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Timestamp: 2016-10-22 07:21:23+00:00

Document:
4C.332/2002 (08.07.2003)
4C.332/2002 /rnd
Sitzung vom 8. Juli 2003
Beklagte und Berufungskl�gerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Karl Gehler, Hanfl�nderstrasse 67, Postfach 1539, 8640 Rapperswil SG,
Kl�gerin und Berfungsbeklagte, vertreten durch Rechtsanwalt Hans-Beat Ulmi, Weggisgasse 29, Postfach, 6000 Luzern 5,
Fonds C.________,
Nebenintervenient, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Peter Rothenb�hler, Huobmattstrasse 7, Postfach,
Berufung gegen das Vorurteil des Kantonsgerichts des Kantons Schwyz, Zivilkammer, vom 18. Juni 2002.
Am 30. Oktober 1993 fuhr E.________ um 19.20 Uhr, als es bereits dunkel war, als Lenker eines Personenwagens VW Golf in Begleitung von F.________ und G.________ auf dem Autobahnzubringer von Reichenburg in Richtung Tuggen. Die Fahrbahn war trocken. Die Geschwindigkeit ist auf diesem Strassenst�ck, das eine Breite von sieben Metern aufweist, auf 80 km/h beschr�nkt. In den Autobahnzubringer m�ndet von rechts die vortrittsbelastete Speerstrasse ein. Als E.________ auf die Einm�ndung zufuhr, bog ein bis heute unbekannt gebliebener Fahrzeuglenker mit langsamer Geschwindigkeit vor ihm in den Autobahnzubringer ein. E.________ wich nach links auf die Gegenfahrbahn aus, musste aber wegen eines entgegenkommenden, von H.________ gelenkten Fahrzeuges wieder auf die andere Strassenh�lfte schwenken, wobei sein Wagen ins Schleudern geriet, nach rechts von der Fahrbahn abkam, dort mit einem Wildzaun kollidierte und sich �berschlug. F.________, der auf dem Beifahrersitz sass, wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und zog sich schwere R�ckenverletzungen zu.
Eine gegen E.________ er�ffnete Strafuntersuchung wurde am 12. Januar 1994 eingestellt.
F.________ ist bei der Versicherung B.________ obligatorisch gegen Unfall versichert. Diese Gesellschaft kam f�r die Heilungskosten, Entsch�digungen und Renten auf. Gem�ss Art. 41 UVG (Bundesgesetz �ber die Unfallversicherung vom 20. M�rz 1981; SR 832.20) trat sie insoweit in die Anspr�che des Versicherten gegen�ber einem f�r den Unfall haftenden Dritten ein. Gest�tzt auf diese Bestimmung machte sie mit Schreiben vom 19. Mai 1995 gegen�ber der Versicherung der Halterin des VW Golf eine Forderung von rund zwei Millionen Franken geltend. Die Halter-Haftpflichtversicherin, die sp�ter von der Versicherung A.________ �bernommene Versicherung D.________, bestritt eine Zahlungspflicht.
Die Versicherung B.________ reichte am 15. September 1997 Klage gegen die Versicherung A.________ auf Zahlung von Fr. 1'979'300.80 nebst 5 % Zins seit 19. Mai 1995 ein. Das Bezirksgericht March schr�nkte das Verfahren auf gemeinsames Begehren der Parteien vorl�ufig auf die Frage der Haftung der Beklagten ein.
Mit Urteil vom 19. Dezember 2000 wies das Bezirksgericht die Klage ab. Es kam zum Ergebnis, dass gem�ss Art. 59 Abs. 1 SVG (Bundesgesetz �ber den Strassenverkehr vom 19. Dezember 1958; SR 741.01) keine Haftpflicht der Fahrzeughalterin bestehe.
