Source: https://digital.zlb.de/viewer/fulltext/33404564/1/
Timestamp: 2020-02-17 01:00:50+00:00

Document:
Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin, Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
URN: https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-110438
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-opus-110438
Freiräume an der Akademie Berlin Jüdisches Museum Berlin FriedrichshainKreuzberg
nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb
Auslobung Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin Berlin Friedrichshain-Kreuzberg nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb
Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Patrick Weiss Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Wettbewerbsvorbereitung und Durchführung bbzl - böhm benfer zahiri landschaften städtebau Warschauer Straße 57 10243 Berlin Cyrus Zahiri Ulrike Böhm Katja Benfer Ann-Kristin Haeger Johannes Werner
Titelbild bbzl Druck G.R.I.M.M.
CopyPlot & Digidruck GmbH
Teil 1 1.1 1.2 1.3 1.4 1.5 1.6 1.7 1.8 1.9 1.10 1.11 1.12 1.13 1.14 1.15 1.16 1.17 1.18 Teil 2 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 2.7 2.8 Teil 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 Teil 4 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 Verfahren������������������������������������������������������������������������������������9 Auslober und Bauherr .................................................................9
Richtlinien für Wettbewerbe ........................................................9
Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen .......................................14
Ausgabekolloquium, Rückfragen und Bürgerbeteiligung ..........15
Geforderte Leistungen ..............................................................16
Beurteilungsverfahren und Vorprüfung .....................................19
Preise und Anerkennungen.......................................................19
Weitere Bearbeitung..................................................................19
Eigentum und Urheberrecht ......................................................20
Verfassererklärung ....................................................................20
Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten........21
Haftung und Rückgabe .............................................................21
Zusammenfassung der Termine................................................21
Situation und Planungsvorgaben������������������������������������������23 Das Wettbewerbsgebiet ............................................................23
Historische Entwicklung des Standortes ...................................29
Planungen seit 2000 .................................................................38
Planerische und städtebauliche Rahmenbedingungen.............40
Verkehrliche Rahmenbedingungen ...........................................51
Gehölze.....................................................................................54
Weitere Rahmenbedingungen ..................................................55
Ideenteil Besselpark..................................................................57
Wettbewerbsaufgabe ��������������������������������������������������������������58 Übergeordnete Zielsetzung.......................................................58
Zielsetzung Realisierungsteil ....................................................58
Zielsetzung Ideenteil .................................................................61
Erschließung .............................................................................63
Nutzung und Ausstattung ..........................................................64
Sicherheit ..................................................................................65
Realisierung, Kostenrahmen, Wirtschaftlichkeit........................67
Beurteilungskriterien .................................................................68
Anhang�������������������������������������������������������������������������������������69 Digitale Anlagen ........................................................................69
Informationspläne CAD .............................................................72
Fotodokumentation ...................................................................78
Quellen......................................................................................87
Abbildungsverzeichnis ..............................................................88
Weiterführende Informationen im Internet.................................89
Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Anlass und Ziel
Nachdem der Berliner Blumengroßmarkt seinen Standort in der südlichen Friedrichstadt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg aufgegeben hat, steht dieses Areal nun für andere Nutzungen zur Verfügung. Nach dem Umbau der Großmarkthalle durch den Architekten des Jüdischen Museums, Daniel Libeskind, wird hier 2011 die Akademie des Jüdischen Museums Berlin einziehen. Die Akademie vereint künftig Bibliothek, Archiv und Museumspädagogik des Jüdischen Museums unter einem Dach. Ziel ist, hier eines der wichtigsten Forschungs- und Bildungszentren zur Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums zu etablieren. Außerdem ist vorgesehen, das Umfeld der Großmarkthalle städtebaulich zu arron­ dieren und mit städtischen Nutzungen zu beleben. Der dazu angedachte Nutzungsmix setzt sich kleinteilig aus den Komponenten Bildung, Kultur, Kreativwirtschaft, Wohnen und Gewerbe zusammen. Gegenstand des Wettbewerbs als Realisierungsaufgabe ist die Gestaltung der Platzfolge an der Akademie als öffentliche städtische Freiräume. Die Plätze fungieren als Scharnier zum benachbarten Jüdischen Museum und zu den anschließenden Stadtquartieren. Als Ideenteil des Wettbewerbs sind Lösungen zu entwickeln, wie der zwischen dem neuen Platz und dem Jüdischen Museum liegende Stra­ ßenraum gestalterisch und in seiner Querungsfunktion für Passanten ver­ bessert werden kann. Als weiterer Ideenteil ist eine Anpassungsplanung für den angrenzenden Besselpark zu erarbeiten. Die geplante Platzfolge ist eine Schlüsselmaßnahme zur Aufwertung des öf­ fentlichen Raums in der südlichen Friedrichstadt. Im Rahmen des geplanten Sanierungsgebietes wird hier ein wesentlicher Handlungsschwerpunkt ge­ sehen.
Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Teil 1 Verfahren
Teil 1 Verfahren 1�1 Auslober und Bauherr
Auslober Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Bauherr Land Berlin, vertreten durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin Wettbewerbskoordination Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abteilung Städtebau und Projekte Referat II D Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Patrick Weiss, II D Tel.: +49 (0)30/ 9025-2016 Fax: +49 (0)30/ 9025-2533 e-mail: patrick.weiss@senstadt.berlin.de Wettbewerbsvorbereitung und Durchführung bbzl - böhm benfer zahiri landschaften städtebau Warschauer Straße 57 10243 Berlin Tel.: +49 (0)30/ 29665563 Fax: +49 (0)30/ 018 0355 1803 267 e-mail: p_bejw@bbzl.de
Die Auslobung erfolgt als nicht offener landschaftsplanerischer Ideen- und Realisierungswettbewerb nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb. Das gesamte Verfahren ist bis zum Abschluss anonym. 1�2�1 Kommunikation Die Wettbewerbssprache ist Deutsch. Die Kommunikation mit den Teil­ nehmern erfolgt über E-Mail.
Dem Wettbewerb liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2008) sowie das Rundschreiben SenStadt VI A Nr. 06 / 2009 (Einführung der RPW 2008) zugrunde, soweit nachstehend nichts anderes aufgeführt ist.
Die Architektenkammer wirkt vor, während und nach dem Wettbewerb be­ ratend mit. Sie registriert den Wettbewerb. Mit der Registrierung wird be­ stätigt, dass die Auslobungsbedingungen der Richtlinie entsprechen. Die besonderen Bestimmungen für öffentliche Auftraggeber (RPW 2008, § 9) sind anzuwenden. Der Wettbewerb wird bei der Architektenkammer Berlin unter der Registrier-Nr. B-2010-23 geführt. Einverständnis Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer und Gast er­ klärt sich durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren mit den vorliegenden Teilnahmebedingungen und der Anwendung der RPW 2008 einverstanden. Verlautbarungen jeder Art über Inhalt und Ablauf vor und während der Laufzeit des Wettbewerbsverfahrens, einschließ­ lich der Veröffentlichung der Wettbewerbsergebnisse, dürfen nur über die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, - II D -, abgegeben werden. Datenschutz Jeder Teilnehmer, Preisrichter, Sachverständige, Vorprüfer, Gast und Auftragnehmer willigt durch seine Beteiligung bzw. Mitwirkung am Ver­ fahren ein, dass seine personenbezogenen Daten im Zusammenhang mit o.g. Wettbewerb bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Form einer automatisierten Datei geführt werden. Diese Einwilligung ist auf der Verfasser- bzw. auf der Zustimmungserklärung zu bestätigen. Eingetra­ gen werden Name, Anschrift, Telefon, Beauftragung im Wettbewerb, Kammermitgliedschaft, Berufsbezeichnung. Nach Abschluss des Verfah­ rens können auf Wunsch diese Daten gelöscht werden (durch Vermerk auf der Verfassererklärung). Gemäß § 6 des novellierten Datenschutzgesetzes ist die Einwilligung der Betroffenen notwendig, da eine spezielle Rechtsgrundlage für die Füh­ rung dieser Datei fehlt. Vergabekammer Öffentliche Aufträge, die gemäß den Vergabevorschriften der EU verge­ ben werden müssen, unterliegen einem Rechtsschutzverfahren. Für die öffentlichen Auftraggeber des Landes Berlin wird dieses Verfahren vor der Vergabekammer des Landes Berlin geführt. Vergabekammer des Landes Berlin Martin-Luther-Str. 105 10825 Berlin Tel. +49(030) 9013 8316, Fax. +49(030) 9013 7613
Zur Teilnahme am Wettbewerb wurden entsprechend der Ankündigung im EU-Amtsblatt vom 23.07.2010 in einem vorgeschalteten Bewerbungs­ verfahren (Teilnahmewettbewerb gemäß RPW und VOF) durch ein vom Preisgericht unabhängiges Auswahlgremium 20 Landschaftsarchitekten bzw. Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten und Architekten / Stadtplanern ausgewählt.
Barbara Hutter Landschaftsarchitektin, Berlin Marianne Mommsen Landschaftsrachitektin, Berlin Peter Wich Landschaftsarchitekt, München Prof. Klaus Zillich Architekt, Berlin
Elisabeth Lesche Landschaftsarchitektin, Berlin Anna Viader Architektin, Berlin
Manfred Kühne Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. II Städtebau und Projekte Abteilungsleiter Jutta Kalepky Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Bezirksstadträtin für Bauen Wohnen und Immobilienservice Cilly Kugelmann Stiftung Jüdisches Museum Berlin Programmdirektorin und Stellvertreterin des Direktors
Beate Profé Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abt. I Freiraumplanung und Stadtgrün Referatsleiterin IC Matthias Peckskamp Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Stadtplanung Fachbereichsleiter Ulrike Filter Stiftung Jüdisches Museum Berlin Projektleitung Erweiterung Akademie
Peter Ostendorff Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wettbewerbe und Auswahlverfahren Referatsleiter Claudia Reich-Schilcher Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Werkstatt Baukultur - Kommunikation ­ Oberste Denkmalschutzbehörde Ursula Renker Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Freiraumplanung und Stadtgrün Joachim Hafen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Städtebauförderung / Stadterneuerung Kerstin Schmidt / Horst Wohlfarth von Alm Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Grundsatzangelegenheiten der Straßenplanung Hans-Georg Winthuis Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Städtebau und Projekte Siegfried Bracht / Kerstin Kipker Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Stadtplanung Frank Müller Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Tiefbau Annette Rähm Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Amt für Umwelt und Natur Olav Vogt Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Untere Denkmalschutzbehörde Stefan Pufahl Stiftung Jüdisches Museum Berlin Sicherheit Silke Woelke / Marc-Aurel Münstermann Landeskriminalamt Abt. Objektschutz
Vorprüfung Kostenermittlung Gäste
N.N. N.N. Peter Kever / Robert Niess Architektenkammer Berlin Herr Eckert / Frau Herzog Quartiersmanagement / StellvertreterIn Vertreter der Fraktionen der BVV Friedrichshain-Kreuzberg Dietmar Fürst Archenhold Sternwarte Hans-Gerd Becker DVW Berlin-Brandenburg e.V. Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation u. Landesmanagement
Die Wettbewerbsunterlagen werden im Rahmen des Ausgabekolloquiums am 29. September 2010 an die Teilnehmer ausgegeben.
Die Arbeiten sind am 18. November 2010, von 14.00 bis 16.00 Uhr in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Referat II D Wettbewerbe und Auswahlverfahren Brückenstraße 6, Raum Nr. 4.026 Jannowitzcenter 10179 Berlin einzureichen. Sofern eine Rücksendung der Pläne erwünscht ist, sind die Wettbewerbspläne in einer eckigen Versandbox abzuliefern. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die geforderten Leistungen bis zum 24. November 2010 vorliegen. Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Wahrung der Anonymität in verschlos­ senem Zustand ohne Absender oder sonstigen Hinweis auf den Verfasser, aber mit der Kennzahl und dem Vermerk „Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin“ einzureichen. Bei Zustellung durch Kurierdienst ist der Empfänger als Absender anzugeben. Bei Einreichung durch Postoder Kurierdienst ist eine Kopie des Aufgabebelegs in gleicher anonymi­ sierter Weise wie die Arbeit selbst, mit der Kennziffer versehen, an den Auslober nachzusenden. Bei Einlieferung durch Post- und Kurierdienst (porto- und zustellungs­ frei für den Empfänger) gilt die Einlieferungsfrist als erfüllt, wenn der Aufgabestempel das Datum des 18. November 2010 oder eines davor lie­ genden Tages trägt. Der Verfasser trägt die Verantwortung, dass die ge­ forderten Leistungen am 6. Tag nach Abgabedatum vorliegen. Der Verfasser selbst ist für die Lesbarkeit des Aufgabestempels auf der Sendung verantwortlich. Verspätet eingegangene Arbeiten, deren Aufgabestempel/Aufgabebeleg fehlt, unleserlich oder unvollständig ist oder dessen Richtigkeit angezweifelt wird, werden vorbehaltlich des spä­ teren Nachweises zeitgerechter Einlieferung, den der Teilnehmer zu er­ bringen hat, mitbeurteilt. Kennzeichnung der Arbeiten Die Wettbewerbsarbeiten sind in allen Stücken nur durch eine gleichlau­ tende Kennzahl zu bezeichnen. Sie ist aus sechs arabischen Ziffern zu bilden und in einer Größe von 1 cm Höhe und 4 cm Breite auf jedem Blatt und Schriftstück in der rechten oberen Ecke anzubringen. Der Wettbewerbsverfasser hat die Verfassererklärung mit seiner Anschrift in einem verschlossenen und undurchsichtigen Umschlag mit der gleichen Kennzahl abzugeben, mit der er seine Wettbewerbsarbeit gekennzeichnet hat. Dieser Umschlag ist gleichzeitig mit der Wettbewerbsarbeit abzuge­ ben.
Ausgabekolloquium, Rückfragen und Bürgerbeteiligung
Ausgabekolloquium Das Ausgabekolloquium mit den Teilnehmern findet am 29. September 2010 um 12:00 Uhr statt. Der Treffpunkt ist die Blumengroßmarkthalle. Bei dem Ausgabekolloquium findet eine Ortsbesichtigung statt.
Rückfragen Rückfragen zur Auslobung können schriftlich gestellt werden. Sie müssen bis zum 15. Oktober 2010 bei folgender E-Mail-Adresse unter dem Betreff „Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum“ eingegangen sein: patrick�weiss@senstadt�berlin�de Bei Rückfragen ist auf die entsprechenden Teilziffern der Ausschreibung Bezug 	 zu nehmen. Ein Rückfragenkolloquium findet nicht statt. Die Zusammenstellung aller eingereichten Fragen und deren Beantwortung wird den Beteiligten bis zum 22. Oktober 2010 zugesandt und wird Bestandteil der Ausschreibung.
Bürgerbeteiligung Am 10. Dezember 2010 werden die eingereichten Arbeiten im Rahmen ei­ ner Bürgerbeteiligung im Beisein der Preisrichter anonym vorgestellt und diskutiert. Bei dieser Veranstaltung ist die Anwesenheit der teilnehmenden Büros nicht erwünscht.
Unterlagen des Wettbewerbs sind: die vorliegende Ausschreibung die Zusammenstellung der Rückfragen und Antworten CD-ROM mit digitalen Daten (siehe Teil 4), u.a. die im Folgenden auf­ geführten Planunterlagen und Dokumente: Übersichts- und Arbeitsplan, u.a. als .dwg-Datei Bebauungsplan Entwurf als .pdf-Datei Luftbild als .tif-Datei
Hinweis Jeder Teilnehmer des Verfahrens verpflichtet sich, die vorliegenden digitalisierten Daten und Pläne nur für die Beteiligung am Verfahren zu nut­ zen. Daten, die im Rahmen der Bearbeitung als Zwischenprodukte anfal­ len und nicht an den Auslober abgegeben werden, sind nach Abschluss des Wettbewerbes zu löschen.
