Source: https://karrierebibel.studentensteuererklaerung.de/ratgeber-steuern/verlustvortrag-abgelehnt
Timestamp: 2018-12-10 09:11:33+00:00

Document:
Steuertipps Steuerbescheid Verlustvortrag ab...
Mit einem Verlustvortrag werden dem Finanzamt alle Studienkosten, also Ausgaben, per Steuererklärung mitgeteilt. Das Finanzamt registriert dabei die angegebenen Kosten. Sobald das erste Mal Einkünfte erzielt und Steuern gezahlt werden, werden die vorgetragenen Verluste steuerlich verrechnet. Das bedeutet für Arbeitnehmer, dass die entstandenen Studienkosten in Form einer Steuerrückzahlung erstattet werden. Bei Selbstständigen verringert sich wiederum die Höhe der zu zahlenden Steuer.
Unterscheidung zwischen Erst- und Zweitausbildung
Studenten, die sich in der Erstausbildung befinden, können derzeit ihre Ausgaben lediglich als Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Zudem können Sonderausgaben nur in dem Jahr, in dem sie angefallen sind, von der Steuer abgesetzt und nicht auf spätere Jahre vorgetragen werden.
Beispiele für eine Erstausbildung:
Studienkosten für eine Zweitausbildung werden in voller Höhe als Werbungskosten berücksichtigt und sind vortragsfähig. Übersteigen die Werbungskosten die Einnahmen, entsteht ein Verlust, den du in spätere Jahre - in denen du dann Geld verdienst - vortragen kannst.
Vereinfacht ausgedrückt sind Zweitausbildungen sämtliche Lehren, Studiengänge und Co., die nach einer abgeschlossenen Erstausbildung absolviert werden.
Beispiele Zweitausbildung:
Der Bundesfinanzhof hält die Ungleichbehandlung von Erst- und Zeitstudium für verfassungswidrig. Bachelor-Studenten haben es wesentlich schwieriger, ihre Studienkosten steuerlich geltend zu machen als Master-Studenten. Seit 2014 wird ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts sehnsüchtig erwartet.
Wer von einem positiven Urteil des Bundesverfassungsgerichts profitieren möchte, sollte eine Steuererklärung abgeben und die Verluste feststellen lassen, auch wenn keine Einkünfte erzielt wurden.
Wenn der Verlustvortrag genehmigt wurde
Wenn der Verlustvortrag genehmigt wurde, findest du zu Beginn des Steuerbescheids den Hinweis: „Der Bescheid ist nach § 165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig."
Zu beachten ist, dass die Summe des Einkommens negativ ist, also ein negatives Vorzeichen hat. Ist dies nicht der Fall, ist in dem entsprechenden Jahr kein Verlust entstanden und somit auch kein Verlustvortrag möglich.
Des Weiteren ist zu beachten, dass die Kosten für eine Erstausbildung in vielen Fällen zunächst als Sonderausgaben anerkannt werden und deshalb nicht unter den Werbungskosten, sondern weiter unten im Bescheid zu finden sind. Werden die Ausgaben unter den Sonderausgaben aufgeführt, sollte man in den Erläuterungen zum Bescheid einen Vorläufigkeitsvermerk finden, in dem auf das Verfahren bzgl. der Abziehbarkeit der Ausgaben als Werbungskosten verwiesen wird.
Steuerbescheide ergehen oftmals nur „vorläufig". Deshalb brauchen Bürger, die auf eine positive Entscheidung anhängiger Klageverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht zum Verlustvortrag hoffen, nach Aussage der Finanzverwaltung nicht extra Einspruch einzulegen.
Die Finanzverwaltung teilt durch die vorläufige Festsetzung der Einkommensteuer nach § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO innerhalb des Steuerbescheids mit, dass die Rechte des Steuerzahlers hinsichtlich des jeweiligen Punktes vollständig gewahrt sind. Ein Einspruch ist insoweit nicht erforderlich.
