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Timestamp: 2016-10-28 02:39:47+00:00

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Interdiction d'un panneau publicitaire; droit d'�tre entendu, garantie de la propri�t�, proc�dure. 1. La condition restrictive pos�e � l'art. 87 OJ ne s'applique pas aux recours dans lesquels, � c�t� de la violation de l'art. 4 Cst, il est soulev� d'autres moyens, fond�s sur d'autres droits constitutionnels et sur lesquels il est entr� en mati�re (consid. 1). 2. Etendue du droit d'�tre entendu dans la proc�dure administrative (consid. 3). 3. L'art. 31 Cst ne peut �tre invoqu� � l'encontre de restrictions � la propri�t� fonci�re fond�es sur la police des constructions (consid. 4). 4. Interdiction d'un panneau publicitaire enlaidissant l'aspect d'une localit� ou du paysage. Garantie de la propri�t�; base l�gale, pes�e des int�r�ts en pr�sence (consid. 5). Faits � partir de page 43
A.- Die Firma Hildebrand AG, welche Grossk�chenanlagen herstellt und vertreibt, brachte mit Einwilligung der zust�ndigen Ortsbeh�rde auf ihrem in der Industriezone von Aadorf liegenden Fabrikgeb�ude eine auf f�nf Stangen stehende, 25 m x 4 m messende Reklametafel an. Der Abstand zwischen dem unteren Tafelrand und dem Flachdach des viergeschossigen Fabrikgeb�udes betr�gt rund 12 m, womit die Tafel das Dach etwa um eine Geb�udeh�he �berragt. Die Tafel ist von dunkler Farbe und enth�lt beidseitig in weissen Lettern die Aufschrift "hildebrand"; sie wird nachts aus einer Richtung mit Neonr�hren angestrahlt.
B.- Gegen die Bewilligung der Reklametafel durch die Ortsbeh�rde f�hrte der Verkehrsverein Aadorf beim Regierungsrat des Kantons Thurgau Beschwerde, da diese Tafel mit den kommunalen Vorschriften �ber den Schutz des Ortsbildes nicht vereinbar sei. Der Regierungsrat hiess die Beschwerde am 20. Dezember 1972 gut, hob die erteilte Bewilligung auf und wies die Sache zur Neubeurteilung im Sinne der Erw�gungen an die Ortsbeh�rde Aadorf zur�ck. In den Erw�gungen wurde u.a. ausgef�hrt, dass, entsprechend den Empfehlungen des beigezogenen Experten, die Anbringung der Tafel unmittelbar �ber dem Fabrikdach zul�ssig w�re.
C.- Die Firma Hildebrand AG f�hrt gegen den Entscheid des Regierungsrates staatsrechtliche Beschwerde. Sie r�gt eine Verletzung der Rechtsgleichheit, der Eigentumsgarantie und der Handels- und Gewerbefreiheit und verlangt die Aufhebung des angefochtenen Entscheides.
D.- Der Regierungsrat beantragt Abweisung der Beschwerde; im gleichen Sinne �ussert sich der Verkehrsverein Aadorf. Der Antrag der Ortsbeh�rde Aadorf lautet demgegen�ber auf Gutheissung der Beschwerde.
1. Der angefochtene Entscheid des Regierungsrates, mit dem die erteilte Bewilligung aufgehoben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur�ckgewiesen wurde, ist zwar letztinstanzlich, doch handelt es sich nur um einen Zwischenentscheid, da er das Verfahren nicht abschliesst. Ein Zwischenentscheid ist gem�ss Art. 87 OG wegen Verletzung von Art. 4 BV nur anfechtbar, wenn er f�r den Betroffenen einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil zur Folge hat, welche Voraussetzung hier nicht zutreffen d�rfte. Doch ist dies ohne Belang. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtes gilt die in Art. 87 OG vorgesehene Einschr�nkung dann nicht, wenn, wie hier, neben der R�ge der Verletzung von Art. 4 BV noch selbst�ndige andere Verfassungsr�gen erhoben werden, auf die eingetreten werden muss. In diesem Rahmen kann ein Verstoss gegen Art. 4 BV auch gegen�ber letztinstanzlichen Zwischenentscheiden geltend gemacht werden, ohne dass die Gefahr eines nicht wiedergutzumachenden Nachteils dargetan sein m�sste (BGE 95 I 443 E. 1). Da die Beschwerdef�hrerin neben Art. 4 BV auch Art. 22 ter und 31 BV anruft, f�r welche die Einschr�nkung des Art. 87 OG nicht gilt, und jedenfalls auf die R�ge der Verletzung von Art. 22 ter BV materiell eingegangen werden muss, sind auch die auf Art. 4 BV gest�tzten R�gen zu pr�fen.
