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Timestamp: 2020-08-03 10:33:02+00:00

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Due Diligence Kosten als Anschaffungsnebenkosten der Beteiligung | Rechtslupe
Bei der Anschaf­fung von Gesell­schafts­an­tei­len sind die Kos­ten der finan­zi­el­len und recht­li­chen Due Dili­gence regel­mä­ßig den akti­vie­rungs­pflich­ti­gen Anschaf­fungs­kos­ten und nicht den sofort abzieh­ba­ren Betriebs­aus­ga­ben zuzu­ord­nen.
In einem jetzt vom Finanz­ge­richt Köln ent­schie­de­nen Ver­fah­ren behan­del­te die Klä­ge­rin, eine deut­sche Akti­en­ge­sell­schaft, Bera­tungs­kos­ten in Höhe von ca. 350.000 €, die ihr im Zusam­men­hang mit dem Erwerb einer bri­ti­schen Limi­ted und zwei­er nie­der­län­di­scher Unter­neh­men ent­stan­den sind, als sofort abzieh­ba­re Betriebs­aus­ga­ben. Das Finanz­amt beur­teil­te die Kos­ten als akti­vie­rungs­pflich­ti­ge Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten. Das Finanz­ge­richt Köln gab dem Finanz­amt Recht und wies die Kla­ge der Käu­fe­rin ab.
Das Finanz­ge­richt Köln folg­te dabei der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs, wonach Gut­ach­ten­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung von GmbH-Geschäfts­an­tei­len anfal­len, als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zu akti­vie­ren sind, wenn sie nach einem grund­sätz­lich gefass­ten Erwerbs­ent­schluss ent­ste­hen und das Gut­ach­ten nicht ledig­lich der Vor­be­rei­tung einer noch unbe­stimm­ten, erst spä­ter zu tref­fen­den Erwerbs­ent­schei­dung dient. Das Finanz­ge­richt Köln stell­te ent­schei­dend dar­auf ab, dass zum Zeit­punkt der Ertei­lung eines Due Dili­gence Auf­trags regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen ist, dass bereits eine grund­sätz­li­che Erwerbs­ent­schei­dung gefal­len ist. Die Annah­me, ein Ziel­un­ter­neh­men eröff­ne einem Inter­es­sen­ten einen der­ar­tig weit­ge­hen­den Zugriff auf die Unter­neh­mens­in­ter­na, ohne dass die Geheim­hal­tung und ein gemein­sa­mes Ziel wie ein Kauf oder eine Ver­schmel­zung ver­ein­bart wor­den sei­en, hält das Finanz­ge­richt Köln dage­gen für lebens­fremd.
Anschaf­fungs­kos­ten sind die­je­ni­gen Auf­wen­dun­gen, die geleis­tet wer­den, um einen Ver­mö­gens­ge­gen­stand zu erwer­ben und ihn in einen betriebs­be­rei­ten Zustand zu ver­set­zen soweit sie dem Ver­mö­gens­ge­gen­stand ein­zel­nen zuge­ord­net wer­den kön­nen (§ 255 Abs. 1 HGB). Zu den Anschaf­fungs­kos­ten gehö­ren auch die Neben­kos­ten der Anschaf­fung und die nach­träg­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten (§ 255 Abs. 1 Satz 2 HGB; vgl. z. B. Kulosa in Schmidt, EStG, § 6 Rdnrn. 33, 51 ff. m. w. N.).
