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Timestamp: 2016-10-22 13:44:17+00:00

Document:
I 572/01 (29.11.2002)
I 572/01
Urteil vom 29. November 2002
Pr�sident Borella, Bundesrichter Lustenberger und nebenamtlicher Richter Brunner; Gerichtsschreiber Grunder
B.________, 1944, Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Fritz Dahinden, Blumenbergplatz 1, 9000 St. Gallen,
IV-Stelle des Kantons Graub�nden, Ottostrasse 24, 7000 Chur, Beschwerdegegnerin
Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, Chur
(Entscheid vom 5. Juli 2001)
Der 1944 geborene, geschiedene B.________ ist allein stehend und f�hrt einen eigenen Haushalt. Am 28. Mai 1996 zog er sich bei einem Verkehrsunfall ein Schleudertrauma der Halswirbels�ule (HWS) und eine sp�ter diagnostizierte, milde traumatische Hirnverletzung zu. Seither leidet er an verschiedenen Beschwerden (Konzentrations- und Ged�chtnisst�rungen, gesteigertes Schlafbed�rfnis, permanentes Druckgef�hl im Kopf, Sprachverst�ndnisst�rungen, Genickschmerzen, Sehst�rung (Doppelbilder) sowie Beeintr�chtigung der Sexualit�t und Tinnitus). Der Hausarzt, Dr. med. U.________, Allgemeine Medizin FMH, legte die Arbeitsunf�higkeit w�hrend der ersten sechs Wochen nach dem Unfall auf 100 % und danach, ab Juli 1996, auf 70 % fest (Bericht vom 20. April 1998). Am 30. Juni 1997 meldete sich B.________ zum Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung an. Die IV-Stelle des Kantons Graub�nden zog die Akten der Unfallversicherung bei, holte die Berichte des Dr. med. U.________ vom 20. April 1998 und 30. M�rz 2000 ein und liess den Haushalt abkl�ren (Abkl�rungsbericht Haushalt vom 4. M�rz 2000). Im Vorbescheidverfahren legte B.________ ein in seinem Auftrag erstelltes Haushaltgutachten der Fachstelle f�r monet�re Haushaltbewertung vom 13. September 2000 auf. Mit Verf�gung vom 9. Februar 2001 sprach die IV-Stelle B.________ eine halbe Rente der Invalidenversicherung bei einem nach der gemischten Methode ermittelten Invalidit�tsgrad von 51,07 % zu.
Die hiegegen erhobene Beschwerde, mit welcher B.________ beantragen liess, es sei ihm eine ganze Invalidenrente mit Wirkung ab 1. Mai 1997 zuzusprechen, eventualiter sei die Sache an die Verwaltung zur Beweiserg�nzung und neuer Verf�gung zur�ckzuweisen, und es sei die IV-Stelle zu verpflichten, ihm die Kosten des Gutachtens der Fachstelle f�r monet�re Haushaltbewertung zu erstatten, wies das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden mit Entscheid vom 5. Juli 2002 ab.
Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde l�sst B.________ die vorinstanzlich gestellten Rechtsbegehren erneuern.
Die IV-Stelle schliesst auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Bundesamt f�r Sozialversicherung verzichtet auf eine Vernehmlassung.
Nach Art. 27bis Abs. 1 IVV wird bei einem Versicherten, der nur zum Teil erwerbst�tig ist, f�r diesen Teil die Invalidit�t nach Art. 28 Abs. 2 IVG festgelegt. War er daneben in einem Aufgabenbereich nach Art. 5 Abs. 1 IVG t�tig, so wird die Invalidit�t f�r diese T�tigkeit nach Art. 27 IVV festgelegt. In diesem Falle ist der Anteil der Erwerbst�tigkeit und der T�tigkeit im anderen Aufgabenbereich festzulegen und der Invalidit�tsgrad entsprechend der Behinderung in beiden Bereichen zu bemessen (gemischte Methode der Invalidit�tsbemessung). Demnach ist einerseits die Invalidit�t im Aufgabenbereich gem�ss Art. 5 Abs. 1 IVG nach dem Bet�tigungsvergleich (Art. 27 IVV) und andererseits die Invalidit�t im erwerblichen Bereich nach dem Einkommensvergleich (Art. 28 IVG) zu ermitteln und danach die Gesamtinvalidit�t nach Massgabe der zeitlichen Beanspruchung in den genannten beiden Bereichen zu berechnen. Der Anteil der Erwerbst�tigkeit ergibt sich aus dem Vergleich der im betreffenden Beruf �blichen Arbeitszeit und der von der versicherten Person ohne Invalidit�t geleisteten Arbeitszeit, der Anteil am anderen Aufgabenbereich aus deren Differenz (vgl. BGE 104 V 136 Erw. 2a und ZAK 1992 S.128 Erw. 1b). Als Aufgabenbereich der im Haushalt t�tigen Versicherten gilt die �bliche T�tigkeit im Haushalt (Art. 27 Abs. 2 IVV).
