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Timestamp: 2016-10-24 16:13:17+00:00

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I 557/00 (13.05.2002)
A.- Die 1946 geborene B.________ leidet an chronischer Polyarthritis insbesondere beider H�nde mehr rechts als links bei Status nach Morbus Sudeck. Im Januar 1999 meldete sie sich bei der Invalidenversicherung zum Rentenbezug an.
Nach Abkl�rungen u.a. der Arbeits(un)f�higkeit als Hausfrau sprach ihr die IV-Stelle des Kantons Thurgau mit Verf�gung vom 20. Januar 2000 mit Wirkung ab 1. M�rz 1999 eine Viertelsrente samt Zusatzrente f�r den Ehegatten zu. Ihre Invalidit�tsbemessung nach der gemischten Methode ergab bei einer Erwerbsunf�higkeit von 50 %, einem Anteil der Erwerbst�tigkeit von 0,9 (90 %/100 %) sowie einer Behinderung in der Haushaltf�hrung von 32 % einen Invalidit�tsgrad von rund 48 % (0,9 x 50 % + 0,1 x 32 %).
B.- Die von B.________ hiegegen erhobene Beschwerde hiess die AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau nach Vernehmlassung der IV-Stelle und zweitem Schriftenwechsel mit Entscheid vom 28. August 2000 in dem Sinne gut, dass sie die angefochtene Verf�gung mit der Feststellung aufhob, ab 1. M�rz 1999 bestehe Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung.
C.- Die IV-Stelle f�hrt Verwaltungsgerichtsbeschwerde mit dem Rechtsbegehren, es sei der kantonale Entscheid aufzuheben.
W�hrend B.________ die Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragen l�sst, verzichtet das Bundesamt f�r Sozialversicherung auf eine Vernehmlassung.
31. Dezember 2000 g�ltig gewesenen Fassung, zutreffend dargetan hat, begr�ndet den Anspruch auf eine halbe Rente der Invalidenversicherung ab 1. M�rz 1999 zusammengefasst mit folgender Begr�ndung: Die Anwendung der gemischten Methode mit einem Anteil der Erwerbst�tigkeit von 90 % (recte: 0,9 [90 %/100 %]) und einer Einschr�nkung im Erwerbsbereich von 50 % sowie der Rentenbeginn ab 1. M�rz 1999 seien unbestritten und nicht zu beanstanden. Was die (einzig streitige) Behinderung in der Haushaltf�hrung anbetreffe, sei aufgrund der Schadenminderungspflicht bei deren Ermittlung die Mithilfe von Familienangeh�rigen im �blichen Umfang zu ber�cksichtigen. Der Mehraufwand sei f�r die Invalidit�tsbemessung nur relevant, wenn die versicherte Person w�hrend einer zumutbaren Normalarbeitszeit im Haushalt nicht mehr alle Arbeiten bew�ltigen k�nne und daher in wesentlichem Masse auf Fremdhilfe angewiesen sei. In diesem Sinne k�nne die Mithilfe der nicht mehr im gleichen Haushalt wohnenden Tochter nicht unter dem Titel Schadenminderungspflicht ber�cksichtigt werden. Hingegen sei dem Ehemann zuzumuten, seiner behinderten Ehefrau in gewissen Situationen zu helfen.
Bei der Bestimmung des Ausmasses dieser Mitarbeit im Haushalt sei sinngem�ss in Rechnung zu stellen, dass der Ehegatte (voll) erwerbst�tig sei. So verhalte es sich in Bezug auf das Einkaufen und das (Vor-)Kochen am Wochenende anders als unter der Woche, wo diese Arbeiten wenn �berhaupt lediglich in beschr�nktem Masse zumutbar seien. Wie weit die zumutbare Mithilfe des Ehegatten in einem einzelnen Teilbereich, insbesondere bei der gr�ndlichen Reinigung von K�che und Wohnung, gehe, h�nge im �brigen davon ab, inwiefern sie bereits in den anderen Bereichen in Anschlag gebracht worden sei. Unter Ber�cksichtigung der leidensbedingten funktionellen Einschr�nkungen (u.a. verminderte Feinmotorik und Kraft in den H�nden sowie fehlender Faustschluss der Finger der rechten Hand) sowie der Teilerwerbst�tigkeit im Bereich Betreuung Uniformwesen bei der Firma Y.________ AG ermittelte die Vorinstanz eine Behinderung in der Haushaltf�hrung von insgesamt 58,75 %, somit deutlich mehr als die Abkl�rung vor Ort vom 14. Oktober 1999 ergab. Daraus resultiert ein Invalidit�tsgrad von knapp 51 % (0,9 x 50 % + 0,1 x 58,75 %), was Anspruch auf eine halbe Invalidenrente bedeutet (Art. 28 Abs. 1 IVG).
