Source: http://waltercurkovic-paul.beepworld.de/altenpflegayheim.htm
Timestamp: 2018-01-20 22:26:05+00:00

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Hier entsteht eine Seite zu meinem Lebenswerk:
Unser im Jahre 1999 entstandenes Projekt und der gleichnamige Verein „AltenpfleGayheim" haben in der zurückliegenden Zeit die Grundlage für die Entstehung einer ersten lesbisch-schwulen Altenwohn- und Pflegeeinrichtung in Frankfurt/M. gelegt und nimmt deutschlandweit eine Vorreiterrolle in der Diskussion um eine lesbisch-schwule Altenarbeit ein.
Auch europaweit ist dies eines der ersten Projekte, denn auch hier existiert noch keine Pflegeeinrichtung, mit Ausnahme in Amsterdam, eine Einrichtung für betreutes Wohnen.
Wir haben aus eigenen Kräften eine Bedarfsanalyse für das Projekt im Großraum Rhein-Main durchgeführt und haben den politischen und gesellschaftlichen Boden für die Akzeptanz einer solchen Einrichtung in Frankfurt geschaffen.
Wir haben engagiert und vielfältig mit der lesbisch-schwulen Community, den Betroffenen und Fachleuten nach neuen Wegen einer eigenen Altenarbeit gesucht und haben Problembewußtsein geschaffen.
Nach diesen wichtigen, wenn auch zuweilen mühsamen und zeitintensiven Vorbereitungen, wird es jetzt um die tatsächliche Umsetzung der Idee in ein reales Haus gehen. Die Chancen und die Grundlagen für die Umsetzung sind ausgezeichnet, so daß das Jahr 2008 bis 2009 die entscheidenden Weichenstellungen und Entscheidungen bringen wird.
Bedarfsanalyse und Fragebogen
Ab dem 06. September 2001 startete der Verein im Rahmen einer Pressekonferenz im Tits-Theater Frankfurt eine erste Bedarfsanalyse unter Federführung der Sozialgerontologin Gabriele Scholz-Weinrich, um die Lebensweisen und Bedürfnisse der betroffenen Personengruppe zu ermitteln.
Die Bedarfsanalyse besteht aus einem sechsseitigen Fragebogen, der an Lesben und Schwule ab 45 Jahre im Rhein-Main-Gebiet verteilt wurde, zwei Workshops im LSKH und vertiefenden, qualifizierten Interviews.
Finanziert wird die Studie aus Spenden, aus einem Zuschuß der Hannchen Mehrzweckstiftung mit 6.000,- DM (bereits erhalten) und 15.000 Euro Projektgeldern, die wir aus dem Haushalt 2002 der Stadt Frankfurt erhalten haben. Die Verteilung des Fragebogens, vor allem an Lesben und Schwule in den höheren Altersgruppen gestaltete sich weit schwieriger als wir zunächst vermutet hatten. Die Gründe hierfür liegen unserer Einschätzung nach vor allem in der noch immer sehr zurückgezogenen Lebensweise älterer homosexueller Frauen und Männer.
Inzwischen ist die Fragebogenaktion abgeschlossen. Die Ergebnisse werden zur Zeit ausgewertet und im ersten Quartal 2003 gemeinsam mit der Stadt Frankfurt im Rahmen einer Benefizveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.
Zur Zeit sind wir in Gesprächen über ein geeignetes Grundstück und hoffen dies in Erbpacht erhalten zu können.
Pro-AltenpfleGayheim
Dem Verein ,,AltenpfleGayheim" steht seit Juli 2001 ein Unterstützerkreis mit dem Namen ,,Pro-AltenpfleGayheim" zur Seite, bestehend aus prominenten Frankfurter Persönlichkeiten, darunter die Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main, Petra Roth (CDU), der Staatssekretär im Hessischen Innenministerium und Parteivorsitzender der CDU in Frankfurt, Udo Corts, der Bürgermeister der Stadt Frankfurt, Joachim Vandreike (SPD), die Dezernentin für Bildung, Umwelt und Frauen, Jutta Ebeling (Bündnis90/Die Grünen), der Stadtrat für Integration Dr. Albrecht Magen (CDU), der Vorsitzende des Sozialausschusses, Rudi Baumgärtner (SPD), die Stadtverordneten Stephan Siegler (CDU), Stefan Majer (Bündnis90/Die Grünen) und Jost Arnsperger (FDP), der Leiter des Altenpflegeheimes der jüdischen Gemeinde Ffm., Leo Friedmann, der Inhaber des Tits-Theaters und der Tanzschule Bäppler, Thomas Bäppler, die ehemalige Direktorin des English Theater Frankfurt, Judith Rosenbauer, der HR-Moderator Matthias Münch sowie Prof. Dr. Martin Dannecker vom Frankfurter Institut für Sexualwissenschaften und der Chansonnier und Schauspieler Jo van Nelsen. Weitere Personen sind angefragt.
Veranstaltungen und Kontakte
Seit der Gründung des Projektes haben wir eine ganze Reihe von Veranstaltungen zu altenspezifischen Themen organisiert, durchgeführt oder uns daran beteiligt. Am 24. September 1999 luden wir die lesbisch schwule Community und die Öffentlichkeit zu einer Informationsveranstaltung über unser Projekt in das Frankfurter Lesbisch- schwule Kulturhaus ein. Als Gastreferenten konnten wir Prof. Dr. Andreas Meyer -Hanno gewinnen, der in seinem Einführungsreferat über die ersten Überlegungen zum Thema Schwul- lesbische Seniorlnnen in Frankfurt sprach und den „Bogen" zum Sinn des heutigen Projektes AltenpfleGayheim schlug. Ebenso waren wir sehr erfreut darüber, daß der Mitbegründer der ersten europaweiten Wohneinrichtung für homosexuelle Seniorlnnen in Amsterdam, Roul Wessels unserer Einladung nach Frankfurt folgte und von der Verwirklichung des dortigen Projektes berichtete. Auf unsere Einladung hin sprachen verschiedene Vertreter der Stadt Frankfurt ein Grußwort.
