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03.07.2013 Gesetz zur Änderung des Hundegesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen | Simone Brand MdL
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03.07.2013 Gesetz zur Änderung des Hundegesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen
Im Jahr 2002 verabschiedete der damalige Landtag NRW das Hundegesetz für das Land Nordrhein-Westfalen, kurz Landeshundegesetz – LHundG NRW. Das Gesetz sollte Gefahren durch bestimmte Hunderassen abwehren und vorbeugen. Eine nähere Betrachtung zeigt allerdings, dass sich der gewünschte Effekt nicht eingestellt hat. Während die Zahl der soge-nannten gefährlichen Hunde in privater Haltung zwar deutlich zurückgegangen ist, hat sich kein statistisch relevanter Effekt auf die Anzahl der Beißvorfälle, bei denen Menschen ver-letzt werden, gezeigt. Gespräche mit Betreibern von Tierheimen zeigen zudem, dass die mit weitem Abstand meisten Beißvorfälle eben nicht durch sogenannte gefährliche Hunde erfol-gen, sondern in erster Linie durch sogenannte Modehunde, die auf Grund temporärer Über-züchtung vermehrt zu Aggressivität neigen. Folgt man wissenschaftlichen Publikationen, gelten die meisten der im LHundG NRW aufgeführten sogenannten gefährlichen Hunde als eher gelassene und verträgliche Tiere.
In §3(2) LHundG NRW erfolgt eine willkürliche Einstufung aufgrund einer Annahme, die aus wissenschaftlicher Sicht so nicht gerechtfertigt ist. Nicht die Rassezugehörigkeit, sondern die gezielte Zuchtauswahl der Elterntiere und die nachfolgende Abrichtung eines Hundes auf gesteigerte Aggressivität macht dessen tatsächliche Gefährlichkeit aus. Es ist also unge-rechtfertigt und zudem nicht effektiv, pauschal die Halter bestimmter Hunderassen zu regle-mentieren, vielmehr muss in jedem Einzelfall die Möglichkeit gegeben sein, dem Halter eines tatsächlich gefährlichen Hundes entsprechende Auflagen zu erteilen. Eine Beurteilung eines Hundes hinsichtlich seiner Gefährlichkeit, wie sie in § 3 Absatz (3) im Einzelfall erfolgt, ist somit vollkommen ausreichend. Eine zusätzliche Listung bestimmter Hunderassen ist strikt abzulehnen.
Die 40/20 Regelung zur Haltung großer Hunde in §11 LHundG halten wir allerdings für äu-ßerst effektiv und wesentlich besser geeignet zur Vermeidung von Unfällen und Beißvorfäl-len. Zieht man bei seinen Überlegungen nicht nur den Schutz von Dritten, sondern auch das Wohl der Hunde mit in Betracht, erscheint uns allerdings ein Nachweis der notwendigen Sachkunde zum Halten von Hunden nicht nur bei großen Hunden, sondern generell bei je-dem Hund für notwendig.
Aus Tierschutz-Aspekten ist die Situation sogenannter gefährlicher Hunde nur noch als dra-matisch zu bezeichnen. Viele wurden eingeschläfert und noch mehr dieser Tiere fristen ihr Dasein in inzwischen überfüllten Hundeasylen.
Aus wissenschaftlicher, empirischer Sicht hat sich die Rasseliste in ihrer bisherigen Form als unbrauchbar herausgestellt. Es ist kein hinreichender Schutz Dritter entstanden und die tier-schutzrechtliche Situation der betroffenen Hunde ist unhaltbar. Es bleibt festzustellen, dass es aus wissenschaftlicher Sicht keine gefährlichen Hunderassen gibt, sondern lediglich verantwortungslose Halter.
Vollständige Streichung der Liste gefährlicher Hunde aus dem Landeshundegesetz – LHundG NRW.
Das Hundegesetz für das Land Nord-rhein-Westfalen (Landeshundegesetz – LHundG NRW) vom 18. Dezember 2002 (GV. NRW. 2002 S.655) wird wie folgt ge-ändert:
„(1) Gefährliche Hunde im Sinne dieses Gesetzes sind Hunde, deren Gefährlichkeit nach Absatz 2 im Ein-zelfall festgestellt worden ist.“
b) Der bisherige Absatz 2 wird aufge-hoben. Aus Absatz 3 wird Absatz 2.
