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Timestamp: 2019-12-15 23:53:08+00:00

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Vergewaltigung - sexueller Mißbrauch??? - frag-einen-anwalt.de
www.frag-einen-anwalt.deStrafrechtVergewaltigung - sexueller Mißbrauch???
17.10.2007 19:25 |
meiner Rechtsanwältin ein Schreiben verfasst habe,
indem ich meinen Cousin aufgefordert habe:
Das Strafgesetzbuch (StGB) beschreibt unter den §§ 174ff. StGB Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.
Insbesondere kennt das Strafrecht unter der Terminologie „sexueller Missbrauch“ und „Vergewaltigung“ die nachfolgend aufgezählten Straftatbestände.
§ 174a Sexueller Mißbrauch von Gefangenen behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen
Aufgrund Ihrer Schilderung sind je nach Ausführung der Tat in Ihrem Fall die Straftatbestände des § 176 oder 177 StGB in Betracht zu ziehen. Leider kann ich mangels Detailschilderungen keine weitere Einstufung vornehmen.
Ich habe Ihnen beide Straftatbestände deshalb an diese Antwort angefügt.
Danach beträgt die Verjährungsfrist für eine Vergewaltigung nach § 177 StGB 20 Jahre, der sexuelle Missbrauch von Kindern nach § 176 StGB verjährt dagegen grundsätzlich bereits nach 10 Jahren. Eine Verjährung von 20 Jahren kommt beim sexuellen Missbrauch von Kindern nur in besonders schweren Fällen nach § 176 Absatz 3 StGB in Betracht.
Nach Ablauf dieser Fristen dürfen die Taten nicht mehr durch Ermittlungsbehörden verfolgt werden. Zivilrechtliche Ansprüche werden hiervon aber nicht berührt.
Wenn Ihre Anwältin von einer Verjährung der Tat spricht, wird höchstwahrscheinlich von Ihr der sexuelle Missbrauch von Kindern nach § 176 StGB angenommen, ohne dass ein besonders schwerer Fall vorliegt.
Nach Erstattung einer Strafanzeige bzw. Mitteilung eines möglichen strafbaren Sachverhalts gegenüber der Polizei wird neben Ihrer Anwältin aber ohnehin nochmals ein Staatsanwalt den Sachverhalt auf eine eventuelle Verjährung hin prüfen.
Heißt es, weil ER erst 17 war beträgt die Verjährung
bei schwerem sexuellem Mißbrauch - 10 Jahre
Ergänzung vom Anwalt 17.10.2007 | 23:05
meine obige Antwort möchte ich dahingehend richtigstellen, dass ich bei der Beantwortung der Frage irrtümlich von der Anwendung Erwachsenenstrafrechts ausgegangen bin. Ihr damals 17 Jahre alter Cousin unterliegt jedoch aufgrund seines Alters noch dem Jugendstrafrecht, so dass auf ihn die Strafrahmenbeschränkung des § 18 Jugendgerichtsgesetzes (JGG) Anwendung findet.
Aufgrund dieser Beschränkung im Strafrahmen kann Ihr Cousin i.V.m. § 78 StGB für seine Taten nicht länger als 10 Jahre verfolgt werden.
Ergänzung vom Anwalt 18.10.2007 | 22:07
wie ich bereits versucht habe Ihnen zu erläutern, hängen die Verjährungsfristen mit der Strafandrohung des jeweiligen Straftatbestandes zusammen. § 18 JGG reduziert dabei die allgemeinen Strafrahmen des StGB zugunsten des jugendlichen Täters.Insofern hängt die Verjährungsfrist tatsächlich mit dem Alter des Täters zusammen.
Der Grund für die Strafrahmenreduzierung und die Kürzere Verjährungsfrist ist, dass dem Jugendstrafrecht grundsätzlich Erziehungscharakter und weniger ein Strafcharakter zukommt. Der Jugendliche soll durch das Jugendgerichtsverfahren vielmehr auf den "richtigen Weg" gebracht werden.
Dieser Zweck wird aber kaum noch 10 Jahre nach der Tat verfolgt werden können. Daher verjährt die Verfolgungsmöglichkeit bei Jugendlichen auch spätestens 10 Jahre nach Tatbegehung, bei vielen Delikten sogar schon früher.
Sollte ein sexueller Mißbrauch nach § 176 StGB vorgelegen haben, so beträgt die Verjährung bei Begehung durch einen Jugendlichen sogar nur 5 Jahre. Bei der Anwendung der Verjährungsfristen ist gemäß § 78 IV StGB dabei auch nur auf die Strafandrohungen des Grundtatbestands des jeweiligen Delikts abzustellen, so dass im Fall des schweren sexuellen Mißbrauchs auch nur eine Verjährung von 5 Jahren in Betracht zu ziehen ist, obwohl dieser genau wie der Straftatbestand der Vergewaltigung ein Verbrechen darstellt. Dies hatte ich bei der Antwort auf Ihre Ausgangsfrage übersehen gehabt.
Die Staatsanwaltschaft wird die Tat deshalb aller Voraussicht nach einstellen.
Nach Ihrer Schilderung scheidet bei einer einvernehmlichem sexuellen Handlung der Straftatbestand der Vergewaltigung aus.
Es spielt dabei keine Rolle, dass Sie bei der Tat erst 8 Jahre alt waren und die Handlungen nicht vollständig begriffen oder dabei an etwas schlimmes gedacht haben.

References: § 174
 § 176
 § 177
 § 176
 § 176
 § 176
 § 18
 § 78
 § 18
 § 176
 § 78