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Timestamp: 2020-03-31 22:49:02+00:00

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Corporate Social Responsibility und Kartellrecht | springerprofessional.de
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Corporate Social Responsibility und Kartellrecht
Autor: Dr. Thomas Ackermann
Während sich das Lauterkeitsrecht tendenziell dazu eignet, Maßnahmen der Corporate Social Responsibility (CSR) wohlwollend zu begleiten, indem es den damit verfolgten Zwecken zur rechtlichen Anerkennung verhilft, gilt das Kartellrecht als potentieller Störenfried. In den – nicht allzu zahlreichen – juristischen Beiträgen zur CSR scheint das Kartellrecht eher die Rolle eines Bremsers, wenn nicht sogar eines Hindernisses einzunehmen. In der Tat weckt die Verpflichtung des Kartellrechts auf die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs als Ziel den Verdacht, dass dieses Rechtsgebiet sich der Verfolgung nichtwettbewerblicher Zwecke, wie sie für CSR kennzeichnend sind, widersetzt. Diesen Verdacht wird der folgende Beitrag nicht komplett ausräumen, aber zumindest durch eine spezifischere Beschreibung der kartellrechtlichen Implikationen für CSR-Maßnahmen relativieren.
Dazu. Dubbink/van der Putten, Is Competition Law an Impediment to CSR?, 93 Journal of Business Ethics 2008, 381 ff.; Lübbig, Nachhaltigkeit als Kartellthematik, WuW 2012, 1142 ff.; Quo, Competition law, CSR and small business, Comp. Law 2010, 402 ff.; Rackoff, Room Enough for the Do-Gooders: Corporate Social Accountability and the Sherman Act, 80 S.Cal.L.Rev. 2007, 1037 ff.
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen: Eine neue EU-Strategie (2011–2014) für die soziale Verantwortung der Unternehmen (CSR), KOM (2011) 681, 4, unter Bezugnahme auf die erste CSR-Mitteilung v. 2. März 2001, KOM (2001) 366.
Bei Art. 101 Abs. 1 AEUV ist darüber hinaus eine Eignung zur Beeinträchtigung des Handels zwischen Mitgliedstaaten Voraussetzung. Dieses Erfordernis nimmt Konstellationen, die nicht binnenmarktrelevant sind, sondern nur einen einzelnen Mitgliedstaat betreffen, vom Anwendungsbereich des EU-Kartellrechts aus.
Vgl. für das deutsche Recht § 130 Abs. 2 GWB; für das EU-Recht EuGH, Rs. 89/85 u. a., Ahlström/Kommission, Slg. 1988, 5193 (Rn. 16 f.); EuG, Rs. T-102/96, Gencor/Kommission, Slg. 1999, II-753 (Rn. 90).
Entscheidung im Fall COMP/39579/Consumer detergents v. 13. April 2011, zugänglich unter http://​ec.​europa.​eu/​competition/​antitrust/​cases/​dec_​docs/​39579/​39579_​2633_​5.​pdf (aufgerufen am 5. November 2013). Zu dieser Entscheidung auch Lübbig (Fn. 1), 1144.
Vgl. hierzu Kommission, Entscheidung v. 15. Juli 1975, IFTRA, ABl. 1975 L 228/3.
Näher (auch zum Folgenden) mit Blick auf das EU-Recht Roth/Ackermann, in: Frankfurter Kommentar zum Kartellrecht, Art. 81 Abs. 1 EG Grundfragen Rn. 26 ff. (Stand der Bearbeitung: 2009); mit Blick auf das GWB Roth/Ackermann, in: Frankfurter Kommentar zum Kartellrecht, § 1 GWB Rn. 50 ff. (Stand der Bearbeitung: 2011).
EuGH, Rs. C-205/03 P, FENIN, Slg. 2006, I-6295 (Rn. 25–27). Dazu kritisch Roth, Comment, 44 CMLRev. 2007, 1131 ff.
Näher zu den einzelnen Koordinierungstatbeständen Roth/Ackermann (Fn. 7), Art. 81 Abs. 1 EG Grundfragen Rn. 140–212.
Zur grundsätzlichen Anerkennung von Verbraucherpräferenzen durch das Kartellrecht Ackermann, Kartellrecht und Verbraucherschutzrecht: Zur Notwendigkeit eines gemeinsamen Verbraucherleitbildes, in: FIW (Hrsg.), Herausforderungen für die Wettbewerbsordnung: Kartellrecht zwischen Industriepolitik und Verbraucherschutz, 2013, 73 (83).
EuGH, Rs. C-309/99, Wouters, Slg. 2002, I-1577 (Rn. 97 ff.); Rs. C-519/04 P, Meca Medina, Slg. 2006, I-6991 (Rn. 42).
Umfassend zur Bedeutung der Querschnittsklauseln für das Kartellrecht Breuer, Das EU-Kartellrecht im Kraftfeld der Unionsziele, 2013.
Näher Roth/Ackermann (Fn. 7), Art. 81 Abs. 1 EG, Grundfragen, Rn. 329 f., 359 f.
Kommission, Leitlinien zur Anwendbarkeit von Artikel 101 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf Vereinbarungen über horizontale Zusammenarbeit, ABl. 2011 C 11/1.
Vgl. dazu auch schon Lübbig (Fn. 1), 1151 ff.
Horizontalleitlinien (Fn. 14), Rn. 329.
Horizontalleitlinien (Fn.14), Rn. 329.
Zur älteren, damit nicht ganz übereinstimmenden Praxis der Kommission Lübbig (Fn. 1), 1153.
Horizontalleitlinien (Fn. 14), Rn. 330.
Horizontalleitlinien (Fn. 14), Rn. 331.
https://doi.org/10.1007/978-3-642-54005-9_10

References: Art. 101
 § 130
 Art. 81
 § 1
 Art. 81
 Art. 81