Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=ZGS%202008,%20315
Timestamp: 2019-03-24 18:29:00+00:00

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OLG Frankfurt, 14.02.2008 - 15 U 5/07 - dejure.org
§ 280 Abs 1 BGB; § 434 Abs 1 BGB; § 437 Nr 1 BGB; § 439 Abs 2 BGB
Ansprüche aus Sachmängelhaftung im Kaufvertragsrecht: Umfang der Nacherfüllungskosten im Falle des bereits erfolgten Einbaus eines mangelhaften Produktes; Haftung des Verkäufers für Ausbaukosten und Kosten des Wiedereinbaus einer mangelfreien Sache
Nacherfüllungskosten; Kaufvertrag; Kauf; Kosten; Nacherfüllung; Auslegung
Bestimmung der Unverhältnismäßigkeit einer Nacherfüllung nach § 439 Abs. 3 BGB anhand einer Interessenabwägung zwischen den jeweiligen Interessen der Parteien; Zulässigkeit einer Berücksichtigung von einem Mitverschulden i.R.d. vorzunehmenden Interessenabwägung hinsichtlich der Unverhältnismäßigkeit der Nacherfüllung; Pflicht eines Verkäufers bzgl. der Herstellung der Kaufsache; Untersuchungspflicht des Verkäufers bei Neuware; Relevanz einer Pflichtverletzung i.R.d. Mitverschuldens bei nicht bestehender Kausalität zwischen Pflichtverletzung und dem Nichterkennen eines Mangels
Der "neue" Fliesenfall: Ersatz von Aus- und Einbaukosten im Rahmen der Nacherfüllung
Haftung des Baustoffhändlers für Aus- und Einbaukosten mangelhafter Baumaterialien? (IBR 2008, 507)
BauR 2008, 1494
ZGS 2008, 315
Das Berufungsgericht (OLG Frankfurt am Main, OLGR 2008, 325 ff. = ZGS 2008, 315 ff.) hat zur Begründung seiner Entscheidung im Wesentlichen ausgeführt:.
Das Berufungsgericht (OLG Frankfurt am Main, OLGR 2008, 325 = ZGS 2008, 315) hat im Wesentlichen ausgeführt:.
Dafür, dass der Einbau nunmehr geschuldet ist, könnte sprechen, dass der vertragsgemäße Zustand, der herzustellen ist, nun dadurch gekennzeichnet ist, dass die Kaufsache inzwischen bestimmungsgemäß verarbeitet wurde (so das OLG Frankfurt, Urteil vom 14. Februar 2008, Az.: 15 U 5/07, abgedruckt in ZGS 2008, 315, das hierin allerdings eine unzulässige Auslegung des deutschen Rechts contra legem sieht;… einen Verstoß gegen die Richtlinie sehen Pammler in: jurisPK-BGB, 4. Auflage 2008, § 439 BGB, Rdnr. 53f, und Andreae in der Anmerkung zu dem Urteil des BGH, DAR 2008, 700).
Ergibt sich unter Zugrundelegung dessen eine rechtlich erhebliche Einwendung, muss das Gericht diese von Amts wegen berücksichtigen (…vgl. hierzu BAG, Urt. v. 13.03.1997 - 2 AZR 512/96, BAGE 85, 262 = NJW 1998, 698, [...] Rn. 27; OLG Frankfurt am Main, Urt. v. 14.02.2008 - 15 U 5/07, [...] Rn. 46;… OLG Köln, Urt. v. 22.02.2011 - 15 U 147/10, [...] Rn. 25;… OLG Köln, Urt. v. 29.06.2010 - 15 U 25/10, [...] Rn. 27;… OLG Koblenz, Urt. v. 21.03.2002 - 5 U 908/01, [...] Rn. 28).
Ergibt sich unter Zugrundelegung dessen eine rechtlich erhebliche Einwendung, muss das Gericht diese von Amts wegen berücksichtigen (…vgl. hierzu BAG, Urt. v. 13.03.1997 - 2 AZR 512/96, BAGE 85, 262 = NJW 1998, 698, juris Rn. 27; OLG Frankfurt am Main, Urt. v. 14.02.2008 - 15 U 5/07, juris Rn. 46;… OLG Köln, Urt. v. 22.02.2011 - 15 U 147/10, juris Rn. 25;… OLG Köln, Urt. v. 29.06.2010 - 15 U 25/10, juris Rn. 27;… OLG Koblenz, Urt. v. 21.03.2002 - 5 U 908/01, juris Rn. 28).
Ergibt sich unter Zugrundelegung dessen eine rechtlich erhebliche Einwendung, muss das Gericht diese berücksichtigen (…vgl. hierzu BAG, Urt. v. 13.03.1997 - 2 AZR 512/96, BAGE 85, 262 = NJW 1998, 698; OLG Frankfurt am Main, Urt. v. 14.02.2008 - 15 U 5/07;… OLG Köln, Urt. v. 22.02.2011 - 15 U 147/10;… OLG Köln, Urt. v. 29.06.2010 - 15 U 25/10;… OLG Koblenz, Urt. v. 21.03.2002 - 5 U 908/01).
Der Senat hat in seinem angeführten Urteil vom 14. Februar 2008 (OLGR Frankfurt 2008, 325) den Anspruch des Käufers auf Ersatz der Ausbaukosten tragend mit einer richtlinienkonformen Auslegung begründet.
Anschluss an OLG Oldenburg 6 W 91/07 vom 21.5.2007 und 15 U 5/07 vom 8.5.2007.
Der Senat folgt insoweit den zum gleichen Sachverhaltkomplex ergangenen Entscheidungen des hiesigen 6. Senats vom 21. Mai 2007 (6 W 91/07) sowie des 15. Senats vom 8. Mai 2007 (15 U 5/07), auf deren Gründe verwiesen wird.
So hat das OLG Düsseldorf (…Urt. v. 18.12.2007, Az. I-23 U 164/05, 23 U 164/05 - Juris Rn. 122) entschieden, dass, falls die optischen Beeinträchtigungen einem außen stehenden Betrachter nur auffallen, wenn er ausdrücklich darauf hingewiesen wird, so soll das Interesse des Auftraggebers an einer Neuherstellung des Werks entsprechend der vertraglichen Vereinbarung als verhältnismäßig gering zu bewerten sein (s. a. OLG Frankfurt, Urt. v. 14.02.2008, Az. 15 U 5/07, Rn. 23 - Juris;… LG Deggendorf, Urt. v. 03.04.2007, Az. 3 O 370/06, Rn. 15 - Juris).
Die Einhaltung der DIN-Norm ändert nach Auffassung des Gerichts an der optischen Beeinträchtigung nichts, weil, wie schon ausgeführt, hierbei auf die normale Nutzung abgestellt werden muss, die nicht darin besteht, die verfliesten Flächen mit gesenktem Kopf senkrecht aus einer Höhe von einem Meter zu betrachten (vgl. OLG Frankfurt, Urt. v. 14.02.2008, Az. 15 U 5/07, Rn. 23 - Juris).

References: § 280
 § 434
 § 437
 § 439
 § 439
 § 439