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Timestamp: 2017-02-22 10:50:44+00:00

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Virtuelle Welt | Roberts Blog
Ein Jura-Student hat die „smarte Puppe“ My friend Cayla untersucht und sie als verbotene Sendeanlage eingestuft. Diese Ansicht teilt nun auch die Bundesnetzagentur und verbietet das Spielzeug. Eltern müssen es sogar vernichten, um sich nicht strafbar zu machen.
(gefunden auf Netzpolitik.org Creative Commons BY-NC-SA 3.0.)
Filed in Verwaltung, Virtuelle Welt ·Schlagwörter: Bundesnetzagentur, My friend Cayla, Stefan Hessel, Telekommunikationsgesetz, Universität des Saarlandwa Leave a Comment »	schlampige Formulierung
Symboldbild. Foto: CC0 1.0 | Markus Spiske
Autoren von netzpolitik.org klagen im Namen unserer Redaktion zusammen mit anderen Journalisten sowie den Organisationen Reporter ohne Grenzen und der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) gegen den Straftatbestand der Datenhehlerei. Die Verfassungsbeschwerde (PDF) wurde schon im Dezember in Karlsruhe eingereicht (Aktenzeichen 1 BvR 2821/16).
Der neue Straftatbestand ist seit dem 18. Dezember 2015 in Kraft. Der Bundestag hatte ihn als § 202d Strafgesetzbuch (StGB) ohne nähere Debatte verabschiedet. Der Straftatbestand versteckt sich im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung 2.0, so dass kaum jemand auf die rechtsstaatlichen Probleme der „Datenhehlerei“ aufmerksam wurde.
Der Datenhehlerei-Paragraph stellt den Umgang mit Daten unter Strafe, die jemand zuvor rechtswidrig erworben hat; es drohen bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafe:
1) Wer Daten (§ 202a Absatz 2), die nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Die Norm richtet sich der Absicht des Gesetzgebers nach in erster Linie gegen den Handel zum Beispiel mit gestohlenen Kreditkarten- oder Nutzerdaten. Betroffen sind aber auch Journalisten, die häufig mit Material (z. B. Leaks) zu tun haben, das – juristisch betrachtet – unautorisiert kopiert wurde.
Hinzu kommt eine Ergänzung in § 97 der Strafprozessordnung (StPO). Danach begründet der Verdacht auf Datenhehlerei eine Ausnahme vom Beschlagnahmeverbot. Dies eröffnet eine gefährliche Hintertür, um Redaktionen durchsuchen und dort gefundenes Material beschlagnahmen zu können.
Wer klagt gegen was?
Unter den klagenden Journalisten und Bloggern sind die netzpolitik.org-Redakteure Markus Beckedahl und Andre Meister, die Investigativjournalisten Peter Hornung (NDR, Panama Papers) und Hajo Seppelt (ARD, Olympia-Doping) sowie die IT-Journalisten Holger Bleich, Jürgen Schmidt (beide vom Magazin c’t) und Matthias Spielkamp. Weitere Beschwerdeführer sind der Richter und GFF-Vorsitzende Dr. Ulf Buermeyer sowie ein Anwalt und ein IT-Experte, die regelmäßig investigativ arbeitende Medien beraten. Partner der Beschwerde sind Reporter ohne Grenzen, netzpolitik.org e. V. und die Gesellschaft für Freiheitsrechte.
Das Bündnis erhebt Verfassungsbeschwerde gegen § 202d StGB sowie die damit zusammenhängende Änderung von § 97 Abs. 2 Satz 3 StPO, weil sich die Beschwerdeführer dadurch in ihren Grundrechten eingeschränkt sehen. Insbesondere die Pressefreiheit, die Rundfunkfreiheit, die Freiheit der Berufsausübung sowie die allgemeine Handlungsfreiheit werden verletzt.
