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Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung | Rechnungswesenforum
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung
Diskutieren Sie Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung im Umsatzsteuer Forum im Bereich Rechnungswesen - Steuern; Bei Gruendung unserer GmbH bekam ich vom Gericht eine Kostenrechnung. Die Rechnung war in zwei Posten aufgeschluesselt: Eintragung nach §§32,26,79...
Bei Gruendung unserer GmbH bekam ich vom Gericht eine Kostenrechnung. Die Rechnung war in zwei Posten aufgeschluesselt: Eintragung nach §§32,26,79 KostO und Veroeffentlichung nach § 137 Nr. 5 KostO. Fuer beide Posten wurde keine Vorsteuer ausgewiesen. Der zweite Posten war €357.
Auf Nachfrage bekam ich vom Gericht Kopien der Rechnungen, die die einzelnen Zeitungen dem Gericht geschickt haben, eine davon MIT Ausweis der Vorsteuer.
Steckt sich der Fiskus die Vorsteuer regelmaessig in die Tasche?
Darf ich die Vorsteuer auf den zweiten Posten buchen, obwohl das Gericht sie nicht ausgewiesen hat?
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #1 12. September 2004
Tut mir leid, aber Vorsteuer darfst Du nur ziehen wenn sie auch ausgewiesen ist vgl. § 15 und § 14 UStG.
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #2 13. September 2004
der Staat hat keine steuerbaren umsätze
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #3 14. September 2004
Auch unsere Staat führt steuerbare Umsäzte aus. Allerdings muss ein steuerbarere Umsatz ja nicht zwangsläufig auch steuerpflichtig sein (Vgl. § 4 UStG).
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #4 14. September 2004
:? Die Antwort befriedigt mich natuerlich nicht. Der leistende Unternehmer hat Umsatzsteuer ausgewiesen und an das FA abgefuehrt. Wenn der Leistungsempfaenger ein Unternehmer ist, sollte er diese als Vorsteuer abziehen koennen.
Die Frage ist fuer mich, wer nun wirklich der Leistungsempfaenger ist. Hat das Gericht die Leistung "Veroeffentlichung" empfangen, oder ist die GmbH der eigentliche Leistungsempfaenger und die Betraege sind fuer das Gericht nur durchlaufende Posten?
In dem Fall sollte die GmbH als Leistungsempfaenger entweder von der Zeitung eine nach §14 Abs. 1 Nr. 6 (Ausweis der Vorsteuer) formvollendete Rechnung anfordern koennen, oder zur Vereinfachung, die Vorsteuer anhand der an das Gericht adressierten Rechnung einfach abziehen.
Leider steht meiner Nachforschung nach nirgends, wer zur Veroeffentlichung urspruenglich verpflichtet und daher der Leistungsempfaenger oder Abnehmer der Leistung ist, zumindest wird die Veroeffentlichung im GmbHG nur im Nebensatz erwaehnt.
Woraus entsteht die Pflicht zur Veroeffentlichung, und fuer wen?
PS. Die Frage oeffnet natuerlich eine ganze Doese Wuermer, denn dann koennte man analog den Gedanken fortfahren und argumentieren, dass ein Unternehmer, der einen Gegenstand von einer Privatperson erwirbt, die Vorsteuer abziehen koennen muesste, da die Privatperson den Gegenstand letztendlich mal von einem Unternehmer erworben haben muss, der Umsatzsteuer abgefuehrt hat. Die Mehrwertsteuer wird so analog zu einer Minderwertsteuer (unter der Annahme, dass der Wert des Gegenstandes durch Abnutzung geringer wurde)
Ich faende das gerecht, aber ich bin mir sicher, dass der Staat und die Finanzgerichte das anders sehen.
Philosophischer Exkurs folgt, der mit der Realitaet nichts zu tun hat:
Hmmm... ist der Staat ein Unternehmer im Sinne des §2 Abs. 1 UStG... ich finde ja. Es ist eine Personenvereinigung, die nur gegenueber ihren Mitgliedern taetig wird, und einer selbststaendigen nachhaltigen Taetigkeit zur Erzielung von Einnahmen nachgeht, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen (hoffentlich) fehlt. Das Gericht ist dann eher eine Organschaft, da es den Weisungen des Unternehmers/Gesetzgebers zu folgen verpflichtet ist. Naja, ich glaube kaum, dass das jemand ausser mir so sieht. ;-)
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #5 14. September 2004
Es spielt überhaupt keine Rolle welche Person am Ende direkter oder indirekter Leistungsempfänger ist. Das Gericht hat den Auftrag erteilt und bekommt somit auch die Rechnung gestellt und ist auch zur Zahlung verpflichtet. Das Gericht kann überhaupt nicht im Namen der GmbH irgendwelche Geschäfte tätigen. Der Unternehmer als Leistungsempfänger kann sich definitiv nur dann die Vorsteuer ziehen wenn eine entsprechende Rechnung vorliegt die zum Vorsteuerabzug berechtigt. Somit erledigen sich Deine ganzen Überlegungen.
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #6 15. September 2004
Naja, ich glaube kaum, dass das jemand ausser mir so sieht.
In der Tat habe ich Bedenken gegen diese Sichtweise. Es mangelt dem Staat beispielsweise an der wirtschaftlichen Eingliederung. Es findet m.E. kein Leistungsaustausch statt.
Mal ehrlich, wer legt denn Wert darauf, daß die GmbH ins HR eingetragen wird? Der Staat. Welchen Nutzen hat die GmbH davon? KEINEN.
Daß die GmbH erst eine wird, wenn sie eingetragen ist, ändert daran nichts. Das ist lediglich Instrument.
