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Timestamp: 2018-07-23 00:09:59+00:00

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ISSN 1612-7390 Entgelt bezahlt: 63398 Preis: € 10,00 zzgl. MwSt. 10. Jahrgang • November • 4/2012 cosmetic dentistry _ beauty & science 42012 _Fachbeitrag Die innovative Frontzahnrestauration _Spezial Praktische Übungen zum Überwinden psychologischer Hürden in der Zahnarztpraxis: Körperlich entspannen _Lifestyle Rajalta Rajalle hiihto – ein Wintermärchen für sportlich Ambitionierte
Editorial I Dr. Hans-Dieter John Patientenberatung ist die Grundlage des Erfolgs Mit großer Spannung erwarte ich immer die Lieferung der cosmetic dentistry, denn die zum Teil sehr komplexen Behandlungsfälle und deren ausgezeichnete Lösung faszinieren und sind natür- lich immer Ansporn, sich mal den sprichwörtlichen Spiegel vorzuhalten und sich zu fragen: „Könntest du das auch?“ Es wäre toll, solche Versorgungen öfters mal live zu sehen, aber in meinen vielen Jahren im Beruf habe ich solche Patienten praktisch noch nie gesehen. Die etwas lieblos gestalteten Füllungen, die 08/15-Krone, moderat sitzende Teleskopprothesen sind eher auf der Tagesordnung. Man fragt sich, ob die in der cosmetic dentistry gezeigten Fälle „Ausnahmesituationen“ sowohl für Patient als auch Behandler sind. Ich bin sicher, das trifft für den einen oder anderen Fall zu, denn Patient und Behandler müssen sich einig sein, solche außergewöhnliche Arbeiten zu wollen, umzusetzen und – lange Pause – auch zu bezahlen. Hier sehe ich die Krux im System. Die meisten Patienten haben Probleme mit umfassenden „Extremversorgungen“, sei es, weil die Versicherung das für Spinnerei hält, oder dem Zahnarzt Wucher oder Abzocke unterstellt wird, sei es, weil der Zahnarzt gar nicht willens ist, dem Patienten eine solche Versorgung nahezubringen. Man holt sich ungern eine Abfuhr ein, speziell wenn man weiß, dass der vorgeschlagene Behandlungsplan der wirklich sinnvollere ist. Man arrangiert sich in der Konformität und bewundert frustriert cosmetic dentistry-Fälle. Und da sind wir am wunden Punkt: Die Schere zwischen Zahnärzten, die opti-/maximale Leistung regelmäßig an den Mann beziehungsweise die Frau bringen, damit auch routiniert solche Fälle versorgen können und denen, die sich im konformen Mischmasch tummeln, wird größer. Die letztere Zahnarztkategorie muss sich ernsthaft um ihre Zukunft sorgen, weil sie austauschbar wird und einem unseligen Preiskampf unterliegt – irgendwie eine Kavität füllen hat jeder im Studium gelernt, der billigere Zahnarzt wird vom Patienten den Zuschlag erhalten, denn woran sonst kann der Patient den Unterschied zwischen Dr. A und Dr. B sehen. Die erste Gruppe wird mit dem Wow-Faktor hervorragender Versorgungen gezielt die richtigen Patienten ansprechen und exzellente und teuere Versorgungen regelmäßig durchführen können und sich auf diese Weise als „‚Apex Predator“ keine Zukunftssorgen machen müssen. Als Konsequenz kann ich nur immer wieder predigen, sprechen Sie mit Ihrem Patienten, nutzen Sie Fotos von eigenen gut gelösten Fällen in der Beratung. Es ist schwer, in einem dicht gedrängten Praxisalltag 40 oder 50 Minuten Zeit aufzuwenden, um einen umfangreichen Behandlungsplan zu erklären, und um dann zu hören‚ „Zahlt meine Versicherung nicht“. Ich verspreche Ihnen aber, es wird Patienten geben – wahrscheinlich sogar solche, von denen Sie es nicht erwarten –, die Ihren Plänen zustimmen, und das ist dann der Weg, der auch Sie befähigt, solch komplexe und schöne Fälle durchzuführen, wie wir sie in der cosmetic dentistry sehen. Dr. Hans-Dieter John in der E-Paper-Version der Alle mit Symbolen gekennzeichneten Beiträge sind jeweiligen Publikation auf www.zwp-online.info mit weiterführenden Informationen vernetzt. cosmetic dentistry 4_ 2012 I 03
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I Inhalt Fachbeitrag 14 Fachbeitrag 28 Spezial 50 I Editorial 03 Patientenberatung ist die Grundlage des Erfolgs _Dr. Hans-Dieter John I Fachbeiträge 06 Fortschrittlichste Behandlungsmethoden in Kombination mit innovativer Internettechnologie – Optimale Kommunikation im Behandler-Netzwerk – Eine Falldarstellung _Dr. med. dent. Michael Visse, ZA Claus Theising 10 Masking at its best! (Part 2) – Therapie irreversibel verfärbter Zahnhals-/ Wurzelbereiche im Frontzahnbereich _Dr. Julia Hehn, Dr. Marcus Striegel, Dr. Thomas Schwenk, Dr. Florian Göttfert 14 Die innovative Frontzahnrestauration _Dr. Elmar-Alexander Rott 18 Postendodontische Versorgung eines tief zerstörten Zahnes unter ästhetischen und funktionellen Gesichtspunkten _Dr. Kianusch Yazdani 22 Die kieferorthopädische Behandlung erwachsener Patienten – eine interdisziplinäre Therapie _Prof. Dr. med. dent. N. Watted, Prof. Dr. med. dent. M. Abu-Mowais, Dr. med. dent. E. Abdelchalek, Dr. med. dent. A. Watted, Dr. med. dent. Sh. Gara 28 Keramik Non-Prep-Veneers: Hauchdünn, aber wirkungsvoll _Dr. Alejandro James Marti, Dr. Rosa Antonia López Parada, ZT Francisca Hernández 32 Material auf Bis-Acrylat-Basis _Dr. Olivier Etienne, DDS 36 Wiederherstellung der natürlichen Zahnmorphologie mit plastischen Füllungsmaterialien _Dr. med. dent. Daniel Raab 40 Ädhäsive direkte Versorgung eines Erosionsgebisses zur ästhetischen Rehabilitation und zum Abwarten der Prognose _Dr. med. dent. Bernhard Albers I Spezial 48 „Ich lasse meine Zähne in der Praxis professionell reinigen und auch aufhellen.“ _Interview 50 Praktische Übungen zum Überwinden psychologischer Hürden in der Zahnarztpraxis: Körperlich entspannen _Dr. Lea Höfel I Information 56 Laborkooperation und Laborauswahl _Prof. Dr. Thomas Ratajczak I Lifestyle 58 Nur die Liebe zum Detail schafft etwas Großes 60 Rajalta Rajalle hiihto – ein Wintermärchen für sportlich Ambitionierte _Petra Heine 44 Herstellerinformation 54 News 66 Impressum 04 I cosmetic dentistry 4_ 2012
I Fachbeitrag Fortschrittlichste Behandlungs- methoden in Kombination mit innovativer Internettechnologie Optimale Kommunikation im Behandler-Netzwerk – Eine Falldarstellung Autoren_Dr. med. dent. Michael Visse, ZA Claus Theising Nachfolgend wird der Fall der Patientin Silvia N. geschildert. Gezeigt wird dabei, wie durch die Kombination fortschrittlichster Behandlungsmethoden mit zukunftsweisender Internettechno- logie ein optimales Zusammenspiel verschiedener Fachdisziplinen erreicht wird, durch das sich selbst bei erheblich schwierigen Ausgangssituationen perfekte Therapieergebnisse erzielen lassen. _Durch ihre multiple Aplasie hatte Silvia N. (31 Jahre) einen langen Leidensweg. Folge einer fehlen- den kieferorthopädischen Behandlung im Kindes- alter waren Zahndriftungen im Ober- und Unter- kiefer mit multiplen Lücken und persistierenden Milchzähnen. Frau N. durchlief über Jahre eine wahre Odyssee von Praxis zu Praxis. Aufgrund der hochgradig komplexen Indikation erschien eine prothetische Behandlung jedoch in aller Regel als sehr schwierig. Da sich die Frontzähne nicht in ana- tomisch korrekter Position befanden, schien sich eine annehmbare prothetische Lösung nur durch weitere Extraktionen erreichen zu lassen. Eine kom- binierte kieferorthopädisch-prothetische Behand- lung wurde von keiner Praxis in Erwägung gezogen (Abb. 1). Im Januar 2010 gelangte die Patientin an eine Zahn- ärztin, die sich ihres Problems annahm und ihr mit eben einer solchen Kombinationstherapie eine kon- krete Behandlungsoption aufzeigte. Nicht zuletzt aufgrund der bis dahin gemachten Erfahrungen war Frau N. allerdings zunächst sehr skeptisch. Eine Abb. 1_ Ästhetische und funktionelle Einschränkungen durch multiple Aplasie. Abb. 2_ Ausführliche Behandlungsdokumentation durch die Applikation Images. Abb. 1 06 I cosmetic dentistry 4_ 2012 Abb. 2
Fachbeitrag I Abb. 3_ Kieferorthopädische Vorbehandlung mit Multiband. Verbesserung ihrer Zahnsituation und damit auch ihres ästhetischen Erscheinungsbildes konnte sie sich kaum vorstellen. Letztendlich ließ sie sich je- doch von dem gemachten Behandlungsvorschlag überzeugen und wurde an unsere kieferorthopädi- sche Praxis in Lingen überwiesen. Das erste Ge- spräch erfolgte im Februar 2010. Nach gründlicher Anamnese und Untersuchung klärten wir die Pa- tientin darüber auf, dass sie im Prinzip alle Voraus- setzungen für ein perfektes Lächeln aufweist und wir in enger Kooperation mit weiteren Fachdiszipli- nen eine Veränderung ihrer Gebisssituation errei- chen und damit auch zu einer deutlich positiven Veränderung der Gesichtsästhetik beitragen könn- ten. _Austausch der Behandler: Durch moderne Applikation heute schnell und komfortabel Abb. 3 Langjährige Erfahrungen zeigen, dass Patienten mit sehr komplexen Ausgangssituationen interdiszipli- näre Behandlungskonzepte benötigen, an denen neben Kieferorthopäden Zahnmediziner, Kieferchi- rurgen und Zahntechniker beteiligt sind. Eine koor- dinierte und engmaschige Vorgehensweise, bei der jeder Behandler zu jeder Zeit über den aktuellen Stand der Therapie informiert ist, scheint hier unbe- dingte Voraussetzung für den erfolgreichen Verlauf. Als Kieferorthopäden sehen wir uns in der Pflicht, die notwendige Koordination der Behandlungspla- nung zu übernehmen. War dies noch vor einiger Zeit eine Aufgabe, die mit nicht unerheblichem Aufwand verbunden war und sich schon allein aus zeitlichen Gründen oftmals kaum befriedigend bewältigen ließ, stellt sich die Situation für uns heute anders dar. Heute nämlich sind wir in der Lage, mithilfe moder- ner Internettechnologie nicht nur zeitnah und quasi tagesaktuell, sondern auch sehr viel schneller und bequemer einen jederzeitigen Austausch der an der Behandlung beteiligten Therapeuten sicherzustel- len. Hierzu nutzen wir die Applikation Images von iie-systems. Mit diesem Modul können alle beteilig- ten Behandler quasi auf Knopfdruck mit entspre- chenden Patientenbildern über den Verlauf der Behandlung informiert werden (Abb. 2). _Therapieverlauf Im Falle der Patientin Silvia N. wurden in einem ers- ten Schritt in der Zahnarztpraxis die persistierenden Milchzähne extrahiert. Als Kieferorthopäden be- stand unsere Aufgabe anschließend darin, die Zähne an die jeweils anatomisch korrekte Position im Zahnbogen zu bewegen. Die Korrektur der Zahn- stellung erfolgte durch eine 12-monatige Multi- bandbehandlung. Durch die kieferorthopädische Vorbehandlung wurde die weitere Therapie wesent- lich vereinfacht. So ist die korrekte Positionierung Abb. 4_ Situation nach abgeschlossener KFO. Abb. 5_ Inserierte Implantate im Ober- und Unterkiefer. Abb. 4 Abb. 5 cosmetic 4_ 2012 dentistry I 07
I Fachbeitrag Abb. 6 Abb. 7 Abb. 6 und 7_ Situation nach komplett abgeschlossener Behandlung. der Zähne im Zahnbogen Voraussetzung für das Setzen von Zahnimplantaten. Die Schaffung optima- ler Zahnbreitenverhältnisse ermöglicht die Anferti- gung von funktionellem und ästhetischem Zahner- satz im zahntechnischen Fachlabor (Abb. 3 und 4). Auf Grundlage einer dreidimensionalen Diagnostik und Planung wurden nach Entfernung der Multi- bandapparatur von einem Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen mittels Bohrschablone in die Lücken vier Implantate im Ober- und drei im Unter- kiefer gesetzt. Nach der Einheilphase erfolgte die prothetische Versorgung mit vollkeramischen Kro- nen in der Zahnarztpraxis (Abb. 5 bis 7). _Bildliche Dokumentation als Basis für Optimierung von Behandlungs- techniken und Reputation Der Behandlungsfall Silvia N. ist ein Beispiel dafür, dass hochkomplexe und schwierige Ausgangssitu- ationen beste medizinische Betreuung benötigen, um funktionell und ästhetisch optimale Ergebnisse zu erzielen. Die bildliche Dokumentation durch die iie-Applikation Images ist dabei nicht nur im Hinblick auf die schnelle und umfassende Kommu- nikation im Behandler-Netzwerk hilfreich, sondern dient auch als Grundlage für eine selbstkritische Re- flexion. Vor allem der schnelle Anstieg der Lernkurve bietet zudem einen weiteren und ganz entscheiden- den Vorteil, nämlich die Möglichkeit der permanen- ten Weiterentwicklung und Optimierung der Be- handlungstechniken. Quasi als „Nebeneffekt“ führt der Einsatz fortschrittlichster Internettechnologien zu einem exzellenten Empfehlungsmanagement bei Patienten und Überweisern gleichermaßen und erhöht damit die Reputation der Praxis. Dies nicht zuletzt auch, weil wir eine App entwickelt haben, mit der der Behandlungsfall auf ein mobiles Endgerät (iPhone oder iPad) heruntergeladen werden kann und damit jederzeit und überall verfügbar ist. Die App wird im App Store unter iie-images kostenlos angeboten (Benutzername: user-1274, Passwort: cosmetic). _Chancen nutzen Längst gilt, dass am Internet zukünftig kein Weg mehr vorbeigeht. Der strategische Blick voraus wird vor diesem Hintergrund für Praxen immer wichtiger. Wer hingegen moderne Kommunikationstechniken ignoriert, läuft Gefahr, ins Abseits zu geraten und Entwicklungen zu verpassen, die längst nicht mehr aufzuhalten sind. Ihre Herausforderungen sollten moderne Praxen daher nicht mehr allein in der tech- nischen Umsetzung von Behandlungen sehen, son- dern vielmehr auch in den Chancen, die die Nutzung des Mediums Internet bietet._ Weitere Infos zum Fall sowie ein Interview mit der Patientin finden Sie unter www.dr-visse.de/cosmetic. Behandler-Netzwerk: _ Praxis Dr. Michael Visse & ZA Claus Theising _ Praxis Dr. Dr. Alfons Eißing, Lingen _ Praxis ZÄ Sandra Althüser, Lathen _ H. & H. Dentalstudio GmbH, Geeste _Kontakt cosmetic dentistry Dr. Michael Visse Fachzahnarzt für Kieferorthopädie Georgstraße 24 49809 Lingen Tel. 0591 59077 E-Mail: info@dr-visse.de www.dr-visse.de 08 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
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I Fachbeitrag Masking at its best! (Part 2) Therapie irreversibel verfärbter Zahnhals-/Wurzelbereiche im Frontzahnbereich Autoren_Dr. Julia Hehn, Dr. Marcus Striegel, Dr. Thomas Schwenk, Dr. Florian Göttfert _Einleitung Chronische Parodontitis, kieferorthopädische Be- handlungen, die Verletzung der biologischen Breite infolge einer zu tief gewählten Präparationsgrenze oder ein aggressives Putzverhalten … die Ätiologie gingivaler Rezessionen ist vielfältig und betrifft Patienten aller Altersgruppen. Ebenso vielfältig ist das Therapiespektrum. Die kon- servative Vorgehensweise, freiliegende Zahnhals-/ Wurzelbereiche direkt mit Komposit abzudecken, ist eine schnelle und einfache Methode, um vor allem die Problematik der erhöhten Thermosensibilität in den Griff zu bekommen. Das Problem der Diskrepanz der Rot-Weiß-Ästhetik besteht jedoch weiterhin. Parodontalchirurgisch lassen sich Gingivarezessio- nen ästhetisch anspruchsvoll korrigieren. Entschei- dend für einen erfolgreichen Eingriff ist hierbei die Wahl der richtigen Operationstechnik. Neben der klassischen Verschiebelappentechnik haben sich in den letzten Jahren vermehrt „inzisionsfreie“ Metho- den durchgesetzt, bei denen auf die vertikale Entlas- tung verzichtet, wird. Stellvertretend hierfür seien die Envelope-Technik von Raetzke (Raeztke et al. 1985) und die Tunneltechnik von Zuhr (Zuhr et al. 2007) genannt. Durch die minimalinvasive Vorge- hensweise kann ein narbenfreies, harmonisches Weichgewebsbild geschaffen werden. Nach genauer Beurteilung der klinischen Ausgangssituation (Ein- teilung der Rezession in Miller-Klassen, Breite und Tiefe der Rezession) und der Analyse des Zahn- fleisches ist zudem abzuwägen, ob eine Verdickung durch ein Gewebetransplantat notwendig ist. Lang- zeituntersuchungen haben gezeigt, dass kombi- nierte Eingriffe (Rezessionsdeckung mit Weichge- websverdickung durch ein Transplantat) der singulä- ren Deckung vorzuziehen sind (Harris et al. 1992). Der dickere Phänotyp stabilisiert die marginalen Weich- gewebe und senkt das Risiko einer erneuten Rezes- sionsbildung. Zudem lassen sich eventuelle Verfär- bungen im Zahnhals- oder Wurzelbereich, z.B. bei endodontisch behandelten Zähnen, auf diese Art und Weise erfolgreich maskieren. Bis dato haben sich Verdickungen mit autologem Bindegewebe als sicherste Methode bewiesen. Freie Bindegewebstransplantate (FGT) vom Gaumen oder der Tuberregion lassen sich gut in das umliegende Gewebe integrieren und sichern eine ausreichende Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 10 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Abb. 5 Abb. 6 Keratinisierung. Die Entnahme der Weichgewebe in der Donorregion wird von den Patienten jedoch oft als beeinträchtigend und weitaus schmerzhafter als die eigentliche Rezessionsdeckung empfunden. Ein weiterer Nachteil ist die oft nicht ausreichende Transplantatgröße, was in ausgedehnten Fällen eine bilaterale Entnahme erfordert. Um sowohl die Belastung für den Patienten zu redu- zieren als auch den Vorgang des Transplantierens an sich zu vereinfachen, kommen aktuell vermehrt xe- nogene Materialien zum Einsatz. Erste Studienergeb- nisse zeigen, dass Materialien wie Mucoderm® von botiss gut vom Körper angenommen werden und durch ein ästhetisch anspruchsvolles Weichgewebs- bild mit natürlichem Farbverlauf und guter Oberflä- chenbeschaffenheit überzeugen (Pabst et al. 2012). _Patientenfall Ausgangssituation Eine 47-jährige Patientin stellte sich zur protheti- schen Beratung in unserer Praxis vor. In einem aus- führlichen, ersten Besprechungstermin erfolgte neben der Anamnese, klinischen Befundung und Röntgenaufnahmen, eine Dokumentation der Aus- gangssituation mittels Fotoaufnahmen und In-situ- Modellen. Zahn 22 war endodontisch behandelt und mit einer Metallkeramikkrone versorgt, deren Kro- nenrand deutlich unterhalb der Schmelz-Zement- Grenze zum Liegen kam. Bedingt durch eine hierdurch induzierte Gingivarezession war der stark dunkel verfärbte Wuzelbereich sichtbar, was das Lächeln der Patientin negativ beeinflusste (Abb. 1 und 2). Fachbeitrag I ANZEIGE
I Fachbeitrag _Kontakt cosmetic dentistry Abb. 7 Abb. 8 Therapieplanung Um eine natürliche Frontzahnästhetik mit harmo- nischem Gingivagirlandenverlauf erzielen zu kön- nen, wurde eine Rezessionsdeckung in Regio 22 empfohlen. Die geplante Weichgewebsverdickung stabilisiert die parodontale Rezession und maskiert zudem den dunklen Zahnstumpf. Bleaching Die primäre Behandlung sah eine Aufhellung des präparierten Zahnstumpfes im Rahmen eines Wal- king-Bleachings vor. Nach Entfernung der alten Restauration wurde mithilfe einer Natriumperbo- rat-Einlage der Zahn gebleicht. Unter engmaschi- ger Kontrolle wurde die Einlage unter Anwendung eines Flüssigkofferdams im Abstand von drei bis vier Tagen erneuert (Abb. 3 und 4). Abbildung 5 zeigt das Ergebnis nach drei Durchgängen. Die temporäre Versorgung erfolgte mit einem Lang- zeitprovisorium aus Komposit, welches mit Telio Link® inseriert wurde (Abb. 6). nik in Kombination mit einem freien Bindegewebs- transplantat (FGT) gewählt. Als Donorregion diente der Gaumen. Die Präparation der Empfängerregion erfolgte in der modifizierten Tunneltechnik nach Zuhr (siehe oben), um spätere ästhetische Beein- trächtigungen durch etwaige Narbenzüge zu ver- meiden (Abb. 7). Im Anschluss wurde das Trans- plantat unter Verwendung mikrochirurgischer Instrumente und Nahtmaterialien spannungsfrei adaptiert, wobei der koronale Anteil des FGT von circa. 1mm ungedeckt blieb. Abbildung 8 zeigt die Situation unmittelbar nach Einbringen des Trans- plantates. Nach einer postoperativen Heilungsphase von vier Monaten erfolgte die finale Präparation und Abdrucknahme (Abb. 9). Die Präparationsgrenze wurde bewusst isogingival gelegt, um ein paro- dontales Rezidiv bedingt durch subgingivale Prä- parationsränder zu vermeiden. Als definitive Ver- sorgung wurde eine Woche später eine IPS e.max®- Vollkeramikkrone adhäsiv eingesetzt. Rezessionsdeckung Zwei Wochen nach Abschluss der Bleaching- behandlung erfolgte der parodontalchirurgische Eingriff der Rezessionsdeckung. Der Rezessionstyp am Zahn 22 war einer Miller-Klasse I zuzuordnen: Mesiale und distale Papille des Zahnes 22 waren vollständig intakt und die Rezession kam innerhalb der keratinisierten Gingiva zu liegen. Unter Berück- sichtigung des sehr dünnen Gingivatyps der Pa- tientin wurde eine inzisionsfreie Operationstech- Behandlungsresultat Die abschließende Fotodokumentation zeigt eine harmonische Integration des Transplantats in die umgebenden Weichgewebe (Abb. 10). Die margi- nale Gingiva wurde erfolgreich verdickt und über- zeugt durch ihre Farbe und Oberflächenbeschaf- fenheit. Dank der inzisonsfreien Präparation der Weichgewebe wurde die Rot-Weiß-Ästhetik an- spruchsvoll wiederhergestellt und ein natürliches Behandlungsergebnis geschaffen._ Abb. 9 Abb. 10 Dr. Julia Hehn edel&weiss Ludwigsplatz 1a 90403 Nürnberg E-Mail: hehn@edelweiss-praxis.de Studium an der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen und Examen 2010 Tätigkeitsschwerpunkt: Ästhetische Zahnheilkunde Dr. Marcus Striegel Ludwigsplatz 1a 90403 Nürnberg Tel.: 0911 241426 Fax: 0911 2419854 E-Mail: striegel@edelweiss-praxis.de Zertifizierter Spezialist der DGÄZ – Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde e.V. 12 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