(1) Gefährliche Hunde im Sinne dieses Ge-setzes sind Hunde, deren Gefährlichkeit nach Absatz 2 vermutet wird oder nach Ab-satz 3 im Einzelfall festgestellt worden ist.
(2) Gefährliche Hunde sind Hunde der Ras-sen Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullter-rier und deren Kreuzungen untereinander sowie deren Kreuzungen mit anderen Hun-den. Kreuzungen nach Satz 1 sind Hunde, bei denen der Phänotyp einer der dort ge-nannten Rassen deutlich hervortritt. In Zwei-felsfällen hat die Halterin oder der Halter nachzuweisen, dass eine Kreuzung nach Satz 1 nicht vorliegt.
2. Hunde, mit denen eine Ausbildung zum Nachteil des Menschen, zum Schutz-hund oder auf Zivilschärfe begonnen o-der abgeschlossen worden ist,
3. Hunde, die einen Menschen gebissen haben, sofern dies nicht zur Verteidigung anlässlich einer strafbaren Handlung ge-schah,
5. Hunde, die einen anderen Hund durch Biss verletzt haben, ohne selbst ange-griffen worden zu sein, oder die einen anderen Hund trotz dessen erkennbarer artüblicher Unterwerfungsgestik gebis-sen haben,
6. Hunde, die gezeigt haben, dass sie un-kontrolliert Wild, Vieh, Katzen oder ande-re Tiere hetzen, beißen oder reißen.
In Absatz 2 werden die Wörter „im Sin-ne des § 3 Abs. 2 oder des § 3 Abs. 3 Nrn. 1 und 2“ durch die Wörter „im Sin-ne des § 3 Abs. 2 Nrn. 1 und 2“ ersetzt.
(1) Wer einen gefährlichen Hund hält oder halten will, bedarf der Erlaubnis der zustän-digen Behörde. Die Erlaubnis wird nur er-teilt, wenn die den Antrag stellende Person
4. sicherstellt, dass die der Ausbildung, dem Abrichten oder dem Halten dienen-den Räumlichkeiten, Einrichtungen und Freianlagen eine ausbruchsichere und verhaltensgerechte Unterbringung er-möglichen,
5. den Abschluss einer besonderen Haft-pflichtversicherung (§ 5 Abs. 5) und
(2) Die Erlaubnis zum Halten eines gefährli-chen Hundes im Sinne des § 3 Abs. 2 oder des § 3 Abs. 3 Nrn. 1 und 2 wird nur erteilt, wenn ein besonderes privates Interesse nachgewiesen wird oder ein öffentliches Interesse an der weiteren Haltung besteht. Ein besonderes privates Interesse kann vorliegen, wenn die Haltung des gefährlichen Hundes zur Bewachung eines gefähr-deten Besitztums der Halterin oder des Halters unerlässlich ist.
(3) Soweit es zur Prüfung der Vorausset-zung nach Absatz 1 Nummer 4 erforderlich ist, hat die den Antrag stellende Person den Bediensteten der zuständigen Behörde oder dem amtlichen Tierarzt den Zutritt zu dem befriedeten Besitztum, in dem der gefährliche Hund gehalten wird oder gehalten wer-den soll, zu ermöglichen und die erforderlichen Feststellungen zu dulden.
(5) Die Erlaubnis gilt im gesamten Landes-gebiet. Im Falle des Wechsels des Hal-tungsortes (Hauptwohnsitz der Halterin oder des Halters) ist die für den neuen Haltungs-ort zuständige Behörde zur Rücknahme oder zum Widerruf der Erlaubnis und zu Maßnahmen nach Absatz 4 Satz 2 befugt.
(6) Beim Führen von gefährlichen Hunden außerhalb des befriedeten Besitztums hat die den Hund führende Person die Erlaub-nis oder eine Kopie mit sich zu führen und den zur Kontrolle befugten Dienstkräften auf Verlangen auszuhändigen.
(7) Die fälschungssichere Kennzeichnung des Hundes nach Absatz 1 Nummer 6 er-folgt mit einer elektronisch lesbaren Marke (Mikrochip), auf der eine nichtsprechende Nummer gespeichert ist. Die zuständige Behörde darf die gespeicherte Nummer im Rahmen der Erfüllung ihrer Aufgaben nach diesem Gesetz zur Feststellung der Person des Halters oder der Halterin des Hundes nutzen. Die zuständige Behörde hat die gespeicherte Nummer der für die zentrale Erfassung nach diesem Gesetz registrierter Hunde zuständigen Behörde zu übermitteln.
