Source: http://www.belleslettres.eu/artikel/komma-setzung-regeln.php
Timestamp: 2016-07-01 16:55:28+00:00

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Das Komma: Prinzip und Regeln der Kommasetzung in neuer und alter Rechtschreibung
Das Komma Funktion und Regeln
Kein Satzzeichen bereitet beim Schreiben soviel Verdruß wie das Komma. Leicht verliert man den Überblick im Dickicht der Kommaregeln. Dieses Tutorial erklärt, welche Auf­gabe das Komma in der Zeichen­setzung des Deut­schen über­haupt hat, und zeigt, wie diese Auf­gabe in den Komma­regeln ausgeübt wird. Das Augen­merk liegt damit auf den Unter­schieden zwi­schen klas­sischer und refor­mier­ter Recht­schrei­bung.
Video-Tutorial: Grundlagen der Kommasetzung (102 Minuten) Hilfe
Kommasetzung: Grundlagen und Kommaregeln nach klassischer und neuer Rechtschreibung.
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Übung zur Kommasetzung.
XML Podcast-Feed-Datei für MP4 (H264) an­zei­gen	Welche Aufgabe hat das Komma?
Die Auf­gabe des Kom­mas liegt darin, Wör­ter und Phra­sen in Satz­gliedern sowie Sätze in Satz­gefügen auf­zu­zäh­len.
Dem Komma wird gerne angedichtet, ein Pausenzeichen zu sein. Es soll den Leser also dazu bringen, eine Atem-, Sprech- oder Denk­pause ein­zu­legen, und eine Zäsur zu signalisieren.
Komma ist ein Pausenzeichen. Werner Müller, in: Sozusagen, 19.2.2010, Bayerischer Rundfunk
Dies ist nicht die Aufgabe des Kommas. Grundsätzlich kann man dem Leser nicht durch Inter­punktion vorschreiben, in welchem Rhythmus er einen Text liest. Nur der Gedankenstrich kann eine leere Zeit ver­strei­chen lassen.
Noch öfter stößt man auf diese Auffassung über die Aufgabe des Kom­mas als Satzzeichen:
Das Komma ist ein Gliederungszeichen. Innerhalb eines Ganz­satzes grenzt es bestimmte Wör­ter, Wortgruppen oder Teilsätze voneinander oder vom übrigen Text des Sat­zes ab. Duden: Die deutsche Rechtsschreibung. 24. Auflage, Seite 71
Wenn man von der Idee der Gliederung ausgeht, dann muß man auch erklären, wann zwischen Wörtern, Phrasen und Teilsätzen ein Kom­ma steht und wann nicht. Wie wir sehen können, steht ja nicht nach jedem Wort ein Komma. Wie lauten die Bedingungen? Duden kann sie nicht nennen, weil die Prämisse der Gliederung falsch ist. Duden kann nur die Fülle der Anwendungen des Kommas beschreiben, ohne einen Zu­sam­men­hang zu erkennen. Der Benutzer kann aus der Beschreibung im Duden nur den Schluß ziehen, daß Kommas will­kürlich gesetzt werden.
Mehr zur Widerlegung dieser Ansicht finden Sie im Video-Tutorial. Die amtliche Rechtschreibung nimmt übrigens keine Willkür an, son­dern folgt einem strengen Prinzip. Wir raten deshalb allen, die nach der amtlichen Recht­schrei­bung (Reformschreibung 2006) schreiben wollen, sich an das amtliche Regelwerk zu halten. Das Komma ist darin rich­tig beschrieben, die Regeln stringent formuliert und im Gegensatz zu den meisten Wörter­büchern mit richtigen Bei­spie­len ausgestattet.
Dieser Artikel vergleicht die klassische Rechtschreibung mit der re­for­mier­ten und hält sich eng an das amtliche Regelwerk in ihrem Wort­laut und ihrer Struktur.
Das Komma signalisiert Auf­zäh­lungen innerhalb eines der fünf Satz­glieder (Sub­jekt, Prädikat, Ob­jekt, At­tri­but und Ad­ver­bi­ale) oder in einem Satz­gefüge. Ein Satz­gefüge ist, was zwischen zwei Punkten steht.
Wo in diesem Sinne nicht aufgezählt wird, steht kein Komma. Die Aufgabe des Kommas als Satzzeichen liegt also nicht darin, etwas zu gliedern, sondern Aufzählungen kenntlich zu machen. Aufzählungen in Satzgliedern
In einem Satz folgen die Satzglieder aufeinander. In dieser Abfolge – Abfolge als Gegensatz zur Auf­zäh­lung – stehen die Satz­glieder in einer festgelegten Reihe und be­zie­hen sich syntaktisch auf­ein­an­der. In einem nor­malen Haupt­satz folgen also Sub­jekt, Prädikat und vielleicht ein Ob­jekt oder Ad­ver­bi­ale auf­ein­an­der:
Ich sehe [keinen Vogel]Ob­jekt!
Peter geht [in die Schule]Adverbiale.
Wir helfen [ihm]Adverbiale.
Sie leben [noch]Adverbiale.
In allen Fällen ist die Stelle des Subjekts mit einem Sub­stan­tiv oder einem Pronomen gefüllt. Wenn wir nun zwei oder drei Personen etwas tun lassen, wer­den innerhalb des Sub­jekts drei Sub­stan­tive auf­ge­zählt:
[Peter, Knut, Maria]Sub­jekt gehen in die Schule.
Das Komma zeigt, daß in einem Satzglied, an derselben syn­tak­ti­schen Stel­le also, mehrere Dinge auf­ge­zählt wer­den. Das gilt für alle Satz­glieder:
Es dauerte [ein,zwei]Attribut Tage.
Peter ging gerne [in die Schule, in die Bücherei, ins Schwimm­bad]Adverbiale.
Die fünf Satz­glieder können wie oben mit Wör­tern oder Phra­sen gefüllt sein. Aber auch mit gan­zen Sätzen:
Wort: [Maria]Subjekt ist schön.
Phra­se: [Dieses Mädchen]Subjekt ist schön.
Satz: [Daß du kommst]Subjekt, ist schön.
Hier zeigt sich, daß das Komma eben kein Gliederungszeichen ist. In den beiden ersten Fällen steht nach dem Sub­jekt kein Komma, beim dritten schon: Daß du kommst, ist schön.
Das hat aber nichts mit dem Subjekt zu tun. Das Komma steht hier, weil inner­halb des Satz­gefüges, also in­ner­halb des Ganz­satzes, zwei Sät­ze auf­ge­zählt wer­den: einmal der Haupt­satz … ist schön und zudem der Glied­satz daß du kommst. Es spielt dabei keine Rolle, ob der eine Satz dem anderen wie hier untergeordnet ist (Hypotaxe) oder ob zwei Sätze gleichrangig auf­ge­zählt wer­den (Parataxe). Parataxe bedeutet Neben­ein­an­der­stel­lung oder -ord­nung im syn­tak­tischen Sinne. Hypotaxe bedeutet Unter­ord­nung. Ein Haupt­satz mit einem unter­geord­ne­ten Ne­ben­satz ist eine Hypo­taxe.
