24 225, 91 € Lohn­steu­er – 476, 00 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 416, 00 € Sum­me = 24 085, 91 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 8 088, 00 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 5 960, 00 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 433, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 836, 00 € Sum­me = 23 517, 33 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 2, 42 % Ver­gleichs­schwel­le (115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 27 044, 93 €
Im Jahr 2012 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 2, 42 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt für Janu­ar bis Juli in Höhe von monat­lich 1 627 € (Anla­ge 1 Berl­Be­sNG vom 29.06.2011207) und für August bis Dezem­ber in Höhe von monat­lich 1 659, 54 € (Anla­ge 1 Nr. 1 zu Art. I § 2 Abs. 1 Nr. 1 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012208) zugrun­de gelegt. Der Fami­li­en­zu­schlag von monat­lich 320, 02 € (197 € + 92, 23 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für Janu­ar bis Juli bzw. in Höhe von monat­lich 321, 59 € (200, 94 € + 95, 09 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für August bis Dezem­ber folgt aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in der Fas­sung nach Anla­ge 16 zu § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2010/​2011 vom 08.07.2010209 mit Berich­ti­gung vom 11.04.2011210 bzw. in der rück­wir­kend zum 1.08.2012 in Kraft getre­te­nen Fas­sung nach Anla­ge 2 zu Art. I § 2 Abs. 1 Nr. 5 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012211. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 691, 12 € (640 € + 25, 56 € + 25, 56 €) ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008212 sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003213. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 24 225, 91 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 476 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 184 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 22.12 2009, BGBl. I S. 3950).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus lie­gen die nach § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011214 fort­zu­schrei­ben­den Regel­be­dar­fe für Kin­der und Erwach­se­ne nach § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 4, § 23 Nr. 1 Alt. 1 bis 3 und § 77 Abs. 4 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011215 zugrun­de. Als Regel­be­darf für einen Erwach­se­nen (§ 20 Abs. 4 und 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) sind monat­lich 337 € anzu­set­zen (Regel­be­darfs­stu­fe 2 nach § 28 SGB XII gemäß der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 17.10.2011216). Der Regel­be­darf für ein Kind beträgt im 1. bis 6. Lebens­jahr monat­lich 219 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 1, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850 i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 17.10.2011217 – Regel­be­darfs­stu­fe 6), im 7. bis 14. Lebens­jahr monat­lich 251 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 3, § 23 Nr. 1 Alt. 2, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011218, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 17.10.2011219 – Regel­be­darfs­stu­fe 5), im 15. Lebens­jahr monat­lich 287 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 4, § 23 Nr. 1 Alt. 3, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 17.10.2011220 – Regel­be­darfs­stu­fe 4) und im 16. bis 18. Lebens­jahr eben­falls monat­lich 287 € (§ 77 Abs. 4 Nr. 1, § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011221, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 17.10.2011222 – Regel­be­darfs­stu­fe 4). Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist unab­hän­gig von der Art der Leis­tungs­er­brin­gung (§ 29 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011223) für Kin­der vom 01. bis 18. Lebens­jahr ein Bedarf zur Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft in Höhe von monat­lich 10 € anzu­er­ken­nen (§ 28 Abs. 7 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011224), für Kin­der im 4. bis 18. Lebens­jahr zusätz­lich ein Bedarf für Schul- bzw. Kin­der­gar­ten­aus­flü­ge und ‑fahr­ten (§ 28 Abs. 2 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011225) in Höhe von monat­lich 3 € (ent­spre­chend den Exis­tenz­mi­ni­mum­be­rich­ten für 2012, 2014 und 2016) und für Kin­der im 7. bis 18. Lebens­jahr außer­dem ein Schul­be­darf in Höhe von 100 € (§ 28 Abs. 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011226). Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008227 betra­gen 600 € monat­lich. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2012 sind dem Heiz­spie­gel 2011 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 21, 60 € pro qm (für 85 qm) in Ansatz zu brin­gen ist.