Es sei Sache der Versicherten, die im Haushalt anfallenden Arbeiten so zu organisieren, dass sie in optimaler Weise die Folgen der gesundheitlichen Beeintr�chtigung minimieren k�nne. Dazu geh�re unter Umst�nden die Anschaffung von Ger�ten wie beispielsweise einer Gefriertruhe zur Aufbewahrung von Frischprodukten, sodass t�gliche Eink�ufe nicht mehr notwendig seien. Im Weitern gelte die Schadenminderungspflicht im Sinne der zumutbaren Mithilfe des Ehemannes im Haushalt in s�mtlichen Teilbereichen, ohne dass es darauf ank�me, inwiefern seine Mitwirkung bereits ber�cksichtigt worden sei und ungeachtet der Tatsache, dass er berufst�tig sei. So m�sse sinngem�ss in einem bestimmten Umfang von einer zumutbaren Mithilfe bei der gr�ndlichen Reinigung von K�che und Wohnung ausgegangen werden. Entgegen der Vorinstanz sei dem Ehemann sodann das Vorkochen auch unter der Woche klarerweise zumutbar. Schliesslich bestehe eine Schadenminderungspflicht auch in dem Sinne, dass bisherige T�tigkeiten aus dem Bereich Verschiedenes, u.a. das Anfertigen von Kleidern, soweit sie gesundheitsbedingt nicht mehr ausge�bt werden k�nnten, allenfalls durch "neue Hobbys" zu ersetzen sind. Bei richtig verstandener Bedeutung und Tragweite der Schadenminderungspflicht bestehe unter den gegebenen Umst�nden kein Anlass, vom Ergebnis des Bet�tigungsvergleichs von 32 % gem�ss dem vom 12. Oktober 1999 datierenden "Abkl�rungsbericht f�r Hausfrauen" abzuweichen.
Gegen eine knapp 27 % h�here Behinderung in der Haushaltf�hrung spreche im �brigen, dass es un�blich und unlogisch erscheine, wenn die Einschr�nkung im Bereich Haushalt gr�sser sei als im Erwerb. Im Gegenteil sei in der Regel die Behinderung in der Haushaltf�hrung verglichen mit derjenigen im erwerblichen Bereich kleiner, auf welchen Umstand in BGE 125 V 160 f. denn auch hingewiesen werde. Zu beachten sei schliesslich, dass Dr. med. S.________ im Bericht vom 8. M�rz 1999 die Arbeitsf�higkeit als Hausfrau auf 75 % beziffert habe. Wenn nun dieser Arzt in dem im kantonalen Verfahren eingereichten Attest vom 15. Februar 2000, ohne dass "Neues vorgetragen wird", zum Schluss komme, es bestehe auch im Haushalt eine Arbeitsunf�higkeit von 50 %, verm�ge diese Einsch�tzung allenfalls Anlass f�r die nochmalige Abkl�rung der Behinderung in der Haushaltf�hrung zu sein, k�nne aber nicht den vorinstanzlichen Bet�tigungsvergleich entscheidend st�tzen. Abgesehen davon gehe es selbstverst�ndlich auch im Haushaltbereich nicht an, die gesundheitlich bedingte Beeintr�chtigung einfach mit der medizinisch-theoretischen Arbeitsunf�higkeit gleichzusetzen.
