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Timestamp: 2016-10-28 16:08:39+00:00

Document:
8C_234/2011 (04.07.2011)
8C_234/2011
Beschwerde gegen den Entscheid des Versicherungsgerichts des Kantons St. Gallen vom 14. Februar 2011.
A.a B.________, geboren 1980, war Gesch�ftsf�hrerin der Filiale X.________ und in dieser Eigenschaft bei der SWICA Gesundheitsorganisation (nachfolgend: SWICA oder Beschwerdegegnerin) obligatorisch gegen die Folgen von Unf�llen versichert. Anl�sslich einer Heckauffahrkollision vom 1. August 2003 zog sie sich eine Distorsion der Halswirbels�ule (HWS) zu. Die SWICA kam f�r die Heilbehandlung auf und entrichtete ein Taggeld. Per 30. Juni 2005 stellte sie s�mtliche Versicherungsleistungen ein (Verf�gung vom 25. August 2005) und hielt mit Einspracheentscheid vom 13. M�rz 2006 daran fest. Die hiegegen erhobene Beschwerde der B.________ hiess das Sozialversicherungsgericht des Kantons Z�rich mit Entscheid vom 27. September 2007 in dem Sinne gut, dass es den Einspracheentscheid vom 13. M�rz 2006 aufhob und die Sache zur weiteren Abkl�rung im Sinne der Erw�gungen und Neuverf�gung an die SWICA zur�ckwies. Diese f�hrte dagegen Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, auf welche das Bundesgericht nicht eintrat (Urteil 8C_742/2007 vom 4. April 2008).
A.b Die SWICA beauftragte daraufhin die Klinik Z.________ mit der zus�tzlichen Abkl�rung allf�lliger Unfallfolgen. Letztere erstattete das bidisziplin�re psychiatrisch-rheumatologische Gutachten am 6. Mai 2009 (nachfolgend: Gutachten Z.________) und nahm am 5. Juni 2009 zu Erg�nzungsfragen der SWICA Stellung. Gest�tzt darauf best�tigte die SWICA mit Verf�gung vom 25. September 2009 erneut den folgenlosen Fallabschluss per 30. Juni 2005. Die hiegegen gerichteten Einsprachen der B.________ und ihres zust�ndigen Krankenpflegeversicherers (Progr�s Versicherungen AG, D�bendorf; nachfolgend: Progr�s) hiess die SWICA teilweise gut, verschob den Zeitpunkt der Leistungsterminierung um einen Monat auf den 31. Juli 2005 und wies die Einsprachen im �brigen ab (Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2009).
Dagegen beantragten B.________ und die Progr�s beschwerdeweise, die SWICA habe unter Aufhebung des Einspracheentscheides vom 9. Dezember 2009 �ber den Zeitpunkt der Leistungseinstellung hinaus weiterhin die gesetzlichen Leistungen nach UVG zu erbringen. Das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen wies die Beschwerde mit Entscheid vom 14. Februar 2011 ab.
Mit Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erneuert B.________ ihr vorinstanzliches Rechtsbegehren.
W�hrend die SWICA auf Abweisung der Beschwerde schliesst, verzichten das Bundesamt f�r Gesundheit (BAG) und die Progr�s auf eine Vernehmlassung.
Strittig ist, ob die SWICA die in der Folge des Unfalles vom 1. August 2003 erbrachten Leistungen zu Recht per 31. Juli 2005 eingestellt und den Fall folgenlos abgeschlossen hat.
Die Vorinstanz hat im angefochtenen Entscheid unter Verweis auf den in Rechtskraft erwachsenen Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Z�rich vom 27. September 2007 die nach der Rechtsprechung f�r den Anspruch auf Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung (Art. 6 Abs. 1 UVG) geltenden Voraussetzungen des nat�rlichen und ad�quaten Kausalzusammenhangs zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden generell (vgl. BGE 129 V 177 E. 3.1 u. 3.2 S. 181) sowie bei psychischen Unfallfolgen (BGE 115 V 133 E. 6 S. 138 ff.; ferner BGE 123 V 98 und 119 V 335) und Folgen eines Unfalls mit Schleudertrauma der HWS (oder einer diesem �quivalenten Verletzung) ohne organisch nachweisbare Funktionsausf�lle im Speziellen (BGE 134 V 109; 117 V 359) zutreffend dargelegt. Darauf - wie auch auf die Erw�gungen zu dem im Sozialversicherungsrecht massgebenden Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit (BGE 119 V 335 E. 1 S. 338; vgl. auch BGE 129 V 177 E. 3.1 S. 181 mit Hinweisen) - wird verwiesen.
