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Timestamp: 2020-07-05 01:53:57+00:00

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BGH, 28.07.2011 - VII ZR 207/09 - dejure.org
https://dejure.org/2011,1414
BGH, 28.07.2011 - VII ZR 207/09 (https://dejure.org/2011,1414)
BGH, Entscheidung vom 28.07.2011 - VII ZR 207/09 (https://dejure.org/2011,1414)
BGH, Entscheidung vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09 (https://dejure.org/2011,1414)
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BGB §§ 768, 307 Abs. 1 Satz 1; VOB/B (2002) § 17 Nr. 2, 3
§ 307 Abs 1 S 1 BGB, § 768 BGB
VOB-Vertrag: AGB-Klausel des Auftraggebers über die Befugnis des Auftragnehmers zur Ablösung eines Sicherheitseinbehalts nur gegen Stellung einer Bürgschaft mit Einredeverzicht
BGB §§ 768, 307 Abs. 1 S. 1; VOB/B (2002) § 17 Nr. 2, 3
Klausel im VOB-Vertrag betreffend 5%-Einbehalt hinsichtlich Sicherung der vertragsgemäßen Abwicklung der Leistungen nach Abnahme
Wirksamkeit einer die Sicherung von 5 % der Abrechnungssumme vereinbarenden sowie die Ausstellung von Bürgschaften unter Verzicht auf die Einrede gem. § 768 BGB anordnenden Klausel in einem VOB-Vertrag
Unwirksamkeit einer VOB/B-Klausel über die Ablösung eines Sicherungseinbehalts durch Gewährleistungsbürgschaft mit umfassendem Einredeverzicht
BGB §§ 768, 307 Abs. 1 Satz 1; VOB/B § 17 Nr. 2, 3
Unwirksame Klausel über Sicherungsabrede; Sicherheitsleistung von 5 % der Auftragssumme; Verzicht auf Einrede; Anfechtbarkeit; Aufrechnung; Vorausklage; Gewährleistungsbürgschaft; Bauvertrag
Zur Unwirksamkeit einer in einem VOB-Vertrag enthaltenen Klausel des Auftraggebers, mit der zur Sicherung der vertragsgemäßen Abwicklung der Leistungen nach der Abnahme eine Sicherung von 5 % der Abrechnungssumme vereinbart wird und Bürgschaften unter Verzicht auf die ...
Wirksamkeit einer die Sicherung von 5 % der Abrechnungssumme vereinbarenden sowie die Ausstellung von Bürgschaften unter Verzicht auf die Einrede gem. § 768 BGB anordnenden Klausel in einem VOB -Vertrag
Verzicht auf Einrede aus § 768 BGB: Sicherungsabrede unwirksam!
Rechte der Auftragnehmer am Bau auf Zahlung des Werklohns gestärkt
Bürge muss auf Einrede aus § 768 BGB verzichten: Sicherungsabrede unwirksam! (IBR 2011, 580)
LG Stuttgart, 20.04.2009 - 23 O 205/08
OLG Stuttgart, 17.11.2009 - 10 U 48/09
NJW-RR 2011, 1526
ZIP 2011, 1904
MDR 2011, 1164
NZBau 2011, 610
WM 2011, 1697
BauR 2011, 1809
ZfBR 2011, 754
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bildet eine Vereinbarung zur Sicherung von Gewährleistungsansprüchen mit der Ablösungsmöglichkeit durch eine Gewährleistungsbürgschaft - hier Nr. 23.4 ZVB - eine untrennbare Einheit (BGH, Urteile vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 106, vom 22. November 2001 - VII ZR 208/00, WM 2002, 133, 134…, vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, WM 2005, 268, 269 f., vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 20…, vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 36 und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 14).
bb) Auch eine ergänzende Auslegung der Sicherungsvereinbarung dahingehend, dass eine Bürgschaft ohne umfassenden Verzicht auf die Einrede der Aufrechenbarkeit zu stellen ist, um den Sicherungseinbehalt abzulösen, kommt nicht in Betracht (…BGH, Urteile vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 37 ff. und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 14).
