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Bundeshaushaltsordnung - BHO 2009
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BHO - Ausfertigungsdatum: 19.08.1969 - Vollzitat: "Bundeshaushaltsordnung vom 19. August 1969 (BGBl. I S. 1284), die zuletzt durch Artikel 4 des Gesetzes vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2580) geändert worden ist"
Stand: Zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 31.7.2009 I 2580
Hinweis: Auf die jeweils maßgebliche Fassung ist zu achten - Vergabetip - vgl. z.B. Piduch, Bundeshaushaltsrecht, Lsbl., laufende Lieferungen
In den Ländern sind die Landeshaushaltsordnungen zu beachten. Auf ihren Abdruck wurde verzichtet. Es ist auf die entsprechenden Gesetzessammlungen zu verweisen.
Text BHO
Der Haushaltsplan wird für ein oder zwei Rechnungsjahre, nach Jahren getrennt, vor Beginn des ersten Rechnungsjahres durch das Haushaltsgesetz festgestellt. Mit dem Haushaltsgesetz wird nur der Gesamtplan (§13 Abs. 4) verkündet.
Die allgemeinen Verwaltungsvorschriften zu diesem Gesetz sowie zur vorläufigen und endgültigen Haushalts- und Wirtschaftsführung erlässt das Bundesministerium der Finanzen.
Bei Aufstellung und Ausführung des Haushaltsplans sind nur die Ausgaben und die Ermächtigungen zum Eingehen von Verpflichtungen zur Leistung von Ausga­ben in künftigen Jahren (Verpflichtungsermächtigungen) zu berücksichtigen. die zur Erfüllung der Aufgaben des Bundes notwendig sind
(1) Bei Aufstellung und Ausführung des Haushaltsplans sind die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten. Diese Grundsätze verpflichten zur Prüfung, inwieweit staatliche Aufgaben oder öffentlichen Zwecken dienende wirtschaftliche Tätigkeiten durch Ausgliederung und Entstaatlichung oder Privati­sierung erfüllt werden können.
(2) Für alle finanzwirksamen Maßnahmen sind angemessene Wirtschaftlichkeits­untersuchungen durchzuführen. In geeigneten Fällen ist privaten Anbietern die Möglichkeit zu geben darzulegen, ob und inwieweit sie staatliche Aufgaben oder öffentlichen Zwecken dienende wirtschaftliche Tätigkeiten nicht ebenso gut oder besser erbringen können (Interessenbekundungsverfahren).
Alle Einnahmen dienen als Deckungsmittel für alle Ausgaben. Auf die Verwen­dung für bestimmte Zwecke dürfen Einnahmen beschränkt werden, soweit dies durch Gesetz vorgeschrieben ist oder im Haushaltsplan zugelassen ist.
(2) Dem Beauftragten obliegen die Aufstellung der Unterlagen für die Finanzpla­nung und der Unterlagen für den Entwurf des Haushaltsplans (Voranschläge) so­wie die Ausführung des Haushaltsplans. Im übrigen ist der Beauftragte bei allen Maßnahmen von finanzieller Bedeutung zu beteiligen. Er kann Aufgaben bei der Ausführung des Haushaltsplans übertragen.
(1) Die Bundesregierung fügt ihren Gesetzesvorlagen einschließlich der nach Ar­tikel 59 Abs. 2 des Grundgesetzes vorzulegenden Verträge sowie den Verordnungs­- und Richtlinienentwürfen der Europäischen Gemeinschaften einen Überblick über die Auswirkungen auf den Haushaltsplan und die Finanzplanung des Bundes, der Länder und der Gemeinden (Gemeindeverbände) bei. Außerdem soll angeben­
(1) Der Haushaltsplan kann für zwei Haushaltsjahre, nach Jahren getrennt, aufge­stellt werden.
(2) Der Haushaltsplan kann in einen Verwaltungshaushalt und in einen Finanzhaushalt gegliedert werden; beide können jeweils für zwei Haushaltsjahre, nach Jahren getrennt, aufgestellt werden. Die Bewilligungszeiträume für beide Haushal­te können in aufeinanderfolgenden Haushaltsjahren beginnen.
(3) Wird der Haushaltsplan in einen Verwaltungshaushalt und in einen Finanzhaus­halt gegliedert, enthält der Verwaltungshaushalt
1. die zu erwartenden Verwaltungseinnahmen,
2. die voraussichtlich zu leistenden Verwaltungsausgaben (Personalausgaben und sächliche Verwaltungsausgaben),
3. die voraussichtlich benötigten Verpflichtungsermächtigungen zur Leistung von Verwaltungsausgaben.
(2) Die Einzelpläne enthalten die Einnahmen, Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen eines einzelnen Verwaltungszweigs oder bestimmte Gruppen von Einnahmen, Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen. Die Einzelpläne sind in Kapitel und Titel einzuteilen. Die Einteilung in Titel richtet sich nach Verwaltungsvorschriften über die Gruppierung der Einnahmen und Ausgaben des Haushalts­plans nach Arten (Gruppierungsplan).
1. bei den Einnahmen; Steuern, Verwaltungseinnahmen, Einnahmen aus Vermö­gensveräußerungen, Darlehensrückflüsse, Zuweisungen und Zuschüsse, Einnah­men aus Krediten, wozu nicht Kredite zur Aufrechterhaltung einer ordnungs­mäßigen Kassenwirtschaft (Kassenverstärkungskredite) zählen, Entnahmen aus Rücklagen, Münzeinnahmen;
2. bei den Ausgaben: Personalausgaben, sächliche Verwaltungsausgaben, Zinsaus­gaben, Zuweisungen an Gebietskörperschaften, Zuschüsse an Unternehmen, Tilgungsausgaben, Schuldendiensthilfen, Zuführungen an Rücklagen, Ausgaben für Investitionen. Ausgaben für Investitionen sind die Ausgaben für
b) den Erwerb von beweglichen Sachen, soweit sie nicht als sächliche Verwal­tungsausgaben veranschlagt werden oder soweit es sich nicht um Ausgaben für militärische Beschaffungen handelt,
d) den Erwerb von Beteiligungen und sonstigem Kapitalvermögen, von Forde­rungen und Anteilsrechten an Unternehmen, von Wertpapieren sowie für die Heraufsetzung des Kapitals von Unternehmen,
1. eine Zusammenfassung der Einnahmen, Ausgaben und Verpflichtungsermäch­tigungen der Einzelpläne (Haushaltsübersicht),
2. eine Berechnung des Finanzierungssaldos (Finanzierungsübersicht). Der Finan­zierungssaldo ergibt sich aus einer Gegenüberstellung der Einnahmen mit Aus­nahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahmen aus Rücklagen, der Einnahmen aus kassenmäßigen Überschüssen sowie der Münz­entnahmen einerseits und der Ausgaben mit Ausnahme der Ausgaben zur Schul­dentilgung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen und der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags andererseits,
3. eine Darstellung der Einnahmen aus Krediten und der Tilgungsausgaben (Kre­ditfinanzierungsplan).
(1) Der Haushaltsplan hat folgende Anlagen;
1. Darstellungen der Einnahmen und Ausgaben
b) in einer Gliederung nach bestimmten Aufgabengebieten (Funktionenüber­sicht),
2. eine Übersicht über die den Haushalt in Einnahmen und Ausgaben durchlau­fenden Posten;
3. eine Übersicht über die Planstellen der Beamten und die Stellen der Angestell­ten und Arbeiter. Die Anlagen sind dem Entwurf des Haushaltsplans beizufügen.
(2) Die Funktionenübersicht richtet sich nach Verwaltungsvorschriften über die Gliederung der Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsplans nach Aufgabenge­bieten (Funktionenplan).
(1) Die Einnahmen und Ausgaben sind in voller Höhe und getrennt voneinander zu veranschlagen. Dies gilt nicht für die Veranschlagung der Einnahmen aus Kre­diten vom Kreditmarkt und der hiermit zusammenhängenden Tilgungsausgaben. Darüber hinaus können Ausnahmen von Satz 1 im Haushaltsplan zugelassen wer­den, insbesondere für Nebenkosten und Nebenerlöse bei Erwerbs- oder Veräuße­rungsgeschäften. In den Fällen des Satzes 3 ist die Berechnung des veranschlagten Betrages dem Haushaltsplan als Anlage beizufügen oder in die Erläuterungen aufzunehmen.
