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Timestamp: 2019-08-24 13:18:33+00:00

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Flugsport Heft 04/1917 - Motorflug - Segelflug - Modellflug - Geschichte - Luftfahrt - Flugzeugtechnik - Luftfahrtgeschichte | VOLATICUM
Zeitschrift Flugsport, Heft 04/1917
Auf dieser Seite finden Sie das komplette Heft 04/1917 der Zeitschrift „Flugsport“ in Textform (vgl. Übersicht). In der von Oskar Ursinus herausgegebenen illustrierten, flugtechnischen Zeitschrift für das gesamte Flugwesen wurde über die Luftfahrt sowie den Luftsport zur damaligen Zeit berichtet. Der gesamte Inhalt steht Ihnen nachstehend kostenlos und barrierefrei zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es bei der Digitalisierung und Texterkennung zu Textfehlern gekommen ist. Diese Fehler sind in den verfügbaren PDF Dokumenten (Abbild der Originalzeitschrift) natürlich nicht vorhanden.
No 4 technische Zeitschrift und Anzeiger ß««««j«"«
* m pro Jahr M. 1B.I»
21. Februar für das gesamte Ausian«
«7.M. u „Flugwesen" 3?1
unter Mitwirkung bedeutender Fachmänner herausgegeben von Telef. Hansa 4557 Oskar Urslnus, Civilingenieur. Tel.-fldr.: Urslnua. -Brief-Adr.: Redaktion und Verlag „Flugsport" Frankfurt a. M., Bahnhofsplatz 8.
Der Nachdruck unserer Artikel ist, soweit Dicht mit „Nachdruck verboten" versehen, nur mit geDauer Quellenantrabe gpKfAttet.
Die nächste Nummer des „Flugsport" erscheint am 7. März.
nennt sich nach dem Muster der IIa, Ala und anderer flugsportlicher Schauunternehmungen die unter dem Protektorat seiner König). Hoheit des Prinzen Heinrich von Preußen stehende Deutsche Luftkriegsbeute Ausstellung im Berliner Zoo.
„Während draußen eine Welt in Waffen starrt", sagt Hauptmann von Clausewitz in einem dem Führer beigegebenen Geleitwort, „unsere feinde ihre letzte verzweifelte Kraft einsetzen, Deutschland niederzuringen, wird die Ausstellung eröffnet, die eine Uebersicht über unsere Luftkriegsbeute geben soll. - Sie will aber mehr als das!
Durch eine Jahrhundert alte, ruhmreiche Tradition ist altes, was mit den Waffen unseres Heeres zusammenhängt, Allgemeingut des Volkes geworden und nimmt in dieser ehernen Zeit der Völker in Waffen unser regstes Interesse in Anspruch.
Die Marine, schon im Frieden der Stolz jedes Deutschen, hält augenblicklich durch das Einsetzen des uneingeschränkten Ü-Boot-krieges die Welt im Atem und jedermann im deutschen Volke ist sich der Tragweite und Wirkungen bewußt, die diese Maßnahmen auf Verlauf und Ausgang des Krieges haben kann.
Unsere Luftstreitkräfte sind ein Kind des Krieges. Für sie mußte der Krieg Vater aller Dinge sein.
Aus kleinen Anfängen hera.us, entwickelte sich besonders die .Fliegerwaffe nach Zahl und Leistungsfähigkeit der Formationen.
Ihre Bedeutung und ihr Einfluß auf die Kriegshandlung wuchs in dem Maße, wie ihre Aufgaben und Verwendungsmöglichkeiten vielseitiger wurden.
„Heute ist die Vorherrschaft in der Luft von ausschlageben d er Bedeutung in der Schlacht und damit für den Ausgang des Krieges!"
Delka: Diorama, Kampfgelände an der Somme, über dem Boetcke u. Immelm ann einen Teil ihrer Heldentaten vollbrachten. Rechts unten ein abgeschossenes feindliches Flugzeug.
Unsere Feinde sind planmäßig und in der übertriebensten Weise bestrebt, die Tätigkeit ihrer Flieger zu verherrlichen, jeder feindliche Heeresbericht zeigt, daß auch von amtlicher Stelle aus ungescheut zu dem Mittel der Lüge und Erfindung gegriffen wird, um der Welt den Glauben der englisch-französischen Vorherrschaft in der Luft aufzuzwingen.
Wenn auch die Veröffentlichungen und ^Zusammenstellungen unserer Heeresberichte aufklärend wirken, wenn auch unsere militärischen Erfolge auf allen Fronton der Welt zeigen, daß wir trotz starker zahlenmäßiger Ueberlegenheit, wie auf der Erde so auch in der Luit unseren Gegnern unbedingt überlegen sind, so bringt es die
Velka: Aus dem Diorama, das von Biilcke abgeschossene feindliehe, Flugzeug.
schnelle Entwicklung und Ausgestaltung der Fliegerwaffe, die sprunghaften Fortschritte im Flugzeugbau doch mit sich, daß dem deutschen Volke in der Heimat die besonderen Verhältnisse, unter denen Flieger kämpfen, ihre Aufgaben, Erfolge und ihre Bedeutung nicht in dem Maße zu eigen sein können, wie dies wünschenswert und erforderlich ist.
Als ein lebendiges Zeugnis der ruhmreichen Anteilnahme der Luftwaffe am Kriege will die Austeilung mit dazu beitragen, der Heimat die Bedeutung unserer jüngsten Waffe für Verlauf und Ausgang des Krieges näher zu bringen.
Die Tat ist stumm! Aber die leblosen Gegenstände um uns reden: Von den Taten eines Boelcke und der Bitter des Pour le merite, deren Leben, Siegen und Fallen zu uns spricht!
„Volare necesse est, viveve non!"
Veran,taitung ^ Jgta.
e. An der Decke hängt cm franz. Nieuport. und rechts engl- Doppeldecker.
vart zahlreicher Vertreter des Heeres schiffertruppen — unter ihnen sei genannt — am Sonnabend den ~\z von der Goltz, der Präsi-Luftfahrerdanks", hielt die Er-
Ab,Mer ,W N».u,^DoPlMr. Traden und Rumpf <l«,vli Artilleriefeuer zerschossen.
öCfnungsanspraehe, in der er seinen Dank vornehmlich unseren deutschen Fliegern ausdrückte, die als die eigentlichen Lieferer für die Ausstellung diese zustande gebracht haben. Ihren schweren Dienst, den sie nicht des Sportes oder der Erringung von Ruhm und Auszeichnung wegen, sondern aus strenger Pflicht und vorbildlicher Treue zum Vaterland ausübten, zollte er seine Anerkennung. Der Kommandierende General der Luftstreitkräfte, Excellenz von Hoeppner, ■wslt leider aus dienstlichen Gründen verhindert an der Feier, wie gewollt, teilzunehmen. „Als ein Zeugnis der Taten unserer Kämpfer zur Luft wird die Ausstellung dem deutschen Volke die Bedeutung des Luftkrieges erläutern und mithelfen zur Erstarkung der deutschen Luftstreitkräfte", drückte er sich in einem Schreiben an Excellenz von der Goltz aus.
ygSjlJL Rundgang durch die Ausstellung schloß sich an die kleine Feier.
Delka: Englischer F. C. Doppeldecker mit englischem Daimler-Motor.
Die zur Verfügung stehenden stattlichen Räumlichkeiten sind gefüllt, um nicht zu sagen überladen mit Beutestücken. Bereits in Nr. 3 unserer Zeitschrift haben wir in einem Vorbericht über einige der Gegenstände Bericht erstatten können. Eingehendere Würdigungen sollen folgen.
Was dem Beschauer zunächst ins Auge fällt, ist ein 450 qm großes Wandgemälde von Georg Marschall, das unsere Fliegerheroen Hauptmann ßoelcke und Leutnant Immelmann im Luftkampf über dem Maastal darstellt, in der Gegend also, in der sie ihre Haupterfolge erzielt haben. Dioramaartig setzt sich das Bild im Vordergrunde plastisch fort mit Schützengräbi n, Drahthindernissen, einem Unterstand und anderen Kampfeinrichtungen. Auf der rechten
Seite vor dem Bilde liegt ein von Hauptmann Boele ke abgeschossener französischer Doppeldecker an Weidenstiimpfen zerschmettert. Man sieht den Sieger in gestrecktem Gleitflug an den eigenen Linien vor-
Delka: Englischer B. E. Doppeldecker mit englischem Daimler-Motor.
Delka: Englischer Sopwith-Dop/ieldecker.
beifliegen. Nicht weit davon entfernt fliegt Immelmann, der einen Caudron in Brand gesetzt und abgeschossen hat.
Das Herz der Ausstellung bildet die Bo el cke-Abteilung. In zwei Glaskästen sind an bevorzugtem Platz .Reliquien unseres Lufthelden ausgestellt. Beweise der Ehren, die ihm zu Teil wurden : Ein von Seiner Majestät gestiftetes Kaiserbild und andere allerhöchste Gnadenbeweise, auf einem Ordenskissen der Pour le merite und andere Auszeichnungen, Geschenke des Kronprinzen und anderer Freunde des zu früh Gefallenen. Auch der Kranz mit Brief von Vertretern des englischen Fliegerkorps, als letzte Ehrung im Felde abgeworfen, wird uns gezeigt. Mit Wehmut ließt man die poetische Widmurig einer begeisterten Untertertia, deren Versinitiale „Denn er war unser" ergeben.
Beim Weitergehen im Hauptgang der Ausstellung passiert man die ßeihe der zahlreichen erbeuteten Flugzeuge, deren Zahl in einem
bemerkenswerten Gegensatz zu einer vor kurzem in London stattgehabten ähnlichen Ausstellung steht, auf der außer Trümmern eines Zeppelin ein einziger deutscher Eindecker das-Eintrittsgeld rechtfertigen mußte. Ein großer Voisin-Doppeid eck er fällt außer durch große Abmessungen durch eine Bestückung auf: An dem Vorderteil seines Sumpfes trägt er eine 3,7 cm-Schnellfeuerkanone mit Rohrrücklauf, die nach allen Seiten drehbar gelagert ist. Die da-dureh herbeigeführte Vorderlastig-keit muß offenbar durch das riesige Höhensteuer zum Teil ausgeglichen werden. Die Maschine ist durch Leutnant F r a n k 1 durch Schuß in den 150 PS Salmson-Sternmotor zur Landung gezwungen worden.
Bemerkenswert ist eine an der dem Diorama gpgenüberliegenden Wand angebrachte übersichtliche Statistik über die Zahl der durch uns an der Westfront im Jahre 1916 abgeschossenen feindlichen Flugzeuge und unserer eigenen bedeutend geringeren Verluste; sinnfällig wird hieran die gewaltige Uebei-legenheit unserer an Zahl erheblich schwächeren Fingstreitkräfte zum Ausdruck gebracht. Hiernach steht dem Verlust von 739 englischen und französischen Flugzeugen nur ,. ein Verlust von 181 eigenen Flug-
%WeÄS.*'"' ze"Sen gegenüber. Den Höhe-
punkt bildete 1916 der Monat September mit den Zahlen 127 gegenüber 21 abgeschossenen Flugzeugen,
An Motoren steht man anßer zwei luftgekühlten französischen Eenaults von 100 PS (8 Zylinder) und 150 PS (12 Zylinder), einen Salmson-Motor von 150PS (9 Zylinder), einen luftgekühlten englischen Daimler - Motor von 100 PS (mit 8 Zylindern) nach dem Vorbild des Renaults-Motor gebaut und einen Beardmore-Motor von 160 PS (mit 6 Zylindern), wassergekühlt, der eine genaue Kopie des Austro-Daimler-Motors darstellt.
