Source: http://www.apothekerkammer.de/service/lak+aktuell/lak+aktuell+ausgabe-31/
Timestamp: 2018-03-18 04:05:39+00:00

Document:
LAK aktuell Ausgabe Juli 2016
Aktualisiertes Berufsbild weist gen Zukunft
in dem kürzlich von der Mitgliederversammlung der Bundesapothekerkammer verabschiedeten „aktualisierten Berufsbild der Apothekerin und des Apothekers“ werden alle Bereiche systematisch abgebildet, in denen Apotheker tätig sind: öffentliche Apotheken, Krankenhäuser, pharmazeutische Industrie, Prüfinstitutionen, Bundeswehr, öffentliche Gesundheitsverwaltung, Universitäten und außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen, Berufsfachschulen, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen. Es unterstreicht die Vielfältigkeit der Aufgaben, denen wir in unserem Berufsalltag begegnen, und verdeutlicht, was uns alle eint: der Versorgungsauftrag für die Bevölkerung.
Wir Apotheker sind in Deutschland für die Arzneimittelversorgung der Menschen zuständig – sozusagen von der Wiege bis zur Bahre. Es liegt an uns allen, diesen Nutzen, diesen Wert für die Menschen herauszustellen und bewusst zu machen. Das geschieht am Nachhaltigsten und Eindrucksvollsten durch persönliches Erleben. Jeder von uns – ob in Hochschule, Industrie, Verwaltung, Krankenhaus oder Apotheke – hat täglich mit Menschen zu tun. Diese Begegnungen müssen wir alle nutzen, um auf allen Ebenen zu verdeutlichen, dass wir unverzichtbar sind, eben weil wir den Menschen helfen!
Aktualisiertes Berufsbild
Das aktualisierte Berufsbild der Apothekerin und des Apothekers finden Sie zum >> Download auf der Internetseite der Landesapothekerkammer Hessen.
Neuer Veranstaltungsort für Begleitenden Unterricht für Pharmazeuten im Praktikum
Bitte beachten Sie, dass es aufgrund der hohen Anmeldezahlen eine Änderung beim Veranstaltungsort gibt.
Hörsaal +2/0050 (ehem. HS 101)/Dr. Reinfried Pohl-Saal
Die Anmeldung zu den Begleitenden Unterrichtsveranstaltungen erfolgt online unter >> www.apothekerkammer.de und muss nachfolgende Daten enthalten: Name, Vorname, Privatanschrift, den zu absolvierenden Teil.
Die Pharmazeuten im Praktikum erhalten nach der Anmeldung eine Anmeldebestätigung und weitere Informationen von der Geschäftsstelle. Der Stundenplan wird kurz vor den Veranstaltungen auf der Homepage der >> Landesapothekerkammer Hessen veröffentlicht.
Zusatztermin: Workshop für Pharmazeuten im Praktikum
Bedingt durch die große Nachfrage wird ein Zusatztermin für den Workshop für Pharmazeuten im Praktikum angeboten:
Beratungsgespräche auf hohem pharmazeutischem Niveau! Fit für die Praxis und das 3.Staatsexamen
Datum: 30. Juli 2016 von 9:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Referenten: Dr. Miriam Ude und Dr. Christian Ude, Darmstadt
Anmelden können Sie sich über die Homepage der >> Landesapothekerkammer Hessen. Der Workshop ist für PhiPs (Mitglieder der Landesapothekerkammer Hessen) kostenfrei.
Dieser Workshop soll eine Hilfestellung geben, unmittelbare Kundengespräche zu erlernen und zu verbessern.
Thematisiert werden Fragestellungen rund um die Belieferung von Rezepten. Hierbei werden auch Rezept-Kundensituationen nachgestellt. Zudem werden Kundensituationen rund um OTC-Arzneimittel besprochen und die Interaktion mit dem Kunden geübt.
InterCity Hotel, Darmstadt
Es gibt auch noch freie Termine zum Workshop am 26. November 2016.
Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte erhalten ihre Zeugnisse
26 junge Frauen und Männer der Julius-Leber-Schule (Frankfurt am Main) waren glücklich und stolz, den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung bestätigt zu bekommen. Als Vertreterin der Landesapothekerkammer Hessen beglückwünschte die Bereichsleiterin Pharmazie, Annegret Birr, die jungen Menschen. Sie machte deutlich, dass in der Apotheke kompetente kaufmännische Mitarbeiterinnen gebraucht werden. Zusammen mit den Lehrern und der Schulleiterin motivierte sie die Einsteiger, weiter zu lernen und das Gelernte zu vertiefen. Einige der PKA äußerten auch den Wunsch, nachfolgend eine PTA-Ausbildung zu beginnen. Mit zwei Klavierstücken von Beethoven und Mozart klang die kleine fröhliche Feier aus.
ist weiter gebildet. Oder: Was tun, wenn ich noch was tun will? In der neuen Ausgabe von LAK aktuell möchten wir Ihnen die Bereichsweiterbildung „Homöopathie und Naturheilverfahren“ vorstellen.
Sicher verfolgen Sie die Diskussionen über den Nutzen der Homöopathie und anderer naturheilkundlicher Methoden. Auch wenn eine Evidenz für diese Therapien nicht unbedingt vorliegt – es ist eine Tatsache, dass sie ein fester Bestandteil des Apothekenalltags sind.
Interesse an der Pflanzenheilkunde wächst
Die Anforderungen an eine fachgerechte und abwägende Beratung in der Selbstmedikation von Phytopharmaka sind gestiegen. Auch wächst das Interesse der Bevölkerung an der Pflanzenheilkunde in den letzten Jahren. Dabei sind neben der Empfehlung geeigneter Mittel auch Unterschiede zwischen verschiedenen pflanzlichen Heilmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zu erläutern – möglicherweise auch in Abgrenzung zu Produkten, die außerhalb der Apotheke vertrieben werden.
In der Bereichsweiterbildung „Homöopathie und Naturheilverfahren“ werden Kenntnisse über Homöopathie, Phytopharmaka, Anthroposophie, Biochemie, Spagyrik, Möglichkeiten und Grenzen der komplementären Therapie u. a. m. vermittelt. Dadurch kann die Beratung zu diesen Themen in der öffentlichen Apotheke noch qualifizierter erfolgen. Und wer weiß – eventuell gewinnen Sie sogar ein ganz neues Klientel für Ihre Apotheke?
Die Bereichsweiterbildung „Homöopathie und Naturheilverfahren“ wird mit einer Multiple-Choice-Klausur abgeschlossen; eine Anmeldung zur Weiterbildung ist erforderlich.
Berufsausbildung für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte
Die Zwischenprüfung für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) findet am 2. November 2016 an den Prüfungsorten Darmstadt, Frankfurt am Main, Fulda, Gießen, Kassel und Wiesbaden statt.
Angemeldet werden können Auszubildende, die mit der Ausbildung zum Schuljahr 2015/2016 begonnen haben.
Die schriftliche Abschlussprüfung für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) findet am 29.November 2016 in Frankfurt am Main und in Kassel statt.Die praktische Abschlussprüfung wird am 11.Januar 2017 in Frankfurt am Main und in Kassel durchgeführt.
Bei einer nicht ausreichenden Zahl von Anmeldungen im Regionalbereich Kassel wird die Abschlussprüfung nur in Frankfurt am Main durchgeführt.Dies wird umgehend nach Anmeldeschluss bekannt gegeben.
Anträge auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung können bei der Landesapothekerkammer Hessen (Telefon 069 979509-41) angefordert werden. Anmeldeformulare zur regulären Abschlussprüfung sowie zur Wiederholungsprüfung werden den Auszubildenden direkt zugehen.
Anmeldeschluss: Freitag, 7.Oktober 2016
Telefon: 069 979509-41
E-Mail: i.rhein@apothekerkammer.de
Das Gesetz zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen, auch Antikorruptionsgesetz genannt, ist am 03.06.2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und am 04.06.2016, am Tag nach seiner Verkündung, in Kraft getreten. Hinzugekommen sind zwei neue Straftatbestände im Strafgesetzbuch, § 299 a und § 299 b.
In beiden Paragrafen sind die Nummern 1 und 2 nicht apothekenrelevant. In der Apotheke werden weder Arznei-, Heil-, Hilfsmittel oder Medizinprodukte verordnet noch zur unmittelbaren Anwendung durch den Apotheker bezogen. Die Arznei-, Heil-, Hilfsmittel oder Medizinprodukte werden abgegeben. Somit bleibt nur Nummer 3 „Zuführung von Patienten“ in den jeweiligen Paragrafen relevant für den Apotheker. Die Zuweisung von Patienten war bereits vor Einführung der §§ 299 a und 299 b Strafgesetzbuch nicht zulässig.
