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Timestamp: 2018-10-20 04:33:31+00:00

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VG Wort Teil 2: Wie melde ich Online-Texte?
Februar 2, 2014 /5 Kommentare/in Blog, Internet, Journalismus, Online-Jounralismus, Tutorials /von Barbara Mürdter
Allgemeines zur VG Wort habe ich bereits unter VG Wort Teil 1: Wie melde ich Texte? beschrieben. Hier soll es speziell um Texte im Internet gehen. Dieses Medium ist noch Neuland für die VG Wort, die sich noch sehr im Print- und Videokassettenzeitalter bewegt. Sicher wird das Faxgerät dort auch noch ordentlich gewartet.
Dafür haben sie noch nicht verstanden, dass Sprachwerke im Internet nicht notwendigerweise Print Online sind. Podcasts und Internetradio werden nicht vergütet, weil es laut VG Wort dafür keine Einnahmen gäbe, da die Einnahmen im Internetbereich ja nicht nur für schriftliche Texte da sind. Auch für innovativere Konzepte werden bisher noch extreme Hürden aufgebaut.
Aber immerhin beackert man seit 2007 auch dieses Terrain und es ist der VG Wort zugute zu halten, dass sie sich mit dem Zentralverband Intformationstechnik und Computerindustrie (ZITCO) seitdem im Rechtsstreit über Geräteabgaben für Computer befindet und auch die Formulierungen des Urheberrechtsgestezes sich noch in vordigitaler Zeit bewegen (Kopieren = „Vervielfältigungen durch Ablichtung eines Werkstücks oder in einem Verfahren vergleichbarer Wirkung“). Mit den schriftlichen Texten in einem größeren eigenen Blog oder auch als schreibende/r Autor/in für größere Internetpräsenzen kann man sich aber bereits ein wenig Geld verdienen.
Um Texte überhaupt zu melden, muss man natürlich erstmal bei der VG Wort angemeldet sein, das geht über einen Wahrnehmungsvertrag. Für die Meldung von Online-Texten reicht jedoch eine einmalige Registrierung aller Beteiligten (Autor/innen und ggf. Verlage) beim Onlineportal der VG Wort (T.O.M.) aus. Damit schafft man die erste Voraussetzung, Texte, deren Urheber/in man ist, überhaupt melden zu können.
Die Registrierung kann nur auf elektronischem Wege erfolgen. Dabei müssen die persönlichen Daten bzw. Verlagsangaben an die VG Wort übermittelt werden. Ein Wahrnehmungsvertrag muss zudem postalisch eingesandt werden, da eine Unterschrift benötigt wird.
Um meldefähig zu sein, müssen Texte (auch PDFs), die im Internet erscheinen, frei einsehbar sein und eine minimale Anzahl an Zeichen erreichen (ab 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht besonders viel). Allerdings müssen auch 1500 Aufrufe (Visits) pro Kalenderjahr (Januar bis Dezember) nachgewiesen sein, die und nicht von Bots und anderen Maschinen stammen nicht aus dem Ausland (Proxyserver kennt man offenbar noch nicht). Letzteres ist für kleinere und mittlere Blogs illusorisch, außer sie landen mal einen „Zufallstreffer“. Auf der positiven Seite steht: Wird der Artikel auch in den folgenden Jahren wieder so häufig aufgerufen, gibt es wieder Geld. Und bei Texten, die länger als 10 000 Zeichen sind, gab es 2012 z.B. bereits ab 750 Zugriffen eine Auszahlung. Die Staffelung der Auszahlung entsprechend der Anzahl der Zugriffe liegt aktuell bei 10, 13 und 18 Euro pro Artikel. Lyrik zählt auch, wenn sie weniger als 1800 Zeichen hat.
Die Zählung erfolgt mit so genannten Zählpixeln, eine Grafik mit einer eindeutigen Nummer. Diese muss der / die Betreiber/in des Internetangebots in jeden Text einzeln einbauen. Man kann sich diese Zählmarken auf der Seite der VG Wort unter „Texte im Internet“ bestellen und entweder als CSV- und PDF-Datei herunterladen, nachdem man dort gemeldet ist und nach einer Registrierung dort auch Zugriff auf das Verwaltunggssytem T.O.M. hat. Es können pro Bestellung maximal 100 personalisierte Zählmarken angefordert werden, pro Anwender maximal 1000 Zählmarken. Weitere Zählmarken sind auf Antrag erhältlich.
