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Timestamp: 2016-10-26 15:22:30+00:00

Document:
8C_354/2014 (10.07.2014)
8C_354/2014 {T�0/2} � � Urteil vom 10. Juli 2014
vom 27. M�rz 2014.
A.________, geboren 1985, zog sich am 2. Dezember 2012 beim Squash eine Achillessehnenruptur zu. Nach konservativer Behandlung riss die Sehne am 23. Februar 2013 bei einem Misstritt erneut, worauf sich A.________ in der Klinik D.________ am 12. M�rz 2013 operieren liess. Die Helsana Unfall AG (nachfolgend: Helsana), bei welcher A.________ als angestellter Anwalt bei F.________ versichert war, erbrachte die gesetzlichen Leistungen. Gest�tzt auf die Stellungnahme ihres beratenden Arztes Prof. Dr. med. B.________ schloss sie den Fall per 17. Oktober 2013 mit Verf�gung vom gleichen Tag ab und hielt an ihrer Auffassung mit Einspracheentscheid vom 15. Januar 2014 fest.
Die dagegen erhobene Beschwerde hiess das Verwaltungsgericht des Kantons Bern mit Entscheid vom 27. M�rz 2014 gut, soweit darauf einzutreten war, hob den Einspracheentscheid auf und sprach dem Versicherten auch �ber den 17. Oktober 2013 hinaus Heilbehandlung zu.
Die Helsana f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag auf Aufhebung des angefochtenen Entscheides und Best�tigung ihres Einspracheentscheides vom 15. Januar 2014, eventualiter sei die Sache zur Neubeurteilung an das kantonale Gericht zur�ckzuweisen.
Das kantonale Gericht hat die f�r den Anspruch auf Heilbehandlung massgeblichen Bestimmungen und Grunds�tze zutreffend dargelegt. Es wird darauf verwiesen.
3.1.�Nach den vorinstanzlichen Feststellungen hatte die Beschwerdef�hrerin ihre Leistungspflicht aus den Ereignissen vom 2. Dezember 2012 und 23. Februar 2013 im Grundsatz anerkannt. Gem�ss �bereinstimmenden �rztlichen Stellungnahmen h�tten am 17. Oktober 2013 noch betr�chtliche unfallbedingte Einbussen bestanden. Eine weitere Heilbehandlung sei indiziert und es sei dadurch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten.
3.2.�Der Unfallversicherer macht vorab geltend, dass der Versicherte zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung bereits seit sechs Monaten wieder voll arbeitsf�hig gewesen und in seiner T�tigkeit als Anwalt durch die noch verbleibenden Einschr�nkungen wie namentlich das Unverm�gen, auf den Zehen zu stehen, nicht beeintr�chtigt sei. Damit ist die Leistungseinstellung indessen nicht zu begr�nden, setzt die Heilbehandlung gem�ss Art. 10 UVG doch eine unfallbedingte Behandlungsbed�rftigkeit, nicht aber eine Arbeitsunf�higkeit voraus. Der Unfallversicherer beruft sich auf die Rechtsprechung gem�ss BGE 134 V 109. Das Bundesgericht hat in diesem Urteil seine konstante Rechtsprechung best�tigt, wonach der Versicherer (sofern allf�llige Eingliederungsmassnahmen der Invalidenversicherung abgeschlossen sind) die Heilbehandlung (und das Taggeld) nur so lange zu gew�hren hat, als von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes erwartet werden kann (BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 114), und pr�zisiert, dass das Kriterium der namhaften Besserung des Gesundheitszustandes namentlich nach Massgabe der zu erwartenden Steigerung oder Wiederherstellung der Arbeitsf�higkeit, soweit unfallbedingt beeintr�chtigt, zu beurteilen sei (BGE 134 V 109 E. 4.3 S. 115). Im vorliegenden Fall war der Versicherte durch die erlittene Fussverletzung in seiner Anwaltst�tigkeit - abgesehen von einer kurzen operationsbedingten Abwesenheit vom Arbeitsplatz - gar nicht eingeschr�nkt. Die f�r den Anspruch auf Heilbehandlung vorausgesetzte namhafte Besserung des Gesundheitszustandes kann sich deshalb rechtsprechungsgem�ss von vornherein nicht anhand der zu erwartenden Steigerung der Arbeitsf�higkeit bestimmen; die trotz des Unfalls uneingeschr�nkte Arbeitsf�higkeit allein vermag ein Dahinfallen des Anspruchs auf Heilbehandlung nicht zu begr�nden.
