Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BSG&Datum=08.09.2015&Aktenzeichen=B%201%20KR%20134/14%20B
Timestamp: 2019-10-22 05:16:53+00:00

Document:
BSG, 08.09.2015 - B 1 KR 134/14 B - dejure.org
https://dejure.org/2015,28712
BSG, 08.09.2015 - B 1 KR 134/14 B (https://dejure.org/2015,28712)
BSG, Entscheidung vom 08.09.2015 - B 1 KR 134/14 B (https://dejure.org/2015,28712)
BSG, Entscheidung vom 08. September 2015 - B 1 KR 134/14 B (https://dejure.org/2015,28712)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/2015,28712) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
§ 124 Abs 1 SGG, § 124 Abs 2 SGG, § 153 Abs 4 S 1 SGG, § 160 Abs 2 Nr 3 SGG, § 160a Abs 2 S 3 SGG
Sozialgerichtliches Verfahren - Zurückweisung der Berufung durch Beschluss - Ermessensentscheidung - Ermessensfehler - grobe Fehleinschätzung - Auslegung von Anträgen im sozialgerichtlichen Verfahren
SG München, 12.06.2012 - S 28 KR 1157/09
LSG Bayern, 24.06.2014 - L 5 KR 232/12
LSG Bayern, 15.03.2016 - L 5 KR 458/15
LSG Bayern, 17.03.2016 - L 5 KR 458/15
Nicht anders als die durch § 155 Abs. 3 bzw 4 SGG eröffnete Verfahrensweise richtet sich das Beschlussverfahren nach § 153 Abs. 4 SGG hiernach auf die Beschleunigung rechtlich wie tatsächlich einfach gelagerter Verfahren, die - nach umfassender Sachverhaltsaufklärung und Erörterung in der 1. Instanz - zügig zu einer verfahrensbeendenden Entscheidung gebracht werden können sollen (…ebenso zur Bedeutung der Schwierigkeit des Falles und von Tatsachenfragen für die Ermessensentscheidung nach § 153 Abs. 4 SGG etwa BSG Beschluss vom 13.10.1993 - 2 BU 79/93 - SozR 3-1500 § 153 Nr. 1 S 4;… BSG Urteil vom 2.5.2001 - B 2 U 29/00 R - SozR 3-1500 § 153 Nr. 13 S 38;… BSG Beschluss vom 20.11.2003 - B 13 RJ 38/03 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 1 RdNr 8;… BSG Beschluss vom 24.5.2012 - B 9 SB 14/11 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 14 RdNr 10; BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 8; zu § 130a VwGO ebenso BVerwG Urteil vom 30.6.2004 - 6 C 28.03 - BVerwGE 121, 211, 214 f = Buchholz 310 § 130a VwGO Nr. 64) .
Bei gebotener Auslegung (§ 123 SGG) begehrt die Klägerin damit im Kern die Feststellung, dass sich der ursprünglich auf Krankenhausvergütung gerichtete Rechtstreit erledigt hat (…zur Auslegung von Prozesshandlungen einschließlich Klageanträgen vgl etwa BSGE 68, 190, 191 = SozR 3-2500 § 95 Nr. 1 S 1 f; BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 10 mwN) .
BSG, 18.06.2019 - B 9 V 38/18 B
Impfentschädigung nach einer Pockenschutzimpfung
Demgemäß sind für diese Ermessensentscheidung - auch im Hinblick auf das in Art. 6 Abs. 1 Europäische Menschenrechtskonvention jedermann gewährleistete Recht auf rechtliches Gehör - die Schwierigkeit des Falles und die Bedeutung der Tatsachenfragen relevant (BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 8;… BSG Urteil vom 2.5.2001 - B 2 U 29/00 R - SozR 3-1500 § 153 Nr. 13 S 38 f, jeweils mwN) .
In jedem Fall ist der Anspruch der Beteiligten auf effektiven Rechtsschutz (Art. 19 Abs. 4 GG) zu beachten, nach dem die Gestaltung des Verfahrens in einem angemessenen Verhältnis zu dem auf Sachverhaltsaufklärung und Verwirklichung des materiellen Rechts gerichteten Verfahrensziel stehen muss (…vgl Senatsbeschluss vom 24.5.2012 - B 9 SB 14/11 B - SozR 4-1500 § 153 Nr. 14 RdNr 10; BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 8, jeweils mwN) .
Bei dem mithin vorliegenden absoluten Revisionsgrund der nicht vorschriftsmäßigen Besetzung des Gerichts gemäß § 202 S 1 SGG iVm § 547 Nr. 1 ZPO wird eine Entscheidung stets als auf einer Verletzung des Rechts beruhend angesehen (vgl Senatsbeschluss vom 14.11.2013 - B 9 SB 31/13 B - Juris RdNr 10; BSG Beschluss vom 31.3.2017 - B 12 KR 28/16 B - Juris RdNr 9; BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 6, jeweils mwN) .
