Source: https://www.secunet.com/de/investor-relations/corporate-compliance-und-governance/
Timestamp: 2019-06-18 07:03:08+00:00

Document:
Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Absatz 1 HGB und § 315d HGB
Eine wirkungsvolle und transparente Organisation sowie eine verantwortungsbewusste und verlässliche Unternehmensführung haben für die secunet Security Networks AG einen hohen Stellenwert. Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft sind davon überzeugt, dass eine gute Corporate Governance eine wesentliche Grundlage dafür ist, dass sich das Unternehmen weiterhin erfolgreich am Markt behaupten kann.
Der Begriff Corporate Governance bezeichnet den Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung von Unternehmen. Dieser muss nach breiter Auffassung darauf ausgerichtet sein, dass Vorstand und Aufsichtsrat für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung sorgen. Empfehlungen und Anregungen, wie dieser Anspruch bei der Führung und Kontrolle von Unternehmen umgesetzt werden kann, sind im Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) zusammengefasst. Der Kodex soll das Vertrauen von Anlegern, Kunden, Mitarbeitern und Öffentlichkeit in deutsche börsennotierte Unternehmen stärken.
Vorstand und Aufsichtsrat der secunet Security Networks AG überprüfen daher regelmäßig die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex bei der secunet Security Networks AG. Auch im Geschäftsjahr 2018 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat der secunet Security Networks AG intensiv mit den Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der gültigen Fassung vom 7. Februar 2017 auseinandergesetzt. Auf Basis dieser Beratungen wurde die weiter unten aufgeführte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex verabschiedet. Sie ist dauerhaft auf unserer Internetseite veröffentlicht und wird bei Änderungen zeitnah aktualisiert.
Vorstand und Aufsichtsrat erstatten gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie gemäß § 289a HGB den folgenden Bericht:
Die secunet Security Networks AG unterliegt dem deutschen Aktien- und Kapitalmarktrecht. Als deutsche Aktiengesellschaft verfügt sie über eine dualistische Leitungs- und Kontrollstruktur, die sich in den Organen Vorstand und Aufsichtsrat widerspiegelt. Der Vorstand bestand im Geschäftsjahr 2018 aus drei Mitgliedern. Der Aufsichtsrat setzt sich aus sechs Mitgliedern zusammen. Vorstand und Aufsichtsrat arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.
Der Aufsichtsrat nimmt die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahr. Er überwacht und berät den Vorstand bei der Führung der Geschäfte. In regelmäßigen Abständen erörtert der Aufsichtsrat die Geschäftsentwicklung und -planung sowie die Strategie und deren Umsetzung. Er erörtert die Halbjahresfinanzberichte und Quartalsmitteilungen vor ihrer Veröffentlichung mit dem Vorstand und billigt den Jahresabschluss der secunet Security Networks AG und des Konzerns unter Berücksichtigung der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und seiner eigenen Prüfung. Der Aufsichtsrat überwacht den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems sowie die Abschlussprüfung. In seinen Aufgabenbereich fällt weiter die Bestellung der Mitglieder des Vorstands. Wesentliche Vorstandsentscheidungen – z. B. größere Akquisitionen, Desinvestitionen und Finanzmaßnahmen – sind an seine Zustimmung gebunden. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr.
Dem Aufsichtsrat der secunet Security Networks AG gehören gemäß Satzung sechs Mitglieder an. Die laufenden Amtszeiten der Mitglieder des Aufsichtsrats enden mit der ordentlichen Hauptversammlung 2019. Bisher setzte sich der Aufsichtsrat allein aus Vertretern der Anteilseigner zusammen. Da die secunet Security Networks AG im Geschäftsjahr 2018 erstmals in der Regel mehr als 500, aber nicht mehr als 2.000 Arbeitnehmer beschäftigte und somit dem Gesetz über die Drittelbeteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat (Drittelbeteiligungsgesetz) unterfällt, hat sich der Aufsichtsrat nunmehr zu einem Drittel aus Vertretern der Arbeitnehmer (Arbeitnehmervertretern) zusammenzusetzen. Der Vorstand der Gesellschaft hat daher im Oktober 2018 die Anpassung der Zusammensetzung des Aufsichtsrats durch Einleitung eines sog. Statusverfahrens und im Dezember das Verfahren zur Wahl von Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat eingeleitet. Letzteres wurde am 13. März 2019 mit der Wahl von zwei Arbeitnehmervertretern abgeschlossen. In der ordentlichen Hauptversammlung 2019 stehen die Wahlen von vier Vertretern der Anteilseigner für den Aufsichtsrat an.
Bei den Vorschlägen zur Wahl des Aufsichtsrats wird auf die zur Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen geachtet. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex konkrete Ziele für seine Zusammensetzung beschlossen und ein Kompetenzprofil für das Gesamtgremium erarbeitet. Ziel des Kompetenzprofils ist es, dass im Aufsichtsrat insgesamt sämtliche Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sind, die angesichts der Aktivitäten des secunet-Konzerns als wesentlich erachtet werden.
Unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation der Gesellschaft wird der Aufsichtsrat zur nächsten Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats unter fachlich und persönlich qualifizierten Kandidaten auch Vielfalt (Diversity) anstreben. Der Aufsichtsrat wird bei geeigneten Kandidaten auf internationale Erfahrung, Unabhängigkeit und eine angemessene Beteiligung von Frauen achten. Im Hinblick auf die Empfehlung in Ziffer 5.4.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist für die 2019 stattfindenden Wahlen zum Aufsichtsrat, die im Zusammenhang mit der Neukonstituierung des Aufsichtsrats infolge des Eingreifens des Drittelbeteiligungsgesetzes stehen, zumindest ein Aufsichtsratssitz im Gesamtgremium für eine Frau vorgesehen.