Unge­ach­tet der erheb­li­chen Dif­fe­ren­zen in Recht­spre­chung und Schrift­tum zur zutref­fen­den Abgren­zung von blo­ßen Vor­be­rei­tungs­maß­nah­men, die zu sofort abzieh­ba­ren Betriebs­aus­ga­ben füh­ren, und Auf­wen­dun­gen, die für den Erwerb einer Kapi­tal­an­la­ge gemacht wer­den und damit zu Anschaf­fungs­kos­ten füh­ren, besteht hin­sicht­lich der Auf­wen­dun­gen zur Vor­be­rei­tung einer noch gänz­lich unbe­stimm­ten und spä­ter viel­leicht noch zu tref­fen­den Erwerbs­ent­schei­dung, wie z. B. bei Markt­stu­di­en, Einig­keit in Recht­spre­chung [1], Lite­ra­tur [2] und Finanz­ver­wal­tung [3], dass der­ar­ti­ge Auf­wen­dun­gen zu sofort abzieh­ba­ren Betriebs­aus­ga­ben und nicht zu Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten füh­ren. Sol­che Auf­wen­dun­gen lie­gen etwa bei erfolgs­un­ab­hän­gi­gen Auf­wen­dun­gen im Zusam­men­hang mit der Beauf­tra­gung einer Bera­tungs­ge­sell­schaft vor, deren Beauf­tra­gung auf den Nach­weis geeig­ne­ter Ziel­ob­jek­te abzielt.
Anschaf­fungs­kos­ten die­je­ni­gen Auf­wen­dun­gen, die geleis­tet wer­den, um einen Ver­mö­gens­ge­gen­stand zu erwer­ben und ihn in einen betriebs­be­rei­ten Zustand zu ver­set­zen soweit sie dem Ver­mö­gens­ge­gen­stand ein­zel­nen zuge­ord­net wer­den kön­nen (§ 255 Abs. 1 HGB). Zu den Anschaf­fungs­kos­ten gehö­ren auch die Neben­kos­ten der Anschaf­fung [4].
Der han­dels­recht­li­che Begriff der Anschaf­fungs­kos­ten ist in Erman­ge­lung einer abwei­chen­den Defi­ni­ti­on im Ein­kom­men­steu­er­ge­setz der Bewer­tung in der Steu­er­bi­lanz zugrun­de zu legen [5]. Der Begriff der Anschaf­fungs­kos­ten ist wegen des Ein­be­zugs der Neben­kos­ten und nach­träg­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten grund­sätz­lich umfas­send. Er beinhal­tet – unter Aus­schluss der Gemein­kos­ten – alle mit dem Anschaf­fungs­vor­gang ver­bun­de­nen Kos­ten [6]. Anschaf­fungs­kos­ten jeden­falls in Form der Neben­kos­ten der Anschaf­fung im Sin­ne des § 255 Abs. 1 Satz 2 HGB sind somit alle sons­ti­gen Auf­wen­dun­gen des Erwer­bers neben der Ent­rich­tung des Kauf­prei­ses, die in einem unmit­tel­ba­ren wirt­schaft­li­chen Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung ste­hen, ins­be­son­de­re zwangs­läu­fig im Gefol­ge der Anschaf­fung anfal­len.
Die Fra­ge, wel­che Kos­ten dem Anschaf­fungs­vor­gang im Ein­zel­fall zuzu­ord­nen sind, ist nach wirt­schaft­li­chen Gesichts­punk­ten zu ent­schei­den [7]. Dabei ist ein blo­ßer kau­sa­ler oder zeit­li­cher Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung nicht aus­rei­chend, viel­mehr kommt es auf die Zweck­be­stim­mung der Auf­wen­dun­gen an. Für die Pflicht zur Akti­vie­rung von Auf­wen­dun­gen, deren Zweck der Erwerb eines bestimm­ten Wirt­schafts­gu­tes ist, muss es gemäß dem fina­len Gehalt des Begriffs der Anschaf­fungs­kos­ten not­wen­di­ger­wei­se genü­gen, dass am Bilanz­stich­tag mit der Anschaf­fung begon­nen wor­den ist [8].
Nach Über­zeu­gung des Finanz­ge­richts Köln, das damit der Recht­spre­chung des VIII. Senats des Bun­des­fi­nanz­hofs folgt, ist dabei bei der Zuord­nung der Gut­ach­ter­kos­ten für die Due Dil­li­gence wie auch der Kos­ten der Ver­trags­vor­be­rei­tung, Ver­trags­ge­stal­tung und ‑beglei­tung zu den Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten dar­auf abzu­stel­len, ob sie vor oder nach Fas­sung des grund­sätz­li­chen Erwerbs­ent­schlus­ses ange­fal­len sind.