Die Kl�gerin reichte Berufung und Rekurs beim Kantonsgericht des Kantons Schwyz ein. Im Rahmen des kantonsgerichtlichen Verfahrens verk�ndete die Kl�gerin dem Fonds C._______ den Streit. Dieser erkl�rte mit Eingabe vom 29. M�rz 2001 sich als Nebenintervenient am Verfahren zu beteiligen. Mit Vorurteil vom 18. Juni 2002 hob das Kantonsgericht den Entscheid des Bezirksgerichts auf und stellte fest, dass die Beklagte im Zusammenhang mit dem Unfallereignis vom 30. Oktober 1993 grunds�tzlich hafte; es wies die Streitsache zur Neubeurteilung der Antr�ge gem�ss Klage vom 15. September 1997 an das Bezirksgericht zur�ck.
Die Beklagte hat das Vorurteil des Kantonsgerichts mit Berufung und staatsrechtlicher Beschwerde beim Bundesgericht angefochten. Die Beschwerde ist mit Urteil vom heutigen Tag abgewiesen worden, soweit auf sie eingetreten werden konnte.
Mit der vorliegenden Berufung beantragt die Beklagte, das Vorurteil des Kantonsgerichts vom 18. Juni 2002 aufzuheben und die Klage abzuweisen; zudem sei das Kantonsgericht anzuweisen, �ber den Rekurs der Beklagten vom 9. Januar 2002 separat zu entscheiden. Die Kl�gerin schliesst auf Abweisung der Berufung, soweit darauf einzutreten sei. Der Nebenintervenient erkl�rt mit Eingabe vom 17. Dezember 2002, dass er mit den Ausf�hrungen der Kl�gerin in der Berufungsantwort vollumf�nglich einverstanden sei und diese auch im eigenen Namen als rechtserheblich erkl�re.
Beim angefochtenen Urteil handelt es sich um einen selbst�ndigen Vor- oder Zwischenentscheid, gegen den die Berufung gem�ss Art. 50 Abs. 1 OG nur zul�ssig ist, wenn dadurch sofort ein Endentscheid herbeigef�hrt und ein so bedeutender Aufwand an Zeit oder Kosten f�r ein weitl�ufiges Beweisverfahren erspart werden kann, dass die gesonderte Anrufung des Bundesgerichts gerechtfertigt erscheint.
Die erste Voraussetzung der Berufungsf�higkeit ist ohne weiteres erf�llt, denn bei Gutheissung der Berufung w�re der angefochtene Entscheid aufzuheben und die Klage abzuweisen. Die zweite Voraussetzung ist nach den Vorbringen der Beklagten in der Berufungsschrift ebenfalls gegeben. Sie weist darauf hin, dass sie bereits erstinstanzlich die eingeklagte Forderung nicht nur bez�glich des Bestandes, sondern auch der H�he nach bestritten habe. Gem�ss ihrer Darstellung w�re ein weitl�ufiges Beweisverfahren durchzuf�hren, wenn der angefochtene Entscheid vom Bundesgericht best�tigt w�rde. Wie aus ihrer Klageantwort im erstinstanzlichen Verfahren hervorgeht, hat sie nicht nur beanstandet, dass die Kl�gerin keine Belege f�r ihre Gesamtforderung von Fr. 1'979'300.80 eingereicht hat, sondern auch Einw�nde gegen die Sachverhaltsdarstellung der Kl�gerin in Bezug auf die H�he der Forderungen auf Ersatz der Pflege- und Heilungskosten erhoben. Sollte es zu einem Beweisverfahren betreffend diese Fragen kommen, w�re dieses erfahrungsgem�ss mit betr�chtlichem Aufwand verbunden. Die zweite Voraussetzung von Art. 50 Abs. 1 OG ist somit ebenfalls gegeben. Die Berufung ist zul�ssig.
