Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=16.12.1999&Aktenzeichen=VII%20ZR%2053/97
Timestamp: 2019-05-19 23:33:08+00:00

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BGH, 16.12.1999 - VII ZR 53/97 - dejure.org
https://dejure.org/1999,747
BGH, 16.12.1999 - VII ZR 53/97 (https://dejure.org/1999,747)
BGH, Entscheidung vom 16.12.1999 - VII ZR 53/97 (https://dejure.org/1999,747)
BGH, Entscheidung vom 16. Dezember 1999 - VII ZR 53/97 (https://dejure.org/1999,747)
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Ausscheiden einer Komplementärin Kommanditist - Übertragung der Kommanditeinlage - Dritter - Passivlegitimation
Keine Passivlegitimation des Erwerbers bei Übertragung der Einlage des einzigen Kommanditisten nach Ausscheiden des Komplementärs während des gegen die KG geführten Rechtsstreits
Zur Passivlegitimation eines Dritten, auf den der einzig verbleibende Kommanditist der beklagten KG seinen Kommanditanteil übertragen hat
HGB § 131; ZPO § 239
Haftet der Unternehmer, wenn er kontaminiertes Erdmaterial verarbeitet? (IBR 2000, 176)
NJW 2000, 1119
NJW-RR 2000, 698 (Ls.)
ZIP 2000, 229
MDR 2000, 340
WM 2000, 490
BB 2000, 268
BauR 2000, 772
NZG 2000, 474
NZG 2000, 474 (OLG Düsseldorf)
ZfBR 2000, 177
Nach dem Ausscheiden der beiden persönlich haftenden Gesellschafterinnen hat die Beklagte als einzige Kommanditistin das Vermögen der ursprünglichen Beklagten mit allen Aktiven und Passiven ohne Liquidation im Wege der Anwachsung übernommen (vgl. dazu BGH, Urteil vom 16. Dezember 1999 - VII ZR 53/97, NJW 2000, 1119 [juris Rn. 11];… Urteil vom 15. März 2004 - II ZR 247/01, ZIP 2004, 1047 [juris Rn. 4]).
Dies gilt zumindest hinsichtlich der bis zum Jahre 1998 bestehenden Gesetzeslage (BGH NZG 2000, 474).
Dieser Auffassung schließt sich der Senat trotz der Kritik im Schrifttum (vgl. Eckardt, NZG 2000, 449, 451ff., Wiedeman/Kleppe, EWiR 2000, 825f., Piehler/Schulte in: Münchner Handbuch des Gesellschaftsrechts, Band 2, 2. Aufl. 2004, § 37 Rn. 14) an, da eine Haftungsbeschränkung für die Gläubiger erhebliche Gefahren mit sich bringen würde, weil der einzige Rechtsnachfolger die Verfügungsmöglichkeit über das Gesellschaftsvermögen hat.
Durch die Übertragung des Gesamthandsanteils des Beteiligten zu 1. auf die Beteiligte zu 2. als letzte Mitgesellschafterin ist eine Vereinigung beider Anteile in ihrer Hand erfolgt (vgl. BGHZ 24, 106, 108; 58, 316, 318; BGH NJW 2000, 1119; BayObLG, DB 2003, 762, 763; BFH DB 1997, 1542).
Scheidet der vorletzte Gesellschafter aus einer zweigliedrigen Personenhandelsgesellschaft aus, so führt dies deshalb zur liquidationslosen Vollbeendigung der Gesellschaft; das Gesellschaftsvermögen geht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf den verbleibenden Gesellschafter über (BGH, Urteile vom 10. Mai 1978 - VIII ZR 32/77 - BGHZ 71, 296 und vom 16. Dezember 1999 - VII ZR 53/97 - NJW 2000, 1119; OLG Hamm…, Urteil vom 30. März 2007 - 30 U 13/06 - ZIP 2007, 1233 = EWiR 2007, 527 = juris Rn. 103 ff.; Bork/ Jacoby, ZGR 2005, 611 ;… Hopt/Merkt, a.a.O., § 131 HGB Rn. 35 m.w.N.).
Nach dem Ausscheiden des Schuldners infolge Kündigung der Gesellschaft ist der Vollstreckungsgläubiger nach § 836 ZPO ermächtigt, von dem verbleibenden Gesellschafter, der Gesamtrechtsnachfolger der beendeten Gesellschaft wurde (BGHZ 48, 203, 206; 71, 296, 300; BGH, Urt. v. 16. Dezember 1999 - VII ZR 53/97, NJW 2000, 1119), die vertragsgemäße Auszahlung des Abfindungsguthabens zu verlangen (…BGB-RGRK/v. Gamm, 12. Aufl. § 725 Rn. 6 ff;… Palandt/Sprau, BGB 65. Aufl. § 725 Rn. 3; vgl. auch BGHZ 116, 222, 229 f).
(2) Bestimmt der Gesellschaftsvertrag, dass die Gesellschaft mit dem Tod eines Gesellschafters nicht aufgelöst wird, sondern unter Ausscheiden des Verstorbenen fortbestehen soll (Fortsetzungsklausel), wächst der Anteil des ausgeschiedenen Gesellschafters den übrigen Gesellschaftern gemäß § 736 Abs. 1, § 738 Abs. 1 Satz 1 BGB an (…Palandt/Sprau § 738 Rn. 1a), bei einer Zwei-Personen-Gesellschaft dem verbliebenen Gesellschafter (OLG Stuttgart NZG 2004, 766/768 zur BGB-Gesellschaft; BGH NJW 2000, 1119 zur KG).
Mit dem Ausscheiden der einzigen persönlich haftenden Gesellschafterin - der B L GmbH - aus der B KG ist diese ohne Liquidation erloschen; die Versorgungsverbindlichkeiten gegenüber dem Kläger sind im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf die einzige beschränkt haftende Gesellschafterin der KG - die B G AG - übergegangen (vgl. zur Gesamtrechtsnachfolge des Kommanditisten bei Ausscheiden des Komplementärs aus einer zweigliedrigen Personengesellschaft bei vereinbarter Übernahme des Gesellschaftsvermögens durch den Kommanditisten: BGH 14. Februar 2005 - II ZR 361/02 - zu III der Gründe; 15. März 2004 - II ZR 247/01 - zu I der Gründe; 16. Dezember 1999 - VII ZR 53/97 - zu II 1 b der Gründe mwN; 25. März 1999 - I ZR 77/97 - zu II 1 der Gründe mwN; 10. Mai 1978 - VIII ZR 32/77 - zu II 2 a aa der Gründe mwN, BGHZ 71, 296) .
Der Gesamtrechtsnachfolger tritt kraft Gesetzes und (abweichend von § 263 ZPO bei gewillkürtem Parteiwechsel) ohne Zustimmungserfordernis des Gegners an die Stelle der bisherigen Partei (BGH MDR 2000, 340 f;… Senat aaO;… Zöller/Greger, aaO, § 263 Rn. 3).

References: § 131
 § 239
 § 37
 BGH 
 § 131
 § 836
 § 725
 § 725
 § 736
 § 738
 § 738
 BGH 
 BGH 
 § 263
 § 263