Für die Nutzung der digitalen Arbeitsunterlagen des digitalen 3D Modells der Berliner Innenstadt ist eine Nutzungserklärung zu unterzeichnen und an die folgende Adresse zu senden. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Wettbewerbe und Auswahlverfahren - II D ­ Brückenstraße 6 10179 Berlin-Mitte Tel.: +49 (0)30/ 9025-2021 Fax: +49 (0)30/ 9025-2533
1�10 Geforderte Leistungen
Geforderte Leistungen in Papierform 1.	 Freiraumplanerisches Gesamtkonzept des Ideen- und Reali­ sierungsteils (M 1:500), Einbindung in die städtebauliche Gesamtsituation, Darstellung des Verflechtungsbereiches und der Erschließung, genordete Darstellung 2.	 Entwurf Realisierungsteil (M 1:200), Gestaltungs- und Nutzungskonzept mit Aussagen zu Hauptwegeverbindungen und Ausformulierung von Belag, Materialität, Ausstattungselementen, Fahrradabstellplätzen, Anfahrschutz und Lichtmasten, genordete Darstellung 3.	 Zwei Schnitte im Realisierungsteil (M 1:200), ein Schnitt je Platzfläche 4.	 Mindestens ein aussagekräftiges Detail (M 1:50) zur Verdeutlichung der Entwurfsidee, z.B. Aussagen zur Pflasterung, Materialität, Anfahrschutz, Möblierung 5.	 Zwei räumliche Darstellungen zur Veranschaulichung der Entwurfsidee 6.	 Ergänzende skizzenhafte freie Darstellungen sind möglich 7.	 Ein Satz Prüfpläne (gefaltet). Im Lageplan Realisierungsteil sind die, für die Berechnung notwendigen Maße einzutragen. 8.	 Kostenschätzung nach DIN 276 für den Realisierungsteil (auf beilie­ gendem Formblatt, s. digitaler Anhang) 9.	 Erläuterungsbericht (getrennt von den Plänen, max. 2 DIN A 4 Seiten) mit Begründung des vorgeschlagenen Entwurfskonzepts sowie Aussagen zu Material- und Pflanzenverwendung, zur Ausstattung und zum baulichen Aufwand 10.	 Verzeichnis der eingereichten Unterlagen 11.	 Verfassererklärung
Zusätzlich geforderte Leistungen in digitaler Form Zusätzlich sind folgende Leistungen in digitaler Form auf CD-Rom zu er­ bringen (für Vorprüfung, Ergebnisprotokoll und Veröffentlichung): Präsentationspläne als Windows-kompatible .tif-Datei(en) in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi (ggf. LZW-komprimiert)
Präsentationspläne als pdf-Datei(en) mit eingebundenen Pixel­ darstellungen in einer Auflösung von bevorzugt 300dpi. geforderte Leistungen nach Nr. 7 (Prüfpläne) als CAD-Datei im Format .dwg oder .dxf (AutoCAD, Version 2000 oder tiefer) oder .pln (ArchiCAD, Version 11 oder tiefer) ausgefülltes Formblatt nach Nr. 8 (siehe digitale Anlagen/Formblätter) als .xls-Datei (Microsoft Excel) Erläuterungsbericht nach Nr. 9 als .doc-Datei und .pdf-Datei
Hinweise zu den geforderten digitalen Leistungen „Offene“ Dateien aus Layout-Programmen (z.B. InDesign, QuarkExpress, Illustrator etc.) können nicht berücksichtigt werden. Bildmaterial, das nicht im genannten Windows-kompatiblen .tif-Format vorliegt, kann nicht be­ rücksichtigt werden. Die CD-ROM selbst trägt als Titel nur die sechsstellige Kennzahl, mit der auch die Pläne gekennzeichnet werden (z.B. 123456). Die einzel­ nen Dateien auf der CD-ROM müssen wie folgt benannt werden. Der er­ ste Teil des Dateinamens ist die sechsstellige Kennzahl, danach folgt ein Unterstrich und anschließend der eigentliche Dateititel, gefolgt von der Formatangabe, z.B. „tif“. Beispiele: Lageplan: Plakat 1: Prüfpläne: 123456_lageplan.tif 123456_plakat_1.pdf 123456_pruefplan.dwg
In den Dateinamen dürfen keine Leer- und Sonderzeichen vorkommen. Die CD-ROM ist für Windows-kompatiblen PC zu erstellen. MacintoshFormate können grundsätzlich nicht verwendet werden. Als verbindliche Form der Arbeit gilt der Papierausdruck.
Allgemeine Hinweise Jeder Teilnehmer darf nur eine Arbeit ohne Varianten einreichen. Gemäß RPW 2008 § 5 Absatz 2 werden Darstellungen, die über die in der Auslobung geforderten Leistungen hinausgehen oder gegen bindende Vorgaben des Auslobers verstoßen, von der Vorprüfung ausgesondert. Farbige Darstellungen sowie erläuternde Skizzen sind zugelassen. Für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten stehen pro Wettbewerbsteilnehmer max. zwei 2 m hohe Rolltafeln mit einer Hängefläche von 1,96 m (Breite) x 1,46 m (Höhe) zur Verfügung. Die vom Auslober zur Verfügung gestellten Arbeitspläne sind ein Angebot, den Wettbewerbsbeitrag darzustellen; sie müssen von den Verfassern nicht verwendet werden. Um die Arbeiten gegebenenfalls bei einer späteren Ausstellung in Wechselrahmen präsentieren zu können, sollte kein größe­ res Blattformat als 1,20 m x 0,90 m gewählt werden.
Ausschlusskriterien / Verstoß gegen bindende Vorgaben Die für die Wettbewerbsaufgabe verbindlichen Vorgaben werden im Sinne der Innovation und des Wettbewerbgedankens auf folgende grundsätz­ liche Anforderungen begrenzt: keine bindenden Vorgaben
Wettbewerbsbeiträge, die während der Laufzeit des Wettbewerbes ver­ öffentlicht werden, verstoßen gegen die in § 1 Absatz 4 und § 6 Absatz 2 RPW 2008 geforderte Anonymität und sind von der Beurteilung auszu­ schließen.
1�11 Beurteilungsverfahren und Vorprüfung
Das Beurteilungsverfahren ist unter § 6 Absatz 2 der RPW 2008 darge­ stellt. Ergänzend gilt Folgendes: Die eingereichten Arbeiten werden mit Hilfe eines Kriterienkataloges vorgeprüft. Die Kriterien sind unter Punkt 3.8 der Auslobung aufgeführt. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe können die Sachverständigen zur Unterstützung der Vorprüfer hinzugezogen werden. Dem Preisgericht werden die Ergebnisse der Vorprüfung als Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt, die Beurteilung der Arbeiten bleibt dem Preisgericht vorbehalten.
1�12 Preise und Anerkennungen
Die Wettbewerbssumme (RPW 2008 § 7 Absatz 2) ist auf der Basis des § 34 HOAI ermittelt. Für Preise stehen insgesamt 30.000,00 Euro zur Verfügung. Vorgesehen ist folgende Aufteilung: 1. Preis 2. Preis 3. Preis Anerkennung Anerkennung
12.000,– € 7.500,– € 4.500,– € 3.000,– € 3.000,– €
Über die Preise und Anerkennungen hinaus ist eine Kostenerstattung nicht vorgesehen. Die Preise werden nach Entscheidung des Preisgerichts un­ ter Ausschluss des Rechtsweges zugeteilt. Das Preisgericht kann einstim­ mig eine andere Verteilung beschließen oder Preisgruppen bilden. Die Mehrwertsteuer von derzeit 19 % ist in den genannten Beträgen nicht ent­ halten und wird den inländischen Teilnehmern zusätzlich ausgezahlt.
1�13 Weitere Bearbeitung
Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung für die weitere Bear­ beitung der Wettbewerbsaufgabe. Bei der Umsetzung des Projekts wird unter Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einer der Preisträger mit der weiteren Bearbeitung der Planungsaufgabe stufenwei­ se mit den Leistungsphasen 2-5 (LPh 4, soweit erforderlich) sowie mit den Leistungsphasen 6-8 nach § 38 HOAI beauftragt, soweit kein wich­ tiger Grund der Beauftragung entgegensteht (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Voraussetzung ist, dass die Ausführung der ausgewählten Arbeit im Kostenrahmen möglich ist. Im Falle einer weiteren Bearbeitung werden durch den Wettbewerb be­ reits erbrachte Leistungen des Wettbewerbsteilnehmers bis zur Höhe des zuerkannten Preises oder Anerkennung nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der wei­ teren Bearbeitung zugrunde gelegt wird (RPW 2008 § 8 Absatz 2). Ein Verhandlungsverfahren im Anschluss an den Wettbewerb mit allen Preisträgern wird nur durchgeführt, wenn der Auftraggeber vom Votum des Preisgerichts abweicht.
Im Regelfall wird der Auftraggeber nur mit dem ersten Preisträger über die Auftragsvergabe verhandeln. Landschaftsarchitekten, die nicht Mitglieder der Berliner Architekten­ kammer sind, werden gemäß § 6 Bau- und Architektenkammergesetz verpflichtet, sich bei Auftragserteilung im Verzeichnis auswärtiger Landschaftsarchitekten der Architektenkammer Berlin eintragen zu las­ sen. Bei Bedarf wird die Hinzuziehung eines Kontaktbüros empfohlen. Das Bauvorhaben unterliegt einer engen Terminkette. Um eine zeit­ gleiche Fertigstellung der Stadtplätze mit der Eröffnung der Akademie des Jüdischen Museums sicherzustellen, soll die Fertigstellung der Entwurfsplanung in der 9. KW 2011 erfolgen.
1�14 Eigentum und Urheberrecht
Die eingereichten Unterlagen der mit Preisen und Anerkennungen ausge­ zeichneten Wettbewerbsarbeiten werden Eigentum des Auslobers. Das Urheberrecht und das Recht der Veröffentlichung der Entwürfe bleiben dem Verfasser erhalten (RPW 2008 § 8 Absatz 3). Der Auslober ist berechtigt, die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten nach Abschluss des Wettbewerbs ohne weitere Vergütung zu dokumen­ tieren, auszustellen und (auch über Dritte) zu veröffentlichen. Die Namen der Verfasser werden dabei genannt.
1�15 Verfassererklärung
Durch ihre Unterschrift in der Verfassererklärung versichern die Wettbe­ werbsteilnehmer, dass sie die geistigen Urheber der Wettbewerbsarbei­ ten, gemäß den Wettbewerbsbedingungen teilnahmeberechtigt, mit einer Beauftragung zur weiteren Bearbeitung einverstanden und zur fach- und termingerechten Durchführung in der Lage sind. Bei Arbeitsgemeinschaften ist von jedem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft eine Verfassererklärung auszufüllen. Die Verfassererklärung befindet sich als Formblatt auf der beiliegenden CD-ROM.
1�16	 Bekanntgabe des Ergebnisses / Ausstellung der Arbeiten
Das Ergebnis des Wettbewerbs wird (unter Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung) den Teilnehmern, deren Arbeit mit einem Preis oder einer Anerkennung ausgezeichnet wird, unmittelbar nach der Ent­ scheidung des Preisgerichts mitgeteilt. Alle anderen werden durch Übersendung des Preisgerichtsprotokolls informiert und der Öffentlichkeit über die Presse bekanntgegeben sowie unter www.stadtentwicklung. berlin.de → staedtebau → baukultur → wettbewerbe angekündigt. Die zur Beurteilung zugelassenen Wettbewerbsarbeiten werden mit den Namen der Verfasser, der Mitarbeiter und Sonderfachleute, den Preisen und Anerkennungen, der Aufnahme in die engere Wahl und dem Preis­ gerichtsprotokoll öffentlich ausgestellt. Eröffnung, Ort und Dauer der Ausstellung werden den Wettbewerbsteilnehmern und der Presse be­ kannt gegeben (RPW 2008 § 8 Absatz 1).
1�17	 Haftung und Rückgabe
Für die Beschädigung oder den Verlust der eingereichten Arbeiten haftet der Auslober nur im Fall nachweisbar schuldhaften Verhaltens. Die nicht prämierten Arbeiten von in Berlin ansässigen Teilnehmern können zu einem Zeitpunkt, der ihnen rechtzeitig mitgeteilt wird, bei der Senatsver­ waltung für Stadtentwicklung - II D - abgeholt werden. Sind diese Arbei­ ten, trotz einer Erinnerung sechs Wochen nach dem genannten Termin nicht abgeholt worden, so geht der Auslober davon aus, dass die betref­ fenden Teilnehmer das Eigentum an ihren Arbeiten aufgegeben haben und wird dann mit diesen Arbeiten nach seinem Belieben verfahren. Im Übrigen erfolgt die Rücksendung der nicht prämierten Arbeiten von Teilnehmern, die nicht in Berlin ansässig sind, nur dann, wenn die Arbei­ ten in transportgerechter und wieder verwendbarer Verpackung einge­ reicht wurden.
1�18	 Zusammenfassung der Termine
Ausgabekolloquium mit Ortsbesichtigung: 29. September 2010 schriftliche Rückfragen: bis zum 15. Oktober 2010 Rückfragen-Beantwortung: 22.Oktober 2010 Abgabe der Arbeiten: 18. November 2010 Bürgerbeteiligung: 10. Dezember 2010 Sitzung des Preisgerichts: 13. Dezember 2010 Ausstellung: voraussichtlich Januar 2011
Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Teil 2 Situation und Planungsvorgaben
lstraß
E.T.A.-Ho
ffmann-Pr
lühs-Str
Luftbild 2009 mit Umgriff Ideen- und Realisierungsteil
Teil 2 Situation und Planungsvorgaben 2�1
2�1�1
Das Wettbewerbsgebiet liegt im Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg, am südlichen Rand der Friedrichstadt. Das Umfeld ist durch eine Vielzahl unterschiedlicher kultureller und wirtschaftlicher Nutzungen gekennzeich­ net. Gleichzeitig ist es ein ausgeprägter Wohnstandort.
Lageplan Wettbewerbsbereich
2�1�2
Mit dem Wegzug des Blumengroßmarkts entsteht der Bedarf nach ei­ ner Neuordnung der Flächen. Der entsprechende rechtsverbind­ liche Bebauungsplan VI-150d-2a sowie der im Verfahren befindliche Bebauungsplan VI-150d-2b sieht zwischen Besselpark und Lindenstraße eine Platzfolge vor. Der Umgriff dieser Fläche bildet den Realisierungsteil des Wettbewerbs. Er umfasst rund 4.800 qm. Um die Verknüpfung zu den angrenzenden Stadträumen zu überprüfen, sind im Ideenteil die an die Platzflächen angrenzenden Freiräume zu bearbeiten. Der Ideenteil um­ fasst die Fläche des Besselparks, den Vorbereich des Kreuzberg-Towers von John Hejduk und den Übergang über die Lindenstraße im Bereich des Kollegiengebäudes. Der Ideenteil umfasst rund 27.200 qm.
2�1�3
Nutzungen im Umfeld
Das Umfeld des Wettbewerbsgebiets ist durch eine Mischung aus Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe gekennzeichnet. Je nach Standort lassen sich unterschiedliche Schwerpunkte identifizieren. Im Bereich der Großsiedlung am Mehringplatz und in den IBA-Bereichen entlang der Lindenstraße überwiegt die Wohnnutzung.
Entlang der Friedrichstraße reihen sich Gebäude mit einem größeren Anteil an Büronutzung bzw. mit einem Dienstleistungsschwerpunkt. Beidseitig der Friedrichstraße erstreckt sich bis zur Großsiedlung am Mehringplatz eine überwiegend durch Läden genutzte Erdgeschosszone. Zu den Gebäuden mit öffentlicher Nutzung gehören Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen, wie die „KMAntenne“, „die Wille“ und der Jugendtreff am Mehringplatz. Mit der Berlinischen Galerie und dem Jüdischen Museum Berlin befinden sich in dem Gebiet auch überregional wichtige Kultureinrichtungen. Im näheren Umfeld liegen Standorte der IG-Metall, der AOK und der Berliner Ärztekammer. Nördlich des Wettbewerbsgebiets, entlang der Kochstraße, befand sich bis 1945 ein Standort der Zeitungsproduktion. An diesen Nutzungsschwerpunkt erinnern das Druckgrafische Zentrum, der Axel-Springer-Verlag sowie der Verlag der Tageszeitung. Die Nahversorgung des Gebietes erfolgt durch Lebensmittel- und Drogeriemärkte im Bereich des Mehringplatzes sowie durch eine klein­ teilige Struktur aus Einzelhandels- und Gastronomiebetrieben. Dieses Angebot wird durch einen Wochenmarkt am Mehringplatz ergänzt. Die südliche Friedrichstadt befand sich vor dem Mauerfall in Stadtrandlage und hat sich trotz der städtebaulichen Impulse der IBA von 1980 nicht als übergeordneter Wohn- und Geschäftsstandort entwickelt. Die jetzt vorhan­ denen Citystrukturen in der Nähe der Kochstraße haben sich erst nach der Wiedervereinigung etabliert. Diese Entwicklung reicht jedoch nicht über die Kochstraße hinaus Richtung Süden. Insbesondere die Friedrichstraße weist an ihrem südlichen Ende kaum noch einen angemessenen Besatz an Geschäften und Gewerbebetrieben auf.
2�1�4
Städtebauliche und freiräumliche Merkmale
Das Areal der Großmarkthalle liegt an der Schnittstelle von unterschied­ lichen Stadtstrukturen. Dazu gehören: das Friedrichstädtische Raster mit wichtigen baulichen Endpunkten wie dem Kollegienhaus Gerlachs, Fragmente gründerzeitlicher Blockrandbebauung, die Großsiedlung rund um den Mehringplatz, sowie Stadtbereiche, die während der Internationalen Bauausstellung (IBA) der 1980er Jahre mit dem Ansatz der kritischen Rekonstruktion und der Stadtreparatur entstanden sind.
Die südliche Friedrichstadt wird durch sehr unterschiedliche Freiräume strukturiert. Neben dem Theodor-Wolff-Park, dem Besselpark und der E.T.A.-Hoffmann-Promenade gehören dazu auch die baumbestan­ dene Lindenstraße mit ihrem begrünten Mittelstreifen und der Grünzug in Fortsetzung der Franz-Klühs-Straße. Auch eine Reihe von privaten Freiflächen wie der Schulhof und die Sportfelder der Galilei- und der Liebmann-Schule grenzen an das Wettbewerbsgebiet.