Ali­men­ta­ti­on 2013 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2013 Grund­ge­halt (brut­to) 20 080, 43 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 3 888, 68 € Son­der­zah­lung (brut­to) 691, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 24 660, 23 € Lohn­steu­er – 510, 00 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 416, 00 € Sum­me = 24 486, 23 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 8 280, 00 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 6 053, 33 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 433, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 666, 00 € Sum­me = 23 632, 66 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 3, 61 %Ver­gleichs­schwel­le228) und für August bis Dezem­ber in Höhe von monat­lich 1 692, 73 € (Anla­ge 16 Nr. 1 zu Art. I § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012229) zugrun­de gelegt. Der Fami­li­en­zu­schlag von monat­lich 321, 59 € (200, 94 € + 95, 09 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für Janu­ar bis Juli bzw. in Höhe von monat­lich 327, 51 € (204, 96 € + 96, 99 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für August bis Dezem­ber folgt aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in der Fas­sung nach Anla­ge 2 zu Art. I § 2 Abs. 1 Nr. 5 bzw. Anla­ge 17 zu Art. I § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012230. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 691, 12 € (640 € + 25, 56 € + 25, 56 €) ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008231 sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003232. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 24 660, 23 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 510 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 184 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 22.12 2009, BGBl. I S. 3950).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus lie­gen die nach § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011233 fort­zu­schrei­ben­den Regel­be­dar­fe für Kin­der und Erwach­se­ne nach § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 4 und § 23 Nr. 1 Alt. 1 bis 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011234 zugrun­de. Als Regel­be­darf für einen Erwach­se­nen (§ 20 Abs. 4 und 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) sind monat­lich 345 € anzu­set­zen (Regel­be­darfs­stu­fe 2 nach § 28 SGB XII gemäß der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 18.10.2012235). Der Regel­be­darf für ein Kind beträgt im 1. bis 6. Lebens­jahr monat­lich 224 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 1, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011236 i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 18.10.2012237 – Regel­be­darfs­stu­fe 6), im 7. bis 14. Lebens­jahr monat­lich 255 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 2, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011238, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 18.10.2012239 – Regel­be­darfs­stu­fe 5) und im 15. bis 18. Lebens­jahr monat­lich 289 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 3 bzw. § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, jeweils i.V.m. § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011240, und der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 18.10.2012241 – Regel­be­darfs­stu­fe 4). Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist unab­hän­gig von der Art der Leis­tungs­er­brin­gung (§ 29 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011242, und der Fas­sung vom 07.05.2013243) für Kin­der vom 1. bis 18. Lebens­jahr ein Bedarf zur Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft in Höhe von monat­lich 10 € anzu­er­ken­nen (§ 28 Abs. 7 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011244, für Kin­der im 4. bis 18. Lebens­jahr zusätz­lich ein Bedarf für Schul- bzw. Kin­der­gar­ten­aus­flü­ge und ‑fahr­ten (§ 28 Abs. 2 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011245) in Höhe von monat­lich 3 €246 und für Kin­der im 7. bis 18. Lebens­jahr außer­dem ein Schul­be­darf in Höhe von 100 € (§ 28 Abs. 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011247). Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008248 betra­gen 600 € monat­lich. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2013 sind dem Heiz­spie­gel 2012 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 19, 60 € pro qm (für 85 qm) in Ansatz zu brin­gen ist.
Ali­men­ta­ti­on 2014 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2014 Grund­ge­halt (brut­to) 20 566, 66 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 3 975, 42 € Son­der­zah­lung (brut­to) 691, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 25 233, 20 € Lohn­steu­er – 532, 00 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 416, 00 € Sum­me = 25 037, 20 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 8 472, 00 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 6 194, 67 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 433, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 861, 50 € Sum­me = 24 161, 50 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 3, 62 % Ver­gleichs­schwel­le (115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 27 785, 73 €
