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Timestamp: 2020-05-27 07:31:56+00:00

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Urlaubsabzug/Reduktion Gehalt im Forum für Arbeitsrecht
Urlaubsabzug/Reduktion Gehalt
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Beitrag von falconlady » 28.09.19, 21:26
ich bitte höflich um Auskunft zu folgenden fiktiven Problemstellungen:
a) Dürfen für eine vom Arbeitgeber bezahlte ganztägige einwöchige Fortbildungsmaßnahme 5 Urlaubstage abgezogen werden?
b) Arbeitnehmer ist Lkw-Fahrer. Der Lkw ist defekt, ein Ersatzfahrzeug steht nicht zur Verfügung, Arbeitgeber setzt Arbeitnehmer auch nicht bspw. im Lager ein, obwohl dieser dazu jederzeit bereit wäre. Arbeitnehmer sitzt daheim quasi auf Abruf und fragt mehrfach in der Werkstatt nach, wann der Lkw fertig ist und von ihm abgeholt werden kann. Darf ihm hierfür Urlaub berechnet werden?
c) Bei Gehalt und 5 AT/Woche wird dem Arbeitnehmer für angebliche 11 Urlaubstage zu viel die Hälfte des Gehalts brutto abgezogen. Korrekt? Rechnet man hier grundsätzlich mit 30 Tagen/Monat oder nach Arbeitstagen? Letzteres kann ja aber nicht zutreffen, sonst wäre das Bruttogehalt in einem Monat mit 22 AT ja mehr als bei 20 AT.
Ich bedanke mich herzlich im Voraus für die Auskunft.
Beitrag von SusanneBerlin » 28.09.19, 23:10
Der Besuch einer vom Arbeitgeber angeordeten Fortbildungsmaßnahme ist Arbeitszeit.
Arbeitnehmer sitzt daheim quasi auf Abruf und fragt mehrfach in der Werkstatt nach, wann der Lkw fertig ist und von ihm abgeholt werden kann. Darf ihm hierfür Urlaub berechnet werden?
Nein, das ist Annahmeverzug von Seiten des Arbeitgebers, § 615 BGB.
c) Bei Gehalt und 5 AT/Woche wird dem Arbeitnehmer für angebliche 11 Urlaubstage zu viel die Hälfte des Gehalts brutto abgezogen. Korrekt?
Während des Urlaubs eines Arbeitnehmers muss der Arbeitgeber das durchschnittliche Gehalt der letzten 3 Monate weiterbezahlen, § 11 BUrlG.
Beitrag von Dummerchen » 29.09.19, 00:52
28.09.19, 23:10
Der TE hat nicht gesagt, daß die Fortbildung durch den AG angeordnet wurde.
Prinzipiell können AG und AN durchaus vereinbaren, daß der AG bezahlt und der AN Urlaub für die Fortbildung nimmt.
Ich habe den Eindruck, daß du die Frage nicht verstanden hast. Es geht weniger um die Berechnung des Urlaubsentgelts, sondern um zuviel genommenen Urlaub. Leider ist der Zusammenhang nicht klar, daher kann man nur auf §5 BUrlG verweisen sowie darauf, dass es unterschiedliche Methoden gibt, den "Wert" eines einzelnen Arbeitstags zu errechnen. Die vom TE angeführte ist eine zulässige Methode.
Beitrag von Froggel » 29.09.19, 01:16
falconlady hat geschrieben: ↑
Bei Gehalt und 5 AT/Woche wird dem Arbeitnehmer für angebliche 11 Urlaubstage zu viel ...
Wenn es hier um die 5 angeblichen Urlaubstage und die 6 Tage Arbeitsausfall wegen Reparatur des LKW geht, dann ist das kein Urlaub, sondern muss regulär bezahlt werden. Genehmigt der AG mehr Urlaub, als dem AN zusteht, und dieser nimmt ihn dann, dann ist das ebenfalls das Pech des AG. Er hat diese Tage so zu bezahlen, als wäre der AN arbeiten gewesen.
Was steht denn im Arbeitsvertrag bezüglich der Urlaubstageberechnung? Werktage oder Arbeitstage? Die Formulierung ist wichtig, damit der Urlaub entsprechend berechnet werden kann. Arbeitet ein AN 5 Tage in der Woche, hat jedoch 30 Werktage Urlaub, dann wird der Samstag zur Woche hinzugezählt, d.h. aus 30 Werktagen Urlaub werden 5 Wochen. Hat der AN dagegen 30 Arbeitstage Urlaub, sind es 6 Wochen, da nur die Arbeitstage gezählt werden.
Sicherlich, aber das müssen AG und AN vorher vereinbaren. Wenn der AG im Nachhinein dafür Urlaub ohne Wissen des AN abzieht, befindet sich der AN im Nachteil, und das ist nicht erlaubt.
Beitrag von SusanneBerlin » 29.09.19, 01:22
Ja eben. Und nur wenn die Fortbildung vom Arbeitgeber angeordnet wurde, muss der AG die Zeit bezahlen. Das war als dezenter Hinweis an falconlady gedacht.
Beitrag von Gaia » 29.09.19, 20:46
Dürfen für eine vom Arbeitgeber bezahlte ganztägige einwöchige Fortbildungsmaßnahme 5 Urlaubstage abgezogen werden?
Handelt es sich bei dieser Fortbildungsmaßnahme zufälligerweise um eine Berufskraftfahrer-Weiterbildung nach BkrFQG? Wenn ja: gibt es möglicherweise eine Vereinbarung (und hat der AN die im Laufe der vergangenen fünf Jahre vielleicht vergessen), in der steht "AG gibt Geld für Weiterbildung während der Arbeitswoche, AN gibt fünf Tage Urlaub"?
Beitrag von Dummerchen » 01.10.19, 14:02
29.09.19, 01:16
Genehmigt der AG mehr Urlaub, als dem AN zusteht, und dieser nimmt ihn dann, dann ist das ebenfalls das Pech des AG. Er hat diese Tage so zu bezahlen, als wäre der AN arbeiten gewesen.
Das stimmt so nicht. Es gibt durchaus Fälle (nämlich §5 BUrlG Satz 1 a und b), in denen das Urlaubsentgelt zurückgefordert werden kann.
Beitrag von SusanneBerlin » 01.10.19, 16:13
01.10.19, 14:02
Nein, das Urlaubsentgelt kann nicht zurückgefordert werden, das steht doch extra direkt unter §5 BUrlG Satz 1 a und b), nämlich in Absatz 3, man braucht den § 5 nur bis zum Ende zu lesen. Oder haben Sie das "nicht" übersehen?
Der Arbeitgeber kann beantragten, noch nicht genommenen Urlaub streichen, wenn der AN wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genug Urlaubstage zur Verfügung hat.
Beitrag von Celestro » 01.10.19, 16:49
01.10.19, 16:13
Ich würde sagen, NEIN, das steht da überhaupt nicht. Der Absatz 3 lautet nämlich:
Absatz 3 entfaltet also nur Wirkung, sofern es um "zuviel" Urlaub aufgrund von Absatz 1 c geht.
P.S. Ich kenne aber auch niemanden, der das Urlaubsentgelt rechtlich korrekt (§ 11 Abs. 2 BUrlG) bekommt.

References: § 615
 § 11
 §5
 §5
 §5
 § 5