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Timestamp: 2016-10-21 00:37:22+00:00

Document:
K 92/03 (21.07.2004)
Pr�sident Borella, Bundesrichterin Leuzinger, Bundesrichter Lustenberger, Ursprung und Fr�sard; Gerichtsschreiber Ackermann
S.________, wohnhaft in T.________, ist bei der Sanitas Krankenversicherung obligatorisch krankenpflegeversichert. Am 23. November 2002 wurde er um 23.00 Uhr in einem �rztlich begleiteten Krankenwagen in das Ospidal Val M�stair eingeliefert; nach einer Untersuchung wurde er um 24.00 Uhr - wiederum in einer Ambulanz mit �rztlicher Begleitung - in das Spital Oberengadin �berf�hrt. Mit Datum vom 24. November 2002 stellte das Ospidal Val M�stair f�r den Krankenwageneinsatz zwei Rechnungen �ber Fr. 357.-- und Fr. 1'278.20, wobei die nach Zeittarif abgerechneten Kosten f�r die begleitende �rztin insgesamt Fr. 700.-- ausmachten. Nachdem S.________ diese Rechnungen bezahlt hatte, leitete er sie zur R�ckerstattung an die Sanitas weiter, welche den in Art. 26 KLV maximal vorgesehenen Betrag von Fr. 500.-- an die Transportkosten verg�tete S.________ erkl�rte sich damit nicht einverstanden und verlangte, dass die Rechnungen f�r die zwei Krankentransporte einerseits nach den Kosten f�r die Transportleistungen (nach Art. 26 KLV) und andererseits f�r die �rztlich-medizinischen Pflichtleistungen (nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG) aufzuteilen und dementsprechend abzurechnen seien. Mit Verf�gung vom 19. Februar 2003 lehnte die Sanitas diese Vorgehensweise ab, da die "Kosten f�r die Begleitperson Arzt ... mit den Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung f�r Transportkosten abgegolten" seien, was durch Einspracheentscheid vom 10. M�rz 2003 best�tigt worden ist.
Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Entscheid vom 27. Juni 2003 ab.
S.________ f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Antrag, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheides und des Einspracheentscheides seien ihm die Kosten f�r die "Begleitperson Arzt" im Umfang von Fr. 700.-- zu verg�ten.
Die Sanitas schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde, w�hrend das Bundesamt f�r Sozialversicherung, Abteilung Kranken- und Unfallversicherung (seit dem 1. Januar 2004 im Bundesamt f�r Gesundheit), auf eine Vernehmlassung verzichtet.
Abschliessend nimmt S.________ zur Vernehmlassung der Sanitas Stellung.
1.1 Am 1. Januar 2003 ist das Bundesgesetz �ber den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG) vom 6. Oktober 2000 in Kraft getreten. Mit ihm sind zahlreiche Bestimmungen im Krankenversicherungsbereich ge�ndert worden. In zeitlicher Hinsicht sind jedoch grunds�tzlich diejenigen Rechtss�tze massgebend, die bei der Erf�llung des zu Rechtsfolgen f�hrenden Tatbestandes Geltung haben (BGE 127 V 467 Erw. 1), was hier mit der Durchf�hrung der Krankentransporte in der Nacht vom 23. auf den 24. November 2002 geschehen ist. Daran �ndert nichts, dass Verf�gung und Einspracheentscheid (der an die Stelle der Verf�gung tritt; BGE 119 V 350 Erw. 1b mit Hinweisen) erst im Jahr 2003 ergangen sind.
1.2 Nach Art. 25 Abs. 1 KVG �bernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Kosten f�r die Leistungen, die der Diagnose oder Behandlung einer Krankheit und ihrer Folgen dienen. Diese Leistungen umfassen Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen, die unter anderem von �rzten ambulant, bei Hausbesuchen, station�r, teilstation�r oder in einem Pflegeheim durchgef�hrt werden (Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG); weiter umfassen diese Leistungen auch einen Beitrag an die medizinisch notwendigen Transportkosten sowie an die Rettungskosten (Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG).