Überlagerung Bestand - historische Karten
Mit dem Nebeneinander dieser sehr unterschiedlichen Städtebau­ fragmente und Freiräume sind eine Reihe von stadtstrukturellen Merkmalen verbunden: Dem Gebiet fehlt in weiten Bereichen ein städtebauliches Grundthema, dem sich Bauten und Freiräume unterordnen. Die bestehenden öffent­ lichen Räume sind häufig unvollständig gefasst. Zwischen Straßen- und Parkräumen fehlen erkennbare Schwellen und Übergänge. Die Stadträume sowie Gebäude und Gebäudeensembles des Gebiets weisen zum Teil sehr unterschiedliche Maßstäblichkeiten auf und grenzen häufig unvermittelt aneinander. Die damit verbundenen Maßstabssprünge erschweren die Orientierung. Mit den Abmaßen von etwa 220 x 245 m weist der Block Großmarkthalle/ Besselpark eine wesentlich größere Kantenlänge auf, als der für die Friedrichstadt typischen Blockzuschnitt von etwa 75 x 180 m. Mit der großen Maschenweite ist eine deutlich geringere Durchlässigkeit des Stadtbereichs verbunden. Gegenüber dem nördlichen Teil der Friedrichstadt wird das Gebiet durch wesentlich weniger Querstraßen gegliedert. Bestehende Querungen wie die Hedemannstraße oder die Besselstraße sind nicht durchgängig. Die Enckestraße endet in Fortsetzung der Charlottenstraße ohne Vermittlung an der nördlichen Längsfassade der Großmarkthalle.
In dem Gebiet befinden sich bauliche Ensembles und Einzelgebäude von besonderem architektonischen Wert. Dazu gehören das Kollegienhaus mit dem Anbau von Daniel Libeskind, das Haus des Deutschen Metallarbeiterverbandes von 1929 von Erich Mendelsohn (heute IG Metall), der Wohnungsbau von John Hejduk und das Ensemble der GSW von Sauerbruch Hutton.
Stadtkarte Berlin 1685; Berlin - „Plan Geometral de Berlin e des Environs“ Landesarchiv Berlin
Abb.10 Karte von Berlin, 1748, Schmettau
Abb.11 Abriss der Königlichen Residenz-Stadt Berlin, mit 29 Gebäudeansichten, 1747, I.D. Schleuen (Plan gesüdet)
Abb.12 Karte von Berlin, 1856, Sineck
Abb.13 Karte von Berlin, 1888, Liebenow
Historische Entwicklung des Standortes
Auf den ersten Blick erscheint das Gebiet rund um die ehemalige Großmarkthalle ungeplant. Tatsächlich überlagern sich auf der Fläche verschiedene Etappen der Berliner Stadtentwicklung. Jede Etappe ist anhand von bestimmten Gebäude- und Freiraum-Fragmenten ablesbar. Insgesamt lassen sich vier wesentliche Zeitschichten unterscheiden. Sie werden im folgenden kurz vorgestellt.
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Südliche Friedrichstadt und Köpenicker Vorstadt
Zwischen 1688 und 1691 entsteht auf dem Gebiet der Cöllnischen Feldmark die Dorotheenstadt. Berlins zweite Stadterweiterung schließt nach dem Friedrichswerder westlich des Berliner Stadtkerns an. Der Plan der Architekten und Ingenieure Johann Arnold Nering, Johann Heinrich Behr und Martin Grünberg sieht ein orthogonales Straßennetz mit Blockgrößen von etwa 75 x 180 m vor. Der Stadtbereich erhält 1706 den Namen ‚Friedrichstadt‘. Der Plan aus dem Jahr 1685 (Abb. 09) zeigt die Dorotheenstadt sowie den Verlauf der Lindenstraße als Landstraße, die den Berliner Stadtkern mit den südlich gelegenen Dörfern verbindet. Längs der Lindenstraße liegen landwirtschaftlich genutzte Felder, deren Parzellierungsrichtung sich am Verlauf der Lindenstraße orientiert. Zu diesem Zeitpunkt besteht zwischen Dorotheenstadt und Lindenstraße keine direkte städtebauliche Verbindung. Das ändert sich 1732 mit dem Auftrag von Friedrich Wilhelm I an den Oberbaumeister Phillip Gerlach zur Erweiterung der Friedrichstadt. Gerlachs städtebaulicher Entwurf knüpft weitgehend an die strukturellen Vorgaben der Dorotheenstadt an. Dazu gehören die Blockgröße und das orthogonale Straßenraster. Das Erweiterungsgebiet spannt sich zwischen der Wilhelmstraße und der Lindenstraße auf. Südlich der Berliner Kernstadt entsteht zeitgleich die Köpenicker Vorstadt. Typisch für selbst organisierte Verstädterungsprozesse, entwickelt sich die Bebauung innerhalb einer vorgegeben landschaftlichen Grundstruktur. Ehemalige Landstraßen und Feldwege werden zu Stadtstraßen. Die Grundstücksaufteilung entsteht auf Grundlage der ursprünglich landwirt­ schaftlich genutzten Parzellen. Die Lindenstraße bildet die Zäsur zwi­ schen zwei sehr unterschiedlichen Stadtstrukturtypen, der Köpenicker Vorstadt als ‚verstädterte Landschaft‘ und der Friedrichstadt ‚als geplante Stadtstruktur‘. Gerlach verknüpft das strenge Organisationsraster der Friedrichstadt an wichtigen Übergangsstellen mit dem Stadtkern sowie der Stadtgrenze. Mit den Verknüpfungspunkten sind häufig Richtungswechsel verbun­ den. Gerlach besetzt diese Schnittstellen durch die Anlage von wichtigen Plätzen wie dem Rondell, aber auch durch die Platzierung von wichtigen Bauten. Für die Markgrafenstraße übernimmt Gerlachs Kollegienhaus die Funktion eines visuellen Umlenkungs- und Endpunktes. Zeitgenössische Karten fassen diese ‚Sehenswürdigkeiten‘ zusammen (Abb. 11).
Der Plan von 1748 (Abb. 10) zeigt aber auch, dass es Gerlach nicht ge­ lingt, seine städtebaulichen Ordnungsvorstellungen vollständig umzuset­ zen. Die heutige Kochstraße bildet die letzte durchlaufende Querung im Friedrichstädtischen Raster. Die Charlottenstraße endet im Bereich der Kochstraße ohne baulichen Endpunkt. Die beiden südlich anschlies­ senden Großblöcke erstrecken sich über eine Länge von rund 750 m bis zum Rondell. Im Blockinneren bleibt die alte, ursprünglich landwirtschaft­ liche Parzellierungsrichtung erhalten. Es entsteht ein Nebeneinander von baulich gefassten Straßenräumen und langgestreckten landwirtschaftlich genutzten Gärten.
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Sternwarte von Karl Friedrich Schinkel und der Preußische Nullpunkt am Enckeplatz
Zwischen der Friedrichstraße und der Lindenstraße in der Nähe des Belle­ Alliance-Platz (heutiger Mehringplatz) entsteht 1835 die zweite Berliner Sternwarte. Der Entwurf des kreuzförmigen Gebäudes ist von Karl-Friedrich Schinkel. Die Warte liegt im Blockinneren und ist von einem kleinen Park umgeben. Die Ausrichtung des Gebäudes folgt dem Friedrichstädtischen Raster. Dagegen liegen Parkgrundstück und die umfassenden Bauten in der Parzellierungsrichtung der Lindenstraße. Mit dem Bau der Warte wird der Block stärker strukturiert und in den Stadtgrundriss integriert. Die Charlottenstraße erhält mit dem Enckeplatz und der Sternwarte einen städtebaulichen Abschluss. Der nördliche Flügel der Sternwarte nimmt den Normal-Höhenpunkt des preußischen Vermessungswesens auf (Normal-Höhenpunkt von 1879). Der Punkt befindet sich damit in der Flucht der Charlottenstraße. Die durch den Punkt verlaufende Niveaufläche (Normal-Null Fläche, N.N.) wird als der ‚Landeshorizont’ bezeichnet und bildet die Bezugsfläche für die Höhenmessung in Preußen. Der Messpunkt bezieht sich auf den Nullpunkt des Amsterdamer Pegels. Gegenüber dem Amsterdamer Punkt liegt er in 37m Höhe. Südlich der Sternwarte schließen sich zunächst weitere Gartengrundstücke an. Um 1886 entsteht auf dem benachbarten Grundstück die Lindenhalle (Markthalle II) von Albrecht Blankenstein.
Abb.14 Topografische Karte Berlin, um 1910, Straube
Abb.15 Königliche Sternwarte, Nordseite
Abb.16 Königliche Sternwarte, Grundriß
Abb.17 Königliche Sternwarte, um 1910
Abb.18 Königliche Sternwarte, um 1910
Abb.19 Überlagerung historischer Standort - aktuelle Situation
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Die Sternwarte wird bis 1913 betrieben und danach nach Potsdam ver­ legt. Der Nullpunkt erhält bereits 1912 in Berlin Hoppegarten einen neu­ en Standort. Nachdem Abriss der Sternwarte wird der Enckeplatz zur Enckestraße verlängert. Sie verbindet über einen Schwenk Charlottenstraße und Lindenstraße. Die Führung der Enckestraße wird so gewählt, dass das Eingangsportal zum Kollegienhaus den Endpunkt der Straße bildet. Mit der Verlängerung der Enckestraße verliert die Markthalle ihre ursprünglich introvertierte Lage im Blockinneren (vgl. Abb. 22). Gleichzeitig wird ihre Erschließung vereinfacht. Auf dem Eckgrundstück Lindenstraße / Enckestraße entsteht ein langge­ strecktes Geschäftshaus, das mit seiner Gebäudehöhe keine Rücksicht auf den barocken Maßstab des Kollegiengebäudes nimmt. Vermutlich auf­ grund ihres ungünstigen Zuschnitts bleiben die übrigen Grundstücke ent­ lang der Enckestraße bis in die 1940er Jahre unbebaut.
Abb.20 Luftbild 1943
Abb.22 Blick Enckestraße, 1933
Abb.21 Luftbild 1954
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Nach 1945: Wiederaufbau und Neuorientierung
Während des 2. Weltkriegs werden große Teile der Friedrichstadt zerstört. Das Luftbild aus dem Jahr 1954 (Abb. 21) zeigt das bereits größtenteils beräumte Areal rund um die Markthalle. Erkennbar sind einige gründer­ zeitliche Fragmente sowie die Grundmauern des Kollegiengebäudes und der Markthalle.
Abb.23 Wettbewerb Hauptstadt Berlin 1958, 3. Preis, Scharoun / Ebert
Abb.24 Flächennutzungsplan Berlin 1965
1957 wird für den zentralen Bereich Berlins der Wettbewerb ‚Hauptstadt Berlin‘ ausgeschrieben. Das Wettbewerbsgebiet umfasst unter anderem auch die Flächen der Friedrichstadt. Die prämierten Wettbewerbsbeiträge werden unter der Leitung von Hans Scharoun zu einem Gesamtkonzept zu­ sammengefasst. In diesem Zusammenhang wird die Idee eines ‚Citybandes‘ zwischen Berlin-Mitte und dem Bahnhof Zoo im Flächennutzungsplan festgeschrieben. Parallel dazu entsteht ein übergeordnetes Verkehrskonzept, das umfang­ reiche Eingriffe in die Berliner Stadtstruktur vornimmt. In der südlichen Friedrichstadt sieht es vor, die Friedrichstraße zu kappen sowie den Verlauf der Lindenstraße und der Wilhelmstraße zu verändern.
Der Mehringplatz (ehemals Rondell bzw. Belle-Alliance-Platz) ver­ liert damit seine Funktion als Verkehrsknotenpunkt und wird zu einer Fußgängerzone. Parallel zur ost-west verlaufenden Gitschiner Straße entlang des Landwehrkanals werden Flächen für eine sechsspurige Autobahntrasse sowie Zubringerschleifen freigehalten. Im Flächennutzungsplan des Jahres 1965 (Abb. 24) wird die Fläche ober­ halb dieses neuen Verkehrsknotens als Standort des Blumengroßmarkts ausgewiesen. Aufgrund der verkehrlichen Randbedingungen wird der Hallenneubau rechtwinklig zum Friedrichstädtischen Raster eingefügt. Das Gebäude entsteht zwischen 1962 und 1965 nach den Plänen des Berliner Architekten Bruno Grimmek. Es setzt sich zusammen aus einer weitgespannten Hallenkonstruktion mit Shed-Dächern sowie einem drei­ geschossigen Bürotrakt. 1962 wird ein Gutachterverfahren zur Neubebauung des südlich angren­ zenden Mehringplatzes ausgelobt. Auf dem im Flächennutzungsplan als Kerngebiet ausgewiesenes Areal soll ein Geschäftsviertel entstehen. Zu dem Verfahren werden sechs der Preisträger des Wettbewerbs ‚Hauptstadt Berlin‘ eingeladen. Der prämierte Beitrag von Hans Scharoun sieht eine ringförmige Umbauung des Platzes vor. Die bauliche Umsetzung dieses Konzepts erfolgt nach 1968 durch Werner Düttmann. Mit dem Bau der Berliner Mauer gerät die südliche Friedrichstadt in eine Stadtrandlage. Statt der ursprünglich vorgesehenen Kernnutzungen entsteht ein Wohnquartier. Anknüpfend an das zeitge­ nössische Leitbild ‚Urbanität durch Dichte‘, setzt sich die Bebauung aus einem niedrig-geschossigen Doppel-Ring zur Umfassung des ehemaligen Rondells und einer rechtwinklig angeordneten Klammer zusammen. Die Randbebauung aus 20-geschossigen Hochhäusern überragt die angren­ zenden Stadtbereiche und bildet eine weithin sichtbare Silhouette. Im Quartier um den Mehringplatz überwiegt die Wohnnutzung. Nur im Platzbereich und im Übergang zur Friedrichstraße entstehen Geschäfte und Versorgungseinrichtungen. Zwischen den Bauten liegen ausgedehnte Grünflächen.
Abb.25 Entwurf Mehringplatz Werner Düttmann, 1968
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IBA Block 606
Zu den Zielvorstellungen des Flächennutzungsplans aus dem Jahr 1965 gehören übergeordnete Verkehrstrassen und eine Erweiterung der Großmarkthalle. Zur Umsetzung dieser Ziele bleiben bis Anfang der 1980er Jahren die entsprechenden Grundstücke unbebaut. Im Rahmen von Hochschulprojekten entstehen bereits Mitte der 70er Jahre erste Vorstellungen zur Weiterentwicklung der städtebaulichen Grundstruktur der südlichen Friedrichstadt. Daran anknüpfend wird Anfang der 1980er Jahre die südliche Friedrichstadt zum Zentrum der Internationalen Bauausstellung. In deutlicher Abkehr von den Motiven des Städtebaus der Moderne beschäftigt sich die IBA mit der Rekonstruktion des ehemaligen Friedrichstädtischen Stadtgrundrisses.
Abb.26 Städtebaukonzept IBA 1984, J.P. Kleihues, mit M. Baum, L. Brands, W. Stepp
In diesem Zusammenhang entstehen für den Bereich des Blumengroßmarktes (Block 606) eine Reihe von städtebaulichen Entwürfen. Dabei geht die IBA zunächst von einem Abriss der Großmarkthalle aus. Der Bezirk Kreuzberg sieht dagegen eine Umnutzung der Halle als Bürgerhaus mit Sport- und Freizeitanlage vor. Abschließend wird 1982 auf Senatsebene der Erhalt des Blumengroßmarktes an diesem Standort be­ schlossen. Die IBA reagiert auf diese Entscheidung mit einer veränderten Konzeption. Der Block 606 wird durch zwei, in Ost-Westrichtung verlaufende Querungen in drei unterschiedliche Bänder aufgeteilt. Das erste Band nimmt eine Parkfläche und eine Kindertagesstätte auf. Die Großmarkthalle im zwei­ ten Band wird zweiseitig durch eine Randbebauung eingefasst. Im dritten Band ist westlich ein Schulbau vorgesehen, der die Flucht der Lindenstraße begleitet. Die IBA Planung sieht auch vor, den Verlauf der Besselstraße in nördlicher Richtung zu verlegen. In Fortsetzung der Puttkamerstraße soll sie an das orthogonale Ordnungssystem der Friedrichstadt angepasst werden. Von den beiden geplanten Querungen durch den Block 606 wird nur die Südliche umgesetzt.