Wie füge ich die Zählmarke ein?
Man erhält gleichzeitig drei Zahlen pro Zählmarke: Jeweils einen HTML-Zählcode für HTML Texte / für PDF Dokumente mit jeweils der gleichen Nummer, und einen so genannten „Privaten Identifikationscode“. Eine der Zählmarken wird je nach Textart (HTML oder PDF) in den Text eingefügt, Der privaten Identifikationscode dagegen darf nicht im Internet einsehbar sein, wird aber zum Meldung des Textes bei der VG Wort benötigt. Erscheint der gleiche Text mehrmals im Internet, sollte ihm die gleiche Zählmarke zugeordnet werden. Ist das jedoch nicht möglich, weil es sich um unterschiedliche Seitenbetreiber/innen handelt, muss bei der Meldung angeben werden, dass es sich um identische Texte handelt.
Den Zählcode baut man an einer beliebigen Stelle im HTML-Text ein, wie einen normalen Textbestandteil auch, im Idealfall immer an der gleichen Stelle, so dass man immer weiß, wo er ist. Die Domain und der Öffentliche Identifikationscode dürfen nicht verändert werden; ob die Angaben zu width, hight und alt verschoben, verändert oder entfernt werden, ist irrelevant. Bei XHTML muss man darauf achten, dass er geschlossen ist (d.h., das Ende darf nicht so aussehen: „>“, sondern man muss einen Schrägstrich davor einfügen („/>“), um die Syntax einzuhalten.
Die Zählermarke für PDF ist ein erweiterter Link auf die PDF. Er muss im Quelltext angepasst werden. Wo in der heruntergeladenen Zählmarke für PDF „PDF-ADRESSE“>LINK-NAME< “ steht, muss der entsprechende Link zur PDF und deren Titel eingefügt werden. Auch hier gilt selbstverständlich: Der mitgelieferte Domainname für die Zählung und der Öffentliche Identifikationscode dürfen nicht verändert werden.
Den mitgelieferten Privaten Identifikationscode muss man Mitautor/innen weitergeben, ansonsten für die Meldung bei der VG Wort außerhalb des Internets aufbewahren. Mit dem zusätzlich zur Verfügung gestellten persönlichen Identifikationscode jeder Zählmarke kann der / die Anwender/in den Zählerstart über das Online-Meldesystem, und so den korrekten Einbau der Zählmarken, kontrollieren und die Verwaltung der einzelnen Zählmarken online vornehmen.
Die Zählmarke ist nach 48 Stunden im T.O.M. sichtbar, unter Zählmarkenübersicht im Bereich METIS (Texte im Internet) .
Wie kann ich VG-Wort Plugins benutzen?
Zur Erleichterung der Verwaltung der VG-Wort.Marken wurden inzwischen von Dritten Plugins für WordPress entwickelt, hier, hier und hier (ein Testbericht für die ersten beiden hier – für andere CMS wie Drupal oder Joomla oder als Typo3-Extension gibt es offenbar noch nichts). Mit den Plugins werden die Wörter gezählt – das ermöglicht eine schnelle Einschätzung, ob der Text überhaupt lang genug ist. Dann gibt es meistens ein Feld unter dem Text, wo man die Zählmarke für HTML-Texte eingeben kann. Es gibt auch die Möglichkeit, das als CSV-Datei (die man u.a. in Exel bearbeiten kann) zu exportieren.
Wie melde ich Online-Texte an die VG Wort?
Nachdem man mit dem Einbau der Zählermarken und ggf. eines Plugins die nötigen Vorbereitungen getroffen hat, ist man noch lange nicht am Ziel. Denn nur, wenn man die relevanten Texte auch fristgerecht meldet, kommt man in den Genuss einer finanziellen Vergütung.
