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Timestamp: 2017-12-12 19:01:17+00:00

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Wie lest ihr § 44a SGB II? - Erwerbslosen Forum Deutschland (ELO-Forum)
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10.05.2017, 18:41 #1
Wie lest ihr § 44a SGB II?
ich habe folgendes Anliegen: Nach Stellung meines ALG-II-Antrages (Übergang vom SGB XII zum ALG II) beim Jobcenter, teilte man mir mit, dass meine Erwerbsfähigkeit durch die deutsche Rentenversicherung vorgenommen werden muss.
Durch meine Recherche bin ich aber auf § 44a SGB II gestoßen. Ich lese diesen so, dass zuerst die Bundesagentur für Arbeit für die Feststellung der Erwerbsfähigkeit zuständig ist. Im Falle eines Widerspruchs (bsp. durch das Sozialamt), wird dann die Rentenversicherung mit der Begutachtung bindend beauftragt. Oder übersehe ich etwas Wichtiges?
Das Problem ist das Folgende: Ich möchte ab 1.7. eine Arbeit aufnehmen, die vom Jobcenter die ersten sechs Monate subventioniert werden würde. Die wollen natürlich einen Nachweis über die Wiederherstellung meiner Erwerbsfähigkeit.
Mit der Rentenversicherung habe ich zunächst nichts zu tun. Der ärztliche Dienst der BfA hat mir gesagt, dass sie prinzipiell solche Einstiegstermine bei dem Begutachtungsprozess berücksichtigen.
Die Rentenversicherung hingegen ist gar nicht kooperativ. Man sagte mir sogar, dass der 1.7.2017 unrealistisch sei. Mithin hätte ich dann keinen Job und damit keine Perspektive, würde im Sozialsystem hängen bleiben. Das Verfahren kann man auch als Betroffener in keiner Form beeinflussen. Die Dame war sehr unfreundlich.
Jetzt bin ich im Dilemma: Weiße ich die Behörden auf diesen § 44a SGB II hin, dann riskiere ich, dass die Behörden missgestimmt sind, und das Verfahren weiter verzögern.
Lasse ich dieses Verfahren über mich "ergehen", riskiere ich am Ende ohne Job dazustehen (ich arbeite im Moment in einer WFBM).
Ich vertraue einfach nicht mehr den Worten der Sachbearbeiter. Die haben mir schon erzählt, dass eine Stellungnahme meiner Ärztin ausreiche, damit Erwerbsfähigkeit positiv festgestellt werden kann. Das war vor vier Wochen. Jetzt kommen sie und sagen: Das reicht nicht. Das muss die Rentenversicherung bescheinigen. Ich habe diese Wochen jetzt durch Fehlinformation verloren. Das ist Zeit, die ich nicht habe und ich bin auch nicht mehr willens, mich diesem Behördenkrimi zu beugen.
Ich hätte es mir nicht vorstellen können, dass man gehindert wird, arbeiten zu gehen!
Könnt ihr mir Tipps geben, wie ich mich verhalten kann?
11.05.2017, 07:05 #2
AW: Wie lest ihr § 44a SGB II?
Stellt dich der AG ohne Subventionierung nicht ein?
Wenn nein das wäre der AG für mich Geschichte, der will nur abkassieren dann würdest eh bald wieder ohne dastehen.
Wurde deine Erwerbsfähigkeit schon mal überprüft wegen der WFBM??
12.05.2017, 08:19 #3
danke für deine Antwort. Nee, der Arbeitgeber hat mir ja sogar eine Ausbildung angeboten. Der ist schon korrekt!
Die Erwerbsfähigkeit wurde vor zwei Jahren festgestellt mit dem Resultat, dass ich erwerbsunfähig bin. Das ist ja Grundvoraussetzung für eine WFBM.
Aber meine Situation hat sich sehr verbessert und ich bin auch richtig motiviert, auf den ersten Arbeitsmarkt zurück zu gehen. Ich will einfach mein Leben wieder selbst gestalten.
Die Aussage vom Sozialmedizinischen Dienst der Rentenversicherung ist bezeichnend. Der Termin vom 1.7. interessiert die gar nicht und damit ist denen auch egal, ob ich die Stelle bekomme oder nicht. Ich denke, dazu muss man nichts mehr sagen!
Ich habe jetzt den Integrationsfachdienst eingeschaltet (wusste bis gestern gar nicht, dass es den überhaupt gibt!).
Das war mir dann alles zu kompliziert, weil so viele Stellen beteiligt sind.
Der Integrationsfachdienst übernimmt jetzt diesen "Moderationsprozess", weil den Behörden kann man eh nicht vertrauen. Diesen Fehler habe ich gemacht.
Wieso es einem so schwer gemacht wird, sein Leben selbst zu gestalten, ist mir unerklärlich. Es ist ein Krampf für mich, wenn ich drüber nachdenke.
Hallo Culinaris. Ich würde mich da nicht auf eine Aussage der Mitarbeiterin der RV verlassen. Da musst du dich an übergeordnete Stellen wenden. Der § 44a bezieht sich m.E. auf Bestandskunden des JC.
Für dich wird die RV zuständig sein. Was sollte sie aber dagegen haben, dass du wieder arbeiten willst? Im Gegenteil profitiert sie davon, dass sie später keine "WfbM-Rente" zahlen muss.
Klar ist, dass das JC kein Interesse daran hat, dich zu finanzieren.
Hoffen wir mal, dass der Ifd bei euch etwas taugt und dir dabei helfen kann, die nötigen Termine zu erwirken.
Hey enjordi,
vielen Dank für die Antwort. Ja, ich hoffe, dass der Integrationsfachdienst etwas bewirken kann, schließlich sind die ja gerade für solche Fälle da.
Ich bin jedenfalls gerade etwas ratlos in Bezug auf meine Situation. Froh bin ich aber, dass es so eine Kontaktstelle überhaupt gibt. Ich glaube, als "normaler" Bürger läuft man Gefahr in dieser Mühle zermahlen zu werden.
Muss eigentlich für einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben (bei mir liegt eine Schwerbehinderung vor), die volle Erwerbsfähigkeit wieder hergestellt sein?
Ich spiele in meinem Kopf schon andere Möglichkeiten durch, wie es beruflich mit mir weiter gehen könnte....
Die WBFM jedenfalls bietet mir keinerlei Perspektive und mit 32 Jahren sollte es sich nochmal lohnen, ein eigenständiges Da-Sein anzustreben...
Ich bin mir nicht sicher. Eine Ausbilderin wiederholte das mantrahaft: - In Ihrem neuen Beruf sind sie voll einsetzbar.
Bei mir war das aber niemals der Fall. Warum sollte jemand, der teilweise erwerbsgemindert ist, nicht die Chance bekommen, einen geeigneten Beruf für sich zu finden?
Finde ich gut, dass du dich aus der WfbM verabschieden willst. Meiner Meinung nach, sind da auch viele Menschen, die nicht dort hingehöhren, nur aufgrund der schlechten Arbeitsmarktsituation für Behinderte.
erwerbsfähigkeit, jobcenter, rentenversicherung, § 44a SGB II

References: § 44
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