Die E.T.A.-Hoffmann-Promenade verbindet die Friedrichstraße mit der Lindenstraße. Sie führt auf das Portal des Gerlachschen Kollegienhauses zu. Als Fuß- und Fahrradwegeverbindung geplant, nimmt sie auch den Zufahrtsverkehr zur angrenzenden Liebmann-Schule und zum Bürohaus der Ärztekammer Berlin (Friedrichstraße 16) auf. Beim Wettbewerb zur Liebmann-Schule (Friedrichstraße 13) wird der Beitrag der Architekten Valle, Broggi und Burckhardt prämiert. Ihr Entwurf weicht in mehreren Punkten von der IBA Vorgabe ab. Die Architekten se­ hen von einer baulichen Fassung der Lindenstraße ab, da ihr Verlauf nach dem zweiten Weltkrieg gegenüber ihrer ursprünglichen Lage verändert wurde. Die historische Straßenführung soll durch eine Pergola markiert werden. Die Bauten der Schule selbst werden in zweiter Reihe entlang der Friedrichstraße organisiert. Der Entwurf greift dazu eine Typologie auf, die in Berlin zur Organisation tiefer Baublöcke genutzt wurde. Hauptvolumen und Freiflächen liegen im Blockinneren - die Verbindung zur Straße wird über einen Kopfbau hergestellt. Valle, Broggi und Burckhardt identifizie­ ren die historische Grenze zwischen den Parzellierungsrichtungen der Friedrichstraße und der Lindenstraße als historische Spur. Der in vier par­ allelen Flügeln organisierte Gebäudekomplex endet an dieser Grenze. Sie soll zusätzlich als fußläufige Blockquerung ausgebildet werden.
Abb.27 Besselpark, 1. Preis von J. Halfmann, C. Zillich und R. Liefke
Die Landschaftsarchitekten Krusche, Mass und Schmalz illustrieren 1980 die Möglichkeit eines in Ost-West Richtung verlaufenden Grünzugs auf den freigehaltenen Flächen der ursprünglich geplanten Verkehrstrasse. In Anlehnung an diese Idee entstehen über die südliche Friedrichstadt verteilt eine Reihe von Pocketparks und grünen Plätzen. Zu diesem Freiraumsystem gehören u.a. der Theodor-Wolf-Park und der Besselpark. Die Fläche des Besselparks sollte ursprünglich 2 ha umfassen und bis zur Großmarkthalle reichen. Nördlich des Parks ist eine Zeilenbebauung vor­ gesehen, um die Freifläche räumlich zu fassen. Im Jahr 1987 wurde zur Gestaltung des Besselparks ein Wettbewerb aus­ geschrieben. Den 1. Preis erhielt der Entwurf von Halfmann, Zillich und Liefke (Abb. 27).
Der Wettbewerbsbeitrag sieht eine rechtwinklige Komposition aus Feldern unterschiedlicher Größe und Funktionalität vor. Das Gebäude der Kindertagesstätte liegt als ‚Insel‘ in einer großzügigen Wiesenfläche. Die Eingangsituationen zum Park sollen mit Rankgerüsten und Säulen betont werden. Für die Markthalle ist eine öffentliche Nutzung vorgesehen. Zum Besselpark hin soll die Halle durch eine großzügige Glasfront geöffnet werden.
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Planungen seit 2000
Arbeitsbericht ‚Südliche Friedrichstadt’
Der im Jahr 2006 erschienene Arbeitsbericht ‚Südliche Friedrichstadt‘ fasst aktuelle Ziele und Planungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg zusammen. Der Bericht sieht die südliche Friedrichstadt als Stadtteil mit ‚abgebrochenen und über­ formten‘ Planungen. Grundsätzlich vorgesehen sind Baulücken- und Blockrandschließungen sowie die Wiederherstellung einer dem Standort angemessenen Verdichtung. Zur Weiterentwicklung des Areals werden eine Reihe von Leitlinien formuliert: Das Profil des Standortes als innerstädtischer Wohn- und Arbeitsort inmitten gesamtstädtisch bedeutender Kultureinrichtungen soll weiter­ entwickelt und gestärkt werden. Die Lage und die Bedeutung des Stadtbereichs als Teil der historischen Mitte Berlins sollen stärker erkennbar werden. Anknüpfungspunkte hierzu bieten die IBA Konzeption und das Leitbild der kritischen Rekonstruktion. Die bestehende Nutzungsmischung aus Kultur, Dienstleistung, Einzelhandel sowie ein differenziertes Wohnungsangebot sollen erhal­ ten und ausgebaut werden. Bestehende kulturelle Einrichtungen sollen durch einen ‘Kulturpfad’ untereinander verbunden werden. In diesem Zusammenhang ist die Vernetzung und die Gestaltqualität der öffentlichen Räume insgesamt zu verbessern.
werpunkte
5 Handlungsschwerpunkte
Im Bericht wird dem Bereich Blumengroßmarkt / Besselpark eine städ­ tebauliche Schlüsselfunktion zugesprochen. An die Neuordnung des Gebietes werden folgende Anforderungen gestellt:
Abb.28 Karte Handlungsschwerpunkte, Arbeitsbericht ‚Südliche Friedrichstadt‘, 2006
28 Handlungsschwerpunkte
Die Friedrichstraße soll als Rückgrat und markante Achse der Friedrichstadt gestärkt werden. Der Besselpark ist stärker räumlich zu fassen. Seine Aufenthalts-, Nutzungs- und Gestaltqualität ist aufzuwerten. Im Block des Blumengroßmarktes sollen zusätzliche Bauflächen als Blockrandbebauung mit kerngebietspezifischen Nutzungen entstehen. Für den westlichen Teil der Lindenstraße zwischen Markgrafenstraße und Franz-Klühs-Straße wird eine bauliche Fassung gegenüber dem Jüdischen Museum als wünschenswert angesehen. Vorgesehen ist der Aufbau einer Verbindung zwischen Charlottenstraße und Lindenstraße sowie eine Durchwegung des Besselparks in Folge der Hedemannstraße Die Erschließungsfunktion der Enckestraße soll bestehen bleiben. Im Rahmen der Neuordnung wird sie als wichtiger Baustein gesehen. Der Normal-Höhenpunkt von 1879 soll im Bereich der ehemaligen Sternwarte dokumentiert werden.
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Ergebnisbericht Workshop Blumengroßmarkt
2008 hat das Stadtplanungsamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg Nutzer, Anrainer und Investoren zu einer gemeinsamen Planungswerkstatt zum Bereich Blumengroßmarkt / Besselpark eingeladen. Als Ergebnis der Zusammenarbeit entstanden zwei favorisierte Konzepte zum Umgang mit dem Areal. Sie bilden die Grundlage zur Diskussion weiterer Schritte. Dazu hat der Workshop eine Reihe von Prämissen formuliert: Mit dem Erhalt der Großmarkthalle als Kultureinrichtung wäre für das Gebiet ein wichtiger Kristallisationspunkt gewonnen. Die Halle und der Standort sind für den Betrieb einer kulturellen Nutzung von übergeordneter Bedeutung geeignet. Neben der kulturellen Nutzung des Standortes sind ergänzende Nutzungen notwendig. Der Besselpark ist gestalterisch und funktional aufzuwerten.
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In den Bereichen entlang der Friedrichstraße stellt der Flächennutzungsplan (Stand November 2009) gemischte Bauflächen (M2) dar. Die Bereiche ent­ lang der Lindenstraße sind als Wohnbaufläche (W1) gekennzeichnet. Die Grenze zwischen der Mischbaufläche und der Wohnbaufläche verläuft in der Mitte des Blocks mit der Blumengroßmarkthalle. Der Standort des Jüdischen Museums Berlin ist als Gemeinbedarfsfläche für Kultur gekennzeichnet. Die südlich an das Grundstück der Blumengroßmarkthalle angrenzende Schule ist als Gemeinbedarfsfläche für Schulen festgesetzt. Entsprechend der generalisierenden Darstellung des FNP (keine Darstellung von Flächen < 3ha) wird der Besselpark in die umgebenden Bauflächen einbezogen.
gsplan Berlin), aktuelle Arbeitskarte
Abb.29 Ausschnitt Flächennutzungsplan
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Im Jahr 1999 wurde das Planwerk Innenstadt vom Berliner Senat als städtebauliches Leitbild beschlossen. Derzeit befindet sich das Planwerk in Fortschreibung. Im Bereich um die Blumengroßmarkthalle sieht das Planwerk Potential für eine verbesserte Durchlässigkeit. Einen detail­ lierten Vorschlag für den Umgang mit dem Gelände gibt es nicht. Auf der Fläche zwischen dem Druckgrafischen Zentrum und der Besselstraße sieht das Planwerk eine ergänzende Blockrandbebauung vor. Abweichend von dieser Zielvorstellung sind diese Flächen im aktu­ ellen Bebauungsplan des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg als öffentliche Parkanlage festgesetzt. Die Grünfläche vor dem Druckgrafischen Zentrum bleibt zunächst erhalten, bis sich die Planungen zu dessen baulicher Erweiterung konkretisieren. Diese Fläche ist deshalb nicht Gegenstand des Wettbewerbs. Die Fläche vor dem Kreuzberg-Tower von John Hejduk soll langfristig als öffentliche Grünanlage gesichert und entsprechend ge­ staltet werden. Dieser Bereich gehört zum Ideenteil des Wettbewerbs.
Abb.30 Ausschnitt Planwerk Innenstadt
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Bezirkliche Bereichsentwicklungsplanung
Das Nutzungskonzept der Bereichsentwicklungsplanung für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg konkretisiert im Wesentlichen die Darstellungen des FNP. Die Mehrzahl der Blöcke im Bereich der Friedrichstraße sind als Kerngebiet mit hohem Wohnanteil dargestellt, der Bereich Mehringplatz ist als Wohngebiet ausgewiesen. Am Mehringplatz sowie westlich des Blücherplatzes sind Einzelhandelskonzentrationen dargestellt. Auf dem Grundstück des heu­ tigen Blumengroßmarkts ist ein Sondergebiet mit gewerblichem Charakter ausgewiesen, die angrenzenden Grundstücke an der Friedrichstraße sind als Kerngebiet, die Grundstücke nordöstlich des Blumengroßmarkts als Wohngebiet W1 dargestellt.
Abb.31 Ausschnitt Bereichentwicklungsplanung Friedrichshain-Kreuzberg
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Städtebauliche Studie zum Areal Blumengroßmarkthalle
Für das Areal des Blumengroßmarktes wurde 2009 im Auftrag des Jüdischen Museums Berlin eine städtebauliche Studie durch das Büro bbzl – böhm benfer zahiri erstellt. Der Entwurf sieht eine bauliche Umfassung der Großmarkthalle an drei Seiten vor. Der nord-östliche Teil der Markthalle ist davon ausgenommen. Die Bebauung des Baufeldes entlang der Friedrichstraße wird ergänzt. Zwischen Großmarkthalle und den neugeplanten Baufeldern entsteht eine Platzfolge, die Friedrichstraße und das Gerlachsche Kollegienhaus mitei­ nander verbindet. Sie setzt sich aus zwei Teilräumen zusammen: dem Eingangsplatz vor der Akademie des Jüdischen Museum Berlin, der sich zum Kollegienhaus und dem Libeskind-Bau öffnet. und einer kleinen Platzfläche, die zum Besselpark überleitet.
Abb.32 Blick vom Eingangsplatz zum Kollegiengebäude und dem Libeskind-Bau, bbzl
Abb.33 Blick Eingangsplatz und Akademiegebäude, bbzl
Abb.34 Lageplan städtebauliches Konzept Blumengroßmarkt, bbzl
In Fortsetzung der Platzfläche am Besselpark ist eine diagonale Querung zur Friedrichstraße vorgesehen. Der Besselpark wird westlich der Enckestraße um eine Teilfläche des Großmarktgeländes erweitert. Entlang seiner Südseite wird er durch eine neugesetzte Bauflucht räum­ lich gefasst. In Fortsetzung der Hedemannstraße entsteht eine zusätz­ liche Wegeverbindung über die geplanten Platzflächen zur Lindenstraße. Die Randbebauung bleibt zunächst typologisch offen, um Anpassungen an künftige Nutzervorstellungen zu ermöglichen. Vorgesehen ist eine Mischung aus Wohnen, Geschäften und Büros, die die Nutzungsvielfalt des Standortes ergänzt. Um die beabsichtigte Raumwirkung im Bereich der Platzfolge zu sichern, werden städtebauliche Festsetzungen wie Baulinien und Bauhöhen vor­ geschlagen. Die Studie wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauaufsicht des Bezirks FriedrichshainKreuzberg weiterentwickelt. Sie bildet die Grundlage für den Bebauungsplan VI-150d-2b.
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Bebauungsplan VI-150d-2b und VI-150d-2a
Die Flächen des Wettbewerbsgebietes liegen zur Zeit noch im Geltungsbereich der rechtsverbindlichen Bebauungspläne VI-51 aus dem Jahr 1967 und des Bebauungsplan VI-150d-2a, dessen Festsetzungen im wesentlichen unverändert übernommen werden. Der Bebauungsplan VI-51 sichert die Nutzung und Erweiterung der Flächen des Blumengroßmarktes und hält Flächen für eine nicht realisierte Verkehrsplanung vor. Mit dem Wegzug des Blumengroßmarkts entsteht für den verbliebe­ nen rechtsverbindlichen Teilbereich des Bebauungsplans VI-51 ein Neuordnungsbedarf. Ein wesentliches Ziel ist dabei der Erhalt der Großmarkthalle sowie ihre Neubelegung durch eine kulturelle Nutzung.
Abb.35 Bebauungsplan VI-150d-2a, 2005
Abb.36 Bebauungsplan Entwurf VI-150d-2b, August 2010
Neben der städtebaulichen Integration des Hallenbaus in das umge­ bende Stadtgefüge, sieht der Bebauungsplan eine stärkere Vernetzung der umgebenden öffentlichen Räume untereinander vor. Zudem sollen auch die angrenzenden öffentlichen Einrichtungen stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt werden. Insgesamt soll ein innerstädtisches Stadtquartier mit einer möglichst vielfältigen Mischung an unterschied­ lichen Nutzungen entstehen, das zur Belebung der südlichen Friedrichstadt beiträgt.
Der Bebauungsplan VI-150d-2b sieht dazu eine, gegenüber der Nutzung als Blumengroßmarkt veränderte Grundstücksaufteilung vor. Die Fläche der Großmarkthalle einschließlich einer Umfahrt wird als Sondernutzung Kultur festgelegt. Die Halle wird durch eine Randbebauung eingefasst. Die entsprechenden Baufelder sind nördlich und südlich als Mischgebiet, westlich als Kerngebiet gekennzeichnet. Neben einem differenzierten Wohnungsangebot sollen dadurch auch ergänzende gewerbliche und Dienstleistungs-Nutzungen ermöglicht werden. Ein Teil des Baufeldes zwi­ schen Markgrafenstraße und Enckestraße ist als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Der nord-östliche Bereich der Großmarkthalle liegt an einem öffent­ lichen Stadtplatz (Verkehrsfläche besonderer Zweckbestimmung). Die Platzräume werden durch Baufluchten gefasst. Unter Berücksichtigung der Traufhöhen des barocken Kollegiengebäudes und der Markthalle ist entlang der Baulinien eine Bauhöhe von fünf Geschossen vorgeschrie­ ben (16 m Bauhöhe). Im nördlichen Baufeld MI 3 kann davon ausge­ hend eine Höhe von bis zu sieben Geschossen durch zwei zusätzliche Staffelgeschosse erreicht werden. Der Bebauungsplanentwurf befindet sich zur Zeit in der Vorbereitungsphase zur öffentlichen Auslegung. 2009 wurde die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die Beteiligung der Behörden sowie son­ stiger Träger öffentlicher Belange gem. § 4 (2) BauGB abgeschlos­ sen. Die entsprechenden Bebauungspläne können unter der folgenden Webadresse digital eingesehen werden: http://www.berlin.de/ba-fried­ richshain-kreuzberg/verwaltung/org/vermessung/b-plaene/index.html
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Entwurf Akademie Gebäude Daniel Libeskind Architekten
Mitte 2010 hat das Jüdische Museum die ehemalige Blumengroßmarkthalle erworben. Das Gebäude wird bis Ende 2011 nach einem Entwurf des Architekten Daniel Libeskind umgebaut. Es ergänzt das bestehende Angebot des Museums und fasst die Abteilungen Bildung, Bibliothek und Archiv zusammen. Ein Schwerpunkt der Akademie sind Bildungsangebote für Jugendliche und Schulklassen. Ergänzend bieten Bibliothek und Archiv Besuchern und Wissenschaftlern Einblick in die umfangreichen Bestände des Museums.
