Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BGHZ%20197,%20186
Timestamp: 2019-08-21 23:37:49+00:00

Document:
BGH, 07.05.2013 - IX ZR 151/12 - dejure.org
https://dejure.org/2013,17995
BGH, 07.05.2013 - IX ZR 151/12 (https://dejure.org/2013,17995)
BGH, Entscheidung vom 07.05.2013 - IX ZR 151/12 (https://dejure.org/2013,17995)
BGH, Entscheidung vom 07. Mai 2013 - IX ZR 151/12 (https://dejure.org/2013,17995)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2013,17995) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 174 Abs 2 InsO, § 175 Abs 2 InsO, § 287 Abs 2 S 1 InsO, § 302 Nr 1 InsO
Restschuldbefreiungsverfahren: Verspätete Anmeldung einer Forderung aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung
Einzuhaltende Frist hinsichtlich der Anmeldung zur Tabelle für die Herausnahme von Forderungen aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung von der Erteilung der Restschuldbefreiung
Ausnahme von Forderungen aus vorsätzlich unerlaubter Handlung von der Restschuldbefreiung nur bei Anmeldung innerhalb der sechsjährigen Abtretungsfrist
InsO § 174 Abs. 2, § 175 Abs. 2, §§ 287, 302 Nr. 1
Zur Reichweite der Restschuldbefreiung bei Anmeldung einer Deliktsforderung außerhalb der sechsjährigen Abtretungsfrist
Wirkung der Restschuldbefreiung für Forderungen aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung, wenn die Anmeldung dieses Anspruchsgrundes erst nach Ablauf der sechsjährigen Abtretungsfrist erfolgt ist
InsO § 287 Abs. 2 S. 1; InsO § 302 Nr. 1
Restschuldbefreiung für Deliktshandlungen?
Zur Berücksichtigung von Forderungen aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung von der Erteilung der Restschuldbefreiung
InsO § 174 Abs. 2, §§ 175, 287, 302 Nr. 1
LG Koblenz, 09.06.2011 - 3 O 512/10
OLG Koblenz, 31.05.2012 - 1 U 861/11
BGHZ 197, 186
NJW 2013, 3300
MDR 2013, 1129
NZI 2013, 906
NJ 2014, 39
WM 2013, 1518
DB 2013, 2083
AnwBl 2013, 245
Rpfleger 2013, 640
Da die Anmeldung des Rechtsgrunds der vorsätzlich unerlaubten Handlung nach Ablauf der Abtretungsfrist (BGH, Urteil vom 7. Mai 2013 - IX ZR 151/12, BGHZ 197, 186 Rn. 14 ff) und erst recht nach Erteilung der Restschuldbefreiung ausscheidet (BGH…, Urteil vom 16. Dezember 2010 - IX ZR 24/10, WM 2011, 271 Rn. 15 ff;… Urteil vom 7. Mai 2013, Rn. 17), steht in diesem Fall fest, dass die Forderung des Gläubigers als "unvollkommene Verbindlichkeit" nur noch erfüllbar, aber nicht mehr erzwingbar ist (BGH…, Urteil vom 16. Dezember 2010, aaO Rn. 15; Urteil vom 7. Mai 2013, aaO Rn. 12).
Ob sie schuldlos an der Anmeldung ihrer Forderung gehindert war, spielt dabei keine Rolle (…BGH, Urteile vom 16. Dezember 2010 - IX ZR 24/10, WM 2011, 271 Rn. 19 ff.; vom 7. Mai 2013 - IX ZR 151/12, BGHZ 197, 186 Rn. 17).
Nach der amtlichen Begründung des Gesetzes zur Änderung der Insolvenzordnung und anderer Gesetze (InsOÄndG) vom 26.10.2001 (BGBl 1, 2710) war es der Wille des Gesetzgebers, dem Interesse des Schuldners Rechnung zu tragen, möglichst frühzeitig darüber informiert zu werden, welche Forderungen nicht von einer Restschuldbefreiung erfasst werden (BT-Drs 14/5680, S. 29 Nr. 20; vgl. auch: BGH, Beschluss vom 07.05.2013, Az.: IX ZR 151/12, NZI 2013, 906).
Das Insolvenzgericht ist an die vom Gläubiger glaubhaft gemachten Versagungsgründe gebunden (BGH, Urteil vom 7. Mai 2013 - IX ZR 151/12, BGHZ 197, 186 Rn. 18 mwN).
Ein rechtliches Interesse an einer alsbaldigen Feststellung des Bestehens oder Nichtbestehens eines Rechtsverhältnisses ist dabei gegeben, wenn dem Recht oder der Rechtslage des Klägers eine gegenwärtige Gefahr der Unsicherheit droht und wenn das Urteil auf die Feststellungsklage geeignet ist, diese Gefahr zu beseitigen (vgl. BGH, Urteil vom 09.06.1983 - III ZR 74/82, NJW 1984, 1118; Urteil vom 07.05.2013 - IX ZR 151/12, NZI 2013, 906, 907).
Die Anmeldeobliegenheit nach § 174 Abs. 2 InsO und der Schuldnerwiderspruch nach § 175 Abs. 2 InsO öffnen den Weg zu einer Klage nach § 184 InsO (BGH, Urteil vom 07.05.2013 - IX ZR 151/12, Juris).
Auch wenn dies der Fall sein sollte, hat das BVerfG in dem Urteil vom 18.07.2012 - 1 BvL 10/10 u.a. (…Rn. 68 - juris) zu erkennen gegeben, dass es insbesondere die Grundsätze des IPwskR zur Kenntnis genommen und in seine Überlegungen mit einbezogen hat (vgl. hierzu auch Mahler, AnwBl 2013, 245 ff. (247)).

References: § 174
 § 175
 § 287
 § 302
 § 174
 § 175
 § 287
 § 302
 § 174
 § 174
 § 175
 § 184