Source: https://web1.karlsruhe.de/Stadt/Stadtrecht/s-3-3-6.php
Timestamp: 2019-10-14 10:22:12+00:00

Document:
Karlsruhe: 3/3.6 Naturschutzgebiet "Kälberklamm u. Hasenklamm"
Verordnung des Regierungspräsidiums Karlsruhe
über das Naturschutzgebiet "Kälberklamm und Hasenklamm"
(Stadt Ettlingen und Gemeinde Waldbronn
im Landkreis Karlsruhe, Stadt Karlsruhe)
Die in § 2 näher bezeichnete Fläche auf dem Gebiet der Stadt Ettlingen, Gemarkung Ettlingen, der Gemeinde Waldbronn, Gemarkung Busenbach, sowie der Stadt Karlsruhe, Gemarkung Grünwettersbach, wird zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Naturschutzgebiet führt die Bezeichnung "Kälberklamm und Hasenklamm".
(1)	Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 21 ha und liegt nördlich der Pforzheimer Straße (L 562) und der Spinnerei zwischen Ettlingen und Busenbach. Es wird im Wesentlichen durch die Oberkante der steil abfallenden Hänge der Klammen begrenzt. Im südlichen Teil sind aufgelassene Steinbrüche in das Gebiet einbezogen.
(2)	Die Grenzen des Schutzgebietes sind in einer Übersichtskarte im Maßstab 1 : 25 000 sowie 1 : 5 000 mit durchgezogener roter Linie und in zwei Detailkarten im Maßstab 1 : 2 500 mit durchgezogener roter, grau angeschummerter Linie eingetragen. Die Karten sind Bestandteil der Verordnung. Die Verordnung mit Karten wird beim Regierungspräsidium Karlsruhe, dem Landratsamt Karlsruhe, der Stadt Karlsruhe und der großen Kreisstadt Ettlingen auf die Dauer von zwei Wochen, beginnend am Tag nach Verkündung dieser Verordnung im Gesetzblatt, zur kostenlosen Einsicht durch jedermann während der Sprechzeiten öffentlich ausgelegt.
1.	die Erhaltung und die Sicherung der Gewässermorphologie und -dynamik zweier Kerbbachsysteme,
2.	die Erhaltung und die Sicherung der natürlichen Quellbereiche mit ihren typischen Biozönosen,
3.	die Erhaltung und die Förderung der an diesem Gewässertyp gebundenen Pflanzen- und Tiergesellschaften,
4.	die Erhaltung und die Förderung der dort vorkommenden Schluchtwaldgesellschaften in ihren unterschiedlichen Ausprägungen,
5.	die Erhaltung, die Sicherung und die Förderung der Vorkommen seltener und gefährdeter Tierarten, vor allem aus der Gruppe der Amphibien und Reptilien sowie der Vögel,
6.	die Erhaltung und Sicherung ehemaliger Steinbrüche und Steinbruchwandreste als "geologisches Fenster" und bedeutsames Biotop für trockenheitsliebende Pflanzen und Tiere.
1.	bauliche Anlagen im Sinne der Landesbauordnung in der jeweils gültigen Fassung zu errichten oder der Errichtung gleichgestellte Maßnahmen durchzuführen,
3.	Steine, Kies, Sand, Lehm oder andere Bodenbestandteile abzubauen, zu entnehmen oder einzubringen oder die Bodengestalt auf andere Weise zu verändern,
6.	Plakate, Bild- oder Schrifttafeln aufzustellen oder anzubringen mit Ausnahme behördlich zugelassener Beschilderungen,
10. Veranstaltungen durchzuführen, zu zelten, zu lagern, Wohnwagen, sonstige Fahrzeuge oder Verkaufsstände aufzustellen,
11. außerhalb von eingerichteten und gekennzeichneten Feuerstellen Feuer anzumachen oder zu unterhalten,
12. ohne zwingenden Grund Lärm, Luftverunreinigungen oder Erschütterungen zu verursachen,
13. die Wege zu verlassen,
14. die Wege zu befahren - zulässig sind Fahrräder ohne Hilfsmotor und Krankenfahrstühle -,
15. Flugmodelle, Luftsportgeräte, Drachen oder Modellboote zu betreiben,
16. Dauergrünland umzubrechen,
17. Pflanzenbehandlungsmittel zu verwenden,
18. Gehölze, Hecken und Sträucher zu beseitigen, zu zerstören oder zu ändern,
19. außerhalb der ausgewiesenen Reitwege zu reiten,
(1)	Die Verbote des § 4 gelten nicht für die
1.	ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, dass Dauergrünland nicht umgebrochen wird und keine Pflanzenbehandlungsmittel verwendet werden.
2.	ordnungsgemäße Ausübung der Forstwirtschaft in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang mit der Maßgabe, dass in den beiden Klammen die Fichtenbestände langfristig in einen naturnahen, standortgerechten Laubmischwald mit standortheimischen Baumarten überführt werden.
3.	ordnungsgemäße Ausübung der Jagd mit der Maßgabe, dass
a)	keine Futterstellen und Wildäsungsäcker angelegt werden,
b)	Hochsitze nur in einfacher Holzbauweise im Wald einschließlich des Waldtraufes und nur außerhalb von Trocken- und Feuchtbiotopen errichtet werden.
(2)	Unberührt bleibt auch die sonstige, bisher rechtmäßigerweise ausgeübte Nutzung der Grundstücke, Gewässer, Straßen und Wege sowie der rechtmäßigerweise bestehenden Einrichtungen in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sowie deren Unterhaltung und Instandsetzung.
1.	Ordnungswidrig im Sinne des § 64 Abs. 1 Nr. 2 NatSchG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig eine der nach § 4 dieser Verordnung verbotenen Handlungen vornimmt.
2.	Ordnungswidrig im Sinne des § 33 Abs. 2 Nr. 4 LJagdG handelt, wer in dem Naturschutzgebiet vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 4 in Verbindung mit § 5 Nr. 3 dieser Verordnung die Jagd ausübt.
(1)	Diese Verordnung tritt am Tage nach Ablauf der Auslegungsfrist in Kraft.
(2)	Für den Geltungsbereich des Naturschutzgebietes treten gleichzeitig die Verordnungen des Landratsamtes Karlsruhe über das Landschaftsschutzgebiet "Waldbronner Albgäu" vom 22. Mai 1992 (Amtsblatt der Gemeinde Waldbronn vom 17. Juni 1992) und über das flächenhafte Naturdenkmal "Steinbruch am Kälberkopf" (ND-Nr. 28/30) vom 27. Januar 1987 (Amtsblatt der großen Kreisstadt Ettlingen vom 19. Februar 1987) außer Kraft.

References: § 2
 § 4
 § 64
 § 4
 § 33
 § 4
 § 5