Abb.37 Grundriss Akademie Jüdisches Museum Berlin, Daniel Libeskind Architekten
Der Entwurf des Architekten Daniel Libeskind sieht vor, die Akademie als „Haus-in-Haus“ Konzept in die Großmarkthalle einzufügen. Zur Lindenstraße wird der Hallenbau durch einen geneigten Eingangskubus ergänzt, der die Außenwand der Blumengroßmarkthalle durchdringt. Der Kubus bildet ein Gegenüber zum Ensemble aus dem Kollegienhaus und dem Libeskind-Bau auf der entgegengesetzten Seite der Lindenstraße. Formal stellt der Eingangskubus einen Bezug zum Glashof im Kollegienhaus sowie zum Exilgarten des Erweiterungsbaus her. Ein durch das Volumen gelegter Schnitt nimmt den Eingang zur Halle auf. Innerhalb der Halle sind Freihandbibliothek und Vortragssaal ebenfalls in geneigten Kuben untergebracht. Die drei Kuben sind jeweils gegenüber der Richtung der Hallenkonstruktion eingedreht. Zwischen den Volumen entstehen unterschiedliche Blickbeziehungen in den Halleninnenraum, zum Hallendach und nach außen zum Stadtplatz. Ein Großteil des Raumprogramms ist in eingeschossigen Flügeln an den Längsseiten der ehemaligen Markthalle angeordnet. Sie umfassen eine innenliegende Gartenfläche. Auf einer Fläche von ca. 3.650m2 NGF sind Akademieräume, ein Vortragsraum, die Bibliothek und das Archiv sowie zusätzliche Büro-, Lager- und Funktionsräume untergebracht. Der Besuchereingang zur Akademie befindet sich gegenüber dem Kollegienhaus. Die Anlieferung erfolgt über die Enckestraße. Die Fahrzeuge umfahren die Halle und verlassen das Gelände über eine Ausfahrt an der Lindenstraße. Das Grundstück wird durch eine Zaunanlage umfasst. An den Übergängen zu den Platzflächen sind jeweils Zufahrtstore und eine Vereinzelungsanlage vorgesehen.
Abb.38 Perspektive Eingangskubus, Daniel Libeskind Architekten
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Akademie-Garten
Die Akademie des Jüdischen Museums ist ein Ort, an dem künftig ge­ forscht, nachgedacht und diskutiert wird. Für diese Nutzungen entwickelte das Büro Atelier Le Balto ein landschaftsarchitektonisches Pendant. Das Konzept wurde 2010 im Rahmen eines Gutachter-Verfahrens ausge­ wählt.
Abb.39 Perspektive Innenraum, atelier le balto
Abb.40 Zeichnung Entwicklung Entwurf, atelier le balto
Der Entwurf für den innenliegenden Akademie-Garten beschränkt sich auf zwei Gestaltungselemente. Das Gartenareal zwischen den Flügelbauten der Akademie wird durch einen eigenen Belag gekennzeichnet, der an die umlaufende Terrasse über kurze ‚Brücken’ und ‚Rampen’ angeschlos­ sen ist. Innerhalb dieser Gartenfläche liegen vier scheinbar schwebende Plateaus. Als langgestreckte Tableaus präsentieren sie Erde und Pflanzen, aber auch Exponate und Informationsmaterial. Gleichzeitig bieten sie sich den Nutzern der Akademie als Arbeitstische oder Sitzgelegenheiten an. Ihre gegeneinander versetzte, nicht rechtwinklige Anordnung erzeugt Aufenthaltsbereiche mit unterschiedlichem Zuschnitt. Zugleich bindet sie die Plateaus in eine räumliche Abfolge ein. Das Gartenkonzept bietet einen übergeordneten Rahmen, innerhalb des­ sen unterschiedliche Bespielungen gleichzeitig und nacheinander möglich sind. Innerhalb der vorgeschlagenen Konfiguration sind vielfältige Bezüge zur Dauerausstellung des Museums, zu aktuellen Ausstellungsthemen so­ wie zur Bildungsarbeit der Akademie möglich. Der Garten richtet sich an unterschiedliche Nutzergruppen. Er ist tempo­ rärer Aufenthaltsort für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Akademie, ein Ort des Nachdenkens und der Entspannung für die Nutzer von Archiv und Bibliothek sowie zeitweise ein Lern- und Anschauungsort für die Akademie-Besucher. Der Entwurf bietet ein hohes Maß an Flexibilität und erlaubt dadurch die Berücksichtigung dieser sehr unterschiedlichen Anforderungen.
Nicht zuletzt ersetzt der Akademie-Garten in dem sehr introvertierten Hallenbau den fehlenden Außenbezug. In diesem Zusammenhang bieten die prozesshaften Garten-Elemente die Möglichkeit einer Veränderung im jahreszeitlichen Wandel. Der Akademie-Garten präsentiert sich da­ mit Nutzern und Besuchern mit immer wieder neuen Aspekten und Schwerpunkten.
Abb.41 Perspektive Innenraum, atelier le balto
Abb.42 Perspektive Innenraum, atelier le balto
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Vorbereitende Untersuchung Sanierungsgebiet Mehringplatz/ Blücherstraße
Zwischen 2009 und 2010 hat das Büro Planergemeinschaft Dubach Kohlbrenner für den Bereich der südlichen Friedrichstadt eine vorberei­ tende Untersuchung nach § 141 BauGB erstellt. Im Ergebnis wird vorge­ schlagen, das Gebiet nach § 142 (4) als Sanierungsgebiet festzulegen. Die entsprechende Entscheidung des Berliner Senats wird Anfang Herbst 2010 erwartet. Der Untersuchung zufolge lassen sich im Untersuchungsgebiet die Brüche innerhalb der 250-jährigen Berliner Baugeschichte gut ablesen. Dabei be­ stehen unterschiedliche historische Schichten gleichberechtigt nebenei­ nander. Innerhalb dieses „Städtebau-Museums“ befinden sich ausgewähl­ te Bauten und Ensembles mit ausgesprochen hoher Qualität. Ein besonderes Potenzial der südlichen Friedrichstadt besteht in den vielfäl­ tigen Nutzungen mit stadtweiter Relevanz. Zu diesen Anziehungspunkten gehören unter anderem das Jüdische Museum Berlin und die Berlinische Galerie. Der Stadtteil nimmt eine wichtige Rolle bei der Wohnungsversorgung ein. Zugleich ist er ein bedeutsamer Wirtschaftsstandort. Besondere Defizite bestehen durch die Überlagerung von baulichen-, ge­ stalterischen- und verkehrsstrukturellen Mängeln, sowie durch eine unzu­ reichende Versorgung mit sozialer Infrastruktur. Bau- und erschließungs­ strukturelle Mängel identifiziert die Untersuchung insbesondere im Areal um den Blumengroßmarkt und entlang der Friedrichstraße.
Die Untersuchung formuliert Empfehlungen im Umgang mit dem öffent­ lichen Raum und zur Weiterentwicklung der kulturellen Nutzungen. Um die fehlende Einheit in dem sehr heterogenen Gebiet zu kompensieren und die Orientierung zu verbessern, soll ein Gerüst an öffentlichen Räumen aufge­ baut werden. Neben einer stärkeren Vernetzung ist auch die Gestaltungsund Nutzungsqualität der öffentlichen Räume zu verbessern. In diesem Zusammenhang wird das Areal um den ehemaligen Blumengroßmarkt als ein wesentlicher Entwicklungs- und Handlungsschwerpunkt hervor­ gehoben. Die Aufwertung der öffentlichen Räume um den ehemaligen Blumengroßmarkt wird als vorrangige Schlüsselmaßnahme definiert. Ergänzend wird der kulturelle Schwerpunkt des Areals als ein wichtiges Handlungsfeld betont. Dazu sind die Entwicklungsmöglichkeiten vor­ handener Kultur-Einrichtungen wie der Berlinischen Galerie und des Jüdischen Museums Berlin gezielt zu fördern. Neben der Bereitstellung von Erweiterungsflächen soll ihre Erreichbarkeit und Verknüpfung unterei­ nander und mit Einrichtungen im Umfeld verbessert werden. Gleichzeitig ist die gezielte Ansiedlung weiterer Einrichtungen zu fördern.
Abb.43 Bestandsanalyse Mängel und Defizite, Dubach Kohlbrenner, Stand März 2010
2�4�9
Arbeitsgruppe des Bezirks Friedrichshain Kreuzberg
Bei der Vermarktung der Grundstücke um die Großmarkthalle soll eine dem Standort angemessene Nutzungsmischung für das Quartier berück­ sichtigt werden. Das Vergabeverfahren für die Baufelder wird dazu an in­ haltliche Festsetzungen gebunden. Die entsprechenden Kriterien werden seit Mitte September 2010 durch eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg erarbeitet. Ziel ist es, eine kleinteilige Nutzungsmischung zu etablieren, die sich aus den Bausteinen Bildung, Kultur, Kreativwirtschaft, Wohnen und Gewerbe zusammensetzt. Nach der Erstellung einer Nutzungsmatrix für das Vergabeverfahren, sind in einem weiteren Schritt ergänzende Verfahren wie Wettbewerbe und Gutachten zur Qualitätssicherung der Randbebauung vorgesehen.
2�5�1
Das Wettbewerbsgebiet ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut er­ reichbar. In der Nähe liegen die U-Bahnhöfe ‚Kochstraße‘ (U6) und ‚Hallesches Tor‘ (U1/U6). In der Lindenstraße verkehren die Bus-Linie 248, zwischen S Südkreuz und S Ostbahnhof, und die Bus-Linie N 42 zwi­ schen U Theodor-Heuss-Platz und S+U Alexanderplatz.
2�5�2
Fußgänger und Radfahrer, Querung Lindenstraße
Das Wegenetz für Fußgänger und Radfahrer folgt überwiegend dem öffent­ lichen Straßennetz und ist entsprechend den Blockgrößen im Bereich des ehemaligen Blumengroßmarktes großmaschig. Im Zuge der IBA Planungen wurde eine wichtige zusätzliche Fuß-und Radwegeverbindung in Ost-WestRichtung etabliert: Sie beginnt im Westen an der Stresemannstraße, setzt sich im Theodor-Wolf-Park und in der E.T.A.-Hoffmann-Promenade bis zur Lindenstraße fort. Hier besteht eine Querungsmöglichkeit. Weiter geführt wird die Route Richtung Franz-Künstler-Straße bis zur Wassertorstraße. Die Strecke ist Bestandteil des vom Bezirksamt Mitte und SenStadt VII B verfolgten Nebenroutennetzes. Die Hollmannstraße in Verlängerung der Querung Lindenstraße ist in Folge von Sicherungsmaßnahmen für das Jüdische Museum nicht mehr öffentlich. Optional sollte im Rahmen des Wettbewerb mindestens von der Aufrechterhaltung eines Geh- und Fahrrechtes für die Öffentlichkeit aus­ gegangen werden. Weiterhin wird das Wettbewerbsgebiet von der Wannsee- bzw. Teltowrad­ route tangiert. Sie verläuft hier über die Markgrafen- und Besselstraße, durch den Theodor-Wolf-Park sowie über die Großbeerenstraße. Das Wettbewerbsgebiet wird vor allem durch Besucherinnen und Besucher des Jüdischen Museums stark frequentiert. Jährlich besuchen 750.000 Menschen das Museum. Der Hauptanteil der Besucher nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel, vor allem die U-Bahnhöfe ‚Kochstraße‘ und ‚Hallesches Tor‘. Da beide Stationen westlich des Museums in der Friedrichstraße bzw. am Mehringplatz liegen, müssen die Besucher den Block der Großmarkthalle queren. Sie nutzen dafür hauptsächlich die E.T.A.-Hoffmann-Promenade und queren, um zum Museum zu gelangen, die Lindenstraße. Von der U-Bahnstation ‚Kochstraße‘ aus ist eine direkte Wegeverbindung zum Museum derzeit nicht möglich. Es ist davon auszu­ gehen, das auch die E.T.A.-Hoffmann-Promenade frequentiert wird. Die Lindenstraße stellt aufgrund ihrer Breite und ihres Verkehrsaufkommens eine starke Barriere dar. Der Fußgänger- und Radübergang in Fortsetzung der E.T.A-Hoffmann-Promenade ist im Bereich des Jüdischen Museums Berlin die einzige vorgesehene Querung der Lindenstraße. Zu BesuchsStoßzeiten ist der Übergang nicht ausreichend dimensioniert.
Das städtebauliche Konzept des Büros bbzl sieht als zusätzliche Verbindung zwischen Friedrichstraße und Lindenstraße eine Querung durch den Besselpark vor. Diese Verbindung verbessert die Anknüpfung der U-Bahn Station ‚Kochstraße‘. In diesem Zusammenhang ist mit zu­ sätzlichen Besucherströmen von der Friedrichstraße aus zu rechnen. Das künftige Bildungsprogramm der Akademie sieht auch einen Besuch des Museums vor. Damit erhöht sich der Besucherverkehr zwischen dem Akademie-Bau und dem Jüdischen Museums zusätzlich. Zur Verbesserung der Querung der Lindenstraße ist zwischen künf­ tiger Akademie und dem Haupteingang des Jüdischen Museums eine Lichtsignalanlage geplant. Die Bestimmung eines Standortes und die gestalterische Ausbildung dieser Querung gehören zum Ideenteil des Wettbewerbs. Bei der Positionierung der Anlage sind die Zufahrten zum Platz und die Kreuzungssituation zur Markgrafenstraße zu beachten.
2�5�3
Das Wettbewerbsgebiet wird durch die Friedrichstraße im Westen, die Markgrafen- und die Lindenstraße im Osten umfasst. Das Gebiet ist gut in das Berliner Straßennetz eingebunden. Die Lindenstraße ist zurzeit im überarbeiteten StEP- Verkehrentwurf 2010 im Bestand als Ergänzungsstraße (Straße von besonderer Bedeutung) im übergeordneten Straßennetz Berlins eingestuft. In der Planung 2025 sieht der StEP-Verkehr-Entwurf 2010 ihre Herabstufung als örtliche Straßenverbindung mit der Verbindungsfunktionsstufe III vor. Sie wird werktags im Durchschnitt von 15.000 Kfz/24h befahren. Das derzeitige Verkehrsaufkommen wird voraussichtlich steigen, wenn der Durchbruch am Spittelmarkt fertig gestellt ist (Baubeginn 2011). Im Zuge der Planungen der 1970er Jahre wurde die Verkehrsfunktion der Friedrichstraße im Bereich des Mehringplatzes auf eine Fußgänger- und Anlieferverbindung reduziert. Dementsprechend ist ihre Verkehrsbelastung im Bereich des Besselparks deutlich geringer als im nördlichen Teil der Friedrichstadt.
2�5�4
Radverkehrsplanung Lindenstraße
Im Rahmen der Radverkehrsplanung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird die Spuraufteilung der Lindenstraße verändert. Die Planungen des Büros Hoffmann-Leichter sehen eine Verringerung der KFZ-Fahrspuren und das Einfügen einer Radspur vor. Das Profil der Lindenstraße ist zurzeit jeweils zweispurig ausgebildet. Es setzt sich künf­ tig als Regelprofil aus je einer überbreiten Fahrspur für Kraftfahrzeuge und einem Angebotsstreifen für Radfahrer zusammen. Begleitend ist ein Streifen für den ruhenden Verkehr vorgesehen. Ausgenommen davon ist der Abschnitt der Lindenstraße am Jüdischen Museum. Hier sind keine Bereiche für den ruhenden Verkehr vorgesehen.
Die Veränderungen an der Lindenstraße beschränken sich überwiegend auf Markierungsarbeiten und signaltechnische Anpassungen an den Straßenübergängen. Es sind nur geringfügige bauliche Eingriffe vorge­ sehen. Die bestehende Straßenbreite bleibt unverändert. Im Bereich des Mittelstreifens ist langfristig der Bau einer Straßenbahnlinie vorgesehen. Die Vorhalteflächen für die Straßenbahn müssen im Wettbewerb berück­ sichtigt werden.
2�5�5
Enckestraße, Erschließung Baufeld Besselpark
Die Enckestraße trennt den Besselpark in zwei Bereiche. In Fortsetzung der Charlottenstraße gelegen bildet sie eine wichtige städtebauliche Verbindung zwischen der nördlichen Friedrichstadt und den künftigen Platzflächen. Die Straße wurde historisch durch eine Randbebauung mit Vorgärten begleitet. Von diesen Bauten besteht nur noch das unter Denkmalschutz stehende Gebäude Enckestraße 4a. Die Enckestraße übernimmt die Erschließungsfunktion für die anliegenden Baufelder bzw. die Akademie des Jüdischen Museums. Zur Gewährleistung der Erschließungsfunktion für die angrenzenden Grundstücke sind eine Fahrbahnbreite von 5m und ein Fußweg von 2,5m notwendig. Alternativ kann die Straße auch als Verkehrsmischfläche ausgebildet werden. Zur Integration der Enckestraße in den Besselpark werden im Ideenteil Aussagen erwartet.
2�5�6
Anlieferung und Feuerwehr
Für die Feuerwehrzufahrt und die Anlieferung der Akademie des Jüdischen Museums sind Fahrspuren über die Platzflächen vorgesehen. Die Zu- und Abfahrten werden aus Sicherheitsgründen mit versenkbaren Pollern gesi­ chert. Die notwendigen Flächen für Sicherungsmaßnahmen, Fahrspuren und Anleiterflächen sind in einem separaten Schema zusammengefasst (vgl. beigefügte Plangrundlagen). Im Bereich der Fahrspuren und der Anleiterflächen dürfen keine Hindernisse wie Bäume oder feste Einbauten vorgesehen werden. Laut Auskunft der Berliner Feuerwehr sind die Anleiterflächen nur notwen­ dig, wenn es kein feuersicheres Treppenhaus gibt bzw. kein Fenster der Wohneinheit von einer anderen Gebäudeseite erreichbar ist. Die entspre­ chenden Informationen sind den Musterrichtlinien über die Flächen für die Feuerwehr (Fassung Februar 2007) zu entnehmen. Da die Planungen für die angrenzenden Baufelder noch nicht feststehen, wird entlang der Platzränder ein Streifen von 8 m Breite als Aufstell- und Anleiterfläche freigehalten. Um den Erhalt des bestehenden Schnurbaums an der nördliche Platzwand zu sichern, sollen bei der Planung des nördlich an­ grenzenden Gebäudes entsprechend alternative Anleitermöglichkeiten vorgesehen werden (vgl. dazu Anhang 4.2 Informationspläne CAD, 03 Feuerwehraufstellflächen und 04 Anlieferung und Umfahrung).
