Source: http://www.internet-law.de/2013/02/heino-die-coverversionen-und-das-urheberrecht.html
Timestamp: 2020-04-04 03:39:44+00:00

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Internet-Law » Heino, die Coverversionen und das Urheberrecht
Der GEMA-Berechtigungsvertrag ist insoweit Konsequenz aus § 11 UrhWahrnG, der die GEMA verpflichtet, „auf Grund der von ihr wahrgenommenen Rechte jedermann auf Verlangen zu angemessenen Bedingungen Nutzungsrechte einzuräumen.“
Siehe auch meine Glosse auf TELEPOLIS (die nicht von jedem Forenteinehmer als solche identifiziert wurde …!) http://www.heise.de/tp/blogs/6/153609
Comment by Markus Kompa — 1.02, 2013 @ 11:45
@Markus Kompa: Das habe ich ja nicht bestritten. Es muss aber grundsätzlich ja niemand Mitglied der GEMA werden. Die Folge der Mitgliedschaft ist einfach, dass man gewisse Rechte aus der Hand gibt.
Comment by Stadler — 1.02, 2013 @ 12:43
Ein »unverfälschtes Plagiat«. Ein schönes Oxymoron, das Herr Mauró da geschaffen hat.
Comment by SC — 1.02, 2013 @ 14:19
Sonst noch was Neues? Die „Rocker“ höchstselbst lieben unseren Heino.
Der Typ hat jedenfalls eines drauf: Werbung! Er war in einer Woche mehr auf allen Sendern, als die „Urheber“ in den letzten zehn Jahren.
Man sollte alte Knacker nicht unterschätzen.
Comment by Rudolf — 1.02, 2013 @ 15:33
@2 „Die Folge der Mitgliedschaft ist einfach, dass man gewisse Rechte aus der Hand gibt.“
Es mag für den vorliegenden Fall nicht wichtig sein, wenn die Kunstschaffner ohnehin Mitglied sind, aber aufgrund der GEMA-Vermutung gilt ja bereits, dass die Rechte schon aus der Hand gegeben werden, wenn man noch überhaupt nichts von seinem Glück weiß, von der GEMA vertreten zu werden. Das Abtreten der Rechte ist bereits eine Folge des Nichtantritts des Beweises der Nichtmitgliedschaft (also a fortiori der Mitgliedschaft).
Ich habe große Zweifel, ob das kulturfördernd ist, wenn andererseits gerade die parodistische Auseinandersetzung mit allerlei Kulturgut oder -schlecht problemlos rechtliche unterbunden werden kann http://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_H%C3%A4hnel I’ll Sue Ya http://de.wikipedia.org/wiki/Straight_Outta_Lynwood
Comment by ThorstenV — 1.02, 2013 @ 23:56
Oh, die GEMA ist „schuld“. Dann ist das ja mal was positives zur GEMA.
Comment by Mirco — 2.02, 2013 @ 12:15
@Markus Kompa (#1):
Der GEMA-Berechtigungsvertrag ist insoweit Konsequenz aus § 11 UrhWahrnG, der die GEMA verpflichtet, “auf Grund der von ihr wahrgenommenen Rechte jedermann auf Verlangen zu angemessenen Bedingungen Nutzungsrechte einzuräumen.”
@Thomas Stadler (#2):
Die Folge der Mitgliedschaft ist einfach, dass man gewisse Rechte aus der Hand gibt.
Ich persönlich finde, ihr seid da ein bißchen ungenau. „Gewisse Rechte“ aus der Hand geben… was heißt das denn genau?
Denn: Wir reden in dem hier vorliegenden Fall in erster Linie über das Urheberrecht (UrhG Teil 1) und weniger über verwandte Schutzrechte (UrhG Teil 2, § 70 UrhG ff.).
Das Urheberrecht ist bekanntlich nicht übertragbar, allenfalls vererbbar. Siehe § 29 UrhG. Zulässig sind bekanntlich die Einräumung von Nutzungsrechten (Vgl. § 29 UrhG, Abs. 2) und ab dann sollte man m.E. etwas genauer hingucken. Gemäß § 15 UrhG hat der Urheber sowohl „das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten“ als auch „das ausschließliche Recht, sein Werk in unkörperlicher Form öffentlich wiederzugeben„.
