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Timestamp: 2018-10-16 02:40:23+00:00

Document:
Gesetze-Rechtsprechung Schleswig-Holstein RhinNatSchGV SH | Landesnorm Schleswig-Holstein | Gesamtausgabe | Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Rhinplate und Elbufer südlich Glückstadt" vom 5. Dezember 2000 | gültig ab: 01.01.2003
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Rhinplate und...
juris-Abkürzung: RhinNatSchGV SH
Ausfertigungsdatum: 05.12.2000
Fundstelle: GVOBl. 2000, 653
Gliederungs-Nr: 791-4-199
"Rhinplate und Elbufer südlich Glückstadt"
Landesverordnung über das Naturschutzgebiet "Rhinplate und Elbufer südlich Glückstadt" vom 5. Dezember 2000 01.01.2003
(1) Die Rhinplate, die vor dem Landesschutzdeich elbseitig liegenden Vorland- und Uferflächen sowie die dazwischen liegende Glückstädter Nebenelbe auf dem Gebiet der Stadt Glückstadt, Kreis Steinburg, werden zum Naturschutzgebiet erklärt.
(2) Das Naturschutzgebiet wird mit der Bezeichnung "Rhinplate und Elbufer südlich Glückstadt" unter Nummer 164 in das im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume geführte Verzeichnis der Naturschutzgebiete eingetragen.
(1) Das Naturschutzgebiet ist rund 460 ha groß und wird wie folgt begrenzt:
Im Norden durch das nördliche Leuchtfeuer auf der Rhinplate;
im Westen durch die westliche Uferkante der Rhinplate bei Seekartennull (Kartennulllinie) bis zum Radarturm an der Südspitze und darüber hinaus durch eine in südöstliche Richtung verlaufende gerade Linie auf der Elbe bis zum Schnittpunkt mit der vom nördlichen Fuß der Schleusenanlage des Bielenberger Hafens ausgehenden Gemeindegrenze bei den Koordinaten:
9°25,81' östl. Länge / 53°44,66'nördl. Breite (Koordinatenwerte im Geographischen System) oder N 53° 44,61' / E 9° 25,82' (Koordinatenwerte im System Europa Datum);
im Süden, ausgehend von der elbseitigen Grenze des äußeren Deichschutzstreifens, durch die Gemeindegrenze zwischen der Stadt Glückstadt und der Gemeinde Kollmar;
im Osten, beginnend vom nördlichen Fuß der Schleusenanlage des Bielenberger Hafens, entlang der elbseitigen Grenze des Deichschutzstreifens vor dem vorhandenen und vor dem gemäß Planfeststellungsbeschluß für die "Vordeichung Glückstadt-Süd" vom 26. Februar 1992 errichteten neuen Landesschutzdeich bis 70 m vor der südlichen Böschungskrone des Spülfeldes südlich des Hafengeländes von Glückstadt. Ab hier verschwenkt die Grenze und quert die Glückstädter Nebenelbe in einer geraden Linie westlich bis zur Kartennulllinie (Seekartennull) am östlichen Rand der Rhinplate und verläuft entlang dieser Linie in nördlicher Richtung bis zum Leuchtfeuer an der Nordspitze der Rhinplate.
(2) Die Grenze des Naturschutzgebietes ist in den Abgrenzungskarten, Blatt 1 bis 8, im Maßstab 1:5.000, sowie Blatt 9, einem Ausschnitt aus den Seekarten Nr. 46 und 47 im Maßstab 1:30.000, rot eingetragen. Sie verläuft auf der dem Gebiet zugewandten Seite der roten Linie. Die Ausfertigung der Karten ist im Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, 24106 Kiel, verwahrt. Die Karten sind Bestandteile dieser Verordnung.
der Stadt Glückstadt,
(1) Das Naturschutzgebiet dient der Sicherung, dem Schutz und der Erhaltung der von der Tide beeinflussten Flussuferlandschaft an der Elbe mit ihren Flachwasserbereichen, insbesondere der Glückstädter Nebenelbe, ihren großen Brack- und Süßwasserwatten, ausgedehnten Tide- und Landröhrichtbiotopen, naturraumtypischen Weichholzauebiotopen, Trockenrasen und naturnahen Gehölzbeständen sowie den auf diese Lebensräume spezialisierten charakteristischen Pflanzen- und Tierarten.
(2) Schutzzweck ist es, die Natur in diesem Gebiet in ihrer Gesamtheit dauerhaft zu erhalten. Insbesondere gilt es, auch unter Berücksichtigung des östlich des Landesschutzdeiches geplanten Gewerbe- und Industriegebietes "Stadtstraße",
die Flussuferlandschaft als Brut-, Nahrungs- und Rastgebiet für die hier vorkommenden Vogelarten, als Aufzucht- und Nahrungsgebiet für Fische, Plankton- und Benthosorganismen sowie für seltene, teilweise stark gefährdete Pflanzen und wirbellose Tiere und
die Lebensräume von internationaler Bedeutung für Pflanzen und Tiere
zu schützen und zu erhalten sowie
die großflächig unbeeinflusste Entwicklung der Natur dauerhaft zu sichern und