Zudem ist es korrekt, wenn der Verlustfeststellungsbescheid zunächst auf 0 € ausgestellt wird. So lange sich in den Erläuterungen ein Vorläufigkeitsvermerk bzgl. der Abziehbarkeit der Ausgaben als Werbungskosten finden lässt, wird bei einer Verkündung des Urteils durch das Bundesverfassungsgericht der Bescheid entsprechend angepasst.
Hintergrund ist hier, dass Sonderausgaben keinen vortragsfähigen Verlust begründen und dieser damit zunächst 0 € beträgt. Werden die Ausgaben dann als Werbungskosten anerkannt, ist der daraus entstehende Verlust vortragsfähig und der ausgewiesene Betrag wird entsprechend nach oben korrigiert.
Wenn der Verlustvortrag nicht genehmigt wurde
Wenn der Steuerbescheid nicht zu deinen Gunsten ausfällt (wie oben aufgeführt), solltest du in jedem Fall Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen. Ab Erhalt des Bescheids hast du dafür einen Monat Zeit. Der Einspruch sollte schriftlich und mit deiner Unterschrift erfolgen.
25. Februar, 22:02 Uhr
ich habe einen Bescheid bekommen "Die Feststellung eines verbleibenden Verlustvortrages wird hiermit abgelehnt". Es wird darauf hingewiesen, dass es sich nach der derzeitigen Rechtslage bei den Berufsausbildungskosten um Sonderausgaben im Sinne des §10 Abs.1 Nr.7 EStG handelt, die nicht zu einer Verlustfeststellung führen können.
Welches Einspruchformular muss ich nun verwenden? Meinem Finanzamt ist dem Schreiben nach klar, dass es sich um eine Verlustfeststellung handelt und sie haben ebenjene abgelehnt.
Dabei handelte es sich um mein Bachelor-Studium, ich hatte zuvor noch keine Ausbildung gemacht. Bei Abgabe meiner Verlustfeststellung war ich bereits berufstätig. Gibt es daher vielleicht eine Besonderheit zu beachten?
26. Februar, 07:42 Uhr
am besten ist in diesem Falle, bei deinem zuständigen Finanzamt anzurufen und nachzufragen. Aus der Ferne ist das schwer zu beurteilen.
05. November, 11:57 Uhr
Lieber Hannes, vielen Dank für die Erläuterung.
Der Verlustvortrag wurde im Bescheid unter Hinweis auf § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO (Vorläufigkeit) hinsichtlich der Abziehbarkeit der Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben genehmigt. (Wie in den Beispielen von Dir ersichtlich).
Die Studienkosten wurden allerdings im Bescheid als Sonderausgaben deklariert und mit maximal 6000 € beziffert, obwohl diese als Werbungskosten deutlich höher lägen. Ist für eine spätere Korrektur und höhere Bezifferung/Berechnung als Werbungskosten ein Einspruch nötig?
06. November, 13:43 Uhr
sofern der Steuerbescheid den von dir genannten Vorläufigkeitsvermerk enthält, ist kein Einspruch erforderlich.
Wie im Blog-Artikel des Kollegen vermerkt, muss das BVerfG noch entscheiden, ob die steuerliche Ungleichbehandlung von Personen in Erst- und Zweitausbildung verfassungskonform ist.
Bei Urteil zu Gunsten von Personen in Erstausbildung werden die Studienkosten rückwirkend automatisch als Werbungskosten anerkannt.
Die Chancen auf ein positives Urteil stehen gut, da bereits die beiden Vorinstanzen im Sinne von Erststudenten entschieden haben.
06. November, 16:47 Uhr
ich habe soeben bemerkt, dass es sich um einen Bescheid über Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag handelt, der mir zuging. Der Vorläufigkeitsvermerk bezieht sich auf die Festsetzung der Einkommensteuer. Hinsichtlich einer "Festsetzung des verbleibenden Verlustvortrages" (siehe deinen 2. Screenshot) ist nichts zu lesen.