In Art. 33 lit. g KVV hat der Bundesrat das Departement beauftragt, nach Anh�ren der zust�ndigen Kommission den in Artikel 25 Absatz 2 lit. g KVG vorgesehenen Beitrag an die Transport- und Rettungskosten zu bezeichnen, wobei die medizinisch notwendigen Transporte von einem Spital in ein anderes einen Teil der station�ren Behandlung darstellen. In der Folge hat das Departement in Art. 26 Abs. 1 KLV vorgesehen, dass die Versicherung 50 Prozent der Kosten von medizinisch indizierten Krankentransporten zu einem zugelassenen, f�r die Behandlung geeigneten und im Wahlrecht des Versicherten stehenden Leistungserbringer �bernimmt, wenn der Gesundheitszustand des Patienten oder der Patientin den Transport in einem anderen �ffentlichen oder privaten Transportmittel nicht zul�sst; maximal wird pro Kalenderjahr ein Betrag von 500 Franken �bernommen. Art. 26 Abs. 2 KLV bestimmt �berdies, dass der Transport in einem den medizinischen Anforderungen des Falles entsprechenden Transportmittel zu erfolgen hat.
1.3 Gem�ss Art. 35 Abs. 1 KVG sind zur T�tigkeit zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung die Leistungserbringer zugelassen, welche die Voraussetzungen nach den Artikeln 36 - 40 KVG erf�llen. Solche Leistungserbringer sind nach Art. 35 Abs. 2 KVG �rzte und �rztinnen (lit. a), Spit�ler (lit. h) sowie Transport -und Rettungsunternehmen (lit. m; in Kraft seit dem 1. Januar 2001). Letztere d�rfen zu Lasten eines Versicherers t�tig sein, wenn sie nach kantonalem Recht zugelassen sind und mit diesem Krankenversicherer einen Vertrag �ber die Durchf�hrung von Transporten und Rettungen abschliessen (Art. 56 KVV).
1.4 Art. 43 Abs. 1 KVG schreibt vor, dass die Leistungserbringer ihre Rechnungen nach Tarifen oder Preisen erstellen. Nach Art. 43 Abs. 2 KVG ist der Tarif eine Grundlage f�r die Berechnung der Verg�tung und kann namentlich auf den ben�tigten Zeitaufwand abstellen (Zeittarif; lit. a). Die Tarife und Preise werden in Vertr�gen zwischen Versicherern und Leistungserbringern vereinbart (oder in den vom Gesetz bestimmten F�llen von der zust�ndigen Beh�rde festgesetzt; Art. 43 Abs. 4 KVG); dies trifft f�r die "Vereinbarung betreffend Tarif f�r Prim�r- und Sekund�rtransporte und -Eins�tze zwischen dem Verband Heime und Spit�ler Graub�nden (H+S) und dem Kantonalverband B�ndnerischer Krankenversicherer (KBK [heute sant�suisse GR])" zu, die im Zeitpunkt des Krankentransportes (23./24. November 2002) g�ltig gewesen ist.
Streitig ist, ob die Sanitas die Kosten f�r die �rztliche Begleitung des Krankentransportes zus�tzlich zum resp. unabh�ngig vom Beitrag an die Transportkosten zu �bernehmen hat, oder ob dies im - von der Krankenkasse bereits verg�teten - Beitrag nach Art. 26 KLV enthalten ist. Nicht umstritten ist dagegen die medizinische Notwendigkeit des �rztlich begleiteten Transportes mit dem Krankenwagen von zu Hause ins Ospidal Val M�stair sowie die medizinisch indizierte Weiterverlegung ins Spital Oberengadin.
3.1 Die Vorinstanz hat erwogen, dass die Krankenkasse zu Recht nur den maximalen Beitrag gem�ss Art. 26 KLV verg�tet habe; ein zus�tzlicher Versicherungsschutz bestehe nicht. Eine Leistungspflicht nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG m�sse nicht gepr�ft werden, denn aus den Akten gehe nicht hervor, dass die den Krankentransport begleitende �rztin eine spezielle Leistung im Sinne dieser Bestimmung erbracht h�tte. Somit seien die vom Beschwerdef�hrer zus�tzlich geforderten Fr. 700.-- f�r die "Begleitperson Arzt" nicht zu erstatten.
