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Timestamp: 2020-03-29 14:51:47+00:00

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BGH, 24.10.2002 - IX ZR 355/00 - dejure.org
https://dejure.org/2002,327
BGH, 24.10.2002 - IX ZR 355/00 (https://dejure.org/2002,327)
BGH, Entscheidung vom 24.10.2002 - IX ZR 355/00 (https://dejure.org/2002,327)
BGH, Entscheidung vom 24. Januar 2002 - IX ZR 355/00 (https://dejure.org/2002,327)
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BGB §§ 765, 631, 305 a.F.
Rückforderungsanspruch des Bürgen bei Bürgschaft auf erstes Anfordern
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Rückforderungsanspruch des Bürgen und des Hauptschuldners bei Nichtbestehen der Hauptschuld; Bedeutung des Nichtvorliegens des formellen Bürgschaftsfalles
Materielles Bürgschaftsrecht - Zurückforderung einer geleiteten Bürgschaftszahlung - Rückforderungsrecht des Hauptschuldners - Sicherungsabrede - Nichteintritt eines Bürgschaftsfalles - Darlegungs- und Beweislastgrundsätze - Befreiung vom Aufwendungsersatzanspruch
Rückforderungsanspruch des Bürgen nach Zahlung auf erstes Anfordern nur, wenn Gläubiger aus materiellrechtlichen Gründen keinen Anspruch hat
Zu den Voraussetzungen des Rückforderungsanspruchs des auf erstes Anfordern in Anspruch genommenen Bürgen sowie des Hauptschuldners aus der mit dem Gläubiger getroffenen Sicherungsabrede; zum Anspruch des Hauptschuldners auf Befreiung vom Aufwendungsersatzanspruch des ...
BGB §§ 765 631 305 (a.F.)
Bürgschaftsrecht - Bürgschaft a.e.A.: Rückforderung durch Bürgen/Hauptschuldner
§ 305 BGB aF, §§ 631, 765 BGB
BGB §§ 765, 631; BGB a. F. § 305
Rückforderungsanspruch des Bürgen nach Zahlung auf erstes Anfordern nur bei aus materiellrechtlichen Gründen fehlendem Anspruch des Gläubigers
Zivilrecht; Rückforderung einer Bürgschaft auf erstes Anfordern
BGB §§ 765, 305, 631
Rückforderungsanspruch des Bürgen nach Zahlung auf erstes Anfordern nur bei aus materiellrechtlichen Gründen fehlendem Anspruch
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Greifen im Rückforderungsprozess formelle Einwendungen? (IBR 2003, 16)
Bürgschaft auf erstes Anfordern: Rückforderung nach unberechtigter Inanspruchnahme des Bürgen? (IBR 2003, 17)
BGHZ 152, 246
NJW 2003, 352
ZIP 2002, 2305
MDR 2003, 280
NJ 2003, 93 (Ls.)
WM 2002, 2498
BB 2003, 122
DB 2003, 90
JR 2003, 415
BauR 2003, 246
ZfBR 2003, 143
Eine Rückforderung scheidet aus, wenn der Gläubiger einen Anspruch auf Verwertung der Bürgschaft besitzt (im Anschluß an BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, zur Veröffentlichung in BGHZ bestimmt).
b) Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs hat der Bürge, der auf erstes Anfordern die Bürgschaftssumme an den Gläubiger zahlt, einen Rückforderungsanspruch, wenn und soweit der Gläubiger nach materiellem Bürgschaftsrecht keinen Anspruch auf die erhaltene Leistung hat (BGH, Urteil vom 28. September 2000 - VII ZR 460/97, BauR 2001, 109, 111 = NZBau 2001, 136 = ZfBR 2001, 31; BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00 m.w.N., WM 2002, 2498).
Daraus folgt, daß ein Rückforderungsrecht des Hauptschuldners nach erfolgter Zahlung auf erstes Anfordern aus der Sicherungsabrede nur besteht, wenn der Sicherungsfall nicht eingetreten ist, dagegen nicht schon wegen Verletzung der bei der Anforderung der Bürgenleistung einzuhaltenden Förmlichkeiten (BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, WM 2002, 2498).
Der Umstand, daß die Bürgschaft abredewidrig auf erstes Anfordern geltend gemacht wurde, kann Schadensersatzansprüche gegen den Gläubiger oder den Bürgen auslösen, rechtfertigt allein jedoch nicht das Rückzahlungsverlangen (BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, aaO).
Denn der Anspruch des Hauptschuldners ist grundsätzlich auf Zahlung an den Bürgen gerichtet (BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, BGHZ 152, 246, 252), sodass der Gläubiger im Ergebnis nicht doppelt belastet wird.
