Source: http://docplayer.org/27745384-8-kontrollfragen-stand-januar-2013.html
Timestamp: 2018-11-21 02:14:19+00:00

Document:
8. Kontrollfragen; Stand Januar PDF
Download "8. Kontrollfragen; Stand Januar 2013"
1 8. Kontrollfragen; Stand Januar Kontrollfragen: Organisation und Verfahren 1. Wer ist mit der Durchführung der Ergänzungsleistungen betraut? Ist dies in allen Kantonen gleich? 2. Wonach richtet sich die örtliche Zuständigkeit für die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen? Wo ist dies im ELG geregelt? 3. Wo und in welcher Form ist ein Gesuch um EL einzureichen? 4. Wozu wurden die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV geschaffen und was wäre die Folge einer Abschaffung? Stand: Seite 57 von 78
2 5. Wie werden die EL finanziert? 6. Was versteht man unter dem Begriff der periodischen Überprüfung? Was ist der Sinn, und wie häufig wird sie durchgeführt? 7. Ist eine alleinstehende EL beziehende Person verpflichtet, der Durchführungsstelle Meldung zu machen, wenn ihr der Mietzins von 950 Franken auf Franken pro Monat erhöht wurde? 8. Die Berechnung ergibt einen EL-Anspruch von monatlich Fr a) Um was für eine Art der Leistung gemäss ATSG handelt es sich? b) Genügt eine mündliche Mitteilung der Durchführungsstelle über die Höhe des Anspruchs (begründen)? Stand: Seite 58 von 78
3 8.2 Kontrollfragen: Anspruch 9. Welches sind die Bestandteile der Ergänzungsleistungen? 10. Wie hoch ist der Mindestanspruch auf Ergänzungsleistungen? Was soll mit dem Mindestanspruch garantiert werden? 11. Welches sind die Höchstbeträge für den laufenden Anspruch, welche ab 1. Januar 2013 für die Ergänzungsleistungen ausgerichtet werden können? 12. Frau Kündig meldet am 5. Januar 2011, dass sie seit Oktober 2010 einen tieferen Mietzins bezahlt. Was hat die Durchführungsstelle vorzunehmen? Stand: Seite 59 von 78
4 8.3 Kontrollfragen: Ausgaben 13. Nennen Sie die ab 1. Januar 2013 gültigen Beträge für den allgemeinen Lebensbedarf für: a) Alleinstehende b) Ehepaare c) Waisen / Kinder 14. Wie hoch ist der gesamte Lebensbedarf für die Witwe Caroline Schneuzer, mit ihren drei schulpflichtigen Kindern? 15. In welcher Höhe kann der Mietzinsabzug in folgenden vier Fällen angerechnet werden (Es wird angenommen, im zuständigen Kanton wären die gesetzlichen Höchstbeträge zulässig): a) AHV- oder IV-Rentner, Bruttomiete Franken pro Monat? b) AHV- oder IV-Ehepaar, Bruttomiete Franken pro Monat? c) Invalider Alleinstehender, lebt mit nicht invalider Freundin zusammen, Bruttomiete 750 Franken pro Monat? d) Betagtes Ehepaar, eigene Liegenschaft mit einem Eigenmietwert von 9'600 Franken pro Jahr? Stand: Seite 60 von 78
5 16. Die 55 -jährige alleinstehende IV-Rentnerin A ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Für ihre rollstuhlgängige Wohnung hat sie einen monatlichen Bruttomietzins von Fr zu bezahlen. Der zuständige Kanton hat für die Mietzinsausgaben den gemäss ELG höchstmöglichen Betrag vorgesehen. Berechnen Sie den zulässigen Mietzinsabzug (Lösungsweg aufzeigen). Stand: Seite 61 von 78
6 8.4 Kontrollfragen: Einnahmen 17. Wie hoch sind die Vermögensfreibeträge gem. ELG: a) für Alleinstehende? b) für Ehepaare? c) für Kinder / Waisen (für Kind) 18. Wie hoch ist der Vermögensverzehr für a) Betagte? b) Hinterlassene? c) Invalide? 19. Herr M.G. ist 41 Jahre alt, alleinstehend und bezieht bei einem Invaliditätsgrad von 56 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Er selber behauptet, nicht arbeiten zu können, was der Arzt und die Invalidenversicherung allerdings nicht bestätigen. Ist ihm grundsätzlich noch ein Erwerbseinkommen anzurechnen? Wenn ja, wie viel beträgt der anrechenbare Teil des Erwerbseinkommens? Stand: Seite 62 von 78