Der Versicherte ist demgegen�ber der Auffassung, dass Vorinstanz und Krankenkasse der Kernfrage ausgewichen seien, ob die aufgrund einer im Einzelfall wegen medizinischer Indikation angeordnete Transportbegleitung durch einen Arzt eine Leistung nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG (mit voller Kosten�bernahmepflicht) oder eine Transportleistung nach lit. g (mit limitierter Kosten�bernahme) darstelle. Das kantonale Gericht lasse in seiner Argumentation ausser Acht, dass Art. 43 Abs. 2 KVG nebst dem Einzelleistungs- und Pauschaltarif (lit. b und c) auch den Zeittarif (lit. a) vorsehe. Hier sei gem�ss Vereinbarung zwischen H+S und sant�suisse GR der Zeittarif angewandt worden, weshalb die in der verrechneten Zeit erbrachte Einzelleistung nicht genannt werden m�sse. Die Arztpr�senz auf dem Transport beinhalte die dauernde, im Sicherheitsanspruch des Patienten begr�ndete �berwachung des Zustandes und von Fall zu Fall die Vornahme von notwendigen Pflegemassnahmen, Diagnosen und Therapien. Die Einsch�tzung der M�glichkeit/Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Geschehnisse sei f�r die Indikationsstellung der Transportbegleitung durch einen Arzt bestimmend; die Arztbegleitung weise jedenfalls auf einen kritischen Zustand des zu transportierenden Patienten hin. Nach Art. 25 KVG seien die - u.a. von �rzten - zu erbringenden Massnahmen, die der Untersuchung, Diagnosestellung und Behandlung einer Krankheit dienen, sowie Pflegemassnahmen Leistungen der Grundversicherung, deren Kosten die obligatorische Krankenversicherung zu �bernehmen habe. Diese Leistungen k�nnten auch ambulant - und damit auch in einem Transportfahrzeug - erbracht werden. Dass der Begleitarzt eines Krankentransportes Leistungen je nach Einzelfall in unterschiedlicher Beanspruchung und in wechselnder Kombination erbringe, begr�nde und rechtfertige die Anwendung des Zeittarifs. Pflichtleistungen der Grundversicherung erbringe der Arzt in jedem Fall; sogar die "einfache", nach anerkannten Methoden vorgenommene Beruhigung des Patienten w�re letztlich als eine Leistung von �rztlicher Psychotherapie zu qualifizieren und damit eine Pflichtleistung (Art. 2 Abs. 1 KLV). Aufgrund dieser Ausf�hrungen sei es zwingend, die medizinisch indizierte Begleitung eines Krankentransportes durch einen Arzt grunds�tzlich als eine Leistung nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG anzuerkennen. Sie habe mit der eigentlichen Transportleistung gem�ss Art. 25 Abs. 2 lit. g nichts zu tun, denn sie w�re, bei Ausfall der Transportm�glichkeit (z.B. fehlendes Fahrzeug oder geschlossener Pass) in genau gleicher Weise am Krankenbett zu erbringen, in welchem Fall die Kosten�bernahme im Rahmen der Grundversicherung unbestritten w�re. Schliesslich habe bereits im KUVG die medizinisch indizierte Transportbegleitung durch einen Arzt eine Pflichtleistung dargestellt, w�hrend die �bernahme der Transportkosten an sich den Krankenkassen freigestellt gewesen sei; mit der Einf�hrung des KVG seien die statutarischen freiwilligen Leistungen in der Grundversicherung abgeschafft und die Frage der �bernahme der Transportkosten sei einheitlich geregelt worden, ohne dass die bisher vollst�ndig verg�tete �rztliche Leistung abgeschafft werden sollte.
3.2 Das Gesetz ist in erster Linie nach seinem Wortlaut auszulegen. Ist der Text nicht ganz klar und sind verschiedene Auslegungen m�glich, so muss nach seiner wahren Tragweite gesucht werden unter Ber�cksichtigung aller Auslegungselemente, namentlich des Zwecks, des Sinnes und der dem Text zu Grunde liegenden Wertung. Wichtig ist ebenfalls der Sinn, der einer Norm im Kontext zukommt. Vom klaren, d.h. eindeutigen und unmissverst�ndlichen Wortlaut darf nur ausnahmsweise abgewichen werden, u.a. dann n�mlich, wenn triftige Gr�nde daf�r vorliegen, dass der Wortlaut nicht den wahren Sinn der Bestimmung wiedergibt. Solche Gr�nde k�nnen sich aus der Entstehungsgeschichte der Bestimmung, aus ihrem Grund und Zweck oder aus dem Zusammenhang mit andern Vorschriften ergeben (BGE 130 II 71 Erw. 4.2, 130 V 50 Erw. 3.2.1, 129 II 356 Erw. 3.3, 129 V 165 Erw. 3.5, 284 Erw. 4.2, je mit Hinweisen).
