Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=2%20C%204.99
Timestamp: 2019-12-10 18:11:02+00:00

Document:
BVerwG, 09.12.1999 - 2 C 4.99 - dejure.org
https://dejure.org/1999,622
BVerwG, 09.12.1999 - 2 C 4.99 (https://dejure.org/1999,622)
BVerwG, Entscheidung vom 09.12.1999 - 2 C 4.99 (https://dejure.org/1999,622)
BVerwG, Entscheidung vom 09. Dezember 1999 - 2 C 4.99 (https://dejure.org/1999,622)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1999,622) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
BBG § 35 Satz 2, §§ 42 ff., § 152 Abs. 4 (a. F.); BeamtVG §§ 4, 88 Abs. 2; BPersVG § 78 Abs. 1 Nr. 5, Abs. 2 Satz 2; VwVfG § 28
Belehrungspflicht des Dienstherrn über personalvertretungs- rechtliche Antragsmöglichkeit; Dienstunfähigkeit, Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen -; Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen Dienstunfähigkeit; Mitwirkung der Personalvertretung bei der ...
Belehrungspflicht des Dienstherrn über personalvertretungsrechtliche Antragsmöglichkeit; Dienstunfähigkeit, Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen -; Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen Dienstunfähigkeit; Mitwirkung der Personalvertretung bei der
Belehrungspflicht des Dienstherrn über personalvertretungsrechtliche Antragsmöglichkeit - Dienstunfähigkeit - Entlassung des Beamten auf Lebenszeit - Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen Dienstunfähigkeit - Mitwirkung der Personalvertretung bei der - Entlassung ...
Beamtenrecht; Personalvertretungsrecht - Belehrungspflicht des Dienstherrn über personalvertretungsrechtliche Antragsmöglichkeit; Dienstunfähigkeit, Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen -; Entlassung des Beamten auf Lebenszeit wegen Dienstunfähigkeit; Mitwirkung ...
Entlassung eines Beamten wegen Dienstunfähigkeit
VG Düsseldorf, 29.05.1996 - 10 K 9999/95
OVG Nordrhein-Westfalen, 18.11.1998 - 12 A 3681/96
BVerwGE 110, 173
NVwZ-RR 2000, 369
DÖV 2000, 602
Einen entsprechenden Antrag hat der Kläger nicht gestellt, obwohl er von der Beklagten auf diese Möglichkeit ausdrücklich hingewiesen worden ist (vgl. hierzu Urteil vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - BVerwGE 110, 173 = Buchholz 232 § 35 BBG Nr. 4 S. 3).
Eine ergänzende Auslegung könne nicht mit dem vom Bundesverwaltungsgericht im Urteil vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - entwickelten Rechtsgedanken der vergleichbaren Interessenlage begründet werden.
Vor diesem Hintergrund hat der für das Beamten(status)recht zuständige 2. Senat des Bundesverwaltungsgerichts mit Urteil vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - (juris) die bundesrechtliche Beteiligungsnorm des § 78 Abs. 1 Nr. 5 BPersVG, deren Wortlaut mit § 68 Abs. 1 Nr. 6 PersVG Bbg übereinstimmt, als (analog) anwendbar erachtet für den Fall der Entlassung eines Beamten auf Lebenszeit wegen Dienstunfähigkeit gemäß § 35 Satz 2 BBG (a.F.), d.h. eines dienstunfähigen Beamten, der wegen Fehlens der Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 BeamtVG (versorgungsrechtliche Wartezeit) nicht in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden konnte.
Da der zuständige Personalrat gemäß § 78 Abs. 1 Nr. 4 BPersVG auch bei der Entlassung eines Beamten auf Probe wegen Dienstunfähigkeit gemäß § 31 Abs. 1 Nr. 3 BBG (a.F.) - auf Antrag (§ 78 Abs. 2 Satz 2 BPersVG) - mitzuwirken habe, biete die Dienstunfähigkeit als Grund der Entlassung keine Rechtfertigung für eine personalvertretungsrechtliche Benachteiligung des Beamten auf Lebenszeit (Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 9. Dezember 1999, a.a.O., juris Rn. 17 ff.;… vgl. auch Fürst, GKÖD, Bd. V, Personalvertretungsrecht des Bundes und der Länder, Teil 3, Stand Lieferung 1/10, § 78 Rn. 25).
Damit ist die Klägerin ihrer personalvertretungsrechtlichen Unterrichtungspflicht nach § 78 Abs. 2 Satz 2, 2. Halbs. BPersVG (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 1999 - 2 C 4/99 - BVerwGE 110, 173 im Anschluss an BVerwG, Urteil vom 24. November 1983 - 2 C 27/82 - BVerwGE 68, 197) ohne Zweifel nachgekommen.
Dies setzt voraus, dass eine Auswirkung des Fehlers auf Erlass und Inhalt der Maßnahme offensichtlich ausgeschlossen ist (Urteil vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - BVerwGE 110, 173 = Buchholz 232 § 35 BBG Nr. 4 S. 6).
