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Timestamp: 2016-10-23 20:24:48+00:00

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9C_786/2009 (24.02.2010)
9C_786/2009
vom 9. Juli 2009.
Die 1965 geborene Z.________ war in den Jahren 1993 (Heckaufprallkollision) und 1994 (Seitenaufprall) je in einen Autounfall verwickelt. In der Folge klagte sie insbesondere �ber Kopf- und Nackenschmerzen (z.B. �rztlicher Zwischenbericht des Dr. med. A.________, Innere Medizin FMH, vom 5. Februar 1996). Im Jahre 2000 verunfallte Z.________ beim Inlineskaten (Sturz auf Ges�ss und R�cken); dieser Unfall f�hrte zu einer Exazerbation der vorbestehenden Beschwerden (neurologisches Gutachten des Dr. med. S.________, Spezialarzt f�r Neurologie, vom 23. September 2002). Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) kam f�r die gesundheitlichen und erwerblichen Unfallfolgen auf und richtete Taggelder aus. Gest�tzt auf einen Vergleich sprach die SUVA Z.________ mit Verf�gung vom 19. Dezember 2006 f�r die Folgen aller drei Unf�lle eine Invalidenrente ab 1. Dezember 2006 bei einer unfallbedingten Erwerbsunf�higkeit von 50 % und eine Integrit�tsentsch�digung bei einer Integrit�tseinbusse von 25 % zu.
Bereits am 25. September 2002 hatte sich Z.________ bei der Invalidenversicherung zum Leistungsbezug angemeldet (Umschulung auf eine neue T�tigkeit, Rente). Die IV-Stelle Schwyz f�hrte erwerbliche Abkl�rungen durch und zog die Akten der SUVA bei. Mit Verf�gung vom 20. Januar 2005 sprach sie Z.________ Beratung und Unterst�tzung bei der Stellensuche zu. In der Folge veranlasste die IV-Stelle ein interdisziplin�res versicherungsmedizinisches Gutachten bei der Medas vom 9. Juni 2008. Nach durchgef�hrtem Vorbescheidverfahren verf�gte sie am 21. Oktober 2008 die Abweisung des Leistungsbegehrens.
Die hiegegen erhobene Beschwerde der Z.________ wies das Verwaltungsgericht des Kantons Schwyz mit Entscheid vom 9. Juli 2009 ab.
Z.________ l�sst Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f�hren und unter Aufhebung des angefochtenen Entscheides die Zusprechung einer halben Rente der Invalidenversicherung ab 1. Juli 2001 beantragen; eventualiter sei die Sache zur weiteren Abkl�rung an die IV-Stelle zur�ckzuweisen.
Die Vorinstanz schliesst auf Abweisung der Beschwerde, IV-Stelle und Bundesamt f�r Sozialversicherungen verzichten auf eine Vernehmlassung.
1.1 Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten (Art. 82 ff. BGG) kann wegen Rechtsverletzung gem�ss Art. 95 und Art. 96 BGG erhoben werden. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder erg�nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 132 V 393 E. 3. S. 397 ff. zur auch unter der Herrschaft des BGG g�ltigen Abgrenzung von Tat- und Rechtsfragen im Rahmen der Invalidit�tsbemessung [Art. 16 ATSG]).
1.2 Neue Tatsachen und Beweismittel d�rfen nur soweit vorgebracht werden, als erst der Entscheid der Vorinstanz dazu Anlass gibt (Art. 99 Abs. 1 BGG). Dies ist dann der Fall, wenn eine bereits bei Erlass des angefochtenen Entscheides bestandene Tatsache erst durch den vorinstanzlichen Entscheid rechtswesentlich wird (Hansj�rg Seiler/Nicolas von Werdt/Andreas G�ngerich, Bundesgerichtsgesetz [BGG], 2007, N. 3 und 6 zu Art. 99 BGG). Inwiefern diese Voraussetzung gegeben ist und das neue Vorbringen nicht bereits im vorinstanzlichen Verfahren eingebracht werden konnte und musste, ist n�her darzulegen (z.B. Urteil 9C_157/2009 vom 3. Juli 2009 E. 1.2).
Streitig ist der Anspruch auf eine Invalidenrente. Das kantonale Gericht hat die Bestimmungen und Grunds�tze �ber die Voraussetzungen und den Umfang des Rentenanspruchs (seit 1. Januar 2008: Art. 28 Abs. 2 IVG), die invalidisierende Wirkung �tiologisch unspezifischer Schmerzzust�nde (vgl. hiezu BGE 130 V 352 E. 2.2.3 und 2.2.4 S. 354 ff.) sowie zum Beweiswert �rztlicher Berichte und Gutachten und zur Beweisw�rdigung (BGE 125 V 351 E. 3 S. 352 ff.; 122 V 157 E. 1c S. 160 ff., je mit Hinweisen; vgl. auch BGE 132 V 393 E. 4.1 S. 400) zutreffend dargelegt. Darauf wird verwiesen.