Zwischen den Parteien ist streitig, ob Art. 59 Abs. 1 SVG zur Anwendung kommt. Nach dieser Bestimmung wird der Halter von der Haftpflicht befreit, wenn er beweist, dass der Unfall durch grobes Verschulden eines Dritten verursacht wurde, ohne dass ihn selbst oder Personen, f�r die er verantwortlich ist, ein Verschulden trifft und ohne dass fehlerhafte Beschaffenheit des Fahrzeugs zum Unfall beigetragen hat.
Das Kantonsgericht ist im Gegensatz zum Bezirksgericht zum Ergebnis gelangt, dass der Beklagten der Entlastungsbeweis weder in Bezug auf ein grobes Drittverschulden noch das Fehlen eines Verschuldens des Fahrzeuglenkers gelungen ist. Es hat in diesem Zusammenhang festgehalten, f�r Art. 59 Abs. 1 SVG gelte das Beweismass der an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit oder zumindest das Regelbeweismass, nicht dagegen das Beweismass der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit, wie das Bezirksgericht irrt�mlich angenommen habe. Mit der Berufung wird ger�gt, die Vorinstanz habe das Beweismass falsch festgelegt und dadurch gegen Art. 59 Abs. 1 SVG verstossen. Auf diese R�ge der Verletzung von Bundesrecht kann eingetreten werden. Soweit die Beklagte in der Berufungsschrift aber auch die tats�chlichen Feststellungen und die Beweisw�rdigung des Kantonsgerichts angreift, sind ihre Vorbringen unbeachtlich (Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 63 Abs. 2 OG; BGE 127 III 543 E. 2c S. 547 mit Hinweis).
Nach Lehre und Rechtsprechung schreibt das Bundesprivatrecht f�r seinen Anwendungsbereich ein bestimmtes Regelbeweismass vor. Danach gilt ein Beweis als erbracht, wenn der Richter von der Richtigkeit einer Sachbehauptung �berzeugt ist. Er muss nach objektiven Gesichtspunkten vom Vorliegen der Tatsache �berzeugt sein. Die Verwirklichung der Tatsache braucht indessen nicht mit Sicherheit festzustehen, sondern es gen�gt, wenn allf�llige Zweifel als unerheblich erscheinen. Nicht ausreichend ist dagegen, wenn bloss eine �berwiegende Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich die behauptete Tatsache verwirklicht hat. Die Funktion des Regelbeweismasses liegt darin, dem materiellen Recht im Prozess zum Durchbruch zu verhelfen. Die Rechtsdurchsetzung darf nicht daran scheitern, dass zu hohe oder uneinheitliche Anforderungen an das Beweismass gestellt werden.
Ausnahmen vom Regelbeweismass, in denen eine �berwiegende Wahrscheinlichkeit oder ein blosses Glaubhaftmachen als ausreichend betrachtet wird, ergeben sich einerseits aus dem Gesetz selbst und sind andererseits durch Rechtsprechung und Lehre herausgearbeitet worden. Diesen Ausnahmen liegt die �berlegung zu Grunde, dass die Rechtsdurchsetzung nicht an Beweisschwierigkeiten scheitern darf, die typischerweise bei bestimmten Sachverhalten auftreten (BGE 128 III 271 E. 2b/aa S. 275 mit Hinweisen). In der Lehre wird im �brigen zutreffend darauf hingewiesen, dass das Beweismass nicht von Fall zu Fall, also nach den Besonderheiten des jeweiligen Sachverhalts, sondern nach Massgabe der anwendbaren Normen zu bestimmen ist (Kummer, Berner Kommentar, N. 211 zu Art. 8 ZGB; Schmid, Basler Kommentar, N. 16 zu Art. 8 ZGB).
