Source: https://www.vsv-asg.ch/de/haeufige-fragen
Timestamp: 2019-07-18 15:05:21+00:00

Document:
Zur VSV-Mitgliedschaft
Regulierung der unabh�ngigen Verm�gensverwalter
Wann muss ich mich als unabh�ngiger Verm�gensverwalter (UVV) einer SRO oder der FINMA unterstellen?
Grundsätzlich darf ein unabhängiger Vermögensverwalter in der Schweiz erst berufsmässig tätig werden, wenn er über eine Bewilligung der FINMA verfügt oder sich einer Selbstregulierungsorganisation angeschlossen hat (Art. 14 GwG).
Berufsmässigkeit liegt nach Art. 7 Abs. 1 der Verordnung über die Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung (GwV) vor, wenn:
a. pro Kalenderjahr ein Bruttoerlös von mehr als 50 000 Franken erzielt wird;
b. pro Kalenderjahr mit mehr als 20 Vertragsparteien Geschäftsbeziehungen aufgenommen werden, die sich nicht auf eine einmalige Tätigkeit beschränken, oder pro Kalenderjahr mindestens
20 solche Beziehungen unterhält;
c. unbefristete Verfügungsmacht über fremde Vermögenswerte besteht, die zu einem beliebigen
Zeitpunkt 5 Millionen Franken überschreiten; oder
d. Transaktionen durchgeführt werden, deren Gesamtvolumen 2 Millionen Franken pro
Kalenderjahr überschreitet.
-> Für Details der Berechnungsweise s. Art. 7 GwV
Bei einem Verwaltung- oder Beratungsmandat knüpft die Praxis an das Bestehen einer Vollmacht an. Darunter fällt auch eine reine Ausführungsvollmacht (execution only). Die Praxis der FINMA bezüglich der dem Geldwäschereigesetz unterstellten Tätigkeiten und wann sie eine berufsmässige Finanzintermediation bejaht, ist zusammengefasst im FINMA-RS 11/1 "Finanzintermediation nach GwG".
Für die Unterstellung unter eine Aufsicht über die Einhaltung der Pflichten aus dem GwG bietet das Gesetz die Wahl zwischen:
- Direktunterstellung bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) oder
- Anschluss an eine von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) anerkannte Selbstregulierungsorganisation (SRO) (z.Bsp. diejenige des VSV)
Im Tessin benötigen Finanzintermediäre zudem eine Bewilligung der kantonalen Aufsichtsbehörde. Deren Erteilung ist unter anderem an das Erfordernis einer Berufshaftpflicht-Versicherung geknüpft.
-> Zu den Tätigkeiten, die eine Bewilligungspflicht der FINMA nach sich ziehen vgl. www.finma.ch
Wann muss ein UVV einem anerkannten Branchenverband angeschlossen sein?
Finanzintermediäre, die sich für einen Anschluss an die SRO des VSV entscheiden, sind automatisch auch Mitglieder im Branchenverband der unabhängigen Vermögensverwalter des VSV – und damit verpflichtet, die Standesregeln des VSV einzuhalten. Diese wurden von der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) als Mindeststandards (im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. c bzw. Art. 20 Abs. 2 KAG) anerkannt.
Als Vertrieb gilt jedes Anbieten von und Werben für kollektive Kapitalanlagen und zieht demnach eine Vertriebsträgerbewilligung der FINMA (Art. 3 bzw. Art 13 KAG) nach sich. Nicht als Vertrieb nach dem Kollektivanlagengesetz (KAG) gilt:
- der Einsatz von Fonds im Rahmen der Vermögensverwaltung von unabhänggen
Vermögensverwaltern, die einer von der FINMA anerkannten Branchenorganisation angeschlossen
sind und gestützt auf einen schriftlichen Vermögensverwaltungsvertrag agieren, der den
Richtlinien der Branchenorganisation entspricht
- der Einsatz von Fonds durch Unabhängige Vermögensverwalter im Rahmen
von Beratungsverträgen (langfristiges entgeltliches Beratungsverhältnis)
- das „execution only“ Geschäft
Mitglieder des VSV können so für ihre Vermögensverwaltungskunden, im Rahmen der Vermögensverwaltung grundsätzlich das gesamte Fondsuniversum einsetzen.
Selbstverständlich müssen die Fonds (wie alle eingesetzten Anlageprodukte) jedoch ins Anlageprofil des Kunden passen, das heisst, der Vermögensverwalter stellt sicher, dass die Anlagen dauernd mit dem Risikoprofil sowie den Anlagezielen und den Anlagebeschränkungen übereinstimmen. Zudem stellt der Vermögensverwalter sicher, dass eine angemessene Risikoverteilung gewährleistet ist, soweit es die Anlagestrategie erlaubt (vgl. insbesondere Art. 5 Standesregeln VSV).
Siehe auch FINMA Rundschreiben.
Fragen zu Aufnahmegesuchen in Verband und SRO
Darf als Stellvertreter im Bereich Geldw�schereibek�mpfung der Ehepartner walten?
Nein, ausser es wird ein zusätzlicher zweiter Stellvertreter ernannt.
Welche Revisionsstelle ist im Aufnahmegesuchformular zu nennen?
Die Aktivmitglieder werden im Rahmen der periodischen Revision auf die Einhaltung des Geldwäschereigesetzes (GwG) und der Standesregeln geprüft. Dazu haben die Gesuchsteller bereits vor Gesuchseinreichung einen Revisor zu wählen, der bei Gutheissung des Gesuches jeweils die periodische Revision GwG / Standesregeln des Mitglieds durchführen wird. Der Gesuchsteller hat eine externe Revisionsstelle zu ernennen, welche die Anerkennungsvoraussetzungen gemäss Anhang A der Prüf- und Disziplinarordnung des VSV erfüllt.
Was ist im Aufnahmegesuchformular unter Bankreferenzen zu verstehen?
