Source: http://www.china-boxen.de/benimmregeln-knigge-verhaltensregeln-tai-chi-unterricht.htm
Timestamp: 2020-06-06 16:34:23+00:00

Document:
Verhaltensregeln für nachhaltigen Unterricht
wie wir entspannt, Sie nachhaltig lernen
Tai-Chi-Unterricht by Uwe Boller
Beim Tai-Chi-Chuan, auch Chinesisches Schattenboxen, handelt es sich um eine asiatische Bewegungskunst, die auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückschaut. Bis heute ist noch immer nicht ganz geklärt, wie sie genau entstand. Wahrscheinlich ist, dass sie dem Kung-Fu entstammt, das über viele Jahre in chinesischen Klöstern geheim gehalten und geübt wurde. Damals wurde Kung-Fu überwiegend zur Selbstverteidigung und körperlichen Ertüchtigung praktiziert, weiterhin als Kampfkunst perfektioniert. Als später Sagen umwobene Kämpfe in ihren Abläufen festgeschrieben wurden, soll so die Kunst des Tai-Chi-Chuan entstanden sein.
Es kursiert auch die Geschichte, dass einst ein Einsiedler oder Mönch beobachtet habe, wie ein Kranich vom Himmel auf die Erde herabstieß, um eine Schlange zu erbeuten. Um ihr Leben zu retten, geriet die Schlange mit dem Kranich in einen Todeskampf, aus dem weder Verlierer noch Gewinner hervorgegangen ist. Der Beobachter soll jedoch so angetan gewesen sein vom Geschehen, dass er in Anmut versuchte, die beiden Tiere in ihren Bewegungen zu imitieren. So entstanden die Bewegungsbilder „die Schlange kriecht am Boden“ und „der Kranich breitet seine Flügel aus“.
Rahmenbedingungen für nachhaltigen Tai-Chi Unterricht
Obwohl Tai-Chi-Chuan den chinesischen Kampfkünsten (Wu Shu) zugeordnet wird und dem Kung-Fu entspringt, hat es mit seiner fast 200 Jahre alten Tradition mehr mit Meditation als mit Kampfkunst gemeinsam. Natürlich können viele Bewegungsbilder aus den zahlreichen Formen als Kampfsituationen mit Angriffs- und Abwehr-Maßnahmen interpretiert werden; in seiner Langsamkeit, Achtsamkeit und Konzentration hat Tai-Chi-Chuan dennoch mehr mit Kontemplation und Versenkung zu tun. Gerade diesen Aspekt möchte ich in meinen Tai-Chi-Kursen kultivieren, weil ich selbst immer wieder die heilsame Wirkung dieser „Meditation in Bewegung“ auf den getriebenen Verstand erlebe. Eben dieses möchte ich Ihnen weitergeben.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, habe ich folgendes Anliegen an Interessenten und meine Kursteilnehmer. Bitte prüfen Sie gewissenhaft, inwieweit Sie sich mit folgenden Gedanken anfreunden können. Wenn Sie sich mit dem Gesagten nicht identifizieren können und Ihnen dieses gar lächerlich vorkommt, bitte ich Sie, sich einen anderen Lehrer zu suchen! Einen, der mehr Wert aufs Kämpfen und Neue Medien legt. Einen, der es liebt, über die vielen Stile des Tai-Chi-Chuan, auch über YouTube Clips und Bücher mit Ihnen zu diskutieren oder gar darüber zu streiten. An Diskussionen und Streitereien habe ich keinerlei Interesse; auch nicht an Klatsch und Tratsch.
