Source: https://www.recht.help/widerruf-von-krediten-aufgrund-eugh-urteil/
Timestamp: 2020-06-04 10:45:19+00:00

Document:
Ihr "Widerrufsjoker: Widerruf des alten, teuren Kredits wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung!
Alle Verträge nach dem 11. Juni 2010 können noch wirksam widerrufen werden. Dies gilt umso eher, als dass der EuGH (Urteil vom 26.März 2020 - C-66/19) aktuell einen neuen Widerrufsjoker schuf!
Gerne können Sie uns auch Ihren Kreditvertrag per Email für eine
Die Banken müssen die Verbraucher über ihr Widerrufsrecht schriftlich informieren, was anhand einer ordnungsgemäßen Widerrufsbelehrung erfolgt.
Viele Widerrufsbelehrungen in Darlehen sind jedoch falsch, so dass die Widerrufsfrist nicht gilt: die Kreditverträge können auch Jahre nach der Aufnahme des Darlehens widerrufen werden.
Durch den Widerruf kann der Kreditnehmer viel Geld sparen: er muss nicht den erhöhten, sondern nur den marktüblichen Zins zahlen. Zudem kann er in den Genuss der aktuell sehr niedrigen Zinsen kommen.
Was und wieviel kann ich einsparen, wenn ich meinen alten Kredit widerrufe?
2. Schritt: Erarbeiten Sie eine individuelle Strategie!
● Widerruf eines bereits abbezahltes, bzw. vollständig getilgtes Darlehens
Welche Fehler führen zur Widerruflichkeit des Darlehens? - Häufige Fehler und Beispiele für falsche Formulierungen gibt es hier!
Verweis wegen Pflichtangaben auf § 492 BGB = Fehlerhafte Widerrufsbelehrung!
Hier erhalten Sie ein kostenloses Musterschreiben für den Widerruf eines Kredites wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung!
Kreditvertrag widerrufen und viel Geld sparen!
Zunächst sollten Sie überprüfen, ob Ihr Darlehen auch eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält. Weit mehr als 70 % aller Kreditverträge enthalten nämlich fehlerhafte Widerrufsbelehrung.
Die Amtlichen Musterwiderrufsbelehrungen finden Sie hier!
Enthält Ihr Kreditvertrag eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung so stellt sich die Frage, wie Sie Ihre gute Rechtsposition zu Geld machen können. Entscheidend ist hierbei, ob der Kredit schon ausgelöst wurde oder aber noch läuft, bzw. abbezahlt wird. Gerade der Widerruf von Immobiliendarlehen führt dazu, dass erhebliche Summen zur Zahlung fällig werden. Je nach Lage sollte der Widerruf daher sorgsam geplant und vorbereitet werden.
Die Oberlandesgerichte waren sich uneins, ob ein bereits vollständig abgewickelter Kreditvertrag, auch nachdem der Kreditnehmer diesen vollständig zurückgezahlt hat, noch nachträglich widerrufen werden kann.
Ewiges Widerrufsrecht besteht
so z.B.: OLG Zweibrücken, Hinweis- und Beweisbeschluss vom 10.05.2010, - 7 U 84/09, OLG Köln, Urteil vom 23.01. 2013, Az.: 13 U 69/12, OLG Düsseldorf mit Urteil vom 9. Januar 2014, Az. I-14 U 55/13, OLG Brandenburg, Urteil vom 17.10.2012, Az.: 4 U 194/11, u.a.
Ewiges Widerrufsrecht besteht nicht
so z.B.: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.01.2012, - I-6 W 221-11, OLG Köln, Urteil vom 25.01.2012, Az.: 13 U 30/11, OLG Düsseldorf mit Urteil vom 9. Januar 2014, Az. I-14 U 55/13, u.a.
Die Rechtsfrage wurde nun durch den EuGH (Urteil vom 11. September 2019 -
C‑143/18) geklärt:
Verbraucher können das Darlehen nicht mehr widerrufen, wenn der Kreditvertrag bereits vollständig abgewickelt oder auf sonstiger Weise beendet wurde. Ein ewiges Widerrufsrecht besteht (leider) nicht.
