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Timestamp: 2020-04-10 10:48:44+00:00

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BSG, 23.09.1999 - B 12 KR 12/98 R - dejure.org
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BSG, 23.09.1999 - B 12 KR 12/98 R (https://dejure.org/1999,846)
BSG, Entscheidung vom 23.09.1999 - B 12 KR 12/98 R (https://dejure.org/1999,846)
BSG, Entscheidung vom 23. September 1999 - B 12 KR 12/98 R (https://dejure.org/1999,846)
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Freiwillige Krankenversicherung - Beitragsbemessung - Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung - Schuldzinsen - Werbungskosten
Bemessung der Beiträge zur freiwilligen Krankenversicherung - Regelung der Beitragssätze durch Satzung der Krankenkasse (hier: Allgemeine Ortskrankenkasse Wuppertal) - Satzungsregelungen als revisibles Recht - Gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds - ...
Krankenversicherung - Beitragspflichtige Einnahmen von freiwillig versicherten Mitgliedern
SG Düsseldorf, 11.11.1996 - S 4 (3) KR 29/94
LSG Nordrhein-Westfalen, 07.05.1998 - L 16 KR 38/97
NZM 2000, 561
DB 1999, 2113
Sofern die Bezieher solcher anderen Einkünfte aber freiwillig versichert sind, können sie die freiwillige Mitgliedschaft zugunsten der Familienversicherung aufgeben, wenn die über Werbungskosten (vgl BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31) hinausgehenden steuerlichen Vergünstigungen bei den beitragspflichtigen Einnahmen iS des § 240 Abs. 1 SGB V nicht zu berücksichtigen, beim Gesamteinkommen des § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 Halbsatz 1, Abs. 3 Halbsatz 1 SGB V aber abzugsfähig sind.
Grundsätzlich ist für die Zuordnung von Einnahmen zum Arbeitseinkommen die steuerrechtliche Abgrenzung der Einkunftsarten maßgebend (vgl BSG, Urteil des Senats vom 23. September 1999, B 12 KR 12/98 R, SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 S 140 ff mwN).
Diese ergibt sich grundsätzlich aus den Einnahmen und Geldmitteln, die das Mitglied zum Lebensunterhalt verbraucht oder verbrauchen könnte, ohne Rücksicht auf ihre steuerliche Behandlung (vgl BSG, Urteil des Senats vom 23. September 1999, B 12 KR 12/98 R, SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 S 142 f unter Hinweis auf Begründung zu Art. 1 § 249 Abs. 1 des Entwurfes eines GRG, jetzt § 240 Abs. 1 SGB V, BT-Drucks 11/2237 S 225).
Der Senat hat auch ohne ausdrückliche Satzungsbestimmung aus dem privaten Vermögen erzielte Einkünfte, die der Besteuerung unterliegen, wie zB Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Vermietung (vgl BSG, Urteil des Senats vom 23. September 1999, B 12 KR 12/98 R, SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 S 141 ff), als beitragspflichtige Einnahmen angesehen.
Zwar sind auch für Zwecke der Bemessung von Beiträgen zur freiwilligen Krankenversicherung Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung - ähnlich wie Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit - um die der Einkunftserzielung dienenden Aufwendungen wie Werbungskosten bzw Betriebsausgaben zu vermindern, insbesondere um solche aufgrund bestehender Schuldzinsverpflichtungen für das Mietobjekt (vgl BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31) .
Nur diesen Betrag kann das Mitglied "zum Lebensunterhalt ... verbrauchen" (BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31; vgl insoweit auch Begründung zum GRG, BT-Drucks 11/2237 S 225 zu Art. 1 § 249 Abs. 1).
d) Zu den von den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung abzusetzenden Werbungskosten in diesem Sinne gehören nach der Rechtsprechung des 12. Senats - in Übereinstimmung mit den Vorschriften des EStG - Schuldzinsen, die im Zusammenhang mit der Anschaffung des Miet- oder Pachtobjekts zu zahlen sind, ebenso Grundabgaben, Straßenreinigung, Müllabfuhr, Hausversicherungen usw (vgl § 9 EStG, BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31).
Verluste wirken sich bei den anderen Einnahmen weder beitragsmindernd aus (BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31) noch können sie im Rahmen des § 62 SGB V mit Arbeitsentgelt verrechnet werden.
Der Senat hat auf deren Grundlage bereits die Heranziehung von Einkünften aus Kapitalvermögen (…BSGE 76, 34 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19) und Vermietung (SozR 3-2500 § 240 Nr. 31) als beitragspflichtige Einnahmen gebilligt.
Im Einzelfall muß dann geprüft werden, inwieweit eine "Brutto"einnahme zur Beitragsbemessung herangezogen werden kann, insbesondere ob die mit der Einnahmeerzielung notwendig verbundenen Aufwendungen die beitragspflichtigen Einnahmen mindern (vgl dazu bei Einkünften aus Vermietung SozR 3-2500 § 240 Nr. 31).