Die Zuord­nung der im Kon­text von Anschaf­fun­gen von Gesell­schafts­an­tei­len häu­fig anfal­len­den Bera­tungs­kos­ten, deren Behand­lung auch im vor­lie­gen­den Ver­fah­ren strei­tig ist, war in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit mehr­fach Gegen­stand kon­tro­vers dis­ku­tier­ter BFH-Recht­spre­chung. Der VIII. Senat des BFH hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren mehr­fach Ent­schei­dun­gen zu der Fra­ge der Qua­li­fi­zie­rung von Bera­tungs­kos­ten als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten oder Wer­bungs­kos­ten getrof­fen. In der Grund­satz­ent­schei­dung des VIII. Senats [9] ging es um die Bera­tungs­kos­ten für die Erstel­lung eines Finan­zie­rungs­pla­nes und eines Busi­ness­pla­nes im Vor­feld eines beab­sich­tig­ten, spä­ter geschei­ter­ten Unter­neh­mens­er­werbs. Unter Bezug­nah­me auf eine Ent­schei­dun­gen zur fehl­ge­schla­ge­nen Ver­äu­ße­rung einer im Pri­vat­ver­mö­gen gehal­te­nen wesent­li­chen Betei­li­gung [10] führ­te der Bun­des­fi­nanz­hof aus, dass die im Streit­fall zu beur­tei­len­den Bera­tungs­kos­ten als Neben­kos­ten des Erwerbs Anschaf­fungs­kos­ten der Betei­li­gung sei­en. Es gel­te für die streit­be­fan­ge­nen Bera­tungs­kos­ten nichts ande­res als für Mak­ler-, Gut­ach­ter- oder Beur­kun­dungs­kos­ten. Dies gel­te aller­dings unein­ge­schränkt nur für Neben­kos­ten, die nach dem end­gül­ti­gen Ent­schluss des Steu­er­pflich­ti­gen, die Kapi­tal­an­la­ge zu erwer­ben, ent­stan­den sei­en [11].
In einer neu­en Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs [12] ging es ins­be­son­de­re um Gut­ach­ter­kos­ten für eine durch­ge­führ­te Due Dil­li­gence im Hin­blick auf eine von der Bank für die Gewäh­rung der Finan­zie­rungs­zu­sa­ge bzgl. des Erwerbs meh­re­rer Gesell­schaf­ten gefor­der­te Begut­ach­tung der Ziel­ge­sell­schaf­ten. Der Bun­des­fi­nanz­hof bestä­tig­te die Qua­li­fi­zie­rung des Finanz­ge­richts, das die Kos­ten für das Gut­ach­ten als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten behan­delt hat­te. Er führ­te aus, dass die Aus­sa­ge in der bereits beschrie­be­nen Grund­satz­ent­schei­dung [9] nicht so zu ver­ste­hen sei, dass eine Erwerbs­ent­schei­dung gänz­lich unum­stöß­lich gefasst sein müs­se, um von Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten aus­zu­ge­hen. Viel­mehr rei­che die Ver­an­las­sung durch eine grund­sätz­lich gefass­te Erwerbs­ent­schei­dung aus. Dies bestä­tig­te der Bun­des­fi­nanz­hof auch in einer wei­te­ren Ent­schei­dung [13]. Nach die­ser Ent­schei­dung sind Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten gege­ben, wenn die Auf­wen­dun­gen für ein Stra­te­gie­ent­gelt durch eine grund­sätz­lich gefass­te Erwerbs­ent­schei­dung ver­an­lasst sind, auch wenn die Ziel­ob­jek­te zu die­sem Zeit­punkt noch nicht fest­ste­hen.
Ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Kos­ten einer Due Dil­li­gence, die – wie im Streit­fall – erheb­lich sein kön­nen, haben die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs kon­tro­ver­se Reak­tio­nen in der Lite­ra­tur aus­ge­löst. Die ers­te Ent­schei­dung [9] fand weit­ge­hen­de Akzep­tanz. Im Hin­blick auf die Fina­li­tät des Anschaf­fungs­kos­ten­be­grif­fes wur­de zwi­schen Auf­wen­dun­gen, die der Ent­schei­dungs­fin­dung und Auf­wen­dun­gen, die der Anschaf­fung als sol­ches gel­ten, dif­fe­ren­ziert [14].