2. Der Regierungsrat st�tzte seinen Entscheid auf die nachfolgenden beiden Bestimmungen des Baureglementes der Ortsgemeinde Aadorf:
"Art. 1 Geltungsbereich Die Bauordnung gilt f�r das ganze Gebiet der Ortsgemeinde Aadorf. Sie betrifft den Neubau, Umbau und Unterhalt aller Hoch- und Tiefbauten und bezweckt, die Anlage der Ortschaft den Erfordernissen einer zweckm�ssigen und ansprechenden Ortsgestaltung, der �konomischen Verwendung �ffentlicher Mittel und den Grunds�tzen des Heimatschutzes anzupassen."
"Art. 2 Grunds�tzliche Baupflichten
Jede Baute ist nach den Regeln der Baukunde zu erstellen und zu unterhalten. Sie hat der Sicherheit von Menschen, Haustieren und BGE 99 Ia 42 S. 45Sachen in jeder Hinsicht zu gen�gen. Auch ist sie zu so gestalten und der Umgebung anzupassen, dass sie weder durch ihre �ussere Erscheinung noch durch die Lage und Stellung das Strassen-, Orts- und Landschaftsbild verunstaltet."
3. Im kantonalen Beschwerdeverfahren wurde �ber die Frage, ob die beanstandete Tafel mit den Grunds�tzen des Heimatschutzes und dem Gebot einer ansprechenden Gestaltung des Strassen-, Orts- und Landschaftsbildes vereinbar sei, bei Architekt Th. Rimli, Aarau, ein Bericht eingeholt. Die Beschwerdef�hrerin erhebt in diesem Zusammenhang verschiedene Einw�nde:
a) Sie weist darauf hin, dass Architekt Rimli Obmann ad interim der Heimatschutz-Sektion des Kantons Aargau sei, und macht geltend, es verstosse gegen Art. 4 BV, eine dem Heimatschutz nahestehende Person mit der Erstattung des Gutachtens zu beauftragen, da eine solche in Fragen des Heimatschutzes befangen sei und in jedem Falle �bersetzte Anforderungen stelle. Dieser Einwand geht fehl. �ber Fragen des Heimatschutzes sind naturgem�ss in erster Linie solche Personen anzuh�ren, die sich damit schon befasst haben und aus praktischer Erfahrung wissen, welche Eingriffe ein Ortsbild ohne erhebliche Beeintr�chtigung ertr�gt und welche Anforderungen im allgemeinen gestellt werden d�rfen. Die Behauptung, dass Mitglieder von Heimatschutzorganisationen zum vorneherein weit �bertriebene Anspr�che stellen, ist unhaltbar. Auch das Bundesgesetz �ber den Natur- und Heimatschutz vom 1. Juli 1966 sieht in �hnlichen F�llen eine Begutachtung durch die eidgen�ssische oder kantonale Heimatschutzkommission ausdr�cklich vor (Art. 7-9). Dadurch, dass das mit der Beschwerdeinstruktion betraute Baudepartement einen in Fragen des Heimatschutzes erfahrenen Architekten einen Bericht erstellen liess, wurden keine verfassungsm�ssigen Rechte der Beschwerdef�hrerin verletzt.
b) Der Bericht Architekt Rimlis wurde den Parteien vor Erlass des angefochtenen Entscheides zur Stellungnahme zugestellt. Die Beschwerdef�hrerin beanstandet, dass sie keine Gelegenheit gehabt habe, sich vor der Bestellung des Gutachtens zur Person des Experten und zu den gestellten Fragen zu �ussern und am Augenschein des Experten, den dieser am 6. April 1972 allein vorgenommen hatte, teilzunehmen.