Gespräche mit der Stadt Frankfurt, Behörden, PolitikerInnen und der Presse Der Vorstand des Vereins nahm Gespräche mit dem Sozialamtsleiter Ingo Staymann auf. Er bewertete das Projekt nach eingehender Diskussion positiv und ließ eine entsprechende Stellungnahme erarbeiten. Tenor darin war: „Wenn die Betroffenen ein solches Projekt wünschten, werde die Stadt sich dem nicht verschließen." Dass wir unser Projekt auf den Bereich des Betreuten Wohnens ausdehnen wollen, begrüßte Staymann sehr nachhaltig.
Mit der SPD- Fraktion im Frankfurter Römer führten wir Gespräche, in denen uns die Unterstützung der SPD- Fraktion versichert wurde. In gleicher Weise sprachen wir mit Vertretern der Fraktion von Bündnis 90/ Die Grünen und mit dem Leiter des Hessischen Referates für die Gleichstellung von Homosexuellen, Ulrich Bachmann. Auf Einladung der Sozial AG der CDU-Fraktion stellten wir unser vor, . das auch hier begrüßt wurde.
Mit Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt fand ein intensives Gespräch statt. Frau Roth zeigte sich an dem Projekt und dessen Umsetzung sehr interessiert und trat dem Kuratorium des Projektes bei.
Ebenso sprachen wir mit dem damaligen Bürgermeister Joachim Vandreike SPD über das Projekt. Bürgermeister Vandreike der von 1995 bis März 2000 auch Frankfurter Sozialdezernent war und die Altenhilfestrukturen Frankfurts sehr gut kennt, sagte, dass er den Bedarf für eine solche Einrichtung in Frankfurt klar sehe. Seine Unterstützung sei dem Projekt gewiss.
Des weiteren fanden politische Gespräche mit der Bitte um Unterstützung für das Projekt AltenpfleGayheim mit dem FDP Stadtverordneten Maximilian Thoma statt. Thoma versicherte, daß die FDP in Frankfurt uneingeschränkt hinter dem Projekt AltenpfleGayheim stehe und es unterstützen werde. Ebenso mit dem stellv. Bundesvorsitzender der PDS, Dr. Diether Dehm, der den Kommunalwahlkampf seiner Partei in Frankfurt organisiert.
Dem Leiter der Frankfurter Heimaufsichtsbehörde Eicke von der Heyden wurde die vorläufige Konzeption des Projektes AltenpfleGayheim übergeben. Er steht dem Projekt insgesamt positiv gegenüber.
Walter Curkovic-Paul führte ein Gespräch mit dem damaligen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Dr. Hugo Müller Vogg und dem FAZ Redakteur Manfred Köhler. Ziel des Gespräches mit Dr. Müller-Vogg war es, ihn für eine Unterstützung der Spendenkampagne zu gewinnen. Müller- Vogg sagte zu, das Projekt journalistisch durch Herrn Köhler zu begleiten
Benefiz- Abend 2000
Am 17. Juni 2000 veranstalteten wir eine Benefiz- Gala mit zahlreichen KünstlerInnen zugunsten des Projektes AltenpfleGayheim. Im Festsaal des Studentlnnenhaus der Johann Wolfgang von Goethe Universität, hatten sich ca. 300 Menschen eingefunden um dem Projekt durch ihre Unterstützung öffentlich Nachdruck zu verleihen. Das auf der Bühne dargebotene Programm, durch dass der HR Moderator Mathias Münch führte, begeisterte das Publikum.
Sämtliche KünstlerInnen des Abends verzichteten auf ihre Gage so :-,,Die Mainsirenen", ,-Sabine Fröhlich, -,,Der flotte Dreier", -Jasmin, - Männerliebe, -,,Perfekte Mischung", -Michael & Eberhard, -Isabella und Zarah Nach einem Jahr seit Gründung ist das Projekt AltenpfleGayheim mit dieser erfolgreichen Veranstaltung bei den Menschen angekommen. Zu Beginn des Jahres 2001 besuchten wir im Rahmen des Frankfurter Kommunalwahlkampfes und der Oberbürgermeisterwahl mit PolitikerInnen gemeinsam die Frankfurter Schwulen- und Lesbenszene. Wir begannen den Abend mit einer Diskussionsrunde im LIBS, gingen in eine schwule Szenekneipe und beendeten den Abend spät in der Nacht in Frankfurts einziger Lesben-Disco „La Gata" . Unserer Einladung folgten Jutta Ebeling (Bündnis90/Die Grünen), OBKandidatin, Joachim Vandreike (SPD), OB-Kandidat, Stefan Majer (Bündsnis90/Die Grünen), Stadtverordneter, Dr. Diether Dehm (stellv. Bundesvorsitzender der PDS) und Maximilian Thoma (Stadtverordneter FDP).
Podiumsdiskussion mit 40 plus Lesben und Schwule am 25.07.2001 „Älter werden ist nicht schwer, älter sein dagegen sehr" , mit Stephan Siegler (CDU), Rudi Baumgärtner (SPD), Stefan Majer (Bündnis90/Die Grünen), Gabriele Scholz- Weinrich (Sozialgerontologin), Martin Berner (Geschäftsführer IFS), Ruth Welk (AltenpfleGayheim und Lesben 40 plus), Hans-Peter Hoogen (Schwule 40 plus und AltenpfleGayheim) und Walter Curkovic-Paul (Diskussionsleitung).
Podiumsdiskussion mit Claus Fussek, Pflegeheimkritiker aus München unter dem Titel: „Der alltägliche Wahnsinn, wann kippt das System Pflege?" am Freitag, den 24.09.2001. In dieser Veranstaltung ging es darum, deutlich zu machen, wo die heutigen Probleme der stationären Altenpflege liegen.
Benefizgala mit Bäppi La Belle im Tits-Theater im Anschluß an die Pressekonferenz zum Beginn der Bedarfsanalyse für das Projekt „AltenpfleGayheim" . Herzlichen Dank hierfür an Bäppi La Belle und das BLB Showteam sowie die MitarbeiterInnen des Tits-Theaters.
