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Timestamp: 2019-06-17 10:49:26+00:00

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Schüler und Studenten, Aushilfsarbeit - Lexikon des Steuerrechts | smartsteuer
Schüler und Studenten, Aushilfsarbeit – Lexikon des Steuerrechts
5.8.4.2 Vor- und Nachpraktika
Das Hessische Finanzministerium gibt auf seine Homepage (www.finanzen.hessen.de) Steuertipps für Schüler und Studierende (Auswahlmenu: Presse / Pressemitteilungen »Wir haben Steuertipps für Schüler und Studierende«; dort kann die PDF-Datei heruntergeladen werden).
A ist in den Semesterferien als Aushilfskraft beschäftigt. Als Lohnsteuerabzugsmerkmal wurde die Steuerklasse I übermittelt. Bei einem monatlichen Lohnzahlungszeitraum ergibt sich für das Jahr 2017 bis zu einem Monatslohn von 1 006 € kein Lohnsteuerabzug.
A ist in den Semesterferien als Aushilfskraft beschäftigt. Es wurden bisher keine Lohnsteuerabzugsmerkmale übermittelt. Bei einem monatlichen Lohnzahlungszeitraum ergeben sich für das Jahr 2017 bei einem Monatslohn von 1 006 € und der Lohnsteuerklasse VI folgende Steuerabzugsbeträge:
Nach § 38b Abs. 1 Nr. 6 EStG gilt für das zweite und jedes weitere Dienstverhältnis die Steuerklasse VI. Der Steuerabzug nach Steuerklasse VI setzt bereits bei einem sehr geringen Arbeitslohn ein und berücksichtigt nicht, dass unter Umständen die persönlichen Freibeträge des ArbN im ersten Dienstverhältnis noch nicht ausgeschöpft werden. ArbN, deren voraussichtlicher Jahresarbeitslohn im ersten Dienstverhältnis den maßgebenden steuerfreien Eingangsbetrag (z.B. bei Steuerklasse I im Kj. 2017: 12 082 €) nicht übersteigt, haben daher die Möglichkeit, den Steuerabzug bereits im laufenden Kj. auszugleichen, indem sie vom FA bei der Steuerklasse VI einen Freibetrag und als Ausgleich beim ersten Dienstverhältnis (Steuerklasse I) einen korrespondierenden Hinzurechnungsbetrag ermitteln lassen (§ 39a Abs. 1 Nr. 7 EStG; → Lohnsteuerermäßigungsverfahren).
Ohne Frei- und Hinzurechnungsbetrag würden als Lohnsteuerabzug im Kj. 2017 monatlich in Steuerklasse I 0 € und in Steuerklasse VI 38,33 € anfallen. Nachdem der voraussichtliche Jahresarbeitslohn aus dem ersten Dienstverhältnis in Steuerklasse I den Eingangsbetrag von 12 082 € nicht übersteigt, lässt sich B für das zweite Dienstverhältnis einen monatlichen Freibetrag i.H.v. 340 € und für das erste Dienstverhältnis einen entsprechenden Hinzurechnungsbetrag von 340 € ermitteln. Der Lohnsteuerabzug im ersten Dienstverhältnis mit Steuerklasse I bemisst sich dann nach einem zu versteuernden Arbeitslohn von 840 € – die hierfür einzubehaltende Lohnsteuer beträgt aber weiterhin 0 € – und im zweiten Dienstverhältnis nach einem zu versteuernden Arbeitslohn von 0 €.
C ist im Jahr 2017 ganzjährig in einer Buchhandlung als Aushilfe tätig. Ein weiteres Beschäftigungsverhältnis besteht nicht. Der vereinbarte Monatslohn beträgt 300 €.
Die ESt-Erklärung für das Jahr 2017 kann also bis spätestens 31.12.21 beim FA abgegeben werden.
D war in den Semesterferien zwei volle Monate als ArbN mit einem Monatslohn von 1 500 € brutto sozialversicherungsfrei beschäftigt (Werkstudent, s.u.). Entsprechend seinen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Steuerklasse I) behielt sein ArbG für jeden Monat 81,25 € LSt, für zwei Monate also 162,50 € ein. Außerdem wurde für jeden Monat ein Solidaritätszuschlag von 0,05 € erhoben.