Das gefährliche Potenzial des neuen „Datenhehlerei“-Paragraphen für die Presse- und Rundfunkfreiheit wurde zwar erkannt. Doch die Ausnahmen für Journalisten und Journalistinnen viel sind zu eng, zudem sind sie schlampig formuliert. Ausnahmen von der Strafbarkeit sieht § 202d Absatz 3 StGB nämlich nur für Handlungen vor, die „ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder beruflicher Pflichten dienen“.
Diese Ausnahmen sind schon für Journalisten lückenhaft, denn sie schließen nebenberufliche Journalisten ebensowenig ein wie Berufsjournalisten, die auch aus privatem Interesse handeln. Auch sogenannte „Bürgerjournalisten“, wie sie besonders in der Bloggerszene vertreten sind, sind hiervon nicht hinreichend erfasst.
Noch unzureichender ist der Schutz für externe Experten und Expertinnen, wie sie von Journalisten und Journalistinnen häufig zu Rate gezogen werden. Insbesondere bei der Sichtung und Bewertung geleakter Daten ist dies regelmäßig notwendig; hier greifen Presseleute etwa auf die Expertise von Anwälten oder IT-Fachleuten zurück, um das Material richtig einschätzen zu können. Auch solche Hilfspersonen sind von der Ausnahme in § 202d Absatz 3 StGB nicht umfasst und riskieren damit Strafbarkeit wegen „Datenhehlerei“.
Strafrechtliches Minenfeld für vernetzte Redaktionen
Ein weiteres Problem der „Datenhehlerei“ ist im Falle von netzpolitik.org der Charakter einer vernetzten Redaktion. Hier publizieren sowohl festangestellte Redakteure wie auch Freiwillige, die die Redaktion mit ihren Artikeln und Recherchen unterstützen. Es gehört zur journalistischen Praxis, dass sich hier festangestellte und nicht-angestellte Autoren für Recherchen zusammentun können. Durch den Straftatbestand der Datenhehlerei geraten die nicht-angestellten Autoren in die Gefahr einer Strafverfolgung.
Durch seine schlampige Formulierung schafft das Gesetz damit ein strafrechtliches Minenfeld. Diese einschüchternde Wirkung greift schon, ohne dass es bereits zu konkreten Ermittlungen gekommen wäre. Allein die Möglichkeit von Durchsuchungen und Beschlagnahmen führt dazu, dass Informationsquellen für Journalisten versiegen und dass die Arbeit mit zugespielten Informationen erschwert wird. Denn schon jetzt weigern sich Informanten, geleaktes Material zu übergeben und damit einer unabhängigen Prüfung zugänglich zu machen. Ebenso sind beispielsweise externe IT-Experten schwerer als zuvor zur Auswertung zugespielter Daten zu gewinnen, weil sie Strafverfolgung fürchten.
Sollte die Klage in Karlsruhe erfolgreich sein, wäre dies eine Stärkung der Pressefreiheit in Deutschland.
(von Netzpolitik.org; CC BY-NC-SA 3.0.)
Filed in Über diesen Blog, Virtuelle Welt ·Schlagwörter: 1 BvR 2821/16, Andre Meister, Datenhehlerei, Gesellschaft für Freiheitsrechte, Hajo Seppelt, Holger Bleich, Jürgen Schmidt, Markus Beckedahl, Matthias Spielkamp, netzpolitik.org, Peter Hornung, Reporter ohne Grenzen, Ulf Buermeyer Leave a Comment »	Überwachung. Jahresrückblick.
Spätestens seit den Anschlägen von Paris und Brüssel ist in Deutschland wie der Europäischen Union das sicherheitspolitische Dauerthema Terrorismus dominant auf der Tagesordnung. Dies wird sich durch den Vorfall von Berlin vermutlich noch weiter verschärfen.