Nach gefestigter Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs bildet eine Vereinbarung zur Sicherung von Gewährleistungsansprüchen mit der Ablösungsmöglichkeit durch eine Gewährleistungsbürgschaft - hier Ziffer 12.2 ZVB - eine untrennbare Einheit (BGH, Urteile vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 106, vom 22. November 2001 - VII ZR 208/00, WM 2002, 133, 134…, vom 9. Dezember 2004 - VII ZR 265/03, WM 2005, 268, 269 f., vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 20…, vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 36 und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 14).
bb) Auch eine ergänzende Auslegung der Sicherungsvereinbarung dahingehend, dass eine Bürgschaft ohne umfassenden Verzicht auf die Einrede der Aufrechenbarkeit zu stellen ist, um den Sicherungseinbehalt abzulösen, kommt mit dem Berufungsgericht nicht in Betracht (…BGH, Urteile vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 37 ff. und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 14).
Der Fortfall der Möglichkeit zur Weiterabtretung ist nach alledem nicht von so einschneidender Bedeutung, dass von einer gänzlich neuen, von der bisherigen völlig abweichenden Vertragsgestaltung gesprochen werden muss (…vgl. auch BGH, Urteile vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, NJW 2009, 1664 Rn. 17 ff;… vom 16. Juni 2009 - XI ZR145/08, NJW 2009, 3422 Rn. 32 ff; vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, NJW-RR 2011, 1526 Rn. 14, 20).
Dies ergibt sich aus der angeführten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 28. Juli 2011 (VII ZR 207/09, BauR 2011, 1809 = NZBau 2011, 610) nicht.
Eine Verschränkung im Sinne eines wechselseitigen Bezugs des Einbehalts eines Teils der Werklohns mit einer Ablösungsmöglichkeit durch eine Bürgschaft bestehe bei einer Vertragserfüllungsbürgschaft im Gegensatz zu einer Gewährleistungsbürgschaft (vgl. BGH, NZBau 2011, 610) gerade nicht.
Zudem habe das LG übersehen, dass der BGH diese Rechtsprechung längst im Rahmen seiner weiteren Urteile zu Gewährleistungsbürgschaften vom 16.06.2009 (XI ZR 145/08) und vom 28.07.2011 (VII ZR 207/09) erheblich eingeschränkt habe.
Ebenso ohne Erfolg macht die Berufung der Beklagten geltend, das LG habe zudem übersehen, dass der BGH diese Rechtsprechung längst im Rahmen seiner weiteren Urteile zu Gewährleistungsbürgschaften vom 16.06.2009 (XI ZR 145/08, BauR 2009, 1742) und vom 28.07.2011 (VII ZR 207/09, BauR 2011, 1809) erheblich eingeschränkt habe.
Die Beklagte verkennt dabei, dass der BGH wiederholt ausdrücklich zwischen Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften - wie oben vom Senat bereits im Einzelnen ausgeführt - unterschieden hat und für Vertragserfüllungsbürgschaften sowohl im Urteil vom 16.06.2009 (…a.a.O., Rn 35) als auch im Urteil vom 28.07.2011 (a.a.O., Rn 15/20) an seinen Feststellungen im Urteil vom 12.02.2009 (…a.a.O.) ausdrücklich festgehalten hat.
In derartigen Bürgschaftsmustern geregelte Beschränkungen der Bürgenrechte gehören kraft Bezugnahme in der Sicherungsabrede zum Inhalt der Sicherungsvereinbarung (vgl. nur: BGH, Urteil vom 28.07.2011, VII ZR 207/09, ZIP 2011, 1904 ff.).
Es kommt daher selbst bei sprachlich und räumlich absetzbaren Teilen eine Trennung der einzelnen Regelungsbestandteile nicht in Betracht, weil damit diese untrennbare Einheit aufgelöst würde (so: BGH, Urt. v. 28.07.2011, VII ZR 207/09, ZIP 2011, 1904 ff.).