In diesem Bei­spiel wer­den zwei Sätze auf­ge­zählt, die sich syn­tak­tisch nicht auf­ein­an­der be­zie­hen:
Das Komma tritt einfach oder doppelt (paarig) auf. Ein einfaches Kom­ma setzt man wie in allen bisher genannten Bei­spie­len dort, wo die Satz­glieder in ihrer nor­malen Reihenfolge auf­ein­an­der folgen. Nur unter diesem Umstand können sie sich syntaktisch auf­ein­an­der be­zie­hen.
Adjektivattribute und Sub­stan­tiv­attri­bute, so­genann­te Ap­posi­tionen, stehen im Deutschen vor dem Be­zugs­wort.
Das [junge und kluge]At­tri­but Mädchen las gerne Bücher.
[Der Kauz]At­tri­but Peter kaute ständig Tabak.
Versetzt man den Inhalt des At­tri­buts, kann er sich syn­tak­tisch nicht mehr At­tri­but auf das Be­zugs­wort be­zie­hen. Aus einem vom Be­zugs­wort abhängigen At­tri­but wird ein Ein­schub.
Das Mädchen, [jung und klug], las gerne Bücher.
Peter, [der Kauz], kaute ständig Tabak.
Diese Einschübe sind eingeschobene Aussagen. Der Bezug ist syn­tak­tisch verloren und wird nur inhaltlich aus der räumlichen Nähe klar. Aus­sagen sind Sätze. Hier wer­den also zwei Sätze in einem Satz­gefüge auf­ge­zählt. Des­wegen steht jetzt ein Komma. Weil der ein­ge­scho­bene Satz aber mitten im anderen steht, steht das Komma zwangsläufig zweimal. Die eingeschobenen Aussagen nennt man Parenthesen. Parenthese stammt von einem grie­chi­schen Verbum, das sehr schön zeigt, was dabei pas­siert: títhemi be­deu­tet ich setze, stelle, lege, und zwar para da­zwi­schen und en in. Eine Par-en-these ist also ein Dazwischen-hin­ein-setzen, ein Ein­schub.
Es gibt noch weitere At­tri­bute. Zum Bei­spiel Relativ­sätze oder Daß-Sätze:
Solche Attributsätze stehen nach dem Bezugs­wort Mann, Tatsache. Obwohl sie in den Bei­spie­len an ihrer nor­malen Stel­le stehen, wird ein Dop­pel­komma gesetzt. Das liegt daran, daß im Ganz­satz wieder zwei Sätze auf­ge­zählt wer­den, erstens der Haupt­satz und zweitens der At­tri­butsatz. Es spielt bei At­tri­butsätzen und anderen Gliedsätzen also im Gegensatz zu Phra­sen oder Wör­tern keine Rolle, ob sie als At­tri­but an ihrer nor­malen Stel­len stehen oder ver­setzt als Ein­schub. Da sie Sätze sind, muß ohnehin ein Komma stehen, weil im Ganz­satz zwei Sätze auf­ge­zählt wer­den.
Erinnern wir uns daran, was Duden über das Komma sagt. Tat­säch­lich stößt man beim Lesen oft auf ein Komma genau dort, wo die eine syn­tak­tische Einheit zu Ende ist und eine neue beginnt:
[Daß du kommst], [ist aber schön].
Wir wissen aber, daß dies nur Zufall und keinesfalls verläßlich ist. Sei­nem echten Auftrag nach steht das Komma nicht zwischen syn­tak­tischen Einheiten, son­dern ausnahmslos mitten darin, weil es ja innerhalb der syn­tak­tischen Einheit aufzählt. Es kann im Bei­spiel nicht die Auf­gabe des Kom­mas sein, die Teilsätze zu trennen. Denn an an­de­ren Stel­len tritt das Komma nicht an der erwarteten Stel­le auf. Die syn­tak­tische Glie­de­rung wäre im Bei­spiel genauso ersichtlich, wenn dort kein Komma stün­de.
Sie wissen nun alles, was das Komma tut. Alle Einzelregeln sind nur Bei­spiele für das bekannte Prinzip.
Es bleibt Ihnen überlassen, ob sie beim Setzen der Kom­mas diese Regeln auswendiglernen oder lieber ver­su­chen, Satz­glieder zu erkennen und zu prüfen, ob darin auf­ge­zählt wird. Diese Möglichkeit ist nicht so gram­ma­ti­ka­lisch, wie man vielleicht glau­ben könn­te. Was sich worauf bezieht, ist eigentlich leicht zu erkennen. Mit ein biß­chen Training an zehn, zwanzig Bei­spie­len können Sie alle Kom­mas rich­tig setzen, ohne je wieder in einem Regel­werk nach­schla­gen zu müssen.
Die einzige und universelle Kommaregel lautet:
Das Komma zählt mehrere Füllungen innerhalb einer funktio­na­len Satzeinheit auf. Diese funktionale Einheit ist:
a) ein Satzglied:
Es dauerte [{ein}Füllung 1,{zwei}Füllung 2]Attribut Tage.
Die Buchstaben [{a}Füllung 1, {b}Füllung 2]Subjekt stehen am Anfang des Alphabets.
b) das gesamte Satzgefüge (Ganzsatz):
[{{Weil sie krank war}Füllung 1, kam sie nicht zur Arbeit}Füllung 2]Satzgefüge
Nachfolgend zeigen wir die Anwendungsfälle dieser Komma­regel und verweisen auf die Unterschiede zwischen alter und neuer Recht­schrei­bung.
Ein Sub­stan­tiv kann von mehr als einem Adjektiv bestimmt sein. Werden die beiden Adjektive in einem At­tri­but auf­ge­zählt, steht ein Komma:
Milena trug ein [langes, rotes]Attribut Kleid.
Beide Adjektive beziehen sich jeweils auf das Substantiv. Dessen kann man sich vergewissern, indem man die Reihenfolge der Adjektive ver­tauscht: Das Attribut verändert sich dadurch nicht in seinem Inhalt.
Milena trug ein [rotes, langes]Attribut Kleid.
Milena trug ein [langes]Attribut Kleid.
Milena trug ein [rotes]Attribut Kleid.
Es kann auch vorkommen, daß sich das erste Adjektiv nicht nur auf das Sub­stan­tiv bezieht, son­dern zugleich auch auf das zweite Adjektiv.
Hier werden nicht zwei Adjektive in einer Satzeinheit auf­ge­zählt. Des­wegen steht kein Komma. Die Rede ist nicht von allen sensationellen Entdeckungen, son­dern nur von physikalischen, und von diesen nur von denen, die nicht belanglos oder langweilig sind, son­dern sensationell. Syntaktisch ist Entdeckung also von einem At­tri­but physikalische näher bestimmt. Be­zugs­wort und At­tri­but bilden eine Einheit, die dann wie­derum von einem At­tri­but eingeschränkt wird: nicht alle physikalischen Ent­deckungen, son­dern nur die sensationellen darunter.
Dasselbe gilt für Adverbialia (Umstandsangaben). Attribute bestimmen ein Sub­stan­tiv näher, Ad­ver­bia­lia das Verb. Die Handlung (Verb) voll­zieht sich also unter gewissen Umständen, die das Adverbiale wiedergibt.
