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Timestamp: 2016-10-27 05:08:58+00:00

Document:
1A.141/2001 (20.03.2002)
Sitzung vom 20. M�rz 2002
Drei Linden AG, 4502 Solothurn, Beschwerdef�hrerin,
vertreten durch die Solothurner Bank SoBa, Abteilung f�r Restrukturierungen, Hauptstrasse 24, 4562 Biberist, diese vertreten durch F�rsprech und Notar lic.iur Theo Strausak, Gurzelngasse 27, 4500 Solothurn,
Regierungsrat des Kantons Solothurn, 4500 Solothurn 1, vertreten durch das Departement f�r Bildung und Kultur des Kantons Solothurn, Rathaus, 4509 Solothurn,
Stadt Grenchen, 2540 Grenchen, Beschwerdef�hrerin, vertreten durch F�rsprech Rudolf Junker, Rechtskonsulent der Stadt Grenchen, Bahnhofstrasse 23, 2540 Grenchen,
Die Drei Linden AG ist Eigent�merin des Grundst�cks Grundbuch Grenchen Nr. 1810 im Halte von 3'843 m2. Das Grundst�ck liegt in der Industrie- und Gewerbezone IG 14. Es ist s�dlich und n�rdlich von Bahnlinien und Strassen eingeschlossen, �stlich und westlich von ihm befinden sich Industrie- und Lagergeb�ude.
Das Grundst�ck wurde urspr�nglich als Lagerplatz genutzt. 1970 erwarb es die Firma R. Zumbach AG mit der Absicht, darauf ein Fabrikgeb�ude zu errichten. Als Zwischennutzung betrieb R. Zumbach zwischen 1972 und 1990 darauf eine Modelleisenbahn-Anlage. 1990 wurde das Grundst�ck von einem Architekten erworben, 1997 ging es im Anschluss an eine Pfandverwertung in das Eigentum der Drei Linden AG �ber.
Vom 30. April bis zum 29. Mai 1998 legte das Volkswirtschafts-Departement des Kantons Solothurn den Waldfeststellungsplan f�r die Gemeinde Grenchen �ffentlich auf. Darin war der gr�ssere Teil des Grundst�cks GB-Nr. 1810 (ca. 2'500 m2) als Wald ausgeschieden. Die Drei Linden AG und die Stadt Grenchen erhoben dagegen Einsprache. Am 10. M�rz 1999 wies das kantonale Volkswirtschafts-Departement die Einsprache der Drei Linden AG ab und trat auf diejenige der Stadt Grenchen mangels Legitimation nicht ein.
Auf Beschwerde beider Einsprecherinnen hin bejahte der Regierungsrat des Kantons Solothurn am 19. Februar 2001 die Legitimation der Stadt Grenchen, hob den Entscheid des Departements auf und stellte fest, dass sich auf dem Grundst�ck GB-Nr. 1810 kein Wald befinde. Die Bestockung sei als Gr�nanlage zu bezeichnen.
Dagegen erhob das Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn. Dieses f�hrte am 20. Juni 2001 einen Augenschein durch und hiess die Beschwerde mit Urteil vom gleichen Tag gut, hob den Entscheid des Regierungsrates auf und stellte fest, dass es sich bei der auf dem am 30. April 1998 publizierten Waldfeststellungsplan WA/12 verzeichneten Bestockung auf der Parzelle GB-Nr. 1810 um Wald im Sinne der eidgen�ssischen Waldgesetzgebung handle.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerden vom 27. August 2001 ans Bundesgericht beantragen die Drei Linden AG und die Stadt Grenchen, dieses Urteil des Verwaltungsgerichts sowie den Waldfeststellungsplan WA/12 aufzuheben und festzustellen, auf dem Grundst�ck GB-Nr. 1810 bestehe kein Wald. Eventualiter sei die Sache zu neuer Entscheidung ans Verwaltungsgericht zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht und das BUWAL beantragen, die Beschwerde abzuweisen. Das Departement f�r Bildung und Kultur des Kantons Solothurn beantragt, die Beschwerde gutzuheissen.