Der Umfang des Anspruches auf rechtliches Geh�r bestimmt BGE 99 Ia 42 S. 46sich in erster Linie nach den kantonalen Verfahrensvorschriften. Wo sich jedoch dieser kantonale Rechtsschutz als ungen�gend erweist, greifen die unmittelbar aus Art. 4 BV folgenden, also bundesrechtlichen Verfahrensregeln zur Sicherung des rechtlichen Geh�rs Platz (BGE 98 Ia 6 E. 2a, 131 E. 2). Die Beschwerdef�hrerin behauptet nicht, dass das Vorgehen des Regierungsrates irgendwelche kantonalen Verfahrensvorschriften verletze; es ist daher einzig zu pr�fen, ob unmittelbar aus Art. 4 BV folgende Regeln missachtet wurden. Dabei ist zu beachten, dass dieser bundesrechtliche Geh�rsanspruch im Verwaltungsverfahren im allgemeinen nicht den gleichen Umfang hat wie im Zivil- und Strafprozess (BGE 87 I 339; BGE 96 I 187; BGE 98 Ia 132 E. 3, 8 E. 2c; GRISEL, Droit administratif suisse, S. 179 ff.). Das ergibt sich schon aus der ungleichen Stellung der entscheidenden Beh�rde. Diese hat im Verwaltungsverfahren regelm�ssig nicht bloss auf Grundlage von Parteibehauptungen und im Rahmen gestellter Begehren �ber das zwischen den Parteien streitige Recht zu befinden, sondern von Amtes wegen f�r die richtige Anwendung des Gesetzes zu sorgen. Der Geh�rsanspruch der Parteien kann dementsprechend auf das Wesentliche beschr�nkt werden. Er umfasst im Verwaltungsstreitverfahren u.a. das Recht, an f�rmlichen Beweiserhebungen teilzunehmen und zum Beweisergebnis sowie zu allf�llig eingeholten Gutachten Stellung zu beziehen. Einen Anspruch auf Mitwirkung bei der Instruktion eines Experten besitzen die Parteien hingegen nur dann, wenn dies f�r die Festlegung des zu begutachtenden Sachverhaltes unerl�sslich ist (z.B. in Steuerstreitigkeiten, vgl. ASA Bd. 36 S. 491 ff.). Hievon konnte im vorliegenden Fall nicht die Rede sein, da die beanstandete Reklametafel bereits stand und es f�r die Beurteilung der Frage, wieweit sie das Landschafts- und Ortsbild st�rt, keiner weiterer Erl�uterungen der Parteien mehr bedurfte. Die Beh�rde wusste selber, worauf es bei ihrem Entscheid ankam, und war bei der Formulierung der Expertenfragen nicht auf die Mitwirkung der Parteien angewiesen. Ebensowenig haben diese einen unbedingten, unmittelbar aus der Verfassung fliessenden Anspruch darauf, allf�llige Ablehnungsgr�nde gegen den Experten schon vor dessen Ernennung geltend machen zu k�nnen. Zwar ist eine rechtzeitige Anh�rung der Parteien unter dem Gesichtspunkt der Prozess�konomie in der Regel w�nschbar und zweckm�ssig, doch ist dem bundesrechtlichen Geh�rsanspruch Gen�ge getan, BGE 99 Ia 42 S. 47wenn die Parteien vor Ergehen des Entscheides zum erstatteten Gutachten Stellung nehmen k�nnen und dabei Gelegenheit haben, ihre Einw�nde gegen die Person des Experten vorzubringen oder Erg�nzungsfragen zu beantragen. Dass die Beschwerdef�hrerin zum Augenschein des Experten nicht beigezogen wurde, l�sst sich ebenfalls nicht beanstanden. Dieser Augenschein bezweckte nicht die Vornahme verbindlicher tats�chlicher Feststellungen und war kein Akt der Beweiserhebung, der nur unter Teilnahme der Parteien erfolgen d�rfte. Da die Reklametafel bereits stand, konnten �ber den Sachverhalt als solchen keine Zweifel mehr bestehen. Die Ortsbesichtigung durch den Experten diente vielmehr der Abkl�rung der streitigen �sthetischen Fragen und geh�rte damit bereits zu seiner gutachterlichen T�tigkeit, die sich ohne Mitwirkung der Parteien abzuwickeln hatte. Dass der Experte in der Lage war, selber die richtigen Standorte auszusuchen, um den Einfluss der Tafel auf das Bild der Umgebung beurteilen zu k�nnen, versteht sich von selbst. Von einem Verstoss gegen Art. 4 BV k�nnte nur dann die Rede sein, wenn der Experte bei seinem Augenschein von Vertretern der gegnerischen Partei begleitet gewesen w�re. Ein derartiger Verstoss gegen das Gebot der prozessualen Gleichbehandlung wurde jedoch nicht behauptet.
c) Eine andere Frage ist, ob der Regierungsrat entscheiden durfte, ohne selber an Ort und Stelle eine Augenscheinsverhandlung durchgef�hrt zu haben. Die Beschwerdef�hrerin r�gt, der Regierungsrat habe sich �ber die Auswirkungen der beanstandeten Tafel kein eigenes Urteil gebildet, sondern den Bericht des - nach Meinung der Beschwerdef�hrerin befangenen - Experten zum Urteil erhoben. Dies sei umso weniger zul�ssig gewesen, als das Gutachten nicht eine technische, sondern eine Ermessensfrage zum Gegenstand gehabt habe, deren Beantwortung keine besonderen Fachkenntnisse erfordere.