Je nachdem, ob die Urheber/innen ihre Texte selbst kennzeichnen, oder dies durch den Verlag erfolgt, wird unterschiedlich gemeldet. Wenn der Verlag die Texte kennzeichnet, muss er die VG WORT-Karteinummer des Autors an die VG Wort melden. Die Texte müssen durch den Verlag bis spätestens 1. August (d. h. späteste Abgabe am 31. Juli) des auf die Zählung folgenden Jahres an die VG Wort gemeldet werden. Wenn der vom Verwaltungsrat Ende Mai jeden Jahres für das Vorjahr festgelegte Schwellenwert für Zugriffszahlen erreicht wird, benachrichtigt die VG WORT den Urheber automatisch per E-Mail über vorliegende Meldungen. Diese müssen vom Urheber bis 1. September (d. h. späteste Abgabe am 31. August!) auf Richtigkeit geprüft und bestätigt werden, d, h. sie müssen mitteilen um welchen Text es sich handelt, wo der Text genau eingestellt wurde und wer daran beteiligt war.
Die Ausschüttung für Urheber/innen und Verlage erfolgt, natürlich getrennt, für alle gültigen Meldungen im Oktober. Da sich derzeit noch nicht alle Verlage an dem Ausschüttungsverfahren für Texte im Internet beteiligen, gibt es derzeit eine zeitlich befristete Sonderausschüttung für die betroffenen Urheber, deren Texte so nicht gemeldet werden. Hier ist der letzte Meldetermin der 31. Januar um Mitternacht. Hier kann man auch nur teilnehmen, wenn es sich nicht um eine selbstverwaltete Seite handelt und auf dieser Seite grundsätzlich, auch in anderen Texten, keine Zählermarken vorhanden sind (genaue Teilnahmebedingungen hier).
Bei der Meldung der Texte geht man wie folgt vor (hier noch genauer beschrieben): Ende Mai, Anfang Juni kann man auch unter “Zählmarken mit Mindestzugriff” im Bereich METIS (Texte im Internet) auf seiner Seite im T.O.M. sehen, welche Texte im vergangenen Kalenderjahr die Mindestanforderungen an Länge und Zugriffszahl laut VG-Wort-Zähler geschafft haben und so gemeldet werden können. Jede Zählermarke muss dann einzeln aufgerufen werden und durch folgende Angaben ergänzt werden: URL, Überschrift und Artikeltext. Das ist absurd, da dies ja alles ausgelesen werden und vollautomatisch eingefügt könnte, aber anscheinend will man es den Urheber/innen nur ja nicht zu leicht machen. Nur wenn man das schön brav mit der Hand ausgefüllt hat, gilt es als korrekte Meldung. Diese Meldungen müssen bis zum 31. August um Mitternacht (für Verleger/innen 31. Juli!) abgegeben sein – danach geht nichts mehr und der Anspruch verfällt.
VG Wort Teil 1: Wie meldet man Texte?
Februar 2, 2014 /6 Kommentare/in Blog, Internet, Journalismus, Online-Jounralismus, Tutorials /von Barbara Mürdter
Behördenanträge sind immer lästig, vor allem weil sie meist in einem Beamtendeutsch verfasst sind, was Nicht-Beamt/innen Kopfschmerzen bereitet. In vielen Behörden gab es aber in den letzten Jahren Einsicht in die Problematik. Zwei gehören allerdings nicht dazu: Die GEMA und die VG Wort. Hier kann man im Zweifel nur mit fremder Hilfe von Menschen, die sich schon einmal damit beschäftigt haben, zum Ziel kommen, selbst (oder gerade?) als intelligenter, strukturiert denkender Mensch. Oder man nimmt sich mindestens einen Tag frei, um sich ausschließlich mit dem Thema zu beschäftigen, die unübersichtliche Seite und ellenlangen, unnötig komplizierten Ausführungen zu studieren und auch noch im Netz nach weiteren Erklärungen zu recherchieren.