(2) Ausgaben können zur Selbstbewirtschaftung veranschlagt werden, wenn hier­durch eine sparsame Bewirtschaftung gefördert wird. Selbstbewirtschaftungsmittel stehen über das laufende Haushaltsjahr hinaus zur Verfügung. Bei der Bewirtschaf­tung aufkommende Einnahmen fließen den Selbstbewirtschaftungsmitteln zu. Bei der Rechnungslegung ist nur die Zuweisung der Mittel an die beteiligten Stellen als Ausgabe nachzuweisen.
Die Verpflichtungsermächtigungen sind bei den jeweiligen Ausgaben gesondert zu veranschlagen. Wenn Verpflichtungen zu Lasten mehrerer Haushaltsjahre einge­gangen werden können, sollen die Jahresbeträge im Haushaltsplan angegeben werden.
(1) Die Einnahmen sind nach dem Entstehungsgrund, die Ausgaben und die Ver­pflichtungsermächtigungen nach Zwecken getrennt zu veranschlagen und, soweit erforderlich, zu erläutern. Erläuterungen können für verbindlich erklärt werden.
(2) Bei Ausgaben für eine sich auf mehrere Jahre erstreckende Maßnahme sind bei der ersten Veranschlagung im Haushaltsplan die voraussichtlichen Gesamtko­sten und bei jeder folgenden Veranschlagung außerdem die finanzielle Abwicklung darzulegen.
(5) Planstellen sind nach Besoldungsgruppen und Amtsbezeichnungen im Haus­haltsplan auszubringen. Sie dürfen nur für Aufgaben eingerichtet werden, zu deren Wahrnehmung die Begründung eines Beamtenverhältnisses zulässig ist und die in der Regel Daueraufgaben sind.
(6) Andere Stellen als. Planstellen sind in den Erläuterungen auszuweisen.
(1) Einnahmen aus Krediten dürfen nur bis zur Höhe der Summe der Ausgaben für Investitionen in den Haushaltsplan eingestellt werden. Ausnahmen sind nur zulässig zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts; in diesen Fällen ist im Gesetzgebungsverfahren zur Feststellung des Haushaltsplans insbesondere darzulegen, dass
1. das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht ernsthaft und nachhaltig gestört ist oder eine solche Störung unmittelbar bevorsteht,
2. die erhöhte Kreditaufnahme dazu bestimmt und geeignet ist, die Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts abzuwehren.
2. zur Aufrechterhaltung einer ordnungsmäßigen Kassenwirtschaft (Kassenver­stärkungskredite). Soweit diese Kredite zurückgezahlt sind, kann die Ermächti­gung wiederholt in Anspruch genommen werden. Kassenverstärkungskredite dürfen nicht später als sechs Monate nach Ablauf des Haushaltsjahres, für das sie aufgenommen worden sind, fällig werden.
(3) Die Ermächtigungen nach Absatz 2 Nr.1 gelten bis zum Ende des nächsten Haushaltsjahres und, wenn das Haushaltsgesetz für das zweitnächste Haushaltsjahr nicht rechtzeitig verkündet wird, bis zur Verkündung dieses Haushaltsgesetzes. Die Ermächtigungen nach Absatz 2 Nr.2 gelten bis zum Ende des laufenden Haus­haltsjahres und, wenn das Haushaltsgesetz für das nächste Haushaltsjahr nicht rechtzeitig verkündet wird, bis zur Verkündung dieses Haushaltsgesetzes.
(1) Ausgaben für Investitionen und Ausgaben aus zweckgebundenen Einnahmen sind übertragbar. Andere Ausgaben können im Haushaltsplan für übertragbar er­klärt werden, wenn dies ihre wirtschaftliche und sparsame Verwendung fördert.
(2) Zur Deckung der Ausgaben, die übertragen werden sollen (Ausgabereste), sind Ausgabemittel zu veranschlagen. Die Ausgabemittel sollen so bemessen werden, dass sie zur Deckung der Ausgabereste ausreichen, deren Verausgabung im näch­sten Haushaltsjahr erforderlich ist; nicht zu berücksichtigen sind Ausgabereste, für die Mittel aus kassenmäßigen Minderausgaben im nächsten Haushaltsjahr voraus­sichtlich bereitgestellt werden können.
1. gegenseitig die Ausgaben für Vergütungen der Angestellten und Löhne der Arbeiter,
a) die Ausgaben für Bezüge der Beamten zugunsten der Ausgaben für Vergü­tungen der Angestellten und Löhne der Arbeiter,
b) die Ausgaben für Unterstützungen zugunsten der Ausgaben für Beihilfen.
(2) Planstellen sind als künftig umzuwandeln zu bezeichnen, soweit sie in den folgenden Haushaltsjahren voraussichtlich in Planstellen einer niedrigeren Besol­dungsgruppe oder in Stellen für Angestellte oder Arbeiter umgewandelt werden können.
Ausgaben, die aus besonderen Gründen zunächst noch nicht geleistet oder zu de­ren Lasten noch keine Verpflichtungen eingegangen werden sollen, sind im Haus­haltsplan als gesperrt zu bezeichnen. Entsprechendes gilt für Verpflichtungsermächtigungen. In Ausnahmefällen kann durch Sperrvermerk bestimmt werden, dass die Leistung von Ausgaben oder die Inanspruchnahme von Verpflichtungsermächtigungen der Einwilligung des Bundestages bedarf.
Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen für Leistungen an Stellen außerhalb der Bundesverwaltung zur Erfüllung bestimmter Zwecke (Zuwendungen) dürfen nur veranschlagt werden, wenn der Bund an der Erfüllung durch solche Stellen ein erhebliches Interesse hat, das ohne die Zuwendungen nicht oder nicht im not­wendigen Umfang befriedigt werden kann.
(1) Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen für Baumaßnahmen dürfen erst veranschlagt werden, wenn Pläne, Kostenermittlungen und Erläuterungen vorliegen, aus denen die Art der Ausführung, die Kosten der Baumaßnahme, des Grund­erwerbs und der Einrichtungen sowie die vorgesehene Finanzierung und ein Zeitplan ersichtlich sind. Den Unterlagen ist eine Schätzung der nach Fertigstellung der Maßnahme entstehenden jährlichen Haushaltsbelastungen beizufügen.
(3) Ausnahmen von den Absätzen 1 und 2 sind nur zulässig, wenn es im Einzelfall nicht möglich ist, die Unterlagen rechtzeitig fertigzustellen, und aus einer späteren Veranschlagung dem Bund ein Nachteil erwachsen würde. Die Notwendigkeit ei­ner Ausnahme ist in den Erläuterungen zu begründen. Die Ausgaben und Ver­pflichtungsermächtigungen für Maßnahmen, für welche die Unterlagen noch nicht vorliegen, sind gesperrt.
(4) Auf einzeln veranschlagte Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen für Zuwendungen sind die Absätze 1 bis 3 entsprechend anzuwenden, wenn insgesamt mehr als 50 vom Hundert der Kosten durch Zuwendungen von Bund, Ländern und Gemeinden gedeckt werden. Das Bundesministerium der Finanzen kann Aus­nahmen zulassen.
(1) Der Überschuß oder der Fehlbetrag ist der Unterschied zwischen den tatsäch­lich eingegangenen Einnahmen (Ist-Einnahmen) und den tatsächlich geleisteten Ausgaben (Ist-Ausgaben).
(2) Ein Überschuß ist insbesondere zur Verminderung des Kreditbedarfs oder zur Tilgung von Schulden zu verwenden oder der Konjunkturausgleichsrücklage zuzu­führen. Wird der Überschuß zur Schuldentilgung verwendet oder der Konjunktur­ausgleichsrücklage zugeführt, ist er in den nächsten festzustellenden Haushaltsplan einzustellen. § 6 Abs. J Satz 3 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 8. Juni 1967 (Bundesgesetzbl. 1 S.582) bleibt un­berührt.
(3) Ein Fehlbetrag ist spätestens in den Haushaltsplan für das zweitnächste Haus­haltsjahr einzustellen. Er darf durch Einnahmen aus Krediten nur gedeckt werden, soweit die Möglichkeiten einer Kreditaufnahme nicht ausgeschöpft sind.
(1) Bundesbetriebe haben einen Wirtschaftsplan aufzustellen, wenn ein Wirtschaf­ten nach Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsplans nicht zweckmäßig ist. Der Wirtschaftsplan oder eine Übersicht über den Wirtschaftsplan ist dem Haushalts­plan als Anlage beizufügen oder in die Erläuterungen aufzunehmen. Im Haushalts­plan sind nur die Zuführungen oder die Ablieferungen zu veranschlagen. Planstel­len sind nach Besoldungsgruppen und Amtsbezeichnungen im Haushaltsplan aus­zubringen.
vermögen sind nur die Zuführungen oder die Ablieferungen im Haushaltsplan zu veranschlagen. Über die Einnahmen, Ausgaben und Verpflich­tungsermächtigungen der Sondervermögen sind Übersichten dem Haushaltsplan als Anlagen beizufügen oder in die Erläuterungen aufzunehmen.