Peter ging [gerne]Adverbiale [ins Schwimmbad, ins Kino und zum Tanzen]Ad­ver­bi­ale 2.
Im Adverbiale 2 wird dreierlei auf­ge­zählt. Jedes dieser drei bezieht sich jeweils auf das Verb. Zwischen dem ersten und dem zweiten Ad­ver­bi­ale steht dagegen kein Komma, denn gerne gehört nicht zur Auf­zäh­lung im zweiten Ad­ver­bi­ale. Zunächst erklärt das erste Ad­ver­bi­ale, daß die Hand­lung gern ausgeführt wird, wenn ein zweiter Umstand erfüllt ist: Daß die Fortbewegung ein bestimmtes Ziel hat. In die Schule oder ins Bett geht Peter nämlich nicht gerne. Die beiden Ad­ver­bia­lia gern + ins Schwimm­bad be­zie­hen sich also hierarchisch auf­ein­an­der. Sie sind die nor­male Folge der Satz­glieder und keine Auf­zäh­lung. Des­wegen steht kein Kom­ma. Ins Schwimm­bad und ins Kino be­zie­hen sich dagegen nicht auf­ein­an­der, son­dern un­abhän­gig von­ein­an­der auf das Verb. Sie sind eine Auf­zäh­lung. Des­wegen steht ein Komma.
Vergleichen wir zwei Bei­spiele:
[A, b, c]Sub­jekt sind Buchstaben.
[Der Arzt Fridolin]Sub­jekt fährt einen Mercedes.
Im ersten Bei­spiel wird im Sub­jekt dreierlei auf­ge­zählt: a, b, c. Weil es eine Auf­zäh­lung ist, steht ein Komma. Wird einer der drei auf­ge­zählten Füllungen entfernt, verändert das den Rest nicht.
Im zweiten Bei­spiel lautet das Sub­jekt der Arzt Fridolin. Hier wer­den aber nicht zwei Sub­stan­tive auf­ge­zählt, weswegen auch kein Komma steht. Der Arzt ist ein At­tri­but, das Fridolin näher bestimmt. Wo sich ein Satz­glied syn­tak­tisch auf ein Wort, eine Phra­se oder einen Satz bezieht, haben wir es mit der nor­malen Folge von Satz­gliedern zu tun und nicht mit einer Auf­zäh­lung.
Versetzt man nun den Arzt von der nor­malen Posi­tion vor dem Be­zugs­wort an eine andere Stelle, kann er sich nicht mehr als Sub­stan­tiv­attri­but auf Fridolin be­zie­hen. Inhaltlich schon, aber nicht mehr syn­tak­tisch.
[Fridolin]Sub­jekt, [der Arzt]Einschub, fährt einen Mercedes.
Aus dem Arzt wird nun also eine Par­en­these, eine ein­ge­scho­bene Aus­sage. Weil nun zwei Sätze im Satz­gefüge auf­ge­zählt wer­den, steht ein Komma. Es sind zwei, weil der eine Satz mitten in den anderen ein­ge­scho­ben ist und ihn unterbricht.
Kleine Zwischenfrage: Glauben Sie, daß es noch etwas über das Kom­ma zu sagen gibt, was wir bis hierhin nicht schon mehrfach durch­ge­nom­men haben? Hoffentlich nicht. Da kommt nichts Neues mehr. Es ist über­all die eine und einzige Komma­regel. Der Duden geht dagegen da­von aus, daß es 32 – in Worten: zweiunddreißig – Komma­regeln gäbe (K100 bis K132).
Als Par­en­these gilt all das, was nicht an der Stel­le im Satz steht, die der liebe Gott ihm als Heimat zugewiesen hat. Bei einem Adjektiv als At­tri­but ist das die Stel­le vor dem Be­zugs­wort.
Dieses [junge und kluge]Adjektivattribut [Mädchen]Be­zugs­wort konnte schon mit drei Jahren lesen.
Nur durch die Position vor dem Be­zugs­wort wird deutlich, daß sich das Adjektiv auf das nachfolgende Sub­stan­tiv bezieht. Gibt das Adjektiv diese Stel­le auf, kann es syn­tak­tisch kein At­tri­but zum Sub­stan­tiv mehr sein. Daß wir es inhaltlich dennoch damit verbinden, liegt nur an der räumlichen Nähe.
Diese Konstruktion un­ter­schei­det sich syn­tak­tisch nicht von dieser hier:
Dieses Mädchen – Sie war das klügste Mädchen der Welt! – konnte schon mit drei Jahren lesen.
Jung und klug ist also eine eingeschobene Aussage. Die Par­en­these steht in paa­ri­gen Kom­mas, wenn sie kein eigenes Verb enthält. Sonst ver­wen­det man par­en­the­tische Gedankenstriche, wenn der Erzähler des Sat­zes seinen begonnen Satz unterbricht, um einen anderen Satz zu sagen, oder paa­ri­ge Anführungszeichen, wenn der Erzähler sich selbst unterbricht, um einen anderen wörtlich zu Wort kommen zu lassen.
Ein Satz läßt sich auf das Prädikat darin reduzieren. Die Satzaussage ist schließlich der Grund, warum dieser Satz überhaupt geäußert wird. Ein Satz liegt vor, wenn er ein Prädikat besitzt. Sobald zwei Sätze in einem Satz­gefüge auf­ge­zählt wer­den, steht ein Komma. Es spielt dabei keine Rolle, ob sich der eine Satz als Glied­satz (Neben­satz) auf den anderen (Ober­satz) bezieht. Das ist dem Komma egal. Sobald zwei Sätze in einem Satz­gefüge auf­ge­zählt wer­den, wird diese Auf­zäh­lung wie alle Auf­zäh­lungen durch ein Komma dargestellt.
In einem hypotaktische Satz­gefüge ist der Neben­satz ein Satz­glied des Ober­satzes. Des­wegen nennt man ihn Glied­satz. Bis auf das Prädikat können alle Satz­glieder von einem Satz gefüllt wer­den:
a) Sub­jektsatz:
[Das Bild]Sub­jekt ist aber schön.
[Daß du kommst]Sub­jekt, ist aber schön.
b) Ob­jektsatz:
Ich will [ein Eis]Ob­jekt.
Ich will, [daß du kommst]Ob­jekt.
c) At­tri­butsatz:
Das [junge]At­tri­but Mädchen ging noch nicht zur Schule.
Das Mädchen, [das gerade erst drei geworden war]At­tri­but, ging noch nicht zur Schule.
Ich komme [gern/am Freitag]Adverbiale.
Ich komme, [wenn du willst]Adverbiale.
Ich komme, [obwohl ich krank bin]Adverbiale.
Ich komme, [sobald ich fertig bin]Adverbiale.
Ich komme, [weil ich es will]Adverbiale.
In einem parataktischen Satzgefüge werden zwei Sätze auf­ge­zählt, die sich syn­tak­tisch nicht auf­ein­an­der be­zie­hen. Sie teilen kein einziges Satz­glied.
[{Es roch nach Lavendel}Hauptsatz 1, {im Kamin brannte ein Feuer}Haupt­satz 2]
Duden widmet ein Komma-Kapitel Hervorhebungen, Ausrufen und An­re­den. Hier eine Hervorhebung:
[Deine Mutter], die habe ich gut gekannt.
