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Timestamp: 2019-07-18 10:08:11+00:00

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BGH, 25.11.1992 - XII ZR 116/91 - dejure.org
BGH, 25.11.1992 - XII ZR 116/91
https://dejure.org/1992,1005
BGH, 25.11.1992 - XII ZR 116/91 (https://dejure.org/1992,1005)
BGH, Entscheidung vom 25.11.1992 - XII ZR 116/91 (https://dejure.org/1992,1005)
BGH, Entscheidung vom 25. November 1992 - XII ZR 116/91 (https://dejure.org/1992,1005)
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Berufung - Berufungskläger - Erste Instanz - Hinweispflicht - Klageänderung
NJW 1993, 597
Rügt der Berufungskläger eine Verletzung der Hinweispflicht durch das Arbeitsgericht und macht er geltend, dass er bei Erteilung eines entsprechenden Hinweises bereits in erster Instanz eine Klageänderung vorgenommen hätte, kann die Klageänderung in zweiter Instanz unter denselben Voraussetzungen erfolgen, wie sie in erster Instanz zulässig gewesen wäre (BGH 25. November 1992 - XII ZR 116/91 - NJW 1993, 597, zu 2 c der Gründe).
Ob die Auswechselung des Streitgegenstandes der Zulässigkeit der Berufung dann nicht entgegensteht, wenn der Berufungskläger rügt, das Gericht erster Instanz habe § 139 Abs. 1 ZPO verletzt und bei Erfüllung der Hinweispflicht hätte er seine Klage geändert (BGH NJW 1993, 597;… dagegen Musielak/Ball Vor § 511 Rdn. 27;… Rimmelspacher in: Münchener Kommentar, ZPO, 4. Aufl., Vor 511 Rdn. 27), bedarf ebenfalls keiner Entscheidung.
Zu diesem Ergebnis gelangt der Senat, der die erstinstanzlichen Prozeßerklärungen der Klägerin eigenständig und ohne Bindung an die Auslegung des Berufungsgerichts zu werten hat (vgl. BGH, Urt. v. 25.11.1992 - XII ZR 116/91, NJW 1993, 597, 598;… Urt. v. 12.7.1995 - IV ZR 369/94, NJW-RR 1995, 1469, 1470), aufgrund der zutreffenden Erwägung des Berufungsgerichts, die Klägerin habe trotz ständiger Kritik des Beklagten in erster Instanz darauf beharrt, daß dem Beklagten der Versand von Impfstoffen an Ärzte nur verboten werden solle, wenn eine vorherige ärztliche Anforderung oder ein Ausnahmefall des § 47 AMG nicht vorlägen.
Die erhobene Verfahrensrüge bedeutet daher, daß ihre Berufung nicht ausschließlich den neuen Anspruch zum Gegenstand hat (vgl. BGH NJW 1993, 597, 598).
Die Begründetheit der von der Klägerin in ihrer Berufungsbegründung erhobenen Rüge aus § 139 ZPO führt dazu, daß an die Sachdienlichkeit der in der Berufungsinstanz vorgenommenen Klageänderung keine strengeren Anforderungen gestellt werden können als diejenigen, die für eine solche in erster Instanz gelten (vgl. BGH NJW 1993, 597, 598).
cc) Allerdings setzen auch Klageänderung und -erweiterung eine zulässige Berufung voraus (BGHZ 85, 140, 142;… BGH, Urt. v. 8. März 1988 - VI ZR 234/87, VersR 1988, 859, 860;… v. 8. November 1988 - VI ZR 117/88, BGHR ZPO vor § 1/Rechtsmittel "Beschwer 5"; v. 9. Mai 1990 - VIII ZR 237/89, NJW 1990, 2683; v. 22. November 1990 - IX ZR 73/90, WM 1991, 609 [BGH 22.11.1990 - IX ZR 73/90]; v. 25. November 1992 - XII ZR 116/91, NJW 1993, 597, 598).
Ein wirksamer Beklagtenwechsel setzt eine zulässige Berufung voraus (vgl hierzu BGHZ 85, 140, 143; BGH NJW 1988, 2540 f; BGH NJW 1993, 597 f;… Meyer-Ladewig, SGG, 7. Aufl, § 99 RdNr 12).
Ohne Weiterverfolgung wenigstens eines Teils des in erster Instanz erhobenen Anspruchs - bzw (hier) des diesen Anspruch verneinenden Begehrens - kommt auch eine Klageänderung oder Klageerweiterung in der Berufungsinstanz nicht in Betracht; denn auch sie setzt eine zulässige Berufung voraus (vgl hierzu BGH NJW 1993, 597 f; NJW 1988, 2540 f; BGHZ 85, 140, 143).
BGH, 08.06.1994 - VIII ZR 178/93
Umfang der Hemmung der Rechtskraft durch Einlegung der Berufung; Beseitigung der …
a) Zutreffend ist allerdings der rechtliche Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, daß eine Berufung unzulässig ist, wenn sie den in erster Instanz erhobenen Klaganspruch nicht wenigstens teilweise weiterverfolgt, also die Richtigkeit der erstinstanzlichen Klagabweisung gar nicht in Frage stellt, sondern lediglich im Wege der Klagänderung einen neuen, bislang nicht geltend gemachten Anspruch zur Entscheidung stellt (BGH, Urteil vom 25. November 1992 - XII ZR 116/91 = NJW 1993, 597, 598 unter 2 a, Urteile vom 22. November 1990 - IX ZR 73/90 = WM 1991, 609 [BGH 22.11.1990 - IX ZR 73/90] unter 2 a und vom 9. Mai 1990 - VIII ZR 237/89 = WM 1990, 1748, 1749 unter II m.w.Nachw. aus der älteren höchstrichterlichen Rechtsprechung).
OLG Köln, 09.11.1994 - 11 U 123/94
Unzulässigekeit der Berufung bei einer vollständigen Umstellung des Klageantrags …
BGH, 03.05.1996 - LwZR 9/95
Zulässigkeit einer Klageänderung im Berufungsverfahren; Übergang vom Antrag auf …
OLG Hamm, 19.08.1999 - 22 U 143/98
OLG Brandenburg, 03.09.2015 - 5 U 159/09
Schadenersatzanspruch: Pflichtverletzung seitens der Freiwilligen Feuerwehr bei …
OLG Rostock, 12.11.2001 - 10 UF 336/00
Zulässigkeit einer Berufung trotz Obsiegens in erster Instanz bei nachträglicher …
BGH, 12.07.1995 - IV ZR 369/94
Auswirkungen des Geltendmachens eines bisher nicht verfolgten Anspruchs auf die …
BGH, 12.04.1995 - XII ZB 50/95
Zulässigkeit der Klageerweiterung in der Berufungsinstanz; Pflicht des …
OLG Hamburg, 06.04.2000 - 3 U 112/99
OLG München, 12.07.1994 - 25 U 2495/94
Zulässigkeitsvoraussetzungen der Berufung hinsichtlich des Streitgegenstandes
VGH der Evangelischen Kirche in Deutschland, 24.02.2003 - VerwG.EKD I-0124/G15

References: § 139
 § 511
 § 47
 BGH 
 § 139
 BGH 
 § 1
 BGH 
 BGH 
 § 99
 BGH