Die Zahl der ausgestellten Flugzeugwaffen ist groß. Maschinengewehre ragen natürlich an Menge darunter hervor und zwar von den Bauarten Hotchkiß, Maxim-Vickers, Lewis und Oolt. Auch ein amerikanisches Flugzeugmaschinengewehr ist ausgestellt.
Delka: Voisin-Doppeldecker mit Rohrrücklaufgeschiltz, abgeschossen a:m 10. I. 16 von Ltn. Frankl.
Einen besonderen Raum nehmen die Ausstellungen von Plugmodell-Vereinen ein, so vom Deutschen Flugverein, Berlin, Flugtechnischen Verein Hamburg und den Morlellflug vereinen Dresden, Leipzig, Stuttgart, München, Magdeburg und Bremen.
Eine Klasse für sich bilden die deutschen Fliegerphotos, die in Vergrößerungen von der Luftbildabteilung der Inspektion der Fliegertruppen zur Verfügung gestellt worden sind. Sie lassen einen erstaunlich hohen Grad der Leistungsfähigkeit unserer optischen Industrie erkennen und bieten auch sachlich bemerkenswertes Interesse. Diese Bilder können allein eine mehrstündige Besichtigung rechtfertigen. Solch ein Photogramm, wie dasjenige, das aus 3000 m Höhe aufgenommen eine feindliche Batteriestellung mit 3 Geschützen in bewunderter Schärfe und Klarheit widergibt, können uns unsere
Gegner einfach nicht nachmachen. Es ist überflüssig zu erwähnen, daß die Ueberlegenheit unserer Lichtbildkunst wesentlich zu unseren Lufterfolgen beigetragen hat. Auch die beiden Bilder von Audruicq, 60 km südöstlich Calais gelegen, einem Ort, in dem ein englisches
Delka: Französisches Flugboot von der Franco Britisch Association.
Munitionslager untergebracht war, geben einen Beweis von der hochentwickelten optisehen Technik und ihrer Bedeutung für den Luftkampf. Bekanntlich gelang es 4 deutschen Flugzeugen in der Naeht vom 20. zum 21. Juli 1916 mit insgesamt 770 Kilogramm Bomben in Audruicq englische Munition im Werte von über fünfundzwanzig Millionen Mark zu vernichten.
Neue englische Kampfflugzeuge.
Ueber die neuen englischen Kampfflugzeuge werden den „New York Times" vom englischen Fliegerlentnant Lloyd Faulkner Mitteilungen gemacht, die darauf schließen lassen, daß das britisch» Heeresflugwesen während der letzten Monate in technischer Hinsicht eine tiefgreifende Umgestaltung erfahren hat. Es werden 6 Modelle von ^Battleplanes" (Kampfflugzeugen) genannt. Das größte im Gewicht von zweieinhalb Tonnen hat zwei Rolls Roice-Motoren von je 250 PS, zwei Schrauben und eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern in der Stunde; zu den schweren Kampfflugzeugen rechnet man auch noch ein Modell mit einer Schraube und einem Motor von 300 PS, wenn auch dessen Schnelligkeit den Anforderungen nicht mehr genügt. Erheblich schneller sind die kleinen einsitzigen Flugzeuge von Sopwith, Nieuport und Spat mit einer Stundengeschwindigkeit von 215 bis 223 Kilometer.
Erbeutetes englisches Groß-Kampfflugzeug, das bei Laon in unsere Hände fiel. Das Flugzeug war bemannt mit fünf Engländern, kam ganz neu ans der engl. Fabrik und sollte nach der engl. Front geflogen weiden. Die Inaassen hatten sieh jedoch verirrt und lieferten auf diese Weise das Flugzeug bei uns ab.
Französischer Voisin-Doppeldecker mit Geschütz.
imstande sein, in siebeneinhalb Minuten auf 5000 Meter zu steigen Das entspricht einer senkrechten Aufwärtsbewegung von 40 Kilo-
Eine große Ueberrasohung aber werde ein ganz neuer, seit •wenigen Tagen an der Front, verwendeter kleiner Apparat bringen, dessen Name nicht gebannt werden dürfe. Das Bemerkenswerte daran wäre nicht der Umstand, daß er 220 Kilometer in der Stunde fliegt, sondern daß er eine unerreichte Steigfähigkeit besitzt. Er soll nämlich
metern in der Stunde oder mehr als 11 Metern in der Sekunde, eine Angabe, die dem Techniker kaum glaubhaft erscheinen wird. Der
Französischer Nieuport Kampfdoppeldecker.
englische Gewährsmann bezeichnet ihn als das vollkommenste aller Kampfflugzeuge, das auch zur Bekämpfung von Zeppelinen verwendet werden soll.
Englisches Marineflugwesen.
Lanchester gibt in seinem "Werk Aircraft in warfare 1916 eine kurze Uebersicht über das Marineflugwesen dem wir folgendes entnehmen :
Das Seeflugwesen für Kriegszwecke bedingt für seine Eigenart ein Spezialstudium. Abgesehen von den Konstruktionsversohieden-heiten der Wasserflugzeuge, spielen die Fragen der Verteidigung und des Angriffes eine große Rolle. Was die Bewaffnung anbetrifft, so ist das Maschinengewehr nicht von großer Bedeutung. Für die Erkundungen ist hauptsächlich die Küstenerkundung wichtig, die von Küstenflugzeugen im Umkreis von 3 0—400 Meilen auf das Meer hin unternommen werden kann. Natürlich kann dieser Raum durch feindliche Terittorialgewässer begrenzt werden.
Für den Scout (kleine schnelle Maschine) besteht die Hauptschwierigkeit in einer schwimmenden Flugzeugbasis die ihn begleitet entweder in Form eines einzelnen Schiffes oder einer Begleitflotte. Für diese Flugzeugmutterschiffe sind verschiedene Modelle vorgeschlagen worden. Das Zukunftsmutterschiff wird ein Mittelding sein zwischen einem Schiff das als Flugzeugmutterschiff ausgestattet an Bord alle nötigen Ersatzteile usw. (Proviant, Transportmittel sowie Werkzeuge) mitführt, und zwischen dem Projekt eines gründlicheren Ausbaues eines Flugzeugmutterschiffes von dem aus die Flugzeuge selbsttätig aufsteigen können, während sie bei dem ersteren Typ gewöhnlich erst durch einen Krahn in das Wasser gelassen und ebenso-
-wieder aufgenommen werden müssen. Das Flugzeugmutterschiff muß ein vollkommen klares flaches Oberdeck besitzen, für dessen Umfang und Ausdehnung diefiröße unserer größten Schlachtschiffe vorgesehen werden müßte.
Die Bewaffnung von Wasserflugzeugen.
Wie wir schon zu Anfang bemerkten, besitzt das Maschinengewehr oder die Einpfund-Kanone für die Bewaffnung fast gar keinen Wert. Das Bombenwerfen als Angriffsmittel auf bewaffnete Schiffe ist schon viel besprochen worden. Jedoch scheint es dem Verlasser nicht so wichtig, selbst wenn die Bomben mit der höchsten Explosivkraft ausgestattet sind, da die Treffsicherheit der Bomben zu gering ist. Die Wirkung der Bomben läßt sich nicht vergleichen mit einem Torpedo, wobei das umgebende Wasser eine wichtige Rolle spielt, Um ein Schlachtschiff unfähig zu machen, braucht man eine große Anzahl von Bomben. Das Zielen bietet weiter eine große Schwierigkeit, da dieses durch die Abwehrkanonen, die sich auf Schlachtschiffen befinden, völlig illusorisch gemacht wird. Bei Tage können Flugzeuge nicht in Zielnähe größerer Schlachtschiffe gelangen und Angriffe bei Nacht werden auch wenig Wirkung haben.
Torpedoangriffe durch die Luft.
Einige Versuche, die man mit Torpedoangriffen in Deutschland machte, geben Fingerzeiche wie gefährlich solche selbst großem Schlachtschiffen werden können. Ein Zeppelin soll mit einem Torpedoangriff auf ein Sehlachtschiff einen vollen Erfolg erzielt haben. Dasselbe was für ein Luftschiff möglich ist, kann auch von einem Flugzeug angewendet werden, vorausgesetzt, daß dieses genügende Tragfähigkeit besitzt. Der Angriff ist umso gefährlicher, als das Torpedo bereits aus einer Entfernung von 2 Meilen lanciert werden kann. Das Flugzeug kann auf diese Entfernung ohne Gefahr heruntergehen. Die Hauptsache ist nur, daß es den richtigen Zeitpunkt und die Richtung für den Angriff wählt. Vor Sonnenaufgang oder in der Dämmerung nach Sonnenuntergang kann ein Flugzeug in der fraglichen Entfernung fast unsichtbar sein. Auch Nachtangriffe mit Torpedos sind möglich, da das Flugzeug dann noch tiefer gehen kann. Elugzeuge für Torpedoangriffe müssen natürlich etwas schwerer sein und größere Tragfähigkeit besitzen als die heutigen Typen. Das moderne 21—in. Torpedo wiegt z. B ungefähr 1 Tonne und würde eine Maschine von 4 Tonnen Tragfähigkeit benötigen. Das ältere Torpedomodell (18—in.) wiegt ungefähr 12 cwt. und würde eine Maschine von 2% Tonnen Tragfähigkeit benötigen.
Das Lanzieren von Torpedos vom Flugzeug aus.
Es ist anzunehmen, daß das Fallenlassen von einem Viertel des Gewichtes der Flugmaschine während des Fluges sehr gefährlich wäre Jedoch ergeben genauere Betrachtungen, daß diese Bedenken nicht vorhanden sind. Die verursachte Störung kann durch den Flugzeugführer leicht reguliert werden. Bei der aerodynamisch-stabilen Flugmaschine ist die verursachte Störung sehr gering. Zu beobachten ist nur, daß beim Lancieren der Schwerpunkt der Maschine weder nach vorn noch nach rückwärts verschoben werden darf. Der Schwerpunkt des Torpedos muß mit dem Schwerpunkt der Maschine zusammenfallen.
Das Torpedo wird (siehe die beist. Abb.) bei dem Punkt pl abgeworfen. Die Flugbahn pl p2 wird zunächst wellenförmig. Dann verläuft sich die Wellenbewegung wie die Abbildung zeigt in dem Grad wie die dynamische Stabilität vorgesehen ist. Die Ausdehnung der anfänglichen Wellenbewegung ist in der Abbildung dargestellt für eine Maschine, die 70 Meilen in der Stunde fliegt bei einem Wind von 10 Meilen die Stunde und zwar beträgt das Gewicht des Torpedos x\i des Gewichtes der Flugmaschine. Der Weg des Torpedos ist durch die punktierte Linie pl p3 bezeichnet. Es ist sogar möglich die Störung noch herabzumindern, indem man das Torpedo mehr nach rückwärts rückt, sodaß bei dem Abfeuern der Schwerpunkt sich nach
Lanzieren von Torpedos vom Flugzeug.
vorwärts bewegt. Das würde bis zu einem gewissen Grade für den Gewichtsverlust entschädigen und einen weniger auffallenden Wechsel in der Schnelligkeit des Flugzeuges hervorrufen. Nach der Meinung des Verfassers jedoch ist dieser Weg nicht zu empfehlen, da die Maschine zu plötzlich unstabil wird oder wenigstens dazu neigt.
Flugzeug und Unterseeboot.