Auch Anreden sind Ausrufe. Die beiden Ausrufe stehen jedoch in keinem syn­tak­tischen Verhältnis zum Rest des Sat­zes. Sie können keines der fünf Satz­glieder bilden. Satzglieder gibt es fünf: Subjekt (Satzgegenstand), Prädikat (Satzaussage), Objekt, Attribut, Adverbiale (Umstandsangabe). Also muß es sich um Sätze handelt. Daß sie ziemlich kurz sind, ist unerheblich. In beiden Bei­spie­len, wer­den also innerhalb des Satz­gefüges zwei Sätze auf­ge­zählt. Deshalb steht ein Komma. In K131 erfindet Duden eine Erläuterung, die die amtliche Recht­schrei­bung in Wirklichkeit gar nicht enthält und lehrt seinen Lesern Fal­sches: Das Komma entfalle je­doch, heißt es dort, wenn keine Her­vor­hebung gewollt ist:
Davon ist in der amtlichen Rechtschreibung nichts zu lesen. Sie enthält in §79 keine Einschränkung der Regel oder eine Er­läu­te­rung (der Para­graph endet nach der Regel). Im voran­gegan­genen Beispiel muß auf je­den Fall ein Komma stehen, weil ach keine syntaktische Stelle im Satz einnehmen kann und deshalb ein eigener Satz sein muß.
Im Regelwerk wird lediglich darauf hingewiesen, daß bitte nor­ma­ler­weise ein Adverb ist, das sich auf das Verb bezieht. Weil das keine Auf­zäh­lung ist, steht auch kein Komma.
Eine flehentliche Bitte bildet einen eigenen Satz mit Aus­rufe­zeichen.
Wenn sich diese Sätze in einem Satzgefüge wiederfinden, wer­den na­tür­lich zwei Sätze auf­ge­zählt:
Dies hat nichts damit zu tun, was Duden als Bei­spiel konstruiert:
Dieses Bei­spiel ist nach alter und neuer Recht­schrei­bung falsch. Und noch einmal: Die Behauptung, es bestände die Möglichkeit, hier kein Komma zu setzen, steht nicht in der amtlichen Recht­schrei­bung. Und zwar, weil es syn­tak­tisch völlig unmöglich ist. Ach kann kein Satz­glied bilden. Es kann also auch kein Ad­ver­bi­ale sein, denn die erste Stel­le des Sat­zes nimmt bereits das Sub­jekt das ein. Komma vor Konjunktionen wie und oder aber
Zwei Wör­ter, zwei Phra­sen, zwei Sätze können mit einer Kon­junk­tion wie und miteinander ver­knüpft sein. Man un­ter­schei­det hier kopulative von adversativen Kon­junk­tionen.
Kopulativ nennt man Konjunktionen, die zwei Dinge miteinander ver­knüp­fen. Dies ist vor allem und. Sowohl die alte als auch die neue Recht­schrei­bung gehen davon aus, daß eine Verknüpfung keine Auf­zäh­lung ist. Verknüpftes bildet eine Einheit, die mehr als die Summe ihrer Ein­zel­teile ist, Auf­zäh­lungen dagegen nicht.
Wenn zwei Dinge also verknüpft sind, sind sie keine Auf­zäh­lung. Des­wegen steht vor und kein Komma.
Das gilt für Wör­ter, Phra­sen und Sätze:
Zwei Wör­ter: [Audi und Volvo] sind Automarken.
Zwei Phra­sen: [Im Bad und in der Küche] gab es eine Fußbodenheizung.
Zwei Sätze: [Es roch nach Lavendel und im Kamin brannte ein Feuer.]
In der alten Rechtschreibung gilt: Vor und steht grundsätzlich kein Kom­ma. Nur wenn zwei gleichrangige und ver­knüpfte Sätze völlig eigenständig sind, also kein einziges Satz­glied miteinander teilen, wird der Grundsatz gebrochen und ein Komma gesetzt.
Nach dem Aufwachen kochte Petra Kaffee [kein Komma] und ging Peter unter die Dusche.
Da das Verbum im Hauptsatz immer an zweiter Stelle steht, muß sich das Ad­ver­bi­ale nach dem Aufstehen auch auf den zweiten Satz be­zie­hen. Es nimmt in beiden Sätzen die erste Stel­le ein. Die beiden Sätze teilen also ein Satzglied, so daß kein Komma steht.
[Nach dem Aufwachen]1
[kochte]2 [Petra]3 Kaffee und [ging]2 [Peter]3 unter die Dusche.
Anders in dieser Va­ri­ante:
Weil das Subjekt im zweiten Satz die erste Stelle einnimmt, kann sie nicht das Ad­ver­bi­ale einnehmen. Das Adverbiale kann sich also nicht auf den zweiten Satz be­zie­hen.
[kochte]2 [Petra]3 Kaffee , [Komma!] und [Peter]1 [ging]2 unter die Dusche.
Pe­ter kann schlecht duschen, ohne vorher aufgewacht zu sei. Doch die allgemeine Logik oder erzählerische Reihenfolge spielt bei der Komma­set­zung keine Rolle. Die beiden Teilsätze teilen kein Satz­glied. Des­wegen steht nach der alten Recht­schrei­bung ein Komma.
Fehler in der alten Recht­schrei­bung ergeben sich, wenn man statt auf die Form auf den Inhalt achtet:
Auch wenn Peter hier zweimal das Sub­jekt des Sat­zes bildet, einmal als Sub­stan­tiv und dann noch einmal als Pronomen, so kommt es nur darauf an, daß er förmlich zweimal genannt wird. Nach der alten Recht­schrei­bung wurde das Komma nur weggelassen, wenn die Handlung einfach wiederholt wird:
Die neue Rechtschreibung hält sich dagegen streng an das Prinzip des Kom­mas als Auf­zäh­lungszeichen: Wo ver­knüpft wird, wird nicht auf­gezählt. Deshalb steht das Komma nie vor und. Verstöße gegen dieses Dogma läßt sie nie bei typischen Konstruktionen zu, son­dern immer nur bei konkreten Sätzen, wenn dort wirklich ein Miß­ver­ständ­nis entsteht, sobald man das Komma nicht setzt.
Wer also nach neuer Recht­schrei­bung schreibt, darf nach §73 nicht grund­sätz­lich ein Komma zwischen gleichrangige Sätze setzen, wenn sie mit und ver­knüpft sind. Dazu zwei Bei­spiele:
In diesem Fall darf das Komma gesetzt werden, weil das weibliche Für­wort sie auch im Akkusativ sie lautet und man beim Lesen glauben könnte, und ver­knüpfte zwei Ob­jekte die Berge und sie, obwohl es in Wahrheit zwei Sätze miteinander ver­knüpft. Durch das Komma wird sogleich deutlich, daß sie ein Nominativ und das Subjekt eines zweiten Satzes sein muß.
Vertauscht man die Akteure, verschwindet die Verwechslungsgefahr, weil sich das männliche Personalpronomen in Nominativ und Akkusativ un­ter­schei­det:
In der alten Rechtsschreibung wird undogmatisch zwischen zwei ver­knüpfte Sätze ein Komma gesetzt, wenn sie gleichrangig sind, in der neuen Recht­schrei­bung in Übereinstimmung mit der Universalregel grund­sätz­lich nicht und im konkreten Fall nur, wenn sich die Gefahr nachweisen läßt (§73).