1. juristischen Personen des öffentlichen Rechts, die vom Bund ganz oder zum Teil zu unterhalten sind, und
2. Stellen außerhalb der Bundesverwaltung, die vom Bund Zuwendungen zur Deckung der gesamten Ausgaben oder eines nicht abgegrenzten Teils der Ausgaben erhalten, sind Übersichten dem Haushaltsplan als Anlagen beizufügen oder in die Erläute­rungen aufzunehmen. Das Bundesministerium der Finanzen kann Ausnahmen zu­lassen.
(1) Die Voranschläge sind von der für den Einzelplan zuständigen Stelle dem Bundesministerium der Finanzen zu dem von ihm zu bestimmenden Zeitpunkt zu übersenden. Das Bundesministerium der Finanzen kann verlangen, dass den Vor­anschlägen Organisations- und Stellenpläne beigefügt werden,
(2) Über Angelegenheiten von grundsätzlicher oder erheblicher finanzieller Be­deutung kann der zuständige Bundesminister die Entscheidung der Bundesregie­rung einholen. Entscheidet die Bundesregierung gegen oder ohne die Stimme des Bundesministers der Finanzen, so steht ihm ein Widerspruchsrecht zu. Das Nähere regelt die Geschäftsordnung der Bundesregierung.
(3) Abweichungen von den Voranschlägen des Bundespräsidenten und der Präsi­denten des Bundestages, des Bundesrates, des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesrechnungshofes sind vom Bundesministerium der Finanzen der Bundesre­gierung mitzuteilen, soweit den Änderungen nicht zugestimmt worden ist.
(2) Einnahmen, Ausgaben, Verpflichtungsermächtigungen und Vermerke, die das Bundesministerium der Finanzen in den Entwurf des Haushaltsplans nicht aufgenommen hat, unterliegen auf Antrag der Bundesregierung, wenn es sich um Angelegenheiten von grund­sätzlicher oder erheblicher finanzieller Bedeutung handelt. Dasselbe gilt für Vor­schriften des Entwurfs des Haushaltsgesetzes. Auf die Beschlußfassung der Bun­desregierung ist § 28 Abs. 2 Satz 2 entsprechend anzuwenden. Das Nähere regelt die Geschäftsordnung der Bundesregierung.
(3) Weicht der Entwurf des Haushaltsplans von den Voranschlägen des Bundes­präsidenten und der Präsidenten des Bundestages, des Bundesrates, des Bundes­verfassungsgerichts und des Bundesrechnungshofes ab und ist der Änderung nicht zugestimmt worden, so sind die Teile, über die kein Einvernehmen erzielt worden ist, unverändert dein Entwurf des Haushaltsplans beizufügen.
Der Entwurf des Haushaltsgesetzes ist mit dem Entwurf des Haushaltsplans vor Beginn des Haushaltsjahres dem Bundesrat zuzuleiten und beim Bundestag ein­zubringen, in der Regel spätestens in der ersten Sitzungswoche des Bundestages nach dem 1. September.
Zum Entwurf des Haushaltsgesetzes und des Haushaltsplans hat das Bundesmini­sterium der Finanzen einen Bericht über den Stand und die voraussichtliche Ent­wicklung der Finanzwirtschaft auch im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaft­lichen Entwicklung zu erstatten.
Auf Ergänzungen zum Entwurf des Haushaltsgesetzes und des Haushaltsplans sind die Teile 1 und II entsprechend anzuwenden.
(2) Ausgaben dürfen nur soweit und nicht eher geleistet werden, als sie zur wirt­schaftlichen und sparsamen Verwaltung erforderlich sind. Die Ausgabemittel sind JÉR _so zu bewirtschaften, daß sie zur Deckung aller Ausgaben ausreichen, die unter die einzelne Zweckbestimmung fallen.
(3) Absatz 2 gilt für die Inanspruchnahme von Verpflichtungsermächtigungen ent­sprechend.
(1) Alle Einnahmen und Ausgaben sind mit ihrem vollen Betrag bei dem hierfür vorgesehenen Titel zu buchen, soweit sich aus § 15 Abs. 1 Satz 2 und 3 nichts an­deres ergibt.
(2) Für denselben Zweck dürfen Ausgaben aus verschiedenen Titeln nur geleistet werden, soweit der Haushaltsplan dies zuläßt. Entsprechendes gilt für die Inan­spruchnahme von Verpflichtungsermächtigungen.
Nur mit vorheriger Zustimmung (Einwilligung) des Bundesministeriums der Fi­nanzen dürfen Ausgaben, die durch Gesetz oder im Haushaltsplan als gesperrt bezeichnet sind, geleistet sowie Verpflichtungen zur Leistung solcher Ausgaben eingegangen werden. In den Fällen des § 22 Satz 3 hat das Bundesministerium der Finanzen die Einwilligung des Bundestages einzuholen.
(1) Überplanmäßige und außerplanmäßige Ausgaben bedürfen der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen. Sie darf nur im Falle eines unvorhergese­henen und unabweisbaren Bedürfnisses erteilt werden. Als unabweisbar ist ein Bedarf insbesondere nicht anzusehen, wenn nach Lage des Einzelfalles ein Nach­tragshaushaltsgesetz rechtzeitig herbeigeführt oder die Ausgabe bis zum nächsten Haushaltsgesetz zurückgestellt werden kann. Eines Nachtragsbaushaltsgesetzes bedarf es nicht, wenn die Mehrausgabe im Einzelfall einen im Haushaltsgesetz festzulegenden Betrag nicht überschreitet oder wenn Rechtsverpflichtungen zu erfüllen sind. § 8 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft bleibt unberührt.
(4) Über- und außerplanmäßige Ausgaben sind dem Bundestag und dem Bundes­rat vierteljährlich, in Fällen von grundsätzlicher oder erheblicher finanzieller Be­deutung unverzüglich mitzuteilen.
(6) Mehrausgaben bei übertragbaren Ausgaben (Vorgriffe) sind unter den Voraus­setzungen des Absatzes 1 Satz 1 und 2 auf die nächstjährige Bewilligung für den gleichen Zweck anzurechnen. Das Bundesministerium der Finanzen kann Ausnah­men zulassen.
(1) Maßnahmen, die den Bund zur Leistung von Ausgaben in künftigen Haushaltsjahren verpflichten können, sind nur zulässig, wenn der Haushaltsplan dazu er­mächtigt. Im Falle eines unvorhergesehenen und unabweisbaren Bedarfs kann das Bundesministerium der Finanzen Ausnahmen zulassen; § 37 Abs. I Satz 3 ist ent­sprechend anzuwenden. Eines Nachtragshaushaltsgesetzes bedarf es nicht, wenn im Einzelfall der Gesamtbetrag der überplanmäßigen oder außerplanmäßigen Ver­pflichtungsermächtigung einen im Haushaltsgesetz festzulegenden Betrag nicht überschreitet oder wenn Rechtsverpflichtungen zu erfüllen sind.
(2) Die Inanspruchnahme von Verpflichtungsermächtigungen bedarf der Einwilli­gung des Bundesministeriums der Finanzen, wenn
1. von den in § 16 bezeichneten Angaben erheblich abgewichen werden soll oder
2. in den Fällen des § 16 Satz 2 Jahresbeträge nicht angegeben sind.
(3) Das Bundesministerium der Finanzen ist bei Maßnahmen nach Absatz 1 von grundsätzlicher oder erheblicher finanzieller Bedeutung über den Beginn und Ver­lauf von Verhandlungen zu unterrichten.
(4) Verpflichtungen für laufende Geschäfte dürfen eingegangen werden, ohne daß die Voraussetzungen der Absätze 1 und 2 vorliegen. Einer Verpflichtungsermäch­tigung bedarf es auch dann nicht, wenn zu Lasten übertragbarer Ausgaben Ver­pflichtungen eingegangen werden, die im folgenden Haushaltsjahr zu Ausgaben führen. Das Nähere regelt das Bundesministerium der Finanzen.
(1) Die Übernahme von Bürgschaften, Garantien oder sonstigen Gewährleistun­gen, die zu Ausgaben in künftigen Haushaltsjahren führen können, bedarf einer Ermächtigung durch Bundesgesetz, die der Höhe nach bestimmt ist.