Eine Delegation des Bundesgerichts f�hrte am 7. Dezember 2001 einen Augenschein durch. In ihren Stellungnahmen dazu halten die Stadt Grenchen und die Drei Linden AG an ihren Antr�gen vollumf�nglich fest.
Die beiden Beschwerden richten sich gegen den gleichen Entscheid und enthalten inhaltlich gleiche Antr�ge. Die Verfahren sind daher zu vereinigen (Art. 24 BZP i.V.m. Art. 40 OG).
2.1 Gegen den kantonal letztinstanzlichen, auf Bundesverwaltungsrecht gest�tzten Endentscheid des Verwaltungsgerichts ist die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig (Art. 97 ff. OG i.V.m. Art. 5 VwVG).
2.2 Die Drei Linden AG ist als Eigent�merin des betroffenen Grundst�cks zur Beschwerde befugt (Art. 103 lit. a OG). Auf ihre Beschwerde ist einzutreten.
2.3 Die Stadt Grenchen ist zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert, wenn sie entweder durch die angefochtene Verf�gung ber�hrt ist und ein schutzw�rdiges Interesse an deren Aufhebung oder �nderung hat (Art. 103 lit. a OG) oder durch eine besondere bundesrechtliche Bestimmung dazu befugt ist (Art. 103 lit. c OG). Gem�ss Art. 46 Abs. 3 WaG richtet sich das Beschwerderecht der Gemeinden nach Art. 12 NHG. Es ist unter anderem gegen Verf�gungen gegeben, die sich auf Art. 10 oder Art. 13 WaG (Waldfeststellung) st�tzen. Nach Art. 12 Abs. 1 NHG steht den Gemeinden das Beschwerderecht zu, soweit gegen kantonale Verf�gungen die Verwaltungsgerichtsbeschwerde zul�ssig ist. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts k�nnen jedoch Gemeinden gest�tzt auf Art. 12 NHG nur Beschwerde erheben, um sich gegen die Erteilung einer Rodungsbewilligung, nicht aber, um sich gegen deren Verweigerung zu wehren, weil sie damit nicht ein vom NHG gesch�tztes Interesse an der Walderhaltung geltend machen (BGE 109 Ib 341 E. 2b; Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 1984, in ZBl 85/1984 S. 504 E. 1a). Die Stadt Grenchen kann somit vorliegend ihre Beschwerdebefugnis nicht auf Art. 12 NHG in Verbindung mit Art. 46 WaG st�tzen, da sie nicht den Schutz bzw. die Erhaltung des Waldes anstrebt.
Gest�tzt auf Art. 103 lit. a OG k�nnen Gemeinden nicht nur Beschwerde erheben, wenn sie gleich oder �hnlich wie ein Privater betroffen sind, sondern auch, wenn sie durch die angefochtene Verf�gung in ihren hoheitlichen Befugnissen und Aufgaben ber�hrt werden (BGE 124 II 409 E. 1e/bb, 293 E. 3b). Eine Gemeinde ist zwar nicht legitimiert, wenn sie bloss das allgemeine Interesse an der richtigen Rechtsanwendung wahrnimmt, wohl aber, wenn sie z.B. als Inhaberin der Baupolizeikompetenz (BGE 117 Ib 111 E. 1b) oder als Geb�hrengl�ubigerin (BGE 119 Ib 389 E. 2e) in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben ber�hrt ist. Vorliegend ist die Stadt Grenchen durch den angefochtenen Entscheid als Planungstr�gerin ber�hrt. Sie vertritt die Auffassung, es sei planerisch nicht vertretbar, inmitten der Industriezone Wald auszuscheiden. Sie nimmt damit spezifische hoheitliche Aufgaben wahr und ist deshalb zur Verwaltungsgerichtsbeschwerde legitimiert. Auch auf ihre Beschwerde ist daher einzutreten.