Weiterhin soll jedenfalls ein Aufsichtsratsmitglied über besondere, langjährige Erfahrungen im Ausland verfügen, die es aufgrund einer Tätigkeit im Ausland oder seiner ausländischen Herkunft erworben hat. Zudem sollen dem Aufsichtsrat eine nach seiner Einschätzung angemessene Anzahl von unabhängigen Mitgliedern im Sinne der Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex angehören. Auf Basis einer Beschlusslage des Aufsichtsrats vom 16. November 2017 hatte der Aufsichtsrat das Ziel benannt, dass dem Aufsichtsrat wenigstens zwei im Sinne der Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex unabhängige Mitglieder angehören sollen. Nach Einschätzung des Aufsichtsrat sind gegenwärtig jedenfalls zwei Mitglieder des Aufsichtsrats unabhängig im Sinne von Ziffer 5.4.2 Deutschen Corporate Governance Kodex. Dies sind Dr. Elmar Legge und Wolf-Rüdiger Moritz. Mindestens ein Aufsichtsratsmitglied verfügt über langjährige internationale Erfahrung.
Der Aufsichtsrat hat sich in seiner Sitzung vom 28. November 2018 erneut mit den konkreten Zielen für seine Zusammensetzung befasst und beschlossen, seine bisherige Zielsetzung insoweit anzupassen, dass nunmehr jedenfalls ein unabhängiges Mitglied im Sinne der Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex dem Aufsichtsrat angehören soll.
Der Aufsichtsrat wird die vorgenannten Ziele bei den Wahlvorschlägen berücksichtigen, die er der Hauptversammlung 2019 für die Aufsichtsratswahlen unterbreitet und gleichzeitig die Ausfüllung des Kompetenzprofils für das Gesamtgremium anstreben.
Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung des Weiteren die Vorgaben des Kompetenzprofils. Die Aufsichtsratsmitglieder verfügen über die als erforderlich angesehenen fachlichen und persönlichen Qualifikationen. Sie sind in ihrer Gesamtheit mit dem Sektor, in dem die Gesellschaft tätig ist, vertraut und verfügen über die für die Gesellschaft wesentlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen.
Der Vorstand führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Er orientiert sich dabei an der nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswerts. Insbesondere legt er die Grundsätze der Unternehmenspolitik fest und ist für die strategische Ausrichtung des Unternehmens, die Planung und Festlegung des Unternehmensbudgets, die Ressourcenallokation sowie die Kontrolle und Führung der Unternehmens- und Geschäftsbereiche verantwortlich. Bestimmte Maßnahmen, die in der Geschäftsordnung für den Vorstand beschrieben sind, bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Der Vorstand ist zuständig für die Aufstellung der Quartalsmitteilungen des Unternehmens, der Jahresabschlüsse der secunet Security Networks AG und der Konzernabschlüsse.
Der Vorstand arbeitet eng mit dem Aufsichtsrat zusammen. Er informiert den Aufsichtsrat in schriftlichen und mündlichen Berichten regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Gesamtunternehmen relevanten Fragen der Strategie und Strategieumsetzung, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Finanz- und Ertragslage sowie über unternehmerische Risiken. In alle Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung sind, wird der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.
In seiner Sitzung vom 4. Mai 2017 hat der Aufsichtsrat für den Umsetzungszeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2022 für den Aufsichtsrat eine Zielgröße von 17 Prozent festgelegt, mit dem Ziel, bei den nächsten turnusmäßigen Aufsichtsratswahlen auf der ordentlichen Hauptversammlung 2019 jedenfalls eine Frau in den Aufsichtsrat wählen zu lassen. Dieses Ziel gilt für die Neukonstituierung des Gesamtaufsichtsrats, die mit den Aufsichtsratswahlen in der Hauptversammlung 2019 und im Zusammenhang mit dem Eingreifen des Drittelbeteiligungsgesetzes erfolgt.
Für den Vorstand hat der Aufsichtsrat in derselben Sitzung am 4. Mai 2017 für den Umsetzungszeitraum bis zum 31. Mai 2019 an der schon für den vergangenen Zeitraum festgelegten Zielgröße von null Prozent festgehalten, da zum Zeitpunkt des Beschlusses in diesem Zeitraum keine Erweiterung des Vorstands vorgesehen war. Vor dem Hintergrund der zwischenzeitlich erfolgten Erweiterung des Vorstands zum 1. Januar 2018 durch die Bestellung von Herrn Axel Deininger sowie der in der Pressemitteilung der secunet Security Networks AG vom 19. Dezember 2018 avisierten geplanten Bestellung zweier weiterer neuer Vorstandsmitglieder im Geschäftsjahr 2019 hat sich der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 27. März 2019 erneut mit den Zielvorgaben für die Zusammensetzung des Vorstands, insbesondere mit den Zielvorgaben für die Beteiligung von Frauen, auseinandergesetzt und bezüglich des Frauenanteils im Vorstand für den Umsetzungszeitraum bis zum 31. Mai 2019 sowie darüber hinaus bis zum 31. Mai 2020 sich entschieden, an der Zielgröße von null Prozent festzuhalten. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass im derzeitigen Marktumfeld und in den Geschäftsfeldern der secunet Security Networks AG die Suche nach geeigneten weiblichen Kandidaten herausfordernd bleibt, und deshalb eine höhere Zielsetzung aus Sicht des Aufsichtsrats zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als realistisch angesehen werden kann.