Der Bescheid enthält aber zu Anfang: "Der Bescheid ist nach § 165 Abs. 1 Satz 2 AO teilweise vorläufig." Und auch die Summe des Einkommen / zu versteuerndes Einkommen ist negativ.
Das Wort Verlustvortrag kommt aber im Bescheid niemals vor.
Welcher der beiden Einsprüche sollte dann eingelegt werden?
06. November, 17:12 Uhr
sofern du einen Verlustvortrag machen wolltest, aber im betreffenden Steuerjahr noch in einer Erstausbildung warst, dann sollte dein Steuerbescheid schon einen Vorläufigkeitsvermerk bzgl. des Verlustvortrages mit Hinweis auf § 165 Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 AO beinhalten.
Du kannst auch gerne mal bei deinem Finanzamt anrufen und nachfragen, warum dir kein Verlustvortrag bewilligt wurde und wie du dagegen Einspruch einlegen sollst.
Im Zweifel ist es aber der Einspruch zur Verlustfeststellung, also der zweite Einspruch.
18. November, 17:31 Uhr
ich habe Medizin studiert und bin jetzt mit dem Studium fertig. Ich finde zwar viel über Erst- und Zweitstudium und die unterschiedlichen Regelungen, wie aber sieht es mit dem Medizinstudium aus? Wie zählen die 3 Staatsexamen? Gehört wie bei Jura das 1. StEx zur Erstausbildung und ab da beginnt meine Zweitausbildung? Oder kann ich das komplette Studium absetzen und falls ja, welche Möglichkeiten habe ich, das Studium steuerlich anrechnen zu lassen? Greift bei mir auch der Verlustvortrag? Was muss ich ansonsten noch beachten?
Kann ich auch über eure Homepage meine Steuererklärung machen oder geht dies nur für Bachelor- und Masterstudenten?
ich kann mich nicht oft genug wiederholen: Es ist uns gesetzlich untersagt, individuelle Steuerberatung zu geben.
Unsere Software ist für jede Art von StudentIn geeignet.
Informationen bzgl. Steuererklärung für ein Medizinstudium findest du u.a. in diesem Artikel der ÄrzteZeitung.
18. November, 17:34 Uhr
Nochmal eine Nachricht von mir...
Muss ich beim Verlustvortrag mein komplettes Studium auf einmal angeben oder kann ich auch erst einmal die Steuererklärung für 2010 abgeben, da hier ja bald die Frist abläuft, und die restlichen Jahre dann nach und nach?
20. November, 15:19 Uhr
du kannst natürlich erst einmal die Erklärung für 2010 abgeben und dann peu a peu die folgenden Jahre abarbeiten.
26. November, 12:23 Uhr
danke für deine Antworten. Wie funktioniert das bei den Finanzämtern? Klappt das mit dem Austausch unter den FA? Also kann ich den Verlustvortrag beim FA an meinem Wohnort abgeben, obwohl ich in einem anderen Bundesland anfange zu arbeiten? Oder muss ich alles zusammen dort einreichen wo ich nachher auch meine Steuern bezahle?
27. November, 16:06 Uhr
du gibst deine Steuererklärung immer bei deinem Wohnsitzfinanzamt (Hauptwohnsitz) ab.
Wenn du deinen Wohnsitz wechselst, ist ein anderes Finanzamt für dich zuständig.
Der Datenaustausch zwischen den Finanzämtern sollte reibungslos funktionieren - anhand deiner Steuernummer bzw. Steuer-ID können die Ämter alle notwendigen Daten deiner Person zuordnen.