Unbestritten sind die Gewichtung des Erwerbs- und des Nichterwerbsbereichs im Verh�ltnis von 50 zu 50 und der Invalidit�tsgrad von 78,03 % im Erwerbsbereich. Zu pr�fen ist hingegen die Beeintr�chtiung bez�glich der Besorgung des Haushalts. Die IV-Stelle setzte diese auf 24,01 % fest, der Versicherte ist der Auffassung, er sei zu 72 % eingeschr�nkt.
Der Beschwerdef�hrer bringt zun�chst vor, ihm sei der Abkl�rungsbericht Haushalt vom 4. M�rz 2000 (im Folgenden "Abkl�rungsbericht") nicht zur Durchsicht und Unterschrift vorgelegt und zudem von der zust�ndigen Person nicht unterzeichnet worden. Sodann beanstandet er, dass die Vorinstanz Beweisantr�gen im Zusammenhang mit der nach seiner Meinung ungen�genden Haushaltabkl�rung nicht entsprochen habe. Damit wird sinngem�ss eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs geltend gemacht, welche R�ge vorab zu pr�fen ist.
3.1.1 Der Sozialversicherungsprozess ist vom Untersuchungsgrundsatz beherrscht. Danach hat das Gericht von Amtes wegen f�r die richtige und vollst�ndige Abkl�rung des rechtserheblichen Sachverhaltes zu sorgen. Dieser Grundsatz gilt indessen nicht uneingeschr�nkt; er findet sein Korrelat in den Mitwirkungspflichten der Parteien (BGE 125 V 195 Erw. 2, 122 V 158 Erw. 1a, je mit Hinweisen).
3.1.2 Gem�ss Art. 29 Abs. 2 BV haben die Parteien Anspruch auf rechtliches Geh�r. Das rechtliche Geh�r dient einerseits der Sachaufkl�rung, andererseits stellt es ein pers�nlichkeitsbezogenes Mitwirkungsrecht beim Erlass eines Entscheids dar, welcher in die Rechtsstellung einer Person eingreift. Dazu geh�rt insbesondere deren Recht, sich vor Erlass des in ihre Rechtsstellung eingreifenden Entscheids zur Sache zu �ussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht in die Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisantr�gen geh�rt zu werden und an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder sich zumindest zum Beweisergebnis zu �ussern, wenn dieses geeignet ist, den Entscheid zu beeinflussen (BGE 127 I 56 Erw. 2b, 127 III 578 Erw. 2c, 126 V 130 Erw. 2a; zu Art. 4 Abs. 1 aBV ergangene, weiterhin geltende Rechtsprechung: BGE 126 I 16 Erw. 2a/aa, 124 V 181 Erw. 1a, 375 Erw. 3b, je mit Hinweisen).
3.2 Im vorliegenden Verfahren stellt sich in verschiedener Hinsicht die Frage einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs. Einerseits steht fest, dass der Abkl�rungsbericht weder vom Versicherten noch von der Abkl�rungsperson unterzeichnet wurde; die IV-Stelle setzte sich in der Verf�gung vom 9. Februar 2001 zudem nur rudiment�r und in allgemeiner Weise mit der vom Beschwerdef�hrer unter Hinweis auf die eingereichte Begutachtung der Fachstelle f�r monet�re Haushaltbewertung (im Folgenden "Haushaltgutachten") angebrachten Kritik am Abkl�rungsbericht auseinander. Anderseits hat die Vorinstanz den vom Beschwerdef�hrer im kantonalen Verfahren gestellten Beweisantr�gen auf Durchf�hrung einer Zeugen- und Parteibefragung nicht stattgegeben.