Für die beiden nachfolgenden Führungsebenen unterhalb des Vorstands hat der Vorstand für den Zeitraum vom 1. Juli 2017 bis zum 30. Juni 2022 die folgenden Zielgrößen für die Beteiligung von Frauen festgelegt: Für die erste Ebene null Prozent und für die zweite Ebene elf Prozent. Im Hinblick auf die geringe Größe des Unternehmens, die begrenzte Anzahl von Führungspositionen und die damit einhergehende geringe Fluktuation hält der Vorstand weitergehende Zielvorgaben für derzeit nicht realistisch. Der Vorstand bekräftigt aber, dass er im Rahmen des Möglichen auf eine höhere Beteiligung von Frauen in Führungspositionen hinwirken möchte.
Im Geschäftsjahr 2018 hat sich der Frauenanteil in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands über die Zielvorgabe hinaus auf 10,5 Prozent erhöht.
Transparenz der Unternehmensführung hat für den Vorstand und den Aufsichtsrat der secunet Security Networks AG einen hohen Stellenwert. Aktionäre, alle Teilnehmer am Kapitalmarkt, Finanzanalysten, Aktionärsvereinigungen sowie die Medien werden umfassend, regelmäßig und aktuell über die Lage sowie über wesentliche geschäftliche Veränderungen des Unternehmens informiert.
Die secunet Security Networks AG berichtet ihren Aktionären viermal im Geschäftsjahr über die Geschäftsentwicklung sowie über die Finanz- und Ertragslage und stellt den Aktionären sämtliche Berichte und Informationen dauerhaft auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.secunet.com zur Verfügung. Die Termine der regelmäßigen Finanzberichterstattung sind im Finanzkalender zusammengefasst. Wenn bei der secunet Security Networks AG Tatsachen eintreten, die geeignet sind, den Börsenkurs der secunet Security Networks AG erheblich zu beeinflussen, werden diese durch Adhoc-Mitteilung bekannt gemacht. Der Finanzkalender und die Adhoc-Mitteilungen stehen auf der Internetseite der secunet Security Networks AG im Bereich >> Das Unternehmen >> Investor Relations >> Finanzberichte und Nachrichten zur Verfügung.
Die Aktionäre der secunet Security Networks AG können ihre Rechte in der Hauptversammlung wahrnehmen und dort ihr Stimmrecht ausüben. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen. Die jährliche ordentliche Hauptversammlung findet in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres statt. Den Vorsitz in der Hauptversammlung führt in der Regel der Aufsichtsratsvorsitzende. Bereits im Vorfeld der Hauptversammlung werden die Aktionäre durch den Geschäftsbericht und die Einladung zur Hauptversammlung umfassend über das abgelaufene Geschäftsjahr sowie die einzelnen Tagesordnungspunkte der anstehenden Hauptversammlung informiert. Sämtliche relevanten Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung sowie der Geschäftsbericht sind ebenfalls auf unserer Internetseite verfügbar.
Die Wahl des Abschlussprüfers erfolgt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Hauptversammlung. In der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 wurde die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, zum Abschlussprüfer der secunet Security Networks AG und zum Konzernabschlussprüfer des secunet-Konzerns für das Geschäftsjahr 2018 sowie zum Prüfer für eine prüferische Durchsicht des verkürzten Abschlusses und des Zwischenlageberichts der secunet Security Networks AG und des secunet-Konzerns zum 30. Juni 2018 gewählt.
Weitere ausführliche Informationen zur secunet Security Networks AG sind auf unserer Internetseite www.secunet.com zusammengestellt.
Die Grundlage unserer Gesellschaft bildet die Satzung der secunet Security Networks AG. Die Satzung der Gesellschaft ist, gemeinsam mit der aktuellen Entsprechenserklärung, den Entsprechenserklärungen der vergangenen Jahre sowie weiteren Unterlagen zur Corporate Governance, im Internet unter www.secunet.com im Bereich >> Das Unternehmen >> Investor Relations >> Corporate Governance abrufbar.
Der Vorstand hat für die Gesellschaft und ihre Mitarbeiter einen Verhaltenskodex eingeführt, in dem die Geschäftsgrundsätze der secunet Security Networks AG zusammengefasst sind. Diese Grundsätze stellen ein zentrales Element des Selbstverständnisses und des Anspruchs der secunet Security Networks AG dar. Der Verhaltenskodex regelt Verhaltensstandards für den Umgang mit allen wirtschaftlichen, juristischen und moralischen Herausforderungen des Geschäftsalltags und soll ein Maßstab und eine Hilfe für die Zusammenarbeit mit Kunden, Lieferanten und sonstigen Geschäftspartnern sowie das Verhalten gegenüber Wettbewerbern sein. Ebenfalls geregelt ist das Verhalten im finanziellen Bereich und beim Handel mit secunet-Aktien, davon abgeleiteten Derivaten und weiteren Finanzinstrumenten. Für die Behandlung von Fragen, die sich im Umgang mit dem Verhaltenskodex ergeben, hat die Gesellschaft eine Compliance-Stelle eingerichtet.
