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Timestamp: 2016-10-26 15:17:02+00:00

Document:
2C_948/2011 (11.07.2012)
Beschwerdef�hrer, vertreten durch Rechtsanwalt Peter Bolzli,
Neum�hlequai 10, Postfach 8090 Z�rich.
Beschwerde gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich, 2. Kammer, vom 28. September 2011.
X.________ (geb. 1983), kosovarischer Staatsangeh�riger, ehelichte am 18. Juli 2003 die ebenfalls aus Kosovo stammende Y.________ (geb. 1982), welche am 30. April 1999 in die Schweiz eingereist war und heute im Besitz einer Niederlassungsbewilligung ist. Am 11. August 2004 reiste X.________ in die Schweiz ein und erhielt im Rahmen des Familiennachzugs eine Aufenthaltsbewilligung zum Verbleib bei der Ehefrau. Aus der Ehe ging die 2007 geborene Tochter Z.________ hervor; diese wurde in die Niederlassungsbewilligung der Mutter einbezogen.
Am 2. Oktober 2008 verurteilte das Obergericht des Kantons Z�rich (nachfolgend: Obergericht) X.________ wegen versuchter schwerer K�rperverletzung rechtskr�ftig zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, aufgeschoben im Umfang von 20 Monaten und mit einer Probezeit von zwei Jahren.
Mit Verf�gung vom 10. Februar 2009 widerrief das Migrationsamt des Kantons Z�rich (nachfolgend: Migrationsamt) die am 10. August 2009 auslaufende Aufenthaltsbewilligung und wies X.________ aus der Schweiz weg. Den dagegen erhobenen Rekurs wies der Regierungsrat des Kantons Z�rich am 2. M�rz 2011 ab, soweit er nicht gegenstandslos geworden sei. Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich best�tigte diesen Entscheid mit Urteil vom 28. September 2011, wobei es nunmehr die Erteilung einer Niederlassungsbewilligung als Streitgegenstand bestimmte.
X.________ f�hrt Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit den Antr�gen, das Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Z�rich vom 28. September 2011 sei aufzuheben und das Migrationsamt sei anzuweisen, ihm eine Niederlassungsbewilligung zu erteilen; eventuell sei die Sache zwecks zus�tzlicher Sachverhaltsabkl�rungen und anschliessender Neuentscheidung an die Vorinstanz zur�ckzuweisen.
Das Verwaltungsgericht des Kantons Z�rich beantragt die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Das Bundesamt f�r Migration schliesst auf Abweisung der Beschwerde, w�hrend das Migrationsamt und der Regierungsrat des Kantons Z�rich sich nicht vernehmen lassen.
Am 24. November 2011 hat der Pr�sident der II. �ffentlich-rechtlichen Abteilung der Beschwerde antragsgem�ss aufschiebende Wirkung erteilt.
1.1 Angefochten ist ein letztinstanzlicher kantonaler Entscheid auf dem Gebiet des Ausl�nderrechts, welcher grunds�tzlich der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unterliegt (Art. 82 lit. a BGG und Art. 90 BGG). Gem�ss Art. 83 lit. c Ziff. 2 BGG ist die Beschwerde unzul�ssig gegen Entscheide betreffend ausl�nderrechtliche Bewilligungen, auf die weder das Bundesrecht noch das V�lkerrecht einen Anspruch einr�umt. Der Beschwerdef�hrer beruft sich auf Art. 43 Abs. 2 AuG (SR 142.20), wonach ausl�ndische Ehegatten von Personen mit Niederlassungsbewilligung nach einem ordnungsgem�ssen und ununterbrochenen Aufenthalt von f�nf Jahren Anspruch auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung haben, sowie auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK (Recht auf Achtung des Familienlebens). Ob der Anspruch auf Erteilung der Bewilligung im konkreten Fall zu bejahen ist, betrifft nicht die Eintretensfrage, sondern die materielle Behandlung der Beschwerde (BGE 136 II 177 E. 1.1 S. 179). Die Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten ist somit zul�ssig.