Damit zu den Nutzungsrechten, die der Urheber gemäß § 31 UrhG einräumen kann.
Das heisst doch für diesen Fall, daß die besagten Urheber („Ärzte“, „Rammstein“… etc.) der GEMA jeweils das ausschließliche Nutzungsrecht an ihren Werken eingeräumt haben mit den Nutzungsarten gemäß Wahrnehmungsvertrag. Richtig?
Die GEMA kann dann wiederum gemäß § 34 UrhG Nutzungsrechte übertragen (sprich Lizenzen vergeben). Richtig?
Nach § 31 UrhG bleibt § 35 UrhG unberührt, das heißt daß weitere Nutzungsrechte (hier: GEMA an Heino) eigentlich nur mit Zustimmung des Urhebers eingeräumt werden können. Zumal es in der Textpassage, die Thomas Stadler aus einem GEMA-Vertrag zitiert hat (s.o.) z.B. im 1. Absatz um die Rechte an der Aufnahme (!) geht – und Aufnahme ungleich Werk (Aufnahme UrhG Teil 2, Werk UrhG Teil 1)!.
Das bedeutet, dass Künstler wie die Ärtzte, Peter Fox, Nena oder Jan Delay ihre Rechte auf die GEMA zur Wahrnehmung übertragen haben und die GEMA bei Coversionen deshalb unmittelbar die Rechte einräumt, ohne, dass der eigentliche Urheber noch vertraglich beteiligt werden müsste.
Woher weisst du das, Thomas? Kennst du etwa die einzelnen Verträge? Auch wenn die GEMA nicht gerne breit tritt, entscheidet allein der Urheber (Komponist und Textdichter / ggf. Musikverlag), welche Rechte er zur Wahrnehmung an die GEMA abtritt.
So heißt es beispielsweise in sämtlichen, online einsehbaren Quellen, daß z.B. „Rammstein“ der GEMA 2006 das Aufführungsrecht wieder entzogen haben soll (so viel übrigens zum Thema „GEMA-Vermutung“).
Aus diesem Grund finde ich persönlich auch den Hinweis von Markus Kompa unsauber, denn er ziziert „auf Grund der von ihr wahrgenommenen Rechte„. § 11 UrhWahrnG definiert allerdings nicht, welche Rechte die GEMA denn vom Urheber im Einzelnen tatsächlich eingeräumt bekommen hat. Stimmt doch, oder!?
Oder anderes gefragt: Welche Nutzungsarten (~ Lizenzen) GENAU hat die GEMA denn im Einzelnen eingeräumt bekommen?
@all, am Rande falls es evtl. jemanden interessiert: Ich hab vor’n paar Jahren ‚mal für mich selbst (zum eigenen, besseren Verständnis) ein Bildchen zum Thema Urheberrecht vs. Leistungsschutzrecht am Beispiel Musikindustrie gemacht:
http://pdfcast.org/pdf/uebersicht-urheberrecht-vs-verwandte-schutzrechte-baxter
Comment by Baxter — 3.02, 2013 @ 20:50
was ist mit Paragraf 42a UrhG?
Comment by Peter Borella — 24.03, 2013 @ 18:16
Was ist, wenn ein jemand ein Lied covert, das über die Plattenfirma bei der GEMA registriert ist, der Urheber als Nicht-EU-Bürger aber nicht Mitglied bei der GEMA werden kann? Oder anders ausgedrückt, darf ein deutscher Künstler ein Lied ohne Zustimmung des Urhebers covern, auch wenn der Urheber selbst nicht Mitglied der GEMA ist, seine Komposition aber bei der GEMA registriert ist? Kann jemand etwas dazu sagen? Das wäre sehr hilfreich. Vielen Dank!
Comment by Gerwig — 23.09, 2013 @ 21:38

References: § 11
 § 11
 § 70
 § 29
 § 29
 § 15
 § 31
 § 34
 § 31
 § 35
 § 11