3.2.1 Das Eidgen�ssische Versicherungsgericht hat bei anderer Gelegenheit erwogen, im Hinblick auf die erhebliche Bedeutung, welche den Abkl�rungsberichten f�r die Beurteilung der Leistungsanspr�che zukommt, ist es angezeigt, dass die an Ort und Stelle erfassten Angaben der versicherten Person zur Durchsicht und Best�tigung vorgelegt werden, wie es das Formular "Abkl�rungsbericht Haushalt" denn auch vorsieht (Zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil M. vom 16. April 2002, I 316/01; Urteil S. vom 4. September 2001, I 175/01). Der im vorinstanzlichen Verfahren vorgebrachte Einwand der IV-Stelle, die Besprechung der einzelnen Gewichtungen und Einschr�nkungen mit einem Versicherten w�rde zu endlosen Diskussionen f�hren, ist nicht stichhaltig. Es geht nicht um die inhaltliche Anerkennung der Aussagen, sondern vielmehr darum, allf�llige Missverst�ndnisse oder Unvollst�ndigkeiten sofort und an Ort und Stelle zu kl�ren, sowie unterschiedliche Auffassungen und Einsch�tzungen festzuhalten. Die Besprechung des Berichts in diesem Sinne verursacht keinen �berm�ssigen Aufwand, sondern schafft im Gegenteil f�r das weitere Verfahren eine klare Grundlage. Gleichzeitig erm�glicht dieses Vorgehen, allenfalls notwendige Erg�nzungen vorzunehmen und tr�gt damit zu einer richtigen und vollst�ndigen Sachverhaltsabkl�rung bei, ganz im Sinne des Anspruchs auf rechtliches Geh�r, der funktionell auch der Sachverhaltsermittlung dient. In den vorstehend zitierten Urteilen hat das Eidgen�ssische Versicherungsgericht allerdings entschieden, dass sich aus dem Anspruch auf rechtliches Geh�r und den Mitwirkungsrechten im Verwaltungsverfahren eine Rechtspflicht auf Vorlage des Abkl�rungsberichtes zur Durchsicht und Unterschrift nicht ableiten l�sst. Es gen�gt, wenn die versicherte Person im Rahmen des Anh�rungsverfahrens (Art. 73bis Abs. 1 IVV) das volle Akteneinsichtsrecht gew�hrt und ihr Gelegenheit gegeben wird, sich zu den Ergebnissen der Abkl�rung im Haushalt zu �ussern.
Weiter ist nicht zu �bersehen, dass sich die IV-Stelle mit den Beanstandungen des Beschwerdef�hrers am Abkl�rungsbericht nicht auseinandergesetzt hat. Nachdem der Versicherte in seiner Stellungnahme zum Vorbescheid zwar keine detaillierte Kritik vorgebracht, indessen unter Hinweis auf das eingereichte Haushaltgutachten die Schlussfolgerungen im Abkl�rungsbericht bestritten hatte, w�re es angebracht gewesen, die Gr�nde darzulegen, weshalb nicht auf das Haushaltgutachten abgestellt werden konnte. Aus diesem ergeben sich n�mlich nicht nur andere Bewertungen, welche (teilweise) durch den unterschiedlichen methodischen Ansatz erkl�rbar sind, sondern auch andere tats�chliche Feststellungen, die h�tten �berpr�ft werden m�ssen. Es ist daher von einer Verletzung der Begr�ndungspflicht durch die IV-Stelle auszugehen. Die Vorinstanz hat sich allerdings mit den beiden Berichten und damit auch mit den Beanstandungen des Beschwerdef�hrers auseinandergesetzt, weshalb zu pr�fen ist, ob der Mangel geheilt ist.
