Source: https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/gesellschaftsrecht/rechtliches-gehoer-entscheidungsgruende-4-3130594
Timestamp: 2019-12-07 14:21:26+00:00

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Die Bestim­mung in Art. 103 Abs. 1 GG hat den Zweck, einen ange­mes­se­nen Ablauf des Ver­fah­rens zu sichern 1. Der Ein­zel­ne soll nicht blo­ßes Objekt des Ver­fah­rens sein, son­dern vor einer Ent­schei­dung, die sei­ne Rech­te betrifft, zu Wort kom­men, um Ein­fluss auf das Ver­fah­ren und sein Ergeb­nis neh­men zu kön­nen 2. Art. 103 Abs. 1 GG ver­mit­telt allen an einem gericht­li­chen Ver­fah­ren Betei­lig­ten einen Anspruch dar­auf, sich zu dem in Rede ste­hen­den Sach­ver­halt und zur Rechts­la­ge zu äußern 3 sowie Anträ­ge zu stel­len und Aus­füh­run­gen zu machen 4. Dem ent­spricht die Pflicht des Gerichts, tat­säch­li­che und recht­li­che Aus­füh­run­gen der Betei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen 5.
Der eben dar­ge­stell­te Gehörs­ver­stoß ist ent­schei­dungs­er­heb­lich. Es kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass das Beru­fungs­ge­richt bei Berück­sich­ti­gung des über­gan­ge­nen Vor­brin­gens Ver­gü­tungs­an­sprü­che des Herrn Br. gegen die A. GmbH und damit jeden­falls einen gemäß § 840 Abs. 2 Satz 2 ZPO bzw. § 823 Abs. 2 i.V.m. § 288, 27 StGB ersatz­fä­hi­gen Scha­den ver­neint hät­te 6.
vgl. BVerfGE 60, 1, 5; 65, 227, 234; 84, 188, 190; 86, 133, 144 ff.; BVerfG, Beschluss vom 01.08.2017 – 2 BvR 3068/​14, NJW 2017, 3218 Rn. 47 mwN[↩]
vgl. zum Scha­den i.S.d. § 840 Abs. 2 Satz 2 ZPO: BGH, Urteil vom 25.09.1986 – IX ZR 46/​86, BGHZ 98, 291 15; vom 10.10.1977 – VIII ZR 76/​76, BGHZ 69, 328 25; OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 28.11.1995 – 4 U 222/​94, VersR 1997, 705 16, 19[↩]

References: Art. 103
 Art. 103
 § 840
 § 823
 § 288
 § 840