3.- a) Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat im Urteil E. vom 8. August 2001 (BGE 127 V 129) im Zusammenhang mit der Rechtsfrage der Zul�ssigkeit des Aufrundens des errechneten Invalidit�tsgrades u.a. ausgef�hrt, im Rahmen der vom Gesetzgeber in Art. 28 Abs. 1 IVG festgelegten Rentenabstufungen seien die im konkreten Fall massgebenden Faktoren, wie hypothetisches Validen- und Invalideneinkommen beim Erwerbsvergleich (Art. 28 Abs. 2 IVG) oder/und beim Bet�tigungsvergleich (Art. 27 IVV in Verbindung mit Art. 28 Abs. 3 IVG) mit grosser Sorgfalt zu bestimmen, wobei je nach den Umst�nden des Falles ein Ermessensspielraum vorhanden sei. Dies gelte insbesondere dort, wo der Invalidit�tsgrad in die N�he des f�r die Anspruchsberechtigung als solche entscheidenden Grenzwertes von 40 % oder die f�r den Umfang des Rentenanspruches ausschlaggebenden 50 % oder 66 2/3 % r�cke (BGE 127 V 134 Erw. 4c und 136 Erw. 4e; vgl. auch AHI 2002 S. 68 Erw. 4a/aa). Im vorliegenden Fall hat die IV-Stelle einen Invalidit�tsgrad von 48,2 % (0,9 x 50 % + 0,1 x 32 %), die kantonale Rekurskommission von 50,875 % (0,9 x 50 % + 0,1 x 58,75 %) ermittelt, was Anspruch auf eine Viertelsrente resp. auf eine halbe Rente bedeutet. Allein diese knappe Differenz mit erheblichen Auswirkungen auf die H�he der Leistungen rechtfertigt es, nicht bloss die einzig umstrittene Behinderung in der Haushaltf�hrung, sondern auch die an sich ausser Diskussion stehende Einschr�nkung im erwerblichen Bereich n�her zu pr�fen. Dazu besteht umso mehr Anlass, als die erwerbsbezogene Invalidit�t mit dem Gewicht von 0,9 in die Ermittlung der Gesamtinvalidit�t Eingang findet (vgl. BGE 125 V 149 Erw. 2b). So erg�be bereits eine um lediglich 1 % niedrigere Invalidit�t im erwerblichen Bereich (49 % statt 50 %) bei einer Behinderung in der Haushaltf�hrung von 58,875 %, wie von der Vorinstanz ermittelt, einen Invalidit�tsgrad von weniger als 50 %. Dass der Bemessungsfaktor der Invalidit�t im erwerblichen Bereich unbeanstandet geblieben ist, steht einer �berpr�fung in diesem Verfahren nicht entgegen (BGE 125 V 415 ff. Erw. 2, insbesondere S. 417 oben).
b) aa) F�r die rechnerische Bestimmung des Invalideneinkommens ist praxisgem�ss prim�r von der beruflich-erwerblichen Situation auszugehen, in welcher die versicherte Person konkret steht. �bt sie nach Eintritt der gesundheitlichen Beeintr�chtigung eine Erwerbst�tigkeit aus, bei der - kumulativ - besonders stabile Arbeitsverh�ltnisse gegeben sind und anzunehmen ist, dass sie die ihr verbleibende Arbeitsf�higkeit in zumutbarer Weise voll aussch�pft, sowie das Einkommen aus der Arbeitsleistung als angemessen und nicht als Soziallohn erscheint, gilt grunds�tzlich der damit erzielte Verdienst als Invalidenlohn (BGE 126 V 76 Erw. 3b/aa mit Hinweisen).
bb) In Anwendung dieser Rechtsprechung hat vorlie- gend die IV-Stelle bezogen auf ein ohne gesundheitliche Beeintr�chtigung geleistetes Arbeitspensum von 90 % oder 37 Stunden in der Woche bei einer normalen w�chentlichen Arbeitszeit von 41,15 Stunden eine Erwerbsunf�higkeit von 50 % ermittelt. Dabei hat sie auf die Angaben der Firma Y.________ AG abgestellt, bei welcher die Beschwerdegegnerin seit 1. August 1997 zun�chst in den Bereichen Betreuung des Uniformwesens sowie Kantinendienst (Mahlzeitenausgabe etc.), ab 20. Juli 1998 gesundheitlich bedingt lediglich noch im Bereich Betreuung des Uniformwesens t�tig ist. Das Arbeitspensum betrug 1999 18,5 Stunden in der Woche, somit die H�lfte der vorher geleisteten 37 Wochenstunden.
Aufgrund der Angaben der Firma, wonach der Lohn der Arbeitsleistung entspreche und die Arbeitnehmerin 1999 ohne Gesundheitsschaden Fr. 4140.- im Monat verdient h�tte, setzte die IV-Stelle den tats�chlichen Verdienst f�r dieses Jahr auf monatlich Fr. 2070.- fest, was zwangsl�ufig eine erwerbsbezogene Invalidit�t von 50 % bedeutet.
cc) Der Berechnung der erwerbsbezogenen Invalidit�t durch die IV-Stelle kann nicht ohne weiteres beigepflichtet werden. "Im Fragebogen f�r den Arbeitgeber" vom 2. Februar 1999 wird zum Arbeitspensum von 18,5 Wochenstunden Folgendes festgehalten: "Weil urspr�nglich ein 90%iges Pensum (37 h/Wo) vereinbart worden war, betr�gt das heutige Pensum - wegen der 50%igen Arbeitsunf�higkeit - die H�lfte davon, n�mlich 45 % eines Vollpensums (bzw. 18:30 h/Woche)". Diese Angaben werfen die Frage auf, ob die Beschwerdegegnerin mit einem Arbeitspensum von 18,5 Wochenstunden die ihr verbliebene Arbeitsf�higkeit in zumutbarer Weise voll aussch�pft.
