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Timestamp: 2019-05-21 23:45:58+00:00

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Bedingungsloses Grundeinkommen | Alles Evolution
29. Oktober 2017 21. Oktober 2017 / Christian - Alles Evolution
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183 Gedanken zu “Bedingungsloses Grundeinkommen”
29. Oktober 2017 um 7:54 am
Ja ich bin der Ansicht, dass die Natur des Menschen dazu nicht taugt. Es gibt zudem ein weiteres Problem. Die Prüfung muss trotzdem stattfinden, denn es gibt genügend Menschen die aufgrund von Krankheit mehr als das BGE benötigen und auch bekommen sollten. Das wiederum wird für etliche Menschen eine Verlockung sein der sie nicht widerstehen können. Folge wird sein, dass diese Anträge geprüft werden müssen. Dass das ganze unbezahlbar ist kommt noch dazu. Das ganze geht von einem idealistischen Menschenbild aus an dem schon der Sozialismus gescheitert ist.
29. Oktober 2017 um 12:49 pm
Doch, ich bin der Meinung, dass die Natur des Menschen durchaus dazu taugt.
Einerseits weiß ich aus eigener Erfahrung durch ehrenamtliche Tätigkeit in einem „Sozialkaufhaus“, wie gerne die dort ausgebeuteten 1-Euro-Jobber arbeiten gehen. Tatsächlich ist es sogar so, dass einige nach ihren sechs Monaten dort hängenbeiben und als ehrenamtliche (beschönigend für kostenlos) Mitarbeiter weiter tätig sind.
Ein geregelter Tagesablauf, etwas zu tun zu haben, soziale Kontakte – und nicht zuletzt die Anerkennung für erbrachte Leistung sind diesen, gerne als arbeitsscheue, faule Sozialschmarotzer verschrieenen Menschen Ansporn genug, sich von unserer Gesellschaft ausbeuten zu lassen.
Es wird sicherlich einige Menschen geben, die mit einem auskömmlichen, bedingungslosen Grundeinkommen (auskömmlich wäre das Mindeste) auf die faule Haut legen. Ich wage allerdings zu behaupten, dass die hier genannten Langzeitarbeitslosen nicht dazu gehören werden. Die meisten sind nämlich deshalb Langzeitarbeitslose, weil man sie nicht arbeiten lässt! (Zumindest nicht gegen Bezahlung.)
In der Praxis dürfte es ohnehin so sein, dass die meisten Menschen auch weiterhin arbeiten gehen würden, wenn sie das verdiente Geld uneingeschränkt behalten dürfen. Denn selbst ein BGE, dass einen menschenwürdigen Unterhalt sichert (also deutlich mehr als „großzügig: 500,-€“), verhindert eben nicht, dass Menschen neben den bereits erwähnten Gründen mehr Geld haben wollen, um sich mehr leisten zu können. Als nicht ganz so schönes Ende steht dann die Gier.
Interessant finde ich im Übrigen immer, dass wir immer sehr darauf bedacht sind, was andere Menschen nicht haben dürfen (bloß nicht einen Cent zu viel für diese asozialen Hartzer!!!), vergessen dabei aber gerne, einfach mal das zu fordern, was wir haben wollen.
Natürlich muss sich Arbeit wieder lohnen, wie unsere Polit-Clowns uns Clowninen immer wieder gerne herunterbeten, aber nicht, indem man den Ärmsten immer mehr nimmt bzw. weniger gibt.
Klar sein muss jedem, dass die tolle rot-grüne Agenda 2010 Deutschland zu einem Land mit europaweit größtem Billiglohnsektor gemacht hat – und potentiell unser aller Lohnniveau absenkt.
Es ist aber wohl „typisch deutsch“, anderen den Dreck unter den Fingernägeln nicht zu gönnen, während man sich aber nicht traut, mal nach oben die Klappe aufzureißen.
Nicht nur in Hinblick auf die kommende „Industrie 4.0“ halte ich das BGE für sinnvoll und zwingend erforderlich. Denn auch dort werden Millionen Arbeitsplätze wegfallen. Und was will man bitte mit den Menschen machen, die man nicht mehr für Geld arbeiten lässt?
Wer jetzt ja sagt, sollte mal überlegen, wie schnell er selbst betroffen sein könnte. 😉
29. Oktober 2017 um 2:06 pm
„Die Prüfung muss trotzdem stattfinden, denn es gibt genügend Menschen die aufgrund von Krankheit mehr als das BGE benötigen und auch bekommen sollten.“
Gib doch bitte mal ein realitätsnahes Beispiel für jemanden, der im jetzigen Hilfssystem mehr als 1000 Euro staatlichen Transfer monatlich ausbezahlt bekommt.
29. Oktober 2017 um 2:19 pm
Im Falle von Krankheit sehr einfach.
Ein längerer Krankenhausaufenthalt kostet weit mehr.
Allerdings wird dieses Geld nicht ausbezahlt, es „kostet“ einfach so viel.
Und deshalb denke ich auch:
Das BGE deckt zwar alle möglichen bisherigen Abgaben ab (Sozialversicherung, ALG, Kindergeld etc, aber Krankenversicherung muss natürlich trotzdem sein.
Mögliche Schwierigkeiten mit Missbrauch gibts natürlich immer – im Fall von Krankheut alles, was evtl. doch zu „auszahlung“ führen könnte, wie vielleicht Pflege.
Ob allerdings reine Pflege (über die Sachkosten des medizinisch notwendigen) dann nicht mit dem BGE abgegolten sein sollte wäre zumindest Diskussionsstoff.
29. Oktober 2017 um 2:37 pm
Gehen wir mal davon aus, die Krankenversicherung bliebe uns als Einziges in den Grundzügen von heute erhalten. Was würde das bedeuten für Menschen mit pflegebedürftigen Angehörigen? Sie würden beginnen zu rechnen, ob es sich für sie nicht vielleicht doch lohnen würde vermehrt selbst zu pflegen und – so nötig – häufiger nur ausgewählte Zusatz-Leistungen auf dem Arbeitsmarkt einkaufen, denke ich.
Das scheint wie ein Weg wieder mehr Eigenverantwortung zu ermöglichen.
29. Oktober 2017 um 2:43 pm
Ja, wäre möglich 🙂
Ich möchte noch ergänzen: ich bin schlussendlich nicht dafür, dass die Ausgestaltung der Krankenkassenregelung so bleibt wie sie ist. Sowohl Beitragsbemessungsgrenze wie auch Beamtenbeihilfen gehören zu den abschaffungswürdigen Privilegien, ebenso wie die Familienversicherung, natürlich (dieser letzte Punkt wird aber weniger Einsparpotential mit sich bringen als die zuvor Genannten, wo wir vorsichtig geschätzt von einem Volumen jeweils zwischen 10 und 15 Milliarden jährlich ausgehen können).
Diskutiert wurde das Alles schon, es liegt wahrlich in der Luft, dass sich bald etwas ändern muss und wird.
Das BGE ist vom Grundsatz her die mit Abstand Beste Idee, die letztlich einen so globalen Anspruch erhebt wie die Erklärung der Menschenrechte, mit Fug und Recht kann man behaupten, dass erst dadurch eben jene jedem gewährt werden können.
Jeder ums gesellschaftliche Klima Besorgte sollte für sich die harten Linien ziehen.
Hartz IV können wir nicht noch weitere Jahrzehnte beibehalten (siehe zur Begründung u.a. unten auf dieser Seite das Stichwort „Rechtsstreitigkeiten“) – wovon DER Satz zum Thema („Die Zusammenlegung von Arbeits- und Sozialhilfe war richtig“) imho unberührt bleibt.
Eine weitere Anhebung des allgemeinen Renteneintrittsalters ist für mich nicht verhandelbar, dafür ist z.B. die Kluft bezüglich körperlicher Belastung zwischen einem Arbeiter und einem Angestellten erheblichst zu ausgeprägt.
Die aktuelle Regelung finde ich auch immens unfair, weil es faktisch ja egal ist, wenn Du Deine 45 Beitragsjahre schon früher voll hast – bis zum anberaumten Termin werden Dir fluchs mal 10 Jahre davon unterschlagen, meine Mutter ist so ein Fall (wer allerdings Abitur gemacht hat und nicht in Rekordzeit durchs Studium durch ist, würde um die voll zu kriegen i.d.R. bis nach seinem 70. einzahlen müssen…).
Woher sollte denn die Motivation stammen, sich ins jetzige, als alternativlos ausgegebene System integrieren zu wollen? Woher nehmt Ihr sie?
29. Oktober 2017 um 3:00 pm
Was ist denn mit Hilfen für behinderte oder erkrankte? Ich hoffe doch sehr dass wir auch weiterhin bspw Blinden Hilfe zukommen lassen die wir einem sehenden nicht geben.
29. Oktober 2017 um 3:22 pm
Blindengeld z.B. ist Ländersache was heißt: es variiert (für einen Erwachsenen ab 25 Jahren) zwischen 300 und rund 560 Euro monatlich abhängig vom Wohnort. Als Argument gegen ein BGE taugt es insofern m.A.n. eher wenig.
29. Oktober 2017 um 3:36 pm
Das wären Fragen, die im Detail erst zu klären wären.
Ein BGE wäre jedenfalls ein derart grundlegender Schritt, dass auch eine Frage ansteht wie die, ob Blindengeld Ländersache ist oder ob es das überhaupt gibt.
Ich persönlich würde mich auf den Standpunkt stellen, dass alle Gesundheitsbedingten Sonderkosten – und als solche betrachte ich hier das Blindengeld – über die Krankenkassen abgewickelt werden sollten und somit unabhängig zum BGE bestehen.
29. Oktober 2017 um 3:44 pm
Es gibt da aber die Möglichkeit mehr Geld zu bekommen, was glaubst du wie schnell Leute dann „erblinden“, siehe griechische Sozialsysteme. Deswegen musst du auf einmal viel mehr Anträge prüfen. Die Idee dass die Verwaltung viel einfacher wird ist einigermaßen optimistisch.
29. Oktober 2017 um 4:16 pm
„Es gibt da aber die Möglichkeit mehr Geld zu bekommen, was glaubst du wie schnell Leute dann „erblinden“, siehe griechische Sozialsysteme. Deswegen musst du auf einmal viel mehr Anträge prüfen. Die Idee dass die Verwaltung viel einfacher wird ist einigermaßen optimistisch.“
Das Blindengeld existiert doch heute schon. Was soll sich denn da mit dem BGE ändern?
29. Oktober 2017 um 8:04 am
„… sondern eher mangels Kontrolle versacken und sich zurückziehen …“
Ich würde diesen Punkt noch stärker formulieren: Die meisten Menschen sind nicht in der Lage, ein Leben frei von dem Zwang zur Arbeit – allgemein: frei von existentiellen Verpflichtungen zu führen.
Ich meine das gar nicht kritisch. Vielleicht hat es etwas damit zu tun, daß Menschen – oder die Psyche der Menschen – antifragile Systeme sind: Ohne ständige Belastung, ohne Drangsal, ohne ein gewisses Maß an Not, an Leiden gehen sie kaputt. Sie halten ein Leben in abgesichertem Wohlbefinden nicht aus.
Ist eigentlich sehr schade. Aber meine Vermutung wäre, daß nach der Einführung des BGE mittelfristig viele Menschen psychisch zusammenbrechen werden (Depression, Neurose, Schizophrenie u. dgl.). Das BGE mag eine prima Angelegenheit sein – aber es ist kein Weg zum Glück des Menschen. Wirklich schade.
29. Oktober 2017 um 8:22 am
Es gibt in Deutschland ziemlich viele Erben, die nie im Leben gearbeitet haben und es nie tun werden müssen. Ich kenne zufällig ein paar davon. Der Mangel an existenzieller Herausforderung ist schon merklich bei denen. Aber der Effekt ist längst nicht so groß, dass es zu ernsthaften psychischen Problemen führen würde und wenn diese Leute sich in schlecht bezahlten Jobs mit stressigem Arbeitsumfeld durchschlagen müssten, ginge es ihnen auch psychisch schlechter, nur eben aus anderen Gründen.
Ich halte das für eine reines Scheinargument, mit dem weniger Begüterte sich ihre Situation schönreden.
29. Oktober 2017 um 8:49 am
Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Gerade die Erben kommen mit jeder Generation schlechter damit zurecht. Ausnahmen gibt es sicherlich speziell in der ersten Generation aber dann wird es oft schwierig.
29. Oktober 2017 um 8:56 am
Völlig richtig – aber Du mußt schauen, was Du hier womit vergleichst.
Ganz drastisch: In Nordamerika gibt es Tausende von Erben von Multimillionären, die natürlich nicht arbeiten müssen, sondern einfach das Geld ihrer Väter verprassen. Und sie freuen sich und feiern – nix da mit Leiden und Unglück.
Jaja, aber diese Leute sind in den Reichtum hineingeboren. Sie haben von Kindesbeinen an gelernt, wie man mit einem durch und durch luxuriösen Leben zurechtkommt.
Aber von diesen Leute rede ich oben nicht. Ich rede von ganz normalen Leute aus eher kleinen Verhältnissen: von Konditoren, von KFZ-Mechanikern, von Kassierern, von Leuten in einer Poststelle. Und die haben eben nicht gelernt, wie man ein Leben in gesichertem Wohlbefinden führt. Und von denen werden viele an einem solchen Leben scheitern.
Davon abgesehen: die vielen Reichen Erben, sei es in Nordamerika oder Europa, gehören häufig nicht zu den harmonisch ausgestatteten Persönlichkeiten, sondern vielmehr zu den Neurotikern und Psychotikern.
29. Oktober 2017 um 9:23 am
Du idealisierst meiner Meinung nach das psychische Wohlbefinden der „kleinen Leute“. Denen geht es nicht halb so gut, wie Du glaubst. Die Jobs dieser „kleinen Leute“ taugen heute längst nicht mehr, um daraus einen Selbstwert als „hart arbeitender, einfacher Mann/Frau“ zu generieren. Nicht zuletzt deswegen sind diese Leute heute so empfänglich für identitäre Themen.
29. Oktober 2017 um 1:02 pm
Ja gut, so kann man es natürlich auch sehen: Die kleinen Leute sind heute mit ihrer Erwerbsarbeit unglücklich – und falls sie mal ihr BGE kriegen sollten, dann sind sie eben mit BGE unglücklich.
Im einen Fall wie im anderen kriegen die Leute ihr Leben nicht auf die Reihe. Der Unterschied ist aber: das Unglück mit BGE ist halt bequemer, irgendwie behaglicher als das Unglück mit Erwerbsarbeit.
Und darum sollte man ihnen BGE gewähren – wenn schon Scheiß-Leben, dann wenigstens in der Hängematte.
Und da ist was dran! Das meine ich ganz ernst, ohne Ironie.
Irgend so ein Star hat mal gesagt: „Was immer Du in Deinem Leben kriegst oder nicht, was immer Du erreichst oder nicht – Du ziehst Dein Leben durch und dann stirbst Du. Es ist so einfach!“
29. Oktober 2017 um 8:28 am
Das ganze ist eine Utopie von Menschen die lauter verkrachte Künstler in ihrem Freundeskreis haben und das für übertragbar halten. Darüber hinaus glauben die alle die sich alle für die Durchblicker in Sachen Digitalisierung und wissen dass demnächst alles Roboter fertigen. Blöd ist dass die alle noch nie eine Fertigung von innen gesehen haben und deshalb auch nicht wissen, dass die Roboter längst da sind…
29. Oktober 2017 um 11:11 pm
„… meine Vermutung wäre, daß nach der Einführung des BGE mittelfristig viele Menschen psychisch zusammenbrechen werden (Depression, Neurose, Schizophrenie u. dgl.).“
Ich denke, das können wir getrost ausschließen und uns dabei auf ein langfristiges Sozialexperiment berufen.
Millionen von Frauen haben nie ernsthaft für ihren eigenen Lebensunterhalt gesorgt und – so möglich – sich gleich in irgendeine Vorstadt-Villa tragen und dort aushalten lassen, ohne dass sie depressiv wurden.
Vielleicht unzufrieden, aber garantiert nicht depressiv.
Und wenn sie ihren Finanzier zum Teufel jagen, heißt das noch lange nicht, dass sie sich nun mit freudiger Erwartung ins Erwerbsleben stürzen. Das jedenfalls wäre mir neu.
31. Oktober 2017 um 9:35 pm
Das glaube ich nicht. Ich halte das im Gegenteil für eine Art „urban legend“, genau so wie immer behauptet wird, dass die wenigsten mit einem unerwartet hohen Lottogewinn umgehen könnten. Natürlich gibt es solche Fälle, aber es gilt, dass existenzieller Druck gesundheitsgefährdend ist. Auf eine etwas pauschalisierende Kurzformel gebracht: Reiche sind gesünder als Arme was zum Teil zumindest auf erhöhten psychosozialen Stress zurück geführt wird.
29. Oktober 2017 um 8:15 am
Was ist mit einem ethischen Argument? Warum sollte es in Ordnung sein, dass jeder jeden durchfüttert?
29. Oktober 2017 um 8:17 am
Ich weiß jedenfalls, dass ich mich mit einem BGE ab 1000 Euro vom Arbeitsmarkt verabschieden werde.