Bis zu folgenden Jahresarbeitslöhnen 2017 erstattet das FA die einbehaltene LSt in vollem Umfang grundsätzlich zurück (→ Einkommensteuertarif):
bis 12 082 €
bis 14 419 €
bis 22 895 €
Auf der Homepage »Deutsche-Rentenversicherung.de« ist eine Broschüre (Stand 1.1.2017) eingestellt, die zahlreiche Tipps hinsichtlich der Versicherungspflicht von Schülern und Studenten enthält (www.deutsche-rentenversicherung.de unter Home / Services / Broschüren & mehr / Broschüren / Vor der Rente / Tipps für Studenten: Jobben und studieren). Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben die versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung von beschäftigten Studenten, Praktikanten und ähnlichen Personen in dem Rundschreiben vom 23.11.2016 (LEXinform 0208686 – im Folgenden als Rundschreiben vom 23.11.2016 zitiert) zusammengefasst; es löst die bisherige Fassung vom 27.4.2004 ab.
Für das geringfügig versicherungspflichtige Arbeitsentgelt bis max. 450 € trägt der ArbG 15 % und der ArbN den Restprozentsatz von 3,7 % (ergibt insgesamt den Rentenversicherungsbeitragssatz von 18,7 %, § 168 Abs. 1 Nr. 1b SGB VI).
Hat der Schüler die Befreiung von der Rentenversicherung beantragt, hat der ArbG den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung (15 % des Arbeitslohns) an die Minijob-Zentral zu entrichten. Eine Beitragsaufstockung durch den Schüler um 3,7 % des Arbeitslohns erfolgt nicht. Zur Entrichtung der Umlagesätze und zum Lohnsteuerabzug s.o.
Im Gegensatz zu den von Schülern allgemein bildender Schulen außerhalb der Schulausbildung ausgeübten Beschäftigungen handelt es sich bei dem von der Schule vorgeschriebenen Betriebspraktikum (Schülerpraktikum), durch das die Schüler betriebliche Zusammenhänge kennenlernen und ein besseres Verständnis für berufliche Anforderungen erhalten sollen, nicht um ein Beschäftigungsverhältnis (Rundschreiben vom 23.11.2016 unter A. 4.1).
Kinder, die aus der Schule entlassen sind und bis zur Aufnahme einer dauerhaften Beschäftigung oder eines Ausbildungsverhältnisses befristet beschäftigt sind, üben ihre Beschäftigung immer berufsmäßig aus. Das bedeutet, dass ihre Beschäftigung nur dann als versicherungsfrei einzustufen ist, wenn sie geringfügig entlohnt wird (→ Geringfügig Beschäftigte). Eine Versicherungsfreiheit wegen kurzfristiger Beschäftigung kommt nicht in Betracht (Tz. B 2.3.3.1 Geringfügigkeits-Richtlinie 2015).
Kinder, die aus der Schule entlassen sind und bis zur Ableistung eines freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahres, eines Bundesfreiwilligendienstes, eines dem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr vergleichbaren Freiwilligendienstes (wie beispielsweise dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst »WELTWÄRTS« oder dem »Incoming-Freiwilligendienst«) oder eines freiwilligen Wehrdienstes befristet beschäftigt sind, üben ihre Beschäftigung immer berufsmäßig aus. Dies gilt auch, wenn nach der Ableistung des freiwilligen Dienstes voraussichtlich ein Studium aufgenommen wird (Tz. B 2.3.3.1 Abs. 2 Geringfügigkeits-Richtlinie 2015).
Ist die Beschäftigung des Kindes als kurzfristig (nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage) anzusehen, muss zunächst geprüft werden, ob sie berufsmäßig ausgeübt wird. Beschäftigungsverhältnisse zwischen Abitur und Studium werden im Regelfall im Übrigen nicht als berufsmäßig qualifiziert (Tz. B 2.3.3.1 Abs. 1 Geringfügigkeits-Richtlinie 2015).
Üben Personen, die beschäftigungslos und bei der Arbeitsagentur für eine mehr als kurzfristige Beschäftigung als Ausbildung- oder Arbeitsuchende gemeldet sind (mit und ohne Leistungsbezug), eine Beschäftigung aus, sind sie zum Personenkreis der Erwerbstätigen zu zählen, die eine Beschäftigung berufsmäßig und daher ohne Rücksicht auf die Beschäftigungsdauer nicht kurzfristig ausüben; es sei denn, die (anteilige) Arbeitsentgeltgrenze von 450 € im Monat wird nicht überschritten. Durch die Meldung bei der Arbeitsagentur scheiden diese Personen nicht aus dem Kreis der berufsmäßig Beschäftigten aus. Vielmehr beruht ihre wirtschaftliche Stellung nach wie vor auf dem durch Erwerbstätigkeit als Beschäftigte zu erzielenden Verdienst (Tz. B 2.3.3.3 Geringfügigkeits-Richtlinie 2015).
