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Nadja Katharina Junge
1 E-Government-Standards Seite 1 von 62 ech Spezifikationen für das System Versichertenkarte Name Standard-Nummer Kategorie Reifegrad Spezifikationen für das System Versichertenkarte ech-0064 Standard Definiert Version 1.0 Status Genehmigt Genehmigt am Ausgabedatum Ersetzt Standard Sprachen Antragsteller Autoren Deutsch, Französisch Bundesamt für Gesundheit BAG Fachgruppe Versichertenkarte ech Adrian Schmid, BAG, Jürg Burri, BAG, Willy Müller, ISB, Peter Stadlin, Arpage AG, Martin Stingelin, Stingelin Informatik GmbH, Herausgeber / Vertrieb Tel: 044 / Fax: 044 / / Zusammenfassung Das Dokument gilt als technischer Standard für die Versichertenkarte gemäss Art. 42a KVG und der Verordnung über die Versichertenkarte. Der Standard enthält technische Grundanforderungen an das Versichertenkartensystem unter Berücksichtigung international gültiger Normen.2 E-Government-Standards Seite 2 von 62 Inhaltsverzeichnis 1 Status des Dokuments Einleitung Überblick Anwendungsgebiet Datenschutz und Datensicherheit Abgrenzung Komponentenschema Notation Spezifikationen für das System Versichertenkarte nach Artikel 2 und 6 [VVK] Allgemeine Anforderungen Technische Spezifikation Physikalische Anforderungen Kommunikations-Anforderungen Elektronischer Leistungserbringernachweis Chipkarte und Betriebssystem Befehlssatz Operationen für Verschlüsselung EEPROM Speicher Initialisierung und Personalisierung der Chipkarte Authentisierung Card Verifiable Certificates (CVC) Authentisierung Dateisystem Dateiverwaltung nach ISO/IEC Dateistruktur der Versichertenkarte PIN-Management Befehlssatz PIN-Aktivierung / Deaktivierung und Eingabe PIN-Schutzzustände Card-to-Card-Authentisierung und Autorisierung... 303 E-Government-Standards Seite 3 von Prinzip Schlüssel und Zertifikate in Entitäten Begriffe und Abkürzungen Verfahren Online-Verfahren nach Artikel 15 [VVK] Grundsatz Anforderungen an die Kommunikation Direkter Online-Zugang mittels HTTP über SSL/TLS Internet-Browser auf Desktop-Rechner des Leistungserbringers Zugriffskontrolle Direkter Online-Zugang mittels SOAP/HTTP über SSL/TLS Online-Abfrageverfahren aus Anwendungen beim Leistungserbringer Servergestützte, direkte Online-Abfrageverfahren für Dienste bei Leistungserbringern oder den von ihnen beauftragten Institutionen Authentisierter Zugang mittels Netzwerkdiensteanbieter (Authentisierungsdienst) Identitätsverwaltung - und Zugriffsautorisierung Zugriffsverfahren Kantonale Modellversuche nach Artikel 16 [VVK] Definition Zertifikate Spezifikation CVC-Zertifikate nach ISO/EC mit message recovery nach ISO/IEC CVC-Zertifikate ['7F21'] Signatur ['5F37'] CPI - Certificate Profile Identifier ['5F29'] CAR- Certification Authority Reference (Authority Key Identifier) CHR- Certificate Holder Reference (Subject Key Identifier) CHA- Certificate Holder Authorisation OID- Kodierung Serverzertifikate nach X.509 (RFC 3280) für den Onlinedienst Zertifikatsdefinition DESCRIPTION ( ): carpukcvc Ausstellerzertifikate nach X.509 (RFC 3280) [ X509.CA_Pub x ]... 564 E-Government-Standards Seite 4 von 62 7 Haftungsausschluss/Hinweise auf Rechte Dritter Urheberrechte Anhang A Glossar und Abkürzungen Anhang B Referenzen und Bibliographie Anhang C Mitarbeit und Überprüfung... 