3.1 Das kantonale Gericht erwog, es sei nicht zu beanstanden, dass die IV-Stelle die Einw�nde gegen den Gutachter Dr. med. Y.________ - namentlich mit Blick auf dessen Aktivit�ten im Rahmen der sogenannten Vineyard-Bewegung - und sinngem�ss gegen die gesamte Medas abgelehnt habe. Obwohl sich im Medas-Gutachten gewisse Fehler eingeschlichen h�tten, k�nne von einem unvollst�ndigen Gutachten keine Rede sein; dies gelte insbesondere auch bez�glich der geklagten Spannungskopfschmerzen und deren Ber�cksichtigung im neurologischen Teilgutachten. F�r weitere Untersuchungen habe mit Blick auf das Ergebnis der Exploration kein Anlass bestanden. Die IV-Stelle habe daher zu Recht gest�tzt auf das Medas-Gutachten einen rentenbegr�ndenden Invalidit�tsgrad verneint.
3.2 Die Beschwerdef�hrerin r�gt, indem die Vorinstanz ausschliesslich auf das Medas-Gutachten abgestellt habe, sei sie in Willk�r verfallen. Die Medas-Gutachter h�tten die Arbeitsf�higkeit r�ckwirkend �ber 13 Jahre eingesch�tzt, ohne sich seri�s mit den echtzeitlichen medizinischen Beurteilungen und der Tatsache auseinanderzusetzen, dass die SUVA erhebliche Versicherungsleistungen erbracht habe. Auch h�tten die Gutachter nicht auf Unsicherheiten oder den spekulativen Charakter der retrospektiven Beurteilung hingewiesen, was unseri�s sei. Willk�rlich sei das kantonale Gericht zum einen nicht auf die ger�gte Unsorgf�ltigkeit des orthop�dischen Gutachters eingegangen und habe damit gleichzeitig den Sachverhalt offensichtlich unrichtig festgestellt. Zum anderen habe es erwogen, das Medas-Gutachten sei umfassend und vollst�ndig, obwohl PD Dr. med. I.________, Facharzt f�r Neurologie, in der Beurteilung des Instituts X.________, vom 17. August 2009 die Diagnoseliste der Medas als unvollst�ndig bezeichnete. Die Sachverhaltsfeststellungen im Gutachten der Medas und damit auch in dem darauf abstellenden vorinstanzlichen Entscheid seien demzufolge offensichtlich unvollst�ndig und offensichtlich unrichtig. Gleichzeitig habe das kantonale Gericht den Untersuchungsgrundsatz verletzt.
4.1 Die Invalidenversicherung ist an die Invalidit�tssch�tzung der Unfallversicherung nicht gebunden (BGE 133 V 549 E. 6. S. 553 ff.). Soweit die SUVA der Beschwerdef�hrerin, basierend auf einem Vergleich, eine Invalidenrente bei einer Erwerbseinbusse von 50 % zugesprochen hat (wobei weder die Beurteilungen durch den Neurologen Dr. med. S.________ vom 1. Mai 2000, 23. September 2002 und 25. Juli 2005 eine derart hohe Arbeitsunf�higkeit ergaben noch eine solche sich dem neuropsycholgischen Gutachten des lic. phil. H.________, Neuropsychologisches Institut Q.________, vom 10. Januar 2000 oder den kreis�rztlichen Stellungnahmen vom 21. M�rz, 4. Mai und 19. Juni 2006 entnehmen l�sst [und Dr. med. M.________, FMH f�r Otorhinolaryngologie, Hals- und Gesichtschirurgie, in seinem Gutachten vom 2. November 2001 nicht zur Arbeitsf�higkeit Stellung nahm]), kann sie daraus nichts ableiten hinsichtlich ihrer Anspruchsberechtigung gegen�ber der Invalidenversicherung.
4.2.1 Das Bundesgericht ist nur dann befugt, die Beweisw�rdigung eines kantonalen Gerichtes zu korrigieren, wenn diese offensichtlich unrichtig bzw. willk�rlich ist (E. 1 hievor). Willk�r im Sinne von Art. 9 BV setzt voraus, dass der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, zur tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch steht oder auf einem offenkundigen Fehler beruht (BGE 127 I 54 E. 2b S. 56). Die vorinstanzliche Beweisw�rdigung muss somit entweder schlechterdings unhaltbar oder widerspr�chlich sein oder mit der tats�chlichen Situation in klarem Widerspruch stehen, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzen oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderlaufen (BGE 131 I 467 E. 3.1 S. 473). Dass eine andere L�sung ebenfalls als vertretbar erscheint oder gar vorzuziehen w�re, gen�gt nicht.