7 20. Herr Züger, 70 -jähriger AHV-Rentner, meldet sich für Ergänzungsleistungen an. Bei der Anmeldung deklariert Herr Züger pflichtbewusst, dass er im Juni 2009 seinem Sohn als Erbvorbezug Fr. 90' geschenkt habe. Wie ist dieses Vermögen per 1. Januar 2013 bei der EL-Berechnung zu berücksichtigen? Lösungsweg aufzeigen 21. Weshalb sind nicht selbstbewohnte Liegenschaft zum Verkehrswert zu berücksichtigen und was versteht man darunter? 22. Der Eigenmietwert einer Liegenschaft beträgt 9'600 Franken. Die jährlichen Hypothekarzinsen 3'600 Franken. Es werden jährliche Unterhaltskosten von 4'000 Franken geltend gemacht. Wie hoch ist der anrechenbare Liegenschaftenwert (im zuständigen Kanton betragen die Unterhaltskosten 20% vom Bruttoertrag). Stand: Seite 63 von 78
8 23. Wie hoch ist der Vermögensverzehr bei einem IV-Ehepaar, wenn folgende Vermögenswerte vorhanden sind: Barvermögen (Bank- und PC-Konti) selbstbewohnte Liegenschaft Hypothekarschulden Frau Anna Meier teilt der Durchführungsstelle mit, dass sie in der vergangenen Woche ihr Haus auf den Sohn überschrieben hätte. Dies habe ihr, der vor vier Jahren verstorbene Ehemann noch auf dem Sterbebett ans Herz gelegt. Nun habe sie seinen Wunsch erfüllt. Leider seien für sie somit Vermögen und Mietzinseinnahmen weggefallen, weshalb sie ein Gesuch um EL stelle. Sie selber wohne in einer Mietwohnung. a) Nehmen Sie das Gesuch überhaupt an? Stand: Seite 64 von 78
9 b) Ist die Liegenschaft überhaupt noch in die Berechnung einzubeziehen? Wenn ja, mit welchem Wert? Wir gehen davon aus, dass die Liegenschaft einen Steuerwert von Franken hat und aufgrund einer Verkehrswertschätzung sogar Franken wert ist. Die Hypothekarschulden betragen Franken. 25. Frau Anna Gemper, 64 Jahre alt geschieden, hat laut Scheidungsurteil lebenslang Alimente in der Höhe von 350 Franken monatlich mit Wirkung ab zu gut. Die Alimente sind indexiert und verändern sich jeweils nach dem Konsumentenpreisindex. Frau Gemper bezieht diese allerdings nicht. Sie gibt an, der gesch. Mann habe die Alimente nie bezahlt und da sie keine Lämpen mehr wolle, habe sie auch nie mehr etwas dagegen unternommen. Kann die Durchführungsstelle dies so akzeptieren? Stand: Seite 65 von 78
10 8.5 Kontrollfragen: Krankheitskosten 26. Für welche Kostenarten kann den EL-Anspruchsberechtigte neben der jährlichen Ergänzungsleistung eine Vergütung erfolgen? 27. Muss eine allfällige Hilflosenentschädigung bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung berücksichtigt werden? 28. Ein alleinstehender IV-Rentner weist bei der EL-Berechnung einen Einnahmenüberschuss von Fr aus. Er macht Zahnbehandlungskosten von Franken geltend. Es handelt sich dabei um eine einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Behandlung. Ist eine Vergütung möglich? Wenn ja, wie viel? 29. Der hoch betagte Egon Wunderli, wohnt in der Alterssiedlung und bezieht seit Jahren EL. Er hat immer hohe Arzt und Arzneikosten. Welche Krankheitskosten kann er geltend machen? Muss er bei der Geltendmachung irgendwelche Fristen beachten? Stand: Seite 66 von 78