625 E-Government-Standards Seite 5 von 62 1 Status des Dokuments Das vorliegende Dokument enthält den endgültigen Text, der vom Expertenausschuss am 4. Februar 2008 genehmigt wurde.6 E-Government-Standards Seite 6 von 62 2 Einleitung 2.1 Überblick Am 8. Oktober 2004 hat das Parlament die rechtliche Grundlage für die Einführung einer Versichertenkarte geschaffen. Der entsprechende Artikel 42a im Krankenversicherungsgesetz KVG ist seit dem 1. Januar 2005 in Kraft und lautet: 1 Der Bundesrat kann bestimmen, dass jede versicherte Person für die Dauer ihrer Unterstellung unter die obligatorische Krankenpflegeversicherung eine Versichertenkarte erhält. Diese enthält den Namen der versicherten Person und eine vom Bund vergebene Sozialversicherungsnummer. 2 Diese Karte mit Benutzerschnittstelle wird für die Rechnungsstellung der Leistungen nach diesem Gesetz verwendet. 3 Der Bundesrat regelt nach Anhörung der interessierten Kreise die Einführung der Karte durch die Versicherer und die anzuwendenden technischen Standards. 4 Die Karte enthält im Einverständnis mit der versicherten Person persönliche Daten, die von dazu befugten Personen abrufbar sind. Der Bundesrat legt nach Anhören der interessierten Kreise den Umfang der Daten fest, die auf der Karte gespeichert werden dürfen. Er regelt den Zugriff auf die Daten und deren Bearbeitung. Die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz sind in der Verordnung über die Versichertenkarte [VVK] festgelegt. Sie bestimmt u. a. in Artikel 17, dass die internationale Normung berücksichtigt werden muss und die technischen Standards nach Abs. 3 des Gesetzes in einer Departementsverordnung des EDI [VOEDI] festgehalten werden. Diese verlangt insbesondere, dass der vorliegende Standard bei der Umsetzung des Versichertenkartensystems angewendet werden muss. Der vorliegende Standard definiert ein Minimalset an technologischen Vorgaben, um möglichst vielen Anbietern am Markt eine Umsetzung der Vorgaben zu ermöglichen. 2.2 Anwendungsgebiet Der Standard enthält technische Anforderungen an die Karte nach Art. 2 der Verordnung [VVK], die Umsetzung der Sicherheitsanforderungen nach Art. 7 für die Daten auf der Karte sowie die Umsetzung der Sicherheitsbestimmungen für den Online-Informationsservice der Versicherungen nach Art. 15 [VVK]. Der vorliegende Standard ist kein Implementationsstandard, sondern ein Konzeptions-, Struktur- und Verfahrensstandard. Weitere Detailspezifikationen für das Versichertenkartensystem sind daher erforderlich. Der Standard ist in erster Linie für technische Spezialisten gedacht, welche mit der technischen Umsetzung der Kartenservices respektive der Online- Abfrage betraut sind.7 egovernment-standards Seite 7 von Datenschutz und Datensicherheit Beim Einsatz der Versichertenkarte werden Personendaten bearbeitet, wobei die medizinischen Informationen besonders schützenswerte Daten im Sinne des Datenschutzgesetzes DSG sind. Alle Stellen, welche die Daten bearbeiten, müssen die Grundsätze des DSG einhalten (Rechtmässigkeit, Verhältnismässigkeit, Transparenz, Zweckbindung). Im System Versichertenkarte muss das Grundrecht jeder Person auf Selbstbestimmung im Informationsbereich gewahrt bleiben. Zudem sind die Daten durch angemessene technische und organisatorische Massnahmen gegen unbefugtes Bearbeiten zu schützen. Bei richtiger Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben ([VVK], [VOEDI], [DSG], [VDSG], werden Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet durch Informationspflichten, welche Auskunfts- und Berichtigungsrechte der Versicherten ermöglichen und die Unterscheidung in obligatorische und freiwillige Kartenfunktionen klarstellen Sichere Identifikation der Zugriffsberechtigten Selektiver Datenzugang durch abgestufte Zugriffs- und Bearbeitungsrechte und Einwilligung des Versicherten bei freiwilligen Funktionen Ausreichend sichere Datenübermittlung der Online-Abfrage Der vorliegende Standard regelt technische Massnahmen. Organisatorische Massnahmen liegen in der Verantwortung der Datenbearbeiter: Datenschutz und Datensicherheit Massnahmen für administrative Daten nach Artikel VVK Massnahmen für persönliche Daten nach Artikel 6 VVK (freiwillige Kartenfunktion) Im Standard Ausserhalb des Standards Im Standard Ausserhalb des Standards Selbstbestimmung des Versicherten - Keine technische Massnahme (Einsatz der Versichertenkarte ist Pflicht für KVG- Versicherte, die eine Leistung über die Krankenversicherung abrechnen wollen) - Einverständnis des Versicherten für die Online- Abfrage (Art. 15 Abs. 3 VVK) - Recht zur Information und Veranlassung der Datenbearbeitung nach Art. 9 VVK - Aufklärung über Rechte und Pflichten nach Art. 12 und 13 VVK - Möglichkeit für Versicherte, einzelne Kategorien der medizinischen Daten mit PIN zu schützen (Kapitel 3.5) - Einwilligung des Versicherten für Aufnahme und Bearbeitung der Daten (Art. 7 Abs. 3 VVK) - Recht zur Information und zur Veranlassung der Datenbearbeitung nach Art. 9 VVK - Aufklärung über Rechte und Pflichten nach Art. 12 und 13 VVK8 egovernment-standards Seite 8 von 62 Datenschutz und Datensicherheit Massnahmen für administrative Daten nach Artikel VVK Massnahmen für persönliche Daten nach Artikel 6 VVK (freiwillige Kartenfunktion) Klare Definition der Zugriffsrechte Sicherheit bei der Datenbearbeitung - Sichere Datenübertragung und Zugangskontrolle zum Online-Verfahren durch die Versicherer mindestens über ID und Passwort (Kapitel 4); - Definierte Zugriffsabläufe beim Online-Verfahren (Kapitel 4.3 bis 4.5). - Anforderungen an die Kommunikation beim Online- Verfahren (Kapitel 4.2); - Zugriffsrechte generell für Leistungserbringer für das Online-Verfahren nach Art. 15 VVK - Erteilung des Zugriffsrechts im Einzelfall durch den Versicherten - Datenschutzgesetz und Verordnung - Card-to-Card- Authentisierung zwischen VK und elektronischem Leistungserbringernachweis (Kapitel 3.6); - Dateistruktur mit geregeltem Zugriff auf Files mit medizinischem Inhalt (Kapitel 3.4.2); - Lokale Bearbeitung der Daten - Definition der generellen Zugriffsrechte nach Art. 7 VVK - Zugriffsrecht im Einzelfall nur mit Einwilligung des Versicherten (durch Kartenübergabe, Freischaltung bei PIN) - Authentisierung des LE mit einem elektronischen Leistungserbringernachweis nach Art. 8 VVK - Datenschutzgesetz und Verordnung9 egovernment-standards Seite 9 von Abgrenzung Sachverhalte, die bereits durch andere Standards beschrieben sind, werden im vorliegenden Standard nur durch eine entsprechende Referenz festgehalten. Im Falle von Abweichungen zu referenzierten Standards, sind diese im vorliegenden Standard explizit als solche gekennzeichnet. Die nachfolgenden Sachverhalte sind nicht Bestandteil des vorliegenden Standards und separat zu regeln: Organisatorische Aspekte im Zusammenhang mit der Ausstellung respektive dem Einsatz der Versichertenkarte. Organisatorische Aspekte im Zusammenhang mit dem Online-Verfahren. 2.5 Komponentenschema Das folgende Schema zeigt die Komponenten des Versichertenkartensystems und die wichtigsten Beziehungen zwischen ihnen. Der gelb markierte Bereich enthält die Komponenten, welche durch den vorliegenden Standard definiert werden. Für einzelne Komponenten wie die elektronische Leistungserbringerkarte HPC und das Kartenlesegerät enthält der Standard Teilspezifikationen, die für das Versichertenkartensystem erforderlich sind. Die ausserhalb des gelb markierten Bereichs liegenden Komponenten werden nur teilweise und spezifisch durch den Standard geregelt. Die Datensätze für die administrativen und medizinischen Daten sind in der [VOEDI] definiert.10 egovernment-standards Seite 10 von 6211 egovernment-standards Seite 11 von Notation Die Richtlinien in diesem