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Timestamp: 2020-07-09 02:40:10+00:00

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Degressive Abschreibung | Steuer Office Gold | Steuern | Haufe
Bei der degressiven Abschreibungsmethode sind die Jahres-Abschreibungsbeträge in den ersten Jahren der Nutzung relativ hoch, sie werden aber von Jahr zu Jahr geringer. In den ersten Jahren wird am stärksten abgeschrieben, in den letzten Jahren am geringsten (fallende Jahresbeträge). Man unterscheidet vor allem folgende Formen der degressiven AfA, die handelsrechtlich alle zulässig sind: Die arithmetisch-degressive Abschreibung, die geometrisch-degressive Abschreibung und die degressive Abschreibung mit planmäßigem Übergang zur linearen Abschreibung.
Die handelsrechtliche Norm für die degressive AfA ist § 253 Abs. 3 HGB. Steuerrechtlich ist die degressive AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in § 7 Abs. 2 EStG geregelt. Verwaltungsseitige Erläuterungen finden sich in R 7.1, R 7.3 – R 7.4 EStR 2012 und H 7.1, H 7.3 – H 7.4 EStH 2019.
1 Degressive Abschreibung entspricht eher dem Vorsichtsprinzip
Die lineare Abschreibungsmethode ist einfach, aber nicht genau. Sie berücksichtigt nicht, dass der Wertverzehr in den einzelnen Jahren typischerweise unterschiedlich ist. Die degressiven Verfahren versuchen, diese Schwächen zu vermeiden. Sie berücksichtigen den Nutzungsverlauf und den Verlauf der Wertminderungen durch die Vorverlagerung des Aufwands in die ersten Jahre besser als die lineare Methode. Sie entsprechen daher eher dem Vorsichtsprinzip:
Durch sie wird der Gefahr der technisch-wirtschaftlichen Überholung Rechnung getragen, die gerade in den ersten Nutzungsjahren zu größeren Verlusten führen kann.
Außerplanmäßige Abschreibungen sind bei Wahl dieser Abschreibungsmethode seltener. Fehleinschätzungen der Nutzungsdauer wirken sich geringer aus, weil bereits in den Anfangsjahren hohe Abschreibungsbeträge verrechnet werden.
Der fallende Abschreibungsverlauf ermöglicht eine gleichmäßigere Aufwandsverteilung auf die einzelnen Jahre der Nutzung, wenn die fallenden Abschreibungsbeträge in den späteren Jahren i. d. R. durch höhere Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen aufgefüllt werden. Sinkende Abschreibungsquote und steigende Reparaturkosten weisen dann auch in den späteren Jahren zusammen den periodenentsprechenden Aufwand aus.
Anders als die handelsrechtlichen Vorschriften lässt das Steuerrecht nur die geometrisch-degressive Methode (Buchwert-AfA) zu. Die arithmetisch-degressive AfA ist steuerrechtlich unzulässig.
Neben der geometrisch-degressiven AfA sind außerplanmäßige Abschreibungen in Form von Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Absetzung (AfaA) nicht zulässig. Der Steuerpflichtige hat aber die Möglichkeit, zur linearen AfA überzuwechseln, um sodann die AfaA geltend machen zu können.
Ein Übergang von der linearen AfA zur degressiven AfA ist dagegen unzulässig.
Die Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen schließt die degressive AfA aus. Die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG für kleine und mittlere Betriebe ist jedoch unter den dort genannten Voraussetzungen neben der degressiven AfA zulässig. Wurden für ein Wirtschaftsgut neben den Sonderabschreibungen nach § 7g Abs. 5 EStG degressive AfA nach § 7 Abs. 2 EStG vorgenommen, kann auch nach Ablauf des maßgebenden Begünstigungszeitraums weiterhin nach § 7 Abs. 2 EStG abgeschrieben werden.
Keine Maßgeblichkeit der Handelsbilanz – Freie Methodenwahl bzgl. linearer und degressiver Abschreibung
Mit der Abschaffung der in § 5 Abs. 1 Satz 2 EStG a. F. geregelten umgekehrten Maßgeblichkeit der Steuerbilanz für die Handelsbilanz durch das BilMoG gilt, dass bei der Ausübung steuerrechtlicher Wahlrechte auf handelsrechtliche Ansätze keine Rücksicht mehr zu nehmen ist. Wahlrechte, die sowohl handelsrechtlich als auch steuerrechtlich bestehen, also auch die Wahl der degressiven AfA, können aufgrund des § 5 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 EStG in der Handelsbilanz und in der Steuerbilanz unterschiedlich ausgeübt werden. Es gibt ein weiteres Wahlrecht: Man kann einen Teil der Wirtschaftsgüter linear und den anderen Teil – wenn die Voraussetzungen des § 7 Abs. 2 EStG vorliegen – degressiv abschreiben. Dem Finanzamt gegenüber ist die Entscheidung und Nutzung einer Abschreibungsmethode nicht zu begründen.
Art der Gewinneinkünfte beachten
Die degressive AfA gibt es nur bei den Gewinneinkünften, also bei Einkünften aus Gewerbebetrieb, selbstständiger Tätigkeit sowie Land- und Forstwirtschaft. Ob dabei bilanziert wird oder der Gewinn anhand der Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt wird, spielt keine Rolle.
Bei Überschusseinkünften, z. B. Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, ist die degressive AfA unzulässig. Unerheblich ist, ob es sich um gebrauchte oder neue Wirtschaftsgüter handelt.
2 Geometrisch-degressive Abschreibung ist anfangs höher
Die Hauptvariante der degressiven Abschreibung ist die geometrisch-degressive Methode, bei der die Degression der Abschreibungsquoten in Form einer geometrischen Reihe erfolgt. Zunächst wird ein gleichbleibender Abschreibungsprozentsatz gewählt, der regelmäßig höher ist als der Abschreibungssatz bei linearer AfA. ...
Wo die Probleme sind: Identifizierung geeigneter Anschaffungs- und Herstellungsvorgänge Prüfung der Anwendungsvoraussetzungen und Sinnhaftigkeit der Anwendung Berechnung und Buchung der Abschreibung Auswirkungen auf die Handelsbilanz 1 So kontieren Sie ...

References: § 253
 § 7
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