Angabe von Depotbanken, mit denen der Gesuchsteller als unabhängiger Vermögensverwalter bereits zusammenarbeitet oder im Gespräch für eine zukünftige Zusammenarbeit ist, bei denen der VSV eine Referenzauskunft einholen kann.
Muss mit dem Aufnahmegesuch zwingend ein betriebsinternes Reglement betreffend die Umsetzung von GwG und Standesregeln eingereicht werden?
Nein. Gemäss Artikel 43 Absatz 1 des Gw-Reglement ist grundsätzlich nur der Finanzintermediär, der mehr als 10 Personen beschäftigt, welche eine dem GwG unterstellte Tätigkeit ausüben, verpflichtet, interne Richtlinien bezüglich der Umsetzung der Pflichten zur Verhinderung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung zu erlassen (Ausnahmen vorbehalten). Die Erarbeitung von eigenen Richtlinien ist jedoch empfehlenswert.
- Bearbeitungsgebühr von Fr. 1'000. – (exkl. MwSt.)
- Aufnahmegebühr von Fr. 1’500. – (exkl. MwSt.)
- jährlicher Mitgliederbeitrag von Fr. 3'300. – (exkl. MwSt.).
Wird ein Mitglied erst in der zweiten Jahreshälfte in den Verband aufgenommen, ist im Beitrittsjahr nur noch die Hälfte des Mitgliederbeitrages geschuldet.
Für Aktivmitglieder fallen des Weiteren zumindest Revisionskosten beim externen Revisor für die jährliche Revision GwG / Standesregeln sowie Weiterbildungskosten im Bereich GWG an [Aufzählung nicht abschliessend].
Welche Meldepflichten hat das Aktivmitglied gegen�ber dem VSV?
Gemäss den Aufnahmebestimmungen des VSV sind die Aktivmitglieder verpflichtet, den VSV über Änderungen gegenüber den Angaben im Aufnahmegesuchsformular sowie den Beilagen dazu innerhalb von 30 Tagen schriftlich zu informieren. Eine Übersicht finden Sie hier.
Wann muss der Revisionsbericht GwG / Standesregeln eingereicht werden?
Der Revisionsbericht GwG / Standesregeln (inkl. Vollständigkeitserklärung und Weiterbildungsnachweis sowie Erklärung Strafverfahren Revisor) sowie (revidierte) Betriebsrechnung und Jahresbilanz sind gemäss Art. 3 der Prüf- und Disziplinarordnung jeweils innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres einzureichen (Zur Einlieferung der Jahresrechnung und Revisionsbericht OR siehe nächste Fragen).
Welche Einlieferungspflichten bestehen bez�glich Jahresrechnung und Revisionsbericht OR?
Die Pflichten der Aktivmitglieder bezüglich der Einreichung eines Revisionsberichts OR und der entsprechenden Jahresrechnung gegenüber dem VSV sind folgende:
- für Mitglieder, die in der Rechtsform der AG oder der GmbH organisiert sind und der
ordentlichen oder der eingeschränkten Revision unterliegen:
-> eine Kopie des entsprechenden Revisionsberichts und der Jahresrechnung gemäss OR;
- für Mitglieder, die in der Rechtsform der AG oder GmbH organisiert sind und für die das
Gesetz keine ordentliche Revision verlangt und deren Aktionäre bzw. Gesellschafter auf eine
eingeschränkte Revision verzichtet ("opting out") und ihre Statuten entsprechend angepasst
-> eine Kopie der Jahresrechnung (mit Original Unterschrift);
- für Mitglieder, die in einer anderen Rechtsform organisiert sind:
-> eine Kopie der Bilanz- und Erfolgsrechnung (mit Original Unterschrift).
(vgl. Wegleitung zur Revision bzw. Prüf- und Disziplinarordnung)
Verlangt der VSV von seinen Mitgliedern die Durchf�hrung einer Revision der Jahresrechnung bzw. eine Revision nach OR?
Die Beurteilung, ob eine ordentliche oder eingeschränkte Revision zu erfolgen hat, liegt nicht in der Kompetenz des VSV, sondern wird nach dem OR bestimmt. Bezüglich der Pflicht zur Rechnungsprüfung stützt sich der VSV auf den Handelsregistereintrag des Mitglieds.
In Bezug auf die ordentliche Revision verweisen wir auf Art. 727 und in Bezug auf die eingeschränkte Revision auf Art. 727a OR.
Was geschieht bei nicht fristgerechter Einreichung des Revisionsberichtes?
Das Mitglied ist gegenüber der GL SRO für die Einhaltung der Einreichungsfrist verantwortlich. Die nicht rechtzeitige Einreichung des Revisionsberichts kann Sanktionen gemäss Prüf- und Disziplinarordnung des VSV (vgl. dessen Art. 6 i.V.m. Art. 7) zur Folge haben. Detaillierte Informationen zur Einreichung des Revisionsberichts finden Sie hier.
Fristerstreckungsgesuche sind bis spätestens am letzten Tag der Einreichungsfrist brieflich oder per
E-Mail an den VSV zu richten. Diese werden nur unter Angabe von zureichenden Gründen bewilligt. Im Falle von krankheitsbedingter Terminverschiebung muss ein Arztzeugnis vorgelegt werden. In jedem Fall ist das Mitglied für die Durchführung der Prüfung und fristgerechte Einreichung des Prüfberichtes verantwortlich.
M�ssen Aktivmitglieder mit staatlicher Bewilligung dem VSV einen Revisionsbericht einreichen?
Vermögensverwalter kollektiver Kapitalanlagen, Fondsleitungen und Effektenhändler müssen dem VSV grundsätzlich keine Revisionsberichte einreichen.
Direkt (bei der FINMA) unterstellte Finanzintermediäre gemäss GwG (DUFI) und der FINMA unterstellte GwG-Gruppengesellschaften haben der FINMA den Bericht über die Geldwäschereibestimmungen einzureichen und dem VSV den Revisionsbericht über die Standesregeln (s. Wegleitung zur Revision).