Dokument werden gemäss der Terminologie aus [RFC2119] angegeben, dabei kommen die folgenden Ausdrücke zur Anwendung, die durch GROSS- SCHREIBUNG als Wörter mit den folgenden Bedeutungen kenntlich gemacht werden: ZWINGEND: EMPFOHLEN: OPTIONAL: Der Verantwortliche muss die Vorgabe umsetzen. Der Verantwortliche kann aus wichtigen Gründen auf eine Umsetzung der Vorgabe verzichten. Es ist dem Verantwortlichen überlassen, ob er die Vorgabe umsetzen will.12 egovernment-standards Seite 12 von 62 3 Spezifikationen für das System Versichertenkarte nach Artikel 2 und 6 [VVK] 3.1 Allgemeine Anforderungen Technische Spezifikation Begründung: Die Anforderungen berücksichtigen die internationale Normung nach Artikel 17 [VVK] und werden von möglichst vielen Kartenanbietern erfüllt. ZWINGEND: Die technischen Spezifikationen der Versichertenkarte richten sich nach dem Standard ISO/IEC Die in diesem Kapitel verwendeten Fachausdrücke sind im erwähnten Standard definiert Physikalische Anforderungen Begründung: Die Anforderungen werden von möglichst vielen Kartenanbietern erfüllt. ZWINGEND: Die Versichertenkarte muss den Anforderungen folgender Normen genügen: - ISO/IEC (Physical Characteristics of Integrated Circuit Cards) - ISO/IEC (Dimensions and Locations of Contacts) Kommunikations-Anforderungen Begründung: Die folgenden Minimalanforderungen auf der Basis von ISO/IEC 7816 sind so bestimmt, dass sie von möglichst vielen Kartenanbietern erfüllt werden können. ZWINGEND: Das Übertragungsverfahren zwischen der Versichertenkarte und dem Lesegerät ist gemäss ISO/IEC zu implementieren und muss folgende Funktionalitäten unterstützen: - ZWINGEND:, Übertragungsprotokoll T = 1, wobei die Fähigkeit der Verkettung (Chaining) zwingend ist - ZWINGEND: Wird ein Übertragungsblock zur Karte gesendet, muss das NAD-Byte den Wert '00' haben; d.h. keine Knotenadressierung - EMPFOHLEN: S-Block ABORT [PCB] nicht verwenden, kann aber von der Karte optional zum Abbruch einer zu langen Kette bei Nicht-Beachtung der I/O- Puffergrössen eingesetzt werden - ZWINGEND: Grösse der Informationsfelder: IFSC = 128 Byte (mindestens), IFSD = 254 Byte - ZWINGEND: Protokoll-Parameter-Auswahl (PPS) mit Unterstützung des aushandelbaren Modus, sonst Teiler (CRFC) auf die Werte 372 oder 512 fest eingestellt, so dass mindestens eine Übertragungsrate von 38 kbps oder höher gewährleistet werden kann. - ZWINGEND: ATR-Kodierung in Übereinstimmung mit ISO/IEC13 egovernment-standards Seite 13 von Elektronischer Leistungserbringernachweis Begründung: Der elektronische Leistungserbringernachweis muss als universelles Token mit international geregelten Funktionen, Kommandos und physikalischen Schnittstellen ausgestaltet sein, so dass eine optimale, einfache Einbindung in eine Vielfalt von Leistungserbringeranwendungen ermöglicht wird - insbesondere auch im Zusammenhang und Anwendung mit der Versichertenkarte. ZWINGEND: Der elektronische Leistungserbringernachweis beruht als HPC-Chipkarte auf den Spezifikationen nach ISO/IEC , 2, 3, 4, 5, 6, 8, 9 und muss im ID-1 Format nach ISO 7810 ausgegeben werden. Sie kann bei Bedarf aus dem ID-1 Format vom Leistungserbringer durch Ausbrechen in das ID-000 Format überführt werden. Alle Funktionen und Datenstrukturen sind öffentlich definiert. 