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Die Urlaubsabgeltung von Bruchteilen von Urlaubstagen. « Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog
Die Urlaubsabgeltung von Bruchteilen von Urlaubstagen.
Gepostet am 16. April 2012 Aktualisiert am 5. Mai 2017
Sofern der Arbeitnehmer zum Beispiel aus betrieblichen oder persönlichen Gründen-häufig nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis-seinen Urlaub nicht mehr nehmen kann, stellt sich die Frage nach der Abgeltung des Urlaubsanspruches (siehe dazu auch den Beitrag „Resturlaub bei Kündigung“).
Ermittlung des Gesamturlaubsanspruches
Zunächst ist zu ermitteln, welchen Gesamturlaubsanspruch der Arbeitnehmer hatte. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen Arbeitstagen und Werktagen. Der Mindesturlaub laut dem Bundesurlaubsgesetz beträgt vier 24 Werktage (6-Tage-Woche). Dies sind 20 Arbeitstage (5-Tage-Woche). Faktisch stehen dem Arbeitnehmer nach dem Bundesurlaubsgesetz als Mindesturlaub also 4 Wochen Erholungsurlaub als Mindesturlaub (Vollzeit) zu, egal, ob er 6 Tage die Woche oder 5 Tage arbeitet. Dies ist – wie bereits ausgeführt – der Mindesturlaub. Der Arbeitgeber kann natürlich mittels Arbeitsvertrag dem Arbeitnehmer zusätzlichen Urlaub gewähren. In bestimmten Branchen ist dies auch üblich. Darüber hinaus kann sich aus einem anwendbaren Tarifvertrag ein höherer Urlaubsanspruch ergeben.
gesetzliche Regelung nach § 5 Bundesurlaubsgesetz
§ 5 Teilurlaub
(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer
für Zeiten eines Kalenderjahrs, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt;
wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet;
wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahrs aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.
(3) Hat der Arbeitnehmer im Falle des Absatzes 1 Buchstabe c bereits Urlaub über den ihm zustehenden Umfang hinaus erhalten, so kann das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden.
Abgeltung eines Teils des Urlaubs oft der Fall
Häufig hat der Arbeitnehmer schon einen Teil des Urlaubs genommen oder es ist zum Beispiel Teilurlaub abzugelten, da zum Beispiel die Wartezeit noch nicht erfüllt ist. In all diesen Fällen kommt es häufig vor, dass nicht eine glatte Zahl an Urlaubstagen verbleibt, die abzugelten sind, sondern Bruchteile entstehen.
Beispiel: Der Arbeitnehmer hat 4 volle Monate – Mo – bis Fr – beim Arbeitgeber gearbeitet und im Arbeitsvertrag wurden 20 Tage an Urlaub vereinbart. Der Arbeitnehmer konnte aus persönlichen Gründen den Urlaub nicht vor dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis nehmen. Von daher wären hier rein rechnerisch 6,66 Tage Urlaub abzugelten (20 ./. 12 x4), rechtlich erfolgt aber eine Aufrundung auf 7 Tage.
Bruchteile, die größer als 0,5 = Aufrundung
Nach § 5 Abs. 2 des Bundesurlaubsgesetzes sind Bruchteile, die mindestens 0,5 ergeben, sind aufzurunden. Von daher wäre im obigen Beispiel insgesamt 7 Tage an Urlaub abzugelten. Es erfolgt also eine Aufrundung auf den vollen Tag.
Bruchteile, die kleiner als 0,5 = Abgeltung des „unrunden Betrages“ ohne Abrundung
Manchmal kommt es auch vor, dass eben nicht Bruchteile entstehen, die größer oder gleich als 0, 5 , sondern die kleiner als 0,5 sind. Hier wird meist abgerundet, obwohl dies rechtlich so nicht richtig ist.
Die älteren Rechtsprechung nahm hier noch eine Abrundung vor. Nach dem Bundesarbeitsgericht Erfolg die aber kein Abrundung, sondern eine Auszahlung genau auf dem Bruchteil (BAG 26.1.1989 – 8 AZR 730/87 ).