(2) Kreditzusagen sowie die Übernahme von Bürgschaften, Garantien oder son­stigen Gewährleistungen bedürfen der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen. Es ist an den Verhandlungen zu beteiligen. Es kann auf seine Befugnisse verzichten.
(3) Bei Maßnahmen nach Absatz 2 haben die zuständigen Dienststellen auszube­dingen, daß sie oder ihre Beauftragten bei den Beteiligten jederzeit prüfen können,
1. ob die Voraussetzungen für die Kreditzusage oder ihre Erfüllung vorliegen oder vorgelegen haben
2. ob im Falle der Übernahme einer Gewährleistung eine Inanspruchnahme des Bundes in Betracht kommen kann oder die Voraussetzungen für eine solche vorliegen oder vorgelegen haben.
(1) Der Erlaß von Rechtsverordnungen und Verwaltungsvorschriften, der Ab­schluß von Tarifverträgen und die Gewährung von über- oder außertariflichen Leistungen sowie die Festsetzung oder Änderung von Entgelten für Verwaltungsleistungen bedürfen der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen, wenn diese Regelungen zu Einnahmeminderungen oder zu zusätzlichen Ausgaben im laufenden Haushaltsjahr oder in künftigen Haushaltsjahren führen können. Satz 1 ist auf sonstige Maßnahmen von grundsätzlicher oder erheblicher finanzieller Be­deutung anzuwenden, wenn sie zu Einnahmeminderungen im laufenden Haus­haltsjahr oder in künftigen Haushaltsjahren führen können.
(2) Auf die Mitwirkung des Bundes an Maßnahmen überstaatlicher oder zwischen­staatlicher Einrichtungen ist Absatz 1 Satz 1 entsprechend anzuwenden.
Wenn die Entwicklung der Einnahmen oder Ausgaben es erfordert, kann das Bun­desministerium der Finanzen nach Benehmen mit dem zuständigen Bundesmini­sterium es von seiner Einwilligung abhängig machen, ob Verpflichtungen einge­gangen oder Ausgaben geleistet werden.
(1) Das Bundesministerium der Finanzen ermächtigt im Rahmen der zur Verfü­gung stehenden Kassenmittel die zuständigen Behörden, in ihrem Geschäftsbe­reich innerhalb eines bestimmten Zeitraums die notwendigen Auszahlungen bis zur Höhe eines bestimmten Betrages leisten zu lassen (Betriebsmittel).
§ 44 Zuwendungen, Verwaltung ,von Mitteln oder Vermögensgegenständen
(1) Zuwendungen dürfen nur unter den Voraussetzungen des § 23 gewährt werden. Dabei ist zu bestimmen, wie die zweckentsprechende Verwendung der Zuwendun­gen nachzuweisen ist. Außerdem ist ein Prüfungsrecht der zuständigen Dienststelle oder ihrer Beauftragten festzulegen. Verwaltungsvorschriften, welche die Regelung des Verwendungsnachweises und die Prüfung durch den Bundesrechnungshof (§ 91) betreffen, werden im Einvernehmen mit dem Bundesrechnungshof erlassen.
(2) Sollen Bundesmittel oder Vermögensgegenstände des Bundes von Stellen au­ßerhalb der Bundesverwaltung verwaltet werden, ist Absatz 1 entsprechend anzu­wenden.
(3) Juristischen Personen des privaten Rechts kann mit ihrem Einverständnis die Befugnis verliehen werden, Verwaltungsaufgaben auf dem Gebiet der Zuwendun­gen im eigenen Namen und in den Handlungsformen des öffentlichen Rechts wahrzunehmen, wenn sie die Gewähr für eine sachgerechte Erfüllung der ihnen übertragenen Aufgaben bieten und die Beleihung im öffentlichen Interesse liegt. Die Verleihung und die Entziehung der Befugnis obliegen dein zuständigen Bun­desministerium; die Verleihung bedarf der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen. Die Beliehene unterliegt der Aufsicht des zuständigen Bundesmini­steriums; dieses kann die Aufsicht auf nachgeordnete Behörden übertragen.
(1) Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen dürfen nur zu dem im Haushalts­plan bezeichneten Zweck, soweit und solange er fortdauert, und nur bis zum Ende des Haushaltsjahres geleistet oder in Anspruch genommen werden. Nicht in An­spruch genommene Verpflichtungsermächtigungen gelten, wenn das Haushaltsge­setz für das nächste Haushaltsjahr nicht rechtzeitig verkündet wird, bis zur Ver­kündung dieses Haushaltsgesetzes.
(3) Die Inanspruchnahme von Ausgaberesten bedarf der Einwilligung des Bundes­ministeriums der Finanzen; die Einwilligung darf nur erteilt werden, wenn in dem­selben oder einem anderen Einzelplan Ausgaben in gleicher Höhe bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres nicht geleistet werden oder wenn Ausgabemittel zur Deckung der Ausgabereste veranschlagt worden sind (§19 Abs. 2).
Deckungsfähige Ausgaben dürfen, solange sie verfügbar sind, nach Maßgabe des § 20 Abs. I oder des Deckungsvermerks zugunsten einer anderen Ausgabe verwen­det werden.
(2) Ist eine Planstelle ohne nähere Angabe als künftig wegfallend bezeichnet, darf die nächste freiwerdende Planstelle derselben Besoldungsgruppe für Beamte der­selben Fachrichtung nicht wieder besetzt werden.
(3) Ist eine Planstelle ohne Bestimmung der Voraussetzungen als künftig umzu­wandeln bezeichnet, gilt die nächste freiwerdende Planstelle derselben Besol­dungsgruppe für Beamte derselben Fachrichtung im Zeitpunkt ihres Freiwerdens als in die Stelle umgewandelt, die in dem Umwandlungsvermerk angegeben ist.
(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten für Stellen der Angestellten und Arbeiter entspre­chend.
§ 48 Einstellung und Versetzung ,von Beamten
Einstellung und Versetzung von Beamten in den Bundesdienst bedürfen der Ein­willigung des Bundesministeriums der Finanzen, wenn der Bewerber ein vom Bun­desministerium der Finanzen allgemein festzusetzendes Lebensalter überschritten hat.
(2) Wer als Beamter befördert wird, kann mit Wirkung vom Ersten des Monats, in dem seine Ernennung wirksam geworden ist, in die entsprechende, zu diesem Zeit­punkt besetzbare Planstelle eingewiesen werden. Er kann mit Rückwirkung von höchstens drei Monaten zum Ersten eines Monats in eine besetzbare Planstelle eingewiesen werden, wenn er während dieser Zeit die Obliegenheiten dieses oder eines gleichwertigen Amtes wahrgenommen und die beamtenrechtlichen Voraus­setzungen für die Beförderung erfüllt hat.
(3) Bei Abordnungen können mit Einwilligung des Bundesministeriums der Finan­zen die Personalausgaben für abgeordnete Beamte von der abordnenden Verwal­tung bis zur Verkündung des nächsten Haushaltsgesetzes weitergezahlt werden.
(5) Für Beamte, die bei einer Vertretung des Bundes im Ausland verwendet wer­den, kann das Bundesministerium der Finanzen in besonders begründeten Ausnah­mefällen für die Dauer von höchstens sechs Monaten eine Leerstelle schaffen.
Personalausgaben, die nicht auf Gesetz oder Tarifvertrag beruhen, dürfen nur ge­leistet werden, wenn dafür Ausgabemittel besonders zur Verfügung gestellt sind.
Nutzungen und Sachbezüge dürfen Angehörigen des öffentlichen Dienstes nur gegen angemessenes Entgelt gewährt werden, soweit nicht durch Gesetz oder Tarifvertrag oder im Haushaltsplan etwas anderes bestimmt ist. Die Bundesregierung kann für die Benutzung von Dienstfahrzeugen Ausnahmen zulassen. Das Nähere für die Zuweisung, Nutzung, Verwaltung und Festsetzung des Nutzungswertes von Dienstwohnungen regelt das Bundesministerium der Finanzen. Die Dienstwoh­nungen mit Ausnahme der Dienstwohnungen für Angestellte und Arbeiter sind im Haushaltsplan auszubringen.
(1) Baumaßnahmen dürfen nur begonnen werden, wenn ausführliche Entwurfszeichnungen und Kostenberechnungen vorliegen, es sei denn, daß es sich um kleine Maßnahmen handelt. In den Zeichnungen und Berechnungen darf von den in § 24 bezeichneten Unterlagen nur insoweit abgewichen werden, als die Änderung nicht erheblich ist; weitergehende Ausnahmen bedürfen der Einwilligung des Bundes­ministeriums der Finanzen.