29. Oktober 2017 um 8:25 am
BGE in Deutschland in Höhe von 1000 Euro wären übrigens Kosten in Höhe von 82 Milliarden Euro pro Monat.
29. Oktober 2017 um 8:33 am
Und damit ist noch keine Schule renoviert, keine Straße gebaut und kein feministisches Projekt finanziert.
29. Oktober 2017 um 9:44 am
Besonders lustig wird es, wenn wir BGE mit offenen Grenzen und unbegrenzter Einwanderung kombinieren. Deutschland das Schlaraffenland.
29. Oktober 2017 um 10:00 am
Alles andere als BGE für alle wäre doch rassistisch. Und Grenzen sind doch voll Nazi…
BGE ist so ein typisches Beispiel für linke Denkfehler. Es ist eine Lösung, die eine geschlossene Gruppe voraussetzt und von einer statischen Situation ausgeht, d.h. außer etwas anderer Geldfluss und weniger Leid passiert nichts. Angewandt werden soll die nun auf eine offene Gruppe in einer dynamischem Situation.
29. Oktober 2017 um 3:37 pm
29. Oktober 2017 um 8:27 pm
Das ist ein Denkfehler und kein „linker Denkfehler“.
Ich hatte gegenüber Semikolon bereits die Einwände seitens der „Nachdenkseiten“ und seitens Christoph Butterwegge vorgebracht, denen ich mich anschließe. Bei allen genannten handelt es sich um explizit Linke.
Das ganze Projekt ist nicht finanzierbar – das wäre es dann auch schon gewesen.
Aber weil hier noch Klärungsbedarf zu herrschen schient: Egal welcher Betrag ausgezahlt wird, in jeder Kalkulation ist eine *Erhöhung der Mehrwert- und Verbrauchssteuern* zur Refinanzierung vorgesehen (z.B. beim flat-Ansatz 25% Mwst.).
Falls irgendwer denken sollte, na dann werden die Produkte eine Kleinigkeit teuer, sollte noch einmal nach „ermäßigtem Steuersatz“ googeln.
Lebensmittel werden derzeit mit 7% besteuert, was faktisch eine Teuerung von 16% bedeuten würde und es versteht sich von selbst, es wird keine Lohnerhöhung in dieser Größenordnung geben.
Dann müssten weiterhin die Bezieher des Grundeinkommens und die Erwerbstätigen die Krankenkassenbeiträge selber voll bezahlen – zur Erinnerung: Bisher wurden die zur Hälfte vom Unternehmer getragen, bzw. im Fall von Ehefrauen und Familien wurden die über die KV-Beitragszahler quer subventioniert.
Man braucht wenig Fantasie um festzustellen, bei 1000 Euro Auszahlung ist was übrig bleibt *weniger* als heute Harz4.
30. Oktober 2017 um 6:32 pm
Nein, Crumar, das ist Zahlenhokuspokus.
Nehmen wir an, das BGE entspricht genau der Höhe von Harz IV, ersetzt also Harz IV und es würde zu keiner signifikanten Erhöhung der Bezügerzahl kommen. Es würde also nur dann unfinanzierbar, wenn es viel mehr Bezüger gäbe, da es im Gegensatz zu Harz IV bedingungslos ausbezahlt wird. Nur das ist letztendlich entscheidend.
Die ganze Rechnerei mit Mehrwertsteuer wird damit obsolet und beweist gar nichts. Das BGE wäre unter den genannten Voraussetzungen genau so finanzierbar oder unfinanzierbar wie Harz IV und die Fragen zur Finanzierbarkeit wären prinzipiell dieselben wie bei Harz IV.
Die entscheidende Frage ist: Würde das BGE zu einer deutlichen Erhöhung der Bezügerzahlen führen oder nicht. Alles andere, insbesondere die Finanzierbarkeit hängt letztendlich davon ab. Um Erfahrungswerte zu sammeln, sollte das BGE in kleinerem Rahmen als Pilotprojekt durchgeführt und ausgewertet werden. Niemand kann mit Sicherheit sagen, welche Effekte sich einstellen.
31. Oktober 2017 um 3:12 pm
„Nehmen wir an, das BGE entspricht genau der Höhe von Harz IV, ersetzt also Harz IV und es würde zu keiner signifikanten Erhöhung der Bezügerzahl kommen.“
Die GRUNDIDEE des BGE ist, alle erwachsenen Menschen in Deutschland sind anspruchsberechtigt. UNTER 18 Jahre sind derzeit Pi Mal Daumen 16% der Bevölkerung – d.h. roundabout 10 Millionen von 80 Millionen Einwohner.
Stand 2016 bezogen ca. 14,5 Millionen Menschen Harz4.
Mit dem BGE wären es dann ca. 70 Millionen.
„Die entscheidende Frage ist: Würde das BGE zu einer deutlichen Erhöhung der Bezügerzahlen führen oder nicht.“
Nach meinem „Zahlenhokuspokus“ würde sich die Zahl der Anspruchsberechtigten mehr als verfünffachen.
Das würde ich tatsächlich unter „deutlicher Erhöhung“ verstehen.
Die Frage wäre also, wie 55,5 Millionen Menschen MEHR mit 1000 Euro pro Monat = 55,5 Milliarden Euro pro Monat versehen werden können. Oder wo der finanzielle MEHRBEDARF von 666 Milliarden Euro pro Jahr herkommen soll.
Es ist logisch, dass die Einsparungen bei der staatlichen Verwaltung diese gigantische Summe nicht werden kompensieren können. D.h. in irgendeiner Form wird auf der Seite der staatlichen Einnahmen eine Stellschraube gedreht werden müssen.
Da Unternehmenssteuern usw. politisch sakrosankt sind, ist meine Mutmaßung, es würde über Verbrauchs- und Mehrwertsteuer erfolgen.
Darauf bezog sich meine Beispielrechnung.
30. Oktober 2017 um 5:37 pm
Ach Adrian! Wann immer jemand seine hochfliegenden Phantasmagorien hegt und pflegt, beraubst Du ihn mit der Nennung der nackten, schnöden Realität seiner Illusionen. Das ist echt brutal.
Wir wollen doch alle in Schlaraffia leben, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, in den Bächen Süssmost, Wein oder Milch fliessen, die gebratenen Fische direkt aus dem Bach auf den Teller springen, die Berge aus Pudding bestehen und die schönsten Kleider auf den Bäumen wachsen, sodass man sie nur zu pflücken braucht. Aber das alles gibt es eben bloss im Märchen.
Wir wollen nichts davon wissen, dass man materielle Güter erst dann umverteilen kann, wenn sie zuvor geschaffen wurden. Wir wollen daran glauben, dass durch die blosse Geldschöpfung jeder zum Millionär… ach was sage ich… zum Milliardär wird und dann für den Rest seines Lebens in Saus und Braus leben kann. Deshalb beantrage ich, der edle Mario Draghi möge für jeden Einwohner in der Eurozone einen Geldschein über eine Milliarde Euro drucken lassen und ihm zuschicken. Schon haben wir die Armut bekämpft, oder nicht?‘
Es erscheint unglaublich, aber die Sozialromantiker bewegen sich tatsächlich auf diesem intellektuellen Niveau mit ihren Fiktionen.
P.S. Es wäre übrigens überhaupt kein Problem, pro Monat 82 Milliarden Euro allein in Deutschland zu schöpfen. Das Kunststück bestünde vielmehr darin, die Kaufkraft des Euros unter diesen Umständen beizubehalten. Wir würden in diesem Falle zusehen können, wie die Kaufkraft dahinschmilzt wie Schnee an der Sonne. Nach wenigen Wochen (vielleicht sogar nur Tagen) wären die 1000 Euro kaufkraftmässig nur noch ein besseres Trinkgeld. Man wäre gezwungen Monat für Monat die BGE-Beträge massiv zu erhöhen und würde gegen die galoppierende Inflation trotzdem verlieren. Sehr schnell würde der Euro als Zahlungsmittel gar nicht mehr akzeptiert. Wer verschenkt schon seine werthaltigen Güter oder Dienstleistungen gegen etwas völlig wertloses? Nur Narren machen sowas – oder Sozialromantiker, was wohl dasselbe ist…
30. Oktober 2017 um 6:04 pm
„Wir wollen doch alle in Schlaraffia leben, wo einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen, in den Bächen Süssmost, Wein oder Milch fliessen, die gebratenen Fische direkt aus dem Bach auf den Teller springen, die Berge aus Pudding bestehen und die schönsten Kleider auf den Bäumen wachsen, sodass man sie nur zu pflücken braucht.“
Es dürfte nichts Öderes geben, als das von Dir skizzierte Schlaraffenland.
Der Bundeshaushalt 2016 belief sich auf 317 Mrd €
http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2017/01/2017-01-12-pm02.html;jsessionid=9E20FCE1DD7F93D332226DD3E84B58DD
In WPedia steht
steht z.B. zum Haushalt 2011
als größter Ausgebenfaktor das Ministerium f Arbeit und Soziales mit 42%, dort leider ohne Absolute Angaben.
Die Größenordnungen werden sich nicht so gravierend unterscheiden, bei ca.42% von 319 komme ich auf Gesamtausgaben f Arbeit u Soziales von 133 MRD €. Ein BGE, das den weitaus größten Teil der dort aufgeführten Kosten beinhalten würde, klingt da durchaus finanzierbar.
Und dabei habe ich nur auf den Kostenpunkt Arbeit und Soziales referenziert, die Posten Gesundheit, Bildung und Forschung, Ministerium f alle außer Männer sind separate Posten, die hiervon nicht berührt werden.
29. Oktober 2017 um 3:05 pm
(ah, grafik vergessen)
29. Oktober 2017 um 3:07 pm
Mist, warum geht das nicht?
Ich wollte diese grafik:
29. Oktober 2017 um 3:17 pm
„Die „Bild“-Zeitung zitierte Zahlen aus dem Bundessozialministerium, wonach sich diese Ausgaben 2015 auf 888,2 Milliarden Euro summiert hätten. Diese Summe liegt 4,5 Prozent über dem Wert des Vorjahrs 2014, als sich die Sozialausgaben auf 849,8 Milliarden Euro beliefen.
Erstmals lagen den Angaben zufolge die Ausgaben für die Pflegeversicherung mit 28,9 Milliarden Euro über denen der Arbeitslosenversicherung mit 27,4 Milliarden Euro.“
Möge die Zahlenschlacht beginnen!
(ich möchte gleich anmerken, dass sicher auch Einiges an Einsparmöglichkeiten in den Landeshaushalten und denen der mehr als 11.000 Kommunen entstünde… da müsste man aber schon die Ärmel hochkrempeln und sich tiefer in die Materie hineinbegeben, um das genauer beziffern zu können)
Ist der Bundeshaushalt 2016 nicht pro Jahr?
„bei ca.42% von 319 komme ich auf Gesamtausgaben f Arbeit u Soziales von 133 MRD €“
133 Mrd Euro Ausgaben für Arbeit und Soziales 2016 stünden also 984 Mrd Euro Ausgaben jährlich allein für BGE (bei 1000 EUR monatlich) gegenüber.
29. Oktober 2017 um 4:12 pm
„133 Mrd Euro Ausgaben für Arbeit und Soziales 2016 stünden also 984 Mrd Euro Ausgaben jährlich allein für BGE (bei 1000 EUR monatlich) gegenüber.“
Da kommt es eben auf die konkrete Ausgestaltung an. Rentner haben ja schon ein BGE, und das reguläre Einkommen kann mit dem BGE verrechnet werden („negative Einkommensteuer“ nach M. Friedman). Wenn man dann die 1000 EUR noch halbiert, kommt man in bezahlbare Bereiche.
29. Oktober 2017 um 4:48 pm
Wenn Rentner keine Rente mehr zusätzlich bekommen, dann lohnt es sich übrigens für alle, die das nicht müssen und keine Rente über den be erhalten, keine Altersvorsorge mehr zu betreiben.
29. Oktober 2017 um 4:20 pm
Laut obigen Zahlen (und meiner Vorstellung, nach der z.B. Renten- und Pensionszahlungen – mit nerviger Übergangslösung – eingestellt würden), beliefe sich die „objektive Finanzierungslücke“ (in dieser unrealistischen, Bundes-zentrierten Betrachtungsweise) auf etwas über 300 Milliarden Euro.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/erbschaften-jedes-jahr-werden-bis-zu-400-milliarden-euro-vermacht-a-1155998.html
1. Feststellung: das Geld ist also da (natürlich ist es das), das Ding ist nur: Einige erhalten per Geburtslos ein sehr sehr großes Stück vom Kuchen und viele Andere ein sehr sehr Kleines. Letztere betrachtet der vorherrschende Zeitgeist nun leider zudem noch als „Sozial-Schmarotzer“.
29. Oktober 2017 um 4:24 pm
Klar, wer es als moralisch empfindet, anderen Leuten einfach Geld wegzunehmen, wird mit Deinem Vorschlag kein Problem habne.
29. Oktober 2017 um 4:51 pm
Hartz IV (also Sanktionen, Arbeitszwang, sinnlose „Maßnahmen“, 1-Euro-Jobs und Anrechnungen, auch von Dingen wie Kommunionsgeld; mit Ermittlung von Amtswegen aus, ob sexuelle Beziehungen zwischen in einer Wohnung Zusammenlebender bestehen etc. pp.) entspricht Deinen ethischen Vorstellungen und Millionenschwere Erbschaften auf der anderen Seite auch.
Wir zwei werden in diesem Leben wohl nicht zusammenkommen.
29. Oktober 2017 um 4:55 pm
Ich finde halt nicht, dass jemand einen moralischen Anspruch auf das Geld anderer Menschen hat. Wenn eine Gesellschaft sich dazu entschließt, eine Grundsicherung zu erteilen, finde ich das gut. Aber ich finde dann auch nachvollziehbar, dass diese Gesellschaft Regeln aufstellt, unter welchen Bedingungen man Zugang zum Geld anderer Leute hat.
29. Oktober 2017 um 4:58 pm
„Wenn Rentner keine Rente mehr zusätzlich bekommen,“
Die staatliche Durchschnittsrente liegt für Männer derzeit bei um die 1000 Euro, für Frauen Ost bei unter 900, Frauen West entsprechend bei weniger als 700 Euro.
29. Oktober 2017 um 5:01 pm
Eben, aber sie zahlen dafür aus dem Bruttoeinkommen. Beim BE gehen ihnen diese Anwartschaften entweder verloren oder man muss die Gelder für Rentner zusätzlich rechnen
„Ich finde halt nicht, dass jemand einen moralischen Anspruch auf das Geld anderer Menschen hat.“
Aber Du findest, dass _die Gesellschaft_ sehr wohl einen moralischen Anspruch auf die wöchentliche Lebenszeit eines und einer Jeden gesunden Erwachsenen von rund 40 Stunden hätte?
29. Oktober 2017 um 5:03 pm
29. Oktober 2017 um 5:06 pm
„Beim BE gehen ihnen diese Anwartschaften entweder verloren“
nur was darüber hinausginge (realistisch ist mir klar, dass es eine Übergangslösung geben wird… schmeckt mir aber ehrlich gesagt nicht, das wird sowieso – wie immer – die Falschen treffen…)
„oder man muss die Gelder für Rentner zusätzlich rechnen“
Nein, die Rentner und Rentnerinnen sind doch in der Gesamtzahl Bürger enthalten.
29. Oktober 2017 um 6:05 pm
Eben, aber in der Lösung oben wurde angeführt, dass man das Geld für die ja weglassen kann, weil sie eh eine Rente bekommen hätten. Nur ist das eben gegenfinanziert und das be nicht
29. Oktober 2017 um 6:34 pm
Es ist jetzt nicht so, dass den Finanzmärkten das anlagebedürftige Kapital fehlen würde? Und die Umlagerente ist auch nichts anderes als ein Nicht-Ganz-Bedingungsloses Grundeinkommen.
29. Oktober 2017 um 6:37 pm
Es bedeutet schlicht, das man es dann vollständig finanzieren muss und das in einer Rechnung berücksichtigt werden sollte
29. Oktober 2017 um 6:35 pm
Das tut jeder rendite-suchende Anleger. Lass die Kirche mal im Dorf.
29. Oktober 2017 um 6:58 pm
Dabei ist aber der auch „fiscal multiplier“ zu berücksichtigen, also wieviel weitere Euro zusätzliches BIP jeder Euro Staatsausgabe generiert. In Zeiten schwachen Wachstums und insbesondere, wenn die Ausgabe von den Empfängern vollständig wieder ausgegeben wird, hast Du dann schnell einen „fiscal multiplier“ von über 1. Und ab da lohnt es sich sogar, mehr für das BGE auszugeben, als man direkt refinanzieren kann. Weil es die Binnenkonjunktur stimuliert und so weitere Steuereinnahmen und weiteres Wachstum generiert.
Eine Volkswirtschaft ist nicht wie Muttis Haushaltsbuch. Die Grenzen von dem Spiel da oben, wo es zu Inflation kommt, liegt erst da, wo die Ressourcen für die Produktion knapper als die Nachfrage sind. Das hat es in der entwickelten Welt schon lange nicht mehr gegeben.
29. Oktober 2017 um 7:03 pm
Sicher, aber genau das bringt ja auch enorme Unsicherheit in der Planung. Und kann in einem Modellversuch auch nicht geprüft werden
29. Oktober 2017 um 7:08 pm
Dafür brauchst Du keinen Modellversuch. Nachfragesteuerung einer Volkswirtschaft wird in der Praxis ständig „am offenen Herzen“ improvisiert.