Der Freiheit sind also Bedingungen gesetzt. Wer sie sich grund­sätz­lich nimmt, schreibt falsch, weil er die Freiheit so fehldeutet, daß er dar­aus einen Grundsatz ableitet, der der universellen Aufgabe des Kom­mas als Auf­zäh­lungszeichen widerspricht.
Allgemein gilt: Grundsätzlich darf in der neuen Recht­schrei­bung bei typischen Fällen nur gegen die Uni­ver­sal­regel verstoßen wer­den, wenn dies als Regel formuliert ist. Para­graph 73 ist so ein Bei­spiel.
Öfter wird nach einer Regel in einer Erläuterung (E) eine Freiheit ge­währt. Sol­che Frei­hei­ten dürfen nie typisch an­ge­wen­det wer­den, son­dern immer nur in konkreten Einzelfällen.
Wir sagen dies so ausdrücklich, weil man beobachten kann, daß viele Leute die Aus­nah­me im konkreten Einzelfall als Regel für typische Fälle mißdeuten und so Komma­regeln erschaffen, die es in Wahrheit nicht gibt, weil sie gegen die Uni­ver­sal­regel verstoßen. Das geschieht immer dann, wenn Anwender die Uni­ver­sal­regel verkennen.
Anders verhält es sich bei adversativen Kon­junk­tionen wie aber oder son­dern. Hier steht ein Komma, was oft damit erklärt wird, daß das Komma den Gegensatz ausdrückt. Aber wie wahrscheinlich ist es, daß das Komma hier eine Funktion ausübt, die der Uni­ver­sal­komma­regel gänzlich widerspricht, nur um etwas zu signalisieren, was die Wör­ter aber und son­dern bereits lexikalisch tun?
Stattdessen kann man ganz einfach annehmen, daß aber nicht ver­knüpft. Aus zwei Einzeldingen wird also keine Einheit – sie blei­ben zweierlei Dinge. Und sie wer­den auf­ge­zählt; des­wegen steht ein Komma:
Er war nicht [reich, aber schön]Prädikat.
[Nicht für die Schule, son­dern für das Leben}]Ad­ver­bi­ale lernen wir.
Daß innerhalb dieser Auf­zäh­lung ein lexikalischer Gegensatz besteht, ändert nichts daran, daß wir es mit einer Auf­zäh­lung zu tun haben. Im ersten Bei­spiel wer­den innerhalb des Prädikats zwei Prädikatsnomina reich, schön auf­ge­zählt, im zweiten innerhalb eines Ad­ver­bi­ales zwei Prä­po­si­tio­nal­phrasen für die Schule, für das Leben.
Was die Abgrenzung von Infinitivgruppen und Partizipialgruppen an­geht, gibt es einen wahrnehmbaren Unterschied zwischen der alten und neuen Recht­schrei­bung, der aber unter der Oberfläche nicht so funda­men­tal aussieht. Die Reformschreibung hat lediglich eine Sonder­annah­me auf­gege­ben, von man auch vor der Rechtschreibreform wußte, daß sie im Hinblick auf die Funktion des Kom­mas formal falsch ist.
Das Komma bei Infinitiven und Partizipien bildet wohl die Mehrheit unter den Kommafehlern. Der Grund liegt allein darin, daß die meisten Sprecher nicht wissen, was ein In­fi­ni­tiv oder Par­ti­zip ist. Deshalb er­klä­ren wir dies zunächst.
Oft stößt man auf die Annahme, der In­fi­ni­tiv wäre ein substantiviertes Verb. Dies ist jedoch falsch. Der In­fi­ni­tiv ist nicht substantiviert; er ist also keine Verb­form, die sich wie ein Sub­stan­tiv verhält. Das zeigt sich schon daran, daß man die Sub­stan­tivierung nicht zurückwandeln kann. Es gibt keinen verbalen In­fi­ni­tiv.
Der Infinitiv ist ein echtes Sub­stan­tiv. Daß er mit einem Suffix -en von einer Wurzel ab­geleitet ist, von der man auch Verbalformen, Ad­jek­tive und Adverbien ab­lei­tet, spielt keine Rolle.
irr- ⇢ ich irr-e
irr- ⇢ irr-en
irr- ⇢ irr-end
irr- ⇢ Irr-tum
Beim Wortausgang -en handelt es sich also nicht um eine Beu­gungs­endung, son­dern um ein Wort­bildungs­suffix, das mit -ung oder -heit vergleichbar ist.
Der Infinitiv ist also ein normales Sub­stan­tiv wie Haus oder Pferd. Sieht man das nicht so, kann man die Komma­set­zung beim In­fi­ni­tiv nicht erklären. Manchmal schreibt man den In­fi­ni­tiv klein und manch­mal groß. Die Schrei­bung hat keinen Einfluß darauf, um welche Wortart es sich handelt.
Daraus ergibt sich, daß der Infinitiv sich in bezug auf Syntax und Komma­set­zung wie jedes andere Sub­stan­tiv verhält und nicht wie ein Verb. Daß er lexikalisch eine Handlung ausdrückt, spielt ebenfalls keine Rolle. Auch die Sub­stan­tive Befreiung, Fahrt drücken Handlungen aus.
Der Infinitiv kann in allen Satzgliedern auftauchen, die ein nor­males Sub­stan­tiv enthalten können.
Im Sub­jekt:
[Irrtum] ist menschlich.
[Irren] ist menschlich.
Ich will [ein Eis].
Ich will [schwimmen]!
Peter [ist Lehrer].
Das ist [Reden].
Ich bin [beim Zahnarzt].
Ich bin [beim Schreiben].
die Kunst [der Malerei]
die Kunst [des Liebens]
Nirgendwo wird bei diesen Infinitiven ein Komma gesetzt, denn wo Satz­glieder auf­ein­an­der folgen und sich auf­ein­an­der be­zie­hen, wird nichts auf­ge­zählt.
Auch fünften Satzglied, dem Adverbiale, kann der In­fi­ni­tiv stehen.
Prä­po­si­tionalphrasen stehen grund­sätz­lich im Satz­glied Ad­ver­bi­ale, bezie­hen sich also auf das Verb.
Er eilte [nach Hause].
Er lebte [in einem grünen Haus.]
Auch was wir heute als Infinitive mit zu bezeichnen, sind eigentlich Prä­po­si­tionalphrasen. Die Prä­po­si­tion bezeichnet das Ziel einer Bewegung und regiert den Dativ.
Dieser finale Infinitiv stand einst nur dort, wo ein Finalsatz zu einem In­fi­ni­tiv verkürzte wer­den konnte, weil das Ob­jekt oder Sub­jekt des Haupt­satzes mit dem Sub­jekt des Neben­satzes identisch war.
Ich bleibe im Bett, damit ich gesund werde. ⇢ Ich bleibe im Bett, um gesund zu wer­den.
