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Timestamp: 2014-08-01 07:46:21+00:00

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Rente wegen voller Erwerbsminderung | Leistungsrecht (GRV) | Rentenversicherung
FAQs WebLinksRentenberatungSiteMapKontakt	Freitag, 01. August 2014
am 13. September 2008. Veröffentlicht in Leistungsrecht (GRV)	Rente wegen voller Erwerbsminderung nach § 43 Abs. 2 SGB VI
Ein Anspruch auf eine Rente wegen voller Erwerbsminderung ist für Versicherte der Gesetzlichen Rentenversicherung in § 43 Abs. 2 SGB VI geregelt. Danach haben Versicherte dann einen Anspruch auf die Rente wegen voller Erwerbsminderung bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres, wenn
eine volle Erwerbsminderung vorliegt,
Begriff der vollen Erwerbsminderung
Eine volle Erwerbsminderung liegt bei Versicherten dann vor, wenn diese wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des Arbeitsmarktes nicht mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
Eine Krankheit im Sinne des § 43 SGB VI ist jeder regelwidrige Körper-, Geistes- oder Seelenzustand, der die Erwerbsminderung herbeiführen kann. Ohne Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, wodurch die Krankheit entstanden ist.
Eine Behinderung ist hingegen jeder Körper- und Geisteszustand, der von der Regel abweicht und in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist, dass dieser beseitigt werden kann.
Eine klare Abgrenzung einer Krankheit zu einer Behinderung ist unmöglich.
Eine zum Beispiel fehlende Wettbewerbsfähigkeit oder ein bestimmtes Lebensalter können noch keinen Erwerbsminderungsrentenanspruch herbeiführen. Da es sich bei diesen Punkten um keine Krankheit oder Behinderung handelt, schließt der Gesetzgeber mit der expliziten Nennung dieser beiden Begriffe jede andere Ursache einer Erwerbsminderung aus.
Nach der laufenden Rechtsprechung ist eine Erwerbstätigkeit eine Verrichtung von Arbeit, die auf Gewinn abzielt. Sinn und Zweck der Arbeit muss sein, durch Arbeitsentgelt den Lebensunterhalt zu bestreiten. Daher kann eine Tätigkeit als Hausfrau nicht als Erwerbstätigkeit im Sinne einer Erwerbsminderungsrente angesehen werden.
Erwerbsminderung sechs Monate
Um einen Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente realisieren zu können, muss die Erwerbsminderung auf nicht absehbare Zeit vorliegen. Damit wird klargestellt, dass nur eine vorübergehende Erwerbsminderung keinen Rentenanspruch zur Folge hat.
Damit eine Erwerbsminderung auf nicht absehbare Zeit vorliegt, muss diese über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten ununterbrochen bestehen. Beträgt der Zeitraum weniger als sechs Monate, ist von einer Arbeitsunfähigkeit auszugehen, die in den Zuständigkeits- bzw. Leistungsbereich der Gesetzlichen Krankenversicherung fällt, und entsprechend Krankengeld – bei Vorliegen dieser Voraussetzungen – gewährt wird.
Übliche Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes
Die Voraussetzungen, dass der Versicherte mehr als sechs Stunden täglich „unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes“ tätig sein kann, zeigt, dass hier der Arbeitsmarkt nicht abstrakt gesehen wird. Daher muss der Rentenversicherungsträger auf Tätigkeiten abstellen, für die es auch tatsächlich einen Arbeitsmarkt gibt.
Ein Anspruch auf eine volle Erwerbsminderungsrente fordert die Erfüllung von versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Hierzu muss die
allgemeine Wartezeit und die
besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen
Die allgemeine Wartezeit beträgt 60 Kalendermonate bzw. fünf Jahre, vgl. § 50 Abs. 1 SGB VI.
§ 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB VI definiert die besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen. Diese sind erfüllt, wenn innerhalb der letzten fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen.
Um die Erfüllung der besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen zu prüfen, wird ein Fünfjahreszeitraum festgelegt. Der Fünfjahreszeitraum beginnt mit dem Monat, in dem die Erwerbsminderung eingetreten ist, plus weitere 60 Kalendermonate. Dadurch, dass nach § 26 SGB X der Monat des Eintritts der Erwerbsminderung zu berücksichtigen ist, umfasst der geforderte Fünfjahreszeitraum insgesamt 61 Kalendermonate. In diesem Zeitraum müssen dann 36 Kalendermonate mit Pflichtbeiträgen vorliegen. § 122 SGB VI bestimmt, dass auch ein Teilmonat als volles Monat anzusetzen ist.
Nach § 55 SGB VI zählen alle Zeiten, für die Pflichtbeiträge nach Bundesrecht gezahlt wurden, als Pflichtbeitragszeiten. Ebenso zählen zu den Pflichtbeitragszeiten die Zeiten, in denen Pflichtbeiträge als gezahlt gelten.
Neben den Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit fallen unter Pflichtbeitragszeiten auch Zeiten mit:
Pflichtbeiträgen, die aus den in § 3 und § 4 SGB VI aufgezählten Gründen gezahlt wurden (oder als gezahlt gelten),
Freiwillig gezahlten Rentenversicherungsbeiträgen, die als Pflichtbeiträge gelten, und
Beiträge, die für Anrechnungszeiten gezahlt wurden und ein Leistungsträger sich daran beteiligt hat.
Der Rentenartfaktor für die Rente wegen voller Erwerbsminderung beträgt 1,0 (vgl. § 67 Nr. 3 SGB VI). Das bedeutet, dass es sich hier um eine Rente handelt, die den vollen Entgeltausfall aufgrund der Erwerbsminderung ersetzen soll.
Für die Gewährung einer Rente wegen voller Erwerbsminderung ist ein Antrag beim zuständigen Rentenversicherungsträger zu stellen. Anhand der eingereichten Unterlagen prüft der Rentenversicherungsträger dann das Vorliegen der Voraussetzungen für die Rente und lässt die medizinischen Voraussetzungen durch einen Gutachter beurteilen.
Für das Antragsverfahren einer Rente wegen voller Erwerbsminderung stehen registrierte Rentenberater zur Verfügung. Rentenberater und Prozessagenten vertreten ihre Mandanten auch in Widerspruchs- und sozialgerichtlichen Verfahren gegenüber den Rentenversicherungsträgern bzw. vor den Sozial- und Landessozialgerichten.
Kontaktieren Sie einen von den Versicherungsträgern unabhängigen Experten.
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References: § 43
 § 43
 § 43
 § 50

§ 43
 § 26
 § 122
 § 55
 § 3
 § 4
 § 67