● Widerruf eines noch laufenden Darlehens:
Der Widerruf eines noch laufenden Kredites, der von Ihnen aktuell noch bedient wird, ist unproblematisch bei fehlerhafter Belehrung möglich. Da die Banken dies allerdings nicht gerne sehen, ist zu überlegen, was am besten zu unternehmen ist. Hierzu bieten sich unserer Meinung nach 2 Optionen an:
Viele Banken wissen mittlerweile, dass Ihre Widerrufsbelehrungen fehlerhaft waren. Einige Banken bieten Ihnen dann veränderte Konditionen an, die sich an den aktuell sehr niedrigen Zinsen orientieren. Je nach Kreditsumme lassen sich so mehrere tausend, mitunter gar zehntausend Euro sparen.
Haben Sie die Kreditsumme noch nicht zurückgezahlt, so können Sie sich eine neue Bank suchen, dort einen neuen Kredit aufnehmen und mit diesem Geld dann den Rest der Kreditsumme bei der alten Bank auslösen. So profitieren Sie von der aktuell, sehr günstigen Zinslage.
Zum Beispiel: Sie haben einen Kredit über 100.000 € mit einer Laufzeit von 10 Jahren zu einem Zinssatz von 7 % pro Jahr aufgenommen. Heute "kostet" dieser Kredit lediglich noch 2 % Zinsen pro Jahr. Sie sparen also pro Jahr 5.000 €. Bei gleicher Laufzeit sind dies 50.000 € Ersparnis! (Ein ausführliches Rechenbeispiel finden Sie oben)
Das Darlehen ist widerruflich, wenn entweder die Widerrufsbelehrung falsch formuliert wurde oder aber sonstige, formelle Fehler aufgetreten sind.
Nachfolgend sind nur einige Beispiele für falsche Widerrufsbelehrungen aufgeführt. Nahezu jede Bank und jedes Kreditinstitut hat einmal eine falsche Widerrufsbelehrung benutzt; z.B.: Sparkassen wie Sparkasse Köln Bonn, Hamburger Sparkasse, DG HYP, Landesbank Hessen-Thüringen, Mittelbrandenburgische Sparkasse, Pensionskasse Höchst, diverse Volksbanken wie Volksbank Göppingen, Volksbank Brühl, Raiffeisenbanken, Sparda-Bank, Genossenschaftsbanken, DSL-Bank, etc.
"Die Frist beginnt nach Erhalt dieser Belehrung in Textform, jedoch nicht vor Vertragsschluss und auch nicht vor Erfüllung unserer Informationspflichten gemäß Art. 246 § 2 in Verbindung mit § 1 Abs. 1 und 2 EGBGB sowie unserer Pflichten gemäß § 312e Abs. 1 Satz 1 BGB in Verbindung mit Art. 246 § 3 EGBGB."
"Der Widerruf wird unwirksam, wenn Sie das Darlehen nicht innerhalb von zwei Wochen ab Widerruf zurückbezahlen."
"Der Lauf der Frist für den Widerruf beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem ich/wir die Annahme des vorgenannten Vertrages erklärt habe/n."
"Der Lauf der Frist beginnt erst, wenn Ihnen diese Belehrung ausgehändigt worden ist, jedoch nicht bevor uns die von Ihnen unterschriebene Ausfertigung des Darlehensvertrages zugegangen ist. "
"Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb zwei Wochen (einem Monat) ohne Angaben von Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, Email) widerrufen."
Selbst, wenn die Formulierung der Widerrufsbelehrung an sich in Ordnung ist, kann der Widerruf aus einer Vielzahl von Gründen dennoch erklärt werden, z.B.:
Die Widerrufsbelehrung ist nicht optisch hervorgehoben und verstößt gegen das Deutlichkeitsgebot (siehe BGH, Urteil vom 25. April 1996, Az. X ZR 139/94);
Die Bank kann nicht nachweisen, dass Ihnen mit Vertragsschluss eine schriftliche Kopie der Wiederrufsbelehrung ausgehändigt wurde;
FEhlerhafte Widerrufsbelehrung = "alle Pflichtangaben nach § 492 Absatz 2 BGB" :
Nachfolgende Widerrufsbelehrung ist ebenfalls fehlerhaft und kann widerrufen werden.