Entsprechend den Vorgaben von Ziffer 4.1.3 Satz 3 des Deutschen Corporate Governance Kodex hat die Gesellschaft über ein elektronisches Hinweisgebersystem den Beschäftigten die Möglichkeit eingeräumt, geschützt Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen zu geben. Diese Möglichkeit steht auch Dritten zur Verfügung.
Nach Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596 / 2014 sind Organmitglieder (Aufsichtsrat / Vorstand) und bestimmte Mitarbeiter mit Führungsaufgaben sowie die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen verpflichtet, Geschäfte mit secunet- Aktien oder mit sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten zu melden, sobald die Gesamtsumme der Eigengeschäfte einen Betrag von 5.000 Euro innerhalb des Kalenderjahres erreicht. Die entsprechenden Meldungen werden auch auf unserer Internetseite unter Investor Relations im Bereich Directors’ Dealings veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2018 sind keine Directors’ Dealings gemeldet worden.
Die secunet Security Networks AG stellt ihren Konzernabschluss sowie die Konzernzwischenabschlüsse nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) auf. Der Jahresabschluss der secunet Security Networks AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (Handelsgesetzbuch). Der Jahres- und der Konzernabschluss werden vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer sowie vom Aufsichtsrat geprüft. Vorstand und Aufsichtsrat erörtern die Konzernquartalsmitteilungen sowie den Halbjahresbericht vor der Veröffentlichung.
Der Konzernabschluss und der Jahresabschluss der secunet Security Networks AG wurden von dem durch die Hauptversammlung 2018 gewählten Abschlussprüfer KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Düsseldorf, geprüft. Die Prüfungen erfolgten nach § 317 Handelsgesetzbuch (HGB) und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung. Die unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer für den Jahres- und Konzernabschluss der secunet Security Networks AG sind Martin C. Bornhofen und Dr. Dominic Sommerhoff.
Mit dem Abschlussprüfer wurde zudem vertraglich vereinbart, dass er den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über alle für die Aufgaben des Aufsichtsrats wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die sich bei der Durchführung der Abschlussprüfung ergeben, unterrichtet.
Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2018 wurden einer prüferischen Durchsicht durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft unterzogen.
Vorstand und Aufsichtsrat einer in Deutschland börsennotierten Gesellschaft sind gesetzlich verpflichtet (§ 161 AktG), einmal jährlich zu erklären, ob den amtlich veröffentlichten und zum Erklärungszeitpunkt maßgeblichen Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex entsprochen wurde und wird. Die Unternehmen sind außerdem verpflichtet, zu erklären, welche Empfehlungen des Kodex nicht angewendet wurden oder werden und warum nicht. Diese Entsprechenserklärung ist im Volltext mit Erläuterungen im Folgenden abgedruckt. Die Entsprechenserklärung findet sich auch auf der Internetseite der secunet Security Networks AG im Bereich >> Das Unternehmen >> Investor Relations >> Corporate Governance. Die in den letzten fünf Jahren abgegebenen Entsprechenserklärungen sind auf der Internetseite dauerhaft zugänglich.
Den vom Bundesministerium der Justiz am 24. April 2017 im amtlichen Teil des Bundesanzeigers bekannt gemachten Empfehlungen der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 7. Februar 2017 wurde und wird mit nachstehenden Ausnahmen entsprochen:
Erläuterung: Erläuterung: Der secunet-Aufsichtsrat führt die Geschäfte mit einem Höchstmaß an Verantwortungsbewusstsein. Ein Selbstbehalt würde hier keine zusätzliche Verbesserung oder Anreizwirkung erzielen.
5.4.1 Absatz 2 Satz 1 Der Aufsichtsrat soll für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenkonflikte, die Anzahl unabhängiger Aufsichtsratsmitglieder im Sinn von Nummer 5.4.2, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und eine festzulegende Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat sowie Vielfalt (Diversity) berücksichtigen..
Essen, 27. März 2018
Der Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die auf die Festlegung der Vergütung des Vorstands der secunet AG Anwendung finden, und erläutert Höhe und Struktur der Vorstandseinkommen. Außerdem werden Grundsätze und Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben sowie Angaben zum Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat gemacht.
Für die Festlegung der Vorstandsvergütung ist der Aufsichtsrat der secunet AG zuständig.
Die Vergütung der im Geschäftsjahr 2018 amtierenden Mitglieder des Vorstands setzt sich im Geschäftsjahr 2018 aus fünf Komponenten zusammen: einem festen Jahresgehalt, einem variablen Bonus, einer Sondertantieme, Nebenleistungen in Form von Sachbezügen und einem Beitrag zur Altersversorgung.
Die feste Vergütung wird monatlich als Gehalt ausbezahlt.
Die variable Vergütung orientiert sich am Ergebnis des Unternehmens. Sie besteht aus einer kurzfristigen und einer langfristigen Komponente. Die kurzfristige Komponente bemisst sich am Umsatz und EBIT des laufenden Geschäftsjahres (hier 2018), die langfristige Komponente am durchschnittlichen EBIT der vergangenen drei Geschäftsjahre (hier 2016 – 2018).
Der Aufsichtsrat hat den Mitgliedern des Vorstands im Rahmen seines Ermessens für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Geschäftsjahr 2018 jeweils eine Sondertantieme gewährt. Diese beläuft sich auf 100 TEuro für den Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Baumgart und auf 50 TEuro für die Vorstandsmitglieder Herrn Deininger und Herrn Pleines.