Sowohl Europa als auch Deutschland werden derzeit von großen Koalitionen aus Konservativen und Sozialdemokraten regiert. Diese beiden politischen Strömungen haben bislang nicht erkennen lassen, dass ihnen freiheitliche Grundrechte und der Schutz der Privatsphäre außerhalb von verbalen Beteuerungen wirklich am Herzen liegen. Im Zweifelsfall verliert immer die Freiheit gegenüber der Sicherheit.
Neue Überwachungsbefugnisse und der weitere Abbau von Grund- und Freiheitsrechten stoßen zwar weiterhin auf parlamentarischen und außerparlamentarischen Widerstand, jedoch wirkt dieser weder in die gesellschaftliche Breite noch kann er so viele Menschen mobilisieren, dass Gesetze derzeit gekippt werden können. Die einzige Einschränkung eines Überwachungsgesetzes im Jahr 2016 in Deutschland waren die des BKA-Gesetzes durch das Bundesverfassungsgericht (sieben Jahre später) und die Ankündigungen im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag in Berlin.
Diese Gesamtlage und eine Bevölkerung, die eine völlig von der Realität losgelöste Vorstellung der Kriminalitätsentwicklung hat, führen dazu, dass die Verteidigung von Menschenrechten momentan auf schwachen Beinen steht. Diese Schwäche ist auch an der Fülle der im Jahr 2016 durchgesetzten Überwachungsmaßnahmen, Datenbanken, Gesetzen und politischen Forderungen aus dem Regierungslager in Deutschland und Europa sichtbar. Dabei geben die hier näher vorgestellten einzelnen Maßnahmen und Gesetze sogar nur eine Auswahl wieder.
Das weitreichendste und für die Grundrechte mit Abstand gefährlichste Gesetz war 2016 das BND-Gesetz. Es legalisiert für den Auslandsgeheimdienst alles, was bislang illegal durchgeführt wurde. Und noch viel mehr. Einen Einblick in die Gesetz- und Verfassungsbrüche des BND lieferte der geheime Prüfbericht der Bundesdatenschutzbeauftragten, den wir veröffentlichten. Dem BND-Gesetz widersetzte sich dann ein breites Spektrum – von UN-Sonderberichterstattern über die OSZE bis hin zu Pressefreiheit-Organisationen. Am Ende wurde das Gesetz von der Großen Koalition durchgepeitscht.
Gleichzeitig wurden die Budgets für die Geheimdienste drastisch erhöht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bekommt 18 Prozent mehr Budget, der Bundesnachrichtendienst 12 Prozent. Im November enthüllten wir, dass…
…weiter bei netzpolitik.org
(Foto oben: Überwachungskameras CC-0 Mikal Strom; Text und Infografik: CC-BY-NC 4.0 netzpolitik.org )
Filed in Politik, Virtuelle Welt ·Schlagwörter: 2016, Überwachungsgesetze, Überwachungsstaat, BND-Gesetz, Brüssel, Große Koalition, netzpolitik.org Leave a Comment »	muss nachbessern
Der Europäisches Gerichtshof hat gestern eine wichtige Entscheidung zur bzw. gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung getroffen. Die Folge: Deutschland muss nachbessern.
Anfragen von Gerichten aus Schweden und Großbritannien haben zu dem deutlichen Urteil des Europäischen Gerichtshof geführt: Mit der Begründung der Bekämpfung von Verbrechen kann man die Grundrechte der Europäer nicht einfach aushebeln. Das Vorratsdaten-Urteil richtet sich nicht nur an den britischen und schwedischen Gesetzgeber, sondern an alle Mitgliedsstaaten – und die europäische Kommission.
Das oberste EU-Gericht hat den offenbar lernresistenten Verfechtern von verdachtslosen Datensammlungen heute erneut klargemacht, dass sie Grundrechte nicht einfach ignorieren können. Nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) schon 2014 die damalige EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung als unvereinbar mit den Grundrechten und für nichtig erklärt hatte, legen die Richter nun nach. Zwei Anfragen von Gerichten aus dem Vereinigten Königreich und aus Schweden haben zu einem überaus deutlichen Urteil des EuGH geführt.
