Source: https://www.viantro.com/zusatzbezeichnung-palliativmedizin/
Timestamp: 2020-08-06 13:44:11+00:00

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Zusatzbezeichnung Palliativmedizin | Viantro | Karriere
So kannst Du Palliativmediziner werden
Spielst Du mit dem Gedanken, eine Zusatzweiterbildung für Palliativmedizin zu absolvieren?
Zudem erfährst Du, wie wir Dich auf dem Weg Deiner Zusatzweiterbildung entlasten können und welche passenden Stellen für Palliativmediziner zur Verfügung stehen.
Überblick Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Palliativmediziner begleitet Patienten mit einer unheilbaren, fortgeschrittenen und fortschreitenden Erkrankung mit dem Ziel, die Lebensqualität des Betroffenen zu verringern und die Leiden vor dem Tod zu minimieren. Sie beziehen dabei das soziale Umfeld und die individuelle, psychische und spirituelle Situation des Patienten ein.
Fachärzte in der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin werden in der Palliativversorgung, der Hospizarbeit und ihrer psychosozialen Kompetenz geschult. Auch erwerben sie Kompetenzen, stationäre und ambulante Unterstützungsmaßnahmen zum Wohle des Patienten miteinander zu vernetzen.
Voraussetzung Zusatzweiterbildung Palliativmedizin
Die Zusatzweiterbildung Palliativmedizin kann in den meisten Ärztekammern von allen Fachärzten und in manchen Ärztekammern nur von Fachärzten der unmittelbaren Patientenversorgung absolviert werden. In Bayern genügen sogar 24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung.
Weiterbildungsinhalte: Facharzt für Palliativmedizin
Übergreifende Inhalte der Zusatz-Weiterbildung Palliativmedizin:
Grundprinzipien der Palliativversorgung
Komplexität bei Patienten mit unheilbaren fortgeschrittenen Erkrankungen und in der letzten Lebensphase
Einbeziehung und Unterstützung der Angehörigen
Versorgungskonzepte und Betreuungskontinuität
Strukturen der allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung
Besonderheiten der pädiatrischen und geriatrischen Palliativversorgung
Krankheit, Sterben, Tod und Trauer in verschiedenen Kulturen und Religionen
Grundlagen der symptomorientierten Behandlung:
Kausale versus symptomatische Therapieoptionen, deren Angemessenheit, Nutzen und Risiken
Erstellung, kontinuierliche Überprüfung, Anpassung und Dokumentation von Therapieplänen mit palliativmedizinischer Intention einschließlich der Beurteilung der Angemessenheit von Therapiemaßnahmen, Therapiezieldiskussion, Therapiezieländerung mit kritischer Diskussion medizinischer Indikationen
Management von körperlichen und psychischen Krisen
Beratung und Unterstützung des Patienten in seiner Entscheidungsfindung sowie Einholung und Abwägung eines der aktuellen Situation angepassten (Behandlungs-)Auftrags des Patienten
Symptomlinderung und Behandlung palliativmedizinischer Krankheitsbilder:
Pharmakologische und therapeutische Zusammenhänge einzelner belastender Symptome
Diagnostik, stadien- und bedarfsgerechte, differenzierte medikamentöse und nichtmedikamentöse palliativmedizinische Therapie belastender Symptome anhand mechanismen- und ursachenorientierter Therapiepläne
Erstellung von Protokollen zur palliativen Sedierung einschließlich kritischer Diskussion
Palliativmedizinische Therapie von Funktionsstörungen, z. B. maligne intestinale Obstruktion, Elektrolyt- und metabolische Störungen sowie von Organfunktionseinschränkungen und -ausfällen einschließlich der Ernährungs- und Flüssigkeitszufuhr in Relation zu Prognose und Patientenwillen
Zusammenhänge und Therapieoptionen palliativmedizinischer Krankheitsbilder
Diagnostik und Therapie palliativmedizinisch wichtiger Krankheitsbilder in Relation zu Prognose und Patientenwillen, insbesondere maligne Erkrankungen, Organinsuffizienzen, neurologische Erkrankungen einschließlich Demenz, hereditäre
Erkrankungen, Anpassungsstörung und posttraumatische Belastungen
Soziales Umfeld des Patienten:
Wiederkehrende Verhaltens- und Kommunikationsmuster in Familien
Einschätzung der Struktur und Tragfähigkeit des sozialen Umfelds des Patienten, Identifikation von Ressourcen und Verringerung von Defiziten, Organisation und bedarfsadaptierte Anpassung der Versorgungsstrukturen
Erfassung der Familienstruktur, z. B. Genogramm
Berücksichtigung der Bedürfnisse der Angehörigen im Behandlungskonzept
Konzepte von Spiritualität, Leben, Krankheit, Leid und Tod, Religion und ihre Zusammenhänge
Beratung und Unterstützung des Patienten bei spirituell-existentiellen Fragen, beim Umgang mit Scheitern, Versagen und Schuld sowie bei existentiellen Ängsten und offenen Fragen über die Zeit nach dem Tod
Einleitung und ggf. Mitgestaltung kultureller und religiöser Sterbe- und Bestattungsriten
Anpassung, Bewältigung, Trauer:
Beratung und Unterstützung bei Krankheitsbewältigung, Körperbildveränderungen und Trauer
Ethische und rechtliche Grundlagen:
Ethische Bewertung und rechtliche Grundlagen der Entscheidungsfindung, Patientenautonomie, Vorausverfügungen, Behandlungsbegrenzung, Formen der „Sterbehilfe“, palliative Sedierung
Anwendung und Abwägen medizinethischer Prinzipien
Reflexion und Haltung zum Umgang mit Todeswünschen
Umsetzung von gesundheitlicher Vorausplanung
Kommunikation und Arbeit im Team:
Kommunikation und Supervision im interdisziplinären und interprofessionellen Team zur Entscheidungsfindung einschließlich kollegialer Beratung
Kommunikation und wertschätzender Umgang mit den Gefühlen der Patienten und Angehörigen, auch mit kommunikationseingeschränkten Menschen, z. B. alte, behinderte und demente Menschen
Beratungsgespräche, z. B. Aufklärungs-, Entscheidungs-, Konflikt-, Angehörigen-Gespräche, Überbringen schlechter Nachrichten, Gespräche über medizinische und menschliche Versäumnisse und Fehler
Teilnahme an und Durchführung von Familiengesprächen
Förderung der Kommunikation der Betroffenen untereinander
Reflexion der eigenen Grundhaltung und der eigenen Einstellung zu Sterben und Tod
Aktive Gestaltung von Entlastung und Abgrenzung
Ablauf der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin
Ziel der Zusatzweiterbildung ist die Erlangung der fachlichen Kompetenz in Palliativmedizin nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kurs-Weiterbildung
Anerkennung als Facharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung oder 24 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung bei einem Weiterbilder gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 im stationären Bereich
12 Monate bei einem Weiterbilder für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kursweiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Absatz 1 Satz 2,
40 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Absatz 8 in Palliativmedizin
6 Monate der Weiterbildungszeit können durch 120 Stunden Fallseminare gemäß § 4 Absatz 8, einschließlich Supervision, ersetzt werden
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kursweiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kursweiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten ge-mäß § 5 Abs. 1 Satz 2 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision
40 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Palliativmedizin;
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2, davon können
bis zu 9 Monate durch den Nachweis der Teilnahme an Fallseminaren, einschließlich Superversion, ersetzt werden
Hierbei gilt, dass ein 40-Stunden-Kurs Fallseminar, einschließlich Superversion, einen Weiterbildungsabschnitt von drei Monaten ersetzt. Die Fallseminare einschließlich Superversion müssen grundsätzlich nach der Kurs-Weiterbildung Palliativmedizin abgeleistet werden
12 Monate bei einem Weiterbildungsermächtigten gemäß § 6 Abs. 1 Satz 2 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kursweiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Absatz 1 Satz 2
oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kurs-Weiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 2 (Weiterbildungsabschnitte von mindestens 3 Monaten können angerechnet werden) oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kurs-Weiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kurs-Weiterbildung
12 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten für Palliativmedizin gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 oder ersetzbar durch 3 x 40 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kurs-Weiterbildung
40 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 9 in Palliativmedizin
Zwischen den 4 x 40 Stunden (Kurs-Weiterbildung und Fallseminare) muss jeweils ein Abstand von 2 Monaten liegen.
12 Monate bei einem Weiterbildungsermächtigten für Palliativmedizin an einer zugelassenen Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1 oder anteilig ersetzbar durch 120 Stunden Fallseminare, einschließlich Supervision nach Ableistung der Kursweiterbildung
Anerkennung Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Den Verlauf Deiner Zusatzweiterbildung Palliativmedizin musst Du, wie auch den Ablauf Deiner Facharztweiterbildung, in einem Logbuch dokumentieren.
Zum Musterlogbuch der Bundesärztekammer für die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin geht es hier.
Wenn Du alle Anforderungen der Zusatzweiterbildung erfüllt und die Abschlussprüfung bestanden hast, erhältst Du die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin.
Stellenangebote für Palliativmediziner

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