(2) Größeren Beschaffungen und größeren Entwicklungsvorhaben sind ausrei­chende Unterlagen zugrunde zu legen. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.
Zwischen Angehörigen des öffentlichen Dienstes und ihrer Dienststelle dürfen Verträge nur mit Einwilligung des zuständigen Bundesministeriums abgeschlossen werden. Dieses kann seine Befugnis auf nachgeordnete Dienststellen übertragen. Satz 1 gilt nicht bei öffentlichen Ausschreibungen und Versteigerungen sowie in Fällen. für die allgemein Entgelte festgesetzt sind.
Das zuständige Bundesministerium darf
1. Verträge zum Nachteil des Bundes nur in besonders begründeten Ausnahme­fällen aufheben oder ändern,
2. einen Vergleich nur abschließen, wenn dies für den Bund zweckmäßig und wirt­schaftlich ist.
1. stunden, wenn die sofortige Einziehung mit erheblichen Härten für den An­spruchsgegner verbunden wäre und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet wird. Die Stundung soll gegen angemessene Verzinsung und in der Regel nur gegen Sicherheitsleistung gewährt werden,
3. erlassen, wenn die Einziehung nach Lage des einzelnen Falles für den An­spruchsgegner eine besondere Härte bedeuten würde. Das gleiche gilt für die Erstattung oder Anrechnung von geleisteten Beträgen und für die Freigabe von Sicherheiten.
(2) Maßnahmen nach Absatz 1 bedürfen der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen, soweit er nicht darauf verzichtet.
(1) Innerhalb der Bundesverwaltung dürfen Vermögensgegenstände für andere Zwecke als die, für die sie beschafft wurden, nur gegen Erstattung ihres vollen Wertes abgegeben werden, soweit sich aus dem Haushaltsplan nichts anderes er­gibt. Aufwendungen einer Dienststelle für eine andere sind zu erstatten; andere Regelungen in Rechtsvorschriften bleiben unberührt. Ein Schadenausgleich zwi­schen Dienststellen unterbleibt.
(2) Absatz 1 gilt nicht, wenn der Wert der abzugebenden Vermögensgegenstände oder die zu erstattenden Aufwendungen einen bestimmten, vom Bundesministeri­um der Finanzen festzusetzenden Betrag nicht überschreiten oder das Bundesmi­nisterium der Finanzen weitere Ausnahmen zuläßt.
(4) Für die Nutzung von Vermögensgegenständen gelten die Absätze 1 bis 3 ent­sprechend.
Zur Aufrechterhaltung einer ordnungsgemäßen Kassenwirtschaft ohne Inan­spruchnahme von Kreditermächtigungen (§18 Abs. 2 Nr.2) soll durch möglichst regelmäßige Zuführung von Haushaltsmitteln eine Kassenverstärkungsrücklage bei der Deutschen Bundesbank angesammelt werden.
(2) Vermögensgegenstände dürfen nur veräußert werden, wenn sie zur Erfüllung der Aufgaben des Bundes in absehbarer Zeit nicht benötigt werden.
(4) Ist der Wert gering oder besteht ein dringendes Bundesinteresse, so kann das Bundesministerium der Finanzen Ausnahmen zulassen.
(1) Bundeseigene Grundstücke dürfen nur mit Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen und des für das Bundesvermögen zuständigen Bundesministe­riums veräußert werden; die Bundesministerien können auf ihre Mitwirkung ver­zichten.
(2) Haben Grundstücke erheblichen Wert oder besondere Bedeutung und ist ihre Veräußerung im Haushaltsplan nicht vorgesehen, so dürfen sie nur mit Einwilli­gung des Bundestages und des Bundesrates veräußert werden, soweit nicht aus zwingenden Gründen eine Ausnahme hiervon geboten ist. Ist die Zustimmung nicht eingeholt worden, so sind der Bundestag und der Bundesrat alsbald von der Veräußerung zu unterrichten.
(3) Für zu erwerbende oder zu verändernde Grundstücke ist eine Wertermittlung aufzustellen.
(4) Dingliche Rechte dürfen an bundeseigenen Grundstücken nur gegen angemes­senes Entgelt bestellt werden. Die Bestellung bedarf der Einwilligung des Bundes­ministeriums der Finanzen und des für das Bundesvermögen zuständigen Bundes­ministeriums; die Bundesministerien können auf ihre Mitwirkung verzichten.
(1) Der Bund soll sich, außer in den Fällen des Absatzes 5, an der Gründung eines Unternehmens in einer Rechtsform des privaten Rechts oder an einem bestehen­den Unternehmen in einer solchen Rechtsform nur beteiligen, wenn
2. die Einzahlungsverpflichtung des Bundes auf einen bestimmten Betrag be­grenzt ist,
4. gewährleistet ist, daß der Jahresabschluß und der Lagebericht, soweit nicht wei­tergehende gesetzliche Vorschriften gelten oder andere gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Dritten Buchs des Handelsgesetzbuchs für große Kapitalgesellschaften aufgestellt und geprüft werden.
(2) Das zuständige Bundesministerium hat die Einwilligung des Bundesministeri­ums der Finanzen einzuholen und das für das Bundesvermögen zuständige Bun­desministerium zu beteiligen, bevor der Bund Anteile an einem Unternehmen erwirbt, seine Beteiligung erhöht oder sie ganz oder zum Teil veräußert. Entspre­chendes gilt bei der Änderung des Nennkapitals oder des Gegenstandes des Un­ternehmens oder bei einer Änderung des Einflusses des Bundes. Das Bundesmi­nisterium der Finanzen ist an den Verhandlungen zu beteiligen.
(3) Das zuständige Bundesministerium soll darauf hinwirken, daß ein Unterneh­men, an dem der Bund unmittelbar oder mittelbar mit Mehrheit beteiligt ist, nur mit seiner Zustimmung eine Beteiligung von mehr als dem vierten Teil der Anteile eines anderen Unternehmens erwirbt, eine solche Beteiligung erhöht oder sie ganz oder zum Teil veräußert. Es hat vor Erteilung seiner Zustimmung die Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen einzuholen und das für das Bundesvermö­gen zuständige Bundesministerium zu beteiligen. Die Grundsätze des Absatzes 1 Nr.3 und 4 sowie des Absatzes 2 Satz 2 gelten entsprechend.
(4) Das Bundesministerium der Finanzen und das für das Bundesvermögen zu­ständige Bundesministerium können auf die Ausübung der Befugnisse nach den Absätzen 2 und 3 verzichten.
(5) An einer Erwerbs- oder Wirtschaftsgenossenschaft soll sich der Bund nur be­teiligen, wenn die Haftpflicht der Genossen für die Verbindlichkeiten der Genos­senschaft dieser gegenüber im voraus auf eine bestimmte Summe beschränkt ist. Die Beteiligung des Bundes an einer Genossenschaft bedarf der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen.
(6) Das zuständige Bundesministerium soll darauf hinwirken, daß die auf Veran­lassung des Bundes gewählten oder entsandten Mitglieder der Aufsichtsorgane der Unternehmen bei ihrer Tätigkeit auch die besonderen Interessen des Bundes be­rücksichtigen.
(7) Haben Anteile an Unternehmen besondere Bedeutung und ist deren Veräuße­rung im Haushaltsjahr nicht vorgesehen, so dürfen sie nur mit Einwilligung des Bundestages und des Bundesrates veräußert werden, soweit nicht aus zwingenden Gründen eine Ausnahme geboten ist. Ist die Zustimmung nicht eingeholt worden, so sind der Bundestag und der Bundesrat alsbald von der Veräußerung zu unter­richten.
Besteht eine Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 53 des Haushaltsgrundsätzgesetzes, so hat das zuständige Bundesministerium darauf hinzuwirken, daß dem Bundesrechnungshof die in § 54 des Haushaltsgrundsätzgesetzes bestimmten Be­fugnisse eingeräumt werden.
Besteht keine Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 53 des Haushaltsgrundsätzgesetzes, so soll das zuständige Bundesministerium, soweit das Interesse des Bundes dies erfordert, bei Unternehmen, die nicht Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien oder Genossenschaften sind, darauf hinwirken, daß dem Bund in der Satzung oder im Gesellschaftsvertrag die Befugnisse nach den §§ 53 und 54 des Haushaltsgrundsätzegesetzes eingeräumt werden. Bei mittelbaren Be­teiligungen gilt dies nur, wenn die Beteiligung den vierten Teil der Anteile über­steigt und einem Unternehmen zusteht, an dem der Bund allein oder zusammen mit anderen Gebietskörperschaften mit Mehrheit im Sinne des § 53 des Haushalts­grundsätzegesetzes beteiligt ist.