Beispiel: Der Arbeitnehmer hat 5 volle Monate – Mo – bis Fr – beim Arbeitgeber gearbeitet und im Arbeitsvertrag wurden 20 Tage an Urlaub vereinbart. Der Arbeitnehmer konnte aus persönlichen Gründen den Urlaub nicht vor dem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis nehmen. Von daher sind rechnerisch 8,35 Tage Urlaub abzugelten (20 ./. 12 x5).
Hiervon erfolgt keine Aufrundung und kein Abrundung. Es sind genau 8,35 Tage an Urlaub abzugelten.
Dies wird in der Praxis sehr oft von Arbeitgebern übersehen.
Dieser Beitrag wurde in Urlaub, Urlaubsabgeltung, Urlaubsanspruch veröffentlicht und mit Abgeltung eines Teils des Urlaubs oft der Fall, Abrudung, Abrundung, Arbeitstage, Arbeitsvertrag, Aufrundung, Auszeichnung, Berechnung, Berechnung Urlaub, Bruchteile, Bruchteile an Urlaubstagen, Die Urlaubsabgeltung von Bruchteilen von Urlaubstagen, Kündigung, Tarifvertrag, Urlaub, Urlaubsabgeltung, Werktage getaggt.
LAG Berlin-Brandenburg: fehlende Unterschrift bei Berufungseinlegung per Telefax
BAG:Kündigung wegen Stalking möglich?
26 Gedanken zu „Die Urlaubsabgeltung von Bruchteilen von Urlaubstagen.“
Kündigung in der Probezeit und Urlaubsbezahlung - Seite 2 - JuraForum.de sagte:
23. Juli 2012 um 20:32
[…] AW: Kündigung in der Probezeit und Urlaubsbezahlung http://rechtsanwaltarbeitsrechtberli…-urlaubstagen/ […]
Resturlaub bei Kündigung? « Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog sagte:
14. Oktober 2012 um 18:46
[…] 2. Abgeltung des Urlaubs – Berechnung – bei Bruchteilen von Urlaubstagen (Ab- oder Aufrundu… […]
Wie lange muss man warten bis man den vollen Urlaubsanspruch erwirbt? « Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog sagte:
15. Oktober 2012 um 04:19
[…] – gekommen : siehe zum Problem der Auf- und Abrundung von Urlaubstagen den Artikel “Berechnung von Bruchteilen von Arbeitstagen“. Wie bereits geschrieben, muss sich aber der Arbeitnehmer nach § 6 BUrlG zur Vermeidung von […]
ta sagte:
21. März 2015 um 07:34
HINWEIS zu Ihrer Ausführung
Nach § 5 Abs. 2 des Bundesurlaubsgesetzes sind Bruchteile, die größer als 0,5 sind aufzurunden. Von daher wäre im obigen Beispiel insgesamt 7 Tage an Urlaub abzugelten. Es erfolgt also eine Aufrundung auf den vollen Tag.
Im Gesetz steht, dass „Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, auf volle Urlaubstage aufzurunden sind.“
Insbesondere als Jurist sollte man den entscheidenden Unterschied zwischen „größer“ und „mindestens“ beachten!
Ist das mit der Abgeltung von Urlaubstagen die kleiner als 0,5 sind noch aktuell?
Rechtsanwalt Andreas Martin geantwortet:
28. April 2015 um 05:38
Lilo sagte:
26. August 2015 um 13:32
Bezieht sich diese Rechnung nur auf den gesetzlich vorgeschrieben Urlaubsanspruch (20 Tage, da 5 Tage Woche) oder auch auf einen über dem Gesetz gerechneten mehr Anspruch auf Urlaub?
Beispiel: gesetzlich vorgeschrieben 20 Tage, vom Arbeitgeber aber 30 Tage gewährt. Im Juni eingetreten (30/12*7= 17,5 Tage), somit einen anteiligen Anspruch von 17,5 Tagen. Steht dem Arbeitnehmer dann ein Anspruch von 18 Tagen zu oder nur 17,5 Tage, da der Mitarbeiter bereits einen jährlichen Mehranspruch von 10 Tagen hat.