2.4 Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht sowie die unrichtige oder unvollst�ndige Feststellung des Sachverhalts ger�gt werden (Art. 104 OG). Da sich die Beschwerden gegen ein gerichtliches Urteil richten, ist jedoch das Bundesgericht an die Feststellung des Sachverhaltes gebunden, soweit dieser nicht offensichtlich unrichtig oder unvollst�ndig oder unter Verletzung wesentlicher Verfahrensregeln festgestellt worden ist (Art. 105 Abs. 2 OG).
3.1 Als Wald gilt nach Art. 2 Abs. 1 WaG jede Fl�che, die mit Waldb�umen oder -str�uchern bestockt ist und Waldfunktionen erf�llen kann. Waldfunktionen sind namentlich die Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion (Art. 1 Abs. 1 lit. c WaG). Wohlfahrtsfunktionen erf�llt ein Wald, wenn er durch seine Lage, seinen Aufbau, seine Bestockung und Gestaltung dem Menschen als Erholungsraum dient, durch seine Form die Landschaft pr�gt, vor sch�dlichen Umwelteinfl�ssen wie L�rm oder Immissionen sch�tzt, Wasservorr�te qualitativ und quantitativ sichert sowie wildlebenden Tieren und Pflanzen einen unersetzlichen Lebensraum schafft. Zu den Wohlfahrtsfunktionen geh�rt insbesondere auch der Landschaftsschutz, das heisst die optisch-�sthetische Funktion der Bestockung und ihre biologische Bedeutung als Lebensraum f�r Fauna und Flora (BGE 124 II 85 E. 3d/bb). F�r die rechtliche Qualifikation als Wald sind Entstehung, Nutzungsart und Bezeichnung im Grundbuch nicht massgebend. Zum Waldareal geh�ren auch Weidw�lder, bestockte Weiden (Wytweiden) und Selven, unbestockte und ertragslose Fl�chen eines Waldgrundst�ckes und Aufforstungsfl�chen (Art. 2 Abs. 2 WaG). Nicht als Wald gelten isolierte Baum- und Strauchgruppen, Hecken, Alleen, Garten-, Gr�n- und Parkanlagen, Baumkulturen, die auf offenem Land zur kurzfristigen Nutzung angelegt worden sind sowie B�ume und Str�ucher auf Einrichtungen zur Stauhaltung und auf deren unmittelbarem Vorgel�nde (Art. 2 Abs. 3 WaG). Innerhalb eines vom Bundesrat festgelegten Rahmens k�nnen die Kantone im �brigen bestimmen, ab welcher Breite, welcher Fl�che und welchem Alter eine einwachsende Fl�che sowie ab welcher Breite und welcher Fl�che eine andere Bestockung als Wald gilt (Art. 2 Abs. 4 WaG). Der Kanton Solothurn hat gest�tzt darauf in � 6 der kantonalen Waldverordnung vom 14. November 1995 (WaV/SO) eine Mindestgr�sse von 500 m2 und eine Mindestbreite von 12 m festgelegt. Bei einwachsenden Fl�chen muss zudem ein Beschirmungsgrad von �ber 0,3 sowie ein Alter der Bestockung von mindestens 15 Jahren vorliegen. Erf�llt eine Bestockung in besonderem Masse Wohlfahrts- oder Schutzfunktionen, so sind die kantonalen Kriterien hingegen nicht massgebend (Art. 2 Abs. 4 WaG).
