Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=14.03.2007&Aktenzeichen=XII%20ZR%20158/04
Timestamp: 2020-04-01 11:52:17+00:00

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BGH, 14.03.2007 - XII ZR 158/04 - dejure.org
https://dejure.org/2007,350
BGH, 14.03.2007 - XII ZR 158/04 (https://dejure.org/2007,350)
BGH, Entscheidung vom 14.03.2007 - XII ZR 158/04 (https://dejure.org/2007,350)
BGH, Entscheidung vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 (https://dejure.org/2007,350)
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BGB §§ 1569 ff., 1578 Abs. 1, 1579 Nr. 6, 1610 Abs. 2; EStG §§ 10 Abs. 1 Nr. 1, 32 Abs. 6 Satz 1
BGB §§ 1569 ff., 1578 Abs. 1, 1579 Nr. 6, 1610 Abs. 2; EStG §§ 10 Abs. 1 Nr. 1, 32 Abs. 6 Satz 1 und 2
Scheidungsunterhalt: Berücksichtigung steuerlicher Kindesfreibeträge, eines vom Arbeitgeber gezahlten Kinderzuschlags sowie des Realsplittingvorteils
Unterhaltsrechtlicher Mehrbedarf durch einen Kindergartenbeitrag im Falle des halbtägigen Besuches eines Kindergartens aus pädagogischen Gründen; Berücksichtigung der Freibeträge für ein Kind bei der Ermittlung des unterhaltsrelevanten Einkommens im Zusammenhang mit der ...
Unterhaltsrecht: Kindergartenbesuch als Mehrbedarf des Kindes; Berücksichtigung von Freibeträgen des auf nachehelichen Unterhalt in Anspruch Genommenen für Kinder aus verschiedenen Ehen bei steuerlicher Zusammenveranlagung mit dem neuen Ehegatten sowie
Kindergartenbeitrag als Mehrbedarf des Kindes - Realsplittingvorteil
Familienrecht - Kindergartenkosten im Regelunterhalt enthalten?
Mann will seiner Ex-Frau keinen Unterhalt mehr zahlen weil sie ihm beim Umgang mit dem Sohn "Steine in den Weg legt"
Vereitelung des Umgangs - mögliche Folge: // Verlust des Unterhaltsanspruches
Ehegattenunterhalt - Kindergartenbeiträge / Realsplitting / Verwirkung / Kinderzuschläge
Verwirkung des Unterhalts wegen Umgangsvereitelung nur in seltenen Fällen möglich
123recht.net (Entscheidungsbesprechung, 20.8.2007)
Zusammenfassung von "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 14.03.2007, Az.: XII ZR 158/04" von RA Dr. Winfried Born, FA FamR, original erschienen in: FamRZ 2007, 888 - 889.
Kurznachricht zu "Anmerkung zum Urteil des BGH vom 14.3.2007, Az.: XII ZR 158/04 (Unterhaltspflichten nach Wiederheirat)" von der Redaktion, original erschienen in: FuR 2007, 274.
AG Mainz, 24.11.2003 - 34 F 397/02
OLG Koblenz, 27.07.2004 - 11 UF 875/03
In den niedrigeren Einkommensgruppen habe die bis zum 31. Dezember 2007 unterbleibende Anrechnung des Kindergeldanteils gemäß § 1612 b Abs. 5 BGB a.F. bewirkt, dass die Lücken beim Kindesunterhalt geschlossen worden seien, weshalb auch in solchen Fällen faktisch der gleiche Betrag wie in der Gruppe 6 für das Kind zur Verfügung gestanden habe (Senatsurteil vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882, 886).
Nur der aus § 32 Abs. 6 Satz 2 EStG folgende - und damit der Ehefrau des Klägers zukommende - Steuervorteil muss deshalb der bestehenden Ehe vorbehalten werden und kann nicht der geschiedenen Ehe zugute kommen (Senatsurteil vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882, 885 f.).
Dafür entstehende Betreuungskosten können mithin lediglich als berufsbedingte Aufwendungen des betreuenden Elternteils Berücksichtigung finden (vgl. etwa Senatsurteile vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882, 886 Rn. 42 …und vom 5. März 2008 - XII ZR 150/05 - FamRZ 2008, 1152 Rn. 18).
Im übrigen waren die Kosten regelmäßig in dem laufenden Kindesunterhalt enthalten, falls dieser das Existenzminimum für ein Kind dieses Alters deckte (im Anschluss an Senatsurteil vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882 ff.).
In den niedrigeren Einkommensgruppen bewirkte die bis zum 31. Dezember 2007 unterbleibende Anrechnung des Kindergeldanteils gemäß § 1612 b Abs. 5 BGB a.F., dass die Lücken beim Kindesunterhalt geschlossen wurden, weshalb auch dieses Kind faktisch über den gleichen Betrag wie in der Gruppe 6 verfügte (Senatsurteil vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882, 886).
Beim Verwandtenunterhalt ist nach ständiger Senatsrechtsprechung vielmehr auf die reale Steuerbelastung abzustellen (…siehe etwa Senatsurteile BGHZ 178, 79 = FamRZ 2008, 2189 Rn. 16, 22; vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882 Rn. 26 und BGHZ 163, 84 = FamRZ 2005, 1817, 1819).