Im Jahr 2014 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 3, 62 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt für Janu­ar bis Juli in Höhe von monat­lich 1 692, 73 €249 und für August bis Dezem­ber in Höhe von monat­lich 1 743, 51 €250 zugrun­de gelegt. Der Fami­li­en­zu­schlag von monat­lich 327, 51 € (204, 96 € + 96, 99 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für Janu­ar bis Juli bzw. in Höhe von monat­lich 336, 57 € (111, 21 € + 99, 90 € + 99, 90 € + 5, 11 € + 20, 45 €) für August bis Dezem­ber folgt aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in den Fas­sun­gen nach Anla­ge 2 zu Art. I § 2 Abs. 1 Nr. 5 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012251 und Anla­ge III zum LBe­sG BE in der Fas­sung nach Anla­ge 2 zu Art. I § 2 Abs. 2 BerlB­VAn­pG 2014/​2015 vom 09.07.2014252. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 691, 12 € (640 € + 25, 56 € + 25, 56 €) ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008253 sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003254. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 25 233, 20 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 532 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 184 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 22.12 2009255).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus lie­gen die nach § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011256 fort­zu­schrei­ben­den Regel­be­dar­fe für Kin­der und Erwach­se­ne nach § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 4 und § 23 Nr. 1 Alt. 1 bis 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011257 zugrun­de. Als Regel­be­darf für einen Erwach­se­nen (§ 20 Abs. 4 und 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) sind monat­lich 353 € anzu­set­zen (Regel­be­darfs­stu­fe 2 nach § 28 SGB XII gemäß der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 15.10.2013258). Der Regel­be­darf für ein Kind beträgt im 1. bis 6. Lebens­jahr monat­lich 229 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 1, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850 i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 15.10.2013, BGBl. I S. 3856 – Regel­be­darfs­stu­fe 6), im 7. bis 14. Lebens­jahr monat­lich 261 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 2, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 15.10.2013, BGBl. I S. 3856 – Regel­be­darfs­stu­fe 5) und im 15. bis 18. Lebens­jahr monat­lich 296 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 3 bzw. § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, jeweils i.V.m. § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850, und der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 15.10.2013, BGBl. I S. 3856 – Regel­be­darfs­stu­fe 4). Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist unab­hän­gig von der Art der Leis­tungs­er­brin­gung (§ 29 SGB II in der Fas­sung vom 07.05.2013, BGBl. I S. 1167) für Kin­der vom 01. bis 18. Lebens­jahr ein Bedarf zur Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft in Höhe von monat­lich 10 € anzu­er­ken­nen (§ 28 Abs. 7 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850), für Kin­der im 4. bis 18. Lebens­jahr zusätz­lich ein Bedarf für Schul- bzw. Kin­der­gar­ten­aus­flü­ge und ‑fahr­ten (§ 28 Abs. 2 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) in Höhe von monat­lich 3 €259 und für Kin­der im 7. bis 18. Lebens­jahr außer­dem ein Schul­be­darf in Höhe von 100 € (§ 28 Abs. 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850). Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008260 betra­gen 600 € monat­lich. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2014 sind dem Heiz­spie­gel 2013 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 21, 90 € pro qm (für 85 qm) in Ansatz zu brin­gen ist.
Ali­men­ta­ti­on 2015 Grund­si­che­rungs­ni­veau 2015 Grund­ge­halt (brut­to) 21 183, 67 € Fami­li­en­zu­schlag (brut­to) 4 085, 54 € Son­der­zah­lung (brut­to) 691, 12 € Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge = 25 960, 33 € Lohn­steu­er – 619, 80 € Kos­ten PKV – 4 080, 00 € Kin­der­geld 4 512, 00 € Sum­me = 25 772, 53 € Regel­leis­tung zwei Erwach­se­ne 8 640, 00 € Regel­leis­tung für zwei Kin­der 6 330, 67 € Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be 433, 33 € Unter­kunfts­kos­ten 7 200, 00 € Heiz­kos­ten 1 997, 50 € Sum­me = 24 601, 50 € Abstand der Ali­men­ta­ti­on zum Grund­si­che­rungs­ni­veau: + 4, 76 % Ver­gleichs­schwel­le (115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 28 291, 73 €
Im Jahr 2015 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 4, 76 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt für Janu­ar bis Juli in Höhe von monat­lich 1 743, 51 €261 und für August bis Dezem­ber in Höhe von monat­lich 1 795, 82 €262 zugrun­de gelegt. Der Fami­li­en­zu­schlag von monat­lich 336, 57 €263 für Janu­ar bis Juli bzw. in Höhe von monat­lich 345, 91 €264 für August bis Dezem­ber folgt aus Anla­ge III zum LBe­sG BE in den Fas­sun­gen nach Anla­ge 2 zu Art. I § 2 Abs. 2 bzw. Anla­ge 16 zu Art. I § 2 Abs. 4 BerlB­VAn­pG 2014/​2015 vom 09.07.2014265. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 691, 12 €266 ergibt sich aus § 5 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 01.10.2008267 sowie § 6 Abs. 1 Satz 1 SZG BE in der Fas­sung vom 05.11.2003268. Die Jah­res­brut­to­ge­samt­be­zü­ge von 25 960, 33 € sind um einen Lohn­steu­er­ab­zug in Höhe von 619, 80 € und die pau­schal in Höhe von 340 € monat­lich ange­setz­ten Auf­wen­dun­gen für die Krank­heits­kos­ten­vor­sor­ge zu ver­min­dern. Hin­zu­zu­rech­nen ist das Kin­der­geld in Höhe von monat­lich 188 € pro Kind (§ 66 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 EStG in der Fas­sung vom 16.07.2015, BGBl. I S. 3950, gemäß § 52 Abs. 49a Satz 3 EStG in der Fas­sung vom 16.07.2015, BGBl. I S. 3950, für Kin­der­geld­fest­set­zun­gen anzu­wen­den, die Zeit­räu­me betref­fen, die nach Dezem­ber 2014 begin­nen).
