Source: http://jataka.nibbanam.com/Band_IV/j458.htm
Timestamp: 2019-05-20 07:44:18+00:00

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458. Die Erzählung von Udaya (Udaya-Jataka)
§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen unzufriedenen Mönch.
§D. Die Begebenheit wird im Kusa-Jataka [1] erzählt werden. —
§1. „Du sitzest allein, du Reine, in schöner Haltung,
herauf zum Söller stiegst du, Tadellose;
ich bitte dich mit deinen Nymphenaugen [4]:
die eine Nacht lass uns zusammen bleiben!“
§2. „Von festgetürmtem Wall umgeben,
von starken Tortürmen und Erkern,
bewacht von Kriegern schwertumgürtet
ist schwer zugänglich diese Stadt.
§3. Dass hier ein zarter junger Mann
hereinkommt, das kommt sonst nicht vor;
doch sage mir, aus welchem Grunde
§4. „Ich bin ein Dämon, schöne Frau,
ich kam hierher um deinetwillen.
§5. „Ob Gott, ob Dämon oder auch ob Mensch,
nach keinem ich verlang als nach Udaya.
Geh du nur wieder, Dämon, groß von Macht,
entferne dich und komme niemals wieder!“
§6. „Den größten Reiz, den Liebesfreunde kennen,
um dessentwillen man auch Unrecht tut,
lass ihn nicht schwinden, nur bedacht auf Reinheit!
Ich geb dir goldgefüllt die Silberschüssel.“
§7. „Ein Mann, der eine Frau bewegen will,
dass sie sich hingibt, steigert doch den Preis.
Das Gegenteil tust du nach Götterart,
denn jedes Mal bringst weniger du her.“
§8. „Die Jugend und die Schönheit, schöne Frau,
nimmt bei den Menschen immer ab auf Erden;
und um der Schönheit willen wird dein Geld
auch weniger, denn älter bist du heute.
§9. Und während ich dich so beschaute,
du ruhmgekrönte Königstochter,
sollst du den heil'gen Wandel führen;
so steigert sich die Schönheit dein.“
§11. „Die Götter altern nicht so wie die Menschen,
an ihren Gliedern gibt es keine Falten;
dich frage ich, du Dämon groß von Macht:
Warum wohl altert nicht der Götter Leib?“
§12. „Die Götter altern nicht so wie die Menschen,
von Tag zu Tag wird größer nur bei ihnen
die Götterschönheit und ihr heller Glanz.“
§14. „Wenn man mit Wort und Sinn das Rechte will,
wenn mit dem Körper man nichts Böses tut,
viel Trank und Speis im Hause hat zum Spenden,
wenn gläubig, mild, freigebig und leutselig,
wenn freundlich man ist, liebevoll, sanft redend:
auf diesem Weg gibt 's keine Furcht vorm Jenseits.“
§15. „Du unterweisest mich, o Dämon,
wie eine Mutter, wie ein Vater;
du schön Gestalteter, dich frag ich:
Wer bist du, Hochgewachsener?“
Nachdem ich dich gesprochen, geh ich;
befreit bin ich von dem Vertrage.“
§17. „Wenn du Udaya bist und hierher
um des Vertrages willen kamst,
§18. „Rasch fliegt das Alter wie ein Augenblick,
nichts Festes gibt es, alle Wesen sterben,
es altert auch der unbeständ'ge Körper;
nicht lasse nach, Udaya, wandle heilig!
§19. Wenn die gesamte Erde voll von Schätzen
einem allein gehörte, keinem andern,
der Lustbefreite würd' darauf verzichten;
§20. Die Mutter und der Vater und die Brüder,
die Gattin auch, die man für Geld erkaufte,
auch sie müssen verzichten aufeinander;
§21. Merk, dass dein Körper ist der andern Speise,
erkenne auch, dass beides niedrig ist,
ob du zum Heil, zum Unheil wirst geboren [5];
nicht lasse nach, Udaya, wandle heilig!“
§22. „Gut hat gesprochen dieser Dämon:
Gar kurz nur ist des Menschen Leben,
elend ist es und eng begrenzt
§C. Nachdem der Meister diese Lehrunterweisung beschlossen und die Wahrheiten verkündigt hatte, verband er das Jataka (am Ende der Wahrheitsverkündigung aber gelangte jener unzufriedene Mönch zur Frucht der Bekehrung) mit folgenden Worten: „Damals war die Königstochter die Mutter Rahulas [7], Sakka aber war ich.“
[1] Dies ist das Jataka 531.
[2] Dasselbe Wort wie der Name des Prinzen, nur in der weiblichen Form. [Männernamen enden auf einem kurzen „a“, Frauennamen auf einem langen „ā“, die diakritischen Zeichen sind hier regelmäßig weggelassen.]

References: §1

§2

§3

§4

§5

§6

§7

§8

§9

§11

§12

§14

§15

§17

§18

§19

§20

§21

§22