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Timestamp: 2018-03-22 11:53:13+00:00

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ᐅ Massegläubiger: Definition, Begriff und Erklärung im JuraForum.de
Erklärung zum Begriff Massegläubiger
Massegläubiger – Ansprüche
Massegläubiger – Befriedigung der Ansprüche
Als „Massegläubiger“ werden jene Gläubiger eines Insolvenzschuldners bezeichnet, deren Ansprüche bevorzugt zu behandelt sind. Dies bedeutet, dass Gläubiger eines Insolvenzschuldners grundsätzlich in zwei verschiedene Kategorien eingeteilt werden:
Insolvenzgläubiger, deren Ansprüche gegenüber dem Insolvenzschuldner bereits vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestanden haben
Massegläubiger, deren Ansprüche gegenüber dem Insolvenzschuldner erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind
Während die Ansprüche der Insolvenzgläubiger während des eigentlichen Insolvenzverfahrens zu befriedigen sind, sind die Ansprüche der Massegläubiger gemäß § 53 InsO bereits vorweg aus der Insolvenzmasse zu befriedigen. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass zuvor gemäß §§ 47 und 48 InsO eine Aussonderung, gemäß §§ 49 ff. InsO eine Absonderung sowie gemäß §§ 94 und 96 InsO eine Aufrechnung erfolgt sein muss.
Ach muss beachtet werden, dass Massegläubiger im Gegensatz zu Aus- und Absonderungsberechtigten nicht das Recht haben, die Herausgabe von Gegenständen oder deren Verwertung zu ihren Gunsten außerhalb des Insolvenzverfahrens zu verlangen.
Die Ansprüche von Massegläubigern sind grundsätzlich erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beziehungsweise durch dieses selbst entstanden. Demzufolge sind Verbindlichkeiten, welche durch Rechtshandlungen eines Insolvenzverwalters entstanden sind, immer als Massenverbindlichkeiten anzusehen. Zu diesen zählen unter anderem Entgeltansprüche aus Verträgen, welche der Insolvenzverwalter selbst geschlossen hat, und die beispielsweise der Fortführung des Unternehmens dienen. Auch Miet- oder Pachtverträge zählen zu den Massenverbindlichkeiten, da diese häufig längerfristig bestehen, nur mit einer bestimmten Frist gekündigt werden können und somit vom Insolvenzverwalter weiterhin zu erfüllen sind.
Darüber hinaus werden als Ansprüche von Massegläubigern folgende Verbindlichkeiten anerkannt:
Kosten für den Gläubigerausschuss
Verbindlichkeiten, welche ein vorläufiger Insolvenzverwalter eingegangen ist
Verfahrenskosten des Insolvenzverwalters
Die Ansprüche eines Massegläubigers werden von diesem außerhalb des Insolvenzverfahrens gegenüber dem Insolvenzverwalter geltend gemacht.
Massegläubiger sind gegenüber den Insolvenzgläubigern privilegiert. Dies bedeutet, dass die Ansprüche der Massegläubiger vor jenen der Insolvenzgläubiger beglichen werden.
Wenn die Insolvenzmasse ausreichend ist, um die Ansprüche der Massegläubiger zu befriedigen, können sie von diesen geltend gemacht – notfalls auch klageweise – und vollstreckt werden. Beachtet werden müssen allerdings die Regelungen gemäß § 90 InsO, gemäß derer die Vollstreckung gegen Massenverbindlichkeiten in den ersten sechs Monaten eines Insolvenzverfahrens ausgeschlossen ist, wenn diese nicht durch Rechtshandlungen seitens des Insolvenzverwalters entstanden sind.
Reicht die Insolvenzmasse hingegen nicht aus, um die Ansprüche der Massegläubiger zu befriedigen, geschieht deren Befriedigung nach den Regelungen des § 209 InsO. Dieses Gesetz legt zum einen die Rangordnung fest, gemäß derer die Befriedigung zu erfolgen hat, zum anderen definiert es auch weitere Massenverbindlichkeiten.