Es ist bekannt, daß ein untergetauchtes Unterseeboot aus einer gewissen Höhe gut beobachtet werden kann. Daher wird zur Aufklärung von Unterseebooten das Flugwesen mit Erfolg angewandt. Zur Verteidigung haben die Unterseeboote wohl auch Abwehrkanonen, jedoch können dieselben nur in aufgetauchtem Zustande angewandt werden. Um'-noch wirkungsvoller zu sein, werden die Flugzeuge bei Aufklärungen von Unterseebooten von Kreuzern und Zerstörern begleitet werden, die sofort auf den angegebenen Punkt, wo sich das Periskop des Unterseebootes befindet, ihren Angriff richten.
Flugzeugangriffe auf Unterseeboote.
Nicht allein bei der Beobachtung, sondern auch bei dem Angriff wird das Flugzeug der gefährlichste Feind des Unterseebootes. Da das Unterseeboot in untergetauchtem Zustande keinen Gegenangriff unternehmen kann, ist es dem Flugzeug möglich, so niedrig zu fliegen, daß die Bomben treffen müssen. Solch ein Angriff ist in nebenstehender Abbildung dargestellt. Das Flugzeug fliegt ungefähr in einer Höhe von 60 Fuß und wirft bei dem Punkt A eine Bombe welche, da sie die Schnelligkeit der Flugmaschine hat, die Bahn A B in der Zeit beschreibt, in welcher das Flugzeug bei dem Punkte 0 angelangt ist. Die Vorwärtsbewegung des Unterseebootes in der gleichen Zeit ist durch die punktierte Linie angegeben. Für gewöhnlich braucht das Flugzeug noch nicht einmal so tief, wie auf der Abbildung angegeben, herunterzukommen, ohne die Treffsicherheit der Bomben zu beeinträchtigen. Die hierfür angewendete Bombe ist
nicht sehr verschieden, wie diejenige für Landangriffe. Da es nicht auf die Größe des Loches ankommt, das auf Deck des Unterseebootes verursacht werden soll, kann die Explosivladung ziemlich beschränkt sein, ungefähr 10 oder 15 Pfund nasse Schießbaumwolle wird genügen. Eine Bombe von torpedoartiger Form von ungefähr 6in. Durchmesser mit einem kreuzförmigen Metallschwanz versehen, wird ungefähr passend sein. Die Vorderseite der Bombe (Nase) muß mit einer kompakten Masse ausgefüllt sein. Die Bombe wird mit ihrem dickeren Teil in der Flugrichtung fallen gelassen. Die Achse bleibt dann in dar Tangente der Flugbahn, und der Schwanz arbeitet wie ein federnder Pfeil. Eine Bombe dieser Art wird im "Wasser, beeinträchtigt durch die Schwerkraft, mit nicht unbeträchtlicher Geschwindigkeit sich vorwärtsbewegen. Nimmt man das Gewicht derselben (untergetaucht) ungefähr als 15 kg an, so wird ihre begrenzte Schnelligkeit im Wasser ungefähr 50 Fuß in der Sekunde hetragen, welches eine bestimmte Aussicht auf Wirkung gibt. Dadurch wird es dem Unterseeboot unmöglich durch tieferes Tauchen dem Angriff zu entfliehen, vorausgesetzt, daß es bei dem Angriff noch genügend sichtbar war.
Kurz zusammengefaßt (so glaubte Lanchester. Die Red.) bietet das Flugwesen das einzig wirksame Mittel die Tätigkeit der Unter-
Flugzeug angriffe auf Unterseeboote.
seeboote zu stören. Mit einer gut ausgerüsteten Seeflugdienstbegleitung ▼on Kreuzern, Zerstörern etc. werden die feindlichen Unterseeboote unfähig sein, auf unsere Schlachtkreuzer unerwartete Angriffe auszuführen. Sie werden nur noch im Schutz begleitender Kräfte wirken können und werden nur noch auf die Gefahr hin, selbst zerstört zu werden, denselben verlassen können, oder müssen sie ihren Angriff nachts ausführen, wobei ihr Aktionsradius sehr begrenzt und ihr Arbeiten sehr erschwert ist. Trotzdem muß man nicht verkennen, daß der Dienst unseres Flugwesens gegen die Unterseeboote keine einfache nnd leichte Sache ist. Allein die Verteilung der benötigten Stützpunkte an der Küste sowie auf dem Wasser wird beträchtliche;
Schwierigkeit ergeben. Da der Aktionsradius der Unterseeboote immer noch zunimmt und dadurch das Feld ihrer Tätigkeit immer noch vergrößert wird, wird unsere Arbeit mehr und mehr erschwert. Auch muß man mit dem feindlichen Flugwesen als Gegenangriff rechnen. Obgleich der Luftdienst die wirksame Kraft der feindlichen Unterseeboote begrenzen kann, müssen wir jedoch zugeben, daß augenblicklich die Tätigkeit derselben noch nicht ganz aufgehoben werden kann.
Abschleudern von Wasserflugzeugen
von amerikanischen Panzerkreuzern.
Die Schleudereinrichtung für Wasserflugzeuge welche von amerikanischen Panzerkreuzern aus versucht wurde, besteht aus einem kleinen Wagen, der auf zwei Schienen läuft, auf denen das Wasserflugzeug befestigt ist. Es steht solange mit dem Wagen in fester Verbindung, bis derselbe am Ende seiner Bahn angelangt ist. Am Ende der Bahn wird das Flugzeug automatisch gelöst Die dem Flugzeug erteilte Geschwindigkeit ist groß genug, daß es sich in der Luft halten kann.
Pneumatische Flagzeuij-ScMaudtreiiii-inlituiiq auf dem Javierikauiachen l'a.uzeikreuzer Nord-Carolina.*
Der Vorgang des Abschleudern« ist folgender : Das Wasserflugzeug wird zunächst auf den Wagen gesetzt und befestigt. Der Motor wird angelassen und läuft zuerst mit verminderter Tourenzahl. Nachdem sich der Flugzeugführer auf seinem Platz festgeschnallt hat, wird die Schleudervorrichtung eingeschaltet und gleichzeitig mit zunehmender Geschwindigkeit Vollgas gegeben. Im Augenblick wo das
Flugzeug den Wagen verläßt, hat es eine'Geschwindigkeit von 80 Kilometern erreicht.
Der Wagen selbst wird später automatisch aufgehalten. Die zur
Abschleuderung des Wagens erforderliche Kraft wird durch einen horizontal liegenden hydraulischen Treibzylinder mit Kolben bewirkt. Der mit dem Wagen zurückzulegende Weg beträgt 15 Meter. Der Weg des Treibkolbens ist durch Rollenübersetzung ähnlich wie bei einem Flaschenzug yer-fielfacht. 25mmKolben-weg entsprechen 30 cm Wagen weg. Dio Betriebskraft bezw. die komprimierte Luft wird von Pumpen des Kreuzers geliefert.
Beim Abschleudern empfindet der Flugzeugführer weiter nichts, Der zu den Versuchen ver-
1: .-^^m^^r^ i
Wasserflugzeug während des Abschleuderns von dem amerikanischen Panzerkreuzer Nord-Carolina.
als einen starken Luftdruck im Gesicht, wendete Kreuzer, die „Nord Carolina" hat eine Fahrgeschwindigkeit von 16 Knoten. Das Gesichtsfeld von dem Mast eines Kreuzers beträgt 30 Kilometer Weite, während es aus 1200 Meter Höhe unter geeigneten atmosphärischen Verhältnissen 120 Kilometer beträgt.
Die „Nord Carolina" sollte an den amerikanischen Seemanövern, •mit 6 Flugzeugen an Bord teilnehmen.
Haftet der Lieferant eines Flugzeugs für Reparaturkosten des Bestellers?
Im Flugzeugwesen und in verwandten Industrien ist es üblich, ziemlich weitgehende Garantien zu gewähren. Durch die Garantie verpflichtet sich der Lieferant für jeden Mangel innerhalb der Garantie-
zeit aufzukommen, der nicht nachweislich auf Verschulden dritter Personen oder des Bestellers selbst zurückzuführen ist.
Der Lieferant eines Flugzeuges, an welchem sich ein Mangel gezeigt hat, hat oft das größte Interesse an einer sofortigen Hebung-des Mangels, ist er doch in der Regel nicht nur reparatur- sondern auch schadenersatzpflichtig für den Schaden, der durch die Unmöglichkeit der Benutzung des Flugzeuges während der Reparaturdauer entsteht. Er ist verpflichtet, selbst die Reparatur vorzunehmen und kann andererseits verlangen, daß er selbst und nicht ein Anderer die Reparatur ausführe.
Wenn nun der Besteller um Zeit zu sparen oder aus anderen Gründen das Flugzeug an Ort und Stelle von einem Anderen reparieren läßt, so fragt, es sich, ob der Lieferant zum Ersatz der Reparaturkosten verpflichtet ist.
Die Berliner Handelskammer hat in einem kürzlich bekannt gegebenen Gutachten die Frage bejaht, was freilich in dieser Allgemeinheit nicht unbedenklich ist. Jedenfalls kann der Lieferant sich nicht auf den Standpunkt stellen, daß er nur verpflichtet sei, die-Reparatur auszuführen, daß er demnach frei sei, wenn für ihn keine-Reparatur auszuführen ist. Dieser Standpunkt würde die Interessen der beiden Parteien nicht abwägen.
Handelt der Besteller nur im beiderseitigen Interesse, etwa um. die Zeitdauer1 der Benutzungsunmöglichkeit und damit die Schadenersatzpflicht des Lieferanten zu verringern, so handelt er in sogenannter Geschäftsführung ohne Auftrag. Nicht für sich läßt er die-Reparatur vornehmen, sondern für den Lieferanten als den Reparaturpflichtigen, und der Besteller kann dann nach § 683 B. G. B Ersatz seiner Aufwendungen verlangen, wenn die Uebernahme der Geschäftsführung dem Interesse und dem wirklichen oder mutmaßlichen Willen des Geschäftsherrn, hier also des Lieferanten entspricht.
Handelt der Besteller aber nur in seinem eigenen Interesse, hat etwa der Lieferant des Flugzeuges nicht für den Schaden aufzukommen, so würde er nur aus ungerechtfertigter Bereicherung haften. Es ist dabei zu beachten, daß der Lieferant im Zweifel zur schleunigen Ausführung der Reparatur verpflichtet ist, daß er also die Reparatur, wenn er nicht am selben Orte wohnt, auch nur durch eine beauftragte Firma vornehmen lassen würde. Wenngleich der Reparaturauftrag durch den Lieferanten geringere Kosten verursachen würde als der durch den Besteller, so würde doch eine Ersparnis des Zeitverlustes, den ein Briefwechsel mit dem Lieferanten verursachen würde, wiederum zur Pflicht des Lieferanten gehören, so daß wenigstens in der sofortigen Bestellung einer Reparatur trotz einer etwaigen geringen Preiserhöhung doch wiederum eine Geschäftsführung im Sinne des Lieferanten zu erblicken ist. Der Lieferant kann sich daher nicht darauf berufen, daß er selbst etwa geringere Kosten gehabt hätte und folglich nur um diesen ersparten Betrag bereichert seL
Kommen aber diese Bedenken nicht in Frage, kann vielmehr eine Reparatur durch den Lieferanten oder durch eine vom Lieferanten beauftragte Firma eben so gut und schnell erfolgen, wie durch eine vom Besteller beauftragte Firma, so braucht der Lieferant nur diejenigen Kosten zu ersetzen, die er an baren Auslagen oder mittelbar durch Entbehrung seiner sonst zur Ausführung der Reparatur gebrauchten Arbeitskräfte gehabt hätte. Dr. jur. E.
Kriegspatent — Geheimpatent.
