Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=28.06.1993&Aktenzeichen=II%20ZR%20119/92
Timestamp: 2019-06-20 14:34:57+00:00

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BGH, 28.06.1993 - II ZR 119/92 - dejure.org
https://dejure.org/1993,2501
BGH, 28.06.1993 - II ZR 119/92 (https://dejure.org/1993,2501)
BGH, Entscheidung vom 28.06.1993 - II ZR 119/92 (https://dejure.org/1993,2501)
BGH, Entscheidung vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92 (https://dejure.org/1993,2501)
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Ausschluss eines Gesellschafters aus wichtigem Grund - Erfordernis der Zustimmung der Kommanditisten für die Gültigkeit eines Kaufvertrages - Ungewöhnliches Geschäft - Pflicht zur Information der Kommanditisten - Übernahme der Betriebseinrichtung einer Kommanditgesellschaft durch die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
NJW-RR 1993, 1123
Die von der Klägerin abgegebene Erledigungserklärung ist, auch wenn die Beklagte dieser nicht zugestimmt hat, in der Revisionsinstanz jedenfalls dann zu berücksichtigen, wenn das erledigende Ereignis - wie hier - außer Streit steht (BGH, Urteil vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92, NJW-RR 1993, 1123 unter I;… Musielak/Wolst, ZPO, 4. Aufl., § 91 a Rdnr. 7;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 25. Aufl., § 91a Rdnr. 39).
Dabei kommt es nicht darauf an, ob im Streitfall die Voraussetzungen vorliegen, unter denen eine einseitige Erledigungserklärung in der Revisionsinstanz nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ohne weiteres zuzulassen ist (vgl. hierzu BGHZ 106, 359, 368; 141, 307, 316; BGH, Urt. v. 28.6.1993 - II ZR 119/92, NJW-RR 1993, 1123, 1124;… Zöller/Vollkommer, ZPO, 22. Aufl., § 91a Rdn. 51;… Musielak/Wolst, ZPO, 2. Aufl., § 91a Rdn. 33 a.E.).
BGH, 12.02.2003 - XII ZR 23/00
Voraussetzungen der Erfüllungswirkung einer Hinterlegung
Die Erledigung des Rechtsstreits ist, auch wenn die Beklagte der Erledigungserklärung des Klägers nicht zustimmt, in der Revisionsinstanz jedenfalls dann zu berücksichtigen, wenn das erledigende Ereignis - wie vorliegend - außer Streit steht (BGHZ 106, 359, 368; BGH, Urteil vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92 - NJW-RR 1993, 1123, 1124).
Dies führt nur dazu, daß weiter über Zulässigkeit und Begründetheit der Auskunftsklage bis zum Eintritt des erledigenden Ereignisses zu befinden und festzustellen ist, daß sich durch das Ereignis die Klage erledigt hat (vgl. BGHZ 83, 12, 13; 106, 359, 368; BGH, Urteil vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92 - NJW-RR 1993, 1123, 1124;… Zöller/Vollkommer ZPO 21. Aufl. § 91 a Rdn. 43, 51 m.N.).
Die Erledigung der Hauptsache kann vom Kläger im Revisionsverfahren jedenfalls dann einseitig erklärt werden, wenn das Ereignis, das die Hauptsache erledigt haben soll (hier: Abschluss der Vereinbarung vom 10./29. Juni 2015 und Ausführung der dort für die Geschäftsjahre 2012 bis 2014 vereinbarten Prüfungsarbeiten), als solches außer Streit steht (BGH, Urteil vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92, NJW-RR 1993, 1123, 1124;… Urteil vom 20. Juli 2012 - V ZR 142/11, ZIP 2012, 1908 Rn. 14;… Urteil vom 27. November 2014 - I ZR 124/11, GRUR 2015, 672 Rn. 29 - Videospiel-Konsolen II;… Urteil vom 10. Dezember 2014 - VIII ZR 9/14, NJW-RR 2015, 457 Rn. 34).
Beispiele für relevante Pflichtverletzungen können Verstöße gegen ein gesellschaftsvertragliches Wettbewerbsverbot oder gegen die gesellschafterliche Treuepflicht sein, aber auch sonstige erhebliche Verstöße gegen den Gesellschaftsvertrag, etwa die Verletzung der gesellschaftsvertraglich vorgegebenen Zuständigkeitsordnung (BGH, NJW-RR 1993, 1123, 1125;… OLG Stuttgart, Urt. v. 19.12.2012, Az. 14 U 10/12, juris Rz. 34), oder sonstige Handlungen, durch die der Gesellschaft bewusst und unberechtigt Schaden zugefügt wird.
Die Erledigung des Rechtsstreits ist, auch wenn der Beklagte der Erledigungserklärung des Klägers nicht zustimmt, in der Revisionsinstanz jedenfalls dann zu berücksichtigen, wenn das erledigende Ereignis außer Streit steht (BGH Urteil vom 28. Juni 1993 - II ZR 119/92 - NJW-RR 1993, 1123).
Eine Ausschließung als Gesellschafter aufgrund zuzurechnender Pflichtverletzungen bei der Geschäftsführung kommt aber als letztes Mittel nur dann in Betracht, wenn die Unzumutbarkeit einer Fortsetzung der Gesellschaft mit dem auszuschließenden Gesellschafter nicht durch mildere Maßnahmen, insbesondere Eingriffe in die Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis, beseitigt werden kann (BGH NZG 2003, 625, 626 = DStR 2003, 1215, 1216 f.; BGH NJW-RR 1993, 1123, 1125; BGH WM 1977, 500, 502 f.), wie sie derzeit den Gegenstand eines zweitinstanzlich anhängigen Abberufungsverfahrens (Landgericht Berlin, Urteil vom 10.12.2012, 99 O 118/11 = KG 14 U 124/12) bilden.

References: § 91
 § 91
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 BGH 
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