Zu den Geldw�schereibestimmungen
Identifizierung der Vertragspartei (Art. 3 GwG)
Reicht es zur Identifikation der Vertragspartei, wenn der UVV Identifikationsdokumente eines Dritten kopiert?
Nein. Der UVV hat als eigene juristische Person grundsätzlich immer eine selbständige Identifizierungspflicht bezüglich seiner Vertragsparteien (vgl. Art. 7-17. Gw-Reglement).
Dabei lässt sich der Vermögensverwalter die Identifizierungsdokumente im Original oder in echtheitsbestätigter Kopie vorlegen. Er nimmt die echtheitsbestätigte Kopie zu seinen Akten oder erstellt eine Kopie des ihm vorgelegten Dokuments, bestätigt darauf, das Original oder die echtheitsbestätigte Kopie eingesehen zu haben, und unterzeichnet und datiert die Kopie.
Auch wenn der UVV den Kunden während seiner früheren Anstellung bei der Bank bereits identifiziert hat, genügt die Mitnahme von Kopien zur Erfüllung der Identifizierungspflicht nicht, wenn er sich als Vermögensverwalter selbständig macht. Er muss den Kunden neu identifizieren. [Zudem kann das Mitnehmen von Bankunterlagen eine „rechtswidrige Entwendung“ darstellen und allenfalls eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen.]
Dasselbe gilt, wenn ein Kundenbetreuer von einem UVV zu einem anderen wechselt. Keine neue Identifikation ist allerdings notwendig, wenn ein ganzer oder Teile eines Kundenstammes im Rahmen einer Geschäftsübertragung von einem andern UVV übernommen werden.
Beim Vorliegen einer Delegationsvereinbarung mit der Depotbank – mit der sich der UVV verpflichtet hat, auch die Identifikation für die Bank vorzunehmen – reicht es, wenn der UVV den Kunden selber identifiziert, der Bank das Original der zertifizierten Kopie des Identifikationsdokumentes übergibt und für sich selber eine Kopie behält. In diesem Falle reicht die Aufbewahrung einer Kopie der echtheitsbestätigten Kopie, da der UVV die Identifizierung selber vorgenommen hat.
Muss das Identifizierungsdokument noch g�ltig sein?
Das Geldwäschereigesetz regelt in Art. 3 nicht abschliessend, was ein beweiskräftiges Dokument ist, sondern überlässt es dem Reglement der jeweiligen SRO bzw. der Geldwäschereiverordnung der FINMA dieses näher zu definieren. Damit ist für den Finanzintermediär massgeblich, was die FINMA oder seine SRO zulassen.
Gemäss Art. 8 Abs. 3 Gw-Reglement VSV gelten als zulässige Identifizierungsdokumente alle Dokumente, die mit einer Fotografie versehen sind und von einer schweizerischen oder ausländischen Behörde ausgestellt wurden. Es ist nicht zwingendes Erfordernis, dass das Identifizierungsdokument gültig ist. Der VSV verlangt jedoch Aktualität. Das heisst, das Foto und die Daten der Person müssen aktuell sein und immer noch der Realität entsprechen. Insbesondere muss es dem Finanzintermediär möglich sein, die Person anhand des Fotos zu identifizieren.
Welche Besonderheiten gelten bei einer auf dem Korrespondenzweg er�ffneten Gesch�ftsbeziehung?
Eine Korrespondenzeröffnung liegt vor, wenn die Geschäftsbeziehung ohne persönliche Vorsprache aufgenommen wird (Art. 8 Gw-Reglement) bzw. eine Eröffnung, bei der es nicht zur direkten Begegnung zwischen dem Kunden (bei juristischen Personen mit den Eröffnern) und dem Vertreter des UVV kommt.
Wird die Geschäftsbeziehung ohne persönliche Vorsprache aufgenommen, so nimmt der Vermögens­verwalter eine echtheitsbestätigte Kopie des Identifizierungsdokuments zu seinen Akten, nimmt die Abklärung des wirtschaftlich Berechtigten vor und prüft zusätzlich die Wohnsitzadresse durch Postzustellung oder auf andere gleichwertige Weise. Eine Zustellung mit gewöhnlicher Post reicht, um die Wohnsitzadresse zu bestätigen (eine Zustellung mit eingeschriebener Post ist nicht erforderlich).
Wenn die Vertragspartei eine juristische Person ist, identifiziert der UVV diese nach Art. 9 Gw-Reglement. Zusätzlich muss er die Identität der Personen, welche die Geschäftsbeziehung eröffnen, feststellen (Art. 10 Gw-Reglement). Was bei einer Eröffnung auf dem Korrespondenzweg bedeutet, dass die Identität der Eröffner mittels echtheitsbestätigter Kopie eines Identifikationsdokumentes geprüft wird. Die Wohnsitzadresse der Eröffner muss nicht überprüft werden. Im Weiteren nimmt der UVV die Bevollmächtigungsbestimmung aufgrund eines der Dokumente gemäss Art. 10 Abs. 2 lit. a. und b zur Kenntnis. Als Bevollmächtigte in diesem Sinne gelten alle Personen, welche für die juristische Person handeln können und die entsprechende Geschäftsbeziehung eröffnen (mit Einzel- oder Kollektivvollmacht), also ihre Organe, ihre Zeichnungsberechtigten oder bevollmächtigte Dritte.
Der UVV identifiziert grundsätzlich die Anzahl der vorsprechenden Personen gemäss Zeichnungsberechtigung. Wenn aufgrund einer Bevollmächtigung nur eine Person als Vertreter handelt, hat der UVV nur diese Person zu identifizieren und nimmt zusätzlich Kopien der Dokumente, aus welchem die Bevollmächtigungsbestimmungen der Vertragspartei hervorgehen zu den Akten.