Offene Lohnforderungen gegenüber Insolvenzverwalter JA_H schrieb am 18.12.2014, 19:23 Uhr:
Guten Abend,gehen wir mal von folgendem fiktiven Sachverhalt aus:- Insolvenzeröffnung einer Firma im Oktober 2012.- Im Rahmen der Isolvenz kam es zu einem Verkauf Mitte Dezember 2012.- Arbeitnehmer widerspricht dem Übergang im gesetzlichen Rahmen.- Insolvenzverwalter kündigt aufgrund dessen den AN fristgerecht bis Ende Januar 2013.-... » weiter lesen
Insolvenzverwalter nur gegenüber den Verfahrensbeteiligenten schadenersatzpflichtig? Darius85 schrieb am 22.11.2014, 12:11 Uhr:
Hallo,zur Haftung eines Insolvenzverwalters ist in der Insolvenzordnung folgendes angegeben:§ 60Haftung des Insolvenzverwalters(1) Der Insolvenzverwalter ist allen Beteiligten zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er schuldhaft die Pflichten verletzt, die ihm nach diesem Gesetz obliegen. Er hat für die Sorgfalt eines ordentlichen und... » weiter lesen
Folgen von Insolvenz Amaterasu schrieb am 17.04.2013, 09:21 Uhr:
Hallo, ich habe grundsätzlich mal ein paar Fragen zum Thema Insolvenz, wenn sie von einem Betrieb angemeldet wird: 1. Benötigt man zwingend einen Insolvenzverwalter? 2. Wenn ja, bekommt man den zugeteilt oder sucht man den sich selber? 3. Könnte der Geschäftsführer auch selber die Tätigkeiten des Insolvenzverwalters ausführen? 4.... » weiter lesen
Befriedigung der Massegläubiger nach §209 InsO unsagbar schrieb am 20.02.2013, 10:58 Uhr:
In Anlehnung an meine übrigen Beiträge nunmehr folgendes: angenommen ein Insolvenzverwalter erfüllt die Befriedigung eines Massegläubigers nach §209 der Insolvenzordnung nicht, welche Möglichkeiten hat der Massegläubiger außer der Zwangsvollstreckung? Stellt diese Tatsache ein Verstoß gegen die dem Insolvenzverwalter auferlegten... » weiter lesen
Insolvenzverwalter lässt Forderung verjähren coy24 schrieb am 20.01.2013, 17:01 Uhr:
Angenommen es besteht eine Forderung, welche zur Insolvenzmasse zählen würde, von der Gegenseite aber bestritten wird. Der Insolvenzverwalter weigert sich nun diese Forderung einzuklagen und die Forderung verjährt. Haftet dann der Insolvenzverwalter und wenn ja ist er versichert? Hat man auch im Insolvenzverfahren Anspruch auf PKH und... » weiter lesen
Insolvenzverfahren - Forderung wird bestritten - Wer zahlt Gerichtskosten? Der Reisende schrieb am 08.07.2012, 19:09 Uhr:
A GmbH hat Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzverfahren ist eröffnet worden und C wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. B hat eine Forderung angemeldet. Diese wird von C bestritten. B möchte Feststellungsklage erheben. Wer trägt die Gerichtskosten im Falle des Obsiegens durch B? Ist davon auszugehen, dass B die Gerichtskosten... » weiter lesen
Privatinsolvenz GbR Gesellschafter miritchi schrieb am 08.07.2009, 21:35 Uhr:
Hallo vielleicht kann mir hier jemand Tips geben. Folgender Fall einer GbR mit 3 geschäftsführenden Gesellschaftern: Ein Gesellschafter A kommt seinen Pflichten in der Gesellschaft nicht nach. Er wird dann von B und C seiner Geshäftsführungsaufgaben enthoben. Die Gesellschaft hat hohe Verbindlichkeiten die durch das Anlagevermögen... » weiter lesen
Wohlverhaltensperiode (nun ev. Zwangsvollstreckung) PetraG schrieb am 16.06.2009, 10:52 Uhr:
Hallo! Ich bin neu hier und hoffe, mit meinem 1. Beitrag nicht in irgendwelche "Fettnäpfchen" zu treten. Mal angenommen Schuldner A befindet sich im 4. Jahr der Wohlverhaltensperiode. Dann geschieht etwas: Schuldner A beauftragt einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen in einem Bußgeldverfahren. Bedauerlicherweise ist... » weiter lesen
Der BFH hat entscheiden, dass im massearmen Insolvenzverfahren Neuforderungen, die erst nach Feststellung der Masseunzulänglichkeit begründet worden sind, nicht zur Aufrechnung gestellt werden können (BFH vom 4.3.2008, Az. VII R 10/06). Im Streitfall hat der Kläger als Insolvenzverwalter in dem über das Vermögen der Schuldnerin eröffneten Insolvenzverfahren dem Insolvenzgericht im Dezember 2002 die Unzulänglichkeit der von ihm verwalteten... » weiter lesen
BAG: Urlaub in der Insolvenz - Neumasseverbindlichkeit
22.11.2006 | Recht & Gesetz
Hat ein Arbeitnehmer bei der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Arbeitgebers noch offene Urlaubsansprüche, so sind diese Masseverbindlichkeiten. Der Insolvenzverwalter hat dem Arbeitnehmer auf dessen Antrag Urlaub zu erteilen und das Urlaubsentgelt aus der Insolvenzmasse zu zahlen. Wird das Arbeitsverhältnis beendet, ist der offene Resturlaub ebenfalls als Masseverbindlichkeit abzugelten. Die Anzeige des... » weiter lesen
Massegläubiger Urteile und Entscheidungen
» BGH, 09.08.2006, IX ZB 200/05
Die öffentliche Bekanntmachung der Masseunzulänglichkeit ersetzt im Passivprozeß des Konkursverwalters gegen den Massegläubiger nicht die Darlegung und den Beweis der Massearmut.
» BAG, 11.12.2001, 9 AZR 80/01
Sicherheitsfrage 97 - A_/cht =
Massegläubiger – Weitere Begriffe im Umkreis
Wird ein Insolvenzverfahren eröffnet, ernennt das Insolvenzgericht per Beschluss gemäß § 27 InsO einen Insolvenzverwalter zur Durchführung des Insolvenzverfahrens. Im Rahmen der Rechtsaufsicht hat der zuständige Insolvenzrichter die Tätigkeit...

References: § 53
 § 90
 § 209
 §209
 §209
 § 27