Dem­ge­gen­über fand die neue­re Ent­schei­dung [15] sehr unter­schied­li­che Reak­tio­nen. Neben rei­nen Dar­stel­lun­gen der Ent­schei­dung [16] fin­den sich zustim­men­de Bespre­chun­gen [17] und har­sche Kri­tik [18]. Teil­wei­se wird die Fra­ge ziel­ori­en­tier­ten Sach­ver­halts­vor­brin­gens und des­sen Aus­wir­kun­gen auf die Ent­schei­dungs­fin­dung beleuch­tet [19].
Über­wie­gend fin­det sich in der anlass­be­zo­ge­nen Lite­ra­tur [20] der Ver­such, anhand der Erfah­run­gen in der Pra­xis von Unter­neh­mens­käu­fen ein zwei­stu­fi­ges Prü­fungs­sche­ma zu ent­wi­ckeln, das den Pro­zess in eine Vor­be­rei­tungs­pha­se bis zur grund­sätz­li­chen Kauf­ent­schei­dung und eine Erwerbs­pha­se unter­glie­dert. Dabei wer­den ins­be­son­de­re die Kos­ten der Due Dil­li­gence regel­mä­ßig der Vor­be­rei­tungs­pha­se zuge­wie­sen, da der mit der Sorg­falt eines ordent­li­chen und gewis­sen­haf­ten Geschäfts­lei­ters agie­ren­de Ver­tre­ter des erwer­ben­den Steu­er­pflich­ti­gen aus­schließ­lich auf der Basis der durch das Gut­ach­ten erlang­ten Infor­ma­tio­nen eine sach­ge­rech­te Erwerbs­ent­schei­dung tref­fen kön­ne. Die Sorg­falts­pflich­ten, wie sie in § 43 GmbHG oder in §§ 93 Abs. 1 Satz 1, 116 AktG vor­ge­ge­ben sei­en, lie­ßen eine frü­he­re Erwerbs­ent­schei­dung nicht zu.
In der han­dels­recht­li­chen Lite­ra­tur fin­det sich kein ein­heit­li­ches Bild. Wäh­rend Win­ne­feld die Auf­wen­dun­gen akti­vie­ren will, die im fina­len Bezug auf den Erwerb des Gegen­stan­des bzw. zur Her­stel­lung der Betriebs­be­reit­schaft auf­ge­wen­det wer­den und dabei ins­be­son­de­re Ver­mitt­lungs­ge­büh­ren, Kos­ten der Begut­ach­tung und Beur­kun­dungs­kos­ten ein­be­zieht [21], wei­sen Fors­ter [22] und ande­re dem Anschaf­fungs­vor­gang vor­ge­la­ger­te Auf­wen­dun­gen der Ent­schei­dungs­fin­dung, wie z. B. Kos­ten eines Bewer­tungs­gut­ach­tens beim Erwerb von Betei­li­gun­gen, nicht den Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zu. Der­ar­ti­ge Kos­ten stün­den nicht in unab­ding­ba­rem Zusam­men­hang mit dem Erwerb und bil­de­ten daher kei­nen Bestand­teil der Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten. Knop/​Küting [23] wol­len die Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten an den Beginn des Anschaf­fungs­vor­gangs anknüp­fen. Mit der ers­ten Hand­lung zum Erwerb eines bestimm­ten, kon­kre­ten Gegen­stan­des wer­de die Gren­ze zwi­schen der Vor­be­rei­tungs­pha­se und dem Anschaf­fungs­vor­gang gesetzt. Ellrodt/​Brendt [24] wol­len danach abgren­zen, ob die Bera­tungs­kos­ten vor oder nach dem Ent­schluss zum Erwerb eines kon­kre­ten Ver­mö­gens­ge­gen­stan­des ange­fal­len sind. Auf­wen­dun­gen in der Ent­schei­dungs­pha­se sol­len kei­ne Anschaf­fungs­kos­ten sein.