Der Berech­nung des sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veaus lie­gen die nach § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011269 fort­zu­schrei­ben­den Regel­be­dar­fe für Kin­der und Erwach­se­ne nach § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, Abs. 4 und § 23 Nr. 1 Alt. 1 bis 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011270 zugrun­de. Als Regel­be­darf für einen Erwach­se­nen (§ 20 Abs. 4 und 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) sind monat­lich 360 € anzu­set­zen271. Der Regel­be­darf für ein Kind beträgt im 1. bis 6. Lebens­jahr monat­lich 234 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 1, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850 i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 14.10.2014, BGBl. I S. 1618 – Regel­be­darfs­stu­fe 6), im 7. bis 14. Lebens­jahr monat­lich 267 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 2, § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850, i.V.m. der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 14.10.2014, BGBl. I S. 1618 – Regel­be­darfs­stu­fe 5) und im 15. bis 18. Lebens­jahr monat­lich 302 € (§ 23 Nr. 1 Alt. 3 bzw. § 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1, jeweils i.V.m. § 20 Abs. 5 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850, und der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 14.10.2014, BGBl. I S. 1618 – Regel­be­darfs­stu­fe 4). Als Bedarf für Bil­dung und Teil­ha­be ist unab­hän­gig von der Art der Leis­tungs­er­brin­gung (§ 29 SGB II in der Fas­sung vom 07.05.2013, BGBl. I S. 1167) für Kin­der vom 01. bis 18. Lebens­jahr ein Bedarf zur Teil­ha­be am sozia­len und kul­tu­rel­len Leben in der Gemein­schaft in Höhe von monat­lich 10 € anzu­er­ken­nen (§ 28 Abs. 7 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850), für Kin­der im 4. bis 18. Lebens­jahr zusätz­lich ein Bedarf für Schul- bzw. Kin­der­gar­ten­aus­flü­ge und ‑fahr­ten (§ 28 Abs. 2 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850) in Höhe von monat­lich 3 €272 und für Kin­der im 7. bis 18. Lebens­jahr außer­dem ein Schul­be­darf in Höhe von 100 € (§ 28 Abs. 3 SGB II in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 13.05.2011, BGBl. I S. 850). Die anre­chen­ba­ren Unter­kunfts­kos­ten nach § 12 Abs. 1 WoGG in der Fas­sung vom 24.09.2008273 betra­gen 600 € monat­lich. Die Heiz­kos­ten für das Jahr 2014 sind dem Heiz­spie­gel 2014 zu ent­neh­men, wonach ein Betrag in Höhe von 23, 50 € pro qm (für 85 qm) in Ansatz zu brin­gen ist.
Im gesam­ten streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum von 2009 bis 2015 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on im beklag­ten Land nur gering­fü­gig über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Schwel­le von 15 %. Auch die abso­lu­te Unter­gren­ze der Beam­ten­be­sol­dung war damit unter­schrit­ten.
Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Be­schluss vom 22. Sep­tem­ber 2017 – 2 C 56.16
Ber­li­ner Beam­ten­be­sol­dung Die Besol­dung der Beam­ten des Lan­des Ber­lin in den Besol­dungs­grup­pen A 9 bis A 12 war in den Jah­ren 2008 bis 2015 in ver­fas­sungs­wid­ri­ger Wei­se…
BGBl. I S. 1798 – Grund­ge­halts­sät­ze der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2004 [↩]
GVBl. S. 362 – Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2010 [↩]
GVBl. S. 306 – Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2011 [↩]
GVBl. S. 291 – Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2012 [↩]
GVBl. S. 291 – Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2013 [↩]
GVBl. S. 250 – Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2014 [↩]
GVBl. S. 250 – Grund­ge­halts­sät­ze der Lan­des­be­sol­dungs­ord­nung R ab 1.08.2015 [↩]
GVBl. S. 272 [↩]
BerlB­VAn­pG 2010/​2011 [↩]
GVBl. S. 362 [↩]
GVBl. S. 266 [↩]
nach Maß­ga­be der bereits ange­ord­ne­ten lan­des­recht­li­chen Modi­fi­ka­tio­nen [↩]
GVBl. S. 306 [↩]
BerlB­VAn­pG 2012/​2013 [↩]
GVBl. S. 291 [↩]
BerlB­VAn­pG 2014/​2015, GVBl. S. 250 [↩]
BVerfG, Beschluss vom 11.06.1958 – 1 BvR 1/​52 u.a. – BVerfGE 8, 1 <16 f.> [↩]
stRspr, vgl. BVerfG, Urteil vom 06.03.2007 – 2 BvR 556/​04 – BVerfGE 117, 330 <351> [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 98 [↩]
vgl. zur Anpas­sungs­ver­pflich­tung des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers auch BVerfG, Beschluss vom 23.05.2017 – 2 BvL 10/​11 u.a. – ZBR 2017, 305 Rn. 52 [↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 11.06.1958 – 1 BvR 1/​52 u.a. – BVerfGE 8, 1 <17 f.>; BVerwG, Urteil vom 27.02.2014 – 2 C 1.13 – BVerw­GE 149, 117 Rn. 29 [↩]
grund­le­gend BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 97 ff. [↩]
1. Para­me­ter [↩]
2. Para­me­ter [↩]
3. Para­me­ter [↩]
4. Para­me­ter [↩]
5. Para­me­ter [↩]
zwei­te Prü­fungs­stu­fe [↩]
drit­te Prü­fungs­stu­fe [↩]
im beklag­ten Land regel­mä­ßig erst zum August des Jah­res [↩]
BVerfGE 139, 64 [↩]
BVerfG, Beschluss vom 16.03.2005 – 2 BvL 7/​00 – BVerfGE 112, 268 <277>; BVerwG, Urteil vom 22.09.2016 – 2 C 17.15 – NVwZ-RR 2017, 148 Rn. 10; BGH, Urteil vom 05.11.2009 – IX ZR 239/​07 – BGHZ 183, 77 Rn. 9 [↩]
vgl. OVG Lüne­burg, Beschluss vom 25.04.2017 – 5 LC 76/​17 141 [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 104 [↩]
vgl. etwa BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 97 und 116 [↩]
BVerfG a.a.O. Rn. 97 [↩]
vgl. Lind­ner, BayVBl.2015, 801 <804>; Stutt­mann, NVwZ 2015, 1007 <1008 f.>; Jerx­sen, Besol­dungs­fra­gen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, in: Lini­en der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, Band 4, 2017, S. 343 <353> [↩]
vgl. zu "Ver­zer­run­gen" der Bedeu­tung des Nomi­nal­lohn­in­dex durch abga­ben­recht­li­che Phä­no­me­ne BVerfG a.a.O. Rn. 104 [↩]
BVerfG, Beschluss vom 17.11.2015 – 2 BvL 19/​09 u.a. – BVerfGE 140, 240 Rn. 153; vgl. auch OVG Wei­mar, Urteil vom 23.08.2016 – 2 KO 333/​14 106 [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 99 f. [↩]
2009: 4, 46 % bzw. 6, 53 %, 2010: 4, 99 %, 2011: 7, 88 %, 2012: 7, 73 %, 2013: 8, 49 %, 2014: 8, 28 %, 2015: 5, 73 % [↩]
BVerfG, Beschluss vom 17.11.2015 – 2 BvL 19/​09 u.a. – BVerfGE 140, 240 Rn. 127 [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 144 ff. [↩]
2009: 4, 74 % bzw. 6, 81 %, 2010: 8, 11 %, 2011: 7, 23 %, 2012: 7, 32 %, 2013: 8, 83 %, 2014: 9, 47 %, 2015: 4, 84 % [↩]