29. Oktober 2017 um 7:11 pm
Naja, das ganze klappt ja nur mit den Einsparungen ob der Verwaltung, die man dann abbauen muss und hat erhebliche Kosten zur Folge. Da scheint mir „probieren wir es doch mal“ etwas riskant
29. Oktober 2017 um 10:34 pm
„in der Lösung oben wurde angeführt, dass man das Geld für die ja weglassen kann, weil sie eh eine Rente bekommen hätten. Nur ist das eben gegenfinanziert und das be nicht“
Heutige AN finanzieren u.a. die Renten- und Pensionsansprüche der vorangegangenen Generationen von ihrem Gehalt mit – wann würdest Du welche Parameter (wieder) verändern, damit dieses grob 130 Jahre bestehende System nicht zusammenbricht? (bei gleichzeitig welcher angenommenen Beschäftigungsquote? Und was, wenn die nicht zu erreichen ist? Woher sollte da der finanzielle Spielraum stammen, um staatlich – sinnlos-gewordene – „Arbeitsplätze zu retten“ oder gar neu zu schaffen?)
Ich nehme an, die grundsätzliche Richtung zumindest der uns ins Haus stehenden Entwicklung ist Dir bewusst?:
„Heute kommen auf 100 Beitragszahler gut 60 Rentner; im Jahr 2030 dürften es bereits 100 sein. Das bedeutet: Ein Beitragszahler muss im Durchschnitt einen Rentner finanzieren.“
https://www.iwkoeln.de/themen/finanz-und-sozialpolitik/rentenversicherung
29. Oktober 2017 um 11:54 pm
Du verstehst, dass es im be ungünstiger wird? Weil dann evtl viele Leute schlicht keine Beitragszahler mehr sind oder reduzieren, so gut sie können
30. Oktober 2017 um 12:01 am
Beantworte doch einfach die Fragen.
30. Oktober 2017 um 6:28 pm
‚Aber Du findest, dass _die Gesellschaft_ sehr wohl einen moralischen Anspruch auf die wöchentliche Lebenszeit eines und einer Jeden gesunden Erwachsenen von rund 40 Stunden hätte?‘
Einen solchen (unmoralischen) Anspruch finden nur Schmarotzer und Ausbeuter gut. Deine scheinheilige Frage an Adrian ist beleidigend.
Das Problem des BGE liegt ja nicht in der Geldschöpfung sondern in der Wertschöpfung; und diese würde stark zurückgehen – jedenfalls in der offiziell zugelassenen Wirtschaft. Weshalb sollte sich jemand abrackern, wenn er die Kohle gratis vom Staat geliefert bekommt? Schwarzarbeit könnte man ja daneben trotzdem machen und sich mit einem alternativen (= werthaltigen) Tauschmittel bezahlen lassen.
Dafür würde das BGE schlagartig einen riesigen Schwarzmarkt entstehen lassen, in dem man den Euro nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptierte oder ihm nur eine winzig kleine Kaufkraft zubilligte. Der Schwarzmarkt hat den Vorteil, dass man dort die Früchte seiner Arbeitskraft behalten kann und nicht in Form von Steuern und sonstigen Abgaben an den Staat abliefern muss.
Der Staat müsste aufgrund weggebrochener Steuereinnahmen immer noch grössere Schulden anhäufen, um alle seine Aufgaben, seine Angestellten und Günstlinge finanzieren zu können. Es würde ihm trotzdem nichts nützen, da der Euro sehr schnell an Kaufkraft verlieren würde. Der Staatsangestellte könnte mit seinem Lohn in Euronzen kaum mehr etwas kaufen. Die möglichen Folgen kann sich jeder selbst ausmalen.
30. Oktober 2017 um 9:19 pm
„Das Problem des BGE liegt ja nicht in der Geldschöpfung sondern in der Wertschöpfung; und diese würde stark zurückgehen – jedenfalls in der offiziell zugelassenen Wirtschaft. Weshalb sollte sich jemand abrackern, wenn er die Kohle gratis vom Staat geliefert bekommt? Schwarzarbeit könnte man ja daneben trotzdem machen und sich mit einem alternativen (= werthaltigen) Tauschmittel bezahlen lassen.“
Nochmal für Anfänger: was Du erarbeitest, kriegst Du (sofern kein Staatsbediensteter) zusätzlich noch dazu. Schwarzarbeit bspw. lohnt sich deutlich weniger als heut, weil die Lohnnebenkosten drastisch absinken, der gängigste Ansatz sieht zur Gegenfinanzierung eine Maschinensteuer vor (ein interessantes Konzept neben auch z. B. Finanztransaktions-, Vermögens- und/oder höheren Erbschaftssteuern).
Seit weniger als einer Dekade werden europaweit übrigens auch illegale Aktivitäten in die BIP-Berechnung integriert, in den Prognosen aufm Papier schlägt bspw. Prostitution in Deutschland mit jährlich etwas über 7 Milliarden „Wertschöpfung“ zu Buche (und das entsprechende, erwartete Steueraufkommen muss jetzt auch allmählich mit Nachdruck eingetrieben werden, offenbar… wofür sonst die letzte Änderung auf dem Gebiet?).
Sind so gesehen dann eigentlich alle (u.a.) Frauen, die privat zu ihrem Vergnügen Sex haben anstatt „volkswirtschaftlich-sinnvoll“ die Beine breit zu machen, „Sozialromantikerinnen“ – und (insbesondere Männer), die sexuellen Verkehr suchen ohne eine direkte (versteuerte) Dienstleistungsgebühr zu entrichten, „Schmarotzer“?
Nächste Grundsatzfrage: wie lange dauert es wohl noch bis das Bargeldverbot kommt?
In Schweden sind inzwischen bereits weder die Banken verpflichtet überhaupt welches vorzuhalten in ihren Filialen, noch die Unternehmen, solche Barzahlungen anzunehmen. Auch das zähle ich zu der Zukunft, die uns mit ziemlicher Sicherheit erwartet und in die ich mich bereits seit einer Weile versuche reinzudenken.
31. Oktober 2017 um 4:55 pm
>Nochmal für Anfänger: was Du erarbeitest, kriegst Du (sofern kein Staatsbediensteter) zusätzlich noch dazu. Schwarzarbeit bspw. lohnt sich deutlich weniger als heut, weil die Lohnnebenkosten drastisch absinken, der gängigste Ansatz sieht zur Gegenfinanzierung eine Maschinensteuer vor (ein interessantes Konzept neben auch z. B. Finanztransaktions-, Vermögens- und/oder höheren Erbschaftssteuern).
Es spielt prinzipiell keine Rolle, ob die staatlichen Abgaben ‚Einkommenssteuer‘, ‚Mehrwertsteuer‘, ‚Maschinensteuer‘, ‚Finanztransaktionssteuer‘ etc. heissen. Sie alle werden in den Preis von Produkten/Dienstleistungen eingeschlossen. D.h. sie mindern jeweils die Bruttowertschöpfung von produzierten Waren/Dienstleistungen. Das ausgeschüttete BGE muss somit erst einmal durch die Wertschöpfung gedeckt werden. Dabei sind die ganzen Kosten für die Infrastrukturen, die Bildungsinstitutionen, die Justiz, die Polizei, die Armee, den Beamtenapparat, die Frauenhäuser, die Gleichstellungsbeauftragten, die pseudokaritativen Einrichtungen und für die sonstigen staatlichen Günstlinge überhaupt nicht eingerechnet; ganz so wie Adrian geschrieben hat. Von den Transferzahlungen an die EU ganz zu schweigen.
Dass die Zahl der Staatsangestellten nennenswert abgebaut würde, ist vollkommen unrealistisch und widerspricht jeder Empirie (siehe Parkinsonsches Gesetze). Oder glaubst Du allen Ernstes, dass plötzlich irgendwelche Bürokraten in den Arbeits- und Sozialämtern entlassen werden? Worauf gründest Du diese Hoffnung? Nein, denen wird man allenfalls ein neues Pöstchen verpassen, ansonsten drohte der Aufstand der Staatsangestellten, denn nicht allen gefällt es von 3000 oder 4000 Euro Bruttolohn auf 1000 Euro netto (in etwa der Selbstbehalt in Deutschland) zurückzufallen, das wäre mit einer erheblichen Einbusse beim Lebensstandard verbunden. In der Privatwirtschaft haben die meisten Staatsangestellten mangels Qualifikation nur eine geringe Chance, und das wissen die auch. Also werden sie mit grossem Nachdruck auf ein Weiterbestehen ihres Arbeitsverhältnisses bestehen. Und selbst wenn plötzlich jede Menge ehemalige Staatsangestellten mit ausreichenden Qualifikationen auf den Arbeitsmarkt strömten; dieser könnte die alle gar nicht so schnell aufnehmen, und die Löhne würden dabei sowieso einbrechen. Das simple Gesetz von Angebot und Nachfrage.
Anderen hingegen (besonders den nahe am Selbstbehalt bezahlten Working Poors oder den bis zum Selbstbehalt heruntergepfändeten unterhaltspflichtigen Vätern) gefiele es schon, sich mit den 1000 geschenkten Euro zur Ruhe zu setzen und ev. noch schwarz etwas dazuzuverdienen. Deren abgabenrelevante Wertschöpfung würde somit wegbrechen, und sie kassierten nur noch vom Staat.
Die grosse Unbekannte ist der Mittelstand. Inwieweit würden dessen Angehörige den Honigtopf BGE akzeptieren und ihre Erwerbstätigkeit (und damit auch ihre Wertschöpfung) zurückfahren? Man weiss es nicht genau. Rational betrachtet würden ein Halbtagsjob + (steuerfreies?) BGE bei vielen Vollzeiterwerbstätigen wohl ausreichen, um ihren Lebensstandard einigermassen zu halten. Selbstverständlich hätte das erhebliche Konsequenzen auf ihre Wertschöpfung und ihre Steuerabgaben. Alternativ könnten sie sich auch weitgehend aus dem Erwerbsleben zurückziehen und vom BGE, einem Minijob (ein Tag arbeiten pro Woche) sowie etwas abgabenfreie Schwarzarbeit leben; die Einbusse am Lebensstandard würden sie in Kauf nehmen und dafür mehr Freizeit haben wie z.B. die Grasfresser in Japan. Die BGE-Apologeten könnten ausgerechnet beim bislang staatstragenden Mittelstand ihr Waterloo erleben, denn dieser erwirtschaftet nicht bloss den grössten Teil der Wertschöpfung, dessen Angehörige sind auch sehr wichtig als Steuerzahler.
Allgemein: Solange eine direkte Einkommenssteuer und die Lohnnebenkosten existieren, lohnt sich Schwarzarbeit durchaus. Sofern der Staat sich stärker auf indirekte Steuern/Abgaben verlagert oder gar beschränkt, lohnt sich der Schmuggel und der Schwarzhandel.
Die zweite grosse Unbekannte sind die Migranten. Die unterteilen sich in zwei Kategorien:
1. Migranten aus dem Schengenraum. Diese müssen aufgenommen werden und dürfen nicht gegenüber Deutschen diskriminiert werden. Sie würden also das BGE in voller Höhe bekommen, ohne dass sie eine Wertschöpfung erzielen müssten. Das BGE hätte wohl eine erhebliche Magnetwirkung auf alle Faulpelze im Schengenraum nach Deutschland zu kommen. Interessant wäre auch, wieviel Familien einreisten; eine fünfköpfige Familie könnte 5000 Euronen garnieren – nicht schlecht fürs blosse Nichtstun. Deutschland bliebe nichts anderes übrig als zu zahlen oder (erneut) EU-Verträge zu brechen oder das BGE wieder abzuschaffen.
2. Migranten aus dem Nicht-Schengenraum (insbesondere aus Nahost und Nordafrika). Diese müssten theoretisch zwar nicht aufgenommen werden, in der Praxis aber werden nur die wenigsten zurückgeschickt. Ob man denen das BGE gewährt oder die bereits heute existierenden Zuwendungen, ist aus Sicht des Staates in Bezug auf die Höhe der Leistungen vermutlich nicht besonders relevant; jedoch kann man hier von einer noch grösseren Magnetwirkung auf die entsprechenden Länder und damit noch höheren Migrantenzahlen ausgehen.
Es ist diese Dynamik, die die BGE-Befürwortern mit ihrem statischen Denken völlig überfordert. Erwartbar werden Steuereinnahmen aufgrund verminderter Wertschöpfung zurückgehen, während die Ausgaben tendenziell durch das BGE noch erheblich steigen, weil sie nicht durch Ausgabenreduktionen in ähnlicher Höhe kompensiert werden können. Wie das bei der fast immer defizitären Staatsrechnung gutgehen kann, weiss kein Mensch. Der Anfänger hier bin nicht ich sondern bist Du, Semikolon.
>Seit weniger als einer Dekade werden europaweit übrigens auch illegale Aktivitäten in die BIP-Berechnung integriert,…
Hat lediglich einen Einfluss auf die Statistiken, damit man das offizielle BIP etwas aufmotzen und so mehr Staatsschulden machen kann. Für das BGE ist diese Schönrechnerei irrelevant – insbesondere, weil diese Zahlen sowieso nur geschätzt (d.h. aus den Fingern gesogen) werden.
>Sind so gesehen dann eigentlich alle (u.a.) Frauen, die privat zu ihrem Vergnügen Sex haben anstatt „volkswirtschaftlich-sinnvoll“ die Beine breit zu machen, „Sozialromantikerinnen“ – und (insbesondere Männer), die sexuellen Verkehr suchen ohne eine direkte (versteuerte) Dienstleistungsgebühr zu entrichten, „Schmarotzer“?
Das hat alles nichts mit dem BGE zu tun, und ich habe auch nichts dergleichen behauptet. Du redest irre, Semikolon.
>Nächste Grundsatzfrage: wie lange dauert es wohl noch bis das Bargeldverbot kommt?
Wahrscheinlich nicht mehr lange, denn das entspricht offenbar dem Wunsch der Machthaber nach dem gläsernen Bürger, der über die staatlich kontrollierten Geldflüsse gesteuert werden kann; es ist ein wichtiger Schritt hin zu einem totalitären System. Nur was hat das mit dem BGE zu tun? Direkt eigentlich nichts. Allenfalls reiht sich das BGE mit zig anderen Massnahmen ein in den totalitären Ansatz, den Bürger vollständig unter die Kontrolle der herrschenden Klasse zu bringen. Ein Grund mehr das BGE abzulehnen.
31. Oktober 2017 um 9:20 pm
„glaubst Du allen Ernstes, dass plötzlich irgendwelche Bürokraten in den Arbeits- und Sozialämtern entlassen werden? Worauf gründest Du diese Hoffnung?“
Auf die simple Tatsache, dass in einem GG- und Menschenrechtskonformen, zukunftsfesten System zehn- oder eher hunderttausenden deutschen Staatsbeamten und -angestellten tatsächlich Nichts mehr zu verwalten und zu richten bliebe.
Ich sehe es vollkommen so, dass hier (und in der Politik) die wahren Verhinderer des BGEs/Profiteure des derzeitigen Unrechtssystems sitzen, und natürlich müssten wir uns diesem Problem auch langsam mal annehmen.
Meine Idee dazu lautet, dass man diesen Menschen drei bis max. sechs Monate Zeit ließe sich (auf freiwilliger Basis) in Teams zusammenzufinden um Konzepte zu der Frage auszuarbeiten, wie bzw. womit sie den Bürgern fortan dienen wollten. Anschließend müssten sie ausreichend (Definitionssache) Stimmen für jeden einzelnen Vorschlag einwerben, ähnlich einer Petition, während ihr Arbeitsverhältnis ruhte.
„Migranten aus dem Schengenraum. Diese müssen aufgenommen werden und dürfen nicht gegenüber Deutschen diskriminiert werden“
Sozialleistungen unseres Staates erhalten sie (frühestens) nach 5 Jahren Dauer-Aufenthalt, Stand jetzt.
Ich gebe unumwunden zu, dass ich natürlich darauf setzte, dass das BGE letztlich global gelten wird, eine feine neue Aufgabe für die UN könnte das werden, wo die Einzelnen Staaten nur mehr ausführende Funktion besäßen, das BGE als durchlaufender Posten quasi.
Anzeichen dafür sind m.M.n. vorhanden. Das BGE/UBI ist nämlich bekanntermaßen keine nationale Idee, nicht mal eine besonders europäische. Nach Brasilien, das bereits 2004 ein Recht auf ein Grundeinkommen verabschiedete (allerdings bislang nicht implementieren konnte) macht Indien – auf sehr sehr niedrigem Niveau – jetzt wirklich den Anfang. Sobald China nachzieht – und warum sollten sie nicht? Hat ja viele kluge Köpfe da, ganz besonders auch in der Einheitspartei (die tatsächlich eine uns unvorstellbar harte Bestenauslese betreibt) -, hat die Mehrheit der Weltbevölkerung den Wechsel (im Grundsatz) ohnehin bereits vollzogen, dann wird auch niemand mehr das Schlusslicht sein wollen, jedenfalls nicht bei uns hier in Europa.