URTEIL XII ZR 158/04 Verkündet am: 14. März 2007 Breskic, Justizangestellte als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle.
BGH, Urteil vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - OLG Koblenz AG Mainz Der XII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat auf die mündliche Verhandlung vom 14. März 2007 durch die Vorsitzende Richterin Dr. Hahne und die Richter Sprick, Weber-Monecke, Prof. Dr. Wagenitz und Dose.
Gleiches gilt umgekehrt für die aus der neuen Ehe hervorgehenden finanziellen Vorteile wie den Splittingvorteil (vgl. BVerfG FamRZ 2003, 1821, 1823 f.; Senatsurteile BGHZ 163, 84, 90 f. = FamRZ 2005, 1817, 1819 und vom 14. März 2007- XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882 Rn. 24) oder sonstige, von der neuen Ehe abhängige Einkommenszuschläge (…Senatsurteile BGHZ 192, 45 = FamRZ 2012, 281 Rn. 26 und BGHZ 171, 206 = FamRZ 2007, 793 Rn. 44 ff.).
Das Bundesverfassungsgericht hat bereits in seinem Urteil zur (Nicht-) Berücksichtigung des aus neuer Ehe herrührenden steuerlichen Splittingvorteils bei der Bemessung des an den geschiedenen Ehegatten zu leistenden Unterhalts darauf hingewiesen, dass seine Entscheidung für bereits bestehende Unterhaltstitel, die nicht Gegenstand einer Verfassungsbeschwerde waren, lediglich eine auf die Zukunft beschränkte Rechtsfolgenwirkung entfaltet (BVerfG FamRZ 2003, 1821, 1825; vgl. auch Senatsurteile vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - FamRZ 2007, 882 Rn. 25 …und vom 28. Februar 2007 - XII ZR 37/05 - FamRZ 2007, 793 Rn. 36) und in diesem Zusammenhang ausdrücklich auf die Senatsrechtsprechung zur Anpassung von Unterhaltsvergleichen an eine geänderte höchstrichterliche Rechtsprechung Bezug genommen (BVerfG FamRZ 2003, 1821, 1825).
In einem solchen Fall ist die geänderte Rechtsprechung wegen der Rechtskraft des abzuändernden Urteils erst für die Zeit ab der Verkündung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts oder des Bundesgerichtshofs von Bedeutung (Senatsurteile vom 28. Februar 2007 ­ XII ZR 37/05 ­ und vom 14. März 2007 ­ XII ZR 158/04 ­ jeweils zur Veröffentlichung vorgesehen).
Da die Klägerin - zu Recht - Leistungsklage erhoben hat, muss der Splittingvorteil vom Beginn des hier streitgegenständlichen Zeitraums an (ab Juni 2002) unberücksichtigt bleiben (Senatsurteile BGHZ 163, 84, 101 und vom 14. März 2007 - XII ZR 158/04 - zur Veröffentlichung vorgesehen).
Da diese Freibeträge mithin unabhängig von einer Ehe der Eltern und sogar unabhängig von deren Zusammenleben eingeräumt werden, brauchen sie nicht der bestehenden Ehe vorbehalten zu werden (Senatsurteil vom 14. März 2007 ­ XII ZR 158/04 ­ zur Veröffentlichung vorgesehen).
Der Mehrbetrag ist im Falle eines leiblichen Kindes deshalb auch im Fall der Wiederverheiratung Bestandteil des unterhaltsrelevanten Einkommens (vgl. auch Senatsurteile vom 28. Februar 2007 ­ XII ZR 37/05 ­ zum Familienzuschlag nach § 40 Abs. 1 BBesG für ein Stiefkind des Unterhaltspflichtigen und vom 14. März 2007 ­ XII ZR 158/04 ­ zu einem vom Arbeitgeber gezahlten Kinderzuschlag, jeweils zur Veröffentlichung vorgesehen).
Für die Bemessung des - vorweg abzuziehenden - Kindesunterhalts ist dagegen nicht von einem um den Splittingvorteil bereinigten Einkommen des Unterhaltspflichtigen, sondern von dessen tatsächlichem Einkommen auszugehen (Senatsurteile BGHZ 163, 84, 101 und vom 14. März 2007 ­ XII ZR 158/04 ­ zur Veröffentlichung vorgesehen; a.A. OLG Oldenburg FamRZ 2006, 1223, 1224).
OLG Jena, 26.05.2009 - 1 WF 105/09
Zur Zulässigkeit der Abänderungsklage, wesentliche Änderung der maßgeblichen …
OLG Nürnberg, 19.05.2008 - 10 UF 768/07
Nachehelicher Unterhalt: Reichweite und Grenzen des Unterhaltsanspruchs wegen …
OLG Hamm, 29.05.2008 - 3 UF 53/08
Berücksichtigung überobligatorischer Nebeneinkünfte des Unterhaltsverpflichteten …

References: BGH 
 BGH 
 § 1612
 § 32
 § 1612
 § 40