Analog dazu sehe ich auch keinen Leistungsaustausch, wenn ich dem Staat einen Personalausweis abkaufen muß, mit dem er mich gern ausgestattet wissen möchte.
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #7 30. Oktober 2004
Das ist aber eine gewagte Behauptung: Die GmbH hat auch etwas davon, so sind z. B. ihre Organe bekannt und ein Fremder kann nicht rechtswirksam Geschäfte in ihrem Namen tätigen.
Außerdem dient der HR-Eintrag z. B. auch als Legitimation ggü. Banken u. a. bei der Kreditvergabe: Wenn eine GmbH einen Kredit benötigt, hat sie ein außerordentliches Interesse an diesem Eintrag. Es lassen sich sicherlich problemlos noch einige weitere positive Aspekte des HR-Eintrages denken. Ob die Verwaltungsgebühren bzw. Kosten dafür so hoch sein müssen, wie sie es sind, ist sicherlich diskutabel.
Aus diesem Grund hinkt dein Vergleich mit dem Personalausweis übrigens sehr: Man kauft den Ausweis nicht, sondern entrichtet (wie ich meine, viel zu hohe) Gebühren für die Ausstellung. Allerdings brauche die meisten Leute solche Dokumente wie Personalausweise und Reisepässe unbedingt: Wenn sie z.B. in die USA reisen wollen, geht ohne Pass eben gar nichts. Und ich persönlich finde es auch ganz o.k., wenn an unseren Grenzen die Einreisenden gefragt werden, wer sie sind und sie sich dabei auch ausweisen müssen.
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #8 31. Oktober 2004
Zitat von Arkinsore:
Allerdings brauche die meisten Leute solche Dokumente wie Personalausweise und Reisepässe unbedingt: Wenn sie z.B. in die USA reisen wollen, geht ohne Pass eben gar nichts.
Du gießt da Wasser auf meine Mühle.
NATÜRLICH kann ich ohne Reisedokumente nicht ausreisen (Warum hast du USA erwähnt? PL wäre doch genausogut, sogar näher.).
Aber der Staat sagt doch: "Hej, ohne Paß kommste hier nicht rüber." Der Staat will doch ständig in den Ausweis schauen. Wann hast DU zuletzt in jemandes Ausweis geschaut? Also als Privatperson selbstverständlich.
Also nochmal: Ich brauche den Ausweis, weil der Staat (dieser oder der von USA oder irgendeiner) den sehen will, weil ich ansonsten dies und das nicht darf.
Ich brauch den ansonsten nicht.
>Die GmbH hat auch etwas davon, so sind z. B. ihre Organe bekannt und >ein Fremder kann nicht rechtswirksam Geschäfte in ihrem Namen >tätigen.
Richtig. Aber das hätte die GmbH auch ohne Staat gekonnt, oder?
>Bank... Wenn eine GmbH einen Kredit benötigt, hat sie [die Bank -ec-] >ein außerordentliches Interesse an diesem Eintrag.
Aber doch wiederum nur, weil der Staat sagt "glaube nicht der gmbh, glaube meiner notiz im HR!"
Beim Heiraten ists dasselbe. Die ganze Liebe ist nur die Hälfte wert, solange der Staat nicht seine Notiz darüber im Standesregister gefertigt hat. Und was ist die Folge? Eine Nebeneinanderherentwicklung von Liebesbeziehungen und Ehen.
vieleicht bin ich ja doch ein elender anarchist. ich mißachte gar die rechschreibreform....
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #9 31. Oktober 2004
Das ist doch wohl völlig egal. Ich erwähnte es wegen der aktuellen Diskussion (biometrische Merkmale.) Abgesehen davon will nicht der Staat wissen, wohin ich ausreise, sondern ein anderer Staat (z. B. Polen!) will wissen, wer einreist. Das ist ein Unterschied.
Wann hast DU zuletzt in jemandes Ausweis geschaut? Also als Privatperson selbstverständlich.
Letztes Jahr als Vermieter, weil ICH mich von der Identität des Mieters überzeugen wollte. Nicht der Staat. Und als Verkäufer eines Autos. Aus demselben Grund. Auch wieder nicht der Staat.
Danke, dass du mir zustimmst. Aber da die GmbH laut meiner Aussage nichts macht, weiß ich nicht, was sie gekonnt hätte. Oder meinst du, dass sie sich sonstwie legitimieren kann? Das würde nach meiner Erfahrung nur zu unnötigen Kosten führen: dauernde Schreiben, Telefonate -alles überflüssige Arbeit und Kosten, die durch einen HR-Auszug einfach zu vermeiden sind.
Aber die Bank glaubt doch nicht (beispielsweise), das ist doch nicht der Staat. Du hast eine völlig einseitige Betrachtungsweise.
Tut mir leid, aber das liegt doch nur an den Leuten selbst. Für mich gilt das nicht. Traurig, wenn man nur aus steuerlichen Gründen (z. B.) heiratet. Dadurch wird die Liebe nicht mehr wert, man hat nur steuerlich etwas davon. Ob das fair ist, ist eine andere Frage.
Im übrigen liegt das Nebeneinander, von dem du sprichst, ganz sicher nicht nur am Staat, sondern auch an den Menschen. Wie gesagt, du hast eine sehr einseitige Betrachtungsweise.
Und zu Schluss: du missachtest nicht die Rechtschreibreform, sondern die Rechtschreibung, da du auch nicht nach alter Rechtschreibung schreibst, sondern einfach so, wie du willst. Und das erlaubt dir sogar der von dir so gehasste Staat. Staatlich legitimierte Anarchie, gewissermaßen.
Vorsteuerabzug bei GmbH Gruendung und Veroeffentlichung Beitrag #10 1. November 2004
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