Auch dieser Einwand dringt nicht durch. Wie in der Vernehmlassung des Regierungsrates ausgef�hrt wird, hatten s�mtliche Mitglieder dieser Beh�rde im Laufe des Beschwerdeverfahrens Gelegenheit, die Auswirkungen der Reklametafel aus eigener Sicht zu beurteilen. Unter diesen Umst�nden konnte der Regierungsrat auf die Durchf�hrung eines offiziellen Augenscheins ohne Verletzung von Art. 4 BV verzichten. Der Beschwerdef�hrerin h�tte nur dann Gelegenheit gegeben werden m�ssen, ihren Standpunkt der entscheidenden Beh�rde an Ort und Stelle BGE 99 Ia 42 S. 48zu erl�utern, wenn es um die Zul�ssigkeit einer erst geplanten Anlage gegangen w�re und die Parteien durch genaue Angaben �ber Lage, Ausmass und Gestaltung der Baute zur Abkl�rung des Sachverhaltes Wesentliches h�tten beitragen k�nnen. Im vorliegenden Fall waren jedoch die tats�chlichen Verh�ltnisse bekannt. Streitig war einzig, wie die bereits bestehende Anlage im Hinblick auf das Ortsbild zu w�rdigen war. Zur Beurteilung dieser Frage bedurfte es keiner besonderen Augenscheinsverhandlung; ob die Reklametafel das Ortsbild verunstaltet, konnten die einzelnen Mitglieder des Regierungsrates auch auf Grund eigener privater Feststellungen entscheiden. Dass einem blossen Gelegenheitsbetrachter wichtige Besonderheiten entgehen, wird in der Beschwerde nicht behauptet.
4. Die Beschwerdef�hrerin r�gt, das Verbot, die Reklametafel in der von ihr gew�nschten H�he aufzustellen, verletze die Handels- und Gewerbefreiheit. Die Reklametafel habe nur einen Sinn, wenn sie von der Staatsstrasse, der Einfahrt zur Autobahn und von der Bahnlinie her gesehen werden k�nne. Durch die verlangte Herabsetzung der Tafel werde die Beschwerdef�hrerin in ihrer Handels- und Gewerbefreiheit unverh�ltnism�ssig beeintr�chtigt.
Diese R�ge ist unbehelflich. Art. 31 BV befreit den Grundeigent�mer nicht von der Beachtung der Bauvorschriften und r�umt dem Gewerbetreibenden in dieser Hinsicht keine Privilegien ein. Die angefochtene Beschr�nkung verfolgt keinen wirtschaftspolitischen Zweck und trifft die Beschwerdef�hrerin nur in ihrer Eigenschaft als Grundeigent�merin. Ihre sachliche Zul�ssigkeit beurteilt sich daher einzig nach den Grunds�tzen der Eigentumsgarantie, was die Ber�cksichtigung der besonderen Bed�rfnisse gewerbetreibender Grundeigent�mer immerhin nicht ausschliesst, da auch baupolizeiliche Eingriffe dem Gebot der Verh�ltnism�ssigkeit unterstehen. Was die Beschwerdef�hrerin in diesem Zusammenhang vorbringt, ist einzig unter dem Gesichtswinkel des Art. 22 ter BV zu w�rdigen.
