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Veröffentlicht von:Anina Anhalt
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Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 1 Eingliederungsmanagement Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastungen Mitbestimmung und Vorgehensweise Arbeitsschutztag IG Metall Heidelberg – Biko Baden 25. Oktober 2007 Dr. Max Geray, Büro für Arbeitsschutz, Hamburg www.buero-fuer-arbeitsschutz.de
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 2 Teil 1 - Eingliederungsmanagement Teil 1 - Eingliederungsmanagement
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 3 Betriebliches Eingliederungsmanagement Betriebliches Eingliederungsmanagement Seit 2004 sieht der § 84 Abs. 2 Sozialgesetzbuch IX ein betriebliches Einglieder- ungsmanagement vor. Sind Beschäftigte innerhalb eines Jahres sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden und mit welchen Leistungen und Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden und der Arbeitsplatz erhalten werden kann. Dabei hat der Gesetzgeber folgenden Rahmen vorgegeben: Voraussetzung ist die Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person der Betriebsrat ist zu beteiligen bei schwerbehinderten Menschen ist außerdem die Schwerbehinderten- vertretung zu beteiligen die betroffenen Person ist zuvor auf die Ziele des Eingliederungsmanagements sowie die Verwendung von Daten hinzuweisen. Die Ziele des betrieblichen Eingliederungsmanagement sind die Vorbeugung erneu- ter Arbeitsunfähigkeit und die Erhaltung des Arbeitsplatzes (§ 84 Abs. 2 SGB IX).
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 4 Die betriebliche Umsetzung des Eingliederungsmanagements sollte in Form einer Betriebsvereinbarung geregelt sein. Die Mitbestimmung in dieser Frage ist "noch umstritten, aber nicht offensichtlich ausgeschlossen und wird von der herrschenden Rechtsmeinung auch bejaht" (Gute Arbeit, 6/2007 Seite 35). Allerdings sind In einigen Unternehmen bereits Betriebsverein- barungen über die betriebliche Gestaltung des Eingliederungsmanagements abgeschlossen und kommen zur Anwendung. Das Eingliederungsmanagement ist jetzt gesetzlich vorgeschrieben und setzt auf ein Vertrauensverhältnis zwischen den Beteiligten. Krankenrückkehr- gespräche sind und waren niemals gesetzlich vorgegeben und setzen fast ausschließlich auf Disziplinierung und nicht selten auch auf die Erzielung einer negativen Zukunftsprognose für das Arbeitsverhältnis. Arbeitnehmer- innen und Arbeitnehmer haben dadurch Arbeitsplätze verloren oder sind erheblich eingeschüchtert und Druck gesetzt worden, unabhängig davon, ob der Arbeitgeber eine Klärung "nicht nur zu versuchen, sondern auch herbeizuführen und tatsächlich vorzunehmen hat".
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 5 Eingliederungsmanagement und Krankenrückkehrgespräche passen nicht zusammen. Über das Eingliederungsmanagement können Krankenrückkehrgespräche durch den Betriebsrat abgeschafft werden. Zudem hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei formalisierten Krankenrückkehrgesprächen (1 ABR 22/94). Es gibt außerdem einige erste Urteile (u.a. LAG Niedersachsen vom 25.10.2006 - 6 Sa 974/05), welche arbeitsbedingte Kündigungen zurückweisen, falls der Arbeitgeber kein Eingliederungsmanagement installiert hat. Unter der Formulierung "der Arbeitgeber klärt" kann nach Auffassung des LAG Niedersachsen abgeleitet werden, dass der Arbeitgeber eine Klärung "nicht nur zu versuchen, sondern auch herbeizuführen und tatsächlich vorzunehmen hat".