Sie können Ihre Vertragserklärung innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen in Textform (z.B. Brief, Fax, Email) widerrufen. Die Frist beginnt nach Abschluss des Vertrages, aber erst, nachdem der Darlehensnehmer alle Pflichtangaben nach § 492 Absatz 2 BGB (z.B. Angabe zur Art des Darlehens, Angabe zum Nettodarlehensvertrag, Angabe zur Vertragslaufzeit) erhalten hat.
Der EuGH hat jüngst entschieden, dass diese Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist und widerrufen werden kann. Insoweit ist der Verweis auf § 492 BGB verwirrend, weil nämlich das Gesetzt wieder Verweisungen aufstellt.
>>>Fehlerhafte Widerrufsbelehrung bei Verweis auf § 492 BGB<<<
mir gegenüber den wirksamen Widerruf in einer Frist von 3 Wochen ab Erhalt dieses Schreiben zu bestätigen, beziehungsweise mir innerhalb dieser Frist schriftlich mitzuteilen, dass ich den in im Betreff näherbezeichneten Verbraucherkreditvertrag wirksam widerrufen habe
Hat die Bank Ihren Widerruf nicht akzeptiert? Behauptet sie etwa, dass der Widerruf unzulässig oder bereits Verwirkung eingetreten sei? - Da es um viel Geld geht, sollten Sie sich schon frühzeitig an einen Rechtsanwalt wenden: Dieser sagt Ihnen, ob das Darlehen eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung hat und widerrufen werden kann und hilft Ihnen dabei, wie Sie Ihren "Widerrufsjoker" am besten gegenüber der Bank ausspielen. Wir beraten und vertreten Sie deutschlandweit!
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion geschlossen wurde. Die Rechtslage hat sich geändert, weswegen sich nur noch wenige auf die positive Rechtslage berufen können.
Ich/Wir kann/können meine/unsere Vertragserklärung(en) innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Textform (z. B. Brief, Fax, E-Mail) widerrufen. Die Frist beginnt frühestens mit dem Tag des Eingangs des unterschriebenen Darlehensvertrags bei der ING-DiBa AG. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Der Widerruf ist zu richten an: XXX
Ihre Widerrufsbelehrung ist fehlerhaft, da Sie nicht deutlich genug über Ihre Rechte als Verbraucher aufgeklärt wurden: Es wird nicht klar, wann die Widerrufsfrist nun beginnt. Das Wörtchen "frühestens" ist insoweit verwirrend. Die Bank kann sich nicht auf den Schutz des "amtlichen" Musters berufen, da diese das "amtliche" Muster umformuliert und so einer eigener Überarbeitung unterzogen hat. Siehe: BGH, Urteil vom 1.3.2012 - III ZR 83/11, OLG Köln, Urteil vom 23.1.2013 - 13 U 217/11, LG Hamburg, Urt. v. 6.2.2014 - 313 O 191/13, LG Hamburg,Urt.v. 16.04.2014-302 O 159/13, LG Kassel, Urteil vom 29.11.2013 - 4 O 550/12 , OLG Brandenburg, Urteil vom 17.10.2012- 4 U 194/11.
Kann ich die von der Bank bzw. dem Kooperationspartner mir gegenüber erbrachte Leistung ganz oder teilweise nicht zurückgewähren - beispielsweise weil dies nach dem Inhalt der erhaltenen Leistung ausgeschlossen ist -, so bin ich verpflichtet, insoweit Wertersatz zu leisten. Dies gilt auch für den Fall, dass ich die von der Bank bzw. dem Kooperationspartner erbrachte Leistung bestimmungsgemäß genutzt habe. Diese Verpflichtung zum Wertersatz kann ich vermeiden, wenn ich die erbrachte Leistung vor Ablauf der Widerrufsfrist nicht in Anspruch nehme."