Dies bejahen setzte voraus, dass die Einsch�tzung des Rheumatologen Dr. med. S.________ vom 26. Februar und 8. M�rz 1999, wonach die Versicherte seit 20. Juli 1998 als Schneiderin sowie in der angestammten T�tigkeit (Betreuung des Uniformwesens/Kantinendienst [Mahlzeitenausgabe]) zu 50 % arbeitsf�hig ist, sich auf ein 90 %-Arbeitspensum bezieht. F�r diese Annahme fehlen indessen Hinweise in den Akten. Es kann daher nicht ohne weiteres der tats�chlich erzielte Verdienst dem Invalideneinkommen gleichgesetzt werden, und zwar umso weniger, als bereits eine Erh�hung des Arbeitspensums von aktuell 18,5 auf 19 Wochenstunden, soweit aus rheumatologischer Sicht zumutbar, bei einem entsprechend h�heren Sal�r selbst bei einer Behinderung in der Haushaltf�hrung von 58,75 % eine Gesamtinvalidit�t von weniger als 50 % ergibt.
c) Nach dem Gesagten gilt Folgendes: Ist aus rheumatologischer Sicht ein Arbeitspensum von mindestens 19 Wochenstunden als Angestellte im Bereich Betreuung des Uniformwesens zumutbar und besteht arbeitgeberseits die M�glichkeit, die w�chentliche tats�chliche Arbeitszeit von 18,5 Stunden entsprechend zu erh�hen, besteht Anspruch auf eine Viertelsrente der Invalidenversicherung. Denn eine st�rkere Behinderung in der Haushaltf�hrung als der von der kantonalen Rekurskommission ermittelte prozentuale Wert von 58,75 % kann nicht angenommen werden und wird zu Recht auch nicht vernehmlassungsweise geltend gemacht. Eine zumutbare Ausdehnung der Teilerwerbst�tigkeit hat im �brigen keinen Einfluss auf die Invalidit�tsbemessung im Haushaltbereich aufgrund eines Bet�tigungsvergleiches (vgl. BGE 125 V 159 f. Erw. 5c/dd). Die Invalidit�t im erwerblichen Bereich betr�gt diesfalls weniger als 44 % und damit die Gesamtinvalidit�t weniger als 50 %.
Ist hingegen eine Erh�hung des Arbeitspensums von 18,5 Wochenstunden aus gesundheitlichen oder betrieblichen Gr�nden nicht m�glich, ist die invalidit�tsbedingte Einschr�nkung im erwerblichen Bereich auf der Grundlage von statistischen Durchschnittsl�hnen zu ermitteln (vgl. dazu BGE 126 V 76 f. Erw. 3b/bb mit Hinweisen). Diesfalls wird je nachdem nochmals eine Abkl�rung vor Ort f�r die Festlegung der Behinderung in der Haushaltf�hrung vorzunehmen sein, wor�ber die IV-Stelle, an welche die Sache zur�ckgeht, zu entscheiden haben wird. Dabei wird die Verwaltung zu beachten haben, dass der Grundsatz, wonach eine allenfalls verminderte Leistungsf�higkeit im Haushaltbereich infolge der Beanspruchung im erwerblichen Bereich, wozu auch ein (�ber-)langer Arbeitsweg zu z�hlen ist, unber�cksichtigt zu bleiben hat (BGE 125 V 159 f. Erw. 5c/dd), f�r den Ehegatten der invaliden Person nicht gilt. Mit anderen Worten k�nnen sich aus Art und zeitlichem Umfang seiner Erwerbst�tigkeit Schranken der Mithilfe im Haushalt ergeben, welche unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht zu beachten sind. Dies ergibt sich ohne weiteres sinngem�ss aus der bei der Invalidit�tsbemessung nach Art. 28 Abs. 2 IVG geltenden Praxis, wonach beim Einkommensvergleich invalidit�tsfremde Gesichtspunkte �berhaupt nicht oder dann bei beiden Vergleichsgr�ssen gleichm�ssig zu ber�cksichtigen sind (vgl. ZAK 1989 S. 456, AHI 1999 S. 240 unten; ferner RKUV 1993 Nr. U 168 S. 104 Erw. 5b).
Thurgau vom 28. August 2000 und die Verf�gung vom 20. Januar 2000 aufgehoben werden und die Sache an die
IV-Stelle des Kantons Thurgau zur�ckgewiesen wird,
damit sie nach Abkl�rungen im Sinne der Erw�gungen
�ber den Anspruch auf eine Invalidenrente neu verf�ge.

References: BGE 
 Art. 28
 Art. 28
 BGE 
 BGE 
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