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I Fachbeitrag Die innovative Frontzahnrestauration Autor_Dr. Elmar-Alexander Rott COMPONEER sind präfabrizierte, polymerisierte Komposit-Schmelzschalen von COLTENE. Es handelt sich um ein direktes Composite-Veneering-System zur Vereinfachung der Freihand- technik und Erhöhung der Qualität von Frontzahnrestaurationen, bei hoher Ästhetik und langer Lebensdauer. _Ausgangssituation Dieser Artikel beschreibt den Fall einer 27-jährigen Pa- tientin mit multiplen kariösen Defekten und Füllungen (Abb. 1 und 2). Sie ist unzufrieden mit der ästhetischen Situation ihrer Oberkieferfront. Die vorhandene Krone 12 soll aber erhalten bleiben. Nach ausführlicher Auf- klärung über verschiedene Therapiemöglichkeiten entscheidet sich die Patientin, unter Beachtung der Kosten-Nutzen-Relation, für eine Versorgung mit COMPONEER. Das neue Composite-Veneering-Sys- tem des Schweizer Herstellers COLTENE erleichtert die Freihandtechnik und ermöglicht somit eine Frontzahnrestauration in nur einer Sitzung. Das Componeer-Kit enthält bereits alles Notwendige für den Eingriff, der Zahnarzt muss also keine zusätz- lichen Anschaffungen machen und kann direkt mit der Restauration beginnen. _Therapie Die Farbwahl von Dentin (SYNERGY D6 A2/B2) und Schmelz (SYNERGY D6 Universal) wird unter Be- rücksichtigung der Farbe der Krone 12 getroffen (Abb. 3). Mithilfe der bläulich-transparenten Con- tour Guides fällt die Wahl der COMPONEER auf Größe „L“ (Abb. 4). Aufgrund der einfachen Individu- alisierbarkeit von COMPONEER entscheiden wir uns im Zweifelsfall für die größere Schale. Denn im Nachhinein ist es immer leichter, sie zu verkleinern als zu vergrößern. Nach Anästhesie erfolgt die subs- tanzschonende Präparation der Zähne. Aufgrund der dünnen Schalen muss nur ganz wenig Zahn- substanz abgeschliffen werden. Alte Füllungen wer- den unter Zuhilfenahme des DIATECH Präparations- sets (COLTENE) entfernt und gründlich exkaviert (Abb. 5). Besonderes Augenmerk wird dabei auf die zervikale Präparation und die Bearbeitung der Interdental- räume gelegt. Gesunde parodontale Verhältnisse sind die Grundvoraussetzung für jede Behandlung. Um dennoch Blutungen zu vermeiden, legen wir Retraktionsfäden der Größe 000. Anschließend er- folgt das Anlegen des Kofferdams. Dieser wird mit Klammern an den ersten Molaren befestigt und ist von 15–25 interdental durchtrennt. Sowohl palati- nal als auch vestibulär erfolgt die Befestigung mittels Gewebekleber (Miraglu–Gewebekleber der Fa. Hager & Werken). Sämtliche präparierte Zahn- flächen werden für 30 Sekunden mit Etchant Gel S (COLTENE) behandelt. Die Konsistenz des Gels er- laubt eine genaue Applikation. Die deutliche blaue Einfärbung sorgt für eine hervorragende optische Kontrolle (Abb. 6). Anschließend wird das Gel 60 Sekunden sorgfältig abgesprüht. Auf den mit Schleifdiscs (SwissFlex, COLTENE) individualisierten COMPONEER wird One Coat Bond aufgetragen (Abb. 7) und verblasen, Abb. 1 und 2_ Ausgangssituation. Abb. 3_ Farbauswahl Dentin/Schmelz. Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 14 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
Fachbeitrag I Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 aber nicht lichtgehärtet. Die trockengeblasenen Zahnoberflächen werden ebenfalls mit One Coat Bond behandelt und anschließend dünn verblasen (Abb. 8). Vor der Lichthärtung für 20 Sekunden er- folgt das interdentale Einbringen von Matrizen und deren palatinale Fixierung mit Liquidam (Abb. 9). Das Befestigen der COMPONEER wird mit Kompo- sit SYNERGY D6 der ausgesuchten Farbe A2/B2 durchgeführt. Zur besseren Applikation und Ver- minderung der Viskosität werden die Tips – ge- schützt in einem Säckchen – im Wasserbad auf 55 °C erwärmt. Auf die vorbereiteten COMPONEER und Zahnober- flächen wird gleichmäßig SYNERGY D6 Dentin A2/B2 aufgetragen (Abb. 10). Mit dem Placer wer- den die COMPONEER spannungsfrei, beginnend mit den Zähnen 11 und 21, platziert. Sie werden nach der Mittellinie ausgerichtet. Ihre Position wird von inzisal kontrolliert. Mithilfe des schnei- denden Modellierinstruments MB5 werden Über- schüsse entfernt und Übergänge geglättet. Nach nochmaliger Kontrolle der Mittellinie und der kor- rekten Platzierung erfolgt die Aushärtung von pa- latinal und anschließend die Aushärtung von labial Abb. 4_ Form- bzw. Größenauswahl mit dem Contour-Guide. Abb. 5_ Präparation. Abb. 6_ Ätzen. Abb. 7_ Bonding des COMPONEER ohne Lichthärtung. Abb. 8_ Bonding der Zahnflächen. Abb. 9_ Matrizen/Liquidam. Abb. 8 Abb. 9 cosmetic 4_ 2012 dentistry I 15
I Fachbeitrag Abb. 10 Abb. 11 Abb. 10_ Applikation von SYNERGY D6 Dentin A2/B2. Abb. 11_ Kontralaterales Vorgehen. für jeweils 20 Sekunden. Danach werden nach gleichem Prozedere die jeweils kontralateralen COMPONEER geklebt (Abb. 11). Die Ausarbeitung und Gestaltung der Oberflächentextur erfolgt zunächst mit dem Finierdiamanten und der Finier- birne (Diatech COMPONEER Präparations- und Finishing Kit). Anschließend können Mammelons oder andere optische Effekte eingearbeitet werden. Mithilfe der Schleifscheiben werden Überschüsse trocken entfernt und eventuelle Formkorrekturen vorgenommen. Schleifstreifen unterschiedlicher Körnung für die Interdentalräume sowie Proxo- shapefeilen für den Zervikalbereich schließen die Ausarbeitung ab. Mit den DIATECH Polierern lassen sich hochglänzende Oberflächen und Übergänge gestalten. Die Schlusspolitur erfolgt trocken mit Brushine Bürstchen. Auf diese Weise konnte ein auf Sprechdistanz har- monisches und ästhetisches Ergebnis erzielt werden, das die Patientin im höchsten Maß zufriedenstellte (Abb. 12 und 13). _Zusammenfassung wich-Problematik vergleichbarer Systeme sowie die Bubble-Problematik (Lufteinschlüsse). Die ge- lungene Farb- und Formgebung von COMPONEER gibt dem Behandler die Möglichkeit, seinen Patienten kostengünstig hochwertige und ästhe- tische Rekonstruktionen für den Frontzahnbe- reich anzubieten, die in lediglich einer Sitzung durchgeführt werden können._ _Autor cosmetic dentistry Dr. Elmar-Alexander Rott Regensburger Straße 9 93173 Wenzenbach Tel.: 09407 2226 Fax: 09407 2560 E-Mail: praxis.drrott@t-online.de www.praxis-drrott.de Abb. 12_ Endsituation nach Entfer- nung des Kofferdams. Abb. 13_ Endsituation. COMPONEER der Firma COLTENE stellen ein direktes Composite-Veneering-System dar. Es wird mit demselben Komposit gearbeitet, mit dem auch befestigt wird. Dadurch entfallen z.B. die Sand- Abb. 12 Abb. 13 16 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
Das Herbstlaub können wir nicht aufhellen… G o l d - S t a n d a r d v o m M a r k t f a h r u n g i m e n t l ä n g s t e E r D e r f ü h r e r t e s t e S o r t D i e D a s b r e i Patienten aber wünschen sich zu jeder Jahreszeit schöne Zähne. Ein strahlend weißes Lächeln steht für Gesundheit, Schönheit und Erfolg! Home-Bleaching mit Opalescence steht seit 1990 für erfolgreiche und sichere Zahnaufhellung. Darauf können Sie sich verlassen, z. B. mit: Opalescence Trèswhite Supreme – Innovative vorgefüllte Schienen Opalescence PF & Opalescence Oh! – In individueller Tiefziehschiene Vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin in Ihrer Praxis! Mit uns zu einem gesunden Lächeln!* *Al-Qunaian T. The effect of whitening agents on carries susceptibility of human enamel. Operative Dentistry. 2005;30(2):265-270. UP Dental GmbH · Am Westhover Berg 30 · 51149 Köln Tel 02203-359215 · Fax 02203-359222 · www.updental.de Vertrieb durch den autorisierten und beratenden Dental-Fachhandel
I Fachbeitrag Postendodontische Versorgung eines tief zerstörten Zahnes unter ästhetischen und funktionellen Gesichtspunkten Autor_Dr. Kianusch Yazdani Krone versorgt wird, um eine gute Langzeitprognose zu erhalten (siehe Stellungnahme DGZMK). Der nachfolgende Patientenfall zeigt die endodonti- sche und restaurative Behandlung eines tief zerstör- ten Zahnes unter Berücksichtigung der beschriebe- nen Parameter. _Falldarstellung Ein 52-jähriger Patient stellte sich mit multiplen großflächigen indirekten erneuerungsbedürftigen Restaurationen im Frontzahnbereich vor, der Zahn 22 war mit einer insuffizienten VMK-Krone versorgt, welche ästhetisch nicht mehr den Ansprüchen des Patienten entsprach (Abb. 1). Klinisch war der Zahn 22 leicht perkussionsempfind- lich und druckdolent in Höhe der Wurzelspitze. Röntgenologisch war der Zahn 22 endodontisch ver- sorgt, wobei die endodontische Versorgung/Behand- lung sich auf den Siftaufbau beschränkte. Die Länge dieser „Wurzelfüllung“ endete im mittleren Drittel der Wurzel; eine leichte Erweiterung des Parodontal- spaltes apikal war zu erkennen (Abb. 2). Nach entsprechender Aufklärung entschied sich der Patient für eine Restauration der Zähne 13–23 mit vollkeramischen Kronen/Teilkronen. Am Zahn 22 sollte zunächst die orthograde Revision durchgeführt werden, von einer chirurgischen Revi- sion im Sinne einer WSR mit retrograder Füllung wurde aufgrund der schlechteren Prognose abge- sehen. _Vorbereitung Nach Entfernen der alten insuffizienten Krone am Zahn 22 zeigte sich ein kariöser Stumpf (koronales Leakage), der gegossene Stiftaufbau ließ sich mithilfe von speziellen Ultraschallansätzen unter Kofferdam substanzschonend nach kurzer Zeit entfernen. Ein _Die Wiederherstellung verloren gegangener Zahn- hartsubstanz sollte grundsätzlich unter dem Aspekt der Erhaltung der restlichen gesunden Zahnsubstanz und einer hohen Langlebigkeit und Funktionstüch- tigkeit der Restauration gesehen werden. Idealerweise sollte gleichzeitig die Restauration so naturgetreu wie möglich gestaltet werden. Die Restauration der Zähne mit endodontischer Vor- geschichte nach o.g. Zielrichtungen ist daher eine Herausforderung für den Behandler. Verschiedene Parameter spielen bei endodontisch versorgten Zähnen für eine gute Langzeitprognose eine entscheidene Rolle: _ endodontische Behandlung _ Restzahnhartsubstanz/Destruktionsgrad _ Bakteriendichter Verschluss _ Präparationsdesign Unter den o.g. Punkten gilt es abzuwägen, ob der Zahn mit einer plastischen direkten Restauration, einer indirekten Versorgung (Teilkrone/Krone) oder gar erst mit einem adhäsiven Stiftstumpfaufbau und Abb. 1 18 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Fachbeitrag I koronales und ein intrakanaläres Leakage waren die Gründe für das Scheitern der endodontischen Be- handlung (Abb. 3). Zu diesem Zeitpunkt muss man entscheiden, ob der Zahn gemessen an der Restzahnhartsubstanz und Frakturen überhaupt langfristig restaurierbar ist. Eine durchgängige Längsfraktur ist eine eindeutige Indikation für eine Extraktion. In diesem Fall war noch genügend Substanz vorhan- den (Dentinwandstärke > 1mm) und eine Fraktur nicht zu lokalisieren, zusätzlich war eine 2–3 mm hohe Dentinmanschette (Ferrule) vorhanden, sodass eine gute Langzeitprognose zu erwarten war. Falls der geforderte Ferrule nicht primär präpara- tionstechnisch möglich ist, ohne die biologische Breite zu verletzen, muss über eine chirurgische Kro- nenverlängerung oder über eine kieferorthopädische Extrusion nachgedacht werden. baustift). In einer Vielzahl von postendodontischen Versorgungen verzichten wir auf eine Stiftversor- gung, da Stiftbettbohrungen grundsätzlich die Fes- tigkeit des Zahnes schwächen und die Frakturgefahr erhöhen. Entscheidend für den endodontischen Erfolg bei der postendodontischen Versorgung ist der bakterien- dichte Verschluss zur Vermeidung eines koronalen Leakages (Ray & Trope 1995). Entscheidend bei der postendodontischen Versor- gung ist der bakteriendichte Verschluss zur Vermei- dung eines koronalen Leakages (Ray & Trope 1995). Vorteilhaft für eine adhäsive Versorgung ist die Anwendung von Kofferdam, Reste von NaOCl und Sealer beeinträchtigen negativ die Adhäsivwerte. Zum Zeitpunkt dieser Falldarstellung (2003) wurde der Glasfaserstift adhäsiv zementiert, anschließend der Aufbau aus einem dualhärtenden Core-Material _Behandlung Es erfolgte eine Revision der Wurzelbehandlung mit der chemomechanischen Aufbereitung des gesam- ten Kanalsystems (Patency-Technik). Die Aufbereitung und Obturation erfolgten in einer Sitzung, da der Kanal nach Aufbereitung trocken war (Abb. 4). Das Ausmaß des Substanzverlustes gibt die Indika- tion für einen Stiftaufbau vor, heutzutage ist es nicht zwingend erforderlich, jeden endodontisch behan- delten Zahn mit einem Stift zu versorgen (Stellung- nahme DGZMK). In diesem Fall stellte sich die Frage nicht, da der Zahn schon mit einem Stift versorgt war. Anschließend wurde das Stiftbett „präpariert“; der Kanal wurde nicht zusätzlich erweitert, da alio loco ein großer Durchmesser vorlag und eine zusätzliche Erweiterung nur eine Schwächung des Zahnes bzw. der Wurzel hervorruft. Mittlerweile ist man sich einig, dass ein wurzelbe- handelter Zahn sich physikalisch von den Schmelz- und Dentineigenschaften nicht von einem vitalen Zahn unterscheidet. Die Frakturanfälligkeit ergibt sich aus dem starken Substanzverlust wie dem Verlust des Pulpakammer- daches, der Aufbereitung der Kanäle wie auch der Stiftbettpräparation. Die ästhetisch anspruchsvolle Frontzahnregion er- fordert vollkeramische Versorgungen; der endodon- tisch versorgte Zahn mit Stift und Aufbau sollte ebenfalls zahnfarben sein und ähnliche biomechani- sche Eigenschaften (E-Modul) wie ein natürlicher Zahn besitzen. Diese erforderlichen optischen wie auch mechani- schen Attribute vereinigt der zahnfarbene Glasfaser- stift (Abb. 5). Wir benutzen seit über zehn Jahren Glasfaserstifte zur Retention von endodontischen Aufbauten (Auf- Abb. 6 Abb. 2 Abb. 4 Abb. 3 Abb. 5 Abb. 7 angefertigt. Heutzutage bieten zahlreiche Hersteller Systeme für die adhäsive Stiftinsertion und den Auf- bau an, welche sehr einfach zu handhaben sind. Die Abbildung 5 zeigt den fertigen Aufbau; nach der Kronenpräparation zeigt sich sehr deutlich auf- grund der Farbunterschiede das Gestaltungsprinzip des Ferrule-Design, eine ca. 2 mm zirkuläre hohe Stumpfumfassung im Dentin, welche, wie in zahlrei- chen Sudien gezeigt, einen signifikanten Einfluss auf die Langlebigkeit der Restauration hat (Abb. 6). Die röntgenologische Kontrolle zeigt den wandständi- gen Verbund mit dem Glasfaserstift. Aus substanz- schonenden Gründen reicht in der Regel 4–5 mm Präparationstiefe (Abb. 7). Beim Einsatz vollkeramischer System ist die Präpara- tionsstufe von ganz entschiedener Bedeutung, eine Hohlkehle oder eine Stufe mit abgerundetem Innen- winkel sind empfehlenswert, bei Kronen wird eine Präparationstiefe von 1mm als ausreichend erachtet. Bei adhäsiver Eingliederung und schmelzbegrenzter cosmetic 4_ 2012 dentistry I 19
I Fachbeitrag 20 I cosmetic 4_ 2012 dentistry Abb. 8 Abb. 9 Präparationsstufe versuchen wir die Stufe auf bis zu 0,5 mm zu verringern, man spricht von sogenannten 360°-Veneers. In diesem Fall wurde eine Präparationstiefe von min- destens 1 mm gewählt, um die Krone so zu schichten, dass der etwas dunklere Zahnstumpf nicht durch- schimmert, auch eine gewisse Grundstabilität der Krone war gewünscht, sodass ein Bleichen des Zahn- stumpfes nicht unbedingt indiziert war, bei einer hel- leren gewünschten Farbe sollte grundsätzlich über ein Bleichen des Stumpfes nachgedacht werden, aber man sollte sich nicht darauf verlassen, da ein Nachdunkeln des Stumpfes das definitive Ergebnis nachhaltig verschlechtert. Anschließend erfolgt die Abformung mit einem indi- vidualisierten Löffel für die Zähne 13–23 (Doppel- mischabformung, Doppelfadentechnik). Um ein ästhetisch optimales Ergebnis zu erreichen, kamen glaskeramische Restaurationen zur Auswahl. Die vollkeramischen Kronen aus Silikatkeramik wur- den unter absoluter Trockenlegung adhäsiv einge- gliedert. Die Abbildung 8 zeigt die eingegliederte Krone nach zwei Wochen. Die adhäsiv befestigte Krone nach acht Jahren zeigt die Abbildung 9, auch die röntgenologische Kontrolle zeigt keine apikalen Auffälligkeiten. Entscheidend für den langfristigen Erfolg war und ist die strenge Indikationsstellung für die Restaura- tionsfähigkeit, die Restzahnsubstanz und das Präpa- rationsdesign (Stufe, Ferrule). Wichtig sind die approximale Abstützung des Zahnes 22 und die Funktion. In diesem Fall übt die statische und dynamische Okklusion keine Kräfte/Kontakte auf den Zahn aus. _Fazit _ Destruktionsgrad des Zahnes _ Adhäsivtechnik (adhäsive Eingliederung Krone/ Stift) _ Werkstoffkunde (Keramik, Stift) Durch Abwägung aller Faktoren und entsprechender Indikationsstellung sind gute Langzeitprognosen zu erwarten. Natürlich haben sich die Materialien wie Stift, Kom- posit und Keramik in den letzten acht Jahren weiter- entwickelt, sodass dieser Fall heutzutage material- technisch anders versorgt werden würde, doch das sollte die Prognose eher noch weiter verbessern. Entscheidener Faktor für die Restaurationsfähigkeit ist aber immer noch die strenge Indikationsstellung speziell bei solch hohem Destruktionsgrad._ _Autor cosmetic dentistry Dr. Kianusch Yazdani Mitglied in Studiengruppe für restaurative Zahn- heilkunde, aktives Mitglied der DGEndo, DGFDT, DGÄZ, AGET Regelmäßige Referenten- tätigkeit und Publikationen im In- und Ausland über die Tätigkeitsschwerpunkte: mikroskopische Endodon- tie, Ästhetische Zahnheilkunde, Funktionstherapie und Funktionsdiagnostik, komplexe minimalinvasive Rehabilitationen. Niedergelassen in eigener Praxis in Münster/Westfalen Die Versorgung von endodontisch versorgten Zähnen mit adhäsiv befestigten Glasfaserstiften mit adhäsivem Aufbau ist ästhetisch und funktionell mit indirekten Restaurationen sehr gut möglich. Der klinische endodontische Langzeiterfolg ist je- doch von vielen einzelnen Faktoren abhängig: _ Endodontische Kenntnisse, speziell Revision (OP- Kontakt Dr. Kianusch Yazdani Praxis am Theater Neubrückenstr.12–14 48143 Münster (Westf.) Tel.: 0251 46180 E-Mail: praxis@dryazdani.de Mikroskop)
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I Fachbeitrag Die kieferorthopädische Behand- lung erwachsener Patienten – eine interdisziplinäre Therapie Teil IV: Parodontologie, Kieferorthopädie und Prothetik Autor_Prof. Dr. med. dent. N. Watted, Prof. Dr. med. dent. M. Abu-Mowais, Dr. med. dent. E. Abdelchalek, Dr. med. dent. A. Watted, Dr. med. dent. Sh. Gara _Einleitung Zur Erzielung einer möglichst optimalen Versor- gung trägt die auf allen Sektoren der Zahnheilkunde fortschreitende Entwicklung und technische Ver- besserung bei.38 Kieferorthopädische Maßnahmen können aber auch vorbereitend zu einer prothetischen Versor- gung im Kindes- und Jugendalter aus ganz unter- schiedlichen Gründen indiziert sein. Im Kindesalter sind häufig Patienten betroffen, bei denen z.B. auf- Abb. 1_ Ein Flussdiagramm zur Darstellung der Planungs- bzw. Interdisziplinäre Therapie Therapieschritte eines interdisziplinären Falles. Unterlagen Í Befunde Í Í Diagnose Interdisziplinäre Diskussion Í Alternativen und deren Wirkung auf Funktion und Ästhetik Í Durchführbarkeit und Realisierbarkeit Í Patiententyp Í Stabilität des Resultates Í Behandlungsziele der verschiedenen Disziplinen PA Chir. Í KFO Í Kons. Proth. gemeinsame Behandlungsziele Í Behandlungsplanung (KFO) Í Reevalution Behandlungsziele erreicht n te rla U n e g Behandlungsdurchführung Retention lange nein ja j a Í nein Kompromiss mit prothetischen Mitteln kurze Abb. 1 prothetische Versorgung 22 I cosmetic dentistry 4_ 2012 grund von Nichtanlagen, Zahnformanomalien oder eines traumabedingten Zahnverlustes die Anferti- gung eines Zahnersatzes gegenüber dem kiefer- orthopädischen Lückenschluss abgewogen werden muss. Durch die mittlerweile nahezu uneingeschränkte Möglichkeit zur kieferorthopädischen Therapie er- wachsener Patienten kann eine orthodontische Vor- behandlung der Ausgangspunkt für eine prothetische Versorgung sein, die sich durch tadellose Ästhetik, uneingeschränkte Funktion und hervorragende Paro- dontalprophylaxefähigkeit auszeichnet.12, 14, 15, 16, 23, 29 Beim Erwachsenen können kieferorthopädisch vor- bereitende Maßnahmen z.B. infolge von Zahnver- lusten unterschiedlichster Art sinnvoll sein. Mit dem steigenden Ästhetikbedürfnis der Bevölkerung und der medienvermittelten Kenntnis der zahnärzt- lichen Möglichkeiten ist ein ständig zunehmendes Interesse und eine höhere Bereitschaft dieser Er- wachsenen zu einer kieferorthopädischen Behand- lung zu verzeichnen.35 Die Überlegungen des prothetisch arbeitenden Zahn- arztes hinsichtlich einer kieferorthopädischen Vorbe- handlung eines erwachsenen Patienten können ab- hängig vom Ausgangsbefund, neben der individuel- len Optimierung der Ästhetik und Verbesserung der Funktion, vor allem die gesteigerte Hygienefähigkeit der geplanten prothetischen Restaurationen, eine Pfeilervermehrung und die Verbesserung der Pfeiler- qualität sein.7, 20, 29, 30 Die Planung der präprothetischen Kieferorthopädie erfordert in der Erwachsenenbehandlung neben den routinemäßig angefertigten Unterlagen einen sowohl klinisch als auch röntgenologisch erhobe- nen Parodontalstatus. Eventuell vorliegende Kiefer- gelenkprobleme sollten durch eine ausführliche Funktionsanalyse aufgedeckt werden. Innerhalb der Behandlungsplanung ist die Zusammenarbeit aller an der Lösung beteiligten Disziplinen erforderlich33 (Abb. 1).