Selbstverständlich hat das Urteil auch auf die deutsche Variante der verdachtslosen Standort- und Kommunikationsdatenspeicherung Auswirkungen. Die Regelung hierzulande besagt seit Ende 2015, dass Telekommunikationsunternehmen ohne jede Ausnahme die gesetzliche Pflicht haben, die Internetverbindungsdaten und Telekommunikationsmetadaten für zehn Wochen festzuhalten sowie Standortdaten der Mobilkommunikation für vier Wochen zu speichern.
Es geht in dem Urteil um zwei umstrittene nationale Regelungen: Den britischen Data Retention and Investigatory Powers Act (DRIPA) vom Juli 2014, der die Telekommunikationsunternehmen zur verdachtslosen Vorratsdatenspeicherung verpflichtet hat. DRIPA, das im Schnellverfahren durch das britische Parlament gedrückt worden war, ist in Teilen bereits im Juli 2015 vom britischen High Court als unvereinbar mit britischem Recht und mit der EU-Charta der Grundrechte befunden worden. Die britische Politik hat sich dennoch entschlossen, DRIPA durch eine noch extremere Variante der Vorratsdatenspeicherung (Investigatory Powers Bill) zu ersetzen. Das Urteil befasst sich außerdem mit der schwedischen Vorratsdatenspeicherung, auf deren Datenberg die Polizei und auch der Geheimdienst (Säkerhetspolisen) sowie die Zollbehörde (Tullverket) zugreifen kann.
Die heutige Begründung des Gerichts hat es in sich: Anders als es derzeit politischer Zeitgeist ist, setzt das Diktum in klarer Sprache deutliche Grenzen und erinnert die Verantwortlichen im Nachdruck daran, dass die Grundrechte der Europäer keine Verhandlungsmasse, sondern schlicht zu beachten sind.
Menschenprofile aus Kommunikations- und Standortdaten
Das Gericht betont in der Begründung nochmals, dass es nicht um einen bloßen Datenhaufen geht, sondern um das Festhalten privater Verhaltensweisen, Lebensäußerungen, Bewegungen, Aktivitäten, Beziehungen:
„That data, taken as a whole, is liable to allow very precise conclusions to be drawn concerning the private lives of the persons whose data has been retained, such as everyday habits, permanent or temporary places of residence, daily or other movements, the activities carried out, the social relationships of those persons and the social environments frequented by them […]. In particular, that data provides the means […] of establishing a profile of the individuals concerned, information that is no less sensitive, having regard to the right to privacy, than the actual content of communications.“ (99)
Diese Profile seien als nicht weniger heikel zu betrachten als die eigentlichen Inhalte der Kommunikation. Das begründet ihre Schutzwürdigkeit. Das Urteil spricht daher sehr klar aus, dass die EU-Mitgliedstaaten „keine allgemeine Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung“ für die Telekommmunikationsunternehmen einführen dürfen.
Das Gericht betont im Zusammenhang mit der Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation (ePrivacy Directive 2002/58), dass die darin enthaltenen Ausnahmen vom Verbot der Speicherung nicht etwa in eine Regel zur Speicherung verdreht werden können.
Die aktuell laufende ePrivacy-Reform wurde damit in das Urteil einbezogen. Die Öffnungsklauseln dieser geplanten ePrivacy-Verordnung lassen eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung nicht zu. Der geleakte Entwurf der neuen ePrivacy-Verordnung ist hier deutlich: Sie enthält gerade keine Öffnungsklausel für eine Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsmetadaten.