Der bisherige Absatz 3 wird aufgeho-ben. Aus den Absätzen 4 bis 6 werden die Absätze 3 bis 5.
(2) Außerhalb eines befriedeten Besitztums sowie in Fluren, Aufzügen, Treppenhäusern und auf Zuwegen von Mehrfamilienhäusern sind gefährliche Hunde an einer zur Ver-meidung von Gefahren geeigneten Leine zu führen. Dies gilt nicht innerhalb besonders ausgewiesener Hundeauslaufbereiche. Ge-fährlichen Hunden ist ein das Beißen ver-hindernder Maulkorb oder eine in der Wir-kung gleichstehende Vorrichtung anzule-gen. Satz 3 gilt nicht für Hunde bis zur Voll-endung des sechsten Lebensmonats.
(3) Die zuständige Behörde kann für gefähr-liche Hunde im Sinne des § 3 Abs. 2 auf Antrag eine Befreiung von der Verpflichtung nach Absatz 2 Satz 1 und Satz 3 erteilen, wenn die Halterin oder der Halter nach-weist, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist. Für die in § 11 Abs. 6 und § 2 Abs. 2 genannten Be-reiche kann eine Befreiung von der Anlein-pflicht nicht erteilt werden. Der Nachweis ist durch eine Verhaltensprüfung bei einer für den Vollzug des Tierschutzgesetzes zu-ständigen Behörde zu erbringen. § 4 Abs. 4, 5 und 6 gelten entsprechend.
(4) Die Halterin oder der Halter muss in der Lage sein, den gefährlichen Hund sicher an der Leine zu halten und zu führen. Eine andere Aufsichtsperson darf außerhalb des befriedeten Besitztums einen gefährlichen Hund nur führen, wenn sie die Vorausset-zungen nach § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 erfüllt, das achtzehnte Lebensjahr vollendet hat und in der Lage ist, den gefährlichen Hund sicher zu halten und zu führen. Die Halterin, der Halter oder eine Aufsichtsperson darf einen gefährlichen Hund außerhalb des befriedeten Besitztums keiner Person über-lassen, die die Voraussetzungen des Sat-zes 2 nicht erfüllt. Das gleichzeitige Führen von mehreren gefährlichen Hunden durch eine Person ist unzulässig.
(5) Die Halterin oder der Halter eines ge-fährlichen Hundes ist verpflichtet, eine Haft-pflichtversicherung zur Deckung der durch den Hund verursachten Personen- und Sachschäden mit einer Mindestversiche-rungssumme in Höhe von fünfhunderttau-send Euro für Personenschäden und in Hö-
he von zweihundertfünfzigtausend Euro für sonstige Schäden abzuschließen und auf-rechtzuerhalten.
(6) Die Abgabe oder Veräußerung eines gefährlichen Hundes darf nur an Personen erfolgen, die im Besitz einer Erlaubnis nach § 4 sind. Satz 1 gilt nicht für die Abgabe durch ein Tierheim im Rahmen eines befris-teten Pflegevertrages zur Anbahnung der Vermittlung eines gefährlichen Hundes, wenn dies der zuständigen Behörde zuvor angezeigt wird und das Pflegeverhältnis einen Zeitraum von sechs Monaten nicht überschreitet. § 12 Abs. 1 gilt entsprechend.
Absatz 3 Buchstabe e) wird aufgeho-ben.
(1) Die erforderliche Sachkunde (§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2) besitzt, wer über die Kenntnis-se und Fähigkeiten verfügt, einen gefährli-chen Hund so zu halten und zu führen, dass von diesem keine Gefahr für Leben oder Gesundheit von Menschen oder Tieren ausgeht.
