Source: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/schutzgebiete/die_einzelnen_naturschutzgebiete/-41644.html
Timestamp: 2020-08-09 06:24:22+00:00

Document:
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Springmoor bei Hollenstedt" | Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Verordnungstext zum Naturschutzgebiet "Springmoor bei Hollenstedt"
Amtsblatt der Bezirksregierung Lüneburg Nr. 6 v. 15.3.1986, Seite 55
Verordnung der Bezirksregierung Lüneburg über das Naturschutzgebiet "Springmoor bei Hollenstedt", in der Gemeinde Regesbostel, Landkreis Harburg vom 26. Februar 1986
Aufgrund des § 24 und des § 29 (1) in Verbindung mit § 54 Abs. 2 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes (NNatG) vom 20.03.1981 (Nds. GVBl. S. 31), geändert durch Gesetz vom 05.12.1983 (Nds. GVBl. S. 281), wird verordnet:
Das in § 2 näher bezeichnete Gebiet in der Gemarkung Regesbostel, Gemeinde Regesbostel, Samtgemeinde Hollenstedt, Landkreis Harburg, wird zum Naturschutzgebiet erklärt.
Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Springmoor bei Hollenstedt."
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ergibt sich aus der auf den Seiten 56/57 mitveröffentlichten Karte. Sie verläuft auf der dem Gebiet abgewandten Seite der schwarzen Punktreihe. Die Karte ist Bestandteil dieser Verordnung.
Schutzzweck ist die Erhaltung eines nährstoffarmen Hang-Quellmoores als "Haarmützenmoos-Torfmoos-Bruchwaldgebiet" und seiner naturnahen Randzonen.
Dabei geht es im einzelnen um die Sicherung und Entwicklung:
a) - der offenen, baumfreien Moorflächen nördlich des Heidbaches,
- der Torfmoos-Birkenwälder und der Torfmoos-Erlenbruchwälder,
- der Weiden- und Faulbaumgebüsche,
- der Erica- und Callunaheiden,
- der parkartig mit breitwüchsigen Anflug-Kiefern bestandenen Krähenbeerheiden,
- des Extensiv-Grünlandes sowie
- des natürlich mäandrierenden Heidbaches mit seinen quelligen Randbereichen
- für bestandsbedrohte Pflanzenarten wie z. B. Sonnentau, Moorlilie, Rosmarinheide, Moosbeere, Sumpffarn und Schlangenwurz,
- für selten gewordene Pflanzengesellschaften wie z. B. Schnabelseggenried, Waldbinsensumpf, Spießtorfmoos-Wollgrasrasen, Wasserschierlingsried und die verschiedenen Bruchwaldausbildungen sowie
- für die auf die vorgenannten Biotopen angewiesenen Tierarten;
b) des gesamten Gebietes mit seiner auf relativ engem Raum anzutreffenden Vielfalt an natürlichen und naturnahen Erscheinungsformen als belebendes Landschaftselement und als Objekt für Forschung, Lehre und Heimatkunde.
f) die Ruhe der Natur durch Lärm oder auf andere Weise zu stören (insbesondere durch Tonwiedergabegeräte, Modellflugzeuge u.ä.),
h) wildlebenden nicht jagdbaren Tieren nachzustellen, sie zu stören, zu füttern, zu fangen oder zu töten.
i) Feuer anzuzünden,
j) Bohrungen und Sprengungen vorzunehmen,
k) Müll, Schutt, Schrott, Abraum oder sonstige Abfälle wegzuwerfen oder abzulagern oder das Gebiet auf andere Weise zu verunreinigen.
(3) Nach § 24 Abs. 3 Satz 2 NNatG werden zur Vermeidung von Gefährdungen und Störungen folgende Handlungen außerhalb des Naturschutzgebietes, die in das Gebiet hineinwirken können, untersagt:
Maßnahmen zur Absenkung, Verunreinigung und Nährstoffanreicherung des Grundwassers in dem in der mitveröffentlichten Karte dargestellten Bereich der "Grundwasserschutzzone".
a) die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der in der mitveröffentlichten Karte dargestellten landwirtschaftlichen Nutzflächen als Grünland ohne Anwendung von Bioiziden,
b) die einzelstamm- bis kleinflächenweise Holzentnahme unter Belassung der krummwüchsigen, oft mehrstämmigen und breitkronigen Altkiefern auf den in der mitveröffentlichten Karte waagerecht schraffierten Flächen im Einvernehmen mit der Bezirksregierung,
c) die einzelstamm- bis kleinflächenweise Holzentnahme unter Belassung der krummwüchsigen, oft mehrstämmigen und breitkronigen Altkiefern auf den übrigen Waldflächen,
d) Maßnahmen zur Unterhaltung vorhandener Kabelanlagen durch Stromversorgungsunternehmen,
e) die ordnungsgemäße imkereiliche Nutzung ohne bauliche Anlagen,
- durch andere Behörden und öffentliche Stellen bzw. deren Beauftragte nach Herstellung des Einvernehmens mit der Bezirksregierung
h) Untersuchungen bzw. Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die im Einvernehmen mit der Bezirksregierung Lüneburg durchgeführt werden,
i) die Entnahme von Grundwasser aus den vorhandenen Hausbrunnen im Grundwasserschutzgebiet,
j) das Düngen der vorhandenen Hausgärten im Grundwasserschutzgebiet wie bisher.
(1) Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigte sind verpflichtet, folgende Maßnahmen zur Pflege, Entwicklung und Kennzeichnung des Naturschutzgebietes zu dulden:
a) die Entnahme von Gehölzbewuchs auf den Heiden,
b) die Entnahme von Gehölzbewuchs auf den offenen, baumfreien Moorflächen nördlich des Heidbaches,
c) die Mahd der Heiden und der Hochstaudenfluren,
d) das Aufstellen von Schildern zur Kenntlichmachung des Naturschutzgebietes.
(2) Die Maßnahmen werden nach vorheriger Absprache durchgeführt. Sie können in ein- bis mehrjährigen Abständen wiederholt werden. Die nach § 5 a, b und c zugelassene Bewirtschaftung der vorhandenen privateigenen land- und forstwirtschaftlichen Nutzflächen darf durch die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen nicht beeinträchtigt werden.
Lüneburg, den 26. Februar 1986

References: § 24
 § 29
 § 54
 § 2
 § 24
 § 5