Ihre Widerrufsbelehrung ist fehlerhaft: Der BGH (Urteil des XI. Zivilsenats vom 10.3.2009 - XI ZR 33/08 -) hat hierzu ausgeführt: Der Verbraucher ist über den "Beginn der Widerrufsfrist eindeutig zu informieren." "Diesen Anforderungen genügt die von der Beklagten verwendete Widerrufsbelehrung nicht." "Durch die Formulierung der in dem von der Beklagten übersandten Vertragsangebot enthaltenen Belehrung, die Widerrufsfrist beginne „einen Tag“ nach Mitteilung dieser“ Belehrung und Zurverfügungstellung einer Vertragsurkunde, entsteht aus
der Sicht eines unbefangenen durchschnittlichen Kunden, auf den abzustellen ist, (..) der Eindruck, diese Voraussetzungen seien bereits mit der Übermittlung des die Widerrufsbelehrung enthaltenden Vertragsantrags der Beklagten erfüllt und die Widerrufsfrist beginne ohne Rücksicht auf eine Vertragserklärung des Verbrauchers bereits am Tag nach Zugang des Angebots der Beklagten zu laufen."
Beachten Sie: Das LG Bonn (Urteil vom 18. Juni 2014 - 2 O 268/13) sieht dies erstaunlicher Weise zwar anders, doch sollte dies Sie nicht von der Ausübung Ihres Widerrufsrechts abhalten. Wir wünschen viel Erfolg!
Ich frage mich bei abgewickelten Darlehensverträgen, wer wem was schuldet. Wenn ich einen Kredit über 75T€ geschlossen habe und diesen durch eine Anschlussfinanzierung zum vertraglich vereinbarten Ende abbezahlt habe, muss ich dann der Bank über den Zeitpunkt des Vertragsendes hinaus Zinsen auf das mir zur Verfügung gestellte Kapital zahlen? Wenn sich zu meinen Gunsten ein Zinsvorteil ergibt, (9T€) muss die Bank weiter Zinsen wegen der Nutzung dieses Betrages nach Vertragsende zahlen, oder wird mit Vertragsende trotz Widerrufs ein Strich gezogen?
Angenommen Sie haben nach 10 Jahren 50.000 € über Raten zurückgezahlt, dann sind die restlichen 50.000 € durch einen neuen (Anschluss-)Kredit zu finanzieren. Gleichwohl werden hierfür wieder Kreditkosten in Form von Zinsen erhoben.
Wenn Sie jetzt nachträglich den ersten Kredit widerrufen, dann führt das dazu, dass Sie gewisse Vorteile wie Zinsersparnisse, etc. geltend machen können: Sie schulden der Bank für das zur Verfügung gestellte Kapital (hier: 75.000 €) nur noch den marktüblichen Zins. Gleichwohl können Sie Ihrerseits Zinsen für die von Ihnen entrichteten Raten Zinsen verlangen. Hierdurch entstehen Ihnen ebenfalls finanzielle Vorteile.
Unter Beachtung dieser Ersparnisse steht dann fest, dass Sie nach 10 Jahren nicht 50.000 €, sondern eigentlich nur 40.000 € zurück zu zahlen hätten. Gleichwohl haben Sie den Vertrag aber mit 50.000 € ausgelöst. Die Überzahlung von 10.000 € können Sie dann zurückfordern.
Durch den Widerruf wird insofern nur bezüglich des ersten Darlehens ein "Schlussstrich" gezogen: Der Widerruf führt dazu, dass der Vertrag als niemals geschlossen gilt. Wo kein Vertrag besteht, da müssen keine Leistungen erbracht werden. Wurden Leistungen aber ohne Rechtsgrund erbracht, so sind diese gegenseitig zurückzugewähren.