5. Der angefochtene Entscheid des Regierungsrates ber�hrt die Beschwerdef�hrerin unzweifelhaft in ihrer Eigentumsfreiheit. Sie macht zun�chst geltend, es fehle dem streitigen Eingriff an der gesetzlichen Grundlage, und verweist auf Art. 18 Ziff. 6 des Aadorfer Baureglementes, welcher die Erstellung von Firmenschildern nur insoweit einschr�nke, als sie an Strassen st�nden und den Verkehr gef�hrden k�nnten; f�r eine Einschr�nkung BGE 99 Ia 42 S. 49auch ausserhalb des Strassenraumes best�nde keine gesetzliche Handhabe. Dieser Einwand schl�gt nicht durch. Da hier kein besonders schwerer Eingriff in das Eigentum in Frage steht, pr�ft das Bundesgericht die gesetzliche Grundlage nur unter dem Gesichtswinkel der Willk�r (BGE 98 Ia 392, 38 E. 2; BGE 97 I 795 E. 3a), und davon, dass der Regierungsrat Art. 4 BV verletzte, wenn er die erw�hnten allgemeinen Vorschriften in Art. 1 und 2 des Baureglementes auch auf Firmentafeln anwandte, kann nicht die Rede sein. Seine Auslegung w�rde selbst einer freien Pr�fung standhalten, da der von der Beschwerdef�hrerin angerufene Art. 18 Ziff. 6 die Erstellung von Firmentafeln nur unter dem Gesichtspunkt der Verkehrssicherheit regelt und die allgemeine Bestimmung des Art. 2 �ber die �sthetische Gestaltung baulicher Anlagen selbstverst�ndlich vorbehalten bleibt.
Es kann sich einzig fragen, ob die Voraussetzungen f�r ein auf Art. 2 des Baureglementes gest�tztes Verbot wirklich erf�llt sind und ob ein solcher Eingriff mit dem Grundsatz der Verh�ltnism�ssigkeit vereinbar ist. Die Beschwerdef�hrerin macht geltend, von einem sch�tzenswerten Ortsbild k�nne in der Industriezone von Aadorf nicht gesprochen werden. Diese Zone sei f�r Bauten bestimmt, die industriellen Zwecken dienten und nicht nach �sthetischen Gesichtspunkten errichtet w�rden. Auch Hochkamine, Silos und andere turmartige Bauten seien nicht "sch�n". Wenn eine Gemeinde sich vor solchen Bauten sch�tzen wolle, m�sse sie eben auf eine Industrialisierung ihres Gebietes verzichten. In einer Industriezone k�nnten die Vorschriften �ber den Schutz des Ortsbildes nicht gelten. Auch durch �ffentliche Bauten werde das Ortsbild oft verunstaltet. Die Beschwerdef�hrerin verweist dabei auf die Zuckerfabrik Frauenfeld, die Tankanlagen in Hauptwil und das neue Kantonsspital Frauenfeld, ferner auf Hochspannungsleitungen und Radio- und Fernsehsendet�rme. Die Annahme des Regierungsrates, dass eine Baute im Industriegebiet aus keiner Richtung her auffallen d�rfe, sei unhaltbar. Dasselbe gelte f�r die Feststellung, dass die graphisch sehr ausgewogene Firmentafel der Beschwerdef�hrerin verunstaltend wirke. In Wirklichkeit werde nicht die Tafel, sondern die darauf angebrachte Inschrift beanstandet. F�r ein gleich hohes, irgendwelchen technischen Zwecken dienendes Gestell w�rde die Bewilligung nicht verweigert. Dass Industriebauten m�glichst weithin sichtbare Beschriftungen mit BGE 99 Ia 42 S. 50Firmennamen oder Produktbezeichnung enthielten, sei allgemein �blich, und es sei nicht einzusehen, weshalb der Beschwerdef�hrerin die Erstellung einer solchen Reklametafel unter Hinweis auf den Schutz des Ortsbildes verwehrt werden k�nnte.