3.2 Nicht als Wald gelten nach Art. 2 Abs. 3 WaG Garten-, Gr�n- und Parkanlagen. Damit eine Bestockung unter diese Ausnahme f�llt, muss es sich um einen eigens angelegten Bestand handeln. Das Anlegen einer Bestockung schliesst stets ein willentliches, gestalterisches Handeln oder zumindest ein willentliches Dulden einer aufkommenden Bestockung zu bestimmten Zwecken und mit bestimmtem Bezug zur Umgebung mit ein. Solche Baumbest�nde bezwecken die Versch�nerung des gestalteten Raums oder dienen der Erholung, nicht der forstlichen Nutzung. Das Willenselement kann bei Gr�nanlagen bereits als erf�llt betrachtet werden, wenn der Grundeigent�mer nat�rlich aufkommenden Waldwuchs bewusst duldet, das heisst in seine Arealplanung miteinbezieht. Die Gestaltung der Gr�nanlage muss einen Bezug zur Umgebung aufweisen, indem sie das Gebiet gezielt aufwertet. Sie muss einer planerischen Vorstellung entsprechen und Versch�nerungs- oder Erholungszwecken dienen. Die Anforderungen sind allerdings nicht sehr hoch anzusetzen und gerade Begr�nungen von Industrielandreserven brauchen keinen besonderen �sthetischen Anspr�chen zu gen�gen. Dennoch muss ein gezieltes Gestalten mit Bezug zur Umgebung vorausgesetzt werden und auch feststellbar sein. Ist auf einer Parzelle bloss die Landpflege vernachl�ssigt und dadurch das Einwachsen von Waldb�umen erm�glicht worden, so liegt keine Gr�nanlage vor (BGE 124 II 85 E. 4d mit Hinweisen).
4.1 Unbestritten ist, dass die streitige, 2'500 m2 grosse Bestockung von ihrer Fl�che und Breite her die quantitativen Waldkriterien von Art. 2 Abs. 4 WaG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaV und � 6 WaV/SO erf�llt und dass sie haupts�chlich mit einheimischen Waldb�umen und -str�uchern bestockt ist. Die Drei Linden AG macht indessen geltend, die inmitten von Verkehrslinien sowie Industrie- und Gewerbeanlagen liegende Bestockung k�nne keine Waldfunktionen wahrnehmen, weshalb ihr keine Waldqualit�t zukomme.
Ob eine Bestockung Wald darstellt oder nicht, entscheidet sich nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts danach, ob sie die qualitativen Waldmerkmale aufweist oder nicht. Den quantitativen Waldkriterien kommt nur eine Hilfsfunktion zu: wo sie erf�llt sind, ist in der Regel Waldqualit�t zu bejahen (BGE 122 II 72 E. 3b). Das Bundesgericht hat im angef�hrten Entscheid zwar nicht ausgeschlossen, dass einer Bestockung unter aussergew�hnlichen Verh�ltnissen die Waldqualit�t abgehen kann, auch wenn die quantitativen Kriterien erf�llt sind. Die blosse Tatsache, dass eine Bestockung an Verkehrswege und Industrieanlagen grenzt bzw. von solchen umschlossen wird, kann f�r sich allein indessen kein Grund sein, ihr die Waldqualit�t abzusprechen. Es gibt gerade im Mittelland viele kleine, von Bauten und Verkehrswegen eingeschlossene Bestockungen. W�rde man diese, allein weil sie isoliert dastehen, vom Waldareal ausschliessen, auch wenn sie die quantitativen Mindestkriterien erf�llen, so w�re ein nicht unerheblicher Teil des Waldes dem bundesrechtlichen Schutz entzogen, was dem Sinn des Gesetzes widerspr�che. Als Inseln im Siedlungsgebiet kann zudem gerade solchen W�ldchen eine besondere Bedeutung als Naherholungsgebiete f�r die Anwohner und f�r die Vernetzung der Lebensr�ume von V�geln und anderen Tieren zukommen.