Wenn Sie diesen Vertrag als Verbraucher abschließen, haben Sie ein Widerufsrecht. Der Widerruf bedarf keiner Begründung. Er ist innerhalb von zwei Wochen zu erklären. Die Frist beginnt, wenn Sie Ihre auf Abschluss des Vertrags gerichtete Willenserklärung abgegeben haben. Der Widerruf bedarf der Textform (z.B. Brief, Fax, E-Mail). Die Erklärung muss mindestens durch Nachbildung Ihrer Namensunterschrift oder auf andere Weise erkennbar abschließen. Fristwahrend ist die rechtzeitige Absendung des Widerufs. Der Widerruf ist zu richten an:...
Besonderer Hinweis: Ist das Darlehen bereits ausgezahlt, gilt Ihr Wideruf dann nicht als erfolgt, wenn Sie das Darlehen nicht binnen zwei Wochen entweder nach Erklärung des Widerrufs oder nach Empfang des Darlehnes zurückzahlen.
Er weicht von dem Muster ab, so fehlt doch u.a. der Zusatz bei den Folgen "Dies kann dazu führen, dass Sie die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen für den Zeitraum bis zum Widerruf gleichwohl erfüllen müssen."
Der "Besondere Hinweis" entsprach einst der Bestimmung des § 7 Abs. 3 VerbrKrG. Es könnte aber sein, dass dieser "Besondere Hinweis" die Widerrufserklärung als Ganzes verfälscht und Sie das Darlehen deswegen noch widerrufen können. Siehe z.B.: http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&nr=4524
es ging um eine Immobilienfinanzierung. Allerdings wurde der ursprüngliche Vertrag mit einer anderen Bank geschlossen. Das Darlehen bei der Victoria-Versicherung diente der Anschlussfinanzierung.
dann gehe ich davon aus, dass es sich auch bei Ihnen um ein Haustürgeschäft oder zumindest um eine haustürgeschäftsähnliche Situation gehandelt hat und der "Besondere Hinweis" die Widerrufsbelehrung als Ganzes fehlerhaft erscheinen lässt. Das Darlehen sollten Sie daher nach wie vor widerrufen können! Nach meinen Informationen gewährt die Victoria-Versicherung im Streitfall niedrige Zinsen, um einen Konflikt bei Gericht zu vermeiden.
Ich habe am 01.02.2009 Einen Darlehnsvertrag ( 166 000 Euro ) für eine Eigentumswohnung abgeschloßen. Aus Privaten Gründen habe Ich am 01.12.2012 die Wohnung verkaufen müssen. Es war eine Vorfälligkeitszahlung von 15 000 Euro + Restdarlehen von 20 000 Euro fällig. Also 35 000 Euro. Dieses Restdarlehen habe Ich Über die Gleiche bank mit einem neuen Vertrag finanziert. ( Neuer Vertag aber da steht drin das es für die Wohnung ist )
Jetzt meine Frage, lohnt es sich das zu prüfen? Oder ist es zwecklos weil Ich ja schon einen zweiten Vertrag geschloßen habe in dem der wiederruf korrekt ist? Kann Ich wenigstens meine Vorfälligkeitszahlung zurückbekommen?
aa) Der mit dem Widerrufsrecht bezweckte Schutz des Verbrauchers erfordert eine unmissverständliche und für den Verbraucher eindeutige Belehrung. Der Verbraucher soll dadurch nicht nur von seinem Widerrufsrecht Kenntnis erlangen, sondern auch in die Lage versetzt werden, dieses unter Ausschöpfung der Widerrufsfrist auszuüben. Er ist deshalb über den Beginn der Widerrufsfrist eindeutig zu informieren (BGH v. 13.1.2009 - XI ZR 118/08; v. 10.3.2009 - XI ZR 33/08 -, BGHZ 180, 123-134).