3.1 Gem�ss dem Wortlaut von Art. 59 Abs. 1 SVG hat der Halter zu seiner Entlastung einen dreifachen Beweis zu erbringen. Einerseits hat er zu beweisen, dass der Unfall durch h�here Gewalt oder grobes Verschulden des Gesch�digten oder eines Dritten verursacht wurde (positiver Beweis: Brehm, La responsabilit� civile automobile (art. 58 � 62 LCR), Bern 1999, Rz. 274 ff.); andererseits hat er zu beweisen, dass ihn selbst oder Personen, f�r die er verantwortlich ist - wie namentlich den Fahrzeuglenker (Art. 58 Abs. 4 SVG) -, kein Verschulden am Unfall trifft und dass auch keine fehlerhafte Beschaffenheit des Fahrzeugs zum Unfall beigetragen hat (negative Beweise: Brehm, a.a.O., Rz. 330 ff.). Der Wortlaut der Gesetzesbestimmung enth�lt keine Anhaltspunkte daf�r, dass hinsichtlich der verschiedenen vom Halter zu erbringenden Entlastungsbeweise eine Ausnahme vom Regelbeweismass gelten soll.
3.2 Brehm (a.a.O., Rz. 330) vertritt die Meinung, dass f�r den Beweis mangelnden Verschuldens des Fahrzeughalters und fehlerfreier Beschaffenheit des Fahrzeugs das Beweismass der Wahrscheinlichkeit gen�gen soll. Dieser Autor zitiert indessen Bundesgerichtsentscheide, die f�r die Anwendung von Art. 59 Abs. 1 SVG nicht einschl�gig sind oder mit denen die vertretene Meinung nicht gest�tzt werden kann. So betrifft BGE 105 II 209 E. 3 den Beweis groben Verschuldens des Gesch�digten und �ussert sich nicht zur Frage des Beweismasses. Dort wird vielmehr festgehalten, dass der Beweis groben Verschuldens auch den Beweis der Urteilsf�higkeit des Gesch�digten im Zeitpunkt des Unfalles umfasst. BGE 90 II 227 E. 3 sodann, der die Haftung des Werkeigent�mers (Art. 58 OR) zum Gegenstand hat, befasst sich mit der Frage, welche Partei die Unfreiwilligkeit der Sch�digung im Fall der Verletzung eines Menschen beweisen muss und auf welche Weise dieser Beweis erbracht werden kann. Schliesslich betreffen auch die von Brehm zitierten BGE 98 II 231 E. 5, BGE 83 II 209 E. 3 und BGE 80 II 294 E. 1 S. 296 f. nicht die hier interessierende Frage, welches Beweismass f�r den Entlastungsbeweis gem�ss Art. 59 Abs. 1 SVG gelten soll. Eine die Meinung dieses Autors st�tzende Rechtsprechung des Bundesgerichts gibt es somit nicht.
Oftinger/Stark (Schweizerisches Haftpflichtrecht, Besonderer Teil, Band II/2, 4. Aufl., Z�rich 1989, � 25 Rz. 431) vertreten in Bezug auf den Beweis des Nichtbestehens eines Fahrzeugmangels die Meinung, dass der Halter in der Regel seiner Beweispflicht gen�gt, wenn er die Unfallursachen nach M�glichkeit abkl�rt, so dass sich daraus mit gen�gender Wahrscheinlichkeit der Schluss ziehen l�sst, es sei keinerlei fehlerhafte Beschaffenheit f�r den Unfall kausal. Nach diesen Autoren w�re demnach das Beweismass f�r den Beweis des Nichtbestehens eines Fahrzeugmangels auf blosse Wahrscheinlichkeit herabzusetzen. Dar�ber braucht indessen im vorliegenden Fall nicht entschieden zu werden. Die Frage ist f�r den Verfahrensausgang unerheblich, da die kantonalen Gerichte �bereinstimmend zum Ergebnis gekommen sind, ein Fahrzeugmangel scheide als Unfallursache aus, und dies im Verfahren vor Bundesgericht von keiner Seite in Frage gestellt wird.