Fachbeitrag I und bezüglich der Verteilung des bestehenden Zahnmaterials überhaupt infrage kommt. Letztendlich sollten Kieferorthopäde und Protheti- ker mehrere Behandlungsalternativen formulieren und einschließlich der jeweiligen Vor- und Nachteile sowie möglichen Risiken dem Patienten erläutert werden. Dabei ist die Compliance des Patienten, d.h. seine Kooperationsbereitschaft und seine Belastbarkeit, kritisch zu bewerten, da eine festsitzende Multi- band-Multibracketapparatur im Alltagsgeschehen oft als störend empfunden wird. Jede Disziplin stellt die vorgegebene Situation dem durch fachspezifisches Eingreifen maximal zu errei- chenden Resultat gegenüber, sodass in Koordina- tion dieser Behandlungsmaßnahmen mit den übri- gen Teilbereichen eine möglichst ideale Lösung angestrebt wird und letztendlich resultiert. Es muss eine gemeinsame Lösung getroffen werden, die in Anbetracht folgender Beurteilungskriterien Best- mögliches verspricht: _ Ästhetische Verbesserung _ Funktionelle Verbesserung _ Stabilität des Resultates _ Parodontalsituation bei Behandlungsende und Langzeitprognose _ Wahrscheinlichkeit apikaler Resorptionen durch Zahnbewegungen _ Einzubeziehende Pfeilerzähne und Ausmaß der Beschleifmaßnahmen _ Belastbarkeit und Compliance des Patienten _ Zufriedenheit des Patienten bezüglich der formu- lierten Wünsche und Erwartungen Abb. 3c Abb. 2a Abb. 2b Abb. 3d Abb. 3a Abb. 3e Abb. 3b Abb. 3f Einige dieser Kriterien lassen sich durch ein dia- gnostisches Set-up-Modell veranschaulichen und auch für den Patienten anschaulich beurteilen. Der Kieferorthopäde erhält zudem Anhaltspunkte über das Ausmaß und die Realisierbarkeit der notwendi- gen orthodontischen Zahnbewegungen. Gleichzei- tig kann der Prothetiker überprüfen, ob die zur Dis- kussion stehende Planung ästhetisch, funktionell Auch die im Anschluss an eine kie- ferorthopädische Behandlung fol- gende Retentionsphase darf nicht unerwähnt bleiben. Die Behand- lungsergebnisse sind beim Erwach- senen in gleicher Weise wie bei Kin- dern rezidivgefährdet.3, 4, 32, 40 Die Notwendigkeit einer guten Zu- sammenarbeit zwischen dem be- handelnden Kieferorthopäden und dem Prothetiker wird aus Dargeleg- tem deutlich.27 Gegen Abschluss der kieferorthopädischen Phase sollte der jeweilige Patient dem Protheti- ker vorgestellt werden, damit dieser über den Behandlungsstand infor- miert ist und Verbesserungsvor- schläge eventuell noch in die Thera- pie einfließen können (Abb. 1). Die folgende klinische Falldemons- tration soll die interdisziplinäre Zu- sammenarbeit von Kieferorthopäde und Protheti- ker demonstrieren. _Klinische Falldarstellung Diagnose Eine 53-jährige Patientin stellte sich zunächst wegen einer Lückenversorgung im Seitenzahn- Abb. 9 Abb. 2a und b_ Erschwerter Lippenschluss, unästhetisches dentofaziales Erscheinungsbild. Abb. 3a–f_ a–c: Intraorale Aufnahmen in Okklusion. Klasse II/1 rechts und links, tiefer Biss mit Ein- biss in die Gaumenschleimhaut und vergrößerte sagittale Frontzahnstufe. Die Zähne 46 und 47 fehlen. d: Oberkieferaufsicht, Zahnfehlstellungen und Engstand (1,5 mm) in der Front. e: Unterkieferaufsicht, Platzbedarf von ca. 3,5 mm, Freiende im 4. Quadranten. f: Extrusion des Zahnes 21, disharmonischer Verlauf des Gingiva- randes an Zahn 21. Es besteht ein dreieckiger, dunkler Raum zwischen den Zähnen 11 und 21. Abb. 9_ Lachaufnahme: ästhetisch gutes Ergebnis. cosmetic 4_ 2012 dentistry I 23
I Fachbeitrag Abb. 4a Abb. 4b Abb. 4a–c_ a: Röntgenstatus, an Zahn 21 ist ein großer Knochendefekt vorhanden (vertikal und horizontal). b: Das OPG zeigt die Knochenhöhe im Bereich des Freiendes (Regio 46, 47). c: Parodontalstatus vor Behand- lungsbeginn. d: distal; m: mesial; p: palatinal; b: bukkal. Lockerungs- grad Taschen- tiefe d m b p m d b I Taschen- tiefe Lockerungs- grad Abb. 4c 0 I I I 0 I I II II 0 I 0 I I 5 5 3 5 6 6 3 4 4 4 3 4 5 4 3 3 3 3 3 3 4 5 4 4 5 6 4 5 8 7 3 5 5 6 3 4 4 4 3 3 3 4 3 3 3 3 2 3 5 6 3 5 6 6 4 4 m d p b 4 3 4 2 3 3 3 3 3 3 2 3 4 5 3 3 5 4 3 3 3 3 3 3 3 3 2 3 3 4 3 2 5 5 3 4 3 3 3 3 4 4 3 3 4 4 3 4 m d I b 0 0 0 I I I I 0 I 0 I I gebiet vor. In der gleichen Sitzung wurde die Kie- ferorthopädie in die Beratung einbezogen. Es war abzuklären, mit welchen therapeutischen Mitteln eine funktionell und ästhetisch zufriedenstellende prothetische Versorgung im vierten Quadranten möglich wird. Ein herausnehmbarer Zahnersatz wurde von der Patientin abgelehnt. Aufgrund der labial stehenden und elungierten Oberkieferfrontzähne lag eine vergrößerte sagit- Abb. 5_ Simulation der angestrebten Zahnbewegungen mithilfe der Druckfeder zur Distalisation des zweiten Prämolaren (die Lücke sollte ca. 7 mm betragen). Teil der Neben- wirkungen war die Protrusion der Unterkieferfront zur Reduktion der sagittalen Frontzahnstufe. Abb. 5 24 I cosmetic 4_ 2012 dentistry tale und vertikale Frontzahnstufe vor, die den Lip- penschluss erschwerte. Dies war neben der funk- tionellen auch eine ästhetische Beeinträchtigung für die Patientin (Abb. 2a und b). Die intraoralen Aufnahmen zeigen zu Behand- lungsbeginn eine Angle-Klasse II/1-Okklusion rechts und links sowie einen tiefen Biss mit Einbiss in die Gaumenschleimhaut (Abb. 3a–c). In beiden Zahnbögen lagen Engstände und Zahnfehlstellun- gen vor (Abb. 3d–f). Anamnestisch konnte festge- stellt werden, dass die Zähne 46 und 47 wegen pa- rodontaler Probleme extrahiert worden waren. Die klinische Untersuchung ergab vergrößerte Taschensondierungstiefen an allen Zähnen, insbe- sondere in der Oberkieferfront. Die röntgenologische Untersuchung zeigte einen generalisierten Knochenabbau. Zahn 21 hatte me- sial einen tiefen vertikalen Knocheneinbruch; die Sondierungstiefe an der betreffenden Stelle betrug 8 mm bei Lockerungsgrad II (Abb. 4a und b). Die Prognose für diesen Zahn war in Zusammenhang mit einer orthodontischen Behandlung unsicher, auch wenn eine erfolgreiche Parodontaltherapie durchgeführt würde. In Abbildung 4c sind die Sondierungstiefen, der Knochenverlauf und die Lockerungsgrade darge- stellt. Therapieplanung Die Behandlung teilte sich in vier Phasen: I) Parodontalbehandlung II) Orthodontische Behandlung III) Retention, mukogingivalchirugischer Eingriff (freies Gingivatransplantat-FGT) IV) Prothetische Behandlung Im Rahmen der Parodontalbehandlung musste ge- klärt werden, inwieweit Zähne mit zweifelhafter Prognose bzw. problematischer Behandlung vor- liegen. Erst die Reevalution nach erfolgter Initial- therapie zeigt, ob sie erhalten oder extrahiert wer- den müssen. Das Erstellen eines definitiven kie- ferorthopädischen Behandlungsplanes ist in der Regel vorher nicht sinnvoll. Für eine festsitzende prothetische Versorgung sollte der Zahn 45 so weit distalisiert werden, dass eine Lücke von 7–8 mm entsteht und der Zahn 16 einen Antagonisten erhält (Abb. 5). Zur Reduktion der sagittalen Frontzahnstufe sollte die Unterkie- ferfront protrudiert werden. Die Reduktion des Überbisses sollte durch die Intrusion der Fronten und gleichzeitig die Extrusion der Seitenzähne erreicht werden. Da der Zahn 45 in einen Bereich ohne befestigte Gingiva bewegt wurde, war die Schaffung einer befestigten Gingiva durch ein FGT erforderlich. Nach Abheilung des Transplantates und der Mindestretentionsdauer sollte die prothe- tische Versorgung erfolgen.
Fachbeitrag I Abb. 6a Abb. 6b Abb. 6c Abb. 6a–h_ Darstellung des orthodontischen Vorgehens. a–c: Teilbebänderung im Oberkiefer zur Platzbeschaffung für Zahn 21 d: eingesetzte Biomechanik zur Intrusion des Zahnes 21 e: Zustand nach Intrusion des Zahnes 21 f–h: Systematische Distalisation des Zahnes 45 in eine Region ohne befestigte Gingiva. Abb. 6d Abb. 6e Therapeutisches Vorgehen Nach detaillierter Information der Patientin wurde mit der ersten Behandlungsphase (Initialtherapie) begonnen. Der Papillenblutungsindex (PBI) und der Approximalraumplaqueindex (API) hatten sich dank der guten Mitarbeit der Patientin deutlich reduziert. In der orthodontischen Phase wurde für die geplan- ten Zahnbewegungen eine festsitzende Apparatur eingegliedert. Im Oberkiefer wurden die Zähne 11 und 21 zu Beginn der Behandlung nicht in die Apparatur miteinbezogen, bis der nötige Platz für deren Einord- nung im Zahnbogen geschaffen war (Abb. 6a–c). Anschließend erfolgte die Intrusion des Zahnes 21. Hierfür wurde ein Knöpfchen geklebt und der Bogen entsprechend aktiviert (Abb. 6d, e). Für die Distalisation des Zahnes 45 wurde eine Druck- feder verwendet, deren Nebenwirkung für die Protru- sion der Front ausgenutzt wurde (Abb. 6f–h). Nach Entbänderung wurde ein 3-3-Retainer aus Twist-Flex im Ober- und Unterkiefer geklebt. Zur Si- cherung der geschaffenen Lücke wurde ein Retainer zwischen 45 und 44 geklebt (Abb. 7a–f). Zur Verbesserung der gingivalen Verhältnisse und Schaffung einer befestigten Gingiva an Zahn 45 wurde in der Retentionsphase eine gingivalchirurgi- sche Maßnahme (freies Gingivatransplantat) durch- geführt (Abb. 7g). Nach Abheilung des Transplantates erfolgte die pro- thetische Versorgung mit einer konventionellen Keramikbrücke (Abb. 8a und b). Die intraoralen Auf- nahmen zeigen eine stabile funktionelle Okklusion mit einer physiologischen vertikalen und deutlich reduzierten sagittalen Frontzahnstufe. Durch die Reduktion des Überbisses wurde der Einbiss in den Gaumen beseitigt. Durch die Intrusion der Ober- kieferfront insbesondere des Zahnes 21 wurde ein harmonischer Gingivaverlauf erreicht. Klinisch la- gen gute Parodontalverhältnisse mit ausreichender befestigter Gingiva am Zahn 45 vor. Die extraoralen Aufnahmen zeigen ein harmonisches, zufrieden- stellendes Lächeln14 (Abb. 9). Der Röntgenstatus zeigt gute Knochenverhältnisse. Eine Veschlechterung an den Frontzähnen trat nicht ein (Abb. 10). _Diskussion Eine umfassende Diagnostik, bestehend aus Anam- nese, klinischer und röntgenologischer Befundauf- nahme sowie Modellanalyse im Artikulator, sind Be- standteil eines modernen Behandlungskonzeptes. Sie ist Voraussetzung für das Erkennen der verschie- denen klinischen Probleme und ermöglicht erst eine systematische Planung, die für das Erreichen eines Abb. 6f Abb. 6g Abb. 6h cosmetic 4_ 2012 dentistry I 25
I Fachbeitrag Abb. 7a Abb. 7b Abb. 7c Abb. 7a–g_ a–c: Funktionelle Okklusion, es erfolgte eine Reduktion der sagittalen und vertikalen Frontzahnstufe, eine Lücke von 7 mm zwischen 44 und 45 wurde geschaffen. d,e: Harmonische OK- und UK- Zahnbögen, zur Retention wurde im Oberkiefer und später im Unterkiefer ein 3-3-Retainer befestigt. f: Zwischen 44 und 45 wurde ein runder Draht in U-Form auf der okklusalen Fläche befestigt und so- mit bis zur prothetischen Versorgung die Lücke gesichert. g: Platzierung des Transplantates in das vorbereitete Transplantatbett und primärer Wundverschluss. optimalen Behandlungsresultates notwendig ist. Dieses Vorgehen scheint angesichts der stets wach- senden Patientenansprüche bezüglich Ästhetik, Funktion und Komfort unabdingbar. Eventuell vorlie- gende Kiefergelenkprobleme sollten durch eine aus- führliche Funktionsanalyse aufgedeckt werden. Die orale Rehabilitation von Patienten mit dentalen und/oder skelettalen Dysharmonien kann den Einsatz mehrerer zahnärztlicher Fachdisziplinen erforderlich machen.33 Häufig ist eine befriedigende prothetische Versorgung erst nach kieferorthopädischer Vorbe- handlung möglich. Mit einer interdisziplinären Be- handlung können in geeigneten Fällen nicht nur äs- thetisch bessere, sondern auch im Hinblick auf Funk- tion und Prophylaxe von Parodontalerkrankungen bessere Resultate erzielt werden.7, 10, 17 Bei der präpro- thetischen Kieferorthopädie wird oft zwischen klei- nen Maßnahmen, die jeder Zahnarzt durchführen kann, und umfangreicheren, die nur der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie durchführen sollte, unterschie- den.9 Das Problem bei kleinen kieferorthopädischen Maßnahmen besteht nicht in ihrer Durchführung, sondern in der Abgrenzung gegenüber umfangrei- cheren Maßnahmen.11 Hierfür ist eine umfassende Diagnostik, genaue und zielorientierte Behandlungs- planung, -durchführung und entsprechende Pro- gnose hinsichtlich der Kooperation des Patienten und Stabilität des Ergebnisses unerlässlich. Orthodontische Maßnahmen bei Patienten mit Er- krankungen des Parodontiums sind wegen der Gefahr Abb. 7d Abb. 7e Abb. 7f Abb. 7g 26 I cosmetic 4_ 2012 dentistry der weiteren Destruktion des Zahnhalteapparates durch Knochenresorptionen oder/und Wurzelresorp- tionen mit Risiko behaftet.2-4, 15, 32, 34 Voraussetzung einer orthodontischen Therapie bzw. Zahnbewegungen ist in solchen Fällen, dass alle ent- zündlichen parodontalen Prozesse eliminiert sind und saubere Wurzeloberflächen vorliegen.2, 19, 21, 31 Eine orthodontische Kraft auf parodontal geschä- digte Zähne ohne vorausgegangene Parodontalbe- handlung führt zu einem Fortschreiten bzw. zu einer Beschleunigung der parodontalen Destruktion. Die Gefahr des Verlustes an desmodontalem Gewebe be- steht selbst bei entzündungsfreiem Zustand, wenn der Zahn in einen Bereich mit stark resorbiertem Alveolarknochen bewegt werden soll. Dieser Gewebe- verlust muss aber nicht in jedem Fall eintreten, wie verschiedene Veröffentlichungen belegen.8, 20, 25 Aufgrund dieser Risiken muss im Hinblik auf die ge- plante Richtung der Zahnbewegung vor jeder ortho- dontischen Maßnahme die Art, das Ausmaß und die Lokalisation der Parodontalerkrankung bekannt sein, um eine geeignete Vorbehandlung durchführen zu können. Besonders in Fällen mit lokalisiertem, fortge- schrittenen vertikalem Knochenabbau bietet sich die Möglichkeit der Behandlung mittels gesteuerter Geweberegeneration (Guided Tissue Regeneration = GTR) oder/und gesteuerter Knochenregeneration (Guided Bone Regeneration = GBR) an.22, 23, 36 Fälle mit einem tiefen Biss bergen erhebliche Pro- bleme, wenn mit orthodontischen Mitteln die Front- zähne intrudiert werden sollen. Frontzähne dürfen nicht beliebig intrudiert werden und eine Extrusion ganzer Seitenzahnsegmente ist nur ausnahmsweise mit großem Aufwand und fraglicher Stabilität mög- lich. Die Entscheidung über die Intrusion der Front- zähne hängt u.a. davon ab, wie z. B. die Kurvatur der Oberkieferinzisivi in Relation zur Unterlippe und die Lachlinie verläuft. Eine harmonische Frontzahn-Lip- penrelation ist in einer kieferorthopädischen Be- handlung zu bewahren und das „Verschwinden“ der Zähne in Vestibulum ist zu vermeiden.13, 14, 24, 35 Auf- grund des „Average smiles“35 war bei der Patientin eine Intrusion der Oberkieferfront ohne Weiteres möglich. Bei dem vorgestellten Patientenbeispiel wäre das Anbringen eines Implantates in Regio 36 möglich gewesen. Im Rahmen der kieferorthopädischen Be- handlung hätte dieses als Verankerungseinheit für die
Abb. 8a Abb. 8b Abb. 10 Protrusion und Intrusion der Front und später als Pfeiler für die prothetische Versorgung gedient. Auf- grund der Knochenverhältnisse war das Anbringen eines Implantates ohne Knochenaugmentation nicht möglich, was von der Patientin abgelehnt wurde. Die Dauer der Retention dargestellter Fälle hängt von Art, Ausmaß und Geschwindigkeit der Behandlungs- durchführung ab. Um das Risiko eines Rezidivs v.a. in der ästhetisch wertvollen Frontzahnregion möglichst gering zu halten, empfehlen sich geklebte Retai- ner.38–40 Gelegentlich kann im Seitenzahnbereich eine provisorische Kauflächenrekonstruktion indiziert sein, um eine kieferorthopädisch hergestellte Höcker- Fossa-Beziehung bis zum Zeitpunkt der protheti- schen Rekonstruktion zu erhalten.1 _Zusammenfassung Gemeinsames Bestreben der verschiedenen zahn- ärztlichen Teilbereiche ist es, ge- bzw. zerstörte Form zu rekonstruieren, unphysiologische Funktionsab- läufe zu harmonisieren und die Ästhetik zu optimie- ren. Die Zusammenarbeit verschiedener Teilgebiete an der Therapie eines Patienten stellt unter Vorgabe dieser Behandlungsziele eine nicht alltägliche Her- ausforderung dar und wird in aller Regel dadurch er- schwert, dass die beteiligten Praxen, wie z.B. im Falle der Kieferorthopädie und Prothetik, nicht in einem Haus vereinigt sind. Ein klassisches interdisziplinäres Management stellt die präprothetische Kieferorthopädie dar. Die Ent- scheidungsfindung, ob ein Fall rein prothetisch oder in Zusammenarbeit mit der Kieferorthopädie mög- lichst optimal gelöst werden kann, erfordert schon bei der Behandlungsplanung eine enge Kooperation der Disziplinen. So ist z.B. im Falle einer Nichtanlage bzw. eines Verlustes von seitlichen Oberkieferschneide- zähnen die Frage zu klären, ob ein kieferorthopädi- scher oder ein prothetischer Lückenschluss durchge- führt werden soll und ob etwa im zweiten Fall eine or- thodontische Vorbehandlung helfen kann, ein besse- res Ergebnis zu erzielen. In vorliegendem Artikel wird die gemeinsame Befunderhebung, spezifische Planung und fall- gerechte Behandlungsdurchführung am Beispiel eines Patienten vorgestellt, dessen Therapie nur in Zusammenarbeit von Prothetik und Kieferorthopä- die ein möglichst optimales Ergebnis versprach. Die praktische Anwendung der in diesem Artikel enthal- tenen Gedanken wird demonstriert und die dabei auftretenden Schwierigkeiten werden diskutiert._ Literaturliste beim Autor. _Kontakt cosmetic dentistry Prof. Dr. med. dent. Nezar Watted Center for Dentistry, Research and Aesthetics Chawarezmi Street 1 P. o. box 1340 30091 Jatt/Israel E-Mail: nezar.watted@gmx.net Fachbeitrag I Abb. 8a und b_ Intraorale Situation nach Abheilung des freien Gingiva- transplantates und Eingliederung der prothetischen Versorgung. Abb. 10_ Der Röntgenstatus zeigt gute Parodontalverhältnisse, das Knochenniveau an Zahn 21 scheint sich verbessert zu haben. cosmetic 4_ 2012 dentistry I 27