Eben­falls unein­heit­lich stellt sich die ein­kom­men­steu­er­li­che Kom­men­tar­li­te­ra­tur dar. Wäh­rend z. B. Ehm­cke [25] Kos­ten für Gut­ach­ten, unab­hän­gig davon, ob bereits eine end­gül­ti­ge Kauf­ent­schei­dung getrof­fen wor­den ist, den Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zuweist, will Hoff­mann [26] Bewer­tungs­gut­ach­ten der Vor­be­rei­tungs­pha­se und damit nicht den Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zuord­nen. Kulosa [27] will der neue­ren Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs [15] fol­gen [28], Fischer [29] weist Kos­ten der Begut­ach­tung eines anzu­schaf­fen­den Wirt­schafts­gu­tes den zu akti­vie­ren­den Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zu. Korn/​Strahl [30] wol­len Gut­ach­ter­kos­ten nur dann den Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten zuord­nen, wenn sie sich bereits kon­kret auf den Anschaf­fungs­vor­gang bezie­hen, nicht soweit sie der Ent­schei­dungs­hil­fe die­nen. Stob­be [31] weist aus­drück­lich auch vor der Erwerbs­ent­schei­dung ange­fal­le­ne Kos­ten, die einem spä­te­ren kon­kre­ten Erwerb zuge­ord­net wer­den kön­nen, den zu akti­vie­ren­den Erwerbs­ne­ben­kos­ten zu. Auch Werndl [32] will vor­pe­ri­odi­sche Auf­wen­dun­gen im Rah­men der Ent­schei­dungs­vor­be­rei­tung als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten in die Akti­vie­rungs­pflicht ein­be­zie­hen.
Auch im Lich­te der Ein­wen­dun­gen eines Teils der Lite­ra­tur gegen die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs sieht das Finanz­ge­richt Köln kei­nen Grund, von dem Abgren­zungs­kri­te­ri­um "Ver­an­las­sung durch eine grund­sätz­lich gefass­te Erwerbs­ent­schei­dung", wie es der Bun­des­fi­nanz­hof in den oben zitier­ten Ent­schei­dun­gen aus­ge­führt hat, abzu­wei­chen. Die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs beru­hen auf der Aus­le­gung des § 255 HGB, wonach "Auf­wen­dun­gen die geleis­tet wer­den, um einen Ver­mö­gens­ge­gen­stand zu erwer­ben", zu Anschaf­fungs­kos­ten füh­ren. Dies setzt kei­ne end­gül­ti­ge, unwi­der­ruf­li­che Erwerbs­ent­schei­dung vor­aus, son­dern ledig­lich eine grund­sätz­li­che Ent­schei­dung. Dies gilt für das Finanz­ge­richt Köln auch unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass die ein­schlä­gi­gen Ent­schei­dun­gen des Bun­des­fi­nanz­hofs jeweils zu Über­schuss­ein­künf­ten und nicht zu den teil­wei­se durch Son­der­vor­schrif­ten gepräg­ten Gewinn­ein­künf­ten ergan­gen sind.
Die Ein­wen­dun­gen der Lite­ra­tur beru­hen über­wie­gend auf Abwei­chun­gen hin­sicht­lich der Defi­ni­ti­on der Erwerbs­ent­schei­dung, die nicht über­zeu­gen kön­nen. Soweit in der Lite­ra­tur vor­ge­tra­gen wird, die Let­ter of intent und die Due Dil­li­gence dien­ten ledig­lich der Vor­be­rei­tung einer noch unbe­stimm­ten, zukünf­tig zu tref­fen­den Erwerbs­ent­schei­dung, liegt dies in dem Bereich der dem Bun­des­fi­nanz­ho – nach Über­zeu­gung des Finanz­ge­richts Köln zu Unrecht – vor­ge­wor­fe­nen Begriffs­a­kro­ba­tik. Let­ter of intent wird in die Gerichts­spra­che am ehes­ten mit Vor­ver­trag oder Absichts­er­klä­rung über­setzt (vgl. z. B. Leo, Deutsch-Eng­li­sches Wör­ter­buch). Es bedarf sprach­li­cher Ver­ren­kun­gen, um nach einem Vor­ver­trag die Auf­fas­sung zu ver­tre­ten, es bestehe kei­ne grund­sätz­li­che Erwerbs­ab­sicht, die grund­sätz­li­che Erwerbs­ent­schei­dung sei nicht gefal­len.