4.2 Beide Beschwerdef�hrerinnen machen geltend, bei der Bestockung handle es sich um eine Gr�nanlage im Sinne von Art. 2 Abs. 3 WaG. Die Auffassung, bei der streitigen Fl�che habe es sich jedenfalls bis 1990 um eine Park- oder Gr�nanlage im Sinne des heute geltenden Waldgesetzes gehandelt, vertritt auch der Regierungsrat in seinem Entscheid vom 19. Februar 2001. F�r das Verwaltungsgericht war die Bestockung nie eine derartige Anlage. Es hat dazu in tats�chlicher Hinsicht erwogen, im bestockten Gebiet lasse sich keinerlei Gestaltung ablesen. Die fr�heren Eigent�mer h�tten bloss den bestehenden und aufkommenden Waldwuchs geduldet. Eine Arealplanung, gestalterische Vorstellungen und deren Umsetzung seien nicht sichtbar, ein eigentliches Begr�nungskonzept scheine nie bestanden zu haben. Viele B�ume seien vor 70 und 30 Jahren planlos gepflanzt worden. Die Baumpflanzungen seien nie auf die Gleisanlage abgestimmt gewesen.
4.3.1 Am bundesgerichtlichen Augenschein wurden, �ber die gesamte von der Waldfeststellung erfasste Fl�che verteilt, Schienen, Trassee-St�cke, Bahnd�mme, Br�cken, Z�une und eine Parkbank vorgefunden. Anhand dieser �berreste, der unbestrittenen Feststellungen der Forstexperten und der bei den Akten liegenden Flugaufnahmen aus den Jahren 1981 und 1990 l�sst sich ohne weiteres erkennen, wie die Modelleisenbahn-Anlage fr�her ausgesehen haben muss und wie sie in die teils vorbestehende, teils w�hrend des Betriebs der Anlage aufgekommene Bestockung der Parzelle eingebettet war.
4.3.2 1972, als der Bau der Eisenbahn in Angriff genommen wurde, waren an (bereits damals mehrere Jahrzehnte) altem Baumbestand lediglich die Silberweiden im Nordosten des umstrittenen Gebietes vorhanden. F�r sich allein betrachtet w�rde diese Gruppe nach Art. 2 Abs. 4 WaG i.V.m. Art. 1 Abs. 1 lit. a und b WaV und � 6 WaV/SO keinen Wald bilden, da sie weniger als 500 m2 gross und zumeist auch weniger als 12 m breit ist. Die Bahnschienen wurden dieser Baumgruppe entlang und teilweise durch sie hindurch verlegt. Innerhalb der kreisf�rmigen Geleiseanlage befindet sich im s�dlichen Teil der umstrittenen Fl�che eine Gruppe von rund 25 Fichten, die alle etwa 30 Jahre alt sind. Ihr Aufkommen f�llt somit zeitlich mit dem Bau der Anlage zusammen. Es ist unter diesen Umst�nden nicht denkbar, dass diese Fichten gerade zu diesem Zeitpunkt zuf�llig - gegen oder ohne den Willen der Bauherren - auf der innerhalb des Schienenkreises gelegenen Wiese gewachsen sind. Nach den unwidersprochen gebliebenen Aussagen des Kantonsoberf�rsters am Augenschein ist auszuschliessen, dass sie zur Produktion von Nutzholz gepflanzt wurden, da sie sonst dichter gesetzt worden w�ren, um eine unerw�nscht starke Astbildung zu verhindern. Sie wurden daher offensichtlich gepflanzt, um die Anlage zu gestalten, sei es in der Absicht, Schattenpl�tze zu schaffen oder die von ihrer kreisrunden Anlage her monotone Linienf�hrung mit einer abwechslungsreichen Gestaltung der Umgebung attraktiver zu machen.
Ebenfalls im Zusammenhang mit der Einbettung der Eisenbahnlinie in eine attraktive Umgebung ist die im Wesentlichen gegen Ende der Betriebszeit der Eisenbahnanlage n�rdlich des Fichtenbestandes, innerhalb des Schienenkreises entstandene Gruppe mit rund 7 etwa 15-j�hrigen Espen zu sehen. Ob sie gepflanzt wurden oder ob sie nat�rlich aufgekommen sind, ist nicht mehr nachvollziehbar. Im Gel�nde erkennbar ist hingegen, dass dieser Baumgruppe dieselbe gestalterische Funktion zukam wie den s�dlich angrenzenden Fichten.