I Fachbeitrag Keramik Non-Prep-Veneers: Hauchdünn, aber wirkungsvoll Autoren_Dr. Alejandro James Marti, Dr. Rosa Antonia López Parada, ZT Francisca Hernández Aufgrund der Vielfalt an verfügbaren Restaurationsmaterialien sind heutzutage minimalinvasive Therapien möglich, die sowohl funktionelle als auch ästhetische Aspekte berücksichtigen. Die verlässliche Klebewirkung moderner Adhäsive hat stark invasive Präparationskonzepte zum Großteil verdrängt. Ziel der modernen Zahnheilkunde ist es, so viel natürliche Zahnsubstanz wie möglich zu erhalten. In manchen Fällen kann eine Behandlung sogar gänzlich ohne Zahnpräpa- ration auskommen, so wie in nachfolgend beschriebenem Patientenfall. _Der Patient konsultierte uns mit einer Abplatzung der distalen Inzisalkante an Zahn 21. Die Anamnese zeigte zahlreiche Abrasionen, die durch eine okklusale Disharmonie verursacht worden waren (Abb. 1). Vor der Rekonstruktion des Zahns 21 wurde der Unterkie- fer des Patienten in der Zentrik stabilisiert, um weitere Schäden durch Funktionsstörungen zu vermeiden. Für den Aufbau des Zahns 21 entschieden wir uns für ein Non-Prep-Veneer. Die modernen Materialien er- möglichten es uns in diesem Fall, ganz im Sinne der Zahnerhaltung zu sanieren. Nach einer Abformung mit dem ad ditionsvernetzenden Silikon Virtual®, einem Fotostatus sowie der Farbnahme wurden alle Unterlagen an das Dentallabor gesendet. Abb. 1_ Abplatzung der distalen Inzi- salkante an Zahn 21. Abb. 2_ Das Modell nach Geller mit _Zahntechnisches Vorgehen im Labor abnehmbarem Gipsstumpf. Abb. 3_ Schichtung des Veneers auf einem feuerfesten Stumpf. Das Arbeitsmodell wurde nach Geller-Art generiert, das heißt ein herausnehmbarer Gipsstumpf für Zahn 21 diente als Arbeitsgrundlage (Abb. 2). Dieser wurde dubliert (Double Take), um so eine exakte Ko- pie aus feuerfestem Material herstellen zu können. Das Veneer wurde aus der Fluorapatit-Glaskeramik IPS d.SIGN® nach einem im Vorfeld erstellten Schichtschema gefertigt (Abb. 3 bis 7). _Klinisches Vorgehen in der Praxis Die Einprobe des Veneers im Mund erfolgte mit den Variolink® Veneer Try-In-Pasten. Mithilfe dieser Pas- ten kann die richtige Farbe des Befestigungsmateri- als bestimmt und somit ein ästhetisch optimales Re- sultat erzielt werden. Die Verwendung von Hilfsmit- teln wie zum Beispiel einem Optra Stick® ist empfeh- lenswert, da diese die Handhabung des Veneers vereinfachen (Abb. 8). Nach der Einprobe wurde die Try-In-Paste entfernt und das Veneer in einer Alko- hollösung im Ultraschallgerät gereinigt, um alle Ver- Abb. 2 Abb. 3 Abb. 1 28 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 unreinigungen restlos zu beseitigen. Anschließend wurde das Veneer mit Wasser abgespült und die Oberfläche für 60 Sekunden mit einer fünfprozenti- gen Flusssäure geätzt (IPS® Ceramic Etching Gel) (Abb. 9). Mit der Ätzung konnte eine mecha nische Retention erzeugt werden. Die Flusssäure wurde mit Wasser entfernt, das Veneer in einer Alkohollösung im Ultraschallgerät gereinigt und nochmals mit reichlich Wasser gespült. Nach der Trocknung appli- zierten wir Monobond Plus auf die Innenseite des Veneers, das wir ebenfalls für 60 Sekunden einwirken ließen (Abb. 10). Beim adhäsiven Befestigen des Veneers ist die abso- lute Trockenlegung des Arbeitsbereichs unverzicht- bar. Es wird empfohlen, einen Kofferdam zu legen (OptraDam®), um jegliche Kon tamination zu vermei- den. Der Schmelz wurde dann 15 bis 30 Sekunden mit Total Etch (37%ige Phosphorsäure) geätzt. Es ist empfehlenswert, die Nachbarzähne während des Ätzvorgangs mit einem Teflonband abzudecken (Abb. 11). Dadurch wird ein ver sehentliches Anätzen vermieden und die nachfolgende Entfernung des Überschusses wird zudem erleichtert. Das Ätzgel wurde fünf Sekunden lang mit Wasser abgespült und die überschüssige Flüssigkeit auf der Schmelzober- fläche trocknete nach etwa fünf Sekunden. Nun konnte das Adhäsiv appliziert werden. In diesem speziellen Fall verwendeten wir ExciTE®. Das Befestigungs-Composite (Variolink Veneer) wurde mithilfe der Applikationskanüle direkt auf die Abb. 8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 Fachbeitrag I Abb. 4 und 5_ Die hauchdünne Verblendschale auf dem Gipsmodell. Abb. 6 und 7_ Das Veneer ist transparent und hat die Schichtdicke einer Kontaktlinse. Abb. 8_ Bestimmung der Composite-Farbe für ein ästheti- sches Ergebnis. Die Verwendung von Positionierhilfen vereinfachte die Handhabung. Abb. 9_ Die Restauration wurde für 60 Sekunden geätzt. Abb. 10_ Die Applikation des Silans. Abb. 11_ Während der Schmelz mit Total Etch geätzt wurde, wurde der Nachbarzahn mit einem Teflonband geschützt. cosmetic 4_ 2012 dentistry I 29
I Fachbeitrag Abb. 12_ Das Befestigungs- Composite wurde auf die Innenseite des Veneers appliziert. Abb. 13_ Das Veneer wurde mit einem OptraStick aufgesetzt. Abb. 14_ Nach der Lichthärtung wurden die Überschüsse entfernt. Abb. 15_ Die Zementfuge wurde mit einem Glyceringel bestrichen und lichtgehärtet. Abb. 16 und 17_ Die Ränder wurden finiert und poliert. Abb. 12 Abb. 13 Abb. 14 Abb. 15 Abb. 16 Abb. 17 Innenfläche des Veneers aufgebracht und dieses dann im Mund platziert (Abb. 12 u. 13). Dabei übten wir etwas Druck in ver tikaler Richtung aus, wodurch überschüssiges Material herausquellen konnte. Anschließend musste die eingesetzte Restauration für zehn Sekunden von vestibulär und palatinal lichtgehärtet werden. Die Überschüsse wurden mit einem Skalpell Nr. 12 entfernt (Abb. 14). Um eine Sauerstoffinhibition an der Oberfläche zu vermeiden, wurden die Ränder mit Glyceringel (Liquid Strip) bestrichen und nochmals für 30 Se- kunden von beiden Seiten lichtgehärtet (Abb. 15). Schließlich wurde die Restauration mit dem Astropol®/Astrobrush®-System ausgearbeitet und poliert (Abb. 16 und 17). _Fazit lut bereicherndes Konzept. Vor der Restauration ist jedoch in solchen Fällen stets der Grund der Abplat- zung zu diagnos tizieren und eventuell eine funktio- nelle Therapie vorzunehmen._ _Kontakt cosmetic dentistry Dr. Alejandro James Marti Blvd. Juan Alonso de Torres 2219 Col. Panorama León, Gto. CP 37160 Mexiko Abb. 18_ Die eingesetzte Restaura- tion: Weder ein Übergang vom natürlichen Zahn zum Veneer noch eine Farb- oder Formabweichung sind zu sehen. Die Abplatzung an der distalen Schneidekante von Zahn 21 konnte ohne jedwede Präparation restau- riert werden (Abb. 18). Moderne Konzepte und Ma terialien ermöglichen uns heutzutage derartige Behandlungen im Sinne der Zahnerhaltung. Gerade bei Abrasionen und Abplatzungen ist dies ein abso- E-Mail: doctor@alejandrojames.com.mx Dr. Rosa Antonia López Parada Blvd. Venustiano Carranza 613 Col. San Miguel León, Gto. CP 37390 Mexiko E-Mail: Ralp_odonto@yahoo.com.mx ZT Francisca Hernández Astronautas 802 Col. Panorama León, Gto. CP 37160 Mexiko E-Mail: art-dent@live.com.mx Abb. 18 30 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
INTRODUCING ® DER P.B.S.® BOND- VORTEIL LANGLEBIGSTER BOHRER (cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:272)(cid:395)(cid:395)(cid:4)(cid:29)(cid:49)(cid:33)(cid:46)(cid:36)(cid:29)(cid:34)(cid:48)(cid:395)(cid:50)(cid:33)(cid:46)(cid:30)(cid:49)(cid:42)(cid:32)(cid:33)(cid:42)(cid:33)(cid:395)(cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:39)(cid:46)(cid:37)(cid:47)(cid:48)(cid:29)(cid:40)(cid:40)(cid:33)(cid:395) (cid:50)(cid:33)(cid:46)(cid:36)(cid:37)(cid:42)(cid:32)(cid:33)(cid:46)(cid:42)(cid:267)(cid:395)(cid:32)(cid:29)(cid:47)(cid:47)(cid:395)(cid:47)(cid:37)(cid:31)(cid:36)(cid:395)(cid:32)(cid:37)(cid:33)(cid:395)(cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:33)(cid:42)(cid:395)(cid:40)(cid:162)(cid:47)(cid:33)(cid:42)(cid:266) (cid:21)(cid:3)(cid:9)(cid:16)(cid:5)(cid:13)(cid:13)(cid:5)(cid:267)(cid:395)(cid:7)(cid:13)(cid:1)(cid:22)(cid:22)(cid:5)(cid:395)(cid:21)(cid:3)(cid:9)(cid:16)(cid:10)(cid:22)(cid:22)(cid:5) (cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:272)(cid:395)(cid:395)(cid:7)(cid:46)(cid:162)(cid:238)(cid:33)(cid:46)(cid:33)(cid:395)(cid:1)(cid:42)(cid:54)(cid:29)(cid:36)(cid:40)(cid:395)(cid:34)(cid:46)(cid:33)(cid:37)(cid:395)(cid:36)(cid:33)(cid:46)(cid:29)(cid:49)(cid:47)(cid:46)(cid:29)(cid:35)(cid:33)(cid:42)(cid:32)(cid:33)(cid:46)(cid:395) (cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:33)(cid:42)(cid:395)(cid:34)(cid:204)(cid:46)(cid:395)(cid:33)(cid:37)(cid:42)(cid:33)(cid:395)(cid:36)(cid:162)(cid:36)(cid:33)(cid:46)(cid:33)(cid:395)(cid:5)(cid:52)(cid:44)(cid:43)(cid:47)(cid:37)(cid:48)(cid:37)(cid:43)(cid:42)(cid:266) SCHNELLE ENTFERNUNG (cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:272)(cid:395)(cid:395)(cid:7)(cid:40)(cid:33)(cid:37)(cid:31)(cid:36)(cid:41)(cid:62)(cid:238)(cid:37)(cid:35)(cid:33)(cid:395)(cid:24)(cid:33)(cid:46)(cid:48)(cid:33)(cid:37)(cid:40)(cid:49)(cid:42)(cid:35)(cid:395)(cid:49)(cid:42)(cid:32)(cid:395)(cid:33)(cid:37)(cid:42)(cid:33)(cid:395)(cid:36)(cid:43)(cid:36)(cid:33)(cid:395) (cid:12)(cid:43)(cid:42)(cid:54)(cid:33)(cid:42)(cid:48)(cid:46)(cid:29)(cid:48)(cid:37)(cid:43)(cid:42)(cid:395)(cid:32)(cid:33)(cid:46)(cid:395)(cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:39)(cid:46)(cid:37)(cid:47)(cid:48)(cid:29)(cid:40)(cid:40)(cid:33)(cid:266) WIRTSCHAFTLICHER WEGBEREITER (cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:395)(cid:272)(cid:395)(cid:395)(cid:4)(cid:33)(cid:46)(cid:395)(cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:30)(cid:43)(cid:36)(cid:46)(cid:33)(cid:46)(cid:395)(cid:37)(cid:47)(cid:48)(cid:395)(cid:32)(cid:33)(cid:46)(cid:395)(cid:33)(cid:37)(cid:42)(cid:54)(cid:37)(cid:35)(cid:33)(cid:395)(cid:2)(cid:43)(cid:36)(cid:46)(cid:33)(cid:46)(cid:267)(cid:395) (cid:32)(cid:33)(cid:46)(cid:395)(cid:41)(cid:37)(cid:48)(cid:48)(cid:33)(cid:40)(cid:47)(cid:395)(cid:32)(cid:33)(cid:47)(cid:395)(cid:18)(cid:266)(cid:2)(cid:266)(cid:21)(cid:266)(cid:322)(cid:395)(cid:2)(cid:43)(cid:42)(cid:32)(cid:37)(cid:42)(cid:35)(cid:293)(cid:18)(cid:46)(cid:43)(cid:54)(cid:33)(cid:47)(cid:47)(cid:33)(cid:47)(cid:395) (cid:36)(cid:33)(cid:46)(cid:35)(cid:33)(cid:47)(cid:48)(cid:33)(cid:40)(cid:40)(cid:48)(cid:395)(cid:51)(cid:37)(cid:46)(cid:32)(cid:266)(cid:395) (cid:16)(cid:33)(cid:49)(cid:33)(cid:395)(cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:293)(cid:2)(cid:43)(cid:36)(cid:46)(cid:33)(cid:46)(cid:47)(cid:44)(cid:37)(cid:48)(cid:54)(cid:33) Neue Two Striper® Bohrerspitze Neue galvanisierte Bohrerspitze (cid:2)(cid:33)(cid:42)(cid:49)(cid:48)(cid:54)(cid:48)(cid:33)(cid:395)(cid:4)(cid:37)(cid:29)(cid:41)(cid:29)(cid:42)(cid:48)(cid:293)(cid:2)(cid:43)(cid:36)(cid:46)(cid:33)(cid:46)(cid:47)(cid:44)(cid:37)(cid:48)(cid:54)(cid:33) Benutzte Two Striper® Bohrerspitze Benutzte galvanisierte Bohrerspitze Ihr Fachhändler in Deutschland USA 1.740.548.4100 | www.abrasive-tech.com
I Fachbeitrag Material auf Bis-Acrylat-Basis Autor_Dr. Olivier Etienne, DDS, Professor für Zahnärztliche Prothetik, Universität Straßburg (UdS), Frankreich _Einleitung Klinische Situationen, die eine umfassende pro- thetische Zahnversorgung erfordern, sind heutzu- tage selten geworden. Dies ist auf die Fortschritte in der dentalen Implantologie zurückzuführen. Dennoch stellt eine rein prothetische Rekonstruk- tion in einigen Situationen die einzige verfügbare Lösung dar, um ein funktionell und ästhetisch befriedigendes Ergebnis zu erzielen. Das klinische Behandlungsschema solcher kompletten Rekons- truktionen sieht eine Vielzahl klinischer Schritte vor und ist häufig mit sehr langen Wartezeiten ver- bunden. In diesem Zusammenhang unterscheiden sich die mit temporären Restaurationen verfolg- ten Ziele nicht wesentlich von denen der zukünfti- gen permanenten Restauration. In der Tat müssen sie mit Ausnahme der Tatsache, dass sie temporär angelegt sind, alle Funktionen widerspiegeln. Diese Funktionen lassen sich in drei Kategorien aufteilen: mechanisch, biologisch und ästhetisch. In Bezug auf die Ästhetik kann das Erscheinungs- bild eines präparierten Zahns zufriedenstellend mit der temporären Versorgung verdeckt werden, die die wesentlichen Eigenschaften des Zahns und der umgebenden Gingiva in Bezug auf Größe, Position, Form, Farbe, Oberflächeneigenschaften und Transluzenz imitiert und aufrechterhält. Tem- poräre Versorgungen bieten dem Zahnarzt außer- dem eine wertvolle Hilfestellung für die Anpas- sung der okklusalen und funktionellen Parameter vor Fertigstellung der prothetischen Versor- gung.1, 2 Temporäre Restaurationen besitzen den Vorteil, dass der Patient direkt in seine eigene Be- handlung einbezogen ist, da er in der Lage ist, den neuromuskulären Komfort, die Kaufähigkeit, Aus- sprache und ästhetische Integration der zukünfti- gen Versorgung zu bestätigen. Zahlreiche Techniken, entweder direkt im Behand- lungsstuhl oder indirekt im Dentallabor, wurden für die Anfertigung dieser temporären Restaurationen vorgeschlagen.3–6 Abhängig von der Zeitplanung und dem Fortschritt des Behandlungsplans sind in der Regel mehrere Generationen temporärer Ver- sorgungen notwendig. In dieser Hinsicht stellt die Auswahl des temporären Materials eine wichtige Komponente des Gesamterfolgs dar.7, 8 Kunststoff- materialien sind deswegen indiziert, weil sie bei der Polymerisation weniger Wärme als Acrylkunst- stoffe9 produzieren und eine zufriedenstellende Oberflächenqualität sowie eine lang anhaltende Farbstabilität bieten.10–12 Die in dieser Arbeit ge- plante direkte Technik basiert auf der Anwendung der anfänglichen prothetischen Konstruktion und der bekannten „Cut-back”-Technik. Sie bietet dem Zahnarzt die Möglichkeit, Provisorien, die die benö- tigten funktionellen Eigenschaften besitzen, zügig herzustellen und sooft wie nötig zu duplizieren und ein verbessertes ästhetisches Ergebnis zu erzielen. _Klinischer Fall Ein 28-jähriger Patient stellte sich in unserer Praxis mit einem berechtigten Interesse an der ästheti- schen und funktionellen Behandlung seines Ober- kiefers vor (Abb. 1). Einige Zähne fehlten (14, 24, 25) und die beiden seitlichen Schneidezähne (12, 22) wiesen erhebliche Defekte auf. In den verbleiben- den Zähnen waren Kavitäten bzw. frühere Restau- rationen verschiedener Qualität zu finden. Um einen Behandlungsplan zu entwickeln, wurden die aus den Erstabformungen hergestellten Studien- modelle in den Artikulator montiert. Das vom Techniker entwickelte vorläufige Mock-up erfüllte die Anforderungen an das gewünschte Design der festsitzenden prothetischen Versorgung (Abb. 2). Die Überlegung, Implantate zu setzen, wurde verworfen, nachdem der Patient eine Knochenaug- mentation, mit und ohne Sinuslift, verweigerte. Diese wäre aufgrund des signifikanten Knochen- abbaus in den zahnlosen Bereichen notwendig gewesen. Abhängig von der Position der verschie- Abb. 1_ Klinische Ausgangssitua- tion: Im Oberkiefer sind zahlreiche kariöse Stellen und verschiedene Füllungen zu erkennen. Abb. 1 32 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 denen Restzähne im Zahnbogen fiel danach die Entscheidung für eine festsitzende prothetische Versorgung bestehend aus zwei seitlichen Brücken und zwei Einzelkronen für 21 und 22. Das mithilfe der prothetischen Konstruktion herge- stellte Modell (Wachsmodell) wurde zweimal in Gips dubliert. Am ersten Modell (Abb. 3) wurde keine spezielle Korrektur vorgenommen, wohingegen das zweite Modell (Nr. 2) im Labor mithilfe der „Cut- back”-Technik geformt wurde (Abtragung der ge- schätzten Schmelzschicht) (Abb. 4). Diese Abtra- gung wurde auf die vestibulären Flächen der Zähne 14 bis 24 beschränkt. Die beiden Modelle wurden dann unter Anwendung von Silikonabformmaterial von komplementärer Viskosität (hoch und niedrig) reproduziert, um sämtliche Details so genau wie möglich darzustellen (Abb. 5 und 6). Diese beiden Modellsätze konnten über den gesam- ten Behandlungszeitraum aufbewahrt und bei Bedarf wiederverwendet werden. In der ersten Präparationssitzung wurde die tem- poräre ästhetische Brücke angefertigt. Zunächst wurde Abdruck Nr. 2 mit dem Kunststoff Luxatemp Star (Farbe A3) gefüllt und dann im Mund des Pa- tienten positioniert, um die Grundfarbe des Zahns zu bestimmen (Abb. 7). Nach Entfernen des Abdrucks durfte die Schmier- schicht auf der Oberfläche, die der Sauerstoffinhi- bitionsschicht entspricht, auf keinen Fall entfernt werden. Abdruck Nr. 1 wurde dann mit demselben Material befüllt; in diesem Fall wurde jedoch eine hellere Farbe gewählt (A1) und dann über der ersten Brücke in den Mund eingebracht (Abb. 8). Nachdem die Polymerisation dieser Schmelzmasse abge- schlossen war, wurde der Silikonabdruck entfernt und die Oberfläche des Kunststoffs mit einem in Alkohol getränkten Wattebausch abgewischt. Sobald die obere nicht polymerisierte Schicht ent- fernt war, konnte die temporäre Brücke entfernt und fertiggestellt werden. Zu diesem Zweck wur- den zunächst grobkörnige Polierscheiben benutzt, um sämtlichen Überschuss zu entfernen, bevor mit verschiedenen Polierschritten ein natürliches und glänzendes Erscheinungsbild erreicht wurde (Abb. 9). Danach wurde die Brücke mit einer spe- ziellen Glasur (Luxatemp-Glaze & Bond) versiegelt und bot sofort ein ästhetisch zufriedenstellendes Erscheinungsbild (Abb. 10). Diese Zwischenschritte, die der Patient gut tolerierte, ermöglichten es, den Behandlungsplan in Ruhe ab- zuschließen und den notwendigen Zeitbedarf für eine komplette Ausheilung des Weichgewebes und die notwendigen Vorbereitungen einzuhalten. Dies bestätigte die in Bezug auf ästhetische und funktio- nelle Gesichtspunkte getroffene Auswahl und er- möglichte ein erfolgreiches Endergebnis (Abb. 11). Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 Abb. 8 Fachbeitrag I Abb. 2–4_ Ein diagnostisches Wachsmodell wird unter funktionellen und ästhetischen Gesichtspunkten aufgebaut. Abb. 5 und 6_ Es werden zwei verschiedene Abdrücke angefertigt: Abdruck Nr. 1 (Abb. 5) von Modell 1 und Abdruck Nr. 2 (Abb. 6) von Modell 2. Diese Abdrücke sind bis zum Ende des Behandlungszeit- raums aufzubewahren, falls eine neue temporäre Brücke angefertigt werden muss. Abb. 7 und 8_ Luxatemp Star (Farbe A3) wird in Abdruck Nr. 2 injiziert und auf den präparierten Zahn platziert. Die erste Stufe (Abb. 7) der ästhetischen temporären Brücke ist abgeschlossen, nachdem dieser Abdruck entfernt wird (Cut-back- Stadium). Die Sauerstoffinhibitions- schicht darf bei diesem Schritt nicht entfernt werden, da sie den chemi- schen Verbund mit der nächsten Schicht verbessert. Danach wird Luxatemp Star in Abdruck Nr. 1 injiziert und über der ersten Stufe der ästhetischen temporären Brücke platziert. Nach der Polymerisation des Kunststoffs und Entfernung von Abdruck Nr. 2 ist die zweischichtige Brücke fertiggestellt (Abb. 8). cosmetic 4_ 2012 dentistry I 33
