Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=13.05.1997&Aktenzeichen=9%20C%2035.96
Timestamp: 2019-07-22 11:07:39+00:00

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BVerwG, 13.05.1997 - 9 C 35.96 - dejure.org
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BVerwG, 13.05.1997 - 9 C 35.96 (https://dejure.org/1997,405)
BVerwG, Entscheidung vom 13.05.1997 - 9 C 35.96 (https://dejure.org/1997,405)
BVerwG, Entscheidung vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 (https://dejure.org/1997,405)
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Anerkennung als Asylberechtigter - Anspruch auf Asyl wegen politischer Verfolgung - Gewährung von Familienasyl
VG Stade, 09.02.1996 - 3 A 1679/95
OVG Niedersachsen, 17.05.1996 - 3 L 1618/96
BVerwGE 104, 362
NVwZ 1997, 1137
NVwZ 1997, 675
FamRZ 1997, 1206
DVBl 1997, 1390
DÖV 1997, 921
Diese Auffassung berücksichtigt indessen nicht, dass "unverzüglich" nach der auch im öffentlichen Recht geltenden Legaldefinition in § 121 BGB "ohne schuldhaftes Zögern" bedeutet (vgl. Urteile vom 13. Mai 1997 - BVerwG 9 C 35.96 - BVerwGE 104, 362 und vom 13. Mai 1998 - BVerwG 6 C 12.98 - BVerwGE 106, 369 ).
Eine Asylantragstellung innerhalb von zwei Wochen ist in der Regel noch als "unverzüglich" anzusehen (vgl. BVerwG, Urt. v. 13.05.1997 - BVerwG 9 C 35.96 -, BVerwGE 104, 262; Treiber, in: GK-AsylG, II - § 13 RdNr. 171, m.w.N.).
Entsprechend der Legaldefinition in § 121 Abs. 1 Satz 1 BGB bedeutet "unverzüglich" auch im Rahmen des § 26 Abs. 3 AsylG ohne schuldhaftes Zögern (vgl. nur BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - BVerwG 9 C 35/96 -, NVwZ 1997, 1137 ;… Günther, in: BeckOK Ausländerrecht, Kluth/Heusch, 22. Ed., Stand:1. Mai 2019, § 26 AsylG Rn. 12).
Das Bundesverwaltungsgericht hat hierzu im Urteil vom 13. Mai 1997 (a.a.O.), auf das sich auch die Beklagte stützt, für die frühere Vorschrift des § 26 Abs. 1 Nr. 2 AsylVfG näher wie folgt ausgeführt:.
Das Kindschaftsverhältnis muss daher nicht wie die eheliche Lebensgemeinschaft bereits im Herkunftsland bestanden haben (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.5.1997, NVwZ 1997, 1137, 1138; zur selben Rechtslage unter der Geltung des § 7a Abs. 3 Satz 2 AsylVfG a.F. trotz des unklaren Wortlauts dieser Vorschrift vgl. Niedersächsisches OVG, Urteil vom 19.12.1995, InfAuslR 1996, 230 m.w.N. sowie Bayer. VGH, Urteil vom 6.4.1995 - 11 BA 95.30551 -).
Vielmehr hat der Gesetzgeber in § 26 Abs. 2 AsylVfG für die Gewährung von Familienasyl an minderjährige Kinder bewusst auf das Merkmal der Nähe zum Verfolgungsschicksal des asylberechtigten Elternteils verzichtet (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.5.1997 a.a.O.).
Soweit - wie hier - das Kind nach der Anerkennung des stammberechtigten Elternteils im Bundesgebiet geboren ist, gilt ohnehin die speziellere Regelung des § 26 Abs. 2 Satz 2 AsylVfG (vgl. BVerwG, Urteil vom 13.5.1997 a.a.O.).
Die Auffassung der Beklagten würde aber dazu führen, dass in Fällen der vorliegenden Art der gerade auch mit § 26 Abs. 2 AsylVfG vom Gesetzgeber verfolgte Entlastungs- und Vereinfachungseffekt (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 13.5.1997 a.a.O., 1138) nicht zum Tragen käme.
Von einer unverzüglichen Antragstellung in diesem Sinne ist auszugehen, wenn diese ohne schuldhaftes Zögern erfolgt, vgl. Marx, Kommentar zum Asylgesetz, 9. Auflage, zu § 26 Rn. 17; siehe auch die zivilrechtliche Legaldefinition in § 121 Abs. 1 BGB, wobei im Regelfall eine Frist von zwei Wochen als noch angemessen erachtet wird, BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 -, juris Rn. 10.