vgl. zur Berück­sich­ti­gung die­ser ver­spä­tet wirk­sam wer­den­den Besol­dungs­er­hö­hun­gen auch Jerx­sen, Besol­dungs­fra­gen vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, in: Lini­en der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, Band 4, 2017, S. 343 <353> [↩]
OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 02.06.2016 – 4 B 1.09 [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 115: "im Bund oder in den ande­ren Län­dern" [↩]
etwa der Poli­zei [↩]
1. Erfah­rungs­stu­fe [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 114 [↩]
BVerfG a.a.O. Rn. 117 [↩]
Schrift­satz das Bun­des­ar­beits­ge­richts­ver­wal­tung für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz Ber­lin vom 03.11.2015 [↩]
also ein Ergeb­nis von min­des­tens 9 Punk­ten [↩]
min­des­tens voll­be­frie­di­gend [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 152 [↩]
BVerfG a.a.O. Rn. 152 [↩]
OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Beschluss vom 02.06.2016 – 4 B 1.09 177 f. [↩]
vgl. BVerfG a.a.O. Rn. 117 [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 27.09.2005 – 2 BvR 1387/​02 – BVerfGE 114, 258 <294> [↩]
vgl. Tages­spie­gel vom 22.09.2017, S. 9 [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 150 ff. [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 118 ff. [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 124 [↩]
Arbeit­neh­mer in lei­ten­der Stel­lung [↩]
BVerfG a.a.O. Rn. 160 f. [↩]
mit deut­lich höhe­ren Ein­kom­men [↩]
aus BVerfG a.a.O. Rn. 160 f. [↩]
BVerfG a.a.O Rn. 160 f. [↩]
BVerfG, Beschluss vom 17.11.2015 – 2 BvL 19/​09 u.a. – BVerfGE 140, 240 Rn. 133 [↩]
kei­ne Bei­hil­fe­fä­hig­keit von Säug­lings- und Klein­kin­der­aus­stat­tung [↩]
BVerfG, Urteil vom 06.03.2007 – 2 BvR 556/​04 – BVerfGE 117, 330 <355>; Beschluss vom 20.03.2007 – 2 BvL 11/​04 – BVerfGE 117, 372 <381> [↩]
BVerfG, Beschlüs­se vom 20.03.2007 – 2 BvL 11/​04 – BVerfGE 117, 372 <382> m.w.N.; und vom 23.05.2017 – 2 BvL 10/​11 u.a. – ZBR 2017, 305 Rn. 78 [↩]
BVerfG, Beschluss vom 23.05.2017 – 2 BvR 883/​14 u.a. – ZBR 2017, 340 Rn. 75 f. [↩]
BVerfG, Beschluss vom 23.05.2017 – 2 BvR 883/​14 u.a. – ZBR 2017, 340 Rn. 78; zur Unzu­läs­sig­keit einer schlei­chen­den Abschmel­zung auch bereits BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 112 [↩]
vgl. OVG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 12.10.2016 – 4 B 2.13 106 und 109 [↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 23.05.2017 – 2 BvR 883/​14 u.a. – ZBR 2017, 340 Rn. 98 [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn.192 [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 127 [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 165 [↩]
vgl. AbgH-Drs. 16/​3242 S. 2 zum BerlB­VAn­pG 2010/​2011 [↩]
AbgH-Drs. 17/​0450 S. 10 [↩]
BerlB­VAn­pG 2014/​2015 [↩]
AbgH-Drs. 17/​1677 S. 46 [↩]
AbgH-Drs. 17/​1677 S. 47 [↩]
BVerfG, Urteil vom 14.02.2012 – 2 BvL 4/​10 – BVerfGE 130, 263 <301 f.> [↩]
BVerfG, Beschluss vom 20.03.2007 – 2 BvL 11/​04 – BVerfGE 117, 372 <388> [↩]
BVerfG, Beschluss vom 11.04.1967 – 2 BvL 3/​62 – BVerfGE 21, 329 <344 f.> [↩]
BVerfG, Urteil vom 27.09.2005 – 2 BvR 1387/​02 – BVerfGE 114, 258 <298> sowie Beschluss vom 23.05.2017 – 2 BvL 10/​11 u.a. – ZBR 2017, 305 Rn. 49; BVerwG, Urteil vom 17.03.2016 – 2 C 2.15 – BVerw­GE 154, 253 Rn. 17 [↩]
BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 24.09.2007 – 2 BvR 1673/​03 u.a. – BVerfGK 12, 189 <203> [↩]
