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Timestamp: 2019-10-23 03:02:36+00:00

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Die Geheime Geschichte der Mongolen | Hausarbeiten publizieren
2. Kurze inhaltliche Wiedergabe der „Geheimen Geschichte der Mongolen“
3. Werkgeschichte der „Geheimen Geschichte der Mongolen“
4. Die „Geheime Geschichte der Mongolen“ in der modernen Wissenschaft
4.1. Auffindung und erste Bearbeitungen
4.2. Einzelne wissenschaftliche Diskurse
4.2.1. Epos oder Chronik
4.2.2. Die Frage nach dem Verfasser
4.2.3. Datierung der „Geheimen Geschichte der Mongolen“
4.2.4. Darstellung Temüjins/ Cinggis Qans
4.2.5. Darstellung der Frauen in der „Geheimen Geschichte der Mongolen“
4.2.6. Cinggis Qans Tod
5. Die Bedeutung der „Geheimen Geschichte der Mongolen“
Diese Arbeit befaßt sich mit der „Geheimen Geschichte der Mongolen“1, dem einzigen uns erhaltenen Werk, daß das Leben Cinggis Qans und das seines Sohnes und Nachfolgers Ögödei Qans aus der Sicht der Mongolen schildert. Diese Chronik ist daher nicht von Vorbehalten beeinflußt wie etwa die zeitgenössischen persischen oder chinesischen Chroniken. Erich Haenisch, der die GG im Jahre 1940 als erster übersetzte, drückte sich folgendermaßen aus: „Hier durch dieses Buch weht der Wind der Steppe. Es werden uns besonders d i e Vorgänge berichtet und d i e Szenen geschildert, die für den Mongolen etwas bedeuten.“2
Im Folgenden soll versucht werden, einen Überblick über den Inhalt und die wissenschaftliche Beschäftigung mit der GG von den ersten Übersetzungen bis zu neueren Forschungen zu geben. Des weiteren soll die „Geschichte“ der GG von ihrer Niederschrift über die Überlieferung durch die Jahrhunderte bis zu ihrer Entdeckung durch die westliche Wissenschaft nachvollzogen werden.
Da die Bandbreite der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der GG schier unendlich scheint, konnten nur einige Forschungsschwerpunkte aufgegriffen werden. Bei der Auswahl der vorgestellten Forschungsschwerpunkte wurde versucht eine Art Querschnitt der Forschung in bezug auf die GG darzustellen. So wurden Fragestellungen aufgegriffen, die inzwischen zu beantworten zu sein scheinen wie die Frage, ob die GG ein Epos oder eine Chronik sei. Andere Fragen wie die nach dem Verfasser oder der Datierung werden sich wohl erst endgültig beantworten lassen, wenn entsprechende Quellen gefunden werden. Bis dahin ist die Wissenschaft auf Vermutungen angewiesen. Die Sonderstellung der GG als einzige original mongolische Quelle der Zeit ermöglicht es ferner, besondere Rückschlüsse auf das alltägliche Leben in der Steppe und die sozialen Bezüge in der mongolischen Gesellschaft im 13. Jahrhundert zu ziehen. Ein interessantes Gebiet ist hierbei z.B. die Darstellung der Frauen in der GG. Auch die Person Cinggis Qans ist mit Hilfe der GG anders und vielleicht realistischer zu deuten als nur anhand chinesischer, persischer oder beispielsweise europäischer Quellen, die den Herrscher entweder aus der Sicht der Eroberten darstellten oder aus der Ferne mit der Angst vor einer möglichen Eroberung. Die Beschäftigung mit dem Tod Cinggis Qans zeigt, daß die GG einige Ereignisse anscheinend wohl kalkuliert im Unklaren läßt. Obwohl die GG ja nur für den Gebrauch innerhalb des Kaiserhofes geschrieben wurde, scheint gerade diese Episode eindeutig vertuscht worden zu sein. Die Wissenschaft ist hier also auf andere Quellen angewiesen, um zu beantworten, was die GG verschweigt.
Der „Geheimen Geschichte der Mongolen“ schildert vor allem das Leben Cinggis Qans, aber sie beschreibt auch seine Herkunft und das Leben seines Sohnes Ögödei.
Gleich im ersten Paragraphen wird erzählt, daß Cinggis Qans Vorfahren „ein blaugrauer Wolf, geboren mit Vorherbestimmung vom Himmel oben“ und eine „falbe Hirschkuh“3 gewesen seien. Es folgt die Entwicklung seiner Ahnenreihe, wobei Temüjin der 23. Generation nach dem oben genannten Wolf und der Hirschkuh angehört.
In diesem Abschnitt wird auch die Geschichte der Alan Qo’a erzählt. Sie hatte, nachdem ihr Mann Dobun Mergen gestorben war, drei Söhne geboren. Ihre ersten beiden Söhne, die Dobun Mergen gezeugt hatte, sahen die drei Halbbrüder als Bastarde an, die nur den Diener Ma’aliq Baya’ut als Vater haben könnten. Alan Qo’a gab ihren Söhnen daraufhin je einen Pfeil und sagte, sie sollten ihn durchbrechen. Dann gab sie jedem ein Bündel von fünf Pfeilen, daß keiner von den Söhnen brechen konnte. Ihre Söhne sollten zusammenhalten wie dieses Pfeilbündel, denn einer allein sei schwach.
Der größte Teil dieser Ahnenreihe besteht allerdings in der Aufzählung von Namen. Besonders ausführlich wird dann die Stammreihe der Borjigid4 geschildert, die von Alan Qo’as Sohn Bodoncar abstammen und zu der auch Cinggis Qan gehörte.
Die eigentliche „Geschichte“ setzt damit ein, daß erzählt wird wie Ambaqai Qahan, der Herrscher aller Mongqol5, seine Tochter mit einem Tatar6 verheiratete. Er brachte sie in deren Lager, wo er von den Tatar gefangen wurde. Die Tatar übergaben ihn den Kitat7, von denen er getötet wurde. Vor seinem Tod konnte er einen Boten losschicken, um einerseits seinen Nachfolger zu bestimmen und andererseits die Mongqol aufzufordern, seinen Tod an den Tatar zu rächen. Die Tatar wurden durch diese Tat zu einer Art Erbfeinden der Mongqol.
Dann wird geschildert wie Yesügei Ba’atur von den Kiyan8 am Onan-Fluß den Merkit9 Yeke Ciledü mit dessen Frau Hö’elün sah. Zusammen mit seinen beiden Brüdern raubte er Hö’elün. Hö’elün und Yesügei Ba’atur wurden die Eltern Temüjins.
Temüjin wurde an einem Hügel namens Deli’ün Boldaq10 am Onan-Fluß geboren.11 Es wird weiterhin gesagt, daß „er [...] mit einem Blutklumpen in seiner rechten Hand zur Welt [kam], so groß wie ein Spielknöchel. Da er geboren wurde, als man den Temüjin Üge von den Tatar gefangengenommen hatte, gab man ihm den Namen Temüjin - so trug es sich zu.“12
Als Temüjin neun13 Jahre alt war, brachte ihn sein Vater zu den Olqunu’ut, Verwandten seiner Mutter,14 um ihn zu verheiraten. Auf dem Weg dorthin trafen sie Dei Secen von den Onggirat, mit dessen Tochter Börte Temüjin verlobt wurde. Er blieb als Schwiegersohn dort.
Auf dem Rückweg wurde Yesügei Ba’atur von den Tatar getötet. Daraufhin kehrte Temüjin nach Hause zurück und fand seine Mutter und seine Brüder alleine vor. Die Familie wurde von der Sippe der Tayici’ut im Lager zurückgelassen. Hö’elün zog von nun an ihre Söhne alleine auf und diese entwickelten sich zu guten, klugen und mutigen Männern.
Als die Tayici’ut später die Familie angriffen und die Herausgabe Temüjins forderten, konnte dieser in den Wald fliehen. Er versteckte sich dort neun Tage lang, ohne etwas zu essen. Aber als er schließlich herauskam, wurde er gefangen genommen und ins Lager der Tayici’ut verschleppt, wo er einen Holzkragen angelegt bekam. Dennoch schaffte es Temüjin zu fliehen, wobei er von einem Mann namens Sorqan Sira von den Suldus und dessen beiden Söhnen Cimbai und Cilawun Hilfe bekam, so daß er zu seiner Familie zurückkehren konnte.
Während sie am Burqan Qaldun15 lagerten, wurden ihnen acht ihrer neun Pferde gestohlen. Temüjin verfolgte die Diebe allein auf dem einzigen noch verbliebenem Pferd. Unterwegs traf er auf einen Mann namens Bo’orcu, der sich ihm als Gefährte anschloß. Zusammen befreiten sie die Pferde und kehrten zu Temüjins Lager zurück. Daraufhin ritt Temüjin zusammen mit seinem Bruder Belgütei los, um seine Verlobte Börte zu suchen. Nachdem sie sie gefunden hatten, heirateten Temüjin und Börte.
Mit einem schwarzen Zobelpelz, einem Geschenk der Brautmutter an Hö’elün, ritten Temüjin und seine beiden Brüder Belgütei und Qasar zu dem Schwurbruder ihres Vaters dem To’oril Qan der Kereit.16 Sie überreichten ihm den Zobelpelz, der eigentlich für die Eltern des Bräutigams bestimmt war, und erkannten ihn somit als ,Vater’ an. Als Dank für den Zobelpelz versprach To’oril Qan, Temüjins Volk wiederzuvereinigen und zu Temüjin zurückzuführen. Auf dem Rückweg schloß sich Temüjin Jelme, der Sohn eines Schmiedes an und ritt mit ihnen in ihr Lager.