ich habe für 2010 (Anfang Bachelor) einen Verlustvortrag beantragt. Dort habe ich unter den Werbungskosten die möglichen Pauschalen (Fachliteratur, Fahrtkosten etc.) und die Studiengebühren eingetragen. Nach einem Einspruch mit eurem Muster habe ich diesen auch vorläufig bewilligt bekommen. Allerdings steht dort, wie oben im Beitrag, eine 0 in jeder Zeile. Als ich dort angerufen habe, sagte mir die Bearbeiterin, dass ich eine gesonderte Kostenaufstellung mit Belegen schicken muss, da das Finanzamt nach einem möglichen positiven Gerichtsurteil nicht erneut überprüft und ich jetzt noch einmal Einspruch legen müsse. Stimmt das? Ich dachte die 0 sei vorläufig und wird bei entsprechendem Urteil neu berechnet? Wie soll ich mich jetzt verhalten, um meine Studienkosten im Fall der Fälle geltend zu machen? Ich danke dir schon einmal vielmals im Voraus. Deine Beiträge haben mir schon echt weiter geholfen.
04. Dezember, 17:10 Uhr
zunächst einmal freut es uns natürlich, dass unser Muster-Einspruch geholfen hat.
Etwas unschön ist natürlich, dass das Finanzamt jetzt Belege sehen will. Aber wenn du schon aufgefordert wirst, Nachweise einzureichen, dann solltest du dies, sofern möglich, noch tun. Du kannst dich hier ggf. auch nochmal erkundigen, welche Kosten du dem Finanzamt denn in welcher Form nachweisen sollst. (I.d.R werden Überweisungen aus dem Online-Banking oder Screenshots von Überweisungsbestätigungen auch akzeptiert, über Gebührenzahlungen für dein Studium kannst du dir von der Uni einen Nachweis ausstellen lassen etc.)
Für einen weiteren Einspruch hast du jetzt wieder 30 Tage ab Erhalt des geänderten Steuerbescheids Zeit.
Das Kompliment an den Kollegen Hannes gebe ich gerne weiter.
05. Januar, 17:32 Uhr
Ich befinde mich noch im Erststudium und habe jetzt meine erste Steuererklärung gemacht. Wie zu erwarten, wurde der Verlustvortrag erstmal abgelehnt (taucht in dem Bescheid gar nicht auf) und die Studienkosten wurden den Sonderausgaben zugeordnet. Ich möchte nun Einspruch einlegen, mir ist nur nicht ganz klar, ob ich beide Formulare dazu brauche oder ob eines der Muster reicht, und wenn ja welches?
Ist der in dem Muster genannte Beschluss vom Bundesfinanzhof so bereits rechtskräftig? Oben im Text habe ich es so verstanden, dass in dieser Angelegenheit erst noch ein Urteil erwartet wird? Habe ich dann, falls der Einspruch abgelehnt wird, trotzdem noch eine Chance, falls es ein entsprechendes Urteil geben sollte?
08. Januar, 07:56 Uhr
du benötigst das Einspruchsformular "Verlustfeststellung". Der Steuerbescheid ist erst rechtskräftig, wenn 1 Monat vergangen ist. In dieser Zeit hast du die Möglichkeit, Einspruch einzulegen. Fällt das Urteil zu deinen Gunsten aus, werden die angesetzten Ausgaben nicht mehr als Sonderausgaben, sondern als Werbungskosten gehandhabt und anschließend mit deinen ersten Einkünften steuerlich verrechnet.
05. Januar, 17:44 Uhr
Da ich gerade die Kommentare von Sebastian weiter unten gelesen habe, hier noch ein Nachtrag zur Erklärung:
Ähnlich wie bei ihm, bezieht sich der Bescheid nur auf Einkommenssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Das Wort Verlustvortrag taucht überhaupt nicht auf. Auch bei den Erläuterungen steht nur: "Aufwendungen für eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium stellen Ausbildungskosten dar und wurden als Sonderausgaben berücksichtigt."
08. Januar, 07:57 Uhr
Nun habe ich auch zu vorschnell geantwortet ;)
Eben weil nicht von einem Verlustvortrag die Rede ist, weist du den Sachbearbeiter mit dem Einspruch darauf hin.
18. Januar, 17:00 Uhr
Danke für deine Erklärung, die mir schon mal weitergeholfen hat.