Das sieht die EU-Kommission allerdings bisher anders. Man könnte den Verweis des Gerichts als eine Hausaufgabe an die EU-Kommission verstehen, das Urteil direkt in der ePrivacy-Verordnung umzusetzen und entsprechend darin ein klares Verbot einer anlasslose Vorratsdatenspeicherung zu etablieren. Nach der aktuellen europaweiten Umfrage zur ePrivacy-Reform der EU-Kommission entspräche sie damit auch einem Bedürfnis der Menschen in Europa, die ihre Privatsphäre auch in der digitalen Welt behalten wollen.
Kontrolle des Zugriffs
Neben der Frage, ob das Datenhorten überhaupt zulässig ist und unter welchen Bedingungen, geht es aber auch um den Zugang zu diesen Informationen. In der Urteilsbegründung wird nochmals betont, dass ein Zugriff auf die Vorratsdaten von Standort- und Telekommunikationsinformationen aufgrund der Schwere des Eingriffs in Grundrechte überhaupt nur bei schwerwiegenden Verbrechen in Betracht kommen kann:
„Given the seriousness of the interference in the fundamental rights concerned represented by national legislation which, for the purpose of fighting crime, provides for the retention of traffic and location data, only the objective of fighting serious crime is capable of justifying such a measure […]“ (102)
So wie es in Schweden und Großbritannien in den Gesetzen geregelt war, galt aber nicht einmal diese Beschränkung und war auch nicht hinreichend präzisiert. Denn „auch wenn es sich bei diesem Zweck um die Bekämpfung schwerer Straftaten handelt“, betont das Gericht, dass man die konkreten „materiell- und verfahrensrechtlichen Voraussetzungen für den Zugang der zuständigen nationalen Behörden zu den gespeicherten Daten“ festlegen müsse, die Zwecke also nicht pauschal, sondern konkret bestimmen soll. Auch muss der Zugang von „Voraussetzungen abhängig gemacht werden, zu denen insbesondere eine vorherige Kontrolle durch eine unabhängige Stelle“ gehört.
Hier kollidiert das Urteil teilweise mit der deutschen Regelung zur Vorratsdatenspeicherung. Denn nach dem deutschen Gesetz kann ein Anschlussinhaber, dem zu einem bestimmten Zeitpunkt eine IP zugeordnet war, bei jeder beliebigen Straftat abgefragt werden. Dafür wird nicht einmal ein Richtervorbehalt gefordert. Nach der heutigen Entscheidung ist das aber nicht mehr zulässig.
Der Arbeitsauftrag des Gerichts richtet sich also auch an den deutschen Gesetzgeber. Justizminister Heiko Maas muss nachbessern.
[Foto: Europäischer Gerichtshof Gebäude des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. CC-BY-ND 2.0 Jaro.]
(von Constanze Kurz; Creative Commons BY-NC-SA 3.0.)
Filed in Europäische Union, International, Verwaltung, Virtuelle Welt ·Schlagwörter: Data Retention and Investigatory Powers Act, DRIPA, ePrivacy Directive 2002/58, EU-Charta der Grundrechte, EuGH, Europäischer Gerichtshof, Investigatory Powers Bill, Vorratsdatenspeicherung Leave a Comment »	Telekomcrash zwo
Während die Diskussion um politische Maßnahmen rund um IT-Sicherheit nur langsam an Fahrt gewinnt, reißt die Welle der Schreckensmeldungen nicht ab: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat am frühen Abend erklärt, es ordne den aktuellen Massenausfall von Internet- und Telefonanschlüssen bei Kunden der Deutschen Telekom einem weltweiten Angriff auf ausgewählte Fernverwaltungsports von DSL-Routern zu. „Wir haben erste Hinweise darauf, dass wir möglicherweise Opfer eines Hackerangriffs geworden sind“, zitiert Zeit Online inzwischen auch ein Deutsche-Telekom-Sprecher.