Nach ihrer Rückkehr wurden sie eines Tages von der alten Dienerin Qo’aqcin vor einem Angriff gewarnt. Temüjin, seine Brüder und seine Mutter konnten fliehen. Börte und Qo’aqcin blieben zurück, weil für sie keine Pferde mehr vorhanden waren, und wurden gefangen genommen. Es stellte sich heraus, daß die Angreifer Krieger der Merkit waren, die Börte als Vergeltung für den Raub von Hö’elün entführten.
Temüjin, der sich auf den Burqan Qaldun retten konnte, ritt, als die Merkit weg waren, zu To’oril Qan, um ihn um Hilfe zu bitten. Dieser hielt sein Versprechen und schickte auch noch zu Jamuqa, der mit weiteren zwei Zehntausendschaften zu ihnen stieß. Gemeinsam griffen sie die Merkit an und fanden Börte und die Dienerin Qo’aqcin wieder. Nur dem Anführer der Merkit Toqto’a Beki und einigen anderen gelang die Flucht. Die Merkit wurden ausgerottet.17 In ihrem Lager blieb ein fünfjähriger Junge der Uduyit-Merkit namens Kücü zurück, der der Mutter Hö’elün geschenkt wurde.
Jamuqa und Temüjin blieben zusammen und erneuerten ihre in der Kindheit geschlossene Schwurbruderschaft. Nach anderthalb Jahren trennten sie sich wieder und als Temüjins Lager umzog, wurden die Tayici’ut aufgeschreckt. Im Lager der Besüt der Tayici’ut fanden sie einen Knaben namens Kököcü, den man ebenfalls zu Hö’elün brachte, die ihn aufzog.
Ziemlich unvermittelt schließt sich nun die Schilderung von Temüjins Ernennung zum Cinggis Qahan18 an, die sich im Jahre 1196 abgespielt haben dürfte. Die Stämme versammelten sich, wobei Jamuqa nicht teilnahm, und erhoben Temüjin zum Cinggis Qan, daß heißt zum Herrscher aller Mongqol. Temüjin verteilte nun die Ämter und belohnte seine Getreuen und vor allem seine Gefährten Bo’orcu und Jelme. Des weiteren unterrichtete er To’oril Qan und Jamuqa von seiner Ernennung.
Als aber ein Anhänger Jamuqas „die Pferdeherde unseres Joci Darmala“19 stahl, wurde er von jenem erschossen. Daraufhin zog Jamuqa bei Dalan baljut gegen Cinggis Qahan, der floh. Dennoch liefen in der Folgezeit viele Stämme zu Cinggis Qahan über.
Auf die Nachricht hin, daß die verhaßten Tatar anrückten, bat Cinggis Qahan To’oril Qan um Hilfe. Gemeinsam besiegten sie die Tatar. Als der Ongging Cingsang20 davon hörte, belohnte er Cinggis Qahan mit dem Titel ,Ja’ut Quri’ und To’oril Qan mit dem Titel ,Ong’.
Beim Plündern des Lagers der Tataren, fanden sie einen weiteren Jungen, „der einen goldenen Nasenring und ein mit Zobelpelz gefüttertes, goldbesticktes seidenes Wams trug“.21 Sie brachten ihn zur Mutter Hö’elün, die ihn aufnahm und ihm den Namen Sikiken Quduqu22 gab.
In der Zwischenzeit war Cinggis Qahans Stammlager von den Jürkin überfallen worden. Cinggis Qahan begab sich daraufhin auf einen Rachefeldzug und nahm die Jürkin gefangen. Die drei Brüder Gü’ün U’a, Cila’un Qayici und Jebke traten vor und die ersten beiden übergaben Cinggis Qahan ihre Söhne als Diener. Jebke wurde an Qasar übergeben, wobei er aus dem Jürkin-Lager einen Knaben namens Boro’ul mitbrachte, der Hö’elün übergeben wurde.
„Im Hühnerjahr“23 schlossen sich die Feinde Cinggis Qahans zusammen und wählten Jamuqa zum Gür Qan 24. Gemeinsam griffen sie Cinggis Qahan an, der sie aber mit der Unterstützung Ong Qans in die Flucht schlagen konnte., wobei aber Cinggis Qahan an der Halsschlagader verletzt wurde.
Im Lager der Tayici’ut, die auch unter den Angreifern waren, traf man auf Sorqan Sira und seine Söhne. Ein Angehöriger der Tayici’ut namens Jebe, der zugab, Cinggis Qahans Pferd erschossen zu haben, wurde von diesem für seine Ehrlichkeit belohnt und als Gefährte aufgenommen. Die Stammfamilie der Tayici’ut wurde vernichtet und das restliche Volk gefangen genommen.
Einzelne Kereit-Stämme schlossen sich Cinggis Qahan an und im Frühling des Jahres 1202 kämpfte Cinggis Qahan bei Dalan nermuges gegen einige Stämme der Tatar. Nach Cinggis Qahans Sieg über die Tatar beschloß man, die Stammfamilie zu töten und das restliche Volk am Achsstift zu messen.25 Und Cinggis Qahan nahm Yesüi Qatun, eine Tatar, zur Frau.
Nachdem Cinggis Qahan zusammen mit Ong Qan erfolgreich gegen die Naiman26 gezogen war, erklärten sie sich zu Vater und Sohn27. Im Jahr 1203 hetzte Jamuqa den Nilqa Senggüm, den leiblichen Sohn Ong Qans, gegen Cinggis Qahan auf. Mit der zögerlichen Erlaubnis seines Vaters beschloß Senggüm, Cinggis Qahan anzugreifen. Bei dem Aufeinandertreffen wurde Senggüm verwundet, und Cinggis Qahan ging als Sieger hervor.
Noch im selben Jahr wurden die Onggirat, die sich unter Jamuqa den Feinden Cinggis Qahan angeschlossen hatten, unterworfen und die Qorulas unterwarfen sich freiwillig. Cinggis Qahan griff nun aus Rache zusammen mit seinem Bruder Qasar den Ong Qan an, der aber mit Senggüm fliehen konnte, während ihr Volk, die Kereit, unterworfen wurde. Auf der Flucht wurde Ong Qan von einem Naiman, der ihn nicht erkannte, getötet. Senggüm dagegen wurde von seinen eigenen Leuten an Cinggis Qahan verraten, der diese aber für diesen Verrat hinrichten ließ.
Der Tayang Qan der Naiman schließlich entschied sich, Cinggis Qahan anzugreifen, nachdem er von den eigenen Leuten als Feigling bezeichnet wurde. Hier wird erstmalig erwähnt, daß Cinggis Qahan sein Heer nach dem bekannten Dezimalsystem ordnete, um es für die Schlacht vorzubereiten. 1204 fand schließlich die Schlacht mit den Naiman statt, wobei Cinggis Qahan sie besiegte und mit ihnen alle Verbündete Jamuqas. Jamuqa hatte sich Tayang Qan angeschlossen und sich damit zum wiederholten Male gegen Cinggis Qahan gewendet. Jamuqa verriet Tayang Qan und floh.
Im selben Jahr besiegte Cinggis Qahan die Merkit unter Toqto’a Beki, der aber fliehen konnte. Als sich die Merkit ein Jahr später noch einmal erhoben, wurden sie zum zweiten Mal niedergeschlagen. Jamuqa ereilte auf seiner Flucht dasselbe Schicksal wie Senggüm: Auch er wurde von seinen eigenen Leuten an Cinggis Qahan ausgeliefert. Cinggis Qahan tötete auch diesmal die Verräter, und er bot Jamuqa an, daß sie wieder Gefährten sein könnten. Jamuqa entgegnete, er wäre unwürdig und wolle sterben. Cinggis Qahan erfüllte ihm seinen Wusch und ließ ihn an einem erhöhten Platz begraben.
„Nachdem sie auf diese Weise / die Völker in den Filzwandzelten / zu Getreuen gemacht hatten, / versammelten sie sich im Tiger-Jahr (1206) an der Onan-Quelle, pflanzten die neunzipflige weiße Fahne auf und gaben dort dem Cinggis Qahan den Titel Qan.“28
Cinggis Qan bestimmte die Führer seiner 95 Tausendschaften und belohnte seine Getreuen. Muqali, ein Angehöriger der besiegten Jürkin, erhielt den Titel ,Gui Ong’.29 Sigi Qutuqu, den man als Jungen im Lager der Tatar fand, wurde von Cinggis Qan zum obersten Richter ernannt und erhielt die Aufgabe, die Beute zu verteilen. Außerdem sollte er alle Entscheidungen in blauer Schrift auf weißem Papier notieren. Den alten Üsün ernannte Cinggis Qahan zum ;Beki’30. Außerdem verteilte er die höchsten militärischen Ämter: Naya’a wurde zum Führer über die Zehntausendschaft des Zentrums. Bo’orcu erhielt die Zehntausendschaft des rechten Flügels und Muqali die Zehntausendschaft des linken Flügels. Dann organisierte Cinggis Qahan seine Leibwachen mittels eines ausführlichen Erlasses.
Noch im selben Jahr unterwarf Qubilai Noyan die Qarlu’ut; Sübe’etei Ba’atur kehrte erfolgreich von der Verfolgung des Toqto’a Beki von den Merkit und dessen Söhnen zurück, während Jebe die Jagd auf Senggüms Sohn Gücülük zu einem erfolgreichen Abschluß brachte und ebenfalls zurückkehrte. Die Ui’ut ergaben sich unter Idu’ut freiwillig.
