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Timestamp: 2020-02-17 12:21:37+00:00

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Ver­an­las­sung zur Kla­ge | Rechtslupe
Veranlassung zur Klage
Ver­an­las­sung zur Kla­ge
Die beklag­te Par­tei kann allein schon dadurch zur Erhe­bung der Kla­ge Ver­an­las­sung geben, dass sie sich auf eine Leis­tungs­auf­for­de­rung der kla­gen­den Par­tei vor­pro­zes­su­al mit der Bit­te ein­lässt, sie nicht zu beläs­ti­gen, auch wenn die kla­gen­de Par­tei in ihrer Leis­tungs­auf­for­de­rung den Anspruch nicht näher dar­legt oder belegt und die beklag­te Par­tei im Vor­feld des Pro­zes­ses über das Vor­lie­gen der die Kla­ge begrün­den­den Umstän­de im Unkla­ren oder dar­über im Irr­tum war.
In dem hier vom Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart ent­schie­de­nen Fall ist der Beklag­te vor­pro­zes­su­al mehr­fach zur auch schon sei­ner­zeit durch­setz­ba­ren und fäl­li­gen Leis­tung auf­ge­for­dert wor­den 1. Er hat dar­auf nur ein­mal mit der Bit­te reagiert, ihn nicht zu beläs­ti­gen, und dabei erklärt, er habe mit der Sache nichts mehr zu tun, die Klä­ger soll­ten sich mit der Volks­bank in Ver­bin­dung set­zen.
Der Beklag­te hat damit nach Ansicht des OLG Stutt­gart Ver­an­las­sung zur Erhe­bung der Kla­ge gege­ben – mit der Fol­ge, dass nach erfolg­tem Aner­kennt­nis § 93 ZPO nicht anzu­wen­den und dem Beklag­ten die Kos­ten des Ver­fah­rens auf­zu­er­le­gen waren. Sein Ver­hal­ten vor Pro­zess­be­ginn gegen­über den Klä­gern war so, dass die­se bei ver­nünf­ti­ger Wür­di­gung aus ihrer objek­ti­vier­ten Sicht zu dem Schluss berech­tigt waren, sie wür­den ohne Beschrei­ten des Pro­zess­wegs nicht zu ihrem Recht kom­men 2.
Die­ses Ver­hal­ten berech­tig­te die Klä­ger ohne Wei­te­res zu dem Schluss, sie wür­den ohne Beschrei­ten des Pro­zess­wegs nicht zu ihrem Recht kom­men. Auf die Fra­ge, ob und ggf. in wel­chem Umfang und in wel­chen Gren­zen die kla­gen­de Par­tei gehal­ten ist, den von ihr spä­ter im Rechts­streit gel­tend zu machen­den Anspruch im Vor­feld des Pro­zes­ses dem Schuld­ner dar­zu­le­gen oder gar zu bele­gen, um den spä­te­ren Ein­wand der beklag­ten Par­tei aus­zu­schlie­ßen, sie habe zur Erhe­bung der Kla­ge im Sin­ne von § 93 ZPO nicht Ver­an­las­sung gege­ben 3, kommt es hier nicht an. Die erwähn­te Reak­ti­on des Beklag­ten auf ihre Leis­tungs­auf­for­de­run­gen konn­ten die Klä­ger bei ver­nünf­ti­ger Wür­di­gung aus ihrer objek­ti­vier­ten Sicht allein dahin ver­ste­hen, dass der Beklag­te unter kei­nen Umstän­den frei­wil­lig leis­ten wer­de. Am Beklag­ten war es zumin­dest, sich zunächst kon­kret zu dem Ver­lan­gen der Klä­ger zu äußern und die­se unter Benen­nung der aus sei­ner Sicht ggf. in Fra­ge ste­hen­den Gesichts­punk­te zur Dar­le­gung bzw. zum Beleg ihres Anspruchs auf­zu­for­dern 4, ihnen ggf. vor allem sei­ne etwai­gen Zwei­fel dar­über mit­zu­tei­len, ob sie ihre Ver­pflich­tun­gen aus dem Kauf­ver­trag bereits erfüllt hat­ten.
Ob der Beklag­te vor Pro­zess­be­ginn über das Vor­lie­gen von kla­ge­be­grün­den­den Tat­sa­chen im Irr­tum war, kann eben­falls dahin­ste­hen. Ein etwai­ger Irr­tum gin­ge zu sei­nen Las­ten 5, auf sein Ver­schul­den kommt es dabei nicht an 6.