Wie durch die Presse vor kurzem bekanntgegeben worden ist, hut der Bundesrat eine für die^Flugzeugindustrie wichtige Aenderung des Patentgesetzes beschlossen. Der vom 8. 2. datierte, am 10. 2. 17 im Reichsanzeiger veröffentlichte Erlaß lautet:
Bekanntmachung über den Ausschuß der Oeffentlichkeit für Patente und Gebrauchsmuster. Vom 8. Februar 1917. Der Bundesrat hat auf Grund des § 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen Maßnahmen usw. vom 4. August 1914 (Reichsgesetzblatt S. 327) folgende Verordnung erlassen:
Die Erteilung eines Patents findet ohne jede Bekanntmachung statt, wenn das Patentamt nach Anhörung der Heeres- und Marineverwaltung die Geheimhaltung der Erfindung im Interesse der Landesverteidigung oder der Kriegswirtschaft für erforderlich erachtet.
Entsprechendes gilt für die Eintragung eines Gebrauchsmusters.
Das Patent wird in einen besonderen Band der Patentrolle, das Gebrauchsmuster in einen besonderen Band der Gebrauchsmusterrolle eingetragen (Kriegsrolle.) Der Inhalt der Kriegsrolle wird nicht veröffentlicht. Die Einsicht der Kriegsrolle sowie der Anmeldestücke, auf Grund deren das Patent erteilt oder das Gebrauchsmuster eingetragen wurde, ist, vorbehaltlich der Vorschriften des § 2, nicht gestattet.
Der Heeres- und der Marineverwaltung steht die Einsicht der Kriegsrolle sowie der Akten über die Anmeldung von Erfindungen und Gebrauchsmustern, welche die Interessen der Landesverteidigung oder der Kriegswirtschaft berühren, frei.
Andern kann die Einsicht der Kriegsrolle sowie der AUten Uber die gemäß § 1 erteilten Patente und eingetragenen Gebrauchsmuster auf Antrag mit Zustimmung der Heeres- und Marineverwaltung von dem Patentamt gestattet werden,
Erachtet das Patentamt nach Anhörung der Heeres- und Marineverwaltung die Geheimhaltung des Patents oder des Gebrauchsmusters nicht mehr für er- • forderlich, so richtet sich das weitere Verfahren nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften.
Wer unbefugt die Einsicht in die Kriegsrolle oder in die Anmeldestücke, »uf Grund deren gemäß § 1 ein Patent erteilt oder ein Gebrauchsmuster eingetragen ist, sich oder einem andern verschafft oder von ihrem Inhalt einem anderen Kenntnis gibt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre und mit Geldsrafe bis zu fünftausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft.
Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Der
Reichskanzler bestimmt den Zeitpunkt des Außerkrafttretens.
Hierzu wird uns von Patentsachverständiger Seite geschrieben:
„Die Bundesratsverordnung sucht einem durch die Kriegslage geschaffenen,
von Industrie und Erfindern lästig empfundenen Zustand ein Ende zu machen.
Die Unterbindung der technischen Spionage hatte es als erforderlich erwiesen,
die auf dem Gebiete der Landesverteidigung und Kriegswirtschaft gemachten
Erfindungen, die in Patent- oder Gebrauchsmusteranmeldungen niedergelegt werden, von der Veröffentlichung zurückzuhalten, sofern durch die Veröffentlichung militärische- oder kriegswirtschaftliche Interessen verletzt werden konnten. Zu diesem Zweck hatte bereits die Heeres- und Marineverwaltung eine Reihe militärischer Sachverständiger ernannt und beauftragt, diejenigen Patent- und Gebrauchsmusteranmeldunger. der in Frage kommenden Klassen, die bis zu einer der nach § 23 und 27 Pat. Ges. vorgeschriebenen Veröffentlichungen gediehen waren, in der erwähnten Richtung zu beurteilen und gegebenenfalls die Geheimhaltung zu veranlassen In einer Reihe von Patentklassen, wie Flugwesen, Geschütz- und Geschoßtechnik, Schiffbau, Verkehrswesen und auf gewissen chemischen Gebieten, gelangte infolgedessen nur ein geringer Teil zur Patentierung, dann die zweimonatige sog. Auslegung der Patentanmeldung, die dazu dient, der einschlägigen Industrie Gelegenheit zum Einspruch gegen die Erteilung zu geben, mußte bisher der Erteilung vorausgegangen sein. Hiermit waren für den Erfinder verschiedene Nachteile verbunden. Gemäß § 23 Abs. 1 Pat. Ges. wurde erst durch die Bekanntmachung ein einstweiliger Schutz begründet und ohne sie konnte es zu der den Schutz endgültig begründenden Patentverteilung überhaupt nicht kommen. Somit besaß der Erfinder keinen Rechtstitel unl konnte vorläufig vom Staate keinen Lohn für seine geistige Errungenschaft erhalten, wenn seine Erfindung im Kriege Verwendung fand. Das Kriegsministerinm lehnte nämlich alle Entschädigungsansprüche in solchen Fällen mit der Begründung vorläufig ab, daß erst ein Patent vorgewiesen werden müsse, bevor in Unterhandlungen um Kauf oder Lizenz eingetreten werden könne. Ein an sich völlig berechtigter Standpunkt. Dasselbe galt sinngemäß auch für Gebrauchsmuster. Die Fälle in denen hiernach die Anmelder lediglich infolge des durch den Krieg veranlaßten Vorgehen der Behörde schutzlos blieben, zählten nach vielen hunderten und vermehrten sich täglich. Der Zustand hatte sich bei der langen Dauer des Krieges allmählich als unhaltbar erwiesen. Er rief zahlreiche berechtigte Klagen hervor und veranlaßte manche Erfinder, mit einer für die Industrie möglicherweise wertvollen Neuerung zurückzuhalten. Dies widersprach dem öffentlichen Interesse Diesen Unzuträglichkeiten wurde dadurch abgeholfen, daß die Abhängigkeit des Schutzes von Veröffentlichungen beseitigt wurde.
Unter Fortfall des Aufgebotes und des Einspruchsverfahrens soll nunmehr sofort zur Erteilung des endgültigen Patentes geschritten werden, sobald sich bei der von Amtswegen stattfindenden Prüfung ihre Patentfähigkeit ergeben hat. Auf diese Weise wird einerseits der der Erfindung zustehende Schutz, zugleich aber auch die Möglichkeit einer sofort mit der Nichtigkeitsklage durchführbaren Anfechtung begründet. Wenn so an die Stelle des Einspruchs die Nichtigkeitsklage tritt, so bedeutet das zwar eine gewisse Erschwerung der Lage derjenigen, welche das Patent angreifen wollen. Sie ist aber sachlich erträglich und verkürzt materiell nicht die Möglichkeit, das Patent einer gründlichen Nachprüfung zu unterziehen, weil der Nichtigkeitsantrag auf dieselben Gründe gestützt werden kann, die im Einspruchsverfahren zulässig sein würden, und weil ferner die für das endgültige Schicksal der Erfindung wichtigsten Instanzen, die Nichtigkeitsabteilung des Patentamts und das Reichsgericht, den Interessenten erhalten bleiben. Uebrigens ist die Vorprüfung ohne Aufgebot auch in Amerika vorhanden, wo das Patent ohne Zuziehung der Oeffentlichkeit und ohne Zulassung eines Einspruchs, aber nach amtlicher Vorprüfung erteilt wird.
Die Behandlung der militärisch wichtigen Anmeldungen geschieht nach vorliegendem Gesetz nur mit Zustimmung des Anmelders; vergl. hierzu die Begründung im Reichsanzeiger vom 10. 2. 17.
Es gibt dann 4 Arten von Patentanmeldungen:
1. Die Anmeldung ohne Kriegswert;
2. die Anmeldunger), mit Kriegswert, bei denen
a) die Veröffentlichung und das Verfahren nach der Vorprüfung ausgesetzt wird,
b) die Erteilung auf Grund des neuen Gesetzes ohne Veröffentlichung erfolgt, wobei aber die Akten mit Zustimmung des Patentamts und vor allem des Kriegsministeriums von Interessanten zur Wahrung ihrer Rechte eingesehen werden können,
c) die Erteilung ebenfalls ohne Veröffentlichung aber auch ohne die Möglichkeit der Einsichtsnahme erfolgt, die eigentlichen Geheimanmeldungen § 5, Abs. 2 Pat Ges ).
Das neue Gesetz erweitert des Ferneren noch die Rechte des Kriegsministeriums in Patentangelegenheiten gegen früher. Bisher bestanden zwischen Patentamt und Kriegsministerium keine anderen Beziehungen als zwischen Behörden im allgemeinen; insbe sondere hatte das Kriegsministerium bisher nur dieselben Rechte wie ein anderer behördlicher Interessent. Jetzt steht ihm außer der Aufgabe, die Berechtigung der Interessenten an der Einsichtnahme von Kriegspatenten zu prüfen, noch das Recht zu, alle solche Anmeldungen, deren Gegenstand für die Landesverteidigung und die Kriegswirtschaft von Bedeutung sein kann, in jeder Lage des Verfahrens einsehen zu dürfen, auch dami, wenn die Akten nach den Vorschriften des Patent- oder Gebrauchsmustergesetzes sonst für jeden außer dem Anmelder geheim gehalten werden: Ein Recht, daß in anderen Ländern den beteiligten Behörden schon vor dem Kriege zustand, und das in Frankreich durch ein Gesetz vom 12. 4. 16. gegründet wurde.
Die sog. Patentrolle (Kriegsrolle) ist auch für die neuen Kriegspaterite vorgesehen worden, um sie bei Wiederkehr normaler Verhältnisse sofort und ohne Schwierigkeiten in ofene Patente Uberführen zu können.
Vorstehendes wäre das Wesentliche, was zunächst über das neue Gesetz vom 8. 2. 17. aus der erwähnten Begründung des Bundesrats mitzuteilen ist.
Hierbei darf noch auf einen weiteren Punkt hingewiesen werden, der für die in Frage kommenden Erfinder von Interesse ist und mit dem neuen Gesetz im Zusammenhang steht.
Die Prüfung des Patentamts erstreckt sich, wie bekannt, soweit überhaupt eine „Erfindung" im Sinne des Palentgesetzes vorliegt, zur Feststellung des Standes der Technik vorwiegend in zwei Richtungen: Die Neuheitsprüfung, für die hauptsächlich Veröffentlichungen in Patent — oder sonstige Druckschriften herangezogen werden, und die Prüfung auf offenkundige Vorbenutzung, für die etwaige Einsprüche der beteiligten Fachkreisen das Material liefern. Nun ist es klar, daß die Neuheitsprüfung im Kriege nur unvollkommen durchgeführt werden kann, einmal weil wichtige Nachrichten in den erwähnten Fachgebieten nicht zur Veröffentlichung zugelassen werden können, und dann, weil ein großer Teil ausländischer Druckschriften, sei es feindlicher, sei es neutraler Länder, nicht zum Patentamt gelangt. Da nun das Einspruchsverfahren ganz fortfällt, hat die Prüfung seitens des Patentamtes nicht mehr die Bedeutung wie in Friedenszeiten und es ist zu erwarten, daß bei Kriegsanmeldungen ein größerer Prozentsatz als bei Friedensanineldungen später im Nichtigkeitsverfahren eingeschränkt oder zu Fall gebracht werden wird.
Das Kriegsministerium hätte demnach von Fall zu Fall zu entscheiden, ob es mit dem Erfinder schon auf Grund seines Kriegspatentes in Unterhandlungen Uber die Höhe der Entschädigung treten, oder ob es erst den Ausgang eines schwebenden oder zu e wartenden Nicliügkeitsverfahrens abwarten will.