Für die Adressüberprüfung bei einer juristischen Person kann z.Bsp. der Handelsregister-Auszug oder vergleichbares amtliches Dokument, das die Adresse bestätigt, herangezogen werden („gleichwertige Weise“).
Feststellung der wirtschaftlich berechtigten Person (Art. 4 GwG)
Reicht es zur Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten, wenn der UVV sich auf die Feststellungen eines Dritten verl�sst?
Nein. Der UVV hat als eigene juristische Person grundsätzlich immer eine selbständige Sorgfaltspflicht, den wirtschaftlich Berechtigen festzustellen (vgl. Art. 18 Gw-Reglement).
Dazu hat der UVV von der Vertragspartei (VP) eine schriftliche Erklärung darüber einzuholen, wer die wirtschaftlich berechtigte Person ist, wenn die VP nicht mit dieser identisch ist oder Zweifel bestehen, dass die VP mit ihr identisch ist, namentlich wenn:
- einer Person, welche nicht erkennbar in einer genügend engen Beziehung zur VP steht, eine
Vollmacht erteilt wird, die zum Rückzug von Vermögenswerten ermächtigt;
- er annehmen muss, dass die Vermögenswerte, die die Vertragspartei einbringt, deren
finanzielle Verhältnisse übersteigen;
- der Kontakt mit der Vertragspartei andere ungewöhnliche Feststellungen ergibt;
- die Geschäftsbeziehung ohne persönliche Vorsprache der Vertragspartei aufgenommen wird.
Bei Sitzgesellschaften muss der wirtschaftlich Berechtigte immer festgestellt werden (vgl. zu den Details und weiteren Spezialfällen Art. 19 ff. Gw-Reglement).
Es genügt nicht, wenn der UVV lediglich das Formular A der Depotbank kopiert. Hingegen ist es zulässig, wenn der UVV sich nach der wirtschaftlichen Berechtigung orientiert, bei einer Abweichung oder bei Zweifel vom Kunden ein Formular A (der SBV) unterzeichnen lässt und das Original an die Depotbank schickt und nur eine Kopie des Formular A zu sich nimmt. Allerdings sollte der UVV zu Dokumentationszwecken einen Vermerk auf dem Formular A anbringen, aus dem hervorgeht, dass der UVV (und nicht die Bank) die Erklärung eingeholt hat.
Abkl�rungspflichten (Art. 6 GwG)
Welche Pflichten haben VSV-Mitglieder in Bezug auf Terrorismuslisten (Internationale Sanktionen)?
Der Vermögensverwalter ist verpflichtet, für seine Kunden die Relevanz in Bezug auf Terroris­muslisten (Internationale Sanktionen) abzuklären und diese Abklärung entsprechend zu dokumentieren (vgl. Art. 31 Abs. 7 lit. c Gw-Reglement). Das heisst, der UVV muss abklären, ob seine Kunden oder wirtschaftlich Berechtigte in den Terrorismuslisten aufgeführt sind.
Ebenfalls ist er dazu verpflichtet, bei einem Treffer (d.h., der Vertragspartner und/oder der wirtschaftliche Berechtigte des Finanzintermediärs ist in einer der Terrorismuslisten aufgeführt) den zusätzlichen daraus resultierenden Pflichten, insbesondere der jeweiligen Abklärungs- oder Meldepflicht nachzukommen.
Bei der Aufnahme einer neuen Geschäftsbeziehung ist die Abklärung bezüglich der Sanktionslisten (ob ein Treffer erfolgt oder nicht) im jeweiligen Kundendossier zu dokumentieren.
Bei Änderungen von bestehenden oder dem Erlass von neuen Sanktionsmassnahmen ist die Relevanz bezüglich des gesamten Kundenstamms des Mitglieds zeitnah zu überprüfen und das Ergebnis ebenfalls entsprechend zu dokumentieren.
Bei einem Treffer kommen zusätzlich zu den Abklärungs- und Dokumentationspflichten noch Melde- und Sperrpflichten -> vgl. Informationen auf der Website
Was beinhalten die �Besonderen Abkl�rungen� bei Gesch�ftsbeziehungen und Transaktionen mit erh�htem Risiko?
Der Umfang der einzuholenden Informationen, die der UVV für jede Geschäftsbeziehung sammeln muss, richtet sich nach dem Risiko der Geschäftsbeziehung. Bei Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit erhöhtem Risiko sowie beim Vorliegen von Anhaltspunkten, dass Vermögenswerte aus einem Verbrechen herrühren, der Verfügungsmacht einer kriminellen Organisation unterliegen oder der Terrorismusfinanzierung dienen (Art. 6 lit. b GwG) bestehen besondere Abklärungspflichten (Art. 29 Gw-Reglement). Der Inhalt der Abklärungen ist in Art. 34 und die Vorgehensweise in Art. 35 Gw-Reglement geregelt.
Abzuklären sind je nach den Umständen namentlich:
a. die Herkunft der eingebrachten Vermögenswerte;
b. der Verwendungszweck abgezogener Vermögenswerte;
c. die Hintergründe der Zahlungseingänge;
d. der Ursprung des Vermögens der Vertragspartei und der wirtschaftlich berechtigten Person;
e. die berufliche oder geschäftliche Tätigkeit der Vertragspartei und der wirtschaftlich
berechtigten Person;
f. die finanzielle Situation der Vertragspartei und der wirtschaftlich berechtigten Person;
g. bei juristischen Personen: wer diese beherrscht;
h. bei Geld- und Wertübertragungen: Name, Vorname und Adresse der begünstigten Person.
Die Abklärungen umfassen je nach den Umständen namentlich:
a. das Einholen schriftlicher oder mündlicher Auskünfte der Vertragspartei oder der
wirtschaftlich berechtigten Person;
b. Besuche am Ort der Geschäftstätigkeit der Vertragspartei und der wirtschaftlich
c. die Konsultation allgemein zugänglicher öffentlicher Quellen und Datenbanken;
d. Erkundigungen bei Dritten.