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 6 BAG 12.7.2007 – 2AZR 716/06 Wenn der AG ein betriebliches Eingliederungs- management versäumt hat, macht dies eine Kündigung wegen Krankheit nicht automatisch unwirksam. Die Unterlassung kann sich aber auswirken, wenn der AG beweisen muß, daß eine Weiter- beschäftigung für ihn unzumutbar ist. Nur zu behaupten, es gäbe keine andere, krankheitsgerechte Einsatzmöglichkeit für den Betroffenen, reicht nicht aus.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 7 Teil 2 - Arbeitsschutzgesetz Teil 2 - Arbeitsschutzgesetz
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 8 Das Neue am Arbeitsschutzgesetz Früher Rein nachsorgender, überwiegend technischer Arbeitsschutz Kontrolle durch Experten, Beschäftigte als zu schützendes Objekt Arbeitsschutz als Mängelbeseitigung Neu Präventives, ganzheitliches Arbeitsschutzverständnis Konkrete Gefährdungssituation als Basis für Arbeitsschutzhandeln - Gefährdungsbeurteilung Transparenz durch Dokumentation Rahmen für flexible, konkrete betriebliche Lösungen - Mitbestimmung Beteiligung der Beschäftigten - §§ 15-17 ArbSchG Arbeitsschutz als kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 9 Kernpunkte von § 3 Arbeitschutzgesetz der Arbeitgeber muss die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes treffen der AG muß diese Massnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüfen die Maßnahmen müssen sich ändernden Gegebenheiten anpassen Deshalb muß: Der AG für eine geeignete Organisation des Arbeitsschutzes sorgen Arbeitsschutz in die betrieblichen Führungsstrukturen eingebunden werden
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 10 Woran muß sich der Arbeitgeber orientieren (§ 4 ArbSchG) Gefährdungen für Leben und Gesundheit müssen möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden Berücksichtigt werden muss der Stand der Technik, der Arbeitsorganisation, der sozialen Be- ziehungen und der Einfluß der Umwelt auf den Arbeitsplatz Gefahren müssen an der Quelle bekämpft werden, individuelle Massnahmen sind nachrangig
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 11 § 5 Arbeitsschutzgesetz – die Gefährdungs- beurteilung Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Massnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind........... Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch..........
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 12 Inhalte einer korrekten – gesetzesgemäßen – Gefährdungsbeurteilung - § 5 Abs.3 ArbSchG Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch 1. Die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes 2. Physikalische, chemische und biologische Einwirkungen 3. Die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeits-mitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit 4. Die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Ar- beitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken 5. Unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 13 Der Regelkreis des Arbeitsschutzgesetzes Das Arbeitsschutzgesetz beschreibt den modernen Arbeitsschutz als kontinuierlichen Prozess. Die Basis dieses Prozesses ist die betriebliche Organisation des Arbeitsschutzes. § 5: Gefährdungsanalyse § 5: Bewertung der Gefährdungen § 5: Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen § 6: Dokumentation der Ergebnisse § 3: Kontrolle der Einhaltung und Wirksamkeit der Maßnahmen § 3: Wiederholung bei Veränderungen § 12: Unterweisung der Beschäftigten Die Achse: § 3 - die betriebliche Organisation des Arbeitsschutzes
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 14 Teil 3 – Psychische Belastungen Beanspruchungen Fehlbelastungen Teil 3 – Psychische Belastungen Beanspruchungen Fehlbelastungen
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 15 Definition psychische Belastungen Definition psychische Belastungen Unter psychischen Belastungen sind alle Einflüsse zu verstehen, die von außen auf den arbeitenden Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Psychische Beanspruchungen (als Folge dieser Einwirkung) beinhalten informative, kognitive und emotionale Vorgänge, die miteinander in Beziehung stehen und nicht getrennt behandelt werden können. nach Prof. Oppolzer, 1999
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 16 Psychische Fehlbelastungen Informative Belastungen Sinnesorgane und Wahrnehmung Kognitive Belastungen Denken, Lernen, Gedächtnis, Konzentration Emotionale Belastungen Gefühle, Antriebe, Empfindungen
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 17 ISO 10075 - 1, -2, -3 Die ISO 10075 – 1 definiert psychische Belastungen: Psychische Ermüdung Ermüdungsähnliche Zustände - Psychische Sättigung - Herabgesetzte Wachsamkeit - Monotonie Stress