Der Wolkenfotograf.
Feldbrief eines Flak-Freiwilligen. Du sitzt an der Quelle und wäschst dich.
Du hast zwei Stunden auf Fliegerbeobachtung gestanden und in den grauen Nebeltag geknurrt, daß du beobachten mußtest, wo nichts zu beobachten war. Der ganze Himmel war seit Morgengrauen ein einziger trüber Schleier bedeckter Wolkenschollen geblieben. Der feuchte Dunst hatte dein Fernglas beschlagen und die Zigarette zog nicht.
Endlich waren die endlos scheinenden 120 Minuten doch zu Ende gegangen. Du nahmst Seife und Handtuch und gingst zu der Quelle. "Wohlverstanden, es ist eine ganz gewöhnliche Quelle, an der du jetzt stehst. Deine verärgerte Stimmung ist fort, wie du jetzt eintauchst nnd dich nach Herzenslust reibst und prustest. Denn waschen kannst du dich nur in den wenigen Stunden, da kein Flugwetter ist. Nur dann darfst du zur zwanzig Minuten entfernten Quelle laufen und dir den Pulver- und Grabenstaub abspülen.
Also du bist beim schönsten Plätschern als dir hart schallend zwei Gruppen verflixt naher Kanonenschüsse in deine seifenschaumbedeckten Ohren fallen. Du läßt dein Handtuch fallen, Waffenrock nnd die kostbare Kriegsersatzseife schwimmen und machst Querfeldeinlauf im 100 m Spurt. Du rennst mit den uhrgenau aufeinander knallenden Schlägen um die Wette. Trotzdem kommst du noch nicht zu spät.
Wir schössen schon neun und eine halbe Minute und müssen allen Ernstes arbeiten, Munition aus dem ßeservelager herbeizuschaffen. Denn über uns kreist anscheinend seelenruhigst ein Eindecker.
Auf einmal war ungemein verdächtig noch das Motorgeräusch da, und wir mühten uns vergeblich ab, die dicke tiefe Wolkenwand zu durchdringen, bis der feindliche Vogel genau über uns auftauchte, nein, vielmehr nnter die Nebelschollen tauchte.
Genau über unserer Stellung stand er und fing an, gemächlich zu kreisen.
Donnerwetter, sollte der unsere Stellung etwa kennen ?
Was wollte der überhaupt. Beobachten konnte er doch unmöglich bei diesem Hamburger Kaiserwetter und Bomben hatte er wohl keine, er ließ nichts fallen und überhaupt ein Eindecker und bei diesem Wetter?
Ueberhaupt . . . ?
Unsere Granaten sollen das Rätsel lösen. Die halben Bedienungen brannten gleich ihre Geschosse hinauf.
Die Wolken verschlucken alle Sprengpunkte. Der Eindecker kreist gleichgültig in gleicher Höhe.
Wir schießen ununterbrochen.
Der Moräne da oben kreist. Als Moräne haben wir ihn glücklich festgestellt. Aber so dunstig ist die Luft, daß man nicht unterscheiden kann ob es ein „gewöhnlicher" oder ein Paraso! ist. Und der will unsere fein maskierte Stellung beschauen?
Eine Gruppe kracht in die andere.
Alle Gdschützbedienungen sind nun vollzählig. Die Leute, die den schönen (für Nicht-Luftstreitkräfte trüben) Tag ausgenutzt und ausgeflogen waren, hocken an den Lafetten, stellen Zünder, schleifen
Körbe herbei. Der Gegner da oben besehreibt zur Abwechslung mal ■eine Spirale.
Weicht kaum. 'Weiß der Teufel, wo dran das liegt!
Viertelstundenlang verpulvern wir unsere gute Muniton ohne Erfolg. Natürlich muß jede Korrektur auf gut Glück gemacht werden, denn nur einige wenige Sprengwolken sind zu beobachten.
Erbeuteter französischer Nieupart-Doppeldecker.
Auf "einmal wendet der fliegende Holländer droben und haut schnurstracks in Richtung auf den feindlichen Flughafen ab.
Mit dem letzten Schuß überkam uns blitzgleich die Ahnung:
„Der Kerl hat uns nur fotografieren wollen und bloß gründlich fotografiert."
Die geballte Faust in der Tasche trifft uns das einzig mögliche -Kommando: Stellungswechsel. F. Ri. B. Saturn.
J^S^j^f Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurde ausgezeichnet:
EjV^^SB Vizefeldwebel und Flugzeugführer Reinhold Nietzsch.
'y^JgJvN Das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt Flugzeugführer A.
■ K n i e 1 ine.
Flugzeugführer Böhme ■f. Wieder ist ein Fliegerheld aus der bekannter» Familie Böhme vom Kalk werk Herold im Erzgebirge heimgegangen zur großen Armee. Der Unteroffizier und Flugzeugführer Karl Ludwig Böhme, Inh. des-Eisernen Kreuzes 2. Kl., ist im Reservelazarett Großenhain verschieden und seinem Bruder, dem berühmten Helden, der seinerzeit bei Freiburg allein dre» feindliche Flieger verjagte und zwei davon zur Strecke brachte, im Tode gefolgt.
Ltn. d. Res. Kurt Haber •}■. Wie aus einer Anzeige im Militär-Wochenblatt vom 6. Januar d. J. hervorgeht, ist Leutnant d. Res. Kurt Haber im Verlauf eines Luftkampfes an der Westfront gefallen. Ltn. Haber wurde durch eine schneidige Tat bekannt, von der der Tagesbe: icht vom 1. März 1916 spricht. Der schneidige Flieger hatte damals als Beobachter in Gemeinschaft mit dem Führer Ltn. d. Res. Kühl durch Bombenabwurf auf der Strecke Besancon-Jussey einen französischen Militärtransportzug zum Halten gebracht und die ■ Mannschaften wirkungsvoll mit dem Maschinengewehr beschossen. Haber ist Inhaber des Eisernen Kreuzes beider Klassen, sowie anderer Kriegsauszeichnungen. Er hat insgesamt 4 feindliche Flugzeuge im Luftkampf abgeschossen.
Den Heldentod im Luftkampf fanden ferner Leutnant d. Res. Riehl und Offizierstellvertreter Mohs von einer Flieger-Abteilung im Westen.
Deutsche Fliegererfolge am Balkan. Schon mehrfach wurde Uber kühne Taten deutscher Flieger im Orient berichtet. Es sei hier nur an den Fliegerhauptmann Buddecke erinnert, welcher in kurzer Zeit 6 feindliche Flugzeuge abgeschossen hatte und dafür den Pour le merite erhielt. Kürzlich haben zwei deutsche Flieger wieder im Luftkampf den Siegeslorbeer davon getragen. So spricht der Tagesbericht vom 26. Januar davon, daß in der Nähe von Kut-el-Amara Unteroffizier Jopp einen Luftkampf mit 2 englischen Flugzeugen gehabt habe. Nach hartnäckigem Kampf gelang es ihm den einen Engländer abzuschießen und den anderen zu vertreiben. Am 27. Januar hat der Leutnant Meinecke im Kampf gegen 6 feindliche Flugzeuge einen Doppeldecker abgeschossen, welcher erbeutet worden ist.
Das Eiserne Kreuz am weiß-schwarzen Bande erhielten für besondere Kriegsverdienste Direktoi Edmund Rumpier und Direktor Solz er, Leiter der Albatroswerke.
Das Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern erhielten: Oberleutnant Neubürger bei einer Feldflieger-Abteilung, Leutnant von Keudell bei einer Jagdstaffel, Ltn. Bernert jetzt bei der Inspektion der Fliegertruppen und Ltn. d. Res. Baldamus von einer Jagdstaffel.
Befördert wurden: Zu Hauptleuten: Oberltn. Ma h n cke im Flieger-Batl. 2, Oberltn. Walde vom Kgl. Bayr. Luft- u. Kraftfahr.-Bataillon und Walz vom Bayr. Flieger-Batl.; Zu Leutnants der Reserve der Fliegertruppen die Vizefeldwebel U de t, Willy S e yf er t, Adolf Schneider, Hans Koch, Karl Kühn, Hans Müller, Rustenbach Krupp und K a e m m e 1.
3. Februar. Berlin. Trotz der im Westen im allgemeinen ungünstigen Witterung war die Tätigkeit der deutschen Flieger am 1. und 2. Februar rege und erfolgreich. Die Gegner büßten im Luftkampf am 1. sieben Flugzeuge ein, am 2. im Luftkampf fünf und eines durch unser Abwehrfeuer. Leutnant Baldamus brachte in der Gegend von C^rnay einen Farmandoppeldecker brennend
zum Absturz und hat damit seinen elften Gegner erledigt. In der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar belegten wir Lager und Dorf Proyart mit 1075 Kilogramm Bomben. Mehrere gute Treffer wurden beobachtet. Am 2. fanden Bombenangriffe statt auf feindliche Lager bei Crombeke, den englischen Flugplatz Bailleul und auf Truppenlager nördlich Lorce. Ein feindliches Aufklärungsgeschwader, das am 1. sich über unserer Front in Flandern zeigte, wurde auseinandergesprengt und nach Verlust von drei Flugzeugen über die Front zurückgetrieben.
Im Osten zwang während der Kämpfe um Illuxt am 1. Februar ein deutscher Kampfeinsitzer einen russischen Doppeldecker zu beschleunigter Landung auf dem östlichen Dünaufer.
6. Februar. Berlin. Deutsche Bombengeschwader belegten in der Nacht zum 5. Februar die Bahnhöfe von Albert, Amiens und Aveluy (nördlich von Albert) mit 1550 Kilogramm, die Truppenlager und Bahnverladestelle bei Bray mit 250 Kilogramm Bomben. Es wurden zahlreiche Treffer im Ziel beobachtet. In derselben Nacht griffen feindliche Flieger ohne Erfolg Guiscard, Bussy und Noyon
Excellenz v. Hoeppner, Kommandierender General der Luftstreitkräfte an der Front.
an. Den Flugplatz von Ropci bewarf ein feindliches Geschwader mit 20 Bomben, ohne jedoch irgend welchen Schaden zu verursachen. — Nach dem französischen Heeresbericht vom 5. Februar nachmittags sollen französische Flieger in der Nacht vom 2. zum 3. Februar und 4. zum 5. Februar den Flugplatz Colmar mit Bomben beworfen haben. Davon ist in der Colmarer Gegend nichts bekannt. Man hat dort einen französischen Flieger weder gesehen noch gehört, noch irgendwelche Bombeneinschläge gefunden. — Im Luftkampf schössen wir am 5. Februar bei Craone einen Nieuport und zwei weitere feindliche Flugzeuge nördlich von Arras ab; ein viertes wird nördlich der Somme als abgeschossen gemeldet. Das fünfte Flugzeug, ein Farman-Doppeldecker, wurde auf dem mazedonischen Kriegsschauplatze bei Magila nördlich von Monastir durch eines unserer Jagdflugzeuge brennend zum Absturz gebracht.
Oesterreichischer Bericht. (Oestlicher Kriegsschauplatz) Bei Comanesci wurde ein feindlicher Jagdflieger durch Luftkampf zur Notlandung gezwungen.