1.2 In seinem Beschluss vom 2. M�rz 2011 hatte der Regierungsrat des Kantons Z�rich den Rekurs des Beschwerdef�hrers gegen den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung abgewiesen. Nur diese Frage konnte Gegenstand des vorinstanzlichen Verfahrens bzw. kann Gegenstand des Verfahrens vor dem Bundesgericht sein. Dass der Beschwerdef�hrer vor beiden Instanzen um Erteilung einer Niederlassungsbewilligung ersucht hat, erweist sich aber als unsch�dlich, sind doch - soweit vorliegend von Bedeutung - die Gr�nde f�r die Nichterteilung einer Niederlassungsbewilligung (vgl. Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG) identisch mit jenen f�r den Widerruf einer Aufenthaltsbewilligung (vgl. Art. 62 lit. b AuG).
1.3 Als Adressat des angefochtenen Entscheids ist der Beschwerdef�hrer gem�ss Art. 89 Abs. 1 BGG zur Erhebung der Beschwerde legitimiert.
1.4 Auf die im �brigen frist- und formgerecht eingereichte Beschwerde ist einzutreten.
Mit der Beschwerde in �ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann u.a. die Verletzung von Bundesrecht (inklusive Bundesverfassungsrecht) und V�lkerrecht ger�gt werden (Art. 95 lit. a und b BGG). Das Bundesgericht legt seinem Urteil den von der Vorinstanz festgestellten Sachverhalt zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die Feststellung des Sachverhalts kann nur beanstandet bzw. vom Bundesgericht von Amtes wegen berichtigt oder erg�nzt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinn von Art. 95 BGG beruht (Art. 97 Abs. 1 BGG bzw. Art. 105 Abs. 2 BGG). Eine entsprechende R�ge, welche rechtsgen�glich substanziiert vorzubringen ist (Art. 42 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 133 II 249 E. 1.4.3 S. 254), setzt zudem voraus, dass die Behebung des Mangels f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG).
2.1 Die Vorinstanz erw�gt im angefochtenen Urteil, bei einer Verurteilung zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder mehr w�rden praxisgem�ss keine Bewilligungen erteilt, wenn der mit einer Schweizerin verheiratete Ausl�nder um eine erstmalige Bewilligung ersuche oder nach bloss kurzer Aufenthaltsdauer die Verl�ngerung seiner Bewilligung beantrage. Nur bei Vorliegen aussergew�hnlicher Umst�nde k�nne sich eine andere Beurteilung aufdr�ngen. Der Beschwerdef�hrer habe ein Gewaltdelikt begangen. Er habe einen Arbeitskollegen mit seinem Privatfahrzeug frontal �berfahren, wodurch er mindestens eine schwere K�rperverletzung des Gesch�digten in Kauf genommen habe. Nach der Tat habe er sich vom Tatort entfernt und den Gesch�digten bewusstlos auf dem Gel�nde liegen lassen. Der Tathergang und die ausgef�llte Strafe w�rden f�r ein schweres Verschulden sprechen. Zwar habe der Beschwerdef�hrer nach eigenen Angaben nicht planm�ssig gehandelt, doch m�sse ihm gerade dieses unbeherrschte und verantwortungslose Verhalten vorgeworfen werden. Dieses lasse auf eine erhebliche R�ckfallgefahr schliessen und f�hre zu keiner guten Prognose. Es bestehe somit ein gewichtiges �ffentliches Interesse an der Wegweisung des Beschwerdef�hrers.
Sowohl dem Beschwerdef�hrer, welcher erst mit 21 Jahren in die Schweiz eingereist sei, als auch seiner Ehefrau - so weiter die Vorinstanz - w�re eine �bersiedlung nach Kosovo zumutbar. Die vierj�hrige Tochter befinde sich noch in einem anpassungsf�higen Alter. Aufgrund ihrer Niederlassungsbewilligungen k�nnten Ehefrau und Tochter unabh�ngig vom Beschwerdef�hrer in der Schweiz bleiben und dieser k�nnte das Familienleben mittels Besuchen pflegen. Somit �berwiege das �ffentliche Interesse an der Wegweisung des Beschwerdef�hrers dessen privates Interesse am Verbleib in der Schweiz.