Entsprechende Vorschriften gibt es hier bereits in § 11 Abs. 1 Apothekengesetz:
„Erlaubnisinhaber und Personal von Apotheken dürfen mit Ärzten oder anderen Personen, die sich mit der Behandlung von Krankheiten befassen, keine Rechtsgeschäfte vornehmen oder Absprachen treffen, die eine bevorzugte Lieferung bestimmter Arzneimittel, die Zuführung von Patienten, die Zuweisung von Verschreibungen oder die Fertigung von Arzneimitteln ohne volle Angabe der Zusammensetzung zum Gegenstand haben. § 140a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch bleibt unberührt.“
oder auch in § 3 Abs. 1 S. 2 der Berufsordnung der Landesapothekerkammer Hessen:
„Unzulässig sind Vereinbarungen, Absprachen und schlüssige Handlungen, die eine bevorzugte Lieferung bestimmter Arzneimittel, die Zuführung von Patienten, Zuweisung von Verschreibungen oder die Abgabe von Arzneimitteln ohne vollständige Angabe der Zusammensetzung zum Gegenstand haben oder zur Folge haben könnten.“
Somit gilt nun, dass bei einem Verstoß gegen Nummer 3 – Zuführung von Patienten – nunmehr zunächst der Ausgang des strafrechtlichen Verfahrens abgewartet werden muss, bevor das berufsrechtliche Verfahren geführt werden kann, vgl. § 63 Abs. 3 Heilberufsgesetz.
Die im Vorfeld befürchtete Strafbarkeit im Rahmen von branchenüblichen Skonti und Rabatten beim Bezug von Arzneimitteln und Medizinprodukten ist im vorliegenden Gesetz nicht realisiert worden.
Aus dem Landgericht Darmstadt: Zulässigkeit von Gutscheinen bei der Abgabe rezeptpflichtiger Arzneien
Das Landgericht Darmstadt ist zur Frage nach der Zulässigkeit von Gutscheinen bei der Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln zu einer aktuellen Entscheidung gekommen. Das Gericht hat erneut bestätigt, dass es das Arzneimittelpreisrecht grundsätzlich verbietet, „dem Kunden gekoppelt an den Erwerb des zum festgesetzten Preis abgegebenen Arzneimittels Vorteile jeglicher Art zu gewähren, die den Erwerb für ihn wirtschaftlich günstiger erscheinen lassen und daher geeignet sind, den vom Gesetzgeber nicht erwünschten Preiswettbewerb in diesem Bereich zu beeinflussen“.
Das Landgericht Darmstadt folgt hierbei der Rechtsprechung des Oberlandesgerichtes Frankfurt am Main. Bei der Gewährung von Gutscheinen ist es daher unerheblich, ob durch den Gutschein eine Sache oder ein geldwerter Vorteil im Sinne eines Bonustalers gewährt wird.
(LG Darmstadt, Az.: 14 O 186/15)
Aus dem Oberlandesgericht Bamberg: Zulässigkeit der Werbung von Großhändlern mit Preisnachlässen auf RX-Arzneimittel
Das Oberlandesgericht Bamberg hat der Berufung der Wettbewerbszentrale gegen das Urteil des LG Aschaffenburg vom 22.10.2015 (Az. 1 HKO 24/15) mit Urteil vom 29.06.2016 (Az. 3 U 216/15) stattgegeben.
Nach dem Urteil hat es der Pharmagroßhändler zu unterlassen, geschäftlich handelnd bei der Abgabe von verschreibungspflichtigen Fertigarzneimitteln an Apotheken mit Rabatten zu werben, die über den § 78 Abs. 1 Arzneimittelgesetz (AMG) i. V. m. § 2 Abs. 1 S.1 Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) genannten Höchstzuschlag von 3,15 Prozent hinausgehen, und solchermaßen beworbene Rabatte ankündigungsgemäß zu gewährleisten.