„Das hat alles nichts mit dem BGE zu tun, und ich habe auch nichts dergleichen behauptet.“
Das war nur ein Beispiel für sogenannte „Wertschöpfung“. Schlimmer noch: sogar Wertvernichtung kann volkswirtschaftlich als Wertschöpfung gelten.
„>Nächste Grundsatzfrage: wie lange dauert es wohl noch bis das Bargeldverbot kommt?
Wahrscheinlich nicht mehr lange, denn das entspricht offenbar dem Wunsch der Machthaber nach dem gläsernen Bürger, der über die staatlich kontrollierten Geldflüsse gesteuert werden kann; es ist ein wichtiger Schritt hin zu einem totalitären System. Nur was hat das mit dem BGE zu tun? Direkt eigentlich nichts.“
Dadurch lassen sich die von Dir befürchteten Schwarzmärkte eindämmen.
Ich sehe das so: es gibt einerseits Themen, für die es sich (für beinah jeden) lohnt im hier und jetzt laut und deutlich Partei zu ergreifen – ein echtes BGE (von der Wiege bis zur Bahre und in auskömmlicher Höhe) namentlich. Und es gibt andererseits Entwicklungen, die sich eh nicht aufhalten lassen und mit denen sich spätestens die nächste Generation bereits ohne Schwierigkeiten arrangieren können wird, weshalb wir uns jegliche Blockade-Energie sparen können – rein virtuelle, allgemein-anerkannte Zahlungsmittel bspw.
29. Oktober 2017 um 8:35 am
Das Argument, BGE verhindere Armut, gilt bei unserer Definition von Armut nicht.
Als „arm“ gilt, wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens erhält. Solange es also genug Menschen gibt, die ihr BGE durch Arbeit verdoppeln oder verdreifachen, werden reine BGE-Empfänger als arm definiert.
29. Oktober 2017 um 2:22 pm
Mit einem BGE kämst Du allerdings leichter aus Armut (durch eigene Arbeit) wieder heraus, plus die Lebenshaltungskosten ließen sich einfacher reduzieren (durch Gründung von WGs etc.).
29. Oktober 2017 um 8:36 am
Das BGE ist ein unrealisierbares Hirngespinst.
Wer erledigt die wertschöpfende Arbeit, die nötig ist zur Finanzierung?
Und wer wird dann noch all die Arbeiten ausführen, die zwar unangenehm sind, aber zwingend notwendig, um unsere Infrastruktur aufrechtzuerhalten?
Aus unternehmerischer Sicht sieht das so aus:
Steuerbelastungen steigen ins Unermessliche. Qualifizierte Arbeitskräfte kriegt man nur noch zu Fantasiepreisen.
Falls das BGE irgendwann käme, würden wir entweder ganz dicht machen, oder wir gingen ins Ausland.
Und so sehen das bestimmt die meisten KMUs.
29. Oktober 2017 um 10:04 am
Aber Sozialhilfe gibt es doch schon. Jeder kann glücklicher Hartzie werden! Warum tun das nicht alle?
Laut Wissensschatz dieses Blogs müssen heterosexuelle Männer Status aufbauen, um eine Frau bekommen zu können. Mit BGE allein wird das nichts.
29. Oktober 2017 um 11:03 am
Genau. Gemäss Christian arbeiten alle Männer wie die Gestörten, um bei Frauen gut anzukommen, indem sie Status aufbauen und sich nichts sehnlicher wünschen, als sich im Wettbewerb zu beweisen.Da passt was nicht so ganz zusammen! 😦
29. Oktober 2017 um 3:19 pm
Ein BGE, das gegenwärtig 1000€ entspicht, würde bei der gegenwärtigen Bevölkerung 82 MRD kosten. Die gegenwärtigen Ausgaben f Arbeit und Soziales liegen offenbar deutlich höher.
„Steuerbelastungen steigen ins Unermessliche“
wird deshalb nicht passieren müssen.
„Wer erledigt die wertschöpfende Arbeit, die nötig ist zur Finanzierung?“
Alle, die das wollen. Die werden auch entsprechend dafür bezahlt.
„Qualifizierte Arbeitskräfte kriegt man nur noch zu Fantasiepreisen.“
Sei mal dahingestelt – die bekommen ihren Verdienst ja alle zusätzlich zum BGE.
Ein Verdienst, der bisher schon anständig war, wird immer einer sein und bleiben, der eine ziemlich deutliche Abgrenzung zum reinen BGE darstellt.
Interessant am BGE finde ich insbesondere den radikalen Rückschnitt an bürokratischem Wasserkopf und an Gängelung
29. Oktober 2017 um 4:04 pm
Hase es sind 82 Mia Euro plus Verwaltung pro Monat… das ist nahezu eine Billion Euro im Jahr.
984.000.000.000 plus Verwaltung. Gehts noch?
30. Oktober 2017 um 5:34 am
Da kommt wer der Sache m.E. endlich mal näher:
Verwaltung, Administration und rundrum angesiedelte Drittleiter.
Die kassieren nämlich reichlich ab und schönen noch dazu die Statistiken, schon allein durch ihre Nichtarbeitslosigkeit.
Leider ist es wohl nicht möglich, die vorhandene Arbeit auf alle aufzuteilen, die Vision der 60er fällt aus.
Ein System, das aber so vereinfacht wäre, daß man sehr große Teile der Arbeitsämter, Sozialämter, Sozialtherapeuten, aufsuchenden Sozialbranchen etc.pp. einsparen könnte, wäre im Endeffekt sicherlich sinnvoller, als das jetzige.
Nur eben nicht für jene, die ihren schönen Job als Fachbereichsleiter o.ä., dadurch verlieren würden. Und wer will das schon, hmmm?
Ein BGE, das gegenwärtig 1000€ entspicht, würde bei der gegenwärtigen Bevölkerung 82 MRD kosten.
Pro Monat. Pro Jahr wäre das fast eine Billion Euro.
Die gegenwärtigen Ausgaben f Arbeit und Soziales liegen offenbar deutlich höher.
ca. 138 Mrd. Euro pro Jahr.
Es fehlen also rund 860 Mrd. Euro. Wer trägt diese zusätzliche Belastung?
Dürre, Hunger und Seuchen werden das Land plagen, die Sonne wird sich verfinstern und das Ende aller Tage naht! Milliarden von Immigranten werden die Grenzen fluten, Kranke und Behinderte werden an den Strassenrändern herumlungern und die Kriminalität wird ungeahnte Höhen erreichen!
Habe ich das in etwa richtig verstanden? 🙂
Aber ich erklär’s dir noch mal ausführicher:
Gehen wir mal davon aus, dass ein Anteil η (0 ≤ η ≤ 1) aller Bezugsberechtigten N sagt: „Mir reicht das BGE. Ich arbeite nicht mehr.“
Dadurch fällt ein Teil des privaten Verbrauchs weg, denn diese η*N Personen können nur noch das nötigste konsumieren, wodurch bereits die Mehrwertsteuereinnahmen deutlich absinken werden.
Dieser Teil der Bevölkerung steht dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung, wodurch u.a. auch das Angebot an Fachkräften schwindet.
Verknappung des Arbeitskräfteangebots führt dazu, dass man höhere Löhne zahlen muss, auch um die Erwerbstätigkeit vielleicht doch noch dem einen oder anderen BGE-Bezieher schmackhaft zu machen.
Unternehmen sehen sich also mit einem Rückgang der inländischen Nachfrage für ihre Produkte und Dienstleistungen (insbesondere im B2C-Bereich, branchenabhängig wohl auch im B2B-Bereich) konfrontiert.
Da sie gleichzeitig die Preise erhöhen müssen, um die zusätzlichen Arbeitskosten zu decken, sind sie im Ausland nicht mehr konkurrenzfähig.
All diese Aspekte führen dazu, dass ein großer Teil der Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich rentabel ist, und schließen muss.
Wenn die Wirtschaft wegbricht, fällt wieder ein großer Anteil Steuern weg (erst recht, wenn der Staat gegensteuern will, indem er die Unternehmenssteuern noch weiter erhöht). Dann kracht das ganze System zusammen wie ein Pyramidenspiel Kartenhaus.
Hängt natürlich alles vom Wert von η(K), mit K: monatl. Betrag, ab. Bei einem relativ kleinen Wert kann das System die Problematiken abfedern, aber je größer η wird, desto prekärer die Lage.
30. Oktober 2017 um 8:37 am
Von allen wenig begründeten Ängsten in der Debatte ist die Befürchtung sinkender Binnennachfrage bei höherem BGE mal wirklich eine kreative Idee! Ich glaube auf die Idee ist noch keiner gekommen?
30. Oktober 2017 um 9:37 am
Dann deutet das doch darauf hin, dass noch niemand die Angelegenheit wirklich umfassend durchdacht hat.
30. Oktober 2017 um 9:47 am
Das ist eine Möglichkeit. Die andere ist, dass es Dir an volkswirtschaftlichem Verständnis fehlt. Was meinst Du, was wahrscheinlicher ist?
30. Oktober 2017 um 12:35 pm
Also ich meine, dass breakpoint ein durchaus mögliches (wenn auch nicht unbedingt wahrscheinliches) Szenario für die lange Frist aufgezeigt hat. Wer aber immer nur die kurze Frist betrachtet, deshalb volkswirtschaftliche Dynamik und Anpassungsprozesse ignoriert und ausschließlich auf die inländische Konsumnachfrage fixiert ist, wird es natürlich schwer haben, dies zu verstehen.
30. Oktober 2017 um 12:04 pm
Nicht eine einzige Fachkraft würde die Arbeit einstellen. Die Leute machen doch nicht jahrelang Ausbildungen oder gehen zur Uni um das verstreichen zu lassen. In Umfragen und dort wo man das BGKE getestet hat, entschieden sich über 80% dafür weiterhin zu arbeiten.
Das BGKE ist eigentlich eine Verlegenheitslösung auf folgende Problemstellung: Wie verteilen wir die lebensnotwendige Ressource Geld, auf eine Weise welche die Sicherheit und den Wohlstand der Gesellschaft erhält, wenn es nicht mehr ausreichend Lohnarbeit für die Bevölkerung gibt?
Schon jetzt sind Millionen in Beschäftigungstherapie angestellt und an der Produktivität der Wirtschaft unbeteiligt.
30. Oktober 2017 um 12:48 pm
„Nicht eine einzige Fachkraft würde die Arbeit einstellen. Die Leute machen doch nicht jahrelang Ausbildungen oder gehen zur Uni um das verstreichen zu lassen. In Umfragen und dort wo man das BGKE getestet hat, entschieden sich über 80% dafür weiterhin zu arbeiten.“
Solange „über 80%“ nicht gleich 100% sind, wird sicherlich die ein oder andere Fachkraft ihre Arbeit aufgeben oder zumindest reduzieren (gerade in gefährlichen und stressigen Berufen halte ich das sogar für sehr wahrscheinlich). Und dann stellt sich natürlich noch die Frage, ob die Unternehmen willens und in der Lage sind, die von den Fachkräften geforderten höheren Löhne zu bezahlen.
Und nochwas: Auf Umfragen würde ich mich hier nicht unbedingt verlassen wollen. Was Menschen auf hypothetische Fragen antworten und wie sie sich dann tatsächlich verhalten, sind zwei komplett verschiedene Dinge.
30. Oktober 2017 um 1:24 pm
Nicht eine einzige Fachkraft würde die Arbeit einstellen.
Na und ob! Warum sollten die Leistungserbringer freiwillig Müßiggänger finanzieren?
Wenn ich nicht inzwischen geschäftliche Verpflichtungen hätte, würde ich ein BGE sofort annehmen, mich zur Ruhe setzen und mich meinen Hobbys widmen.
Da Ersparnisse und passives Einkommen (im Gegensatz zu Hartz4) nicht angerechnet werden, würden mir schon wenige hundert Euro/Monat für meine Lebenshaltungskosten reichen. Dann würde ich mir halt nur noch das leisten, was ich wirklich brauche, und nichts mehr nur deshalb kaufen, weil ich es geschäftlich brauche, oder weil ich es mir leisten kann.
Du kannst mir glauben, dass es viele Leute gibt, die in dieser Hinsicht ähnlich denken.
Die Leute machen doch nicht jahrelang Ausbildungen oder gehen zur Uni um das verstreichen zu lassen.
Gerade unter der Prämisse, dass du recht hättest, wird das BGE junge Leute ganz sicher nicht motivieren, überhaupt einen Beruf zu erlernen.
So züchtet man Elois heran. Fehlen nur noch die Morlocks.
entschieden sich über 80% dafür weiterhin zu arbeiten
Selbst wenn das so stimmt, und übertragbar wäre, dann fehlen dennoch 20%, was das allgemeine Lohnniveau nach oben treiben würde.
30. Oktober 2017 um 4:38 pm
Unsere Beschäftigungsquote liegt übrigens (imho geschönt) knapp unterhalb von 80 % – und ist damit im Europavergleich rekordverdächtig nahe am „Soll“.
Ach ja: und es werden deutlich mehr unentlohnte als entlohnte Arbeitsstunden geleistet. Sollte auch jeder wissen, der mitreden will.
30. Oktober 2017 um 1:48 pm
Fakt ist doch man braucht Geld um zu überleben.
In unserer Gesellschaft wird Geld vor allem per Lohnarbeit verteilt, angeblich nach dem Leistungsprinzip (gehen wir einfach mal spaßeshalber davon aus dieses würde funktionieren).
Angenommen es gibt nicht genug Lohnarbeit für die Bevölkerung, was macht man dann? Wie geht man mit den „Überflüssigen“ um?
30. Oktober 2017 um 3:20 pm
Geld ist als Tauschmittel anerkannt. Was man braucht, sind vor allem Nahrung, Kleidung, Wohnung und vielleicht noch ein paar Dinge.
Die wachsen alle nicht auf den Bäumen (von ein wenig Obst abgesehen). Irgendjemand muss die herstellen, und erwartet dafür auch einen angemessenen Preis.
Denn auch ihm entstehen Kosten für Rohstoffe, Arbeitskräfte, Maschinen, usw.
Die Kosten gibt er (vereinfacht ausgedrückt) an die Verbraucher weiter, der Staat kassiert kräftig Steuern, und mit etwas Glück bleibt ihm zum Schluss genug Gewinn, um damit selbst seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Wie geht man mit den „Überflüssigen“ um?
Derzeit (und auch in absehbarer Zukunft) ist niemand „überflüssig“. Ich halte es auch für falsch, diesen Eindruck in irgendeiner Form zu erwecken.
Wenn die zu leistende Arbeitsmenge tatsächlich irgendwann deutlich zu wenig für die arbeitswillige Bevölkerung wäre, könnten sich einerseits zusätzliche Dienstleistungen entwickeln.
Eine andere Option wäre, die Arbeit dann halt anders aufzuteilen – statt 35 oder 40 Stunden pro Woche wären dann halt nur noch vielleicht 20 der Default. Wenn das ausreicht, die Lebenshaltungskosten zu erwirtschaften, dann passt allgemeine Teilzeit doch. Das ist jedenfalls besser, als wenn ein Teil der Bevölkerung voll arbeitet, und ein Teil auf deren Kosten gar nicht.
Was soll überhaupt die Anspruchsmentalität, ohne irgendeine Gegenleistung ein monatliches Einkommen zu erwarten? TANSTAAFL
30. Oktober 2017 um 4:17 pm
Was soll überhaupt die Anspruchsmentalität, ohne irgendeine Gegenleistung ein monatliches Einkommen zu erwarten?
Nun, Einkünfte aus Kapitalvermögen sind Einkommen ohne Gegenleistung. Kapitalrendite ist Mehrwertabschöpfung. Man muss also nicht so einen auf empörten Bürger machen, so als handle es sich um etwas, was noch niemals nie in irgend einer Form praktiziert worden wäre. Es ist vielmehr integraler Bestandteil des kapitalistischen Systems. Wer hat, dem wird gegeben. Steht schon in der Bibel, die ich hier mal als Atheist zitieren muss.
30. Oktober 2017 um 4:30 pm
Einkünfte aus Kapitalvermögen sind Einkommen ohne Gegenleistung.
Dir Gegenleistung besteht darin, dass der Kapitaleigner sein Geld dem Gläubiger (temporär) zur Verfügung stellt, so dass der Gläubiger damit einen Gewinn erzielen kann, und jener dadurch ein gewisses Risiko eingeht, dass er sein Geld möglicherweise nicht zurückerhält.
30. Oktober 2017 um 4:28 pm
„Derzeit (und auch in absehbarer Zukunft) ist niemand „überflüssig“.“
Ich widersprech Dir nur sehr ungern, weil ich mir wünsche, dass Du recht hast.
Aber die Fakten sprechen leider eine sehr andere Sprache.
Deutschland produziert schon lange WEIT über den Eigenbedarf hinaus. Wir haben die Überflüssigen also sozusagen exportiert, halten sie außerhalb unserer Grenzen.
Wenn aber diese Überproduktion nicht mehr abgesetzt werden kann, dann sieht es hier zappenduster aus.
„Nun, Einkünfte aus Kapitalvermögen sind Einkommen ohne Gegenleistung.“
Nicht nur ohne Gegenleistung. Bis vor noch gar nicht so langer Zeit waren diese Einkünfte sogar steuerfrei!
Ich war Mitte der 90er – mehr zufällig als absichtlich – Aktionär geworden.
