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Timestamp: 2020-02-29 11:10:17+00:00

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BGH, 12.09.2006 - XI ZR 296/05 - dejure.org
https://dejure.org/2006,2699
BGH, 12.09.2006 - XI ZR 296/05 (https://dejure.org/2006,2699)
BGH, Entscheidung vom 12.09.2006 - XI ZR 296/05 (https://dejure.org/2006,2699)
BGH, Entscheidung vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05 (https://dejure.org/2006,2699)
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Anspruch auf Rückzahlung eines zum Zweck des Erwerbes von Aktien gewährten Darlehns; Risikoverteilung bei Entwertung der mit dem Kredit angeschafften Aktien; Kennzeichnung von laufenden Geschäften durch das reguläre Wertpapiergeschäft der Bank; Indizien für das Vorliegen ...
Nichtigkeit eines Bankkredits für den Erwerb eigener Aktien bei unüblichen Bedingungen
AktG § 71a; BGB §§ 812, 817 Satz 2, §§ 818, 819
AktG § 71a Abs. 1; BGB § 817 Satz 2, §§ 818, 819 Abs. 1
LG Frankfurt/Main, 25.11.2004 - 7 O 206/03
OLG Frankfurt, 25.10.2005 - 18 U 143/04
ZIP 2006, 2119
Sie stehen deshalb bösgläubigen Empfängerinnen und Empfängern einer rechtsgrundlos erhaltenen Leistung gleich, denen § 819 Abs. 1 BGB (in Verbindung mit § 818 Abs. 4 BGB ) versagt, sich auf den Wegfall der Bereicherung zu berufen (BGH…, Urteil vom 25. März 1982 - VII ZR 60/81, [...] Rn. 10;… Urteil vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 259/90, [...] Rn. 9;… Urteil vom 17. Januar 1995 - XI ZR 225/93, [...] Rn. 13;… Urteil vom 2. Februar 1999 - XI ZR 74/98, [...] Rn. 19;… Urteil vom 27. Januar 2004 - XI ZR 37/03, [...] Rn. 25;… Urteil vom 16. Mai 2006 - XI ZR 6/04, Rn. 34; Urteil vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05, Rn. 16;… Schwab in: MüKo, BGB , Bd. 5, 6. Aufl. 2013, § 818 Rn. 192 mwN aus der Rspr.).
Maßgeblich sind die tatsächlich gezogenen Nutzungen (vgl. z.B. BGH, Urteile vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05, ZIP 2006, 2119 Rn. 25; vom 12. Mai 1998 - XI ZR 79/97, NJW 1998, 2529, 2530; vom 8. Oktober 1991 - XI ZR 259/09, BGHZ 115, 268, 270 und vom 8. Oktober 1987 - VII ZR 185/86, BGHZ 102, 41, 47).
Zum einen steht § 817 Satz 2 BGB bei einer Nichtigkeit eines Darlehensvertrags gemäß § 138 BGB oder wegen eines Gesetzesverstoßes dem Rückforderungsanspruch des Darlehensgebers hinsichtlich des Darlehenskapitals grundsätzlich nicht entgegen (vgl. BGH, Urteil vom 15. März 1990 - III ZR 248/88, ZIP 1990, 915, 917 f unter 3.a.; vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05, ZIP 2006, 2119 Rn. 15).
Ob und unter welchen Voraussetzungen diese Vorschrift neben den §§ 812 ff. BGB (vgl. hierzu Senat, Urteil vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05, ZIP 2006, 2119, 2120;… Hüffer, AktG 7. Aufl. § 71a Rdn. 4;… MünchKommAktG/Oechsler, 2. Aufl. § 71a Rdn. 32) bei der Rückabwicklung gemäß § 71a Abs. 1 Satz 1 AktG nichtiger Darlehensverträge anwendbar ist (…vgl. hierzu: Kölner Komm/Lutter, 2. Aufl. § 71a AktG Rdn. 8;… MünchKommAktG/Oechsler, 2. Aufl. § 71a Rdn. 32;… Heidel, AktG § 71a Rdn. 11), bedarf keiner Entscheidung.
Daher steht er dem bösgläubigen Empfänger einer rechtsgrundlos erhaltenen Leistung gleich, dem § 819 Abs. 1 BGB die Berufung auf den Wegfall der Bereicherung versagt (st.Rspr., vgl. BGHZ 83, 293/295; 115, 268/270 f.; WM 2004, 620/623; 2006, 1194/1198; ZIP 2006, 2119 m.w.N.).
Nach ständiger Rechtsprechung des BGH (NJW-RR 1994, 291, 293; NJW 1995, 1152; ZIP 2006, 2119) sind als Leistung im Sinne des § 817 Satz 2 BGB nur solche Zuwendungen anzusehen, die nach dem - nichtigen - Vertragsverhältnis endgültig in das Vermögen des Empfängers übergehen sollten.
Ein solcher Rückforderungsausschluss ist ausnahmsweise nur dann gerechtfertigt, wenn die Durchführung des zu missbilligenden Zwecks von vorn herein mit einem dem Darlehensgeber bekannten Risiko verbunden war, dieses Risiko sich verwirklicht und für den Darlehensnehmer zu einem Verlust des Kapitals geführt hat, wie das z.B. bei einem zu Spielzwecken hingegebenen und verlorenen Darlehen der Fall ist (BGH NJW 1995, 1152; BGH ZIP 2006, 2119;… Palandt/Sprau, 69. Aufl., § 817 BGB Rdz. 21 m.w.N.).
Nach der Rechtsprechung des BGH (vgl. nur BGHZ 104, 337, 343 f.; BGHZ 115, 268, 270; BGH ZIP 2006, 2119) kann der Kreditgeber nach §§ 812, 818 Abs. 1 BGB für die Zeit, in der ihm das Kapital ohne Rechtsgrund vorenthalten wird, weder den Vertragszins noch einen erhöhten Stundungszins begehren.
Da der Empfänger eines Darlehens weiß, dass er das ihm überlassene Kapital zurückzahlen muss, ist er bei Nichtigkeit des Darlehensvertrages auch hinsichtlich der Zinsen so zu behandeln, wie ein Leistungsempfänger, der den Mangel des rechtlichen Grundes kennt (BGH WM 1989, 1083, 1085; BGH ZIP 2006, 2119 m.w.N.).
Als besonders ausgestalteter Bereicherungsrechtsanspruch (st. Rechtsprechung, vgl. zuletzt BGH Urteil vom 12. September 2006 XI ZR 296/05 Rdnr. 24) regelt er nur die Rückabwicklung der direkt zwischen den Parteien erbrachten Zahlungen.
Diese Einwendung könnte von ihnen auch nicht erhoben werden, weil ein Darlehensnehmer weiß, dass er das Darlehenskapital zurückzahlen muss, so dass er dem bösgläubigen Empfänger einer rechtsgrundlos erhaltenen Leistung gleichsteht, dem § 819 Abs. 1 BGB die Berufung auf den Wegfall der Bereicherung versagt (u. a. BGH, Urteil vom 12. September 2006 - XI ZR 296/05 -, juris).

References: § 71
 § 71
 § 817
 § 819
 § 818
 § 818
 § 817
 § 138
 § 71
 § 71
 § 71
 § 71
 § 71
 § 71
 § 819
 BGH 
 § 817
 BGH 
 § 817
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 BGH 
 § 819