1207 besiegte Jebe mit dem rechten Flügel die Waldvölker, wobei allerdings Boro’ul ums Leben kam. Die Oyirat unterwarfen sich freiwillig. Cinggis Qahans Mutter Hö’elün starb.
1211 verließ Cinggis Qahan erstmals die Steppe und griff die nordchinesischen Kitat an. Schließlich unterwarf sich der Altan Qan der Kitat. Cinggis Qahan zog gegen die Tanguten31 und unterwarf diese ebenfalls. Aber 1214 kam es zu einem erneuten Kampf mit den Kitat, aus dem wiederum Cinggis Qahan als Sieger hervorging. Cinggis Qahan kehrte nun ins Stammland zurück, während Qasar weiter vordrang und Beiging und die Jürcet32 eroberte.
Als 1218 eine Gesandtschaft Cinggis Qahans von Inalciq, dem Herrscher von Otrar am Syrdarja, getötet wurde, entschloß sich Cinggis Qahan zu einem Rachefeldzug. Er befahl den Tanguten, ihn zu unterstützen, doch diese weigerten sich. Cinggis Qahan beschloß, diesen Verrat später zu bestrafen und erst einmal auf den Feldzug nach Westen zu gehen.. Auf Drängen seiner Frau Yesüi Qatun bestimmte er vorher seinen Sohn Ögödei als seinen Nachfolger.
1219 zog Cinggis Qahan dann gegen Chan Melik und Soltan Jalalding von den Sarta’ul33. Damit begannen die Westfeldzüge. Cinggis Qahan drang mit seinem Heer bis zum Indus vor und besiegte schließlich die Sarta’ul.
Innerhalb von sieben Jahren wurden weite Teile Vorderasiens mit Städten wie Ürünggeci erobert. Sübe’etei Ba’atur wurde nach Norden geschickt, wo er bis Kiew vordrang. In den Städten wurden Statthalter ernannt. 1225 kehrte Cinggis Qahan selbst ins Stammland zurück.
1226 unternahm Cinggis Qahan dann die angedrohte Strafexpedition gegen die Tanguten. Bei der Jagd stürzte er vom Pferd, verletzte sich schwer und bekam hohes Fieber. Dennoch setzte er den Feldzug fort, damit man ihm keine Feigheit vorwerfen konnte. Die Tanguten wurden besiegt, der Burqan Qan der Tanguten wurde hingerichtet, und das Volk wurde für seinen Verrat getötet.
1227 starb Cinggis Qahan. Ein großer Teil der eroberten Tanguten wurde Yesüi Qatun zugesprochen.
Bei einer Großen Versammlung am Kode’u Bach im Keluren im Jahre 1228 wurde Ögödei zum Qahan ernannt. Ögödei Qahan sandte Unterstützung gegen die unbeugsamen Baqtat. Als Unterstützung für Sübe’etei Ba’atur wurden Batu, Güyük und Mönggke losgeschickt. Ögödei selbst zog 1231 erneut gegen die Kitat und war siegreich. Als er plötzlich schwer erkrankte, schien es, als wäre ihm nicht zu helfen. Aber Tolui opferte sich und starb für Ögödei, der wieder gesund wurde.34 1232 kehrte Ögödei Qahan nach Qara Qorum zurück. Baqtat wurde endlich unterworfen und auch die Feldzüge in Osteuropa waren erfolgreich.
1240 bestätigte Ögödei Qahan bei einer großen Versammlung die Pflichten seiner Wache und erließ verschiedene zivile Bestimmungen wie Abgabenpflichten und die Ein-richtung von Poststationen.35 Außerdem zog er sozusagen Bilanz, indem er feststellte, was er Gutes getan hatte als Qan und welche Fehler er begangen hatte.
Der letzte Paragraph, der Kolophon, gibt an, daß die Niederschrift der GG beendet wurde, „als man im Ratten-Jahr (1228 ?), im Monat des Rehbocks (im siebenten Monat) die Palastjurten bei Dolo’an Boldaq von Köde’e Aral am Kelüren-Fluß, zwischen Silgincek und ... , aufschlug“.36
Die GG ist bis heute mit vielen Rätseln behaftet. So weiß man bis heute nicht mit Bestimmtheit, wann sie niedergeschrieben oder von wem sie verfaßt wurde. Daß dieses einmalige und für die Wissenschaft so bedeutende Werk überhaupt bis in die Gegenwart ,überlebt’ hat, ist ein reiner Glücksfall. Tatsächlich sind nur sehr wenige Kopien erhalten geblieben.
Zur Zeit der Yuan-Dynastie37 existierte wohl wenigstens ein Exemplar im heutigen Peking, der Residenz des Kaisers, und je eines in den Residenzen der drei Teilreiche. Als Beweis hierfür wird die Tatsache angesehen, daß Rashid ad-Din38 für seine im Jahre 1314 fertiggestellte Weltgeschichte „Jami al-Tawarikh“ den Text der GG verwendete.
1282 ließ Qubilai Qan ein Geschichtswerk drucken, daß von einem Mongolen in uigurischer Schrift verfaßt worden war und den Namen „T’ungkien“ trug. Man nimmt an, daß es sich hierbei um die GG gehandelt haben könnte.
Auch nach dem Sturz der Yuan-Dynastie blieb wenigstens ein Exemplar in der Mongolei, wobei ihm allerdings wohl die Zusätze über Ögödeis Herrscherzeit fehlte.39 Diese Vermutung wird dadurch erhärtet, daß der mongolische Historiker Lobsang-dandzin für seine Chronik „Altan tovci“, die er 1655 verfaßte, 233 der ersten 268 Paragraphen beinahe wörtlich zitierte.
Aber auch in Peking blieb nach dem Ende der Yuan-Dynastie mindestens eine Kopie erhalten, denn in den 1380ern ordnete ein Ming-Kaiser die Erstellung eines „Handbuches zum Erlernen der mongolischen Sprache“40 an, wofür unter anderem entsprechende Berichte über Cinggis Qahan und Ögödei Qahan verwendet wurden. Vielleicht wurde im Laufe dieser Arbeiten der Titel „Yuanchao pishi“ eingeführt, was soviel bedeutet wie „Geheime Geschichte der Yuan-Dynastie“, oder dieser Name wurde schon vorher beim Sichten des Palastarchives geprägt. Der Grund für diese Namensgebung dürfte wohl darin liegen, daß die GG nur für die Nutzung am mongolischen Kaiserhof bestimmt war. Eine andere Möglichkeit wäre, daß die Ming diese positive Darstellung der Mongolen so kurz nach deren Vertreibung geheim halten wollten. Dieser Titel wurde dann ins Mongolische als „Mongqol-un niguca tobca’an“ übernommen was übersetzt eben „Geheime Geschichte der Mongolen“ bedeutet.
Mitarbeiter des chinesischen „Instituts für Literatur“41 übersetzten die GG ins chinesische, wobei sie das Werk allerdings stark kürzten und zum Teil auch recht frei übersetzten.42 Wahrscheinlich wurde die GG schon gegen Ende der Yuan-Dynastie nach einer anderen Kopie mit chinesischen Zeichen transkribiert. Dabei wurden die mongolischen Laute des 14. Jahrhunderts mit den chinesischen Lauten der Zeit umschrieben. Man geht davon aus, daß die GG ursprünglich in uiguro-mongolischer Schrift verfaßt worden war.
Der Grund für diese Transkription liegt nach Haenischs Ansicht darin, daß chinesische Boten, die Nachrichten an Mongolen überbrachten, so diese Nachrichten auch vortragen konnte, wenngleich sie kaum etwas davon verstanden haben dürften. Walther Heissig vertritt dagegen die Meinung, daß das Mongolische damals dieselbe Bedeutung hatte wie Latein im mittelalterlichen Europa oder Englisch im 20. Jahrhundert. So wurde das Mongolische durch die Transkription zugänglicher. Allerdings hatte diese Arbeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Die chinesische Sprache hat z. B. kein „r“, so daß ein „l“ mit einem Zusatzzeichen verwendet wurde. Wenn nun dieses Zusatzzeichen vergessen wurde oder an anderer Stelle ein Fleck an der falschen Stelle saß, stiftete dies wohl einige Verwirrung bei den Kopisten. Als zusätzliche Hilfe wurde neben jedes transkribierte Wort das chinesische Äquivalent als Interlinearglosse geschrieben.
Der tschechische Wissenschaftler Pavel Poucha vertritt eine völlig andere Theorie. Ausgehend von der Annahme, daß Sigi Qutuqu der Verfasser der GG ist, stellt er folgende These auf: Obwohl sich die Mongolen des 13. Jahrhunderts in offiziellen Schriften der uigurischen Schrift bedienten, ist uns die GG in chinesischer Schrift überliefert worden. Sigi Qutuqu war ein Tatare und man kann wohl davon ausgehen, daß dieses Volk den Chinesen kulturell recht nahe stand. Wäre es da nicht möglich, daß Sigi Qutuqu, so er der Verfasser der GG war, diese in chinesischen Zeichen niederschrieb? Dazu paßt allerdings die Tatsache nur schwerlich, daß die GG ja nicht in chinesischer Sprache sondern nur in chinesischer Umschrift überliefert worden ist. Als Mann in seiner Position dürfte Sigi Qutuqu außerdem auch der uigurischen Schrift mächtig gewesen sein.