11 9. Lösungen Kontrollfragen; Stand Januar Lösungen Kontrollfragen: Organisation und Verfahren 1. Wer ist mit der Durchführung der Ergänzungsleistungen betraut? Ist dies in allen Kantonen gleich? Die Durchführung der EL ist Sache der Kantone. Gemäss Art. 21 ELG können die Kantone die kantonalen Ausgleichskassen mit dieser Aufgabe betrauen. Die Durchführung wird nicht in allen Kantonen gleich gehandhabt. So sind im Kanton Zürich, Basel-Stadt und Genf die Gemeinden mit der Durchführung betraut. 2. Wonach richtet sich die örtliche Zuständigkeit für die Ausrichtung von Ergänzungsleistungen? Wo ist dies im ELG geregelt? Die Zuständigkeit ist in Art. 21 ELG geregelt. Die Festsetzung und Auszahlung der Ergänzungsleistungen obliegt dem Kanton, in dem der Bezüger seinen Wohnsitz hat. Gemäss Art. 13 Abs. 1 ATSG ist der zivilrechtliche Wohnsitz massgebend. 3. Wo und in welcher Form ist ein Gesuch um EL einzureichen? Das Gesuch ist in der Regel bei der AHV-Zweigstelle des Wohnortes einzureichen. Art. 20 ELV schreibt grundsätzlich die schriftliche Form vor. Mit dem Hinweis, dass Art. 67 Abs. 1 AHVV sinngemäss anwendbar sei, wird auch die Einreichungsstelle bezeichnet. 4. Wozu wurden die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV geschaffen und was wäre die Folge einer Abschaffung? Um den verfassungsmässigen Auftrag (angemessene Deckung des Existenzbedarfs bei Rentnern) zu erfüllen. Entweder müssten die Renten massiv erhöht werden, oder die Sozialhilfe müsste ausgebaut werden, um die Aufgaben der EL übernehmen zu können. Stand: Seite 67 von 78
12 5. Wie werden die EL finanziert? Die jährlichen Ergänzungsleistungen werden zu fünf Achteln vom Bund (bei Heim- und SpitalbewohnerInnen nur soweit die Aufwendungen nicht im direkten Zusammenhang mit dem Heim- oder Spitalaufenthalt stehen) und zu drei Achteln von den Kantonen getragen. Der Bund beteiligt sich nicht an den Vergütungen von Krankheits- und Behinderungskosten. Art. 13 und 16 ELG 6. Was versteht man unter dem Begriff der periodischen Überprüfung? Was ist der Sinn, und wie häufig wird sie durchgeführt? Artikel 30 ELV. Mit der periodischen Überprüfung werden die wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse der Anspruchsberechtigten regelmässig geprüft. Die periodische Überprüfung findet mindestens alle vier Jahre statt. 7. Ist eine alleinstehende EL beziehende Person verpflichtet, der Durchführungsstelle Meldung zu machen, wenn ihr der Mietzins von 950 Franken auf Franken pro Monat erhöht wurde? Art. 24 ELV schreibt vor, dass eine EL beziehende Personen von jeder Änderung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse Meldung zu erstatten hat. Würde die EL beziehende Person im vorliegenden Fall aber die Meldepflicht verletzen, so würde sie dies zu ihrem eigenen Schaden tun. Anders wäre es, wenn es sich um eine Mietzinssenkung handeln würde. 8. Die Berechnung ergibt einen EL-Anspruch von monatlich Fr c) Um was für eine Art der Leistung gemäss ATSG handelt es sich? Es handelt sich um eine Geldleistung (Art 15 ff. ATSG) d) Genügt eine mündliche Mitteilung der Durchführungsstelle über die Höhe des Anspruchs (begründen)? Nein, es braucht eine schriftliche Verfügung mit Rechtsmittelbelehrung, da die jährlichen Ergänzungsleistungen erheblich sind (Art. 49 ATSG). Stand: Seite 68 von 78
