Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VI%20ZR%201/84
Timestamp: 2019-04-22 09:29:38+00:00

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BGH, 05.03.1985 - VI ZR 1/84 - dejure.org
BGB § 254 Abs. 1, §§ 831, 833
Tierhalter - Vollblutstute - Rind - Schadenanteil - Prerdepfleger - Koppel - Ausbrechen
Mitverschulden - Tierhalter - Vertreiben eines Rindes - Pferdekoppel - Verletzung des Pferdes
NJW 1985, 2416
MDR 1986, 44
VersR 1985, 665
a) Ist für die Entstehung eines Schadens auch die Tiergefahr des eigenen Tieres des Geschädigten mitursächlich, so muss sich der Geschädigte dies entsprechend § 254 Abs. 1, § 833 Satz 1 BGB mindernd auf seinen Anspruch aus § 833 Satz 1 BGB anrechnen lassen (vgl. Senatsurteile vom 5. März 1985 - VI ZR 1/84, VersR 1985, 665, 666 mwN;… vom 27. Oktober 2015 - VI ZR 23/15, VersR 2016, 60 Rn. 26).
cc) Der Kläger muss sich auch nicht entsprechend § 254 Abs. 1, § 833 Satz 1 BGB die von seinem Hund ausgehende Tiergefahr anspruchsmindernd anrechnen lassen (vgl. Senatsurteil vom 5. März 1985 - VI ZR 1/84, VersR 1985, 665, 666 mwN).
Haben zwei Tiere zum Schadenseintritt beigetragen, so bestimmt sich die Verpflichtung zum Ersatz des Schadens nach dem Gewicht, mit dem die jeweilige Tiergefahr in der Schädigung wirksam geworden ist (BGH NJW 1985, 2416, 2417 m. w. N.).
Bei zwei beteiligten Tieren verschiedener Halter bestimmt sich die Ersatzpflicht nach dem Gewicht, mit dem die Tiergefahr beider Tiere im Verhältnis zueinander wirksam geworden ist (vgl. BGH, NJW 1985, 2416;… OLG Hamm aaO).
Auch müßte sich G. als Tierhüter von "Granada" die von diesem Pferd ausgehende Tiergefahr nach Maßgabe der §§ 833, 834 BGB anrechnen lassen (zur Abwägung von Tiergefahren vgl. Senatsurteil vom 5. März 1985 - VI ZR 1/84 - VersR 1985, 665).
15 Grundsätzlich kann § 254 Abs. 1 BGB als Ausdruck eines allgemeinen Rechtsgedankens entsprechend anzuwenden sein, wenn der dem Verletzten zugefügte Schaden auch von seinem Tier mit verursacht wurde (BGH NJW 1976, 2130, 2131; 1985, 2416, 2417; OLG Saarbrücken NJW-RR 2006, 969, 970).
a) Nach der seit Längerem ganz herrschenden Meinung, von der auch die Eingangsinstanz im Grundsatz ausgegangen ist und die der Senat teilt, gilt § 254 Abs. 1 BGB analog, wenn sich Tiere verschiedener Halter gegenseitig verletzen oder wenn lediglich eines der beiden Tiere - durch das andere - zu Schaden kommt und dabei die spezifische Tiergefahr des Ersteren mitgewirkt hat ; maßgeblich für die Haftungsanteile sind in diesem Zusammenhang nicht die abstrakten Risikopotenziale als solche, sondern das jeweilige Gewicht, mit dem sich die von den beteiligten Tieren ausgehenden Gefahren konkret in der Schädigung manifestiert haben (…vgl. BGH, Urt. v. 06.07.1976 - VI ZR 177/75, Rdn. 20, VersR 1976, 1090 = NJW 1976, 2130; Urt. v. 05.03.1985 - VI ZR 1/84, Rdn. 20 f., VersR 1985, 665 = NJW 1985, 2416;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 10.02.1999 - 15 U 94/98, Rdn. 3, juris = BeckRS 1999, 16944;… ferner BeckOK-BGB/Spindler, Edition 29, § 833 Rdn. 38; Bocianiak, VersR 2011, 981, 983 f.;… Palandt/Sprau, BGB, 72. Aufl., § 833 Rdn. 13).
BGH, 18.02.1992 - VI ZB 49/91
Gewährung von Prozesskostenhilfe für eine Berufung - Erklärung über die …

References: § 254
 § 254
 § 833
 § 833
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