4.3.3 Der Eschen-/Espenbestand gegen die Nordwest-Ecke der Liegenschaft hin ist (zum Teil deutlich) j�nger und entstand somit in der Zeit, als die Anlage nach der Aufgabe des Bahnbetriebs 1990 vernachl�ssigt wurde. Er ist, wenn man von zwei isoliert stehenden �lteren Fichten an der Westgrenze der Liegenschaft und einer grossen Esche an der Nordgrenze absieht, knapp 10 m breit und 20-25 m lang.
4.3.4 Insgesamt lassen sich auf der von der Waldfeststellung betroffenen Fl�che grob vier Baumgruppen deutlich voneinander unterscheiden: der Silberweideng�rtel entlang der Nordost-Grenze, die Fichten-Gruppe im S�d-Teil, die Gruppe mit den 7 Espen n�rdlich davon und der junge Eschen-/Espen-Bestand im Nordwest-Teil. Die vorbestandenen Silberweiden wurden beim Bau der Eisenbahnanlage offensichtlich bei der Planung miteinbezogen, indem die Linien entlang des Silberweiden-G�rtels und zum Teil durch diesen hindurch gef�hrt wurden. Der Fichten-Bestand wurde nach dem Gesagten eigens zur Gestaltung der Anlage gepflanzt, und die 7 Espen wurden zum gleichen Zweck entweder ebenfalls gepflanzt oder bewusst geduldet. Einzig der junge Eschen-/Espenbestand hat keinen Bezug zur Bahn, entstand aber auch erst, als deren Betrieb eingestellt wurde. Die Sachverhaltsfeststellung des Verwaltungsgerichts, die umstrittene Bestockung sei planlos aufgekommen und weise keinerlei gestalterischen Bezug zur Eisenbahn-Anlage auf, erweist sich somit als offensichtlich unzutreffend.
4.4 Nach dem Gesagten wurde beim Bau der Eisenbahn-Anlage die vorhandene Bestockung - der Silberweiden-G�rtel im Nordosten - bewusst in die Linienf�hrung miteinbezogen, und die Fichten-Gruppe und die 7 Espen innerhalb des Schienenkreises eigens zur Gestaltung der Anlage gepflanzt oder bewusst geduldet. Damit wurde sowohl die vorbestandene als auch die im Zuge des Eisenbahn-Baus gepflanzte oder w�hrend des Betriebs der Anlage aufgekommene Bestockung zur gezielten, im Gel�nde feststellbaren Gestaltung der Anlage eingesetzt. Daraus ergibt sich nach der oben in E. 3.2 dargelegten Rechtsprechung, dass die fragliche Bestockung auf Grund ihrer Entstehung und ihrer Funktion jedenfalls bis 1990 klarerweise eine Gr�nanlage im Sinne von Art. 2 Abs. 3 WaG darstellte. Fraglich kann daher nur sein, ob die seit der Einstellung des Eisenbahn-Betriebs sich selbst �berlassene Bestockung ihren Charakter als Gr�nanlage verloren hat.
Das ist zu verneinen. Auch wenn die seit 1990 nicht mehr unterhaltene Anlage zum Teil stark verwildert ist, sind doch die �berreste der Bahnanlage noch durchaus gegenw�rtig. Auch die Struktur der Gr�nanlage ist insofern noch erhalten, als die oben unter E. 4.3.4 erw�hnten Teilfl�chen - der Fichten- und Espenbestand innerhalb des Schienenkreises, der Silberweideng�rtel entlang der Nordost-Grenze und der nach 1990 nat�rlich eingewachsene Eschen-/Espenbestand im Nordwest-Teil der umstrittenen Bestockung - noch sichtbar sind und sich voneinander abheben. Insgesamt treten die mit entsprechendem Gestaltungswillen zum Betrieb der Eisenbahn-Anlage und deren Einbettung in die Umgebung vorgenommenen Eingriffe, die in einem Wald unzul�ssig w�ren, nach wie vor in Erscheinung. Die umstrittene Bestockung hat daher ihren Charakter als von Menschenhand gestaltete, insoweit k�nstlich geschaffene Anlage trotz ihrer Vernachl�ssigung noch nicht verloren; umso weniger war dies im Fr�hjahr 1998 der Fall, als der Waldfeststellungsplan aufgelegt wurde. Nach der Rechtsprechung sind bei Gr�nanlagen im Sinne von Art. 2 Abs. 3 WaG an den gestalterischen Willen keine hohen Anforderungen zu stellen, weshalb es sich rechtfertigt, die umstrittene Bestockung nach wie vor als solche zu betrachten.