13 9.2 Lösungen Kontrollfragen: Anspruch 9. Welches sind die Bestandteile der Ergänzungsleistungen? Gemäss Art. 3 ELG bestehen die EL aus a) der jährlichen Ergänzungsleistung, welche monatlich ausbezahlt wird; b) der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten. 10. Wie hoch ist der Mindestanspruch auf Ergänzungsleistungen? Was soll mit dem Mindestanspruch garantiert werden? Berechtigte von jährlichen Ergänzungsleistungen erhalten einen Gesamtbetrag, der mindestens der Höhe der Prämienverbilligung entspricht, auf die sie Anspruch haben (Art. 26 ELV). Mit dem Mindestanspruch soll gewährleistet sein, dass die EL-Anspruchsberechtigten mindestens Ergänzungsleistungen in der Höhe der Prämienverbilligung erhalten (Art. 26 ELV). Oder: Berechtigte von jährlichen Ergänzungsleistungen erhalten einen Mindestanspruch auf Ergänzungsleistungen, welcher der kantonalen Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenversicherung entspricht. 11. Welches sind die Höchstbeträge für den laufenden Anspruch, welche ab 1. Januar 2013 für die Ergänzungsleistungen ausgerichtet werden können? Die Höchstbeträge wurde ab 1. Januar 2008 aufgehoben. 12. Frau Kündig meldet am 5. Januar 2011, dass sie seit Oktober 2010 einen tieferen Mietzins bezahlt. Was hat die Durchführungsstelle vorzunehmen? Der Anspruch auf Ergänzungsleistungen ist rückwirkend neu zu berechnen und die Durchführungsstelle hat einen Rückerstattungsentscheid zu erlassen. Stand: Seite 69 von 78
14 9.3 Lösungen Kontrollfragen: Ausgaben 13. Nennen Sie die ab 1. Januar 2013 gültigen Beträge für den allgemeinen Lebensbedarf für: a) Alleinstehende b) Ehepaare c) Waisen / Kinder Wie hoch ist der gesamte Lebensbedarf für die Witwe Caroline Schneuzer, mit ihren drei schulpflichtigen Kindern? 19'210 & 10'035 & 10'035 & 6'690 = 45' In welcher Höhe kann der Mietzinsabzug in folgenden vier Fällen angerechnet werden: a) AHV- oder IV-Rentner, Bruttomiete Franken pro Monat? Maximal zulässiger Betrag für Alleinstehende b) AHV- oder IV-Ehepaar, Bruttomiete Franken pro Monat? Maximal zulässiger Betrag für Ehepaare c) Invalider Alleinstehender, lebt mit nicht invalider Freundin zusammen, Bruttomiete 750 Franken pro Monat? 750 : 2 x 12 = d) Betagtes Ehepaar, eigene Liegenschaft mit einem Eigenmietwert von 9'600 Franken pro Jahr? Eigenmietwert 9'600 + Nebenkostenpauschale 1'680 Art. 16a ELV = 11'280 Stand: Seite 70 von 78
15 16. Die 55 -jährige alleinstehende IV-Rentnerin A ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Für ihre rollstuhlgängige Wohnung hat sie einen monatlichen Bruttomietzins von Fr zu bezahlen. Der zuständige Kanton hat für die Mietzinsausgaben den gemäss ELG höchstmöglichen Betrag vorgesehen. Berechnen Sie den zulässigen Mietzinsabzug (Lösungsweg aufzeigen). Jährlicher Bruttomietzins (12 x Fr ) Maximalbetrag ungedeckte Mietzinskosten ( ) 1'200 Zulässiger Mietzinsabzug somit 14'400 Stand: Seite 71 von 78
16 9.4 Lösungen Kontrollfragen: Einnahmen 17. Wie hoch sind die Vermögensfreibeträge gem. ELG: a) für Alleinstehende? b) für Ehepaare? c) für Kinder / Waisen (für Kind) Wie hoch ist der Vermögensverzehr für a) Betagte? 1/10 b) Hinterlassene? 1/15 c) Invalide? 1/ Herr M.G. ist 41 Jahre alt, alleinstehend und bezieht bei einem Invaliditätsgrad von 56 % eine halbe Rente der Invalidenversicherung. Er selber behauptet, nicht arbeiten zu können, was der Arzt und die Invalidenversicherung allerdings nicht bestätigen. Ist ihm grundsätzlich noch ein Erwerbseinkommen anzurechnen? Wenn ja, wie viel beträgt der anrechenbare Teil des Erwerbseinkommens? Herr M.G. ist ein gestützt auf Art. 14a Abs. 2 ELV festgelegtes Mindesterwerbseinkommen anzurechnen. Der anrechenbare Teil beträgt: Mindesterwerbseinkommen bei IV-Grad von 56 % abzüglich Freibetrag für Alleinstehende '210 anrechenbar 2/3 von 18' Stand: Seite 72 von 78