3.2.2 Nach der Rechtsprechung kann eine - nicht besonders schwerwiegende - Verletzung des rechtlichen Geh�rs als geheilt gelten, wenn die betroffene Person die M�glichkeit erh�lt, sich vor einer Beschwerdeinstanz zu �ussern, die sowohl den Sachverhalt wie die Rechtslage frei �berpr�fen kann. Die Heilung eines - allf�lligen - Mangels soll aber die Ausnahme bleiben (BGE 127 V 437 Erw. 3d/aa, 126 I 72, 126 V 132 Erw. 2b, je mit Hinweisen).
Die Heilung einer Verletzung des rechtlichen Geh�rs ist nur dann anzunehmen, wenn die betroffene Person im Beschwerdeverfahren ihre Darstellung nicht nur vorbringen kann, sondern wenn die Rechtsmittelinstanz diese Vorbringen auch gepr�ft und allenfalls n�tige Ermittlungen vorgenommen hat. Die IV-Stelle hat sich mit den Einw�nden gegen den Abkl�rungsbericht nicht auseinandergesetzt, zumindest finden sich in der angefochtenen Verf�gung dazu keine Erw�gungen. Die Vorinstanz ist auf die Beanstandungen zwar eingegangen, hat den Beweisantr�gen auf Befragung von Zeugen und der Parteien aber nicht stattgegeben. Es kann offen bleiben, ob die von der IV-Stelle begangene Verletzung des rechtlichen Geh�rs im Laufe des weiteren Verfahrens h�tte geheilt werden k�nnen. Sollte sich ergeben, dass der Beschwerdef�hrer mit wesentlichen Beweisantr�gen im vorinstanzlichen Verfahren nicht geh�rt wurde, so w�re so oder anders eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs zu bejahen.
3.2.3 Der Versicherte machte im vorinstanzlichen Verfahren geltend, er sei im Haushalt in erheblichem Umfang auf die Hilfe von Verwandten und Drittpersonen angewiesen, die alle schwereren Hausarbeiten erledigen w�rden. Zum Beweis beantragte er die Einvernahme von drei Zeuginnen und der Parteien sowie die Befragung der Abkl�rungsperson.
Der vom Beschwerdef�hrer wiedergegebene Sachverhalt steht in Widerspruch zur abschliessenden Feststellung im Abkl�rungsbericht, wonach er die Arbeiten im Haushalt mit Ausnahme des B�gelns selber verrichtet. Die IV-Stelle r�umte im vorinstanzlichen Verfahren ein, dass auf Grund der bestrittenen tats�chlichen Feststellungen "allenfalls die beantragten Zeugeneinvernahmen durchzuf�hren" seien. Gleichzeitig wies sie allerdings darauf hin, die Mithilfe von Familienangeh�rigen sei "im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar und insoweit nicht als Invalidit�t anzurechnen". Die Vorinstanz verzichtete auf die beantragten Einvernahmen von Zeugen und die Befragung der Parteien. Sie begr�ndete in ihrem Entscheid zwar ausf�hrlich, weshalb sie die im Abkl�rungsbericht vorgenommene Aufteilung der einzelnen Bet�tigungsbereiche und die jeweiligen Einschr�nkungen als angemessen erachtete, auf die vom Beschwerdef�hrer geltend gemachte unrichtige Sachverhaltsfeststellung ging sie aber nicht ein. Sollte es sich aber wirklich so verhalten, dass der Beschwerdef�hrer beispielsweise bei der Wohnungspflege auf die Mithilfe von Verwandten und Bekannten angewiesen ist, so w�re nicht nur die f�r diesen T�tigkeitsbereich an erster Stelle getroffene Feststellung, wonach der Beschwerdef�hrer "die Wohnungspflege selber macht", unzutreffend, es w�re wohl auch die Einschr�nkung von 20 % in diesem T�tigkeitsbereich zu korrigieren. Entgegen der Auffassung der IV-Stelle ist der Umfang der Fremdhilfe bei der Ermittlung der Beeintr�chtigung im Haushalt nicht deshalb ohne Bedeutung, weil sie im Rahmen der Schadenminderungspflicht zumutbar sein soll. Der Versicherte f�hrt einen Einpersonenhaushalt, in welchem keine Familienangeh�rigen