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Timestamp: 2018-10-22 19:01:58+00:00

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Genossenschaften: Besonderheiten der Bilanzierung / 5.3.1 Besonderheiten in der Bilanz | Steuer Office Premium | Steuern | Haufe
Genossenschaften haben an der Stelle des gezeichneten Kapitals den Betrag der Geschäftsguthaben der Mitglieder auszuweisen.[1] Hierbei ist der Betrag der Geschäftsguthaben der mit dem Ablauf des jeweiligen Geschäftsjahres ausgeschiedenen Mitglieder gesondert anzugeben.[2] Bei Kreditgenossenschaften ist nach § 34 Abs. 2 Nr. 3c RechKredV zudem der Betrag an gekündigten Geschäftsguthaben gesondert auszuweisen. Dieser gesonderte Ausweis ist bei übrigen Genossenschaften freiwillig.[3]
Bestehen rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile, die als Geschäftsguthaben ausgewiesen sind, ist nach § 337 Abs. 1 Satz 3 HGB der entsprechende Betrag auf der Aktivseite der Bilanz unter der Bezeichnung "Rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile" auszuweisen. Werden diese nicht als Geschäftsguthaben ausgewiesen, ist der Betrag gem. § 337 Abs. 1 Satz 4 HGB bei dem Posten "Geschäftsguthaben" zu vermerken. In beiden Fällen hat ein Ansatz zum Nennwert zu erfolgen.[4] Ein in der Satzung bestimmtes Mindestkapital ist gem. § 337 Abs. 1 Satz 6 HGB anzugeben.[5]
Nicht ganz unproblematisch ist bei einer Genossenschaft die Zuordnung des Geschäftsguthabens zum Eigenkapital bei einer Bilanzierung nach internationalen Rechnungslegungsstandards.[6] Nach IAS 32 liegt Eigenkapital nur vor, als das Unternehmen keine bedingte oder unbedingte Verpflichtung zur Lieferung von Geld hat. Bei Genossenschaften ist es aber nach § 65 GenG jederzeit möglich, dass das Mitglied von seinem Kündigungsrecht zum Schluss des Geschäftsjahrs Gebrauch macht und ein Abfindungsanspruch entsteht. Diese Rechtslage steht nach IAS 32 einem Ausweis als Eigenkapital grundsätzlich entgegen. Nunmehr sind in diesem Zusammenhang stets IAS 32.16 A und 32.16 B zu prüfen, die für den Anwendungsbereich der IFRS/IAS normieren, wann kündbare Finanzinstrumente als Eigenkapital ausgewiesen werden dürfen.[7]
Einen von den allgemeinen Bestimmungen abweichenden Ausweis von Gewinnrücklagen bei Genossenschaften gegenüber Kapitalgesellschaften normiert § 337 Abs. 2 HGB. Bei einer Genossenschaft ist die Ergebnisrücklage in eine gesetzliche Rücklage[8] und eine andere Ergebnisrücklage[9] aufzugliedern. Bei einer nach § 73 Abs. 3 GenG gebildeten Ergebnisrücklage für ausgeschiedene Genossen sowie für Beträge, die an diese auszuzahlen sind, hat ein gesonderter Ausweis zu erfolgen.[10]
In den Posten andere Ergebnisrücklagen nach § 337 Abs. 2 Nr. 2 HGB sind alle Ergebnisse einzustellen, die nicht in die gesetzliche Rücklage der Genossenschaft einzustellen sind. Grundlage dieser Einstellung in andere Ergebnisrücklagen ist die Satzung der jeweiligen Genossenschaft.[11]
Bei der Ergebnisrücklage sind zudem nach § 337 Abs. 3 HGB die Beträge gesondert aufzuführen, die die Generalversammlung der Genossenschaft aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres eingestellt hat, die aus dem Jahresüberschuss des Geschäftsjahres eingestellt wurden und die für das Geschäftsjahr entnommen werden.[12]
Unter Anwendung von § 337 HGB sowie der allgemeinen Bestimmungen des HGB ist damit das Eigenkapital einer Genossenschaft regelmäßig wie folgt zu gliedern:[13]

References: § 34
 § 337
 § 337
 § 337
 § 65
 § 337
 § 73
 § 337
 § 337
 § 337