Dieses auch, weil ich mich seit vielen Jahren in Meditation und Versenkung übe und leibhaftig erfahren habe, wie einfach das Leben ist, wenn der getriebene und neugierige Verstand endlich zur Ruhe kommt. Genau dieses möchte ich weitergeben und Sie erleben lassen. Mir geht es um das Wesen des Tai-Chi-Chuan: anmutige Bewegungen in achtsamer Hingabe mit einem Hauch von stiller Versenkung. Mein Name steht für Hingabe zur Sache, d.h. für Ruhe und Stille sowie für Konzentration, Achtsamkeit und Perfektion. Wenn Sie Fragen dazu haben, beantworte ich diese gerne unter Uwe.Boller@china-boxen.de; noch lieber telefonisch unter o6144 6308 oder o6131 688588 sowie unter o163 7336447. Nachstehend darauf basierend …
„Meine Vertragsbedingungen“ ;-)
Natürlich brauchen Sie „meine Vertragsbedingungen“ (Benimm-Regeln, Kurs-Knigge) nicht zu lesen, wenn Sie wissen, was sich für einen guten Umgang miteinander gehört und was gesellschaftlich üblich und angemessen ist. Dass es leider immer noch Aufklärungsbedarf gibt, bestätigen mir auch andere Kursleiter, die ich auf Weiterbildungen kennenlerne. (Zitat: „Ich versteh’s einfach nicht: Eigentlich müsste doch jeder Teilnehmer kapieren, was passiert, wenn man sich nicht benimmt!“). Um es kurz oder anders zu sagen: Wer weiß, wie man sich in einer öffentlichen Einrichtung (Museum, Theater, Café) oder einer Hochschule (Vorlesung, nicht Party ;-) verhält, kann gerne das Nachstehende überspringen; ansonsten empfehle ich, folgende Paragrafen zu lesen. Besten Dank im Voraus und viel Spaß dabei :-)
§1 Ich beherrsche Tai-Chi. Sie möchten es lernen. §2 Der Lehrer verfügt über eine Vielzahl an Abläufen und Methoden; pro Abend schlägt er einige vor. §3 Sie entscheiden, zusammen mit anderen, was am Übungsabend gelernt werden soll. Ziel ist „die ganze (Tai-Chi) Form“. §4 Der Lehrer darf korrigieren: er macht dieses behutsam und bietet Raum zum Ausprobieren. §5 Wir wissen, dass aller Anfang schwer ist. Bitte haben Sie Geduld mit sich. §6 Sie sind bemüht, mindestens 2x pro Monat zum Unterricht zu erscheinen. Ausnahmen sind Krankheit oder der Einzelunterricht, auch hier gilt Pünktlichkeit. §7 Wir wissen, dass wir am Ball bleiben müssen, wollen wir Lernerfolge erzielen. §8 Wir nehmen uns zurück. Wir treiben andere nicht an. §9 Wir üben uns in Rücksichtnahme und Verständnis, v.a. wenn Neue im Unterricht sind. §10 Neuzugänge und Nachzügler bestimmten das Lerntempo, sofern sie sich ernsthaft bemühen; ansonsten richten wir uns am Gros der Gruppe aus.
§11 Wir besprechen an Übungstagen weder die Angebote noch Methoden anderer Lehrer. Es gibt immer jemanden, der etwas anders macht; auch unterliegt alles dem Wandel. §12 Wir bringen im Internet verfügbare Videos, Skripte und Bücher nicht in den Unterricht mit. Wir konzentrieren uns lieber auf die Kursinhalte, doch diese lernen wir nachhaltig. §13 Wir wissen, dass es keine Unterrichtsmitschnitte gibt, dafür jedoch „Übungsempfehlungen“. Wer sich daran versucht, übt mehr als der Durchschnitt. §14 Der Lehrer ist bereit, umso mehr zu geben, je friedvoller das Klima in der Gruppe ist; ansonsten leistet der Lehrer nur „Dienst nach Vorschrift“. §15 Ausgelassene Abende gibt es im Wirtshaus: nicht nur, weil der Alkohol die Zunge löst, sondern auch, weil Tai-Chi das genaue Gegenteil ist.
§16 Wir üben uns mäßig, doch regelmäßig; zudem in Achtsamkeit, Geduld und Stille. §17 Wir prahlen nicht. Wir geben nicht an mit unserem Wissen. §18 Wir wissen nicht besser, nur weil wir etwas Vorsprung haben. §19 Wir stänkern nicht herum, sondern formulieren Bitten; der Lehrer geht gerne darauf ein. §20 Wir fangen andere nicht ab, erst recht nicht nach dem Unterricht. §21 Wir texten andere nicht zu. Wir fragen andere nicht aus. §22 Wir versuchen, während und erst recht nach dem Unterricht möglichst wenig zu reden. Wer besonnen ist, wird still auch im Geiste. §23 Wir bemühen uns, zur Ruhe zu kommen und in der Ruhe zu bleiben. Sie sorgt für sicheren Heimweg und erholsamen Schlaf. §24 Wir wissen, dass es um körperliche Ertüchtigung und geistige Entspannung geht, d.h. um Ausgleich zum Berufsleben und familiären Alltag.