Auf dem Fachtag „Lesben und Schwule im Alter" am 26. Oktober 2001 im Rahmen des Runden Tisches im Wiesbadener Sozialministerium referierte Walter Curkovic- Paul über das Projekt „AltenpfleGayheim" und die Chance einer eigenständigen homosexuellen Altenhilfe, die jetzt geschaffen werden könnte.
Info-Veranstaltung mit dem Geschäftsführer der „Kleeblatt-Consult" , Walter Lees. „Kleeblatt" ist in Baden-Württemberg Träger von mehreren stationären Kleinstpflegeeinrichtungen, die in einem Verbund miteinander vernetzt sind. Hans-Peter Hoogen und Walter Curkovic-Paul führten ein etwa eineinhalbstündiges Gespräch mit dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Frankfurt, Herrn Pfarrer Dr. Michael Frase und dem Geschäftsführer der evangelischen Gesellschaft zum Betrieb von Alten- und Pflegeheimen Helmuth Ulrich, in dem es um die Vorstellung des Projektes „AltenpfleGayheim" und eine mögliche Zusammenarbeit im weiteren Sinne ging.
Teilnahme am CSD 2001 mit einem gemeinsamen Stand von 40 plus Schwule und „AltenpfleGayheim e.V." und am CSD 2002 mit eigenem Stand und Diskussionsveranstaltung im Politzelt über den Stand des Projektes und dessen Verwirklichung mit Gabriele Scholz-Weinrich und Walter Curkovic-Paul. Auch beim „Lauf für mehr Zeit" 2002, der in Frankfurt zugunsten der AIDS-Hilfe alljährlich stattfindet, haben wir mit einem eigenen Stand teilgenommen. Im September 2002 trafen wir uns zu einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Frankfurt um Kooperationsmöglichkeiten zwischen unseren beiden Organisationen zu erörtern. Auf beiden Seiten besteht ein großes Interesse in dieser Hinsicht. Es könnte auf eine Kooperation hingearbeitet werden.
Walter Curkovic-Paul hielt mehrere Vorträge in verschiedenen deutschen Städten (Hildesheim, Göttingen, Hannover, Köln und Erfurt) über unser Projekt. Hans- Peter Hoogen und Georg Linde vertraten das „AltenpfleGayheim" auf der Tagung: „Anders sein und älter werden – Lesben und Schwule im Alter" , zu der der Senat von Berlin im November 2002 eingeladen hat.
Die Öffentlichkeit hat sich in den vergangenen Jahren, seit Bestehen des Projektes „AltenpfleGayheim" verstärkt für dieses Thema interessiert. So ist es sicherlich auch ein Verdienst unserer gemeinsamen Arbeit, daß wir mit dem Projekt „AltenpfleGayheim" wesentlich dazu beigetragen haben, daß inzwischen eine bundesweite Diskussion über die Zukunft von pflegebedürftigen Lesben und Schwulen geführt wird, gleichzeitig die Vision einer eigenen Altenarbeit für Lesben und Schwule im Entstehen ist. Zahlreiche Berichte über unser Projekt in den bundesdeutschen Medien haben diesen Stein ins Rollen gebracht. Hier einige Stichpunkte:
Auftritt von Walter Curkovic-Paul in der ARD- Talkshow Fliege im Mai 2001 unter dem Titel: „Wo Altenheime Heimat werden" . Hier ging es um verschiedene Modelle und Konzepte von Leben im Alter.
Berichte in bundesweiten Zeitungen und Medien: Deutsche Presseagentur, Berliner Zeitung, Badische Allgemeine, Süddeutsche Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, Spiegel-online, Bild-Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Evangelische Kirchenzeitung, ARD- Morgenmagazin mit Walter und Toni, Marie Luise Leberke und Corry Knijff zum Thema „AltenpfleGayheim" , ZDF-Kurztrailer „Traumhaus" mit Dimitrios Panangiotou und Herrmann Wilhelm, Hörfunk WDR4 und HR2, Deutsche Welle und Deutschlandfunk.
bundesweite Fachpresse: Monatszeitschriften des Curt R. Vioncentz-Verlages Hannover, Altenpflege und Altenheim u. die Wochenzeitung Care-Konkret, Dr. med. Mabuse, Heim+Pflege, Leben+Weg, DPWV-Zeitschrift und das Berliner Seniorenmagazin „Lenz" .
lesbisch-schwule Medien: Queer, Gab, Gay-press.de, RadioSub, Lesspress, rik- Magazin, Männer-aktuell und outline.
Internetportale wie: Eurogay, Frankfurt-, Mainz-, Wiesbaden-, Berlin-, Kiel-, Darmstadt-, Nürnberg-GAYWEB, Pflege online, Altenpflege wehrt sich, LSVD, Sozialnetz Hessen, Kuratorium Deutsche Altershilfe, HR-Stadtgespräch usw. Ausland: auch in Österreich, Italien, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und der Tschechischen Republik gab und gibt es Presseberichte und Internetseiten über unser Projekt.
Das Projekt „AltenpfleGayheim" wurde nach der Kommunalwahl 2001 Bestandteil des bereits ausgehandelten Koalitionsvertrages zwischen CDU und Bündnis90/Die Grünen im Frankfurter Römer. Die Koalition scheiterte in letzter Minute. Wir streben seit September 2002 die Einbindung des Projektes „AltenpfleGayheim" in das Frankfurter Forum für Altenpflege (FFA) an. Das FFA ist ein Kommunikationsverbund der Frankfurter Altenhilfeeinrichtungen und dient dem Austausch von Informationen, die für die Altenarbeit relevant sind.
Perspektiven für die Umsetzung
Nach der Auswertung der Fragebögen, den Workshops und den vertiefenden Interviews sollen die Ergebnisse gemeinsam mit der Stadt Frankfurt veröffentlicht werden. Ein abschließendes Gesamtkonzept, das sowohl ein bauliches-, ein Finanzierungs- und ein fachlich-inhaltliches Einrichtungskonzept sowie ein Unternehmens-, Pflege- und Betreuungsleitbild enthält, soll erarbeitet werden. Hierzu wurde im ersten Quartal 2003 eine Arbeitsgruppe gebildet.
