Source: http://www.deutschestextarchiv.de/book/view/burdach_propaedeutik_1800?p=125
Timestamp: 2019-03-24 21:39:11+00:00

Document:
der Arzneykörper für einzelne Fälle anordnet, von welchen
er sich nach Vergleichung der Würkung jener Arzneykörper,
und der Umstände des gegenwärtigen Krankheitsfalles, die
heilsamsten Würkungen verspricht. Eine solche Vorschrift
wird eine Magistralformel, oder ein Recept ge-
Seine Grundsätze schöpft das Formulare ebenfalls aus
der Droguenlehre, da eine solche Bereitung sein Zweck ist, wel-
che theils der äußern Beschaffenheit (Consistenz), theils der
eignen Mischung der Arzneykörper, angemessen ist. Die
Gundsätze bey solchen Bereitungen, welche sich auf ihre
Heilkräfte beziehen, gehören nicht in das Gebiet dieser
Arzneykräftelehre.
Die Lehre von den Arzneykräften (im engern Sinne)
unterrichtet uns von der Würkung derjenigen Kräfte der
äußern Natur, auf das krankhaft modificirte Lebensprin-
cip, deren in der Form und Mischung der Körper enthaltener
Grund uns unbekannt ist, und auf der Gegenwart feiner
Stoffe beruht, welche wir aus ihren Würkungen kennen ler-
nen. Es sind also dies die Kräfte, welche, weil sie den
Gegenstand der Physik ausmachen, physische genennt wer-
den (s. Anmerk. zu § 192).
der Arzneykoͤrper fuͤr einzelne Faͤlle anordnet, von welchen
er ſich nach Vergleichung der Wuͤrkung jener Arzneykoͤrper,
und der Umſtaͤnde des gegenwaͤrtigen Krankheitsfalles, die
heilſamſten Wuͤrkungen verſpricht. Eine ſolche Vorſchrift
wird eine Magiſtralformel, oder ein Recept ge-
Seine Grundſaͤtze ſchoͤpft das Formulare ebenfalls aus
der Droguenlehre, da eine ſolche Bereitung ſein Zweck iſt, wel-
che theils der aͤußern Beſchaffenheit (Conſiſtenz), theils der
eignen Miſchung der Arzneykoͤrper, angemeſſen iſt. Die
Gundſaͤtze bey ſolchen Bereitungen, welche ſich auf ihre
Heilkraͤfte beziehen, gehoͤren nicht in das Gebiet dieſer
Arzneykraͤftelehre.
Die Lehre von den Arzneykraͤften (im engern Sinne)
unterrichtet uns von der Wuͤrkung derjenigen Kraͤfte der
aͤußern Natur, auf das krankhaft modificirte Lebensprin-
cip, deren in der Form und Miſchung der Koͤrper enthaltener
Grund uns unbekannt iſt, und auf der Gegenwart feiner
Stoffe beruht, welche wir aus ihren Wuͤrkungen kennen ler-
nen. Es ſind alſo dies die Kraͤfte, welche, weil ſie den
Gegenſtand der Phyſik ausmachen, phyſiſche genennt wer-
den (ſ. Anmerk. zu § 192).
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[107/0125] Encyklopaͤdie der Heilkunſt. der Arzneykoͤrper fuͤr einzelne Faͤlle anordnet, von welchen er ſich nach Vergleichung der Wuͤrkung jener Arzneykoͤrper, und der Umſtaͤnde des gegenwaͤrtigen Krankheitsfalles, die heilſamſten Wuͤrkungen verſpricht. Eine ſolche Vorſchrift wird eine Magiſtralformel, oder ein Recept ge- nennt. § 356. Seine Grundſaͤtze ſchoͤpft das Formulare ebenfalls aus der Droguenlehre, da eine ſolche Bereitung ſein Zweck iſt, wel- che theils der aͤußern Beſchaffenheit (Conſiſtenz), theils der eignen Miſchung der Arzneykoͤrper, angemeſſen iſt. Die Gundſaͤtze bey ſolchen Bereitungen, welche ſich auf ihre Heilkraͤfte beziehen, gehoͤren nicht in das Gebiet dieſer Kunſt. Zweyte Unterabtheilung. Arzneykraͤftelehre. § 357. Die Lehre von den Arzneykraͤften (im engern Sinne) unterrichtet uns von der Wuͤrkung derjenigen Kraͤfte der aͤußern Natur, auf das krankhaft modificirte Lebensprin- cip, deren in der Form und Miſchung der Koͤrper enthaltener Grund uns unbekannt iſt, und auf der Gegenwart feiner Stoffe beruht, welche wir aus ihren Wuͤrkungen kennen ler- nen. Es ſind alſo dies die Kraͤfte, welche, weil ſie den Gegenſtand der Phyſik ausmachen, phyſiſche genennt wer- den (ſ. Anmerk. zu § 192). § 358.
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Zitationshilfe: Burdach, Karl Friedrich: Propädeutik zum Studium der gesammten Heilkunst. Leipzig, 1800, S. 107. In: Deutsches Textarchiv <http://www.deutschestextarchiv.de/burdach_propaedeutik_1800/125>, abgerufen am 24.03.2019.

References: § 192
 § 192
 § 192
 § 356
 § 357
 § 192
 § 358