7. Februar. Berlin. Dem Angriff eines englischen Fliegergeschwaders auf Brügge fielen durch Treffer in eine Schule eine Frau und 16 belgische Kinder zum Opfer. Militärischer Schaden wurde nicht verursacht. — Trotz strenger Kälte herrschte auch am 6. Februar an der ganzen Westfront rege Fliegertätigkeit. In der Nacht vom 5. zum 6. Februar wurden die Bahnhofsanlagen von Albert und Dernoncourt von unseren Kampfgeschwadern erneut und mit gutem Erfolg mit Bomben belegt. Auf feindliche Lager bei Hebuterne und Preport wurden insgesamt 440 Kilo Bomben geworfen. Mehrere Treffer wurden beobachtet. Im Luftkampf wurden fünf feindliche Flieger abgeschossen. Die Ueberreste von dreien sind in unserer Hand.
Bulgarisch er Beri ch t. An der ganzen Front lebhafter Flugbetrieb. Vizefeldwebel Könicke brachte in der Ebene von Bitolia (Monastir) ein feindliches Flugzeug zum Absturz, das hinter unseren Linien herabfiel. Führer und Beobachter sind tot.
8. Februar. Deutscher Bericht. Das Generalkommando des 14. Armeekorps teilt amtlich mit: Bei nächtlichen Fliegerangriffen auf Kippenheim und Freiburg i. Br. am 7. und 8. Februar wurde nur ganz unbedeutender Sachschaden angerichtet.
London. Die Admiralität gibt bekannt: Marineflugzeuge unternahmen am 2. Februar eine Streife gegen den Hafen von Brügge. Es wurden zahlreiche schwere Bomben auf den Torpedoboothafen geworfen. Gebäude und Docks wurden in Brand gesetzt. Die Flieger hatten infolge der starken Kälte mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine andere erfolgreiche Bombenstreife wurde in der folgenden Nacht unternommen. Es wurde beobachtet, daß insbesondere die Docks und Eisenbahnstrecken beschädigt wurden. Alle Flugzeuge und Flieger sind wohlbehalten zurückgekehrt. (Dem Ueberfall fielen, wie gemeldet wird, eine Frau und 16 Kinder zum Opfer.)
Russischer Bericht. Westfront: Ein feindliches Flugzeug warf in der Gegend von Jakobstadt Bomben ab, wodurch sieben Soldaten getötet und acht veiwundet'-wurden. Zwei unserer Flugzeuge warfen Bomben auf das feindliche Plugfeld bei Kobynik, nördlich des Narotsch-Sees.
9. Februar. Deutscher Tagesbericht. Die Flieger erfülllten im Januar trotz strenger Kälte ihre wichtigen Beobachtungs-, Erkundungs- und Angriffsaufgaben.
Wir verloren im verflossenen Monat 34 Flugzeuge.
Die Engländer, Franzosen und Russen büßten in Luftkämpfen und durch Abschuß von der Erde 55 Flugzeuge ein, von denen 29 jenseits der Linien erkennbar abgestürzt, 26 in unserem Besitz sind.
Außerdem wurden 3 feindliche Fesselballons brennend zum Absturz gebracht wir verloren keinen Ballon.
Meldung aus Berlin: Bei klarem Frostwetter herrschte am 8. und9. an der ganzen Westfront rege Fliegertätigkeit. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Tagen zeigten sich auch die feindlichen Flieger mehr, konnten uns aber an der Fernaufklärung nicht hindern. Vier feindliche Flieger wurden abgeschossen.
Unsre Kampfgeschwader belegten wichtige Bahnhöfe, Unterkunftsorte Munitionslager und Industrieanlagen mit rund 5000 Kilo Bomben. Besonders in den Munitionslagern von Mericourt und Industrieanlagen von Pompe und Neuves-Maisons wurden gute Treffer beobachtet und mehrere Brände verursacht.
Wien. Aus dem Kriegspressequartier wird Uber die Luftkämpfe im Januar gemeldet: Ungeachtet der jede Fliegertätigkei', besonders in den höheren Luftschichten, stark behindernden ungewöhnlichen Kälte wurde eine lange Reihe von Flügen zu Aufklärung und Kampf unternommen. Eine weitere besondere Schwierigkeit liegt in der Natur unseres Kriegsschauplatzes selbst, wo sich Erkundung und Kampf durchweg über breiten Gebirgsmassen abspielen, wo nicht nur jede Notlandung völlig ausgeschlossen ist, sondern auch die Unregelmäßigkeit der Luftströmung besonders kriiische Gefahren bringt und an die Geschicklichkeit und Geistesgegenwart der Piloten Anforderungen stellt wie auf keinem anderen Kriegsschauplatz. Sechs Flugzeuge wurden im Januar im Luftkampf abgeschossen, wogegen wir nur drei Maschinen verloren.
Paris. Am Abend und heute morgen warfen deutsche Flugzeuge zweimal Bomben auf die Gegend von Dünkirchen ab, wobei vier Personen der Zivilbevölkerung getötet wurden. Die Gegend von Frouard wurde ebenfalls mit Geschossen bedacht, wobei es vier Verwundete gab. Es bestätigt sich, daß einer unserer Flieger am 7. Februar ein deutsches Flugzeug bei Cer< y-les Busy (Aisne) abgeschossen hat. In der Nacht vom 7. auf den 8 Februar warfen unsere Bomben-werferflugzeuge Geschosse auf militärische Fabriken, auf den Bahnhof von Bergersdorf und auf den Bahnhof von Freiburg i. B.
Deutsches Flugzeug über den Wolken. 10. Februar. Amtlich aus Berlin. In der Nacht vom 9. zum 10. Februar griffen mehrere unserer flandrischen Marineflugzeuge die Hafenanlagen von Dünkirchen und in der Nähe gelegene feindliche Flugplätze mit Bomben an. Gute Wirkung wurde beobachtet. — Die deutschen Flieger waren ii der Nacht vom 8 auf den 9. Februar außerordentlich tätig. Sie belegten die englischen Flugplätze von St. Pol und Coxyde, sowie die Bahnhöfe von Acheux und Albert ausgiebig mit Bomben, ebenso feindliche Truppenlager bei Preyet (Proyart im
Sommegebiet?) und Cheppy (bei Varennes an den Argonnen) und die Bahnanlage von Bray an der Somme und Ruillencourt? südwestlich von Peronne. Eines unserer Bombengeschwader, das in der letzten Zeit mehrfach rühmend erwähnt wurde, warf in derselben Nacht tausend Kilogramm Munition auf die Industriewerke von Pompey (an der Meurthe) ab. Tags darauf wurden von uns die für Heereszwecke arbeitenden Fabrikanlagen in Neuve-Maison (bei Nancy) und militärische Anstalten in Nancy mit rund 2000 Kilogramm Bomben erfolgreich belegt.
Aus Karlsruhe wird gemeldet: Heute Nacht warf ein feindlicher Flieger einige Bomben auf Karlsruhe ab. Soweit bis jetzt festgestellt, sind drei Zivilpersonen verletzt worden. Der Sachschaden ist bedeutungslos.
Berlin. Amtlich. Ein Pariser Funkspruch vom 7. Februar 4 Uhr nachmittags meldet den Abschluß von nicht weniger als „acht deutschen Flugzeugen". Diese Meldung beleuchtet die Unzuverlässigkeit der französischen Fliegermeldungen. In dem Bestreben, möglichst hohe Abschußziffern zu erzielen, rechnet anscheinend der Leiter des französischen Flugdienstes jeden Bericht über einen erfolgreichen Flugkampf ohne weitere Nachprüfung als Sieg an. Bereits mehrfach mußte von deutscher Seite darauf hingewiesen werden, daß die feindlicher» Berichte über das Flugwesen von Uebertreibungen und Unrichtigkeit strotzen. Nicht ein einziger der französischen Flieger, von dem wir nicht bei einer ganzen Anzahl seiner gemeldeten Siege genau nachweisen können, daß seine angeblichen Opfer unversehrt hinter den deutschen Linien gelandet sind! Insbesondere gilt das auch von dem meist erwähnten Leutnant Guynemer. Es wäre interessant, zu erfahren, wie am 6. Februar Leutnant Heurteux seinen 25sten Gegner, Adjutant Casale sein 5tes und Adjutant Hardon sein 6tes deutsches Flugzeug abgeschossen haben wollen. Denn tatsächlich verloren wir an diesem Tage nur ein Flugzeug, das von einem Flug nach Epinal nicht zurückkehrte. Ueber die von uns am 6. Februar abgeschossenen Flugzeuge sind wir dagegen, wie stets, in der Lage, genaue Angaben zu machen. Es handelt sich um zwei in Flandern abgestürzte E. F.-Doppeldecker mit 260 Pferdekräften, Roll Rojce-Motor und um einen Nieuport, der in Lothringen von einem deutschen Jagdflugzeug heruntergeholt wurde?
Konstantinopel: Ein feindlicher Flieger wurde durch unser Infanteriefeuer zur Landung gezwungen.
Paris: Ein deutsches Flugzeug wurde im Verlauf des gestrigen Tages bei Regnieville-en-Haye durch das Feuer unserer Spezialgeschütze abgeschossen. In der Nacht vom 9. auf den 10. Februar bombardierte eines unserer Flugzeuge den Bahnhof und die Kasernen von Karlsruhe. Die Ziele wurden getroffen. Der französische Apparat war um 10,50 abends aufgestiegen und kehrte um 2,10 Uhr nach Verrichtung dieser Aufgabe zurück. Deutsche Flugzeuge bomba-dierten heute morgen die Gegend von Dünkirchen und zweimal während der letzten Nacht und heute früh die Stadt Amiens. In DUnkirchen gab es keine Opfer, in Amiens wurde eine Frau getötet. Auf Nancy und Pont St. Vincent wurden Bomben abgeworfen. Unter der Zivilbevölkerung gab es einen Toten und vier Verletzte.
Im Laufe der letzten Nacht wurden zahlreiche Bombardements durch unsere Flieger ausgeführt, so auf die Hochöfen [\on Brombach und Hagendingen, auf die Bahnhöfe von Mezieres und Tegnier, auf die Bahnanlagen und Fabriken im Saartale, wobei bei St. Ingbert ein Zug entgleiste und in Brand geschossen wurde In der gestrigen Nacht fanden zahlreiche Luftkämpfe statt. Zwei feindliche Flugzeuge, darunter ein Dreisitzer, fielen in unseren Linien ab, nachdem sie von unserem Feuer heruntergeholt worden waren, wobei der Leutnant Guynemer seinen 31. Sieg verzeichnete.
London: Gestern warfen unsere Flieger auf eine Anzahl Punkte von militärischer Bedeutung Bomben ab und fügten einem Flugzeuge schweren Schaden zu. Ein feindliches Flugzeug wurde im Verlaufe eines Kampfes zerstört.
Ein anderes wurde durch unsere Spezialgeschütze heruntergeholt. Am 9 Februar nachmittags Uberflogen englische Marineflugzeuge den Flugplatz von Qhistelle. Sie warfen eine große Anzahl Bomben ab und beobachteten deren Explosion bei den Zielpunkten. -Die Flugzeuge sind unversehrt zurückgekehrt.
11. Februar. Berlin. In der Nacht vom 9. zum 10. waren an der Westfront die deutschen und die feindlichen Flieger besonders rege.
Deutsche Geschwader belegten mit ausgezeichnetem Erfolg den Bahnhof von Aveluy bei Albert mit 1500 Kilogramm Bomben den Bahnhof von Amiens mit 2300 Kilogramm Bomben. Infolge des Angriffs brach auf dem letzteren ein Brand aus, der in den dort aufgestapelten großen Vorräten immer neue Nahrung fand. Der gewaltige Feuerschein war noch um 7 Uhr morgens weithin zu sehen. Andere Geschwader verursachten durch ihren Bombenwurf Brände in den Barackenlagern von Boyart und Eclusier. Die Industrieanlagen von Neuves-Maisons wurden erneut mit über ^000 Kilogramm -Sprengstoffen beworfen. Der Bahnhof von Pompey mit 300 Kilogramm. Ein weiterer nächtlicher Flugzeugangriff richtete sich gegen den Flughafen und Luftschiffhalle von Epinal, die mit 600 Kilogramm Bomben eingedeckt wurden.