Das Internet Storm Center des SANS-Instituts berichtet, dass der Massenausfall die Folge eines Angriffes sei, bei dem versucht werde, Malware auf DSL-Router zu spielen. Dabei wird scheinbar eine bekannte Lücke im TR-069-Protokoll genutzt, welches für die Fernkonfiguration von Routern durch Zugangsanbieter eingesetzt wird. Dem Internet Storm Center zufolge versuchen die Angreifer, die Router in ein Botnet einzugliedern, das den Mirai-Botnetzen ähnelt, welche vor wenigen Wochen zentrale US-Internetdienste lahmlegt.
Die Deutsche Telekom verteilt derzeit ein Update für die Software der DSL-Router ihrer Kunden, das sich automatisch installiert. Bei Neustart des Geräts sollte es sich automatisch installieren. Betroffene Kunden der Deutschen Telekom können sich auf einer Service-Seite des Unternehmens über weitere Maßnahmen und Fortschritte informieren.
(Quelle: Netzpoliti.org CC Creative Commons BY-NC-SA 3.0.)
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Ich weiß nicht, wie es der werten Leserschaft gegangen ist. Aber ich muss tatsächlich zu Plan C greifen, um heute überhaupt etwas zu posten. Telekom ist seit gestern 15 Uhr gecrasht. Wahrscheinlich haben es dunkle Freunde geschafft, die Sonntagsfreude am Surfen über die DSL-Server der Telekom anzugreifen.
Ein Internet-Zugang ist trotzdem möglich, wenn man einen anderen DNS-Server verwendet. Google stellt einen öffentlichen DNS-Server mit der IP-Adresse 8.8.8.8 zur Verfügung und liefert detaillierte Anleitungen, wie man diesen unter Windows, macOS und Linux einrichtet. Auch der Chaos Computer Club hat eine Liste frei zugänglicher DNS-Server samt Anleitungen für verschiedene Betriebssysteme zusammengestellt, schreibt Heise-online.
Hier ein aktueller Bericht Über die Arbeiten n der Deutschen Telekom, um das Problem in den Griff zu bekommen:
Filed in Über diesen Blog, Virtuelle Welt ·Schlagwörter: . DNS-Server, Chaos Computer Club, Crash, Telekom Leave a Comment »	Nötig: GFF
Bislang gibt es in Deutschland keine grund- und freiheitsrechtliche Organisation, die konzertiert und dauerhaft Verfassungsklagen auf den Weg bringt. Deswegen haben Malte Spitz, Ulf Buermeyer und ein paar andere Menschen die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) gegründet.
Ulf Buermeyer, Richter am Berliner Landgericht und im Vorstand des Vereins, erklärt gegenüber netzpolitik.org:
Leider kommen die Grundrechte im Bundestag heute in der Hektik der Gesetzgebung schnell unter die Räder. Die GFF verhilft unseren Freiheitsrechten wieder zu ihrem Recht: Grundrechtsverletzungen bringen wir vor Gericht, und zwar professionell und konsequent. Die GFF ist damit die Rechtsschutz-Versicherung unseres Grundgesetzes.
Neben Partnerorganisationen wie Amnesty International oder Reporter ohne Grenzen konnte die GFF prominente Unterstützer für das Projekt gewinnen: Unter anderem unterstützen der ehemaligen FDP-Innenminister Gerhart Baum und der ehemalige Bundesrichter Wolfgang Nešković das Projekt. Dabei versteht sich die GFF als strikt parteipolitisch neutral, bislang wird sie auch von Personen aus dem Umfeld von SPD, Grünen, Linken und FDP unterstützt.
Der Verein will Druck für Grundrechte aufbauen und eine Drohkulisse aufbauen, sagt Buermeyer:
Wer als Gesetzgeber Grundrechte missachtet, der kann sich sicher sein, dass solche Rechtsbrüche von Experten vor Gericht gebracht werden. Durchmogeln auf Kosten der Freiheit soll es nicht mehr geben – gerade auch in den Ländern, wo heute oft die Ressourcen der Zivilgesellschaft fehlen, um vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.