Sie sandte ihn, damit er sage, daß … ⇢ Sie sandte ihn zu sagen, daß …
Der Infinitiv mit zu ist ein normales Satzglied und im Sinne der Komma­set­zung kein er­wei­terter In­fi­ni­tiv (siehe unten). Deshalb steht grund­sätz­lich kein Komma, denn es wird nichts auf­ge­zählt.
Das Komma vor dem Infinitiv kommt erst ins Spiel, wenn der In­fi­ni­tiv er­wei­tert ist. Alle möglichen Er­wei­te­rungen stehen räumlich vor dem In­fi­ni­tiv. Erweiterte In­fi­ni­tive lassen sich in zwei Gruppen einteilen.
Infinitive können durch ein Objekt oder ein Adverbiale erwei­tert wer­den, die syn­taktisch vom In­fi­ni­tiv abhängen. Die alte Recht­schrei­bung setzt in diesem Fall ein Komma:
Peter plante, [seine Freundin]Ob­jekt zu überraschen.
Peter plante, [nichts]Ob­jekt [dagegen]Ad­ver­bi­ale zu unternehmen.
Peter plante, [heimlich/am Morgen/mit Petra]Ad­ver­bi­ale abzureisen.
Peter plante, [ihr]Ad­ver­bi­ale zu helfen.
Auch die Negation können wir als Ad­ver­bi­ale zählen:
Peter plante, [nicht]Negation zu kommen.
Der Infinitiv ist direkt vom Verbum abhängig – ob als Ad­ver­bi­ale oder Ob­jekt, hängt davon ab, ob man zu als Prä­po­si­tion oder als Partikel auffaßt. Dieses ist angemessener. In jedem Fall folgen hier die Satz­glieder nor­mal auf­ein­an­der; auf­ge­zählt wird also nicht, denn auch die vom In­fi­ni­tiv abhängigen Er­wei­te­rungen stehen an ihrem nor­malen Platz.
Die alte Recht­schrei­bung hat durchaus erkannt, daß der In­fi­ni­tiv ein nor­males Sub­stan­tiv ist. Sobald er aller­dings noch von ihm abhängige Er­wei­te­rungen bei sich hat, schafft er etwas, was einem Neben­satz in­halt­lich ziem­lich nahe kommt. Zudem ist der In­fi­ni­tiv hier nicht durch ein At­tri­but, son­dern ein Ad­ver­bi­ale näher bestimmt, was seinen ver­balen Chara­kter unterstreicht. Auch beim Ob­jekt ist zu beobachten, daß es wie bei echten Verb­for­men mit einem Ob­jekt im Akkusativ steht und nicht – wie es beim In­fi­ni­tiv sonst üblich ist – im genitivus subiectivus:
Die Polizei [befreite]Verb [die Geisel]Ob­jekt.
{[Die Befreiung/das Befreien] [der Geisel]Genitivattribut}Sub­jekt verlief glimpflich.
Weil der erweiterte Infinitiv also das Gewicht eines Nebensatzes an­nahm, hat man zwei Sätze auf­ge­zählt, als wäre er auch formal ein Neben­satz. Deshalb steht in der alten Rechtsschreibung ein Komma.
Die neue Recht­schrei­bung sagt dagegen: Auch wenn der In­fi­ni­tiv das Gewicht eines Neben­satzes annimmt, so ist er dennoch formal keiner. Aus diesem Grund steht in neuer Recht­schrei­bung kein Komma bei Er­wei­te­rungen des In­fi­ni­tivs, wenn die Er­wei­te­rung syn­tak­tisch vom In­fi­ni­tiv abhängig ist.
In der Erläuterung 2 des §75 (§75 E₂) sieht die neue Recht­schrei­bung ein Komma vor, wenn sonst unklar bliebe, ob ein Ad­ver­bi­ale sich auf das Verb oder den In­fi­ni­tiv bezieht. Im folgenden Beispiel steht kein Komma. Des­wegen muß sich das Ad­ver­bi­ale auf das Verb be­zie­hen und nicht auf den In­fi­ni­tiv:
Peter plante [heimlich/am Morgen/mit Petra/nicht]Ad­ver­bi­ale abzureisen.
Verläuft allerdings nicht die Planung heimlich, son­dern die Abreise, be­zieht sich das Ad­ver­bi­ale auf den In­fi­ni­tiv.
Peter plante, [heimlich/am Morgen/mit Petra/nicht]Ad­ver­bi­ale abzureisen.
Der Aufbau von §75 hat eine ganz klare Hierarchie, bei der die Freiheit in Er­läu­te­rung 2 nur anzuwenden ist, wenn sonst im konkreten Fall ein Miß­ver­ständ­nis entsteht. Es ist leider zu beobachten, daß viele den Auf­bau des Para­graphen nicht ver­ste­hen und die Aus­nah­me auf den gan­zen Typ des er­wei­terten In­fi­ni­tivs ausweiten und somit den gan­zen Para­graphen in sein Gegenteil verkehren.
In den folgenden Fällen darf also kein Komma stehen, weil ein Miß­ver­ständ­nis ausgeschlossen ist:
Werfen wir einen Blick auf aktuelle Veröffentlichungen in deutscher Sprache. Sie alle richten sich theoretisch nach der reformierten Schrei­bung von 2006.
Merkel bemüht sich gleichzeitig, nicht radikal zu wirken. (Die Zeit) Trotzdem konnte ich mich nicht erinnern, jemals zuvor derart viele Maden auf einer einzigen Leiche gesehen zu haben. (Simon Beckett: Leichenblässe. Rowohlt. Seite 38.) Obwohl Molly immer ziemlich heikel gewesen war, was Mäuse anging, und sich mehr als üblich bemüht hatte, sie vom Haus fern­zu­hal­ten, schreckte sie beim Anblick der ängstlichen Ein­dring­linge nicht zurück. (David Koontz: Todesregen. Heyne. Seite 78.) … weil große Unternehmen genötigt sind, umfassende Büro­kra­tien [NB: Richtig wäre der Singular] auszubilden … Thomas Stein­feld: Der Sprachverführer. Hanser. Seite 16.)
In keinem Beispiel ist die Anwendung der Freiheit zulässig, weil nir­gend­wo Zweifel bestehen kann, worauf sich die Er­wei­te­rung be­zie­ht. Die ge­zeig­ten Fälle sind keine Aus­nah­men, son­dern repräsentativ.
Das be­deu­tet, daß alle Zeitungs- und Buchverlage fünfzehn Jahre nach Inkrafttreten der Reformschreibung die Kom­mas nach den Regeln der alten Recht­schrei­bung setzen. Das gilt auch für die wenigen anderen Kommafälle, worin sich alte neue Recht­schrei­bung un­ter­schei­den.