Die VG Wort steht offenbar auf dem Standpunkt: „Wer Geld will, muss sich eben die Zeit nehmen, sich durch unsere Sachen durchzuarbeiten.“ Je weniger Leute sich die Mühe machen oder die Zeit und die Nerven dazu haben, desto besser. Es geht nicht um Service – man fühlt sich eher wie Aterix in Rom, im „Haus, das Verrückte macht“. Wer es nicht versteht, hat eben Pech. Das widerspricht der gesetzlichen Aufgabe der VG Wort, die die Urheber/innen vertreten soll – denn so schreckt sie potentiell Berechtigte ab, ihre Texte zu melden, und beschäftigt auf Kosten der Urheber/innen unnötig viele Mitarbeiter/innen in der Verwaltung, die tausende Fragen beantworten müssen, die bei einer serviceorientiert gestalteten Website und einem einfacheren Verfahren gar nicht erst auftreten würden.
Aufgrund eigener schlechter Erfahrung möchte ich hier tun, was die VG Wort auf ihrer Seite nicht macht: Einen verständlichen, übersichtlichen und konsistenen Leitfaden für die Anmeldung von Texten dort geben. Zur speziellen Thematik Internet-Texte habe ich hier noch einen eigenen ausführlicheren Artikel geschrieben.
Da das System ziemlich verwirrend und inkosistent ist, kann ich als außenstehende Laiin natürlich keine rechtliche Gewähr für die Richtigkeit der Angaben geben. Sie sollen lediglich eine Hilfestellung zur ersten Orientierung sein. Wenn Sie das für sich zutreffende gefunden haben, erkundigen Sie sich über Details bitte aus den Seiten der VG Wort selber.
VG Wort steht für „Verwertungsgesellschaft Wort“. Sie ist ein Wirtschaftsverein, dem die Rechtsfähigkeit staatlich verliehen worden ist (§ 22 BGB, § 1 Abs. 4 UrhWG). Ihre Aufgabe ist es, Tantiemen aus Zweitverwertungsrechten – d.h. Kopien, Leihe etc. – an „Sprachwerken“ in Deutschland zu verwalten. Zu diesen Sprachwerken zählen: Print, Online-Texte, Hörfunk (Text, also gesprochenes Wort) und Fernsehen (Text / Untertitel und gesprochenes Wort). Für Bild ist die VG Bild-Kunst zuständig, für Musik die GEMA.
Was ist die Aufgabe der VG Wort?
Ihr Auftrag ist, Autor/innen und Verlage bei der Wahrung ihrer Urheberrechte zu helfen. Das Geld kommt aus verschiedenen Quellen, die durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) geregelt sind. Die Haupteinnahmequelle sind die Leermedien‐ und Geräteabgabe. Diese Pauschalabgabe nach § 54 UrhG schafft einen finanziellen Ausgleich für die gesetzlich zugelassene Privatkopie, die nach § 53 UrhG Jedermann zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch von urheberrechtlich geschützten Werken erstellen darf. Für die dadurch entstehenden Einnahmeausfälle gibt es für die Urheber/innen und Rechteinhaber/innen eine Kompensation in Form dieer Pauschalabgabe.
Neben der Leermedien- und Gerätevergütung gehört zur Reprographievergütung gemäß § 42b Abs2 des UrhG die Betreibervergütung: Autor/innen und Verlagen steht auch für die Ausleihe ihrer Werke in öffentlichen Bibliotheken eine Vergütung zu, ebenso für das Ausleihen und Vermieten von Werken in Lesezirkeln, Nutzung von Artikeln in Pressespiegeln oder Nachdrucke in Schulbüchern.
Damit beim Erstellen von Fotokopien und beim Kopieren von Audio- und Videokassetten, wobei jeweils Wort, Musik und Bild kopiert werden, nur eine einheitliche Abgabe notwendig wird, haben sich die beteiligten Verwertungsgesellschaften auf einen Verteilschlüssel für die darauf erhobenen Pauschalabgaben (zum Beispiel der Bibliothekstantiemen) geeinigt. Der Verteilungsschlüssel wird auf der Basis empirischer Teststudien über die Verwertung von kopierbaren und vermietbaren Materialien bemessen.