Dennoch eine kurze Frage... mein Verlustvortrag für 2015 und 2016 weist wie oben von dir beschrieben ein "minus" auf... was ja ein gutes Zeichen ist. Das Finanzamt hat ebenfalls diese Vorläufigkeitserklärung angehängt.. .allerdings handelt es sich bei mir um eine ZWEITausbildung..ich habe damals mit dem ausgedruckten Beleg die Nachweise sogar mit hingeschickt (IHK Abschluss Industriekauffrau und Abschluss Bachelor). Es sieht so aus, als habe das Finanzamt den Verlustvortrag auf Grundlage der Erstausbildung berechnet.
Meinst du ein Anruf reicht, damit es abgeändert und als Werbungskosten anerkannt wird? Wie gesagt hatte ich die Nachweise über die Erst- und Zweitausbildung mitgeschickt...
19. Januar, 08:37 Uhr
der einfachste Weg ist, bei deinem zuständigen Sachbearbeiter anzurufen. Der wird dir bei deinem Fall besser weiterhelfen können als ich aus der Ferne :)
13. Februar, 15:29 Uhr
zunächst vielen Dank für die nützlichen Informationen.
Ich habe von 2010 bis 2014 im Bachelor studiert und ab WS 2014 habe ich mit meinem Masterstudium begonnen bis einschließlich April 2017. Einen Monat später (Mai 2017) habe ich angefangen zu arbeiten. Für 2017 muss ich somit eine Steuererklärung anfertigen.
1. kann ich meine Steuererklärung von 2010 bis 2014 als Verlustvortrag (Sonderausgaben) rückwirkend (7 Jahre) geltend machen?
2. Ab 2014 (Master) gilt es als Werbungskosten, habe ich das richtig verstanden?
3. Muss ich bei der Steuererklärung auf irgendetwas achten oder fülle ich es aus und schicke es an das Finanzamt ohne jeglichen Verweis auf Verlustvortrag (Sonderausgaben/Werbungskosten).
4. Muss ich für das Jahr 2017 etwas beachten? Damit meine ich: Im ersten Halbjahr hatte ich noch den Studentenstatus und ab Mai dann als Angestellter tätig. Worauf muss ich hierbei achten?
Das sind viele Fragen, ich hoffe, dass Du mir hierbei helfen kannst!
13. Februar, 15:36 Uhr
ich beantworte deine Fragen mal chronologisch:
Ja, allerdings nur bis 2011 rückwirkend.
Ja, das hast du richtig verstanden, sofern du vorab eine Erstausbildung (Bachelor etc.) abgeschlossen hast.
Nein, unser Tool erkennt anhand deiner Angaben, worum es sich handelt.
Nein, am besten über studentensteuererklaerung.de einloggen und die Einkünfte als Arbeitnehmer einfügen.
12. März, 18:14 Uhr
ich habe letztes Jahr Verlustfestellungserklärungen für mein Masterstudium beim Finanzamt eingereicht. Hierbei habe ich auch alles korrekt als Werbungskosten eingetragen. Leider hat das Finanzamt meine Werbungskosten ohne ersichtlichen Grund in Sonderausgaben umqualifiziert und weil ich das im Bescheid für mich kaum zu erkennen war, habe ich jetzt auch noch die Einspruchsfrist verpasst. :-(
Gibt es hier noch eine Möglichkeit vorzugehen?
Ich habe Widereinsetzung in den vorigen Stand beantragt und dabei darauf verwiesen, dass die im Bescheid vorgenommene wesentliche Abweichung zu meinem Ungunsten nicht begründet wurde.
Das Finanzamt meint, dass es im Erläuterungsteil wie folgt "begründet" wurde:
"Die als Fortbildungskosten geltend gemachten Aufwendungen sind Ausbildungskosten. Sie wurden als Sonderausgaben in Höhe von XXX EUR berücksichtigt."
Könnt ihr mir sagen, ob das als Begründung i.S.d. § 121 AO wirklich ausreicht? Ich kann daran ja schließlich nicht erkennen von welchem Tatbestand das Finanzamt ausgeht und WARUM sie von meiner Erklärung abgewichen sind.