Anschließend werden Gespräche mit der Stadt Frankfurt bzgl. eines geeigneten Grundstückes aufgenommen.
Parallel dazu werden Gespräche mit Kostenträgern bzgl. Investitionskosten und Versorgungsvertrag lt. SGBXI –Pflegeversicherungsgesetz (Sozialamt, Pflegekassen und dem Land Hessen) sowie mit Kreditinstituten über geeignete Darlehen für den Pflegebereich aufgenommen.
Um eine Einbindung der lesbisch-schwulen Community und der Gesellschaft insgesamt in das Projekt „AltenpfleGayheim" weiterhin zu gewährleisten, werden Veranstaltungen und Spendenaktionen geplant und durchgeführt. Es wird ein Foundraising-Konzept erstellt.
Die Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern werden fortgesetzt und konkretisiert.
AltenpfleGayheim e.V. c/o: Walter Curkovic-Paul
Im Rahmen des Unterrichtes bei Hr. Weidemann zum Thema „Wohnformen im Alter“ haben wir uns als Kurs entschlossen, anstelle einer Klausur eine Art Zeitung zu entwickeln, die verschiedene Bereiche der Wohnformen anspricht und erklärt. Unsere Gruppe hat das Thema Homosexualität im Alter gewählt und sich aufgeteilt. Jeder hat einen Bereich unserer Arbeit ausgewählt und erarbeitet. Am Schluss haben wir Themenbezogene Übergänge erarbeitet und ein Fazit verfasst.
Wir haben uns für das Thema Homosexualität im Alter entschieden, da wir uns gerne näher mit diesem Aspekt der Pflege auseinander setzen wollten. Es gibt immer mehr pflegebedürftige Homosexuelle, die ihre eigenen Bedürfnisse und Ansprüche an eine Pflegeeinrichtung stellen und am liebsten „unter sich“ sind. Wir möchten aufzeigen, dass Pflege und Homosexualität Dinge sind, die sich ergänzen und an die auch gedacht werden muss, speziell wenn wir an unser heutiges Klientel denken, was zur nationalsozialistischen zeit gelebt hat und dementsprechend Vorurteile gegenüber der jeweils anderen Gruppe hat. Wir haben in unserem Bekanntenkreis Homosexuelle und wollten herausfinden, was sich im Laufe der Jahre für sie geändert hat, inwieweit die Akzeptanz in der Gesellschaft ist und ob es bereits Wohnprojekte für Homosexuelle gibt. Bei unserer Recherche und
Informationen durch unseren Dozenten Hr. Weidemann, stießen wir auf das „Altenpflegayheim“ und den Pflegedienst „LWP“, die versuchen die schwule Pflege in die Gesellschaft zu integrieren.
Doch zuerst möchten wir mit der Thematik der Homosexualität im frühen 20. Jahrhundert beginnen. Darauf basierend wird ein kurzer Einblick gegeben, was Heterosexuelle und Homosexuelle für Vorurteile gegeneinander haben und wie diese ausgelebt werden. Danach folgt die Vorstellung der beiden Projekte über Wohnformen für Homosexuelle. Zum Abschluss möchten wir gerne noch einen Blick in die aktuelle Situation der Homosexuellen geben, was wir durch eine kleine Umfrage unterstreichen möchten.
Die Verfolgung der Homosexualität
1871 wurde mit der Gründung des Deutschen Reiches der § 175 ins Strafgesetzbuch aufgenommen und ermöglichte die Verfolgung sexueller Handlungen zwischen Männern. Der § 175 besagt, dass sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stehen. Bis 1969 bezeichnete er auch die widernatürliche Unzucht mit Tieren. 1935 verschärften die Nationalsozialisten den §175, unter Anderem wurde die Höchststrafe bei Verstoß gegen den Paragraphen von 6 Monaten auf 5 Jahre angehoben und der Tatbestand von beischlafähnlichen auf sämtliche unzüchtige Handlungen ausgeweitet. Im Jahr des Deutschen Reiches wurden 40.000 Männer verurteilt oder sie wurden in Konzentrationslager geschickt. 15.000 von diesen Männern sind in KZ gebracht worden, viele von diesen Männern sind dort nicht mehr herausgekommen. Bis 1969 wurden noch einmal unter dem gleichen „Naziparagraphen“ ca. 50.000 Männer in Westdeutschland verurteilt. Frauen wiederum wurden verfolgt und als „Asozial“ bezeichnet. Bis 1965 wurden fast 100.000 homosexuelle Männer nach dem Paragraphen verfolgt und verurteil. 1968 wurde erstmals in der DDR der Paragraph 175 abgeschafft, dennoch wurden Lesben und Schwule in der Gesellschaft nicht anerkannt und akzeptiert. In der Zeit von 1969-1994. Dort hatte das Gesetz zwar noch ihre Wirkung, aber es wurde nicht mehr so durchgeführt wie in der NS-Zeit. Die Schwulen und Lesben haben darum gekämpft um Anerkennung zu bekommen und um ihren eigenen Lebensstil leben zu können. Sie versuchten auf sich aufmerksam zu machen, so dass der Paragraph 175 in Vergessenheit geriet und die Homosexuellen nicht mehr aktiv verfolgt wurden. Am 11.06.1994 wurde der Paragraph 175. im Rahmen der Rechtsangleichung an die ehemalige DDR, komplett abgeschafft. In den 80’er Jahren scheiterten bereits die Grünen mit einer Gesetzesinitiative.