Ein Teil der Gebührenaufkommen wird im jeweiligen Folgejahr nach einem Verteilungsschlüssel an die Autor/innen und Verlage ausgeschüttet, die ihre Werke dort gemeldet haben. Der andere Teil der Einnahmen fließt, neben der Finanzierung der eigenen Verwaltung, u.a. in die Künstlersozialkasse als Beitrag zur gesetzlichen Sozialversicherung für freischaffende Künstler/innen und Publizist/innen, in das Autorenversorgungswerk, das freiberuflichen Autor/innen Zuschüsse zur privaten Altersversorgung gewährt, in einen Sozialfonds, der Beihilfen für bedürftige Wortautor/innen, Verleger/innen oder ihre Hinterbliebenen leistet, sowie in die Förderungs- und Beihilfefonds Wissenschaft der VG Wort.
Wer kann sich dort melden?
Berechtigte sind Autor/innen, Übersetzer/innen, Herausgeber/innen und Verleger/innen und in manchen Fällen auch Bearbeiter/innen von schöngeistigen und dramatischen, journalistischen und wissenschaftlichen Texten, welche der Urheber an die VG Wort per Meldekarte oder per Onlineverfahren angemeldet hat. In manchen Fällen wird die VG Wort auch von allein tätig (s.u.) Redaktionelle Tätigkeit kann nicht gemeldet werden. Sind an einem Buch oder Beitrag mehrere Autoren beteiligt, kann jeder Co-Autor seinen urheberrechtlichen Anteil an der Veröffentlichung melden. Der Gesamtbetrag für ein Buch oder einen Beitrag wird zu gleichen Teilen an die Urheber ausgeschüttet.
Meldeberechtigt sind Urheber/innen, die Deutsche im Sinne des Grundgesetzes sind oder ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben oder Angehörige von Staaten der
Europäischen Union und der Schweiz sind. In der Schweiz bzw. Österreich lebende Urheber/innen müssen ihre Anträge jedoch an die dortigen Stellen richten (Pro Litteris bzw. LITERAR-MECHANA), die mit der VG Wort kooperieren.
Zunächst muss man sich bei der VG Wort allgemein als Urheber/in anmelden. Man bekommt dann eine Kateikartennummer. Der Abschluss eines umfassenden Wahrnehmungsvertrags ist für alle Verlage und Autoren erforderlich, um Ausschüttungen in allen Bereichen erhalten zu können. In den Bereichen Wissenschaft und Texte im Internet (METIS) genügt auch eine Registrierung als Bezugsberechtigte/r. Das heißt noch nicht, dass man auch Mitglied der VG Wort und damit stimmberechtigt ist. Um Mitgliedschaft können sich Autor/innen und Verlage nach drei Jahren bemühen.
FAQs zur Anmeldung seitens der VG Wort sind hier zu finden.
Wann lohnt sich die Anmeldung bei VG Wort?
Die Anmeldung lohnt sich, wenn man nicht nur einmalig, sondern mehrfach im Jahr auch kleinere Sachen in den relevanten Kriterien veröffentlicht, wenn man ein Buch oder etwas anderes Größeres veröffentlicht sowieso. Die Anmeldung bei der VG Wort lohnt sich auch generell bei kleineren Sachen, selbst wenn man sich nicht die Mühe machen will, diese zu melden – man kann teilweise Sachen bis zu drei Jahre zurückliegend angeben und bekommt noch eine Auszahlung. Bei Blogger/innen mit geringeren Zugriffszahlen (Mindestzahlen s. unten) ist es möglicherweise auch zu viel Aufwand, in jeden Artikel Zählmarken einzufügen, in der Hoffnung, dass es vielleicht ein oder zwei schaffen, weil sie auf ungewöhnlich hohes Interesse stoßen oder von einer großen Website verlinkt werden. Anmeldeschluss ist übrigens immer das Jahresende, also der 31.12., und muss per Post erledigt werden, da eine eigenhändige Unterschrift notwendig ist.
Wann muss man die Texte spätestens melden und für welchen Zeitraum kann man sie anzeigen?
Es gibt verschiedene regelmäßige Deadlines pro Jahr für bestimmte Bereiche. Eine Übersicht gibt es hier. Je nach Inhalt und Medium kann man bis drei Jahre zuvor veröffentlichte Texte melden. Dabei gilt immer das Kalenderjahr (Januar bis Dezember).
Wie kann man Text melden?