2.2 Der Beschwerdef�hrer bringt vor, die Vorinstanz habe das Strafurteil einseitig und verzerrt gew�rdigt. Das Obergericht habe im Rahmen der Strafzumessung erwogen, dass der Beschwerdef�hrer vom Gesch�digten provoziert worden sei, der Gesch�digte sich mit einem Schritt aus der Gefahrenzone h�tte entfernen k�nnen, die Tat nicht zum Voraus geplant gewesen sei, der Beschwerdef�hrer Reue gezeigt habe, einen v�llig ungetr�bten Leumund aufweise, sich in der Untersuchung stets korrekt verhalten habe und gest�ndig gewesen sei. Dies alles habe die Vorinstanz nicht ber�cksichtigt und wolle - im Gegensatz zu den Erkenntnissen des Strafverfahrens - im Beschwerdef�hrer eine unbeherrschte und verantwortungslose Person erblicken. Der Beschwerdef�hrer sei nach der Autokollision ruhig und korrekt geblieben in dem Sinn, dass er nach Hause gefahren sei und sofort einen Kollegen angerufen habe, um sich nach dem Wohlergehen des Gesch�digten zu erkundigen. Die Tatsache, dass ein Grossteil der Strafe bedingt ausgesprochen worden sei, lasse zudem auf ein geringes R�ckfallrisiko schliessen. Schliesslich habe der Beschwerdef�hrer in den vier Jahren seit der Tatbegehung nicht wieder delinquiert, was die Vorinstanz ausser Acht gelassen habe.
Zusammenfassend verletze der angefochtene Entscheid die bundesrechtlichen Bestimmungen �ber die Erteilung bzw. den Widerruf der Niederlassungsbewilligung sowie Art. 8 EMRK. Zudem sei das Verh�ltnism�ssigkeitsprinzip verletzt und der Sachverhalt unrichtig festgestellt worden.
3.1 Die Aufenthaltsbewilligung war dem Beschwerdef�hrer im Rahmen des Familiennachzugs nach Art. 43 Abs. 1 AuG erteilt und gest�tzt auf Art. 51 Abs. 2 lit. b AuG in Verbindung mit Art. 62 lit. b AuG entzogen worden. Gem�ss den letztgenannten Bestimmungen erlischt der aus Familiennachzug entstandene Anspruch auf Erneuerung der Aufenthaltsbewilligung bzw. - nach Ablauf von f�nf Jahren ordnungsgem�ssen und ununterbrochenen Aufenthalts - auf Erteilung der Niederlassungsbewilligung, wenn die ausl�ndische Person zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe verurteilt oder gegen sie eine strafrechtliche Massnahme angeordnet wurde. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung f�llt unter den Begriff der l�ngerfristigen Freiheitsstrafe jede Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr (BGE 135 II 377 E 4.2), wobei die Strafe sich zwingend auf ein einziges Strafurteil st�tzen muss (BGE 137 II 297 E. 2). Nachdem der Beschwerdef�hrer rechtskr�ftig zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt wurde, ist der Widerrufsgrund im Sinn von Art. 62 lit. b AuG erf�llt.
3.2 Bei gegebenen Voraussetzungen rechtfertigt sich der Widerruf der Bewilligung nur, wenn die jeweils im Einzelfall vorzunehmende Interessenabw�gung diese Massnahme als verh�ltnism�ssig erscheinen l�sst, wobei einerseits die �ffentlichen Interessen, andererseits die pers�nlichen Verh�ltnisse und der Grad der Integration der ausl�ndischen Person zu ber�cksichtigen sind (vgl. Art. 96 AuG).
Die Notwendigkeit einer Verh�ltnism�ssigkeitspr�fung ergibt sich zudem aus dem Anspruch auf Achtung des Familienlebens gem�ss Art. 8 Ziff. 1 EMRK: Der Beschwerdef�hrer lebt nach den verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz in einer intakten Ehebeziehung mit seiner in der Schweiz niedergelassenen kosovarischen Gattin; das Paar hat eine Tochter, die im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils vier Jahre alt war. Hat eine ausl�ndische Person nahe Angeh�rige in der Schweiz und wird die Beziehung zu diesen tats�chlich gelebt, kann sie sich grunds�tzlich auf Art. 8 Ziff. 1 EMRK berufen, um sich der drohenden Trennung von ihren Familienangeh�rigen zu widersetzen (vgl. BGE 130 II 281 E. 3.1 S. 285). Der in der Schweiz lebende Ehegatte muss dabei �ber ein gefestigtes Anwesenheitsrecht verf�gen (BGE 135 I 143 E. 1.3.1 S. 147; 130 II 281 E. 3.1 S. 285); in Bezug auf ein Kind muss die ausl�ndische Person obhutsberechtigt sein (BGE 137 I 284 E. 2.3.1). Beides ist im vorliegenden Fall erf�llt.
