Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=18.11.2003&Aktenzeichen=VI%20ZR%20385/02
Timestamp: 2020-07-06 23:10:17+00:00

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BGH, 18.11.2003 - VI ZR 385/02 - dejure.org
https://dejure.org/2003,199
BGH, 18.11.2003 - VI ZR 385/02 (https://dejure.org/2003,199)
BGH, Entscheidung vom 18.11.2003 - VI ZR 385/02 (https://dejure.org/2003,199)
BGH, Entscheidung vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02 (https://dejure.org/2003,199)
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BGB § 823; StVO §§ 12, 45
Begriff des Schutzgesetzes i.S.v. § 823 II BGB (Halteverbot an Baustelle); Voraussetzung einer Eigentumsverletzung (§ 823 I BGB) durch Nutzungsbeeinträchtigung ohne Eingriff in die Sachsubstanz; Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb - Erfordernis der ...
Schutz des Vermögens eines Bauunternehmers durch Halteverbote im Rahmen von Baustellen ; Begriff des Schutzgesetzes; Straßenverkehrsordnung als Gesetz zum Schutz des Vermögens
BGB § 823; StVO §§ 12 45
Verkehrsrecht - Zweck des Halteverbots an einer Baustelle
nomos.de , S. 41 (Kurzinformation)
§§ 12, 45 StVO; § 823 BGB
Verkehrsrecht - Halteverbot dient nicht dem Schutz von Vermögensinteressen
Keine Anwendung der StVO im Rahmen des § 823 Abs. 2 BGB
Parken im Halteverbot einer gekennzeichneten Baustelle - Schadensersatzpflicht
Falschparkerin stoppt Kranarbeiten - Bauunternehmer hat keinen Anspruch auf Schadenersatz
Kein Schadensersatzanspruch beim Parken im Halteverbot
123recht.net (Pressemeldung, 18.11.2003)
Falschparker muss bei Behinderung keinen Schadenersatz zahlen // Halteverbot dient nicht dem Vermögensschutz
Schadensersatzhaftung - Keine Haftung für Falschparker
NJW 2004, 356
MDR 2004, 274
NZBau 2004, 157 (Ls.)
NZV 2004, 136
VersR 2004, 255
Dieses dient als sachlich begrenztes Ordnungsrecht der Abwehr von typischen Gefahren, die vom Straßenverkehr ausgehen und die dem Straßenverkehr von außen oder durch Verkehrsteilnehmer erwachsen (Senatsurteile vom 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04, VersR 2005, 1449, 1450; vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, VersR 2004, 255, 256; jeweils mwN).
Einzelne Vorschriften der StVO können allerdings zugleich dem Schutz von Individualinteressen dienen, namentlich der Gesundheit, der körperlichen Unversehrtheit und des Eigentums (…Senatsurteile vom 28. März 2006 - VI ZR 50/05, VersR 2006, 944 Rn. 18;… vom 14. Juni 2005 - VI ZR 185/04, aaO; vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, aaO).
Deshalb reicht es nicht aus, dass der Individualschutz durch Befolgung der Norm als ihr Reflex objektiv erreicht werden kann; er muss vielmehr im Aufgabenbereich der Norm liegen (vgl. BGH, Urteile vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, NJW 2004, 356, 357 …und vom 22. Juni 2010 - VI ZR 212/09, BGHZ 186, 58 Rn. 26, jeweils mwN).
Deshalb reicht es nicht aus, dass der Individualschutz durch Befolgung der Norm als ihr Reflex objektiv erreicht werden kann; er muss vielmehr im Aufgabenbereich der Norm liegen (vgl. BGH, VI ZR 385/02, Urteil vom 18.11.2003).
Deshalb reicht es nicht aus, dass der Individualschutz durch Befolgung der Norm als ihr Reflex objektiv erreicht werden kann; er muss vielmehr im Aufgabenbereich der Norm liegen (vgl. Senatsurteile vom 16. März 2004 - VI ZR 105/03, VersR 2004, 1012; vom 3. Februar 1987 - VI ZR 32/86, BGHZ 100, 13, 14 f.; vom 2. Februar 1988 - VI ZR 133/87, BGHZ 103, 197, 199 und vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, VersR 2004, 255, jeweils mwN).
Für einen Anspruch aus § 823 Abs. 2 BGB muss gerade das verletzte Rechtsgut in den sachlichen und der entstandene Schaden in den funktionalen Schutzbereich des Schutzgesetzes fallen (vgl. dazu BGH, Urteil vom 18.11.2003, VI ZR 385/02 Rn. 16; BGH…, Urteil vom 09.12.2014, VI ZR 155/14 Rn. 10 - jeweils zitiert nach juris).
Für die Beurteilung, ob einer Vorschrift Schutzgesetzcharakter zukommt, ist in umfassender Würdigung des gesamten Regelungszusammenhangs der Norm auch zu prüfen, ob es in der Tendenz des Gesetzgebers liegen konnte, an die Verletzung des geschützten Interesses die Haftung gemäß § 823 Abs. 2 BGB zu knüpfen (BGH, Urteil vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, NJW 2004, 356, 357; Urteil vom 16. März 2004 - VI ZR 105/03, NJW 2004, 1949 mwN; Urteil vom 28. März 2006 - VI ZR 50/05, NJW 2006, 2110, 2112 mwN).
Auch wenn die Einrichtung der Halteverbotszone daneben regelmäßig den Zweck hat, Gefährdungen für den Straßenverkehr im Sinne der Aufrechterhaltung seiner "Sicherheit und Leichtigkeit" auszuschließen - etwa durch Parken auf der Straße ("in zweiter Reihe") - so dient sie doch in der Mehrzahl der alltäglichen Fälle ganz überwiegend dem privaten Interesse an der erleichterten Durchführung des Umzugs oder der privaten Baumaßnahme (vgl. BayVGH…, Urteil vom 14. Juni 2016 - 10 B 14.2455, juris Rn. 28;… OVG Münster, a.a.O., Rn. 29; vgl. aber BGH, Urteil vom 18. November 2003 - VI ZR 385/02, juris Rn. 19 f, wonach Halteverbote im Rahmen von Baustellen nicht das Vermögen eines Bauunternehmers schützen).
Daher fehlt es an einer Betriebsbezogenheit des Eingriffs, wenn auch jeder andere Rechtsträger einer entsprechenden Behinderung ausgesetzt sein kann, diese aber nach den das Haftungsrecht prägenden wertenden Zurechnungsgrundsätzen entschädigungslos hinnehmen müsste (BGH 18. November 2003 - VI ZR 385/02 - zu II 2 c der Gründe; 10. Dezember 2002 - VI ZR 171/02 - zu II 2 der Gründe; 21. Juni 1977 - VI ZR 58/76 - zu II 2 a der Gründe) .
OLG Hamm, 06.05.2010 - 6 U 145/09
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References: § 823
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