Nicht zu �ussern braucht sich das Bundesgericht sodann zur Frage des Beweismasses betreffend den positiven Beweis des groben Drittverschuldens (vgl. hinten E. 4). Im vorliegenden Fall von Bedeutung ist dagegen die Frage, welches Beweismass f�r den Beweis des Fehlens eines Verschuldens des Halters gilt.
3.3 Die Haftungsordnung des SVG beruht auf dem Gedanken, dass die Betriebsgefahr des Motorfahrzeugs f�r sich allein eine hinreichende Haftungsgrundlage setzt, wenn ihretwegen ein Schaden entsteht. Die Entlastung von der Halterhaftung wegen Unterbrechung des ad�quaten Kausalzusammenhangs zufolge h�herer Gewalt, grobem Verschulden eines Dritten oder des Gesch�digten erscheint als Ausnahme von der Regel und ist daher grunds�tzlich strengen Anforderungen zu unterstellen, sollen der Schutz und die obligatorische versicherungsrechtliche Absicherung des Gesch�digten nicht illusorisch werden. Voraussetzung f�r eine Entlastung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG ist - soweit hier von Interesse - ein Drittverschulden, das so sehr �berwiegt, dass die Beteiligung des Halterfahrzeugs, also dessen Betriebsgefahr, nicht ins Gewicht f�llt und deshalb als ad�quate Ursache ausgeschaltet wird. Handelt es sich beim Dritten um einen anderen Fahrzeughalter bzw. Fahrzeuglenker, soll nach Lehre und Rechtsprechung eine Entlastung im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG nur mit Zur�ckhaltung angenommen werden, da sich in der Regel die Betriebsgefahren beider Fahrzeuge auswirken (Oftinger/Stark, a.a.O., � 25 Rz. 734 f.; Schaffhauser/Zellweger, Grundriss des schweizerischen Strassenverkehrsrechts, Band II: Haftpflicht und Versicherung, Bern 1988, Rz. 1067; Denger, Betriebsgefahr in Gefahr, HAVE 2002 S. 212 f.; Hausheer/Jaun, ZBJV 2003 S. 61 ff.; BGE 95 II 344 E. I/6 f. und 630 E. 5).
Die Regelung von Art. 59 Abs. 1 SVG hat in beweisrechtlicher Hinsicht zur Folge, dass das Verschulden bzw. die Haftung des Fahrzeughalters vermutet wird (Oftinger/Stark, a.a.O., � 25 Rz. 427 und 429; Schaffhauser/Zellweger, a.a.O., Rz. 1015; Brehm, a.a.O. Rz. 332). Der damit dem Fahrzeughalter auferlegte Beweis des Gegenteils muss aufgrund seiner beweisrechtlichen Funktion in der Regel strikt erbracht werden (Kummer, Berner Kommentar, N. 338 zu Art. 8 ZGB).
3.4 Sowohl die materiellrechtliche Zielsetzung von Art. 59 Abs. 1 SVG wie auch dessen beweisrechtliche Ausgestaltung f�hren demnach zum Ergebnis, dass der Entlastungsbeweis fehlenden Verschuldens nach dem Regelbeweismass zu erbringen ist. Die Auffassung des Kantonsgerichts, dass das Beweismass der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit nicht gen�gt, verletzt somit kein Bundesrecht.
Gem�ss BGE 105 II 209 E. 3 geh�rt zum Beweis des groben Verschuldens im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG auch jener der Urteilsf�higkeit der Person, welcher das schuldhafte Fehlverhalten vorgeworfen wird. Beide kantonalen Gerichte haben sich nicht an diese Rechtsprechung gehalten, sondern in �bereinstimmung mit Art. 16 ZGB auf die Vermutung der Urteilsf�higkeit erwachsener Personen abgestellt. Gegens�tzlich haben sie dagegen �ber die Frage des Vorliegens eines groben Verschuldens entschieden. W�hrend das Bezirksgericht der Meinung ist, der unbekannte Fahrzeuglenker habe mit seinem unverst�ndlichen Fahrman�ver das Vortrittsrecht massiv missachtet und somit gegen elementare Vorsichtsregeln verstossen, stellt das Kantonsgericht diese Auffassung in Frage mit der Begr�ndung, es stehe nicht fest, aus welchen Gr�nden der unbekannte Fahrzeuglenker das Vortrittsrecht von E.________ missachtet habe.