Gemessen daran, fehlt der Belehrung der Beklagten die notwendige Eindeutigkeit, weil darin zwar für die in einer Aufzählung zunächst genannten Bedingungen des Fristbeginns (Erhalt der Widerrufsbelehrung, der Vertragsurkunde bzw. des schriftlichen Antrags, der AGB sowie der Verbraucherinformationen) ein Hinweis zur Fristberechnung gemäß § 187 Abs.1 BGB erteilt wird, für den Vertragsschluss als weitere Bedingung des Fristbeginns ein solcher Hinweis zur Fristberechnung aber fehlt. Der erste Halbsatz der Belehrung über den Fristbeginn macht deutlich, dass die Frist erst einen Tag nach den in den folgenden Unterpunkten aufgezählten Ereignissen beginnt. Eine solche Klarstellung erfolgt im zweiten Halbsatz für den Vertragsschluss als weitere Voraussetzung nicht. Der gewählte Satzbau lässt auch nicht erkennen, dass sich die einleitende Wendung „einen Tag nachdem“ auch auf das Erfordernis des Vertragsschlusses beziehen soll. Vielmehr lässt die Wendung „nicht vor dem Tag des Abschlusses des Darlehensvertrages“ auch die Deutung zu, bei der Fristberechnung sei gemäß § 187 Abs. 2 BGB der Beginn des Tages des Vertragsschlusses maßgebend." (OLG Stuttgart, Urteil vom 29. September 2015 – 6 U 21/15 –, Rn. 43, juris)
"Es stellt danach keinen Rechtsmissbrauch dar, sondern ist von der beschriebenen Ausgestaltung des Widerrufsrechts durch das Gesetz und die Rechtsprechung gedeckt, wenn ein Verbraucher dieses Recht nach längerer Zeit ausübt, obwohl er nicht konkret durch den Mangel der Belehrung an der fristgerechten Ausübung gehindert war. Genauso wenig handelt er missbräuchlich, wenn er, nachdem er von seinem Widerrufsrecht Kenntnis erlangt hat, eine mittlerweile eingetretene Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zum Anlass nimmt, sich durch Widerruf von dem Vertrag zu lösen." (OLG Stuttgart, Urteil vom 29. September 2015 – 6 U 21/15 –, Rn. 62, juris)
Der wirksame Widerruf führt dazu, dass Sie eventuell gewisse Zinsersparnisse geltend machen können. Natürlich dürfen Sie dann auch die zu Unrecht gezahlte Vorfälligkeitsentschädigung zurückverlangen.
Für eine nähere Prüfung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Am einfachsten ist es, wenn Sie uns den Darlehensvertrag entweder per Email oder als Fax zukommen lassen. Erst nach dessen Durchsicht kann eine verlässliche Antwort erfolgen.
Habe ich das Darlehen vor Ablauf der Widerrufsfrist bereits empfangen, so kann ich mein Widerrufsrecht dennoch ausüben.Widerrufe ich in diesem Fall, so muss ich den in Anspruch genommenen Darlehensbetrag jedoch an die Bank zurückzahlen und der Bank die von mir aus der Darlehensüberlassung gezogenen Nutzungen herausgeben.
Dieser klärt doch nur über meine Rechte und Pflichten auf nicht jedoch über die Pflichten der Bank(beiderseitige Rückgewährung) bzw. Wann ich denn an die Bank zurückzahlen sollte(keine Fristangabe)
In meinem Darlehensvertrag von 2006 heißt es: "Sie können Ihre auf den Abschluss des Darlehensvertrages gerichtete Willenserklärung innerhalb von zwei Wochen der Bank gegenüber schriftlich oder in lesbarer Form auf einem anderen beständigen Datenträger widerrufen. Der Widerruf muss keine Begründung enthalten. Die Widerrufsfrist beginnt frühestens mit dem Erhalt dieser Belehrung."
Habe ich immer noch ein Widerrufsrecht, weil der Beginn der Frist nicht hinreichend bestimmt ist? Auch der Satz "Der Widerruf muss keine Begründung enthalten" macht mich etwas stutzig, da die Belehrung mich ja über meine Rechte aufklären soll und nicht meine Pflichten. Stimmen meine Ausführung dazu oder täusche ich mich?