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 18 Belastungen - Beanspruchungen Belastungen - Beanspruchungen Ablaufschema: Belastungen - Beanspruchung ­- Beanspruchungsfolgen Arbeitsaufgabe Belastungen Anforderungen gegen Ressourcen Mensch Fähigkeiten, Fertigkeiten, Alter, Motivation Gesundheit, Verfassung, Qualifikation Beanspruchungen Beanspruchungsfolgen positive Folgen negative Folgen / Fehlbeanspruchungen Anregung psychische Ermüdung Kompetenz Stress Selbstwertgefühl Monotonie Persönlichkeit psychische Sättigung nach: ISO 10075 - 1
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 19 Din EN ISO 9241- Teil 2 Angemessen gestaltete Aufgaben sollten: Die Ausführung der Aufgaben erleichtern Gesundheit und Sicherheit der Benutzer sicherstellen Ihr Wohlbefinden fördern Möglichkeiten zur Entwicklung ihrer Fertigkeiten im Rahmen der Aufgaben- stellung vorsehen Vermieden werden sollte: Überforderung oder Unter- forderung, die zu über- mässiger Beanspruchung/ Ermüdung /Fehler führen können Unangemessener Zeitdruck Einzelarbeit ohne Gelegenheit zu sozialem Kontakt
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 20 Depressionen sind der Arbeitsunfall der Postmoderne Prof. Badura, Bielefeld
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 21 Teil 4 – Mitbestimmung Umsetzung der Mitbestimmung durch Betriebsräte Teil 4 – Mitbestimmung Umsetzung der Mitbestimmung durch Betriebsräte
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 22 Mitbestimmung nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG § 87 Abs. 1 …. …Der Betriebsrat hat, soweit eine gesetzliche oder tarifliche Regelung nicht besteht, in folgenden Angelegenheiten mitzubestimmen: … Nr. 7: Regelungen über die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie über den Gesundheitsschutz m Rahmen der gesetzlichen Vorschriften oder der Unfallverhütungsvorschriften
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 23 Begründung des BAG zur Mitbestimmung von BR bei der Gefährdungsbeurteilung - 1 ABR 4/03 und 1 ABR 13/03 Zuständigkeit des Betriebsrats Jeder Beschäftigte muss einbezogen werden Alle Tätigkeiten müssen geprüft werden Alle objektiven Gefährdungsmöglichkeiten fallen unter die Gefährdungsbeurteilung Es sind Prüfkriterien festzulegen Verfahren und Methoden zur Vorgehensweise müssen festgelegt werden weitere Informationen: www.bundesarbeitsgericht.de
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 24 Zitate aus der Begründung des Bundesarbeitsgerichts zum Beschluss 1 ABR 13/03 Nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG hat der Betriebsrat bei betrieblichen Regelungen über den Gesundheitsschutz mitzubestimmen, die der Arbeitgeber zwar aufgrund einer öffentlich - rechtlichen Rahmenvorschrift zu treffen hat, bei deren Gestaltung ihm aber Handlungsspielräume verbleiben. Mitzubestimmen hat der Betriebsrat: bei der Ausfüllung dieses Spielraums. Dadurch soll im Interesse der betroffenen Arbeitnehmer eine möglichst effiziente Umsetzung des gesetzlichen Arbeitsschutzes im Betrieb erreicht werden. § 12 ArbSchG ist auch eine Rahmenvorschrift, bei deren Umsetzung dem Arbeitsgeber Handlungsspielräume verbleiben. Insbesondere müssen Art, Umfang und konkrete Inhalte der Unterweisung festgelegt werden. Hierbei hat der Betriebsrat mitzubestimmen.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 25 Zitate aus der Begründung des Bundesarbeitsgerichts zum Beschluss 1 ABR 13/03 Entgegen der Auffassung der Arbeitgeberin setzt das Mitbestimmungsrecht bei der Gefährdungsbeurteilung nicht voraus, dass eine konkrete Gesundheitsgefahr bereits bestimmbar wäre. …… Diesem Ziel entspricht es, den Betriebsrat auch dann zu beteiligen, wenn keine konkrete Gesundheitsgefährdung feststellbar ist und die vom Arbeitgeber zu treffenden Maßnahmen lediglich mittelbar dem Gesundheitsschutz dienen. ….. Eine feststellbare konkrete Gefahr ist auch insoweit für das Bestehen des Mitbestimmungsrechts nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG nicht erforderlich.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 26 Was bedeutet Mitbestimmung für Betriebsräte Einseitiges Handeln des Arbeitsgebers ist rechtlich nicht möglich Mitbestimmung heisst auch: der Betriebsrat hat ein Initiativrecht Die Betriebsvereinbarung schreibt die Einigung nieder – es werden darin Rechtsnormen geschaffen Bei Nichteinigung sieht der Gesetzgeber die Einigungsstelle zur Findung einer Einigung vor