3.2 Chipkarte und Betriebssystem Befehlssatz Begründung: Der folgende minimale Befehlssatz nach ISO/IEC 7816 ermöglicht die Umsetzung der in Kapitel 3.6 geforderten Funktionalitäten und wird von möglichst vielen Kartenanbietern und Kartenbetriebssystemen angeboten. ZWINGEND: Das Betriebssystem der Versichertenkarte muss mindestens folgenden Befehlssatz gemäss dem Standard ISO/IEC unterstützen. Eine Reduktion des untenstehenden Befehlssatzes ist möglich, wenn durch Substitution eines Basiskommandos mittels spezifischer Anwendung von der in dieser Liste enthaltenen Kommandos die geforderte Funktionalität, Performance und die Interoperabilität der Versichertenkarte nicht eingeschränkt wird. - APPEND RECORD - CHANGE REFERENCE DATA - DISABLE VERIFICATION REQUIREMENT - ENABLE VERIFICATION REQUIREMENT - ENVELOPE - ERASE BINARY - ERASE RECORD (S) - EXTERNAL AUTHENTICATE - GET CHALLENGE - GET DATA - GET RESPONSE - INTERNAL AUTHENTICATE - MANAGE CHANNEL - MANAGE SECURITY ENVIRONMENT - PUT DATA - READ BINARY - READ RECORD (S) - RESET RETRY COUNTER - SEARCH BINARY - SEARCH RECORD - SELECT14 egovernment-standards Seite 14 von 62 - UPDATE BINARY - UPDATE RECORD - VERIFY - WRITE BINARY - WRITE RECORD Operationen für Verschlüsselung Begründung: Mit dem folgenden, minimalen Befehlssatz auf der Basis von ISO/IEC 7816 können die geforderten Anforderungen an kryptologische Operationen auf kostengünstigen Chipkarten erfüllt werden. ZWINGEND: Für die kryptologischen Operationen muss das Betriebssystem der Chipkarte (Versichertenkarte) mindestens folgenden Befehlssatz gemäss dem Standard ISO/IEC unterstützen: GENERATE ASYMMETRIC KEY PAIR '7F49' INTERINDUSTRY TEMPLATE - 06' Object identifier of the algorithm - '80' Algorithm reference as used in control reference data objects for secure messaging (ev. für kant. Modellversuche) - Set of public key data objects for RSA - '81' Modulus - '82' Public exponent PERFORM SECURITY OPERATION - Computation of a digital signature; - Calculation of a hash-code; - Verification of a digital signature; - Verification of a certificate; - Encipherment; - Decipherment EEPROM Speicher Begründung: Die Anforderung wird für die Speicherung der in [VOEDI] definierten Daten benötigt und von Standardkarten mit niedrigen Lieferfristen erfüllt. ZWINGEND: Der EEPROM Speicherbereich der Chipkarte muss über mindestens 32 KByte verfügen. Hinweis: Die Anhänge 1 bis 3 der [VOEDI] spezifizieren Datenkataloge für die administrativen und persönlichen, medizinischen Daten im Umfang von ca. 2 bzw. 70 KByte. Die effektiv auf der Versichertenkarte gespeicherten Daten umfassen nur einen Teil davon, der von der versicherten Person für sich als relevant und wünschbar erachtet wird.15 egovernment-standards Seite 15 von Initialisierung und Personalisierung der Chipkarte Begründung: Der folgende Befehlssatz ist notwendig für die Spezifikation der Personalisierung und Initialisierung der Karte. ZWINGEND: Die Chipkarte muss mindestens folgenden Befehlssatz gemäss den Standard ISO/IEC unterstützen: - CREATE FILE - DELETE FILE - DEACTIVATE FILE - ACTIVATE FILE - TERMINATE DF - TERMINATE EF - TERMINATE CARD USAGE ZWINGEND: Die Zustände und Zustandsübergänge eines vollständigen Lebenszyklus von Dateien sind gemäss dem Standard ISO/IEC geregelt. ZWINGEND: Die Initialisierung und Personalisierung ist so durchzuführen, dass nach Abschluss dieser Prozesse und der abschliessenden Aktivierung der Versichertenkarte der Kartenherausgeber keine Möglichkeit mehr hat, auf die Dateien der Notfalldaten ohne einen berechtigten Leistungserbringernachweis zuzugreifen.16 egovernment-standards Seite 16 von Authentisierung Card Verifiable Certificates (CVC) Begründung: Karten nach ISO/IEC 7816 benötigen CVC-Zertifikate für eine sichere asymmetrische Card-to-Card-Authentisierung. ZWINGEND: Für die Authentisierung und Autorisierung müssen sogenannte Card Verifiable Certificates eingesetzt werden, welche wie folgt definiert sind: Interindustry DO's for CV Certificates Tag Data element Definiert in '7F21' CV certificate ISO/IEC '5F4E' Certificate