Für den Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses enthalten die Vorstandsverträge keine ausdrückliche Abfindungszusage. Für den Fall eines sogenannten Change of Control – d. h., wenn ein oder mehrere gemeinsam handelnde Aktionäre die Stimmrechtsmehrheit an der secunet AG erwerben und einen beherrschenden Einfluss ausüben, die secunet AG durch Abschluss eines Unternehmensvertrags im Sinne des § 291 AktG zu einem abhängigen Unternehmen wird, oder bei Verschmelzung der secunet AG mit anderen Unternehmen – sind keine besonderen Regelungen in den Vorstandsverträgen vorgesehen.
Für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben in den Tochterunternehmen erhalten die Vorstandsmitglieder keine zusätzliche Vergütung.
In Anlehnung an die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex stellt sich die Vergütung des Vorstands der secunet AG wie folgt dar:
Insgesamt betrug die Vergütung der Mitglieder des Vorstands für die Tätigkeit im Geschäftsjahr 2018 1.420 TEuro (Vorjahr: 1.159 TEuro).
Die Pensionsansprüche der Vorstandsmitglieder betrugen zum 31. Dezember 2018:
Zum 31. Dezember 2017 betrugen die Pensionsansprüche des Vorstands:
Aufgrund des Wahlrechts gemäß Art. 67 Absatz 1 und 2 EGHGB, den Unterschiedsbetrag aus der Bewertungsänderung aufgrund des BilMoG mit jährlich 1 / 15 zuzuführen, besteht eine Unterdeckung zwischen HGB-Verpflichtungsumfang und gebildeter Rückstellung in Höhe von insgesamt 72 TEuro.
Von den Mitgliedern des Vorstands wurden zum 31. Dezember 2018, wie bereits zum gleichen Stichtag des Vorjahres, keine Aktien der secunet gehalten.
Im Berichtszeitraum wurden den Mitgliedern des Vorstands von der Gesellschaft keine Kredite gewährt.
Auch sind keinem Mitglied des Vorstands im abgelaufenen Geschäftsjahr Leistungen von einem Dritten im Hinblick auf seine Tätigkeit als Mitglied des Vorstands zugesagt oder im abgelaufenen Geschäftsjahr gewährt worden.
Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 17 der Satzung der secunet AG geregelt. Sie orientiert sich an den Aufgaben und der Verantwortung der Aufsichtsratsmitglieder.<p/>
Die Aufsichtsratsvergütung ist wie folgt geregelt: Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten eine feste Vergütung in Höhe von 8 TEuro. Der Aufsichtsratsvorsitzende erhält eine Vergütung von 16 TEuro, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats von 12 TEuro. Bei unterjährigen Wechseln innerhalb des Aufsichtsrats werden die Vergütungen zeitanteilig gewährt. Reisekosten im Zusammenhang mit der Aufsichtsratstätigkeit werden nach Abrechnung gesondert erstattet.<p/>
Für das Geschäftsjahr 2018 betrugen die Bezüge des Aufsichtsrats 60,0 TEuro (Vorjahr: 60,0 TEuro).
Von den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden zum 31. Dezember 2018, wie bereits zum gleichen Stichtag des Vorjahres, keine Aktien der secunet gehalten.
In Vorbereitung der Sitzungen des Risikoausschusses findet jeweils eine umfassende Risikoinventur in allen Bereichen des Unternehmens statt. Nach einem Bottomup-Ansatz werden die Risiken identifiziert, aggregiert und nach ihrer Schadenhöhe und nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet.
Die so erhobenen unternehmensspezifischen Risiken werden im Rahmen der Sitzungen des Risikoausschusses top down erörtert und validiert. Eine Saldierung der Wirkungen von Risiken und Chancen erfolgt nicht. Bei der Betrachtung der Schadenwirkungen von Risiken wird auf eine Nettobetrachtung abgestellt, d. h. dass die Auswirkungen bereits getroffener Risikobegrenzungsmaßnahmen in die Bewertung eingerechnet werden. In Abhängigkeit des wahrscheinlichkeitsgewichteten Schadenwerts der Risiken (Risikowert) wird die weitere Behandlung der Risiken festgelegt. Diese reicht von einer reinen Dokumentation bei unkritischem Wert (im Geschäftsjahr 2018 wahrscheinlichkeitsgewichteter Schadenwert bis 0,5 Mio. Euro EBIT-Einbuße) über die weitere Beobachtung (Monitoring – bei einem Risikowert im Geschäftsjahr 2018 bis 1,2 Mio. Euro) bis hin zur Notwendigkeit, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen (Warngrenze – bei einem wahrscheinlichkeitsgewichteten Schadenwert im Geschäftsjahr 2018 über 1,2 Mio. Euro). Die so definierten Wertgrenzen werden jährlich in Abhängigkeit des geplanten Jahresergebnisses neu festgesetzt. Sofern die identifizierten Risiken quantifizierbar sind, werden die entsprechenden (stichtagsbezogenen) Risikowerte in das Berichtswesen aufgenommen.
Anschließend werden im Bedarfsfall Vorschläge für Gegenmaßnahmen erarbeitet. Der Vorstand prüft diese Maßnahmen und setzt sie zeitnah um. Im Laufe des Geschäftsjahres 2018 wurden verschiedentlich Risiken identifiziert, die das Ergreifen von Maßnahmen erforderlich machten. Diese betrafen im Wesentlichen die Bereiche Vertrieb und Produktion. Das in diesen Fällen umgesetzte operative Schadenmanagement konnte in allen Fällen dazu beitragen, dass der entsprechende Risikowert deutlich unter die Warngrenze abgesenkt wurde.