4.1 Gem�ss angefochtenem Entscheid steht aufgrund des beweiskr�ftigen Gutachtens Z.________ in Verbindung mit dem rheumatologischen Teilgutachten vom 23. M�rz 2009 mit dem erforderlichen Beweisgrad der �berwiegenden Wahrscheinlichkeit fest, dass ab Juli 2005 von einer Fortsetzung der �rztlichen Behandlung keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes (vgl. Art. 19 Abs. 1 UVG) mehr zu erwarten war und sich keine Hinweise auf anhaltende, organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen finden liessen. Das kantonale Gericht hat sodann in unbestrittener Anwendung der mit BGE 134 V 109 pr�zisierten Ad�quanzkriterien den Kausalzusammenhang der anhaltend geklagten Beschwerden zum Unfall vom 1. August 2003 gepr�ft und verneint.
4.2 Die Beschwerdef�hrerin erhebt zu Recht weder gegen die volle Beweiskraft des Gutachtens Z.________ noch gegen den gest�tzt darauf festgesetzten Heilbehandlungsabschluss per 31. Juli 2005 substantiierte Einw�nde. Vielmehr vertritt sie die Auffassung, sie leide auch seit 1. August 2005 weiterhin an dauerhaften Folgen des Unfalles vom 1. August 2003, welche ihr einen Anspruch auf eine Invalidenrente und eine Integrit�tsentsch�digung vermitteln w�rden. Sie behauptet nicht, es handle sich bei diesen Folgen um organisch objektiv ausgewiesene Beschwerden. Sie macht jedoch geltend, Verwaltung und Vorinstanz h�tten die Unfallad�quanz dieser anhaltend geklagten Gesundheitsst�rungen in Verletzung der nach BGE 134 V 109 anwendbaren Praxis verneint.
Fest steht, dass die Pr�fung der Unfallad�quanz der �ber den 31. Juli 2005 hinaus geklagten, organisch nicht objektiv ausgewiesenen Beschwerden nach der mit BGE 134 V 109 pr�zisierten sog. "Schleudertrauma-Praxis" zu erfolgen hat und dass die Heckauffahrkollision vom 1. August 2003 praxisgem�ss bei den mittelschweren Ereignissen im Grenzbereich zu den leichten Unf�llen einzustufen ist. Damit die Ad�quanz bejaht werden k�nnte, m�sste von den in die Beurteilung einzubeziehenden Ad�quanzkriterien somit entweder ein einzelnes in besonders ausgepr�gter Weise vorliegen oder h�tten mehrere geh�uft erf�llt zu sein (BGE 134 V 109 E. 10.1 S. 126 f.; 117 V 359 E. 6a S. 367).
5.1 Unbestrittenermassen kann weder von besonders dramatischen Begleitumst�nden noch von einer besonderen Eindr�cklichkeit des Unfallereignisses gesprochen werden. Ebenso wenig ist im Lichte der medizinischen Akten eine �rztliche Fehlbehandlung ausgewiesen. Weiter hat das kantonale Gericht zu Recht auch das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzung verneint.
5.2 Die Vorinstanz hat zutreffend erkannt, dass zwischen dem Unfall vom 1. August 2003 und dem Fallabschluss per 31. Juli 2005 keine fortgesetzt spezifische, belastende �rztliche Behandlung durchgef�hrt wurde. Abkl�rungsmassnahmen und blosse �rztliche Kontrollen sind im Rahmen dieses Kriteriums nicht zu ber�cksichtigen (Urteile 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E. 5.3, 8C_698/2008 vom 27. Januar 2009 E. 4.4 und 8C_126/2008 vom 11. November 2008 E. 7.3). Entgegen der Beschwerdef�hrerin lassen weder die Therapieversuche mit verschiedenen alternativen Behandlungsmethoden (u.a. Farb- und Kraniosakraltherapie sowie chinesische Heilkunst) noch die physiotherapeutischen und medikament�sen Massnahmen und auch nicht der knapp einmonatige Rehabilitationsaufenthalt auf eine fortgesetzt spezifische, belastende �rztliche Behandlung schliessen (Urteil 8C_749/2010 vom 6. Januar 2011 E. 6.3.2 mit Hinweisen; vgl. auch SVR 2007 UV Nr. 25 S. 81, U 479/05 E. 8.3.3 mit Hinweisen).