content ISO/IEC '5F29' Interchange profile descriptor, z.b. Certificate profile Identifier (CPI) ISO/IEC '42' Certification authority reference (CAR), Referenzattribut der herausgebenden CA (analog Authority Key Identifier, RFC 3280) ISO/IEC /8 '5F20' Certificate holder reference (CHR), z.b. Name des Karteninhabers oder ICCSN ISO/IEC /8 '5F49' Certificate holder public key (primitive DataObject) ISO/IEC /8 '7F49' Certificate holder public key, (constructed DataObject, vorzugsweise) ISO/IEC '06' Object Identifier (OID) für Signaturalgorithmus oder Zertifikatsbesitzer ISO/IEC '5F4A' Public Key of CA or its reference ISO/IEC '5F4C' Certificate holder authorisation (CHA), hier sind die Zugriffsrollen definiert ISO/IEC /9 '5F37' Signature of a certificate, Signatur der herausgebenden CA ISO/IEC /8 '5F38' Public Key-Remainder (Rest des Modulus, gefolgt von einem Exponent) ISO/IEC17 egovernment-standards Seite 17 von Authentisierung Begründung: RSA stellt das gängigste asymmetrische Verfahren dar. ZWINGEND: Die Authentisierung beruht auf einem asymmetrischen Verfahren nach ISO/IEC , welches auf der Anwendung von öffentlichen und privaten Schlüssel beruht. ZWINGEND: Als Algorithmus muss RSA verwendet werden, wobei die Schlüssellänge 1024 Bit beträgt. ZWINGEND: Als Hashfunktion muss SHA1 verwendet werden, wobei der Hashwert 160 Bit beträgt. 3.4 Dateisystem Dateiverwaltung nach ISO/IEC Begründung: Die folgenden Minimalanforderungen auf der Basis von ISO/IEC 7816 sind so bestimmt, dass sie von möglichst vielen Kartenanbietern erfüllt werden können. ZWINGEND: Die Dateiverwaltung muss dem Standard ISO/IEC genügen und die folgenden Funktionalitäten umfassen: - Schachtelungstiefe mindestens: MF-Ebene und DF-Ebene - EF's mit transparenten Strukturen - EF's mit linearer Struktur und Records festgelegter Länge - EF's mit linearer Struktur und Records variabler Länge - EF's mit zyklischer Struktur - Records mit einer maximalen Länge bis zu 511 Byte - Anzahl von Records in einem File: Maximal EF's mit Short EF Identifier (nutzbar nur im zugehörigen DF oder der zugehörigen Anwendung) - DF mit Application Identifier Dateistruktur der Versichertenkarte Begründung: Die folgenden Anforderungen an die Dateistruktur nach ISO/IEC 7816 sind notwendig für die Umsetzung der Vorgaben der [VOEDI]. ZWINGEND: Die Dateien in der Versichertenkarte müssen gemäß ISO/IEC organisiert sein. Die folgende Abbildung zeigt die Dateistruktur. Die einzelnen Files werden in den folgenden Abschnitten beschrieben.18 egovernment-standards Seite 18 von 62 Die mit (*) bezeichneten Dateien enthalten medizinische Daten nach dem Anhang 2 der [VOEDI].19 egovernment-standards Seite 19 von 62 ZWINGEND: Zugriffe des Kartenherausgebers auf die medizinischen Daten sind durch technische Massnahmen zu verhindern. ZWINGEND: Ein Zugriff auf die mit (*) gekennzeichneten Dateien ist nur mit vorangehender Authentisierung und Autorisierung der entsprechenden Leistungserbringergruppe möglich. ZWINGEND: Zudem können die mit (*) gekennzeichneten Dateien zusätzlich mit einem persönlichen PIN vor sämtlichen Zugriffen geschützt werden. ZWINGEND: Die folgenden Vorgaben zu den EF's auf MF-Ebene sind zwingend. MF Masterfile Working Root-Verzeichnis, welches implizit nach einem Reset der Chipkarte selektiert wird. In ihm befinden sich alle andern Verzeichnisse und Dateien. Es muss in jeder Chipkarte vorhanden sein. DF.NOT Dedicated File Working Wirkt als Verzeichnisdatei und fasst alle Dateien mit Nutzdaten, die zu einer Anwendung gehören, zusammen. Chipkarten mit mehreren Anwendungen können über mehrere entsprechende DF's, in denen die zugehörigen EF's eingerichtet sind, verfügen (z.b. bei