Der UVV überprüft die Ergebnisse der Abklärungen auf ihre Plausibilität und dokumentiert
sie. Die Abklärungen dürfen abgeschlossen werden, sobald er zuverlässig beurteilen
kann, ob die Voraussetzungen für eine Meldung nach Art. 9 Abs. 1 GwG vorliegen.
Dokumentationspflicht (Art. 7 GwG)
D�rfen die Dokumente auch elektronisch aufbewahrt werden?
Neben der Aufbewahrung in Papierform besteht die Möglichkeit der elektronischen Aufbewahrung der Dokumente. Dabei müssen VSV-Mitglieder grundsätzlich die Voraussetzungen gemäss der Verordnung über die Führung und Aufbewahrung von Geschäftsbüchern vom 24. April 2002 erfüllen. Eingesetzte Informationsträger müssen in der Schweiz sein, ansonsten der Vermögensverwalter über aktuelle physische oder elektronische Kopien der massgeblichen Dokumente in der Schweiz verfügen muss (vgl. Art. 7 des GwG i.V.m. Art. 41 Gw-Reglement VSV).
Wichtig bei der elektronischen Aufbewahrung ist unter anderem insbesondere Art. 3 der Geschäftsbücherverordnung, welcher besagt, dass die Geschäftsbücher so geführt und aufbewahrt und die Buchungsbelege und die Geschäftskorrespondenz so erfasst und aufbewahrt werden müssen, dass sie nicht geändert werden können, ohne dass sich dies feststellen lässt.
Wir verweisen auf die Verordnung über die Führung und Aufbewahrung von Geschäftsbüchern (Geschäftsbücherverordnung) sowie das Rundschreiben 2006/2 zur elektronischen Aufbewahrung von Dokumenten der Kontrollstelle für die Bekämpfung der Geldwäscherei.
Organisatorische Massnahmen (Art. 8 GwG)
Welche Weiterbildungspflicht haben Aktivmitglieder im Bereich GwG?
Gemäss Art. 42 des Gw-Reglements muss der Vermögensverwalter dafür sorgen, dass jene Mitarbeiter, die eine dem GwG unterstellte Tätigkeit ausüben eine Ausbildung undlaufende Fortbildung im Bereich der Prävention der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung erhalten.
In Abs. 3 von Art. 42 des Gw-Reglements wird zudem ausgeführt, dass alle neu eintretenden Mitarbeiter, die eine dem GwG unterstellte Tätigkeit ausüben (z.Bsp. Kundenbetreuung), innerhalb von 6 Monaten nach Stellenantritt eine angemessene Ausbildung zu absolvieren haben. Wichtig ist also, dass neu eintretende Mitarbeitende innerhalb von 6 Monaten in Sachen GwG geschult werden.
In der Regel ist der Compliance Officer oder sein Stellvertreter für die laufende Weiterbildung der Mitarbeiter verantwortlich. Bei grösseren Mitgliedern werden die Mitarbeiter regelmässig intern durch den Compliance Officer oder aber durch externe Experten geschult. Bei kleineren Mitgliedern erfolgt die Weiterbildung der betroffenen Mitarbeiter häufig durch externe Schulungen (VSV-Seminare).
Dem Revisor muss dargelegt werden, ob die einzelnen Personen genügende Kenntnisse im Bereich GwG haben.
Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem Entscheid vom 23. Juni 2008 festgehalten, dass etwa eine jährliche Weiterbildung im Bereich GwG von einem halben Tag angemessen sei, was daher auch beim VSV als Grundsatz gilt.
Auf dem folgenden Link finden Sie alle VSV-Seminare: http://www.vsv-asg.ch/de/agenda_seminare
Abbruch der Gesch�ftsbeziehung und Meldepflicht (Art. 9-10 GwG)
Muss der UVV auch eine Meldung an die MROS erstatten, obwohl die Depotbank bereits eine gemacht hat?
Ja. Der UVV hat eine eigene Meldepflicht gemäss Art. 9 GwG. Es besteht eine eigene Meldeverantwortung und das Mitglied kann sich diesbezüglich nicht auf die Auskünfte und das Verhalten der Bank verlassen.
Informationspflicht und Verm�gensverwaltungsvertrag (Art. 6�7)
Hat der VSV Mustervertr�ge?
Nein, weil unabhängige Vermögensverwaltung kein „standardisiertes Geschäftsmodell“ ist. Es ist wichtig, dass die Verträge auf das jeweilige Geschäftsmodell des UVV angepasst werden. In Anhang A der Standesregeln sind jedoch die gemäss VSV zwingend verlangten im Vertrag zu regelnden Punkte aufgelistet.
Muss beim Wechsel der Depotbank f�r eine bestehende Gesch�ftsbeziehung ein neuer Verm�gensverwaltungsvertrag eingeholt werden?
Ja. Gemäss Anhang A der Standesregeln ist die eindeutige und zweifelsfreie Definition des zu verwaltenden Vermögens, d.h. in der Regel die Bestimmung der Depotbankbeziehung ein zwingend im Vertrag festzuhaltender Punkt.
Sind Jahres-Minimum-Geb�hren zul�ssig?
Gemäss den Standesregeln des VSV (Art. 7, Ziff. 31) wird die Honorierung des Vermögensverwalters für seine Dienstleistungen mit dem Kunden schriftlich vereinbart und kann nach dem Umfang der zu betreuenden Vermögenswerte sowie des erforderlichen Arbeitsaufwands abgestuft werden. Die Berechnungsweise des Honorars ist klar und eindeutig im Vermögensverwaltungsvertrag festzuhalten. Auch eine Minimal-Gebühr wäre demnach explizit im Vermögensverwaltungsvertrag zu regeln.