Literatur Burns DR, Beck DA, Nelson SK. A review of selected dental literature on contemporary provisional fixed prosthodontic treatment: report of the Committee on Research in Fixed Prosthodontics of the Academy of Fixed Prosthodontics. JProsthet Dent. 2003 Nov;90(5):474–97. Gratton DG, Aquilino SA. Interim restorations. Dent Clin North Am. 2004 Apr;48(2):487–97. Duff RE. Technique: fabricating and indexing a provisional restoration. Dent Today. 2010 Mar;29(3):76, 8. Lodding DW. Long-term esthetic provisional restorations in dentistry. Curr Opin Cosmet Dent. 1997;4:16–21. Papaspyridakos P, Lal K. Use of vacuum-formed templates to guide tooth preparation and insertion of interim restorations. J Prosthodont. 2010 Jun;19(4):303–6. Verri FR, Pellizzer EP, Mazaro JV, de Almeida EO, Antenucci RM. Esthetic interim acrylic resin prosthesis reinforced with metal casting. J Prosthodont. 2009 Aug;18(6):541–4. Perry RD, Magnuson B. Provisional materials: key components of interim fixed restorations. Compend Contin Educ Dent. 2012 Jan;33(1):59–60, 2. Strassler HE, Lowe RA. Chairside resin-based provisional restorative materials for fixed prosthodontics. Compend Contin Educ Dent. 2011 Nov-Dec;32(9):10, 2, 4 passim; quiz 20, 38. Seelbach P, Finger WJ, Ferger P, Balkenhol M. Temperature rise on dentin caused by temporary crown and fixed partial denture materi- als: influencing factors. J Dent. 2010 Dec;38(12):964–73. Borchers L, Tavassol F, Tschernitschek H. Surface quality achieved by polishing and by varnishing of temporary crown and fixed partial denture resins. JProsthet Dent. 1999 Nov;82(5):550–6. Ergun G, Mutlu-Sagesen L, Ozkan Y, Demirel E. In vitro color stability of provisional crown and bridge restoration materials. Dent Mater J. 2005 Sep;24(3):342–50. Haselton DR, Diaz-Arnold AM, Dawson DV. Color stability of provisio- nal crown and fixed partial denture resins. JProsthet Denty. 2005 Jan;93(1):70–5. _Kontakt cosmetic dentistry Dr. Olivier Etienne, DDS Assistenzprofessor für Zahnprothetik 1, rue de la Division Leclerc 67000 Strasbourg Frankreich I Fachbeitrag Abb. 9 Abb. 9_ Nach Entfernung der ober- _Schlussfolgerung flächlichen Sauerstoffinhibitions- schicht mit Alkohol wird die Rohbrücke mithilfe von abrasiven Scheiben (SHOFU) finiert und mit verschiedenen Scheiben poliert. Abb. 10_ Am Ende bietet die zweischichtige temporäre Brücke ein natürlicheres Erscheinungsbild mit guten ästhetischen und glänzenden Ergebnissen. Abb. 11_ Endergebnis nach der Einzementierung der zirkonium- basierten Kronen und Brücken (Procera, Nobel Biocare). Die in diesem Artikel beschriebene Technik basiert auf dem sogenannten „Cut-back“-Prinzip, das un- ter Zahnärzten und Technikern gut bekannt ist. Sie besitzt den Vorteil, dass sie eine exzellente Haftung zwischen den beiden Kunststoffschichten bietet, da zunächst eine nicht polymerisierte obere Schicht existiert, die erst nach Hinzufügen der oberen Schmelzschicht polymerisiert. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Methode von den Techniken, bei denen das Abtragen direkt in der endgültigen Form der polymerisierten Kunststoffmasse erfolgt. Die dauerhafte Verfügbarkeit der Silikonabdrücke ermöglicht es uns außerdem, Reparaturen oder Än- derungen der temporären Brücke jederzeit, schnell und ohne große Vorbereitungen durchzuführen. Und zu guter Letzt weist diese Technik trotz der an- fänglich durchzuführenden prothetischen Arbei- ten im Vergleich zu einer im Labor angefertigten temporären Brücke eine größere Kosteneffizienz auf._ Abb. 10 Abb. 11 34 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
I Fachbeitrag Wiederherstellung der natürlichen Zahnmorphologie mit plastischen Füllungsmaterialien Autor_Dr. med. dent. Daniel Raab Das menschliche Gebiss ist heterodont (Schroeder 1992); das heißt, es liegen verschiedene Zahnformen (Schneidezähne, Eckzähne, Prämolaren und Molaren) vor. Bei der Restauration der unterschiedlichen Zahntypen sind daher verschiedene Aspekte zu beachten. Im Folgenden soll eine systematische Vorgehensweise zur Wiederherstellung der natürlichen Zahnmorphologie im bleibenden Gebiss mit plastischen Füllungsmaterialien gegeben werden. _I. Funktionelle Gestaltung der Seitenzähne I. 1. Approximalflächengestaltung Da nach dem Legen der Füllung die Approximalbe- reiche einer Ausarbeitung mit rotierenden Instru- menten schwer zugänglich sind, hat es sich be- währt, Formgebungshilfen wie Matrize und Keil zu verwenden. Der mesiale und distale Approximalbe- reich muss dabei vor dem Legen der Füllung ledig- lich mit einem kugelförmigen Instrument auskon- turiert werden. Dabei ist die Lage und Form der Kon- taktpunkte zu beachten. Von okklusal betrachtet liegen die Approximalkontakte im Oberkiefer und im Unterkiefer im Verlauf der bukkalen Schneidekan- ten bzw. der bukkalen Höcker. Die Form des Kontakt- vestibulär: Facetten Abb. 1_ Teilt man die Okklusalfläche in drei Teile, so liegt die Höckerspitze des tragenden Höckers auf der Teilungslinie A. Die Höckerspitze des nichttragenden Höckers liegt zwischen Teilungslinie B und der Lateralkante. Die Zentralfissur liegt zwischen den beiden Höckerspitzen. 1/3 1/3 1/3 A B Abb. 1 A B oral: rund punktes sollte eine sphärisch gekrümmte Form auf- weisen. Sie verhindert am zuverlässigsten das Ein- klemmen faseriger Speisereste (Lehmann 2002). I. 2. Füllungsmaterial in Schichten applizieren und Fissuren grob eindrücken Beim Schichten des Füllungsmaterials ist bereits darauf zu achten, dass aufgrund der Kronenflucht bei den Oberkieferseitenzähnen die sagittale Zen- tralfissur von okklusal her betrachtet weiter vesti- bulär verläuft; im Unterkiefer liegt sie eher lingual (Abb. 1). Des Weiteren sollten bereits die wichtigsten Merk- male der okklusalen Morphologie (Verlauf der Fissu- ren, Anzahl und Größe der Höcker) bereits berück- sichtigt werden (Abb. 2). Diese entstehen nach einer von Radlanski et al. 1988 aufgestellten Hypothese während der embryonalen Zahnentwicklung da- durch, dass sich das innere Schmelzepithel auf- grund seiner Materialeigenschaften ab einer be- stimmten Spannweite faltet und dadurch die mor- phologische Gestalt des okklusalen Reliefs be- stimmt. Besondere Beachtung ist bei Oberkiefermolaren der Gestaltung des Transversalgrates (Crista trans- versa) zu schenken; er verläuft vom mesio-palatina- len Höcker zum disto-bukkalen (Hoffmann-Axt- helm 2000) (Abb. 7). I. 3. Höhe grob einschleifen Nach dem Aushärten des Füllungsmaterials und Entfernung von Keil und Matrize sollte besonders bei chemisch härtenden Aufbaumaterialien, die im Überschuss aufgetragen werden, zuerst die Höhe grob eingeschliffen werden. Dabei sind im Seiten- 36 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Fachbeitrag I Abb. 2 sollte man die Kaufläche offen gestalten und in ih- rer Form dem natürlichen Zahn angleichen. In der klassischen Aufwachstechnik ging man davon aus, dass alle Funktionsflächen einer Kaufläche konvex seien, alle Fissuren geradlinig entsprechend der Grenzbewegungsbahnen des Unterkiefers. Dabei Abb. 2_ Morphologie der Kauflächen aus der Perspektive des Behandlers. Abb. 3 ergaben sich stilisierte Modellationen, die oft zu Okklusionsstörungen führten. Aus der Analyse na- türlicher Kauflächen ergab sich, dass die Funktions- flächen nicht allseitig konvex sind, sondern Konve- xitäten und Konkavitäten sich abwechseln und die Fissuren geschwungen gestaltet sind. Diese fließen- den Übergänge in einer Kaufläche lassen mehr Frei- heit bei Bewegungen in sagittaler und transversaler Richtung zu (Freesmeyer 1995). zahnbereich die transversale Kompensationskurve (Wilson 1917) (Abb. 3) und die horizontale Kompen- sationskurve (Spee 1890) (Abb. 4) zu beachten; sie kompensieren die Dreh-Gleitbewegung der Kiefer- gelenke. I. 4. Gestaltung der vestibulären und oralen Zahnflächen Bei der Gestaltung der vestibulären und oralen Zahnflächen sind v. a. das Krümmungsmerkmal (Abb. 5) und die Kronenflucht der tragenden Höcker zu beachten. Im Oberkiefer befinden sich die tragenden Höcker auf der oralen Seite; sie sind mächtiger und runder. Durch die Kronenflucht verläuft der anatomische Äquator (größter Umfang einer Zahnkrone bezogen auf die Längsachse des Zahnes) bezogen auf die Längsachse des Zahnes in der Mitte der vestibulären Kronenfläche im zervikalen Kronendrittel; nach mesial und distal zieht er girlandenförmig nach koronal. Die nichttragenden Höcker liegen im Oberkiefer auf der vestibulären Seite; sie sind kleiner und spitzer. Der anatomische Äquator verläuft im oberen Kro- nendrittel. Im Unterkiefer befinden sich die tragenden Höcker auf der vestibulären Seite; auch sie sind mächtiger und runder. Der anatomische Äquator liegt bezogen auf die Längsachse des Zahnes in der Mitte der ves- tibulären Kronenfläche im zervikalen Kronendrittel; nach mesial und distal verläuft der anatomische Äquator girlandenförmig nach koronal (Rensburg 1995) (Abb. 6). Durch die Wölbung wird erreicht, dass die Speisen daran entlanggleiten und nicht direkt auf dem Zahnfleischsaum auftreffen. Eine Überkonturie- rung der Wölbungen reduziert jedoch die physiolo- gische Selbstreinigung durch Zunge und Wange und führt so zu einer vermehrten Plaqueretention (Lehmann 2002). Die oralen Kronenflächen der Prämolaren sind eher rund und glatt gewölbt (Abb. 7), die oralen Flächen der Molaren weisen zwei – pro Höcker eine – Wöl- bungen auf. Dagegen weisen die vestibulären Kronenflächen der Prämolaren eher eine Facettierung auf (Abb. 7), die vestibulären Flächen der Molaren weisen zwei – pro Höcker eine – Facettierungen auf. Bei den Molaren werden oral die beiden Wölbungen oder vestibulär die beiden Facettierungen durch eine Fissur bis auf Höhe des anatomischen Äquators getrennt (Abb. 7). _Fissuren ausarbeiten, Okklusionskontrolle und Politur Um mögliche negative Einflussfaktoren auszuschal- ten, die zu pathologischen Veränderungen führen, Abb. 4 Abb. 3_ Transversale Kompensa- tionskurve (Wilson-Kurve): Verbindungslinie der Höckerspitzen der Unterkieferseitenzähne in transversaler Richtung (Wilson 1917). In transversaler Richtung weisen die Unterkieferseitenzähne eine Neigung nach lingual (etwa 4 °) auf. Abb. 4_ Sagittale Kompensations- kurve (Spee-Kurve):Verbindungslinie der Unterkieferferfrontzähne und den bukkalen Höckerspitzen der Unterkieferseitenzähne in sagittaler Richtung. Der tiefste Punkt liegt im Kauzentrum, im Bereich der ersten Unterkiefermolaren (Spee 1890). cosmetic 4_ 2012 dentistry I 37
I Fachbeitrag Abb. 5_ Krümmungsmerkmal oder Massenmerkmal. Die Zähne sind mesial massiger (Abbildung nach Lehmann 2002). mesialer Radius distaler Radius Abb. 5 Wenn möglich sollte eine idealisierte Okklusion an- gestrebt werden. Das heißt, die palatinalen Höcker der Oberkieferseitenzähne sollten in die Zentralfis- sur der Unterkieferseitenzähne greifen. _II. Ästhetische Gestaltung der Schneidezähne II.1. Approximalflächengestaltung Zur Gestaltung des mesialen und distalen Approxi- malbereiches stehen ebenfalls Matrizen als Form- gebungshilfen zur Verfügung. Bei großen Defekten sollte zusätzlich ein Schlüssel aus Zinkoxidphos- phatzement (Harvard, Hoppegarten) zwischen Ma- trize und Nachbarzahn appliziert und mit einem kugelförmigen Instrument auskonturiert werden (Raab 2010). II.2. Modellation der inzisalen, vestibulären und oralen Zahnflächen Nach der Schichtung und Härtung eines opaken Dentinkerns wird ein transparentes Komposit zur Imitation des Schmelzmantels aufgetragen. Im Gegensatz zum Seitenzahnbereich bietet der Frontzahnbereich dabei eine bessere Zugänglich- keit; die anatomisch korrekte Form kann bereits im Füllungsmaterial komplett ausmodelliert werden. Bei der Gestaltung der Schneidekante ist die Höhe Abb. 6_ Verlauf des Zahnäquators an einem Unterkieferprämolaren. Abb. 7_ Oberkiefermolar mit Crista transversa und lateralen Fissuren. A B 1/3 1/3 1/3 oral (Abb. 8) und das Winkelmerkmal (Abb. 9) zu beach- ten. Generell sollte jedoch die Morphologie der Zähne auf der Gegenseite berücksichtigt werden. Dabei werden automatisch die geschlechtsspezifischen (Frush 1956), konstitutionsspezifischen (Hörauf 1958) oder gesichtsformspezifischen (Williams 1914) Unterschiede mit berücksichtigt (Abb. 10). Diese sind allerdings nicht so ausgeprägt, dass eine zuverlässige Geschlechtsbestimmung anhand von Frontzahnfotos möglich ist (Kern und Menzel 1996, Radlansky 2012). Vestibulär sind die Zahnflächen der Frontzähne un- geteilt; sie können daher mit einem Spatel leicht glatt gestrichen werden. Dabei ist die Achsneigung (Abb. 8) und die Mikrostruktur (Abb. 9) zu berück- sichtigen. Entwicklungsbedingt weist die vestibu- läre Kronenfläche Rillen in Längsrichtung auf. Die orale Zahnfläche wird mit einem kugelförmigen Instrument modelliert. Damit lassen sich die Schau- felform und die begrenzenden Randleisten hervor- ragend ausarbeiten. II.3. Nachbearbeitung, Okklusionskontrolle und Politur Nach dem Aushärten des Füllungsmaterials wird die Füllung zervikal mit einem rotierenden Instrument feiner Körnung (Granate) nachbearbeitet. Okklusion und Artikulation werden überprüft und die Füllung wird auf Hochglanz polliert. _III. Ästhetische Gestaltung der Eckzähne Die Gestaltung der Eckzähne entspricht in etwa der Vorgehensweise für Schneidezähne. Deshalb sollen hier nur kurz die anatomischen Besonderheiten er- wähnt werden. Die Fazialfläche des oberen Eckzah- nes ist in zwei Facetten längsgeteilt, wobei die Tei- lungslinie parallel zur mesialen Lateralkante der vestibulär: Facetten Abb. 6 Abb. 7 oral: rund 38 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
Fachbeitrag I Abb. 8 distal: abgerundeter Schneidekanten- winkel mesial: spitzer Schneidekanten- winkel Bestimmung der Zahnform nach dem Geschlecht: [Frush 1956] Männer haber eher quadratische, eckige Zähne Frauen haben eher runde Zahnformen nach dem Konstitutionstyp: [Hörauf 1958] Athlet: quadratische Zahnform Leptosom: dreieckige Zahnform Pykniker: rundliche Zahnform nach der Gesichtsform: [Williams 1914] Dreiformthese nach Williams: die Zahnform entspricht annähernd der [nach Freesmeyer 1995] umgekehrten Gesichtsform Abb. 9 Abb. 10 Dr. med. dent. Daniel Raab Krone verläuft (Lehmann 2002). Die mesiale Kau- kante ist kürzer als die distale Kaukante. Das Winkel- merkmal ist meist deutlich ausgeprägt. Palatinal finden sich zwei gut ausgeprägte Randleisten und eine Medianleiste, die ein kräftiges Tuberkulum bil- den. Die Grundform des unteren Eckzahnes gleicht derjenigen des oberen Eckzahnes (Lehmann2002)._ Literatur Freesmeyer W B (Hrsg.): Klinische Prothetik. Hüthig GmbH Heidelberg, 1995. Frush J P, Fisher R D: How dentogenic restorations interpret the sex factor. J Prosthet Dent 1956: 6; 160–172. Gysi A: Modifikation des Artikulators und Aufstellregeln für Vollprothe- sen. Huber Bern, 1958. Hoffmann-Axthelm W: Lexikon der Zahnmedizin. 6. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Quintessence Verlag Berlin, 2000. Hörauf K: Frontzahnformen und Konstitutionstypen. Dtsch Zahnärztl Z 1958: 13; 521–523. Kern M, Menzel H: Appearance of anterior teeth and gender as judged by dentists. DGZPW abstract book 1996: page 96, abstract 144. Lehmann K M, Hellwig E: Einführung in die zahnärztliche Propädeutik. 9. Auflage, Urban und Fischer Verlag München Jena, 2002. Raab D: Eine Möglichkeit der Gestaltung des approximalen Kontakt- punktes bei adhäsiv verankerten Frontzahnfüllungen mit Hilfe einer Formgebungshilfe aus Zinkoxidphosphatzement (Harvard, Hoppegar- ten). Harvard Dental International 2010. http://www.harvard-dental-international.de/upload/Artikel_ber _Harvard_Produkte/Gestaltung_des_approximalen_Kontaktpunk- tes.pdf Radlanski R J, Jäger A, Zimmer B: The Origin of Tooth Cusps – A Hy- pothesis. J Med Hypotheses 1988: 25; 111–114. Radlanski, R J: Sexual dimorphism in teeth? Clinical Oral Investiga- tions 2012: 16; 395–399. Schroeder H E: Orale Strukturbiologie. Thieme Verlag Stuttgart New York, 1992. Siebert G K: Atlas der zahnärztlichen Funktionsdiagnostik. Hanser München, 1996. Spee F: Die Verschiebungsbahn des Unterkiefers am Schädel. Arch Anat Physiol Anat Abt 1890:16; 285–294. Van Rensberg B G J: Oral Biology. Quintessence Books, 1995. Williams J L: A new classification of human teeth with special refe- rence to a new system of artificial teeth. Dent Cosmos 1914: 52; 627–628. Wilson G H: Dental prosthetics. Lea & Febiger Philadelphia, 1917. Abb. 8_ Höhe und Achsneigung der Zähne in Bezug zur Okklusionsebene nach Gysi 1958 (modifiziert nach GYSI 1958, Lehmann 2002). Abb. 9_ Winkelmerkmal (die Frontzähne sind mesial spitzer) und und Mikrostruktur (die Fazialfläche weist Rillen in Längsrichtung auf). Abb. 10_ Geschlechtsspezifische (Frush1956), konstitutionsspezifi- sche (Hörauf 1958) oder gesichts- formspezifische (Williams 1914) Unterschiede der Frontzahnform (nach Freesmeyer 1995). _Kontakt cosmetic dentistry Dr. Daniel Raab Trollingerweg 17 89075 Ulm E-Mail: danielraabbayreuth@ googlemail.com cosmetic 4_ 2012 dentistry I 39