Trotz der Abschaffung gibt es heutzutage noch immer Berührungsängste und viele Vorurteile. Mittlerweile hat sich in den Großstädten eine „Szene“ entwickelt, das heißt es gibt ein eigenes kulturelles Angebot für die Homosexuellen und mittlerweile auch schon pflegerische Angebote. In Köln leben 220.000 Menschen die älter sind als 60 Jahre. Wenn 10% der Bevölkerung schwul und lesbisch sind, heißt das, dass 22000 über 60 Jahre alt sind. In den vergangenen Jahrzehnten erkämpften sich die Schwulen und Lesben Freiheit und Selbstverständlichkeiten. Heutzutage gibt es auch Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Schwulen und Lesben, da die älteren zu ihrer Jugendzeit verfolgt wurden und ihnen, wenn sie gefasst wurden, der Tod bevor stand. Die jüngere Generation der Homosexuellen hat dieses Problem nicht, da sie bereits für ihre Lebensart kämpfen konnten, ohne dass ihnen mit dem Tod gedroht wurde. Sie haben ein einfacheres Leben, das sie nicht führen könnten, wenn nicht viele Menschen für ihre Geschlechtswahl in der Partnerschaft eingestanden und für ihren Lebensweg gekämpft hätten. Daher, kann man den Vorreitern des homosexuellen Lebens dankbar sein, dass sie ihre Leben für eine bessere Akzeptanz in der Gesellschaft gelassen haben.
Daher möchten wir als nächstes die Diskrepanzen zwischen den Lebensarten der Homo- und Heterosexualität aufzeigen und die Vorurteile gegeneinander aufzeigen und auswerten.
Schwule Pflege und seine Vorurteile
Homosexuelle können sich an einen Ort zurückziehen, der ihnen Schutz bietet. Aufgrund der geschichtlichen Ereignisse, wollen die heutigen Alten nur ungern mit ihren Altersgenossen zusammenleben, da diese sie vor 60 Jahren noch verfolgt und getötet hätten. Daher ist es positiv zu sehen, dass es Möglichkeiten gibt, dass schwule und lesbische Menschen unter ihresgleichen Leben können. Dennoch sollte man hier auch den Aspekt der Ghettoisierung nicht vernachlässigen. Die Homosexuellen bilden eine eigene Gemeinschaft und wollen nicht mit ihren „Verfolgern“ zusammenleben und stellen sich somit selbst ins Abseits. Sie fordern Gleichberechtigung und Akzeptanz in der Gesellschaft, wollen diese aber von Ihrer Seite aus nicht erbringen und verstehen nicht, dass auch ihre Altersgenossen eingesehen haben können, dass sie damals falsch gehandelt haben und möglicherweise homosexuelle Kinder haben und sich mit diesem Thema eingehend auseinandersetzen mussten. Das Verständnis muss eindeutig auf beiden Seiten wachsen. Einerseits sollten die älteren Heterosexuellen akzeptieren, dass Menschen ihres Alters einen anderen Lebensweg gewählt haben, andererseits müssen auch die Homosexuellen Verständnis für mögliche Einsicht der Heterosexuellen haben.
Für die Homosexuellen ist es im Ganzen schon ein Fortschritt, dass sie an die Öffentlichkeit gegangen sind und versuchen, dass ihre Form des Lebens in alles gesellschaftlichen Schichten akzeptiert wird. Da der erhoffte Erfolg aber leider immer noch ausbleibt, ist es verständlich, dass die Homosexuellen sich noch zurückziehen, damit sie ihre Lebensart nicht in öffentlichen Altersheimen unterdrücken müssen und gegebenenfalls sogar geschnitten werden oder ungerecht von Pflegepersonal behandelt werden, nur weil diese mit ihrem Lebensstil nicht klar kommen.
Es gibt bereits Pflegedienste (auf die wir später zurückkommen), die „schwule Pflege“ anbieten. Das Personal ist entweder selbst homosexuell oder zumindest für diese Bereiche geschult. Daher ist der Umgang zwischen Homosexuellen untereinander bzw. sensibel geschultem Personal bevorzugt, da man sich nicht verstellen oder um Akzeptanz kämpfen muss.
Heterosexuelle haben Angst vor Übergriffen durch Homosexuelle und scheuen daher den Umgang mit ihnen. Sie möchten lieber für sich sein und sich nicht den Homosexuellen und ihren Lebensweg „aussetzen“. Sie haben größtenteils angst. Angst davor, dass sie umworben oder gar bedrängt werden und sich nicht wehren können. Des Weiteren bemängeln sie, dass Homosexuelle oft wechselnde Lebenspartner haben, teilweise offene Beziehungen führen und keine Beziehungen haben, die ein Leben lang halten. Doch hierbei handelt es sich größtenteils um Vorurteile. Natürlich gibt es Homosexuelle, die oftmals ihren Geschlechtspartner wechseln, doch dieses kommt ebenfalls oft bei Heterosexuellen vor, wird jedoch nicht so streng beäugt. Es wird als Selbstempfindungsphase bezeichnet und wird sicher irgendwann wieder vorbei gehen. Bei Homosexuellen soll es immer so sein, dabei gibt es viele langjährige Beziehungen, die genauso wie bei Heterosexuellen auf Vertrauen, tiefer Liebe, Verständnis und Freundschaft basieren.
Es gibt daher von beiden Seiten Vorurteile, die noch ausgeräumt werden müssen, damit ein gemeinsames Leben von Homosexuellen und Heterosexuellen in einem Altenheim gewährleistet werden kann. Man sollte über seinen Schatten springen können und sich den Befürchtungen und Ängsten der gegenüberliegenden Partei annehmen und sie versuchen aufzuklären oder sogar, wenn möglich, zu beseitigen. Es liegt an jedem Einzelnen, ob es möglich ein gemeinsames Leben zu führen oder ob man weiterhin auf Kriegskurs ist und versucht dem Anderem so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, damit keinen Kontakt hat.
Im weiteren Verlauf möchten wir ihnen nun gerne Einrichtungen vorstellen, die sich der „schwulen Pflege“ verschrieben haben und dort nach einer neuen Art von Pflegeleitbild arbeiten, das revolutionär für die Pflege der Homosexuellen ist. Natürlich gibt es dort auch Konflikte, die im Verlauf des Themas angesprochen werden.
Wohnprojekte für Homosexuelle
Das erste Wohnprojekt für Homosexuelle Senioren in Europa startete 1998 in Amsterdam.