BVerfG, Beschluss vom 20.03.2007 – 2 BvL 11/​04 – BVerfGE 117, 372 <387> m.w.N. [↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 07.05.1963 – 2 BvR 481/​60 – BVerfGE 16, 94 <111> [↩]
BVerfG, Beschluss vom 23.05.2017 – 2 BvR 883/​14 u.a. – ZBR 2017, 340 Rn. 68; Lind­ner, BayVBl.2015, 801 <806> [↩]
vgl. Stutt­mann, NVwZ 2015, 1007 <1012> [↩]
vgl. BVerfG, Beschluss vom 20.03.2007 – 2 BvL 11/​04 – BVerfGE 117, 372 <388> [↩]
der frü­he­ren Sozi­al­hil­fe [↩]
BVerfG, Beschluss vom 17.11.2015 – 2 BvL 19/​09 u.a. – BVerfGE 140, 240 Rn. 93 [↩]
BVerfG, Beschluss vom 24.11.1998 – 2 BvL 26/​91 u.a. – BVerfGE 99, 300 <321 f.>; hier­zu auch Beschluss vom 12.02.2003 – 2 BvL 3/​00 – BVerfGE 107, 218 <242> [↩]
BVerfG, Beschluss vom 17.11.2015 – 2 BvL 19/​09 u.a. – BVerfGE 140, 240 Rn. 93; vgl. auch die Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs der Bun­des­re­gie­rung zum Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2016/​2017, BT-Drs. 18/​9533, S. 36 [↩]
Stutt­mann, NVwZ 2015, 1007 <1013> [↩]
A, B, W und R [↩]
BVerfG, Urteil vom 14.02.2012 – 2 BvL 4/​10 – BVerfGE 130, 263 <303 ff.> [↩]
BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. – BVerfGE 139, 64 Rn. 156 [↩]
BVerfG, Beschluss vom 17.11.2015 – 2 BvL 19/​09 u.a. – BVerfGE 140, 240 Rn. 94 unter Hin­weis auf den Beschluss vom 13.02.2008 – 2 BvL 1/​06 – BVerfGE 120, 125 <156 f.> [↩]
BVerfG, Beschluss vom 24.11.1998 – 2 BvL 26/​91 u.a. – BVerfGE 99, 300 <314 f.> sowie Urteil vom 06.03.2007 – 2 BvR 556/​04 – BVerfGE 117, 330 <351> [↩]
BT-Drs. 18/​9533 [↩]
BT-Drs. 18/​3893 [↩]
im Bezugs­jahr 2016: 8 784 € für Ehe­paa­re und 3 228 € für Kin­der [↩]
des Jah­res 2012 [↩]
für die Regel­leis­tung bis 2010 bzw. den Regel­be­darf ab 2011 [↩]
in der jewei­li­gen Fas­sung [↩]
heu­te § 23 Nr. 1 SGB II [↩]
bis März 2011 [↩]
ab April 2011 [↩]
vgl. BVerfG, Kam­mer­be­schluss vom 11.03.2010 – 1 BvR 3163/​09 – BVerfGK 17, 163 <165> [↩]
vgl. BVerfG, Urteil vom 06.03.2007 – 2 BvR 556/​04 – BVerfGE 117, 330 <352> [↩]
Urteil vom 19.10.2010 – B 14 AS 2/​10 R 16 ff. [↩]
AV-Woh­nen, ABl.2015 S. 1339 [↩]
eben­so OVG Lüne­burg, Beschluss vom 25.04.2017 – 5 LC 76/​17 266 [↩]
der co2online gGmbH [↩]
BGBl. I S. 453 [↩]
der Erfah­rungs­zeit oder für frü­he­re Gel­tungs­zeit­räu­me des Lebens­al­ters [↩]
BT-Drs. 18/​9533 S. 37 [↩]
GVBl. S. 70 <108> [↩]
in Abhän­gig­keit zur berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Kin­der­zahl [↩]
in Anleh­nung an die Ent­wurfs­be­grün­dung zum BBVAn­pG 2016/​2017, BT-Drs. 18/​9533 S. 37 Fn. 23 [↩]
vgl. Stutt­mann, NVwZ 2016, 184 <187> [↩]
bzw. für den Zeit­raum bis ein­schließ­lich Febru­ar 2009 noch A 2 in 1. Stu­fe [↩]
bei Steu­er­klas­se III und Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­wen­dun­gen von 340 € monat­lich [↩]
Pau­schalan­satz in Höhe von 340 € [↩]
BGBl. I S. 1798 [↩]
GVBl. S. 271 [↩]
GVBl. S. 538 [↩]
BGBl. I S. 2326 [↩]
BGBl. I S. 558 [↩]
BGBl. I 2008 S. 1102 [↩]
BGBl. I 2009 S. 1342 [↩]
BGBl. I S. 2917 [↩]
BGBl. I S. 416 [↩]
80 % des Regel­sat­zes [↩]
BGBl. I S. 1856 [↩]
190, 29 € + 90, 05 € + 5, 11 € + 20, 45 € [↩]
BGBl. I 2009 S. 1342, 2010 S. 820 [↩]
GVBl. S. 158 [↩]
BGBl. I S. 850 [↩]
BGBl. I S. 1114 [↩]
ent­spre­chend den Exis­tenz­mi­ni­mum­be­rich­ten für 2012, 2014 und 2016 [↩]
für 85 qm [↩]
BGBl. I S.2090 [↩]
115 % des Grund­si­che­rungs­ni­veaus): 27 177, 57 €
Im Jahr 2013 lag die beam­ten­recht­li­che Min­des­ta­li­men­ta­ti­on nur 3, 61 % über dem sozi­al­recht­li­chen Grund­si­che­rungs­ni­veau und damit deut­lich unter der maß­geb­li­chen Ver­gleichs­schwel­le von 15 %.