I Fachbeitrag Ädhäsive direkte Versorgung eines Erosionsgebisses zur ästhetischen Rehabilitation und zum Abwarten der Prognose Autor_Dr. med. dent. Bernhard Albers _Einleitung Erosionen an Zähnen werden immer häufiger beob- achtet. Gründe hierfür sind externe Zuführung von Säuren wie Obst,1 Getränke wie Wein,2 Fruchtsäfte und Cola,3 aber auch und vor allem Reflux der Ma- genflüssigkeit4 und Erbrechen5, 6. Die Schäden kön- nen bei regelmäßigem Säureangriff im Laufe der Zeit beträchtlich sein. Liegt bereits das Dentin großflä- chig frei bzw. ist die Erosion sogar bis kurz vor die Pulpa gelangt, ist oftmals eine sichere Einschätzung der Prognose dieser Zähne unmöglich. Insbesondere ist nicht immer klar, ob eine Pulpa bereits irreversibel geschädigt ist. Des Weiteren ist nicht selten schwer einschätzbar, ob der Patient die schädigenden Ver- haltensweisen wirksam abstellen kann. Deshalb ist es ggf. wünschenswert, eine ästhetisch befriedi- gende, kostengünstige aber trotzdem möglichst nachhaltige Methode für die Sanierung zu wählen. Nur dann hat man am besten die Möglichkeit, zunächst den weiteren Verlauf zu beobachten. Außerdem ist bei ausgedehnten Erosionen der Ober- kiefer-Frontzähne oft eine Rehabilitation mittels Kronentechnik mangels Retention kaum möglich. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren mini- malinvasive adhäsive Restaurationstechniken ent- wickelt, die den Patienten ästhetisch und funktionell rehabilitieren können, und das sogar auch bei einer nötigen Bisshebung.7, 8, 9 In unserer Praxis wird des- halb in derartigen Fällen zunächst auch mit direkten adhäsiven Komposit-Restaurationen versorgt. Im Folgenden ein Fallbeispiel. _Falldarstellung Der zum Zeitpunkt der Erstvorstellung in unserer Praxis 42-jährige Patient kam zu uns, weil ihn das Aussehen seiner Oberkiefer-Frontzähne störte. Sie waren stark erodiert, er wollte sich so im privaten und beruflichen Umfeld nicht mehr zeigen. Die An- amnese ergab, dass er jahrelang schwerer Alkoholi- Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 1_ Frontalansicht. Abb. 2_ Okklusion rechts. Abb. 3_ Okklusion links. Abb. 4_ Oberkiefer Okklusal- ansicht. Abb. 5_ Unterkiefer Okklusalansicht. Abb. 6_ Orthopantomogramm. 40 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Fachbeitrag I Abb. 7_ Zahn 23 Pulpa sichtbar. Abb. 8_ Schematisches Prozedere direktes Komposit-Inlay. ANZEIGE Faxantwort 0341 48474-290 Ja, ich möchte die DVD „Unterspritzungs- techniken“ zum Preis von 99 € zzgl. MwSt. und Versandkosten verbindlich bestellen. Anzahl: Titel/Name/Vorname Praxisstempel CD 4/12 Abb. 7 ker war, jetzt aber seit fünf Jahren ohne Alkoholkon- sum auskommt. Die weitere Befragung konnte nicht klären, was die Erosionen verursacht haben könnte. Im Verdacht stand ein Magensaft-Reflux. Die intraorale Inspektion ergab zum Teil umfangrei- che Erosionen im Ober- und Unterkiefer mit Schwer- punkt an den Frontzähnen des Oberkiefers (Abb. 1–5). An den Zähnen 23 und 22 sah man die Pulpa durch das Dentin durchscheinen (Abb. 7). Drei vor- handene Amalgamfüllungen hatten Sekundärka- Abb. 8 Neue DVD hilft up to date zu bleiben! JETZT BESTELLEN! Preis € zzgl. MwSt. und Versandkosten DVD „Unterspritzungstechniken“* I Dr. Andreas Britz/Hamburg I I Prof. Dr. Marcel Wainwright/Kaiserswerth I * Die Ware ist vom Umtausch ausgeschlossen! Die DVD „Unterspritzungstechniken“ bietet knapp 60 Minuten Filmmaterial zu den verschiedenen Techniken und Materialien der Faltenunterspritzung und Lippenaugmentation. Dr. med. Andreas Britz, renommierter Dermatologe und anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Faltenbehandlung, demonstriert Schritt für Schritt die Durchführung der jeweiligen Behandlungen. Die überarbeitete Ausgabe der äußerst erfolgreichen DVD enthält zusätzliche Videosequenzen zu zahnärztlichen Indikationen wie „Papillen-Augmen- tation“ und „Korrektur der Lachlinie“ mit Prof. Dr. Marcel Wainwright. JETZT AUCH IM PRAXIS-ONLINE SHOP DER OEMUS MEDIA AG BESTELLEN! www.oemus-shop.de QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers Quick Scan) Kontakt OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 | 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-201 Fax: 0341 48474-290 E- Mail: grasse@oemus–media.de www.oemus.com
I Fachbeitrag _Kontakt cosmetic dentistry Dr. med. dent. Bernhard Albers Grasweg 3 22846 Norderstedt Tel.: 040 64660755 Fax: 040 64660756 E-Mail: praxis@dr-albers.de www.dr-albers.de ries. Auch Karies interdental war vorhanden. Es lag eine Gingivitis ohne Parodontitis vor. Bis auf die Ero- sionen und eine leichte Bissabsenkung wiesen im Screening für Cranio-Mandibuläre-Dysfunktionen (CMD) Muskulatur und Kiefergelenke keine patholo- gischen Befunde auf. Die Vitalität aller Zähne war positiv. Der Röntgenbefund zeigte nervnahe Defekte an diversen Zähnen und Interdentalkaries (Abb. 6). Es wurde wegen unklarer Genese der Erosionen und fraglicher Prognose einiger Nerven eine direkte ad- häsive Versorgung aller Zähne vorgeschlagen. Dies unter Beibehaltung der Bisshöhe. Später sollte dann ggf. eine höherwertige Versorgung folgen. Der Pa- tient stimmte zu. Dem Patienten wurde aufgetragen, ein Ernährungstagebuch für eine Woche zu führen. Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13 Abb. 14 Abb. 9_ Frontalansicht. Abb. 10_ Okklusion rechts. Abb. 11_ Okklusion links. Abb. 12_ Oberkiefer Okklu- Das Ernährungstagebuch ergab keine Auffälligkei- ten. In erster Sitzung wurde unter Kofferdam und Mikroskop die endodontische Versorgung der Zähne 22, 23 vorgenommen. Es folgte die adhäsive Versor- gung der Zähne 13–23 unter Kofferdam mit Scotch- Bond MP, Tetric-Flow und Empress Direct. Die Sei- tenzähne wurden in den kautragenden Kavitäten mit direkten Komposit-Inlays mittels Scotch-Bond MP, Tetric EVO Ceram und Dualzement versorgt. Abbil- dung 8 zeigt schematisch das Vorgehen. Die vestibu- lären Defekte wurden bei angelegtem Kofferdam mit Scotch-Bond MP und Tetric-Flow versorgt. Die Kontrolle nach Abschluss der Sanierung zeigt ästhetisch versorgte kariesfreie Zähne (Abb. 9–14). Der Patient hat keine Beschwerden, toleriert die Res- taurationen auf Anhieb. _Diskussion Endodontische Therapie nach aktuellen Vorga- ben10, 11 und adhäsiver Füllungstechnik7, 8, 9 ermög- lichten im konkreten Fall eine Wiederherstellung der Gesundheit aller Zähne und eine ästhetische Reha- bilitation. Der Patient nimmt an einem engmaschi- gen Prophylaxe-Programm teil. Nach erfolgreicher Wiederherstellung von Kaufunktion und Ästhetik kann nun in Ruhe beobachtet werden, was mit den Zähnen weiter passiert._ Literatur [1] Five-year study of cervical erosions restored with resin and dentinbonding agent. Hansen EK.Scand J Dent Res. 1992 Aug;100 ( 4):244–7. [2] Dental erosion due to wine consumption. Mandel L.J Am Dent Assoc. 2005 Jan; 136(1):71–5. [3] Enamel erosion by some soft drinks and orange juices relative to their pH, buffering effect and contents of calcium phosphate. Larsen MJ, Nyvad B.Caries Res. 1999;33(1):81–7. [4] [Reflux disease as an etiological factor of dental erosion]. Stojsin I, Brkani T, Slavoljub Z.Srp Arh Celok Lek. 2010 May–Jun;138 (5–6):292–6. Serbian. [5] Prevalence of psychologic, dental, and temporomandibular signs and symptoms among chronic eating disorders patients: a compa- rative control study. Emodi-Perlman A, Yoffe T, Rosenberg N, Eli I, Alter, Winocur E.J Orofac Pain. 2008 Summer; 22(3):201–8. [6] [Dental status in patients with eating disorders]. Buczkowska- Radliska J, Kaczmarek W, Tyszler Ł, Mikołajczyk E, Fraczak B. Ann Acad Med Stetin. 2007;53(1):90–3. Review. Polish. [7] Full-mouth adhesive rehabilitation of a severely eroded dentition: the three-step technique. Part 1. Vailati F, Belser UC.Eur J Esthet Dent. 2008 Spring;3(1):30–44. [8] Full-mouth adhesive rehabilitation of a severely eroded dentition: the three-step technique. Part 2. Vailati F, Belser UC.Eur J Esthet Dent. 2008 Summer;3(2):128–46. [9] Full-mouth adhesive rehabilitation of a severely eroded dentition: the three-step technique. Part 3. Vailati F, Belser UC.Eur J Esthet Dent. 2008 Autumn; 3(3):236–57. [10] Qualitätsrichtlinien endodontischer Behandlung: Konsensuspa- pier der Europäischen Gesellschaft für Endodontologie (European Society of Endodontology). Endodontie 15:387–401, 2006 [11] Zirkel C: Moderne Endodontie – ein antimikrobielles Konzept, DZZ salansicht. Abb. 13_ Unterkiefer Okklusalansicht. Abb. 14_ Orthopantomogramm. 66(3), 185–195, 2011. 42 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
D A S P L U S F Ü R S I E ! B EAU T I F I L F l ow P l u s I n j i z i e r b a r e s K o m p o s i t f ü r d e n F r o n t - u n d S e i t e n z a h n G e e i g n e t f ü r a l l e K a v i t ä t e n k l a s s e n E i n f a c h e A n w e n d u n g u n d s c h n e l l e P o l i t u r (cid:116) (cid:116) I n n o v a t i v e s S p r i t z e n d e s i g n N a t ü r l i c h e Ä s t h e t i k ü b e r w i r k s a m e n (cid:116) (cid:116) C h a m ä l e o n - E f f e k t H o h e R a d i o p a z i t ä t u n d F l u o r i d - (cid:116) f r e i s e t z u n g F00 Zero Flow F03 Low Flow Low Flow SHOFU DENTAL GMBH Am Brüll 17 · 40878 Ratingen Telefon: 0 21 02 / 86 64-0 · Fax: 0 21 02 / 86 64-64 E-Mail: info@shofu.de · www.shofu.de
Herstellerinformation American Dental Systems FlashMax P3: Die weltweit stärkste Polymerisationslampe Die FlashMax P3 ist mit der neuesten Hochleistungs- LED-Technik, einem ergonomischen Handstück und einem beweglichen Tip ausgestattet. Die weltweit stärkste Polymerisationslampe arbeitet in drei Poly- merisations-Modi und kann beidseitig bedient wer- den. Die Leistung von 5.000 mW/cm² mit einem wei- ten Wellenlängenspektrum deckt alle innovativen Fotoinitiatoren ab. Große Füllungen sind in nur drei Sekunden, Kompositschichten oder Bondings in nur einer Sekunde ausgehärtet. Der schlanke Kopf, klei- ner als der einer Zahnbürste, erleichtert den direk- ten Zugang, auch bei schwierig zu erreichenden Stellen im Mund. Das ergonomische, leichte Hand- stück ermöglicht ein präzises, angenehmes Arbei- DUX Dental ZONEfree Mit ZONEfree bringt DUX Dental den weltweit ersten transluzenten (licht- durchlässigen) eugenolfreien Zinkoxid-Zement für Provisorien auf den Markt. Prismatische Nanofüllstoffe sorgen für einen „Chamäleon-Effekt“: Der ZONEfree Zement passt sich der Farbe benachbarter Oberflächen an und wird dadurch nahezu unsichtbar. Erstmals ist der Einsatz von eugenol- freiem Zinkoxid-Zement somit auch ohne ästhetische Kompromisse mög- lich. Wird ZONEfree Zement dünn aufgetragen, wirken die prismatischen Nanofüll- stoffe wie kleine Glasperlen und reflektieren die Farbe der benachbarten Zähne. Damit sorgen sie für den weltweit einmaligen „Chamäleon-Effekt“, bei dem der Zement optisch mit seiner Umgebung verschmilzt und dadurch kaum wahrnehmbar ist. Das Produkt vereint reflektierende und lichtdurchlässige Eigenschaften, was es ideal für den Einsatz in Bereichen macht, die ein hohes Maß an Ästhetik verlangen, wie etwa der vorderen Mundpartie. Lichtdurchlässig, aber nicht transparent Während des Auftragens ist ZONEfree perlmutt- farben und damit gut sichtbar, wodurch ein exaktes Platzieren auf der Zahnoberfläche ermöglicht wird. Seine kristalline Struktur erlaubt einfaches Entfernen des Ze- ten und beugt Ermüdungserschei- nungen vor. Das FlashMax-Hand- stück kann beidseitig bedient werden, von der Ober- und der Unterseite aus. Für einen optimalen Zugang ist der FlashMax-Tip um ⫾ 15 Grad schwenkbar. Einmalschutzhülsen und Tips sind in 4 mm und 8 mm erhältlich. Natürlich kann der Zahnarzt Schutzhülse und Tip auch einfach desin- fizieren oder die passenden Einmalüberzüge ver- wenden. American Dental Systems GmbH Johann-Sebastian-Bach-Str. 42 85591 Vaterstetten Tel.: 08106 300-300, Fax: -310 E-Mail: info@ADSystems.de www.ADSystems.de ments ohne jegliche festhaftende Rückstände und nimmt Zahnärzten damit die Sorge, permanente Restaurationen zu beschädigen. Wie auch bereits der Provisoriumszement ZONE dekalzifiert ZONEfree weder das Dentin noch weicht es Acrylate auf. Der Einsatz von Aushärtelampen ist nicht nötig, da der Zement innerhalb von zwei Minuten selbst aushärtet. Natürlich antibakteriell ZONEfree Zement ist auf natürliche Weise antibakteriell und nachweislich in der Lage, über 95 % der häufigsten Krankheitserreger abzutöten. Um sämtli- che gesundheitliche Bedenken von vornherein auszuschließen, wurde bei der Zusammensetzung des Zinkoxid-Zements neben Eugenol zudem auch be- wusst auf den Bakterienhemmer Triclosan verzichtet. DUX Dental Zonnebaan 14 3542 EC Utrecht, Niederlande Tel.: 0800 24146121 – gebührenfrei Fax: +31 30 2410054 44 I cosmetic dentistry 4_ 2012 Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.
Ultradent Products Alle lieben schöne Zähne! Der Zahnarzt ist der Fachmann für die Zahnaufhellung Schöne Zähne liegen im Trend, und zum Glück gibt es heute wirksame, schonende Möglichkeiten. Von Ultradent Products kommen dazu seit mehr als 20 Jahren die marktführenden „Opales- cence“-Präparate für die zahnärztliche Praxis. Nun bestätigt auch die neue EU-Kosmetikrichtlinie: Die Praxis ist der richtige Ort für Zahnaufhellung. Bei den nun als Kosmetika eingestuften Produkten (Wirkstoff bis zu 6 % H2O2) ist der Zahnarzt stets ein- zuschalten. Er hat die Behandlung zu beginnen; da- nach kann der Patient selbst mit der Behandlung fortfahren. Gemäß den neuen Grenzwerten wurden die „kos- metischen“ Opalescence-Produkte für die häusli- che Zahnaufhellung – nach Diagnose und Erstbe- handlung durch den Zahnarzt – überarbeitet: Henkel PRO ELECTRIC – Spezialzahncreme für elektrische Zahnbürsten Immer mehr Menschen greifen zur elektrischen Zahnbürs- te, um ein noch besseres Putzergebnis als mit Handzahn- bürsten zu erzielen. Elektrische Zahnbürsten sind jedoch eine Herausforderung für herkömmliche Zahncremes: Ein kleiner Bürstenkopf erschwert das Auftragen, oft schäumt die Zahncreme nicht richtig und viele Verwender klagen dar- über, dass die Zahncreme während des Putzens herunter- läuft. Die Zahnpflege-Marke Theramed hat hierfür eine neue Generation von Zahncremes entwickelt: PRO ELECTRIC. Diese Serie ist speziell für elektrische Zahnbürsten entwi- ckelt und getestet worden. Konzentrierte Formeln sorgen für ideale Dosierbarkeit auf den kleinen Bürstenköpfen. Der feine und stabile Schaum tropft und verwässert weniger, so- dass nicht nachdosiert werden muss. Die ausgewählten Aromen sorgen für ein lang anhaltendes, intensives Fri- schegefühl. Außerdem sind die innovativen Formeln be- sonders schonend zum Zahnschmelz und bieten damit eine sanfte, aber gründliche Reinigung. Die konzentrierten Formeln mit einem hohen Anteil an aktiven Inhaltsstoffen schützen zuverlässig vor Bakterien, Plaque, Zahnstein und Karies. Theramed PRO ELECTRIC ist in den drei Varianten, Active Clean, Intense White und Expert Sensitive, im Handel erhältlich. Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider. (cid:129) Opalescence Trèswhite Supreme (6 % H2O2), das „Bleaching to go“ – mit Kombi-Trays zur sofortigen Anwendung; (cid:129) Opalescence PF (10 oder 16 % Carbamid-Peroxid, ≙ 3,5 %/5,5 % H2O2), für die individuelle Tiefzieh- schiene; (cid:129) Opalescence Oh!, das 10%ige Opalescence PF- Gel in kleinen Portions-Caps. Für medizinische Verfärbungsfälle stehen – unver- ändert – die intensiven „In-Office“-Opalescence- Präparate zur Verfügung. Die Patienten strahlen – und die Praxis freut sich über motivierte, prophylaxeinteressierte Patienten. Zahnaufhellung ist damit ein wertvolles Segment in einer zahnärztlichen Praxis. Ultradent Products Am Westhover Berg 30 51149 Köln Tel.: 02203 3592-15 Fax: 02203 3592-22 E-Mail: info@updental.de www.updental.de Henkel AG & Co. KGaA Düsseldorf Tel.: 0211 797-0 Fax: 0211 798-12324 www.henkel.com cosmetic 4_ 2012 dentistry I 45
Herstellerinformation bisico Bleaching ohne Schmerzen Natural+TM gibt es als Professional Blea- ching (35 % H2O2) und Home Bleaching (6 % H2O2). Die Aufhellung erfolgt durch die Aufspaltung von Wasserstoffperoxid. Der Vorteil: Der Aufspaltungsprozess des H2O2 ist stabilisiert, wodurch die Wirkung des Wasserstoffperoxids über 1 Stunde anhält. Das Bleaching Gel muss nur einmal aufge- tragen werden, das Abspülen und erneute Auftragen entfällt und die gesamte Behandlungszeit dauert maximal 1 Stunde. Die optimale Menge an Calcium im Wirkstoff verhindert die Demineralisierung der Zähne, dient als Puffer für den Säuregehalt und gewährleistet einen neutra- len pH-Wert. Durch die kontinuierliche Abgabe eines Höchstmaßes an Sauerstoff ergibt sich eine größere Bleichkraft und eine kürzere Behandlungsdauer als bei herkömmlichen Bleaching-Produkten. Eine Einwirkzeit von 30 Minuten reicht, um eine Aufhellung von bis zu 4 Farbstufen zu erzielen. Selbst bei schweren in- trinsischen Verfärbungen, wie Dyschromien, ist Natural+TM wirksam. Die Anrei- cherung mit Kaliumnitrat wirkt sich auf die Reaktionsschwelle der Sinnesnerven aus und lindert so die Schmerzen. Die Vorbehandlung mit dem PowerPrep+TM Professio- nal Gel unterstützt das Aufhellungsergebnis. Es be- inhaltet Zitronensäure, um oberflächliche Flecken zu reinigen, Schmierschichten zu entfernen, Tubuli zu öff- nen und Kalkflecken anzulösen. Eine hohe Konzentra- tion von Kaliumnitrat desensibilisiert die Sinnesnerven. Die Natural+TM LED-Lampe optimiert und steuert die Wirkung des Gels ohne Abgabe von Hitze. Die blauen LEDs wirken als Katalysator für das Bleichgel und ver- bessern die Wirksamkeit bei tiefergehenden Verfärbun- gen, die roten LEDs verringern die Zahnempfindlichkeit. Eine Rückbildung der alten Zahnfarbe nach kurzer Zeit wird ausgeschlossen, da die Zähne nicht dehydriert werden. bisico Bielefelder Dentalsilicone GmbH & Co. KG Johanneswerkstraße 3 33611 Bielefeld Tel.: 0521 8016800 Fax: 0521 8016801 www. bisico.de www.meodental.com VITA Ein Plus an Farben für VITAPAN PLUS Seit Oktober 2012 steht das Frontzahnsortiment VITAPAN PLUS in einem erweiterten Farbangebot zur Verfügung. Die moderne Frontzahnlinie, eine kundenorientierte Weiterentwicklung des beliebten VITAPAN PLUS – seit Oktober 2012 in erweiterter Farbauswahl. 46 I cosmetic dentistry 4_ 2012 Klassikers VITAPAN, ist ab Oktober im gesamten VITA classical Farbangebot A1–D4 und auch in zehn Farben des VITA SYSTEM 3D-MASTER erhältlich. Ob Totalprothetik, Implantatprothetik oder Modell- gussprothese, ob Geschiebearbeit oder Teleskop- bzw. Konusarbeit – VITAPAN PLUS empfiehlt sich für jede Indikation und jeden Prothetiker. Die inno- vative Zahnlinie ist in zehn OK-Frontzahnfor- men und fünf UK-Frontzahnformen erhält- lich und kann mit allen VITA Seitenzahnlinien kombiniert werden. Hierzu gehören VITA PHYSIODENS, VITA LINGOFORM, VITAPAN CUSPIFORM und VITAPAN SYNOFORM. Das Farbangebot umfasst bereits die zehn VITA classical A1–D4 Farben A1, A2, A3, A3.5, A4, B2, B3, C2, D3 und D4. Ergänzt wird diese Auswahl künftig durch weitere fünf VITA classical Farben: B4, C1, C3, C4 und D2. So- mit kann der Anwender aus dem gesamten VITA classical Farbangebot auswählen. Zu- sätzlich gibt es ab Oktober die zehn gängigs- ten VITA SYSTEM 3D-MASTER Farben: 1M1, 2L1.5, 2M1, 2M2, 3L1.5, 3L2.5, 3M2, 3R2.5, 4M2 und 5M1. VITAPAN PLUS überzeugt mit einer lebendi- gen Lichtreflexion durch eine authentische Oberflächenmorphologie samt indi- vidueller Mamelonstruktur. Perfekt gelungen ist beispielsweise das ausgewogene Verhältnis von Opaleszenz, Lumineszenz und Transluzenz, welche für ein nuancenreichen Farb- spiel sorgen. Womit die Gesamtästhetik über den Standard hinausgeht. Anwender des kompakten Frontzahnsortiments VITAPAN PLUS haben künftig die Wahl: zwischen den gesamten VITA classical A1–D4 Farben oder 10 VITA SYSTEM 3D-MASTER Farben. Durch die gelungene Symbiose aus Funktion und Ästhetik unterstützt sie der innovative Frontzahn in der effi- zienten Herstellung von hochwertiger Prothetik. Weitere Informationen sind unter www.vita-zahn- fabrik.com und telefonisch über die VITA Hotline 07761 562222 erhältlich. VITA Zahnfabrik H. Rauter GmbH & Co. KG Spitalgasse 3 79713 Bad Säckingen Tel.: 07761 5620 Fax: 07761 562299 E-Mail: info@vita-zahnfabrik.com www.vita-zahnfabrik.com Die Beiträge in dieser Rubrik stammen von den Herstellern bzw. Vertreibern und spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.