Der Text der GG ist in 282 Paragraphen und in mehrere Bücher aufgeteilt worden, wobei diese Aufteilung teilweise recht willkürlich erscheint und nicht an den Inhalt gebunden ist. Es ist bekannt, daß es zwei Fassungen der GG gab. Die erste Fassung war in 15 Bücher eingeteilt, und man nimmt an, daß dies wohl die ältere Version war. Sie wurde von dem dritten Ming-Kaiser Yongle in seine Sammlung „Yongle dadian“ aufgenommen.43 Unglücklicherweise gingen große Teile dieser Sammlung, darunter auch die eingefügte GG, beim Boxeraufstand im Jahre 1900 verloren. Die zweite Fassung bestand aus 12 Büchern. Die letzten beiden Bücher wurden als ,Fortsetzungsbücher’ bezeichnet. Erstaunlich daran ist die Tatsache, daß diese letzten beiden Bücher nicht nur die Herrschaft Ögödeis umfassen sondern von Paragraph 247 bis 282 reichen. Man nimmt an, daß diese Einteilung zustande kam, weil zwischen den §239 und §247 jede Datierung fehlt, so daß man bei der Aufteilung in Bücher vielleicht davon ausging, daß diese letzten 35 Paragraphen erst später angefügt wurden und sich daher für diese Einteilung entschied. In der Ming-Zeit war diese Fassung wohl in Zusammenhang mit dem oben erwähnten „Handbuch zum Erlernen der mongolischen Sprache gedruckt worden. 1933 fand man im Archiv des Pekinger Staatsrates 41 Blätter aus diesem Druck, die 1936 veröffentlicht wurden.
Insgesamt blieben aber nur wenige Kopien erhalten, von denen keine in mongolischer Schrift verfaßt ist. Der große Verlust läßt sich sicherlich einmal durch den großen Zeitraum erklären, den die Bücher überdauern mußte. Andererseits erließ z.B. der Mandschu-Kaiser Kienlung im Jahre 1747 einen Befehl, nach dem alle in mongolischen Familien befindlichen Bücher eingesammelt und in das Pekinger Palast-archiv gebracht werden sollten. In den ungeheuren Mengen an Büchern im Archiv ging wahrscheinlich so manches Werk im Verlauf der Jahre einfach verloren.
Nachdem die akute Gefahr durch die Mongolen, die diese im Mittelalter für Europa dargestellt hatten, gebannt war, schwand auch das Interesse an diesem Volk. So ist es nicht verwunderlich, daß kein europäischer Wissenschaftler bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts von der Existenz der GG wußte. Natürlich spielten dabei auch andere Faktoren eine Rolle. Die GG war wie oben schon erwähnt ursprünglich nur zur Nutzung am mongolischen Hof bestimmt, so daß zu dieser Zeit kein Außenstehender von diesem Werk erfuhr. Die Exemplare, die sich in den folgenden Jahrhunderten in China befanden, blieben mehr oder weniger im Palastarchiv, in das wohl auch kaum Europäer kamen. Die Zeichen für eine Entdeckung der GG durch die westliche Wissenschaft standen also nicht besonders gut, aber dennoch wurde sie schließlich gefunden.
Der Missionar Arthur Wylie erhielt 1856 als erster Europäer die Erlaubnis, eine Kopie einzusehen und die ersten 118 Paragraphen zu kopieren. Diesen Auszug schickte er an den Sinolgen Henry Hoyle Howarth, der ihn seinerseits an Georg von der Gabelentz nach Leipzig schickte. Niemand von ihnen konnte den mongolischen Text rekonstruieren oder gar eine Übersetzung erstellen.
Im Jahr 1872 erwarb der russische Gelehrte Palladius, der zu dieser Zeit Mitglied der russisch-orthodoxen Mission in Peking war, eine andere vollständige Kopie. Schon sechs Jahre zuvor hatte er die chinesische Paraphrase, die separat überliefert worden war, ins Russische übersetzt, wodurch die westliche Wissenschaft erstmalig von dem Werk erfuhr. Unglücklicherweise starb Palladius im Jahr 1878, bevor er sein Werk beenden konnte. Seine Arbeit übernahm dann der russische Mongolist Aleksej Matwejewitsch Posdnejew. 1907 gab der chinesische Philologe Ye Tehui endlich eine Kopie einer Handschrift aus dem 15. Jahrhundert als Holzdruck heraus. Im selben Jahr hatte der Japaner Naka den Text direkt ins Japanische übersetzt, ohne zuerst den mongolischen Text zu rekonstruieren. Ohne diesen Zwischenschritt war es aber keinem anderen Wissenschaftler möglich, auf Nakas Arbeit aufzubauen, so daß sie für die Wissenschaft relativ wertlos war.
Erich Haenisch lieferte im Jahr 1935 die erste vollständige Rekonstruktion. Obwohl er 1910 schon die Paraphrase übersetzt hatte, hatte er mit der Veröffentlichung des Gesamttextes so lange gewartet, bis er den vollständigen Quellentext hatte. Die erste Veröffentlichung der Rekonstruktion beim Leipziger „Asia Major“ Verlag brach allerdings nach nur einer Auflage ab, weil der Verlagsbesitzer 1935 im faschistischen Deutschland verhaftet und der Verlag geschlossen wurde. Diese erste Auflage wurde daraufhin vom Verlag „Otto Harrassowitz“ übernommen, so daß 1937 eine zweite Auflage erschien. 1939 erschien das dazugehörige Wörterbuch und noch einmal zwei Jahre später schließlich die deutsche Übersetzung. Als 1943 das Leipziger Verlagsgebäude mit dem Gesamtbestand aller drei Bücher niederbrannte, ,überlebten’ nur wenige Rezensionsexemplare. 1948 erschien die zweite Auflage der Übersetzung. 1962 erschien dann auch die zweite Auflage des Wörterbuches und die dritte Auflage der Rekonstruktion.
In den folgenden Jahren wurde eine wahre Flut von Bearbeitungen veröffentlicht. 1941 erschien die erste russische Textausgabe und Übersetzung durch Sergej Andrejewitsch Kosin in Moskau. Ein Jahr später veröffentlichte der Japaner Kurakachi Shiratori seine Edition des Textes. 1947 erschien in Ulaanbaatar dann die erste Ausgabe in moderner mongolischer Sprache aber in uiguro-mongolischer Schrift durch Cendijn Damdinsüren. 1957 folgte eine Ausgabe in kyrillischer Schrift. 1949 war posthum die schon lange erwartete Rekonstruktion und französische Übersetzung der ersten sechs Kapitel des Pariser Gelehrten Paul Pelliot, der 1945 verstorben war. 1962 wurde eine ungarische Fassung des Gelehrten Lajos Ligetti veröffentlicht. Eine polnische Übersetzung von Stanislaw Kaluzinski erschien 1970 ebenso wie der erste Band einer japanischen Übersetzung durch M. Murakami. 1971-85 erschien eine englische Bearbeitung durch Igor de Rachewiltz, und 1982 erschien dann die englische Übersetzung von Francis Woodman Cleaves. 1985 erschien in Ulaanbaatar eine neue Textrekonstruktion durch Tümenbajarijn Daschzeden. Eine zweite deutsche Übersetzung wurde 1989 von Manfred Taube in Leipzig veröffentlicht.
Nachdem nun Rekonstruktionen des mongolischen Textes und Übersetzungen vorlagen, begann man verstärkt damit, auch inhaltliche Fragen zu stellen. Man beschäftigte sich mit dem Werk als solchem und versuchte herauszufinden, wann es geschrieben wurde und von wem, zu welcher literarischen Gattung es gehört und vieles mehr. Man versuchte außerdem Persönlichkeiten wie Cinggis Qan anhand dieses Textes neu zu charakterisieren. Aber auch Fragen nach dem sozialen Gefüge der mongolischen Gesellschaft des 12. Und 13. Jahrhunderts konnte man mit Hilfe der GG nachgehen. Linguisten beschäftigten sich mit der Sprache und Grammatik der mongolische Sprache der Zeit. Sowohl bestimmte Redewendungen als auch einzelne grammatische Formen wie Suffixe bestimmter Verben wurden eingehend untersucht. Tatsächlich bietet die GG ein unglaublich weites Feld zur wissenschaftlichen Untersuchung.
Im folgenden wurde versucht, einige interessante Punkte aufzugreifen und näher zu beleuchten.
Eine der wichtigsten und grundsätzlichsten Fragen, die bei der Beschäftigung mit der GG aufgeworfen wurden, ist die nach ihrer Zuordnung zu einer literarischen Gattung. Hier stehen sich vor allem zwei Thesen gegenüber: Die eine These besagt, daß die GG ein Epos sei, die andere These geht davon aus, daß es sich um eine Chronik handelt. Denn einerseits findet man in der GG viele Stellen, die in Versform geschrieben wurden, andererseits werden historische Begebenheiten geschildert und zum Teil auch datiert.
Nach Meinung V.V. Bartolds ist die GG ein Gedicht, welches das Ideal des Steppenhelden-tums schildere. Die GG würde vielmehr heldenhafte Recken darstellen als den realistischen Cinggis Qan und sein Geschlecht.
V.J. Vladimirzov stimmt mit Bartold darin überein, daß die GG eine epische Dichtung sei, die seiner Meinung nach das Ziel verfolge, sich beim mongolischen Kaiserhaus beliebt zu machen. Andere Wissenschaftler, vor allem chinesische Gelehrte aber auch der russische Gelehrte Palladius bezweifeln, ob es zu Zeiten Cinggis Qans überhaupt so etwas wie eine mongolische Literatur gegeben habe. Haenisch wiederum betont die Bedeutung der GG als einzige wirklich mongolische Darstellung der Geschehnisse um Cinggis Qan und seinen Nachfolger Ögedei Qan. Der Tscheche Pavel Poucha vertritt die Auffassung, daß es sich bei der GG um eine Chronik handelt, die vielfältige poetische Passagen enthält. Manfred Taube schließt sich dieser Meinung an, indem er die GG als eine Chronik mit dramatischen Abschnitten bezeichnet. Tatsächlich lassen sich für beide Thesen Hinweise finden.