4.5 Damit stellt sich noch die Frage, ob der junge Eschen-/Espenbestand in der Nordwest-Ecke, der nach der Aufgabe der Eisenbahn ohne Willen der Eigent�mer wegen der Vernachl�ssigung der Liegenschaft einwuchs und damit nicht Bestandteil einer Gr�nanlage sein kann, f�r sich allein genommen Wald darstellt. Das ist zu verneinen. Sein Einbezug in die angefochtene Waldfeststellung stellte, wie der Kantonsoberf�rster am Augenschein erl�uterte, einen Grenzfall dar. Diese Einsch�tzung trifft zu, der Einbezug dieser Fl�che in die Waldfeststellung ist nur nachvollziehbar, wenn sie mit der angrenzenden (weit �lteren) Bestockung als Einheit, quasi als deren Waldsaum, gesehen wird. F�r sich allein genommen erreicht sie mit einem Alter von zum Teil deutlich unter 15 Jahren, einer Breite von zumeist weniger als 10 m und einer Fl�che in der Gr�ssenordnung von 250 m2 die quantitativen Mindestkriterien - ein Alter von 15 Jahren, eine Breite von 12 m und eine Fl�che von 500 m2 (� 6 WaV/SO) - bei weitem nicht. Besondere Umst�nde, nach denen sie trotz dieser geringen Ausmasse und geringen Alters in qualitativer Hinsicht Waldfunktionen erf�llen k�nnte, liegen nicht vor. Auch diese Teilfl�che kann daher nicht als Wald gelten.
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerden erweisen sich somit als begr�ndet. Der angefochtene Entscheid ist aufzuheben, und es ist festzustellen, dass auf dem Grundst�ck GB-Nr. 1810 kein Wald besteht.
Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 156 Abs. 2 OG). Die Eidgenossenschaft hat jedoch der obsiegenden privaten Beschwerdef�hrerin die Parteikosten zu ersetzen, w�hrend der Stadt Grenchen keine Parteientsch�digung zuzusprechen ist (Art. 159 Abs. 2 OG). Die Festsetzung der Parteientsch�digung an die private Beschwerdef�hrerin f�r das verwaltungsgerichtliche Verfahren ist dem Verwaltungsgericht zu �bertragen (Art. 159 Abs. 6 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerden werden gutgeheissen. Das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Solothurn vom 20. Juni 2001 wird aufgehoben und es wird festgestellt, dass auf dem Grundst�ck GB Grenchen Nr. 1810 kein Wald besteht.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft hat der Beschwerdef�hrerin im Verfahren 1A.141/2001 f�r das bundesgerichtliche Verfahren eine Parteientsch�digung von Fr. 4'000.-- zu bezahlen. Die Festsetzung der Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren wird dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn �bertragen.
Dieses Urteil wird der Drei Linden AG, der Stadt Grenchen, dem Bundesamt f�r Umwelt, Wald und Landschaft, dem Regierungsrat des Kantons Solothurn und dem Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

References: Art. 40
 Art. 5
 Art. 46
 Art. 12
 Art. 10
 Art. 13
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 12
 Art. 46
 Art. 103
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 2
 Art. 1
 Art. 2
 Art. 2