kantonalen Modellversuchen). Die Verzeichnisdatei DF.NOT beinhaltet alle Dateien, welche für den Zugriff und die Abspeicherung der medizinischen Daten der Versichertenkarte notwendig sind. EF.ARR 1 Access Rule Reference file Internal Structure: Linear variable Type: Record AM: R SC: Wird für die Speicherung von Zugriffsregeln auf der MF-Ebene verwendet. Datei Dateiname Lesen Schreiben/Löschen Cardholder Verification File EF.PIN Aktivierungsbyte+Statusbyte+PIN Aktivierungsbyte+Statusbyte+PIN Notfalldaten DF.NOT Authentisierung ok Authentisierung ok Optional: Kantonaler Modellversuch Weitere Zugangsregelungen n.n. n.n. n.n. n.n. n.n. n.n.20 egovernment-standards Seite 20 von 62 EF.ATR Answer to Reset File Working Structure: transparent Type: BER-TLV AM: R SC: Nach dem Anlegen der Spannungsversorgung, des Taktes und des Resetsignals sendet die Chipkarte am I/O-Pin einen Answer to Reset (ATR) aus. Dieser maximal 33 Byte lange Datenstring wird gemäss ISO/IEC immer mit dem Teilerverhältnis 372 gesendet und enthält Datenobjekte zur Identifizierung der Betriebsmerkmale der Karte (Parametrisierung des Übertragungsverfahrens, Identifizierung, usw.). Diese Datenobjekte sind in der Datei EF.ATR mit Lesezugriff unveränderbar abgelegt. EF.DIR Directory File Working Structure: linear variable Type: Record AM: R SC: EF.DIR enthält die Anwendungsvorlagen gemäss ISO/IEC für die in der Versichertenkarte vorhandenen Anwendungen. Diese Datei ist für die Selektion der Anwendungen von kantonalen Modellversuchen besonders geeignet. EF.DIR weist eine Rekordstruktur auf, die in den Historical Bytes angezeigt werden muss. EF.ICCSN Chipcard Identifier File [ICCSNF] Working Structure: linear variable Type: Record AM: R SC: In EF.ICCSN wird das DO ICCSN (Identifier (tag) 5A ) gespeichert. Die ICCSN entspricht der Kennnummer der Versichertenkarte. Record 1: SIMPE-TLV: DO ICCSN (Identifier (tag) 5A ) Record 2: Reference Number (Binär 8 Byte) Record 3: generaltime (GeneralizedTime[15 BCD]:= YYYYMMDDHHMMSSZ) EF.PIN Cardholder Verification File Internal Structure: entweder/oder - transparent - linear variable Type: entweder/oder - Bit-String - Record AM: R/UP SC: Bei der Kartenausgabe wird das Aktivierungsbyte auf 0 gesetzt, d.h. auf die Notfalldaten kann ohne PIN-Schutz zugegriffen werden. Wenn eine Person eine mit (*) bezeichnete Datei (siehe Dateien-Struktur) durch einen PIN-Code schützen will, wird das Aktivierungsbyte auf 1 gesetzt. Aktivierungs- Byte PIN-Identifier PIN-Value Pre-set attempt value Unblocking PIN Value Number of unblocking mechanisms 0/1; no / yes Referenz 6-8 Ziffern 5 Versuche 8 Ziffern 10 Versuche21 egovernment-standards Seite 21 von 62 EF.StatusPIN Status PIN-Eingabe auf Notfalldaten Internal Structure: linear fixed Type: Record AM: R/UP SC: - Der Status bezüglich der Aktivierung einer PIN- Eingabe wird hier festgehalten. - Der Status des PIN bezüglich Zugangssperrung oder Freigabe auf die einzelnen Notfalldateien (EF's) wird hier festgehalten (siehe EF.PIN). - Die Zugriffsregelungen werden in den entsprechenden Dateien EF.ARR 2 bzw. EF.ARR 1 festgelegt. EF.ID Identification Data Working Structure: transparent Type: BER-TLV AM: R SC: Identifikationsdaten des Karteninhabers nach Anhang 1 der [VOEDI] EF.AD Administrative Data Working Structure: transparent Type: BER-TLV AM: R SC: Administrative Daten des Karteninhabers nach Anhang 1 der [VOEDI] EF.LOG Protokolldatei Working Structure: linear cyclic Type: record (z.b.50 records) AM: R/UP SC: Diese Datei ist eine anwendungsspezifische Protokolldatei für technische Statusinformationen zum Sitzungsablauf. Damit kann eine Fehlerbehebungsfunktion (error recovery) und