17 20. Herr Züger, 70 -jähriger AHV-Rentner, meldet sich für Ergänzungsleistungen an. Bei der Anmeldung deklariert Herr Züger pflichtbewusst, dass er im Juni 2009 seinem Sohn als Erbvorbezug Fr. 90' geschenkt habe. Wie ist dieses Vermögen per 1. Januar 2013 bei der EL-Berechnung zu berücksichtigen? Lösungsweg aufzeigen Erbvorbezug Stand per 1. Januar 2010 (unverändert) erstmalige Reduktion per 1. Januar Stand per 1. Januar Stand per 1. Januar Weshalb sind nicht selbstbewohnte Liegenschaft zum Verkehrswert zu berücksichtigen und was versteht man darunter? Die steuerliche Bewertung einer Liegenschaft liegt i.d.r. unter ihrem tatsächlichen Wert. Da es sich jedoch um eine Vermögensanlage wie jede andere (z.b. Wertschriften) handelt, muss sie auch gleich, d.h. zu einem aktuellen Markt- oder Handelswert, berücksichtigt werden. 22. Der Eigenmietwert einer Liegenschaft beträgt 9'600 Franken. Die jährlichen Hypothekarzinsen 3'600 Franken. Es werden jährliche Unterhaltskosten von 4'000 Franken geltend gemacht. Wie hoch ist der anrechenbare Liegenschaftenwert (im zuständigen Kanton betragen die Unterhaltskosten 20% vom Bruttoertrag). Eigenmietwert (= Bruttoertrag) abzüglich Hypothekarzinsen abzüglich 20% vom Bruttoertrag von 9' = anrechenbarer Liegenschaftenertrag Stand: Seite 73 von 78
18 23. Wie hoch ist der Vermögensverzehr bei einem IV-Ehepaar, wenn folgende Vermögenswerte vorhanden sind: Barvermögen (Bank- und PC-Konti) selbstbewohnte Liegenschaft Hypothekarschulden Anrechnung Barvermögen (Bank- und PC-Konti) selbstbewohnte Liegenschaft abzüglich Hypothekarschulden abzüglich Liegenschaftenfreibetrag 112' Zwischentotal abzüglich Vermögensfreibetrag für Ehepaar Total anrechenbares Vermögen Vermögensverzehr 1/15 von 52' Frau Anna Meier teilt der Durchführungsstelle mit, dass sie in der vergangenen Woche ihr Haus auf den Sohn überschrieben hätte. Dies habe ihr, der vor vier Jahren verstorbene Ehemann noch auf dem Sterbebett ans Herz gelegt. Nun habe sie seinen Wunsch erfüllt. Leider seien für sie somit Vermögen und Mietzinseinnahmen weggefallen, weshalb sie ein Gesuch um EL stelle. Sie selber wohne in einer Mietwohnung. a) Nehmen Sie das Gesuch überhaupt an? Das Gesuch ist in jedem Fall entgegenzunehmen und rechtsgültig zu bearbeiten und gegebenenfalls abzuweisen. Eine Ablehnung ohne Bearbeitung oder Einverständnis des/r GesuchstellerIn wäre eine Rechtsverweigerung. Stand: Seite 74 von 78
19 b) Ist die Liegenschaft überhaupt noch in die Berechnung einzubeziehen? Wenn ja, mit welchem Wert? Wir gehen davon aus, dass die Liegenschaft einen Steuerwert von Franken hat und aufgrund einer Verkehrswertschätzung sogar Franken wert ist. Die Hypothekarschulden betragen Franken. Die Liegenschaft ist auf alle Fälle mit in das Vermögen einzubeziehen. Art. 11 Abs. 1 Bst. g ELG besagt, dass auch Vermögenswerte auf die verzichtet worden ist, als anrechenbare Einnahmen gelten. Und Art. 17 Abs. 5 ELV präzisiert, dass bei der entgeltlichen oder unentgeltlichen Entäusserung eines Grundstückes der