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 27 Mitbestimmung - Zusammenfassung Durch die nunmehr gefestigte Rechtsprechung des BAG wurde die Position der Betriebsräte im Gesundheitsschutz beträchtlich gestärkt. Alle Details der Gefährdungsbeurteilung und der daraus folgenden Maßnahmen sind über eine Betriebsvereinbarung zu regeln, was wiederum nicht ohne Betriebsrat geht. Der Betriebsrat hat ein Initiativrecht und kann Regelungen notfalls über die Einigungsstelle erzwingen (z.B. wenn der Arbeitgeber keine Gefährdungsbeurteilung machen will) Der Arbeitgeber kann die ihm nach den Verordnungen zustehenden Freiräume nur im Einvernehmen mit dem Betriebsrat nutzen.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 28 Teil 5 - Praxis Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung 18 – Schritte - Kreis Teil 5 - Praxis Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung 18 – Schritte - Kreis
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 29 Realität Nummer 1 9 % aller Arbeitsplätze können als belastungsarm und entwicklungsförderlich bezeichnet werden 28 % aller Arbeitsplätze haben bezüglich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten und ihrer sozialen Einbindung gute Grundlagen Studie: Was ist gute Arbeit im Auftrag der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) vom Herbst 2005
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 30 Realität Nummer 2 Nur 50 % der befragten Betriebe (ab 20 Beschäftigte und mit Betriebs- bzw. Personalrat) haben eine Gefährdungsbeurteilung In nur 16 % dieser Betriebe gibt es eine ganzheitliche – auch psychische Belastungen berücksichtigende Gefährdungsbeurteilung Nur an jeden 3. Arbeitsplatz werden körperliche – nur an jeden 10. Arbietsplatz psychische Gefährdungen ermittelt und beurteilt Ahlers/Brussig, Düsseldorf 2004
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 31 Grundraster der Betriebsvereinbarung zum Arbeitsschutzgesetz Grundraster der Betriebsvereinbarung zum Arbeitsschutzgesetz Regelung der Organisation des Arbeits- schutzes – Gemeinsames paritätisches Team Struktur und Ablauf der Unterweisungen Methoden zur Erfassung von Belastungen Wirksamkeitskontrolle
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 32 Methoden zur Erfassung von Belastungen -Begehungen klassische Arbeitssicherheit und Ergonomie -bei Bedarf auch Fragebögen dazu -Fragebögen zur Erfassung psychischer Fehlbelastungen - bei Bedarf Feinananalysen (Alstom Power Generation, Berthold Technologies u.a.)
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 33 Methoden zur Erfassung von Belastungen -Begehung der Arbeitsbereiche durch ein paritätisches Team – Beobachtung der Arbeitsplätze / Tätigkeiten – Beobachtungs- interviews während der Begehung -Festlegung und und Umsetzung von Maßnahmen -Kleingruppengespräche zur Erfassung psychischer Fehlbelastungen (Sauer-Danfoss)
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 34 Methoden zur Erfassung von Belastungen -schriftliche Befragung der Beschäftigten -Analyse der Tätigkeiten an einigen Einzelarbeitsplätzen -Vorstellung und Besprechung der Ergebnisse in Mitarbeiterworkshops (Sick AG)
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Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 39 1. Schritt: Vereinbarung zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung Hintergrund: Der Gesetzgeber verpflichtet den Arbeitgeber, das Bundesarbeits- gericht verpflichtet den Betriebsrat Deshalb macht es Sinn, das betriebliche Vor- gehen (Organisation, Methodik, Instrumente...) in einer Betriebsvereinbarung vorab zu regeln. Falls nicht, sollte dies spätestens in Schritt 17 erfolgen.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 40 2. Schritt: Gemeinsamer Workshop / Schulung Hintergrund: Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von Anforderungen, Inhalten, Möglichkeiten, sprachlichen Verständnissen etc.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 41 3. Schritt: Bildung einer paritätischen Steuerungsgruppe Dieses paritätische Team aus Firmenleitung und Betriebsrat ist das Herzstück bei der Durch-führung der Vorgehensweise – es steuert praktisch den gesamten Prozess. Die Parität entsteht durch den Mitbestimmungsbeschluß des BAG
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 42 4. Schritt: Qualifizierung der Akteure Vermittlung der Kenntnisse, um eine ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung im Betrieb umsetzen zu können
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 43 5. Schritt: Entwicklung eines Konzepts Hierbei handelt es sich um einen der wichtigsten Schritte überhaupt Es geht um die Festlegung der Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung, d.h. u.a. Art und Weise der Erfassung körperlicher Belastungen Art und Weise der Erfassung psychischer Belastungen Einbindung der Beschäftigten, Dokumentation, Festlegung von Schutzmaßnahmen, Wirksamkeitskontrolle, etc......