Die GG trägt alle Merkmale, die auch die europäischen Chroniken des Mittelalters tragen. So beginnt auch die GG mit Schilderungen aus vorhistorischer Zeit, indem sie den Stammbaum Cinggis Qans herleitet und seine Abstammung vom Himmel schildert. Europäische Chroniken aus derselben Zeit stellten die Erschaffung der Welt dar. Daraufhin werden die eigentlichen historischen Ereignisse, daß heißt das Leben Cinggis Qans und das seines Sohnes Ögödeis, geschildert. Wie in den europäischen Chroniken reden die Helden und tragen Gedichte vor. Vieles deutet aber auch daraufhin, daß es sich bei der GG um eine Art Heldenepos handelt. So beträgt der Gesamtanteil, des in Versform verfaßten Textes, fast ein Drittel des ganzen Werkes. Schon dieser Umstand deutet auf die Wichtigkeit dieser Passagen hin. An vielen Stellen wurden aus anderen Märchen oder Epen bekannte Motive - wie etwa das Pfeilgleichnis (§19ff) - verwendet. Die gesamte Darstellung der Jugend Temüjins erinnert an den Aufbau zentralasiatischer Epen, in denen ein Junge von eigentlich adeliger Herkunft verarmt, um dann durch seine Heldentaten wieder aufzusteigen.
Die Wissenschaft hat sich in den letzten Jahren auf die Ansicht geeinigt, die Poucha und Taube vertreten. Die GG kann nicht nur Epos sein, denn die geschilderten Ereignisse sind nicht fiktiv und zu detailliert dargestellt. Aber man kann die GG auch nicht nur als Chronik betrachten, denn dazu enthält sie zuviel und zu wertvolles poetisches Material. Die GG stellt also eine Art Mischung der beiden Gattungen dar.
Unglücklicherweise wird der Verfasser der GG weder im Werk selbst noch in anderen Quellen genannt, so daß die Wissenschaft nur Vermutungen anstellen kann. Er muß hochgebildet gewesen sein: Er war schriftkundig, was damals unter den Mongolen noch selten war und er muß sich hervorragend mit der vor allem mündlich überlieferten literarischen Kultur der Mongolen bzw. der zentralasiatischen Steppenvölker überhaupt ausgekannt haben. Dies wird in den schon erwähnten Anleihen aus älteren Epen deutlich. Außerdem zeugt die GG davon, daß ihr Verfasser über alle Vorgänge im Reich aber auch in der Herrscherfamilie Bescheid wußte. Er muß also vermutlich ein hohes Amt innegehabt haben, daß es ihm ermöglichte, bei vielen Feldzügen als Augenzeuge anwesend zu sein. Auch dürfte er wohl einen engen Kontakt zur Herrscherfamilie gehabt haben, der ihm diese Einsicht in die Ereignisse ermöglichte.
Die Wissenschaft ist vor allem auf zwei mögliche Verfasser der GG gestoßen. Die erste Möglichkeit wäre Tata Tungga. Er gehörte zum Stamm der Naiman und war der Lehrer der Söhne Cinggis Qans. Allerdings kam er erst nach Cinggis Qans Sieg über die Naiman im Jahr 1204 zu den Mongolen und dürfte daher über Cinggis Qans Jugend und die Zeit seines Aufstieges zu wenig gewußt haben. Die zweite Möglichkeit wäre Sigi Qutuqu. Dieser wurde der GG zufolge ungefähr 1182/83 als Junge im Lager der Tatar gefunden und von Cinggis Qans Mutter Hö’elün aufgezogen. Man kann also davon ausgehen, daß er engen Kontakt zur Herrscherfamilie gehabt hat und über Entwicklungen stets gut informiert war. Als Erwachsener wurde er 1206 (§202) von Cinggis Qan zum Tausendschaftsführer und vor allem auch zum Oberrichter und Verteiler der Beute, was deren Bestandsaufnahme mit einschloß, ernannt. Bekleidet mit diesen hohen Ämtern hatte er sicherlich Einblick in sämtliche Regierungsgeschäfte. Ein besonderer Hinweis auf seine mögliche Verfasserschaft liefert § 203 der GG. Sigi Qutuqu sollte alle seine Entscheidungen in einem Register niederschreiben, wobei er mit blauer Tinte auf weißem Papier schreiben sollte. Man könnte vermuten, daß hierin schon eine Aufforderung zur Niederschrift eineer Chronik mitgesprochen wurde. Jedenfalls wird an dieser Stelle eindeutig gesagt, daß Sigi Qutuqu schriftkundig war. Einen anderen Hinweis, der sich der GG entnehmen läßt, bietet die Häufigkeit, mit der Sigi Qutuqu in der GG erwähnt wird. Sowohl die Umstände, unter denen er als Kind gefunden wurde, als auch um Beispiel die Ereignisse in der eroberten Stadt Jung-du (§252), bei denen er seine Unbestechlichkeit bewies, werden ausführlich geschildert. Tatsächlich wird außer über Cinggis Qan und Ögedei Qan über niemanden sonst in der GG so ausführlich berichtet wie über Sigi Qutuqu. Versuchte er sich selbst darzustellen und vielleicht zu verherrlichen? Nimmt man an, daß Sigi Qutuqu der Verfasser der GG war, so bleiben dennoch einige Unklarheiten bestehen. So wurden die Westfeldzüge teilweise sehr konfus geschildert, obwohl Sigi Qutuqu selbst dabei war. Endgültige Klarheit wird erst erlangt werden, wenn eine Quelle gefunden wird, die den Verfasser direkt benennt.
Auch die Frage nach dem Jahr der Fertigstellung der GG beschäftigt die Wissenschaft sehr, und auch hierzu gibt es mehrere Vorschläge. Die GG gibt Zeit und Ort der endgültigen Niederschrift an als „im Rattenjahr, im Monat des Rehbocks“ „bei Dolo’an Boldaq von Köde’e Aral am Kelüren-Fluß“ (§282). Offen bleibt, welches Rattenjahr hier gemeint ist. Für das Rattenjahr 1228 spricht, daß es das einzige Rattenjahr war, in dem nach den verschiedenen Quellen eine Große Versammlung am bezeichneten Ort stattfand. Andererseits umfaßt die GG aber auch die Regierungszeit Ögödeis, wodurch man auf das Rattenjahr 1240 kommt. Für dieses Jahr würde außerdem sprechen, daß Ögödeis Tod nicht erwähnt wird, denn dieser starb erst 1241. Dem französischen Historiker Grousset zufolge, der in der GG Hinweise darauf fand, daß Toluis Sohn Möngke der Nachfolger Ögedeis wurde (§255), kommt erst 1252 als erstes Rattenjahr nach Ögödeis Tod in Frage. Zwei weitere Wissenschaftler fanden weitere Gründe, warum es sich bei dem bezeichneten Rattenjahr erst um das Jahr 1264 handeln kann. Der amerikanische Sinologe William Hung fand heraus, daß der chinesische Ort „Söndeiwu“ (§247) erst 1263 diesen Namen erhielt. Unabhängig davon kam Gary Ladyard zu dem Schluß, daß der in der GG erwähnte Koreafeldzug erst 1254-58 stattgefunden hatte.
Neuere Forschungen lassen einen weiteren Schluß zu. Viele Wissenschaftler wie Gerhard Doerfer, Paul Ratchnevsky, Igor de Rachewiltz, Francis Woodman Cleaves und auch Manfred Taube vertreten die These, daß die GG von mehreren Autoren stammt. Sie sind der Ansicht, daß der Hauptteil der GG, daß heißt die Paragraphen 1-282, bei der Großen Versammlung im Jahr 1228 kurz nach Cinggis Qans Tod verfaßt wurde. Die restlichen Paragraphen wurden demzufolge erst später angefügt, wobei auch im Hauptteil Änderungen vorgenommen wurden. Die Fassung der GG, die wir heute kennen, wurde dann frühestens nach dem Jahr 1258 fertiggestellt. Für diese These sprechen vor allem zwei Dinge. Erstens ist das Rattenjahr von 1228 - wie oben schon erwähnt - das einzige Rattenjahr, in dem den Quellen zufolge eine Große Versammlung stattfand. Zweitens zitierte der mongolische Autor Lobzang-dandzin für seine Chronik „Altan tovci“ im Jahre 1655 weite Teile einer damals noch erhaltenen Kopie, die mit dem § 268 abschloß. Das Kolophon, daß bedeutet der § 282, wurde also wahrscheinlich 1228 als § 269 notiert und bei den späteren Anfühgungen immer an das jeweilige Textende verschoben. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, daß die Paragraphen 1-268 bis ins 14. Jahrhundert unter dem Namen „Die Herkunft Cinggis Qans“ bekannt waren.