Dem beschleunigten Asylverfahren entsprechend dürften dem Asylbewerber regelmäßig zwei Wochen ab der Einreise zur Verfügung stehen, um seinen Asylantrag zu stellen (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35/96 -, juris).
Wird die Frist überschritten, müssen besondere Umstände dies rechtfertigen (vgl. BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997, a.a.O.).
Im Ausland geborene Kinder gelangen durch die Einreise, im Bundesgebiet geborene Kinder durch die Geburt in den Anwendungsbereich des Asylverfahrensgesetzes (BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997, - BVerwG 9 C 35.96 -, BVerwGE 104, 362-367); hieran knüpft § 14 a Abs. 2 AsylVfG an.
Dieser Antragsfrist kommt eine Ordnungsfunktion zu, die im öffentlichen Interesse möglichst schnell Rechtsklarheit schaffen, neben der raschen Integration der Familie auch die Vereinfachung des Verfahrens fördern und nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in der Regel zwei Wochen betragen soll (vgl. Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35/96 - BVerwGE 104 S. 362 ff. = NVwZ 1997 S. 1137 ff. = juris).
vgl. zu § 26 AsylVfG a.F. BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 -, BVerwGE 104, 362.
Jedenfalls nach Einführung des Unanfechtbarkeitserfordernisses im Sinne des § 26 Abs. 1 Nr. 1 AsylVfG ist ein Antrag nicht regelmäßig nach Ablauf von 14 Tagen als schuldhaft verspätet anzusehen, so BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 -, BVerwGE 104, 362 (367) zur alten Rechtslage, sofern der Asylsuchende nicht auf eine entsprechende - gesetzlich nicht ausdrücklich geregelte - Antragsfrist hingewiesen worden ist.
BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 -, BVerwGE 104, 362 (365).
vgl. BT-Drucksache 11/6960, S. 29 f.; 12/2718, S. 60; BVerwG, Urteil vom 6. Mai 1997 - 9 C 56.96 - Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 -.
Die neben dem Integrationszweck für die Einführung des Familienasyls maßgebliche Zielsetzung der Verfahrensvereinfachung vgl. BT-Drucksache 11/6960, S. 29 f.; BVerwG, Urteil vom 13. Mai 1997 - 9 C 35.96 -, steht der Anwendung des § 26 AsylVfG in Konstellationen wie der vorliegenden nicht entgegen.
VG Freiburg, 16.04.2019 - A 5 K 2488/18
Zur Unverzüglichkeit der Asylantragstellung im Sinne von § 26 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 …
OVG Niedersachsen, 26.04.2001 - 11 LB 449/01
Für Familienasyl ist der Antrag unverzüglich nach der ersten Einreise in das …
VG Würzburg, 10.05.2019 - W 2 K 18.31695
VG Freiburg, 19.04.2006 - A 1 K 11298/05
Familienabschiebungsschutz; Asyl; aufschiebende Bedingung
VGH Bayern, 17.01.2019 - 20 ZB 18.32762
Keine Hinweispflicht der Ausländerbehörde
VG Schleswig, 19.08.2002 - 12 A 280/99
D (A), Verfahrensrecht, Familienasyl, Kinder, in Deutschland geborene Kinder, …
OVG Rheinland-Pfalz, 31.08.2001 - 10 A 10746/01
VG Augsburg, 08.06.2018 - Au 5 K 17.31948
BVerwG, 31.03.1999 - 9 B 148.99
VG Berlin, 18.04.2001 - 34 X 5.97
Anspruch auf Anerkennung als Asylberechtigter im Wege des Familienasyls; …
OVG Saarland, 28.11.1997 - 9 R 890/94
Jugoslawischer Staatsangehöriger; Kosovo; Albaner; Ausreise; Gefahr politischer …
OVG Niedersachsen, 13.10.1997 - 12 L 2884/96
Unverzügliche Antragstellung bei Familienasyl;; Ahmadis; Antragstellung, …
VG Freiburg, 19.03.2002 - A 6 K 10067/02
Chinesische Familienplanung ohne asylrechtliche Relevanz
OVG Schleswig-Holstein, 24.02.2001 - 1 L 67/00
VG Braunschweig, 14.02.2000 - 4 A 4220/98
Familienasyl und geringfügige Überschreitung der Antragsfrist

References: § 121
 § 13
 § 121
 § 26
 § 26
 § 26
 § 7
 § 26
 § 26
 § 26
 § 26
 § 121
 § 14
 § 26
 § 26
 § 26
 § 26