3.3 Der Anspruch auf Achtung des Familienlebens im Sinn von Art. 8 Ziff. 1 EMRK gilt indessen nicht absolut. Gem�ss Art. 8 Ziff. 2 EMRK ist ein Eingriff in das durch Ziff. 1 gesch�tzte Rechtsgut statthaft, soweit er gesetzlich vorgesehen und in einer demokratischen Gesellschaft f�r die nationale oder �ffentliche Sicherheit, f�r das wirtschaftliche Wohl des Landes, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, zur Verh�tung von Straftaten, zum Schutz der Gesundheit oder der Moral oder zum Schutz der Rechte und Freiheiten anderer notwendig ist. Die Konvention verlangt eine Abw�gung der sich gegen�berstehenden Interessen an der Erteilung der Bewilligung und der �ffentlichen Interessen an deren Verweigerung, wobei letztere in dem Sinn �berwiegen m�ssen, dass sich der Eingriff als notwendig erweist. Analoge Voraussetzungen ergeben sich aus Art. 36 BV im Hinblick auf einen Eingriff in Art. 13 BV (BGE 135 I 143 E. 2.1 S. 147).
3.4 Bei der Interessenabw�gung im Rahmen von Art. 96 Abs. 1 AuG bzw. Art. 8 Ziff. 2 EMRK sind die Schwere des begangenen Delikts, der seit der Tat vergangene Zeitraum, das Verhalten des Ausl�nders w�hrend dieser Periode, die Auswirkungen auf die betroffene Person sowie deren famili�re Situation zu ber�cksichtigen. Zudem sind die Dauer einer allf�lligen ehelichen Beziehung und weitere Gesichtspunkte relevant, welche R�ckschl�sse auf deren Intensit�t zulassen (Geburt und Alter allf�lliger Kinder; Kenntnis der Tatsache, dass die Beziehung wegen der Straftat unter Umst�nden nicht in der Schweiz gelebt werden kann). Von Bedeutung sind auch die Nachteile, welche dem Ehepartner oder den Kindern erwachsen w�rden, m�ssten sie dem Betroffenen in dessen Heimatstaat folgen (Urteile 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3.2 mit Hinweis auf das Urteil des EGMR Boultif gegen Schweiz vom 2. August 2011, Recueil CourEDH 2001-IX S. 137 � 48, auch in: VPB 65.138; 2C_254/2010 vom 15. Juli 2010 E. 3.3 mit Hinweisen). Zu beachten ist auch die Qualit�t der sozialen, kulturellen und famili�ren Beziehungen zum Gast- bzw. zum Heimatland (Urteil 2C_711/2011 vom 27. M�rz 2012 E. 4.2 mit Hinweisen).
3.4.1 Ausgangspunkt und Massstab f�r die Schwere des Verschuldens und die fremdenpolizeiliche Interessenabw�gung im Rahmen eines Bewilligungsentzugs gest�tzt auf Art. 62 lit. b AuG (Verurteilung zu einer l�ngerfristigen Freiheitsstrafe) bildet die vom Strafgericht verh�ngte Strafe (BGE 129 II 215 E. 3.1 S. 216). Der Beschwerdef�hrer wurde zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, wobei das Obergericht das Tatverschulden als mittelschwer einstufte. Es betonte, lebensgef�hrliche K�rperverletzungen, auch wenn es beim Versuch bleibe, geh�rten zu den schwersten Delikten unserer Rechtsordnung. Die Tat sei nicht zum Voraus geplant gewesen, sondern der Beschwerdef�hrer habe sich beim Anblick des Gesch�digten, vor dem er Angst gehabt habe, spontan zu seinem Handeln hinreissen lassen. Obwohl auch ein spontaner Tatentschluss nicht zu entschuldigen sei, werde die objektive Tatschwere leicht relativiert. Zudem w�rden die eventualvors�tzliche Begehung der Tat und der Umstand, dass es beim (vollendeten) Versuch geblieben sei, das Verschulden geringer erscheinen lassen. Insgesamt f�hre die Tatkomoponente zu einer hypothetischen Einsatzstrafe von dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Diese werde durch die T�terkomponente (Leumund, Gest�ndnis, Reue) um ein Jahr reduziert, was eine Strafe von zweieinhalb Jahren ergebe.