Hintergrund war ein Rechtsstreit zwischen der Wettbewerbszentrale und einem Großhändler, der seinen Kunden bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bis zu 70 € Rabatt in Höhe von 5,5 Prozent, bestehend aus 3 Prozent Rabatt und 2,5 Prozent Skonto, gewährte. Und bei Rx-Arzneimitteln über 70 € wurde ein Rabatt in Höhe von 4,5 Prozent der sich zusammensetzte aus 2 Prozent Rabatt und 2,5 Prozent Skonto, gewährt.
Die Wettbewerbszentrale vertrat die Ansicht, dass der Großhändler mit dieser Geschäftspraxis gegen Vorschriften des Wettbewerbs-, des Arzneimittel-, und des Heilmittelwerberechts verstoße.
Das Oberlandesgericht Bamberg folgte dieser Ansicht und begründete seine Entscheidung damit, dass nach § 2 Abs. 1 S. 1 AMPreisV der Großhandel bei Abgabe an den Apotheker auf den Herstellerabgabepreis höchstens einen Zuschlag von 3,15 Prozent sowie einen Festzuschlags von 0,70 € erhalten darf. Nach Auffassung des Oberlandesgericht Bamberg ist der Festzuschlag von 0,70 € nicht disponibel. Er ist immer zu erheben und darf durch keine Art von Preisnachlass reduziert werden. Der prozentuale Zuschlag von 3,15 Prozent sei disponibel, jedoch nur bis zu deren Höchstgrenze. Auch Skonti unterfallen unter die Regelung des § 2 AMPreisV, da diese letztlich eine besondere Art des Preisnachlasses darstellen. In der Begründung verweist das Oberlandesgericht Bamberg auf den Willen des Gesetzgebers, mit den Regelungen der AMPreisV eine angemessene und flächendeckende Belieferung der Apotheken sicherzustellen.
Der Abgabepreis darf demnach die Summe von Herstellerpreis, Festzuschlag von 0,70 € und Umsatzsteuer nicht unterschreiten. § 2 AMPreisV lege somit nicht nur eine „Höchstgrenze“, sondern auch eine „Mindestgrenze“ für den Abgabepreis fest.
Das Oberlandesgericht Bamberg hat die Revision ausdrücklich zugelassen.
Bei Redaktionsschluss war noch nicht bekannt, ob die Revision eingelegt wurde.
© Fotos Jürgen Draxler
Delegiertenversammlung: Funke mahnte zur Sachlichkeit
Auf der Delegiertenversammlung der Landesapothekerkammer (LAK) Hessen wurde das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in puncto Rx-Boni intensiv besprochen. Kammerpräsidentin Ursula Funke stellte das EuGH-Verfahren zur grenzüberschreitenden Geltung des deutschen Preisbindungssystems in den Mittelpunkt ihres Berichts. Diese ist zwischen der Wettbewerbszentrale und der Deutschen Parkinsonvereinigung (DPV) mit Sitz in Neuss, die für ihre Mitglieder eine Bonusvereinbarung mit DocMorris geschlossen hat, strittig. Das für die Auseinandersetzung zuständige Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat das Verfahren zunächst ausgesetzt und dem EuGH die Frage vorgelegt, ob – in diesem konkreten Fall – die deutsche Arzneimittelpreisverordnung gegen europäisches Vertragsrecht verstößt.
Als „extrem ärgerlich“ bezeichnete Funke die Tatsache, dass der Generalanwalt beim EuGH, Maciej Szpunar, im deutschen Rx-Boni-Verbot (§ 78 Arzneimittelgesetz) einen Verstoß gegen Artikel 34 und 36 der Europäischen Verträge sieht. Der polnische Jurist hatte in seinem Schlussantrag überdies der deutschen Regierung vorgeworfen, die Einschränkung der Warenverkehrsfreiheit nicht ausreichend begründet zu haben. LAK-Geschäftsführer Ulrich Laut machte vor der Delegiertenversammlung klar, dass es sich hier um ein Vorlageverfahren und nicht um ein Vertragsverletzungsverfahren handele. In diesem Fall seien nicht die Bundesrepublik Deutschland, sondern die Wettbewerbszentrale und die DPV Verfahrensparteien.