2�5�7
Auf der Platzfläche entlang der Lindenstraße sind seitens des Jüdischen Museums Berlin 80 Kreuzberger Bügel aufgestellt worden, die 160 Rädern Platz bieten. Diese Radstellplätze decken den Bedarf des Jüdischen Museums und der Akademie ab.
2�6�1
Baumgruppe an der Lindenstraße
Auf dem Platz vor der Blumengroßmarkthalle an der Lindenstraße befin­ det sich eine Baumgruppe aus Linden. In den 1990er Jahren gepflanzt, sollte sie die Blumengroßmarkthalle und den dazugehörigen Parkplatz der Anlage verdecken. Städtebaulich ersetzt sie die fehlende räumliche Fassung der Lindenstrasse. Der Baumbestand ist im Prinzip erhaltenswert. Die Linden weisen eine unterschiedliche Vitalität und Größe auf. Teile der Bäume fallen unter die Berliner Baumschutzverordnung. Die Bäume nahe dem Pförtnerhäuschen sind kleiner und wirken in ihrem Kronenaufbau etwas lückenhaft. Drei Bäume der Baumgruppe befinden sich im Bereich der geplanten Feuerwehrzufahrt und der dort situierten Platzentwässerung bzw. in den projektierten Baufeldern. In diesem Bereich müssen die Bäume entfallen. Darüber hinaus verstellt die Gruppe die geplanten Sichtbeziehungen zum Kollegienhaus, dem Libeskind-Bau und zum Eingangsplatz der Akademie mit seinem Durchgang zum Enckeplatz (vgl. Anhang 4.2 Informationspläne CAD, 06 Gehölze Realisierungsteil). 2�6�2 Einzelbäume
An der Engstelle zwischen den beiden Plätzen steht ein Schnurbaum. Er ist prägend für den Ort und unbedingt erhaltenswert. Ein entsprechendes Baumgutachten ist Teil der Auslobung. Desweiteren befindet sich ein kon­ zeptabhängig erhaltenswerter Götterbaum am Übergang zwischen zu­ künftiger Platzfläche und Enckestraße.
2�6�3
Straßenbäume an der Lindenstraße
Zwischen der Oranienstraße und der Einmündung der Markgrafenstraße wird die Lindenstraße beidseitig durch Straßenbäume entlang der Gehsteige begleitet. Zusätzlich weist der begrünte Mittelstreifen eine relativ dichte Bepflanzung mit Gehölzen auf. Im Bereich zwischen dem Kollegiengebäude und der zukünftigen Platzfläche löst sich die Bepflanzung auf. Hier befinden sich nur drei Lindenbäume.
2�7�1
Realisierungsteil: Die zu beplanende Fläche ist im Besitz des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Durch den neuen Zuschnitt der Platzflächen und der Neubeplanung der Flächen des Blumengroßmarktes werden die Flurstücksgrenzen verändert. Die zukünftigen Platzflächen umfassen Teile der Flurstücke 832, 704 und 830. Ideenteil: Der Besselpark setzt sich aus den Flurstücken 582, 751, 752, 748 und 823 zusammen. Ergänzt wird der Besselpark durch einen Teil des Flurstücks 830, das bis vor kurzem von der Berliner Großmarkt GmbH als Park- und Abstellfläche genutzt wurde. Die Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower von John Hejduk besteht aus dem Flurstück 768. Der Besselpark und die Grünfläche an der Besselstraße sind öffentliche Parkanlagen des Bezirks FriedrichshainKreuzberg. Die Enckestraße mit dem Flurstück 443/2 und die Lindenstraße mit dem Flurstück 427 sind öffentliches Straßenland des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.
2�7�2
Um die Fertigstellung der Platzflächen zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Akademiegebäudes im Oktober 2011 sicherzustellen, werden die Berliner Wasserbetriebe parallel zum Wettbewerbsverfahren mit der Entwässerungsplanung für die Stadtplätze beauftragt. Eine entsprechende Höhenkonzeption mit Angaben zu Entwässerungs­ punkten und Gefällen wurde vom Büro bbzl erstellt und ist mit dem Tiefbau-amt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg und den Berliner Wasserbetrieben abgestimmt. Das Konzept ist beim Entwurf der Platzanlage verbindlich zu berücksichtigen.
2�7�3
Die Flächen im engeren Wettbewerbsgebiet und die Ergänzungsfläche des Besselparks waren vor der Umlegung überwiegend Teil des Grundstücks des Blumengroßmarktes. In diesen Bereichen liegen Trinkwasser-, Schmutzwasser-, Abwasser- und Elektroleitungen zur Versorgung der Halle. Die veränderte Leitungsführung zur Entsorgung der Akademie wird vom Büro bbzl mit den Berliner Wasserbetrieben abgestimmt und ist bei der Umsetzung der Platzanlage zu berücksichtigen. Die Neuplanung der Leitungen der Platzentwässerung liegt bei den Berliner Wasserbetrieben. Die Lage der Leitungen wurde nachrichtlich aus Unterlagen der Großmarkt GmbH übernommen. Die Dokumentation der Leitungsführung ist nicht vollständig. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere, nicht dokumentierte Leitungen vorhanden sind.
2�7�4
Skulptur Niemand
Im Bereich der Baumgruppe an der Lindenstraße befindet sich die 1990 entstandene Stahlskulptur ‚Niemand’ des israelischen Künstlers Micha Ullmann. Sie soll an dem Standort erhalten bleiben und in den Platzentwurf integriert werden.
2�7�5
Preußischer Nullpunkt
Wie bereits unter dem Punkt 2.2.2 beschrieben, stand in Fortsetzung der Enckestraße bis 1913 die zweite Berliner Sternwarte. Der Enckestraße zugewandt, war im Nordpfeiler des Gebäudes der Preußische NormalHöhenpunkt eingefügt. Der Messpunkt ist von besonderer historischer Bedeutung und soll auf dem Enckeplatz markiert werden. Die Lage des Nullpunktes und eine um­ fangreiche Beschreibung der historischen Anlage ist Teil der Wettbewerbsunterlagen.
Ideenteil Besselpark
Der 1987 prämierte Wettbewerbsbeitrag von Halfmann, Zillich und Liefke für den Besselpark war abgestimmt auf die städtebaulichen Vorgaben der IBA (vgl. Auslobung Pkt. 2.2.5 und Abbildung 27). Aufgrund von ver­ änderten Rahmenbedingungen mußte der Entwurf Anfang der 1990er Jahre angepasst werden. Er wurde ab 1995 nur in Teilen umgesetzt. Die Entwurfsbeschreibung ist den Auslobungsunterlagen in digitaler Form bei­ gefügt. Der Entwurf lehnt sich strukturell an das orthogonale Gerüst der Friedrich­ stadt an. Die südwestliche Parkecke wird entlang der Friedrichstraße durch einen Kastanienhain besetzt, die südöstliche entlang der Markgrafenstraße befindliche Ecke durch einen Birkenhain. Langgestreckte Heckenkörper aus Hainbuchen, Liguster und Taxus fassen die Parkränder entlang der Grundstücksgrenzen ein. Eine zweireihige Baumreihe begleitet die Besselstraße auf beiden Seiten. Abweichend von der ursprünglichen Planung wurde das Kitagebäude nach den Plänen des Hochbauamtes Kreuzberg realisiert. Es liegt an der Ecke Markgrafenstraße/Besselstraße. Die nördlich der Besselstraße angrenzenden Grünflächen vor dem Kreuzberg-Tower und dem Druckgrafischen Zentrum wurden im Rahmen der IBA Planung ursprünglich für den Besselpark freigehalten. Die Planung sah dazu eine Verlegung und Begradigung der Besselstraße vor. Durch den Beibehalt der Straße bleiben diese Flächen von der Hauptfläche des Parks getrennt. Die in Ost-West Richtung verlaufende Wegeverbindung zwischen Friedrichstraße und Markgrafenstraße blieb unvollständig, da ein dazu vorgesehenes Grundstück weiter vom Blumengroßmarkt genutzt wurde.
Abb.44 Angepasste Planung zum Besselpark 1995, Halfmann, Zillich
Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Teil 3 Wettbewerbsaufgabe
Teil 3 Wettbewerbsaufgabe 3�1 Übergeordnete Zielsetzung
Das Areal des Blumengroßmarktes war über Jahrzehnte nicht öffent­ lich zugänglich. Mit der städtebaulichen Neuordnung des Areals um den ehemaligen Blumengroßmarkt bietet sich die Chance, die Fläche in das umgebende Stadtgefüge zu integrieren und wichtige stadträumliche Verknüpfungen wieder zu gewinnen. In unmittelbarer Nähe zur Akademie des Jüdischen Museums Berlin ge­ legen, soll ein gemischtes Quartier mit kulturellem Schwerpunkt entwi­ ckelt werden. Der Bebauungsplan sieht dazu zwischen Besselpark und Lindenstraße eine Neubebauung vor sowie eine Platzfolge, die sich zum gegenüberliegenden Ensemble aus Kollegienhaus und Libeskind-Bau und zum Besselpark hin öffnet. An den Platzrändern sind Läden, Restaurants und Cafés vorgesehen. Sie ergänzen die eher introvertierte AkademieNutzung und beleben die Platzflächen. Die geplante Platzfolge bildet im Rahmen der Maßnahmen zum Sanierungsgebiet südliche Friedrichstadt einen wesentlichen Baustein zur Aufwertung des öffentlichen Raums. Gleichzeitig inszeniert und verknüpft sie die beiden Standorte des Jüdischen Museums. Der Platzentwurf muss sowohl den stadträumlichen Randbedingungen als auch dem besonderen Stellenwert des Standortes gerecht werden. In diesem Zusammenhang sind auch Ideen zu entwickeln, um die Qualität der angrenzenden Räume zu verbessern. Dazu gehören der Besselpark einschließlich der Fläche vor dem Kreuzberg-Tower von John Hejduk sowie der Querungsbereich der Lindenstraße.
Zielsetzung Realisierungsteil
Die geplante Platzfläche liegt an der Grenze zwischen der südlichen Friedrichstadt und der Köpenicker Vorstadt / Luisenstadt. Die beiden Stadtbereiche unterscheiden sich voneinander durch ihr Ordnungsmuster und ihren Entstehungsprozess (vgl. dazu 2.2). Der Zuschnitt der Platzfläche berücksichtigt diese stadtstrukturellen Randbedingungen. Durch die Lage des Hallenbaus in Beziehung zu den nördlich angren­ zenden Grundstücken entsteht in der Platzmitte eine Engstelle, die die Platzfläche teilt. Am Übergang zwischen den beiden Platzhälften schwenkt die nördliche Bauflucht ein, um das Kollegiengebäude und den LibeskindBau als gegenüberliegende Platzwand einzubeziehen. Der geplante Platzraum setzt das barocke Kollegiengebäude als historisches Zeugnis der Friedrichstadt in den Mittelpunkt der bestehenden und der neuentste­ henden räumlichen Beziehung. Gleichzeitig inszeniert er die ehemalige Großmarkthalle mit ihren charakteristischen Vordächern. Bei der Gestaltung der Platzflächen sind die beschriebenen räum­ lichen Randbedingungen, insbesondere die Proportionen des geplanten Stadtraumes und die beabsichtigten Wege- und Sichtbeziehungen zu be­ rücksichtigen.
Neben der geplanten Randbebauung sind die Fassaden der ehemaligen Großmarkthalle als prägnante Platzkanten ebenso einzubeziehen, wie der Eingangsbau zur Akademie. Auf der zukünftigen Platzfläche befinden sich eine Reihe von Elementen. Dazu gehören: der gekippte und mit einem Einschnitt versehene Eingangskubus zur Akademie, die Stahlskulptur ‚Niemand‘ von Micha Ullmann, sowie die vorgesehene Kennzeichnung des Preussischen Höhenpunktes.
Die beschriebenen Elemente entfalten eine eigenständige räumliche Wirkung. Sie sind angemessen in die Platzfläche zu integrieren. Entsprechend der beabsichtigten Nutzungsmischung sind in den Erdgeschoßbereichen der Randbebauung Nutzungen vorgesehen, die die Platzfläche beleben. Dazu gehören neben Läden insbesondere gastrono­ mische Betriebe wie Cafés oder Restaurants. Die davorliegenden Flächen sollen eine Erweiterung dieser Nutzungen in den öffentlichen Raum er­ möglichen. Sie sollen entsprechend offen und multifunktional bespielbar ausgebildet werden. Zusätzlich ergeben sich eine Reihe von Anforderungen aus dem Sicherheitskonzept des JMB, aus der verkehrlichen Anbindung der Akademie sowie aus den Ansprüchen der Feuerwehr. Sie sind entwur­ flich angemessen zu berücksichtigen, sollen die Platzfläche aber nicht dominieren. (vgl. auch Auslobung 3.5 Nutzung und Ausstattung und 3.6 Sicherheit)
3�2�1
Die Baumgruppe an der Lindenstraße diente ursprünglich als Sichtschutz vor der Blumengroßmarkthalle. Sie ersetzt die fehlende räumliche Fassung der Lindenstraße. Mit der Neuordnung des Areals um den Blumengroßmarkt sind veränderte städtebauliche Ziele zu berücksich­ tigen. Die geplante Platzfläche dient als Verbindungselement zwischen Friedrichstraße und Lindenstraße. In diesem Zusammenhang wesent­ lich ist die Sichtbeziehung zum barocken Kollegiengebäude sowie die Inszenierung der Eingangsfassade des Akademiegebäudes des JMB. Diese Ziele werden in der Untersuchung zum Sanierungsgebiet und in der Begründung zum Bebauungsplan VI-150d-2b unterstrichen. Der Haincharakter der Baumgruppe steht im Widerspruch mit den städ­ tebaulichen Zielen und soll nicht erhalten bleiben. Der Auslober erwar­ tet eine konstruktive Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Anforderungen. Gleichwohl ist der Erhalt von Bäumen mit größerem Kronendurchmesser anzustreben. Bei Fällungen sind innerhalb des Wettbewerbsumgriffs Vorschläge für Ersatzpflanzungen anzugeben.
Im Bereich der nördlichen Platzwand befindet sich ein hochgewachsener Schnurbaum. Der Baum hat einen ausgeprägten Habitus und ist aus stadt­ gestalterischer Sicht erhaltenswert. Ein entsprechendes Gutachten zur Vitalität und Standsicherheit des Baums ist der Auslobung beigefügt. Der Baum soll in die Platzgestaltung integriert werden. Bei seiner Einbindung in die Platzfläche ist zu berücksichtigen, das der Stammfuß des Baums etwa 10 cm über dem geplanten Platzniveau liegt. Desweiteren befindet sich ein erhaltenswerter Götterbaum am Übergang zwischen der zukünf­ tigen Platzfläche und der Enckestraße. Sein Erhalt ist konzeptabhängig zu prüfen.
3�2�2
Der Preußische Normal-Höhenpunkt
In Fortsetzung des Straßenzugs Charlottenstraße / Enckestraße stand zwischen 1835 und 1913 die zweite Berliner Sternwarte. Zu den bedeu­ tensten astrologischen Forschungsergebnissen des Instituts gehörte u.a. die Entdeckung des Planeten Neptun. Auf den Stellenwert der Sternwarte wird künftig durch ein Zitat an der Akademiefassade hingewiesen. Am Nordflügel der Sternwarte befand sich der Preußische NormalHöhenpunkt. Als wichtiger Bezugspunkt im preußischen Vermessungs­ wesen war er mit Hilfe einer aufwändigen Konstruktion in das Gebäude eingefügt. Der historische Standort soll auf geeignete Weise gestaltet und sichtbar gemacht werden. Ergänzende Unterlagen sind der Ausschreibung als Anhang beigefügt.
Zielsetzung Ideenteil
Der Ideenteil besteht aus drei Teilbereichen. Dazu gehören der Besselpark, die angrenzende Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower von John Hejduk sowie der Übergangsbereich der Lindenstraße zwischen der geplanten Platzfläche vor der Akademie des Jüdischen Museums und dem Ensemble aus Kollegiengebäude und Libeskind-Bau.
3�3�1
Der Entwurf zum Besselpark bezog sich auf Randbedingungen der IBA Planungen zum Block 606, die teilweise nicht umgesetzt worden sind. Dazu gehören: die geplante Verlegung der Besselstraße in nördlicher Richtung, der Rückbau der Enckestraße sowie der nicht umgesetzte Entwurf zur Kita als ‚Insel im Park‘ von Christoph Langhoff.