6 Männer und eine Frau zogen in eigene Wohnungen ein des neu gebauten LA Ries Hus (eine Art von Betreuten Wohnen).
Es existiert heute noch, auch wenn in der Zwischenzeit ein paar Bewohner gestorben sind. Dafür sind neue Schwule und Lesben nachgerückt!
Die inzwischen 60 bis 80 jährigen sind sehr zufrieden auch wenn sie sich Betreuer wünschen die ebenfalls Homosexuell sind. Dies ist aber zurzeit nicht möglich, da keiner der Mitarbeiter so veranlagt ist.
Das größte Problem ist aber die Gruppenbildung, die sich bildete. Für die Bewohner die nicht in dieser Gruppe fest mit eingebunden sind gestaltet sich die Integration als sehr schwer. Daher wird beim nächsten Wohnprojekt eine Belegung von mindestens 50 Homosexuellen Personen angestrebt, damit sie es leichter haben ihren Wohnpartner zu finden.
Ambulanter Pflegedienst LWP
(Pflegedienst für Schwule und Lesben)
Diesen besondern Pflegedienst gibt es seit 2002 in Frankfurt und hat sich besonders auf die Homosexuellen Pflege spezialisiert. Zudem arbeiten fast ausschließlich Pfleger und Pflegerinnen die ebenfalls Homosexuell sind.
Zurzeit hat der Pflegedienst 20 Klienten davon sind über die Hälfte schwul oder lesbisch.
Vor allem ihr Menschenbild spricht Heteros wie auch Homosexuelle an, daher hier ein Auszug aus ihrem Pflegeleitbild:
“Für jeden Menschen ist der Wunsch nach einem selbst bestimmten leben anzuerkennen und zu fördern, ebenso wie die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Jeder Mensch hat ein Recht auf einen Lebensraum, in dem er nach seinen eigenen Vorstellungen Lebens- und Wohnkultur realisieren kann.
Wir achten jeden Menschen als eigenständige Persönlichkeit, als Einheit von Körper, Geist und Seele und Sozialer Beziehungen.
Die Individualität eines jeden Menschen wird von uns respektiert. Jeder Mensch schafft durch sein Verhalten Bedeutung. Auch verwirrtes, zwanghaftes, niedergeschlagenes, grenzenloses, süchtiges oder wahnhaftes Verhalten ist in den Kontext der Persönlichkeit einzuordnen“.
Altenpflegayheim in Frankfurt:
Der Verein wurde 1999 gegründet und setzt sich für ein Wohnprojekt für Homosexuelle Senioren ein unter dem Motto” Wir gestalten unser Leben selbst”
Allerdings soll es kein klassisches Pflegeheim sein, sondern das Modell der KDA Hausgemeinschaft (siehe Script von Herrn Weidemann). In dem Artikel von 1999 heißt es, dass die Planungen und die Verwirklichung in 2-3 Jahren abgeschlossen sein sollten.
2002 haben die Initiatoren des Altenpflegayheims eine repräsentative Umfrage unter Homosexuellen gestartet, um herauszufinden, was für Bedürfnisse ältere Schwule und Lesben haben und um besser Argumentationsstrukturen gegenüber öffentlichen Institutionen zu haben, damit das Projekt weiter voran getrieben werden kann. Leider lag uns die Auswertung der Umfrage nicht vor, so dass es uns leider nicht möglich ist, hier die Bedürfnisse der älteren Homosexuellen aufzuzeigen.
Im Artikel stand ebenfalls eine Emailadresse und wir haben uns entschlossen das Altenpflegayheim anzuschreiben und uns zu informieren, was aus dem Projekt geworden ist und welche Vor- und Nachteile das Gayheim bereits erfahren hat.
Hier ist eine kurze Zusammenfassung der Antwortemail des Projektes:
„2003 haben wir (das Gayheim) Eröffnung gefeiert und die Resonanz darauf war gewaltig (im Positiven wie auch im negativen Sinne).
Die Presse und das Fernsehen waren gekommen, um dieses Ereignis zu dokumentieren und festzuhalten. Leider aber gab es viele Nachbarn, die trotz Einladung fern geblieben waren. Das liegt zum einem daran, dass unser Pflegeheim inmitten älterer Menschen verweilt, die sich generell schwer tun, sich für neue Projekte, Fortschritte und Ähnlichem zu öffnen.
Es wurde von den Personen auch viel getan um den Bau des Heimes zu verhindern z.B. durch Beschwerdebriefe an die Stadt oder auch an die Kirche, die mit Vorurteilen gespickt waren.
Dies führte dazu, dass unser Projekt für 6 Monate gestoppt wurde und wir uns mit vielen Rechtanwälten und Verfügungen plagen mussten. Das wiederum hatte die Folge, das die Stadt mit seinen fest zugesagten finanziellen Unterstützung ausstieg und das mit uns nicht nachvollziehbaren Gründen Vor allem die dort ansässige katholische Kirche machte uns das Leben schwer. Selbst in den Messen taten sie unser Projekt und auch Homosexuelle an sich als nicht gleichberechtigt ab und als eine nicht gewollte Schöpfung des Herren.
Sie sehen also von vorne rein, dass wir viel zu kämpfen hatten. Umso stolzer bin ich und wir das das Heim dennoch gebaut wurde und mittlerweile schon 25 Klienten samt Partner bereits eingezogen sind.
Wir haben es heute immer noch nicht einfach und die Nachbarn gehen uns nach wie vor aus dem Weg aber wir geben unser Bestes um die Vorurteile gegenüber Homosexuellen abzubauen z.B. durch Veranstaltungen und Feste.
Dies wird vor allem von den Jugendlichen sehr gut aufgenommen und nicht selten erleben wir es das Jungendliche die Gelegenheit nutzen um ihr Coming Out zu machen.“ (Antwortschreiben von Walter Curkovic-Paul, Heimleiter des Altenpflegayheim in Frankfurt/ Main)
Dieses Schreiben zeigt uns, dass die oben genannten Vorurteile immer noch vorherrschen und sogar zur Unterbrechung von Bauvorhaben führen können, was natürlich nicht nur erhebliche Mehrkosten verursacht, sondern die Kluft zwischen Homo- und Heterosexuellen vertieft und das Überwinden wieder ein Stück in die Ferne rücken lässt.