nutzungsbedingte Störeinflüsse auszuschließen oder soweit wie möglich zu minimieren.
Gewässer im Sinne des § 31 des Wasserhaushaltsgesetzes auszubauen oder Maßnahmen durchzuführen, die den Wasserstand oder den Wasserabfluss oder die Fließgeschwindigkeit nicht nur unerheblich verändern, oder Stoffe einzubringen, einzuleiten, zu entnehmen oder andere Maßnahmen vorzunehmen, die geeignet sind, die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit der Gewässer nachteilig zu verändern;
Stoffe organischer oder anorganischer Zusammensetzung aufzubringen, zu lagern oder in den Untergrund einzubringen.
das Naturschutzgebiet zu betreten oder im Naturschutzgebiet zu reiten oder zu fahren;
die ordnungsgemäße Ausübung des Jagdrechtes im Sinne des § 1 des Bundesjagdgesetzes in der Zeit vom 15. August bis zum 1. März eines jeden Jahres mit folgenden Einschränkungen:
die Jagd auf Wasserwild vor dem 16. Oktober eines jeden Jahres auszuüben,
Wildäcker anzulegen oder zu betreiben oder
die ordnungsgemäße Ausübung der Erwerbsfischerei im Bereich der Bundeswasserstraße Elbe ausschließlich vom Boot aus, soweit keine Beschränkungen nach § 5 des Bundeswasserstraßengesetzes oder der Landesverordnung über die Ausübung der Fischerei in den Küstengewässern vom 23. Juni 1999 (GVOBl. Schl.-H. S. 206) getroffen sind;
die erforderlichen Maßnahmen des Küstenschutzes im Sinne des Siebenten Teiles des Landeswassergesetzes, die hierfür erforderlichen Maßnahmen der Wasserwirtschaft einschließlich der Forschungs- und Vermessungsarbeiten; nicht zulässig sind solche Vorhaben, die nach Wasserrecht oder anderen Rechtsvorschriften erlaubnis-, bewilligungs-, genehmigungs- oder planfeststellungsbedürftig sind;
die gemäß Planfeststellungsbeschluß vom 26. Februar 1992 vorgesehene Änderung der Abwasserleitung der Kläranlage Glückstadt-Süd, ihr ordnungsgemäßer Betrieb und ihre ordnungsgemäße Unterhaltung;
die Durchführung der gemäß Planfeststellungsbeschluß vom 26. Februar 1992 erforderlichen Maßnahmen zur Vordeichung von "Glückstadt Süd" im Benehmen mit der unteren Naturschutzbehörde;
die genehmigte Benutzung der Bundeswasserstraße für Sedimentumlagerungen aus Anlass der Räumung des Glückstädter Hafens und durch Einleitung aus den Spülfeldern;
das Befahren der Bundeswasserstraße Elbe mit Wasserfahrzeugen aller Art, soweit keine Beschränkungen nach § 5 des Bundeswasserstraßengesetzes getroffen sind;
das Anlanden mit kleinen Wasserfahrzeugen ohne Motorkraft und der vorübergehende Aufenthalt am Tage im Rahmen des Wassersportes an dem rund 50 m breiten, in der Übersichtskarte und in der Abgrenzungskarte Blatt 9 durch den Buchstaben A und durch Schraffur dargestellten, in der Örtlichkeit gekennzeichneten nordöstlichen Uferabschnitt der Rhinplate;
Untersuchungen und Maßnahmen zum Schutz oder zur Entwicklung des Naturschutzgebietes, die die untere Naturschutzbehörde durchführt.
Bohrungen und Sondierungen im Rahmen der amtlichen geowissenschaftlichen Landesaufnahme und für geophysikalische Messungen;
das Entfernen von Baumstämmen oder Baumstümpfen einschließlich des Wurzelwerkes im Deichvorland, sofern erforderlich auch durch Sprengungen, soweit dies aus Gründen der Deichsicherheit erforderlich ist;
(2) Die Jagdbehörde kann im Einvernehmen mit dem Landesamt für Natur und Umwelt als obere Naturschutzbehörde Ausnahmen von den einschränkenden Regelungen des § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 13 und des 5 Abs. 1 Nr. 1 im Einzelfall zulassen, wenn hierdurch der Schutzzweck nicht beeinträchtigt wird.
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 16 Zelte oder Wohnwagen aufstellt, Sachen aller Art lagert, Feuer macht oder Hunde laufen läßt;
§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 17 das Naturschutzgebiet betritt oder im Naturschutzgebiet reitet oder fährt.
(2) Gleichzeitig tritt die Kreisverordnung zum Schutz von Landschaftsteilen in den Gemeinden Kollmar und Neuendorf b.E. und der Stadt Glückstadt vom 10. Juli 1980 (Norddeutsche Rundschau vom 23. August 1980), zuletzt geändert durch Kreisverordnung vom 18. Oktober 1999 (Norddeutsche Rundschau vom 19. Oktober 1999) außer Kraft, soweit sie das in § 2 Abs. 1 dieser Verordnung beschriebene Gebiet betrifft.

References: § 31
 § 1
 § 5
 § 5
 § 4

§ 4

§ 4
 § 2