Aus dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - (BVerwGE 110, 173 = Buchholz 232 § 35 BBG Nr. 4) kann sich keine Divergenz ergeben, weil das Oberverwaltungsgericht den dort aufgestellten Rechtssatz zum Anwendungsbereich des § 46 VwVfG auf den vorliegenden Fall angewandt hat.
Das Unterlassen der gebotenen Beteiligung des Personalrats hat nach ständiger Rechtsprechung die Aufhebung der als Verwaltungsakt ergehenden Maßnahme aufgrund einer Anfechtungsklage zur Folge (Urteil vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - BVerwGE 110, 173 m.w.N. = Buchholz 232 § 35 BBG Nr. 4 S. 6; vgl. § 58 Abs. 3 MBGSH).
vgl. BVerwG, Urteil vom 21. Juni 2007 - 2 A 6.06 -, a.a.O., und Beschluss vom 15. Februar 1990 1 WB 36.88 , ZBR 1990, 323; vgl. ferner zur Anhörung der Personalvertretung: BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 1999 - 2 C 4.99 -, ZBR 2000, 242, und Beschluss vom 27. Januar 1998 - 1 WB 51.97 -, juris.
vgl. BVerwG, Urteile vom 9. Dezember 1999- 2 C 4.99 -, BVerwGE 110, 173 = ZBR 2000, 242 = juris, Rn. 23 ff., und vom 24. November 1983 - 2 C 27.82 -, BVerwGE 68, 197 = RiA 1984, 117 = juris, Rn. 19.
Der in dieser Vorschrift zum Ausdruck kommende Rechtsgedanke kann nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. BVerwG, Urteil vom 9.12.1999 - BVerwG 2 C 4.99 -, juris) auch dann Anwendung finden, wenn der formale Mangel eines beamtenrechtlichen Verwaltungsakts in der Verletzung der Vorschriften über die Mitbestimmung der Personalvertretung liegt.
Insbesondere ist die hier entscheidende Frage, ob der in § 46 VwVfG zum Ausdruck kommende Rechtsgedanke bei personalvertretungsrechtlichen Mängeln in beamtenrechtlichen Verfahren anwendbar ist, in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urteil vom 9.12.1999 - a. a. O. -) grundsätzlich geklärt.
Danach bedarf es keiner Entscheidung mehr, ob hier eine Aufhebung der dienstlichen Maßnahme nach dem in § 46 VwVfG zum Ausdruck kommenden allgemeinen Rechtsgedanken ausgeschlossen wäre (vgl. hierzu BVerwG, Urteil vom 9. Dezember 1999 - BVerwG 2 C 4.99 - BVerwGE 110, 173, 180).
vgl. BVerwG, Urteile vom 9. Dezember 1999 - 2 C 4.99 -, BVerwGE 110, 173 = ZBR 2000, 242 = juris, Rn. 23 ff., und vom 24. November 1983 - 2 C 27.82 -, BVerwGE 68, 197 = RiA 1984, 117 = juris, Rn. 19.
VG Ansbach, 19.10.2010 - AN 1 K 10.01470
OVG Niedersachsen, 18.12.2012 - 5 LA 347/11
Mitbestimmung bei Entlassung aus dem Beamtenverhältnis auf Widerruf
VG Hannover, 06.09.2011 - 2 A 2502/09
Entlassung eines Beamten auf Widerruf wegen dauernder Dienstunfähigkeit - zur …
VG Stuttgart, 21.04.2010 - DL 20 K 2137/09
Folgen des fehlenden Hinweises im Disziplinarverfahren auf das Antragsrecht zur …
Zwangspensionierung; amtsärztliches Gesundheitszeugnis; Hinweis auf …
VG Düsseldorf, 14.12.2010 - 2 K 6821/09
Mitbestimmung des Personalrats bei der Umsetzung eines Beamten (§§ 72 Abs. 1 Satz …
OVG Nordrhein-Westfalen, 22.08.2002 - 1 B 1423/02
VG Gelsenkirchen, 04.03.2015 - 12 L 2087/14
Umsetzung; Spannungen; Konflikt; Abordnung; Statthafter Antrag
VG Göttingen, 12.10.2007 - 3 B 366/07
Entlassung aus dem Widerrufsbeamtenverhältnis wegen Dienstunfähigkeit und …
VG Düsseldorf, 14.12.2010 - 2 K 6908/09
Beteiligung Personalrat Gleichstellungsbeauftragte
VG Minden, 22.09.2009 - 10 K 126/08
Mitbestimmung des Personalrates bei Versetzung eines Lehrers an eine andere …
VG Göttingen, 26.05.2008 - 3 B 103/08
Mitbestimmungspflicht bei Umsetzungen (hier: Dienstpostenwechsel bei der …
VG Düsseldorf, 10.02.2006 - 2 K 4415/05

References: § 35
 § 152
 § 78
 § 28
 § 35
 § 78
 § 68
 § 35
 § 4
 § 78
 § 31
 § 78
 § 78
 § 35
 § 35
 § 46
 § 35
 § 58
 § 46
 § 46