BriteVeneers® to go 99 %* *pro Veneer Das einzigartige Instant-Veneer aus 100 % Ivoclar e.max Keramik: die schnellste Lösung für ein neues schönes Lächeln! Veneers als non-invasive ästhetische Lösung bedürfen keiner Vorstellung mehr. Jedoch vollzieht sich derzeit durch neue technolo- gische Möglichkeiten ein beachtlicher Wandel. Es ist unsere Überzeu- gung, dass der Markt für Veneers weiter kontinuierlich wachsen wird. Eine Kombination aus steigendem Patientenverlangen nach schönen Zähnen und der Erkenntnis, dass Veneers nicht länger nur reichen und berühmten Menschen vorbehalten sind, eröffnen völlig neue Patientenschichten. Was wäre, wenn • Sie Ihren Patienten Veneers sofort in nur einem Termin einsetzen könnten, • Sie keinen lästigen Abdruck mehr an ein Labor senden müssten, • Sie ein sofort verfügbares Inventar an präzise gefertigten Veneers vorrätig hätten, • Sie 2-D- und 3-D-Technologien zur Verfügung hätten, die Ihnen helfen, schnell und sicher die richtigen Veneers aus dem Inventar für Ihre Patienten zu finden, • Sie für die gleiche Qualität Veneers zum halben Preis anbieten könnten und • Sie ein Patientenklientel begeistern können, welches bisher uner- reichbar schien, … dann hätten Sie BriteVeneers® to go für • ein wundervolles Lächeln zu einem fairen Preis • schnelle Reparaturen/Ersatzveneers • Einzelveneer-Lösungen • Langzeitprovisorien BriteVeneers® liefert als einzigartiger Brand schnelle, schmerzlose, sichere und erschwingliche Veneerlösungen gemäß den verschiedens - ten Anforderungen Ihrer Patienten. Im Gegensatz zu unseren Wettbewerbern bieten wir Ihnen nicht nur eine Auswahl an verschie- denen Farben und Größen, sondern auch drei verschiedene Formen. 10 Gründe für BriteVeneers® to go 1. Die schnellste Lösung für ein dauerhaftes schönes Lächeln 2. Ivoclar e.max Keramik 3. CAD/CAM designed wie individuelle Veneers 4. Gleicher Herstellungsprozess wie individuelle Veneers 5. Das einzige Veneersystem mit einer derart großen Vielfalt 6. Das einzige Veneersystem mit verschiedenen Veneerformen 7. Das Veneersystem mit einer überschaubaren Anfangsinvestition 8. Das erschwinglichste Veneersystem für breite Patientenschichten 9. Hohe Profitabilität für die Zahnarztpraxis durch neue Selbstzahlerpatienten 10. Höchst zufriedene Patienten Oberkiefer – Zahn Nr. 14 – 13 – 12 – 11 – 21 – 22 – 23 - 24 Farben Größen Form OM1 – OM3 – A1 Small – Medium – Large Square – Rectangular – Trapezium Unterkiefer – Zahn Nr. 44 – 43 – 42 – 41 – 31 – 32 – 33 - 34 Farben Größen Form OM1 – OM3 – A1 Small – Medium – Large Rectangular BriteDent GmbH | Brühl 4, 04109 Leipzig | Tel.: 0341 / 9600060 | Fax: 0341 / 9610046| info@brite-veneers.com | www.brite-veneers.com
I Spezial „Ich lasse meine Zähne in der Praxis professionell reinigen und auch aufhellen.“ Sonicare-Engagement kann helfen, die Zahngesundheit zu verbessern Sehr geehrte Frau van der Vaart, Philips Sonicare verfolgt seit jeher das Ziel, die Zahngesundheit zu verbessern. Dazu wurden u.a. wegweisende Tech- nologien entwickelt und die Empfehlung durch das Praxisteam unterstützt. Jetzt hat das Unter- nehmen Sie als Produkt- und Markenbotschafte- rin gewinnen können. Wird Ihr Engagement in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für gepflegte Zähne stärken und damit die Zahngesundheit ver- bessern helfen? Frau van der Vaart: Also, mich würde es sehr freuen, wenn ich die Menschen anstecken könnte, mehr auf ihre Zahngesundheit zu achten. Es ist so einfach, sich vom Zahnarzt beraten zu lassen. Und gepflegte Zähne sind auch ein Stück Selbstbewusstsein. Ich denke schon, dass ich helfen kann. Welchen Stellenwert genießt Gesundheit - genie- ßen gesunde Zähne - in Ihrem Leben? Frau van der Vaart: Sieht man das nicht? (lacht) Gesundheit hat für mich einen hohen Stellenwert. Und das hat sich in den letzten drei Jahren noch verstärkt. An meinen Zähnen kann man das glaube ich auch ganz gut sehen. Ich meine, kein Mensch ist perfekt – aber warum sollte man nicht eine elektrische Zahnbürste nutzen, um sich zu pflegen und wohler zu fühlen. Wie war das bei Ihnen, wie haben Sie sich über die Möglichkeiten häuslicher Zahnpflege informiert? Frau van der Vaart: Mein Zahnarzt hat mir vor einigen Jahren eine Schallzahnbürste empfohlen – wohl auch, weil ich vermutlich eher zu den Putzmuffeln OEMUS MEDIA AG trifft Sylvie van der Vaart zum Exclusivinterview (v.l.n.r.: Georg Isbaner, Sylvie van der Vaart, Stefan Thieme). 48 I cosmetic dentistry 4_ 2012
gehöre und nicht engagiert und in Ruhe jeden einzel- nen Zahn putze. Aber, er hat mir auch immer wieder gesagt: „Sylvie, die beste Zahnbürste ersetzt nicht die Reinigung zwischen den Zähnen.“ Und weil ich mit Zahnseide nicht so gut klarkomme, hat er mich Ende letzten Jahres den Sonicare AirFloss ausprobieren lassen. Halleluja – es geht so einfach. Gut, mein Sohn fragt seitdem immer, ob ich wieder mit der elek- trischen Wasserpistole die Kariestiere abschieße. Selbstverständlich putzt er seine Zähne auch mit ei- ner Kinder-Schallzahnbürste. Und Ihr Zahnarzt ist mit Ihrer Zahnpflege zufrieden? Frau van der Vaart: Klar. Ich habe aber auch zusammen mit meinem Sohn eine richtige Einweisung bekom- men, wie wir die neue Zahnbürste und ich den Airfloss benutzen sollen. Und den Tipp, immer wieder den Bürstenkopf zu wechseln. Dazu gehe ich regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung und alles ist gut. Als mein Zahnarzt erfuhr, dass ich mich jetzt für Sonicare einsetze, sendete er mir eine SMS und schrieb, dass er jetzt auch ein bisschen stolz ist. Sylvie, Sie sind ein Mensch, der gerne lacht und dem man das Lachen von Herzen gönnt. Wie lau- tet Ihre Erfolgsformel? Frau van der Vaart: Ich bin davon überzeugt, dass mir mein Lachen in der Vergangenheit viel Kraft und Selbstbewusstsein gegeben hat. Und dass es auch einer der Gründe ist, warum ich so gut ankomme. Dafür, dass es so bleibt, tue ich etwas. Ich lasse meine Zähne in der Praxis professionell reinigen und auch aufhellen. Jetzt startet die TV-Kampagne mit Ihnen und den Sonicare-Produkten. Was hätten Sie dem Be- trachter des Spots gern noch berichtet? Frau van der Vaart: Ganz ehrlich? Ich fand schon beim Dreh das Reiseetui der Sonicare DiamondClean super. Ich mag praktische Gegenstände, die auch noch schick aussehen … Sehr geehrte Frau van der Vaart, herzlichen Dank für dieses Gespräch!_ Spezial I cosmetic 4_ 2012 dentistry I 49
I Spezial Praktische Übungen zum Überwinden psychologischer Hürden in der Zahnarztpraxis: Körperlich entspannen Autorin_Dr. Lea Höfel Die aktuelle Reihe in der cosmetic dentistry befasst sich mit praktisch umsetzbaren Übungen im Umgang mit psychisch auffälli- gen Patienten in der Zahnarztpraxis. Es ist hilfreich, möglichst schnell zu erkennen, welcher Ansatz der sinnvollste ist, um ge- meinsam mit den Patienten eine entspannte Behandlung durchführen zu können. Auffäl- ligkeiten treten im Verhalten, in den Gedan- ken und in körperlichen Reaktionen auf. In der heutigen Ausgabe werden Tipps gege- ben, wie die Patienten körperlich entspan- nen können, um sich insgesamt wohler zu fühlen. _Jeder Mensch hat für unterschiedliche Gefühle persönliche Körperhaltungen. Ich bitte Sie jetzt ein- fach einmal gleich zu Anfang, sich kurz vorzustellen, wie es ist, angespannt zu sein: Wie fühlt es sich an? Was passiert mit Ihrem Gesichtsausdruck, mit Ihren Schultern, mit Ihrer Atmung? Was machen Ihre Hände, Ihre Beine? Sobald Sie sich eine Weile dabei beobachtet haben, angespannt zu sein, gehen Sie zur nächsten Beob- achtungsaufgabe über. Stellen Sie sich vor, wie es ist, schon jetzt zu entspannen: Wie fühlt sich das an? Was passiert jetzt mit Ihrem Gesichtsausdruck, mit Ihren Schultern, mit Ihrer Atmung? Was machen Ihre Hände jetzt, Ihre Beine? Sobald Sie sich genau in beiden Gefühlslagen be- obachtet haben, können Sie wahrscheinlich relativ einfach von der einen Variante in die andere wech- seln. Und damit sind wir schon bei der ersten und aus meiner Sicht besten Übung, die Sie mit angespann- ten Patienten durchführen können. _Anspannung entspannen Viele Patienten haben keine Vorstellung davon, wie es sich körperlich anfühlt, bei der Zahnbehandlung ent- spannt zu sein. Sie können genau berichten, wie sie sich bisher verspannten, schwitzten, zitterten, wie ihnen übel wurde, wie sie verkrampften und erstarr- ten. All dieses Wissen nutzt wenig, um einen ange- nehmen Zahnarztbesuch zu erleben. Diesen Patien- ten fehlt der Glaube daran, dass sie in dieser Situation entspannen können. Deshalb ist es sehr hilfreich, sie 50 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Spezial I Der Patient geht aufmerksam die Übung durch und merkt dabei, wie er bewusst entspannen kann. Meist war das Gesicht verkrampft, die Schultern waren nach oben gezogen und die Atmung war kurz und flach. Diese Aspekte kann der Patient nun bewusst ändern. Was aus psychologischer Sicht jedoch noch viel wichtiger ist, ist der Effekt, dass das Unterbe- wusstsein nach circa drei Durchgängen verstanden hat, dass der entspannte Zustand nur einen Atem- zug entfernt ist. Es fängt mit „angespannt“ an und endet jedes Mal mit „entspannt“. Zusammengefasst gehen Sie dreimal folgender- maßen vor: _ Körperliche Reaktionen „angespannt“ kurz durch- gehen _ Körperliche Reaktionen „entspannt“ etwas länger durchgehen _ Unterbrechung (z.B. anders hinsetzen, das Wetter besprechen) Sie können daraufhin Ihrem Patienten erklären, dass er seine körperlichen Reaktionen bewusst verän- dern und trainieren kann. Es ist nicht ratsam, die un- bewussten Vorgänge zu erläutern. Diese funktionie- ren am besten, wenn wir sie unbewusst lassen. Es reicht an dieser Stelle, wenn Sie wissen, was Sie tun. _Atemtechniken Körperliche Anspannungen sind stark mit dem Atem verbunden. Sobald Ihre Patienten tief in den Bauch atmen und wieder langsam ausatmen, ist es un- möglich, körperlich angespannt zu sein. Sie können den Patienten zwei Atemtechniken vorschlagen, aus denen diese wählen. Hilfreich ist es, dass sich der Pa- tient die Hand auf den Bauch legt, damit der Atem dorthin fließt. Schnappatmung bis maximal Brust- bereich ist kontraproduktiv. Atemtechnik 1-2-3: Zählen Sie einfach beim Atmen innerlich mit, hoch und runter: _ Atmen Sie drei Sekunden ein und zählen Sie inner- lich 1-2-3 _ Pause _ Atmen Sie drei Sekunden aus und zählen Sie inner- lich 3-2-1 _ Pause, … Atemtechnik 2-3-4: Verlangsamen Sie das Ein- und Ausatmen schritt- weise: _ 2 Sekunden einatmen – Pause – 2 Sekunden aus- atmen – Pause _ 3 Sekunden einatmen – Pause – 3 Sekunden aus- atmen – Pause _ 4 Sekunden einatmen – Pause – 4 Sekunden aus- atmen – Pause, … cosmetic 4_ 2012 dentistry I 51 e y a W a e g n A © l daran zu erinnern und es kurz mit ihnen zu trainieren. Üblicherweise machen die Patienten diese Übung an- standslos mit, da sie noch nicht ahnen, dass sie diese Erfahrung gleich während der Behandlung anwen- den werden. Sie können ohne große Vorankündigung die Übung wie oben beschrieben durchführen. Las- sen Sie den Patienten ein paarmal die unterschied- lichen körperlichen Reaktionen beobachten und füh- len. Fangen Sie bei der negativen an, da wir von ne- gativ zu positiv einstudieren möchten, nicht umge- kehrt. Führen Sie dabei die negativen Gefühle nur kurz durch und lassen Sie dem Patienten bei den po- sitiven Gefühlen mehr Zeit. Zwischen den Durchgän- gen ist es ratsam, den Patienten kurz abzulenken, um die Sequenz zu beenden. Vielleicht trägt er eine schöne Uhr oder soll sich noch bequemer hinsetzen.
I Spezial _Entspannungstechniken Natürlich können Sie Ihren Patienten auch eta- blierte Entspannungstechniken wie autogenes Trai- ning oder progressive Muskelrelaxation vorschla- gen. Damit diese Techniken jederzeit abrufbar sind, bedarf es regelmäßigen Trainings. Es gibt zahlreiche angeleitete Entspannungs-CDs auf dem Markt, die Sie Ihren Patienten nahelegen können. Jede Volks- hochschule oder Krankenkasse bietet Kurse dazu an. Doch auch für Sie ist es hilfreich, zu wissen, was der Patient macht, sobald er eine Entspannungstechnik anwendet. Autogenes Training Durch Autosuggestionen wird der Körper in einen Ruhezustand versetzt. Ruhe, Wärme und ein ange- nehm kühler Kopf helfen den Patienten, sich auch während der Zahnbehandlung wohlzufühlen. Typische Sätze sind dabei beispielsweise. „Mein Atem ist ruhig und entspannt“ oder „ Mein Arm ist angenehm schwer“. Progressive Muskelentspannung Hier werden körperliche Verspannungen in einzel- nen Körperregionen zuerst bewusst verstärkt, um sie dann bewusst zu lösen und dieser Entspannung nachzuempfinden. Dadurch bekommt der Patient ein Gefühl für seine Anspannung und kann dieser gezielt entgegenwirken. _Woran erkennen Sie den körperlich angespannten Patienten? Mehr Anregungen sind für Ihren Patienten nicht nö- tig. Zu viele Übungen verwirren unnötig und führen 52 I cosmetic 4_ 2012 dentistry dazu, dass keine richtig trainiert wird. Bleibt nur noch die Frage offen, woran Sie erkennen, dass Ihr Patient seine Angst primär an körperlichen Reaktio- nen festmacht und nicht an Gedanken oder Verhal- ten (siehe die letzten beiden Ausgaben der cosmetic dentistry). Sie sehen es. Wie schon oben beschrie- ben, haben die Patienten meist einen unsicheren, verkrampften Gesichtsausdruck. Die Schulter-Na- ckenregion ist angespannt, die Hände unruhig oder zu Fäusten geballt. Die Atmung ist meist flach und fließt nicht in die Bauchregion. Sobald der Patient beschreibt, wie sich „angespannt“ von „entspannt“ unterscheidet, wird er körperliche Anzeichen nen- nen, keine gedanklichen. Sobald Sie die Kategorien Verhalten, Gedanken und körperliche Reaktionen im Hinterkopf behalten, er- kennen Sie die Unterschiede immer schneller. Was Sie bisher wahrscheinlich schon intuitiv richtig gemacht haben, können Sie jetzt noch gezielter ein- setzen. Dadurch verkürzt sich die Vorbereitungs- und Behandlungszeit und die komplette Zahn- behandlung geht entspannter vonstatten. Ihre zahnmedizinische Expertise gepaart mit psycholo- gischem Know-how garantieren fachlichen und emotionalen Erfolg._ _Autorin cosmetic dentistry Dr. Lea Höfel Diplom-Psychologin, Buchautorin „Zahnarzt- angst? Wege zum entspannten Zahnarzt- besuch“. Internationale Veröffentlichungen und Tagungsbeiträge zu den Themen „Kognitive Grundlagen der Ästhetik“ und „Psychologie in der Zahnmedizin“. Zusätzliche Ausbildungen: NLP-Master & -Coach, Entspannungstrainerin, Journalistin, Reittherapeutin Kontakt Dr. Lea Höfel Tel.: 08821 7304633 Mobil: 0178 7170219 E-Mail: hoefel@psychologie-zahnheilkunde.de www.weiterbildung-zahnheilkunde.de
NEWS Studie Lächeln gegen den Stress? Kariesprophylaxe Nicht jede Zuckerverbindung schadet den Zähnen Eine Studie der University of Kansas zeigte jetzt, dass unter bestimmten Umständen Lächeln tat- sächlich Stress mindert, das Herz schützt und das allgemeine Wohlbefinden fördert. Die Ergebnisse der Autoren wurden nun im Fachblatt „Psychologi- cal Science“ publiziert. Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, ob das Lächeln echte gesundheitlich relevante Vorteile birgt. Für das Experiment ließen sich 169 College- Studenten in diverse Stresssituationen versetzen. Chinesische Essstäbchen mussten mit dem Mund festgehalten werden, wobei mit einer Hand ein Süßigkeiten sind nicht automatisch schlecht für die Zähne. Denn für das Entstehen von Karies spielt es eine Rolle, welche Art Zucker sie enthalten. Trau- ben-, Frucht- oder Haushaltszucker sind am gefährlichsten: Diese Ein- oder Zwei- fachzucker können die Kariesbakte- rien im Mund schnell aufspalten und verwerten, erläutert die Initiative proDente. Daraus bilden sich Säu- ren, die die Zahnsubstanz angrei- fen. Das führt irgendwann zu Lö- chern. Je länger die Säuren freie Bahn haben, desto mehr Schaden richten sie an. Einen zuckerähnlichen Aufbau ha- ben Zuckeraustauschstoffe wie Mannit, Sorbit und Xylit. Sie sind nicht so süß wie Ein- oder Zwei- fachzucker. Zuckeraustauschstoffe führen kaum zu Karies, weil die Ka- riesbakterien sie nur sehr schlecht aufspalten können. Daher steckt zum Beispiel Xylit in vielen Zahnpflegekaugummis, so die Initia- tive. Solche zahnfreundlichen, wissenschaftlich getesteten Süßwaren tragen oft das Symbol eines Zahnmännchens mit Schirm. Eine dritte Gruppe, die der Zu- ckerersatzstoffe, führt gar nicht zu Karies. Denn die Kariesbak- terien können diese auch als Süßstoffe bezeichneten Zu- ckerverbindungen nicht auf- spalten. Dabei handelt es sich proDente zufolge um künstlich hergestellte oder natürliche Stoffe, die deutlich süßer sind als normaler Zucker. Beispiele sind Aspartam, Cyclamat, Sac- charin oder Stevia. Quelle: dpa, tmn ZWP online „Daumen hoch“ für den dentalen Rundumblick Jeder kennt es, jeder spricht darüber und die meisten Pri- vatpersonen und mittlerweile auch Unternehmen loggen sich täglich ein. Facebook ist in aller Munde und verzeich- net derzeit 800 Millio- nen Nutzer – und täg- lich werden es mehr. Auch die OEMUS MEDIA AG und ZWP online sind seit einiger Zeit auf der belieb- ten Social Media-Plattform vertreten. Aktuell laufen täglich noch aktuelle News auf der Seite der OEMUS MEDIA AG ein, doch dies wird sich bald ändern: Es kommt zusammen, was zusammen gehört Künftig informiert die OEMUS MEDIA AG auf rasender Stern auf einem gespiegelten Bildschirm verfolgt werden sollte und die andere Hand in eis- kaltes Wasser getaucht war. Die Probanden sollten dabei entweder leicht lächeln, breit grinsen oder neutral schauen. Im gesamten Verlauf der Untersu- chung wurde die Herzfrequenz der Probanden ge- messen und im Gesamtergebnis schnitten die „breiten Lächler“ am besten bzw. entspanntesten ab. Sie wiesen eine wesentlich geringere Pulsfre- quenz auf als die zwei anderen Gruppen. Wer also im nächsten Verkehrschaos steckt, sollte einfach einige Momente lang ein breites Lächeln aufsetzen – dies helfe nicht nur, die Intensität des Stresserlebens zu minimieren, sondern schütze auch das Herz, resümiert die Studienleiterin Tara Kraft. Quelle: ZWP online Facebook über aktuelle verlagseigene Veranstaltun- gen, Fortbildungen und Neuerscheinungen, wie bei- spielsweise neue themenspezifische eBooks oder DVDs.Die tagesaktuellen News aus Branche, Wis- senschaft und Forschung sowie interessante Fallbe- richte aus der Praxis, gekoppelt mit umfangreichen Bildergalerien und Anwendervideos, erhalten die Leser ab sofort über den Facebook-Account von ZWP online.Somit bietet sich für den Leser ein klar strukturierter Informationsfluss. Unter https://www.facebook.com/zwponline ein- fach „Gefällt mir“ klicken und immer informiert sein! Quelle: ZWP online 54 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Studie Kokosöl beugt Karies vor Die Kosmetikindustrie hat Kokosöl schon lange für sich entdeckt und der Markt boomt: Shampoos, Sonnenschutzcremes, Badeöle, unzählige Lotio- nen und Seifen sind mit dem pflanzlichen Produkt angereichert und füllen die Kaufhausregale. Jetzt haben irische Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, dass Kokosöl nicht nur wie bis- her für die Beauty-Industrie interessant ist, son- dern auch dem Karies verursachenden Bakterium Streptococcus mutans zu Leibe rückt. Studienleiter Dr. Damien Brady sieht hierin eine Chance, Kokosöl zukünftig alternativ zu chemi- schen Substanzen – wie beispielsweise Triclosan – in Zahncremes zu verarbeiten. Bereits niedrige Dosierungen von Kokosöl reichen laut Aussage der Forscher aus, um eine effektive Wirkung zu erzie- len und das Gebiss vor Karies zu schützen. Quelle: ZWP online Mundspülung als Arzneimittel Neue Kosmetikverordnung für Bleaching die als Medizinprodukt deklariert sind, können deshalb auch in Wasserstoffperoxidkonzentratio- nen von mehr als 6 Prozent in den Praxen in den Verkehr ge bracht werden. Dagegen wurden vom Europäischen Gerichtshof gewis - se Mundspülungen in einer Grund satzentscheidung über die Rolle „pharmakologischer Wir- kungen“ als Arzneimittel einge- stuft. Im Streitfall ging es um die Mund- spüllösung „Paroex 0,12 %“, die ein Antiseptikum enthält. Der Her- steller warb damit, dass die Spülung bakteriellen Zahnbelag reduziere und seine Neubildung hemme. Ein Wettbewerber auf dem Markt für Mundspüllösungen ging dagegen mit dem Argu- ment vor, dass die Lösung eine pharmakologische Wirkung erziele und deshalb ein Arzneimittel mit Zulassungspflicht sei. Dies sahen nun auch die Eu- roparichter so. Eine solche Wirkung liege schon dann vor, wenn es im Körper zu einer Wechselwir- kung zwischen der Substanz und einer beliebigen Zelle im Körper komme, also auch mit Bakterien, Viren oder Parasiten, betonte der EuGH. Auch der Bundesgerichtshof hat in diesem Fall schon eine ähnliche Linie vertreten. Quelle: Dental Tribune Deutschland Bereits Ende Oktober tritt die neue Kosmetikver- ordnung in Kraft, die dem Zahnarzt im Zahn- bleaching-Bereich in der Praxis neue Chancen eröffnet. Alle Produkte, die mehr als 0,1 Prozent bis 6 Prozent Wasserstoffperoxid (H2O2) enthalten oder daraus freisetzen, dürfen nur noch unter direkter zahnärztlicher Aufsicht angewendet wer- den. Lediglich Produkte, die weniger als 0,1 Pro- zent H2O2 enthalten, sind auch weiterhin frei verkäuflich. Damit hat sich der Gesetzgeber den Forderungen aus der Zahnärzteschaft angeschlossen. So hat- ten die Kammern gefordert, dass die Produkte zur Aufhellung, abhängig von der Wirkstoffkonzentra- tion und ihrer Zweckbestimmung, als Kosmetikum oder Medizinprodukt deklariert werden. Produkte, Kinderzahncremes schützen vor Überdosierung Zu viel Fluorid macht bleibende Zähne fleckig Fluorid gilt vom ersten Milchzahn an als bes- ter Schutz vor Karies – allerdings muss die Dosierung dem Alter des Kindes entspre- chen. Denn Fluorid könne sich schon in die bleibenden Zähne einlagern, bevor sie durchbrechen, erläutert die Initiative proDente. Bekommt ein Kind anfangs zu viel von dem Stoff, könne er kreidig- weiße Flecken auf den zweiten Zähnen hinterlassen. Erwachsenenzahn- creme ist für Kleinkinder daher tabu. Eltern putzen das Gebiss ihres Nachwuchses am besten ab dem ersten Milchzahn einmal am Tag mit einem Hauch fluo- ridhaltiger Kinderzahncreme. Sie enthalte maximal 500 ppm Fluorid, erklärt proDente. Ab dem zweiten Lebensjahr sollte zweimal täglich damit geputzt werden. Sind Kinder sechs Jahre alt, dürfen sie normale Zahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm Fluo- rid nehmen. Außerdem sollte die Familie stets fluori- diertes Speisesalz im Haushalt benutzen. Hat ein Kind schon Kariesschäden an Milch- oder bleibenden Zähnen, empfehlen die Experten, dass es ab dem Alter von sechs Jahren einmal in der Wo- che auch noch ein höher dosiertes Fluoridgel oder entsprechende Mundspüllösungen anwendet. Min- destens zweimal pro Jahr trage der Zahnarzt außer- dem einen hochkonzentrierten Fluoridlack auf die Zähne auf. Nicht vergessen dürfe aber werden, die Zähne außerdem immer gut zu pflegen und mög- lichst wenig Zucker zu konsumieren. Quelle: dpa, tmn cosmetic 4_ 2012 dentistry I 55