5.3 Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen (BGE 134 V 109 E. 10.2.6 S. 129) erfordert nicht, dass diese beiden Teilaspekte kumulativ erf�llt sein m�ssen (BGE 117 V 359 E. 7b S. 369). Aus der �rztlichen Behandlung und den erheblichen Beschwerden - welche im Rahmen des jeweils spezifischen Ad�quanzkriteriums zu ber�cksichtigen sind - darf nicht auf einen schwierigen Heilungsverlauf und/oder erhebliche Komplikationen geschlossen werden. Es bedarf hiezu besonderer Gr�nde, welche die Heilung beeintr�chtigt haben (Urteile 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E. 5.6, 8C_1020/2008 vom 8. April 2009 E. 5.7 und 8C_623/2007 vom 22. August 2008 E. 8.6). Die Einnahme vieler Medikamente und die Durchf�hrung verschiedener Therapien gen�gen nicht zur Bejahung dieses Kriteriums. Gleiches gilt f�r den Umstand, dass trotz regelm�ssiger Therapien weder eine Beschwerdefreiheit noch eine (vollst�ndige) Arbeitsf�higkeit in der angestammten T�tigkeit erreicht werden konnten (Urteil 8C_421/2009 vom 2. Oktober 2009 E. 5.6 mit Hinweisen). Im Vergleich mit anderen F�llen von HWS-Schleudertraumen und �quivalenten Verletzungen h�lt sich der Verlauf im Rahmen des nach derartigen Ereignissen �blichen. Das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs und der erheblichen Komplikationen ist mit dem kantonalen Gericht zu verneinen. Zu keinem anderen Ergebnis f�hrt der einzige Hinweis der Versicherten, wonach sie bis heute an diesen Beschwerden leide und nach wie vor auf regelm�ssige Behandlung und Therapie angewiesen sei.
5.4 Von den verbleibenden beiden Kriterien der erheblichen Beschwerden und der erheblichen Arbeitsunf�higkeit trotz ausgewiesener Anstrengungen m�sste f�r die Bejahung der Ad�quanz mindestens eines in besonders ausgepr�gter Weise erf�llt sein. Das trifft nach Lage der Akten nicht zu und wurde auch nicht geltend gemacht. Damit kann offen bleiben, ob diese Kriterien �berhaupt in der einfachen Form vorliegen. Denn auch wenn es sich so verhielte, w�rde dies nicht gen�gen, um den ad�quaten Kausalzusammenhang zu bejahen (SVR 2010 UV Nr. 25 S. 100 [8C_897/2009 E. 4.5] und Urteil 8C_416/2010 vom 29. November 2010 E. 5.2.5 mit Hinweisen).
5.5 Fehlt es nach dem Gesagten an der Unfallad�quanz der ab 1. August 2005 anhaltend geklagten Beschwerden, hat das kantonale Gericht den von der SWICA mit Einspracheentscheid vom 9. Dezember 2009 auf den 31. Juli 2005 festgesetzten folgenlosen Fallabschluss zu Recht best�tigt. Dies f�hrt zur Abweisung der Beschwerde.
Die Gerichtskosten sind der unterliegenden Beschwerdef�hrerin aufzuerlegen (Art. 65 Abs. 4 lit. a und Art. 66 Abs. 1 BGG). Ein Parteikostenersatz steht der Beschwerdegegnerin, da sie als mit �ffentlich-rechtlichen Aufgaben betraute Organisation in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt, gem�ss Art. 68 Abs. 3 BGG nicht zu (Urteile 8C_419/2010 vom 17. August 2010 E. 4 und 8C_606/2007 vom 27. August 2008 E. 11 mit Hinweisen).
Dieses Urteil wird den Parteien, der Progr�s Versicherungen AG, dem Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen und dem Bundesamt f�r Gesundheit schriftlich mitgeteilt.

References: BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 19
 BGE 
 BGE 
 BGE 
 Art. 66
 Art. 68