eine Zustandswiederherstellungsfunktion (roll back) ermöglicht werden. EF.S B Private Key für asymmetrische Authentisierung Internal Structure: Type: AM: R SC: - linear variable - Record - Transparent - Bit-String Für das Card-to-Card-Authentisierungsverfahren auf der Basis von CV-Zertifikaten wird ein globaler privater Schlüssel S B benötigt, der in einer Schlüssel-Datei unterhalb des MF abgelegt ist. Der zugehörige öffentliche Schlüssel ist im Zertifikat CVC.PDC integriert, welches sich im Container EF.CVC.PDC befindet.22 egovernment-standards Seite 22 von 62 EF.CVC.PDC Datei für CVC-Zertifikat Working Structure: transparent Type: Binary AM: R SC: Die Datei EF.CVC.PDC enthält das CVC-Zertifikat der Versichertenkarte. EF.PK.CA_ORG_PDC Public Root Key für asymmetrische Authentisierung Internal Structure: Type: AM: R SC: - linear variable - Record - Transparent - Bit-String Für das C2C-Authentisierungsverfahren auf der Basis von CV-Zertifikaten wird ein globaler öffentlicher Root-Schlüssel PK.CA_ORG_PDC benötigt; welcher auf der entsprechenden Offline-CVC-PKI erzeugt wurde und in einer Schlüssel-Datei unterhalb des MF abgelegt ist. Der zugehörige öffentliche Schlüssel ist im Zertifikat CVC.CA_ORG_PDC integriert, welches im Container EF.CVC.CA_ORG_PDC auslesbar und unveränderbar gespeichert ist. Dieser Root-Schlüssel wird zur dynamischen Zertifikatsüberprüfung der Leistungserbringerorganisationszertifikate benötigt. Die Leistungserbringerorganisationszertifikate werden vom Lesegerät/Anwendungs-modul in den Container EF.CVC.CA_ORG_HPC geladen und mit dem öffentlichen Root-Schlüssel bezüglich korrekter Signatur verifiziert. EF.CVC.CA_ORG_PDC Datei für CVC-Zertifikat Working Structure: transparent Type: Binary AM: R SC: Zur Vervollständigung wird das Root-Zertifikat der Versicherer CVC.CA_ORG_PDC in diesem Container gespeichert. Ein CVC-Zertifikat belegt ca. 220 Byte EF.CVC.CA_ORG_HPC Datei für CVC-Zertifikat Working Structure: transparent Type: Binary AM: R/W SC: Dies ist ein Container zur dynamischen Überprüfung der Leistungserbringer und der Leistungserbringerorganisationszertifikate. Die Leistungserbringerorganisationszertifikate, welche auf dem Lesegerät/Anwendungsmodul gespeichert sind werden entsprechend selektiert in diesen Container gespeichert. Durch eine 2-fache, hierarchische Zertifikatsverifikation wird die Vertrauenshierarchie bezüglich Integrität sichergestellt. Dieses Zertifikat wird im Rahmen des Card-to-Card-Authentisierungsverfahrens für die Zertifikatsverifikation verwendet. Ein CVC-Zertifikat belegt ca. 220 Byte23 egovernment-standards Seite 23 von 62 ZWINGEND: Die folgenden Vorgaben für EF s auf der DF.NOT-Ebene sind zwingend. EF.ARR 2 Access Rule Reference file Internal Structure: Linear variable Type: Record AM: R SC: Wird für die Speicherung von Zugriffsregeln innerhalb des DF.NOT- Verzeichnisses verwendet. Datei Dateiname Lesen Schreiben/Löschen Blutgruppen- und Transfusionsdaten EF.BGTD Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN Immunisierungsdaten EF.IMMD Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN Transplantationsdaten EF.TPLD Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN Allergien EF.ALLG Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN Krankheiten und Unfallfolgen EF.KHUF Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN Zusätzliche Einträge EF.ZUSE Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN Medikation EF.MEDI Schlüssel_1 + PIN Schlüssel_2 + PIN oder Schlüssel_3 + PIN Kontaktadressen EF.ADDR Schlüssel_1 Schlüssel_1 Patientenverfügungen EF.VERF Schlüssel_1 Schlüssel_1 Mehr anzeigen
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