Meine Einlage: umgerechnet 1.000 €.
Als ich die Aktien 2004 verkaufte, hatte ich aus Dividenden und Verkauf insgesamt etwa 16.000 € (!) eingenommen.
Und jetzt stellt Euch mal Aktionäre mit Einlagen von 100 Mio. € und mehr vor.
30. Oktober 2017 um 4:39 pm
„Dir Gegenleistung besteht darin, dass der Kapitaleigner sein Geld dem Gläubiger (temporär) zur Verfügung stellt, so dass der Gläubiger damit einen Gewinn erzielen kann, und jener dadurch ein gewisses Risiko eingeht, dass er sein Geld möglicherweise nicht zurückerhält.“
Aber eine Wertschöpfung ist es trotzdem nicht.
Und das mit dem Risiko gilt auch nicht für die ganz großen Hechte im Teich.
Als 2008 die Immobilienblase platzte und die Banken auf tödlichen Schuldenbergen saßen, haben die Staaten Omas Sparstrumpf aufgelöst und in die Rettung der Geldhäuser gesteckt.
Die Aktionäre, die sich zuvor an den Super-Spekulationen dumm und dämlich verdienten, die haben nicht einen Cent locker gemacht.
Und sie sitzen immer noch an denselben Stellen und spielen weiter.
Und es ist auch nicht so, dass irgendein „Leister“ irgendwas ohne den Rest der Gesellschaft leisten könnte. Das beginnt bei der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Rechtssicherheit bis hin zur Infrastruktur und der Ausbildung von Mitarbeitern. Auch wenn Einzelne wichtige Leistungen bringen, ist jede „Leistung“ immer auch eine Leistung der Gesellschaft. Und insofern ist es ganz legitim, über die Verteilung des Geleisteten zu diskutieren. Auch wenn der Anreiz etwas zu leisten da sein sollte, am Ausmaß der „Belohnung“ kann man durchaus drehen.
In den goldenen Nachkriegsjahren, als America noch great war, hatten die übrigens 90% Spitzensteuersatz. Es hat wunderbar funktioniert.
30. Oktober 2017 um 6:25 pm
„In den goldenen Nachkriegsjahren, als America noch great war, hatten die übrigens 90% Spitzensteuersatz. Es hat wunderbar funktioniert.“
Och, da ist noch Luft nach oben 😀
„Der schwedischen Regierung gelang es 1976 durch verschiedene schwer durchschaubare Maßnahmen, für gut verdienende Mitbürger eine Steuerlast von mehr als 102 Prozent auf das gesamte Einkommen zu zaubern.“
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/mittelstand/a-367819-3.html
31. Oktober 2017 um 10:04 pm
Man scheucht sie auf einen nicht existierenden Arbeitsmarkt, schikaniert und kontrolliert sie mittels eines riesigen Beamtenheeres, schafft eine Menge bullshit-ein-Euro-Jobs. schickt sie auf völlig nutzlose „Weiterbildungen“ (da hat sich mittlerweile eine ganze „Betreuungsindustrie“ gebildet) und bezeichnet sie als Schmarotzer. Interessanterweise scheinen die Schmarotzerzahlen in jeder wirtschaftlichen Rezession hoch zu schnellen. Zufälle gibts!
29. Oktober 2017 um 8:55 am
Jooo, lasst die Frauen arbeiten und Männer erhalten das BGE. Dann hat der Feminismus endlich die Emanzipation der Frau erreicht!
Gooo, Grrrrlll!!!
29. Oktober 2017 um 9:01 am
„Jooo, lasst die Frauen arbeiten und Männer erhalten das BGE. Dann hat der Feminismus endlich die Emanzipation der Frau erreicht!“
Absolut überzeugend. Und Deine Lösung ist so einfach! Einfach und genial.
29. Oktober 2017 um 10:57 am
Eine Monat lang und mal schauen, was passiert. Ich seh sie schon, die Müllberge, die sich in den Städten türmen und die verzweifelten Stöckelschuhträgerinnen mit langen Fingernägeln wehklagend: Warum räumt das denn keiner weg?
Kurz zusammen gefasst: Völliger Realitätsverlust. In der feministischen Blase, unterstützt durch Pappa, kann frau auf solche Ideen kommen. Strom aus der Steckdose, Stöckelschuhe gibt es im Kaufhaus und der Abfall verschwindet wie von Zauberhand, wenn man ihn an die Strasse stellt.
Ich habe mich inzwischen der Idee mit dem Internetpranger geöffnet und finde die doch ganz manierlich.
Einfach den Namen der Journalistin mit Adresse und Bild drauf und alle Männer auffordern, nicht einen Finger für sie zu rühren, da sie das als sexuelle Belästigung auffasst.
Nichts erklären und auch auf Fragen nicht antworten, denn hier handelt es sich um das schädliche mansplaining oder manterrupting und dieser Gefahr wollen wir natürlich vorbeugen.
Anfragen nach arbeiten, die erledigt werden müssen – wie Reparaturen am Auto, in der Wohnung, am Computer usw. – stellt sie grundsätzlich nur an Frauenunternehmen.
Wenn sie männliche oder männlich dominierte Firmen anruft, dann handelt es sich um ein Versehen – höflich darauf hinweisen, auflegen.
Ich denke, so ist ihr wirklich weitergeholfen und ich bitte euch, alle unter dem #menot diese bezaubernde Idee zu veröffentlichen.
Wenn du das nicht heforshe ist, was ist es denn sonst???
Naja, dann haben wir den Aufschrei manmobbing – manobbing!! Kreisch!
30. Oktober 2017 um 5:43 am
Aber die Idee der alternative Topfpflanzendüngung durch masturbierende Männer fand ich irgendwie schon ganz öko …..
29. Oktober 2017 um 4:53 pm
„I thought women and men are the same…?“
„When men are better, men and women are the same. When women are better… women are better.“
29. Oktober 2017 um 9:25 am
Es würde vor allem einfach zu einer Inflation kommen, die das gesamte BGE kaputt macht. Angenommen ein Vermieter hat eine Wohnung, die er zu einem Preis vermiete, den sich kein Student leisten kann. Sagen wir für 1000 Euro. Nach der Einführung des BGEs kann er sich das plötzlich leisten. Welcher Vermieter auf der Welt würde dann nicht die Miete erhöhen, um sie weiterhin nur an Ärzte und Lehrer zu vermieten, die dann BGE und Einkommen haben. Und so wird es halt mit allem sein.
29. Oktober 2017 um 10:19 am
Man kann das BGE zwar fundiert kritisieren, die Kritiker argumentieren aber meist aus einer kapitalistischen Traumblase heraus, in der Arbeit einfach so unbegrenzt zur Verfügung steht und … tata … Arbeitslosigkeit immer irgendwie selbstverschuldet ist. Die übliche Masche mit der allseits bekannte üble Auswüchse des Kapitalismus geradezu lächerlich dilettantisch übertüncht versucht werden.
Dass Chris als TINA-Kapitalist in’s gleiche Horn stösst, verwundert da gar nicht.
In der BGE-Debatte kann man aber immer öfter Stimmen von beinharten Kapitalisten vernehmen, die ebenfalls für das BGE sind. Das sind diejenigen die genug Weitsicht und Phantasie haben sich vorzustellen was passiert, wenn weiterhin lustig Arbeitsplätze nach China, Indien oder sonstwohin exportiert werden und dabei weiterhin so getan wird, als wäre das überhaupt kein Problem.
Die Pro-BGE Fraktion der Kapitalisten weiss ganz genau, dass sehr bald der Punkt erreicht wird an dem nur noch mittels BGE der soziale Frieden halbwegs erhalten werden kann.
Vor ein paar hundert Jahren mussten 90 von 100 Leuten auf dem Feld schuften um das Essen für die 100 Leute zu produzieren.
Heute machen das 5 Bauern mit Maschinen, die 95 überflüssigen Anderen führen Verteilungskämpfe um Geld, Macht und Luxus.
29. Oktober 2017 um 9:32 am
Ja genau. Es ist Zeit einzusehen, dass im Kapitalismus der Zukunft der Mensch nicht mehr als Arbeitskraft gebraucht wird, sondern nur noch als Konsument.
Die Verrücktheit der kapitalistischen Idealisten wird schön deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass der einzelne Arbeitslose oder Transferleistungsempfänger zwar ein „nutzloser Schmarotzer“ ist, aber der Angestellte des Jobcenters oder seiner Dienstleister, dessen Job darin besteht „nutzlose Schmarotzer“ durch offensichtlich völlig sinnlose Bewerbungstrainings etc. zu schikanieren, gilt als produktives Mitglied der Gesellschaft, welches wichtige Wertschöpfung betreibt.
Wir leben längst in einer Wirtschaft, wo viele Leute mit völlig sinnlosen Jobs einer Marktbürokratie beschäftigt werden. David Graebers „Bullshit Jobs“ kann man hier immer wieder empfehlen. Wir sind längst da, wo viele Arbeitskräfte gewissermaßen nur noch Sachen von links nach rechts tragen damit anschließend andere sie wieder zurücktragen. Es ist nur nicht ganz so offensichtlich wie in der DDR.
29. Oktober 2017 um 11:17 am
Es ist marktlich nicht sinnvoll, seine Konsumenten für ihren Konsum zu bezahlen; das geht nur, wenn du damit immer noch Gewinn machst, und das drückt sich normalerweise in niedrigen, nicht aber in negativen Preisen aus. Negative Preise führen zur Pleite und damit dem Wegfall des Produkts.
Ich halte auch viel von Graeber, aber er liegt halt doch m.E. in vielen seiner Schlüsse sehr falsch.
Ebenso weiß ich nicht, was an Angestellten eines Jobcenters – oder, wenn wir schon dabei sind, so in etwa *jeder* Behörde an produktiver Arbeit erledigen, die in einem reinen Kapitalismus existieren würde. So sind z.B. die „Dienstleister“ der Jobcenter nur Profiteure einer künstlichen Industrie; das ist aus kapitalistischer Sicht ein *Systemfehler*, dass die überhaupt existiert.
Kapitalismus ist inhärent egozentrisch; gleichzeitig aber ermöglicht er jedem Einzelnen, genau das Maß an Wohlstand zu erreichen, was er sich selbst erarbeitet. Was unweigerlich zu einer (ganz enormen) Arm-Reich-Schere führt, aber auch unweigerlich zu einem Sozialsystem, da das kontinuierliche Niederschlagen der (verständlichen) Aufstände der Habenichtse schlicht teurer ist, als ihnen was zu essen zu geben. Einfach umbringen geht nicht; das wollen die Reichen ja auch nicht, dass das mit ihnen gemacht wird. Verhungern lassen schon, das ist ja deren Problem, aber das führt halt zu Aufständen etc. pp.
Dass wir jetzt schon Make-Work-Jobs haben ist mir aber auch klar, im Gegensatz zu irgendwelchen kommunistischen Spinnern aber auch, wohin das unweigerlich führt – in die Staatspleite. Siehe: Jeder Versuch von Kommunismus ever.
29. Oktober 2017 um 11:42 am
..das ist aus kapitalistischer Sicht ein *Systemfehler*, dass die überhaupt existiert.
Nur, dass das kapitalistische System ohne diesen „Systemfehler“, den Ökonomen „automatische Stabilisatoren“ nennen, in der ersten Kreditkontraktion zusammenbrechen würde. Das beste Produkt nutzt dem Produzenten gar nichts, wenn niemand Geld hat, es zu kaufen. Man ist kein Kommunist, wenn man den Kreislaufcharakter der Wirtschaft und die Bedeutung von Nachfrage versteht. Das kapitalistische System musste sich immer entwickeln und anpassen, um fortbestehen zu können. Das wird in Zukunft nicht anders sein.
29. Oktober 2017 um 11:58 am
Du setzt hier eine Kreditgeldschöpfung voraus. Ja, in dem Fall wäre das ein Problem, wenngleich keines, was sofort zu einem Marktversagen führen muss.
Hat als man es im 19. Jahrhundert in den USA ausprobiert hat so richtig schlecht funktioniert. Das heutige Kreditgeldsystem ist nicht aus einer Verschwörung böser Mächte entstanden, sondern als Evolution zur Lösung von Problemen.
29. Oktober 2017 um 3:34 pm
Die Kreditgeldschöpfung war einerseits eine geniale Idee, andererseits eine Katastrophe.
Genial, weil die Geldmenge sich flexibel dem Wachstum anpasst (anders als z.B. eine Goldwährung).
Katastrophal weil:
1) sie ständiges Wachstum zwingend erforderlich macht, was viele Folgeprobleme bringt:
1.1) massiven Ressourcenverbrauch
1.2) ständigen Expansionsdrang (Globalisierung und Kriege)
1.3) Erhebung der Wirtschaftsinteressen über die der Bürger
2) Massive Kapitalakkumulation auf der einen, massive Verschuldung auf der anderen Seite, was wiederrum zu:
2.1) Problemen bei den Nachschuldnern und Nachfrage (Krisen) führt
2.2) Blasen durch die reichen Akkumulierer führt
2.3) massive gesellschaftliche Verwerfungen erzeugt
Wir müssen unbedingt von diesem System weg, das ist den meisten klar.
Unklar ist hingegen, wohin der Weg gehen soll. Erschwert wird eine Lösung massiv durch die komplexen internationalen Verflechtungen. Ich habe da auch keine perfekte Antwort drauf.
Meines Erachtens liegt sie in einer Ersatzfinanzierung durch den Staat, besser: durch demokratische Institutionen etc. das WIE erscheint mir da ausschlaggebend. Es darf kein Abwürgen der Privatwirtschaft dabei herauskommen, sonst endet das wie der Kommunismusversuch.
30. Oktober 2017 um 5:47 am
„dessen Job darin besteht „nutzlose Schmarotzer“ durch offensichtlich völlig sinnlose Bewerbungstrainings etc. zu schikanieren, gilt als produktives Mitglied der Gesellschaft, welches wichtige Wertschöpfung betreibt. “
Mein Reden seit immer! Ein Wasserkopf ist eben kopflastig und wird irgendwann tödlich schwer …
29. Oktober 2017 um 9:33 am
„in der Arbeit einfach so unbegrenzt zur Verfügung steht“
Selbstverständlich steht Arbeit unbegrenzt zur Verfügung. Die Frage ist, welche Arbeit und zu welchem Preis?
29. Oktober 2017 um 9:55 am
Das ist richtig: es mangelt nicht an Arbeit. Da muss ich mich nur einmal im Kreis drehen und sehe unendlich viel Dinge, die gemacht werden müssten (von Straßenreinigung bis soziale Arbeit und vieles mehr). Es mangelt an der (gesellschaftlichen) Bereitschaft, diese Arbeit zu bezahlen.
29. Oktober 2017 um 10:09 am
Aber wir bauen doch zunehmend Technik, die Menschen überflüssig macht und durch Roboter und Computer ersetzt. Warum sollte ich für irgendwelchen Kleinkram Menschen teuer Geld bezahlen, wenn ein Computer fast ohne Menschen produziert wird und fast nichts kostet.
29. Oktober 2017 um 10:33 am
Das Narrativ kenne ich. Demnach gibt es heute in der Fertigung keine Automaten. Aber das ist ja was ich beklage, diejenigen die das behaupten machen irgendwas mit Medien oder Software. Die übersehen, dass Automaten komplexere Designs wirtschaftlich machen und Aufgaben die mit dem aktuellen Stand der Technik für Roboter zu kompliziert sind weil sie Flexibilität erfordern werden von Menschen gemacht. Software ersetzt sehr wenig reale Arbeiten
29. Oktober 2017 um 10:45 am
Roboter sind in der Industrie mit ihrer Massenfertigung schon weit verbreitet. Aber nach wie vor ist eine Arbeit wie beispielsweise die Müllabfuhr, deren Arbeitsablauf als gering komplex betrachtet wird, für heutige Roboter viel zu komplex.
29. Oktober 2017 um 2:50 pm
Ich habe mal vorgespult zu dieser jahre-alten Stelle in einem „Propagandafilm“, wo die Müllabfuhr soweit wie heute möglich automatisiert ist – wenn die selbstfahrenden Automobile da- und zugelassen sind, kann auch dieser verbliebene Arbeitsplatz dort (im Prinzip) wegfallen.
Ich glaube, das dauert – rein technisch – auch nicht mehr so lange.
29. Oktober 2017 um 11:47 am
„Das ist richtig: es mangelt nicht an Arbeit. Da muss ich mich nur einmal im Kreis drehen und sehe unendlich viel Dinge, die gemacht werden müssten (von Straßenreinigung bis soziale Arbeit und vieles mehr). Es mangelt an der (gesellschaftlichen) Bereitschaft, diese Arbeit zu bezahlen.“
Korrekt. Daher ist es ja auch ziemlicher Unsinn, Menschen für´s Nichtstun Geld zu geben (Modell BGE), statt sie für sinnvolle Tätigkeiten zu bezahlen.
29. Oktober 2017 um 11:21 am
In der Türkei ist z.B. „Parkscheinautomat“ ein Beruf.
Eins meiner Lieblingsbeispiele für diese seltsamen Berufe, die originär der Kapitalismus hervorgebracht hat.
