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Timestamp: 2020-02-17 06:57:08+00:00

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Voraussetzungen und Antrag für eine Pflegeeinstufung
Zum 01. Januar 2017 wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt, der das bisherige System der drei Pflegestufen und der Feststellung einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz durch fünf neue Pflegegrade ersetzt. In den neuen Pflegegraden werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Bei der Begutachtung wird der Grad der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten in sechs verschiedenen Lebensbereichen mit unterschiedlicher Gewichtung ermittelt und zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Daraus ergibt sich die Einstufung in einen Pflegegrad.
Bei psychischen und dementiellen Erkrankungen wurde der Hilfebedarf bislang nur unzureichend berücksichtigt, wenn der Zeitaufwand für die Pflege nicht für die Pflegestufe 1 ausreichte. Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, haben nun einen Anspruch auf die sogenannte Pflegestufe 0 und somit auf Erstattung der Kosten, die ihnen im Rahmen der Inanspruchnahme von zugelassenen Betreuungs- und Entlastungsleistungen entstehen. Dies sind aktuell 104 Euro (Grundbetrag) bzw. 208 Euro (erhöhter Betrag) pro Monat. Darüber hinaus wurden weitere Leistungsverbesserungen für diese Menschen eingeführt: Sie erhalten bis zur Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs mehr und – mit der häuslichen Betreuung – auch zielgenauere Leistungen.
Regelung der Pflegebedürftigkeit
Sind Sie auf Pflege und Hilfe im Alltag angewiesen, so können Sie anstelle der häuslichen Pflegehilfe ein Pflegegeld beantragen. Der Anspruch setzt lt. § 37 SGB XI voraus, dass der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld dessen Umfang entsprechend die erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung in geeigneter Weise selbst sicherstellt. Derzeit gibt es - je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit - vier Pflegestufen (0-III). Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird in § 14 SGB XI geregelt:
Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Sinne des § 37 SGB XI Abs. 1 sind:
In den Bereich Körperpflege gehören: Waschen, Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren, Darm- und Blasenentleerung.
Zum Hilfebedarf im Bereich Ernährung gehören die Zubereitung der Nahrung sowie die Unterstützung beim Essen und Trinken.
Hilfe beim Gehen, Stehen, Treppensteigen, Aufstehen, Zubettgehen, An-/Auskleiden, Verlassen der Wohnung
Einkaufen, Kochen, Spülen, Saubermachen, Wechseln der Bettwäsche, Waschen, Heizen u.ä.
Den Antrag auf eine Pflegeeinstufung stellen Sie bei Ihrer zuständigen Pflegekasse. Diese sendet Ihnen auf Wunsch einen Vordruck zu. Nach Einreichen des Antrags wird vom MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) mit Ihnen oder der betreuenden Person, ein Termin zur Erstellung eines Gutachtens vereinbart, um einen Eindruck über die persönliche Pflegesituation zu erhalten. Der Termin findet bei Ihnen zu Hause statt. In der Regel erfolgt die Begutachtung durch eine ausgebildete Pflegefachkraft des MDK. Auf diesen Termin sollten Sie sich gut vorbereiten.
Für das Gutachten werden Informationen zu allen pflegerelevanten Hilfestellungen, Pflegedokumentationen und Arztberichten herangezogen. Als Grundlage für die Pflegebedürftigkeit werden die in § 14 SGB XI (siehe oben) genannten vier Bereiche berücksichtigt (Körperpflege, Ernährung, Mobilität, hauswirtschaftliche Versorgung).
Die Beträge der einzelnen Pflegestufen richten sich nach § 37 SGB XI.
Zudem regelt § 123 SGB XI das zusätzliche Pflegegeld für Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz.
Die Voraussetzungen ergeben sich aus § 45a SGB XI: demenzbedingte Fähigkeitsstörungen, geistige Behinderungen oder psychische Erkrankungen:
Pflegegeld nach § 37 SGB XI:
Pflegestufe 0: 0 € pro Monat
Pflegestufe I: 244 € pro Monat
Pflegestufe II: 458 € pro Monat
Pflegestufe III: 728 € pro Monat
Pflegegeld §§ 37 und 123 SGB XI:
Pflegestufe 0: 123 € pro Monat
Pflegestufe I: 316 € pro Monat
Pflegestufe II: 545 € pro Monat

References: § 37
 § 14
 § 37
 § 14
 § 37
 § 123
 § 45
 § 37