Dieser Argumentation ist nicht beizupflichten. Die Beschwerdef�hrerin k�nnte sich auf die Tatsache, dass f�r bestimmte Bauten, insbesondere Industriebauten, eine Beeintr�chtigung des Ortsbildes oft gezwungenermassen in Kauf genommen werden muss, nur dann berufen, wenn sie f�r die hier in Frage stehende Anlage gleiche imperative Gr�nde geltend zu machen verm�chte. Hochspannungsleitungen, Sendet�rme, Silos, Tanks usw. sind unvermeidbare Bestandteile der Landschaft eines Industrielandes. Es wird dabei stets versucht, sie so anzulegen, dass der Eingriff in das Landschafts- oder Ortsbild noch tragbar ist, und es ergeben sich daraus f�r das Unternehmen, selbst wenn es �ffentlich ist oder �ffentliche Aufgaben zu erf�llen hat, oft erhebliche Lasten. Von einem solchen Sachzwang kann bei der Firmentafel der Beschwerdef�hrerin nicht die Rede sein. Es handelt sich nur um eine von vielen m�glichen Reklamevorkehren. Die beanstandete Tafel mag der Beschwerdef�hrerin vielleicht einen gesch�ftlichen Vorteil verschaffen, doch ist sie f�r eine erfolgreiche F�hrung des Betriebes keineswegs unumg�nglich. Die Beschwerdef�hrerin wendet sich mit ihren Produkten nicht an das breite Publikum, und diesem gegen�ber w�re die Reklametafel auch ohne Aussagegehalt, da aus dem Firmennamen allein keine Schl�sse auf die hergestellten Produkte gezogen werden k�nnen. Die Tafel vermag also lediglich diejenigen, die zur Firma Hildebrand schon in Gesch�ftsbeziehungen getreten sind oder von dieser Firma auf andere Weise Kenntnis erhalten haben, an die Existenz der Firma zu erinnern bzw. auf den Standort des Fabrikgeb�udes aufmerksam zu machen. Das Interesse der Beschwerdef�hrerin, dass diese Reklametafel von der Eisenbahn, der Staatsstrasse und der Autobahneinfahrt her gesehen werden kann, ist f�r sie zumindest nicht lebenswichtig; m�glicherweise bringt ihr die Tafel �berhaupt keinen messbaren Vorteil. Andererseits f�hrt die Anlage in ihrer jetzigen Form zu einem Eingriff in die Landschaft, der selbst nach dem f�r Industriebauten geltenden Massstab als aussergew�hnlich erscheint. Das Baureglement von Aadorf beschr�nkt die H�he der in der Industriezone zugelassenen Bauten auf 16 m (Art. 9 Ziff. 3). Offenbar sollten mit dieser Begrenzung allzustarke Eingriffe in BGE 99 Ia 42 S. 51das noch l�ndliche Orts- und Landschaftsbild verhindert werden. Dieses Ziel w�rde vereitelt, wenn es zul�ssig w�re, die maximale Bauh�he durch Anbringung riesiger Firmentafeln nach Belieben zu �berschreiten. Es l�ge nahe, dass auch andere Firmen von dieser M�glichkeit Gebrauch machen und sich durch Errichtung immer gr�sserer Tafeln gegenseitig zu �berbieten versuchen w�rden, was auch in einer Industrielandschaft untragbar w�re. Ob das geltend gemachte �ffentliche Interesse den streitigen Eingriff in das Privateigentum zu rechtfertigen vermag, pr�ft das Bundesgericht auf Anrufung der Eigentumsgarantie hin grunds�tzlich frei; es �bt aber Zur�ckhaltung, soweit die Antwort von der W�rdigung der �rtlichen Verh�ltnisse abh�ngt, welche die kantonalen Beh�rden besser kennen und �berblicken als das Bundesgericht (BGE 94 I 59, 135 f., 340 f., 349 f.). Im vorliegenden Fall kann von einer unverh�ltnism�ssigen Eigentumsbeschr�nkung nicht die Rede sein. Zwar ist die Reklametafel der Beschwerdef�hrerin im Dorfkern von Aadorf nicht sichtbar; sie tritt aber - wie dies ihrem Zweck entspricht und u.a. auch aus dem Bericht des Experten und den bei den Akten befindlichen Photos hervorgeht - in der weiteren Umgebung in aufdringlicher Weise in Erscheinung, so dass es ohne weiteres einleuchtet, wenn der Regierungsrat hierin einen verunstaltenden Eingriff in die Landschaft erblickt. Auch wenn es sich bei Aadorf um eine Industriegemeinde handelt und das Orts- und Landschaftsbild nicht besonders sch�tzenswert sein mag, so braucht dieses derartigen Eingriffen doch nicht schutzlos ausgeliefert zu werden. Da die Beschwerdef�hrerin auf eine Reklametafel in der jetzigen Form nicht dringend angewiesen ist und die verf�gte Beschr�nkung sie in ihren Eigentumsrechten nur am Rande trifft, geht das Interesse der Allgemeinheit an der Erhaltung des Orts- und Landschaftsbildes eindeutig vor.

References: Art. 87
 Art. 4
 Art. 87
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 4
 Art. 22
 Art. 87
 Art. 22
 Art. 4
 BGE 
 Art. 4
 BGE 
 Art. 4
 Art. 4
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 4
 Art. 4
 BGE 
 Art. 31
 Art. 22
 Art. 18
 BGE 
 BGE 
 Art. 4
 Art. 1
 Art. 18
 Art. 2
 Art. 2
 BGE 
 BGE