Einige werden die neue Schreibung unterminieren wollen, aber wir glauben, daß die große Mehrheit durchaus die Kom­mas richtig setzen will und nicht ahnt, daß sie es nicht tut. Der Grund dafür liegt darin, daß die meisten sich nicht nach der amtlichen Recht­schrei­bung richten, son­dern nach einem Wör­terbuch. Die Komma­regeln, die man im Ein­lei­tungs­teil der Wör­terbücher findet, sind aller­dings nur eine In­ter­preta­tion der Redakteure. Uns ist kein Wör­terbuch für reformierte Schrei­bung bekannt, das seine Leser klar darüber informiert, daß das Komma vor Er­wei­te­rungen, die vom In­fi­ni­tiv abhängen, abgeschafft wurden. Alle glauben oder wollen glauben, daß dieses Kom­mas von §75 E₂ le­gi­timiert oder gar vorgeschrieben wird, aber genau das ist nicht der Fall. Ein solcher Verstoß gegen die Uni­ver­sal­komma­regel müßte in einer Regel geregelt sein. Hier ein schlimmes Bei­spiel:
In allen anderen Fällen ist die Komma­set­zung bei In­fi­ni­tivgruppen mit zu freigestellt, z. B.:
Die Geschäftsführung beschloss(,) neue Mitarbei­ter ein­zu­stel­len.
Ihm war wichtig(,) die Arbeit bald abzu­schlie­ßen.
Wahrig. Die deutsche Recht­schrei­bung. S. 104.
Das erste Beispiel zeigt einerseits, daß eine Regel falsch verstanden wur­de, die weiter unter erklärt wird, und zudem, daß das abtrennbare Vor­der­glied eines zusammen­gesetzten In­fi­ni­tivs für eine Er­wei­te­rung ge­hal­ten wird. Diesem Irrtum hängen leider viele nach.
Oben sahen wir, daß einfache Infinitive mit zu nicht er­wei­tert sind. Des­wegen steht kein Komma: Er befahl ihm zu gehen.
Gehen ist ein nichtzusammengesetztes Wort. Es gibt aber auch Kom­po­sita, bei denen ein einfacher In­fi­ni­tiv durch ein Präverb (Präfix) er­wei­tert wird: heimgehen, weitergehen, losgehen, untergehen. Diese Prä­fixe sind Wort­bil­dungs­ele­mente und selbst­verständ­lich keine Er­wei­te­rung! Heimgehen un­ter­schei­det sich in keiner Weise vom einfachen Gehen. Es spielt überhaupt keine Rolle, wie viele Buchstaben ein In­fi­ni­tiv hat. So­lan­ge sich nicht andere Wör­ter als Ad­ver­bi­ale oder Ob­jekt auf ihn be­zie­hen, ist es keine Er­wei­te­rung. Des­wegen darf weder nach alter noch nach neuer Recht­schrei­bung ein Komma stehen:
Es gibt aber auch Fälle, wo die Erweiterung nicht vom Infinitiv abhängt, son­dern umgekehrt der In­fi­ni­tiv von der Er­wei­te­rung. Sie sind in §75 Regel 2 und 3 formuliert.
In Regel 2 hängt der In­fi­ni­tiv von einem Sub­stan­tiv ab.
Hier wird nach alter und neuer Rechtschreibung ein Doppelkomma ge­setzt. Warum hat die Reform dieses Komma nicht auch abgeschafft? Weil es der Uni­ver­sal­regel entspricht. Der Plan bildet im Bei­spiel das Ob­jekt zum Fassen. Aber nicht allein. Auch der In­fi­ni­tiv ist Teil des Ob­jekts.
Er fasste [den Plan, abzureisen,]Objekt und packte den Koffer.
Dieses Dop­pel­komma wird aus demselben Grund gesetzt wie in diesem uns wohlbekannten:
Der Kauz Peter schlief. ⇢ Peter, der Kauz, schlief.
Wenn die Apposition der Kauz seine Stelle vor dem Be­zugs­wort auf­gibt, ist es nur noch eine Par­en­these, die in Dop­pel­kommas steht, weil jetzt zwei Sätze auf­ge­zählt wer­den. Die Par­en­these beschreibt das ehe­malige Be­zugs­wort immer noch näher.
Genau so beschreibt auch der Infinitiv das Sub­stan­tiv näher. Er gibt seinen Inhalt an. Der Plan bestand darin abzureisen. Innerhalb des Satz­glieds wer­den also zwei Dinge auf­ge­zählt: das Sub­stan­tiv und der In­fi­ni­tiv.
Regel 3 beschreibt die Situation, in der statt des Substantivs ein lee­res Wörtchen wie es oder das steht. Hier steht der In­fi­ni­tiv wieder in paa­ri­gen Kom­mas, weil das Korrelativ es, das und der In­fi­ni­tiv in­ner­halb desselben Satz­glieds auf­ge­zählt wer­den. Das ist auch in alter Recht­schrei­bung so.
Petra liebte [es, zu essen]Ob­jekt.
Dreierlei ist zu beachten. Erstens: Sowohl das Sub­stan­tiv als auch das Korrelativ müssen nicht unmittelbar vor dem Komma stehen:
Zweitens: Das Korrelativ kann von einer Prä­po­si­tion abhängen. Aus in es/das wird dabei darin. Grundsätzlich gilt: Prä­po­si­tion + es/das ⇢ dar-Prä­po­si­tion. Das ändert nichts am Komma. Das Wör­terbuch von Wahrig hat das nicht verstanden und bringt ein solches Bei­spiel an völlig falscher Stel­le mit falscher Komma­regel. Richtig also nach alter und neuer Schrei­bung:
Drittens: Das Ziel der neuen Rechtschreibung besteht allgemein darin, Kom­mas zu reduzieren und nicht zu vermehren. Im Zweifelsfall sollte man das Komma also weglassen. Dies wird in Er­läu­te­rung 1 des §75 an­ge­boten: Hat der In­fi­ni­tiv kein Ad­ver­bi­ale, das man irrtümlich auf das gebeugte Verb be­zie­hen könnte, kann man das Komma nach Sub­stan­tiven und Korrelativen auch weglassen:
Dieser Empfehlung sollte man folgen. Wo auch immer ein In­fi­ni­tiv allein zwischen zwei Kom­mas steht, sollte man die Kom­mas streichen. Denn auch ohne diese Kom­mas kann nichts falsch auf­ein­an­der bezogen wer­den. Aber mit Kom­mas wird der Satzfluß deutlich gehemmt.
Bedenken Sie, daß alle Satzzeichen nur dann stehen, wenn die Funktion, die sie ausüben, nicht auch durch die Syntax erfüllt wird. Denn die Ma­xi­me der Interpunktion des Deutschen ist Antiredundanz.
Zu guter Letzt sei noch einmal auf die Unterschiede zwischen alter und neuer Recht­schrei­bung hingewiesen. In folgendem Fall nach §75.3 hängt der In­fi­ni­tiv von einem Korrelativwort ab, dessen Inhalt er be­schreibt.
Satz 1: Petra liebte [es, zu essen]Ob­jekt.
Beide Rechtschreibungen setzen ein Komma. Nach §75 E₁ kann das Kom­ma in neuer Recht­schrei­bung weggelassen wer­den, wenn vom In­fi­ni­tiv keine Er­wei­te­rungen abhängen. Das darf hier nur geschehen, wenn wirklich sicher ist, daß es ein Korrelativ zum In­fi­ni­tiv ist. Das ist im fol­gen­den Bei­spiel nicht sicher:
Der Leser muß sich nun die Frage stellen, ob es anaphorisch oder kata­pho­risch ist. Anaphorisch, das heißt rückbezüglich, vertritt es als Pro­nomen das Apfelmus. In diesem Fall setzt die alte Recht­schrei­bung ein Komma vor es, weil es als Ob­jekt vom In­fi­ni­tiv abhängt.
