Source: https://www.carmen-ev.de/biogas/allgemein
Timestamp: 2020-01-26 02:04:10+00:00

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C.A.R.M.E.N. e.V. - Allgemein
Die landwirtschaftliche Produktion von Biogas fand in Deutschland erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg statt. In Folge der Ölkrise wurden vermehrt Biogasanlagen gebaut, die mit Gülle betrieben wurden. Durch das 1990 erstmals eingeführte Stromeinspeisegesetz wurden auch die Potenziale der Stromerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung genutzt. Reine Gülleanlagen führten jedoch zu keiner befriedigenden Fermenterauslastung. Da sich biologische Rest- und Abfallstoffe wie z. B. Fett aus der Gastronomie sehr gut als Kosubstrat für Biogasanlagen eignen, boten sich Anlagenbetreiber als Abnehmer für diese Reststoffe an. Zunächst wurde im (2000 erstmals verabschiedeten) Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nur der Einsatz dieser Reststoffe gefördert. Seit der Novelle des EEG 2004 ging der Trend hin zum Vergären von eigens angebauten Energiepflanzen. Auch die alleinige Vergärung dieser Energiepflanzen – ganz ohne Gülle – findet in der Praxis statt. In jüngster Zeit wird wieder stärker der Einsatz von Wirtschaftsdünger (W. ist der Oberbegriff für Gülle, Mist und Futterreste aus der Viehhaltung) und ökologisch wertvollen Energiepflanzen gefördert. Ende 2011 gab es in Deutschland ca. 7.200 Biogasanlagen (Vergleich 2004: 2.000), davon knapp 2.400 in Bayern. Damit trägt Strom aus Biogas zu knapp 4 % zur Strombereitstellung in Deutschland bei. Die installierte elektrische Leistung liegt bei 2.900 MW in Deutschland (in Bayern bei 675 MW) (Quelle: BMU, LfL, BMELV).
Anaerober Abbau von organischem Material
Die Biogasproduktion erfolgt als bio-chemischer Prozess durch Mikroorganismen (Bakterien und Archaeen), die organisches Material unter anaeroben Bedingungen abbauen und umsetzen. Dabei werden zunächst ungelöste Polymere wie Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate durch Hydrolyse in niedermolekulare Verbindungen wie Zucker, Fett- und Aminosäuren oder Glycerin aufgespalten. Im nächsten Schritt, der Acidogenese, entstehen niedere Fettsäuren, wie Essig-, Propion- und Buttersäure sowie Alkohole, Wasserstoff und Kohlendioxid. Die darauf folgenden Prozesse der Acetogenese und Methanbildung laufen parallel ab. In der Acetogenese werden Essigsäure, Kohlendioxid und Wasserstoff gebildet. Daraus werden in der Methanogenese Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) synthetisiert. Dieser Prozess kommt auch in der Natur vor, beispielsweise in Mooren.
Die Zukunft von Biogas: Kann Biogas auch außerhalb des EEG vermarktet werden?
Von heute auf morgen ist es nicht möglich, Biogasstrom, Rohbiogas oder Biomethan am freien Markt so komfortabel zu vermarkten wie den Strom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Dennoch gibt es einige lokale und überregionale Ansätze. Damit diese in der Zeit nach dem EEG funktionieren, muss schon heute begonnen werden, sie in die Praxis umzusetzen und Erfahrung mit ihnen zu sammeln. Die Überlegungen reichen von der relativ einfachen Investition in eine Elektroladesäule über die Einrichtung einer Biogastankstelle bis hin zu lokaler oder überregionaler Vermarktung von Strom und Gas. Viele Aktivitäten sind im Augenblick noch unausgereift und schwierig. Es gibt jedoch viele gute Gründe, Biogas trotz dieser Schwierigkeiten zukunftsfähig zu machen.
Unter http://www.stmelf.bayern.de/mam/cms01/allgemein/publikationen/sub_heft_6_16.pdf finden Sie auf S. 63-65 erste Denkanstöße zum Thema.
Votum 2016/5 - Einsatz mehrerer Gasarten in einem BHKW und Kombinationsverbot gemäß § 27a Abs. 4 EEG 2012
Im vorliegenden Votumsverfahren wurde der Clearingstelle EEG die Frage vorgelegt, ob die Anlagenbetreiberin für den in ihrem BHKW erzeugten Strom gegen den Netzbetreiber einen Anspruch auf getrennte Vergütung für die jeweiligen Stromanteile aus Biogas gemäß § 27 EEG 2012, aus Gas aus der Bioabfallvergärung gemäß § 27a EEG 2012 sowie aus Deponiegas gemäß § 24 EEG 2012 hat - oder ob dem § 5 Nr. 1 EEG 2014 (Anlagenbegriff) oder § 27a Abs. 4 EEG 2012 (sog. Kombinationsverbot) entgegenstehen.
Ein Biogasanlagenbetreiber einer genehmigungsbedürftigen Anlage ist verpflichtet, die von dieser Anlage ausgehenden Emissionen im Erfassungssystem BUBE-online (Emissionserklärung) zu melden, sofern die Summe der Feuerungswärmeleistungen der BHKW 1 MW oder mehr beträgt. Das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) hat eine “Anleitung zur Erstellung einer Emissionserklärung für Biogasanlagen“ erstellt, die im Bereich Luft/Emission/Emissionserklärung zu finden ist unter folgendem Link: http://www.lfu.bayern.de/index.htm

References: § 27
 § 27
 § 27
 § 24
 § 5
 § 27