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Timestamp: 2020-07-07 04:18:03+00:00

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Bertram/Brinkmann/Kessler/Müller, Haufe HGB Bilanz Komme ... / 1 Überblick | Haufe Finance Office Premium | Finance | Haufe
Nach § 264 Abs. 1 HGB haben mittelgroße und große KapG (§ 267 Abs. 2 und 3 HGB) sowie mittelgroße und große PersG i. S. d. § 264a Abs. 1 HGB, sofern sie als TU nicht nach § 264 Abs. 3 bzw. § 264b HGB befreit sind, einen Lagebericht aufzustellen. Unt, die dem PublG unterliegen, haben, sofern es sich bei ihnen nicht um Einzelkaufleute (EKfl.) oder reine PersG handelt, ebenfalls einen Lagebericht sinngemäß nach § 289 HGB aufzustellen (§ 5 Abs. 2 Satz 2 PublG). Gesonderte Normen finden sich zu eingetragenen Genossenschaften (§ 336 Abs. 1 Satz 1 HGB), europäischen Genossenschaften (§ 23 SCEAG), Kreditinstituten (§ 340a Abs. 1 HGB) und VersicherungsUnt (§ 341a Abs. 1 HGB).
Entsprechend seiner gesetzlichen Aufgabenstellung (§ 342 Abs. 1 HGB) hatte der DSR bis 2012 im DRS 15 die Konzernlageberichterstattung und in DRS 5 die Risikoberichterstattung im Konzernlagebericht konkretisiert. Auch aufgrund der Ausstrahlungswirkung der DRS auf den Einzelabschluss erscheint eine Anwendung i. S. e. sinngemäßen Beachtung dort als angemessen. Für den Lagebericht sind die Regelungen des DRSC zum Konzernlagebericht auch deshalb von Relevanz, weil Konzernlagebericht und Lagebericht nach § 315 Abs. 5 HGB zusammengefasst werden können, zumal die Anforderungen von § 289 HGB und § 315 HGB sinngemäß übereinstimmen. Jedoch deuten empirische Ergebnisse darauf hin, dass die DRS vor allem bei nicht börsennotierten Unt relativ geringe Akzeptanz besitzen.
Der DSR legte 2011 einen E-DRS 27 "Konzernlagebericht" vor, der praktische Erfahrungen aus der Konzernlageberichterstattung sowie aktuelle Entwicklungen, insb. das 2010 vom IASB veröffentlichte IFRS Practice Statement "Management Commentary", reflektierte und die DRS 5, DRS 5–10 (ergänzende Anforderungen zur Risikoberichterstattung von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten), DRS 5–20 (ergänzende Anforderungen zur Risikoberichterstattung von VersicherungsUnt) und DRS 15 integrierte. Der endgültige Standard wurde am 14.9.2012 als DRS 20 "Konzernlagebericht" verabschiedet und am 4.12.2012 im BAnz veröffentlicht. Der DRS 20 zielt insb. darauf ab, die Risikoberichterstattung weiter zu verbessern. Hingegen wurde eine von E-DRS 27 bezweckte Übereinstimmung des Konzernlageberichts mit dem veröffentlichten IFRS Practice Statement "Management Commentary" im DRS 20 nicht mehr verfolgt.
Das DRSC verabschiedete am 29.2.2016 den DRÄS 6, der u. a. Änderungen an DRS 20 "Konzernlagebericht" enthält und insb. das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sowie das Gesetz für gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (Gesetz zur Frauenquote) berücksichtigt. Mit DRÄS 8 wurde der DRS 20 an die geänderten gesetzlichen Vorgaben bzgl. der CSR-Richtlinienumsetzung angepasst.
Am 17./25.10.2019 verabschiedeten die Fachausschüsse des DRSC den DRÄS 9, mit dem u. a. Neuerungen aus dem Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie (ARUG II) in den DRS 20 "Konzernlagebericht" eingefügt wurden.
Daneben gelten von Seiten des IDW, nachdem der frühere Rechnungslegungsstandard RS HFA 1 "Aufstellung des Lageberichts" aufgehoben wurde, die Rechnungslegungshinweise des RH HFA 1.005 (der 2005 verabschiedete RH HFA 1.007 wurde am 19.6.2013 wieder aufgehoben).
In der Entwicklung des § 289 HGB spiegelt sich letztlich die Entwicklung der vergangenen Jahre wider, die im Zuge eines Bemühens des Gesetzgebers um eine Erhöhung der Transparenz und damit der Verbesserung der Corporate Governance eine sukzessive Erweiterung der Lageberichterstattung mit sich brachte. Der Inhalt des Lageberichts wurde zunächst durch das BilReG (2004) erweitert. Dabei erfolgte eine Transformation der Bestimmungen der Fair-Value-RL (RL 2001/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates v. 27.9.2001) und der Modernisierungs-RL (RL 2003/51/EG des Europäischen Parlaments und des Rates v. 18.6.2003). Qualität und Aussagekraft der Lageberichterstattung sollten mit Blick auf die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bilds erhöht werden. Durch das VorstOG (2005) wurden börsennotierte AG für nach dem 31.12.2005 beginnende Gj verpflichtet, den Lagebericht um einen Vergütungsbericht zu erweitern (Abs. 2 Nr. 4).
Das BilMoG (2009) baute im Wesentlichen auf der sog. Abschlussprüferrichtlinie (RL 2006/43/EG des Europäischen Parlaments und des Rates v. 17.5.2006) und der Abänderungsrichtlinie (RL 2006/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates v. 14.6.2006) auf und enthielt eine Reihe von Bestimmungen, die die Corporate Governance kapitalmarktorientierter Ges. verbessern sollten. Mit Blick auf die Berichterstattung im Lagebericht sind nun in Umsetzung von Art. 46a der Bilanzrichtlinie i. d. F. d. Abänderungsrichtlinie im Lagebericht bestimmter Ges., namentlich KapG i. S. d. § 264d HGB, nun die wesentlichen Merkmale des internen Kontroll- und des Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess zu b...
Zusammenfassung Begriff Der Lagebericht ist ein nach HGB vorgeschriebener eigenständiger Bestandteil der Rechnungslegung, der parallel zum Jahresabschluss aufzustellen ist. Er dient dem Ziel einer umfassenden Gesamtdarstellung des Unternehmens, indem sowohl ...

References: § 264
 § 264
 § 264
 § 264
 § 289
 § 315
 § 289
 § 315
 § 289
 Art. 46
 § 264