Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=18.11.2014&Aktenzeichen=B%201%20KR%2019%2F13%20R
Timestamp: 2019-04-25 09:42:35+00:00

Document:
BSG, 18.11.2014 - B 1 KR 19/13 R - dejure.org
Krankenversicherung; keine Zugehörigkeit der Präimplantationsdiagnostik zum Leistungskatalog; kein Leistungsanspruch nach Gemeinschaftsrecht; Europarechtskonformität des Erfordernisses der Zustimmung einer Ethikkommission
§ 13 Abs 2 SGB 5, § 13 Abs 3 S 1 Alt 1 SGB 5, § 13 Abs 3 S 1 Alt 2 SGB 5, § 13 Abs 4 SGB 5, § 13 Abs 5 SGB 5
SGB V § 27 ; SGB V § 27a
Präimplantationsdiagnostik auf Kassenrezept?
Künstliche Befruchtung - Krankenkasse muss Kosten für PID nicht erstatten
Kein "Recht auf ein gesundes Kind" für Kassenpatienten
PID: Müssen Krankenkassen die Kosten übernehmen?
rente-rentenberater.de (Entscheidungsbesprechung)
Kein Kassenzuschuss bei künstlicher Befruchtung für Unverheiratete
SG Karlsruhe, 19.09.2012 - S 3 KR 360/12
BSGE 117, 212
Behandlungen, die rechtlich nicht zulässig sind, dürfen von der KK nicht gewährt oder bezahlt werden (…BSG SozR 3-2500 § 27a Nr. 4 S 39 mwN; BSG Urteil vom 18.11.2014 - B 1 KR 19/13 R - Juris RdNr 11 mwN - für BSGE und SozR 4-2500 § 27 Nr. 26 vorgesehen).
Auf die Frage der Strafbarkeit oder der Bußgeldbewehrung kommt es dabei nicht an (BSG Urteil vom 18.11.2014 - B 1 KR 19/13 R - Juris RdNr 11 mwN - für BSGE und SozR 4-2500 § 27 Nr. 26 vorgesehen).
Nicht die Krankheit, sondern die Unfähigkeit des Paares, auf natürlichem Wege Kinder zu zeugen, und die daraus resultierende Notwendigkeit einer künstlichen Befruchtung bildet den Versicherungsfall (…stRspr, vgl BSGE 88, 62, 64 = SozR 3-2500 § 27a Nr. 3 S 24;… BVerfGE 117, 316, 325 f = SozR 4-2500 § 27a Nr. 3 RdNr 34;… BSG SozR 4-2500 § 27a Nr. 5 RdNr 13;… BSG SozR 4-2500 § 27a Nr. 7 RdNr 14; BSG Urteil vom 18.11.2014 - B 1 KR 19/13 R - Juris RdNr 17, zur Veröffentlichung in SozR 4-1500 § 27 Nr. 26 vorgesehen; Hauck SGb 2009, 321, 322 mwN) .
Art. 3 Abs. 1 GG gebietet es nicht, dass die Gerichte die Behebung einer Fertilitätsstörung mit der Embryonen-Vorauswahl zur Vermeidung erbkranken Nachwuchses bei bestehender Fertilität gleichsetzen (vgl BVerfG Nichtannahmebeschluss vom 30.11.2001 - 1 BvR 1764/01 - Juris RdNr 2; BSG Urteil vom 18.11.2014 - B 1 KR 19/13 R - Juris RdNr 19, zur Veröffentlichung in SozR 4-1500 § 27 Nr. 26 und für BSGE vorgesehen) .
SG Dresden, 31.08.2016 - S 25 KR 236/14
Kosten für eine künstliche Befruchtung im europäischen Ausland
Umfasst sind jedoch nur von der deutschen Rechtsordnung erlaubte Maßnahmen (zur PID: BSG, Urteil vom 18.11.2014, Az. B 1 KR 19/13 R, juris, Rdnr. 11).