Ist es dagegen kataphorisch, bezieht es sich also auf etwas, was erst noch genannt wird (der In­fi­ni­tiv), dann muß das Komma stehenbleiben, auch wenn der In­fi­ni­tiv kein Ob­jekt hat.
Apfelmus! Petra liebte es, zu essen. (es ⇢ Essen im all­gemei­nen)
Apfelmus! Petra liebte, es zu essen. (es ⇢ Apfelmus)
Apfelmus! Petra liebte es, zu essen. (es ⇢ Essen im allgemeinen)
Apfelmus! Petra liebte es zu essen. (es ⇢ Apfelmus)
Es ist hier anzuraten, das es zweimal zu nennen, bevor man §75 E₂ Kom­mas setzt, um die Glie­de­rung zu veranschaulichen. Gut: Apfelmus! Petra liebte es, es zu essen (es kann nur das Apfelmus sein)
Denken sie an die Zukunft! Das Komma der Notlösung ist uns aus der alten Recht­schrei­bung gut vertraut. Wenn man die Kom­mas in den näch­sten Jahr­zehn­ten aber so setzt, wie es die Regelung vorschreibt, dann würde bald niemand mehr ver­ste­hen, was das Komma in der Not­lösung be­deu­tet. Denn es verstößt gegen die Uni­ver­sal­regel, von der es in der neuen Recht­schrei­bung keine Aus­nah­me gibt. Ohne Kenntnis der alten Recht­schrei­bung ist dieses Komma unverständlich.
Die neue Rechtschreibung kennt noch eine dritte Er­wei­te­rung (§75.1), die ein Komma mit sich bringt: um + zu + In­fi­ni­tiv. Sie un­ter­schei­det sich von den beiden anderen dadurch, daß das Komma nicht zwischen Er­wei­te­rung und In­fi­ni­tiv steht, son­dern vor der Er­wei­te­rung. Hier wird also nicht auf­ge­zählt.
Als die finale Bedeutung von zu gehen verblaßt war, hat man in früh­neu­hoch­deutscher Zeit noch eine weitere Prä­po­si­tion davorgesetzt. Um zu darf bis heute nur vor dem In­fi­ni­tiv gebraucht wer­den, wenn er sich in einen Finalsatz verwandeln ließe:
Zum falschen Gebrauch dieser Konstuktion gibt es ein Tutorial.
Der Finalsatz und der Infinitiv mit um zu beinhalten also die Ab­sicht, mit der die Handlung des Ober­satzes ausgeführt wird, also das Ziel oder den finalen Grund, warum es tut.
Beide Rechtschreibesysteme setzen ein Komma vor um + zu, weil die Phra­se ein verkürzter Finalsatz ist und somit als Neben­satz gewichtet wird. Da unter dieser Annahme Sätze im Satz­gefüge auf­ge­zählt wer­den, steht ein Komma. Die neue Rechtschreibung verzichtet hier also auf ihre generelle Prin­zipien­treue, weil um an dieser Stelle sehr leicht fehl­gedeu­tet werden kann.
In allen Fällen, wo nach §75(1-3) ein Komma zu setzen ist, ist es ein Dop­pel­komma. In §75.2 (Sub­stan­tiv) und §75.3 (Korrelativ) ist der In­fi­ni­tiv ein Ein­schub wie bei Peter, der Kauz, …, bei §75.1 würde der ver­kürz­te Neben­satz den Haupt­satz unterbrechen.
Außer um gibt es noch andere Er­wei­te­rungen, die alle Verkürzungen aus Nebensätzen sind, weswegen nach §75.1 ein Dop­pel­komma zu setzen ist:
ohne Er lief geradeaus, ohne daß er wußte, wohin er wollte. ⇢ Er lief geradeaus, ohne zu wissen, wohin er wollte.
anstatt/statt Er lief geradeaus, anstatt daß er abbog. ⇢ Er lief geradeaus, anstatt abzubiegen.
außer Ihm fiel nichts Besseres ein, außer daß er geradeaus lief. ⇢ Ihm fiel nichts Besseres ein, außer geradeaus zu laufen.
als Er blieb lieber im Bett, als daß er aufstand. ⇢ Er blieb lie­ber im Bett, als aufzustehen.
Was für den Infinitiv gilt, gilt ebenso für das Partizip. Es ist ein Adjektiv und keine adjektivierte Verb­form. Allerdings ist alles leichter, denn das Par­ti­zip tritt entweder wie ein ganz nor­males Adjektivattribut auf das gelesene Buch, die aufgehende Sonne oder als participium coniunctum. Participium coniunctum ist ein so­ge­nann­tes Prädikatsadjunkt. Es bezieht sich einer­seits wie ein At­tri­but auf das Sub­jekt Fritz, aber zugleich auch wie ein Ad­ver­bi­ale auf das Verb brach auf. Das participium coniunctum findet man meist an der ersten Stel­le des Sat­zes.
[Bald] brach Fritz wieder auf.
[Gerade erst heimgekommen], brach Fritz wieder auf.
Als normale Stelle dieses Partizips gilt wie beim Ad­ver­bi­ale allgemein die erste oder dritte Stel­le im Satz. Wie beim In­fi­ni­tiv können auch Er­wei­te­run­gen vom Par­ti­zip abhängen, aber umgekehrt das Par­ti­zip nicht von einer Er­wei­te­rung. Das be­deu­tet, daß die neue Recht­schrei­bung kein Komma setzt, die alte nur dann, wenn eine Er­wei­te­rung vom Par­ti­zip abhängt. Da die Er­wei­te­rung immer vor dem Par­ti­zip steht, sind Miß­ver­ständ­nisse ausgeschlossen. Das Par­ti­zip wird in der amtlichen Recht­schreibe­regelung aus diesem Grund gar nicht erwähnt. Es wer­den grund­sätz­lich keine Kom­mas gesetzt.
[Ermüdet] brach Fritz wieder auf.
[Gerade erst heimgekommen,] brach Fritz wieder auf.
[Gerade erst heimgekommen] brach Fritz wieder auf.
Wird das Partizip als Prädikatsadjunkt von der ersten Stel­le an­ders­wohin ver­setzt, gilt dasselbe wie für ver­setzte At­tri­bute: Sie wer­den zu Einschüben, die am Ende des Satz­gefügen nach einem Komma stehen und mitten im Haupt­satz in paa­ri­gen Kom­mas:
Zur Klarstellung: An der ersten und dritten Stel­le des Sat­zes, also vor oder nach dem Verb, steht das Prä­di­kats­adjunkt an seiner nor­malen Stel­le und wird nicht zur Par­en­these:
[Aus vollem Halse lachend]1 [kam]2 [Linda]3 auf mich zu.
[Linda]1 [kam]2 [aus vollem Hals lachend]3 auf mich zu.
An jeder anderen Stelle wird das Prädikatsadjunkt zur Par­en­these und steht in paa­ri­gen Kom­mas.
[Linda]1, [aus vollem Halse lachend]Ein­schub, [kam]2 [auf mich zu]3.
[Linda]1 [kam]2 [auf mich zu]3, [aus vollem Halse lachend]Ein­schub.

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