Habt ihr da Erfahrung mit? Kennt ihr vielleicht ähnlich gelagerte Fälle und Urteile? In welchem Umfang muss die Finanzbehörde ihrer Begründungspflicht nachkommen?
Ich hätte jetzt vermutet, dass die Begründung im besonderen Maße erforderlich ist, wenn eine Abweichung zu meinem Ungunsten erfolgte....
Würde es wirklich sehr schätzen, wenn ihr mir weiterhelfen könnt. Vielen herzlichen Dank!
22. März, 11:13 Uhr
leider scheint es diesbezüglich keine Möglichkeit mehr zu geben, etwas zu ändern, da die Fristen abgelaufen sind. Inwiefern es sich in deinem Fall um Werbungskosten oder Sonderausgaben handelt, kann ich von hier nicht beantworten und wäre Steuerberatung, die wir leider aus rechtlichen Gründen nicht anbieten dürfen.
Ruf doch einfach mal bei deinem zuständigen Sachbearbeiter an, dieser muss dir dann Auskunft geben.
Mein Bescheid ist nach § 165 Abs. 1 vorläufig, aber damit zum Glück genehmigt (und wird vorläufig als Sonderausgabe ausgewiesen: §4 Absatz 9, etc).
Gerne würde ich nun auch für alle folgenden Steuerjahre des Erststudiums meinen Verlustvortrag bei Euch machen.
Was mich hier zurückhält, ist, dass in keiner Weise auf meine angegebenen Ausgaben eingegangen wurde und auch keine Nachweise verlangt wurden, obwohl ich noch nicht einmal eine Studienbescheinigung eingereicht hatte.
Heißt das also, dass die von Euch am Ende des Verlustvortrgas angegebene Rückerstattung ausgezahlt wird, sobald die Entscheidung von Bundesgerichtshof für uns positiv gefällt wird?
Ohne ein einziges Eingehen auf meine Angaben der Studienkosten, oder auf eine evtl noch auszuzahlende Rückerstattung fällt es mir schwer, mich zu motivieren, die folgenden Steuerjahre des Erststudiums auch noch zu machen.
23. März, 13:24 Uhr
genau so würde das dann ablaufen. Übrigens müssen Belege nur nach Aufforderung des FA nachgereicht werden. Fällt das Urteil zu Gunsten der Erststudierenden aus, wandeln sich deine Sonderausgaben in Werbungskosten um. Anschließend wird der Verlustvortrag mit deinem zu versteuerndem Einkommen verrechnet. Eine Auszahlung ist also nicht möglich.
14. Februar, 10:15 Uhr
vielen Dank für die Informationen oben. Zwei letzte Fragen hätte ich noch:
1. In einem Bericht auf Eurer Homepage steht Folgendes:
"... Zudem können Sonderausgaben immer nur in dem Jahr ihres Entstehens steuerlich verrechnet werden. Ein Verlustvortrag wie bei Werbungskosten ist damit nicht möglich".
Bei mir kommen nur Sonderausgaben in Betracht, weil ich vor meinem Bachelor keine andere Ausbildung ausgeübt habe. Somit kann ich keine rückwirkende Steuererklärung einreichen, stimmt das?
2. Falls aber doch: Im weiteren Verlauf des Berichts heißt es:
".. Wer eine Erstausbildung (z.B. Bachelor) macht und seine Studienkosten als Sonderausgaben absetzen will, muss hierfür also mehr als den Grundfreibetrag von 9.000€ (2018) verdienen."
In den entsprechenden Jahren von 2010-2014 habe ich nie mehr als 9000€/Jahr verdient. Somit bekäme ich, auch wenn es rückwirkend möglich wäre, meine Ausbildungskosten nicht zurück, habe ich Recht?