5. September 2015 um 09:56
Die Berechnung des Urlaubsabgeltungsanspruches bezieht sich alle auf den gesetzlichen Urlaubsanspruch. Gewährt der Arbeitgeber übergesetzlichen Urlaub kann er selbst bestimmen, was beim Ausscheiden des Arbeitnehmers in der zweiten Jahreshälfte nach abgeleisteter Wartezeit geschieht. Meist ist hier im Arbeitsvertrag geregelt, dass der übergesetzliche Urlaubsanspruch nur nach Bruchteilen berechnet wird. Wenn aber nichts dazu im Arbeitsvertrag steht, dann sollte man normal, wie beim gesetzlichen Urlaub abrechnen.
Fälligkeit des Urlaubsabgeltungsanspruchs – wann muss der Arbeitgeber zahlen? « Rechtsanwalt Arbeitsrecht Berlin Blog sagte:
8. September 2015 um 10:35
[…] aus ohne, dass der vollständige Urlaub gewährt wurde, dann hat dieser in der Regel einen Anspruch auf Abgeltung des Urlaubsanspruches. Man spricht vom sog. Urlaubsabgeltungsanspruch. Es stehlt sich die Frage, wann muss der […]
Arro70 sagte:
20. Oktober 2015 um 23:02
Hallo, ich arbeite Teilzeit von Mo – Do. Die Vollzeitbeschäftigten in unserer Firma haben 28 Tage Urlaub (entsprechen 5 Wochen und 3 Arbeitstage). Wieviel Tage stehen mir zu. Ich komme auf 22,4. Wird hier aufgerundet oder kann der AG abrunden. Falls abgerundet wird, werde ich ja dem Vollzeitbeschäftigten schlechter gestellt.
Gibt es hier eine gesetzliche Regelung?
30. Oktober 2015 um 17:03
meine Tochter ist Azubi in einer Konditorei.
Im Vertrag steht, Arbeitszeit 40 Std. pro Woche a 8 Std.
Allerdings muß sie auch jeden 2. Sonntag arbeiten, der ihr direkt und unversteuert ausgezahlt wird.
Ihre Arbeitswoche geht von Dienstag bis Samstag, Montag ist Ruhetag, und eben jeden 2. Sonn- und Feiertag, für den kein Urlaub abgezogen wird.
Für eine Woche Urlaub will nun ihr Arbeitgeber 6 Tage Urlaub abziehen.
Für eine Antwort wäre ich sehr verbunden.
Körpert sagte:
6. September 2017 um 13:35
Das Problem habe ich auch ich arbeite 6 tage a
6,5 Std und möchte auch gerne wissen ob sie wie sie machen 7 tage Urlaub rechnen Beispiel 22. 4, 18 -7 . 5. 18 Urlaub sie wollen mir 15 Tage Urlaubstage abziehen könnt ihr mir helfen.
Jule Knippertz sagte:
7. Januar 2016 um 14:24
Mein Ausbildungsverhältnis endet am 19.01.2016. Wie viele Urlaubstage stehen mir für 2016 noch zu?
Bitte mit einem Ausschnitt eines Gesetzestext damit ich das meinem Chef zeigen kann. Denn er will mir keinen Urlaub mehr geben.
Ingrid Kuehn sagte:
1. August 2016 um 12:36
habe am 09.05.2016 angefangen und wurde leider zum, 06.07.2016 entlassen Firma Dienstleistung, wie viele Urlaubstage stehen mir zu lt. Arbetigeber nur 2 Tage?
Wonni sagte:
13. Januar 2017 um 12:44
Wieviel Urlaub steht mir zu wenn ich zum 15ten eines Monats kündige?
Bei 30 Tagen Im Jahr
22. Januar 2017 um 10:52
Das hängt davon ab, wie lange Sie im Jahr schon gearbeitet haben und wieviel Urlaub Sie verbraucht haben.Außerdem, ob man nach erfüllter Wartezeit in der 2. Jahreshälfte ausscheidet oder nicht. Vom Grundsatz her zählen immer nur volle Monate. Lassen Sie sich am besten vor Ort von einem Anwalt beraten.
Sabine Mueller sagte:
24. Juli 2017 um 07:13
ich war bis 30.06 in meinem alten Unternehmen beschäftigt und hatte einen Jahresurlaub von 34 Tagen. Davon wurde mir 6/12 ergo 17 Tage ausgezahlt, da ich diese nicht nehmen konnte. (Ich weiß, sie gelten als genommen)
In meiner neuen Firma habe ich nur einen Anspruch von 30 Tagen Jahresurlaub. Das wären nach meinem Verständnis 15 Tage, welche ich dieses Jahr noch hätte. Jetzt rechnet mir die neue Firma jedoch nur 13 Tage Urlaub an. Wieso das ?