S.a. Beispiel 4 zu Tz. B 2.3.3.4 Geringfügigkeits-Richtlinie 2015.
Da der ArbN als Bezieher von Arbeitslosengeld als berufsmäßig Beschäftigter anzusehen ist und das Arbeitsentgelt für den Beschäftigungszeitraum (100 €) die anteilige Arbeitsentgeltgrenze von (450 € × 2 : 30 &equals;) 30 € übersteigt, liegt keine geringfügige Beschäftigung vor. Es besteht Versicherungspflicht in der Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. In der Arbeitslosenversicherung besteht Versicherungsfreiheit, weil die wöchentliche Arbeitszeit weniger als 15 Stunden beträgt.
Übt die oder der Arbeitslose während einer Zeit, für die ihr oder ihm Arbeitslosengeld I zusteht, eine Erwerbstätigkeit i.S.d. § 119 Abs. 3 SGB III aus, ist das daraus erzielte Einkommen nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie eines Freibetrags i.H.v. 165 € in dem Kalendermonat der Ausübung anzurechnen. Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit, eine Tätigkeit als mithelfende Familienangehörige oder mithelfender Familienangehöriger, sind pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abzusetzen, es sei denn, die oder der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach (§ 141 Abs. 1 SGB III).
Empfänger von ALG I müssen jedoch berücksichtigen, dass Einkünfte aus Nebentätigkeiten auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden. Die Nebentätigkeit darf außerdem den zeitlichen Rahmen von 15 Wochenstunden nicht überschreiten, ansonsten liegt keine Arbeitslosigkeit mehr vor, womit auch der Anspruch auf ALG I entfällt (§ 119 Abs. 3 SGB III).
Einen Anspruch auf ALG I hat ein ArbN erst, wenn er innerhalb von zwei Jahren (Rahmenfrist nach § 124 Abs. 1 SGB III) mindesten 12 Monate (Anwartschaftszeit nach § 123 Abs. 1 SGB III) in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat. Für Arbeitslose bis 50 Jahre steht bei einer Einzahlung von mindestens 12 Monaten ein ALG I von 6 Monaten zu (§ 127 SGB III). Abhängig von Alter und Einzahlungszeitraum beträgt die Bezugsdauer maximal 24 Monate (§ 127 Abs. 2 SGB III).
ALG II (Hartz IV) ist eine staatlich finanzierte Grundsicherung für Arbeitssuchende. Für die Zahlung des ALG II gibt es feste Regelsätze. Zusätzlich werden auch die Kosten für Unterkunft oder Heizung übernommen. Ab 1.1.2017 beträgt der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene 409 € (§ 20 Abs. 2 Satz 1 SGB II). Der Regelsatz für Kinder/Jugendliche von 14 bis einschließlich 17 Jahre beträgt 311 € (§ 20 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 SGB II).
Grundsätzlich gilt für ArbN, die das 18. Lebensjahr vollendet haben ab 1.1.2017 der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 €. Zu den Ausnahmen s.o.
Sofern der Student nicht auf die Rentenversicherungspflicht verzichtet, beträgt sein Beitragsanteil zur Rentenversicherung (3,7 % von 450 € &equals;) 16,65 €.
Der Student in Beispiel 9 ist im Kj. 2017 gegen ein Arbeitsentgelt i.H.v. 11 € pro Arbeitsstunde beim ArbG A beschäftigt. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt somit 495 €.
Der Student ist als Werkstudent versicherungsfrei in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, weil die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt. In dieser Beschäftigung besteht nur Rentenversicherungspflicht. An Beiträgen zur Rentenversicherung fallen für den ArbG 46,28 € (9,35 % von 495 €) an. Die Aufwendungen des ArbG betragen insgesamt 541,28 €. Der Aufwand des ArbG ist geringer als bei einer Beschäftigung im Rahmen eines Minijobs.
