Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BFH&Datum=24.09.2015&Aktenzeichen=IV%20R%209/13
Timestamp: 2020-04-08 00:15:19+00:00

Document:
BFH, 24.09.2015 - IV R 9/13 - dejure.org
https://dejure.org/2015,39283
BFH, 24.09.2015 - IV R 9/13 (https://dejure.org/2015,39283)
BFH, Entscheidung vom 24.09.2015 - IV R 9/13 (https://dejure.org/2015,39283)
BFH, Entscheidung vom 24. September 2015 - IV R 9/13 (https://dejure.org/2015,39283)
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Keine Betriebsaufspaltung zwischen Eigentümer und Mieter bei Vermietung durch Erbbauberechtigten - Fehlende sachliche Verflechtung und personelle Verflechtung
§ 181 BGB, § ... 181 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB), § 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), § 121 Satz 1 FGO, § 68 Satz 1 FGO, § 127 FGO, § 21 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes, § 1 Abs. 1 des Erbbaurechtsgesetzes, § 12 Abs. 1 Satz 1 ErbbauRG, § 709 Abs. 1 BGB, § 709 Abs. 2 BGB, §§ 133, 157 BGB, § 27 Abs. 1 Satz 1 ErbbauRG, § 1 Abs. 4 ErbbauRG, § 2 Nr. 4 ErbbauRG, § 135 Abs. 1 FGO
§ 15 Abs 1 Nr 1 EStG 2002, § 15 Abs 2 EStG 2002, § 21 Abs 1 S 1 Nr 1 EStG 2002, § 15 Abs 1 Nr 1 EStG 2009, § 15 Abs 2 EStG 2009
EStG §§ 15 Abs. 1 S. 1 Nr. 1, Abs. 2, 21 Abs. 1 S. 1 Nr. 1; BGB §§ 133, 157, 181, 709; ErbbauRG §§ 1 Abs. 1, 12 Abs. 1 S. 1, 27 Abs. 1 S. 1
Keine Betriebsaufspaltung zwischen Eigentümer und Mieter bei Vermietung durch Erbbauberechtigten wegen fehlender sachlicher Verflechtung
Erbbaugrundstück vermietet: Keine Verflechtung zwischen Eigentümer und Mieter!
Keine Betriebsaufspaltung zwischen Eigentümer des mit einem Erbbaurecht belasteten Grundstücks und dem Mieter des Erbbauberechtigten
BFHE 251, 227
DNotZ 2016, 184
NZM 2016, 395
BB 2016, 86
DB 2016, 84
BStBl II 2016, 154
NZG 2016, 755
Dann fehlt es aber auch an der Voraussetzung einer sachlichen Verflechtung, um eine Betriebsaufspaltung (…s. z.B. Senatsurteil vom 25. August 2010 I R 97/09, BFH/NV 2011, 312; Urteil des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 24. September 2015 IV R 9/13, BFHE 251, 227, m.w.N.) annehmen zu können.
(1) Die Auslegung von Willenserklärungen --und damit auch von daraus resultierenden Gesellschaftsverträgen (vgl. BFH-Urteil vom 24. September 2015 IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154)-- gehört zwar grundsätzlich zu der dem FG obliegenden Feststellung der Tatsachen.
Ob die damit umschriebenen Voraussetzungen einer sachlichen und personellen Verflechtung vorliegen, ist nach den Verhältnissen des einzelnen Falles zu entscheiden (BFH-Urteil vom 24. September 2015 - IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rz 19).
Von einer personellen Verflechtung geht die Rechtsprechung aus, wenn eine Person oder Personengruppe beide Unternehmen in der Weise beherrscht, dass sie in der Lage ist, in beiden Unternehmen einen einheitlichen Geschäfts- und Betätigungswillen durchzusetzen (BFH-Urteil in BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rz 27).
b) Im Gegensatz zur Betriebsaufspaltung, bei der es für die erforderliche sachliche Verflechtung bereits genügt, wenn der Betriebs-Kapitalgesellschaft lediglich eine wesentliche Betriebsgrundlage zur Nutzung überlassen wird (BFH-Urteil vom 24. September 2015 IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rz 21), setzt sowohl die Begründung als auch das Fortbestehen einer Betriebsverpachtung im Ganzen die Überlassung aller wesentlichen Betriebsgrundlagen voraus (BFH-Urteil vom 6. März 1997 XI R 2/96, BFHE 183, 85, BStBl II 1997, 460, unter II.3.).
Eine sachliche Verflechtung ist gegeben, wenn der Betriebsgesellschaft durch das Besitzunternehmen ein Wirtschaftsgut unmittelbar zur Nutzung überlässt, die für die Betriebsgesellschaft eine wesentliche Betriebsgrundlage darstellt (…vgl. z.B. BFH-Urteil vom 01.06.1994 - X R 81/90, BFH/NV 1995, 154;… vom 25.08.2010 - I R 97/09, BFH/NV 2011, 312; vom 24.09.2015 - IV R 9/13, BStBl II 2016, 154).
Das gilt jedenfalls dann, wenn das Einstimmigkeitsprinzip auch die laufende Verwaltung der vermieteten Wirtschaftsgüter, die sogenannten Geschäfte des täglichen Lebens, einschließt (BFH-Urteile vom 21. Januar 1999 IV R 96/96, BFHE 187, 570, BStBl II 2002, 771; in BFHE 235, 231, BStBl II 2012, 136; BFH, Urteil vom 24. September 2015 - IV R 9/13 -, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rn. 28).
FG Münster, 17.01.2020 - 4 K 1526/16
Für die Annahme einer Betriebsaufspaltung durch eine sog. mittelbare Nutzungsüberlassung (BFH-Urteil vom 24.09.2015 IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rz 23) müsste der Kläger jedenfalls Inhaber der von der B. AG an die B. P. überlassenen Patentrechte sein (vgl. BFH-Urteil vom 28.11.2001 X R 50/97, BFHE 197, 254, BStBl II 2002, 363, Rz 2: "der Erblasser war Eigentümer eines bebauten Grundstücks"; Rz 11: "Zwischen den Beteiligten besteht zu Recht Einigkeit darüber, dass das Grundstück eine wesentliche Betriebsgrundlage ... darstellte" und mithin die Grundlage einer sachlichen Verflechtung bildete).
Das Einzelunternehmen des Klägers war damit - wie es jedoch für eine mittelbare Nutzungsüberlassung erforderlich wäre - in Bezug auf die überlassenen Patente kein Besitzunternehmen (vgl. BFH-Urteil vom 24.09.2015 IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rz 24).
Ob die damit umschriebenen Voraussetzungen einer sachlichen und personellen Verflechtung vorliegen, ist nach den Verhältnissen des einzelnen Falles zu entscheiden (z.B. BFH, Urteil vom 24. September 2015 - IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154 m.w.N.).
Eine sachliche Verflechtung besteht, wenn das Besitzunternehmen dem Betriebsunternehmen wenigstens eine wesentliche Betriebsgrundlage zur Nutzung überlässt (BFH-Urteil vom 24. September 2015 - IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154).
Das gilt sowohl für Nutzungsüberlassungen auf schuldrechtlicher als auch für solche auf dinglicher Grundlage (BFH-Urteil vom 24. September 2015 IV R 9/13, BFHE 251, 227, BStBl II 2016, 154, Rn. 21).

References: § 181
 § 126
 § 121
 § 68
 § 127
 § 21
 § 1
 § 12
 § 709
 § 709
 § 27
 § 1
 § 2
 § 135

§ 15
 § 15
 § 21
 § 15
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