Der Wortlaut des Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG stimmt - jedenfalls soweit die medizinisch notwendigen Transportkosten betreffend - in den drei Sprachversionen �berein ("an die medizinisch notwendigen Transportkosten", "aux frais de transport m�dicalement n�cessaires", "alle spese di trasporto necessarie dal profilo medico") und scheint auf den ersten Blick eindeutig zu sein. Es geht um die Kosten des Transports, d.h. der Bef�rderung eines Versicherten von seinem aktuellen Standort zu einem Leistungserbringer (vgl. auch Art. 26 KLV). Anspruch auf Transportkostenbeitr�ge hat, wer zum Zweck der Durchf�hrung diagnostischer oder therapeutischer Massnahmen im Zusammenhang mit einer Krankheit und ihrer Folgen zu einem Leistungserbringer gebracht werden muss, ohne sich in der Notlage einer Rettungssituation zu befinden (Gebhard Eugster, Krankenversicherung, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, Rz 148). Jedoch stellt sich die Frage, was genau unter diesen medizinisch notwendigen Transportkosten zu verstehen ist, und insbesondere ob sie nur die Kosten f�r den Transport im eigentlichen Sinne in einem (allenfalls) speziell daf�r ausger�steten Fahrzeug umfassen oder ob dazu auch Kosten geh�ren, die aus der personellen Besetzung des Transportmittels resultieren. In Bezug auf den Fahrer ist dies wohl zu bejahen, kann hier jedoch letztlich offen gelassen werden (in der hier anwendbaren Vereinbarung betreffend Tarif f�r Prim�r- und Sekund�rtransporte ist der Fahrer weder unter der Grundleistung noch unter den Begleitpersonen erw�hnt). Jedenfalls aber ist der Text des Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG hinsichtlich der Kosten des medizinischen Begleitpersonals des Krankentransports (Sanit�ter, Pflegepersonal, �rzte) nicht eindeutig und erm�glicht denn auch verschiedene Auslegungen.
3.3 Das KVG hat Krankentransporte als Pflichtleistungen mit limitierter Kostendeckung ausgestaltet; Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG bezweckt, die mit einem Krankentransport �blicherweise verbundenen Grundkosten zu �bernehmen (Fahrzeug, Infrastruktur). Nicht darunter fallen die nach Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG erbrachten Untersuchungen, Behandlungen und Pflegemassnahmen. Dies ergibt sich insbesondere aus der Systematik des Gesetzes, indem zwischen den Leistungen nach lit. a und lit. g unterschieden wird, h�tte doch der Gesetzgeber andernfalls in Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG ausdr�cklich festgelegt, dass mit dem Transportkostenbeitrag auch die �rztlichen Leistungen, namentlich Behandlung und Pflegemassnahmen, abgegolten seien; diese Bestimmung w�rde dann etwa lauten: "... Transportkosten sowie an die Rettungskosten, eingeschlossen die damit verbundenen �rztlichen Leistungen". Dieser Gedanke wird dadurch best�tigt, dass der Transportkostenbeitrag auf j�hrlich maximal Fr. 500.-- begrenzt ist (Art. 26 Abs. 1 KLV), womit die �rztlichen Leistungen w�hrend eines - wie hier m�glicherweise langen Transportweges - kaum gedeckt werden k�nnen, was die Limitierung als nicht sinnvoll erscheinen l�sst. Somit ist auch aus diesem quantitativen Blickwinkel nicht einsichtig, warum die w�hrend des medizinisch notwendigen Transports zum Leistungserbringer durch den begleitenden Arzt vorgenommenen Vorkehren diagnostischer, therapeutischer oder pflegerischer Art nicht unter die Regelung des Art. 25 Abs. 2 lit. a Ziff. 1 KVG fallen sollten. Dass die Transportkosten auch die Kosten der �rztlichen Betreuung w�hrend des Transportes umfassen sollten, l�sst sich im �brigen auch nicht aus den Gesetzesmaterialien ableiten: Der Entwurf des Bundesrates sah lediglich einen Beitrag an die Transportkosten bei Notf�llen sowie an die Rettungskosten vor, w�hrend in den parlamentarischen Beratungen eine Ausweitung des Leistungstatbestandes auf einen Beitrag an die medizinisch notwendigen Transportkosten erfolgte (Eugster, a.a.O., S. 77 FN 323 mit Hinweisen auf die Materialien).