28. Juli 2017 um 17:14
…. weil Sie im Jahr 2017 bereits 17 Tage an Urlaub erhalten haben.
19. Dezember 2017 um 10:20
Hallo, ist der § 5 Bundesurlaubsgesetz auch für Sonderurlaub anzuwenden? Ich habe einen Tag Sonderurlaub von meinem AG für gute Leistungen geschenkt bekommen. Nun wurden mir bei der Stundenabrechnung 4 Stunden Sonderurlaub und 4 Minusstunden eingetragen? Ist das zulässig?
25. Dezember 2017 um 15:06
Es kommt hier darauf an, was dazu vereinbart ist bzw. im Arbeitsvertrag steht. Der Arbeitgeber kann einiges selbst bestimmen. Allerdings dürfte eine Verrechnung von Urlaub mit einem negativen Arbeitszeitguthaben problematisch sein. Dies schon deshalb, da der Urlaub Erholungszwecken dient und ein negatives Zeitguthaben nicht zwangsläufig vom Arbeitnehmer verursacht sein muss (z.B. wenn der Arbeitgeber nicht ausreichend Arbeit hat).
Alexander Berszinski sagte:
Guten Abend, für mich stellt sich die Frage: Wann wird gerundet?
Ein Mitarbeiter steigt ab Oktober von der Fünf- in die Dreitagewoche um. Bei 30 Tagen Urlaub (5 Tg/W) bzw. 18 Tagen (3 Tg/W) ergeben sich 22,5 und 4.5 Tage bleiben diese ungerundet komme ich auf 27 bzw. gerundet 28 Tage. Bei genommenen 19 Tagen Urlaub ergeben sich nun entweder 8 bzw. 9 Tage Resturlaub für den Betroffenen. Was ist nun richtig?
10. Februar 2018 um 11:39
Hallo, es wird gerundet beim Teilurlaubsanspruch, weil dies so im Gesetz steht.
Mindesturlaubsgesetz für Arbeitnehmer (Bundesurlaubsgesetz)
idk sagte:
17. August 2018 um 08:31
ich bin mir nicht sicher ob mein Arbeitgeber mich um meinen Teil-Urlaub bringt.
Ich bin seit 3 Jahren angestellt. Habe von Anfang an 30 Urlaubstage jährlich bekommen.
Habe jetzt zum 15.09.201
8 fristgerecht gekündigt. mein Arbeitgeber sagt jetzt folgendes:
Anspruch für dieses Jahr hat xy 20 Tage Urlaub. Bereits genommene Urlaubstage 10 Tage. Verbleiben noch 10 Tage Resturlaub.
Er hat einen Urlaubsantrag von 27.08.2018 bis 14.09.2018 gestellt. Das sind 15 Tage.
Er kann jedoch nur von 27.08.2018 bis 07.09.2018 in Urlaub gehen (entspricht 10 Tage Urlaub).
Außerdem gibt es kein anteiliges Weihnachtsgeld.
19. August 2018 um 08:48
Lassen Sie sich vor Ort von einem Anwalt beraten. Übergesetzlichen Urlaub kann der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag selbst regeln, so dass beim Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte der übergesetzliche Urlaub nicht abzugelten ist.
Tobi sagte:
2. Mai 2019 um 11:52
ich habe zum 31.05.19 gekündigt. Ich habe einen vertraglichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen, dass ergibt bei bereits 5 genommenen Tagen 7,5 Tage Resturlaub bis zum 31.01.19. Mein Arbeitgeber hat mit mitgeteilt, dass er nicht im Sinne des §5 Abs. 2 aufrundet und ich dementsprechend den halben Arbeitstag auch abzuleisten habe. Gilt die Regelung zur Aufrundung tatsächlich nur für den gesetzlichen Mindesturlaub.
5. Mai 2019 um 06:14
Beim übergesetzenlichen/freiwilligen Urlaub kann der Arbeitgeber festlegen, wie er Bruchteile vom Urlaub abgelten will.
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