Die Beschwerdebegründung muss dazu ausführen, wieso das Berufungsgericht von seinem Ermessen erkennbar fehlerhaften Gebrauch gemacht habe, etwa weil es der Beurteilung sachfremde Erwägungen oder eine grobe Fehleinschätzung zugrunde gelegt habe (vgl BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 7 f mwN, insbesondere zu den ermessensleitenden Wertungen der Bedeutung der mündlichen Verhandlung, des rechtlichen Gehörs, der Sachverhaltsermittlung, der Hinwirkung auf eine sachgerechte Antragstellung, der Schwierigkeit des Falles und des Anspruchs der Beteiligten auf effektiven Rechtsschutz).
Regelmäßig liegt kein solcher Fall vor, wenn im Berufungsverfahren lediglich der erstinstanzliche Vortrag wiederholt wird, das LSG aber die Berufung aus den Gründen des SG-Urteils für unbegründet hält (vgl BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris RdNr 8 mwN; s ferner BSG Beschluss vom 30.7.2009 - B 13 R 187/09 B - Juris RdNr 6; BSG Beschluss vom 5.5.2010 - B 11 AL 165/09 B - Juris RdNr 6 f; zur groben Fehleinschätzung bei neuen rechtlichen Aspekten vgl BSG Beschluss vom 11.12.2002 - B 6 KA 13/02 B - Juris RdNr 10 f).
Nicht erforderlich in diesem Sinne ist eine mündliche Verhandlung ua dann, wenn der Sachverhalt umfassend ermittelt worden ist und deshalb Tatsachenfragen in einer mündlichen Verhandlung nicht mehr geklärt werden müssen, oder wenn etwa im Berufungsverfahren lediglich der erstinstanzliche Vortrag wiederholt wird (BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris) .
Die Ermessensentscheidung für eine Entscheidung im Beschlusswege kann vom Revisionsgericht deshalb darauf geprüft werden, ob das Berufungsgericht von seinem Ermessen erkennbar fehlerhaften Gebrauch gemacht hat, etwa wenn der Beurteilung sachfremde Erwägungen oder eine grobe Fehleinschätzung zugrunde liegen (vgl BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - Juris mwN).
Dieses hätte zur Korrektur des Verfahrensfehlers (Verweis auf BSG, Beschluss vom 8. September 2015 - B 1 KR 134/14 B -, juris, Rn. 11) in der mündlichen Verhandlung das wahre Klagebegehren des Klägers - das sich allerdings schon in seinem Berufungsschriftsatz deutlich manifestiert habe - ermitteln und ihm die Möglichkeit einräumen müssen, seinen Antrag nunmehr richtigzustellen, beziehungsweise gegebenenfalls die Sache wegen des Verfahrensfehlers an das Sozialgericht zurückverweisen müssen.
Das LSG hätte zur Korrektur des Verfahrensfehlers (dazu BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - juris RdNr 11) in der mündlichen Verhandlung das wahre Klagebegehren des Klägers - das sich allerdings schon in seinem Berufungsschriftsatz deutlich manifestiert hat - ermitteln und ihm die Möglichkeit einräumen müssen, seinen Antrag nunmehr richtigzustellen, bzw ggf die Sache wegen des Verfahrensfehlers an das SG zurückverweisen müssen.
Sie wird daher im Revisions- bzw Beschwerdeverfahren nur darauf geprüft, ob das Berufungsgericht von seinem Ermessen fehlerhaft Gebrauch gemacht hat, ob also etwa der Beurteilung sachfremde Erwägungen oder eine grobe Fehleinschätzung zugrunde liegen (stRspr;… vgl etwa BSG Beschluss vom 13.10.1993 - 2 BU 79/93 - SozR 3-1500 § 153 Nr. 1 S 4;… BSG Urteil vom 2.5.2001 - B 2 U 29/00 R - SozR 3-1500 § 153 Nr. 13 S 38; BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - juris RdNr 7) .
BSG, 05.04.2017 - B 14 AS 256/16 B
Nichtzulassungsbeschwerde; Verfahrensrüge; Ergänzendes Vorbringen; Darlegung der …
Sie haben damit zum einen nicht dargelegt, dass das LSG mit seiner Entscheidung, nach § 153 Abs. 4 SGG vorzugehen, von seinem Ermessen fehlerhaft Gebrauch gemacht hat und inwieweit seiner Vorgehensweise etwa sachfremde Erwägungen oder eine grobe Fehleinschätzung zugrunde gelegen haben (…vgl dazu etwa BSG Urteil vom 2.5.2001 -B2U 29/00 R - SozR 3-1500 § 153 Nr. 13 S 38; BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - juris RdNr 7).
Soweit sie sich auf einen solchen Ermessensfehlgebrauch berufen, kann dem Beschwerdevorbringen kein substantiiert dargelegter Sachverhalt entnommen werden, der die Wahl des vereinfachten Verfahrens unter keinen Umständen zu rechtfertigen vermochte (vgl hierzu nur BSG Beschluss vom 8.9.2015 - B 1 KR 134/14 B - juris mwN).
BSG, 04.05.2017 - B 3 P 8/17 B
Pflegeversicherung; Verfahrensrüge; Verletzung der Sachaufklärungspflicht; …

References: § 124
 § 124
 § 153
 § 160
 § 160
 § 155
 § 153
 § 153
 § 153
 § 153
 § 153
 § 153
 § 130
 § 130
 § 95
 Art. 6
 § 153
 § 153
 § 202
 § 547
 § 153
 § 153
 § 153
 § 153