Der Beschwerdef�hrer moniert, die Vorinstanz habe das Verschulden dagegen als schwer eingestuft, was geradezu aktenwidrig sei. Es trifft zu, dass das Obergericht das Verschulden des Beschwerdef�hrers als mittelschwer bezeichnet und die genannten Aspekte bei der Strafzumessung ber�cksichtigt hat. Dies �ndert jedoch im vorliegenden Fall nichts an der fremdenpolizeilichen W�rdigung der Straftat. Eine versuchte schwere K�rperverletzung ist auch bei eventualvors�tzlicher Begehung ein schwerwiegendes Delikt, welches durch die Angabe des Beschwerdef�hrers, er habe vor dem Gesch�digten "Angst gehabt", nicht entschuldigt werden kann. Negativ ins Gewicht f�llt auch die Tatsache, dass der Beschwerdef�hrer beim Anblick des Gesch�digten weder bremste noch auswich sowie nach der Kollision seine Fahrt ohne anzuhalten fortsetzte und sich vom Tatort entfernte. Die Art der Tatbegehung l�sst auf eine Gewaltbereitschaft schliessen, welche nicht geduldet werden kann.
3.4.2 Der Umstand, dass das Obergericht dem Beschwerdef�hrer keine negative Prognose gestellt hat, ist vorliegend von untergeordneter Bedeutung. Zwischen der Tatbegehung am 27. August 2007 und dem vorinstanzlichen Urteil vom 28. September 2011 liegen ungef�hr vier Jahre, wovon zwei Jahre auf die strafrechtliche Probezeit entfallen. Der geringe zeitliche Abstand zur Tat l�sst keine verl�ssliche Aussage �ber die R�ckfallgefahr zu, weshalb der Beschwerdef�hrer nichts zu seinen Gunsten aus der Tatsache ableiten kann, dass er seit der Tat nicht wieder delinquiert hat. Schliesslich d�rfen bei ausl�ndischen Personen, welche sich nicht auf das FZA (SR 0.142.112.681) berufen k�nnen, im Rahmen der Interessenabw�gung abgesehen von der aktuellen Gef�hrdung der �ffentlichen Ordnung und Sicherheit, die von der betroffenen Person ausgeht, auch generalpr�ventive Gesichtspunkte ber�cksichtigt werden (Urteil 2C_679/2011 vom 21. Februar 2012 E. 3. 1).
3.4.3 Der Beschwerdef�hrer reiste im Alter von 21 Jahren in die Schweiz ein, hat also seine pr�genden Jahre in Kosovo verbracht. Im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils betrug seine Anwesenheitsdauer in der Schweiz ungef�hr sieben Jahre. Bei dieser Sachlage kann ihm zugemutet werden, in seine Heimat zur�ckzukehren, zumal seine Eltern und Geschwister dort leben. Die R�ckkehr nach Kosovo hat allerdings Auswirkungen auf seine eigene famili�re Situation, indem der Beschwerdef�hrer von seiner Frau und Tochter getrennt w�rde. Dies hat der Beschwerdef�hrer in Kauf zu nehmen, vermochte ihn doch das Familienleben nicht von der Straftat abzuhalten.
3.4.4 Der Beschwerdef�hrer macht geltend, eine R�ckkehr nach Kosovo sei auch f�r seine Ehefrau und die vierj�hrige Tochter unzumutbar, da seine Frau bereits seit zw�lf Jahren in der Schweiz lebe und auch ihre Eltern hier leben w�rden. Bei einer �bersiedlung nach Kosovo w�rde seine Tochter die Grossmutter als - neben den Eltern - engste Betreuungsperson verlieren.
