Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=5%20StR%20136/14
Timestamp: 2018-04-19 19:32:52+00:00

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BGH, 10.12.2014 - 5 StR 136/14 - dejure.org
§ 263 StGB; § 16 StGB; § 244 StPO; § 260 StPO; § 261 StPO; § 267 StPO; § 78 AMG; § 95 AMG; § 96 AMG; § 12 Abs. 1 ApBetrO
Vorsatzausschließender Tatumstandsirrtum beim Abrechnungsbetrug (Zytostatika-Lösungen; Fertigarzneimittel; Rezepturarzneimittel; Fehlende Zulassungsfähigkeit als Bezugspunkt des objektiven Betrugstatbestandes; Irrtum über die Rechtswidrigkeit der erstrebten Bereicherung; Subsumtionsirrtum); Erklärungswert bei Inbezugnahme der sog. "Lauer-Taxe"; Anforderungen an die Begründung beim freisprechenden Urteil; Beweiswürdigung; Ablehnung von Beweisanträgen (tatsächliche Bedeutungslosigkeit; Unzulässigkeit der Beweiserhebung); Umfang der Qualitätsprüfung bei Fertigarzneimitteln
§ 21 Abs. 1 Arzneimittelgesetz (AMG), § ... 8 Abs. 1 Nr. 1a AMG, § 95 Abs. 1 Nr. 3a AMG, § 96 Nr. 5 und 13 AMG, § 263 StGB, § 300 SGB V, § 21 Abs. 1 AMG, § 263 Abs. 1 StGB, § 16 Abs. 1 Satz 1 StGB, § 244 Abs. 3 Satz 2 StPO, § 244 Abs. 3 Satz 1 StPO, § 244 Abs. 2 StPO, § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO, § 261 StPO, § 7 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO), § 14 ApBetrO, § 1a Abs. 8 ApBetrO, §§ 6, 11 ApBetrO, § 12 Abs. 1 ApBetrO, § 12 ApBetrO, § 78 Abs. 2 Satz 2 AMG, § 4 Abs. 16 AMG, § 16 StGB, § 129a, § 300 Abs. 3 SGB V, § 1 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV), § 129a Satz 4 SGB V, § 129 Abs. 5 Satz 4 SGB V, § 95 Abs. 1 Nr. 3a, § 8 Abs. 2 AMG, § 8 AMG, § 4 Abs. 40 Ziff. 2 AMG
§ 4 Abs 40 Nr 2 AMG, § 8 Abs 2 AMG, § 95 Abs 1 Nr 3a AMG vom 12.12.2005, § 1 AMPreisV, § 6 ApoBetrO
Strafverfahren wegen Inverkehrbringens falsch gekennzeichneter und nicht zugelassener Arzneimittel: Erfordernis der Täuschungseignung der falschen Herkunftsangabe
Inverkehrbringen von hinsichtlich ihrer Herkunft falsch gekennzeichneten Arzneimitteln zur Versorgung krebskranker Patienten (hier: Zubereitung von Zytostatika)
deutsche-apotheker-zeitung.de (Pressebericht, 15.12.2014)
Zytostatika-Apotheker vor Gericht: Freisprüche
apotheke-adhoc.de (Pressebericht, 16.01.2015)
Zytostatika: Freispruch wegen Irrtum
Die Verwendung ausländischer Arzneimittel ist nicht immer ein Betrug
LG Kiel, 29.08.2013 - 3 KLs 5/10
NZS 2015, 299
Denn die Heilmittelverordnungen erfolgten nicht nur ohne medizinische Indikation, sondern auch in der Kenntnis, dass die verordneten Leistungen nicht erbracht, aber gegenüber den Krankenkassen in betrügerischer Weise abgerechnet werden sollen (zur Verordnung nicht notwendiger und daher unwirtschaftlicher Leistungen auch BGH, Beschluss vom 25. November 2003 - 4 StR 239/03, BGHSt 49, 17, 24; zum Abrechnungsbetrug ferner BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13, wistra 2015, 226, 227, juris Rn. 11, und 5 StR 136/14, juris Rn. 28).
LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 23.11.2017 - 13 A 1126/15
Selbst bei Einordnung als Fertigarzneimittel hätte sich die Beschuldigte nach den Urteilen des Bundesgerichtshofs vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 und 5 StR 405/13 - nicht eines Betrugs schuldig gemacht.
So etwa LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 6. Oktober 2005 - L 5 KR 96/04 -, juris, Rn. 25; VG Halle, Urteil vom 14. April 2016 - 5 A 2/15 -, a. a. O., Rn. 54 ff.; Dettling, PharmR 2008, 27 (32); Kölbel, JZ 2013, 849; Wesser, JurisPR-MedizinR 8/2012, Anm. 4; dies., A & R 2012, 243 m. w. N. in Fußnote 23; offen gelassen, aber in diese Richtung BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13 -, A & R 2015, 34 = juris, Rn. 9, - 5 StR 136/14 -, PharmR 2015, 127 = juris, Rn. 25, m. w. N.
BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 405/13 -, a. a. O., Rn. 10 ff., m.w.N., - 5 StR 136/14 -, a. a. O., Rn. 24, 27 ff.
Die Beschuldigte hat die erworbenen Zytostatika, den Standardwerken der pharmazeutischen Literatur und damaligen Praxisleitfäden etwa auch der Apothekerkammern entsprechend, vgl. die umfangreichen Nachweise dazu bei Wesser, JurisPR-MedizinR 8/2012, Anm. 4, dies., A & R 2012, 243 (245, Fn. 23), sowie BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 -, a. a. O., Rn. 13, lediglich als Ausgangsstoffe für die Herstellung einer Rezeptur angesehen.
vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 -, a. a. O., Rn. 8, 20 f., 25 f.
BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 -, a. a. O., Rn. 23.
vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 -, a. a. O., Rn. 23; Blume, in: Pfeil/Pieck/ Blume, ApBetrO, 10. EGL 2013, § 12 Rn. 2; Cyran/Rotta, ApBetrO, Stand Januar 2017, § 12 Rn. 5 ff.
vgl. dazu auch BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 -, PharmR 2015, 127 = juris, Rn. 23.
Die Revisionsführerin hat den Inhalt der in Bezug genommenen Urkunden nur punktuell und damit nicht ausreichend mitgeteilt (vgl. BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14, PharmR 2015, 127, 129;… LRStPO/Franke, 26. Aufl., § 344 Rn. 78, 82 ff.;… KKStPO/Gericke, 7. Aufl., § 344 Rn. 39).
Entgegen der Revisionsbegründung der Staatsanwaltschaft hat das Landgericht die entlastenden Einlassungen der Angeklagten nicht ohne Weiteres als unwiderlegt hingenommen, sondern sie seiner Entscheidung tatsächlich erst nach umfänglicher Würdigung unter Einbeziehung der weiteren Beweiserkenntnisse zugrunde gelegt (vgl. zu diesem Erfordernis BGH, Urteile vom 21. Dezember 2005 - 3 StR 470/04, NJW 2006, 522, 537; vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14, PharmR 2015, 127, 130).
Insoweit verbietet sich indes eine schematische Betrachtung (vgl. BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14, juris Rn. 18, und vom 5. März 2015 - 3 StR 514/14, NStZ-RR 2015, 180 f.); die Entscheidung, ob ein Verstoß gegen § 267 Abs. 5 Satz 1 StPO vorliegt, ist aufgrund der jeweiligen Umstände des Einzelfalles zu treffen.
Das ist dann der Fall, wenn die Beweiswürdigung widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist, wenn sie gegen Denkgesetze oder gesicherte Erfahrungssätze verstößt oder das Gericht überspannte Anforderungen an die Überzeugungsbildung gestellt hat (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 Rn. 20 mwN …und vom 15. Dezember 2015 - 1 StR 236/15 Rn. 18; BGH…, Beschluss vom 25. Februar 2015 - 4 StR 39/15 Rn. 2 [NStZ-RR 2015, 80 nur redaktioneller Leitsatz]).
Das ist dann der Fall, wenn die Beweiswürdigung widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist, wenn sie gegen Denkgesetze oder gesicherte Erfahrungssätze verstößt oder das Gericht überspannte Anforderungen an die Überzeugungsbildung gestellt hat (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 mwN;… vom 15. Dezember 2015 - 1 StR 236/15, Rn. 18 …und vom 13. Juli 2016 - 1 StR 128/16 Rn. 21;… Beschluss vom 25. Februar 2015 - 4 StR 39/15 Rn. 2 [in NStZ-RR 2015, 80 nur redaktioneller Leitsatz]).
Das ist dann der Fall, wenn die Beweiswürdigung widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist, wenn sie gegen Denkgesetze oder gesicherte Erfahrungssätze verstößt oder das Gericht überspannte Anforderungen an die Überzeugungsbildung gestellt hat (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 mwN …und vom 15. Dezember 2015 - 1 StR 236/15, Rn. 18; BGH…, Beschluss vom 25. Februar 2015 - 4 StR 39/15 Rn. 2 [NStZ-RR 2015, 180 nur redaktioneller Leitsatz]).
Die Beweiswürdigung ist dann rechtsfehlerhaft, wenn sie widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist, gegen Denkgesetze oder gesicherte Erfahrungssätze verstößt oder das Gericht überspannte Anforderungen an die Überzeugungsbildung gestellt hat (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14 Rn. 20 mwN …und vom 15. Dezember 2015 - 1 StR 236/15 Rn. 18).
Das ist dann der Fall, wenn die Beweiswürdigung widersprüchlich, unklar oder lückenhaft ist, wenn sie gegen Denkgesetze oder gesicherte Erfahrungssätze verstößt oder das Gericht überspannte Anforderungen an die Überzeugungsbildung gestellt hat (st. Rspr.; vgl. etwa BGH, Urteil vom 10. Dezember 2014 - 5 StR 136/14, juris Rn. 14 mwN).

References: § 263
 § 16
 § 244
 § 260
 § 261
 § 267
 § 78
 § 95
 § 96
 § 12

§ 21
 § 95
 § 96
 § 263
 § 300
 § 21
 § 263
 § 16
 § 244
 § 244
 § 244
 § 344
 § 261
 § 7
 § 14
 § 1
 § 12
 § 12
 § 78
 § 4
 § 16
 § 129
 § 300
 § 1
 § 129
 § 129
 § 95
 § 8
 § 8
 § 4

§ 4
 § 8
 § 95
 § 1
 § 6
 § 12
 § 12
 § 344
 § 344
 § 267