leben. Allenfalls erbrachte Hilfeleistungen k�nnten also nicht durch eine andere Organisation der Haushaltf�hrung ausgeglichen werden, und sie w�rden auch nicht im Rahmen der familienrechtlichen Beistandspflicht erfolgen, weshalb sie nur als Beeintr�chtigung des Versicherten erfasst werden k�nnen. Die Haushaltabkl�rung dient der Feststellung, in welchem Mass die versicherte Person behindert ist, sich im bisherigen Aufgabenbereich zu bet�tigen (Art. 28 Abs. 3 IVG in Verbindung mit Art. 27 Abs. 1 IVV; BGE 104 V 136 Erw. 2a), weshalb es grunds�tzlich von Belang ist, ob sie gewisse Arbeiten selber ausf�hrt oder ob diese von Drittpersonen erledigt werden. Selbst wenn die Hilfe von Familienangeh�rigen f�r die Ermittlung des Invalidit�tsgrades nicht zu ber�cksichtigen ist, hat die Bericht erstattende Person anzugeben, welche T�tigkeiten der Versicherte selber ausf�hrt und welche nicht. Der Abkl�rungsbericht, in dem die Mithilfe von Drittpersonen in allen Bereichen, mit Ausnahme des B�gelns und der Gartenarbeiten, explizit verneint wird, erweist sich nur dann als richtige und gen�gende Beurteilungsgrundlage, wenn diese Feststellungen zutreffen. Die Befragung von Zeugen und der Parteien h�tte zur Kl�rung der strittigen Punkte beitragen k�nnen. Die Nichtabnahme dieser Beweisantr�ge stellt daher eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs dar.
3.2.4 Die Abnahme der beantragten Beweismittel war um so mehr geboten, als dem Beschwerdef�hrer der an Ort und Stelle verfasste Abkl�rungsbericht nicht vorgelegt wurde und er sich dazu nicht �ussern konnte und als die sp�ter erfolgten Beanstandungen offenbar der Abkl�rungsperson nicht zur Stellungnahme unterbreitet wurden. Daher ist auch der Beweisantrag auf Befragung der Abkl�rungsperson als erheblich zu bezeichnen, weil nur sie allf�llige erkl�rungsbed�rftige Punkte bereinigen kann und nur dadurch die gleiche Situation geschaffen wird, die bestehen w�rde, w�re der Bericht bereits bei Abfassung dem Beschwerdef�hrer vorgelegt und mit ihm besprochen worden. Im �brigen kommt es in der Praxis durchaus vor, dass eine mit Kritik an ihrem Bericht konfrontierte Abkl�rungsperson gewisse Feststellungen oder auch Bewertungen im Nachhinein korrigiert.
3.2.5 Nach der Rechtsprechung greift das Gericht in das Ermessen der die Abkl�rung t�tigenden Person nur ein, wenn klar feststellbare Fehleinsch�tzungen vorliegen (zur Publikation in der Amtlichen Sammlung vorgesehenes Urteil M. vom 16. April 2002, I 316/01). Dies setzt allerdings voraus, dass der Bericht eine zuverl�ssige Entscheidungsgrundlage darstellt. Die Auffassung der Vorinstanz, Abweichungen und Korrekturen zu einem Abkl�rungsbericht w�rden sich nur dort aufdr�ngen, wo es "Anhaltspunkte daf�r gibt, dass die Expertin unseri�s, befangen oder sonst wie unfair vorgegangen sein k�nnte", kann nicht gefolgt werden. Auch bei einer korrekt durchgef�hrten Abkl�rung kann sich ein unrichtiges Ergebnis einstellen, beispielsweise infolge eines Missverst�ndnisses oder bei sprachlichen Schwierigkeiten. In einem solchen Fall muss der betroffenen Person die M�glichkeit offen stehen, eine Berichtigung oder Vervollst�ndigung des Abkl�rungsberichtes zu erreichen. Wird sie mit diesem Anliegen weder im verwaltungsinternen noch im gerichtlichen Verfahren geh�rt, so liegt eine Verletzung des rechtlichen Geh�rs vor. Ob sich der Abkl�rungsbericht letztendlich tats�chlich als unrichtig oder unvollst�ndig erweist, ist angesichts der formellen Natur des rechtlichen Geh�rs nicht wesentlich.