Selbst wenn indessen - mit der vom Hanseatischen Oberlandesgericht Hamburg mit Urteil vom 15.10.2010 (…a.a.O., Tz. 4) vertretenen Auffassung - davon auszugehen wäre, dass eine Sicherungsabrede, die auf die Stellung einer Bürgschaft unter Verzicht auf die Rechte aus § 770 Abs. 1 und 2 BGB gerichtet ist, noch als rechtlich unbedenklich zu beurteilen ist, so würde solches für die hier zu beurteilende Fallgestaltung deshalb nicht gelten, weil die von der Klägerin nach der formularmäßigen Sicherungsabrede begehrte Gewährleistungsbürgschaft neben dem Ausschluss der Einrede der Aufrechenbarkeit, § 770 Abs. 2 BGB (…vgl. hierzu für Formularbürgschaften bereits: BGH, Urt. v. 16.01.2003, IX ZR 171/00, BGHZ 153, 293 ff.), und dem sich jedenfalls als teilweiser Verzicht auf die Geltendmachung der in der Person der Hauptschuldnerin bestehenden Rechte im Sinne von § 768 BGB (zum vollständigen Ausschluss: BGH, Versäumnisurt. v. 16.06.2009, XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 ff.; BGH, Urt. v. 28.07.2011, a.a.O., Tz. 17) darstellenden Ausschluss der Einrede der Anfechtbarkeit nach § 770 Abs. 1 BGB (vgl. hierzu etwa auch: BGH, Beschl. v. 21.09.2011, IV ZR 38/09, NJW 2012, 296 ff.) überdies eine unzulässige Beschränkung des Austauschrechts der Hauptschuldnerin vorsah.
Die Argumentation der Klägerin nimmt Bezug auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach eine ergänzende Vertragsauslegung von Sicherungsabreden, die eine Absicherung durch eine Bürgschaft auf erstes Anfordern vorsehen, nicht (mehr) in Betracht kommt, wenn der Auftraggeber diese Klauseln in Verträgen verwendet, die nach Bekanntwerden der Entscheidungen geschlossen werden, mit denen diese Klauseln für unwirksam gehalten worden sind (so: BGH, Urt. v. 28.07.2011, a.a.O., Tz. 22).
Die gegen eine Teilbarkeit der Klausel gerichteten, von der Beklagten angeführten Urteile des BGH (BGH NZBau, aaO und BGH NZBau 2011, 610) sprechen von einer Unteilbarkeit nur in Beziehung auf Gewährleistungsbürgschaften, was an der hier zu entscheidenden Konstellation vorbeigeht.
Denn die Einräumung eines Sicherheitseinbehalts und die Möglichkeit zu dessen Ablösung durch eine Bürgschaft stellen eine geschlossene Konzeption mit untrennbarer Verknüpfung dar mit der Folge, dass selbst bei sprachlich und räumlich absetzbaren Teilen eine Trennung der einzelnen Regelungsbestandteile nicht in Betracht kommt (…vgl. BGH - VII ZR 39/08 - a.a.O.; BGH - VII ZR 207/09 -, Tz. 20).
Soweit die Beklagte sich in diesem Zusammenhang auf scheinbar anders lautende Entscheidungen des Bundesgerichtshofs beruft (so u. a. BGH XI ZR 145/08, Urteil vom 16.06.2009, juris; BGH VII ZR 207/09, Urteil vom 28.07.2011, juris) verkennt sie, dass diesen Entscheidungen Sachverhalte zugrunde lagen, in denen von Sicherungsgeberinnenseite eine Gewährleistungsbürgschaft und keine Vertragserfüllungsbürgschaft gewährt worden war.
Diese vom Berufungsgericht für zulassungsrelevant erachtete Rechtsfrage betrifft ausschließlich die nach § 768 Abs. 1 Satz 1 BGB von der bürgenden Beklagten gegen die Inanspruchnahme aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern erhobene der Hauptschuldnerin zustehende Einrede aus § 812 Abs. 1 Satz 1 Fall 1, § 821 BGB, die klagende Gläubigerin habe es zu unterlassen, die Bürgin aus einer Bürgschaft auf erstes Anfordern in Anspruch zu nehmen (vgl. dazu BGH, Urteile vom 10. Februar 2000 - IX ZR 397/98, BGHZ 143, 381, 384 f., vom 8. März 2001 - IX ZR 236/00, BGHZ 147, 99, 102, vom 23. Januar 2003 - VII ZR 210/01, BGHZ 153, 311, 316…, vom 12. Februar 2009 - VII ZR 39/08, BGHZ 179, 374 Rn. 9…, vom 16. Juni 2009 - XI ZR 145/08, BGHZ 181, 278 Rn. 12 und vom 28. Juli 2011 - VII ZR 207/09, WM 2011, 1697 Rn. 12).

References: § 17

§ 307
 § 768
 § 17
 § 768
 § 17
 § 768
 § 768
 § 768
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 770
 § 770
 § 768
 § 770
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 768
 § 812
 § 821