3. Kann ich mein Masterstudium (2014-2017) als Werbungskosten rückwirkend geltend machen? Das dürfte dann als eine "Zweitausbildung" nach dem Bachelor-Studium anerkannt werden, oder? Auf einigen Seiten habe ich nämlich gelesen, dass ein Masterstudium nicht als "Zweitstudium" angesehen wird, sondern als "anknüpfendes Erststudium". Wie ist hier die Rechtslage?
Mehr möchte ich danach auch nicht wissen..:)
14. Februar, 10:35 Uhr
Doch es ist möglich, eine Steuererklärung abzugeben mit dem Hinweis, dass dazu ein Urteil seitens des Bundesverfassungsgerichts aussteht. Sollte dieses zu Gunsten der Studenten ausfallen, winkt dir eine Rückzahlung. Informationen dazu findest du im Footer auf studentensteuererklaerung.de unter "Verlustvortrag":
Für 2010 kannst du keine Erklärung abgeben, da das Jahr länger als 7 Jahre zurückliegt. Ansonsten heißt das Zauberwort "Verlustvortrag" (siehe Punkt 1).
Masterstudium wird immer als Zweitausbildung anerkannt, sofern vorab eine Erstausbildung abgeschlossen wurde und das ist bei einem Master meistens so.
15. November, 08:52 Uhr
Leider habe ich gestern Post von meinem Finanzamt bekommen. Meine Erklärungen zu den Jahren 10/11/12 wurden im Sommer abgelehnt. Dagegen hatte ich Einspruch eingelegt (mit Hilfe eurer Musterschreiben) und nun wurde auch der Einspruch abgelehnt. Wie kann ich nun weiter verfahren? LG John
15. November, 10:27 Uhr
sofern du einen Verlustvortrag machen wolltest, ist dies in 2017 noch bis einschließlich 2010 möglich. Eine Ablehnung durch das Finanzamt ist nicht rechtskonform.
Hier findest du weitere Informationen, die dir weiterhelfen können: Kanzlei Kudraß Studenten-Spezial.
Du kannst auch mal bei deinem Finanzamt anrufen und nachfragen, warum dir denn deine Verlustvorträge nicht anerkannt wurden.
Ich habe Ende Januar für die Kalenderjahre 2011 und 2012 für mein Masterstudium eine Erklärung zur Festellung des verbleibenden Verlustvortrags beim Finanzamt gestellt. Für die beiden Kalenderjahre sind auch keine Steuerklärungen von mir gemacht worden und es ist auch kein Bescheid ergangen. Während dieser zwei Jahre erhielt ich Bafög und ein Stipendium.
Im Februar erhielt ich dann ein Bescheid für 2011 und 2012 über die Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Die Kosten für die Ausbildung wurden als Sonderausgaben berücksichtigt. Soweit ich weiß führt das leider nicht zu vorweggenommenen Werbungskosten und einen vortragfähigen negativen Gesamtbetrag der Einkünfte. In den Erläuterungen zu beiden Bescheiden stand " Die als Fortbildungskosten geltend gemachten Aufwendungen sind Ausbildungskosten. Sie wurden als Sonderausgaben in Höhe von 4000 EUR (Bescheid 2011) und in Höhe von 6000 EUR(Bescheid 2012) berücksichtigt. Etwas unten steht auch das die Festsetzung der Einkommensteuer vorläufig ist hinsichtlich der Abziehbarkeit dr Aufwendungen für eine Berufsausbildung oder ein Studium als Werbungskosten oder Betriebsausgaben"
Daraufhin habe ich Einspruch eingelegt gegen die beiden Bescheide. Vor einigen Tagen erhielt ich wiederrum zwei abgeänderte Bescheide über Einkommensteuer für 2011 und 2012.
In den Erläuterungen zu diesen beiden Bescheiden steht das dieser Bescheid den älteren Bescheid ändert und das mein Einspruch erledigt ist. Der Vorläufigkeitsvermerk bezüglich der Abziehbarkeit der Aufwendungen für ein Studium als Werbungskosten ist auch wieder enthalten. In den beiden neuen Bescheiden hat sich eigentlich meines Erachtens inhaltlich nichts verändert auch an den Summen des zu versteuernden Einkommens.
