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Timestamp: 2020-01-28 00:01:44+00:00

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BGH, 11.06.1992 - IX ZR 255/91 - dejure.org
https://dejure.org/1992,269
BGH, 11.06.1992 - IX ZR 255/91 (https://dejure.org/1992,269)
BGH, Entscheidung vom 11.06.1992 - IX ZR 255/91 (https://dejure.org/1992,269)
BGH, Entscheidung vom 11. Juni 1992 - IX ZR 255/91 (https://dejure.org/1992,269)
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Verletzung des Absonderungsrechts - Gleichstellung von Konkursverwalters und Sequester - analoge Anwendung von § 15 Konkursordnung (KO) bei Handlungen des Sequesters während der Sequestration - Anfechtungsrecht des Konkursverwalters als Sequester bei nicht erforderlichen ...
Grundsätzliches Recht des Konkursverwalters zur Anfechtung von in seiner Eigenschaft als Sequester bewilligtem erweiterten Eigentumsvorbehalt für Altforderungen
KO § 15, § 30 Nr. 1, § 41 Abs. 2, § 106 Abs. 1
BGHZ 118, 374
NJW 1992, 2483
ZIP 1992, 1005
MDR 1992, 958
VersR 1992, 1137
WM 1992, 1331
BB 1992, 1590
Rpfleger 1992, 534
JR 1993, 63
JR 1993, 66
Aufgaben und Befugnisse des Sequesters beschränken sich nach geltendem Recht auf Maßnahmen der Sicherung und Erhaltung der Masse (BGHZ 118, 374, 379;… BGH, Urt. v. 12. November 1992 - IX ZR 68/92, ZIP 1993, 48, 49); demgegenüber entstehen Masseschulden im Sinne von § 59 KO erst aufgrund der endgültigen Verwaltung und gegebenenfalls Abwicklung der Masse.
Der Sequester darf grundsätzlich nicht die gleichmäßige Befriedigung aller Konkursgläubiger im Konkursverfahren beeinträchtigen (vgl. BGHZ 105, 230, 240 [BGH 29.09.1988 - IX ZR 39/88] m.w.N.; 118, 374, 379).
Der Senat beantwortet sie dahin, daß die Anfechtung auch in diesem Fall nur ausgeschlossen ist, wenn der spätere Insolvenzverwalter durch sein Handeln einen schutzwürdigen Vertrauenstatbestand beim Empfänger begründet hat und dieser infolgedessen nach Treu und Glauben (§ 242 BGB) damit rechnen durfte, ein nicht mehr entziehbares Recht errungen zu haben (vgl. BGHZ 118, 374, 381 f; 154, 190, 199).
Der Senat hat die Frage bisher offengelassen (vgl. BGHZ 118, 374, 377 f; 135, 140, 143 f); sie braucht auch jetzt nicht entschieden zu werden.
Letztlich braucht der Senat diese Frage ebensowenig abschließend zu prüfen wie diejenige, ob die Tilgung der Altschulden wegen Insolvenzzweckwidrigkeit nichtig war (vgl. BGHZ 118, 374, 379 f).
Verfügungen - auch solche im Wege der Zwangsvollstreckung -, die dagegen verstoßen, sind danach nicht insgesamt, sondern nur dem geschützten Personenkreis hier den späteren Konkursgläubigern - gegenüber unwirksam (…vgl. Kuhn/Uhlenbruck, KO 11. Aufl. § 106 Rdnr. 4 m.w.N.; offengelassen in BGHZ 118, 374, 377 f; Senatsurt. v. 19. September 1996 - IX ZR 277/95, ZIP 1996, 1909, 1910, zum Abdruck in BGHZ bestimmt).
Das wäre dem Kläger nicht einmal nach Konkurseröffnung als mit umfassender Verfügungsbefugnis (§ 6 Abs. 2 KO ) ausgestattetem Konkursverwalter erlaubt gewesen, weil es dem Konkurszweck zuwiderlief und die Gläubigergemeinschaft benachteiligte (BGHZ 118, 374, 379 f m.w.N.).
Dagegen soll § 106 KO keine weitergehende Bevorzugung einzelner Gläubiger vor anderen rechtfertigen (BGHZ 118, 374, 379;… BGH, Urt. v. 12. November 1992 - IX ZR 68/92, ZIP 1993, 48, 49; v. 25. März 1993 - IX ZR 164/92, ZIP 1993, 687, 688).
BGH, 13.03.2003 - IX ZR 56/02
LAG München, 05.02.2004 - 2 Sa 774/03

References: § 15
 § 15
 § 30
 § 41
 § 106
 § 59
 § 106
 § 106