Verkehrswert für die Prüfung, ob ein Vermögensverzicht vorliegt, massgebend ist. Somit präsentiert sich die Rechnung wie folgt: Verkehrswert 670'000 minus Hypothekarschuld 200'000 Nettoliegenschaftenvermögen 470' Frau Anna Gemper, 64 Jahre alt geschieden, hat laut Scheidungsurteil lebenslang Alimente in der Höhe von 350 Franken monatlich mit Wirkung ab zu gut. Die Alimente sind indexiert und verändern sich jeweils nach dem Konsumentenpreisindex. Frau Gemper bezieht diese allerdings nicht. Sie gibt an, der gesch. Mann habe die Alimente nie bezahlt und da sie keine Lämpen mehr wolle, habe sie auch nie mehr etwas dagegen unternommen. Kann die Durchführungsstelle dies so akzeptieren? Die Durchführungsstelle kann dies nicht akzeptieren. Frau Gemper verzichtet auf Einkünfte, die ihr rechtlich zustehen. Aufgrund von Art. 11 Abs. 1 Bst. g ELG werden die Basis-Alimente gemäss Konsumentenpreisindex erhöht und die Einnahmen angerechnet, wie wenn sie sie nach Scheidungsurteil erhielte. Nur wenn sie nachweisen kann, dass sie die Alimente nicht erhalten kann, weil sie den geschiedenen Ehemann erfolglos betrieben hatte, kann auf die Anrechnung verzichtet werden. Stand: Seite 75 von 78
20 9.5 Lösungen Kontrollfragen: Krankheitskosten 26. Für welche Kostenarten kann den EL-Anspruchsberechtigte neben der jährlichen Ergänzungsleistung eine Vergütung erfolgen? Zahnarztärztliche Behandlung; Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in Tagesstrukturen; ärztlich angeordnete Bade- und Erholungskuren Diät; Transporte zur nächstgelegenen Behandlungsstelle; Hilfsmittel; die Kostenbeteiligung nach Artikel 64 KVG (vgl. Art. 14 Abs. 1 ELG) 27. Muss eine allfällige Hilflosenentschädigung bei der Berechnung der jährlichen Ergänzungsleistung berücksichtigt werden? Die Hilflosenentschädigung muss nur dann angerechnet werden, wenn in der Tagestaxe eines Heims oder Spitals auch die Kosten für die Pflege einer hilflosen Person enthalten sind (Art. 15b ELV) 28. Ein alleinstehender IV-Rentner weist bei der EL-Berechnung einen Einnahmenüberschuss von Fr aus. Er macht Zahnbehandlungskosten von Franken geltend. Es handelt sich dabei um eine einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Behandlung. Ist eine Vergütung möglich? Wenn ja, wie viel? Gemäss Art. 14 Abs. 6 ELG haben Personen mit einem Einnahmenüberschuss Anspruch auf die Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten, wenn sie die übrigen Voraussetzungen nach Artikel 2 ELG erfüllen. Die Vergütung entspricht dem Betrag, um den die ausgewiesenen Kosten den Einnahmenüberschuss übersteigen; somit Fr. 20'000 minus Einnahmenüberschuss von Fr. 13'000 = vergütbar Fr. 7' Der hoch betagte Egon Wunderli, wohnt in der Alterssiedlung und bezieht seit Jahren EL. Er hat immer hohe Arzt und Arzneikosten. Welche Krankheitskosten kann er geltend machen? Muss er bei der Geltendmachung irgendwelche Fristen beachten? Stand: Seite 76 von 78
21 Herr Wunderli kann die Kostenbeteiligungen aus der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Franchise und Selbstbehalte) geltend machen. Für die Geltendmachung von Krankheits- und Behinderungskosten gilt eine Frist von 15 Monaten nach Rechnungsstellung Stand: Seite 77 von 78
Ergänzungsleistungen zur AHV/IV 01 / Geschichte und Bedeutung Geschichte und Bedeutung Gesetz 6