Dieser Einwand kann nicht geh�rt werden. Der kosovarischen Ehefrau des Beschwerdef�hrers, welche wie dieser erst im Erwachsenenalter in die Schweiz gekommen ist, w�re eine R�ckkehr nach Kosovo zumutbar, ebenso der im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils vierj�hrigen Tochter. Was deren allf�llige Trennung von ihrer Grossmutter betrifft, so ist dies vorliegend nicht entscheidrelevant: Nach der Rechtsprechung sch�tzt Art. 8 Ziff. 1 EMRK im Zusammenhang mit der Bewilligung des Aufenthalts in erster Linie die Kernfamilie, d.h. die Gemeinschaft der Ehegatten mit ihren minderj�hrigen Kindern (BGE 135 I 143 E. 1.3.2 S. 146). Neben der eigentlichen Kernfamilie werden auch weitere famili�re Verh�ltnisse erfasst, sofern eine gen�gend nahe, echte und tats�chlich gelebte Beziehung besteht (BGE 135 I 143 E. 3.1 S. 148). Der Beschwerdef�hrer legt jedoch nicht dar, dass dies in Bezug auf seine Tochter und deren Grossmutter der Fall w�re.
Die Vorinstanz beruft sich sodann auf die sogenannte "Reneja"-Praxis, wonach einer ausl�ndischen Person, die zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren oder mehr verurteilt wurde, selbst dann kein Aufenthaltstitel mehr zu erteilen ist, wenn dem schweizerischen Ehepartner die Ausreise nur schwer oder gar nicht zuzumuten ist (BGE 135 II 377 E. 4.4 S. 382 mit Hinweisen). Da im vorliegenden Fall die Ehefrau des Beschwerdef�hrers nicht Schweizer B�rgerin ist und ihr die Ausreise mit Blick auf die Umst�nde ohnehin zugemutet werden kann, kommt der "Zweijahresregel" insofern keine entscheidende Bedeutung zu, als auch eine geringere Strafe den Widerruf der Aufenthaltsbewilligung rechtfertigen kann. Immerhin ist zu erw�hnen, dass nach der Rechtsprechung die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren einen sehr schwerwiegenden Verstoss gegen die schweizerische Rechtsordnung impliziert (BGE 135 II 377 E. 4.4I S. 382 f.). Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn die Vorinstanz die Verurteilung des Beschwerdef�hrers im Rahmen der Interessenabw�gung von Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 96 Abs. 1 AuG stark gewichtet hat.
3.5 Mit Blick auf die Umst�nde des Einzelfalls, insbesondere die eher schwache Verwurzelung beider Ehepartner in der Schweiz und die Tatsache, dass die Tochter im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils das Vorschulalter noch nicht erreicht hatte, �berwiegen die ordnungs- und sicherheitspolizeilichen Interessen an der Fernhaltung des straff�llig gewordenen Beschwerdef�hrers seine privaten Interessen und diejenigen seiner Familie. Der angefochtene Entscheid erweist sich somit als verh�ltnism�ssig im Sinn von Art. 8 Ziff. 2 EMRK und Art. 96 Abs. 1 AuG.
3.6 Es ist nicht ersichtlich, inwiefern die Vorinstanz den Sachverhalt in einer f�r den Ausgang des Verfahrens entscheidenden Weise unvollst�ndig oder unrichtig festgestellt haben soll. Demgem�ss ist der Eventualantrag auf R�ckweisung der Sache zur weiteren Abkl�rung und neuen Entscheidung abzuweisen.
Aus den vorstehenden Erw�gungen ergibt sich, dass die Beschwerde unbegr�ndet und daher abzuweisen ist.
Bei diesem Ausgang sind die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens dem Beschwerdef�hrer zu auferlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Es ist keine Parteientsch�digung zuzusprechen (Art. 68 BGG).

References: Art. 90
 Art. 83
 Art. 43
 Art. 8
 Art. 51
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 89
 Art. 95
 Art. 105
 BGE 
 Art. 8
 Art. 43
 Art. 51
 Art. 62
 Art. 62
 Art. 96
 Art. 8
 Art. 8
 BGE 
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 36
 Art. 13
 Art. 96
 Art. 8
 EGMR 
 Art. 62
 Art. 8
 Art. 8
 Art. 96
 Art. 8
 Art. 96