Gemäss Art. 7 der Standesregeln gilt:
- ein Maximal-Verwaltungshonorar von 1.5% p.a. auf dem verwalteten Aktivvermögen; oder
- ein Erfolgshonorar von maximal 20% der Nettokapitalzunahme;
- oder ein Verwaltungshonorar von maximal 1% p.a. und ein Erfolgshonorar von maximal 10%,
wenn die beiden vorstehenden Honorarsysteme kombiniert werden.
Grundsätzlich kann eine Minimal-Jahres-Gebühr zulässig sein, wenn die vorstehenden Bestimmungen von Art. 7 eingehalten werden und die Gebühren im konkreten Fall gerechtfertigt sind.
Das heisst, eine Minimum-Jahresgebühr von z.Bsp. CHF 15'000. — wäre bei einem AuM von weniger als 1 Mio. CHF nicht zulässig (1.5% von 1 Mio.). Nicht zulässig wäre z.Bsp. auch die Kombination von einer VV-Gebühr von 1.5 % p.a. auf dem AuM plus eine zusätzliche Minimal-Gebühr, weil die Gesamtkosten 1.5% nicht überschreiten dürfen.
M�ssen die Maximal-Honorarvorschriften auch bei der Verwaltung kollektiver Kapitaleinlagen eingehalten werden?
Gemäss einem Entscheid der Geschäftsleitung SRO sind die Honorierungsbestimmungen für die individuelle Vermögensverwaltung entwickelt worden. Der Fondsprospekt regelt das Verhältnis zwischen Anleger und Fondsgesellschaft, weshalb es nicht um individuelle Vermögensverwaltung geht. Die Honorarvorschriften der Standesregeln gelten jedoch nicht für die Vermögensverwaltung kollektiver Kapitalanlagen da bei dieser Tätigkeit im Gegensatz zur Verwaltung individueller Vermögen auch andere Aufgaben wahrgenommen werden (müssen).
Verschwiegenheit (Art. 8)
Was gilt zur Verschwiegenheit im Rahmen einer B�rogemeinschaft (Kooperationsvereinbarung)?
Allgemein unterstehen VSV-Mitglieder der Verschwiegenheitspflicht gemäss Art. 8 Standesregeln. Danach sind die unabhängigen Vermögensverwalter im Rahmen der Gesetze und dieser Standesregeln zur absoluten Verschwiegenheit über alle Informationen die ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit zur Kenntnis gebracht werden verpflichtet.
Die Verschwiegenheitspflicht umfasst einerseits die Verschwiegenheitspflicht im engeren Sinn, wobei diese selbstverständlich auch gegenüber den nächsten Verwandten und Bekannten bzw. Bürogemeinschaftskollegen gilt (Informationsvollmacht vorbehalten). Andererseits umfasst sie die Pflicht zum Datenschutz, das heisst die Pflicht angemessene technische und organisatorische Massnahmen zu treffen, um den Schutz der anvertrauten Kundendaten zu gewährleisten und Unberechtigten den Zugang zu den Dossiers zu verunmöglichen (ordentliche Ablage der Dossiers, abschliessbare Schränke, Firewalls etc.).
Gemäss Art. 40 des Gw-Reglements VSV müssen die aufzubewahrenden Dokumente an einem sicheren und jederzeit zugänglichen Ort in der Schweiz aufbewahrt werden. Dies heisst für den VSV, dass die Kundendossiers (Kundenverträge usw.) in einem feuersicheren und abschliessbarem Schrank aufbewahrt werden müssen.
Bezüglich einer Bürogemeinschaft ist wichtig, dass die Kundendossiers der verschiedenen Gesellschaften getrennt voneinander aufzubewahren sind. Ein gemeinsamer Empfang ist möglich. Für den Kunden muss aber klar sein, bei welchem Vermögensverwalter er sich befindet und mit wem er den Vertrag abschliesst.
Für den Fall, dass Geschäftsbereiche ausgelagert werden, muss Art. 5 der Standesregeln beachtet werden. Gemäss Ausführungsbestimmung 16 hat der Vermögensverwalter bei der Beauftragung eines anderen Unternehmens mit der selbständigen, dauernden Wahrnehmung einer für den Vermögensverwalter wesentlichen Dienstleistung (Auslagerung von Geschäftsbereichen) unter anderem einen schriftlichen Vertrag abzuschliessen.
Unerlaubte Anlagegesch�fte (Art. 9)
D�rfen Mitglieder des VSV Treuhandkonti f�r Kunden f�hren bzw. Einlagen entgegennehmen?
Nein. Grundsätzlich besteht für VSV Mitglieder ein Verbot der Entgegennahme von Einlagen gemäss Art. 9 der Standesregeln und die Mitglieder dürfen grundsätzlich für ihre Kunden keine Konten auf eigenen Namen (d.h. auf den Namen des Vermögensverwalters) führen. Die Mitglieder dürfen grundsätzlich nur aufgrund von Vollmachten auf das Depotkonto, welches auf den Namen des Kunden lautet, als Vermögensverwalter tätig werden.
Insbesondere ist das Halten von Kunden gehörenden Vermögenswerten auf eigene Konti oder Depots des Vermögensverwalters verboten, wenn es dabei zu einer Vermischung dessen eigenen Vermögenswerten oder Vermögenswerten anderer Kunden kommt. Die Vermischung von Kundenvermögen auf Konten/Depots von Effektenhändlern und Banken ist nur dann erlaubt, wenn die Zuordnung dieser Vermögen auf die einzelnen Kunden durch einen zugelassenen Effektenhändler bzw. durch eine Bank erfolgt.