(2) Der Nachweis der Sachkunde ist durch eine Sachkundebescheinigung des amtli-chen Tierarztes zu erbringen.
a) Tierärztinnen und Tierärzte sowie Inha-ber einer Berufserlaubnis nach § 11 der Bundes-Tierärzteordnung,
b) Inhaber eines Jagdscheines oder Perso-nen, die die Jägerprüfung mit Erfolg ab-gelegt haben,
c) Personen, die eine Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Nr. 3 Buchstabe a oder b des Tierschutzgesetzes zur Zucht oder Hal-tung von Hunden oder zum Handel mit Hunden besitzen,
d) Polizeihundeführerinnen und Polizeihun-deführer,
e) Personen, die aufgrund einer Anerken-nung nach § 10 Abs. 3 berechtigt sind, Sachkundebescheinigungen zu erteilen.
„Bei einem Wechsel des Haltungsortes unterrichtet die bisher zuständige Be-hörde die nunmehr zuständige Behörde über Feststellungen nach § 3 Abs. 2 sowie die Erteilung von Erlaubnissen.“
(1) Haltung, Erwerb, Abgabe eines gefährli-chen Hundes und die Eigentumsaufgabe hat die Halterin oder der Halter der zustän-digen Behörde anzuzeigen, ebenso den Umzug innerhalb des Haltungsortes und den Wegzug an einen anderen Haltungsort sowie das Abhandenkommen und den Tod des Hundes. Im Falle des Wechsels des Haltungsortes besteht die Anzeigepflicht auch gegenüber der für den neuen Hal-tungsort zuständigen Behörde. Bei einem Wechsel in der Person der Halterin oder des Halters sind Name und Anschrift der neuen Halterin oder des neuen Halters an-zuzeigen.
(3) Bei einem Wechsel des Haltungsortes unterrichtet die bisher zuständige Behörde die nunmehr zuständige Behörde über Feststellungen nach § 3 Abs. 3 sowie die Erteilung von Erlaubnissen und Befreiun-gen.
In Satz 1 wird die Angabe „§ 3 Abs. 3“ durch die Angabe „§ 3 Abs. 2“ ersetzt.
Zucht, Kreuzung und Handel mit gefährli-chen Hunden im Sinne des § 3 Abs. 3 sind verboten. Die Halterin oder der Halter eines gefährlichen Hundes im Sinne des § 3 hat sicherzustellen, dass eine Verpaarung des Hundes mit anderen Hunden nicht erfolgt. Die zuständige Behörde kann die Unfrucht-barmachung eines gefährlichen Hundes im Sinne des § 3 anordnen, wenn gegen Satz 1 oder Satz 2 verstoßen wird.
7. § 10 wird aufgehoben.
(1) Für den Umgang mit Hunden der Ras-sen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napole-tano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rott-weiler und Tosa Inu sowie deren Kreuzun-gen untereinander sowie mit anderen Hun-den gelten § 4 mit Ausnahme von Absatz 2 und die §§ 5 bis 8 entsprechend, soweit in Absatz 2 und 3 nichts Abweichendes be-stimmt ist.
a) In Absatz 2 Satz 1 werden die Wör-ter „oder eines Hundes im Sinne des § 10 Abs. 1“ gestrichen.
b) Absatz 2 Satz 3 wird wie folgt ge-fasst:
„Mit der Untersagung kann die Un-tersagung einer künftigen Haltung gefährlicher Hunde und von Hunden im Sinne des § 11 Abs. 1 verbunden werden.“
(1) Die zuständige Behörde kann die not-wendigen Anordnungen treffen, um eine im Einzelfall bestehende Gefahr für die öffentli-che Sicherheit, insbesondere Verstöße ge-gen Vorschriften dieses Gesetzes, abzu-wehren.
(2) Das Halten eines gefährlichen Hundes oder eines Hundes im Sinne des § 10 Abs. 1 soll untersagt werden, wenn ein schwer-wiegender Verstoß oder wiederholte Ver-stöße gegen Vorschriften dieses Gesetzes oder auf Grund dieses Gesetzes getroffener Anordnungen vorliegen, die Erlaubnisvo-raussetzungen nicht erfüllt sind, eine erfor-derliche Erlaubnis nicht innerhalb einer be-hördlich bestimmten Frist beantragt oder eine Erlaubnis versagt wurde. Das Halten eines großen Hundes im Sinne des § 11 Abs. 1 kann untersagt werden, wenn ein schwerwiegender Verstoß oder wiederholte Verstöße gegen Vorschriften dieses Geset-zes oder auf Grund dieses Gesetzes ge-troffener Anordnungen vorliegen, die Haltungsvoraussetzungen nach § 11 Abs. 2 nicht erfüllt sind oder die Haltungsvoraus-setzungen nicht innerhalb einer behördlich bestimmten Frist der zuständigen Behörde nachgewiesen wurden. Mit der Untersagung kann die Untersagung einer künftigen Hal-tung gefährlicher Hunde, von Hunden im Sinne des § 10 Abs. 1 und § 11 Abs. 1 ver-bunden werden. Im Falle der Untersagung kann angeordnet werden, dass der Hund der Halterin oder dem Halter entzogen wird und an eine geeignete Person oder Stelle abzugeben ist.