Durch seine unvollständige Umsetzung und den teilweise eingeschnür­ ten und verkleinerten Zuschnitt weist der Park verschiedene räum­ liche und gestalterische Defizite auf. Die ursprünglich vorgesehenen Wegeverbindungen in Ost-West Richtung sind nicht durchgängig. Zwischen Charlotten- und Hedemannstraße ist ein diagonaler Trampelpfad entstan­ den. Von den ursprünglich geplanten Elementen zur Schwerpunktsetzung in der Parkfläche fehlt das Wasserbecken im Zentrum des großen Baumhains. Bestehende Aufstellbereiche für Kunstwerke und Skulpturen
im westlichen Parkbereich wurden nicht belegt.
Die geplanten Änderungen im Umfeld der Großmarkthalle bieten die
Chance, die beschriebenen räumlichen und funktionalen Mängel zu be­ heben. Der Besselpark erhält an seiner Südseite eine bauliche Fassung,
die voraussichtlich über einen vorgelagerten Stichweg erschlossen
wird. Entlang der Enckestraße wird der Park um eine Fläche von ca.
2000 m2 vergrößert.
Im Rahmen des Ideenteils sollen Vorschläge entwickelt werden, die den
Besselpark aufwerten. Dabei soll die ursprüngliche Parkkonzeption von
Halfmann Zillich und Liefke berücksichtigt und sinnvoll weiterentwickelt
werden. Weiterführende Ideen zur Verbesserung der Qualität des Parks
sind willkommen. Dabei sind Realisierbarkeit und Pflegeaufwand zu be­ rücksichtigen
Unter Einbeziehung der inzwischen entstandenen Trampelpfade ist das
ehemals geplante Wegesystem im Park zu überdenken und an die neu­ en Rahmenbedingungen anzupassen. Zur Anbindung der Platzfolge an
der Akademie ist zusätzlich eine diagonale Wegeverbindung zwischen
Platzfläche und Friedrichstraße zu integrieren. In diesem Zusammenhang ist die Wegebeziehung zwischen den beiden Parkseiten zu vervoll­ ständigen. Ergänzend sind Lösungen zu erarbeiten, um die Teilung der Parkfläche abzumildern. Der bestehende Spielplatz auf der Westseite des Parks soll nicht überarbeitet werden. Seine stärkere Einbeziehung und Öffnung zum Park hin ist jedoch wünschenswert.
3�3�2
Grünfläche vor dem Kreuzberg-Tower von John Hejduk
Die Fläche zwischen der Besselstraße und dem Kreuzberg-Tower soll dau­ erhaft als öffentliche Fläche gestaltet werden. Unter Berücksichtigung ihrer Lage, ihres Zuschnitts und der Erschließungsfunktion ist für die Fläche ein angemessenes Gestaltungsthema sowie ein geeignetes Nutzungsangebot zu entwickeln. Derzeit befinden sich auf dem Grundstück drei Erschließungsflächen zu den rückgesetzten Gebäuden. Dazu gehören zwei Feuerwehrzufahrten sowie eine Tiefgarageneinfahrt im Osten zum Kreuzberg-Tower. Die Zufahrten erfolgen jeweils von der Besselstraße aus. Zu prüfen ist, ob eine Zusammenlegung und Bündelung der Erschließungsbereiche mög­ lich ist. Alternativ ist auch eine Anbindung der Tiefgaragenzufahrt an die Charlottenstraße zu untersuchen. Im Eckgebäude Friedrichstraße / Besselstraße befindet sich im Erdgeschoss ein gastronomischer Betrieb. Eine Öffnung dieser Nutzung in den Freiraum durch eine befestigte, multifunktional nutzbare Fläche ist denkbar.
3�3�3
Lindenstraße: Querung im Bereich des Jüdischen Museums
Die Lindenstraße im Bereich des Jüdischen Museum Berlin ist zur Zeit als zweispurige Straße mit einem Mittelstreifen ausgebildet. Eine verän­ derte Spuraufteilung sieht statt der zweiten KFZ-Spur eine Fahrrad-Spur vor. Die Breite der Straße bleibt dabei unverändert. Die im Teil 2 beschrie­ bene Planung des Büros Hoffmann-Leichter ist bereits in die digitalen Plangrundlagen eingearbeitet. Die Lindenstraße stellt mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen eine starke Barriere für Fußgänger und Radfahrer dar. Für die räumliche und funk­ tionale Verknüpfung zwischen der Akademie des Jüdischen Museums und dem gegenüberliegenden Museums-Ensemble ist eine sichere und komfortable Überquerung der Lindenstraße wesentlich. Zur Verbesserung der Querung ist eine Lichtsignalanlage am Übergang zwischen dem Kollegiengebäude und der Akademie geplant. Im Rahmen des Wettbewerbs ist dazu eine geeignete Stelle zu ermitteln. Bei der Positionierung der Anlage sind die Zufahrten zum Platz, die Kreuzung zur Markgrafenstraße und die Eingangsituationen zu beachten. Unter Berücksichtigung der Planung des Büros Hoffmann-Leichter ist es möglich, im Bereich der ge­ planten Querung eine Gehwegvorstreckung einzufügen. Zwischen dem baulich gefassten Platzraum um das Akademiegebäude und der Lindenstraße als eigenständigem Straßenraum ist zu unterscheiden. Gleichzeitig ist zu prüfen, wie die Barrierewirkung der Lindenstraße ge­ mindert und der Zusammenhalt zwischen Museum und Akademie gestärkt werden kann. Hierzu werden Vorschläge zu Belägen sowie zur Materialität und zu Oberflächen des Mittelstreifens und der Gehwegvorstreckungen erwartet. Auf dem Mittelstreifen zwischen der Akademie und dem Kollegiengebäude befinden sich drei Linden, zu denen im Konzept eine Aussage erwartet wird.
3�4�1
Die geplanten Platzflächen verbinden den Besselpark mit der Lindenstraße. Sie verlängern eine durch den Besselpark geplante Diagonale zur Friedrichstraße. Die Platzflächen sind für Passanten und Fahrradfahrer frei zugänglich. Dabei ist auf eine barrierefreie Erschließung zu achten. Das Akademiegebäude des Jüdischen Museums wird über die Zufahrt Enckestraße angeliefert. Die Fahrzeuge verlassen die Platzfläche über die südliche Abfahrt an der Lindenstraße. Die Bebauung entlang der nörd­ lichen Platzwand wird in einem begrenzten Zeitfenster über die Zufahrt Enckestraße angeliefert. Die Fahrzeuge verlassen die Platzfläche über die nördliche Abfahrt an der Lindenstrasse. Die Feuerwehr erschließt die Platzfläche über die nördliche Zufahrt an der Lindenstraße. Sie verlässt die Platzfläche über die Ausfahrt an der Enckestraße. Diese Erschließung ist mit der Berliner Feuerwehr abge­ stimmt. Feuerwehr und Anlieferung teilen sich eine gemeinsame Fahrspur. In Erschließungs-, Aufstell- und Anleiterbereichen sind Hindernisse zu vermeiden. Entsprechend den Anforderungen der Feuerwehr und der Berliner Stadtreinigung müssen die Beläge für die gesamte Platzfläche schwer­ last-befahrbar ausgebildet werden. Diese Anforderung ist in der Kostenschätzung zu berücksichtigen.
3�4�2
Die Eckestraße übernimmt Erschließungsfunktionen für die Akademie des Jüdischen Museums und für die Enckestraße 4a. Für das zukünftige Baufeld M1 besteht über die Enckestraße ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht. Entlang der Straße ist zukünftig kein ruhender Verkehr mehr vorgesehen. Das Abstellen von Fahrzeugen ist entsprechend zu unterbinden. Die Enckestraße teilt den Besselpark in zwei Abschnitte. Im Rahmen des Ideenteils sollen Vorschläge zur Integration der Straße in die Parkfläche bzw. zur Minderung ihrer Trennwirkung erarbeitet werden. Im Umgang mit der Straße sind zwei unterschiedliche Möglichkeiten denkbar: Die Enckestraße kann als historisches Fragment aufgefasst werden und als sol­ ches weitgehend erhalten bleiben. Alternativ kann das Straßenprofil mini­ miert werden, um ihre trennende Wirkung zurückzunehmen. Entsprechend ist die Beziehung zwischen Straße und Parkfläche anzupassen. Zur Sicherstellung der Erschließungsfunktion für die Anlieger muss die Fahrbahn eine Breite von 5 m aufweisen. Sie ist durch einen einsei­ tig geführten Fußweg von 2,5 m Breite auf der östlichen Seite zu er­ gänzen. Alternativ kann die Straße als Verkehrsmischfläche ohne eine Unterteilung in Fahrbahn und Gehsteig ausgebildet werden. Dabei sind die Fußgängerbereiche entsprechend zu sichern. Zusätzlich ist zu verhin­ dern, dass Randbereiche des Parks als Stellfläche genutzt werden.
Die Freiräume an der Akademie des Jüdisches Museum Berlin werden in Zukunft für Passanten und Touristen, für Anwohner, für Besucher und Beschäftigte des JMB zugänglich sein. In Ergänzung zur eher introver­ tierten Akademie-Nutzung sollen entlang der Randbebauung Geschäfte und Cafés die Platzflächen beleben. Die öffentliche Nutzung des Platzes ist ein wichtiges Anliegen sowohl seitens des Bezirks als auch seitens des Jüdischen Museums. Grundsätzlich werden Gestaltungskonzepte erwar­ tet, die die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen erfüllen, gleichzeitig aber den eher kleinen Zuschnitt der Platzflächen berücksichtigen. Die gewählten Materialien sollten pflegeleicht, möglichst robust und in Kosten sowie der Unterhaltung dem Ort angemessen sein. Auf den Platzflächen ist ein ausreichendes Angebot an Sitzgelegenheiten und Bereichen zum Aufenthalt vorzusehen. Dazu gehören auch Bänke mit Rückenlehne. Ein Minimum an Abfallbehältern ist zu berücksichtigen. Aus Kostengründen ist auf Wasser- und Brunnenelemente zu verzichten. Die Elemente des Anfahrschutzes können als Stadtmöbel ausgebildet werde. Sie müssen dazu den angegebenen Sicherheitsanforderungen entspre­ chen (siehe dazu auch Punkt 3.6.1).
Entlang der Lindenstraße bestehen 80 Kreuzberger Bügel (160 Fahrradstellplätze). In ihrer jetzigen Anordnung riegeln sie die künftige Platzfläche stark ab. Die Anzahl der Stellplätze deckt den Gesamtbedarf des Jüdischen Museums Berlin und der Akademie ab und soll erhalten bleiben. Im Realisierungsteil ist die genannte Stellplatzzahl nachzuwei­ sen. Eine sinnvolle und räumlich verträgliche Gruppierung der Stellplätze in Bezug auf Wegebeziehungen und Eingangsbereiche ist zu finden. Unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Nutzergruppen sollen die Stellplätze neu geordnet und an geeigneten Standorten gebündelt werden. Aus Sicherheitsgründen ist ein Mindestabstand zum Akademiegebäude von mindestens 3 m einzuhalten. Am Eingangskubus können keine Radstellplätze angeordnet werden. Zu den Anforderungen an Radstellplätze hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung im März 2008 den Leitfaden ‚Fahrradparken in Berlin - Leitfaden für die Planung’ herausgegeben. Die Broschüre ist den Auslobungsunterlagen in digitaler Form beigefügt.
Für den Akademie-Bau des Jüdischen Museums Berlin bestehen be­ sondere Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit. Die nachfolgend zu­ sammengestellten Maßnahmen sind Teil eines Gesamtkonzepts zur Sicherheit des Gebäudes. Sie sind mit dem Landeskriminalamt Berlin und der Sicherheitsabteilung des Jüdischen Museums Berlin abgestimmt. Die Anforderungen sollen gestalterisch und räumlich in den Platzentwurf inte­ griert werden.
3�6�1
Zufahrt- und Anfahrschutz
Die Befahrung der Plätze erfolgt nur kontrolliert. Für die Anlieferung der Akademie und die Feuerwehrzufahrt sind Zu- und Abfahrten geplant, die jeweils mit versenkbaren Pollern gesichert werden. Ergänzend sind entlang der Platzränder zur Lindenstraße und zur Enckestraße robuste Sicherungselemente als Anfahrschutz vorzusehen. Die Standorte für die Poller und den Anfahrschutz sind in einer schematischen Zeichnung zu­ sammengestellt, die der Auslobung beigefügt ist. Die Elemente des Anfahrschutzes sind Teil des Platzentwurfs und sol­ len sich möglichst selbstverständlich in den Platzraum einfügen. Als Teil der Platzmöblierung können sie Aufenthaltsfunktionen übernehmen. Eine Übertragung der Elemente auf die Vorbereiche des Kollegiengebäudes soll im Ideenteil nachgewiesen werden. Wesentlicher Zweck des Anfahrschutzes ist es, ein Durchbrechen durch schnellfahrende Fahrzeuge zu verhindern. Die entsprechenden Elemente müssen dazu folgende Bedingungen erfüllen: Sie müssen einzeln den Anprall eines schnellfahrenden Fahrzeugs absorbieren. Mögliche Mittel dazu sind eine massive Ausführung oder eine entsprechende konstruktive Ausbildung bzw. Fundamentierung. Straßenseitig müssen die Elemente eine durchgängige Bauhöhe von 80 cm aufweisen. Auf der straßenabgewandten Seite ist eine Profilierung oder Abstufung möglich. Der lichte Abstand zwischen den Elementen darf 1,35 m nicht über­ schreiten. Ihre Anordnung kann gegeneinander versetzt erfolgen. Es muss keine Reihe gebildet werden. Die Elemente für den Anprallschutz müssen je nach Standort einer von LKA Berlin vorgeschriebenen Anprall-Last standhalten. Ein Nachweis dazu ist für den Wettbewerb nicht erforderlich.
Das Sicherheitskonzept der Akademie sieht eine Kameraüberwachung und eine Alarmbeleuchtung für das Akademie-Gebäude vor. Die Kamera­ überwachung beschränkt sich auf den Eingangsbereich des AkademieGebäudes, die Fassaden und den Bereich der Senkpoller an der Zufahrt Enckestraße.
Darüber hinaus gehende Bereiche, insbesondere die Flächen des Stadtplatzes und die angrenzenden privaten Freiflächen werden nicht durch Kameras erfasst. Eventuell durch den Kameraradius miterfasste Bereiche werden abgeblendet. Die Überwachungskameras sind an Masten montiert. Dazu sind in den Randbereichen des Stadtplatzes drei Standorte vorgesehen. Die Positionen werden durch das Sicherheitskonzept des Jüdischen Museums festgelegt und können nur minimal verändert werden. Standorte und Spielräume zur Anpassung sind in der CAD- Grundlage dargestellt. Die Kameras wer­ den in einer Höhe von 4 m montiert. Eine Kombination von Kamera- und Lichtmasten ist möglich. Im Sicherheitskonzept wird eine Mindestbeleuchtungsstärke von 3 Lux für die Platzfläche gefordert. Außerdem ist eine bei Bedarf zuschaltbare, tem­ poräre Alarmbeleuchtung vorgesehen. Die Lichtgestaltung des Platzes muss die Integration dieser Anforderungen zulassen. Darüber hinaus ge­ hende detailliertere Aussagen zu diesen Sicherheitsmaßnahmen werden im Rahmen des Wettbewerbs nicht erwartet.
3�6�3
Für eine bessere Einsicht über das Gelände müssen die Bäume im Bereich der Lindenstraße bis zu einer Höhe von 3,0 m aufgeastet werden. Die Bäume ersetzen nicht die Anfahrschutzfunktion für die Platzfläche.
Das Jüdische Museum Berlin plant die Eröffnung der Akademie im Oktober 2011. Seitens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg wird eine zeitgleiche Eröffnung der Platzfläche angestrebt. Vor dem Hintergrund der angespannten Situation der öffentlichen Haushalte legt der Auslober besonderen Wert auf kostengünstige und wirtschaftliche Lösungen, insbesondere hinsichtlich der Pflege- und Unterhaltskosten. Im Rahmen des A-Bau-Vertrags des Landes Berlin sind die Kosten als Beschaffenheit des Werkes verbindlich einzuhalten. Für die Herstellung der Stadtplätze ist voraussichtlich eine Nettobausumme von 1.218.000 Mio EUR vorgesehen. Nicht darin enthalten sind 19% Umsatzsteuer, 5% für Unvorhersehbares sowie 15% Planungskosten. Dieser Kostenrahmen ist als Obergrenze gesetzt und kann nicht überschrit­ ten werden. Eventuell zusätzlich anfallende Kosten für Altlastenbeseitigung und Munitionsbergung oder für bodendenkmalpflegerische Grabungen sind nicht im Kostenrahmen enthalten. Für den Ideenteil erwartet der Auslober ökonomische, kostengünstige Gestaltungsvorschläge, die in erster Linie den Bestand qualifizieren und nicht von seiner vollständigen Überformung ausgehen.
