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Timestamp: 2019-11-17 20:47:44+00:00

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VGH Hessen, 29.06.2016 - 4 C 1440/14.N - dejure.org
VGH Hessen, 29.06.2016 - 4 C 1440/14.N
https://dejure.org/2016,26898
VGH Hessen, 29.06.2016 - 4 C 1440/14.N (https://dejure.org/2016,26898)
VGH Hessen, Entscheidung vom 29.06.2016 - 4 C 1440/14.N (https://dejure.org/2016,26898)
VGH Hessen, Entscheidung vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N (https://dejure.org/2016,26898)
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§ 1 Abs 3 BauG, § 1 Abs 4 BauG, § 1 Abs 7 BauG, § 1a Abs 3 BauG, § 10 Abs 3 S1 BauG, ...
Bebauungsplan mit einer Anzahl der Wohneinheiten pro 1 ha Bruttowohnbauland unterhalb der im Regionalplan Südhessen 2010 vorgesehenen Untergrenze
AKTIVER SCHALLSCHUTZ; ANGEMESSENE VERKÜRZUNG DER AUSLEGUNG; ANTRAGSBEFUGNIS; ARTENSCHUTZRECHTLICHE BELANGE; ARTENSCHUTZRECHTLICHES ZUGRIFFSVERBOT; BIOTOPSCHUTZ; BRUTTOWOHNBAULAND; EINBAHNSTRAßENSYSTEM; GRUNDSATZ DER RAUMORDNUNG; IMMISSIONSGRENZWERTE; ...
ZfBR 2016, 803
Zwar mag es an der Vollzugsfähigkeit eines Bebauungsplanes dann fehlen, wenn die Planung überdimensioniert ist oder den Marktverhältnissen nicht entspricht, sie also nicht auf Verwirklichung in angemessener Zeit angelegt ist (vgl. Hessischer VGH, Urteil vom 13. Oktober 2016 - 4 C 962/15.N -, m. w. N. und Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14./N -, ZfBR 2016, 803).
29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, ZfBR 2016, 803).
Für die Erfüllung des Anpassungsgebots reicht es nicht aus, dass die durch den Regionalplan vorgegebene Wohndichte nach der Festsetzung des Bebauungsplanes grundsätzlich möglich ist; vielmehr muss die Einhaltung des Ziels durch Festsetzungen des Bebauungsplanes sichergestellt sein (Hessischer VGH, Urteil vom 20. März 2014 - 4 C 448/12.N -, ZfBR 2014, 780, Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, ZfBR 2016, 803).
bb) Demgegenüber stellt die untere Dichtevorgabe in Z3.4.1-9 von 45 Wohneinheiten je Hektar Wohnbauland, die im Einzugsbereich vorhandener oder geplanter S- und U- Bahnhaltepunkte einzuhalten ist, entsprechend den obigen Ausführungen kein Ziel der Raumordnung dar, sondern lediglich einen im Rahmen der Abwägung nach § 1 Abs. 7 BauGB zu beachtenden Grundsatz der Raumordnung im Sinne von § 3 Abs. 1 Nr. 3 ROG, weil der genannte Wert ausnahmsweise auch unterschritten werden kann, ohne dass die Voraussetzungen einer Ausnahme bindend feststünden (vgl. Hessischer VGH, Urteil vom 13. Oktober 2016 - 4 C 962/15.N -, ; Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, ZfBR 2016, 803).
Die DIN 18005 stellt in ihrem Beiblatt 1 selbst darauf ab, dass die Einhaltung der Orientierungswerte "wünschenswert" ist, um die mit der Eigenart der betreffenden Baufläche verbundenen Erwartungen an einen ausreichenden Schutz vor Lärmimmissionen zu erfüllen (Hessischer VGH, Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, ZfBR 2016, 803 und Urteil vom 20. März 2014 - 4 C 448/12.N -, ZfBR 2014, 780; OVG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 16. Dezember 2005 - 7 D 48/04.NE -, ).
