Source: https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%201965,%201229
Timestamp: 2019-07-17 13:59:18+00:00

Document:
BGH, 30.03.1965 - V ZR 43/63 - dejure.org
BGH, 30.03.1965 - V ZR 43/63
https://dejure.org/1965,1051
BGH, 30.03.1965 - V ZR 43/63 (https://dejure.org/1965,1051)
BGH, Entscheidung vom 30.03.1965 - V ZR 43/63 (https://dejure.org/1965,1051)
BGH, Entscheidung vom 30. März 1965 - V ZR 43/63 (https://dejure.org/1965,1051)
Tipp: Um den Kurzlink (hier: https://dejure.org/1965,1051) schnell in die Zwischenablage zu kopieren, können Sie die Tastenkombination Alt + R verwenden - auch ohne diesen Bereich zu öffnen.
Anspruch auf Grundbuchberichtigung betreffend die Löschung eines Wegerechts - Gehrecht und Fahrtrecht als Grunddienstbarkeit bzw. beschränkte persönliche Dienstbarkeit - Erlöschen von Grunddienstbarkeit bei Überschreitung der dem Dienstbarkeitsberechtigten eingeräumten Befugnisse - Begriffe "Felddienstbarkeit" und "Baudienstbarkeit" im Sinne des Badischen Landrechts
NJW 1965, 1229
DNotZ 1966, 38
WM 1965, 589
Ein Anspruch auf einen vollständigen oder teilweisen Verzicht auf die Ausübung der Dienstbarkeit, wie ihn das Berufungsgericht annimmt, folgt aus der Übermaßnutzung dagegen nicht (Senat, Urt. v. 30. März 1965, V ZR 43/63, NJW 1965, 1229;… Erman/Grziwotz, aaO;… Staudinger/Mayer, aaO).
Maßgeblich für die Nutzungsbefugnisse, die eine Grunddienstbarkeit gewährt, ist nicht die im Zeitpunkt der Bestellung gerade ausgeübte Nutzungsart; vielmehr kommt es an auf den allgemeinen, der Verkehrsauffassung entsprechenden und äußerlich für jedermann ersichtlichen Charakter des betreffenden Grundstücks sowie auf das Bedürfnis, von dem Wegerecht in diesem Rahmen Gebrauch zu machen (Senat, Urteil vom 27. Januar 1960 - V ZR 148/58, NJW 1960, 673; Urteil vom 30. März 1965 - V ZR 43/63, NJW 1965, 1229; Urteil vom 25. Mai 1971 - V ZR 8/69, WM 1971, 960, 962).
Maßgeblich ist nicht die augenblickliche, bei Bestellung der Grunddienstbarkeit gerade bestehende Nutzung; es kommt vielmehr auf den allgemeinen, der Verkehrsauffassung entsprechenden und äußerlich für jedermann ersichtlichen Charakter des betroffenen Grundstücks an sowie auf das Bedürfnis, von dem Wegerecht in diesem Rahmen Gebrauch zu machen (…Senat, Urt. v. 27. Januar 1960, V ZR 148/58, NJW 1960, 673; Urt. v. 30. März 1965, V ZR 43/63, NJW 1965, 1229;… Urt. v. 21. Mai 1971, V ZR 8/69, LM Nr. 20 zu § 1018 BGB, Bl. 1000;… Urt. v. 25. April 1975, V ZR 185/73, DNotZ 1976, 20 f.;… Dehner, Nachbarrecht, 7. Aufl., B § 31, S. 9).
Das Recht, die Aufgabe der Dienstbarkeit zu verlangen, steht ihm dann nicht zu (vgl. Senat, Urt. v. 30. März 1965, V ZR 43/63, NJW 1965, 1229).
BGH, 05.10.1965 - V ZR 73/63
Wegerechtsumfang
(Senatsurteile vom 21. Januar 1959, V ZR 133/57, NJW 1959, 2059, vom 21. Januar 1960, V ZR 148/58, NJW 1960, 673; zuletzt vom 30. März 1965, V ZR 43/63; vgl. schon RG JW 1930, 3851).
e) Abgesehen davon, kommt zwar ein Erlöschen einer altrechtlichen Grunddienstbarkeit in entsprechender Anwendung des § 1020 S. 1 BGB und des Rechtsgedankens, der dem § 1196 BGB zu Grunde liegt, dann in Betracht, wenn die Grunddienstbarkeit keinen Vorteil mehr bietet, wenn ihre Ausübung "geradezu unvernünftig" ist und sich die Nachteile für das belastete Grundstück zwischenzeitlich stark vermehrt haben und in gar keinem Verhältnis mehr zu einem eventuellen Nutzen der Grunddienstbarkeit stehen (vgl. RGZ 169, 180 ff.,183. BGH NJW 1965, 1229 f.).
Ob diesem Ansatz gefolgt werden kann, hat der Bundesgerichtshof später offen gelassen (BGH NJW 1965, 1229).
Der Umfang einer Dienstbarkeit kann daher unter Berücksichtigung der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung und einem dadurch gesteigerten Nutzungsbedarf nach gefestigter höchstrichterlicher Rechtsprechung (BGH NJW 1960, 673; NJW 1965, 1229; NJW-RR 2003, 1235) sowie ganz herrschender Meinung im Schrifttum (…vgl. nur MünchKomm/Joost a.a.O., § 1092 Rn. 5;… Palandt/Bassenge a.a.O., § 1090 Rn. 7;… Staudinger/Mayer a.a.O., § 1090 Rn. 30 i. V. m. § 1018 Rn. 153 ff.) im Laufe der Zeit sich erweitern, wenn die Bedarfssteigerung sich in den Grenzen einer der Art nach gleichbleibenden Benutzung dieses Grundstücks hält und nicht auf eine zur Zeit der Dienstbarkeitsbestellung nicht vorhersehbare oder auf eine willkürliche Benutzungsänderung zurückzuführen ist.
Ein solches Vorgehen des Inhabers einer Dienstbarkeit kann der Eigentümer grundsätzlich nach § 1004 Abs. 1 BGB abwehren (vgl. BGH NJW 1965, 1229 [BGH 30.03.1965 - V ZR 43/63]).
BGH, 07.04.1967 - V ZR 14/65
Erlöschen einer Dienstbarkeit wegen Verjährung des Störungsbeseitigungsanspruchs …
BGH, 15.02.1974 - V ZR 47/72
Anspruch auf Austausch von Wegerechten - Verlegung einer Dienstbarkeit auf …
BGH, 15.11.1965 - VII ZR 286/63
Ansprüche aus einem Schenkungsversprechen auf den Todesfall - Geltendmachung von …
BGH, 28.06.1965 - VII ZR 243/63
Erbringung einer Leistung zum Zweck der Erbeinsetzung - Bereicherungsanspruch …

References: § 1018
 § 31
 § 1020
 § 1196
 BGH 
 § 1092
 § 1090
 § 1090
 § 1018
 § 1004
 BGH