Plädoyer des Generalanwalts ist nicht bindend für den Gerichtshof
v.l.: Ursula Funke und Dr. Viola Schneider
Funke wie Laut betonten, dass das Plädoyer des Generalanwalts „keine Entscheidung und der Gerichtshof nicht daran gebunden ist“. Laut verdeutlichte, dass der EuGH nun drei Entscheidungsmöglichkeiten habe. Er könne erstens seine bisherige Rechtsprechung fortführen, „was bedeutet, dass er der Rechtsauffassung des Generalanwalts nicht folgt“. Das Gericht könne zweitens im Sinne des Generalanwalts urteilen, wonach die Arzneimittelpreisverordnung gegen Vertragsrecht verstoße. Die Richter könnten aber auch – und das ist Laut zufolge in der bisherigen öffentlichen Diskussion nahezu unbeachtet geblieben – Kriterien zur Auslegung der Europäischen Verträge festlegen und die Sache damit an das OLG zurückverweisen. Dann hätte die Düsseldorfer Kammer zu entscheiden – wobei am Ende ein Revisionsverfahren beim Bundesgerichtshof nicht auszuschließen sei.
Keine Konsequenzen für deutsche Arzneimittelpreisverordnung
Auf die Rechtslage in Deutschland habe dies alles, so Laut, keinen Einfluss. Er wies Spekulationen, dass am Schluss dieses Prozesses sogar die Arzneimittelpreisverordnung kippen könnte, zurück. „Es geht einzig um die Frage, ob der Versand aus einem Mitgliedsstaat der EU in die Bundesrepublik Deutschland dieser Preisbindung unterliegt.“ Die Hürde, in einen Drittstaat hineinregieren zu können, sei sehr hoch. In diesem Sinne empfahlen Laut wie Funke den Delegierten, der Entscheidung des EuGH mit einer gewissen Gelassenheit entgegenzusehen, derzeit gebe es keinerlei Handlungsspielraum für die deutschen Apotheker. Laut nochmals: „Unmittelbare Folgen für die Rechtsverhältnisse innerhalb der Bundesrepublik Deutschland entfaltet diese nicht.“ Funke und Laut bekräftigten, je nach Ausgang des Verfahrens müsse dann agiert werden.
Delegierte wünschen zielgerichteten Einsatz finanzieller Mittel von der ABDA
v.l.: Mira Sellheim, Dr. Hans Rudolf Diefenbach, Prof. Theodor Dingermann
Kritisch diskutiert wurde auch der Haushaltsentwurf der ABDA. LAK-Präsidentin Funke hatte die Versammlung darüber informiert, dass die Erhöhung 3,3 Prozent betragen soll. Man beabsichtige, mehr Geld in die Vertragsabteilung und die Öffentlichkeitsarbeit zu investieren. Es solle ein sogenannter Newsroom eingerichtet werden, der Journalisten wie Politiker mit tagesaktuellen Nachrichten über die Arbeit der Apotheker versorge. Die Delegierten folgten der Einschätzung der Präsidentin, was die Erforderlichkeit dieser Maßnahmen betrifft. Unbeschadet dessen wurde bei den Ausgaben für die Öffentlichkeitsarbeit ein zielgerichteteres Vorgehen angemahnt – beispielsweise im Hinblick auf das Thema „Berufsnachwuchs“.
Auf Bundesebene sei, wie Funke weiter berichtete, das Thema „Zusammenarbeit von Kammern und Verbänden“ hinsichtlich pharmazeutischer Dienstleistungsverträge intensiv diskutiert worden. Sowohl der LAK-Vorstand wie auch die Mehrheit der in der ABDA vertretenen Organisationen hielten es für sinnvoll, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. „Die Krankenkassen würden sich die Hände reiben, wenn auf einmal Kammern wie Verbände Verträge schließen würden.“ Zudem wäre es eine Ressourcenverschwendung, wenn auch die Kammern Vertragsabteilungen aufbauen würden. Es sei vereinbart worden, „dass bei pharmazeutischen Dienstleistungsverträgen die Kammern die pharmazeutischen Inhalte besetzen, aber die Verbände die Vertragsverhandlungen mit den Kassen führen“.