Das Risikofrüherkennungs- und Risikomanagementsystem der secunet AG werden laufend weiterentwickelt und optimiert.
Die Risiken für den secunet-Konzern und somit auch für die secunet AG als Konzernobergesellschaft werden entsprechend ihrer Wirkung auf die Stufen der Wertschöpfung der secunet hauptsächlich eingeteilt in
Risiken im Vertrieb: Das sind Risiken in allen Bereichen rund um die Distribution.
Risiken in der Produktion: Das sind die Risiken, die bei der Zurverfügungstellung der Produkte und Lösungen entstehen, im Rahmen von Beratungs- und Entwicklungsprojekten sowie zum Beispiel bei Hardware-Auslieferung.
Die Risiken im Geschäftsjahr 2018 konzentrierten sich wie schon in den Vorjahren im Wesentlichen auf die Bereiche Vertrieb (Akquisition von Aufträgen) und Produktion (Bearbeitung von Projekten).
1.2.1 Wettbewerbsumfeld (Vertriebsrisiko)
Der Risikofaktor Kundenstruktur wird darin gesehen, dass secunet den Hauptanteil seines Geschäfts mit Behörden und Organisationen aus dem öffentlichen Sektor abwickelt. Der Verlust von Teilen der Nachfrage dieser Kundengruppe kann sich negativ auf Umsatz und Ergebnis auswirken. Dieses Risiko wurde im Risikoausschuss ausführlich diskutiert. IT-Investitionen und darunter besonders die Investitionen in IT-Sicherheit gelten als besonders wichtig für die reibungslose Erfüllung staatlicher Aufgaben, zumal in einer immer stärker durch Informationstechnologie geprägten Welt. Daher wird das Risiko des Ausfalls staatlicher Nachfrage zwar laufend begutachtet, derzeit aber als vergleichsweise gering angesehen. Ebenfalls risikoreich in Bezug auf die Vorhersehbarkeit von Umsatzerlösen sind die oftmals langwierigen Prozesse der Entscheidungsbildung bei größeren Projekten. Als Maßnahmen zur Risikobegrenzung finden hier beispielsweise der Einsatz von Key Account Managern im Vertrieb sowie ein kontinuierlicher Dialog mit Großkunden statt.
Das Vertriebsrisiko aus der Kundenstruktur wird zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts als gering eingestuft.
1.2.3 Produktentwicklungsrisiken (Produktionsrisiko)
Zur technologischen Weiterentwicklung der SINA-Produktfamilie werden fortlaufend verschiedene Projekte durchgeführt. Einige davon haben ein durchaus bedeutendes Volumen. Das Entwicklungsprojekt für den secunet konnektor weist ebenfalls einen bedeutenden Umfang auf. Insofern ist die Betrachtung von Risiken aus solchen Entwicklungsprojekten für secunet begründet.
Risiken aus der Entwicklung neuer Produkte, die sich dann am Markt nicht bewähren, waren und sind für secunet in den meisten Produktbereichen bisher von untergeordneter Bedeutung.
Aufgrund des Volumens der damit verbundenen Investitionen war im Geschäftsjahr 2018 die Entwicklung des secunet konnektor fortlaufend Gegenstand der Risikoevaluierung. Hierbei waren weniger die mit dem secunet konnektor verbundenen Absatzaussichten als die Dauer von Entwicklung und Zulassung im Fokus. Zum Jahresende 2018 wurde der Entwicklungsprozess mit der erfolgreichen Zulassung abgeschlossen und die ersten Konnektoren ausgeliefert. Damit konnte das Risiko zum Jahresende wieder gestrichen werden.
Für die weiteren Produkte des secunet-Konzerns sind die Entwicklungsrisiken geringer. Die IT-Hochsicherheit orientiert sich stark an den Kundenbedürfnissen, Produkte werden grundsätzlich nicht ohne gezielte Anforderung konzipiert. Die meisten Entwicklungen von secunet sind auftragsinduziert und werden entsprechend durch die bestellenden Kunden finanziert. Dies betrifft weitgehend die SINA-Produktfamilie aus dem Bereich Hochsicherheit. Auch im Bereich Biometrie und hoheitliche Dokumente sind die Produktinnovationen wie die biometrische Middleware secunet biomiddle oder das Golden Reader Tool platinum edition aus Fragestellungen im Rahmen der Beratungstätigkeit entstanden. Entwicklungsrisiken bestehen daher nicht mit Bezug auf eine eventuell ausfallende Nachfrage.
Das größte Risiko bei Entwicklungsprojekten besteht in der Unterschätzung des notwendigen Zeitbedarfs bis zur Abnahmereife neuer Lösungen. Dadurch können Zeit- und Personalaufwände entstehen, welche die Profitabilität des Projekts beschränken. Um diese Risiken möglichst gering zu halten, setzt secunet an verschiedenen Stellen umfassende Projektplanungs- und Kontrollmechanismen, verbunden mit einer dezidierten Berichtslinie, ein. Dieser Teil der Risikoanalyse und des Risikomanagements deckt sich mit den Aktivitäten, die sich auf Großprojekte beziehen. Für den Bereich der Entwicklungsprojekte wird das Risiko zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts als gering eingestuft.
secunet ist vornehmlich im Projektgeschäft tätig: Viele Aufträge betreffen individuell gestaltete Infrastrukturen und Lösungen. ITSicherheitsinfrastrukturen sind zudem oftmals mit einem großen Investitionsvolumen verbunden. Zwei Hauptrisiken bestehen bei solchen Großprojekten: das Vertriebsrisiko und das Projektmanagementrisiko. Hinzu kommen spezielle Risiken bei sehr lange laufenden Großprojekten.