§25 Extrawürste gibt es beim Metzger um die Ecke; dort darf es gerne auch ein wenig mehr sein. §26 Teilnehmer, die andere beleidigen, kritisieren, vorführen, belehren oder gar betatschen, sind im Unterricht falsch. §27 Wer dem Lehrer nachweisen möchte, dass er sein Handwerk nicht versteht, ebenso; nicht nur, weil der Lehrer 25 Jahre Vorsprung in Theorie und Praxis hat. §28 Notfalls macht der Lehrer von seinem Hausrecht Gebrauch, im Fußball nennt man es „Rote Karte“. §29 Sie können gehen, wann immer Sie wollen, gerade wenn Ihnen das Gesagte oder der Unterricht nicht gefällt. §30 Selbst der Lehrer darf bei zu viel Unruhe und zu vielen Störungen jederzeit den Unterricht verlassen, beenden oder ganz einzustellen (Begründung: siehe auch §1).
Warum diese Aufklärung?
Nach vielen Jahren des Unterrichtens, immer wieder guten Zuredens, auch schlaflosen Nächten (150 Teilnehmer, nur 2 Platzverweise) habe ich mir erlaubt, dass oben Gesagte niederzuschreiben. Ich hoffe, dass hiermit die „Regeln im Umgang miteinander und für den Unterricht“ kommuniziert und transparent sind. Sollte etwas unklar sein, erläutere ich dieses gerne, jedoch nicht während oder nach dem Unterricht (siehe oben auch §20 bis §23). Am besten sprechen Sie mich telefonisch an unter o6144 6308 oder o6131 688588 sowie o163 7336447. Gerne bin ich bereit, den ein‘ oder anderen Paragrafen zu überdenken, solange in meinem Unterricht und v.a. danach Achtsamkeit im Umgang miteinander, Respekt vor dem anderen sowie friedvolle Stille angestrebt und gewahrt werden.
Sollten Sie etwas bedrücken oder Ihnen etwas auf der Seele brennen, könnten wir gerne auch darüber reden. Bitte wählen Sie dann o6144 6308 oder o6131 688588 sowie o163 7336447. Für ein kurzes Gespräch bin ich immer zu haben, jedoch nicht nach meinem Tai-Chi Unterricht (siehe oben auch §20). Gerne können wir so auch einen längeren Gesprächstermin ausmachen, für z.B. abends oder für das Wochenende. Begründung: Mein Arbeitstag beginnt i.d.R. frühmorgens und endet gerne erst spätabends. Irgendwann ist auch bei mir Schluss mit lustig und Probleme löse ich lieber, wenn ich vernünftig zuhören und folgerichtig denken kann; außerdem brauche auch ich meinen Schlaf. Ich danke für Ihr Verständnis!
Wenn Sie sich mit den obigen Vertragsbedingungen (§1 bis §30) anfreunden können und diese Vorstellungen nur halbwegs teilen, verspreche ich, dass Sie spätestens nach 3 Jahren so hingebungsvoll Tai-Chi-Chuan laufen können, dass andere Ihnen Beifall zollen und gerne mit Ihnen zusammen sind. Auch wissen Sie dann, wie heilsam innerer und äußerer Frieden sein können. In meinen rund 20 Jahren des Unterrichtens erlebe ich es immer wieder, dass genau so, selbst aus extremen Zeitgenossen wahre Bewegungskünstler werden, v.a. solche mit Tiefgang und Mitgefühl. Menschen, mit denen man gerne zusammen ist, weil auch sie das Herz am rechten Fleck tragen. Das ist die heilsame Wirkung des Tai-Chi-Chuan, mein Beitrag zu einer friedvollen Welt.
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 §2
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 §5
 §6
 §7
 §8
 §9
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 §13
 §14
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 §17
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 §24

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 §28
 §29
 §30
 §1
 §20
 §23
 §20
 §30