(3) Mit Zustimmung des amtlichen Tierarz-tes kann die Einschläferung eines zur Ab-wehr gegenwärtiger Gefahren für Leben oder Gesundheit sichergestellten Hundes angeordnet werden, wenn im Falle seiner Verwertung im Sinne des § 45 Abs. 1 des Polizeigesetzes die Gründe, die zu seiner Sicherstellung berechtigten, fortbestehen oder erneut entstünden, oder wenn die Verwertung aus anderen Gründen nicht möglich ist.
a) Absatz 1 Satz 2 Nummer 2 wird wie folgt gefasst:
„die Anforderungen an die Sachkun-de der Personen, die einen gefährli-chen Hund oder einen Hund im Sin-ne des § 11 Abs. 1 halten wollen sowie über das Verfahren der Sach-kundeprüfung,“
b) In Absatz 1 Satz 2 Nummer 3 wer-den die Wörter „§ 10 Abs. 3 und“ sowie „und die Durchführung einer Verhaltensprüfung nach § 10 Abs. 2“ gestrichen.
(1) Die erforderlichen ordnungsbehördlichen Verordnungen zur Ausführung dieses Ge-setzes erlässt das für das Veterinärwesen zuständige Ministerium. Durch ordnungsbe-hördliche Verordnung können Bestimmun-gen getroffen werden über
1. die Inhalte und das Verfahren der Ver-haltensprüfung nach § 5 Abs. 3 Satz 3,
3. die Voraussetzungen, das Verfahren und die Zuständigkeit für die Anerkennung der Sachverständigen und sachverstän-digen Stellen, die zur Erteilung einer Sachkundebescheinigung nach § 10 Abs. 3 und § 11 Abs. 3 und die Durchführung einer Verhaltensprüfung nach § 10 Abs. 2 berechtigt,
c) In Absatz 1 Satz 2 Nummer 4 wer-den die Wörter „§ 10 Abs. 3 und“ sowie „und einer Verhaltensprüfung nach § 10 Abs. 2“ gestrichen.
5. die für die zentrale Erfassung nach diesem Gesetz registrierter Hunde zustän-digen Behörde sowie das Verfahren der Datenübermittlung.
(2) Das für das Veterinärwesen zuständige Ministerium wird ermächtigt, durch ord-nungsbehördliche Verordnung über die in § 3 Abs. 2 und § 10 Abs. 1 genannten Rassen hinaus weitere Rassen zu bestimmen, deren Haltung, Erziehung und Beaufsichtigung besondere Anforderungen zur Vermeidung von Gefahren für Menschen und Tiere er-fordert. Absatz 1 Satz 3 gilt entsprechend.
a) In Absatz 1 Nummern 4, 5, 6, 8, 11 und 12 werden die Wörter „oder Hunde im Sinne des § 10 Abs. 1“, „oder Hunden im Sinne des § 10 Abs. 1“, „oder Hund im Sinne des § 10 Abs. 1“, „oder einen Hund im Sinne des § 10 Abs. 1“ sowie „oder einen Hund nach § 10 Abs. 1“ ge-strichen.
