Source: https://www.zeitarbeit.nrw.de/za/index,id,7222,selid,5253,type,VAL_MEMO.html
Timestamp: 2020-02-18 04:27:40+00:00

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Reformen in der Zeitarbeit – ist der Missbrauch jetzt eingedämmt?
Die Beraterinnen und Berater der Service Hotline blickten anschließend auf die verschiedenen Projektphasen in den vergangenen zehn Jahren zurück. Dabei wurde deutlich, dass viele Beratungsthemen (Kündigungen, Fahrtkostenerstattung, falsche Eingruppierung, Überstunden, Arbeitszeitkonten) in der ganzen Zeit gleich geblieben sind.
Nach intensiven Diskussionen in drei Arbeitsgruppen zu den Themen „Betriebsvereinbarung Leiharbeit“, „Werkverträge“ und „Equal Pay“ folgte eine von Dr. Jürgen Grumbach moderierte Podiumsdiskussion über zukünftige „Herausforderungen und Lösungswege“. Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer beim Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) sah Zeitarbeit auch in Zukunft als „eine enorme Chance für Arbeitsuchende, wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen.“ Eine Einschätzung, die er mit Mark Albien vom Verband Werteverpflichteter Personaldienstleister (VWPD) teilte.
Weitaus kritischer fielen die Stellungnahmen der Gewerkschafter aus. Armin Wiese, Geschäftsführer NGG Region OWL, wies darauf hin, dass Rechts- und Tarifverstöße in der Zeitarbeit nach wie vor an der Tagesordnung sind, und nach Ansicht von Michael Hermund, Abteilungsleiter Arbeitsmarktpolitik DGB NRW, „muss das Thema Qualifizierung in der Zeitarbeit viel stärker in den Fokus rücken, um mehr langzeitarbeitslose Menschen und gering Qualifizierte nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“
An der Stelle konnte Wilhelm Oberste-Beulmann, Vizepräsident beim Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP), auf ein in seinem Verband entwickeltes Drei-Stufen-Modell der Qualifizierung verweisen, das für Maschinen- und Anlagenführung, Dialogmarketing und Fachlageristik niederschwellige e-learning-Angebote vorsieht - „inklusive Zertifikaten und mit dem Ziel des Erwerbs eines Facharbeiterbriefs bei der IHK.“
Abschließend stellte Christina Ramb, Leiterin der Abteilung „Arbeit und Qualifizierung“ im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, klar, dass die Politik „schwarzen Schafen“ unter den Zeitarbeitsunternehmen „auf die Finger sehen und auf verschiedenen Ebenen gegen Missbrauch vorgehen wird.“ Des Weiteren betonte sie wie zuvor der Minister die geplante Weiterentwicklung der Beratungsstrukturen und erhoffte sich beim Thema „Qualifizierung“ weitere „gute Gespräche mit den Anwesenden".
am 13.11.2018 von 9:15 Uhr - 16:00 Uhr in Düsseldorf
Seit zehn Jahren unterstützt die "Service-Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag" Beschäftigte, Interessenvertretungen und ArbeitsvermittlerInnen bei der Wahrnehmung bestehender ArbeitnehmerInnenrechte und der Durchsetzung fairer Arbeitsbedingungen. Das Projekt "Service-Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag" ist ein gemeinsames Angebot des Arbeitsministeriums NRW und des DGB NRW und wird mit Mitteln des ESF gefördert.
Das Jubiläum bietet einen guten Anlass, den Erfolg der 2017 in Kraft getretenen Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes zu hinterfragen. Beispielsweise erleben die Beraterinnen und Berater häufig in ihrer Praxis, dass Leiharbeitskräfte in den Entleihbetrieben abgemeldet oder ausgetauscht werden, um Equal Pay-Ansprüche zu umgehen. Die Anwendung der neuen Paragrafen ist oft unklar.
Inwiefern profitieren die Beschäftigten von den Regelungen zu Equal Pay und zur Überlassungshöchstdauer? Wo besteht noch Klärungs- und Handlungsbedarf? Diese und weitere Fragen möchten wir in folgenden Beiträgen mit Ihnen erörtern:
9:15 Uhr Ankommen, Kaffee
9:45 Uhr Eröffnung der Veranstaltung
• Dr. Jürgen Grumbach, Geschäftsführer TBS NRW
• Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit NRW
10:30 Uhr Erfahrungen aus 10 Jahren Service-Hotline Zeitarbeit und Werkvertrag
• Katja Köhler, TBS NRW
• Christian Menz, TBS NRW
• Silke Hoffmann, TBS NRW
• Torsten Schulz, TBS NRW
Statistischer Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Zeitarbeit
• Ilona Mirtschin, Referentin Arbeitsmarktberichterstattung, Bundesagentur für Arbeit
Einschätzung von Gewerkschaften
• Christian Iwanowski, IG Metall Bezirksleitung NRW
13:00 Uhr Moderierte Arbeitsgruppen
(jeweils mit Inputs von erfahrenen Betriebsrätinnen und Betriebsräten)
1. Betriebsvereinbarung Leiharbeit
- Michael Djurkowitsch, Benteler Steel/Tube
- Beate Hane-Knoll, Kliniken der Stadt Köln
Moderation: Torsten Schulz, TBS NRW
- Jens Feddersen, Böklunder Wurstfabrik
- Dursun Ali Cicek, Ford Werke Köln
- Mirze Edis, Hüttenwerke Krupp Mannesmann
- Berthold Hanebrink, FrieslandCampina
Moderation: Silke Hofmann, Kathrin Drews, TBS NRW
- Rolf Schepers, Randstad Deutschland
- Evelyn Meyers, Kühne + Nagel
Das novellierte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Herausforderungen und Lösungswege
• Christina Ramb, Leiterin der Abteilung "Arbeit und Qualifizierung" des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW
• Michael Hermund, Leiter Abteilung Arbeitsmarktpolitik DGB NRW
• Micha Heilmann, Leiter Hauptstadtbüro, Leiter Rechtsabteilung NGG
• N.N., verdi
• Hans-Joachim Wendland, Vorstandsvorsitzender VWPD
• Werner Stolz, Hauptgeschäftsführer iGZ
• Wilhelm Oberste-Beulmann, Vizepräsident BAP
Moderation: Dr. Jürgen Grumbach, Geschäftsführer TBS NRW
Zielgruppe: Betriebsräte, Personalräte aus Ver- und Entleihbetrieben, Mitarbeitervertretungen, Schwerbehindertenvertretungen, Personalverantwortliche sowie VertreterInnen von Gewerkschaften, der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter sowie von Verbänden der Zeitarbeit.
Freistellungsgrund: Die Fachtagung wird nach § 37 (6) BetrVG, § 179 (4) SGB IX, § 42 (5) LPVG § 46 (6) BPersVG,
§19 (3) MVG bzw. § 16 MAVO durchgeführt.
Bemerkungen: Die Veranstaltung ist kostenfrei und vermittelt Kenntnisse, die für Interessenvertretungen erforderlich sind.
Die Jugendherberge liegt direkt am Rhein, alle Sehenswürdigkeiten der Stadt sind von hier aus bequem auch zu Fuß zu erreichen. Messegelände und Flughafen können mit einem Umstieg am Hauptbahnhof auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln optimal erreicht werden. Anfahrt siehe Link.

References: § 37
 § 179
 § 42
 § 46

§19
 § 16