30. Oktober 2017 um 5:56 am
Irgendwo in Afrika gibt ( oder gab ) es mal einen, der hatte ein Schlagloch voll Wasser an einer „Durchgangsstrasse“. Bei Bedarf durch ( eben nicht ) vorbeikommende Autos füllte er es mit Steinen auf, gegen geringes Entgeld. Danach holte er die Steine wieder raus und füllte Wasser nach.
Sicher, Arbeit gibt es also genug …..
31. Oktober 2017 um 10:25 pm
Das erinnert an die erste staatliche Arbeitbeschaffungsmassnahme für das Lumpenproletariat. Das war in Frankreich, weiss nicht mehr genau wann.
Die mussten Gröben ausheben und anschliessend wieder zuschütten. Irgendwann kam einer auf die Idee (muss ein Genie gewesen sein), dass man die auch etwas Sinnvolles machen lassen könnte. 🙂
Wir sind mittlerweile wieder bei den bullshitjobs angelangt. Stell euch nur mal vor, wieviele Stellen in der Verwaltung des Staatsapparates eingespart werden könnten, wenn IT vernünftig genutzt würde. Übrigens ist der Datenschutz nicht reine Menschenfreundlichkeit, sondern er behindert wesentlich den effektiven Datenaustausch und schützt in diesem Sinne den Wasserkopf vor Rationalisierungen und Stellenabbau.
29. Oktober 2017 um 3:23 pm
Das Grundproblem des BGE ist doch die Finanzierung. Es gibt zwei Mögliche Quellen der Finanzierung: a) Die Besteuerung der Arbeitseinkommen b) die Unternehmensbesteuerung (Automatensteuer). Da es aufgrund der supranationalen Organisationsform für große Konzerne einfach ist, auf andere Steuerstandorte auszuweichen sind der Ergiebigkeit der Quelle b) Grenzen gesetzt. Bleibt also a). Auch diese Quelle ist nur beschränkt ausbeutbar, da sie vom erzielten Erwerbseinkommen der Bevölkerung abhängt. Damit gilt: Die Quellen, aus denen das BGE finanziert werden kann, sind beschränkt. Damit lässt sich folgern: Legt der Gesetzgeber die Höhe des BGE fest, ist die Maximalzahl der versorgbaren Menschen beschränkt durch den Quotienten aus der Obergrenze der Finanzierungsquellen und die Höhe des BGE.
Damit kann das Thema BGE nur zeitstabil umgesetzt werden, wenn die Grenzen unseres Landes dicht sind. In der Regel fordern diejenigen politischen Kräfte, die das BGE gut finden nach meiner Wahrnehmung auch offene Grenzen.
Ich wäre für eine Erklärung dankbar, wie die kognitiven Dissonanzen bei diesen Menschen gelöst werden, die oben skizzierter innerer Widerspruch dieser Haltung hervorrufen muss.
29. Oktober 2017 um 3:24 pm
Sorry, falscher Thread, ich meinte eigentlich Peters Kommentar.
29. Oktober 2017 um 3:30 pm
Kannst du mir mal erklären wie eine Automatensteuer genau aussehen soll?
29. Oktober 2017 um 6:45 pm
Zugegeben, der Begriff ist ein bisschen flappsig gewählt. Mit der anstehenden Welle der Automatisierung werden 50%+ der Stellen wegfallen – auch im Büro. Dadurch wird die bisherige Steuerquelle „Arbeitseinkommen“ schwächer sprudeln. Deshalb muss in irgendeiner Form das automatisierende Unternehmen besteuert werden müssen, wenn der Verlust ausgeglichen werden soll. Ich denke, der Gesetzgeber wird da kreativ sein. Den Begriff habe ich so gewählt, weil ich die Nähe zur Ursache betonen wollte. Ich meine die SPD hätte gemeinsam mit den Gewerkschaften schon mal einen Aufschlag gemacht: Für die eingesetzten Roboter sollten die Firmen quasi „Lohnsteuer“ zahlen.
Für die eingesetzten Roboter sollten die Firmen quasi „Lohnsteuer“ zahlen.
Das halte ich für keine gute Idee. Man sollte die Automatisierung nicht durch Steuern erschweren, weil Automatisierung zu einer effizienteren Wirtschaftsweise führt. Arbeitsplätze erhalten ist kein Selbstzweck. Die Gewinne sollen besteuert werden.
Ich wollte damit auch nicht sagen, dass ich die Idee gut finde, sondern dass es bereits Überlegungen gibt.
Allerdings ist die Besteuerung von Gewinn auch nicht so einfach, wie der Irish Double zeigt. (Und eins wird die Automatisierungswelle auf jeden Fall mit sich bringen: Konzentrationsprozesse – was die Anzahl der Firmen erhöht, die Besteuerungsvorteile durch internationale Rechtskonstruktionen nutzen können.)
29. Oktober 2017 um 3:57 pm
Ich stimme dir soweit zu, nur ein Fehler kann so nicht stehen bleiben:
„Die Quellen, aus denen das BGE finanziert werden kann, sind beschränkt. Damit lässt sich folgern: Legt der Gesetzgeber die Höhe des BGE fest, ist die Maximalzahl der versorgbaren Menschen beschränkt durch den Quotienten aus der Obergrenze der Finanzierungsquellen und die Höhe des BGE“
Die Finanzierungsquellen sind prinzipiell unbeschränkt. Man spricht bei Zentralbanken ja nicht umsonst von „lender of last resort“, Geldpresse an und fertig, macht man zum Erhalt des EU-Regimes ja auch schon…
Wo du natürlich recht hast: folgenlos bleibt auch das nicht (je nach Umfang mehr oder weniger starke Inflation).
Auch das ist etwas nachlässig formuliert, zugegeben. Was ich aber meinte ist die Kaufkraft. Natürlich kann Draghi den Helikopter-Ben machen, das ändert aber nichts an der allgemeinen Situation, zumindest wenn wir unser derzeitiges Wirtschaftssystem beibehalten wollen.
29. Oktober 2017 um 10:40 am
Es wäre ein Systemwechsel. Bei sowas sollten Erfahrungen gesammelt werden und die Sache erst in kleinerem Rahmen als Pilotprojekt gestartet werden. Das wird an einigen Orten auch so gemacht. Es ist sehr schwierig, alle Auswirkungen rein auf theoretischer Basis zu erkennen und beurteilen. Also von heute auf morgen das BGE einführen und zwar flächendeckend, das wird es nicht geben.
Grundsätzlich gilt, dass ein Anreiz zur Arbeitsaufnahmen bestehen muss, da es Arbeiten gibt, die so gut wie keiner machen will, es sei denn, sie werde ansprechend entlöhnt.
Es wurde hier schon erwähnt: Es gibt auch bei uns so wie in der DDR eine Menge versteckte Arbeitslosigkeit, „bullshit jobs“, die ohne weiteres abgeschafft werden könnten, ohne dass dies irgendwelche spürbar negative Effekte hätte.
Die Entwicklung geht dahin, dass auch noch die letzte gesellschaftliche Nische kommerzialisiert wird – ein völlig gesättigter Markt, in dem verzweifelt nach Bedürfnissen gesucht wird, die noch nicht befriedigt sind oder Bedürfnisse erst geschaffen werden.
30. Oktober 2017 um 6:08 am
„Die Entwicklung geht dahin, dass auch noch die letzte gesellschaftliche Nische kommerzialisiert wird – ein völlig gesättigter Markt, in dem verzweifelt nach Bedürfnissen gesucht wird, die noch nicht befriedigt sind oder Bedürfnisse erst geschaffen werden.“
Es gibt seit Jahren Initiativen, über u.a. Jugendämter und JobCenter betrieben, alleinverziehende Mütter in Arbeit als Tagesmütter zu bekommen. Eine hübsch teure Ausbildung mit abschließendem Zertifikat, damit sie dann die Blagen anderer alleinverziehender Mütter verziehen, die ihrerseits als Tagesmütter für weitere Alleinverziehende schuften gehen.
Spruch einer Bekannten dazu:
Bis wir uns alle gegenseitig täglich die Haare schneiden ….
— Ad Vorteile: —
# Verwaltungsungsaufwand fällt weg
Ha! Siehe Sebastion oben, Leute mit ganz besonderen Bedürfnissen. Klar, die können wir aber natürlich ignorieren. Ich kenne *keinen* Verfechter von BGE, der das wollte.
# Leute können von dem Geld leben und es verhindert Armut
Leute können auch von Hartz4 leben, es gibt nach jedem sinnvollen, globalen Maßstab in Deutschland keine Armut (nur nach dem 60% – Unsinn, den GOI oben erwähnt).
# Eine Stigmatisierung von Arbeitslosen könnte entfallen
Das ist illusorisch; auch die BGW-Zahlungen müssten von irgendwem erarbeitet werden, und diejenigen, die das nicht tun, sind immer noch Schmarotzer.
# Leute haben eine gewisse finanzielle Sicherheit und können daher neues Ausprobieren
Wie mit Hartz4!
— Ad Nachteile: —
# hohe Ungewissheit, wie die Leute Reagieren, gleichzeitig hohe Kosten, damit hohes Risiko
Lies: Scharfe Inflation auf ein Maß, dass die BGW-Zahlung 0 Wert macht. Da die aber im gleichen Geld bezahlt wird, heißt das vollkommene Geldentwertung.
# genug Leute werden danach nicht hochmotiviert durchstarten, sondern eher mangels Kontrolle versacken und sich zurückziehen, gerade Langzeitsarbeitslose oder geringqualifizierte
Ne, gerade Leute wie Adrian (schreibt er oben) oder ich, die davon problemlos leben könnten, heute aber noch das System mitfinanzieren.
# Es lädt zu Trittbrettfahrertum ein
# Es verteuert letztendlich Arbeit, je nach dem, wie zusätzliches Einkommen angerechnet wird. Wird es nicht angerechnet und man zahlt zB 1.000 Euro, dann wird aus einem 1.500 Euro Job plötzlich ein 2500 € Job, der Wert der erbrachten Leistung muss aber nicht 2500 Euro wert sein.
Doch, muss er, sonst geht das System pleite. Das tut es aber ohnehin schon.
# Es wäre eher zu befürchten, dass sich Frauen damit noch mehr aus dem Berufsleben zurückziehen
Und da ist wo das Problem?
„# Leute haben eine gewisse finanzielle Sicherheit und können daher neues Ausprobieren
Wie mit Hartz4!“
Als Hartz IV eingeführt wurde, ward auch das Konzept der ICH-AGs geboren, das mir – damals BWL-Studentin – als wichtiger Baustein des Ganzen erschien.
Aber: was für ein Bürokratie-Monster ist daraus geworden?
29. Oktober 2017 um 11:44 am
Es kommt wie immer auf die Details an; In diesem Fall auf nur eins, nämlich die Höhe des BGE. Sollte es nur das physische Existenzminimum absichern (großzügig: 500 EUR), dann wäre die Einführung vielleicht gar keine schlechte Idee, wenn dafür alle anderen Transferleistungen (Ausnahme: Mehrbedarf für Kranke/Behinderte) entfallen. So bleibt der Arbeitsanreiz erhalten und der Spaß in einem finanzierbaren Rahmen.
29. Oktober 2017 um 1:40 pm
„Sollte es nur das physische Existenzminimum absichern (großzügig: 500 EUR), dann wäre die Einführung vielleicht gar keine schlechte Idee, wenn dafür alle anderen Transferleistungen (Ausnahme: Mehrbedarf für Kranke/Behinderte) entfallen.“
Dann gibt es doch im Kern keinerlei Unterschied zum jetzigen System mehr.
Tatsächlich ist der einzige Vorteilhaftigkeitspunkt, wenn man die Bürokratie zerstören würde.
Aber wie oben schon erwähnt wurde – insbesondere die BGEler wollen ja gerade nicht, dass (grundsätzlich) stärker Bedürftige nicht auch mehr ausbezahlt bekommen. Ergo haben wir dann auch wiederBürokratie.
Also ist es letztlich exakt dasselbe wie bisher. Eventuell verschieben sich ein paar Zahlen.
Schöbe man die Zahlen auf hohe Werte, würde das System zusammenbrechen (denn kaum jemand wird es einsehen, für 1500-4500€ Netto 40h ranzuklotzen, wenn es stress u leistungslos die 1300 gibt).
29. Oktober 2017 um 2:55 pm
„Dann gibt es doch im Kern keinerlei Unterschied zum jetzigen System mehr.
Aber wie oben schon erwähnt wurde – insbesondere die BGEler wollen ja gerade nicht, dass (grundsätzlich) stärker Bedürftige nicht auch mehr ausbezahlt bekommen. Ergo haben wir dann auch wiederBürokratie.“
Im jetzigen System hast du eine ALG-Bürokratie (inklusive Überwachung der Arbeitslosen plus Rechtsstreitigkeiten), die beim BGE komplett entfällt. Menschen mit krankheitsbedingtem Mehrbedarf (die ja nicht den Normalfall stellen) erhalten dann eben noch zusätzlich Sozialhilfe. Das ist definitiv ein Unterschied, auch wenn dadurch die Bürokratie nicht komplett verschwindet (Kranken- und Rentenversicherung bleiben ja auch erhalten).
„Schöbe man die Zahlen auf hohe Werte, würde das System zusammenbrechen (denn kaum jemand wird es einsehen, für 1500-4500€ Netto 40h ranzuklotzen, wenn es stress u leistungslos die 1300 gibt).“
Deshalb soll in meinem Modell das BGE auch nur das physische Existenzminimum abdecken. Wer mehr will, muss dann eben dafür arbeiten.
29. Oktober 2017 um 3:59 pm
“ plus Rechtsstreitigkeiten“
Wir schieben einen Berg von mehr als 200.000 offenen Klagen vor uns her, und obwohl die entsprechenden Richterstellen z.T. (so in Berlin) sogar verdoppelt wurden, werden jährlich kaum mehr als 15.000 Verfahren abgeschlossen, in über 40 % mit dem Ergebnis, dass die Jobcenter tatsächlich die Gesetze falsch ausgelegt hätten zum existenzgefährdenden (!) Nachteil des klagenden Bürgers.
(Die Menge an Sanktionen zu Unrecht Erduldender liegt selbstverständlich real deutlich höher)
29. Oktober 2017 um 1:47 pm
Es gibt meines Erachtens einen oftmals übersehenen, für das Funktionieren eines BGE notwendigen Frage: wie wird die Höhe des BGE bestimmt und wie ändert sich diese? Klar ist, das BGE muss von einer Teilgruppe erwirtschaftet werden, und zwar von denen, die einer wertschöpfenden Tätigkeit nachgehen. Vereinfacht betrachtet hängt die (finanzierbare) Höhe des BEG davon ab, wieviele Bezieher des BEG in dieser Gruppe sind und wieviel des geschaffenen Mehrwerts zur Finanzierung des BEG eingezogen wird. Gleichzeitig hängt die Entscheidung zur Aufnahme einer Tätigkeit von der Höhe des BEG und von der steuerlichen Belastung dieser Tätigkeit ab. Vermutlich führt ein geringes BEG zu einer erhöhten Bereitschaft zur Arbeit, wobei auch eine geringe steuerliche Belastung die Bereitschaft zur Arbeit steigen lassen sollte. Nachdem jedoch aus meiner Sicht völlig unklar ist, wie sich in Zukunft die Menschen hinsichtlich dieser Frage entscheiden, von dieser Entscheidung aber wiederum die Finanzierbarkeit des Systems abhängt, folgt daraus, dass das BGE nicht nach irgendwelchen Kriterien (z.B: Existenzminimum) fix festgelegt werden kann sondern sich im Sinne eines Regelkreises aus den Entscheidungen der beteiligten Personen ergibt. Dies wiederum hat unter anderem folgende Konseqenzen: a) das BGE ändert sich (ständig) – es wird immer wieder neu ausgehandelt b) die Entscheidung zu welchem Personenkreis man gehört muss immer wieder neu getroffen werden c) das BGE kann unter das Existenzminimum fallen und d) man kann sich also auf das BEG nicht verlassen. In der Konsequenz lässt sich sagen: das BGE wäre kein Schlaraffenland das alle vom Zwang zur Arbeit erlöst, da man sich nicht darauf verlassen kann in Zukunft nicht doch arbeiten zu müssen. Die Utopie bleibt eine Utopie.
29. Oktober 2017 um 6:50 pm
29. Oktober 2017 um 2:57 pm
Ein BGE wird sicherlich nicht auf einen Schlag und dann mit einer heutigen 1000.-€ entsprechenden Höhe eingerichtet werden.
Aber mittelfristig glaube ich schon, dass es Schritte in eine solcher Richtung geben wird, und von deren Erfolg/Praktikabilität wird dann die weitere Entwicklung abhängen.
Daher glaube ich nicht, dass man so einfach als „unrealisierbares Hirngespinst“ abtun sollte.
Adrian wies darauf hin, dass ein BGE von 1000.-€ bei 82 Mio Bürgern Augaben von 82 Mrd bedeuten würden.
Die Größenordnungen werden sich nicht so gravierend unterscheiden, bei ca.42% von 319 komme ich auf Gesamtausgaben f Arbeit u Soziales von 133 MRD €. Ein BGE, das den größten Teil der dort aufgeführten Kosten beinhalten würde, klingt da durchaus finanzierbar.
