Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerwG&Datum=22.08.2000&Aktenzeichen=1%20C%209.00
Timestamp: 2019-06-16 04:00:46+00:00

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BVerwG, 22.08.2000 - 1 C 9.00 - dejure.org
https://dejure.org/2000,4997
BVerwG, 22.08.2000 - 1 C 9.00 (https://dejure.org/2000,4997)
BVerwG, Entscheidung vom 22.08.2000 - 1 C 9.00 (https://dejure.org/2000,4997)
BVerwG, Entscheidung vom 22. August 2000 - 1 C 9.00 (https://dejure.org/2000,4997)
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Gesetz über eine Berufsordnung der Wirtschaftsprüfer (Wirtschaftsprüferordnung - WPO -) vom 24. Juli 1961 (... BGBl I S. 1049) i. d. F. der Bekanntmachung vom 5. November 1975 (BGBl I S. 2803), zuletzt geändert durch Gesetz vom 24. Februar 2000 (BGBl I S. 154, 161) §§ 3, 47, 129 ff.
Ausnahme; ortsansässiger Leiter; vereidigter Buchprüfer; Zweigniederlassung.
Ausnahme - Ortsansässiger Leiter - Vereidigter Buchprüfer - Zweigniederlassung
VG Düsseldorf, 13.05.1997 - 3 K 1092/97
NJW-RR 2001, 351
NVwZ 2001, 435 (Ls.)
DVBl 2001, 136
Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (Urteil vom 22. August 2000 - BVerwG 1 C 9.00 - Rn. 12, zit. nach juris) liegt der Vorschrift des § 47 WPO die Erwägung des Gesetzgebers zugrunde, dass die Berufspflichten in einer Zweigniederlassung in der Regel nur dann im gewünschten Maße erfüllt werden, wenn sie von einem ortsansässigen Berufsangehörigen geleitet wird.
Der legitime Zweck der Vorschrift des § 47 Satz 1 WPO liegt in der Erwägung des Gesetzgebers, dass die Berufspflichten in einer Zweigniederlassung in der Regel nur dann im gewünschten Maße erfüllt werden, wenn sie von einem ortsansässigen Berufsangehörigen geleitet wird (BVerwG, Urteil vom 22. August 2000 - BVerwG 1 C 9.00 - Rn. 12, zit. nach juris).
Wie im Rahmen der Erörterung des legitimen Zwecks oben ausgeführt, ist das Leitungserfordernis nach § 47 Satz 1 WPO ein Mittel, die gewünschte hohe Qualität bei der Erfüllung der Berufspflichten der Wirtschaftsprüfer sicherzustellen (vgl. BVerwG, a.a.O. - BVerwG 1 C 9.00 - Rn. 12, zit. nach juris).
vgl. dazu BVerwG, Urteile vom 20. November 2008 - 7 C 10.08 -, BVerwGE 132, 261, vom 22. August 2000 - 1 C 9.00 -, DVBl. 2001, 136, vom 7. Februar 1974 - III C 115.71 -, BVerwGE 44, 339, und vom 8. Dezember 1965 - V C 21.64 -, BVerwGE 23, 25.
Für die Auslegung einer Gesetzesbestimmung kommt es in erster Linie auf den objektivierten Willen des Gesetzgebers an; der Entstehungsgeschichte einer Vorschrift kommt für deren Auslegung nur insofern Bedeutung zu, als sie die Richtigkeit einer nach den anderen Grundsätzen erhaltenen Auslegung bestätigt oder Zweifel behebt, die anderweit nicht ausgeräumt werden können (…vgl. BVerfGE, Urt. v. 21.05.1952 - 2 BvH 2/52 -, BVerfGE 1, 299 [312]; BVerwG, Urt. v. 22.08.2000 - 1 C 9.00 -, DVBl. 2001, 136 [137]).
vgl. Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 22. August 2000- 1 C 9.00 -, NJW-RR 2001, 351, zu einer vergleichbaren Regelung in § 47 der Wirtschaftsprüferordnung (WPO); VG Ansbach, Urteil vom 2. März 2011 - AN 4 K 10.02072 -, juris, Rn. 19.
vgl. BVerwG, Urteil vom 22. August 2000 - 1 C 9.00 -, NJW-RR 2001, 351 zu § 47 WPO.
Dahinstehen kann dabei, welche Bedeutung den - nicht aus der Feder des Gesetzgebers stammenden - Erwägungen in einem Regierungsentwurf in Bezug auf das, was ein Parlament als objektiv rechtens beschließt, überhaupt beigemessen kann (vgl. allg.: BVerfGE 79, 106 [121]; BVerwG NJW-RR 2001, 351 [352]).
vgl. Bundesverwaltungsgericht (BVerwG), Urteil vom 22. August 2000- 1 C 9.00 -, NJW-RR 2001, 351, zu einer vergleichbaren Regelung in § 47 der Wirtschaftsprüferordnung.
Dass der Gesetzgeber in Satz 2 der Vorschrift eine Ausnahmeregelung lediglich für in eigener Praxis tätige Wirtschaftsprüfer, nicht aber für Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zugelassen hat, stellt die zutreffende Auslegung des Verwaltungsgerichts daher nicht mit Erfolg in Frage (vgl. zur Geltung des § 47 Satz 1 WPO für Buchprüfungsgesellschaften: BVerwG, Urteil vom 22. August 2000 - 1 C 9.00 - juris Rn. 14).

References: § 47
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