Demgegnüber unternahm der Gegner mehrere nächtliche Flüge in das lothringische Becken und das Saargebiet. Der durch diese besuche angerichtete Schaden ist jedoch ganz unerheblich. Unser Abwehrfeuer zwang bei Differdingen •einen der nächtlichen Angreifer, einen Farman-Doppeldecker, zu landen. Das Flugzeug ist zerstört, die Insassen, Unterleutnant Lautiron und Korporal Fourge-Tot sind tot.
Eine neue Schmach haben die Franzosen durch einen Angriff in der gleichen Nacht auf die offene Stadt Karlsruhe auf sich genommen. Die traurige Tat unternahm ein Flugzeug, das einige Bomben auf die friedliche Stadt abwarf. Drei Bürger wurden dadurch verletzt. Der angerichtete Sachschaden ist bedeutungslos.
Am Tage des 10. schössen darauf unsere Flieger drei feindliche Flugzeuge in Brand; das eine stürzte in der Gegend von La Basse brennend nieder, die beiden anderen zerschellten an der Sommefront.
11. Februar. Wien. Italienische Flieger warfen auf Triest, Muggia, die "Werften von San Rocco und das Feldspital in Opcina Bomben ab.
Sofia. Lebhafte Fliegertätigkeit im Oardartal und längs der ägäischen Küste zwischen Mesta und Struma.
Paris. Ein feindliches Flugzeug wurde in der Umgebung von Verdun durch unsre Abwehrgeschütze abgeschossen. Auf Nancy und die Brücke von St. Vincent wurden Bomben phne Erfolg abgeworfen. — Gestern stürzten im Verlauf zahlreicher Luftkämpfe zwei deutsche Flugzeuge brennend ab. Das eine in die feindlichen Linien, das andere in unsere Linien. Letzteres wurde von Leutnant Deullin abgeschossen, der damit sein II. Flugzeug zur Strecke brachte. In der "Nacht zum 11. Februar führten unsere Bombardierungsgeschwader neue Unternehmungen in Lothringen gegen die Werke und Hochöfen des Saarbeckens, von Hagendingen, Esch und Maizieres bei Metz aus. Ein Brand brach in der Nähe <les Bahnhofes von Arneville aus Das Flugfeld von Colmar und der Hafen von von Zeebrügge wurden ebenfalls mit Bomben beworfen.
12. Februar. Italienischer Bericht: Schönes Wetter begünstigte ■die Flugtätigkeit. Unsere Flugzeuge belegten mit sichtbarem Erfolg den Bahnhof von Opoina mit Bomben. Ein feindliches Geschwader warf Bomben auf Vallone •(Karst) ohne Opfer zu verursachen oder Schaden anzurichten. Zwei Flugzeuge versuchten einen Angriff auf Udine. Sie wurden sofort durch Artillerieabwehrfeuer und Jagdflugzeuge in die Frucht geschlagen. Nach kühnem und glänzendem Kampfe Uber der Stadt wurde eines der feindlichen Flugzeuge abgeschossen und die zwei verwundeten Flieger gefangen genommen.
13. Februar. Wien: Am Nachmittag des II. Februar unternahm eine Gruppe unserer Seeflugzeuge einen gelungenen Erkundungsflug nach Valona, Santia Quaranta und Korfu. Eine andere Gruppe hatte in de.n frühen Morgenstunden des 12. Februar militärische Objekte und Torpedofahrzeuge in Brindissi angegriffen und Bombentreffer erzielt. Alle Flugzeuge sind wohlbehalten eingerückt.
Heute früh bewarf ein deutsches Flugzeug Dünkirchen mit Bomben, weder Opfer noch Sachschaden.
Deutsche Flugzeuge warfen abends erneut Bomben auf die Gegend von DUnkirchen. Mehrere Zivilpersonen wurden getötet, andere verletzt. Nancy wurde ebenfalls morgens von Flugzeugen bombardiert, es gab keine Opfer. In der Nacht zum 14. warfen unsere Luftgeschwader Geschosse auf die Flugplätze von Etreillers (Aisne), Sancourt (Somme) und aut die Bahnhöfe von Athies, Hombleux, Voyennes, Curchy, St. Quentin, Ham und auf Fabriken östlich Tergnier wo sie mehrere Explosionen feststellten. Die Gegend von Pompey (vieurthe et Moselle) wurde ebenfalls mit Bomben belegt, zwei Z.vilpersonen wurden getötet, zwei verwundet.
Aenderung in der Leitung des französischen Flugwesens. Zu Beginn des Jahres wurde der französische General Guillemin zum Leiter des gesamten französischen Flugwesens ernannt. Die französische Presse hofft, daß die Franzosen, die den deutschen Fliegern die Oberherrschaft im Flugwesen überlassen mußten, nunmehr diese wieder gewinnen werden.
Kritik der italienischen Luftflotte. Der „Corriere della Sera" macht in höchst besorgtem Tone auf die Wichtigkeit der neuen deutschen Flugzeugkon-struktionen aufmerksam und sprici.t die Befürchtung aus, daß sich die gänzlich veralteten italienischen Systeme bald als völlig untauglich erweisen könnten. Das Blatt fragt: Entsprechen unsere Modelle mit ihrer Leistungsfähigkeit, Geschwindigkeit, Bewaffnung und Zahl den neuen Bedingungen des Luftkrieges ? Laufen wir nicht Gefahr, bei unserer Langsamkeit im Bau neuer Typen überholt zu werden? Unser kleiner Nieuport-Typus muß seit diesem Winter als veraltet angesehen werden, und das gleiche gilt von fast allen unseren gegenwärtigen Modellen. Die Fortschritte der deutschen Flugzeuge, die jetzt an der Westfront zu Tage getreten sind, können den Oesterreichern an der italienischen Front zngute kommen und auf diese Weise unsere Situation im Luftkrieg außerordentlich verschlechtern.
Kriegs Luftfahrt-Ausstellung. Der Bayer. Landesverband des Deutschen Luftflotten-Vereins e. V. wird unter diesem Namen in verschiedenen größeren Städten des Königreiches eine nicht nur alle Freunde des Flugwesens, sondern auch die breite Oeffentlichkeit interessierende Ausstellung veranstalten. Die Genehmigung hierzu wurde vom Kgl. Bayer. Kriegsministerium bereits erteilt. Neben verschiedenen Schaustücken, die die Entwicklung der Luftfahrt vorführen, wird auch Kriegsbeute, die von der Inspektion des Militärflugwesens zur Verfügung gestellt wird, zu sehen sein. Auch das Deutsche Museum wird voraussichtlich diese Ausst llung beschicken. Das Reinerträgnis aus diesen Veranstaltungen soll den Zwecken des Verbandes, vor allem aber der vom Verbände in kurzem zu errichtenden „Bayerischen Fliegerstiftung" zufließen. Da anzunehmen ist, daß viele Private, aber auch flugtechnische Vereine und Firmen im Besitze von Gegenständen (Modellen, Bildern, Teilen von Flugzeugen, Instrumenten usw.) sind, die sich zur Ausstellung eignen, so wäre es wünschenswert, daß solche Schaustücke der Geschäftsstelle des Landesverbandes, München, St. Paulsplatz 2, zu diesem Zwecke überlassen werden. Wenn irgend möglich, wird die Kriegs-Luftfahrt-Ausstellung zuerst in Augsburg stattfinden.
77h. 5. 296 709. jWallace Mac Kay Coover Paia, Maui, Hawati; Verti. B. Petersen, Pat-Anw., Berlin SW. 11. Flugzeug mit pendelnd aufgehängtem Motor. 24.4.15. C. 25 601.
77h. 5. 296536. Georg Grawati cesco, Chateau O'bex, Schweiz. Vertr. Dipl Ing. B. Wassermann, Pat-Anw., Berlin SW. 68. Flugzeug mit stufenförmiger Tragfläche. 21.2.12 . 36 127.
Flugzeug mit oberhalb der starren Tragflächen an einem Mäste angeordneten Hilfstragflächen.
Durch Auslösen des Bolzens e wirkt Feder s22 auf Arm s: und stellt die Hilfstragflächen winklig zu den starren Tragflächen a und a1. Diese Einstellung kann durch einen Anschlag h begrenzt werden, welcher aus einem an der Achse s' befestigten gebogenen Arm besteht, der mit dem Arm f2 des Gestelles in Berührung steht, um ein Aufklappen der Hilfstragflächen in einem Winkel von beispielsweise 45° zu beschränken. Durch die auf Achse s' verstellbar durch die Stellschraube h1 (Abb. 9 und 10) angeordnete Befestigung des Armes h kann das Umkippen der Hilfstragflächen beliebig begrenzt werden, während ein anderer Anschlag ha die Stellung der Hilfstragflächen paralell zu den Haupttragfläcben sichert. Die Auslösung der Hilfstragflächen veranlaßt diese, unter Steuerung des Ruders r sich dem Luftdruck entgegenzustellen. Dadurch wird das Gestell F am Mast M nach aufwärts gleiten, bis die obere Muffe f gegen die Kappe m stößt.
Ferner wird sich das Gestell F nach Auslösung aus, der unteren Normalstellung um den Mast M durch Steuerung des Ruders r drehen, um die Hilfstragflächen selbstätig gegenüber dem Flugzeug in die richtige Flugstellung zu bringen.
Um das Flugzeug gegen auffälligen Unfall zu schützen, besitzt das Ruder r einen Fortsatz, der aus zwei drehbar am Hauptteil sitzenden Teilen r1 besteht, die bei etwaigen Auftreten eines Rückdruckes auseinander, und zwar gegen die Anschläge rs gespreizt werden, wodurch das Gestell F auf die eine oder andere Seite abgelenkt wird, um die Hilfstragflächen dem Wind entgegen zu drehen und das Flugzeug auszurichten.
Wenn die Hilfstragflächen s, s als Hilfssteuerung während der Gleitmanöver Verwendung finden, oder wenn die Hilfstragtlächen gegen Einwirkung ungünstiger Witterungseinflüsse benutzt und das Flugzeug wieder in die normale Stellung gebracht werden soll, so werden die Hilfstragflächen parallel zu den starren Tragflächen eingestellt. Zu diesem Zwecke dient eine an dem oberen
Teil des Mastes M vorgesehene EinStellvorrichtung, bestehend aus einem federnden, drehbar auf einem Schlitten i1 angebrachten Hebedaumen i. Der Mast M weist längliche Schlitze m1 und m2 auf, während der Schlitten i1 mit Ansätzen i2 versehen ist, welche aus den Schlitzen m1, m2 herausragen und eine Drehung des Schlittens i1 verhindern. Die Bewegung des Daumens i am Schulten i1 wird durch einen in einer konzentrischen Nut i* des Hebedaumens i sitzenden Stift i3 begrenzt. Eine Feder i5 hält den Daumen i in der in Abb. 12 gezeigten Stellung.