4.1 Mit der Berufung wird vorgebracht, das Kantonsgericht wende das falsche Beweismass an, wenn es von der Beklagten nicht nur verlange, die schuldhafte Missachtung des Vortritts zu beweisen, sondern auch noch die Gr�nde f�r die Missachtung bewiesen haben wolle. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Frage des Beweismasses, sondern der Umschreibung des Beweisthemas. Dieses wird hier ebenfalls vom Bundesrecht bestimmt, dessen Anwendung im Berufungsverfahren �berpr�ft werden kann. Es geht dabei um die Frage, ob an das Verschulden des Dritten oder des Gesch�digten im Sinne von Art. 59 Abs. 1 SVG ein objektiver oder ein individueller Massstab anzulegen ist (vgl. dazu Schaffhauser/Zellweger, a.a.O., Rz. 1032; BGE 111 II 89 E. 1). Dem angefochtenen Urteil liegt die zweite Auffassung zu Grunde, wobei nach dessen Begr�ndung f�r die Beurteilung des Verschuldens erheblich ist, ob der unbekannte Fahrzeuglenker entweder den von E.________ gelenkten Wagen einfach �bersehen oder ihn zwar gesehen, aber dessen Geschwindigkeit falsch eingesch�tzt hat. Das Bezirksgericht ist demgegen�ber zum Ergebnis gekommen, dass dem unbekannten Fahrzeuglenker in beiden F�llen ein grobes Verschulden vorzuwerfen sei.
4.2 Die aufgeworfenen Rechtsfragen - Beweis oder Vermutung der Urteilsf�higkeit, Objektivierung oder Individualisierung des Verschuldens - brauchen im vorliegenden Fall nicht gepr�ft zu werden. Wie bereits festgehalten worden ist (vorne E. 3.1), muss der Halter gem�ss Art. 59 Abs. 1 SVG zu seiner Entlastung einen dreifachen Beweis erbringen. Misslingt nur einer dieser Beweise, bleibt es bei der Halterhaftung nach Art. 58 Abs. 1 SVG. Im vorliegenden Fall steht fest, dass die Beklagte den Entlastungsbeweis betreffend Fehlens eines Verschuldens des Lenkers des Unfallfahrzeugs nicht erbracht hat (vgl. folgende E. 5). Ob auch der positive Beweis eines groben Verschuldens des Dritten gescheitert ist, kann deshalb offen bleiben.
Gem�ss Art. 32 Abs. 1 SVG hat der Fahrzeuglenker die Geschwindigkeit stets den Umst�nden anzupassen, namentlich den Strassen-, Verkehrs- und Sichtverh�ltnissen. Er hat zudem nach Art. 31 Abs. 1 SVG das Fahrzeug st�ndig so zu beherrschen, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Er muss jederzeit in der Lage sein, auf die jeweils erforderliche Weise auf das Fahrzeug einzuwirken und auf jede Gefahr ohne Zeitverlust zweckm�ssig zu reagieren (BGE 127 II 302 E. 3c).
