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Timestamp: 2020-08-12 15:21:06+00:00

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2.1 Urheberrechtlich geschütztes Werk :: Competence Center in Digital Law Platform
Das Schweizerische Urheberrecht definiert in Art. 2 Abs. 1 URG urheberrechtlich geschützte Werke als “geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die individuellen Charakter haben”. Konkretisiert wird diese Umschreibung in Art. 2 Abs. 2 URG, wo beispielhaft aufgezählt wird, was alles ein urheberrechtlich geschütztes Werk sein kann.
Damit ein Werk urheberrechtlich geschützt ist, müssen immer die folgenden Voraussetzungen gleichzeitig vorliegen:
• Das Werk muss eine geistige Schöpfung sein.
• Das Werk muss einen individuellen Charakter haben.
• Das Werk muss in irgendeiner Form zum Ausdruck gebracht werden.
Für den Urheberschutz spielt es hingegen keine Rolle, ob das Werk besonders wertvoll, teuer, ästhetisch oder sinnvoll ist. Auf den Wert oder den Zweck kommt es nicht an (Art. 2 Abs. 1 URG). Wichtig ist allein, dass die vorab genannten Voraussetzungen vorliegen.
Copyright-Zeichen und andere Urheberrechtsvermerke
Wie ist mit Werken mit einem Copyright-Zeichen©, einem Wasserzeichen, mit einem Vermerk, wie z.B. “alle Rechte vorbehalten” oder mit ähnliche Markierungen umzugehen?
Derartige Kennzeichnungen von Werken lösen oft Unsicherheit aus, da der Eindruck erweckt wird, das Werk sei dank diesen Markierungen urheberrechtlich geschützt. Das ist jedoch nicht der Fall. Das Schweizer Urheberrecht (und viele andere ausländischen Urheberrechte) sieht keine Kennzeichnungs- oder Registrierungspflicht von Werken vor. Es gibt weder Register noch Listen, in denen Werke oder Urheber eingetragen werden müssen (im Gegensatz zu anderen gewerblichen Schutzrechten, wie z.B. Patente oder Marken). Für den urheberrechtlichen Schutz kommt es allein darauf an, dass die Voraussetzungen aus Art. 2 Abs. 1 URG (zum Ausdruck gebrachte menschliche geistige Schöpfung mit individuellem Charakter) erfüllt sind. Kennzeichen oder Vermerke können aber immerhin eine Art “Warnfunktion” erfüllen, um dafür zu sensibilisieren, dass möglicherweise Urheberrechte bei Verwendung des Werks verletzt werden können.
Urheberschutz nicht nur für “Schöpfungen der Literatur und Kunst”
Das Gesetz erwähnt in Art. 2 Abs. 1 URG nur “geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst”. Die Einschränkung auf Literatur und Kunst ist aber viel zu eng und nicht entscheidend. Beispielsweise können auch wissenschaftliche Werke und Computerprogramme urheberrechtlich geschützte Werke sein, ohne zur Literatur und Kunst zu gehören. Das ergibt sich schon daraus, dass sie im Gesetz an späterer Stelle genannt werden - so erwähnt Art. 2 Abs. 2 lit. a URG “wissenschaftliche Sprachwerke” und Art. 2 Abs. 2 lit. d URG “Werke mit wissenschaftlichem und technischem Inhalt” und nach Art. 2 Abs. 3 URG gelten Computerprogramme als Werk. Allerdings müssen auch wissenschaftliche Werke und Computerprogramme stets die Voraussetzungen aus Art. 2 Abs. 1 URG (zum Ausdruck gebrachte menschliche, geistige Schöpfung mit individuellem Charakter) erfüllen. Das ist gerade bei wissenschaftlichen Werken nicht immer der Fall, wenn nur die sog.“wissenschaftliche Idee” zu Papier gebracht wird und es an einer originalen Ausdrucksform fehlt.

References: Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
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