Die Revision kann sich schließlich nicht mit Erfolg darauf berufen, daß die der Beitragsbemessung unterliegenden Einnahmen aus Arbeitseinkommen und Einkünften aus Vermietung unter Beachtung der Vorgaben des Einkommensteuerrechts festgestellt werden (…BSGE 79, 133 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 27 und BVerfG, Beschluß vom 22. Mai 2001, 1 BvL 4/96, zum Arbeitseinkommen; BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 zu Einkünften aus Vermietung) und dies deshalb auch für Leibrenten wie die hier zu beurteilende gelten müsse.
Gleiches gilt für Schuldzinsen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb des vermieteten Objekts stehen, dh Werbungskosten iS des EStG sind (SozR 3-2500 § 240 Nr. 31).
Jedenfalls liegt revisibles Recht vor, weil sich wortgleiche Satzungsregelungen auch bei anderen Krankenkassen finden (vgl zu einer Satzungsvorschrift mit gleichem Wortlaut BSG SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 S 139).
Der Senat hat auf deren Grundlage bereits die Heranziehung von Einkünften aus Kapitalvermögen (…BSGE 76, 34 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19) und aus Vermietung (SozR 3-2500 § 240 Nr. 31) als beitragspflichtige Einnahmen gebilligt.
Es ist dann zu prüfen, ob eine "Brutto"einnahme zur Beitragsbemessung herangezogen werden darf oder ob die mit der Einnahmeerzielung notwendig verbundenen Aufwendungen die beitragspflichtigen Einnahmen mindern (vgl dazu bei Einkünften aus Vermietung SozR 3-2500 § 240 Nr. 31).
g) Im Beitragsrecht der freiwilligen Krankenversicherung hat der erkennende 12. Senat allerdings bisher daran festgehalten, dass Bescheide für anschließende Zeiträume entsprechend § 96 SGG einbezogen werden (…Urteil vom 23. Februar 1995 in BSGE 76, 34 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 19;… Urteil vom 26. September 1996 in BSGE 79, 133 = SozR 3-2500 § 240 Nr. 27; Urteil vom 23. September 1999 in SozR 3-2500 § 240 Nr. 31).
Diese Regelungen übernehmen die von der Rechtsprechung des BSG entwickelte Auslegung des § 240 Abs. 1 Satz 2 SGB V (vgl BSG 23.09.1999, B 12 KR 12/98 R, SozR 3-2500 § 240 Nr. 31 unter Verweis auf BT-Drucks 11/2237 S 225; BSG 22.03.2006, B 12 KR 8/05 R, juris-RdNr 19).
In der Rechtsprechung des BSG ist geklärt, dass über die Generalklausel (§ 240 Abs. 1 SGB V iVm § 3 Abs. 1 BeitrVerfGrsSz) auch aus dem privaten Vermögen erzielte Einkünfte, die der Besteuerung unterliegen, wie zB Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Vermietung, aber auch der Gewinn aus der Veräußerung eines GmbH-Anteils iSv § 17 EStG Einnahmen sind, die zum Lebensunterhalt verbraucht werden können (BSG 23.09.1999, B 12 KR 12/98 R, SozR 3-2500 § 240 Nr. 31;… BSG 22.03.2006, B 12 KR 8/05 R, SozR 4-2500 § 240 Nr. 6).
Unberührt bleibt, dass innerhalb der einzelnen Einkunftsarten ein horizontaler Verlustausgleich weiterhin zulässig ist (vgl Urteile des Senats vom 23. September 1999, B 12 KR 12/98 R, SozR 3-2500 § 240 Nr. 31, …und vom 27. November 1984, 12 RK 70/82, BSGE 57, 240, 241 ff = SozR 2200 § 180 Nr. 20 S 63 ff).
LSG Baden-Württemberg, 14.09.2004 - L 11 KR 2218/03
Krankenversicherung - freiwilliges Mitglied - beitragspflichtige Einnahmen - …
LSG Bayern, 30.09.2004 - L 4 KR 45/02
Bemessung der Beiträge für freiwillige Mitglieder in der Krankenversicherung; …
LSG Nordrhein-Westfalen, 12.02.2004 - L 5 KR 91/03
LSG Brandenburg, 09.12.2003 - L 4 KR 10/02
Beitragsbemessung bei selbstständigen Versicherten einer Krankenversicherung ; …
Rechtmäßigkeit der Beitragseinstufung i. R. der Mitgliedschaft als freiwillig …

References: § 240
 § 240
 § 10
 § 240
 § 240
 Art. 1
 § 249
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 Art. 1
 § 249
 § 9
 § 240
 § 240
 § 62
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 96
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 240
 § 3
 § 17
 § 240
 § 240
 § 240
 § 180