E.________ hat die Herrschaft �ber das von ihm gelenkte Fahrzeug verloren, als er dem entgegenkommenden Wagen von H.________ nach rechts ausweichen musste, dabei ins Schleudern geriet und gem�ss der Skizze der Polizei auf einer Strecke von 17.7 Metern weiter fuhr und dann von der Strasse abkam. Das Bezirksgericht hat sich zum Verhalten von E.________ ge�ussert und in diesem Zusammenhang festgehalten, dass dieser zur Vermeidung einer Frontalkollision einen abrupten Schwenker auf die rechte Spur habe vornehmen m�ssen. Mit einem solchen Fahrman�ver bei Tempo 80 werde aber ein Ausbrechen des Fahrzeugs geradezu provoziert und nur ge�bte Lenker k�nnten, wie der von den Autoherstellern zur Kontrolle der Fahrstabilit�t eines Wagens durchgef�hrte "Elch-Test" zeige, das Fahrzeug in der Spur halten. Nach dem Entscheid �ber die staatsrechtliche Beschwerde steht indessen fest, dass die zweite Schwenkbewegung abrupter erfolgt ist als die erste, und zwar so abrupt, dass das Fahrzeug sofort ins Schleudern geriet. Zudem hat E.________ in keinem Zeitpunkt gebremst, obschon dies zumindest nach der ersten Schwenkbewegung auf die linke Strassenh�lfte m�glich gewesen w�re. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts hat sich der Fahrzeuglenker aber auch in schwierigen Situationen so zu verhalten, dass er die Herrschaft �ber das Fahrzeug nicht verliert (BGE 127 II 302 E. 3d; 90 IV 265 E. 2b). Diesem Gebot ist E.________ nicht nachgekommen, wenn er nach dem ersten Ausweichman�ver nach links nicht gebremst hat und danach gezwungen war, eine derart abrupte Schwenkbewegung nach rechts auszuf�hren, dass das Fahrzeug sofort zu schleudern begann. Dieser Beurteilung steht BGE 83 IV 84, auf den sich die Beklagte im kantonalen Verfahren berufen hat, nicht entgegen. Jener Entscheid befasst sich mit der Frage, ob einem Fahrzeuglenker als Verschulden angerechnet werden darf, wenn er in einer pl�tzlich auftretenden Gefahrensituation nicht so reagiert, wie dies aufgrund nachtr�glicher Beurteilung am zweckm�ssigsten gewesen w�re. Darum geht es hier aber nicht. E.________ ist vielmehr anzulasten, dass er die Geschwindigkeit nach dem ersten Ausschwenken nicht verminderte, was dazu f�hrte, dass er bei der zweiten, zu abrupt ausgef�hrten Schwenkbewegung nach rechts die Herrschaft �ber das Fahrzeug verlor. Dass diese Reaktion unverschuldet erfolgte, ist nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz in tats�chlicher Hinsicht unbewiesen geblieben. Die Vorinstanz ist somit zu Recht zum Ergebnis gekommen, dass Art. 59 Abs. 1 SVG nicht anwendbar ist.
Aus diesen Gr�nden ist die Berufung abzuweisen.
Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend sind die Gerichtskosten der Beklagten aufzuerlegen (Art. 156 Abs. 1 OG). Diese hat die Kl�gerin und den Nebenintervenienten f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen (Art. 159 Abs. 1 und 2 OG). Dem Nebenintervenienten ist angesichts des geringen Aufwandes f�r das Verfassen seiner Berufungsantwort eine stark herabgesetzte Parteientsch�digung zuzusprechen.
Die Gerichtsgeb�hr von Fr. 15'000.-- wird der Beklagten auferlegt.
Die Beklagte hat die Kl�gerin mit Fr. 16'000.-- und den Nebenintervenienten mit Fr. 1'000.-- f�r das bundesgerichtliche Verfahren zu entsch�digen.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Nebenintervenienten und dem Kantonsgericht des Kantons Schwyz, Zivilkammer, schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 41
 Art. 59
 Art. 50
 Art. 50
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 63
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 59
 Art. 59
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 59
 Art. 59
 Art. 59
 BGE 
 Art. 59
 Art. 8
 Art. 59
 BGE 
 Art. 59
 Art. 16
 Art. 59
 BGE 
 Art. 59
 Art. 58
 Art. 32
 Art. 31
 BGE 
 Art. 59