3.3.�Die Beschwerdef�hrerin beruft sich denn auch darauf, dass gem�ss Einsch�tzung ihres beratenden Arztes Prof. Dr. med. B.________ der Gesundheitszustand des Versicherten ohne gezielte Physiotherapie wieder herzustellen sei und daher auch weitere Ganganalysen der Klinik D.________ mit Messung von Druck, Stabilit�t und Kraft nicht angezeigt seien. Gem�ss Stellungnahme der Klinik D.________ vom 24. September 2013 war ein Kraftdefizit am betroffenen rechten Fuss beziehungsweise Unterschenkel von etwa 45% sowie eine Bewegungseinschr�nkung am Sprunggelenk um 11 Grad ausgewiesen. Ein hinkfreies Gehen sei damit nicht m�glich und h�here Belastungen ausserhalb der Therapie seien ausgeschlossen. Am 18. November 2013 erg�nzte Dr. med. C.________, dass aufgrund der 30-j�hrigen Erfahrung der Klinik in der Achillessehnenrehabilitation eine Behandlung w�hrend etwa zw�lf Monaten unabdingbar sei, das Remodelling der Sehne etwa zw�lf bis 18 Monate dauere. Der Patient sei im Alltag durch die fehlende Plantarflexion nach wie vor behindert. Das kantonale Gericht hat diesbez�glich zu Recht erkannt, dass die nicht n�her begr�ndete Einsch�tzung des beratenden Arztes der Beschwerdef�hrerin, wonach die weitere Heilung durch den normalen Gebrauch im Alltag herbeizuf�hren sei, die dringende Empfehlung weiterer Physiotherapie durch Dr. med. C.________ nicht zu entkr�ften vermag, zumal Prof. Dr. med. B.________ die in der Klinik D.________ erhobenen Befunde nicht grunds�tzlich in Zweifel zieht. Der Einwand der Beschwerdef�hrerin, dass die Vorinstanz zu Unrecht nicht auf die Stellungnahme ihres beratenden Arztes abgestellt habe, weil es sich dabei um ein Aktengutachten handle, ist damit nicht stichhaltig. Zu den Einw�nden bez�glich der in der Klinik D.________ durchgef�hrten Ganganalysen hat sich das kantonale Gericht ebenfalls zutreffend ge�ussert. Es wird auch letztinstanzlich nichts vorgebracht, was eine diesbez�gliche andere Beurteilung zu rechtfertigen verm�chte, zumal es sich bei der streitigen Heilbehandlung um eine Sach- und nicht um eine Geldleistung handelt und das Bundesgericht daher an die vorinstanzliche Feststellung des rechtserheblichen Sachverhaltes gebunden ist (Art. 97 Abs. 2 und Art. 105 Abs. 3 BGG e contrario), soweit sie nicht offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG; Urteil 8C_695/2007 vom 20. M�rz 2009 E. 1.3 mit Hinweis).
3.4.�Entsprechend dem Entscheid des kantonalen Gerichts gilt damit als erstellt, dass zum Zeitpunkt der Leistungseinstellung durch die Beschwerdef�hrerin auf den 17. Oktober 2013 hin von der Fortsetzung der �rztlichen Behandlung noch eine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten war und die Voraussetzungen f�r den Abschluss des Falles daher nicht erf�llt waren (Art. 19 Abs. 1 UVG; BGE 134 V 109 E. 4.1 S. 113 f. mit Hinweisen; Urteil U 291/06 vom 4. M�rz 2008 E. 4.1). Es kann im �brigen vollumf�nglich auf die eingehenden und zutreffenden Erw�gungen der Vorinstanz verwiesen werden.

References: Art. 10
 BGE 
 Art. 105
e contrario
 Art. 95
 BGE