Auch bei einer Due Dil­li­gence ist regel­mä­ßig davon aus­zu­ge­hen, dass eine der­ar­ti­ge grund­sätz­li­che Erwerbs­ent­schei­dung gefal­len ist. Es ist lebens­fremd, anzu­neh­men, dass ein Ziel­un­ter­neh­men einem Inter­es­sen­ten der­ar­tig weit­ge­hen­den Zugriff auf die Unter­neh­mens­in­ter­na eröff­net, ohne dass die Geheim­hal­tung und ein gemein­sa­mes Ziel (z. B. Kauf, Ver­schmel­zung etc.) ver­ein­bart ist. Dies gilt in noch höhe­rem Maße für die im ent­schie­de­nen Streit­fall eben­falls umstrit­te­nen Kos­ten der Ver­trags­vor­be­rei­tung, Ver­trags­ge­stal­tung und Ver­trags­be­glei­tung. Der­ar­ti­ge Auf­wen­dun­gen betref­fen die Fra­ge, "wie" der geplan­te und gewoll­te Erwerb gestal­tet wird und nicht, "ob" erwor­ben wer­den soll.
Gegen eine der­ar­ti­ge Abgren­zung spre­chen auch nicht die Sorg­falts­vor­schrif­ten des Akti­en- und GmbH-Geset­zes. Der sorg­fäl­ti­ge Geschäfts­lei­ter wird die auf­wän­di­gen Gut­ach­ten nicht in Auf­trag geben, wenn er nicht grund­sätz­lich zum Erwerb der Ziel­ge­sell­schaf­ten ent­schlos­sen ist.
Die Tat­sa­che, dass trotz der grund­sätz­lich gefass­te Erwerbs­ent­schei­dung diver­se Grün­de dazu füh­ren kön­nen, dass es letzt­end­lich nicht zu einem Erwerb kommt, spricht nicht gegen die dar­ge­stell­te Abgren­zung. Natür­lich kann trotz Erwerbs­ab­sicht wegen Strei­tig­kei­ten z. B. über den Preis, die Wei­ter­be­schäf­ti­gung von Arbeit­neh­mern oder auch durch eine recht­li­che Due Dil­li­gence auf­ge­deck­te Pro­dukt­ri­si­ken ein Ankauf schei­tern. Dies ändert aber nichts dar­an, dass die zuvor auf­ge­wen­de­ten Kos­ten auf dem zunächst gefass­ten Erwerbs­ent­schluss beruh­ten. Sie sind ihrem Wesen nach zunächst Anschaf­fungs­kos­ten. Wenn das Anschaf­fungs­ge­schäft letzt­lich nicht zu Stan­de kommt, wer­den sie zu ver­lo­re­nem Auf­wand und damit je nach Ein­kunfts­art ggf. erfolgs­wirk­sam.
Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 6. Okto­ber 2010 – 13 K 4188/​07
vgl. BFH, Urteil vom 27.03.2007 – VIII R 62/​05, BFHE 217, 491, BStBl II 2010, 159; BFH, Urteil vom 28.10.2009 – VIII R 22/​07, BFHE 228, 28, BStBl II 2010, 469[↩]
vgl. zum Bei­spiel Hoff­mann in Littmann/​Bitz/​Pust, EStG, § 6 Rdnr. 166 m. w. N.[↩]
vgl. Klock­ner in Bon­ner Bp Nach­rich­ten – B BPN – 02/​2007, Gut­ach­ter­kos­ten bei der Anschaf­fung von Betei­li­gun­gen; Betriebs­aus­ga­ben oder Akti­vie­rung? unter III; Grüm­mer, Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten auf die Kapi­tal­ge­sell­schafts­be­tei­li­gung – Das Ende einer lan­gen Ent­wick­lung?, B BPN 11/​2008 unter IV; Janisch, Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten beim Erwerb einer Betei­li­gung, B BPN 05/​2010 unter 2.1.3 und 2.1.4[↩]
vgl. dazu Kulosa in Schmidt, EStG, § 6 Rdnr. 51 ff. m. w. N.[↩]
vgl. die Nach­wei­se in BFH, BStBl II 2010, 159; BFH, Urteil vom 26.04.2006 – I R 49,50/04, BFHE 213, 37, BStBl II 2006, 656[↩]
vgl. z. B. BFH, Urteil vom 17.10.2001 – I R 32/​00, BFHE 197, 58, BStBl II 2002, 349 m. w. N.[↩]
BFH, BStBl II 2002, 349, m. w. N.[↩]
vgl. BFH, Urteil vom 13.10.1983 – IV R 160/​78, BFHE 139, 273, BStBl II 1984, 101[↩]
BFH BStBl II 2004, 597[↩][↩][↩]
vgl. BFH, Urteil vom 17.04.1997 – VIII R 47/​95, BFHE 184, 275, BStBl II 1998, 102[↩]
BFH BStBl II 2010, 159[↩]
BFH BStBl II 2010, 469[↩]
vgl. Eng­ler, Kos­ten einer Due Dil­li­gence – Auf­wand oder akti­vie­rungs­pflich­ti­ge Anschaf­fungs­kos­ten?, BB 2006, 747 mit umfang­rei­chen Nach­wei­sen zum Schrift­tum[↩]
BFH, BStBl II 2010, 159[↩][↩]
vgl. z. B. Stein­hauff in Juris Pra­xis Report – Steu­er­recht 28/​2007, Anm. 3[↩]
vgl. z. B. Kanz­ler, FR 2007, 1184, der aus­führt, dass eine Due Dil­li­gence stets etwas mit dem Unter­neh­mens­er­werb zu tun habe[↩]
vgl. Hoff­mann, GmbHR 2007, 782, der von unglück­li­cher Begriffs­a­kro­ba­tik spricht[↩]
vgl. Jahr­buch der Fach­an­wäl­te für Steu­er­recht 2006/​2007, 687 bis 693[↩]
vgl. z. B. Adolf, Gut­ach­ter­kos­ten im Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung von GmbH-Geschäfts­an­tei­len – Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten oder Wer­bungs­kos­ten?, BB 2007, 1537; Lohmann/​Goldacker/​Achatz, Neben­kos­ten der Akqui­si­ti­on einer deut­schen Kapi­tal­ge­sell­schaft – haupt­säch­lich steu­er­li­che Betriebs­aus­ga­ben!, BB 2008, 1592; Peter/​Gra­ser, Zu kurz gegrif­fen: Due Dil­li­gence-Kos­ten als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten beim Betei­li­gungs­er­werb, DStR 2009, 2032[↩]
Bilanz­hand­buch, Rdnr. 435[↩]
Fors­ter, in Adler/​Düring/​Schmal­tz, Rech­nungs­le­gung und Prü­fung der Unter­neh­men, § 255 HGB, Rdnrn. 22, 35[↩]
in Küting/​Weber, Hand­buch der Rech­nungs­le­gung, § 255 HGB, Rdnrn. 27, 28[↩]
im Beck'schen Bilanz­kom­men­tar, § 255 HGB, Rdnrn. 71, 325[↩]
in Blü­mich, EStG, § 6 Rdnr. 260[↩]
in Littmann/​Bitz/​Pust, EStG, § 6 Rdnr. 166[↩]
in Schmidt, EStG, § 6 Rdnrn. 52, 54[↩]
wohl anders Weber-Grel­let a.a.O. § 20 Rdnr. 253 "Bera­tungs­kos­ten"[↩]
in Kirch­hof, EStG, § 6 Rdnr. 40[↩]
in Korn, EStG, § 6 Rdnr. 73[↩]
in Herrmann/​Heuer/​Raupach, EStG, § 6 Rdnr. 293[↩]
in Kirchhof/​Söhn/​Mellinghoff, EStG, § 6 Anmer­kung B 81 ff., 86[↩]
AnschaffungsnebenkostenBilanzierungdue diligenceSteuerbilanz

References: § 6
 § 255
 § 43
 § 255
 § 6
 § 6
 § 255
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 § 6
 § 6
 § 6
 § 20
 § 6
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