Behandlungen, die rechtlich nicht zulässig sind, dürfen von der Krankenkasse nicht gewährt oder bezahlt werden (vgl. BSG, Urteil vom 18.11.2014, Az. B 1 KR 19/13 R, juris, Rdnr. 11; BSG…, Urteil vom 09.10.2001, Az. B 1 KR 33/00 R, juris, Rdnr. 12).
Wie das Bundessozialgericht herausgearbeitet hat, ist es allen Regelungen des sekundären Gemeinschaftsrechts und den das primäre Gemeinschaftsrecht umsetzenden Regelungen des SGB V gemein, dass sie die Übernahme von Kosten für Leistungen bei Krankheit, Mutterschaft und Vaterschaft Versicherter im Ausland innerhalb der EU und des Europäischen Wirtschaftsraums auf dasjenige begrenzen, was von den in Betracht kommenden inländischen Leistungsträger nach den für ihn geltenden Regelungen der Leistungen bei Krankheit, Mutterschaft und Vaterschaft verlangt werden könnte (vgl. im Einzelnen: BSG, Urteil vom 18.11.2014, Az. B 1 KR 19/13 R, juris, Rdnr. 24 ff).
Die untersuchte Eizelle ist dabei keine versicherte Person im Sinne der §§ 25 und 26 SGB V, weil dies lebende Personen sind (LSG Bayern, Urteil vom 07.08.2008, L 4 KR 259/07; LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 19.04.2013, L 4 KR 5058/12, und Urteil vom 19.07.2013, L 4 KR 4624/12, anhängig BSG, B 1 KR 19/13 R).
BSG, 20.02.2017 - B 1 KR 75/16 B
Krankenversicherung; Kosten einer Präimplantationsdiagnostik einschließlich der …
Die Klägerin befasst sich nicht mit dem Urteil des erkennenden Senats (BSGE 117, 212 = BSG SozR 4-2500 § 27 Nr. 26), wonach erst die Verordnung zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik ([Präimplantationsdiagnostikverordnung - PIDV] vom 21.2.2013, BGBl I 2013, 323) den rechtlichen Vollzug der in § 3a Abs. 3 S 1 Nr. 2 und 3 ESchG aufgestellten Anforderungen ermöglicht.
Die gesetzliche Regelung untersagt auch den KKn ausnahmslos, vor dem 1.2.2014 ihren Versicherten PID-Leistungen zu verschaffen (vgl BSGE 117, 212 = BSG SozR 4-2500 § 27 Nr. 26, RdNr 10 ff und 22 mit Blick auf § 3a Abs. 3 ESchG und § 10 PIDV).
Mit der Bezugnahme auf Ausführungen des Bundessozialgerichts zur Problematik von Leistungsansprüchen für eine PID in der gesetzlichen Krankenversicherung in dessen Urteil vom 18.12.2014, BSGE 117, 212, (vgl. Hinweis unter Ziffer 3. a), Seite 4) wurden vom Senat weder die GKV-Regelungen als Leitbild für den Versicherungsfall in der privaten Krankenversicherung herangezogen noch die unterschiedlichen Regelungen zu den Leistungsvoraussetzungen in den beiden Systemen verkannt.
Parallel dazu ist auch ein Urteil des BSG vom 18.11.2014 (- B 1 KR 19/13 R-) zu berücksichtigen, wonach das sekundäre Gemeinschaftsrecht und die das primäre Gemeinschaftsrecht umsetzenden Regelungen des SGB V keine weitergehenden Leistungsansprüche im EU-Ausland vorsehen, als sie im Inland gewährt werden können.
Eine von der Rechtsordnung im Wohnsitzstaat verbotene Behandlung kann nicht Teil des Leistungskatalogs einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse sein; der Leistungsausschluss greift erst recht ein, wenn die verbotene medizinische Behandlung bußgeld- oder strafbewehrt ist (vgl. Urteil des BSG vom 18.11.2014 - B 1 KR 19/13 R-).
OLG München, 12.09.2018 - 25 U 2424/18
Kostenübernahme für Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht vom …

References: § 13
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 § 27
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Art. 3
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 § 10