4.1 Sodann beantragt der Beschwerdef�hrer die Zusprechung einer ganzen Invalidenrente. Er macht geltend, bereits aufgrund der bei den Akten liegenden Arztberichte sei ein Invalidit�tsgrad im Haushaltbereich von mindestens 50 % ausgewiesen.
Nach der Rechtsprechung kann bei der Bemessungsmethode des Bet�tigungsvergleichs nach Art. 27 IVV ebenso wenig auf die medizinisch-theoretische Sch�tzung der Invalidit�t abgestellt werden wie beim Einkommensvergleich. Massgebend ist die Einschr�nkung im bisherigen Aufgabenbereich, welche nur unter Ber�cksichtung der konkreten Verh�ltnisse im Einzelfall festzustellen ist. Die von der Invalidenvesicherung nach den Verwaltungsweisungen des Bundesamtes f�r Sozialversicherung (Kreisschreiben �ber Invalidit�t und Hilflosigkeit, KSIH, g�ltig ab 1. Januar 2000, Rz 3090 ff.) eingeholten Abkl�rungsberichte im Haushalt stellen eine geeignete und im Regelfall gen�gende Grundlage f�r die Invalidit�tsbemessung im Haushalt dar (AHI 1997 S. 291 Erw. 4a, ZAK 1986 S. 235 Erw. 2d). Nur in Ausnahmef�llen, insbesondere bei unglaubw�rdigen Angaben der versicherten Person, die im Widerspruch zu den �rztlichen Berichten stehen, bedarf es des Beizuges eines Arztes (AHI 2001 S. 161 Erw. 3c; nicht ver�ffentlichtes Urteil S. vom 4. September 2001, I 175 / 01). Wird ein Arzt beigezogen, so hat er sich zu den einzelnen Teilbereichen der Haushaltf�hrung unter dem Gesichtspunkt der Zumutbarkeit zu �ussern. Im vorliegenden Fall kann weder auf den Abkl�rungsbericht noch auf die �rztlichen Einsch�tzungen abgestellt werden. Dr. med. U.________ legte in seinen Berichten vom 20. April 1998 und 30. M�rz 2000 die Einschr�nkung der Arbeitsf�higkeit sowohl im Erwerbsbereich als auch bez�glich der Besorgung des Haushalts auf 30 % fest. Dr. med. M.________, Spezialarzt f�r Neurologie FMH, f�hrte im Gutachten vom 9. Mai 2001, das er im Auftrag des Beschwerdef�hrers erstellte, aus, es sei "zumindest von einer 50%igen Beeintr�chtigung der Haushaltt�tigkeit auszugehen". Keiner der beiden �rzte legte aber dar, inwiefern und in welchen Bereichen der Haushaltt�tigkeit der Versicherte beeintr�chtigt ist. Dr. med. M.________ erkl�rte sich zudem ausdr�cklich ausser Stande, die gew�nschte, differenzierte Einsch�tzung zu liefern.
4.2 Zu pr�fen ist weiter, ob auf Grund des Haushaltgutachtens der Fachstelle f�r monet�re Haushaltbewertung vom 13. September 2000 der Sachverhalt festgestellt werden kann.
Als Parteigutachten kann diesem die Eignung als Beweismittel zwar nicht abgesprochen werden (vgl. BGE 125 V 351). Weil die Festlegung der Einschr�nkung im Haushalt aber - nicht zuletzt mit Blick auf das Rechtsgleichheitsgebot - regelm�ssig aufgrund der im Auftrag der Invalidenversicherung nach den Verwaltungsweisungen KSIH des Bundesamtes f�r Sozialversicherung erstellten Abkl�rungsberichten erfolgt, besitzt ein (privates) Gutachten als Beweismittel nicht den gleichen Rang. Es verpflichtet indessen Verwaltung und Gericht, wie jede andere substanziiert vorgetragene Einwendung, zu pr�fen, ob der Abkl�rungsbericht auf zutreffenden tats�chlichen Annahmen beruht und in seinen Wertungen schl�ssig ist (BGE 125 V 354 Erw. 3c).