4.2.4. Darstellung Temüjins/Cinggis Qans
Die GG wirft aber nicht nur Fragen auf, sondern sie liefert der Forschung auch wertvolle Informationen über die beschriebenen Ereignisse und Personen. Besonders interessant ist dabei die Betrachtung der Person Cinggis Qans. In der ganzen Welt ist sein Name ein Begriff, wobei aber verschiedene Assoziationen mit ihm verknüpft werden. Die Urteile reichen vom blutrünstigen Barbaren über das militärische Genie bis hin zum weisen Herrscher, der die verschiedenen Kulturen und Religionen respektierte und Kunst und Wissenschaft förderte. Die GG bietet nun die Möglichkeit, die Person Cinggis Qans aus der Sicht seiner mongolischen Zeitgenossen zu betrachten. Bei näherer Untersuchung stellt sich heraus, daß Cinggis Qan als sehr vielschichtige Persönlichkeit gezeigt wird. Natürlich wird sein großer Mut beschrieben, wenn er beispielsweise als junger Mann allein die Pferde der Familie zurückholt (§90). Auch seine Fähigkeiten in militärischen Belangen werden gezeigt. Seine Eroberungstaktiken funktionieren, und er organisiert sein Heer streng nach dem Dezimalsystem, womit er auch eine eindeutige Hierarchie einführt (§224ff). Ebenso wird seine Großzügigkeit gegenüber den Getreuen herausgestrichen. An zahlreichen Stellen in der GG wird geschildert, wie Cinggis Qan seine Getreuen für ihre Loyalität und besondere Verdienste außerordentlich großzügig belohnt (z.B. §203ff). Die Treue wird von ihm offensichtlich als Haupttugend angesehen. Untreue dagegen wird mit dem Tod bestraft. So wird jeder Überläufer, der seinen eigenen Herrscher verrät, hingerichtet. Diese unbedingte Einforderung der Treue erstreckt sich nicht nur auf einzelne Personen, sondern auch auf unterworfene Stämme. So fordert er die Tanguten auf, ihn bei seinen Westfeldzügen zu unterstützen. Als diese sich weigern, führt Cinggis Qan eine Strafexpedition durch und rottet die Tanguten fast völlig aus (§256, §265ff). Eine interessante Ausnahme bildet hier anscheinend sein Schwurbruder Jamuqa. Obwohl dieser ihn immer wieder verraten hat, bietet Cinggis Qan ihm in §199 an, daß sie wieder Gefährten sein könnten. Zählt es für ihn mehr, daß Jamuqa ihm auch immer wieder geholfen hat - indem er seinen jeweiligen Herrscher verraten hat? Oder steht er ihm einfach zu nah, als daß er ihn töten hätte können? Andererseits bietet die GG mehrere Beispiele dafür, daß Cinggis Qan durchaus in der Lage war sogar Blutsverwandte zu töten. Fast noch als Junge tötet er seinen Halbbruder Bekter beim Streit um einen Fisch auf eine recht heimstückische Wise zusammen mit seinem Bruder Qasar (§77). Er ist außerdem zu großer Rücksichtslosigkeit in der Lage. So werden die Stammfamilien der eroberten Völker fast immer ausgerottet. Allerdings muß man hierbei wohl berücksichtigen, daß alle diese Steppenvölker in dieser Zeit so handelten, Cinggis Qan also nicht besonders brutal vorging. Auch sich selbst gegenüber zeigt er Härte, wenn er trotz schwerer Verwundung an der Racheexpedition gegen die Tanguten teilnimmt, um nicht als Feigling zu gelten (§265ff). Interessanterweise werden aber nicht nur seine Stärken und Vorzüge geschildert, sondern auch seine Schwächen und Ängste. So sagt sein Vater zu seinem Schwiegervater, daß Temüjin Angst vor Hunden habe und der Schwieger-vater daher acht geben solle, daß Temüjin sich nicht erschreckt (§66). Er hat auch Angst vor seiner Mutter, wenn diese wütend ist (§244) und er hat Angst seine Macht zu verlieren. Dies läßt sich daran erkennen, daß er nach dem Tod des Schamanen Teb Tenggeris überstürzt das Lager abbrechen will. Anscheinend hat er Angst, daß dessen Verwandte ihn stürzen wollen (§245).
Man gewinnt den Eindruck, daß die GG Cinggis Qan relativ realistisch schildert. In jedem Fall ist sie nicht mit Vorurteilen belastet, die wohl zwangsläufig aus den Quellen aus von Cinggis Qan eroberten Ländern sprechen. Andererseits ist es möglich oder sogar wahrscheinlich, daß auch die GG Cinggis Qan überzeichnet, um ihn als Helden und großen Herrscher hervorzuheben. Insgesamt liefert also wohl die Betrachtung aller in Frage kommenden Quellen das am wenigsten verzerrte Bild seiner Persönlichkeit. Mit Sicherheit muß er aber eine enorm charismatische Ausstrahlung gehabt haben.
Seine starke Persönlichkeit dürfte neben der ungeheuren Schnelligkeit seiner Reiterheere und anderen Faktoren hauptsächlich dazu beigetragen haben, daß die Eroberungsfeldzüge so überaus erfolgreich waren. Kriegerische Auseinandersetzungen unter den Steppenvölkern waren allgegenwärtig, aber er schaffte es, sie alle zu vereinen.
4.2.5. Darstellung der Frauen in der GG
Insgesamt werden in der GG 49 Frauen erwähnt, von denen rund 20 näher beschrieben werden als nur mit ihrem Namen oder Status. Da diese Frauen fast alle der oberen Schicht angehören, erfährt man recht wenig über das Leben der Frauen aus niederen sozialen Schichten.
Die Stellung der Frauen in der mongolischen Gesellschaft leitet sich vor allem aus zwei Dingen ab: Erstens die Rolle der Frau als Mutter und zweitens ihre Funktion als Erzieherin. Kinder erhöhen das Ansehen einer Frau, vor allem wenn es sich um Söhne handelt. Die Bedeutung ihrer Erziehung für die Kinder finden wir in der GG an mehreren Stellen, wenn z.B. gesagt wird, daß Mutter Hö’elün ihre Söhne zu klugen und mutigen Männern erzog (§74-75). Auch wie sie ihre vier Adoptivsöhne aufzog, wird herausgehoben (§214). Anscheinend blieb die Mutter auch für ihre erwachsenen Kinder eine Autoritätsperson. So hat Cinggis Qan Angst vor seiner wütenden Mutter (§244). Diese Autorität kann so groß sein, daß die Mutter mehr geachtet wird als ihr Sohn, der eigentliche Herrscher. Die GG stellt dies am Beispiel der Gürbesü dar, die die Mutter des Naiman-Fürsten Tayang Qan ist. Ihr Sohn scheint als Herrscher absolut ungeeignet, so daß seine eigenen Oberbefehlshaber seine Mutter als Herrscherin vorziehen würden. Tatsächlich führt die GG Frauen auf, die die Herrscherinnen ihres Volkes sind (§ 240ff).
Angesichts dessen ist es nicht sehr verwunderlich, daß die Frauen von ihren Männern und Söhnen auch bei wichtigen politischen Entscheidungen um Rat gefragt werden. Die Frauen können aber auch unaufgefordert ihre Meinung sagen. So ist es Cinggis Qans Frau Yesüi Qatun, die diesen drängt seinen Nachfolger zu bestimmen (§254). Cinggis Qan hört nicht nur auf sie, sondern er streicht heraus wie wichtig es sei, daß sie daran gedacht habe. Der Bedeutung der Frauen als Ratgeber wird auch insofern Rechnung getragen, als daß sie vollberechtigt an den Großen Versammlungen teilnehmen. Sie werden als große Unterstützung des Mannes anerkannt (§201) und bekommen einen Anteil an der Beute. Diese Gleichstellung erstreckt sich auch auf die Frauen, die ursprünglich selbst erbeutet worden sind (z.B. §198).
Die Frauen hatten anscheinend auch die Möglichkeit, ihrem Mann zu widersprechen. So sagt die Frau des Stallmeisters Kököcü diesem, daß es falsch wäre, ihren Herrscher Senggüm an Cinggis Qan zu verraten (§188). Bald zeigt sich, daß sie sich richtig entschieden hat, denn Cinggis Qan läßt ihren Mann als Verräter hinrichten. Sie wird wegen ihrer Treue verschont. Immer wieder werden Frauen in der GG auch zu Retterinnen. Boroquls Frau Altani hilft Tolui, den Sohn Cinggis Qans, zu retten. Ihre Tat wird anerkannt, nachdem sie sich gegen die Tausendschaftsführer Jetei und Jelme durchgesetzt hat (§214). Auch Cinggis Qan selbst wird einmal von einer Frau, nämlich der Dienerin Qo’aqcin, gerettet. Sie warnt ihn vor den angreifenden Merkit und ermöglicht ihm so die Flucht (§98ff). Cinggis Qan erkennt ihre Tat an und dankt ihr.
Man kann aus der GG eine Art Idealbild einer Frau aus der gehobenen Schicht in der Mongolei des 13. Jahrhunderts ableiten. Die meisten dieser Tugenden finden sich auch in der europäischen Literatur dieser Zeit: Frauen sollten schön, lebenstüchtig und auch mutig sein44 Das Schönheit auch bei Männern geschätzt wurde, läßt sich ebenfalls auch in europäischer Literatur des Mittelalters finden. Interessant ist die Tatsache, daß auch von Frauen die Treue gegenüber dem Herrscher erwartet wird und auch belohnt wird.
Insgesamt scheinen die Frauen der mongolischen Oberschicht ein recht gleichberechtigtes Leben geführt zu haben. Es gab für sie anscheinend weder die völlige Isolation wie für chinesische Frauen der Zeit, noch die Reduzierung auf eine eingeschränkte Rolle wie im zeitgenössischen Europa.