Auch die Gewährung von Darlehen durch Kunden an den Vermögensverwalter fällt grundsätzlich unter dieses Verbot, wenn das Ziel solcher Geschäfte die Anlage der Darlehensmittel und nicht deren betrieblicher Einsatz ist. Die Risiken, dass Kundengelder in Verfahren gegen den Vermögensverwalter beschlagnahmt bzw. gepfändet werden oder unter Konkursbeschlag fallen können, sind zu vermeiden. Die Schwellenwerte des Banken- und des Börsengesetzes, die bis zu 20 solcher Geschäftsbeziehungen grundsätzlich erlauben würden, gelten unter den Standesregeln des VSV nicht.
Ausnahmen sind nur in einem sehr engen Bereich zulässig, wenn die Zweckbestimmung der vom Vermögensverwalter gehaltenen Mittel ausserhalb der Vermögensanlage und dazugehöriger Transaktionen steht. Zu denken ist dabei an die in den Ausführungsbestimmungen ausdrücklich erwähnte Zahlungsabwicklung. Dies betrifft Einzelfälle und immer einen individuellen Kunden. Wichtig ist in dem Fall auch, dass der Zweck der Transaktion genau abgeklärt wird und dieser nachvollziehbar ist.
Des Weiteren ist es dem UVV erlaubt, beschränkte Geldmittel für wiederkehrende Zahlungen bei Abwesenheit des Kunden z.Bsp. für den Unterhalt einer Ferienwohnung, zu halten. Vorbehalten bleibt beim Halten von Vermögenswerten in eigenem Namen immer die Tätigkeit des Vermögensverwalters als Trustee im Rahmen eines entsprechenden, in der Schweiz anerkannten, Errichtungsakts.
D�rfen VSV-Mitglieder Treuhanddienstleistungen anbieten?
Das Treuhandverhältnis ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Treuhänder Sachen, Werte oder Forderungen „zu treuen Händen“ erwirbt und sich vertraglich verpflichtet, das Treugut im Interesse und auf Rechnung und Gefahr eines Treugebers nach deren Weisungen zu halten, zu verwalten und zu verwenden. Ein Treuhandverhältnis kann auf verschiedene Arten ausgestaltet werden (rechtsgeschäftlich als Auftrag im Sinne von Art. 394 ff. OR oder als sonstige Rechtsbeziehung wie zum Beispiel über einen Trust). Je nach Ausgestaltung werden dem Treuhandnehmer mehr oder weniger Rechte und Pflichten übertragen (Vollrechtsübertragung, Bevollmächtigung usw.) (vgl. Treuhandkammer).
Nicht erlaubt ist den VSV Mitgliedern die physische Entgegennahme von Geld, Edelmetallen und Effekten. Das bedeutet, die Entgegennahme von Treuhandgeldern für die Vermögensverwaltung ist nicht zulässig. Die Entgegennahme von Treuhandgeldern für einen andern Zweck als die Vermögensverwaltung, z.B. für einen Immobilienkauf oder eine bestimmte Einzahlung für den Kunden ist jedoch ausnahmsweise erlaubt, wenn es sich um einen begründeten Einzelfall handelt (vgl. Frage oben). Hingegen ist den VSV Mitgliedern grundsätzlich der treuhänderische Einsitz in Sitzgesellschaften (Stiftungen etc.) sowie das Ausfüllen von Steuererklärungen oder das Führen von Buchhaltungen erlaubt.
Anliegen von Kunden und Dritten
Gibt der VSV das Mitgliederverzeichnis in einem Excel Format heraus?
Nein. Der VSV darf aufgrund von datenschutzrechtlichen Gründen die Firma und Adresse seiner Mitglieder nur auf der Website veröffentlichen und nicht in einem separaten File als Gesamtliste weitergeben. Wir verweisen auf das auf der Website veröffentlichte Mitgliederverzeichnis.
Wie erfahre ich ob ein unabh�ngiger Verm�gensverwalter Mitglied beim VSV ist?
Durch Konsultation des auf der Website veröffentlichten Mitgliederverzeichnisses, Anfrage direkt bei den Geschäftsstellen des VSV oder Aushändigung einer Mitgliedschaftsbestätigung vom Mitglied selbst.
Wie finde ich heraus, bei welcher SRO ein Verm�gensverwalter registriert ist?
Die FINMA betreibt auf der Website eine Suchmaschine für Finanzintermediäre, die bei einer SRO registriert sind. Ein Vermögensverwalter der im GwG Bereich direkt bei der FINMA unterstellt ist (DUFI) findet man unter der Suchmaschine der FINMA Bewilligungsträger. Die Listen von FINMA Bewilligungsträgern finden sie hier.
Nur bei Mitgliedern des VSV ist automatisch sichergestellt, dass die publizierten Aktivmitglieder auch einer von der FINMA anerkannten Branchenorganisation angeschlossen sind, und ihre Vermögensverwaltungs- und Anlageberatungstätigkeit auch nach den Standesregeln geprüft wird.
D�rfen die Kosten f�r die Verm�gensverwaltung vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden?
Die klassischen Vermögensverwaltungsgebühren sind grundsätzlich („entgegen“ dem Wortlaut des Gesetzes) nach der Praxis der kantonalen Steuerämter nicht abzugsfähig. Das Bundesgericht, das Verwaltungs­gericht und die Steuerrekurskommission I des Kantons Zürich haben in verschiedenen Entscheiden näher ausgeführt, welche Kosten für die Verwaltung des beweglichen Privatvermögens abzugsfähig sind und welche nicht. Die Kosten für die Anschaffung und Vermehrung des Privatvermögens werden den Lebenshaltungskosten zugerechnet und sind somit nicht abzugsfähig.
In einem Bundesgerichtsentscheid vom 1. März 2000 wird festgehalten, dass zu den abzugsfähigen Auslagen etwa die Kosten für die Tresormiete oder die Verwahrung gehören. Auslagen für die Beratungstätigkeit in Finanz-, Anlage- und Steuerangelegenheiten durch Dritte gelten hingegen als nicht abzugsfähige Kosten für die Wertvermehrung von Vermögensgegenständen. Dabei werden die Kosten für Vermögensverwaltungsmandate im klassischen Sinn den Kosten für Beratungsmandate gleichgestellt.