Mich würde ohnehin seit längerem mal interessieren, welche (Verwaltungs-)Kosten ein einzelner Harz IV-Bezieher eigentlich tatsächlich verursacht. Denn Zuständig für den sind voll bezahlte Leute bei Arbeitsämtern und Jobcentern. Bei „Maßnahmen“ des Arbeitsamtes / Jobcenters sind die Kosten für einen Teilnehmer gerne über 3000.-€ (eher 4000.-€) pro Monat ZUSÄTZLICH zum Hartz IV Bezug, der somit nur einen Bruchteil der Kosten beträgt (und das einzige ist, das der Bezieher tatsächlich erhält)
Der Bürokratische Wasserkopf des gegenwärtigen Systems ist immens. Er würde für ein BGE entfallen und dem BGE zugeschlagen werden können.
Eine Einführung eines BGE dürfte deshalb nicht zuletzt am massiven widerstand von Bürokraten scheitern, die alle um ihre Jobs fürchten müssen.
Ein schrittweise Einführung müsste daher v.a. die Heerscharen von Bürokraten berücksichtigen, die dadurch von ihren bisherigen Beschäftigungen entweder Nutzbringenden Beschäftigungen zugeführt werden (und somit zur Finanzierung des Gesamtsystems beitragen könnten) oder selbst unbeschäftigt auf BGE-Niveau verbleiben müssen.
Es geht dabei um Beschäftigtenzahlen, gegen die alle größeren Firmenzusammenbrüche der vergangenen Jahrzehnte zusammengenommen ein Witz sind.
29. Oktober 2017 um 3:29 pm
133 Mia / 82 Mio / 12 Monate = 135 Euro im Monat. Ja das klingt gut. Das ist finanzierbar! Schön dass du mit allen Kosten etwa das zehnfache des aktuellen Sozialetats brauchen würdest. Und je mehr Leute dann nicht mehr produktiv tätig werden desto höher musst du den Rest besteuern, bis diese Arbeit dann zu teuer wird und die Jobs wegbrechen. Suuuper
29. Oktober 2017 um 3:42 pm
Die blöden Rechenfehler sind immer die besten.
Okay, ich hab die Rechnung von Monatlich auf Jährlich verschlampt.
Dummer schnelschuss.
Ich nehm also alles zurück und behaupte das Gegenteil.
29. Oktober 2017 um 3:11 pm
Das BGE ist der Kommunismus 2.0, nur halb so ausgeklügelt.
Warum wir darüber nicht reden brauchen:
1) so lange die Grenzen weiter offen sind (auch die innereuropäischen), würde das unmittelbar zum finanziellen Zusammenbruch hier führen
2) so lange uns alle Nase lang Leute fehlen und die demographische Entwicklung im Westen so ist, wie sie ist, halte ich ein BGE für kontraproduktiv
So lange es „nur“ auf H4-Niveau gezahlt wird, wäre es evtl. denkbar. Besser fände ich die Schaffung sinnvoller Arbeitsplätze durch z.B. staatliche Programme, seit die EZB jeden Monat 60Mrd. Euro druckt, dürfte auch dem letzten dämmern, dass Geld nicht wirklich das Problem ist…
Menschen sollen und wollen arbeiten, mehr Typen, die ihren Tag mit radikalem Linksaktivismus verbringen (Andreas Kemper und Co) müssen unbedingt vermieden werden, ebenso wie Herumlungernde. Und zu tun gibt es immer genug.
29. Oktober 2017 um 4:50 pm
Ich weiß zwar nicht ob das als Beispiel so ansprechend ist aber in einer SciFci Reihe die ich mir derzeit zu Gute führe wurde ein Bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt. Das Resultat, weil immer mehr Menschen sich aus dem Erwerbsleben zurückziehen (den Bempel hinschmeißen) muss diese Sternennation nur um die Rechnungen zahlen zu können andere souveräne Nationen ausbeuten… die dann auch Bürger werden mit Anrecht auf dieses BGE. Ein ewiger Kreislauf.
lustiges Aufeinandertreffen von Gedankenspielen. Irgendwann sind die Reichen derart entreicht und die Unternehmen pleite…
http://honorverse.wikia.com/wiki/DuQuesne_Plan
Ich muss mich aber der Meinung anschließen. Ich mache meine Arbeit gerne aber viel werd ich statt dessen nicht mehr tun.
Das Problem zunehmender Automation und das dadurch verursachte Wegfallen von Arbeiten für Geringqualifizierte ist ein Problem. Aber das BGE ist sicher nicht die Lösung… vor allem nicht wenn man sich dann drauf verläßt dass eine geringe Minderheit von Leuten sich krumbuckelt (aus Verantwortungsgefühl, oder schlichter Ausnutzbarkeit) um das System am Laufen zu halten.
Sorry, habe wie immer wenig Zeit, möchte aber doch meine fünf Cent dazugeben:
29. Oktober 2017 um 6:53 pm
29. Oktober 2017 um 9:23 pm
Schöne Punkte.
Stimme Dir zu – BGE würde kreative Leistung sichern icht erhöhen, ggf. sogar vermindern
Die ganze Diskussion krank daran, dass rein monetär argumentiert wird: Man muss ja nur das viele Geld gerechter verteilen – von den Reichen zu den Armen – damit die Armen (wieder) anständig leben können.
Es fehlt aber an einem Verständnis, was es eigentlich bedeutet, wenn die ärmeren Schichten mehr Geld bekommen. Können sich dann die Leute mehr leisten, mehr kaufen, mehr Dienstleistungen in Anspruch nehmen? Mehr in Kino? Auch mal im Bioladen kaufen? Urlaub machen?
Sie haben lediglich mehr Geld.
Wenn man mehr Wohlstand will, muss man die Menschen mit mehr Gütern und Dienstleistungen versorgen. Die fallen aber nicht vom Himmel. Mehr Wohlstand bedeutet eigentlich nur: mehr Arbeit. Die Menschen müssen mehr arbeiten. Dann haben sie mehr. (Allerdings auch weniger Freizeit.)
Die bisherige Zunahme an Technisierung und Automatisierung hat natürlich bereits ihre Effekte auf die Wohlstandsentwicklung gehabt, und diese Entwicklung wird sicher auch weitergehen. Gleichzeitig werden die Ansprüche steigen. Dafür braucht es keine Änderung des Wirtschaftssystems.
Geld ist natürlich ein Mittel, Arbeit zu organisieren. Man kann zum Beispiel sagen, dass der Binnenmarkt gestärkt wird, wenn die Leute mehr Geld zur Verfügung haben. Die Menschen arbeiten dann eher füreinander, innnerhalb einer Nation. Also eine gewisse Rücknahme der Globalisierung. Das könnte z.B. bedeuten, dass wir in Deutschland die billigen Smartphones für Jedermann selber herstellen müssten – man müsste dann so hart arbeiten wie die Chinesen. Oder nur noch wenige Menschen könnten sich ein Smartphone leisten.
Man muss immer auch sehen, dass der Arbeiter, der ausgebeutet wird, auch viel für die Gesellschaft leistet. Es gibt also einen negativen UND einen positiven Effekt. (Der positive Effekt ist, dass Wohlstand für die Massen, also auch für ärmere Menschen erwirtschaftet, denn der chinesische Arbeiter versorgt unsere Hartz-4ler mit Smartphones.)
Ein Problem wäre es, wenn die vielen Leute nur für wenige arbeiten würde. Wenn Arbeitskräfte dadurch gebunden würden, Luxusgüter für Reiche zu fertigen. Dann könnte man sagen: Viele Leute arbeiten, und nur wenige haben etwas davon. Wenn man den Luxus auf die Menschen aufteilen würde, wäre ihnen geholfen.
Aber ist das der Fall? Konsumieren die Reichen soviel, dass den Armen kaum noch etwas bleibt? Verprassen die so dermaßen viel? Ich könnte mir vorstellen, dass das eine kulturelle Frage ist, und ein saudischer Scheich möglicherweise unsinnig viele Luxusjachten hortet, aber mein Eindruck ist: Wenn man den Luxus der hiesigen Reichen verteilen würde, bliebe für den Einzelnen nicht viel.
Es gibt einen sicher auch hier einen unglaublichen Reichtum – die Millionenerben wurden ja genannt – aber welcher Art ist dieser Reichtum? Ist er materiell vorhanden, oder handelt es sich nicht viel eher um Geldanlagen, Aktien usw.? Könnten sie diesen Reichtum überhaupt „abheben“ und ausgeben? Doch nur sehr bedingt. Wenn die Regale im Supermarkt leer sind, müssten ja erstmal die Produktionskapazitäten erhöht werden, und wenn sie vermehrt Dienstleitungen in Anspruch nähmen, müsste es mehr Dienstleister geben.
Damit schließt sich der Kreis. Mehr Wohlstand bedeutet mehr Arbeit. Wenn man den Leuten ein Grundeinkommen gibt, bringt es nur dann etwas, wenn man ihnen auch Arbeit gibt.
Meines Erachtens landet viel von dem vielen Geldvermögen, das es hier gibt, in Wirklichkeit dort, wo die Wirtschaft gerade wächst, allem voran China. In Form von Beteiligungen, Investitionen.
Hier schließt sich an anderer Stelle die Schere zwischen Reich und Arm. Die armen Länder streben auf. Und auch für uns fällt etwas ab: Billigprodukte. Das kommt unseren ärmeren Schichten zugute, nicht den Reichen.
Man muss diesen Gesamtzusammenhang sehen.
Einfach Geld umverteilen heißt nicht: Güter und Dienstleistungen umverteilen. Man ändert eher etwas an der Organisation von Arbeit. Und man greift damit in ein kompliziertes Wirtschaftssystem ein
Deshalb sollte man die Wirtschaft auch nicht mit einer beherzten Maßnahme völlig umkrempeln – denn ganze Systeme von Abhängigkeiten könnten dann zusammenbrechen – wie ein gestörtes biologisches Ökosystem, bei dem eine einzelne Änderung eine Folge von Änderungen nach sich zieht. Mann muss, wenn man etwas verändern will, sehr vorsichtig und langsam an einer Stellschraube drehen, um die Kontrolle zu behalten.
Was? Wieso rechnest du da zusammen, was nicht zusammen gehört? Es ist im Gegenteil so, dass ein Lohn allein nicht mehr existenzsichernd sein müsste, da das BGE dies schon leistet.
29. Oktober 2017 um 7:21 pm
Wie wäre das denn bei dir in der Praxis?
Der Arbeitgeber zahlt was für einen Job, für den er vorher an Markt 1.500 bzw als zweiter Fall 3000 brutto gezahlt hat?
29. Oktober 2017 um 8:20 pm
„Was? Wieso rechnest du da zusammen, was nicht zusammen gehört? Es ist im Gegenteil so, dass ein Lohn allein nicht mehr existenzsichernd sein müsste, da das BGE dies schon leistet.“
Um BGE-Empfänger zu motivieren, werden die Löhne wohl steigen müssen, denn wer bisher 2000 EUR bekommen hat, kann bei einem BGE in Höhe von 1000 EUR seine Arbeitszeit halbieren, ohne Einbußen bei seinem Lebensstandard hinzunehmen. Ein Arbeitgeber wird dann evtl. 2200 EUR für die gleiche Arbeit zahlen müssen.
30. Oktober 2017 um 10:39 am
Kann immer wieder nur betonen:
Das bedingungslose Grundeinkommen würde nicht ändern, dass jedes Jahr alles teurer wird, und dass diese Entwertung des Geldes das eigentliche Wirtschaftswachstum darstellt, wofür sich jeder Staat Jahr um Jahr lobend auf die Schulter klatscht.
Dadurch verfehlt die Sache auf die Dauer ihren eigentlichen Zweck, den sie erreichen soll: Das soziale Elend zu bekämpfen und den Arbeitern die Freiheit zu schenken, entscheiden zu können, für wen sie arbeiten und wie viel, weil sie soziale Sicherheit haben.
30. Oktober 2017 um 12:38 pm
“ hohe Ungewissheit, wie die Leute Reagieren, gleichzeitig hohe Kosten, damit hohes Risiko
Es wäre eher zu befürchten, dass sich Frauen damit noch mehr aus dem Berufsleben zurückziehen“
1.) es gab ja schon mal das Experiment in Kanada, und das bestätigt keine der Befürchtungen. Eher ist HartzIV doch eher ein Bremser um durchzustarten, weil du davon finanziell auch nicht mehr hättest. mit dem BGE müsstest du dir in der regel ohnehin noch einen zuverdienst suchen und dass die Mehrheit der Menschen plötzlich glücklich von 1000€ im Monat leben ist vermutlich eher unwahrscheinlich, die meisten möchten doch noch etwas mehr Luxus haben. und da das BGE dem Gedanken nach ja nicht auf das einkommen angerechnet wird kann das auch jeder nach seinem willen und seinen Möglichkeiten. wenn ich allerdings für mich und mein Kind 1300€ HartzIv bekomme und Arbeiten hier keinen Nennenswerten Mehrwert schafft, warum sollte ich dann noch einen Teilzeitjob suchen?
2.) Trittbrettfahrentum? wenn jeder der unter der Betragsgemessungsgrenze der Rentenversicherung verdient das BGE bekommt wird es wohl kaum jemanden geben, der die nächste Beförderung ablehnt nur weil bei ihm dann dass BGE wegfällt (falls man das BGE irgendwo begrenzen möchte, aber Karrieristen werden sich sicherlich nicht von ihrer Yacht und dem ferienhaus abhalten lassen, nur weil der Staat ihnen 1000€ im Monat zahlt.
3.) Könnte auch ein gutes Mittel gegen die einkommensschere sein. Allerdingsd ist ja gerade der Gedanke, dass es (zu mindestens bis zu einem recht großzüg bemessenen einkommen) halt nicht angerechnet wird. Auf der Anderen Seite würde es auch den geringqualifizierten die Möglichkeit schaffen eine sinnvolle Altersvorsorge zu betreiben.
4.) das gilt für HartzIv nicht weniger, und das BGE gibt ihnen wenigstens noch einen Ansporn, etwas dazu zu verdienen.
30. Oktober 2017 um 10:02 pm
Kann ich Euch motivieren die Vorteile des BGEs aus explizit maskulistischer Sicht zusammenzutragen?
– nachehelicher und Kindesbarunterhalt verlieren schlagartig sowie massiv an Bedeutung
– keine fiktiven Einkommen und erhöhte Erwerbsobliegenheiten mehr
– und auch kein Auseinanderklamüsern der Rentenansprüche Geschiedener mehr
– mit einer Partnerin zusammenziehen können ohne befürchten zu müssen, im Zweifelsfall (vor dem Sozialstaat) de jure für ihren Unterhalt aufkommen zu müssen – samt dem für etwaige, aus einer früheren Beziehung stammende Kinder
– weniger Berufs-Erkrankte
– geringere Suizidhäufigkeit
30. Oktober 2017 um 10:44 pm
Welches BGE? Es gibt x verschiedene Modelle. Von der H4-Ersatz bis zum „niemand muss mehr arbeiten“-Version. Davon hängen auch die Vor- und Nachteile ab.
Auch wenn ich zu „Vorteilen aus maskulistischer Sicht“ nichts sagen kann.
Und ich bin absolut sicher, dass es ein BGE auf absehbare Zeit nicht geben wird. Wir können froh sein, wenn wir in 20 Jahren überhaupt noch sowas wie eine soziale Absicherung haben…
30. Oktober 2017 um 11:07 pm
„Kann ich Euch motivieren die Vorteile des BGEs aus explizit maskulistischer Sicht zusammenzutragen?“
Aus maskulistischer Sicht wäre der nacheheliche Unterhalt eh sofort abzuschaffen. Er ist ein Konstrukt, das sich eigentlich schon in den 1970ern erledigt gehabt haben sollte und nur auf Pamperung von Frauen zielt.
Nirgendwo sonst auf diesem Planeten fließen so üppige Einkommenstransfers (also eine Art selektives BGE für Frauen, bezahlt von Männern), wie in Deutschland.
Dies ist in meinen Augen auch einer der Hauptgründe dafür, dass deutsche Frauen im Vergleich der Industrienationen unterdurchschnittlich berufstätig sind und wenig Ambitionen auf Führungspositionen entwickeln.
Und genau diese Frauen zeigen, dass das mit dem BGE wohl nicht klappen dürfte, es sei denn, dass aus Gründen der weiblichen Partnerselektion Männer weiter knüppel und Frauen sich kollektiv endgültig aus dem Erwerbsleben zurückziehen.
Früher nannte man das Sklaverei.
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19. Dezember 2018 um 12:49 pm
Ein BGE schöpfte nicht das Geld anderer in andere Hände:
Marktfähige Güter und Dienstleistungen auf der Basis von Erwerbsarbeit gibt es nur, weil die nicht erwerbsarbeitende Hälfte der Bevölkerung für den umgebenden Existenzrahmen sorgte !
Es wird wohl kein System geben, in dem man nicht auch ´verloren gehen´könnte – vgl die heutige Situation!
Frage ist, was es leistet und wie menschenwürdig es ist…
vgl folgendes arbeits-, steuer-, …-rechtlich gut zu sicherndes Modell:
19. Dezember 2018 um 1:14 pm
„Ein BGE schöpfte nicht das Geld anderer in andere Hände:“
Da muss ich Dir widersprechen. Geld, das jemand erhält, ohne es erwirtschaftet zu haben, muss von irgendwoher kommen, da es im Gegensatz zu Möhren nicht im Boden nachwächst.