In einem Rückforderungsprozess ist daher zu klären, ob dem Gläubiger ein von der Bürgschaft gesicherter Anspruch gegen seinen Schuldner zusteht (BGH, Urteile vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, BGHZ 152, 246, 250 f. …und vom 28. Juni 2007 - VII ZR 199/06, WM 2007, 1609 Rn. 14).
Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts steht ein solcher Rückforderungsanspruch dem Bürgen zu (BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 aaO).
Ein auf gesetzlicher oder vertraglicher Grundlage bestehender Freistellungsanspruch ist nicht nur darauf gerichtet, begründete Ansprüche zu befriedigen, sondern auch darauf, unberechtigte Forderungen abzuwehren (BGH, Urteil vom 24. Juni 1970 - VIII ZR 268/67, NJW 1970, 1594, 1595 f.; Urteil vom 19. April 2002 - V ZR 3/01, ZIP 2002, 1299 f.; Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, BGHZ 152, 246, 255;… Urteil vom 15. Oktober 2007 - II ZR 136/06, ZIP 2007, 2313 Rn. 22).
a) Die Bürgschaft auf erstes Anfordern ist kein Sicherungsmittel eigener Art, sondern stellt lediglich eine besondere Form der Bürgschaft dar, die den Gläubiger bei der Durchsetzung privilegiert (BGHZ 151, 229, 235; 152, 246, 251; 154, 378, 385).
Der Anspruch aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern entsteht folglich ebenfalls mit Fälligkeit der gesicherten Forderung (BGHZ 152, 246, 251; BGH, Beschluss vom 12. September 2002 - IX ZR 497/00, WM 2002, 2325), sodass auch bei dieser Form der Bürgschaft der Lauf der Verjährungsfrist grundsätzlich zu diesem Zeitpunkt beginnt.
Wie der Senat bereits mehrfach entschieden hat, handelt es sich bei der Bürgschaft auf erstes Anfordern nicht um ein Sicherungsmittel eigener Art; sie stellt vielmehr lediglich eine den Gläubiger besonders privilegierende Form der Bürgschaftsverpflichtung dar (…BGH, Urt. v. 25. Februar 1999 - IX ZR 24/98, WM 1999, 895, 899; v. 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, WM 2002, 2498, 2499, z.V.b. in BGHZ).
Im Rückforderungsprozess wird auch geklärt, ob dem Gläubiger ein von der Bürgschaft gesicherter Anspruch gegen seinen Schuldner zusteht (BGH, Urteil vom 24. Oktober 2002 - IX ZR 355/00, BGHZ 152, 246, 250 f.).
In Übereinstimmung mit der neueren Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist der Senat nämlich der Auffassung, dass im Rückforderungsprozess abschließend zu klären ist, ob dem Gläubiger ein vom Inhalt der Bürgschaft gedeckter Hauptanspruch zusteht (BGH WM 2003, 870, 871 f; BGH WM 2002, 2498, 2499).
Vielmehr sei im Rückforderungsprozess wie in einem gewöhnlichen Bürgschaftsprozess abschließend der materielle Bestand der gesicherten Forderung zu prüfen, wobei den Gläubiger wie im gewöhnlichen Bürgschaftsprozess die Darlegungs- und Beweislast für Entstehen und Fälligkeit der gesicherten Forderung treffe (BGH WM 2002, 2498, 2499).
Daher wird durch eine Zahlung auf eine nicht fällige Forderung - ähnlich der Situation bei Zahlung auf eine verjährte Forderung hinsichtlich des dort geltenden § 222 Abs. 2 BGB a. F. bzw. § 214 Abs. 2 BGB n. F. (vgl. hierzu OLG Hamm WM 1995, 745, 747) - die bei Zahlung durch den Hauptschuldner selbst aus § 813 Abs. 2 BGB folgende Rückzahlungssperre jedenfalls als stillschweigend abbedungen zu gelten haben, ein Umstand, von dem offenbar auch der BGH in seiner erwähnten Entscheidung vom 24. Oktober 2002 (WM 2002, 2498, 2499) ausgegangen ist.
LG München I, 05.05.2010 - 2 O 14011/05
Gewährleistungs- und Vertragserfüllungsbürgschaft auf erstes Anfordern: …
OLG Düsseldorf, 29.04.2004 - 5 U 60/01
Geltendmachung einer Restwerklohnforderung aus einem Generalunternehmervertrag …
OLG Braunschweig, 06.03.2003 - 8 U 85/02
Gewährleistungsbürgschaft des Werkunternehmers: Inanspruchnahme des Bürgen wegen …

References: § 305
 § 305
 BGH 
 § 222
 § 214
 § 813
 BGH