Meldungen können entweder online über das Portal T.O.M. (Registrierung erforderlch) oder auf Papierformularen erfolgen. Online-Texte können nur über das T.O.M gemeldet werden. Vorsicht: Die Anmeldungen sind unübersichtlich. Man sollte sich vorher anschauen, wo man was melden will und auch etwas Zeit einplanen.
Generell gilt: Man kann alle Texte in schriftlicher, digitaler und Audioform melden, deren (Mit-)Urheber/in oder Verleger/in man ist. Das gilt nicht für Bilder oder Musik – dafür sind andere Gesellschaften zuständig (s.o.)
Bei Interviews gilt der / die Interviewte als Urheber/in seines / ihres Texts – übersetzt man dessen Aussagen jedoch aus einer Fremdsprache, kann man ggf. sein Urheberrecht an der Übersetzung geltend machen.
Als relevantes Medium gelten Gedrucktes (Buch, Zeitung, Zeischrift u.ä.), Online, Hörfunk und Fernsehen, Podcasts, digitale Offline-Produkte (Texte mit gesprochenem Wort auf CD / DVD) und von Anderen gehaltene Vorträge bzw. Lesungen mit dem eigenen Material. Bestimmte Medien werden jedoch gesondert behandelt (s.u.), und in den verschiedenen inhaltlichen Aufschlüsselungen (Sachbuch, Wissenschaft, Belletristik) werden diese Medien auch unterschiedlich behandelt. Bei Online gilt effektiv nur „Print Online„.
In welchen Bereichen kann man sich anmelden?
Auzahlungen erfolgen verschiedenen Kategorien, die einerseits nach Inhalt, andererseits nach Medium trennen, und ebenso Ausnahmeregelungen auflistet – leider nicht wirklich konsistent und logisch.
Die drei inhaltlichen Kategorien sind:
Die Ausschüttung, an der Autor/innen, Übersetzer/innen, Herausgeber/innen, Bearbeiter/innen und Verlage beteiligt sind, wird hier stichprobenartig in Bibliotheken ermittelt. Die Ergebnisse der letzten drei Jahre werden addiert und gedrittelt. Der Mittelwert bestimmt die Höhe der Ausschüttung. Zusätzlich bekommt jede/r beteiligte Urheber/in bzw. Verlag einen Anteil für die Vervielfältigung.
Eine Meldung durch Autor/innen oder Verlag ist in diesem Bereich nicht notwendig. Die Ausschüttung erfolgt einmal jährlich im Rahmen der Hauptausschüttung. Digitale Offline-Produkte mit entsprechenden Inhalten werden hier gleich behandelt.
Für Autor/innen, deren Werke – z.B. Anthologien und Regionalia – bei der regulären Erhebung nicht erfasst werden, gibt es alle drei Jahre ein Meldeverfahren im Rahmen der Sonderverteilung Bibliothekstantiemen – die nächsten sind 2016 und 2019.
Autor/innen von belletristischen Texten in Anthologien und literarischen Zeitschriften können unabhängig von der Höhe ihrer alljährlichen Ausschüttungen teilnehmen. Übersteigt die auf der Basis dieser Sonderausschüttung errechnete Ausschüttungssumme die Summe der Ausschüttungen für das laufende sowie die beiden vorangegangenen Jahre, erhalten sie den Differenzbetrag.
Die Kriterien entsprechen hier generell den unter Belletristik genannten, nur dass es keine Sondervergütungen gibt. Wichtig ist aber hier: Erstveröffentlichungen wissenschaftlicher Sachliteratur unter müssen unter Wissenschaftliche Publikationen gemeldet werden, um an der Ausschüttung auch im Bereich Wissenschaft teilzuhaben.
Unter diese Bezeichnung fallen Fach- und Sachbücher, kartographische Werke, Loseblatt- und Lieferungswerke sowie Fachbeiträge und -artikel in Fach- und Sachbüchern oder Fachzeitschriften. Die VG Wort zahlt hier eingenommene Beträge für die Nutzung von Texten in wissenschaftlichen Bibliotheken an Autor/innen, Herausgeber/innen, Übersetzer/innen und Verlage aus. Daher ist für die Vergütung eine angemessene Verbreitung in wissenschaftlichen Bibliotheken erforderlich. Autor/innen müssen eine Meldung abgeben, für Verlage beruht die Ausschüttung auf dem Verzeichnis lieferbarer Bücher und auf Eigenmeldungen.