Was ist denn hier falsch gelaufen und warum erhalte ich keinen Verlustfeststellungsbescheide für 2011 und 2012 und warum werden die Studienkosten wohl als Sonderausgaben gewertet anstatt Werbungskosten? Warum gibt es keinen Verlustvortrag?
03. April, 06:43 Uhr
bei detaillierten Fragen zum Steuerbescheid ist immer dein zuständiger Sachbearbeiter der richtige Ansprechpartner. Dieser muss dir deine Fragen beantworten.
29. Mai, 15:13 Uhr
ist es denn nicht möglich, dass Urteil des Bundesverfassungsgerichtes bezüglich des Verlustvortrags für das Erststudium abzuwarten, um dann bei 100 % Gewissheit rückwirkend die Steuererklärung für die letzten 7 Jahre zu machen?? Dann geht man nicht die Gefahr ein, dass man abgelehnt wird?
30. Mai, 06:25 Uhr
du kannst nicht abgelehnt werden, da du einen Vorläufigkeitsvermerk erhältst, der Verlustvortrag also eingelöst wird, sobald das Urteil zu deinen Gunsten gefällt wurde.
06. Juli, 20:04 Uhr
ich habe im letzten Jahr (2017) mein Master Studium abgeschlossen. Nachdem meine Thesis bei einem Unternehmen verrichtet wurde und ich anschließend die letzten 2 Monate bereits angefangen habe zu Arbeiten, hatte ich 2017 rund 10.000€ einkommen, trotz das ich Student 10 von 12 Monaten Student war.
Aufgrund von verschiedenen Abzügen (Umzugskosten, Arbeitswegpauschale, Steuerfreibetrag etc.) lag das zu versteuernde Einkommen laut Steuerbescheid dann bei 7000 € (also unter dem Steuerfreibetrag).
In meiner Steuererklärung wollte ich die Studiumskosten als vorweggenommene Werbungskosten geltend machen. Meine gezahlten Steuern bekomme ich nämlich schon so voll zurück erstattet, da mein Verdienst unter dem Freibetrag lag.
Bei der höhe des Einkommens reichen die gezahlten Steuern nicht dazu aus, die Studienkosten geltend zu machen.
Die Studiumskosten wurden also nicht als Verlust für das nächste Jahr angerechnet sondern einfach als normale Werbungskosten vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. In meinem Steuerprogramm habe ich gesehen, dass die Angabe der Werbungskosten nichts an der Summe ändert, die ich erstattet bekomme. Gerne hätte ich die Studiumskosten als Verlust angerechnet bekommen um diese dann nächstes Jahr wenigstens raus zu bekommen.
Habe ich da trotzdem die chance einspruch einzulegen bzw kann ich da noch was machen?
leider gibt es da keine weitere Möglichkeit. Maßgeblich ist der sogenannte Gesamtbetrag der Einkünfte. Wenn der negativ ist, kann dieser vor- oder zurückgetragen werden. Ist der der Gesamtbetrag der Einkünfte aus allen unterschiedlichen Einkommensarten aber nach Verrechnung mit den Verlusten bzw. Werbungskosten positiv, passiert nichts weiter. Das zu versteuernde Einkommen wird dann zwar geringer, aber wenn die Steuer 0 beträgt, hat dies keine Auswirkung mehr.
04. September, 21:38 Uhr
Ich habe eine sehr wichtige Frage. Ich habe einen positiven Bescheid für 2013, 2014, 2015 bekommen und im Jahr 2016 habe ich zuviel verdient und keinen Verlustvortrag bekommen. Heißt das jetzt, dass die Verlustvorträge der Vorjahre ebenfalls abgegolten sind?
05. September, 06:33 Uhr
das kann sein. Ruf am besten bei deinem zuständigen Finanzamt an, die müssen dir Auskunft geben.

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