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Timestamp: 2019-03-25 21:04:33+00:00

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BVerwG, 03.07.1986 - 7 B 141.85 - dejure.org
VG Schleswig, 22.07.1983 - 3 A 88/83
NJW 1987, 1096
NVwZ 1987, 411 (Ls.)
DÖV 1986, 928
Namentlich trifft es nicht zu, dass - wie von der Beschwerde geltend gemacht - das dargestellte Verständnis des § 2 Abs. 1 EKrG in Widerspruch zum Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 3. Juli 1986 (BVerwG 7 B 141.85 - Buchholz 442.151 § 45 StVO Nr. 17) stünde, in dem § 45 Abs. 1 StVO insoweit drittschützende Wirkung zuerkannt worden ist, als der Begriff der öffentlichen Sicherheit im Sinne dieser Norm das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG) und das Eigentum (Art. 14 Abs. 1 GG) als Schutzgüter umfasst.
Der einzelne besitzt aber einen - auf die ermessensfehlerfreie Entscheidung der Behörde begrenzten - Anspruch auf Schutz seiner Individualinteressen, wenn grundrechtsgefährdende oder billigerweise nicht mehr zuzumutende Verkehrseinwirkungen im Sinne des § 45 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 StVO zu befürchten sind (BVerwGE 74, 234 [BVerwG 04.06.1986 - 7 C 76/84]; BVerwG, Beschlüsse vom 3. Juli 1986 - BVerwG 7 B 141.85 - und vom 2. August 1989 - BVerwG 7 B 62.89 - ).
Die Auffassung des Senats von dem den Gemeinden in § 45 Abs. 1 b StVO eingeräumten subjektiven öffentlichen Recht auf Berücksichtigung ihrer örtlichen Verkehrsplanung wird auch gestützt durch die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Klagebefugnis des von verkehrsregelnden Maßnahmen betroffenen oder solche Maßnahmen erstrebenden Bürgers aus § 45 Abs. 1 StVO (vgl. dazu BVerwG, Urteil v. 04.06.1986 - 7 C 76.84 - und Beschluß v. 03.07.1986 - 7 B 141.85 - Buchholz 442.151, § 45 StVO Nrn. 16, 17; Urteil vom 27.01.1993 - 11 C 35.92 - NZV 1993, 284 f.).
Dies belegen Beispielsfälle, in denen von der Rechtsprechung ein subjektiver Anspruch einzelner Betroffener auf den Erlaß verkehrsbeschränkender Anordnungen bzw. auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung aufgrund dieser Vorschrift anerkannt worden ist: Anspruch eines Grundstückseigentümers auf Park- oder Halteverbot von etwa 4 - 5 m Breite auf der Straße vor seinem Haus zur Ermöglichung einer freien Ein- und Ausfahrt für seine Garage (vgl. BVerwG, Urteil vom 22.01.1971 - VII C 48.69 - BVerwGE 37 S. 112 ff.); Parkverbot auf dem Straßenstück vor dem Lager eines Bestattungsunternehmers zur Sicherstellung des Be- und Entladens seiner Lieferfahrzeuge (vgl. OVG NW…, Beschluß vom 15.09.1995 a.a.O.); Einrichtung einer Wechsellichtzeichenanlage an einer Bundesstraße zur Sicherung des Viehtriebs eines Landwirts, der beiderseits der Straße Hof- und Weideflächen hat (vgl. OVG Lüneburg, Urteil vom 28.03.1985 - 12 A 123/83 - NJW 1985 S. 2966, bestätigt durch BVerwG, Beschluß vom 03.07.1986 - 7 B 141/85 - DÖV 1986 S. 928 = NJW 1987 S. 1096); Beseitigung einer Lichtzeichenanlage an der Kreuzung zweier Bundesstraßen zum Schutz der Eigentümer und Bewohner eines "unweit" entfernt liegenden Hauses vor Lärm und Abgasen (vgl. OVG NW…, Urteil vom 12.01.1996 a.a.O.); Verkehrsbeschränkungen an einer innerörtlichen Straße zum Lärmschutz der Anwohner dieser Straße (vgl. BVerwG…, Urteil vom 04.06.1986 a.a.O.; Hess. VGH…, Urteil vom 07.03.1989 a.a.O.; BayVGH…, Urteil vom 09.12.1992 a.a.O.).
vgl. BVerwG, Beschluß vom 3. Juli 1986 - 7 B 141.85 -, NJW 1987, 1096 (Nr. 23); Beschluß vom 20. Dezember 1989.
BVerfG, Beschluß vom 14. Januar 1981 - 1 BvR 612/72 -, NJW 1981, 1655 (1656, 1657); BVerwG, Urteil vom 3. Juli 1986, a.a.O..
Freilich ist dem Kläger zuzugestehen, daß der ganz überwiegende Teil der jüngeren Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts Verpflichtungsklagen betrifft, mit denen im Interesse einzelner liegende Verkehrsregelungen erst erstritten werden sollten (vgl. insbesondere noch Beschluß vom 3. Juli 1986 - 7 B 141.85 -, Buchholz a.a.O. Nr. 17 = NJW 1987, 1096 m.w.N.).
Unter diesen Umständen billigt es einen öffentlich-rechtlichen Individualanspruch zu (…vgl. insbesondere BVerwG, Urt. v. 4.6.1986 -- 7 C 76.84 -- E 74, 234; Beschl. v. 3.7.1986 -- 7 B 141.85 -- Buchholz 442.151, § 45 StVO Nr. 17; Beschl. v. 2.8.1989 -- 7 B 82.89 -- DÖV 1989, 1040).
Es ist anerkannt, dass diese Vorschrift auch drittschützende Wirkung hat, soweit es um öffentlich-rechtlich geschützte Individualinteressen des Einzelnen geht (BVerwG, Urteil vom 03.07.1986 - 7 B 141/85 - NVwZ 1987, 411).
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