Auch die in Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG erw�hnten Rettungskosten sind durch die obligatorische Krankenversicherung nicht voll gedeckt, sondern es wird nur (aber immerhin) ein Beitrag an die Kosten erstattet (nach Art. 27 KLV 50 % der Kosten, h�chstens Fr. 5'000.-- pro Kalenderjahr; zudem limitiert auf Rettungen in der Schweiz). Rettung ist mehr als medizinischer Notfalltransport; der Begriff der Rettungskosten ersch�pft sich daher nicht in den Kosten f�r Rettungstransporte, sondern umfasst alle Massnahmen, die zur Rettung der betroffenen Person notwendig sind (Eugster, a.a.O., Rz. 150). Die Kosten f�r die �rztliche Betreuung w�hrend des Rettungstransports sind nach Eugster (a.a.O., S. 77 FN 324) jedoch Pflichtleistungen im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG und nicht Teil der Rettungskosten gem�ss Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG. Obwohl sich dieser Autor nicht zur Frage �ussert, ob die �rztliche Betreuung bei medizinisch notwendigen Transporten als Pflichtleistung unter Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG zu subsumieren ist oder nicht, ist kein Grund ersichtlich, weshalb in dieser Hinsicht etwas anderes als bei den Rettungskosten gelten sollte; die �berzeugende Meinung von Eugster kann deshalb sinngem�ss auf den hier massgebenden Sachverhalt �bertragen werden.
3.4 Schliesslich ist die Bestimmung des Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG auch im Hinblick auf die fr�here Rechtslage nach KUVG auszulegen. Damals waren die Kosten des Transportes (insbesondere in einer Ambulanz) nicht Bestandteil der gesetzlichen Leistungen zu Lasten der Grundversicherung, wobei anders lautende statutarische Regelungen vorbehalten blieben (BGE 118 V 173 Erw. 2a mit Hinweisen); die Begleitung durch einen Krankenpfleger war nach KUVG Teil der Transportkosten und hatte deshalb keine Leistungspflicht der Krankenkasse zur Folge (BGE 118 V 175 Erw. 3; RKUV 1994 Nr. K 938 S. 160 Erw. 2). Von den eigentlichen Transportkosten sowie den Kosten f�r die Betreuung durch Pflegekr�fte w�hrend des Transportes waren jedoch die Kosten zu unterscheiden, die durch die w�hrend des Transports mit einer Ambulanz erfolgende �rztliche Behandlung entstanden; diese waren altrechtlich von den Krankenkassen als Pflichtleistung im Sinne einer �rztlichen ambulanten Behandlung gem�ss Art. 12 Abs. 2 Ziff. 1 lit. a KUVG zu �bernehmen (RKUV 1994 Nr. K 938 S. 160 Erw. 2b ein Kardiomobil betreffend). W�re es der Wille des Gesetzgebers gewesen, die Transportleistungen zwar neu als Pflichtleistungen auszugestalten, aber betreffend der Kosten der �rztlichen Begleitung eine Verschlechterung gegen�ber der Rechtslage nach KUVG einzuf�hren, m�sste dies aus den Materialien ersichtlich sein, was jedoch nicht der Fall ist. Dies gilt um so mehr, als das KVG die Transportkosten zwar als Pflichtleistungen anerkennt, diese jedoch nur mit einem auf Fr. 500.-- beschr�nkten Beitrag ausgestaltet hat.