I Information Laborkooperation und Laborauswahl Autor_Prof. Dr. Thomas Ratajczak _Der 1. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) befasste sich in einer Entscheidung vom 23.02.2012 – I ZR 231/10 – mit einer zahnärztlichen Laborkoopera- tion. Vertragspartner waren eine zahnärztliche Pra- xisgemeinschaft und ein Dentallabor. Die Zahnärzte waren über eine Firmenverschachtelung an einer GmbH beteiligt, mit der das Dentallabor eine stille Gesellschaft und besondere Gewinnbezugsrechte vereinbart hatte. Damit profitierten die Zahnärzte im Ergebnis von dem Dentallabor erteilten Aufträgen mehr oder weniger direkt. In einem 2001 geschlossenen Kooperationsvertrag verpflichteten sich die Zahnärzte, „während der Lauf- zeit dieses Vertrages sämtliche bei der Behandlung [ihrer] Patienten anfallenden und im Leistungskata- log des Auftragnehmers ausgewiesenen Dentalla- borleistungen durch entsprechende Einzelaufträge beim Auftragnehmer in Auftrag zu geben. Ausge- nommen sind hiervon Dentallaborleistungen, bei de- nen die Patienten aktiv die Auswahl des Labors be- e k h c s e n K t r e b o R © stimmen wollen“. Zum Ende 2005 kündigten die Zahnärzte den Kooperationsvertrag und gründeten u.a. ein eigenes Labor. Das klagende gewerbliche Den- tallabor besteht auf Vertragserfüllung und verlangt von den beklagten Zahnärzten zunächst im Wege der Auskunftsklage zu wissen, welche Leistungen durch andere Labore erbracht wurden, um seinen Scha- densersatzanspruch berechnen zu können. Das Landgericht (LG) Düsseldorf hatte die Klage ab- gewiesen, das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf ihr aber stattgegeben. Auf die Revision der Zahnärzte hin bestätigte der BGH das klageabweisende Urteil des LG Düsseldorf. Das Urteil des BGH enthält neben zu er- wartenden Passagen zu dieser Problematik auch eine Passage, die bei Eigenlaboren besondere Probleme bereiten könnte. Der BGH hält die Laborkooperation für unzulässig und den entsprechenden Vertrag wegen Verstoßes gegen das berufsrechtliche Verbot der Zuweisung gegen Entgelt (§ 2 Abs. 8 MBO-Z) für nichtig. Auch für Zahn- ärzte gelte, dass die Nachfrageentscheidung nicht nach den eigenen Interessen des Zahnarztes als Nachfrager oder Nachfragedisponent des Patienten getroffen werden dürfe, insbesondere dürfe der Zahnarzt seine Entscheidung nicht davon abhängig machen, ob ihm für die Überweisung eine Gegenleis- tung zufließt oder nicht. Der BGH meint weiter, der Zahnarzt habe „diese be- rufsrechtlichen Ge- und Verbote auch dann zu befol- gen, wenn er im Rahmen seiner Praxis ein eigenes zahntechnisches Labor im Sinne des § 11 MBO Zahn- ärzte betreibt. Nichts anderes gilt, wenn er ein solches Labor auslagert und von einem Dritten betreiben lässt“. Der BGH sieht in der zitierten Passage der Koopera- tionsvereinbarung den entscheidenden Gesichts- punkt, wobei er, wie die weiteren Ausführungen bele- gen, auch ohne diese zum Ergebnis gekommen wäre, dass die Gesamtkonstruktion wegen Verstoßes gegen die § 2 Abs. 8 MBO-Z entsprechenden Berufsnormen der (Landes-)Zahnärztekammern nichtig ist. Durch die Verpflichtung, sämtliche bei der Behandlung ihrer Patienten anfallenden Dentallaborleistungen bei die- sem Dentallabor in Auftrag zu geben, hätten sich die Zahnärzte rechtlich in einer Weise gebunden, die ihre zahnärztliche Entscheidungsfreiheit eingeschränkt habe. Eine zahnärztliche Vergabeentscheidung könne 56 I cosmetic dentistry 4_ 2012
bei Geltung der Vereinbarung nicht mehr allein am Patienteninteresse ausgerichtet werden, sondern müsse zugunsten des Dentallabors erfolgen. Dabei sei es unerheblich, dass die vertragliche Regelung solche Dentallaborleistungen von der Vergabepflicht aus- nehme, bei denen die Patienten aktiv die Auswahl des Labors bestimmen. Denn die Verpflichtung des Zahn- arztes zur Wahrung der Patienteninteressen schütze auch und gerade Patienten, die keine eigenen Vorstel- lungen zur Auswahl eines Labors äußern, sondern in- soweit auf die zahnärztliche Unabhängigkeit ver- trauen. Der BGH macht den Verstoß gegen die berufsrecht- lichen Vorschriften nicht von einer rechtlichen Kopp- lung des Laborauftrags (der BGH verwendet hierfür in der Entscheidung durchgängig die im zahnärztlichen Zusammenhang unübliche Bezeichnung „Überwei- sung“) an eine Gegenleistung des Dentallabors ab- hängig. Im zu entscheidenden Fall ergab sich für den BGH „eine hinreichende Verbindung zwischen der Verpflichtung nach der Kooperationsvereinbarung und der Möglichkeit der Beklagten, im Sinne einer Gegenleistung von entsprechenden Laboraufträgen an die Klägerin wirtschaftlich zu profitieren, aus den gesellschaftsrechtlichen Umständen. Das Beru- fungsgericht ist weiter davon ausgegangen, dass die Beklagten über diese gesellschaftsrechtlichen Ver- bindungen die Möglichkeit hatten, bereits im Vorfeld oder während der Laufzeit des Kooperationsvertrages ihre gesellschaftsrechtliche Einflussnahme auf die Klägerin aktiv auszugestalten. Solche indirekten Möglichkeiten zur Erlangung einer Gegenleistung reichen für die Annahme einer unangemessenen un- sachlichen Beeinflussung der ärztlichen Diagnose- und Therapiefreiheit aus“. Damit ist jegliche finanzielle Absprache zwischen Zahnarztpraxis und gewerblichen Labor – gleichgül- tig, wie subtil gemacht („solche indirekten Möglich- keiten zur Erlangung einer Gegenleistung“) – nach Ansicht des BGH nichtig. Den BGH stört auch nicht, dass die Zahnärzte mit die Initiatoren des Ganzen waren und davon profitiert hatten. Das OLG Düsseldorf hatte noch gemeint, die Zahnärzte könnten sich jedenfalls unter Berücksich- tigung der besonderen Umstände des Einzelfalls wegen des grundsätzlichen Verbots unzulässiger Rechtsausübung (§ 242 BGB) nicht auf eine – unter- stellte – Nichtigkeit der Kooperationsvereinbarung berufen. Die Zahnärzte hätten einen etwaigen be- rufsrechtlichen Nichtigkeitsgrund durch die neben dem Kooperationsvertrag konzipierten und konstru- ierten Verträge eigenverantwortlich verursacht und diesen Nichtigkeitsgrund nach mehrjähriger unbean- standeter Durchführung der Kooperationsvereinba- rung als Vorwand genutzt, um sich von dieser einsei- tig loszusagen und ein Eigenlabor zu betreiben und auslasten zu können. Der BGH sieht dies anders. Das klagende Dentallabor könne die verbotene Leistungs- handlung bereits deshalb nicht unter Berufung auf Treu und Glauben verlangen, weil das Verbotsgesetz den Schutz von Interessen Dritter, hier der Patienten, bezwecke. Damit schließt sich der 1. Zivilsenat des BGH der har- ten Linie an, die der 1. Strafsenat des BGH in seiner Entscheidung vom 25.01.2012 – 1 StR 45/11 – einge- schlagen hat: Verträge, die das berufsrechtliche Ver- bot der Zuweisung gegen Entgelt verletzen, sind aus- nahmslos zivilrechtlich nichtig und strafrechtlich i.d.R. als Betrug zu werten. Vorliegend kommt aber hinzu, dass der BGH in einem Nebensatz meint, der Zahnarzt müsse „diese berufs- rechtlichen Ge- und Verbote auch dann befolgen, wenn er im Rahmen seiner Praxis ein eigenes zahn- technisches Labor im Sinne des § 11 MBO Zahnärzte betreibt“, also auch bei der Auswahl seines praxisei- genen Labors vermeiden, dass die Nachfrageent- scheidung nach seinen eigenen Interessen als Nach- frager oder Nachfragedisponent des Patienten ge- troffen werde. Wie man sich das praktisch vorstellen soll, ist wohl auch dem 1. Zivilsenat nicht ganz klar. Die ständige Verwendung des Begriffs „Überweisung“ anstelle des im zahnärztlichen Sprachgebrauch üblichen „Labor- auftrags“ hat möglicherweise den Blick für die Unter- schiede zwischen zahnärztlichem und ärztlichem Handeln verdeckt. Der Arzt, der eine Überweisung ausstellt, schließt damit im Regelfall einen Vertrag für den Patienten mit dem Überweisungsempfänger (BGH, 14.01.2010 – III ZR 173/09 –). Vertragspartner werden Patient und Überweisungsempfänger, also i.d.R. ein Facharzt, im Laborbereich ein Labormedizi- ner. Für Fehler des Labormediziners haftet der über- weisende Arzt nicht. Im zahnärztlichen Bereich löst dagegen der Laborauf- trag keinen Vertragsabschluss zwischen Patient und Dentallabor aus. Vertragsparteien sind und bleiben al- lein Zahnarzt und Dentallabor – und beim Eigenlabor ist der Zahnarzt zugleich auch der zahntechnische Auftragnehmer. Für Fehler des Dentallabors haftet der Zahnarzt nach § 278 BGB, für Fehler seines Eigen- labors erst recht. Wenn er glaubt, den Auftrag im praxiseigenen Labor erledigen zu können, entsteht daraus für den Patienten also kein besonderes Scha- densrisiko. Gelingt der Auftrag, sind alle zufrieden, wenn nicht, haftet der Zahnarzt voll. Dem BGH schwebt offenbar vor, dass der Zahnarzt mit kritischer Distanz die Fähigkeiten seines Eigenlabors betrachten soll. Das ist aber etwas anderes, als die Grundsätze der Zuweisung gegen Entgelt auf diesen Bereich anzuwenden. Der Zahnarzt, der Aufträge an sein Eigenlabor gibt, weist nicht gegen Entgelt zu, sondern führt sowohl die zahnärztliche als auch die zahntechnische Leistung selbst aus. Das darf er. Das gilt auch, wenn er mit anderen Kollegen ein Gemein- schaftslabor in Form einer Praxislaborgemeinschaft betreibt._ Information I _Kontakt cosmetic dentistry Prof. Dr. Thomas Ratajczak Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, Fachanwalt für Sozialrecht, Justitiar des BDIZ EDI Kanzlei RATAJCZAK & PARTNER Rechtsanwälte Berlin · Essen · Freiburg im Breisgau · Jena · Meißen · München · Sindelfingen Posener Straße 1 71065 Sindelfingen Tel.: 07031 9505-18 (Frau Balda) Fax: 07031 9505-99 E-Mail: ratajczak@rpmed.de www.rpmed.de cosmetic 4_ 2012 dentistry I 57
I Lifestyle Nur die Liebe zum Detail schafft etwas Großes _Lt. Wikipedia ist das Mosaik „eine schon im Alter- tum bekannte Gattung der Maltechnik, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen oder ver- schieden geformten Teilen (Stein- oder Glasstücken, auch Teilen von Papier oder Stoffen) Muster oder Bil- der entstehen. Das Wort Mosaik leitet sich aus dem spätlateinischen Musaicum (opus) (Werk den Musen gewidmet) ab“. gerd kemmerling hat diese Technik mit seinen Werken in die Neuzeit katapultiert. Viele tausend einzelne Bil- der, jedes ein eigenes kleines Kunstwerk, werden von Künstlerhand im Computer erfasst, verfremdet und 58 I cosmetic 4_ 2012 dentistry
Lifestyle I zugeordnet, bis das einzigartige, harmonische Ganze entsteht. Motive und Farben vermitteln das Gefühl von Frische und Modernität. Besonders die großformatigen Werke beeindrucken den Betrachter, der durch die vielen kleinen Details immer wieder Neues entdecken kann. Das alte Prinzip des Mosaiks wird in den Werken von gerd kemmerling ganz neu und einzigartig interpre- tiert. Ob in Büros, Praxisräumen, im Labor oder privat zu Hause. Die außergewöhnlichen Exponate dieses Künstlers gestalten ein modernes und zeitgemäßes Ambiente. Auf Kunstausstellungen und in Galerien finden Sie den uneingeschränkten Zuspruch der Presse, das Lob der Kunstexperten und den Beifall der interessierten Besucher. In diesen Qualitäten und Größen sind die Mosaiken auf dem bestehenden internationalen Kunstmarkt einzigartig! Selbstverständlich sind diese Bilder streng limitiert auf nur zehn Exponate, sie sind nummeriert und vom Künstler signiert. Die Standardgröße ist ca. 1,20 Me- ter x 0,90 Meter (Sondergrößen teilweise lieferbar bis 4,30 Meter x 2,90 Meter – können angefragt werden). Wenn Sie sich für die Werke von gerd kemmerling interessieren, schauen Sie doch einfach mal ins Inter- net: www.lippengk.de oder www.art-galerie-frank- furt.de Hier finden Sie eine große Auswahl an Exponaten und viele weitere Informationen._ _Kontakt cosmetic dentistry gerd kemmerling Tel.: 06081 59595 Mobil: 0171 4582721 E-Mail: gerdkemmerling@ t-online.de cosmetic 4_ 2012 dentistry I 59
I Lifestyle Rajalta Rajalle hiihto – ein Wintermärchen für sportlich Ambitionierte Autorin_Petra Heine Rajalta Rajalle hiihto ist wohl einer der längs- ten und anspruchsvollsten klassischen Ski- marathons der Welt – ohne Wettkampfcha- rakter. Jährlich reisen ca. 70 Teilnehmer in drei Durchgängen nach Kuusamo, um an der Durchquerung Finnlands von der russischen zur schwedischen Grenze teilzunehmen. In sieben Tagesetappen gilt es 444 km im klas- sischen Stil zu bewältigen. Zeit, den Alltag hinter sich zu lassen und gemeinsam mit Freunden oder allein in die finnischen winter- lichen Weiten einzutauchen – Tagesetappen zwischen 48 und 84 km lassen genügend Raum! 60 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Lifestyle I cosmetic 4_ 2012 dentistry I 61 _Der eigentliche Start der Durchquerung liegt öst- lich von Kuusamo. Auf freier Strecke, irgendwo im Nichts, werden wir in die Spur geschickt. Trotz fühl- barer Unruhe geht der Start für Außenstehende eher beschaulich vonstatten. Wir ordnen uns noch ein- mal und ohne Startnummer, Startposition oder gar Startschuss geht es unsortiert in die Loipe. Kleine Gruppen mit ähnlichem Leistungspotenzial werden sich, wenn nicht gemeinsam angereist, erst in den nächsten Tagen finden. Die erste Etappe (65 km) mit ihren kurzen, knackigen Anstiegen hat es für eine Berlinerin, der maximal die Müggelberge mit 114,7 Höhenmetern für die Vorbe- reitung zur Verfügung standen, in sich. Heftiger Gegenwind, schlechte Sicht und Schneetreiben las- sen einige Teilnehmer schnell an ihre Grenzen kom- men. Nach sechs bis acht Stunden erreichen wir er- schöpft unser erstes Etappenziel. Auch am zweiten Tag sind die Wetterverhältnisse schwierig. Wechselnde Temperaturen zwischen mi-
I Lifestyle nus sechs und etwas über null Grad führen zu Wachsproblemen. Da hilft nur, sich bei unseren Wachsprofis einige Tricks abzuschauen, um einen akzeptablen Kompromiss zu finden. Endlich am dritten Tag, gleißender Sonnenschein, das schmerzliche Zählen der Tageskilometer ist wie weggeblasen und man beginnt zu genießen. Die tief stehende Märzsonne verwandelt die finnischen Weiten in so unterschiedlich traumhaft schöne Wintermomente, wie man sie nie zuvor erlebt hat. Irgendwann wird es zur Sucht. Ich verfalle dem nun automatisierten, runden Bewegungsablauf des Ski- langlaufs und der weiß glitzernden Unendlichkeit. Die Unterkunft in Landschulheimen oder ähnlichen Massenquartieren tut der Freude keinen Abbruch. Allerdings sollte man einen nicht allzu empfind- lichen Geruchssinn haben, Ohropax benutzen und ein gewisses Maß an Toleranz mitbringen. Am vierten Tag ist die längste Etappe von 87 Tages- kilometern zu absolvieren. Selbst mit dem Wissen, dass man 65 km durchaus bewältigt, beginnt man diesen Tag voller Ehrfurcht. Die letzte Möglichkeit „auszusteigen“ und mit dem Bus zu fahren, der so- wohl unser Gepäck als auch Skiläufer, die es ruhiger 62 I cosmetic dentistry 4_ 2012
Lifestyle I cosmetic 4_ 2012 dentistry I 63 in die nächste angehen, Unterkunft bringt, besteht nach ca. 46 km. Doch noch fühlt man sich fit und mutig geht es in die zweite Etappenhälfte. Aber das Wetter verschlechtert sich dramatisch, man läuft weniger als 8 km/h, die Kräfte schwinden und der Mut. Der Wind nimmt stetig zu, die Loipen sind kaum mehr zu erahnen und die Dämmerung setzt ein. Bei Kilometer 78 sammelt uns der unter seiner Tschapka freundlich lächelnde Finne mit seinem Schneemobil aus der Loipe – auch er will irgend- wann in den Feierabend. Nach dieser Etappe gibt es glücklicherweise eine warme Dusche und etwas Intimsphäre, da wir in ei- nem Hotel untergebracht sind. Beim gemeinsamen Abendessen, nach versorgten Wunden, sind die Strapazen schnell vergessen. Munteres Plaudern er- füllt den Raum. Jeder der Teilnehmer hat seine ei- gene spannende Geschichte: Ein Deutsch-Brasilia- ner, der in der kommenden Woche heiraten wird, nimmt schon zum 5. Mal an diesem Lauf quer durch Finnland teil. Einem 70-jährigen Finnen wurde die Teilnahme an diesem Skilanglauf zum Geburtstag
I Lifestyle geschenkt. Ein Tscheche und ein Allgäuer tauschen angeregt Episoden über Hochgebirgstouren und Gipfelbesteigungen in den höchsten Regionen dieser Erde aus. Staunend lausche ich als Flachländer den Geschichten aus einer anderen, atemberaubenden Welt. Am meisten beeindrucken die teilnehmenden Finnen, deren Alter im Durchschnitt über 60 Jahre liegt. Stoisch ziehen sie ihre Bahnen, scheinbar mü- helos, immer ein offenes Lächeln im Gesicht. Nach der für uns auf 78 km gekürzten Mammutetappe vergehen die Tage wie im Flug. Das Wetter wird wieder besser. Bei winterlichen Temperaturen von –15 °C bis –10 °C, kaum Wind, keinem Schneefall ist das Lang- laufleben im Lot. Über zugefrorene Seen, weite Sumpf- flächen, durch tief verschneite finnische Wälder nä- hern wir uns Kilometer für Kilometer dem Nordufer des Bottnischen Meerbusens – unserem Ziel. Leicht wehmütige Gefühle begleiten die letzte Etappe. In „wenigen“ Kilometern wird dieser groß- artige Lauf sein Ende finden. MAALI – Zieleinlauf – singend und tanzend werden wir von einer Gruppe junger Finnen empfangen. Glücklich und stolz, eins mit der Langlaufwelt, geht eine beeindruckende Woche zu Ende. An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank den Veranstaltern sowie all den netten und lieben Finnen, die durch ihren Einsatz die Tour zu einem unvergesslichen Erlebnis werden ließen._ 64 I cosmetic dentistry 4_ 2012
DGKZ e.V. Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin Die innovative Fachgesellschaft für den modernen Zahnarzt Kostenlose Fachzeitschrift Lesen Sie kostenlos „cosmetic dentistry“– die qualitativ außerge- wöhnliche Mitgliederzeitschrift informiert Sie über alle relevanten Themen der kosmetischen Zahnmedizin. Auch als ePaper mit Archiv- funktion auf www.zwp-online.info verfügbar. Ermäßigte Kongressteilnahme Besuchen Sie die Jahrestagungen der DGKZ e.V. und nutzen Sie die für Mitglieder ermäßigten Teilnahmegebühren. (Die 9. Jahrestagung wird am 27./28. April 2012 in Essen stattfinden.) Kostenlose Mitglieder-Homepage Nutzen Sie Ihre eigene, individuelle Mitglieder-Homepage, die die DGKZ e.V. allen aktiven Mitgliedern kostenlos zur Verfügung stellt. Über die Patientenplattform der DGKZ e.V., die neben Informationen für Patienten auch eine Zahnarzt-Suche bietet, wird der Patient per Link mit den individuellen Mitglieder-Homepages verbunden. Patientenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit Profitieren Sie von einer starken Gemeinschaft, die durch Öffent- lichkeitsarbeit auch Ihr Praxismarketing unterstützt. Nutzen Sie die Vorteile der Mitgliedschaft in der DGKZ e.V. und treten Sie jetzt dieser starken Gemeinschaft bei! Die einfache bzw. passive Mitgliedschaft kostet 200,00 € die aktive Mitgliedschaft 300,00 € jährlich. , Mitgliedsantrag DGKZ QR-Code einfach mit dem Smartphone scannen (z. B. mithilfe des Readers Quick Scan) Ja, ich möchte Mitglied der DGKZ e.V. werden. Bitte senden Sie mir den Mitgliedsantrag zu: Praxisstempel Vorname Name E-Mail CD 4/12 Weitere Infos: Deutsche Gesellschaft für Kosmetische Zahnmedizin e.V. Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig Tel.: 0341 48474-202, Fax: 0341 48474-290 info@dgkz.info/www.dgkz.com Faxantwort 0341 48474-290 oder per Post an DGKZ e.V. c/o OEMUS MEDIA AG Holbeinstraße 29 04229 Leipzig
ABOSERVICE Frischer Wind für Praxis und Labor OEMUS MEDIA AG – Die Informations- plattform der Dentalbranche. Vielseitig, kompetent, unverzichtbar. OEMUS MEDIA AG || Bestellformular ABO-SERVICE || Per Post oder per Fax versenden! Ihre Kontaktdaten Holbeinstraße 29 04229 Leipzig Andreas Grasse Fax: 0341 48474-290 | Tel.: 0341 48474-200 Bitte alles ausfüllen und Zutreffendes ankreuzen! Ja, ich möchte die Informationsvorteile nutzen und sichere mir folgende Publikationen bequem im preisgünstigen Abonnement: Zeitschrift jährliche Erscheinung Preis ® ZWP Zahnarzt Wirtschaft Praxis 10-mal 70,00 €* ® ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor 6-mal 36,00 €* ® dentalfresh 4-mal 20,00 €* ® DENTALZEITUNG 6-mal 33,00 €* ® cosmetic dentistry 4-mal 44,00 €* ® face 4-mal 44,00 €* ® digital dentistry 4-mal 44,00 €* ® Implantologie Journal 8-mal 88,00 €* ® Dentalhygiene Journal 4-mal 44,00 €* ® Oralchirurgie Journal 4-mal 44,00 €* ® Laser Journal 4-mal 44,00 €* ® Endodontie Journal 4-mal 44,00 €* ® ZT Zahntechnik Zeitung 11-mal 55,00 €* ® KN Kieferorthopädie Nachrichten 10-mal 75,00 €* ® PN Parodontologie Nachrichten 6-mal 40,00 €* ® Dental Tribune German Edition 10-mal 35,00 €* ® laser (engl.) 4-mal 44,00 €* ® roots (engl.) 4-mal 44,00 €* ® cosmetic dentistry (engl.) 4-mal 44,00 €* ® implants (engl.) 4-mal 44,00 €* * Alle Preise verstehen sich inkl. MwSt. und Versandkosten (Preise für Ausland auf Anfrage). Name, Vorname Straße/PLZ/Ort Telefon/Fax ® Ich bezahle per Rechnung. ® Ich bezahle per Bankeinzug. (bei Bankeinzug 2 % Skonto) Bitte informieren Sie mich außerdem über Fortbildungsangebote zu folgenden Themen: ® Kieferorthopädie ® Dentalhygiene/Prophylaxe ® Implantologie/Oralchirurgie ® Laserzahnheilkunde ® Zahnaufhellung/Bleaching ® Kommunikation ® Endodontie ® Praxismanagement ® Kosmetische Zahnmedizin Bitte senden Sie mir diese per E-Mail an folgende Adresse: E-Mail Widerrufsbelehrung: Den Auftrag kann ich ohne Begründung innerhalb von 14 Tagen ab Bestellung bei der OEMUS MEDIA AG, Holbeinstr. 29, 04229 Leipzig schriftlich widerrufen. Rechtzeitige Absendung genügt. Datum/Unterschrift Das Abonnement verlängert sich automatisch um 1 Jahr, wenn es nicht fristgemäß spätestens 6 Wochen vor Ablauf des Bezugszeitraumes schriftlich gekündigt wird. CD 4/12
Philips Sonicare AirFloss Die Innovation zur einfachen Reinigung der Zahnzwischenräume War Ihren Patienten die Reinigung der Zahnzwischenräume bisher zu mühsam? Der Philips Sonicare AirFloss arbeitet mit patentierter Luft- und Mikrotröpfchen-Technologie. Durch seinen Hochdruck-Sprühstrahl aus Luft und winzigen Wassertropfen reinigt er tief in den Zahnzwischenräumen und entfernt dort mühelos Plaque-Biofilm. Einfach und sicher in der Anwendung. Sanft zu Zahnfleischgewebe, Zähnen und Zahnschmelz. (cid:115)฀(cid:37)(cid:73)(cid:78)(cid:70)(cid:65)(cid:67)(cid:72)(cid:26) Gezielte und tiefe Reinigung mit nur einem Knopfdruck (cid:115)฀(cid:51)(cid:67)(cid:72)(cid:78)(cid:69)(cid:76)(cid:76)(cid:26) Reinigung in 60 Sekunden (cid:115)฀(cid:37)(cid:70)(cid:70)(cid:69)(cid:75)(cid:84)(cid:73)(cid:86)(cid:26) Gründliche Entfernung von Plaque-Biofilm (cid:115)฀฀(cid:18)(cid:24)฀(cid:52)(cid:65)(cid:71)(cid:69)฀(cid:39)(cid:69)(cid:76)(cid:68)(cid:13)(cid:90)(cid:85)(cid:82)(cid:224)(cid:67)(cid:75)(cid:13)(cid:39)(cid:65)(cid:82)(cid:65)(cid:78)(cid:84)(cid:73)(cid:69)(cid:26) Bietet Patienten, die bisher nie oder selten ihre Zahnzwischenräume gereinigt haben, die Möglichkeit, den AirFloss ohne Risiko zu testen. Mehr Informationen dazu unter www.sonicare.de/dp oder telefonisch unter: (D) 0800 0007520, (AU) 0800 180016, (CH) 0800 422944 (kostenfrei aus dem Festnetz, Mobilfunkpreise können abweichen).

References: BGH 
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 § 11
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 § 278
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