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 44 6. Schritt: Unterweisung, Vorabinformation zur Gefährdungsbeurteilung Inhalte und Methodik von Unterweisungen Qualifizierung der Unterweisenden Dialogcharakter der Unterweisungen Einbeziehung von menschengerechter Arbeit Einbeziehung von psychischen Fehlbelastungen in die Unterweisungen Unterweisung als Aufklärung, Gesundheitsinformation und Gespräch – NICHT als Belehrung
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 45 7. Schritt: Auswahl von Pilotbereichen Da Gefährdungsbeurteilungen zumindest zu Beginn Schwierigkeiten mit sich bringen können, empfiehlt es sich, Pilotbereiche festzulegen, in welchen die Vorgehensweisen getestet werden können.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 46 8. Schritt: Grobanalyse körperlicher Belastungen, der Ergonomie und der Arbeitssicherheit Checklisten, Begehungen, Befragungen, Dokumentation etc...... Vorschlag: Arbeitssicherheit: Checklisten der BG-Chemie A 017 Jedermann-Verlag Heidelberg Tel: 06221.14510 Büroarbeitsplätze: Ergonomie-Prüfer (www.tbs.nrw.de) www.ergo-online.de oder www.inqa-buero.de
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 47 9. Schritt: Grobanalyse psychischer Belastungen Fragebögen Festlegung der Fragen in den Fragebögen Abteilungsgrößen Anonymität, Datenschutz Auswertung Information der Beschäftigten – vorher und nachher Vernichtung der Daten nach der Auswertung
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 48 10. Schritt: Ergebnispräsentation Grobanalyse Unternehmensleitung, Betriebsrat, die Schwerbehindertenvertretungen, jedoch insbesondere die Beschäftigten müssen über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung informiert werden
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 49 11. Schritt: Festlegung und Umsetzung von Maßnahmen aufgrund der Ergebnisse der Grobanalysen Äusserst wichtiger Schritt Hier geht es um die konkrete Veränderung von Arbeitssituationen, Ergonomie, Belastungen, Arbeitsabläufen, Arbeitsorganisation, Arbeitszeit ect......
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 50 12. Schritt: Feinanalyse psychischer / physischer Belastungen Stellt die Steuerungsgruppe fest, dass die Grobanalysen für eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen nicht ausreichen, müssen Feinanalysen festgelegt werden, wie etwa Beobachtungsinterviews, moderierte Gruppengespräche, zusätzliche Vor-Ort- Begehungen mit Gesprächen, Kleingruppengespräche, spezielle Messungen, etc....
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 51 13. Schritt: Umsetzung von Maßnahmen aufgrund der Feinanalysen Durch die Ergebnisse der Feinanalysen können differenzierte Arbeitsschutzmaßnahmen getroffen und umgesetzt werden
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 52 14. Schritt: Wirksamkeitskontrolle Überprüfung, ob die umgesetzten Maßnahmen wirklich greifen Einbeziehung der Beschäftigten Verfolgung der Wirksamkeitskontrolle durch die Steuerungsgruppe Dokumentation der Wirksamkeitskontrolle
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 53 15. Schritt: Dokumentation Hintergrund: Nach § 6 ArbSchG muß die Gefähr- dungsbeurteilung dokumentiert werden. Das paritätische Steuerungsteam muß Art, Auf- bewahrungsfristen etc. der Dokumentation fest- legen. Insbesondere müssen die festgestellten Gesundheitsrisiken - auch wg. mögl. späteren Berufskrankheiten - die geplanten Maßnahmen und die Wirksamkeitskontrolle dokumentiert und nachvollziehbar sein.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 54 17. Schritt: Vorgehen in Betriebsvereinbarung festlegen Wenn zu Beginn - Punkt 1 - keine BV abge- schlossen wurde, muss dies spätestens dann erfolgen, wenn die Piloterfahrungen gemacht wurden. Die BV sichert den Prozeß ab, so daß bei Firmenverkäufen, Managementwechsel etc. der Ablauf der Gefährdungsbeurteilung nicht ge- fährdet ist.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 55 18. Schritt: Fortsetzung in anderen Bereichen Nach Abschluß der Gefährungsbeurteilung im bzw. in den Pilotbereichen und Festlegung des Vorgehens in einer BV, kann die Gefährdungs- beurteilung über das gesamte Unternehmen durchgeführt werden. Weitere Hinweise über Praxisbeispiele zeigt die nachfolgende Website.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 56 Teil 6 - Unterweisungen Teil 6 - Unterweisungen
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 57 Gesetzliche Grundlagen für Unterweisungen § 81 BetrVG: Der Arbeitgeber hat den Arbeitnehmer über Unfall- und Gesundheitsgefahren sowie über Maßnahmen und Einrichtungen zur Abwehr dieser Gefahren zu belehren. § 12 ArbSchG: Der Arbeitgeber hat alle Arbeitnehmer über Gesundheitsgefahren zu unterweisen.. BGV A 1: Jährliche Unterweisung
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 58 Begriff Unterweisung besser wäre: Gesundheitsschutzinformation Aufklärung über Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz oder so ähnlich …….
