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Timestamp: 2020-07-13 19:22:27+00:00

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Die verfrühte Übertragung auf den Einzelrichter | Rechtslupe
Die verfrühte Übertragung auf den Einzelrichter
Die Über­tra­gung eines Rechts­streits auf den Ein­zel­rich­ter nach § 6 FGO kann zu einem Beset­zungs­man­gel i.S. des § 119 Nr. 1 FGO füh­ren. Dies kommt bei einer will­kür­li­chen Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter in Betracht.
Hier­für reicht es nicht aus, wenn der Rechts­streit auf den Ein­zel­rich­ter bereits vor dem Ein­gang der letz­ten Schrift­sät­ze über­tra­gen wird. Denn der Senat kann über die Über­tra­gung schon dann ent­schei­den, wenn er sich ein hin­rei­chen­des Urteil über den Fall bil­den kann. Hier­für genügt nach all­ge­mei­ner Auf­fas­sung der Ein­gang von Kla­ge­be­grün­dung, Kla­ge­er­wi­de­rung und Steu­er­ak­ten [1].
Im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Streit­fall hat­te der Senat des Finanz­ge­richts den Rechts­streit auf den Ein­zel­rich­ter bereits vor dem Ein­gang der Kla­ge­be­grün­dung über­tra­gen. Es kann uner­ör­tert blei­ben, ob bereits jeg­li­che Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter als Ver­stoß gegen § 6 FGO i.V.m. § 119 Nr. 1 FGO anzu­se­hen ist. Bleibt die Kla­ge­be­grün­dung z.B. trotz einer Frist­set­zung nach § 79b FGO aus, kann eine Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter sach­ge­recht sein. Anders ist es im Streit­fall, in dem die Klä­ge­rin einen Antrag nach § 86 Abs. 1 FGO gestellt und aus­drück­lich ange­kün­digt hat­te, die Kla­ge nach Akten­vor­la­ge zu begrün­den.
Fol­ge der Unwirk­sam­keit der Ein­zel­rich­ter­über­tra­gung war, dass wei­ter­hin der Voll­se­nat als der für die Ent­schei­dung des Streit­falls zustän­di­ge gesetz­li­che Rich­ter anzu­se­hen ist [2].
Der Bun­des­fi­nanz­hof hielt es im vor­lie­gen­den Fall für ange­zeigt, nach § 116 Abs. 6 FGO zu ver­fah­ren, das ange­foch­te­ne Urteil auf­zu­he­ben und den Rechts­streit zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Finanz­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen. Dabei mach­te der Bun­des­fi­nanz­hof von der Mög­lich­keit einer Zurück­ver­wei­sung des vom Finanz­ge­richt dem Ein­zel­rich­ter über­tra­ge­nen Rechts­streits an den Voll­se­nat Gebrauch [3].
Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Juli 2016 – V B 66/​15
BFH, Beschluss vom 27.12 2004 – IV B 16/​03, BFH/​NV 2005, 1078, unter II. 6.; eben­so Bran­dis in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 6 FGO Rz 14; Sun­der-Plass­mann in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 6 FGO Rz 31, und Mül­ler-Horn in Beermann/​Gosch, AO/​FGO, § 6 FGO Rz 33[↩]
BFH, Beschluss vom 08.01.2013 – X B 118/​12, BFH/​NV 2013, 750[↩]
vgl. zu § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO BFH, Urtei­le vom 15.04.1996 – VI R 98/​95, BFHE 180, 509, BStBl – II 1996, 478, unter 3.; vom 30.11.2010 – VIII R 19/​07, BFH/​NV 2011, 449, unter II. 4., und in BFH/​NV 2013, 750[↩]
Die vom Gericht vor­ge­schla­ge­ne For­mu­lie­rung des Kla­ge­an­trags Nach § 76 Abs. 2 FGO hat der Vor­sit­zen­de (Bericht­erstat­ter) dar­auf hin­zu­wir­ken, dass sach­dien­li­che Anträ­ge gestellt wer­den. Das Wesen der Kla­ge wird durch den begehr­ten…
Der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter – und die… Ent­schei­det der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter in einer Sache, der er rechts­grund­sätz­li­che Bedeu­tung bei­misst, über die Beschwer­de und lässt er die Rechts­be­schwer­de zu, so ist die Zulas­sung…
BesetzungsmangelEinzelrichterFinanzgerichtsverfahrengesetzlicher Richter

References: § 6
 § 119
 § 6
 § 119
 § 79
 § 86
 § 116
 § 6
 § 6
 § 6
 § 126
 § 76