Source: http://www.juralit.com/2009/04/17/anwaltschaft-und-berufsrecht-fs-wolfgang-hartung/
Timestamp: 2019-03-21 10:11:44+00:00

Document:
Anwaltschaft und Berufsrecht - FS Wolfgang Hartung
Römermann (Hrsg.), Anwaltschaft und Berufsrecht - FS Wolfgang Hartung, 2008, C.H.Beck
Volker Römermann (Hrsg.)
Anwaltschaft und Berufsrecht
Festschrift für Wolfgang Hartung
München: C.H.Beck, 2008, 216 S.
ISBN 978-3-406-57679-9
Mit dieser Festschrift wird einer der führender Berufsrechtlicher der deutschen Anwaltschaft und früherer Vizepräsident der RAK Düsseldorf angesichts seines 75. Geburtstages geehrt, dessen Bedeutung durch die Grußworte der Präsidenten der Bundesrechtsanwaltskammer, der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf, des Ehrenpräsidenten der Rechtsanwaltskammer Sachsen - Anhalt, der Präsidentin des OLG Düsseldorf und des Künstlers Heinz Mack zum Ausdruck kommen.
Die Beiträge sind sehr vielschichtig und sämtlich interessant. So berichtet Deckers über Verbesserungen beim Beschwerdemanagement bei der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf. In einem sehr lesenswerten Beitrag geht Barbara Grunewald auf die Möglichkeiten einer entgeltlichen Mandatsvermittlung und einer Beteiligung Dritter am Erfolg anwaltlicher Leistungen ein. Es ist kein Geheimnis, dass dies grds. gegen §§ 49 b Abs.3 S.1, 27 BRAO verstößt, auch wenn solche Ansinnen immer wieder an Anwälte gestellt werden. Grunewald zieht den Normzweck dieser Normen rechtspolitisch angesichts gewisser Durchbrechungen unter Nutzung neuer Medien teilweise in Zweifel, auch mit Blick auf diverse “Rationalisierungsabkommen”. Noch härter ist das Verdikt gegen § 27 BRAO, demzufolge Dritte am wirtschaftlichen Ergebnis der anwaltlichen Berufsausübung nicht beteiligt werden dürfen. Nach Auffassung von Grunewald fehlt es hierfür an einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage, so dass die Norm für nichtig gehalten wird. Im Ergebnis kommt der schmale Anwendungsbereich dieser Normen deutlich zum Ausdruck.
Ingrid Hartung geht eingehend auf entscheidende Problemstellungen der anwaltlichen Honorarvereinbarung ein, während Klaus Joachim Hartung sich den Problemzonen des anwaltlichen Anderkontos widmet. Henssler/Kilian gegen eingehend auf die Grenzen des Beurkundungsverbotes des § 3 Abs.1 Nr. 7 BeurkG ein. Koch nimmt zu der in der gegenwärtigen Zeit interessanten Frage Stellung, ob es angebracht ist, bei der Festlegung des Kammerbetrages soziale Erwägungen heranzuziehen, sieht hierzu aber im Ergebnis angesichts der bestehenden Möglichkeiten von Einzelfallregelungen keinen Anlass.
Kai von Lewinski geht auf jenen kritischen Bereich im öffentlichen Recht ein, in dem Rechtslehrer als Rechtsdienstleister tätig werden können, was nach §§ 67 Abs.2 S.1 VwGO, 73 Abs. 2 S.1 SGG, § 22 Abs.1 S.1 BVerfGG, § 138 Abs.1 StPO, § 385 Abs.1 AO möglich ist, zu denen inzwischen § 2 RDG hinzugetreten ist. Der Beitrag geht eingehend auf diese Möglichkeiten mit dem Blick auf Zulässigkeit der Rechtsberatung ein, sieht aber auch die Möglichkeit, dass diese “erkorenen Organe der Rechtspflege” qua Erstberuf durch gesetzgeberische Handlung diese Befugnis auch de lege ferenda verlieren könnten. Dies wird indessen kaum geschehen. Prütting geht eingehend auf den Bereich der Rechtsdienstleistung nach dem RDG ein, während Rick eine interessante Bestandsaufnahme der Rspr. zu § 49 b Abs.5 BRAO unternimmt.
In einer in dieser Form selten anzutreffenden Übersicht geht Rachelle Römermann auf die grenzüberschreitende Anwaltstätigkeit in Europa ein und untersucht Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Möglichkeiten. Einbezogen werden England/Wales, Frankreich, Spanien und die Niederlande. Volker Römermann geht auf Detailsaspekte der Zweigstellen und Sprechtage an auswärtigen Standorten näher ein. Schons setzt sich erneut kritisch mit dem Erfolgshonorar auseinander. Seer untersucht aus steuerrechtlicher Sicht, ob und unter welchen Voraussetzungen Rechtsanwälte als Gewerbetreibende nach § 15 Abs.2 EsTG angesehen werden können.
Die Beiträge beleuchten kritische Punkte des anwaltlichen Berufsrechts und spiegeln in sich die Tätigkeiten des Jubilars und dessen Einflüsse auf das Berufsrecht wieder.
April 17th, 2009 Posted by admin | Allgemein, Anwaltsthemen | no comments

References: § 27
 § 3
 § 22
 § 138
 § 385
 § 2
de lege ferenda
 § 49
 § 15