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 59 Mitbestimmung bei Unterweisungen Begründung des BAG-Beschlusses 1 ABR 13/03: § 12 ArbSchG ist auch eine Rahmenvorschrift, bei deren Umsetzung dem Arbeitgeber Handlungsspielräume verbleiben. Insbesondere müssen Art, Umfang und konkrete Inhalte der Unterweisung festgelegt werden. Hierbei hat der Betriebsrat mitzubestimmen.
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 60 Mitbestimmung des Betriebsrats bei Unterweisungen -Personen, die Unterweisungen durchführen -Qualifizierung dieser Personen -Inhalte und Struktur der Unterweisungen -Methoden, Medien, Hilfsmittel -Training bestimmter Arbeitssituationen -Zeitliche Festlegungen -Grundunterweisung /aufgabenbezogene Unterweisung -Bezugnahme zur Gefährdungsbeurteilung -Wirksamkeitskontrolle der Unterweisungen
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 61 Struktur der Unterweisungen bei Sauer-Danfoss, Neumünster
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 62 Struktur der Unterweisungen bei Sauer-Danfoss, Neumünster
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 63 Teil 7 - Fachzeitschrift gute ARBEIT. weitere interessante Texte Arbeitsschutzseminare der Biko im nächsten Jahr 2008
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 64 Gute Arbeit. Zeitschrift für Gesundheitsschutz und Arbeitsgestaltung www.gutearbeit-online.de Monatlich 40 Seiten, Jahresabo 148,20 Euro, Test-Abo: 3 Ausgaben gratis Für Interessenvertretungen erforderliches Arbeitsmittel im Sinne § 40.2 BetrVG Kritische und aktuelle Information aus Arbeitnehmersicht Themenschwerpunkte in jedem Heft Handlungshilfen und Ratgeber für die Praxis Aktuelle Rechtsprechung Betriebliche Erfahrungen Vernetzung (was machen die anderen?) Dokumentationen Terminhinweise
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg
66 Unterweisung zu psychischen Belastungen INQA (www.inqa.de) Giesert/Eggerdinger: Unterweisung: Führen, Beteiligen, Erkennen und Vermindern von psychischen Fehlbelastungen Bestellung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz uns Arbeitsmedizin Tel. 0231.90712250
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 67 Prof. Alfred Oppolzer: Gesundheitsmanagement im Betrieb Integration und Koordination menschengerechter Gestaltung der Arbeit VSA-Verlag Hamburg www.vsa-verlag.de Preis: 17.90
Dr. Max Geray | Büro für Arbeitsschutz und Betriebsökologie, Hamburg 68 Seminare 2007 und 2008 Seminare 2007 und 2008 Konfliktmanagement im Betrieb 21.- 23. Nov. 2007 --------------------------- Dialogorientierte Unterweisung 3.- 5. März 08 Arbeitsschutz II 2.- 6. Juni 08 Gesundheitliche Auswirkungen von Führungsverhalten 6.- 8. Oktober 08 Arbeitsschutztag Heidelberg 28. Oktober 08 Sowie weitere Seminare in anderen Regionen siehe Biko-Programm 2008
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Arbeits- und Gesundheitsschutz Dr. Esko Horn Richter am Arbeitsgericht Hamburg.

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