Die Vorinstanz hat erwogen, dass die unterschiedlichen Schlussfolgerungen der beiden Berichte zu einem wesentlichen Teil auf unterschiedlichen Bewertungen beruhen w�rden, denen Ermessenscharakter zukomme, wobei f�r die Einsch�tzungen im Abkl�rungsbericht sachliche Gr�nde angef�hrt werden k�nnten. Indessen best�tigt das Haushaltgutachten die bereits aufgrund der Vorbringen des Beschwerdef�hrers entstandenen Zweifel an der Vollst�ndigkeit und Richtigkeit der Sachverhaltsabkl�rung in tats�chlicher Hinsicht. Im Haushaltgutachten wird davon ausgegangen, dass keine schwereren Arbeiten - insbesondere im Bereich der Wohnungspflege - verrichtet werden k�nnen, w�hrend im Abkl�rungsbericht angenommen wird, der Versicherte erledige alle Aufgaben selber, wenn auch weniger h�ufig als fr�her und weniger gr�ndlich. Die unterschiedlichen Festlegungen der Beeintr�chtigung im Bereich "Wohnungspflege" - Abkl�rungsbericht 20 %, Haushaltgutachten 90 % - beruhen nicht nur auf einer anderen Einsch�tzung mit Ermessenscharakter, sondern auch auf anderen tats�chlichen Annahmen. Daher ist zusammenfassend festzustellen, dass der Sachverhalt ungen�gend abgekl�rt ist und erg�nzende Ermittlungen vorzunehmen sind. Da bei einem Beweisverfahren im heutigen Zeitpunkt nicht mehr mit klaren, verwertbaren Ergebnissen zu rechnen ist, rechtfertigt sich die R�ckweisung der Sache zur Durchf�hrung einer neuen Haushaltabkl�rung an die IV-Stelle.
Schliesslich beantragt der Beschwerdef�hrer, es seien ihm die Kosten des von ihm in Auftrag gegebenen Haushaltgutachtens zu erstatten. Nach der Rechtsprechung sind Expertenhonorare und andere Kosten nur zu ersetzen, wenn der Beizug eines Sachverst�ndigen notwendig war und sich der Sachverhalt erst auf Grund der neu beigebrachten Erkenntnisse schl�ssig feststellen liess (BGE 115 V 62 f.) Nachdem auf das Privatgutachten nicht abgestellt werden kann und die R�ckweisung im Wesentlichen aufgrund der Tatsache erfolgt, dass das rechtliche Geh�r des Beschwerdef�hrers verletzt wurde, kann dem Begehren nicht entsprochen werden.
Das Verfahren ist kostenlos (Art. 134 OG). Dem Prozessausgang entsprechend steht dem Beschwerdef�hrer eine Parteientsch�digung zu (Art. 159 Abs. 2 i. V. m. Art. 135 OG).
Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird in dem Sinne gutgeheissen, dass der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Graub�nden vom 5. Juli 2001 und die Verf�gung der IV-Stelle des Kantons Graub�nden aufgehoben werden und die Sache an die Verwaltung zur�ckgewiesen wird, damit sie, nach erfolgter Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen, �ber den Anspruch auf Invalidenrente neu verf�ge.
Die IV-Stelle des Kantons Graub�nden hat dem Beschwerdef�hrer f�r das Verfahren vor dem Eidgen�ssischen Versicherungsgericht eine Parteientsch�digung von Fr. 2'500.- (einschliesslich Mehrwertsteuer) zu bezahlen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden wird �ber eine Parteientsch�digung f�r das kantonale Verfahren entsprechend dem Ausgang des letztinstanzlichen Prozesses zu befinden haben.
Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsgericht des Kantons Graub�nden, der Ausgleichskasse des Kantons Graub�nden und dem Bundesamt f�r Sozialversicherung zugestellt.
Luzern, 29. November 2002

References: Art. 27
 Art. 28
 Art. 5
 Art. 27
 Art. 5
 BGE 
 Art. 29
 Art. 4
 BGE 
 Art. 27
 BGE 
 Art. 27
 BGE 
 Art. 135