Ausbildung und Fortbildung bleiben im Fokus
v.l.: Dr. Sebastian Barzen, Jochen Schmitt
Auf die Entwicklung in Hessen eingehend, verwies die Kammerpräsidentin darauf, dass man das Thema „Akkreditierte Ausbildungsapotheke“ nochmals gepusht habe. Ein Baustein, der die Studenten auf Apotheken aufmerksam mache, die ihnen eine optimale Gestaltung des praktischen Jahres böten. Als bundesweit erste Kammer habe die LAK Hessen dieses Element ab sofort auf die Krankenhausapotheken ausgeweitet. Federführend tätig gewesen sei hier – in enger Abstimmung mit der ADKA – LAK-Vizepräsidentin Dr. Viola Schneider. In diesem Zusammenhang erinnerte Funke daran, dass die Kammer regelmäßigen Kontakt zu den Universitäten in Frankfurt und Marburg halte, um den künftigen Pharmazeuten – im Rahmen einer Pflichtvorlesung am Ende des 7. Semesters – die LAK vorzustellen und sie ausführlich über das praktische Jahr zu informieren.
Dass neben der Ausbildung auch die Fortbildung einen hohen Stellenwert in der Kammerarbeit besitzt, zeigten weitere von Funke angesprochene Punkte. Als Fortbildung vor Ort finde das Angebot von Pseudo-Customer-Besuchen eine sehr gute Resonanz. Allein im zweiten Halbjahr dieses Jahres würden noch 230 hessische Apotheken besucht. Die seit April – in Ergänzung zu den Präsenzveranstaltungen – angebotenen Webinare erführen ebenfalls großen Zuspruch. „Wir sind im Gespräch mit der Ärztekammer, gegenseitig Fortbildungen zu akkreditieren und dafür beispielsweise unsere zentralen Fortbildungsveranstaltungen anzubieten.“ Insgesamt habe es im vergangenen Jahr 25 Prozent mehr Fortbildungsveranstaltungen gegeben, so Funkes erfreuliche Bilanz.
Großer Zuspruch auf den Nordhessischen Gesundheitstagen
Als beispielhaft gelungene regionale Öffentlichkeitsarbeit hob die LAK-Präsidentin die diesjährigen Nordhessischen Gesundheitstage hervor. Diese hatten im März in Kassel stattgefunden und über 10.000 Besucher angelockt. Es sei eine sehr gute Ausstellung gewesen, mit einem hervorragenden Stand der Apothekerschaft, der nicht zuletzt auch von kompletten Schulklassen besucht worden sei. Bei den Informationen über die in den Apotheken vertretenen Berufe hätten sich, ebenso wie bei den Präsentationen zur Beratungstätigkeit, „regelrechte Menschentrauben gebildet“, schilderte Funke das Geschehen sichtlich angetan.
Im fachlichen Teil der Gesundheitstage habe es eine interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Apotheker zur Arzneimitteltherapiesicherheit gegeben. Dabei hätten die Fortbildungsbeauftragte der LAK für Kassel, Claudia Wegener, und der Arzt Dr. Klaus Meyer die Komplexität dieses Themas deutlich gemacht. Im Rahmen eines Vortrags zum Thema „Brustkrebs“ habe darüber hinaus Professor Dr. Theo Dingermann zur Pharmakogenetik Stellung bezogen, während die Chefärztin Dr. Sabine Schmatloch vom Brustzentrum des Elisabeth-Krankenhauses Kassel auf die aktuellen Therapiemöglichkeiten eingegangen sei. Die nordhessischen Kollegen hätten ein riesiges Engagement gezeigt, die Federführung habe bei Claudia Wegener gelegen, der sie herzlich danke.
Jahresabschlüsse erhielten ein "uneingeschränktes Testat"
v.l.: Ulrich Laut, Dr. Quintus Russe, Dr. Viola Scheider, Dr. Nils Keiner
Zum Auftakt der Delegiertenversammlung hatten die Jahresabschlüsse der LAK Hessen sowie des Versorgungswerks auf der Tagesordnung gestanden. Beide Abschlüsse, die von den Wirtschaftsprüfern erläutert wurden, erhielten von den Prüfern ein „uneingeschränktes Testat“. Die Delegierten entlasteten Vorstand wie Leitenden Ausschuss einstimmig. Angesichts der angespannten Lage auf den Finanzmärkten folgten sie ebenso einstimmig dem Vorschlag, auf eine Erhöhung der Rentenanwartschaften zu verzichten.

References: § 299
 § 299
 § 11
 § 140
 § 3
 § 63
 § 78
 § 2
 § 2
 § 2
 § 2
 EuGH 
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