Außerdem würde ich gerne wissen, wie die Rückabwicklung bei Immobiliar-Darlehen mit höheren Beträgen verläuft. Bekomme ich ALLE gezahlten Zinsen zurück? Sie haben oben aufgeführt, dass man dennoch einen marktüblichen Zinssatz zahlen muss. Wie hoch wäre dieser? Und wieso spricht man dann überhaupt von Rückabwicklung, wenn beide Parteien dabei so stehen müssen, als würde der Vertrag nie bestehen?
Ihre Widerrufsbelehrung ist falsch und Sie können das Darlehen noch bis zum 21.Juni 2016 widerrufen. (Machen Sie dies vorab per Fax, um einen Nachweis in der Akte zu haben.) Mit dem Hinweis rund um die Begründung, etc. hat dies nichts zu tun. Entscheidend ist, dass das Wörtchen "frühestens" einfach missverständlich ist und nicht klar über den Fristlauf aufklärt.
Wie hoch der marktübliche Zins ist oder war, kann ich Ihnen nicht nennen. Wichtig ist u.a., wann Sie es abgeschlossen haben. Das ist mir nicht bekannt. Oben ist die Seite der deutschen Bank verlinkt. Mittels deren Informationen lässt sich sodann der marktübliche Zins ermitteln. (Das vorbezeichnete Tool beachtet den Marktzins automatisch!)
Von Rückabwicklung spricht man, weil Sie ja die Darlehenssumme erhalten und Tilgungen gezahlt haben, obwohl das Darlehen nach Widerruf als von Anfang an nichtig anzusehen ist. Diese ohne Rechtsgrund erfolgten Leistungen sind rückabzuwickeln. Dies funktioniert bei Immobilienkrediten immer gleich; auf die Höhe der Kreditsumme kommt es nicht an.
ich habe im Jahre 2006 mit der CC Bank einen Darlehensvertrag zur Finanzierung eines Kfz abgeschlossen. In der Widerrufsbelehrung steht u.a. "Der Darlehensnehmer hat im Falle des Widerrufs Wertersatz für die durch die bestimmungsgemäße INgebrauchnahme des Fahrzeugs entstandene Verschlechterung, insbesondere durch dessen Zulassung entstandene Wertminderung zu leisten". Wenn ich den Darlehensvertrag jetzt widerrufe, muss ich den Wagen dann auch wieder zurück geben? Eigentlich sind es ja zwei Geschäfte, ein mal der Kaufvertrag und dann der Darlehensvertrag. Das Darlehen ist im Übrigen schon seit einiger Zeit vollständig beglichen.
eigentlich haben Sie recht: es sind zwei Geschäfte. Diese sind jedoch verbunden, so dass es durchaus sein kann, dass der Widerruf des Darlehens sich auch auf den Kaufvertrag auswirkt. Dies kann aber auch anders betrachtet werden, da der Wagen ihnen ja schon übereignet wurde.
bei meinem Kreditvertrag ist es so, dass dieser bereits vollständig abbezahlt ist. Beim Abschluss des Kreditvertrages im Jahre 2006 waren die Zinsen wohl marktüblich. In den Jahren 2006, 2007 und 2008 blieb das auch so. Dann aber ab dem Jahr 2009, 2010 usw. bis Ende 2014 sind die Zinsen anstatt der vereinbarten 4,8 deutlich gesunken. Ich habe als Auskunft erhalten, dass kein Schaden entstanden ist. Dies aufgrund dessen, dass bei Beginn des Kreditvertrages ein marktüblicher Zinssatz vereinbart wurde. Dass dieser in den Jahren deutlich gesunken ist, soll hier keine Rolle spielen.
Oben (unter der Zwischenüberschrift "Ersparnis Nr.1 = Die Bank kriegt die Kreditsumme nur noch mit dem marktüblichen Zins zurück.") habe ich eine Excel-Tabelle verlinkt, mittels derer Sie den Zinsschaden selbst überprüfen können. Dies sollten Sie einmal tun.

References: EuGH 
 § 492
 EuGH 
 Art. 246
 § 2
 § 1
 § 312
 Art. 246
 § 3
 § 492
 § 492
 EuGH 
 § 492
 § 492
 BGH 
 § 7
 § 187
 § 187