1. § 2 Abs.1 einen Hund nicht so hält, führt oder beaufsichtigt, dass von die-sem keine Gefahr für Menschen oder Tiere ausgeht,
3. § 4 Abs. 3 den Zutritt zu dem befriede-ten Besitztum nicht gestattet oder Fest-stellungen nicht duldet,
4. § 5 Abs. 1 gefährliche Hunde oder Hunde im Sinne des § 10 Abs. 1 nicht so hält, dass diese ein befriedetes Be-sitztum nicht gegen den Willen der Hal-terin oder des Halters verlassen kön-nen,
5. § 5 Abs. 2 Satz 1 gefährliche Hunde oder Hunde im Sinne des § 10 Abs. 1 nicht angeleint oder nicht an einer ge-eigneten Leine führt,
6. § 5 Abs. 2 Satz 3 gefährlichen Hunden oder Hunden im Sinne des § 10 Abs. 1 keinen Maulkorb oder eine in der Wir-kung vergleichbare Vorrichtung anlegt,
b) Die bisherige Nummer 15 in Absatz 1 wird aufgehoben. Aus Nummern 16 bis 18 werden Nummern 15 bis 17.
7. § 5 Abs. 4 Satz 1 als Halterin oder Hal-ter nicht in der Lage ist, einen gefährli-chen Hund sicher an der Leine zu hal-ten oder zu führen,
12. § 5 Abs. 6 einen gefährlichen Hund oder einen Hund nach § 10 Abs. 1 an Personen abgibt, die nicht über die er-forderliche Erlaubnis verfügen,
13. § 8 Abs. 1 oder 2 Anzeige- oder Mittei-lungspflichten nicht erfüllt,
14. entgegen § 9 Satz 2 nicht sicherstellt, dass eine Verpaarung seines gefährli-chen Hundes nicht erfolgt,
15. § 10 Abs. 1 die danach maßgeblichen Anforderungen des § 5 Abs. 4 nicht be-achtet,
18. § 11 Abs. 6 einen großen Hund unan-geleint führt.
(2) Ordnungswidrig handelt auch, wer vor-sätzlich oder fahrlässig einer vollziehbaren Anordnung zur Unfruchtbarmachung nach § 9 Satz 3 oder einer Anordnung nach § 12 zuwider handelt oder diese nicht befolgt.
(4) Hunde, auf die sich eine Ordnungswid-rigkeit nach Absatz 1 oder Absatz 2 bezieht, können unter den Voraussetzungen des § 27 Abs. 2 Nr. 2 des Gesetzes über Ord-nungswidrigkeiten eingezogen werden.
(5) Verwaltungsbehörde im Sinne des § 36 Abs. 1 Nr. 1 des Gesetzes über Ordnungs-widrigkeiten ist die zuständige Behörde im Sinne des § 13 dieses Gesetzes.
11. § 23 wird wie folgt geändert:
(2) Abweichend von Absatz 1 tritt der § 4 für Hunde der Rassen Alano und American Bulldog sowie deren Kreuzungen unterei-nander und mit Hunden anderer Rassen oder Mischlingen sechs Monate nach dem in Absatz 1 Satz 1 bestimmten Zeitpunkt in Kraft.
Dieses Gesetz tritt am Tag nach seiner Ver-kündung in Kraft.
Zu 1. (§ 3 – Gefährliche Hunde)
§ 3 definiert, unter welchen Voraussetzungen Hunde als gefährlich im Sinne des Landes-hundegesetzes gelten. Danach sind nur noch solche Hunde gefährlich, deren soziale Unver-träglichkeit im Einzelfall durch falsche Ausbildung, Zucht oder Kreuzung begründet worden ist oder sich durch tatsächliches, gefahrverursachendes Verhalten gezeigt hat. Die bisher bestehenden gesetzlichen Regelungen zur abstrakten Gefährlichkeit bestimmter Hunderas-sen haben in der Praxis nicht zu einem entsprechenden signifikanten Rückgang von Beiß-vorfällen geführt. Eine Steigerung der Effektivität der Gefahrenabwehr ist somit nicht fest-stellbar gewesen. Die Handlungsfreiheit von Hundeliebhabern zur uneingeschränkten Hal-tung von Hunden gleich welcher Rasse oder Rassekreuzung hat daher Vorrang. § 3 Absatz 2 a.F. wird daher aufgehoben.
Zu 7. (§ 10 – Hunde bestimmter Rassen) und 9. (§ 16 Absatz 2 – Verordnungsermächtigung zur Bestimmung weiterer Hunderassen)
Die gesetzlichen Regelungen zur abstrakten Gefährlichkeit weiterer Hunderassen werden aus den oben genannten Gründen ebenfalls aufgehoben.
ERGEBNIS: Der Gesetzentwurf wurde trotz der Meinung der anwesenden Experten, nach einer Expertenanhörung abgelehnt.
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