Beiträge werden nach “Normseiten” à 1500 Zeichen vergütet. Meldefähig sind nur Originalbeiträge (auch im Ausland erschienene), bei denen der Mindestumfang von zwei
“Normseiten” (3000 Zeichen im Druck) erreicht ist. Auch bei Büchern gelten nur Originalausgaben – Neuauflagen und Lizenzausgaben sind nur dann meldefähig, wenn
sie in wesentlichen Teilen neu verfasst sind.
Fach- und Sachbücher können bis drei Jahre nach ihrem Erscheinen gemeldet werden – Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften jedoch nur zwei Jahre (gilt jeweils für Kalendejahr und inklusive Erscheinungsjahr). Für Fach- und Sachbücher, Loseblattwerke und Lieferungen sowie Beiträge in Fach- und Sachbüchern oder -zeitschriften gibt es Sonderregelungen für so genannte digitale Offline-Produkte (DVD / DCD).
Wer Feude an Merkblättern hat und es genauer wissen will / muss: Hier das Merkblatt Wissenschaft der VG Wort.
Ausnahmeregelungen bestehen bei:
Schul-, Kirchen- und Blindenbüchern
Hier gibt es besondere gesetzlich Regeln, die erlauben, Werke bzw. Teile von Werken ohne die Zustimmung der Urheber zu nutzen.
Für das Anfertigen von Fotokopien in Schulen in Klassenstärke und zu Prüfungszwecken gemäß § 53 Abs. 3 UrhG erhält die VG WORT von den Bundesländern aufgrund der Betreibervergütung nach § 54 c UrhG eine pauschale Vergütung für die Rechteinhaber/innen.
In beiden Fällen müssen Urheber und Verlage hier ebenfalls keine Meldungen machen.
Bei Medien werden vier Kategorien gesondert benannt:
Publikumszeitungen und -zeitschriften
Diese werden monothematischen Fachzeitschriften entgegengesetzt. Hier gelten folgende Regeln:
Die Meldung erfolgt ebenfalls einmal jährlich, gemeldet werden die Anschlagszahlen, abgerechnet wird pro Zeitung/Publikumszeitschrift; bei Presseagenturen die Texte pro Agentur, meldefähig sind alle Publikationen, in denen in diesem Jahr mindestens 10 000 Anschläge veröffentlicht wurden, und Beiträge mit mindestens 900 Anschlägen. Zur nötigen Auflage ist kein Minimum angegben, ebenso gibt es keine Definition des Begriffs jenseits des Genannten. Hier wird die Frist allerdings klar mit dem 31. Januar benannt, und auch der mögliche Zeitraum einer Nachmeldung, nämlich zwei Jahre. Wird die Zeitung / Zeitschrift auch in Form einer DVD oder CD zum Kauf angeboten, sollte man das bei der Meldung angeben, weil dies mit einem Aufschlag bei der Ausschüttung berücksichtigt wird. Sind Publikumszeitschriften in Lesezirkeln vertreten, wird diese Nutzung von der VG WORT automatisch berücksichtigt, falls der Autor eine Presse-Repro-Meldung abgegeben hat (Formular hier / Ausfüllhilfe hier)
Im Bereich Fernsehen werden Tantiemen u.a. für die Möglichkeit der privaten Vervielfältigung im In- und Ausland ausgeschüttet. Das Senderecht selbst wird – mit Ausnahme der Kleinen Senderechte – nicht von der VG Wort wahrgenommen. Aus der Art des Werks, der Sendedauer und der Senderreichweite ergibt sich ein Punktwert, der die Auszahlungssumme bestimmt. Berücksichtigt werden Sender, die innerhalb Deutschlands einen Marktanteil von mindestens 0,8 % erreichen, oder mindestens 1 Million Haushalte. Die Liste der Sender wird jedes Jahr neu ermittelt, 2013 waren es diese.
