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Timestamp: 2017-11-18 04:18:37+00:00

Document:
BSG, 30.10.2014 - B 5 RS 1/13 R - Berücksichtigung während Zeiten der Zugehörigkeit zu Sonderversorgungssystemen der ehemaligen DDR erzielter Arbeitsentgelte; Feststellung von Verpflegungsgeldzahlungen; Notwendigkeit der vollumfänglichen Ermittlung durch die Tatsachengerichte | anwalt24.de
Urt. v. 30.10.2014, Az.: B 5 RS 1/13 R
Referenz: JurionRS 2014, 34406
Aktenzeichen: B 5 RS 1/13 R
LSG Sachsen-Anhalt - 27.06.2013 - AZ: L 1 RS 28/12
SG Halle - 28.06.2012 - AZ: S 6 R 628/09
§ 6 Abs. 1 S. 1 AAÜG
§ 8 Abs. 2 AAÜG
§ 8 Abs. 3 S. 1 und S. 2 AAÜG
§ 8 Abs. 4 Nr. 2 AAÜG
Anl. 2 Nr. 2 AAÜG
§ 1 ArEV
§ 11 S. 1 SGB I
§ 44 Abs. 2 SGB X
§ 256a Abs. 2 SGB VI
SGb 2015, 30-31
BSG, 30.10.2014 - B 5 RS 1/13 R
Az: B 5 RS 1/13 R
L 1 RS 28/12 (LSG Sachsen-Anhalt)
S 6 R 628/09 (SG Halle)
vertreten durch den Polizeipräsidenten in Berlin - Zentrale Serviceeinheit -,
Keibelstraße 36, 10178 Berlin,
Der 5. Senat des Bundessozialgerichts hat auf die mündliche Verhandlung vom 30. Oktober 2014 durch den Vorsitzenden Richter Dr. B e r c h t o l d , die Richterin Dr. G ü n n i k e r und den Richter K a r m a n s k i sowie die ehrenamtlichen Richterinnen A r l t und B i e r m a n n
Die erstrebte Rücknahme richtet sich nach § 44 SGB X, der auch im Rahmen des AAÜG anwendbar ist (§ 8 Abs 3 S 2 AAÜG; vgl auch Senatsurteil vom 15.6.2010 - B 5 RS 6/09 R - Juris RdNr 13 und ausführlich BSGE 77, 253, 257 [BSG 30.01.1996 - 4 RA 16/95] = SozR 3-8570 § 13 Nr 1 S 5). Danach ist ein (iS von § 45 Abs 1 SGB X) nicht begünstigender Verwaltungsakt zurückzunehmen, soweit er (anfänglich) rechtswidrig ist. Der Verwaltungsakt ist immer mit Wirkung für die Zukunft zurückzunehmen (Abs 2 S 1 aaO), soweit er noch Rechtswirkungen hat, also noch nicht iS von § 39 Abs 2 SGB X erledigt ist. Die Rücknahme hat (gebundene Entscheidung) für die Vergangenheit zu erfolgen, wenn wegen der Rechtswidrigkeit des Verwaltungsaktes "Sozialleistungen" zu Unrecht nicht erbracht oder "Beiträge" zu Unrecht erhoben worden sind (§ 44 Abs 1 S 1 SGB X). Das Gebot zur rückwirkenden Rücknahme gilt nicht in bestimmten Fällen der Bösgläubigkeit (Abs 1 S 2 aaO). Im Übrigen "kann" (Ermessen) der anfänglich rechtswidrige Verwaltungsakt auch in sonstigen Fällen, also über die Fälle des Abs 1 S 1 aaO hinaus, für die Vergangenheit zurückgenommen werden (Abs 2 S 2 aaO).
Allerdings erfordert die Anwendung bundesrechtlicher Maßstabsnormen unter Berücksichtigung der genannten Prüfungsschritte die vollumfängliche Ermittlung und Feststellung des einschlägigen Sachverhalts durch die Tatsachengerichte. Hierzu gehört neben der Feststellung der Zahlungsmodalitäten im Einzelnen (vgl etwa BSG Urteil vom 7.5.2014 - B 12 R 18/11 R - zur Veröffentlichung vorgesehen in BSGE und SozR 4-2400 § 17 Nr 1) auch die Feststellung und exakte zeitliche Zuordnung desjenigen DDR-Rechts, aus dem sich der Sinn des in Frage stehenden Verpflegungsgeldes ergibt (BSG SozR 4-8570 § 6 Nr 4 RdNr 29). Dessen abstraktgenerelle Regelungen dienen insofern - nicht anders als bei der Bestimmung von Zeiten der Zugehörigkeit nach § 5 AAÜG (BSG SozR 4-8570 § 5 Nr 10 RdNr 18 ff) - als "generelle Anknüpfungstatsachen".

References: § 6

§ 8

§ 8

§ 8

§ 1

§ 11

§ 44

§ 256
 § 44
 § 13
 § 45
 § 39
 § 17
 § 6
 § 5
 § 5