(1) Die Rechte nach § 53 Abs. 1 des Haushaltsgrundsätzegesetzes übt das für die Beteiligung zuständige Bundesministerium aus. Bei der Wahl oder Bestellung der Prüfer nach § 53 Abs. 1 Nr. 1 des Haushaltsgrundsätzegesetzes übt das zuständige Bundesministerium die Rechte des Bundes im Einvernehmen mit dem Bundes­rechnungshof aus.
(2) Einen Verzicht auf die Ausübung der Rechte des § 53 Abs. l des Haushalts­grundsätzegesetzes erklärt das zuständige Bundesministerium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen, dem für das Bundesvermögen zustän­digen Bundesministerium und dem Präsidenten des Bundesrechnungshofes.
Das zuständige Bundesministerium übersendet dem Bundesrechnungshof inner­halb von drei Monaten nach der Haupt- oder Gesellschaftsversammlung, die den Jahresabschluß für das abgelaufene Geschäftsjahr entgegennimmt oder festzustel­len hat,
2. die Berichte, welche die auf seine Veranlassung gewählten oder entsandten Mit­glieder des Überwachungsorgans unter Beifügung aller ihnen über das Unternehmen zur Verfügung stehenden Unterlagen zu erstatten haben,
3. die ihm nach § 53 des Haushaltsgrundsätzegesetzes und nach § 67 zu übersen­denden Prüfungsberichte.
(1) Über Zahlungen ist nach der im Haushaltsplan oder sonst vorgesehenen Ord­nung in zeitlicher Folge Buch zu führen. Über eingegangene Verpflichtungen sowie über Geldforderungen des Bundes, die von Bundesbehörden verwaltet werden, ist nach Richtlinien des Bundesministeriums der Finanzen Buch zu führen. Für andere Bewirtschaftungsvorgänge kann das Bundesministerium der Finanzen die Buch­führung anordnen.
1. für die im Haushaltsplan des laufenden Haushaltsjahres wiederum ein Titel vorgesehen ist, sind bei diesem zu buchen,
2. für die im Haushaltsplan des laufenden Haushaltsjahres kein Titel vorgesehen ist, sind an der Stelle zu buchen, an der sie im Falle der Veranschlagung im Haushalt vorzusehen gewesen wären.
(1) Zahlungen, eingegangene Verpflichtungen, Geldforderungen sowie andere Be­wirtschaftungsvorgänge, für die nach § 71 Abs. 1 Satz 3 die Buchführung angeord­net ist, sind nach Haushaltsjahren getrennt zu buchen.
1. Einnahmen, die im neuen Haushaltsjahr fällig werden, jedoch vorher eingehen;
2. Ausgaben, die im neuen Haushaltsjahr fällig werden, jedoch wegen des fristge­rechten Eingangs beim Empfänger vorher gezahlt werden müssen;
(2) Die Buchführung über das Vermögen und die Schulden ist mit der Buchfüh­rung über die Einnahmen und Ausgaben zu verbinden.
(2) Das zuständige Bundesministerium kann im Einvernehmen mit dem Bundes­ministerium der Finanzen und dem Bundesrechnungshof anordnen, daß bei Bun­desbetrieben zusätzlich eine Betriebsbuchführung eingerichtet wird, wenn dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen zweckmäßig ist.
(3) Geschäftsjahr ist das Haushaltsjahr. Ausnahmen kann das zuständige Bundes­ministerium mit dem Bundesministerium der Finanzen zulassen.
Wer Anordnungen im Sinne des § 70 erteilt oder an ihnen verantwortlich mitwirkt, darf an Zahlungen oder Buchungen nicht beteiligt sein. Das Bundesministerium der Finanzen kann zulassen, daß die Kassensicherheit auf andere Weise gewähr­leistet wird.
Für Zahlungen oder Buchungen zuständige Stellen sind mindestens jährlich, für die Verwaltung von Vorräten zuständige Stellen mindestens alle zwei Jahre unver­mutet zu prüfen. Das Bundesministerium der Finanzen kann Ausnahmen zulassen.
(1) Die Aufgaben der Kassen bei der Annahme und der Leistung von Zahlungen für den Bund werden für alle Stellen innerhalb und außerhalb der Bundesverwal­tung von den Bundeskassen wahrgenommen, soweit es sich nicht um die Erhebung von Steuern handelt, die von den Landesfinanzbehörden verwaltet werden.
(2) Die Bundeshauptkasse besteht beim Bundesministerium der Finanzen; sie nimmt die Aufgaben der Zentralkasse wahr. Das Bundesministerium der Finanzen kann bestimmen, daß die Bundeshauptkasse bei einer Bundesoberbehörde seines Geschäftsbereichs eingerichtet wird.
(3) Die Bundeskassen sind bei Oberfinanzdirektionen zu errichten; für den Ge­schäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung können mit Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen Ausnahmen zugelassen werden.
1. über die Einrichtung, den Zuständigkeitsbereich und das Verwaltungsverfahren der für Zahlungen und Buchungen zuständigen Stellen des Bundes im Beneh­men mit dem zuständigen Bundesministerium,
2. über die Einrichtung der Bücher und Belege im Einvernehmen mit dem Bun­desrechnungshof
(5) Das Bundesministerium der Finanzen kann im Einvernehmen mit dem Bun­desrechnungshof Vereinfachungen für die Buchführung und die Belegung der Bu­chungen allgemein anordnen. Der Bundesrechnungshof kann im Einvernehmen mit dem zuständigen Bundesministerium im Einzelfall Vereinfachungen zulassen.
(2) Auf der Grundlage der abgeschlossenen Bücher stelle das Bundesministerium der Finanzen für jedes Haushaltsjahr die Haushaltsrechnung und die Vermögensrechnung auf.
(2) Bei den einzelnen Titeln und entsprechend bei den Schlußsummen sind beson­ders anzugeben:
d) die vermögenswirksamen Beträge der Ist-Einnahmen, soweit eine Vermö­gensbuchführung besteht,
g) die Summe der veranschlagten Einnahmen und der übertragenen Einnah­mereste,
g) die Summe der veranschlagten Ausgaben und der übertragenen Ausgabere­ste oder der Vorgriffe,
c) der Unterschied aus Buchstabe a und Buchstabe b (kassenmäßiges Jahreser­gebnis),
2. a) die Summe der Ist-Einnahmen mit Ausnahme der Einnahmen aus Krediten vom Kreditmarkt, der Entnahmen aus Rücklagen, der Einnahmen aus kas­senmäßigen Überschüssen und der Münzeinnahmen,
b) die Summe der Ist-Ausgaben mit Ausnahme der Ausgaben zur Schuldentil­gung am Kreditmarkt, der Zuführungen an Rücklagen und der Ausgaben zur Deckung eines kassenmäßigen Fehlbetrags,
1. a) das kassenmäßige Jahresergebnis nach § 82 Nr.1 Buchstabe c,
b) das kassenmäßige Gesamtergebnis nach § 82 Nr.1 Buchstabe e;
2. a) die aus dem Vorjahr übertragenen Einnahmereste und Ausgabereste,
b) die in das folgende Haushaltsjahr zu übertragenden Einnahmereste und Aus­gabereste,
d) das rechnungsmäßige Jahresergebnis aus Nummer 1 Buchstabe a und Num­mer 2 Buchstabe c,
e) das rechnungsmäßige Gesamtergebnis aus Nummer 1 Buchstabe b und Num­mer 2 Buchstabe b;
3. die Höhe der eingegangenen Verpflichtungen und der Geldforderungen im Sinne des § 71 Abs. 1 Satz 2.
1. die über- und außerplanmäßigen Ausgaben einschließlich der Vorgriffe und ihre Begründung,
2. die Einnahmen und Ausgaben sowie den Bestand an Sondervermögen und Rücklagen,
3. den Jahresabschluß bei Bundesbetrieben,
4. die Gesamtbeträge der nach § 59 erlassenen Ansprüche nach Geschäftsberei­chen,
5. die nicht veranschlagten Einnahmen aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen.