Mit dem Daumen i steht ein Schnurzug j in Verbindung, welcher Uber eine am oberen Ende des Mastes befestigte Rolle j' nach abwärts im Mastinnern um Rolle j", welche in einer Oeffnung des unteren Mastteiles unterhalb der starren Trag-
flache a angebracht ist^ läuft. Von der Scheibe j2 führt die Schnur j weiter über Rolle j' zum Griff j* in die Reichweite des Flugzeugführers Ist der Schlitten i' in seiner niedrigsten Stellung, während das Gestell F mit den Hilfstragflächen sich am oberen Teil des Mastes befindet und dort durch den herrschenden Luftdruck infolge der schrägen Anordnung der Tragllächen s, s, gehalten wird, so wird beim Anziehen der Schnur j diese den Daumen i gegen die Spannung der Feder i5 drehen, bis die Spitze i» des Daumens aus dem Schlitz m1 hervorragt. Die Spitze i* des Daumens i trifft bei seiner Aufwärtsbewegung auf die Unterseite des Armes sa und hebt diesen aus der in Abb. 7 gezeigten Stellung gegen die Spannung der Feder s22. Nach Auf Aärtsbewegen des Armes s2 stößt sein Ende den Hebel b gegen die Spannung d r Feder b2 zurück und legt sich gegen die Nase b» an. Dadurch werden die Hilfstragflächen parallel zu der starren Tragfläche a verriegelt. Das Gestell F wird nach Loslassen der JSchnur j durch die •eigene Schwere am Mast herabgleiten und in Eingriff mit dem Bolzen d sowie dem Anschlag c gelangen Um dies sicher zu erreichen, ist der untere Teil der Muffe f V-förmig ausgestaltet, um in den entsprechend geformten Sitz v, wie in der Abb. 4 gezeigt, einzufallen, so daß die geringe Veränderung in der Fluchtlinie während des Abstieges behoben wird. Der am unteren Ende des Hebels b wirkende Anschlag c löst den Arm s2 aus dem Hebel aus, so daß nach Wegziehen des Bolzens die Hilfstragflächen wieder ausgelöst werden, sich selbst den .Luftdruck einstellen und unabhängig von der Hauptfläche wirken können.
1. Flugzeug mit oberhalb der starren Tragflächen an einem Mäste angeordneten Hilfstragflächen, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsträgflächen (s, s) von einem an dem Mäste (M) auf und nieder gleitenden und feststellbaren, von einem Ruder (r) steuerbaren Gestell (F) getragen werden.
2. Flugzeug nach Anspruch I, gekennzeichnet durch die Anordnung eines am Mast (M) beweglichen Schlittens (i1), dessen federnbeherrschter, von einem Schnurzug (ji zu steuernder, im Mastinnern angeordneter Daumen (i) nach Austritt aus dem Mastschlitz einen Arm (s2) des Gestelles (F) erfaßt unJ ihn in Eingriff mit einem Sperrhebel bringt, wodurch die Hilfstragfläche in paralleler Richtung mir den Haupttragflächen festgehalten wird
3 Flugzeug nach den Ansprüchen 1 und II, dadurch gekennzeichnet, daft bei Auslösung des Daumens (i) das Gestell (F) durch sein Eigengewicht niedergleitet, wobei ein auf der Drehachse der Hilfstragflächen sitzender Arm (s3) mit einem Bolzen (d) und der Sperrhebel (b) mit einem Daumen (c) in Eingriff gerät, •wodurch er dem Arm (s2) entzogen und die Hilfstragflächen für das Einschwenken in die schräge Lage bereitgestellt werden.
Flugzeug mit einem Kopf- und einem Schwanzsteuer.*)
Den Gegenstand des Haupt patentes bildet ein Flugzeug mit einem Kopf-und einem Schwanzsteuer, das sich von den bekannten Flugzeugen dieser Art dadurch unterscheidet, daß das Schwanzsteuer nur als Höhensteuer und das Kopfsteuer nur als Tiefensteuer benutzt werrlen kann. Gemäß der Erfindung wird nun zu diesen Steuern noch ein weiteres Steuermittel hinzugefügt, das den Gleitflug unter allen Umständen sichern soll. Dieses Steuermittel besteht in der Kopflastigkeit des Flugzeuges. An sich ist es zwar bereits vielfach vorgeschlagen worden, Flugzeuge kopflastig zu bauen, um den Gleitflug zu sichern, jedoch handelt es sich bei diesen Vorschlägen nicht um Flugzeuge mit einem Kopf- und einem Schwanzsteuer. Das Tiefensteuer ist hier vielmehr gerade durch die Kopflastigkeit ersetzt. Trifft man nun noch die Anordnung, daß die beiden Steuer beim Freilassen der Handhabe selbsttätig in ihre Ruhelage zurückkehren, sogeben diese beiden Steuer dem Flugzeug an sich schon eine große Längsstabilität, und die Kopflastigkeit sichert den Gleitflug, selbst wenn beim Versagen des Motors der Führer nicht mehr in der Lage sein sollte, das Flugzeug zu bedienen, wa* besonders bei Höhenflügen leicht eintreten kann.
*) D. R. P. Nr. 203(136 Fedor v. Perbandt in Berlin Friedenau.
Flugzeug mit einem Kopf- und einem Schwanzsteuer nach Patent 283990 dadurch gekennzeichnet, daß neben dem nur als Tiefensteuer wirkenden Kopfsteuer und neben dem nur als Höhensteuer arbeitenden Schwanzsteuer, die beide selbsttätig in ihre Ruhelage zurückkehren, das Flugzeug noch kopflastig gebaut wird.
Franz Schneider Flugmaschinenw erke mit beschränkter Haftung Berlin.
Diese Firma wurde in das Handelsregister eingetragen. Die Firma übernimmt mit 1. Februar 1917 die Aktiven und Passiven der Firma Franz Schneider Flugzeugbau. Wie wir erfahren, befinden sich die Geschäftsräume bis auf Weiteres in Berlin-Wilmersdorf, Brandenburgischestr. 46. JsSKäi dfiä**J
„Ago" Flugzeugwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Berlin-Johannisthal. Direktor Gustav Jeratsch, Berlin, ist zum Geschäftsführer bestellt. Auf Grund des Beschlussts der Gesellschafter vom 12. Dezember 1916 ist das Stammkapital um 640000 M erhöht und beträgt nunmehr 1000000 M.
Die Zenith-Vergaser G. m. b. H. und die Pallas-Vergaser G. m. b.[H. Berlin teilten durch Zirkular ihrer Kundschaft mit, daß sie infolge der andauernden Steigerung der Rohmaterialien-Preise, Löhne, Verpackungskosten usw. genötigt sind, auf die ab 15. Januar bei ihnen eingehenden Aufträge einen weiteren,. Teuerungszuschlag von 10°/0 zu nehmen.
Siemens & Halske Aktiengesellschaft mit dem Sitze zu Berlin und
mehreren Zweigniederlassungen: Prokuristen: I) Richard Bügler zu Charlottenburg, 2) Ernst Dillau zu Berlin-Friedenau, 3) Hans Hertlein zu Charlottenburg, 4) Ernst Jungheim zu Berlin-Halensee, 5) Friedrich Hans Jungheim zu Charlottenburg, 6) Willy Krüger zu Berlin-Westend, 7) Hermann Rasch zu Berlin-Grunewald, 8) Otto Richter zu Charlottenburg, 9) Gustav Suckow zu Charlottenburg. Ein jeder derselben ist ermächtigt, in Gemeinschaft mit einem anderen Prokuristen der Gesellschaft, wenn aber der Vorstand aus mehreren Mitgliedern besteht, auch in Gemeinschaft mit einem Vorstandsmitgliede, ordentlichen wie stellvertretenden die Gesellschaft zu vertreten. Der Prokurist Paul Liez in Berlin ist verstorben.
<Gvrgus Motoren Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Prokurist: Hans Puchstein in Charlottenburg. Derselbe ist ermächtigt, in Gemeinschaft mit einem Geschäftsführer die Gesellschaft zu vertreten. ^
Finkeisen & Pritzkow, Neukölln. Diese Firma ist erloschen.
Eintrittsgeld Mk. 20. - :—: Monatlicher Beitrag Mk. 3.50'
Anderthalbdecker Damm.
Eine neue und sehr schnelle Modellmaschine ist der Anderthalbdecker von V. Damm. Mit einer Tragflächenbelastung von nur 5 gr pro Quadratdezimeter ist eine hohe Steigfähigkeit möglich. Die größte Entfernung, die das Modell über ebener Erde mit Handstart erreichte, beträgt 98,60 m. Der Motor besteht aus 10 4xi und 2X2 mm starken Gummischnüren, die bei 280 Umdrehungen der 35 cm großen Schraube von 38 cm Steigung einen hohen Vortrieb verleihen. Das Modell besitzt eine Länge von 1,07 m und hat ein Gewicht von 189,5 gr. Die Tragflächen sind stark gestaffelt, was dem Modell eine hohe Sicherheit beim Aufstieg verleiht, selbst wenn einmal ein Windstoß das Modell beim Steigen auf den Rücken zu werfen droht, bewirkt die starke Staffelung ebenso wie das aufgezogene untere Tragdeck bei Seitenwind und in der Kurve ein selbsttätiges
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Einrichten des Modells. Das Fahrgestell besteht aus 2 mm starkem Stahl-draht und ist gegen die untere Tragdecke durch einen Knick in Gestalt eines umgekehrten V genügend abgefedert. Die Räder haben einen Durchmesser von 5 cm und sind aus Aluminiumguß. Das obere Tragdeck besitzt bei einer Breite von 20 cm und einer Länge von 120 cm 3 Längsholme und 6 Rippen. Der 1. Holm liegt an der Vorderkante der Tragfläche und besitzt eine Stärke von 5X31/, mm. Der 2. liegt im höchsten Punkte der Wölbung und hat eine Stärke von 7X7 mm; der 3. dient weniger zum Tragen des Flügels als zum Versteifen desselben und liegt mit einer Stärke von 8x3 mm 10 cm von der Tragdeckhinterkante entfernt. Das untere Tragdeck besitzt nur 2 Holmen. Der erste an
der Vorderkante des Tragdecks besitzt 4X3 mm, der zweite in der Wölbungshöhe dessselben 6X7 mm Querschnitt. Der Apparat ist 2 stielfg. Die 2 mm dicken Stiele sind aus ellipsenförmig geschnitzten Tonkingstäben. Das Höhensteuer mit Dämpfungsfläche ist nichttragend angeordnet. Das Höhensteuer ist durch dünne Plättchen Aluminum-Blech an Stelle von Rippen beweglich gemacht ebenso wie das Seitensteuer. Die Schraube kann falls sie zu schwer für das Modell ausfallen sollte aus bis zu 28,5 cm verkleinert werden, nur läuft sie dann schneller und die Flugweite des Modells ist beträchtlich vermindert. Die Steigkraft des Modells ist in 1,4 Sekunden 18 m bei einem Wind von 3-4 secm. Der Anlauf auf dem Boden beträgt 90—110 cm.
Großem alle anderen Zeitfchriften infolge der fjoljen Qestehungskpsten seit längerer Zeit die Qbonnementspreise erhöhten, haben wir bisher den „Flugsport" }u dem alten 9reis geliefert. 'Die Oerstellungskosten hoben sich in leftter Zeit jedoch derartig gesteigert, daß wir die Mehrkosten nicht mehr tragen können und daher den Bezugspreis der Einzelnummer ab /. danuar von 60 9fg. auf 80 9fg., den Vierteljahr esbe^ug von Wik. 3.50 auf Wik. 4.70 und den 9ahresbesug von Wik. 14.— auf Wik. 18.80 erhöhen mußten.
Wir hoffen, daß unsere verehrten Bezieher in Anerkennung der durch die Zwangslage nötigen Maßnahmen auch weiterhin dem „Flugsport" treu bleiben werden.
2ln unsere verehrten ßeser!
(Redaktion und Verlag „Flugsport".

References: § 683
 § 3
 § 2
 § 1
 § 1
 § 23
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 § 5