- Ist der Bebauungsplan vollzugsunfähig und damit schon nicht erforderlich im Sinn des § 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB, weil seiner Umsetzung zwingende, nicht ausräumbare artenschutzrechtliche Verbote des § 44 BNatSchG entgegenstehen (…vgl. - jeweils m. w. N.: BayVerfGH, E. v. 18.2.2016 - Vf. 5-VII-14 - juris Rn. 45;… BayVerfGH, E. v. 3.12.2013 - Vf. 8-VII-13 - BayVBl 2014, 237 ff. = juris Rn. 35; HessVGH, U. v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 ff. = juris Rn. 123 ff.;… zur reduzierten Ermittlungspflicht der Gemeinden im Rahmen der Bauleitplanung vgl. BayVerfGH, E. v. 3.12.2013 a. a. O. Rn. 35 f.;… BayVerfGH, E. v. 18.2.2016 a. a. O. Rn. 45 m. w. N.;… OVG RhPf, U. v. 14.10.2014 - 8 C 10233/14 - DVBl. 2015, 42 ff. = juris Rn. 58)?.
- Ist der Bebauungsplan nicht erforderlich im Sinn des § 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB, weil seiner Umsetzung ein nicht ausräumbares rechtliches Vollzugshindernis durch einen in § 30 BNatSchG oder in Art. 23 Abs. 1 BayNatSchG geregelten Biotopschutz entgegensteht (HessVGH, U. v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 ff. = juris Rn. 134 ff.)?.
- Ist der Bebauungsplan in Bezug auf das Vermeidungs- und Kompensationsinteresse frei von Ermittlungsfehlern gem. § 2 Abs. 3 BauGB (zur Ermittlungstiefe und den Anforderungen an das zu erhebende Datenmaterial vgl. HessVGH, U. v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 ff. = juris Rn. 90 m. w. N.) und sind die genannten Belange gemäß § 1a Abs. 3 BauGB, § 18 Abs. 1, §§ 13 ff. BNatSchG hinreichend gemäß § 1 Abs. 7 BauGB abgewogen worden?.
Ungeachtet dessen weist der Senat darauf hin, dass die Antragsteller, soweit sie im Zusammenhang mit der Rüge eines Verstoßes gegen § 8 Abs. 2 Satz 1 BauGB davon ausgehen, der Bebauungsplans missachte die Zielfestlegung Z3.4.1-9 des Regionalplans Südhessen 2010/Regionaler Flächennutzungsplan, verkennen, dass es sich bei diesem Plansatz seinem rechtlichen Gehalt nach nicht um eine Darstellung des Flächennutzungsplans handelt, sondern um eine Festlegung des Regionalplans, die in den Flächennutzungsplan gleichsam nachrichtlich übernommen wurde (vgl. dazu Hessischer VGH, Urteil vom 15. September 2015 - 4 C 2000/12.N -, juris; Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -).
Angesichts der Tatsache, dass die Antragsgegnerin die fraglichen DIN-Vorschriften bereithält und hierauf in der Planurkunde hingewiesen wird, bedurfte es auch keiner Angabe einer allgemeinen Fundstelle, wo diese Regelwerke eingesehen werden können (Hessischer VGH, Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N - vgl. dazu auch Stock in Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand: 8. November 2015, § 10 BauGB Rdnr. 127).
Hierzu hat der Senat in seiner Entscheidung vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, juris, folgendes ausgeführt:.
Die Vorgabe im Regionalplan, dass in verstädterter Besiedlung grundsätzlich eine Bebauungsdichte von mindestens 35 Wohneinheiten pro 1 ha Bruttowohnbauland einzuhalten ist, dieser Wert aber ausnahmsweise auch unterschritten werden kann, ist entsprechend den obigen Ausführungen wegen mangelnder Bestimmtheit der vorgesehenen Ausnahmen kein Ziel der Raumordnung, sondern stellt (lediglich) einen Grundsatz der Raumordnung im Sinne von § 3 Abs. 1 Nr. 3 ROG dar (vgl. dazu auch Hessischer VGH, Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, juris).
Es entspricht der der Rechtsprechung des Senats, dass Gemeinden ihre Planungsziele auf die Einhaltung der Orientierungswerte der DIN 18005 auszurichten haben, dass aber hilfsweise in analoger Anwendung auch die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV für die Lärmvorsorge herangezogen werden können (Hess. VGH, Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, juris).