Auswirkungen auf die Familienversicherung (s.u. Kapitel 7.9.6) ergeben sich für den Studenten im Westen nicht. Nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 SGB V darf das Gesamteinkommen im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV nicht überschreitet (im Kj. 2016: 1/7 von 2 905 &equals; 415 €; im Kj. 2017: 1/7 von 2 975 € &equals; 425 €, s. Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2017 vom 28.11.2016, BGBl I 2016, 2665). Die Bezugsgröße (Ost) beträgt monatlich 2 660 €. Das Arbeitsentgelt des Studenten i.H.v. 495 € ist mindestens um den Werbungskostenpauschbetrag von (1 000 € : 12 Monate &equals;) 83,33 € zu mindern, so dass sich ein monatliches Gesamteinkommen von 411,67 € ergibt. Die maßgebliche Einkommensgrenze im Westen i.H.v. 425 € ist nicht überschritten, die Ost-Grenze i.H.v. (1/7 von 2 660 € &equals;) 380 € aber doch.
Kinder sind bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über die Familienversicherung ihrer Eltern nach § 10 Abs. 1 SGB V krankenversichert, wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden. Voraussetzung ist weiterhin, dass die Kinder nicht hauptberuflich erwerbstätig sind und das Gesamteinkommen im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße nach § 18 SGB IV nicht überschreitet (im Kj. 2016: 1/7 von 2 905 € &equals; 415 €; im Kj. 2017: 1/7 von 2 975 € &equals; 425 €, s. Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2017 vom 28.11.2016, BGBl I 2016, 2665). Die Bezugsgröße (Ost) beträgt im Kj. 2017 monatlich 2 660 €. Für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV beträgt das zulässige Gesamteinkommen monatlich 450 €.
Das Bundesarbeitsministerium hat eine Broschüre über den Mindestlohn für Studierende veröffentlicht (www.bmas.de unter > Service > Medien > Publikationen > Mindestlohn für Studierende – Fragen und Antworten).
Versicherungsfreiheit (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB V); die Dauer, die wöchentliche Arbeitszeit und Höhe des Arbeitsentgelts sind unerheblich.
Die Versicherungsfreiheit als Arbeitnehmer schließt aber nicht die Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung der Studenten aus, so dass auf die Praktikanten bzw. Studenten § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V bzw. § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 i.V.m. Satz 1 SGB XI Anwendung findet. Solange allerdings für die Studenten eine Familienversicherung nach § 10 SGB V bzw. § 25 SGB XI besteht, ist diese gem. § 5 Abs. 7 SGB V vorrangig vor der Krankenversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V und dementsprechend vorrangig vor der Pflegeversicherung nach § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 i.V.m. Satz 1 SGB XI.
Versicherungsfreiheit (§ 5 Abs. 3 SGB VI); die Dauer, die wöchentliche Arbeitszeit und Höhe des Arbeitsentgelts sind unerheblich.
5.8.4.2. Vor- und Nachpraktika
Wird das Praktikum ohne Arbeitsentgelt ausgeübt, erfolgt die Beitragsberechnung aus einem fiktiven Entgelt. Die monatliche Bemessungsgrundlage ist 1 % der monatlichen Bezugsgröße in der Renten- und Arbeitslosenversicherung (§ 18 Abs. 1 und 2 SGB IV). Die monatliche Bezugsgröße für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt im Kj. 2017 2 975 € (West) und 2 660 € (Ost).
Monatliche Bemessungsgrundlage
1 % von 2.975 € &equals; 29,75 €
1 % von 2.660 e &equals; 26,60 €
3,0 % von 29,75 € &equals; 0,89 €
3,0 % von 26,60 € &equals; 0,80 €
18,7 % von 29,75 € &equals; 5,56 €
18,7 % von 26,60 € &equals; 4,97 €
Der ArbG muss neben seinen ArbG-Anteilen auch die ArbN-Anteile an den Sozialversicherungsbeiträgen übernehmen. Auch die Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung (2017: 1,1 %) sowie den Zusatzbeitrag für Kinderlose in der Pflegeversicherung von 0,25 % hat der ArbG zu übernehmen.
Bei Versicherungspflicht als zur Berufsausbildung Beschäftigter wird das Arbeitsentgelt der Beitragsbemessung zugrunde gelegt (§ 226 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V, § 57 Abs. 1 Satz 1 SGB XI); der ArbG trägt Beitrag allein, wenn das mtl. Arbeitsentgelt 325 € nicht übersteigt (§ 20 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 SGB IV), andernfalls werden die Beiträge je zur Hälfte von ArbG und Praktikant getragen, soweit sie nicht nach dem Zusatzbeitragssatz der Krankenkasse zu bemessen sind.