Der Berech­nung der Beam­ten­be­sol­dung wur­de ein monat­li­ches Grund­ge­halt für Janu­ar bis Juli in Höhe von monat­lich 1 659, 54 € (Anla­ge 1 Nr. 1 zu Art. I § 2 Abs. 1 Nr. 1 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012 ((GVBl. S. 291 [↩]
BGBl. I S. 2173 [↩]
BGBl. I S. 1167 [↩]
Anla­ge 16 Nr. 1 zu Art. I § 2 Abs. 3 BerlB­VAn­pG 2012/​2013 vom 21.09.2012, GVBl. S. 291 [↩]
Anla­ge 1 zu Art. I § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BerlB­VAn­pG 2014/​2015 vom 09.07.2014, GVBl. S. 250 [↩]
GVBl. S. 250 [↩]
BGBl. I S. 3950 [↩]
BGBl. I S. 3856 [↩]
Anla­ge 15 zu Art. I § 2 Abs. 4 BerlB­VAn­pG 2014/​2015 vom 09.07.2014, GVBl. S. 250 [↩]
111, 21 € + 99, 90 € + 99, 90 € + 5, 11 € + 20, 45 € [↩]
114, 55 € + 102, 90 € + 102, 90 € + 5, 11 € + 20, 45 € [↩]
640 € + 25, 56 € + 25, 56 € [↩]
Regel­be­darfs­stu­fe 2 nach § 28 SGB XII gemäß der Anla­ge zu § 28 SGB XII in der Fas­sung vom 14.10.2014, BGBl. I S. 1618 [↩]
AmtsangemessenheitBeamtenbesoldungRichterbesoldung

References: § 37
 § 85
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 37
 § 85
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 Art. 125
 § 1
 § 1
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 100
 § 13
 § 80
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 § 13
 § 20
 § 9
 Art. 97
 Art. 97
 Art. 74
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 109
 Art. 143
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 33
 Art. 14
 Art. 14
 § 14
 Art. 33
 § 28
 § 20
 § 11
 § 10
 § 22
 § 12
 § 15
 § 8
 § 77
 § 21
 § 21
 § 21
 § 2
 § 193
 § 11
 § 11
 Art. 3
 § 5
 § 6
 § 20
 § 20
 § 20
 § 28
 § 28
 § 74
 § 28
 § 20
 § 12
 Art. 3
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 20
 § 20
 § 20
 § 28
 § 74
 § 28
 § 20
 § 12
 § 2
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 20
 § 23
 § 77
 § 20
 § 28
 § 28
 § 23
 § 20
 § 28
 § 23
 § 20
 § 28
 § 23
 § 20
 § 28
 § 20
 § 28
 § 77
 § 77
 § 77
 § 12
 § 2
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 20
 § 20
 § 23
 § 77
 § 28
 § 28
 § 20
 § 28
 § 23
 § 20
 § 28
 § 23
 § 20
 § 28
 § 20
 § 28
 § 12
 § 2
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 20
 § 20
 § 23
 § 28
 § 28
 § 20
 § 28
 § 20
 § 28
 § 20
 § 20
 § 28
 § 12
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 20
 § 20
 § 23
 § 28
 § 28
 § 20
 § 28
 § 20
 § 28
 § 20
 § 20
 § 28
 § 12
 § 2
 § 2
 § 5
 § 6
 § 52
 § 20
 § 20
 § 23
 § 20
 § 28
 § 20
 § 28
 § 20
 § 20
 § 28
 § 12
 § 23
 § 2
 § 2
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 § 28
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