Ebenso bedarf es keiner Entscheidung, ob ein eventueller Verstoß gegen kommunalverfassungsrechtliche Zuständigkeiten nach Bundesrecht zur Unwirksamkeit des Bebauungsplans führen würde (vgl. HessVGH, U.v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 = juris Rn. 57;… OVG Berlin-Brandenburg, U.v. 24.10.2013 - OVG 2 A 1.12 - juris Rn. 40 m.w.N.;… Krautzberger in Ernst/Zinkahn/ Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand: August 2017, § 4a Rn. 22).
Eine ausreichende Informations- und Stellungnahmemöglichkeit setzt auch voraus, dass der Öffentlichkeit genügend Zeit bleibt, sich mit den ausgelegten Unterlagen, also nicht nur dem Planentwurf, sondern auch seiner Begründung sowie den nach § 4a Abs. 3 Satz 1 BauGB i.V. mit § 3 Abs. 2 Satz 1 BauGB auszulegenden, nach Einschätzung der Gemeinde wesentlichen umweltbezogenen Stellungnahmen zu befassen (…zum Ganzen vgl. BayVGH, U.v. 5.2.2009 - 1 N 07.2713 - juris Rn. 47;… U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.283 - NVwZ-RR 2017, 65 = juris Rn. 27, 28; U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.472 - juris 32, 33;… U.v. 14.7.2016 - 2 N 15.2695 - juris Rn. 27, 28; HessVGH, U.v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 = juris Rn. 61, 62;… VGH BW, U.v. 28.11.2012 - 3 S 2313/10 - NVwZ-RR 2013, 459 = juris Rn. 41 ff.;… OVG NW, U.v. 19.7.2013 - 10 D 107/11.NE - BauR 2013, 1807 = juris Rn. 63 ff.;… Krautzberger in Ernst/Zinkahn/ Bielenberg/Krautzberger, BauGB, Stand: August 2017, § 4a Rn. 28).
Ein Bebauungsplan ist vollzugsunfähig und damit schon nicht erforderlich im Sinn des § 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB, wenn seiner Umsetzung zwingende artenschutzrechtliche Verbote des § 44 BNatSchG entgegenstehen (…vgl. BVerwG, B. v. 25.8.1997 - 4 NB 12.97 - NVwZ-RR 1998, 162 ff. = juris Rn. 12 ff.;… BayVerfGH, E. v. 3.12.2013 - Vf. 8-VII-13 - BayVBl 2014, 237 ff. = juris Rn. 34 f.;… E. v. 18.2.2016 - Vf. 5-VII-14 - juris Rn. 45; HessVGH, U. v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 ff. = juris Rn. 123 ff.).
- 475 Fahrzeugbewegungen pro Tag (Hessischer Verwaltungsgerichtshof, Urteil vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N -, Rn. 39, juris).
Dabei stellt er vor allem auf die Anzahl der zu erwartenden Fahrbewegungen ab und geht in der Regel davon aus, dass die Betroffenheit der Anlieger bei einer voraussichtlichen Zunahme des Verkehrs von bis zu 200 Fahrzeugbewegungen täglich nur geringfügig und daher nicht mehr abwägungsrelevant ist (vgl. Urteile vom 29. Juni 2016 - 4 C 1440/14.N - und vom 17. August 2017 - 4 C 2760/16.N -, jeweils nach juris).
bb) Ferner ist im Hauptsacheverfahren der Frage nachzugehen, ob die Planung dem Erforderlichkeitsgrundsatz (§ 1 Abs. 3 Satz 1 BauGB) widerspricht, weil ihrer Umsetzung ggf. ein unüberwindbares rechtliches Hindernis nach Maßgabe von § 58 Abs. 4 Satz 2 FlurbG entgegensteht (…vgl. am Beispiel des Artenschutzrechts zur Bedeutung des § 44 BNatSchG in der Bauleitplanung: BayVerfGH, E.v. 18.2.2016 - Vf. 5-VII-14 - juris Rn. 45; HessVGH, U.v. 29.6.2016 - 4 C 1440/14.N - ZfBR 2016, 803 = juris Rn. 123 ff.).

References: § 1
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 § 10
 § 1
 § 3
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 § 44
 § 1
 § 30
 Art. 23
 § 2
 § 1
 § 18
 § 1
 § 8
 § 10
 § 3
 § 4
 § 4
 § 3
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 § 1
 § 44
 § 58
 § 44