Hier ist ein Wahrnehmungsvertrags sowie die Meldung des Films oder Wortbeitrags erforderlich. Der eigene Wortanteil im gemeldeten Sprachwerk muss mindestens eine Minute Sendelänge haben. O-Töne, Zitate, Musik und Co-Autor/innenanteile (Interviewpartner/innen) müssen abgezogen werden. Frist ist hier auch immer der 31. Januar. Bestand damals schon der Wahrnehmungsvertrag, können maximal zwei Vorjahre nachgemeldet werden.
Es gibt spezielle Regelungen für Filme / Serien, Reportagen / Dokumentationen, Magazinsendungen und Kleine Senderechte.
Hier gelten ähnliche Regelungen wie beim Fernsehen. Die Punkte ergeben sich aus Art des Werks, der Sendedauer, der Senderreichweite und der Ausstrahlungshäufigkeit. Der Sender muss eine potentiellern Mindeshörerzahl von 200.000 Haushalten (500.000 Hörer/innen) erreichen. Hier gibt es spezielle Regelungen für Hörspiele / Features / Lesungen, Magazinsendungen und Kleine Senderechte.
Internetradio und Podcasts finden bisher bei der VG Wort noch keine Beachtung – theoretisch würde es unter „Texte im Internet“ fallen, hier geht man aber offenbar von „Print Online“ aus. Für Internetradio und Podcasts gäbe es keine Einnahmen, erklärt die VG Wort das Phänomen.
Für die Merkblattfans hier das Merkblatt Hörfunk.
Hier werden über die VG Wort Vermietung und/oder Verleih abgerechnet. Auch hier muss ein Wahrnehmungsvertrag bestehen. Die Werke müssen einmal gemeldet werden. Danach läuft die Abrechnung automatisch jährlich, solange er bei e-base als lieferbares Leihmedium aufgeführt ist. Gemeldet werden können u.a. Originaldrehbücher, bearbeitete Quellen (z.B. Roman), Synchron- und Rohübersetzungen, Untertitel, Wortanteile in Wissenschafts- und Fortbildungsvideos etc. Ausleihen über Landesbildstellen oder über das Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (FWU) und ähnliche Institutionen sowie Vorführungen in Schulen und Museen werden anders abgerechnet und können so nicht gemeldet werden, ebenso wie Kaufmedien. Ausgeschlossen ist auch der pornografisch Bereich, weil es hier gesetzliche Einschränkungen des Vertriebs gibt.
Die einzelnen Sprachbeiträge werden entsprechend dem Verteilungsplan bewertet. Gemeldet wird bis spätestens 31. Januar.
Hier werden nur einmalige Tantiemen für die Möglichkeit der privaten Vervielfältigung ausgeschüttet. Nach Erscheinen muss das Hörbuch, von dem mindestens 500 Exemplare verkauft worden sein müssen, von Autor/in, Bearbeiter/in (keine redaktionelle Bearbeitung), Herausgeber/in, Übersetzer/in sowie dem lizenzgebenden Verlag gemeldet werden.
Hier geht es um die Vorträge der eigenen Texte durch Andere. Diese werden von den Veranstalter/innen gemeldet. Texte, die man selbst zum Besten gibt, können nicht gemeldet werden.
Um meldefähig zu sein, müssen Texte (auch PDFs), die im Internet erscheinen, frei einsehbar sein und eine minimale Anzahl an Zeichen erreichen (ab 1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen nicht besonders viel). Allerdings müssen auch 1500 Aufrufe (Visits) pro Jahr (Dezember bis Januar) nachgewiesen sein, die und nicht von Bots und anderen Maschinen stammen und nicht aus dem Ausland (Proxyserver kennt man offenbar noch nicht). Bei Texten über 10 000 Zeichen kann auch schon die Hälfte der Zugriffe genügen, bei Lyrik zählt auch eine geringere Zeichenzahl. Dazu muss man Zählmarken in jeden Text einfügen. Diese Marken bekommt man von der VG-Wort. Dies müssen dann fristgerecht ergänzend ausgefüllt an die VG Wort gemeldet werden – der reine Einbau der Zählermarke reicht nicht aus. Genauere Informationen, was die Zählmarken sind, wie man sie einbaut und meldet gibt es hier.
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References: § 1
 § 54
 § 53
 § 42
 § 53
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