Source: http://www.juralit.com/2016/02/21/nomoskommentar-bgb-allgemeiner-teilegbgb-2/
Timestamp: 2019-03-19 15:25:51+00:00

Document:
NomosKommentar BGB: Allgemeiner Teil/EGBGB
Heidel/Hüßtege/Mansel/Noack (Hrsg.), BGB - Allgemeiner Teil/EGBGB, Bd.1. 3. Aufl., 2016, Nomos
Thomas Heidel/Rainer Hüßtege/Heinz - Peter Mansel/Ulrich Noack
Allgemeiner Teil - EGBGB
Baden-Baden: Nomos, 2016, 3030 S., 198 Eur0 (DAV-Mitgl. 168 Euro)
Gesamtherausgeber: Dauner-Lieb/Heidel/Ring
Der früher als “Anwaltkommentar” bekannte Großkommentar zum BGB verfolgt das ambitionierte, aber eingelöste Ziel, wissenschaftliche Analyse und Kreativität bei der Lösung praktischer Rechtsfragen einzusetzen, was letztlich für die Praxis selbstverständlich sein sollte. Es tauchen ohnehin immer wieder neue Rechtsfragen zu oftmals schon lange exisistierenden Normen auf, wofür der “Allgemeine Teil” des BGB ein sehr gutes Beispiel ist.
Der seit seiner ersten Auflage glänzend eingeführte NomosKommentar zum Allgemeinen Teil des BGB verbindet in einer vorbildlichen Konzeption wissenschaftliche Durchdringung mit praktischer Problemanalyse. Das Konzept verbindet die Qualität eines Großkommentars mit Elementen eines Handbuches. Behandelt werden alle „AT“-relevanten Themen mit den verbliebenen Regelungen des dt. IPR im EGBGB (insbesondere die ROM-VOen werden in Band 6 kommentiert).
Die Kommentierungen enthalten folgende Schwerpunkte:
EU-Eheverordnung nebst dem IntFamRVG und den einschlägigen Vorschriften des FamFG
Haager Eheschließungsübereinkommen
Haager Entführungsübereinkommen
Prostitutionsgesetz.
In den Kommentar intergriert sind einige handbuchartige Schwerpunktbeiträge, die von hohem Interesse sind:
internationale Wertpapierrecht.
Der erste Band der zweiten Auflage dieses Kommentars enthält dem Aufbau des BGB folgend die Kommentierungen zum Allgemeinen Teil des deutschen bürgerlichen Rechts. Wie sehr der Kommentar wissenschaftliche Aspekte und die Bedürfnisse der Praxis vereint zeigt etwa die ganz vorzügliche Kommentierung des Vereinsrecht, die grundsätzlich für das Kapitalgesellschaftsrecht Relevanz besitzt. Die Kommentierung des § 21 BGB entfaltet in diesem Zusammenhang die Grundfragen des Vereinsrechts mit Fragen der Vorgründungsgesellschaft und der Handelndenhaftung, die sich dann im Kapitalgesellschaftsrecht wiederfinden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Anhang zu § 21 BGB, der das gesamte für das Vereinsrecht relevante Steuerrecht kommentiert und in diesem Zusammenhang auch das Spendenrecht. Nichts anderes gilt für die vorzüglich aufgearbeiteten Haftungsfragen im Rahmen des § 31 BGB anhand der einschlägigen Rechtsprechung. Ebenfalls sehr interessant ist die Kommentierung zum Stiftungsrecht, die im Rahmen der Erläuterungen vor §§ 80 ff BGB intensiv auf die gesetzlich nicht näher geregelte unselbständige Stiftung eingeht, die in der Praxis viele Probleme aufwirft, wiederum auch mit Blick auf steuerrechtliche Fragen. Zumindest gestreift werden hier auch ausländische Konstruktion. Ohnehin zeichnet sich dieser Kommentar durch eine durchgehende Beachtung der rechtsvergleichenden Perspektive aus.
Letzteres zeigt sich immer wieder bei den Kommentierungen der Rechtsgeschäftslehre. Die Kommentierung zu § 134 BGB und § 138 BGB geht detailliert auf die derzeit bekannten Anwendungsfälle ein und entwickelt hier interessante Lösungsansätze auch für verbliebende Streitfragen. Auch dies wiederum zeichnet den gesamten Kommentar aus, aus dem nur einige wenige Aspekte herausgegriffen werden können. Besonders detailliert werden die Streitfragen bei der Stellvertretung und den allgemeinen Regelungen zur Verjährung herausgearbeitet und Lösungen zugeführt.
In die Neuauflage wurden alle relevanten Gesetzesänderungen eingearbeitet, so etwa das Gesetz zur Stärkung des Ehrenamtes und Änderungen für Vereine und Stiftungen vollständig integriert sowie das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs nebst Auswirkung auf die Verjährungsproblematik.
Der zweite Teil des Kommentars enthält die Regelungen des deutschen internationalen Privatrechts, wobei auch die wichtigsten internationalen Staatsverträge berücksichtigt werden. Die EuGVVO und die europäischen Regelungen zum internationalen Schuldrecht bleiben einem weiteren Band vorbehalten, der 2015 erschienen ist (Band 6). In diesem Band werden aber die EU - Unterhaltsverordnung und die Verordnung zum internationalen Scheidungsrecht kommentiert.
Die Kommentierung greift vielfältige Änderungen im EGBGB auf:
Gesetz zur Anpassung der Vorschriften des Internationalen Privatrechts an die VO (EU) Nr. 1259/2010 und zur Änd. anderer Vorschriften des Internationalen Privatrechts
BVerfG, Beschl. – 1 BvL 6/10 –
Im Rahmen der Kommentierung des IPR nimmt das internationale Gesellschaftsrecht angesichts seiner bedeutenden praktischen Relevanz (zu der auch Aspekte der Steuerplanung gehören) breiten Raum ein. In diesem Zusammenhang wird vertieft den Problemen nachgegangen, die sich hinsichtlich der Anwendung deutscher Gläubigerschutzvorschriften auf ausländische Gesellschaftsformen potentiell ergeben können (s. Anhang zu Art. 12 EGBGB).
Die Kommentierung erfasst die gesamte Palette jener Fragestellungen, die das IPR seit Jahrzehnten prägen unter Einschluss aller relevanten aktuellen Problemstellungen, etwa beim internationalen Erbrecht. Insbesondere beim Familienrecht werden die einschlägigen Haager Staatsverträge intensiv in die Kommentierung eingebunden, so auch das MSA. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Normen zum internationalen Deliktsrecht mit der Anknüpfungshierarchie der Art. 40 ff EGBGB.
Die Kommentierung erfasst überdies das Allgemeine Gleichstellungsgesetz und dfas Transplantationsgesetz.
Wer Probleme lösen muss, die sich in den Bereichen stellen, die in diesem Band kommentiert werden, wird hier äußerst detaillierte, aber kompakt aufbereitete Informationen finden, die diesen Kommentar zu einem der besten seiner Art machen.
Februar 21st, 2016 Posted by admin | Zivilrecht, Internationales / Recht des Auslands | no comments

References: § 21
 § 21
 § 31
 § 134
 § 138
 Art. 12
 Art. 40