Es sei denn, es wird aus extra zu diesem Zweck aufgenommenen Staatsschulden finanziert.
Schulden aber müssen von irgendjemandem bezahlt werden, also von denen, die Geld erwirtschaften.
Anyway, ich denke, dass die Einführung eines BGE irgendwann kommen wird, kommen muss.
Bis dahin halte ich aber die Durchsetzung von Steuergerechtigkeit für weit wichtiger. Globale Konzerne nutzen lokale Infrastrukturen, die andere für sie erstellen, bereithalten und unterhalten, ohne dafür selbst einen nennenswerten Beitrag zu leisten.
Gerechtigkeit stabilisiert einen Staat, keine Wohltaten. Und da klafft eine immer größere Lücke in der EU.
19. Dezember 2018 um 1:30 pm
„Ein BGE schöpfte nicht das Geld anderer in andere Hände:
Marktfähige Güter und Dienstleistungen auf der Basis von Erwerbsarbeit gibt es nur, weil die nicht erwerbsarbeitende Hälfte der Bevölkerung für den umgebenden Existenzrahmen sorgte !“
Von welcher imaginierten – bis heute noch wirkenden – Vergangenheit sprichst Du da, @Gabi?
Und worauf bezieht sich „die Hälfte“?
Dem mythischen Matriarchat?
Kannst Du das mal ein wenig genauer spezifizieren?
19. Dezember 2018 um 1:51 pm
vgl meinen Anschluss-Post – er schließt a l l e Geschlechter und Altersgruppen ein:
sie alle tragen durch ihr Mit-uns-Leben und Uns-Helfen, Uns-etwas-Vererben… dazu bei, dass wir überhaupt Geld verdienen gehen können !
19. Dezember 2018 um 2:10 pm
Ich vermute, Du meinst mit „Anschlusspost“ Deinen nächsten Kommentar. Da Du keine Bevölkerungsgruppe explizit genannt hast, sondern nur eine ominöse „Hälfte“ ( nach welcher ich gefragt habe ) verstehe ich die Anspielung auf beide Geschlechter ( übrigens ist es im klassischen Deutsch bis auf Ausnahmen üblich, bei Zweien von „beiden“ und nicht von „allen“ zu sprechen ) und verschiedene Altersgruppen nicht, die kommen weder im Kommentar, noch in meinen Fragen dazu, vor.
Selbstverständlich ging es mir in erster Linie darum, von Dir erklärt zu bekommen, wie sich Deine „Hälfte“ zusammensetzt und welcher Teil davon nun welche spezielle Erwerbsfähigkeit welchen Teils der anderen Hälfte wie ermöglicht.
Ich hoffe, diese ( Nach-)Frage war nicht schon wieder zu schwer.
Vorsichtshalber zwei simple Beipiele:
Ich habe viele Jahre meines Lebens als SingleBG gelebt. Dabei hat niemand irgendwelche Grundvoraussetzungen für meine Erwerbstätigkeit irgendwie passiv geschaffen.
Jetzt bin ich Sozialrentner. Und schaffe damit höchstens die Voraussetzungen für die Verwaltungstätigkeit von ein paar Behördensachbearbeitern, aber eben nur als insofern Konsument.
Welche „Hälfte“ hat mir in welchem Betriebsstadium wohl gefehlt und wie würde ein BGE diese Hälfte generieren?
19. Dezember 2018 um 1:40 pm
Genau, die Möhre im Boden wächst, weil ein Boden dafür da ist – ohne menschliches, nicht einmal erwerbstätiges Zutun….
Sie gelangt nur in den Mund über unbezahlten Einkauf, unbezahltes Kochen, unbezahlte Geschirr-Nutzung und -Reinigung…, unbezahlte Schwangerschaft & Aufzucht, Betreuung, Pflege, Kommunikation… seitens all der unbezahlten familiären, freundschaftlichen, nachbarschaftlichen …Beziehungsgefüge, vermittels deren wir alle erst erwerbswirtschaftlich arbeiten können… !
Ein BGE kann & muss selbstredend von einem gerechten Steuermodell begleitet sein.
Ich schätze, eine entsprechende Steuerreform würde erst durch einen ernsthaften Willen zu einem BGE hinreichende Befeuerung erfahren.
Das eine schließt das andere ja nicht aus, im Gegenteil!!
Ganz abgesehen von der über ein BGE zu vermeidenden Verschwendung im Bereich der ungeheuren Verwaltungsaufwendungen des bishergen Sozialsystems, das in vieler Hnsicht einfach nicht mehr passt, nicht zuletzt, was Gerechtigkeit angeht….
Übrigens: gerecht wäre einfach menschen- wie umstände-gemäß… (sehe ich für das gegenwärtige Sozialsystem nicht mehr)
19. Dezember 2018 um 1:56 pm
Ähm, am letzten Absatz arbeite ich noch, den könnte man teilweise in sinnvolle Aussagen umwandeln.
Jedenfalls den ersten Satz, wenn man die beiden bestenfalls überflüssigen Teilsätze am Ende amputiert.
Der Rest ist wohl mit diesem Zitat ausreichend umrissen:
„Ich schätze, eine entsprechende Steuerreform würde erst durch einen ernsthaften Willen zu einem BGE hinreichende Befeuerung erfahren.“
Wie? Eine Steuerreform zum Zwecke der Einführung eines neu benannten Grundeinkommens müßte von einen gewissen Willen, diese Reform durchzuführen befeuert werden?
Die Analyse des Erwerbsverhaltens von Möhren auf dem Wege zum Mund erspare ich mir, das ist zu sinnfrei.
Übrigens erwähnst Du mehrfach einen Aspekt, den Du wie einen bestimmten Wert verwendest, Du benennst ihn mit „gerecht“?
Benenne diesen Wert doch bitte mal konkret.
19. Dezember 2018 um 2:18 pm
Pardon, auf Abschätzigkeiten, wie Du sie da formulierst, habe ich keine Lust. Wohin könnten sie führen ? Zu fruchtbarem Austausch sicher nicht…
19. Dezember 2018 um 3:13 pm
Konkrete Fragen verdienen konkrete Antworten!
Okay, Du hast also keine Lust auf sachliche Konversation, weil Du einen sachlichen Austausch nicht „fruchtbar“ findest: Ist akzeptiert. Gar kein Problem. Spart Arbeit und legt die Alternative nahe, daß man Blödsinn nicht ernst zu nehmen braucht.
19. Dezember 2018 um 2:25 pm
„Sie gelangt nur in den Mund über unbezahlten Einkauf, unbezahltes Kochen, unbezahlte Geschirr-Nutzung und -Reinigung…, unbezahlte Schwangerschaft & Aufzucht, Betreuung, Pflege, Kommunikation… seitens all der unbezahlten familiären, freundschaftlichen, nachbarschaftlichen …Beziehungsgefüge, vermittels deren wir alle erst erwerbswirtschaftlich arbeiten können… !“
Das Stöckchen wollt Ihr Feministinnen uns immer wieder hinhalten und hofft, dass wir drüberspringen.
Das funzt aber nicht, denn alle die von Dir genannten Tätigkeiten werden bezahlt.
Für Dich die Kurzform: Nehmen wir die Kleinfamilie aus alleinverdienendem Mann, Ehefrau als Nur-Hausfrau und Kind.
Das Einkommen des Mannes fließt in die Familie, die Frau kauft damit Möhren, kocht sie und alle drei verzehren sie. Arbeitszeit des Mannes ist die definierte am Arbeitsplatz (wir nehmen mal an, dass er im Haushalt nichts tut), die der Frau das Heranschaffen der Möhren und deren Zubereitung.
Da die Frau die Möhren mitisst, verzehrt sie einen Teil des männlichen Vermögens als Kompensation für ihre Arbeit „Einkaufen“ und „Kochen“.
Verabschiede Dich von der Mär von der unbezahlten Hausarbeit der Frauen.
19. Dezember 2018 um 2:46 pm
Es geht nicht um eine Frauenperspektive!
Verdiener/innen wie Nicht-Verdiener/innen leisten tagtäglich in den unterschiedlichsten Anteilen unbezahlte Arbeit.
Gekauftes ermöglicht und bereichert unser aller Leben nicht mehr und nicht weniger als Nicht-Gekauftes.
Einkommen aus Arbeit ist deshalb weiter zu veranschlagen, als Erwerbsarbeits-Verdienst.
19. Dezember 2018 um 2:55 pm
Diese Sätze klingen alle sehr poetisch. Solange du sie nicht mit Konkretem anreicherst, sind sie allerdings auch nicht mehr als das: hübsch.
19. Dezember 2018 um 3:36 pm
Ohne irgendeine Begriffsdefinition ist das nix als Rubbish.
Was bitte sollen denn diese „Verdiener“(Innen und Außen) sein, vs. „Nichtverdiener“(Innen und Außen )?
Sie erzählt erst, es ginge um „eine Hälfte“ ( ohne Definition ), die irgendetwas ( ohne Definition ) irgendwie ( ohne Defiition ) erwirtschaftet oder sonstwie schafft ( ohne Definition ) etc.pp.. So geht das bis jetzt fortlaufend.
Daß ein Einkommen grundsätzlich erstmal nix mit dem Verdienst zu tun hat, ist ja richtig, erkläre ich hier ja auch gelegentlich, wenn mal wieder beides synonym verwendet wird. Nur, warum sollte ein Einkommen „weiter veranschlagt“ werden als ein Verdienst, wo beide per se nur indirekt verglichen werden können, nämlich unter der Voraussetzung, daß das Einkommen dem Verdienst i.d.R einigermaßen adäquat entspräche?
Ich vermute, daß sie da Job ( für Lohn ) und Work ( in Watt ) munter vermischen möchte, was völlig absurd ist, sonst müßten Bergsteiger durchweg Millionäre sein.
Anders gesagt: Ich habe den Eindruck, daß hier mal wieder versucht wird uns in den Bart zu spucken, mit der Ausrede, daß das Rauhreif wäre.
Ich warte af Deine Anreicherungen.
Von meinen gibts bereits hier was: s.o. und unter :
19. Dezember 2018 um 4:13 pm
Was bitte gäbe es denn an garnix anzureichern?
Beantworte doch erstmal klar Definitionsfragen, bevor Du ausgerechnet von mir bereichert werden willst.
Merke: Erst verdienen, dann Einkommen kassieren!
Bereicherungsgeile Femis finde ich ekelhaft und das trifft nicht nur auf Femis zu, sondern auch auf so ziemlich alle, die etwas verlangen ohne auch nur ansatzweise bereit zu sein irgendetwas dafür zu geben!
Zum Verständnis: Daß die Verwaltung von und Bereicherung an den sozialen Mindestsätzen dringend verschlankt, besser komplett reformiert werden sollte, unterschreibe ich sofort. Hätte ungefähr vor einem halben Jahrhundert schon voll in der Mache sein müssen, das Problem.
Aber dann doch bitte sinnvolle Vorschläge, oder begründete Kritik und nicht so ein unergründbares Geblubber, noch dazu jetzt großteils ad hominem.
19. Dezember 2018 um 4:20 pm
Ich habe ma auf den ersten Link geklickt.
Sehe ich das richtig, dass du in deinen Berechnungen davon ausgehst, dass die Einführung eines BGE keinerlei Auswirkungen auf das BIP hat?
Den Satz in deiner Antwort: „Ich warte af Deine Anreicherungen.“ verstehe ich nicht. Ich war nicht derjenige, der hier eine „Wir müssen uns nur alle lieb haben und jeder muss dem anderen was abgeben“ Utopie propagiert, die bereits an den einfachsten Alltäglichkeiten scheitern muss. Deswegen die Aufforderung, dass du dein Konzept mal an Alltäglichkeiten überprüfst.
An deiner Metapher: Was ist die Motivation des Bauern, einen Überschuss an Mohrrüben zu produzieren, wenn er für das Weitergeben von Mohrrüben keine Gegenleistung bekommt?
19. Dezember 2018 um 4:36 pm
„Sehe ich das richtig, dass du in deinen Berechnungen davon ausgehst, dass die Einführung eines BGE keinerlei Auswirkungen auf das BIP hat?“
Warum nicht? Das BIP hat nicht den geringsten Aussagewert zu irgendwelchen sozialen Fragen. Es zählt alle Umsätze, egal ob positiv oder negativ, ohne Unterschied zusammen und ist somit für die „BGE“-Frage vollkommen sinnlos.
19. Dezember 2018 um 4:58 pm
Und du meinst, die Umsätze ändern sich nicht, wenn Leute plötzlich Geld haben, das an keine Bedingungen gebunden ist?
19. Dezember 2018 um 5:09 pm
„Und du meinst, die Umsätze ändern sich nicht, wenn Leute plötzlich Geld haben, das an keine Bedingungen gebunden ist?“
Erst, wenn sie es ausgeben.
Deshalb bringt es volkswirtschaftlich auch nichts, die Steuer für Milliardäre zu senken.
19. Dezember 2018 um 7:17 pm
„Erst, wenn sie es ausgeben.“
Du meinst, die meisten Leute, die ein BGE bekommen, werden das nicht ausgeben?
19. Dezember 2018 um 10:08 pm
„Du meinst, die meisten Leute, die ein BGE bekommen, werden das nicht ausgeben?“
Aber es geht um die Wirkung. Gift ist auch nicht schädlich, solange man es nicht einnimmt. Ist ne Formalie, aber schon wichtig. Theoretisch könnte ja auch einer schwindeln, Millionär sein und sein BGE auf die hohe Kante legen. Dann wird es im BIP nicht wirksam.
20. Dezember 2018 um 8:24 am
Ich habe den Eindruck, @only hält eine Hartz IV-Zahlung, oder das BGE nicht für einen Umsatz. Ist es aber, fast jeder Geldverkehr IST Umsatz nach BIP, egal ob Kosten- o. Nutzenfaktor. Selbst eine Ausgabe frisch gedruckten Geldes ist Umsatz, es werden damit Kosten mindestens nominell gedeckt und Kosten sind immer Umsatz.
Verkürzt zusammengefasst: Das BIP ist eine reine Nonsensezahl, mit der man bei realer Verelendung in der Neujahrsrede von „Wachstum“ und „Wohlstand“ einherfaseln kann.
Jeder Kranke und jede Leiche werden scheinbar „positiv“ dem BIP zugeschlagen, genau wie ein verkauftes Auto.
Natürlich ist das emotional schwer nachzuvollziehen, wie es sein kann, daß die geliebte „Uns geht es immer besser“-Zahl ein ultraprimitiver Schwindel ist, nützt aber nix, issso ….
Und hat mit den sozialen Verhältnissen, Produktionsgewinnen oder eben Belastungen zunächst keinerlei unmittelbaren Zusammenhang.
Selbst wenn wir uns alle gegenseitig die Zehnägel schneiden und niemand etwas zu essen produziert, sieht das im BIP nach „blühenden Landschaften“ und „größerem Wohlstand“ durch die „Dienstleistungsgesellschaft“ aus.
Und genau so wird dieses Kaspertheater auch verkauft.
20. Dezember 2018 um 10:37 am
„Verkürzt zusammengefasst: Das BIP ist eine reine Nonsensezahl …“
Ein sinkendes BIP zeigt einen sinkenden Geldstrom an, in aller Regel ein Indiz für das allgemeine Abkühlen der Wirtschaft.
Allerdings ist das BIP kein Indiz für soziale Gerechtigkeit, oder steigenden Wohlstand der untersten Schichten.
19. Dezember 2018 um 3:38 pm
„Einkommen aus Arbeit ist deshalb weiter zu veranschlagen, als Erwerbsarbeits-Verdienst.“
Da wirst Du hier im Blog auch wenig Widerspruch erhalten. Aber das ist nicht das, was Du im vorigen Post uns unterzuschieben versuchtest.
Ich zitiere Dich nochmal (Hervorhebung von mir): „Sie gelangt nur in den Mund über unbezahlten Einkauf, unbezahltes Kochen, unbezahlte Geschirr-Nutzung und -Reinigung…, unbezahlte Schwangerschaft & Aufzucht, Betreuung, Pflege, Kommunikation… seitens all der unbezahlten familiären, freundschaftlichen, nachbarschaftlichen …Beziehungsgefüge, vermittels deren wir alle erst erwerbswirtschaftlich arbeiten können… !“
Nichts davon ist unbezahlt.
Die beschriebene Triade „Familie“ ist eine Wirtschaftsgemeinschaft mit einem (vom Mann in die Gemeinschaft eingebrachten) Einkommen, das Mann und Frau im Interesse der Gemeinschaft wieder ausgeben. Beziehungspflege gehört nicht zu den quantifizierbaren Größen in diesem Gefüge.
19. Dezember 2018 um 3:45 pm
Definitorische Möglichkeiten existieren ohne Ende.
Die unseren treffen sich ganz offenbar nicht.
19. Dezember 2018 um 4:46 pm
Welche denn? Bis jetzt hast Du überhaupt gar keine vorgegeben!
19. Dezember 2018 um 5:40 pm
Zumindest grundsätzlich sollte man sich einig sein worüber man redet. Endlose Beliebigkeit, auch wenn es gerade so schön dem Zeitgeist entspricht, löst keine Probleme sondern schafft welche.

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