In sehr lange laufenden Projekten, die sich über Zeiträume von mehr als fünf Jahren erstrecken, können zudem Risiken entstehen, weil beispielsweise die dort eingesetzten Lösungen an das Ende ihrer technologischen Lebensdauer stoßen (Update-Probleme, Probleme mit veralteter Technologie). Auch können beispielsweise Lieferanten, die über die Dauer von solchen Projekten vom Markt verschwinden, ein Wiederbeschaffungsrisiko erzeugen.
Risiken aus Großprojekten waren per Ende Dezember 2018 mit 0,3 Mio. Euro als gering eingestuft.
Das Produktportfolio der secunet AG fokussiert auf Lösungen im Bereich der Cyber Security, speziell sind dies im Falle der SINA-Produktfamilie kryptografisch auf hohem Niveau abgesicherte und zugelassene Lösungen.
1.2.6 Vertriebsrisiko Lagerhaltung
Mit dem wachsenden Produktgeschäft der secunet AG steigen auch die Risiken der Lagerhaltung. Dies ist zum einen das Risiko der kurzfristigen Lieferfähigkeit, dem durch entsprechende vernetzte Disposition begegnet wird. Zum anderen werden besonders Hardwarekomponenten aufgrund des sich beschleunigenden technischen Fortschritts obsolet. Aufgrund dieses technischen Alterungsprozesses sind gegebenenfalls Lagerbestände im Wert gemindert. Im Rahmen der Risikoinventur im vierten Quartal 2018 wurde das Risiko der Lagerhaltung mit 0,1 Mio. Euro bewertet. secunet trägt diesen Risiken durch eine professionelle Lagerbestandsoptimierung Rechnung.
Die zunehmende Sensibilisierung für Fragen der IT-Sicherheit der letzten Jahre wurde unter anderem durch verschiedene Berichte zu Cyber-Security-Bedrohungen (wie beispielsweise Abhöraffären, versuchtes und erfolgreiches Hacking von Behörden- und Unternehmensnetzen, Angriffe auf kritische Infrastrukturen) im Laufe der letzten Jahre medial stark unterstützt. Untersuchungen zur mittel- bis langfristigen Einschätzung von Risiken bei Unternehmen und Entscheidern ergeben zudem, dass Cyber Security eine deutlich steigende Bedeutung zugemessen wird. Das Thema Cybersicherheit steht weithin im Fokus verschiedenster Untersuchungen und Tagungen sowie daraus abgeleiteten Veröffentlichungen. Cybervorfälle stehen zunehmend im Fokus der Risikobetrachtungen, und zwar nicht mehr nur von Behörden, sondern auch von Unternehmen der privaten Wirtschaft. So werden zum Beispiel im Allianz Risk Barometer der Top Business Risks in Deutschland der vergangenen drei Jahre Cyber Risks durchgängig unter den bedeutendsten drei Risiken genannt. Hieraus kann ein positiver Trend für die Nachfrage nach hochwertigen und vertrauenswürdigen Lösungen „made in Germany“ abgeleitet werden. Dies betrifft sowohl Behörden, die ihre bestehenden Anstrengungen um Sicherheit der IT-Systeme und -Infrastrukturen noch ausweiten, als auch Unternehmen, die dem konkret gewordenen Risiko der Wirtschaftsspionage entsprechende Schutzmaßnahmen entgegensetzen. Hinzu kommen verstärkt Betreiber kritischer Infrastrukturen, für die IT-Sicherheit immer wichtiger wird (siehe auch „Wachstum über zunehmende Regulierung“). Durch entsprechende vertriebliche Aktivitäten im Behörden- und Unternehmensbereich zielt secunet darauf, an dieser positiven Nachfrageentwicklung zu partizipieren.
Das Gesetz betrifft besonders die Betreiber kritischer Infrastrukturen, also von Einrichtungen, die für das Gemeinwesen von zentraler Bedeutung sind, wie zum Beispiel die Energieversorgung. Sie sollen spezifische Anforderungen an die ITSicherheit erfüllen. Hieraus entsteht potenzielle Nachfrage nach Umsetzungskonzepten für diese Anforderungen.
Des Weiteren ist die Rolle des BSI durch das Gesetz gestärkt worden und trägt seiner gewachsenen Bedeutung als zentrale Stelle für die IT-Sicherheit Rechnung. Unter anderem hat das BSI die Befugnis erhalten, auf dem Markt befindliche IT-Produkte und -Systeme im Hinblick auf ihre IT-Sicherheit zu prüfen, zu bewerten und die Ergebnisse bei Bedarf zu veröffentlichen. Hieraus könnten sich positive Impulse auf das Produktgeschäft ergeben.
Für die Zukunft wird eine Weiterentwicklung der Gesetze zur Regulierung der kritischen Infrastrukturen erwartet. So sollen sowohl die spezifischen Vorgaben als auch die einbezogenen Sektoren ausgeweitet werden.