Als Ergänzung zu diesem Thema ließe sich anmerken, daß Pavel Poucha der Ansicht ist, daß sich in der GG Spuren einer früheren matriarchalisch organisierten Gesellschaft finden lassen.45 Der stärkste Hinweis dürfte der sein, daß einige Stämme Namen mit femininer Endung tragen, und auch einige tatarische Männernamen enden feminin wie z.B. Temüjin. In §202 wird von den Mongolen als „Mongqoljin-ulus“ gesprochen. Poucha übersetzt diese Stelle mit „das Volk der Mongolin“46. Manfred Taube hingegen übersetzt hier „Volk[...] der Mongqol“47.
Obwohl die GG in viele Bereiche des täglichen Lebens in der Mongolei des 13. Jahrhunderts und in die politischen und militärischen Vorgänge unter Cinggis Qan und seinem Sohn Ögedei Klarheit bringt, gibt es auch einiges worüber die GG nichts sagt. Dazu gehört auch der Tod Cinggis Qans. Soviel die GG über sein Leben und seine Funktion als Herrscher und Eroberer aussagt, so wenig erfährt man über seinen Tod. Es scheint verwunderlich, daß ein so wichtiges Ereignis wie der Tod des Herrschers kaum erwähnt wird. Man kann wohl davon ausgehen, daß die näheren Umstände des Todes absichtlich geheim gehalten wurden. In der GG finden sich kaum zwei Sätze dazu: „Er kam und vernichtete das Tang’ut-Volk, und im Schweine-Jahr stieg Cinggis Qahan zum Himmel auf. Nach seinem Aufsteigen gab man einen großen Teil des Tang’ut-Volkes der Yesüi Qadun.“ (§268).
Es wird also nur das Todesjahr genannt als ein Jahr des Schweines, welches Wissenschaftler auf 1227 datieren konnten. Da Cinggis Qan offensichtlich starb, nachdem er die Tanguten besiegt, aber anscheinend bevor das Volk der Tanguten verteilt worden war, dürfte er noch auf deren Gebiet gestorben sein. Es stellen sich also vor allem Fragen nach der genauen Todesursache, dem Todestag, dem Ort seines Todes und dem Ort seiner Beerdigung
Es gibt viele Spekulationen über die Todesursache. Eine mögliche These lautet, daß Cinggis Qan an den Folgen des Sturzes vom Pferd im Herbst des Jahres 1226 starb. Nach dem Sturz litt er unter Fieber und es wird angenommen, daß er sich eine Infektion zuzog, an der er schließlich starb. Tatsächlich erhob er sich schon wieder, als er noch Fieber hatte, um sich nicht vorwerfen zu lassen, er sei feige (§265). Er kurierte seine Krankheit also nicht vollständig aus, so daß ein späterer Rückfall denkbar wäre. Anderen Quellen zufolge starb er an Malaria oder einer anderen Infektion. Wieder andere Quellen berichten, er sei an einer Schußwunde gestorben. Eine andere These, die auch das Verschweigen der Todesursache in der GG erklären würde, lautet, daß Cinggis Qan ermordet wurde. Der Chronik Erdenin Tobchi nach wurde Cinggis Qan von Gürbelzin-gua, der Frau des Tanguten-Fürstes, während des Beischlafs an seinem Geschlechtsorgan so schwer verletzt, daß er daran starb. Ihre Tat würde sich als Racheakt für die Abschlachtung des Tanguten-Volkes erklären lassen.
Es wurden drei mögliche Todestage überliefert: der 18. August nach der persischen Quelle History of the World Conqueror, die zwischen 1252-60 von Ata-Malik al-Guvaini niedergeschrieben wurde, der 25. August nach dem persischen Werk Collection of Histories, welches von Rashid ad-Din zwischen 1301-11 abgefaßt wurde, und der 28. August, wenn man der zwischen 1369-70 verfaßten chinesischen Quelle Yuan Shih folgt. Eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Daten lautet, daß sie durch Verwendung unterschiedlicher Kalender entstanden sind. Al-Guvaini bediente sich in seinem Werk wohl des islamischen Kalenders, während ad-Din zur Datierung den uigurischen Kalender benutzte. Auch der chinesische Kalender, der für das Yuan Shih herangezogen wurde, muß nicht zwingend mit dem damaligen mongolischen Kalender übereingestimmt haben, zumal das Werk erst etwa hundert Jahre nach Cinggis Qans Tod niedergeschrieben wurde. Eine andere mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Datierungen wäre, daß Cinggis Qan am 18. erkrankte und am 25. August verstarb. Eine weitere Möglichkeit wäre die, daß er am 18. August starb, aber erst am 25. August begraben wurde. Da man weiß, daß Cinggis Qans Leichnam vor seinem Begräbnis auf jeden Fall noch transportiert wurde, bietet sich die letzte Variante an.
Nach der GG weiß man nur, daß Cinggis Qan auf dem Gebiet der Tanguten starb. Zu dem genauen Ort seines Todes finden sich ebenfalls in verschiedenen Quellen verschiedene Angaben. Eine Möglichkeit, die in verschiedenen Chroniken erwähnt wird, ist die tangutische Stadt Türemgei Balgasun. Man weiß aber, daß Cinggis Qan bis Mitte Juli am Fuß des Berges Liu fan shan lagerte, von wo aus er dann weiter nach Süden bis zu dem Ort Cing Shüi siyan (u) si ziyen zog. Wenn Cinggis Qan tatsächlich in der Stadt Türemgei Balgasun starb, so muß er in weniger als einem Monat 300 km nach Norden zurückgelegt haben, um in eine Stadt zu gelangen, die er schon erobert hatte und entgegen seinen Plänen, weiter in den Süden vorzudringen. Einige Quellen berichten, daß Cinggis Qans Leichnam nahe an der Stadt vorbei transportiert wurde, so daß hierin vielleicht die Ursache für die Vermutung liegt, daß Türemgei Balgasun der tatsächliche Ort des Todes sei. Eine weitere Möglichkeit, die das Yuan Shih liefert, ist der Ort Sagari keker-e. Dieser Ort müßte den Nachforschungen einiger Wissenschaftler zufolge allerdings am Kherlen liegen. Nun ist es aber völlig unmöglich, daß Cinggis Qan innerhalb eines Monates eine solche Strecke zurückgelegt haben könnte. Man ist zu dem Schluß gelangt, daß der Ortsname Sagari keker-e vielleicht einen anderen Platz bezeichnet, der am Berg Liu fan shan lag. Tatsächlich wird auch dieser Berg in einigen Quellen als der Ort bezeichnet, an dem Cinggis Qan starb. Die oben benannte Stadt Cing Shüi siyan (u) si ziyen liegt am Fuße dieses Berges, so daß es sich also letztenendes die Annahme anbietet, daß Cinggis Qan an diesem Ort starb und sein Leichnam dann an der Stadt Türemgei Balgasun vorbei geführt wurde. Es gilt als sicher, daß versucht wurde, seinen Leichnam ins mongolische Kernland am Kherlen zu transportieren. Da er im Hochsommer verstorben war, dürfte sich dieses Unterfangen bald als unmöglich herausgestellt haben. Tatsächlich ist einigen Chroniken zu entnehmen, daß sein Leichnam bald darauf verbrannt wurde und nur die Überreste ins Kernland gebracht wurden.
Ein weiteres Rätsel, das bis heute noch nicht gelüftet werden konnte, betrifft den Bestattungsort. So haben in den letzten Jahren einige große Expeditionen erfolglos versucht, das Grab Cinggis Qans zu finden. Dem Chronik Rashid ad-Din und dem Lu Altan Tobchi zufolge kann man davon ausgehen, daß Cinggis Qan schon zu Lebzeiten bestimmt hat, daß er an einem sonnigen Südhang des Burqan Qaldun im Khentii Gebirge beerdigt wird.
Wiederum werden sich alle diese Fragen erst dann mit Bestimmtheit beantworten lassen, wenn eindeutige Quellen gefunden werden.
Die enorme Bedeutung der GG für die Mongolistik beruht vor allem auf ihrer Einzigartigkeit. Es handelt sich um die einzige wirklich mongolische Chronik des 13. Jahrhunderts. Die GG ermöglicht daher dem Wissenschaftler, die historischen Ereignisse um Cinggis Qan aus der Sicht der Mongolen zu sehen. Sie bietet dadurch besonders genaue Einsicht in die mongolische Herrscherfamilie. Der Vergleich mit chinesischen oder persischen Quellen liefert nicht nur zusätzliche Informationen, mit deren Hilfe man manche Lücke im historischen Ablauf schließen kann, sondern eine solche Gegenüberstellung läßt auch interessante Rückschlüsse auf das Verhältnis der Völker zueinander zu. Finden sich beispielsweise in einer bestimmten Quelle an einer besonderen Stelle auffallende Lücken in der Chronologie, so könnte dies unter Umständen darauf hindeuten, daß hier etwas vertuscht werden sollte.
Die GG liefert aber auch wertvolle Hinweise auf das Leben in der Steppe im 13. Jahrhundert und die damalige mongolische Gesellschaftsstruktur. Man erfährt, wie die Menschen wohnten, welche Kleidung sie trugen, wie sie sich fortbewegten und vieles mehr. Weiterhin ist die GG ein Zeugnis für die damalige mongolische Sprache. Der Zugang zu ihr ist zwar durch den Umstand, daß kein Exemplar in mongolischer Schrift überliefert ist, sehr erschwert worden, aber inzwischen ist der mongolische Originaltext wohl ziemlich exakt wiederhergestellt. Und so erfährt man nicht nur etwas über die Grammatik dieser Sprache etwas sondern auch über ihren Stil. Es läßt sich z.B. untersuchen, wer sich unter welchen Umständen einer gehobenen Sprache bediente.