In den USA haben diese Funktion die American Civil Liberties Union (ACLU) und die Electronic Frontier Foundation (EFF) inne, in Deutschland gab es bislang nichts Vergleichbares.
Die erste Verfassungsklage des Vereins ist gegen das BND-Gesetz geplant. Weitere Klagen sollen demnächst angekündigt werden.
Die GFF kann man durch Spenden oder eine Fördermitgliedschaft unterstützen. Die Spenden sind von der Steuer absetzbar, da der Verein gemeinnützig ist. Die Arbeit des Vereins soll sich über die Beiträge der Mitglieder und Förder-Mitglieder tragen. Die GFF hat in der Startphase Zuschüsse von Organisationen und von Förderern wie der Stiftung Bridge / Bewegungsstiftung und der Open Society Foundation erhalten.
von Markus Reuter bei netzpolitik.org/ Creative Commons BY-NC-SA 3.0.
Filed in ganz was anderes, Virtuelle Welt ·Schlagwörter: ACLU, American Civil Liberties Union, BND-Gesetz, Electronic Frontier Foundation, Gerhart Baum, Gesellschaft für Freiheitsrechte, GFF, Malte Spitz, netzpolitik.org, Ulf Buermeyer, Wolfgang Neskovic Leave a Comment »	Lügencomputer
Die AfD will sich über eine unausgesprochene Übereinkunft der Parteien hinwegsetzen, auf den Einsatz von Social Bots zu verzichten, zitiert Zeit Online einen Bericht aus dem Spiegel. Social Bots sind Software-Roboter, die automatisiert massenhaft Einträge in sozialen Netzwerken absetzen, um Stimmung und Meinungen zu manipulieren.
„‚Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf [2017] einbeziehen‘, sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel… ‚Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten.'“
Dann lasst Euch mal von AfD-Lügencomputern berieseln…
Filed in Virtuelle Welt ·Schlagwörter: AfD, social bots 3 Comments »	Füttern? Füttern!
„Don’t feed the troll“ – so lautet eine alte Weisheit aus den frühen Internettagen. Im Grundsatz hat sie auch heute noch Relevanz: Netzkommentatoren mit einem Faible für Provokation oder dem Bedürfnis, ihren Frust an anderen zu entladen, drehen dann so richtig auf, wenn sie Beachtung erfahren. Auf Trolle nicht weiter einzugehen, kann somit ein Ansatz sein, um sich Zeit, Ärger und schlechte Laune zu ersparen.
Doch angesichts einer um sich greifenden Polarisierung in der digitalen Welt hat das Nichtreagieren auf Trolle einen enormen Nachteil: Der fehlende Widerspruch auf hetzerische, pöbelnde und populistische Parolen produziert ein verzerrtes Gesamtbild. So werden aus Minderheitsmeinungen für den flüchtigen äußeren Beobachter, für Journalisten und Politiker, aber auch für die Trollenden selbst scheinbare Mehrheitsmeinungen. Erst recht, seit immer mehr Social Bots [mehr hier…] in den Debatten bei Facebook und Twitter mitmischen.
Wohlgemerkt nicht mit…
[weiter bei t3n.de]
Filed in Virtuelle Welt ·Schlagwörter: Facebook, Internet, social bots, t3n, Troll, Trolls, twitter Leave a Comment »	WLAN Hotspots
Zwar steigt die Zahl der HTTPS-verschlüsselten Webseiten, doch noch ist fast die Hälfte aller Übertragungen im Web im Klartext. Wer öffentliche WLAN-Hotspots nutzt, sollte sich darüber im Klaren sein. Urs Mansmann erklärt, wie man trotzdem sicher surft.
Filed in Virtuelle Welt ·Schlagwörter: Hotspot, Urs Mansmann, Wegwerfadresse, WLAN Leave a Comment »	« Vorherige Beiträge

References: § 202
 § 97
 § 202
 § 97
 § 202
 § 202
 EuGH