4.2.2 Die Vorinstanz erwog, der Medas-Arzt Dr. med. W.________ sei im orthop�dischen Teilgutachten vom 4. M�rz 2008 zwar von einem K�rpergewicht der Versicherten von 63 kg statt 50 kg ausgegangen. Abgesehen davon, dass das K�rpergewicht im Zeitablauf gewissen Schwankungen unterliege, wirke sich diese Ungenauigkeit aber nicht auf die Schlussfolgerungen im interdisziplin�ren versicherungsmedizinischen Gutachten vom 9. Juni 2008 aus. Der Beschwerdef�hrerin ist darin zuzustimmen, dass zumindest das geh�ufte Auftreten von Ungenauigkeiten Zweifel an der Zuverl�ssigkeit gutachterlicher Einsch�tzungen hervorrufen kann. Haben die Gutachter die zu beurteilende mit einer anderen Person verwechselt, geht ihren Ausf�hrungen selbstredend jeglicher Beweiswert ab (Urteil I 355/06 vom 27. M�rz 2007 E. 5.3.1 und 5.3.2). So verh�lt es sich hier aber nicht. Auch wenn sich Dr. med. W.________ den Vorwurf der mangelhaften Kontrolle seiner Beurteilung gefallen lassen muss, geht aus der Gesamtschau der in seinen Ausf�hrungen enthaltenen Fakten und Einsch�tzungen zweifelsfrei hervor, dass er sich weder in der Person der Explorandin get�uscht noch deren gesundheitliche Einschr�nkungen unvollst�ndig ber�cksichtigt hat. Seine Ausf�hrungen, wonach die bisherige T�tigkeit (bei fehlenden weitgehenden strukturellen Ver�nderungen der Wirbels�ule, auch bei festgestellter atlantoaxialer Rotationsfehlstellung) im Umfang von 8,5 Stunden pro Tag an f�nf Tagen pro Woche zumutbar sei, stimmt sowohl mit der Beurteilung des Dr. med. L.________, FMH f�r orthop�dische Chirurgie, vom 25. September 1998 �berein (wonach die Versicherte mit den vorliegenden Restbeschwerden arbeiten k�nne) als auch mit der Stellungnahme des SUVA-Kreisarztes Dr. med. E.________, FMH f�r orthop�dische Chirurgie (Einsch�tzungen vom 21. M�rz und 19. Juni 2006). Die von der Versicherten ger�gten Unzul�nglichkeiten, welche im angefochtenen Entscheid angemessen gew�rdigt worden sind, verm�gen auch mit Blick darauf, dass bei einer K�rpergr�sse von 159 cm sowohl ein Gewicht von 50 kg als auch ein solches von 63 kg als "normal" gelten (BMI von 24,9 bzw. 19,8), keine Bundesrechtswidrigkeit der vorinstanzlichen Beweisw�rdigung hinsichtlich der orthop�dischen Teilbegutachtung des Dr. med. W.________ darzutun.
4.2.3 F�r den Leistungsanspruch in der Invalidenversicherung ist nicht die diagnostische Einordnung der geklagten Beschwerden massgebend, sondern deren Auswirkungen auf die Arbeitsf�higkeit. Davon abgesehen, dass die letztinstanzlich ins Recht gelegte Beurteilung des PD Dr. med. I.________ vom 17. August 2009 nicht ber�cksichtigt werden kann (E. 1.2 hievor), ist grunds�tzlich nicht entscheidwesentlich, ob die Spannungskopfschmerzen der Versicherten als "chronic headache attributed to Whiplash injury" einzuordnen sind oder ganz oder teilweise auf den Analgetika-Konsum zur�ckgehen. Nach eigenen Angaben nimmt die Beschwerdef�hrerin eine bis zwei Schmerztabletten (Dafalgan 500) t�glich ein; f�r einen Analgetika-Abusus bzw. einen die Arbeitsf�higkeit beeintr�chtigenden sch�dlichen Gebrauch von Analgetika (ICD-10 F55.2) finden sich in den Akten keine Hinweise. Wenn die Medas-Gutachter keine entsprechende Diagnose anf�hrten, spricht dies somit nicht gegen den Beweiswert ihrer Beurteilung. Unbehelflich ist schliesslich der Einwand, die von der Neuropsychologin erhobenen kognitiven Defizite (z.B. im durchgef�hrten verbalen Lern- und Merkf�higkeitstest [VLMT]) h�tten in der Diagnoseliste des Medas-Gutachtens gefehlt. In der zusammenfassenden Beurteilung aus neuropsychologischer Sicht wird im Einzelnen dargelegt, dass die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistung als unauff�llig bewertet wurde, die grenzwertig ausgefallene Auffassungsgabe aber darauf hindeute, dass die Versicherte ihr Leistungspotenzial (beim W�rterlernen) nicht g�nzlich ausgesch�pft habe bzw. sich limitierte und bei gesamthafter Betrachtung der umfangreichen neuropsychologischen Tests keine Defizite zu objektivieren waren. Die nachvollziehbar und bundesrechtskonform begr�ndete antizipierte Beweisw�rdigung im angefochtenen Entscheid h�lt somit auch mit Bezug auf die interdisziplin�re Beurteilung der Medas-Gutachter in allen Teilen vor Bundesrecht stand; von einer bundesrechtswidrigen Sachverhaltsfeststellung kann keine Rede sein.

References: Art. 95
 Art. 96
 Art. 95
 Art. 105
 BGE 
 Art. 99
 Art. 28
 BGE 
 BGE 
 Art. 9