Daher haben wir uns entschieden eine Umfrage zu starten, in der wir auf die Möglichkeit der homosexuellen Pflege aufmerksam machen wollen und Meinungen zu verschiedenen Themen einholen wollen. Es wurden sowohl homo- als auch heterosexuelle Menschen befragt.
Meinungen zu Homosexualität im Alter
Wir haben eine Umfrage mit Leuten verschiedenen Alters und verschiedenen Einstellungen gemacht. Es sind teilweise nur positive Meinungen raus gekommen. Die Menschen gehen mit der Homosexualität sehr gut um, es gibt allerdings auch welche, die damit ein Problem haben. Wir haben 21 Menschen befragt, wovon wir nur einige Antworten mit eingebaut haben.
Wie siehst du die Zukunft der Homosexuellen?
„Ich denke, dass es immer mehr gibt und es in der heutigen Gesellschaft auch kein Problem ist. Daher denke ich wer so ist braucht sich nicht mehr verstecken!“
„Ich denke auch in Zukunft wird es Vorurteile und Einschränkungen für Homosexuelle geben. Es hat sich zwar in der Vergangenheit viel getan, aber dennoch ist es derzeit so und es wird, denke ich auch immer so sein, dass viel Menschen, Religionen und Gruppen Homosexualität als etwas „abartiges“ empfinden. Genau so hält es ja nicht mal unser Staat für nötig Homosexuelle Paare den Heterosexuellen Paaren gleichzustellen und ich denke auch nicht, dass sich da in Zukunft so schnell etwas ändern wird!“
„Also ich denke nicht, dass ich dir da Auskunft geben kann...mir egal was mit denen in Zukunft passiert...hoffe es werden mehr, dann bleiben mehr Frauen für die normalen übrig.“
„Weiterhin eine "Gruppe" für sich, die sich gerne auch von anderen abheben wollen. Nicht so sein wollen, wie alle anderen. Weiterhin Akzeptanz, aber kein Normalisierung. Bleibt etwas Außergewöhnliches!“
Insgesamt wird die Zukunft der Homosexuellen positiv gesehen. Der Zeitpunkt für den Wandel der Ideale und Lebenswege ist momentan perfekt, da die Gesellschaft ihre Vorurteile allmählich abbaut und offen für „Neues“ wird.
Könntest du dir vorstellen später auch mit homosexuellen in einem Altenheim zusammen zu leben?
„Ja, da sie ja im Prinzip nicht anders sind, sondern auch nur einen Menschen lieben und ihm vertrauen, wie "normale" Paare auch!“
„Klar, warum denn nicht, es sind genauso Menschen wie ich, warum sollte ich darüber werten, ob man Homosexuell ist oder nicht? Mich persönlich würde es nicht stören!“
„Ich habe nix gegen Homosexuelle Menschen, also stört es mich in keinster Weise mit ihnen zusammen in einem Altenheim zu leben, es sind doch Menschen wie du und ich, manchmal sogar noch freundlicher sogar als andere!“
Das gegenseitige Verständnis füreinander ist hier schon zu sehen, jedoch erkennt man auch deutlich, dass immer noch Ängste vor Übergriffen bestehen, die aber sicherlich in der weiteren Zukunft noch abgebaut werden.
Hast du Ängste davor?
„Nein, da hab ich keine Angst vor, denn es sind ja Menschen wie du und ich und so sollte man sie auch behandeln und nicht wie einen aussätzigen, der ansteckend ist!“
„Dass sie mich nerven!“
„Vor Übergriffen, wenn ich mich eventuell körperlich nicht mehr wehren könnte. PK nicht für Sicherheit vor anderen Frauen mir geben würden. Ich verbal mich nicht zur Wehr setzen könnte. Meine Freundlichkeit falsch verstanden werden würde!“
Auch hier werden wieder die Ängste vor den körperlichen Übergriffen deutlich. Auch leichte Abneigungen sind zu erkennen. Der Satz „das sie mich nerven“ verdeutlicht, dass Homosexuelle als anstrengend und „nervig“ angesehen werden. Diese Meinung ist jedoch ein Einzelfall in unserer Umfrage geblieben.
Wie findest du, dass der §175 erst 1994 abgeschafft wurde?
„Das finde ich eine Frechheit, dass er 1994 erst abgeschafft wurde, da er erstens nur Männer bestraft und zweitens den Mensch nicht leben lässt, wie er will, sonder ein Mann MUSS mit einer Frau zusammen leben!“
„Das dieser § entstanden ist kann ich mir vorstellen, weil die Welt damals noch nicht bereit für sowas war, aber, dass er erst so spät abgeschafft wurde, ist mir unklar. Immerhin haben sich ja Beziehungen unter Männern angehäuft und mit einsperren kann man sowas nicht verhindern. Passiert da drin genauso wie hier draußen!“
„Homosexualität gibt es seit den Anfängen allen Lebens auf diesem Planeten. Schon die Tiere sind teils schwul und Plato stellte die Liebe zwischen Männern sogar höher als die zwischen Frauen. Von da an es gibt Homosexualität schon solange, wie es auch Heterosexualität gibt. Es macht in meinen Augen daher keinen Sinn diese zu verbieten und ich finde es echt erbärmlich das Homosexuelle erst 10.000 Jahre nach Beginn der Menschheit straffrei wurde!“
„Das finde ich absolute Sauerei, wenn die sexuelle Orientierung von Männern in diese Richtung geht, warum denn nicht. Das ist von jedem seine eigene Entscheidung, da finde ich solche Gesetze menschenverachtend!“
„Finde gut, dass dieser abgeschafft wurde. Meiner Meinung nach ist es schwachsinnig seine Gefühle (egal ob Mann für Mann oder Frau) zu unterdrücken, nur weil man(n) sonst bestrafft würde!“
„Tut mir leid ich bin sprachlos, ich wusste nicht, dass es so einen § je gegeben hat, sowas ist einfach nur menschenunwürdig, jemand zu be- verurteilen mit welchen Geschlecht man schläft, zusammen ist oder sonst was, wo bleibt denn da noch die Freiheit? Dieser § ist unterstes Naziverhalten, die Leute die diesen § ins Leben geholt haben sollte man bestrafen, für die beschränkte uneinsichtige art zu denken!“
Insgesamt sind alle Befragten schockiert darüber, dass der § 175 erst so spät abgeschafft wurde, bzw. überhaupt entstanden ist. Viele betrachten dies als menschenverachtend und absolut unakzeptabel. Denn wie bereits durch einen Befragten geäußert, gab es die Homosexualität schon sehr lange und daher sollte sie nicht weniger wert sein, als eine herkömmliche Beziehung und erst recht nicht unter Strafe gestellt werden.