Die GG zeugt aber auch von der literarischen Kultur in der Mongolei des 13. Jahrhunderts. So enthält sie unzählige verschiedene Lied- und Gedichtformen wie Lehrgedichte, Klagelieder, Loblieder oder poetische Schwurformeln.
Eine weitere Besonderheit der GG liegt darin, daß sie - im Gegensatz zu den späteren mongolischen Chroniken - noch nicht vom Buddhismus beeinflußt ist. Die Mongolen waren damals noch Anhänger des Schamanismus, der dann auch in die GG Eingang gefunden hat.
Die GG nimmt also in mehrfacher Hinsicht eine absolute Sonderstellung ein unter den mongolischen Chroniken und anderen Quellen der Zeit.
- Bat-Otchir Bold: The Secret of the Death of Cingis Khan. In: NIASnytt 3 (1998). S. 15-20.
- Gaadamba, Sch.: Mongqol-un niguca tobcayan. Ulaanbaatar: Ulsyn qevlelijn gazar 1990.
- Gaadamba, Sch.: Mongolyn nuuc tovcoo. Ulaanbaatar: Ulsyn qevlelijn gazar 1990 (4.Aufl.).
- Gaadamba, Sch.: Mongolyn nuuc tovcoony sudlalyn zarim asuudal. Ulaanbaatar: Ulsyn qevlelijn gazar 1990.
- Haenisch, Erich: Die Geheime Geschichte der Mongolen. Leipzig: Otto Harrassowitz 1948 (2.verbesserte Aufl.)
- Heissig, Walter: Die Mongolen. Ein Volk sucht seine Geschichte. Bindlach: Gondrom 1989 (Sonderausgabe).
- Pelliot, Paul: Histoire secrète des Mongols. Paris: Librairie d’Amerique et d’Orient 1949.
- Poucha, Pavel: Die Geheime Geschichte der Mongolen. Als Geschichtsquelle und Literaturdenkmal. Prag: Nakladatelství Cesloskovenské Akademie Ved 1956 (4.Aufl.).
- Schöne, Uta: Einige Bemerkungen zum Frauenbild in der „Geheimen Geschichte der Mongolen“. In: Altaica Berolinensia (1993). S. 223-227.
- Taube, Manfred: Geheime Geschichte der Mongolen. Herkunft, Leben und Aufstieg Cinggis Qans. Leipzig: Gustav Kiepenheuer Verlag 1989.
1 Im Folgenden wird für den Titel „Geheime Geschichte der Mongolen“ die Abkürzung GG verwendet.
2 Haenisch, Erich: Die Geheime Geschichte der Mongolen. Leipzig: Otto Harrassowitz 1948 (2. Verbesserte Auflage). S. IX.
3 Manfred Taube: Geheime Geschichte der Mongolen. Herkunft, Leben und Aufstieg Cinggis Qans. Leipzig: Gustav Kiepenheuer Verlag 1989. S. 5. Alle Übersetzungen der GG ins Deutsche werden aus dieser Ausgabe zitiert.
4 Die Borjigid stellten einen Clan innerhalb der Mongqol dar.
5 Bedeutender Stamm unter den Steppenvölkern, zu dem auch der Clan der Borjigid zählte.
6 Die Tataren hatten ihre Weidegebiete weit im Osten. Sie hatten in der Mitte des 12. Jahrhunderts eine Art Vormachtstellung unter den Steppenvölkern.
7 Mongolische Bezeichnung für die Jin-Dynastie, die von1115 bis 1234 in Nordchina herrschte.
8 Die Kiyan sind eine Sippe innerhalb des Clans der Borjigid innerhalb des Volkes der Mongqol.
9 Ihr Weideland lag an der mittleren und unteren Selengge.
10 Dieser Hügel liegt am Zusammenfluß von Onon und Baldsch.
11 Man nimmt an, daß Temüjin 1167, frühestens aber 1155, geboren wurde.
12 Taube, S. 18.
13 Nach unserer Rechnung war er acht Jahre alt, da wir die Schwangerschaft nicht mitzählen.
14 Die Olqunu’ut waren ein Clan des Stammes der Onggirat und in der Ostmongolei ansässig.
15 Der Burqan Qaldun ist ein Berg im Khentii-Gebirge, der als Heiligtum und Beschützer verehrt wurde. Siehe dazu auch §103 der GG.
16 Das Weidegebiet der Kereit lag an den Flüssen Orchon und Tula. Sie nahmen unter den Steppenvölkern eine höhere Bildungsstufe ein und unter ihnen waren Anhänger des nestorianischen Glaubens. Der erwähnte To’oril Qan wurde in Europa unter dem Namen ,Johannes der Täufer’ berühmt.
17 Hiermit ist die Stammfamilie gemeint, das Volk wurde meistens verschont und versklavt.
18 Über den Ursprung des Wortes ,Cinggis’ herrscht einige Unklarheit. Nach Vladimirzov könnte es sich um den Namen eines Lichtgeistes handeln. Eine andere Erklärung lautet, daß das Wort von dem chinesischen ,ch’eng’ für ,treu, wahr’ abgeleitet ist. Cinggis Qahan wäre dann also der ,richtige Herrscher’.
19 Taube, S. 59. Hier tritt erstmals der Erzähler der GG in Erscheinung und gibt zu erkennen, daß er zu den Mongqol gehört.
20 Hier handelt es sich um den ,Grenzbefrieder’ der nordchinesichen Kitat, die ihrerseits Probleme mit den Tatar hatten.
21 Taube, S. 63-64.
22 Später wurde er Sigi Quduqu genannt. Man nimmt an, daß er der Verfasser der GG war.
23 Taube, S. 67. Es handelt sich um das Jahr 1201 und gleichzeitig um die erste Datierung innerhalb der GG.
24 Der Titel „Gür Qan“ bedeutet soviel wie „Allgemeiner Qan“ oder „Universalherrscher“.
25 Das bedeutet, daß nur diejenigen überlebten, die unter der Achse eines mongolischen Karren durchgehen konnten. Dies waren allerdings nur Kinder, die dann meist als Diener behalten wurden.
26 Das Weidegebiet der Naiman lag zwischen Changchai- und Altai-Gebirge. Sie waren das gebildetste Volk der Steppe. Als erste bedienten sie sich einer Schrift, der uigurischen. Auch unter ihnen gab es nestorianische Christen.
27 Die Grundlage hierfür bindet die Schwurbruderschaft zwischen Ong Qan und Yesügei Ba’atur, durch die Cinggis Qahan praktisch schon zum Neffen Ong Qans wurde.
28 Taube, S. 136. Nun wird Cinggis Qahan also zum Herrscher aller Steppenvölker ernannt, während er vorher der Herrscher der Mongγol war.
29,Gui Ong’ bedeutet übersetzt ,Prinz des Reiches’.
30 Das Amt des ,Beki’ stimmt in seiner Bedeutung ungefähr mit einem Oberpriester oder Hofwahrsager überein.
31 Nach anderen Quellen fand der Feldzug gegen die Tanguten bzw. Qasin schon um 1209 statt.
32 Die Jürcet waren ein mandschurisches Volk. Auch hier stimmen die Angaben der GG nicht mit anderen Quellen überein, nach denen Muqali 1215 Beiging, das heutige Daming in Liaoning, eroberte, 1216 die Jürcet bezwang und erst 1217 in die Mongolei zurückkehrte.
33 Das Sarta’ul-Volk steht hier für das Reich von Choresm.
34 Nach chinesischen Quellen kehrte Tolui zusammen mit Ögedei in die Mongolei zurück und starb erst Ende 1232 an Trunksucht.
35 Schon vorher gab es die enorm schnellen Postreiter, die sich aber bis dato von er Bevölkerung hatten ,durchfüttern’ lassen.
36 Taube, S. 217.
37 Als Yuan-Dynastie wurde die Zeit der mongolischen Kaiser von chinesischer Seite aus bezeichnet. Sie dauerte bis 1368.
38 Rashid ad-Din lebte von 1247 bis 1318 und fungierte u.a. als Geschichtsschreiber der persischen Il-Qane.
39 Man nimmt an, daß dieser Teil, daß heißt die Paragraphen 269 bis 281, später - wahrscheinlich im 13. Jahrhundert - an einen Text angefügt wurde, der den Titel „Die Herkunft Cinggis Qans“ trug.
40 Chin.: „Huayi yiyu“.
41 Chin.: „Hanlin Yuan“.
42 Erich Haenisch prägte für diesen Text den Ausdruck „Paraphrase“, der auch in dieser Arbeit verwendet wird.
43 Diese Sammlung, die zwischen 1403-08 aufgezeichnet wurde, enthielt in 22937 Bänden sämtliche wichtigen Werken aus Literatur, Philosophie, Geschichtswissenschaften und der Kunst.
44 Siehe hierzu z.B. die Darstellung der Enite in Hartmann von Aues „Erec“.
45 Siehe: Poucha: Die Geheime Geschichte der Mongolen. Als Geschichtsquelle und Literaturdenkmal. Prag: Nakladatelství Ceskoslovenské Akademie Ved 1956 (4. Aufl.).
46 Poucha, S. 41.
47 Taube, S. 137.
Jule Lena Nowoitnick (Autor)
V106511
Geheime Geschichte Mongolen
Jule Lena Nowoitnick (Autor), 2002, Die Geheime Geschichte der Mongolen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/106511
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References: §239
 §247
 § 203
 § 268
 § 282
 § 269
 §203
 §265
 §199
 §198
 §202
 §103