Damit ist auch unter Ber�cksichtigung der Rechtslage nach KUVG davon auszugehen, dass die Transportkosten nach Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG in Verbindung mit Art. 26 Abs. 1 KLV die �rztlichen Leistungen nicht umfassen, welche bei einer medizinisch notwendigen �rztlichen Begleitung anfallen.
3.5 Aus dem Gesagten folgt, dass die Kosten notwendiger �rztlicher Leistungen bei Krankentransporten im Kostenbeitrag des Art. 25 Abs. 2 lit. g KVG nicht enthalten sind. Diese sind vielmehr von den Transportkosten zu unterscheiden und gem�ss Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG vom Krankenversicherer separat zu �bernehmen.
3.6 In grunds�tzlicher Hinsicht ist hier jedoch weiter zu beachten, dass nach Art. 33 lit. g KVV medizinisch notwendige Transporte von einem Spital in ein anderes einen Teil der station�ren Behandlung darstellen. Warum der Verlegungstransport erfolgt, ist belanglos, solange er aus Behandlungsgr�nden vorgenommen wird und notwendig ist (Eugster, a.a.O., S. 78 FN 325). Die Transportleistungen sind diesfalls durch die Tagespauschale gem�ss Art. 49 Abs. 1 KVG gedeckt, sofern sie nicht gem�ss Art. 49 Abs. 2 KVG ausgesondert worden sind (Eugster, a.a.O., Rz 152). Wird ein Patient notfallm�ssig in ein Spital eingewiesen und von dort sofort in ein anderes Spital weiterverlegt, hat er den Status eines station�ren Patienten, wenn die Einweisung zum Zwecke einer Hospitalisation von mehr als 24 Stunden erfolgt war (Eugster, a.a.O., S. 78 FN 326). Sind nach dieser speziellen Regelung schon die Verlegungstransporte Bestandteil der station�ren Behandlung, gilt erst Recht, dass damit einhergehende �rztliche Leistungen im Regelfall ebenfalls einen Teil der station�ren Behandlung darstellen und deshalb durch die Tagespauschale gedeckt sind.
Da die Notwendigkeit einer �rztlichen Begleitung des Transportes des Beschwerdef�hrers von zu Hause ins Ospidal Val M�stair nicht bestritten ist (vgl. Erw. 2 hievor), hat die Krankenkasse hief�r die Pflichtleistungen im Sinne von Art. 25 Abs. 2 lit. a KVG gem�ss der Vereinbarung betreffend Tarif f�r Prim�r- und Sekund�rtransporte und -Eins�tze zwischen dem Verband Heime und Spit�ler Graub�nden (H+S) und dem Kantonalverband B�ndnerischer Krankenversicherer (KBK [heute sant�suisse GR]) zu �bernehmen. Die Weiterverlegung mit �rztlicher Begleitung ins Spital Oberengadin f�llt dagegen unter die station�re Behandlung und ist deshalb von vorneherein eine Pflichtleistung (vgl. Erw. 3.6 hievor). Die Sache wird deshalb an die Sanitas zur�ckgewiesen, damit sie ihre Leistungen neu festsetze und anschliessend verf�ge.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG)
Nach der Rechtsprechung hat die in eigener Sache prozessierende Partei nur in Ausnahmef�llen Anspruch auf eine Parteientsch�digung (vgl. BGE 110 V 132). Die Voraussetzungen, die gem�ss BGE 110 V 134 f. Erw. 4d kumulativ gegeben sein m�ssen, damit eine solche Ausnahmesituation anzunehmen ist (komplexe Sache mit hohem Streitwert, hoher Arbeitsaufwand, vern�nftiges Verh�ltnis zwischen dem betriebenen Aufwand und dem Ergebnis der Interessenwahrung), sind im vorliegenden Fall nicht erf�llt.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 27. Juni 2003 und der Einspracheentscheid der Sanitas vom 10. M�rz 2003 aufgehoben werden und die Sache an die Sanitas zur�ckgewiesen wird, damit sie im Sinne der Erw�gungen �ber den Kostenverg�tungsanspruch neu befinde.

References: Art. 26
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 Art. 33
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 Art. 35
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 Art. 43
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 Art. 27
 Art. 25
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 Art. 25
 Art. 25
 Art. 12
 Art. 25
 Art. 26
 Art. 25
 Art. 25
 Art. 33
 Art. 49
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