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Timestamp: 2020-04-05 12:35:27+00:00

Document:
Philosophische Bibliothek 710. 2018. Übersetzt und eingeleitet vom Herausgeber. Lateinisch-deutsch. 90 Seiten.
978-3-7873-3446-9. E-Book
DOI: 10.28937/978-3-7873-3446-9
| Kapitel kaufen I. Systembegriffe zur Zeit Wolffs 7
| Kapitel kaufen II. Wolffs Systembegriff 13
| Kapitel kaufen III. Wirkung 22
| Kapitel kaufen Zur Textgestaltung 24
| Kapitel kaufen DE DIFFERENTIA INTELLECTUS SYSTEMATICI& NON SYSTEMATICI 28
| Kapitel kaufen §1 Institutum Autoris 28
| Kapitel kaufen §2 Intellectus systematici & connexionis propositionum definitio 28
| Kapitel kaufen §3 Systema doctrinarum 30
| Kapitel kaufen §4 Intellectus systematicus systematum amans 32
| Kapitel kaufen §5 Intellectus non systematici definitio 34
| Kapitel kaufen §6 Intellectus systematici exempla 34
| Kapitel kaufen §7 Exempla alia 40
| Kapitel kaufen §8 Differentia intellectus systematici & non systematici exemplis illustratur 46
| Kapitel kaufen §9 Intellectus systematicus veritatem intimius perspicit 48
| Kapitel kaufen §10 Securus in scientiis progressus unde pendeat 52
| Kapitel kaufen §11 Systematis elementaris ratio 54
| Kapitel kaufen §12 Qua ratione systema elementare ab erroribus immune obtineatur 60
| Kapitel kaufen §13 Claritas in systemate conservanda 64
| Kapitel kaufen §14 Contradictionum evitatio 66
| Kapitel kaufen §15 Antinomiae in jure vitandae 72
| Kapitel kaufen §16 Autoritatis praejudicium quomodo evitetur & quinam eclecticum agere possit 76
| Kapitel kaufen §17 Errorum evidens detectio 78
| Kapitel kaufen §18 Cur plura non addantur de praestantia intellectus systematici 80
| Kapitel kaufen ÜBER DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN EINEM SYSTEMATISCHEN UND EINEM NICHTSYSTEMATISCHEN VERSTAND 29
| Kapitel kaufen §1 Vorhaben des Verfassers 29
| Kapitel kaufen §2 Definition des systematischen Verstandes und der Verknüpfung der Sätze 29
| Kapitel kaufen §3 Das System von Lehren 31
| Kapitel kaufen §4 Ein systematischer Verstand ist ein Liebhaber von Systemen 33
| Kapitel kaufen §5 Definition des nicht-systematischen Verstandes 35
| Kapitel kaufen §6 Beispiele für einen systematischen Verstand 35
| Kapitel kaufen §7 Andere Beispiele 41
| Kapitel kaufen §8 Der Unterschied zwischen einem systematischen und einem nichtsystematischen Verstand wird durch Beispiele erläutert 47
| Kapitel kaufen §9 Ein systematischer Verstand durchschaut die Wahrheit genauer 49
| Kapitel kaufen §10 Wovon der sichere Fortschritt in den Wissenschaften abhängt 53
| Kapitel kaufen §11 Die Beschaffenheit eines grundlegenden Systems 55
| Kapitel kaufen §12 Durch welches Verfahren ein grundlegendes System gewonnen wird, das von Irrtümern frei ist 61
| Kapitel kaufen §13 Wie man Klarheit in einem System gewährleistet 65
| Kapitel kaufen §14 Wie man Widersprüche vermeidet 67
| Kapitel kaufen §15 Wie man in der Rechtswissenschaft Antinomien vermeiden kann 73
| Kapitel kaufen §16 Wie das Vorurteil der Autorität vermieden wird und wer als Eklektiker vorgehen kann 77
| Kapitel kaufen §17 Die evidente Entdeckung von Irrtümern 79
| Kapitel kaufen §18 Warum über die Vortrefflichkeit eines systematischen Verstandes nichts weiter hinzugefügt wird 81
| Kapitel kaufen Siglen und abgekürzt zitierte Titel 84
| Kapitel kaufen Personenregister 87
| Kapitel kaufen Sachregister 88
Was versteht man eigentlich unter einem System? Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war das keineswegs klar: Vom Weltsystem, der »Verbindung der einzelnen Dingen, wie sie würcklich existiren« (so ein zeitgenössisches Lexikon), über die schlichte Bedeutungsgleichheit mit »Hypothese« bis hin zu der Meinung, ein System sei einfach ein äußerlich geordneter Zusammenhang zum Beispiel der Lehren eines einzelnen Denkers, reichten die ganz unterschiedlichen, nebeneinander bestehenden Bedeutungen. Für Wolff, der sich nach seiner Vertreibung aus Preußen in einer sogenannten Marburger »Nebenstunde« mit dem Systembegriff beschäftigt, ist ein System dagegen nichts Äußerliches. Das System beruht vielmehr auf der Anwendung der richtigen Methode (paradigmatisch: die mathematische) und ist das notwendige Ergebnis methodischen Denkens. Dabei grenzt sich Wolff gegen die zur Zeit der Frühaufklärung hochgeschätzte Eklektik ab, wonach ein systematischer Philosoph nach eigenem freien Urteil aus früheren Lehren dasjenige auswähle, was wahr ist, und zu einem System verknüpfe. Wer richtig auswählen will, so Wolff, braucht jedoch einen Maßstab, um ein logisch kohärentes System überhaupt formulieren zu können. Dies ist die Voraussetzung für jeden Erkenntnisprozess und damit für wissenschaftlichen Fortschritt. Wolffs Systemidee, die er in seinen Werken vorführt und als Methode lehrte, erwies sich in der Folgezeit als enorm einflussreich und beendete schließlich die Karriere der Eklektik. Von Ausnahmen abgesehen wollte kein Philosoph mehr Eklektiker sein. Noch bei Kants Definition des Systems in der »Kritik der reinen Vernunft« steht ganz eindeutig Wolffs Systembegriff im Hintergrund.

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