Der Ausbau der Auslandsaktivitäten über den secuneteigenen Vertrieb sowie über lokale Multiplikatoren soll dazu beitragen, diese Potenziale zu heben.
Die Geschäftsentwicklung der secunet AG unterliegt den gleichen Risiken und Chancen wie die des Konzerns. Daher gilt die Darstellung und Würdigung der Risiken und Chancen analog für die secunet AG.
Die Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2019 stimmen optimistisch:
Die gesamtwirtschaftlichen Wachstumsaussichten der deutschen Bundesregierung sind positiv: Für das laufende Jahr wird ein Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,0 % erwartet.
Für den Inlandsmarkt rechnen wir auch weiterhin mit einer wachsenden Nachfrage nach IT-Sicherheit. Dies betrifft sowohl den Public Sector, also das Geschäft mit öffentlichen Auftraggebern, als auch den Business Sector, der Unternehmen der privaten Wirtschaft bedient.
Im Laufe des letzten Jahres hat der secunet-Konzern die Zahl seiner produktiven Mitarbeiter erneut gesteigert und kann somit steigende Nachfrage und hohe Kapazitätsauslastung in gute Geschäftsergebnisse umsetzen.
Die Bestrebungen, nationale wie internationale Verteidigungshaushalte auszuweiten und der dabei auf Cyber Defence gesetzte Fokus begründen positive Wachstumserwartungen.
Der secunet-Konzern und die secunet AG stehen wirtschaftlich und finanziell gut da: Das bisherige Wachstum wurde ohne Einbußen in der Profitabilität erreicht, es bestehen keine Kredite, und der Bestand an liquiden Mitteln ist hoch.
secunet verfügt über leistungsfähige, motivierte und ausgezeichnet qualifizierte Mitarbeiter – damit ist eine hervorragende Grundlage an Knowhow gegeben.
Das bestehende Produkt- und Leistungsportfolio der Gesellschaft hat sich im Wettbewerb gut bewährt und wird fortlaufend in enger Abstimmung mit den Kunden und ihren Bedürfnissen ausgeweitet. Besonders hervorzuheben für den Ausblick auf das Jahr 2019 ist der secunet konnektor, von dem deutliche Wachstumsimpulse ausgehen dürften. Hinzu kommen Erweiterungen der Produktpalette, die auch zukünftiges Wachstum stützen.
Die Produkte und Lösungen von secunet haben einen ausgezeichneten Ruf, das Unternehmen ist als Lieferant von hochwertiger und vertrauenswürdiger IT-Sicherheit für höchste Ansprüche anerkannt und hat daher eine stabile und zuverlässige (Bestands-)Kundenstruktur.
Der secunet-Konzern und die secunet AG sind zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts gut aufgestellt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind Umsatzerlöse und EBIT zum wiederholten Male kräftig angestiegen, in der Folge ist das Jahr 2018 mit hervorragendem Ergebnis abgeschlossen worden. Der Vorstand der secunet AG sieht die Geschäftsentwicklung für das kommende Jahr 2019 grundsätzlich optimistisch.
Die im Geschäftsjahr 2018 bereits erreichten sehr hohen Geschäftsergebnisse stellen eine Herausforderung für weiteres Wachstum dar – die Überschreitung der Rekordergebnisse wird zunehmend anspruchsvoller. Daher formuliert der Vorstand der Gesellschaft seine Erwartungen für den secunet-Konzern für das kommende Geschäftsjahr 2019 wie folgt: gerechnet wird mit einer leichten Steigerung der Umsatzerlöse. Aufgrund der Preis- und Lohnentwicklung erwartet der Vorstand eine leicht unter Vorjahresniveau liegende EBIT-Marge. Entsprechend wird für den secunet-Konzern mit einem EBIT leicht unterhalb des Vorjahres gerechnet. Aufgrund des Rollout des secunet konnektor in den Arztpraxen wird mit überproportional steigenden Umsatzerlösen im Geschäftsbereich Business Sector gerechnet – entsprechend wird erwartet, dass der Umsatzbeitrag zum Konzernumsatz dieses Segments steigt. Wie signifikant diese Veränderung ausfällt hängt stark vom Vertriebserfolg des secunet konnektor ab. Entsprechend der Steigerung des Umsatzanteils des Business Sector wird auch mit einem höheren EBIT in diesem Geschäftsbereich gerechnet.
Für die Prognose der secunet AG gelten die gleichen Annahmen wie für den secunet-Konzern. Entsprechend erwartet der Vorstand für die secunet AG eine leichte Umsatzzunahme bei einem moderat sinkenden EBIT.
Nach Art. 19 der Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596 / 2014 sind Organmitglieder (Aufsichtsrat / Vorstand) und bestimmte Mitarbeiter mit Führungsaufgaben sowie die mit ihnen in enger Beziehung stehenden Personen verpflichtet, Geschäfte mit secunet-Aktien oder mit sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten zu melden, sobald die Gesamtsumme der Eigengeschäfte einen Betrag von 5.000 Euro innerhalb des Kalenderjahres erreicht. Die entsprechenden Meldungen werden auch auf unserer Internetseite unter Investor Relations im Bereich Directors’ Dealings veröffentlicht. Im Geschäftsjahr 2018 sind keine Directors’ Dealings gemeldet worden.

References: § 289
 § 315
 § 289
 Art. 19
 § 317
 § 291
 Art. 67
 § 17
 Art. 19