Auf die Fra­ge, ob das Aner­kennt­nis des Beklag­ten ein sofor­ti­ges war, kommt es, weil der Beklag­te Ver­an­las­sung zur Kla­ge gege­ben hat, von vorn­her­ein nicht mehr an 7. Uner­heb­lich ist somit ins­be­son­de­re das – die Fra­ge, ob der Beklag­te Ver­an­las­sung zur Kla­ge gege­ben hat, zumin­dest unter den hier vor­lie­gen­den Umstän­den im Übri­gen ohne­hin nicht berüh­ren­de – Vor­brin­gen der Beschwer­de zu Inhalt und Ver­än­de­rung des von den Klä­gern gestell­ten Antrags. Es bedarf bei die­ser Sach­la­ge auch kei­ner wei­te­ren Aus­ein­an­der­set­zung damit, dass ein Aner­kennt­nis im Sin­ne von § 93 ZPO zwar regel­mä­ßig auch dann noch „sofort“ erfolgt, wenn es unver­züg­lich nach dem Zeit­punkt erklärt wird, in dem das Kla­ge­vor­brin­gen erst­mals den gestell­ten Antrag recht­fer­tigt 8, dass es jedoch bei einer Umfor­mu­lie­rung eines Antrags anders lie­gen könn­te, wenn sich das Kla­ge­be­geh­ren der Sache nach nicht ändert 9.
Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 2. Mai 2012 – 13 W 16/​12
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vgl. zu Durch­setz­bar­keit und Fäl­lig­keit des Anspruchs sowie Leis­tungs­auf­for­de­rung im Zusam­men­hang mit § 93 ZPO etwa OLG Stutt­gart, Beschluss vom 08.05.2007 – 6 W 35/​07; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 25.07.2011 – 13 W 29/​11; Thomas/​Putzo/​Hüßtege, ZPO, 32. Aufl., § 93 Rn. 5 f.[↩]
vgl. etwa OLG Hamm, Urteil vom 24.06.1988 – 20 U 228/​87; OLG Koblenz, Beschluss vom 08.06.2005 – 6 W 275/​05; OLG Zwei­brü­cken, Urteil vom 08.06.2006 – 4 U 124/​04; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 08.05.2007 – 6 W 35/​07; Stein/​Jonas/​Bork, ZPO, 22. Aufl., § 93 Rn. 13; Zöller/​Herget, ZPO, 29. Aufl., § 93 Rn. 3 m. w. N.[↩]
vgl. etwa OLG Cel­le, VersR 1961, 1144; OLG Hamm, VersR 1969, 741; OLG Nürn­berg, Beschluss vom 01.07.2002 – 4 W 1675/​02; Leu­sch­ner, AcP 207 [2007], 64, 69 f., 81 f.[↩]
vgl. etwa LG Saar­brü­cken, Beschluss vom 20.01.2011 – 13 T 11/​10; Mün­che­ner Kom­men­tar zur ZPO/​Giebel, 3. Aufl., § 93 Rn. 6; auch OLG Mün­chen, Beschluss vom 01.12.1999 – 1 W 3034/​99; vgl. fer­ner etwa LG Mün­chen II, VersR 1979, 459; Zöller/​Herget, a.a.O., § 93 Rn. 6 "Dar­le­gun­gen gegen­über Beklag­tem"[↩]
vgl. etwa OLG Köln, MDR 1979, 941, 942; OLG Hamm, Urteil vom 24.06.1988 – 20 U 228/​87; Zöller/​Herget, a.a.O., § 93 Rn. 6 "Unschlüs­si­ge Kla­ge"[↩]
vgl. etwa Zöller/​Herget, a.a.O., § 93 Rn. 3; Stein/​Jonas/​Bork, a.a.O., § 93 Rn. 13[↩]
vgl. etwa OLG Mün­chen, Beschluss vom 01.12.1999 – 1 W 3034/​99; OLG Stutt­gart, Beschluss vom 08.05.2007 – 6 W 35/​07; OLG Zwei­brü­cken, Urteil vom 08.06.2006 – 4 U 124/​04[↩]
vgl. etwa OLG Stutt­gart, Beschluss vom 25.07.2011 – 13 W 29/​11[↩]
vgl. OLG Mün­chen, Urteil vom 21.04.1994 – 6 U 6893/​92; OLG Zwei­brü­cken, Urteil vom 08.06.2006 – 4 U 124/​04[↩]
AnerkenntnisErledigungKostentragungsofortiges AnerkenntnisZivilprozess

References: § 93
 § 93
 § 93
 § 93
 § 8
 Art. 3
 Art.20
 § 93
 § 93
 § 93
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