(1) Bundesbetriebe, die nach den Regeln der kaufmännischen doppelten Buchfüh­rung buchen, stellen einen Jahresabschluß sowie einen Lagebericht in entsprechend der Anwendung der Vorschrift des § 264 Abs. 1 Satz 1 des Handelsgesetzbuchs auf. Das zuständige Bundesministerium kann im Einvernehmen mit dem Bundesmini­sterium der Finanzen auf die Aufstellung des Lageberichts verzichten. Die §§ 80 bis 85 sollen angewandt werden, soweit sie mit den Regeln der kaufmännischen doppelten Buchführung zu vereinbaren sind.
(1) Die gesamte Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes einschließlich sei­ner Sondervermögen und Betriebe wird von dem Bundesrechnungshof nach Maß­gabe der folgenden Bestimmungen geprüft.
(2) Der Bundesrechnungshof kann auf Grund von Prüfungserfahrungen den Bun­destag, den Bundesrat, die Bundesregierung und einzelne Bundesministerien be­raten. Soweit der Bundesrechnungshof den Bundestag oder den Bundesrat berät, unterrichtet er gleichzeitig die Bundesregierung.
1. die Einnahmen, Ausgaben, Verpflichtungen zur Leistung von Ausgaben, das Ver­mögen und die Schulden,
(2) Der Bundesrechnungshof kann nach seinem Ermessen die Prüfung beschrän­ken und Rechnungen ungeprüft lassen.
Die Prüfung erstreckt sich auf die Einhaltung der für die Haushalts- und Wirt­schaftsführung geltenden Vorschriften und Grundsätze, insbesondere darauf, ob
2. die Einnahmen und Ausgaben begründet und belegt sind und die Haushaltsrechnung und die Vermögensrechnung ordnungsgemäß aufgestellt sind,
4. die Aufgabe mit geringerem Personal- oder Sachaufwand oder auf andere Weise wirksamer erfüllt werden kann.
(1) Der Bundesrechnungshof ist vorbehaltlich anderer gesetzlicher Regelung be­rechtigt, bei Stellen außerhalb der Bundesverwaltung zu prüfen, wenn sie
1. Teile des Bundeshaushaltsplans ausführen oder vom Bund Ersatz von Aufwen­dungen erhalten,
2. Bundesmittel oder Vermögensgegenstände des Bundes verwalten,
3. vom Bund Zuwendungen erhalten, oder
4. als juristische Personen des privaten Rechts, an denen der Bund einschließlich seiner Sondervermögen unmittelbar oder mittelbar mit Mehrheit beteiligt ist, nicht im Wettbewerb stehen, bestimmungsgemäß ganz oder überwiegend öffent­liche Aufgaben erfüllen oder diesem Zweck dienen und hierfür Haushaltsmit­tel oder Gewährleistungen des Bundes oder eines seiner Sondervermögen erhalten.
(2) Die Prüfung erstreckt sich auf die bestimmungsmäßige und wirtschaftliche Verwaltung und Verwendung. Bei Zuwendungen kann sie sich auch auf die sonsti­ge Haushalts- und Wirtschaftsführung des Empfängers erstrecken, soweit es der Bundesrechnungshof für seine Prüfung für notwendig hält.
(3) Bei der Gewährung von Krediten aus Haushaltsmitteln sowie bei der Über­nahme von Bürgschaften, Garantien oder sonstigen Gewährleistungen durch den Bund kann der Bundesrechnungshof bei den Beteiligten prüfen, ob sie ausreichen­de Vorkehrungen gegen Nachteile für den Bund getroffen oder ob die Vorausset­zungen für eine Inanspruchnahme des Bundes vorgelegen haben.
(4) Bei den juristischen Personen im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 Nr.4 erstreckt sich die Prüfung auf die gesamte Haushalts- und Wirtschaftsführung. Handelt es sich bei der juristischen Person des privaten Rechts im Sinne des Absatzes 1 Satz 1 Nr.4 um ein Unternehmen, erfolgt die Prüfung unter Beachtung kaufmännischer Grundsätze.
(1) Ist für die Prüfung sowohl der Bundesrechnungshof als auch ein Landesrech­nungshof zuständig, so soll gemeinsam geprüft werden. Soweit nicht Artikel 114 Abs. 2 Satz 1 des Grundgesetzes die Prüfung durch den Bundesrechnungshof vor­schreibt, kann der Bundesrechnungshof durch Vereinbarung Prüfungsaufgaben auf die Landesrechnungshöfe übertragen. Der Bundesrechnungshof kann durch Ver­einbarung auch Prüfungsaufgaben von den Landesrechnungshöfen übernehmen.
(2) Der Bundesrechnungshof kann durch Vereinbarung mit ausländischen oder über- oder zwischenstaatlichen Prüfungsbehörden die Durchführung einzelner Prüfungen übertragen oder übernehmen sowie Prüfungsaufgaben für über- oder zwischenstaatliche Einrichtungen übernehmen, wenn er durch völkerrechtliche Verträge oder Verwaltungsabkommen oder durch die Bundesregierung dazu er­mächtigt wird.
(1) Der Bundesrechnungshof bestimmt Zeit und Art der Prüfung und läßt erfor­derliche örtliche Erhebungen durch Beauftragte vornehmen.
(1) Unterlagen, die der Bundesrechnungshof zur Erfüllung seiner Aufgaben für erforderlich hält, sind ihm auf Verlangen innerhalb einer bestimmten Frist zu über­senden oder seinen Beauftragten vorzulegen.
(2) Dem Bundesrechnungshof und seinen Beauftragten sind die erbetenen Aus­künfte zu erteilen.
(1) Der Bundesrechnungshof teilt das Prüfungsergebnis den zuständigen Dienst­stellen zur Äußerung innerhalb einer von ihm zu bestimmenden Frist mit. Er kann es auch anderen Dienststellen und dem Haushaltsausschuß des Deutschen Bun­destages mitteilen. soweit er dies aus besonderen Gründen für erforderlich hält.
(2) Prüfungsergebnisse von grundsätzlicher oder erheblicher finanzieller Bedeu­tung hat der Bundesrechnungshof dem Bundesministerium der Finanzen mit.
(1) Der Bundesrechnungshof faßt das Ergebnis seiner Prüfung, soweit es für die Entlastung der Bundesregierung wegen der Haushaltsrechnung und der Vermögensrechnung von Bedeutung sein kann, jährlich für den Bundestag und den Bun­desrat in Bemerkungen zusammen, die er dem Bundestag, dem Bundesrat und der Bundesregierung zuleitet.
1. ob die in der Haushaltsrechnung und der Vermögensrechnung und die in den Büchern aufgeführten Beträge übereinstimmen und die geprüften Einnahmen und Ausgaben ordnungsgemäß belegt sind,
(4) Bemerkungen zu geheimzuhaltenden Angelegenheiten werden den Präsiden­ten des Bundestages und des Bundesrates sowie dem Bundeskanzler und dem Bundesministerium der Finanzen mitgeteilt.
Der Bundesrechnungshof macht den zuständigen Stellen unverzüglich Mitteilung, wenn nach seiner Auffassung ein Schadenersatzanspruch geltend zu machen ist.
Über Angelegenheiten von besonderer Bedeutung kann der Bundesrechnungshof den Bundestag, den Bundesrat und die Bundesregierung jederzeit unterrichten.
Berichtet er dem Bundestag und dem Bundesrat, so unterrichtet er gleichzeitig die Bundesregierung.
Der Bundesrechnungshof kann zur Vorbereitung, Unterstützung und Ergänzung seiner Prüfungstätigkeit Prüfungsaufgaben durch Prüfungsämter, die seiner Dienst- und Fachaufsicht unterstellt sind, wahrnehmen lassen. Diese führen die Prüfungsaufgaben in entsprechender Anwendung der für den Bundesrechnungs­hof geltenden Bestimmungen nach den Weisungen des Bundesrechnungshofes durch.
Die Rechnung des Bundesrechnungshofes wird von dem Bundestag und dem Bun­desrat geprüft, die auch die Entlastung erteilen.
1. oberste Bundesbehörden allgemeine Vorschriften erlassen oder erläutern, welche die Bewirtschaftung der Haushaltsmittel des Bundes betreffen oder sich auf dessen Einnahmen und Ausgaben auswirken,
2. den Bundeshaushalt berührende Verwaltungseinrichtungen oder Bundesbetrie­be geschaffen, wesentlich geändert oder aufgelöst werden,
3. unmittelbare Beteiligungen des Bundes oder mittelbare Beteiligungen im Sinne des § 65 Abs. 3 an Unternehmen begründet, wesentlich geändert oder aufgege­ben werden,
4. Vereinbarungen zwischen dem Bund und einer Stelle außerhalb der Bundesverwaltung oder zwischen obersten Bundesbehörden über die Bewirtschaftung von Haushaltsmitteln des Bundes getroffen werden,
5. von den obersten Bundesbehörden organisatorische und sonstige Maßnahmen von erheblicher finanzieller Tragweite getroffen werden.