Inhaltsverzeichnis 1. Geschichte und Bedeutung 5 1.1 Geschichte und Bedeutung 5 1.2 Gesetz 6 1.2.1 Bundesgesetz über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (ELG) 6 1.2.2 Die Anwendbarkeit des ATSG 6 1.3
Anhang 3 Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) Entwurf vom Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel
FINANZIERUNG VON HOHEN LEBENSKOSTEN IM ALTER
FINANZIERUNG VON HOHEN LEBENSKOSTEN IM ALTER Inhalt 1. Einleitung 2. Finanzierung der Lebenskosten, Übersicht 3. Ergänzungsleistungen (EL) 3.1. Leistungen der EL, Allgemeines 3.2. Jährliche EL 3.3. Vergütung
Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) 1 831.30 vom 19. März 1965 (Stand am 28. März 2006) Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
Vortrag der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion an den Regierungsrat betreffend das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über
Vortrag der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion an den Regierungsrat betreffend das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
Verordnung des Regierungsrates zum Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
8. Verordnung des Regierungsrates zum Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung vom. Dezember 007 (Stand. Januar 06). Allgemeine Bestimmungen Zeitlich massgebende
Bundesgesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) 831.30 vom 6. Oktober 2006 (Stand am 1. Januar 2017) Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,
Vorlage an den Landrat des Kantons Basel-Landschaft. Anpassung Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (Vermögensverzehr)
Vorlage an den Landrat des Kantons Basel-Landschaft Titel: Anpassung Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (Vermögensverzehr) Datum: 11. Juni 2013 Nummer: 2013-202 Bemerkungen: Verlauf dieses Geschäfts Links:
Erläuterungen zur Verordnung vom 15. Januar über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung
Erläuterungen zur Verordnung vom 15. Januar 1971 1 über die Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELV) Ingress Anpassung der Verweisungen an das totalrevidierte Gesetz.
Hintergrundinformation 2/2015: Ergänzungsleistungen zur AHV/IV im Kanton Schwyz Bericht 2014
Hintergrundinformation 2/2015: Ergänzungsleistungen zur AHV/IV im Kanton Schwyz Bericht 2014 Schwyz, im Februar 2015 Rubiswilstrasse 8, Ibach/SZ, Telefon 041 819 04 25, Telefax 041 819 05 25, Postanschrift:
Vollzugsverordnung zum Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung 1
6. Vollzugsverordnung zum Gesetz über Ergänzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (Vom. Dezember 007) Der Regierungsrat des Kantons Schwyz,: gestützt auf ff. des Gesetzes
AUSGLEICHSKASSE IV-STELLE SCHWYZ. Neuordnung der Pflegefinanzierung im Kanton Schwyz Herzlich willkommen zum Infoabend
Neuordnung der Pflegefinanzierung im Kanton Schwyz Herzlich willkommen zum Infoabend Begrüssung und Einleitung Andreas Dummermuth, Geschäftsleiter Ausgleichskasse / IV-Stelle Schwyz Soziale Sicherheit
Standeskommissionsbeschluss über die Prämienverbilligung in der Krankenversicherung
1 832.501 Standeskommissionsbeschluss über die Prämienverbilligung in der Krankenversicherung vom 2. April 1996 1 Die Standeskommission des Kantons Appenzell I. Rh., gestützt auf das Bundesgesetz über

References: Art. 21
 Art. 21
 Art. 13
 Art. 20
 Art. 67
 Art. 13
 Art. 24
 Art. 3
 Art. 16
 Art. 14
 Art. 11
 Art. 17
 Art. 11
 Art. 14
 Art. 14