Abzugsfähig sind nur direkte Kosten und Gebühren, die auch dann anfallen, wenn man seine Anlagen völlig passiv sich selbst überlässt. Sobald man aktiv wird und mehr aus seinem Vermögen herausholen möchte als Zins oder Dividende, lehnt der Fiskus den Steuerabzug für die entsprechenden Mehrkosten ab.
Abzugsberechtigt ist der ausgewiesene Aufwand für:
- Depot- und Safegebühren
- Depot- und Steuerverzeichnisse
- Kosten für die Einforderung der Vermögenswerte und Inkassospesen
- Spesen für die Rückforderung von Quellensteuern
- Kontoeröffnungs- und Saldierungsspesen
- Spesen für die Kontoführung und die Einlösung von Dividenden- und Zinscoupons
- Entschädigung für die Willensvollstreckung
Alternativ ist auch der Abzug einer Pauschale (je nach Kanton zwischen 0,5 und 3 Promille des Steuerwerts) zulässig.
- Honorare für Finanz-, Anlage- und Steuerberater
- Börsen- und Bankgebühren für den Aktienkauf und -verkauf (Courtagen)
- Emissionsabgaben auf Aktien und Obligationen
- Gebühren auf die Vermögensverwaltung durch die Bank
- Die eigene Arbeit
Nur professionelle Wertschriftenhändler dürfen Verluste auf ihren Anlagen als Aufwand von ihrem steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Im Gegenzug müssen sie sich aber auch Kapitalgewinne als Einkommen aufrechnen lassen. Bei der Verwaltung privater Vermögen sind weder Gewinne noch Verluste auf dem Kapital steuerlich von Belang.
Wie kann man sich als Kunde �ber ein Aktivmitglied des VSV beschweren?
Der Verband Schweizerischer Vermögensverwalter | VSV beaufsichtigt die ihm angeschlossenen Aktivmitglieder mit Bezug auf die Einhaltung der Bestimmungen des Geldwäschereigesetzes und des Geldwäschereireglements sowie der Schweizerischen Standesregeln für die Ausübung der unabhängigen Vermögensverwaltung des VSV. Diese Standesregeln wurden von der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) als Mindeststandards (im Sinne von Art. 3 Abs. 2 lit. c bzw. Art. 20 Abs. 2 KAG) anerkannt.
Der VSV bietet keine Rechtsberatung bei zivil- oder strafrechtlichen Begehren an. Für Schadenersatzforderungenoder eine allfällige strafrechtliche Verfolgung verweisen wir deshalb auf den ordentlichen Rechtsweg und empfehlen den Beizug eines Rechtsanwaltes. Falls der Beschwerende keinen Anwalt kennt, empfehlen wir, mit dem Schweizerischer Anwaltsverband (SAV) Kontakt aufzunehmen: http://www.sav-fsa.ch.
Im Rahmen der Aufsichtstätigkeit untersucht die Geschäftsleitung der Selbstregulierungs­organisation des VSV (GL SRO) aber Beschwerden von ent- oder gar getäuschten Kunden von Aktivmitgliedern des Verbands wegen Verstössen gegen die Standesregeln.
Falls ein Kunde dem VSV eine Beschwerde gegen ein Mitglied im Rahmen einer möglichen Verletzung der Standesregeln zukommen lassen will, hat er dies in einer schriftlichen und begründeten Eingabe per Post an das zuständige Regionalbüro zu richten und mit zusätzlichen Unterlagen (Kopien Verträge, Besprechungsprotokolle, etc.) zu dokumentieren.
Dazu sollte beachtet werden, dass es sich bei solchen Untersuchungen um verbandsinterne Verfahren handelt, bei welchen die beschwerdeführenden Kunden keine Parteistellung haben und auch nicht über den Stand bzw. Ausgang des Verfahrens informiert werden. Die diesbezügliche Praxis des VSV entspricht derjenigen der FINMA als staatliche Aufsichtsbehörde.
Abk�rzungsverzeichnis und Disclaimer
Direkt (bei der FINMA) unterstellte Finanzintermediäre gemäss GwG
GL SRO
Geschäftsleitung der Selbstregulierungsorganisation des VSV
Gw-Reglement
Reglement zur Prävention und Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung des VSV
Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen (Kollektivanlagengesetz)
Money Laundering Reporting Office Switzerland – Meldestelle für Geldwäscherei
Obligationenrecht (Bundesgesetz vom 30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Fünfter Teil: Obligationenrecht; OR; SR 220))
Selbstregulierungsorganisation gemäss Geldwäschereigesetz
Disclaimer: Der VSV bietet keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der Aussagen in den FAQs. Diese veranschaulichen den gegenwärtigen Stand der Praxis der Organe des VSV und dienen lediglich als Orientierungshilfe. Es kann sein, dass ein konkreter Einzelfall anders beurteilt wird. Rechtlich verbindlich sind die jeweiligen anwendbaren Gesetze/Verordnungen und Reglemente des VSV. Bei Unklarheiten oder weiteren Fragen geben die Regionalbüros gerne Auskunft.
Hier finden Sie die häufigsten Fragen zu:
Regulierung der Vermögensverwalter
Aufnahmegesuch beim VSV

References: Art. 7
 Art. 7
 Art. 3
 Art. 20
 Art. 5
 Art. 3
 Art. 727
 Art. 727
 Art. 6
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 3
 Art. 8
 Art. 9
 Art. 10
 Art. 18
 Art. 19
 Art. 31
 Art. 34
 Art. 35
 Art. 9
 Art. 7
 Art. 41
 Art. 3
 Art. 42
 Art. 42
 Art. 9
 Art. 7
 Art. 7
 Art. 8
 Art. 40
 Art. 5
 Art. 9
 Art. 394
 Art. 3
 Art. 20