(2) Dem Bundesrechnungshof sind auf Anforderung Vorschriften oder Erläuterun­gen der in Absatz 1 Nr.1 genannten Art auch dann mitzuteilen, wenn andere Stel­len des Bundes sie erlassen.
(2) Zu den Verwaltungsvorschriften im Sinne des Absatzes 1 gehören auch allge­meine Dienstanweisungen über die Verwaltung der Kassen und Zahlstellen, über die Buchführung und den Nachweis des Vermögens.
(1) Der Bundesrechnungshof prüft die Haushalts- und Wirtschaftsführung der ju­ristischen Personen des privaten Rechts, wenn
1. sie auf Grund eines Gesetzes vom Bund Zuschüsse erhalten oder eine Garan­tieverpflichtung des Bundes gesetzlich begründet ist oder
2. sie vom Bund oder einer vom Bund bestellten Person allein oder überwiegend verwaltet werden oder
3. mit dem Bundesrechnungshof eine Prüfung durch ihn vereinbart ist oder
4. sie nicht Unternehmen sind und in ihrer Satzung mit Zustimmung des Bundes­rechnungshofes eine Prüfung durch ihn vorgesehen ist.
(3) Steht dem Bund vom Gewinn eines Unternehmens, an dem er nicht beteiligt ist, mehr als der vierte Teil zu, so prüft der Bundesrechnungshof den Abschluß und die Geschäftsführung daraufhin, ob die Interessen des Bundes nach den bestehen­den Bestimmungen gewahrt worden sind.
2. die §§ 1 bis 87 entsprechend, soweit nicht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes etwas anderes bestimmt ist.
(2) Für bundesunmittelbare juristische Personen des öffentlichen Rechts kann das zuständige Bundesministerium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen und dem Bundesrechnungshof Ausnahmen von den in Absatz 1 bezeich­neten Vorschriften zulassen, soweit kein erhebliches finanzielles Interesse des Bun­des besteht
(1) Das zur Geschäftsführung berufene Organ einer bundesunmittelbaren juristi­schen Person des öffentlichen Rechts hat vor Beginn jedes Haushaltsjahres einen Haushaltsplan festzustellen. Er muß alle im Haushaltsjahr zu erwartenden Einnah­men, voraussichtlich zu leistenden Ausgaben und voraussichtlich benötigten Ver­pflichtungsermächtigungen enthalten und ist in Einnahme und Ausgabe auszuglei­chen. In den Haushaltsplan dürfen nur die Ausgaben und Verpflichtungsermächtigungen eingestellt werden, die zur Erfüllung der Aufgaben der juristischen Person notwendig sind.
Ist die bundesunmittelbare juristische Person des öffentlichen Rechts berechtigt, von ihren Mitgliedern Umlagen oder Beiträge zu erheben, so ist die Höhe der Umlagen oder der Beiträge für das neue Haushaltsjahr gleichzeitig mit der Fest­stellung des Haushaltsplans festzusetzen
Der Haushaltsplan und die Festsetzung der Umlagen oder der Beiträge bedürfen hei bundesunmittelbaren juristischen Personen des öffentlichen Rechts der Ge­nehmigung des zuständigen Bundesministeriums. Die Festsetzung der Umlagen oder der Beiträge bedarf außerdem der Genehmigung des Bundesministeriums der Finanzen. Der Haushaltsplan und der Beschluß über die Festsetzung der Um­lagen oder der Beiträge sind dem zuständigen Bundesministerium spätestens einen Monat vor Beginn des Haushaltsjahres vorzulegen. Der Haushaltsplan und der Beschluß können nur gleichzeitig in Kraft treten.
(1) Nach Ende des Haushaltsjahres hat das zur Geschäftsführung berufene Organ der bundesunmittelbaren juristischen Person des öffentlichen Rechts eine Rech­nung aufzustellen.
(2) Die Rechnung und die Haushalts- und Wirtschaftsführung der bundesunmit­telbaren juristischen Person des öffentlichen Rechts sind, unbeschadet einer Prü­fung durch den Bundesrechnungshof nach § 111, von durch Gesetz oder Satzung bestimmten Stellen zu prüfen. Die Satzungsvorschrift über die Durchführung der Prüfung bedarf der Zustimmung des zuständigen Bundesministeriums im Einver­nehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen und dem Bundesrechnungshof. Die Ergebnisse der Prüfung sind dem Bundesrechnungshof vorzulegen. Er kann zulassen, daß die Prüfung beschränkt wird.
(3) Die Entlastung erteilt das zuständige Bundesministerium im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen. Ist ein besonderes Beschlußorgan vor­handen, obliegt ihm die Entlastung; die Entlastung bedarf dann der Genehmigung des zuständigen Bundesministeriums und des Bundesministeriums der Finanzen.
Auf Sondervermögen des Bundes sind die Teile I bis IV, VIII und lX dieses Ge­setzes entsprechend anzuwenden, soweit nicht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes etwas anderes bestimmt ist. Der Bundesrechnungshof prüft die Haus­halts- und Wirtschaftsführung der Sondervermögen, Teil V dieses Gesetzes ist ent­sprechend anzuwenden
(1) Das Bundesministerium der Finanzen hat dem Bundestag und dem Bundesrat über alle Einnahmen und Ausgaben sowie über das Vermögen und die Schulden im Laufe des nächsten Rechnungsjahres zur Entlastung der Bundesregierung Rechnung zu legen (Artikel l14 Abs. 1 des Grundgesetzes). Der Bundesrech­nungshof berichtet unmittelbar dem Bundestag, dem Bundesrat und der Bundes­regierung.
(2) Der Bundestag stellt unter Berücksichtigung der Stellungnahme des Bundes­rates die wesentlichen Sachverhalte fest und beschließt über einzuleitende Maßnahmen.
(3) An den Bundesrechnungshof können einzelne Sachverhalte zur weiteren Auf­klärung zurückverwiesen werden.
(4) Der Bundestag bestimmt einen Termin, zu dem die Bundesregierung über die eingeleiteten Maßnahmen dem Bundestag und dem Bundesrat zu berichten hat.
Soweit Maßnahmen nicht zu dem beabsichtigten Erfolg geführt haben, können Bundestag oder Bundesrat die Sachverhalte wieder aufgreifen.
Vorschriften dieses Gesetzes für Beamte sind auf andere öffentlich-rechtliche Dienst- oder Amtsverhältnisse entsprechend anzuwenden. § 4a gilt nicht bei der Berufung zum Richter an einem obersten Bundesgericht.
(1) Das Bundesministerium der Finanzen entscheidet in den Fällen des § 37 Abs. 1 endgültig. Soweit dieses Gesetz in anderen Fällen Befugnisse des Bundesministe­riums der Finanzen enthält, kann der zuständige Bundesminister über die Maß­nahme des Bundesministeriums der Finanzen die Entscheidung der Bundesregie­rung einholen; die Bundesregierung entscheidet anstelle des Bundesministeriums der Finanzen endgültig. Entscheidet die Bundesregierung gegen oder ohne die Stimme des Bundesministers der Finanzen, so steht ihm ein Widerspruchsrecht zu. Das Nähere regelt die Geschäftsordnung der Bundesregierung.
(2) Der Einwilligung des Bundesministeriums der Finanzen bedarf es ausnahms­weise nicht, wenn sofortiges Handeln zur Abwendung einer dein Bund drohenden unmittelbar bevorstehenden Gefahr erforderlich ist, das durch die Notlage gebo­tene Maß nicht überschritten wird und die Einwilligung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann. Zu den getroffenen Maßnahmen ist die Genehmigung des Bundes­ministeriums der Finanzen unverzüglich einzuholen.
(1)Dieses Gesetz tritt am 1. Januar 1997 in Kraft.
(2) Zugleich treten als Bundesrecht außer Kraft......
~0589

References: Art. 4
 § 6
 § 28
 § 15
 § 22
 § 8
 § 37
 § 16
 § 16

§ 44
 § 23
 § 20

§ 48
 § 24
 § 53
 § 54
 § 53
 § 53
 § 53
 § 53
 § 53
 § 53
 § 67
 § 71
 § 70
 § 82
 § 82
 § 71
 § 59
 § 264
 § 65
 § 111
 § 4
 § 37