Wir haben auch einen Homosexuellen befragt, dessen komplettes Interview wir hier aufführen:
Könntest du dir vorstellen später in einem Homosexuellen Altenheim zu leben?
„Nein, das würde mich für mich ganz und gar nicht in Frage kommen!“
Könntest dir denn vorstellen überhaupt in einem Altenheim zu leben?
„Ich sag mal so, kann man sich überhaupt vorstellen, sich von fremden Leuten pflegen zu lassen? Ich denke niemand kann sich das vorstellen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass es irgendwann einmal die Zeit geben wir, in der das notwendig sein wird. Und man kann nie genau wissen, wann das eintreffen wird!“
Wie stellst du dir die Zukunft der Homosexuellen vor?
„Alle Männer werden versklavt und ich sitze mit einem Rosakleid aufm Thron. Nein im Ernst: Was gibt es sich da vorzustellen, wenn die Welt ein wenig toleranter wird und die Menschen sich gegenseitig so nehmen wie sie sind, sich der Welt öffnen und Homosexualität irgendwann als die natürlichste Sache der Welt ansieht, dann denke ich, dass die Zukunft besser wird, als sie vielleicht schon ist!“
Gehst du offen mit deiner Homosexualität um?
„Hier gibt es bitte zu unterscheiden, was mit offen gemeint ist. Offen, wie dazu stehen und offen wie damit hausieren gehen oder offen und aller Welt verkünden, die Schwulness in Person zu sein. Ich bevorzuge das erstere und missbillige die beiden letzten Varianten!“
Ja das meinte ich auch damit.
„Dann erstes, weil ich es nicht verheimliche aber auch kein Hehl draus mache!“
Wie reagieren die Leute darauf, wenn du es ihnen erzählst?
„Oh, dass ist eine sehr interessante Frage, weil ich manchmal sehr entsetzt bin, wie die Leute reagieren. Manche geben vor, das Klasse zu finden und tun so, als wenn ich der Sohn der Queens Mum bin oder so...fürchterlich. Ich drehe ja auch nicht durch, weil eine Wildfremde Hetero Person erzählt, dass sie gerade geheiratet hat!“
Hier erkennt man deutlich, dass dieser, exemplarisch gewählte, Homosexuelle darauf besteht, wie jeder andere Mensch behandelt zu werden. Denn es ist egal, ob jemand Homo-, Hetero- oder Bisexuell ist. Es ist die für ihn gewählte Lebensweise und daran solle sich keiner stören, denn es ist das normalste auf der Welt so zu sein, wie man ist und so zu lieben wie man fühlt ohne Kompromisse schließen zu müssen, nur weil andere sich dadurch gestört fühlen.
Wir möchten hier noch kurz über unsere Ausarbeitung schreiben und was sie für eine Bedeutung für uns hat.
Insgesamt fanden wir es schockierend, dass es einen § 175 gab und dass er auch Anwendung gefunden hat. Des Weiteren ist es erstaunlich, dass der Paragraph auch erst so spät abgeschafft wurde und es nicht vorher möglich war solche menschenverachtenden Umstände abzuschaffen.
Die Wohnprojekte zeugen davon, dass es notwendig ist, einen „gesicherten“ Rahmen für Homosexuelle zu schaffen, damit sie von Anfeindungen und Mobbing nicht betroffen sind, da momentan noch keine große Toleranz herrscht und die früheren geschichtlichen Ereignisse verständlicherweise auch eine große Rolle in den Köpfen der Homosexuellen spielen. Sie sind noch immer vorbelastet und können nicht verzeihen, was damals geschehen ist. Die heute jungen Menschen gehen mit dem Thema offener um und versuchen Vorurteile abzubauen und unvoreingenommen auf andere Menschen zuzugehen. Dieser Wandel ist notwendig, um ein gemeinsames Zusammenleben, was eigentlich selbstverständlich ist, zu ermöglichen und ohne große Konflikte von statten gehen zu lassen.
Die Umfrage hat ergeben, dass unsere Ideen und Prognosen, die wir von dem Projekt hatten, sich bestätigten und unsere Hoffnungen für die Zukunft mit der Allgemeinheit der jungen Generation übereinstimmen.
Wir wünschen, dass die Projekte zum Wohnen im Alter für Homosexuelle weiterhin laufen und in naher Zukunft auch von der Bevölkerung akzeptiert und respektiert werden, vielleicht haben wir mit dieser Arbeit auch einen Teil dazu beigetragen.
Die Projekte AltenpfleGayheim und LWP ambulanter Pflegedienst und andere Projekte. Herausgegeben vom Kuratorium Deutsche Altenhilfe. Leider ist LWP ambulanter Pflegedienst einer unter vielen geworden und gehört nicht mehr in die Lesbisch/schuele Community Frankfurts. Sein geistiges Erbe sehr wohl.
http://www.journalistenakademie.de/lesepr/ampsite/homosexualitaet.pdf
http://waltercurkovic-paul.beepworld.de/files/projekt_aphstand.pdf

References: § 175
 § 175
 §175
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