Konzept Leitidee und Grundstruktur Einbindung in das bestehende und das geplante städtebauliche Umfeld Raumbildung und Verknüpfung, Berücksichtigung von Sichtbeziehungen Orientierung und Erschließung Flexibilität
Gestaltung Gestaltqualität Material und Möblierung Vegetation
Nutzungen räumlich-gestalterische und räumlich-funktionale Planung unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Nutzungsgruppen Berücksichtigung und konzeptionelle Integration der Sicherheitsanforderungen Nutzbarkeit ohne Barrieren
Realisierbarkeit Einhaltung verbindlicher Vorgaben Einhaltung des Kostenrahmens Wirtschaftlichkeit im Bezug auf Folgekosten zur Pflege und Unterhaltung
Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin / Teil 4 Anhang
Teil 4 Anhang 4�1
4�1�1 -
Die vorliegende Auslobung als pdf-Datei (300 dpi) fajb_auslobung.pdf
4�1�2
Arbeitsplan auf Basis der ALK als CAD-Datei in verschiedenen Da­ teiformaten (maßstabsunabhängig) und als PDF-Datei (im angegebenen Maßstab) - fajb_arbeitsplan.dxf (1:1000) - fajb_arbeitsplan.dwg (1:1000) - fajb_arbeitsplan.pdf (1:1000)
Ausschnitt Planwerk Innenstadt (3D-Modell) in bearbeitbarer Form als DXF-Datei, DWG-Datei (AutoCAD) und als PLA-Datei (ArchiCAD) - fajb_planwerk_innenstadt_3d.dwg - fajb_planwerk_innenstadt_3d.dxf - fajb_planwerk_innenstadt_3d_ac7.pla (ArchiCAD 7) - fajb_planwerk_innenstadt_3d_ac9.pla (ArchiCAD 9) Hinweise zur digitalen Arbeitsunterlage 3d Innenstadt - keine Darstellung der Topografie - die Gebäude sind stark vereinfacht - die Höhe der Gebäude kann von der Realität abweichen
4�1�3
Informationspläne (1:1000)
Luftbild (Stand 2009) als tif-Datei - fajb_luftbild_1000_600dpi.tif Bebauungsplan Entwurf Nr. VI-150d-2b als pdf-Datei - fajb_VI-150d-2b_stand_2010_08_06.pdf Informationspläne CAD als PDF-Dateien - fajb_01_wettbewerbsgebiet.pdf - fajb_02_sicherheit.pdf - fajb_03_feuerwehr.pdf - fajb_04_anlieferung_umfahrung.pdf - fajb_05_entwaesserung_hoehen.pdf - fajb_06_gehoelze_realisierungsteil.pdf Verkehrsplanung Lindenstraße Hoffmann+Leichter - fajb_planung_lindenstrasse_bl_2_6.pdf - fajb_planung_lindenstrasse_bl_3_6.pdf
(1:1000) (1:1000) (1:1000) (1:1000) (1:1000) (1:1000)
(1:250) (1:250)
Umbau Großmarkthalle Daniel Libeskind Architekten - fajb_JMBA_100_AAN_00_NoSuO_e-.pdf - fajb_JMBA_100_AAN_00_NoSuO_e-.dwg
(1:100) (1:100)
4�1�4
Konzept Städtebau bbzl - böhm benfer zahiri - fajb_staedtebaukonzept_bbzl.pdf Südliche Friedrichstadt - Arbeitsbericht Strategien für den Kreuzberger Teil der historischen Mitte von Berlin - fajb_broschuere_suedliche_friedrichstadt.pdf Vorbereitende Untersuchung Sanierungsgebiet Mehringplatz/ Blücherstraße; Dubach Kohlbrenner - fajb_vu_mehringplatz_bluechertrasse_2010.pdf Fahrradparken Berlin-Leitfaden für die Planung - fajb_leitfaden_fahrradparken.pdf Baumgutachten Schnurbaum - fajb_gutachten_schnurbaum.pdf - fajb_gutachten_schnurbaum_messung.pdf Begutachtung Baumgruppe Lindenstraße - fajb_baumbestand_lindenstrasse_plan.pdf - fajb_baumbestand_lindenstrasse.pdf Entwurfsbeschreibung zum Besselpark - fajb_besselpark_entwurfsbeschreibung.pdf - fajb_besselpark_beitrag_wbw.pdf - fajb_besselpark_ueberarbeitung_1995.pdf Informationen zur Königlichen Sternwarte und zum Preußischen Nullpunkt - fajb_01_ansicht_sueden.pdf - fajb_02_ansicht_enckeplatz.pdf - fajb_03_grundriss_schnitt.pdf - fajb_04_ansicht osten.pdf - fajb_05_ansicht_sued_osten.pdf - fajb_06_ansicht_norden.pdf - fajb_07_lageplan.pdf - fajb_08_sternwarte_lageplan_cad.pdf - fajb_09_geschichte_astronomie_berlin.pdf - fajb_10_normalhoehenpunkt_beschreibung_1.pdf - fajb_11_normalhoehenpunkt_beschreibung_2.pdf - fajb_12_rave_sternwarte.pdf - fajb_13_tafel_normalhoehenpunkt_1_3.pdf - fajb_14_tafel_normalhoehenpunkt_6_7.pdf - fajb_15_zbbauverw_1916_041_seite_1und7.pdf - fajb_16_normalhoehenpunkt_1.jpg
4�1�5
Fotodokumentation historisches Bildmaterial Zusammenstellung der in der Auslobung enthaltenen Abbildungen - 1685_stadtkarte_berlin.jpg - 1747_schmuckplan_schleuen.jpg - 1748_stadtkarte_schmettau.jpg - 1840_stadtoform.jpg - 1856_stadtkarte_sineck.jpg - 1888_stadtkarte_liebenow.jpg - 1910_sternwarte1.tiff - 1910_sternwarte2.tiff - 1910_straubeplan.jpg - 1933_enckestrasse_foto.jpg - 1940_stadtkarte.jpg - 1943_luftbild.jpg - 1954_luftbild.jpg - 1958_scharoun_wils_ebert.jpg - 1965_flaechennutzungsplan.jpg - 1984_iba plan.jpg - ueberlagerung_1748.jpg - ueberlagerung_1856.jpg - ueberlagerung_1879.jpg - ueberlagerung_1910.jpg - ueberlagerung_1970.jpg - ueberlagerung_1990.jpg
4�1�6
Verfassererklärung (pdf-Datei) - fajb_verfassererklaerung.pdf Nutzungserklärung Kartengrundlagen - fajb_nutzungsvereinbarung_cad_daten.pdf Formblatt Kostenermittlung (statt 000000 - sechsstellige Tarnnummer voranstellen) - 000000_Formblatt_Kostenermittlung.xls
Puttkamerst
Spielplatz Bessel Park
Informationspläne CAD
raße Markgrafenst
aße Hedemannstr
ruh en de rV erk
Lin de ns tr
er V erk
er Verk
en-Prome Rahel-Varnhag
Kein ru
Ideenteil Markierung neue Spuraufteilung Lindenstraße
de ann-Promena E.T.A.-Hoffm
Wettbewerb 'Freiräume an der
Akademie Jüdisches Museum Berlin'
01 Wettbewerbsgebiet
M 1:1000 (Verkleinerung)
raße Puttkamerst
Standort Mast
Bereich Zufahrt
Rahel-Varnhag
en-Promenad
Zaunanlage mit Tor und Drehkreuz Bereich Anfahrschutz Standort Mast
Bereiche Senkpoller
Bereiche Anfahrschutz
Zaunanlage Akademie JMB Mastenstandorte Kamera und Beleuchtung
Wettbewerb 'Freiräume an der Akademie Jüdisches Museum Berlin'
02 Sicherheit
Markgrafenst raße
ann-Prom E.T.A.-Hoffm
Zufahrt und Aufstellfläche Feuerwehr
03 Feuerwehraufstellflächen
emannstraße
E.T.A.-Hoffm
ann-Promena
04 Anlieferung und Umfahrung
35.35 35.30 35.15 35.22 35.30 35.30 35.18 35.20 35.35 35.30 35.22 35.15 35.19 35.24 35.30 35.30 35.35 35.40 35.30
35.24 35.20 35.13
35.28 35.45 35.19 35.07 35.09 34.97 34,99 34.87 34.89
35.40 35.45
35.50 35.17 35.50 35.50 35.29
35.34 35.50
34.74 34.80 34.80 35.15 35,08
OKF 35.70 35.55 35.41 35.55 35.31 35.55
35.04 34.91 34.80
35.34 35.18 34.75 34.80 35.32 35.1835.09 35.26 34.92
34.88 34.80
ann-Pr E.T.A.-Hoffm
05 Schema Entwässerung / Gefälle
(in Abstimmung) M 1:1000 (Verkleinerung)
raß Puttkamerst
stra Bessel
Hedemannstr
5 4 8 J7 6 10 9 13 12 11 15 18 J 17 14
Schnurbaum (s. Anlage 04/06)
20 19 22 21 25 24 23 26
enRahel-Varnhag
Baumgruppe Lindenstraße (s. Anlage 04/07) 5 Baumnummer
Bäume ausserhalb BaumSchVO
06 Gehölze Realisierungsteil
Bessel-
Encke-
15 16 10 02 09 03
04 25 08 17 18 26 07
E.T.A.-Hoffma
27 nn-
Architekt Daniel Libeskind AG; Konzept Bildungs­ akademie des Jüdischen Museums Berlin, Stand 10.11.2008 Architekt Daniel Libeskind AG; Konzept Bildungs­ akademie des Jüdischen Museums Berlin, Stand 16.01.2009 Bauausstellung Berlin GmbH (Hrsg.); Städtebaulicher Rahmenplan Südliche Friedrichstadt Berlin, Kreuzberg: Arbeitsbericht, Berlin 1984 Berlinische Galerie (Hrsg.); Hauptstadt Berlin - Internationaler städte­ baulicher Ideenwettbewerb 1957/58, Berlin 1990 Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg; Ingenieurgruppe Steinbrecher + Partner; Ergebnisbericht, Workshopreihe Areal Blumengroßmarkt südliche Friedrichstadt, Berlin 2008 Dubach, Kohlbrenner; Vorbereitende Untersuchung Sanierungsgebiet Mehringplatz/Blücherstraße, Stand März 2010 DVW Berlin-Brandenburg e.V. - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement­ Fuhrer, Heinz; Feldmessen und Kartographie, Gotha 1998 Herrmann, Dieter B, Hoffmann, Karl-Friedrich; Die Geschichte der Astronomie in Berlin, Berlin 1998 Kleihues, Josef Paul (Hrsg.); Schriftenreihe zur Internationalen Bauausstellung Berlin 1984/87 - Die Neubaugebiete - Dokumente Projekte / Südliche Friedrichstadt, Stuttgart 1987 Kohlstock, Peter; Kartographie, Paderborn 2004 Rave, Paul Ortwin (Hrsg.); Karl-Friedrich Schinkel - Berlin - dritter Teil - Bauten für Wissenschaft, Verwaltung, Heer, Wohnbau und Denkmäler; Deutscher Kunstverlag Berlin; Erweiteter Nachdruck 1981 Schulz, Günther; Die ältesten Stadtpläne Berlins, Weinheim 1986 Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen (Hrsg.); Projekt Mehringplatz, Berlin 1993 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung; Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg (Hrsg.); Südliche Friedrichstadt - Strategien für den Kreuzberger Teil der historischen Mitte von Berlin - Arbeitsbericht, Berlin 2007 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin; K5 Topographische Karten M 1:5000, Berlin 2001 Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin; Planwerk Innenstadt, Berlin 1999 Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz (Hrsg.), Referat für Öffentlichkeitsarbeit; Die städtebauliche Entwicklung Berlins seit 1650 in Karten, Berlin 1992 Torge, Wolfgang; Geschichte der Geodäsie in Deutschland, Berlin 2007
Alle Nutzungsrechte der hier genutzten Abbildungen verbleiben bei den jeweiligen Rechteeignern. Die Abbildungen wurden als Zitat nach §51 UrhG in die Untersuchung aufgenommen, um die Planungsgeschichte des Ortes zu illustrieren. Soweit nicht gesondert aufgeführt wurden die Abbildungen von bbzl - böhm benfer zahiri erstellt. Luftbild 2009 mit Umgriff Ideen- und Realisierungsteil; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Luftbildservice, 2009 Abb.2	 Lageplan Wettbewerbsbereich; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, K5 Topographische Karten M 1:5000, Berlin 2001 Abb.3 1748, Überlagerung Bestand 2008 - historische Karten; bbzl Abb.4 1856, Überlagerung Bestand 2008 - historische Karten; bbzl Abb.5 1879, Überlagerung Bestand 2008 - historische Karten; bbzl Abb.6 1910, Überlagerung Bestand 2008 - historische Karten; bbzl Abb.7 1940, Überlagerung Bestand 2008 - historische Karten; bbzl Abb.8 1990, Überlagerung Bestand 2008 - historische Karten; bbzl Abb.9 Stadtkarte Berlin 1685, Berlin - Plan Geometral de Berlin e des Environs; Landesarchiv Berlin, Kartenabteilung; Sign.: A 22 Abb.10 Karte von Berlin, 1748, Schmettau; in Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz Abb.11	 Abriss der Königlichen Residenz-Stadt Berlin, mit 29 Gebäudeansichten, 1747, I.D. Schleuen (Plan gesüdet); in Schulz, Günther; S.134 Abb.12 Karte von Berlin, 1856, Sineck; in Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz Abb.13 Karte von Berlin, 1888, Liebenow; in Bauausstellung Berlin GmbH; S.119 Abb.14		 Topografische Karte Berlin, um 1910, Straube; Landesarchiv Berlin, Kartenabteilung; Sign.:A_2012_2_III_F_Auss Abb.15	 Königliche Sternwarte, Nordseite; DVW Berlin-Brandenburg e.V. Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement Abb.16 Königliche Sternwarte, Grundriß; DVW Berlin-Brandenburg e.V. Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement Abb.17 Königliche Sternwarte, um 1910; TU Berlin Architekturmuseum Abb.18 Königliche Sternwarte, um 1910; TU Berlin Architekturmuseum Abb.19 Überlagerung historischer Standort - aktuelle Situation; Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, Fachbereich Vermessung; 09.09.2010 Abb.20 Luftbild 1943; Edition Panorama Berlin; alliierte Luftaufnahmen, Senatsverwaltung für Bauen, Wohnen und Verkehr Berlin Abb.21 Luftbild 1954; in Senatsverwaltung Bau- und Wohnungswesen; S. 10 Abb.22 Blick Enckestraße, 1933; Landesarchiv Berlin Abb.23 Wettbewerb Hauptstadt Berlin 1958, 3. Preis, Scharoun / Ebert; in Berlinische Galerie; S. 35 Abb.24 Flächennutzungsplan Berlin 1965; in Bauausstellung Berlin GmbH; S. 5 Abb.1
Abb.25	 Entwurf Mehringplatz Werner Düttmann, 1968; in Senatsverwaltung Bau- und Wohnungswesen; S. 12 Abb.26	 Städtebaukonzept IBA 1984, J.P. Kleihues, mit M. Baum, L. Brands, W. Stepp; in Kleihues, Josef Paul; S. 17 Abb.27 Besselpark, 1. Preis von J. Halfmann, C. Zillich und R. Liefke; in Kleihues, Josef Paul; S. 240 Abb.28	 Karte Handlungsschwerpunkte, Arbeitsbericht ‚Südliche Friedrichstadt‘, 2006; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg Abb.29	 Ausschnitt Flächennutzungsplan; 2009; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abb.30	 Ausschnitt Planwerk Innenstadt; 2009; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Abb.31	 Ausschnitt Bereichentwicklungsplanung; 2005; Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Abb.32	 Blick vom Eingangsplatz zum Kollegiengebäude und dem Libeskind-Bau; 2010; bbzl Abb.33	 Blick Eingangsplatz und Akademiegebäude; 2010; bbzl Abb.34	 Lageplan städtebauliches Konzept Blumengroßmarkt; 2010; bbzl Abb.35	 Bebauungsplan VI-150d-2a, 2005; Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Abb.36	 Bebauungsplan Entwurf VI-150d-2b, Stand August 2010; Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Abb.37	 Grundriss Akademie Jüdisches Museum Berlin; Daniel Libeskind Architekten Abb.38 Perspektive Eingangskubus; Daniel Libeskind Architekten Abb.39 Perspektive Innenraum; atelier le balto Abb.40 Zeichnung Entwicklung Entwurf; atelier le balto Abb.41 Perspektive Innenraum; atelier le balto Abb.42 Perspektive Innenraum; atelier le balto Abb.43		 Bestandsanalyse Mängel und Defizite, Vorbereitende Untersuchung Sanierungsgebiet Mehringplatz/Blücherstraße; Dubach Kohlbrenner, Stand März 2010 Abb.44	 Angepasste Planung zum Besselpark 1995, Halfmann, Zillich; Grün Berlin - Gesellschaft für Freiraumgestaltung mbH
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/grundlagen/ aktuelle Bebauungspläne des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg http://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/verwaltung/org/ vermessung/b-plaene/index.html Stiftung Jüdisches Museum Berlin http://www.jmberlin.de/ Initiative Kunst- und Kulturquartier Südliche Friedrichstadt http://kreativ-quartier-berlin.de

References: § 9
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