Bei Versicherungspflicht als Praktikant besteht keine Beitragspflicht des ArbG.
Nicht vorgeschriebene Praktika, die im Zusammenhang mit dem Studium aus Zweckmäßigkeitsgründen abgeleistet werden, unterscheiden sich in der Ausgestaltung nicht von den Praktika, die in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschrieben sind (s.o.). Allerdings besteht im Rahmen der Gesamtausbildung keine Verpflichtung zur Ableistung des Praktikums. Aufgrund der fehlenden Verpflichtung zur Ableistung der Praktika werden diese auch nicht im Rahmen betrieblicher Berufsbildung ausgeübt.
Die Versicherungsfreiheit als ArbN schließt aber nicht die Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung der Studenten aus, so dass auf die Praktikanten bzw. Studenten § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V bzw. § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 i.V.m. Satz 1 SGB XI Anwendung findet. Solange allerdings für die Studenten eine Familienversicherung nach § 10 SGB V bzw. § 25 SGB XI besteht, ist diese gem. § 5 Abs. 7 SGB V vorrangig vor der Krankenversicherung nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 SGB V und dementsprechend vorrangig vor der Pflegeversicherung nach § 20 Abs. 1 Satz 2 Nr. 9 i.V.m. Satz 1 SGB XI. Für die Familienversicherung ist entscheidend, dass das Gesamteinkommen des Praktikanten nicht regelmäßig die in § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V genannte Entgeltgrenze von einem Siebtel der monatlichen Bezugsgröße (im Kj. 2017: 1/7 von 2 975 € (West) &equals; 425 € und 1/7 von 2 660 € (Ost) &equals; 380 €) überschreitet; daneben sind jedoch auch die übrigen Voraussetzungen des § 10 SGB V zu erfüllen. Die zweite Gesamteinkommensgrenze von 450 € für geringfügig Beschäftigte ist für Zwischenpraktikanten, die ein nicht vorgeschriebenes Praktikum ableisten, ebenfalls zu beachten.
Bei Versicherungspflicht als ArbN wird das Arbeitsentgelt der Beitragsbemessung zugrunde gelegt (§ 226 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V, § 57 Abs. 1 Satz 1 SGB XI); die Beiträge werden je zur Hälfte vom ArbG und Praktikant getragen, soweit sie nicht nach dem Zusatzbeitragssatz der Krankenkasse zu bemessen sind; liegt Versicherungsfreiheit wegen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung vor, hat der ArbG unter den Voraussetzungen des § 249b SGB V den pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung zu zahlen.
Der Beitragsbemessung wird das Arbeitsentgelt zugrunde gelegt (§ 226 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SGB V, § 57 Abs. 1 Satz 1 SGB XI); die Beiträge werden je zur Hälfte von ArbG und Praktikant getragen, soweit sie nicht nach dem Zusatzbeitragssatz der Krankenkasse zu bemessen sind; liegt Versicherungsfreiheit wegen einer geringfügig entlohnten Beschäftigung vor, hat der ArbG unter den Voraussetzungen des § 249b SGB V den pauschalen Beitrag zur Krankenversicherung zu zahlen.
Nachfolgend sind die wichtigsten zuvor genannten Regelungen noch einmal in tabellarischer Form zusammengefasst. S.a. die Broschüre 1/20176 der Deutschen Rentenversicherung (»Deutsche-Rentenversicherung.de«).
3,7 % vom Studenten
Beiträge zahlen ArbG/Student je zur Hälfte (eventuell Gleitzonenregelung beachten).
Mehr als 26 Wochen im Kj.
Nicht mehr als 26 Wochen im Jahr
15 % vom ArbG, bei Versicherungspflicht 3,9 % vom Studenten
Die Ermittlung der Einkünfte erfolgt für Schüler und Studenten in der Regel durch die → Einnahme-Überschussrechnung. Dabei werden die → Betriebseinnahmen aus der Aushilfsarbeit den → Betriebsausgaben gegenübergestellt. Der Unterschiedsbetrag ergibt den steuerlichen Gewinn (oder Verlust). Diese vereinfachte Methode der Gewinnermittlung kann dann angewendet werden, wenn keine Pflicht zur Führung von Büchern (Aufstellung einer Bilanz) besteht (→ Buchführungspflicht).
Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind weiterhin berücksichtigt, wenn es weiterhin für einen Beruf ausgebildet wird und es keiner anspruchsschädlichen Erwerbstätigkeit i.S.d. § 32 Abs. 4 Satz 3 EStG nachgeht. Anspruchsunschädlich nach § 32 Abs. 4 Satz 3 EStG ist (A 20.3 DA-KG 2016, Schreiben des BZSt vom 22.8.2016, BStBl I 2016, 828)
Die Tochter eines Berechtigten hat die Erstausbildung abgeschlossen und beginnt im Oktober 2015 mit dem Masterstudium. Gem. vertraglicher Vereinbarung ist sie ab dem 1.4.2016 mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden als Bürokraft beschäftigt. In den Semesterferien arbeitet sie – auf Grund einer zusätzlichen vertraglichen Vereinbarung – vom 1.8. bis zur Kündigung am 30.9.2016 in Vollzeit mit 40 Stunden wöchentlich. Im Oktober 2016 vollendet sie ihr 25. Lebensjahr.
vom 1.4. bis 31.7.2016 (16 Wochen und 10 Tage):
(16 Wochen × 20 Stunden) &plus; 8 Wochen × 40 Stunden)
&equals; 15,2 Stunden
Das Kind ist aufgrund des Studiums bis einschließlich Oktober 2016 nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG zu berücksichtigen. Das Studium wird jedoch nach Abschluss eines Erststudiums durchgeführt, so dass das Kind nach § 32 Abs. 4 Satz 2 und 3 EStG nur berücksichtigt werden kann, wenn die ausgeübte Erwerbstätigkeit anspruchsunschädlich ist. Da die Ausweitung der Beschäftigung des Kindes lediglich vorübergehend ist und gleichzeitig während des Vorliegens des Grundtatbestandes nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht übersteigt, ist die Erwerbstätigkeit anspruchsunschädlich. Das Kind ist von Januar bis einschließlich Oktober 2016 zu berücksichtigen.
Würde das Kind während der Semesterferien dagegen vom 16.7. bis 25.9.2016 (&equals; mehr als zwei Monate) vollzeiterwerbstätig sein, wäre die Ausweitung der Erwerbstätigkeit nicht nur vorübergehend und damit diese Erwerbstätigkeit als anspruchsschädlich einzustufen. Dies gilt unabhängig davon, dass auch hier die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 20 Stunden nicht überschritten würde. Das Kind könnte demnach für den Monat August 2016 nicht berücksichtigt werden.
Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden und einem Mindestlohn von 8,50 € ergibt sich ein Wochenlohn von mindestens 170 € und ein Monatslohn von 680 €. Eine geringfügige Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV kann nicht vorliegen, da das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 450 € übersteigt (→ Geringfügig Beschäftigte). Eine Pauschalierung der Lohnsteuer i.S.d. § 40a EStG ist nicht zulässig.
Mehrere nebeneinander ausgeübte Tätigkeiten (z.B. eine regelmäßige Erwerbstätigkeit und eine geringfügige Beschäftigung) sind anspruchsunschädlich, wenn dadurch insgesamt die 20-Stunden-Grenze des § 32 Abs. 4 Satz 3 EStG nicht überschritten wird. Hingegen ist eine innerhalb eines Ausbildungsdienstverhältnisses erbrachte Erwerbstätigkeit außer Betracht zu lassen (A 20.3.1 Abs. 4 DA-KG 2016).
Steuerinformationen: Aushilfsarbeit von Schülern und Studenten des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen (im Internet unter www.stmf.bayern.de); Eilts, Sozialversicherungsrechtliche Beurteilung von beschäftigten Studenten und Praktikanten – Neue Regeln seit dem 1.1.2017, NWB 12/2017, 874.

References: § 38
 § 168
 § 119
 § 124
 § 123
 § 10
 § 18
 § 10
 § 18
 § 8
 § 5
 § 20
 § 10
 § 25
 § 5
 § 5
 § 20
 § 57
 § 5
 § 20
 § 10
 § 25
 § 5
 § 5
 § 20
 § 10
 § 10
 § 57
 § 249
 § 57
 § 249
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 32
 § 8
 § 40
 § 32